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**Case Identifier:** 51519984-a6a5-5fdc-a2f9-f198048f6c48
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 09.04.2015 725 14 339 / 78 (725 2014 339 / 78)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-14-339---78_2015-04-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom  9. April 2015 (725 14 339 / 78) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Unfallbegriff; Programmwidrigkeit bejaht 

 

 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Yves Thommen, Kan-

tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 Visana Versicherungen AG, Leistungszentrum UVG, Weltpoststras-
se 19, 3000 Bern 15, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen (Unfall-Nr. 14.011289/1) 
 
 
 
A. Der 1963 geborene A.____ arbeitet seit dem 1. Januar 1985 als B.____ beim Kanton 
C.____ und ist in dieser Eigenschaft bei der Visana Versicherungen AG (Visana) obligatorisch 
gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 5. Juni 2014 liess er durch 
seinen Arbeitgeber melden, dass er am 29. April 2014 beim Combat-Schiess-Test eine Blocka-
de des Lendenwirbels und Beckens, namentlich des Iliosakralgelenks (ISG), erlitten habe. Nach 
Vornahme der Abklärungen zum Unfallhergang lehnte die Visana mit Verfügung vom 22. Juli 
2014 die Leistungsübernahme ab. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass 
kein versichertes Ereignis vorliege. Beim gemeldeten Sachverhalt habe sich nichts Ungewöhn-

 

 
 
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liches ereignet, weshalb der Unfallbegriff nicht erfüllt sei. Ferner liege keine Listenverletzung 
vor. Aus diesem Grund sei auch das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperverletzung zu ver-
neinen. Eine gegen diese Verfügung vom Versicherten erhobene Einsprache wies die Visana 
mit Einspracheentscheid vom 22. September 2014 ab. 
 
B. Hiergegen erhob A.____ mit Eingabe vom 20. Oktober 2014 Beschwerde beim Kan-
tonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), und beantragte sinngemäss 
die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die Ausrichtung der gesetzlichen Leistun-
gen. Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, dass er als B.____ regelmässig an 
Schiessübungen teilzunehmen habe und einmal im Jahr einen Combat-Schiess-Test bestehen 
müsse. Bei der Sportart Combat-Schiessen gehe es nicht nur um die Punkte beim Schiessen, 
sondern auch um Zeit, Geschwindigkeit und das sportliche Einnehmen verschiedener Stellun-
gen. Bei einer dieser Stellungen gehe es darum, aus der Bewegung heraus möglichst rasch auf 
ein Knie zu fallen und mehrere Schüsse abzugeben. Bei dieser Stellung sei er beim Pressieren 
gerutscht, habe den Stand jedoch noch ausgleichen können, so dass er nicht seitlich zu Fall 
gekommen sei. Dies habe jedoch irgendwie einen Schlag in den Rücken (blöde Bewegung) 
ergeben und er habe nur unter Schmerzen wieder aufstehen können. Bei der Unfallmeldung 
habe er sich kurz gehalten und lediglich die „blöde Bewegung“ erwähnt, die seiner Auffassung 
nach die Blockierung des ISG ausgelöst habe. Es sei aber eine Tatsache, dass er aus der Be-
wegung vom Gehen zur knienden Stellung gerutscht sei und beinahe gefallen wäre, was er je-
doch mit dieser „blöden Bewegung“ habe verhindern können. Das Ausrutschen auf dem nassen 
Boden werde auch im Bericht des Kantonsspitals D.____ vom 16. Mai 2014 erwähnt. Er sei 
überhaupt nicht unsportlich oder unbeweglich, so dass er aus einem normalen Bewegungsab-
lauf keine derartige Beschwerden hätte. Er habe ähnliche Situationen schon ohne Schaden 
oder Schmerzen überstanden. Vielmehr seien besondere Umstände hinzugekommen, nament-
lich das nasskalte Wetter, das mit Sicherheit Einfluss auf seine Beweglichkeit und das Rutschen 
gehabt habe.  
 
C. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 15. Dezember 2015 auf 
Abweisung der Beschwerde, eventualiter sei die Angelegenheit zur erneuten Abklärung und 
Feststellung eines möglichen Leistungsanspruchs an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Be-
schwerdeführer habe erstmals nach Erlass der ablehnenden Verfügung von einem Ausrutschen 
berichtet. Der eingereichte Bericht des Kantonsspitals D.____ sei entgegen der Datierung vom 
16. Mai 2014 erst am 3. Juli 2014 verfasst worden; es handle sich folglich nicht um ein ereignis-
nahes Dokument. Ausserdem sei zu prüfen, ob der Bericht nicht als unechtes Novum aus den 
Akten zu weisen sei.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-

 

 
 
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scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in Zwingen, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts 
Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- 
und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht 
als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Ein-
spracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich 
zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und form-
gerecht eingereichte – Beschwerde ist folglich einzutreten.  
 
2. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, Leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufs-
unfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Per-
son Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die ver-
sicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, hat sie Anspruch auf ein 
Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). 
 
2.1 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beein-
trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. 
 
2.2 Der äussere Faktor ist das zentrale Begriffscharakteristikum eines jeden Unfallereignis-
ses; er ist Gegenstück zur – den Krankheitsbegriff konstituierenden – inneren Ursache (BGE 
134 V 76 E. 4.1.1). Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweili-
gen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im 
Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen. Definitionsge-
mäss bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusse-
ren Faktors, sondern nur auf diesen selbst (BGE 134 V 76 E. 4.1, 129 V 404 E. 2.1, 122 V 233 
E. 1, je mit Hinweisen). Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist, dass der äusse-
re Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich gezogen hat. Ausschlagge-
bend ist, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den 
menschlichen Körper abhebt (BGE 134 V 80 E. 4.3.1). Bei Schädigungen, die sich auf das Kör-
perinnere beschränken (wie etwa bei Muskel- und Gelenkschmerzen, einer Lumbago oder Her-
nien), unterliegt der Nachweis der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors besonders strengen 
Anforderungen. Die unmittelbare Ursache der Schädigung muss in diesen Fällen unter beson-
ders sinnfälligen Umständen gesetzt werden. Regelmässig bedarf es – neben den üblichen, 
dem täglichen Leben zuzuschreibenden, auf den Körper einwirkenden Kräften – eines scha-
densspezifischen Zusatzgeschehens, damit ein Unfall angenommen werden kann. Hintergrund 
bildet der Umstand, dass ein Unfallereignis sich in der Regel in einer äusserlich wahrnehmba-
ren Schädigung manifestiert, während bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit rein 
krankheitsbedingter Ursachen besteht (vgl. BGE 134 V 80 E. 4.3.2.1, 99 V 138 E. 1; Urteil des 
Bundesgerichts vom 25. März 2011, 8C_693/2010, E. 5.2). 

 

 
 
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2.3 Gemäss Lehre und Rechtsprechung kann der ungewöhnliche Faktor in einer unkoordi-
nierten Bewegung oder in einer ausserordentlichen körperlichen Anstrengung bestehen (BGE 
130 V 117 E. 2.1, 116 V 136 E. 3b mit Hinweisen.; Urteil des Eidgenössischen Versicherungs-
gerichts [EVG] vom 13. Februar 2006, U 144/06, E. 1, Urteil des EVG vom 13. Dezember 2002, 
U 65/02, E. 1.2; vgl. UELI KIESER/HARDY LANDOLT, Unfall-Haftung-Versicherung, Zürich/St. Gal-
len 2012, N 17 ff.; THOMAS LOCHER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 
2003, § 7 N 13). Bei unkoordinierten Bewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erforder-
nis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter 
Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" unter-
bricht oder stört. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere 
Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt –
ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 
130 V 118 E. 2.1 mit zahlreichen Hinweisen).  
 
2.4 Bei Sportverletzungen im Speziellen ist ohne besonderes Vorkommnis das Merkmal 
der Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 118, 
E. 2.2; vgl. auch: Urteil des EVG vom 7. Oktober 2003, U 322/02, E. 4.3;). Der äussere Faktor 
ist diesfalls nur dann ungewöhnlich, wenn er – nach objektiver Betrachtungsweise – nicht mehr 
im Rahmen dessen liegt, was für den jeweiligen Lebensbereich alltäglich und üblich ist, nicht 
aber, wenn ein Geschehen in die gewöhnliche Bandbreite der entsprechenden Bewegungsmus-
ter und Abläufe des betreffenden Sports fällt (vgl. Urteil des EVG vom 10. Mai 2004, U 199/03, 
E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juli 2010, 8C_189/2010, E. 5.1; MARTIN KAISER/JAVIER 
FERREIRO, Sozialrechtliche Aspekte des Unfallbegriffs und des Wagnisses im Sport, in: Schwei-
zerische Zeitschrift für Sozialversicherung und berufliche Vorsorge [SZS] 2013, S. 580 f.). Das 
Merkmal der Ungewöhnlichkeit ist bei Sportverletzungen mit einer Gesundheitsschädigung, die 
sich auf das Körperinnere beschränkt, ohne besonderes Vorkommnis rechtsprechungsgemäss 
deshalb grundsätzlich zu verneinen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. März 2011, 
8C_693/2010 sowie 8C_694/2010, E. 6.1). Ein Unfall setzt insbesondere bei Sportverletzungen 
begrifflich voraus, dass das exogene Element – immer bezogen auf die gewöhnliche Bandbreite 
des Bewegungsmusters des betreffenden Sports – derart ungewöhnlich ist, dass eine endoge-
ne Verursachung der erlittenen Körperschädigung ausser Betracht fällt (vgl. BGE 134 V 76 f., 
E. 4.1). 
 
3.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren wird vom Untersuchungsgrundsatz be-
herrscht. Das Gericht hat den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, aus eigener 
Initiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien abzuklären und 
festzustellen (vgl. BGE 117 V 263 E. 3b). Aus der Untersuchungsmaxime folgt auch das Prinzip 
der freien Beweiswürdigung, wonach das Gericht an keine förmlichen Beweisregeln gebunden 
ist (Art. 61 lit. c ATSG). Das gesamte Beweismaterial ist unvoreingenommen und sorgfältig auf 
dessen Stichhaltigkeit zu prüfen (vgl. LOCHER, a.a.O., § 68 N 3). 
 
3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine 
Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind 
(vgl. MAX KUMMER, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Auflage, Bern 1984, S. 134 f.). Im Sozi-

 

 
 
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alversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichen-
des vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blos-
se Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanforderungen nicht. Das 
Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Ge-
schehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 121 V 47 E. 2a; Zeitschrift für die 
Ausgleichskassen [ZAK] 1986 S. 189 f. E. 2c, jeweils m.w.H.). 
 
3.3 Nach der Rechtsprechung hat die versicherte Person die Umstände des als Unfall ge-
meldeten Ereignisses glaubhaft zu machen. Zur Glaubhaftmachung müssen über das konkrete 
Geschehen genaue und möglichst detaillierte Angaben namhaft gemacht werden, aufgrund 
derer der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die Tatumstände ein klares Bild zu 
machen und diese in objektiver Weise abzuschätzen (vgl. BGE 114 V 305 E. 5b; Urteil des EVG 
vom 25. November 2004, U 209/04, E. 1.2, Urteil des EVG vom 15. September 2004, 
U 234/04). Unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben zum Geschehensablauf 
können die Verneinung der Leistungspflicht der Unfallversicherung zur Folge haben. Im Streit-
fall hat das Sozialversicherungsgericht zu beurteilen, ob die einzelnen Merkmale des Unfallbe-
griffs, insbesondere die Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors, gegeben sind. Hierzu hat es 
im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes die notwendigen Beweise zu erheben (vgl. Art. 61 
lit. c ATSG). Spricht der rechtserhebliche Sachverhalt nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit 
für das Vorliegen der einzelnen Begriffsmerkmale – die blosse Möglichkeit genügt nicht –, ist 
ein Unfall im Rechtssinne zu verneinen (Urteil des EVG vom 23. November 2006, U 258/04, 
E. 3.1 mit zahlreichen Hinweisen). Bei der Beurteilung des Unfallbegriffs kommt ihm jedoch ein 
nicht unerheblicher Beurteilungsspielraum zu (vgl. BGE 112 V 202 E. 1; RKUV 2003 U 485 
S. 259; ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1985, S. 168). 
 
3.4 Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person ist gemäss Rechtspre-
chung den Angaben, die von der versicherten Person kurz nach dem Unfall gemacht wurden, 
meist grösseres Gewicht beizumessen als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des 
Versicherers. Der Grundsatz, wonach die spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Re-
gel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Schilderungen, die bewusst oder unbe-
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst 
sein können, stellt eine im Rahmen freier Beweiswürdigung zu berücksichtigende Entschei-
dungshilfe dar. Sie kann jedoch nur zur Anwendung gelangen, wenn von zusätzlichen Abklä-
rungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des EVG vom 23. November 2006, 
U 258/04, E. 3.1 mit Hinweisen; vgl. auch: Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2008, 
8C_827/2007, E. 5.2). 
 
4. Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Übernahme von Versicherungsleistungen 
betreffend den Vorfall vom 29. April 2014 zu Recht abgelehnt hat. Der gesundheitliche Zustand 
des Beschwerdeführers ist unter den Parteien nicht (mehr) umstritten, nachdem der in der Ein-
sprache vom 18. August 2014 erwähnte Verdacht auf eine Diskushernie in der Beschwerde 
vom 20. Oktober 2014 nicht mehr thematisiert wird. Umstritten ist unter den Parteien insbeson-
dere, ob es sich beim Ereignis vom 29. April 2014 um einen Unfall im Rechtssinne handelt.  
 

 

 
 
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5.1.1 Gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG des Arbeitgebers vom 16. Mai 2014 habe der Be-
schwerdeführer am 29. April 2014 beim Combat-Schiessen eine blöde Bewegung gemacht, die 
in den Rücken geschlagen und offenbar eine Blockade des rechten ISG ausgelöst habe. Die 
Erstbehandlung sei durch med. pract. E.____ des Kantonsspitals D.____ erfolgt. 
 
5.1.2 Im Fragebogen zum Unfallhergang führte der Beschwerdeführer am 1. Juli 2014 aus, 
dass er am 29. April 2014 beim Combat-Schiessen eine blöde Bewegung gemacht habe, 
wodurch offenbar eine Blockade des rechten ISG ausgelöst worden sei. Auf die Frage, ob der 
Ablauf durch etwas Besonderes beeinträchtigt worden sei, antwortete er Beschwerdeführer, 
dass das kalte und regnerische Wetter eventuell einen Einfluss auf seine Beweglichkeit gehabt 
habe. Er sei zu jeder Zeit in einem 100%-Pensum arbeitstätig gewesen. 
 
5.1.3 Die behandelnde Ärztin med. pract. E.____ hielt im Arztzeugnis UVG vom 2. Juli 2014 
fest, dass der Beschwerdeführer am 29. April 2014 beim Schiesstest eine falsche Bewegung 
gemacht habe. Diagnostiziert würden ISG-Schmerzen rechts bei Fehlbelastung. Die Behand-
lung sei am 16. Mai 2014 abgeschlossen worden.  
 
5.1.4 Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 22. Juli 2014 ein Unfallereignis 
und damit ihre Leistungspflicht verneinte, erhob der Beschwerdeführer am 18. August 2014 
Einsprache. Darin und in seiner Beschwerde an das Kantonsgericht vom 20. Oktober 2014 führ-
te der Beschwerdeführer aus, dass er als B.____ regelmässig an Schiessübungen teilzuneh-
men habe. Beim Combat-Schiessen gehe es nicht bloss um Punkte beim Schiessen, sondern 
auch um Zeit, Geschwindigkeit und das Einnehmen verschiedener Stellungen. Man müsse folg-
lich nicht bloss präzise Schiessen und Treffen, sondern sich dazu auch sportlich möglichst 
schnell bewegen. Der Schiesstest gehe auf Zeit. Bei einer der vorgegebenen Combat-
Stellungen müsse man möglichst rasch auf einem Knie stehen und mehrere Schüsse abgeben. 
Dabei sei er beim Pressieren gerutscht; er habe jedoch den Stand noch ausgleichen können, so 
dass er nicht seitlich gestürzt sei. Diese „blöde“ Bewegung habe irgendwie einen Schlag in den 
Rücken gegeben. Er habe nur unter Schmerzen aufstehen können. In der Unfallmeldung habe 
er sich kurz gehalten und lediglich die „blöde Bewegung“ erwähnt, was offenbar zu wenig präzi-
se gewesen sei. Für ihn sei die Bewegung der Auslöser für seine Beschwerden gewesen. Es 
sei jedoch eine Tatsache, dass er aus der Bewegung vom Gehen zur knienden Stellung hoch 
gerutscht und beinahe gefallen sei. Dies habe er mit der „blöden Bewegung“ korrigiert, wodurch 
sich das ISG blockierte. Das nasskalte Wetter habe sowohl auf das Rutschen wie auch auf sei-
ne Beweglichkeit Einfluss gehabt.  
 
5.1.5 Der Beschwerde vom 20. Oktober 2014 legte der Beschwerdeführer den Bericht über 
die Notfallkonsultation beim Kantonsspital D.____ vom 16. Mai 2014 bei. Darin halten 
Dr. med. F.____, FMH Chirurgie, und med. pract. E.____ fest, dass der Patient berichtet habe, 
dass er am 29. April 2014 beim Combat-Schiessen beim Einnehmen der Stellung „Knie und 
hoch“ und Schiessen auf nassem Boden ausgerutscht und zur Seite gefallen sei. Den Sturz 
habe er durch eine ausgleichende Bewegung vermeiden wollen und dabei plötzlich Schmerzen 
im Lendenbereich verspürt. 
 

 

 
 
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5.2 Zunächst ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass die Schilderungen zum 
Hergang des Ereignisses vom 29. April 2014 nicht in jeder Hinsicht übereinstimmen. Sie unter-
scheiden sich namentlich bezüglich des vom Beschwerdeführer geschilderten, teilweise aufge-
fangenen Rutschens. Die Beschwerdegegnerin macht deswegen geltend, dass entsprechend 
der Rechtsprechung auf die sogenannten Aussagen der ersten Stunde abzustellen sei. Dabei 
übersieht sie jedoch, dass die ersten ihr zur Kenntnis gebrachten Aussagen des Beschwerde-
führers (gegenüber seiner Arbeitgeberin bzw. im Fragebogen an die Beschwerdegegnerin) sehr 
knapp gehalten sind. Überdies ist kein relevanter Widerspruch zwischen der Schilderung ab 
18. August 2014 und derjenigen in der Bagatellunfall-Meldung vom 16. Mai 2014 und dem Fra-
gebogen vom 1. Juni 2014, zu erkennen. Vielmehr beschrieb der Beschwerdeführer anfänglich, 
dass er beim Combat-Schiessen eine „blöde Bewegung“ gemacht und einen Schlag in den Rü-
cken verspürt habe. An dieser Aussage hielt der Beschwerdeführer in der Folge fest, wobei er 
präzisierte, weshalb es zu dieser „blöden Bewegung“ kam. Dass die ab 18. August 2014 vorge-
brachte Schilderung des Unfallhergangs bloss eine Präzisierung und nicht – wie die Beschwer-
degegnerin vorbringt – von versicherungstechnischen Überlegungen beeinflusst ist, wird insbe-
sondere in Berücksichtigung des nachträglich eingereichten Notfallkonsultationsberichts vom 
16. Mai 2014 deutlich. In diesem ärztlichen Bericht ist anamnestisch eine mit der späteren Dar-
stellung des Unfallhergangs übereinstimmende Schilderung enthalten. Diese Schilderung da-
tiert vom selben Tag wie die Unfallmeldung. Dabei handelt es sich folglich um eine gleichwerti-
ge frühe Aussage des Beschwerdeführers zum Unfallhergang und damit um eine weitere, aus-
führlichere „Aussage der ersten Stunde“. Die Tatsache, dass für den Bericht erst am 3. Juli 
2014 Rechnung gestellt wurde (unter dem Titel „Formalisierter Arztbericht“) spricht nicht gegen 
dessen echtzeitliche Erstellung. Zwar ist nicht vollends verständlich, weshalb der Beschwerde-
führer den Bericht des Kantonsspitals D.____ erst im vorliegenden Beschwerdeverfahren ein-
reichte. Im Rahmen des geltenden Untersuchungsgrundsatzes (vgl. E. 3.1 hiervor) ist der Be-
richt jedoch – entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin – bei der Beurteilung der vor-
liegenden Angelegenheit zu würdigen. Nach dem Ausgeführten ist mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer beim Einnehmen einer knienden 
Position beim Combat-Schiessen auf dem nassen Boden gerutscht ist und beim Auffangen des 
drohenden Sturzes einen Schlag in den Rücken verspürte.  
 
5.3 Zu prüfen ist sodann, ob der beschriebene Vorfall das Kriterium der Ungewöhnlichkeit 
erfüllt. Wie in Erwägung 2.3 hiervor ausgeführt, kann der ungewöhnliche äussere Faktor in einer 
unkoordinierten Bewegung bestehen. Er liegt in solchen Fällen darin, dass die körperliche Be-
wegung durch etwas „Programmwidriges“ gestört wird, was beispielsweise dann zutrifft, wenn 
der Versicherte stolpert, ausgleitet oder an einem Gegenstand anstösst, oder wenn er, um ein 
Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht 
(Urteil des EVG vom 30. August 2001, U 277/99, E. 3c; Kranken- und Unfallversicherung  
– Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1999 Nr. U 345 S. 420 E. 2b mit weiteren 
Hinweisen). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ist die Programmwidrigkeit des 
vorliegend vom Beschwerdeführer geschilderten Geschehensablaufs zu bejahen: Der Be-
schwerdeführer rutschte beim schnellen Einnehmen einer knienden Position auf dem nassen 
Boden und führte eine ausgleichende Bewegung aus. Dabei verletzte er sich am ISG. Bei die-
sem unerwarteten Rutschen und der reflexartigen Abwehrbewegung, um ein Ausgleiten zu ver-

 

 
 
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hindern, handelt es sich rechtsprechungsgemäss um eine programmwidrige, unkoordinierte 
Bewegung. Diese unkoordinierte Bewegung fällt überdies auch nicht mehr in die gewöhnliche 
Bandbreite der Bewegungsmuster des Combat-Schiessens. Das Unfallmerkmal des ungewöhn-
lichen äusseren Faktors ist demnach vorliegend erfüllt. 
 
6. Nach dem Ausgeführten ist zusammenfassend festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 
einen Unfall im Rechtssinne erlitten hat, als er am 29. April 2014 beim Combat-Schiessen das 
rechte ISG blockierte. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. Die Angelegenheit 
wird zur Prüfung der weiteren Anspruchsvoraussetzungen – zu denen sich die Beschwerde-
gegnerin bisher nicht geäussert hat – an die Vorinstanz zurückgewiesen. 
 
7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die 
Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für den vorliegenden Prozess keine Verfah-
renskosten zu erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind beim nicht anwaltlich vertretenen 
Beschwerdeführer wettzuschlagen. 
 
8. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 
2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zuläs-
sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenent-
scheide sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können 
(Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent-
scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu-
figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger 
zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern 
um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück-
weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtli-
chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2).  
 
Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischenentscheid 
im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angele-
genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun-
gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechts-
mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als dass der ange-
fochtene Einspracheentscheid vom 22. September 2014 aufgehoben 
und festgestellt wird, dass es sich beim Ereignis vom 29. April 2014 um 
einen Unfall im Rechtssinne gehandelt hat. Die Angelegenheit wird zur 
Prüfung der weiteren Anspruchsvoraussetzungen an die Beschwerde-
gegnerin zurückgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Die ausserordentlichen Kosten werden wettgeschlagen.  
 
 
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