# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 60bde4a6-8b97-5343-ae3f-a650740887f8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-07
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 07.02.2024 SK 2022 660
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2022-660_2024-02-07.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 22 660+661

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 7. Februar 2024

Besetzung Oberrichter Zbinden (Präsident i.V.), Oberrichterin Schwendener, 
Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiber Weibel

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecher B.________
verteidigt durch Rechtsanwalt C.________

Beschuldigter 1/Anschlussberufungsführer

D.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt E.________
verteidigt durch Fürsprecher F.________

Beschuldigter 2

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, Post-
fach, 3001 Bern
 

Berufungsführerin

Gegenstand Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 21. Juni 2022 (PEN 2021 847/848)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland, Kollegialgericht in Fünferbesetzung 
(nachfolgend: Vorinstanz) fällte am 21. Juni 2022 betreffend A.________ (nachfol-
gend: Beschuldigter 1) und D.________ (nachfolgend: Beschuldigter 2) folgendes 
Urteil (pag. 3820 ff. [vgl. auch Urteilsberichtigung vom 15. August 2022; pag. 3852 
ff.]; Hervorhebungen im Original):

A.

I.

A.________ wird freigesprochen:

1. vom Vorwurf der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeb-
lich mengen- und gewerbsmässig gemeinsam mit D.________ begangen in der Zeit von Früh-
ling/Sommer 2019 bis 01.09.2020 durch Lagerung von 3 – 4 Mal je 50 – 100 g Kokaingemisch, 
total 150 – 400 g Kokaingemisch, im Gartenhaus des Gartens der Familie D.________ in 
G.________ (Ortschaft) (Ziff. A.1.4. AKS); 

2. vom Vorwurf der Pornografie, angeblich begangen durch Herstellung und Besitz von insgesamt 
4 Videos mit tatsächlichen sexuellen Handlungen mit seinem Sohn H.________ (geb. .________) 
(Ziff. A.3. AKS) 

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengen- und ge-
werbsmässig begangen in der Zeit von Frühling/Sommer 2019 bis 01.09.2020 in I.________ 
(Ortschaft), J.________ (Ortschaft), K.________ (Ortschaft), L.________ (Ortschaft), 
G.________(Ortschaft), M.________ (Ortschaft), N.________ (Ortschaft), Region O.________ 
(Ortschaft), P.________ (Ortschaft), Q.________ (Ortschaft) / D und andernorts, teilweise ge-
meinsam begangen mit D.________ und R.________, namentlich durch

1.1. Erwerb und Einfuhr von 3'000 g Kokaingemisch (ca. 1'500 g reines Kokain, Reinheits-
grad ca. 50 % Kokainbase), gemeinsam begangen mit R.________ in der Zeit vom 10. – 
12.09.2019 in I.________(Ortschaft), P.________(Ortschaft) und auf der Strecke 
I.________(Ortschaft) – Q.________(Ortschaft) / D. (Ziff. A.1.1. AKS); 

1.2. Erwerb von 1'000 g Kokaingemisch (ca. 500 g reines Kokain, Reinheitsgrad ca. 50 % 
Kokainbase) von R.________ und S.________ sowie Veräusserung von 800 g davon an 

3

einen unbekannten Italiener im Auftrag von R.________ in der Zeit nach dem 12.09.2019 
in L.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. A.1.3. AKS); 

1.3. Veräusserung und Abgabe von insgesamt ca. 1’830 g Kokaingemisch (ca. 1'433.3 g 
reines Kokain), namentlich durch

1.3.1. Veräusserung von total 60 g Kokaingemisch (ca. 37.8 g reines Kokain, Rein-
heitsgrad 63 % Kokainbase) an T.________, gemeinsam begangen mit 
D.________ in der Zeit vom 16.03.2020 - 18.03.2020 in I.________(Ortschaft), 
J.________(Ortschaft), K.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. A.1.2.1. AKS);

1.3.2. Veräusserung von ca. 1'700 g Kokaingemisch (ca. 1'343 g reines Kokain, 
Reinheitsgrad 79 – 80 % Kokainbase) an U.________, gemeinsam begangen mit 
D.________ in der Zeit von ca. Frühling / Sommer 2019 - August 2020 in 
I.________(Ortschaft), J.________(Ortschaft), L.________(Ortschaft) und an-
dernorts (Ziff. A.1.2.2. AKS);

1.3.3. Veräusserung von ca. 70 g Kokaingemisch (ca. 52.5 g reines Kokain, Rein-
heitsgrad 75 % Kokainbase) an V.________, gemeinsam begangen mit 
D.________ in der Zeit von ca. April / Mai 2020 in I.________(Ortschaft) und an-
dernorts (Ziff. A.1.2.3. AKS);

1.4. Erwerb von ca. 46 kg Marihuana und Veräusserung / Abgabe (Rückgabe) von 36 kg 
davon sowie Anstaltentreffen zur Veräusserung von 10 kg davon, teilweise gemeinsam 
begangen mit D.________ in der Zeit von Frühling / Sommer 2019 bis 01.09.2020 in 
I.________(Ortschaft), G.________(Ortschaft), M.________(Ortschaft), 
N.________(Ortschaft), J.________(Ortschaft), Region O.________(Ortschaft) und an-
dernorts, namentlich durch

1.4.1. Erwerb von 15 kg Marihuana von W.________, gemeinsam begangen mit 
D.________ in der Zeit vom 29.08.2020 bis 01.09.2020 in G.________(Ortschaft) 
(Ziff. A.1.5.1. AKS);  

a) Veräusserung von 5 kg davon an unbekannte Abnehmer, gemeinsam be-
gangen mit D.________ in der Zeit vom 29.08.2020 bis 01.09.2020 
(Ziff. A.1.6.1. AKS); 

b) Anstaltentreffen zur Veräusserung von 10 kg davon an unbekannte Abneh-
mer, gemeinsam begangen mit D.________ in der Zeit vom 29.08.2020 bis 
01.09.2020 (Ziff. A.1.7. AKS); 

1.4.2. Erwerb von weiteren ca. 9 kg Marihuana von W.________, gemeinsam began-
gen mit D.________ im Frühling / Sommer 2019 in I.________(Ortschaft), 
G.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. A.1.5.2. AKS);  

1.4.3. Erwerb von ca. 15 kg Marihuana von R.________ in der Zeit von Frühling / 
Sommer 2019 bis 01.09.2020 in I.________(Ortschaft), N.________(Ortschaft) 
und andernorts (Ziff. A.1.5.3. AKS); Abgabe (bzw. «Rückgabe») von 8 – 10 kg 
davon an R.________ in der Zeit vom von Frühling / Sommer 2019 bis 01.09.2020 
in I.________(Ortschaft), N.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. A.1.6.2. 
AKS);

4

1.4.4. Erwerb von ca. 7 kg Marihuana von X.________, gemeinsam begangen mit 
D.________ in der Zeit von spätestens 04.06.2020 – 28.08.2020 in 
G.________(Ortschaft), M.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. A.1.5.4. 
AKS); 

1.4.5. Veräusserung von ca. 3.5 kg des unter Ziff. A.1.5. AKS erworbenen Marihuanas 
an U.________ in der Zeit von Frühling / Sommer 2019 bis 01.09.2020 in 
J.________(Ortschaft), I.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. A.1.6.3. AKS); 

1.4.6. Veräusserung von ca. 3 kg des unter Ziff. A.1.5. AKS erworbenen Marihuanas an 
V.________, gemeinsam begangen mit D.________ in der Zeit von Anfang 2020 
bis 01.09.2020 in I.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. A.1.6.4. AKS); 

1.4.7. Veräusserung von ca. 1 kg des unter Ziff. A.1.5. AKS erworbenen Marihuanas an 
Y.________, gemeinsam begangen mit D.________ in der Zeit von Frühling / 
Sommer 2019 bis 01.09.2020 in I.________(Ortschaft), in der Region 
O.________(Ortschaft) andernorts (Ziff. A.1.6.5. AKS);  

1.4.8. Veräusserung von ca. 0.5 kg des unter Ziff. A.1.5. AKS erworbenen Marihuanas 
an den unbekannten Z.________ aus AB.________(Ortschaft), gemeinsam be-
gangen mit D.________ von Frühling / Sommer 2019 bis 01.09.2020 (Ziff. A.1.6.6. 
AKS);  

1.5. Erwerb von ca. 10 kg Haschisch von unter anderen W.________ und X.________ sowie 
Veräusserung dieser Menge Haschisch an mindestens zwei unbekannte Abnehmer, un-
ter anderen V.________, gemeinsam begangen mit D.________ in der Zeit von Frühling / 
Sommer 2019 bis 01.09.2020 in M.________(Ortschaft), I.________(Ortschaft) und an-
dernorts (Ziff. A.1.8. AKS); 

2. der einfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen durch 

2.1. Besitz von 36.6. g Haschisch am 18.03.2020 in I.________(Ortschaft) (Ziff. A.2.1. 
AKS);

2.2. Konsum einer unbestimmten Menge Haschisch in der Zeit vom 22.06.2019 bis 
01.09.2020 in I.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. A.2.2. AKS);

3. der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, begangen durch Besitz eines Schlagstocks als 
kosovarischer Staatsangehöriger in der Zeit von ca. September 2018 bis 01.09.2020 in 
I.________(Ortschaft), AA.________ (Adresse) (Ziff. A.4. AKS)

und in Anwendung der Artikel
34, 40, 47, 49, 51, 106 StGB 
19 Abs. 1 lit. b, c, d und g, 19 Abs. 2 lit. a und c, 19a Abs. 1 BetmG 
4 Abs. 1 lit. d, Art. 7, Art. 33 Abs. 1 lit. a WG
12 WV
426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren.

5

Die Untersuchungshaft von 302 Tagen (01.09.2020 – 29.06.2021) sowie der vorzeitige Strafvoll-
zug von 190 Tagen (30.06.2021 – 05.01.2022) werden im Umfang von 492 Tagen auf die Frei-
heitsstrafe angerechnet.

2. Zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 60.00, ausmachend total CHF 600.00.

3. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung wird auf 2 Tage festgesetzt.

4. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 30'588.50 und Ausla-
gen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 54'961.85, insgesamt bestimmt auf 
CHF 85'550.35 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung auf CHF 70'018.40).

[Kostentabelle]

B.

III.

D.________ wird freigesprochen:

vom Vorwurf der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich 
mengen- und gewerbsmässig sowie teilweise gemeinsam mit A.________ begangen in der Zeit von 
Frühling / Sommer 2019 - 01. 09.2020 durch 

1. Lagerung von 3 – 4 Mal je 50 – 100 g Kokaingemisch, total 150 – 400 g Kokaingemisch im 
Gartenhaus des Gartens der Familie D.________ in L.________(Ortschaft) (Ziff. B.1.2. AKS);

2. Veräusserung von insgesamt 3.5 – 4 kg des unter Ziff. A.1.5 / B1.3. erworbenen Marihuanas an 
U.________, angeblich gemeinsam begangen mit A.________ in der Zeit von Frühling / Sommer 
2019 – 01.09.2020 in I.________(Ortschaft), J.________(Ortschaft), L.________(Ortschaft) und 
eventuell andernorts (Ziff. B.1.4.2. AKS);

3. Verschaffen einer unbekannten Menge Marihuana an X.________ und BU.________, angeb-
lich begangen im Frühsommer 2020 in BI.________ (Ortschaft) (Ziff. B.1.8. AKS);

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

IV.

D.________ wird schuldig erklärt:

1. der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengen- und ge-
werbsmässig begangen in der Zeit von Frühling / Sommer 2019 - 01.09.2020 in 
I.________(Ortschaft), J.________(Ortschaft), K.________(Ortschaft), L.________(Ortschaft), 
G.________(Ortschaft), M.________(Ortschaft), Region O.________(Ortschaft) und andernorts, 
teilweise gemeinsam mit A.________, namentlich durch 

6

1.1. Veräusserung und Abgabe von insgesamt ca. 1'830 g Kokaingemisch (ca. 1'433.3 g 
reines Kokain), namentlich durch 

1.1.1. Veräusserung von total 60 g Kokaingemisch (ca. 37.8 g reines Kokain, Rein-
heitsgrad 63 % Kokainbase) an T.________, gemeinsam begangen mit 
A.________ in der Zeit vom 16.03.2020 - 18.03.2020 in I.________(Ortschaft), 
J.________(Ortschaft), K.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. B.1.1.1. AKS);

1.1.2. Veräusserung von ca. 1'700 g Kokaingemisch (ca. 1'343 g reines Kokain, 
Reinheitsgrad 79 – 80 % Kokainbase) an U.________, gemeinsam begangen mit 
A.________ in der Zeit von ca. Frühling / Sommer 2019 - August 2020 in 
I.________(Ortschaft), J.________(Ortschaft), L.________(Ortschaft) und an-
dernorts (Ziff. B.1.1.2. AKS);

1.1.3. Veräusserung von ca. 70 g Kokaingemisch (ca. 52.5 g reines Kokain, Rein-
heitsgrad 75 % Kokainbase an V.________, gemeinsam begangen mit 
A.________ in der Zeit von ca. April / Mai 2020 in I.________(Ortschaft) und an-
dernorts (Ziff. B.1.1.3. AKS);

1.2. Erwerb von total ca. 31 kg Marihuana und Veräusserung von ca. 21 kg davon sowie 
Anstaltentreffen zur Veräusserung von total 10 kg davon, teilweise gemeinsam began-
gen mit A.________ in der Zeit von Frühling / Sommer 2019 bis 01.09.2020 in 
I.________(Ortschaft), G.________(Ortschaft), M.________(Ortschaft), Region 
O.________(Ortschaft) und andernorts; namentlich durch

1.2.1. Erwerb von 15 kg Marihuana von W.________, gemeinsam begangen mit 
A.________ in der Zeit vom 29.08.2020 bis 01.09.2020 in G.________(Ortschaft) 
(Ziff. B.1.3.1. AKS);

a) Veräusserung von 5 kg davon an unbekannte Abnehmer, gemeinsam be-
gangen mit A.________ in der Zeit vom 29.08.2020 bis 01.09.2020 
(Ziff. B.1.4.1. AKS);

b) Anstaltentreffen zur Veräusserung von 10 kg davon an unbekannte Abneh-
mer, gemeinsam begangen mit A.________ in der Zeit vom 29.08.2020 bis 
01.09.2020 (Ziff. B.1.7. AKS),

1.2.2. Erwerb von weiteren ca. 9 kg Marihuana von W.________, gemeinsam began-
gen mit A.________ im Frühling / Sommer 2019 in I.________(Ortschaft), 
G.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. B.1.3.2. AKS);

1.2.3. Erwerb von ca. 7 kg Marihuana von X.________, gemeinsam begangen mit 
A.________ in der Zeit von spätestens 04.06.2020 – 28.08.2020 in 
G.________(Ortschaft), M.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. B.1.3.3. 
AKS);

1.2.4. Veräusserung von ca. 3 kg des unter Ziff. B.1.3. AKS erworbenen Marihuanas 
an V.________, gemeinsam begangen mit A.________ in der Zeit von Frühling / 
Sommer 2019 – 01.09.2020 in I.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. B.1.4.3. 
AKS);

1.2.5. Veräusserung von ca. 1 kg des unter Ziff. B.1.3. AKS erworbenen Marihuanas 
an Y.________, gemeinsam begangen mit A.________ in der Zeit von Frühling / 

7

Sommer 2019 – 01.09.2020 in der Region O.________(Ortschaft) und andernorts 
(Ziff. B.1.4.4. AKS);

1.2.6. Veräusserung von ca. 0.5 kg des unter Ziff. B.1.3. AKS erworbenen Marihuanas 
an den unbekannten Z.________ aus AB.________ (Ortschaft), gemeinsam be-
gangen mit A.________ in der Zeit von Frühling / Sommer 2019 bis 01.09.2020 
(Ziff. B.1.4.5. AKS);

1.2.7. Veräusserung von ca. 3 kg des unter Ziff. B.1.3. AKS erworbenen Marihuanas 
an den unbekannten AC.________ aus I.________(Ortschaft) in der Zeit von 
Frühling / Sommer 2019 bis 01.09.2020 in G.________(Ortschaft) und andernorts 
(Ziff. B.1.4.6. AKS);

1.3. Erwerb von ca. 10 kg Haschisch von unter anderen W.________ und X.________ sowie 
Veräusserung dieser Menge Haschisch an den unbekannten AC.________ (300 g), 
V.________ sowie diverse unbekannte Abnehmer, gemeinsam begangen mit A.________ 
in der Zeit von Frühling / Sommer 2019 bis 01.09.2020 in M.________(Ortschaft), 
I.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. B.1.5 und B.1.6. AKS); 

1.4. Verschaffen einer unbestimmten Menge Marihuana im Wert von CHF 30'000.00 an den 
unbekannten AD.________, begangen am 10.08.2020 in G.________(Ortschaft) und an-
dernorts (Ziff. B.1.9. AKS);

1.5. Anstaltentreffen zum Erwerb einer unbestimmten Menge Marihuana im Wert von 
CHF 2'500.00 von AE.________ am 10.08.2020 (Ziff. B.1.10. AKS)

2. der einfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz durch Konsum einer un-
bestimmten Menge Marihuana in der Zeit vom 22.06.2019 bis 01.09.2020

und in Anwendung der Artikel
40, 47, 49, 51, 106 StGB 
19 Abs. 1 lit. c, d und g, 19 Abs. 2 lit. a und c, 19a Abs. 1 BetmG 
426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren.

Die Untersuchungshaft von 350 Tagen (01.09.2020 – 16.08.2021) wird im Umfang von 350 Tagen 
auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung wird auf 2 Tage festgesetzt.

3. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 21'537.00 und Ausla-
gen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 10'334.40, insgesamt bestimmt auf 
CHF 31'871.40 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung auf CHF 27'466.45).

[Kostentabelle]

8

C.

1. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwalt Dr. AF.________ (01.09.2020 bis 07.09.2020) wurde mit Verfügung der 
Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Besondere Aufgaben, vom 14.09.2020 wie folgt bestimmt:

[Honorartabelle]

Der Kanton Bern hat Rechtsanwalt Dr. AF.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ (01.09.2020 bis 07.09.2020) die Entschädigung von CHF 1'653.75 bereits ausge-
richtet (vgl. Verfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Besondere Aufgaben, vom 
14.09.2020).

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt Dr. AF.________ die Differenz von CHF 421.50 zwischen der amtlichen Entschädi-
gung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 
(Art. 135 Abs. 4 StPO).

2. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Fürsprecher AG.________ (07.09.2020 bis 29.11.2021) wurde mit Verfügung der Staats-
anwaltschaft des Kantons Bern, Besondere Aufgaben, vom 09.12.2021 wie folgt bestimmt:

[Honorartabelle]

Der Kanton Bern hat Fürsprecher AG.________ für die amtliche Verteidigung von A.________ 
(07.09.2020 bis 29.11.2021) die Entschädigung von CHF 13'878.20 bereits ausgerichtet (vgl. 
Verfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Besondere Aufgaben, vom 09.12.2021).

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Fürsprecher AG.________ die Differenz von CHF 2'560.60 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 
135 Abs. 4 StPO).

3. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von D.________ 
durch Fürsprecher E.________ (01.09.2020 bis 19.10.2020) wurde mit Verfügung der Staatsan-
waltschaft des Kantons Bern, Besondere Aufgaben, vom 01.09.2021 wie folgt bestimmt:

[Honorartabelle]

Der Kanton Bern hat Fürsprecher E.________ für die amtliche Verteidigung von D.________ 
(01.09.2020 bis 19.10.2020) die Entschädigung von CHF 4'404.95 bereits ausgerichtet (vgl. 
Verfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Besondere Aufgaben, vom 01.09.2021).

D.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Fürsprecher E.________ die Differenz von CHF 1'101.20 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 
135 Abs. 4 StPO).

9

D.

Weiter wird verfügt:

1. Die Ersatzmassnahmen über A.________ werden aufgehoben.

2. Auf die Anordnung einer Landesverweisung über A.________ wird verzichtet (Art. 66a Abs. 2 
StGB).

3. Auf die Anordnung einer Landesverweisung über D.________ wird verzichtet (Art. 66a Abs. 2 
StGB).

4. Folgende Gegenstände, Drogen, Drogenutensilien und Waffen werden zur Vernichtung eingezo-
gen (Art. 69 StGB):

Hinsichtlich A.________:

- 1 Mobiltelefon Apple iPhone IMEI .________ (Ass.-Nr. E2)
- 1 Mobiltelefon Samsung Galaxy IMEI .________ / Rufnummer .________ (Ass.-Nr. E3)
- 1 Mobiltelefon Redmi, schwarz (Ass.-Nr. 3002)
- 1 SIM-Kartenhalter Swisscom .________ (Ass.-Nr. 3022)
- 1 SIM-Kartenhalter Lyca .________ (Ass.-Nr. 3023)
- 1 Schlagstock Teleskop inkl. Hülle (Ass.-Nr. 3024)
- 1 Miniwaage Beuer in schwarzer Socke (Ass.-Nr. 3025)

Hinsichtlich D.________:

- 1 Mobiltelefon Samsung blau, IMEI .________ (Ass.-Nr. 109)
- 1 Mobiltelefon Samsung schwarz mit zu grosser Discoverhülle, IMEI .________ (Ass.-Nr. 110)
- 1 Mobiltelefon Samsung silberblau, IMEI .________ (Ass.-Nr. 121)
- 1 SIM Kartenhalter inkl. SIM .________ (Ass.-Nr. 118.2)
- 1 Miniwaage schwarz, Marke unbekannt (Ass.-Nr. 107)
- 1 Miniwaage Intertronic in iPhone-Verpackung inkl. Eicheisen (50g) (Ass.-Nr. 108)
- 1 SIM-Kartenhalter Sunrise, .________ (Ass.-Nr. 112)
- 1 SIM-Kartenhalter Vodafone, ohne Nummer (Ass.-Nr. 113)
- 10 Pakete Marihuana (Ass.-Nr. 403)

5. Folgende Gegenstände verbleiben als Beweismittel bei den Akten:

Hinsichtlich A.________:

- 1 Notizzettel mit Bargeldbeträgen (Ass.-Nr. 3016)

Hinsichtlich D.________:

- 1 Buch Rolex mit div. Handnotizen Abrechnungen (Ass.-Nr. 126)

6. Der beschlagnahmte Geldbetrag von A.________ in Höhe von total CHF 7'328.50, sich zusam-
mensetzend aus:

- Notengeld CHF 2'000.00 (2x 1'000.00) (Ass.-Nr. 3000.1)
- Notengeld CHF 600.00 (3x 200.00) (Ass.-Nr. 3000.2)

10

- Notengeld CHF 2’200.00 (22x 100.00) (Ass.-Nr. 3000.3)
- Notengeld CHF 550.00 (11x 50.00) (Ass.-Nr. 3000.4)
- Notengeld CHF 20.00 (1x 20.00) (Ass.-Nr. 3015.1)
- Notengeld £ 20.00 (1x 20.00) (Ass.-Nr. 3015.2), ausmachend CHF 22.50
- Notengeld $ 20.00 (1x 20.00) (Ass.-Nr. 3015.3), ausmachend CHF 17.75
- Notengeld EUR 20.00 (1x 20.00) (Ass.-Nr. 3015.4), ausmachend CHF 21.30
- Notengeld CHF 50.00 (1x 50.00), aus Effekten
- 7 Belege Kryptowährungen (Ass.-Nr. 3007); Erlös aus der Umwandlung von 9.9792 Lite-

coins, ausmachend CHF 1'846.95

wird eingezogen (Art. 70 StGB).

7. Der beschlagnahmte Geldbetrag von A.________ in Höhe von total CHF 10'243.00, sich zusam-
mensetzend aus:

- Hartgeld CHF 462.20 / EUR 8.35 (Ass.-Nr. 3009)
- CHF 9'780.80 Erlös aus der vorzeitigen Verwertung von 1 PW, AW.________ (Modell und 

Kennzeichen), Fahrzeughalter: A.________, geb. A.________, von Kosovo, BJ.________ 
(Adresse), 2502 I.________(Ortschaft)/Bienne

wird eingezogen und zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet (Art. 267 Abs. 3 
i.V.m. Art. 268 StPO).

7a. Der beschlagnahmte Geldbetrag von A.________ in Höhe von EUR 8.35 (Hartgeld, Ass.-Nr. 
3009) wird A.________ nach Rechtskraft dieses Urteils zurückgegeben.

8. Der beschlagnahmte Geldbetrag von D.________ in Höhe von total CHF 11'386.45 und EUR 
1.76, sich zusammensetzend aus:

- Notengeld CHF 400.00 (4x100.00) (Ass.-Nr. 401), aus Portemonnaie
- Notengeld CHF 100.00 (1x 100.00) (Ass.-Nr. 119.2), aus Portemonnaie
- Notengeld CHF 40.00 (2x 20.00) (Ass.-Nr. 101)
- Notengeld CHF 4’400.00 (44x 100.00) (Ass.-Nr. 102)
- Notengeld CHF 1’000.00 (5x 200.00) (Ass.-Nr. 103)
- Notengeld EUR 4’900.00 (49x 100.00; Ass.-Nr. 104.1) und Notengeld EUR 200.00 (1x 

200.00; Ass.-Nr. 104.2), ausmachend total CHF 5'441.70
- Hartgeld CHF 4.75 / EUR 1.76 (Ass.-Nr. 105)

wird eingezogen (Art. 70 StGB).

9. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils von 
A.________ (PCN-Nr. .________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 16 Abs. 4 DNA-
ProfilG).

10. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von A.________ (PCN-Nr. .________) nach 
Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bear-
beitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

11

11. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils von 
D.________ (PCN-Nr. .________ nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 16 Abs. 4 DNA-
ProfilG).

12. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von D.________ (PCN-Nr. .________ nach 
Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bear-
beitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

13. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Besondere 
Aufgaben (nachfolgend: Staatsanwaltschaft), mit Eingabe vom 24. Juni 2022 fristge-
recht die Berufung an (pag. 3680). Die schriftliche Begründung des Urteils datiert 
vom 22. Dezember 2022 (pag. 3864 ff.) und wurde den Parteien mit Verfügung vom 
gleichen Tag zugestellt (pag. 3971). Am 30. Dezember 2022 reichte die General-
staatsanwaltschaft form- und fristgerecht die Berufungserklärung ein (pag. 3980 f.). 
Die Generalstaatsanwaltschaft beschränkte die Berufung auf die Frage der Landes-
verweisung und beantragte, es sei eine Landesverweisung von 8 Jahren (Beschul-
digter 1) bzw. 6 Jahren (Beschuldigter 2) anzuordnen.

Mit Eingabe vom 30. Januar 2023 teilte der Beschuldigte 2 auf entsprechende Ver-
fügung hin mit, dass darauf verzichtet werde, Anschlussberufung zu erklären sowie 
ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (pag. 3989). Mit Eingabe vom 
30. Januar 2023 erklärte der Beschuldigte 1, keine Nichteintretensgründe hinsichtlich 
der Berufung der Staatsanwaltschaft geltend zu machen. Hingegen schloss er sich 
der Berufung der Staatsanwaltschaft an. Er beschränkte diese auf die Schuld-
sprüche gemäss lit. A., Ziff. II. 1.1. und 1.3.2., die Strafzumessung und auf den Kos-
ten- und Entschädigungspunkt sowie auf Ziff. I. (nur Kosten- und Entschädigungs-
punkt) sowie Ziff. C. 2. (Nachforderungsrecht) des Urteils des Regionalgerichts Ber-
ner Jura-Seeland vom 21. Juni 2022 (pag. 3991). Die Generalstaatsanwaltschaft und 
der Beschuldigte 2 teilten mit Eingabe vom 8. Februar 2023 (pag. 3999) bzw. 
20. Februar 2023 (pag. 4000) mit, dass kein Nichteintreten auf die Anschlussberu-
fung des Beschuldigten 1 beantragt werde.

Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand vom 5.–7. Februar 2024 
statt (pag. 4066 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Anschlussberufungserklärung vom 30. Januar 2023 beantragte der Beschuldig-
te 1, es sei U.________, AH.________ (Adresse) allenfalls rogatorisch einzuver-
nehmen (pag. 3993). Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte mit Eingabe vom 
8. Februar 2023 die Abweisung des Beweisantrags des Beschuldigten 1 (pag. 3999). 
Der Beschuldigte 2 schloss sich mit Stellungnahme vom 20. Februar 2023 dem Be-
weisantrag des Beschuldigten 1 an (pag. 4000). Mit Beschluss der 1. Strafkammer 
vom 9. März 2023 wurde der Beweisantrag des Beschuldigten 1, es sei U.________ 
allenfalls rogatorisch einzuvernehmen, abgewiesen (pag. 4005 ff.). 

12

Von Amtes wegen wurden sodann aktualisierte Strafregisterauszüge (pag. 4050 ff. 
[Beschuldigter 1] und pag. 4053 f. [Beschuldigter 2]) sowie aktualisierte Leumunds-
berichte (pag. 4059 ff. [Beschuldigter 1] und pag. 4056 ff. [Beschuldigter 2]) einge-
holt. Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 5. Februar 2024 wurden antrags-
gemäss Betreibungsregisterauszüge des Beschuldigten 2 des Betreibungsamts See-
land, Dienststelle I.________(Ortschaft)/Bienne, vom 3. November 2023 (pag. 4099 
ff.) resp. 1. Februar 2024 (pag. 4102 ff.) sowie ein Zwischenzeugnis des Beschuldig-
ten 2 der BF.________ AG vom 30. Januar 2024 (pag. 4104 f.) zu den Akten er-
kannt. Sodann wurden der Beschuldigte 1 (pag. 4069 ff.) und der Beschuldigte 2 
(pag. 4081 ff.) erneut einvernommen. 

4. Anträge der Parteien

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte in der Berufungsverhandlung vom 5. Februar 
2024 folgende Anträge (pag. 4106 ff.; Hervorhebungen im Original):

A. A.________

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kolle-
gialgericht in Fünferbesetzung) vom 21. Juni 2022 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Freisprüche

1.1 vom Vorwurf der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz 
(Ziff. A.I.1 Urteilsdispositiv),

angeblich mengen- und gewerbsmässig gemeinsam mit D.________ begangen in der 
Zeit von Frühling/Sommer 2019 bis 01.09.2020 durch Lagerung von 3 – 4 Mal je 50 – 
100 g Kokaingemisch, total 150 – 400 g Kokaingemisch, im Gartenhaus des Gartens der 
Familie D.________ in G.________(Ortschaft);

1.2 vom Vorwurf der Pornografie (Ziff. A.I.2 Urteilsdispositiv),

angeblich begangen durch Herstellung und Besitz von insgesamt 4 Videos mit tatsächli-
chen sexuellen Handlungen mit seinem Sohn H.________ (geb. .________);

2. der Schuldsprüche wegen

2.1 der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengen- und 
gewerbsmässig begangen in der Zeit von Frühling/Sommer 2019 bis 01.09.2020 in 
I.________(Ortschaft), J.________(Ortschaft), K.________(Ortschaft), 
L.________(Ortschaft), G.________(Ortschaft), M.________(Ortschaft), 
N.________(Ortschaft), Region O.________(Ortschaft), P.________(Ortschaft), 
Q.________(Ortschaft) / D und andernorts, teilweise gemeinsam begangen mit 
D.________ und R.________, namentlich durch

2.1.1 Erwerb von 1'000 g Kokaingemisch (ca. 500 g reines Kokain, Reinheitsgrad 
ca. 50 % Kokainbase), gemeinsam begangen mit R.________ und 
S.________ sowie Veräusserung von 800 g davon an einen unbekannten Ita-
liener im Auftrag von R.________ in der Zeit nach dem 12.09.2019 in 
L.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. A.II.1.2. Urteilsdispositiv);

13

2.1.2 Veräusserung und Abgabe von insgesamt ca. 1'830 g Kokaingemisch (ca. 
1'433.3 g reines Kokain), namentlich durch

2.1.2.1. Veräusserung von total 60 g Kokaingemisch (ca. 37.8 g reines 
Kokain, Reinheitsgrad 63 % Kokainbase) an T.________, ge-
meinsam begangen mit D.________ in der Zeit vom 16.03.2020-
18.03.2020 in I.________(Ortschaft), J.________(Ortschaft), 
K.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. A.II.1.3.1. Urteilsdis-
positiv),

2.1.2.2. Veräusserung von ca. 70 g Kokaingemisch (ca. 52.5 g reines Ko-
kain, Reinheitsgrad 75 % Kokainbase) an V.________, gemein-
sam begangen mit D.________ in der Zeit von ca. April / Mai 2020 
in I.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. A.II.1.3.3. Urteils-
dispositiv);

2.1.3 Erwerb von ca. 46 kg Marihuana und Veräusserung / Abgabe (Rückgabe) von 
36 kg davon sowie Anstaltentreffen zur Veräusserung von 10 kg davon, teil-
weise gemeinsam begangen mit D.________ in der Zeit von Frühling / Som-
mer 2019 bis 01.09.2020 in I.________(Ortschaft), G.________(Ortschaft), 
M.________(Ortschaft), N.________(Ortschaft), J.________(Ortschaft), Regi-
on O.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. A.II.1.4 Urteilsdispositiv);

2.1.4 Erwerb von ca. 10 kg Haschisch von unter anderen W.________ und 
X.________ sowie Veräusserung dieser Menge Haschisch an mindestens 
zwei unbekannte Abnehmer, unter anderen V.________, gemeinsam began-
gen mit D.________ in der Zeit von Frühling / Sommer 2019 bis 01.09.2020 in 
M.________(Ortschaft), I.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. A.II.1.5. 
Urteilsdispositiv);

2.2 der einfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz begangen durch Be-
sitz und Konsum (Ziff. A.II.2. Urteilsdispositiv);

2.3 der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz (Ziff. A.II.3. Urteilsdispositiv);

3. der weiteren Verfügungen, sofern nicht angefochten (Ziff. D.1., D.4 – D.12 Urteilsdispositiv);

4. der Bestimmung der amtlichen Entschädigungen durch Rechtsanwalt Dr. AF.________ 
(01.09.2020 – 07.09.2020) sowie durch Fürsprecher AG.________ (07.09.2020 – 29.11.2021).

II.

In Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils sei A.________ schuldig zu erklären:

der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, mengen- und gewerbsmäs-
sig begangen durch

- Erwerb und Einfuhr von 3'000 g Kokaingemisch (ca. 1'500 g reines Kokain, Reinheitsgrad ca. 50 % 
Kokainbase), gemeinsam begangen mit R.________ in der Zeit vom 10.–12.09.2019 in 
I.________(Ortschaft), P.________(Ortschaft) und auf der Strecke I.________(Ortschaft) – 
Q.________(Ortschaft) / D (Ziff. A.II.1.1. Urteilsdispositiv);

- Veräusserung von ca. 1'700 g Kokaingemisch (ca. 1'343 g reines Kokain, Reinheitsgrad 79–80 % 
Kokainbase) an U.________, gemeinsam begangen mit D.________ in der Zeit von ca. Frühling / 

14

Sommer 2019 – August 2020 in I.________(Ortschaft), J.________(Ortschaft), 
L.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. A.II.1.3.2. Urteilsdispositiv)

und er sei in Anwendung der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren,

Die Untersuchungshaft von 302 Tagen (01.09.2020–29.06.2021) sowie der vorzeitige Strafvollzug 
von 190 Tagen (30.06.2021–05.01.2022) werden im Umfang von 492 Tagen auf die Freiheitsstra-
fe angerechnet.

2. zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 60.00;

3. zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00;

4. zu einer Landesverweisung von 8 Jahren (inkl. SIS-Ausschreibung);

5. zur Bezahlung der anteilsmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer 
angemessenen Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

B. D.________

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner-Jura Seeland (Kolle-
gialgericht in Fünferbesetzung) vom 21. Juni 2022 insoweit in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. des Freispruchs von der Anschuldigung der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz, angeblich mengen- und gewerbsmässig gemeinsam mit A.________;

2. der Schuldsprüche wegen mengen- und gewerbsmässig qualifizierter Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz sowie wegen einfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittel-
gesetz (Konsum);

3. der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, einer Übertretungsbusse von CHF 200.00 
und zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten;

4. der Bemessung der amtlichen Entschädigung durch Fürsprecher E.________ (01.09.2020–
19.10.2020);

5. der weiteren Verfügungen betreffend Einziehung gemäss Ziff. D.4., D.5., D.8. sowie der Zustim-
mung zur Löschung des erstellten DNA-Profils und der erhobenen biometrischen erkennungs-
dienstlichen Daten (Ziff. D.11., D.12.).

II.

D.________ sei gestützt auf die rechtskräftigen Schuldsprüche und in Anwendung der einschlägigen 
gesetzlichen Bestimmungen

zu verurteilen:

1. zu einer Landesverweisung von 6 Jahren (inkl. SIS-Ausschreibung);

2. zur Bezahlung der anteilsmässigen oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. einer angemes-
senen Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

15

C. Verfügungen

Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen (Mitteilung ans Bundesamt für Polizei etc.).

Rechtsanwalt C.________ stellte namens des Beschuldigten 1 anlässlich der obe-
rinstanzlichen Hauptverhandlung vom 5. Februar 2024 folgende Anträge (pag. 4110 
f., Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 21. Juni 2022 hin-
sichtlich lit. A, Ziff. I.1, Ziff. I.2., Ziff. II.1.2., Ziff. II.1.3.1, Ziff. II.1.4., Ziff. II.1.5., Ziff. II.2. und Ziff. II.3. so-
wie lit. D. in Rechtskraft erwachsen ist.

II.

Herr A.________ vgt. sei

freizusprechen:

1. vom Vorwurf der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz durch

1.1 Erwerb und Einfuhr von 3'000 g Kokaingemisch, angeblich gemeinsam begangen mit 
R.________ in der Zeit vom 10.–12. September 2019 in I.________(Ortschaft), 
P.________(Ortschaft) und auf der Strecke I.________(Ortschaft) – 
Q.________(Ortschaft) / D (Anklagepunkt A.I.1.1);

1.2 Veräusserung einer 200 g Kokaingemisch (Reinheitsgrad 79-80 %) übersteigenden Men-
ge an U.________, gemeinsam mit D.________ in der Zeit vom Frühling/Sommer 2019 – 
August 2020 in I.________(Ortschaft), J.________(Ortschaft), L.________(Ortschaft) 
und eventuell andernorts (Anklagepunkt A.I.1.2.2)

unter Ausscheidung von 50 % der erstinstanzlichen Verfahrenskosten und dereren Auferlegung 
mit den vollen oberinstanzlichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern sowie unter Ausrichtung 
einer Entschädigung im Umfang der halben Kostennote der Verteidigung vor erster und im Um-
fang der vollen Kostennote vor oberer Instanz.

III.

Herr A.________ sei gestützt auf die rechtskräftigen Schuldsprüche und in Anwendung der einschlägi-
gen gesetzlichen Bestimmungen

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs-
haft und mit vorzeitigem Strafvollzug vom 1. September 2019 bis 5. Januar 2022 (492 Tage) sowie 
unter Gewährung des teilbedingten Vollzugs für eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten mit einer 
Probezeit von 2 Jahren;

2. zu einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 50.00, ausmachend CHF 500.00, unter Ge-
währung des bedingten Strafvollzugs mit einer Probezeit von 2 Jahren;

3. zu einer Busse von CHF 200.00;

4. zur Bezahlung der Hälfte der auf Herrn A.________ entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskos-
ten.

16

IV.

Von einer obligatorischen Landesverweisung sei abzusehen.

V.

Die erforderlichen Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen.

Fürsprecher F.________ stellte namens des Beschuldigten 2 anlässlich der oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung vom 5. Februar 2024 folgende Anträge (pag. 4115 f., 
Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 21. Juni 2022 inso-
fern

in Rechtskraft erwachsen ist

als D.________, geb. D.________, der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmit-
telgesetz, mengen- und gewerbsmässig begangen in der Zeit von Frühling / Sommer 2019 – 
01.09.2020 in I.________(Ortschaft), J.________(Ortschaft), K.________(Ortschaft), 
L.________(Ortschaft), G.________(Ortschaft), M.________(Ortschaft), Region O.________(Ortschaft) 
und andernorts, teilweise gemeinsam mit A.________ durch

1. Veräusserung und Abgabe von insgesamt ca. 1'830 g Kokaingemisch (ca. 1'433.3 g reines 
Kokain);

2. Erwerb von total ca. 31 kg Marihuana und Veräusserung von ca. 21 kg davon sowie Anstalten-
treffen zur Veräusserung von total 10 kg davon, teilweise gemeinsam begangen mit A.________ 
in der Zeit von Frühling / Sommer 2019 bis 01.09.2020 in I.________(Ortschaft), 
G.________(Ortschaft), M.________(Ortschaft), Region O.________(Ortschaft) und andernorts.

3. Erwerb von ca. 10 kg Haschisch von unter anderen W.________ und X.________ sowie Ver-
äusserung dieser Menge Haschisch an den unbekannten AC.________ (300 g), V.________ so-
wie diverse unbekannte Abnehmer, gemeinsam begangen mit A.________ in der Zeit von Früh-
ling / Sommer 2019 bis 01.09.2020 in M.________(Ortschaft), I.________(Ortschaft) und andern-
orts (Ziff. B.1.5 und B.1.6 AKS);

4. Verschaffen einer unbestimmten Menge Marihuana im Wert von CHF 30'000.00 an den unbe-
kannten AD.________, begangen am 10.08.2020 in G.________(Ortschaft) und andernorts (Ziff. 
B.1.9. AKS);

5. Anstaltentreffen zum Erwerb einer unbestimmten Menge Marihuana im Wert von CHF 2'500.00 
von D.________ Naser am 10.08.2020 (Ziff. B.1.10. AKS);

und verurteilt wurde

1. zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren.

Die Untersuchungshaft von 350 Tagen (01.09.2020 – 16.08.2021) wird im Umfang von 350 Tagen 
an die Freiheitsstrafe angerechnet.

2. zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung wird auf 2 Tage festgesetzt.

17

3. Zu den anteilsmässigen vorinstanzlichen Verfahrenskosten.

II.

Gestützt auf das rechtskräftige Urteil sei zu verfügen:

1. Es sei auf eine Landesverweisung zu verzichten.

2. Die Verfahrenskosten vor oberer Instanz seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

3. Die Kosten für die Verteidigung vor oberer Instanz seien D.________ zu ersetzen.

4. Es seien die notwendigen Verfügungen zu erlassen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen 
Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). Zufolge der beschränkten Berufungen der Generalstaatsanwaltschaft 
und des Beschuldigten 1 (vgl. E. 2 hiervor) ist das vorinstanzliche Urteil insoweit in 
Rechtskraft erwachsen, als A.________ freigesprochen wurde vom Vorwurf der qua-
lifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz und der Pornografie 
(Bst. A. Ziff. I. des vorinstanzlichen Urteils), A.________ hingegen schuldig erklärt 
wurde der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, men-
gen- und gewerbsmässig begangen gemäss Bst. A Ziff. II.1.2., Ziff. II.1.3.1., 1.3.3. 
und Ziff. 1.4. und 1.5. des vorinstanzlichen Urteils, der einfachen Widerhandlungen 
gegen das Betäubungsmittelgesetz (Bst. A Ziff. II.2. des vorinstanzlichen Urteils) und 
der Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Bst. A Ziff. II.3. des vorinstanzlichen 
Urteils). Betreffend die Sanktion erwuchs das vorinstanzliche Urteil insoweit in 
Rechtskraft, als der Beschuldigte 1 zu einer Busse von CHF 200.00 verurteilt wurde. 
Alsdann erwuchsen die weiteren Verfügungen gemäss Bst. D des erstinstanzlichen 
Urteils (soweit den Beschuldigten 1 betreffend) teilweise in Rechtskraft (Bst. D Ziff. 
1., 4., 5., 6., 7., 7a. des vorinstanzlichen Urteils [Ziffer 6, 7 und 7a in der Version 
gemäss Urteilsberichtigung]).

Zu überprüfen sind somit bezüglich des Beschuldigten 1 der erstinstanzliche Schuld-
spruch der qualifizierten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
mengen- und gewerbsmässig begangen durch Erwerb und Einfuhr von 3'000 g Ko-
kaingemisch (Bst. A. Ziff. II.1.1.) und durch Veräusserung von ca. 1'700 g Kokain-
gemisch (Bst. A. Ziff. II.1.3.2. des vorinstanzlichen Urteils), die Sanktion (Verurtei-
lung zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren sowie einer Geldstrafe [angefochten ist die 
Höhe des Tagessatzes und die Vollzugsform]) und die Verlegung der Verfahrens-
kosten sowie der Entschädigung. Aufgrund der Berufung der Generalstaatsanwalt-
schaft wurde sodann der Verzicht auf die Landesverweisung (Bst. D Ziff. 2. des vor-
instanzlichen Urteils) mitsamt Ausschreibung im Schengener Informationssystem 
SIS nicht rechtskräftig und ist durch die Kammer zu überprüfen. Praxisgemäss ist 
auch über die Löschung des DNA-Profils und die erkennungsdienstlichen Daten neu 
zu verfügen.

Das Urteil gegen den Beschuldigten 2 ist – mit Ausnahme des von der General-
staatsanwaltschaft angefochtenen Verzichts auf die Anordnung einer Landesverwei-
sung (Bst. D Ziff. 3. des erstinstanzlichen Urteils) mitsamt Ausschreibung im Schen-

18

gener Informationssystem SIS – in Rechtskraft erwachsen (Bst. B, Bst. C Ziff. 3., 
Bst. D Ziff. 4. und Ziff. 5. [soweit den Beschuldigten 2 betreffend], Ziff. 8). Praxis-
gemäss ist über die Löschung des DNA-Profils und die erkennungsdienstlichen Da-
ten neu zu verfügen.

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Punkte über volle Ko-
gnition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Auf die Höhe der amtlichen Honorare für die Verteidi-
gung der beiden Beschuldigten während der Strafuntersuchung bis zur Mandats-
übernahme durch die privaten Verteidiger ist nur zurückzukommen, sofern die Vorin-
stanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zustehende Ermessen in unhaltbarer Wei-
se ausgeübt haben sollte (Urteile des Bundesgerichts 6B_349/2016 vom 13. De-
zember 2016 E. 2.4.2 und 6B_769/2016 vom 11. Januar 2017 E. 2.3).

Aufgrund der beschränkten Berufung der Generalstaatsanwaltschaft darf das vorin-
stanzliche Urteil nur betreffend den Verzicht auf die Landesverweisung zum Nachteil 
der beiden Beschuldigten abgeändert werden. Darüber hinaus gilt das Verschlechte-
rungsverbot (Verbot der reformatio in peius; Art. 391 Abs. 2 StPO). 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Rahmensachverhalt

Zum Auslöser des Verfahrens fasste die Vorinstanz zusammen was folgt (pag. 3875, 
S. 12 der vorinstanzlichen Urteilsbegründung):
Ab September 2018 wurde im Rahmen der Aktion «Bomber» gegen eine Gruppierung von albanisch 
und serbisch sprechenden Personen, darunter R.________ (genannt «AI.________ (Rufname von 
R.)») und S.________, ermittelt, welche im grossen Stil Drogenhandel betrieben. Hierbei konnte u.a. 
festgestellt werden, dass der Beschuldigte 1, A.________ (genannt «AJ.________ (Rufname von A)»), 
mit R.________ unterwegs war und mit diesem über Drogen diskutierte. Aufgrund dessen wurden die 
Ermittlungen ab März 2020 auf A.________ ausgedehnt (Aktion «FLAK»). Im Zuge dieser Ermittlungen 
tauchte der Beschuldigte 2, D.________ (genannt «BL.________ (Rufname von D.)»), auf, welcher 
häufig mit A.________ unterwegs war und ebenfalls gewisse Aufgaben im Drogenhandel wahrzuneh-
men schien. Insbesondere konnten auch Kontakte zwischen den beiden Beschuldigten und den Dro-
genlieferanten W.________ (genannt «BM.________ (Rufname von W.)»), BN.________ (genannt 
«BO.________ (Rufname von BN.)») und X.________ festgestellte werden (pag. 386 ff., pag. 3761).

Die Ermittlungen kulminierten in der zeitgleichen Verhaftung der Beschuldigten 1 
und 2 am 1. September 2020 und deren Inhaftierung (beim Beschuldigten 1 auch 
teilweise mit vorzeitigem Strafvollzug) über eine Zeitspanne von rund 16 Monaten 
(Beschuldigter 1) bzw. 12 Monaten (Beschuldigter 2). 

Gestützt auf die Strafuntersuchung wurden gemäss Anklageschrift (pag. 3405 ff.) 
dem Beschuldigten 1 einfache und qualifizierte Widerhandlungen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz (BetmG; SR 812.121; qualifiziert von der Menge her wie auch auf 
Grund von Gewerbsmässigkeit) im Zusammenhang mit Kokain, Marihuana und Ha-
schisch (Tatzeitpunkt Frühling/Sommer 2019 bis 1. September 2020 [Verhaftung]), 
Eigenkonsumhandlungen (Haschisch), Pornografie und Widerhandlungen gegen das 
Waffengesetz vorgeworfen. Ebenfalls gemäss Anklageschrift (pag. 3412 ff.) wurden 
dem Beschuldigten 2 einfache und qualifizierte Widerhandlungen gegen das BetmG 

19

(qualifiziert von der Menge her wie auch auf Grund von Gewerbsmässigkeit) im Zu-
sammenhang mit Kokain, Marihuana und Haschisch (Tatzeitpunkt Frühling/Sommer 
2019 bis 1. September 2020 [Verhaftung]), sowie Eigenkonsumhandlungen (Marihu-
ana) angelastet. Abgesehen von Teilfreisprüchen beim Beschuldigten 1 (für Lage-
rung Kokaingemisch in Gartenhaus D.________ sowie wegen Pornografie, pag. 
3821) und auch beim Beschuldigten 2 (wegen der Lagerung von Kokaingemisch im 
Gartenhaus D.________ sowie der Veräusserung von Marihuana an U.________ 
und des Verschaffens einer unbekannten Menge Marihuana an die X.________, 
pag. 3824 f.), wurden beide Beschuldigte im Sinne der Anklageschrift durch die Vor-
instanz schuldig gesprochen. 

Die Vorinstanz fasste die Drogengeschäfte der beiden Beschuldigten wie folgt zu-
sammen (pag. 3924, S. 61 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

A.________ und D.________ betrieben den Handel mit Kokain, Marihuana und Haschisch nach der Art 
eines Berufes. In der Zeit von Frühling / Sommer 2019 bis zum 01.09.2020 tätigten sie eine Vielzahl 
von Drogengeschäften und investierten viel Zeit und Energie in diese Tätigkeit. So zeigten die Überwa-
chungsmassnahmen, dass sie zu verschiedensten Tages- und Nachtzeiten im Zusammenhang mit dem 
Drogenhandel unterwegs waren. Weiter waren sie gut organisiert, handelten mit drei unterschiedlichen 
Drogen, teilten sich die Arbeiten teilweise auf und vertraten sich während Ferienabwesenheiten gegen-
seitig. Vor allem aber ist zu berücksichtigen, dass die Beschuldigten das Drogengeschäft hauptsächlich 
während einer Zeit betrieben, in welcher sie keiner geregelten Arbeit nachgingen. Sowohl A.________ 
als auch D.________ gaben denn auch an, dass ihre finanzielle Situation schlecht gewesen sei. Beide 
hatten Schulden oder sogar laufende Pfändungen und verspielten viel Geld beim Pokern. Weil es nicht 
gereicht habe, hätten sie «ein paar schlechte Sachen» gemacht (pag. 570 Z. 95).

Beim Beschuldigten 1 räumte die Vorinstanz ein, er konsumiere gelegentlich Canna-
bis, doch handle es sich bei ihm nicht um einen drogenabhängigen Täter, welcher 
zur Finanzierung seiner Sucht grosse Geldmengen hätte beschaffen müssen. Auch 
habe er sich – trotz der Geldschulden – nicht in einer existenziellen Notlage befun-
den, welche ein rechtskonformes Handeln verunmöglicht hätte (pag. 3940). Hinter-
grund der Delinquenz des Beschuldigten 1 waren so oder anders seine desolate fi-
nanzielle Situation, seine Spielsucht, seine Arbeitslosigkeit und die insgesamt feh-
lenden (legalen) Mittel für die vierköpfige Familie (siehe etwa die Darstellung im 
Haftantrag vom 2. September 2020, pag. 41).

Beim Beschuldigten 2 sei gemäss Vorinstanz zu berücksichtigen, dass D.________ 
gegenüber seinem Mittäter zumindest in Bezug auf den Kokainhandel in einer leicht 
untergeordneten Stellung tätig gewesen sei, da er das Kokain nicht selber besorgt 
habe und bei den Veräusserungen meist lediglich als Begleitung oder Chauffeur an-
wesend gewesen sei. Dennoch habe auch er Verkaufsverhandlungen geführt und 
das Kokain den Abnehmern teilweise alleine geliefert (pag. 3946, S. 83 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). Zum Drogenkonsum des Beschuldigten 2 hielt die 
Vorinstanz fest, dass es sich nicht um eine eigentliche Suchtproblematik und damit 
einhergehende Beschaffungskriminalität gehandelt habe, obwohl der Beschuldigte 2 
wöchentlich Marihuana konsumiert habe. Vielmehr habe sich der Beschuldigte 2 oh-
ne Not für den Rechtsbruch entschieden (pag. 3946).

20

Der erste Haftantrag bei D.________ verwies auf dessen nicht rosige finanzielle Si-
tuation, die Arbeitslosigkeit des Beschuldigten 2, die Beiträge für Kost und Logis an 
die Eltern und das für seine Tochter geschuldete Aliment (pag. 138, Haftantrag vom 
3. September 2020). Während der Tatzeit erfolgte auch der Bruch des Beschuldigten 
2 mit seiner Partnerin.

Die hier auf Grund der Anschlussberufung des Beschuldigten 1 noch besonders in-
teressierenden Anklagepunkte (Vorfälle/Anklagen «Q.________(Ortschaft)» bzw. 
«U.________/Kokain) werden nachfolgend dargestellt und geprüft.

7. Allgemeines zur Beweiswürdigung

Hinsichtlich der theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung im Allgemeinen und 
der Aussagenanalyse im Speziellen kann vollumfänglich auf die zutreffenden Aus-
führungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 3873 ff., S. 10 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Ergänzend ist Folgendes zu vermerken:

Die Parteien haben das Recht, bei Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft 
und die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu stel-
len, ansonsten die in Verletzung dieser Regel erhobenen Beweise nicht zu Lasten 
der nicht anwesenden Partei verwertet werden dürfen (Art. 147 Abs. 1 und 4 StPO).  
Bei einer erst späteren parteiöffentlichen Befragung einer Person gilt, dass sich der 
Befragte an der parteiöffentlichen Einvernahme inhaltlich nochmals zur Sache äus-
sern muss, sodass insbesondere die beschuldigte Person ihr Fragerecht tatsächlich 
ausüben kann. Macht sie Angaben zur Sache, so darf im Rahmen einer Gesamt-
würdigung auch auf die Ergebnisse der früheren Beweiserhebung ergänzend 
zurückgegriffen werden. Denn die Frage, ob bei widersprüchlichen Aussagen oder 
späteren Erinnerungslücken auf die ersten, in Abwesenheit des Beschuldigten er-
folgten Aussagen abgestellt werden kann, betrifft nicht die Verwertbarkeit, sondern 
die Würdigung der Beweise. Hingegen bleiben die in einer ersten Einvernahme in 
Verletzung von Art. 147 Abs. 1 StPO gemachten Aussagen nach Art. 147 Abs. 4 
StPO unverwertbar, wenn sich die befragte Person im Rahmen einer späteren Kon-
frontation gar nicht mehr bzw. nicht frei und unbeeinflusst zur Sache äussert. Daher 
genügt es nicht, dass die befragte Person ihre früheren Aussagen auf blossen Vor-
halt hin bestätigt. Werden Aussagen, welche die Befragten in Einvernahmen ohne 
Gewährung des Teilnahmerechts nach Art. 147 Abs. 1 StPO machten, in späteren 
Konfrontationseinvernahmen den Befragten wörtlich vorgehalten, so werden diese 
Aussagen im Sinne von Art. 147 Abs. 4 StPO unzulässigerweise verwertet (vgl. Ur-
teile des Bundesgerichts 6B_369/2013 vom 31. Oktober 2013 E. 2.3.3; BGE 143 IV 
457 E. 1.6.1 ff. S. 459 ff.; Urteile 6B_76/2018 vom 15. Oktober 2018 E. 1; 
6B_1035/2017 vom 20. Juni 2018 E. 1.3.3; 6B_321/2017 vom 8. März 2018 E. 1.5.2; 
6B_1003/2020 vom 21. April 2021 E. 2.2).

Es bleibt möglich, auf objektive Beweismittel wie überwachte Gespräche auch dann 
abzustellen, wenn die Gesprächsführenden nicht einvernommen wurden/werden 
konnten, sofern die Überwachung im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben und ins-
besondere der vorgesehenen Genehmigung erfolgte.

21

8. Vorwurf der qualifizierten Widerhandlung gegen das BetmG gemäss Bst. A. 
Ziff. I.1.1. AKS (Anklagepunkt «Q.________(Ortschaft)»)

8.1 Vorwurf gemäss Bst. A. Ziff. I.1.1. der Anklageschrift (pag. 3406)

Diesen Anklagepunkt, der einzig den Beschuldigten 1 betrifft, fasste die Vorinstanz 
wie folgt zutreffend zusammen (pag. 3875 f.; S. 12 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung, ohne Hervorhebungen):

Gemäss Ziff. A.I.1.1. AKS werden A.________ der Erwerb und die Einfuhr von 3'000 g Kokaingemisch 
vorgeworfen, angeblich gemeinsam begangen mit R.________ in der Zeit vom 10. – 12.09.2019 in 
I.________(Ortschaft), P.________(Ortschaft) und auf der Strecke I.________(Ortschaft) – 
Q.________(Ortschaft) (D). 

Im Einzelnen soll A.________ R.________ auf dessen Wunsch für dessen Geschäft nach 
Q.________(Ortschaft) (D) begleitet haben. Am 10.09.2019 hätten sich die beiden mit dem Fahrzeug 
Skoda Octavia von R.________, welches über ein eigens eingebautes Versteck verfügt habe, nach 
Q.________(Ortschaft) (D) begeben. A.________ habe im Vorfeld zwei Akkus für die Encro-Handys 
gekauft und aufgeladen. Zudem soll er bereit gewesen sein, das nötige Geld vor der Fahrt einzusam-
meln, von welchem er gewusst habe oder habe annehmen müssen, dass es aus Drogenhandel ge-
stammt habe und dass damit in Q.________(Ortschaft) Kokain habe gekauft werden sollen.

In Q.________(Ortschaft) hätten R.________ und A.________ 3 kg Kokain zum Preis von CHF oder 
EUR 27'500.00 von einem unbekannten BP.________ gekauft und ins Versteck im Skoda Octavia ge-
legt. Als die beiden mit den 3 kg Kokain den Heimweg hätten antreten wollen, sei ihr Auto nicht mehr 
angesprungen. In der Folge hätten sie organisiert, dass unbekannte Freunde von R.________ das Ko-
kain mit einem Toyota in Q.________(Ortschaft) abgeholt hätten, während A.________ den TCS ange-
rufen und um Pannenhilfe gebeten habe. Da er jedoch nicht Mitglied des TCS gewesen sei, sei er an 
den ADAC verwiesen worden.

Die Unbekannten hätten die 3 kg Kokain im Auftrag von R.________ in die Schweiz transportiert, 
während R.________ und A.________ ohne Kokain zusammen wieder in die Schweiz gefahren seien. 
Nachdem die 3 kg Kokain in der Schweiz eingetroffen seien, habe A.________ von R.________ 200 g 
davon zum Verkauf übernommen.

8.2 Bestrittener / unbestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte 1 ist geständig, R.________ vom 10.–12. September 2019 auf 
dessen Wunsch mit dessen Fahrzeug (Skoda Octavia) nach Q.________(Ortschaft) 
und dann zurück in die Schweiz gefahren zu haben. Der Beschuldigte 1 bestätigte 
weiter, mit R.________ schon vor dieser Fahrt nach Q.________(Ortschaft) mit Dro-
gen zu tun gehabt zu haben. Über das im Auto eingebaute Versteck wusste er auch 
Bescheid. Weiter gab der Beschuldigte 1 zu, bereit gewesen zu sein, für 
R.________ Geld einzusammeln. Auch wird nicht bestritten, dass er im Vorfeld zwei 
Handy-Akkus besorgte. Weiter ist unbestritten, dass das Auto auf der Heimreise 
nach einem Halt an der BK.________ (Strasse) in Q.________(Ortschaft) nicht mehr 
ansprang, woraufhin der Beschuldigte 1 den TCS und anschliessend den ADAC an-
rief. Ebenfalls zog der Beschuldigte 1 nicht in Zweifel, dass Kokain in Zusammen-
hang mit der Q.________ (Ortschaft)-Fahrt von R.________ von einem unbekannten 
Dritten in die Schweiz eingeführt wurde.

22

Demgegenüber bestreitet der Beschuldigte 1, mit dem Kokainkauf und/oder Kokain-
transport etwas zu tun gehabt zu haben. Es sei ursprünglich um eine Fahrt nach 
Amsterdam gegangen, anlässlich welcher der Beschuldigte 1 R.________ besser 
habe kennenlernen wollen. Der Beschuldigte 1 bestreitet, von Anfang an davon ge-
wusst zu haben, dass der Zweck der Fahrt der Kauf von Drogen gewesen sei. Er 
habe lediglich gewusst, dass R.________ «nicht so gute» Schulden in Holland habe 
begleichen wollen. R.________ habe dann kurzfristig in Q.________(Ortschaft) an-
gehalten, weil er dort Kollegen oder Bekannte habe treffen wollen. An Verhandlun-
gen habe er nicht teilgenommen und auch keine Drogen im Skoda Octavia transpor-
tiert. Der Beschuldigte 1 bestreitet, Drogen gesehen oder in den Händen gehalten zu 
haben. Auch bestreitet er, von den zur Diskussion stehenden 3'000 Gramm Kokain-
gemisch 200 Gramm erhalten zu haben. Er habe erst viel später Kokain von 
R.________ erhalten. Es sei für ihn unerträglich, als Täter oder Mittäter belastet zu 
werden.

8.3 Würdigung der Vorinstanz

Die Vorinstanz bewertete das Beweismaterial ausführlich (pag. 3875–3886; S. 12–
23 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die Aussagen des Beschuldigten 1 sei-
en anfänglich sehr ausweichend und er gestehe nur ein, was er nicht mehr abstrei-
ten könne. Erst nach mehreren Einvernahmen habe er zugestanden, dass es bei der 
Reise nach Q.________(Ortschaft) um Drogen gegangen sei. Anlässlich der Haupt-
verhandlung habe er dann mit dem Hinweis, nach seinem anfänglichen Wissen sei 
es um eine Fahrt nach Holland zum Zahlen von Schulden gegangen, die Einge-
ständnisse wieder relativiert. Dem stünden die unmissverständlichen, überwachten 
Gespräche zwischen R.________ und S.________, überwachte Äusserungen von 
A.________ selber, die GPS-Überwachung des benützten Fahrzeuges und auch die 
spätere Anhaltung einer Drittperson mit dem fraglichen Fahrzeug und dem Auffinden 
von 1.6 kg Kokain in dem Fahrzeugversteck gegenüber. 

Die Vorinstanz gelangte deshalb zur Überzeugung, dass dieser Anklagepunkt erfüllt 
ist (ab S. 20; pag. 3883 der schriftlichen Urteilsbegründung):

Vorab erachtet das Gericht aufgrund der unmissverständlichen Gespräche zwischen R.________ und 
S.________ als erstellt, dass in Q.________(Ortschaft) von einem unbekannten BP.________ 3 kg Ko-
kaingemisch zu einem Preis von CHF oder EUR 27'500.00 pro Kilo gekauft wurden (…)

Weiter lassen die Gesprächsaufzeichnungen klar erkennen, dass sich die 3 kg Kokaingemisch im Sko-
da Octavia befanden, als sich A.________ und R.________ mit dem Fahrzeug auf den Heimweg bege-
ben wollten und an der BK.________ (Strasse) in Q.________(Ortschaft) eine Autopanne hatten. (…)

Weiter erachtet das Gericht als erstellt, dass A.________ um die im Auto verstecken Drogen wusste. 
Immerhin wusste er, dass es in Q.________(Ortschaft) um den Kauf von 3 kg Kokain ging und plante, 
von diesem Kokain letztlich 200 g zu übernehmen (…) Daran ändert auch nichts, dass A.________ den 
TCS sowie den ADAC anrief und seine Personalien bekanntgab. Erstens dürfte er gewusst haben, dass 
das Kokain bis zu deren Eintreffen bereits vom Toyota abgeholt werden würde und zweitens wäre es 
schlimmstenfalls sicher möglich gewesen, das Kokain vor dem Pannendienst zu verstecken, da dieser 
weder einen Grund noch die Befugnis dazu gehabt hätte, das gesamte Auto zu durchsuchen. (…)

Dass es A.________ – entgegen seinen Aussagen – nicht bloss um bessere Konditionen im Hinblick 
auf den Marihuanakauf ging, ist augenfällig. Einerseits war geplant, dass er im Anschluss an die Reise 

23

Kokain erhalten würde und anderseits ist er im vorliegenden Verfahren auch geständig, grössere Men-
gen Kokain an verschiedene Abnehmer veräussert zu haben (vgl. dazu Ziff. II.B.4. nachstehend). (…)

Selbst wenn es letztlich nicht A.________ war, der die konkreten Preis- und Mengenverhandlungen 
führte, ist offensichtlich, dass es sich bei ihm nicht bloss um einen Chauffeur handelte, welcher aussch-
liesslich eine Drogenlieferung von A nach B bringen sollte. Vielmehr trat er gemeinsam mit R.________ 
eine Reise ins Ausland an, mit dem klaren Ziel vor Augen, dort Kokain zu kaufen, in die Schweiz einzu-
führen und schliesslich 200 g davon zu übernehmen. Dass A.________ aber in einer untergeordneten 
Stellung beteiligt war, während R.________ die Leute in Q.________(Ortschaft) kannte und den Dro-
genkauf einfädelte, hat ebenfalls als erstellt zu gelten. (…)

Vielmehr ist davon auszugehen, dass A.________ für seine Dienste entlöhnt wurde, indem er einen Teil 
des eingeführten Kokains übernehmen durfte. (…)

Hinsichtlich des Reinheitsgrades des eingeführten Kokaingemischs liegen dem Gericht keine Beweis-
mittel vor. Weil die Staatsanwaltschaft aufgrund eines späteren Sachverhalts (vgl. dazu Ziff. II.B.3. 
nachstehend) – jedoch entgegen der Auffassung des Gerichts – von einer mangelhaften Qualität des 
Kokaingemischs ausging, nahm sie zu Gunsten des Beschuldigten einen unterdurchschnittlichen Rein-
heitsgrad von 50 % Kokainbase an, was bei 3 kg Kokaingemisch eine Menge von 1.5 kg reinem Kokain 
ergibt (pag. 3769).

8.4 Vorbringen der Parteien

Die Generalstaatsanwaltschaft argumentierte vor oberer Instanz (pag. 4089), es 
könne vollumfänglich auf die zutreffenden Sachverhaltsfeststellungen und die Be-
weiswürdigung der Vorinstanz verwiesen werden. Die neuen Aussagen des Be-
schuldigten 1 anlässlich der Berufungsverhandlung seien als Schutzbehauptungen 
zu qualifizieren. Dies gelte namentlich auch für das Vorbringen, wonach sich das 
Kokaingemisch nicht im Skoda Octavia befunden habe. Es müsse dem Beschuldig-
ten 1 bewusst gewesen sein, dass es bei diesem mehrtägigen Ausflug um die Be-
schaffung von Drogen gegangen sei. Er habe denn auch um das Versteck im Auto 
gewusst und könne aus seiner Darstellung des Sachverhalts nichts zu seinen Guns-
ten ableiten. Wer sich als Chauffeur für die Einfuhr von Drogen zur Verfügung stelle, 
erfülle den Tatbestand. Nicht massgebend sei, dass der Beschuldigte 1 nicht von 
Anfang an gewusst haben wolle, dass es um die Beschaffung von Drogen gegangen 
sei. Spätestens bei der Umdisponierung nach Q.________(Ortschaft) müsse es ihm 
klar gewesen sein.

Die Verteidigung befand anlässlich der Berufungsverhandlung (pag. 4092 f.), es 
würden verschiedene zweifelhafte Schlüsse der Vorinstanz vorliegen, welche auf 
wackeligen Beinen stünden. Der Beschuldigte 1 bestreite, mit der Beschaffung der 
3'000 Gramm Kokaingemisch etwas zu tun gehabt und selber davon 200 Gramm für 
seinen Beitrag erhalten zu haben. Der Beschuldigte 1 habe glaubhaft angegeben, 
keinen Einfluss auf die Abwicklung gehabt zu haben und es werde ersichtlich, dass 
er eine weitaus untergeordnete Rolle in der ganzen Geschichte innegehabt habe. 
Beim wichtigsten Teil, nämlich den Verhandlungen über Mengen und Preis, sei er 
nicht dabei gewesen. Es sei beim Beschuldigten kein Motiv ersichtlich, welches dar-
auf abgezielt habe, 3'000 Gramm Kokaingemisch einzukaufen. Der Beschuldigte 1 
habe subjektiv keine Interessen verfolgt, diese 3'000 Gramm zu erwerben oder zu 
besitzen. Aus der Audioüberwachung (pag. 671) gehe deutlich hervor, dass 

24

R.________ den Stoff bezogen habe. Der Beschuldigte 1 habe ihn nur begleitet und 
das Auto gelenkt. Er habe über keine Tatherrschaft verfügt und keinen Profit daraus 
gezogen. Die Vorinstanz habe diverse Absichten (Kauf der Handy-Akkus, Fahrt nach 
Q.________(Ortschaft), Vorstellung des Beschuldigten 1 bei mehreren Leuten im al-
banischen Club, emotionale Unterstützung) erwähnt; diese würden aber nicht genü-
gen, um eine gemeinsame Tatausführung zu begründen. Dass die Tat ohne diese 
Beiträge nicht zustande gekommen wäre, sei zu bezweifeln. Das Kokain habe sich – 
wenn überhaupt – spätestens bei der Panne nicht mehr im Auto befunden und sei 
nur eine kurze Strecke transportiert worden, wobei der Beschuldigte 1 infolge des 
Territorialitätsprinzips nicht belangt werden könne. Sodann lasse das von der Vorin-
stanz zitierte Gespräch zwischen R.________ und S.________ (pag. 625 ff.) nur den 
Schluss zu, dass dem Beschuldigten 200 Gramm Kokaingemisch zugestanden hät-
ten. Daraus aber zu schliessen, dass der Beschuldigte 1 dies auch bekommen habe, 
gehe zu weit. Die Aussage des Beschuldigten 1, schlussendlich nichts davon be-
kommen zu haben, sei glaubhaft und nicht zu widerlegen. Es sei mit Blick auf den 
Grundsatz in dubio pro reo auf die Version des Beschuldigten 1 abzustellen.

8.5 Würdigung der Kammer

Die objektiven Beweismittel, namentlich die Audio- und GPS-Überwachung des 
Skoda Octavia (grau, BQ.________ (Kennzeichen)), die Audio-Überwachung der 
Wohnung von S.________ und die Kontrolle des Skoda Octavia nur Tage nach der 
«Q.________-Fahrt» wurden von der Vorinstanz korrekt zusammengefasst, auf die 
entsprechenden Ausführungen kann vollumfänglich verwiesen werden (pag. 3876 ff., 
S. 13–16 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Sodann wurden die Aussagen 
des Beschuldigten 1 als subjektive Beweismittel in den verschiedenen Einvernah-
men korrekt wiedergegeben. Auf diese Ausführungen wird ebenfalls verwiesen (pag. 
3880 ff., S. 17–19 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Darüber hinaus wird auf 
eine weitere Auflistung und Zusammenfassung der Beweismittel verzichtet. Auf den 
Inhalt der einzelnen Beweismittel wird, soweit relevant, direkt im Rahmen der nach-
folgenden Beweiswürdigung eingegangen.

Die Darlegungen der Vorinstanz überzeugen vollumfänglich. Auf die eingehende 
Beweiswürdigung der Vorinstanz kann vorab verwiesen werden. Aus Sicht der 
Kammer sei an dieser Stelle, teilweise wiederholend, teilweise präzisierend, hervor-
gehoben:

Der Beschuldigte 1 versuchte in der fraglichen Zeit eingestandenermassen, durch 
Drogengeschäfte finanzielle Mittel zu erwirtschaften. Er wollte dies nach eigenen 
Angaben zwar primär mit Marihuana/Cannabis-Geschäften machen, focht aber die 
Schuldsprüche wegen Kokainveräusserung an T.________ und V.________ (erstin-
stanzliches Urteilsdispositiv Ziffer A.1.3.1 und 1.3.3) nicht an und er ist mit der Verur-
teilung betreffend Kokaingeschäften mit U.________ (Dispositiv Ziffer A.1.3.2.) nur 
auf Grund der Mengenangaben nicht einverstanden (siehe nachfolgend Ziff. II.9.). 
Dass er unter diesen Umständen ahnungslos und ohne Eigeninteresse in ein grös-
seres Kokain-Geschäft mit Beteiligung u.a. von R.________ hineingerutscht wäre, 
überzeugt schon von daher nicht.

25

Ganz allgemein ist darauf hinzuweisen, dass die Aussagen des Beschuldigten 1 zur 
Fahrt ins Ausland inhaltlich und bezogen auf ihre Entwicklung nur bedingt überzeu-
gen und er allen Grund hatte, seine Beteiligung an dieser Drogenbeschaffung klein-
zureden. So gab er etwa anlässlich der Hafteröffnung vom 2. September 2020 zu 
Protokoll, nie mit Kokain gehandelt zu haben (pag. 20 Z. 187 f.). Im Rahmen der de-
legierten Einvernahme vom 16. September 2020 erklärte er, einmal in 
Q.________(Ortschaft) gewesen zu sein, im letzten Jahr (pag. 596 Z. 40 und Z. 44). 
Er sei mit einem Kollegen und dessen Fahrzeug dort gewesen (pag. 597 Z. 50). Der 
Kollege habe ihn angerufen und gefragt, ob er mitkommen wolle, woraufhin er mit-
gegangen sei (pag. 597 Z. 62). Auf Frage, ob er nach Q.________(Ortschaft) gefah-
ren sei, um Drogen zu organisieren, antwortete der Beschuldigte 1: «Ich habe keine 
Macht für das gehabt» (pag. 597 Z. 68). Er wisse es nicht, sie hätten privat gespro-
chen und er sei in einer Bar gewesen (pag. 597 Z. 70). Sodann beteuerte er, nichts 
über ein Versteck im Fahrzeug zu wissen (pag. 598 Z. 86 f.). Zum Encro-Handy gab 
er zu Protokoll, es von denen bekommen und ins Versteck getan zu haben (pag. 600 
Z. 170 f.). Er bestritt, einen Transport gemacht und 200 Gramm Kokain dafür erhal-
ten zu haben (pag. 608 Z. 482 und 484). Am 12. November 2020 wurde der Be-
schuldigte 1 erneut delegiert einvernommen, wobei er zu Protokoll gab, mit 
R.________ nach Q.________(Ortschaft) gefahren zu sein, wobei er nicht für be-
stimmte Sachen mit ihm gegangen und er für sich gegangen sei (pag. 632 Z. 164 
und Z. 177). Anlässlich der delegierten Einvernahme vom 14. Januar 2021 machte 
er geltend, nicht zu wissen, ob er von S.________ oder R.________ (je) Kokain 
übernommen habe (pag. 655 Z. 251 und Z. 253). Auf Frage, ob er für die Reise nach 
Q.________(Ortschaft) entlohnt worden sei, antwortete der Beschuldigte 1, dass der 
Plan gewesen sei, dass er 200 bis 300 Gramm bekomme. Der Preis sei aber zu teu-
er gewesen. Es wäre kaum Gewinn übriggeblieben und hätte sich nicht gelohnt (pag. 
655 Z. 272 f.). Im Skoda Octavia habe sich kein einziges Gramm Kokain befunden 
(pag. 655 Z. 266). Er sagte weiter aus, nach Q.________(Ortschaft) gegangen zu 
sein, um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Damit er (gemeint: R.________) ihm 
Gras auf Kommission gebe. Mit dem Gewinn habe er private Sachen erledigen wol-
len (pag. 658 Z. 389 ff.). Er sei den Leuten in Q.________(Ortschaft) vorgestellt 
worden, als es um Preise und Details gegangen sei, sei er aber nicht dabei gewesen 
(pag. 659 Z. 392 f.). Die 3 Kilogramm seien von jemanden abgeholt worden, bevor 
sie selber losgefahren seien und dann die Panne wegen der Batterie gehabt hätten 
(pag. 659 Z. 394 ff.). Er erklärte weiter, dass er den TCS nicht angerufen hätte, wenn 
er die Ware im Fahrzeug gehabt hätte (pag. 659 Z. 398 ff.). 

Anlässlich der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 12. August 2021 
bestätigte er, am Erwerb und der Einfuhr von 3'000 Gramm Kokaingemisch, gemein-
sam begangen mit R.________ in der Zeit vom 10.–12. September 2019 in 
I.________(Ortschaft), P.________(Ortschaft) und auf der Strecke 
I.________(Ortschaft) – Q.________(Ortschaft) (D) beteiligt gewesen zu sein (pag. 
778 Z. 191 ff.). Nach Durchsicht des Protokolls fügte der Beschuldigte 1 an, es nicht 
mit ihm gemeinsam gemacht, ihn aber begleitet zu haben (pag. 778 Z. 197 f.). Das 
Encro-Handy habe er für den Kontakt mit diesen Leuten gehabt, zum Beispiel mit 
R.________. Er habe sich mit ihnen anfreunden wollen, damit sie ihm Marihuana 
oder so geben würden. Sie hätten nicht gewollt, dass er das normale Telefon ver-

26

wende (pag. 779 Z. 201 ff.). Bei der Vorinstanz gab der Beschuldigte 1 zu Protokoll, 
dass nicht ganz alles stimme, was in der AKS stehe und er zum Teil erst im Nach-
hinein erfahren habe, was passiert sei (pag. 3745 Z. 15 f.). R.________ habe er in 
albanischen Clubs beim Poker- oder Kartenspielen kennengelernt. Er sei von ihm 
gefragt worden, ob er mit ihm nach Amsterdam gehe, weil er dort Schulden abzu-
zahlen habe (pag. 3745 Z. 19 ff.). Sie seien auf dem Weg nach Amsterdam gewe-
sen, als R.________ plötzlich gesagt habe, der Beschuldigte 1 solle Richtung 
Q.________(Ortschaft) abbiegen (pag. 3745 Z. 21 f.). Um das Versteck im Skoda 
Octavia habe er gewusst (pag. 3745 Z. 31). Er habe aber nicht gewusst, dass es 
darum gehe, Drogen zu kaufen (pag. 3746 Z. 9). Drogen habe es im Auto keine ge-
habt als sie in Q.________(Ortschaft) vom Hotel zur Bäckerei losgefahren seien 
(pag. 3746 Z. 19 f.). Auf Frage, weshalb er dies so sicher wisse, antwortete der Be-
schuldigte 1: «Er hat es nicht erwähnt» (pag. 3746 Z. 22 f.). Einen Toyota zum Abho-
len der Drogen habe er nicht mitbekommen (pag. 3746 Z. 34 f.). Er habe von 
R.________ wohl etwa 200 – 300 Gramm Kokain übernommen, wobei dies im Win-
ter oder Frühling 2020 gewesen sei (pag. 3746 Z. 38 und Z. 41). Von den 3 Kilo-
gramm habe er kein Gramm bekommen, da er es ihm zu teuer habe verkaufen wol-
len (pag. 3746 Z. 45). 

Vor der oberen Instanz brachte der Beschuldigte 1 vor, es habe sich bei R.________ 
um eine kurzfristige Bekanntschaft gehandelt. Er habe ihn in dieser Zeit besser ken-
nenlernen wollen und sei von ihm eingeladen worden, mit ihm nach Amsterdam zu 
gehen (pag. 4072 Z. 34 f.). Sie hätten dann aber in Q.________(Ortschaft) angehal-
ten, weil er gesagt habe, dort Kollegen oder Bekannte zu haben, die er sehen wolle 
(pag. 4072 Z. 36 f.). Er bestätigte, schon vor dieser Fahrt nach 
Q.________(Ortschaft) mit R.________ mit Drogen zu tun gehabt zu haben (pag. 
4072 Z. 44). Auf Frage, von welchem Zweck der Fahrt er ausgegangen sei, antwor-
tete der Beschuldigte 1, gewusst zu haben, dass R.________ dort Schulden beglei-
chen wollte (pag. 4073 Z. 6). Er sei mitgegangen, damit er sich für Kredit oder so (für 
Marihuana, Drogen [pag. 4073 Z. 11]) glaubhafter bei ihm zeigen könne (pag. 4073 
Z. 7 f.). Er habe gewusst, dass es keine guten Schulden seien. Er habe gedacht, es 
seien Schulden von Marihuana, weil er von R.________ zu dieser Zeit mit Marihua-
na beliefert worden sei (pag. 4073 Z. 15 f. und 18 f.). Auf Frage, wann es für ihn klar 
gewesen sei, dass es nicht nur um die Abzahlung von Schulden gehe, sondern auch 
die Beschaffung von Drogen, erklärte der Beschuldigte 1, gehört zu haben, wie sie 
diese Themen diskutiert hätten, wobei es aber um die Vergangenheit gegangen sei. 
Ihm habe nicht gefallen, worüber sie geredet hätten und er sei dann ins Hotel schla-
fen gegangen (pag. 4073 Z. 22 ff.). Er bestätigte, um das Versteck im Auto gewusst 
zu haben (pag. 4073 Z. 36). Auf Frage, ob er sich zum Zweck der Fahrt keine Ge-
danken gemacht habe, antwortete der Beschuldigte, nicht in diesem Sinn gegangen 
zu sein und sich darum keine Gedanken gemacht zu haben (pag. 4073 Z. 42 ff.). Er 
habe während der Fahrt (bzw. einer gewissen Fahrstrecke) keine Drogen transpor-
tiert, nichts gesehen und nichts in den Händen gehalten (pag. 4074 Z. 3 ff.). Auf 
Vorhalt, wonach aufgrund der Gesprächsüberwachung der Eindruck entstehe, dass 
er 200 Gramm Kokain erhalten habe, entgegnete der Beschuldigte 1, dass dies un-
möglich sei und er erst nach drei, vier Monaten etwas erhalten habe (pag. 4074 Z. 
18).

27

Die Aussagen des Beschuldigten 1 stehen in Widerspruch zu den Erkenntnissen aus 
den weiteren Beweismitteln, aus welchen nach Auffassung der Kammer deutlich 
hervorgeht, dass der Beschuldigte 1 betreffend die Fahrt nach 
Q.________(Ortschaft) seinen tatsächlichen Kenntnisstand und den Umfang seiner 
Beteiligung abzuschwächen versucht.

So spricht es Bände, dass es bei der Fahrt ins Ausland gemäss den Überwa-
chungsmassnahmen nicht um das erste Mitfahren des Beschuldigten 1 mit 
R.________ im Skoda Octavia ging. Bereits am 31. August 2019 sass der Beschul-
digte 1 nicht nur passiv im Fahrzeug dabei, als es im Gespräch mit einem Unbe-
kannten um mehrere Fahrten nach Holland ging, sondern er diskutierte nachträglich 
mit R.________ über die Zuverlässigkeit des Unbekannten (pag. 386 mit Verweis 
auf Track-Nr. 3032), er trat also nicht einfach als «Befehlsempfänger» auf und wuss-
te über die Drogentransporte offenkundig schon damals bestens Bescheid. Daraus 
erhellt, dass zweifelsohne bereits vor der Fahrt im September 2019 ein Drogenkon-
nex zwischen dem Beschuldigten 1 und R.________ bestand. Dies wurde vom Be-
schuldigten 1 vor der oberen Instanz denn auch bestätigt (pag. 4072 Z. 44).

Betreffend die Frage, inwieweit der Beschuldigte 1 vorliegend von Anfang an ge-
wusst habe, dass er bei der Fahrt nach Amsterdam – resp. Q.________(Ortschaft) – 
nicht (nur) um die Abzahlung von Schulden, sondern eben auch die Beschaffung von 
Drogen ging, hielt die Generalstaatsanwaltschaft zutreffend fest, dass es nicht mat-
chentscheidend sei, wenn der Beschuldigte 1 dies bei der Abfahrt noch nicht ge-
wusst habe. Spätestens beim Umdisponieren nach Q.________(Ortschaft) müsse 
der Beschuldigte 1 im Bilde gewesen sein. 

Es liegen vorliegend zahlreiche Anhaltspunkte vor, welche jedoch den Schluss nahe-
legen, dass der Beschuldigte 1 tatsächlich von Beginn weg um die beabsichtigten 
Drogengeschäfte im Bilde war.

So zeigen die von der Vorinstanz korrekt referierten Aufnahmen von den Ge-
sprächen im Fahrzeug anlässlich der Q.________ (Ortschaft)-Fahrt und –Rückfahrt 
(diese Fahrt im Übrigen per GPS-Überwachung belegt), dass der Beschuldigte 1 
nicht einfach austauschbarer Chauffeur war, sondern mit R.________ zeitweise auf 
gleicher Augenhöhe kommunizierte. Auf Grund der Überwachungen der Gespräche 
im Autoinnern während der Fahrt nach Deutschland und wieder zurück erhellt auch, 
dass der Beschuldigte 1 durchaus um den eigentlichen Zweck der Fahrt wusste. Die 
aufgenommenen Gespräche illustrieren nicht das Gespräch eines Chefs mit einem 
untergeordneten Chauffeur, der einfach nur fährt. Wäre der Beschuldigte 1 damals 
R.________ noch nicht näher bekannt gewesen, hätte man ihn wohl kaum unter die-
sen Umständen ein solches Fahrzeug für eine längere Fahrt ins Ausland lenken las-
sen. Diesbezüglich fällt weiter auf, dass nicht etwa ein Fahrzeug des Beschuldigten 
1, sondern eben gerade ein offenkundig für Drogentransporte präpariertes Fahrzeug 
verwendet wurde. Einem beliebigen, ahnungslosen Fahrer hätte R.________ so-
dann nicht aufgetragen, das Encro-Handy (per se schon ein Hinweis auf eine inten-
sivere Beteiligung des Beschuldigten 1) in das Fahrzeugversteck zu legen (vgl. 
pag. 3877, S. 14 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Schliesslich erklärte der 
Beschuldigte 1 im Rahmen einer delegierten Einvernahme auf Frage, ob er im An-
schluss an die Reise nach Q.________(Ortschaft) Kokain erhalten habe, es sei der 

28

Plan gewesen, dass er 200 bis 300 Gramm erhalte (pag. 655 Z. 269). All diese Um-
stände legen den Schluss nahe, dass der Beschuldigte 1 entgegen seinen Vorbrin-
gen frühzeitig Kenntnis hatte von der beabsichtigten Beschaffung von Drogen, selbst 
wenn das Ziel der Fahrt allenfalls überraschend von Holland zu 
Q.________(Ortschaft) änderte. Seinen Vorbringen vor oberer Instanz (er sei ein-
fach eine Begleitung zum Reden gewesen, pag. 4073 Z. 33) kann nach dem Gesag-
ten kein Glauben geschenkt werden.

Dass es letztlich um 3 kg Kokaingemisch ging, die man abholte, bestätigten 
R.________ und S.________ gleich zweimal im Rahmen der Überwachungen, näm-
lich am 12. September 2019 (die Datierung auf 2022 pag. 3878 durch die Vorinstanz 
ist hier offenkundig ein Versehen), also tatnah oder sogar noch tatzeitgleich 
(pag. 621 f.) und dann drei Monate später nochmals (pag. 671). Anzeichen für 
Falschdarstellungen in diesen Gesprächen sind nicht ersichtlich. Auch die vorüber-
gehende Panik, die sich bei R.________ im Laufe der Fahrt ausbreitete (pag. 615) 
fügt sich nahtlos in diese Annahme ein. Somit ist auch als erstellt anzusehen, dass 
der abgeholte Stoff kurze Zeit in Deutschland auch im Auto mit dem Beschuldigten 1 
war (pag. 621 f.: «Ich ging hinaus mit dem Stoff drinnen und puffff, Skoda schaltet 
ab, fick die Schwester, dachte, heute lande ich ins Gefängnis»). Entgegen der zeit-
weiligen Darstellung des Beschuldigten 1 leuchtet nicht ein, wieso man mit einem 
präparierten Fahrzeug nach Q.________(Ortschaft) gefahren wäre, wo dann die 
Drogen von sonst jemandem übernommen worden wären, bevor man noch mit dem 
eigenen Auto auf der Rückfahrt die Panne erlitt. In einer Aussage bemerkte der Be-
schuldigte 1 wenig überzeugend, dass kein Kokain ins Auto gekommen sei, schlies-
se er daraus, dass man ihm dies nicht gesagt habe (pag. 3746 Z. 22 f.). Auch vor 
oberer Instanz betonte er, nichts gesehen oder in den Händen gehalten zu haben 
(pag. 4074 Z. 5). Mit diesen Relativierungen vermag der Beschuldigte jedoch nichts 
zu seinen Gunsten abzuleiten, zumal daraus gerade nicht geschlossen werden 
kann, dass sich tatsächlich zu keinem Zeitpunkt Drogen im Fahrzeug befanden. Mit 
Blick auf die Erkenntnisse aus der Audio-Überwachung muss vielmehr vom Gegen-
teil ausgegangen werden. Tage später diente der in Deutschland benützte Skoda 
wieder oder weiterhin zum Transport von (festgestellten 1.6 kg) Kokain (pag. 395 zur 
Anhaltung von BR.________ im Wallis). Dass im Fahrzeugversteck gar nicht 3 kg 
Platz gehabt hätten, wie auch zeitweise ausgeführt wurde (Plädoyer Verteidigung, 
pag. 3775), wirkt dabei unbehilflich.

Dass 3 kg Kokaingemisch aus der Fahrt nach Q.________(Ortschaft) schliesslich 
anderweitig eingeführt wurden, ist wiederum aufgrund der überwachten Gespräche 
zwischen R.________ und S.________ offenkundig und wurde letztlich auch vom 
Beschuldigten 1 nicht bestritten. Zur Frage, ob der Beschuldigte 1 im Sinne der An-
klageschrift genau aus diesen 3 kg Kokaingemisch 200 Gramm übernommen hat, 
liegen verschiedene Indizien vor. So erscheint bereits in Anbetracht der vom Be-
schuldigten 1 geleisteten Dienste (lange Fahrten, Beschaffung der Akkus, Avisierung 
des Pannendienstes) plausibel, dass ihm eine Gegenleistung über Kost und Logis 
(pag. 655 Z. 269) hinaus zustand. Auch aus den überwachten Gesprächen zwischen 
R.________ und S.________ geht hervor, dass betreffend den Verwendungszweck 
der Lieferung aus Q.________(Ortschaft) damals die Rede davon war, 
«AJ.________ (Rufname von A)», also dem Beschuldigten 1 (vgl. pag. 387), 200 

29

Gramm zu geben (pag. 2522). Der Beschuldigte 1 gab sodann selber auf Frage, ob 
er im Anschluss an die Reise nach Q.________(Ortschaft) Kokain erhalten habe, zu 
Protokoll, dass der Plan gewesen sei, dass er 200 bis 300 Gramm bekomme (pag. 
655 Z. 271 ff.). Der Beschuldigte 1 gab vor der Vorinstanz zu Protokoll, kein Gramm 
von diesen insgesamt 3 Kilogramm erhalten zu haben, da R.________ es ihm zu 
teuer habe verkaufen wollen (pag. 3746 Z. 45). Die Vorinstanz hielt diesbezüglich 
zutreffend fest, dass R.________ bereits plante, beim nächsten Mal den Beschuldig-
ten 1 erneut nach Q.________(Ortschaft) zu schicken und auch der Beschuldigte 1 
seinerseits offenkundig ein Interesse an einer längerfristigen Geschäftsbeziehung 
mit R.________ und S.________ hatte. Vor diesem Hintergrund scheint unwahr-
scheinlich, dass R.________ den Beschuldigten 1 nicht vereinbarungsgemäss be-
lohnen wollte oder der Beschuldigte 1 einen vermeintlichen Kauf an einem zu hohen 
Preis scheitern liess (pag. 3886, S. 23 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 
Oberinstanzlich gab der Beschuldigte 1 demgegenüber zu Protokoll, es sei unmög-
lich, dass er 200 Gramm Kokaingemisch erhalten habe. Er habe erst nach drei, vier 
Monaten etwas von ihm erhalten (pag. 4074 Z. 20). Nach Auffassung der Kammer 
ist erstellt, dass dem Beschuldigten 1 für seine Beteiligung an der Fahrt nach 
Q.________(Ortschaft) eine Gegenleistung in der Form eines Anteils an Kokainge-
misch zustand und er zu einem späteren Zeitpunkt auch 200 Gramm Kokaingemisch 
erhielt. Ob dieser Anteil indes direkt aus den eingeführten 3 Kilogramm stammt, lässt 
sich indes nicht zweifellos erhärten.

Betreffend den Reinheitsgrad kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführun-
gen der Vorinstanz abgestellt werden, wonach von einem Reinheitsgrad von 50 % 
Kokainbase auszugehen ist, was bei 3 Kilogramm Kokaingemisch eine reine Dro-
genmenge von 1.5 Kilogramm reinem Kokain ergibt (pag. 3886; S. 23 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung).

Aus dem Gesagten folgt, dass der angeklagte Sachverhalt auch aus Sicht der Kam-
mer erfüllt ist, wobei mindestens in dubio nicht darauf abgestellt werden kann, dass 
die 200 Gramm Kokaingemisch, welche dem Beschuldigten 1 zustanden (und er 
später auch erhielt), tatsächlich aus den insgesamt 3 Kilogramm entstammen, wel-
che der Beschuldigte 1 und R.________ in der Zeit vom 10. bis 12. September 2019 
in Q.________(Ortschaft) beschafften. Auch kann insbesondere auf Grund der 
überwachten Gespräche zwischen R.________ und S.________ festgehalten wer-
den, dass der Beschuldigte 1 durchaus über die Drogengeschäfte informiert war, 
letztlich aber nicht auf derselben Ebene wie R.________ operierte. So fuhr man im 
September 2019 auch nicht zu einer Quelle des Beschuldigten 1, sondern von 
R.________, welcher sich vom Beschuldigten 1 chauffieren liess.

8.6 Beweisergebnis

Nach dem Ausgeführten erachtet es die Kammer als erstellt, dass der Beschuldigte 
1 am 10. September 2019 gemeinsam mit R.________ nach Q.________(Ortschaft) 
(D) fuhr, wobei der Beschuldigte 1 den Skoda Octavia lenkte. Dabei bestand zwi-
schen R.________ und dem Beschuldigten 1 bereits ein Vertrauensverhältnis, zumal 
sie auch bereits eine gemeinsame Vorgeschichte im Betäubungsmittelhandel aufzu-
weisen hatten. Ursprüngliches Ziel der Fahrt war offenbar Holland (pag. 673, pag. 
3745), wobei die beiden umdisponierten, nachdem der dort reservierte Stoff bereits 

30

verkauft worden war (vgl. pag. 621). Der Beschuldigte 1 besorgte im Vorfeld zwei 
Akkus für die Encro-Handys und wusste um das im Fahrzeug eingebaute Versteck. 
Der Beschuldigte 1 und R.________ kauften in Q.________(Ortschaft) (D) 3 kg Ko-
kaingemisch (1.5 kg reines Kokain) zu einem Preis von CHF oder EUR 27'500.00, 
wobei es sich um den ungefähr marktüblichen Preis pro Kilogramm handelte (vgl. 
pag. 669). Der Beschuldigte 1 wusste, dass die Fahrt ins Ausland die Beschaffung 
von Kokain bezweckte und auch beabsichtigt war, dass er einen Teil des Kokains 
erhält.

Anlässlich der Rückreise sprang das Auto nach einem Halt an der BK.________ 
(Strasse) in Q.________(Ortschaft) (D) nicht mehr an, worauf hin das sich im Ver-
steck befindliche Kokain von unbekannten Freunden von R.________ mit einem To-
yota abgeholt wurde. Der Beschuldigte 1 kontaktierte den TCS und ersuchte um 
Pannenhilfe, wobei er an den ADAC verwiesen wurde. Der Beschuldigte 1 und 
R.________ fuhren in der Folge ohne die 3 kg Kokain zurück in die Schweiz, wobei 
das Kokain durch die Unbekannten in die Schweiz verbracht wurde. Auch wenn der 
Beschuldigte 1 an den eigentlichen Verhandlungen um Preis und Menge in 
Q.________(Ortschaft) (D) nicht teilgenommen haben soll, ist offenkundig, dass er 
über den eigentlichen Zweck der Fahrt im Bilde war. Er war denn auch nicht lediglich 
der Chauffeur von R.________ ohne jegliches Hintergrundwissen, sondern leistete 
weitere Beiträge, so etwa die Beschaffung der Akkus für die Encro-Handys und die 
moralische Unterstützung von R.________ in der Pannensituation. Auch wäre er vor 
der Fahrt bereit gewesen, für R.________ Geld einzusammeln. Der Beschuldigte 1 
war offenkundig in einer untergeordneten Stellung beteiligt, aber ohne Weiteres ins 
Geschehen involviert. Für seinen Beitrag war auch eine Entschädigung in Form ei-
nes Anteils am Kokaingemisch vorgesehen. Der Beschuldigte 1 erhielt zu einem 
späteren Zeitpunkt denn auch 200 Gramm Kokaingemisch von R.________, wobei 
nicht zweifelsfrei erstellt werden kann, ob es sich hierbei um einen Anteil aus den in 
Q.________(Ortschaft) beschafften 3 Kilogramm oder einer anderen Quelle handel-
te. Der Beschuldigte 1 beteiligte sich an dieser Fahrt letztlich auch, um seine ge-
schäftlichen Beziehungen zu R.________ zu fördern, von dessen Netzwerk im Ko-
kainhandel zu profitieren und dadurch neue Kokainquellen zu erschliessen. 

9. Vorwurf der qualifizierten Widerhandlung gegen das BetmG gemäss Bst. A. 
Ziff. I.1.2.2./Bst. B. Ziff. I.1.2.2. AKS (Anklagepunkt «U.________/Kokain»)

9.1 Vorwurf gemäss Bst. A Ziff. I.1.2.2./Bst. B. Ziff. I.1.2.2.

Die Vorinstanz fasste die Anklage, die beide Beschuldigten betrifft, wie folgt richtig 
zusammen (pag. 3889, S. 26 der schriftlichen Urteilsbegründung):

Nach Ziff. A.I.1.2.2. / B.I.1.1.2. AKS wird den Beschuldigten die Veräusserung von total 1'700 g – 
1'900 g Kokaingemisch (Reinheitsgrad 79 – 80 % Base) an U.________, gemeinsam begangen in der 
Zeit von ca. Frühling / Sommer 2019 bis August 2020 in I.________(Ortschaft), J.________(Ortschaft), 
L.________(Ortschaft) und eventuell andernorts, vorgeworfen.

A.________ habe U.________ aus dem RAV-Kurs gekannt und habe ihm neben Marihuana auch Ko-
kain zum Preis von CHF 50.00 – 55.00 / g veräussert. D.________ sei praktisch immer mit A.________ 
unterwegs gewesen, wobei er meistens der Fahrer gewesen sei. Die beiden seien jeweils gemeinsam 

31

zu den Treffen mit U.________ gefahren. Das Kokain sei U.________ mehrheitlich von A.________, 
teilweise aber auch von D.________ übergeben worden.

9.2 Bestrittener/unbestrittener Sachverhalt

Beide Beschuldigten sind geständig, U.________ neben Marihuana auch Kokain 
verkauft zu haben. Auch der Preis von CHF 50.00/Gramm ist unbestritten. Das Ko-
kain sei U.________ meist nach Hause geliefert worden. 

Der Beschuldigte 1 bestreitet indes die Menge des veräusserten Kokains. Vor der 
oberen Instanz erklärte er, es seien vier/fünf Veräusserungen von je 50 Gramm zu 
CHF 50.00/Gramm gewesen, d. h. maximal 200 – 300 Gramm Kokaingemisch. 

Vom Beschuldigten 2 wurde der erstinstanzliche Schuldspruch in diesem Anklage-
punkt formell akzeptiert, wenngleich auch er vor der oberen Instanz betonte, von den 
Mengenangaben von U.________ und den damit verbundenen schweren Belastun-
gen überrascht worden zu sein. Auch der Beschuldigte 2 bestritt vor der oberen In-
stanz die Anzahl an Veräusserungsgeschäften; er sei nur an einer Veräusserung 
von 100 Gramm Kokaingemisch beteiligt gewesen. Er bestritt sodann, von weiteren 
Geschäften zwischen dem Beschuldigten 1 und U.________ Kenntnis gehabt zu ha-
ben.

9.3 Würdigung der Vorinstanz

Auch in diesem Fall nahm die Vorinstanz umfangreiche Erörterungen vor (pag. 3889 
– 3898, S. 26 – 35 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Sie wies darauf hin, 
dass die Fahrzeuge der Beschuldigten innert rund 3 Monaten im Frühling/Sommer 
2020 immer wieder in der Nähe des Domizils von U.________ hätten festgestellt 
werden können. Kein Kontakt des Beschuldigten 2 mit U.________ sei ohne Anwe-
senheit des Beschuldigten 1 passiert. Das Aussageverhalten der Beschuldigten sei 
wenig konstant gewesen (etwa des Beschuldigten 1 zu den Mengen). Demgegenü-
ber habe sich U.________ zunächst einmal selber mit seinen Mengenangaben be-
lastet, bevor er schliesslich die Beschuldigten als seine Lieferanten bezeichnet habe. 
Ein Motiv für eine Falschbelastung sei nicht ersichtlich und insbesondere nicht im 
von ihm angestrebten abgekürzten Verfahren zu sehen. Falls er Angst vor anderen, 
«wahren» Lieferanten gehabt hätte, so hätte er gar keine Namen anzugeben brau-
chen bzw. die Aussage verweigern können. Die Aussagen von U.________ würden 
im Übrigen im Grundsatz mit den anderweitig festgestellten oder zugestandenen Ab-
läufen übereinstimmen. Die nachgereichte notarielle Urkunde (angebliche Erklärung 
U.________ zum Bezug von lediglich 200 g Kokain) mute hingegen seltsam an, et-
wa auf Grund der zeitlichen Zusammenhänge. Die Vorinstanz folgerte insgesamt, 
dass die Anklage sachverhaltsmässig erstellt sei (ab pag. 3896 – 3898, S. 33 – 35 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Aufgrund all dieser Umstände vermag die nachgeschobene notariell beurkundete Erklärung von 
U.________ nichts an seinen ursprünglichen, glaubhaften Aussagen zu ändern. Entsprechend erachtet 
das Gericht als erstellt, dass dieser von den Beschuldigten eine Menge von 1.7 kg bis 1.9 kg Kokain 
bezog, wobei zu Gunsten der Beschuldigten auf die Mindestmenge von 1.7 kg abzustellen ist.

Betreffend den Reinheitsgrad des veräusserten Kokaingemischs kann auf die Analyse des bei 
U.________ sichergestellten Kokaingemischs verwiesen werden, welche einen Reinheitsgrad von 79 – 

32

80 % Kokainbase ergab (…) Veräussert wurden folglich ca. 1'343 g reines Kokain (…)

Hinsichtlich der Rollenverteilung bzw. der Beteiligung von D.________ ist festzuhalten, dass dieser 
nach eigenen Angaben «nonstop» mit A.________ unterwegs war (was U.________ und A.________ 
bestätigten) und zudem eingestand, jeweils zu den Treffen mit U.________ mitgegangen zu sein. Er sei 
der Chauffeur gewesen. (…) Als erstellt erachtete das Gericht allerdings auch, dass D.________ in ei-
ner leicht untergeordneten Stellung tätig war, da A.________ das Kokain besorgte und es U.________ 
öfter übergab. Entsprechend bezeichnete U.________ A.________ denn auch als den Chef der beiden.

9.4 Vorbringen der Parteien
Seitens der Generalstaatsanwaltschaft wurde anlässlich der Berufungsverhandlung 
vorgebracht, auch betreffend den Sachverhalt «U.________/Kokain» könne auf die 
zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden. Der Beschuldigte 1 ha-
be mehrmals versucht, seine Aussagen dem aktuellen Ermittlungsstand anzupas-
sen. Die notarielle Urkunde sage nichts über die Richtigkeit deren Inhalts aus und 
entlaste die Beschuldigten keineswegs. Auch in diesem Anklagepunkt habe ein 
Schuldspruch zu erfolgen (pag. 4089 f.).

Die Verteidigung des Beschuldigten 1 argumentierte vor der oberen Instanz, der Be-
schuldigte 1 sei von U.________ schwer belastet worden, wobei dessen Aussagen 
im September und Oktober 2020 unter dem Aspekt des Konfrontationsgrundsatzes 
grenzwertig seien. In den späteren Einvernahmen seien nur noch knappe Antworten 
unter Verweis auf das bereits Gesagte gemacht worden, was die Wahrung der Ver-
teidigungsrechte erschwere. Diesem Umstand sei denn auch Rechnung zu tragen 
bei der Aussagewürdigung. Die beiden Beschuldigten hätten eingestanden, 
U.________ Marihuana und Kokain verkauft zu haben. U.________ habe bei der Fo-
tovorweisung anlässlich seiner ersten Einvernahme die Beschuldigten nicht identifi-
ziert oder kennen wollen; erst nach dem Hinweis der Polizei, dass diese im Gefäng-
nis seien, sei er sich dann plötzlich sicher gewesen, von diesen 1'700 – 1'900 
Gramm Kokaingemisch gekauft zu haben. Die Vorinstanz habe den Beschuldigten 1 
insbesondere gestützt auf die Aussagen von U.________ verurteilt, welche sehr 
oberflächlich, pauschalisierend, widersprüchlich und interessengefärbt seien. 
U.________ habe anlässlich der Hafteröffnung auch ausgesagt, von anderen Liefe-
ranten Kokain bezogen zu haben. Er habe andere Lieferanten decken können, in-
dem er die Beschuldigten über Mass belastet habe. Auch habe U.________ für sich 
die Durchführung des abgekürzten Verfahrens bewirken wollen. Es könne nicht mehr 
als ein richtiges Treffen zwischen U.________ und den Beschuldigten dokumentiert 
werden. Auch telefonische Kontakte seien kaum registriert. Sodann habe 
U.________ sich beim Beschuldigten 1 für die falsche Anschuldigung entschuldigt 
und eine notarielle Urkunde eingereicht, mit welcher er seine Aussagen relativiert 
habe. U.________ sei sich offenbar bewusst, dass er den Beschuldigten 1 zu Un-
recht belastet habe. Wer kein schlechtes Gewissen habe, würde sich nicht so verhal-
ten. Die Mengenangaben gemäss Anklageschrift seien nicht erstellt (pag. 4093 f.).

9.5 Würdigung der Kammer

Auch betreffend diesen Anklagepunkt kann vorab zu den vorhandenen Beweismit-
teln vollumfänglich auf die Darlegungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 3889 f. [objektive Beweismittel] und resp. pag. 3890 – 3895 [subjektive Be-

33

weismittel]). Herauszuheben ist wiederholend und präzisierend Folgendes:

Gemäss Aussagen des Beschuldigten 1 lernten er und U.________ sich in einem 
RAV-Kurs kennen (pag. 24). Mit Drogen brachte er ihn damals nicht in Verbindung. 
Anlässlich der delegierten Einvernahme vom 12. November 2020 erkannte der Be-
schuldigte 1 U.________ auf Fotovorhalt (pag. 629/630). Der Beschuldigte 1 erklär-
te, U.________ Gras verkauft zu haben, aber nie Kokain (pag. 630 Z. 77 ff. resp. 
pag. 630 Z. 95 ff.). Konfrontiert mit der Aussage von U.________, wonach dieser ca. 
1.7 – 1.9 Kilogramm Kokaingemisch bei ihm und dem Beschuldigten 2 bezogen ha-
be, entgegnete der Beschuldigte 1, dass dies unmöglich sei (pag. 631 Z. 115 ff.). Bei 
der delegierten Einvernahme vom 14. Januar 2021 gab der Beschuldigte 1 zu Proto-
koll, dass betreffend den Vorwurf ein paar Sachen stimmen würden, andere hinge-
gen nicht (pag. 650 Z. 40). Er habe schon mit U.________ Kontakt gehabt bezüglich 
des Kokains, doch nicht in der Menge, wie behauptet werde (pag. 650 Z. 43 f.). Auf 
Frage, wie viel Kokain U.________ denn bei ihm bezogen habe, antwortete der Be-
schuldigte 1, er schätze zwischen 100, vielleicht 250 bis 300 Gramm (pag. 650 Z. 76 
und pag. 651 Z. 77). An die Anzahl Übergaben könne er sich nicht erinnern (pag. 
652 Z. 127). Auf Vorhalt der Observationsergebnisse, wonach mehrere Treffen mit 
U.________ hätten beobachtet werden können, erklärte der Beschuldigte 1, dass er 
U.________ Kokain oder Gras auch auf Kommission übergab, da mittlerweile das 
Vertrauen da gewesen und sie Freunde gewesen seien (pag. 652 Z. 150 ff.). Auf 
Vorhalt, wonach er U.________ 1.7 Kilogramm (Kokain) zu einem Gesamtpreis zwi-
schen CHF 85'000.00 (CHF 50.00/Gramm) und CHF 93'500.00 (CHF 55.00/Gramm) 
verkauft habe, antwortete der Beschuldigte 1, die Preise seien realistisch, nicht aber 
die Menge (pag. 653 Z. 196 ff.). Das von S.________ und R.________ bezogene 
Kokain habe er U.________ («dem Bulgaren») und dem Beschuldigten 2 verkauft, 
letzterem ohne Gewinn (pag. 656 Z. 291 ff.). Im Rahmen der Einvernahme bei der 
Staatsanwaltschaft am 12. August 2021 erklärte der Beschuldigte 1, U.________ 
vielleicht 300 bis 400 Gramm Kokain verkauft zu haben (pag. 780 Z. 267). 
U.________ habe ihn beispielsweise für 100 oder 50 Gramm gefragt. Er selber sei 
dann gegangen, habe es besorgt und ihm direkt gebracht. Er habe es nicht bei sich 
gelagert (pag. 781 Z. 311 f.). 

Vor der Vorinstanz brachte der Beschuldigte 1 vor, U.________ habe mit der Menge 
etwas übertrieben, er habe ihm nur 200 bis 300 Gramm gebracht, inkl. den 100 
Gramm des Beschuldigten 2 (pag. 3747 Z. 19 ff.). Er erklärte weiter, U.________ 
habe ihn vor zwei/drei Monaten angerufen. Er habe sich bei ihm dafür entschuldigt, 
ihn belastet zu haben. Er selber habe ihm gesagt, dass er kein Richter und kein Gott 
sei. Was passiert sei, sei passiert, das sei die Vergangenheit (pag. 3747 Z. 36 ff.). 
Auf Frage, wie das Schreiben beim Notar zustande gekommen sei, erklärte der Be-
schuldigte 1, es nicht zu wissen und sein [damaliger] Fürsprecher dieses erhalten 
habe (pag. 3748 Z. 13 und Z. 19). Vor der oberen Instanz bestätigte der Beschuldig-
te 1 die erstinstanzlich geltend gemachte Menge von maximal 200 bis 300 Gramm 
Kokaingemisch für CHF 50.00/Gramm (pag. 4074 Z. 32 und Z. 41). Es seien 
vier/fünf Lieferungen gewesen (pag. 4074 Z. 35). Er habe U.________ mit Marihua-
na beliefert, wobei dieser zwischenzeitlich gefragt habe, ob er ihm auch Kokain be-
sorgen könne, weil er selber zwei/drei Kunden habe. Der Beschuldigte 1 habe dies 
dann getan und ihm 50 Gramm geliefert. Nach einer Zeit habe er dann wieder ge-

34

fragt. So sei es abgelaufen (pag. 4075 Z. 4 ff.). Er habe das alleine gemacht und der 
Beschuldigte 2 habe keine Aufgabe gehabt (pag. 4075 Z. 17 und Z. 20). Nach seiner 
Haftentlassung habe er noch Kontakt mit U.________ gehabt, wobei dieser sich bei 
ihm entschuldigt habe, weil er ihn so fest belastet habe (pag. 4075 Z. 42 und pag. 
4076 Z. 11). U.________ habe sodann noch per What’s App geschrieben, dass er 
dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten 1 geschrieben habe, dass nicht alles 
stimme, was er gesagt hatte (pag. 4076 Z. 22 f.).

Zu den Aussagen des Beschuldigten 2 ist anzumerken, dass dieser anlässlich seiner 
Hafteröffnung vom 2. September 2020 zu Protokoll gab, nichts mit Kokain zu tun ha-
ben, ausser die Sache mit dem dunklen Mann (pag. 114 Z. 41 f.). Der Beschuldigte 1 
sei mit ihm im Auto gesessen, als er die «dunkle Person» (gemeint: T.________) ge-
troffen und ihm 50 Gramm Kokain übergeben habe (pag. 121 Z. 311 f.). Der Name 
U.________ sage ihm nichts (pag. 123 Z. 358). Der Beschuldigte 2 wurde sodann 
am 7. September 2020 bei der Staatsanwaltschaft einvernommen, wobei er auf Vor-
halt eines Fotos von U.________ erklärte, diesen vom Bild her zu kennen, ihm aber 
der Name U.________ nichts sage (pag. 828 Z. 152 und Z. 161). Er kenne diesen 
über den Beschuldigten 1, sie hätten ein paar Mal grilliert (pag. 828 Z. 155). Auf Fra-
ge, ob er mit dieser Person in Bezug auf Kokain etwas zu tun gehabt habe, sagte 
der Beschuldigte 2 aus, dass dem nicht so sei. U.________ habe auch Gras ge-
raucht und ein bisschen für sich gekauft. Mit Kokain habe er selber aber mit ihm 
nichts zu tun gehabt (pag. 828 Z. 164 ff., pag. 829 Z. 186). Auch beteuerte er nach 
Vorhalt, wonach die Ermittlungsbehörden davon ausgingen, dass er und/oder der 
Beschuldigte 1 U.________ über längere Zeit Kokain verkauft hätten, dass er selber 
U.________ kein einziges Gramm Kokain verkauft habe (pag. 829 Z. 201 ff.). Auf 
Frage, ob er wisse, ob der Beschuldigte 1 U.________ Kokain gebracht habe, erklär-
te der Beschuldigte 2 zunächst, dies wirklich nicht zu wissen (pag. 829 Z. 189), 
später zögerte er bei der selben Frage und antwortete schliesslich, dass er lieber 
nichts sagen möchte und der Beschuldigte 1 diese Frage beantworten solle (pag. 
829 Z. 208 f. und pag. 830 Z. 210). Anlässlich der delegierten Einvernahme vom 12. 
Oktober 2020 brachte der Beschuldigte 2 vor, U.________ nicht gut zu kennen 
(pag. 872 Z. 418). Er sei etwa zwei/drei Mal mit dem Beschuldigten 1 bei 
U.________ zuhause gewesen (pag. 873 Z. 428). Auch habe er U.________ ein 
oder zwei Mal von der Billardbar nach Hause gefahren (pag. 873 Z. 430). Er habe 
kein Kokain an U.________ verkauft oder übergeben (pag. 873 Z. 432). Auf Vorhalt 
der Observationsergebnisse vom 18. März 2020, wonach U.________ zu ihm und 
dem Beschuldigten 1 ins Auto gestiegen sei und sie dann zu dritt an den Finkenweg 
in J.________(Ortschaft) gefahren seien, erklärte der Beschuldigte 2, dazu nichts zu 
sagen zu haben (pag. 873 Z. 442). Auf Frage, was auf dieser Fahrt gemacht und 
worüber gesprochen worde