# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 049eaef2-1be4-573d-8ccf-65d628af73fc
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-05-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.05.2021 E-1639/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1639-2021_2021-05-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1639/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  M a i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Roswitha Petry, 

mit Zustimmung von Richterin Daniela Brüschweiler,  

Gerichtsschreiberin Mara Urbani. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

alle Afghanistan,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 10. März 2021 / N (…). 

 

 

 

E-1639/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) und drei seiner minderjähri-

gen Söhne suchten am (…) Dezember 2020 in der Schweiz um Asyl nach. 

Die Vorinstanz prüfte ihre Asylgesuche im beschleunigten Verfahren nach 

Art. 26c AsylG [SR 142.31]. Anlässlich der Personalienaufnahme (PA) vom 

8. Dezember 2020 und der Anhörung vom 1. März 2021 machte der Be-

schwerdeführer im Wesentlichen Folgendes geltend: 

Er sei afghanischer Staatsangehöriger tadschikischer Ethnie und in 

E._______ in der Nähe von Kabul geboren. Als Kind sei er mit seiner Fa-

milie nach Iran ausgewandert und ungefähr 28–30 Jahre dort wohnhaft ge-

wesen. 

Im Jahr (…) sei F._______ – der Ehemann seiner Schwägerin – im Zusam-

menhang mit kriminellen Tätigkeiten ermordet worden. Die Täter hätten be-

hauptet, dass die Ehefrau (die Schwägerin des Beschwerdeführers) die 

Auftraggeberin gewesen sei. Deshalb sei sie inhaftiert worden. Die Ehefrau 

des Beschwerdeführers habe dann versucht, ihrer Schwester aus der Haft 

zu verhelfen. Sie habe im Jahr 2017 eine Kaution bezahlt, woraufhin ihre 

Schwester freigelassen worden sei. Der Prozess der beiden Täter sowie 

der Schwägerin des Beschwerdeführers sei noch hängig. Seither seien die 

Mörder hinter seiner Ehefrau her. Auch die erste Ehefrau von F._______ – 

von der bis zu dessen Tod niemand gewusst habe – sowie dessen Bruder 

und Sohn hätten seine Ehefrau verfolgt. Sie sei in Iran und auch später in 

Afghanistan mehrmals persönlich, telefonisch und über Nachrichten be-

droht worden. Aus diesem Grund hätten sie sich 2017 dafür entschieden, 

Iran zu verlassen und in die Türkei auszureisen. An der Grenze seien sie 

jedoch kontrolliert und nach Afghanistan ausgeschafft worden. Dort hätten 

sie während der ersten sechs Monate friedlich gelebt, bis sie Drohungen 

seitens eines einflussreichen (…) erhalten hätten, die in Zusammenhang 

mit einer 20 Jahre zurückliegenden Familienfehde stünden. Vor mehr als 

20 Jahren sei der Bruder des (…) getötet worden. Der Bruder des Be-

schwerdeführers sei damals der Tat verdächtigt worden, weil er den 

Mujaheddin angehört habe. Als Racheakt sei dann die Schwester des Be-

schwerdeführers entführt und getötet worden. Der Beschwerdeführer sei 

zu diesem Zeitpunkt in Iran gewesen. Ungefähr sechs Monate nach seiner 

Rückkehr nach Afghanistan habe sich herumgesprochen, dass er sich wie-

der dort befinde. Er sei zweimal telefonisch vom (…) bedroht worden, wes-

halb er seine Telefonnummer geändert habe. 

E-1639/2021 

Seite 3 

Mitte 2018 hätten die Beschwerdeführenden aus Furcht vor dem (…) sowie 

den Familienmitgliedern und Mördern von F._______ Afghanistan erneut 

verlassen und seien über verschiedene Länder in die Schweiz eingereist. 

Der Sohn des Beschwerdeführers B._______ machte in seiner Anhörung 

vom 1. März 2021 – abgesehen von der vorgebrachten Verfolgung im Zu-

sammenhang mit der Ermordung von F._______ – geltend, seine Familie 

sei aufgrund ihrer Nationalität in Iran diskriminiert worden.  

B.  

Die Beschwerdeführenden erhielten vom SEM die Gelegenheit, zum Ent-

wurf des Asyl- und Wegweisungsentscheids Stellung zu nehmen, wovon 

sie mit Schreiben vom 9. März 2021 Gebrauch machten.  

C.  

Mit Verfügung vom 10. März 2021 – gleichentags eröffnet – verneinte die 

Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden und 

lehnte ihre Asylgesuche ab. Gleichzeitig ordnete sie wegen Unzumutbar-

keit des Wegweisungsvollzugs ihre vorläufige Aufnahme an. 

D.  

Die von Amtes wegen zugewiesene Rechtsvertretung legte ihr Mandat mit 

Schreiben vom 10. März 2021 nieder.  

E.  

Gegen den Entscheid der Vorinstanz erhoben die Beschwerdeführenden 

am 8. April 2021 (Poststempel: 9. April 2021) Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht und beantragten die Aufhebung der vorinstanzlichen 

Verfügung. Sie seien als Flüchtlinge anzuerkennen und ihre Asylgesuche 

seien gutzuheissen. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen.  

In prozessualer Hinsicht ersuchten sie um unentgeltliche Prozessführung 

unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

F.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

13. April 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG). Glei-

chentags bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang der Be-

schwerde.  

 

E-1639/2021 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 10 Verordnung über Massnahmen im 

Asylbereich im Zusammenhang mit dem Coronavirus [Covid-19-Verord-

nung Asyl, SR 142.318]; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

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Seite 5 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der gesuchsbegründenen Aussagen in verschiedenen Entschei-

den dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen 

werden (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.2 f. und BVGE 2012/5 E. 2.2).  

5.  

5.1 Den ablehnenden Entscheidentwurf begründete die Vorinstanz damit, 

die geltend gemachte Bedrohung durch die Familie und die Mörder des 

Ehemanns der Schwägerin des Beschwerdeführers würden keine Asylre-

levanz entfalten. Es handle sich um ein innerfamiliäres Problem, welches 

auf kriminelle Aktivitäten zurückzuführen sei. Diesem liege kein asylrele-

vantes Verfolgungsmotiv zugrunde. Auch die Konsequenzen, welche sie 

allenfalls durch die Nichteinhaltung der Freilassungsbestimmungen der 

Schwägerin in Iran zu befürchten hätten, würden keine Asylrelevanz ent-

falten. Es sei nämlich nicht davon auszugehen, dass diese zu einer asylre-

levanten Verfolgung der Beschwerdeführenden in Afghanistan führen wür-

den. Die vom Sohn des Beschwerdeführers geltend gemachte Diskriminie-

rung von Afghanen in Iran würde nicht dazu führen, dass sie in Afghanistan 

asylrelevante Nachteile zu befürchten hätten. Das Vorbringen betreffend 

die Bedrohung durch den (…) sei unglaubhaft. Es sei nicht nachvollziehbar, 

dass der Beschwerdeführer über 20 Jahre nach der Entführung seiner 

Schwester immer noch wegen der Tötung des Bruders des (…) verfolgt 

werde. Die Entführung der Schwester selbst sei bereits ein Racheakt ge-

wesen, weshalb nicht ersichtlich sei, weshalb dieser nach wie vor Rache 

an ihm ausüben wolle. Der Beschwerdeführer scheine die telefonischen 

Drohungen nicht als lebensbedrohlich eingestuft zu haben, zumal er ange-

geben habe, in Kabul weder Schwierigkeiten noch etwas Schlimmes erlebt 

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Seite 6 

zu haben. Diese Einschätzung werde dadurch gestützt, dass er als einzige 

Vorsichtsmassnahme seine Telefonnummer geändert habe und danach 

nicht mehr vom (…) behelligt worden sei. Deshalb sei davon auszugehen, 

dass kein begründeter Anlass zur Annahme einer sich in absehbarerer Zu-

kunft verwirklichenden Verfolgung bestehe. 

5.2 In der Stellungnahme vom 9. März 2021 zum Entscheidentwurf führten 

die Beschwerdeführenden aus, sie seien mit dem Inhalt desselben nicht 

einverstanden. Insbesondere könnten sie nicht nachvollziehen, warum 

ihnen die vorgebrachte Verfolgung durch den (…) nicht geglaubt werde. 

Dieser habe es immer noch auf die Familie des Beschwerdeführers abge-

sehen und sei im ganzen Land gut vernetzt. Er habe irgendwann heraus-

gefunden, wo sich die Beschwerdeführenden befinden würden. Deshalb 

hätten sie begründete Furcht vor einer Verfolgung durch den (…). 

5.3 In ihrem Asylentscheid vom 10. März 2021 hielt die Vorinstanz an ihrer 

Begründung fest und führte zur Stellungnahme der Beschwerdeführenden 

aus, diese enthalte keine neuen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine 

Änderung des Standpunktes des SEM rechtfertigen könnten.  

5.4 Dem entgegnet der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift, er 

könne nicht darlegen, weshalb der (…) nach 20 Jahren noch ein Verfol-

gungsinteresse an ihm habe. Die dargelegten Ereignisse hätten jedoch ge-

zeigt, dass dieser immer noch der Ansicht sei, die Familie des Beschwer-

deführers habe seinen Bruder getötet. Sie seien zuvor während vieler 

Jahre in Iran gewesen. Der (…) habe bewusst ihre Rückkehr abgewartet 

und ihn umgehend kontaktiert und bedroht, sobald er davon erfahren und 

die Telefonnummer ermittelt habe. Die Beschwerdeführenden könnten sich 

glücklich schätzen, dass er lediglich die Telefonnummer, nicht aber den 

Aufenthaltsort gekannt habe. Es sei aber nur eine Frage der Zeit gewesen, 

bis er weitere Informationen über sie erlangt hätte. Das Argument der Vo-

rinstanz, er habe die Drohungen nicht als lebensbedrohlich empfunden, 

weil er angegeben habe, in Kabul weder Schwierigkeiten noch etwas 

Schlimmes erlebt zu haben, sei aus dem Zusammenhang gerissen. Er 

habe diese Aussage explizit mit dem Vorbehalt ergänzt, dass es viele Dro-

hungen gegeben habe. Ihre Zeit in Kabul sei von Angst geprägt gewesen. 

Aus Furcht, dass ihre Kinder genauso wie die Schwester des Beschwerde-

führers verschleppt werden könnten, hätten diese die ganze Zeit in ihren 

Zimmern bleiben müssen. An den Dorfältesten habe er sich nicht gewandt, 

weil dieser ihm nicht weitergeholfen, sondern ihn direkt an den (…) ausge-

liefert hätte. Der (…) sei nämlich im Dorf eine einflussreiche Persönlichkeit 

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Seite 7 

im Gegensatz zum Beschwerdeführer, welcher sich erst seit kurzer Zeit 

wieder in Afghanistan befunden habe.  

6.  

6.1 Die Vorinstanz ist zur zutreffenden Einschätzung gelangt, dass die Vor-

bringen der Beschwerdeführenden keine Asylrelevanz entfalten bezie-

hungsweise unglaubhaft sind. Mit den nachfolgenden Ergänzungen kann 

daher zur Vermeidung von Wiederholungen auf die zutreffenden Ausfüh-

rungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. 

Diese sind nicht zu beanstanden. 

6.2 Die Bedrohung durch die Familie und den Mörder von F._______ hat 

die Vorinstanz zu Recht als nicht asylrelevant eingeschätzt, weil es dieser 

vorgebrachten Verfolgung an einem flüchtlingsrechtlich relevanten Motiv 

fehlt. Auch die Konsequenzen, welche allenfalls in Iran aufgrund der Nicht-

einhaltung der Freilassungsbestimmungen der Schwägerin des Beschwer-

deführers zu befürchten sind, führen nicht zur Annahme einer asylrelevan-

ten Verfolgung in Afghanistan. Die Diskriminierung in Iran aufgrund der Na-

tionalität entfaltet ebenfalls keine Asylrelevanz. Die diesbezüglichen Erwä-

gungen des SEM sind zutreffend. Die Beschwerdeführenden halten in ihrer 

Beschwerdeschrift dieser Einschätzung nichts Stichhaltiges entgegen.  

6.3 Die geltend gemachte Verfolgung durch den (…) ist aus den nachfol-

genden Gründen unglaubhaft. Zunächst konnte der Beschwerdeführer 

nicht nachvollziehbar darlegen, weshalb der (…) nach über 20 Jahren im-

mer noch ein Verfolgungsinteresse an ihm haben sollte. Vor allem vor dem 

Hintergrund, dass mit der geltend gemachten Entführung und Tötung der 

Schwester bereits Rache an der Familie des Beschwerdeführers ausgeübt 

worden sei, erscheint es nicht logisch, dass nun auch noch der Beschwer-

deführer aus demselben Grund und über 20 Jahre später verfolgt worden 

sein soll. Der Erklärungsversuch in der Beschwerdeschrift, anscheinend 

sei der (…) immer noch der Ansicht, sein Bruder sei durch die Familie des 

Beschwerdeführers getötet worden, vermag nicht zu überzeugen.  

Zweifelhaft erscheint sodann, dass der Beschwerdeführer ausser der Än-

derung seiner Telefonnummer keine weiteren Vorsichtsmassnahmen er-

griffen hat, um sich vor der angeblichen Verfolgung durch den (…) zu schüt-

zen (vgl. SEM-Akten A14/20 F140). 

Zudem bleibt unklar, vor wem sich der Beschwerdeführer im Zusammen-

hang mit der Entführung seiner Schwester angeblich fürchtete. Einerseits 

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machte er in der Anhörung und in der Beschwerdeschrift geltend, der (…) 

habe ihn aufgrund der 20 Jahre zurückliegenden Ermordung seines Bru-

ders verfolgt. An einer anderen Stelle gab er indessen zu Protokoll, dass 

sowohl er als auch zwei seiner Brüder aufgrund des Ehemannes seiner 

entführten Schwester und einer diesbezüglichen Furcht vor einem Mord 

aus Rache auf der Flucht seien (vgl. A14/20 F70). 

Auch die Zeitangaben des Beschwerdeführers in Bezug auf die geltend 

gemachte Verfolgung durch den (…) sind nicht schlüssig. Der Beschwer-

deführer gab an, 2017 nach Afghanistan ausgeschafft worden zu sein (vgl. 

A14/20 F20). Sechs Monate lang sei nichts passiert, bis er innerhalb von 

ungefähr drei Wochen zweimal telefonisch bedroht worden sei (vgl. A14/20 

F79). Er gab zu Protokoll, im Juli oder August 2018 aus Afghanistan aus-

gereist zu sein (vgl. A14/20 F41). Bis zur Ausreise, mithin während vier 

beziehungsweise sechs bis sieben Monaten, sei es zu keinen weiteren 

Drohungen gekommen (vgl. A14/20 F93 ff.). Demzufolge müssen die an-

geblichen telefonischen Drohungen am Anfang des Jahres 2018 erfolgt 

sein. An anderer Stelle gab der Beschwerdeführer aber zu Protokoll, dass 

seine Feinde über seine Rückkehr informiert gewesen seien, weil er eine 

Tazkera habe ausstellen lassen (vgl. A14/20 F138). Angesichts des Aus-

stellungsdatums der Tazkera (13. März 2017, vgl. A18/12) leuchtet nicht 

ein, warum die geltend gemachten Drohungen per Telefon erst rund neun 

Monate später erfolgt sein sollen. Im Übrigen ist nicht nachvollziehbar, dass 

der (…), welcher eine einflussreiche Persönlichkeit sei, zwar ausgerechnet 

über einen Freund des Beschwerdeführers an dessen Telefonnummer ge-

langt sein sollte, jedoch in den über vier beziehungsweise sechs bis sieben 

darauffolgenden Monaten weder seinen Aufenthaltsort noch seine neue 

Telefonnummer habe ausfindig machen können (vgl. A14/20 F89 ff.).  

6.4 Zusammenfassend haben die Beschwerdeführenden nichts vorge-

bracht, was geeignet wäre, ihre Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder 

zumindest glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat daher ihre Asylgesu-

che zu Recht abgelehnt.  

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

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Seite 9 

7.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

Da das SEM in seiner Verfügung vom 10. März 2021 die vorläufige Auf-

nahme der Beschwerdeführenden angeordnet hat, erübrigen sich praxis-

gemäss Ausführungen zur Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des 

Wegweisungsvollzugs.  

 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt, weshalb auch kein Anlass für eine Rückwei-

sung der Sache an die Vorinstanz besteht (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Be-

schwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerde-

führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege ist unbesehen der finanziellen Verhältnisse der Beschwerde-

führenden abzuweisen, da die Beschwerde gemäss den vorstehenden Er-

wägungen als aussichtslos zu bezeichnen ist und es daher an einer ge-

setzlichen Voraussetzung zu deren Gewährung fehlt. Das Gesuch um Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ist mit vorliegendem Di-

rektentscheid gegenstandslos geworden.   

E-1639/2021 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Mara Urbani