# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1dcc6b37-12a3-50da-9c07-7ad56349cee7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-11-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.11.2017 C-1970/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1970-2015_2017-11-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-1970/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  N o v e m b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richter Christoph Rohrer (Vorsitz), 

Richter Beat Weber,  

Richterin Michela Bürki Moreni,    

Gerichtsschreiber Milan Lazic. 
 

 
 

Parteien 
 1. CSS Kranken-Versicherung AG,  

39 und 45 [2 Krankenversicherer], 

vertreten durch CSS Kranken-Versicherung AG, 

 

2-38, 40-44 und 46 [43 Krankenversicherer], 

vertreten durch tarifsuisse ag, 

 

47. tarifsuisse ag, 

Beschwerdeführerinnen,  

 
 

 
gegen 

 
 

A._______ [Verband von Alters- und Pflegeheimen], 

Beschwerdegegnerin,  

 

B._______,  

Vorinstanz.  
 

 
 

Gegenstand 
 KVG, Verlängerung Tarifvertrag betr. Alters- und Pflege-

heime; Beschluss des Regierungsrates des Kantons  

B._______ vom […] Februar 2015. 

 

C-1970/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Heimverband A._______ und die santésuisse (heute: tarifsuisse 

ag [vgl. dazu Urteil des BVGer C-6460/2011 vom 24. Juni 2014 Sachverhalt 

Bst. C.d und E. 2.3.2 ff.]) schlossen mit Unterschriften vom (…) 2008 bzw. 

vom (…) 2008 einen unbefristeten Vertrag betreffend die Vergütung der 

Behandlung und Pflege von Bewohnern in Alters- und Pflegeheimen des 

Kantons B._______ durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung 

gemäss KVG (im Folgenden: Vertrag oder Pflegeleistungsvertrag). Nach 

Art. 1 und 2 des Vertrags unterstanden diesem die dem Heimverband an-

geschlossenen und auf der rechtsgültigen Pflegeheimliste des Kantons 

B._______ figurierenden Institutionen (Pflegeheime) und die santésuisse 

angeschlossenen Krankenversicherer, soweit die Pflegeheime und Kran-

kenversicherer gemäss Art. 4 des Vertrags den Beitritt zum Vertragswerk 

erklärt haben (vgl. Akten im Beschwerdeverfahren [im Folgenden: BVGer-

act.] 1 Beilage 7). 

A.b Mit Beschluss [Referenznummer] vom (…) 2008 genehmigte der Re-

gierungsrat des Kantons B._______ (im Folgenden: Regierungsrat oder 

Vorinstanz) diesen Vertrag zwischen A._______ und santésuisse mit Gül-

tigkeit per 1. Januar 2008 (vgl. Ziff. 1 des Regierungsratsbeschlusses vom 

[…] Februar 2015 [BVGer-act. 1 Beilage 1]). 

A.c Dieser Vertrag erfuhr mit Anhang 8 vom (…) 2009 gewisse Anpassun-

gen für Pflegeheime, welche ab. 1. Januar 2010 das Bedarfserfassungs-

system RAI/RUG anwenden. Darin sind u.a. auch MiGeL-Pauschalleistun-

gen je nach Pflegestufe vorgesehen. Im Weiteren einigten sich A._______ 

und die tarifsuisse am (…) 2011 bzw. am (…) 2012 – im Sinne einer Inter-

pretation des ungekündigten Pflegeheimvertrages – auf Umrechnungsta-

bellen betreffend die Zuordnung von BESA Punkte/Minuten, die Original 

RUG's/Minuten sowie die Pauschalen für Mittel und Gegegenstände zu 

den Beitragsstufen der neuen Pflegefinanzierung unter Berücksichtigung 

der Kalibrierungs-Ergebnisse der nationalen Steuergruppe Tarifstrukturen 

II ab 1. Januar 2012. Die tarifsuisse empfahl den Krankenversicherern die 

Anwendung dieser Umrechnungstabellen sowie das in dieser Einigung be-

schriebene Vorgehen bezüglich BESA LK 2010 per 1. Januar 2012 (vgl. 

BVGer-act. 1 Beilage 7). 

A.d Mit Schreiben vom 7. November 2012 nahm das Bundesamt für Ge-

sundheit (BAG) gegenüber tarifsuisse auf dessen Anfrage vom 11. Oktober 

2012 betreffend Abrechnung für das Material im Rahmen der ambulanten 

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Seite 3 

Pflege Stellung (BVGer-act. 1 Beilage 9). Das BAG führte aus, dass betref-

fend die Verrechnung von Pflegematerial zu unterscheiden sei, ob es sich 

um Material handle, welches in den Bereich der Mittel- und Gegenstände-

liste (MiGeL) falle (Anwendung durch den Patienten oder die Patientin 

selbst – nach ärztlicher Anordnung) oder ob es sich um Material handle, 

welches für die Erbringung von Pflegeleistungen notwendig sei. Gemäss 

Kenntnisstand des BAG werde dieser Unterscheidung in der Praxis zu we-

nig Rechnung getragen. Wenn der Geltungsbereich der MiGeL erfüllt sei, 

so sei eine ärztliche Anordnung notwendig. Handle es sich hingegen um 

Material, welches für die Erbringung von Pflegeleistungen nach Art. 7 

Abs. 2 der Krankenpflege-Leistungsverordnung vom 29. September 1995 

(KLV, SR 832.112.31) notwendig sei, so stelle dieses Material – unabhän-

gig davon, ob es auf der MiGeL gelistet sei oder nicht – einen Bestandteil 

der Pflegeleistungen dar. Die Finanzierung der Pflegeleistungen nach 

Art. 25a KVG des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Kranken-

versicherung (KVG, SR 832.10) bzw. die Beiträge nach Art. 7a KLV um-

fassten daher sowohl Lohn- wie auch Sachkosten. Da es zur Problematik 

der Abrechnung von Material bei ambulanter Pflege von verschiedenen 

Stellen Anfragen erhalten habe, erachte das BAG es als zweckmässig, 

eine Sitzung mit den betroffenen Organisationen durchzuführen. 

B.  

B.a Mit Schreiben vom 10. Juni 2014 (BVGer-act. 1 Beilage 6) kündigte die 

tarifsuisse den Pflegeleistungsvertrag vom (…) 2008 bzw. vom (…) 2008 

inklusive sämtlicher Anhänge (Anhänge 1-8) zwischen A._______ und 

santésuisse per 31. Dezember 2014. Zugleich teilte die tarifsuisse der 

A._______ mit, dass die Pflegeheime des Kantons B._______ ab sofort 

per 1. Januar 2015 dem gesamtschweizerischen Administrativvertrag Pfle-

geheime (im Folgenden: nationaler Administrativvertrag [vgl. BVGer-act. 1 

Beilage 10]) zwischen CURAVIVA Schweiz und den von  

tarifsuisse vertretenen Krankenversicherern betreffend die Abgeltung von 

krankenversicherungsrechtlichen Leistungen in Pflegeheimen gemäss 

dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) beitreten könn-

ten (vgl. BVGer-act. 1 Beilage 6). 

B.b Am 26. September 2014 lehnte die tarifsuisse die schriftliche Einla-

dung der A._______ vom 8. September 2014 betreffend Tarifverhandlun-

gen für einen Tarifvertrag ab 1. Januar 2015 mit der Begründung ab, dass 

A._______ mit "Tarifverhandlungen" wohl Verhandlungen über die Abgel-

tung von Nebenleistungen meine und diesbezüglich bereits auf nationaler 

Ebene mit CURAVIVA Schweiz für eine gesamtschweizerische Lösung 

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Seite 4 

Verhandlungen geführt würden. Sie möchte daher von Verhandlungen zur 

gleichen Thematik auf kantonaler Ebene absehen (vgl. Akten der Vor-

instanz [im Folgenden: Vorakte] 4). 

B.c Am 27. Oktober 2014 teilte A._______ dem D._______ des Kantons 

B._______ mit, dass CURAVIVA Schweiz mit dem beigelegten, an die ta-

rifsuisse adressierten Schreiben vom 14. Oktober 2014 die Verhandlungen 

über die Abgeltung von Nebenleistungen inkl. Pflegematerial/MiGeL als ge-

scheitert erklärt und die tarifsuisse dies am 15. Oktober 2014 bestätigt 

habe. A._______ ersuchte daher den Regierungsrat, gemäss KVG die Be-

dingungen der durch die tarifsuisse per 31. Dezember 2014 gekündigten 

Verträge um ein Jahr zu verlängern (vgl. Vorakte 5-7). 

B.d Das dem D._______ unterstellte zuständige Amt (…) wies A._______ 

mit Schreiben vom 10. November 2014 an, umgehend mit der tarifsuisse 

auf kantonaler Ebene Verhandlungen zu führen. Am gleichen Tag ersuchte 

es auch die tarifsuisse, mit A._______ Verhandlung auf kantonaler Ebene 

zu führen. Zudem bat es die tarifsuisse, eine Stellungnahme einzureichen. 

Am 14. November 2014 lud A._______ die tarifsuisse erneut zu Verhand-

lungen ein (vgl. Vorakte 8 f.). 

B.e Mit Eingabe an den Regierungsrat vom 19. November 2014 verwies 

die tarifsuisse auf ein gleichentags erstelltes und an die Leistungserbringer 

gerichtetes Informationsschreiben, in welchem sie ihre Auffassung dar-

legte, wonach Pflegematerialien als Teil der Pflegeaufwendungen zu be-

trachten und daher mit den Beiträgen der Krankenversicherer gemäss 

Art. 7a Abs. 3 KLV abgegolten seien. Zusätzliche Vergütungen für Pflege-

materialien könnten daher nicht mehr ausgerichtet werden. Eine Aus-

nahme bestünde nur in einem einzigen Fall, nämlich für ärztlich verordnete 

Mittel und Gegenstände, welche der Bewohner selbständig anwenden 

könne und von einer zugelassenen Abgabestelle für Mittel und Gegen-

stände abgegeben worden seien (vgl. Vorakte 10). 

B.f Mit Stellungnahme vom 23. Dezember 2014 beantragte die tarifsuisse 

im Namen der vertretenen Versicherer, auf den Antrag der A._______ nicht 

einzutreten; eventualiter seien umfassende Leistungs- und Kostendaten 

für die Nebenleistungen zu edieren und die Parteien nach Eingang sämtli-

cher Daten um materielle Stellungnahme zu ersuchen, um eine materiell 

korrekte Tariffestsetzung gemäss Art 47 Abs. 1 KVG zu ermöglichen. Im 

Weiteren beantragte sie, keinen vorsorglichen Tarif festzulegen und von 

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einem Entzug der aufschiebenden Wirkung des Entscheids abzusehen 

(BVGer-act. 1 Beilage 8 und Vorakte 11).  

B.g Mit Stellungnahme vom 23. Januar 2015 bestätigt A._______, dass sie 

am Antrag vom 27. Oktober 2014 auf Verlängerung des per 31. Dezember 

2014 gekündigten Vertrages unverändert festhalte (vgl. Vorakte 3). 

B.h Mit Regierungsratsbeschluss [Referenznummer] vom […] Februar 

2015 ([…] [BVGer-act. 1 Beilage 1]) verfügte der Regierungsrat des Kan-

tons B._______ Folgendes: 

1. Der Vertrag vom (…) 2008 zwischen A._______ und santésuisse 

(heute tarifsuisse ag) betreffend die Vergütung der Behandlung und 

Pflege von Bewohnerinnen und Bewohnern in Alters- und Pflegehei-

men im Kanton B._______ durch die obligatorische Krankenpflege-

versicherung gemäss KVG mit Gültigkeit per 1. Januar 2008 wird um 

ein Jahr bis zum 31. Dezember 2015 verlängert.  

2. Die Tarifpartner werden aufgefordert, unverzüglich Tarifverhandlun-

gen aufzunehmen. 

4. […] 

5. Einer allfälligen Beschwerde wird die aufschiebende Wirkung entzo-

gen. 

6.  […]  

C.  

C.a Am 26. März 2015 führten 46 der am Pflegeleistungsvertrag beteilig-

ten, durch tarifsuisse vertretenen Krankenversicherer (im Folgenden: Be-

schwerdeführerinnen) gegen diesen Regierungsratsbeschluss (im Folgen-

den: [angefochtener] Beschluss bzw. Regierungsratsbeschluss bzw. RRB 

[…] bzw. Verlängerungsbeschluss) Beschwerde an das Bundesverwal-

tungsgericht (vgl. Akten im Beschwerdeverfahren [im Folgenden: BVGer-

act. 1) und beantragten: 

1. Es sei der Beschluss [Referenznummer] des Regierungsrates des 
Kantons B._______ vom […] Februar 2015 über die Verlängerung 
des Vertrags betreffend die Vergütung der Behandlung und Pflege 
von Bewohnerinnen und Bewohnern in Alters- und Pflegeheimen des 
Kantons B._______ durch die obligatorische Krankenpflegeversiche-
rung aufzuheben. 

2. Eventualiter sei der vorgenannte Beschluss [Referenznummer] vom 
[…] Februar 2015 an den Regierungsrat des Kantons B._______ zu-
rückzuweisen. 

3. Es sei mittels Zwischenentscheid die durch den Entscheid entzogene 
aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen. 

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Seite 6 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

C.b Am 8. April 2015 leisteten die Beschwerdeführerinnen den ihnen vom 

Bundesverwaltungsgericht auferlegten Kostenvorschuss von Fr. 6'000.- 

(BVGer-act. 2 f.). 

C.c Mit Vernehmlassung vom 15. Mai 2015 (Datum Postaufgabe) nahm 

die Vorinstanz zur Beschwerde sowie zum Antrag auf Wiederherstellung 

der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde Stellung und beantragte die 

vollumfängliche Abweisung der gestellten Anträge. Am 20. Mai 2015 nahm 

die A._______ (im Folgenden auch: Beschwerdegegnerin) lediglich Stel-

lung zum Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der 

Beschwerde und beantragte dessen Abweisung. Mit Zwischenverfügung 

vom 11. Juni 2015 wies das Bundesverwaltungsgericht den Antrag der Be-

schwerdeführerinnen auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung 

der Beschwerde ab (BVGer-act. 4-8). 

C.d In Ergänzung zu ihrer Vernehmlassung vom 15. Mai 2015 reichte die 

Vorinstanz am 10. Juni 2015 ein von Prof. Dr. iur. Ueli Kieser am 15. Mai 

2015 zuhanden der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) erstattetes 

Gutachten zur Abgeltung der im Pflegeheim verwendeten Mittel und Ge-

genstände ein (im Folgenden: Gutachten Kieser) und wies darauf hin, dass 

dieses Gutachten ihre Rechtsauffassung stütze, wonach Pflegematerialien 

in jedem Fall neben den Pflegebeiträgen (Art. 25a KVG/Art. 7a KLV) sepa-

rat durch die Krankenversicherer zu vergüten seien (vgl. BVGer-act. 9).  

C.e Mit Verfügung vom 12. Juni 2015 wurde die Ergänzung zur Vernehm-

lassung vom 10. Juni 2015 samt dem Gutachten Kieser den Beschwerde-

führerinnen und der Beschwerdegegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt 

und ihnen gleichzeitig Gelegenheit gegeben, eine Stellungnahme zur Ver-

nehmlassungsergänzung der Vorinstanz vom 10. Juni 2015 und zum Gut-

achten Kieser einzureichen. Der Beschwerdegegnerin wurde zudem Gele-

genheit gegeben, eine Beschwerdeantwort zur Beschwerde vom 26. März 

2015 einzureichen (vgl. BVGer-act. 10). 

C.f Mit Beschwerdeantwort vom 30. Juni 2015 nahm die Beschwerdegeg-

nerin in der Hauptsache Stellung und beantragte die vollumfängliche Ab-

weisung der Beschwerde unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdefüh-

rerinnen (BVGer-act. 14).  

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Seite 7 

C.g Am 6. Juli 2015 reichten die Beschwerdeführerinnen eine Stellung-

nahme ein, mit welcher sie an ihren Rechtsbegehren festhielten. In pro-

zessualer Hinsicht beantragten sie im Weiteren im Namen der Beschwer-

deführerin Nr. 41 (C._______) zufolge Rückzugs der Beschwerde einen 

Abschreibungsbeschluss, da sie dem vorliegend strittigen Vertrag formal 

nicht beigetreten sei (BVGer-act. 15). 

D.  

D.a Am 14. Juli 2015 ersuchte das Bundesverwaltungsgericht das Bundes-

amt für Gesundheit (BAG), als Fachbehörde Stellung zu nehmen und einen 

entsprechenden Amtsbericht einzureichen (BVGer-act. 16). 

D.b Am 17. August 2015 reichte das BAG eine Vernehmlassung (im Fol-

genden: Fachbericht) ein. Es erklärte, es sei aus den im Fachbericht ge-

nannten Gründen der Ansicht, dass die Beschwerde im Sinne seiner Erwä-

gungen gutzuheissen sei (BVGer-act. 17). 

E.  

Mit Verfügung vom 20. August 2015 lud das Bundesverwaltungsgericht die 

Verfahrensbeteiligten ein, bis zum 21. September 2015 Schlussbemerkun-

gen einzureichen. Mit Schlussbemerkungen vom 4. September 2015 hielt 

die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen fest. Auch die Vorinstanz hielt 

mit Schlussbemerkungen vom 9. September 2015 an ihren bisherigen An-

trägen fest. Schliesslich hielten die Beschwerdeführerinnen mit Schlussbe-

merkungen vom 18. September 2015 an ihren Anträgen fest (BVGer-act. 

18-22). 

F.  

Am 22. September 2015 schloss das Bundesverwaltungsgericht den 

Schriftenwechsel ab (BVGer-act. 23). 

G.  

G.a Mit Eingabe vom 26. November 2015 reichte die Vorinstanz ein Ge-

such um Anordnung von vorsorglichen Massnahmen ein und beantragte, 

der mit RRB [Referenznummer] verlängerte Vertrag zwischen der Be-

schwerdegegnerin und der santésuisse (heute: tarifsuisse ag) vom (…) 

2008 bzw. (…) 2008 sei mindestens bis zum rechtskräftigen Abschluss die-

ses Verfahrens zu verlängern. Nachdem am 9. Dezember 2015 die Stel-

lungnahmen der Beschwerdeführerinnen und der Beschwerdegegnerin 

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Seite 8 

eingegangen waren, wies das Bundesverwaltungsgericht mit Zwischenver-

fügung vom 17. Dezember 2015 den Antrag der Vorinstanz ab (vgl. BVGer-

act. 24-28). 

H.  

Mit Schreiben vom 18. Januar 2016 teilten die Beschwerdeführerinnen 39 

und 45 dem Bundesverwaltungsgericht mit, dass sie künftig nicht mehr 

durch tarifsuisse, sondern durch die Beschwerdeführerin 1 vertreten wür-

den (vgl. BVGer-act. 32). 

I.  

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird – so-

fern entscheidwesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen näher ein-

gegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Nach Art. 53 Abs. 1 KVG (SR 832.10) kann gegen Beschlüsse der Kan-

tonsregierungen nach Art. 47 KVG beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde geführt werden (vgl. auch Art. 90a Abs. 2 KVG). Da der Regie-

rungsrat mit dem angefochtenen Beschluss gestützt auf Art. 47 Abs. 3 

Satz 1 KVG einen gestützt auf Art. 46 Abs. 4 KVG genehmigten Tarifvertrag 

zwischen einem Verband von Leistungserbringern einerseits und einer 

Gruppe von Versicherern andererseits verlängert hat, ist das Bundesver-

waltungsgericht für die Behandlung der gegen diesen Beschluss erhobe-

nen Beschwerde zuständig. Es ist insbesondere auch für die Prüfung zu-

ständig, ob die verfügende Behörde überhaupt eine auf Art. 47 KVG beru-

hende Tarifvertragsverlängerung verfügen durfte (vgl. Urteil des BVGer 

C-1190/2012 vom 2. Juli 2015 [als BVGE 2015/52 publiziert] E. 1 [nicht 

publiziert]; MICHEL DAUM, in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin 

Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungs-

verfahren [VwVG], 2008 [im Folgenden: VwVG-Kommentar], Rz. 12 zu 

Art. 7). 

1.2 Das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss 

Art. 37 VGG und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach dem VwVG. 

Die Beschwerdeführenden können daher die Verletzung von Bundesrecht 

unter Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermes-

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sens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit des angefochtenen Ent-

scheids rügen (Art. 49 VwVG). Neue Tatsachen und Beweismittel dürfen 

allerdings nur so weit vorgebracht werden, als erst der angefochtene Be-

schluss dazu Anlass gibt. Neue Begehren sind unzulässig (Art. 53 Abs. 2 

Bst. a KVG). 

2.  

2.1 Gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerde legitimiert, wer vor 

der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur 

Teilnahme erhalten hat (Bst. a), durch die angefochtene Verfügung beson-

ders berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhe-

bung oder Änderung hat (Bst. c). Die Beschwerdelegitimation ist von der 

Rechtsmittelbehörde von Amtes wegen zu prüfen, was die Parteien aber 

nicht von der Pflicht entbindet, (substantiiert) darzulegen, aus welchen Um-

ständen sich ihre Beschwerdebefugnis ergibt, und die ungenügende Dar-

legung der Legitimation zu einem Nichteintretensentscheid führen kann 

(vgl. Teilurteil des BVGer der vereinigten Verfahren C-2461/2013, 

C-2468/2013 vom 29. Januar 2014 E. 2.2 m.w.H.) 

2.1.1 Der Pflegeheimvertrag war am 31. Dezember 2010 bzw. 1. Januar 

2011 in Kraft, so dass die tarifsuisse aufgrund des obgenannten Übertra-

gungsvertrages vom 17. bzw. 23. Dezember 2010 (vgl. Sachverhalt 

Bst. A.a hiervor) an Stelle von santésuisse zur Vertragspartei geworden ist. 

Die auf Art. 47 Abs. 3 KVG gestützte befristete Verlängerung eines gekün-

digten Tarifvertragsverhältnisses stellt eine hoheitliche Anordnung der Kan-

tonsregierung dar, wonach weiterhin das Vertragsregime an Stelle des ver-

tragslosen Zustandes herrscht, und der Verband als Vertragspartei und die 

Leistungserbringer und Versicherer, für welche die autoritativ angeordnete 

Vertragsverlängerung Wirkung hat, (materiell) zur Beschwerde gegen die 

Verlängerung legitimiert sind (vgl. RKUV 5/2001 KV 177 S. 353 ff. [= VPB 

66.77] E. II.1.2.2 S. 360). Dasselbe gilt auch für die juristische Person, auf 

welche die Vertragsstellung des Verbandes übergegangen ist (vgl. Urteil 

des BVGer C-1440/2015 vom 27. Mai 2015). 

2.1.2 C._______ ([…]; Beschwerdeführerin 41) ist auf der Beitrittsliste zum 

Pflegeheimvertrag vom (…) 2008 bzw. vom (…) 2008 nicht enthalten (vgl. 

Anhang 1 des Pflegeheimvertrags [BVGer-act. 1 Beilage 7). Mit Eingabe 

vom 6. Juli 2015 wies die tarifsuisse zutreffend auf diesen Umstand hin und 

erklärte im Namen der Beschwerdeführerin Nr. 41 den Rückzug von deren 

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Seite 10 

Beschwerde und ersuchte um einen entsprechenden Abschreibungsbe-

schluss (vgl. BVGer-act. 15). Da die Beschwerdeführerin Nr. 41 jedoch nie 

Vertragspartei gewesen ist, ist auf ihre Beschwerde gar nicht erst einzutre-

ten.  

2.1.3 Hingegen sind die übrigen Beschwerdeführerinnen Parteien des ge-

gen ihren Willen verlängerten Pflegeleistungsvertrages und haben auch 

am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen. Sie sind daher im Sinne von 

Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Beschwerdeführung legitimiert. Nachdem der Ver-

fahrenskostenvorschuss rechtzeitig geleistet worden ist, ist auf die frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde (grundsätzlich) einzutreten 

(vgl. Art. 50 Abs. 1, Art. 52 und Art. 63 Abs. 4 VwVG). 

2.2 Die Beschwerdeführerinnen können durch das Bundesverwaltungsge-

richt nur Rechtsverhältnisse überprüfen bzw. beurteilen lassen, zu denen 

die zuständige Behörde vorgängig und verbindlich – in Form einer Verfü-

gung – Stellung genommen hat. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens 

(Beschwerdeobjekt) kann deshalb nur sein, was Gegenstand des  

vorinstanzlichen Verfahrens war (oder bei richtiger Rechtsanwendung 

hätte sein sollen). Fragen, über welche die verfügende Behörde im be-

troffenen Verfahren nicht entschieden hat, dürfen somit grundsätzlich im 

Beschwerdeverfahren nicht beurteilt werden. Auch wenn im Beschwerde-

verfahren die angefochtene Verfügung beziehungsweise die im Verfü-

gungsdispositiv geregelten Rechtsverhältnisse – und nicht etwa einzelne 

Elemente der Begründung – das Anfechtungsobjekt bilden und damit den 

zulässigen Streitgegenstand bestimmen, ist es möglich, dass Anfechtungs-

objekt und Streitgegenstand nicht übereinstimmen. Dies ist nicht nur dann 

der Fall, wenn eine Verfügung nur teilweise angefochten wird, sondern 

auch dann, wenn sich der Streitgegenstand verengt, weil einzelne Punkte 

nicht (mehr) strittig sind (vgl. statt vieler Urteil des BVGer C-32/2013 vom 

17. August 2015 E. 3.1 m.w.H.). 

2.3 Mit dem angefochtenen Beschluss hat der Regierungsrat auf Grund-

lage von Art. 47 Abs. 3 KVG den (gesamten) Pflegeleistungsvertrag vom 

(…) 2008 bzw. vom (…) 2008 um ein Jahr, das heisst, vom 1. Januar bis 

zum 31. Dezember 2015 verlängert. Das vorliegende Beschwerdeverfah-

ren betrifft daher nur diesen Zeitraum. Der Zeitraum ab 1. Januar 2016 ist 

nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens (vgl. auch die Zwischen-

verfügung vom 17. Dezember 2015 [BVGer-act. 28]). 

C-1970/2015 

Seite 11 

Primär begehren die Beschwerdeführerinnen die Aufhebung des Beschlus-

ses betreffend die Verlängerung des Pflegeleistungsvertrages. Eventualiter 

(2. Rechtsbegehren) beantragen sie die Rückweisung der Sache an die 

Vorinstanz. Aus ihren Ausführungen und ihrer Argumentation in der Be-

schwerde (und ihren Schlussbemerkungen) geht allerdings hervor, dass 

sie sich nur insoweit gegen den Verlängerungsbeschluss richten, als der 

Pflegeleistungsvertrag Bestimmungen für eine zusätzliche Vergütung der 

von Pflegeheimen abgegebenen oder selbst verwendeten Mittel und Ge-

genstände enthält. Der Streitgegenstand ist also von Anfang an auf die 

Frage eingeschränkt, ob der Pflegeleistungsvertrag in Bezug auf zusätzli-

che Vergütungen für Mittel und Gegenstände zu Unrecht verlängert wurde. 

Die Zulässigkeit des übrigen Vertragsinhalts ist hingegen nicht umstritten 

(vgl. z.B. analog RKUV 5/2001 KV 177 S. 353 ff. E. II. 2.3). 

2.4 Dem von den Beschwerdeführerinnen eingereichten nationalen Admi-

nistrativvertrag vom 10. Februar 2014 (Beschwerdebeilage 10) sind die Al-

ters- und Pflegeheime des Kantons B._______ nicht beigetreten (vgl. Be-

schwerde Rz. 29). Schon deswegen kann er weder dem Pflegeleistungs-

vertrag noch der vorliegend umstrittenen Vertragsverlängerung vorgehen 

und bleibt für das vorliegende Beschwerdeverfahren unbeachtlich. Im Üb-

rigen enthält der nationale Administrativvertrag nur für den Zeitraum vom 

1. Januar bis 31. Dezember 2014 eine Übergangsregelung betreffend von 

Pflegeheimen erbrachte Nebenleistungen (vgl. auch Beschwerde Rz. 32), 

wohingegen vorliegend eine vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015 

erfolgte Vertragsverlängerung umstritten ist. Schliesslich wird vorliegend 

weder aus den Akten noch aus den Ausführungen der Parteien ersichtlich, 

dass der nationale Administrativvertrag im Sinne von Art. 46 Abs. 4 KVG 

genehmigt worden ist, sodass er auch deswegen der umstrittenen, auf Art. 

47 Abs. 3 KVG gestützten Vertragsverlängerung nicht vorgehen kann (vgl. 

Urteil C-1190/2012 E. 2.7 [nicht in BVGE 2015/52 publiziert]). Er tangiert 

somit weder den Streitgegenstand noch die Beschwerdelegitimation der 

Beschwerdeführerinnen. 

3.  

3.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist nach Art. 62 Abs. 4 VwVG gemäss 

dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Be-

gründung der Parteien gebunden. Es kann eine Beschwerde auch aus an-

deren als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den angefoch-

tenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die von je-

ner der Vorinstanz abweicht (vgl. Urteil des BVGer C-6460/2011 vom 24. 

Juni 2014 E. 2.6.3; SVR 2013 KV Nr. 10 E. 4.2; BVGE 2009/65 E. 2.1, je 

C-1970/2015 

Seite 12 

m.w.H.). Ausserdem unterliegen die verschiedenen Stellungnahmen und 

Dokumente der freien Beweiswürdigung bzw. Beurteilung durch das Bun-

desverwaltungsgericht (vgl. BVGE 2012/18 E. 5.4; 2010/25 E. 2.4.3; Urteil 

und Teilurteil des BVGer C-2283/2013 vom 11. September 2014 E. 1.4.2; 

Urteil C-1190/2012 E. 3.2 [in BVGE 2015/52 nicht publiziert]). 

3.2 In materiell-rechtlicher Hinsicht sind intertemporal grundsätzlich dieje-

nigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen 

führenden Sachverhalts Geltung haben. Massgebend sind vorliegend so-

mit die per 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015 (Zeitraum, während wel-

chem die am […] Februar 2015 verfügte Vertragsverlängerung Geltung ha-

ben soll) in Kraft stehenden materiellen Gesetzes- und Verordnungsbe-

stimmungen, auf welche im Folgenden – soweit nicht anders vermerkt – 

Bezug genommen wird (vgl. BVGE 2015/52 E. 4.1; Urteil C-6460/2011 

E. 3.2 m.w.H.). Dementsprechend sind insbesondere die Normen, wie sie 

im Rahmen der Neuordnung der Pflegefinanzierung mit Wirkung ab 1. Ja-

nuar 2011 geschaffen bzw. angepasst wurden, massgebend. 

4.  

Nachfolgend sind zunächst die rechtlichen Grundlagen für die Beurteilung 

der Streitsache aufzuzeigen. 

4.1 In Bezug auf die allgemeinen Grundsätze der Vergütung von OKP-

Leistungen, namentlich auf der Basis von durch Vereinbarung und Geneh-

migung oder durch subsidiäre hoheitliche Festsetzung zustande gekom-

mener Tarifverträge, ist Folgendes auszuführen. 

4.1.1 Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt die Kosten 

für die Leistungen gemäss den Artikeln 25–31 nach Massgabe der in den 

Artikeln 32–34 festgelegten Voraussetzungen (Art. 24 KVG). Der Bundes-

rat kann unter anderem die von Ärzten und Ärztinnen oder von Chiroprak-

toren und Chiropraktorinnen erbrachten Leistungen bezeichnen, deren 

Kosten von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nicht oder nur 

unter bestimmten Bedingungen übernommen werden (Art. 33 Abs. 1 KVG). 

Er bezeichnet die nicht von Ärzten und Ärztinnen oder von Chiropraktoren 

und Chiropraktorinnen erbrachten Leistungen nach Artikel 25 Absatz 2 so-

wie die Leistungen nach den Artikeln 26, 29 Absatz 2 Buchstaben a und c 

und 31 Absatz 1 KVG näher (Art. 33 Abs. 2 KVG). Er kann diese Aufgaben 

dem Departement oder dem Bundesamt übertragen (Art. 33 Abs. 5 KVG). 

C-1970/2015 

Seite 13 

Die Versicherer dürfen im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegever-

sicherung keine anderen Kosten als diejenigen für die Leistungen nach den 

Artikeln 25–33 KVG übernehmen (Art. 34 Abs. 1 KVG). 

4.1.2 Zur Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversiche-

rung sind die Leistungserbringer zugelassen, welche die Voraussetzungen 

nach den Artikeln 36-40 erfüllen (Art. 35 Abs. 1 KVG). Gemäss Art. 35 

Abs. 2 KVG sind u.a. Leistungserbringer: 

a. Ärzte und Ärztinnen; 

b.-d. […] 

e. Personen, die auf Anordnung oder im Auftrag eines Arztes oder ei-

ner Ärztin Leistungen erbringen, und Organisationen, die solche 

Personen beschäftigen; 

f. […] 

g. Abgabestellen für Mittel und Gegenstände, die der Untersuchung 

oder Behandlung dienen; 

h.-i. […] 

k. Pflegeheime 

l.-n. […] 

4.1.3 Gemäss Art. 43 KVG erstellen die Leistungserbringer ihre Rechnun-

gen nach Tarifen oder Preisen (Abs. 1). Der Tarif ist eine Grundlage für die 

Berechnung der Vergütung; er kann namentlich auf den benötigten Zeitauf-

wand abstellen (Zeittarif [Abs. 2 Bst. a]), für die einzelnen Leistungen Tax-

punkte festlegen und den Taxpunktwert bestimmen (Einzelleistungstarif 

[Abs. 2 Bst. b]), pauschale Vergütungen vorsehen (Pauschaltarif [Abs. 2 

Bst. c]). Einzelleistungstarife müssen auf einer gesamtschweizerisch ver-

einbarten einheitlichen Tarifstruktur beruhen. Können sich die Tarifpartner 

nicht einigen, so legt der Bundesrat diese Tarifstruktur fest (Abs. 5). Die 

Aufzählung der Tarifgestaltungsmöglichkeiten in Abs. 2 und 3 ist nicht ab-

schliessend. Die Tarifverantwortlichen verfügen diesbezüglich über ein 

grosses Auswahlermessen (vgl. GEBHARD EUGSTER, in: Ulrich Meyer 

[Hrsg.], Schweizerischen Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, 

3. Aufl. 2016, Bd. XIV [im Folgenden: EUGSTER, SBVR 2016], S. 700 

N 967; GEBHARD EUGSTER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

KVG, 2010 [im Folgenden: KVG-Kommentar], N 3 zu Art. 43; vgl. zum Gan-

zen BVGE 2015/52 E. 4.3.1). 

C-1970/2015 

Seite 14 

Tarife und Preise werden in Verträgen zwischen Versicherern und Leis-

tungserbringern (Tarifvertrag) vereinbart oder in den vom Gesetz bestimm-

ten Fällen von der zuständigen Behörde festgesetzt (Art. 43 Abs. 4 Satz 1 

KVG). 

Gemäss Art. 41 Abs. 1 KVG können die Versicherten für die ambulante Be-

handlung unter den zugelassenen Leistungserbringern, die für die Behand-

lung ihrer Krankheit geeignet sind, frei wählen. Der Versicherer übernimmt 

die Kosten höchstens nach dem Tarif, der am Wohn- oder Arbeitsort der 

versicherten Person oder in deren Umgebung gilt. Art. 41 Abs. 1 KVG setzt 

voraus, dass zwischen allen zugelassenen Leistungserbringern und allen 

zur Durchführung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung befug-

ten Einrichtungen Tarife vorhanden sind (vgl. BGE 131 V 133 E. 9.3). Dabei 

gilt für das ganze KVG der Grundsatz, dass kein Leistungserbringer, soweit 

eine Tarifschutzpflicht besteht, Tarife und Preise frei bestimmen kann (vgl. 

EUGSTER, SBVR 2016, S. 700, N 965). Im Rahmen der Tätigkeit für die 

soziale Krankenversicherung ist es den Leistungserbringern auch nicht ge-

stattet, mit den Versicherten über die vertraglichen oder behördlichen Tarife 

hinausgehende Leistungen zu vereinbaren. Der Tarifschutz ist schliesslich 

auch im vertragslosen Zustand zu respektieren. An den Tarifschutz müssen 

sich alle Leistungserbringer halten (vgl. BGE 131 V 133 E. 6). Wenn die 

Leistungserbringer, die Versicherer und die staatlichen Organe die ihnen 

vom Gesetz zugeordneten Aufgaben nicht wahrnehmen und es deswegen 

an einem Tarif (oder Preis) für eine bestimmte Leistung fehlt, darf dies so-

mit nicht dazu führen, dass die Versicherten den ihnen vom Gesetz garan-

tierten Tarifschutz verlieren und die dort verankerten Ansprüche gegenüber 

Leistungserbringern und Krankenversicherern nicht durchsetzen können 

(vgl. BGE 131 V 133 E. 9.2; vgl. zum Ganzen BVGE 2015/52 E. 4.3.3). 

Wie bereits aus Art. 43 KVG ersichtlich wird, kennt das KVG weder eine 

einheitliche Vergütungsform (singuläres Tarifsystem oder Preis) noch einen 

einheitlichen Mechanismus, mit welchem die Tarife und Preise für OKP-

Leistungen bestimmt werden. Vielmehr sieht das KVG in Titel 2 / Kapitel 4 

/ Abschnitt 4 (Tarife und Preise; Art. 43 bis 53 KVG) grundsätzlich vier Re-

gelmechanismen vor: die Tarifbestimmung mittels behördlich genehmigten 

Tarifverträgen bzw. durch subsidiäre hoheitliche Tariffestsetzung gemäss 

Art. 46-49a KVG, die Festsetzung der von den Versicherern an die Pflege-

leistungen zu leistenden Beiträge durch das Eidgenössische Departement 

des Innern (EDI) gemäss Art. 50 KVG (i.V.m. Art. 25a KVG und Art. 33 Bst. i 

KVV [SR 832.102]), die Festsetzung eines Globalbudgets durch den Kan-

ton gemäss Art. 51 KVG und die Festsetzung von Tarifen bzw. Preisen für 

C-1970/2015 

Seite 15 

Analysen und Arzneimittel, Mittel und Gegenstände durch das EDI bzw. 

das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nach Art. 52 KVG (vgl. zum Ganzen 

BVGE 2015/52 E. 4.3.4). 

Gemäss Art. 46 KVG sind Parteien eines Tarifvertrages einzelne oder meh-

rere Leistungserbringer oder deren Verbände einerseits sowie einzelne  

oder mehrere Versicherer oder deren Verbände anderseits (Abs. 1). Ist ein 

Verband Vertragspartei, so ist der Tarifvertrag für die Mitglieder des Ver-

bandes nur verbindlich, wenn sie dem Vertrag beigetreten sind (Abs. 2). 

Der Tarifvertrag bedarf der Genehmigung durch die zuständige Kantonsre-

gierung oder, wenn er in der ganzen Schweiz gelten soll, durch den Bun-

desrat. Die Genehmigungsbehörde prüft, ob der Tarifvertrag mit dem Ge-

setz und dem Gebot der Wirtschaftlichkeit und Billigkeit in Einklang steht 

(Abs. 4). 

Kommt zwischen Leistungserbringern und Versicherern kein Tarifvertrag 

zustande (sogenannter vertragsloser Zustand), so setzt die Kantonsregie-

rung nach Anhören der Beteiligten den Tarif fest (Art. 47 Abs. 1 KVG). Vo-

raussetzung für die Zuständigkeit der Kantonsregierung zu einer solchen 

hoheitlichen Tariffestsetzung ist – abgesehen davon, dass die entspre-

chende Vergütung überhaupt in ihren sachlichen Zuständigkeitsbereich 

fällt – ein Scheitern der Vertragsverhandlungen zwischen Versicherer und 

Leistungserbringer. Als gescheitert im Sinn von Art. 47 Abs. 1 KVG können 

Vertragsverhandlungen (nur) dann bezeichnet werden, wenn vorgängig 

ernsthafte Vertragsverhandlungen geführt worden sind oder zumindest 

eine Verhandlungsgelegenheit vorhanden gewesen ist. Die Vorinstanz hat 

dies als Eintretensvoraussetzung zu prüfen. Diesbezüglich kommt ihr ein 

beachtlicher Ermessensspielraum zu (vgl. BVGE 2014/17 E. 11.1; Urteil 

des BVGer C-8011/2009 vom 28. Juli 2011 E. 1.4; THOMAS BERNHARD 

BRUMANN, Der Tarifvertrag im Krankenversicherungsrecht, in: Jahrbuch 

zum Sozialversicherungsrecht 2012, S. 135 m.H.). Können sich Leistungs-

erbringer und Versicherer nicht auf die Erneuerung eines Tarifvertrages ei-

nigen, so kann die Kantonsregierung den bestehenden Vertrag um ein Jahr 

verlängern. Kommt innerhalb dieser Frist kein Vertrag zustande, so setzt 

sie nach Anhören der Beteiligten den Tarif fest (Art. 47 Abs. 3 KVG; vgl. 

BVGE 2010/25 E. 2.3.2 m.w.H.; vgl. zum Ganzen BVGE 2015/52 E. 4.3.5). 

Der Wortlaut von Art. 43 KVG ist in erster Linie auf die vertragliche Tarifre-

gelung ausgerichtet, während auf die behördliche sonstige Preis-  

oder Tarifbildung nicht spezifisch eingegangen wird. Im Abschnitt "Tarife 

C-1970/2015 

Seite 16 

und Preise" des KVG werden zunächst die tarifvertragliche und die sub-

sidiäre hoheitliche Tariffestsetzung geregelt (Art. 46-49a), bevor die ande-

ren Mechanismen dargelegt werden (Art. 50-52a). Schon aus dieser Sys-

tematik wird ersichtlich, dass die vertragliche Tarifregelung und subsidiär 

die hoheitliche Tariffestsetzung im Sinne von Art. 46 und 47 KVG den Re-

gelfall der Tarif- bzw. Preisbildung im KVG darstellen. Von diesem Regelfall 

ist (nur) in den vom Gesetz bestimmten Fällen abzuweichen (vgl. RKUV 

5/2001 KV 177 S. 353 ff. E. 2, 4.3 f.; DANIEL STAFFELBACH/YVES ENDRASS, 

Der Ermessensspielraum der Behörden im Rahmen des Tariffestsetzungs-

verfahrens nach Art. 47 in Verbindung mit Art. 53 Krankenversicherungs-

gesetz, 2006, Rz. 68; BEATRICE GROSS HAWK, Leistungserbringer und Ta-

rife in verschiedenen Sozialversicherungszweigen, 2014 [im Folgenden: 

GROSS HAWK, Leistungserbringer], S. 1208 f., Rz. 34.5; vgl. auch Botschaft 

des Bundesrats über die Revision der Krankenversicherung vom 6. No-

vember 1991 [BBl 1992 I 93 ff.; im Folgenden: Botschaft zum KVG], S. 172, 

178; Urteile des BVGer C-5354/2011, C-5432/2011 vom 11. Dezember 

2013 E. 4.1.1, C-536/2009 vom 17. Dezember 2009 E. 5.1.4; vgl. zum 

Ganzen BVGE 2015/52 E. 4.3.6, 6.5.6, 6.5.8, je m.w.H.). 

4.2 In Bezug auf die Entschädigung von Pflegeleistungen ist Folgendes 

festzuhalten: 

4.2.1 Gemäss Art. 25 KVG („Allgemeine Leistungen bei Krankheit“) in der 

bis Ende 2010 geltenden Fassung übernahm die OKP die Kosten für die 

Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer 

Folgen dienten (Abs. 1). Gemäss Abs. 2 umfassten diese Leistungen: 

a. die Untersuchungen, Behandlungen und Pflegemassnahmen, die am-

bulant, bei Hausbesuchen, stationär oder in einem Pflegeheim durch-

geführt wurden von: 

1. Ärzten oder Ärztinnen, 

2. Chiropraktoren oder Chiropraktorinnen, 

3. Personen, die auf Anordnung oder im Auftrag eines Arztes  

oder einer Ärztin Leistungen erbringen; 

b. die ärztlich oder unter den vom Bundesrat bestimmten Voraussetzun-

gen von Chiropraktoren oder Chiropraktorinnen verordneten Analy-

sen, Arzneimittel und der Untersuchung oder Behandlung dienenden 

Mittel und Gegenstände; 

c.-h. […] 

C-1970/2015 

Seite 17 

Insbesondere waren unter dieser Regelung ärztlich angeordnete Pflege-

massnahmen in Pflegeheimen grundsätzlich Pflichtleistungen der OKP 

(Art. 25 Abs. 2 Bst. a KVG) und unterstanden dem Tarifschutz gemäss 

Art. 44 KVG. 

4.2.2 Auf den 1. Januar 2011 trat das Bundesgesetz über die Neuordnung 

der Pflegefinanzierung in Kraft (AS 2009 3517, 6847), womit die von Art. 25 

Abs. 2 Bst. a KVG erfassten Leistungen neu umfassen: 

a. die Untersuchungen und Behandlungen, die ambulant, stationär oder 

in einem Pflegeheim sowie die Pflegeleistungen, die in einem Spital 

durchgeführt werden von: 

1. Ärzten oder Ärztinnen, 

2. Chiropraktoren oder Chiropraktorinnen, 

3. Personen, die auf Anordnung oder im Auftrag eines Arztes  

oder einer Ärztin beziehungsweise eines Chiropraktors oder ei-

ner Chiropraktorin Leistungen erbringen.  

Mit Wirkung ab 1. Januar 2011 wurde ausserdem ein Art. 25a ("Pflegeleis-

tungen bei Krankheit") in das KVG eingefügt, dessen Abs. 1 wie folgt lautet: 

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung leistet einen Beitrag an die 

Pflegeleistungen, welche aufgrund einer ärztlichen Anordnung und eines 

ausgewiesenen Pflegebedarfs ambulant, auch in Tages- oder Nachtstruk-

turen, oder im Pflegeheim erbracht werden. 

Der Bundesrat bezeichnet die Pflegeleistungen und regelt das Verfahren 

der Bedarfsermittlung (Art. 25a Abs. 3 KVG). Der Bundesrat setzt die Bei-

träge differenziert nach dem Pflegebedarf in Franken fest. Massgebend ist 

der Aufwand nach Pflegebedarf für Pflegeleistungen, die in der notwendi-

gen Qualität, effizient und kostengünstig erbracht werden. Die Pflegeleis-

tungen werden einer Qualitätskontrolle unterzogen. Der Bundesrat legt die 

Modalitäten fest (Abs. 4). Der versicherten Person dürfen von den nicht 

von Sozialversicherungen gedeckten Pflegekosten höchstens 20 Prozent 

des höchsten vom Bundesrat festgesetzten Pflegebeitrages überwälzt wer-

den. Die Kantone regeln die Restfinanzierung (Abs. 5). 

Gemäss Art. 33 Bst. b, h und i KVV (in der Fassung vom 24. Juni 2009, in 

Kraft seit 1. Januar 2011) bezeichnet das Eidgenössische Departement 

des Innern (EDI) unter anderem die nicht von Ärzten und Ärztinnen oder 

Chiropraktoren und Chiropraktorinnen erbrachten Leistungen nach den Ar-

tikeln 25 Absatz 2 und 25a Abs. 1 und 2 KVG, das Verfahren der Bedarfs-

ermittlung sowie den in Art. 25a Abs. 1 und 4 KVG vorgesehenen und nach 

C-1970/2015 

Seite 18 

Pflegebedarf differenzierten Beitrag an die Pflegeleistungen. Das Departe-

ment hat – mit Wirkung ab 1. Januar 2011 – die zu übernehmenden Leis-

tungen in Art. 7 KLV festgelegt. Gemäss Art. 7 Abs. 1 KLV gelten als Leis-

tungen nach Artikel 33 Buchstabe b KVV Untersuchungen, Behandlungen 

und Pflegemassnahmen, die aufgrund der Bedarfsabklärung nach Art. 7 

Abs. 2 Bst. a KLV und nach Artikel 8 KLV auf ärztliche Anordnung hin oder 

im ärztlichen Auftrag erbracht werden: a. von Pflegefachfrauen und Pflege-

fachmännern (Art. 49 KVV); b. von Organisationen der Krankenpflege und 

Hilfe zu Hause (Art. 51 KVV); c. von Pflegeheimen (Art. 39 Abs. 3 KVG). 

Art. 7 Abs. 2 KLV enthält einen Katalog der Leistungen im Sinne von Art. 7 

Abs. 1 KLV, unterteilt in Massnahmen der Abklärung, Beratung und Koor-

dination (Bst. a), Massnahmen der Untersuchung und der Behandlung 

(Bst. b) und Massnahmen der Grundpflege (Bst. c). Die Leistungen können 

ambulant oder in einem Pflegeheim erbracht werden (Art. 7 Abs. 2ter KLV). 

Sodann hat das EDI in Art. 7a Abs. 3 KLV für die in Pflegeheimen erbrach-

ten Pflegeleistungen die von der obligatorischen Krankenpflegeversiche-

rung zu übernehmenden Kostenbeiträge in zwölf Stufen (von Fr. 9.- bis 

Fr. 108.- pro Tag) festgelegt, abhängig vom täglichen Pflegebedarf in Mi-

nuten. Gemäss Art. 8 Abs. 4 KLV erfolgt die Bedarfsabklärung in Pflegehei-

men durch die Ermittlung des Pflegebedarfs gemäss Art. 9 Abs. 2; der vom 

Arzt oder von der Ärztin bestimmte Pflegebedarf gilt als ärztliche Anord-

nung oder als ärztlicher Auftrag. Nach Art. 9 Abs. 2 KLV müssen die Leis-

tungen nach Art. 7 Abs. 2 der Pflegeheime nach dem Pflegebedarf in Rech-

nung gestellt werden. 

Gemäss dem per 1. Januar 2011 geänderten Art. 50 KVG (Kostenüber-

nahme im Pflegeheim) vergütet der Versicherer beim Aufenthalt in einem 

Pflegeheim (Art. 39 Abs. 3 KVG) die gleichen Leistungen wie bei ambulan-

ter Krankenpflege nach Artikel 25a KVG. Die Absätze 7 und 8 von Artikel 49 

KVG sind sinngemäss anwendbar. 

4.2.3 Wie aus E. 4.2.1 f. ersichtlich wird, wurde der Wortlaut des Gesetzes 

mit Inkrafttreten der Neuordnung der Pflegefinanzierung dahingehend ge-

ändert, dass Art. 25 Abs. 2 Bst. a KVG weiterhin als OKP-Pflichtleistungen 

Untersuchungen und Behandlungen erwähnt, die in einem Pflegeheim 

durchgeführt werden, während (eigentliche) Pflegemassnahmen nicht 

mehr erwähnt werden. Dazu wurde in Art. 25a Abs. 1 KVG (u.a.) festgehal-

ten, dass die OKP einen Beitrag an die Pflegeleistungen leiste, welche auf-

grund einer ärztlichen Anordnung und eines ausgewiesenen Pflegebedarfs 

im Pflegeheim erbracht werden. Das Bundesgesetz über die Neuordnung 

C-1970/2015 

Seite 19 

der Pflegefinanzierung änderte somit nichts daran, dass die OKP weiterhin 

die Kosten für Untersuchungen und Behandlungen (vollumfänglich) zu 

übernehmen hat, darunter auch diejenigen, die in einem Pflegeheim er-

bracht werden. Hingegen entfällt eine (vollumfängliche) Kostenübernahme 

von im Pflegeheim erbrachten Pflegemassnahmen. Diesbezüglich leistet 

die OKP (nur noch) einen Beitrag (vgl. BVGE 2015/52 E. 5.1.6). 

4.3 In Bezug auf die Verwendung und Vergütung von Mitteln und Gegen-

ständen, die auf der MiGeL stehen, ist Folgendes festzuhalten. 

Gemäss Art. 25 Abs. 2 Bst. b KVG übernimmt die OKP die ärztlich verord-

neten Analysen, Arzneimittel und die der Untersuchung oder Behandlung 

dienenden Mittel und Gegenstände. Mittel und Gegenstände im Sinne von 

Art. 25 Abs. 2 Bst. b KVG müssen auf der vom Eidgenössischen Departe-

ment des Innern (EDI) gestützt auf Art. 52 Abs. 1 Bst. a Ziff. 3 KVG und 

Art. 33 Bst. e KVV erstellten Mittel- und Gegenstände-Liste (Anhang 2 KLV 

i.V.m. Art. 20a Abs. 1 KLV) aufgeführt sein, andernfalls keine obligatorische 

Leistungspflicht besteht (vgl. Urteil des EVG K 157/00, publiziert in 

RKUV 1/2002 S. 7 ff. als KV 196, E. 3b/aa). Diese (Positiv-)Liste ist ab-

schliessend (BGE 134 V 83 E. 4.1 S. 86 mit Hinweisen). Die darin aufge-

führten Mittel und Gegenstände dürfen höchstens zu dem Betrag vergütet 

werden, der in der Liste für die entsprechende Art von Mitteln und Gegen-

ständen angegeben ist (Art. 24 Abs. 1 KLV; vgl. zum Ganzen BGE 136 V 

84 E. 2.2). Liegt der von der Abgabestelle für ein Produkt in Rechnung ge-

stellte Betrag über dem in der Liste für die entsprechende Produkteart an-

gegebenen Betrag, so geht die Differenz zu Lasten der versicherten Per-

son (Art. 24 Abs. 2 KLV). Mittel und Gegenstände, die in den Körper im-

plantiert werden oder von Leistungserbringern nach Artikel 35 Absatz 2 

KVG im Rahmen ihrer Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpfle-

geversicherung verwendet werden, sind in der Liste nicht aufgeführt. Die 

Vergütung wird mit der entsprechenden Untersuchung oder Behandlung in 

den Tarifverträgen geregelt (Art. 20a Abs. 2 KLV). 

5.  

Wie im kürzlich ergangenen Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsge-

richts C-3322/2015 vom 1. September 2017 (zur Publikation vorgesehen) 

ist strittig und zu prüfen, ob der Regierungsrat den Pflegeleistungsvertrag 

vom (…) 2008 gestützt auf Art. 47 Abs. 3 KVG insofern verlängern durfte, 

als dieser Bestimmungen für eine zusätzliche Vergütung der von Pflege-

heimen abgegebenen oder selbst verwendeten Mittel und Gegenstände 

C-1970/2015 

Seite 20 

enthält. Da die Begründungen der jeweiligen Anträge der am Verfahren be-

teiligten Parteien im Wesentlichen auf denselben Ausführungen gründen 

wie im obgenannten Grundsatzurteil, wird die Darstellung der einzelnen 

Positionen im Folgenden auf das Wesentliche beschränkt. 

5.1 Wie im vorgenannten Beschwerdeverfahren C-3322/2015 rügen die 

Beschwerdeführerinnen auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren (vgl. 

Beschwerde vom 26. März 2015 [BVGer-act. 1], Stellungnahme vom 

6. Juli 2015 [BVGer-act. 15], Schlussbemerkungen vom 18. September 

2015 [BVGer-act. 22] sowie für eine eingehende Darstellung Grundsatzur-

teil des BVGer C-3322/2015 vom 1. September 2017 E. 6.1 und E. 6.7) im 

Wesentlichen die Verletzung von Art. 44 KVG i.V.m. Art. 7a KLV, Art. 55 

KVV, Art. 20 KLV sowie Anhang 1 (recte: Anhang 2) zur KLV (MiGeL). Zu-

dem legen sie im vorliegenden Beschwerdeverfahren im Wesentlichen die-

selbe Begründung ins Recht, weshalb diese vorliegend nur noch in ver-

kürzter Form wiedergegeben und für eine ausführliche Darstellung der Be-

gründung der Beschwerdeführerinnen auf E. 6.1 sowie 6.7 des Grundsatz-

urteils C-3322/2015 vom 1. September 2017 verwiesen wird. Auch im vor-

liegenden Verfahren betonen die Beschwerdeführerinnen, dass betreffend 

die Abgeltung von MiGeL-Produkten zwei unterschiedliche Fallkonstellati-

onen zu beurteilen seien. Dieser Differenzierung würden weder die Vor-

instanz noch der Gutachter Prof. Dr. Kieser (für eine eingehende Darstel-

lung des Inhalts seines Gutachtens vom 15. Mai 2015 vgl. das Grundsatz-

urteil des BVGer C-3322/2015 vom 1. September 2017 E. 6.5) noch die 

Beschwerdegegenerin genügend Beachtung schenken: 

5.1.1 Einerseits (Fallkonstellation A) könnten Abgabestellen gemäss 

Art. 35 Abs. 2 Bst. g KVG, welche über eine kantonale Zulassung sowie 

einen Vertrag mit einem Krankenversicherer verfügten (Art. 55 KVV), ge-

stützt auf Art. 20 KLV Versicherten Mittel und Gegenstände zur Selbstan-

wendung abgeben. Die Fähigkeit zur Selbstanwendung dürfte vor allem bei 

Personen tiefer Pflegestufe vorhanden sein. Gemäss Art. 20 KLV dürften 

Mittel und Gegenstände auf ärztliche Anordnung hin (ausschliesslich) von 

Abgabestellen gemäss Art. 55 KVV abgegeben werden. Gebe ein Heim 

Mittel und Gegenstände an einen Heimbewohner ab, sei es mithin nicht als 

Pflegeheim (gemäss Art. 35 Abs. 2 Bst. k KVG) tätig, sondern als Person, 

die auf Anordnung oder im Auftrag eines Arztes oder einer Ärztin Leistun-

gen erbringe (Art. 35 Abs. 2 Bst. e KVG). Nur wer einen Vertrag mit einem 

Krankenversicherer aufweise, könne überhaupt als Abgabestelle im Sinne 

der Krankenversicherungsgesetzgebung gelten. Für Abgabestellen von 

MiGeL-Produkten gelte der Kontrahierungszwang der Krankenversicherer 

C-1970/2015 

Seite 21 

(von hier nicht interessierenden Ausnahmen abgesehen) somit nicht. Ab-

gabeverträge im Sinne von Art. 55 KVV seien keine Tarifverträge im Sinne 

von Art. 47 Abs. 3 KVG und seien – im Gegensatz zu Tarifverträgen (Art. 46 

Abs. 4 KVG) – auch keiner Behörde zur Genehmigung zu unterbreiten. 

Daher könne es nicht sein, dass die Kantonsregierungen Abgabevertrags-

verlängerungen vornehmen könnten. Denn damit würden sie entgegen 

Art. 55 KVV alleine bestimmen, wer als Abgabestelle gelten könne und da-

mit den diesbezüglich gewollten Wettbewerb unterdrücken. Die (…) Alters- 

und Pflegeheime verfügten über keinen MiGeL-Vertrag mit den Beschwer-

deführerinnen (mehr), womit sie nicht ermächtigt seien, derartige Produkte 

den Versicherten zur Selbstanwendung (vgl. Art. 20 KLV) zu MiGeL-Tarifen 

abzugeben. Wenn Pflegeheime Leistungen erbringen möchten, welche 

über Art. 7 ff. KLV hinausgingen, werde quasi die Vergütung von Nicht-

OKP-Leistungen gefordert. Dem sei nicht zu folgen, da die OKP-Leistungs-

palette zwingend und unabänderlich sei, weshalb eine hoheitliche Festset-

zung von Nicht-OKP-Leistungen unzulässig sei. Auf das Gesuch von 

A._______ hätte somit nicht eingetreten werden dürfen, zumal zurzeit für 

sämtliche MiGeL-Produkte Abgabestellen bestünden. 

5.1.2 Andererseits (Fallkonstellation B) enthalte die MiGeL diverse Pro-

dukte, welche nicht nur die Versicherten selbst anwendeten, sondern auch 

von Fachpersonen in Heimen an Patienten angewendet würden. So dürf-

ten beispielsweise Verbandsmaterialien (MiGeL-Position Nr. 34) täglich im 

Rahmen der Behandlung und Untersuchung durch Fachpersonen ange-

wendet werden (Art. 20a KLV). Personen mit hoher Pflegestufe dürften 

stärker mit sogenannten Pflegematerialien versorgt werden. Das BAG und 

die Versicherer verträten die Haltung, dass Materialien, welche für die Er-

bringung der Pflegeleistung nach Art. 7 Abs. 2 KLV notwendig seien, Be-

standteil der Pflege darstellten und damit über den Beitrag gemäss Art. 7a 

KLV abgegolten seien. Die Beiträge der Krankenversicherer an die Leis-

tungen betreffend die Behandlungen und Untersuchungen der Pflege-

heime seien dabei in Art. 7a KLV abschliessend geregelt. Diese Haltung 

habe der Bundesrat mit seiner Antwort vom 13. März 2015 zur Motion 

14.4292 «Praxistaugliche Zulassung der Pflegeheime als Leistungserbrin-

ger» von Ruth Humbel bestätigt.  

5.1.3 Beide «Fallkonstellationen» unterlägen nicht dem Vertragsverlänge-

rungs-Regime gemäss Art. 47 Abs. 3 KVG. Eine Tarifvertragsverlängerung 

sei in beiden Fällen nicht möglich. Abgabeverträge seien keine Tarifver-

träge im Sinne von Art. 46 f. KVG und würden praxisgemäss nicht einer 

kantonalen Behörde resp. dem Bundesrat zur Genehmigung unterbreitet. 

C-1970/2015 

Seite 22 

Pflegematerialien, die im Rahmen der Krankenpflege im Heim durch Fach-

personen angewendet würden, seien mit dem Beitrag gemäss Art. 7a 

Abs. 3 KLV abgegolten. Es bestehe also ein amtlicher Tarif. Ein vertragslo-

ser Zustand i.S.v. Art. 47 Abs. 3 KVG könne auch hier nicht eintreten. Ad-

ministrativverträge, welche lediglich administrative Prozesse (Rechnungs-

stellung etc.) regelten, seien keine «Preis»-Verträge, also keine Tarifver-

träge im Sinne von Art. 46 f. KVG. 

5.2  

5.2.1 Im angefochten RRB [Referenznummer] vom […] Februar 2015 

(BVGer-act. 1 Beilage 1) führte die Vorinstanz aus, dass es auf nationaler 

Ebene zu klären gelte, welche Leistungen der Pflegeheime tatsächlich un-

ter Art. 20 KLV zur Vergütung von Mitteln und Gegenständen bzw. unter die 

Leistungen nach Art. 7 KLV fielen und welche Leistungen, die nicht unter 

Art. 20 KLV fielen, bei der Berechnung der Pflegepauschalen gemäss 

Art. 7a KLV berücksichtigt würden. Bei der Verlängerung gemäss Art. 47 

Abs. 3 KVG dürfe der Regierungsrat insbesondere berücksichtigen, dass 

den Vertragspartnern mit der Vertragsverlängerung eine zusätzliche 

Chance zur autonomen Lösung ihres Konflikts geboten werden könne. Die 

Verlängerung müsse sich auf vertretbare Gründe stützen können, wobei 

sich diese aus objektiven Umständen ergäben, beispielsweise, dass in na-

her Zukunft Entscheide von Behörden zu erwarten seien, welche für die 

vertragliche oder hoheitliche Festsetzung eines neuen Tarifs von Belang 

sein könnten. Die laufenden Klärungen seitens des BAG seien in diesem 

Sinn als von Belang zu erachten. Aufgrund der Praxis des Bundesrats 

müsse die Kantonsregierung nicht prüfen, ob der zu verlängernde Vertrag 

mit dem Gesetz und dem Gebot der Wirtschaftlichkeit und Billigkeit verein-

bar sei. Um die Rechtssicherheit bezüglich der Vergütung von Leistungen 

in Alters- und Pflegeheimen im Kanton B._______ per 1. Januar 2015 si-

cherzustellen, sei deshalb der bisherige Vertrag zur Behandlung und 

Pflege von Bewohnerinnen und Bewohnern im Kanton B._______ vom (…) 

2008 per 1. Januar 2015 um ein Jahr zu verlängern. 

5.2.2 Im Beschwerdeverfahren hält die Vorinstanz in ihren Eingaben vom 

12. Mai 2015 (BVGer-act. 5), vom 10. Juni 2015 (BVGer-act. 9) sowie vom 

9. September 2015 (BVGer-act. 20) an ihrer Begründung im RRB [Refe-

renznummer] vollumfänglich fest. Im Weiteren führt sie im Wesentlichen 

aus, entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerinnen beinhalte Art. 7a 

KLV bloss die Vergütung der reinen Pflegeleistung, nicht jedoch die ent-

sprechenden notwendigen Nebenleistungen (Mittel und Gegenstände der 

C-1970/2015 

Seite 23 

Untersuchung und Behandlung). Pflegeheime seien nicht blosse Abgabe-

stellen, sondern Einrichtungen, die gemäss Art. 39 KVG zur Leistungser-

bringung gemäss Art. 25 KVG und Art. 25a KVG zugelassen seien. Soweit 

sie über das entsprechend qualifizierte Personal verfügten und auf der 

Pflegeheimliste geführt seien (Art. 39 KVG), seien die Pflegeheime zur Un-

tersuchung und Behandlung zugelassen. Zur Untersuchung gehörten not-

wendigerweise Medikamente wie auch Mittel und Gegenstände, welche 

die Untersuchung und Behandlung überhaupt erst ermöglichten. In Bezug 

auf die Vergütung von Mitteln und Gegenstände bestünden zwischen Spi-

tälern und den Pflegeheimen keine Unterschiede. Diese Zulassung könne 

nicht über die Verordnungsbestimmungen von Art. 55 KVV auf einzelne 

Vertragspartner wieder eingeschränkt werden. Mit der Neuordnung der 

Pflegefinanzierung gemäss Art. 25a KVG und daraus fliessendem Art. 7a 

KLV seien entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerinnen und des BAG 

nur die Beträge an Pflegemassnahmen begrenzt worden, an den Neben-

leistungen hätte sich indes nichts geändert. Eine doppelte Bezahlung von 

Behandlungskosten respektive eine Doppelbelastung der Heimbewohner 

seien entsprechend ausgeschlossen. Demzufolge unterstehe die Tarifie-

rung der Nebenleistungen dem Verhandlungsprimat der Tarifpartner und 

aus dieser Tatsache fliesse die ungeminderte Kompetenz des Regierungs-

rates, im Falle einer fehlenden Einigung zwischen Versicherern und Leis-

tungserbringern bestehende Verträge zu verlängern und damit den Tarif-

partnern die neuerliche Möglichkeit einzuräumen, eine gemeinsame Eini-

gung zu erzielen. Im Weiteren stütze das Gutachten Kieser, welches zum 

Schluss komme, dass die Pflegematerialien in jedem Fall neben den Pfle-

gebeiträgen gemäss Art. 25a KVG bzw. Art. 7a KLV separat durch die Kran-

kenversicherer zu vergüten seien, ihre Rechtsauffassung. 

5.3  

5.3.1 Auch die Beschwerdegegnerin vertritt in ihren Eingaben vom 30. Juni 

2015 (BVGer-act. 14) und 4. September 2015 (BVGer-act. 19) die Auffas-

sung, dass Nebenleistungen und namentlich auch Mittel und Gegenstände 

bei der Abrechnung von Krankenversicherern mit Pflegeheimen einer ver-

traglichen Lösung zugänglich seien, weshalb auch eine einjährige Verlän-

gerung des bestehenden Tarifvertrags gemäss Art. 47 Abs. 3 KVG unter 

rechtlichen als auch tatsächlichen Gesichtspunkten korrekt sei. Die Kosten 

für Mittel und Gegenstände seien bei der Festlegung der Versicherungs-

pauschalen gemäss Art. 7a KLV nicht eingerechnet worden. Die in Art. 7a 

KLV enthaltenen Versicherungsbeiträge beruhten sowohl für die ambulante 

Leistungserbringung wie auch für die Pflegeheime auf Zeiteinheiten. Damit 

sollen offensichtlich die Kosten für die benötigte Zeit zur Pflege abgegolten 

C-1970/2015 

Seite 24 

werden, nicht aber für dabei benötigte Hilfsmittel. Im Weiteren habe der 

Entscheid des BVGer C-1190/2012 vom 2. Juli 2015 (publiziert als BVGE 

2015/52) geklärt, dass Mittel und Gegenstände der tarifvertraglichen Re-

gelung zugänglich seien, indem statt der Einzelvergütung etwa Pauschalen 

vereinbart werden könnten (E.6.8.1). Weil Pflegeheime solche Produkte 

zusätzlich zur Pauschale nach Art. 7a KLV abrechnen könnten, bestehe die 

Rechtsgrundlage für Tarifverhandlungen. Die Argumentation des BAG, wo-

nach Art. 7a KLV die gesamten Kosten der Pflege inklusive der benötigten 

Pflegematerialen decke, sei obsolet geworden. 

5.4 Im Fachbericht vom 17. August 2015, welchem die Beschwerdeführe-

rinnen mit Ausnahme einer Präzisierung im Wesentlichen zustimmten (vgl. 

BVGer-act. 22), führte das BAG im Wesentlichen aus, dass im Rahmen der 

Neuordnung der Pflegfinanzierung die in Art. 7a KLV vorgesehenen Bei-

träge der Krankenversicherer an die Kosten von in Pflegeheimen erbrach-

ten Pflegeleistungen weder Vergütungsvereinbarungen zwischen den Ta-

rifpartnern in diesem Bereich noch eine separate Verrechnung der Mittel 

und Gegenstände bzw. Pflegematerialien, welche zur Erbringung von Pfle-

geleistungen notwendig seien, zuliessen. Weder bei der Vergütung von 

Mitteln und Gegenständen im Rahmen von Art. 52 Abs. 1 und 3 KVG noch 

bei der Vergütung von Pflegematerial, das im Rahmen der Erbringung von 

Pflegeleistungen im Sinne von Art. 25a KLV durch die Pflegeheime ange-

wandt werde, komme entsprechend den Tarifpartnern Tarifautonomie zu. 

Daraus folge, dass den Kantonen mangels vertragslosem Zustand auch 

nicht die Kompetenz zukomme, diesbezüglich im Sinne von Art. 47 KVG 

einen Tarif festzusetzen resp. zu verlängern. Soweit mit dem zwischen 

A._______ und santésuisse (heute: tarifsuisse ag) geschlossenen Tarifver-

trag vom (…) 2008 durch die OKP gemäss KVG Leistungen in Pflegehei-

men im Sinne von Art. 7 Abs. 2 KLV sowie die hierfür notwendigen Pflege-

materialien vergütet würden, stehe dessen Verlängerung im Widerspruch 

zu den in Art. 7a KLV abschliessend geregelten Beiträgen der OKP an die 

Pflegeleistungen und das hierfür notwendige Pflegematerial, aber auch mit 

den Regelungen bezüglich der MiGeL. Da es sich nicht um tarifvertragliche 

Regelungen nach Art. 46 Abs. 4 KVG handle, komme den Kantonsregie-

rungen auch keine Kompetenz zur Verlängerung der Tarifverträge nach Art. 

47 KVG zu. (vgl. ausführlich dazu die Position des BAG im Grundsatzurteil 

C-3322/2015 vom 1. September 2017 E. 6.6). 

6.  

Wie bereits erwähnt, hatte das Bundesverwaltungsgericht im Grundsatzur-

teil C-3322/2015 vom 1. September 2017 dieselbe Rechtsfrage zu klären 

C-1970/2015 

Seite 25 

(vgl. E. 5 hiervor): Nachdem zunächst die Positionen der Beschwerdefüh-

rerinnen (E. 6.1 und E. 6.7), der Vorinstanz (E. 6.2 und E. 6.3), des Be-

schwerdegegners (E. 6.4 und E. 6.8), des Gutachers (E. 6.5) sowie des 

BAG als Fachbehörde (E. 6.6) eingehend beleuchtet sowie festgestellt 

worden war, dass der im genannten Verfahren C-3322/2015 verlängerte 

Pflegeleistungsvertrag vom Wortlaut her beide von den Beschwerdeführe-

rinnen thematisierten Konstellationen (Abgabe zur Selbstanwendung 

[Konstellation A] sowie Materialien zur Applikation durch Pflegefachperso-

nen [Konstellation B]) erfasse, legte das Bundesverwaltungsgericht an-

schliessend die Positionen des Bundesrates und des BAG dar, die sich 

verschiedentlich zur Frage der Abgabe zur Selbstanwendung sowie zur Ap-

plikation durch Pflegefachpersonen Stellung genommen haben und dabei 

insbesondere die Auffassung vertraten, dass eine separate Verrechnung 

des Pflegematerials, welches für die Erbringung der Pflegeleistungen not-

wendig sei, nicht vorgesehen sei. Nach Art. 7 Abs. 2 KLV stelle es – unab-

hängig davon, ob es auf der MiGeL gelistet sei oder nicht – einen (integra-

len) Bestandteil der Pflegeleistungen dar (zum Ganzen: E. 7 und E. 8 des 

zitierten Grundsatzentscheids).  

6.1 Bevor es jedoch zur eigentlichen Prüfung der umstrittenen Frage über-

ging, rief das Bundesverwaltungsgericht unter Berufung auf seine Recht-

sprechung in Erinnerung, dass dort, wo das KVG Bestimmungen enthalte, 

die gewisse Bereiche der Vergütung medizinischer Leistungen abschlies-

send regelten, die Tarifpartner keine Tarifverträge nach Art. 46 KVG ab-

schliessen und die Kantonsregierungen solche entsprechend weder ge-

mäss Art. 46 Abs. 4 KVG genehmigen noch gemäss Art. 47 Abs. 3 KVG 

verlängern könnten. Eine subsidiäre Kompetenz der Kantonsregierungen, 

gestützt auf Art. 47 KVG hoheitlich einen (höheren, tieferen oder gleich ho-

hen) Tarif festzusetzen, sei dann ebenfalls nicht gegeben. Sollte sich dem-

nach erweisen, dass der Regierungsrat in Bezug auf die Konstellation A 

und/oder B keine Verlängerungskompetenz hatte, hätte er diesbezüglich 

auf das Verlängerungsgesuch des Beschwerdegegners nicht eintreten 

bzw. keinen auf Art. 47 Abs. 3 KVG gestützten materiellen (Verlänge- 

rungs-) Entscheid fällen dürfen (vgl. E. 9.1 mit Hinweis auf BVGE 2015/52 

E. 6.5.6 und 6.5.8 m.w.H.).  

6.2 In Bezug auf die Konstellation A (Abgabe zur Selbstanwendung) stellte 

das Bundesverwaltungsgericht in Würdigung der zuvor wiedergegebenen 

Stellungnahmen des Bundesrats und des BAG's fest, dass diese die An-

sicht vertreten würden, ein Pflegeheim sei zur Abgabe von Mitteln und Ge-

C-1970/2015 

Seite 26 

genständen gemäss MiGeL berechtigt, soweit die entsprechenden Voraus-

setzungen erfüllt seien (zum Ganzen vgl. E. 9.2.1). Im Weiteren erwog das 

Bundesverwaltungsgericht, dass kein Anlass bestehe, von seiner Beurtei-

lung im BVGE 2015/52 (E. 5.6 f. i.V.m. E. 6.5.2 ff.) abzuweichen (vgl. 

E. 9.2.2). In diesem Entscheid ist das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss gekommen, dass im Rahmen der neu geordneten Pflegefinanzie-

rung – auf der kantonalen Pflegeheimliste gemäss KVG als Leistungser-

bringer zugelassene ‒ Pflegeheime nicht nur Pflegepflichtleistungen, son-

dern auch andere OKP-Leistungen (sogenannte Pflegenebenleistungen) 

selbst erbringen und zulasten der Krankenversicherer abrechnen dürfen. 

Im Gegenzug sind die Versicherer dazu verpflichtet, diese Leistungen den 

Pflegeheimen zu vergüten. Zu diesen Pflegenebenleistungen, die grund-

sätzlich auch Pflegeheime zu Lasten der OKP erbringen können, zählte 

das Bundesverwaltungsgericht insbesondere auch Mittel und Gegen-

stände, die im Sinne von Art. 20 KLV von einer Abgabestelle nach Art. 55 

KVV abgegeben werden und von der versicherten Person selbst oder mit 

Hilfe einer nichtberuflich an der Untersuchung oder der Behandlung mitwir-

kenden Person angewendet werden, falls die betroffenen Pflegeheime alle 

(zusätzlichen bzw. spezifischen) Voraussetzungen erfüllten, um die ge-

nannten Leistungen zulasten der OKP zu erbringen (vgl. BVGE 2015/52 

E. 6.5.3 i.V.m. E. 6.5.9). 

6.2.1 Im Weiteren bestätigte es die Auffassung der Beschwerdeführerin-

nen, wonach es sich beim Abgabevertrag nicht um einen Tarifvertrag im 

Sinne von Art. 46 KVG handle. Die Kantonsregierung habe somit keine 

Kompetenz, einen zwischen Abgabestelle und Krankenversicherern abge-

schlossenen eigenständigen Abgabevertrag gestützt auf Art. 46 Abs. 4 

KVG zu genehmigen. Dementsprechend falle auch eine auf Art. 47 Abs. 3 

KVG gestützte Verlängerung eines eigenständigen Abgabevertrages aus-

ser Betracht, selbst wenn dieser gestützt auf Art. 46 Abs. 4 KVG genehmigt 

worden sein sollte. Da ein eigenständiger Abgabevertrag nicht durch die 

Kantonsregierung hoheitlich genehmigt oder verlängert werden könne, 

könnten auch die in einem Tarifvertrag enthaltenen Abgabevertragsele-

mente, welche einen eigenen Vertrag bildeten und nicht (blosse) Modalitä-

ten zur Umsetzung des Tarifvertrages regelten, nicht gestützt auf Art. 47 

Abs. 3 KVG verlängert werden.  

Soweit der im Verfahren C-3322/2015 betroffene Pflegeleistungsvertrag 

Abgabevertragselemente enthalten habe, seien diese mit dem Verlänge-

rungsbeschluss nicht verlängert worden und seien zudem Ende 2014 aus-

ser Kraft getreten. Damit habe im massgebenden Zeitraum vom 1. Januar 

C-1970/2015 

Seite 27 

bis 31. Dezember 2015 kein Abgabevertrag i.S.v. Art. 55 KVV bestanden, 

aus dem die Mitglieder des Beschwerdegegners für die Abgabe von auf 

der MiGeL geführten Mitteln und Gegenständen gegenüber den Kranken-

versicherer (Beschwerdeführerinnen) einen Vergütungsanspruch ableiten 

könnten. Dementsprechend habe auch kein Raum für eine auf Art. 47 Abs. 

3 KVG gestützte Verlängerung des Pflegeleistungsvertrages bestanden, 

soweit dieser eine Vergütung für die Abgabe zur Selbstanwendung vorge-

sehen habe. Der Vollständigkeit halber wies das Bundesverwaltungsge-

richt darauf hin, dass es in BVGE 2015/52 eine auf Art. 47 Abs. 3 KVG 

gestützte Regelung zur individuellen Vergütung der Abgabe von Mitteln 

und Gegenständen (nachfolgend: Einzelvergütung) als unzulässig beurteilt 

hat, da der Kantonsregierung dazu die Kompetenz fehle. Soweit im Verfah-

ren C-3322/2015 betreffenden Pflegeleistungsvertrag für gewisse MiGeL-

Produktegruppen vorgesehen sei, diese zum MiGeL-Höchstvergütungsbe-

trag abzüglich 10 % separat in Rechnung stellen zu können, liege es nahe, 

darin – analog zu der in BVGE 2015/52 strittigen Regelung (MiGeL-Höchst-

vergütungspreis abzüglich 15 %) – die Vereinbarung eines Einzelvergü-

tungstarifes zu erkennen, der ausserhalb der Kompetenz der Kantonsre-

gierung liege und daher vorliegend nicht durch die Vorinstanz gestützt auf 

Art. 47 Abs. 3 KVG hätte verlängert werden dürfen. 

6.2.2 Aufgrund seiner Ausführungen hielt das Bundesverwaltungsgericht 

im Sinne eines Zwischenresultats schliesslich fest, dass der Regierungsrat 

nicht dazu berechtigt gewesen sei, den Pflegeleistungsvertrag insoweit ge-

stützt auf Art. 47 Abs. 3 KVG zu verlängern, als der Vertrag die Konstella-

tion A (Abgabe zur Selbstanwendung) betroffen habe. Soweit die Parteien 

bzw. der Gutachter weitergehende bzw. abweichende Argumente vorge-

bracht hätten, vermochten diese nicht zu überzeugen (zum Ganzen,  

C-3322/2015 E. 9.2.3 bis E. 9.2.5 mit Hinweisen). 

6.2.3 Auf die soeben wiedergegebenen Erwägungen kann für das vorlie-

gende Beschwerdeverfahren vollumfänglich verwiesen werden. Der Pfle-

geleistungsvertrag zwischen A._______ und tarifsuisse vom (…) 2014 ent-

hält in Art. 17 (Mittel und Gegenstände [MiGeL]) eine analoge Regelung 

("Die MiGeL-Gruppen […] sind in den Pauschalen gemäss Art. 13 Abs. 2 

[Tagespauschalen nach BESA] enthalten. Übrige Mittel und Gegenstände 

können nach separater Kostengutsprache durch den Versicherer zum Mi-

GeL-Höchstpreis abzüglich 20% separat in Rechnung gestellt werden."). 

Demnach ist auch vorliegend im Sinne eines Zwischenresultats festzuhal-

ten, dass der Regierungsrat des Kantons B._______ nicht dazu berechtigt 

war, den Pflegeleistungsvertrag insoweit gestützt auf Art. 47 Abs. 3 KVG 

C-1970/2015 

Seite 28 

zu verlängern, als der Vertrag die Konstellation A (Abgabe zur Selbstan-

wendung) betrifft. Soweit die Parteien bzw. der Gutachter weitergehende 

bzw. abweichende Argumente vorbringen, vermögen diese auch vorlie-

gend nicht zu überzeugen. 

6.3 In Bezug auf die Konstellation B (Materialien zur Applikation durch Pfle-

gefachpersonen) wies das Bundesverwaltungsgericht im Weiteren darauf 

hin, dass unter Materialien zur Applikation durch Pflegefachpersonen Pfle-

gematerialien zu verstehen seien, ohne welche die betroffenen Pflegeleis-

tungen gar nicht oder zumindest nicht KVG-konform erbracht werden könn-

ten (vgl. Art. 25a Abs. 4 [„in der notwendigen Qualität, effizient und kosten-

günstig“] sowie Art. 32, 34 und 43 Abs. 6 KVG). Es sei unbestritten, dass 

auf der MiGeL geführte Mittel und Gegenstände auch im Rahmen eigentli-

cher Pflegeleistungen im Pflegeheim durch eine bzw. mit Hilfe einer Fach-

personen verwendet bzw. angewendet würden, und dass diese applizier-

ten Materialien sowohl vor Inkrafttreten der Neuordnung der Pflegefinan-

zierung am 1. Januar 2011 als auch danach in den Geltungsbereich des 

KVG gefallen und in dessen Rahmen finanziert worden seien. Auch das 

BAG und der Bundesrat gingen davon aus, dass MiGeL-Produkte für OKP-

Pflegeleistungen in Pflegeheimen verwendet würden, zumal sie ausgeführt 

hätten, dass das Material, welches für die Erbringung der Pflegeleistungen 

nach Art. 7 Abs. 2 KLV notwendig sei – unabhängig davon, ob es auf der 

MiGeL gelistet sei oder nicht – einen Bestandteil der Pflegeleistungen dar-

stelle (E. 9.3 f.). 

6.3.1  

6.3.1.1 Im Weiteren hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, das EDI habe 

gestützt auf Art. 25a Abs. 1, 3 und 4 KVG in Verbindung mit Art. 33 Bst. b, 

h und i KVV in Art. 7 KLV den Leistungsbereich umschrieben, in Art. 7a und 

7b KLV die OKP-Beiträge festgesetzt und in Art. 8 KLV die Bedarfsermitt-

lung geregelt (vgl. BGE 142 V 203 E. 6.2). E contrario stehe es den Tarif-

parteien namentlich nicht zu, in Tarifverträgen gemäss Art. 46 KVG diesen 

Leistungsbereich auszudehnen oder die OKP-Beiträge zu erhöhen. Ent-

sprechend dürfe die Kantonsregierung einen entsprechenden Vertrag ge-

mäss Art. 46 Abs. 4 KVG nicht genehmigen und einen genehmigten Vertrag 

nach Art. 47 Abs. 3 KVG nicht verlängern. Soweit der umstrittene Pflege-

leistungsvertrag im Resultat eine Ausdehnung des Leistungsbereichs 

und/oder eine Erhöhung der von der OKP an die Pflege zu leistenden Bei-

träge zur Folge habe, fehle dem Regierungsrat die Kompetenz, den Vertrag 

zu verlängern. Dabei gelte es zu berücksichtigen, dass der Gesetzgeber 

dem Bundesrat in Art. 25a Abs. 3 und 4 KVG ein grosses Ermessen zur 

C-1970/2015 

Seite 29 

Bestimmung der betroffenen Pflegeleistungen, des Bedarfsermittlungsver-

fahrens, der OKP-Beiträge, der Qualitätskontrollen und der Modalitäten 

eingeräumt habe (vgl. E. 9.3.2 mit Hinweis auf BVGE 2011/61 E. 6.10.3 

und EUGSTER, KVG-Kommentar, N 9 zu Art. 25a KVG).  

6.3.1.2 Das Bundesgericht habe im Weiteren in BGE 142 V 203 ausge-

führt, dass in Art. 7 Abs. 2 KLV die Auflistung der Kategorien der – so auch 

in Pflegeheimen erbrachten – Pflegeleistungen, welche die OKP vergütet 

(Abklärung und Beratung, der Untersuchung und Behandlung, Grund-

pflege) abschliessend sei. Die Ergänzung um zusätzliche Leistungen wäre 

inkompatibel mit dem abschliessenden Charakter des Leistungskatalogs 

(vgl. E. 6.2, 7.2.3, 8.2.1). Angesichts des Inkrafttretens der Neuordnung der 

Pflegefinanzierung am 1. Januar 2011 mit der dazugehörigen Einfügung 

des neuen Art. 25a KVG hätten die Parteien keine Möglichkeit mehr, der 

Genehmigungspflicht unterstehende Tarifverträge abzuschliessen und ge-

nössen keinen Tarifschutz mehr, welcher die Leistungserbringer dazu ver-

pflichten würde, die vertraglich vereinbarten Preise/Tarife einzuhalten, wie 

dies Art. 44 Abs. 1 KVG vorsehe. Ausgenommen sei die Regelung der kan-

tonalen Restfinanzierung gemäss Art. 25a Abs. 5 KVG (E. 9.3.3). 

6.3.1.3 Weiter hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, es habe in BVGE 

2011/61 in Bezug auf die Finanzierung der Pflegeleistungen gemäss 

Art. 25a Abs. 1 KVG (ohne Akut- und Übergangspflege gemäss Art. 25a 

Abs. 2 KVG) ausgeführt, dass ‒ unter Vorbehalt der Anwendung der Über-

gangsregelung für den Zeitraum vom 1. Januar 2011 bis 31. Dezember 

2013 ‒ mit der neuen Regelung, wonach das EDI mittels Verordnung ein-

heitliche Beiträge der OKP an die Pflegeleistungen festsetze, die bisheri-

gen für diese Pflegeleistungen und die OKP-Kostenbeteiligung anhin gel-

tenden Tarifbildungsbestimmungen (insb. Abschluss von Tarifverträgen 

durch Tarifpartner, Genehmigung dieser Verträge durch die Kantonsregie-

rung und subsidiäre hoheitliche Festsetzungskompetenz der Kantonsre-

gierung) keine Anwendung mehr fänden (vgl. BVGE 2011/61 E. 5, 6.1; vgl. 

auch BVGE 2015/52 E. 5.1.7.1). Den wiedergegebenen Stellungnahmen 

des Bundesrats und des BAG sei schliesslich zu entnehmen, dass sie da-

von ausgingen, das Material, welches für die Erbringung der Pflegeleistun-

gen gemäss Art. 7 Abs. 2 KLV notwendig sei – unabhängig davon, ob es 

auf der MiGeL gelistet sei oder nicht –, stelle einen integralen Bestandteil 

dieser in Pflegeheimen erbrachten Pflegeleistungen dar. Das KVG sehe 

die Finanzierung dieser Pflegeleistungen durch die OKP, die versicherte 

Person und die Kantone vor (Art. 25a KVG). Eine separate Verrechnung 

C-1970/2015 

Seite 30 

des Pflegematerials, das für die Erbringung dieser Pflegeleistungen not-

wendig sei, sei nicht vorgesehen. Die altrechtlich in Art. 9a Abs. 2 aKLV 

festgehaltenen Rahmentarife für die Pflegeleistungen hätten diejenigen 

Kosten umfasst, die zur Erbringung der Pflegeleistungen notwendig gewe-

sen seien. Dazu habe insbesondere das Pflegematerial gehört. Die Defini-

tion der Pflegeleistungen habe mit der Neuordnung der Pflegefinanzierung 

keine grundsätzliche Anpassung erfahren. Geändert worden sei lediglich 

der Finanzierungsmodus. Es bestehe auch in Bezug auf die Konstellation 

B (Materialien zur Applikation durch Pflegefachpersonen) kein Anlass, von 

dieser Beurteilung abzuweichen (vgl. E. 9.3.4 und E. 9.4). 

6.3.2 Anschliessende beleuchtete das Bundesverwaltungsgericht die his-

torische Entwicklung der Vergütung des Materials zur Applikation durch 

Pflegefachpersonen. 

6.3.2.1 Es erwog insbesondere, dass gemäss Art. 25 Abs. 2 Bst. a KVG in 

der bis Ende 2010 geltenden Fassung ärztlich angeordnete Pflegemass-

nahmen in Pflegeheimen grundsätzlich Pflichtleistungen der OKP gewesen 

seien und dem Tarifschutz gemäss Art. 44 KVG unterstanden hätten. Die 

Tarife seien ‒ unter Berücksichtigung der in der KLV enthaltenen Rahmen-

tarife ‒ in Tarifverträgen (Art. 46 KVG) oder ‒ beim Fehlen von solchen ‒ 

in Festsetzungsbeschlüssen der Kantonsregierungen (Art. 47 KVG) fest-

gelegt worden, wobei Krankenversicherer – gemäss Art. 50 KVG in den bis 

31. Dezember 2010 geltenden Fassungen – mit Pflegeheimen pauschale 

Vergütungen hätten vereinbaren können. Da die Rahmentarife (aArt. 9a 

Abs. 2 KLV; in Kraft bis 31. Dezember 2010) nicht kostendeckend gewesen 

seien, sei der Tarifschutz gemäss Art. 44 KVG in der Praxis nicht voll um-

gesetzt worden, was zu einer unbefriedigenden und intransparenten Situ-

ation geführt habe (E. 9.5.1 m.w.H.). 

Aus der Rechtsprechung des bis zum 31. Dezember 2006 zuständigen 

Bundesrates schloss das Bundesverwaltungsgericht weiter, dass zu den 

(den Pflegeheimen für die Festlegung von Pflegetarifen vergüteten) Kosten 

jene gehörten, die direkt mit dem Erbringen der eigentlichen Pflegeleistun-

gen verbunden gewesen seien, wozu offensichtlich auch das Pflegemate-

rial gehört habe, welches beim (OKP-konformen) Erbringen dieser Pflege-

leistungen direkt verwendet worden sei. Voraussetzung für eine sepa-

rate/zusätzliche Vergütung wäre gewesen, dass die Materialien zur Appli-

kation durch Pflegefachpersonen eine separate OKP-Pflichtleistungskate-

gorie dargestellt hätten, zu deren Abrechnung zulasten der Krankenversi-

cherer die Pflegeheime als OKP-Leistungserbringer hätten berechtigt sein 

C-1970/2015 

Seite 31 

müssen. Weder das KVG noch die dazugehörigen Verordnungen hätten 

eine solche Separierung der Materialien zur Applikation durch Pflegefach-

personen als OKP-Leistung vorgesehen (vgl. E. 9.5.2 f. m.w.H.). 

6.3.3 Hinsichtlich der am 1. Januar 2011 in Kraft getretenen Neuordnung 

der Pflegefinanzierung führte das Bundesverwaltungsgericht unter Beru-

fung auf BGE 141 V 446 aus, dass diese nach dem Willen des Gesetzge-

bers unter Wahrung der Kostenneutralität für die Krankenversicherer ein-

geführt werden sollte. In Anwendung der Rahmentarife hätten die Leistun-

gen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung keinen ausreichenden 

Kostendeckungsgrad erreicht; schätzungsweise habe er 55-60 % betra-

gen. Der Gesetzgeber habe eine Umverteilung der Kostentragung be-

zweckt, um die namentlich aus demographischen Gründen zunehmende 

Belastung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im Bereich al-

tersbedingter Pflegeleistungen zu begrenzen. Im Einzelnen leiste die obli-

gatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) – vom EDI festgesetzte – 

Beiträge an die Pflegeleistungen, welche aufgrund einer ärztlichen Anord-

nung und eines ausgewiesenen Pflegebedarfs erbracht würden (Art. 25a 

Abs. 1 KVG). Darüber hinaus hätten sich sowohl die Versicherten (bis zu 

höchstens 20 Prozent des höchsten vom Bundesrat festgesetzten Pflege-

beitrages) als auch die öffentliche Hand an den Pflegekosten zu beteiligen 

(Art. 25 Abs. 5 Satz 1 KVG). Die Modalitäten der Restfinanzierung der Pfle-

gekosten regelten die Kantone (Art. 25a Abs. 5 Satz 2 KVG). Allein Sache 

der Bundesgesetzgebung sei die abschliessende Normierung der Leistun-

gen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. Die Neuordnung der 

Pflegefinanzierung stelle den bis Ende 2010 gültig gewesenen Leistungs-

umfang nicht in Frage, sondern regle im dargelegten Sinn die Aufteilung 

der Pflegekosten auf verschiedene Kostenträger. Unverändert sei insbe-

sondere der Begriff der Pflegeleistungen geblieben. Insbesondere seien im 

Rahmen der Neuordnung der Pflegefinanzierung weder im KVG noch in 

den Verordnungen die Materialien zur Applikation durch Pflegefachperso-

nen als neue, separate OKP-Pflichtleistungskategorie abgetrennt worden. 

Es scheine auch keineswegs naheliegend, im Rahmen einer Revision, die 

einzig die Neuordnung der Finanzierung der Pflegepflichtleistungen zum 

Ziel gehabt habe, eine neue Leistungskategorie zu schaffen und die Pfle-

geheime diesbezüglich als Leistungserbringer zulasten der OKP zuzulas-

sen. Hätten Gesetzgeber und Verordnungsgeber dies gewollt, hätten sie 

im Rahmen der Neuordnung der Pflegefinanzierung eine entsprechende 

Normenänderung vorgenommen (vgl. E. 9.5.4.1 f. mit Hinweisen). 

C-1970/2015 

Seite 32 

6.3.4 Aufgrund dieser Ausführungen erwog das Bundesverwaltungsge-

richt, dass die altrechtlich vorgesehene Vergütung der Materialien zur Ap-

plikation durch Pflegefachpersonen im Rahmen der Pflegetarife (und nicht 

separat z.B. über die MiGeL) beibehalten worden sei und daher die Vergü-

tung der Materialien zur Applikation durch Pflegefachpersonen im Rahmen 

des ordentlichen Finanzierungssystems der neu geordneten Pflegefinan-

zierung, also insgesamt durch die drei Kostenträger erfolge. Weder in Ge-

setz noch in Verordnung sei vorgesehen, dass die Beteiligung an den Pfle-

geleistungen durch eine Aufteilung der Pflegeleistungen in verschiedene 

Kostenfaktoren oder -elemente erfolge, insbesondere dass die Materialien 

zur Applikation durch Pflegefachpersonen (ausschliesslich) zu Lasten der 

Krankenversicherer gehen sollten. Stattdessen sähen Art. 25a Abs. 1 und 

5 KVG eine (rein) rechnerische Aufteilung der Übernahme der Pflegekos-

ten vor und die Kantone bzw. die öffentliche Hand würden die verbleiben-

den Restkosten übernehmen. Im Rahmen der Neuordnung der Pflegefi-

nanzierung werde somit nicht davon ausgegangen, dass die OKP-Pflege-

beiträge kostendeckend seien. Das sei bereits aus der Trias der Kosten-

träger ersichtlich, aber auch daraus, dass beim vorgeschriebenen kosten-

neutralen Übergang zur neuen Pflegefinanzierung der Deckungsgrad un-

gefähr gleich bleiben und die Pflegebeiträge dementsprechend 55-60 % 

der Pflegekosten decken sollten. Somit hätten die Pflegeheime zwar einen 

Anspruch auf Vergütung der Pflegekosten, wozu auch die Kosten für Ma-

terialien zur Applikation durch Pflegefachpersonen zu zählen seien. Der 

Anspruch beziehe sich aber (nur) auf eine grundsätzliche Vergütung durch 

die Gesamtheit der drei Kostenträger. Insbesondere könnten die Pflege-

heime nicht verlangen, dass die Materialien zur Applikation durch Pflege-

fachpersonen von den Krankenversicherern vergütet würden – auch nicht 

im Rahmen der vom EDI festgesetzten Beiträge. Anders gesagt: Die Auf-

teilung sei eine rechnerische, keine sachliche. Welche weiteren Posten ne-

ben dem Material zur Applikation durch Pflegefachpersonen zu den von 

der besagten Trias zu finanzierenden Pflegekosten gehörten, sei nicht zu 

beantworten. Auch nicht zu prüfen sei, inwiefern die Neuordnung der Pfle-

gefinanzierung den Pflegeheimen faktisch finanzielle Nachteile bringe, wie 

die Vorinstanz und der Beschwerdegegner geltend machen würden. 

Ebenso wenig sei zu prüfen, welche Voraussetzungen im Einzelfall erfüllt 

sein müssten – sowohl vom Sachverhalt her als auch von der kantonalen 

Ausgestaltung der Restfinanzierung –, damit gewährleistet sei, dass im 

Einzelfall die ganzen Pflegekosten vergütet würden. Diesbezüglich könne 

an das grosse Ermessen erinnert werden, über welches der Bundesrat na-

mentlich bei der Festsetzung der Pflegebeiträge verfüge (E. 9.5.4.3) 

C-1970/2015 

Seite 33 

6.3.5 Weiter hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass von den drei 

(hauptsächlich) in der Schweiz verwendeten Pflegebedarfssystemen min-

destens BESA (weiterhin) vorsehe, dass der Einsatz von Geräten und Hilfs-

mitteln während der Durchführung der Pflegeleistungen in den Pflegeleis-

tungen enthalten seien. Die primäre Aufgabe von Pflegeheimen vor und 

nach Inkrafttreten der Neuordnung der Pflegefinanzierung liege im Erbrin-

gen von Pflegeleistungen im Sinne von Art. 25a KVG. Die Pflegeheime ver-

fügten über dementsprechend ausgerichtete Strukturen, Abläufe, Kosten- 

und Ertragssysteme. Die Materialien zur Applikation durch Pflegefachper-

sonen seien ein integraler Teil dieser Pflegeleistungen (E. 9.5.4.4 f. mit Hin-

weisen). 

6.4 Hinsichtlich des Konnexes zwischen Materialien zur Applikation durch 

Pflegefachpersonen und den Pflegeleistungen, für welche sie verwendet 

werden, beleuchtete das Bundesverwaltungsgericht BGE 142 V 203 (Urteil 

9C_466/2015 vom 24. März 2016; auch publiziert als SVR 2016 KV Nr. 18) 

und erwog, dass auch unterstützende Leistungen, ohne die die gelisteten 

Pflichtleistungen gar nicht erbracht werden könnten, zu den Pflichtleistun-

gen gemäss Art. 25a KVG bzw. Art. 7 Abs. 2 KLV gehörten. Dies auch, 

wenn die unterstützenden Leistungen nicht wörtlich aufgeführt seien. Da 

die Materialien zur Applikation durch Pflegefachpersonen definitionsge-

mäss für das Erbringen der OKP-pflichtigen Pflegeleistungen gemäss 

Art. 7 Abs. 2 KLV notwendig bzw. untrennbar damit verbunden seien, seien 

sie ausgehend von BGE 142 V 203 den jeweiligen einzelnen Pflegeleistun-

gen gemäss Art. 7 Abs. 2 KLV zuzuordnen und gelten mit der Vergütung 

dieser Pflegeleistungen als abgegolten. Diese Folgerung werde durch BGE 

137 V 31 E. 2.3 bekräftigt, gemäss welchem sich die Tatbestände von 

Art. 25 Abs. 2 Bst. a KVG und Art. 25 Abs. 2 Bst. b KVG (dort i.V.m. Art. 20 

KLV) in Bezug auf ein- und dasselbe Leistungselement als Rechtsgrund 

der Leistungspflicht gegenseitig ausschlössen. So sei es systemwidrig und 

unlogisch, die Anpassung („samt Eingliederung und Instruktion“) eines Ge-

genstands, der selbst nicht leistungspflichtig sei, der obligatorischen Kos-

tenvergütung zu unterstellen. Dass Art. 25 Abs. 2 Bst. a für von Pflegehei-

men erbrachte Pflegeleistungen per 1. Januar 2011 in den Art. 25a KVG 

überführt worden seien, lasse in diesem Zusammenhang darauf schlies-

sen, dass die Tatbestände von Art. 25a KVG und Art. 25 Abs. 2 Bst. b KVG 

sich in Bezug auf ein- und dasselbe Leistungselement als Rechtsgrund der 

Leistungspflicht gegenseitig ausschlössen (vgl. E. 9.6-9.6.4 mit Hinwei-

sen). 

C-1970/2015 

Seite 34 

6.5 In systematischer Hinsicht führte das Bundesverwaltungsgericht aus, 

dass es systemwidrig wäre, die Vergütung der Pflegehandlungen im Rah-

men der Neuordnung der Pflegefinanzierung auf eine neue Grundlage zu 

stellen und gleichzeitig die Vergütung der Pflegematerialien einer separa-

ten, ausserhalb des Systems der neuen Pflegefinanzierung liegenden Ord-

nung zu unterwerfen. Dies hätte namentlich zur Folge, dass die Summe 

der von den Versicherern an die geleistete Pflege bezahlten Beiträge (vom 

EDI festgesetzte Beiträge plus Vergütung der Materialien zur Applikation 

durch Pflegefachpersonen) höher ausfallen würde, als im Rahmen der 

Neuordnung der Pflegefinanzierung vorgesehen. Damit würde die im Sys-

temübergang anvisierte Kostenneutralität verletzt. Auch müssten sich die 

versicherten Personen über Franchise und Selbstbehalt an den zusätzlich 

den Versicherern auferlegten Kosten für das Material zur Applikation durch 

Pflegefachpersonen beteiligen. Damit würde die vom Gesetzgeber in 

Art. 25a Abs. 5 KVG festgeschriebene maximale Kostenbeteiligung der 

versicherten Person an den erbrachten Pflegeleistungen im Resultat aus-

gehebelt. Auch wenn Art. 44 KVG auf die Pflegebeiträge keine Anwendung 

finde, würde eine solche, nicht explizit in Gesetz und/oder Verordnung ver-

ankerte zusätzliche Vergütung dem Grundsatz des Tarifschutzes in der 

OKP widersprechen. In Bezug auf die gesetzlich vorgesehene Qualitäts-

kontrolle (Art. 25a Abs. 4 dritter Satz KVG) sowie auf Art. 50 KVG i.V.m. 

Art. 49 Abs. 7 und 8 KVG (Umschreibung der notwendigen Führungsinstru-

mente, welche insbesondere eine Beurteilung der Wirtschaftlichkeit und 

Betriebsvergleiche ermöglichen sollen) führte das Bundesverwaltungsge-

richt im Weiteren aus, dass wenn die Materialien zur Applikation durch Pfle-

gefachpersonen in den Kreis der Pflegeleistungen gemäss Art. 25a Abs. 1 

KVG einbezogen würden, dies eine fundierte Beurteilung der Qualität, Ef-

fizienz und Kostengünstigkeit der erbrachten Pflegeleistungen erlaube. 

Wären nur die Personalleistungen und -kosten unter diesen Pflegeleistun-

gen zu subsumieren, würden sich Kontrolle und Vergleich auf diese Ele-

mente beschränken. Aus der Kontrolle und dem Vergleich könne sich er-

geben, dass ein Pflegeheim Personalaufwand und Einsatz von Pflegema-

terialien besser steuere als ein anderes (E. 9.7.1 f.). 

6.5.1 Im Weiteren erörterte es, dass gemäss Art. 25a Abs. 1 KVG die OKP 

einen Beitrag an die Pflegeleistungen leiste, die aufgrund einer ärztlichen 

Anordnung und eines ausgewiesenen Pflegebedarfs […] im Pflegeheim er-

bracht werden. Gemäss Art. 8 Abs. 3 KLV erfolge die Bedarfsabklärung 

durch den Arzt (Art. 9 Abs. 2 KLV). Dieser Pflegebedarf gelte als ärztliche 

Anordnung oder als ärztlicher Auftrag. Gemäss Art. 9 Abs. 2 KLV müssten 

C-1970/2015 

Seite 35 

die Leistungen der Pflegeheime nach Art. 7 Abs. 2 KLV nach dem Pflege-

bedarf in Rechnung gestellt werden. Gemäss Art. 25 Abs. 2 Bst. b KVG 

umfassten die Leistungen gemäss Art. 25 Abs. 1 KVG die ärztlich […] ver-

ordneten […] der Untersuchung oder Behandlung dienenden Mittel und 

Gegenstände. Gemäss der Grundsatzbestimmung in Art. 20 KLV setze die 

Leistung einer Vergütung an Mittel und Gegenstände eine ärztliche Anord-

nung voraus. Somit setzten Gesetz und Verordnung für einen Vergütungs-

anspruch sowohl betreffend OKP-Pflegeleistungen als auch für Listen-Pro-

dukte eine (eigene) ärztliche Anordnung bzw. einen ärztlichen Auftrag vo-

raus. Es sei davon auszugehen, dass die ärztliche Anordnung oder der 

ärztliche Auftrag gemäss Art. 8 KLV auch die Materialien zur Applikation 

durch Pflegefachpersonen umfasse, die zur Deckung des Pflegebedarfs 

verwendet würden. Davon wäre hingegen nicht auszugehen, wenn Listen-

Produkte und Pflegeleistungen separat zu behandeln und zu vergüten sein 

sollten. Dann wäre für beides eine eigenständige ärztliche Anordnung  

(oder ein ärztlicher Auftrag) notwendig, was zu gewissen Doppelspurigkei-

ten führen würde, die der Verordnungsgeber kaum beabsichtigt habe und 

mit einer entsprechenden Regelung im Rahmen der Bestimmungen betref-

fend Krankenpflege ambulant oder im Pflegeheim (Art. 7-9 KLV) hätte ver-

meiden können (E. 9.7.3). 

6.6 Aufgrund der historischen Entwicklung, des engen Konnexes zwischen 

den Materialien zur Applikation durch Pflegefachpersonen und den OKP-

Pflegeleistungen, für welche sie verwendet werden, und der Systematik 

der Neuordnung der Pflegefinanzierung schloss das Bundesverwaltungs-

gericht darauf, dass die Kosten für die Materialien zur Applikation durch 

Pflegefachpersonen in der im Rahmen der neuen Pflegefinanzierung erfol-

genden Vergütung der OKP-Pflegeleistungen eingeschlossen seien. So-

weit die Parteien bzw. der Gutachter weitergehende bzw. abweichende Ar-

gumente vorgebracht hatten, vermochten diese nicht zu überzeugen 

(E. 9.8). 

6.7 Hinsichtlich der im Gutachten Kieser dargelegten subsidiären Begrün-

dung, wonach die Verwendung eines Mittels oder Gegenstandes durch das 

Pflegeheim unter Art. 20a Abs. 2 KLV falle und sich Vergütungen aus einem 

(zusätzlichen) Tarifvertrag ergäben (müssten), erwog das Bundesverwal-

tungsgericht das Folgende (vgl. E. 9):  

6.7.1 Der Art. 25 Abs. 2 Bst. b KVG konkretisierende Art. 20 KLV in der bis 

Ende Juli 2007 gültig gewesenen Fassung habe in Abs. 2 vorgesehen, 

dass Mittel und Gegenstände, die in den Körper implantiert werden, nicht 

C-1970/2015 

Seite 36 

in der MiGeL aufgeführt seien und ihre Vergütung mit der entsprechenden 

Behandlung in den Tarifverträgen geregelt werde. Diese Bestimmung sta-

tuiere mithin für Implantate eine Ausnahme von der Positivlistenpflicht ge-

mäss Art. 25 Abs. 2 Bst. b KVG i.V.m. Art. 33 Bst. e KVV und Art. 20 Abs. 

1 KLV (in der bis Ende Juli 2007 gültig gewesenen Fassung) und der damit 

verbundenen gesetzlichen Höchstvergütungsbetragsregelung gemäss 

Art. 24 Abs. 1 KLV (vgl. BGE 136 V 84 E. 2.3.1). 

6.7.2 Der seit 1. August 2007 in Kraft stehende, aArt. 20 KLV ersetzende, 

ebenfalls auf Art. 25 Abs. 2 Bst. a KVG fussende Art. 20a Abs. 1 KLV halte 

(wie aArt. 20 Abs. 1 KLV) den Grundsatz fest, dass die Mittel und Gegen-

stände in Anhang 2 nach Arten und Produktegruppen aufgeführt seien. Die 

Sonderregelung des aArt. 20 Abs. 2 KLV sei in Art. 20a Abs. 2 neu dahin-

gehend ergänzt worden, dass als nicht in der Liste aufgeführte Mittel und 

Gegenstände auch solche gelten, die von Leistungserbringern nach Artikel 

35 Absatz 2 KVG im Rahmen ihrer Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung verwendet werden (Satz 1). Ihre Vergütung 

werde, wie bei Körperimplantaten, mit der entsprechenden Untersuchung 

oder Behandlung in den Tarifverträgen geregelt (Satz 2) (vgl. BGE 136 V 

84 E. 2.3.2). Zweck von Art. 20a KLV (bzw. aArt. 20 Abs. 2 KLV) sei haupt-

sächlich, implantierte oder nur von fachkundiger Hand anwendbare Mittel 

und Gegenstände von der Positivlistenpflicht bzw. der (MiGeL-)Festbe-

tragsregelung gemäss Art. 24 Abs. 1 KLV auszuklammern (vgl. Urteil des 

BGer 9C_216/2012 vom 18. Dezember 2012 E. 4; EUGSTER in SBVR 

2016, Rz. 735; EUGSTER in SBVR 2007, Rz. 626). Dass ein Produkt nicht 

unter die Positivleistungspflicht gemäss MiGeL falle, schliesse somit (…) 

nicht aus, dass es auf der MiGeL aufgelistet sein und im Rahmen der Fach-

pflege verwendet werden könne. 

6.7.3 Für die Abgrenzung von Mitteln und Gegenständen, die als Selbstan-

wendung unter Art. 20 und Art. 20a Abs. 1 KLV und damit unter die Positiv-

listenpflicht gemäss MiGeL fielen, einerseits, und nicht listenpflichtigen Mit-

teln und Gegenständen der Fachapplikation gemäss Art. 20a Abs. 2 KLV 

i.V.m. Art. 25 Abs. 2 Bst. a KVG anderseits, sei entscheidend, wer das be-

treffende Produkt als Endverbraucher anwende oder verwende. Sei die Pa-

tientin/der Patient gleichzeitig Endverbraucherin/Endverbraucher des Pro-

dukts und könne diese/r das Produkt schliesslich allein oder mit Hilfe einer 

nichtberuflich mitwirkenden Person anwenden, handle es sich um der Po-

sitivlistenpflicht gemäss MiGeL unterliegende Mittel und Gegenstände ge-

mäss Art. 20 KLV und Art. 20a Abs. 1 KLV i.V.m. Art. 25 Abs. 2 Bst. b KVG. 

Werde das Produkt durch den Leistungserbringer nach Art. 35 Abs. 2 KVG 

C-1970/2015 

Seite 37 

angewandt oder verwendet (vorbehältlich Körperimplantate), falle es unter 

Art. 20a Abs. 2 KLV und damit nicht unter die Positivlistenpflicht gemäss 

MiGeL. Werde ein Produkt, das durch den Leistungserbringer nach Art. 35 

Abs. 2 KVG angewandt oder verwendet worden sei (und damit unter 

Art. 20a Abs. 2 KLV gefallen sei), ab einem bestimmten Behandlungszeit-

punkt durch die versicherte Person selber (allenfalls mit Hilfe einer nicht-

beruflich mitwirkenden Person; vgl. Art. 20 KLV) angewendet und genutzt, 

falle es definitionsgemäss aus dem Geltungsbereich von Art. 20a Abs. 2 

KLV heraus und damit in den Anwendungsbereich von Art. 20 und 20a 

Abs. 1 KLV (vgl. BGE 136 V 84 E. 4.2.3, 4.3.2.1). Massgebend sei somit 

die konkrete Anwendung bzw. Verwendung des Produkts im jeweiligen Ein-

zelfall und nicht – wie im Gutachten Kieser vertreten –, ob (abstrahiert vom 

Einzelfall) eine Anwendung bzw. Verwendung der versicherten Person – 

allenfalls mit Hilfe einer nichtberuflich mitwirkenden Person – nicht grund-

sätzlich ausgeschlossen sei. Dies indiziere, dass Material zur Applikation 

durch Pflegefachpersonen definitionsgemäss nicht unter das MiGeL-Fest-

preissystem i.S.v. Art. 20, 20a Abs. 1 und 24 KLV i.V.m. Art. 25 Abs. 2 Bst. b 

KVG falle. 

6.7.4 Mit der Einführung der Neuordnung der Pflegefinanzierung sei die 

gesetzliche Basis für die OKP-Vergütung der von Pflegeheimen erbrachten 

Pflegeleistungen aus Art. 25 Abs. 2 Bst. a KVG herausgelöst und in den 

neu geschaffenen Art. 25a KVG transferiert worden. Damit sei per 1. Ja-

nuar 2011 Art. 25 Abs. 2 Bst. a KVG als gesetzliche Basis für Art. 20a 

Abs. 2 KLV entfallen, was die Verwendung von Material zur Applikation 

durch Pflegefachpersonen in Pflegeheimen betroffen habe. Die gesetzliche 

Basis für Art. 20a Abs. 2 KLV finde sich entsprechend dem vorgenomme-

nen Transfer neu in Art. 25a KVG. Anders als die altrechtliche Pflegefinan-

zierungsordnung, in welche Art. 20 Abs. 2 KLV sich nahtlos eingefügt habe, 

sehe die in Art. 25a KVG geregelte neue Ordnung der Pflegefinanzierung 

vor, dass die OKP-Pflegeleistungen von drei Finanzträgern finanziert wür-

den, wobei eine zusätzliche Regelung der Finanzierung der OKP-Pflege-

leistungen nicht vorgesehen sei. Soweit Mittel und Gegenstände für OKP-

Pflegeleistungen von Pflegeheimen verwendet würden, fehle es an einer 

gesetzlichen Regelung, um – wie dies Art. 20a Abs. 2 Satz 2 KLV vorsehe 

– die Vergütung dieser Materialien zur Applikation durch Pflegefachperso-

nen in Tarifverträgen zu regeln. Zur gutachterlichen Einschätzung, dass ge-

stützt auf Art. 20a Abs. 2 KLV mittels Tarifvertrag nicht nur die Höhe einer 

allfälligen Vergütung, sondern auch die OKP-Vergütungspflicht gewisser 

Leistungen oder Materialien geregelt werden könne (vgl. Gutachten S. 43), 

C-1970/2015 

Seite 38 

sei Folgendes festzuhalten: Aus der ausdrücklichen Erwähnung einer be-

stimmten Leistung oder eines bestimmten Produkts in einem (Tarif-)Vertrag 

lasse sich keine obligatorische Leistungspflicht – namentlich auch nicht ge-

stützt auf Art. 20a Abs. 2 KLV – ableiten. Der Umstand, dass eine be-

stimmte Leistung oder ein bestimmtes Produkt in einem (OKP-)Tarifvertrag 

aufgenommen worden sei, lasse wohl darauf schliessen, dass die Ver-

tragsparteien eine diesbezügliche gesetzliche Übernahmepflicht ange-

nommen hätten; für die Gerichte sei dies jedoch nicht bindend (vgl. für viele 

BGE 136 V 84 E. 4.1). Somit könne mit dem Pflegeleistungsvertrag – auch 

unter Berufung auf Art. 20a Abs. 2 KLV – keine neue, zusätzlich zu ent-

schädigende OKP-Leistung begründet werden. 

6.8 Aufgrund seiner Erwägungen hielt das Bundesverwaltungsgericht zu-

sammenfassend fest, dass die Materialien zur Applikation durch Pflege-

fachpersonen (Konstellation B) im Rahmen der neu geordneten Pflegefi-

nanzierung über die in Art. 7a Abs. 3 KLV genannten Pauschalbeiträge ab-

gegolten würden. Damit habe der Regierungsrat, soweit er den Pflegeleis-

tungsvertrag in Bezug auf die Vergütung der Materialien zur Applikation 

durch Pflegefachpersonen verlängert habe, seine Kompetenzen über-

schritten, und der angefochtene Verlängerungsbeschluss sei rechtswidrig. 

Soweit die Parteien bzw. der Gutachter weitergehende bzw. abweichende 

Argumente vorgebracht hatten, vermochten diese nicht zu überzeugen 

(zum Ganzen vgl. E. 9.9.1 bis E. 9.10). 

6.9 Das Bundesverwaltungsgericht hob schliesslich aufgrund seiner Erwä-

gungen den angefochtenen Beschluss insofern auf, als damit der Pflege-

leistungsvertrag in Bezug auf die Konstellationen A und B verlängert wor-

den sei. 

7.  

Auf die hiervor wiedergegebenen Erwägungen des Bundesverwaltungsge-

richts kann vollumfänglich verwiesen werden, da die im vorliegenden Ver-

fahren vorgebrachten Standpunkte – soweit die entscheidwesentlichen 

Elemente betreffend – im Wesentlichen auf denselben Argumenten grün-

den, wie jene im Verfahren des Grundsatzentscheids C-3322/2015 vom 

1. September 2017. Da im vorliegenden Verfahren neben der Fallkonstel-

lation A auch die Fallkonstellation B durch den verlängerten und diesbe-

züglich im Streit liegenden Pflegeleistungsvertrag zwischen A._______ 

und tarifsuisse vom (…) 2008 erfasst wird, ist somit der Beschluss RRB 

[Referenznummer] vom […] Februar 2015 im Sinne der Erwägungen 6.2.3 

C-1970/2015 

Seite 39 

und 6.8 insofern und insoweit aufzuheben, als damit die in Art. 17 in Ver-

bindung mit Art. 13 Abs. 2 des Pflegeheimvertrages sowie in Verbindung 

mit Anhang 8 und Vereinbarung vom (…) 2012 betreffend die Umrech-

nungstabelle BESA/RAI-RUG/MiGeL vereinbarten zusätzlichen Vergütun-

gen für Mittel- und Gegenstände verlängert wurden. Da der Streitgegen-

stand auf diese Frage eingeschränkt ist (s. oben E. 2.3), entspricht dies 

einer vollständigen Gutheissung der Beschwerde, soweit darauf einzutre-

ten war. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist auf die weiteren erhobenen Rügen 

sowie auf die von den Parteien vorgebrachten Argumente nicht näher ein-

zugehen. Insbesondere kann offen bleiben: 

- ob die in Art. 7a Abs. 3 KLV festgesetzten Pflegebeiträge und die 

Berechnungen, auf denen sie beruhen, gesetzeskonform sind;  

- ob – wenn der Regierungsrat grundsätzlich die Kompetenz 

hätte, den Pflegeleistungsvertrag zu verlängern – die (übrigen) 

Voraussetzungen zu einer solchen auf Art. 47 Abs. 3 KVG abge-

stützten Vertragsverlängerung erfüllt wären;  

- welche Auswirkungen es hat, wenn Pflegeheime keine zwischen 

der Abgabe und der Verwendung von Mitteln und Gegenständen 

differenzierende Finanzdaten vorlegen können. 

8.  

Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und die Parteientschä-

digung. 

8.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 und 

Abs. 3 VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei, 

weshalb der unterliegenden Beschwerdegegnerin Verfahrenskosten in der 

Höhe von Fr. 4‘000.- aufzuerlegen sind. Den obsiegenden Beschwerdefüh-

rerinnen sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der geleistete Kosten-

vorschuss von Fr. 6‘000.- ist ihnen zurückzuerstatten. Der Vorinstanz sind 

keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

8.2 Die ganz oder teilweise obsiegende Partei hat Anspruch auf eine Par-

teientschädigung (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG in Verbindung mit Art. 7 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Parteient-

schädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere Aus-

C-1970/2015 

Seite 40 

lagen der Partei (Art. 8 Abs. 1 VGKE). Gemäss Art. 9 Abs. 1 VGKE umfas-

sen die Kosten der Vertretung: a) das Anwaltshonorar od