# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 26141ed1-a248-57d6-9b33-7e33458e6de2
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-25
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Steuergericht 25.05.2018 510 2017 114 (510 17 114)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_SG_001_510-2017-114_2018-05-25.pdf

## Full Text

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Entscheid vom 25. Mai 2018 (510 17 114) 

 

 _____________________________________________________________________  

 

Konfiskatorische Besteuerung 

 

Besetzung Steuergerichtspräsident A. Zähndler, Steuerrichter M. Zeller, 
Dr. L. Schneider, S. Schmid, M. Angehrn, Gerichtsschreiber D. Brügger 
 
 

Parteien A.____, vertreten durch AGEBA Treuhand AG, Hofackerstr. 3 a, 
4132 Muttenz 
 
 Rekurrentin 

  
 
gegen 
 
 

 Taxations- und Erlasskommission, Rheinstrasse 33, 4410 Liestal,  
 
 Rekursgegnerin 
 
 
 
 

betreffend Gesuch um Reduktion der Vermögenssteuer 2015 
 
 

 
 
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Sachverhalt: 
 
A.  
Mit Gesuch vom 21. April 2017 wandte sich die Vertreterin der Pflichtigen an die Taxations- und 
Erlasskommission mit dem Antrag, der Vermögenssteuerwert per 31. Dezember 2015 der Be-
teiligung der Steuerpflichtigen an der B.____ AG sei so zu reduzieren, dass die Vermögens- 
sowie die Einkommenssteuer auf dieser Beteiligung 60% der Dividendenausschüttung nicht 
übersteigt. 
Mit Entscheid vom 18. Oktober 2017 wies die Taxations- und Erlasskommission das Gesuch 
ab. Zur Begründung führte sie aus, die B.____ AG müsse als blosses “Gefäss“ mit umfangrei-
chen liquiden Anlagen und Streubesitz betrachtet werden, so dass sich das unternehmerische 
Wirken nur auf einen verschwindend kleinen Teil des Vermögens der Pflichtigen beziehe.  
 
 
B. 
Mit Eingabe vom 8. Dezember 2017 erhob die Vertreterin der Steuerpflichtigen Rekurs und 
machte geltend, für die Berechnung der Reduktion dürfe nicht auf den Buchwert der Beteiligung 
abgestellt werden, sondern es sei der Verkehrswert zu berücksichtigen. 
Mit Vernehmlassung vom 9. Januar 2018 schloss die Taxations- und Erlasskommission auf 
Abweisung des Rekurses und wies darauf hin, dass es sich faktisch um eine blosse Finanzan-
lage und damit gar nicht um eine unternehmerische Beteiligung handle. 
Anlässlich der heutigen Verhandlung halten die Parteien an ihren Begehren fest. 
 
 
 
 
Erwägungen: 
 
1.  
Das Steuergericht ist gemäss § 183 Abs. 4 des Gesetzes vom 7. Februar 1974 über die Staats- 
und Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG; SGS 331) zur Beurteilung des vorliegenden Rekur-
ses zuständig. Gemäss § 129 Abs. 3 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie 
im vorliegenden Fall Fr. 8'000.-- pro Steuerjahr übersteigt, vom Präsidenten und vier Richterin-
nen und Richtern beurteilt. Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden Anforde-
rungen erfüllt sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten. 
 
 
2. 
Vorliegend unterliegt der Beurteilung, ob der Vermögenssteuerwert der Beteiligung der Rekur-
rentin reduziert zu besteuern ist. 
 
2.1. Gemäss der alten, bis am 31. Dezember 2013 geltenden Fassung von § 183 Abs. 1 StG 
konnte die Taxationskommission (heute: Taxations- und Erlasskommission) im Einschätzungs- 
oder das Steuergericht im Rekursverfahren von der gesetzlichen Ordnung in angemessener 
Weise abweichen, wenn sich bei der Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen in Einzelfäl-
len eine sachlich ungerechtfertigte Belastung ergab. Bereits zur Bestimmung mit diesem Wort-
laut wurde jedoch eingewendet, dass die darin vorgesehene Korrekturmöglichkeit eine Abwei-
chung vom Grundsatz der gesetzesmässigen Besteuerung darstelle, welcher in Art. 127 Abs. 1 

 
 
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der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 
(BV; SR 101) verankert ist und eine zentrale Säule des schweizerischen Steuerrechts darstellt. 
Aus diesem Grund wurde zur grossen Zurückhaltung bei der Anwendung dieses Ausnahme-
rechts gemahnt (vgl. Nefzger, in: Nefzger/Simonek/Wenk, Kommentar zum Steuergesetz des 
Kantons Basel-Landschaft, § 183 N 1).  
 
2.2. Gemäss der neuen, auf den 1. Januar 2014 in Kraft gesetzten Fassung von 
§ 183 Abs. 1 StG, kann die Rekursgegnerin im Einschätzung- oder das Steuergericht im Re-
kursverfahren von der gesetzlichen Ordnung in angemessener Weise abweichen, wenn sich bei 
der Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen in Einzelfällen eine sachlich ungerechtfertigte 
Belastung oder eine regelmässig konfiskatorische Besteuerung, die vom Gesetzgeber nicht 

voraussehbar oder so nicht beabsichtigt worden war, ergibt [geänderter Wortlaut kursiv]. Da 
weder der Vorlage an den Landrat vom 21. August 2012 noch dem Bericht der Finanzkommis-
sion vom 7. März 2013 und den Protokollen der Landratssitzungen vom 21. März bzw. 25. April 
2013 (Geschäftsnummer 2012-222, www.bl.ch/landrat) etwas zur zitierten Änderung entnom-
men werden kann, liegt es nahe, dass der Gesetzgeber damit lediglich die seit Jahren beste-
hende Praxis festschreiben wollte, auf welche bereits im 2004 erschienenen Kommentar zum 
Steuergesetz des Kantons Basel-Landschaft hingewiesen worden ist (vgl. Nefzger, a.a.O., § 
183 N 11; vgl. zum Ganzen: Entscheid des Steuergerichts [StGE] vom 3. Juli 2015, 510 15 7, 
E. 2d, m.w.H.). Die Norm erhielt durch die Änderung aber deutlich mehr Kontur, indem nunmehr 
ein expliziter Bezug zur konfiskatorischen Besteuerung hergestellt wurde. Damit wurde vom 
Landrat präzisiert, auf welche Art von Fällen diese Bestimmung Anwendung finden soll: Es geht 
nicht um jene, die die Rekursgegnerin oder das Steuergericht anderes regeln würden, wenn sie 
als Gesetzgeber auftreten könnten, sondern um jene, in denen aufgrund von übergeordnetem 
Recht, insbesondere der Eigentumsgarantie von Art. 26 BV und des darin enthaltenen Verbots 
der konfiskatorischen Besteuerung, eine einzelfallbezogene Korrektur der Regeln des Steuer-
gesetzes zwingend erforderlich ist. 
 
 
3. 
3.1. Eine gegen die Eigentumsgarantie verstossende konfiskatorische Besteuerung liegt dann 
vor, wenn die Steuer das Institut des Eigentums in Frage stellt; der steuerpflichtigen Person darf 
das Vermögen nicht durch übermässige Besteuerung nach und nach entzogen werden und das 
Gemeinwesen ist verpflichtet, privates Vermögen in seiner Substanz zu wahren sowie die Mög-
lichkeit der Neubildung von Vermögen zu erhalten (vgl. Bundesgerichtsentscheid [BGE] 
128 ll 112, E. 10, m.w.H.). Ob eine konfiskatorische Besteuerung vorliegt, beurteilt sich nach 
der Gesamtheit aller konkreten Umstände wie Steuersatz, Bemessungsgrundlage, Dauer des 
fiskalischen Eingriffs und dessen Kumulation mit anderen Abgaben. Die Frage stellt sich bei der 
Besteuerung von Vermögen vor allem dann, wenn dieses dauernd oder langfristig ertraglos 
bleibt oder einen sehr geringen Ertrag abwirft, der weit unter dem kantonalen Durchschnitt und 
daher möglicherweise tiefer liegt als die gesamte Steuerbelastung. Eine konfiskatorische Be-
steuerung liegt in diesen Fällen aber jedenfalls dann nicht vor, wenn der Eigentümer freiwillig 
auf einen genügenden Ertrag verzichtet, etwa mit Rücksicht auf familiäre Beziehungen oder 
weil er hofft, bei späterer Veräusserung des Vermögensobjektes einen den Vermögensertrag 
weit übersteigenden Kapitalgewinn zu erzielen. Das kann etwa beim Besitz von Gold oder an-
deren Edelmetallen der Fall sein, welche überhaupt keinen Ertrag abwerfen oder auch bei der 

 
 
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Spekulation mit Bauerwartungsland, das teuer bezahlt wird, aber ‒ weil vorderhand landwirt-
schaftlich genutzt ‒ nur einen geringen Ertrag einbringt. Aber auch dann, wenn der Eigentümer 
sein Vermögen nicht in Werte mit durchschnittlichem Vermögensertrag umwandeln kann oder 
ihm eine Umwandlung seines Vermögens nicht zumutbar wäre, tritt eine konfiskatorische Be-
steuerung jedenfalls dann nicht ein, wenn die an sich übermässige steuerliche Belastung von 
beschränkter Dauer ist (vgl. BGE 106 la 342, E. 6). Erst wenn die Besteuerung (inklusive Ver-
mögenssteuer) die Einkünfte einschliesslich Vermögenserträge nachhaltig und dauerhaft über-
steigt, kann davon gesprochen werden, dass das Vermögen von der Besteuerung derart ange-
griffen wird, dass diese als konfiskatorisch zu qualifizieren ist. Aus diesem Grund hat die Prü-
fung des konfiskatorischen Charakters einer Besteuerung nie nur auf der Basis einer Periode, 
sondern vielmehr anhand mehrerer Perioden zu erfolgen. Die Besteuerung des Vermögens ist 
mithin erst dann konfiskatorisch, wenn die Erträgnisse auf Dauer nicht ausreichen, um die 
Steuerlast zu decken, wobei ausserordentliche Umstände ausser Acht zu bleiben haben. Hinzu 
kommt, dass man den konfiskatorischen Charakter der Steuer ohne weiteres negieren kann, 
wenn bei einer positiven Konjunkturentwicklung oder gutem Geschäftsgang das Vermögen von 
Jahr zu Jahr wächst und die Besteuerung hinter dieser Entwicklung zurückbleibt (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts [BGer] 2C_826/2015 vom 5. Januar 2017, publ. in: Die Praxis des Bundesge-
richt [Pra] 2018, Nr. 40, S. 341 ff. [= BGE 143 I 73, E. 5.2]; vgl. zum Ganzen: Urteil des Kan-
tonsgerichts Basel-Landschaft vom 30. August 2017, 810 17 8, E. 3.2.1). Wird trotz eines hohen 
Reingewinns eine geringe Dividende ausgeschüttet, mit welcher die Einkommens- und Vermö-
genssteuer auf den Wertschriften und deren Erträgen nicht bezahlt werden kann, wird die Ver-
mögenssubstanz möglicherweise dennoch nicht ausgehöhlt, weil der innere Wert der Gesell-
schaft und damit der innere Wert der Aktien gleichzeitig steigen (vgl. Entscheid der Steuerre-
kurskommission Basel-Stadt vom 28. September 2017, STRK.2017.10, publ. in: Basler Steuer-
praxis [BStP], www.bs.ch/steuerverwaltung). 
 
3.2. Die Hürden für die Annahme einer konfiskatorischen Besteuerung sind also hoch. In die-
sem Zusammenhang ist auch auf die anschauliche Zusammenstellung der Rechtsprechung im 
Aufsatz von Prof. Adriano Marantelli (Departement für Wirtschaftsrecht - Berner Gedanken zur 
konfiskatorischen Besteuerung, in: Kunz/Weber/Lienhard/Fargnoli/Kostkiewicz [Hrsg.], Berner 
Gedanken zum Recht, Festgabe der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bern für 
den Schweizerischen Juristentag 2014, Bern 2014, S. 245 ff.) zu verweisen: So hat das Bun-
desgericht etwa die Belastung einer Parzelle mit einem Verkehrswert von Fr. 5.2 Mio. mit einer 
Vermögenssteuer von Fr. 35‘000.-- als nicht konfiskatorisch eingestuft, obwohl die Parzelle le-
diglich einen Pachtertrag von Fr. 14‘000.-- generierte (vgl. BGer 2A.402/2003 
vom 16. Juli 2014). Im sog. "Aargauer Fall" erachtete das Bundesgericht es auch nicht als kon-
fiskatorisch, dass die Vermögens- und Einkommenssteuer auf Wertpapieren den Ertrag dieser 
Papiere übersteigt und im betreffenden Steuerjahr ein negatives Einkommen bewirkt, d.h. dass 
die Gesamtbelastung in der betreffenden Periode über 100% lag (vgl. BGE 106 Ia 342). 
 
3.3. Zusammenfassend wirkt eine Steuer somit nur dann konfiskatorisch, wenn sie die Sub-
stanz des bestehenden Vermögens aushöhlt oder die Neubildung von Vermögen verunmög-
licht. Bei der Beurteilung, ob dies der Fall ist, kommt es nebst anderen Kriterien insbesondere 
auf Folgendes an: Zum einen auf die Gesamtbelastung einer steuerpflichtigen Person durch die 
Abgaben und zum anderen auf die Freiwilligkeit eines allfälligen Einkommensverzichts. 
 

 
 
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4. 
4.1. Diesen beiden Voraussetzungen Rechnung tragend, zielte die bestehende Praxis der Re-
kursgegnerin und des Steuergerichts bei der Anwendung von § 183 Abs. 1 StG seit jeher auf 
Situationen ab, wo aufgrund von einer operativen unternehmerischen Tätigkeit der Grossteil der 
Vermögenswerte einer Person in einer von ihr gehaltenen Gesellschaft bzw. in ihrem Anteil an 
einer Familienunternehmung steckt, dort fest gebunden ist und zudem schlecht rentiert, sodass 
sich die Vermögensbesteuerung besonders stark auswirkt. Mit anderen Worten geht es um die 
Kombination des Klumpenrisikos, das sich aus einer unternehmerischen Aktivität bzw. aus der 
deswegen nicht möglichen Diversifizierung der Vermögens ergibt, mit einer schlechten Rendite 
dieses "Vermögensklumpens", was aufgrund seines hohen Anteils am Gesamtvermögen zu 
einer schlechten Rendite des Gesamtvermögens führt und alsdann zur Folge hat, dass eine 
Gesamtbelastung der steuerpflichtigen Person durch die Vermögenssteuer entsteht, welche 
sich in besonderem Masse akzentuiert und auch nicht abwendbar, d.h. unfreiwillig ist. 
 
4.2. Konkret hat die Rekursgegnerin vier Kriterien zur Anwendung von § 183 Abs. 1 StG entwi-
ckelt: (a) Es liegt eine unternehmerische bzw. operative Tätigkeit vor; (b) es wird eine qualifizier-
te Beteiligung von mindestens 10% am Unternehmen gehalten; (c) die schlecht rentierende 
Vermögensstrukturierung ist unfreiwillig, und (d) die vorzunehmende Reduktion muss eine Re-
levanzschwelle in Höhe von Fr. 2‘500.-- erreichen. Werden diese Voraussetzungen kumulativ 
erfüllt, erfolgt eine Reduktion der Vermögenssteuer auf den betreffenden Beteiligungen auf 60% 
der Dividendenausschüttung (bzw. gegebenenfalls auf 60% einer fiktiven Dividendenausschüt-
tung von 1%). 
 
4.3. Diese Kriterien der Taxations- und Erlasskommission wurden von verschiedenen Entschei-
den des Steuergerichts aufgenommen: So wurde unter anderem in einem Urteil vom 
21. September 2012 darauf hingewiesen, dass das unternehmerische Wirken der steuerpflichti-
gen Person massgebend sei. Im Sinne einer Vereinfachung und Harmonisierung werde dabei 
auf eine qualifizierte Beteiligungsquote abgestellt, wobei eine solche unter 10% als nicht mehr 
massgeblich anzusehen sei. Auch müsse das Verhältnis der betroffenen Beteiligung zu den 
übrigen im Portfolio gehaltenen Wertschriften ein Ausmass annehmen, d.h. eine Wesentlichkeit 
ausmachen, welche eine Reduktion überhaupt rechtfertigen könne. Dieses Kriterium sei insbe-
sondere entwickelt  worden, um den Unternehmer davor zu schützen, sein Vermögenssubstrat, 
welches massgeblich aus Beteiligungen an seiner Firma bestehe, wegen der drückenden Steu-
erlast sukzessive veräussern zu müssen. Im Gegensatz zu einer solchen Konstellation könne 
bei blossem Streubesitz der Wertschriften immerhin auf eine andere Vermögensanlage ge-
wechselt werden, was beim klassischen Unternehmer eben nicht der Fall sei (vgl. StGE vom 
21. September 2012, 510 12 16, publ. in: Basellandschaftliche und Baselstädtische Steuerpra-
xis [BStPra], Bd. XXI, S. 213 ff., E. 6a). In einem weiteren Entscheid vom 3. Juli 2016 wurde 
betreffend die Reduktion der Vermögenssteuer überdies festgehalten, diese werde vorgenom-
men, wenn das Total der auf der Beteiligung lastenden kantonalen und bundesrechtlichen Ein-
kommens- und Vermögenssteuern höher als 60% der ausgeschütteten Dividende sei. Der 
Steuerwert der betroffenen Beteiligung wurde soweit herabgesetzt, dass pro Jahr nicht mehr als 
60% der Dividende (resp. eines fiktiven Ertrags von 1% des Steuerwertes) wegbesteuert wer-
den (StGE vom 3. Juli 2015, a.a.O., E. 4d).  
 
 

 
 
Seite 6   

5. 
5.1. Die von der Taxations- und Erlasskommission entwickelten Kriterien erscheinen grundsätz-
lich nach wie vor als sachgerecht, doch decken sie den Aspekt der relevanten steuerlichen Ge-
samtbelastung des Vermögens der steuerpflichtigen Person nur unzureichend ab: Sie fokussie-
ren nämlich ausschliesslich auf die betroffene Beteiligung und betrachten diese isoliert. Dies 
widerspricht einerseits der hiervor zitierten Rechtsprechung von Bundes- und Kantonsgericht 
zur konfiskatorischen Besteuerung sowie zu § 183 Abs. 1 StG und andererseits auch der ratio 
legis dieser Norm: Eine konfiskatorische Besteuerung bzw. eine dieser gleichwertige sachlich 
ungerechtfertigte Belastung kann von vornherein nur dann vorliegen, wenn die Summe der ge-
schuldeten Abgaben auf den Vermögenswerten die Gesamtheit der Vermögenserträge regel-
mässig übersteigt und die Vermögenssteuer dauerhaft durch Angreifen der Vermögenssub-
stanz getilgt werden muss. Umgekehrt formuliert bedeutet dies: Sind die Vermögenserträge 
gesamthaft betrachtet grösser als die steuerliche Belastung des Vermögens und entsteht auf 
diese Weise ein Netto-Vermögenszuwachs, kann von einer konfiskatorischen oder sachlich 
ungerechtfertigten Besteuerung a priori keine Rede sein. Gleiches gilt auch, wenn die Besteue-
rung der Vermögenswerte zwar die Gesamtheit der Vermögenserträge übersteigt, jedoch auf-
grund von anderen Faktoren ‒ etwa steuerfreien Kapitalgewinnen ‒ in der betroffenen Steuer-
periode dennoch eine Netto-Vermögenszunahme erfolgt. Wenn neues Vermögen gebildet wer-
den konnte, schliesst dies bei einer Gesamtbetrachtung das Vorliegen einer konfiskatorischen 
Besteuerung kategorisch aus. 
 
5.2. Dass zwingend eine Gesamtbetrachtung der Vermögensentwicklung und der Vermö-
genserträge vorzunehmen ist, ergibt sich wie bereits gesehen nicht nur aus der bundesgerichtli-
chen Praxis, sondern auch aus der gefestigten Rechtsprechung des Steuergerichts, wonach die 
gesamten finanziellen Verhältnisse der steuerpflichtigen Person in Relation zum fraglichen 
Steuerbetrag eine Steuermilderung rechtfertigen müssen (vgl. StGE vom 21. September 2012, 
a.a.O., E. 7, m.w.H.). Auch das Kantonsgericht Basel-Landschaft hat in seinem Urteil vom 
30. August 2017, a.a.O., E. 3.5.2, welches ebenfalls ausdrücklich die Anwendung von § 183 
Abs. 1 StG zum Gegenstand hatte, unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Praxis nochmals 
klargestellt, dass die Prüfung, ob eine konfiskatorische Besteuerung vorliege, gerade nicht an-
hand einzelner Vermögenswerte und des darauf entfallenden Steueranteils erfolgen dürfe, son-
dern aufgrund einer Betrachtung des gesamten Vermögens, und zwar über mehrere Perioden, 
erfolgen müsse.  
 
5.3. Aus dem Obenstehenden ergibt sich, dass Gesuche um Reduktion der Vermögenssteuer 
nach folgendem Prüfschema bzw. nach folgender Kaskade zu beurteilen sind: 
 
In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob eine konfiskatorische Besteuerung überhaupt im Raum 
stehen kann. Dies ist grundsätzlich dann der Fall, wenn kumulativ 
 
 a) die Summe der Abgaben auf den Vermögenswerten und deren Erträgen die Gesamt-

heit der Vermögenserträge in der betroffenen Steuerperiode übersteigt; 
 b) die Vermögensentwicklung in der betroffenen Steuerperiode gesamthaft betrachtet 

negativ ist, d.h. eine Netto-Vermögensabnahme stattfindet, und 

 
 
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 c) sich die beiden vorgenannten Kriterien entweder bereits in den vergangen Steuerperi-
oden manifestiert haben (retrospektive Betrachtung) oder zu erwarten ist, dass dies 
auch in den Folgeperioden der Fall sein wird (prospektive Betrachtung). 

 
Sind die obigen Grundvoraussetzungen gegeben, ist quasi die Eintrittshürde für die Prüfung 
einer reduzierten Besteuerung überwunden, und es gilt nunmehr in einem zweiten Schritt zu 
untersuchen, ob die bereits zitierten Elemente gemäss der Praxis der Rekursgegnerin (eben-
falls kumulativ) erfüllt sind, nämlich 
 
 a) das Vorliegen einer unternehmerischen bzw. operativen Tätigkeit; 
 b) das Halten einer qualifizierten Beteiligung von mindestens 10% am Unternehmen; 
 c) die Unfreiwilligkeit der schlecht rentierenden Vermögensstrukturierung, und 
 d) eine Relevanzschwelle von Fr. 2‘500.--, welche die vorzunehmende Reduktion ausma-

chen muss.  
 
Sind sämtliche Voraussetzungen erfüllt, ist eine Reduktion der Vermögenssteuer, welche auf 
der qualifizierten Beteiligung lastet, vorzunehmen. 
 
 
6. 
6.1. Im angefochtenen Entscheid ist die Rekursgegnerin direkt zur Berechnung der Reduktion 
der Vermögenssteuer auf der qualifizierten Beteiligung geschritten. Wie hiervor ausgeführt, ist 
aber, bevor gegebenenfalls auf die Berechnung einzugehen ist, vorab die erste Stufe der Kas-
kade, d.h. das Vorliegen der Grundvoraussetzungen einer konfiskatorischen Besteuerung zu 
prüfen. 
 
6.2. Gemäss Veranlagungsverfügung der Staatssteuer 2015 vom 23. März 2017 belief sich die 
Summe der Abgaben auf den Vermögenswerten und deren Erträgen auf rund Fr. 500‘000.-- 
und die Gesamtheit der Vermögenserträge auf rund Fr. 1,4 Mio. Damit ist das Kriterium, wo-
nach die Summe der Abgaben auf den Vermögenswerten und deren Erträgen die Gesamtheit 
der Vermögenserträge in der betroffenen Steuerperiode übersteigen müsste, offenkundig nicht 
erfüllt. Die Prüfung einer reduzierten Besteuerung scheitert mithin bereits an der ersten Kaska-
denstufe. Ob die übrigen Voraussetzungen gegeben sind, welche wie gesehen kumulativ erfüllt 
sein müssten, kann bei diesem Ergebnis offen bleiben. 
 
6.3. Daraus folgt, dass sich der Rekurs als unbegründet erweist und abzuweisen ist. 
 
 
7. 
Abschliessend bleibt anzumerken, dass die relativ hohe Vermögensbesteuerung im Kanton 
Basel-Landschaft aufgrund der Gewaltenteilung weder von der Rekursgegnerin noch vom 
Steuergericht korrigiert werden kann. Vielmehr müsste hierfür der Landrat tätig werden. Ein 
Instrument hierfür könnte neben einer direkten Anpassung des Vermögenssteuertarifs auch die 
Aufnahme einer Höchstbelastungsklausel ins Steuergesetz sein: So kennen die Kantone Bern, 
Luzern, Basel-Stadt, Aargau, Waadt und Wallis beispielsweise in ihren Steuergesetzen eine 
Grenze für die maximale Steuerbelastung. In diesen Kantonen darf die Belastung des Einkom-
mens und/oder des Vermögens bzw. die Gesamtsteuerbelastung durch die Einkommens- und 

 
 
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Vermögenssteuer (Kantons- und Gemeindesteuer, manchmal auch Kirchensteuer) einen be-
stimmten Wert nicht überschreiten. Im Kanton Bern ermässigt sich etwa für steuerpflichtige Per-
sonen, deren Vermögenssteuer 25% des Vermögensertrages übersteigt, die Vermögenssteuer 
auf diesen Betrag, höchstens jedoch auf 2,4‰ des steuerbaren Vermögens (Art. 66 des Steu-
ergesetzes des Kantons Bern vom 21. Mai 2000 [StG/BE; BSG 661.11]). Im Kanton Basel-Stadt 
können steuerpflichtige Personen, deren Steuern auf dem Vermögen und dem Vermögenser-
trag 50% des Ertrages aus dem Vermögen übersteigen, eine entsprechende Herabsetzung der 
Vermögenssteuer auf diesen Betrag verlangen. In jedem Fall ist jedoch mindestens eine Ver-
mögenssteuer von 5‰ des steuerbaren Vermögens zu entrichten (§ 52 des Gesetzes des Kan-
tons Basel-Stadt vom 12. April 2000 über die direkten Steuern [Steuergesetz, StG/BS; 
SG 640.100]). Es obliegt dem Gesetzgeber, zu prüfen, ob derartige Lösungen für den Kanton 
Basel-Landschaft ebenfalls sinnvoll sein könnten. 
 
 
8. 
Ausgangsgemäss hat die Rekurrentin gemäss § 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 des Geset-
zes vom 16. Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (Verwal-
tungsprozessordnung, VPO; SGS 271) Verfahrenskosten von Fr. 2‘000.-- zu bezahlen und es 
ist ihr gestützt auf § 130 StG i.V.m. § 21 Abs. 3 VPO keine Parteientschädigung auszurichten.  
 
  

 
 
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Demnach erkennt das Steuergericht: 
 
1. 
Der Rekurs wird abgewiesen. 
 
2. 
Die Rekurrentin hat Verfahrenskosten von Fr. 2‘000.-- (inkl. Auslagen von pauschal Fr. 100.--) 
zu bezahlen, welche mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet werden. 
 
3. 
Der Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädigung wird abgewiesen. 
 
4. 
Mitteilung an die Vertreterin, für sich und zhd. der Rekurrentin (2), die Gemeinde C.____ (1) 
und die Rekursgegnerin (1).