# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5d12ea75-29ff-5fad-ab6f-fd51c0b5e7b0
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-29
**Language:** de
**Title:** Unfallähnliche Körperschädigung; Bruch des Mittelfussknochens infolge Abknicken des Fusses.
**Docket/Reference:** UV.2015.00271
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2015.00271.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2015.00271
damit vereinigt
UV.2016.00004
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin F. Brühwiler
Urteil
vom
29. Februar 2016
in Sachen
1.
Arcosana
AG
Hauptsitz, Abteilung Recht & Compliance
Tribschenstrasse
21, Postfach 2568, 6002 Luzern
2.
X.___
Beschwerdeführerinnen
gegen
Helsana Unfall AG
Zürichstrasse
130, 8600 Dübendorf
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Helsana Versicherungen AG
Recht & Compliance
Postfach, 8081 Zürich Helsana
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren
1985
, ist bei der
Y.___
AG tätig und in dieser
Eigenschaft bei der
Helsana Unfall AG
gegen die Folgen von Unfällen versichert
. Mit Schadenmeldung vom
21. September 2015
(Urk.
7/K1
)
wurde der Helsana Unfall AG mitgeteilt, dass sich die Versicherte
am 17. September 2015
auf dem Weg zur Arbeit
beim Rennen
auf den Bus
den
linken
Fuss „
verknickst
“ habe
.
Der
unmittelbar nach dem Unfall
konsultierte
Arzt
in
der
Z.___
diagnostizierte
eine
Metat
a
rsale
V
Basis
f
rak
tur
links (Urk. 7/M1).
Mit Verfügung vom
13
.
Oktober 2015
(Urk. 7/
K3
) ver
neinte die
Helsana Unfall AG
eine Leistungspflicht mangels Vorliegens eines
Unfall
ereignisses
im
Rechts
sinne
sowie mangels unfallähnlicher
Körper
schädi
gung
.
Dagegen erhob sowohl der Krankenversicherer von
X.___
,
die
Arcosana
AG, als auch die Versicherte Einsprache (Urk. 7/K10, Urk. 7/K13)
. Mit Entscheid vom 26. November 2015 wies der
Unfallversicherer
beide Einsprachen ab
(Urk. 2).
2.
Dagegen
erhoben die
Arcosana
AG
(Beschwerdeführerin 1) und
X.___
(Beschwerdeführer 2) mit Eingaben vom
17. Dezember 2015 (Urk. 1) respektive
5. Januar 2016 (Urk. 8/1) Beschwerde und beantragten, in Aufhebung des
Einspracheentscheids
vom 26. November 2015 sei die Beschwerdegegnerin
zu verpflichten, das Ereignis vom 17. September 2015 als Unfall, eventualiter als
unfallähnliche Körperschädigung anzuerkennen und dafür die gesetzlichen Leis
tungen zu erbringen. Mit Gerichtsverfügung vom 11. Januar 2016
(Urk. 9)
wurde
der Prozess in Sachen
X.___
gege
n die Helsana Unfall AG (UV.2016
.00
004
) mit dem
vorliegenden Prozess vereinigt
.
Mit
Beschwerde
ant
wort
vom 5. Januar 2016 (Urk. 6 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/K1-K17, Urk. 7/M1-M3) respektive 18. Januar 2016 (Urk. 11) schloss d
ie
Beschwer
degeg
nerin
auf Abwei
sung der Beschwerden
, soweit darauf einzutreten sei. Dies
wurde
den Beschwerdeführerinnen mit Verfügung vom 29. J
anuar 2016 (Urk. 13)
mitgeteilt
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der
Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
che
rung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
hand
lung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi
gende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschli
chen Körper
, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesund
heit oder den Tod zur Folge hat.
1.3
1.3.1
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, so
fern
sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzu
führen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist ab
schliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schwei
zerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
1.3.2
Bei den unfallähnlichen Körpe
rschädigungen im Sinne von Art.
9
Abs.
2 UVV entfällt im Vergleich zu den
eigentlichen Unfällen nach Art.
4 ATSG einzig das
Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden äusse
ren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hin
gegen auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt namentlich für das Erfordernis des einwirkenden äusseren Faktors an sich, worunter ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinn
fälliger
–
eben unfallähnlicher
–
Einfluss auf den Körper zu verstehen ist. Dabei kann die schädigende Einwirkung auch in einer körpereigenen Bewegung be
stehen (Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014 vom
8.
Mai
2014 E. 2.2.2 mit Hin
weisen auf BGE 139 V 327 E. 3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1
;
123 V 43 E. 2b).
Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist ein gesteigertes
Schädi
gungspotenzial
, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führenden Faktors. Die physiologische Beanspruchung des Skeletts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren Fak
tor dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2013 vom 1
4.
November 2013 E. 5.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E.
3.3.1, 129 V 466 E.
4.2.2, 4.3). Ein äusserer Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der Rechtspre
chung vor, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physiologisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner Gliedmassen, verbunden ist (Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E.
3.3.1). Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Ände
rungen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu kör
pereigenen Traumen führen können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen belastenden Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse unkontrollierbar gewordenen Positionsände
rung (vgl. BGE 129 V 466 E.
4.2.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3).
Schmerzen als Symptome einer Schädigung nach
Art.
9
Abs.
2 UVV fallen als massgebender äusserer Faktor nicht in Betracht, wenn sie bei einer alltäglichen Lebensverrichtung auftreten, ohne dass ein davon unterscheidbares äusseres Moment mitspielen würde. Wer also etwa beim blossen Aufstehen, Absitzen, Ab
liegen, bei Bewegungen im Raum, Handreichungen und so weiter einen ein
schiessenden Schmerz verspürt, kann allein deswegen noch keine unfallähnliche Körperschädigung geltend machen. Ein äusserer Faktor ist nicht gegeben, wenn die versicherte Person einzig das erstmalige Auftreten von Schmerzen angibt, aber keine gleichzeitig mitwirkende äussere Komponente zu benennen vermag.
Auch ist das Erfordernis eines äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllt, wenn
das Auftreten von Schmerzen bloss mit einem von der versicherten Per
son beschriebenen gewöhnlichen Bewegungsablauf einhergeht. Verlangt wird viel
mehr ein Geschehen, welchem ein gesteigertes Gefährdungspotenzial inne
wohnt,
was zutrifft, wenn die als Schmerzauslöser angegebene Betätigung im Rahmen einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies bei vielen sportlichen Aktivitäten der Fall ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 129 V 466 E. 4.2.1, 4.2.2).
2.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für das Ereignis vom
17. September 2015
leistungspflichtig ist. Dabei zu Recht nicht infrage gestellt wurde, dass die
Fraktur
am linken
Fuss
unter die in Art. 9 Abs. 2
lit
. a bis h UVV aufgelisteten Körperschädigungen fällt
(Urk. 2 S. 5)
. Str
it
tig ist jedoch, ob diese Läsion auf einen schädigenden
äusseren
Faktor zurückzuführen ist (vgl. E. 1.3.2). Ist dies der Fall, ist die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin ge
stützt auf
Art. 9 Abs. 2
lit
. a
UVV gegeben
und es kann offen bleiben, ob das Ereignis vom 17. September 2015 auch
den
Unfallbegriff
gemäss
Art.
4 ATSG erfüllen würde
.
3.
3.1
In
der
Schadenmeldung vom
21. September 2015
(Urk. 7/
K
1)
wurde der
Ereig
nishergang
wie folgt beschrieben:
„
Auf dem Weg zur Arbeit auf den Bus ge
rannt, dabei den linken
Fuss
verknickst
.
“
3.2
Am 27. September 2015 führte die Beschwerdeführerin
2
im Fragebogen zum Hergang des Ereignisses
(Urk. 7/K2)
aus
,
sie
habe
sich den linken
Fuss
„
ver
knickst
“
,
als sie auf dem Weg zur Arbeit
zum Bus
gerannt
e sei
. Humpelnd und mit stechendem Schmerz habe sie
den Bus
doch noch
rechtzeitig
erreicht. Im Bus sei der
Fuss
stark angeschwollen. Nachdem sie am
A.___
ausge
stiegen sei und kaum mehr habe laufen können, sei sie direkt in die
Z.___
gehumpelt. Die Frage, ob etwas Besonderes oder Unvorhergesehenes (wie zum Beispiel Ausgleiten, Sturz, Anschlagen usw.) passiert sei, vernei
nte sie.
3.3
Der erstbehandelnde Arzt der
Z.___
, Dr. med.
B.___
, diagnostizierte eine
Metatarsale
V Basisfraktur links.
Bei der Untersuchung z
eigte sich ein aus
geprägtes Hämatom am lateralen linken
Fussrand
, eine leichte Schürfung sowie eine
Druckdolenz
über der
Metatarsale
V (Urk. 7/M1).
Er überwies die Be
schwerdeführerin
2
zur Weiterbehandlung und weiteren Abklärung an die
Klinik für Unfallchirurgie des
C.___
.
Im Arztzeugnis vom 9. Oktober 2015 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 9/M2)
notierte Dr.
B.___
unter „Angaben des Patienten“, die Patientin sei zum Bus gerannt und habe dabei einen Fehltritt mit Umknicken des linken
Fusses
erl
itten.
3.4
Die Ärzte des
C.___
diagnostizierten eine
Avulsionsfraktur
des Os
Metatarsale
V
. In der Anamnese wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin
2
sei beim
Rennen
auf den Bus
mit dem link
en
Fuss
nach
aussen
umgeknickt, wobei sich eine zunehmende Schwellung entwickelt habe und sich die Beschwerdeführerin
2
eine Schürfung an der
Aussenseite
des
Fusses
zugezogen habe (Bericht vom 17. Septem
ber 2015, Urk. 7/M3).
3.5
Nachdem die Beschwerdegegnerin mit
Verfügung vom 13. Oktober 2015 (Urk. 7/K3)
einen Leistungsanspruch mangels Vorliegens eines Unfallereignisses im Rechtssinne sowie mangels unfallähnlicher Körperschädigung
verneint hatte,
machte
die Beschwerdeführerin
2 mit Einsprache vom 10. November 2015
(Urk. 7/M13) zusätzliche Ausführungen zum Unfallgeschehen.
Sie führte aus, dass
auf der Strasse, auf welcher sie zum Bus h
in
untergerannt sei
,
aufgrund des stürmischen Wetters Blätter und Äste gelegen
hätt
en
.
A
m unteren Ende der Strasse
habe sie
einen Ast
, welcher unter den
Blättern
gewesen sei,
erst
bemerkt
, als sie auf ihn getreten sei. Sie sei darauf ausgerutscht und gleichzeitig
mit dem linken Fuss abgeknickt. Sie habe sich noch mit der linken Hand am Boden ab
stützen und einen Sturz verhindern können. Sie habe sich dennoch leichte Schürfungen an der Hand und eine blutende Schürfung an der Aussenseite des linken Fusses zugezogen. Im Moment, als sie weggeknickt sei, habe sie einen Knacks gehört und einen sofortigen stechenden Schmerz verspürt.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt dafür
,
gestützt auf die Akten sei hinsichtlich des Geschehensablaufes davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin 2 beim
Rennen
auf den Bus der linke Fuss weggeknickt sei
.
Dieses Ereignis erfülle weder den Unfallbegriff noch jenen der unfallähnlichen Körperschädigung, da weder ein ungewöhnlicher äusserer Faktor noch
ein sinnfälliges
Ereignis
vor
liege
. Die von der
Beschwerdeführerin 2
nachträglich im Rahmen des
Einspra
che
v
erfah
rens
gemachten
abweichenden
Angaben würden daran nichts
zu
ändern
vermö
gen
,
da
diese
gemäss der
Beweismaxime der Aussage der ersten Stunde
nicht zu berücksichtigen seien
(Urk. 2, Urk. 6).
4.2
Ob die Beschwerdeführerin 2
,
wie in der Einsprache geschildert
,
bei schlechten Witterungs- und Belagsverhältnissen aufgrund eines verdeckt am Boden liegen
den Astes ausrutschte und
dabei
mit dem linken
Fuss
abknickte
und
sich beim Stürzen mit der Hand auffangen konnte (E. 3.5), oder ob sie sich
den Fuss
bei normalen äusseren Bedingungen
lediglich beim
R
ennen
auf den Bus
ab
knickte
, ist im vorliegenden Fall irrelevant.
Für die Bejahung einer
unfallähnli
chen
Körperschädigung ist es ausreichend, wenn die in Frage stehende körper
eigene Bewegung
mit einer mehr als physiologisch normalen Beanspruchung des Kör
pers, insbesondere seiner Gliedmassen, verbunden ist
(E. 1.3.2).
Dass dies beim Abknicken des Fusses der Beschwerdeführerin 2 der Fall war, erscheint offen
sicht
lich.
Es bildete sich b
ei
ihr
denn
auch
umgehend
ein ausgeprägtes
Häma
tom am lateralen
Fussrand
links mit Schwellung über dem Os
metatarsale
IV und V
und Schürfung
am linken
Fussrand
(E. 3.3, E. 3.4)
, was
kaum
auf eine normale Be
anspruchung des
linken Fusse
s zurückzuführen
ist.
Dass das Abknicken des Fusses ein äusserer schädigender Faktor darstellt,
be
jahte denn auch das Bundesgericht in einem Fall, bei dem die Versicherte beim normalen Gehen auf dem Trottoir mit dem rechten Fuss abknickte und
sich
da
bei eine Distorsion
des oberen Sprunggelenkes rechts mit lateraler
Seitenband
läsion
z
uzog
(Urteil des Bundesgerichts 8C_822/2007 vom 5. August 2008). Das Bundesgericht erwog
, dass das blosse Gehen auf dem Trottoir zwar eine alltägli
che Lebensverrichtung darstelle. Im vorliegenden Fall sei jedoch ein davon zu unterscheidendes äusseres Moment in Form des Abknickens infolge eines Fehl
tritts hinzugekommen, weshalb der äussere schädigende Faktor
und somit das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung
zu bejahen sei
en
(E. 3.2)
.
Die Beschwerdegegnerin hielt
stellungnehmend zu diesem Urteil in der
Beschwerde
antwort
dafür
,
das Bundesgericht habe in diesem Urteil nicht
das Abknicken des Fusses als schädigender ä
usserer Faktor qualifiziert
, sondern der dem Abknicken des Fusses
vorausgegangene
Fehltritt,
weshalb aus diesem Urteil nichts zu Gunsten der Beschwerdeführerinnen abgeleitet werden könne. Vorliegend sei nämlich weder in der Un
fallmeldung, noch im Fragebogen
oder
den medizi
nischen Berichten über
einen
Fehltritt berichtet worden (Urk. 6 S. 2)
. Bei diesen Ausführungen verkennt die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt, welcher dem
zitierten Bundesgerichtsentscheid zugrunde lag. Wie aus dem Urteil 8C_822/2007
ersichtlich ist, schilderte die Versicherte, sie sei mit dem rechten Fuss abge
knickt und präzisierte auf Nachfrage der Unfallversicherung
, welche äusseren Umstände zum Ereignis geführt hätten, „Keine! Bin lediglich mit dem Fuss abgeknickt!“
(E. 2).
Dass das Bundesgericht
zur Bejahung einer
unfallähn
lichen
Körperschädigung
noch ein
en zusätzlichen Geschehensablauf
neben dem Ab
knicken des Fusses fordern würde, ist
daher
zu verneinen. V
ielmehr ist
beim Abknicken des Fusses während dem Gehen
ein Fehltritt
offensichtlich
in
härent
.
Im Übrigen ist der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen, dass ent
gegen
den Ausführungen der Beschwerdegegnerin in den
vorliegenden
medizi
nischen Akten
sogar der Begriff
„
Fehltritt
“
bei der Unfallschilderung
explizit
erwähnt wurde
(E. 3.3).
4.3
Die
Fraktur des Os
Metatarsale
ist daher nach Art. 9 Abs. 2
lit
.
1
UVV als unfallähnliche Körperverletzung zu betrachten, und die Beschwerdegegnerin hat dafür die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Demna
ch ist die Beschwerde gutzuheis
sen.
5.
5.1
Sowohl die Beschwerdeführerin 1 als auch die Beschwerdeführerin 2 beantrag
ten in prozessualer Hinsicht die Ausrichtung einer Parteientschädigung (
Urk.
1 S. 2, Urk. 8/1 S. 1).
5.2
Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder mit
öf
fent
lichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen in der Re
gel keine Parteientschädigung zugesprochen werden. In An
wen
du
ng dieser Be
stimmung hat das Bundesgericht der SUVA und den privaten UVG-Versiche
rern so
wie - von Sonderfällen abgesehen - den Krankenkassen keine
Partei
entschä
digungen
zugesprochen, weil sie als Orga
nisa
tionen mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben zu qua
lifizieren sind (BGE 112 V 356 E. 6 mit Hinweisen).
Dementsprechend
steht
der Beschwerdeführerin 1 trotz Obsiegens keine
Partei
entschädigungen
zu.
5.3
Der Beschwerdeführer
in
2
ist
sodann ebenfalls
keine
Partei
entschädigung zuzu
sprechen, d
a ihr Arbeitsaufwand und
ihre Umtriebe im vorliegenden Verfahren nicht den Rahmen dessen überschritten, was der Einzelne
zumutbarerweise
ne
benbei zur Besorgung seiner persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde
n
wird der angefochtene
Einspracheentscheid
der
Helsana Unfall AG
vom 26. November 2015
aufgehoben und es wird festgestellt,
dass die
Beschwerdegegnerin für die Folgen des Ereignisses vom
17. September 2015
l
eistungspflichtig ist
.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Den Beschwerdeführerinnen werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen.
4
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Arcosana
AG
-
X.___
-
Helsana Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
5
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstF. Brühwiler