# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b40ef74c-b633-5c28-96f9-b167171ad5d5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.11.2014 200 2014 87
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-87_2014-11-11.pdf

## Full Text

200 14 87 IV
ACT/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. November 2014

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Bundesgerichtsentscheid vom 23. Januar 2014 (Rückweisung an 
Vorinstanz / IV 24/13)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Nov. 2014, IV/14/87, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1961 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich am 8. Juli 2002 bei der Invalidenversicherung zum 
Leistungsbezug an, dies unter Hinweis auf diverse Bewe-
gungseinschränkungen infolge einer Gangstörung mit massiven Rücken-
beschwerden sowie Stuhl- und Harninkontinenz, bestehend seit Oktober 
1999 (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegne-
rin; act. II] 1). Basierend auf dem Gutachten von Dr. med. C.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 17. Juli 2003 (act. 
II 31) sprach die IVB der Versicherten mit Verfügung vom 8. Januar 2004 
rückwirkend ab dem 1. August 2002 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % 
eine ganze Rente zu (act. II 42). Zusätzlich gewährte die IVB verschiedene 
Hilfsmittel, unter anderem einen Rollstuhl und einen Badelift (act. II 54 f., 57 
f., 60 f.). Mit Mitteilung vom 13. März 2007 bestätigte die IVB die Weiter-
ausrichtung der bisherigen ganzen Invalidenrente; den Anspruch auf eine 
Hilflosenentschädigung verneinte sie hingegen mit unangefochten geblie-
bener Verfügung vom 11. Mai 2007 (act. II 67 - 69).

B.

Im Rahmen eines im Oktober 2010 von Amtes wegen eingeleiteten Revi-
sionsverfahrens (act. II 79) liess die IVB die Versicherte am 5. August 2011 
durch ihren Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) untersuchen (Untersu-
chungsbericht vom 8. August 2011 [act. II 94]) und veranlasste bei Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eine Be-
gutachtung. In der entsprechenden Expertise vom 20. April 2012 wurde 
eine sonstige somatoforme Störung diagnostiziert (act. II 104.1/21). Mit 
Verfügung vom 7. Dezember 2012 hob die IVB die bisherige ganze Rente 
per 31. Januar 2013 auf und erteilte am 10. Dezember 2012 Kostengut-
sprache für ein vom 3. Dezember 2012 bis 27. Januar 2013 dauerndes 
Belastbarkeitstraining im Alters- und Pflegeheim E.________ (Akten der 
IVB [act. IIa] 140 f.), welches ab dem 28. Januar 2013 in der Abklärungs-

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stelle F.________ fortgesetzt wurde (Mitteilung vom 28. Januar 2013 [act. 
IIa 152]). Am 11. Dezember 2012 verfügte die IVB die Weiterausrichtung 
der ganzen Rente ab dem 1. Februar 2013 längstens bis zum 31. Januar 
2015, dies im Falle der Durchführung von Wiedereingliederungsmassnah-
men (act. IIa 144). 

Die gegen die rentenaufhebende Verfügung vom 7. Dezember 2012 erho-
bene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozial-
versicherungsrechtliche Abteilung, mit Urteil vom 2. Mai 2013 ab (VGE 
IV/2013/24). Mit Entscheid vom 23. Januar 2014, 8C_436/2013, hiess das 
Bundesgericht die dagegen erhobene Beschwerde insoweit gut, als es das 
kantonale Urteil aufhob und die Sache zu neuer Entscheidung im Sinne der 
Erwägungen an die Vorinstanz zurückwies. Das Bundesgericht erwog, die 
Vorinstanz habe die massgeblichen medizinischen Abklärungen im Rah-
men eines polydisziplinären Gutachtens nachzuholen (BGer 8C_436/2013, 
E. 5.4).

C.

In der Folge teilte der Instruktionsrichter den Parteien mit prozessleitender 
Verfügung vom 13. Februar 2014 mit, es werde beabsichtigt, beim 
G.________ (MEDAS), eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag zu 
geben. Gleichzeitig erhielten die Parteien Gelegenheit, Einwendungen ge-
gen die geplante Begutachtung vorzubringen, zum beigelegten Fragenkata-
log Stellung zu nehmen und allfällige Ergänzungsfragen zu beantragen.

Mit Stellungnahme vom 5. März 2014 lehnte die Beschwerdeführerin die 
MEDAS als Gutachterstelle ab und beantragte die Durchführung der Be-
gutachtung entweder durch die H.________ oder die I.________. Gleich-
zeitig stellte die Beschwerdeführerin hinsichtlich des Fragenkatalogs Abän-
derungsanträge bzw. beantragte die Aufnahme der Fragen als Ergän-
zungsfragen.

Die Beschwerdegegnerin erhob mit Stellungnahme vom 6. März 2014 kei-
ne Einwendungen gegen die Begutachtung durch die MEDAS und stellte 
den Antrag auf eine Ergänzungsfrage.

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Mit prozessleitender Verfügung vom 13. März 2014 hielt der Instruktions-
richter an der Begutachtung durch die MEDAS fest und legte die den Gut-
achtern zu unterbreitenden Fragen fest.

Nach erfolgter Erteilung des Begutachtungsauftrages durch den Instrukti-
onsrichter informierte die MEDAS die Beschwerdeführerin am 14. April 
2014 über die Begutachtungstermine, die für die Begutachtung vorgesehe-
nen ärztlichen Fachdisziplinen (allgemeininternistisch, psychiatrisch, or-
thopädisch und neurologisch) sowie die Namen der einzelnen Sachver-
ständigen.

Die MEDAS erstattete das Gutachten am 19. August 2014, woraufhin der 
Instruktionsrichter den Parteien mit prozessleitender Verfügung vom 
28. August 2014 Gelegenheit zur Stellungnahme gab.

Mit Eingabe vom 17. September 2014 beantragte die Beschwerdeführerin 
die Gutheissung der Beschwerde und machte Ausführungen zum MEDAS-
Gutachten.

In der Stellungnahme vom 18. September 2014 hielt die Beschwerdegeg-
nerin unter Hinweis auf eine Stellungnahme des RAD vom 16. September 
2014 fest, das MEDAS-Gutachten sei bis auf wenige Details gut und nach-
vollziehbar, in sich stimmig und schlüssig.

Mit prozessleitender Verfügung vom 6. Oktober 2014 gab der Instruktions-
richter der Beschwerdeführerin Gelegenheit zur Stellungnahme zum Be-
richt des RAD vom 16. September 2014, wovon die Beschwerdeführerin 
keinen Gebrauch machte.

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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht hat sich aufgrund des kassatorischen Ur-
teils des Bundesgerichts vom 23. Januar 2014, 8C_436/2013, mit der vor-
liegenden Sache zu befassen. Damit erübrigt sich eine erneute Prüfung der 
Sachurteilsvoraussetzungen (vgl. im Übrigen VGE IV/2013/24, E. 1.1).

1.2 Streitig und zu prüfen ist nach wie vor der Anspruch auf eine Invali-
denrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 

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zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

2.2 Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der 
versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die 
Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft 
tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prü-
fen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine 
fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich 
anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 
282). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes auch 
eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche 
noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somato-
forme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensan-
strengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbe-
wältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in 
den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person als-
dann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Res-
sourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im 
Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Fest-
stellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprä-
gung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: 
chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizier-
ter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik 
ohne länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen 
des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer in-

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nerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlas-
tenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die 
Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten 
oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem 
Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser 
Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde 
darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraussetzungen für 
eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 
67, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 
354).

2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

2.5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Nov. 2014, IV/14/87, Seite 8

110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsscha-
dens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätig-
keit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruktur-
erhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 
SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.7 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Praxis, im Rahmen der 
Würdigung medizinischer Unterlagen, nicht ohne zwingende Gründe von 
der Einschätzung der medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es gera-
de ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, 
um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum 
Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist, 
von unzutreffenden Sachverhaltshypothesen ausgeht (BGE 119 V 335 E. 
4c S. 346) oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in über-

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zeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichen-
de Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Mei-
nungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug 
erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, 
sei es, dass es die Überprüfung durch einen Oberexperten für angezeigt 
hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutach-
tens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b aa S. 
352; SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.2).

3.

3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-
validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 
131 E. 3 S. 132).

3.2 Gemäss lit. a der Schlussbestimmungen der Änderung vom 
18. März 2011 des IVG (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket; in Kraft 
seit 1. Januar 2012) werden Renten, die bei pathogenetisch-ätiologisch 
unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische 
Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttre-
ten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Art. 7 
ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch 
wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind (Abs. 
1). Davon nicht erfasst sind Personen, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens 
dieser Änderung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeitpunkt, 
in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente 
der Invalidenversicherung beziehen (Abs. 4). Als relevanter Anknüpfungs-
punkt für den über 15-jährigen Rentenbezug gilt der Beginn des Rentenan-
spruchs und nicht das Datum der (rechtskräftig erlassenen) Rentenver-
fügung (BGE 139 V 442 E. 4.3 S. 450).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Nov. 2014, IV/14/87, Seite 10

4.

4.1 Im Nachgang zum Entscheid des Bundesgerichts vom 23. Januar 
2014, 8C_436/2013, hat das Verwaltungsgericht ein polydisziplinäres Ge-
richtsgutachten in Auftrag gegeben. Im entsprechenden MEDAS-Gutachten 
vom 19. August 2014 (im Gerichtsdossier), welches eine Begutachtung in 
den Fachdisziplinen allgemeininternistisch, psychiatrisch, orthopädisch und 
neurologisch umfasst, wurde das Folgende diagnostiziert (S. 31):

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
 Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
 Funktionelle Gangstörung (ICD-10 R.26)

 bei Diagnose 5.1.1 [d.h. Somatisierungsstörung]
 Status nach chirurgischer Hüftluxation und Offset-Korrektur beidseits 2002 und 

2003, aktuell diesbezüglich unauffälliger klinischer Befund (ICD-10 Z98.8)
 anamnestisch Status nach femoroazetabulärem Impingement (ICD-10 

M25.8)
 Status nach Arthroskopie mit Bursektomie, ventraler Akromioplastik und AC-

Gelenks-Resektion Schulter rechts 09/2006, aktuell diesbezüglich unauffälliger 
Befund (ICD-10 Z98.8)

 Status nach präpatellarer Bursektomie Knie rechts etwa 1993, aktuell diesbe-
züglich unauffälliger Befund (ICD-10 Z98.8)

 Beinlängendifferenz von klinisch +1cm zugunsten der linken Seite (ICD-10 
M21.79)

 Adipositas (BMI 31 kg/m2; ICD-10 E66.0)
 Anamnestisch saisonales Asthma bronchiale und Heuschnupfen (ICD-10 

J45.9)

In der Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter hinsichtlich der Arbeits-
fähigkeit in der angestammten und in anderen Tätigkeiten fest (Gutachten 
S. 32), die Beschwerden am Bewegungsapparat seien im Rahmen der or-
thopädischen Untersuchung validiert worden. Diagnostisch könne von ei-
nem Status nach chirurgischer Hüftluxation und Offsetkorrektur beidseits 
2002 und 2003 gesprochen werden mit aktuell diesbezüglich unauffälligem 
klinischem Befund. Ein femoroacetabuläres Impingement sei klinisch nicht 
mehr festzustellen. Auch bezüglich der Schulteroperation rechts im Sep-
tember 2006 bestehe aktuell ein unauffälliger Befund. Ebenso bestehe be-
züglich Knieoperation 1993 ein unauffälliger Befund. Letztlich könne noch 
eine leichte Beinlängendifferenz als geringgradiger pathologischer Befund 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Nov. 2014, IV/14/87, Seite 11

erwähnt werden. Insgesamt lasse sich das auffällige Gangbild nicht durch 
Befunde am Bewegungsapparat bzw. auf muskuloskelettaler Ebene er-
klären. Dementsprechend bestehe aus orthopädischer Sicht für leichte bis 
mittelschwere Tätigkeiten, mit der Möglichkeit, die Position zu wechseln, 
mit einer Hebe- und Traglimite von regelmässig 10 kg und ausnahmsweise 
darüber, keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus neurologischer 
Sicht könnten, entgegen der formal vorhandenen schweren Gangstörung, 
wie bereits in den Akten, auch in der aktuellen Untersuchung keine relevan-
ten pathologischen Befunde objektiviert werden. Es zeigten sich ausge-
prägte Überlagerungshinweise in der klinischen Untersuchung als Nach-
weis der funktionellen Störung. Rein somatisch bestehe aus neurologischer 
Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Auch aus allgemeininternis-
tischer bzw. anderweitiger somatischer Sicht bestünden keine weiteren 
Befunde und Diagnosen, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Im 
Vordergrund stehe die Untersuchung aus psychiatrischer Sicht. Es könne, 
analog zu früheren Untersuchungen, eine Somatisierungsstörung festge-
stellt werden. Diese sei verfestigt, es handle sich bei der Gangstörung um 
einen primären Krankheitsgewinn. Das Symptom sei willentlich nicht mehr 
überwindbar. Aus psychiatrischer Sicht bestehe aufgrund der Somatisie-
rung eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für somatisch adaptierte 
Tätigkeiten von 30 %. Zusammenfassend resultiere aus interdisziplinärer 
Sicht, dass für körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende 
Tätigkeiten eine 70 %-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe. Das 
Pensum könnte vollschichtig umgesetzt werden mit erhöhtem Pausenbe-
darf und reduziertem Rendement.

4.2 Das Gerichtsgutachten der MEDAS vom 19. August 2014 erfüllt die 
von der Rechtsprechung an den Beweiswert einer medizinischen Expertise 
gestellten Voraussetzungen (vgl. E. 2.7 hiervor). Das Gutachten beruht auf 
allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und 
wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben, zudem ist es in 
der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der 
medizinischen Situation einleuchtend und enthält begründete 
Schlussfolgerungen; ein zwingender Grund, um von der Einschätzung der 
Experten abzuweichen (vgl. E. 2.7 hiervor), ist nicht ersichtlich. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Nov. 2014, IV/14/87, Seite 12

4.3 Gestützt auf das Gerichtsgutachten ist kein Revisionsgrund nach 
Art. 17 ATSG (vgl. E. 3.1 hiervor) erstellt. Die Gutachter hielten insbeson-
dere fest (Gutachten S. 33 f.), retrospektiv habe sich aufgrund der objekti-
ven Befunde weder somatisch noch psychiatrisch etwas zwischen 2002 
und 2012 verändert. Die Somatisierungsstörung habe bereits 2002 vorge-
legen und sei heute weiterhin festzustellen.

Das Bundesgericht hat im Rückweisungsentscheid vom 23. Januar 2014, 
8C_436/2013, E. 2.2, erkannt, dass die Rente im Jahr 2004 wegen unklarer 
Beschwerden zugesprochen worden war und die Voraussetzungen für eine 
Rentenüberprüfung nach Massgabe der Schlussbestimmungen zur 6. IV-
Revision (vgl. E. 3.2 hiervor) gegeben sind; die Beschwerdeführerin bezieht 
die Rente zudem nicht seit mehr als 15 Jahren (nämlich seit August 2002; 
act. II 42) und sie ist auch nicht älter als 55 Jahre (Jahrgang 1961; act. II 
1/1). Damit ist eine erneute Invaliditätsbemessung durchzuführen resp. die 
Rente zu überprüfen (lit. a Abs. 1 der Schlussbestimmungen zur 6. IV-
Revision, erstes Massnahmenpaket). 

4.3.1 Das Gerichtsgutachten geht von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % in 
körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeiten 
aus; ein vollschichtiges Pensum sei möglich, wobei ein erhöhter Pausen-
bedarf und ein reduziertes Rendement zu berücksichtigen seien (S. 32 Ziff. 
6.2). Entgegen der Auffassung in der Stellungnahme der Beschwerdeführe-
rin vom 17. September 2014, S. 3 Ziff. 3, sind diese Einschränkungen nicht 
zu addieren, sondern der Pausenbedarf und das Rendement sind offen-
sichtlich in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 70 % enthalten. Dass 
Arbeiten am Computer nicht möglich sein sollten (Eingabe der Beschwer-
deführerin vom 17. September 2014, S. 2 Ziff. 2), ist nicht erstellt, wäre 
dem so, hätten dies die Gutachter mit Sicherheit festgehalten; nichts daran 
ändern die von der Beschwerdeführerin erwähnten (a.a.O.) Feststellungen 
im Belastbarkeitstraining, wonach feine und exakte Arbeiten nach kurzer 
Zeit Spasmen ausgelöst und zum Unter- bzw. Abbruch derselben geführt 
hätten und die Beschwerdeführerin kaum in der Lage sei, eine wertschöp-
fende Arbeit regelmässig und über einen längeren Zeitraum auszuführen 
(Bericht der Abklärungsstelle F.________ vom 13. Mai 2013 inklusive Ver-
laufsprotokoll; Akten der Beschwerdeführerin [Verfahren IV/2014/87; act. I] 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Nov. 2014, IV/14/87, Seite 13

1), denn sie beruhen allein auf dem subjektiven Verhalten der Beschwerde-
führerin. Die Frage nach der noch zumutbaren Arbeitsleistung ist denn 
auch nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung 
durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute aufgrund der 
subjektiven Arbeitsleistung zu beantworten (Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG, heute Bundesgericht {BGer}] vom 4. 
Dezember 2006, I 928/05, E. 3). Damit ist auch die Tätigkeit als … zumut-
bar.

4.3.2 Es kann offen bleiben, ob die Einschränkung gemäss dem Ge-
richtsgutachten von 30 % (vgl. E. 4.3.1 hiervor), welche gestützt auf die 
Diagnose einer Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0; Gutachten S. 31 f.) 
attestiert wurde, in rechtlicher Hinsicht zu berücksichtigen ist oder nicht (zu 
den Voraussetzungen der Zumutbarkeit einer Willensanstrengung zwecks 
Überwindung der Folgen eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren syn-
dromalen Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage vgl. 
E. 2.3 hiervor), da auch unter Berücksichtigung der Annahme der Experten 
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad resultiert (vgl. E. 4.4 hiernach). 

4.4 Auf den Zeitpunkt der Renteneinstellung – per Ende Januar 2013 – 
ist ein Einkommensvergleich durchzuführen. Es kann offen bleiben, ob das 
Valideneinkommen aufgrund des letzten Lohnes (act. II 7/2) oder aufgrund 
statistischer Zahlen zu bestimmen ist. Denn die angestammte Tätigkeit als 
… (vgl. act. II 7) oder eine vergleichbare Tätigkeit sind zumutbar, so dass 
sich Validen- und Invalideneinkommen aufgrund der gleichen Werte be-
stimmen. Sind die beiden Vergleichseinkommen aufgrund der gleichen 
Zahlen zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung; diesfalls ent-
spricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berück-
sichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. SVR 2008 IV Nr. 2 S. 5 E. 
5.4). Die behinderungsbedingten Einschränkungen sind mit der reduzierten 
Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 4.3.1 hiervor) genügend berücksichtigt, während 
die restlichen in Frage kommenden Gesichtspunkte (Alter, Dienstjahre, 
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad; BGE 126 V 75 
E. 5b bb S. 80) hier zu keinem Abzug Anlass geben. Damit besteht ein In-
validitätsgrad von maximal 30 %. Insoweit erübrigen sich denn auch Weite-
rungen zu der vom Bundesgericht geforderten Abklärung bezüglich einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Nov. 2014, IV/14/87, Seite 14

allenfalls durch die Beschwerdeführerin ausgeübten selbstständigen Er-
werbstätigkeit (vgl. BGer 8C_436/2013, E. 5.4).

4.5 Schliesslich ist der Zeitpunkt der Renteneinstellung mit Wirkung ab 
dem ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Mo-
nats (vgl. Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV) bzw. per 31. Januar 2013 (act. II 140/3) 
nicht zu beanstanden. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘000.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
(vgl. Verfahren IV/2013/24) gleicher Höhe entnommen.

5.2

5.2.1 Wo zur Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten 
Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage käme, eine solche 
indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, sind die 
Kosten der Begutachtung durch eine MEDAS den IV-Stellen aufzuerlegen 
und nach der tarifvertraglichen Regelung zu berechnen (BGE 137 V 210 E. 
4.4.2 S. 265). Die Kosten eines kantonalen Gerichtsgutachtens (MEDAS-
Gutachten sowie mono- und bidisziplinäre Gutachten) können der IV-Stelle 
nicht systematisch überbunden werden, sondern nur dann, wenn die Ab-
klärungen der Verwaltung lückenhaft oder klar ungenügend waren und das 
Gerichtsgutachten dazu dienen soll, die Mängel des Verwaltungsverfahrens 
zu beheben. Es muss also ein Zusammenhang zwischen den Mängeln der 
administrativen Abklärungen und der Notwendigkeit der Anordnung eines 
Gerichtsgutachtens bestehen. Dies ist namentlich zu bejahen, wenn die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Nov. 2014, IV/14/87, Seite 15

Verwaltung einen offensichtlichen Widerspruch zwischen verschiedenen im 
Dossier enthaltenen medizinischen Beurteilungen nicht mit objektiver Be-
gründung auflöst, die Verwaltung eine oder mehrere für die Beurteilung 
bzw. Würdigung der medizinischen Situation notwendigen Fragen offen 
lässt oder sich die Verwaltung auf ein Gutachten stützt, welches die Anfor-
derungen an den Beweiswert einer medizinischen Expertise offensichtlich 
nicht erfüllt. In diesen Fällen handelt es sich bei den Kosten des Gutach-
tens um Kosten des Abklärungsverfahrens im Sinne von Art. 45 ATSG. Hat 
die Verwaltung hingegen den Untersuchungsgrundsatz eingehalten und 
sich auf schlüssige und übereinstimmende Unterlagen oder auf ein gemäss 
Rechtsprechung voll beweiskräftiges Gutachten gestützt und gibt das kan-
tonale Gericht aus anderen Gründen (z.B. nach der Erstellung neuer medi-
zinischer Berichte oder eines Privatgutachtens) ein Gerichtsgutachten in 
Auftrag, so können der Verwaltung die Gutachterkosten nicht überbunden 
werden. In diesem Fall handelt es sich bei den Gutachterkosten um Kosten 
des Gerichtsverfahrens im Sinne von Art. 69 Abs. 1bis IVG (BGE 139 V 496 
E. 4.3 f. S. 501).

5.2.2 Gemäss den Ausführungen des Bundesgerichts (BGer 
8C_436/2013, E. 5.3) war im vorliegenden Fall nicht von einer entspre-
chend der neuesten bundesgerichtlichen Rechtsprechung im Rahmen der 
Revision nach den Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision, erstes Mass-
nahmenpaket, erforderlichen, umfassenden aktuellen und fachgerechten 
Begutachtung auszugehen. Denn der rentenaufhebende Entscheid der 
Beschwerdegegnerin basierte in somatischer Hinsicht insbesondere auf 
lange zurückliegenden, aus dem Jahr 2003 stammenden neurologischen 
Untersuchungen sowie auf aktuellen somatischen Untersuchungen einer 
Allgemeinmedizinerin des RAD (vgl. BGer 8C_436/2013, E. 5.3). Damit hat 
die Beschwerdegegnerin ihren Entscheid nicht auf objektiv überzeugende 
Elemente oder ein voll beweiskräftiges Gutachten gestützt, weshalb sie die 
Kosten des Gerichtsgutachtens von total Fr. 10‘972.40 (vgl. Rechnung der 
MEDAS vom 25. August 2014 [im Gerichtsdossier]) zu tragen hat (vgl. E. 
5.2.1 hiervor). Daran ändert nichts, dass die Abklärungsbedürftigkeit durch 
das Bundesgericht und nicht durch das kantonale Gericht festgestellt wor-
den ist (Entscheid des BGer vom 26. August 2014, 8C_159/2014, E. 5.2.2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Nov. 2014, IV/14/87, Seite 16

Die Kosten des gerichtlichen Gutachtens sind an die Gerichtskasse zu 
überweisen.

5.3 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 10‘972.40 werden der Be-
schwerdegegnerin zur Bezahlung auferlegt und sind an die Gerichts-
kasse zu überweisen.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.