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**Case Identifier:** 9e2b2996-b775-5f0d-a6ea-3e2c80ba3a46
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-12-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.12.2022 D-5840/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5840-2022_2022-12-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5840/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  D e z e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;   

Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Algerien,  

(…),   

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 8. Dezember 2022 / N (…). 

 

 

 

D-5840/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführerin am 23. Oktober 2022 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte und angab, mit B._______ verheiratet zu sein, worauf das 

SEM für sie und B._______ ein gemeinsames Dossier eröffnete, 

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke der Beschwerdeführerin mit der Eu-

rodac-Datenbank ergab, dass diese zuvor am 31. Oktober 2021 in den Nie-

derlanden ein Asylgesuch eingereicht hatte, 

dass das SEM der Beschwerdeführerin am 21. November 2022 im Beisein 

der ihr zugewiesenen Rechtsvertretung das rechtliche Gehör zu einem all-

fälligen Nichteintretensentscheid und der Möglichkeit der Überstellung in 

die Niederlande gewährte,  

dass sie im Wesentlichen zu Protokoll gab, sie habe Algerien im Juni 2020 

verlassen und sei via C._______, D._______ und E._______ in die Nie-

derlande gelangt, wo sie ein Asylgesuch gestellt und sich etwa fünf bis 

sechs Monate aufgehalten habe,  

dass sie in den Niederlanden negative Entscheide erhalten habe, wogegen 

sie Rekurs erhoben und deswegen einen Termin vor Gericht gehabt habe,  

dass sie auf das weitere Verfahren aber verzichtet habe, als sie vor dem 

Gerichtsgebäude Freunde ihres (…) gesehen habe, und sie später aus 

Angst aus den Niederlanden ausgereist und via F._______ etwa im Ap-

ril/Mai 2022 nach D._______ zurückgekehrt sei,  

dass sie den definitiven Asylentscheid der niederländischen Behörden 

noch nicht bekommen habe,  

dass sie während ihres Aufenthalts in D._______ von ihrem (...) Drohungen 

auf Facebook und via Sprachnachrichten über ihre Schwester erhalten 

habe,  

dass sie wegen dieser Drohungen nicht in die Niederlande zurückkehren 

könne, da ihr (...), der sich aktuell in E._______ aufhalte und illegale Ge-

schäfte – wohl im (…) – mache, sie überall finden würde, 

dass sie die Behörden bezüglich der Drohungen ihres (...) bisher nicht ver-

ständigt habe, 

D-5840/2022 

Seite 3 

dass sie zudem von B._______ im (…) Monat schwanger sei und eine 

Rückkehr in die Niederlande Stress für das ungeborene Kind bedeuten 

würde, 

dass es ihr gesundheitlich gut gehe, der Stress aber gross sei und sie bis-

lang in ihrem Leben keine Ruhe gefunden habe,  

dass das SEM der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 23. November 

2022 mitteilte, dass es beabsichtige, die Asylgesuche von ihr und 

B._______ getrennt zu prüfen, nachdem aufgrund der Aussagen von 

B._______ anlässlich seines Dublin-Gesprächs vom (…) November 2022 

davon auszugehen sei, dass sie sich erst seit Sommer 2022 kennen wür-

den und nicht verheiratet, sondern lediglich religiös getraut seien, und zu-

dem aktenkundig sei, dass sie sich hierzulande von B._______ getrennt 

habe, und ihr dazu das rechtliche Gehör einräumte,  

dass die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 29. November 

2022 ausführte, dass es zutreffe, dass sie B._______ erst seit Kurzem 

kenne und nur religiös getraut sei, dass sie und B._______ in dieser Zeit 

aber wie ein Ehepaar gelebt hätten und sie von ihm schwanger sei,  

dass in den Niederlanden nicht nur ihr, sondern auch das Leben ihres un-

geborenen Kindes in Gefahr wäre, wenn ihr (...) von der Schwangerschaft 

erfahren sollte, 

dass das SEM in der Folge das Verfahren der Beschwerdeführerin von 

demjenigen von B._______ abtrennte, 

dass das SEM mit Verfügung vom 8. Dezember 2022 – eröffnet am 9. De-

zember 2022 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) 

auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eintrat, die Wegweisung 

aus der Schweiz in den zuständigen Dublin-Mitgliedstaat (Niederlande) an-

ordnete, die Beschwerdeführerin aufforderte, die Schweiz spätestens am 

Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, und den Kanton 

G._______ mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Beschwer-

deführerin verfügte, 

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Seite 4 

dass die Rechtsvertretung dem SEM am 9. Dezember 2022 die Beendi-

gung des Mandatsverhältnisses mitteilte,  

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 16. Dezember 2022 beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und um Aufhebung der vor-

instanzlichen Verfügung sowie um Eintreten auf das Asylgesuch ersuchte,  

dass sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht zudem um Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege und um Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses ersuchte,  

dass sie des Weiteren beantragte, der Beschwerde sei die aufschiebende 

Wirkung zu erteilen,  

dass sie zur Begründung im Wesentlichen geltend machte, dass sie und 

ihr ungeborenes Kind in den Niederlanden vor ihrem (...) in Gefahr wären 

und die niederländischen Behörden sie nicht beschützen könnten, da ihr 

(...) sie überall finden würde, 

dass zudem eine Trennung von B._______ gegen Art. 8 EMRK (Einheit der 

Familie) verstossen würde, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 

19. Dezember 2022 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 

AsylG), 

dass die Instruktionsrichterin den Vollzug der Wegweisung am 20. Dezem-

ber 2022 im Sinne einer provisorischen Massnahme einstweilen aussetzte,  

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

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Seite 5 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt, 

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Seite 6 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) – wie 

vorliegend – grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Ka-

pitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 

m.w.H.), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-

gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der 

Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden 

kann, 

dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist, 

einen Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen, dessen Antrag abgelehnt 

wurde und der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat  

oder der sich im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufent-

haltstitel aufhält, nach Massgabe der Art. 23, 24, 25 und 29 wiederaufzu-

nehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO), 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-

ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in 

dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), 

dass entweder der Mitgliedstaat, in dem ein Antrag auf internationalen 

Schutz gestellt worden ist und der das Verfahren zur Bestimmung des zu-

ständigen Mitgliedstaats durchführt, oder der zuständige Mitgliedstaat vor 

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der Erstentscheidung in der Sache jederzeit einen anderen Mitgliedstaat 

ersuchen kann, den Antragsteller aus humanitären Gründen oder zum 

Zweck der Zusammenführung verwandter Personen aufzunehmen, wobei 

die betroffenen Personen dem schriftlich zustimmen müssen (Art. 17 

Abs. 2 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. humanitäre Klausel), 

dass unbestritten und durch den Abgleich der Fingerabdrücke der Be-

schwerdeführerin mit der Eurodac-Datenbank belegt ist, dass diese am 

31. Oktober 2021 in den Niederlanden ein Asylgesuch eingereicht hatte, 

dass das SEM die Niederlande am 30. November 2022 um Wiederauf-

nahme der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-

III-VO ersuchte, und die niederländischen Behörden dem Übernahmeersu-

chen in Anwendung der besagten Bestimmung am 7. Dezember 2022 zu-

stimmten,  

dass die Zuständigkeit der Niederlande für die Durchführung des Asyl- und 

Wegweisungsverfahrens der Beschwerdeführerin somit gegeben ist, 

dass der Vollständigkeit halber festzuhalten ist, dass sich aus den Zustän-

digkeitsbestimmungen der Dublin-III-VO in Bezug auf Familienangehörige 

(Art. 9 bis 11) bereits deshalb nichts zu Gunsten der Beschwerdeführerin 

ableiten lässt, da B._______ die Voraussetzungen an einen Familienange-

hörigen im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO (Bestand der Familie im 

Herkunftsland) nicht erfüllt (vgl. ergänzend auch die nachfolgenden Aus-

führungen), 

dass die Beschwerdeführerin die sich aus der Dublin-III-VO ergebende Zu-

ständigkeit der Niederlande auch mit den Vorbringen im vorinstanzlichen 

Verfahren und den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe vom 16. De-

zember 2022 nicht zu negieren vermag,  

dass, auch wenn das Asylverfahren der Beschwerdeführerin in den Nieder-

landen bereits rechtskräftig abgeschlossen ist, die Niederlande gemäss 

Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO weiterhin für das Verfahren der Be-

schwerdeführerin bis zu einem allfälligen Wegweisungsvollzug bezie-

hungsweise einer Regelung ihres Aufenthaltsstatus zuständig sind, und sie 

allfällige Einwände respektive neue Asylgründe oder Wegweisungshinder-

nisse bei den zuständigen niederländischen Behörden vorzubringen hat,  

dass die Niederlande Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

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oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) sind und ihren diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommen, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass denn auch kein Grund zur Annahme besteht, die niederländischen 

Behörden, die der Rückübernahme der Beschwerdeführerin ausdrücklich 

zugestimmt haben, würden ihr den Zugang zum Asylverfahren respektive 

einem allfälligen Wiederaufnahmeverfahren unter Einhaltung der Regeln 

der Verfahrensrichtlinie verweigern beziehungsweise in ihrem Fall den 

Grundsatz des Non-Refoulement missachten und sie zur Ausreise in ein 

Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr laufen 

würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden, oder ihr 

die aus der Aufnahmerichtlinie zustehenden Lebensbedingungen vorent-

halten, 

dass die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 Dublin-III-VO daher nicht ge-

rechtfertigt ist, 

dass die Beschwerdeführerin mit der Berufung auf Art. 8 EMRK sowie mit 

ihren Vorbringen, wonach sie sich in den Niederlanden vor ihrem (...), der 

sich aktuell in E._______ aufhalte, nicht sicher fühlen würde, und sie zu-

dem schwanger sei, die Anwendung der Ermessensklausel von Art. 17 

Abs. 1 Dublin-III-VO respektive der – das Selbsteintrittsrecht im Landes-

recht konkretisierenden – Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 der Asylverord-

nung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) fordert, gemäss wel-

cher das SEM das Asylgesuch "aus humanitären Gründen" auch dann be-

handeln kann, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zustän-

dig wäre, 

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dass bei einer Gefährdung der Einheit der Familie gemäss Art. 8 EMRK die 

Souveränitätsklausel nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO anzuwenden ist 

(vgl. BVGE 2013/24 E. 5), 

dass gemäss Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO als Familienangehöriger unter an-

derem der Ehegatte der antragstellenden Person oder ihr nicht verheirate-

ter Partner gilt, der mit ihr eine dauerhafte Beziehung führt,  

dass Art. 8 EMRK unter dem Aspekt von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO zu 

berücksichtigen ist, soweit eine tatsächlich gelebte Beziehung besteht, wo-

bei diesbezüglich als wesentliche Faktoren das gemeinsame Wohnen res-

pektive der gemeinsame Haushalt, die finanzielle Verflochtenheit, die 

Länge und Stabilität der Beziehung sowie das Interesse und die Bindung 

der Partner aneinander zu berücksichtigen sind (vgl. GRABENWARTER/PA-

BEL, Europäische Menschenrechtskonvention, 2012, S. 235 f.; MARK E. 

VILLIGER, Handbuch der Europäischen Menschenrechtskonvention, 1999, 

S. 365; Urteil des EGMR K. und T. gegen Finnland [Grosse Kammer] vom 

12. Juli 2001, Nr. 25702/94, § 150), 

dass die Beschwerdeführerin und B._______ unbestrittenermassen nicht 

zivilrechtlich verheiratet sind, und für die geltend gemachte religiöse Trau-

ung kein Nachweis vorgelegt wurde,  

dass B._______ nicht zur Kernfamilie der Beschwerdeführerin gemäss 

Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO zu zählen ist, und in Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz aufgrund der Aktenlage auch nicht von einer gefestigten, und 

bereits längere Zeit tatsächlich gelebten, eng verflochtenen Beziehung im 

Sinne von Art. 8 EMRK ausgegangen werden kann, nachdem die Be-

schwerdeführerin und B._______ sich erst im Sommer 2022 in D._______ 

kennengelernt und sich hierzulande zwischenzeitlich getrennt hätten, 

dass an dieser Einschätzung auch die vorgebrachte Schwangerschaft der 

Beschwerdeführerin nichts zu ändern vermag,  

dass damit die Voraussetzungen für die Anwendung der Souveränitäts-

klausel nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO zwecks Vermeidung der Gefähr-

dung der Einheit der Familie nicht gegeben sind,  

dass die schweizerischen Behörden im Weiteren zwar prüfen müssen, ob 

die Beschwerdeführerin im Fall ihrer Überstellung in die Niederlande Ge-

fahr laufen würde, eine Verletzung seiner Grundrechte zu erleiden,  

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Seite 10 

dass hinsichtlich des Einwands der Beschwerdeführerin, sich vor ihrem (...) 

zu fürchten, der sie überall finden könnte, festzustellen ist, dass es der Be-

schwerdeführerin offensteht und auch zuzumuten ist, sich an die nieder-

ländischen Behörden zu wenden, wenn sie sich künftig von Drittpersonen 

bedroht fühlen sollte,  

dass der bisherige Verzicht der Beschwerdeführerin, diesbezüglich bei den 

niederländischen Behörden um Schutz nachzusuchen, nicht zur Annahme 

zu führen vermag, die zuständigen niederländischen Organe würden ihr 

den erforderlichen Schutz oder eine Anzeigeerstattung verweigern, 

dass hinsichtlich des Vorbringens der Beschwerdeführerin, dass sie 

schwanger sei und sich gestresst fühle, darauf hinzuweisen ist, dass eine 

zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen 

nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen 

kann, insbesondere dann, wenn die betroffene Person sich in einem fort-

geschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe 

befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod rechnen müsste 

und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte (vgl. BVGE 

2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Europäischen Ge-

richtshofs für Menschenrechte [EGMR]),  

dass dies für die von der Beschwerdeführerin dargelegte Situation nicht 

ersichtlich ist,  

dass im Übrigen allgemein bekannt ist, dass die Niederlande über eine 

ausreichende medizinische Infrastruktur verfügen und der Zugang zum 

dortigen Gesundheitssystem für asylsuchende Personen gewährleistet ist, 

zumal die Mitgliedstaaten den Antragstellern die erforderliche medizinische 

Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforder-

liche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen 

umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie), 

und den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche me-

dizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichenfalls einer ge-

eigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren haben (Art. 19 Abs. 2 

Aufnahmerichtlinie),  

dass entsprechend davon ausgegangen werden darf, dass die Beschwer-

deführerin dort bei einer Rückkehr adäquate medizinische Betreuung fin-

den wird, und diese denn auch nicht dargelegt hat, inwiefern eine solche in 

den Niederlanden im Bedarfsfall nicht möglich sein sollte,  

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Seite 11 

dass das SEM die niederländischen Behörden bereits im Übernahmeersu-

chen vom 30. November 2022 auf die bestehende Schwangerschaft hin-

gewiesen hat, und die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der 

angefochtenen Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen 

bei der Bestimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Be-

schwerdeführerin Rechnung tragen werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO),  

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,  

dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-

sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhal-

ten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-

räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch 

BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist 

und – weil die Beschwerdeführerin nicht im Besitz einer gültigen Aufent-

halts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 

AsylG die Überstellung in die Niederlande angeordnet hat (Art. 32 Bst. a 

AsylV 1),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das 

Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-

eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 

2015/18 E. 5.2 m.w.H.),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen und die Verfügung 

des SEM zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung und 

auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als gegenstands-

los erweisen, 

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Seite 12 

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unge-

achtet der behaupteten Mittellosigkeit der Beschwerdeführerin abzuweisen 

ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt 

– als aussichtlos zu bezeichnen waren, weshalb die Voraussetzungen von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Susanne Burgherr 

 

 

Versand: