# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 86c65703-0dd4-5a6c-871e-aac75243a76b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.09.2009 A-5004/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5004-2007_2009-09-11.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-5004/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richter Markus Metz (Vorsitz), Richter Pascal Mollard, 
Richterin Salome Zimmermann, 
Gerichtsschreiber Jürg Steiger.

A._______AG,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberzolldirektion (OZD),
Sektion Mehrwertsteuer, Monbijoustrasse 40, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (Steuererlass; Art. 84 MWSTG).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-5004/2007

Sachverhalt:

A.
Die  A._______AG,  meldete  als  Beauftragte  der  Lieferantin 
B._______GmbH, bei der Zollstelle (...) in der Zeit vom 27. Januar bis 
10.  April  2006  mehrere  Sendungen  Kleider  zur  Überführung  in  den 
freien  Verkehr  an.  Als  Importeurin  und  Empfängerin  der  Ware 
bezeichnete sie die C._______GmbH. Die Zollstelle nahm die Veranla-
gungen vor und erhob die Mehrwertsteuer von insgesamt Fr. 7'430.75.

Mit dem Schreiben vom 13. Juli 2006 stellte die A._______AG an die 
Eidgenössische  Oberzolldirektion  (OZD)  ein  Erlassgesuch  für  die 
Einfuhrabgaben im Umfang von Fr. 7'430.75 mit der Begründung, sie 
habe  als  Logistikpartner  der  B._______GmbH  bis  Ende  2005  die 
Kosten und die Staatsabgaben an die C._______GmbH abgerechnet. 
Ende  März  2006  habe  die  B._______GmbH  sie  orientiert,  die 
C._______GmbH sei nicht mehr aktiv und sie möge alle Belastungen 
an B._______GmbH ausstellen. Die Bezahlungen seien bis Ende Juni 
2006 ausgeblieben. Am 11. Juli 2006 habe sie das Schreiben erhalten, 
dass über das Vermögen der B._______GmbH das Insolvenzverfahren 
eröffnet worden sei.

B.
Mit dem Entscheid vom 20. Juni 2007 wies die OZD das Gesuch um 
Erlass  ab  im  Wesentlichen  mit  der  Begründung,  Importeurin  der 
Sendungen  sei  die  C._______GmbH  gewesen.  Indem  die 
A._______AG  die  Steuer  der  B._______GmbH  weiterbelastet  habe, 
sei die Grundvoraussetzung für einen Erlass nicht gegeben. Die Frage 
der  Zahlungsunfähigkeit  und  des  mehrwertsteuerlichen  Status  der 
Importeurin  C._______GmbH  könne  bei  dieser  Sachlage  offen 
bleiben.

C.
Mit  Beschwerde  vom  20.  Juli  2007  erhob  die  A._______AG  (nach-
folgend  Beschwerdeführerin)  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungs-
gericht  mit  dem  Begehren  um  Erlass  der  MWST  in  der  Höhe  von 
Fr. 7'430.75 und machte im Wesentlichen geltend,  die Belastung der 
Einfuhrsteuern sei bis Ende März 2006 an die C._______GmbH und 
anschliessend  nach  Information  des  Geschäftsführers  der 
B._______GmbH (gleichzeitig Gesellschafter der C._______GmbH) an 
die B._______GmbH erfolgt. Die fakturierten Beträge seien am 9. Mai 

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2006  der  C.______GmbH gutgeschrieben  und  der  B._______GmbH 
belastet  worden.  Da  die  C._______GmbH  zu  95%  im  Besitz  der 
B._______GmbH und somit eine Tochterfirma gewesen sei, könne sie 
die Begründung der OZD, dass sie die Steuer einem Dritten belastet 
habe,  nicht  akzeptieren. Zudem sei  die  C._______GmbH durch  den 
Konkurs  der  deutschen  Firma  aufgelöst  worden  und  sei  somit 
ebenfalls zahlungsunfähig.

D.
In der Vernehmlassung vom 2. Oktober 2007 beantragte die OZD die 
Abweisung der Beschwerde. Importeurin der fraglichen Waren sei die 
C._______GmbH gewesen, die auch im Register der Mehrwertsteuer-
pflichtigen  unter  der  Nr.  (...)  eingetragen  gewesen  sei.  Die 
C._______GmbH  sei  nicht  aus  Gründen  der  Zahlungsunfähigkeit, 
sondern  von  Amtes  wegen  aufgelöst  worden,  weil  die  ihr  zur 
Wiederherstellung  des  gesetzmässigen  Zustands  in  Bezug  auf  den 
Wohnsitz  der  Geschäftsführer  bzw.  die  Vertretung  angesetzte  Frist 
fruchtlos  abgelaufen  sei.  Die  Beschwerdeführerin  habe  die 
Mehrwertsteuer  auf  der  Einfuhr  der  B._______GmbH  belastet  und 
verfüge  somit  über  keine  Forderung  gegenüber  der  Importeurin 
C._______GmbH, weshalb auch die Bedingung für einen Steuererlass 
nicht erfüllt sei. Der Spediteur habe seine Risiken anders zu beurteilen 
und sich allenfalls finanziell abzusichern, wenn er die Mehrwertsteuer 
auf  der  Einfuhr  nicht  der  Importeurin,  sondern  einem  Dritten 
weiterzubelasten  habe.  Bei  den  Firmen  B._______GmbH  und 
C._______GmbH handle  es  sich  um zwei  selbständige  Firmen,  von 
denen die erste im Handelsregister von Deutschland und die zweite in 
demjenigen der Schweiz eingetragen sei.

Auf  die  weiteren  entscheidrelevanten  Begründungen  wird  das 
Bundesverwaltungsgericht im Rahmen der Erwägungen eingehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Beschwerden  an  das  Bundesverwaltungsgericht  sind  gemäss 
Art. 31  des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das 
Bundesverwaltungsgericht  (VGG,  SR  173.32)  zulässig  gegen  Verfü-
gungen  im  Sinn  von  Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Entscheide 
der OZD betreffend den Erlass der Einfuhrsteuern unterliegen der Be-

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schwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  (Art. 33  Bst. d  VGG  in 
Verbindung mit Art. 109 Abs. 1 Bst. c des Zollgesetzes vom 1. Oktober 
1925  [aZG,  AS 42  287  und  BS 6  465]  und  Art. 84,  92  und  Art. 93 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 2. September 1999 über die Mehr-
wertsteuer  [Mehrwertsteuergesetz,  MWSTG,  SR  641.20]).  Das 
Bundesverwaltungsgericht ist somit sachlich und funktionell zuständig.

1.2 Das  Verfahren  vor  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich  nach 
dem VwVG, soweit  das VGG nichts  anderes bestimmt (Art. 2  Abs. 4 
VwVG; Art. 37 VGG).

1.3 Gemäss Art. 2 Abs. 1 VwVG finden unter anderem die Art. 12-19 
VwVG auf das Steuerverfahren keine Anwendung. Dies gilt  somit für 
die Bestimmungen betreffend die Feststellung des Sachverhalts,  wo-
nach die Behörde sich grundsätzlich der Beweismittel  der Urkunden, 
Parteiauskünfte, Zeugnisse und Auskünfte Dritter, Augenschein sowie 
Sachverständigengutachten bedient (vgl. Art. 12 VwVG). Dennoch wird 
das  Verfahren vor  erster  Instanz  von der  Untersuchungsmaxime be-
herrscht  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-3069/2007  vom 
29. Januar 2008 E. 1.2; Entscheid der Eidgenössischen Steuerrekurs-
kommission  [SRK]  vom  9. Oktober  1997  [SRK  1996-053]  E. 2c/aa; 
ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungs-
rechtspflege  des  Bundes,  2. Aufl.,  Zürich  1998,  Rz. 105).  Demnach 
muss  die  entscheidende  Behörde  den  Sachverhalt  von  sich  aus 
abklären.  Sie  muss  die  für  das  Verfahren  notwendigen  Sach-
verhaltsunterlagen beschaffen und die rechtlich relevanten Umstände 
abklären sowie darüber ordnungsgemäss Beweis führen. Hat eine der 
Untersuchungsmaxime  unterworfene  Behörde  den  Sachverhalt  nicht 
von Amtes wegen abgeklärt oder hat sie dies nur unvollständig getan, 
so bildet das einen Beschwerdegrund nach Art. 49 Bst. b VwVG (Urteil 
des Bundesverwaltungsgerichts A-1624/2006 vom 4. November 2008 
E. 1.3).

1.3.1 Der Untersuchungsgrundsatz wird jedoch durch die Mitwirkungs-
pflichten der Mehrwertsteuerpflichtigen relativiert  (statt  vieler: Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1620/2006  vom  22.  Juni  2009 
E. 3.1, A-1624/2006 vom 4. November 2008 E. 1.4, A-3069/2007 vom 
29. Januar 2008 E. 1.2).  Wo der Untersuchungsgrundsatz endet und 
die Mitwirkungspflicht beginnt, lässt sich nicht allgemein festlegen. Die 
Mitwirkungspflicht  gilt  naturgemäss  gerade  für  solche  Tatsachen, 
welche  eine  Partei  besser  kennt  als  die  Behörde  und  welche  diese 

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ohne ihre Mitwirkung gar nicht  erheben könnte (ANDRÉ MOSER/MICHAEL 
BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesver-
waltungsgericht, Basel 2008, S. 20 Rz. 1.50). 

Von  diesen  Mitwirkungspflichten  ist  die  (objektive)  Beweislast  zu 
unterscheiden,  welche  festlegt,  zu  wessen  Lasten  es  sich  auswirkt, 
wenn  ein  Sachumstand  unbewiesen  bleibt  (KÖLZ/HÄNER,  a.a.O. 
Rz. 105).  Es  ist  anerkannt,  dass  die  Steuerbehörde  für  die  steuer-
begründenden  Tatsachen  den  Nachweis  zu  erbringen  hat,  während 
dem Steuerpflichtigen der Nachweis der Tatsachen obliegt, welche die 
Steuerschuld mindern oder aufheben (ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER, 
System  des  schweizerischen  Steuerrechts,  6.  Aufl.,  Zürich  2002, 
S. 454 sowie statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2005, 
veröffentlicht  in  Archiv  für  Schweizerisches  Abgaberecht  [ASA]  75 
S. 495 ff. E. 5.4; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1469/2006 
vom 7. Mai 2008 E. 1.4, A-1373/2006 vom 16. November 2007 E. 2.1, 
je  mit  Hinweisen). Zu  den  steueraufhebenden  Tatsachen  zählen  die 
Erlassvoraussetzungen; können sie nicht bewiesen werden, ist  somit 
zu Ungunsten des Steuerpflichtigen zu entscheiden.

1.3.2 Die Regeln über die  Beweislastverteilung kommen jedoch erst 
bei  Beweislosigkeit  zum  Zug,  das  heisst  wenn  ein  Sachverhalts-
element nicht bewiesen werden kann. Für die Beweislastverteilung ist 
es  grundsätzlich  irrelevant,  ob  die  Mehrwertsteuerpflichtige  ihren 
Mitwirkungspflichten  nachkommt.  So  gilt  der  Grundsatz,  dass  die 
Mehrwertsteuerpflichtige  die  Folgen  der  Beweislosigkeit  von  steuer-
mindernden Tatsachen trägt, grundsätzlich auch dann, wenn sie die ihr 
durch das Selbstveranlagungsprinzip auferlegten Pflichten verletzt (für 
die  Verletzung  von  Mitwirkungspflichten  in  Verfahren  der  direkten 
Steuern:  MARTIN ZWEIFEL/SILVIA HUNZIKER,  Beweis  und  Beweislast  im 
Steuerverfahren  bei  der  Prüfung  von  Leistung  und  Gegenleistung 
unter  dem  Gesichtswinkel  dess  Drittvergleiches  [dealing  at  arm's 
length], ASA 77 S. 669). 

1.4 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Ent-
scheid grundsätzlich in  vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerde-
führer  kann  neben  der  Verletzung  von  Bundesrecht  (Art. 49  Bst. a 
VwVG)  und  der  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge 
der  Unangemessenheit  erheben (Art. 49  Bst. c  VwVG;  MOSER/BEUSCH/ 
KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.149). Jedoch ist es grundsätzlich nicht Sache 

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der  Rechtsmittelbehörden,  den für  den Entscheid  erheblichen Sach-
verhalt von Grund auf zu ermitteln und über die tatsächlichen Vorbrin-
gen der  Parteien  hinaus  den  Sachverhalt  vollkommen neu  zu  erfor-
schen (KÖLZ/HÄNER,  a.a.O., Rz. 676). Vielmehr geht es in diesem Ver-
fahren  darum,  den von den Vorinstanzen ermittelten  Sachverhalt  zu 
überprüfen und allenfalls zu berichtigen oder zu ergänzen (Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1624/2006  vom  4.  November  2008 
E. 1.4, A-3069/2007 vom 29. Januar 2008 E. 1.2 in fine). 

2.
2.1 Die Erhebung der Mehrwertsteuer auf der Einfuhr von Gegenstän-
den bestimmt sich vorab nach den entsprechenden Vorschriften des 
Mehrwertsteuergesetzes (Art. 72-84). Die Zollgesetzgebung gilt überall 
dort,  wo  das  Mehrwertsteuergesetz  nichts  anderes  anordnet  (so 
ausdrücklich Art. 72 MWSTG). Der Erlass der Mehrwertsteuer auf der 
Einfuhr von Gegenständen ist in Art. 84 MWSTG geregelt. Ein ganzer 
oder teilweiser Erlass der Mehrwertsteuer kommt abgesehen von den 
hier offensichtlich unzutreffenden Fällen (von Art. 84 Abs. 1 Bst. a, b 
und  c  MWSTG)  zur  Anwendung,  wenn  der  mit  der  Verzollung 
Beauftragte (z.B. der Spediteur) die Steuer wegen Zahlungsunfähigkeit 
des  Importeurs  nicht  weiterbelasten  kann  und  der  Importeur  im 
Zeitpunkt der Verzollung bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung im 
Register  der  steuerpflichtigen  Personen  eingetragen  war.  Von  der 
Zahlungsunfähigkeit  des  Importeurs  ist  dann  auszugehen,  wenn  die 
Forderung  des  Beauftragten  ernsthaft  gefährdet  erscheint  (Art. 84 
Abs. 1 Bst. d MWSTG). Wie bei allen Erlasstatbeständen müssen die 
Voraussetzungen  kumulativ  gegeben  sein  (Urteile  des  Bundesver-
waltungsgerichts A-1676/2006 vom 9. Oktober 2007 E. 4.1, A-35/2007 
vom 13. Juni 2007 E. 3.1).

2.2 Mit  Art. 84 Abs. 1  Bst. d  MWSTG soll  das Delkredererisiko des 
Spediteurs  verringert  werden  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1682/2006 vom 19. März 2007 E. 3.2.2; PETER A. MÜLLER, mwst.com, 
Kommentar zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, Basel 2000, 
N. 8 zu  Art. 84;  PETER SPINNLER,  Die  Steuer  auf  den  Einfuhren  von 
Gegenständen, veröffentlicht in ASA 69 S. 582). Das Gesetz verlangt 
die  Zahlungsunfähigkeit  des  Importeurs,  die  nicht  leichthin  ange-
nommen werden darf. Da der Bund auf eine ihm zustehende Steuer-
forderung verzichtet, sind die Voraussetzungen für einen Erlass nur mit 
grosser  Zurückhaltung  zu  bejahen.  Vom Spediteur  ist  zu  verlangen, 
dass er  alle  zumutbaren Vorkehren getroffen hat,  um die Bezahlung 

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der Einfuhrsteuer zu erreichen (MÜLLER, a.a.O., N. 8 zu Art. 84). Nur in 
diesem  Ausnahmefall  kann  die  OZD  das  Delkredererisiko  des 
Beauftragten  des  Importeurs  auf  den  Staat  überwälzen  und  dem 
Beauftragten die Steuer auf der Einfuhr von Gegenständen ganz oder 
teilweise erlassen.

Sinn und Zweck dieser  Bestimmung ist  eine  gewisse Milderung des 
mit der Bezahlung der Einfuhrsteuer im Auftrag eines steuerpflichtigen 
Importeurs  verbundenen  unternehmerischen  Risikos  des  Spediteurs 
(Kommentar des Eidg. Finanzdepartements zur Verordnung über  die 
Mehrwertsteuer vom 22. Juni 1994 zu Art. 76, S. 61). Dabei ist jedoch 
auf  eine  möglichst  rechtsgleiche  Behandlung  der  betroffenen 
Spediteure  zu  achten,  damit  nicht  jener,  der  beim  Inkasso  Vorsicht 
walten lässt (z. B. indem er Vorauszahlung oder Barzahlung verlangt 
bzw.  auf  die  Ausführung  des  Auftrages  allenfalls  verzichtet), 
gegenüber  jenen  Mitbewerbern  benachteiligt  wird,  die  darauf  ver-
trauen, dass sie die nicht weiterbelastbaren Steuern auf dem Weg des 
Erlasses wieder geltend machen können.

Die  OZD  als  für  Entscheidungen  über  den  Steuererlass  zuständige 
Instanz (Art. 84 Abs. 2 MWSTG)  hat  diesen zu gewähren,  wenn die 
genannten  Voraussetzungen  erfüllt  sind.  Obwohl  der  Wortlaut  von 
Art. 84  MWSTG  davon  spricht,  die  Steuer  könne  erlassen  werden, 
besteht  bei  gegebenen  Voraussetzungen  ein  Rechtsanspruch  auf 
Erlass  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1714/2006  vom 
11. August 2008 E. 2.2 mit Hinweisen).

3.
Im vorliegenden Fall  hat die Beschwerdeführerin die Einfuhrabgaben 
von  insgesamt  Fr.  7'430.75  für  die  Einfuhren  vom  27.  Januar  bis 
10. April  2006  zunächst  der  Importeurin,  C._______GmbH,  belastet 
und auf Wunsch der Lieferantin B._______GmbH am 9. Mai 2006 der 
C._______GmbH  wieder  gutgeschrieben  und  der  B._______GmbH 
belastet. 

3.1 Die Beschwerdeführerin ist  der Ansicht,  die Voraussetzungen für 
den Erlass der Einfuhrsteuer nach Art. 84 Abs. 1 Bst. d MWSTG seien 
erfüllt,  weil  sich  die  C._______GmbH  zu  95%  im  Besitz  der 
B._______GmbH befinde und sie damit entgegen der Ansicht der OZD 
der B._______GmbH nicht als einer Dritten Rechnung gestellt  habe. 
Ausserdem  sei  die  C._______GmbH  durch  den  Konkurs  der 

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B._______GmbH  aufgelöst  worden  und  damit  ebenfalls 
zahlungsunfähig.

3.2 Die OZD stellt sich auf den Standpunkt, die B._______GmbH sei 
nicht  die  Importeurin  der  fraglichen  Warensendungen  gewesen,  die 
Beschwerdeführerin  habe  gegenüber  der  Importeurin 
C._______GmbH keine Forderung auf  Erstattung der  Einfuhrsteuern 
(mehr),  die  Auflösung  der  C._______GmbH sei  nicht  aufgrund  ihrer 
Zahlungsunfähigkeit  erfolgt,  es  sei  nicht  erwiesen,  dass  die 
C._______GmbH zu 95% der B._______GmbH gehöre und die beiden 
Gesellschaften seien als selbständige Rechtssubjekte zu behandeln.

3.3 Damit  ein  Erlass  der  Einfuhrsteuern  überhaupt  in  Frage kommt, 
müssen  nach  Art.  84  Abs.  1  Bst.  d  MWSTG  zwei  Bedingungen 
kumulativ erfüllt sein, nämlich erstens muss der Importeur – was nicht 
leichthin  angenommen  werden  darf  (E.  2.2)  –  zahlungsunfähig  und 
zweitens  muss  dieser  im  Zeitpunkt  der  Verzollung  im  Register  der 
Steuerpflichtigen bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung eingetra-
gen sein (E. 2.1).

Aus  den  dem  Bundesverwaltungsgericht  vorliegenden  Unterlagen 
ergibt sich nicht, dass die Voraussetzung der Zahlungsunfähigkeit des 
Importeurs erfüllt ist. Aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes war die 
OZD auch nicht verpflichtet, nach weiteren Beweismitteln zu forschen, 
da  die  Beschwerdeführerin  diese  besser  kennt  und  die  OZD  diese 
ohne  ihre  Mitwirkung  nicht  erheben  könnte  (E.  1.3.1).  Die 
C._______GmbH ist zwar am 7. Juli 2006 von Amtes wegen aufgelöst 
worden, da sie in der Schweiz keinen Geschäftsführer mehr hatte, und 
befindet sich seither im Stadium der Liquidation (amtliche Akten Nr. 8); 
dass  dies  eine  Folge  des  Konkurses  der  B._______GmbH  war,  ist 
nicht  nachgewiesen.  Das  Liquidationsstadium  allein  bedeutet  aber 
noch  nicht,  dass  die  C._______GmbH  nachgewiesenermassen 
zahlungsunfähig  ist  (vgl.  E.  2.2.)  und  ebensowenig,  dass  die  For-
derung  der  Beschwerdeführerin  ernsthaft  gefährdet  erscheint.  Eine 
Firma im Liquidationsstadium kann ohne weiteres  in  der  Lage  sein, 
ihre finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen; die GmbH geht mit ihrer 
Auflösung nicht unter, vielmehr tritt sie in das Liquidationsstadium ein 
und  führt  einen  entsprechenden  Hinweis  in  ihrer  Firma  (MANFRED 
KÜNG/ISABEL HAUSER, GmbH, Basel 2005, S. 136). Auf die Wirkungen der 
Liquidation  sind  die  Bestimmungen  des  Aktienrechts  anwendbar 
(Art. 823  des Obligationenrechts vom 30. März 1911 [OR, SR 220]). 

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Bei  der  Liquidation  werden  die  laufenden  Geschäfte  beendet,  noch 
bestehende  Verpflichtungen erfüllt,  das  Vermögen verwertet  und ein 
Überschuss  an  die  Gesellschafter  verteilt  (PETER FORSTMOSER/ARTHUR 
MEIER-HAYOZ/PETER NOBEL,  Schweizerisches  Aktienrecht,  Bern  1996, 
S. 849  § 56  Rz. 3).  Demnach  ist  nicht  bewiesen,  dass  die  sich  im 
Stadium der Liquidation befindliche C._______GmbH zahlungsunfähig 
ist  und  sie  alles  Zumutbare  unternommen  hat,  um  die  Forderung 
gegenüber  dieser  Gesellschaft  einzutreiben  (E. 2.2),  weshalb  die 
Beschwerdeführerin  die  Folgen dieser  Beweislosigkeit  zu  tragen  hat 
(E. 1.3.1). 

Die Beschwerdeführerin hat es sich ausserdem selber zuzuschreiben, 
dass  sie  am  9.  Mai  2006  auf  die  Forderungen  gegenüber  der  Im-
porteurin  C._______GmbH  verzichtet  und  die  B._______GmbH  als 
Schuldnerin akzeptiert hat, womit die Voraussetzung für einen Erlass 
nach Art. 84 Abs. 1 Bst. d MWSTG automatisch entfiel. Der OZD ist 
zuzustimmen,  dass  es  sich  bei  der  B._______GmbH  und  der 
C._______GmbH offensichtlich um zwei selbständige Rechtssubjekte 
handelt,  deren  gegenseitige  Verknüpfung  in  einem  Mutter-Tochter-
Verhältnis die Beschwerdeführerin  ebenfalls  nicht  nachgewiesen hat; 
gemäss  dem  Handelsregisterauszug  der  C._______GmbH  sind 
X._______  und  Y._______,  Gesellschafter,  nicht  jedoch  die 
B._______GmbH (amtliche Akten Nr. 8). Dass und wie allenfalls  die 
Beteiligung  in  einem  Innenverhältnis  anders  geregelt  ist,  hat  die 
Beschwerdeführerin  ebenfalls  weder  dargelegt  noch  nachgewiesen. 
Dies  wäre  für  den  Ausgang  des  vorliegenden  Verfahrens  auch 
irrelevant. Auch unter diesem Aspekt ist nicht einsichtig, weshalb der 
Konkurs  der  B._______GmbH  zur  Zahlungsunfähigkeit  der 
C._______GmbH  führen  sollte.  Aus  diesen  Gründen  ist  die 
Beschwerde abzuweisen.

4.
Ausgangsgemäss  sind  der  unterliegenden  Beschwerdeführerin  die 
Kosten  des  Verfahrens  in  der  Höhe  von  Fr.  1'500.--  aufzuerlegen 
(Art. 63  Abs. 1  VwVG  und  Art.  4  des  Reglements  vom  21. Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und  mit  dem  Kostenvorschuss 
gleicher  Höhe  zu  verrechnen.  Eine  Parteientschädigung  ist  nicht 
zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). 

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5.
Dieser Entscheid kann nicht mit  Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 83 
Bst.  m  des  Bundesgesetzes  vom  17. Juni  2005  über  das  Bundes-
gericht [BGG, SR 173.110]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 1'500.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 1'500.-- verrechnet.

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Einschreiben)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Markus Metz Jürg Steiger

Versand:

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