# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ab70ecc-fdf4-5341-8b3d-87e4014f3860
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-05-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.05.2021 D-235/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-235-2020_2021-05-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-235/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  M a i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Mia Fuchs (Vorsitz), 

Richterin Roswitha Petry, 

Richter Gérald Bovier, 

Gerichtsschreiberin Kathrin Rohrer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea, 

vertreten durch MLaw Roman Schuler, Rechtsanwalt, 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 12. Dezember 2019 / N (…). 

 

 

 

D-235/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben 

zufolge am (…) 2014 in Richtung Sudan. Über Libyen reiste er weiter nach 

Italien und gelangte von dort am 15. Februar 2017 im Rahmen des Relo-

cation-Programms in die Schweiz, wo er gleichentags im Empfangs- und 

Verfahrenszentrum B._______ um Asyl nachsuchte. 

A.b Das SEM befragte ihn am 21. Februar 2017 zu seiner Person, seinem 

Reiseweg und summarisch zu seinen Gesuchsgründen (Befragung zur 

Person [BzP]). Am 21. November 2017 wurde er einlässlich zu seinen Asyl-

gründen angehört. 

A.c Anlässlich der Befragungen machte der Beschwerdeführer zu seiner 

Identität und seinem persönlichen Hintergrund geltend, er sei eritreischer 

Staatsangehöriger tigrinischer Ethnie und stamme aus C._______ (Sub-

zoba D._______, Zoba E._______), wo er am (…) geboren und bis zu sei-

ner Ausreise gelebt habe. Er habe die (…) Klasse abgeschlossen, wobei 

er (…) eine Schulklasse habe wiederholen müssen. Danach habe er auf 

verschiedenen (…) gearbeitet. Im Jahr 2006 sei er in den Militärdienst nach 

F._______ eingezogen worden. Dieser Aufforderung sei er jedoch nicht 

nachgekommen, weshalb er in der Folge am (…) 2007 von Nationaldienst-

angehörigen abgeführt und nach G._______ gebracht worden sei. Dort 

habe er während (…) Monaten eine militärische Grundausbildung absol-

viert. In den nachfolgenden Jahren habe er in H._______, I._______, in 

J._______ (einem Quartier in K._______), auf dem (…) in K._______ und 

in L._______ (ebenfalls einem Stadtquartier in K._______) seinen Dienst 

geleistet. 

Zur Begründung seines Asylgesuchs führte er aus, er sei am (…) 2013 aus 

dem Militärdienst desertiert und zunächst zu seinem Vater nach C._______ 

geflüchtet. Eine Woche später sei er von Militärangehörigen seiner Einheit 

gesucht worden, wobei er von einem ehemaligen Dienstkollegen telefo-

nisch vorgewarnt worden sei. Er habe sich in der Folge (…) Monate lang 

bei seinem älteren Bruder versteckt. Während dieser Zeit sei er weitere 

drei bis vier Mal bei seinem Vater zu Hause gesucht worden. Nachdem 

seine ehemalige Einheit nach M._______ gegangen sei, sei er nicht mehr 

aufgesucht worden. Am (…) 2014 habe er deshalb seine langjährige 

Freundin religiös heiraten können. Am (…) 2014 habe er seine Familie ver-

lassen und sei mit Hilfe eines Schleppers in den Sudan gereist, wo er sich 

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Seite 3 

knapp (…) Jahre in N._______ aufgehalten habe. Via Libyen sei er mit dem 

Boot nach Italien und von dort aus schliesslich in die Schweiz gelangt. 

Nach seiner Ausreise sei seine Frau seinetwegen drei Tage inhaftiert und 

anschliessend ihrer Rechte beraubt worden. Am (…) sei sein Kind auf die 

Welt gekommen. (…) 2017 sei seine Frau mit dem gemeinsamen Kind aus 

Eritrea in den Sudan geflohen. 

A.d Im Laufe des vorinstanzlichen Verfahrens reichte der Beschwerdefüh-

rer seine eritreische Identitätskarte (im Original), seinen Eheschein (im Ori-

ginal), zwei CDs mit Fotos und Videos seiner Hochzeit, eine Kopie des 

Impfausweises seines Kindes, den Taufschein seines Kindes (im Original), 

eine Kopie der Identitätskarte seiner Ehefrau sowie eine Kursbestätigung 

des Verteidigungsministeriums vom (…) 2008 (im Original) zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 12. Dezember 2019 – eröffnet am 14. Dezem-

ber 2019 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flücht-

lingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegwei-

sung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an. 

C.  

Mit Eingabe vom 13. Januar 2020 (Poststempel) erhob der Beschwerde-

führer – handelnd durch seinen Rechtsvertreter – beim Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerde gegen diesen Entscheid. Dabei beantragte er, 

die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben, es sei seine 

Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. Eventuali-

ter sei die vorläufige Aufnahme in der Schweiz anzuordnen. In verfahrens-

rechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

und Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistandes in der Person des un-

terzeichnenden Rechtsvertreters. 

Der Beschwerde lagen eine Kopie der angefochtenen Verfügung, eine Voll-

macht vom 24. Dezember 2019 (im Original), eine Kopie eines ärztlichen 

Berichts an das SEM von Dr. med. O._______, (…), vom 17. Dezem-

ber 2019 sowie eine Kopie eines Terminkärtchens des (…) für den 14. Ja-

nuar 2020 bei. 

D.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte mit Schreiben vom 17. Ja-

nuar 2020 den Eingang der Beschwerde. 

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Seite 4 

E.  

Mit Eingabe vom 4. Februar 2020 liess der Beschwerdeführer dem Gericht 

eine Fürsorgebestätigung der (…) vom 3. Februar 2020 nachreichen. 

F.  

Die Instruktionsrichterin stellte mit Verfügung vom 6. Februar 2020 fest, der 

Beschwerdeführer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz ab-

warten. Gleichzeitig hiess sie das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses und ordnete dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt MLaw Roman 

Schuler als amtlicher Rechtsbeistand bei. Ferner machte sie den Be-

schwerdeführer – unter Bezugnahme auf die gesetzliche Mitwirkungs-

pflicht von Asylsuchenden bei der Ermittlung des Sachverhaltes (Art. 8 

Abs. 1 Bst. d AsylG [SR 142.31]) – darauf aufmerksam, allfällige medizini-

sche Vollzugshindernisse laufend und unaufgefordert mit geeigneten ärzt-

lichen Berichten zu belegen. 

G.  

G.a Mit Zwischenverfügung vom 16. März 2021 wurde die Vorinstanz zur 

Einreichung einer Vernehmlassung eingeladen. 

G.b Mit Eingabe vom 25. März 2021 äusserte sich die Vorinstanz zur Be-

schwerdeschrift. 

H.  

H.a Mit Zwischenverfügung vom 30. März 2021 wurde dem Beschwerde-

führer Gelegenheit gegeben, eine Replik einzureichen. 

H.b Mit Eingabe vom 14. April 2021 nahm der Beschwerdeführer zur 

vorinstanzlichen Vernehmlassung Stellung. 

Mit der Replik wurden eine Kopie eines Arztberichts von Dr. med. 

O._______, (…), vom 4. Juni 2020 sowie eine Honorarnote ins Recht ge-

legt.  

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) Asylgesetzes vom 

26. Juni 1998 (AsylG) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt 

das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Ände-

rung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

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des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

Keine Flüchtlinge sind Personen, die wegen Wehrdienstverweigerung oder 

Desertion ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht 

haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, wobei die Einhaltung 

des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 

(FK, SR 0.142.30) vorbehalten bleibt (vgl. Art. 3 Abs. 3 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält (Art. 7 Abs. 1 und 2 AsylG). Unglaubhaft sind insbesondere Vor-

bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-

dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 

Abs. 3 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an 

das Glaubhaftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dar-

gelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden 

(vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

3.3 Wer sich darauf beruft, dass durch seine Ausreise aus dem Heimat- 

oder Herkunftsstaat oder wegen seines Verhaltens nach der Ausreise eine 

Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht subjektive Nach-

fluchtgründe geltend. Subjektive Nachfluchtgründe begründen zwar die 

Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach 

Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie miss-

bräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden 

Personen, die subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft 

machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen 

(vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1). 

4.  

4.1 In ihrer abweisenden Verfügung kam die Vorinstanz zum Schluss, dass 

die Vorbringen des Beschwerdeführers weder den Anforderungen an das 

Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Asylrele-

vanz gemäss Art. 3 AsylG genügen würden, weshalb sie seine Flüchtlings-

eigenschaft nicht anerkannte und das Asylgesuch ablehnte. 

Zur Begründung führte sie aus, sie bezweifle nicht, dass er zwischen 

(…) 2007 und (…) 2013 Nationaldienst geleistet habe, demgegenüber 

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habe er seine Gefährdungslage im Zeitpunkt seiner Ausreise nicht glaub-

haft machen können. So habe er in der BzP ausgesagt, dass er das erste 

Mal etwa eine Woche nach seiner Desertion und das letzte Mal eine Woche 

vor seiner Ausreise im (…) 2014 in seinem Elternhaus gesucht worden sei, 

wobei er von seinem Freund P._______ vorgewarnt worden sei. In der An-

hörung habe er demgegenüber behauptet, sein Freund habe Q._______ 

geheissen und nach seiner Hochzeit anfangs (…) 2014 sei er nicht mehr 

gesucht worden. Diese Widersprüche in Bezug auf den Namen seines 

Freundes und den Zeitpunkt der letzten Suche nach ihm habe er nicht ent-

kräften können. Damit seien seine Aussagen in zentralen Punkten der 

Asylbegründung unglaubhaft. Des Weiteren habe er seine Ausreise aus 

Eritrea zwar detailliert geschildert, dennoch würden diesbezüglich gewisse 

Zweifel bestehen. So habe er in der BzP angegeben, von R._______ via 

S._______ in den Sudan gelangt zu sein, wohingegen er in der Anhörung 

ausgesagt habe, von R._______ über T._______ gereist zu sein. Ausser-

dem habe er in der BzP erklärt, nach der Überquerung der Grenze in den 

Sudan zuerst nach U._______ gegangen zu sein, dagegen habe er in der 

Anhörung den Aufenthalt in U._______ nicht mehr erwähnt. Schliesslich 

erstaune, dass er während mehrerer Tage mit einer (…) Gruppe zu Fuss 

gereist sei, statt sich einzeln in unmittelbare Grenznähe zu begeben und 

von dort innerhalb einiger Stunden ins Ausland zu gelangen. Infolgedessen 

seien seine Schilderungen der illegalen Ausreise zumindest fragwürdig. 

Alsdann sei nicht nachvollziehbar, weshalb seine ehemaligen Vorgesetzten 

ihn vier- oder fünfmal beim Vater gesucht haben sollen, ohne je an einem 

anderen Ort nach ihm zu fragen, insbesondere da sein Bruder im selben 

Dorf gelebt habe. Ferner sei unverständlich, weshalb er nicht schon früher 

ausgereist sei, stattdessen geheiratet und danach mehrere Monate bis im 

(…) 2014 zu Hause gewohnt habe, obwohl sich in diesem Zeitraum nichts 

mehr ereignet habe. Damit sei der Anlass seiner Flucht nicht ersichtlich. 

Überdies sei es überraschend, dass – obwohl er in der freien Erzählung 

seiner Asylgründe anlässlich der Anhörung die Suche nach ihm gänzlich 

unerwähnt gelassen habe – später eine Verfolgung gegenüber seiner Ehe-

frau eingesetzt haben soll. Sodann seien seine Antworten in Bezug auf den 

eigentlichen Anlass und Zeitpunkt seiner Desertion am (…) 2013 zurück-

haltend und wenig greifbar ausgefallen. 

Soweit der Beschwerdeführer geltend gemacht habe, Eritrea verlassen zu 

haben, weil der dortige Militärdienst kein Ende nehme und er mit der herr-

schenden Politik nicht einverstanden sei, würden sich seine Aussagen auf 

die allgemeine politische Situation in seinem Heimatland beziehen. Inso-

fern seien die diesbezüglichen Vorbringen nicht asylrelevant. Alsdann sei 

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eine asylrelevante (recte: flüchtlingsrechtlich relevante) Verfolgungssitua-

tion – unabhängig von deren Glaubhaftigkeit – auch nicht aufgrund der gel-

tend gemachten illegalen Ausreise anzunehmen, zumal keine zusätzlichen 

Faktoren ersichtlich seien, welche ihn in den Augen des eritreischen Re-

gimes als missliebige Person erscheinen liessen. 

Hinsichtlich allfälliger Wegweisungsvollzugshindernisse führte die Vorin-

stanz aus, es würden sich aus den Akten keine konkreten Hinweise dafür 

ergeben, dass dem Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Eritrea mit 

hinreichender Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe 

oder Behandlung drohe. Die Prüfung, ob ein tatsächliches und unmittelba-

res Risiko einer Verletzung von Art. 4 EMRK bestehe, sei aufgrund seiner 

unglaubhaften Angaben nicht möglich. So könne nicht ausgeschlossen 

werden, dass er vom Nationaldienst suspendiert oder daraus entlassen 

worden sei oder dass er diesen bereits ordentlich abgeschlossen habe. 

Selbst eine glaubhaft gemachte drohende Einberufung in den eritreischen 

Nationaldienst stehe der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzuges nach 

Eritrea nicht entgegen. Es könne deswegen nicht von einem tatsächlichen 

und unmittelbaren Risiko einer Rekrutierung und gegebenenfalls zukünfti-

gen Verletzung von Art. 4 EMRK ausgegangen werden. Weiter seien we-

der allgemeine noch individuelle Gründe ersichtlich, welche den Wegwei-

sungsvollzug als unzumutbar erscheinen lassen würden, und der Vollzug 

sei technisch möglich und praktisch durchführbar. 

4.2 In der Rechtsmittelschrift hielt der Beschwerdeführer dem entgegen, er 

habe sowohl die Desertion aus dem Nationaldienst als auch die illegale 

Ausreise glaubhaft machen können. Bezüglich der angeblichen Widersprü-

che zu den Umständen nach der Desertion führte er aus, er könne sich 

nicht mehr erklären, weshalb im BzP-Protokoll festgehalten worden sei, 

dass die letzte Suche nach ihm eine Woche vor seiner Ausreise erfolgt sein 

soll. Er sei überzeugt, stets ausgesagt zu haben, in den letzten Monaten 

vor seiner Ausreise nicht mehr gesucht worden zu sein, was er in der An-

hörung mehrfach wiederholt habe. Weiter habe er bei der BzP die Namen 

"P._______" und "Q._______" vertauscht, was angesichts dessen, dass 

die Vorfälle bereits sechs Jahre zurückliegen würden und die Namen sehr 

ähnlich seien, äusserst wahrscheinlich sei. Da er in der Anhörung angege-

ben habe, sich nach seiner Desertion knapp eine Woche lang in seinem 

Elternhaus aufgehalten zu haben, sei – entgegen der Ansicht des SEM – 

kein Widerspruch zu seinen Ausführungen in der BzP erkennbar. Den Vor-

halt, er habe anlässlich der Befragungen zwei verschiedene Reisewege in 

den Sudan beschrieben, betreffe den Fluchtweg innerhalb Eritreas und 

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nicht den Grenzübertritt, weshalb es für die Frage der Glaubhaftigkeit der 

illegalen Ausreise nicht relevant sei, welche innerstaatliche Route er bis zur 

Grenze genommen habe. Des Weiteren klinge der von der Vorinstanz be-

hauptete Widerspruch hinsichtlich seines Aufenthaltes in U._______ kon-

struiert und hätte bei präziserem Nachfragen anlässlich der BzP ohne wei-

teres vermieden werden können. Bei der Grenzüberquerung habe er sich 

an die Anweisungen seines Schleppers gehalten, weshalb kaum relevant 

scheine, ob das SEM sich diese Vorgehensweise erklären könne oder 

nicht. Jedenfalls sei es keinesfalls ausgeschlossen, dass auch eine kleine 

bis mittelgrosse Gruppe unter einem erfahrenen Führer unbemerkt illegal 

ins Ausland gelangen könne. Zudem habe er die illegale Ausreise ausführ-

lich und mit persönlichen Erfahrungen geprägt geschildert. Soweit es für 

die Vorinstanz nicht einleuchte, weshalb er von seinen ehemaligen Vorge-

setzten nicht auch an anderen Orten gesucht worden sei, könne er sich 

dies ebenfalls nicht erklären. Diese Zusammentreffen habe er aufgrund der 

Erzählungen seines Vaters lebensnah schildern können. Den einschnei-

denden Schritt, Eritrea zu verlassen, habe er – trotz der konkreten Gefahr 

einer Verhaftung – aus Rücksicht auf seine Nächsten erst einige Zeit nach 

seiner Desertion gewagt, was stärker für als gegen ihn spreche und aus 

menschlicher Sicht nachvollziehbar sei. Der Umstand, dass seine Ehefrau 

nach seiner Ausreise verfolgt worden sei, sei wohl darauf zurückzuführen, 

dass seine ehemalige Einheit wieder in die nähere Umgebung von 

C._______ zurückversetzt und damit auch die Suche nach ihm wiederauf-

genommen worden sei. Derartige Sanktionen gegen Angehörige seien weit 

verbreitet. Obwohl er seine innere Motivation für die Desertion eher kurz 

geschildert habe, erscheine diese im Gesamtkontext seiner Erfahrungen 

im Dienst real, stimmig und absolut nachvollziehbar. Bezüglich des ge-

nauen Zeitpunkts seiner Desertion sei er gar nie danach gefragt worden 

und habe diesen Aspekt selber auch nicht für besonders wichtig gehalten. 

Aus seinen verschiedenen Ausführungen in den Befragungen würde sich 

ein stimmiges Gesamtgefüge ergeben. Für die Glaubhaftigkeit spreche fer-

ner, dass er überraschende Umstände geschildert habe, auf welche er 

selbst keinen Einfluss gehabt habe und die er möglicherweise nicht voll-

ständig verstanden habe. Mit Blick auf seine sehr kurze schulische Lauf-

bahn sei es sodann höchst unwahrscheinlich, dass er sich derart viele De-

tails eines komplexen Sachverhalts merken und sie lebensnah über die 

gesamte Bundesanhörung stimmig wiedergeben könne, wenn es sich da-

bei nicht um selbst Erlebtes handeln würde. Die Vorinstanz habe es ver-

nachlässigt, die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen auf Grundlage einer Ge-

samtwürdigung zu beurteilen und die Beweisregeln von Art. 7 AsylG insge-

samt zu restriktiv gehandhabt. Ihm sei der Nachweis gelungen, dass er in 

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Seite 10 

seinem Heimatland wegen seiner politischen Anschauung, die sich in der 

Desertion und anschliessenden Landesflucht manifestiert habe, an Leib 

und Leben sowie in seiner Freiheit gefährdet sei. 

Seinen Eventualantrag auf vorläufige Aufnahme begründete der Be-

schwerdeführer mit dem Vorhandensein subjektiver Nachfluchtgründe. Er 

habe beweisen respektive glaubhaft machen können, dass er illegal aus 

Eritrea ausgereist sei. Die anderslautende neuere Rechtsprechung des 

Bundesverwaltungsgerichts sei angesichts der Lage in Eritrea nicht nach-

vollziehbar. Hinzu komme, dass bei ihm – entgegen den Ausführungen der 

Vorinstanz – weitere Faktoren gegeben seien, die ihn in den Augen des 

eritreischen Regimes als missliebige Person erscheinen liessen. So sei er 

bereits (…) Jahre im Nationaldienst gefangen gewesen und dadurch den 

Behörden und insbesondere seiner Einheit namentlich bekannt sowie in 

den Akten vermerkt. Weiter sei nachgewiesen worden, dass er seine De-

sertion glaubhaft geschildert habe und deshalb als missliebige Person gel-

ten dürfte. 

Der Beschwerdeführer erachtet schliesslich den Wegweisungsvollzug 

nach Eritrea als unzulässig. Da er die Flüchtlingseigenschaft gemäss 

Art. 3 AsylG erfülle, stünde eine Wegweisung im Widerspruch zu 

Art. 33 FK beziehungsweise Art. 5 AsylG und sei dementsprechend nicht 

mit dem Non-Refoulement-Prinzip vereinbar. Weiter führte er – unter Ver-

weis auf verschiedene Berichte – aus, ihm drohe bei einer Rückkehr das 

ernsthafte Risiko, bereits am Flughafen willkürlich festgenommen, un-

menschlich behandelt sowie in anschliessenden Verhören gar gefoltert und 

danach willkürlich inhaftiert zu werden. Darüber hinaus werde er – als ge-

sunder und sich im militärdienstpflichtigen Alter befindlichen Eritreer, wel-

cher bereits Dienst geleistet habe und den Behörden mithin namentlich be-

kannt sei – bei seiner Rückkehr mit an Sicherheit grenzender Wahrschein-

lichkeit wieder in den eritreischen Pflichtdienst einberufen, womit die Ge-

fahr einer flagranten Verletzung des Verbots der Zwangsarbeit nach Art. 4 

Abs. 2 EMRK und des Folterverbots von Art. 3 EMRK bestehe. Schliess-

lich sei der Vollzug der Wegweisung auch als unzumutbar einzuschätzen. 

Seine Ehefrau und sein Kind würden ebenso wie sein jüngerer Bruder nicht 

mehr in Eritrea leben. Sein Vater sei bereits um die (…) Jahre alt und dürfte 

damit kaum mehr in der Lage sein, ihn bei einer allfälligen Wiedereinglie-

derung zu unterstützen. Er selber habe nie einen Beruf erlernt und nie ge-

arbeitet. Seine im Land verbliebenen Geschwister hätten eigene Familien 

und mithin ihre eigenen Probleme, so dass er niemanden habe, der ihn 

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Seite 11 

unterstützen könnte. Alsdann habe er derzeit keinen Kontakt zu seiner Fa-

milie in Eritrea. Daneben würde er sich in einer medizinischen Notlage be-

finden, da er an einer (…) erkrankt und deswegen in Behandlung sei. Die 

Wegweisung sei daher zugunsten einer vorläufigen Aufnahme aufzuschie-

ben. 

4.3 In ihrer Vernehmlassung hielt die Vorinstanz an den Erwägungen der 

angefochtenen Verfügung vollumfänglich fest. Bezüglich des Gesundheits-

zustands des Beschwerdeführers wurde angemerkt, dass der Beschwer-

deschrift nicht zu entnehmen sei, seit wann er an (…) leide und ob er dies-

bezüglich bereits in Eritrea in medizinischer Behandlung gewesen sei. 

Dennoch könne gesagt werden, dass das eritreische Gesundheitsministe-

rium verschiedene Kampagnen zur Bekämpfung verbreiteter Krankheiten 

gestartet habe. Unter Bezugnahme auf einen Bericht der Schweizerischen 

Flüchtlingshilfe vom 3. Juni 2019 wurde darauf verwiesen, dass eine adä-

quate medizinische Versorgung für seine (…) im Heimatland gewährleistet 

sei. Eine (Weiter-) Behandlung erweise sich demnach als möglich und zu-

mutbar, zumal er aus der Zoba E._______ stamme und das (…)- oder (…)-

Spital in K._______ gut erreichen könne. Es sei ihm überdies unbenom-

men, medizinische Rückkehrhilfe in Anspruch zu nehmen. 

4.4 In seiner Replik entgegnete der Beschwerdeführer, die (…)-Therapie 

habe in der Zwischenzeit erfolgreich abgeschlossen werden können. Seit-

her befinde er sich aber weiterhin in hausärztlicher Behandlung. Bei einer 

Rückschaffung und damit einhergehender mangelhafter medizinischer 

Überwachung sei ein Rückfall nicht ausgeschlossen. Auch wenn in Eritrea 

ein nationales Programm mit kostenloser Abgabe von (…)-Medikamenten 

bestehen sollte, dürfte er, aufgrund seiner familiären Vorbelastung und Vor-

geschichte, kaum effektiven Zugang zu einem solchen haben. Überdies sei 

– wie bereits in der Beschwerdeschrift ausgeführt – sein Gesundheitszu-

stand nur einer von zahlreichen Faktoren, welche zur Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzuges führen würden. Abschliessend wurde festgehalten, 

aufgrund des Eingreifens des eritreischen Militärs im November 2020 in 

der Tigray-Region und den dort mutmasslich begangenen Verbrechen ge-

gen die Menschlichkeit sei die Gefahr einer erneuten Zwangsrekrutierung 

und/oder Bestrafung gestiegen sei. 

5.  

5.1 Nach eingehender Prüfung der Akten stellt das Bundesverwaltungsge-

richt fest, dass die Einschätzung des SEM, die Vorbringen des Beschwer-

deführers seien weder glaubhaft noch asylrelevant, zu bestätigen ist.

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Seite 12 

5.2  

5.2.1 Übereinstimmend mit dem SEM kann vorliegend davon ausgegan-

gen werden, dass der Beschwerdeführer in seiner Heimat von (…) 2007 

bis (…) 2013 tatsächlich Militärdienst geleistet hat. Seine diesbezüglichen 

Ausführungen in den Befragungen, insbesondere die Beschreibung seiner 

militärischen Ausbildung in G._______, seine nachfolgenden Stationierun-

gen in H._______, I._______, J._______, am (…) und schliesslich in 

L._______ sowie seine Diensttätigkeiten, sind substantiiert, konsistent und 

plausibel (vgl. SEM-Akten A5, Ziff. 1.17.04 sowie A13, F52–58, F67 und 

F73–106). Demgegenüber ist festzuhalten, dass die Schilderungen der De-

sertion aus dem Militärdienst und der anschliessenden behördlichen Suche 

nach ihm sowie die Ausführungen über seinen Aufenthalt bis zu seiner Aus-

reise nicht glaubhaft ausfielen. Eine zu restriktive Handhabung der Beweis-

regel von Art. 7 AsylG durch die Vorinstanz ist dabei nicht ersichtlich. 

5.2.1.1 Der Beschwerdeführer vermochte seine innere Motivation respek-

tive die finalen Beweggründe für seine Desertion sowie die Inkaufnahme 

des miteinhergehenden Risikos nicht konkret und nachvollziehbar darzule-

gen. So beantwortete er die entsprechende Frage, wie es dazu gekommen 

sei, dass er am (…) 2013 seinen Militärdienst beendet habe, zunächst nur 

ausweichend (vgl. SEM-Akte A13, F107). Auf die erneute Nachfrage er-

klärte er dann, die Arbeit sei unerträglich gewesen und er habe sie gehasst. 

Er habe die ganze Zeit nur Wache halten müssen. Es habe keine Gelegen-

heit gegeben, einen anderen Beruf zu erlernen oder auszuüben, und des-

halb habe er sich dazu entschieden, nach Hause zu gehen (vgl. SEM-

Akte A13, F108). Wann er den einschneidenden Fluchtentschluss gefasst 

hatte, vermochte er ebenfalls nicht überzeugend darzulegen. Hierzu 

machte er geltend, die Militärzeit nehme kein Ende und er habe dabei nicht 

arbeiten dürfen und weder für seine Familie da sein noch seine Kinder 

grossziehen können. Er hätte kein eigenes Leben haben können 

(vgl. SEM-Akte A13, F110). Alsdann blieben auch die wesentlichen Um-

stände der Desertion zunächst weitestgehend im Dunkeln. Erst auf wieder-

holte Ergänzungsfragen bezüglich der Geschehnisse vom (…) 2013 

brachte er schliesslich vor, er habe seine Einheit in V._______ an seinem 

freien Tag verlassen, nachdem er seinen Vorgesetzten, W._______, um 

Erlaubnis gebeten habe, einen Ausflug in die Stadt machen zu dürfen. Mit 

dem Bus Nummer (…) sei er dann von der Haltestelle (…) in sein Heimat-

dorf C._______ gelangt (vgl. SEM-Akte A13, F112–129). Es stellt sich die 

Frage, weshalb er diese Ereignisse nicht von sich aus vorgetragen hat, und 

es entsteht der Eindruck, er habe seine Antworten den gestellten Fragen 

angepasst. Da der Beschwerdeführer die Desertion aus dem Militärdienst 

D-235/2020 

Seite 13 

als fluchtauslösendes Ereignis schilderte, wäre anzunehmen gewesen, 

dass er selbst nach längerer Zeit noch substantiierte Angaben dazu ma-

chen kann. Vor diesem Hintergrund kann nicht geglaubt werden, dass er 

aus dem Militärdienst desertiert ist. 

5.2.1.2 Des Weiteren bestehen im Zusammenhang mit der Suche nach 

dem Beschwerdeführer wegen Fernbleibens vom Militärdienst Ungereimt-

heiten, welche er nicht aufzulösen vermochte. So ist für das Gericht – in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz – unverständlich, weshalb seine bei-

den ehemaligen Vorgesetzten ihn lediglich im Haus seines Vaters und nicht 

auch bei seinem älteren Bruder, X._______, aufgesucht haben sollen, wo 

er sich nach der Desertion bis zur Heirat versteckt gehalten habe. Ange-

sichts dessen, dass dieser gemäss Aussagen des Beschwerdeführers (…) 

war (vgl. SEM-Akte A13, F33), womit den (Militär-) Behörden dessen Ad-

resse bekannt sein musste, wäre es wohl ein leichtes gewesen, ihn dort 

aufzufinden. Stringente Beschwerdeargumente für eine andere Sichtweise 

fehlen. Vielmehr lässt der Umstand, wonach er sich bis zu seiner Hochzeit 

im (…) 2014 offenbar weitgehend unbehelligt bei seinem Bruder, welcher 

ebenfalls in C._______ wohnte, aufhielt, nicht auf eine asylrelevante Ge-

zieltheit der Verfolgung schliessen. Alsdann machte er in den Befragungen 

zwar übereinstimmend geltend, seine beiden ehemaligen Vorgesetzten, 

W._______ und Y._______, hätten ihn erstmals eine Woche nach seiner 

Desertion bei seinem Vater gesucht (vgl. SEM-Akten A5, Ziff. 7.02 und 

A13, F114 und F138 f.) und seien anschliessend drei oder vier weitere 

Male dort vorbeigekommen, um sich nach seinem Aufenthalt zu erkundi-

gen (vgl. SEM-Akten A5, Ziff. 7.02 und A13, F107, F140 f., F143, F145 und 

F178). Demgegenüber vermochte er die einzelnen Erkundigungen der Be-

hörden zeitlich nicht näher einzuordnen, was angesichts deren Wichtigkeit 

nicht nachvollziehbar ist. Zudem fielen seine Angaben betreffend den Zeit-

punkt der letzten Durchsuchung widersprüchlich aus. In der BzP machte er 

geltend, er sei letztmals eine Woche vor seiner Ausreise aus Eritrea ge-

sucht worden (vgl. SEM-Akte A5, Ziff. 7.02), wohingegen er anlässlich der 

Anhörung behauptete, nach seiner Hochzeit nicht mehr von seiner Einheit 

gesucht worden zu sein, da diese nach M._______ gegangen sei 

(vgl. SEM-Akte A13, F143–146, F152 und F154). Als er mit diesen unter-

schiedlichen Angaben konfrontiert wurde, hielt er daran fest, dass er ge-

sucht worden sei, bevor er geheiratet habe (vgl. SEM-Akte A13, F178). In 

seiner Rechtsmitteleingabe bringt er vor, er wisse nicht mehr, wie diese 

Protokollierung in der BzP zustande gekommen sei. Damit vermag er keine 

plausible Erklärung zu seiner Entlastung vorzubringen. Anlässlich der Erst-

befragung erklärte er nämlich zweimal, er verstehe den Dolmetscher 

D-235/2020 

Seite 14 

"molto bene" (vgl. SEM-Akte A5, Bst. h und Ziff. 9.02). Zudem bestätigte er 

nach der Rückübersetzung unterschriftlich, das Protokoll sei vollständig 

und korrekt und würde seinen Aussagen entsprechen (vgl. ebenda S. 10). 

Nach Durchsicht des Protokolls sind ausserdem keine Anhaltspunkte für 

Verständigungsschwierigkeiten oder unpräzise oder unvollständige Über-

setzungen festzustellen. Auch wenn dem Protokoll der BzP angesichts des 

summarischen Charakters der Befragung nur ein beschränkter Beweiswert 

zukommt, dürfen Widersprüche für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit 

dann herangezogen werden, wenn klare Aussagen bei der BzP in wesent-

lichen Punkten der Asylbegründung von den späteren Aussagen in der An-

hörung diametral abweichen, oder wenn bestimmte Ereignisse oder Be-

fürchtungen, welche später als zentrale Asylgründe genannt werden, nicht 

bereits in der BzP zumindest ansatzweise erwähnt werden (vgl. statt vieler: 

Urteil des BVGer D-3114/2018 vom 28. Juni 2019 E. 5.1 m.w.H sowie Ent-

scheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 1993 Nr. 3). Folglich muss sich der Beschwerdeführer auf seine 

Aussagen an der BzP und daraus allenfalls resultierende Unstimmigkeiten 

behaften lassen. Soweit er in der Anhörung vorbrachte, dass die Suche 

nach ihm (…) 2014 (vorübergehend) eingestellt worden sei, weil seine Ein-

heit zwecks Ausbildung nach M._______ weitergezogen sei (vgl. SEM-

Akte A13, F143–146, F152, F154 und F178), erscheint dies wenig wahr-

scheinlich. Unter diesen Umständen ist im Übrigen sein Verhalten, direkt 

nach der Hochzeit vom (…) 2014 wieder an seinen den eritreischen Behör-

den bekannten Wohnsitz bei seinem Vater zurückzukehren und sich dort 

bis zu seiner Ausreise aufzuhalten, nicht einleuchtend, wäre doch zu er-

warten gewesen, dass er dort, nach der Rückkehr seiner Einheit, mit einer 

Verhaftung hätte rechnen müssen. 

5.2.1.3 Darüber hinaus fielen seine Ausführungen, wie er nach seiner De-

sertion im (…) 2013 bis zu seiner Ausreise im (…) 2014 versteckt in 

C._______ gelebt haben will, ohne festgenommen worden zu sein, nur 

sehr vage, allgemein und substanzarm aus. In der BzP führte er aus, er 

habe während dieser Zeitspanne nichts gemacht. Da er nicht habe arbeiten 

können, sei er zu Hause geblieben. Er habe ohnehin vorsichtig sein müs-

sen, um nicht in eine Razzia zu geraten (vgl. SEM-Akte A5, Ziff. 7.02). 

Auch in der Anhörung machte er – trotz mehrmaliger Nachfragen – keine 

weitergehenden Angaben (vgl. SEM-Akte A13, F64–66). Damit erwecken 

seine Schilderungen nicht den Eindruck einer Person, die tatsächlich in den 

Fokus der Behörden geraten ist und sich vor diesen verstecken musste. 

Diese Einschätzung wird durch Ungereimtheiten in Bezug auf die geltend 

D-235/2020 

Seite 15 

gemachte Vorwarnung durch seinen Freund bestätigt. Hierzu gab er an-

lässlich der BzP zu Protokoll, sein Freund P._______, mit welchem er zu-

sammen den Militärdienst geleistet habe, habe sich kurz vor der letzten 

Suche eine Woche vor seiner Ausreise telefonisch mit seinem Vater in Ver-

bindung gesetzt, um ihm mitzuteilten, dass W._______ auf dem Weg zu 

ihm sei (vgl. SEM-Akte A5, Ziff. 7.02). Dagegen brachte er in der Anhörung 

vor, er sei von seinem ehemaligen Kollegen Q._______ über die erste 

Durchsuchung eine Woche nach seiner Desertion informiert worden, so-

dass er sich rechtzeitig bei seinem Bruder habe verstecken können 

(vgl. SEM-Akte A13, F107, F112, F130 und F139). Als er auf diese Wieder-

sprüche angesprochen wurde, wich er den Fragen mehrmals aus, bevor er 

schliesslich bestätigte, dass Q._______ seinen Vater per Telefon gewarnt 

hatte, noch bevor er das erste Mal zu Hause von seiner ehemaligen Einheit 

gesucht worden sei. Dagegen sei P._______ der Name des Freundes, wel-

cher ihm geholfen habe, einen Schlepper zu finden (vgl. SEM-Akte A13, 

F171–178). Obwohl die Namen "P._______" und "Q._______" ähnlich klin-

gen, wäre zu erwarten gewesen, dass der Beschwerdeführer den Namen 

der Person, welche ihn telefonisch vor den Razzien der Militärbehörden 

warnte, und denjenigen seines Freundes, welcher ihm den Kontakt zu sei-

nem Schlepper ermöglichte, auseinanderhalten kann. Seine Erklärung in 

der Beschwerdeschrift, wonach es sich um eine simple Verwechslung der 

Namen gehandelt habe, verfängt nicht. 

5.2.1.4 Im Weiteren vermochte der Beschwerdeführer nicht aufzuzeigen, 

aus welchen Gründen er als gesuchte Person, welche sich versteckt hielt, 

bis im (…) 2014 in Eritrea blieb und nicht bereits schon früher ausgereist 

ist. Während der BzP führte er auf die Frage, weshalb er so lange gewartet 

habe, bis er schliesslich sein Heimatland verlassen habe, aus, in der An-

fangszeit habe er zunächst noch gehofft, dass er in Ruhe gelassen werde, 

anschliessend habe er Zeit benötigt, um den richtigen Schlepper zu finden 

(vgl. SEM-Akte A5, Ziff. 7.02). In der Anhörung gab er an, es habe kein be-

stimmtes Ereignis gegeben, welches für ihn den Ausschlag dafür gegeben 

habe, das Land im (…) 2014 zu verlassen (vgl. SEM-Akte A13, F70 f.). Die 

in der Beschwerdeschrift vorgebrachte Erklärung, wonach er noch etwas 

Zeit mit seiner Familie habe verbringen wollen, vermag ebenfalls nicht zu 

überzeugen. Bei einer tatsächlichen Verfolgung durch die eritreischen Mi-

litärbehörden wäre zu erwarten gewesen, dass er bereits früher seine Aus-

reise organisiert hätte. 

D-235/2020 

Seite 16 

5.2.1.5 Ferner machte der Beschwerdeführer geltend, die Ereignisse nach 

seiner Ausreise aus Eritrea würden für den Wahrheitsgehalt seiner Aussa-

gen sprechen. Anlässlich der Anhörung gab er zu Protokoll, nachdem er 

sein Heimatland verlassen habe, habe seine Frau seinetwegen eine Busse 

bezahlen müssen und sei für drei Tage inhaftiert worden. Ausserdem sei 

sie unter Druck gesetzt worden, indem ihr beispielsweise keine Coupons 

für Grundnahrungsmittel mehr ausgestellt worden seien. Wegen dieser 

Schwierigkeiten sei sie schliesslich (…) 2017 zusammen mit dem gemein-

samen Kind in den Sudan geflüchtet (vgl. SEM-Akte A13, F18–24). Ange-

sichts dessen, dass die entsprechenden Vorbringen gänzlich unsubstanti-

iert erfolgten (keine Angaben über die Umstände und den Zeitpunkt der 

Inhaftierung seiner Ehefrau) und auch nicht plausibel erscheint, dass er 

– obwohl er offenbar stets in Kontakt mit seiner Frau stand – erst Jahre 

später davon erfahren haben soll, sind die geltend gemachten Schwierig-

keiten seiner Ehefrau mit den eritreischen Behörden als blosse Schutzbe-

hauptungen zu qualifizieren. Aufgrund der Unglaubhaftigkeit der Asyl-

gründe des Beschwerdeführers ist die darauf beruhende Inhaftierung sei-

ner Ehefrau und deren Ausreise aus Eritrea aufgrund behördlicher Prob-

leme wegen ihm ohnehin als unglaubhaft einzustufen. 

5.2.2 Nach dem Gesagten können die geltend gemachte Desertion des 

Beschwerdeführers aus dem Militärdienst, die anschliessende Suche nach 

ihm durch Angehörige des Nationaldienstes sowie seine Aufenthalte bei 

seinem Vater und seinem Bruder bis zu seiner Ausreise nicht geglaubt wer-

den. Dementsprechend vermag er aus seinem Vorbringen, aufgrund seiner 

Desertion würde er bei einer Rückkehr nach Eritrea umgehend inhaftiert 

und unverhältnismässig streng bestraft, wobei eine solche Bestrafung als 

politisch motiviert einzustufen sei, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Es 

erscheint wahrscheinlicher, dass er vom Militärdienst suspendiert oder im 

Laufe der Jahre ordentlich entlassen worden ist und danach noch einige 

Zeit unbehelligt in Eritrea lebte, bevor er im (…) 2014 in den Sudan ging 

(vgl. diesbezüglich die Urteile des BVGer E-3837/2019 vom 19. Ja-

nuar 2021 E. 6.2.5, E-31/2017 vom 2. Oktober 2019 E. 7 und E-2730/2017 

vom 21. August 2018 E. 5.1). Es ist folglich nicht davon auszugehen, dass 

der Beschwerdeführer im Ausreisezeitpunkt von den eritreischen Behörden 

gesucht wurde. Daher ist auch nicht anzunehmen, dass er im Zeitraum 

nach Verlassen des Militärdienstes bis zu seiner Ausreise einer asylrele-

vanten Verfolgungsgefahr ausgesetzt war. Es liegen somit keine asylrele-

vanten Vorfluchtgründe vor. 

D-235/2020 

Seite 17 

5.3  

5.3.1 In seiner früheren Rechtsprechung ging das Bundesverwaltungsge-

richt davon aus, dass bei einer illegalen Ausreise aus Eritrea im Falle einer 

Rückkehr die Gefahr einer flüchtlingsrechtlich relevanten Bestrafung be-

stehe. Im Urteil D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 (als Referenzurteil pu-

bliziert) gelangte das Gericht jedoch zum Schluss, dass die bisherige Pra-

xis nicht mehr aufrechterhalten werden könne und die illegale Ausreise al-

lein zur Begründung der Flüchtlingseigenschaft nicht ausreiche. Vielmehr 

bedürfe es hierzu zusätzlicher Anknüpfungspunkte, welche einen Be-

schwerdeführer in den Augen des eritreischen Regimes als missliebige 

Person erscheinen liessen und dadurch zu einer flüchtlingsrechtlich rele-

vanten Verfolgungsgefahr führen könnten (vgl. a.a.O. E. 5.1). 

5.3.2 Aufgrund dieses Entscheids kann vorliegend – mangels flüchtlings-

rechtlicher Relevanz – auf eine eingehende Glaubhaftigkeitsbeurteilung 

bezüglich der geltend gemachten illegalen Ausreise des Beschwerdefüh-

rers verzichtet werden. Selbst bei Annahme einer illegal erfolgten Ausreise 

lassen sich den Akten keine konkreten Hinweise auf relevante zusätzliche 

Anknüpfungspunkte für eine Schärfung seines Profils entnehmen. Da er 

– wie in der vorhergehenden Erwägung dargelegt (vgl. oben E. 5.2) – nicht 

glaubhaft machen konnte, dass er aus dem Militärdienst desertiert oder 

aus anderen Gründen in den Fokus der eritreischen (Militär-) Behörden ge-

raten ist, sind – neben einer allenfalls illegalen Ausreise – auch keine an-

deren Anknüpfungspunkte ersichtlich, welche ihn in den Augen des Re-

gimes als missliebige Personen erscheinen lassen könnten. Der Be-

schwerdeführer erfüllt damit die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 

AsylG auch unter dem Aspekt subjektiver Nachfluchtgründe nicht. 

5.3.3 Soweit in der Beschwerde Kritik an dieser neuen Praxis des Bundes-

verwaltungsgerichts geübt wird, ist diese zur Kenntnis zu nehmen. Die ent-

sprechenden Ausführungen vermögen die gefestigte und koordinierte 

Rechtsprechung jedoch nicht in Frage zu stellen (vgl. auch unten 

E. 7.2.3.3). 

5.4 Als Auslöser für das Verlassen seines Heimatlandes nannte der Be-

schwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren schliesslich auch, dass der 

Nationaldienst kein Ende nehme, er keine Freiheiten mehr gehabt habe 

und mit der herrschenden Politik nicht einverstanden gewesen sei 

(vgl. SEM-Akten A5, Ziff. 7.01 und A13, F69 ff.). Wie die Vorinstanz in der 

angefochtenen Verfügung zu Recht festgehalten hat (vgl. dort E. II, Ziff. 3 

sowie die Zusammenfassung der entsprechenden Ausführungen in E. 4.1 

D-235/2020 

Seite 18 

des vorliegenden Urteils), stellen Nachteile, welche auf die allgemeinen 

politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Lebensbedingungen in einem 

Staat zurückzuführen sind, keine asylbeachtliche Verfolgung im Sinne von 

Art. 3 AsylG dar. 

5.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass sowohl das Vorliegen von Vor-

fluchtgründen im Sinne von Art. 3 AsylG als auch dasjenige von subjekti-

ven Nachfluchtgründen gemäss Art. 54 AsylG zu verneinen ist. Insbeson-

dere ist unter Hinweis auf E. 5.1 des Urteils D-7898/2015 vom 30. Ja-

nuar 2017 (vgl. oben E. 5.3.2) festzuhalten, dass einer nach der Rückkehr 

nach Eritrea erfolgenden (Wieder-) Einziehung des Beschwerdeführers in 

den Nationaldienst asylrechtlich grundsätzlich keine Bedeutung zukäme, 

weil sie nicht aus asylrechtlich relevanten Motiven erfolgen würde. Im Üb-

rigen kann auf diesbezüglich weitergehende Erläuterungen schon deshalb 

verzichtet werden, weil es dem Beschwerdeführer ohnehin nicht gelingt, 

glaubhaft zu machen, dass ihm im Falle der Rückkehr in sein Heimatland 

ein Wiedereinzug in den eritreischen Militärdienst droht (vgl. unten 

E. 7.2.3). Das SEM hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwer-

deführers verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 

(Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Auslän-

der und über die Integration [AIG; SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

D-235/2020 

Seite 19 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2  

7.2.1 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-

rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen.  

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; 

vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezem-

ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernied-

rigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. Art. 4 EMRK beinhal-

tet die Verbote der Sklaverei und Leibeigenschaft (Abs. 1) sowie der 

Zwangs- oder Pflichtarbeit (Abs. 2 und 3). 

7.2.2 Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 

erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 

flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 FK und 

Art. 5 AsylG im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Seine 

Rückschaffung in den Heimatstaat ist demnach insofern rechtmässig. 

7.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-

rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes 

für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124127 m.w.H.). 

D-235/2020 

Seite 20 

Aufgrund des heutigen Alters des Beschwerdeführers kann ein allfälliger 

(erneuter) Einzug in den Nationaldienst bei seiner Rückkehr nicht ausge-

schlossen werden (vgl. zur eritreischen Musterungspraxis auch das Refe-

renzurteil des BVGer D-2311/2016 vom 17. August 2017 E. 13.2–13.4 [als 

Referenzurteil publiziert]). Die Frage kann aber mit Verweis auf die nach-

folgenden Erwägungen offenbleiben. 

7.2.3.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Grundsatzurteil 

E-5022/2017 vom 10. Juli 2018 (publiziert als BVGE 2018 VI/4) die Frage 

der Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs bei drohender Einziehung in 

den eritreischen Nationaldienst unter den Aspekten des Zwangsarbeitsver-

bots (Art. 4 Abs. 2 EMRK), des Folterverbots und der unmenschlichen und 

erniedrigenden Behandlung (Art. 3 EMRK) geklärt. Nach eingehender 

Quellenanalyse kam es zum Schluss, die Bedingungen im Nationaldienst 

seien grundsätzlich als Zwangsarbeit im Sinn von Art. 4 Abs. 2 EMRK zu 

qualifizieren; durch die Einziehung in den eritreischen Nationaldienst be-

stünde gleichwohl nicht das ernsthafte Risiko einer schwerwiegenden Ver-

letzung von Art. 4 Abs. 2 EMRK. Zudem sei nicht erstellt, dass die berich-

teten Misshandlungen und sexuellen Übergriffe derart systematisch statt-

fänden, dass jede Nationaldienstleistende und jeder Nationaldienstleis-

tende dem ernsthaften Risiko ausgesetzt wäre, selbst solche Übergriffe zu 

erleiden (vgl. BVGE 2018 IV/4 E. 6.1, insbesondere E. 6.1.5). Weiter ver-

neinte es das ernsthafte Risiko einer Verletzung von Art. 3 EMRK im Falle 

einer Einziehung in den eritreischen Nationaldienst (vgl. BVGE 2018 IV/4 

E. 6.1.6), da keine hinreichenden Belege dafür existierten, wonach Miss-

handlungen und sexuelle Übergriffe im Nationaldienst derart flächende-

ckend stattfinden würden, dass jede Dienstleistende und jeder Dienstleis-

tende dem ernsthaften Risiko ausgesetzt wäre, selbst solche Übergriffe zu 

erleiden. 

7.2.3.2 Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den 

vorliegenden Akten ergeben sich – selbst bei einem Einzug in den Natio-

naldienst – Anhaltspunkte für die Annahme, er müsste bei einer freiwilligen 

Rückkehr in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine 

nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotene Strafe oder Behandlung be-

fürchten. Auch die problematische allgemeine Menschenrechtssituation in 

Eritrea lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt praxisge-

mäss nicht als unzulässig erscheinen. 

D-235/2020 

Seite 21 

7.2.3.3 Die Referenzurteile des BVGer D-2311/2016 vom 17. August 2017 

und E-5022/2017 vom 10. Juli 2018 (publiziert als BVGE 2018 VI/4) basie-

ren auf einer umfassenden Analyse der aktuellen Quellen im jeweiligen Ur-

teilszeitpunkt. Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, ihm drohe für 

den Fall einer (freiwilligen) Rückkehr nach Eritrea Folter und unmenschli-

che Behandlung respektive Sklaverei und Zwangsarbeit (vgl. hierzu die 

Ausführungen in der Beschwerde, E. II, Ziff. 4.4.2 und Ziff. 4.4.3), stützt er 

sich auf Quellen und Rechtsprechung, die älter datieren. Den Ausführun-

gen können keine neuen Erkenntnisse oder Gesichtspunkte entnommen 

werden, welche eine neuerliche Praxisänderung gebieten würden (vgl. 

auch vorstehend E. 5.3.4). 

7.2.4 Weitere Gründe für die Annahme der Unzulässigkeit des Wegwei-

sungsvollzugs ergeben sich weder aus den Akten noch aus der Beschwer-

deschrift. Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers erweist 

sich nach dem Gesagten – sowohl im Sinne der asyl- als auch der völker-

rechtlichen Bestimmungen – als zulässig. 

7.2.5 Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesverwaltungs-

gericht die Zulässigkeit des Wegweisungsvollzuges – aufgrund des Feh-

lens eines Rückübernahmeabkommens zwischen der Schweiz und Erit-

rea – lediglich für freiwillige Rückkehrer beurteilt und die Zulässigkeit 

zwangsweiser Rückführungen ausdrücklich offenlässt (vgl. BVGE 2018 

VI/4 E. 6.1.7). 

7.3  

7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.3.2 Im bereits zitierten Grundsatzentscheid BVGE 2018 IV/4 kam das 

Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass die drohende Einziehung in 

den eritreischen Nationaldienst nicht generell zur Feststellung der Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs führe (a.a.O., E. 6.2.3–6.2.5). Daran 

vermag auch der Verweis des Beschwerdeführers in der Replik auf die ge-

genwärtige Konfliktsituation rund um die äthiopische Provinz Tigray nichts 

D-235/2020 

Seite 22 

zu ändern. Eine allfällige Einziehung des Beschwerdeführers in den Natio-

naldienst bei einer (freiwilligen) Rückkehr nach Eritrea führt damit nicht zur 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. 

7.3.3 Nach aktueller Rechtsprechung kann in Eritrea nicht von einem Krieg, 

Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt beziehungsweise ei-

ner generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausgegangen 

werden. In jüngster Zeit haben sich die Lebensbedingungen in einigen Be-

reichen verbessert. Zwar ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor schwie-

rig; die medizinische Grundversorgung, die Ernährungssituation, der Zu-

gang zu Wasser und zur Bildung haben sich aber stabilisiert. Der Krieg ist 

seit Jahren beendet und ernsthafte ethnische oder religiöse Konflikte sind 

nicht zu verzeichnen. Zu erwähnen sind an dieser Stelle auch die umfang-

reichen Zahlungen aus der Diaspora, von denen ein Grossteil der Bevöl-

kerung profitiere. Angesichts der schwierigen allgemeinen Lage des Lan-

des muss jedoch in Einzelfällen nach wie vor von einer Existenzbedrohung 

ausgegangen werden, wenn besondere Umstände vorliegen. Anders als 

noch unter der früheren Rechtsprechung sind begünstigende individuelle 

Faktoren nicht mehr zwingende Voraussetzung für die Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs (vgl. Referenzurteil des BVGer D-2311/2016 vom 

17. August 2017 E. 16 f.). 

7.3.4 Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass sich im Fall des Beschwer-

deführers aus den Akten keine individuellen Gründe ergeben, welche einen 

Wegweisungsvollzug nach Eritrea als unzumutbar erscheinen lassen. Er 

verfügt unbestrittenermassen über Verwandte in seinem Heimatland (sein 

Vater, sein Bruder X._______, seine beiden Schwestern Aa._______ und 

Bb._______ sowie Onkel und Tanten [vgl. SEM-Akten A5, Ziff. 3.01 und 

A13, F29 und F31–33]). Soweit er vorbrachte zurzeit nicht mehr mit ihnen 

in Kontakt zu stehen, ist davon auszugehen, dass er diese Kontakte im 

Hinblick auf seine Rückkehr reaktivieren respektive wieder intensivieren 

kann. Vor seiner Ausreise lebte er bei seinem Vater, zu welchem er wieder 

zurückkehren kann. Somit kann davon ausgegangen werden, dass er bei 

seiner Rückkehr – trotz der mehrjährigen Landesabwesenheit – auf ein 

tragfähiges familiäres Beziehungsnetz zurückgreifen kann, welches ihn bei 

seiner sozialen und wirtschaftlichen Wiedereingliederung unterstützen 

kann. Zwar erlernte er keinen Beruf, gemäss eigenen Angaben arbeitete er 

nach der Schule aber auf verschiedenen (…) (vgl. SEM-Akte A13, F62). 

Diese Tätigkeit kann er wiederaufnehmen. Es ist daher nicht davon auszu-

gehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in eine existenz-

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bedrohende Situation geraten würde. Sodann spricht auch der geltend ge-

machte Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht gegen die Zu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Bezüglich seiner (…) ergibt sich aus 

dem eingereichten Arztbericht vom 4. Juni 2020, dass er die Behandlung 

bereits im (…) 2020 erfolgreich abschliessen konnte. Das Bundesverwal-

tungsgericht geht demnach, selbst bei einem Rückfall, nicht davon aus, 

dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in eine lebensbedrohende 

Situation geraten würde, weil er nicht die notwendige medizinische Versor-

gung erhalten könnte. Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung festge-

stellt hat, ist davon auszugehen, dass eine adäquate medizinische Versor-

gung von (…) für den Beschwerdeführer in Eritrea gewährleistet ist. Dem 

ärztlichen Bericht ist sodann zu entnehmen, dass er als Nebenwirkung des 

Medikaments (…) an einer (…) leidet. Zwar brachte er in der Replik vor, 

seit Abschluss der (…) weiterhin in hausärztlicher Behandlung zu sein, wei-

tere Angaben hinsichtlich seines aktuellen Gesundheitszustandes machte 

der Beschwerdeführer, welcher die entsprechende Substantiierungslast 

trägt, jedoch nicht. Jedenfalls ist die von der Rechtsprechung für die Unzu-

mutbarkeit des Vollzugs geforderte hohe Schwelle der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung aufgrund der Aktenlage nicht erfüllt (vgl. BVGE 2011/9 

E. 7, m.H. auf die Praxis des EGMR). Nötigenfalls kann den Bedürfnissen 

des Beschwerdeführers ferner durch medizinische Rückkehrhilfe Rech-

nung getragen werden (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d i.V.m. Art. 75 der Asylver-

ordnung 2 vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312]). Diese kann in 

Form von Beiträgen zur Durchführung einer medizinischen Behandlung, 

durch Mitgabe der benötigten Medikamente oder durch Ausrichtung einer 

Pauschale für medizinische Leistungen gewährt werden. 

7.3.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung so-

wohl allgemein als auch in individueller Hinsicht als zumutbar im Sinne von 

Art. 83 Abs. 4 AIG. 

7.4 Zwar ist darauf hinzuweisen, dass derzeit die zwangsweise Rückfüh-

rung abgewiesener Asylsuchender nach Eritrea zurzeit generell nicht mög-

lich ist. Die Möglichkeit der freiwilligen Rückkehr steht jedoch praxisge-

mäss der Feststellung der Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs ent-

gegen. Es obliegt daher dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen 

Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reise-

dokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und BVGE 2008/34 

E. 12). Der Vollzug der Wegweisung ist folglich auch als möglich zu be-

zeichnen (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

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7.5 Schliesslich ist festzuhalten, dass die aktuelle Lage im Zusammenhang 

mit der Coronavirus-Pandemie (COVID-19) grundsätzlich nicht geeignet 

ist, die Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs in Frage zu stellen. Bei 

der Coronavirus-Pandemie handelt es sich, soweit derzeit feststellbar, al-

lenfalls um ein temporäres Vollzugshindernis. Es obliegt somit den kanto-

nalen Behörden, der Entwicklung der Situation bei der Wahl des Zeitpunkts 

des Vollzugs in angemessener Weise Rechnung zu tragen (vgl. statt vieler: 

Urteil des BVGer D-139/2020 vom 19. Juni 2020 E. 9.6 m.w.H.). 

7.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz den Wegwei-

sungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat. 

Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht 

(Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 

Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Nachdem mit Zwi-

schenverfügung vom 6. Februar 2020 das Gesuch um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutge-

heissen worden ist und weiterhin von der Bedürftigkeit des Beschwerde-

führers auszugehen ist, sind ihm keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

9.2 Nachdem der rubrizierte Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit 

derselben Verfügung als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet worden ist, 

ist er für seinen Aufwand unbesehen des Ausgangs des Verfahrens zu ent-

schädigen, soweit dieser sachlich notwendig war (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 8 

Abs. 2 VGKE). Der Rechtsvertreter hat mit Eingabe vom 14. April 2021 

eine Honorarnote eingereicht, mit welcher er Kosten von insgesamt 

Fr. 3'678.30 geltend macht, ausgehend von einem zeitlichen Aufwand von 

11.35 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 300.– sowie Spesen in der 

Höhe von Fr. 10.30 und einem Mehrwertsteuerzuschlag von Fr. 263.–. Der 

zeitliche Aufwand erscheint angemessen. Der Stundensatz liegt im Rah-

men des amtlichen Mandats praxisgemäss bei Fr. 220.– (vgl. Art. 12 i.V.m. 

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Art. 10 Abs. 2 VGKE). Bei den Auslagen ist das mit fehlerhaftem Ansatz 

(0.00 anstatt 5.30) berücksichtigte Porto für die Eingabe der Replik noch 

nicht enthalten, weshalb die Spesenkosten entsprechend zu erhöhen sind. 

Dem unentgeltlichen Rechtsbeistand ist deshalb durch das Bundesverwal-

tungsgericht ein amtliches Honorar von (gerundet) Fr. 2'706.– (inklusive 

Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag i.S.v. Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE) 

auszurichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand, Rechtsanwalt MLaw Roman Schuler, wird 

vom Bundesverwaltungsgericht ein amtliches Honorar in der Höhe von 

Fr. 2'706.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Mia Fuchs Kathrin Rohrer 

 

 

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