# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 251817ff-bdad-5322-ae24-e6710fde0dc0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.11.2008 D-7331/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7331-2008_2008-11-24.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7331/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Robert Galliker, 
mit Zustimmung von Richter Maurice Brodard;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

A._______, geboren (...),
Äthiopien,
(...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfü-
gung des BFM vom 11. November 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7331/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführerin am 12. September 2008 in der Schweiz 
um Asyl nachsuchte, 

dass  sie  bei  der  Erstbefragung vom 1. Oktober  2008  im Empfangs- 
und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ sowie anlässlich der am 6. 
November  2008 in  C._______ durchgeführten direkten Bundesanhö-
rung zur Begründung ihres Asylgesuches geltend machte, sie stamme 
aus dem Dorf D._______, wo sie auch zusammen mit ihrem Vater und 
ihren beiden Brüdern gelebt habe,  

dass ihre Brüder der ONEG (Oromo Netsanet Genbar, amharisch für: 
Oromo  Liberation  Front  [OLF])  beigetreten  seien  und  sie  dadurch 
ebenfalls  Mitglied der  ONEG geworden sei,  wobei  sie  selber  jedoch 
nie Kontakt mit dieser Partei gehabt habe, 

dass die Behörden eines Tages zu ihnen nach Hause gekommen sei-
en,  nach den  Brüdern  gefragt  und diese anschliessend auch  mitge-
nommen hätten, 

dass ihre Brüder seither nicht mehr nach Hause zurückgekehrt seien 
und sie auch nicht wisse, wo sich diese befinden würden, 

dass  die  Behörden  ungefähr  einen  Monat  nach  der  Verhaftung  der 
Brüder erneut  bei  ihnen zu Hause erschienen seien und ihren Vater 
gefragt hätten, wo sich die beiden Brüder aufhalten würden, 

dass die Behörden daraufhin ihren Vater - weil er auf die Frage keine 
Auskunft habe geben können - mitgenommen und inhaftiert hätten, 

dass während ihr Vater im Gefängnis gewesen sei, die Behörden eini-
ge Male zu ihr nach Hause gekommen seien und nach dem Verbleib 
ihrer Brüder gefragt und sie geschlagen hätten, 

dass ihr Vater nach zirka sechs Monaten wieder freigelassen worden 
sei und am 10. April 2008 an einer unbekannten Krankheit gestorben 
sei, 

dass sie nach dem Tod ihres Vaters von einer Frau aus der Umgebung 
erfahren habe, dass sie von den Behörden gesucht werde, 

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dass am frühen Morgen des 23. Juni  2008 die Behörden bei  ihr  zu 
Hause erschienen seien und nach ihr gesucht hätten, 

dass sie durch ein Fenster die Behörden draussen habe stehen sehen 
und aus Angst, von ihnen festgenommen beziehungsweise getötet zu 
werden, durch die Hintertüre die Flucht ergriffen habe,

dass sie in der Folge nach Addis Abeba geflohen und von dort via den 
Sudan, Lybien und Italien illegal in die Schweiz eingereist sei, 

dass bezüglich des weiteren Inhalts der Aussagen auf die Protokolle 
bei den Akten verwiesen wird, 

dass  die  Beschwerdeführerin  bei  der  Einreichung des Asylgesuches 
im  EVZ  B._______  schriftlich  aufgefordert  worden  ist,  innert  48 
Stunden ein Reise- oder Identitätspapier einzureichen,

dass das BFM mit Verfügung vom 11. November 2008 in Anwendung 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998 (AsylG; SR 142.31) auf das Asylgesuch vom 12. September 2008 
nicht eintrat und die Wegweisung der Beschwerdeführerin anordnete, 
wobei diese die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft der Ver-
fügung zu verlassen habe,

dass die Vorinstanz zur Begründung dieses Entscheides im Wesentli-
chen ausführte, die Beschwerdeführerin  habe bei  der Kurzbefragung 
erklärt,  sie besitze weder einen Reisepass noch eine Identitätskarte, 
jedoch verfüge sie über einen Ausweis ihrer Wohngemeinde, 

dass sie allerdings dieses Dokument dem BFM ohne glaubhafte Erklä-
rung nicht zu den Akten gereicht habe, 

dass die  Beschwerdeführerin  im Weiteren ohne irgendwelche Identi-
tätspapiere von Äthiopien in die Schweiz gereist sein wolle und dabei 
nie  einer  Personenkontrolle  unterzogen worden  sei,  was als  lebens-
fremd zu bezeichnen sei, 

dass  aufgrund  dieser  Unstimmigkeiten  davon  auszugehen  sei,  dass 
die Beschwerdeführerin zwar über relevante Identitätspapiere verfüge, 
diese dem Bundesamt aber vorenthalte, 

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dass somit keine entschuldbaren Gründe vorhanden seien, die es der 
Beschwerdeführerin verunmöglichen würden, Reise- oder Identitätspa-
piere einzureichen,

dass sich die Vorbringen der Beschwerdeführerin zudem auf den ers-
ten Blick als nicht glaubhaft erweisen würden, 

dass die Beschwerdeführerin beispielsweise bezüglich der politischen 
Aktivitäten ihrer Brüder, der vorgebrachten Suche nach ihnen und der 
nachfolgenden  Festnahme keinerlei  Angaben  habe  machen  können, 
was umso mehr erstaune, als sie angebe, sie sei selber Mitglied der 
ONEG gewesen, 

dass sie im Weiteren vorgebracht habe, die Behörden seien, nachdem 
sie ihre Brüder festgenommen hätten, erneut nach Hause gekommen 
und hätten ihren Vater gefragt, wo sich seine Söhne befinden würden, 
was nicht nachvollziehbar sei, 

dass  die  Beschwerdeführerin  überdies  geltend  gemacht  habe,  nach 
der angeblichen Festnahme ihres Vaters sei auch sie von den Behör-
den zu Hause aufgesucht  worden,  wobei  sie  bei  der  Kurzbefragung 
ausgesagt habe, sie seien zahlreiche Male zu ihr nach Hause gekom-
men, wohingegen sie anlässlich der Anhörung angegeben habe,  die 
Behörden seien lediglich zweimal gekommen,

dass die Beschwerdeführerin somit die Flüchtlingseigenschaft gemäss 
Art. 3 und 7 AsylG nicht erfülle und aufgrund der Aktenlage zusätzliche 
Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses nicht erforderlich seien,

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass für die weitere Begründung auf die vorinstanzliche Verfügung zu 
verweisen sei,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom  18.  November  2008 
(Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerde erhob und dabei beantragte, die Verfügung der Vor-
instanz sei aufzuheben und es sei auf das Asylgesuch einzutreten, 

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dass  eventualiter  die  Verfügung  der  Vorinstanz  aufzuheben  und  die 
vorinstanzliche Behörde anzuweisen sei, auf das Asylgesuch einzutre-
ten, 

dass zudem eventualiter festzustellen sei, dass die Wegweisung unzu-
lässig und unzumutbar sei, weshalb ihr die vorläufige Aufnahme zu ge-
währen sei, 

dass in prozessualer Hinsicht die unentgeltliche Rechtspflege zu be-
willigen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten 
sei, 

dass  der  Sozialdienst  des  Kantons  Aargau  am  19.  November  2008 
eine Unterstützungsbedürftigkeitserklärung bezüglich der Beschwerde-
führerin einreichte,

dass die vorinstanzlichen Akten am 19. November 2008 beim Instrukti-
onsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 
AsylG),

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
rührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  bezie-
hungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist  (Art. 108 Abs. 2  AsylG sowie Art. 6  AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

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dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentschei-
de grundsätzlich auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  dementsprechend  im  Fall  der  Begründetheit  des  Rechtsmittels 
die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Ent-
scheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass bei  dem am 1. Januar 2007 in  Kraft  getretenen Nichteintreten-
statbestand von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG, auf welchen 
sich die hier angefochtene Verfügung stützt, die Besonderheit besteht, 
dass das BFM im Rahmen einer summarischen Prüfung das offenkun-
dige Nichterfüllen der Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG 
und  das  offenkundige  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen 
zu beurteilen hat (vgl. Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG), weshalb in-
soweit  bei  dagegen erhobenen Beschwerden auch die Flüchtlingsei-
genschaft Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass  in  der  Frage der  Wegweisung und deren  Vollzugs die  Beurtei-
lungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt 
ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbin-
dung mit  Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die  Ausländerinnen  und Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  auch materiell 
zur Sache zu äussern hatte,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass nach Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht einge-
treten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 
Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere 
abgeben,

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dass diese Bestimmung keine Anwendung findet,  wenn Asylgesuch-
steller  glaubhaft  machen können, dass sie dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage sind oder auf Grund der Anhörung sowie 
gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt 
wird oder zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingsei-
genschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind 
(vgl. Art. 32 Abs. 3 AsylG),

dass für den Inhalt der Beschwerde auf die Beschwerdeschrift zu ver-
weisen ist,

dass vorliegend die Unterlassung der gesetzlich vorgeschriebenen Ab-
gabe von Reise- oder Identitätspapieren innert 48 Stunden nach Ein-
reichung des Asylgesuchs unbestritten ist,

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich und - nach 
Prüfung  der  Akten  auch  aus  Sicht  des  Bundesverwaltungsgerichts  - 
überzeugend dargelegt hat, warum für das Nichteinreichen von Reise- 
oder Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen, wes-
halb zwecks Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich auf  die 
diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird,

dass  an  dieser  Beurteilung  die  diesbezüglichen  Vorbringen  der  Be-
schwerdeführerin  in  der  Rechtsmittelschrift  nichts  zu  ändern  vermö-
gen,  zumal  insbesondere  die  Behauptung,  es  sei  nicht  erstaunlich, 
dass sie bei ihrer Reise in die Schweiz nie einer Personenkontrolle un-
terzogen worden sei, da sie von Äthiopien über den Sudan nach Liby-
en und dann nach Italien mit dem Auto, per Boot oder zu Fuss gereist 
sei, unglaubhaft ist, 

dass die weitere Behauptung in der Beschwerde, sie habe im Alter von 
zwölf Jahren mit Hilfe einer Freundin einen Pass beantragt und auch 
erhalten, in den Akten keine Stütze findet,

dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Anhörung zu 
Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch  zusätzliche 
Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen als erforderlich erachtet hat,

dass vorab festzuhalten ist, dass für die Frage des Nichteintretens ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG eine summarische Prüfung vorzuneh-

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men  ist,  ob  ein  Asylgesuchsteller  offenkundig  die  Flüchtlingseigen-
schaft nicht erfüllt (vgl. BVGE 2007/8 E. 6.2 S. 93), 

dass  deshalb  die  Behauptung  in  der  Rechtsmittelschrift,  wonach  es 
unzulässig sei,  im Rahmen des Nichteintretenstatbestandes von Art. 
32 Abs. 2 Bst. a AsylG eine materielle Prüfung vorzunehmen, unzutref-
fend ist, 

dass  insbesondere  der  Verweis  auf  EMARK 1993 Nr. 16  in  der  Be-
schwerdeschrift unbehelflich ist, da dieses Urteil bezüglich des vorlie-
gend zu prüfenden Nichteintretenstatbestandes keine Aussagen ent-
hält, 

dass daher übereinstimmend mit  der  Vorinstanz zunächst  eine sum-
marische Prüfung vorzunehmen ist, ob die Beschwerdeführerin offen-
kundig die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt,

dass - in Übereinstimmung mit der Vorinstanz - festzuhalten ist, dass 
die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  auf  den  ersten  Blick  als  un-
glaubhaft erscheinen, 

dass sie insbesondere anlässlich der Bundesanhörung hinsichtlich des 
Beginns der Mitgliedschaft ihrer Brüder in der ONEG sowie deren kon-
krete Tätigkeiten für diese Partei keine Angaben machen konnte, was 
umso mehr erstaunt, als sie selbst Mitglied der ONEG gewesen sein 
will (act. A 10/16, S. 5), 

dass sie zudem bezüglich des Datums, an dem ihre Brüder angeblich 
von den Behörden entführt worden sind, erst nach mehrfachem Nach-
fragen eine ungefähre Angabe machte (act. A 10/16, S. 6 f.), obgleich 
zu erwarten gewesen wäre, sie würde sich an das Datum genau erin-
nern,  handelt  es  sich  doch  bei  dieser  Entführung  um  ein  sehr  ein-
schneidendes Erlebnis, 

dass  auch  die  Schilderungen  der  Entführungen  ihrer  Brüder  bezie-
hungsweise  ihres  Vaters  sehr  vage  und  unsubstanziiert  ausgefallen 
sind, obwohl sie beide Male anwesend gewesen sein will (act. A 10/16, 
S. 6 f.),

dass es überdies unglaubhaft ist, dass die Behörden, nachdem sie die 
Brüder der Beschwerdeführerin angeblich entführt haben, erneut nach 

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Hause gekommen sein sollen, um ihren Vater nach dem Verbleib ihrer 
Brüder zu fragen (act. A 10/16, S. 7), 

dass sich die Beschwerdeführerin zudem in ihren Aussagen teilweise 
widersprach,  erklärte  sie  doch bei  der  Kurzbefragung,  die  Behörden 
seien nach der Festnahme ihres Vaters zahlreiche Male zu ihr  nach 
Hause gekommen (act. A1/8, S. 5), wohingegen sie anlässlich der An-
hörung vorbrachte,  die Behörden seien lediglich zweimal  erschienen 
(act. A 10/16, S. 8),

dass die Beschwerdevorbringen nicht geeignet sind, zu einer von der 
Vorinstanz abweichenden Betrachtungsweise zu führen, zumal die Be-
schwerdeführerin im Wesentlichen lediglich am Wahrheitsgehalt der im 
vorinstanzlichen Verfahren geltend gemachten Vorbringen festhält, 

dass  gestützt  auf  die  Aktenlage  und  die  vorstehenden  Erwägungen 
das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 und 7 AsylG 
- und wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen zum Vollzug der 
Wegweisung ergibt -  das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernis-
sen  offenkundig  erscheinen  und  sich  aus  den  Akten  keine  Anhalts-
punkte für die Annahme ergeben, das BFM habe eine mehr als bloss 
summarische materielle  Prüfung  vorgenommen oder  zusätzliche Ab-
klärungen getroffen,

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführe-
rin nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung im Einklang  mit  den gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeord-
net wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), 

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dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schut-
ze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  er-
sichtlich sind, die ihr in Äthiopien droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass die allgemeine Lage in Äthiopien dem Wegweisungsvollzug nicht 
entgegensteht, da in Äthiopien nach Einschätzung des Bundesverwal-
tungsgerichts  nach  wie  vor  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt 
herrscht, weshalb die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs dorthin 
grundsätzlich zu bejahen ist,

dass es dem Gericht im vorliegenden Fall nicht möglich ist, sich in vol-
ler Kenntnis der tatsächlichen persönlichen und familiären Verhältnisse 
der  Beschwerdeführerin  zur  individuellen  Zumutbarkeit  des  Vollzugs 
der Wegweisung zu äussern, da sie - wie oben dargelegt - gegenüber 
den Asylbehörden bezüglich ihrer persönlichen Verhältnisse unglaub-
hafte Angaben gemacht hat,

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dass Wegweisungshindernisse zwar grundsätzlich von Amtes wegen 
zu prüfen sind, diese Untersuchungspflicht jedoch nach Treu und Glau-
ben ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der beschwerdeführenden 
Person  findet  (Art.  8  AsylG),  die  im  Übrigen  auch  die  Substanziie-
rungslast  trägt  (Art. 7 AsylG),  und es nicht  Sache der Asylbehörden 
sein kann, nach allfälligen Wegweisungshindernissen zu forschen,

dass die Beschwerdeführerin  deshalb die Folgen ihrer  mangelhaften 
Mitwirkung respektive Verheimlichung ihrer  wahren persönlichen Ver-
hältnisse  zu  tragen  hat,  indem vermutungsweise  davon  auszugehen 
ist,  es  würden  vorliegend  auch  keine  individuellen  Gründe  auf  eine 
konkrete Gefährdung im Falle einer  Rückkehr nach Äthiopien schlie-
ssen lassen (vgl. EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2. S. 4 f.),

dass deshalb der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar zu er-
achten ist, 

dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es der Beschwerdeführerin obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist,

dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses  mit  vorliegendem  Entscheid  in  der  Hauptsache  gegenstandslos 
wird,

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen 
ist, da die Begehren - wie sich aus den vorliegenden Erwägungen er-
gibt  -  als  aussichtslos  zu bezeichnen sind,  weshalb  die kumulativen 
Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
nicht erfüllt sind,

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dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird ab-
gewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier; in Kopie)
- (...)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

Versand:

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