# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 294263e9-579e-5fe4-b52a-723319a616a4
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2000-06-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 07.06.2000 SB 2000 36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2000-36_2000-06-07.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 07. Juni 2000 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 00 36 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vizepräsident Schlenker, Kantonsrichter Schäfer und Vital, Aktuarin ad hoc Mosca.

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In der strafrechtlichen Berufung

des W. H . , von T., geboren am 3. November 19 in V., des J. und der B. geb. B., 
ledig, Kaufmann, D., V., Berufungskläger,

gegen

das Urteil des Kreisgerichtsausschusses Ilanz vom 6. April 2000, mitgeteilt am 13. 
April 2000, in Sachen gegen den Berufungskläger,

betreffend Jagdkontravention,

hat sich ergeben:

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A. W. H. wuchs zusammen mit fünf Brüdern und einer Schwester in geord-
neten Verhältnissen in V. auf. Dort besuchte er die Primar- und die Realschule, um 
alsdann die dreijährige Berufsschule als kaufmännischer Angestellter sowie die 
höhere Fachschule des Detailhandels zu absolvieren. Nach erfolgreichem Lehrab-
schluss bei der Volg Genossenschaft H., Filiale V., arbeitete er während fast zwei 
Jahren in der Volgverwaltung in T.. Danach war er während 33 Jahren bei der Ge-
nossenschaft Migros in Z. angestellt. Vor zwei Jahren kehrte er in seine Heimat 
zurück und arbeitet zur Zeit als Rajonleiter bei der Migros in I.. W. H. wohnt in einer 
Eigentumswohnung in V. D.. Beim Steueramt der Gemeinde V. ist er provisorisch 
mit einem Einkommen von Fr. 40'500.-- veranlagt. Vermögen besitzt er keines.

W. H. geniesst einen guten Leumund und ist weder im schweizerischen Zen-
tralstrafregister noch im Vorstrafenregister des kantonalen Jagd- und Fischereiin-
spektorates verzeichnet.

B. Dem vorliegenden Strafverfahren liegt gemäss Urteil des Kreisgerichts-
ausschusses Ilanz vom 6. April 2000 sinngemäss folgender Sachverhalt zugrunde:

"Am 20. September 1999 befand sich W. H. in H., Gemeinde V., auf 
der Jagd. Dabei fiel starker Regen. Gegen Mittag sah er eine Gruppe 
Gämse, welche er als Jungböcke ansprach. Weiter unten am Bach, 
an der Asylgrenze, sichtete er eine einzelne Gämse, die er mit dem 
Fernrohr von vorne und leicht nach unten auf eine Distanz von ca. 130 
m, im offenen Gelände, als eine Geiss ansprach. Nachdem er das Wild 
um ca. 13.45 Uhr erlegt hatte, stellte sich heraus, dass es sich um 
einen 3 ¼-jährigen Gämsbock mit einem Krickelmass von rechts 22.5 
cm und links 22.3 cm handelte. Die Krickel hatten eine starke Basis 
und waren gut gekrümmt. Der Pinsel war sichtbar. Im Erscheinungs-
bild war das Tier bocktypisch und wog mit Haupt und sauber aufge-
brochen 24 kg.

W. H. hat ordnungsgemäss Selbstanzeige erstattet und das Wild vor-
schriftsgemäss zur Kontrolle vorgeführt. Er hatte den Abschuss in der 
Abschussliste mit dem Vermerk "Selbstanzeige" eingetragen. Bis zu 
diesem Tag war in der Abschussliste keine weitere Eintragung ver-
merkt.

Das Haupt des Gämsbocks wurde mit der Plombe Nr. 35273 markiert. 
Das Tier wurde in der Folge dem Jäger überlassen."

C. Mit Strafmandat vom 3. Dezember 1999, mitgeteilt am 3. Dezember 1999, 
erkannte der Kreispräsident Ilanz:

"1. W.. H. ist schuldig des vorsätzlichen Erlegens eines Gämsbocks 
vor der weiblichen Gämse gemäss JBV 1999, Abschnitt I/B, 

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Gämswild, Ziff. 1, Dreierkontingent, in Verbindung mit Art. 47 Abs. 
1 KJG.

 2. Dafür wird er bestraft mit Fr. 250.-- Busse.

 3. ...

 4. Der Angeklagte bezahlt die Kosten des Verfahrens, bestehend 
aus:
- Barauslagen inkl. polizeiliche Tatbestandesaufnahme Fr. 0.00
- Gebühren Fr. 150.00
- Kompetenzentscheid der Staatsanwaltschaft Fr. 00.00
- Busse Fr. 250.00
- abzüglich geleistetes Depositum                                ./. Fr. 0.00

- Total Fr. 400.00

zahlbar innert 30 Tagen an das Kreisamt Ilanz.

5. (Rechtsmittelbelehrung)

6. (Mitteilung)"

D. Dagegen erhob W.. H. am 12. Dezember 1999 Einsprache beim Kreisprä-
sidenten Ilanz, worauf das ordentliche Untersuchungs- und Gerichtsverfahren 
durchgeführt werden musste (vgl. Art. 175 Abs. 1 StPO). Nach Ergänzung der Un-
tersuchung erliess der Kreispräsident Ilanz am 4. Februar 2000 die Schlussverfü-
gung.

E. Mit Verfügung des Kreispräsidenten Ilanz vom 6. März 2000, mitgeteilt am 
6. März 2000, wurde W.. H. wegen Verletzung der Jagdbetriebsvorschriften 1999, 
Abschnitt I/B, Gämswild, Ziff. 1, Dreierkontingent, in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 
KJG in Anklagezustand versetzt.

F. Der Kreisgerichtsausschuss Ilanz erkannte mit Urteil vom 6. April 2000, 
mitgeteilt am 13. April 2000:

"1. W.. H. ist schuldig des vorsätzlichen Erlegens eines Gämsbockes 
vor der weiblichen Gämse gemäss JBV 1999, Abschnitt I/B, 
Gämswild, Ziff. 1, in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG.

 2. Dafür wird er mit Fr. 250.-- Busse bestraft.

 4. Der Verurteilte trägt die Verfahrenskosten, bestehend aus:
a) Kosten Strafmandat vom 03.12.1999 Fr. 150.00
b) Gerichtsgebühr Fr. 850.00
Total Fr. 1'000.00

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Busse und Kosten im Gesamtbetrage von Fr. 1'250.-- sind zahlbar 
innert 60 Tagen an die Kreiskasse Ilanz.

 5. (Rechtsmittelbelehrung)

 6. (Mitteilung)"

G. Gegen dieses Urteil erhob W. H. am 2. Mai 2000 Berufung an den Kan-
tonsgerichtsausschuss von Graubünden. Mit Schreiben des Vizepräsidenten des 
Kantonsgerichtes vom 5. Mai 2000 wurde W. H. eine Frist bis zum 18. Mai 2000 
gewährt, um seine Berufung zu begründen. Sinngemäss machte W. H.  mit Schrei-
ben vom 17. Mai 2000 geltend, er habe fahrlässig gehandelt und müsse in Anwen-
dung von Art. 49 KJG straflos bleiben. 

Sowohl die Vorinstanz als auch die Staatsanwaltschaft Graubünden beantra-
gen in ihren Vernehmlassungen vom 23. Mai 2000 beziehungsweise 25. Mai 2000 
die Abweisung der Berufung.

Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie in den Rechts-
schriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile der Kreisgerichtsausschüsse können der Verurteilte und der 
Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsausschuss Berufung erheben (Art. 141 Abs. 1 
StPO). Diese ist innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des angefoch-
tenen Entscheides einzureichen. Sie ist zu begründen, und es ist darzutun, welche 
Mängel des erstinstanzlichen Urteils gerügt werden und ob das ganze Urteil oder 
lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforde-
rungen vermag die vorliegende Berufung zu genügen. Auf die frist- und formgerecht 
eingereichte Berufung ist deshalb einzutreten.

2. Der Berufungskläger hat nicht die Durchführung einer mündlichen Beru-
fungsverhandlung verlangt. Es besteht auch kein Grund, dass das urteilende Ge-
richt von sich aus (vgl. hierzu Art. 144 Abs. 1 Satz 2 StPO) eine mündliche Beru-
fungsverhandlung anordnet, zumal die Vorinstanz in Anwesenheit des Berufungs-
klägers öffentlich verhandelt hat und im vorliegenden Fall vorwiegend Rechtsfragen 
zur Diskussion stehen, eine reformatio in peius ausgeschlossen ist und sich zudem 
keine Fragen  zur Person und zum Charakter des Berufungsklägers stellen, welche 

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sich nicht mit genügender Hinlänglichkeit aus den Akten ergeben (vgl. BGE 119 Ia 
318 f., Erw. 2 b).

3. a) Bei der Ausübung der Jagd hat sich der Jäger weidgerecht zu verhalten. 
Insbesondere hat er sich vor der Schussabgabe zu vergewissern, dass das Wild 
jagdbar ist (vgl. Art. 15 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über die Jagd und den Wildschutz 
im Kanton Graubünden; KJG; BR 740.000). Gemäss den Jagdbetriebsvorschriften 
1999 (I/B, Kontingente Ziff.1) darf der Gämsbock erst nach Abschuss einer erlaub-
ten Gämsgeiss erlegt werden.

b) Vorliegend steht in objektiver Hinsicht fest, dass der Berufungskläger mit 
dem Abschuss eines Gämsbockes vor der Gämsgeiss gegen die Jagdbetriebsvor-
schriften 1999 (I/B, Kontingente Ziff. 1) verstossen hat. Hauptthema der vorliegen-
den Berufung bildet die rechtliche Subsumtion des geschilderten Tatbestandes in 
subjektiver Hinsicht. Während die Vorinstanz eine eventualvorsätzliche Tatbege-
hung im Sinne von Art. 47 Abs. 1 KJG bejaht, liegt nach Auffassung des Berufungs-
klägers fahrlässige Begangenschaft im Sinne von Art. 47 Abs. 2 in Verbindung mit 
Art. 49 KJG vor. 

Im vorliegenden Fall kann ausgeschlossen werden, dass der Berufungsklä-
ger mit direktem Vorsatz, also mit Wissen und Willen den Gämsbock vor der Gäms-
geiss erlegt hat. Zu prüfen ist mithin, ob W. H. eventualvorsätzlich im Sinne von Art. 
18 StGB gehandelt hat oder ob er einem Sachverhaltsirrtum in Sinne von Art. 19 
StGB unterlegen ist und ob dieser Irrtum bei pflichtgemässer Vorsicht vermeidbar 
gewesen wäre, was eine Verurteilung wegen Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 18 
Abs. 3 StGB in Verbindung mit Art. 47 Abs. 2 KJG zur Folge hätte. Eventualvorsatz 
liegt nach ständiger Rechtsprechung vor, wenn der Täter die Verwirklichung eines 
Tatbestandes zwar nicht mit Gewissheit voraussieht, aber doch ernsthaft für mög-
lich hält, und die Erfüllung des Tatbestandes für den Fall, dass sie eintreten sollte, 
auch will (BGE 105 IV 14,177; 109 IV 151). Für diese Form des Vorsatzes ist es 
typisch, dass der eingetretene Erfolg zwar nicht erwünscht ist, jedoch für den Fall 
seines Eintretens hingenommen wird (BGE 103 IV 68; Stratenwerth, Schweizeri-
sches Strafrecht, Allgemeiner Teil I, Bern 1982, S. 165 f.). Ein ausdrückliches Billi-
gen oder Gutheissen ist denn auch nach der neueren bundesgerichtlichen Recht-
sprechung nicht notwendig. Eventualvorsätzlich handelt mithin, wer den Eintritt der 
objektiven Merkmale eines Straftatbestandes für möglich hält und diesen Erfolgs-
eintritt zwar nicht wünscht, aber hinzunehmen bereit ist (Schulz, Einführung in den 
Allgemeinen Teil des Strafrechtes I, Bern 1982, S. 195 ff.; Rehberg, Strafrecht I, 6. 

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Aufl., Zürich 1996, S. 67). Rückschlüsse von äusseren Umständen auf den inneren 
Willen im Rahmen der Beweiswürdigung sind in diesem Zusammenhang unentbehr-
lich, wie sich nur dadurch die inneren Vorgänge beim Täter äusserlich manifestieren 
(vgl. hiezu Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, Zürich 
1997, S. 55; BGE 119 IV 248 und BGE 121 IV 253). Der Kantonsgerichtsausschuss 
hat in einer reichhaltigen Rechtsprechung (vgl. PKG 1991 N 39 mit weiteren Hin-
weisen) festgehalten, dass derjenige Jäger, welcher gleichsam blindlings einen 
Schuss abgibt, ohne sich genau zu vergewissern, ob er auf ein vorgängig angespro-
chenes Tier schiesst, sich mit der gesetzwidrigen Tötung des Wildes abfindet und 
mithin eventualvorsätzlich handelt. Im Rahmen der Beweiswürdigung ging das Ge-
richt in tatsächlicher Hinsicht jeweils davon aus, dass der Jäger das Wild ohne genü-
gende vorgängige Ansprache geschossen hatte, wenn es sich augenfällig von ei-
nem jagdbaren Tier unterschied (zum Beispiel Abschuss eines 1 ½-jährigen Reh-
spiessers mit Stangenlängen von 2 cm respektive 4,7 cm anstatt eines Sechser-
Bockes, vgl. Urteil des Kantonsgerichtsausschusses vom 28. Mai 1986 i.S .P.G., 
SB 25/86; Abschuss einer 1 ¼-jährigen Rehgeiss anstatt eines Sechser-Bockes, 
vgl. Urteil des Kantonsgerichtsausschusses vom 17. August 1988 i.S. E.T., SB 
37/88; PKG 1991 Nr. 39; PKG 1993 Nr. 27).

c) Wendet man diese Grundsätze auf den vorliegenden Fall an, so ist festzu-
halten, dass der von W. H. erlegte Gämsbock zweifelsfrei ein bocktypisches Er-
scheinungsbild aufwies: sichtbarer Pinsel, gut gekrümmte Krickel mit starker Basis 
und ein Gewicht von 24 kg (sauber aufgebrochen). Somit kann vorliegend keine 
Rede davon sein, dass sich der erlegte Gämsbock nicht augenfällig von einer 
Gämsgeiss unterschieden hätte. Im weiteren gilt es zu berücksichtigen, dass W. H. 
das Tier bei starkem Regenfall im offenen Gelände von vorne und leicht nach unten 
auf eine Distanz von rund 130 m angesprochen hat. Das Ansprechen des Gämswil-
des muss im vorliegenden Fall als unzulänglich qualifiziert werden. Es genügt nicht, 
das Tier lediglich von vorne und leicht nach unten anzusprechen. Nach der konstan-
ten Rechtsprechung des Kantonsgerichtsausschusses ist vielmehr erforderlich, 
dass der ganze Körper des Gämswildes angesprochen wird. Das Tier muss in sei-
ner ganzen Breite beobachtet werden. Hätte W. H. gewartet, bis sich das Wild ge-
wendet hätte, so hätte er erkennen müssen, dass die vermeintliche Gämsgeiss kein 
Gesäuge aufwies. Ebenso hätte er den beim besagten Gämsbock gut sichtbaren 
Pinsel wahrnehmen müssen.  Das Wild war nicht auf der Flucht, weshalb der Beru-
fungskläger auch nicht unter Zeitdruck stand, um das Wild fachgemäss anzuspre-
chen. Ferner hätte W. H. berücksichtigen müssen, dass bei starkem Regen die Sicht 
eingeschränkt ist, was erhöhte Vorsicht erfordert. Indem W. H. das Gämswild unge-

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nügend angesprochen hat, hat er in Kauf genommen, einen Gämsbock anstelle der 
erlaubten Gämsgeiss zu erlegen, was als eventualvorsätzliche Tatbegehung im 
Sinne von Art. 18 StGB zu qualifizieren ist.

d) Im Resultat kann somit festgehalten werden, dass die Vorinstanz W. H. 
mit zutreffenden Erwägungen zu Recht des (eventual)vorsätzlichen Erlegenes ei-
nes Gämsbockes vor der weiblichen Gämse im Sinne der Jagdbetriebsvorschriften 
1999 (Abschnitt I/B) in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 KJG verurteilt hat. Die Berufung 
ist somit in diesem Punkt abzuweisen. 

4. a) Die Strafzumessung ist vom Schuldprinzip beherrscht, hat doch der 
Richter nach Art. 63 StGB die Strafe innerhalb des für den betreffenden Tatbestand 
geltenden Strafrahmens nach dem Verschulden des Täters zu bemessen. Nach der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung bezieht sich der Begriff des Verschuldens auf 
den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat. Grundlage für die 
Bemessung der Schuld bildet die Schwere der Tat. Bei den Strafzumessungsgrün-
den kann im weiteren zwischen der Tat- und der Täterkomponente unterschieden 
werden. Bei der Tatkomponente sind insbesondere das Ausmass des verschulde-
ten Erfolges, die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolges, die Willensrich-
tung, mit welcher der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe zu beachten (BGE 
117 IV 113 f.). Die Täterkomponente umfasst demgegenüber das Vorleben, die per-
sönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, wie 
zum Beispiel Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit (BGE 117 IV 113 ff.; Straten-
werth, Schweizerisches Strafrecht, Allgemeiner Teil II: Strafen und Massnahmen, 
Bern 1989, S. 220 ff.). Wird eine Busse ausgesprochen, so bestimmt der Richter die 
Höhe der Busse je nach den Verhältnissen des Täters so, dass dieser durch die 
Einbusse die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (Art. 48 Ziff. 
2 Abs. 1 StGB). Für die Verhältnisse des Täters sind namentlich von Bedeutung 
sein Einkommen und sein Vermögen, sein Familienstand und seine Familienpflich-
ten, sein Beruf und Erwerb, sein Alter und seine Gesundheit (Art. 48 Ziff. 2 Abs. 2 
StGB). Damit wird nicht von der allgemeinen Strafzumessungsregel von Art. 63 
StGB abgewichen, sondern diese im Hinblick auf die Besonderheiten der Busse 
verdeutlicht. 

Die den Täter belastenden oder entlastenden Umstände sind jeweils als 
Straferhöhungsgründe- bzw. Strafminderungsgründe innerhalb des ordentlichen 
Strafrahmens zu berücksichtigen. 

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b) Grundlage für die Strafzumessung bildet im vorliegenden Fall der in Art. 
47 Abs. 1 KJG vorgesehene Strafrahmen von Haft oder Busse bis zu Fr. 20'000.--, 
wobei gemäss Art. 50 Abs. 2 StGB die Kumulation von Freiheitsstrafe und Busse 
zulässig ist. Das Verschulden des Berufungsklägers wiegt nicht allzu schwer, kann 
jedoch auch nicht bagatellisiert werden, zumal er eventualvorsätzlich einen im Er-
scheinungsbild bocktypischen Gämsbock anstatt einer Gämsgeiss erlegt hat. Straf-
erhöhungsgründe sind keine ersichtlich, hingegen kann dem Berufungskläger der 
gute Leumund und die Vorstrafenlosigkeit strafmindernd angerechnet werden. 
Strafmilderungs- und Strafschärfungsgründe liegen keine vor. Berücksichtigt man 
weiter, dass der Berufungskläger ein monatliches Einkommen von brutto Fr. 4'000.-- 
erzielt und keine familiären Pflichten zu erfüllen hat, so erscheint die von der Vorin-
stanz ausgesprochene Busse von Fr. 250.-- angemessen.

5. Ist nach dem Gesagten die Berufung abzuweisen, so gehen die Kosten 
des Berufungsverfahrens zu Lasten des Berufungsklägers (Art. 160 Abs. 1 StPO).

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 800.-- gehen zu Lasten des Be-
rufungsklägers.

3. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, beim Kassationshof des schweizerischen Bundes-
gerichts Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt werden. Sie ist innert zehn Tagen 
seit Zugang der schriftlichen Urteilsausfertigung gegenüber dem Kantonsge-
richtspräsidium schriftlich zu erklären und innert weiteren zehn Tagen durch 
eine schriftliche, ebenfalls beim Kantonsgerichtspräsidium einzureichende 
Begründung zu ergänzen.

4. Mitteilung an:

– W. H., D.,   V.,
– Staatsanwaltschaft Graubünden, Sennhofstrasse 17, 7001 Chur (vier-

fach),
– Kreisgerichtsausschuss Ilanz, Casa Cumin, 7130 Ilanz,
– Kantonales Jagd- und Fischereiinspektorat, Loëstrasse 14, 7000 Chur,
– G. S., Widhüter,  C.,
– Finanzverwaltung Graubünden (Dispositiv).

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Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Vizepräsident: Aktuarin ad hoc: