# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dcf6252c-d376-5968-94d5-0af07c0de1c5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-12-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 13.12.2004 SF 2004 43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2004-43_2004-12-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 13. Dezember 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 04 43 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Jegen, Riesen-Bienz, Tomaschett-Murer und Burtscher
Aktuarin ad hoc Thöny

——————

In der Strafsache

des X., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. Andrea Bäder 
Federspiel, Postfach 731, Vazerolgasse 2, 7002 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 13. Oktober 2004, 

wegen gewerbsmässigen Diebstahls etc.,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

2

A. X. wurde am 7. Oktober 1979 in A. geboren und wuchs dort zusammen 
mit einem jüngeren Bruder bei seinen Eltern in geordneten Familienverhältnissen 
auf. In Serbien besuchte er den Kindergarten und anschliessend acht Jahre die 
Grund- und Realschule. In der Folge begann er eine Ausbildung in einer Schuhfa-
brik, wobei er eigenen Angaben zufolge vier Tage die Woche zur Schule ging und 
einen Tag praktische Arbeit verrichtete. Diese Ausbildung musste er aber nach kur-
zer Zeit wieder abbrechen, da er im Jahre 1994 im Rahmen des Familiennachzugs 
zusammen mit seiner Mutter und dem Bruder zu seinem Vater in die Schweiz kam. 
Nach seiner Einreise in die Schweiz wohnte X. zusammen mit seiner Familie in B., 
wo er zwei Jahre die Realschule besuchte. Anschliessend begann er bei der Garage 
C. in D. eine Lehre als Automechaniker, die er jedoch nach wenigen Monaten wie-
der abbrach. Ohne eine Berufslehre abgeschlossen zu haben, arbeitete er in der 
Folge in den Sommermonaten bis ins Jahr 2003 an verschiedenen Orten auf dem 
Bau sowie im Gerüst- und Fensterbau. In den Wintermonaten beschäftigte er sich 
bis 1999 als Küchengehilfe im Bergrestaurant „E.“ in F.. Letztmals war er im Som-
mer 2003 für eine Temporärfirma im Fürstentum Liechtenstein tätig. Seither geht er 
keiner geregelten Arbeit mehr nach. X. wechselte auch häufig seinen Wohnort. Im 
Herbst 1999 zog er nach G., anfangs 2000 nach H. und im Jahre 2001 nach I.. Nach 
einem vorübergehenden Aufenthalt bei seinen Eltern in J. bezog er zunächst eine 
Wohnung in K. und anfangs 2004 ein Zimmer im Hotel L. in H.. Er hat eigenen An-
gaben zufolge Schulden in der Höhe von Fr. 2'000.-- bis Fr. 3'000.--. X. ist ledig und 
hat keine Unterhaltsverpflichtungen. 

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit drei Vorstrafen verzeichnet. 
Am 17. Februar 2000 verurteilte ihn das Bezirksamt Werdenberg wegen mehrfa-
chen Führens eines Motorfahrzeuges ohne Versicherungsschutz etc. zu einer Wo-
che Gefängnis unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren und einer Busse von 
Fr. 600.--. Am 11. September 2001 sprach ihn das Kantonsgericht von Graubünden 
des gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls und weiterer Delikte für schuldig und 
verurteilte ihn zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 18 Monaten unter Ansetzung 
einer Probezeit von 2 Jahren. Gleichzeitig wurde der bedingte Strafvollzug der Vor-
strafe widerrufen. Wegen grober Verkehrsregelverletzung erfolgte am 12. März 
2003 eine weitere Verurteilung durch das Bezirksgericht Werdenberg, wobei eine 
unbedingte Gefängnisstrafe von einem Monat ausgesprochen und die Probezeit der 
vom Kantonsgericht von Graubünden ausgefällten Strafe um ein Jahr verlängert 
wurde. 

3

Der Leumund von X. muss namentlich aufgrund dieser mehreren Vorstrafen 
als getrübt bezeichnet werden. 

B. Am 5. Mai 2004 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden gegen 
X. eine Strafuntersuchung wegen Diebstahls etc.. Mit der Durchführung der Unter-
suchung wurde das Untersuchungsrichteramt D. beauftragt. Im Rahmen des gegen 
X. geführten Verfahrens wurde am 15. September 2004 durch die Psychiatrischen 
Dienste Graubünden ein forensisch-psychiatrisches Gutachten erstellt. Die Gutach-
terin diagnostizierte bei X. eine antisoziale Persönlichkeitsstörung. Seine wesentli-
chen Charakterzüge seien emotionale Instabilität und mangelnde Impulskontrolle. 
Ausbrüche von gewalttätigem und bedrohlichem Verhalten seien häufig, vor allem 
bei Kritik durch andere.

Die durch die Staatsanwaltschaft Graubünden gestellten Fragen wurden von 
der Gutachterin wie folgt beantwortet:

„1. War der Angeschuldigte zur Zeit der Tat in seiner geistigen Gesundheit 
oder in seinem Bewusstsein beeinträchtigt oder war er geistig mangel-
haft entwickelt, so dass seine Fähigkeit zur Einsicht in das Unrecht seiner 
Tat oder zum Handeln gemäss dieser Einsicht herabgesetzt war, wenn 
ja, in welchem Grad (Art. 11 StGB)?

Die Zurechnungsfähigkeit des Expl. war zum Zeitpunkt der inkriminierten 
Taten voll erhalten.

2. Erfordert der Geisteszustand des Angeschuldigten ärztliche Behandlung 
oder besondere Pflege und ist anzunehmen, eine allfällige Rückfallge-
fahr lasse sich durch die Einweisung in eine Heil- und Pflegeanstalt ver-
hindern oder vermindern (Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 StGB)?

Nein.

Genügt eine ambulante Behandlung im Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 
letzter Satz StGB?

Entfällt.

Wäre der sofortige Vollzug einer Strafe mit einer ambulanten Behand-
lung vereinbar oder würde diese durch den Strafvollzug schwer beein-
trächtigt?

Entfällt.

3. Junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren: Erscheint nach dem kör-
perlichen und geistigen Zustand des Angeschuldigten sowie im Blick auf 
dessen Erziehbarkeit zur Arbeit zur Verhütung einer allfälligen Rückfall-
gefahr die Einweisung in eine Arbeitserziehungsanstalt zweckmässig 
(Art. 100bis StGB)?

Nein.

4. Für den Fall des bedingten Strafvollzuges: Ist eine psychiatrische Be-
handlung notwendig oder zweckmässig (Art. 41 Ziff. 2 Abs. 1 StGB), so 

4

dass Weisungen (welche?) angezeigt wären oder Schutzaufsicht ange-
ordnet werden sollte?

Entfällt.

5. Sind andere Massnahmen zweckmässig, z.B. Bevormundung, Verbei-
ständung?

Nein.“

C. X. wurde am 4. Mai 2004 in M. festgenommen und befand sich bis am 
5. Mai 2004 in Polizeihaft. Mit Entscheid des Haftrichters vom 5. Mai 2004, gleichen-
tags mitgeteilt, wurde er in Untersuchungshaft versetzt und am 13. Mai 2004 in die 
Strafanstalt Sennhof überführt. Am 29. Juni 2004 entwich er anlässlich eines Zahn-
arztbesuches, konnte jedoch am 15. Juli 2004 in N. erneut festgenommen werden. 
Ein Gesuch um Haftentlassung wurde mit Entscheid vom 18. Juni 2004, mitgeteilt 
am 21. Juni 2004, durch den Haftrichter des Bezirksgerichts Plessur abgewiesen 
mit der Begründung, dass gestützt auf die von der Staatsanwaltschaft Graubünden 
eingereichte schriftliche Stellungnahme und die Beweismittel davon auszugehen 
sei, dass die Haftgründe der Fortsetzungs- und Fluchtgefahr im Sinne von Art. 83 
Abs. 1 lit. c und a StPO gegeben seien. Die Untersuchungshaft wurde mit Verfügung 
des Haftrichters vom 16. August 2004, mitgeteilt am 17. August 2004, verlängert.

D. Mit Verfügung vom 25. Mai 2004 wies das Ausländeramt St. Gallen 
das Gesuch von X. um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab und ordnete 
dessen Wegweisung aus dem Kanton St. Gallen an. Das Bundesamt für Zuwande-
rung, Integration und Auswanderung (IMES) dehnte die kantonale Wegweisung mit 
Entscheid vom 19. Juli 2004 auf die ganze Schweiz sowie das Fürstentum Liech-
tenstein aus. Ausserdem erliess es eine Einreisesperre auf unbestimmte Dauer. 
Diese Wegweisung wird mit der Entlassung aus der Haft beziehungsweise aus dem 
Strafvollzug wirksam. 

E. Mit Verfügung vom 13. Oktober 2004 wurde X. wegen gewerbsmässi-
gen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB, mehrfacher Sachbeschädigung 
gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB und mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 
StGB in Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der 
Staatsanwaltschaft von Graubünden vom 13. Oktober 2004 folgender Sachverhalt 
zugrunde:

„X. wird angeklagt

des gewerbsmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB, der mehrfa-
chen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB und des mehrfachen 
Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB.

5

Zwischen dem 10. Januar und dem 30. April 2004 verübte X. im O. und im 
P. sowie in Q. und Umgebung insgesamt 40 Einbruchdiebstähle bzw. Ver-
suche (Dossiers 7 - 46) Gemäss Angaben der Geschädigten beläuft sich der 
Gesamtdeliktsbetrag auf Fr. 46'576.70 und der angerichtete Sachschaden 
auf Fr. 26'305.60. Der Angeklagte gibt die ihm vorgeworfenen Taten vollum-
fänglich zu, beziffert jedoch den Deliktsbetrag auf Fr. 10'107.70 und den 
Sachschaden auf mindestens Fr. 25'205.60. In 36 Fällen haben die Geschä-
digten Strafantrag wegen Sachbeschädigung (Dossiers 7, 8, 10, 12 - 25, 27 
- 30, 32 - 46) und in 30 Fällen wegen Hausfriedensbruchs (Dossiers 9, 10, 
12 - 17, 22- 26, 28, 29, 32 - 46) gestellt. X. beging diese Straftaten alleine 
(act. 5.9 S. 2). Als Grund für sein deliktisches Verhalten gibt der arbeitslose 
Angeklagte die Finanzierung seines Lebensunterhaltes an (act. 5.9 S. 2, 
5.12 S. 6). 

Im Einzelnen werden dem Angeklagten folgende Delikte zur Last gelegt:

1. Tatbestand: Diebstahlsversuch, Sachbeschädigung

Ort: O1.

Zeit: 10./11.01.2004

Geschädigter: G1.

Sachschaden: ca. Fr. 100.-- (Eingangstüre beschädigt)

Akten: Dossier 7

2. Tatbestand: Diebstahlsversuch, Sachbeschädigung

Ort: O2.

Zeit: 12./13.01.2004

Geschädigter: G2.

Sachschaden: ca. Fr. 500.-- (Terrassentüre beschädigt)

Akten: Dossier 8

3. Tatbestand: Diebstahlsversuch, Hausfriedensbruch

Ort: O3.

Zeit: 12./13.01.2004

Geschädigter: G3.

Deliktsgut: ---

Sachschaden: ---

Bemerkungen: Der Angeklagte behauptet, unbekannte Täter hät-
ten vor ihm einen Einbruchdiebstahl in dieses Re-
staurant begangen, was nicht widerlegt werden 
kann.

Akten: Dossier 9

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4. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O4.

Zeit: 27.01.2004

Geschädigter: G4.

Deliktsgut: ca. Fr. 3'000.-- (Lose)

Sachschaden: ca. Fr. 150.-- (Thekenschublade beschädigt)

Bemerkungen: Gemäss Angaben des Angeklagten beläuft sich 
der Deliktsbetrag auf höchstens Fr. 1'000.--.

Akten: Dossier 10

5. Tatbestand: Diebstahlsversuch

Ort: O5.

Zeit: 01. - 15.02.2004

Geschädigter: G5.

Sachschaden: ca. Fr. 50.-- (Balkontüre beschädigt)

Akten: Dossier 11

6. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O6.

Zeit: 10./11.02.2004

Geschädigter: G6.

Deliktsgut: a) Fr. 3'010.-- (Zigaretten und Bargeld)

Sachschaden: a) Fr. 2'500.-- (Zigarettenautomat total beschä-
digt)

b) Fr. 500.-- (2 Fenster beschädigt)

Bemerkungen: Deliktsbetrag gemäss Angeklagtem „nur“ Fr. 100.-
-

Akten: Dossier 12

7. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O7.

Zeit: 16./17.02.2004

Geschädigter: G7

Deliktsgut: a) Fr. 5'943.70 (Bargeld, Zigaretten, Banknoten-
etui, 2 Serviceportemonnaies, 20 Kugelschrei-
ber, Süssigkeiten)

7

Sachschaden: b) ca. Fr. 500.-- (2 Türen beschädigt)

Bemerkungen: Deliktsbetrag gemäss Angeklagtem „nur“ 
Fr. 1'221.50.--

Akten: Dossier 13

8. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O8.

Zeit: 05.03.2004

Geschädigter: G8.

Deliktsgut: ca. Fr. 4'180.-- (Bargeld, 2 Serviceportemonnaies, 
Portemonnaie, Zigaretten, Lose)

Sachschaden: ca. Fr. 500.-- (Türe beschädigt)

Bemerkungen: Deliktsbetrag gemäss „Angeklagtem „nur“ 
Fr. 1'430.--

Akten: Dossier 14

9. Tatbestand: Diebstahlsversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-
densbruch

Ort: O9.

Zeit: 14./15.03.2004

Geschädigter: G9.

Sachschaden: ca. Fr. 600.-- (Eingangstüre beschädigt)

Akten: Dossier 15

10. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O10.

Zeit: 14./15.03.2004

Geschädigter: G10.

Deliktsgut: ca. Fr. 910.-- (Zigaretten, Bargeld, 2 Serviceporte-
monnaies, Lose)

Sachschaden: ca. Fr. 600.-- (Türe u. Buffetschubladen beschä-
digt)

Akten: Dossier 16

11. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O11.

8

Zeit: 14./15.03.2004

Geschädigter: G11.

Deliktsgut: ca. Fr. 4’905.-- (Zigaretten, Lose, Bargeld)

Sachschaden: ca. Fr. 300.-- (Türe beschädigt)

Bemerkungen: Deliktsbetrag gemäss Angeklagtem „nur“ Fr. 225.-
-

Akten: Dossier 17

12. Tatbestand: Diebstahlsversuch, Sachbeschädigung

Ort: O12.

Zeit: 15.03.2004

Geschädigter: G12.

Sachschaden: ca. Fr. 300.-- (Eingangstüre beschädigt)

Akten: Dossier 18

13. Tatbestand: Diebstahlsversuch, Sachbeschädigung,

Ort: O13.

Zeit: 16./17.03.2004

Geschädigter: G13. 

Sachschaden: ca. Fr. 300.-- (Eingangstüre beschädigt)

Akten: Dossier 19

14. Tatbestand: Diebstahlsversuch, Sachbeschädigung, 

Ort: O14.

Zeit: 17.03.2004

Geschädigter: G14.

Sachschaden: ca. Fr. 100.-- (Eingangstüre beschädigt)

Akten: Dossier 20

15. Tatbestand: Diebstahlsversuch, Sachbeschädigung, 

Ort: O15.

Zeit: 17.03.2004

Geschädigter: G15.

Sachschaden: ca. Fr. 1000.-- (Eingangstüre beschädigt)

Bemerkungen: Der vom Geschädigten angegebene Sachscha-
den ist gemäss Angeklagtem „weit übertrieben“.

Akten: Dossier 21

9

16. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O16.

Zeit: 17.03.2004

Geschädigter: G16.

Deliktsgut: ca. Fr. 30.-- (Bargeld)

Sachschaden: ca. Fr. 500.-- (2 Türen beschädigt)

Bemerkungen: Der Angeklagte will in diesem Restaurant nichts 
gestohlen haben.

Akten: Dossier 22

17. Tatbestand: Diebstahlsversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-
densbruch

Ort: O17.

Zeit: 17.03.2004

Geschädigter: G17.

Sachschaden: ca. Fr. 500.-- (Eingangstüre u. Schublade beschä-
digt)

Akten: Dossier 23

18. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O18.

Zeit: 18./19.03.2004

Geschädigter: G18.

Deliktsgut: a) ca. Fr. 15.-- (Bargeld)

b) Fr. 760.-- (Fahrrad)

Sachschaden: a) ca. Fr. 2’450.-- (2 Türen u. 2 Münzgeldautoma-
ten für Tumbler sowie für Waschmaschine be-
schädigt)

Bemerkungen: Der Angeklagte bestreitet, ein Fahrrad entwendet 
zu haben. Er will sich lediglich Fr. 15.-- angeeignet 
haben.

Akten: Dossier 24

19. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O19.

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Zeit: 18./19.03.2004

Geschädigter: G19.

Deliktsgut: ca. Fr. 3'172.-- (Bargeld u. Kosmetikprodukte)

Sachschaden: ca. Fr. 200.-- (Eingangstüre beschädigt)

Bemerkungen: Deliktsbetrag gemäss Angeklagtem „nur“ Fr. 232.-
- (Fr. 200.-- Bargeld und 2 Dosen Gel)

Akten: Dossier 25

20. Tatbestand: Diebstahl, Hausfriedensbruch

Ort: O20.

Zeit: 18./19.03.2004

Geschädigter: G20.

Deliktsgut: Fr. 268.-- (Kleinbild-Suchkamera)

Bemerkungen: Der Angeklagte will in dieser Wohnung nichts ge-
stohlen haben.

Akten: Dossier 26

21. Tatbestand: Diebstahlsversuch, Sachbeschädigung

Ort: O21.

Zeit: 19.03.2004

Geschädigter: G21.

Sachschaden: ca. Fr. 600.-- (Eingangstüre beschädigt)

Akten: Dossier 27

22. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O22.

Zeit: 19.03.2004

Geschädigter: G22.

Deliktsgut: ca. Fr. 928.-- (Bargeld, Lose, Serviceportemon-
naie)

Sachschaden: ca. Fr. 600.-- (Eingangstüre beschädigt)

Akten: Dossier 28

23. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O23.

Zeit: 21.03.2004

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Geschädigter: G23.

Deliktsgut: b) Fr. 1'000.-- (Bargeld)

Sachschaden: a) Fr. 300.-- (Notausgangstüre beschädigt)

b) Fr. 800.-- (Geldwechselautomat beschädigt)

Bemerkungen: Deliktsbetrag gemäss Angeklagtem „nur“ Fr. 100.-
-

Akten: Dossier 29

24. Tatbestand: Diebstahlsversuch, Sachbeschädigung, 

Ort: O24.

Zeit: 28./29.03.2004

Geschädigter: G24.

Sachschaden: ca. Fr. 500.-- (Eingangstüre beschädigt)

Akten: Dossier 30

25. Tatbestand: Diebstahlsversuch

Ort: O25.

Zeit: 29.03.2004

Geschädigter: G25.

Sachschaden: ca. Fr. 100.-- (Eingangstüre beschädigt)

Akten: Dossier 31

26. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O26.

Zeit: 30.03. - 02.04.2004

Geschädigter: G26.

Deliktsgut: Fr. 21.20 (Zigaretten)

Sachschaden: ca. Fr. 100.-- (Haustüre beschädigt)

Akten: Dossier 32

27. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O27.

Zeit: 01./02.04.2004

Geschädigter: G27.

Deliktsgut: ca. Fr. 800.-- (Zigarren)

12

Sachschaden: ca. Fr. 90.-- (Eingangstüre beschädigt)

Bemerkungen: Deliktsbetrag gemäss Angeklagtem „nur“ Fr. 100.-
-

Adhäsions-
klage:

Fr. 585.-- (S.)

Akten: Dossier 33

28. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O28.

Zeit: 01./02.04.2004

Geschädigter: G28.

Deliktsgut: ca. Fr. 1'790.-- (Bargeld, Digitalkamera, Videoka-
mera, Fototasche)

Sachschaden: Fr. 1'615.60 (Eingangstüre beschädigt)

Bemerkungen: Der Angeklagte will sich lediglich eine Schachtel 
mit Feuerzeugen angeeignet haben.

Akten: Dossier 34

29. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O29.

Zeit: 02.04.2004

Geschädigter: G29.

Deliktsgut: ca. Fr. 7’790.-- (Bargeld und Lose)

Sachschaden: ca. Fr. 600.-- (Eingangstüre, Küchentüre u. The-
kenschublade beschädigt)

Bemerkungen: Deliktsbetrag gemäss Angeklagtem „nur“ 
Fr. 1’500.--

Akten: Dossier 35

30. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O30.

Zeit: 09./10.04.2004

Geschädigter: G30.

Deliktsgut: ca. Fr. 995.-- (Bargeld, Serviceportemonnaie u. 
Bartschlüssel)

Sachschaden: ca. Fr. 3’000.-- (4 Türen u. 2 Buffetschubladen be-
schädigt)

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Akten: Dossier 36

31. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O31.

Zeit: 16./17.04.2004

Geschädigter: G31.

Deliktsgut: ca. Fr. 255.20 (Zigaretten)

Sachschaden: ca. Fr. 600.-- (Eingangstüre beschädigt)

Bemerkungen: Deliktsbetrag gemäss Angeklagtem „nur“ Fr. 150.-
-, einschliesslich Fr. 50.-- Bargeld, das vom Ge-
schädigten nicht angegeben wurde

Akten: Dossier 37

32. Tatbestand: Diebstahlsversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-
densbruch

Ort: O32.

Zeit: 17.04.2004

Geschädigter: G32.

Sachschaden: ca. Fr. 300.-- (Haupt- und Hintereingangstüre be-
schädigt)

Akten: Dossier 38

33. Tatbestand: Diebstahlsversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-
densbruch

Ort: O33.

Zeit: 17. - 19.04.2004

Geschädigter: G33.

Sachschaden: ca. Fr. 300.-- (Hintereingangstüre beschädigt)

Akten: Dossier 39

34. Tatbestand: Diebstahlsversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-
densbruch

Ort: O34.

Zeit: 18./19.04.2004

Geschädigter: G34.

Sachschaden: ca. Fr. 650.-- (Seiteneingangs- u. Verbindungs-
türe beschädigt)

Akten: Dossier 40

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35. Tatbestand: Diebstahlsversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-
densbruch

Ort: O35.

Zeit: 18./19.04.2004

Geschädigter: G35.

Sachschaden: ca. Fr. 1’500.-- (Terrassentüre beschädigt)

Bemerkungen: Sachschaden gemäss Angeklagtem „nur“ 
Fr. 400.-- - Fr. 500.--

Akten: Dossier 41

36. Tatbestand: Diebstahlsversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-
densbruch

Ort: O36.

Zeit: 19.04.2004

Geschädigter: G36.

Sachschaden: ca. Fr. 500.-- (Hintereingangstüre beschädigt)

Akten: Dossier 42

37. Tatbestand: Diebstahlsversuch, Sachbeschädigung, Hausfrie-
densbruch

Ort: O37.

Zeit: 21./22.04.2004

Geschädigter: G37.

Sachschaden: ca. Fr. 500.-- (Haus- und Kellertüre beschädigt)

Akten: Dossier 43

38. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O38.

Zeit: 22.04.2004

Geschädigter: G38.

Deliktsgut: ca. Fr. 620.-- (Zigaretten, Einkaufskorb)

Sachschaden: ca. Fr. 1’000.-- (Eingangstüre, Türe zum Garten-
sitzplatz u. Buffetschubladen beschädigt)

Bemerkungen: Deliktsbetrag gemäss Angeklagtem „nur“ Fr. 200.-
- - Fr. 250.--

Akten: Dossier 44

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39. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O39.

Zeit: 22.04.2004

Geschädigter: G39.

Deliktsgut: ca. Fr. 4’960.-- (Videoprojektor, Fotokamera, Bar-
geld, Serviceportemonnaie)

Sachschaden: ca. Fr. 500.-- (Buffetschublade beschädigt)

Bemerkungen: Deliktsbetrag gemäss Angeklagtem „nur“ Fr. 880.-
-

Akten: Dossier 45

40. Tatbestand: Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedens-
bruch

Ort: O40.

Zeit: 29./30.04.2004

Geschädigter: G40.

Deliktsgut: ca. Fr. 1'223.60 (Bargeld, Serviceportemonnaie, 4 
Schlüssel, Zigaretten, Tabak, alkoholische Ge-
tränke)

Sachschaden: ca. Fr. 500.-- (Fenster beschädigt)

Bemerkungen: Deliktsbetrag gemäss Angeklagtem „nur“ 
Fr. 1’010.--

Akten: Dossier 46

G30. reichte am 13. Oktober 2004 eine Adhäsionsklage im Betrage 
von Fr. 2'621.-- ein.

F. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 13. Dezember 2004 vor der 
Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden waren der Angeklagte und 
seine amtliche Verteidigerin Rechtsanwältin lic. iur. Andrea Bäder sowie Staatsan-
walt Dr. iur. Jakob Grob anwesend. Es wurden keine Einwände gegen die Zustän-
digkeit und die Zusammensetzung des Gerichts erhoben. Während der richterlichen 
Befragung bestätigte der Angeklagte den von der Staatsanwaltschaft ermittelten 
Sachverhalt im Wesentlichen, machte jedoch in zahlreichen Fällen Abweichungen 
zu den angegebenen Deliktsbeträgen und Sachschäden geltend. 

Staatsanwalt Dr. iur. Jakob Grob stellte und begründete folgende Anträge:

„1. X. sei des gewerbsmässigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 2 
StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 
StGB und des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 
StGB schuldig zu sprechen.

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2. Dafür sei er, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft, mit 
18 Monaten Gefängnis zu bestrafen.

3. Der bedingte Strafvollzug der vom Kantonsgericht Graubünden am 
11. September 2001 ausgesprochenen Gefängnisstrafe von 18 Mona-
ten sei zu widerrufen. 

4. Gesetzliche Kostenfolge.“

Die amtliche Verteidigerin anerkannte die ihrem Mandanten vorgeworfenen 
Delikte, wies jedoch auf die Differenzen hinsichtlich der Deliktsbeträge hin. Sie 
führte diesbezüglich aus, dass insbesondere beim Diebstahl von Zigaretten und Lo-
sen die Geschädigten lediglich Schätzungen anstellen konnten, den tatsächlichen 
Deliktsbetrag jedoch nicht belegen konnten. Die zu den Akten gereichten Kauf- und 
Bestellungsbelege würden meist ein Datum aufweisen, welches weit vor der Tatbe-
gehung liege und daher zwischenzeitliche Verkäufe nicht berücksichtigt seien. Auch 
sei darauf hinzuweisen, dass der Angeklagte entgegen den Aussagen der Geschä-
digten jeweils nur einzelne Zigarettenpäcklein, nicht aber ganze Zigarettenstangen 
entwendet und diese dann in seiner Kleidung versteckt habe. Es seien daher auch 
keine Zigarettenstangen oder Vorräte in seiner Wohnung gefunden worden. Aus 
diesen Gründen sei auf die Aussagen des Angeklagten abzustellen. Bezüglich der 
Strafzumessung führte die amtliche Verteidigerin aus, dass der Angeklagte nicht 
aus Gewinnsucht, sondern zur Bestreitung seines unmittelbaren Lebensunterhalts 
delinquierte. Er habe sich aufgrund seiner Arbeitslosigkeit in einer schwierigen Si-
tuation befunden. Weiter sei zu beachten, dass es bei rund der Hälfte der ihm zur 
Last gelegten Taten bei blossen Diebstahlsversuchen geblieben sei, welche ver-
schuldensmässig geringer wiegen würden. Auch sei von einem wesentlich tieferen 
Deliktsbetrag als von dem in der Anklageschrift angegebenen auszugehen. Im Ver-
gleich zur der am 11. September 2001 ausgesprochenen Strafe erscheine der Straf-
antrag der Staatsanwaltschaft Graubünden zu hoch, da sich X. damals wegen ins-
gesamt 114 Einbruchdiebstählen sowie weiteren Delikten verantworten musste. Da 
der Angeklagte durch die bisherigen sieben Monate Untersuchungshaft nun die 
Konsequenzen seines Tuns gespürt habe, sei ihm zudem der bedingte Strafvollzug 
zu gewähren. Die amtliche Verteidigerin stellte am Ende ihres Plädoyers folgende 
Anträge:

„1. X. sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er angemessen, maximal mit einer Gefängnisstrafe von 12 
Monaten, zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Untersu-
chungshaft.

3. Es sei ihm unter Ansetzung einer angemessenen Probezeit der be-
dingte Strafvollzug zu gewähren.

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4. Von einer Ersatzforderung sei abzusehen.

5. Von der Aussprechung einer Landesverweisung sei abzusehen.

6.a) Von der Anerkennung der Adhäsionsklage der Mobiliar sei Vormerk zu 
nehmen.

  b) Von der Anerkennung der Adhäsionsklage von G30. im Umfang von Fr. 
1'400.-- sei Vormerk zu nehmen. Darüber hinaus sei die Adhäsions-
klage auf den Zivilweg zu verweisen. 

7. Unter gesetzlicher Kosten - und Entschädigungsfolge.“

In seiner Replik hielt der Staatsanwalt fest, dass der Angeklagte jeweils mit 
dem Auto zu den Tatorten fuhr und daher auch die Möglichkeit gehabt habe, ganze 
Zigarettenstangen zu transportieren. Ausserdem würden sich diese gut verkaufen 
lassen. Die Tatsache, dass in der Wohnung von X. keine Zigarettenvorräte gefun-
den worden seien, vermöge ihn daher diesbezüglich noch nicht zu entlasten. Be-
züglich des Vergleichs mit dem Urteil vom 11. September 2001 wies der Staatsan-
walt darauf hin, dass der Angeklagte zu diesem Zeitpunkt noch keine einschlägigen 
Vorstrafen gehabt habe. Ausserdem sei zu berücksichtigen, dass der Angeklagte 
im Gegensatz zu damals während der Probezeit delinquierte. 

Die amtliche Verteidigerin hielt in der Duplik an ihren Anträgen fest. 

In seinem Schlusswort betonte X., dass er sein Verhalten bereue und er 
seine Fehler einsehe. Er habe während der Untersuchungshaft gemerkt, was es 
bedeute, im Gefängnis zu sitzen. Er wolle sich inskünftig bessern. 

Auf die weiteren mündlichen Ausführungen des Staatsanwaltes und der amt-
lichen Verteidigerin sowie auf die richterliche Befragung des Angeklagten anlässlich 
der Hauptverhandlung wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 
eingegangen. 

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. X. wird angeklagt, in der Zeit vom 10. Januar 2004 bis zum 30. April 
2004 eine Vielzahl von Diebstählen und Diebstahlversuchen verübt zu haben. Der 
Angeklagte ist grundsätzlich geständig, bestreitet jedoch in zahlreichen Fällen die 
Höhe des von den jeweiligen Geschädigten angegebenen Deliktsbetrages. Daher 
erscheint es angezeigt, zunächst auf die relevanten strafprozessualen Beweisre-
geln einzugehen, um anschliessend gestützt auf die vorliegenden Akten und die 

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Aussagen des Angeklagten vor der Strafkammer des Kantonsgerichts beurteilen zu 
können, inwiefern er für die ihm vorgeworfenen Straftaten verantwortlich gemacht 
werden kann. 

a) Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht gemäss 
Art. 125 Abs. 2 StPO nach freier Überzeugung. Die Beweislast für die dem Ange-
klagten zur Last gelegten Tat liegt dabei grundsätzlich beim Staat (Willy Padrutt, 
Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Auflage, D. 
1996, S. 306). An den Beweis der zur Last gelegten Tat sind hohe Anforderungen 
zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein 
absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 
EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel „in dubio pro reo“ darf sich der Strafrich-
ter jedoch nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachver-
haltes überzeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsäch-
lichen Voraussetzungen für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 87 
f.). Bloss theoretische oder abstrakte Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil 
solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es 
muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, 
das heisst um solche, die sich nach der objektiven Rechtsklage aufdrängen (BGE 
120 Ia 37). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich 
möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten 
Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und 
nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vor-
gelegte Beweise und Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher 
Weise zu beseitigen vermögen (PKG 1987 Nr. 12; Padrutt, a.a.O., S. 307; Niklaus 
Schmid, Strafprozessrecht, 3. Auflage, Zürich 1997, N 286).

b) Zu den verschiedenen Beweismitteln ist auszuführen, dass der Grund-
satz der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet, was bedeutet, dass 
alle Beweismittel grundsätzlich gleichwertig sind. Wesentlich können aber auch so-
genannte Indizien sein (vgl. Schmid, a.a.O. N. 286 ff.). Aussagen von Zeugen, Aus-
kunftspersonen und Angeschuldigten sind voll gültige Beweismittel mit derselben 
Beweiseignung. Bei der Würdigung der Beweise ist weniger die Form, sondern viel-
mehr der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der Bekundung sowie die 
Überzeugungskraft entscheidend. Massgebend ist mit anderen Worten allein die 
Beweiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall (Schmid, a.a.O., N 290, S. 83 
f., Hauser/Schweri, Schweizerisches Strafprozessrecht, 4. Auflage, Basel 1999, § 
54 N 5, S. 216). 

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2. Zur Feststellung des objektiven Sachverhalts sind im Folgenden die in 
den von der Staatsanwaltschaft Graubünden vorgelegten Akten und Urkunden ent-
haltenen Aussagen und Beweise einer eingehenden Prüfung und Würdigung zu un-
terziehen.

a) Die Strafkammer kommt vorliegend zum Schluss, dass die Aussagen 
von X. grundsätzlich glaubhaft sind. Er ist bezüglich der Mehrzahl der begangenen 
Delikte vollumfänglich geständig (Ziffern 1-3, 5, 9, 10, 12-15, 17, 21, 22, 24-27, 30-
37). Die von ihm sowohl anlässlich der polizeilichen wie auch untersuchungsrichter-
lichen Einvernahmen gemachten Aussagen sind konstant. Auch anlässlich der 
Hauptverhandlung vor Kantonsgericht hat er diese Geständnisse bestätigt. In den 
genannten Fällen hat X. auch die Höhe der jeweiligen Deliktsbeträge sowie der ver-
ursachten Sachschäden vollumfänglich eingestanden. Für die Beurteilung dieser 
Straftaten kann somit von den in der Anklageschrift ausgewiesenen und aufgeführ-
ten Deliktsbeträgen ausgegangen werden. 

b) In mehreren Fälle gesteht der Angeklagte zwar die eigentliche Tatbe-
gehung ein, seine Angaben zu den Deliktsbeträgen weichen jedoch wesentlich von 
denjenigen der Geschädigten ab. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Geschä-
digten einerseits nicht in allen Fällen polizeilich einvernommen wurden, und ande-
rerseits gemachte Aussagen lediglich in den Polizeirapporten zusammengefasst 
wurden. Das heisst, dass diesfalls keine Protokolle der Aussagen angefertigt wur-
den und damit auch keine Unterschrift der Geschädigten vorliegt. Vorab stellt sich 
nun die Frage, ob diese Polizeirapporte, die somit lediglich Zusammenfassungen 
der Aussagen der Geschädigten sowie die Zusammenstellung des Deliktsgutes ent-
halten, überhaupt als Beweismittel zuzulassen sind. 

Die Unterschrift des Aussagenden ist mithin auch in polizeilichen Einvernah-
men erforderlich, wovon - zumindest im Kanton Graubünden - nur in Ausnahmefäl-
len abgewichen werden kann (vgl. Art. 87 Abs. 6 StPO). Darüber hinaus ist darauf 
hinzuweisen, dass gemäss Art. 87 Abs. 2 StPO derjenige, der weder als Angeschul-
digter noch als Zeuge behandelt werden kann, vorerst als Auskunftsperson zu be-
fragen ist. Diese Regelung impliziert, dass im Normalfall all jene Personen, die kla-
rerweise formell als Zeugen einvernommen werden können, auch formell als Zeu-
gen befragt werden müssen. Da im Kanton Graubünden die Geschädigten 
grundsätzlich zeugnisfähig sind, sind ihre Aussagen in der Regel als Zeugenaussa-
gen in den Prozess einzuführen. Vernimmt die Polizei also die Personen formlos, 
kommt ihnen erst nach einer formellen Befragung als Zeuge Zeugenqualität zu. Aus 

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dem Gesagten ergibt sich, dass die Zusammenfassungen von Einvernahmen in ei-
nem Polizeirapport keine formellen Einvernahmen darstellen. Das heisst aber nicht, 
dass die im Polizeirapport enthaltenen Angaben bedeutungslos sind. Vielmehr ist 
auch der Polizeirapport ein durchaus taugliches und wichtiges Beweismittel. Er kann 
berücksichtigt werden, soweit er mit den Angaben des Angeklagten übereinstimmt, 
die darin enthaltenen Angaben mit den Akten übereinstimmen, auf eigenen Fest-
stellungen beruhende und allenfalls verifizierbare (etwa durch Befragung des Poli-
zeibeamten als Zeugen) Ermittlungsergebnisse festhält, oder sofern weitere Ab-
klärungen getroffen wurden, welche es dem Gericht ermöglichen, die Glaubhaftig-
keit der Angaben zu überprüfen (Zeugeneinvernahmen oder Befragungen der Ge-
schädigten oder, sofern dies nicht möglich ist, zum Beispiel der Polizeibeamten). 
Fehlen diese Voraussetzungen, kann nicht allein auf die im Polizeirapport enthalte-
nen Angaben abgestellt werden (PKG 2002 Nr. 11 mit zahlreichen Hinweisen). 

aa) Beim Diebstahl zum Nachteil von G4. (Ziffer 4 der Anklageschrift) gibt 
der Angeklagte zwar zu, am 27. Januar 2004 in das O4. in J. eingedrungen zu sein 
und Lose entwendet zu haben, bestreitet aber die Angaben des Geschädigten, wo-
nach der Deliktsbetrag rund Fr. 3'000.-- betragen habe. Der Angeklagte sagt aus, 
nur den vorgefundenen Plastikbehälter, in dem sich die Lose befunden hatten, ge-
leert und die Lose in die Jackentasche gesteckt zu haben. Er sei sich daher sicher, 
dass es sich um eine beträchtlich kleinere Anzahl an Losen gehandelt haben 
musste. Im Polizeirapport vom 27. Januar 2004 (act. 10.1) wird zum Deliktsgut aus-
geführt, dass es sich um Lose in unbekannten Zusammensetzungen gehandelt 
habe, welche einen Gesamtwert von ca. Fr. 3'000.-- gehabt hätten. Aus der Zusam-
menfassung der Aussagen des Geschädigten lassen sich diesbezüglich keine ge-
naueren Angaben entnehmen. Vielmehr wird lediglich protokolliert, dass der Ge-
schädigte ausgesagt hätte, es seien aus einer Schublade diverse Lose gestohlen 
worden. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 7. Mai 2004 (act. 10.3) gab 
der Angeklagte zu Protokoll, dass er aus einem Losständer vielleicht 12 Lose ent-
nommen habe. Über die Anzahl der Lose aus der Schublade könne er keine Anga-
ben machen, er habe jedoch sicher nicht alle sich darin befindenden Lose mitge-
nommen. Der vom Geschädigten geltend gemachte Gesamtbetrag von Fr. 3'000.-- 
stimme jedoch nicht. Da zum Deliktsbetrag keine weiteren Abklärungen getroffen 
wurden, insbesondere auch der Geschädigte nicht formell dazu befragt wurde, und 
weitere Anhaltspunkte fehlen, ist in diesem Fall auf die Angaben des Angeklagten 
abzustellen und von dem von ihm zugestandenen Deliktsbetrag von rund Fr. 1'000.-
- auszugehen. 

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bb) Gleiches gilt hinsichtlich des Diebstahls vom 18./19. März 2004 zum 
Nachteil von G20. (Ziffer 20 der Anklageschrift). Dieser gab gemäss Polizeirapport 
vom 23. März 2004 (act. 26.1) an, ihm sei eine Kleinbild-Suchkamera aus der Küche 
entwendet worden. X. gab anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 7. Mai 
2004 (act. 26.3) zu, in die besagte Wohnung eingeschlichen zu sein. Die Hauptein-
gangstüre in den Hausgang sei unverschlossen und im Gang rechts sei eine Woh-
nungstüre gewesen. Dort habe er festgestellt, dass diese Tür unverschlossen ge-
wesen sei. Er sei dann in eine Art Küche oder Ähnliches gekommen. Durch weitere 
offene Türen habe er sehen können, dass noch eine Treppe in den oberen Raum 
führe. Er habe sich aber lediglich kurz in der Küche aufgehalten. Eigentlich sei er 
der Meinung gewesen, dass es sich bei diesem Raum auch um einen Teil des Coif-
feurgeschäftes handeln würde. Er habe sich dann in dieser Küche etwas umge-
schaut, ohne etwas aufzubrechen oder zu durchsuchen. Danach habe er den Raum 
wieder verlassen und nachher die Türe zum Coiffeursalon aufgebrochen. Aus der 
Küche habe er nichts entwendet. Einen Fotoapparat habe er nicht gesehen. Da für 
diesen Diebstahl ebenfalls keine Belege vorliegen und auch keine formelle Befra-
gung des Geschädigten durchgeführt wurde, ist auf die Angaben des Angeklagten 
abzustellen. Da gemäss Aussagen von X. nichts entwendet wurde, handelt es sich 
bei diesem Vorfall lediglich um einen Diebstahlversuch. 

cc) Beim Diebstahl vom 1./2. April 2004 im O28. in I. (Ziffer 28 der Ankla-
geschrift) sagte die Geschädigte bei der Polizei aus, dass ihr Bargeld im Wert von 
Fr. 322.--, eine Digitalkamera im Wert von Fr. 699.--, eine Videokamera im Wert von 
Fr. 699.-- sowie eine Fototasche im Wert von Fr. 70.-- entwendet worden seien. Der 
Angeklagte gab anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 18. Mai 2004 (act. 
4.15) an, lediglich aus einer Schublade eine Schachtel mit Feuerzeugen entwendet 
zu haben. Diese Schachtel sei auch bei der Hausdurchsuchung gefunden und durch 
die Polizei sichergestellt worden. Auf eine entsprechende Frage hin antwortete er, 
dass er weder Bargeld noch eine Digitalkamera noch eine Videokamera gestohlen 
habe. Diese Aussagen bestätigte er anlässlich der Hauptverhandlung vom 13. De-
zember 2004. Da auch in diesem Fall keine formelle Einvernahme der Geschädig-
ten durchgeführt oder andere Abklärungen bezüglich des Deliktsgutes getätigt wur-
den, ist wiederum auf die Aussagen des Angeklagten abzustellen und von dem von 
ihm zugestandenen Deliktsgut auszugehen. Der beim Einbruch verursachte Sach-
schaden in der Höhe von Fr. 1'615.60 ist durch Rechnung ausgewiesen und wird 
vom Angeklagten anerkannt. 

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dd) Beim Diebstahl vom 2. April 2004 zum Nachteil von G29. (Ziffer 29 der 
Anklageschrift) führte die Kantonspolizei St. Gallen im Polizeirapport vom 4. April 
2004 (act. 35.1) auf, dass gemäss Aussagen der Geschädigten Bargeld im Wert 
von ca. Fr. 5'100.-- und Lose im Wert von Fr. 2'690.-- entwendet worden seien. Der 
Gesamtdeliktsbetrag liege somit bei Fr. 7'790.--. Diesbezüglich gab X. bei seiner 
polizeilichen Einvernahme vom 18. Mai 2004 (act. 4.15) zu Protokoll, er habe eine 
Schublade hinter der Theke aufgebrochen und aus einem darin liegenden Service-
portemonnaie Bargeld entnommen. Es seien Noten und Hartgeld gewesen, jedoch 
sicher nicht mehr als Fr. 500.--. Zudem habe er verschiedene Lose aus einem Ge-
stell auf der Theke entwendet. Es seien ca. 100 Stück gewesen, er könne dies aber 
nicht mehr genau sagen. Zu den Angaben der Geschädigten bezüglich des Inhalts 
des Serviceportemonnaies sagte der Angeklagte aus, es seien Noten à Fr. 10.--, Fr. 
20.-- und Fr. 50.-- im Gesamtwert von etwa Fr. 500.-- gewesen. Grössere Noten 
hätten sich nicht im Portemonnaie befunden. Auch die von der Geschädigten gel-
tend gemachte Anzahl von Losen stufte der Angeklagte als viel zu hoch ein. Es 
seien sicher keine 300 Lose gewesen. Der Gewinn der Lose habe ungefähr Fr. 200.-
- betragen, den er an verschiedenen Kiosken eingelöst habe. Der Angeklagte 
bestätigte diese Angaben auch anlässlich der Hauptverhandlung vom 13. Dezem-
ber 2004. Auch in diesem Fall ist aufgrund fehlender Belege und Beweismittel auf 
die Angaben von X. abzustellen und von einem Gesamtdeliktsbetrag von rund Fr. 
1'500.-- auszugehen. Der entstandene Sachschaden von Fr. 600.-- wird vom Ange-
klagten anerkannt. 

ee) Aus dem Polizeirapport vom 12. Februar 2004 (act. 12.1) zum Dieb-
stahl zum Nachteil von G6. (Ziffer 6 der Anklageschrift) geht hervor, dass gemäss 
Aussagen der Geschädigten Zigaretten aus dem Zigarettenautomaten im Gesamt-
wert von Fr. 12'403.-- entwendet wurden. Die Geschädigte wurde am 17. März 2004 
von der Kantonspolizei Graubünden als Auskunftsperson einvernommen (act. 
12.5). Sie sagte aus, dass der Zigarettenautomat im Restaurant am 4. Februar 
2004, somit rund eine Woche vor dem Einbruch, zum letzten Mal aufgefüllt worden 
sei. Bei einer erneuten Einvernahme vom 24. Mai 2004 (act. 12.8) legte die Geschä-
digte eine Liste vor, aus welcher hervorgeht, welche Zigaretten am 4. Februar 2004 
aufgefüllt wurden. Im Nachtragsbericht der Kantonspolizei vom 24. Mai 2004 (act. 
12.7) wurde diese Liste ausgewertet. Demnach seien an jenem Tag 57 Stangen à 
10 Päckli in den Automaten gefüllt worden. Bei einem Durchschnittsbetrag von Fr. 
5.-- pro Päckli ergebe dies einen Deliktsbetrag von Fr. 2’850.-- plus Fr. 160.-- Wech-
selgeld, total somit Fr. 3'010.-- und nicht wie im Polizeirapport beschrieben Fr. 
12'403.--. Die Geschädigte führte auf entsprechende Frage hin zudem aus, dass 

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ungefähr 100 Stangen Zigaretten im Automaten Platz hätten. Diese Angaben wer-
den vom Angeklagten bestritten. Er führte anlässlich der polizeilichen Einvernahme 
vom 7. Mai 2004 (act. 12.6) sowie auch vor Schranken aus, dass er lediglich ein-
zelne Zigarettenpäckli, nicht aber ganze Stangen mitgenommen habe. Gesamthaft 
seien es vielleicht 20 Stück gewesen. Er habe diese für den eigenen Konsum ge-
stohlen. Des Weiteren bezweifelt der Angeklagte die Aussage der Geschädigten, 
wonach ca. 100 Stangen Zigaretten im Automaten Platz hätten. Auch der Strafkam-
mer erscheinen diese Angaben etwas hoch. Da die Geschädigte ihre Aussagen im 
Laufe der Untersuchung korrigiert hatte und nicht nachgewiesen werden kann, wie 
viele Zigaretten vom Zeitpunkt der Auffüllung bis zum Diebstahl verkauft worden 
sind, ist auf die Angaben des Angeklagten abzustellen. Der Deliktsbetrag ist daher 
mit Fr. 100.-- zu beziffern. Der Sachschaden in der Höhe von Fr. 3'000.-- wird aner-
kannt. 

ff) Am 16./17. Februar 2004 brach der Angeklagte in das O7. in F. ein 
(Ziffer 7 der Anklageschrift). Wie aus dem Polizeirapport vom 18. Februar 2004 (act. 
13.1) hervorgeht, entwendete X. laut Angaben der Geschädigten Bargeld im Betrag 
von Fr. 3'678.--, 25 Stangen Zigaretten, Kugelschreiber und Süssigkeiten. Demge-
genüber macht der Angeklagte geltend, der Deliktsbetrag habe gesamthaft nur Fr. 
1'221.50 betragen. Die Geschädigte G7. wurde am 1. März 2004 von der Kantons-
polizei Graubünden formell einvernommen (act. 13.4), wobei sie die Angaben im 
Polizeirapport bestätigte. Dabei ist festzustellen, dass ihre Aussagen bezüglich des 
Deliktsguts sehr präzise waren. Auch wurden ihre Angaben, wie aus dem Nach-
tragsbericht der Kantonspolizei vom 20. Mai 2004 (act. 13.6) hervorgeht, überprüft. 
Bei den Akten finden sich zudem Belege, die ebenfalls Aufschluss über die Höhe 
des entwendeten Bargelds sowie die Anzahl der gestohlenen Lose geben (act. 13.8 
und 13.9). Damit ist der Deliktsbetrag rechtsgenüglich nachgewiesen und es ist voll-
umfänglich auf die Aussagen der Geschädigten abzustellen. 

gg) Gleiches gilt für den Diebstahl vom 5. März 2004 zum Nachteil von 
G8. (Ziffer 8 der Anklageschrift). Der Deliktsbetrag wird von der Geschädigten mit 
Fr. 4'180.-- beziffert. Auch sie wurde formell einvernommen und konnte mittels de-
taillierten Rechnungen (act. 14.7 und 14.8) nachweisen, wie viele Zigaretten und 
Lose zum Zeitpunkt der Tat im Restaurant zum Verkauf gelagert waren. Dabei gilt 
es zu beachten, dass ein Beleg über den Bezug der Lose vom 16. Februar 2004, 
und einer über den Einkauf von Zigaretten gar vom 4. März 2004 (somit einen Tag 
vor dem Diebstahl) datiert. Daher kann auch in diesem Fall vom Deliktsbetrag, wie 
er in der Anklageschrift aufgeführt ist, ausgegangen werden. 

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hh) Auch im Falle des Diebstahls vom 14./15. März 2004 zum Nachteil von 
G11. (Ziffer 11 der Anklageschrift) wurde die Geschädigte von der Polizei zunächst 
bei der Tatbestandsaufnahme und später als Auskunftsperson einvernommen (act. 
17.5). Sie bestätigte ihre Aussagen, wonach der Angeklagte Fr. 720.-- in bar und 70 
Stangen Zigaretten entwendet habe. Der Angeklagte hingegen gab am 10. Mai 
2004 (act. 17.3) zu Protokoll, dass er nur einzelne Zigarettenpäckli, nicht aber ganze 
Stangen gestohlen habe. Die Registrierkasse habe er offen stehend angetroffen. 
Es sei kein Rappen mehr drin gewesen. Die Geschädigte präzisierte ihre Aussage 
dahingehend, als sie ausführte, dass das Geld sich nicht in der Kasse, sondern in 
einer Schublade oberhalb der Zigaretten befunden habe. Für die Richtigkeit der An-
gaben der Geschädigten spricht, dass die Polizei bei der Tatbestandsaufnahme 
feststellte, dass ein leerer Kehrrichtsack aus dem Abfallkübel genommen und ver-
mutlich für den Abtransport der Zigaretten verwendet wurde (act. 17.1 S. 3). Wie 
der Angeklagte mehrfach betonte, war er jeweils mit seinem Auto zu den jeweiligen 
Tatorten gefahren. Der Abtransport von Zigarettenstangen war damit problemlos 
möglich. Ausserdem hat der Angeklagte in der fraglichen Nacht nachweislich noch 
in weitere Restaurants in der näheren Umgebung eingebrochen, weshalb es für ihn 
schwierig sein dürfte, sich an die genauen Deliktsbeträge und -güter zu erinnern. 
Aufgrund dieser Umstände erscheinen die von der Geschädigten gemachten Aus-
führungen als glaubhaft. Für die vorliegende Beurteilung ist daher von den Angaben 
der Geschädigten auszugehen. 

ii) Beim Diebstahl vom 17. März 2004 zum Nachteil von G16. (Ziffer 16 
der Anklageschrift), entwendete der Angeklagte gemäss Angaben der Geschädig-
ten lediglich Fr. 30.-- aus einer unverschlossenen Schublade beim Tresen. Gemäss 
Polizeirapport vom 17. März 2004 handelte es sich dabei um eine Note à Fr. 20.-- 
und eine Note à Fr. 10.--. Dies wird vom Angeklagten jedoch ausdrücklich bestritten. 
Anlässlich seiner polizeilichen Befragung vom 7. Mai 2004 (act. 22.3) gab er jedoch 
zu, im Restaurant selber in unverschlossenen Schubladen nach Geld gesucht zu 
haben. Aufgrund des doch sehr geringen Geldbetrages, der genauen Bezeichnung 
des Ortes, wo sich dieser befunden hatte und der Tatsache, dass der Angeklagte 
gemäss eigenen Angaben die unverschlossenen Schubladen im Restaurant durch-
sucht hatte, erscheinen die Aussagen der Geschädigten als glaubhaft. Der von der 
Anklage erhobene Deliktsbetrag ist damit ausgewiesen und dem Angeklagten eben-
falls zuzurechnen. 

jj) Der Einbruch ins O18. vom 18./19. März 2004 (Ziffer 18 der Anklage-
schrift) wird vom Angeklagten grundsätzlich eingestanden. Auch hat er anlässlich 

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der Hauptverhandlung vom 13. Dezember 2004 zugegeben, einen Sachschaden in 
der Höhe von Fr. 2'450.-- verursacht und Bargeld in der Höhe von ca. Fr. 15.-- ent-
wendet zu haben. Bestritten wird von X. jedoch die Entwendung eines Fahrrades, 
wie es die Geschädigte G18. geltend macht. Dem Polizeirapport vom 21. März 2004 
(act. 24.1) ist zu entnehmen, dass G18. am Sonntag, den 21. März 2004, somit zwei 
Tage nach dem Einbruch ins Haus Alpenrose, feststellte, dass sich ihr Fahrrad nicht 
mehr im Veloraum des Hauses befand. Sie gehe davon aus, dass ihr Fahrrad von 
der Täterschaft als Fluchtfahrzeug benutzt wurde. X. sagte anlässlich der polizeili-
chen Einvernahme vom 7. Mai 2004 aus, dass er das Fahrrad nicht entwendet habe. 
Er sei mit dem Personenwagen zum Tatort gefahren. Diese Aussage bestätigte er 
auch vor Schranken. Zudem geht aus der Anklageschrift hervor, dass er am glei-
chen Abend noch weitere Einbruchdiebstähle in der näheren Umgebung begangen 
hatte. Dass er dabei ein Fahrrad verwendet haben soll, erscheint unwahrscheinlich. 
Damit ist für das Gericht nicht rechtsgenüglich nachgewiesen, dass der Diebstahl 
des Fahrrades ebenfalls vom Angeklagten begangen wurde, weshalb diesbezüglich 
auf seine Aussagen abzustellen ist. 

kk) X. ist geständig, am 18./19. März 2004 in den O19. eingedrungen zu 
sein und Bargeld sowie einige Kosmetikprodukte entwendet zu haben (Ziffer 19 der 
Anklageschrift). Jedoch bestreitet er wiederum die Höhe des Deliktsbetrages. Die 
Geschädigte sagte vor der Polizei aus (act. 25.6), es seien Fr. 392.-- aus der Kasse 
entwendet worden. Zudem habe der Täter kosmetische Artikel im Wert von gegen 
Fr. 3'000.-- gestohlen. Der Angeklagte hingegen gab zu Protokoll (act. 25.4) nur 
Hartgeld im Wert von höchstens Fr. 30 -40.-- aus der Kasse entnommen zu haben. 
Weiter habe er einige Tuben Haargel und andere Haarpflegemittel mitgenommen. 
Gegenüber dem Untersuchungsrichter gab er am 29. September 2004 an (act. 
5.11), der Gesamtbetrag des Hartgeldes hätte sich auf etwa Fr. 200.-- belaufen. 
Daran zeigt sich, dass sich der Angeklagte selbst nicht mehr sicher ist, wie viel Geld 
er tatsächlich aus der Kasse entnommen hatte. Die Geschädigte hingegen 
bestätigte die von ihr gemachten Angaben anlässlich einer polizeilichen Befragung. 
Daher ist von dem in der Anklageschrift aufgeführten Deliktsbetrag auszugehen. 
Bezüglich der kosmetischen Produkte sind die Angaben des Angeklagten ebenfalls 
ungenau. Während er gegenüber der Polizei angab, einige Haargels und andere 
Haarpflegemittel mitgenommen zu haben, führte er vor Schranken aus, lediglich 
zwei Tuben Haargel entwendet zu haben. Auch diesbezüglich sind die Aussagen 
des Angeklagten widersprüchlich und daher nicht glaubhaft. Es ist somit auch in 
diesem Punkt auf die Aussagen der Geschädigten abzustellen und von einem De-
liktsbetrag in der Höhe von Fr. 3'172.-- auszugehen. 

26

ll) Am 21. März 2004 drang X. in die O23. ein und entwendete Bargeld 
aus einem Geldwechselautomaten (Ziffer 23 der Anklageschrift). Der Angeklagte 
gab zu Protokoll (act. 29.4) er habe mit einer Eisenstange den Automaten aufbre-
chen und das Hartgeld und wenig Notengeld entnehmen können. Soweit er sich 
erinnern könne, seien es einige Noten zu je Fr. 10.--, vielleicht insgesamt Fr. 70.-- 
in Notengeld und noch ca. Fr. 100.-- in Hartgeld à 2 Franken gewesen. Genau könne 
er es nicht sagen. Zu einem späteren Zeitpunkt der Einvernahme gab er jedoch an, 
er habe sicher Fr. 70.-- in Notengeld gezählt. Gesamthaft seien es aber nicht mehr 
als Fr. 200.-- bis Fr. 300.-- gewesen. Anlässlich der Hauptverhandlung führte er aus, 
dass es ca. Fr. 80.-- bis Fr. 90.-- in Noten à Fr. 10.-- und etwas Hartgeld gewesen 
seien. Daraus ist ersichtlich, dass sich der Angeklagte nicht mehr zweifelsfrei daran 
erinnern kann, wie viel Geld er tatsächlich aus dem besagten Geldautomaten ent-
nommen hatte. Aufgrund seiner unstetigen Angaben ist hier auf die Angaben der 
Geschädigten abzustellen. Der Sachschaden wird vom Angeklagten anerkannt. 

mm) Ebenfalls der Deliktsbetrag bestritten ist im Falle des Diebstahls im 
O38. vom 22. April 2004 (Ziffer 38 der Anklageschrift). Gemäss Polizeirapport vom 
23. April 2004 (act. 44.1) entwendete der Angeklagte im besagten Restaurant 120 
Päckli Zigaretten aus einer Buffetschublade sowie einen rechteckigen Einkaufskorb 
aus Plastik. Der Angeklagte gestand bei seiner polizeilichen Einvernahme vom 10. 
Mai 2004 (act. 44.3) ein, 40-50 Päckli Zigaretten gestohlen zu haben, an die genaue 
Zahl könne er sich nicht erinnern. Auf Vorhalt hin, es seien nach Angaben der Ge-
schädigten über 100 Päckli Zigaretten gewesen, führte er aus, dass seiner Meinung 
nach in der Buffetschublade zu wenig Platz für 100 Zigarettenpäckli gewesen sei. 
Aber genau könne er es nicht sagen. Es sei jedoch nicht zutreffend, dass er noch 
einen Einkaufskorb mitgenommen habe. Auch anlässlich der Hauptverhandlung 
sagte er aus, dass er sich nicht mehr an die genaue Anzahl Zigarettenpäckli erin-
nern könne, er sei jedoch sicher, dass er keinen Einkaufskorb mitgenommen habe. 
Da der Angeklagte hinsichtlich der gestohlenen Zigaretten keine genauen Aussa-
gen machen kann, ist auf die Angaben der Geschädigten abzustellen. Aufgrund der 
nebensächlichen Bedeutung und des geringfügigen Wertes ist die Frage, ob der 
Angeklagte auch einen Einkaufskorb aus Plastik mitgehen liess, offen zu lassen. 

nn) Gemäss Ziffer 39 der Anklageschrift entwendete der Angeklagte am 
22. April 2004 diverse Gegenstände sowie Bargeld aus dem O39.. Aus dem Poli-
zeirapport (act. 45.1) geht hervor, dass es sich dabei um einen Videoprojektor im 
Wert von Fr. 2’780.--, eine Fotokamera im Wert von Fr. 100.--, ein Serviceporte-
monnaie im Wert von Fr. 80.-- und Bargeld im Wert von ca. Fr. 2'000.-- handelte. 

27

Der Geschädigte bestätigte dies anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 
25. Mai 2004 (act. 45.5) und gab den Gesamtdeliktsbetrag mit Fr. 4'960.-- an. Der 
Angeklagte gestand am 10. Mai 2004 (act. 45.3), in das Restaurant O39. eingebro-
chen zu haben. Er habe eine Buffetschublade aufgebrochen und Fr. 380.-- in Noten 
aus einem sich darin befindenden Serviceportemonnaie entnommen. Das Service-
portemonnaie selbst habe er nicht mitgenommen. Aus der Schublade habe er auch 
noch einen Fotoapparat gestohlen, welcher anlässlich der Hausdurchsuchung si-
chergestellt worden sei. Einen Videobeamer hingegen habe er nicht entwendet. Bei 
den Akten findet sich eine Rechnung auf den Namen des Geschädigten, aus wel-
cher hervorgeht, dass dieser am 13. April 2004 einen Videoprojektor im Wert von 
Fr. 2'780.-- erworben hatte. Zwar ist auf der Rechnung eine andere Adresse aufge-
führt, sie lautet jedoch zweifelsohne auf den Namen des Geschädigten. Aufgrund 
dieses Beleges ist für das Gericht erstellt, dass der Angeklagte im Zuge seines Ein-
bruchs auch den Videobeamer des Geschädigten aus dem Restaurant entwendet 
hat. 

oo) Der Angeklagte ist geständig, am 29./30. April 2004 ins O40. in H. ein-
gedrungen und Bargeld sowie weitere Gegenstände entwendet zu haben. Der Ge-
schädigte G30. reichte mit Datum vom 13. Oktober 2004 eine Adhäsionsklage ein 
und forderte Ersatz für den gestohlenen Warenwert in der Höhe von Fr. 2'120.15, 
die Fensterersatzteile und die Reparaturarbeiten von Fr. 202.-- sowie für die Wie-
derinstandstellungsarbeiten, total Fr. 2'621.--. Aus der beigelegten Aufstellung geht 
hervor, dass der Geschädigte unter anderem Ersatz für eine Digitalkamera im Wert 
von Fr. 818.-- verlangt. Diese Kamera ist jedoch weder im Polizeirapport vom 3. Mai 
2004 (act. 46.1) noch in der Anklageschrift aufgeführt, weshalb sie nicht Gegen-
stand dieses Strafverfahrens bilden kann. Der Diebstahl der restlichen Ge-
genstände wird vom Angeklagten anerkannt. 

3.a) Den Tatbestand des Diebstahls erfüllt, wer jemandem eine fremde be-
wegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich oder einen anderen damit un-
rechtmässig zu bereichern (Art. 139 Ziff. 1 StGB). In subjektiver Hinsicht wird das 
Wissen des Täters um die Fremdheit der Sache und seinen Willen zum Bruch des 
fremden und zur Begründung des eigenen Gewahrsams an der Sache verlangt. 
Ausserdem werden die Aneignungsabsicht und die Absicht der unrechtmässigen 
Bereicherung verlangt. Als Strafe droht Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder Gefäng-
nis. Der Dieb, welcher gewerbsmässig stiehlt, wird gemäss Art. 139 Ziff. 2 StGB mit 
Zuchthaus bis zu zehn Jahren oder mit Gefängnis nicht unter drei Monaten bestraft. 
Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts ist Gewerbsmässigkeit bei berufs-

28

mässigem Handeln gegeben. Ein solches liegt vor, wenn sich aus der Zeit und den 
Mitteln, die der Täter für die deliktischen Tätigkeiten aufwendet, aus der Häufigkeit 
der Einzelakte innerhalb eines bestimmten Zeitraumes sowie aus den angestrebten 
und erzielten Einkünften ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit nach der Art eines 
Berufes ausübt. Diese Umschreibung hat zwar nur Richtlinienfunktion und bedarf 
der Konkretisierung. Wesentlich ist jedoch, dass sich der Täter darauf eingerichtet 
hat, durch deliktische Handlungen relativ regelmässige Einnahmen zu erzielen, die 
einen namhaften Beitrag an die Kosten der Finanzierung seines Lebensunterhalts 
darstellen. Ob dies der Fall ist, ist aufgrund der gesamten Umstände zu entschei-
den, wie zum Beispiel anhand der Anzahl beziehungsweise Häufigkeit der während 
eines bestimmten Zeitraumes bereits verübten Taten, der Entwicklung eines be-
stimmten Systems beziehungsweise einer bestimmten Methode, des Aufbaus einer 
Organisation oder getätigter Investitionen. Dabei kann auch eine gewissermassen 
nebenberufliche deliktische Tätigkeit als Voraussetzung für die Gewerbsmässigkeit 
genügen. Hinzu kommen muss, dass der Täter die Erzielung eines Erwerbseinkom-
mens beabsichtigt und zur Verübung einer Vielzahl entsprechender Taten bereit 
war (vgl. zum Ganzen BGE 116 IV 319, 119 IV 133, 123 IV 116, Stefan Trechsel, 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage 1997, N 30 ff. zu Art. 
146 StGB). 

b) X. ist überführt und geständig, 20 Diebstähle und 20 Diebstahlsversu-
che begangen zu haben. Dabei drang der Angeklagte unter Verursachung grösserer 
Sachschäden in Restaurants, Geschäfte und Wohnungen ein. Das Deliktsgut be-
stand in erster Linie aus Bargeld, Zigaretten und Lotterielosen. Dabei erbeutete er 
einen Deliktsbetrag von insgesamt über Fr. 32'000.--. X. erfüllt damit den Tatbe-
stand des Diebstahls in den Fällen von Ziffer 4, 6-8, 10, 11, 16, 18, 19, 22, 23, 26-
31, 38-40 der Anklageschrift. Beim Diebstahlsversuch blieb es in den Fällen von 
Ziffer 1-3, 5, 9, 12-15, 17, 20, 21, 24, 25, 32-37. Auch die Gewerbsmässigkeit ist 
vorliegend unbestritten. Der Angeklagte hat in der Zeit vom 10. Januar 2004 bis 30. 
April 2004, somit in rund 3 ½ Monaten, 40 Einbruchsdiebstähle beziehungsweise 
Versuche verübt und dabei einen beachtlichen Deliktsbetrag erbeutet. Dieser De-
liktsbetrag entspricht einem durchschnittlichen monatlichen Betrag von über Fr. 
9'000.--. Die aus der deliktischen Tätigkeit erwirtschafteten Erlöse stellen damit ei-
nen namhaften Beitrag an seine Lebensunterhaltskosten dar. X. hatte sich darauf 
eingerichtet, durch seine deliktische Tätigkeit regelmässig Einkünfte zu erzielen, um 
seine finanziellen Probleme, die aufgrund seiner Arbeitslosigkeit entstanden sind, 
zu bewältigen. Aufgrund der vorliegenden Deliktsserie und der genannten Um-
stände erfüllt der Angeklagte die Voraussetzungen der Gewerbsmässigkeit im 

29

Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Er hat sich somit des gewerbsmäs-
sigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 2 StGB schuldig gemacht. Die Dieb-
stahlsversuche gehen in den vollendeten gewerbsmässigen Delikten auf (BGE 123 
IV 117). 

4.a) Gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB wird auf Antrag mit Gefängnis oder 
Busse bestraft, wer eine Sache, an der ein fremdes Eigentums-, Gebrauchs- oder 
Nutzungsrecht besteht, beschädigt, zerstört oder unbrauchbar macht. Diese Be-
stimmung stellt das Recht, ausschliesslich über die Gestalt und Verwendung der 
Sache zu bestimmen, unter Schutz. Das tatbestandsmässige Verhalten (beschädi-
gen“, „zerstören“ oder „unbrauchbar machen“) umfasst nicht nur Eingriffe in die Sub-
stanz des Gegenstandes, sondern auch die Beeinträchtigung seiner Funktion, die 
ihm nach seiner Beschaffenheit zukommt oder vom Eigentümer zugedacht wird. 
Vorauszusetzen ist aber stets, dass die Brauchbarkeit der Sache durch eine Einwir-
kung auf die Sache selbst und nicht durch anderweitiges Verhalten beeinträchtigt 
wird (vgl. zum Ganzen Jörg Rehberg/Niklaus Schmid, Strafrecht III, Delikte gegen 
den Einzelnen, Zürich 1997, § 15, Ziff. 1.2 S. 154). In subjektiver Hinsicht werden 
das Wissen um die Fremdheit der Sache und der Wille zu deren Beschädigung ver-
langt. 

b) Bevorzugte Diebstahlsobjekte des Angeklagten waren Restaurants 
und Geschäftsräumlichkeiten. Zutritt dazu verschaffte er sich in der Regel dadurch, 
dass er mittels Körpergewalt oder Zuhilfenahme von Werkzeugen Türen oder Fens-
ter aufbrach. In einzelnen Fällen richtete er auch an Einrichtungen und Mobiliar be-
trächtlichen Sachschaden an. Die Geschädigten stellten in 36 Fällen gültige Straf-
anträge. Durch die vorsätzliche Beschädigung fremden Sacheigentums erfüllte X. 
den Tatbestand der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB mehr-
fach. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 13. Dezember 2004 gestand der diese 
Straftaten auch vollumfänglich ein.

5.a) Hand in Hand mit Einschleich- und Einbruchdiebstählen in Häuser und 
Gebäude geht die Verletzung des Hausfriedens gemäss Art. 186 StGB. Laut dieser 
Bestimmung wird auf Antrag mit Gefängnis oder Busse bestraft, wer gegen den 
Willen des Berechtigten in ein Haus, in eine Wohnung, in einen abgeschlossenen 
Raum eines Hauses oder in einen unmittelbar zu einem Haus gehörenden umfrie-
deten Platz, Hof oder Garten oder in einen Werkplatz unrechtmässig eindringt, oder, 
trotz Aufforderung eines Berechtigten, sich zu entfernen, darin verweilt. Diese Be-
stimmung schützt die Freiheit des Berechtigten, darüber zu entscheiden, wer sich 

30

in bestimmten Räumen aufhalten darf und wer nicht. Geschütztes Rechtsgut ist so-
mit das sogenannte Hausrecht, das heisst die Befugnis, über einen bestimmten 
Raum ungestört zu herrschen und darin den eigenen Willen frei zu betätigen (Stefan 
Trechsel, a.a.O., N 1 zu Art. 186 StGB). Dabei muss der Wille des Berechtigten, 
dass jemand in einen bestimmten Raum nicht eindringen soll, nicht ausdrücklich 
erklärt werden, sondern kann sich auch aus den Umständen ergeben. Auf subjekti-
ver Seite wird Vorsatz verlangt. 

b) Zur Begehung der Diebstähle hat sich der Angeklagte in mehreren Fäl-
len gegen den Willen der Berechtigten und vorsätzlich Zutritt zu - von Art. 186 StGB 
geschützten - Räumen (Restaurants, Geschäfte und Wohnungen) verschafft. Es lie-
gen 30 Strafanträge wegen Hausfriedensbruchs vor. Somit hat X. den Tatbestand 
des Hausfriedensbruchs mehrfach erfüllt. Diese Taten hat er denn auch anlässlich 
der Hauptverhandlung vom 13. Dezember 2004 vollumfänglich eingestanden. 

6.a) Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom 
Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das Vor-
leben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. In BGE 117 IV 112 ff. 
hat das Bundesgericht grundsätzliche Bemerkungen zur Frage der Strafzumessung 
angebracht. Demnach muss sich der Begriff des Verschuldens auf den gesamten 
Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Bei der Tatkompo-
nente sind insbesondere das Ausmass des verschuldeten Erfolgs, die Art und 
Weise seiner Herbeiführung, die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt 
hat, und die Beweggründe gemäss Art. 63 StGB zu beachten. Die Täterkomponente 
erfasst demgegenüber das Vorleben, insbesondere auch allfällige Vorstrafen, die 
persönlichen Verhältnisse, das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, wie 
zum Beispiel Reue, Einsicht und die Strafempfindlichkeit (vgl. auch BGE 124 IV 44; 
BGE 118 IV 114). Innerhalb des gesetzlichen Strafrahmens ist ohne Bindung an 
feste Regeln die verschuldensgerechte Strafe zu finden. 

b) Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Frei-
heitsstrafen verwirkt hat, so verurteilt ihn der Richter nach dem in Art. 68 StGB sta-
tuierten Asperationsprinzip zu der Strafe der schwersten Tat und erhöht deren 
Dauer angemessen. Er kann jedoch das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht 
um mehr als die Hälfte überschreiten und ist dabei zudem an das gesetzliche 
Höchstmass der Strafart gebunden. Die schwerste Tat ist diejenige, welche unter 
den mit der höchsten Strafe bedrohten Tatbestand fällt. Grundlage für die Strafzu-

31

messung ist daher im vorliegenden Fall der in Art. 139 Ziff. 2 StGB vorgesehene 
Strafrahmen, der von drei Monaten Gefängnis bis zu zehn Jahren Zuchthaus reicht.

c) Das Verschulden von X. wiegt unter dem Gesichtspunkt der Tatkom-
ponente schwer, hat er doch innerhalb von 3 ½ Monaten 40 Diebstähle beziehungs-
weise Diebstahlversuche verübt, das heisst durchschnittlich alle 2-3 Tage einmal 
delinquiert. Zudem wurde er bereits in den Jahren 2001 und 2003 wegen verschie-
dener Delikte unter anderem zu einer unbedingten Gefängnisstrafe von einem Mo-
nat verurteilt. Indem er kurz danach bereits wieder delinquierte, legte er einen er-
heblichen kriminellen Willen an den Tag. Ihn scheinen die früheren Verurteilungen 
nicht beeindruckt zu haben. So sagte er denn auch anlässlich der Hauptverhand-
lung vom 13. Dezember 2004 aus, er habe früher Gesetze nicht akzeptieren kön-
nen. Für ihn hätten seine eigenen Gesetze gegolten. Diese Haltung geht auch in 
aller Deutlichkeit aus dem psychiatrischen Gutachten vom 15. September 2004 her-
vor. Der Einwand des Angeklagten, er habe sich aufgrund finanzieller Probleme, die 
aus der fehlenden Aufenthaltsbewilligung und seiner Arbeitslosigkeit resultierten, zu 
den Delikten hinreissen lassen, ist zwar zu anerkennen, kann aber nicht strafmil-
dernd berücksichtigt werden. Schliesslich hat er in den letzten Jahren immer wieder 
die Arbeitsstelle und den Wohnort gewechselt. Auch sagte er vor Schranken aus, 
dass er zwar eine Ausbildung machen möchte, jedoch ohne eigentliche Lehre, son-
dern lieber auf privater Ebene mittels Kursen. Allerdings sei ihm eine schnelle Ent-
lassung aus dem Strafvollzug wichtiger. Strafschärfend ist das Zusammentreffen 
mehrerer Handlungen, die mehrfache Tatbegehung sowie der Rückfall (Art. 68 und 
67 StGB) zu werten. Straferhöhend wirken sich die einschlägigen Vorstrafen und 
das Delinquieren während der Probezeit aus. 

Strafmindernd kann X. sein teilweises Geständnis und seine Kooperations-
bereitschaft zu Gute gehalten werden. Zu Gunsten des Angeklagten sind zudem 
seine Reue und der Umstand, dass er das Unrecht seiner Taten einsieht, zu werten. 
Strafmilderungsgründe liegen keine vor, zumal ihm keine Beeinträchtigung der Zu-
rechnungsfähigkeit attestiert wird. Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumes-
sungsgründe erscheint die von der Staatsanwaltschaft Graubünden geforderte Frei-
heitsstrafe von 18 Monaten Gefängnis dem Verschulden und der Verhaltensweise 
von X. als angemessen und gerechtfertigt. Dem Einwand der Verteidigung, die 
Strafe sei im Vergleich zu der am 11. September 2001 ausgesprochenen Strafe von 
18 Monaten zu hoch, kann nicht gefolgt werden. Es ist zwar zutreffend, dass der 
Angeklagte im genannten Verfahren wegen 114 Diebstählen und über 60 Fällen von 
Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch zur Verantwortung gezogen wurde; al-

32

lerdings ist zu berücksichtigen, dass er diese Taten nicht alleine, sondern banden-
mässig beging, wobei eine wechselseitige Deliktsbegehung vereinbart war. Ausser-
dem lagen bei der damaligen Verurteilung noch keine einschlägigen Vorstrafen so-
wie ein Rückfall im Sinne von Art. 67 StGB vor. Auch waren die Deliktsbeträge we-
sentlich geringer, hat der Angeklagte doch bei den hier zu beurteilenden 20 vollen-
deten Delikten fast denselben Deliktsbetrag erbeutet. Aus diesen Gründen er-
scheint die Strafe auch im Vergleich zum damaligen Urteil als angemessen. 

d) Nach Art. 69 StGB rechnet das Gericht dem Verurteilten die Untersu-
chungshaft auf die Freiheitsstrafe an, soweit der Täter diese nicht durch sein Ver-
schulden nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. Nach der Praxis des Bun-
desgerichts darf von einer Anrechnung nur abgesehen werden, sofern der Beschul-
digte durch sein - nach rechtsstaatlich vertretbaren Verfahrensgrundsätzen vorwerf-
bares - Verhalten nach der Tat die Untersuchungshaft in der Absicht herbeigeführt 
oder verlängert hat, um dadurch den Strafvollzug zu verkürzen oder zu umgehen 
(BGE 117 IV 404 ff.). Ablehnungsgründe im Sinne dieser Rechtsprechung bestehen 
in Bezug auf X. nicht, so dass einer Anrechnung der erstandenen Untersuchungs-
haft von 209 Tagen nichts entgegensteht. 

7. Bei diesem Strafmass ist zu prüfen, ob dem Verurteilten für die 
18-monatige Gefängnisstrafe der bedingte Strafvollzug gewährt werden kann. 
Gemäss Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter den Vollzug einer Freiheits-
strafe von nicht mehr als 18 Monaten durch die Gewährung der Rechtswohltat des 
bedingten Strafvollzuges aufschieben, wenn Vorleben und Charakter des Verurteil-
ten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbrechen oder Vergehen 
abgehalten. Gemäss Abs. 2 der genannten Bestimmung ist der Aufschub einer Frei-
heitsstrafe bzw. die Gewährung des bedingten Strafvollzuges von Gesetzes wegen 
nicht zulässige, wenn der Verurteilte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat 
wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Vergehens eine Zucht-
haus- oder Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten verbüsst hat. Da der Ange-
klagte innerhalb der letzten fünf Jahre keine Freiheitsstrafe von einer solchen Dauer 
verbüssen musste und beim hier zu behandelnden Fall eine Strafe von nicht mehr 
als 18 Monaten verhängt wurde, sind die objektiven Voraussetzungen für die Ge-
währung des bedingten Strafvollzuges gegeben.

In subjektiver Hinsicht setzt Art. 41 Ziff. 1 StGB voraus, dass Vorleben und 
Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde durch den Aufschub der Strafe 
beziehungsweise die Gewährung des bedingten Strafvollzuges von weiteren Ver-

33

brechen oder Vergehen abgehalten. Das Gericht hat zu prüfen, ob eine günstige 
Prognose für künftiges Wohlverhalten gestellt werden kann, wobei ihm dafür ein 
erhebliches Ermessen zusteht. Bei der Prüfung, ob der Verurteilte für ein dauerndes 
Wohlverhalten Gewähr bietet, ist eine Gesamtwürdigung aller wesentlicher Um-
stände vorzunehmen. In die Beurteilung mit einzubeziehen sind neben den Ta-
tumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, 
die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Be-
währung zulassen. Für die Einschätzung des Rückfallrisikos ist ein Gesamtbild der 
Täterpersönlichkeit unerlässlich. Relevante Faktoren sind unter anderem strafrecht-
liche Vorbelastung, das Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen und 
Hinweise auf Suchtgefährdungen. Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum 
Zeitpunkt des Entscheides mit einzubeziehen (BGE 128 IV 198 f.). Vorliegend ist zu 
beachten, dass X. bereits am 11. September 2001 durch die Strafkammer des Kan-
tonsgerichts von Graubünden (vgl. Vorakten), wegen gewerbs- und bandenmässi-
gen Diebstahls und weiterer Delikte zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 18 Mo-
naten verurteilt wurde. Er liess sich dadurch in keinster Weise beeindrucken und 
delinquierte noch während der Probezeit in erheblicher Art und Weise. Die Gefahr, 
dass X. - würde ihm nun der bedingte Strafvollzug gewährt - wiederum in gleicher 
Weise straffällig werden könnte, ist nicht von der Hand zu weisen, zumal er über 
keine Arbeit und damit auch über kein geregeltes Einkommen verfügt. Anlässlich 
der Hauptverhandlung vom 13. Dezember 2004 schloss er denn auch nicht aus, bei 
länger andauernder Arbeitslosigkeit wieder rückfällig zu werden. Auch die Gutach-
terin der Psychiatrischen Dienste Graubünden kam in ihrem Gutachten zum 
Schluss, dass X. aufgrund seiner dissozialen Persönlichkeitsstörung und vielen wei-
teren Persönlichkeitsmerkmalen im Vergleich mit einer Population von Straftätern 
als mindestens mittelgradig rückfallgefährdet erscheine (act. 2/14). Somit kann ihm 
keine günstige Prognose gestellt werden. Aufgrund der Massnahmeunwilligkeit, des 
Vorlebens sowie der oben beschriebenen Umstände kann X. der bedingte Strafvoll-
zug nicht gewährt werden. 

8. Gemäss Art. 41 Ziff. 3 Abs. 1 StGB lässt der Richter eine bedingt aus-
gesprochene Strafe vollziehen, wenn der Verurteilte während der Probezeit ein Ver-
brechen oder Vergehen begeht, er trotz förmlicher Mahnung des Richters einer ihm 
erteilten Weisung zuwider handelt, er sich beharrlich der Schutzaufsicht entzieht 
oder er das in ihn gesetzte Vertrauen in anderer Weise stört. Daraus geht hervor, 
dass wenn der Verurteilte während der Probezeit erneut ein Verbrechen oder Ver-
gehen begeht, der Widerruf der Erststrafe den Normalfall darstellt (PKG 1994 Nr. 
28). In leichten Fällen kann der Richter auf den Widerruf verzichten und stattdessen 

34

eine weniger einschneidende Massnahme anordnen (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB). 
Bei der Frage, ob ein Delikt als leicht zu qualifizieren ist, kommt dem Strafmass die 
massgebliche Bedeutung zu. Dabei wird eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Mona-
ten in der Regel als leicht im Sinne von Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB bezeichnet (BGE 
117 IV 101). Die Annahme eines leichten Falles kommt nur in Betracht, wenn die 
Freiheitsstrafe in der Nähe von drei Monaten liegt (BGE 122 IV 156 E3c), was bei 
18 Monaten nicht mehr der Fall ist. Ein Verzicht auf den Widerruf ist somit nur aus-
nahmsweise zulässig, unter der Voraussetzung, dass einerseits ein leichter Fall und 
andererseits eine begründete Bewährungsaussicht angenommen werden kann. 
Diese beiden Elemente müssen kumulativ erfüllt sein. X. beging die vorstehend zu 
beurteilenden Delikte während seiner mit Urteil vom 11. September 2001 des Kan-
tonsgerichts von Graubünden auf zwei Jahre angesetzten und am 12. März 2003 
um ein Jahr verlängerten Probezeit. Aufgrund der vorgenannten Praxis des Bun-
desgerichts können die vorliegend zu beurteilenden Delikte nicht als leichte Fälle im 
Sinne des Gesetzes qualifiziert werden. Entscheidend ist aber auch, dass die Be-
währungsprognose negativ ausfällt. Auch wurde die Probezeit bereits einmal um ein 
Jahr verlängert; gleichwohl hat sich X. nicht davon abhalten lassen, erneut straffällig 
zu werden. Die mit Urteil vom 11. September 2001 des Kantonsgerichts von 
Graubünden bedingt ausgesprochene Strafe von 18 Monaten ist demnach zu voll-
ziehen. 

9. X. ist Staatsangehöriger von Serbien und Montenegro. Es gilt deshalb 
zu prüfen, ob der Angeklagte des Landes zu verweisen ist. 

a) Gemäss Art. 55 Abs. 1 StGB kann der Richter eine ausländische Per-
son, welche zu Zuchthaus oder Gefängnis verurteilt wird, für drei bis fünfzehn Jahre 
aus dem Gebiet der Schweiz verweisen. Die Landesverweisung ist Nebenstrafe und 
Sicherungsmassnahme zugleich (BGE 114 Ib 3f.). Obwohl der zweite Gesichts-
punkt im Vordergrund steht, verlangt ihre Eigenschaft als Nebenstrafe, dass sie in 
Anwendung von Art. 63 StGB festgesetzt wird, das heisst nach dem Verschulden 
des Täters unter Berücksichtigung der Beweggründe, des Vorlebens und der per-
sönlichen Verhältnisse. Der Richter hat sich besondere Zurückhaltung aufzuerle-
gen, wenn der Ausländer lange in der Schweiz gelebt hat und hier verwurzelt ist, zu 
der eigenen Heimat aber keine Beziehungen mehr hat (vgl. BGE 104 IV 223 f.). 
Damit ist der Sicherungszweck jedoch nicht ausgeschaltet. Es ist Sache des Rich-
ters, im Einzelfall dem Straf- und dem Sicherungszweck der Landesverweisung 
Rechnung zu tragen (BGE 123 IV 108 f.). 

35

Die Staatsanwaltschaft hat auf einen Antrag auf Landesverweisung verzich-
tet. Die Strafkammer des Kantonsgerichts prüft die Frage von Amtes wegen. 

b) Bereits im Urteil vom 11. September 2001 hat das Kantonsgericht von 
Graubünden von einer Landesverweisung abgesehen. Im damaligen Urteil wurde 
ausgeführt, dass X. im Rahmen des Familiennachzugs zusammen mit seiner Mutter 
und seinem Bruder 1994 in die Schweiz kam und praktisch keine Beziehungen zu 
seinem Heimatland mehr bestehen. Änderungen gegenüber den damaligen Aus-
führungen haben sich insofern ergeben, als dem Angeklagten heute keine günstige 
Prognose mehr gestellt werden kann und er nach wie vor nicht gewillt ist, nach den 
hier geltenden Gesetzen zu leben. Ausserdem liegt - wie bereits ausgeführt wurde 
- eine mindestens mittelgradige Rückfallgefahr vor. Auch hat X. anlässlich der 
Hauptverhandlung vom 13. Dezember 2004 ausgesagt, dass er eine Rückkehr in 
sein Heimatland nicht ausschliessen könne. Demgegenüber ist festzuhalten, dass 
er gemäss eigenen Angaben eine Freundin in der Schweiz hat und auch seine 
näheren Verwandten (Grosseltern, Tante) in der Schweiz leben. Die Schweiz stellt 
damit ohne Zweifel den Lebensmittelpunkt von X. dar. Gegen eine Ausweisung 
spricht zudem auch die während dem Verfahren gezeigte Reue und Einsichtigkeit, 
so dass trotz erheblichen Verschuldens von einer Ausweisung abgesehen werden 
kann. 

10.a) Gemäss Art. 131 Abs. 3 StPO entscheidet das Gericht auch über frist-
gerecht eingereichte Adhäsionsklagen ohne Rücksicht auf den Streitwert. Die pro-
zessuale Erforschung der materiellen Wahrheit im Interesse einer möglichst wirk-
lichkeitsnahen Entscheidung über materielle Ansprüche darf jedoch nicht auf Kos-
ten eines geordneten und gerechten Verfahrens erfolgen. In diesem Sinne hält Art. 
131 Abs. 3 StPO einschränkend fest, dass das Gericht über die Adhäsionsklagen 
nur zu entscheiden hat, sofern es die Akten zur Beurteilung des Zivilpunktes als 
ausreichend erachtet. Ist dies nicht der Fall, wird die Adhäsionsklage an den ordent-
lichen Zivilrichter verwiesen. Soweit es, wie in den vorliegenden Fällen, um Zivilan-
sprüche als mittelbare Folge von Diebstahl geht, richten sich die Rechte und Pflich-
ten der Geschädigten und das entsprechende Verfahren ausschliesslich nach Art. 
131 Abs. 3 StPO und den daraus abgeleiteten Grundsätzen. 

b) Im vorliegenden Verfahren reichte die S. Versicherungsgesellschaft 
am 29. Juli 2004 eine Adhäsionsklage in Sachen Einbruchdiebstahl vom 2. April 
2004 zum Nachteil des O27. I. (Ziffer 27 der Anklageschrift) im Umfang von Fr. 585.-
- ein (act. 33.5). Diese Adhäsionsklage wurde form- und fristgerecht eingereicht. Die 

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Forderung wird vom Angeklagten vollumfänglich anerkannt. Von dieser Anerken-
nung wird damit vom Gericht Vormerk genommen.

c) Mit Datum vom 13. Oktober 2004 reichte der Geschädigte G30. eine 
Adhäsionsklage im Umfang von Fr. 2'621.-- ein. Darin führte er aus, dass er durch 
den Einbruchdiebstahl im O40. in H. vom 29./30. April 2004 (Ziffer 40 der Anklage-
schrift) einen Schaden in der Höhe von Fr. 2'621.-- erlitten habe. Der Adhäsions-
klage legte er eine Inventaraufstellung sowie eine Rechnung für Fensterersatzteile 
und Reparaturarbeiten bei. Aus der Inventaraufstellung geht hervor, dass der Ge-
schädigte den Verlust einer Digitalkamera der Marke Olympus im Wert von Fr. 818.-
- geltend macht. Diese Kamera wird jedoch weder im Polizeirapport noch in der 
Anklageschrift aufgeführt, weshalb sie nicht Gegenstand dieses Strafverfahrens bil-
den kann. Der Angeklagte anerkennt denn auch die Adhäsionsklage nur in der Höhe 
von Fr. 1'400.--. Dies entspricht dem anerkannten Deliktsgut von Fr. 1'302.15 (Fr. 
2'120.15 abzüglich Fr. 818.--) und einem Teil der Fensterreparatur. Das Kantons-
gericht von Graubünden nimmt somit Vormerk von der Anerkennung der Adhäsi-
onsklage von G30. in der Höhe von Fr. 1'400.--. Im Mehrbetrag wird die Adhäsions-
klage auf den Zivilweg verwiesen.

11. Über die Anordnung der Sicherheitshaft wurde mit separater Verfü-
gung vom 13. Dezember 2004, mitgeteilt am 15. Dezember 2004, entschieden. 

12. Die Kosten der Strafuntersuchung, des Gerichtsverfahrens sowie der 
amtlichen Verteidigung gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens zu Lasten des 
Verurteilten (Art. 158 Abs. 1 StPO). Demgegenüber sind die Kosten der angerech-
neten Untersuchungshaft und jene des Strafvollzuges vom Kanton Graubünden zu 
übernehmen (Art. 158 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 188 StPO). 

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. X. ist schuldig des gewerbsmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziffer 2 
StGB, der mehrfachen Sachbeschädigung gemäss Art. 144 Abs. 1 StGB und 
des mehrfachen Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB.

2. Dafür wird er mit 18 Monaten Gefängnis abzüglich der erstandenen Untersu-
chungshaft von 209 Tagen bestraft.

3. Der mit Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden vom 11. September 
2001 für die Strafe von 18 Monaten Gefängnis gewährte bedingte Vollzug 
wird widerrufen. Die Strafe ist zu vollziehen. 

4. a) Von der Anerkennung der Adhäsionsklage der Schweizerischen Mobiliar 
Versicherungsgesellschaft vom 29. Juli 2004 in der Höhe von Fr. 585.-- wird 
Vormerk genommen. 

    b) Von der Anerkennung der Adhäsionsklage von G30. vom 13. Oktober 2004 
in der Höhe von Fr. 1'400.-- wird Vormerk genommen. Im Mehrbetrag wird 
die Adhäsionsklage auf den Zivilweg verwiesen. 

5. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Untersuchungsgebühren der Staatsanwaltschaft 
Graubünden von Fr.   5'585.00

- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft 
Graubünden von Fr.   3'862.15

- den Kosten gemäss Art. 354 StGB von Fr.      540.00
- der Gerichtsgebühr von Fr.   3'000.00
- und dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr.   3’863.10

Total somit Fr. 16'850.25

gehen zu Lasten von X.. Die Kosten der angerechneten Untersuchungshaft 
sowie die Kosten des Strafvollzuges gehen zu Lasten des Kantons Graubün-
den.

6. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-

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pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

7. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident  Die Aktuarin ad hoc