# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 098f7f44-e405-5a83-a0bf-d2f816e9ff74
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-11-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Kassationsgericht 12.11.2009 AC090003
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_KSG_001_AC090003_2009-11-12.pdf

## Full Text

Kassationsgericht des Kantons Zürich 

 

Kass.-Nr. AC090003/U/la dv AC070023  

Mitwirkende: die Kassationsrichter Moritz Kuhn, Präsident, Bernhard Gehrig, Andreas Donatsch, 

die Kassationsrichterin Yvona Griesser und der Kassationsrichter Georg Naegeli 

sowie der juristische Sekretär Christof Tschurr 

Zirkulationsbeschluss vom 12. November 2009  

in Sachen 
1. A.X., 

  

Angeklagter und Beschwerdeführer 

 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt 
 
2. B.X., 

  

Angeklagter und Beschwerdeführer 

 amtlich verteidigt durch Fürsprecher 
 

gegen 
 
1. Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, 

 Anklägerin und Beschwerdegegnerin 1 

 vertreten durch den Leitenden Staatsanwalt Dr. iur. Ulrich Weder,  
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich, Molkenstr. 15/17, Postfach 1233, 8026 Zürich 

2. †Z., 

bzw. dessen Hinterbliebene: 

2.1. C., 

2.2 D., 

 2.1-2.2 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt 

 2.3. E. und F., 

 2.4 G., 

 2.5 H., 

 2.3-2.5 vertreten durch Rechtsanwalt 

 Geschädigte und Beschwerdegegner 2.1 - 2.5 
 

betreffend Mord etc.  

Nichtigkeitsbeschwerde gegen ein Urteil und Beschluss des Geschworenengerichts des 

Kantons Zürich vom 19. September 2007 (WG070001/U) 
 

-   2   - 

Das Gericht hat in Erwägung gezogen: 

I. 

1. Am 14. August 2004 wurde +Z. in einem Pausenraum im 1. Unter-

geschoss an seinem Arbeitsplatz in der Firma I. AG in Zürich mit einer Pistole  

erschossen, die A.X. gehörte. Zum Zeitpunkt der tödlichen Schussabgabe waren 

in diesem Raum lediglich +Z. und die mit diesem verfeindeten Gebrüder A.X. und 

B.X. anwesend. +Z. war der Ehemann von K., einer Schwester von A.X. und B.X.. 

Die Eheleute Z. und K. standen in einem Scheidungsverfahren. 

2. Mit Anklageschrift vom 25. Oktober 2006 warf die Staatsanwaltschaft IV 

des Kantons Zürich A.X. und B.X. kurz zusammengefasst im Wesentlichen  

Folgendes vor (neben zwei weiteren im Verhältnis dazu sehr untergeordneten  

Delikten [Vergehen gegen das Waffengesetz betreffend A.X., grobe Verletzung 

der Verkehrsregeln betreffend B.X.]): Die Gebrüder X. hätten sich am 14. August 

2004 entschlossen, +Z. an dessen Arbeitsplatz aufzusuchen, und hätten das auch 

getan. Sie seien in den Pausenraum gegangen, wo sich +Z. und L. aufhielten.  

Sofort habe B.X. begonnen, mit den Fäusten auf +Z. einzuschlagen. A.X. habe 

seine Pistole zur Hand genommen und +Z. aufgefordert, sich niederzuknien.  

Dieser habe das getan. A.X. habe von hinten auf den Rücken von +Z. gezielt. 

B.X. habe L. aufgefordert, den Raum zu verlassen. Nachdem dieser gegangen 

sei, habe A.X. aus einer Distanz von wenigen Zentimetern +Z. in den Rücken  

geschossen und dabei die Hauptschlagader (Aorta) durchschossen. +Z. sei innert 

weniger Minuten verblutet. A.X. habe +Z. töten wollen oder zumindest seinen Tod 

in Kauf genommen. B.X. sei damit einverstanden gewesen und habe ebenfalls 

den Tod von +Z. herbeiführen wollen oder die Todesfolge zumindest in Kauf  

genommen (Anklageschrift GG act. 69). 

-   3   - 

3. Die Angeklagten A.X. und B.X. bestritten insbesondere eine Tötungs-

absicht. Nachdem L. den Pausenraum verlassen habe, habe es ein Gerangel  

gegeben, in dessen Verlauf sich - von den Angeklagten unbeabsichtigt, als Unfall 

- der tödliche Schuss gelöst habe (angefochtenes Urteil KG act. 2 [in Kass.-Nr. 

AC090003] S. 19 f.). 

4. Mit Urteil vom 19. September 2007 sprach das Geschworenengericht des 

Kantons Zürich beide Angeklagten, sowohl A.X. als auch B.X., des Mordes im 

Sinne von Art. 112 StGB schuldig. A.X. sprach es überdies des Vergehens gegen 

das Waffengesetz schuldig und bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von  

16 Jahren, unter Anrechnung von 1'130 Tagen Haft bis zum Tag des Urteils.  

B.X. sprach es überdies der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig,  

widerrief die Gewährung des bedingten Vollzugs einer gegenüber B.X. mit Straf-

befehl vom 22. Februar 2002 ausgefällten Strafe von drei Monaten Gefängnis und 

bestrafte ihn unter Einbezug dieser Strafe mit einer Freiheitsstrafe von 12 Jahren 

als Gesamtstrafe, unter Anrechung von 1'129 Tagen Haft bis zum Tag des Urteils 

(KG act. 2 [in Kass.-Nr. AC090003] S. 163). Mit Verfügung des Präsidenten des 

Geschworenengerichts vom 2. Oktober 2007 wurde beiden Angeklagten der vor-

zeitige Strafantritt bewilligt (GG act. 150). Seither befinden sie sich im vorzeitigen 

Strafvollzug. 

5. Mit Eingabe vom 26. September 2007 (vor Begründung des geschwore-

nengerichtlichen Urteils) ersuchte B.X. um Bestellung eines anderen amtlichen 

Verteidigers (GG act. 144, Kass.-Nr. AC070023 act. 1a und 1b). Mit Verfügung 

vom 18. Oktober 2007 wurde dieses Gesuch abgewiesen und das mit diesem 

Gesuch eröffnete Kassationsverfahren sistiert (Kass.-Nr. AC070023 act. 6). Mit 

Eingabe vom 17. März 2008 ersuchte B.X. erneut um Auswechslung seines  

amtlichen Verteidigers (Kass.-Nr. AC070023 act. 11). Mit Verfügung vom  

25. März 2008 wurde auch dieses Gesuch abgewiesen (Kass.-Nr. AC070023 act. 

12). Am 2. (B.X.) bzw. 9. Dezember 2008 (A.X.) wurde das begründete geschwo-

renengerichtliche Urteil den Angeklagten zugestellt und ihnen je eine Frist von  

30 Tagen angesetzt, um die rechtzeitig angemeldeten (GG act. 145 und 146) 

Nichtigkeitsbeschwerden zu begründen (GG act. 167, 168/4 und 168/9). Innert 

dieser Frist (unter Berücksichtigung der Gerichtsferien) reichten sowohl B.X. 

-   4   - 

(Kass.-Nr. AC070023 act. 15) als auch A.X. (Kass.-Nr. AC090003 act. 1) (bzw.  

ihre amtlichen Verteidiger) je eine Nichtigkeitsbeschwerde ein. Damit beantragen 

sie in erster Linie und im Wesentlichen die Aufhebung des angefochtenen Urteils 

und die Rückweisung der Sache an das Geschworenengericht zur Neubeurteilung 

(Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 3, Kass.-Nr. AC090003 act. 1 S. 2). B.X.  

beantragt überdies die Feststellung, dass das Geschworenengericht das  

Beschleunigungsgebot und die Verteidigungsrechte verletzt habe (Kass.-Nr. 

AC070023 act. 15 S. 3). 

6. Die Staatsanwaltschaft (Beschwerdegegnerin 1) verzichtete bezüglich 

beider Beschwerden auf eine Beschwerdeantwort (Kass.-Nr. AC070023 act. 24, 

Kass.-Nr. AC090003 act. 7). Die Beschwerdegegner 2.1 und 2.2 verzichteten  

explizit auf eine Beantwortung beider Beschwerden (Kass.-Nr. AC070023 act. 43, 

Kass.-Nr. AC090003 act. 24). Die Beschwerdegegner 2.3 - 2.5 erklärten bezüglich 

der Beschwerde von B.X., auf eigene Anträge und eine Vernehmlassung zu ver-

zichten. Sie seien mit dem geschworenengerichtlichen Urteil vollumfänglich ein-

verstanden und beantragten, dass das Kassationsgericht dieses Urteil schütze 

(Kass.-Nr. AC070023 act. 44). Bezüglich der Beschwerde von A.X. beantragten 

die Beschwerdegegner 2.3 - 2.5 mit ihrer Beschwerdeantwort die Bestätigung des 

angefochtenen Urteils (Kass.-Nr. AC090003 act. 21 S. 2). Die Vorinstanz reichte 

in beiden Beschwerdeverfahren eine Vernehmlassung ein (Kass.-Nr. AC070023 

act. 25, Kass.-Nr. AC090003 act. 8), welche den Parteien zur Stellungnahme zu-

gestellt wurden (Kass.-Nr. AC070023 act. 26, Kass.-Nr. AC090003 act. 9). Der 

Verteidiger von B.X. nahm mit Eingabe vom 19. März 2009 Stellung zur vor-

instanzlichen Vernehmlassung (Kass.-Nr. AC070023 act. 37). Der Verteidiger von 

A.X. erklärte, an der Beschwerde festzuhalten und unter Verweisung auf seine 

Beschwerdebegründung auf weitere Ausführungen zu verzichten (Kass.-Nr. 

AC090003 act. 20). Die Stellungnahme des Verteidigers von B.X. wurde dem  

Geschworenengericht und den übrigen Parteien zur freigestellten Äusserung  

zugestellt (Kass.-Nr. AC070023 act. 39). Die Eingaben der Beschwerdegegner 

2.3 - 2.5 vom 23. März 2009 und vom 2. April 2009 (Beschwerdeantwort Kass.-Nr. 

AC090003 act. 21, Kass.-Nr. AC070023 act. 44) wurden den übrigen Parteien zur 

Kenntnisnahme zugestellt (Kass.-Nr. AC070023 act. 45, Kass.-Nr. AC090003 act. 

22). Am 17. September 2009 ersuchte der Verteidiger von B.X. - unter Hinweis 

-   5   - 

auf das seiner Auffassung nach verletzte Beschleunigungsgebot - um Mitteilung 

des Verfahrensstandes (Kass.-Nr. AC070023 act. 47 und 48), am 25. September 

2009 wies er auf Abwesenheiten hin (KG act. 49). Weitere Eingaben erfolgten 

nicht. 

II. 

Das Geschworenengericht beurteilte die Anklagen gegen die beiden  

Angeklagten A.X. und B.X. im gleichen, gemeinsamen Verfahren und in einem 

einzigen gesamthaften Urteil. Die beiden Beschwerden richten sich gegen dieses 

gleiche Urteil. Es rechtfertigt sich, die beiden Beschwerdeverfahren zu vereinigen. 

Sie werden gemeinsam unter der Kass.-Nr. AC090003 weitergeführt. Das Ver-

fahren Kass.-Nr. AC070023 ist als dadurch erledigt abzuschreiben. Die nach-

folgenden Aktenverweisungen beziehen sich ohne speziellen Vermerk auf das 

Verfahren Kass.-Nr. AC090003. Akten aus dem Verfahren Kass.-Nr. AC070023 

werden unter Voranstellung dieser Verfahrensnummer zitiert. 

III. 

1. Die Vorinstanz erachtete den von der Staatsanwaltschaft eingeklagten 

Sachverhalt im Wesentlichen als erstellt. Dabei stellte sie massgeblich auf die 

Aussagen von L. ab (KG act. 2 S. 78 - 82, S. 85 lit. d, S. 87 f.). Beide Beschwer-

den bezeichnen dies als willkürlich (KG act. 1 S. 10 - 18; Kass.-Nr. AC070023 

act. 15 S. 9 - 23): 

1.1. Der Verteidiger von A.X. macht geltend, L. habe +Z. im Scheidungs-

verfahren (Scheidung von der Schwester der beiden Angeklagten) geholfen, ehe-

liche Ersparnisse beiseite zu schaffen. Dafür habe er einen fiktiven Darlehens-

vertrag über Fr. 15'000.-- und eine unzutreffende Quittung unterschrieben, das 

Darlehen erhalten zu haben. Tatsächlich habe weder eine Schuld noch eine 

Geldzahlung existiert. L sei dem "Lager Z." zuzurechnen. Im vorliegenden Straf-

verfahren habe er zu Beginn bestritten, dass es sich beim Darlehensvertrag und 

der Quittung um fingierte Dokumente gehandelt habe, habe dies dann im Verlaufe 

der Befragung doch eingestanden, dann aber sein Eingeständnis ein Jahr später 

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zurückgenommen, es jedoch am gleichen Tag wieder bestätigt (KG act. 1 S. 10). 

An diesem 23. November 2005 habe er mithin in Anwesenheit des Staatsanwal-

tes, zweier Parteivertreter, einem Polizisten und der Dolmetscherin während über 

zwei Stunden hartnäckig gelogen, und zwar auch, nachdem ihm der Staatsanwalt 

klar zu erkennen gegeben hatte, dass er ihm nicht glaube. Trotz dieser Umstände 

sei das Geschworenengericht zum Schluss gelangt, abgesehen von einer Ein-

schränkung (gerade bezüglich dieser Umstände) sei an der allgemeinen Glaub-

würdigkeit von L. nicht zu zweifeln. Dieser Schluss sei willkürlich. L. habe im  

Zusammenhang mit dem fiktiven Darlehensvertrag wissentlich einen Prozess-

betrug unterstützt. Auf Ermahnungen des Staatsanwaltes habe er mehrfach  

betont, jetzt sage er wirklich die Wahrheit. Das sei aber wiederum eine Lüge  

gewesen. Damit habe er seine Glaubwürdigkeit vollends zerstört. Seine Aussagen 

in der Sache seien daher mit grösster Zurückhaltung zu würdigen (KG act. 1 

S. 11). Seine Arbeitskollegen M. und N. hätten erklärt, dass er nicht immer die 

Wahrheit sage (KG act. 1 S. 11 f.). Unkritisch und willkürlich habe die Vorinstanz 

auch die konkreten Aussagen von L. gewürdigt. Bezüglich verschiedener Details 

auch zum "Kernanklagesachverhalt" habe er ungereimte und widersprüchliche 

Aussagen gemacht (KG act. 1 S. 12 - 15, S. 16 - 18 mit detaillierten Darlegun-

gen). Die Vorinstanz habe diese Ungereimtheiten und Widersprüche pauschal mit 

der Bemerkung abgetan, abgesehen von nebensächlichen Details sei L. bei  

seinen nachvollziehbaren Aussagen geblieben; Abweichungen in Details könnten 

bei Schilderungen eines dynamischen, mehrphasigen Ereignisses wie dem vor-

liegenden immer wieder vorkommen (KG act. 1 S. 15). Vor dem Hintergrund der 

aufgezeigten Ungereimtheiten, Unstimmigkeiten und Widersprüche in den Aus-

sagen von L. (und im Vergleich mit den Aussagen von N und O.; KG act. 1 S. 18) 

sei eine solche Pauschalwürdigung willkürlich. Es gebe keinen vernünftigen 

Grund, die Aussagen von L. als glaubhafter einzustufen als diejenigen von A.X. 

(KG act. 1 S. 16, S. 18). 

1.2. Der Verteidiger von B.X. macht geltend, die vorinstanzliche Feststellung 

sei willkürlich, L. habe vor Schranken den Vorhalt bestätigen können, dass beide 

Angeklagten ihn zum Verlassen des Zimmers (gemeint: des Pausenraums) auf-

gefordert hätten. Vielmehr habe L. nach Vorhalt seiner in der Untersuchung  

gemachten Aussagen drei Mal ausgesagt, er wisse nicht mehr, ob beide An-

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geklagten oder nur einer dies gesagt habe (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 9 f.) 

Trotz festgestellter Urkundenfälschung zugunsten von +Z. und entsprechender 

Falschaussage des Zeugen L. im Untersuchungsverfahren habe ihm die Vor-

instanz mit dieser Einschränkung dennoch eine allgemeine Glaubwürdigkeit  

attestiert. Dies sei willkürlich (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 11, S. 13). L. habe 

im Untersuchungsverfahren hartnäckig gelogen, mehrfach seine Aussagen ge-

ändert und das Untersuchungsverfahren mit Lügen skrupellos obstruiert (Kass.-

Nr. AC070023 act. 15 S. 11 f.). Die Vorinstanz habe nicht berücksichtigt, dass 

auch M. und N. erklärt hätten, dass L. nicht immer die Wahrheit sage (Kass.-Nr. 

AC070023 act. 15 S. 12). Bei der vorinstanzlichen Prüfung der Glaubhaftigkeit der 

Aussagen von L. sei nicht erkennbar, dass dessen Falschaussage im Zusammen-

hang mit der Urkundenfälschung irgendeinen Einfluss auf die Beweiswürdigung 

gehabt habe. Seine widersprüchlichen Aussagen seien in Verletzung der  

Unschuldsvermutung und des Grundsatzes "in dubio pro reo" uneingeschränkt 

gegen die Beschwerdeführer verwertet worden (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 

S. 13 f.). Im Folgenden zeigt auch der Verteidiger von B.X. verschiedene Wider-

sprüche und Ungereimtheiten in den Aussagen von L. zu wesentlichen Sach-

verhaltsfragen auf (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 15 - 18). Dies seien Lügen-

signale (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 14). Die Vorinstanz habe diese Wider-

sprüche willkürlich als nebensächliche Details qualifiziert, während sie ein klares 

Indiz mindestens dafür seien, dass sich L. nicht sicher gewesen sei, wohl aber  

gelogen habe (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 19 f.). Trotz augenfälliger Wider-

sprüche in den Aussagen von L. auch zum Kerngeschehen im Pausenraum habe 

die Vorinstanz gestützt auf die zu positiv festgestellte allgemeine Glaubwürdigkeit 

und durch das indifferente Abstellen auf die widersprüchlichen Aussagen von L. 

den Sachverhalt willkürlich zulasten der Beschwerdeführer festgestellt (Kass.-Nr. 

AC070023 act. 15 S. 20 - 23). 

1.3. Die Beweiswürdigung des vorinstanzlichen Sachrichters kann nach der 

Praxis des Kassationsgerichtes aufgrund von § 430 Abs. 1 Ziff. 4 StPO dann mit 

Erfolg gerügt werden, wenn sie sich nicht mehr im Rahmen des Gesetzes hält, 

sondern willkürlich, d.h. offensichtlich abwegig ist und einer missbräuchlichen 

Handhabung des richterlichen Ermessens gleichkommt (ZR 64 Nr. 54). Die Ver-

neinung eines den Freispruch bedingenden Zweifels wird als Kassationsgrund 

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angesehen, wenn diese bei ernsthafter Abwägung des "Für" und "Wider" 

schlechthin unverständlich ist (Schmid, in Donatsch/Schmid, Kommentar zur 

Strafprozessordnung des Kantons Zürich, Zürich 1996, N 21 zu § 430). Es ist zu 

berücksichtigen, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Sicher-

heit in der Beweisführung erreicht werden kann; daher muss genügen, dass das 

Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist (BGE 124 IV 88 

E. 2a mit Hinweisen; ZR 72 Nr. 80, 69 Nr. 50; von Rechenberg, Die Nichtigkeits-

beschwerde in Zivil– und Strafsachen nach zürcherischem Recht, 2. Auflage,  

Zürich 1986, S. 34). Weiter geht auch die Unschuldsvermutung im Sinne von 

Art. 6 Ziff. 2 EMRK und Art. 4 Abs. 1 aBV bzw. Art. 32 Abs. 1 BV nicht, denn diese 

Bestimmungen schliessen einen Schuldspruch nur dann aus, wenn bei objektiver 

Betrachtung erhebliche und unüberwindliche Zweifel am Tat– oder Schuldbeweis 

zurückbleiben (BGE 120 Ia 35 ff. mit Hinweisen). In die freie Beweiswürdigung 

des Sachrichters darf nur eingegriffen werden, wenn diese abwegig, d.h. schlecht-

hin unvertretbar ist (Donatsch/Schmid, a.a.O., N 21 zu § 430, mit zahlreichen 

Hinweisen). Dass eine andere Lösung oder Würdigung vertretbar erscheint oder 

gar vorzuziehen wäre, genügt für die Begründung von Willkür nicht (Kass.-Nr. 

AC070005 vom 2.4.2008 Erw. II.1.b). 

1.4. Die Vorinstanz erwog unter dem Titel "Grundlagen der Beweiswürdi-

gung", weder die prozessuale Stellung noch die allgemeine Glaubwürdigkeit einer 

Person stehe im Vordergrund, sondern die Glaubhaftigkeit ihrer konkreten Aus-

sagen. Dabei komme es vorwiegend auf den inneren Gehalt einer Aussage an, 

verbunden mit der Art und Weise, wie die fragliche Person ihre Angaben vortrage. 

Dabei dürfe nicht einfach auf die Persönlichkeit der Aussageperson, ihre all-

gemeine Glaubwürdigkeit abgestellt werden. Vielmehr sei die Aussagenanalyse, 

d.h. die kritische Würdigung des Aussagetextes, von überragender Bedeutung 

(KG act. 2 S. 22). Diese allgemeinen Erwägungen werden von den Beschwerde-

führern (zu Recht) nicht beanstandet. In der Folge hielt die Vorinstanz zur all-

gemeinen Glaubwürdigkeit und zur Person des Zeugen L. fest, dessen allgemeine 

Glaubwürdigkeit werde dadurch getrübt, dass er +Z. zu Lebzeiten beim  

"Abzügeln" der ehelichen Ersparnisse geholfen und überdies in der Untersuchung 

lange bestritten habe, dass sowohl dem von ihm unterzeichneten Darlehens-

vertrag über Fr. 15'000.-- wie auch der unterschriebenen Quittung effektiv keine 

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Geldzahlung zugrunde gelegen habe (KG act. 2 S. 52). Zu Beginn der Ein-

vernahme vom 7.12.2004 habe L. bestritten, dass es sich beim Darlehensvertrag 

und der Quittung um fingierte Dokumente gehandelt habe, habe dies dann im 

Verlaufe der Befragung doch eingestanden, um dann sein Eingeständnis ein 

knappes Jahr später zurückzunehmen und am gleichen Nachmittag des gleichen 

Tages wieder zu bestätigen. Am 23.11.2005 habe er in Anwesenheit des Staats-

anwalts, zweier Parteivertreter, einem Polizisten und der Dolmetscherin während 

über zwei Stunden hartnäckig gelogen; dies auch noch, nachdem ihm der Staats-

anwalt deutlich zu verstehen gegeben habe, dass er ihm nicht glaube. Für sein 

Verhalten sei er schliesslich mit Strafbefehl vom 12.1.2006 wegen Urkunden-

fälschung mit 30 Tagen Gefängnis bestraft worden (KG act. 2 S. 52 f.). Abgese-

hen von dieser Einschränkung sei an der allgemeinen Glaubwürdigkeit der  

Person von L. nicht zu zweifeln (KG act. 2 S. 54). Die Glaubhaftigkeit seiner Aus-

sagen sei nicht bereits aufgrund seines Aussageverhaltens hinsichtlich der Dar-

lehensproblematik grundsätzlich in Frage zu stellen. Es könne auch nicht darauf 

ankommen, ob ihn M. zwar nicht als Lügner, aber auch nicht als jemanden  

bezeichne, der immer die Wahrheit sage, und auch nicht darauf, dass N. u.a.  

gesagt habe, L. sei nicht wie normal, sage mal so und dann wieder anders oder 

übertreibe nach dem Vorfall einfach. Einerseits stehe nicht die Persönlichkeit von 

L. im Allgemeinen, wie sie ausserhalb des Prozesses eingeschätzt werde, im Vor-

dergrund, sondern sein Aussageverhalten und seine konkreten Aussagen als 

Zeuge. Andererseits sei N. nicht in der Lage, über das konkrete Aussageverhalten 

von L. Angaben zu machen (KG act. 2 S. 54 f.). 

Die Vorinstanz berücksichtigte dabei (im Gegensatz zu gegenteiligen  

Behauptungen in den Nichtigkeitsbeschwerden) alle Umstände, welche gemäss 

den Beschwerdeführern die allgemeine Glaubwürdigkeit von L. zerstörten. Zwar 

ist die Erwägung nicht ganz nachvollziehbar, "abgesehen von der eingehend  

behandelten Einschränkung" sei an der allgemeinen Glaubwürdigkeit der Person 

von L. nicht zu zweifeln. Laut dieser Einschränkung schreckt L. offenbar nicht  

davor zurück, auch gegenüber Behördenvertretern hartnäckig zu lügen, wenn er 

dies in seinem Interesse für opportun erachtet. So wird denn auch seine Wahr-

heitstreue von Arbeitskollegen allgemein verneint. Es ist nicht ganz nachvollzieh-

bar, inwiefern L. "abgesehen von der eingehend behandelten Einschränkung" - 

-   10   - 

d.h. neben seiner hartnäckigen Lügenhaftigkeit auch gegenüber Behörden-

vertretern je nach subjektiver Opportunität - noch eine allgemeine Glaubwürdig-

keit seiner Person zugebilligt werden könnte. Ein Nichtigkeitsgrund liegt aber in 

dieser nicht ganz nachvollziehbaren vorinstanzlichen Erwägung nicht. Zur Er-

füllung eines Nichtigkeitsgrundes müsste sich die allenfalls mangelhafte vor-

instanzliche Erwägung zum Nachteil der Beschwerdeführer ausgewirkt haben  

(§ 430 Abs. 1 Ziff. 4 StPO). Im Zusammenhang mit der Würdigung der Aussagen 

von L. und bezüglich seiner allgemeinen Glaubwürdigkeit als Person wäre das nur 

dann der Fall, wenn die Vorinstanz gerade wegen einer (willkürlich) angenomme-

nen allgemeinen Glaubwürdigkeit von L. auf Aussagen von diesem abgestellt  

hätte, welche die Beschwerdeführer belasteten. Das war indes nicht der Fall. Die 

Vorinstanz hatte im Gegenteil gerade erwogen, dass die allgemeine Glaub-

würdigkeit einer Person nicht im Vordergrund stehe, sondern vielmehr die Glaub-

haftigkeit ihrer Aussagen, und sie hatte sich auch bei der Würdigung der Aussa-

gen von L. an diesen Grundsatz gehalten, indem sie nicht etwa einfach deswegen 

auf seine Aussagen abgestellt hätte, weil sie seine Person als glaubwürdig be-

urteilt hätte, sondern weil sie seine konkreten Aussagen im Einzelnen geprüft hat 

(KG act. 2 S. 55 ff.). Bezüglich den vorinstanzlichen Erwägungen zur allgemeinen 

Glaubwürdigkeit der Person von L. können die Beschwerdeführer deswegen  

keinen Nichtigkeitsgrund nachweisen. Ihre diesbezüglichen Rügen gehen fehl. 

Die gewichtigen Einschränkungen betreffend die allgemeine Glaubwürdigkeit der 

Person von L. sind indes bei der Prüfung der vorinstanzlichen Würdigung der  

konkreten Aussagen von L. zu berücksichtigen. 

1.5. Die Vorinstanz unterzog die konkreten Aussagen von L. bezüglich der 

den Beschwerdeführern im vorliegenden Verfahren vorgeworfenen Handlungen 

einer eingehenden Prüfung (KG act. 2 S. 55 ff.). Sie stellte die von den Beschwer-

deführern in den Nichtigkeitsbeschwerden vorgetragenen "Abweichungen" (oder 

m.a.W. Ungereimtheiten oder Widersprüche) in den Aussagen von L. auch fest: 

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Wer was zu welchem Zeitpunkt nach dem Erscheinen der Gebrüder X. im 

Pausenraum der I. AG gefragt habe (Beschwerde A.X. KG act. 1 S. 12 Ziff. 35; 

KG act. 2 S. 55, S. 57 f.); 

 Wer +Z. wie viele Male die Frage gestellt habe, was dieser "der Frau" 

gesagt habe (Beschwerde A.X. KG act. 1 S. 12 f. Ziff. 36; KG act. 2 

S. 55, S. 57 f.); 

 Ob B.X. sofort nach dem Betreten des Pausenraums oder erst später 

+Z. geschlagen habe (Beschwerde B.X. Kass.-Nr. AC070023 act. 15 

S. 15; KG act. 2 S. 58); 

 Ob A.X. +Z. aufgefordert habe, sich hinzuknien, oder ob er ihn auf-

gefordert habe, sich hinzusetzen (Beschwerde A.X. KG act. 1 S. 13 

Ziff. 37; KG act. 2 S. 57 i.V. mit GG Prot. S. 219; KG act. 2 S. 79 

lit. d); 

 Ob +Z. auf eine solche Aufforderung hingekniet sei oder sich hin-

gesetzt habe (Beschwerde A.X. KG act. 1 S. 13 f. Ziff. 38; KG act. 2 

S. 57, S. 79 f. lit. d); 

 Ob +Z. auf Aufforderung von A.X., sich niederzuknien, auf die Knie  

gegangen sei, oder ob er infolge von Schlägen von B.X. umgefallen 

sei (worin entgegen der Beschwerde von B.X. kein Widerspruch  

liegen muss; beides kann nacheinander geschehen sein) (Beschwer-

de B.X. Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 17; KG act. 2 S. 78 - 80); 

 Ob L. selber während des Vorfalls im Pausenraum gesessen oder  

gestanden sei (Beschwerde A.X. KG act. 1 S. 14 Ziff. 39; KG act. 2 

S. 58); 

 Ob +Z. L. gebeten habe, Hilfe zu holen bzw. P. zu rufen (Beschwerde 

B.X. Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 16; KG act. 2 S. 57); 

 Ob L. von A.X. oder von B.X. oder von beiden aufgefordert worden sei, 

den Pausenraum zu verlassen bzw. zu verschwinden (Beschwerde 

-   12   - 

A.X. KG act. 1 S. 14 Ziff. 40; Beschwerde B.X. Kass.-Nr. AC070023 

act. 15 S. 9 f., S. 16, KG act. 2 S. 58 f.); 

 Wer wo gestanden sei, als L. zusammen mit N. und O. zum Pausen-

raum zurückgekehrt war (Beschwerde A.X. KG act. 1 S. 14 Ziff. 42; 

Beschwerde B.X. Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 17; KG act. 2 S. 62); 

 Ob und wer den Pausenraum nach der Rückkehr von L. mit N. und O. 

betreten habe (Beschwerde A.X. KG act. 1 S. 15 Ziff. 43; Beschwerde 

B.X. Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 17 f.; KG act. 2 S. 62); 

 Wo genau im Pausenraum die Leiche von +Z. gelegen sei (Beschwer-

de A.X. KG act. 1 S. 15 Ziff. 44; Beschwerde B.X. Kass.-Nr. 

AC070023 act. 15 S. 18; KG act. 2 S. 62). 

a) Die Vorinstanz erwog zu den konkreten Aussagen von L. und den vor-

stehenden Abweichungen (oder Ungereimtheiten oder Widersprüchen), L. habe in 

seiner ersten Einvernahme am 8. September 2004 (in einem Zeitpunkt, als die 

Beschwerdeführer noch jegliche Beteiligung bestritten hätten und eben erst habe 

in Erfahrung gebracht werden können, dass das Kerngeschehen sich im Pausen-

raum der I. AG ereignet habe) von sich aus zuerst eine zusammengefasste und 

später auf konkrete Fragestellungen zu den einzelnen Schritten hin eine detaillier-

te Schilderung der Abläufe gegeben. Dass anlässlich der detaillierten Befragung 

neue, allenfalls auch andere Erinnerungen als in der spontan vorgebrachten 

Kurzversion auftauchen könnten, sei nachvollziehbar (KG act. 2 S. 55). Die  

konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebten anlässlich der ersten  

Befragung spreche für eine wahrheitsgetreue Aussage. Dass es sich um eine von 

L. erfundene Geschichte handeln sollte, sei schwer vorstellbar, zumal er nicht den 

Eindruck gemacht habe, die Beschwerdeführer unnötig belasten zu wollen. L.  

habe nicht im Geringsten den Eindruck hinterlassen, als wolle er die Beschwerde-

führer zu Unrecht übermässig belasten und ihnen etwas unterstellen, was sich 

gemäss seiner Erinnerung nach bestem Wissen nicht so abgespielt habe.  

Dagegen spreche bereits der Umstand, dass er lange geschwiegen habe. Erst als 

ihm klar gemacht worden sei, dass N. Aussagen über die Abläufe in den Räum-

lichkeiten der I. AG am 14. August 2004 gemacht habe, habe er sein Schweigen 

-   13   - 

gebrochen und sich am 8. September 2004 als Auskunftsperson und am  

9. September 2004 erstmals als Zeuge zum Geschehen geäussert. Sein Ver-

halten vor Schranken habe den Anschein erweckt, als hätte er es vorgezogen, 

sich überhaupt nicht mehr zur Sache vernehmen zu lassen. Schliesslich habe er 

nach anfänglichen Ausweichversuchen doch begonnen, sich, zurückhaltend und 

oft erst auf Nachfrage, zur Sache zu äussern (KG act. 2 S. 56). Von Anfang an 

habe er klar gemacht, die Schussabgabe weder gesehen noch gehört zu haben. 

Wäre es ihm - so die Vorinstanz weiter - darum gegangen, die Beschwerdeführer 

zu Unrecht belasten zu wollen, hätte er das kaum so gemacht (KG act. 2 S. 57). 

Eine genaue Betrachtung der Aussagen von L. während der Untersuchung und 

vor Schranken offenbare Abweichungen im Detail, wie sie bei Schilderungen  

eines dynamischen, mehrphasigen Ereignisses wie dem vorliegenden immer  

wieder vorkommen könnten. Überdies dürfte - so die weitere vorinstanzliche  

Würdigung - L. durch das plötzliche und unerwartete Auftauchen einer Schuss-

waffe aufgeregt gewesen sein (KG act. 2 S. 58). Abweichungen solcher Art, wie 

sie vorliegend in den Aussagen von L. auftauchten, seien ohne weiteres erklärbar 

und in keiner Weise ein Anhaltspunkt für insgesamt unglaubhafte und unverläss-

liche Aussagen, zumal der Kerngehalt der Aussagen stets der gleiche geblieben 

sei. Sodann liessen sich keine Anhaltspunkte dafür finden, dass L. seine Aus-

sagen in den jeweiligen Einvernahmen nicht so gemacht hätte, wie er sie nach 

bestem Wissen in Erinnerung gehabt habe. Auch Drittpersonen gegenüber habe 

er die Vorfälle im Pausenraum der I. AG im Wesentlichen gleich geschildert wie 

den Untersuchungsbehörden gegenüber. Er habe schlüssig, realitätsnah und im 

Kern widerspruchsfrei geschildert, was sich im Pausenraum bis zum Zeitpunkt, 

als er diesen verlassen habe, abgespielt habe. Sein Aussageverhalten sei  

zurückhaltend. Mithin habe er nicht im Geringsten den Eindruck erweckt, die  

Beschwerdeführer unnötig belasten zu wollen. Seine diesbezüglichen Aussagen 

seien damit als glaubhaft und verlässlich zu werten (KG act. 2 S. 59). Bereits in 

der ersten Einvernahme habe L. ausgesagt, A.X. habe vor dem Pausenraum auf 

die Frage von N., was sie gemacht hätten, ausgeführt, sie, A.X. und "_____" 

(B.X.), hätten "geputzt" bzw. sie hätten ihn "geputzt" (mit der Bedeutung, sie  

hätten ihn [+Z.] umgebracht). Bei diesem Ausdruck handle es sich um eine derart 

individualisierte Expression, welche L. nicht einfach erfunden, sondern so gehört 

haben müsse (KG act. 2 S. 60). (Auch) seine Schilderungen der Abläufe beim 

-   14   - 

Pausenraum offenbarten zwar einige Abweichungen. Diese Abweichungen  

beträfen aber nicht den Kerngehalt der Aussage, sondern nebensächliche Details. 

Sie liessen sich ohne weiteres damit erklären, dass es um die Schilderung  

hektischer Abläufe gegangen und L. zweifellos wegen des Todes von +Z. auf-

geregt gewesen sei. Die Abweichungen in seinen Aussagen zum Nachtatverhal-

ten seien daher ohne weiteres erklärbar und kein Anhaltspunkt für insgesamt  

unglaubhafte und unverlässliche Aussagen (KG act. 2 S. 62). 

b) Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass +Z. aus der Pistole von A.X. in 

den Rücken geschossen wurde, überzeugt diese Würdigung der Aussagen von 

L.. Sie erscheint als sorgfältig und auch bei Beachtung der erheblichen Be-

einträchtigung der allgemeinen Glaubwürdigkeit von L. und nach dem Studium 

seiner Aussagen vor Geschworenengericht (GG Prot. S. 205 - 274) sowie nach 

Prüfung der Einwendungen der Beschwerdeführer in den Beschwerden nicht als 

willkürlich (vgl. vorstehend Erw. 1.3), sondern als haltbar. Insbesondere die Er-

wägungen, dass L. nur zögerlich und zurückhaltend ausgesagt habe, Schilderun-

gen abgegeben und Ausdrücke und Details verwendet habe, welche er kaum  

erfunden haben könne, und allgemein keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich 

seien, dass und weshalb er die Beschwerdeführer zu Unrecht übermässig  

belasten wollte, sind nachvollziehbar. Der von den Beschwerdeführern betonte 

Umstand, dass L. erstelltermassen auch gegenüber Behördenvertretern unverfro-

ren und hartnäckig lügen kann, verliert im vorliegenden Zusammenhang deshalb 

an Bedeutung, weil nicht ersichtlich ist, weshalb er die Beschwerdeführer zu  

Unrecht belasten sollte. Die Abweichungen und teilweisen Widersprüche in  

seinen Aussagen, auf welche die Beschwerdeführer hinweisen (vgl. vorstehend), 

sind keine solchen, welche nur mit bewussten Unwahrheiten und nicht mit den 

von der Vorinstanz dargelegten Gründen (insbesondere zeitliche Unterschiede 

und Entfernung, Hektik, Aufgeregtheit und gedächtnismässige Unsicherheiten) 

erklärt werden könnten, auch wenn der Kernbereich der Umstände des Todes von 

+Z. weiter als von der Vorinstanz gefasst wird (vgl. z.B. Beschwerde B.X.  

Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 19) und sich einzelne Widersprüche in den  

Aussagen von L. selbst auf Details dieses Kernbereichs beziehen (vgl. z.B.  

Beschwerde B.X. Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 20). Die Beschwerdeführer  

beanstanden die vorinstanzliche Feststellung nicht, dass L. eigentlich gar nicht 

-   15   - 

aussagen wollte, lange geschwiegen hatte und bei seinen schliesslichen Aus-

sagen zurückhaltend war, woraus (neben weiteren Indizien) die Vorinstanz in  

einleuchtender Weise folgerte, dass nichts dafür sprach, dass er die Beschwerde-

führer zu Unrecht übermässig hätte belasten wollen, sinngemäss weil er, wenn er 

dies hätte tun wollen, schon früher dezidierte und gravierendere Anschuldigungen 

vorgebracht hätte. Die Rügen betreffend die Würdigung der Aussagen von L.  

gehen fehl. 

c) In diesem Zusammenhang ist sodann festzustellen, dass auch die in der 

Beschwerde von B.X. vorgetragene Rüge fehl geht, aktenwidrig sei die vor-

instanzliche Feststellung, beide Beschwerdeführer hätten L. zum Verlassen des 

Pausenraumes aufgefordert (Kass.-Nr. AC070023 S. 9 f. mit Bezug auf KG act. 2 

S. 82 lit. g unten). Die Vorinstanz begründete diese Schlussfolgerung unter  

Zitierung verschiedener Aussagen von L. (KG act. 2 S. 82 lit. g). B.X. bezeichnet 

die darin enthaltene Erwägung als aktenwidrig, L. habe vor Schranken den Vor-

halt bestätigen können, dass beide Angeklagten ihn zum Verlassen des Zimmers 

aufgefordert hätten. Demgegenüber habe L. vor den Schranken mehrere Male er-

klärt, er wisse nicht mehr, ob ihn beide Beschwerdeführer oder nur einer zum Ver-

lassen des Raumes aufgefordert hätten (Kass.-Nr. AC070023 S. 9). 

In der vorinstanzlichen Zeugeneinvernahme erklärte L. auf die Frage, ob er 

von jemandem aufgefordert worden sei, den Raum zu verlassen, A.X. habe  

gesagt, er soll sich nicht einmischen, er solle hinausgehen (GG Prot. S. 220 f.). 

Auf die Nachfrage: "Und ____?", antwortete L., auch dieser habe das Gleiche  

gesagt. Auf weitere Vorhalte von Aussagen während der Untersuchung bestätigte 

L. vorerst Aussagen seinerseits, dass ihn "_____" (B.X.) aufgefordert habe,  

hinauszugehen, um dann zu erklären, einer von beiden habe das gesagt. Er  

wisse nicht mehr, ob es A.X. oder "_____" (B.X.) gewesen sei. Sodann bestätigte 

er den Vorhalt, in der Untersuchung habe er zwei Mal gesagt, dass sowohl A.X. 

als auch "_____" (B.X.) ihn aufgefordert hätten zu verschwinden, mit den Worten 

"Ja, beide haben das gesagt" (GG Prot. S. 221). Schliesslich erklärte er auf weite-

re Vorhalte zwei Mal, er könne sich nicht mehr erinnern, ob es der eine oder der 

andere oder beide gewesen seien (die ihn zum Verlassen des Raumes aufgefor-

dert hätten) (GG Prot. S. 222). 

-   16   - 

Die Vorinstanz erkannte diese Unsicherheit von L. und überging sie nicht  

(eine Aktenwidrigkeit liegt mithin nicht vor), stellte indes aufgrund von Aussagen 

in der Untersuchung, welche L. vor Schranken habe bestätigen können, fest, dass 

davon ausgegangen werden könne, dass sowohl A.X. als auch B.X. L. zum Ver-

lassen des Raumes aufgefordert hatten. Diese Würdigung ist anbetrachts der  

zitierten Aussagen, auf welche die Beschwerde von B.X. nicht eingeht, haltbar, 

auch wenn sich L. in der Zeugeneinvernahme vor Vorinstanz nicht mehr genau 

erinnern konnte. 

2. A.X. hatte (nach früheren anderen Aussagen, mit welchen er abgestritten 

hatte, einen Schuss auf +Z. abgegeben zu haben; nachfolgend mit "Version 1" 

bezeichnet) erklärt, im Moment, als L. den Pausenraum verlassen habe, sei B.X. 

zwischen ihm und +Z. gestanden. Er, A.X., habe L. nachgerufen, er solle nicht  

gehen. Während er dies gerufen habe, habe +Z. B.X. gegen ihn gestossen. Sein 

Bruder habe ihm geholfen, aufzustehen. In diesem Gewühl sei der (tödliche) 

Schuss gefallen (nachfolgend mit "Version 2" bezeichnet). Später erklärte er, +Z. 

habe im Rahmen der Auseinandersetzung im Pausenraum versucht, ihm die  

Waffe wegzunehmen (KG act. 2 S. 27 f.; nachfolgend mit "Version 3" bezeichnet). 

Die Vorinstanz erwog, das allgemeine Aussageverhalten von A.X. kennzeichne 

sich durch mehrmaliges Ändern der Darstellungen der Ereignisse, insbesondere 

verschiedener Versionen zur Schussabgabe, und durch eine damit einhergehen-

de Verstrickung in Widersprüche. Er habe eingestehen müssen, dass er gelogen 

habe. Auch nach seiner Beteuerung am 27. Oktober 2004, jetzt die Wahrheit zu 

sagen, habe er der Lüge überführt werden können. In dieses Bild füge sich das 

Anpassen an die aktuelle Beweislage ein (KG act. 2 S. 30). Bei der Prüfung ver-

schiedener konkreter Aussagen von A.X. machte die Vorinstanz verschiedene 

Lügensignale aus (KG act. 2 S. 31 - 36). Die beiden Beschwerdeführer hätten 

nicht nur den Versuch unternommen, zu kolludieren, sondern es sei ihnen auch 

gelungen, sich mittels Kassibern auf einheitliche Tatversionen festzulegen. Nega-

tiv auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen von A.X. wirke sich der Umstand aus, 

dass überhaupt über Kassiber habe kommuniziert werden müssen. Wer die 

Wahrheit sage, brauche sich nämlich grundsätzlich nicht abzusprechen. Zusam-

menfassend sei festzuhalten, dass das Aussageverhalten von A.X. alles andere 

als zu überzeugen vermöge. Seine Aussagen mit Widersprüchen und weiteren 

-   17   - 

Lügensignalen seien unglaubhaft und daher nicht verlässlich (KG act. 2 S. 38 f.). 

Mit diesen Erwägungen stellte die Vorinstanz nicht auf Aussagen von A.X. ab, 

soweit diese ihn entlasten sollten (sondern bezüglich konkreter Umstände bis zum 

Verlassen des Pausenraums wie vorstehend behandelt auf die Aussagen von L.). 

2.1. In der Beschwerde von A.X. wird geltend gemacht, ab dem Zeitpunkt, 

ab welchem die Version 2 präsentiert worden sei, also ab der polizeilichen Ein-

vernahme vom 27. Oktober 2004, habe A.X. zum Kernbereich konstante Aus-

sagen gemacht. Die Versionen 2 und 3 unterschieden sich nämlich gar nicht (KG 

act. 1 S. 6 f.). 

In der Einvernahme vom 27. Oktober 2004 hatte A.X. erklärt, im Pausen-

raum sei im Moment, als L. den Raum verlassen habe, B.X. zwischen ihm und 

+Z. gestanden. +Z. habe B.X. gegen ihn (A.X.) gestossen. Der Schuss sei im 

Gewühl oder Handgemenge miteinander gefallen, vermutlich, als sein Bruder 

(B.X.) ihm geholfen habe aufzustehen (GG Prot. S. 66 f.). In der Einvernahme 

vom 14. Juni 2005 (GG HD act. 17/20) erklärte A.X. erstmals, +Z. habe versucht, 

ihm die Waffe zu entreissen (GG Prot. S. 67 mit Zitierung von GG HD act. 17/20 

S. 8). Zwar bedeutet der Umstand, dass A.X. in der Einvernahme vom  

27. Oktober 2004 bei der Schilderung des Geschehens nichts davon gesagt hatte, 

dass +Z. versucht habe, ihm die Waffe zu entreissen, nicht zwingend einen un-

verträglichen Widerspruch mit seiner entsprechenden Darstellung in der Ein-

vernahme vom 14. Juni 2005. Theoretisch wäre es möglich, dass A.X. erst später 

bei einer weiteren Schilderung wieder in den Sinne gekommen wäre, dass +Z. 

(auch, innerhalb des am 27. Oktober 2004 geschilderten Ablaufs) versucht hatte, 

ihm die Pistole wegzunehmen. Doch ist die vorinstanzliche Feststellung, bei der 

Darstellung, +Z. habe versucht, A.X. die Waffe wegzunehmen, handle es sich um 

eine neue, andere Version als zuvor (bei welcher A.X. geschildert hatte, dass sich 

sein Bruder zwischen ihm und +Z. befand und dass sich der Schuss im Gewühl 

gelöst hatte, vermutlich, als sein Bruder ihm geholfen habe aufzustehen), zumin-

dest haltbar und nicht willkürlich. 

-   18   - 

2.2. Die Vorinstanz erwog, eine Betrachtung der Aussagen von A.X. zum 

Kerngeschehen während der Untersuchung und vor Schranken lasse eine  

Steigerung der geltend gemachten Aggressivität im Verhalten von +Z. im Pausen-

raum erkennen (KG act. 2 S. 35). Die Beschwerde von A.X. bezeichnet dies als 

willkürliche Wertung (KG act. 1 S. 7 Ziff. 16). 

a) Die Vorinstanz zog diesen Schluss aus folgenden Aussagen von A.X.: 

Die bereits im Rahmen der ersten Version geltend gemachte aggressive 

Reaktion von +Z. auf die Ansage, man wolle mit ihm sprechen, habe A.X. dahin-

gehend beschrieben, dass +Z. aufgestanden sei und gesagt habe, dass er nichts 

mit ihnen zu besprechen habe, bzw. dass er eine abfällige Handbewegung  

gemacht habe. Nach einer Aussage vor Geschworenengericht soll die Reaktion 

auf die Ankündigung, man wolle mit ihm reden, nicht nur das Aufspringen und 

Heben des rechten Arms, sondern auch das Austeilen von Schimpfwörtern be-

inhaltet haben. Dasselbe Bild zeige sich in der Beschreibung der Aggressivität 

nach dem Hervorziehen der Pistole durch A.X.. Im Rahmen der (zweiten) Version, 

als A.X. die Schussabgabe eingestanden hatte, soll +Z. B.X. gegen A.X. gestos-

sen haben. Schliesslich habe A.X. in zwei der letzten Einvernahmen der Unter-

suchung sowie vor Geschworenengericht vorgebracht, +Z. habe versucht, ihm die 

Waffe aus der Hand zu reissen, bzw. dieser habe ihn angegriffen (KG act. 2 S. 35 

f.). 

-   19   - 

b) Aus diesen Aussagen durfte die Vorinstanz willkürfrei den beanstandeten 

Schluss ziehen. Die Ausführungen in der Beschwerde von A.X. dazu (KG act. 1 

S. 7 Ziff. 16) übergehen massgebende Teile davon. 

2.3. A.X. hatte vor Geschworenengericht u.a. folgende Schilderung der  

Geschehnisse im Pausenraum abgegeben: 

"… Ich habe dann die Waffe hervorgeholt. … ________ (+Z.) griff mich dann 

an. … Er griff nach der Waffe. …Ich hielt sie am Griff. … Es gelang mir irgendwie, 

die Waffe wegzuziehen. Dann habe ich ihn mit der Waffe ins Gesicht geschlagen, 

… . Dann gab es einen gewissen Abstand zwischen uns. Ich schubste ihn ein 

wenig weg. Nach ein paar Sekunden griff er wieder an. Dann habe ich ihn mit 

beiden Armen am Bauch umfasst und er hat versucht, mir einen Faustschlag zu 

versetzen. Ich trug einen weiten Mantel. Er hat dann an meinem Mantel gezogen, 

er hat mir den Mantel am linken Arm fast ausgezogen. Und hinten hat der Bruder 

gezogen. In diesem Moment hat sich ein Schuss gelöst. Dann ist er auf meinen 

Schoss zusammengesackt. …" (KG act. 2 S. 34 f. mit Verweisung auf GG Prot. 

S. 63 f.). 

Die Vorinstanz fand, "die vorgebrachte Konstellation mit +Z., der vor A.X. 

gestanden haben, ihm am Ärmel seines weiten Mantels gezogen haben soll und 

dahinterstehend dann auch noch sein Bruder gezogen habe", wirke "ziemlich 

skurril" (KG act. 2 S. 36 lit. c). 

a) In der Beschwerde von A.X. wird ausgeführt, es sei unbegreiflich, warum 

seine Schilderung skurril wirken solle. Aus den Fotos der Tatrekonstruktion gehe 

der Ablauf der Geschehnisse genau so hervor, wie er zuvor und auch später von 

A.X. dargestellt worden sei (KG act. 1 S. 7 f. Ziff. 17 mit Verweisung auf GG 

act. HD 8 Fotos 1/1-19). 

b) Die Bezeichnung der behaupteten Situation, in der +Z. vorne und B.X. 

hinten am Mantel von A.X. gezogen haben sollen, als skurril wirkend ist durchaus 

nachvollziehbar und nicht willkürlich. Aus den in der Beschwerde von A.X. in  

diesem Zusammenhang zitierten Fotos (GG act. HD 8/1/1-19 [Fotos]) zeigt sich 

nicht, dass +Z. und B.X. am Mantel von A.X. gezogen hätten, +Z. vorne, B.X. hin-

-   20   - 

ten. Die vorinstanzliche Einschätzung der Situation ist unter Willkürgesichts-

punkten (vgl. vorstehend Erw. 1.3) nicht zu beanstanden. 

2.4. Die Beschwerdeführer versuchten, mittels Kassibern zu kolludieren, d.h. 

ihre Aussagen abzusprechen (KG act. 2 S. 38). U.a. schrieb B.X. in einem an  

seinen Bruder gerichteten Kassiber: "Wir gingen nicht, um ihn umzubringen,  

sondern zu sprechen, ist es so in Ordnung?" (KG act. 2 S. 50 mit Verweisung auf 

GG Prot. S. 182 i.V. mit GG act. 6/2). 

a) Die Vorinstanz erwog, es sei unverständlich, weshalb B.X. seinen Bruder 

frage, ob es in Ordnung sei, dass sie +Z. nicht aufsuchten, um ihn umzubringen, 

wenn es - so die Erwägung der Vorinstanz weiter - ein Unfall gewesen sein soll 

(KG act. 2 S. 50). Gewisse Formulierungen in den Kassibern indizierten, dass der 

Sachverhalt so wie in der Anklage beschrieben passiert sei. Eine plausible Er-

klärung dafür, weshalb namentlich habe abgesprochen werden müssen, dass 

man mit +Z. reden und ihn nicht habe umbringen wollen, seien die Angeklagten 

schuldig geblieben (KG act. 2 S. 88). 

b) In der Beschwerde von A.X. wird dem entgegengehalten, eine plausible 

Erklärung dafür könne sein, dass es eben genau so gewesen sei (KG act. 2 S. 8). 

In diesem Fall wäre indes gar keine Absprache nötig gewesen, wie die Vorinstanz 

erwogen hat (KG act. 2 S. 39), oder hätte ein Ersuchen, die Wahrheit zu sagen, 

genügt. Jedenfalls ist es keineswegs unhaltbar, in solchen Abspracheversuchen 

Indizien für den in der Anklage aufgeführten Sachverhalt zu sehen. Die weiteren 

(appellatorisch anmutenden) Ausführungen zu diesem Thema in der Beschwerde 

von A.X. (KG act. 1 S. 8 Ziff. 18) setzen sich nicht weiter mit den vorinstanzlichen 

Erwägungen zu den Kassibern auseinander (KG act. 2 S. 50 f., S. 38 f.) und ver-

mögen deshalb auch keinen Nichtigkeitsgrund nachzuweisen. 

2.5. Die Vorinstanz erwog, klar gegen die Unfallvariante der Angeklagten 

und für die Version der Anklage sprächen die Aussagen der Experten des  

Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich (KG act. 2 S. 87). 

a) In der Beschwerde von A.X. wird diese Erwägung als klar falsch, akten-

widrig gerügt. Q. vom Wissenschaftlichen Dienst der Stadtpolizei Zürich habe  

erklärt, dass sowohl der Boden als auch die Wand als Aufprallstelle für das  

-   21   - 

Projektil in Frage kämen. Entsprechend sei auch die Vorinstanz zur Auffassung 

gelangt, dass die mögliche Aufprallstelle an der Wand und die Fundstelle des  

Projektils keine Schlüsse bezüglich der Schussabgabe zuliessen. Die vom  

Waffenexperten R. vom wissenschaftlichen Dienst der Stadtpolizei Zürich  

gemachten Ausführungen zum Druckpunkt einer Pistole Walther PP Browning 

7.65 mm seien irrelevant. Die Vorinstanz selber sei zum Schluss gelangt, es  

könne nicht erstellt werden, dass die tödliche Kugel aus einer solchen Pistole  

gestammt habe oder aber aus einer Waffe der Marke Czech. Überdies vermöge 

die Bemerkung des Experten R., dass die Abzugszunge betätigt werden müsse, 

damit ein Schuss losgehe, nichts an der Glaubhaftigkeit der Aussagen von A.X. 

zum Kernsachverhalt zu ändern. Dieser habe nie behauptet, die Abzugszunge sei 

mit Sicherheit nicht betätigt worden. Er habe vielmehr erklärt, der Schuss habe 

sich im Rahmen des Gerangels gelöst (KG act. 1 S. 9). 

b) Aus den vorinstanzlichen Erwägungen ergibt sich nicht, welche Aussagen 

"der Experten" des wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich mit Aus-

nahme der Aussagen des Experten R. zur Betätigung der Abzugszunge klar  

gegen die Unfallvariante der Angeklagten und für die Version der Anklage  

sprächen. Die Vorinstanz prüfte die zitierten Aussagen zweier Experten des  

Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich, nämlich von Q. und R. (KG 

act. 2 S. 84 f.). Bezüglich der Aussagen von Q. zur Aufprallstelle des Projektils an 

der Wand und zur Fundstelle des Projektils erwog die Vorinstanz selber, wie der 

Beschwerdeführer zutreffend zitiert, dass diese keine Schlüsse bezüglich der 

Schussabgabe zuliessen (KG act. 2 S. 87). Es verbleibt damit einzig die zitierte 

Aussage von R. zur Betätigung der Abzugszunge. Allerdings wurden Q. und R. 

als Experten des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich von der 

Vorinstanz gemeinsam befragt (GG Prot. S. 646), so dass sich daraus die Ver-

wendung des Plurals durch die Vorinstanz ("die Aussagen der Experten") auch 

nur für die Aussagen (von R.) zur Betätigung der Abzugszunge erklären lässt und 

daraus keine Willkür oder Aktenwidrigkeit hervorgeht (vgl. auch nachfolgend 

lit. e). 

-   22   - 

c) R. erläuterte vor Vorinstanz auf die Aufforderung zu erklären, was es 

brauche, bis ein Schuss aus einer Waffe losgehe, man spitze die Patrone ins  

Magazin ab, führe das Magazin in das Griffstück ein, mache eine Ladebewegung, 

nun sei die Waffe gespannt und schussbereit. Der Hammer sei hinten. Wenn man 

den Sicherungshebel betätigt habe, gehe der Hammer nach vorn, man könne 

nicht abdrücken. Wenn man schiessen wolle, müsse der Hammer wieder  

gespannt werden. Man könne aber auch direkt schiessen; dann müsse man aber 

das höhere Abzugsgewicht überwinden (GG Prot. S. 657). Auf die Anschluss-

frage, ob sich ein Abzugshahn ("Abzugszunge") auch nach hinten bewegen  

könne, ohne dass man dort den Finger dranhalte und irgendeine Bewegung  

mache, antwortete R., es sei schwer vorstellbar, dass sich ein Schuss einfach  

lösen könne. Sie hätten diesen Fall noch nie gehabt, dass sich ein Schuss in  

einer Pistole lösen könne, ohne dass man die Abzugszunge betätige (GG Prot. 

S. 658). 

d) Diese Aussagen bezogen sich nicht nur auf eine Pistole Walther PP 

Browning 7.65 mm, sondern allgemein auf Pistolen mit der betreffenden  

Sicherungsvorrichtung. Sie können demnach durchaus auch zutreffen und  

relevant sein, wenn A.X. eine Pistole der Marke Czech hatte, wie er behauptete 

(KG act. 1 S. 9 Ziff. 21, KG act. 2 S. 81 f., GG Prot. S. 87 - 99). Entgegen der  

Beschwerde sprechen diese Aussagen durchaus gegen die Unfallversion von 

A.X. und beeinträchtigen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. Gemäss dieser 

Unfallversion habe er, A.X., die Waffe in der Hand gehabt. +Z. habe ihn angegrif-

fen. Er habe seine Hand gehalten und nach der Waffe gegriffen. Er, A.X., habe 

sie am Griff gehalten. Es sei ihm irgendwie gelungen, die Waffe wegzuziehen. 

Dann habe er ihn mit der Waffe ins Gesicht geschlagen. Dann habe er ihn weg-

geschubst, es habe einen gewissen Abstand gegeben. Nach ein paar Sekunden 

habe +Z. wieder angegriffen. Er, A.X., habe ihn mit beiden Armen am Bauch um-

fasst, und er habe versucht, ihm einen Faustschlag zu versetzen. +Z. habe dann 

an seinem Mantel gezogen, und hinten habe sein Bruder gezogen. In diesem 

Moment habe sich ein Schuss gelöst (GG Prot. S. 63 f.). Gemäss den Aussagen 

von R. ist es schwer vorstellbar, dass sich ein Schuss einfach lösen könne. Viel-

mehr müsse die Abzugszunge betätigt werden. Gemäss den Aussagen von A.X. 

habe sich aber ein Schuss einfach gelöst. Die vorinstanzliche Würdigung, dass 

-   23   - 

die Aussagen von R. gegen die Unfallversion der Angeklagten sprächen, ist  

(insbesondere auch anbetrachts des Umstandes, dass +Z. in den Rücken  

geschossen wurde [KG act. 2 S. 83 f., S 86 lit. g]) ohne weiteres haltbar. 

e) Neben der - von den Beschwerdeführern nicht beanstandeten - Fest-

stellung, dass aus einer Distanz von wenigen Zentimetern in den Rücken von  

+Z. geschossen wurde (KG act. 2 S. 86), stellte die Vorinstanz an dieser Stelle 

einzig fest, dass aufgrund der Aussagen des Experten R. der Schuss entgegen 

der Unfallversion der Angeklagten nicht einfach so losgehen konnte, sondern die 

Abzugszunge betätigt werden musste und es nicht vorstellbar sei, dass im  

Moment der Schussabgabe +Z. in den Abzug gegriffen haben könnte (KG act. 2 

S. 87). Diese Erwägungen sind haltbar und nicht willkürlich. Weitere Erwägungen 

der Vorinstanz zu den Aussagen der Experten des Wissenschaftlichen Dienstes 

der Stadtpolizei Zürich wirkten sich nicht zum Nachteil der Beschwerdeführer aus. 

2.6. Zusammenfassend ist die vorinstanzliche Würdigung, dass das Aus-

sageverhalten von A.X. nicht zu überzeugen vermöge und (sinngemäss) auf seine 

Aussagen nicht abgestellt werden könne, soweit sie nicht mit denjenigen glaub-

würdiger Aussagepersonen übereinstimmten oder mit denen er sich nicht selbst 

belastete (KG act. 2 S. 39 Erw. 1.2.9), mit keinem Nichtigkeitsgrund behaftet. 

3. Die Vorinstanz erwog, es bestünden keine Anhaltspunkte dafür, dass  

zwischen A.X. und dem Opfer nach dem Verlassen des Raumes ein Kampf statt-

gefunden habe. In der Beschwerde von A.X. wird auch diese Erwägung als krass 

falsch, unhaltbar und damit willkürlich bezeichnet. Begründet wird dies damit, 

dass sowohl A.X. wie auch B.X. genau eine solche Kampfsituation geltend  

gemacht hätten, und zwar mit im Kernanklagesachverhalt konstanten Aussagen 

(KG act. 1 S. 10 Ziff. 22). 

Bezüglich der Würdigung der Aussagen von A.X. als unglaubhaft, soweit sie 

nicht mit denjenigen glaubwürdiger Aussagepersonen übereinstimmten oder mit 

welchen sich A.X. nicht selber belastete, wies die Beschwerde von A.X. keinen 

Nichtigkeitsgrund nach. Mit der vorinstanzlichen Würdigung der Aussagen von 

B.X. als unglaubhaft (ebenfalls soweit sie nicht mit denjenigen glaubhafter Aus-

sagepersonen übereinstimmten oder mit welchen sich B.X. selber belastete) (KG 

-   24   - 

act. 2 S. 51 Erw. 2.2.10) setzt sich die Beschwerde von A.X. nicht auseinander 

(ebensowenig die Beschwerde von B.X. Kass.-Nr. AC070023 act. 15). Bereits 

deshalb geht die ausschliesslich auf die Aussagen von A.X. und B.X. gestützte 

Rüge fehl. Zudem setzt sich die Beschwerde von A.X. nicht mit den weiteren vor-

instanzlichen Erwägungen zur Frage einer Kampfsituation (KG act. 2 S. 88) aus-

einander, zeigt nicht auf, was für Anhaltspunkte (ausser den Aussagen von A.X. 

und B.X. selber) entgegen der vorinstanzlichen Erwägung für eine Kampfsituation 

sprächen und kann auch deshalb keinen Nichtigkeitsgrund nachweisen. 

4. Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführer bei der 

vorinstanzlichen Feststellung des objektiven Anklagesachverhalts - Schuss-

abgabe durch A.X. in den Rücken von +Z. aus einer Distanz von wenigen  

Zentimetern unter (ausschliesslicher) Anwesenheit von B.X., Verbluten von +Z. 

aufgrund dieser Schussabgabe (Erstellung des in der Anklage umschriebenen  

objektiven Sachverhalts) - keinen Nichtigkeitsgrund nachgewiesen haben. 

5. A.X. beanstandet nicht, dass die Vorinstanz aus den äusseren Um-

ständen der Tatausführung, welche sie als erstellt erachtete, schloss, dass der  

innere Sachverhalt hinsichtlich der Tötungsabsicht von A.X. im Sinne eines  

direkten Vorsatzes erstellt sei (KG act. 2 S. 98 f. Erw. 2.2). Hingegen rügt er die 

vorinstanzliche Erwägung als willkürlich, dass die von ihm begangene direkt-

vorsätzliche Tötung aus krassem Egoismus und extremer Geringschätzung des 

Lebens erfolgt sei und sich überdies durch kaltblütiges Vorgehen bei der Tat-

ausführung ausgezeichnet habe (KG act. 1 S. 18 f. Ziff. 56 mit Verweisung auf KG 

act. 2 S. 113 [Erw. 1.2.5]). Willkürlich sei die Vorinstanz dabei davon ausgegan-

gen, dass er +Z. getötet habe, weil ihm missfallen habe, wie dieser sich gegen-

über seiner Schwester (d.h. der Schwester der Gebrüder X., K.) verhalten habe, 

oder um ihn für das Verhalten im Zusammenhang mit K. zu bestrafen. Konkret 

habe die Vorinstanz dabei das Finanzgebaren von +Z. im Rahmen der Scheidung 

einerseits sowie die Behauptung von +Z., seine Ehefrau K. pflege ein ehewidriges 

Verhältnis mit einem S. andererseits genannt (KG act. 2 S. 19). 

-   25   - 

a) Die Vorinstanz erwog, A.X. habe +Z. aus krassem Egoismus getötet. Die 

Tötung habe einzig dazu gedient, um eigene, im Verhältnis zum Leben des  

Opfers unbedeutende Interessen durchzusetzen. Ab dem Frühjahr 2002 sei es 

zwischen A.X. und +Z. wegen der Trennung der Eheleute Z. zu Spannungen, ver-

balen und tätlichen Auseinandersetzungen gekommen. Anlass dazu hätten  

namentlich drei den Eheleuten gehörende Liegenschaften in der Türkei gebildet, 

welche +Z. der güterrechtlichen Auseinandersetzung im Scheidungsverfahren 

entzogen habe, indem er sie seinem Bruder zwecks Tilgung angeblicher Schul-

den überschrieben habe. Dabei habe sich +Z. illegaler Mittel bedient. Ferner habe 

der Umstand Gegenstand der (auch tätlichen) Auseinandersetzungen gebildet, 

dass +Z. seiner Ehefrau gegenüber mehreren Landsleuten ein ehewidriges  

Verhalten zu S. angelastet habe. A.X. habe nicht gepasst, wie sich +Z. gegenüber 

seiner Schwester verhalten habe. Zwar seien diese Verhaltensweisen von +Z. 

zum Zeitpunkt der Tat über zwei Jahre zurückgelegen. Der Verteidigung könne 

aber nicht dabei gefolgt werden, dass sie für die Beschwerdeführer im Tatzeit-

punkt keine Aktualität mehr gehabt hätten. Einerseits sei das Scheidungsverfah-

ren noch immer hängig gewesen. Anderseits sei auch die Sache mit der (behaup-

teten) Beziehung zwischen K. und S. nicht aus der Welt geschafft worden,  

sondern dieses Thema habe in den Monaten vor der Tat eine neue Dynamik  

erhalten. Es habe im Juni 2004 ein Zerwürfnis zwischen K. und den beiden  

Beschwerdeführern nach sich gezogen. A.X. habe das Verhalten von +Z.,  

welches den Ursprung für die Spannungen zwischen den beiden gebildet habe, 

nach wie vor nicht akzeptiert. Nicht anders lasse sich erklären, dass das Ver-

hältnis zwischen den beiden auch Jahre später noch angespannt gewesen sei 

und man beispielsweise bis zum Tode von +Z. in getrennten Schichten gearbeitet 

habe oder +Z. ein Hausverbot habe niederschreiben lassen, weil er sich offen-

sichtlich von den Beschwerdeführern bedroht gefühlt habe. Die Aktualität der  

Unzufriedenheit der Beschwerdeführer über das Finanzgebaren von +Z. und des-

sen Anlastung einer ehewidrigen Beziehung gegenüber ihrer Schwester K. habe 

sich in einer im türkischen Konsulat am 26. Juli 2004 von B.X. ausgesprochenen 

Drohung manifestiert. Dass die Bemerkungen von +Z. über die Fremdbeziehung 

seiner Ehefrau hierbei klar im Vordergrund gestanden seien, erhelle die Situation 

im Pausenraum, wie sie sich vor dem Verlassen des Raumes durch L. präsentiert 

-   26   - 

habe. Der Vorhalt "Was du der/dieser frau gesagt", den A.X. mit der auf +Z. ge-

richteten Pistole an diesen gerichtet habe, könne nicht anders gedeutet werden, 

zumal A.X. vor Schranken eingeräumt habe, +Z. im Rahmen der Auseinander-

setzung am Arbeitsplatz anfangs 2002 im Zusammenhang mit der seiner  

Schwester durch diesen angelasteten Fremdbeziehung genau diese Worte  

verwendet zu haben. A.X. habe +Z. getötet, weil ihm missfallen habe, wie dieser 

sich gegenüber seiner Schwester verhalten hatte, bzw. um ihn für das Verhalten 

im Zusammenhang mit K. zu bestrafen (KG act. 2 S. 109 - 111). 

b) In der Beschwerde von A.X. wird geltend gemacht, K. sei der Grund für 

die Trennung und Scheidung gewesen. Sie habe +Z. aus der ehelichen Wohnung 

geworfen und die Scheidungsklage eingeleitet. Sie sei es ursprünglich gewesen, 

nicht +Z., welche die Scheidung gewollt habe. Die Scheidung sei also an sich kein 

Motiv für eine Tötung (KG act. 1 S. 19). Gleiches gelte auch für die von +Z. in der 

Folge veranlasste Übertragung von Familienvermögen zwecks Tilgung fiktiver 

Schulden. Damit habe +Z. unrechtmässig Familienvermögen (Liegenschaften) der 

güterrechtlichen Auseinandersetzung entzogen. Zwar sei das Verhältnis zwischen 

A.X. und +Z. dadurch frostig geworden. Der Tiefpunkt sei zum Jahreswechsel 

2002/2003 erreicht gewesen. Im Zeitpunkt des Todes von +Z. im August 2004 

habe es aber der lange schwelenden Scheidung und der damit zusammen-

hängenden Liegenschaftenübertragung an Aktualität gefehlt, um als Motiv für  

einen Mord in Frage zu kommen. Entscheidend komme hinzu, dass rund zwei 

Monate vor dem Tod von +Z. ein heftiger Streit zwischen A.X. und seiner  

Schwester K. wegen Hinweisen auf eine Beziehung zwischen ihr und S. entbrannt 

sei. A.X. und K. hätten seither nicht mehr miteinander gesprochen. Die Annahme, 

dass A.X. genau in dieser Zeitspanne das über zwei Jahre zurückliegende finan-

zielle Gebaren von +Z. in der Scheidung für seine Schwester habe rächen wollen, 

sei lebensfremd und willkürlich. Gleiches gelte auch für die Äusserung von +Z., 

seine Ehefrau pflege ein ehewidriges Verhältnis zu S.. In einem Streit anfangs 

2002 zwischen +Z. und A.X. habe dieser eingeräumt, +Z. gefragt zu haben, "was 

er der Frau gesagt habe". Entgegen der Vorinstanz könne aus dieser Aussage 

aber nichts für spätere Abläufe abgeleitet werden. Dass dieser Verdacht eines 

Verhältnisses zwischen K. und S., der sich schliesslich sogar bewahrheitet habe, 

A.X. zweieinhalb Jahre später als Anlass für eine Tötung habe dienen sollen,  

-   27   - 

gerade in einer Zeit, als er jeglichen Kontakt zu seiner Schwester abgebrochen 

habe, sei haltlos. Die Annahme einer Bestrafungsaktion bei dieser Sachlage und 

Chronologie sei abwegig und willkürlich. Vielmehr sei es genau umgekehrt  

gewesen. Als A.X. von der Heiratsabsicht von K. gehört habe, sei ihm der Kragen 

geplatzt. Spontan habe er sich am 14. August 2004 entschlossen, seiner  

Schwester eins auszuwischen. Dafür habe er mit seinem Bruder die I. AG auf-

gesucht. Er habe +Z. darüber aufklären wollen, dass die Anzeige von K. gegen 

ihn wegen Diebstahl des Familienschmucks nicht den Tatsachen entsprochen 

habe (KG act. 1 S. 19 - 21). 

c) Diese Rüge geht an der Tatsache vorbei - und scheitert bereits deshalb -, 

dass A.X. +Z. mit dem direktem Vorsatz der Tötung in den Rücken schoss. Aus-

gehend von dieser Tatsache prüfte die Vorinstanz den Beweggrund von A.X. für 

diese vorsätzliche Tötung. Da sich dieser dazu nicht äusserte (vielmehr die  

Tötungsabsicht mit der Behauptung eines Unfalls in Abrede gestellt hatte), konnte 

sich die Vorinstanz nur mit den ihr bekanntgewordenen Umständen befassen. Als 

solcher war insbesondere der Streit zwischen A.X. und +Z. wegen K. bekannt. 

Wenn auch dessen Anlass zum Zeitpunkt der Tötung bereits längere Zeit zurück-

lag und selbst wenn sich in der Zwischenzeit herausgestellt haben mochte, dass 

allenfalls K. die Verursacherin war und A.X. (auch) mit ihr deswegen zerstritten 

war, durfte die Vorinstanz aufgrund der am 26. Juli 2004 durch B.X. an die  

Adresse von +Z. ausgesprochenen Drohung (welche in der Beschwerde von A.X. 

ebenfalls [wie der Umstand, dass A.X. mit direktem Tötungsvorsatz in den  

Rücken geschossen hat] übergangen wird) willkürfrei davon ausgehen, dass die 

"Unzufriedenheit" der Beschwerdeführer mit +Z. aus den früher entstandenen 

Gründen (Finanzgebaren in der Auseinandersetzung mit K., Anlastung einer  

ehewidrigen Beziehung) nach wie vor aktuell und für die Beschwerdeführer  

Anlass war, +Z. zur Rechenschaft ziehen zu wollen. Dass A.X. +Z. bereits  

anfangs 2002 im Zusammenhang mit der seiner Schwester angelasteten Fremd-

beziehung gefragt hatte, was er "der Frau gesagt" habe, erlangt im Gegensatz zur 

Auffassung in der Beschwerde von A.X. (KG act. 1 S. 21 Ziff. 66) deshalb Bedeu-

tung, weil A.X. ebendiese Worte +Z. auch am 14. August 2004 vorhielt und die 

Vorinstanz daraus willkürfrei folgerte, dass die Äusserungen von +Z. über die 

Fremdbeziehung seiner Ehefrau für A.X. eben noch am 14. August 2004 nach wie 

-   28   - 

vor wesentliche Bedeutung hatten. Auch das wird in der Beschwerde von A.X. 

übergangen. Werden im Gegensatz zu dieser Beschwerde die Umstände berück-

sichtigt, dass A.X. +Z. mit Tötungsvorsatz in den Rücken schoss, dass die  

Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt nach wie vor aus früher entstandenen 

Gründen mit +Z. "unzufrieden" waren und ihn deswegen zur Rechenschaft ziehen 

wollten, dass A.X. +Z. vor der Tötung Worte bezüglich dessen Äusserungen über 

seine Schwester vorhielt, welche er ihm schon 2002 in einem Streit vorgehalten 

hatte, und dass A.X. kein anderes Motiv für die vorsätzliche Tötung nannte, er-

scheint die vorinstanzliche Folgerung als durchaus folgerichtig und haltbar, jeden-

falls nicht als willkürlich, dass A.X. +Z. tötete, weil ihm missfiel, wie dieser sich 

gegenüber seiner Schwester verhalten hatte. Die Rüge geht fehl. 

6. Bei der Strafzumessung erwog die Vorinstanz unter dem Titel "Tat-

vorgehen", die Beschwerdeführer hätten ein erhebliches Mass an krimineller 

Energie an den Tag gelegt, indem sie sich von der Anwesenheit von L. in keiner 

Weise hätten abschrecken lassen, sondern +Z. trotzdem töteten, nachdem L. den 

Raum zu verlassen geheissen worden sei (KG act. 2 S. 126 Erw. 2.1.2). Unter 

dem Titel "Grösse des Tatbeitrages / hierarchische Stellung" erwog die Vor-

instanz, eine tatbezogene Hierarchie zwischen den beiden Beschwerdeführern 

lasse sich "- vorderhand aufgrund des Fehlens eines Tatplanes -" nicht ausma-

chen (KG act. 2 S. 126 Erw. 2.1.3). Unter dem Titel "Direkter Vorsatz / Zeitpunkt 

des Tatentschlusses" erwog die Vorinstanz, die Tat sei nicht von langer Hand  

geplant gewesen, sondern es sei davon auszugehen, dass A.X. seinen Tat-

entschluss erst unmittelbar vor der Tat im Pausenraum der I. AG gefasst habe 

(KG act. 2 S. 128 Erw. 2.1.6). 

-   29   - 

a) In der Beschwerde von A.X. wird in diesen Erwägungen ein Widerspruch 

gesehen. Wenn die Beschwerdeführer keinen Tatplan gehabt hätten, also +Z. 

nicht aufgesucht hätten, um ihn umzubringen, sei die Erwägung abwegig, die  

Anwesenheit von L. bzw. dessen Wegweisung offenbare ein erhebliches Mass an 

krimineller Energie. Es sei ja beim Erscheinen der Beschwerdeführer bzw. beim 

Wegweisen von L. noch nicht darum gegangen, +Z. umzubringen (KG act. 1 S. 21 

f. Ziff. 71). 

b) Die Vorinstanz erwog nicht, dass die Beschwerdeführer L. deshalb weg-

gewiesen hätten, um +Z. zu töten. Vielmehr sah die Vorinstanz darin ein erheb-

liches Mass an krimineller Energie, dass sich die Beschwerdeführer von der  

Anwesenheit von L. nicht abschrecken liessen, sondern +Z. trotzdem töteten, 

nachdem sie L. weggewiesen hatten. Das erhebliche Mass an krimineller Energie 

sah die Vorinstanz offenbar darin, dass die Beschwerdeführer +Z. töteten,  

obwohl sie wussten, dass L. von ihrer alleinigen Anwesenheit mit  

+Z. Kenntnis hatte und damit bei einer Tötung von +Z. unweigerlich auf die Täter-

schaft der Beschwerdeführer schliessen musste und dies so bezeugen konnte. 

Darin liegt kein Widerspruch zur Feststellung, dass die Beschwerdeführer +Z. 

nicht bereits mit einer Tötungsabsicht aufgesucht hatten. Auch diese Rüge geht 

fehl. Ob der von der Vorinstanz festgestellte Umstand auf ein erhebliches Mass 

an krimineller Energie schliessen lässt, ist eine Rechtsfrage, auf die im vorliegen-

den Verfahren nicht eingetreten werden kann (vgl. nachfolgend Erw. 7.d dritter 

Absatz). 

-   30   - 

7. Zum Tötungsvorsatz von B.X. erwog die Vorinstanz, zugunsten der  

Beschwerdeführer sei davon auszugehen, dass diese weder vor noch nach der 

Äusserung des Vorschlags durch A.X., +Z. am Arbeitsort aufzusuchen, vereinbart 

hätten, dass dieser getötet werden bzw. dass A.X. auf ihn schiessen sollte. Die 

Aussage von B.X., er habe die Waffe erst gesehen, als sein Bruder diese im  

Pausenraum hervorgenommen habe, lasse sich nicht widerlegen. Keine vernünf-

tigen Zweifel könnten hingegen darüber bestehen, dass B.X. habe damit rechnen 

müssen, dass sein Bruder eine Waffe mitgeführt habe, als sie die I. AG bzw. den 

Pausenraum betreten hätten. Sodann habe A.X. zweifelsohne auch mit einer  

drohenden Abrechnung rechnen müssen, als man damals +Z. aufgesucht habe 

(KG act. 2 S. 100). Nach dem Hervornehmen der Waffe durch A.X. habe B.X. 

auch damit rechnen müssen, dass A.X. auf das Opfer schiessen könnte. Er habe 

nicht dagegen protestiert, als sein Bruder die Pistole hervorgenommen habe (KG 

act. 2 S. 101). Die Gesamtheit der Umstände, namentlich sein Verhalten im  

türkischen Konsulat sowie das Einschlagen auf das Opfer zu Beginn der Aus-

einandersetzung im Pausenraum und insbesondere - mit dem Wissen darum, 

dass die Auseinandersetzung einen tödlichen Ausgang nehmen könnte - der  

Umstand, dass er nicht dagegen protestierte, nachdem sein Bruder die Waffe 

hervorgenommen habe, und auch nicht den geringsten Versuch unternommen 

habe, tatsächlich einzugreifen, lasse keinen anderen Schluss zu, als dass er sich 

nicht gegen ein solches Vorgehen seines Bruders habe stellen wollen, mit ande-

ren Worten einen tödlichen Ausgang der Auseinandersetzung in Kauf genommen 

habe. Dass er sich nicht nur passiv verhalten, sondern das Geschehen aktiv  

beeinflusst habe (Einschlagen auf das Opfer, Wegschicken von L.), ohne dass er 

von seinem Bruder dazu aufgefordert worden wäre, zeige übrigens mit aller Deut-

lichkeit, dass er keineswegs als willenloser Befehlsempfänger seines Bruders 

fungiert habe (KG act. 2 S. 102). Auch der innere Sachverhalt hinsichtlich dem 

Tötungsvorsatz von B.X. gegenüber dem Opfer, abgesehen vom direkten Vor-

satz, sei ohne vernünftige Zweifel gemäss der Anklageschrift erstellt. Direkter 

Vorsatz falle ausser Betracht, da B.X. auf der Wissensseite aufgrund des Fehlens 

einer Abmachung nur damit habe rechnen müssen, dass sein Bruder auf +Z. 

schiessen und damit dessen Tod herbeiführen könnte (KG act. 2 S. 103).  

-   31   - 

a) In der Beschwerde von B.X. wird dazu vorab geltend gemacht, es sei von 

einem Zeitrahmen von höchstens ca. zwei Minuten auszugehen, in welchem die 

Schussabgabe erfolgt sein müsse. Das habe die Vorinstanz nur unzureichend  

berücksichtigt (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 23 f.). 

Die Vorinstanz erachtete den durch die Staatsanwaltschaft eingeklagten 

Sachverhalt in objektiver Hinsicht als erstellt, ohne dass die Beschwerdeführer 

dabei einen Nichtigkeitsgrund nachgewiesen hätten. Demnach nahm A.X. seine 

Pistole hervor, während B.X. auf +Z. einschlug. A.X. hielt +Z. an, sich auf dem 

Boden niederzuknien, zielte darauf von hinten auf den Rücken von +Z. und hielt 

diesem vor, er solle sagen, was er der Frau gesagt habe. Darauf verliess L, der 

dieses Geschehen bis dahin mitverfolgt und insbesondere gesehen hatte, dass 

A.X. die Pistole hervorgenommen und auf den Rücken von +Z. gerichtet hatte, 

aufforderungsgemäss den Raum. "Kurz danach" schoss A.X. in den Rücken von 

+Z. (vgl. Anklage GG act. 69 S. 5). 

Die Vorinstanz ging von keinem längeren Zeitraum aus. Die Rüge geht fehl. 

Überdies hatte B.X. nach der Position in seiner Beschwerde immerhin genügend 

Zeit für die Annahme, sein Bruder setze die Pistole lediglich als Druckmittel ein 

(Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 26; dazu nachfolgend lit. c). Die gleiche Zeit hatte 

er dafür, damit zu rechnen, dass A.X. schiessen könnte. 

b) In diesem Zusammenhang wird in der Beschwerde von B.X. weiter  

geltend gemacht, selbst wenn er rund drei Wochen vor der Tat seines Bruders im 

türkischen Konsulat Drohungen gegenüber +Z. geäussert hätte, könne dies nicht 

als willentliche Inkaufnahme des Todes ausgelegt werden (Kass.-Nr. AC070023 

act. 15 S. 25). 

Dies tat die Vorinstanz auch nicht. Sie würdigte das Verhalten von B.X. im 

türkischen Konsulat lediglich - aber immerhin - als ein Indiz neben weiteren dafür, 

dass er sich nicht gegen das Vorgehen seines Bruders (damit gemeint: die 

Schussabgabe auf +Z. mit tödlichem Ausgang) habe stellen wollen. Daran geht 

diese Rüge vorbei und damit fehl. 

c) Weiter lässt B.X. geltend machen, er habe in der damaligen Situation, als 

sein Bruder auch für ihn unerwartet die Pistole gegen +Z. gerichtet habe, an-

-   32   - 

nehmen können und dürfen, sein Bruder würde die Pistole lediglich als Druck-

mittel einsetzen. Das habe die Vorinstanz verkannt (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 

S. 26). 

Abgesehen davon, dass nicht dargelegt wird, dass und wo dies bereits im 

vorinstanzlichen Verfahren geltend gemacht worden wäre (vgl. zum Novenverbot 

im Beschwerdeverfahren von Rechenberg, a.a.O., S. 16, sowie Donatsch/Schmid, 

a.a.O., N 34 zu § 430), erläuterte die Vorinstanz, weshalb B.X. damit habe  

rechnen müssen, dass sein Bruder auf das Opfer schiessen könnte (KG act. 2 

S. 100 f.). Damit setzt sich die Beschwerde mit der bloss appellatorischen  

Behauptung des blossen Druckmittels nicht auseinander und kann deshalb auch 

keinen Nichtigkeitsgrund nachweisen. Die vorinstanzliche Erwägung, dass B.X. 

aus den von der Vorinstanz genannten Gründen damit habe rechnen müssen, 

dass A.X. auf +Z. schiessen könnte, ist jedenfalls nicht willkürlich. 

d) B.X. lässt ausführen, jedenfalls könne unter Berücksichtigung des  

Beweisergebnisses nicht ohne weiteres auf eine Inkaufnahme der Schussabgabe 

durch ihn geschlossen werden (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 26 f.). 

Einerseits hat die Vorinstanz auch nicht "ohne weiteres" angenommen, dass 

B.X. eine Schussabgabe seines Bruders in Kauf genommen hatte. Vielmehr 

schloss sie aus den Umständen, dass B.X. am 26. Juli 2004 auf dem türkischen 

Konsulat in Zürich gegenüber der Tante von +Z.erklärt hatte, sie würden +Z. zur 

Rechenschaft ziehen (KG act. 2 S. 73 - 77), dass er zu Beginn der Auseinander-

setzung im Pausenraum der I. AG auf +Z. eingeschlagen hatte, und dass er mit 

dem Wissen darum, dass die Auseinandersetzung einen tödlichen Ausgang  

nehmen könnte, nicht dagegen protestiert oder eingegriffen hatte, nachdem sein 

Bruder die Waffe hervorgenommen hatte, darauf, dass er sich nicht gegen ein  

solches Vorgehen seines Bruders stellen wollte (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 

S. 102). Die Rüge geht an diesen verschiedenen Umständen vorbei und damit  

insoweit fehl, als gerügt wird, die Vorinstanz habe" ohne weiteres" auf eine  

Inkaufnahme geschlossen. 

-   33   - 

Der Feststellung, dass sich B.X. nicht gegen ein solches Vorgehen seines 

Bruders (Pistoleneinsatz mit tödlichem Ausgang) hatte stellen wollen, setzte die 

Vorinstanz die Schlussfolgerung gleich ("mit anderen Worten"), dass B.X. einen 

tödlichen Ausgang der Auseinandersetzung in Kauf genommen habe (Kass.-Nr. 

AC070023 act. 15 S. 102 lit. a a.E.). Ob diese rechtliche Schlussfolgerung mit der 

im gleichen Zug genannten Feststellung gleichgesetzt oder aus dieser Fest-

stellung abgeleitet werden kann, ist eine Frage der Anwendung des materiellen 

Bundesrechts, nämlich von Art. 12 Abs. 2 zweiter Satz StGB bzw. von Art. 18 

aStGB. Darauf kann im vorliegenden Verfahren nicht eingetreten werden (§ 430b 

Abs. 1 StPO; vgl. die entsprechende Erkenntnis in der Beschwerde von B.X. 

Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 4 Ziff. 2). 

e) Ob B.X. unter den von der Vorinstanz festgestellten Umständen eine 

Rechts- oder Garantenpflicht traf, die er durch Protestieren oder tatsächliches 

Eingreifen zum Schutze des Lebens von +Z. hätte wahrnehmen müssen (Kass.-

Nr. AC070023 act. 15 S. 27), ist ebenfalls eine Frage der Anwendung des  

Bundesrechts, auf welche im vorliegenden Verfahren nicht eingetreten werden 

kann. 

f) In der Beschwerde von B.X. wird weiter gerügt, die Vorinstanz sei davon 

ausgegangen, er habe "die vorausgesetzte Tatherrschaft, mithin" einen "gemein-

samen Tatentschluss" konkludent zum Ausdruck gebracht (Kass.-Nr. AC070023 

act. 15 S. 27). Das ist dem angefochtenen Urteil indes nicht zu entnehmen.  

Weder erwähnte die Vorinstanz eine Tatherrschaft von B.X. noch einen gemein-

samen Tatentschluss. Die Beschwerde geht auch insoweit am angefochtenen  

Urteil vorbei und damit fehl. Soweit sie auch hierunter beanstandet, dass kein 

kausaler Zusammenhang zwischen den Aussagen von B.X. im türkischen  

Konsulat und der ihm von der Vorinstanz angelasteten Inkaufnahme der Schuss-

abgabe bestehe (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 28), ist auf vorstehende lit. b zu 

verweisen. Soweit B.X. hierunter die vorinstanzliche Erwägung beanstanden woll-

te, er sei dem Tatentschluss seines Bruders beigetreten (KG act. 2 S. 116 lit. b 

a.E.), kann auch darauf nicht eingetreten werden: Diesen Schluss leitete die Vor-

instanz ausschliesslich aus der Feststellung ab, B.X. habe das Vorgehen seines 

Bruders in Kauf genommen. Bereits bei dieser Feststellung handelt es sich um  

-   34   - 

eine Frage der Anwendung des Bundesrechts (vorstehend lit. d). Das gilt auch für 

die daraus abgeleitete Schlussfolgerung. 

g) Die Vorinstanz erwog, L. habe ausgesagt, A.X. habe vor dem Pausen-

raum auf die Frage von N., was sie gemacht hätten, ausgeführt, sie, A.X. und 

"_____" (= B.X.), hätten (ihn) geputzt. Wenn er (A.X.) das so sage, nehme er (L.) 

an, sie hätten ihn (+Z.) umgebracht (KG act. 2 S. 60). In der Beschwerde von B.X. 

wird behauptet, die Vorinstanz habe den Gebrauch des Plurals in dieser Aussage 

von A.X. als massgebendes Indiz für eine Tatbeteiligung von B.X. gewertet und 

sei damit in Willkür verfallen (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 28 f.). 

In der Beschwerde wird indes unterlassen aufzuzeigen, wo die Vorinstanz 

eine solche Wertung vorgenommen hätte. Das ist auch nicht ersichtlich. Ins-

besondere lässt sich eine solche Erwägung nicht bei der vorinstanzlichen Prüfung 

des subjektiven Sachverhalts von B.X. finden (KG act. 2 S. 99 - 103). Die Rüge 

geht am angefochtenen Urteil vorbei und damit fehl. 

h) Weiter wird in der Beschwerde von B.X. gerügt, die Vorinstanz habe ein 

Nachtatverhalten als Indiz für seine konkludente Inkaufnahme der Schussabgabe 

und des Todes des Opfers gewertet (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 30). Das hat 

die Vorinstanz indes nicht gemacht. An der in der Beschwerde dazu zitierten  

Stelle im angefochtenen Urteil (KG act. 2 S. 138 Erw. 2.1.6) findet sich keinerlei 

Bezug auf das Nachtatverhalten. Auch diese Rüge geht am angefochtenen Urteil 

vorbei und damit fehl. 

i) Sodann lässt B.X. beanstanden, die Vorinstanz habe Kassiber als mass-

gebliches Indiz für seine Tatbeteiligung gewürdigt (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 

S. 31 - 33). Ausführungen von B.x. in Kassibern könnten keineswegs seine Mit-

täterschaft durch willentliche Inkaufnahme der Schussabgabe und des Todes von 

+Z. begründen (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 32). Auch das hat aber die Vor-

instanz nicht getan. Insbesondere schloss sie aus der einzigen Bezugnahme auf 

die Kassiber bei der Prüfung des subjektiven Sachverhalts von B.X. (KG act. 2 

S. 99 - 103) gerade nicht auf eine willentliche Inkaufnahme der Schussabgabe 

und des Todes des Opfers, sondern ging im Gegenteil trotz Anweisungen in  

Kassibern nicht davon aus, dass die Tat geplant gewesen war (KG act. 2 S. 99). 

-   35   - 

8. Bei der rechtlichen Subsumtion des Verhaltens von B.X. ging die Vor-

instanz davon aus, dass die Tötung von +Z. auch aus Sicht von B.X. einzig dazu 

gedient habe, +Z. für das Verhalten gegenüber seiner Schwester zu bestrafen. 

B.X. habe mit der Tötung eigene, im Verhältnis zum Leben von +Z. unbedeutende 

Interessen durchgesetzt. Das sei als krass egoistisch zu werten. Auch bei B.X. sei 

ansatzweise eine Gefühlskälte bei der Tatausführung zu beobachten. Er habe im 

Pausenraum mit einer drohenden Abrechnung rechnen müssen. Darüber hinaus 

habe er einen massgebenden Beitrag zur Wehrlosigkeit des Opfers geleistet,  

indem er auf +Z. eingeschlagen habe, bis dieser am Boden gelegen sei. Er habe 

damit rechnen müssen, dass sein Bruder auf das Opfer schiessen könnte, mithin 

die Auseinandersetzung einen tödlichen Ausgang nehmen könnte. Das habe er 

auch in Kauf genommen. Die von B.X. eventualvorsätzlich begangene Tötung sei 

aus krassem Egoismus und extremer Geringschätzung des Lebens erfolgt. Sie 

habe sich überdies durch ansatzweise kaltblütiges Vorgehen bei der Tatausfüh-

rung ausgezeichnet. Deshalb sei sie als besonders skrupellos im Sinne von 

Art. 112 StGB zu werten (KG act. 2 S. 118 f.). 

8.1. B.X. lässt diesen Erwägungen entgegengehalten, die vorinstanzliche 

Schlussfolgerung (dass er mit seinen Faustschlägen einen massgebenden  

Beitrag zur Wehrlosigkeit des Opfers geleistet habe und dass er damit habe  

rechnen müssen, dass sein Bruder auf das Opfer schiessen könnte) impliziere, 

dass er habe annehmen müssen, sein Bruder würde die durch seine Faust-

schläge verursachte Wehrlosigkeit von +Z. für eine Erschiessung ausnützen.  

Diese Schlussfolgerung sei eine nicht belegbare Mutmassung, zumal er nach der 

vorinstanzlichen Feststellung selber nicht habe damit rechnen müssen, dass sein 

Bruder die mitgeführte Pistole hervorziehen würde (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 

S. 43 f.). 

-   36   - 

8.2. Die vorinstanzliche Erwägung impliziert nicht, dass B.X. habe wissen 

oder annehmen müssen, dass sein Bruder eine durch seine Faustschläge ver-

ursachte Wehrlosigkeit von +Z. für eine Erschiessung ausnützen würde. Eine  

solche Feststellung traf die Vorinstanz ebensowenig wie eine "kausale Wechsel-

wirkung" zwischen den Faustschlägen von B.X. und der Schussabgabe von A.X. 

(Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 44). Zwar stellte die Vorinstanz innerhalb ihrer 

Erwägungen zur "Gefühlskälte bei der Tatausführung" fest, B.X. habe mit seinen 

Schlägen einen massgebenden Beitrag zur Wehrlosigkeit von +Z. geleistet (KG 

act. 2 S. 119). Einerseits beinhaltet aber diese Feststellung nicht, dass die durch 

die Schläge von B.X. (teil-)verursachte Wehrlosigkeit des Opfers die Schuss-

abgabe durch A.X. veranlasste oder förderte. Die Rüge geht insoweit an den vor-

instanzlichen Erwägungen vorbei und damit fehl. Andererseits ist es eine Frage 

der Anwendung des materiellen Rechts, ob und inwiefern die von der Vorinstanz 

beobachtete ansatzweise Gefühlskälte bei der Tatausführung - in welchem  

Zusammenhang die Vorinstanz den massgebenden Beitrag von B.X. zur Wehr-

losigkeit des Opfers durch seine Schläge erwähnte - für die Frage der rechtlichen 

Subsumtion des Verhaltens von B.X. relevant ist. Darauf kann nicht eingetreten 

werden; ebensowenig wie auf die ebenfalls rechtliche Frage, ob die Faustschläge 

von B.X. durch das Gewalt- und Schädigungspotential der Pistole "konsumiert" 

wurden (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 44). 

8.3. B.X. lässt weiter rügen, lebensfremd und abwegig sei die vorinstanz-

liche Annahme, er habe vom Zeitpunkt an, als sein Bruder die Pistole hervor-

genommen habe, "also" während wenigen danach noch ausgeteilten Schlägen 

aus krassem Egoismus und extremer Geringschätzung des Lebens gehandelt, 

mithin dadurch die Schussabgabe bzw. den Tod des Opfers in Kauf genommen 

(Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 45). 

8.4. Die Verteidigung von B.X. scheint dabei (auch dabei; vgl. vorstehend 

Erw. 8.1 und 8.2) anzunehmen, dass die Vorinstanz deswegen von einer  

eventualvorsätzlichen Tötung aus krassem Egoismus und extremer Gering-

schätzung des Lebens ausging, weil er +Z. noch geschlagen habe, als A.X.  

bereits die Pistole hervorgenommen habe, und um mit seinen Schlägen die  

Tötung zu fördern. Auch diese Annahme trifft aber nicht zu. Die Vorinstanz  

-   37   - 

rechnete (auch) B.X. als krassen Egoismus und extreme Geringschätzung des 

Lebens an, dass auch aus seiner Sicht die Tötung von +Z. einzig dazu gedient 

habe, diesen für das Verhalten seiner Schwester gegenüber zu bestrafen  

(KG act. 2 S. 118 lit. a). Damit setzt sich die Beschwerde von B.X. nicht aus-

einander, und daran geht die Rüge vorbei und damit fehl. 

8.5. Schliesslich lässt B.X. geltend machen, die Vorinstanz unterstelle ihm 

alle seine früher gegen das Opfer zum Ausdruck gebrachten Ressentiments und 

gegen dieses gemachte Aussagen als erstellte Elemente seiner besonderen 

Skrupellosigkeit. Das verletze den Grundsatz in dubio pro reo (Kass.-Nr. 

AC070023 act. 15 S. 45 f. mit Verweisung auf KG act. 2 S. 118).  

8.6. Ob aus bestimmten Aussagen auf eine besondere Skrupellosigkeit im 

Sinne von Art. 112 StGB geschlossen werden muss oder nicht, ist eine Frage der 

Anwendung des materiellen Bundesrechts, auf die im vorliegenden Verfahren 

nicht eingegangen werden kann. Wie aus den weiteren Ausführungen in der  

Beschwerde von B.X. hervorgeht, beanstandet dieser aber nicht eigentlich die 

rechtliche Subsumtion als besonders skrupellos, sondern (wiederum) die vor-

instanzlichen Schlussfolgerungen, dass er mit einer Schussabgabe seines  

Bruders und deshalb mit einem tödlichen Verlauf rechnen musste, dass er diesen 

Verlauf in Kauf genommen hatte und dass er damit dem Tatentschluss seines 

Bruders beigetreten war (Kass.-Nr. AC070023 S. 46). Dazu ist auf die vorstehen-

den Erwägungen zu verweisen. Die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz, 

die sie zu diesen Schlüssen führte, sind als solche entweder nicht beanstandet 

oder nicht willkürlich, sondern haltbar. Es handelt sich dabei um die Feststellun-

gen, dass B.X. im türkischen Konsulat gedroht hatte, mit +Z. abzurechnen, zu 

Beginn der Auseinandersetzung im Pausenraum der I. AG auf +Z. eingeschlagen 

hatte, vom Zeitpunkt an, in welchem sein Bruder die Waffe hervorgeholt und +Z. 

damit bedroht hatte, damit hatte rechnen müssen, dass sein Bruder +Z. töten 

könnte, er nicht dagegen protestiert hatte und nicht dagegen eingeschritten war 

und sich nicht gegen ein solches Vorgehen seines Bruders hatte stellen wollen. 

Bezüglich dieser Feststellungen wies B.X. keinen Nichtigkeitsgrund nach. Ob aus 

diesen Feststellungen die Schlussfolgerungen gezogen werden dürfen, dass er 

das Vorgehen seines Bruders, d.h. die Tötung in Kauf genommen hatte, dass er 

dem Tatentschluss seines Bruders beigetreten war und dass er besonders  

-   38   - 

skrupellos im Sinne von Art. 112 StGB gehandelt hatte, sind Fragen der An-

wendung des materiellen Bundesrechts, auf welche im vorliegenden Verfahren 

nicht eingetreten werden kann. 

9. Zusammenfassend weisen die Beschwerden keinen im vorliegenden  

Verfahren zu prüfenden Nichtigkeitsgrund bei der vorinstanzlichen Feststellung 

des Sachverhalts und den Schuldsprüchen nach. Mit welchen vorstehend nicht 

bereits geprüften entlastenden Indizien und Vorbringen der Verteidigung sich die 

Vorinstanz nicht auseinandergesetzt habe (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 33), 

wird in der Beschwerde von B.X. nicht substantiiert. 

Zum wiederholt erwähnten Vorwurf der Verletzung der Unschuldsvermutung, 

d.h. des Grundsatzes "in dubio pro reo" (z.B. Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 33, 

S. 45) ist Folgendes anzufügen: 

Der in diesem Zusammenhang regelmässig angerufene Grundsatz «in dubio 

pro reo» weist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts und in Überein-

stimmung mit dem Schrifttum zwei Aspekte auf: Zum einen bezieht er sich auf die 

strafprozessuale Beweislast, zum anderen wirkt er sich bei der Feststellung des 

Sachverhaltes und der Würdigung der Beweise aus (BGE 120 Ia 31 ff., 127 I 40 f.; 

vgl. Corboz, In dubio pro reo, ZBJV 1993, S. 403 ff. mit weiteren Hinweisen). Als 

Beweiswürdigungsregel erschöpft sich der Grundsatz im Verbot der willkürlichen 

Beweiswürdigung (vgl. auch Schultz, ZBJV 1995, S. 852), während er als Beweis-

lastregel besagt, dass es Sache des Staates ist, die Schuld des Angeklagten 

nachzuweisen. 

Die Beschwerdeführer machen nicht geltend, die Vorinstanz habe die  

Beweislastregel verletzt, d.h. die Beschwerdeführer trotz Zweifeln an ihrer Schuld 

verurteilt, weil sie nicht ihre Unschuld bewiesen hätten. Vielmehr machen die  

Beschwerdeführer auch mit den Rügen der Verletzung des Grundsatzes in dubio 

pro reo eine Verletzung der Beweiswürdigungsregel geltend. Diese erschöpft sich 

im bereits behandelten Verbot der willkürlichen Beweiswürdigung. 

10. In der Beschwerde von B.X. wird eine Verletzung des in Art. 29 Abs. 1 

BV und Art. 6 Abs. 1 EMRK festgeschriebenen Beschleunigungsgebots gerügt. 

B.X. sei am 17. August 2004 verhaftet worden. Das geschworenengerichtliche  

-   39   - 

Urteil sei am 19. September 2007 eröffnet worden. Dessen Begründung sei am 

20. Oktober 2008 versandbereit gewesen (wurde aber aufgrund des Ersuchens 

der Verteidiger der Beschwerdeführer [GG act. 162, 164 und 165] erst am  

1. Dezember 2008 versandt [GG act. 168]). Insbesondere die Dauer von  

13 Monaten zwischen Urteilsfällung und Zustellung der Urteilsbegründung, aber 

auch die gesamte Verfahrensdauer bis zum Abschluss des erstinstanzlichen Ver-

fahrens von mehr als vier Jahren und zwei Monaten seien Verletzungen des  

Beschleunigungsgebotes (Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 34 - 36). 

10.1. In einem Urteil vom 6. Februar 2008 beurteilte das Bundesgericht die 

Beschwerde eines Beschwerdeführers, der am 8. Oktober 2002 verhaftet, gegen 

den nach knapp zweijähriger Untersuchungsdauer am 8. September 2004 An-

klage erhoben und am 23. Juni 2005 das geschworenengerichtliche Urteil ver-

kündet worden war und worauf die Ausfertigung der schriftlichen Urteilsbegrün-

dung rund 19 Monate in Anspruch genommen hatte. Das Bundesgericht erwog, 

bis zur Urteilsverkündung sei das Verfahren zügig durchgeführt worden. Der Zeit-

raum zwischen Urteilsverkündung und schriftlicher Urteilsbegründung von rund 19 

Monaten sei zwar ein verhältnismässig langer, nicht aber ein übermässig aus-

gedehnter Zeitraum im Sinne einer eigentlichen Verfahrensverschleppung. Hinzu 

komme, dass der Beschwerdeführer nach der mündlichen Urteilsverkündung über 

die gegen ihn erhobenen Vorwürfe nicht länger im Ungewissen gewesen sei. Zu-

sammenfassend hätten weder die Gesamtheit noch die einzelnen Abschnitte des 

Verfahrens übermässig viel Zeit in Anspruch genommen (mit Verweisung auf das 

Bundesgerichtsurteil 6P.119/2003 vom 20. Januar 2004 zu einem ähnlich langen 

Verfahren bei einem Tötungsdelikt) (6S.74/2007 Erw. 3.2). 

10.2. In einem Entscheid vom 13. Januar 2006 beurteilte das Kassations-

gericht die Beschwerde eines Beschwerdeführers, der wegen einer Tat vom  

16. März 2001 am 9. April 2001 verhaftet worden war. Die Anklage war am  

31. Januar 2003 eingereicht und am 11. März 2003 zugelassen worden. Das  

Geschworenengericht hatte ihn am 14. November 2003 verurteilt. Die schriftliche 

Urteilsbegründung war am 4. November 2004 zugestellt worden. Das Kassations-

gericht erwog, die Ausarbeitung einer Urteilsbegründung bedürfe hoher Sorgfalt. 

Der damals angefochtene Entscheid umfasste rund 180 Seiten, was der Komple-

xität jenes Falles durchaus angemessen erscheine. Die Redaktion einer Urteils-

-   40   - 

begründung dieses Ausmasses sei mit einem grossen Zeitaufwand verbunden. 

Zu beachten sei weiter, dass die mit der Ausarbeitung und Durchsicht der  

damaligen Urteilsbegründung betrauten Richter und Gerichtsschreiberin des  

Geschworenengerichts auch mit anderen Verfahren befasst gewesen seien, für 

welche ebenfalls das Beschleunigungsgebot gelte. Die Dauer von knapp zwölf 

Monaten für die Ausarbeitung jener Urteilsbegründung liege jedenfalls noch im 

Rahmen des Vertretbaren, und es beständen keine Anhaltspunkte, dass die ent-

sprechende Arbeit nach der Urteilseröffnung über Gebühr liegen geblieben sei. 

Immerhin sei das angefochtene Urteil zwei Tage nach den Plädoyers und dem 

Schlusswort eröffnet worden, so dass der dortige Beschwerdeführer recht rasch 

über den Ausgang des Strafverfahrens - selbstverständlich unter Vorbehalt von 

Rechtsmittelverfahren - orientiert gewesen sei. Die auch dort gerügte Verletzung 

des Beschleunigungsgebotes sei zu verneinen (Kass.-Nr. AC040127 vom 

13.1.2006 Erw. II.1 - II.3 [= RB 2006 Nr. 9]). 

10.3. Der vorliegende Fall ist bezüglich Beschleunigungsgebot mit den vor-

stehend zitierten Verfahren vergleichbar. Das Tötungsdelikt war am 14. August 

2004 begangen worden. Am 16. August 2004 war A.X., am 17. August 2004 B.X. 

verhaftet worden. Die Anklageschrift datiert vom 25. Oktober 2006. Am 9. Januar 

2007 wurde die Anklage zugelassen und wurden die Beschwerdeführer dem  

Geschworenengericht zur Aburteilung überwiesen. Am 19. September 2007 fällte 

und eröffnete das Geschworenengericht das Urteil. Am 20. Oktober 2008 lag die 

schriftliche Begründung versandbereit vor und wurde den Verteidigern der  

Beschwerdeführer auf deren Ersuchen (erst) am 1. Dezember 2008 zugestellt. 

Wird überdies berücksichtigt, dass im Gegensatz zu den vorstehend zitierten  

Verfahren, in welchen jeweils ein Angeklagter zu beurteilen war, im vorliegenden 

Verfahren zwei Angeklagte beurteilt werden mussten, was auch zeitlich mehr Auf-

wand erforderte, bewegt sich der zeitliche Ablauf des vorliegenden Verfahrens 

durchaus im Rahmen der zitierten Vergleichsfälle, in denen keine Verletzung des 

Beschleunigungsgebotes festgestellt wurde. Das Gleiche gilt auch für das vor-

liegende Verfahren. Die Rüge geht fehl. 

11. Am 20. Oktober 2008 ersuchte der Verteidiger von B.X. darum, ihm  

zusammen mit der begründeten Ausfertigung des Urteils zugleich das Verhand-

lungsprotokoll zuzustellen (GG act. 164). Mit Präsidialverfügung vom  

-   41   - 

1. Dezember 2008 wurde ihm das begründete Urteil zugestellt. Gleichzeitig wurde 

ihm gemäss § 431 StPO eine Frist von 30 Tagen angesetzt, um die Begründung 

der Nichtigkeitsbeschwerde beim Kassationsgericht einzureichen (GG act. 167). 

Diese Verfügung wurde dem Verteidiger von B.X. am 2. Dezember 2008  

zusammen mit der Urteilsbegründung zugestellt (GG act. 168/4). Mit Schreiben 

vom 2. Dezember 2008 monierte der Verteidiger, dass ihm das begründete Urteil 

ohne das Protokoll zugestellt worden sei. Er ersuchte um Zustellung des Pro-

tokolls unter Neuansetzung der Frist zur Begründung der Nichtigkeitsbeschwerde 

ab Zustellung des Protokolls (GG act. 169). Am 4. Dezember 2008 teilte ihm der 

vorinstanzliche Gerichtssekretär mit, dass die Urteilsbegründung und das Pro-

tokoll gleichzeitig versandt worden seien, allerdings die Urteilsbegründung mit 

Briefpost und das Protokoll mit Paketpost. Der Verteidiger bestätigte, das Pro-

tokoll an diesem Tag, dem 4. Dezember 2008 erhalten zu haben, hielt aber am 

Gesuch um Neuansetzung der Frist zur Begründung der Nichtigkeitsbeschwerde 

fest (GG act. 170, 171). Mit Verfügung vom 12. Dezember 2008 wies der Präsi-

dent der Vorinstanz das Gesuch um Neuansetzung der Frist zur Begründung der 

Nichtigkeitsbeschwerde ab (GG act. 172). 

11.1. Der Verteidiger von B.X. rügt, der Umstand, dass er das Protokoll nicht 

zeitgleich mit dem Urteil erhalten habe, sondern erst zwei Tage später, verletze 

seinen aus Art. 6 Abs. 3 lit. b EMRK fliessenden Anspruch auf Gewährleistung 

von ausreichend Zeit und Gelegenheit zur Vorbereitung seiner Verteidigung und 

seinen Anspruch auf ein faires Verfahren im Sinne von Art. 6 Abs. 1 EMRK 

(Kass.-Nr. AC070023 act. 15 S. 37 - 39). 

11.2. Die Vorinstanz versandte die schriftliche Urteilsbegründung und das 

Verhandlungsprotokoll gleichzeitig, allerdings (umfangbedingt) auf verschiedenem 

postalischen Weg. Dass der Verteidiger von B.X. das Protokoll zwei  

Tage später als die Urteilsbegründung erhalten hat, liegt an der postalischen  

Zustellung und nicht im Verantwortungsbereich der Vorinstanz. Zutreffend wies 

der vorinstanzliche Präsident in der Verfügung vom 12. Dezember 2008 darauf 

hin, dass es sich bei der 30-tägigen Begründungsfrist von § 431 StPO um eine 

gesetzliche Frist handelt, welche die Vorinstanz deshalb weder erstrecken noch 

neu ansetzen konnte (§ 189 Abs. 1 GVG). Eine Verletzung eines Verfahrens-

grundsatzes durch die Vorinstanz ist nicht ersichtlich. Abgesehen davon substan-

-   42   - 

tiiert der Verteidiger von B.X. nicht und ist auch nicht nachvollziehbar, dass und 

inwiefern der Umstand, dass er das Protokoll (erst bzw. schon) zwei Tage nach 

der Urteilsbegründung erhalten hat, die Verteidigungsarbeit wesentlich hätte  

beeinträchtigen können. Wäre dem tatsächlich so gewesen, hätte er überdies die 

Möglichkeit gehabt, ein Fristwiederherstellungsgesuch zu stellen, wenn er die  

Beschwerde innerhalb der Beschwerdefrist nicht hätte fertig stellen können  

(§ 199 GVG). Verzichtete er auf diesen Rechtsbehelf, kann er nicht der Vor-

instanz eine Verletzung eines behaupteten (aber eben selber nicht ausgeschöpf-

ten) Anspruchs vorwerfen. Auch diese Rüge geht fehl. 

12. Die Beschwerden wiesen keinen Nichtigkeitsgrund nach, soweit die  

geltend gemachten Nichtigkeitsgründe im vorliegenden Verfahren geprüft werden 

können. Die Beschwerden sind abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden 

kann. 

IV. 

Ausgangsgemäss sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens, inklusive  

diejenigen der amtlichen Verteidigungen und der unentgeltlichen Geschädigten-

vertretung der Geschädigten 2.1 und 2.2, den Beschwerdeführern aufzuerlegen  

(§ 396a StPO), und zwar die Gerichtsgebühr und die Kosten der unentgeltlichen 

Geschädigtenvertretung je zur Hälfte sowie je die Kosten der eigenen amtlichen 

Verteidigung. 

Die Beschwerdegegner 2.3 - 2.5 beantragten mit ihrer Beantwortung der 

Beschwerde von A.X. deren Abweisung (KG act. 21). Die Beschwerde wird  

abgewiesen, die Beschwerdegegner 2.3 - 2.5 obsiegen diesbezüglich. A.X. ist 

entsprechend zu verpflichten, sie für die anwaltlichen Aufwendungen im  

Beschwerdeverfahren zu entschädigen (§ 396a StPO). Zur Beschwerde von B.X. 

verzichteten die Beschwerdegegner 2.3 - 2.5 auf die Stellung von Anträgen und 

auf eine Beschwerdeantwort (Kass.-Nr. AC070023 act. 44). Entsprechend sind 

sie bezüglich dieser Beschwerde nicht obsiegende Parteien im Sinne von § 396a 

StPO und hat ihnen B.X. keine Entschädigung zu bezahlen. Die amtlichen Ver-

teidiger der Beschwerdeführer und der unentgeltliche Vertreter der Geschädigten 

-   43   - 

2.1 und 2.2 werden nach Einreichung ihrer Kostennoten aus der Gerichtskasse 

entschädigt. 

-   44   - 

Das Gericht beschliesst: 

1. Die Verfahren Kass.-Nr. AC070023 und Kass.-Nr. AC090003 werden vereinigt und 

unter der letztgenannten Verfahrensnummer weitergeführt. Das Verfahren Kass.-

Nr. AC070023 wird als dadurch erledigt abgeschrieben. 

2. Die Beschwerden werden abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

3. Die Gerichtsgebühr für das Kassationsverfahren wird festgesetzt auf Fr. 10'000.--. 

4. Die Kosten des Kassationsverfahrens, inklusive diejenigen der unentgeltlichen Ver-

tretung der Geschädigten 2.1 und 2.2, werden den Beschwerdeführern je zur Hälfte 

auferlegt. Überdies werden ihnen je die Kosten ihrer eigenen amtlichen Verteidi-

gung im Beschwerdeverfahren auferlegt. 

5. A.X. wird verpflichtet, den Geschädigten 2.3 - 2.5 für die anwaltlichen Aufwendun-

gen in seinem Beschwerdeverfahren eine Prozessentschädigung von insgesamt 

Fr. 3'000.-- zu bezahlen. 

6. Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 90 ff. BGG  

innert 30 Tagen nach dessen Empfang schriftlich durch eine Art. 42 BGG ent-

sprechende Eingabe Beschwerde gemäss Art. 78 ff. BGG an das Schweizerische 

Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, erhoben werden. 

Sodann läuft die Frist von 30 Tagen zur Anfechtung des Urteils des Geschworenen-

gerichtes vom 19. September 2007 mit Beschwerde an das Bundesgericht neu ab 

Empfang des vorliegenden Entscheides (Art. 100 Abs. 1 und 6 BGG). 

Hinsichtlich des Fristenlaufes gelten die Art. 44 ff. BGG. 

7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, das Geschworenengericht des Kantons  

Zürich und das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich (Abteilung Bewährungs- 

und Vollzugsdienste), je gegen Empfangsschein. 

______________________________________ 

KASSATIONSGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

Der juristische Sekretär: 

 
 

	Zirkulationsbeschluss vom 12. November 2009 
	Das Gericht hat in Erwägung gezogen:
	Das Gericht beschliesst: