# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e96b5026-6755-5f8b-b19b-26f6de16abf8
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 16.04.2013 A 2013 5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2013-5_2013-04-16.pdf

## Full Text

A 13 5

URTEIL
vom 16. April 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer

1. …, wohnhaft in der Gemeinde …, deklarierte im Schuldenverzeichnis der 

Steuererklärung 2011 ein Privatdarlehen im Umfang von Fr. 160‘000.-- ihres 

Bruders …, wohnhaft in ... Weiter deklarierte sie mit dem Privatdarlehen im 

Zusammenhang stehende Schuldzinsen in der Höhe von Fr. 4‘800.--. Mangels 

Beweises wurden weder die Darlehensschuld noch die Schuldzinsen in den 

Veranlagungsverfügungen vom 8. August 2012 betreffend einerseits die 

Kantons- und Gemeindesteuer 2011 und andererseits die direkte Bundessteuer 

zum Abzug zugelassen. Dagegen erhob … am 24. August 2012 Einsprache. 

Gleichentags gewährte die Steuerverwaltung … zur Ergänzung der Einsprache 

(formelle Mängel) eine 14-tägige Frist. Mit Schreiben vom 25. Augst 2012 

beantragte … die Anerkennung der in der Steuererklärung 2011 geltend 

gemachten Abzüge. Mit Abschreibungsverfügung vom 14. September 2012 

wies die Steuerverwaltung die Einsprache ab. Anschliessend verlangte … 

beschwerdefähige Einspracheentscheide. Mit diesen wies die kantonale 

Steuerverwaltung am 3. Januar 2013 die Einsprache ab mit der Begründung, 

der Nachweis der Darlehensschuld und der dazugehörigen Schuldzinsen sei 

nicht erbracht worden, weshalb kein Abzug gewährt werden könne.

2. Dagegen erhob … (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 31. Januar 2013 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht Graubünden. Sie beantragte, den Abzug 

für die Darlehensschuld von Fr. 180‘000.-- (recte: Fr. 160‘000.--) und die 

Darlehenszinsen in der Höhe von Fr. 4‘800.-- zu gewähren. Als Beweis reichte 

sie eine von ihrem Bruder ausgestellte Quittung datiert vom 11. Dezember 2011 

ein. 

3. In ihrer Vernehmlassung vom 25. Februar 2013 beantragte die kantonale 

Steuerverwaltung die Abweisung der Beschwerde. Begründend führte sie an, 

die Beschwerdeführerin habe den Beweis für das Bestehen einer 

Darlehensschuld und der Bezahlung der Schuldzinsen weder im Veranlagungs- 

noch im Einspracheverfahren erbracht. Nach der allgemeinen Regelung zur 

Beweislastverteilung könne sie daher die geltend gemachten Abzüge nicht 

gewähren. Auch die mit der Beschwerde eingereichte Quittung gebe keinen 

Aufschluss über die Höhe des Darlehens und vermöge den Nachweis, dass in 

der Steuerperiode 2011 eine Darlehensschuld im Umfang von Fr. 160'000.-- 

gegenüber ihrem Bruder bestanden habe, nicht zu erbringen. Auch die 

erhöhten Beweisanforderungen bei Zinszahlungen ins Ausland seien vorliegend 

nicht erfüllt, weshalb auch der Nachweis der gezahlten Darlehenszinsen im 

Umfang von Fr. 4‘800.-- nicht gelinge und der diesbezüglich beantragte Abzug 

nicht zuzulassen sei.

4. Auf die Einreichung einer Replik seitens der Beschwerdeführerin wurde 

verzichtet, worauf der Schriftenwechsel für abgeschlossen erklärt wurde.

Im Übrigen wird auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den 

Rechtsschriften sowie auf die angefochtenen Einspracheentscheide, soweit 

erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) entscheidet das Gericht in einzelrichterlicher Kompetenz, 

wenn der Streitwert Fr. 5‘000.-- nicht überschreitet und keine Fünferbesetzung 

vorgeschrieben ist. Das vorliegende Verfahren betrifft das Steuerjahr 2011, für 

welches die Beschwerdeführerin mit Veranlagungsverfügungen vom 8. August 

2012 zur Zahlung von Fr. 2‘128.-- an Kantonssteuern, Fr. 3‘538.-- an 

Gemeindesteuern, und Fr. 330.50 an Bundessteuern, insgesamt Fr. 5‘996.5 an 

Steuern verpflichtet wurde. Würden die vorliegend geltend gemachten Abzüge 

anerkannt, läge der im Jahr 2011 zu bezahlende Steuerbetrag um die Fr. 

4‘455.60 (Fr. 1‘483.-- an Kantonssteuern, Fr. 2‘760.-- an Gemeindesteuern, und 

Fr. 212.60 an Bundessteuern). In der Differenz benannter Steuerbeträge ergibt 

sich der Streitwert von ca. Fr. 1‘540.90. Da der Streitwert damit klar unter Fr. 

5'000.-- liegt und die vorliegende Streitsache nicht in Fünferbesetzung zu 

entscheiden ist, ist die Zuständigkeit des Einzelrichters offensichtlich gegeben.

2. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden die 

Einspracheentscheide der kantonalen Steuerverwaltung vom 8. August 2012 

bezüglich direkter Bundessteuer 2011 und Kantons- und Gemeindesteuern 

2011. Streitig und zu prüfen ist, ob die kantonale Steuerverwaltung die 

Darlehensschuld in der Höhe von Fr. 160‘000.-- und die diesbezüglich geltend 

gemachten Schuldzinsen im Umfang von Fr. 4‘800.-- zu Recht nicht anerkannt 

hat.

3. a) Gemäss Art. 36 lit. a des Steuergesetzes für den Kanton Graubünden (StG; BR 

720.000) können private Schuldzinsen im Umfang der steuerbaren 

Vermögenserträge zuzüglich weiterer Fr. 50‘000.-- von den Einkünften 

abgezogen werden. Auf Bundesebene ist der Abzug vergleichbar in Art. 33 Abs. 

1 lit. a des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) 

geregelt. Schuldzinsen im Sinne der genannten Bestimmungen sind alle 

Vergütungen, welche die steuerpflichtige Person einer Drittperson für die 

Gewährung einer Geldsumme zu leisten hat. Sie müssen nach Zeit und als 

Quote der Geldsumme in Prozenten berechnet werden und dürfen keine 

Tilgung der Kapitalschuld darstellen. Abzugsfähig sind sie in dem Zeitpunkt, in 

dem sie fällig werden, eine Bezahlung ist im Regelfall nicht vorausgesetzt; 

werden sie vor Fälligkeit bezahlt, sind sie bereits bei der Zahlung abzugsfähig 

(Urteil des Bundesgerichts 2C.524/2010 vom 16. Dezember 2010 E.2.3). 

Mit Blick auf die kantonale und kommunale Vermögenssteuer werden gemäss 

Art. 62 Abs. 1 StG Schulden, für die ein Steuerpflichtiger allein haftet, im vollen 

Umfange berücksichtigt. Andere Schulden, wie Solidar- und 

Bürgschaftsschulden, werden nur insoweit berücksichtigt, als der 

Steuerpflichtige hierfür aufkommen muss.

b) Bleibt eine rechtserhebliche Tatsache unbewiesen, so stellt sich die Frage, wer 

die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen hat, der Steuerpflichtige oder die 

Veranlagungsbehörde. Die Antwort ergibt sich aus der objektiven Beweislast. 

Es ist zuungunsten desjenigen zu urteilen, der die Beweislast trägt. Dies 

bedeutet, dass die zu dessen Gunsten sprechende beweislos gebliebene 

Tatsache als nicht verwirklicht zu betrachten ist. Wo das Gesetz es nicht anders 

bestimmt, gilt im Steuerverfahren folgende allgemeine Regel über die 

Verteilung der objektiven Beweislast: Die Steuerbehörde trägt die Beweislast für 

Tatsachen, welche die Steuerschuld begründen oder mehren, der 

Steuerpflichtige für Tatsachen, welche die Steuerschuld aufheben oder mindern 

(Zweifel/Casanova, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, Zürich/Basel/Genf 

2008, § 19 N 8). Die Anwendung dieser Regel setzt voraus, dass 

Steuerpflichtiger und Steuerbehörde in der Lage sind, den Beweis zu leisten. 

Andernfalls wäre es stossend, nach der Beweislastregel zuungunsten des 

Beweisbelasteten zu entscheiden. Ferner kann eine Steuerminderung in ihrem 

Bestand feststehen, ohne dass deren Umfang bewiesen ist, beispielsweise weil 

der Steuerpflichtige nicht gehörig an der Ermittlung mitgewirkt hat. Dennoch 

wäre es unter dem Gesichtspunkt der Besteuerung nach der wirtschaftlichen 

Leistungsfähigkeit willkürlich, die an sich bewiesene Steuerminderung 

überhaupt nicht zu berücksichtigen. Daher rechtfertigen sich zwei Ausnahmen 

von der allgemeinen Beweislastregel. Wirkt der Steuerpflichtige an der 

Ermittlung steuerbegründender oder steuervermehrender Tatsachen (z.B. von 

Einkünften) nicht gehörig mit und vereitelt er dadurch den von der 

Veranlagungsbehörde zu leistenden Beweis, so befindet sich die 

Steuerbehörde in einem unverschuldeten Beweisnotstand, der es verbietet, 

nach der allgemeinen Beweislastregel zuungunsten der beweisbelasteten 

Behörde zu entscheiden. Gleiches gilt, wenn dem Steuerpflichtigen die 

Mitwirkung an der Ermittlung steueraufhebender oder steuermindernder 

Tatsachen (z.B. von Gewinnungskosten) aus Gründen, die er nicht zu vertreten 

hat, unmöglich oder unzumutbar ist. In diesen beiden Fällen sind die beweislos 

gebliebenen und damit ungewissen Tatsachen im Rahmen der 

Ermessensveranlagung mittels Wahrscheinlichkeitsschluss - in der Regel durch 

Schätzung - festzustellen (Zweifel/Casanova, a.a.O., § 19 N 9). 

In Art. 123 DBG wird festgehalten, dass die Veranlagungsbehörden zusammen 

mit der steuerpflichtigen Person die für eine vollständige und richtige 

Besteuerung massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse 

festzustellen haben. Weiter wird in Art. 126 DBG in allgemeiner Weise die 

Mitwirkungspflicht eines Steuerpflichtigen statuiert. Danach muss der 

Steuerpflichtige alles tun, um eine vollständige und richtige Veranlagung zu 

ermöglichen (Abs. 1). Er muss auf Verlangen der Veranlagungsbehörde 

insbesondere mündlich oder schriftlich Auskunft erteilen, Geschäftsbücher, 

Belege und weitere Bescheinigungen sowie Urkunden über den 

Geschäftsverkehr vorlegen (Abs. 2). Auf diese Weise verankert das 

Bundesrecht die allgemeine Beweisleistungspflicht des Steuerpflichtigen. Wie 

jede Mitwirkungspflicht findet auch die allgemeine Beweisleistungspflicht ihre 

Grenze im Verhältnismässigkeitsgebot (Zweifel/Casanova, a.a.O., 

Zürich/Basel/Genf 2008, § 16 N 47 und 48). Die im Bundesrecht verankerte 

Grundbestimmung wird in verschiedener Hinsicht im Gesetz konkretisiert 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl., Zürich 

2009, N 2 zu Art. 126 DBG). So sind Dritte nach Art. 129 Abs. 1 lit. b StG bzw. 

Art. 127 Abs. 1 lit. b DBG gegenüber dem Steuerpflichtigen zur Ausstellung 

schriftlicher Bescheinigungen verpflichtet. Eine schriftliche 

Bescheinigungspflicht trifft unter anderem die Gläubiger und Schuldner über 

Bestand, Höhe, Verzinsung und Sicherstellung von Forderungen. Die 

steuerpflichtige Person wird mit Blick auf Art. 126 DBG verpflichtet, erforderliche 

Bescheinigungen Dritter in erster Linie selbst einzuholen und sie anschliessend 

der Veranlagungsbehörde in Erfüllung ihrer Mitwirkungspflicht einzureichen 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., 2. Aufl., Zürich 2009, N 7 zu Art. 127 

DBG). Die Steuerbehörde ist - jedenfalls bei steuermindernden Tatsachen - 

befugt, die Bescheinigung direkt vom Dritten einzuholen, jedoch nicht 

verpflichtet (Zweifel/Casanova, a.a.O., Zürich/Basel/Genf 2008, § 18 N 17). Holt 

die Veranlagungsbehörde diesfalls die Bescheinigung von der Drittperson nicht 

direkt von der Drittperson ein, verweigert sie der steuerpflichtigen Person, 

welche die gesetzlich vorgeschriebene Mitwirkung unberechtigterweise versagt, 

weder das Recht auf Beweisabnahme noch auf rechtliches Gehör. Handelt es 

sich bei den bescheinigungspflichtigen Tatsachen um solche steuermindernder 

Art, hat die Nichteinreichung der Bescheinigung lediglich zur Folge, dass die 

geltend gemachten, aber nicht belegten Aufwendungen bei der Veranlagung 

unberücksichtigt bleiben (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Zürich 2009, N 

25 zu Art. 127 DBG).

Im internationalen Verhältnis, d.h. wenn sich der Empfänger der Leistung im 

Ausland befindet, dürfen an den Nachweis der vom Steuerpflichtigen geltend 

gemachten Zinszahlungen besonders strenge Anforderungen gestellt werden, 

da diese nicht einfach nachzuprüfen sind. Beispielsweise sind im Falle von 

Honorar- oder Provisionszahlungen ins Ausland nicht nur der 

Zahlungsempfänger zu nennen, sondern es sind die gesamten Umstände 

darzulegen, die im konkreten Fall zu deren Ausrichtung geführt haben. In einem 

internationalen Verhältnis entziehen sich die ausländischen 

Leistungsempfänger der Kontrolle durch die inländischen Steuerbehörden. 

Vorzuweisen sind demzufolge namentlich die Verträge der jeweiligen 

Grundgeschäfte sowie allfällige schriftliche Vereinbarungen mit den 

Zahlungsempfängern, ferner die lückenlos dokumentierte Korrespondenz mit 

den Zahlungsempfängern und den allenfalls involvierten Banken (Urteil des 

Bundesgerichts 2C.524/2010 vom 16. Dezember 2010 E.2.4). Es erscheint 

durchaus verhältnismässig, bei als steuermindernd geltend gemachten 

Zinszahlungen ins Ausland vom Steuerpflichtigen im Rahmen seiner 

Mitwirkungspflichten entsprechende Post- oder Bankbelege zu verlangen. 

Diese können in der Regel ohne unverhältnismässigen Aufwand entweder 

durch den Steuerpflichtigen selber oder in dessen Auftrag durch die Post oder 

Bank zur Verfügung gestellt werden (Urteil des Bundesgerichts 2C.524/2010 

vom 16. Dezember 2010 E.2.6). 

4. a) Im Lichte dieser Grundsätze ist zunächst die Frage zu klären, ob die 

Beschwerdeführerin im vorliegenden Fall einen rechtsgenüglichen Nachweis für 

den Bestand der Darlehensschuld im Umfang von Fr. 160‘000.-- erbracht hat. 

Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin den im Veranlagungs- und 

Einspracheverfahren verlangten Nachweis zum Abzug der Darlehensschuld 

nicht erbringen konnte. Die Beschwerdeführerin hält sodann in ihrer 

Beschwerde vom 31. Januar 2013 fest, sie habe die Nachlieferung des Zins-

/Schuldnachweises in der Einsprache vom 8. August 2012 in Aussicht gestellt, 

musste jedoch den Beweis zuerst vom Darlehensgeber einfordern. Im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren reicht die Beschwerdeführerin als 

Beweismittel eine von … ausgestellte Quittung vom 12. Dezember 2011 ein. 

Darin bestätigt dieser, eine Barzahlung im Umfang von Fr 4‘800.-- als Zins für 

ein Darlehen von der Beschwerdeführerin erhalten zu haben. Weiter ist auf der 

Quittung vermerkt, dass das Darlehen für den Kauf und die Renovation der Villa 

… in … ausgerichtet worden sei. Vor diesem Hintergrund stellt sich die konkrete 

Frage, ob dieser Nachweis den gesetzlichen Anforderungen zu genügen 

vermag. Gemäss Art. 129 Abs. 1 lit. b StG bzw. Art. 127 Abs. 1 lit. b DBG hat 

die von Dritten eingeholte Bescheinigung den Nachweis über Bestand, Höhe, 

Verzinsung und Sicherstellung von Forderungen zu erbringen. Die eingereichte 

Quittung vermag den Bestand der hier behaupteten Darlehensschuld nicht zu 

beweisen. Die Einreichung eines schriftlichen Darlehensvertrages 

beispielsweise hätte der unbewiesenen Tatsache bereits Abhilfe schaffen 

können. Die in der Quittung enthaltenen Informationen vermögen auch keine 

beweistauglichen Angaben über die Höhe einer allfälligen Darlehensschuld zu 

machen. … hält lediglich fest, dass eine Zinszahlung von Fr. 4‘800.-- für sein 

Darlehen bei ihm eingegangen sei. Er macht dabei keine Angaben zum 

Zinssatz, weshalb es im konkreten Fall auch nicht möglich ist, Rückschlüsse 

über die Höhe der Darlehensschuld zu ziehen. Es liegt, wie bereits erwähnt, 

auch kein Darlehensvertrag vor, der den Nachweis über den Bestand und die 

Höhe des Darlehensverhältnisses erbringen könnte. Demnach vermag die 

Beschwerdeführerin die Anforderungen an eine Bescheinigung im Sinne von 

Art. 129 Abs. 1 lit. b StG bzw. Art. 127 Abs. 1 lit. b DBG nicht zu erfüllen und ein 

rechtsgenüglicher Nachweis einer Darlehensschuld gelingt nicht. Aufgrund der 

im Steuerrecht allgemein geltenden Beweislastregel ist der in Bezug auf die 

Darlehensschuld geltend gemachte Abzug zu Recht von der Steuerbehörde 

nicht anerkannt worden, weshalb die Beschwerde diesbezüglich abzuweisen 

ist.

b) Weiter stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin den rechtsgenüglichen 

Nachweis für die Bezahlung der Schuldzinsen in der Höhe von Fr. 4‘800.-- 

erbracht hat. Wie bereits in vorstehender Erwägung 3 erwähnt, dürfen im 

internationalen Verhältnis, d.h. wenn sich der Empfänger der Leistung im 

Ausland befindet, an den Nachweis der vom Steuerpflichtigen geltend 

gemachten Zinszahlungen besonders strenge Anforderungen gestellt werden, 

da diese nicht einfach nachzuprüfen sind. Vorliegend ist demnach zu beurteilen, 

ob mit der ausgestellten Quittung die erhöhten Beweisanforderungen erfüllt 

sind. Wie das Bundesgericht in seinem Urteil 2C.524/2010 vom 16. Dezember 

2010 in Erwägung 2.6 festhält, sind im internationalen Verhältnis unter anderem 

beweistaugliche Post - oder Bankbelege zu verlangen. Bei Zahlungen ins 

Ausland ist nicht nur der Zahlungsempfänger zu nennen, sondern es sind die 

gesamten Umstände darzulegen, die im konkreten Fall zu deren Ausrichtung 

geführt haben (Urteil des Bundesgerichts 2C_377/2009 vom 9. September 

2009, E.2.3). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Die hier geltend gemachten 

Zinszahlungen werden weder von Seiten der Beschwerdeführerin noch von 

ihrem Bruder mit einem Bank- oder Postauszug belegt. Auch ein Auszug der 

Steuererklärung ihres Bruders, aus welchem ersichtlich ist, dass er den 

Darlehenszins erhalten hat, hätte man problemlos beilegen können. So hätte 

die Beschwerdeführerin rechtsgenüglich nachweisen können, dass die 

behauptete Barzahlung auch erfolgte. Die Beschwerdeführerin reichte jedoch 

keine einschlägigen Unterlagen ein, welche die tatsächliche Zahlung des 

Darlehenszinses beweisen. In der Quittung bestätigt … lediglich, dass er die 

Zinszahlung im Umfang von Fr. 4‘800.-- für das Darlehen erhalten hat. Den 

vorliegend verlangten erhöhten Beweisanforderungen vermag dies nicht zu 

genügen. Die Quittung beweist lediglich, dass er die Erklärung, die Zinszahlung 

erhalten zu haben, abgegeben hat. Nicht bewiesen wird, ob vorliegender 

Erklärungsinhalt auch wirklich zutrifft. Wer Zahlungen leistet, die weder 

buchhalterisch erfasst noch belegt sind, hat die Folgen einer solchen 

Beweislosigkeit zu tragen (Urteil des Bundesgerichts 2C_377/2009 vom 9. 

September 2009, E.2.3). Schliesslich ist noch anzumerken, dass es sich bei 

ihm um den Bruder der Beschwerdeführerin handelt. Ein solch enges 

Verwandtschaftsverhältnis rechtfertigt erhöhte Beweisanforderungen, zumal 

eine Gefälligkeitsleistung hier wahrscheinlicher erscheint, als unter 

unabhängigen Dritten. Ein rechtsgenüglicher Nachweis für die geltend 

gemachte Zinszahlung in der Höhe von Fr. 4‘800.-- ist vorliegend nicht 

vorhanden, weshalb die Beschwerde auch in diesem Punkt abzuweisen ist. 

c) Es bleibt darauf hinzuweisen, dass die allgemeine Mitwirkungspflicht ihre 

Grenzen in der Zumutbarkeit oder - was dem gleich kommt - in der von der 

steuerpflichtigen Person nicht verschuldeten Unmöglichkeit hat 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., 2. Aufl., Zürich 2009, N 38 zu 

Art. 126 DBG). Im vorliegenden Fall wäre es der Beschwerdeführerin ohne 

grösseren Aufwand möglich gewesen, verlangte Beweise von ihrem Bruder 

einzufordern, auch wenn dieser im Ausland Wohnsitz hat. Auch ist es durchaus 

verhältnismässig, bei als steuermindernd geltend gemachten Zahlungen ins 

Ausland von der Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Mitwirkungspflichten 

grundsätzlich entsprechende Post- oder Bankbelege zu verlangen (Urteil des 

Bundesgerichts 2C.524/2010 vom 16. Dezember 2010 E.2.6).

Nur am Rande sei noch erwähnt, dass die in einer früheren Steuerperiode 

erlassenen Verfügungen grundsätzlich keine Rechtskraft für spätere 

Veranlagungen entfalten. Vielmehr kann die Steuerbehörde im Rahmen jeder 

Neuveranlagung eines Steuerpflichtigen sowohl die tatsächliche als auch die 

rechtliche Ausgangslage vollumfänglich überprüfen und, soweit erforderlich, 

abweichend würdigen. In Rechtskraft erwächst jeweils nur die einzelne 

Veranlagung, die als befristeter Verwaltungsakt ausschliesslich für die 

betreffende Steuerperiode Rechtswirkungen entfaltet. Die späteren 

Veranlagungen sind daher jederzeit einer erneuten umfassenden Überprüfung 

zugänglich (Urteil des Bundesgerichts 2P.153/2002 vom 29. November 2002, 

E.4.2). Es liegt im Wesen der periodischen Veranlagung, dass die 

Steuerbehörde die Möglichkeit erhält, jeweils eine neue Beurteilung 

vorzunehmen und auch allfällige frühere Fehlleistungen zu korrigieren bzw. 

nicht mehr zu wiederholen; darin liegt kein widersprüchliches Verhalten, 

sondern es ist Ausprägung der Gesetzmässigkeit im Steuerrecht 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Zürich 2009, N 80 zu Art. 109-121 

DBG).

5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Steuerbehörde die von der 

Beschwerdeführerin deklarierte Darlehensschuld von Fr. 160‘000.-- und die 

geltend gemachten Schuldzinsen für die Steuerperiode 2011 zu Recht nicht 

zum Abzug zugelassen hat. Die angefochtenen Einspracheentscheide erweisen 

sich damit als begründet und rechtmässig, weshalb die Beschwerde 

abzuweisen ist. Nach Art. 73 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) sind die Gerichtskosten von der 

Beschwerdeführerin zu tragen. Den obsiegenden Beschwerdegegnerinnen 

steht gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG keine Parteientschädigung zu. 

Demnach erkennt der Einzelrichter

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 400.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 324.--

zusammen Fr. 724.--

gehen zulasten der Beschwerdeführerin und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.