# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1dc90711-89dd-5186-8288-d16b28e135b3
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-09-24
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2021
**Docket/Reference:** ST.2024.44
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/1-st.2024.44.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2024.44 

Entscheid 

 24. September 2024 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsidentin Christina Hefti, Steuerrichter Michael Ochsner, Steuerrichter 
Marius Obertüfer und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

A   G m b H ,    
Steuergemeinden B und C,   

In Sachen 

gegen 

Rekurrentin,  

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt, Bau,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2021 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  Die  A  GmbH  (nachfolgend  die  Pflichtige)  mit  statutarischem  Sitz  an  der 

…strasse 1 in D/NW bezweckte bis … 2021 im Wesentlichen die Erbringung von unter-

nehmerischen  Dienstleistungen  aller  Art,  die  Finanzierung  von  Unternehmungen  und 

Projekten, die Aufnahme und Gewährung von Darlehen oder anderen Finanzierungen 

sowie  das  Stellen  von  Sicherheiten  jedwelcher  Art  an  Schwestergesellschaften  und 

Dritte.  

Ab dem … 2021 wurde der Zweck im Handelsregister insofern neu umschrie-

ben,  als  dass  die  Pflichtige  die  Erbringung  von  unternehmerischen  und  finanziellen 

Dienstleistungen für Unternehmen der E-Gruppe sowie ferner […] bezweckt.  

Die  Pflichtige  ist  Eigentümerin  von  zwei  Liegenschaften  im  Kanton  Zürich  

(in C und B), weswegen sie in der Steuerperiode 2021 ihrer Deklarationspflicht im Kanton 

Zürich mittels Einreichung einer Kopie der Nidwaldner Steuererklärung nachkam. 

Mit Auflage vom 3. August 2023 ersuchte das kantonale Steueramt die Pflich-

tige um Einreichung verschiedener Kontoauszüge inkl. weiteren Angaben bzw. Belegen 

hierzu sowie der Mieterspiegel der Liegenschaften in C und B. Die Auflage wurde am 

18. August 2023 beantwortet. 

Am  11.  September  2023  unterbreitete  die  Steuerkommissärin  der  Pflichtigen 

einen  Einschätzungsvorschlag,  der  die  Besteuerung  des  gesamten  steuerbaren  

Gewinns von Fr. 445'600.- und des gesamten steuerbaren Kapitals von Fr. 20'210'000.- 

im Kanton Zürich vorsah. Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, sie sei zum Schluss 

gekommen, dass es sich beim Sitz in D um ein Briefkastendomizil handle und die Pflich-

tige aus dem Kanton Zürich, Gemeinde B, geleitet werde.  

Ebenfalls am 11. September 2023 erging eine weitere Auflage der Vorinstanz, 

in welcher um Einreichung verschiedener Belege und Angaben im Zusammenhang mit 

dem Ort  der Geschäftsleitung ersucht  wurde.  Die Auflage  wurde  am  9. Oktober  2023 

beantwortet.  

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Am 27. Oktober 2023 wurde der Einschätzungsvorschlag zum Entscheid erho-

ben. Das kantonale Steueramt hielt in den Erwägungen unter anderem fest, es sei an-

zunehmen,  dass  sich  der  Ort  der  tatsächlichen  Verwaltung  der  Pflichtigen  im  Kanton 

Zürich am Sitz von deren Schwestergesellschaft bzw. am Wohnort des geschäftsführen-

den Gesellschafters befinde. 

B. Hiergegen erhob die Pflichtige am 8. November 2023 (Poststempel) Einspra-

che mit dem Antrag, sie sei im Kanton Zürich nur qua Liegenschaftsbesitz zu besteuern.  

Die Einsprache wurde am 10. Januar 2024 abgewiesen, wobei das kantonale 

Steueramt  in  den  Erwägungen  von  C  als  Ort  der  tatsächlichen  Geschäftsführung  der 

Pflichtigen ausging.  

C. Mit Rekurs vom 11. Februar 2024 (Poststempel) erklärte die Pflichtige, sie 

sei mit der Steuerhoheit des Kantons Zürich einverstanden. Der Ort der tatsächlichen 

Leitung befinde sich in C. Das kantonale Steueramt habe eine korrekte Ausscheidung 

zwischen den Gemeinden vorzunehmen. Ferner reichte die Pflichtige eine überarbeitete, 

nunmehr  einen  Verlust  ausweisende  Jahresrechnung 2021  ein  mit  dem  Antrag,  die 

Steuerfaktoren seien gemäss dieser festzulegen. Es handle sich hierbei um eine Bilanz-

berichtigung, welche noch zulässig sei, da der Kanton Nidwalden für die Steuerperiode 

2021 noch keine rechtskräftige Veranlagung vorgenommen habe.  

Das kantonale Steueramt erklärte mit Rekursantwort vom 8. März 2024, dem 

Antrag auf Festlegung von C als Steuergemeinde könne stattgegeben werden. Im Übri-

gen schloss es auf Abweisung des Rechtsmittels. Im Rahmen eines gerichtlich angeord-

neten zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren Standpunkten fest. 

Auf die weiteren Parteivorbringen wird, sofern rechtserheblich, in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen.  

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  Die  Pflichtige  anerkennt  in  ihrer  Rekurseingabe  ausdrücklich  die  unbe-

schränkte  Steuerpflicht  im  Kanton  Zürich  bzw.  verzichtet  diesbezüglich  auf  Erhebung 

eines Rechtsmittels. Das kantonale Steueramt erklärt sich in der Rekursantwort mit der 

Festlegung des Sitzes der Pflichtigen in C einverstanden. 

Von dieser Einigung ist Vormerk zu nehmen. Die Steuerausscheidung zwischen 

Gemeinden  ist  indessen  Gegenstand  eines  Steuerausscheidungsverfahrens  gemäss 

§ 193  des  Steuergesetzes  vom  8.  Juni  1997  (StG),  für  welches  erstinstanzlich  die  

Gemeinden zuständig sind, sodass auf den Antrag nicht weiter einzugehen ist.  

2. Der Antrag auf Einschätzung gemäss neuer Jahresrechnung wird erstmals 

vor Steuerrekursgericht vorgetragen. Parteien ist es grundsätzlich gestattet, vor Steuer-

rekursgericht  neue  Rechtsbegehren  zu  stellen  oder  ihr  Begehren  auszuweiten  (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Rohner, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 4. A., 2021, § 147 

N 37 StG), weswegen der Antrag der Pflichtigen materiell zu prüfen ist.  

3.  a)  Der  steuerbare  Reingewinn  einer  Kapitalgesellschaft  setzt  sich  gemäss 

§ 64 Abs. 1 StG u.a. zusammen aus dem Saldo der Erfolgsrechnung unter Berücksich-

tigung des Saldovortrages des Vorjahres (Ziff. 1) und allen vor Berechnung des Saldos 

der  Erfolgsrechnung  ausgeschiedenen  Teile  des  Geschäftsergebnisses,  die  nicht  zur 

Deckung von geschäftsmässig begründetem Aufwand verwendet werden, wie insbeson-

dere  geschäftsmässig  nicht  begründete  Abschreibungen  und  Rückstellungen  (Ziff. 2 

lit. b).  

b) Ausgangspunkt für die steuerrechtliche Bestimmung des Unternehmensge-

winns und des steuerbaren Eigenkapitals ist die kaufmännische Jahresrechnung, beste-

hend aus Bilanz und Erfolgsrechnung, soweit keine steuerrechtlichen Korrekturvorschrif-

ten eingreifen (Massgeblichkeitsprinzip; BGE 141 II 83 E. 3.1; BGE 137 II 353 E. 6.2; 

BGE 136 II 88 E. 3.1; Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 64 N 7 StG).  

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Massgeblich ist allerdings einzig die handelsrechtskonforme Bilanz. Vorausge-

setzt  ist  mithin,  dass  die  Handelsbilanz  ordnungsgemäss,  nach  den  zwingenden  Vor-

schriften  des  Obligationenrechts  über  Buchführung  und  Bilanz  der  Aktiengesellschaft 

geführt wird. Daraus ergibt sich nach herrschender Lehre das Gebot der Bilanzberichti-

gung: Verstösst die der Steuerbehörde eingereichte Jahresrechnung gegen Grundsätze 

ordnungsgemässer Bilanzierung, so ist sie (für Steuerzwecke) zu berichtigen. Die han-

delsrechtswidrigen Ansätze in der Bilanz sind durch handelsrechtskonforme zu ersetzen. 

Damit ist Grundlage der Veranlagung nicht mehr die (handelsrechtswidrige) Handelsbi-

lanz, sondern die (handelsrechtskonforme) Steuerbilanz (Markus Berger, Probleme der 

Bilanzberichtigung, ASA 70, 539 f.).  

Im Unterschied zu einer solchen Bilanzberichtigung liegt eine Bilanzänderung 

vor, wenn handelsrechtskonforme Bewertungen durch andere, ebenfalls handelsrecht-

lich zulässige Werte ersetzt werden. Dies ist grundsätzlich nur bis zum Einreichen der 

Steuererklärung  möglich.  Ausnahmsweise  ist  eine  Änderung  der  Bilanz  im  Laufe  des 

Veranlagungsverfahrens jedoch dann zulässig, wenn sich zeigt, dass die steuerpflichtige 

Person die Buchung in einem entschuldbaren Irrtum über die steuerlichen Folgen vor-

genommen hat. In der Regel ausgeschlossen sind hingegen Bilanzänderungen, mit de-

nen Wertveränderungen zum Ausgleich von Aufrechnungen im Veranlagungsverfahren 

erfolgen oder lediglich aus Gründen der Steuerersparnis vorgenommen werden sollen 

(BGr, 27. Juli 2022, 2C_737/2021, E. 3.1.1). 

c) Die Steuerbehörde hat bei handelsrechtswidrigen Bewertungen die Bilanz-

berichtigung von Amtes wegen vorzunehmen. Ferner darf und muss die steuerpflichtige 

Gesellschaft selbst die eingereichte Jahresrechnung berichtigen, wenn diese handels-

rechtswidrige Ansätze enthält. Zuständig für die Vornahme einer Bilanzberichtigung ge-

genüber der Steuerbehörde ist der Verwaltungsrat bei der AG bzw. die Geschäftsfüh-

rung  bei  der  GmbH  (Berger,  S.  541  f.,  auch  zum  Folgenden).  Die  Zulässigkeit  einer 

Bilanzberichtigung soll im Übrigen nicht davon abhängig sein, dass der Verwaltungsrat 

zunächst die Jahresrechnung berichtigt, gegebenenfalls durch die Revisionsstelle erneut 

überprüfen und schliesslich durch die Generalversammlung genehmigen lässt.  

d) Gemäss Art. 959 Abs. 1 OR gilt das Stichtagsprinzip als elementare Bilan-

zierungsregel für die Jahresrechnung, wonach die Bilanz die Vermögens- und Finanzie-

rungslage  des  Unternehmens  am  Bilanzstichtag  darstellt  (Verwaltungsgericht  Zug, 

6. November 2023, A 2022 5, E. 4.3.2, auch zum Folgenden). Wie bei der Erstellung der 

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Jahresrechnung  ist  das  Stichtagsprinzip  auch  bei  der  Beurteilung  der  Fehlerhaftigkeit 

einer bereits erstellten Bilanz – als Voraussetzung einer Bilanzberichtigung – von we-

sentlicher Bedeutung. Zum einen können auch hier Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 

nur dann berücksichtigt werden, wenn sie am Bilanzstichtag begründet und vorherseh-

bar waren (im Sinne von sog. werterhellenden Tatsachen). Zum anderen ist auf der sub-

jektiven Seite zu verlangen, dass diese Ereignisse bei Anwendung der gebotenen Sorg-

falt dem Verwaltungsrat auch hätten bekannt sein müssen; nur wenn dies zu bejahen 

ist, liegt eine fehlerhafte (und damit zu berichtigende) Bilanz vor. Nicht fehlerhaft ist da-

her ein Bilanzansatz, wenn er den im Zeitpunkt der Bilanzaufstellung (und bis zur Ge-

nehmigung  des  Jahresabschlusses)  bei  pflichtgemässer  und  gewissenhafter  Prüfung 

objektiv bestehenden Erkenntnismöglichkeiten entspricht und daher subjektiv richtig ist.  

e)  Eine  Bilanzberichtigung  ist  nur  bei  offensichtlichen  Verstössen  gegen  die 

Grundsätze ordnungsgemässer Bilanzierung vorzunehmen (Berger, S. 548 ff., auch zum 

Folgenden). Besondere Nachforschungen zur Eruierung von Bilanzfehlern sind dagegen 

nicht anzustellen. Ferner steht dem Bilanzierenden ein gewisses Ermessen zu und lässt 

sich die Richtigkeit der Bewertungen oft nicht punktgenau feststellen. Hat der Bilanzie-

rende  die  infrage  stehende  Tatsache  sorgfältig  und  gewissenhaft  gewürdigt  und  sich 

gestützt auf diese Würdigung für einen vertretbaren Bilanzansatz entschieden, besteht 

für die Steuerbehörde kein Anlass zum Eingreifen. Das Verwaltungsgericht hält in kon-

stanter Rechtsprechung fest: "Die Steuerbehörden und Steuerjustiz haben sich bei der 

Überprüfung der Handelsrechtskonformität einer eingereichten Bilanz und Erfolgsrech-

nung […] grosse Zurückhaltung aufzuerlegen. Es kann insbesondere nicht Aufgabe der 

steuerlichen Gewinnermittlung sein, umstrittene Fragen der Bilanzierung und Bewertung 

vorfrageweise einer Prüfung zu unterziehen oder gar die kaufmännische Rechnungsle-

gung weiterzuentwickeln" (VGr, 29. April 2020, SB.2019.00118 + 00119, E. 5.2.2; VGr, 

25. Mai 2012, SB.2011.00035, E. 4.1 und VGr 19. Januar 2007, SB.2006.00016, E. 3.1). 

f) Bei einer formell ordnungsmässig geführten Buchhaltung besteht ungeachtet 

dessen, ob die Jahresrechnung durch eine Revisionsstelle geprüft worden ist oder auf 

eine  Revision  verzichtet  wurde,  die  natürliche  Vermutung  der  materiellen  Richtigkeit 

(Altorfer/Duss/Felber, in: Rechnungslegung nach Obligationenrecht, veb.ch Praxiskom-

mentar, 2. A., 2019, S. 981 ff., Massgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz, 

N 15,  auch  zum  Folgenden;  Oesterhelt/Mühlemann/Bertschinger,  in:  Kommentar  zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 4. A., 2022, 

Art.  57  N  128  DBG).  Diese  natürliche  Vermutung  der  materiellen  Richtigkeit  kann  mit 

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einem Gegenbeweis zu Fall gebracht werden. Umgekehrt wird eine mit erheblichen for-

mellen Mängeln behaftete Buchführung von vornherein als materiell unrichtig vermutet 

(Altorfer/Duss/Felber,  N 19,  auch  zum  Folgenden).  Die Mängel müssen jedoch  derart 

zahlreich und/oder schwerwiegend sein, dass sie die Ordnungsmässigkeit der Buchfüh-

rung bzw. die inhaltliche Richtigkeit der Jahresrechnung als unwahrscheinlich erschei-

nen  lassen.  Lassen  sich  die  Steuerfaktoren  aufgrund  nicht  verbesserungsfähiger  

Geschäftsbücher nicht einwandfrei ermitteln, hat die Veranlagungsbehörde die Einschät-

zung nach pflichtgemässem Ermessen vorzunehmen (Altorfer/Duss/Felber, N 20).  

g) aa) Nach dem das Steuerveranlagungsverfahren beherrschenden Untersu-

chungsgrundsatz ist auch das Steuerrekursgericht verpflichtet, den Sachverhalt von Am-

tes wegen festzustellen und seinem Entscheid nur solche Tatsachen zugrunde zu legen, 

von  deren  Vorhandensein  es  sich  überzeugt  hat  (RB 1992  Nr. 32;  Richner/Frei/ 

Kaufmann/Rohner, § 147 N 52 StG, auch zum Folgenden). Diese im Prinzip umfassende 

Untersuchungspflicht ist indessen von der Rechtsprechung eingeschränkt worden: So 

besteht eine Untersuchungspflicht nur, soweit die steuerpflichtige Person an der Sach-

verhaltsermittlung  gehörig  mitwirkt.  Betreffen  die  umstrittenen  Modifizierungen  der  

Bilanz  steuermindernde Tatsachen,  so  ist  die  steuerpflichtige  Person  dafür  beweisbe-

lastet,  dass  diese  handelsrechtlich  zulässig  und geschäftsmässig  begründet  sind  und 

dass die Korrektur der Behebung einer handelsrechtswidrigen Bewertung diente. Dafür 

ist es grundsätzlich an der steuerpflichtigen Person, die konkreten Umstände aufzuzei-

gen und anhand von sachdienlichen Unterlagen nachzuweisen, dass die Voraussetzun-

gen für eine Bilanzberichtigung erfüllt sind (Verwaltungsgericht Zug, 6. November 2023, 

A 2022 5, E. 6.2; BGr, 2. August 2018, 2C_958/2016, E. 5.5.3). Weil für steueraufhe-

bende und -mindernde Tatsachen, für welche die steuerpflichtige Person die Beweislast 

trägt, regelmässig die natürliche Vermutung streitet, dass die steuerpflichtige Person alle 

sie entlastenden Umstände von sich aus vorbringt, besteht ihre Obliegenheit zur Mitwir-

kung hinsichtlich solcher Tatsachen auch darin, sie geltend zu machen, darzutun und 

nachzuweisen (RB 1987 Nr. 35, auch zum Folgenden). Im Gegensatz zum Steuerver-

anlagungs- und Einspracheverfahren rechtfertigt sich für das Rekursverfahren, das die 

Überprüfung  eines  bereits  (zweimal  durch  die  Steuerbehörde)  festgestellten  Sachver-

halts zum Gegenstand hat, eine Erweiterung der Mitwirkung in dem Sinn, dass die steu-

erpflichtige Person den von ihr geforderten Nachweis durch eine substanziierte Sach-

darstellung  und  durch  Beschaffung  oder  Bezeichnung  von  Beweismitteln  für  die 

Richtigkeit  ihrer  Darstellung  in  der  Rekursschrift  anzutreten  hat  (Richner/Frei/Kauf-

mann/Rohner,  § 147  N 54  StG).  Fehlt  es  an  einer  hinreichenden  Sachdarstellung,  so 

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trifft das Steuerrekursgericht keine weitere Untersuchungspflicht (VGr, 2. Oktober 2013, 

SB.2013.00031, E. 2.2). Es hat den Steuerpflichtigen weder zur Ergänzung seiner man-

gelhaften Sachdarstellung noch zur Beibringung besserer Beweismittel anzuhalten. Wei-

ter hat auch eine Beweisabnahme zu unterbleiben mit der Wirkung, dass der Nachweis 

der fraglichen Aufwendung zuungunsten des hierfür beweisbelasteten Pflichtigen als ge-

scheitert zu betrachten ist (RB 1987 Nr. 35).  

Genügend substanziiert ist eine Sachdarstellung, welche hinsichtlich Art, Motiv 

und  Rechtsgrund  all  jene  Tatsachenbehauptungen  enthält,  die  ohne  weitere  Untersu-

chung, aber unter Vorbehalt der Beweiserhebung, die rechtliche Würdigung der geltend 

gemachten Steueraufhebung oder -minderung erlauben (RB 1992 Nr. 32).  

bb)  Obschon  die  Pflichtige  die  überarbeitete  Jahresrechnung  vom  ...  Okto-

ber 2023 erst im Rekursverfahren eingereicht hat (und diese somit nicht bereits zweimal 

von der Vorinstanz überprüft wurde), trifft sie hinsichtlich der geltend gemachten han-

delsrechtswidrigen Bewertungen dieselbe Substanziierungslast, wie wenn sie diese be-

reits  vor  der  Vorinstanz  im  Einschätzungsverfahren  eingereicht  hätte.  Die  dargelegte  

Offensichtlichkeitsdoktrin (vorne E. 3e) bringt es namentlich mit sich, dass die Vorinstanz 

die Jahresrechnung nur auf offensichtliche Handelsrechtswidrigkeiten zu durchleuchten 

hat  bzw.  durchleuchtet.  Sind,  wie  vorliegend,  keine  solchen  ersichtlich,  obliegt  es  der 

Pflichtigen  substanziiert  darzulegen,  inwiefern  die  verfochtenen  Bilanzberichtigungen 

notwendig sind. Tut sie dies nicht, hat das Steuerrekursgericht keine Vorkehren zu er-

greifen,  um  den  behaupteten  Sachverhalt  aufzuhellen,  sondern  hat  es  bei  der  natürli-

chen Vermutung der Richtigkeit der Jahresrechnung vom ... April 2022 sein Bewenden.  

4.  Damit  ein  Steuerpflichtiger  oder  eine  Behörde  zum  Rekurs  gemäss 

§ 147 StG legitimiert ist, muss er bzw. sie über ein steuerrechtliches bzw. schutzwürdi-

ges Interesse an der Änderung oder Aufhebung des angefochtenen Entscheids verfügen 

(sog. Beschwer). Fehlt es daran, so ist auf das Rechtsmittel nicht einzutreten (RB 2001 

Nr. 106; Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 147 N 8 ff. i.V.m. § 140 N 12 ff. StG, jeweils 

auch zum Folgenden). Legitimiert ist im Einzelnen, wer vom angefochtenen Entscheid 

berührt ist, d.h. davon stärker als die Allgemeinheit betroffen ist und in einer besonderen, 

beachtenswerten und nahen Beziehung zum Streitgegenstand steht. Sodann ist voraus-

gesetzt, dass das erfolgreiche Rechtsmittel der rekurrierenden Person einen praktischen 

Nutzen  eintragen  würde.  Das  Rechtsmittel  muss  geeignet  sein,  einen  ideellen, 

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materiellen,  wirtschaftlichen  oder  anderweitigen  Nachteil  beim  Erhebenden  abzuwen-

den,  den  der  negative  Entscheid  zur  Folge  hätte  (allgemein  dazu  Martin  Bertschi,  in: 

Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. A., 2014, § 21 

N 10 ff. VRG). Dabei kommt es einzig auf die Auswirkungen des Urteilsdispositivs an, 

da nur dieses die rechtsverbindliche und der Rechtskraft zugängliche Entscheidung ent-

hält, nicht aber auf die ihm zugrundeliegende Begründung. Davon ausgenommen sind 

Rückweisungsentscheide, welche naturgemäss in der Begründung Anweisungen an die 

Vorinstanz enthalten, die kraft der Beifügung "im Sinn der Erwägungen" im Dispositiv an 

der Rechtskraft teilhaben und somit von der Vorinstanz zu befolgen sind. Aus diesem 

Grund können Entscheide nach ständiger Rechtsprechung nur bezüglich ihres Disposi-

tivs (einschliesslich der Kosten- und Entschädigungsregelung) angefochten werden. Die 

Motive eines Entscheids können nicht selbstständig als falsch gerügt werden, sondern 

lediglich  in  Verbindung  mit  einem  Begehren  um  Änderung  des  Dispositivs  (RB  1996 

Nr. 44; StRG, 29. Januar 2015, 1 DB.2014.12 + 1 ST.2014.17, E. 2). 

Aus dem Erfordernis eines steuerlichen Rechtschutzinteresses ergibt sich, dass 

die Steuerbehörde die Handelsbilanz nicht losgelöst von deren steuerlichen Auswirkun-

gen überprüfen darf und muss. Ist die Frage, ob eine Bewertung handelsrechtswidrig ist, 

für die Festsetzung der Steuerfaktoren irrelevant, hat sie nicht beantwortet zu werden. 

Wie beim Verlustvortrag haben sich die Steuerbehörden damit erst in dem Zeitpunkt mit 

dem  jeweiligen  Bilanzwert  auseinanderzusetzen,  in  dem  die  Beantwortung  der  Frage 

steuerliche Relevanz erlangt. Diese Beschränkung der Überprüfung durch die Steuer-

behörden  ist  insofern  unproblematisch,  als  dass  Einschätzungsentscheide  nach  dem 

Gesagten nur mit Bezug auf die festgesetzten Steuerfaktoren in Rechtskraft erwachsen. 

Die  Rechtskraft  der  Einschätzung  dehnt  sich  mit  anderen  Worten  nicht  auf  die  

ihr  zu  Grunde  liegenden  Handels-  und  Steuerbilanz  aus  (VGr,  19.  Januar 2007, 

SB.2006.00016, E. 3.3, auch zum Folgenden). Diese erlangt insoweit keine Verbindlich-

keit  für  die  nachfolgenden  Steuerperioden  und  kann,  falls  sie  Auswirkungen  auf  die 

Folgebilanzen hat, in den späteren Steuerperioden neuer Prüfung unterworfen werden. 

Damit steht die Rechtskraft einer Überprüfung von "verschleppten" Bilanzierungsfehlern 

nicht  entgegen  (vgl.  auch  RB  2002  Nr.  109 =  StE  2003  B  72.11  Nr.  10 =  ZStP  2002,  

S. 331). 

5. a) Bei ihrer Ersterfassung müssen Aktiven höchstens zu den Anschaffungs- 

und Herstellungskosten bewertet werden (Art. 960a Abs. 1 OR). In der Folgebewertung 

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dürfen Aktiven mit Börsenkurs oder beobachtbarem Marktpreis in einem aktiven Markt 

zum Kurs oder Marktpreis am Bilanzstichtag bewertet werden, auch wenn dieser über 

den Nenn- oder Anschaffungswert liegt (Art. 960b Abs. 1 OR). Sonstige Aktiven dürfen 

in der Folgebewertung nicht höher bewertet werden als zu den Anschaffungs- und Her-

stellungskosten (Art. 960a Abs. 2 OR). Sachanlagegüter wie Maschinen, Fabrikgebäude 

etc., werden in der Regel nach dem Fortführungswert bilanziert. Wegleitend ist somit der 

Wert, der dem Aktivum für den Betrieb durch den weiteren Gebrauch während der vo-

raussichtlichen Nutzungsdauer zukommt (StE 1990 B 72.14.2 Nr. 10 und 1994 B 72.14.2 

Nr. 16). 

Der  nutzungs-  und  altersbedingte  Wertverlust  eines  Aktivums  muss  durch  

Abschreibungen,  anderweitige  Wertverluste  müssen  durch  Wertberichtigungen  

berücksichtigt werden. Abschreibungen und Wertberichtigungen müssen nach den all-

gemein  anerkannten  kaufmännischen  Grundsätzen  vorgenommen  werden  (Art. 960a 

Abs. 3 OR). 

aa)  Abschreibungen  sind  einerseits  vorzunehmen,  um  eine  periodengerechte 

Verteilung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die Nutzungsdauer vorzuneh-

men und andererseits, um per Bilanzstichtag die tatsächlich vorhandene Substanz aus-

zuweisen  (Haag/Neuhaus,  in:  Basler  Kommentar,  Obligationenrecht  II,  6.  A.,  2024, 

Art. 960a N 11 ff. OR, auch zum Folgenden). Das Gesetz gibt keine konkrete Abschrei-

bungsmethode vor. Das Unternehmen kann somit gestützt auf sachliche Argumente zwi-

schen verschiedenen  Abschreibungsmethoden  wählen  (linear,  degressiv,  leistungsbe-

zogen, bezogen auf die Anschaffungskosten oder auf den Buchwert). Das Unternehmen 

ist auch in der Festlegung der Nutzungsdauer bzw. der Anwendung des Abschreibungs-

satzes grundsätzlich frei. 

Abschreibungen sind zwingend vorzunehmen, soweit sie nach dem Gesagten 

notwendig sind. Die Unterlassung von gesetzlich geforderten Abschreibungen stellt ein 

Vorgang  dar,  der  eine  Bilanzberichtigung  erheischt  (BGr,  16.  Juni  2006  =  StE  2007 

B 72.11 Nr. 14, auch zum Folgenden). Unter notwendigen Abschreibungen sind plan-

mässige  Abschreibungen  zu  verstehen.  Die  Anschaffungskosten  sollen  entsprechend 

der mutmasslichen Abnutzung (Wertverzehr) auf die voraussichtliche betriebliche Nut-

zungsdauer des Anlageguts verteilt werden. 

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bb)  Im  Gegensatz  zu  Abschreibungen  beziehen  sich  Wertberichtigungen  auf 

nicht planmässige, einmalige Vorgänge bzw. ungeplante Ereignisse, die zu einem Min-

derwert von Aktiven führen (Haag/Neuhaus, Art. 960a N 21 ff. OR, auch zum Folgen-

den). Wertberichtigungen sind zulasten der Erfolgsrechnung der dazugehörigen Bilanz-

position  zuzuordnen.  Zusätzliche  Angaben  im  Anhang  ergeben  sich  aus  den 

Offenlegungsvorschriften, wonach Angaben, Aufschlüsselungen und Erläuterungen zu 

Positionen der Bilanz und Erfolgsrechnung (Art. 959c Abs. 1 Ziff. 2 OR) und Erläuterun-

gen zu ausserordentlichen, einmaligen oder periodenfremden Positionen in der Erfolgs-

rechnung (Art. 959c Abs. 2 Ziff. 12 OR) verlangt werden. 

Wertberichtigungen sind so zu bemessen, dass der Restbuchwert eines Ver-

mögenswerts den erzielbaren Wert nicht übersteigt. 

b)  aa)  Als  Passiven  müssen  das  Fremd-  und  Eigenkapital  bilanziert  werden 

(Art. 959  Abs.  4  OR).  Verbindlichkeiten  müssen  bilanziert  werden,  wenn  sie  durch 

vergangene  Ereignisse  bewirkt  wurden,  ein  Mittelabfluss  wahrscheinlich  ist  und  ihre 

Höhe  verlässlich  geschätzt  werden  kann  (Art.  959  Abs.  5  OR).  Diese  Definition  gilt 

sowohl für Schulden als auch für Rückstellungen, wobei sich diese in der Wahrschein-

lichkeit, der Schätzung der Höhe oder des Zeitpunkts des Mittelabflusses unterscheiden 

(Gerber/Haag/Neuhaus, in: Basler Kommentar, Obligationenrecht II, 6. A., 2024, Art. 959 

N 34  und  38 OR).  Verbindlichkeiten  sind  zum  Nennwert  zu  bilanzieren  (Art. 960e 

Abs. 1 OR). 

bb) Lassen vergangene Ereignisse einen Mittelabfluss in künftigen Geschäfts-

jahren erwarten, so müssen die voraussichtlich erforderlichen Rückstellungen zulasten 

der Erfolgsrechnung gebildet (Art. 960e Abs. 2 OR) und im Fremdkapital ausgewiesen 

werden (Art. 959a Abs. 2 Ziff. 2 lit. c OR). Dem Imparitätsprinzip entsprechend dienen 

Rückstellungen einer periodengerechten Darstellung der Ertragslage zur Abbildung der 

wirtschaftlichen Lasten in der Periode der wirtschaftlichen Verursachung einerseits und 

einer vollständigen Darstellung der Finanzierungslage andererseits, indem Rückstellun-

gen  als  Fremdkapitalposten  unsicheres  Vermögen  aus  dem  Gewinn  ausscheiden  

(Michael Bertschinger, Die handelsrechtliche und steuerrechtliche Gewinnermittlung un-

ter dem revidierten Rechnungslegungsrecht, 2020, Rz. 411). 

1 ST.2024.44 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 12 - 

6. Zu prüfen ist, ob die Veränderungen in der Jahresrechnung der Pflichtigen 

als zulässige Bilanzberichtigung oder (steuerlich) grundsätzlich unzulässige Bilanzände-

rung (einen entschuldbaren Irrtum über die Steuerfolgen der Buchungen hat die Pflich-

tige nicht geltend gemacht und ist auch nicht aus den Akten ersichtlich) zu qualifizieren 

sind.  

a) Die überarbeitete Jahresrechnung vom ... Oktober 2023 ändert gegenüber 

der Jahresrechnung vom ... April 2022 im Wesentlichen die folgenden Werte: 

•  Wertänderung  des  Darlehens  an  die  G AG 

(nachfolgend  G)  von 

Fr. 1'246'718.20 auf Fr. 1'222'477.75. 

•  Wertänderung  des  Darlehens  an  die  H  AG 

(nachfolgend  H)  von 

Fr. 11'172'519.63 auf Fr. 11'068'359.49. 

•  Vornahme einer Wertberichtigung von Fr. 1 Mio. auf Finanzanlagen in der über-

arbeiteten Jahresrechnung. 

•  Reduktion des Finanzertrags von Fr. 128'275.94 auf Fr. 31'937.15. 

•  Reduktion des Buchwerts von Maschinen von Fr. 1'808'000.- auf Fr. 1'700'000.- 

/ Erhöhung der Abschreibungen von Fr. 626'100.- auf Fr. 734'100.-. 

•  Reduktion  des  Buchwerts  der  Liegenschaft  C  von  Fr. 12'155'603.50  auf 

Fr. 11'855'603.50  /  Erhöhung  der  Abschreibungen  von  Fr.  132'043.75  auf 

Fr. 432'042.75. 

•  Reduktion  des  Buchwerts  der  Liegenschaft  B  von  Fr.  8'903'000.-  auf 

Fr. 8'703'000.-  /  Erhöhung  der  Abschreibungen  von  Fr.  170'452.18  auf 

Fr. 370'452.18. 

•  Auflösung  der  Rückstellungen 

für  Forschung  und  Entwicklung  von 

Fr. 1'773'123.28. 

•  Auflösung der Rückstellungen für Garantien von Fr. 500'000.-. 

•  Erhöhung  der  Rückstellungen  für  das  Projekt  in  I  von  Fr.  300'000.-  auf 

Fr. 400'000.-. 

•  Bildung von Rückstellungen für Verluste aus Finanzierungen Fr. 1'173'123.28. 

•  Erhöhung des Finanzaufwands von Fr. 338.83 auf Fr. 463.48. 

Das ausgewiesene Jahresergebnis vermindert sich dadurch von Fr. 445'690.15 

(= Gewinn) auf Fr. -258'773.29 (= Verlust).  

1 ST.2024.44 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 13 - 

b) Von den Korrekturen betroffen sind eine Vielzahl von Positionen der Jahres-

rechnung. Sollte sich ergeben, dass eine derart grosse Zahl an Bilanzwerten handels-

rechtswidrig ist, müsste in einem weiteren Schritt überprüft werden, ob die Mängel nicht 

derart zahlreich sind, dass die inhaltliche Richtigkeit der gesamten Jahresrechnung an-

zuzweifeln  ist,  weswegen  diese  auch  nicht  korrekturfähig  ist.  Diesfalls  wären  Gewinn 

und Kapital nach pflichtgemässem Ermessen einzuschätzen.  

7. a) Die Pflichtige begründet in der Rekursschrift die abgeänderte Jahresrech-

nung  damit,  dass  sie  das  operative Geschäft  der  Gesellschaften  der  H  finanziere.  Es 

habe sich herausgestellt, dass die Jahresrechnung 2021 die mit der Darlehensgewäh-

rung verbundenen finanziellen Ausfallrisiken ungenügend berücksichtigt habe. Die Ge-

sellschafterversammlung  habe  am  …  2023  daher  beschlossen,  Vorsorge  für  Forde-

rungsverluste mittels Wertberichtigungen und Rückstellungen zu treffen.  

b) Das kantonale Steueramt hält fest, mit der neuen Bilanz und Erfolgsrechnung 

habe  die  Pflichtige  neu  Aktiven  von  Fr. 36'001'037.80  statt  wie  ursprünglich 

Fr. 37'705'501.24  deklariert.  Die  Differenz  komme  unter  anderem  durch  zusätzliche  

Abschreibungen  auf  Maschinen  von  Fr. 108'000.-,  auf  der  Liegenschaft  in  C  von 

Fr. 300'000.-  sowie  auf  der  Liegenschaft  in  B  von  Fr.  200'000.-  zustande.  Diese  

Abschreibungen  seien  nicht  begründet  worden  und  seien  nicht  offensichtlich handels-

rechtlich notwendig.  

Weiter sei nicht nachgewiesen, dass die Wertberichtigung für Finanzierungen 

von Fr. 1 Mio. geschäftsmässig begründet, geschweige denn handelsrechtlich zwingend 

sei. Die G habe gemäss steueramtliche Akten ein Eigenkapital von Fr. 1'911'092.- per 

31. Dezember 2021 und von Fr. 1'952'152.- per 31. Dezember 2022 (bei einem Aktien-

kapital von Fr. 100'000.-). Die H habe gemäss steueramtliche Akten ein Eigenkapital von 

Fr. 3'931'860.- per 31. Dezember 2021 und von Fr. 3'992'495.- per 31. Dezember 2022 

(bei einem Aktienkapital von Fr. 500'000.-). Eine entsprechende Wertberichtigung in Be-

zug auf die gewährten (Aktiv-)Darlehen an diese Gesellschaften sei daher handelsrecht-

lich nicht nötig.  

Betreffend die Passivseite der Bilanz lege die Pflichtige mit der erfolgswirksa-

men  Auflösung  der  Forschungs-  und  Entwicklungsrückstellung  von  ursprünglich 

Fr. 1'773'123.- dar, dass diese nicht geschäftsmässig begründet sei. Dasselbe gelte für 

1 ST.2024.44 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 14 - 

die erfolgswirksame Auflösung der Rückstellung von Fr. 500'000.- betreffend Garantien. 

Demgegenüber bilde die Pflichtige im neu eingereichten Abschluss Rückstellungen von 

Fr. 1'173'123.- für Verluste aus Finanzierungen, bei denen nicht ersichtlich sei, inwiefern 

sie handelsrechtlich notwendig seien. Nebst diesen Rückstellungen habe die Pflichtige 

die  Rückstellung  "Aufbau  I-Geschäft"  von  ursprünglich  Fr. 300'000.-  auf  Fr. 400'000.-  

erhöht.  Im  Ergebnis  betragen  die  Rückstellungen  vor  "Bilanzänderung"  und  danach 

gleich viel. Es seien lediglich Umqualifikationen erfolgt, welche auf den handelsrechtli-

chen Reingewinn keinen Einfluss hätten.  

Der  Reingewinn  vor  "Bilanzänderung"  belaufe  sich  auf  Fr.  445'690.-,  der  da-

nach auf Fr. -258'773.-. Die Differenz resultiere aus nachträglich zusätzlich geltend ge-

machte  Abschreibungen  auf  Maschinen  (Fr.  108'000.-),  auf  der  Liegenschaft  C  

(Fr. 300'000.-) auf der Liegenschaft B (Fr. 200'000.-) und einer Korrekturbuchung des 

Zinsertrags (Fr. -96'339.80) und des Zinsaufwands (Fr. -124.65). 

Der Nachweis der handelsrechtlichen Notwendigkeit der zusätzlichen Abschrei-

bungen auf Maschinen sei nicht erbracht worden. Gemäss der ursprünglich eingereich-

ten  Jahresrechnung  seien  2021  Investitionen  in  Maschinen  von  Fr. 446'305.-  getätigt 

und Abschreibungen von Fr. 318'305.- geltend gemacht worden. Gemäss neuer Jahres-

rechnung müsse diese Abschreibung auf Fr. 426'305.- erhöht werden. Eine zwingende 

handelsrechtliche  Wertberichtigung  in  dieser  Höhe  sei  in  keiner  Weise  substanziiert 

nachgewiesen.  Ebenso  wenig  substanziiert  nachgewiesen  sei,  dass  auf  den  Liegen-

schaften zwingend handelsrechtlich zusätzliche Wertberichtigungen über Fr. 500'000.- 

notwendig  seien.  Auch  diese  Behauptung  erscheine  aufgrund  der  allgemeinen  

Lebenserfahrung betreffend Immobilienpreisentwicklung als fragwürdig.  

8. Die Pflichtige ist ihrer Substanziierungspflicht im ersten und zweiten Schrif-

tenwechsel  nur  dürftig  nachgekommen.  Sofern  ihren Eingaben  keinerlei Äusserungen 

zu den verfochtenen Korrekturen zu entnehmen sind, sind diese mangels Ersichtlichkeit 

von handelsrechtswidrigen Bewertungen ohne Weiterungen abzulehnen. Einzeln zu prü-

fen sind somit nur noch die nachfolgenden Positionen: 

1 ST.2024.44 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 15 - 

a) Abschreibungen auf Maschinen 

aa) Die Pflichtige erhöht die Abschreibungen in der überarbeiteten Erfolgsrech-

nung von Fr. 626'100.- auf Fr. 734'100.-; dem entspricht eine Veränderung des Buch-

werts von Maschinen von Fr. 1'808'000.- auf Fr. 1'700'000.-.  

Sie begründet dies damit, unter den Maschinen sei per Ende 2021 eine Anlage 

zur Durchflussprüfung inklusive Software bilanziert worden. Sie sei von Ingenieuren der 

G konstruiert, mit eigenem Personal zusammengebaut und im Sommer 2021 in Betrieb 

genommen worden. Die Pflichtige habe sie mit Fr. 748'800.- finanziert. Die Anlage sei 

im Unterhalt teuer, daher sei eine rasche Abschreibung notwendig.  

bb) Dem Konto … Maschinen lassen sich pro 2021 zwei Abschreibungen ent-

nehmen: Abschreibung J Fr. 420'800.- und Abschreibung K Fr. 200'000.-. Zusammen 

mit Abschreibungen auf Fahrzeugen von Fr. 5'300.- ergeben diese Buchungen die in der 

nicht  rektifizierten  Erfolgsrechnung  angegebenen  Abschreibungen  von  Fr.  626'100.-. 

Dokumentiert  pro  2021  ist  im  Konto  Maschinen  eine  Anschaffung  im  Wert  von 

Fr. 748'800.- (Fr. 806'457.60 abzgl. Fr. 57'657.60 [= 7.7% MWST]), welche am 30. De-

zember 2021 verbucht wurde. Dabei dürfte es sich um die von der Pflichtigen erwähnte 

Anlage zur Durchflussprüfung handeln. Die "Abschreibung K" von Fr. 200'000.- bezieht 

sich wohl auf diese Anlage. Die in der mit der Replik eingereichten Beilage 3 festgehal-

tene Abschreibung von Fr. 308'800.- dürfte auf einem Fehler beruhen: Die Abschreibung 

gemäss Rektifikat  der  Jahresrechnung  beläuft  sich auf  Fr. 308'000.-.  Indes  hat  dieser 

Umstand keinen Einfluss auf die rechtliche Würdigung.  

cc) Die ursprüngliche Abschreibung von Fr. 200'000.- entspricht rund 27% des 

Anschaffungswerts  von Fr.  748'800.-. Gemäss Merkblatt  A/1995  der  eidgenössischen 

Steuerverwaltung betreffend Abschreibungen auf dem Anlagevermögen geschäftlicher 

Betriebe (nachfolgend Merkblatt) betragen die Abschreibungen auf Maschinen zwischen 

30% und 40% des Buchwerts, wobei für Abschreibungen auf dem Anschaffungswert die 

genannten Sätze um die Hälfte zu reduzieren sind. Der Satz von 40% ist auch auf Ma-

schinen anzuwenden, die besonderer Abnutzung unterworfen sind (und insofern im Un-

terhalt  teuer sind)  und  gilt  auch für  Software.  Als  Richtlinie für  die auf  der  Anlage zur 

Durchflussprüfung, welche erstmals in der streitigen Steuerperiode zum Anschaffungs-

wert in die Buchhaltung aufgenommen wurde, vorzunehmenden Abschreibungen gilt so-

mit  gemäss  Merkblatt  ein  Normalsatz  von  20%.  Dass  sich  die  Pflichtige  in  ihrer 

1 ST.2024.44 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 16 - 

ursprünglichen Jahresrechnung nicht auf Abschreibungen von 20% beschränkte, son-

dern solche von 27% vornahm, ist handelsrechtlich grundsätzlich nicht zu beanstanden, 

steht ihr doch in der Wahl von Abschreibungsmethode und -satz ein nicht unerhebliches 

Ermessen  zu.  Indes  ist  nicht  ersichtlich,  inwiefern  dieser  Abschreibungssatz  handels-

rechtswidrig sein sollte bzw. dem Wertverlust der Anlage ungenügend Rechnung trägt, 

sodass  die  Notwendigkeit  einer  diesbezüglichen  Bilanzberichtigung  von  der  Hand  zu 

weisen ist. Die Aussage der Pflichtigen, die Maschine sei "im Unterhalt" teuer, ist zu vage 

und unsubstanziiert, als dass sie konkrete Rückschlüsse auf eine Verletzung von zwin-

gendem Handelsrecht zulassen würde (eine solche wird im Übrigen auch nicht behaup-

tet). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass sich die Pflichtige auch nicht dazu geäus-

sert hat, inwiefern ein (nicht belegter) besonders hoher Unterhalt der Geschäftsführung 

im Zeitpunkt der Aufsetzung/Genehmigung der Bilanz am ... April 2022 überhaupt be-

kannt sein konnte. Erfahrungsgemäss dauert es nach Inbetriebnahme einer Anlage ei-

nige Zeit, bis mit Sicherheit feststeht, ob und inwiefern der regelmässige Unterhalt höher 

ausfallen wird als erwartet, sodass daran zu zweifeln ist, dass die massgebenden Zahlen 

bereits am ... April 2022 bekannt waren/sein konnten. 

dd)  Zusammenfassend  ist  nicht  ersichtlich,  inwiefern  die  Bilanz  vom  ... Ap-

ril 2022  betreffend  den  Buchwert  der  Maschinen  bzw.  die  Erfolgsrechnung  betreffend 

Abschreibungen  handelsrechtswidrig  war,  sodass  keine  diesbezügliche  Bilanzberichti-

gung möglich ist.  

b) Abschreibungen auf Liegenschaften 

aa) In der Jahresrechnung vom ... April 2022 wurden auf der Liegenschaft  C 

Abschreibungen  von  Fr.  132'042.75  und  auf  der  Liegenschaft  B  solche  von 

Fr. 170'452.18 vorgenommen, wobei diese in der Erfolgsrechnung nicht unter Abschrei-

bungen  zu  finden  sind,  sondern  im  Liegenschaftenerfolg  berücksichtigt  wurden.  Im  

Rektifikat  vom  …  2023  wurden  die  Abschreibungen  auf  der  Liegenschaft  C  auf 

Fr. 432'042.75 und die auf der Liegenschaft B auf Fr. 370'452.18 erhöht. Nach Angaben 

der Pflichtigen befindet sich in C eine Liegenschaft mit Produktions- und Büroräumen, 

während die Liegenschaft in B einzig der Produktion dient. 

Die  Pflichtige  begründet  die  Korrekturen  damit,  dass  es  der  allgemeinen  Le-

benserfahrung  entspreche,  dass  Gewerbeimmobilien  stärker  abzuschreiben  seien  als 

beispielsweise  ein  Bankgebäude.  So  gewähre  die  ESTV  auf  Bürogebäuden  eine 

1 ST.2024.44 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 17 - 

Abschreibung von 4%, auf Fabrikgebäuden dagegen von 8%. Es sei offensichtlich, dass 

die Bilanzwerte der Immobilien 2021 überhöht gewesen seien. Art. 960 Abs. 2 OR ver-

lange, dass die Bewertung vorsichtig erfolgen müsse. Abs. 3 verlange sodann, dass bei 

einer Überbewertung die Werte anzupassen seien. Die Pflichtige schätze die Überbe-

wertung infolge ungenügender Abschreibungen bei der Gewerbeliegenschaft C auf min-

destens  Fr.  1.2  Mio.  und  bei  der  Liegenschaft  B  auf  mindestens  Fr.  300'000.-.  Aus  

Gründen der Kostenkontrolle aktiviere die Pflichtige sämtliche Unterhalts- und Investiti-

onsausgaben,  auch  Kleinbeträge.  Auf  der  anderen  Seite  müssten  Abschreibungen  

neben  dem  Wertverzehr  auch  den  werterhaltenden  Unterhalt  abdecken,  da  sonst  der  

bilanzierte Immobilienwert überhöht ausgewiesen werde. Der Immobilienunterhalt in der 

Erfolgsrechnung  der  Pflichtigen  betreffe  lediglich  den  Aufwand  für  die  Umgebungs-

pflege.  

Den behaupteten überhöhten Wert der Liegenschaft C führt die Pflichtige darauf 

zurück,  dass  die  H  diese 2013  erworben und  daraufhin Investitionen  von Fr.  4.7  Mio. 

getätigt habe, sich aber [Anm.: wohl aufgrund des Geschäftsgangs] keine Abschreibun-

gen  habe  leisten  können.  2019  sei  die  Liegenschaft  zum  Buchwert  auf  die  Pflichtige 

übertragen worden.  

bb)  Die  Pflichtige  macht  betreffend  die  Liegenschaft  C  nicht  geltend,  die  or-

dentlichen (wiederkehrenden) Abschreibungen seien für die streitige Steuerperiode zu 

niedrig angefallen, sondern ist der Meinung, es habe sich in vergangenen Geschäftsjah-

ren (2013 - 2021) auf der Liegenschaft ein Abschreibungsbedarf von Fr. 1.2 Mio. kumu-

liert. Aus diesem Grund will sie die Abschreibungen auf der Liegenschaft pro 2021 erhö-

hen. Damit beruft sie sich auf die Nachholung unterlassener Abschreibungen: Bewusst 

unterlassene Abschreibungen führen zu einer handelsrechtswidrigen Bilanzierung, weil 

die  Nichterfassung  von  Wertverzehr  zur  Darstellung  eines  übersetzten  Gewinns  und  

Eigenkapitals führt (Bertschinger, Rz. 345). Vorliegend fehlt es indessen an dieser Ver-

zerrung von Gewinn und Eigenkapital in der Jahresrechnung der Pflichtigen, da diese 

die Liegenschaft,  seitdem sie sich  in  ihrem  Eigentum  befindet, jährlich abgeschrieben 

hat.  Dass  die  H  als  Voreigentümerin  die  Abschreibungen  2013  -  2018  unterliess,  hat 

keinen  Einfluss  auf  die  Rechnungslegung  der  Pflichtigen.  Vielmehr  gilt  für  diese  der 

Kaufpreis von Fr. 11'900'000.- als massgebender Anschaffungspreis. Dass dieser höher 

als der Verkehrswert der Immobilie ausgefallen sei und insofern ein Verstoss gegen han-

delsrechtliche Höchstbewertungsvorschriften vorliege, macht die Pflichtige nicht geltend 

und  ist  auch  aus  den  Akten  mangels  diesbezüglicher  Anhaltspunkte  nicht  ersichtlich, 

1 ST.2024.44 

 
 
 
 
 
 
 
- 18 - 

sodass eine Handelsrechtswidrigkeit, die korrigiert werden müsste, nicht erkennbar ist. 

Die Behauptung der Pflichtigen, Unterhalt der Liegenschaften würde mit Ausnahme der 

Aufwendungen für die Umgebungspflege aktiviert – dies wäre tatsächlich handelsrechts-

widrig und korrekturbedürftig – ist betreffend Höhe, Zeitperiode und Art der Aufwendun-

gen nicht hinreichend substanziiert, sodass nicht weiter darauf einzugehen ist.  

Aus steuerlicher Perspektive wären die "nachgeholten" Abschreibungen ohne-

hin nicht zum Abzug zuzulassen, sodass ein steuerliches Interesse an einer Bilanzbe-

richtigung zu verneinen wäre. Steuerpflichtigen, die den Nachweis leisten, dass in frühe-

ren  Jahren  infolge  ungünstiger  Geschäftsabschlüsse  die  zulässigen  Abschreibungen 

nicht vorgenommen werden konnten, kann die Nachholung dieser Abschreibungen ge-

stattet werden (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 64 N 98 unter Hinweis auf Merkblatt 

Ziff. 3; auch gemäss der grosszügigen Zürcher Praxis müssen die nachzuholenden Ab-

schreibungen von der steuerpflichtigen Person unterlassen worden sein). Vorliegend hat 

indes nicht die Steuerpflichtige, sondern die Voreigentümerin H die Abschreibungen un-

terlassen. Ebenfalls steuerlich nicht zuzulassen wäre die Abschreibung eines Aktivums, 

welches von Anfang an überbewertet war (Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, § 64 N 114 

StG). Wird ein Aktivum von einer verbundenen Gesellschaft zu einem überhöhten Preis 

erworben,  wird  der  Gewinnausweis  bei  der  leistenden  Gesellschaft  nicht  sofort  ver-

fälscht, sondern erst im Zeitpunkt der entsprechenden erfolgswirksamen Abschreibung. 

Die Kapitalgesellschaft muss dann gemäss Handelsrecht die Differenz (d.h. den über-

setzten Kaufpreis) im Zeitpunkt des Erwerbs zulasten der Reserven verbuchen, da nur 

der tatsächliche Wert verbucht werden darf. Wird stattdessen eine Abschreibung zulas-

ten des Aufwands vorgenommen, ist diese – da sie nicht geschäftsmässig begründet ist 

– im entsprechenden Umfang beim steuerbaren Reingewinn aufzurechnen (§ 64 Abs. 1 

Ziff. 2 lit. b StG). Eine solche Verletzung des handelsrechtlichen Anschaffungsprinzips 

würde  eine  Bilanzberichtigung  rechtfertigen  (VGr,  29.  April  2020,  SB.2019.00118  + 

00119, E. 5.2.3 f.).  

Nach dem Gesagten ist die Korrektur der Abschreibung auf dem Grundstück C 

abzulehnen.  

cc) Weiter will die Pflichtige wie erwähnt die Abschreibungen auf dem Grund-

stück  B,  welches  sie  2019  für  Fr. 9  Mio.  erworben  hat,  von  Fr. 170'452.18  auf 

Fr. 370'452.18 erhöhen. 2021 seien werterhaltende Unterhaltskosten von Fr. 308'452.18 

für den Ersatz der Heizungsleitungen und für Elektronikinstallationen aktiviert worden. 

1 ST.2024.44 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 19 - 

Im  Gegenzug  müssten  diese  schnell  abgeschrieben  werden.  Sanierung  und  Umbau 

seien noch nicht beendet. 

aaa) Art. 959 Abs. 2 OR statuiert, dass Aktiven zum Vermögenswert bilanziert 

werden müssen, wenn aufgrund vergangener Ereignisse über sie verfügt werden kann, 

ein Mittelzufluss wahrscheinlich ist und ihr Wert verlässlich geschätzt werden kann. An-

dere  Vermögenswerte  dürfen  nicht  bilanziert  werden.  Die  steuerliche  Unterscheidung 

zwischen  wertvermehrenden  und  werterhaltenden  Kosten  gemäss  §  64  Abs. 1  Ziff. 2 

lit. a  StG  deckt  sich  grundsätzlich  mit  diesem  handelsrechtlichen  Grundsatz:  Aufwen-

dungen  im  Zusammenhang  mit  bereits  zum  Geschäftsvermögen  gehörenden  Gegen-

ständen  des  Anlagevermögens  können  werterhaltend  oder  -vermehrend  sein.  Führen 

die Aufwendungen zu einer Wertvermehrung, besteht in diesem Umfang eine handels-

rechtliche (und damit steuerliche) Pflicht zu Aktivierung (Art. 959 Abs. 2 OR; eine Aus-

nahme  können  Unternehmen für geringwertige Vermögenswerte vorsehen,  vgl.  Ulrike 

Stefani, in: Rechnungslegung nach Obligationenrecht, veb.ch Praxiskommentar, 2. A., 

2019, Art. 959 N 17 OR). Dienen sie ausschliesslich der Werterhaltung, so handelt es 

sich um Aufwendungen, die der Erfolgsrechnung zu belasten sind (vgl. § 64 Abs. 1 Ziff. 2 

lit. a StG; Verwaltungsgericht Aargau, 11. August 2016, WBE.2015.279 + 280, E. 2.2.1).  

bbb) Die Pflichtige macht geltend, bei den im Buchwert der Liegenschaft B ent-

haltenden Fr. 308'452.18 handle es sich um werterhaltende Kosten für den Ersatz der 

Heizungsleitungen und für Elektroinstallationen. Wäre dies der Fall, dann wäre die Akti-

vierung  der  Aufwendungen  handelsrechtswidrig  und  zu  korrigieren.  Anders  hingegen, 

wenn die Auslagen wertvermehrenden Charakter hatten, da sie diesfalls nicht zu einer 

handelsrechtswidrigen Überbewertung der Liegenschaft in der Bilanz führen würden und 

das  Grundstück  in  den  folgenden  Steuerperioden  weiterhin  ordentlich  abgeschrieben 

werden könnte.  

Die  Pflichtige  spricht  davon,  dass  Sanierung  und  Umbau  noch  nicht  abge-

schlossen seien, womit sie andeutet, dass ein nicht unerheblicher Teil der Aufwendun-

gen (die für den Umbau) wertvermehrenden Charakter haben. Wie es sich mit den gel-

tend  gemachten  Aufwendungen  verhält,  liegt  indessen  im  Dunkeln;  eine  Würdigung 

anhand der Vorbringen der Pflichtigen (unter Vorbehalt der Beweiserhebung) ist nicht 

möglich. Letztlich scheitert eine Beurteilung der Handelsrechtswidrigkeit an der mangel-

haften Beschreibung der Arbeiten, sodass auch diesbezüglich festzustellen ist, dass die 

Darstellung der Pflichtigen nicht hinreichend substanziiert ist. 

1 ST.2024.44 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 20 - 

Zusammenfassend  erweisen  sich  die  Ausführungen  der  Pflichtigen  als  nicht 

hinreichend  substanziiert,  sodass  sich  eine  allfällige  Handelsrechtswidrigkeit  der  

Abschreibungen bzw. der Aktivierung der Arbeiten an der Liegenschaft B nicht beurteilen 

lässt und die diesbezügliche Bilanzkorrektur abzulehnen ist.  

c) Rückstellungen Aufbau I-Geschäft 

aa) Die Pflichtige erhöhte die Rückstellungen von Fr. 300'000.- auf Fr. 400'000.- 

und führt diesbezüglich aus, "L" sei ein führender Hersteller von Hochdruck-Rohrsyste-

men für grosse M. In I bestehe ein grosses Marktpotential für kleine bis mittelgrosse M. 

"L" habe eine Tochtergesellschaft gegründet, die "H I Pvt. Ltd.", mit geplanter Produkti-

onsaufnahme im Herbst 2022. Das Ziel habe sich als zu anspruchsvoll erwiesen. Man 

rechne jetzt mit einem Produktionsbeginn frühestens Ende 2024. 

bb) Die Pflichtige reicht als diesbezüglichen Beleg das Dokument "[…] … 2023" 

der H I Private Limited vom .../... … 2023 ein. Es ist offenkundig, dass die das Geschäft 

in I betreffenden Modifizierungen der Bilanz erst aufgrund dieses Berichts bzw. im Nach-

gang dazu erfolgten, und dass diese Informationen der Geschäftsführung bei Erstellung 

der Jahresrechnung vom ... April 2022 bzw. bei deren Genehmigung nicht zur Verfügung 

standen und stehen konnten. Damit erweist sich aber die Bilanz als nicht handelsrechts-

widrig und ist eine Berichtigung demnach nicht möglich.  

d)  Wertberichtigungen Finanzanlagen/Rückstellungen  für  Verluste aus  Finan-

zierungen  

In der modifizierten Jahresrechnung führte die Pflichtige eine Wertberichtigung 

auf Finanzanlagen von Fr. 1 Mio. auf (zuvor bestand keine Wertberichtigung) und bildete 

ferner Rückstellungen für Verluste aus Finanzierungen von Fr. 1'173'123.28. 

aa)  Diesbezüglich  führt  sie  lapidar  aus,  den  Darlehensrisiken  sei  nicht  genü-

gend  Rechnung  getragen  worden.  Die  Argumentation  der  Vorinstanz,  aufgrund  des  

hohen Eigenkapitals der G sei keine Wertberichtigung nötig, schlage fehl. Man könne 

einzig  den  Schluss  ziehen,  dass  in  der  Vergangenheit  Gewinne  zurückbehalten  und 

nicht ausgeschüttet worden seien. Angesichts der Personalaufwendungen bei der G von 

Fr. 12.35  Mio.  für  2023  reiche  ein  Eigenkapital  von  Fr.  1'911'092.-  gerade  mal  für 

54 Tage, um Löhne und Sozialaufwendugen zu bezahlen.  

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Auch bei der H seien durchaus Finanzrisiken vorhanden, auch wenn sich diese 

bislang nicht in handelsrechtlichen Bilanzverlusten ausgewirkt hätten. Die Nettoliquidität 

tendiere gegenwärtig gegen Null. Die Grosskunden würden lange Zahlungsfristen bean-

spruchen; die Debitorenlaufzeit belaufe sich 2023 auf 78 Tage. Die Vorräte der H würden 

sich Ende 2023 zu Herstellerkosten bzw. Einstandspreisen auf Fr. 18 Mio. belaufen. Bei 

der Bilanzerstellung habe sich gezeigt, dass viele inkurante Teile vorhanden seien. Die 

H habe Fr. 5 Mio. abschreiben müssen. 

bb) aaa) Das Erfordernis von Wertberichtigungen ergibt sich handelsrechtlich 

aus Art. 960a Abs. 3 OR, wonach bei konkreten Anzeichen für eine Überbewertung von 

Aktiven diese Werte zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen sind. Folglich muss 

für  Aktiven  mindestens  auf  jeden  Bilanzstichtag  hin  überprüft  werden,  ob  die  Vermö-

genswerte in ihrem Wert beeinträchtigt sind (Bertschinger, Rz. 362 f.). Sind sie das und 

erfolgt  keine  entsprechende  Wertberichtigung,  ist  die  Bilanz  diesbezüglich  handels-

rechtswidrig sowie berichtigungsbedürftig. 

Die Pflichtige stützt ihre Wertanpassung indes auf Entwicklungen, die im Zeit-

punkt der Erstellung und Genehmigung der Jahresrechnung 2021 nicht bekannt waren 

und nicht bekannt sein konnten, da sie noch nicht eingetreten waren. Die Nettoliquidität 

und Vorräte der H beliefen sich pro 2021 auf Werte, die keinen Anlass für Wertberichti-

gungen gaben. Auch betreffend die G fehlen Anhaltspunkte dafür, dass im Zeitpunkt der 

Erstellung und Genehmigung der Jahresrechnung Anlass zur Wertberichtigung des Dar-

lehens bestanden hätte und wird dies von der Pflichtigen auch nicht behauptet. Ange-

sichts dieser Umstände ist eine Bilanzberichtigung nicht angezeigt und handelt es sich 

bei  der  von  der  Pflichtigen  vorgenommenen  Wertanpassung  um  eine  unzulässige  

Bilanzänderung. 

bbb) Ferner gilt es Folgendes zu berücksichtigen: Inhaber der Pflichtigen sind 

N, der zugleich Vorsitzender der Geschäftsführung ist, sowie O, P und Q. N ist zugleich 

Präsident des Verwaltungsrats der G und der H, in welchen O Vizepräsidentin des Ver-

waltungsrats und P Verwaltungsratsmitglied sind. Die drei Firmen sind mithin eng ver-

bunden. 

Bei Wertberichtigungen auf Darlehen zwischen verbundenen Unternehmen ver-

langt  der  Drittvergleich,  zu  fragen,  ob  eine  unabhängige  Gesellschaft,  die  einem  Ge-

schäftspartner einen Kredit zu marktüblichen Konditionen gewährt hätte, ebenfalls eine 

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Wertberichtigung vornehmen dürfte. Dabei ist allerdings festzuhalten, das Darlehen zwi-

schen verbundenen Unternehmen einer Wertberichtigung in der Regel nicht zugänglich 

sind; denn es ist an den Aktionären bzw. Gesellschaftern, dafür zu sorgen, dass eine 

Gefährdung von gegenseitigen Forderungen gar nicht erst eintritt. Erscheint die Schwes-

tergesellschaft als nicht mehr zahlungsfähig, ist sie mit genügend Eigenmitteln auszu-

statten, um ihre Bonität wiederherzustellen. Nur wenn die Forderungsgefährdung durch 

Umstände bewirkt wird, welche ausserhalb des Einflussbereichs der Muttergesellschaft 

bzw. der Aktionäre/Gesellschafter liegen und die auch unter unabhängigen Gesellschaf-

ten zu einer Wertberichtigung berechtigen, ist bei verbundenen Unternehmen eine sol-

che Massnahme geschäftsmässig begründet. Meistens wird dies indes verneint und die 

Wertberichtigung  als  verdeckte  Gewinnausschüttung  behandelt  (VGr,  29.  April  2020, 

SB.2019.00118 + 119, E. 3.1.4 mit Verweis auf BGr, 12. Februar 2016, 2C_252/2014, 

E. 4.3).  

Vorliegend erhöhte  die Pflichtige ihr  Darlehen an  die  H  stetig  zwischen 2019 

und 2023, sodass sich die Frage stellt, ob eine unabhängige Drittgesellschaft angesichts 

der abnehmenden Nettoliquidität der H dasselbe getan hätte. Letztlich kann die Frage 

indes offen gelassen werden, da die Änderung der Bilanz ohnehin nicht zuzulassen ist.  

cc)  Auch  betreffend  Rückstellungen  scheitert  eine  Bilanzberichtigung  daran, 

dass  im  Zeitpunkt  der  Bilanzerstellung/Bilanzgenehmigung  keine  Gründe  bestanden, 

solche zu bilden, weswegen deren Unterlassung nicht handelsrechtswidrig sein kann.  

dd) Zusammenfassend stützt die Pflichtige ihre Wertberichtigung und Rückstel-

lungen auf die Jahresrechnungen der G und H für das Geschäftsjahr 2023, die ihr frü-

hestens anfangs 2024 zur Verfügung standen und auf Entwicklungen gründen, die im 

Zeitpunkt der Jahresrechnung vom ... April 2022 in der Zukunft lagen. Eine Bilanzberich-

tigung aufgrund dieser Zahlen ist nach dem Gesagten ausgeschlossen.  

e) Finanzertrag 

aa) In der korrigierten Jahresrechnung reduzierte die Pflichtige den ursprünglich 

deklarierten Finanzertrag von Fr. 128'275.94 auf Fr. 31'937.15. Dazu führte sie aus, sie 

habe auf den von ihr gewährten Darlehen einen Sollzins von 1% verrechnet. Gemäss 

Rundscheiben  der  ESTV  sei  2021  für  Vorschüsse  an  Beteiligte  ein  Zinssatz  von 

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mindestens  0.25%  anzuwenden  gewesen.  Im  Zuge  der  Bilanzberichtigung  habe  die 

Pflichtige diesen Zinssatz angewendet und die Zinsbelastung korrigiert. 

bb) Das Rundschreiben der ESTV vom 28. Januar 2021 betreffend steuerlich 

anerkannte  Zinssätze  2021  für  Vorschüsse  und  Darlehen  in  Schweizer  Franken setzt 

einen Rahmen von 0.25% bis 1% fest für die Verzinsung von Darlehen an nahestehende 

Dritte oder Beteiligte, wobei diese Werte lediglich als safe haven gelten, bei deren Ein-

haltung keine Aufrechnung von geldwerten Leistungen erfolgt. Das Rundschreiben be-

sagt nichts über die Handelsrechtskonformität der jeweiligen Zinsen.  

Die Pflichtige behauptet nicht, der Zinssatz von 1% wäre handelsrechtswidrig 

gewesen und es befinden sich in den Akten auch keine Anhaltspunkte dafür. Ohnehin 

befand sie sich mit einem Zinssatz von 1% noch in dem von der ESTV im Rundschreiben 

festgelegten Rahmen, weswegen die Berufung darauf keine Bilanzberichtigung zu recht-

fertigen vermag. Überdies handelt es sich bei der Zinsbelastung für das Geschäftsjahr 

2021 um einen abgeschlossenen Vorgang in der Vergangenheit, der nicht Jahre später 

rückwirkend  geändert  werden  kann.  Damit  bestand  auch  betreffend  den  Finanzertrag 

kein Grund für eine Bilanzberichtigung und hat die Pflichtige vielmehr eine unzulässige 

Bilanzänderung vorgenommen.  

9.  Zusammenfassend  ist  der  Rekurs  abzuweisen.  Ausgangsgemäss  sind  die 

Verfahrenskosten der Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

2.  Es wird davon Vormerk genommen, dass sich die Parteien darauf geeinigt haben, 

dass  sich  der  Sitz  der  Rekurrentin  in  der  Steuerperiode  1.1. - 31.12.2021  in  

C befand. 

[…] 

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