# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 795e33c2-0d48-55f0-a418-a199130a296a
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-09-04
**Language:** de
**Title:** Zusprache einer befristeten und abgestuften Invalidenrente; Einkommensvergleich; teilweise Gutheissung.
**Docket/Reference:** IV.2012.00746
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.00746.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.00746
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Buchter
Urteil
vom
4. September 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch
Dr.
Y.___
Rechtsberatung & Treuhand GmbH
Stadtturmstrasse 10, Postfach 1434, 5401 Baden
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1966 geborene
X.___
arbeitete zuletzt ab Juli 2000
mit einem Beschä
f
tigungsgrad von 100 %
als
Chauffeur bei der
Z.___
(Urk.
7/13).
Am 5. Mai 2009 zog er sich bei
einem Sturz von einer Rampe
eine
rechtsseitige Schulterv
erletzung
zu
(Urk. 7/1/12-13)
,
wobei es im Nachgang zur operativen Versorgung vom
27. Mai 2009 im Spital
A.___
(Sanierung einer mehrfragmentären
ossären
und
ligamentären
Bankartläsion;
Urk. 7/
1/
4-5
) zu einem protrahierten Heilungsverlauf kam.
Nach einer
Früherfassungsmel
dung
des Unfallversicherers vom 9. September 2009 (Urk. 7/2) meldete sich der Versicherte am 16. Oktober 2009
zum Bezug von Leistungen der Invali
den
versi
cherung an (Urk. 7/8).
In der Folge klärte d
ie Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich, IV-Stelle, die medizinischen und erwerblich-beruflichen Ver
hältnisse ab.
Mit zwei Verfügungen vom 14. Juni 2012
(Urk.
2
)
sprach
sie
X.___
nach
Durchführung des
Vorbeschei
dverfahren
s
(
Urk.
7/49)
eine vom 1. Mai 2010 bis 31. Mai 2011 befristete
Invalidenr
ente – zunächst eine ganze Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % und ab 1. Oktober 2010 eine halbe Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 59 % – zu.
2.
Dagegen erhob
X.___
am
13. Juli 2012
(Urk. 1)
Beschwerde und be
antragte sinngemäss, die
Rentenbefristung
sei aufzuheben und ihm sei eine (Viertels-)Rente
mit Wirkung ab 1. Juni 2011 aus
zurichten
. Die IV-Stelle schloss
in ihrer
Beschwerdeantwort vom 12. September 2012
(Urk. 6)
auf Abweisung der Beschwerde,
was dem Beschwerdeführer am 13.
September 2012
(Urk. 8)
zur Kenntnis gebracht wurde. Die beschwerdeweise in Aussicht gestellte ergänzende Eingabe ist
bis heute
nicht einge
gangen
.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hat die massgeb
enden
Gesetzesb
estimmungen
über
die
Voraussetzungen und
den
Umfang
des Rentenanspruchs
(Art. 28
Abs. 1 und 2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
) sowie
dessen Beginn (Art. 29 Abs. 1 und 2 IVG), die Invaliditätsbemessung
nach der
Einkommens
v
ergleichsmethode
(
Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit
Art. 16
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]
)
und
die
Voraussetzungen zur Herabsetzung o
der Aufhebung einer Rente (Art.
88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV])
zutreffend dargelegt
.
Da
rauf kann – mit den nachfolgenden Ergänzungen –
verwiesen werden.
1.2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbei
tsunfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemu
tet werden kön
nen (BGE
125 V 261
E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen.
1.
3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a IVV festzuset
zen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis).
Danach ist bei einer Ver
besse
rung der Erwerbsfähigkeit eine anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berück
sichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
Ob eine für den Rentenan
spruch erheblich
e Änderung des Invaliditätsgrad
s eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstu
fung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, be
urteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Ren
te (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E.
4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5).
2.
Die Beschwerde richtet sich
einzig
gegen die Befristung der
vom 1. Mai 2010 bis 31. Mai 2011
zugesprochenen
abgestuften
Inva
liden
rente.
In Bezug auf den Anfechtungs- und Streitgegenstand ist Folgendes zu bemerken:
Nach der
Rechtsprechung liegt bei der rückwirkenden Zusprechung einer abge
stuften
und/oder befristeten
Rente –
wenn also gleichzeitig eine Rente zuge
sprochen und diese revisionsweise
herauf- oder herabgesetzt und/oder aufgeho
ben
wird –
bloss ein Rechtsverhältnis vor. Der Umstand allein, dass Umfang und allenfalls Dauer des Rentenanspruchs über den verfügungsweise geregelten Zeitraum hinweg variieren, ist unter anfechtungs- und streitgegenständlichem Gesichtswinkel belanglos. Wird
insbesondere
nur die Abstufung
oder die Befris
tung
der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche
Überprüfungs
befugnis
nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass unbestritten gebliebene
Bezugs
zeiten
von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Den Streitgegenstand be
stimmende, aber nicht beanstandete Elemente darf die Beschwerdeinstanz prü
fen, wenn
hiezu
auf Grund der Vorbringen der Parteien oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht. Davon ab
gesehen müsste die richterliche Überprüfungsbefugnis in Bezug auf die nicht beanstandeten Rentenperioden auch kraft engen Sachzusammenhangs bejaht werden. Weil einer rückwirkend verfügten abgestuften
und/oder befristeten
Rente
praxisgemäss
Revisionsgründe unterlegt sein müssen, könnte die Frage nach der Rechtmässigkeit der Abstufung
/Befristung
gar nicht sachgerecht beur
teilt werden, wenn unbestritten gebliebene Rentenbezugszeiten von der richter
lichen Prüfung ausgenomme
n blieben (BGE
125 V 413 E.
2c und
E. 2
d mit Hinweisen).
I
n anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht
ist es dabei
irrele
vant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften und/oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügungen
gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 E. 2.3.4
).
Diese Rechtsprechung führt dazu, dass
hier
nicht bloss die Aufhebung der Inva
lidenrente per
31. Mai 2011
zu prüfen
ist
. Vielmehr ist im Folgenden auch auf die Rechtmässigkeit der am
14. Juni 2012 rückwirkend für die Zeit vom 1. Mai 2010 bis 31. Mai 2011
zugesprochenen
– zunächst ganzen und ab 1. Oktober 2010 halben –
Invalidenrente einzugehen.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete ihren
Rentenentscheid
damit
,
dass
der Be
schwerdeführer seit dem
Unfall vom
5. Mai 2009 erheblich in seiner Arbeits
fähigkeit eingeschränkt
sei
. Nach Ablauf der einjährigen Wartezeit per 5. Mai 2010
und weiterhin andauernd
sei ihm keinerlei Erwerbstätigkeit zumutbar ge
wesen.
Eine angepasste Tätigkeit
könne er
ab Juli 2010 mit einem Pensum von 50 % und ab März 2011 mit einem solchen von 75 %
ausüben, woraus ein Invaliditätsgrad von 59 %
respektive
39 % resultiere. Ab April 2011 sei
dem
Beschwerdeführer
eine
alternative T
ätigkeit gar vollzeitlich zumutbar
, womit er
nurmehr
eine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse von 19 % erleide
.
Demnach
könne er vom 1. Mai 2010 bis 30. September
2010
(Verbesserung per Juli 2010 plus drei Monate) eine ganze Rente und vom 1. Oktober 2010 bis 31. Mai 2011 (Verbesserung per März 2011 plus drei Monate) eine halbe Rente beanspruchen
(Urk. 2, Urk. 7/47
-48
)
.
3
.2
I
n medizinischer Hinsicht
stützte sich die Beschwerdegegnerin
im Besonderen
auf die Einschätzung ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
,
namentlich
auf die
Stellungnahmen
von
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Innere Medizin
,
zertifi
zierter medizinischer Gutachter SIM
,
vom 16. März, 15. April
und
25. August 2010
sowie vom
4. März und
7.
Juni 2011 (Urk
. 7/48 S.
4-
9), worin dieser
ge
stützt auf die vorliegenden fachärztlichen Unterlagen
den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit im Verlauf beurteilte.
Danach besteht für die bisherige Tätigkeit als
Lastwagen
chauffeur
mit Heben und Tragen schwerer
Gewichte seit dem Unfall vom 5.
Mai 2009 eine
100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Eine angepasste Tätigkeit
könne
de
r
Be
schwerdeführer ab Juli 2010 zu 50
%
, ab März 2011 zu 75
%
und ab April 2011
zu 100
%
a
us
üben
.
Zumut
bar sei
en
ihm
leichte bis mittelschwere Tätigkeit
en
mit Heben a
b Boden bis Taillenhöhe von
höchstens
fünf bis zehn
Kilogramm,
welche
keine
Arbeiten
über Schulterhöhe oder mit wiederholtem Einsatz des rechten Arms
erforderten
und
keine oder nur ausnahmsweise
Verrichtungen in nach
vorn
e geneigter
Position
beinhalteten
(Urk. 7/48 S. 8)
.
Diese Einschätzung
des beruflichen Leistungsvermögens steht im Einklang mit der medizinischen Aktenlage, insbesondere mit
der Standortbestimmung des
C.___
vom 23. Juli 2010 (Urk. 7/29/2-14) und dem
Gutachten de
r
D.___
vom 1
0.
Februa
r 2011 (
Urk.
7/42/25-44; vgl. auch Zumutbarkeitsprofil des Dr. med.
E.___
, Co-Chefarzt Chirurgie Spital
A.___
[Urk. 7/35/2])
,
und Bericht von Dr. med.
F.___
, Fachärztin für
Physikali
sche Medizin und Rehabilitation
, vom 24. September 2010 [Urk. 7/42/45]).
Dagegen wurden
b
eschwerde
weise
keine Einwendungen erhoben
,
weshalb sich
weitere Ausführungen
erübrigen.
4
.
4
.1
Strittig und zu prüfen sind
demgegenüber
die erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens.
4
.
2
4.2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte
hinsichtlich
des hypothetischen Einkommens ohne Invalidität (
Validen
einkommen
) auf den Lohn ab
,
den
der Beschwerde
führer als
La
stwagenchauffeur
bei der
Z.___
i
n den
Jahr
en
2010
(Rentenbeginn)
und
2011
(Verbesserung der Arbeitsfähigkeit)
in einem voll
zeitlichen
Pensum
hätte
verdien
en können
.
Anhand der
Lohnangaben
im
Fra
gebogen für
Arbeitgebende
vom 25. November 2009 (Urk. 7/13 S. 3)
er
kannte sie
, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2009 trotz des Unfall
ereignisse
s ein vollwertiges Erw
erbseinkommen in Höhe von Fr. 67'900.-- (Fr. 5
'
200.-- x 12
+
Fr. 5'500.--) habe erzielen können, und
ermittelte
unter Berücksichtigung der
Nominall
ohnentwicklung
für Männer
ein
Valideneinkommen
von
Fr. 68'375.30
(
2010
)
respektive
Fr. 68'853.93
(2011;
Einkommensvergleich vom 28. Juni 2011 [Urk. 7/47 S. 1]).
4.2.2
Das
Valideneinkommen
i
st beschwerdeweise unbean
standet geblieben
.
D
ie
Vor
gehen
sweise
der Beschwerdegegnerin erweist sich
denn auch
insofern als kor
rekt, als
die
Akten
den Schluss zulassen
, der Beschwerdeführer hätte
die bishe
rige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt.
Indes
entgeht
ihr
, dass
nach der Rechtsprechung
(BGE 129 V 222 E. 4.3.1)
f
ür die Ermittlung des
Validenein
kommens
i
n der Regel am zuletzt
– mithin vor Eintritt des Gesundheitsschadens –
erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft
wird und der
Beschwerdeführer
gemäss dem
Auszug aus dem
für ihn geführten
individuellen Konto (IK) vom 19. Dezember 2011 (Urk. 7/45/3)
als Lastwagenchauffeur bei der
Z.___
im letzten Jahr vor dem
Unfallereignis
(Jahr 2008) ein beitragspflich
tiges Einkommen von Fr. 71'635.--
abrechnete
.
Ein Grund, weshalb nicht auf das im Jahr 2008
verabgabte
Einkommen
abgestellt werden sollte, liegt nicht vor und ist insbesondere auch nicht darin zu erblicken, dass im Fragebogen für
Ar
beit
gebende
(Urk. 7/13 S. 3)
für die gleiche Periode (ebenso wie für das Vorjahr)
ohne ersichtlichen Grund
ein leicht tieferer Wert von Fr. 68'020.-- (Fr. 5
'
200.-- x 12 + Fr. 5'620.--
)
vermerkt
wurde.
Ferner
unterliegt die
Einkommensentwick
lung
, wie sie ihren Niederschlag im IK-Auszug gefunden hat,
auch
nicht
starke
n
und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene
n
Schwankungen
, welche
rechtsprechungs
gemäss (ZAK 1985 S. 466 E.
2
c; vgl. auch AHI 1999 S. 240 E. 3b mit Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 109/02 vom 28.
August 2003
E. 3.2.1 und E. 3.2.2
und Urteil des Bundesge
richts
9C_8/2012
vom 1
2.
März 2012 E. 2.1.2
)
das Abstellen auf den wäh
rend einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst rechtfertig
t
en
.
Dem
zufolge
ergibt sich a
ngepasst an die geschlechterspez
ifische
Nominallohn
ent
wicklung
(
2.1 % für
2009 und
0.7
%
für 2010
[
Bundesamt für Statistik, Schwei
zerischer Lohnindex, Nominallohnindex, Männer, 2006-2010, Tabelle T1.1.05]
sowie
1 % für 2011
[Bundesamt für Statistik, Schweizerischer
Lohn
index
,
Nominallohnindex nach Geschlecht, 2011-2012, Tabelle T1.
1.10]
)
ein
Validen
einkommen
von
Fr. 73'651.
--
(Fr. 71'635.-- x 1.021 x 1.007)
für das Jahr 2010
und ein solches von Fr. 74'38
8
.
--
(
Fr. 73'651.
--
x 1.01)
für das Jahr 2011.
4.3
4.3.1
Das
trotz Gesundheitsschädigun
g
zumutbarerweise
realisierbare Einkommen be
zifferte
die Beschwerdegegnerin f
ür die Zeit ab Ablauf de
s
Warte
jahrs
(5. Mai 2010
)
bis 30. Juni 2010
mit Blick darauf, dass dem Be
schwerdeführer
damals
keine Erwerbstätigkeit zumutbar war (
E. 3 hiervor)
,
mit Fr. 0.--.
Im Weiteren
setzte sie
das Invalideneinkommen
anhand der Tabellenlöhne der
Schweizeri
schen Lohnstrukturerhebung (LSE 2008, Tabelle TA1, Total
aller Wirtschafts
zweige Ziffer 1-93
, Anforderungsniveau 4
, Männer
) unter Anpassung an eine durch
schnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41
.
7 Stunden
und die
n
ominal
e L
ohnentwicklung auf Fr. 61'815.34 (2010) und F
r. 62'248.05 (2011) fest. Diese
Bet
räge
reduzierte sie entsprechend der zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50 % (ab Juli 2010)
beziehungsweise
75 % (ab März 2011) auf Fr. 30'907.67
sowie
Fr.
46'686.04 und
ermittelte unter
Gewährung
eines
leidensbe
dingten Abzug
s von 10
%
ein Invalideneinkommen von Fr. 27'816.90
(ab Juli 2010)
respektive
Fr. 42'017.43
(ab März 2011)
. Gleichermassen
veranschlagte
sie das
Invaliden
einkommen
ab April 2011 ausgehend von einer
vollen
Arbeitsfähigkeit
in einer Verweisungstätigkeit mit
Fr. 56'023.25
(Einkommensvergleich vom 28. Juni 2011 [Urk. 7/47]).
4
.
3.2
Der Beschwerdeführer
missbilligt
den
Beizug
der
LSE-
Tabellenlöhne zur Ermitt
lung des
trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
realisierbaren Einkom
mens
(Invaliden
einkommen)
und möchte stattdessen auf
den
Durchsch
nittswert
sei
ner jetzigen,
auf variabler Stundenbasis er
zielten Einnahmen abgestellt ha
ben
, für welche er keinerlei Belege beibrachte
(Urk.
1
).
Mit diese
r
Forderung
dringt er
von vornherein
nicht durch.
Dass er im vorliegend massgebenden Zeitraum die ihm verbliebene Restarbeitsfähigkeit im Rahmen eines besonders stabilen Arbeitsverhältnisses in zumutbarer Weise voll ausge
schöpft und ein Einkommen erzielt
hat, welches der Arbeitsleistung entspricht, ist aufgrund der Akten nicht erstellt und wurde
von ihm
auch nicht
postuliert
.
Unter diesen Um
ständen
fällt
praxisgemäss (vgl. BGE 129 V 475 E.
4.2.1 mit Hinweisen)
ein Ab
stellen auf ein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen ausser Betracht und ist gegen das Heranziehen von LSE-Tabellenlöhnen nichts einzu
wenden.
Die
Berechnung
des Invalideneinkommens, wie sie die
Beschwerdegegnerin an
hand der
ihr
damals zur Verfügung gestandenen Daten
vorgenommen hat,
ist
grundsätzlich
korrekt erfolgt.
Aufg
rund der
aktuellsten
statistischen
Angaben
(LSE 2010, Tabelle TA1
)
ergibt sich folgende Präzisierung
:
Ausgehend vom
Ta
bellenlohn
für Männer mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten (
Anforde
rungsniveau
4)
im gesamten privaten Sektor von
m
onatlich Fr. 4'901.-- ergibt sich u
mgerechnet auf die
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit
von 41.6 Stunden
(Die Volkswirtschaft 7/8-2013, S. 94, Tabelle B 9.2)
ein Jahreslohn
von
Fr. 30'582.-- (
Fr. 4'901.-- x 12 : 40 x 41.6
x 0.5) für ein dem Beschwerdeführer ab Juli 2010 zumutbares hälftiges
Rendement
(E. 3 hiervor).
Davon ist aufgrund der Tat
sache, dass
er
aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigung
in seinem Tätigkeitsspektrum eingeschränkt und
nurmehr
teilzeitlich arbeitsfähig ist, ein leidensbedingter Abzug von 10 % zu gewähren
,
womit
das
zumutbare
Invali
deneinkommen
Fr. 27'524.
--
(Fr.
30'582.
--
x 0.9)
beträgt
.
Aus der Gegenüber
stellung
mit dem
Valideneinkommen
von Fr. 73'651.
-- (E. 4.2.2 hiervor)
resul
tiert ein Invaliditätsgrad von (auf-)gerundet
63 % ([
Fr. 73'651
.--
- Fr. 27'524.
--
] x 100
:
Fr. 73'651.
--
) ab
1. Juli 2010
(zur Rundung:
BGE 130 V 121 E. 3.2)
.
Per 2011
ist
unter
Beachtung
der
betriebsübliche
n
wöchentliche
n
Arbeitszeit
von 41.7 Stunden
(Die Volkswirtschaft 7/8-2013, S. 94, Tabelle B 9.2)
und
der
Nominall
ohnentwicklung von 1 %
für Männer
(Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Nominallohnindex nach Geschlecht, 2011-2012,
Tabelle
T1.1.10)
von
ein
em
Jahreslohn
von Fr. 46'443.
--
(Fr. 4'
901
.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.01 x
0.75
)
für ein
dem Beschwerdeführer
ab März 2011 zumutbares 75 %-Pensum
sowie
von
Fr.
61'92
5.--
(
Fr. 4'
901
.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.01)
für ein
ab April 2011 zumutbares
100 %-Pensum auszugehen.
Dieser reduziert sich bei Gewährung
eines
leidensbedingten Abzugs von (höchstens) 10 %
auf ein Invalideneinkommen
von Fr. 41'799.-- (
Fr. 46'443.-- x 0.9)
beziehungsweise
Fr. 55'732.--
(Fr. 61'925.-- x 0.9).
Im Vergleich
mit dem
Valideneinkommen
von
Fr. 74'38
8.--
(E. 4.2.2 hiervor)
ergibt sich ein Invaliditätsgrad von
rund
44 %
([Fr. 74'38
8.--
-
Fr. 41'799.
--
] x 100
:
Fr. 74'388.--
)
ab 1. März 2011
so
wie
ein solcher von 25 %
([Fr. 74'38
8.--
-
Fr. 55'732.
--
] x 100 : Fr. 74'388.--
)
ab April 2011.
5
.
Nach dem Ausgeführten steht dem
Beschwerdeführer für die Zeit vom
1.
Mai bis 30. September 2010 (1.
Juli 2010 plus drei Monate
gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV
)
eine ganze Rente
(Invaliditätsgrad von 100 %)
, vom 1. Oktober 2010 bis 3
1
. Mai 2011 (1. März 2011 plus drei Monate gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV) eine
Drei
viertelsrente
(Invaliditätsgrad von 63 %)
und vom 1. bis 30. Juni 2011 (April 20
11 plus drei Monate gemäss Art. 88a Abs.
1 IVV)
eine
Viertelsrente
(
Invalidi
tätsgrad
von 44 %)
zu. In diesem Sinne ist die gegen die Verfügungen vom
14. Juni 2012
angehobene Beschwerde teilweise gutzuheissen.
6
.
6
.1
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren
bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von Leistungen der Invalidenversiche
rung
vor dem kantonalen Versicherungsgericht
in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG
kostenpflichtig. Die Kosten
werden
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
im Rahmen von
Fr.
200.-- bis Fr.
1
'0
00.-- festge
legt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 600.-- als ange
messen. Ausgangsgemäss sind die Kosten
zu
zwei Dritteln de
m Beschwerde
füh
rer
– welcher mit seinem Antrag auf Zusprechung einer unbefristeten Invaliden
rente unterliegt –
und zu einem Drittel
der
Beschwerdegegne
rin
aufzuerlegen.
6
.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Par
tei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze
und dem für das Verfassen der Be
schwerdeschrift geltend gemachten Aufwand von 4,25 Stunden (
Urk.
1 S. 2)
er
scheint es als gerechtfertigt, dem nur teilweise ob
siegenden Beschwerdeführer eine
auf einen Drittel
reduzier
te
Prozessentschä
di
gung
von Fr.
3
00.-- (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer) zuzusprechen
.
Das Gericht erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde werden die angefochtenen Verfügungen der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
vom 14. Juni 2012 insofern
abgeändert, als festgestellt wird, dass der Beschwerdeführer
vom 1. Mai 2010 bis 30. September 2010 Anspruch auf eine ganze Rente,
vom 1. Oktober 2010 bis 31. Mai 2011 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und vom 1. bis 30. Juni 2011 Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
2
.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer zu zwei Dritteln
und
der Beschwerdegegnerin zu einem Drittel
auferlegt.
Rechnung und Einzah
lungsschein werden
den
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
reduzierte
Prozess
ent
schädigung
von
Fr.
300
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Dr.
Y.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubBuchter
DM/TB/MTversandt