# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 923f0dbe-7e9b-547c-ba3b-638c351383ee
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-05-09
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 09.05.2016 RR.2015.238
**Docket/Reference:** RR.2015.238
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2015-238_2016-05-09

## Full Text

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an Deutschland. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).

Entscheid vom 9. Mai 2016 
Beschwerdekammer 
 

 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Giorgio Bomio und Cornelia Cova, 

Gerichtsschreiber David Bouverat  

   
 

Parteien 

  

A. AG,  

vertreten durch Rechtsanwalt Hermann Ludescher,  

 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

 

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an 

Deutschland 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

 

 

Geschäftsnummer: RR.2015.238 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf (Deutschland) führt gegen 28 Personen 

– darunter B., C., D., E., F. und G. – ein Strafverfahren wegen Verdachts der 

Marktmanipulation. In diesem Zusammenhang gelangten die deutschen 

Behörden mit Rechtshilfeersuchen vom 15. April 2014 an das Bundesamt für 

Justiz (nachfolgend „BJ“) und erbaten u.a. um Edition von Unterlagen der 

Kontobeziehung der A. AG bei der Bank H. (act. 16.1). 

 

 

B. Das BJ übertrug den Vollzug des Rechtshilfeersuchens an die Bundes-

anwaltschaft (nachfolgend „BA“), welche mit Eintretensverfügung vom 

11. Juli 2014 auf das Rechtshilfeersuchen eintrat und gleichen Tages die 

Edition der beantragten Bankunterlagen anordnete (act. 16.2 und 16.3).  

 

 

C. Mit Schlussverfügung vom 17. Juli 2015 ordnete die BA die Herausgabe der 

Unterlagen in Bezug auf die Kontobeziehung Nr. 1 bei der Bank H., lautend 

auf die A. AG, an die ersuchende Behörde an (act. 16.4). 

 

 

D. Dagegen lässt die A. AG am 24. August 2015 Beschwerde bei der 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts einreichen mit dem Antrag, die 

angefochtene Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben, eventualiter sei die 

Angelegenheit an die BA zur neuerlichen Entscheidung zurückzuweisen, 

subeventualiter seien nur die mit dem Rechtshilfeersuchen im 

Zusammenhang stehenden Transaktionen an die rechtshilfeersuchende 

Behörde zu übermitteln, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten 

der Beschwerdegegnerin (act. 1).  

 

 

E. Das BJ am 1. Oktober 2015 und die BA am 9. Oktober 2015 beantragen die 

kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde (act. 9 und 11). 

 

 

F. Die Beschwerdeführerin hielt in der Replik vom 23. Oktober 2015 an ihren 

Anträgen fest (act. 13). Diese Replik wurde den Verfahrensbeteiligten zur 

Kenntnis gebracht (act. 14).  

 

 

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G. Am 2. Februar 2016 forderte die Beschwerdekammer die BA zur Einreichung 

der Akten auf. Die BA übermittelte die Akten mit Schreiben vom 4. Feb-

ruar 2016; welches Schreiben der Beschwerdeführerin am 8. Februar 2016 

zur Kenntnis gebracht wurde (act. 15-17). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die Rechtshilfe zwischen Deutschland und der Schweiz sind in erster 

Linie das Europäische Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen 

vom 20. April 1959 (EUeR; SR 0.351.1), dem beide Staaten beigetreten sind, 

der zwischen ihnen abgeschlossene Zusatzvertrag vom 13. November 1969 

(ZV-D/EUeR; SR 0.351.913.61), sowie die Bestimmungen der Art. 48 ff. des 

Übereinkommens vom 19. Juni 1990 zur Durchführung des Übereinkom-

mens von Schengen vom 14. Juni 1985 (Schengener Durchführungs-

übereinkommen, SDÜ; ABl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19-62) 

massgebend.  

 

Soweit diese Staatsverträge bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch 

stillschweigend regeln, bzw. das schweizerische Landesrecht geringere 

Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; 

BGE 140 IV 123 E. 2; 137 IV 33 E. 2.2.2; 135 IV 212 E. 2.3; 

DANGUBIC/KESHELAVA, Basler Kommentar, Internationales Strafrecht, Basel 

2015, Art. 12 IRSG N 1), ist das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über 

internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die 

dazugehörige Verordnung vom 24. Februar 1982 (IRSV; SR 351.11) 

anwendbar (Art. 1 Abs. 1 IRSG; BGE 136 IV 82 E. 3.1; 130 II 337 E. 1). 

Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 135 IV 212 

E. 2.3; 123 II 595 E. 7c).  

 

1.2 Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten 

sind darüber hinaus die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfah-

rensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 37 Abs. 2 lit. a i.V.m. 

Art. 39 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die 

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Organisation der Strafbehörden des Bundes [Strafbehördenorganisations-

gesetz, StBOG; SR 173.71]; BGE 139 II 404 E. 6/8.2; Urteil des 

Bundesgerichts 1C_763/2013 vom 27. September 2013, E. 2.2). 

 

1.3 Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts entscheidet über 

Beschwerden in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten (Art. 37 Abs. 2 

lit. a, StBOG; SR 173.71 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 des Organisationsreglements 

vom 31. August 2010 für das Bundesstrafgericht [Organisationsreglement 

BStGer, BStGerOR; SR 173.713.161]). In den Anwendungsbereich des 

Rechtshilfegesetzes fallen – soweit andere Gesetze oder internationale 

Vereinbarungen nichts anderes bestimmen – alle Verfahren der zwischen-

staatlichen Zusammenarbeit in Strafsachen (Art. 1 Abs. 1 IRSG).  

 

1.4 Gestützt auf das IRSG ergangene erstinstanzliche Verfügungen der 

kantonalen Behörden oder der Bundesbehörden unterliegen unmittelbar der 

Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts, soweit 

das Gesetz nichts anderes bestimmt (Art. 25 Abs. 1 IRSG). 

 

 

2.  

2.1 Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persönlich und direkt von einer 

Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG). Bei der Erhebung 

von Kontoinformationen gilt als persönlich und direkt betroffen im Sinne der 

Art. 21 Abs. 3 und 80h IRSG der Kontoinhaber (Art. 9a lit. a IRSV; 

BGE 137 IV 134 E. 5.2.1 S. 138; 130 II 162 E. 1.3 S. 165; TPF 2007 79 E. 1.6 

S. 82). Die Herausgabe betrifft Unterlagen des Kontos Nr. 1 bei der Bank H. 

Die Beschwerdeführerin als Inhaberin dieses Kontos ist somit zur 

Beschwerde legitimiert.  

 

2.2 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Schlussverfügung 

der ausführenden Bundesbehörde in internationalen Rechtshilfeangelegen-

heiten, gegen welche innert 30 Tagen ab der schriftlichen Mitteilung bei der 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt werden 

kann (Art. 80e Abs. 1 i.V.m. Art. 80k IRSG; Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG). 

Die Schlussverfügung wurde der Beschwerdeführerin am 31. Juli 2015 

zugestellt, die Beschwerde mithin fristgerecht erhoben, weshalb auf sie 

einzutreten ist. 

  

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3. Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die bei ihr erhobenen Rügen grundsätzlich 

mit freier Kognition. Sie ist aber nicht verpflichtet, nach weiteren der 

Gewährung der Rechtshilfe allenfalls entgegenstehenden Gründen zu 

forschen, die aus der Beschwerde nicht hervorgehen (BGE 132 II 81 E. 1.4; 

130 II 337 E. 1.4; Urteil des Bundesgerichts 1A.1/2009 vom 20. März 2009, 

E. 1.6; TPF 2011 97 E. 5). Ebenso wenig muss sich die urteilende Instanz 

nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit allen Parteistandpunkten 

einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich 

widerlegen. Sie kann sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte 

beschränken, und es genügt, wenn die Behörde wenigstens kurz die 

Überlegungen nennt, von denen sie sich leiten liess und auf welche sich ihr 

Entscheid stützt (Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 vom 16. Juli 2004, 

E. 5.2, mit weiteren Hinweisen).  

 

 

4.  

4.1 In einem ersten Punkt rügt die Beschwerdeführerin das Fehlen des 

Rechtshilfeerfordernisses der beidseitigen Strafbarkeit. Der Sachverhalt 

lasse sich entgegen der Meinung der Beschwerdegegnerin weder unter 

Art. 146 StGB noch unter Art. 40a des Bundesgesetzes über die Börsen und 

den Effektenhandel vom 24. März 1995 (Börsengesetz, BEHG; SR 954.1) 

subsumieren. 

 

4.2 Für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit (Art. 5 Ziff. 1 lit. a EUeR [gemäss 

Vorbehalt der Schweiz zu Art. 5], Art. 18 Ziff. 1 lit. f GwUe; 

Art. 64 Abs.1 IRSG) ist der im Ersuchen dargelegte Sachverhalt so zu 

subsumieren, wie wenn die Schweiz wegen des analogen Sachverhalts ein 

Strafverfahren eingeleitet hätte (BGE 132 II 81 E. 2.7.2). Es gilt der 

Grundsatz der abstrakten beidseitigen Strafbarkeit (BGE 136 IV 179 

E. 2.3.4). Das Rechtshilfegericht prüft bloss, ob der ausländische 

Sachverhaltsvorwurf, sofern er – analog – in der Schweiz begangen worden 

wäre, auf den ersten Blick (prima facie) die Tatbestandsmerkmale einer 

schweizerischen Strafnorm erfüllen würde. Die Strafnormen brauchen nach 

den Rechtssystemen der Schweiz und des ersuchenden Staates nicht 

identisch zu sein; es genügt, dass die im Rechtshilfeersuchen 

umschriebenen Tatsachen in der Rechtsordnung sowohl des ersuchenden 

als auch des ersuchten Staates einen Straftatbestand erfüllen (BGE 139 IV 

137 E. 5.1.1; 126 II 409 E. 6c/cc); Urteil des Bundesgerichts 1A.125/2006 

vom 10. August 2006, E. 2.1; TPF 2012 114 E. 7.3/7.4; Entscheid des 

Bundesstrafgerichts RR.2013.250 vom 26. November 2013, E. 4.4; 

ZIMMERMANN, a.a.O., N. 576 ff.). 

  

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Die beidseitige Strafbarkeit richtet sich nach dem am Tag der Schluss-

verfügung geltenden Recht (BGE 129 II 462 E. 4.3). Nach dem zwischen 

dem 1. Mai 2013 und dem 31. Dezember 2015 in Kraft gewesenen Art. 40a 

Abs. 1 BEHG (AS 2013 1103; BBl 2011 6873 bzw. AS 2015 5339; BBl 2014 

7483) wurde mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, 

wer in der Absicht, den Kurs von Effekten, die an einer Börse oder einer 

börsenähnlichen Einrichtung in der Schweiz zum Handel zugelassen sind, 

erheblich zu beeinflussen, um daraus für sich oder für einen anderen einen 

Vermögensvorteil zu erzielen: 

 

a. wider besseren Wissens falsche oder irreführende Informationen 

verbreitet; 

b. Käufe und Verkäufe von solchen Effekten tätigt, die beidseitig direkt oder 

indirekt auf Rechnung derselben Person oder zu diesem Zweck verbundener 

Personen erfolgen. 

 

Eine Irreführung im Sinne dieser Bestimmung liegt in der Regel vor, wenn 

aus der Information falsche Schlüsse gezogen werden oder das Gesamtbild 

verzerrt dargestellt wird (ROLF H. WEBER, Börsenrecht, Kommentar, 

2. Auflage Zürich 2013, Art. 40a N. 8, mit weiteren Hinweisen). 

 

4.3 Laut der ersuchenden Behörde (siehe act. 16.1, S. 5-9) besteht der 

Verdacht, dass B., C., D., E. und G. als Hauptverantwortliche der I. AG, der 

J. AG, der K. AG, der L. AG, bzw. der M. GmbH in unterschiedlichen 

Tatbeteiligungen zumindest seit Anfang 2006 im Zusammenwirken mit 

weiteren Beschuldigten unter Einschaltung verschiedener Vermittlerfirmen 

ohne Hinweis auf ein bestehendes Eigeninteresse die Kurse der 

Wertpapiere zahlreicher Firmen durch Telefonmarketing, gesteuerte 

Medienveröffentlichungen und Internetpublikationen manipuliert haben.  

 

C. und D. hätten Aktien zu relativ günstigen Einstandskursen erworben. 

Anschliessend seien die Aktien durch Telefonmarketing und etliche 

Börsenbriefempfehlungen zum Kauf empfohlen worden, ohne dass auf das 

bestehende Eigeninteresse hingewiesen worden sei. Aufgrund der 

Empfehlungen hätten zahlreiche Anleger die in Rede stehenden Aktien 

gekauft, was teilweise zu vorübergehenden erheblichen Kurssteigerungen 

geführt habe. Die so hervorgerufene Nachfrage nach den genannten Aktien 

und der verursachte Preisanstieg seien zu gewinnbringenden Verkäufen 

genutzt worden. Dies habe alleine bei vier Aktien einen Bruttoerlös von mehr 

als EUR 22 Millionen ergeben.  

 

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Prima facie kann dieser Sachverhalt ohne weiteres unter Art. 40a BEHG 

subsumiert werden: durch Telefonmarketing, gesteuerte Medienveröffentli-

chungen und Internetpublikationen wurde die Nachfrage nach den Titeln 

erhöht, wodurch die Kurse stiegen und die Beschuldigten ihre zu günstigen 

Einstandskursen erworbenen Aktien gewinnbringend verkaufen konnten. 

Die doppelte Strafbarkeit ist somit gegeben und die entsprechende Rüge 

geht fehl. 

 

 

5.  

5.1 In einem zweiten Punkt rügt die Beschwerdeführerin, die Herausgabe an die 

ersuchende Behörde der in Frage stehenden Unterlagen verletze das Prinzip 

der Verhältnismässigkeit. 

 

5.2 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnis-

mässigkeit zu genügen (vgl. zuletzt Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2013.298 vom 6. Mai 2014, E. 5.2). Die internationale Zusammenarbeit 

kann nur abgelehnt werden, wenn die verlangten Unterlagen mit der 

verfolgten Straftat in keinem Zusammenhang stehen und offensichtlich 

ungeeignet sind, die Untersuchung voranzutreiben, so dass das Ersuchen 

nur als Vorwand für eine unzulässige Beweisausforschung (“fishing 

expedition“) erscheint (BGE 136 IV 82 E. 4.1 S. 85; 134 II 318 E. 6.4; 129 II 

462 E. 5.3 S. 467 f.). Nicht erforderlich ist, dass dem von der Rechts-

hilfemassnahme Betroffenen im ausländischen Strafverfahren selbst ein 

strafbares Verhalten zur Last gelegt wird (Urteil des Bundesgerichts 

1A.245/2006 vom 26. Januar 2007, E. 3; Entscheid des Bundesstrafgerichts 

RR.2007.29 vom 30. Mai 2007, E. 3). Ob die verlangten Auskünfte für das 

Strafverfahren im ersuchenden Staat nötig oder nützlich sind, ist eine Frage, 

deren Beantwortung grundsätzlich dem Ermessen der Behörden dieses 

Staates anheimgestellt ist. Da der ersuchte Staat im Allgemeinen nicht über 

die Mittel verfügt, die es ihm erlauben würden, sich über die Zweck-

mässigkeit bestimmter Beweise im ausländischen Verfahren auszuspre-

chen, hat er insoweit die Würdigung der mit der Untersuchung befassten 

Behörde nicht durch seine eigene zu ersetzen und ist verpflichtet, dem 

ersuchenden Staat alle diejenigen Aktenstücke zu übermitteln, die sich auf 

den im Rechtshilfeersuchen dargelegten Sachverhalt beziehen können; 

nicht zu übermitteln sind nur diejenigen Akten, die für das ausländische 

Strafverfahren mit Sicherheit nicht erheblich sind (sog. potentielle 

Erheblichkeit). Dabei darf die ersuchte Rechtshilfebehörde über ein im 

Rechtshilfeersuchen gestelltes Begehren nicht hinausgehen (Übermass-

verbot; BGE 136 IV 82 E. 4.1). Die Rechtsprechung hat diesen Grundsatz 

derweil insofern präzisiert, als das Rechtshilfeersuchen nach Massgabe des 

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Zwecks der angestrebten Rechtshilfe weit ausgelegt werden kann, solange 

alle Voraussetzungen für die Gewährung der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf 

diese Weise kann eine andernfalls notwendige Ergänzung des Rechtshilfe-

ersuchens vermieden werden (BGE 136 IV 82 E. 4.1; vgl. zum Ganzen auch 

TPF 2009 161 E. 5.1 S. 164). Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die 

Ermittlung ab, auf welchem Weg Geldmittel möglicherweise strafbarer 

Herkunft verschoben wurden, so sind die Behörden des ersuchenden 

Staates grundsätzlich über alle Transaktionen zu informieren, die von 

Gesellschaften und über Konten getätigt wurden, welche in die 

Angelegenheit verwickelt sind (BGE 129 II 462 E. 5.3 S. 468; TPF 2011 97 

E. 5.1 S. 106 m.w.H.).  

 

5.3 Das in Frage stehende Konto besteht aus zwei Unterkonti (siehe act. 16.4, 

S. 4). Beim ersten handelt es sich um das Kapitaleinzahlungskonto und beim 

zweiten um das Firmenkontokorrent. Der Präsident des Verwaltungsrates 

der Beschwerdeführerin ist E., der auch einzelzeichnungsberechtigt war. 

Über das Kontokorrent wurden zahlreiche Transaktionen mit der M. GmbH 

getätigt. Daher sind die von der Herausgabeverfügung umfassten 

Unterlagen sehr wohl geeignet, der ersuchenden Strafverfolgungsbehörde 

als Beweismittel zu dienen, zwecks Rekonstruktion der aus dem oben 

erwähnten Delikt stammenden Geldflüsse. Entgegen der Meinung der 

Beschwerdeführerin kann eine Relevanz der Kontoeröffnungsunterlagen, 

der Korrespondenz und der unter „N./Contacts“ verzeichneten Dokumente 

für das deutsche Verfahren ebenfalls nicht ausgeschlosssen werden. 

Insoweit die Beschwerdeführerin behauptet, das genannte Konto habe 

nichts mit Aktienmanipulationen zu tun, handelt es sich um eine unzulässige 

Gegendarstellung des Sachverhaltes, welche im Rechtshilfeverfahren nicht 

zu hören ist. Es wird Aufgabe des ausländischen Sachgerichtes sein, sich 

über das Bestehen dieser Tatsachen und über die Schuld der 

Beschuldigten auszusprechen (BGE 112 Ib 215 E. 5b). Damit geht auch 

diese Rüge fehl.  

 

 

6. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

 

 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin 

kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG). Für 

die Berechnung der Gerichtsgebühren gelangt das Reglement des 

Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und 

Entschädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR; SR 173.713.162) zur 

Anwendung (Art. 53 Abs. 2 lit. a, Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 65 Abs. 5 VwVG). 

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Es rechtfertigt sich vorliegend, die Gebühr auf Fr. 5'000.-- festzusetzen und 

der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, unter Anrechnung des geleisteten 

Kostenvorschusses in gleicher Höhe.  

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.  

 

 

Bellinzona, 10. Mai 2016 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Hermann Ludescher  

- Bundesanwaltschaft 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde 
nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder 
Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich 
um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt 
insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt 
worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).