# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 606dcfd2-4f1b-5aff-94d7-4aaf19aab628
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.07.2018 200 2017 978
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-978_2018-07-09.pdf

## Full Text

200 17 978 IV
GRD/REL/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. Juli 2018

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Bischof

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 6. Oktober 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2018, IV/17/978, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1963 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 22. April 2014 unter Hinweis auf rezidivierende depressive 
Störungen bei der Invalidenversicherung (IV) zur beruflichen Integration 
bzw. zum Rentenbezug an (Antwortbeilage der IV-Stelle Bern [IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin; AB] 7). Die IVB führte medizinische und berufliche 
Erhebungen durch und liess den Versicherten nach Rücksprache mit ihrem 
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD [AB 54]) polydisziplinär (allgemein-
internistisch/orthopädisch/neurologisch/psychiatrisch) begutachten (AB 60). 
Gestützt auf das entsprechende Gutachten der C.________ (MEDAS) vom 
5. Juli 2016 (AB 71.1) erliess die IVB den Vorbescheid vom 9. August 2016 
(AB 73) und stellte die Ausrichtung einer befristeten ganzen Invalidenrente 
(IV-Rente) bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 100 % für die Zeit vom 
1. November 2015 bis zum 31. März 2016 in Aussicht. Ab dem 1. April 
2016 bestehe bei einem IV-Grad von 32 % kein Anspruch auf eine IV-
Rente mehr. Nachdem der Versicherte – vertreten durch Fürsprecher 
B.________ – am 23. August 2016 (AB 74) bzw. am 14. September 2016 
(AB 77) Einwand erhoben hatte, holte die IVB auf Empfehlung ihres RAD 
eine Stellungnahme der MEDAS ein (AB 87), bevor sie am 6. Oktober 2017 
(AB 102) dem Vorbescheid entsprechend die Ausrichtung einer befristeten 
ganzen IV-Rente für die Zeit vom 1. November 2015 bis zum 31. März 
2016 verfügte. 

B.

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte – weiterhin vertreten durch 
Fürsprecher B.________ – am 6. November 2017 Beschwerde beim Ver-
waltungsgericht des Kantons Bern. Er beantragt die Aufhebung der ange-
fochtenen Verfügung und die Rückweisung der Angelegenheit an die Be-
schwerdegegnerin zur Zusprache von Rentenleistungen. Zudem beantragt 
er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und die Beiordnung 
seines Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt.

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In der Beschwerdeantwort vom 6. Dezember 2017 beantragt die Be-
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Mit Verfügung vom 11. Dezember 2017 hiess der Instruktionsrichter das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut und ordnete dem Beschwerde-
führer seinen Rechtsvertreter als amtlichen Anwalt bei.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerden einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 6. Oktober 2017 
(AB 102). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine IV-Rente. 

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In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhält-
nis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente 
zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leis-
tungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht 
in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbe-
zugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 
V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Folglich ist der Anspruch des Beschwerde-
führers auf eine IV-Rente – unter Einschluss der unbestritten gebliebenen 
Zusprechung einer ganzen IV-Rente vom 1. November 2015 bis zum 
31. März 2016 – zu prüfen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Gemäss 
Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die 

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versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 
wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad von mindestens 
50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von 
mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

2.5.1 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad 
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die IV-Rente ist deshalb 
nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, 
sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 

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des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. 

2.5.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV; SR 831.201]).

2.5.3 Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete Rente zugespro-
chen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und anderseits der 
in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzende 
Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung die massgebenden 
Vergleichszeitpunkte (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 16. Juni 
2009, 8C_87/2009, E. 2.2 mit Hinweisen).

3.

3.1 Bezüglich des Gesundheitszustandes sowie der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit des Beschwerdeführers ist den medizinischen Akten im We-
sentlichen Folgendes zu entnehmen:

3.1.1 Der RAD-Arzt med. pract. D.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, fasste in seinem Bericht vom 14. März 2016 (AB 54) die 
vorhandenen Akten zusammen und hielt fest, dass die Diagnosen in ihrer 
Wertigkeit aktuell unklar seien (S. 9). Es sei unklar, ob der Beschwerdefüh-
rer die aktenmässig beschriebene Abstinenz aufrechterhalten habe, was 
zuerst abzuklären sei (S. 10). Für den Fall, dass tatsächlich eine Abstinenz 
anzunehmen sei, werde eine MEDAS-Begutachtung in den Fächern Neuro-
logie, Orthopädie, Innere Medizin und Psychiatrie empfohlen.

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3.1.2 Die Fachärzte der MEDAS diagnostizierten in ihrem polydiszi-
plinären Gutachten mit Beteiligung der Fachrichtungen Allgemeine Innere 
Medizin, Orthopädie, Neurologie und Psychiatrie vom 5. Juli 2016 
(AB 71.1) mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine Charco-
tarthropathie Fuss rechts, versorgt mit Spezialschuh, einen positiven 
Drehmann und Bewegungseinschränkung Hüfte rechts, klinisch einen Ver-
dacht auf Coxarthrose rechts, schwere längenabhängige, sensomotorische 
axonale Polyneuropathie, differentialdiagnostisch diabetische Polyneuropa-
thie bzw. differentialdiagnostisch aethyltoxische Polyneuropathie, sowie 
einen Diabetes mellitus Typ II (S. 57). Nebendiagnosen ohne wesentliche 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit seien eine Störung durch Alkohol, epi-
sodischer Substanzgebrauch, ein Status nach multiplen Frakturen, episodi-
sche Spannungskopfschmerzen, eine arterielle Hypertonie, eine rezidivie-
rende Divertikulitis, Osteoporose sowie ein desolater Zahnstatus, aktuell in 
Therapie.

Der psychiatrische Gutachter Dr. med. E.________, Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie, hielt in seinem Teilgutachten vom 23. Mai 2016 
(AB 71.1 S. 35 ff.) fest, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Untersu-
chung und anhand der Akten primär eine relevante psychiatrische Gesund-
heitsschädigung in Form einer Störung durch Alkohol gezeigt habe (S. 43). 
Für eine primär ausgeprägte depressive Symptomatik finde sich aktuell 
kein Anhalt, vielmehr liessen sich die kurzen depressiven Phasen entweder 
im Rahmen einer Anpassungsstörung oder als rezidivierende kurze de-
pressive Störung (ICD-10: F38.10) definieren, jedoch klar als sekundäre 
Folgen der Primärdiagnose Störung durch Alkohol (S. 44). Weiter fänden 
sich keine Anhaltspunkte für eine Angsterkrankung oder eine posttraumati-
sche Belastungsstörung. Die Diagnose Störung durch Alkohol habe/hätte 
primär im Verlauf sicherlich eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, sie sei 
jedoch versicherungsmedizinisch bzw. sozialversicherungsrechtlich anders 
zu bewerten. Aktuell sei der Alkoholkonsum reduziert (nicht täglich), sodass 
keine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit durch Alkohol gegeben sei. Der 
Beschwerdeführer sei zurzeit aus psychiatrischer Sicht zu 100 % arbeits-
fähig, sowohl in der ursprünglichen, wie auch in der zuletzt ausgeübten und 
in einer adaptierten Tätigkeit.

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Im orthopädischen Teilgutachten vom 24. Mai 2016 (S. 46 ff.) führte 
Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-
logie des Bewegungsapparates, aus, beim Beschwerdeführer bestehe ein 
Status nach mehreren Frakturen, die teilweise konservativ, teilweise opera-
tiv behandelt worden waren und folgenlos ausgeheilt seien (S. 49). Diese 
Frakturen seien teilweise durch adäquate äussere Einflüsse und teilweise 
inadäquat wegen der Osteoporose (Rippenfraktur), z.B. durch starkes Hus-
ten entstanden. Von diesen Frakturen beständen beim Beschwerdeführer 
keine Einschränkungen in der angestammten Tätigkeit wie auch in einer 
adaptierten Tätigkeit. Behindert werde er vor allem wegen der Charcotar-
thropathie am rechten Fuss bei Status nach multiplen Luxationsfrakturen im 
Mittelfuss. Mit dem Spezialschuh sei der Beschwerdeführer recht gut geh-
fähig, in einer stehenden Tätigkeit jedoch eingeschränkt. In der zuletzt aus-
geübten Tätigkeit bestehe eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der 
Charcotarthropathie (S. 50). In einer adaptierten Tätigkeit, d.h. in einer sit-
zenden Tätigkeit, wo er nur gelegentlich aufstehen, gelegentlich einige 
Schritte gehen, aber keine Lasten tragen müsse, sei der Beschwerdeführer 
seit etwa Anfang 2016 zu 100 % arbeitsfähig (S. 51). 

Die neurologischen Fachärzte Dres. med. F.________, Fachärztin für Neu-
rologie und Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und I.________, 
führten im Teilgutachten Neurologie vom 23. Mai 2016 (S. 52 ff.) aus, dass 
die vom Beschwerdeführer beklagten Gefühlsstörungen durch eine länge-
nabhängige, sensibelbetonte Polyneuropathie erklärt seien (S. 55). Ätiolo-
gisch käme vordergründig der bekannte Diabetes mellitus in Frage. Es 
könne jedoch auch nicht ausgeschlossen werden, dass anteilsmässig auch 
der chronische Alkoholkonsum die Polyneuropathie begünstigt haben könn-
te. Die Kopfschmerzen könnten als episodischer Spannungskopfschmerz 
klassifiziert werden. In der angestammten Tätigkeit sei der Beschwerdefüh-
rer aus neurologischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig, allerdings beständen 
qualitative Einschränkungen aufgrund der sensiblen Ataxie auf unebenen 
Oberflächen und bei fehlender visueller Kontrolle (z.B. im Dunkeln) sowie 
beim Zurücklegen längerer Gehstrecken (S. 56). Aufgrund der 
Gangstörung sei auch das Arbeiten an exponierten Stellen wie auf Gerüs-
ten nicht möglich. In einer adaptierten Tätigkeit (z.B. überwiegend sitzende 
Tätigkeit) bestehe eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit.

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Nach polydisziplinärer Besprechung hielten die medizinische Leitung der 
MEDAS, die führende Hauptgutachterin Dr. med. G.________, Fachärztin 
für Allgemeine Innere Medizin, sowie die teilbegutachtenden Spezialärzte 
fest, dass aus polydisziplinärer Sicht die orthopädische Einschätzung 
führend sei und in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 
0 % aufgrund der verminderten Gehfähigkeit bei Charcotarthropathie des 
rechten Fusses bestehe (S. 61). Diese Einschätzung gelte ab der Diagno-
sestellung im Jahr 2014. In einer körperlich adaptierten Tätigkeit bestehe 
eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein 100 %-Pensum (S. 62). 
Dabei sollte es sich um eine sitzende Tätigkeit mit gelegentlichem Aufste-
hen, ohne längeres Stehen und Gehen nur für kurze Strecken ohne Lasten 
handeln. In überwiegend sitzender Tätigkeit könnten die neurologischer-
seits bestehenden Handicaps weitgehend abgefangen werden: Das Gehen 
auf unebenen Oberflächen v.a. bei fehlender visueller Kontrolle, z.B. im 
Dunklen, solle aufgrund der damit assoziierten Stolper- und Sturzgefahr 
vermieden werden. Zudem werde von Arbeiten in stehender oder gehender 
Position an exponierten Stellen aufgrund der Absturzgefahr (z.B. in grosser 
Höhe) als Folge der sensiblen Ataxie (als Folge der Polyneuropathie) drin-
gend abgeraten, dies auch aufgrund der erhöhten Verletzungsgefahr bei 
manifester Osteoporose. Aufgrund des Diabetes Mellitus solle der Be-
schwerdeführer auch keine Schicht-und Nachtarbeiten durchführen.

3.1.3 Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin bezüglich des Beginns der 
Arbeitsfähigkeit führte der orthopädische Facharzt der MEDAS, Dr. med. 
H.________, am 16. November 2016 (AB 87) aus, dass am Beginn der 
Arbeitsunfähigkeit ab November 2014 aus orthopädischer Sicht festgehal-
ten werden könne. Gestützt auf die Unterlagen sei festzuhalten, dass der 
Beschwerdeführer Ende November 2014 zum ersten Mal wegen der Dia-
gnose Charcotarthropathie am rechen Fuss in Behandlung gewesen sei 
und deswegen seit diesem Zeitpunkt aus orthopädischen Gründen eine 
100 %ige Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (S. 2). Er sei aus orthopädi-
scher Sicht auch unter Berücksichtigung der im Einwandverfahren vorge-
brachten Einwände in einer adaptierten Tätigkeit (sitzende Tätigkeit, wo er 
nur gelegentlich aufstehen und keine Lasten tragen müsse; gelegentlich 
wenige Schritte Gehen seien zumutbar) zu 100 % arbeitsfähig 

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3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 5. Juli 2016 
(AB 71.1) erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den 
Beweiswert eines medizinischen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. 
E. 3.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (BGE 125 V 351 
E. 3b/ee S  353). Die Experten haben in Kenntnis der IV-Akten wie auch 
der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden in jeder Fachdisziplin 
eine ausführliche Anamnese und die objektiven Befunde erhoben. In den 
einzelnen Beurteilungen haben sich alle Gutachter zu den Befunden 
geäussert und die Diagnosen bzw. deren Nichtvorliegen sowie die sich 
daraus ergebenden Einwirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar 
begründet. Schliesslich haben sowohl der psychiatrische Gutachter 
Dr. med. E.________ (S. 37 und S. 45), die Neurologen Dres. med. 
F.________ und Brugger (S. 54 und S. 56) sowie der Orthopäde Dr. med. 
H.________ (S. 48 und S. 50) zusammen mit der führenden Hauptgutach-

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terin Dr. med. G.________ in der Aktendiskussion die (teilweise divergie-
renden) früheren medizinischen Beurteilungen und die entsprechenden 
Einschätzungen bezüglich der Arbeitsfähigkeit aufgelistet, diese bespro-
chen und mit überzeugender Begründung ausgeführt, weshalb sie zu ab-
weichenden Einschätzungen gelangen. In der Antwort vom 16. November 
2016 (AB 87) auf medizinische Rückfragen zum Gutachten vom 5. Juli 
2016 (AB 71.1) hat der orthopädische Gutachter zudem zum Beginn der 
attestierten Arbeitsunfähigkeit Stellung genommen und nachvollziehbar 
ausgeführt, dass dieser auf den Zeitpunkt der Erstdiagnose der Charcotar-
throse im November 2014 festzulegen sei, was – anders als der Beschwer-
deführer im Einwandverfahren (AB 77) es geltend machte – überzeugt. 
Entsprechend hat auch der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 
6. November 2017 nicht mehr an dieser Rüge festgehalten (S. 4 Art. 2). Die 
Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind 
einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand werden nachvollziehbar, umfassend und einlässlich begründet. So 
wird denn die medizinische Einschätzung der MEDAS-Gutachter vom Be-
schwerdeführer nicht beanstandet. Soweit sich in den Akten widerspre-
chende medizinische Berichte finden, so vermögen diese nichts an der 
Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens vom 5. Juli 2016 (AB 71.1) zu ändern, 
so dass auf dieses abgestellt werden kann.

3.4 Gestützt auf die schlüssigen gutachterlichen Feststellungen ist da-
mit erstellt, dass beim Beschwerdeführer im hier interessierenden Zeitraum 
zu keinem Zeitpunkt eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen 
vorgelegen hat. Hingegen bestehen beim Beschwerdeführer seit November 
2014 die somatischen Diagnosen einer Charcotarthropathie am Fuss 
rechts, eines positiven Drehmanns und Bewegungseinschränkungen der 
Hüfte rechts, einer schweren, längenabhängigen, sensomotorischen axo-
nalen Polyneuropathie sowie eines Diabetes mellitus Typ II mit Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit (AB 71.1 S.57). Gestützt auf diese Diagnosen 
besteht seit November 2014 eine 100 % Arbeitsunfähigkeit in der ange-
stammten Tätigkeit (AB 71.1 S. 61 und AB 87). Seit der Anpassung des 
Spezialschuhs im Januar 2016 und dem damit einhergehenden Abschluss 
der Behandlung der Charcotarthropathie ist dem Beschwerdeführer eine 
100 %ige Arbeitstätigkeit in einer angepassten Tätigkeit (sitzende Tätigkeit 

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mit gelegentlichen Aufstehen, ohne längeres Stehen, Gehen nur auf kurzen 
Strecken ohne Lasten und ohne Arbeiten in stehender oder gehender Posi-
tion an exponierten Stellen aufgrund einer Absturzgefahr) zumutbar (S. 60 
f.).

4.

4.1 Nachfolgend ist der IV-Grad für die einzelnen Zeitabschnitte zu er-
mitteln:

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- 
und Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom Bundesamt 
für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. 
Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mit-
berücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele-
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 139 
V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des EVG vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 
1.2).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). 

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu 
berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst 

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bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leis-
tungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig 
benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen 
Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom 
Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 
472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöh-
ne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen 
Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, 
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs-
grad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist 
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Ab-
zug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 
E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

4.1.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222; 143 V 
295 E. 4.1.3 S. 300). Wenn – wie vorliegend – mehrere Revisionsgründe 
gegeben sind, ist der gesamte Verlauf zu würdigen und deshalb für die 
einzelnen Revisionszeitpunkte jeweils ein eigener Einkommensvergleich 
durchzuführen (vgl. auch E. 2.5.3 vorstehend).

Unter Berücksichtigung der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 22. April 
2014 (AB 7) und der Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit November 
2014 zu 100 % arbeitsunfähig war (Zeitpunkt der Erstdiagnose der Charco-
tarthropathie [vgl. AB 71.1 S. 61 und AB 87]), ist der frühestmögliche Ren-
tenbeginn vorliegend in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 
IVG auf November 2015 festzusetzen.

4.2 Für die Zeit ab November 2015 (vgl. E. 4.1.3 vorstehend) erübrigt 
sich die Ermittlung der Vergleichseinkommen, da ab November 2014 in 
jeglicher Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestand (vgl. E. 3.4 
vorstehend). Der Beschwerdeführer hat deshalb ab dem 1. November 2015 
Anspruch auf eine ganze IV-Rente.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2018, IV/17/978, Seite 14

4.3 Ab Januar 2016 besteht eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer 
angepassten Tätigkeit (vgl. E. 3.4 vorstehend). Dies stellt einen Revisions-
grund dar und der IV-Grad ist ab dem 1. Januar 2016 neu zu ermitteln (vgl. 
E. 2.5.3 und E. 4.1.3 hiervor).

4.3.1 Der Beschwerdeführer ist ausgebildeter … und arbeitete zuletzt als 
… (AB 71.1 S. 30). Er hat diese letzte Arbeitsstelle selber gekündigt, da er 
ein neues Projekt in Aussicht hatte, welches dann aber nicht zustande ge-
kommen ist (vgl. Fragebogen Arbeitgeber vom 26. Mai 2014 [AB 20] sowie 
Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der Begutachtung [AB 71.1 
S. 30]). Er hat die Stelle damit aus invaliditätsfremden Gründen verloren. Er 
wäre somit auch im Gesundheitsfalle nicht mehr in diesem Betrieb tätig, so 
dass das Valideneinkommen nicht aufgrund des zuletzt erzielten Lohnes 
ermittelt werden kann, sondern auf den Tabellenlohn abzustellen ist (vgl. 
E. 4.1.1 vorstehend). 

Massgebend ist dabei die Tabelle T17 der LSE (früher TA7 [vgl. BSV, 
Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung 
{KSIH}, gültig ab 1. Januar 2015, Stand 1. Januar 2017, Anhang VII]), da 
dies hier eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt. 
Das Valideneinkommen ab Januar 2016 liegt bei Fr. 98‘629.– (Fr. 7‘880.– 
[BFS, LSE 2014, Tabelle T17, Berufsgruppe Ziff. 31, >= 50 Jahre, Männer] 
x 12 Monate / 40 Wochenarbeitsstunden x 41.4 Wochenarbeitsstunden 
[BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit, Sektor II Produktion, 2014] / 103.1 x 
103.9 [BFS, Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, Sektor II Produk-
tion, Index 2014 bzw. 2016]). Dieses Valideneinkommen wirkt in jeder Hin-
sicht offensichtlich zu Gunsten des Beschwerdeführers aus, hat er doch 
dieses Einkommen in seiner Erwerbskarriere (vgl. AB 14) allein in wenigen 
Jahren erreicht bzw. übertroffen. Seit dem Jahr 2002 lag es weit darunter 
und erreichte es auch in der letzten Anstellung in den Jahren 2009 bis 2012 
nicht annähernd.

4.3.2 Seit Januar 2016 ist dem Beschwerdeführer eine angepasste 
Tätigkeit in einem vollen Pensum zumutbar (vgl. E. 3.4 vorstehend). Da der 
Beschwerdeführer keine Verweistätigkeit im zumutbaren Rahmen aufge-
nommen hat, hat sich die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des hy-
pothetischen Invalideneinkommens zulässigerweise auf die statistischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2018, IV/17/978, Seite 15

Werte der LSE gestützt (vgl. E. 4.1.2 vorstehend). Dabei ist auf die Tabelle 
TA1 der LSE 2014, Total, Kompetenzniveau 1 für Männer, abzustellen und 
der so ermittelte Wert von Fr. 63‘744.– (Fr. 5‘312.– x 12) ist an die be-
triebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden anzupassen (Tabelle 
Betriebsübliche Arbeitszeit, Total, 2014) und auf das Jahr 2016 zu indexie-
ren (BFS, Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, Total, Index 2014: 
103.2 bzw. 2016: 104.1), woraus ein hypothetisches Invalideneinkommen 
von Fr. 67‘032.65 resultiert (Fr. 63‘744.– / 40 x 41.7 / 103.2 x 104.1). 

Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers in der Beschwerde 
vom 6. November 2017 (S. 4 f. Art. 2) ist ein behinderungsbedingter Abzug 
hierbei vorliegend nicht zu gewähren. Das Alter des Beschwerdeführers 
wurde schon bei der Festsetzung des Valideneinkommens berücksichtigt, 
indem nicht auf das Total abgestellt, sondern die Kategorie „>= 50 Jahre“ 
berücksichtigt wurde (vgl. E. 4.3.1 vorstehend). Ausserdem wären allfällige 
weitere invaliditätsfremde Gründe (Dienstjahre, Nationalität/Aufenthalts-
kategorie, Beschäftigungsgrad) bei beiden Einkommen zu berücksichtigen 
(Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Zwar wer-
den die vom Beschwerdeführer in der Beschwerde aufgeführten Rende-
ment-Einschränkungen, die gemäss den gutachterlichen Feststellungen bei 
einer angepassten Tätigkeit zu beachten sind (vgl. E. 3.4 vorstehend), nicht 
berücksichtigt, wenn das Invalideneinkommen gestützt auf das Total der 
LSE, Kompetenzniveau 1, und unter Berücksichtigung eines 100 %-
Pensums berechnet wird: dem Beschwerdeführer sind schwere Arbeiten 
verwehrt, was sich grundsätzlich lohnsenkend auswirken würde. Gleichzei-
tig sind jedoch seine geistigen Fähigkeiten, die ihm eine qualifizierte Tätig-
keit erlauben würden, erhalten, so dass sich ein Abzug in der Gesamtbe-
trachtung nicht rechtfertigt. Hinzu kommt, dass bereits das Valideneinkom-
men über dem seit Jahren effektiv erzielten Einkommen liegt (vgl. E. 4.3.1 
vorstehend).

4.3.3 Bei einem hypothetischen Valideneinkommen von Fr. 98‘629.– 
und einem hypothetischen Invalideneinkommen Fr. 67‘032.65 resultiert 
eine Einkommenseinbusse von Fr. 31‘596.35 was einem IV-Grad von ge-
rundet 32 % (zur Rundung: BGE 130 V 121 S. 123 E. 3.2 und E. 3.3) ent-
spricht ([Fr. 98‘629.– ./. Fr. 67‘032.65] / Fr. 98‘629.– x 100). Der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2018, IV/17/978, Seite 16

schwerdeführer hat damit unter Berücksichtigung der Dreimonatsfrist 
gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. E. 2.5.2 hiervor) ab 1. April 2016 keinen 
Anspruch auf eine IV-Rente mehr (vgl. E. 2.2 vorstehend).

5.

Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung vom 6. Okto-
ber 2017 (AB 102) als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde 
vom 6. November 2017 ist abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.–, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Mit Verfügung vom 11. Dezember 2017 hat der 
Instruktionsrichter das vom Beschwerdeführer gestellte Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege gutgeheissen. Der Beschwerdeführer wird damit – 
unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. 
Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
(ZPO; SR 272), d.h. wenn er innerhalb von zehn Jahren, von der Rechts-
kraft des Urteils an gerechnet, zu hinreichendem Vermögen oder Einkom-
men gelangt – von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten 
befreit.

6.2 Angesichts des Ausgangs des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2018, IV/17/978, Seite 17

6.3 Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Prozessführung unter 
Beiordnung von Fürsprecher B.________ als amtlicher Anwalt vom 11. De-
zember 2017 bleibt dessen amtliches Honorar festzulegen.

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des 
gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.–.

Die Kostennote von Fürsprecher B.________ vom 19. Dezember 2017 und 
insbesondere der geltend gemachte zeitliche Aufwand von sieben Stunden 
sind nicht zu beanstanden. Gestützt darauf ist der tarifmässige Parteikos-
tenersatz auf total Fr. 1‘917.80 festzusetzen (Honorar: Fr. 1‘750.–, Ausla-
gen: Fr. 25.80, Mehrwertsteuer: Fr. 142.–). Davon ist Fürsprecher 
B.________ aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 1‘400.– 
(7 x Fr. 200.–) zuzüglich Auslagen von Fr. 25.80 und Mehrwertsteuer von 
Fr. 114.05, total somit eine Entschädigung von Fr. 1‘539.85, auszurichten. 
Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers ge-
genüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von 
Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Juli 2018, IV/17/978, Seite 18

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Prozessführung 
wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 1‘917.80 (inkl. Auslagen und MwSt.) festgesetzt. 
Davon wird Fürsprecher B.________ nach Eintritt der Rechtskraft die-
ses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1‘539.85 festgesetzte 
Entschädigung (inkl. Auslagen und MwSt.) vergütet. Vorbehalten bleibt 
die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.