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**Case Identifier:** e11bd9e9-8f34-55e9-b4b9-3e1cd27ae536
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.10.2021 200 2021 177
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-177_2021-10-22.pdf

## Full Text

200 21 177 IV
KOJ/SCM/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. Oktober 2021

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 27. Januar 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2021, IV/21/177, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1978 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im April 2018 ohne nähere Angaben zur Art der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 
zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilage [AB] 1). Im Rahmen 
der hierauf vorgenommenen erwerblichen und medizinischen Abklärungen 
liess die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) insbesondere ein 
polydisziplinäres Gutachten vom 18. August bzw. 9. September 2020 
(AB 83.1-83.5, 83.1/2 Ziff. 1.1, 83.1/22 Ziff. I; samt Evaluation der funktio-
nellen Leistungsfähigkeit [EFL; AB 83.2]) erstellen. Nach Durchführung des 
Vorbescheidverfahrens (AB 87) verneinte die IVB mit Verfügung vom 
27. Januar 2021 (AB 90) einen Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad 
von 10 %.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 1. März 2021 Beschwerde. Er lässt die folgenden Anträge 
stellen:

• Die Verfügung der IVB vom 27. Januar 2021 sei aufzuheben und die 
Sache zur rechtsgenüglichen Abklärung des Sachverhalts, insbeson-
dere zur erneuten Durchführung einer arbeitsmarktlichen-
medizinischen Abklärung und/oder eines polydisziplinären Gutach-
tens, und hiernach Neubeurteilung des Anspruchs auf eine Invaliden-
rente an die Vorinstanz zurückzuweisen.

• Eventualiter sei die Verfügung der IVB vom 27. Januar 2021 aufzuhe-
ben und dem Beschwerdeführer rückwirkend per 18. April 2019 eine 
volle (richtig: ganze) IV-Rente auszurichten.

• Dem Beschwerdeführer sei unter Zustellung der gesamten amtlichen 
IV-Akten eine Frist von 30 Tagen zur Ergänzung der vorliegenden 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu setzen.

Gleichzeitig stellte er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

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Mit prozessleitender Verfügung vom 5. März 2021 wies der Instruktionsrich-
ter den Antrag um Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeergänzung ab.

Mit Beschwerdeantwort vom 6. April 2021 schliesst die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingabe vom 28. Mai 2021 zog der Beschwerdeführer das gestellte 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zurück, woraufhin das diesbezügli-
che Verfahren mit prozessleitender Verfügung vom 1. Juni 2021 vom Ge-
schäftsverzeichnis abgeschrieben wurde.

Mit Replik vom 5. Juli 2021 und Duplik vom 24. August 2021 hielten die 
Parteien an ihren Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-

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tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 27. Januar 2021 
(AB 90). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdefüh-
rers und in diesem Zusammenhang die Vollständigkeit der Sachverhaltsab-
klärung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 

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anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Was den Gesundheitszustand bzw. die Arbeits- und Leistungsfähig-
keit des Beschwerdeführers betrifft, stützte sich die Beschwerdegegnerin 
massgeblich auf das polydisziplinäre, auf einer internistischen, orthopädi-
schen (samt EFL), neurologischen und psychiatrischen Untersuchung ba-
sierende Gutachten der Gutachterstelle C.________ (MEDAS) vom 
18. August bzw. 9. September 2020 (AB 83.1-83.5).

Im Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung stellten die Experten 
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (AB 83.1/26 
Ziff. IV.b). Der Beschwerdeführer habe in der Schweiz nie gearbeitet, so 
dass keine bisherige Tätigkeit definiert werden könne. Körperlich leichte 
Tätigkeiten in temperierten Räumen, abwechselnd sitzend und stehend, 

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ohne häufige inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen könnten 
seit jeher bei gesamthaft voller Stundenpräsenz zu 100 % (Arbeitsunfähig-
keit 0 %) zugemutet werden (AB 83.1/26 Ziff. IV.c). Dieses Zumutbar-
keitsprofil erstellten die Gutachter mit Blick auf die vom orthopädischen 
Experten als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhobene Diagnose 
einer Pseudolumboischialgie rechts bei Status nach interlaminärer Fenste-
rung L3/4 und L4/5 mit Sequestrektomie und partieller Mikrodiskektomie 
L4/5 rechts 7/2017, Re-Sequestrektomie L4/5 rechts in mikrochirurgischer 
Technik 9/2019 und mässiger Osteochondrose L4/5 (AB 83.1/19 Ziff. 6, 
83.1/21 Ziff. 7.4 und 8).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Das MEDAS-Gutachten vom 18. August bzw. 9. September 2020 
(AB 83.1-83.5) erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung ge-
stellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft 
zukommt. Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Ab-

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klärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden bzw. der sorgfältig erhobenen Anamnese 
(AB 83.1/5-6 Ziff. 3.2, 83.2/3, 83.3/8-10 Ziff. 3, 83.4/5-7 Ziff. 3; vgl. hierzu 
Beschwerde S. 3 Ziff. III.14) getroffen worden. Die Ausführungen in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die 
gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nach-
vollziehbar begründet. Auch stehen die einzelnen Fachbeurteilungen in 
Übereinstimmung untereinander und flossen in die interdisziplinäre Beurtei-
lung ein, so dass darauf abzustellen ist. 

3.3.1 Daran ändert nichts, dass im internistischen Teilgutachten die auto-
somal-dominante polyzystische Nierenerkrankung als Diagnose mit Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten wurde (AB 83.3/12 Ziff. 6), han-
delt es sich dabei doch mit Blick auf die weiteren Aussagen des Facharztes 
samt Attestierung einer vollständigen Arbeitsfähigkeit und dem Hinweis auf 
die „fehlenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit“ 
(AB 83.3/13 Ziff. 8) offensichtlich um ein Versehen. In der interdisziplinären 
Gesamtbeurteilung wurde denn auch keine Diagnose mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit genannt (AB 83.1/26 Ziff. IV.b). Dies deckt sich ebenso 
mit dem Bericht des Spitals D.________ vom 4. September 2020, gemäss 
welchem sich die Nierenfunktion anlässlich der Konsultation vom 24. Au-
gust 2020 stabil zeigte und keine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde 
(AB 86/4; vgl. auch die Berichte vom 5. Dezember 2018 [AB 28/8] und 
12. Oktober 2017 [AB 28/12]). Überzeugend und nachvollziehbar ist weiter, 
dass die Pseudolumboischialgie rechts als ohne Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit bewertet wurde. Denn die geschilderten Schmerzen in der Len-
denwirbelsäule (vgl. AB 83.4/5 Ziff. 3.1 und 3.2) und die abnormen Unter-
suchungsbefunde derselben konnten nur teilweise auf die im MRI (vgl. 
AB 83.4/5 Ziff. 2) sichtbare Osteochondrose L4/5 zurückgeführt werden. 
Bei radiologisch fehlender neuraler Kompression konnte die Ausstrahlung 
der Schmerzen in die rechte Ferse nicht objektiviert werden (AB 83.1/19-21 
Ziff. 6 und 7.3). 

3.3.2 Soweit der Beschwerdeführer den Beweiswert des Gutachtens we-
gen sprachlicher Verständigungsschwierigkeiten in Abrede stellt (vgl. Be-
schwerde S. 3 Ziff. III.13 und S. 6 Ziff. III.28; Replik S. 1-2 Ziff. 35-37), kann 

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ihm nicht gefolgt werden. Zunächst ist zu beachten, dass er während und 
nach der Begutachtung keine diesbezüglichen Rügen erhob, insbesondere 
liess er sich auch während des Vorbescheidverfahrens nicht in diesem Sinn 
vernehmen (vgl. AB 87). Mit Blick darauf, dass verfahrensrechtliche Ein-
wendungen so früh wie möglich, das heisst nach Kenntnisnahme eines 
Mangels bei erster Gelegenheit, vorzubringen sind (BGE 143 V 66 E. 4.3 
S. 69), sind die erstmals im vorliegenden Beschwerdeverfahren geltend 
gemachten Einwendungen verspätet erfolgt. 

Selbst wenn diese als rechtzeitig erhoben zu betrachten wären, könnten 
die Rügen nicht gehört werden. Nachdem der Beschwerdeführer im Vorfeld 
der Begutachtung sowohl von der Beschwerdegegnerin als auch von der 
Gutachtensstelle darauf hingewiesen wurde, sich frühzeitig zu melden, falls 
er eine Übersetzung benötige (AB 73/1, 74/3) und eine solche in der Folge 
organisiert wurde (AB 78/2), erfolgten die Untersuchungen jeweils unter 
Beizug einer Dolmetscherin in … Sprache (AB 83.1/8 Ziff. 5, 83.1/22 Ziff. I, 
83.3/11 Ziff. 4.2, 83.4/1 Ziff. 1.1, 83.5/2 Ziff. 1.1). Obwohl festgehalten wur-
de, dass der Beschwerdeführer unpräzise Angaben machte, stellten der 
orthopädische Experte und die neurologische Gutachterin eine problemlose 
Verständigung fest (AB 83.1/7 Ziff. 4.2, 83.4/7 Ziff. 4.2). Auch der psychia-
trische Experte führte aus, dass der Beschwerdeführer zwar eine eigene 
Sprache spreche, die für die … sprechende Dolmetscherin schwer ver-
ständlich sei. Trotzdem machte er keine wesentlichen sprachlichen Ver-
ständigungsschwierigkeiten aus (AB 83.5/13 Ziff. 4.2). Zu beachten ist hier-
zu, dass der Beschwerdeführer mit seiner Familie als einjähriges Kind nach 
… reiste und sich dort während mehr als 30 Jahren bis zu seiner Einreise 
in die Schweiz im Jahr 2011 aufhielt (vgl. AB 83.3/10, 83.3/12 Ziff. 7.1, 
83.4/6, 83.5/10 Ziff. 3.2.5; bzw. allenfalls während etwas mehr als 20 Jah-
ren von 1990 bis 2011 [vgl. AB 1/3 Ziff. 4.1]). Dies lässt durchaus den 
Schluss auf hinreichende Kenntnisse der … Sprache zu. Damit in Einklang 
steht, dass sämtliche beteiligten Experten die Anamnese- und Befunderhe-
bung vollständig durchführen konnten und sie in der Lage waren, eine dia-
gnostisch überzeugende Einschätzung abzugeben. Die im Rahmen der 
EFL festgestellte mässige Symptomausweitung und mässige Selbstlimitie-
rung, welche die lediglich teilweise Verwertbarkeit der Resultate der physi-
schen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit zur 

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Folge hatte (AB 83.1/21 Ziff. 7.3, 83.2/4, 83.2/8), ändert daran nichts, kam 
die EFL doch allein ergänzend zu den fachärztlichen Erhebungen zum Ein-
satz (vgl. AB 83.1/8 Ziff. 5). Bei diesen Gegebenheiten haftet dem einge-
holten Gutachten auch in sprachlicher Hinsicht kein Mangel an.

3.4 Nach dem Ausgeführten ist gestützt auf das MEDAS-Gutachten 
vom 18. August bzw. 9. September 2020 (AB 83.1-83.5) erstellt, dass der 
Beschwerdeführer bei einer fehlenden Diagnose mit Einfluss auf die Ar-
beitsfähigkeit in einer angepassten körperlich leichten Tätigkeit in tempe-
rierten Räumen, abwechselnd sitzend und stehend, ohne häufige inklinier-
te, reklinierte und rotierte Körperhaltungen seit jeher bei gesamthaft voller 
Stundenpräsenz zu 100 % arbeitsfähig ist (Arbeitsunfähigkeit 0 %; 
AB 83.1/26 Ziff. IV.c). Dies steht insbesondere damit in Einklang, dass 
ebenso die Behandler des Spitals D.________ keine längerdauernde Ar-
beitsunfähigkeit attestierten (vgl. lediglich AB 56/26, 57/4 Ziff. 13 und 14) 
und auch mit der Beschwerde keine weiteren medizinischen Unterlagen 
eingereicht wurden, die eine vom MEDAS-Gutachten abweichende Ein-
schätzung nahelegen würden. Damit erweist sich der medizinische Sach-
verhalt als hinreichend abgeklärt, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung 
(BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d 
S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) auf die beschwerdeweise bean-
tragten weiteren Erhebungen (Beschwerde S. 2 Ziff. I.1) verzichtet werden 
kann.

Auf dieser medizinisch-theoretischen Grundlage ist nachfolgend der Invali-
ditätsgrad zu bestimmen.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

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4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statistische 
Werte wie die Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf je-
doch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung 
der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen 
und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; 
SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143   295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BFS) herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 
143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2021, IV/21/177, Seite 11

bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 
S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der 
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkun-
gen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs ein-
fliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts 
führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.4 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222).

Unter Berücksichtigung der Anmeldung zum Leistungsbezug vom April 
2018 (AB 1) und der sechsmonatigen Karenzfrist gemäss Art. 29 Abs. 1 
IVG ist bei Annahme eines erfüllten Wartejahres (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b 
IVG) der hypothetische frühestmögliche Rentenbeginn auf Oktober 2018 
festzusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist die Invaliditätsbemessung vorzu-
nehmen.

4.5 Da der Beschwerdeführer über keine Schul- und Berufsausbildung 
verfügt und in der Schweiz bisher nicht erwerbstätig war (vgl. AB 1/5-6 
Ziff. 5, 83.4/6, 83.5/16-17 Ziff. 7.1), ist nicht zu beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin für die Ermittlung des Valideneinkommens von statisti-
schen Werten gemäss LSE 2018, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1, 
Männer, ausging (vgl. E. 4.2 hiervor). 

Hinsichtlich des Invalideneinkommens bringt der Beschwerdeführer haupt-
sächlich vor, die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit sei vorliegend zu 
verneinen (vgl. Beschwerde S. 4-5 Ziff. III.17-21; Replik S. 2 Ziff. 39). Das 
Zumutbarkeitsprofil, wonach körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten 
Räumen, abwechselnd sitzend und stehend, ohne häufige inklinierte, rekli-
nierte und rotierte Körperhaltungen weiterhin ausgeübt werden können 
(E. 3.4 hiervor), ist nicht derart eingeschränkt, dass eine entsprechende 
Arbeitsgelegenheit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt praktisch nicht 

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existierte oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen 
eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer 
entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erschiene 
(vgl. hierzu SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2). Vielmehr enthält der für die 
Invaliditätsbemessung als ausgeglichen zu betrachtende Arbeitsmarkt 
(Art. 16 ATSG) auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und 
Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entgegen-
kommen von Seiten der Arbeitgebenden rechnen können (BGE 138 V 457 
E. 3.1 S. 459; SVR 2019 IV Nr. 21 S. 66 E. 4.2). Ferner kommt der hier 
verbliebenen Restarbeitsfähigkeit erhebliches Gewicht zu, denn diese liegt 
in einer adaptierten Tätigkeit bei 100 % ohne Einschränkungen der Leis-
tungsfähigkeit (vgl. E. 3.4 hiervor). Soweit der Beschwerdeführer auf die 
fehlenden Ausbildungs- und Sprachkenntnisse verweist (Beschwerde S. 4 
Ziff. III.18), verkennt er, dass es sich hierbei um invaliditätsfremde Gründe 
der Erwerbslosigkeit handelt, für welche nicht die Invalidenversicherung 
einzustehen hat (vgl. BGE 107 V 17 E. 2c S. 21; AHI 1999 S. 238 E. 1; vgl. 
zu den psychosozialen und soziokulturellen Faktoren BGE 127 V 294 E. 5a 
S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Demnach ist die Verwertbarkeit 
der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers – insbesondere auch an-
gesichts seines Alters (geboren 1978 [AB 2/1-2]) – erstellt. Unter Berück-
sichtigung dessen, dass er keine zumutbare Verweistätigkeit aufgenommen 
hat, ist das Invalideneinkommen mit Blick auf das Zumutbarkeitsprofil 
(E. 3.4 hiervor) anhand des gleichen Tabellenlohnes wie das Validenein-
kommen zu bestimmen (LSE 2018, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 
1, Männer). 

Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellen-
lohn zu berechnen, entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsun-
fähigkeit – hier 0 % – unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellen-
lohn (SVR 2018 UV Nr. 29 S. 103 E. 5.2). Der von der Beschwerdegegne-
rin wegen den eingeschränkten Tätigkeitsbereichen vorgenommene Abzug 
von 10 % (AB 90/1) gibt zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass, womit 
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 10 % resultiert (vgl. E. 2.3 
hiervor). Selbst wenn vom – hier nicht angebrachten – maximal zulässigen 
Abzug in der Höhe von 25 % (vgl. E. 4.3 hiervor) ausgegangen würde, re-
sultierte – bei einem Invaliditätsgrad von 25 % – kein Rentenanspruch.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2021, IV/21/177, Seite 13

5.

Nach dem Dargelegten erweist sich die angefochtene Verfügung vom 
27. Januar 2021 (AB 90) als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Be-
schwerde abzuweisen ist. 

Soweit die Beschwerdegegnerin im Weiteren die versicherungsmässigen 
Voraussetzungen verneint (Beschwerdeantwort S. 6 lit. C.b.14; Duplik S. 3 
lit. B.7), erübrigen sich diesbezügliche Weiterungen, da ein Rentenan-
spruch nach dem oben Erwähnten so oder anders nicht gegeben ist.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Okt. 2021, IV/21/177, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.