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**Case Identifier:** 39063e5e-40d2-529d-90ae-2850c10c9c3a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.12.2023 D-6899/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6899-2023_2023-12-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6899/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  D e z e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richter Sebastian Kempe;   

Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Kongo (Kinshasa),   

vertreten durch MLaw Eliane Schmid, Rechtsanwältin,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 5. Dezember 2023 / N (…). 

 

 

 

D-6899/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 5. November 2023 in der Schweiz 

um Asyl nach. Ein Abgleich der Fingerabdrücke mit der Eurodac-Daten-

bank ergab, dass er bereits am 30. Oktober 2023 in Kroatien und am 

19. Januar 2018 in Griechenland Asylgesuche eingereicht hatte. 

 

A.b Am 8. November 2023 mandatierte er die ihm zugewiesene Rechts-

vertretung. 

A.c Am 15. November 2023 wurde mit dem Beschwerdeführer im Beisein 

seiner Rechtsvertretung ein persönliches Gespräch gemäss Art. 5 der Ver-

ordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestim-

mung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaats-

angehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags 

auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend Dublin-III-VO), 

durchgeführt. Dabei wurde ihm das rechtliche Gehör zur mutmasslichen 

Zuständigkeit Kroatiens, zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid ge-

mäss Art. 31a Abs.1 Bst. b AsylG (SR 142.31) sowie zur Wegweisung nach 

Kroatien gewährt. Dabei gab er an, an der Grenze angehalten und auf ei-

nen Polizeiposten gebracht worden zu sein, wo ihm die Fingerabdrücke 

abgenommen worden seien. Er habe in Kroatien nie ein Asylgesuch ge-

stellt, sei aber weggewiesen worden und hätte Kroatien verlassen müssen. 

In der Folge sei er via Slowenien und Italien in die Schweiz gereist; dabei 

sei er weder mit den slowenischen noch mit den italienischen Behörden in 

Kontakt gekommen. Er habe weder in der Schweiz noch anderswo in Eu-

ropa Verwandte. Nach Kroatien könne er nicht zurückkehren, weil er daran 

keine guten Erinnerungen habe. Er sei auf dem Polizeiposten misshandelt 

worden und man habe ihm alles gestohlen. Er sei auch in einen Fluss ge-

worfen worden und hätte ertrinken können. 

Zu seinem Gesundheitszustand befragt erklärte er, er könne nicht gut 

schlafen, ansonsten gehe es ihm gut.  

A.d Das SEM ersuchte die kroatischen Behörden am 16. November 2023 

um Übernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dub-

lin-III-VO. 

A.e Am 17. November 2023 wurde der Beschwerdeführer ins BAZ 

B._______ transferiert. 

D-6899/2023 

Seite 3 

A.f Die kroatischen Behörden hiessen das Rückübernahmeersuchen am 

30. November 2023 gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO gut. 

B.  

Mit Verfügung vom 5. Dezember 2023 – eröffnet am 6. Dezember 2023 – 

trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs.1 Bst. b AsylG auf das Asyl-

gesuch des Beschwerdeführers nicht ein. Es ordnete die Wegweisung aus 

der Schweiz nach Kroatien an, forderte den Beschwerdeführer auf, die 

Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

und beauftragte den Kanton C._______ mit dem Vollzug der Wegweisung. 

Des Weiteren händigte es die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenver-

zeichnis aus und stellte fest, dass eine allfällige Beschwerde gegen den 

Entscheid keine aufschiebende Wirkung habe. 

C.  

Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe der rubrizierten Rechtsvertrete-

rin vom 13. Dezember 2023 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. 

Er beantragte die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Feststel-

lung der Zuständigkeit der Schweiz und die materielle Prüfung des Asylge-

suchs, eventualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. In ver-

fahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Erteilung der aufschiebenden Wir-

kung, um Erlass eines superprovisorischen Vollzugsstopps und um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung mitsamt Verzicht auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses ersucht. 

Als Beilage zur Beschwerdeschrift reichte er einen Bericht des Centre for 

Peace Studies in Zagreb mit dem Titel "Dublin regulation and its application 

in Croatia" vom 22. September 2023 zu den Akten. 

D.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

14. Dezember 2023 in elektronischer Form vor (Art. 109 Abs. 3 AsylG). 

Gleichentags setzte die Instruktionsrichterin den Vollzug der Überstellung 

gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort einstweilen aus. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet auf dem Gebiet des Asyls 

– in der Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen 

D-6899/2023 

Seite 4 

Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

 

1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

2.  

2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.). 

 

3.  

Die Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt – als offensicht-

lich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständig-

keit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer zwei-

ten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schriften-

wechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist (Art. 111a 

Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

4.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des zuständigen Staats prüft das 

SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO. Führt diese Prü-

fung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die Prüfung des 

Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betreffende 

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Seite 5 

Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung explizit oder impli-

zit zugestimmt hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 

E. 6.2). 

 

4.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaats wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des 

– hier interessierenden – Wiederaufnahmeverfahrens (Art. 23–25 Dublin-

III-VO) findet grundsätzlich keine (neue) Zuständigkeitsprüfung nach Kapi-

tel III Dublin-III-VO mehr statt. Die Zuständigkeit beziehungsweise die Ver-

pflichtung des Mitgliedstaats zur Wiederaufnahme ergibt sich direkt aus 

Art. 18 Abs. 1 Bst. b–d beziehungsweise Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO (vgl. 

Urteil des Europäischen Gerichtshofs [EuGH; Grosse Kammer] vom 2. Ap-

ril 2019, Staatssecretaris van Veiligheid en Justitie gegen H. und R., 

C-582/17 und C-583/17, Rn. 47–50; BVGE 2019 VI/7 E. 4-6, 2017 VI/5 

E. 6.2 und E. 8.2.1 m.H.). 

4.3 Der Mitgliedstaat, bei dem der erste Antrag auf internationalen Schutz 

gestellt wurde, ist gehalten, einen Antragsteller, der sich ohne Aufenthalts-

titel im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats aufhält oder dort einen 

Antrag auf internationalen Schutz gestellt hat, nachdem er seinen ersten 

Antrag noch während des Verfahrens zur Bestimmung des zuständigen 

Mitgliedstaats zurückgezogen hat, nach den Bestimmungen der Art. 23, 

24, 25 und 29 wieder aufzunehmen, um das Verfahren zur Bestimmung 

des zuständigen Mitgliedstaats zum Abschluss zu bringen (Art. 20 Abs. 5 

Dublin-III-VO). Diese Bestimmung findet auch im Falle der Weiterreise ei-

nes Antragstellers in einen anderen Mitgliedstaat bei noch nicht abge-

schlossenem Zuständigkeitsverfahren Anwendung (vgl. CHRISTIAN 

FILZWIESER/ANDREA SPRUNG, Dublin-III-Verordnung, Das europäische 

Asylzuständigkeitssystem, 2014, K 19 zu Art. 20). 

5.  

5.1 In der Beschwerde (vgl. S. 4 ff.) wird vorab eine mangelhafte Anwen-

dung der Dublin-III-VO gerügt. Die Vorinstanz habe es gänzlich unterlas-

sen zu würdigen, inwiefern von einer Zuständigkeit Kroatiens ausgegan-

gen werde. Weder im angefochtenen Entscheid noch in den Akten sei ein 

Vermerk bezüglich des Asylgesuchs in Griechenland zu entnehmen, und 

der Beschwerdeführer sei im Rahmen des Dublin-Gesprächs einzig 

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Seite 6 

bezüglich der Registrierung in Kroatien befragt worden. Es sei zu keinem 

Zeitpunkt eine Anfrage an die griechischen Behörden gestellt worden. Viel-

mehr sei ohne weiteres die Zuständigkeit Kroatiens festgestellt worden, 

wodurch auch nicht sichergestellt sei, dass der Beschwerdeführer in Kroa-

tien tatsächlich ein Asylverfahren durchlaufen könne und nicht von dort 

nach Griechenland überstellt würde, zumal auch jüngste Berichterstattun-

gen davon zeugten, dass nach wie vor Kettenabschiebungen stattfänden.  

 

5.2 Der Beschwerdeführer erklärte zwar anlässlich des Dublin-Gesprächs, 

er habe in Kroatien kein Asylgesuch gestellt, aber durch den Abgleich der 

Fingerabdrücke mit der Zentraleinheit Eurodac steht fest, dass er am 

30. Oktober 2023 in Kroatien als asylsuchende Person registriert worden 

war. Das SEM machte die kroatischen Behörden im Rückübernahmeersu-

chen ausdrücklich – und unter Hinweis auf den beigelegten Eurodac-Aus-

zug – darauf aufmerksam, dass der Beschwerdeführer am 19. Januar 2018 

bereits in Griechenland ein Asylgesuch eingereicht hatte. Die kroatischen 

Behörden stimmten mit diesem Wissen der Wiederaufnahme des Be-

schwerdeführers am 30. November 2023 gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-

III-VO ausdrücklich zu und wiesen gleichzeitig darauf hin, dass das Verfah-

ren noch im Gange sei. Die grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens ist so-

mit gegeben. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers vermag der 

Umstand, dass die Zustimmung Kroatiens gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dub-

lin-III-VO, "in order to continue to determine responsibility for the above 

mentioned person" erfolgte, daran nichts zu ändern (vgl. hierzu Urteile des 

BVGer D-4160/2023 vom 10. August 2023 S. 11, D-4063/2023 vom 25. Juli 

2023 S. 4 und F-1876/2023 vom 13. April 2023 S. 4 m.w.H.). Aus dem er-

wähnten Hinweis ist lediglich zu schliessen, dass das kroatische Verfahren 

zur Bestimmung des für die Prüfung des Asylgesuchs des Beschwerdefüh-

rers zuständigen Mitgliedstaats noch nicht abgeschlossen ist und nach der 

Überstellung fortgesetzt wird. Im Übrigen vermag auch der Wunsch des 

Beschwerdeführers um Verbleib in der Schweiz nicht gegen die Zuständig-

keit Kroatiens zu sprechen, zumal die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden 

kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen 

(vgl. auch BVGE 2010/40 E. 8.3). 

5.3 Der Beschwerdeführer gelangte in Griechenland in das Hoheitsgebiet 

der Dublin-Mitgliedstaaten und hielt sich unbestrittenermassen während 

mehrerer Jahre dort auf; gemäss seinen Angaben (vgl. SEM-Akten 

1293091-15 S. 1) habe er rund sechs Monate nach der Registrierung eine 

Ablehnung erhalten, sei dann aber weitere sechseinhalb Jahre in Grie-

chenland geblieben, bis er Mitte Oktober 2023 weitergereist sei. Dies 

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Seite 7 

könnte – wie in der Beschwerde bemerkt wurde – gestützt auf Art. 13 

Abs. 1 Dublin-III-VO grundsätzlich die Zuständigkeit Griechenlands be-

gründen. Da im Falle von Griechenland indessen grundsätzlich vom Vor-

liegen systemischer Mängel (im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 Dublin-III-

VO) auszugehen ist (vgl. Urteil des BVGer D-4160/2023 vom 10. August 

2023) und der Beschwerdeführer vor seiner Asylgesuchstellung in der 

Schweiz in Kroatien um Asyl nachsuchte, ersuchte das SEM gestützt auf 

Art. 3 Abs. 2 Satz 1 respektive Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO zu Recht 

die kroatischen Behörden um Rückübernahme des Beschwerdeführers. 

Dass sich das SEM zu einer allfälligen Zuständigkeit von Griechenland 

nicht explizit äusserte beziehungsweise die griechischen Behörden nicht 

ebenfalls um Rückübernahme ersuchte, ist bei dieser Sachlage nicht zu 

beanstanden beziehungsweise stellt keine Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs dar, zumal der Beschwerdeführer nie geltend machte, er wolle nach 

Griechenland überstellt werden. 

5.4 Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die Asylgesuch-

stellung des Beschwerdeführers in Griechenland sowohl im Rahmen des 

Dublin-Gesprächs als auch in der angefochtenen Verfügung Erwähnung 

fand. 

 

6.  

6.1 Nachfolgend ist zu prüfen, ob es im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-

VO wesentliche Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die 

Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Kroatien würden systemische 

Schwachstellen aufweisen, welche eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 EU-Grundrechtecharta 

mit sich bringen würden. 

6.2 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-

ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die 

Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für 

Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-

sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-

lung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen 

Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich brin-

gen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat 

als zuständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als 

zuständig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitglied-

staat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

D-6899/2023 

Seite 8 

6.3 Kroatien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK; 

SR 0.142.30), des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) sowie des Internationalen Übereinkommens zur Beseiti-

gung jeglicher Form von Rassendiskriminierung vom 21. Dezember 1965 

(SR 0.104). Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat komme sei-

nen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen nach und aner-

kenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richt-

linien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 

26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-

kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 

2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-

nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-

merichtlinie) ergeben. 

6.4 Im Referenzurteil des BVGer E-1488/2020 vom 22. März 2023 hat das 

Bundesverwaltungsgericht die seit dem Referenzurteil D-1611/2016 vom 

22. März 2016 bestehende Praxis der grundsätzlichen Zulässigkeit von 

Dublin-Überstellungen nach Kroatien bestätigt. Im Ergebnis sei davon aus-

zugehen, dass Gesuchstellende, die gestützt auf die Dublin-III-VO nach 

Kroatien überstellt würden, Zugang zum dortigen Asylverfahren erhalten, 

unabhängig davon, ob es sich um ein Take-Charge oder Take-Back Ver-

fahren handle. Insbesondere bestehe keine beachtliche Wahrscheinlich-

keit, die Überstellten würden der Gefahr einer Verletzung ihrer aus dem 

Refoulement-Verbot fliessenden Rechte ausgesetzt werden (vgl. a.a.O. 

E. 9.5). Demnach kann auch aus der bereits oben (vgl. E. 5.2) erwähnten 

Formulierung der kroatischen Behörden, die Zustimmung zur Rücküber-

nahme erfolge "in order to continue to determine responsibility for the 

above mentioned person" keinesfalls abgeleitet werden, es bestehe die 

Gefahr, dass Kroatien den Beschwerdeführer nach dessen Rückkehr ohne 

weitere Prüfung nach Griechenland zurückführen werde. 

6.5 Von einer Überstellung ist nur in Ausnahmefällen abzusehen, in wel-

chen gesuchstellende Personen durch substanziierte Vorbringen darlegen 

können, dass die im Referenzurteil E-1488/2020 vom 22. März 2023 auf-

gezeigte generelle Annahme in ihrem Fall nicht zutrifft. Dies gelingt dem 

Beschwerdeführer mit seinen Schilderungen der Erlebnisse während sei-

nes kurzen Aufenthalts in Kroatien sowie dem Verweis in der Rechtsmitte-

leingabe auf – teils erst nach dem zitierten Referenzurteil entstandene – 

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Seite 9 

Unterlagen verschiedener Organisationen betreffend punktuelle Schwach-

stellen im kroatischen Asylsystem und auf den mit der Beschwerdeschrift 

eingereichten Bericht des Centre for Peace Studies vom 22. September 

2023 nicht, wobei diesbezüglich auch auf die nachstehenden Erwägungen 

zu verweisen ist. Eine Übernahme der Zuständigkeit Kroatiens gestützt auf 

Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO ist damit nicht angezeigt. 

 

7.  

7.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz angesichts der Vorbringen des 

Beschwerdeführers trotz der grundsätzlichen Zuständigkeit Kroatiens das 

Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO, konkreti-

siert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, hätte ausüben müssen. Zwar kann die Ver-

mutung, Kroatien halte seine völkerrechtlichen Verpflichtungen ein, im Ein-

zelfall widerlegt werden. Dafür bedarf es aber konkreter und ernsthafter 

Hinweise, die gegebenenfalls vom Betroffenen glaubhaft darzutun sind 

(vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.). Der Entscheid über den Selbsteintritt liegt im 

pflichtgemässen Ermessen der Behörde. Ein einklagbarer Anspruch auf 

die Ausübung des Selbsteintrittsrechts besteht dann, wenn sich die Über-

stellung der asylsuchenden Person in den an sich zuständigen Mitglied-

staat als unzulässig im Sinne der EMRK oder einer anderen die Schweiz 

bindenden, völkerrechtlichen Bestimmung erweist. Diesfalls muss die Vor-

instanz die Souveränitätsklausel anwenden und das Asylgesuch in der 

Schweiz behandeln (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 

 

7.2 Der Beschwerdeführer machte geltend, er sei beim Grenzübertritt fest-

genommen und auf den Polizeiposten gebracht worden, wo man ihn ge-

schlagen und misshandelt habe. Man habe ihm sein Geld und sein Mobil-

telefon weggenommen und ihn ins Wasser gestossen (vgl. SEM-Akten 

1293091-15). Während er anlässlich des Dublin-Gesprächs angab, ledig-

lich Schlafprobleme zu haben, führt er in der Beschwerde (vgl. S. 6 f.) aus, 

aufgrund der Misshandlungen unter körperlichen und psychischen Proble-

men zu leiden. Das SEM habe es jedoch unterlassen, den medizinischen 

Sachverhalt genügend abzuklären. 

7.3 Das Bundesverwaltungsgericht verkennt nicht, dass der Empfang und 

die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Kroatien problematisch 

sein können. Der Beschwerdeführer vermag indessen nicht darzutun, dass 

die ihn bei einer Rückführung nach Kroatien zu erwartenden Bedingungen 

derart schlecht sind, dass sie zu einer Verletzung von Art. 3 EMRK führen 

könnten. Mit seinen Schilderungen wird nicht dargetan, er laufe ernsthaft 

Gefahr, bei einer Rückkehr nach Kroatien unmenschlich im Sinne von Art. 3 

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Seite 10 

EMRK behandelt zu werden. Die kroatischen Behörden haben der Wieder-

aufnahme des Beschwerdeführers am 30. November 2023 zugestimmt. 

Den Akten sind denn auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen, 

die kroatischen Behörden würden dem Beschwerdeführer nach einer Über-

stellung den Zugang zum Asylverfahren unter Einhaltung der Regeln der 

Verfahrensrichtlinie verweigern. Es liegen auch keine konkreten Anhalts-

punkte für die Annahme vor, das dortige Asylverfahren würde nicht korrekt 

durchgeführt beziehungsweise Kroatien werde im Fall des Beschwerdefüh-

rers den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise 

in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus 

einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr 

laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. 

Gründe, die gegen eine allfällige Wegweisung in einen anderen Dublin-

Mitgliedstaat sprechen würden, hat der Beschwerdeführer gegebenenfalls 

bei den kroatischen Behörden vorzubringen.  

7.4 Es sind auch keine konkreten Hinweise für die Annahme gegeben, Kro-

atien würde dem Beschwerdeführer nach einer Überstellung im Rahmen 

des Dublin-Verfahrens dauerhaft die ihm gemäss Aufnahmerichtlinie zu-

stehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten. Es darf davon 

ausgegangen werden, dass der Zugang zu einer Asylunterkunft, zu Nah-

rungsmitteln und zu medizinischer Grundversorgung für den Beschwerde-

führer nach einer Überstellung nach Kroatien gewährleistet ist. Nötigenfalls 

kann er sich an die zuständigen Behörden vor Ort wenden und die ihm 

zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. 

Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Zudem könnte er die vor Ort tätigen karitativen 

Organisationen kontaktieren, sollte er deren Hilfestellung in Anspruch neh-

men wollen. Auch mit der Behauptung, seitens kroatischer Polizisten Ge-

walt erfahren zu haben, was nicht auszuschliessen ist und keinesfalls gut-

zuheissen wäre, vermag der Beschwerdeführer nicht darzutun, er würde 

ernsthafte Gefahr laufen, bei einer Rückkehr nach Kroatien unmenschlich 

im Sinne von Art. 3 EMRK behandelt zu werden. Die Glaubhaftigkeit dieses 

Vorbringens muss vorliegend nicht abschliessend beurteilt werden. In die-

sem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass sich der Beschwerde-

führer nach der Dublin-Überstellung in einer anderen Situation befinden 

wird als bei seiner ersten (illegalen) Einreise nach Kroatien. Sollte er sich 

künftig von Behördenvertretern oder Drittpersonen ungerecht oder rechts-

widrig behandelt fühlen, ist es ihm zuzumuten, sich – allenfalls mit Unter-

stützung karitativer Organisationen vor Ort – an das Justizwesen Kroatiens 

oder dortige Aufsichtsbehörden zu wenden. 

D-6899/2023 

Seite 11 

7.5  

7.5.1 Eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen kann nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 

EMRK darstellen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die betroffene 

Person sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium 

und bereits in Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem siche-

ren Tod rechnen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwar-

ten könnte (vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis 

des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]). Eine wei-

tere vom EGMR definierte Konstellation betrifft Schwerkranke, die durch 

die Abschiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im 

Zielstaat – mit einem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten, ra-

schen und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszu-

stands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheb-

lichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 

41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). 

 

7.5.2 Anlässlich eines Arztbesuches vom 6. November 2023 machte der 

Beschwerdeführer Schmerzen am (…) beziehungsweise am (…) sowie 

(…) geltend. Zu deren Behandlung wurden ihm "(…)" (für […]), "(…)" (ge-

gen Schmerzen), "(…) und "(…) abgegeben. Im neun Tage später durch-

geführten Dublin-Gespräch erklärte er dann, es gehe ihm gut, er habe nur 

Probleme mit dem (…). Auf Beschwerdeebene werden keine weiteren kon-

kreten gesundheitlichen Probleme vorgebracht oder gar mittels ärztlicher 

Unterlagen belegt. 

7.5.3 Entgegen der in der Beschwerdeschrift (vgl. S. 6 f.) vertretenen Auf-

fassung ist der medizinische Sachverhalt vorliegend als hinreichend erstellt 

zu erachten. Es besteht diesbezüglich keine Veranlassung, die Sache 

zwecks weiterer Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen. Der entsprechende (Eventual-)Antrag des Beschwerdeführers um 

Rückweisung ist abzuweisen. 

7.5.4 Sodann steht in Kroatien eine ausreichende medizinische Infrastruk-

tur zur Verfügung und es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass dem Be-

schwerdeführer dort nach einer Überstellung erforderliche medizinische 

Behandlungen verweigert würden, zumal die Mitgliedstaaten zur entspre-

chenden Erbringung verpflichtet sind (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). 

Nebst den staatlichen Einrichtungen bieten auch Nichtregierungs-organi-

sationen in Kroatien Hilfestellung bei der psychologischen Betreuung von 

D-6899/2023 

Seite 12 

Asylsuchenden an, womit auch in dieser Hinsicht von einem genügenden 

Behandlungsangebot auszugehen ist (vgl. etwa Urteil des BVGer 

D-4160/2023 vom 10. August 2023 E. 8.5.1 m.w.H.). 

7.5.5 Das Bundesverwaltungsgericht geht in seiner Praxis davon aus, dass 

die schweizerischen Behörden bei den kroatischen Behörden in der Regel 

keine individuellen Zusicherungen bezüglich des Zugangs zu adäquater 

Unterbringung, Betreuung und medizinischer Versorgung einzuholen ha-

ben. Vorliegend bestehen keine Gründe, die ein Abweichen von dieser Re-

gel gebieten würden. Der Beschwerdeführer kann sich an die zuständigen 

kroatischen Behörden wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedin-

gungen gegebenenfalls auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26 Auf-

nahmerichtlinie). Überdies werden die schweizerischen Behörden, die mit 

dem Vollzug der angefochtenen Verfügung beauftragt sind, den medizini-

schen Umständen bei der Bestimmung der konkreten Modalitäten der 

Überstellung des Beschwerdeführers Rechnung tragen und die kroati-

schen Behörden vorgängig in geeigneter Weise über die spezifischen me-

dizinischen Umstände informieren (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO). 

7.6 Nach dem Gesagten konnte der Beschwerdeführer kein konkretes und 

ernsthaftes Risiko dartun, wonach seine Überstellung nach Kroatien die 

Verletzung völkerrechtlicher Bestimmungen zur Folge hätte. 

8.  

8.1 Der Vorinstanz kommt bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 

Ermessen zu (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die angefochtene Verfügung ist 

unter diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden. Entgegen der vom Be-

schwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe vom 13. Dezember 2023 ver-

tretenen Auffassung sind den Akten keine Hinweise auf eine gesetzeswid-

rige Ermessensausübung respektive ein Über- beziehungsweise Unter-

schreiten des Ermessens (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) durch das SEM 

zu entnehmen. Der vom Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang er-

hobene Eventualantrag um Rückweisung zwecks Neubeurteilung durch 

die Vorinstanz ist abzuweisen. Das Bundesverwaltungsgericht enthält sich 

unter diesen Umständen weiterer Ausführungen zur Frage eines Selbstein-

tritts. 

 

8.2 Nach dem Gesagten besteht kein Grund für eine Anwendung der Er-

messensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO. An dieser Stelle bleibt noch-

mals festzuhalten, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein 

Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen 

D-6899/2023 

Seite 13 

(vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3). Kroatien bleibt somit zuständiger Mitgliedstaat 

gemäss Dublin-III-VO und ist verpflichtet, den Beschwerdeführer wieder 

aufzunehmen. 

8.3 Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. 

Da der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder 

Niederlassungsbewilligung ist, wurde die Überstellung nach Kroatien in An-

wendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a 

AsylV 1). 

8.4 Unter diesen Umständen sind allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen, da das Fehlen 

von solchen bereits Voraussetzung des Nichteintretensentscheids gemäss 

Art. 31a Abs.1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2 m.w.H.). 

9.  

Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 

Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachver-

halt richtig sowie vollständig feststellt. Die Beschwerde ist aufgrund des 

Gesagten abzuweisen und die Verfügung des SEM zu bestätigen. 

10.  

Mit vorliegendem Urteil ist das Beschwerdeverfahren abgeschlossen, wes-

halb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Be-

schwerde und auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als 

gegenstandslos erweisen. Der angeordnete Vollzugsstopp fällt dahin. 

11.  

11.1 Das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung ist ungeachtet der Frage der prozessualen Be-

dürftigkeit abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden 

Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die 

Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind. 

 

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

 

D-6899/2023 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Kathrin Mangold Horni 

 

 

Versand: