# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e7d620e1-a1ac-5180-9149-8eae86fa29a7
**Source:** TA (TA)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-07
**Language:** de
**Title:** Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 07.05.2025 SSG 2024/E/28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/TA_SST/TA_SST_001_SSG-2024-E-28_2025-05-07.pdf

## Full Text

1 

 

 

SSG 2024/E/28 - SSI v. A.________ 
 

 

 
 
 
 

Entscheid 
 

des 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHTS 

 

in folgender Besetzung: 

 

Vorsitzende Richterin:  Isabelle Fellrath, Dr.iur., Rechtsanwältin, Morges 

Richterin:    Ada Sofie Altobelli, Rechtsanwältin, Zürich 

Richter:    Loris Baumgartner, Rechtsanwalt, Zürich 

 

 

In der Sache 

 

 

zwischen 

 

Stiftung Swiss Sport Integrity (SSI), Eigerstrasse 60, 3007 Bern 

vertreten durch Rechtsanwältin Yvonne Stadler, KRNETA Advokatur Notariat, Bern 

 

- Antragstellerin - 

 

und 

 

A.________ 

vertreten durch Rechtsanwalt Zani Dzaferi, Müller Paparis AG, Zürich 

 

- Angeschuldigte Person - 

 

 

 

 
  

 

 2 

I. Die Parteien 

1. Die Stiftung Swiss Sport Integrity ("SSI" oder "Antragstellerin") ist eine Stiftung nach 

schweizerischem Recht mit Sitz in Bern (Schweiz). Seit dem 1. Januar 2022 ist SSI sowohl als 

Nationale Agentur zur Bekämpfung von Doping (Art. 19 Abs. 2 SpoFöG1 und Art. 73 SpoFöV2) 

als auch als Nationale Meldestelle für Ethikverstösse und Missbrauchsfälle im Schweizer 

Sport (Art. 72f SpoFöV) zuständig. 

 

2. A.________ ("angeschuldigte Person" oder "Trainer"), geb. 1984 war beim 

Verein B.________ als Trainer der 1. Mannschaft sowie Sportchef Juniorinnen angestellt. 

 

3. Die SSI und der Trainer werden im Folgenden gemeinsam als "Parteien" bezeichnet. 

II. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

4. Das vorliegende Verfahren betrifft einen potenziellen Ethikverstoss gemäss dem Ethik-Statut 

des Schweizer Sports vom 1. Januar 2022 ("Ethik-Statut"). 

 

5. Nachfolgend ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Elemente des Sachverhalts gemäss 

den Schilderungen der Parteien in deren schriftlichen Eingaben sowie basierend auf den von 

SSI / Disziplinarkammer des Schweizer Sports überwiesenen Akten wiedergegeben. Für 

weiterführende Details wird auf die Verfahrensakten verwiesen respektive im 

nachfolgenden Entscheid dort auf sie eingegangen, wo dies für die Beurteilung der 

betreffenden Fragen relevant ist. 

A. Verfahren vor Swiss Sport Integrity 

6. Am 28. Januar 2022 ging bei der Antragstellerin eine telefonische Meldung von C.________ 

ein. Dieser informierte die Antragstellerin, dass er von D.________ kontaktiert worden sei. 

D.________ sei selber von einer 17-jährigen Spielerin, welche D.________ früher trainiert 

hatte, kontaktiert worden. Diese Spielerin habe D.________ mitgeteilt, dass sie in ihrem 

neuen Verein von einem Trainer regelmässig kontaktiert werde. Dieser sende der besagten 

Spielerin freizügige Bilder, fragte sie nach Bildern von ihr und mache der Spielerin auch 

sonstige Avancen. Der Spielerin sei dieses Verhalten äusserst unangenehm. 

 

7. Mit Meldung vom 16. Februar 2022 gab sich die betroffene Spielerin, E.________, zu 

erkennen und benannte die angeschuldigte Person als A.________. In ihrer Meldung gab 

E.________ an, dass: 

 

- sie vor einigen Monaten den Verein gewechselt habe und seither im Nachwuchs des 

Vereins B.________  spiele; A.________ sei nicht ihr direkter Trainer; 

- aufgrund des weiten Anreiseweges und vor dem Hintergrund, dass E.________ das 

Sportgymnasium in F.________, besuche, sie eine Gastfamilie gesucht habe. Bevor 

E.________ diese gefunden habe, habe sie während rund zwei bis drei Wochen bei 

der angeschuldigten Person gelebt. 

- nach dem Aufenthalt bei der angeschuldigten Person dieser den Kontakt zu 

E.________ gesucht habe. Sie berichtet unter anderem von einem Ereignis, wo die 

angeschuldigte Person E.________ und ihren Vater an ein Eishockeyspiel eingeladen 

 
1  Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung vom 17. Juni 2011, SR 415.0 

(Sportförderungsgesetz, SpoFöG). 
2  Verordnung über die Förderung von Sport und Bewegung vom 23. Mai 2012, SR 415.01 

(Sportförderungsverordnung, SpoFöV). 

 

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habe und beabsichtigte, E.________ im Anschluss noch alleine zu treffen, was diese 

ihrem Vater jedoch nicht erzählen solle. Das besagte Treffen habe in der Folge nicht 

stattgefunden 

- ein Austausch zwischen E.________ und der angeschuldigten Person über Snapchat 

stattfand, wobei die angeschuldigte Person von E.________ Bilder verlangte und 

sexuelle konnotierte Dinge gefragt habe. E.________ habe keine Bilder versendet 

und die Fragen der angeschuldigten Person ausweichend beantwortet, jedoch weder 

den Kontakt abgebrochen noch klar und deutlich gesagt, dass sie solche Anfragen 

nicht wünscht.  

- diese Anfragen Auswirkungen auf ihr psychisches Wohlbefinden hätten und dass ihr 

das äusserst unangenehm gewesen sei. 

 

E.________ gab gegenüber der Antragstellerin weiter an, über Screenshots von bestimmten 

Nachrichten zu verfügen und diese der Antragstellerin zu übergeben. 

 

8. Am 21. Februar 2022 meldete sich E.________ erneut telefonisch bei der Antragstellerin 

und teilte unter anderem mit, dass: 

 

- sie sich inzwischen ihrem Vater anvertraut und mit ihm besprochen habe, dass sie 

dem Trainer eine WhatsApp schreiben und ihn darin deutlich auffordern solle, diese 

intimen Nachrichten zu unterlassen, sie sich jedoch nicht getraut habe diesen Schritt 

zu unternehmen, weil sie während des Trainings direkten Kontakt zum Trainer habe 

und es zu Konfrontationen kommen könnte. 

- sie von einer anderen Spielerin der ersten Mannschaft des Vereins B.________ 

erfahren habe, dass sich die angeschuldigte Person bereits bei anderen Spielerinnen 

so verhalten habe. Jene Spielerinnen seien auch zum Club-Präsidenten des Vereins 

B.________ gegangen und hätten die Vorfälle gemeldet, wobei anschliessend jedoch 

nichts passiert sei.  

- die fraglichen Nachrichten mit intimen und aufdringlichen Fragen mit der 

angeschuldigten Person im Dezember 2021 angefangen hätten und zum aktuellen 

Zeitpunkt weiter andauern und insbesondere in den letzten paar Tagen wieder 

angefangen hätten. Die angeschuldigte Person habe zudem auch versucht, 

E.________ per FaceTime anzurufen.  

- sie sich aufgrund dieser Umstände etwas unwohl in den Trainings fühle, obwohl sie 

die Trainings mit der angeschuldigten Person grundsätzlich gerne absolviere und 

diese als sehr gut bezeichne. 

 

9. Am 25. Februar 2022 ging bei der Antragstellerin eine Meldung des Schweizerischen 

Handball-Verbands ("SHV"), vertreten durch Ariane Pejkovic, ein. Gemäss dieser Meldung 

wurde G.________ (Leiterin P.________ und ehemalige Spielerin des Vereins B.________) 

von einer ehemaligen, minderjährigen Mitspielerin (17 Jahre alt) kontaktiert, da diese vom 

Trainer SPL1 des Vereins B.________ - der angeschuldigten Person - Fotos und Nachrichten 

zugesendet erhalten hat, welche ihr sehr unangenehm seien. Es liegen diesbezügliche 

Screenshots des Whatsapp Verlaufs zwischen dem Trainer und der Juniorin vor, welche die 

Juniorin aber nicht an die Antragstellerin weiterleiten möchte. G.________ hat die Juniorin 

ermutig, sich bei der Antragstellerin zu melden. Dem SHV sei aber zurzeit nicht bekannt, ob 

sich diese Spielerin bei der Antragstellerin gemeldet hat, weshalb der SHV seiner Pflicht als 

Verband nachgehe und den Vorfall mit allen dem SHV vorliegenden Informationen meldet. 

 

10. Gestützt auf diese Meldungen zeigte die Antragstellerin der angeschuldigten Person am 

30. März 2022 an, dass gegen sie ein Untersuchungsverfahren wegen eines mutmasslichen 

Verstosses gegen Art. 2.1.4 des Ethik-Statut des Schweizer Sports (Verletzung der sexuellen 

 

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Integrität) eröffnet wurde und wies darauf hin, dass die angeschuldigte Person gemäss Art. 7 

Abs. 2 VerfReg SSI i.V.m. Art. 4.4 Abs. 1 Ethik-Statut zur Mitwirkung verpflichtet sei, ausser 

es bestünden Ausstandsgründe nach Art. 7 Abs. 3 VerfReg SSI. Mit Schreiben vom selben 

Tag hat die Antragstellerin auch E.________ und den Präsidenten des Vereins B.________ 

darüber informiert, dass gegen die angeschuldigte Person ein Untersuchungsverfahren 

eröffnet wurde. 

 

11. Am 20. April 2022 führte die Antragstellerin eine Befragung mit E.________ durch und 

erstellte diesbezüglich ein schriftliches Protokoll. Anlässlich dieser Befragung übergab 

E.________ an die Antragstellerin zahlreiche Screenshots von Nachrichten, welche die 

angeschuldigte Person an E.________ über Snapchat zugestellt hat. In ihrer Befragung sagte 

E.________ sinngemäss aus, dass E.________ seit Sommer 2021 und ihrem Wechsel zum 

Verein B.________ regelmässigen Kontakt mit A.________ hatte, da er ab dann ihr Technik-

Trainer (2x Training pro Woche) war und ihr mit dem Umzug nach H.________bzw. dem 

Auffinden einer Gastfamilie half. Da zu Beginn an keine Gastfamilie verfügbar war, wohnte 

E.________ im Sommer 2021 zwei Woche bei A.________. Weiter gab E.________ an, dass 

zunächst ein normales Verhältnis zu A.________ bestand und sie ihn als hilfsbereit 

wahrgenommen habe. Ab ungefähr November 2021 habe A.________ jedoch damit 

begonnen, E.________ intensiver über Snapchat anzuschreiben, was E.________ 

unangenehm war. E.________ war zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre alt. Die Nachrichten nahm 

E.________ als aufdringlich wahr und beinhalteten sexuelle Andeutungen und 

Bemerkungen über den Körper von E.________. Zudem habe A.________ an E.________ 

freizügige Bilder von sich zugesendet. E.________ fühlte sich durch diese Situation 

überfordert. Auf die Frage, ob A.________ E.________ je tätlich sexuell belästigt habe, gab 

E.________ an, dass es an einem Dienstagabend im Januar/Februar 2022 zu einer 

Umarmung durch A.________ kam, welche E.________ sehr unangenehm war, sie sich aber 

nicht dagegen wehren konnte. Die Umarmung fand statt, nachdem A.________ E.________ 

nach dem Training an den Bahnhof gefahren habe, wobei E.________ angab, lieber zu Fuss 

zum Bahnhof zu laufen, A.________ jedoch auf sein Fahrangebot gedrängt habe. 

 

12. Am 21. April 2022 wurde I.________, Präsident des Vereins B.________, durch die 

Antragstellerin befragt. I.________ führte unter anderem aus, dass an einem 

Donnerstagnachmittag anfangs März ein Gespräch mit J.________ und der angeschuldigten 

Person stattgefunden habe anlässlich dessen sich die angeschuldigte Person und der Verein 

B.________ geeinigt hätten, dass sie sich per sofort trennen würden. 

 

13. Die Antragstellerin führte in der Folge diverse Befragungen mit weiteren Personen durch, 

namentlich am 23. Mai 2022 jeweils per Telefon mit K.________ (Co-Trainerin einer anderen 

Mannschaft des Vereins B.________; das Gespräch wurde in einer Telefonnotiz 

festgehalten, in der K.________ Ausführungen über einen Austausch auf Instagram 

zwischen November 2020 und Februar 2022, als sie volljährig war, tätigte) und mit 

L.________  (Spielerin des Vereins B.________, welche von der angeschuldigten Person 

trainiert wurde; das Gespräch wurde in einer Telefonnotiz festgehalten, in der L.________ 

Ausführungen über WhatsApp- und Snapchat-Nachrichten zwischen 2018 und 2021, als sie 

minderjährig war, tätigte). Am 2. und am 9. Mai 2022 führte die Antragstellerin zudem zwei 

weitere Befragungen (per Telefon, festgehalten in geschwärzten Telefonnotizen, in der über 

Snapchat- und Instagram-Austausch zu einem unbestimmten Zeitpunkt berichtet wird) 

durch. Diese zwei Personen bestanden jedoch auf ihre Anonymität, weshalb die Identität 

dieser Personen dem Schweizerischen Sportgericht bis dato nicht bekannt ist. 

 

14. Mit Datum vom 9. Juni 2022 führte die Antragstellerin eine Befragung der angeschuldigten 

Person durch. Anlässlich der Befragung wurden der angeschuldigten Person die Screenshots 

 

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der Nachrichten mit E.________ und K.________ vorgelegt, wobei die angeschuldigte 

Person die Nachrichten explizit bestätigt und signiert hat. In ihrer Befragung sagte die 

angeschuldigte Person sinngemäss aus, dass sie als Trainer eine Leistungskultur im Verein 

B.________ implementiert habe und diese als Vorbild für die Nachwuchsmannschaften 

leben wollte. Betreffend die gegen ihn erhobenen Vorwürfe sei er erstmals im Februar 2022 

durch den Präsidenten des Vereins B.________, I.________, informiert worden. Dabei 

wurde dem Verein B.________ erstmals mitgeteilt, dass sich eine Nachwuchsspielerin 

infolge des persönlichen Kontakts mit der angeschuldigten Person bedrängt fühle, wobei der 

angeschuldigten Person sofort klar gewesen sei, dass es sich bei dieser Nachwuchsspielerin 

um E.________ handle. Weiter gab die angeschuldigte Person an, dass die Snapchat 

Nachrichten alle auf einer kollegialen Ebene waren und auf explizite Frage verneinte, dass 

die Nachrichten einen sexuellen Inhalt hatten, die angeschuldigte Person die 

entsprechenden Nachrichten aber nicht mehr vorliegend habe. Sodann gab die 

angeschuldigte Person an, die Nachrichten an E.________ als nicht gut zu beurteilen. Die 

angeschuldigte Person gab sinngemäss ferner an, dass E.________ den Kontakt über 

Snapchat nicht abgeblockt habe und selbst immer wieder Fragen an die angeschuldigte 

Person gestellt habe, auch mit sexuellem Inhalt. In diesem Zusammenhang führte die 

angeschuldigte Person aus, dass sie diese Nachrichten hätte abblocken sollen. Zudem gab 

die angeschuldigte Person an, dass ihr das Abhängigkeitsverhältnis zwischen ihr als Trainer 

und E.________ als Spielerin bekannt gewesen sei. Betreffend den Vorwurf von K.________ 

führte die angeschuldigte Person sinngemäss aus, dass es sich bei ihr nicht um eine seiner 

Spielerinnen handelte, sondern sie sich privat kannten. 

 

15. Am 20. Juni 2022 wurden schliesslich per Telefon M.________ (ehemalige Spielerin unter 

der angeschuldigten Person; das Gespräch wurde in einer Telefonnotiz festgehalten, in der 

M.________ Ausführungen über einen Austausch von Nachrichten zwischen 2015 und 2019, 

als sie minderjährig war, tätigte) und N.________ (ehemalige Spielerin unter der 

angeschuldigten Person; das Gespräch wurde in einer Telefonnotiz festgehalten, in der 

N.________ Ausführungen über einen Austausch im 2018, als sie volljährig war, tätigte) 

befragt. 

B. Verfahren vor der Disziplinarkammer des Schweizer Sports 

16. Am 19. April 2023 reichte die SSI ihren Untersuchungsbericht betreffend Ethikverstoss bei 

der Disziplinarkammer des Schweizer Sports ("DK") mit folgenden Rechtsbegehren ein: 

 
"1. A.________ sei dauerhaft für das Trainieren von weiblichen Spielerinnen 

(Juniorinnen, Frauen und Frauenmannschaften) im organisierten Sport zu 
sperren. 

 2. A.________ sei zu einer Geldbusse von CHF 2'000.00 zu verurteilen. 

 3. Die Stiftung Swiss Sport Integrity sei anzuweisen, die Öffentlichkeit über den 
Entscheid der Disziplinarkammer zu informieren, unter Nennung seiner 
Identität. 

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten A.________." 
 

17. Mit Schreiben vom 19. April 2023 sendet die SSI der DK den Untersuchungsbericht sowie 

die Stellungnahme des Schweizerischen Handball-Verbands.  

 

18. Mit Verfügung vom 26. Mai 2023 eröffnete die DK ein Verfahren gegen die angeschuldigte 

Person wegen möglichen Verstosses insbesondere gegen Art. 2.1.4 Ethik-Statut. Zudem 

wurde die angeschuldigte Person per sofort provisorisch mit einem Verbot belegt, 

Athletinnen im organisierten Sport zu trainieren, sowie selbst in einer Schweizer 

 

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Sportorganisation zu trainieren, sofern dort auch Athletinnen am Trainingsbetrieb 

teilnehmen. 

 

19. Als Begründung für die provisorische Massnahme führte die DK sinngemäss aus, dass diese 

notwendig sei, um künftige Ethikverstösse der angeschuldigten Person zu verhindern. Die 

Massnahme sei zudem verhältnismässig, sofern das vorliegende Verfahren innert 

vernünftiger Zeit fortgeführt werden könne. Zugleich setzte die DK der angeschuldigten 

Person Frist bis am 23. Juni 2023, um eine Stellungnahme einzureichen. Zudem wies die DK 

die Antragstellerin an, bis am 6. Juni 2023 den potenziellen Opfern die Verfügung der DK in 

geeigneter Form zur Kenntnis zu bringen. 

 

20. Mit Schreiben vom 18. August 2023 reichte die angeschuldigte Person, vertreten durch 

seinen Rechtsvertreter, nach zweifach erfolgter Fristerstreckung, eine Stellungnahme mit 

folgenden Rechtsbegehren ein: 

 
"1. Es seien die Rechtsbegehren der Antragstellerin vollumfänglich abzuweisen 

und der Angeschuldigte von sämtlichen Vorwürfen freizusprechen; 

 2. Eventualiter sei der Angeschuldigte lediglich während zwei Jahren für das 
Trainieren von weiblichen Spielerinnen (Juniorinnen, Frauen und 
Frauenmannschaften) im organisierten Sport zu sperren und die 
Antragstellerin anzuweisen, davon abzusehen, die Öffentlichkeit über den 
Entscheid der Disziplinarkammer zu informieren und subeventualiter sei die 
Antragstellerin anzuweisen, auf eine Nennung der Identität des 
Angeschuldigten, des Vereins B.________ sowie irgendwelcher inhaltlicher 
Details des Falles (d.h. betroffene Personen, Inhalt der vorgeworfenen 
Kommunikation etc.) zu verzichten. 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu Lasten der 
Antragstellerin." 

 

21. Weitere Verfahrensschritte vor der DK erfolgten nicht. 

III. Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht 

22. Die DK hat ihre Tätigkeit gemäss einem Beschluss vom 24. November 2023 des 

Sportparlaments von Swiss Olympic am 30. Juni 2024 eingestellt. Gemäss diesem Beschluss 

gehen sämtliche Kompetenzen der DK an die Stiftung Schweizer Sportgericht über. 

 

23. Die DK reichte die vollständige Akte am 7. August 2024 beim Sekretariat des Schweizer 

Sportgerichts ein. 

 

24. Mit Eröffnungsschreiben vom 13. November 2024 teilte der Direktor der Stiftung Schweizer 

Sportgericht den Parteien mit, dass das Verfahren zwischen SSI und der angeschuldigten 

Person im Sinne der Verfügung des Präsidenten der Disziplinarkammer des Schweizer Sports 

vom 26. Mai 2023 mit sofortiger Wirkung von der Stiftung Schweizer Sportgericht 

übernommen wird. Ausserdem wurde den Parteien die Bestellung des Gerichts, die 

zuständige Kammer sowie die Sprache des vorliegenden Verfahrens mitgeteilt. Darüber 

hinaus wurden die Parteien über die Kommunikationsmittel mit dem Schweizer 

Sportgericht, sowie die Möglichkeit eines Beistands und diejenige der unentgeltlichen 

Rechtspflege informiert und dass das Urteil gemäss dem Reglement betreffend das 

Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht vom 1. Juli 2024 (VerfRegl) unter 

Berücksichtigung der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen auf der Website des Schweizer 

Sportgerichts publiziert werden würde. Schliesslich wurde den Parteien im 

 

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Eröffnungsschreiben mitgeteilt, dass sie bis zum 4. Dezember 2024 das Recht hätten, in 

schriftlicher oder mündlicher Form Stellung zu nehmen sowie Anträge zu stellen.  

 

25. Mit Schreiben vom 14. November 2024 beantragte der SHV Parteistellung. Auf das 

Einreichen einer Stellungnahme wurde verzichtet. 

 

26. Mit Schreiben vom 21. November 2024 nahm die angeschuldigte Person zum 

Eröffnungsschreiben vom 13. November 2024 Stellung. Zusammengefasst führt die 

angeschuldigte Person sinngemäss aus, dass die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts 

bestritten sei, da sie sich nie der Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts unterstellt habe. 

Zudem führte die angeschuldigte Person aus, dass während der Dauer des Verfahrens neben 

ihr und der Antragstellerin keinen weiteren Personen Einsicht in die Verfahrensakten zu 

gewähren sei. 

 

27. Mit E-Mail vom 11. Dezember 2024 teilte die Antragstellerin mit, auf eine weitere 

Stellungnahme zu verzichten und verwies im Übrigen auf den Untersuchungsbericht vom 

19. April 2023. Ferner teilte die Antragstellerin mit, keine Zustimmung zu einem 

Zirkularentscheid zu erteilen, da nicht von einem klaren Sachverhalt ausgegangen werden 

könne. 

 

28. Mit Verfahrensverfügung vom 20. Dezember 2024 hiess das Schweizer Sportgericht den 

Antrag der angeschuldigten Person, über die Zuständigkeit einen Vor- bzw. 

Zwischenentscheid zu fällen, gut. Das Schweizer Sportgericht bejahte gestützt auf Art. 11 

Abs. 2 VerfRegl im Sinne eines Vorentscheids die Zuständigkeit zur Beurteilung des 

vorliegenden Falles und verwies für die Begründung auf den Endentscheid. Der Antrag der 

angeschuldigten Person, das Verfahren auf die Frage der Zuständigkeit zu beschränken, 

wurde folglich als gegenstandslos abgeschrieben. Schliesslich setzte das Schweizer 

Sportgericht der angeschuldigten Person eine Frist bis zum 31. Dezember 2024, um diverse 

Unterlagen (insb. Arbeitsverträge mit dem Verein B.________, die Statuten der einzelnen 

Gönnervereinen des Vereins B.________, in denen die angeschuldigte Person Mitglied ist 

oder war und ein Auszug betreffend den Besitz einer Swiss Olympic Card) einzureichen. 

Abschliessend wurden die Parteien bis zum 9. Januar 2025 aufgefordert, zur Frage des 

anwendbaren Rechts Stellung zu nehmen, insbesondere hinsichtlich der Anwendbarkeit der 

Statuten des Vereins B.________, der Statuten des SHV sowie der Ethik-Charta von Swiss 

Olympic. 

 

29. Mit Eingabe vom 6. Januar 2025 übermittelte die angeschuldigte Person dem Schweizer 

Sportgericht die Statuten des Vereins B.________2010 sowie des Gönnervereins 

O.________. Zudem teilte die angeschuldigte Person mit, dass diese die Swiss Olympic 

Trainer Card nicht mehr habe und die Anfrage betreffend Arbeitsverträge beim Verein 

B.________ hängig sei. 

 

30. Mit Eingabe vom 9. Januar 2025 reichte die angeschuldigte Person zwei Trainerverträge mit 

dem Verein B.________ ein. Zudem hielt die angeschuldigte Person weiterhin an der 

Unzuständigkeitseinrede fest. 

 

31. Mit Eingabe vom 16. Januar 2025 nahm die Antragstellerin Stellung zu der Frage des 

anwendbaren Rechts. Sinngemäss führt die Antragstellerin aus, dass die angeschuldigte 

Person ab dem 1. Januar 2022 dem Ethik-Statut unterstellt war und dieses für die Vorfälle 

nach dem 1. Januar 2022 Anwendung fände. Für die Vorfälle im Zeitraum vor dem 1. Januar 

2022 sei nach Ansicht der Antragstellerin die Ethik-Charta anwendbar, deren Prinzipien sich 

sodann in den Statuten des SHV wie auch dessen Code of Conduct wiederfinden müssen. 

 

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32. Mit Stellungnahme ebenfalls vom 16. Januar 2025 äusserte sich die angeschuldigte Person 

zum anwendbaren Recht. Sinngemäss trägt die angeschuldigte Person vor, dass vor dem 1. 

Januar 2022 keine gültige Sanktionsgrundlage vorliege und eine Sanktionierung der 

angeschuldigten Person für etwaige Verfehlungen vor dem 1. Januar 2022 ausgeschlossen 

sei. Weiter führt die angeschuldigte Person aus, dass das Ethik-Statut für Vorfälle nach dem 

1. Januar 2022 zwar grundsätzlich eine Sanktionsgrundlage darstelle, aber kein Verstoss 

gegen das Ethik-Statut vorliege, weshalb auch diesbezüglich eine Sanktionierung 

ausgeschlossen sei. 

 

33. Mit E-Mail vom 30. Januar 2025 teilte der SHV mit, auf die persönliche Teilnahme an einer 

Hauptverhandlung zu verzichten und bat darum, einzig über den Ausgang des Verfahrens 

informiert zu werden und Einblick in die Verfahrensakten zu erhalten. 

 

34. Mit E-Mail vom 7. Februar 2025 wurde die Hauptverhandlung auf den 7. März 2025 

festgesetzt. 

 

35. Mit Verfahrensverfügung vom 11. Februar 2025 bestätigte das Schweizer Sportgericht unter 

Bezugnahme auf Art. 11 Abs. 1 und 2 VerfRegl, dass sich das Gericht zur Beurteilung für 

Sachverhalte, welche sich ab dem 1. Januar 2022 ereignet haben, unter Anwendung des 

Ethik-Statuts als zuständig erachtet. Zudem teilte das Schweizer Sportgericht mit, dass die 

Hauptverhandlung in der Form einer Videokonferenz durchgeführt wird und informierte 

über den Ablauf der Hauptverhandlung. Ferner teilte das Schweizer Sportgericht mit, dass 

E.________ und I.________ als Zeugen befragt werden können. 

 

36. Mit Einladung vom 11. Februar 2025 wurden die Zeug:innen E.________ und  

I.________ zur Teilnahme an der Hauptverhandlung aufgefordert. Mit E-Mail vom 16. 

Februar 2025 teilte E.________ unter anderem mit, dass sie sich seit mehreren Wochen in 

einem körperlichen Erschöpfungszustand befindet, welcher durch zusätzliche psychische 

Belastung verstärkt wird und sie deshalb um Abnahme der Einladung ersucht. Eventualiter 

ersucht E.________ sinngemäss um die Möglichkeit, etwaige Fragen des Schweizer 

Sportgerichts schriftlich beantworten zu können. Auf Nachfrage des Schweizer Sportgerichts 

reichte E.________ am 20. Februar 2025 zudem ein Arztzeugnis ein. 

 

37. Nach Einsicht in das entsprechende Arztzeugnis gestattete das Schweizer Sportgericht  

E.________ die Möglichkeit, die Fragen des Gerichts schriftlich beantworten zu können. 

Zugleich setzte das Schweizer Sportgericht mit Schreiben vom 25. Februar 2025 den 

Parteien eine Frist, innerhalb derer sie dem Gericht allfällige Fragen einreichen konnten, die 

sie E.________ stellen möchten. Zudem teilte das Schweizer Sportgericht mit, dass die 

schriftlichen Antworten von E.________ den Parteien vor der Hauptverhandlung zur 

Verfügung gestellt werden. 

 

38. Innert Frist gingen keine Ergänzungsfragen der Parteien ein. Der schriftliche Fragenkatalog 

an E.________ wurde dieser am 4. März 2025 zugestellt. Am 6. März 2025 übermittelte 

E.________ die schriftlichen Antworten auf ihre Zeugenbefragung. Die schriftlichen 

Antworten wurden gleichentags den Parteien zur Verfügung gestellt. 

 

39. Am 7. März 2025 fand die Hauptverhandlung in Form einer Videokonferenz statt. Das 

Gericht wurde während der gesamten Verhandlung von Miro Vuille, Case Manager am 

Sekretariat der Stiftung Schweizer Sportgericht, unterstützt. Ausserdem nahmen an der 

Verhandlung die angeschuldigte Person, vertreten durch Rechtsanwalt Zani Dzaferi, sowie 

die Antragstellerin, vertreten durch Rechtsanwältin Yvonne Stadler, teil. Die Parteien haben 

an den bereits gestellten Anträgen vollumfänglich festgehalten. Im Rahmen der 

 

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Hauptverhandlung befragte das Gericht die angeschuldigte Person und I.________ als 

Zeugen ausführlich zur Sache. Den Parteien wurde das rechtliche Gehör zum vorliegend 

massgeblichen Sachverhalt gewährt und die Parteien konnten sich im Rahmen der 

Parteivorträge ausführlich dazu äussern. 

 

40. In Anschluss an die Hauptverhandlung erachtet das Schweizer Sportgericht das Verfahren 

als spruchreif. 

 

41. Am 13. März 2025 entschied der Direktor der Stiftung Schweizer Sportgericht, dem Antrag 

der vorsitzenden Richterin auf Verlängerung des Verfahrens im Sinne von Art. 19 Abs. 3 

VerfRegl um zwei Monate stattzugeben. Die Frist wurde bis am 7. Mai 2025 verlängert. 

 

42. Am 17. April 2024 [recte 17. April 2025] übermittelte die Antragstellerin dem Schweizer 

Sportgericht einen Antrag um Sistierung des vorliegenden Verfahrens bis zum Erlass eines 

Schiedsspruchs im Verfahren CAS 2025/A/11306. Die Antragstellerin begründet diesen 

Antrag sinngemäss damit, dass das genannte Verfahren vor dem Tribunal Arbitral du Sport 

(TAS) hängig sei und die grundlegende und auch für das vorliegende Verfahren relevante 

Frage kläre, ob das Schweizer Sportgericht für Vorfälle zuständig ist, die sich vor dem Jahr 

2022 ereignet haben. Aus Gründen der Verfahrensökonomie und Rechtssicherheit sei es 

deshalb sachgerecht und angezeigt, den Ausgang des TAS-Verfahrens abzuwarten. 

 

43. Mit Verfahrensverfügung vom 25. April 2025 wies das Schweizerische Sportgericht den 

Sistierungsantrag der Antragstellerin, unter Bezugnahme auf den Vorentscheid vom 20. 

Dezember 2024 sowie die Verfahrensverfügung vom 11. Februar 2025, ab. Zudem behandle 

das Verfahren vor dem TAS einen Entscheid der DK, der in einem Verfahren gefällt wurde, 

das vom Schweizer Sportgericht gemäss den Übergangsbestimmungen abgeschlossen, aber 

nicht in der Eigenschaft des Schweizer Sportgericht als Disziplinarstelle im Sinne von Art. 72g 

SpoFöV und in seiner Eigenschaft als Schiedsgericht gefällt wurde. 

 

44. Am 2. Mai 2025 übermittelte die angeschuldigte Person dem Schweizer Sportgericht eine 

Eingabe. Die angeschuldigte Person ersuchte das Schweizer Sportgericht sinngemäss, dass 

das es das Sportgericht der Antragstellerin untersage, eine Medienmitteilung über den 

vorliegenden Fall zu publizieren und weiter davon abgesehen wird, den Entscheid auf der 

Internetseite des Schweizer Sportgerichts zu publizieren. Die angeschuldigte Person führt 

diesbezüglich aus, dass auch eine anonyme Publikation des Entscheides (unter Ausführung 

insbesondere der Vorwürfe vor dem 1. Januar 2022) einen irreparablen Schaden für die 

angeschuldigte Person zur Folge hätte, da trotz der Anonymität einen Schluss auf die 

Identität der angeschuldigten Person möglich sei, was zu einer Vorverurteilung in Bezug auf 

Vorfälle führen könnte, zu welchen das Schweizer Sportgericht zur Beurteilung nicht 

zuständig ist. Das Schweizer Sportgericht verzichtete darauf, SSI zu einer Stellungnahme 

einzuladen. 

IV. Positionen der Parteien 

45. Dieser Abschnitt des Entscheids enthält keine abschliessende Auflistung der Behauptungen 

der Parteien, sondern soll eine Zusammenfassung des Inhalts der wichtigsten Argumente 

der Parteien bieten. Bei der Prüfung und Entscheidung über die Ansprüche der Parteien in 

diesem Entscheid hat das Gericht alle von den Parteien vorgebrachten Argumente und 

Beweise berücksichtigt und sorgfältig geprüft, einschliesslich der Behauptungen und 

Argumente, die in diesem Abschnitt des Entscheids oder in der nachstehenden Erörterung 

der Ansprüche nicht erwähnt werden. 

 

 10 

A. Die Position der Antragstellerin 

46. Die Vorbringen der Antragstellerin basierend auf ihren schriftlichen Eingaben können wie 

folgt zusammengefasst werden: 

1. Zuständigkeit 

47. Betreffend die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts führt die Antragstellerin 

zusammengefasst das Folgende aus: Die DK sei insbesondere für Ethikverstösse zuständig 

gewesen (Art. 4 des Reglements der DK). Gemäss Art. 5.6 Ethik-Statut prüfe die DK den 

Untersuchungsbericht der Antragstellerin und hört die betroffenen Parteien an. Im Fall von 

Ethikverstössen spreche die DK angemessene Disziplinarmassnahmen aus.  

 

48. Da das Schweizer Sportgericht per 1. Juli 2024 die Kompetenzen der DK übernommen habe, 

sei das Schweizer Sportgericht aufgrund der früheren Zuständigkeit der DK zur Behandlung 

der vorliegenden Angelegenheit zuständig. So halte insbesondere Art. 10.3.3 des Ethik-

Statut (2025) fest, dass das Schweizer Sportgericht zur Beurteilung von früheren 

Ethikverstössen zuständig ist, bei denen am 1. Januar 2022 noch kein Verfahren vor einer 

rechtsprechenden Instanz des Mitgliedverbandes oder der Partnerorganisation von Swiss 

Olympic hängig gewesen ist. Bei Verstössen vor dem 1. Januar 2022 wende das Schweizer 

Sportgericht gemäss Art. 10.3.4 des Ethik-Statuts die Statuten und Reglemente des 

betreffenden Mitgliedverbandes von Swiss Olympic an. Es könne, so die Antragstellerin, 

schlicht nicht sein, dass niemand zur Beurteilung von Fällen vor der dem 1. Januar 2022 

zuständig sei. Dies gälte insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Antragstellerin 

verpflichtet sei, auch Sachverhalte vor dem 1. Januar 2022 zu untersuchen. 

2. Anwendbares Recht 

49. Betreffend das anwendbare Recht führt die Antragstellerin zusammengefasst das Folgende 

aus: Der Verein B.________ sei ein Verein im Sinne von Art. 60 ff. ZGB und Mitglied des SHV 

(Art. 1 und Art. 6 der Statuten). Der SHV sei zudem eine Sportorganisation im Sinne von Art. 

1.1 Abs. 2 lit. b Ethik-Statut und der Verein B.________ eine Sportorganisation im Sinne von 

Art. 1.1 Abs. 2 lit. c Ethik-Statut. Gemäss Art. 1.1 Abs. 4 lit. d, f und h Ethik-Statut sind 

Angestellte oder Beauftragte einer Sportorganisation, Betreuer von Sportler:innen (z.B. 

Trainer) und Personen, die Inhaber einer Swiss Olympic Card sind, seit dem 1. Januar 2022 

dem Ethik-Statut unterstellt. Da die angeschuldigte Person Headcoach der Hauptmannschaft 

des Vereins B.________ (SPL 1) und Besitzer einer Swiss Olympic Trainer Card sei, unterstehe 

die angeschuldigte Person für Vorfälle nach dem 1. Januar 2022 dem Ethik-Statut. 

 

50. Für Vorfälle vor dem 1. Januar 2022 - vorliegend in den Jahren 2015 bis 2021 - gälte die 

Ethik-Charta von Swiss Olympic. Gemäss der Ethik-Charta hätten sämtliche Verbände, die 

Mitglied von Swiss Olympic sind, die Pflicht, die neun Prinzipien der Ethik-Charta in ihre 

Statuten zu integrieren. Folglich müssen sich diese Prinzipien in den Statuten des SHV wie 

auch in dessen Code of Conduct wiederfinden. Die Statuten des SHV seien deshalb direkt 

anwendbar. Zudem bestehe seit dem 1. September 2017 ein Code of Conduct. Sowohl in 

den Statuten des SHV wie auch im Code of Conduct werde auf die Ethik-Charta verwiesen 

(Art. 5 Abs. 2 der Statuten des SHV, bzw. Codex 1 des Code of Conduct).  

 

51. Zusammengefasst unterstehe die angeschuldigte Person deshalb für Sachverhalte ab dem 

1. Januar 2022 dem Ethik-Statut in persönlicher, sachlicher und räumlicher Hinsicht. Für die 

Sachverhalte aus den Jahren 2015 bis 2021 unterstehe die angeschuldigte Person ferner der 

Ethik-Charta und den Statuten des SHV wie auch dem Code of Conduct.  

 

 11 

3. Zu den Vorwürfen im Einzelnen 

3.1 Vorwürfe von Januar 2022 bis Februar 2022 

52. Die Antragstellerin erachtet es als erwiesen an, dass die angeschuldigte Person im Zeitraum 

vom Januar 2022 bis zum Februar 2022 die folgenden Handlungen vorgenommen hat: 

 

- Die angeschuldigte Person habe gegenüber einer von ihr trainierten 

Juniorenspielerin (E.________) Bemerkungen getätigt, welche von dieser als 

Adressatin obszön und sexistisch empfunden werden könnten; 

- Die angeschuldigte Person habe einer von ihr trainierten Juniorenspielerin 

(E.________) Nachrichten über Snapchat versendet, die von der Adressatin als 

aufdringlich empfunden werden mussten (z.B. Aufforderung, Nacktfotos zu schicken 

oder gemeinsam eine Nacktsauna zu besuchen); 

- Die angeschuldigte Person habe einer Co-Trainerin einer anderen Mannschaft 

(K.________) anzügliche und unangebrachte Nachrichten mit einem sexuellen Inhalt 

versendet; sowie 

- Die angeschuldigte Person habe eine von ihr trainierte Juniorenspielerin 

(E.________) gegen ihren Willen umarmt, was dieser unangenehm war und die 

angeschuldigte Person wusste oder wissen musste. 

 

53. Mit seinem Verhalten, seinen Äusserungen und seinen Nachrichten habe die angeschuldigte 

Person gegen Art. 2.1.4 (Verletzung der sexuellen Integrität) des Ethik-Statuts verstossen 

und damit die sexuelle Integrität der von ihm trainierten Juniorenspielerin bzw. der Co-

Trainerin einer anderen Mannschaft verletzt. 

3.2 Vorwürfe in den Jahren 2015 bis 2021 

54. Die Antragstellerin erachtet es als erwiesen an, dass die angeschuldigte Person im Zeitraum 

von 2015 bis 2021 die folgenden Handlungen vorgenommen hat: 

 

- Die angeschuldigte Person habe an Spielerinnen, welche von der angeschuldigten 

Person trainiert wurden, Nachrichten verschickt, in denen die angeschuldigte Person 

Äusserungen über körperliche Vorzüge gemacht habe; 

- Die angeschuldigte Person habe an Spielerinnen, welche von der angeschuldigten 

Person trainiert wurden, Nachrichten versendet, die von den Empfängerinnen als 

obszöne und sexuelle Äusserungen aufgefasst werden mussten; 

- Die angeschuldigte Person habe an Spielerinnen, welche von der angeschuldigten 

Person trainiert wurden, ungefragt Bilder ihres nackten Oberkörpers und sogar ihres 

Penis zugesendet; sowie 

- Die angeschuldigte Person habe Geschlechtsverkehr mit Spielerinnen gehabt, die von 

der angeschuldigten Person trainiert und ihr deshalb anvertraut wurden, wobei eine 

von ihnen zum Zeitpunkt des ersten Geschlechtsverkehres 15 Jahre alt war (die 

angeschuldigte Person war etwa 30 Jahre alt), währen die andere Spielerin im 

Zeitpunkt des Geschlechtsverkehres 19 Jahre alt war (die angeschuldigte Person war 

etwa 35 Jahre alt). 

 

55. Die beschriebenen Handlungen im Zusammenhang mit diesen Vorfällen würden deshalb 

eine Verletzung von Art. 6 der Ethik-Charta sowie der Statuten des SHV und des Code of 

Conduct begründen und seien durch das Schweizer Sportgericht zu sanktionieren. Da die 

Ethik-Charta keine Sanktionsmassnahmen für Fehlverhalten vorsehen, seien analog die 

Sanktionsmassnahmen des Code of Conduct des SHV anzuwenden. 

 

 12 

4. Sanktion 

56. Die Antragstellerin erachtet den mehrfachen Verstoss der angeschuldigten Person gegen 

Art. 2.1.4 des Ethik-Statuts, gegen Art. 6 der Ethik-Charta sowie gegen die Statuten des SHV 

bzw. den Code of Conduct des SHV, indem die angeschuldigte Person mehrfach die sexuelle 

Integrität mehrerer Spielerinnen des Vereins B.________ bzw. in einem Fall einer Co-

Trainerin einer anderen Mannschaft des Vereins B.________ verletzte, als erstellt und 

fordert deshalb eine angemessene Bestrafung. 

 

57. Die Antragstellerin stuft die durch die angeschuldigte Person mutmasslich begangene 

Verletzungen des Ethik-Statuts in ihrem Untersuchungsbericht als insgesamt 

schwerwiegend ein.  

 

58. Strafverschärfend für die angeschuldigte Person wirke sich in erster Linie aus, (i) dass die 

mutmasslich betroffenen Personen in einem Abhängigkeitsverhältnis zu der 

angeschuldigten Person standen, (ii) dass die angeschuldigte Person das Ethik-Statut 

wiederholt und fortgesetzt verletzt habe, (iii) dass vereinzelte Verstösse mutmasslich gegen 

minderjährige Personen, die ihm anvertraut worden waren, erfolgt sind und (iv) dass sich 

die angeschuldigte Person im Rahmen des Untersuchungsverfahrens wenig kooperativ und 

ohne Reue gezeigt und Unwahrheiten verbreitet habe sowie erst auf die Vorlage klarer 

Beweismittel sein Verhalten zugegeben habe. 

 

59. Vor diesem Hintergrund beantragt die Antragstellerin, die angeschuldigte Person dauerhaft 

für das Trainieren von weiblichen Spielerinnen im organisierten Sport zu sperren und die 

angeschuldigte Person zur Bezahlung einer Geldbusse von CHF 2'000.00 zu verpflichten. 

5. Veröffentlichung des Entscheids 

60. Die Antragstellerin beantragt weiter die Veröffentlichung des Entscheids. Diesbezüglich 

beruft sich die Antragstellerin auf Art. 6.3 Ethik-Statut, wonach Entscheide teilweise oder in 

vollem Umfang veröffentlicht werden können mit der Namensnennung der angeschuldigten 

Person. 

 

61. Konkret begründet die Antragstellerin diesen Antrag damit, dass die Angelegenheit bereits 

eine hohe mediale Präsenz erreicht habe und das öffentliche Interesse für eine Publikation 

des Entscheids spreche. 

B. Die Position der angeschuldigten Person 

1. Zuständigkeit 

62. Die angeschuldigte Person führt betreffend die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts 

sinngemäss das Folgende aus: Die angeschuldigte Person bestreitet die Zuständigkeit des 

Schweizer Sportgerichts, bzw. früher der DK für Fälle von Ethikverstössen nicht generell in 

der ersten Stellungnahme vom 18. August 2023, sondern führt im Wesentlichen aus, dass 

vorliegend gar kein Ethikverstoss vorliege. Deshalb bestehe keine Zuständigkeit des 

Schweizer Sportgerichts. 

 

63. Erst mit Eingabe vom 21. November 2024 erhob die angeschuldigte Person formal die 

Unzuständigkeitseinrede gegen das vom Schweizer Sportgericht übernommene Verfahren 

der DK. Diese Unzuständigkeitseinrede begründete die angeschuldigte Person damit, dass 

die angeschuldigte Person nie einer Unterstellung unter die Zuständigkeit des Schweizer 

Sportgerichts bzw. damals der DK erfolgt ist. 

 

 13 

2. Anwendbares Recht 

64. Betreffend das anwendbare Recht führt die angeschuldigte Person aus, dass die Statuten 

des SHV im vorliegenden Fall nicht direkt anwendbar seien. Zudem sei es falsch, dass die 

Ethik-Charta von Swiss Olympic im vorliegenden Fall für die Vorwürfe betreffend die Jahre 

2015 bis 2021 anwendbar ist, da die Ethik-Charte weder direkt noch indirekt über die 

Statuten des SHV anwendbar ist. Zwar verweise Art. 5 Abs. 2 der Statuten des SHV auf die 

Ethik-Charta doch ergibt sich daraus weder eine konkrete Verpflichtung gegenüber den 

Spielern, Trainern, usw. noch eine entsprechende Sanktion. Die entsprechenden Rechte und 

Pflichten richten sich folglich ausschliesslich an den SHV.  

 

65. Betreffend die Anwendbarkeit des Code of Conduct wendet die angeschuldigte Person ein, 

dass dieser ebenfalls nicht für Trainer und Spieler anwendbar sei, da weder Trainer noch 

Spieler darin erwähnt werden und der Code of Conduct folglich keine konkreten 

Verhaltensnormen vorgibt. Zudem habe die angeschuldigte Person den Code of Conduct nie 

unterzeichnet bzw. sich dessen Verhaltensregelungen unterworfen, weshalb der Code of 

Conduct auch vor diesem Hintergrund im vorliegenden Fall keine Anwendung finden kann. 

 

66. Schliesslich seien die Verbandsreglemente von Swiss Olympic sowie die Statuten des SHV 

und dessen Code of Conduct im Sinne der Rechtsprechung zu den allgemeinen 

Geschäftsbedingungen auszulegen, wonach im Rahmen einer Globalübernahme 

ungewöhnliche und unklare Regelungen nicht zum Nachteil der angeschuldigten Person 

ausgelegt werden können. 

 

67. Zudem führt die angeschuldigte Person weiter aus, dass im vorliegenden Fall aufgrund der 

monopolartigen Stellung von Swiss Olympic und der Unmöglichkeit eines Sportlers, sich der 

(Schieds-)Gerichtsbarkeit von Swiss Olympic zu entziehen, strafrechtliche Prinzipien 

Anwendung finden. Unter diesem Punkt wendet die angeschuldigte Person insbesondere 

ein, dass das Ethik-Statut keine rückwirkende Anwendung finden kann und eine analoge 

Anwendung des Ethik-Statuts ausgeschlossen ist. 

3. Zu den Vorwürfen im Einzelnen 

3.1 Vorwürfe von Januar 2022 bis Februar 2022 

68. Betreffend die Vorwürfe von Januar 2022 und Februar 2022 bezüglich E.________ und 

K.________ führt die angeschuldigte Person sinngemäss das Folgende aus: 

 

- Die angeschuldigte Person anerkennt, dass die Kommunikation mit der von ihr 

trainierten Juniorenspielerin (E.________) sowie der Co-Trainerin einer anderen 

Mannschaft (K.________) "nicht gut" gewesen sei. Die angeschuldigte Person 

anerkennt den Inhalt der von E.________ und K.________ der Antragstellerin 

übermittelten Screenshots bzw. Fotografien der Nachrichten als korrekt an; 

- Die angeschuldigte Person führt ergänzend aus, dass sie E.________ nie unter Druck 

gesetzt habe bzw. gezwungen habe, über irgendwelche Themen zu sprechen. Die 

Kommunikation über Snapchat mit E.________ sei nie gegen ihren Willen erfolgt und 

es wäre E.________ auch jederzeit freigestanden, den Kontakt mit der 

angeschuldigten Person abzubrechen; 

- Die angeschuldigte Person führt betreffend die Nachrichten mit E.________ weiter 

aus, dass diese bloss aufgrund einer Initiative von E.________ eine sexuelle 

Konnotation angenommen haben; sowie 

- Das die angeschuldigte Person mit der Co-Trainerin des Vereins B.________ 

(K.________) nie physischen Kontakt gehabt habe und K.________ auch mehrfach 

 

 14 

von sich aus die angeschuldigte Person angeschrieben und die angeschuldigte Person 

zu einem gemeinsamen Glas Wein einzuladen versucht habe. Es handle sich bei den 

Nachrichten mit K.________ folglich um ein gegenseitiges Anstacheln. 

 

69. Im Ergebnis verneint die angeschuldigte Person das Vorliegen eines Verstosses gegen Art. 

2.1.4 des Ethik-Statuts, weshalb die sexuelle Integrität von E.________ und K.________ 

nicht verletzt wurde. 

3.2 Vorwürfe betreffend die Jahre 2015 bis 2021 

70. Betreffend die Vorwürfe in den Jahren 2015 bis 2021 bezüglich L.________, M.________ 

und N.________ führt die angeschuldigte Person zusammengefasst und sinngemäss aus, 

dass die gegen die angeschuldigte Person erhobenen Vorwürfe unwahr sind und sich die 

behaupteten verbalen und physischen sexuellen Kontakte nie zugetragen haben.  

4. Sanktion 

71. Betreffend eine etwaig festzulegende Sanktion führt die angeschuldigte Person in einem 

ersten Schritt aus, dass die angeschuldigte Person mangels einer anwendbaren rechtlichen 

Grundlage überhaupt nicht bestraft werden kann.  

 

72. Unabhängig davon, dass die angeschuldigte Person das Vorliegen eines Ethikverstosses und 

die Möglichkeit einer Sanktionierung bestreite, bedauere dieser sein Verhalten gegenüber 

K.________ und insbesondere E.________, dies umso mehr vor dem Hintergrund, dass die 

angeschuldigte Person viel Herzblut in den Handballsport und insbesondere den Verein 

B.________ investiert und sich mit Leib und Seele für den Handballsport, den Verein 

B.________ und seine Mannschaft engagiert habe. Zudem sei die angeschuldigte Person 

durch die Entlassung als Cheftrainer des Vereins B.________ in der Folge dieses Verfahrens 

bereits bestraft, weshalb keine zusätzliche Sanktionierung mehr erforderlich sei. 

 

73. In jedem Fall erweise sich deshalb insbesondere die lebenslange Sperre als 

unverhältnismässig. 

5. Veröffentlichung des Entscheids 

74. Schliesslich trägt die angeschuldigte Person betreffend die etwaige Veröffentlichung des 

Entscheides sinngemäss vor, dass davon abzusehen sein solle, da die angeschuldigte Person 

ohnehin freizusprechen sein wird. 

 

75. Selbst im Falle eines Schuldspruches sei weiter von einer Veröffentlichung des Urteils 

abzusehen, da das öffentliche Interesse die Persönlichkeitsrechte der angeschuldigten 

Person bei weitem nicht übersteige. Es handle sich bei der angeschuldigten Person nicht um 

eine bekannte Persönlichkeit, weshalb ohnehin kein Interesse der Öffentlichkeit an der 

Kenntnisnahme eines etwaigen Schuldspruchs bestehe. 

 

76. Zudem verneint die angeschuldigte Person, dass die entsprechende Bestimmung im Ethik-

Statut (Art. 6.3) für die angeschuldigten Person anwendbar sei, da dieser das Ethik-Statut 

wenn überhaupt lediglich global übernommen habe und deshalb im Sinne der 

Ungewöhnlichkeitsregel diese Bestimmung für die angeschuldigte Person keine Anwendung 

finden könne. Die angeschuldigte Person habe schlicht nicht mit dem Vorhandensein einer 

solchen Bestimmung rechnen können und müssen. 

 

 15 

V. Prozessuales 

77. Die anwendbaren Verfahrensvorschriften finden sich gestützt auf Art. 72g Abs. 1 lit. b Ziff. 1 

SpoFöV in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 VerfRegl (Fassung vom 1. Juli 2024) im VerfRegl. 

Gemäss Art. 29 Abs. 1 VerfRegl findet diese auf alle Verfahren Anwendung, die im Zeitpunkt 

seines Inkrafttretens eröffnet sind oder danach eröffnet werden. Da das vorliegende 

Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht am 13. November 2024 eröffnet wurde, gilt 

damit die Fassung des VerfRegl vom 1. Juli 2024. 

VI. Zuständigkeit 

A. Vorbemerkungen 

78. Das Schweizer Sportgericht ist eine Stiftung, die von Swiss Olympic per 1. Juli 2024 

gegründet wurde und den Zweck hat, ein unabhängiges Gericht zu betreiben, das bei 

Streitigkeiten im Sport oder möglichen Regelverstössen entscheidet. Als unabhängige 

Disziplinarstelle im Sinne von Art. 72g Abs. 1 lit. a Ziff. 2 SpoFöV ist das Schweizer 

Sportgericht zuständig für die Beurteilung der ihr von der Meldestelle überwiesenen Fälle 

von mutmasslichem Fehlverhalten oder mutmasslichen Missständen.  

 

79. Das Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht richtet sich nach dem Reglement betreffend 

das Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht ("VerfRegl"). Das VerfRegl ist per 1. Juli 2024 

in Kraft getreten und ersetzt das Reglement betreffend das Verfahren vor der 

Disziplinarkammer vom 1. Juli 2022. Das VerfRegl findet auf sämtliche Verfahren 

Anwendung, in denen Swiss Olympic und die nationalen Sportverbände die bisherige 

"Disziplinarkammer des Schweizer Sports" oder das Schweizer Sportgericht für zuständig 

erklären (Art. 29 Abs. 1 VerfRegl). Soweit das VerfRegl keine Bestimmungen enthält, gilt nach 

Art. 26 VerfRegl sinngemäss die ZPO.3 

 

80. Gemäss Art. 11 Abs. 1 VerfRegl entscheidet das Schweizer Sportgericht selbst über seine 

Zuständigkeit. 

B. Position der Parteien 

81. Die Antragstellerin ist der Auffassung, dass das Schweizer Sportgericht zuständig ist. Zur 

rechtlichen Beurteilung von Vorfällen, welche sich vor dem 1. Januar 2022 ereignet haben, 

führt die Antragstellerin aus, dass gestützt auf die Übergangsbestimmungen des Ethik-

Statuts (Art. 10.3.3 Abs. 2 Ethik-Statut 2025) die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts 

gegeben sei.  

 

82. Die angeschuldigte Person hat mit Stellungnahme vom 21. November 2024 die 

Unzuständigkeitseinrede erhoben mit der Begründung, dass eine Unterstellung unter die 

Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts nie erfolgt sei. 

C. Zuständigkeit für Sachverhalte ab dem 1. Januar 2022 

83. Gemäss Art. 1.2 Abs. 10 i.V.m Art. 10 Abs. 1 der Statuten von Swiss Olympic vom 24. 

November 2023 (Version mit Inkrafttreten am 1. Juli 2024) ist die Sanktionierung 

potenzieller Verstösse gegen das Ethik-Statut Aufgabe der Stiftung Schweizer Sportgericht. 

Zudem legt diese Bestimmung fest, dass die Stiftung Schweizer Sportgericht für die 

Beurteilung von Fällen zuständig ist, die ihr von der SSI im Zusammenhang mit potenziellen 

 
3  Schweizerische Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008, SR 272 (ZPO). 

 

 16 

Verstössen gegen das Ethik-Statut unterbreitet werden. Weiter sieht Art. 10 Abs. 2 der 

Statuten von Swiss Olympic vor, dass die Stiftung Schweizer Sportgericht grundsätzlich auch 

über noch nicht abgeschlossene Verfahren im Zusammenhang mit dem Ethik-Statut 

entscheidet, für die vor ihrer Gründung die Disziplinarkammer zuständig war. 

 

84. Die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts zur Beurteilung möglicher Verstösse gegen 

das am 1. Januar 2022 in Kraft getretene Ethik-Statut ergibt sich zudem aus dem Beschluss 

des Sportparlaments von Swiss Olympic vom 24. November 2023 sowie aus dem Ethik-

Statut selbst. Gemäss Art. 5.6 Ethik-Statut obliegt die Beurteilung potenzieller 

Ethikverstösse der Disziplinarkammer. Wie im Beschlussprotokoll der 27. ordentlichen 

Versammlung des Sportparlaments unter Traktandum 9 festgehalten, wurden die 

Statutenänderungen genehmigt, womit sämtliche Kompetenzen der Disziplinarkammer auf 

die Stiftung Schweizer Sportgericht übergegangen sind. Seit dem 1. Juli 2024 ist somit das 

Schweizer Sportgericht für Verfahren zuständig, für welche bis zum 30. Juni 2024 die 

Disziplinarkammer zuständig war. 

 

85. Das Schweizer Sportgericht ist somit zuständig für die rechtliche Beurteilung und allfällige 

Sanktionierung von Verhalten, das sich seit dem 1. Januar 2022 ereignet hat und unter das 

Ethik-Statut fällt. Diese Zuständigkeit wurde in der bisherigen Rechtsprechung des Schweizer 

Sportgerichts wiederholt bestätigt.4 

D. Zuständigkeit für Sachverhalte vor dem 1. Januar 2022 

86. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist ebenfalls die rechtliche Beurteilung 

mutmasslicher Ethikverstösse, die sich vor dem 1. Januar 2022 und damit vor Inkrafttreten 

des Ethik-Statuts sowie der entsprechenden Statutenänderungen von Swiss Olympic (d.h. 

vom 1. Januar 2022 sowie vom 1. Juli 2024) ereignet haben sollen. 

 

87. Vor dem 1. Januar 2022 lagen sowohl die Untersuchung als auch die rechtliche Beurteilung 

und allfällige Sanktionierung von Ethikverstössen in der Zuständigkeit der nationalen 

Sportverbände. Das vorliegend anwendbare Ethik-Statut enthält aus diesem Grund 

Übergangsbestimmungen, mit denen auch die Zuständigkeit der Disziplinarkammer bzw. 

des Schweizer Sportgerichts für vor dem Inkrafttreten am 1. Januar 2022 liegende Vorfälle 

erfasst werden soll – wobei sich deren normative Reichweite als klärungsbedürftig erweist. 

 

88. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind die Statuten und untergeordneten 

Regelwerke grosser Sportorganisationen (z.B. FIFA oder UEFA) wie Gesetze auszulegen.5 Als 

Nationales Olympisches Komitee und Dachorganisation des Schweizer Sports gehört Swiss 

Olympic zweifellos zu den bedeutendsten Sportorganisationen der Schweiz. 

Dementsprechend sind die Statuten und Reglemente von Swiss Olympic, insbesondere das 

Ethik-Statut, in gesetzesähnlicher Weise auszulegen.6 Obwohl die Auslegung mit dem 

Wortlaut beginnt, muss die tatsächliche Tragweite einer Gesetzesbestimmung unter 

Berücksichtigung weiterer Auslegungselemente ermittelt werden. Dazu gehören 

insbesondere die Entstehungsgeschichte der Norm (historische Auslegung) und ihr 

verfolgter Zweck, insbesondere das geschützte Interesse (teleologische Auslegung). Ebenso 

entscheidend ist die Bedeutung der Norm im Zusammenhang mit anderen Bestimmungen 

(systematische Auslegung). Eine Abweichung vom Gesetzestext erfolgt, wenn die 

gesamtheitliche Auslegung zeigt, dass der Wortlaut nicht in allen Punkten dem wahren Sinn 

 
4  Statt vieler: Entscheid SSG 2024/E/30 vom 5. März 2025, Rz. 86 ff. 
5  BGer 4A_406/2021 vom 14. Februar 2022, E. 4.3.1; BGer 4A_564/2020 vom 7. Juni 2021, E. 6.4; 

BGer 4A_314/2017 vom 28. Mai 2018, E. 2.3.1. 
6  BGer 4A_294/2022 vom 3. Januar 2023, E. 3.2.3; BGer 4A_600/2016 vom 29. Juni 2017, E. 3.3.4.1. 

 

 17 

der Bestimmung entspricht und zu Ergebnissen führt, die der Gesetzgeber nicht gewollt 

haben kann oder die dem Gerechtigkeitsempfinden bzw. dem Grundsatz der 

Gleichbehandlung widersprechen.7 

 

89. Als Übergangsbestimmung sieht Art. 8.2 Abs. 1 Ethik-Statut 2022 vor, dass 

Untersuchungsverfahren, die ein Mitgliedsverband von Swiss Olympic vor dem 1. Januar 

2022 eröffnet, bis zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht abgeschlossen hat, von der damit 

befassten Instanz weiterzuführen und mit einem Schlussbericht abzuschliessen sind. Die 

rechtliche Beurteilung der Untersuchungsergebnisse soll ab dem 1. Januar 2022 in die 

Zuständigkeit der Disziplinarkammer fallen. 

 

90. Diese Bestimmung präzisiert einerseits die Untersuchungskompetenz der 

Mitgliedsverbände von Swiss Olympic gegenüber der SSI, andererseits die 

Entscheidkompetenz der Disziplinarkammer gegenüber den rechtsprechenden Instanzen 

der Mitgliedsverbände. Die Unterscheidung zwischen Untersuchungs- und 

Entscheidungszuständigkeit geht nun im Übrigen auch klarer aus den Art. 10.3.2 und 10.3.3 

des revidierten Ethik-Statuts vom 1. Januar 2025 hervor. Es sei darauf hingewiesen, dass bei 

der Auslegung von Art. 8.2 des hier massgeblichen Ethik-Statuts (Fassung vom 1. Januar 

2022) – soweit sich daraus Unklarheiten oder Regelungslücken ergeben – ergänzend auch 

die Fassung vom 1. Januar 2025 berücksichtigt werden kann, sofern diese von der 

zuständigen Stelle präzisierend konkretisiert worden ist.8 

 

91. In casu wurde das Untersuchungsverfahren aufgrund von Meldungen im Januar und Februar 

2022 am 30. März 2022 durch die Antragstellerin eröffnet. Der Untersuchungsbericht datiert 

vom 19. April 2023 und wurde der damaligen Disziplinarkammer am 25. Mai 2023 vorab per 

E-Mail und am 26. Mai 2023 postalisch zusammen mit den entsprechenden Rechtsbegehren 

zur rechtlichen Beurteilung übermittelt. Nach der Auflösung der Disziplinarkammer wurden 

die Akten am 7. August 2024 an das Schweizer Sportgericht weitergeleitet und das Verfahren 

durch das Schweizer Sportgericht mit Eröffnungsschreiben vom 13. November 2024 

eröffnet. Somit war am 1. Januar 2022 noch kein Verfahren vor einer rechtsprechenden 

Instanz hängig, weshalb bereits aus diesem Grund Art. 8.2 Abs. 1 und 2 Ethik-Statut 2022 

vorliegend keine Anwendung finden. 

 

92. Übergangsrechtlich ist weiter Art. 8.2 Abs. 3 Ethik-Statut 2022 zu prüfen. Laut dieser 

Bestimmung soll die Disziplinarkammer ab dem 1. Januar 2022 für die rechtliche Beurteilung 

von Untersuchungsergebnissen zuständig sein, sofern zu diesem Zeitpunkt noch kein 

Verfahren vor einer rechtsprechenden Instanz eröffnet wurde. Derselbe Grundsatz wurde in 

redaktionell leicht angepasster Form im Ethik-Statut 2025 (Art. 10.3.3 Abs. 2) 

wiedergegeben. Gestützt auf Art. 8.2 Abs. 3 Ethik-Statut 2022 resp. Art. 10.3.3 Abs. 2 Ethik-

Statut 2025 stellt sich somit die Frage, ob sich die Zuständigkeit der Disziplinarkammer bzw. 

des Schweizer Sportgerichts auch auf Vorfälle vor dem 1. Januar 2022 erstreckt. 

 

93. Seit der Verabschiedung des Ethik-Statuts 2022 durch Swiss Olympic hat sich der rechtliche 

Rahmen weiterentwickelt. Seit dem 1. März 2023 ist für die Beurteilung der Zuständigkeit 

des Schweizer Sportgerichts seine Funktion als unabhängige Disziplinarstelle im Sinne von 

Art. 72g Abs. 1 lit. a Ziff. 2 SpoFöV von Bedeutung. Das Gericht untersteht seither zwingend 

den entsprechenden Vorschriften. Daher ist zu prüfen, ob die Zuständigkeitsregelungen des 

Ethik-Statuts mit den Bestimmungen der SpoFöV in Einklang stehen. 

 

 
7  BGE 142 III 402, E. 2.5.1. 
8  Vgl. BGer 5A_21/2011 vom 10. Februar 2012, E. 5.4.3. 

 

 18 

94. Mit Inkrafttreten von Art. 72g Abs. 1 lit. a Ziff. 2 SpoFöV am 1. März 2023 wurde festgelegt, 

dass die Disziplinarstelle – also das Schweizer Sportgericht – jene Sanktionen und 

Massnahmen aussprechen kann, die in den Reglementen des Dachverbands vorgesehen 

sind. In den Erläuterungen vom 25. Januar 2023 zur Änderung der SpoFöV heisst es 

ausdrücklich: "Sie [Disziplinarstelle] wendet in materieller Hinsicht die vom Dachverband 

erlassenen Reglemente an und kann die darin vorgesehenen Sanktionen und Massnahmen 

aussprechen."9 Daraus folgt, dass das Schweizer Sportgericht im Bereich Ethik 

ausschliesslich das Ethik-Statut anwenden kann, nicht jedoch die früheren Regelwerke der 

Mitgliedsverbände. Die in Art. 8.2 Ethik-Statut 2022 enthaltenen übergangsrechtlichen 

Zuständigkeitsregelungen treten insoweit zurück, als sie Sachverhalte erfassen wollen, die 

sich vor dem 1. Januar 2022 ereignet haben. Sie werden durch die höherrangige Norm von 

Art. 72g Abs. 1 lit. a Ziff. 2 SpoFöV verdrängt und entfalten in diesem Umfang keine 

Rechtswirkung mehr. 

 

95. Vor diesem Hintergrund hat das Schweizer Sportgericht in einem früheren Entscheid 

festgehalten, dass es für die Beurteilung von Vorfällen, die sich vor dem 1. Januar 2022 

ereignet haben, nicht zuständig ist.10 

 

96. Auch im Schweizer Parlament wurde diese Problematik thematisiert. In einer Interpellation 

vom 30. September 2022 wurde der Bundesrat unter anderem gefragt: "Werden 

Meldungen, die Vorkommnisse der Zeit vor der Meldestelle betreffen, nicht überprüft? Falls 

nein, was sind die Gründe? Wäre der Bundesrat bereit dies noch anzupassen?" In seiner 

Stellungnahme vom 16. November 2022 hielt der Bundesrat fest: "Die SSI bearbeitet 

sämtliche eingehenden Meldungen über potenzielle Ethikverstösse. Gemäss etablierten 

Rechtsgrundsätzen ist ein Verhalten nach den reglementarischen Grundlagen, die zum 

Zeitpunkt eines Vorfalls in Kraft sind, zu beurteilen. Wird auf Sachverhalte Bezug genommen, 

die sich vor dem Inkrafttreten des Ethik-Statuts am 1. Januar 2022 ereignet haben, so wird 

die Meldestelle ein solches Verhalten nicht mit einem Antrag auf eine Sanktion an die 

Disziplinarkammer weiterleiten, auch wenn es nach heutigem Recht als Verstoss gegen das 

Ethik-Statut zu werten wäre. Hingegen spricht die Meldestelle eine entsprechende 

Feststellung aus. Diese geht sowohl an die angeschuldigte Person als auch an den 

involvierten Sportverband und Swiss Olympic. Der Bundesrat erachtet dieses Vorgehen als 

zielführend."11 

 

97. Diese Haltung wird durch die revidierten Statuten von Swiss Olympic bestätigt, die seit dem 

1. Juli 2024 in Kraft sind. In Art. 1.2 Abs. 10 wird festgelegt: "Die Sanktionierung von 

potenziellen Verstössen gegen das Doping-Statut und das Ethik-Statut ist Aufgabe der 

Stiftung Schweizer Sportgericht. Die Stiftung Schweizer Sportgericht ist zuständig für 

Dopingfälle, die ihr von den nationalen und internationalen Stellen zur Beurteilung 

unterbreitet werden, sowie für die Beurteilung von Fällen, die ihr durch die Stiftung Swiss 

Sport Integrity bezüglich potenzieller Verstösse gegen das Ethik-Statut des Schweizer Sports 

angetragen werden." Auch hier wird unmissverständlich klargestellt, dass die Zuständigkeit 

des Schweizer Sportgerichts im Bereich Ethik ausschliesslich die Beurteilung potenzieller 

Verstösse gegen das Ethik-Statut umfasst. 

 

98. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass sowohl der Dachverband Swiss Olympic als 

auch der Bundesrat – welcher die Teilrevision der SpoFöV erlassen hat – unmissverständlich 

 
9  Siehe dazu die Erläuterungen des Bundesamts für Sport BASPO vom Januar 2023 zu den Änderungen 

der Sportförderungsverordnung, S. 18. 
10  Entscheid SSG 2024/E/15 vom. 26. Februar 2025, Rz. 119. 
11  Stellungnahme des Bundesrats vom 16. November 2022 zur Interpellation Nr. 22.4225 von NR Aline 

Trede (Swiss Sport Integrity. Wer wird gehört?). 

 

 19 

zum Ausdruck gebracht haben, dass das Schweizer Sportgericht im Bereich Ethik 

ausschliesslich für die Beurteilung der Fälle zuständig ist, die ihm durch die SSI im 

Zusammenhang mit potenziellen Verstössen gegen das Ethik-Statut unterbreitet werden. 

Die Beurteilung von Ethikverstössen auf Grundlage der Regelwerke der Mitgliedsverbände 

fällt hingegen nicht in seinen Zuständigkeitsbereich. 

 

99. In diesem Zusammenhang ist zudem darauf hinzuweisen, dass die Disziplinarkammer aus 

der verbandsinternen Struktur von Swiss Olympic herausgelöst und zum 1. Juli 2024 durch 

die unabhängige Stiftung Schweizer Sportgericht abgelöst wurde. Das Schweizer 

Sportgericht kann daher – im Unterschied zur früheren Disziplinarkammer – nicht mehr als 

eigentliches Verbandsgericht qualifiziert werden. Vielmehr sieht Art. 10 Abs. 1 der Statuten 

von Swiss Olympic ausdrücklich folgendes vor: "Die Stiftung Schweizer Sportgericht in Bern 

entscheidet über die in Art. 1.2 bezeichneten Streitigkeiten als Schiedsgericht unter 

Ausschluss der ordentlichen Gerichte". Die vor dem 1. Januar 2022 geltenden Regelwerke – 

insbesondere die Ethik-Charta von Swiss Olympic, die Statuten des SHV und der Code of 

Conduct des SHV – enthalten keine Bestimmungen, die die Zuständigkeit des Schweizer 

Sportgerichts – als Disziplinarstelle im Sinne von Art. 72g SpoFöV und Schiedsgericht im 

Sinne von Art. 10 Abs. 1 der Statuten von Swiss Olympic – a posteriori begründen könnten. 

 

100. Die Bejahung der Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts im vorliegenden Fall, gestützt 

auf Art. 8.2 Abs. 3 Ethik-Statut 2022 resp. Art. 10.3.3 Abs. 2 Ethik-Statut 2025, würde einer 

nachträglichen Bindung der angeschuldigten Person an eine Schiedsklausel gleichkommen, 

was aus rechtlicher Sicht problematisch erscheint. Dieses Problem wurde von Swiss Olympic 

offensichtlich erkannt, weshalb das revidierte Ethik-Statut vom 1. Januar 2025 in Art. 10.3.3 

Abs. 5 nun vorschreibt, dass eine Schiedsvereinbarung erforderlich ist, damit die 

Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts für die Beurteilung von Ethikverstössen, die vor 

dem 1. Januar 2022 begangen wurden, überhaupt in Frage kommt. Art. 8.2 Abs. 3 Ethik-

Statut 2022 resp. Art. 10.3.3 Abs. 2 Ethik-Statut 2025 sind somit stets in Verbindung mit 

Art. 10 Abs. 1 der Statuten von Swiss Olympic und Art. 10.3.3 Abs. 5 Ethik-Statut 2025 zu 

lesen. Eine Schiedsvereinbarung im Sinne von Art. 10.3.3 Abs. 5 Ethik-Statut 2025 liegt in 

casu sodann keine vor. 

 

101. Somit liegt auch gestützt auf Art. 8.2 Abs. 3 Ethik-Statut 2022 resp. Art. 10.3.3 Abs. 5 Ethik-

Statut 2025 keine Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts vor. 

 

102. Schliesslich bestimmt Art. 8.2 Abs. 4 Ethik-Statut 2022, dass "[b]ei der Beurteilung von 

Ethikverstössen, die vor dem 1. Januar 2022 stattgefunden haben, […] die 

Disziplinarkammer das Ethikreglement des betreffenden Mitgliedsverbandes an[wendet]. 

Das Verfahren richtet sich nach dem Verfahrensreglement der Disziplinarkammer". Art. 8.2 

Abs. 4 Ethik-Statut 2022 stellt demnach eine Regelung zum anwendbaren Recht dar, die in 

Art. 10.3.4 Ethik-Statut 2025 unter dem Titel "Anwendbares Recht" übernommen wurde. 

Eine Zuständigkeitsvorschrift ist darin nicht enthalten. Entsprechend kann aus Art. 8.2 Abs. 4 

Ethik-Statut 2022 keine Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts zur Beurteilung der 

Vorfälle vor dem 1. Januar 2022 abgeleitet werden. 

E. Zwischenfazit 

103. Aus den dargelegten Gründen ist das Schweizer Sportgericht lediglich für Vorfälle ab dem 1. 

Januar 2022 zuständig. 

 

 20 

F. Vorfälle betreffend L.________, M.________ und N.________ 

104. Bei den Vorfällen betreffend L.________, M.________ und N.________ laufen die Ansichten 

der Parteien weit auseinander. Während die Antragstellerin die umschriebenen Vorfälle als 

erstellt und als Ethikverstoss betrachtet, verneint die angeschuldigte Person entweder das 

Stattfinden der Vorfälle als Ganzes oder vereinzelt die Qualifikation als Ethikverstoss. 

 

105. Die Frage, ob sich diese Vorfälle zugetragen haben und falls ja, ob dies als Ethikverstoss zu 

qualifizieren wäre, kann und muss im vorliegenden Verfahren offenbleiben. Einig sind sich 

die Parteien nämlich dahingehend, dass keiner dieser Vorfälle nach dem Jahr 2020 

stattgefunden haben soll.  

 

106. Mit diesem Ergebnis besteht keine Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts zur 

Beurteilung und etwaigen Bestrafung betreffend die Vorfälle im Zusammenhang mit 

L.________, M.________ und N.________. 

G. Vorfälle betreffend die anonymen Zeuginnen 

107. Betreffend die anonymen Zeuginnen ergibt sich aus dem Untersuchungsbericht nicht, wann 

diese mutmasslichen Vorfälle stattgefunden haben sollen. Die entsprechenden Angaben aus 

den Protokollen wurden sogar geschwärzt. Das mag im Hinblick des reglementarisch 

vorgesehenen Opfer- und Persönlichkeitsschutzes nachvollziehbar sein, verunmöglicht dem 

Schweizer Sportgericht jedoch die Prüfung dessen Zuständigkeit. 

 

108. Im Ergebnis bleibt deshalb festzuhalten, dass für das Schweizer Sportgericht nicht 

überprüfbar ist, ob für diese Vorfälle eine Zuständigkeit besteht, weshalb die Zuständigkeit 

im Zweifelsfalle abzulehnen ist.  

H. Vorfälle betreffend E.________ und K.________ 

109. Betreffend die mutmasslichen Vorfälle im Zusammenhang mit E.________ und K.________ 

geht es um potenzielle Verstösse gegen das Ethik-Statut, welche (teilweise) mutmasslich 

nach dem 1. Januar 2022 stattgefunden haben könnten. Da das Ethik-Statut am 1. Januar 

2022 in Kraft getreten ist, geht es mithin um die Beurteilung und Sanktionierung von 

potenziellen Ethikverstössen im Sinne von Art. 1.2 Abs. 10 und Art. 10 Abs. 2 der Statuten 

von Swiss Olympic (Version mit Inkrafttreten per 1. Juli 2024). Basierend darauf sowie den 

obigen Ausführungen ist die Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts zur rechtlichen 

Beurteilung und möglichen Sanktionierung der vorliegend in Frage stehenden Vorfälle 

betreffend E.________ und K.________ nach dem 1. Januar 2022 daher zu bejahen. 

I. Fazit 

110. Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass das Schweizer Sportgericht zur 

Beurteilung der Vorfälle betreffend E.________ und K.________ ab dem 1. Januar 2022 

zuständig ist. 

 

111. Für die Beurteilung der Vorfälle vor dem 1. Januar 2022, d.h. für Vorfälle betreffend 

L.________, M.________, N.________ sowie die beiden anonymen Zeuginnen besteht 

hingegen keine Zuständigkeit. 

 

 21 

VII. Anwendbares Recht 

112. Rechtsgrundlage zur Definition, Untersuchung, Beurteilung und Sanktionierung von 

Ethikverstössen sowie des dazugehörigen Verfahrens bildet das Ethik-Statut.  

 

113. Das Ethik-Statut trat per 1. Januar 2022 in Kraft (vgl. Schlussbestimmungen des Ethik-Statuts 

in seiner Fassung vom 26. November 2021).  

 

114. Mit Genehmigung des Ethik-Statuts und den entsprechenden Änderungen der Statuten von 

Swiss Olympic per 1. Januar 2022 haben die nationalen Sportverbände die Kompetenz und 

Zuständigkeit im Bereich Ethik zur Untersuchung, rechtlichen Beurteilung sowie 

Sanktionierung auf SSI und die DK übertragen. In organisatorischer Hinsicht wurden die 

Meldestelle und die Stelle zur Untersuchung von gemeldeten Tatbeständen SSI und die 

rechtliche Beurteilung auf die DK übertragen. Wie unter Rz. Erreur ! Source du renvoi 

introuvable. ff. ausgeführt, ist seit dem 1. Juli 2024 das Schweizer Sportgericht für Verfahren 

zuständig, für welche bis zum  

30. Juni 2024 die DK zuständig gewesen ist. In casu geht es um die Beurteilung von Vorfällen 

aus dem Januar und Februar 2022 (somit vor Inkrafttreten des Ethik-Statuts 2022 in seiner 

Fassung vom 25. November 2022 sowie des Ethik-Statuts 2025), weshalb das Ethik-Statut in 

der Fassung vom 26. November 2021 anwendbar ist. 

 

115. Ist der zeitliche Anwendungsbereich des Ethik-Statuts gegeben, ist in einem weiteren Schritt 

der Geltungsbereich des Ethik-Statuts in persönlicher Hinsicht zu prüfen. Das Schweizer 

Sportgericht beurteilt unter anderem diejenigen Verstösse gegen das Ethik-Statut, die von 

Personen begangen worden sind, für die das Ethik-Statut gilt (Art. 1.1 Abs. 1 Ethik-Statut). 

 

116. Gemäss Art. 1.1 Abs. 4 lit. f Ethik-Statut gilt dieses unter anderem auch für Betreuer:innen 

von Sportler:innen gemäss Art. 1.1 Abs. 4 lit. e, wie zum Beispiel Trainer:innen. Als natürliche 

Personen gemäss Art. 1.1 Abs. 4 lit. e Ethik-Statut gelten Sportler:innen, die an einer 

organisierten Sportaktivität einer Sportorganisation teilnehmen oder sich auf eine 

Teilnahme vorbereiten.  

 

117. Die angeschuldigte Person war zum Zeitpunkt der vorgeworfenen Verstösse gegen das Ethik-

Statut bis zu seiner Entlassung unbestritten Trainer des Vereins B.________ (Headcoach), 

gebunden durch einen formellen Arbeitsvertrag, und somit der Trainer von einer der von 

den möglichen Ethikverstössen betroffenen Personen (E.________) bzw. der Co-Trainer 

(einer anderen Mannschaft des Vereins B.________) der anderen von möglichen 

Ethikverstössen betroffenen Person (K.________). Bereits in dieser Hinsicht ist die 

angeschuldigte Person vom persönlichen Geltungsbereich gemäss Art. 1.1 Abs. 4 lit. f Ethik-

Statut erfasst und es kann offenbleiben, ob die angeschuldigte Person auch aus weiteren 

Gründen dem Ethik-Statut unterstellt wäre.  

 

118. Zusammenfassend kann in Bezug auf den persönlichen Geltungsbereich des Ethik-Statuts 

damit festgehalten werden, dass dieser insbesondere aufgrund der Trainertätigkeit gegeben 

ist.  

 

119. In Bezug auf den sachlichen und räumlichen Geltungsbereich ist das Ethik-Statut gemäss 

dessen Art. 1.2 Abs. 1 "auf jegliches Verhalten der in Artikel 1.1 genannten Organisationen 

und Personen im In- oder Ausland anwendbar, soweit deren Verhalten im Zusammenhang 

mit dem Sportbetrieb steht oder sich auf den Sport und dessen Ansehen in der Öffentlichkeit 

auswirken kann". Das vorliegend in Frage stehende Verhalten der angeschuldigten Person 

stand als Trainer der Sportlerinnen bzw. als Co-Trainer mit dem Sportbetrieb des Vereins 

 

 22 

B.________ in Zusammenhang und fällt damit unter den sachlichen und räumlichen 

Anwendungsbereich des Ethik-Statuts nach Art. 1.2 Abs. 1. Ausserdem ist von einer 

Auswirkung auf den Sport und dessen Ansehen in der Öffentlichkeit im Sinne von Art. 1.2 

Abs. 1 Ethik-Statut auszugehen. Damit ist das Ethik-Statut in casu zweifelsohne anwendbar. 

VIII. Materielles 

A. Verstösse gegen das Ethik-Statut 

120. Das Ethik-Statut überschreibt seinen Art. 2 mit "Ethikverstösse", um sodann unter Art. 2.1 

bis Art. 2.4 verschiedene Tatbestände und Handlungen aufzulisten, die gemäss Art. 2 Ethik-

Statut "Verstösse gegen dieses Ethik-Statut dar[stellen], die zu Sanktionen führen können". 

Wie von der Antragstellerin zu Recht erkannt, steht im vorliegenden Fall primär die 

Verletzung von Art. 2.1.4 (Verletzung der sexuellen Integrität) zur Beurteilung.  

 

121. Für eine allfällige Verletzung von weiteren Tatbeständen liegen weder Hinweise vor noch 

wurde dies von SSI vorgebracht. Entsprechend sind im Folgenden die vorgeworfenen 

Vorfälle unter dem Tatbestand von Art. 2.1.4 Ethik-Statut zu prüfen. 

1. Beweismass 

122. Das Ethik-Statut enthält keine Bestimmungen zum Beweismassstab für die Feststellung 

eines Ethikverstosses. Es ist daher Sache des Schweizer Sportgerichts, diesen zu 

bestimmen.12 Die Rechtsprechung des TAS sieht die Anwendung des "comfortable 

satisfaction"-Massstabs vor, sofern das anwendbare Regelwerk keine ausdrücklichen 

Vorgaben enthält.13 

 

123. Das seit dem 1. Januar 2025 geltende Ethik-Statut kodifiziert diesen Beweismassstab 

(vgl. Art. 7.2 Ethik-Statut, Version mit Inkrafttreten am 1. Januar 2025). Für den von der 

angeschuldigten Person zu führenden entlastenden Gegenbeweis gilt das Beweismass der 

leicht überwiegenden Wahrscheinlichkeit (Art. 7.2 Abs. 2 Ethik-Statut, Version mit 

Inkrafttreten am 1. Januar 2025). Diese Präzisierung ist im vorliegenden Verfahren 

sinngemäss anzuwenden.14 

2. Beweismittel und Beweisergebnis 

124. Im Rahmen der Personalbeweise hat die Antragstellerin, im Bereich der Zuständigkeit des 

Schweizer Sportgerichts, E.________, K.________, I.________ und die angeschuldigte 

Person befragt. Die Antragstellerin führte weitere Abklärungen durch, die jedoch aufgrund 

der Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts für die Vorfälle ab dem 1. Januar 2022  

(s. Rz Erreur ! Source du renvoi introuvable. ff.) nicht erläutert werden. Die angeschuldigte 

Person wurde am 9. Juni 2022 durch die Antragstellerin persönlich befragt. Am 18. August 

2022 hat die angeschuldigte Person ihre erste, ausführliche schriftliche Stellungnahme zu 

den gegen die angeschuldigte Person erhobenen Vorwürfen eingereicht. Nach Übernahme 

des Falls durch das Schweizer Sportgericht folgten weitere Stellungnahmen im vorliegenden 

 
12  Vgl. RIGOZZI ANTONIO/QUINN BRIANNA, Evidentiary issues before CAS, in: Bernasconi (Hrsg.), International 

Sports Law and Jurisprudence of the CAS, 4th CAS and SAV-FSA Conference Lausanne 2012, Bern 2014, 
25 und 29. 

13  Vgl. CAS 2017/A/5003 (Jérôme Valcke v. FIFA), Rz. 175; CAS 2009/A/1920 (FK Pobeda, Aleksandar 
Zabrcanec, Nikolce Zdraveski v. UEFA), Rz. 84 f. 

14  Vgl. BGer 5A_21/2011 vom 10. Februar 2012, E. 5.4.3. 

 

 23 

Verfahren. Sodann liegen als Sachbeweise Screenshots bzw. Fotografien der Chatverläufe 

der angeschuldigten Person sowohl mit E.________ als auch mit K.________ vor.  

125. Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Aussagen von E.________ gelangt das Schweizer 

Sportgericht zur folgenden Würdigung: E.________ hat seit ihrer ersten Meldung vom 

16. Februar 2022 sowie im gesamten Verlauf der Untersuchung die Vorfälle einheitlich 

dargestellt. Die von E.________ gegen den Angeschuldigten erhobenen Vorwürfen stehen 

im Einklang mit den vorgelegten Screenshots der Chatverläufe zwischen E.________ und 

der angeschuldigten Person. Die Inhalte der Screenshots decken sich sodann mit den 

Aussagen von E.________, welche diese sowohl in ihrer Befragung durch die Antragstellerin 

wie auch das Schweizer Sportgericht tätigte. 

 

126. Aus den Aussagen von E.________ geht hervor, dass sie den privaten Kontakt mit der 

angeschuldigten Person ab dem intensiveren Kontakt über Snapchat für sehr unangenehm 

und psychisch belastend empfand. Sie sagte aus, dass die angeschuldigte Person sehr 

fordernd war und auf ablehnende Reaktionen bzw. persönliche Grenzen eine Erklärung 

forderte und diese nicht respektierend wahrnahm. Die erneute Befragung durch das 

Schweizer Sportgericht im Rahmen des vorliegenden Verfahrens stellte für E.________ eine 

erhebliche emotionale Belastung dar. Sie liess sich daher aus gesundheitlichen Gründen für 

die Hauptverhandlung ärztlich dispensieren und wurde stattdessen schriftlich befragt. Die 

schriftlichen Aussagen durch die Befragung des Schweizer Sportgerichts vom 6. März 2025 

bestätigten den oben erläuterten Sachverhalt.  

 

127. Insbesondere wurden durch die Aussagen von E.________ und den Screenshots der Chat-

Nachrichten bestätigt, dass ein privater Kontakt zwischen E.________ und der 

angeschuldigten Person bestand. Dieser Kontakt intensivierte sich gegen Ende des Jahres 

2021 laut Aussagen von E.________ und erfolgte zeitlich bis nach Eingang der Meldung von 

E.________ bei SSI am 16. Februar 2022. Die Chatverläufe enthalten deutlich sexuellen 

Inhalt, unter anderem Bitten um anzügliche Bilder von E.________, das Versenden eigener 

Bilder durch die angeschuldigte Person sowie mehrfach sexuell konnotierte Aussagen über 

den Körper von E.________. Diese Inhalte stehen im Einklang mit den diesbezüglichen 

Ausführungen von E.________ in ihren Befragungen wie auch den Screenshots der 

Chatnachrichten.  

 

128. Ergänzend hat E.________ in all ihren Befragungen ausgesagt, dass die angeschuldigte 

Person sie nach einem Training im Januar/Februar 2022 gegen ihren Willen umarmte. Die 

Umarmung wurde von E.________ als sehr unangenehm empfunden. Sie gab an, in dieser 

Situation nicht die Möglichkeit gefunden zu haben, sich zur Wehr zu setzen oder das 

Angebot der angeschuldigten Person, sie nach Hause zu fahren, abzulehnen. Auch diese 

Aussage erscheint aus Sicht des Schweizer Sportgerichts aufgrund der Abhängigkeit wegen 

dem Trainer-Spielerinnen-Verhältnisses, der Minderjährigkeit von E.________ und der 

widerspruchsfreien Wiedergabe der Geschehnisse nachvollziehbar.  

 

129. Trotz der belastenden Vorkommnisse bezeichnet E.________ die angeschuldigte Person 

wiederholt als "guten" und "netten" Trainer. Sie gab zudem an, dass sie Angst vor einer 

Meldung aufgrund der Reaktion der angeschuldigten Person hatte. Erst nachdem 

E.________ die angeschuldigte Person gebeten hatte, die Nachrichten zu unterlassen und 

dieser Bitte nicht nachgekommen war, sah sie sich zur Meldung veranlasst. Diese Aussagen 

wertet das Schweizer Sportgericht als glaubwürdig und bezeugen ausserdem das 

Abhängigkeitsverhältnis zwischen E.________ und der angeschuldigten Person. 

130. Die angeschuldigte Person bestreitet weiter die Verwertbarkeit der schriftlichen 

Zeugenbefragung von E.________ vom 6. März 2025. Dem ist jedoch zu entgegnen, dass 

E.________ einzig aufgrund der psychischen Belastung von der Teilnahme an der 

 

 24 

Hauptverhandlung dispensiert wurde, welche unter anderem durch das Verhalten der 

angeschuldigten Person verursacht worden ist. Es ist allseits bekannt, dass Opfern derartiger 

Taten gewisse Schutzmassnahmen zugestanden werden, so dass keine direkte Konfrontation 

mit dem Verursacher nötig ist. Dies ist auch hier geschehen, wobei die Teilnahmerechte der 

angeschuldigten Person gewahrt wurden. Einerseits sieht das VerfRegl ohnehin keine 

unmittelbare Konfrontation mit Belastungszeugen vor. Andererseits wurde der 

angeschuldigten Person mehrfach die Möglichkeit gewährt, Ergänzungsfragen an 

E.________ zu stellen, wovon diese jedoch keinen Gebrauch gemacht hat. Sodann konnte 

sich die angeschuldigte Person im Rahmen ihrer Parteivorträge detailliert zur 

Glaubhaftigkeit und zum Inhalt der Aussagen von E.________ äussern, wobei die 

angeschuldigte Person nichts vorgetragen hatte, was das Schweizer Sportgericht an den 

Aussagen von E.________ zweifeln liesse. 

 

131. Unter Würdigung aller Umstände und insbesondere der Konsistenz in den Aussagen und 

deren Übereinstimmung mit den objektiven Beweismitteln gelangt das Schweizer 

Sportgericht zum Schluss, dass den Aussagen von E.________ eine hohe Glaubwürdigkeit 

zukommt. Es ist folglich erstellt, dass die sich in den Akten befindlichen Nachrichten 

zwischen der angeschuldigten Person und E.________ stattfand. Auf die konkrete rechtliche 

Würdigung dieser Nachrichten wird weiter unten einzugehen sein. 

 

132. Das Schweizer Sportgericht würdigt die Aussagen von K.________ als glaubhaft und in sich 

stimmig. Die Aussagen stehen in Übereinstimmung mit dem eingereichten Screenshot der 

Chatnachrichten, welche einen privaten Austausch zwischen der angeschuldigten Person 

und K.________ belegen. Insbesondere zeigt der Screenshot, dass die angeschuldigte 

Person gegenüber K.________ wiederholt Anspielungen auf deren Körper machte.  

 

133. Die telefonische Befragung von K.________ vom 23. Mai 2022, durchgeführt durch die 

Antragstellerin, stützt diese Einschätzung. K.________ schilderte darin übereinstimmend, 

dass Aussagen seitens der angeschuldigten Person gemacht wurden. Im Februar 2022 fand 

die letzte Chat-Konversation zwischen der angeschuldigten Person und K.________ statt.  

 

134. K.________ gab an, dass sie die Nachrichten als unangenehm empfand, sich jedoch aus 

Sorge vor möglichen beruflichen Konsequenzen nicht an die zuständigen Stellen wandte. 

Dies insbesondere deshalb, weil die Ehefrau der angeschuldigten Person ebenfalls beim 

Verein B.________ tätig war. Dies wird dadurch bekräftigt, dass K.________ einen 

Screenshot der Konversation aufbewahrte. Weiter bestätigte K.________, dass die 

angeschuldigte Person sie nicht körperlich bedrängt hat.  

 

135. Das Schweizer Sportgericht erkennt in der Aussage von K.________ keine Widersprüche. Die 

Schilderungen sind detailliert und konsistent mit dem vorliegenden Beweismittel. Das 

Schweizer Sportgericht kommt demnach zum Schluss, dass den Aussagen von K.________ 

eine hohe Glaubwürdigkeit zukommt.  

 

136. Hinsichtlich der Aussagen der angeschuldigten Person kommt das Schweizer Sportgericht 

zur folgenden Würdigung, dass die angeschuldigte Person den Sachverhalt grundsätzlich 

nicht bestreitet. In der Befragung durch die Antragstellerin vom 9. Juni 2022 bestritt die 

angeschuldigte Person die Vorwürfe und verneinte, dass seine Nachrichten mit den 

Spielerinnen sexuellen Inhalt gehabt hätten. Nach Vorlage der Screenshots der Chat-

Nachrichten mit E.________ und K.________ hat die angeschuldigte Person die Nachrichten 

erkannt, bestätigt und als korrekt unterzeichnet. Erst ab der Konfrontation mit klaren 

Beweisen stand die angeschuldigte Person zu den von ihm versandten Nachrichten. Fortan 

zeigte sich, dass die angeschuldigte Person sich bewusst war, dass er sich nicht korrekt 

 

 25 

verhalten habe. Die angeschuldigte Person räumt ein, dass er Grenzen überschritten habe, 

die nicht mit einem zeitgemässen Verständnis eines Verhältnis von Trainer:innen und 

Spieler:innen vereinbar sind.  

 

137. Die angeschuldigte Person bestreitet in Bezug auf E.________ insbesondere die rechtliche 

Würdigung der Chatnachrichten. Er führt an, dass E.________ ebenfalls sexuelle Fragen 

gestellt habe und diese Konversationen häufig auch initiiert habe. Bezüglich der von 

E.________ als ungewollt empfundenen Umarmung bestreite die angeschuldigte Person, 

dass bei dieser Umarmung eine Grenze überschritten wurde, da sie rein kollegial war und 

sich aus dem Moment heraus ergab. Nichtsdestotrotz gibt die angeschuldigte Person zu, sich 

falsch verhalten zu haben und zeigt Reue. Er bereut, diese Nachrichten geschrieben zu 

haben und würde dies heute nicht mehr tun. Zudem reichte die angeschuldigte Person 

anlässlich der Hauptverhandlung vom 7. März 2025 einen Screenshot einer WhatsApp-

Konversation mit E.________ ein, welche beweisen solle, dass diese Umarmung vor 

Weihnachten 2021 und deshalb ausserhalb der Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts 

stattfand. Aus diesem Screenshot geht jedoch nichts hervor, was das Schweizer Sportgericht 

an den glaubwürdigen Aussagen von E.________ zweifeln lässt, dass diese Umarmung im 

Januar/Februar 2022 stattfand. 

 

138. Die angeschuldigte Person bestreitet in Bezug auf K.________, dass die Chat-Nachrichten 

bzw. die vorgeworfenen Kommentare die Tatbestände des Ethik-Statuts erfüllen würden, 

insbesondere vor dem Hintergrund, da auch K.________ häufig in flirtender Art und Weise 

die angeschuldigte Person angeschrieben habe. Es habe sich bei den Unterhaltungen um 

eine Konversation unter Erwachsenen gehandelt, welche beiderseits initiiert und fortgeführt 

wurde. K.________ hätte die Konversation abbrechen können, wenn es ihr unangenehm 

gewesen wäre. Die angeschuldigte Person erkannte zwar zunächst in seiner Befragung die 

Screenshots an und bewertete sie auch als nicht gut. In der Folge bestritt die angeschuldigte 

Person jedoch die Darstellung von K.________ und beharrte auf einer einvernehmlichen 

Kommunikation. 

 

139. In einigen Aussagen, spezifisch in der Hauptverhandlung, wird deutlich, dass der 

angeschuldigten Person seine persönliche Reputation und das familiäre Umfeld von grosser 

Bedeutung sind. Dies kann Auswirkungen auf das Aussageverhalten haben, ohne 

grundsätzlich die Kooperationsbereitschaft der angeschuldigten Person in Frage zu stellen.  

 

140. Insgesamt bestreitet die angeschuldigte Person nicht die Existenz der Konversationen mit 

E.________ und K.________, sondern deren rechtliche Bewertung. Diese Beurteilung 

obliegt jedoch dem Schweizer Sportgericht, auf welche weiter unten im Detail eingegangen 

wird. Die Darstellung des Sachverhalts durch die angeschuldigte Person erscheint im 

Wesentlichen konsistent und nachvollziehbar. Differenzen ergeben sich primär hinsichtlich 

der subjektiven Bewertung und rechtlichen Einordnung des Verhaltens.  

 

141. Abschliessend hält das Schweizer Sportgericht fest, dass die Aussagen der angeschuldigten 

Person hinsichtlich des tatsächlichen Geschehens insgesamt als glaubwürdig einzustufen 

sind. Hinsichtlich der rechtlichen Würdigung vertritt die angeschuldigte Person jedoch eine 

von der Einschätzung des Gerichts abweichende Auffassung, was für die Glaubwürdigkeit im 

Hinblick auf die Sachverhaltsdarstellung nicht nachteilig zu werten ist. 

 

142. Zusammenfassend hält das Schweizer Sportgericht fest, dass den Aussagen von E.________ 

und K.________ eine hohe Glaubwürdigkeit zukommt. Die Aussagen sind sodann durch 

Screenshots entsprechender Chat-Nachrichten bewiesen, welche auch der angeschuldigten 

Person als korrekt anerkannt hat. Beide Personen haben den Sachverhalt über den 

 

 26 

gesamten Verfahrensverlauf hinweg konsistent, detailliert und durch objektive Beweismittel 

gestützt dargestellt. Die Aussagen der angeschuldigten Person sind unter Berücksichtigung 

der Verteidigungsstrategie und der subjektiven Bewertung der Ereignisse zu betrachten. 

Soweit die Aussagen der angeschuldigten Person mit jenen von E.________ und K.________ 

übereinstimmen, wird ihnen ebenfalls hohe Glaubwürdigkeit beigemessen. In den Punkten, 

in denen sie von den Aussagen von E.________ und K.________ abweichen, vermochte die 

angeschuldigte Person keine ausreichenden Beweise vorlegen, welche Zweifel an der 

Glaubwürdigkeit der Aussagen von E.________ und K.________ begründen würden. Zudem 

beziehen sich die Differenzen in den Aussagen häufig auch auf eine subjektive Bewertung 

des Sachverhalts sowie der rechtlichen Bewertung, welche im nachfolgenden Kapitel durch 

das Schweizer Sportgericht erfolgen wird. 

3. Ethikverstösse im Einzelnen  

3.1 Verletzung der sexuellen Integrität gemäss Art. 2.1.4 Ethik-Statut 

143. Unter Art. 2.1.4 Ethik-Statut fällt jedes berührende oder berührungslose Verhalten sexueller 

Natur, bei dem die Zustimmung der betroffenen Person nicht erteilt wurde oder nicht erteilt 

werden konnte oder die Zustimmung durch manipulatives Verhalten, Zwang, Gewalt oder 

andere nötigende Verhaltensweisen erlangt worden ist. Insbesondere umfasst dies sexuelle 

Belästigungen und Bemerkungen über körperliche Vorzüge und Schwächen, obszöne, 

sexistische Redensweisen, Annäherungen oder Berührungen, Küssen, anzügliche Gesten 

und Zudringlichkeiten, ungewolltes Berühren und Streicheln sowie jegliche Form von 

Nötigungen zu sexuellen Handlungen, insbesondere Vergewaltigung, das Zeigen, 

Übersenden oder Herstellen von pornografischem Material, Ermunterung zu sexuell 

unangemessenem Verhalten, das Zuschaustellen von Geschlechtsteilen oder Masturbation.  

 

144. Gemäss der ständigen Rechtsprechung des Schweizerischen Bundesgerichts liegt bspw. eine 

verbale sexuelle Belästigung nur dann vor, wenn diese in grober Weise erfolgt, also grobe 

obszöne sexuelle Aufforderungen und Fragen über das eigene Sexualleben enthält.15 Diese 

Voraussetzungen müssen für eine Verletzung von Art. 2.1.4 Ethik-Statut nicht erfüllt sein: 

Gemäss Art. 2.1.4 verletzt das Ethik-Statut bereits jedes berührungslose Verhalten, für 

welches keine Zustimmung vorliegt, diese nicht erteilt werden konnte oder durch 

manipulatives Verhalten, Zwang, Gewalt oder andere nötigende Verhaltensweisen nicht 

erfolgen kann. 

 

145. Der Tatbestand von Art. 2.1.4 Ethik-Statut ist demnach erfüllt, sobald erstens ein Verhalten 

einen sexuellen Bezug aufweist (welcher entgegen dem Straftatbestand der sexuellen 

Belästigung gemäss Art. 198 StGB nicht grob zu sein braucht) und, aus einem der 

obengenannten Gründe, die Zustimmung der anderen Person nicht eingeholt werden kann. 

3.2 Anwendung für die Vorfälle betreffend E.________ 

3.2.1 Nachrichten über Snapchat 

146. Die Nachrichten der angeschuldigten Person weisen unbestrittenermassen einen stark 

sexuell konnotierten Bezug auf, was konkret auf die folgenden Nachrichten zutrifft (sofern 

nicht relevant, wurden Emojis aus den Nachrichten entfernt): 

 

• "häsch eigentlich en geburtstagorgasmus gha?" 

 

 
15  BGE 137 IV 263, BGer 6B_75/2009 vom 2. Juni 2009, E. 3.1.1. 

 

 27 

• "aber was isch jetzt, schicksch mir din sixpack, din      oder gömmer doch go 

wellnesse?" 

 

• "chasch ja hüt mal mitere chline Vorschau starte. dänn ischs not today aber 

besser als nüt" 

 

• "aber drum wär au voll easy wänn mir würdet go wellnesse, ha scho mal e 

Frau nackt gseh, wär also nöd s'erscht Mal" 

 

• "ja würdet ja nur go wellnesse, nüt schlimms" 

 

• "nöd ganz unproblematisch? schön usdruckt. ja also wänn das anderi wüssted 

wärs definitiv schlecht" 

 

• "d'Frag isch, luegsch nöd lieber weg wänn ich nackt bi?" 

 

• "ja also agleit gsesch ja scho sehr guet us" 

 

• "es git dümmeri ideä, isch ja nur luege" 

 

• "bi au mal jung gsi. wo luegsch du das dänn nah?" 

 

• "ah wie geil, alles up to you und nüt wo nöd wotsch. Ha nur dänkt willl ich scho 

was gschickt ha, chumi villicht scho was zrug über." 

 

• "also hami demfall jetzt ume susch ganz uszoge" 

 

• "und wie viel vom      deckt d'Bikinihose ab? häsch so es moderns womer 

s'ganze Füdli gseht? (du chöntsch es träge)" 

 

• "ja säg was gseh wotsch, wänn ich dir aber mich in Boxershorts schicke, gsesch 

scho meh oder weniger alles. also wämmer würded go wellnesse würdi dich 

ja au im bikini gseh. chasch ja so schräg dasi nöd alles gseh." 

 

• "da könni mi nüm demit us. aber ich denke de fairnesshalber willl ich dir au 

was gschickt han und ha dir ja scho gseit, ich find du gsesch sehr guet us." 

 

• "also ich würd was gseh woni susch au mit dir ide Badi im Summer oder im 

Hallebad/Wellness würd gseh und du würdsch - ziemlich dütlich - meh vo mir 

gseh als wänni Badhose a ha. isch eigentlich eher en guete Deal für Dich." 

 

• "aber für en snap vo dir im bikinihösli würdi druf igah" 

• "so, ab go dusche, also jetzt muesch di entscheide öb ich was schicke söll wäni 

am abzieh oder wieder azieh bi oder nöd" 

 

• "hello, schad häts nüm passt hüt. wär in mega stimmig und het dänkt zum 

geburi schicki dir en snap nach wahl wo dir was chasch wünsche und mir 

nachher vergässed dases dä snap jemals gä hät. z.B. wänn hetsch welle gseh 

wie viel extrem absprütze usgseht. willl das machi jetzt dänn grad. uf jede Fall, 

das Geburigschänk zellt no de ganz Tag falls es izieh wotsch" 

 

 

 28 

147. Sowohl Beginn wie auch Ende dieses Nachrichtenverlaufs behandelt den Geburtstag von 

E.________, welcher jeweils am [...] ist. Das Schweizer Sportgericht erachtet es deshalb als 

erstellt, dass alle zitierten Nachrichten kurz vor, am oder kurz nach dem Geburtstag von 

E.________ stattfanden. 

 

148. Wie festgestellt werden konnte, war der angeschuldigten Person auch bewusst, dass die 

Nachrichten unzulänglich sind, so war die angeschuldigte Person in gewissen Nachrichten 

stark darauf fokussiert, dass E.________ diese für sich behielt und niemandem mitteilt. 

Konkret geht es um die folgenden Nachrichten: 

 

• "und du verzellsch niemmerem was hüt gseh häsch vo mir, oder? never?" 

 

• "nöd ganz unproblematisch? schön usdruckt. ja also wänn das anderi wüssted 

wärs definitiv schlecht" 

 

• "muess ja au niemmer wüsse" 

 

• "also wänn üs niemmert gseh (in Züri isch mer z.B. nur z'zweit ide nacktzone) 

und mir niemmerem was säged, dänn wärs ja unter üs" 

 

• "wieso mit dir? mir hend per Zuefall über wellnesse gredt und du häsch nöd 

nei gseit" 

 

• "hoffentlich verzellsch niemmerem öppis. ich snap susch au nöd mit Verein 

B.________spielerinne oder mach sowas, aber du bisch part of modern family 

und ich lueg gern zu dir, sofern du das wotsch (würdmi also nöd welle ufdränge 

oder so, eifach säge bevors z'viel wird)." 

 

• "also es wär wohl komisch so vo wäge Altersunterschied und vom gliche Club, 

drum sicher unter üs, aber wänns nur das isch" 

 

• "es wär nur blöd wänns ander wüssed, such ischs was zwüsched dine und mine 

Auge und offiziel nie passiert." 

 

• "es weiss es nur öpper wänn mir irgendwenn drüber reded - das mach ich 

sicher nöd." 

 

149. Anschliessend handeln die von E.________ abfotografierten Nachrichten von 

Entschuldigungen der angeschuldigten Person, da dieser zwischenzeitlich vom Verein 

B.________ über die erstatteten Meldungen informiert worden zu sein scheint. 

 

150. Der sexuelle Bezug der Nachrichten ist offensichtlich: So fragt die angeschuldigte Person 

E.________ nicht nur nach ihrem Sexualverhalten, sondern drängt E.________ geradezu, 

der angeschuldigten Person selbst freizügige Bilder zu senden, welche die angeschuldigte 

Person als Gegenleistung der von ihm übermittelten Bilder quasi fordert. Die Bezugnahme 

auf E.________ Körper ist explizit. Dies ergibt sich unter anderem auch durch die 

Verwendung des      Emojis, welches als Symbol für das Gesäss verwendet wird. Zudem 

fordert die angeschuldigte Person E.________ mehrmals und konsistent dazu auf, mit ihm 

ins Wellness bzw. in eine Nacktsauna zu gehen. Schliesslich weist die angeschuldigte Person 

daraufhin, dass er ohne Zögern bereit sei, E.________ Bilder oder Videos zuzusenden, 

welche die angeschuldigte Person während der Masturbation zeigen. 

 

 

 29 

151. Durch die entsprechenden Nachrichten lässt sich ferner beweisen, dass der angeschuldigten 

Person bewusst war, dass die Nachrichten unangemessen waren und niemand davon 

Kenntnis nehmen darf. So weist die angeschuldigte Person E.________ explizit daraufhin, 

die Nachrichten sowie die weiteren geplanten Tätigkeiten geheim zu halten. 

 

152. Ferner ergibt sich durch den Hinweis, dass die angeschuldigte Person E.________ nach 

einem "Geburtstagsorgasmus" fragt bzw. mitteilte, dass er E.________ quasi als 

Geburtstagsgeschenk ein Bild oder Video zusenden würde, welches diesen bei der 

Masturbation zeigt, dass die Nachrichten zeitlich um oder am Geburtstag von E.________ 

versendet worden sind. E.________ hat am [...] Geburtstag, was der angeschuldigten Person 

bewusst war. So gab die angeschuldigte Person anlässlich seiner Befragung durch das 

Schweizer Sportgericht vom 7. März 2025 an, dass er sich an das genaue Datum des 

Geburtstags nicht mehr erinnern möge, dies aber Mitte [...] sei. 

 

153. Folglich lässt sich festhalten, dass zumindest die obenstehenden und sich in den 

Verfahrensakten befindlichen Nachrichten Mitte [...] 2022 versendet wurden und damit 

unbestreitbar in den zeitlichen Anwendungsbereich des Ethik-Statut fallen.  

 

154. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die angeschuldigte Person E.________ in ein 

stark sexuell konnotiertes Gespräch verwickelte und an E.________ freizügige Bilder von 

sich selbst zustellte, um im Gegenzug dasselbe von E.________ zu fordern. Dabei war die 

angeschuldigte Person unnachgiebig und versuchte stets, seinen Anspruch auf derartige 

Bilder zu rechtfertigen bzw. zu argumentieren, dass er dies für sich behalten und niemand 

erfahren würde. Die Aussagen von E.________, dass die angeschuldigte Person derartige 

Bilder explizit als Hilfe für die Masturbation angefordert hätte, erscheinen glaubhaft. 

 

155. Ebenfalls ist erstellt, dass E.________ diese Nachrichten und Bemerkungen unangenehm 

waren bzw. dies entgegen den Willen von E.________ erfolgte. Es ist nachvollziehbar, dass 

sich E.________ in ihrer Position als Nachwuchsspielerin des Vereins B.________ nicht in 

der Lage sah, aktiv gegen diese Nachrichten zu wehren und sich von der angeschuldigten 

Person unter Druck gesetzt fühlte. 

 

156. Im Ergebnis verletzte die angeschuldigte Person mit ihrem Verhalten gegenüber E.________ 

Art. 2.1.4 des Ethik-Statuts, wofür die angeschuldigte Person zu sanktionieren sein wird. 

3.2.2 Umarmung 

157. Für das Schweizer Sportgericht ist ebenfalls erstellt, dass im Januar/Februar 2022 eine 

Umarmung zwischen der angeschuldigten Person sowie E.________ stattfand. Weiter ist 

erstellt, dass kein explizites Einverständnis von E.________ für diese Umarmung vorlag und 

ihr diese unangenehm war. 

 

158. Das Schweizer Sportgericht erachtet es jedoch auch als erstellt an, dass die angeschuldigte 

Person dieser Umarmung keine besondere Bedeutung zusprach, bzw. es sich dabei um eine 

freundschaftliche Umarmung zum Abschied handelte, wobei zwischen E.________ und der 

angeschuldigten Person unbestrittenermassen zu einem gewissen Zeitpunkt von einem 

freundschaftlichen Verhältnis ausgegangen werden kann. 

 

159. Die Rechtsprechung bejaht teilweise den Charakter einer Umarmung gegen den Willen als 

Sexualdelikt.16 Dabei wurde jedoch explizit festgestellt, dass ein Verstoss gegen den 

 
16  Vgl. BGE 125 IV 58; BGE 137 IV 263; BGer 6B_1102/2019 vom 28. November 2019. 

 

 30 

jeweiligen Tatbestand nur dann vorliegt, sofern der Umarmung eine sexuelle Konnotation 

zugemessen wird und diese von einer gewissen Intensität oder Dauer ist. Diese 

Rechtsprechung kann im Rahmen eines Analogieschlusses auch auf Art. 2.1.4 des Ethik-

Statuts angewendet werden. 

 

160. Im vorliegenden Fall ist erstellt, dass es sich um eine kürzere Umarmung zur Verabschiedung 

von E.________ handelt. Es konnte hingegen nicht nachgewiesen werden und wurde durch 

die Antragstellerin auch nicht behauptet, dass die angeschuldigte Person dieser Umarmung 

eine sexuelle Konnotation zugemessen habe oder dass die Umarmung von einer unüblichen 

Intensität war. 

 

161. Im Ergebnis konnte der angeschuldigten Person im Zusammenhang mit der Umarmung kein 

Verstoss gegen Art. 2.1.4 des Ethik-Statut nachgewiesen werden. Die angeschuldigte Person 

ist in diesem Zusammenhang von den Vorwürfen freizusprechen. 

3.3 Anwendung für die Vorfälle betreffend K.________ 

162. Im Zusammenhang mit den Vorfällen betreffend K.________ ist für das Schweizer 

Sportgericht erstellt, dass bis Februar 2022 die angeschuldigte Person Nachrichten mit einer 

sexuellen Konnotation an K.________ versendete, namentlich mehrfach in 

unangemessener Weise Bemerkungen über den Körper von K.________ machte.  

 

163. Das Schweizer Sportgericht erachtet die Aussagen von K.________, dass die angeschuldigte 

Person ihr auch im Januar und Februar 2022 unangebrachte Nachrichten zustellte, als 

glaubwürdig. 

 

164. Die Aussage der angeschuldigten Person anlässlich der Befragung durch das Schweizer 

Sportgericht am 7. März 2025, dass der Nachrichtenverlauf ab Herbst 2021 beendet wurde, 

erachtet das Schweizer Sportgericht unter Würdigung der gesamten Umstände als 

Schutzbehauptung und mithin als unglaubwürdig. Auch die Ausführungen der 

angeschuldigten Person, wonach eine Kontaktaufnahme häufig auch durch K.________ 

ausgehend war, erachtet das Schweizerische Sportgericht als unglaubwürdig und durch die 

Akten nicht als belegt. Es wäre der angeschuldigten Person offengestan