# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c726c2e2-a6fd-5acb-94b2-9f84a24053fa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-11-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.11.2022 A-4164/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4164-2020_2022-11-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-4164/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  N o v e m b e r  2 0 2 2    

Besetzung 
 Richterin Iris Widmer (Vorsitz), 

Richter Keita Mutombo, Richter Raphaël Gani,    

Gerichtsschreiber Thomas Bischof. 
 

 
 

Parteien 
 A.A._______ in Liquidation,  

vertreten durch Dr. Charles Hermann und  

Christoph Bolliger,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Hauptabteilung Direkte Bundessteuer,  

Verrechnungssteuer, Stempelabgaben,  

Eigerstrasse 65,  

3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Rückerstattung Verrechnungssteuer;  

Ertragsfälligkeiten 2013. 
 

  

A-4164/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A.A._______ wurde mit Tagesregister-Datum vom (…) 2011 in das 

Handelsregister des Kantons B._______ eingetragen. Sie bezweckte im 

Wesentlichen als bewilligungsfreie Investment- und Effektenhandelsgesell-

schaft den Erwerb, die Verwaltung und die Veräusserung von Beteiligungs- 

und Forderungsrechten, Wertpapieren, Edelmetallen, Devisen, Derivaten 

und anderen strukturierten Finanzprodukten und Hybriden in eigenem Na-

men und auf eigene Rechnung (Schweizerisches Handelsamtsblatt 

[SHAB] Nr. […] vom […] 2011). Sie wurde mit Beschluss der Generalver-

sammlung vom (…) 2017 aufgelöst (seither: A.A._______ in Liquidation; 

fortan: Gesellschaft oder Beschwerdeführerin).  

B.  

Die A.B._______, eine limited liability partnership britischen Rechts mit Sitz 

in London, wurde am (…) 2009 gegründet und am (…) 2015 aufgelöst 

(Companies House, Company Number […], abgerufen auf https://find-and-

update.company-information.service.gov.uk/ am 10. Oktober 2022). In de-

ren Namen orientierte deren damalige Rechtsvertretung die Eidgenössi-

sche Steuerverwaltung ESTV (fortan auch: Vorinstanz) mit Schreiben vom 

15. November 2011 über die erfolgte Gründung der Gesellschaft, deren 

Hintergrund (die Gründung der Gesellschaft bezwecke die Errichtung einer 

«Schweizer Struktur», deren Aktienkapital jedoch nicht durch die 

A.B._______, sondern durch die irische A.C._______ gehalten werde) und 

skizzierte deren beabsichtigte Handelsstrategie. Sie legte ihre rechtliche 

Sicht zu diversen Fragen aus den Themenkreisen der Emissionsabgabe, 

Verrechnungs- und Stempelsteuer und – bezüglich der A.C._______ – des 

Zinsbesteuerungsabkommens und des Doppelbesteuerungsabkommens 

zwischen der Schweiz und Irland dar und ersuchte um die Zustimmung der 

ESTV zu dieser Sicht respektive um verbindliche Beurteilung dieser Fra-

gestellungen. Die ESTV lehnte das beantragte Ruling am 28. November 

2011 ab (Akten der Vorinstanz [ESTV-act.] 1/2).  

C.  

Mit Schreiben vom 23. April 2013 stellte die Gesellschaft einen Antrag auf 

Verrechnungssteuer-Abschlagsrückerstattungen für das Geschäftsjahr 

2013 im Betrag von Fr. 4'371'750.–, ausgehend von einem voraussichtli-

chen Verrechnungssteueranspruch von Fr. 5'829'000.– (ESTV-act. 1/3; 

«Formular 21»). In der Folge verlangte die ESTV ergänzende Angaben und 

Unterlagen ein; nach wechselseitiger Korrespondenz in der Sache (ESTV-

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Seite 3 

act.1/4-8) teilte die ESTV der Gesellschaft am 24. Oktober 2013 mit, die 

Rückerstattungsberechtigung der Gesellschaft stehe nicht zweifelsfrei fest, 

weshalb eine Abschlagsrückerstattung nicht gewährt werden könne. Die 

Gesellschaft wurde auf die Möglichkeit verwiesen, nach Abschluss des Ge-

schäftsjahres die Rückerstattung der Verrechnungssteuer mittels «Formu-

lar 25» zu beantragen.  

D.  

Mit Eingabe vom 14. Juli 2014 beantragte die Gesellschaft die Rückerstat-

tung von Verrechnungssteuern im Betrag von Fr. 5'829’801.25 (Beschwer-

debeilage [BB] 3, «Formular 25»). Die Gesellschaft liess am 16. September 

2014 eine Verzögerung der Rückerstattung durch die ESTV rügen und – 

«in Analogie zu Art. 16 Abs. 2 VStG» – Verzugszins von 5 % ab dem Ein-

reichen des Antrags auf Abschlagsrückerstattung fordern (ESTV-act. 1/10). 

In der Folge entwickelte sich eine Korrespondenz zwischen Gesellschaft 

und ESTV, in der es um das Beibringen weiterer Angaben und Unterlagen 

ging; letztmals gab die Gesellschaft am 31. August 2015 eine Stellung-

nahme ab (ESTV-act. 1/11-16).   

E.  

Am 14. November 2016 legte die Gesellschaft ihre Rechtsauffassung zu-

sammenfassend dar (ESTV-act. 1/17) und verlangte am 20. Januar 2017 

entweder die Auszahlung von Fr. 5'829'801.25 zuzüglich Verzugszins zu 

5 % ab Gesuchstellung gemäss «Formular 21» oder die Ausstellung einer 

anfechtbaren Verfügung in französischer Sprache (ESTV-act. 1/18, BB 4). 

Einer neuerlichen Aufforderung vom 3. Februar 2017, weitere Informatio-

nen und Belege zu liefern, kam die Gesellschaft am 28. Juli 2017 nach; sie 

machte indessen geltend, einzelne Informationen seien für die Klärung des 

Rückerstattungsanspruchs nicht relevant, rügte die Verfahrensdauer und 

verlangte wiederum – sollte dem Antrag nicht entsprochen werden – eine 

anfechtbare Verfügung (ESTV-act. 1/19-21). Sie erneuerte diese Aufforde-

rung mit Schreiben vom 25. Januar 2018 und stellte in Aussicht, eine 

Rechtsverzögerungsbeschwerde zu erheben (ESTV-act. 1/22). Die ESTV 

verlangte mit Schreiben vom 23. April 2018 weitere Informationen und Un-

terlagen zu noch offenen Fragen (ESTV-act. 1/23). Die Gesellschaft teilte 

am 14. Mai 2018 ihre Auffassung mit, sie sei ihrer Mitwirkungspflicht um-

fassend nachgekommen, die nunmehr geforderten Informationen oder Un-

terlagen seien teils bereits erstattet worden oder aber nicht relevant. Ge-

mäss Schreiben der Gesellschaft vom 29. November 2018 habe die ESTV 

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in einer telefonischen Unterredung vom 8. November 2018 den Erlass ei-

ner Verfügung im Dezember 2018 oder Januar 2019 in Aussicht gestellt 

(ESTV-act. 1/24 f.).  

F.  

Am 19. August 2019 erhob die Gesellschaft Rechtsverzögerungsbe-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht.  

G.  

Mit Entscheid vom 4. September 2019 (nachfolgend auch: Erstentscheid) 

wies die ESTV den Antrag vom 22. Juli 2014 auf Rückerstattung der Ver-

rechnungssteuer über Fr. 5'829'801.25 für Ertragsfälligkeiten des Jahres 

2013 in vollem Umfang ab (ESTV-act. 2/1). Die Gesellschaft erhob am 

4. Oktober 2019 Einsprache gegen diesen Entscheid; sie beantragte die 

Rückerstattung der schweizerischen Verrechnungssteuer in Höhe von 

Fr. 5'829’801.25 auf den Dividendenerträgen gemäss Formular 25 mit 

Nummer 618625 vom 14. Juli 2014 zuzüglich einem Vergütungszins von 

5 % ab dem 14. Juli 2014 (ESTV-act. 2/2).  

H.  

Mit Entscheid A-4214/2019 vom 5. Dezember 2019 schrieb das Bundes-

verwaltungsgericht (Einzelrichterin) das Verfahren betreffend die Rechts-

verzögerungsbeschwerde als gegenstandslos geworden ab, soweit darauf 

eingetreten wurde; es wurden keine Verfahrenskosten gesprochen und die 

ESTV verpflichtet, der Gesellschaft eine Parteientschädigung auszurich-

ten.  

I.  

Mit Schreiben vom 24. Februar 2020 verlangte die ESTV bei der Gesell-

schaft weitere Unterlagen und Angaben ein (ESTV-act. 2/4).  Diese nahm 

am 20. April 2020 Stellung (ESTV-act. 2/5).  

J.  

Mit Einspracheentscheid vom 19. Juni 2020 wies die ESTV die Einsprache 

wie auch den Rückerstattungsanspruch ab (ESTV-act. 2/6, angefochtener 

Entscheid).  

K.  

Mit Eingabe vom 20. August 2020 erhebt die Gesellschaft Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt, der angefochtene Ent-

scheid sei aufzuheben (Rechtsbegehren 1), die Vorinstanz sei zu verpflich-

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Seite 5 

ten, Verrechnungssteuern im Umfang von Fr. 5'829'801.25 gemäss einge-

reichtem «Formular 25» zurückzuerstatten (Rechtsbegehren 2) und Vergü-

tungszinse zu je 5 % auf Fr. 4'372'350.95 ab dem 30. Juli 2013 und auf 

Fr. 1'457'450.30 ab dem 8. August 2014 zu bezahlen (Rechtsbegehren 3).  

L.  

Die Vorinstanz liess sich am 14. Oktober 2020 vernehmen. Sie beantragt 

die Abweisung der Beschwerde.  

M.  

Die Beschwerdeführerin hält in ihrer Replik vom 19. November 2020 an 

ihren Anträgen auf Beschwerdeebene fest, gleichermassen die Vorinstanz 

in ihrer Duplik vom 15. Dezember 2020. 

N.  

Am 11. März 2021 liess die Beschwerdeführerin dem Gericht die Aufstel-

lung der im Beschwerdeverfahren erwachsenen Kosten für die Rechtsver-

tretung zukommen. 

O.  

Am 26. Juli 2022 wurden Beschwerdeführerin und Vorinstanz über den 

Wechsel im Spruchkörper orientiert.  

 

Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheides und die Ausführun-

gen auf Beschwerdeebene wird – soweit erforderlich – in den folgenden 

Erwägungen eingegangen.   

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes (VGG, SR 172.32) 

beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen 

nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG, SR 172.201). Die 

ESTV gehört als Behörde nach Art. 33 VGG zu den Vorinstanzen des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

folglich für die Beurteilung der vorliegenden Sache zuständig.  

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Seite 6 

1.2 Das Beschwerdeverfahren richtet sich nach den Bestimmungen des 

Verwaltungsverfahrensgesetzes, soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz 

nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).  

1.3 Die Beschwerdeführerin hat sich am vorinstanzlichen Verfahren betei-

ligt. Sie ist mit der angefochtenen Verfügung formell und materiell be-

schwert und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 

Abänderung (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerde wurde frist- und form-

gerecht eingereicht (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 VwVG), der eingefor-

derte Gerichtskostenvorschuss fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 i.V.m. 

Art. 21 Abs. 3 VwVG).  

1.4  

1.4.1 Das Gericht ist an den Streitgegenstand gebunden. Dieser besteht 

im Rechtsverhältnis, das Gegenstand der angefochtenen Verfügung – und 

zwar in der Regel im Dispositiv – ist, soweit es im Streit liegt, also ange-

fochten ist. Der Streitgegenstand kann sich im Beschwerdeverfahren nur 

verengen, nicht ausweiten. Fragen, über welche die erstinstanzlich verfü-

gende Behörde nicht entschieden hat, darf die zweite Instanz nicht beur-

teilen; spiegelbildlich sind neue Rechtsbegehren, die den Streitgegenstand 

über den Verfügungsgegenstand hinaus erweitern, nicht zulässig. Aus-

nahmsweise sind Erweiterungen aus prozessökonomischen Gründen zu-

lässig, wenn sie in einem (sehr) engen Zusammenhang mit dem Streitge-

genstand stehen und die Verwaltung im Laufe des Verfahrens Gelegenheit 

hatte, sich zu der neuen Streitfrage zu äussern (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEU-

BÜHLER/KAYSER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 

3. Aufl. 2022, Rz. 2.8 ff., 2.208 ff.; ANDRÉ MOSER, in: Auer/Müller/Schindler 

[Hrsg.], Kommentar VwVG, 2. Aufl. 2018, Rz. 3 zu Art. 52 VwVG).   

1.4.2 Der Streitgegenstand, wie ihn die Beschwerdeanträge eingrenzen, 

hat sich somit grundsätzlich innerhalb der Grenzen zu bewegen, die das 

gegenständliche Dispositiv zieht, gegebenenfalls unter klärendem Beizug 

der Begründung (vgl. MADELEINE CAMPRUBI, in: Auer/Müller/Schindler 

[Hrsg.], op.cit., Rz. 24 zu Art. 61 VwVG; WEISSENBERGER/HIRZEL, in: Wald-

mann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Rz. 

43 f. zu Art. 61 VwVG). 

1.4.3 Die Vorinstanz lehnte eine Rückerstattungspflicht im Grundsatz ab. 

Zu den geltend gemachten Vergütungszinsen äusserte sie sich nicht. Da 

diese ihrer Natur nach akzessorisch sind, sind sie mit vollumfänglicher Ab-

weisung der Grundforderung mit abgewiesen. Deren geltend gemachter – 

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und abgewiesener – Umfang ergibt sich aus der Forderung der Beschwer-

deführerin gemäss ihrer Einsprache. Damals war ein Vergütungszins ab 

dem 14. Juli 2014 geltend gemacht worden. Der nun geltend gemachte, 

teils frühere Beginn des Zinsenlaufs geht über den Streitgegenstand hin-

aus und es kann nicht darauf eingetreten werden.  

1.4.4 Im Übrigen ist auf die Beschwerde einzutreten.  

1.5 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann vorliegend die 

Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich der Überschreitung und des 

Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststel-

lung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit ge-

rügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das 

Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist an die Begründung der Begehren 

nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel-

tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist 

grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (Art. 62 

Abs. 4 VwVG; vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.w.H.).  

2.   

2.1 Der Bund erhebt eine Verrechnungssteuer unter anderem auf dem Er-

trag von beweglichem Kapitalvermögen (Art. 132 Abs. 1 BV, Art. 1 Abs. 1 

des Bundesgesetzes vom 13. Oktober 1965 über die Verrechnungssteuer 

[Verrechnungssteuergesetz, VStG, SR 642.21]). Steuerpflichtig ist der 

Schuldner der steuerbaren Leistung (Art. 10 Abs. 1 VStG). Er kürzt diese 

bei der Auszahlung, Überweisung, Gutschrift oder Verrechnung ohne 

Rücksicht auf die Person des Gläubigers um den Steuerbetrag (Art. 14 

Abs. 1 VStG). Im inländischen Verhältnis bezweckt die Verrechnungs-

steuer in erster Linie, die Deklaration der Erträge beweglichen Kapitalver-

mögens zu sichern; dem steuerehrlichen Inländer wird sie zurückerstattet 

(vgl. Art. 1 Abs. 2 i.V.m. Art. 30 VStG). Bei ausländischen Empfängern 

schweizerischer Kapitalerträge ist die Verrechnungssteuer demgegenüber 

grundsätzlich eine echte Belastung an der Quelle, es sei denn, ein Staats-

vertrag (Doppelbesteuerungsabkommen) räume einen Rückerstattungs-

anspruch ein (zum Ganzen statt vieler: Urteil des BGer 2C_383/2013 vom 

2. Oktober 2015 E. 2.1, 2.3). 

2.2 Eine juristische Person hat Anspruch auf Rückerstattung der Verrech-

nungssteuer, wenn sie bei Fälligkeit der steuerbaren Leistung ihren Sitz im 

Inland hatte (Art. 24 Abs. 2 VStG), die mit der Verrechnungssteuer belas-

teten Einkünfte ordnungsgemäss als Ertrag verbucht hat (Art. 25 Abs. 1 

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Seite 8 

VStG e contrario) und bei Fälligkeit der steuerbaren Leistung das Recht 

zur Nutzung des den steuerbaren Ertrag abwerfenden Vermögenswertes 

besass (Art. 21 Abs. 1 Bst. a VStG; BGE 125 II 348 E. 5a S. 354; 118 Ib 

312 E. 2a E. 313 f.; Urteil des BGer 2C_383/2013 E. 2.2 m.w.H.).   

2.3 Unter dem «Recht zur Nutzung» («droit de jouissance», «diritto di godi-

mento») im Sinne von Art. 21 Abs. 1 Bst. a VStG ist nicht nur das Eigentum 

am Vermögenswert (Stammrecht) zu verstehen, sondern auch der – even-

tuell bloss obligatorische – Anspruch auf den Ertrag (Dividenden, Zinsen), 

den der betreffende Vermögenswert abwirft. Gleichzeitig besteht ein 

«Recht zur Nutzung» nur für denjenigen, der an den betreffenden Vermö-

genswerten effektiv nutzungsberechtigt ist, d.h. den Nettoertrag bezieht 

und behalten kann (vgl. Urteil des BGer 2C_383/2013 E. 3.1 m.w.H.). 

2.3.1  Mit dem Erfordernis der Nutzungsberechtigung wird verhindert, dass 

der Titeleigentümer, der auf die Rückerstattung der Verrechnungssteuer 

keinen Anspruch hat, Vermögenswerte auf einen Rückerstattungsberech-

tigten überträgt, sich aber – obligatorisch – das Nutzungsrecht an diesen 

Vermögenswerten vorbehält. Zu vermeiden sind insbesondere Missbräu-

che in der Weise, dass der Eigentümer des Stammrechts, der sein Eigen-

tum gegenüber den Steuerbehörden verheimlicht oder im Ausland wohnt 

und damit nicht rückerstattungsberechtigt ist, den Vermögenswert oder das 

Nutzungsrecht treuhänderisch an jemanden abtritt, der zwar nach seinen 

persönlichen Verhältnissen einen Rückerstattungsanspruch hätte, aber zur 

Weiterleitung der gesamten Nettoerträge der übertragenen Vermögens-

werte an den Treugeber verpflichtet ist (vgl. Urteil des BGer 2C_383/2013 

E. 3.2 m.w.H.).  

2.3.2 Das Nutzungsrecht gemäss Art. 21 Abs. 1 Bst. a VStG darf somit 

nicht bloss vorgeschoben sein. Ob dies zutrifft, ist aufgrund einer Analyse 

der tatsächlichen wirtschaftlichen Bedeutung der zu beurteilenden Rechts-

verhältnisse zu ermitteln. Dabei ist das Recht zur Nutzung nicht nur dann 

zu verneinen, wenn eine Rechtspflicht zur Weiterleitung der Nettoerträge 

besteht, sondern auch dann, wenn der Empfänger zwar keiner formellen 

Verpflichtung zur Weiterleitung unterliegt, sich aber aus der Gesamtheit der 

Umstände schliessen lässt, dass ihm der Kapitalertrag nicht verbleibt. In 

diesem Sinne geht dem zivilrechtlichen Eigentümer das Nutzungsrecht 

dann ab, wenn er als Inländer systematisch gegen Kredit von einer Person 

mit Wohnsitz im Ausland mehr oder weniger kurz vor Couponverfall 

schweizerische Wertpapiere kauft, um sie nach Couponverfall wieder an 

eine Person mit Sitz im Ausland zu veräussern und den dabei erzielten 

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Seite 9 

Erlös zur Rückzahlung des Kredites zu verwenden (vgl. Urteil des BGer 

2C_383/2013 E. 3.2 m.w.H.). 

2.3.3 In seinem Grundsatzurteil BGE 141 II 447 befasste sich das Bundes-

gericht im Zusammenhang mit der ursprünglichen Fassung von Art. 10 

Abs. 1 des Doppelbesteuerungsabkommens mit Dänemark (DBA-DK,SR 

0.672.931.41) eingehend mit dem Begriff der «effektiven Nutzungsberech-

tigung». Dieser Begriff stimmt mit demjenigen des «Recht[s] zur Nutzung» 

laut Art. 21 Abs. 1 Bst. a VStG zumindest weitgehend überein: In beiden 

Fällen ist die Intensität der Beziehung zwischen einem Steuersubjekt und 

einem Steuerobjekt gemäss dem Umfang der Entscheidungsbefugnisse 

hinsichtlich der Verwendung der Einkünfte massgeblich. Es geht also um 

Merkmale des Eigentums und der wirtschaftlichen Kontrolle bzw. der tat-

sächlich ausgeübten Befugnisse, und zwar nicht in einem engen techni-

schen bzw. formaljuristischen Sinn, sondern unter Einbezug der wirtschaft-

lichen Umstände («substance over form»). Das Beurteilungskriterium soll 

verhindern, dass eine Person oder Gesellschaft mit nur beschränkten Be-

fugnissen zwischengeschaltet wird, u.a. um die Rückerstattung der schwei-

zerischen Verrechnungssteuer zu erwirken (vgl. BGE 141 II 447 E. 5.1 u. 

5.2). Die effektive Nutzungsberechtigung ist einer Person dann abzuspre-

chen, wenn sie die Einkünfte aufgrund von bereits im Zeitpunkt der Zahlung 

bestehenden vertraglichen Leistungsverpflichtungen oder tatsächlichen 

Einschränkungen weiterleiten muss. Eine tatsächliche Einschränkung ist 

anzunehmen, wenn die beiden folgenden Merkmale kumulativ gegeben 

sind: Einerseits muss die Erzielung der Einkünfte von der Pflicht zur Wei-

terleitung dieser Einkünfte abhängig sein; andererseits muss die Pflicht zur 

Weiterleitung der Einkünfte von der Erzielung dieser Einkünfte abhängen 

(vgl. BGE 141 II 447 E. 5.2.2 unter Bezugnahme namentlich auf BEAT 

BAUMGARTNER, Das Konzept des beneficial owner im internationalen Steu-

errecht der Schweiz, 2010, S. 130 ff., insb. S. 150; vgl. Urteil des BGer 

2C_383/2013 vom 2. Oktober 2015 E. 4 m.w.H.). Das Bundesgericht be-

stätigte diese Praxis namentlich auch in Fällen, in denen ein «securities 

lending»-Vertragskonstrukt in concreto die Beschwerdeführerin als Durch-

laufgesellschaft erscheinen liess (vgl. Urteil des BGer 2C_209/2017 vom 

16. Dezember 2019 E. 3.3-3.5 [nicht publiziert in BGE 146 I 105]). 

2.4 Die Rückerstattung ist in allen Fällen unzulässig, in denen sie zu einer 

Steuerumgehung führen würde (Art. 21 Abs. 2 VStG; vgl. BGE 118 Ib 312 

E. 2a u. 2e; Urteil des BGer 2C_383/2013 vom 2. Oktober 2015 E. 2.4 

m.w.H.; eingehend: Urteil des BVGer A-5042/2012 vom 23. Juli 2013 

[bestätigt mit Urteil des BGer 2C_732/2013 vom 7. März 2014] E. 2.5). 

A-4164/2020 

Seite 10 

2.5  

2.5.1 Das Verfahren vor der ESTV wie auch jenes vor dem Bundesverwal-

tungsgericht werden von der Untersuchungsmaxime beherrscht. Danach 

muss die entscheidende Behörde den rechtlich relevanten Sachverhalt von 

sich aus abklären und darüber ordnungsgemäss Beweis führen. Der Un-

tersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der 

steuerpflichtigen Person (vgl. Urteil des BGer 2C_177/2018 vom 22. Au-

gust 2019 E. 3.3 m.w.H.; Urteil des BVGer A-5042/2012 E. 1.3.1).  

Wer Rückerstattung der Verrechnungssteuer verlangt, hat deshalb der zu-

ständigen Behörde über alle Tatsachen, die für den Rückerstattungsan-

spruch von Bedeutung sein können, nach bestem Wissen und Gewissen 

Auskunft zu erteilen; er hat insbesondere – und damit nicht abschliessend 

– die Antragsformulare und Fragebogen vollständig und genau auszufüllen 

und auf Verlangen Steuerabzugsbescheinigungen zu beschaffen und Ge-

schäftsbücher, Belege und andere Urkunden beizubringen (Art. 48 Abs. 1 

VStG). Neben den Anforderungen an die Rechnungslegung, welche das 

Zivilrecht aufstellt (vgl. Art. 958 ff. OR und die Verordnung vom 24. April 

2002 über die Führung und Aufbewahrung der Geschäftsbücher, SR 

221.431; Urteile des BGer 6B_271/2009 vom 6. August 2009 E. 3.5.3, 

6B_78/2009 vom 22. September 2009 E. 7.3.4; Urteil des BVGer 

A-7088/2016 vom 11. Dezember 2017 E. 2.3.2 m.w.H [bzgl. die Buchfüh-

rungspflicht im Bereich der Mehrwertsteuer) sind die Bücher so zu führen, 

dass sich der für die Rückerstattung massgebende Sachverhalt ohne gros-

sen Aufwand ermitteln lässt (Art. 64 Abs. 3 und Art. 2 der Verordnung vom 

19. Dezember 1966 über die Verrechnungssteuer, Verrechnungssteuerver-

ordnung, VStV, SR 642.211), was bestimmte Anforderungen an die Buch-

führung auch bezüglich die Nachvollziehbarkeit der rückforderungsrele-

vanten Sachverhalte bis zurück zu den Urbelegen mit sich bringt (Art. 2 

Abs. 2 und 3 VStV; vgl. zum Ganzen: Urteil des BGer 2C_936/2017 vom 

22. August 2019 E. 6.1).  

Zur Abklärung, ob ein Antragsteller im Zeitpunkt der Fälligkeit der Erträge 

das nach Art. 21 Abs. 1 Bst. a VStG verlangte Recht zur Nutzung der erst-

mals deklarierten Wertschriften tatsächlich besass, kann die zuständige 

Behörde verlangen, dass ihr die Kaufabrechnungen über die fraglichen 

Wertschriften eingereicht werden. Auch sind auf Aufforderung hin Kaufver-

träge, Darlehensverträge, Bewertungsgutachten etc. einzureichen, wenn 

es in diesem Zusammenhang oder im Zusammenhang mit der Prüfung ei-

ner Steuerumgehung gemäss Art. 21 Abs. 2 VStG um die Sachverhaltsab-

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Seite 11 

klärungen mit Bezug auf das Eigentum an Vermögenswerten oder mit Be-

zug auf Aktientransaktionen geht. Beantragt beispielsweise eine juristische 

Person die Rückerstattung von Verrechnungssteuern, welche auf dem Er-

trag einer von ihr erst kurz zuvor erworbenen Beteiligung erhoben wurden, 

und kann nicht ausgeschlossen werden, dass mit der Handänderung die 

definitive Belastung von Defraudanten oder Ausländern mit Verrechnungs-

steuer umgangen werden sollte, so ist die Antragstellerin auf Verlangen der 

ESTV verpflichtet, die Namen und Adressen der Aktienverkäufer anzuge-

ben (Urteil des BGer vom 26. März 1954, veröffentlicht in: ASA 23 

[1954/55], S. 530 ff., E. 2; KÜPFER/OESCH-BANGERTER, in: Zwei-

fel/Beusch/Bauer-Balmelli [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über die 

Verrechnungssteuer, Basel 2012 [hiernach: Kommentar VStG], N. 17 f. zu 

Art. 48 VStG). 

2.5.2 Kommt die antragstellende Person ihrer Auskunftspflichten nicht 

nach und kann der Rückerstattungsanspruch der Verrechnungssteuer 

ohne die von der Behörde verlangten Auskünfte nicht abgeklärt werden, so 

wird der Antrag abgewiesen. Diese von Art. 48 Abs. 2 VStG vorgesehene 

Rechtsfolge steht im Einklang mit dem allgemeinen Grundsatz, dass dem 

Steuerpflichtigen aus seiner mangelhaften Mitwirkung keine Vorteile er-

wachsen dürfen (vgl. Urteil des BGer 2C_895/2012 vom 5. Mai 2015 E. 5.3; 

Urteil des BVGer A-1951/2017 vom 22. August 2018 [bestätigt mit Urteil 

des BGer 2C_880/2018 vom 19. Mai 2020] E. 3.7.3, je m.w.H).  

Diese Bestimmung kodifiziert im Kern die allgemeine Beweislastregel, ge-

mäss welcher jene Partei das Vorhandensein einer Tatsache zu beweisen 

hat, die aus ihr Rechte ableitet (Art. 8 ZGB). Demnach liegt die Beweislast 

für rechtserzeugende Tatsachen bei demjenigen, der das Recht behauptet, 

für rechtsvernichtende Tatsachen bei demjenigen, der den Untergang des 

Rechts behauptet und für rechtshindernde Tatsachen bei demjenigen, der 

behauptet, das Recht könne nicht ausgeübt werden (FRITZ GYGI, Bundes-

verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 1983, S. 210, 280 ff., insb. 282; HÄFE-

LIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, 

Rz. 988). Aufgrund der im Steuerrecht herrschenden Normentheorie sind 

steuerbegründende und steuererhöhende Tatsachen von der Veranla-

gungsbehörde, steuerausschliessende und steuermindernde Tatsachen 

von der steuerpflichtigen Person nachzuweisen (BGE 144 II 427 E. 8.3.1; 

142 II 488 E. 3.8.2; 140 II 248 E. 3.5; Urteil des BGer 2C 619/2021 vom 

17. August 2021). Die abgabepflichtige Person trägt weiter die Beweislast 

für die Korrektheit ihrer Deklaration und der weiteren Angaben, wohinge-

gen der Abgabebehörde der Nachweis nicht deklarierter abgabepflichtiger 

A-4164/2020 

Seite 12 

Sachverhalte obliegt (BGE 121 II 257 E. 4.c/aa; Urteil des BVGer 

A-5198/2016 E. 2.2.2 m.w.H.) Im Rückerstattungsverfahren der Verrech-

nungssteuer obliegt somit der steuerpflichtigen Person der Beweis, dass 

sie die Voraussetzungen für die Rückerstattung erfüllt (eingehend: Urteil 

des BVGer A-5042/2012 E. 1.3.2 und 2.6.1 m.w.H.).  

2.6 Als Ausfluss des Untersuchungsgrundsatzes ist es Sache der ESTV, 

Form und Inhalt der Antragsformulare und Fragebogen zu bestimmen so-

wie die den Anträgen beizufügenden Belege zu bezeichnen (Art. 48 VStG 

i.V.m. Art. 63 VStV). Dabei kommt der ESTV ein erheblicher Ermessens-

spielraum zu, der pflichtgemäss auszuüben ist und seine Grenzen in Nach-

achtung des allgemeingültigen Vorbehalts der Verhältnismässigkeit (Art. 5 

Abs. 2 BV) namentlich bei offensichtlich ungeeigneten Erhebungen oder 

einem schikanösen Vorgehen findet (vgl. Urteile des BGer 2C_732/2013 

E. 3.2 m.w.H.; 2C_895/2012 E. 5.2.2; Urteil des BVGer A-5042/2012 

E. 2.6.1).  

3.  

3.1 Im vorliegenden Fall wies die Vorinstanz das Rückerstattungsbegehren 

im Kern wegen nicht erfüllter Auskunftspflichten ab. Sie umreisst im ange-

fochtenen Einspracheentscheid den erhöhten Abklärungsbedarf hinsicht-

lich der Feststellung des massgebenden Sachverhalts zusammengefasst 

wie folgt: Die erst kurz zuvor gegründete Gesellschaft habe 2013 in erheb-

lichem Umfang Aktien von sieben im Swiss Market Index (SMI) gelisteten 

Titeln gekauft. Der Eigenfinanzierungsgrad habe nicht einmal 2 % betra-

gen. Die Beschwerdeführerin habe die Wertschriften zudem verliehen und 

jeweils um den Dividendenstichtag zurückbeordert. Die «aussergewöhnli-

che Art des Wertschriftenerwerbs» habe Fragen aufgeworfen: Der über die 

Virt-X abgewickelte Kauf der jeweiligen Aktien sei ausschliesslich in den 

Schlussauktionen erfolgt und die Beschwerdeführerin habe wirtschaftliche 

Gründe dafür, weshalb die Aktien nicht direkt erworben wurden, sondern 

mittels Termingeschäften mit systematisch extrem kurzer Laufzeit, nicht 

darlegen können. Zudem sei den Medien zu entnehmen gewesen, dass 

die «A._______-Gruppe» mutmasslich an sogenannten Cum-Ex-Geschäf-

ten beteiligt gewesen sei. Die Beschwerdeführerin sei zur Erstellung des 

Sachverhalts wiederholt zu weiteren Auskünften aufgefordert worden, na-

mentlich zu den Themenfeldern Finanzierung, Aufbau des Portfolio, Wert-

papierverleih, Organigramm sowie Anlagestrategie und Prozesse (vgl. an-

gefochtener Einspracheentscheid, E. 2).   

A-4164/2020 

Seite 13 

3.2 Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, die Vorinstanz 

habe die vorgelegten Fakten und Dokumente grösstenteils missachtet und 

konstruiere aufgrund von Medienberichten, die sie, die Beschwerdeführe-

rin, nicht beträfen, ein mangelndes Recht auf Nutzung. Offen seien einzig 

«Detailfragen» Die ursprüngliche Anlagestrategie sei nach der abgelehn-

ten Ruling-Anfrage verworfen worden. Sie, die Beschwerdeführerin, habe 

ab Januar 2013 mittel- bis langfristig in ausgesuchte Aktien schweizeri-

scher Unternehmen zu investieren und diese – mit dem Ziel einer positiven 

Rendite – zu halten begonnen («reine Buy & Hold Strategie»). Die Titel 

seien direkt oder auf Termin – mit Lieferung vor dem Dividendenstichtag – 

erworben worden, was sich im Ergebnis entspreche. Die Finanzierung sei 

über Eigen- und Fremdkapital (mit Zinsen innerhalb der steuerlich aner-

kannten Zinssätze) erfolgt. Um die Finanzierungskosten zu reduzieren und 

zusätzlichen Ertrag zu generieren, sei man ausserhalb der Dividendenpe-

rioden regelmässig standardisierte «Securities Lending»-Transaktionen 

eingegangen. Die Aktien seien über den Dividendenstichtag nie ausgelie-

hen und immer in ihrem Eigentum gewesen (Beschwerde, Ziff. 3). 

3.3 Ob die von der Beschwerdeführerin geleisteten Auskünfte hinreichend 

waren, um den rechtswesentlichen Sachverhalt zu erstellen, sowie, ob die 

Vorinstanz ihre Untersuchungspflichten verhältnismässig ausgeübt hat, ist 

in den nachfolgenden Erwägungen zu prüfen. 

4.  

Zur Klärung des Sachverhalts wurde die Beschwerdeführerin von der Vor-

instanz aufgefordert, die vollständige Buchhaltung der Geschäftsjahre 

2012 bis 2014 inkl. Kontodetails einzureichen.  

4.1 Die Beschwerdeführerin habe – so die Vorinstanz – auf diese Aufforde-

rung hin am 20. April 2020 für das Geschäftsjahr 2012 den Bericht der Re-

visionsstelle, die geprüfte Bilanz und Erfolgsrechnung und Kontodetails 

eingereicht. Für die Geschäftsjahre 2013 und 2014 jedoch seien je zwei 

voneinander abweichende, ungeprüfte Jahresrechnungen (2013 mit einer 

Divergenz zwischen Aktiven und Passiven) mit teils unklaren Hilfsdoku-

menten, aber ohne Revisionsbericht, Kontodetails oder Urbelege einge-

reicht worden. Der Beschwerdeführerin müssten die Anforderungen an 

eine ordnungsgemässe Buchführung bekannt und ihr damit das Nichtge-

nügen der eingereichten Unterlagen bewusst sein. Daraus müsse ge-

schlossen werden, dass die Beschwerdeführerin nicht gewillt sei, die in 

Art. 48 Abs. 1 Bst. b VStG genannten Unterlagen einzureichen. Sie sei 

A-4164/2020 

Seite 14 

folglich ihrer Auskunftspflicht nicht ausreichend nachgekommen. Auf Be-

schwerdeebene betont die Vorinstanz die Wichtigkeit der definitiven Ab-

schlüsse und der Hauptbücher für eine Beurteilung wichtiger Informatio-

nen, insbesondere zur Finanzierung; diese seien aber nicht eingereicht 

worden (angefochtener Einspracheentscheid E. 3; Vernehmlassung ad 

Ziff. 4.1). 

4.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe die detaillierte und 

revidierte Jahresrechnung für das Geschäftsjahr 2013 zusammen mit dem 

«Formular 25» am 14. Juli 2014 eingereicht, jene für das Jahr 2014 am 

31. August 2016. Eine vollständige Buchhaltung sei vor dem 24. Februar 

2020 nicht verlangt worden. Die zur Verfügung stehenden, teils provisori-

schen, Hilfsdokumente seien am 20. April 2020 zu den Akten gereicht wor-

den, ebenso die definitive, revidierte Jahresrechnung 2012 (die bis dahin 

nur in einer vorläufigen Fassung eingereicht worden sei). Die Anforderun-

gen an eine ordentliche Buchführung seien bekannt und deren Erfüllung 

durch die Revision bestätigt. Die verrechnungssteuerbelasteten Einkünfte 

seien ordnungsgemäss verbucht und in der revidierten Jahresrechnung 

ausgewiesen. Sie, die Beschwerdeführerin, sei auf der Basis der revidier-

ten Jahresrechnung 2013 für die Staats-, Gemeinde und direkte Bundes-

steuer veranlagt worden und der Sicherungszweck der Verrechnungs-

steuer damit erfüllt (Beschwerde, Ziff. 4.1; Replik, Ziff. 3). 

4.3 Das Bundesverwaltungsgericht zieht dazu Folgendes in Betracht:  

4.3.1 Von vornherein keinen bindenden Einfluss auf dieses Verfahren hat 

der Umstand, dass die Beschwerdeführerin durch die kantonale Steuerbe-

hörde für Staats-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer für das Jahr 2013 

veranlagt wurde. Zuständig für den Entscheid über die Rückerstattung im 

Falle juristischer Personen ist die ESTV (Art. 30 Abs. 2 VStG). Der Ent-

scheid der kantonalen Behörde über die genannten direkten Steuern bein-

haltet keine Prüfung der Frage nach dem – hier zentralen – Recht zur Nut-

zung und überprüft die eingereichte Jahresrechnung dementsprechend 

nicht unter diesem Blickwinkel. Der Verweis auf den erfüllten Sicherungs-

zweck geht fehl: Die Verrechnungssteuer hat diesen Sicherungszweck nur 

bei gegebenen Voraussetzungen der Rückerstattung (darunter das Recht 

zur Nutzung). Sind diese nicht erfüllt, wird sie zur definitiven Belastung 

(vorne, E. 2.1). Aus der direktsteuerlichen Veranlagung folgt nicht, dass ein 

Fall vorliegt, in dem die Verrechnungssteuer nurmehr dem Sicherungs-

zweck dient und folglich die Rückerstattungsvoraussetzungen erfüllt wä-

ren.  

A-4164/2020 

Seite 15 

4.3.2 Wie die Beschwerdeführerin zutreffend bemerkt (Replik, Ziff. 7), be-

findet sich das von ihr am 14. Juli 2014 eingereichte «Formular 25» – der 

Antrag auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer also – nicht in den vor-

instanzlichen Akten (resp. nur als Beilage zu späterer Korrespondenz, 

ESTV-act. I/10). Die von ihr als Beschwerdebeilage 3 eingereichte Kopie 

des Antrags weist im Beilagenverzeichnis die «Jahresrechnung 2013» als 

Beilage aus, diese ist indessen nicht beigelegt. Es bleibt damit unklar, in 

welcher Form (provisorisch oder revidiert) die Jahresrechnung 2013 jenem 

Antrag tatsächlich beilag. Jedenfalls kann nicht davon ausgegangen wer-

den, es sei die gesamte Buchhaltung beigelegt worden. Solches ergibt sich 

insbesondere auch nicht aus dem Hinweis der Beschwerdeführerin auf die 

Deklaration der «Verrechnungssteuer auf dem Ertrag inländischer Aktien, 

Partizipations- und Genussscheine» («Formular 103»), der die Jahresrech-

nung für das Jahr 2014 beigelegt gewesen sei (vgl. Beschwerde Ziff. 4.1, 

6). 

4.3.3 Aus einer auf den Bilanzstichtag hin abgeschlossenen Jahresrech-

nung lässt sich der Geschäftsverlauf – insbesondere die zwischen den Bi-

lanzstichtagen laufenden Finanzierungen – jedenfalls nicht nachvollziehen. 

Gleichzeitig ist beispielsweise festzustellen, dass bereits seit dem Antrag 

auf Abschlagsrückerstattungen («Formular 21» vom 23. April 2013; vgl. 

Sachverhalt Bst. C) Fragen zu einer konkreten Finanzierungslösung offen 

waren (vgl. dazu auch E. 6); dabei behauptete die Beschwerdeführerin am 

18. Juli 2013 zunächst, die Finanzierung des fraglichen Titelerwerbs sei 

aus eigenen Mitteln und durch «Securities Lending Transaktionen» mit 

C._______ erfolgt (ESTV-act. I/7, Ziff. 6) und räumte, auf Vorhalt zeitlicher 

Unstimmigkeiten hin, am 21. August 2013 ein, zumindest eine Aktienposi-

tion sei vor Vertragsabschluss mit C._______ durch ein zinsloses Darlehen 

der Muttergesellschaft (A.C._______) im Sinne einer «kurzen Zwischenfi-

nanzierung» ermöglicht worden (ESTV-act. I/8, «Zu Punkt 1)»). Die Vor-

instanz wies das Begehren um Abschlagsrückerstattungen schliesslich am 

24. Oktober 2013 ab (ESTV-act. I/9). Nach Eingang des Gesuches vom 

14. Juli 2014 verlangte die Vorinstanz wiederholt nach Verträgen und Bu-

chungen zu dieser Überbrückungsfinanzierung durch die Muttergesell-

schaft. Zur Frage, ob diese Nachfragen befriedigend beantwortet und do-

kumentiert wurden, konnten die Vorinstanz und die Beschwerdeführerin im 

Verlauf der umfangreichen Korrespondenz keinen gemeinsamen Nenner 

finden (ESTV-act. I/11, I/13, I/14, I/16, I/19, I/21, I/23 je Frage resp. Antwort 

Nr. 8). Neben diesem beispielhaften Themenkreis gibt es seit dem Schrei-

ben der Vorinstanz vom 16. Februar 2015 (ESTV-act. I/11) respektive vor 

allem vom 13. Mai 2015 (ESTV-act. 1/14) in der zitierten Korrespondenz 

A-4164/2020 

Seite 16 

einen konstanten Bestand an Fragen, die zumindest zu einem erheblichen 

Teil Niederschlag in einer ordnungsgemäss geführten Buchhaltung finden 

sollten und folglich anhand einer solchen überprüft werden können – und 

zu denen teils explizit die Offenlegung der Kontobuchungen verlangt wurde 

(z.B. Fragen 1, 3, 5, 11 betreffend Angaben zur Finanzierung bzw. Abrech-

nungen zu den Securities Lending Geschäften sowie zu den Futuretrades 

und zu den Gewinnen [einschliesslich Erträgen {Lending fee} und Aufwen-

dungen] je Valor im Geschäftsjahr 2013).  

4.3.4 Es ist daran zu erinnern, dass die Beschwerdeführerin bereits von 

Gesetzes wegen verpflichtet ist, auf Verlangen Geschäftsbücher, Belege 

und andere Urkunden beizubringen (E. 2.5). Der Umstand, dass die Rech-

nung durch die Revisionsgesellschaft geprüft wurde (eine solche liegt – wie 

erwähnt – allerdings für das Jahr 2013 nicht bei den Akten), entbindet die 

Beschwerdeführerin nicht davon, die Nachvollziehbarkeit der rückforde-

rungsrelevanten Sachverhalte bis zurück zu den Urbelegen (vgl. dazu 

E. 2.5) sicherzustellen.  

4.3.5 Die Vorinstanz forderte die Beschwerdeführerin am 24. Februar 2020 

unzweideutig zur Einreichung der vollständigen Buchhaltung der Jahre 

2012 bis 2014 inklusive der Kontodetails auf. Davon abgesehen, dass die 

Beschwerdeführerin dazu auf blosses Verlangen hin verpflichtet wäre, 

rechtfertigen offene Fragen, wie die beispielhaft zitierte Überbrückungsfi-

nanzierung durch die Muttergesellschaft, dieses Anliegen ganz offensicht-

lich. Von der buchführungspflichtigen Beschwerdeführerin wird damit nicht 

Unmögliches, sondern Selbstverständliches verlangt, zumal die Beschwer-

deführerin nicht nur buchführungspflichtig ist, sondern von einer Unterneh-

mung, die mit Anteilen im Wert von mehreren Millionen handelt, auch zu 

erwarten ist, dass sie dieser Pflicht auch ordnungsgemäss nachkommt 

(vgl. hinsichtlich dieser Frage BGE 136 III 627 E. 3.4). Die Vorinstanz führte 

im angefochtenen Entscheid (E. 3.3.1) auf, welche Buchhaltungsunterla-

gen sie von der Beschwerdeführerin auf diese Aufforderung hin erhalten 

hatte und welche Mängel – namentlich betreffend die Jahre 2013 und 2014 

– diese gemäss ihrer Feststellung aufwiesen. Die Beschwerdeführerin ver-

zichtet in ihrer Beschwerde, zu diesen aufgezeigten Mängeln konkret Stel-

lung zu nehmen. Es kann mithin mit der Vorinstanz geschlossen werden, 

dass die Beschwerdeführerin ihrer Offenlegungspflicht in diesem zentralen 

Punkt nicht genügend nachgekommen ist.  

A-4164/2020 

Seite 17 

5.  

Die Vorinstanz forderte die Beschwerdeführerin auf, eine vollständige 

Transaktionsliste (im Format MS-Excel) einzureichen.  

5.1 Die Vorinstanz legte dar, sie verlange praxisgemäss eine elektronische 

Transaktionsliste. Diese erlaube Rückschlüsse darauf, ob eine Investition 

dauerhaft getätigt oder «event driven» (etwa mit Blick auf den Dividenden-

stichtag) erfolgt sei und lasse sich mit anderen Quellen abgleichen. Die 

Beschwerdeführerin habe zuerst eine unvollständige Liste eingereicht und 

sich fortan geweigert, die verlangte Transaktionsliste einzureichen. Ein am 

28. Juli 2017 eingereichtes «Transaction Journal» habe sie, die Vorinstanz, 

am 23. April 2018 gegenüber der Beschwerdeführerin als ungenügend er-

klärt. Betreffend die von der Beschwerdeführerin beanstandete, fehlende 

gesetzliche Grundlage für die Einforderung elektronischer Unterlagen ver-

weist die Vorinstanz auf Art. 48 Abs. 2 Bst. b VStG. Demnach sei es sach-

gerecht, in analoger Anwendung von Art. 177 der Schweizerischen Zivil-

prozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO, SR 272) auch elektroni-

sche Dokumente unter dessen Urkundenbegriff zu subsumieren. Gemäss 

höchstrichterlicher Rechtsprechung schliesslich obliege ihr, der Vorinstanz, 

Form und Inhalt von Fragebogen und Unterlagen zu bezeichnen. Der ihr 

zukommende Ermessensspielraum sei eingehalten. Die Auskunftspflicht 

sei nicht eingehalten (Einspracheentscheid E. 4).  

5.2 Die Beschwerdeführerin macht auf Beschwerdeebene geltend, die ge-

forderten Daten mit Ausnahme der Gegenpartei bei der einzigen «OTC-

Transaktion» (d.i. der Einzelfall des ausserbörslichen Erwerbs, vgl. Be-

schwerde, Ziff. 4.2 und 4.5) und den Verkaufsdaten (die Aktien seien erst 

2014 veräussert worden) am 8. Oktober 2013 in elektronischer Form zur 

Verfügung gestellt zu haben. Weitere physische Transaktionslisten seien 

am 31. August 2015 und am 28. Juli 2017 übermittelt worden. Es bleibe 

«schleierhaft», warum diese Listen den Bedürfnissen der Vorinstanz nicht 

genügen sollten. Die Transaktionen – Käufe zwischen Januar und März 

2013, Verkäufe im Jahr 2014 – seien eindeutig nicht «event driven» erfolgt 

und das Bestehen auf einer elektronischen Datei angesichts des über-

schaubaren Volumens (20 Käufe, 31 Verkäufe) nicht zu rechtfertigen (Be-

schwerde, Ziff. 4.2). 

5.3 Die Antwort auf die Frage, ob Transaktionen «event driven» gewesen 

seien, ist Resultat derer Beurteilung – sie ist nicht Voraussetzung für die 

Vornahme einer Beurteilung. Es ist Aufgabe der Vorinstanz, in pflichtge-

A-4164/2020 

Seite 18 

mässer Ausübung ihres Ermessens, die notwendigen Angaben und Unter-

lagen und die Form ihrer Einreichung festzusetzen (vorne, E. 2.6), um 

diese Frage beurteilen zu können. Es erhellt ohne Weiteres, dass eine 

elektronische Einlieferung der Daten deren Verwendung zu einer Überprü-

fung oder einem Abgleich mit anderen Quellen erheblich erleichtert. Die 

Anordnung erscheint weder unverhältnismässig, noch ist sie offensichtlich 

ungeeignet oder schikanös. Gerade angesichts der vorgeblich überschau-

baren Zahl der Transaktionen ist auch nicht erkennbar, weshalb sich die 

Beschwerdeführerin weigert, die am 8. Oktober 2013 bereits in elektroni-

scher Form eingereichte Informationen (im Excel-Format) anhand der kon-

kreten Vorgaben der Vorinstanz einfach aufzudatieren. Darüber hinaus hat 

sie es auch unterlassen, ihren Mitwirkungspflichten nachzukommen, indem 

sie die verlangen Informationen wenigstens in Papierform nachgereicht 

hätte. Die Vorinstanz nahm deshalb zu Recht an, die Beschwerdeführerin 

sei ihrer Auskunftspflicht nicht nachgekommen.   

6.  

Die Vorinstanz bringt vor, die Beschwerdeführerin habe bezüglich die Fi-

nanzierung des Kaufs der Anteilsrechte im Laufe des Verfahrens wider-

sprüchliche Angaben gemacht, weshalb diesbezüglich der massgebende 

Sachverhalt nicht habe erstellt werden können. 

6.1 Die Vorinstanz erklärt, die Beschwerdeführerin sei insbesondere auf-

gefordert worden, zu Widersprüchlichkeiten bezüglich eines Darlehens der 

[maltesischen] A.D._______. Stellung zu nehmen. Die Unklarheit, ob es 

sich dabei um ein partiarisches oder um ein reguläres (allenfalls Aktionärs-

) Darlehen handle, sei nicht ausgeräumt worden; Unterlagen habe die Be-

schwerdeführerin nicht eingereicht und teils Fragen gar nicht beantwortet 

respektive dokumentiert. Die Darstellung der Beschwerdeführerin im Ver-

fahrensverlauf sei widersprüchlich und stetig ändernd: Zu Beginn habe die 

Beschwerdeführerin dargelegt, die Finanzierung erfolge durch eigene Mit-

tel und durch «SLB-Transaktionen im C._______» (Einspracheentscheid 

Ziff. 5.1 […]); hernach soll sie seit mindestens anfangs 2013 über Fremd-

kapital von über einer halben Milliarde Franken (resp. 95.5 % der Bilanz-

summe) verfügen – was in einer Stellungnahme vom 18. Juli 2013 aber 

nicht erwähnt worden sei. Dies sei nicht glaubwürdig, die Beschwerdefüh-

rerin habe die Widersprüche nicht erklärt und verweigere die Einreichung 

weiterer Unterlagen. Insbesondere – so die Vorinstanz auf Beschwerde-

ebene – sei der offene Widerspruch zwischen der unbelegten Behauptung, 

eine Darlehensschuld von Fr. 527'786'841.– sei konstant zu 2.1 % p.a. ver-

A-4164/2020 

Seite 19 

zinst worden und den Angaben in der provisorischen Bilanz vom 28. Feb-

ruar 2014 und einer Stellungnahme vom 18. Juli 2013 nicht aufgelöst (an-

gefochtener Einspracheentscheid E. 5; Vernehmlassung ad Ziff. 4.3).  

6.2 Die Beschwerdeführerin legt – unter ausführlichem Rezitieren der dies-

bezüglichen Kommunikation mit der Vorinstanz – ihre Auffassung dar, sie 

habe die Finanzierungsfrage mehrfach ausführlich beantwortet und keinen 

Raum für «anderweitige Interpretationen» gelassen. Die Vorinstanz sehe 

die Mittelflüsse rund um die von der A.D._______. gewährte «Profit Parti-

cipating Note» (PPN) im Zentrum der Abklärungen. Es gehe ihr darum zu 

prüfen, ob es sich bei den bezahlten Zinsen um eine im Hinblick auf das 

Recht zur Nutzung schädliche Weiterleitung der vereinnahmten Dividen-

denerträge handle. Die Vorinstanz unterstelle ihr, der Beschwerdeführerin, 

sie habe nie Angaben geliefert, die die Berechnung bezahlter Zinsen nach-

zuvollziehen erlaubt hätten. Damit solle eine allfällige wechselseitige Ab-

hängigkeit zwischen vereinnahmten Dividenden und bezahlten Zinsen und 

folglich das Recht zur Nutzung nicht geprüft werden können. Die Finanzie-

rung hätte – hält die Beschwerdeführerin entgegen – nur dann einen Ein-

fluss auf das Recht zur Nutzung (in dem Sinne, dass dieses zu verneinen 

wäre), wenn die Verzinsung der Finanzierung zu einer schädlichen Weiter-

leitung der Dividendenerträge führen würde. Aufgrund der gegebenen 

Sachverhaltselemente sei dies erwiesenermassen ausgeschlossen, da die 

relevanten Aktien systematisch anonym über die Börse erworben und von 

anfangs 2013 bis ins Jahr 2014 gehalten worden seien. Die Erträge über-

träfen die Schuldzinsen in erheblichem Masse. Es seien vorliegend keine 

Derivate eingesetzt worden und es bestünden auch keine Verträge, die auf 

eine Weiterleitung der vereinnahmten Dividenden im Sinne der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung schliessen liessen. Die Elemente, die die 

Rechtsprechung entwickelt habe, damit die PPN als eine schädliche Wei-

terleitung der vereinnahmten Gewinne erscheinen könnte (Kauf von einem 

Ausländer gegen Kredit kurz vor Couponverfall, Haltedauer von wenigen 

Tagen, Weiterverkauf nach Verfall an einen Ausländer, Verwendung des 

Erlöses zur Verzinsung und Rückzahlung des Darlehens), seien nicht er-

füllt. Schliesslich halte die mit der A.D._______ geschlossene PPN einem 

Drittvergleich stand: Es handle sich um ein gewöhnliches, nicht ein partia-

risches, Darlehen und die Schuldzinsen seien anhand der einschlägigen 

Merkblätter der Vorinstanz selbst festgesetzt worden; das zuständige kan-

tonale Steueramt habe dies mit der Veranlagung für das Jahr 2013 so be-

stätigt. Die Finanzierung könne nachweislich nicht zu einer Verneinung des 

Rechts zur Nutzung führen; die anderen Rückerstattungsvoraussetzungen 

seien nicht berührt. Es sei folglich «absolut vermessen», aufgrund nicht 

A-4164/2020 

Seite 20 

sachverhaltsrelevanter Fragen in diesem Zusammenhang ihr, der Be-

schwerdeführerin, eine Verletzung der Auskunftspflicht anzulasten (Be-

schwerde Ziff. 4.3; Replik, Ziff. 4). 

6.3 Zur fehlenden Bindungswirkung der rechtskräftigen Veranlagung in Sa-

chen der Staats-, Gemeinde- und Bundessteuer für dieses Verfahren kann 

mutatis mutandis auf vorstehend (E. 4.3.1) schon Erwogenes verwiesen 

werden: Dass bei der Festlegung dieser Steuern ein in der Erfolgsrechnung 

ausgewiesener Darlehensaufwand akzeptiert wurde (was aufgrund des 

Massgeblichkeitsprinzips bei einem in der Rechnung als praxiskonform 

ausgewiesenen Zinssatz die Regel sein dürfte [vgl. implizit Art. 58 des Bun-

desgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer 

{DBG, SR. 642.11}, Art. 24 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 

über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemein-

den {StHG, SR 642.14}]), mag ein Indiz dafür sein, dass dieser für sich 

einem Drittvergleich standhält – bei der Klärung der Frage nach Rücker-

stattungsberechtigung ist dies einzig ein Indiz bei der Prüfung des Rechts 

zur Nutzung, welches für sich wiederum nur eines von mehreren Kriterien 

ist (E. 2.2 und 2.3). Im Übrigen folgt die Beschwerdeführerin einer verfehl-

ten Logik und leitet die Begründung vom gewünschten Resultat her ab (vgl. 

auch E. 5.3), wenn sie den weiteren Abklärungsbedarf mit ihrer eigenen 

Beurteilung verneint, eine schädliche Dividendenweiterleitung könne aus-

geschlossen werden. Die Vorinstanz legte im Entscheid vom 4. September 

2019 in aller Ausführlichkeit dar, wie sie die Zweifel am bestehenden Recht 

zur Nutzung aufgrund offener Fragen in den in Erwägung 3.1 skizzierten 

Themenkreisen, darunter auch der Finanzierung, begründete. Der Abklä-

rungsbedarf erscheint ausgewiesen, es kann auch in diesem Punkt nicht 

von ungeeigneten oder schikanösen Erhebungen (vorne, E. 2.6) gespro-

chen werden. Die Vorinstanz legt im angefochtenen Entscheid dar, inwie-

weit diese Unklarheiten nicht ausgeräumt worden seien. Schliesst die Be-

schwerdeführerin auf Beschwerdeebene dahingehend, dass sie diese wei-

teren Erhebungen als überflüssig erachte, ist mit der Vorinstanz von einer 

Verletzung der Mitwirkungspflicht auszugehen.  

7.  

7.1 Gemäss den Feststellungen der Vorinstanz erfolgte der Wertschriften-

erwerb in einer Weise, die ein sogenanntes Kreisgeschäft nicht aus-

schliesse (Einspracheentscheid, E. 6). Laut den Ausführungen der Be-

schwerdeführerin wurden die Käufe entweder über das Orderbuch der 

A-4164/2020 

Seite 21 

Börse Virt-x (ausschliesslich in der Schlussauktion), über den Kauf von Sin-

gle Stock Futures (mit «systematisch extrem kurzer Laufzeit») und in einem 

Fall ausserbörslich getätigt.  

7.1.1 Die Vorinstanz führt dazu näher aus, die Beschwerdeführerin habe 

die Motive zum Erwerb jeweils in der Schlussauktion der Virt-X nicht offen-

gelegt. Ihre Erklärung, «die Händler» hätten sich für die Schlussauktion 

genügend Liquidität versprochen, sei nicht nachvollziehbar; im SMI seien 

nur Titel mit höchsten Orderbuchumsätzen und der höchsten Liquidität auf-

genommen; zudem sei bei den täglichen Umsätzen stets genügend Liqui-

dität für die fraglichen Transaktionen im Börsenhandel vorhanden. Zudem 

entspreche es der Praxis institutioneller Anleger, grössere Orders gestaffelt 

über den Tag zu verteilen, um eine Preisentwicklung zu eigenen Ungunsten 

zu vermeiden. Warum die Beschwerdeführerin dies nicht getan habe, sei 

unklar. Die Motive für die Strategie wolle sie offensichtlich nicht offenlegen.  

7.1.2 Die Beschwerdeführerin habe keine wirtschaftlichen Gründe für den 

Erwerb über Termingeschäfte mit extrem kurzer Laufzeit zu nennen ver-

mocht. Ihre Begründungen, weshalb die Informationen nicht mehr greifbar 

sein sollen, seien nicht glaubhaft, insbesondere nicht der Verweis auf die 

seit dem Jahr 2013 verstrichene Zeit, sei die Frage doch schon am 13. Mai 

2015 aufgeworfen worden. Die Weigerung, die wirtschaftliche Motivation 

offenzulegen, lege die Vermutung nahe, die Identität der Gegenpartei solle 

verschleiert werden. Die jeweiligen Verfalldaten hätten nachweislich nie 

dem Handelsstandard der Eurex entsprochen. Die Beschwerdeführerin 

habe (im Schreiben vom 20. April 2020) nichts vorgebracht, was ihre Dar-

stellung, es handle sich dennoch um standardisierte Futures, gestützt 

hätte. Es sei deshalb vom Gegenteil auszugehen und anzunehmen, die 

Gegenpartei sei der Beschwerdeführerin bekannt, diese wolle jene aber 

nicht nennen.  

7.1.3 Betreffend den Einzelfall des ausserbörslichen Erwerbs habe die Be-

schwerdeführerin zuerst dargetan, das Einverständnis der Gegenpar-

tei(en) zur Offenlegung ihrer Daten stehe noch aus, habe im weiteren Ver-

lauf keine oder mit den Termingeschäften sachfremd vermischte Angaben 

gemacht und schliesslich – darauf aufmerksam gemacht, dass eine Ge-

heimhaltungsvereinbarung gegenüber der ESTV nicht bindend sei – be-

hauptet, die Gegenpartei nicht zu kennen. Es sei weder nachvollziehbar, 

dass bei einem ausserbörslichen Kaufvertrag der Vertragspartner nicht be-

kannt sei und widersprüchlich, wenn anderseits eine Geheimhaltungsver-

einbarung mit der angeblich nicht bekannten Vertragspartei angerufen 

A-4164/2020 

Seite 22 

werde. Die Information über die Vertragspartei sei zur Überprüfung des 

Rechts auf Nutzung respektive eines Kreisgeschäfts relevant – und die 

Weigerung der Offenlegung eine Verletzung der Auskunfts- und Mitwir-

kungspflicht.  

7.2 Die Beschwerdeführerin bestreitet mit Verweis auf die Begriffsbestim-

mung eines «Kreisgeschäfts» bereits das Vorliegen einer Basis für die Ver-

mutung eines solchen. Ein Kreisgeschäft sei eine Transaktion, bei der kurz 

vor dem Dividendenstichtag Titel von einer Partei gekauft und nach diesem 

an jene zurückverkauft würden (unter Einsatz von Derivaten oder vertrag-

licher Absicherung des Rückverkaufs). In ihrem Fall seien die Transaktio-

nen nicht um den Dividendenstichtag herum erfolgt, es seien Marktpreise 

bezahlt worden, die Haltedauer habe über ein Jahr betragen, Derivate und 

vertragliche Absicherungen hätten nicht bestanden und die Geschäfte 

seien – mit einer Ausnahme – anonym erfolgt (Beschwerde, Ziff. 4.4).  

7.2.1 Die Beschwerdeführerin hält weiter dafür, die Motive zur Erwerbsart 

seien an sich nicht relevant, da ein Kreisgeschäft ohnehin auszuschliessen 

sei. Gleichwohl habe sie diese regelmässig offengelegt: Das Transaktions-

vorlumen sei in der Schlussauktion regelmässig enorm hoch und eine Plat-

zierung der Order in dieser deshalb attraktiv, weil dies zu relativ tiefen Li-

quiditäts-, respektive Transaktionskosten führe und ein Abschluss sehr 

wahrscheinlich sei. Die Praxis sei durchaus gängig. Die Händler hätten al-

leine über die Art und Weise des Erwerbs entschieden, massgeblich wohl 

aufgrund der jeweiligen Finanzierungsmöglichkeit. Angesichts der Volatili-

tät des Terminmarkts sei durchaus denkbar, dass sich die Händler für Ter-

mingeschäfte mit kurzer Laufzeit entschieden hätten – und zwar an der 

Eurex-Terminbörse über «Single-Stock-Future Long-Positionen», (d.h. in 

Käuferposition) – was unter Umständen günstiger sei als der Basiswert. 

Die Rechtsprechung erachte zudem ausschliesslich Fälle von Konstellati-

onen mit Short-Positionen (also Verkäufer-Positionen) als problematisch. 

Die Käufe seien zum jeweiligen Marktpreis erfolgt Zudem handle es sich – 

entgegen der Vorinstanz – sehr wohl um standardisierte Geschäfte (Be-

schwerde, Ziff. 4.4).  

7.2.2 Die Beschwerdeführerin führt zum Einzelfall des ausserbörslichen 

Erwerbs aus, sie habe nicht widersprüchlich ausgesagt, sondern konsis-

tent informiert, dass sie lediglich den Broker kenne und das Einverständnis 

der Gegenparteien ausstehend sei. Vor dem Hintergrund der Anlagestra-

A-4164/2020 

Seite 23 

tegie sei die Identität der Vertragspartei nicht relevant. Es sei keine Weiter-

leitung von Dividenden erfolgt und der Anteil der fraglichen Position im 

Portefeuille von untergeordneter Bedeutung. 

7.3 Wiederum schliesst die Beschwerdeführerin aus der eigenen Beurtei-

lung der Sach- und Rechtslage auf die fehlende Relevanz weiterer Erhe-

bungen. Die Vorinstanz hatte im Erstentscheid (E. 2.11 f.) dargelegt, inwie-

fern die Erwerbsarten den Verdacht nährten, es seien unter dem Deckman-

gel der vermeintlichen Anonymität im Börsenhandel Käufe unter in Tat und 

Wahrheit einander bekannten Parteien geschlossen worden. Gleichzeitig 

stellt die Vorinstanz (unwidersprochen) fest, dass der Erwerb der Aktien 

über eine Tochtergesellschaft jener Unternehmung erfolgte, an welche die 

Aktien bis und ohne den Dividendenstichtag ausgeliehen waren (Erstent-

scheid E. 2.14). Der Verweis der Beschwerdeführerin auf den ausschliess-

lich bekannten Broker (der die Gegenpartei des ausserbörslichen Kaufs 

nicht offenlegen dürfe) respektive die Händler (die alleine entschieden hät-

ten, in welcher Form die börslichen Käufe erfolgt seien), ist unbehelflich. 

Beim Broker wie auch den Händlern handelt es sich um Hilfspersonen der 

Beschwerdeführerin. Es ist weder glaubwürdig, dass sich diese ohne An-

weisung oder Rücksprache bei Geschäften in ihrem wirtschaftlichen Kern-

bereich ausschliesslich für minder gebräuchliche Vorgehensweisen ent-

schieden hätten, noch, dass sich diese zufällig für alle Erwerbe als die 

günstigste Variante erwiesen hätten. Die offenen Fragen zum Erwerb der 

Aktien – zusammen mit jenen zum Themenkreis der Ausleihungen der Ak-

tien (dazu folgende Erwägung) – erweckten bei der Vorinstanz zu Recht 

den Verdacht, dass die Erwerbe so gestaltet wurden, um die wahren Ver-

hältnisse zu verschleiern. Unabhängig davon, ob die Beschwerdeführerin 

in diesem Punkt die Auskunftspflicht verletzt, trägt sie jedenfalls die Folgen 

der Beweislast.  

8.  

Weiter offen ist laut der Vorinstanz die Frage, ob die Beschwerdeführerin 

beim geltend gemachten Wertpapierverleih eine «lending fee» verein-

nahmt beziehungsweise auf der Sicherheit einen Zins bezahlt habe (Ein-

spracheentscheid E. 7).  

8.1 Die Vorinstanz führt aus, die Beschwerdeführerin habe zu der Frage 

auf ein «Global Master Securities Lending Agreement (GMSLA)» verwie-

sen, das jedoch bezüglich lending fee und Zins auf eine separate Verein-

barung verwiesen habe. Auf weitere Aufforderungen hin, die Höhe der len-

ding fee und des Zinses bekanntzugeben und zu dokumentieren, habe die 

A-4164/2020 

Seite 24 

Beschwerdeführerin nicht reagiert, respektive schliesslich am 20. April 

2020 erklärt, sie habe bereits alles verfügbaren Unterlagen und Informati-

onen eingereicht. Die Beschwerdeführerin erweise sich auch bezüglich des 

Wertpapierverleihs als nicht willens, die verlangten Informationen zu lie-

fern. 

8.2 Die Beschwerdeführerin hält dafür, sie habe auch hierzu die GMSLA 

als marktübliches Master Agreement zu den Akten gereicht. Die Vertrags-

partner seien voneinander unabhängig; das Agreement entspreche des-

halb per se dem Drittvergleichsgrundsatz. Der Vorinstanz sei mitgeteilt wor-

den, dass «Cash» als «Collateral» transferiert worden sei und die «Margin» 

0 % betrage. Weitere Unterlagen als die ausgehändigten bestünden nicht. 

Dies, obwohl der Themenkreis für die Rückerstattung nicht relevant sei 

(Beschwerde, Ziff. 4.7).   

8.3 Wiederum im Erstentscheid (E. 2.13) hatte die Vorinstanz ausführlich – 

unter anderem auch in Beurteilung des «Cash Collateral» und des «Mar-

gin» – dargelegt, weshalb sie die Auffassung vertrete, bei den geltend ge-

machten Leihgeschäften handle es sich in Tat und Wahrheit um Verkäufe.  

Dies eröffne, im Verbund mit dem Umstand, dass der Erwerb über eine 

Tochtergesellschaft der Entleiherin erfolgt sei, die Frage, ob es sich um ein 

Kreisgeschäft handle. Die Beschwerdeführerin nahm in der Einsprache 

und auch in ihrer eigenen Begründung in der Beschwerde, weshalb kein 

Kreisgeschäft vorliege (vorne, E. 7.2 Ingress) auf den Einfluss des Leihge-

schäfts auf diese Frage keinen Bezug. Zusammen mit der offenen Frage 

der Finanzierung (vorne, E. 7) hat sie hier die Folgen der Beweislosigkeit 

zu tragen, wenn sie geltend macht, sie könne oder wolle keine weiteren 

Unterlagen und Angaben mehr liefern.  

9.  

In sachverhaltsmässiger Hinsicht als ungeklärt bezeichnet die Vorinstanz 

weiter die Organisationstruktur. 

9.1 Nachdem die Beschwerdeführerin ihre Organisationsstruktur bis hin 

zum Endbegünstigten nicht (vollständig) offengelegt habe, habe sie, die 

Vorinstanz, eigene Abklärungen getroffen. Im Entscheid vom 4. September 

2019 habe sie ihren Schluss offengelegt, dass von D._______ als wirt-

schaftlich Berechtigtem an der A.C._______. auszugehen sei, der in meh-

reren Ländern in Untersuchungen im Zusammenhang mit Cum-Ex-Ge-

schäften involviert sei. Die Beschwerdeführerin sei im Einspracheverfahren 

A-4164/2020 

Seite 25 

aufgefordert worden, dazu und zu einem eingereichten, offensichtlich un-

vollständigen Organigramm Stellung zu nehmen. Diese habe sich auf den 

Standpunkt gestellt, sie sei nicht verpflichtet, Informationen über die Ge-

sellschafter anderer Gesellschaften zu liefern, diese seien für ihre eigene 

Rückerstattungsberechtigung nicht relevant. Demgegenüber vertritt die 

Vorinstanz die Auffassung, die Organisationsstruktur respektive die «wirt-

schaftlichen Eigentümer» seien für die Prüfung der Rückerstattungsbe-

rechtigung, namentlich für die Aspekte des Rechts zur Nutzung und einer 

allfälligen Steuerumgehung in evidenter Weise von Bedeutung. Die Vor-

instanz betont auf Beschwerdeebene, dass ihrem pflichtgemäss auszu-

übenden Ermessen obliege, die notwendigen Auskünfte und Beweismittel 

zu bezeichnen. Die Weigerung zur Offenlegung auch in diesem Punkt sei 

wiederum ein Verstoss gegen die Auskunftspflicht (angefochtener Ent-

scheid E. 8; Vernehmlassung ad Ziff. 4.7). 

9.2 Die Beschwerdeführerin betont, sie habe die Aktien 2013 gekauft und 

während der Haltedauer in den eigenen Büchern geführt. Sie sei keine 

Hedging-Transaktionen mit Derivaten eingegangen und habe die Aktien 

2014 wieder veräussert. Es habe keine vorbestehenden Vereinbarungen 

und keine Dividendenweiterleitungen gegeben. Ihr stehe das Recht zur 

Nutzung zu und weder die Organisationsstruktur noch die Identität der wirt-

schaftlich Berechtigten seien relevant. Das geschäftliche Vorgehen der Be-

schwerdeführerin erfülle den Begriff eines Cum-Ex-Geschäftes nicht und 

die Formalien verhinderten die für ein Cum-Ex-Geschäft begriffstypische 

Rückforderung von Verrechnungssteuern an zwei vorgebliche Eigentümer. 

Schliesslich komme der Verrechnungssteuer grundsätzlich ein reiner Si-

cherungszweck zu; dieser sei vorliegend angesichts der rechtskräftig ver-

anlagten Staats-, Gemeinde und direkten Bundessteuer erfüllt – eine Steu-

erumgehung könne nicht vorliegen. Im Inlandverhältnis spiele die Aktio-

närsstruktur mit Hinblick auf den Sicherungszweck der Verrechnungs-

steuer keine Rolle. Dies möge bei ausländischen Leistungsempfängern an-

ders sein, da die Verrechnungssteuer in solchen Fällen fiskalische Zwecke 

erfülle und die Frage der Entlastung nach einem allfällig anwendbaren 

Doppelbesteuerungsabkommen zu beurteilen wäre. Die diesbezügliche 

Praxis auf reine Inlandssachverhalte anzuwenden, in denen die Organisa-

tionsstruktur keinen Einfluss auf die Rückerstattungsvoraussetzungen 

habe, sei offensichtlich verfehlt (Beschwerde, Ziff. 4.7; Replik, Ziff. 5). 

9.3 Indem die Vorinstanz erwähnte, die «A._______-Gruppe» sei in den 

Medien in das Umfeld von Cum-Ex-Geschäften gerückt worden, behauptet 

sie nicht, es handle sich im vorliegenden Fall um ein solches. Aus dem 

A-4164/2020 

Seite 26 

Entscheid vom 4. September 2019 geht vielmehr in aller Klarheit hervor, 

dass für die Vorinstanz die Frage offen sei, ob vorliegend ein Kreisgeschäft 

installiert sei, um ein Recht zur Nutzung der Beschwerdeführerin vorzutäu-

schen (oder ob eine Steuerumgehung vorliege). Ist diese Frage offen, kann 

die Beschwerdeführerin nicht aus ihrer eigenen Antwort ableiten, es handle 

sich um einen reinen Inlandsachverhalt. Die Frage nach dem Recht zur 

Nutzung beantwortet sich in einer Gesamtbetrachtung – ob in diesem Rah-

men die Gruppenstruktur eine Rolle spielt, kann nicht einzig aufgrund des 

schweizerischen Sitzes verneint werden. Ein Bezug zu den übrigen Grup-

pengesellschaften besteht sowieso durch die PPN zwischen der Be-

schwerdeführerin und der A.D._______ (vgl. vorne, E. 6). In ihrer Analyse 

der Gruppenstruktur, welche die Vorinstanz nach der Weigerung der Be-

schwerdeführerin zu weiterer Klärung durchführte (Erstentscheid, E. 2.5 ff.) 

stellte sie unter anderem auch fest, dass in den Gruppengesellschaften 

weitgehende Personenidentität herrschte. Die einzige Person, die nur in 

einer Gesellschaft (der A.B._______) auftauche und bei der Beschwerde-

führerin keine offizielle Funktion habe, habe aber in deren Namen Kaufor-

der gezeichnet. Die auf der Hand liegende Annahme, Entscheidträger aus 

anderen Gruppengesellschaften fungierten als faktische Organe begründet 

zusammen mit dem Verdacht nach einem Kreisgeschäft hinlänglich den 

weiteren Abklärungsbedarf zur Gruppenstruktur. Mit ihrer Weigerung zur 

Herausgabe sachdienlicher Unterlagen bzw. Informationen verletzt die Be-

schwerdeführerin ihre Mitwirkungspflicht.  

10.  

Weitere gemäss der Vorinstanz offene Punkte betreffen die Themenkreise 

der Anlagestrategie und der Prozesse. 

10.1 Die Vorinstanz erklärt, zum Verständnis der wirtschaftlichen Hinter-

gründe habe sie hierzu am 24. Februar 2020 Informationen und Unterlagen 

eingefordert. Die Beschwerdeführerin habe eine Stellungnahme verwei-

gert, den Informationen die Nützlichkeit oder Relevanz abgesprochen, de-

ren Vorhandensein bestritten oder es als nicht opportun bezeichnet, zuvor 

nicht verlangte Informationen einzufordern. Dies sei in einem Punkt nach-

weislich falsch; zudem verhalte sich die Beschwerdeführerin widersprüch-

lich, habe sie doch in der Einsprache noch behauptet, die Angaben gelie-

fert zu haben. Die in der Beschwerde ausgeführte Strategie beschränke 

sich darauf, mitzuteilen, es sei darum gegangen, mit Aktien Gewinne zu 

erzielen – die Gewinnstrebigkeit sei indes schon in der Natur der Sache. 

Es sei auch kein plausibler Grund genannt worden, weshalb die Anlage-

A-4164/2020 

Seite 27 

strategie am 27. Januar 2014 eingestellt wurde, obwohl sie gewinnbrin-

gend gewesen sei; es sei – entgegen der Beschwerde – auch nicht evident, 

dass dies wegen der verweigerten Rückerstattung der Verrechnungssteuer 

geschehen sei. Auch seien entgegen der Aufforderung keine Unterlagen 

eingereicht worden, die Hinweise auf ein marktübliches, professionelles 

Anlageverhalten geben könnten (vgl. Einspracheentscheid E. 9). 

10.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Informationen zu den An-

lagestrategien und Prozessen geliefert zu haben; die Notwendigkeit der 

Angaben zu den IT-Systemen bleibe «schleierhaft». Die Anlagestrategie 

sei – in evidenter Weise – aufgegeben worden, nachdem mit der Verwei-

gerung der Verrechnungssteuerrückerstattung die Dividendenrendite um 

35 % abgenommen habe; letztlich stehe der Vorinstanz nicht zu, die Anla-

geentscheide der Beschwerdeführerin zu hinterfragen (Beschwerde, 

Ziff. 4.8; Replik, Ziff. 6).  

10.3 Letztlich ist die Frage nach den Motiven für eine Geschäftsaufgabe 

als innere Tatsache keinem strikten Beweis zugänglich. Die Frage nach 

dem Informatiksystem mag für die Beurteilung von technischen Parallelitä-

ten und Schnittstellen ihre Berechtigung haben – ausschlaggebende Be-

deutung haben sie vorliegend nicht. Diese eher untergeordneten Punkte 

können angesichts der auf der Hand liegenden Beurteilung in den anderen 

Punkten offenbleiben. 

11.  

11.1 Unter Offenlassen dieser letzten Punkte (E. 10) bleibt festzuhalten, 

dass die übrigen verlangten Informationen (E. 4 bis E. 9) wesentliche Fra-

gen zur Bestimmung der effektiven Nutzungsberechtigung beschlagen und 

– zumal es sich weder um ungeeignete noch schikanöse Erhebungen han-

delte – von der Vorinstanz einverlangt werden konnten. Indem die Be-

schwerdeführerin die angeforderten Informationen respektive Belege nicht 

einreichte, verunmöglichte sie es der Vorinstanz, die Frage der tatsächli-

chen Nutzungsberechtigung zu klären. Der Aufwand oder allfällige Schwie-

rigkeiten bei der Beschaffung der Informationen und Belege entbinden die 

Beschwerdeführerin nicht von ihrer Mitwirkungspflicht; ihr hatte es oblegen, 

dieser Pflicht nachzukommen und sie konnte sich nicht mit der Übermitt-

lung von lückenhaften, unklaren und allgemein gehaltenen Informationen 

begnügen. Sie hat die Folgen der diesbezüglich verweigerten Mitwirkungs-

pflicht zu tragen. Die in Art. 48 Abs. 2 VStG vorgesehene Folge – die Ge-

suchsabweisung – entspricht sodann dem Grundsatz, dass die mitwir-

A-4164/2020 

Seite 28 

kungspflichtige Steuerpflichtige aus der verweigerten Erfüllung der Mitwir-

kungspflicht keinen Vorteil schöpfen können soll (vgl. Urteil des BGer 

2C_936/2017 vom 22. August 2019 E. 9.2 m.w.H. und E. 9.10).  

11.2 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht auf eine 

Verletzung der Auskunftspflicht durch die Beschwerdeführerin schloss, de-

ren Ausmass die Klärung des rechtserheblichen Sachverhaltes verunmög-

lichte. Sie hat denn auch das Rückerstattungsgesuch zu Recht in Anwen-

dung von Art. 48 Abs. 2 VStG abgewiesen. Die Beschwerde ist abzuwei-

sen, soweit darauf einzutreten ist.  

12.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Be-

schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese werden in An-

wendung der massgeblichen Grundsätze (vgl. Art. 1 ff. des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) auf Fr. 32'500.– festgesetzt 

und dem in derselben Höhe geleisteten Kostenvorschuss entnommen. 

Eine Parteientschädigung steht der unterliegenden Beschwerdeführerin 

nicht zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).  

 

  

A-4164/2020 

Seite 29 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 32'500.– werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Dieser Betrag wird dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-

schuss entnommen.   

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Iris Widmer Thomas Bischof 

 

 

  

A-4164/2020 

Seite 30 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: