# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b3f39251-ddbd-5422-8af5-d8d0f748ce3a
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-08
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2009 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2009
**Docket/Reference:** DB.2011.60
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2011_60_bk.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2011.60 
2 ST.2011.90 

Entscheid 

 8. August 2011 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Christian Mäder, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichterin 
Micheline Roth und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

In Sachen 

A ,    

vertreten durch RA lic.iur. Livio D. Zanetti,  
Tappolet & Partner, Steuerberatung,  
Asylstrasse 77, Postfach 1110, 8032 Zürich,  

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2009 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2009 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
       
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Der 19.. geborene A war von Anfang Februar 1962 bis Ende März 1989 für 

die B Dänemark und danach bis zu seiner Pensionierung per 1. Oktober 1995 als C für 

die  B  Schweiz  tätig.  Seine  dänische  Pensionskasse  hatte  er  nach  dem  Wechsel  von 

Berufs- und Wohnort in die Schweiz beibehalten. Die ihm ab 1. Oktober 1995 zuflies-

sende  Altersrente  aus  Dänemark  besteuerte  der  in  D  wohnhafte  Pflichtige  jeweils  zu 

80%.  

Im  Einschätzungsverfahren  für  die  Steuerperiode  2009  vertrat  der  Steuer-

kommissär die Ansicht, die Rente aus der dänischen Pensionskasse sei  nicht wie de-

klariert  zu  80%,  sondern  zu  100%  steuerbar.  Unter  Aufrechnung  der  entsprechenden 

Differenz setzte er mit Entscheid bzw. Hinweis vom 7. Dezember 2010 die Steuerfakto-

ren wie folgt fest: 

   Staats- und Gemeindesteuer   

 Direkte Bundessteuer 

Steuerbares Einkommen 

Satzbestimmendes Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

Satzbestimmendes Vermögen 

           (Fr.) 

319'300.- 

464'800.- 

….- 

….-. 

   (Fr.) 

297'800.- 

461'400.- 

Die  Bundessteuerveranlagung  wurde  mit  Schlussrechnung  vom  4.  Febru-

ar 2011 (versandt offenbar bereits Ende Januar 2011) formell eröffnet. 

B.  Die  hiergegen  am  21.  Dezember  2010  bzw.  3.  Februar  2011  erhobenen 

Einsprachen, mit welchen der Pflichtige die Besteuerung der Altersrente aus Dänemark 

zu 80% hatte beantragen lassen, wies das kantonale Steueramt am 18. März 2011 ab. 

C.  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  vom  7.  April  2011  liess  der  Pflichtige  erneut 

Antrag auf Besteuerung seiner dänischen Altersrente zu 80% statt zu 100% bzw. damit 

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einhergehende Einkommensreduktionen von Fr. 53'381.- stellen. Zudem forderte er die 

Zusprechung einer Parteientschädigung.  

Das kantonale Steueramt schloss mit Vernehmlassung vom 20. April 2011 auf 

Abweisung  der  Rechtsmittel.  Die  eidgenössische  Steuerverwaltung  (ESTV)  teilte  mit 

Schreiben vom 24. Mai 2011 mit, auf eine Stellungnahme zu verzichten. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a)  Der  Pflichtige  lässt  einleitend  geltend  machen,  es  sei  widersprüchlich, 

dass das kantonale Steueramt die streitbetroffene Rente über Jahre zu 80% besteuert 

habe und nunmehr plötzlich eine Besteuerung zu 100% vornehme.  

b)  Weil  die  Steuereinschätzung  nur  für  die  Gegenstand  des  Veranlagungsver-

fahrens  bildende  Steuerperiode  in  Rechtskraft  erwächst,  können  Fragen,  die  in  ähnli-

cher Weise schon bei früheren Einschätzungen aufgeworfen und entschieden worden 

sind,  neu  beurteilt  werden.  In  Rechtskraft  erwächst  jeweils  nur  die  einzelne  Einschät-

zung, die ausschliesslich für die betreffende Steuerperiode Rechtswirkungen entfaltet; 

die späteren Einschätzungen sind daher jederzeit einer erneuten, umfassenden Über-

prüfung zugänglich (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 

2009, Art. 131 N 6 DBG; dies., Kommentar zum harmonisierten Zürcher Steuergesetz, 

2. A.,  2006,  § 139  N 7  StG;  je  mit  Hinweisen;  BGr,  9.  Mai  2005,  2A.747/2004, 

www.bger.ch = Pra 2006 Nr. 16).  

Der Umstand, dass die streitbetroffene Rente des Pflichtigen in früheren Steu-

erperioden  zu  80%  besteuert  worden  ist,  steht  nach  dieser  langjährigen  Rechtspre-

chung einer Untersuchung des Sachverhalts bzw. einer neuen rechtlichen Beurteilung 

im  Rahmen  der  Veranlagung  bzw.  Einschätzung  für  die  Steuerperiode  2009  folglich 

nicht entgegen.  

c)  Der  Grundsatz  von  Treu  und  Glauben  gibt  dem  Bürger  unter  bestimmten 

Voraussetzungen Anspruch auf Schutz seines berechtigten Vertrauens  in die Richtig-

keit  und  Vollständigkeit  behördlicher  Auskünfte  und  Zusicherungen  oder  sonstiges, 

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bestimmte Erwartungen begründendes Verhalten der Behörde. In der Regel begründet 

aber  nur  eine  individuelle  und  konkrete  Zusicherung  der  Steuerbehörde  den  Vertrau-

ensschutz.  Allein  aus  dem  Umstand,  dass  eine  Steuerdeklaration  genehmigt  wurde, 

kann für die verschiedenen in die Deklaration eingeflossenen Sachverhalte nicht abge-

leitet werden, darin liege eine Zusicherung der Veranlagungsbehörde, die verschiede-

nen  Sachverhalte  auch  künftig  gleich  zu  würdigen  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

VB zu Art. 109 – 121 N 54 und 59 DBG; dies., VB zu §§ 119 – 131, N 57 und 62 StG). 

Der Grundsatz von Treu und Glauben umfasst weiter auch das Verbot des venire cont-

ra factum proprium, des widersprüchlichen Verhaltens. Sowohl die Steuerbehörde als 

auch der Steuerpflichtige dürfen sich zu ihrem früheren Verhalten nicht in Widerspruch 

setzen. Kein widersprüchliches Verhalten ist aber darin zu sehen, dass die Steuerbe-

hörde Sachverhalte in späteren Veranlagungsperioden anderes beurteilt als in früheren 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, VB zu Art. 109 – 121 N 73  und  80  DBG; dies., VB zu 

§§ 119 – 131, N 78 und 87 StG).  

d)  Der  Hinweis  auf  ein  widersprüchliches  Verhalten  der  Steuerbehörde  hilft 

dem Pflichtigen somit nicht weiter. Zu prüfen ist damit allein, ob die Steuerbehörde im 

Rahmen  ihrer  neuen  Sachverhaltsbeurteilung  zu  Recht  davon  ausgeht,  dass  die  in 

Frage stehende Rente aus Dänemark zu 100% zu versteuern ist.  

2. a) Steuerbar sind gemäss  Art. 22 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die di-

rekte  Bundessteuer  vom  14.  Dezember  1990  (DBG)  bzw.  § 22  Abs. 1  des  Steuerge-

setzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle Einkünfte aus der Alters-, Hinterlassenen- und Inva-

lidenversicherung,  aus  Einrichtungen  der  beruflichen  Vorsorge  und  aus  anerkannten 

Formen  der  gebundenen  Selbstvorsorge,  mit  Einschluss  von  Kapitalabfindungen  und 

Rückzahlungen von Einlagen, Prämien und Beiträgen.  

Ausnahmen  zu  diesem  Grundsatz  der  vollständigen  Besteuerung  gelten  mit 

Bezug  auf  ältere  Vorsorgeverhältnisse.  So  werden  beispielsweise  gemäss  Art. 204 

Abs. 1 lit. b DBG und § 270 Abs. 1 StG Renten und Kapitalabfindungen aus beruflicher 

Vorsorge,  die  vor  dem  1. Januar  2002  zu  laufen  beginnen  oder  fällig  werden  und  auf 

einem Vorsorgeverhältnis beruhen, das am 31. Dezember 1985 (Staats- und Gemein-

desteuer)  bzw.  31.  Dezember  1986  (direkte  Bundessteuer)  bereits  bestanden  hat,  zu 

vier Fünfteln ihres Betrags besteuert, wenn sie teilweise, mindestens aber zu 20% aus 

eigenen Mitteln erworben worden sind.  

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Diese Ausnahmebestimmungen sind historisch begründet. Im Hinblick auf das 

Inkrafttreten  der  wesentlichen  steuerlichen  Bestimmungen  des  Bundesgesetzes  über 

die  berufliche  Vorsorge  (BVG)  am  1. Januar  1987  wechselten  sowohl  der  Bund  als 

auch der Kanton Zürich von ihrem bisherigen System der Besteuerung der beruflichen 

Vorsorge  (beschränkte  Abzugsfähigkeit  der  Beiträge  -  beschränkte  Besteuerung  der 

Leistungen)  zum  so  genannten  Waadtländer  Modell  (vollumfänglicher  Abzug  der  Bei-

träge  -  vollumfängliche  Besteuerung  der  Leistungen).  Vor  diesem  Hintergrund  bieten 

Art. 204  Abs. 1  DBG  bzw.  § 270  Abs. 1  StG  schematische  Lösungen,  welche  den 

Übergang zum Waadtländer Modell ermöglichen und somit nur für die Übergangsgene-

ration gelten. Sie schaffen den Ausgleich dafür, dass die Vorsorgenehmer ihre Beiträge 

an  Vorsorgeeinrichtungen  bis  zum  Steuerjahr  1986  nur  in  beschränktem  Umfang  ab-

ziehen konnten (im Rahmen des allgemeinen Versicherungsabzugs). Deshalb wird die 

Anwendung  dieser  Vorschrift  auf  jene  Vorsorgeverhältnisse  beschränkt,  die  am 

31. Dezember  1985  bzw.  1986  bereits  bestanden  haben.  Renten  und  Kapitalzahlun-

gen, welche zu einem kleineren Teil eigenfinanziert oder ganz vom Arbeitgeber aufge-

bracht worden sind, werden aber auch bei diesen vorbestandenen Vorsorgeverhältnis-

sen  zu  100%  besteuert  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 204  N 2  ff.  DBG  bzw. 

dies., § 270 N 3 ff. StG).  

b)  Bei  den  Voraussetzungen,  welche  eine  reduzierte  Besteuerung  der  Rente 

erlauben,  handelt  es  sich  um  steuermindernde  Umstände,  welche  demnach  vom 

Pflichtigen nachzuweisen sind.  

3.  a)  Im  vorliegenden  Fall  ist  unbestritten,  dass  der  Pflichtige  per  1989  nach 

seinem Zuzug in die Schweiz und der Aufnahme seiner Tätigkeit für die B Schweiz die 

berufliche  Vorsorge  bei  seiner  bisherigen  dänischen  Vorsorgeeinrichtung,  der  E,  wei-

terführen konnte und deshalb der hiesigen obligatorischen Vorsorgeversicherung nicht 

unterstand (vgl. Art. 1j Abs. 2 der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlasse-

nen-  und  Invalidenvorsorge  vom  18.  April  1984  [BVV  2;  SR 831.441.1];  Stand  am 

1. August  2011).  Damit  ist  auch  bereits  gesagt,  dass  die  E  mit  einer  Einrichtung  der 

hiesigen beruflichen Vorsorge (2. Säule) vergleichbar ist.  

Ebenso  unbestritten  ist,  dass  die  Rente,  welche  dem  Pflichtigen  seit  seiner 

Pensionierung im Jahr 1995 von der dänischen Vorsorgeeinrichtung ausgerichtet wird, 

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gemäss  internationalem  Doppelbesteuerungsrecht  am  hiesigen  Wohnsitz  zu  versteu-

ern ist.  

Belegt ist weiter, dass der Pflichtige während seiner gesamten Anstellung bei 

B (1. Februar 1962 bis 1. Oktober 1995) mindestens 25% der seinem dänischen Vor-

sorgekonto gutgeschriebenen Beiträge selbst erbracht hat (vgl. Bestätigung der E vom 

11. September 1998).  

Geklärt  ist  der  Sachverhalt  schliesslich  auch  insoweit,  als  die  zur  Diskussion 

stehende Rente aus Dänemark vor dem 1. Januar 2002 zu laufen begann und auf ei-

nem Vorsorgeverhältnis beruht, das vor dem erwähnten Systemwechsel bei der hiesi-

gen Rentenbesteuerung bereits bestanden hat. 

Nach  Auffassung  des  Pflichtigen  sind  damit  sämtliche  Voraussetzungen  er-

füllt, um die Altersrente aus beruflicher Vorsorge gestützt auf die Ausnahmeregelungen 

von Art. 204 Abs. 1 lit. b DBG und § 270 Abs. 1 StG zu 80% zu besteuern.  

b) Dem hält die Vorinstanz in den angefochtenen Einspracheentscheiden ent-

gegen, dass es sich bei der E nicht um eine dem schweizerischen Recht unterstehen-

de  Vorsorgeeinrichtung  handle,  weshalb  die  Ausnahmeregelungen  nicht  anwendbar 

seien.  Dabei  verweist  sie  auf  einen  Entscheid  der  Steuerrekurskommission I  vom 

19. November  2009,  ST.2009.237.  In  diesem  Entscheid  wurde  mit  Bezug  auf  einen 

Steuerpflichtigen  mit  deutscher  Staatsangehörigkeit  (welcher  aber  nie  in  der  Schweiz 

erwerbstätig war und bei welchem im Übrigen auch die 20%ige Eigenfinanzierung nicht 

nachgewiesen war) festgehalten, es sei nicht einzusehen, weshalb Art. 204 DBG bzw. 

§ 270 StG auch auf in Deutschland erworbene und von dort  fliessende  Renten ange-

wendet werden soll. Die besagten Ausnahmeregelungen seien spezifisch auf die Ände-

rung  des  Besteuerungssystems  aufgrund  der  Revision  des  Bundesgesetzes  über  die 

berufliche  Vorsorge  vom  25.  Juni  1982  (BVG;  SR 831.40)  ausgerichtet  gewesen. 

Demnach bezögen sie sich auch nur auf Einkünfte aus der beruflichen Vorsorge nach 

BVG. Eine durch Erwerbstätigkeit im Ausland nach den Bestimmungen des betreffen-

den  Landes  erworbene  Rente  werde  von  der  Übergangsproblematik  im  Zusammen-

hang mit dem Wechsel zum Waadtländer Modell nicht berührt, weshalb eine Ausdeh-

nung des Anwendungsbereichs dieser Bestimmung auf solche Renten abzulehnen sei.  

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c)  Der  Pflichtige  lässt  beschwerde-  und  rekursweise  einwenden,  dass  es  mit 

Bezug auf die Anwendung der in Frage stehenden Ausnahmebestimmungen nicht dar-

auf  ankomme,  ob  es  sich  bei  der  die  Altersrente  ausrichtenden  Einrichtung  um  eine 

solche handle, die dem BVG unterstehe. Entscheidend sei allein, dass es sich um eine 

"gleichwertige Einrichtung" handle, was vorliegend erfüllt sei. Zu verweisen sei im Zu-

sammenhang  mit  der  Frage  der  Gleichwertigkeit  insbesondere  auf  das  Protokoll 

vom 21.  August  2009  zum  Doppelbesteuerungsabkommen  Schweiz/Dänemark 

(SR 0.672.931.41), Anmerkungen zu Art. 10 Abs. 3 lit. b und zu Art. 28 Abs. 3, wonach 

als  Vorsorgeeinrichtungen  in  Dänemark  jene  Einrichtungen  gemäss  Teil  I  des  Geset-

zes über die Besteuerung von Pensionen gelten würden (Pensionsbeskatningsloven). 

Bei der E handle es sich um eine solche Einrichtung. Damit werde aber gegen das im 

Freizügigkeitsabkommen  mit  der  EU  enthaltende  Diskriminierungsverbot  verstossen, 

wenn der Pflichtige schlechter gestellt werde als ein Arbeitnehmer mit schweizerischer 

Vorsorgeeinrichtung. Das Diskriminierungsverbot gemäss Freizügigkeitsabkommen sei 

nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  gegenüber  anderslautenden  Bestim-

mungen der direkten Bundessteuer und des kantonalen Steuerrechts direkt anwendbar 

und gehe damit dem Landesrecht vor. Im Übrigen sei der vorliegende Sachverhalt mit 

demjenigen, welcher dem von der Einsprachebehörde herangezogenen Entscheid der 

Steuerrekurskommission  zugrunde  gelegen  habe,  nicht  vergleichbar.  Dort  habe  das 

Diskriminierungsverbot  gar  nicht  geprüft  werden  müssen,  weil  schon  die  Vorausset-

zungen  betreffend  die  20%ige  Eigenfinanzierung  und  die  Erwerbstätigkeit  in  der 

Schweiz nicht gegeben gewesen seien.  

d)  Tatsächlich  unterscheidet  sich  die  vorliegende  Sachverhaltskonstellation 

von derjenigen, welche dem von der Vorinstanz zitierten Entscheid der Rekurskommis-

sion zugrunde gelegen hat. Der Pflichtige war nämlich auch in der Schweiz erwerbstä-

tig und konnte demzufolge im Rahmen der hiesigen Einkommensbesteuerung Beiträge 

an die E in Abzug bringen; zudem hat er die 20%ige Eigenfinanzierung seiner Vorsor-

ge nachgewiesen. Ob in dieser Konstellation ein staatsvertragliches  Diskriminierungs-

verbot der Nichtgewährung der 80%-Besteuerung entgegensteht, ist damit zu prüfen:  

aa)  Gemäss  Abkommen  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft 

einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits 

über  die  Freizügigkeit vom  21.  Juni  1999  (SR  0.142.112.681)  geniesst  ein  Arbeitneh-

mer  aus  dem  EU-Raum  in  der  Schweiz  die  gleichen  steuerlichen  und  sozialen  Ver-

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günstigungen  wie  die  inländischen  Arbeitnehmer  und  ihre  Familienangehörigen 

(vgl. Anhang I, Art. 9 Abs. 2).  

bb)  Daraus  folgt  indes  noch  nicht, dass  sich  der  Pflichtige  mit  Bezug  auf  die 

ihm von der E ausgerichtete Altersrente auf die Ausnahmebestimmungen von Art. 204 

Abs. 1 lit. b DBG und § 270 Abs. 1 StG berufen kann.  

Wie  erwähnt,  gewähren  die  Letzteren  mit  dem  20%-Einschlag  (Besteuerung 

der Rente zu 80% statt zu 100%) einen Ausgleich dafür, dass eine Übergangsgenera-

tion von Vorsorgenehmern in der Schweiz ihre Beiträge an Vorsorgeeinrichtungen bis 

zum Wechsel zum Waadtländer Modell (vollumfänglicher Abzug der Beiträge - vollum-

fängliche  Besteuerung  der  Leistungen)  nur  in  beschränktem  Umfang  hatten  abziehen 

können. Hätte der Pflichtige seine Anstellung bei der B Schweiz bereits vor dem Sys-

temwechsel aufgenommen und in der Folge die Beiträge an seine dänische Pensions-

kasse  nach  damals  geltendem  Recht  bei  der  hiesigen  Einkommenssteuer  nicht  bzw. 

nicht  vollumfänglich  in  Abzug  bringen  können,  so  wäre  es  in  der  Tat  diskriminierend, 

wenn  ihm  nach  dem  Systemwechsel  bei  der  Rentenbesteuerung  in  der  Schweiz  die 

Anwendung  des  20%-Einschlags  mit  der  Begründung  verwehrt  würde,  die  entspre-

chenden  Ausnahmeregelungen  bezögen  sich  nur  auf  Renten  aus  schweizerischen 

Vorsorgeverhältnissen.  Die  gleiche  Meinung  vertrat  denn  auch  das  kantonale  Steuer-

amt im Rahmen der Beantwortung einer Anfrage eines Steuerpflichtigen, welcher Bei-

träge an eine mit der 2. Säule vergleichbaren italienischen Versicherung während sei-

ner  langjährigen  hiesigen  Erwerbstätigkeit  nicht  oder  nicht  vollständig  hatte  in  Abzug 

bringen  können;  der  Steuerpflichtige  erhielt  von  der  Steuerbehörde  die  Zusicherung, 

dass die Rente aus Italien analog einer Rente aus der 2. Säule bloss zu 80%  zu ver-

steuern sei (vgl. das vom Pflichtigen vorgelegte Schreiben des kantonalen Steueramts 

vom 14. August 2009). 

Im vorliegenden Fall ist der Pflichtige nun aber erst 1989 und damit nach dem 

Systemwechsel  in  die  Schweiz  zugezogen.  Folglich  hat  er  im  Rahmen  der  hiesigen 

Einkommensbesteuerung seine Pensionskassenbeiträge an die dänische Vorsorgeein-

richtung  immer  vollumfänglich  abziehen  können;  etwas  anderes  macht  er  denn  auch 

nicht geltend.  Damit  war er aber im Rahmen seiner Steuerpflicht in der Schweiz vom 

Wechsel zum Waadtländer Modell gar nicht betroffen bzw. sind ihm in diesem Zusam-

menhang keinerlei steuerliche Nachteile entstanden. Damit fehlt aber ein Grund für die 

Anwendung  der  Ausnahmeregelungen  von  Art. 204  Abs. 1  lit.  b  DBG  und  §  270 

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Abs. 1 StG.  Der  Pflichtige  kann  sich  nicht  mit  hier  ansässigen  Steuerpflichtigen  der 

Übergangsgeneration vergleichen, welche im Rahmen der hiesigen Einkommensteuer 

in  den  Jahren  bis  zum  Systemwechsel  Vorsorgebeiträge  nicht  vollumfänglich  haben 

abziehen können und nach dem Systemwechsel ihre Renten aus dem geäufneten Vor-

sorgekapital bei fehlenden Ausnahmeregelungen  vollumfänglich zu versteuern hätten. 

In  seiner  Konstellation  bedeutet  die  Nichtanwendung  der  Ausnahmeregelungen  dem-

zufolge keine Diskriminierung.  

cc)  Die  nach  dem  vorgenannten  Freizügigkeitsabkommen  gebotene  Gleich-

stellung  hat  lediglich  –  aber  immerhin  –  zur  Folge,  dass  in  der  Schweiz  ansässige 

Steuerpflichtige aus EU-Staaten, welche schon vor dem Systemwechsel hier erwerbs-

tätig waren und (bei der hiesigen Einkommenssteuer nicht vollumfänglich abziehbare) 

Beiträge  an  ausländische  Vorsorgeeinrichtungen  geleistet haben,  die  Ausnahmerege-

lung  betreffend  die  80%-Rentenbesteuerung  in  gleicher  Weise  in  Anspruch  nehmen 

können  wie  inländische  Steuerpflichtige,  welche  den  Systemwechsel  mit  schweizeri-

schen Vorsorgeeinrichtungen durchlaufen haben. Vorauszusetzen ist dabei im konkre-

ten Fall, dass die ausländische Vorsorgeeinrichtung mit einer Einrichtung der hiesigen 

2. Säule vergleichbar ist. Über die Erkenntnisse im vorinstanzlich erwähnten Entscheid 

der  Steuerrekurskommission  I  hinausgehend,  ist  der  Kreis  der  Steuerpflichtigen  mit 

Anspruch  auf  die  Ausnahmeregelungen  von  Art. 204  Abs. 1  lit.  b  DBG  und  §  270 

Abs. 1 StG entsprechend zu erweitern. Zu diesem Kreis gehört der Pflichtige nach dem 

Gesagten indes nicht.  

4. Gestützt auf diese Erwägungen sind die Beschwerde  und der Rekurs  abzu-

weisen.  

Bei  diesem  Ausgang  sind  die  Verfahrenskosten  dem  Pflichtigen  aufzuerlegen 

und  entfällt  die  Zusprechung  einer  Parteientschädigung  (Art. 144  Abs. 4  DBG  i.V.m. 

Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 

1968 (VwVG; SR 172.021) sowie § 152 StG i.V.m § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechts-

pflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

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Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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