# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a3b4a605-e739-59de-9d43-0a407e652f0d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-04-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.04.2012 B-6209/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-6209-2011_2012-04-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung II 

B-6209/2011 

 

 

  U r t e i l  v o m  3 .  A p r i l  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Richter Frank Seethaler (Vorsitz), 

Richter Francesco Parrino,  

Richter Philippe Weissenberger,    

Gerichtsschreiberin Bianca Spescha. 
 

 
 

Parteien 

 
D._______, 

vertreten durch Regula Schwaller, Rütistrasse 45, 

8032 Zürich, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, Ave-

nue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Invalidenrente (Rentenrevision). 

 

 

B-6209/2011 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die 1962 geborene, portugiesische Staatsangehörige D._______ (nach-

folgend: Beschwerdeführerin) kam im Jahr 1992 in die Schweiz. Von 

2000 bis 2003 arbeitete sie als Hilfsköchin 33.6 Stunden/Woche und ent-

richtete die obligatorischen Beträge an die Schweizerische Alters-, Hinter-

lassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV).  

Mit Formular vom 28. Mai 2004 meldete sich die Beschwerdeführerin bei 

der IV-Stelle Zürich zum Leistungsbezug an. Sie machte geltend, seit 

dem 11. Juni 2004 aufgrund einer schweren psychiatrischen und schizo-

affektiven Störung zu 100 % arbeitsunfähig zu sein (vgl. IV act. 7 und 8). 

Mit Verfügung vom 13. Januar 2005 sprach die IV-Stelle Zürich der Be-

schwerdeführerin ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 80 % ab 

dem 1. Juni 2004 eine ganze Invalidenrente zu (vgl. IV act. 29).  

Da die Beschwerdeführerin im Jahr 2005 nach Portugal ausreiste, wur-

den die Unterlagen zuständigkeitshalber an die Schweizerische Invali-

denversicherung, IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: Vor-

instanz) weitergeleitet. Aufgrund dieses Wohnsitzwechsels teilte die Vor-

instanz der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 26. Juli 2005 mit, 

dass auch künftig eine ganze Invalidenrente ausgerichtet werde und setz-

te den Invaliditätsgrad weiterhin auf 80 % fest (vgl. IV act. 41).  

B.  

Im Rahmen einer Ende 2008 eingeleiteten Rentenrevision nahm die Vor-

instanz folgende Unterlagen zu den Akten:  

– Einen Arztbericht von Dr. med. P._______ vom 4. Dezember 2008, 

wonach der jetzige Zustand der Beschwerdeführerin einhergeht mit 

einer depressiven Störung verbunden mit psychotischen Symptomen.  

– Einen Arztbericht von Dr. med. P._______ vom 2. April 2009, in wel-

chem diese der Beschwerdeführerin in der ambulanten Psychiatrie 

depressive Episoden mit psychotischen Symptomen attestiert und 

festhält, dass die Medikation seit dem Konsultationsprozess vom 19. 

Juni 2008 bis 22. November 2007 unverändert sei.  

– Die Formulare E 213 vom 28. November 2008 (IV act. 66) und vom 

24. April 2009 (IV act. 67).  

B-6209/2011 

Seite 3 

– Den ausgefüllten Fragebogen für die IV-Rentenrevision vom 24. Au-

gust 2009 sowie den ausgefüllten Fragebogen für die im Haushalt tä-

tigen Versicherten vom 9. September 2009.  

Anschliessend legte die Vorinstanz das Dossier dem Regionalen ärztli-

chen Dienst der Invalidenversicherung (RAD) zur Beurteilung vor. Der 

RAD-Arzt Dr. med. L._______, Facharzt Allgemeine Medizin, hielt in sei-

ner Stellungnahme vom 17. September 2009 fest, dass bei der Be-

schwerdeführerin eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit in Tätigkeiten ohne Stress 

gegeben sei, weshalb sie demnach in bisheriger und angepasster Tätig-

keit zu 50 % arbeitsfähig sei. Weiter führte Dr. med. L._______ aus, dass 

nach den letzten Angaben des Psychiaters die psychotische Erkrankung 

der Beschwerdeführerin dank medikamentöser Therapie kompensiert sei 

(vgl. IV act. 84).  

Nachdem die Vorinstanz den RAD-Arzt Dr. med. L._______ darauf auf-

merksam gemacht hat, dass die bisherige berufliche Tätigkeit der Be-

schwerdeführerin als Küchenhilfe keine Tätigkeit ohne Stress sei, korri-

gierte dieser seine Einschätzung und führte in seiner Stellungnahme vom 

13. November 2009 aus, dass die Beschwerdeführerin im bisherigen Be-

ruf weiterhin zu 70 % arbeitsunfähig sei. In leichten adaptierten Verweis-

tätigkeiten könne eine Teilarbeitsfähigkeit von 50 % festgestellt werden. 

Der Einkommensvergleich ergab eine Erwerbseinbusse von 62.47 % bei 

der Annahme eines Validenlohns von Fr. 4'948.89 und eines Invaliden-

lohns von Fr. 1'857.11 (IV-act. 90).  In der Haushaltstätigkeit bestehe eine 

geschätzte Arbeitsunfähigkeit von 51 % (vgl. IV act. 88). Insgesamt resul-

tierte eine Invaliditätsgrad von 60.08 % (IV-act. 90). 

C.  

Mit Vorbescheid vom 29. Dezember 2009 teilte die Vorinstanz der Be-

schwerdeführerin die Reduktion der ganzen Invalidenrente auf eine Drei-

viertelsrente mit (IV act. 91). Mit Eingaben vom 7. Januar und 15. März 

2010 erhob die Beschwerdeführerin Einwände gegen diesen Vorbescheid 

(vgl. IV act. 94). 

Daraufhin empfahl der RAD-Arzt Dr. med. A._______, Facharzt Psychiat-

rie und Psychotherapie, in seiner Stellungnahme vom 8. Mai 2010 die 

Einholung eines psychiatrischen Gutachtens. Er führte aus, dass nicht auf 

die Arztberichte von Dr. med. P._______  abgestützt werden könne, da 

diese keine Aussagen über den jetzigen Zustand der Beschwerdeführerin 

enthielten. Im Formular E 213 werde lediglich ausgeführt, dass der Zu-

B-6209/2011 

Seite 4 

stand der Beschwerdeführerin stabilisiert sei und es keine volle Arbeitsun-

fähigkeit im angestammten oder in einer angepassten Tätigkeit gebe. Der 

RAD-Arzt hielt weiter fest, dass eine Besserung sicherlich eingetreten sei, 

was sich auch schon an der reduzierten Medikation erkennen lasse. Die-

se sei aber noch immer massiv, weshalb schon daher eine Arbeitsfähig-

keit unwahrscheinlich erscheine (vgl. IV act. 96).  

D.  

In der Folge beauftragte die Vorinstanz Dr. med. S._______, Facharzt 

Psychiatrie und Psychotherapie, mit der Begutachtung der Beschwerde-

führerin. Dieser führte in seinem Gutachten vom 7. September 2010 zu-

sammengefasst aus, dass bei der Beschwerdeführerin keine wahnhaften 

Störungen mehr vorhanden seien und sie eine Arbeitsfähigkeit von 100 % 

aufweise (vgl. IV act. 110).  

Der RAD-Arzt Dr. med. A._______ bestätigte in seiner Stellungnahme 

vom 19. November 2010 die volle Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe-

rin und die Einschätzung von Dr. med. S._______ (vgl. IV act. 113).  

E.  

Mit Vorbescheid vom 11. Januar 2011 teilte die Vorinstanz der Beschwer-

deführerin mit, dass sie keinen Anspruch mehr auf eine Invalidenrente 

habe (vgl. IV act. 114). Die Beschwerdeführerin nahm dazu mit Eingabe 

vom 15. März 2011 Stellung. Sie machte in ihren Einwänden insbesonde-

re geltend, das Gutachten sei zur abschliessenden Beurteilung des Ge-

sundheitszustandes nicht ausreichend. Es stimme in keiner Weise, dass 

der Ex-Mann zur psychischen Erkrankung beigetragen habe. Die durch-

geführten Tests hätten keine Aussagekraft. Bereits im Juni 2003 habe die 

Psychiatrische Universitätsklinik Zürich die Beschwerdeführerin als "wa-

che, bewusstseinsklare Patientin, situativ nicht orientiert, sonstige Orien-

tierung erhalten" beschrieben (vgl. IV act. 118).  

Mit Verfügung vom 13. Oktober 2011 bestätigte die Vorinstanz ihren Vor-

bescheid vom 11. Januar 2011 und stellte die Invalidenrente ab dem 

1. Dezember 2011 ein (vgl. IV act. 127).  

F.  

Gegen diese Verfügung vom 13. Oktober 2011 liess die Beschwerdefüh-

rerin mit Eingabe vom 14. November 2011 Beschwerde beim Bundesver-

waltungsgericht erheben. Sie beantragte darin, es sei die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und weiterhin eine volle Invalidenrente auszurich-

B-6209/2011 

Seite 5 

ten. Eventualiter solle die Vorinstanz angehalten werden, eine weitere 

unabhängige psychiatrische Begutachtung bei einem in der Schweiz 

praktizierenden Arzt anzuordnen.  

G.  

In ihrer Vernehmlassung vom 16. Januar 2012 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde und verwies diesbezüglich auf die Stel-

lungnahme des RAD-Arztes Dr. med. A._______ vom 8. Januar 2012.  

H.  

Nachdem die Beschwerdeführerin den auferlegten Kostenvorschuss ge-

leistet hat, teilte das Bundesverwaltungsgericht den Parteien mit Verfü-

gung vom 13. März 2012 mit, dass ein weiterer Schriftenwechsel nicht 

vorgesehen sei. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 

Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invaliden-

versicherung (IVG, SR 831.20) sowie Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. 

Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 

beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügun-

gen der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2. Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 

Indes findet das Verwaltungsverfahrensgesetz aufgrund von Art. 3 Bst. 

d
bis

 VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das 

ATSG anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des 

ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a-26
bis

 und 28-70) anwendbar, 

soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 

1.3. Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Verfü-

gung der IV-Stelle für Versicherte im Ausland vom 13. Oktober 2011. Die 

Beschwerdeführerin hat frist- und formgerecht Beschwerde erhoben 

(Art. 60 ATSG). Als Adressatin der angefochtenen Verfügung ist die Be-

B-6209/2011 

Seite 6 

schwerdeführerin besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interes-

se an deren Änderung oder Aufhebung (Art. 59 ATSG). Damit ist auf die 

Beschwerde einzutreten. 

2.  

2.1. Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit, wenn nicht eine kantonale Be-

hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG).  

2.2. Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der 

Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Be-

gehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gut-

heissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Be-

gründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. HÄBERLI, 

in: Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar VwVG, Art. 62 N 40). 

2.3. Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, so-

fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis-

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mög-

lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen 

nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, 

die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichs-

te würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).  

3.  

Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren zur 

Anwendung gelangen. 

3.1. Die Beschwerdeführerin besitzt die portugiesische Staatsbürger-

schaft und wohnt in Portugal, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in 

Kraft getretene Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft andererseits über 

die Freizügigkeit vom 21. Juni 1999 (Freizügigkeitsabkommen, nachfol-

gend: FZA, SR 0.142.112.681) anwendbar ist (Art. 80a IVG). Das Freizü-

gigkeitsabkommen setzt die verschiedenen bis dahin geltenden bilatera-

len Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und 

den einzelnen Mitgliedstaaten der Europäischen Union insoweit aus, als 

darin derselbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). Gemäss Art. 8 

B-6209/2011 

Seite 7 

Bst. a FZA werden die Systeme der sozialen Sicherheit koordiniert, um 

insbesondere die Gleichbehandlung aller Mitglieder der Vertragsstaaten 

zu gewährleisten. Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung Nr. 1408/71 des Ra-

tes vom 14. Juni 1971 (EWG, SR 0.831. 109.268.1) haben die Personen, 

die im Gebiet eines Mitgliedstaates wohnen, für die diese Verordnung gilt, 

die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der Rechtsvorschriften eines 

Mitgliedstaates wie die Staatsangehörigen dieses Staates selbst, soweit 

besondere Bestimmungen dieser Verordnung nichts anderes vorsehen. 

Dabei ist im Rahmen des FZA und der Verordnung auch die Schweiz als 

„Mitgliedstaat“ zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 von Anhang II des FZA). Dem-

nach richten sich die Bestimmung der Invalidität, die Berechnung des In-

validitätsgrades und der Rentenhöhe auch nach dem Inkrafttreten des 

FZA nach schweizerischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4), insbesondere 

dem IVG, der IVV, dem ATSG sowie der entsprechenden Verordnung 

vom 11. September 2002 (ATSV, SR 830.11). 

3.2. In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechts-

sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden 

Tatbestandes Geltung haben (vgl. BGE 130 V 329). Ein allfälliger Leis-

tungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bis-

herigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro 

rata temporis; vgl. BGE 130 V 445). Damit finden im vorliegenden Verfah-

ren grundsätzlich jene schweizerischen Rechtsvorschriften Anwendung, 

die bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 13. Oktober 2011 in 

Kraft standen. 

3.3. Bezüglich der vorliegend auf Grund von Art. 2 ATSG in Verbindung 

mit Art. 1 Abs. 1 IVG zu berücksichtigenden ATSG-Normen zur Ar-

beitsunfähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7), Invalidität (Art. 8) 

und zur Bestimmung des Invaliditätsgrades (Art. 16) hat das Schweize-

rische Bundesgericht (vormals Eidgenössisches Versicherungsgericht 

[EVG]) erkannt, dass es sich bei den in Art. 3-13 ATSG enthaltenen Le-

galdefinitionen in aller Regel um eine formellgesetzliche Fassung der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den entsprechenden Begriffen vor 

In-Kraft-Treten des ATSG handelt und sich inhaltlich damit keine Ände-

rung ergibt, weshalb die hierzu entwickelte Rechtsprechung übernommen 

und weitergeführt werden kann (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 3.3). 

4.  

B-6209/2011 

Seite 8 

4.1. Streitig ist vorliegend, ob die Vorinstanz zu Recht die bisher ausge-

richtete ganze Invalidenrente wegen Änderung des Invaliditätsgrades 

eingestellt hat, wobei die Frage im Zentrum steht, ob sich der Gesund-

heitszustand der Beschwerdeführerin in rentenrelevanter Weise verbes-

sert hat bzw. ob der Sachverhalt rechtsgenügend abgeklärt und gewürdigt 

worden ist. 

Nachfolgend sind die zur Beurteilung der Streitsache massgebenden ge-

setzlichen Grundlagen und die von der Rechtsprechung entwickelten 

Grundsätze darzulegen. 

4.2. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-

de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die In-

validität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein 

(Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht 

kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Arbeitsunfähig-

keit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im 

bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei 

langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf 

oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). 

4.3. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente, bei einem Invaliditäts-

grad von mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente, bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertels-

rente. 

4.4. Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspru-

ches als auch anlässlich einer Rentenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG) stellt 

sich unter dem Gesichtspunkt des Art. 28a Abs. 3 IVG in Verbindung mit 

Art. 16 und 7 Abs. 2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-

bemessungsmethode. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder 

zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist – was je 

zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Ein-

kommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, 

ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränder-

B-6209/2011 

Seite 9 

ten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung be-

stünde.  

Bei Teilzeit-Erwerbstätigen wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit 

und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im 

Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Per-

son ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt 

sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, fa-

miliären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der ge-

mischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Er-

werbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungs-

vergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der 

Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten Teilinvali-

ditäten ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9). 

4.5. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und 

im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 

E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). Eine zumutbare Arbeitsmöglichkeit 

hat sich der Versicherte anrechnen zu lassen (leidensangepasste Verwei-

sungstätigkeit; ZAK 1986 S. 204 f.). 

Die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht haben die medizini-

schen Unterlagen nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung – wie 

alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweis-

regeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet 

für das Gericht, dass es alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-

fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts-

anspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen-

den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das ge-

samte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum 

es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 

B-6209/2011 

Seite 10 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlagge-

bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 

E. 3a).  

4.6.  

4.6.1. Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, 

so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 

ATSG). Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchs-

beeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leis-

tung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen 

werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in 

jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbre-

chung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiter andauern 

wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). Die Herabsetzung der Renten erfolgt am ers-

ten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an 

(Art. 88
bis

 Abs. 2 Bst. a IVV, vgl. BGE 135 V 306 E. 7). 

4.6.2. Ein Revisionsgrund ergibt sich aus jeder wesentlichen Änderung 

der tatsächlichen Verhältnisse, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und 

damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 343 E. 3.5, 

m.w.H., SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 E. 2). Keine Veränderung der tatsächli-

chen Verhältnisse bedeutet eine unterschiedliche Beurteilung eines im 

Wesentlichen unveränderten Sachverhalts (zum Beispiel eine andere 

Einschätzung der zumutbaren Arbeitsleistung, vgl. SVR 2004 IV 5, E. 3.3; 

1996 IV Nr. 70 E. 3a). Das Eidgenössische Versicherungsgericht hat in 

seiner älteren Rechtsprechung jeweils festgehalten, dass ein Revisions-

grund, welcher zur Aufhebung oder Herabsetzung der Rente nach Art. 41 

IVG (bzw. heute Art. 17 ATSG) führt, aktenmässig zuverlässig ausgewie-

sen sein muss (z.B. Urteil des Bundesgerichts [BGer] I 559/02 vom 

31. Januar 2003 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen). Die Revisionsbestim-

mungen dürfen nicht als Grundlage für eine voraussetzungslose Neuprü-

fung des Rentenanspruchs verstanden werden (RUDOLF RÜEDI, Die Ver-

B-6209/2011 

Seite 11 

fügungsanpassung als verfahrensrechtliche Grundfigur namentlich von 

Invalidenrevisionen, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Die 

Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, 

S. 15 mit Verweis auf BGE 112 V 371 E. 4).  

4.6.3. Ob eine unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten erhebliche Än-

derung eingetreten ist, beurteilt sich durch den Vergleich des Sachverhal-

tes, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen bzw. letzten, der versicherten 

Person eröffneten rechtskräftigen Verfügung, welche auf einer materiellen 

Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklä-

rung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs 

beruht (Ausgangszeitpunkt), mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revi-

sionsverfügung respektive des Einspracheentscheides (Referenzzeit-

punkt, BGE 133 V 108 E. 5.4).  

4.6.4. Eine materielle Abklärung findet sich vorliegend anlässlich der Ren-

tenzusprache am 13. Januar 2005, weshalb diese Verfügung den Aus-

gangszeitpunkt begründet. Die angefochtene Verfügung vom 13. Oktober 

2011, welche aufgrund des im Jahr 2008 eingeleiteten Rentenrevisions-

verfahrens erging, begründet den Referenzzeitpunkt.  

5.  

5.1. Die Beschwerdeführerin reichte im vorliegenden Beschwerdeverfah-

ren ein psychiatrisches Kurzgutachten von Dr. med. K._______ vom 19. 

Oktober 2011 ein und machte geltend, dass das Gutachten von Dr. med. 

S._______ keineswegs überzeugend sei, was auch die völlig divergie-

renden psychiatrischen Erkenntnisse von Dr. med. K._______ zeigen 

würden. Zudem habe die Vorinstanz zunächst mit Vorbescheid vom 29. 

Dezember 2009 bekannt gegeben, die ganze Invalidenrente auf eine 

Dreiviertelsrente zu reduzieren, acht Monate später sei sie von einer vol-

len Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ausgegangen. Dies sei nicht 

nachvollziehbar.  

5.2. Die Vorinstanz stützt sich hingegen bei der Beurteilung des aktuellen 

Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

einzig auf das Gutachten von Dr. med. S._______ vom 7. September 

2010. In Übereinstimmung mit dem RAD-Arzt Dr. med. A._______ geht 

die Vorinstanz davon aus, dass dieses Gutachten alle Qualitätsanforde-

rungen, die üblicherweise an ein solches Gutachten gestellt würden, er-

fülle.  

B-6209/2011 

Seite 12 

5.3. Bevor ein Vergleich des gesundheitlichen Zustands der Beschwerde-

führerin im Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügung (13. Januar 2005) mit 

demjenigen im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (13. Oktober 

2011) vorgenommen werden kann, sind zunächst die Ergebnisse des 

Gutachtens von Dr. med. S._______ sowie diejenigen des Gutachtens 

von Dr. med. K._______ unter Berücksichtigung der massgebenden Kri-

terien zu würdigen (vgl. E. 4.5). Sodann ist zu beurteilen, ob das Gutach-

ten von Dr. med. S._______ eine tragfähige Grundlage für die Beurteilung 

des aktuellen Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Be-

schwerdeführerin darstellt.  

6.  

6.1. Dr. med. S._______ führte in seinem Gutachten aus, dass die Be-

schwerdeführerin keine wahnhaften Störungen mehr habe. Sie habe we-

der Ermüdungen, Konzentrationsstörungen noch Gedächtnisstörungen 

gezeigt. Trotz der Flugreise von Portugal sei sie nicht müde gewesen und 

habe in schneller Weise geantwortet. Obwohl sie zwar voller Bitterkeit von 

ihrem Ex-Mann rede, zeige sie keine formellen Denkstörungen. Sie rede 

nicht ununterbrochen von ihrem Ex-Mann und hege keine wahnhaften 

Ideen gegen ihn. Seit der Trennung von ihrem Ex-Mann hätten sich ihre 

Probleme schnell gemindert. Er setzte die Arbeitsfähigkeit auf 100 % fest.  

6.2. Hinsichtlich der wahnhaften Störungen der Beschwerdeführerin führ-

te Dr. med. K._______ aus, dass die Beschwerdeführerin berichtet habe, 

keine Kraft, Energie und Motivation zu haben. Sie wirke hoffnungs- und 

perspektivlos. Aktuell bestehe eine latente Suizidalität. Seit der Einnahme 

des Medikaments Seroquel habe die Beschwerdeführerin deutlich weni-

ger Zwangsgedanken mit bösen und sexualisierten Inhalten. Dr. med. 

K._______ diagnostizierte bei der Beschwerdeführerin eine kontinuierli-

che paranoide Schizophrenie mit stabilem Residuum (Negativsymptoma-

tik) (ICD 10 F20.02). Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 

habe sich seit Oktober 2004 dahingegehend verändert, dass die Positiv-

symptomatik durch die adäquate Medikation verringert worden sei, dafür 

jedoch die Negativsymptome (Affektverflachung und Antriebsminderung) 

deutlich stärker zum Vorschein kommen würden. Die Arbeitsunfähigkeit 

sei gleich geblieben.  

6.3. Der RAD-Arzt Dr. med. A._______ führte in seiner Stellungnahme 

vom 8. Januar 2012 aus, es sei auffallend, dass Dr. med. S._______ er-

wähne, dass die Beschwerdeführerin um die Aufhebung ihrer Rente be-

B-6209/2011 

Seite 13 

sorgt sei, während Dr. med. K._______ ausführe, dass der Beschwerde-

führerin nicht einmal bewusst sei, dass sie keine Rente mehr erhalte.  

Dies stellt jedoch kein stichhaltiges Argument dar, um die Beweiswertig-

keit des Gutachtens von Dr. med. S._______ zu stützen. Es zeigt viel-

mehr, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem administrativen Lebensbe-

reich überfordert ist. So hat der Gutachter Dr. med. S._______ festgehal-

ten, die Beschwerdeführerin habe ausgeführt, dass sie seit August 2010 

keine Rente mehr erhalte und nicht wisse, weshalb diese aufgehoben 

worden sei. Die Tatsache, dass die Invalidenrente jedoch erst mit Verfü-

gung vom 13. Oktober 2011 ab dem 1. Dezember 2011 aufgehoben und 

einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen wor-

den ist, stützt hingegen die Aussage von Dr. med. K._______, dass die 

Beschwerdeführerin überhaupt nicht mit ihrem administrativen Lebensbe-

reich beschäftige und keinen Überblick über Korrespondenz, Rechnun-

gen, IV-Situation, Finanzen etc. habe.  

Wie die Beschwerdeführerin ihren Alltag meistert oder ob sie dazu über-

haupt selbständig in der Lage ist, wird im Gutachten von Dr. med. 

S._______  ausser Acht gelassen. Seine Annahme, der Gesundheitszu-

stand der Beschwerdeführerin hätte sich mit der Trennung von ihrem 

Ehemann wesentlich verbessert, ist ohne eine Beurteilung der Lebens-

umstände der Beschwerdeführerin nicht nachvollziehbar. Dr. med. 

K._______ hielt dazu in seinem Gutachten fest, dass die Beschwerdefüh-

rerin kaum in der Lage sei, ihren Alltag zu bewältigen. Bereits die geringe 

Komplexität des Alltags sei eine Überforderung für sie. Normalerweise 

müsse die Tochter die Beschwerdeführerin genau instruieren, was sie 

tagsüber machen müsse. Sie bedürfe ständig Anleitung, um sich im Alltag 

einigermassen zurecht zu finden. Auch bestehe eine Tendenz zur Ver-

nachlässigung der Körperpflege, sie müsse dazu immer wieder motiviert 

werden. Die soziale Leistungsfähigkeit sei ausgeprägt reduziert. In Anbet-

racht dieser Beurteilung von Dr. med. K._______ erstaunt es, dass Dr. 

med. S._______ die psychische Erkrankung insbesondere von der Situa-

tion mit dem Ehemann bzw. Ex-Mann abhängig gemacht und die aktuelle 

Alltagsbewältigung der Beschwerdeführerin nicht beurteilt hat, obwohl 

diese auch einen massgebenden Einfluss auf die Festsetzung der funkti-

onellen Leistungsfähigkeit haben kann. Widersprüchlich oder zumindest 

nicht hinreichend begründet erscheint des Weiteren auch, dass der Gut-

achter die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als uneingeschränkt 

beurteilt, aber trotzdem die Fortsetzung einer Psychotherapie und der 

Medikation empfiehlt.  

B-6209/2011 

Seite 14 

6.4. In Anbetracht dessen, dass der Beschwerdeführerin im Jahr 2004 ei-

ne ganze Invalidenrente aufgrund ihrer psychischen Erkrankung zuge-

sprochen wurde, muss eine Rentenrevision auf einer zuverlässigen, aus-

reichend begründeten, nachvollziehbaren und widerspruchsfreien Beur-

teilung eines Psychiaters beruhen.  

Vorliegend weckt das Kurzgutachten von Dr. med. K._______ aufgrund 

seiner von den Ergebnissen des Gutachtens von Dr. med. S._______ 

abweichenden Schlussfolgerungen erhebliche Zweifel an der Beweiswer-

tigkeit der für die Vorinstanz massgebenden gutachterlichen Entscheid-

grundlage. Die Einschätzung von Dr. med. S._______ ist teilweise wider-

sprüchlich und seine Begründung nicht schlüssig und nachvollziehbar. 

Sein Gutachten stellt keine tragfähige Grundlage dar, um die Frage nach 

dem Eintritt einer anspruchserheblichen Veränderung des Gesundheits-

zustandes und der Arbeitsfähigkeit abschliessend zu beurteilen.  

7.  

7.1. Zusammenfassend stellt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass 

die Vorinstanz den rechtserheblichen Sachverhalt nicht vollständig fest-

gestellt und gewürdigt hat (vgl. Art. 43 ff. ATSG sowie Art. 12 VwVG). Die 

Beschwerde ist daher gutzuheissen.  

7.2. Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung hat das Gericht, das 

den Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erachtet, die Wahl, die Sache 

zur weiteren Beweiserhebung an die Verwaltung zurückzuweisen oder 

selber die nötigen Instruktionen vorzunehmen. Bei festgestellter Abklä-

rungsbedürftigkeit verletzt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung 

als solche weder den Untersuchungsgrundsatz noch das Gebot eines 

einfachen und raschen Verfahrens. Anders verhielte es sich nur dann, 

wenn die Rückweisung an die Verwaltung einer Verweigerung des ge-

richtlichen Rechtsschutzes gleichkäme (beispielsweise dann, wenn auf-

grund besonderer Gegebenheiten nur ein Gerichtsgutachten bzw. andere 

gerichtliche Beweismassnahmen geeignet wären, zur Abklärung des 

Sachverhalts beizutragen, vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4), oder wenn die 

Rückweisung nach den konkreten Umständen als unverhältnismässig be-

zeichnet werden müsste (BGE 122 V 163 E. 1d). Vorliegend äussert sich 

das Gutachten von Dr. med. S._______ in keiner Weise zur Alltagsbewäl-

tigung der Beschwerdeführerin und dessen Auswirkungen auf ihre Ar-

beitsfähigkeit. Eine Rückweisung an die Vorinstanz erscheint gerechtfer-

tigt – dies auch unter dem Gesichtspunkt, dass der Beschwerdeführerin 

B-6209/2011 

Seite 15 

einerseits der doppelte Instanzenzug gewahrt bleibt und sie andererseits 

die Möglichkeit erhält, einen unabhängigen Gutachter vorzuschlagen so-

wie generell auf das Gutachten Einfluss zu nehmen (vgl. BGE 137 V 210, 

E. 3.4). Überdies führt die Rückweisung vorliegend nicht zu einer Verzö-

gerung des Verfahrens und entspricht im Übrigen dem Eventualantrag 

der Beschwerdeführerin. 

7.3. Die angefochtene Verfügung ist daher aufzuheben und die Sache an 

die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese sich mit der Entwicklung des 

Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin und deren Auswirkungen 

auf die Arbeitsfähigkeit seit 2004 auseinandersetzt. Sie hat einerseits 

nachvollziehbar darzulegen, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin 

sowohl in seiner angestammten Tätigkeit als auch in einer angepassten 

Tätigkeit arbeiten könnte. Andererseits ist ebenfalls eine umfassende Ge-

samtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit im Haushaltsbereich durchzuführen. 

Aufgrund der erlangten Erkenntnisse hat die Vorinstanz gegebenenfalls 

den Invaliditätsgrad zu berechnen und anschliessend neu zu verfügen.  

8.  

8.1. Die Verfahrenskosten hat in der Regel die unterliegende Partei zu 

tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der unterliegenden Vorinstanz sind aller-

dings keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

8.2. Die Beschwerdeführerin hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. 

Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigung vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) 

Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der Vorinstanz. Unter 

Berücksichtigung des gebotenen und aktenkundigen Aufwands ist der 

vertretenen Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 550.– 

zuzusprechen.  

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird insofern gutgeheissen, als die angefochtene Verfü-

gung vom 13. Oktober 2011 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz 

zurückgewiesen wird, damit diese im Sinne der Erwägungen neu über 

den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin verfüge.  

B-6209/2011 

Seite 16 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-

schuss in der Höhe von Fr. 400.– wird der Beschwerdeführerin nach Ein-

tritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

3.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Parteient-

schädigung von Fr. 550.– zu bezahlen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Rückerstattungs-

formular) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Gerichtsurkunde) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV (Gerichtsurkunde) 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Frank Seethaler Bianca Spescha 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die 

Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-

terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: 4. April 2012