# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2edd5cde-de62-5165-ad42-3fc527797996
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-01-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 17.01.2012 S 2010 150
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2010-150_2012-01-17.pdf

## Full Text

S 10 150

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 1. März 2011

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. a) …, geboren 1961, arbeitete seit Februar 1990 bei der Firma … in … als 

Betriebsangestellte in der Abteilung Dekor. Seit ihrer Jugendzeit litt sie an 

Kopfschmerzen und Schwindel. Ab 2007 traten sodann linksseitig Schulter- 

und Halsbeschwerden auf, welche immer stärker wurden. Hinzu kamen 

weitere Beschwerden, welche per 31. August 2007 kurzfristig eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatten. Ab 22. September 2007 galt sie bis 21. 

Mai 2008 noch zu 50% arbeitsfähig und ab 22. Mai 2008 als zu 100% 

arbeitsunfähig. Per Ende Juli 2008 wurde das Arbeitsverhältnis gekündigt.  

b) Am 26. September 2007 meldete sie sich bei der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden zum Bezug von Leistungen an. Diese erteilte in der Folge dem 

ABI Basel einen Untersuchungs- und Begutachtungsauftrag. Gemäss dessen 

Bericht vom 26. Juni 2008 resultierten folgende Diagnosen:

„5.1 Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
1. Chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp (…) (ICD-10 G44.2, 

M54.2)
2. Zervikalsyndrom mit vorwiegend tendomyogen bedingter 

Zervikobrachialgie links sowie Verdacht auf 
Schultergürtelkompressionssyndrom (ICD-10 M53.1)

3. Lagerung und bewegungsabhängige Drehschwindelepisoden von 
mehreren Minuten Dauer (ICD-10 R42)
- DD: phobischer Attackenschwindel nach möglicher 

cochleovestibulärer Funktionsstörung (ICD-10 F45.8)

5.2 Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
1. Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
2. Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54)
3. Beginnendes metabolisches Syndrom (…; ICD-10 E66.0)

4. Status nach Tympanoplastik und Mastoidektomie rechts (ICD-10 
H66.9) 

5. Tinnitus links
6. Status nach idiopathischer peripherer Fazialisparese (ICD-10 G51.0)“

Mit Vorbescheid vom 19. September 2008 teilte die IV-Stelle der Versicherten 

mit, dass sie keinen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung 

(Invalidenrente) habe. Dagegen erhob die Versicherte am 19. September 

2008 Einwand, wobei sie sich neu auf eine wesentliche Verschlechterung des 

psychiatrischen Gesundheitszustandes (seit Sommer 2008 bestehende 

Depression) berief. Die IV-Stelle verfügte am 9. März 2009 wie im 

Vorbescheid angekündigt die Abweisung des Leistungsbegehrens bis 31. 

August 2008. Für den Zeitraum ab 1. September 2008 würden weitere 

Abklärungen vorgenommen und über den Rentenanspruch ab diesem 

Zeitpunkt werde separat verfügt werden.

c) Die IV-Stelle liess in der Folge beim ABI Basel eine weitere ärztliche 

Begutachtung der Versicherten durchführen, wobei sie insbesondere um 

Festlegung des Beginns der Arbeitsfähigkeit nachsuchte. Im Bericht vom 27. 

Oktober 2009 hielten die Gutachter fest, dass im Vergleich zur 

Vorbegutachtung im ABI vom Juni 2008 der Gesundheitszustand der 

Versicherten aus somatischer Sicht mehr oder weniger stationär geblieben 

sei. Hingegen sei es aus psychiatrischer Sicht zu einer Verschlechterung der 

depressiven Symptomatik gekommen. Der Explorandin sei ihre zuletzt 

ausgeübte Tätigkeit als Betriebsangestellte in der Etikettierung, sowie 

sämtliche körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten ohne Selbst- 

und Fremdgefährdung aufgrund des Schwindels in einem Ausmass von 50% 

zuzumuten. 

Mit Vorbescheid vom 16. Februar 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten 

mit, dass sie vom 1.1.2009 bis zum 31.3.2009 Anspruch auf eine Viertelsrente 

(IV-Grad 40%), vom 1.4.2009 bis 30.11.2009 auf eine ganze Rente (IV-Grad 

100%) und ab 1.12.2009 wiederum auf eine Viertelsrente (IV-Grad 44%) 

habe. Dagegen erhob die Versicherte mit Schreiben vom 22. März 2010 

erneut Einwand, den sie mit Nachtrag vom 10. Mai 2010 noch ergänzte. Im 

Wesentlichen verlangte sie, dass nicht vom aufgewerteten effektiven 

Valideneinkommen (Fr. 47'079.00) sondern vom effektiven und 

parallelisierten Valideneinkommen (Fr. 55'383.40) auszugehen sei. Im 

Vergleich mit dem unbestrittenen Invalideneinkommen resultiere diesfalls 

eine Erwerbseinbusse von 29'183.-- bzw. ein Invaliditätsgrad von 52,69%, 

welcher den Anspruch auf eine halbe Rente begründe. Die IV-Stelle verfügte 

am 1. Dezember 2010 jedoch wie im erwähnten Vorbescheid angekündigt. 

Sie ging davon aus, dass die Versicherte seit Beginn der einjährigen Wartezeit 

(17.1.2008) durchschnittlich zu 40% arbeitsunfähig gewesen sei. Auch nach 

Ablauf der Wartefrist (15.1.2009) liege eine Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit 

vor. Gemäss ABI Basel liege von November 2008 bis August 2009 eine 100%-

ige, ab Begutachtung 2.9.2009 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit vor. Weil nach 

Ablauf des Wartejahres eine 3-monatige Wartefrist bis zur Erhöhung der 

Rente einzuhalten sei, werde für den Zeitraum 1.1.2009 - 31.3.2009 nur eine 

Viertelsrente ausgerichtet.

2. Dagegen reichte … am 28. Oktober 2010 beim Verwaltungsgericht 

Beschwerde ein mit den Anträgen um Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung und Ausrichtung einer halben Invalidenrente ab 1. Dezember 2009. 

Eventualiter sei ein psychiatrisches Obergutachten einzuholen. Zur 

Begründung machte sie geltend, Ende August 2010 habe sich ihr psychischer 

Zustand erneut verschlechtert. Aufgrund dessen habe ihr Dr. … den Besuch 

der Tagesklinik des Psychiatrischen Dienstes Graubünden empfohlen. 

Anfangs Oktober sei sie dann aufgrund der festgestellten psychiatrischen 

Störung umgehend in die Klinik Waldhaus eingewiesen worden, wo sie sich 

bis auf weiteres aufhalten werde. Erneut machte sie geltend, für die 

Berechnung des Invaliditätsgrades müssten sowohl das Valideneinkommen 

als auch das Invalideneinkommen (beide zu 36 Stunden/Woche, da sie nur in 

einem 90%-Pensum bei der … gearbeitet habe) gleich berechnet werden. Das 

entsprechende aufgewertete effektive Valideneinkommen (2010) betrage Fr. 

42'669.--. Diesem sei das auf 36 Stunden/Woche angepasste, parallelisierte 

Invalideneinkommen gegenüberzustellen. Dieses betrage Fr. 41'858.--, bzw. 

unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit von 50% Fr. 20'929.--. Daraus 

resultiere ein Invaliditätsgrad von 51%, was den geltend gemachten Anspruch 

auf eine halbe Rente ab 1. Dezember 2009 rechtfertige. Aufgrund der geltend 

gemachten Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes und 

der stationären Behandlung sei ab August 2010 von einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 60% auszugehen. Allenfalls sei, falls auch der Arztbericht der 

Klinik Waldhaus von einer wesentlichen psychischen Verschlechterung 

ausgehe, durch das Gericht ein psychiatrisches Obergutachten einzuholen. 

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden beantragte die Abweisung der 

Beschwerde. Dem Anstellungsvertrag mit der Firma … vom 30. Mai 1989 

könne entnommen werden, dass eine Präsenzzeit von 43 Stunden vereinbart 

worden sei. Dasselbe lasse sich auch dem Arbeitgeberbericht vom 10. 

Oktober 2007, S. 1, entnehmen. Im Widerspruch dazu stünde dann zwar auf 

S. 2 desselben Berichts, dass die Beschwerdeführerin nur 36 Stunden 

(Vollzeitpensum 40 Stunden) gearbeitet habe. Die Versicherte selbst habe 

aber anlässlich des Frühinterventionsgesprächs vom 16. Oktober 2007 

festgehalten, dass sie zu 100% (40 Stunden) gearbeitet habe. Das 

Vollzeitpensum habe sie sodann auch anlässlich der Untersuchungen im ABI 

Basel (Bericht vom Juni 2008) angegeben. Das Valideneinkommen sei 

entsprechend korrekt ermittelt worden. Es sei im Sinne der Rechtsprechung 

auch nicht unterdurchschnittlich. Im Übrigen sei es bereits mit Verfügung vom 

9. März 2009 rechtskräftig verfügt worden. Die geltend gemachte 

gesundheitliche Verschlechterung sei nicht nachgewiesen und habe im 

Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung auch nicht berücksichtig 

werden müssen, da sie noch keine 3 Monate angedauert habe. 

4. In ihrer Replik stellte sich die Beschwerdeführerin unter Beilage eines 

Arztberichtes von Dr. med. … vom 2. November 2010 sowie der Klinik 

Waldhaus vom 2. Dezember 2010 auf den Standpunkt, dass sich ihr Zustand 

ab ca. August 2010 wesentlich verschlechtert habe. Sie hielt auch fest, dass 

die vorliegenden Arztberichte ungenügend seien, die Frage in welchem 

Umfang und ab wann die Verschlechterung eingetreten sei, zu beantworten.

5. Die Beschwerdegegnerin legte dar, dass die Verschlechterung zum Zeitpunkt 

des Verfügungserlasses eingestandenermassen noch nicht 3 Monate 

angedauert habe, weshalb sie denn auch nicht habe berücksichtigt werden 

müssen. Die geklagte Verschlechterung könne allenfalls eine Neuanmeldung 

nach sich ziehen.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IV-Stelle vom 22. September 

2010, mit welcher der Beschwerdeführerin vom 1.1.2009 bis zum 31.3.2009 

eine Viertelsrente (IV-Grad 40%), vom 1.4.2009 bis 30.11.2009 eine ganze 

Rente (IV-Grad 100%) und ab 1.12.2009 wiederum eine Viertelsrente (IV-

Grad 44%) zugesprochen worden ist. Die Beschwerdeführerin verlangt 

ihrerseits die Ausrichtung mindestens einer halben Rente ab dem 1.12.2009.

2. Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten 

Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 

vom 6. Oktober 2006, der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) 

vom 28. September 2007, des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sowie das Bundesgesetz über die 

Schaffung und die Änderung von Erlassen zur Neugestaltung des 

Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen 

(NFA) vom 6. Oktober 2006 in Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht 

gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der 

Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des 

angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich 

der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat 

(vgl. BGE 127 V 467 Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Die 

angefochtene Verfügung ist am 22. September 2010 ergangen, wobei ein 

Sachverhalt zu beurteilen ist, der bereits vor dem Inkrafttreten der revidierten 

Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher 

und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über 

welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den 

allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 

2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf 

die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: 

BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 7. 

Juni 2006 in Sachen M., I 428/04, Erw. 1). Dies fällt materiellrechtlich jedoch 

nicht ins Gewicht, weil die 5. IV-Revision hinsichtlich der 

Invaliditätsbemessung keine substanziellen Änderungen gegenüber der bis 

31. Dezember 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat, so dass die 

zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin 

massgebend ist (Urteil des Bundesgerichts in Sachen A. vom 19. Mai 2009, 

8C_76/2009, Erw. 2). Im Folgenden werden die massgeblichen 

Gesetzesbestimmungen - soweit nichts anderes vermerkt ist - in der seit dem 

1. Januar 2008 geltenden Fassung zitiert.   

3. a) Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 

oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann 

Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 

nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG in der seit 1. Januar 2008 geltenden Fassung).

b) Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:

a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu 
betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder 
herstellen, erhalten oder verbessern können;

b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und

c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) 
sind. 

c) Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG 

in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG (bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 2 

IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), 

in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 

sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der 

Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die 

beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau 

ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der 

Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine 

Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 349 Erw. 3.4.2 mit 

Hinweisen).

d) Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise 

wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 

1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines 

psychischen Gesundheitsschadens und damit 

invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 

Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 

Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; 

das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. 

Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer 

Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen 

Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt 

also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen 

werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der 

versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 50 

Erw. 1.2 mit Hinweisen).

e) Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 

welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 

Erw. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage 

für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 Erw. 4 mit 

Hinweisen; AHI 2002 S. 70 Erw. 4b/cc).

f) Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, 

das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, 

dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, 

von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 

warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung 

der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit 

weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 

Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a).

4. a) Vorliegend ist unbestritten geblieben, dass die Beschwerdeführerin aufgrund 

der in den erwähnten beiden ABI Gutachten aufgeführten somatischen und 

psychischen Beschwerden im Zeitraum November 2008 bis August 2009 zu 

100% arbeitsunfähig, und ab dem Zeitpunkt der (zweiten) Begutachtung durch 

das ABI Basel (2. September 2009) bis auf weiteres noch zu 50% 

arbeitsunfähig war.

b) Die von der Beschwerdeführerin ab August 2010 geltend gemachte erneute 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit kann im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht gehört 

werden. Zwar bestätigt der von ihr eingereichte Arztbericht von Dr. … vom 2. 

November 2010, dass sich der Gesundheitszustand ab ca. August 2010 

wesentlich verschlechtert habe, so dass mindestens ab 23. August 2010 

(erste Konsultation) eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bestehe. Die 

Beschwerdeführerin behauptet sodann, die Verschlechterung habe aber 

bereits während ihrer Ferien im Monat Juli begonnen. Einen 

rechtsgenüglichen Nachweis für ihre Behauptung ist sie aber schuldig 

geblieben. Wie es sich aber letztlich damit verhält, kann offen gelassen 

werden, weil keinerlei Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die behauptete 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes bereits seit 22. Juni 2010 

andauerte. Dies wäre aber aufgrund der in Art. 88a Abs. 2 IVV statuierten 

zeitlichen Frist, wonach eine Verschlechterung ohne wesentliche 

Unterbrechung drei Monate angedauert haben müsse, unabdingbare 

Voraussetzung, damit diese berücksichtigt hätte werden müssen. Nachdem 

dies aber offensichtlich nicht der Fall ist, erweist sich der Einwand als 

unbeachtlich. Die geklagte Verschlechterung wird jedoch im Rahmen einer 

Rentenrevision zu prüfen sein. In diesem Rahmen werden dann auch weitere 

Abklärungen zu treffen sein.

c) Ausgehend von der eingangs umschriebenen Arbeitsunfähigkeiten sind  

vorliegend die in der angefochtenen Verfügung vorgenommene Berechnung 

des dem streitigen IV-Grad ab 1. Dezember 2009 zugrunde liegenden 

Valideneinkommens zum einen und des Invalideneinkommens zum andern 

zu prüfen. Dabei ist vorweg festzuhalten, dass die massgebenden Grundsätze 

zur Berechnung der beiden Einkommen (i.c. mittels Parallelisierung) von der 

Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt worden sind. 

Darauf kann verwiesen werden.

d) Die Beschwerdeführerin rügt im vorliegenden Verfahren die Ermittlung des 

hypothetischen Valideneinkommens, weil sie lediglich 36 Stunden pro Woche 

(ein 90%-Pensum), und nicht wie von der Vorinstanz angenommen 40 

Stunden, gearbeitet habe. Ihr Einwand findet in den Akten keine hinreichende 

Stütze. Ganz im Gegenteil. So wurde im Anstellungsvertrag vom Mai 1989 

ausdrücklich eine wöchentliche Präsenzzeit von 43 Stunden vereinbart. Auch 

im Arbeitgeberbericht vom 10. Oktober 2007 wurde auf S. 1 eine 100%-

Beschäftigung bestätigt. Die auf S. 2 desselben Berichts enthaltene 

Ergänzung, wonach die Beschwerdeführerin bei einem 40-Stunden-Pensum 

nur 36 Stunden gearbeitet habe, ist bereits daher zu relativieren, als die 

Versicherte noch im Rahmen des Frühinterventionsgesprächs selbst angab, 

100% (also 40 Stunden pro Woche) gearbeitet zu haben. Solches muss sie 

sich nun entgegen halten lassen, weshalb die Vorinstanz zu Recht von einem 

100%-Pensum ausgegangen ist. 

Damit ist bereits gesagt, dass sich die von der Beschwerdeführerin ausführlich 

umschriebene, auf einem reduzierten Wochenpensum von lediglich 36 

Stunden basierende Umrechnung des Valideneinkommens - wie auch des 

Invalideneinkommens - als unbeachtlich, da unzutreffend erweist. Von 

weiteren Ausführungen hierzu kann entsprechend abgesehen werden.

e) Die IV-Stelle hat das für den Einkommensvergleich heranzuziehende 

Valideneinkommen für das Jahr 2010 sodann zu Recht gestützt auf die LSE 

mit Fr. 46'779.-- veranschlagt und diesem das wiederum auf der LSE 

basierende, mit Fr. 26'200.-- die diagnostizierten, gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen und die 50%-ige Arbeitsunfähigkeit berücksichtigende, 

zumutbare Invalideneinkommen gegenüber gestellt. Aufgrund der Vorbringen 

der Beschwerdeführerin ist nichts ersichtlich, was diese korrekt ermittelten 

vorinstanzlichen Festlegungen als unzutreffend oder rechtsfehlerhaft 

erscheinen liesse. Basierend auf diesen Zahlen resultiert für den Zeitraum ab 

dem 1. Dezember 2009 ein Invaliditätsgrad von 44%. Die Verfügung erweist 

sich diesbezüglich ohne weiteres als rechtens und die Beschwerde ist 

insoweit auch abzuweisen.

5. Zur Korrektur Anlass gibt vorliegend hingegen die von der Vorinstanz 

vorgenommene Festlegung einer Viertelsrente für den Zeitraum 1. Januar 

2009 - bis 31. März 2009. Diese Festlegung erweist sich im konkreten Fall als 

unzutreffend, da sie von einer falschen Annahme ausgeht. Fest steht nämlich, 

dass die Beschwerdeführerin bereits ab November 2008 zu 100% 

arbeitsunfähig war und solches auch nach Ablauf des Wartejahres anfangs 

Januar 2009 weiterhin war. Fest steht ferner, dass es vorliegend um den 

erstmaligen Anspruch auf eine IV-Rente, mithin um den Beginn einer solchen 

gemäss Art. 28 lit. b und c IVG und nicht um eine Rentenanpassung i.S. von 

Art. 88a IVV, geht. Nur bei letzterer käme die Anwendung der dreimonatigen 

Wartefrist bis zur Ausrichtung der der Versicherten zustehenden ganzen 

Rente zum Tragen. Dies ist vorliegend aber nicht der Fall, weshalb 

entsprechend eine ganze IV-Rente auch für den Zeitraum 1. Januar 2009 - 

31. März 2009 geschuldet ist. Die angefochtene Verfügung erweist sich 

diesbezüglich als korrrekturbedürftig und die Beschwerde ist daher teilweise 

gutzuheissen ist. Im Übrigen ist sie demgegenüber abzuweisen.  

6. In Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG ist gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Diese Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- 

festgelegt. Dem Verfahrensaufwand entsprechend erscheinen Kosten von Fr. 

700.-- als angemessen, welche angesichts des Verfahrensausganges den 

Parteien je hälftig zu überbinden sind. Die Vorinstanz hat sodann der 

Beschwerdeführerin eine angemessene Parteientschädigung (Art. 61 lit. g 

ATSG) zu entrichten. Diese wird - ausgehend von dem vom Rechtsvertreter 

der Beschwerdeführerin mit Honorarnote vom 26. Januar 2011 geltend 

gemachten Betrag von Fr. 3'217.25 (inkl. MWST), welcher entsprechend dem 

Verfahrensausgang zu reduzieren ist - auf Fr. 1'609.-- (inkl. MWST) festgelegt.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, und es wird festgestellt, dass … 

vom 1. Januar 2009 - 31. März 2009 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 

hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen je zur Hälfte zulasten von … und der IV-Stelle. 

Die entsprechenden Kostenanteile sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. Die IV-Stelle bezahlt … eine aussergerichtliche Parteientschädigung von Fr. 

1'609.-- (inkl. MWST).

Die dagegen erhobene Beschwerde wurde vom Bundesgericht am 20. Dezember 

2011 gutgeheissen (9C_739/2011).