# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85577157-62bf-5683-902d-ab449c46858d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-03-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.03.2022 D-264/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-264-2022_2022-03-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-264/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  M ä r z  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer, Richterin Daniela Brüschweiler,    

Gerichtsschreiberin Aglaja Schinzel. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Helen Zemp,  

(…) 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Datenänderung im Zentralen Migrationsinformationssystem 

(ZEMIS);  

Verfügung des SEM vom 20. Dezember 2021 / N (…). 

 

 

 

D-264/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reichte am 4. März 2021 in der Schweiz ein Asylge-

such ein und wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region Zürich zu-

gewiesen. Nachdem er ab dem 15. März 2021 unbekannten Aufenthalts 

war, wurde sein Asylgesuch am 7. April 2021 als gegenstandslos geworden 

abgeschrieben.  

B.  

Mit Schreiben vom 18. August 2021 ersuchte er – handelnd durch seine 

Vertrauensperson (…) – um Wiederaufnahme seines Asylverfahrens. Da-

bei wurde erklärt, er habe Bekannte in Genf besuchen wollen, sei aber im 

Zug eingeschlafen und in Frankreich gelandet. Dort sei er von zivilen Poli-

zisten aufgegriffen und in ein Camp gebracht worden. Da er kein Geld ge-

habt habe, mit der Sprache und den Örtlichkeiten nicht vertraut gewesen 

sei und aufgrund der covidbedingten Massnahmen sei es ihm erst Monate 

später gelungen, in die Schweiz zurückzukehren. Er habe keinesfalls in 

Frankreich bleiben wollen und habe deshalb im Rahmen der Befragung 

durch die Migrationsbehörden falsche Angaben gemacht zu seinen Perso-

nalien, seinen Asylgründen und seinen Familienverhältnissen. Die dortigen 

Migrationsbehörden hätten ausserdem sein Alter ohne sein Einverständnis 

auf volljährig festgelegt, obwohl er den (…) als Geburtsdatum angegeben 

habe. Anfang August sei ihm mit Hilfe eines jungen Landsmannes die 

Rückreise in die Schweiz gelungen, seither halte er sich im (…) auf. Die 

Beiständin sowie die sozialpädagogische Bezugsperson hätten ausführli-

che Gespräche mit ihm geführt. Er wirke noch sehr jung und verfüge al-

tersspezifisch noch nicht über die ausgeprägte Fähigkeit, die Konsequen-

zen seiner Handlungen abschätzen zu können.  

C.  

Am 3. September 2021 wurde sein Asylverfahren in der Schweiz wieder-

aufgenommen. 

D.  

Am 19. Oktober 2021 wurde er summarisch zu seiner Person befragt (Erst-

befragung UMA). Dabei gab er betreffend sein Alter an, er kenne sein Ge-

burtsdatum erst seit Kurzem, er habe dies per Telefon bei seiner Mutter 

erfragt. Davor habe er auf der Reise jeweils irgendein Datum angegeben. 

In Afghanistan habe er nicht gewusst, wie alt er sei, dies sei nie Thema 

gewesen. Anlässlich der Befragung wurde er über die Möglichkeit der 

Durchführung eines medizinischen Altersgutachtens informiert. 

D-264/2022 

Seite 3 

E.  

Im Altersgutachten des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) des Kantonsspi-

tals B._______ vom 27. Oktober 2021 wurde festgehalten, die Befunde der 

Röntgenuntersuchung der Hand würden dem Bild eines abgeschlossenen 

Skelettwachstums entsprechen (mittleres skelettales Alter von 18 bezie-

hungsweise 19 Jahren, Mindestalter von 16.1 Jahren). Daher sei die Indi-

kation zur Durchführung einer computertomographischen Untersuchung 

der Schlüsselbeine gegeben. Die Untersuchung des rechten Schlüsselbei-

nes habe ein durchschnittliches Lebensalter von 17 Jahren (17.8 ± 1.6) 

sowie ein Mindestalter von 16.1 Jahren ergeben. Die zahnärztliche Unter-

suchung habe ein Durchschnittsalter von 18 Jahren (18.3 ± 2.2, 18.2 ± 2.1) 

ergeben. Zusammenfassend ergebe dies ein durchschnittliches Lebensal-

ter von 17 bis 18 Jahren und ein Mindestalter zum Zeitpunkt der Untersu-

chung am 22. Oktober 2021 von 16.1 Jahren. Das angegebene Alter von 

(…) könne somit gemäss der aktuellen wissenschaftlichen Studienlage 

nicht zutreffen. 

F.  

Am 8. November 2021 gewährte das SEM dem Beschwerdeführer das 

rechtliche Gehör zum Altersgutachten und informierte ihn über die geplante 

Anpassung seines Geburtsdatums. In einer Gesamtwürdigung erscheine 

die Volljährigkeit wahrscheinlicher als die Minderjährigkeit, weshalb er für 

das weitere Verfahren vom SEM als volljährig betrachtet werde. Am 12. No-

vember 2021 reichte der Beschwerdeführer eine entsprechende Stellung-

nahme ein. Am 15. November 2021 wurde sein Geburtsdatum im ZEMIS 

vom (…) auf den (…) gesetzt und der Eintrag gestützt auf Art. 25 Abs. 2 

Bundesgesetz vom 19. Juni 1992 über den Datenschutz (DSG, SR 235.1) 

mit einem Bestreitungsvermerk versehen. 

G.  

Mit seiner Stellungnahme vom 12. November 2021 erklärte der Beschwer-

deführer im Wesentlichen, er sei mit der Altersanpassung nicht einverstan-

den. Dabei wurde ausgeführt, er habe anlässlich des Gesprächs mit der 

Rechtsvertretung offengelegt, seine Mutter habe ihm bei der Ausreise ge-

sagt, er sei (…) Jahre alt. Die Ausreise liege mittlerweile deutlich über ein 

Jahr zurück. Somit sei er mittlerweile wahrscheinlich (…) Jahre und meh-

rere Monate alt. Dies sei problemlos mit den Ergebnissen des Altersgut-

achtens vereinbar. Er halte deshalb nicht an seinem ursprünglich angege-

benen Geburtsdatum, jedoch sehr wohl an seiner Minderjährigkeit fest. 

Dass er teilweise widersprüchliche und unpräzise Angaben gemacht habe, 

überrasche nicht. So habe er stets gesagt, dass er sich bei den Angaben 

D-264/2022 

Seite 4 

betreffend sein Alter und Geburtsdatum nicht sicher sei. Er kenne sein Ge-

burtsdatum nicht und habe ein grundsätzlich anderes Verständnis von Zeit-

abständen. Schliesslich wurden Stellungnahmen der Beiständin sowie der 

betreuenden Sozialpädagogin (beide vom 10. November 2021) einge-

reicht. Somit sei die Minderjährigkeit zumindest glaubhaft gemacht. Weiter 

sei der (…) und ein Alter von aktuell (…) Jahren und mehreren Monaten 

als das wahrscheinlichere Geburtsdatum einzustufen, als das vom SEM 

vorgesehene. Zudem sei insbesondere auch zu beachten, dass bei einer 

Feststellung der Volljährigkeit erhebliche Rechtsnachteile drohen würden. 

Das Geburtsdatum sei deshalb auf den (…) anzupassen, von einer Anpas-

sung auf den (…) sei abzusehen.  

Dem Bericht der Beiständin vom 10. November 2021 ist im Wesentlichen 

zu entnehmen, dass sich für sie aufgrund dessen Verhaltens unmissver-

ständlich zeige, dass der Beschwerdeführer noch minderjährig sei. Er sei 

aufgrund der Erlebnisse auf der Flucht sowie der Trennung von seinen El-

tern stark belastet, wenn nicht gar traumatisiert. Aus Sicht des Kindes-

schutzes und der Beiständin würde durch eine Mutation auf Volljährigkeit 

und der damit verbundenen Zuweisung in Erwachsenenstrukturen und des 

einhergehenden Entfallens sämtlicher sozialpädagogischer Betreuung und 

Begleitung sowohl im Alltag wie auch im Asylverfahren das ausgewiesene 

Risiko einer starken Gefährdung des Kindeswohles und der weiteren för-

derlichen Entwicklung des noch sehr bedürftigen Beschwerdeführers be-

stehen. Aus entwicklungspsychologischer und sozialpädagogischer Per-

spektive und derjenigen des Kindesschutzes werde es als unzumutbar für 

den psychisch belasteten Beschwerdeführer erachtet, sein Alter auf Voll-

jährigkeit zu mutieren. Ferner wurde festgehalten, dass aus Sicht der Bei-

ständin die Durchführung der Anhörung nicht als dem Kindswohl Rechnung 

tragend einzuschätzen und der besonderen Situation von Minderjährigen 

im Verfahren ungenügend Rechnung getragen worden sei. Die Fragen hät-

ten ihn stark verunsichert und irritiert. Es sei nicht gelungen, eine kindsge-

rechte und vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, welche jedoch Prä-

misse für die Durchführung von Anhörungen mit Minderjährigen darstelle.  

Aus dem Bericht der Sozialpädagogin vom 10. November 2021 geht her-

vor, dass der Beschwerdeführer viel Zeit mit seiner Peergroup verbringe 

und ihm dies Halt gebe. Innerhalb dieser Peergroup steche er mit seinem 

kindlichen Verhalten heraus. Er wirke im Vergleich zu anderen Jugendli-

chen aus dem Zentrum noch sehr verspielt und energiegeladen. In Kon-

fliktsituationen reagiere er teilweise mit einem trotzigen, frechen Verhalten, 

das auf sein noch sehr kindliches Verhalten zurückzuführen sei. Er sei in 

D-264/2022 

Seite 5 

verschiedenen Bereichen auf Unterstützung angewiesen und weise einige 

Lernbereiche auf, die jedoch aus sozialpädagogischer Sicht einem Ent-

wicklungsstand eines ca. (…)-jährigen entsprechen würden. Für seine wei-

tere Entwicklung sowie zu seinem Schutz sei es wichtig, dass er in einer 

Unterkunft mit Gleichaltrigen lebe.  

H.  

Am 9. Dezember 2021 wurde der Beschwerdeführer vertieft zu seinen Asyl-

gründen angehört. Bei diesem Anlass reichte er eine Kopie seiner Tazkera 

zu den Akten. Sein Onkel habe das Original gefunden und ihm eine Kopie 

geschickt. Gemäss dem Dokument war der Beschwerdeführer im Jahr (…) 

elf Jahre alt. Der Rechtsvertreter hielt diesbezüglich fest, da kein genaues 

Geburtsdatum auf der Tazkera vermerkt sei, lasse diese eine Altersspanne 

von ungefähr einem Jahr zu. Damit sei von einem Alter zwischen (…) und 

(…) Jahren zum aktuellen Zeitpunkt auszugehen. Dies sei mit dem mit Al-

tersgutachten festgestellten Mindestalter von 16.1 Jahren vereinbar. Er be-

antragte erneut, es sei der (…) als Geburtsdatum festzuhalten, dies ent-

spreche der Amtspraxis.  

I.  

Am 16. Dezember 2021 wurde dem Beschwerdeführer vom SEM der Ent-

scheidentwurf zur Stellungnahme zugestellt. Darin wurde festgehalten, er 

erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht und sein Asylgesuch werde abge-

wiesen. Da der Wegweisungsvollzug aktuell unzumutbar sei, werde er in 

der Schweiz vorläufig aufgenommen. Ausserdem werde als sein Geburts-

datum im ZEMIS der (…) erfasst. In seiner Stellungnahme erklärte der Be-

schwerdeführer, er sei mit dem geplanten Entscheid nicht einverstanden, 

insbesondere mit der Altersanpassung. Er sei noch keine 18 Jahre alt, ge-

schweige denn fast 19. Ferner bat er darum, dem Kanton Zürich zugewie-

sen zu werden, da er seit mehreren Monaten hier wohnhaft sei und auch 

seine Beiständin hier habe. Zur Altersanpassung machte er im Wesentli-

chen geltend, das vom SEM eingetragene Alter sei nicht mit dem Altersgut-

achten vereinbar, in welchem festgehalten worden sei, aufgrund der Unter-

suchung der inneren Schlüsselbeinanteile bestehe ein Mindestalter von 

16.1 Jahren und ein durchschnittliches Lebensalter von 17 Jahren. Ge-

mäss Altersanpassung des SEM habe er aber zum Untersuchungszeit-

punkt ein Alter von (…) gehabt, was deutlich über dem festgestellten 

Durchschnittsalter der inneren Schlüsselbeinanteile liege. Schliesslich sei 

es im Kontext von Afghanistan durchaus üblich, dass jemand sein exaktes 

Geburtsdatum nicht kenne. 

D-264/2022 

Seite 6 

J.  

Mit Verfügung vom 20. Dezember 2021 stellte das SEM fest, der Be-

schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylge-

such ab und wies ihn aus der Schweiz weg. Gleichzeitig wurde festgehal-

ten, da der Vollzug der Wegweisung zurzeit nicht zumutbar sei, werde er 

vorläufig aufgenommen und sein Geburtsdatum werde im ZEMIS als der 

(…) erfasst. 

K.  

Am 18. Januar 2022 erhob der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte, die Ziffer 7 

der angefochtenen Verfügung sei aufzuheben, die Vorinstanz sei anzuwei-

sen, das Geburtsdatum im ZEMIS auf den (…) zu ändern, eventualiter sei 

die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurtei-

lung und zur vollständigen Feststellung des Sachverhaltes an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung 

der unentgeltlichen Rechtspflege und Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses ersucht.  

Der Beschwerde lagen die angefochtene Verfügung inklusive Empfangs-

bestätigung sowie eine Vollmacht bei. 

L.  

Mit Vernehmlassung vom 15. Februar 2022 hielt das SEM fest, die Be-

schwerdeschrift enthalte keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweis-

mittel, welche eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen könne. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Verfügung im 

Sinne von Art. 5 VwVG, welche von einer Vorinstanz im Sinne von Art. 33 

Bst. d VGG erlassen wurde. Da keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 

vorliegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der Beschwerde 

zuständig (Art. 31 VGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG soweit das VGG nichts an-

deres bestimmt (Art. 37 VGG). 

D-264/2022 

Seite 7 

1.3 Der Beschwerdeführer war am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt und 

ist als Adressat der angefochtenen Verfügung sowohl formell als auch ma-

teriell beschwert, weshalb er zur Beschwerde legitimiert ist (Art. 37 VGG 

i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG).  

1.4 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 37 VGG 

i.V.m. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 VwVG) ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Datenschutzrecht nach Art. 49 VwVG. 

3.  

Die vorinstanzliche Vernehmlassung wird dem Beschwerdeführer mit dem 

vorliegenden Urteil zur Kenntnis gebracht. 

4.  

4.1 Die Vorinstanz führt zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben das 

ZEMIS, welches der Bearbeitung von Personendaten aus dem Ausländer- 

und dem Asylbereich dient (Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 des Bundesgesetzes 

über das Informationssystem für den Ausländer- und den Asylbereich vom 

20. Juni 2003 [BGIAA, SR 142.51]) und in der Verordnung über das Zent-

rale Migrationsinformationssystem (ZEMIS-Verordnung) vom 12. April 

2006 (SR 142.513) näher geregelt ist. Nach Art. 19 Abs. 1 der ZEMIS-Ver-

ordnung richten sich die Rechte der Betroffenen, insbesondere deren Aus-

kunfts-, Berichtigungs- und Löschungsrecht sowie das Recht auf Informa-

tionen über die Beschaffung besonders schützenswerter Personendaten, 

nach dem Datenschutzgesetz (DSG, SR 235.1) und dem VwVG. 

4.2 Wer Personendaten bearbeitet, hat sich über deren Richtigkeit zu ver-

gewissern (Art. 5 Abs. 1 DSG). Werden Personendaten von Bundesorga-

nen bearbeitet, kann jede betroffene Person insbesondere verlangen, dass 

unrichtige Personendaten berichtigt werden (Art. 5 Abs. 2 i.V.m. Art. 25 

Abs. 3 Bst. a DSG). Auf die Berichtigung besteht in einem solchen Fall ein 

absoluter und uneingeschränkter Anspruch (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 3.2). 

Die ZEMIS-Verordnung sieht zudem in Art. 19 Abs. 3 ausdrücklich vor, 

dass unrichtige Daten von Amtes wegen zu berichtigen sind. 

4.3 Grundsätzlich hat die das Berichtigungsbegehren stellende Person die 

Richtigkeit der von ihr verlangten Änderung, die Bundesbehörde im Be-

streitungsfall dagegen die Richtigkeit der von ihr bearbeiteten Personen-

daten zu beweisen (vgl. Urteil des BGer 1C_11/2013 vom 21. Oktober 

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Seite 8 

2013 E. 4.2; BVGE 2018 VI/3 E. 3.3). Nach den massgeblichen Beweisre-

geln des VwVG gilt eine Tatsache als bewiesen, wenn sie in Würdigung 

sämtlicher Erkenntnisse so wahrscheinlich ist, dass keine vernünftigen 

Zweifel bleiben; unumstössliche Gewissheit ist dagegen nicht erforderlich. 

Die mit dem Berichtigungsbegehren konfrontierte Behörde hat zwar nach 

dem Untersuchungsgrundsatz den Sachverhalt grundsätzlich von Amtes 

wegen abzuklären (Art. 12 VwVG); die gesuchstellende Person ist jedoch 

gemäss Art. 13 Abs. 1 Bst. a VwVG verpflichtet, an dessen Feststellung 

mitzuwirken (vgl. zum Ganzen BVGE 2018 VI/3 E. 3.3). 

4.4 Kann bei einer verlangten oder von Amtes wegen beabsichtigten Be-

richtigung weder die Richtigkeit der bisherigen noch diejenige der neuen 

Personendaten bewiesen werden, dürfen grundsätzlich weder die einen 

noch die anderen Daten bearbeitet werden (vgl. Art. 5 Abs. 1 DSG). Dies 

ist jedoch nicht immer möglich, müssen doch bestimmte Personendaten 

zur Erfüllung wichtiger öffentlicher Aufgaben notwendigerweise bearbeitet 

werden. Dies gilt namentlich auch für im ZEMIS erfasste Namen und Ge-

burtsdaten. In solchen Fällen überwiegt das öffentliche Interesse an der 

Bearbeitung möglicherweise unzutreffender Daten das Interesse an deren 

Richtigkeit. Unter diesen Umständen sieht Art. 25 Abs. 2 DSG die Anbrin-

gung eines Bestreitungsvermerks vor. Spricht dabei mehr für die Richtig-

keit der neuen Daten, sind die bisherigen Angaben zunächst zu berichtigen 

und die neuen Daten anschliessend mit einem derartigen Vermerk zu ver-

sehen. Verhält es sich umgekehrt, erscheint also die Richtigkeit der bisher 

eingetragenen Daten als wahrscheinlicher oder zumindest nicht als un-

wahrscheinlicher, sind diese zu belassen und mit einem Bestreitungsver-

merk zu versehen. Über dessen Anbringung ist jeweils von Amtes wegen 

und unabhängig davon zu entscheiden, ob ein entsprechender Antrag ge-

stellt worden ist (vgl. zum Ganzen BVGE 2018 VI/3 E. 3.4; vgl. ferner Urteil 

des BGer 1C_240/2012 vom 13. August 2012 E. 3.2). 

5.  

5.1 Zur Begründung seines Entscheides führte das SEM im Wesentlichen 

an, der Beschwerdeführer habe im Rahmen des Asylverfahrens in der 

Schweiz geltend gemacht, er sei am (…) geboren und damit minderjährig. 

Bis zum Entscheiddatum habe er aber keine rechtsgenüglichen Identitäts-

dokumente zu den Akten gereicht. Ausserdem seien seine Angaben im Zu-

sammenhang mit dem Alter, der Schulbildung, und dem Reiseweg sowie 

den Identitätsdokumenten ungenau und teilweise widersprüchlich ausge-

fallen. Zum Altersgutachten wurde ausgeführt, dieses habe ein Mindestal-

ter von sechzehn Jahren zum Zeitpunkt der Untersuchung ergeben und 

D-264/2022 

Seite 9 

festgehalten, dass das angegebene Geburtsdatum nicht zutreffen könne. 

Während auf Basis des forensischen Gutachtens im Fall des Beschwerde-

führers sowohl die Minder- als auch die Volljährigkeit im Bereich des Mög-

lichen liegen würden, sei das von ihm angegebene Geburtsdatum nicht 

möglich. Ferner könne er die geltend gemachte Minderjährigkeit nicht 

glaubhaft machen oder belegen. Vielmehr sei davon auszugehen, dass er 

versucht habe, die Schweizer Asylbehörden hinsichtlich seines Alters und 

seiner Identität zu täuschen. In Gesamtwürdigung aller vorgenannten An-

haltspunkte erscheine die Volljährigkeit wahrscheinlicher als die Minderjäh-

rigkeit. Der eingereichten Kopie der Tazkera komme sodann nur geringer 

Beweiswert zu. Dokumente dieser Art seien vor Fälschung nicht sicher und 

auch käuflich einfach erhältlich. Folglich vermöge die eingereichte Kopie 

der Tazkera die Einschätzung des SEM nicht umzustossen.  

5.2 In der Beschwerde wurde entgegnet, es obliege vorliegend der Vor-

instanz zu beweisen, dass das von ihr geänderte, aktuell im ZEMIS einge-

tragene Geburtsdatum korrekt beziehungsweise das wahrscheinlichste 

sei. Der Beschwerdeführer habe bereits in seinen Stellungnahmen vom 

12. November 2021 und vom 17. Dezember 2021 dargelegt, er halte nicht 

an dem von ihm ursprünglich angegebenen Geburtsdatum fest, sondern 

beantrage, es sei der (…) einzusetzen. Dies erfasse aufgrund der beste-

henden Amtspraxis der Vorinstanz alle möglichen Geburtstage im Jahr 

(…), welche nicht auf den Tag genau bekannt seien. Es sei ausserdem mit 

dem Altersgutachten sowie mit den Angaben der Tazkera vereinbar. Auf 

diesen Antrag sei die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid aber nicht 

eingegangen, sondern stütze sich nach wie vor auf das ursprünglich vom 

Beschwerdeführer geltend gemachte Geburtsdatum vom (…). Es sei ferner 

darauf hinzuweisen, dass es im afghanischen Kontext durchaus üblich sei, 

dass der Beschwerdeführer sein genaues Geburtsdatum nicht kenne und 

auch sonst Daten keinen hohen Stellenwert hätten. So habe er in der Erst-

befragung selbst darauf hingewiesen, dass in Afghanistan nicht über Daten 

gesprochen werde. Hinzu komme, dass die Erstbefragung nicht kindsge-

recht ausgefallen sei, so dass er verunsichert gewesen sei und einige sei-

ner Aussagen deswegen vermutlich knapp ausgefallen seien. Seine Aus-

sagen seien angesichts der nicht kindsgerechten Befragungssituation, des 

minderjährigen Alters sowie des soziokulturellen Kontextes mit Bezug auf 

Afghanistan zu relativieren und insgesamt als glaubhaft einzustufen. Was 

die verschiedenen, im Ausland erfassten Geburtsdaten angehe, sei darauf 

hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer äusserst nachvollziehbar erklä-

ren könne, wie es zu den falsch registrierten Geburtsdaten in Rumänien 

D-264/2022 

Seite 10 

und Frankreich gekommen sei und warum er nichts gegen die falsch er-

fassten Daten habe unternehmen können. Daraus könne nicht die Volljäh-

rigkeit abgeleitet werden. Als Nachweis der geltend gemachten Minderjäh-

rigkeit habe er eine Kopie seiner Tazkera eingereicht und plausibel erklärt, 

dass das Original aufgrund der aktuellen Lage in Afghanistan nicht in die 

Schweiz geschickt werden könne. Gemäss den Daten der Tazkera – der 

Beschwerdeführer sei am (…) (Ausstellungsdatum) elf Jahre alt, würde das 

Geburtsdatum zwischen dem (…) und dem (…) liegen. Diese mögliche 

Bandbreite sei mit dem beantragten Geburtsdatum vom (…) vereinbar, da 

gemäss Amtspraxis jegliche Geburtstage im Jahr (…), bei welchen der ge-

naue Tag nicht bekannt sei, auf den (…) anzupassen seien. Der Tazkerak-

opie komme zwar geringer Beweiswert zu, sie habe aber doch zumindest 

als Indiz für die Minderjährigkeit zu gelten. Neben der Rechtsvertretung 

hätten auch die Beiständin sowie die betreuende Sozialpädagogin das Ver-

halten des Beschwerdeführers als kindlich empfunden, weshalb er eindeu-

tig als minderjährig wahrgenommen werde. Dabei handle es sich um zwei 

geschulte und über jahrelange Erfahrung verfügende Fachpersonen, wel-

che den Beschwerdeführer über Wochen eng begleitet hätten. Die Minder-

jährigkeit erschliesse sich für die sozialpädagogischen Fachpersonen aus 

dem Verhalten aufgrund des entwicklungspsychologischen Reifegrades 

des Beschwerdeführers eindeutig. Aufgrund der klaren Einschätzung so-

wohl der betreuenden Sozialpädagogin als auch der Beiständin sei im Ein-

verständnis mit der Rechtsvertretung und dem Beschwerdeführer verein-

bart worden, dass er trotz der Altersanpassung durch die Vorinstanz aus-

nahmsweise weiterhin im (…) wohnen dürfe, um damit einer Kindswohlge-

fährdung, welche in einer Unterkunft für Erwachsene drohen würde, vorzu-

beugen. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass die Richtigkeit keines 

der Geburtsdaten habe bewiesen werden können. Auch wenn der Be-

schwerdeführer sein genaues Geburtsdatum nicht kenne und unterschied-

liche Angaben gemacht habe, habe er konsequent seine Minderjährigkeit 

geltend gemacht. Sowohl die Kopie der Tazkera als auch das Altersgutach-

ten und die Einschätzung der Fachpersonen, die ihn eng begleiten, würden 

für eine Minderjährigkeit sprechen. Hingegen würden keine Hinweise für 

eine Volljährigkeit vorliegen abgesehen von der Registrierung in Frank-

reich, welche der Beschwerdeführer plausibel habe entkräften können. Es 

sei abschliessend festzuhalten, dass aufgrund dieser genannten Indizien 

das geltend gemachte Geburtsdatum im Herbst (…) (gemäss Amtspraxis 

angepasst auf den […]), wahrscheinlicher sei als der (…). Das Geburtsda-

tum sei entsprechend auf den (…) anzupassen.  

D-264/2022 

Seite 11 

5.3 In ihrer Vernehmlassung hielt die Vorinstanz fest, anhand des Alters-

gutachtens sei sowohl die Volljährigkeit als auch die Minderjährigkeit des 

Beschwerdeführers möglich. Das SEM habe in der Verfügung ausführlich 

ausgeführt, weshalb es die geltend gemachte Minderjährigkeit nicht als 

glaubhaft erachte. Die Kopie der Tazkera sei erst im Rahmen der vertieften 

Anhörung und somit nach erfolgter Altersabklärung sowie Altersanpassung 

zu den Akten gereicht worden. Dabei handle es sich um kein fälschungssi-

cheres Dokument und der Beschwerdeführer habe sich diesbezüglich wi-

dersprüchlich geäussert, weshalb diese nur über sehr geringe Beweiskraft 

verfüge. Der Vorwurf, die Erstbefragung sei nicht kindsgerecht ausgefallen, 

sei sodann entschieden zurückzuweisen. Den Akten würden sich keine 

Hinweise entnehmen lassen, wonach der Beschwerdeführer nicht in der 

Lage gewesen wäre, die ihm gestellten Fragen zu verstehen und adäquat 

zu beantworten. Seine Antworten seien sodann auch keineswegs knapp 

ausgefallen. Zum Vorwurf, die Vorinstanz sei nicht auf die Einschätzung 

der Beiständin sowie der Sozialpädagogin eingegangen, wurde ange-

merkt, dass diese Berichte insbesondere auf das Verhalten und die Reife 

des Beschwerdeführers eingehen würden. Diese könnten zwar Indizien für 

das Alter darstellen, liessen aber nicht ohne Weiteres auf das tatsächliche 

oder wahrscheinlichste Alter schliessen. Das SEM komme weiterhin zum 

Schluss, dass das Geburtsdatum (…) wahrscheinlicher sei als der (…).  

6.  

6.1 Wie vorstehend (vgl. E.3) dargelegt, obliegt es grundsätzlich dem SEM 

zu beweisen, dass das aktuell im ZEMIS eingetragene Geburtsdatum des 

Beschwerdeführers ([…]) korrekt ist. Der Beschwerdeführer hat seinerseits 

nachzuweisen, dass das von ihm geltend gemachte Geburtsdatum ([…]) 

richtig respektive zumindest wahrscheinlicher ist als die derzeit im ZEMIS 

erfassten Angaben. Gelingt keiner Partei der sichere Nachweis des Ge-

burtsdatums, ist dasjenige im ZEMIS zu belassen oder einzutragen, des-

sen Richtigkeit wahrscheinlicher ist (vgl. zum Ganzen BVGE 2018 VI/3 E. 

3.5, m.w.H.). 

 

6.2  

6.2.1 Bei der Einschätzung des Alters des Beschwerdeführers ist eine Ge-

samtwürdigung vorzunehmen, bei der auch die protokollierten Aussagen 

zu den persönlichen Lebensumständen zu berücksichtigen sind (vgl. 

EMARK 2004 Nr. 30 E. 6.4.3 f.: insbesondere [übereinstimmende] Anga-

D-264/2022 

Seite 12 

ben zum Alter, zu Identitätspapieren bzw. zu den Gründen für deren Nicht-

einreichung, zu den familiäre Umständen, zum Schulbesuch, zu Berufsbil-

dung / Berufstätigkeit und zu den Ausreiseumständen sowie nachvollzieh-

bare länderspezifische Angaben zum behaupteten Herkunftsgebiet). 

Wieso die Vorinstanz aufgrund der Erstbefragung zum Schluss kommt, der 

Beschwerdeführer sei volljährig, erschliesst sich dem Gericht nicht. Zwar 

macht dieser keine klaren Angaben zu seinem Alter oder Geburtsdatum, 

seine Aussagen erscheinen aber als durchaus mit dem afghanischen Kon-

text vereinbar. Es ist für im ländlichen Gebiet aufwachsende Jugendliche 

durchaus üblich, dass sie ihr Alter nicht mit Sicherheit angeben können und 

dieses von Drittpersonen im Verlauf ihres Lebens erfahren (vgl. Urteil des 

BVGer E-322/2021 vom 17. Februar 2021 E. 3.4).  

6.2.2 Das Altersgutachten vom 27. Oktober 2021 hält fest, aufgrund der 

computertomographischen Untersuchung des rechten Schlüsselbeines 

(das linke weise eine anatomische Normvariante auf, weshalb es nicht für 

die Altersdiagnostik herangezogen werden könne) sei von einem durch-

schnittlichen Lebensalter von 17 Jahren sowie einem Mindestalter von 16.1 

Jahren auszugehen. Gemäss zahnärztlicher Untersuchung liege ein 

Durchschnittsalter von 18 Jahren vor. Ein Mindestalter sei nicht angege-

ben. Diese Einschätzung erfolgte überwiegend aufgrund des Mineralisati-

onsstadiums der Weisheitszähne. Bei den Zähnen 1 bis 7 im ersten Quad-

ranten sei ein vollständiger Abschluss des Wurzelwachstums festgestellt 

worden, die Zähne 1 bis 7 im dritten Quadranten hätten aufgrund einer 

suboptimalen Kopfposition nur unzureichend beurteilt werden können. Die 

(zum Beweis der Minder- respektive Volljährigkeit ohnehin ungeeignete 

[vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.1]) Handknochenanalyse habe ein mittleres 

skelettales Alter von 18 Jahren ergeben sowie ein Mindestalter von 16.1 

Jahren. Ferner wurde betreffend Zahnuntersuchung festgehalten, dass bei 

der Geschwindigkeit der Mineralisation der Weisheitszähne signifikante 

Unterschiede zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen beobachtet 

worden seien, weswegen Abweichungen durch ethnische Unterschiede 

aufgrund der angegebenen Herkunft aus Afghanistan gegebenenfalls zu 

berücksichtigen seien. Allerdings würden zu keinem der untersuchten 

Merkmale Vergleichsstudien zu einer männlichen, afghanischen Popula-

tion vorliegen. Somit ist festzuhalten, dass der Einfluss der ethnischen Zu-

gehörigkeit mangels entsprechender Studien nicht berücksichtigt werden 

konnte. Zusammenfassend wurde im Gutachten ein durchschnittliches Le-

bensalter von 17 bis 18 Jahren sowie ein Mindestalter von 16.1 Jahren 

festgestellt. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

D-264/2022 

Seite 13 

lässt sich bei einem Mindestalter bei der Schlüsselbein- respektive Sklettal-

tersanalyse und der zahnärztlichen Untersuchung unter 18 Jahren keine 

Aussage zur Minder- respektive Volljährigkeit einer Person machen (vgl. 

BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.2). Da vorliegend bei der zahnärztlichen Untersu-

chung kein Mindestalter angegeben wurde und jenes der Schlüssel-

beinanalyse bei 16.1 Jahren liegt, können aufgrund des Altersgutachtens 

keine Aussagen dazu gemacht werden, ob die Minder- oder die Volljährig-

keit wahrscheinlicher ist. Der Vollständigkeit halber ist dennoch festzuhal-

ten, dass das vom Beschwerdeführer beantragte Geburtsdatum ([…]) ([…] 

zum Zeitpunkt der Untersuchung) mit dem Altersgutachten vereinbar wäre. 

Das vom SEM erfasste Geburtsdatum ([…]) würde ein Alter von (…) zum 

Untersuchungszeitpunkt ergeben. Dies ist mit dem Ergebnis des Altersgut-

achtens – durchschnittliches Lebensalter von 17 bis 18 Jahren, Mindestal-

ter von 16.1 Jahren – weniger vereinbar und erscheint daher als eher un-

wahrscheinlich.  

6.2.3 Der Beschwerdeführer machte im Rahmen seines Asylverfahrens un-

terschiedliche Angaben zu seinem Geburtsdatum und wusste sein Alter 

nicht zu benennen. Dies ist – neben dem Altersgutachten, welches sein 

ursprünglich angegebenes Geburtsdatum als nicht zutreffend beurteilt – 

der einzige Hinweis, der für seine Volljährigkeit spricht. Eine Abwägung, ob 

das vom SEM eingetragene oder das vom Beschwerdeführer beantragte 

Geburtsdatum wahrscheinlicher ist, ist in der vorinstanzlichen Verfügung 

nicht enthalten. Ebenso fehlt jegliche Erwähnung oder Auseinanderset-

zung mit den Aussagen der beiden sozialpädagogischen Bezugspersonen 

des Beschwerdeführers. Diese legen mehrfach dar, dass aufgrund ihrer 

fachlichen Beurteilung vorliegend ganz klar von der Minderjährigkeit aus-

zugehen sei. Dabei wird auch die Argumentation des SEM entkräftet, in-

dem einerseits beschrieben wird, dass der Beschwerdeführer aufgrund 

mangelnder Reife die Konsequenzen seines Handelns – Angabe unter-

schiedlicher Geburtsdaten – nicht zur Genüge einschätzen könne, und an-

dererseits festgehalten wurde, bei der Erstbefragung sei der besonderen 

Situation von Minderjährigen ungenügend Rechnung getragen worden, 

was zu einer starken Verunsicherung des Beschwerdeführers geführt habe 

– was wiederum zu unklaren Aussagen führen könne. In einem Fall wie 

dem Vorliegenden, in welchem das Altersgutachten keine Aussagen zur 

Minder- oder Volljährigkeit des Beschwerdeführers zulässt, sind solche 

Einschätzungen von Fachpersonen als Indizien zu werten und können 

nicht einfach ignoriert werden. Weshalb das SEM diese noch nicht einmal 

erwähnt in seiner Verfügung ist nicht nachvollziehbar. Die beiden Stellung-

nahmen der sozialpädagogischen Bezugspersonen sind somit als Indiz für 

D-264/2022 

Seite 14 

den vom Beschwerdeführer als Geburtsdatum beantragten Eintrag zu wer-

ten.  

6.3 Nach dem Gesagten ist weder dem SEM noch dem Beschwerdeführer 

der Nachweis gelungen, dass das aktuell im ZEMIS eingetragene Geburts-

datum ([…]) beziehungsweise das vom Beschwerdeführer beantragte Ge-

burtsdatum ([…]) korrekt ist. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen lie-

gen jedoch mehr Indizien vor, die für das von ihm beantragte Datum spre-

chen als dagegen. Vor dem Hintergrund, dass die Differenz des möglichen 

Knochenalters weniger als drei Jahre von den Angaben des Beschwerde-

führers und dem in seiner Tazkera erfassten Datum abweicht, und aufgrund 

der Tatsache, dass das Gericht die Aussagen des Beschwerdeführers als 

grundsätzlich konsistent, im länderspezifischen Kontext nachvollziehbar 

erachtet, ist vorliegend das Vorgehen des SEM, ohne Berücksichtigung al-

ler Indizien von der Volljährigkeit auszugehen, nicht nachvollziehbar. Es 

überwiegen die Hinweise, welche für das vom  Beschwerdeführer geltend 

gemachte Geburtsdatum sprechen. 

7.  

Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und die Dispositivziffer 7 der Ver-

fügung des SEM vom 20. Dezember 2021 aufzuheben. Das SEM ist anzu-

weisen, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im ZEMIS vom (…) auf 

den (…) zu ändern.   

8.   

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

8.2 Ganz oder teilweise obsiegende Parteien haben für ihnen erwachsene 

notwendige und verhältnismässig hohe Kosten Anspruch auf eine Partei-

entschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die Entschädigung umfasst die not-

wendigen Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere Auslagen der Par-

tei (vgl. Art. 8 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Das Bundesverwaltungsgericht legt die Parteientschädigung 

aufgrund der eingereichten Kostennote oder, wenn keine Kostennote ein-

gereicht wird, aufgrund der Akten fest (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Vorliegend 

wurde keine Kostennote zu den Akten gereicht. In Anbetracht des mut-

masslichen Arbeits- und Zeitaufwandes für das vorliegende Verfahren hält 

das Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1'600.– 

(inkl. Auslagen) für angemessen. Diese ist der Vorinstanz aufzuerlegen. 

D-264/2022 

Seite 15 

9.  

Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet des Daten-

schutzes sind gemäss Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 14. Juni 1993 

zum Bundesgesetz über den Datenschutz (VDSG, SR 235.11) dem Eidge-

nössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) bekannt 

zu geben. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-264/2022 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Das SEM wird angewiesen, im ZEMIS als Geburtsdatum des Beschwerde-

führers den (…) einzutragen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Dem Beschwerdeführer wird eine durch die Vorinstanz nach Eintritt der 

Rechtskraft des vorliegenden Urteils auszurichtende Parteientschädigung 

von Fr. 1'600.– zugesprochen.    

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM, das Generalsekre-

tariat EJPD und den Eidgenössischen Datenschutz—und Öffentlichkeits-

beauftragten.  

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Aglaja Schinzel 

 

 

(Rechtsmittelbelehrung nächste Seite) 

 

 

D-264/2022 

Seite 17 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichts-

gesetzes [BGG, SR 173.110]). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde 

spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder 

zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen 

diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben worden ist 

(Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache 

abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-

weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid 

und die Beweismittel sind, soweit sie die Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

 

 

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