# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 909e326d-6961-5862-a9bb-f77f7e697543
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2002-09-05
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 05.09.2002 JAAC 67.7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_012_JAAC-67-7--_2002-09-05.pdf

## Full Text

JAAC 67.7

Entscheid der Eidgenössischen Personalrekurskommission
vom 5. September 2002 i.S. X. [PRK 2001-009]

Personnel fédéral. Egalité entre femmes et hommes. Classement et
promotion d’assistantes et assistants sociaux.

- Le grief selon lequel une décision en matière de promotion viole la
loi sur l’égalité peut être soulevé par recours de droit administratif
au Tribunal fédéral; dès lors, la Commission fédérale de recours en
matière de personnel est compétente pour traiter le recours à titre
d’autorité inférieure (art. 100 al. 2 let. b OJ; consid. 1b).

- C’est à l’employeur de réfuter la présomption d’une discrimination
selon l’art. 6 LEg. En d’autres mots, le fardeau de la preuve est renversé,
ce qui a pour conséquence que l’employeur doit prouver l’absence d’une
discrimination fondée spécifiquement sur le sexe (consid. 3c).

- Il y a discrimination directe lorsque la différence de traitement
se fonde explicitement sur le sexe ou sur un critère ne pouvant être
réalisé que par l’un des deux sexes et qu’elle ne peut pas être justifiée
objectivement. Il ne ressort ni des affirmations de la recourante ni du
dossier que l’on trouve dans l’administration fédérale des assistants
sociaux situés dans une classe de traitement supérieure, en violation
des dispositions; aucune discrimination salariale directe n’est dès lors
réalisée (consid. 4).

- Il y a discrimination indirecte dans le cas d’une réglementation qui
pourrait formellement s’appliquer indifféremment aux deux sexes, mais
qui a pour effet de désavantager un nettement plus grand nombre voire
essentiellement les personnes d’un sexe par rapport à celles de l’autre,
sans que ceci ne soit objectivement justifié (consid. 5).

- Des différences en ce qui concerne la fonction de direction
respectivement en rapport avec la responsabilité sont des critères
matériellement soutenables pour une classification salariale différente.
Il en va de même pour les différences au niveau des compétences de

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décision. Fondé sur de telles différences, le refus de la requête de la
recourante tendant à la promotion en classe traitement 22 se révèle
compatible avec l’interdiction de discriminer de l’art. 3 LEg (consid. 5c).

- Les procédures qui sont basées sur la loi sur l’égalité sont gratuites - à
l’exception des procédés téméraires (art. 13 al. 5 LEg; consid. 6).

Bundespersonal. Gleichstellung von Frau und Mann. Einreihung und
Beförderung von Sozialberater/innen.

- Gegen eine Verfügung über eine Beförderung kann mit der Rüge, das
Gleichstellungsgesetz sei verletzt, Verwaltungsgerichtsbeschwerde
beim Bundesgericht erhoben werden; demnach ist als Vorinstanz die
Eidgenössische Personalrekurskommission für die Behandlung der
Beschwerde zuständig (Art. 100 Abs. 2 Bst. b OG; E. 1b).

- Es ist Sache des Arbeitgebers, die Vermutung einer Diskriminierung
gemäss Art. 6 GlG zu widerlegen. Die Beweislast wird mit anderen
Worten umgekehrt, mit der Folge, dass der Arbeitgeber das Fehlen einer
geschlechtsspezifischen Diskriminierung zu beweisen hat (E. 3c).

- Eine direkte Diskriminierung liegt vor, wenn sich eine
Ungleichbehandlung ausdrücklich auf die Geschlechtszugehörigkeit
oder auf ein Kriterium stützt, das nur von einem der beiden
Geschlechter erfüllt werden kann, und wenn sie sich nicht sachlich
rechtfertigen lässt. Weder behauptet die Beschwerdeführerin noch geht
aus den Akten hervor, es gebe in der Bundesverwaltung Sozialberater,
die entgegen den Vorschriften in einer höheren Besoldungsklasse
eingestuft seien; eine direkte Lohndiskriminierung ist demzufolge nicht
gegeben (E. 4).

- Eine indirekte Diskriminierung liegt vor, wenn eine formal
geschlechtsneutrale Regelung im Ergebnis wesentlich mehr bzw.
überwiegend Angehörige des einen Geschlechts gegenüber denjenigen
des anderen benachteiligt, ohne dass dies sachlich begründet wäre
(E. 5).

- Unterschiede in der Führungsfunktion bzw. mit Bezug auf
die Verantwortung sind sachlich haltbare Kriterien für eine
ungleiche Lohneinstufung. Gleiches gilt für Unterschiede in den
Entscheidkompetenzen. Die darauf gestützte Ablehnung des Antrages
der Beschwerdeführerin auf Beförderung in die Besoldungsklasse 22
erweist sich daher als mit dem Diskriminierungsverbot von Art. 3 GlG
vereinbar (E. 5c).

- Verfahren, die sich auf das Gleichstellungsgesetz stützen, sind - ausser
bei mutwilliger Prozessführung - kostenlos (Art. 13 Abs. 5 GlG; E. 6).

Personale federale. Parità fra uomini e donne. Classificazione e
promozione di assistenti sociali.

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- Contro una decisione inerente una promozione può essere inoltrato
ricorso di diritto amministrativo al Tribunale federale, facendo valere
la violazione della legge sulla parità; la Commissione federale di
ricorso in materia del personale è quindi competente per trattare il
ricorso quale autorità inferiore (art. 100 cpv. 2 lett. b OG; consid. 1b).

- Ai sensi dell’art. 6 LPar, tocca al datore di lavoro contraddire la
presunzione di una discriminazione. In altre parole, l’onere della
prova viene rovesciato, con la conseguenza che il datore di lavoro deve
dimostrare l’assenza di una discriminazione fondata in modo specifico
sul sesso (consid. 3c).

- Vi è una discriminazione diretta se una disparità di trattamento si
basa esplicitamente sull’appartenenza ad un determinato sesso oppure
su un criterio che può essere rispettato solo da uno dei due sessi e se
tale discriminazione non è giustificata da un punto di vista oggettivo.
La ricorrente non ha fatto valere, e non emerge nemmeno dagli atti,
che in seno all’Amministrazione federale vi sono assistenti sociali che,
contrariamente alle prescrizioni, sono classificati in una classe di
stipendio superiore; non vi è pertanto una discriminazione diretta in
materia salariale (consid. 4).

- Una discriminazione indiretta sussiste laddove una regolamentazione,
di per sé formalmente applicabile ad entrambi i sessi, ha l’effetto di
sfavorire in modo considerevole persone appartenenti ad un sesso
oppure un numero nettamente superiore di persone di un sesso rispetto
a quelle dell’altro sesso, senza che ciò sia giustificato dal punto di vista
oggettivo (consid. 5).

- Differenze nella funzione dirigenziale risp. in relazione alla
responsabilità sono criteri oggettivamente sostenibili per giustificare
un trattamento salariale differente. Lo stesso vale per differenze
a livello di competenze decisionali. Il rifiuto della richiesta della
ricorrente di essere promossa nella classe di salario 22 è basato su tali
differenze ed è pertanto compatibile con il divieto di discriminazione
sancito dall’art. 3 LPar (consid. 5c).

- Procedure che si basano sulla LPar sono gratuite, eccezion fatta per i
casi di ricorsi temerari (art. 13 cpv. 5 LPar; consid. 6).

Zusammenfassung des Sachverhalts:

A. Im Jahre 1996 beschloss ein Eidgenössisches Departement, eine
departementseigene Personal- und Sozialberatungsstelle zu schaffen
und sich von den Dienstleistungen der Sozialdienste, die damals noch
in der Eidgenössischen Versicherungskasse integriert waren, loszulösen.
X., die bereits in ihrer alten Funktion unter anderem das Personal des
Departementes betreut hatte, bewarb sich erfolgreich für die neu geschaffene
Stelle. Seit dem 1. Januar 1997 bekleidet sie dieses Amt. Mit Verfügung
vom 21. Dezember 1999 hielt das Departement fest, das Pflichtenheft von
X. entspreche der 20. Besoldungsklasse und lehnte deren Beförderung in die
21. oder 22. Besoldungsklasse per 1. Juli 1999 ab. Das Departement stützte

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sich dabei auf eine Stellungnahme des Eidgenössischen Personalamtes (EPA)
vom 29. März 1999, das sich als zuständige Klassifikationsstelle gegen eine
Höhereinstufung der Stelle ausgesprochen hatte. X. stellte hierauf bei der
Begutachtenden Kommission für Stellenbewertung in der allgemeinen
Bundesverwaltung (im Folgenden: BEKO I) ein Gesuch um Begutachtung
der Stelle. In ihrem Gutachten vom 13. Oktober 2000 kam die BEKO I zum
Schluss, die Stelle sei richtig bewertet, und empfahl, die Stelle von X. wie
bisher in der 20. Besoldungsklasse zu belassen. Gestützt darauf hielt das
Departement mit Verfügung vom 25. Januar 2001 fest, die Aufgaben von X.
seien mit der 20. Besoldungsklasse bewertet, das Gesuch um Beförderung
in die 22. Besoldungsklasse per 1. Juli 1999 werde abgelehnt und X. werde
im Rahmen des Lohnbandbreiten-Modells auf den 1. Februar 2001 zur
Fachbeamtin der 21. Besoldungsklasse ad personam befördert.

B.Mit Eingabe vom 23. Februar 2001 (Poststempel vom 24. Februar 2001)
liess X. gegen die Verfügung des Departementes bei der Eidgenössischen
Personalrekurskommission (PRK) Beschwerde erheben mit den Anträgen,
ihre Stelle sei in der 22. Besoldungsklasse einzureihen und mit der
24. Besoldungsklasse endzubewerten und die Laufbahnreihe 25 der
Sozialarbeiter/innen gemäss Beförderungsvorschriften für Ämter
der allgemeinen Bundesverwaltung sei dahingehend zu überprüfen,
ob aufgrund eines Verwaltungsfehlers eine Diskriminierung dieser
Berufsgruppe entstanden sei und ob für diese Berufsgruppe Anspruch auf
eine (rückwirkende) Beförderung bestehe. In seiner Vernehmlassung vom
29. März 2001 schliesst das EPA auf Abweisung der Beschwerde, während
das Departement in seiner Vernehmlassung vom 5. April 2001 sinngemäss
Gutheissung der Beschwerde beantragt.

C. Auf Antrag von X. vom 29. März 2001 erstellte die Begutachtende
Fachkommission Gleichstellungsgesetz der Bundesverwaltung am 4. April
2002 ein Gutachten. Darin kommt die Fachkommission zum Ergebnis, sie stelle
weder eine direkte noch eine indirekte Diskriminierung der Antragstellerin
fest.

Aus den Erwägungen:

1.a. (…)

b. Nach Art. 58 Abs. 2 Bst. b Ziff. 3 des Beamtengesetzes vom 30. Juni
1927 (BtG, BS 1 489 und nachfolgende Änderungen) ist die PRK auf dem
Gebiete der Dienstverhältnisse des Bundespersonals Rechtsmittelinstanz
für Beschwerden gegen Beschwerdeentscheide und erstinstanzliche
Verfügungen der Departemente, der Bundeskanzlei, der Oberzolldirektion
und letzter Instanzen autonomer eidgenössischer Anstalten oder
Betriebe, soweit anschliessend die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an
das Bundesgericht offen steht. Mit der vorliegenden Beschwerde wird
eine Verfügung des Departementes betreffend Beförderung angefochten.
An sich schloss Art. 100 Abs. 1 Bst. e des Bundesrechtspflegegesetzes
vom 16. Dezember 1943 (OG, SR 173.110) in der bis zum 31. Dezember
2001 geltenden Fassung die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen
Verfügungen über die Beförderung aus. Nach Abs. 2 Bst. b von Art. 100 OG
findet Abs. 1 Bst. e indessen keine Anwendung auf Verfügungen über die
Gleichstellung der Geschlechter auf dem Gebiete des Dienstverhältnisses
von Bundespersonal (vgl. dazu André Moser, Der Rechtsschutz im Bund, in:

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Peter Helbling/Thomas Poledna, Personalrecht des öffentlichen Dienstes,
Bern 1999, S. 558). Die Beschwerdeführerin rügt, die angefochtene Verfügung
verletze das Gleichstellungsgesetz. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde
an das Bundesgericht ist demnach zulässig und die Eidgenössische
Personalrekurskommission für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde
zuständig. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit
einzutreten (Art. 50 und 51 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über
das Verwaltungsverfahren [VwVG], SR 172.021).

2. Die Beschwerdeführerin stellt einerseits das Begehren, ihre Stelle
sei in die 22. Besoldungsklasse einzureihen (mit Endbewertung in der
24. Besoldungsklasse) und (sinngemäss), sie sei rückwirkend per 1. Juli 1999
in die 22. Besoldungsklasse zu befördern. Andererseits beantragt sie, die
Laufbahnreihe 25 der Sozialarbeiter/innen gemäss Beförderungsvorschriften
für die Ämter der allgemeinen Bundesverwaltung sei dahingehend zu
überprüfen, ob aufgrund eines Verwaltungsfehlers eine Diskriminierung
dieser Berufsgruppe entstanden sei und ob für diese Berufsgruppe Anspruch
auf eine (rückwirkende) Beförderung bestehe. Die angefochtene Verfügung
betrifft ausschliesslich die Einreihung der Stelle der Beschwerdeführerin
und die besoldungsmässige Beförderung der Beschwerdeführerin. Die
Einreihung anderer Ämter und die Beförderung anderer Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter bilden mit anderen Worten nicht Gegenstand des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Auf das zweite Rechtsbegehren der
Beschwerdeführerin kann daher nur insoweit eingetreten werden, als die
Laufbahnreihe 25 für die Einreihung der Stelle der Beschwerdeführerin von
Bedeutung ist.

3. Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Verbotes der
Diskriminierung aufgrund des Geschlechts.

a. Nach Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 24. März 1995 über die
Gleichstellung von Frau und Mann (Gleichstellungsgesetz [GlG], SR 151.1)
dürfen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgrund ihres Geschlechts
weder direkt noch indirekt benachteiligt werden.

b. Vorliegend geht es um eine Beförderung ohne Übertragung einer
anderen Funktion, eines anderen Amtes oder zusätzlicher Aufgaben, mithin
um eine rein lohnmässige Höhereinstufung. Es handelt sich damit um
eine Frage der Lohngleichheit (vgl. Kathrin Arioli, Die Anwendung des
Gleichstellungsgesetzes auf öffentlichrechtliche Arbeitsverhältnisse des
Bundes, in: Helbling/Poledna, a.a.O., S. 263). Nach Art. 8 Abs. 3 Satz 3 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April
1999 (BV, SR 101) und Art. 3 Abs. 2 GlG haben Mann und Frau insbesondere
Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit. Eine besoldungsmässige
Diskriminierung kann sich sowohl aus der Entlöhnung einer bestimmten
Person im Vergleich mit Personen des anderen Geschlechts ergeben als auch
aus der generellen Einstufung bestimmter Funktionen. Auch hier kann die
Diskriminierung direkt oder indirekt sein (BGE 124 II 531 E. 3b).

c. Bezüglich Entlöhnung wie Beförderung wird eine Diskriminierung
vermutet, wenn diese von der betroffenen Person glaubhaft gemacht
wird (Art. 6 GlG). Es ist alsdann Sache des Arbeitgebers, die Vermutung

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zu widerlegen. Die Beweislast wird mit anderen Worten umgekehrt, mit
der Folge, dass der Arbeitgeber das Fehlen einer geschlechtsspezifischen
Diskriminierung zu beweisen hat (BGE 127 III 212 E. 3b, BGE 125 I 82 E. 4a).

4. Eine direkte Diskriminierung liegt vor, wenn sich eine Ungleichbehandlung
ausdrücklich auf die Geschlechtszugehörigkeit oder auf ein Kriterium stützt,
das nur von einem der beiden Geschlechter erfüllt werden kann, und wenn
sie sich nicht sachlich rechtfertigen lässt (BBl 1993 I 1295; BGE 125 I 79 E. 2a;
Elisabeth Freivogel/Olivier Steiner, Die Regelung der Überzeitzuschläge und das
Verbot der Geschlechterdiskriminierung, in: Aktuelle Juristische Praxis [AJP]
2001, S. 993).

Die Stelle der Beschwerdeführerin ist maximal in der 20. Besoldungsklasse
eingereiht. Bis zum 31. Januar 2001 war die Beschwerdeführerin in diese
Besoldungsklasse eingestuft. Mit der angefochtenen Verfügung wurde sie
per 1. Februar 2001 ad personam in die 21. Besoldungsklasse befördert.
Die Einreihung ihrer Stelle in die 20. Besoldungsklasse entspricht den
Beförderungsvorschriften, die bis Ende 2001 in Kraft waren. Gemäss
der Laufbahnreihe 25 werden Sozialberater/innen bis maximal in die
20. Besoldungsklasse eingereiht. Die Beschwerdeführerin behauptet nicht, es
gebe in der Bundesverwaltung Sozialberater, die entgegen diesen Vorschriften
in einer höheren Besoldungsklasse eingestuft seien. Ein solcher Tatbestand
geht auch nicht aus den Akten hervor. Eine direkte Lohndiskriminierung ist
demzufolge nicht gegeben.

5. Eine indirekte Diskriminierung liegt vor, wenn eine formal
geschlechtsneutrale Regelung im Ergebnis wesentlich mehr bzw. überwiegend
Angehörige des einen Geschlechts gegenüber denjenigen des anderen
benachteiligt, ohne dass dies sachlich begründet wäre (BBl 1993 I 1295;
BGE 127 III 213 E. 3c, BGE 125 I 79 E. 2a, BGE 124 II 425 E. 7, BGE 124
II 530 f. E. 3a). Mit anderen Worten ausgedrückt, ist eine indirekte
Lohndiskriminierung dann gegeben, wenn sich aus dem Vergleich der
Bewertung einer klar geschlechtsspezifisch identifizierten Arbeit auf der
einen Seite mit der Bewertung der gegengeschlechtlich identifizierten
oder nicht geschlechtsspezifisch identifizierten Arbeit auf der anderen
Seite eine Bewertungsdifferenz ergibt, die nicht sachbezogen in der Arbeit
selbst begründet ist (Elisabeth Freivogel, in: Bigler-Eggenberger/Kaufmann,
Kommentar zum Gleichstellungsgesetz, Basel 1997, Rz. 116 zu Art. 3).
Anders als bei der direkten Diskriminierung werden bei der indirekten
Diskriminierung Merkmale gewählt, die grundsätzlich bei beiden
Geschlechtern vorliegen können, faktisch aber von einem Geschlecht viel
häufiger erfüllt werden (Freivogel/Steiner, a.a.O., S. 994).

a. Die Einreihung der Stelle der Beschwerdeführerin ist unter dem
Aspekt der Gleichbehandlung der Geschlechter von der Begutachtenden
Fachkommission Gleichstellungsgesetz der Bundesverwaltung überprüft
worden. Diese kam in ihrem Gutachten vom 4. April 2002 zum Schluss, eine
indirekte Diskriminierung liege nicht vor. Wie ihr Name schon sagt, hat die
Fachkommission lediglich begutachtende Funktion. Die Beschwerdeinstanz
ist an das Ergebnis des Gutachtens nicht gebunden. Allerdings verfügen die
Mitglieder der Fachkommission über besondere Fachkenntnisse, so dass
die Eidgenössische Personalrekurskommission von deren Beurteilung nur

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abweicht, wenn triftige Gründe vorliegen (vgl. Arioli, a.a.O., S. 278; René
A. Rhinow/Beat Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung,
Basel/Frankfurt am Main 1990, Nr. 146, B II. b).

b. Die Fachkommission erachtet den Beruf der Sozialberaterin respektive
des Sozialberaters als typisch weiblich, jenen der Personalfachleute weder
als typisch weiblich noch als typisch männlich. Diese Einschätzung teilt
die Eidgenössische Personalrekurskommission. Bei der Personal- und
Sozialberatung der Bundesverwaltung sind 80% der Mitarbeitenden Frauen.
Gesamtschweizerische Zahlen liegen zwar nicht vor, doch dürfte der Anteil
Frauen erheblich über demjenigen der Männer liegen. Ausserdem ist zu
berücksichtigen, dass ein traditionell männlicher respektive weiblicher
Beruf auch nach einer effektiven Durchmischung mit dem anderen
Geschlecht noch einige Zeit geschlechtsspezifisch identifiziert bleibt (vgl.
Freivogel, a.a.O., Rz. 119 zu Art. 3). Was den Beruf des Personalfachmanns
respektive der Personalfachfrau anbetrifft, so hält die Eidgenössische
Personalrekurskommission mit der Fachkommission diesen jedenfalls
nicht für typisch weiblich, so dass die Frage einer geschlechtsspezifischen
Diskriminierung entfiele. Somit stellt sich die Frage, ob die unterschiedliche
Einreihung der Sozialberaterinnen und Sozialberater einerseits und der
Personalfachleute andererseits sachbezogen in deren Arbeit begründet ist.

c. Die Fachkommission stellt zunächst fest, dass ein typisierter
Aufgabenbeschrieb für Personalfachleute in der Bundesverwaltung fehlt. Von
einer einheitlichen Ausbildung könne zudem nicht ausgegangen werden. Die
Einreihung der Stelle richte sich deshalb nach den konkreten Gegebenheiten
entsprechend den Umschreibungen in den Beförderungsvorschriften. Ein
Vergleich sei daher bestenfalls in einzelnen konkreten Fällen möglich. Weiter
hält die Fachkommission fest, dass nur Personalchefinnen und -chefs die
Besoldungsklassen 24 und 26 (und ausnahmsweise noch höher) erreichen
könnten, d. h. Personalfachleute mit Führungsfunktion und umfassender
Entscheidkompetenz. Personalfachleute mit teilweiser Führungsfunktion
und Mitverantwortung für die Personalprozesse auf Stufe Amt seien in den
Lohnklassen 20/21 eingestuft. Die Beschwerdeführerin wirke demgegenüber
vor allem beratend und vermittelnd und habe weder direkte Führungs- und
Steuerungsverantwortung noch selbstständige Entscheidkompetenz. Der
Vergleich der vom Departement und EPA eingereichten Stellenbeschriebe
mit jenem der Beschwerdeführerin bestätige diese Einschätzung. Aufgrund
dieser Überlegungen kommt die Fachkommission zum Schluss, dass die von
der Verwaltung dargelegten Differenzierungskriterien objektiv und nicht
geschlechtsspezifisch seien. Die Eidgenössische Personalrekurskommission
sieht keinen Grund, von dieser Beurteilung abzuweichen. Unterschiede in
der Führungsfunktion bzw. mit Bezug auf die Verantwortung sind sachlich
haltbare Kriterien für eine ungleiche Lohneinstufung (BGE 124 II 532 E. 4c;
Bernische Verwaltungsrechtsprechung [BVR] 2001, S. 62 E. 5e in fine). Gleiches
gilt für Unterschiede in den Entscheidkompetenzen. Die Ablehnung des
Antrages der Beschwerdeführerin auf Beförderung in die Besoldungsklasse 22

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_124_II_532&resolve=1

erweist sich daher als mit dem Diskriminierungsverbot von Art. 3 GlG
vereinbar. Die Beschwerde ist somit abzuweisen, soweit darauf eingetreten
werden kann.

6. Verfahren, die sich auf das Gleichstellungsgesetz stützen, sind - ausser bei
mutwilliger Prozessführung - kostenlos (Art. 13 Abs. 5 GlG). Anspruch auf eine
Parteientschädigung ist nicht gegeben (Art. 64 VwVG).

Informations générales sur la Commission fédérale de recours en matière de
personnel fédéral

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http://www.admin.ch/ch/f/cf/ko/index_130.html
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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 67.7 - Entscheid der Eidgenössischen Personalrekurskommission vom 5. September

2002 i.S. X. [PRK 2001-009]

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 2003
Année

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Band 67
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Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Entscheid der Eidgenössischen Personalrekurskommission vom 5. September 2002 i.S. X. [PRK 2001-009]