# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b87937ce-40f5-5a2a-a181-62878b15b6d8
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 24.04.2012 RT110194
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RT110194_2012-04-24.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: RT110194-O/U01.doc 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, die Oberrichterinnen 

Dr. M. Schaffitz und Dr. D. Scherrer sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. G. Ramer Jenny. 

Urteil vom 24. April 2012 

 

in Sachen 

 

Politische Gemeinde A._____,  
Klägerin und Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch B._____ [Beratungsstelle] 

 

gegen 

 

C._____, 
Beklagter und Beschwerdegegner 

 

betreffend Rechtsöffnung   
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfah-
ren am Bezirksgericht Pfäffikon vom 13. Oktober 2011 (EB110136) 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Mit Urteil vom 13. Oktober 2011, den Parteien zugestellt am 7. November 

2011 (Urk. 8/1), wies die Vorinstanz das Rechtsöffnungsbegehren der Klägerin 

und Beschwerdeführerin (fortan Klägerin) in der Betreibung Nr. … des Betrei-

bungsamtes D._____ (Zahlungsbefehl vom 7. Juli 2011) ab. Dagegen erhob sie 

mit Eingabe vom 16. November 2011 rechtzeitig Beschwerde mit folgenden An-

trägen: 

 "Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon, Einzelgericht s.V., vom 13. Oktober 
2011 sei aufzuheben und in der Betreibung Nr. … des Betreibungsamtes D._____ vom 

7. Juli 2011 sei der bevorschussenden Politischen Gemeinde A._____ die definitive 

Rechtsöffnung für Fr. 4'240.00 nebst Zins zu 5% seit 7. Juli 2011 und die Betreibungskosten 

von Fr. 73.00 sowie die Zustellkosten von Fr. 12.00 zu erteilen, unter Kosten und Entschä-

digungsfolge zu Lasten des Beklagten." 

2. Nach fristgerechtem Eingang des Kostenvorschusses der Klägerin (Urk. 12, 

13) liess sich der Beschwerdegegner und Beklagte (fortan Beklagter) auf entspre-

chende Aufforderung des Gerichts (Urk. 14) innert Frist nicht zur Beschwerdeant-

wort vernehmen. 

II. 

1. Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendungen und offensicht-

lich unrichtige Feststellungen des Sachverhalts gerügt werden (Art. 320 ZPO). 

Während Ersteres der freien Kognition unterliegt, gilt für Letzteres eine be-

schränkte Überprüfungsbefugnis im Sinne einer qualifiziert fehlerhaften Sachver-

haltsfeststellung der Vorinstanz (Willkür, Art. 9 BV; vgl. Freiburghaus/Afheldt, in: 

Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivil-

prozessordnung, Zürich 2010, N 3 ff zu Art. 320 ZPO). Es gilt das Rügeprinzip 

(Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., N 15 zu Art. 321 ZPO), d.h. die Beschwerde füh-

rende Partei hat im Einzelnen darzulegen, an welchen Mängeln der angefochtene 

Entscheid leidet. 

- 3 - 

2. Als Rechtsöffnungstitel wird vorliegend das rechtskräftige Scheidungsurteil 

der Parteien vom 3. März 2003 angeführt, mit welchem auch ihre Vereinbarung 

über die Scheidungsfolgen genehmigt wurde (Urk. 3/1 Dispositivziff. 3, 11/3). Die 

einschlägige Ziffer 4 der genehmigten Konvention lautet wie folgt: 

"4. Der Gesuchsteller verpflichtet sich, an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung der 

Kinder monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats zahlbare Unterhaltsbeiträ-

ge zuzüglich allfälliger gesetzlicher und vertraglicher Kinderzulagen wie folgt zu bezahlen: 

Fr. 1'300.– ab 1. März 2003, und zwar Fr. 440.– pro Monat für E._____ und je Fr. 430.– pro Monat 

für F._____ und G._____. Die Unterhaltspflicht dauert bis zum ordentlichen Abschluss einer an-

gemessenen Ausbildung der Kinder, auch über die Mündigkeit G._____. 

…" 

Ferner wurde eine gerichtsübliche Indexierung der Unterhaltsbeiträge vorgesehen 

(Urk. 3/1 Dispositivziff. 3.6, 11/3). 

3.a) Zutreffend bejahte die Vorinstanz zunächst die Aktivlegitimation der Kläge-

rin, welche mit Hinweis auf Art. 289 Abs. 2 ZGB zufolge gesetzlicher Subrogation 

in die Gläubigerstellung der Tochter E._____ eingetreten ist (Urk. 3/4, 3/5). Indes 

sprach sie dem Scheidungsurteil die Rechtsöffnungstitelqualität für diejenigen Un-

terhaltsansprüche ab, die nach der Mündigkeit bis zum Abschluss der Erstausbil-

dung von E._____ anfielen. Der Scheidungsrichter könne nur über Ansprüche des 

minderjährigen Kindes befinden, weshalb über den konkreten Unterhaltsanspruch 

nach der Mündigkeit in einem ordentlichen Verfahren neu zu entscheiden sei 

(Urk. 9 S. 4 f.).  

b) Die Klägerin rügt mit ihrer Beschwerdeschrift implizit eine unrichtige Rechts-

anwendung indem sie anführt, die Unterhaltsbeiträge seien für die Zeit nach Ein-

tritt der Mündigkeit durch das Scheidungsurteil ausdrücklich und betragsmässig 

genau bestimmt und im Rahmen der genehmigten Konvention verbindlich. Ent-

sprechend sei das Urteil vollstreckbar (Urk. 10 S. 2 f.). 

c) Kern der erstinstanzlichen Argumentation ist die Anspruchsberechtigung des 

Mündigenunterhalts. Während der gesetzliche Vertreter des unmündigen Kindes 

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im Scheidungsverfahren die Kinderunterhaltsbeiträge gegenüber dem Unterhalts-

pflichtigen im eigenen Namen geltend machen kann, geht der entsprechende An-

spruch mit Eintritt der Mündigkeit auf das Kind über. Es ist der Vorinstanz daher 

insofern beizupflichten, als ehegerichtlich festgesetzte Unterhaltsbeiträge grund-

sätzlich unmündige Kinder betreffen, während Mündige im eigenen Namen einen 

Anspruch aus Art. 277 Abs. 2 ZGB geltend zu machen haben. Die Vorinstanz ver-

kennt jedoch, dass nach langjähriger Gerichtspraxis - selbst im von ihr zitierten 

Bundesgerichtsentscheid - stets Ausnahmen zugelassen wurden, wenn sich der 

pflichtige Elternteil in einer Scheidungsvereinbarung verpflichtete, über das Mün-

digkeitsalter G._____ Unterhaltsbeiträge zu bezahlen (vgl. BGE 102 Ia S. 102/103 

E. 4., sowie statt vieler BGE 109 II 373 E. 4). Dies ist vorliegend der Fall. In der 

fraglichen Klausel wurde sodann nicht lediglich ein Verweis auf Art. 277 ZGB vor-

genommen, sondern der (Mündigen-)Unterhaltsbeitrag aufgrund der gewählten 

Formulierung klar bestimmt und beziffert (Urk. 3/1 Dispositivziff. 3.4. und 3.6., vgl. 

BSK-SchKG I-Staehelin, Basel 2010, N 47 zu Art. 80 SchKG). Die entsprechende 

Abrede ist daher als Vertrag zu Gunsten Dritter im Sinne von Art. 112 OR zu qua-

lifizieren, worauf sich der Anspruch der mündigen E._____, resp. der Klägerin als 

deren Rechtsnachfolgerin, stützt. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz ist die 

Regelung des Mündigenunterhalts durch den Scheidungsrichter denn auch nicht 

nur bei kurz bevorstehender Mündigkeit des Kindes zuzulassen (Urk. 9 S. 4), 

sondern generell (vgl. BSK ZGB I-Breitschmid, 3. A., Basel 2006, N14 zu 

Art. 133 ZGB), weshalb auch diesem Argument der Boden entzogen ist. Die ent-

sprechenden Anordnungen erscheinen überdies mit Blick auf den Willen des Ge-

setzgebers geboten und aus praktischen Erwägungen sinnvoll, wurde doch der 

letzte Satz von Art. 133 Abs. 1 ZGB gerade deshalb in das Gesetz aufgenommen, 

um wiederholte Aushandlungen von Unterhaltsbeiträgen unter den Beteiligten zu 

vermeiden (vgl. BSK ZGB I-Breitschmid, a.a.O., N 14 zu Art. 133 ZGB). Das 

rechtskräftige Scheidungsurteil der Parteien, mit der vom hierfür zuständigen 

Richter genehmigten Scheidungsvereinbarung, ist demnach ein rechtsgültiger 

Rechtsöffnungstitel für den geforderten Mündigenunterhalt. 

Indem die Vorinstanz dies verneinte (Urk. 9 S. 4 f.), wurde das Recht unrichtig 

angewandt (Art. 320 lit. a ZPO). Die Beschwerde ist daher gutzuheissen. 

- 5 - 

4.a) Die Sache erweist sich als spruchreif (Art. 327 Abs. 3 lit. b ZPO). Gemäss 

Ziffer 4 der Scheidungskonvention steht der Anspruch auf Unterhaltsleistungen 

unter der Resolutivbedingung des ordentlichen Abschlusses einer angemessenen 

Ausbildung, dessen Eintritt am 31. Juli 2011 urkundlich belegt ist (Urk. 3/2). Die 

Höhe der geschuldeten Unterhaltsbeiträge ist zutreffend beziffert (Urk. 3/1 Dispo-

sitivziff. 3.4 und 3.6) und der Umfang der von der Klägerin geleisteten Zahlungen 

(November 2010 bis Juli 2011, Urk. 3/4) durch Kontoauszüge belegt (Urk. 3/5). 

Einwendungen hat der Beklagte keine erhoben (Art. 81 SchKG). Die Anforderun-

gen an die Erteilung der definitiven Rechtsöffnung sind insgesamt erfüllt. Der Klä-

gerin ist daher im ausgewiesenen Umfang von Fr. 4'240.– nebst Zins zu 5% seit 

7. Juli 2011 (Zeitpunkt Eingang Betreibungsbegehren, Urk. 3/3, vgl. Art. 105 

Abs. 1 OR i.V.m. Art. 67 SchKG) definitive Rechtsöffnung zu erteilen. 

b) Hingegen ist nach ständiger Praxis des Obergerichtes für die Betreibungskos-

ten, wozu auch die Zustellkosten zu zählen sind, keine Rechtsöffnung zu erteilen 

(ZR 108 Nr. 2). Diese Auffassung stützt sich auf Art. 68 Abs. 2 SchKG, wonach 

die Betreibungskosten von den Zahlungen des Schuldners vorab zu erheben sind, 

soweit dieser die Kosten tragen muss (BSK SchKG I-Emmel, a.a.O., N 16-18 zu 

Art. 68 SchKG). In diesem Umfang ist das klägerische Begehren abzuweisen. 

III. 

1. Die von der Vorinstanz korrekt festgesetzte Spruchgebühr von Fr. 300.– ist 

ausgangsgemäss dem vollumfänglich unterliegenden Beklagten aufzuerlegen 

(Art. 106 Abs. 1 ZPO). Dieser ist überdies antragsgemäss zu verpflichten, der 

Klägerin für das vorinstanzliche Verfahren eine angemessene Umtriebsentschä-

digung von Fr. 100.– zu bezahlen (Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO).  

2. Vor Beschwerdeinstanz hat sich der Beklagte mit dem angefochtenen Ent-

scheid nicht identifiziert, weshalb die entsprechenden Kosten mit Hinweis auf 

Art. 107 Abs. 2 ZPO auf die Gerichtskasse zu nehmen sind. Aus demselben 

Grund wird er gegenüber der Klägerin nicht entschädigungspflichtig. Eine Ent-

schädigungspflicht des Staates besteht mangels gesetzlicher Grundlage nicht 

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(vgl. Jenny, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., N 26 zu 

Art. 107 ZPO).  

Es wird erkannt: 

1. In Gutheissung der Beschwerde werden die Dispositiv-Ziffern 1, 3 und 4 des 

Urteils des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht 

Pfäffikon vom 13. Oktober 2011 aufgehoben und durch folgende Fassung 

ersetzt: 

"1. Der Klägerin wird in der Betreibung Nr. … des Betreibungsamtes 
D._____ (Zahlungsbefehl vom 7. Juli 2011) definitive Rechtsöffnung er-
teilt für Fr. 4'240.– zuzüglich Zins zu 5% seit 7. Juli 2011. Im Mehrum-
fang wird das Begehren abgewiesen. 

2. […] 
3. Die Kosten werden dem Beklagten auferlegt. 
4. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine Umtriebsentschädi-

gung von Fr. 100.– zu bezahlen." 

2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben.  

3. Der Klägerin wird für das Beschwerdeverfahren keine Umtriebsentschädi-

gung zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an das Bezirksgericht Pfäffikon, 

je gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 4'240.–.  

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Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
Zürich, 24. April 2012 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic.iur. G. Ramer Jenny 
 
 
versandt am: js 
 
 

	Urteil vom 24. April 2012
	Erwägungen:
	2. Vor Beschwerdeinstanz hat sich der Beklagte mit dem angefochtenen Entscheid nicht identifiziert, weshalb die entsprechenden Kosten mit Hinweis auf Art. 107 Abs. 2 ZPO auf die Gerichtskasse zu nehmen sind. Aus demselben Grund wird er gegenüber der K...
	1. In Gutheissung der Beschwerde werden die Dispositiv-Ziffern 1, 3 und 4 des Urteils des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Pfäffikon vom 13. Oktober 2011 aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt:
	2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben.
	3. Der Klägerin wird für das Beschwerdeverfahren keine Umtriebsentschädigung zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an das Bezirksgericht Pfäffikon, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...