# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d89b7647-c2c3-50b3-8249-dd6d58614507
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-11
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 11.01.2021 ZK1 2021 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2021-1_2021-01-11.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 11. Januar 2021

Referenz ZK1 21 1

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Moses und Nydegger
Sigron, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____ 
Beschwerdeführerin

Gegenstand fürsorgerische Unterbringung

Anfechtungsobj. ärztliche Einweisung vom 22. Dezember 2020

Mitteilung 15. Januar 2021

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I. Sachverhalt

A. A._____, geboren am A._____ 1962, wurde mit Verfügung vom 22. De-
zember 2020 durch Dr. med. D.________, E.________, gestützt auf Art. 426 und 
Art. 429 f. ZGB für die Dauer von maximal sechs Wochen in der Klinik 
F.________, G.________, fürsorgerisch untergebracht. Als Grund für die Einwei-
sung wurde angeführt, dass bei A._____ eine bekannte paranoide Schizophrenie 
vorliege, sie die öffentliche Ordnung störe und akuten Verfolgungswahn habe.

B. Mit Eingabe vom 4. Januar 2021 (Datum Poststempel) erhob A._____ 
(nachfolgend Beschwerdeführerin) Beschwerde beim Kantonsgericht von 
Graubünden und beantragte die sofortige Aufhebung der fürsorgerischen Unter-
bringung.

C. Mit Schreiben vom 5. Januar 2021 ersuchte der Vorsitzende der I. Zivil-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden die Klinik F.________ unter Frist-
ansetzung bis zum 6. Januar 2021 um einen kurzen Bericht zum Gesundheitszu-
stand der Beschwerdeführerin, zur Art der Behandlung und insbesondere darüber, 
inwiefern die Voraussetzungen für eine weitere fürsorgerische Unterbringung aus 
ärztlicher Sicht gegeben seien. Weiter forderte er die wesentlichen Klinikakten 
über die Beschwerdeführerin an.

D. Am 6. Januar 2021 reichte die Klinik F.________ den angeforderten Bericht 
ein. In diesem wird ausgeführt, dass bei der Beschwerdeführerin eine paranoide 
Schizophrenie vorbekannt sei. Seit Frühjahr 2020 nehme sie keine antipsychoti-
sche Medikation mehr ein und fühle sich zunehmend beobachtet und verfolgt. Am 
Nachmittag des 22. Dezembers 2020 sei die Beschwerdeführerin bei der Suche 
nach einem Arzt in ein Haus eingedrungen, in der Erwartung, dort Hilfe zu be-
kommen. Durch die verständigte Polizei sei die Beschwerdeführerin ins Medizini-
sche Zentrum E.________ und in der Folge aufgrund akuten Verfolgungswahns 
und Störung der öffentlichen Ordnung durch eine ärztliche FU auf die geschlossen 
geführte Notfallstation der Klinik F.________ gebracht worden. Auf der Station der 
Klinik F.________ imponiere sie mit Misstrauen, sozialem Rückzug, sprunghaftem 
Gedankengang und Gereiztheit. Weiter leide sie unter Beziehungswahn und Hal-
luzinationen und zeige bizarres Verhalten. Beispielsweise sei die Beschwerdefüh-
rerin um 05:00 Uhr in der Früh mit Rucksack und Stirnlampe bepackt aus ihrem 
Zimmer getreten und habe zusammenhanglose Dinge erzählt. Sie sei dünnhäutig, 
rasch reizüberflutet und es komme immer wieder zu Auseinandersetzungen mit 
Mitpatienten. Die Beschwerdeführerin benötige aufgrund der beschriebenen Sym-
ptomatik dringend eine medikamentöse Behandlung und antipsychotische Einstel-

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lung im stationären Setting. Zudem solle die Wohnform evaluiert werden, allenfalls 
mit Initiierung einer betreuten Wohnform. Die Beschwerdeführerin zeige sich kaum 
krankheits- und behandlungseinsichtig, wobei sie seit Klinikeintritt 6 mg Risperidon 
einnehme. Sie bagatellisiere ihre Problematik stark bei reduzierter Medikamenten-
compliance. Es bestehe weiterhin eine akute Eigengefährdung bei noch unzurei-
chend behandelter Psychose. Eine stationäre Therapie und antipsychotische Me-
dikation seien dringend indiziert, weswegen die fürsorgerische Unterbringung aus 
ärztlicher Sicht noch nicht aufgehoben werden könne. 

E. Mit prozessleitender Verfügung des Vorsitzenden vom 6. Januar 2021 wur-
de Dr. med. B._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gestützt 
auf Art. 439 Abs. 3 ZGB in Verbindung mit Art. 450e Abs. 3 ZGB mit der Begut-
achtung der Beschwerdeführerin betraut.

F. Der Gutachter Dr. med. B._____ attestierte in seinem Kurzgutachten, datie-
rend vom 8. Januar 2021, dass bei der Beschwerdeführerin eine akute paranoide 
Schizophrenie (ICD-10 F20.0) vorliege. Anlässlich der Begutachtung in der Klinik 
F.________ sei die Beschwerdeführerin in ihrer Konzentrations- und Aufmerk-
samkeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen. Ihr formaler Gedankengang sei einge-
engt und eher beschleunigt mit gelegentlichem Vorbeireden. Die Beschwerdefüh-
rerin habe sich misstrauisch gezeigt und ihr Realitätsbezug sowie ihre Kritikfähig-
keit seien deutlich eingeschränkt. Sie habe von störenden Geruchsimmissionen im 
Sinne von Aerosol von Urin (olfaktorische Halluzination) berichtet, welche in ihre 
Wohnung gespritzt würden. Ferner habe sie von komischen Geräuschen beim 
Toilettengang berichtet, als wolle man sie beobachten oder testen (akustische Hal-
luzination). Ausserdem präsentiere sie deutliche Beeinflussungswahnideen, indem 
sie angebe, mittels Substanzen (Urin) per Spray oder Aerosol beeinflusst bzw. 
gestört zu werden. Die Beschwerdeführerin zeige keine Krankheitseinsicht und nur 
eine vordergründige Behandlungseinsicht. Sie sei stimmungsgemäss labil, zur 
Inkontinenz neigend, oft gereizt und vorwiegend misstrauisch, mit gesteigertem 
Antrieb. Sie verneine glaubhaft suizidale Absichten, eine akute Selbst- und/oder 
Fremdgefährdung könne jedoch aufgrund des eingeschränkten Realitätsbezugs 
und der reduzierten Kritikfähigkeit nicht ausgeschlossen werden. Gemäss Gutach-
ter sei eine stationäre Therapie in einer psychiatrischen Klinik absolut notwendig, 
da die Beschwerdeführerin eine kontinuierliche Beobachtung, Behandlung, Unter-
stützung und Betreuung benötige. Falls diese nicht gewährleistet sei, laufe die Be-
schwerdeführerin konkrete Gefahr, ihren Wahnideen und Realitätsverkennungen 
ausgeliefert zu sein und wäre in diesem Zustand akut selbst- und/oder fremdge-
fährdet. Sie befinde sich zur Zeit nicht in der Lage, für sich und ihre Gesundheit zu 

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sorgen und sei nicht absprachefähig. Eine alternative ambulante Behandlung kön-
ne erst in die Wege geleitet werden, nachdem die Beschwerdeführerin in ihrem 
psychischen Zustand stabilisiert, krankheitseinsichtig und behandlungswillig sei 
sowie eine glaubhafte Absprachefähigkeit entstehe.

G. Am 11. Januar 2021 fand die mündliche Hauptverhandlung vor der I. Zivil-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden statt, an welcher die Beschwerde-
führerin persönlich teilnahm und befragt wurde. Nach durchgeführter Urteilsbera-
tung wurde der Beschwerdeführerin und der ärztlichen Leitung der Klinik 
F.________ noch gleichentags das vorzeitige Entscheiddispositiv zugestellt.

H. Auf die Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der richterlichen Be-
fragung sowie auf die Ausführungen im Gutachten und den beigezogenen Akten 
wird, soweit erforderlich und rechtserheblich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

II. Erwägungen

1.1. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist eine fürsorgerische Unterbrin-
gung gemäss Art. 426 ff. ZGB. Das Kantonsgericht von Graubünden ist hierfür 
einzige kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 439 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB in Verbindung 
mit Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch [EGzZGB; 
BR 210.100]).

1.2. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine ärztlich angeordnete fürsorge-
rische Unterbringung nach Art. 429 Abs. 1 ZGB. Dagegen kann die betroffene 
oder eine ihr nahestehende Person innert zehn Tagen schriftlich beim zuständigen 
Gericht Beschwerde erheben (Art. 439 Abs. 1 und 2 ZGB). Eine Begründung ist 
nicht notwendig (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 1 ZGB). Vorliegend 
handelt es sich um eine Beschwerde der betroffenen Person. Die Beschwerdefrist 
wurde mit Eingabe vom 4. Januar 2021 gewahrt (act. 01). Daher ist auf die frist- 
und formgerechte Beschwerde einzutreten.

2.1. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach 
Art. 450a ff. ZGB. Zu beachten sind sodann die allgemeinen Verfahrensgrundsät-
ze des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 443 ff. ZGB), die auch im Verfahren vor 
der gerichtlichen Beschwerdeinstanz anwendbar sind, soweit das Gesetz in den 
Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden Vorschriften enthält (vgl. Lorenz Droe-
se/Daniel Steck, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetz-
buch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich für die in 
Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizialmaxime 

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und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwendung von 
Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrensgrundsätze 
bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde und erstreckt sich – wenn auch teilweise in abgeschwächter Form – nach 
dem Grundsatz der Einheit des Prozesses auch auf die Verfahren vor der gericht-
lichen Beschwerdeinstanz (vgl. Luca Maranta/Christoph Auer/Michèle Marti, in: 
Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 
2018, N 1 f. zu Art. 446 ZGB m.w.H.). Aus Art. 450a ZGB wie auch aus Art. 5 
Ziff. 4 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK; SR 0.101) ergibt sich schliesslich, dass das Gericht Tat- und Rechtsfra-
gen wie auch die Angemessenheit frei überprüft und ihm von Bundesrechts wegen 
volle Kognition zukommt.

2.2. Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, dass das Gericht aufgrund eines 
Gutachtens entscheiden muss, wenn die betroffene Person an einer psychischen 
Störung leidet (Art. 439 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 450e Abs. 3 ZGB). Das Gutachten 
muss von einer unabhängigen, im laufenden Verfahren noch nicht involvierten 
sachverständigen Person erstellt werden und in dem Sinne aktuell sein, dass es 
sich zu den sich im gerichtlichen Verfahren stellenden Fragen äussern muss 
(BGE 143 III 189 E. 3.2 f.; Thomas Geiser/Mario Etzensberger in: Gei-
ser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 
2018, N 48 ff. zu Art. 439 ZGB; Thomas Geiser, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl., Basel 2018, N 19 zu Art. 450e 
ZGB). Mit dem Kurzgutachten vom 8. Januar 2021 von Dr. med. B._____, Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welcher die Beschwerdeführerin 
persönlich untersucht hat, wurde dieser Vorschrift Genüge getan (act. 06).

2.3. Gemäss Art. 450e Abs. 4 Satz 1 ZGB muss die gerichtliche Beschwerdein-
stanz die betroffene Person in der Regel als Kollegium anhören, was faktisch 
zwingend zur Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung führt (vgl. Chri-
stof Bernhart, Handbuch der fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, N 848 f.). 
Mit der Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung am 11. Januar 2021 wur-
de diese Vorgabe umgesetzt (Prot. S. 1 ff.).

3. Neben der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde können gemäss 
Art. 429 Abs. 1 ZGB auch die von den Kantonen bezeichneten Ärztinnen und Ärz-
te eine fürsorgerische Unterbringung, welche die Höchstdauer von sechs Wochen 
nicht überschreiten darf, anordnen. Dabei hat der einweisende Arzt die betroffene 
Person persönlich zu untersuchen, anzuhören (vgl. Art. 430 Abs. 1 ZGB) und ihr 
anschliessend den Unterbringungsentscheid mit den gesetzlich vorgeschriebenen 

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Angaben auszuhändigen (vgl. Art. 430 Abs. 2 und 4 ZGB). Dies bedeutet, dass die 
Untersuchung dem Einweisungsentscheid unmittelbar vorauszugehen hat (vgl. 
Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 20 ff. zu Art. 429/430 ZGB). Der 
einweisende Arzt muss sich gestützt auf eine klinische Untersuchung und soweit 
möglich nach einem Gespräch mit der betroffenen Person eine Meinung bilden 
(vgl. Olivier Guillod, in: Büchler et al. [Hrsg.], Erwachsenenschutz, Fam-
Kommentar, Bern 2013, N 4 zu Art. 430 ZGB).

Dr. med. D.________ ist Fachärztin für Innere Medizin im medizinischen Zentrum 
E.________. Damit war sie gemäss Art. 51 Abs. 1 lit. a EGzZGB in Verbindung mit 
Art. 22 der Verordnung zum Kindes- und Erwachsenenschutzrecht (KESV; BR 
215.010) als im Kanton zur selbstständigen Berufsausübung zugelassene Ärztin 
der Grundversorgung zur Anordnung einer fürsorgerischen Unterbringung legiti-
miert. Die ärztliche Untersuchung fand am 22. Dezember 2020 statt. Zudem 
enthält die Verfügung vom 22. Dezember 2020 die gemäss Art. 430 Abs. 2 ZGB 
vorgeschriebenen Minimalangaben (act. 01.1).

4.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB darf eine Person, welche an einer psychi-
schen Störung oder an geistiger Behinderung leidet oder verwahrlost ist, in einer 
geeigneten Einrichtung untergebracht werden, wenn die nötige Behandlung oder 
Betreuung nicht anders erfolgen kann. Die Belastung und der Schutz von Angehö-
rigen und Dritten sind zu berücksichtigen (Abs. 2). Die betroffene Person wird ent-
lassen, sobald die Voraussetzungen der Unterbringung nicht mehr erfüllt sind 
(Abs. 3). Die Massnahme gelangt zur Anwendung, wenn eine Person der persön-
lichen Fürsorge oder Pflege bedarf (vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, 
a.a.O., N 6 vor Art. 426-439 ZGB). Die fürsorgerische Unterbringung dient dem 
Schutz der betroffenen Person und nicht der Umgebung (vgl. dazu Botschaft zur 
Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Perso-
nenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7001, S. 7062 [zitiert: 
Botschaft]). Erste gesetzliche Voraussetzung für eine Anordnung der Massnahme 
ist einer der drei abschliessend genannten Schwächezustände: psychische 
Störung, geistige Behinderung oder schwere Verwahrlosung. Erforderlich ist so-
dann eine sich aus dem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit der Behand-
lung beziehungsweise Betreuung. Weitere Voraussetzung ist, dass der Person die 
nötige Behandlung oder Betreuung nicht auf andere Weise als durch eine Einwei-
sung beziehungsweise Zurückbehaltung in einer Einrichtung gewährt werden 
kann. Gesetzlich verlangt ist schliesslich eine geeignete Einrichtung (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 5A_228/2016 vom 11. Juli 2016 E. 3.1). Die genannten Vor-
aussetzungen bedingen sich gegenseitig und sind nur in ihrem Zusammenhang 

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verständlich. Der Schwächezustand allein vermag eine fürsorgerische Unterbrin-
gung nie zu rechtfertigen, sondern immer nur zusammen mit der Notwendigkeit 
einer Behandlung oder Betreuung. Selbst bei Vorliegen einer solchen ist die frei-
heitsbeschränkende Unterbringung aber nur gesetzeskonform, wenn der Zweck 
der Unterbringung nicht mit einer milderen Massnahme erreicht werden kann 
(Verhältnismässigkeitsprinzip) und die Unterbringung für den angestrebten Zweck 
auch tauglich ist (vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 7 zu Art. 426 
ZGB).

4.2. Zunächst ist zu prüfen, ob bei der Beschwerdeführerin einer der im Gesetz 
genannten Schwächezustände vorliegt, welcher die persönliche Fürsorge notwen-
dig macht. Die psychische Störung umfasst die anerkannten Krankheitsbilder der 
Psychiatrie, d.h. Psychosen und Psychopathien, seien sie körperlich begründbar 
oder nicht (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7062). Psychische Störung ist ein Begriff des 
Rechts, der sich aber auf die medizinische Terminologie abstützt. Der Begriff ist 
aus der modernen Medizin entnommen und entspricht der Klassifikation der WHO 
(ICD; International Classification of Disturbances [vgl. Thomas Geiser/Mario Et-
zensberger, a.a.O., N 15 f. zu Art. 426 ZGB]).

Dr. med. B._____ kam in seinem Kurzgutachten vom 8. Januar 2021 aufgrund der 
Vorakten, den Unterlagen der Klinik F.________ und Gesprächen mit dem Pflege-
fachpersonal der Station C22 sowie seinen eigenen Beobachtungen anlässlich der 
psychiatrischen Untersuchung zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin ei-
ne paranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0) vorliege (act. 06). Dabei handelt es 
sich um eine Geisteskrankheit im juristischen Sinne. Damit ist bei der Beschwer-
deführerin ein gemäss Art. 426 Abs. 1 ZGB für die fürsorgerische Unterbringung 
erforderlicher Schwächezustand grundsätzlich gegeben.

4.3. Eine weitere kumulative Voraussetzung für eine fürsorgerische Unterbrin-
gung ist die sich aus diesem Schwächezustand ergebende Notwendigkeit einer 
Behandlung bzw. Betreuung.

Dr. med. B._____ hält in seinem Kurzgutachten vom 8. Januar 2021 fest, dass 
eine stationäre Therapie in einer psychiatrischen Klinik zurzeit absolut notwendig 
sei, da die Beschwerdeführerin eine kontinuierliche Beobachtung, Behandlung, 
Unterstützung und Betreuung benötige. Die Beschwerdeführerin sei nicht in der 
Lage, für sich und ihre Gesundheit zu sorgen (act. 06). Die Klinik F.________ führ-
te in ihrer Stellungnahme vom 6. Januar 2021 aus, dass die Beschwerdeführerin 
aufgrund ihres psychotischen Zustandes weiterhin stationär behandlungsbedürftig 
sei (act. 03). Angesichts des Gutachtens, der Stellungnahme der Klinik 

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F.________ und der Vorakten scheint die Behandlungsbedürftigkeit der Be-
schwerdeführerin ausgewiesen und kann daher als gegeben betrachtet werden. 
Dennoch stellt sich die Frage, ob die fürsorgerische Unterbringung angesichts des 
schweren Eingriffs in die persönliche Freiheit der Betroffenen im konkreten Fall 
noch als verhältnismässig erscheint.

4.4. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt, dass eine fürsorgerische 
Unterbringung nur verfügt bzw. nur solange aufrechterhalten werden darf, als mit 
einer konkreten Selbst- oder Fremdgefährdung von einem gewissen Ausmass zu 
rechnen ist. So hat das Bundesgericht festgehalten, dass es für die Beurteilung 
des Behandlungs- bzw. Betreuungsbedarfs wesentlich sei, mit welcher konkreten 
Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Person bzw. von Drit-
ten zu rechnen sei, wenn die Behandlung der gutachterlich festgestellten Krank-
heit bzw. die Betreuung unterbleibe (vgl. BGE 140 III 101 E. 6.2.2 sowie BGE 140 
III 105 E. 2.4 mit Verweisen auf die Bundesgerichtsurteile 5A_312/2007 vom 
10. Juli 2007 E. 2.3 und 5A_288/2011 vom 19. Mai 2011 E. 5.3). Gemäss Art. 426 
Abs. 3 ZGB wird eine Person entlassen, sobald die Voraussetzungen für eine Un-
terbringung nicht mehr erfüllt sind. Mit dieser Umschreibung beabsichtigte der Ge-
setzgeber eine im Vergleich zum alten Recht restriktivere Regelung der Entlas-
sungsvoraussetzungen, welche der sog. Drehtürpsychiatrie entgegenwirken sollte 
(vgl. Botschaft, a.a.O., S. 7063). Der Entscheid über die Entlassung ist stets an-
hand des Zustandes der betroffenen Person im aktuellen Zeitpunkt zu bestimmen 
(vgl. Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 44 zu Art. 426 ZGB). Dabei ist 
eine Interessenabwägung im Hinblick auf den Zweck der fürsorgerischen Unter-
bringung, nämlich die Wiedererlangung der Selbständigkeit und der Eigenverant-
wortung im Entlassungszeitpunkt, vorzunehmen. Aus dem Grundsatz der Verhält-
nismässigkeit ergibt sich des Weiteren, dass die nötige Behandlung oder Betreu-
ung nicht anders erfolgen können darf als mit der Einweisung in eine Einrichtung. 
Mit anderen Worten muss die Unterbringung in einer Einrichtung geeignet sein, 
den Zweck der beabsichtigten Behandlung zu erfüllen, ohne dass eine weniger 
einschneidende Massnahme genügen würde (vgl. dazu Thomas Geiser/Mario Et-
zensberger, a.a.O., N 22 ff. zu Art. 426 ZGB und Olivier Guillod, a.a.O., N 64 f. zu 
Art. 426 ZGB). Eine Unterbringung fällt gemäss der Botschaft zum neuen Erwach-
senenschutzrecht deshalb nur als ultima ratio in Betracht (Botschaft, a.a.O., 
S. 7062). Als leichtere Massnahme kommt den ambulanten Massnahmen und der 
Nachbetreuung sowie der freiwilligen Sozialhilfe entscheidende Bedeutung zu 
(Thomas Geiser/Mario Etzensberger, a.a.O., N 24 zu Art. 426 ZGB).

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4.4.1. Aus dem Eintrittsbericht der Klinik F.________ vom 22. Dezember 2020 
ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin in Begleitung der Polizei zum Hausarzt 
begleitet und anschliessend in die Klinik eingeliefert worden sei. Sie habe ange-
geben, dass sie seit Frühling keine Medikamente mehr eingenommen habe und 
sich vermehrt verfolgt wie auch durch Nachbarn oder Passanten gestört fühle. Im 
Eintrittsgespräch habe sie sich kooperativ und zugewandt gezeigt. Ihre Auffassung 
und Konzentration seien leichtgradig vermindert und ihr Misstrauen ausgeprägt 
gewesen. Im Psychostatus wurde vermerkt, dass bei der Beschwerdeführerin 
akustische Halluzinationen gegeben seien (act. 03.1).

4.4.2. Gemäss Kurzgutachten von Dr. med. B._____ sei die Beschwerdeführerin 
während der Untersuchung in ihrer Konzentrations- und Gedächtnisfähigkeit ein-
geschränkt gewesen. Ihr formaler Gedankengang sei eingeengt, eher beschleu-
nigt und mit gelegentlichem Vorbeireden. Die Beschwerdeführerin habe sich miss-
trauisch gezeigt und ihr Realitätsbezug sowie ihre Kritikfähigkeit seien deutlich 
eingeschränkt gewesen. Sie habe von störenden Geruchsimmissionen im Sinne 
von Aerosol von Urin (olfaktorische Halluzination) berichtet, welche in ihre Woh-
nung gespritzt würden. Ferner habe sie von komischen Geräuschen beim Toilet-
tengang berichtet, als wolle man sie beobachten oder testen (akustische Halluzi-
nation). Ausserdem präsentiere sie deutliche Beeinflussungswahnideen, indem sie 
angebe, mittels Substanzen (Urin) per Spray oder Aerosol beeinflusst bzw. gestört 
zu werden. Die Beschwerdeführerin zeige keine Krankheitseinsicht und nur eine 
vordergründige Behandlungseinsicht. Sie sei stimmungsgemäss labil, zur Inkonti-
nenz neigend, oft gereizt und vorwiegend misstrauisch, mit gesteigertem Antrieb. 
Sie verneine glaubhaft suizidale Absichten, eine akute Selbst- und/oder Fremdge-
fährdung könne jedoch aufgrund des eingeschränkten Realitätsbezugs und der 
reduzierten Kritikfähigkeit nicht ausgeschlossen werden. Gemäss Gutachter sei 
eine stationäre Therapie in einer psychiatrischen Klinik absolut notwendig, da die 
Beschwerdeführerin eine kontinuierliche Beobachtung, Behandlung, Unterstützung 
und Betreuung benötige. Falls diese nicht gewährleistet sei, laufe die Beschwerde-
führerin konkrete Gefahr, ihren Wahnideen und Realitätsverkennungen ausgelie-
fert zu sein und wäre in diesem Zustand akut selbst- und/oder fremdgefährdet. Sie 
befinde sich zur Zeit nicht in der Lage, für sich und ihre Gesundheit zu sorgen und 
sei nicht absprachefähig. Eine alternative ambulante Behandlung könne erst in die 
Wege geleitet werden, nachdem die Beschwerdeführerin in ihrem psychischen 
Zustand stabilisiert, krankheitseinsichtig und behandlungswillig sei sowie eine 
glaubhafte Absprachefähigkeit entstehe (act. 06).

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4.4.3. Die Beschwerdeinstanz hat bei der Entscheidfindung auf den Zustand der 
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung abzustellen. Anlässlich 
der Verhandlung vom 11. Januar 2021 konnte sich die Beschwerdeinstanz ein Bild 
der Beschwerdeführerin machen. Diese erschien akkurat gekleidet und machte 
einen ruhigen und mehrheitlich kontrollierten Eindruck. Die ihr gestellten Fragen 
konnte sie adäquat und in einer gepflegten Sprache, jedoch teilweise abschwei-
fend und von der Fragestellung ablenkend beantworten. Insgesamt wirkte die Be-
schwerdeführerin teilweise unsicher und ihre Antworten waren an einigen Stellen 
verwirrend, namentlich hinsichtlich der Begründung des Vorfalls in E.________ 
sowie bezüglich des Ablaufs der Begutachtung. In der Konfrontation mit der Dia-
gnose zeigte sie sich nicht krankheits- und nur vordergründig behandlungseinsich-
tig. Die Beschwerdeführerin hat gemäss ihren Ausführungen bereits im Jahr 2020 
eigenständig die Medikamenteneinnahme abgesetzt und bestätigte nur sehr zö-
gerlich, die verordneten Medikamente nach dem aktuellen Klinikaufenthalt weiter 
einzunehmen. Angesprochen auf den Einweisungsgrund oder ihre Krankheit rea-
gierte sie skeptisch und scheint den Ernst ihrer psychischen Erkrankung zu ver-
kennen (Prot. S. 1 ff.).

In Anbetracht der Ausführungen des Gutachters, der Stellungnahme der Klinik 
F.________ und dem Eindruck des Gerichts an der Hauptverhandlung vom 11. 
Januar 2021 kann die geforderte konkrete, unmittelbare und erhebliche Selbstge-
fährdung als erwiesen angesehen werden.

4.4.4. Als letzte kumulative Voraussetzung für eine rechtmässige fürsorgerische 
Unterbringung fordert Art. 426 Abs. 1 ZGB das Vorhandensein einer für die nötige 
Behandlung und Betreuung geeigneten Einrichtung. Dass die Klinik F.________ 
eine geeignete Einrichtung für eine stationäre Behandlung in geschlossenem 
Rahmen darstellt, steht in vorliegendem Fall ausser Frage, womit die fürsorgeri-
sche Unterbringung auch unter diesem Aspekt den Grundsatz der Verhältnismäs-
sigkeit wahrt.

5. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Voraussetzungen für eine 
fürsorgerische Unterbringung gemäss Art. 426 ZGB nach wie vor erfüllt sind. Das 
Gutachten wie auch die mündliche Verhandlung haben aufgezeigt, dass die psy-
chische Störung der Beschwerdeführerin eine stationäre Behandlung unumgäng-
lich macht. Die Beschwerdeführerin zeigt keinerlei Krankheitseinsicht und geringe 
Behandlungseinsicht. Sie ist nicht absprachefähig und nicht in der Lage für sich 
und ihre Gesundheit zu sorgen. Letztere kann momentan nur in einem stationären 
Rahmen sichergestellt werden.

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6. In Bezug auf die Grundsätze der Kostenauflage im erwachsenenschutz-
rechtlichen Beschwerdeverfahren verweisen die Art. 63 Abs. 5 und Art. 60 Abs. 2 
EGzZGB subsidiär auf die Bestimmungen der ZPO. Demnach werden die Pro-
zesskosten gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO grundsätzlich der unterliegenden Partei 
auferlegt. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 3'000.00 
(CHF 1'500.00 Gerichtskosten und CHF 1'500.00 Gutachterkosten) gehen somit 
zu Lasten der Beschwerdeführerin.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von insgesamt CHF 3'000.00 (CHF 
1'500.00 Gerichtsgebühr und CHF 1'500.00 Gutachterkosten) gehen zu 
Lasten von A._____.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

4. Mitteilung an:
– A._____, F.________, 
– F.________,