# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e1573d5-db67-57bd-9cc5-4fc6815907ba
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-01-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.01.2014 E-6802/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6802-2013_2014-01-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-6802/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  9 .  J a n u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Walter Stöckli (Vorsitz), 

Richter Bendicht Tellenbach, Richterin Christa Luterbacher,    

Gerichtsschreiber Thomas Hardegger. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), Eritrea, seine Ehefrau B._______, 

geboren (…), Äthiopien, und das gemeinsame Kind 

C._______, geboren (…), Eritrea, 

c/o Schweizerische Botschaft in D._______, F._______, 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des BFM vom 12. Juli 2013 / N (…). 

 

 

E-6802/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

A.a Mit undatierter Eingabe, bei der Schweizerischen Botschaft in 

D._______, eingegangen am 10. April 2011, ersuchte der Beschwerde-

führer, ein angeblich in D._______ seit 1997 lebender eritreischer Staats-

bürger, für sich und seine äthiopische Ehefrau die Schweizer Behörden 

um Einreisebewilligung und Asylerteilung. Ein zweites Schreiben des Be-

schwerdeführers ging am 30. Juli 2012 bei der Botschaft ein. 

A.b Mit Schreiben vom 12. November 2012, den Beschwerdeführenden 

zugestellt am 17. Januar 2013, teilte das BFM diesen mit, von einer 

mündlichen Befragung werde abgesehen. Es berief sich dabei auf ein in 

Kopie beigelegtes Schreiben der Botschaft an das BFM vom 23. März 

2010, worin begründet wird, weshalb die Botschaft zur Durchführung von 

Befragungen nicht mehr in der Lage sei. Gleichzeitig forderte es die Be-

schwerdeführenden unter Hinweis auf die Mitwirkungspflicht und unter 

Mitteilung eines Fragenkatalogs auf, ergänzende Angaben zum Asylbe-

gehren zu machen. Mit undatiertem, am 6. Februar 2013 bei der Bot-

schaft eingegangenen Schreiben reichten die Beschwerdeführenden das 

Gewünschte unter Beilage von Kopien ihrer (…) Migrantenausweise und 

ihrer Passfotos nach. In einem bei der Botschaft am 17. Februar 2013 ein-

gegangenen Ergänzungsschreiben teilten die Beschwerdeführenden mit, 

die übermittelten (…) Migrantenausweise würden Fehleinträge enthalten, 

die mutmasslich auf die Verwendung der arabischen Sprache zurückzu-

führen seien: So sei der Beschwerdeführer eritreischer und nicht äthiopi-

scher Staatsangehörigkeit, der Name E._______ sei falsch und das Ge-

burtsjahr der Ehefrau sei (…) und nicht (…).  

A.c Zur Begründung des Gesuchs führte der Beschwerdeführer aus, als 

Sohn eritreischer Staatsbürger habe er ab Geburt in Äthiopien gelebt und 

dort studiert. Nachdem zwischen Äthiopien und Eritrea ein Konflikt aus-

gebrochen sei, habe Äthiopien alle im Land lebenden Eritreer – so auch 

ihn – aufgefordert, Äthiopien zu verlassen und nach Eritrea zurückzukeh-

ren. Da seine Ehefrau äthiopische Staatsbürgerin sei, sei ihr die Einreise 

in Eritrea nicht erlaubt respektive möglich gewesen. Im Dezember 1997 

hätten sie ihren Entschluss zur gemeinsamen Flucht in den F._______ 

umgesetzt. Die Familie der Ehefrau sei darüber nicht orientiert worden. 

Die Zeit, um auf legale Art und Weise Dokumente für ihre Reise in den 

F._______ zu beschaffen, sei zu kurz bemessen gewesen. Daher hätten 

sie die Grenzregion in G._______ nur mit Unterstützung Dritter und ge-

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gen Leistung eines Geldbetrags überquert. Zwei Tage später seien sie in 

D._______ eingetroffen, wo sie seither lebten. In F._______ seien sie 

zwar als Migranten anerkannt. So seien sie im Besitz von befristeten, alle 

sechs Monate erneuerbaren (…) Bewilligungen. Sie verfügten bis heute 

über keine anderen legalen Dokumente. Beim Amt des Hohen Flücht-

lingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) hätten sie sich nicht 

als Flüchtlinge registrieren lassen können, da es ihnen trotz verschiede-

ner Versuche nicht möglich gewesen sei, dorthin zu gelangen. Sie hätten 

keine Verwandten in F._______ oder in einem Drittstaat. Den aktuellen 

Lebensunterhalt bestreite der Beschwerdeführer mit Gelegenheitsarbei-

ten, ohne im Besitz einer (…) Arbeitserlaubnis zu sein. Die Lebensum-

stände in F._______ seien prekär. Als Migranten hätten sie weder Rechte 

noch Perspektiven. Sie könnten von den Behörden jederzeit deportiert 

werden. Bei einer Deportation nach Eritrea drohe ihm ein unbegrenzter 

Militärdienst, und der Ehefrau entstünden dadurch grosse Probleme. Die 

Beschwerdeführerin bestätigte diese Angaben durch ihre Unterschrift.  

A.d Mit Verfügung vom 12. Juli 2013 – vom BFM via Schweizer Botschaft 

an den Beschwerdeführer versandt (Übergabe der Verfügung: 31. Okto-

ber 2013) – verweigerte das BFM den Beschwerdeführenden die Einreise 

in die Schweiz und lehnte ihr Asylgesuch ab. Es stellte vorab fest, dass 

gestützt auf die Aktenlage die Gefährdungssituation abschliessend beur-

teilt werden könne, und verneinte eine Verfolgung oder akute Gefährdung 

des Beschwerdeführers in seinem Heimatstaat Eritrea und der Be-

schwerdeführerin in deren Heimatstaat Äthiopien. Zur Zumutbarkeit eines 

Verbleibs der Beschwerdeführenden in F._______ äusserte es sich nicht. 

B.  

Gegen diesen Entscheid erhoben die Beschwerdeführenden Beschwerde 

mittels englischsprachiger, am 13. November 2013 bei der Botschaft ein-

gegangener Eingabe (Eingang beim Bundesverwaltungsgericht: 4. De-

zember 2013). Die Beschwerdeführenden beantragten sinngemäss Auf-

hebung des vorinstanzlichen Entscheids und Schutzgewährung in der 

Schweiz. Sie seien in F._______ nicht sicher, jedoch sei ein Ausweichen 

in diesen Staat für sie die einzige mögliche Alternative gewesen. Sie teil-

ten mit, dass am (…) 2013 ihr C._______ in D._______ geboren sei. Der 

Eingabe lagen Kopien der Geburtsbestätigung des Spitals, eines in 

D._______ ausgestellten Ehescheins vom (…) 2003 und einer bei der 

eritreischen Botschaft in D._______ beschafften Identitätskarte sowie ei-

ne Familienfoto im Original bei. 

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Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM ist 

als Behörde gemäss Art. 33 VGG eine Vorinstanz des Bundesverwaltungs-

gerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme i.S. von Art. 32 

VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig 

für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem 

Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).  

Für Asylgesuche aus dem Ausland, die vor dem 29. September 2012 (In-

krafttreten der Dringlichen Änderungen vom 28. September 2012, mit 

welchen das Auslandverfahren abgeschafft wurde; AS 2012 5359) gestellt 

wurden, gilt das Asylgesetz nach der alten Fassung: In diesen Fällen sind 

weiterhin dessen Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, Art. 52 und 68 (alt AsylG; 

Übergangsbestimmung zur Änderung des AsylG vom 28. September 

2012) anwendbar. Die Beschwerde ist somit vor dem Hintergrund dieser 

altrechtlichen Bestimmungen zu beurteilen. 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG und AsylG nichts anderes bestimmen 

(Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz 

teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-

hungsweise Änderung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde 

legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Der am (…) 2013 geborene C._______ 

wird ins Verfahren seiner Eltern einbezogen.  

Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abgefasst. 

Auf die Einforderung einer Beschwerdeverbesserung wird im Auslandver-

fahren praxisgemäss verzichtet, zumal über die in Englisch verfasste Be-

schwerdeeingabe angesichts ihrer Begründung und den aussagekräftigen 

Beweismittel ohne Weiteres entschieden werden kann. Auf die fristge-

recht eingereichte und in der Form akzeptierte Beschwerde ist demnach 

einzutreten (Art. 105 und 108 Abs. 1 Asyl, Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

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Seite 5 

1.4 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 

oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 

die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

1.5 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung des 

Schriftenwechsels verzichtet. 

2.  

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen Asyl, 

sofern keine Asylausschlussgründe vorliegen. Flüchtlinge i.S. von Art. 3 

AsylG sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 

zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 

zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An-

schauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht 

haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachtei-

le gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der 

Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 

bewirken; frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen. 

Nach Lehre und Rechtsprechung (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1 m.w.H.) er-

füllt eine asylsuchende Person die Flüchtlingseigenschaft, wenn sie mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft mit gutem 

Grund Nachteile von bestimmter Intensität befürchten muss, die ihr ge-

zielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt zu werden 

drohen und vor denen sie keinen ausreichenden staatlichen Schutz er-

warten kann. Die im Art. 3 Abs. 1 AsylG erwähnten fünf Verfolgungsmoti-

ve sind über die sprachlich allenfalls engere Bedeutung ihrer Begrifflich-

keit hinaus so zu verstehen, dass die Verfolgung wegen äusserer oder 

innerer Merkmale, die untrennbar mit der Person oder Persönlichkeit des 

Opfers verbunden sind, erfolgt ist beziehungsweise droht. Aufgrund der 

Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Anerkennung 

der Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betroffene Person 

in ihrem Heimat- oder Herkunftsstaat keinen ausreichenden Schutz fin-

den kann. 

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

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Seite 6 

3.  

3.1 Ein Asylgesuch kann gemäss alt Art. 19 AsylG im Ausland bei einer 

schweizerischen Vertretung gestellt werden, die es mit einem Bericht an 

das Bundesamt überweist (alt Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des Ver-

fahrens bei der schweizerischen Vertretung im Ausland sieht Art. 10 der 

Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1; 

SR 142.311) vor, dass diese mit der asylsuchenden Person in der Regel 

eine Befragung durchführt. Ist eine solche Anhörung im Ausland nicht 

möglich, ist die asylsuchende Person gemäss Art. 10 Abs. 2 AsylV 1 auf-

zufordern, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten. 

3.2 Gemäss alt Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt einer asyl-

suchenden Person die Einreise in die Schweiz zur Abklärung des Sach-

verhalts, wenn ihr nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Auf-

enthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. Bei die-

sem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebe-

willigung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei den Behörden ein 

weiter Ermessensspielraum zukommt. Ausschlaggebend ist dabei die 

Schutzbedürftigkeit der betroffenen Person, mithin die Prüfung der Fra-

gen, ob eine Gefährdung i.S. von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird 

und, ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der Sachverhaltsab-

klärung zugemutet werden kann (vgl. BVGE 2011/10 E. 3 ff.). 

3.3 Nach alt Art. 52 AsylG kann einer Person, die sich im Ausland befin-

det, das Asyl verweigert werden, wenn ihr zugemutet werden kann, sich 

in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. Bei der Anwendung 

dieser Bestimmung ist gemäss Praxis (vgl. BVGE 2011/10 E.3.3 m.w.H.) 

in einer Gesamtschau zu prüfen, ob es aufgrund aller Umstände geboten 

erscheint, dass es gerade die Schweiz ist, die den angesichts der beste-

henden Gefährdung erforderlichen Schutz gewähren soll. Dazu sind na-

mentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutz-

gewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen 

Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit der an-

derweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und 

Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Diese Voraussetzungen 

sind restriktiv zu verstehen, und die Behörden verfügen über einen weiten 

Ermessensspielraum. Hält sich eine asylsuchende Person bereits in ei-

nem Drittstaat auf, ist im Sinn einer Vermutung davon auszugehen, sie 

habe dort bereits Schutz vor Verfolgung gefunden oder könne ihn dort er-

langen und ein weiterer Verbleib im Drittstaat sei ihr zuzumuten. Diese 

Vermutung kann sich allenfalls sowohl in Bezug auf die Schutzgewährung 

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durch den Drittstaat wie auch auf die Zumutbarkeit der Inanspruchnahme 

des Schutzes im Drittstaat als unzutreffend erweisen. 

4.   

4.1 Zur Begründung seiner Verfügung führte das BFM aus, den Akten 

seien keine glaubhaft dargelegten Anhaltspunkte zu entnehmen, die dar-

auf schliessen lassen würden, dass der Beschwerdeführer in Eritrea von 

einreiserelevanten Nachteilen bedroht sei. Dasselbe gelte für die Be-

schwerdeführerin im Zeitpunkt ihrer Ausreise aus Äthiopien. Damit erübri-

ge sich praxisgemäss die Prüfung der weiteren Voraussetzungen der Er-

teilung einer Einreisebewilligung im asylrechtlichen Auslandverfahren. 

4.2 In der Beschwerdeschrift verwiesen die Beschwerdeführenden auf ih-

re im erstinstanzlichen Verfahren vorgebrachten Asylgründe. Zwar be-

haupte das BFM in der angefochtenen Verfügung, sie seien nicht in Ge-

fahr und es sei ihnen (vom BFM oder von der Botschaft?) von Anfang an 

gesagt worden, sie könnten in D._______ ohne Schwierigkeiten und ohne 

Gefahr leben. Dabei sei den Schweizer Asylbehörden die desolate Situa-

tion der Flüchtlinge in F._______ bekannt. Sie seien nicht aus eigenem 

Willen in F._______ oder weil sie da sicher seien, sondern nur deshalb, 

weil sie keine Alternative hätten. Denn es bliebe sonst nur die Reise via 

Libyen nach Europa, wie dies viele ihrer Freunde und eritreischen Lands-

leute getan hätten. Weiter moniere das BFM, die eheliche Bindung zur 

Beschwerdeführerin sei nicht legal. In Äthiopien hätten sie zugegebener-

massen noch keine offiziellen Papiere besessen, mithin auch keinen Hei-

ratsschein. Sie hätten jedoch ihr früheres Zusammenleben in F._______ 

fortgesetzt und hätten in D._______ am (…) 2003 geheiratet. Der in 

D._______ geborene C._______ sei aus dieser Verbindung hervorge-

gangen.  

5.  

5.1 Gemäss der Praxis zu alt Art. 20 AsylG und Art. 10 AsylV 1 ist die 

asylsuchende Person auch in Auslandverfahren in der Regel zu befragen. 

Davon kann nur abgewichen werden, wenn eine Befragung faktisch oder 

aus organisatorischen oder kapazitätsmässigen Gründen unmöglich ist. 

Kann die Befragung nicht durchgeführt werden, ist die gesuchstellende 

Person – soweit möglich und notwendig – mittels eines individualisierten 

und konkretisierten Schreibens aufzufordern, ihre Gründe für das Asylge-

such schriftlich zu nennen. Dabei ist sie auf die allfällige Konsequenz ei-

nes negativen Entscheids infolge Verletzung der Mitwirkungspflicht auf-

merksam zu machen. Ist der Sachverhalt schon aufgrund des eingereich-

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Seite 8 

ten Asylgesuchs genügend erstellt, kann sich eine Befragung ebenfalls 

erübrigen; der asylsuchenden Person ist diesbezüglich das rechtliche 

Gehör zu gewähren. Das BFM ist gehalten zu begründen, weshalb von 

einer Befragung abgesehen worden ist (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.8). 

5.2 Im vorliegenden Fall wurde aufgrund eines amtsinternen Schreibens 

der Botschaft vom 23. März 2010, das den Beschwerdeführenden durch 

die Vorinstanz offengelegt wurde, keine Befragung der Beschwerdefüh-

renden zu ihrem Asylgesuch durch Angehörige der Schweizer Botschaft 

durchgeführt. Das BFM begründete diesen Verzicht in der angefochtenen 

Verfügung damit, dass eine Anhörung aus kapazitätsmässigen Gründen 

nicht möglich sei, da die Schweizer Botschaft aufgrund der stark gestie-

genen Anzahl von Asylgesuchen, des begrenzten Personalbestandes und 

fehlenden Voraussetzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen 

Bereich zur Durchführung von Befragungen nicht in der Lage sei. Mit 

Schreiben vom 12. November 2012 hatte das BFM die Beschwerdefüh-

renden darauf hingewiesen, dass auf die Befragung verzichtet werde, und 

ihnen Gelegenheit gegeben, sich zum Asylgesuch nochmals schriftlich zu 

äussern und ihre Vorbringen entlang einem Fragenkatalog zu ergänzen. 

6.   

Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung erkannt, es sei nicht 

glaubhaft gemacht worden, dass die Beschwerdeführenden in ihren je-

weiligen Heimatländern gefährdet seien. Mit dieser zentralen Feststellung 

des BFM haben sich die Beschwerdeführenden in ihrer Rechtsmittelein-

gabe nicht auseinandergesetzt. Aus den Vorakten geht diesbezüglich nur 

hervor, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in sein Heimat-

land Eritrea befürchte, Militärdienst leisten zu müssen, dass sein Verbleib 

in Äthiopien wegen der drohenden Deportation nicht mehr möglich ge-

wesen sei und dass die Beschwerdeführerin bei ihm habe bleiben wollen, 

wobei ihr eine Wohnsitznahme in Äthiopien verwehrt gewesen wäre. Das 

BFM hat aufgrund der angeführten Umstände zu Recht erkannt, dass der 

Beschwerdeführer in Eritrea, in welchem Land er noch nie gelebt hat, in 

der Vergangenheit nie Verfolgung zu befürchten hatte, und die Beschwer-

deführerin in Äthiopien beim Verlassen ihres jeweiligen Heimatlandes 

nicht in flüchtlingsrelevanter Weise verfolgt war. Auch für nach der Aus-

reise aus Äthiopien entstandene objektive Nachfluchtgründe gibt es keine 

Hinweise; namentlich ist in der allfälligen Pflicht des Beschwerdeführers 

zur Militärdienstleistung im Falle einer Ausreise nach Eritrea für sich allein 

keine flüchtlingsrelevante Verfolgung zu erblicken. Die Tatsache, dass er 

sich auf sein Verlangen von der eritreischen Botschaft in D._______ 

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seine aus dem Jahr 1992 stammende Identitätskarte aushändigen liess, 

dokumentiert, dass ihm von den eritreischen Behörden keine Verfolgung 

droht und er auch keine solche befürchtet. Flüchtlingsrechtlich dürfte es 

sich bei dieser Kontaktnahme mit der heimischen Vertretung sogar um 

eine Unterschutzstellung handeln, die die Aberkennung einer 

festgestellten Flüchtlingseigenschaft – beziehungsweise die 

Nichtanerkennung der Flüchtlingseigenschaft – bewirkt (vgl. Art. 63 Abs. 

1 Bst. b AsylG i.V.m. Art. 1 C Ziff. 1 des Abkommens vom  28. Juli 1951 

über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Damit erübrigt sich die Prüfung weiterer Voraussetzungen der Erteilung 

einer Einreisebewilligung im flüchtlingsrechtlichen Auslandverfahren. Na-

mentlich braucht die von der Vorinstanz nicht überprüfte Zumutbarkeit 

des Verbleibs der Beschwerdeführenden in F._______ auch vom Bun-

desverwaltungsgericht nicht geprüft zu werden. Zusammenfassend ergibt 

sich, dass die Vorinstanz zu Recht das Asylgesuch der Beschwerdefüh-

renden abgelehnt und ihnen die Einreise in die Schweiz verweigert hat. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-

schwerde ist daher abzuweisen. 

8.   

Bei diesem Verfahrensausgang wären die Kosten grundsätzlich den Be-

schwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwal-

tungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine 

VwVG sowie Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend auf die Erhebung von Ver-

fahrenskosten zu verzichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die 

Schweizerische Botschaft in D._______. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Stöckli Thomas Hardegger 

 

 

 

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