# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd5e3fb3-a9cc-5701-9751-8900592c30e3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240156-O1
**Docket/Reference:** SB240156-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240156-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240156-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. M. Langmeier, Präsident, Oberrichter 

lic. iur. R. Faga und Ersatzoberrichterin lic. iur. S. Nabholz sowie 

Gerichtsschreiber MLaw W. Dharshing

Urteil vom 8. Mai 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Angriff 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung, 

vom 27. November 2023 (DG230086)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 22. Mai 2023 

(Urk. 19) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 48 S. 60 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

2.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit 

heute 64 Tage durch Haft erstanden sind.

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 6 Jahre des Landes verwie-

sen.

5.

Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird 

angeordnet.

6.

Es wird die Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils im Sinne 

von Art. 257 StPO angeordnet. Das Forensische Institut Zürich (FOR) wird mit dem 

Vollzug beauftragt und der Beschuldigte verpflichtet, innert 30 Tagen ab Eintritt der 

Rechtskraft des Urteils beim Forensischen Institut 

Zürich, Polizei- & Justizzentrum PJZ, Erkennungsdienst‚ Güterstrasse 33, 

8010 Zürich zwecks DNA-Probenahme für die DNA-Profilerstellung zu erscheinen. 

Kommt er dieser Verpflichtung unentschuldigt nicht nach, wird die Kantonspolizei 

hiermit verpflichtet, ihn – auf entsprechende Mitteilung des Forensischen Instituts 

Zürich hin – zwangsweise vorzuführen. Der Beschuldigte wird auf Art. 205, 207 und 

417 StPO aufmerksam gemacht.

7.

Der Beschuldigte wird in solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern verpflichtet, 

dem Privatkläger B._____ Schadenersatz von Fr. 1'252.15 zuzüglich 5 % Zins ab 3. 

Juli 2022 zu bezahlen.

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8.

Der Beschuldigte wird in solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern verpflichtet, 

dem Privatkläger B._____ Fr. 2'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 3. Juli 2022 als Genug-

tuung zu bezahlen. 

9.

Der Beschuldigte wird in solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern verpflichtet, 

der Privatklägerin C._____ Schadenersatz von Fr. 1'100.– zuzüglich 5 % Zins ab 

3. Juli 2022 zu bezahlen.

10. Der Beschuldigte wird in solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern verpflichtet, 

der Privatklägerin C._____ Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 3. Juli 2022 als Ge-

nugtuung zu bezahlen. 

11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:

2'500.00   Gebühr Strafuntersuchung

8'839.40   amtliche Verteidigung RA X1._____

2'101.20   amtliche Verteidigung RAin X2._____ (Substitution)

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.

13. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, wird mit Fr.  8'839.40 

(inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. Vorbehalten bleibt eine Nachfor-

derung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

14. Die vorübergehend substituierte amtliche Verteidigerin Rechtsanwältin lic. iur. 

X2._____ wird mit Fr. 2'101.20 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

Vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

15. Der Beschuldigte wird in solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern verpflichtet, 

dem Privatkläger B._____ eine Prozessentschädigung in der Höhe von Fr. 2'620.– 

(inkl. MwSt.) für anwaltliche Vertretung zu bezahlen. 

16. Der Beschuldigte wird in solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern verpflichtet, 

der Privatklägerin C._____ eine Prozessentschädigung in der Höhe von 

Fr. 3'560.85 (inkl. MwSt.) für anwaltliche Vertretung zu bezahlen.

- 4 -

17.

(Mitteilungssatz)

18.

(Rechtsmittel)

19.

(Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:

Der Verteidigung des Beschuldigten A._____ (Urk. 50; Urk. 63):

1.

Der Beschuldigte und Berufungskläger sei vom Vorwurf des Angriffs, evtl. 

der versuchten schweren Körperverletzung, freizusprechen.

2.

3.

Die Zivilforderungen der Privatkläger seien abzuweisen.

Die Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens seien auf die Staats-

kasse zu nehmen.

4.

Dem Beschuldigten und Berufungskläger sei eine Entschädigung aus der 

Staatskasse zuzusprechen.

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Erwägungen:

I. Prozessgeschichte, Berufungsumfang

1.

Prozessgeschichte

1.1. Das vorstehend wiedergegebene Urteil vom 27. November 2023 wurde den 

Parteien gleichentags mündlich eröffnet (Urk. 35; Prot. I S. 37 ff.). Der Beschuldigte 

meldete am 6. Dezember 2023 innert Frist Berufung an (Urk. 38).

1.2. Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 42 und Urk. 46) reichte der 

Beschuldigte am 15. April 2024 fristgerecht die Berufungserklärung ein (Urk. 50). 

Mit Präsidialverfügung vom 16. April 2024 wurde die Berufungserklärung in Anwen-

dung  von  Art. 400  Abs. 2  und  3  und  Art. 401  StPO  den  Privatklägern  und  der 

Staatsanwaltschaft zugestellt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben 

oder  begründet  ein  Nichteintreten  auf  die  Berufung  zu  beantragen  (Urk. 51).  Die 

Staatsanwaltschaft wie auch die Privatkläger verzichteten auf die Erhebung einer 

Anschlussberufung (Urk. 53 und Urk. 54). 

1.3. Am 27. Februar 2025 wurde auf den 8. Mai 2025 zur Berufungsverhandlung 

vorgeladen (Urk. 55). 

1.4. Am 8. Mai 2025 fand die Berufungsverhandlung statt. Diese wurde gleich-

zeitig  mit  der  Berufungsverhandlung  im  Verfahren  der  Staatsanwaltschaft  I  des 

Kantons Zürich gegen D._____ (Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zü-

rich,  3.  Abteilung,  vom  27.  November  2023,  Geschäfts-Nr.:  SB240138)  durchge-

führt. Es erschienen der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, 

Rechtsanwalt 

lic. 

iur.  X1._____  wie  auch  der  Beschuldigte  D._____ 

im 

Parallelverfahren  in  Begleitung  seines  amtlichen  Verteidigers,  Rechtsanwalt 

Dr. Y._____.  Der  Staatsanwaltschaft  war  das  Erscheinen  antragsgemäss  freige-

stellt worden. Vorfragen waren keine zu entscheiden (Prot. II S. 4). 

1.5. Nach den Parteivorträgen und dem Schlusswort des Beschuldigten verzich-

teten  die  Parteien  auf  eine  mündliche  Urteilseröffnung  und  -erläuterung  (Art. 84 

Abs. 3 StPO; Prot. II S. 7). Die geheime Beratung fand gleichentags statt, das Urteil 

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wurde am 8. Mai 2025 gefällt (Prot. II S. 7 ff.; Urk. 66) und den Parteien im Nach-

gang schriftlich im Dispositiv eröffnet (Urk. 67).]

2.

Umfang der Berufung

2.1. Der Beschuldigte verlangt einen Freispruch von Schuld und Strafe. Er ficht 

die Dispositivziffern 1 bis 10, 12, 15 und 16 an (Urk. 50 S. 2). Als mitangefochten 

gelten  die  Entschädigungen  der  amtlichen  Verteidigungen  in  den  Dispositiv-

ziffern 13 und 14, die einen Nachforderungsvorbehalt vorsehen (Art. 135 aAbs. 4 

StPO; Art. 453 Abs. 1 StPO). Das vorinstanzliche Urteil ist deshalb in keinem Punkt 

in Rechtskraft erwachsen. 

2.2.

Im  Übrigen  steht  der  angefochtene  Entscheid  unter  Berücksichtigung  des 

Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zur Disposition.

II. Prozessuales

1.

Am 1. Januar 2024 traten die revidierten Bestimmungen der StPO in Kraft (AS 2023 

468;  BBl  2019  6697).  Gemäss  Art. 453  Abs. 1  StPO  werden  Rechtsmittel  gegen 

Entscheide,  die  vor  Inkrafttreten  der  neuen  Regelungen  gefällt  wurden,  nach 

bisherigem Recht beurteilt. Infolgedessen ist für das vorliegende Rechtsmittelver-

fahren das frühere Prozessrecht massgebend.

2.

Verwertbarkeit  der  Aussagen  der  Ehepaare  B._____C._____  und 
E._____F._____ als Auskunftspersonen 

2.1. Die  Vorinstanz  erwägt,  die  durch  die  Jugendanwaltschaft  delegierten  Ein-

vernahmen  der  beiden  Ehepaare  B._____C._____  und  E._____F._____  bei  der 

Polizei  seien  ohne  Gewährung  der  Teilnahmerechte  durchgeführt  worden.  Da  in 

diesen  Einvernahmen  keine  entscheidrelevanten  Äusserungen  gemacht  worden 

seien, welche über die zuvor durchgeführten verwertbaren Einvernahmen hinaus-

gehen würden, würden diese zur Urteilsfindung nicht beigezogen. Die Frage der 

Verwertbarkeit könne deshalb offengelassen werden (Urk. 48 S. 5). 

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2.2. Die Vorinstanz vermengt die sich – insbesondere betreffend die Modalitäten 

des Verzichts als auch die Folgen der Verletzung – massgeblich unterscheidenden 

Prozessrechte der Konfrontation und der Teilnahme (vgl. zum Ganzen BGE 150 

IV 345 E. 1.6.3):

2.3. Der  in  Art. 6  Ziff. 3  lit. d  EMRK  garantierte  Anspruch  der  beschuldigten 

Person, den Belastungszeugen Fragen zu stellen, ist ein besonderer Aspekt des 

Rechts auf ein faires Verfahren. Er wird als Konkretisierung des rechtlichen Gehörs 

(Art. 29 Abs. 2 BV) auch durch Art. 32 Abs. 2 BV gewährleistet. Eine belastende 

Zeugenaussage ist grundsätzlich nur verwertbar, wenn der Beschuldigte wenigs-

tens einmal während des Verfahrens angemessene und hinreichend Gelegenheit 

hatte, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Belastungszeugen zu 

stellen (BGE 148 I 295 E. 2 S. 298 ff.; 133 I 33 E. 3.1 S. 41; je mit Hinweisen). Dies 

gilt  auch  betreffend  die  Einvernahme  von  Auskunftspersonen  (BGE  150  IV  345 

E. 1.6.3.2 S. 349 mit Hinweis). Damit die Verteidigungsrechte gewahrt sind, muss 

der Beschuldigte namentlich in der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer Aussage 

prüfen und den Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe und infrage 

stellen zu können. Dies setzt in aller Regel voraus, dass sich der Einvernommene 

in Anwesenheit des Beschuldigten (nochmals) zur Sache äussert (BGE 150 IV 345 

E. 1.6.3.2  S. 349  f.  mit  Hinweisen).  Von  einer  Konfrontation  der  beschuldigten 

Person mit dem Belastungszeugen oder auf dessen ergänzende Befragung kann 

nur  abgesehen  werden,  wenn  besondere  Umstände  vorliegen,  mithin  wenn  eine 

persönliche  Konfrontation  nicht  (mehr)  möglich  oder  eine  Beschränkung  des 

Konfrontationsrechts dringend notwendig ist (Urteil 6B_920/2023 vom 22. August 

2024  E. 2.1.2  mit  Hinweisen).  In  solchen  Fällen  ist  gestützt  auf  Art. 6  Ziff. 1  und 

Ziff. 3  lit. d  EMRK  erforderlich,  dass  der  Beschuldigte  zum  streitigen  Zeugnis 

hinreichend Stellung nehmen kann, die Aussagen sorgfältig geprüft werden und der 

Schuldspruch  nicht  alleine  darauf  abgestützt  wird,  das  heisst  der  belastenden 

Aussage nicht ausschlaggebende Bedeutung zukommt bzw. sie nicht den einzigen 

oder einen wesentlichen Beweis darstellt. Ausserdem darf der Umstand, dass die 

beschuldigte  Person  ihre  Rechte  nicht  (rechtzeitig)  wahrnehmen  konnte,  nicht  in 

der Verantwortung der Behörde liegen. Ausnahmsweise kann ein streitiges Zeugnis 

von  ausschlaggebender  Bedeutung  ohne  Konfrontation  mit  Belastungszeugen 

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verwertbar  sein  (BGE  150  IV  345  E. 1.6.3.2  S. 350  mit  Hinweisen;  vgl.  Urteil 

6B_1137/2020 vom 17. April 2023 E. 1.4.2.1 ff.; zum Ganzen: BGE 148 I 295 E. 2 

S. 298 ff. mit Hinweisen).

Die  Rechtsprechung  hat  wiederholt  betont,  dass  auf  das  Konfrontationsrecht 

vorgängig  oder  auch  im  Nachhinein  ausdrücklich  oder  stillschweigend  verzichtet 

werden kann, wobei der Verzicht des Beschuldigten auch von seinem Verteidiger 

ausgehen kann. Die beschuldigte Person kann den Behörden grundsätzlich nicht 

vorwerfen, gewisse Zeugen zwecks Konfrontation nicht vorgeladen zu haben, wenn 

sie  es  unterlässt,  rechtzeitig  (das  heisst  spätestens  im  Berufungsverfahren)  und 

formgerecht  entsprechende  Anträge  zu  stellen  (vgl.  anstatt  vieler  die  Urteile  des 

Bundesgerichts  6B_1110/2023  vom  23. Mai  2024  E.3.3.5;  7B_259/2022  vom 

8. April 2024 E. 2; 7B_253/2022 vom 8. Februar 2024 E. 2.3.5; je mit Hinweisen). 

Entscheidend ist, dass es sich beim Konfrontationsrecht um ein Mitwirkungsrecht 

der  beschuldigten  Person  handelt.  Dessen  Ziel 

ist  die  Wahrung  der 

Waffengleichheit und die Gewährung eines fairen Verfahrens (BGE 131 I 476 E. 2.2 

mit  Hinweis).  Nicht  eigentlicher  Sinn  und  Zweck  des  Konfrontationsrechts  ist  es 

dagegen, der beschuldigten Person bei unterlassener Konfrontation die Entfernung 

eines womöglich belastenden Beweismittels aus den Akten zu ermöglichen. Ob die 

beschuldigte Person das Recht auf Konfrontation effektiv wahrnehmen will, steht 

ihr demnach frei (vgl. Urteil 7B_253/2022 vom 8. Februar 2024 E. 2.3.5 mit weiteren 

Hinweisen).

2.4. Vom Konfrontationsanspruch gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK zu unterschei-

den  ist  das  Teilnahmerecht  gestützt  auf  Art. 147  Abs. 1  StPO.  Während  eine 

allfällige  Wiederholung  einer  Einvernahme  mit  erstmaliger  Einräumung  des 

Konfrontationsrechts im Sinne des Mindeststandards der EMRK dazu dient, sämt-

liche  vorhandenen,  früheren  Aussagen  einer  Verwertbarkeit  zuzuführen,  geht  es 

bei  der  Wiederholung  einer  in  Missachtung  des  Teilnahmerechts  von  Art. 147 

Abs. 1 StPO abgehaltenen Einvernahme unter erstmaliger Wahrung des Teilnah-

merechts  darum,  überhaupt  erst  verwertbare  Aussagen  zu  schaffen.  Auch  wenn 

eine entsprechende Wiederholung ermöglicht, zugleich sowohl eine Konfrontation 

als auch das Teilnahmerecht (erstmals) sicherzustellen, kann sie nicht zur Verwert-

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barkeit einer vorausgegangenen, in Verletzung des Teilnahmerechts durchgeführ-

ten Einvernahme führen (BGE 150 VI 345 E. 1.6.7.3 mit weiteren Hinweisen). Eine 

Einvernahme,  an  der  das  Teilnahmerecht  der  beschuldigten  Person  gemäss 

Art. 147 Abs. 1 StPO unzulässigerweise nicht gewährleistet wurde, bleibt gemäss 

Art. 147 Abs. 4 StPO unverwertbar.

2.5. Der Beschuldigte wurde mit E._____, F._____, C._____ (nachfolgend: Pri-

vatklägerin) und B._____ (nachfolgend: Privatkläger) am 18. Juli 2022 konfrontiert 

(Urk. 5/6-9). In Bezug auf die folgenden delegierten Einvernahmen durch die Kan-

tonspolizei vom 19. August 2022 verzichtete der Beschuldigte laut einer (nicht kri-

tisierten)  Protokollnotiz  auf  sein  Teilnahmerecht  (Urk. 5/10  S. 1;  Urk. 5/11  S. 1; 

Urk. 5/12 S. 1; Urk. 5/13 S. 1). Auch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ als Verteidiger 

des Beschuldigten verlangte im Untersuchungsverfahren und vor Vorinstanz keine 

wiederholte  Konfrontation  mit  den  vier  genannten  Auskunftspersonen  (vgl. 

Urk. 12/12; Urk. 33; Prot. I S. 27 f.). Entsprechende Anträge erfolgten auch nicht im 

zweitinstanzlichen Beweisverfahren. Damit sind die fraglichen kantonspolizeilichen 

Einvernahmen vom 19. August 2022 in Abweichung von der Vorinstanz grundsätz-

lich auch zulasten des Beschuldigten verwertbar. Sie sind hingegen, wie die Vorin-

stanz zutreffend festhält und noch zu zeigen sein wird, für die Erstellung des Sach-

verhalts entbehrlich. 

3.

Verwertbarkeit der Aussagen von F._____

Die  für  die  Personenidentifizierung  verwendeten  Fotos  wurden  verschiedenen 

Protokollen nicht beigefügt, weshalb die derart vorgenommene Identifikation durch 

F._____ nach der zutreffenden Rüge der Verteidigung (Urk. 33 S. 3 f.; Urk. 63 S. 3) 

nicht nachvollzogen werden kann (vgl. Urk. 5/2 und Urk. 5/7). Dies geht aber – mit 

der Vorinstanz und entgegen der Verteidigung – nicht mit einer Unverwertbarkeit 

der entsprechenden Aussagen einher, sondern tangiert die Beweiskraft. Mithin ist 

dem fraglichen Umstand bei der Würdigung der Depositionen Rechnung zu tragen.

- 10 -

4.

Verwertbarkeit der Aussagen weiterer Beteiligter

4.1. Die Vorinstanz erwägt, hinsichtlich der Einvernahmen der weiteren Beteilig-

ten  D._____,  G._____,  H._____,  I._____,  J._____  und  K._____  (Urk. 3/4  und 

Urk. 4/1-18) seien nur die Konfrontationseinvernahme des Beschuldigten, D._____ 

und  J._____  (Urk. 3/4),  die  staatsanwaltschaftliche  Einvernahmen  von  K._____ 

(Urk. 4/14), G._____ (Urk. 4/15), H._____ (Urk. 4/16) und I._____ (Urk. 4/17) sowie 

die Schlusseinvernahme von D._____ (Urk. 4/18) unter Gewährung des Teilnah-

merechts  durchgeführt  worden  und  zu  Lasten  des  Beschuldigten  verwertbar 

(Urk. 48 S. 6).

4.2. Dem  kann  nicht  gefolgt  werden.  Der  Beschuldigte  wurde  mit  sämtlichen 

oben  genannten  Personen  konfrontiert  (vgl.  etwa  Urk. 3/4;  Urk. 4/14;  Urk. 4/15; 

Urk. 4/16; Urk. 4/17). Damit sind unter Hinweis auf die vorstehenden Erwägungen 

(vgl.  E. II.2)  entgegen  der  Vorinstanz  auch  die  übrigen  Einvernahmen  zu  Lasten 

des  Beschuldigten  verwertbar  (Urk. 4/1-13).  Namentlich  besteht  im  polizeilichen 

Ermittlungsverfahren  kein  Teilnahmerecht  im  Sinne  von  Art. 147  Abs. 1  StPO 

(s. auch sogleich).

5.

Verwertbarkeit der Aussagen des Privatklägers vom 7. Juli 2022

5.1. Der  Privatkläger  wurde  am  7.  Juli  2022  kantonspolizeilich  einvernommen 

(Urk. 5/4). Es handelt sich dabei um eine nicht delegierte polizeiliche Einvernahme.

5.2. Die  Parteien  haben  das  Recht,  bei  Beweiserhebungen  durch  die  Staats-

anwaltschaft und die Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen 

Fragen  zu  stellen.  Die  Anwesenheit  der  Verteidigung  bei  polizeilichen  Einver-

nahmen richtet sich nach Artikel 159 (Art. 147 Abs. 1 StPO). Bei polizeilichen Ein-

vernahmen der beschuldigten Person hat diese das Recht, dass ihre Verteidigung 

anwesend sein und Fragen stellen kann (Art. 159 Abs. 1 StPO). Die Parteien haben 

mithin  kein  Recht,  bei  weiteren  Beweiserhebungen  durch  die  Polizei,  etwa  bei 

polizeilichen Einvernahmen von Auskunftspersonen, anwesend zu sein (Umkehr-

schluss aus Art. 147 Abs. 1 Satz 1 StPO). Die Staatsanwaltschaft kann die Polizei 

auch  nach  Eröffnung  der  Untersuchung  mit  ergänzenden  Ermittlungen  beauftra-

gen. Sie erteilt ihr dazu schriftliche, in dringenden Fällen mündliche Anweisungen, 

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die  sich  auf  konkret  umschriebene  Abklärungen  beschränken  (Art. 312  Abs. 1 

StPO).  Bei  Einvernahmen,  welche  die  Polizei  im  Auftrag  der  Staatsanwaltschaft 

durchführt,  haben  die  Verfahrensbeteiligten  die  Verfahrensrechte,  die  ihnen  bei 

Einvernahmen  durch  die  Staatsanwaltschaft  zukommen  (Art. 312  Abs. 2  StPO). 

Daraus folgt, dass die Parteien das Recht haben, bei Einvernahmen, welche die 

Polizei nach Eröffnung der Untersuchung im Auftrag der Staatsanwaltschaft durch-

führt,  Fragen  zu  stellen  (BGE  143  IV  397  E. 3.3.2  S. 403;  Urteile  6B_1320/2020 

vom 12. Januar 2022 E. 4.2.1; 6B_217/2015 vom 5. November 2015 E. 2.2, nicht 

publ. in: BGE 141 IV 423; je mit Hinweisen). 

Die Staatsanwaltschaft eröffnet eine Untersuchung, wenn sie Zwangsmassnahmen 

anordnet (Art. 309 Abs. 1 lit. b StPO). 

5.3. Die Staatsanwaltschaft führte am 4. Juli 2022 verschiedene Hafteinvernah-

men durch (vgl. etwa Urk. 4/10). In Bezug auf den Mitbeschuldigten D._____ bean-

tragte  sie  gleichentags  beim  Zwangsmassnahmengericht  Untersuchungshaft 

(Proz.-Nr. SB240156, Urk. 16/9). Im Zeitpunkt der polizeilichen Einvernahme des 

Privatklägers am 7. Juli 2022 war mithin die Untersuchung gegen den Beschuldig-

ten  D._____  aufgrund  der  durch  die  Staatsanwaltschaft  angeordneten  Zwangs-

massnahmen  bereits  eröffnet.  Soweit  die  Vorinstanz  von  einer  selbständigen 

polizeilichen  Ermittlung  ausgeht,  welche  auch  nach  der  Eröffnung  der  Untersu-

chung ohne die Gewährung der Teilnahmerechte zulässig sei (vgl. das Parallelver-

fahren Proz.-Nr. SB240156, Urk. 71 S. 7 f.), kann ihr nicht gefolgt werden. Der Pri-

vatkläger wurde am 7. Juli 2022 eingehend und während mehr als 1 ½ Stunden 

zum Vorfall befragt. Es handelt sich dabei offensichtlich nicht um die blosse selb-

ständige Ermittlung von Geschädigten und Zeugen und deren informatorische Be-

fragung zur Abklärung, ob diese beweisrelevante Angaben zum Sachverhalt ma-

chen  können  (vgl.  SCHLEIMINGER/SCHAFFNER,  in:  Basler  Kommentar,  Schweizeri-

sche Strafprozessordnung, Bd. I, 3. Aufl. 2023, N. 13 zu Art. 147 StPO). Indem der 

Beschuldigte D._____ keine Gelegenheit hatte, trotz der gegen ihn eröffneten Un-

tersuchung bei der Einvernahme des Privatklägers vom 7. Juli 2022 anwesend zu 

sein, wurden seine Teilnahmerechte verletzt. Die fragliche Einvernahme ist nicht 

zulasten des Beschuldigten D._____ verwertbar (Art. 147 Abs. 4 StPO). Hingegen 

- 12 -

konnte der Beschuldigte A._____ – nachdem am 12. Juli 2022 ein Vorführbefehl 

erlassen worden war – erst am 14. Juli 2022 verhaftet werden (vgl. Urk. 13/1+2). 

Für eine Beteiligung des Beschuldigten A._____ lagen am 7. Juli 2022 noch keine 

Anhaltspunkte vor. Damit kann nicht gesagt werden, die Untersuchungsbehörden 

hätten den Privatkläger nach eröffneter Untersuchung in Abwesenheit des Beschul-

digten  A._____  befragt.  Auch  die  Verteidigung  rügt  keine  Vor-Einvernahme.  Die 

Einvernahme vom 7. Juli 2022 ist damit zulasten des Beschuldigten A._____ ver-

wertbar.

1.

III. Sachverhalt

1.1. Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze der richterlichen Beweis-

würdigung  dargelegt  (Urk. 48  S. 7  f.).  Darauf  kann  verwiesen  werden  (Art. 82 

Abs. 4 StPO). Das Konzept einer "allgemeinen Glaubwürdigkeit" wird in der Aus-

sagepsychologie als wenig brauchbar bewertet. Der allgemeinen Glaubwürdigkeit 

im  Sinne  einer  dauerhaften  personalen  Eigenschaft  einer  Person  kommt  nach 

heutiger Erkenntnis bei der Würdigung von Aussagen daher kaum mehr relevante 

Bedeutung  zu  (BGE  147  IV  534  E. 2.3.3  S. 538  f.,  409  E. 5.4.3  S. 422;  je  mit 

Hinweisen). In diesem Sinne legt denn auch die Vorinstanz zu Recht den Fokus 

auf die Aussagenanalyse. 

1.2. Die Berufungsinstanz kann sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen 

Punkte beschränken (vgl. BGE 146 IV 297 E. 2.2.7 S. 308; 141 IV 249 E. 1.3.1 

S. 253; 141 III 28 E. 3.2.4 S. 41; je mit Hinweisen).

2.

2.1. Dem  Beschuldigten  wird  im  Wesentlichen  vorgeworfen,  am  3.  Juli  2022 

anlässlich  des  "L._____"-Festes  im  Raum  M._____-strasse  in  Zürich  zusammen 

mit dem Mitbeschuldigten D._____ und weiteren Personen auf die Vierer-Gruppe 

bestehend aus den Eheleuten B._____ (Privatkläger) und C._____ (Privatklägerin) 

sowie  den  Eheleuten  E._____  und  F._____  zugegangen  zu  sein.  D._____  habe 

dem  Privatkläger  (nachdem  sich  dieser  geweigert  habe,  seinen  Trinkbecher  zu 

 
- 13 -

übergeben)  die  Faust  ins  Gesicht  geschlagen.  Darauf  hätten  der  Beschuldigte, 

D._____ und andere Mitglieder der Gruppe heftig mit Fäusten auf den Privatkläger 

eingeschlagen. Nachdem der Privatkläger wenig später zu Boden gegangen sei, 

hätten der Beschuldigte, D._____ und andere Mitglieder der Gruppe mehrfach hef-

tig auf den regungs- und kurzzeitig bewusstlos am Boden liegenden Privatkläger 

eingetreten. Die heftigen Tritte seien gegen dessen Oberkörper und Kopfbereich 

ausgeführt worden.

Die Privatklägerin sei ihrem Ehemann zu Hilfe geeilt und habe D._____ kurzzeitig 

im Schwitzkasten festhalten können. Jedoch habe ihr ein Mitglied der Gruppe auf 

die Hand geschlagen, sodass sich D._____ wieder habe losmachen können.

Als auch E._____ dem Privatkläger habe helfen wollen, hätten ihm der Beschul-

digte und mehrere Männer aus der Gruppe heftige Faustschläge gegen den Kopf 

versetzt. E._____ sei neben einem Personenwagen zu Boden gegangen, worauf 

der Beschuldigte und weitere Gruppenmitglieder ihm mehrere heftige Fusstritte ge-

gen den Hinterkopf und den Rücken verabreicht hätten.

In der Zwischenzeit sei der Privatkläger wieder aufgestanden und habe E._____ zu 

Hilfe eilen wollen. Jedoch sei er von einem Mitglied der Gruppe mit einem Fusstritt 

nochmals  zu  Boden  geschlagen  und  dort  von  mehreren  Männern  erneut 

geschlagen und getreten worden.

Der Privatkläger habe unter anderem ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma, mehrere 

Blutergüsse  und  Hautabschürfungen,  eine  Schleimhauteinblutung  an  der  Unter-

lippeninnenseite sowie ein Bruch der inneren Augenhöhlenwand des linken Auges 

erlitten.  E._____  habe  eine  Quetsch-Riss-Wunde  an  der  rechten  Augenbraue, 

mehrere  Blutergüsse  und  Hautabschürfungen  sowie  Schleimhautabschürfungen 

an Ober- und Unterlippe erlitten.

Der Beschuldigte habe gewusst und gewollt respektive mindestens in Kauf genom-

men, dass der Privatkläger und E._____ einen Schädelbruch, ein schweres Schä-

delhirntrauma respektive einen Genickbruch hätten erleiden können. Gleiches gelte 

- 14 -

in  Bezug  auf  die  Augenverletzungen  des  Privatklägers,  die  zu  einem  Sehverlust 

hätten führen können (Urk. 19 S. 2 ff.).

2.2. Der Beschuldigte bestreitet eine Beteiligung an der tätlichen Auseinander-

setzung. Vor Vorinstanz führte er aus, er habe nur zugeschaut und gesehen, dass 

ein Mann bewusstlos am Boden gelegen habe. Dessen Kollege [E._____] sei da-

zugekommen und habe ihm (dem Beschuldigten) eine Faust auf die Schulter ge-

geben. Dann habe er sich verteidigt und E._____ einen Kick gegeben. Die anderen 

seien dann auf denjenigen losgegangen, der zu Hilfe gekommen sei. Was er beim 

Bewusstlosen  gesehen  habe,  sei  schlimm  und  unmenschlich  gewesen  (Prot. I 

S. 19 ff.).

Anlässlich  der  Berufungsverhandlung  nach  dem  Ziel  seiner  Berufung  gefragt, 

erklärte der Beschuldigte, er wäre mit der Freiheitsstrafe noch einverstanden, die 

Landesverweisung sei aber zu hart. Im Übrigen gab er an, sich an den Vorfall nicht 

mehr zu erinnern (Urk. 62 S. 17). 

2.3. Als verwertbare Beweismittel liegen die Aussagen der beiden Privatkläger 

(Urk. 5/3,  Urk. 5/4,  Urk. 5/8,  Urk. 5/9,  Urk. 5/12,  Urk. 5/13),  des  Ehepaars 

E._____F._____ (Urk. 5/1, Urk. 5/2, Urk. 5/6, Urk. 5/7, Urk. 5/10, Urk. 5/11) sowie 

der  Zeuginnen  N._____  (Urk. 6/1),  O._____  (Urk. 6/2),  P._____  (Urk. 6/3)  und 

Q._____ (Urk. 6/4) vor. Weiter liegen die Aussagen des Beschuldigten (Urk. 3/1, 

Urk. 3/3,  Urk. 3/5,  Prot. I  S. 19  ff.),  die  Konfrontationseinvernahme  mit  dem  Be-

schuldigten, D._____ und J._____ (Urk. 3/4) und die Einvernahmen der weiteren 

Beteiligten  G._____  (Urk. 4/1,  Urk. 4/8,  Urk. 4/12,  Urk. 4/15),  H._____  (Urk. 4/2, 

Urk. 4/7,  Urk. 4/16),  I._____  (Urk. 4/3-4,  Urk. 4/9,  Urk. 4/17),  J._____  (Urk. 4/6, 

Urk. 4/11), D._____ (Urk. 4/5, Urk. 4/10, Urk. 4/18) sowie K._____ (Urk. 4/13-14) in 

den  Akten.  Teil  der  Untersuchungsakten  sind  weiter  medizinische  Unterlagen 

(Urk. 7/2, Urk. 8/1-23). 

2.4. Die verschiedenen Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität 

Zürich zur körperlichen Untersuchung des Privatklägers, der Privatklägerin und von 

E._____ (Urk. 8/18-20) hat die Vorinstanz im Wesentlichen zutreffend zusammen-

gefasst.  Beim  Verletzungsbild  des  Privatklägers  bleibt  einzig  zu  bemerken,  dass 

- 15 -

die gemäss den Krankenunterlagen der spitalärztlichen Untersuchung festgestellte 

Rissquetschwunde am Kopf laut Gutachten am ehesten den ebenfalls in der Ex-

pertise erwähnten Blutergüssen und die Rissquetschwunde an der Lippe am ehes-

ten  der  festgestellten  Schleimhauteinblutung  an  der  Unterlippe  entsprechen 

(Urk. 8/20 S. 6; vgl. abweichend und wohl verwechselnd Urk. 48 S. 10). 

2.5. Die Vorinstanz beleuchtet in einem ersten Schritt den ersten Teil der gegen 

den Privatkläger gerichteten Auseinandersetzung (Anklageziffern 1.1. bis 1.3.) und 

in  einem  weiteren  Schritt  den  zweiten  Teil  der  gegen  E._____  gerichteten 

Auseinandersetzung  (Anklageziffern  1.4.  bis  1.5.).  Diese  Systematik  ist  zu  über-

nehmen.

2.6. Anklageziffern 1.1. bis 1.3.

2.6.1. Die  Aussagen  des  Beschuldigten,  der  Privatkläger,  des  Ehepaars 

E._____F._____,  der  Zeuginnen  und  der  weiteren  Beteiligten  hat  die  Vorinstanz 

zutreffend zusammengefasst, worauf verwiesen werden kann (Urk. 48 S. 12 ff.). In 

Würdigung  dieser  Schilderungen  kommt  die  Vorinstanz  zusammengefasst  zum 

Schluss, die beiden Privatkläger und das Ehepaar E._____F._____ hätten im Kern 

übereinstimmend,  grundsätzlich  widerspruchsfrei  und  insgesamt  zurückhaltend 

ausgesagt. Insbesondere die Aussagen der Privatklägerin würden sich durch gros-

sen Detailreichtum, Anschaulichkeit und Lebensnähe auszeichnen. Die rasch es-

kalierende Begegnung mit der Gruppe rund um den Beschuldigten, die Verfolgung 

des  Privatklägers  nach  einer  ersten  Attacke,  ihre  eigenen  Versuche,  ihren  Ehe-

mann zu schützen und das Gerangel mit D._____ habe die Privatklägerin eindrü-

cklich  beschrieben.  Ebenso  habe  sie  originelle  und  realistische  Einzelheiten  und 

Nebensächlichkeiten zu Protokoll gegeben (den Verlust der Lederjacke und eines 

Schuhs des Privatklägers, das Umfallen der geparkten Motorräder, das Festhalten 

und Reissen einer Umhängetasche). Erstellt sei, dass die in Frage stehende Män-

nergruppe vor Ort gewesen und es zu einer Auseinandersetzung mit den Privatklä-

gern und dem Ehepaar E._____F._____ gekommen sei. Erstellt sei weiter, dass 

D._____  vom  Privatkläger  dessen  Trinkbecher  herausverlangt  und  nach  dessen 

Weigerung am Arm gepackt habe. Gewisse Mitglieder hätten dann auf den Privat-

kläger  eingeschlagen  und  ihn  nach  dessen  kurzen  Fluchtversuch  zu  Boden  ge-

- 16 -

bracht. Die Tatsache, dass in diesem Zeitpunkt durch mehrere Personen insbeson-

dere auf den Kopf des Privatklägers eingetreten worden sei, werde durch zahlrei-

che Beteiligte berichtet und sei nicht zweifelhaft. Hingegen könne in Bezug auf eine 

gewalttätige  Beteiligung  des  Beschuldigten  nicht  erstellt  werden,  dass  dieser 

Schläge oder Tritte gegenüber dem Privatkläger ausgeteilt habe. Zu Gunsten des 

Beschuldigten sei deshalb davon auszugehen, dass er gegenüber dem Privatklä-

ger nicht tätlich geworden sei (Urk. 48 S. 27 ff.).

2.6.2. Auf  diese  vorinstanzliche  Beweiswürdigung  kann  grundsätzlich  abgestellt 

werden. Das Beweisergebnis präsentiert sich in unverändertem Licht. Es bleibt zu 

wiederholen,  dass  sich  aus  den  Schilderungen  der  Privatklägerin  (Urk. 5/3  S. 2, 

Urk. 5/8  S. 3),  F._____  (Urk. 5/2  S. 1  f.,  Urk. 5/7  S. 4)  und  des  Privatklägers 

(Urk. 5/4 S. 2, Urk. 5/9 S. 4) ergibt, dass gewisse Mitglieder der Gruppe unmittelbar 

im Anschluss an die Konfrontation durch D._____ auf den Privatkläger einschlugen. 

Dies hielt auch die Zeugin O._____ grundsätzlich so fest (Urk. 6/2 S. 3) und haben 

die Privatkläger sowie das Ehepaar E._____F._____ in den kantonspolizeilichen 

Einvernahmen  vom  19.  August  2022  nicht  darüber  hinausgehend  umschrieben 

(Urk. 5/10-13).  Richtig  ist  weiter,  dass  zahlreiche  Beteiligte  und  Zeugen  überein-

stimmend  schilderten,  wie  mehrere  Personen  mit  Füssen  auf  den  am  Boden 

liegenden Privatkläger eintraten und die Fusstritte unter anderem gegen den Kopf 

ausgeführt wurden (E._____: Urk. 5/6 S. 3 f.; Privatklägerin: Urk. 5/8 S. 4; F._____: 

Urk. 5/7  S. 4;  Zeugin  N._____:  Urk. 6/1  S. 3  f.;  Zeugin  O._____:  Urk. 6/2  S. 3  f.; 

Zeugin P._____: Urk. 6/3 S. 3 f.; Privatkläger: Urk. 5/4 S. 3, Urk. 5/9 S. 4; I._____: 

Urk. 4/17 S. 3; D._____: Urk. 3/4 S. 3 [später relativiert in Urk. 4/18 S. 3]). An einem 

solchen Übergriff bestehen deshalb keine Zweifel. In dieser Phase der Auseinan-

dersetzung will der Beschuldigte keine Gewalt angewendet haben, was er konstant 

so darstellte (Urk. 3/1 S. 6, Urk. 3/3 S. 2, Urk. 3/4 S. 4, Urk. 3/5 S. 5, Prot. I S. 19). 

Gegenteiliges kann ihm nicht zur Last gelegt werden. Die Vorinstanz würdigt zu-

treffend, dass in Bezug auf die belastenden Aussagen von F._____ (Urk. 5/7 S. 4) 

nicht nachvollziehbar ist, welche Fotos F._____ zu Beginn der Befragung vorgehal-

ten wurden (vgl. Urk. 5/7 S. 3). Nicht nachvollziehbar ist deshalb die durch F._____ 

erfolgte  Identifikation  des  Beschuldigten  als  Teil  einer  Vierergruppe,  welche  mit 

Fusstritten gegen den Privatkläger losgegangen sein soll. Zudem blieben die be-

- 17 -

lastenden Aussagen von G._____ mit der Vorinstanz zu vage, als darauf abgestellt 

werden könnte (Urk. 4/12 S. 6 f., Urk. 4/15 S. 3 f.). Gleiches gilt betreffend die Schil-

derungen von I._____ (Urk. 4/17 S. 3 f., Urk. 4/9 S. 7). Zu Gunsten des Beschul-

digten ist deshalb davon auszugehen, dass er gegenüber dem Privatkläger nicht 

tätlich wurde.

Ergänzend zum vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt ist zudem nicht zweifel-

haft, dass die Privatklägerin wie in der Anklage umschrieben ihrem Ehemann zu 

Hilfe eilte, D._____ packte und mit ihm umfiel, dieser aber wenig später aufstehen 

konnte. Dies schilderte die Privatklägerin wiederholt und anschaulich (Urk. 5/3 S. 2, 

Urk. 5/8 S. 4, Urk. 5/13 S. 3) und findet sich in den Grundzügen auch in den Schil-

derungen  weiterer  Personen  (E._____:  Urk. 5/6  S. 3;  F._____:  Urk. 5/7  S. 5, 

Urk. 5/11  S. 3;  D._____:  Urk. 3/4  S. 3,  Urk. 4/5  S. 4,  Urk. 4/10  S. 2;  G._____: 

Urk. 4/1 S. 2, Urk. 4/8 S. 2, Urk. 4/12 S. 5; I._____: Urk. 4/3 S. 4 f., Urk. 4/9 S. 3, 

Urk. 4/17 S. 3; H._____: Urk. 4/7 S. 3; K._____: Urk. 4/13 S. 2, Urk. 4/14 S. 4; Zeu-

gin N._____: Urk. 6/1 S. 3; Zeugin O._____: Urk. 6/2 S. 4; Zeugin P._____: Urk. 6/3 

S. 3). 

2.7. Anklageziffern 1.4. und 1.5.

2.7.1. Die  Aussagen  des  Beschuldigten,  der  Privatkläger,  des  Ehepaars 

E._____F._____,  der  Zeuginnen  und  der  weiteren  Beteiligten  hat  die  Vorinstanz 

zutreffend zusammengefasst, worauf verwiesen werden kann (Urk. 48 S. 30 ff.). In 

Würdigung  dieser  Schilderungen  kommt  die  Vorinstanz  zusammengefasst  zum 

Schluss, die Auseinandersetzung habe sich in einer zweiten Phase vom Privatklä-

ger weg hin zu E._____ verlagert, der jenen habe verteidigen wollen. Beide Privat-

kläger wie auch das Ehepaar E._____F._____ hätten übereinstimmend ausgesagt, 

dass mehrere Personen auf E._____ eingeschlagen respektive eingetreten hätten. 

Auch der Beschuldigte habe bestätigt, dass die anderen auf E._____ losgegangen 

seien. In Bezug auf die Frage, wer E._____ tätlich angegangen habe, hätten die 

Privatkläger und das Ehepaar E._____F._____ keine Auskunft geben können. Der 

Beschuldigte selbst habe sich auf den Standpunkt gestellt, dem stehenden E._____ 

einen Kick gegen das Bein gegeben zu haben, nachdem ihm E._____ einen Faust-

schlag ins Gesicht verabreicht habe. Demgegenüber werde der Beschuldigte durch 

- 18 -

H._____ belastet, dem Mann in den Kopf "geschuttet" zu haben, während der Be-

schuldigte sich am Auto festgehalten habe. Auch I._____ habe bestätigt, dass der 

Beschuldigte  auf  den  Mann  mit  dem  roten  T-Shirt  reingesprungen  sei  (wobei  es 

sich dabei um E._____ gehandelt habe) respektive dass der Beschuldigte gemein-

sam mit ihm (I._____) und vermutlich G._____ auf eine Person am Boden draufge-

kickt hätten. Insgesamt lasse sich ohne Weiteres erstellen, dass der Beschuldigte 

gegenüber E._____ tätlich geworden sei. Mit Blick auf die Depositionen von I._____ 

und  H._____  werde  erkennbar,  dass  die  Beteiligung  des  Beschuldigten  über  die 

durch ihn behauptete Abwehrhandlung hinausgegangen sei und der Beschuldigte 

auf den am Boden liegenden E._____ eingetreten habe. Es lasse sich erstellen, 

dass der Beschuldigte E._____ gegen den unteren Körperbereich getreten habe, 

als dieser bereits am Boden gelegen habe (Urk. 48 S. 36 ff.). 

2.7.2. Der Vorinstanz kann im Wesentlichen gefolgt werden. Die folgenden Erwä-

gungen  sind  teilweise  ergänzender  Natur,  wobei  betreffend  die  Art  der  Gewalt 

durch  den  Beschuldigten  gegenüber  E._____  Präzisierungen  angebracht  sind. 

Richtig ist, dass in einer zweiten Phase der Auseinandersetzung mehrere Personen 

auf den am Boden liegenden E._____ einschlugen und eintraten. Dies hielten nicht 

nur  die  Privatkläger  und  das  Ehepaar  E._____F._____  so  fest  (Urk. 5/9  S. 4, 

Urk. 5/8 S. 5, Urk. 5/7 S. 5, Urk. 5/1 S. 2). Auch der Beschuldigte räumte ein, dass 

mehrere Personen auf E._____ losgingen (Prot. I S. 19 f.) und E._____ am Boden 

lag (Urk. 3/4 S. 4). E._____ schilderte nachvollziehbar, wie er bei einem geparkten 

weissen BMW versucht habe, sich "so halb unter dem Auto zu schützen", indem er 

sich in Embryostellung hingekauert habe. Darauf habe er gespürt, wie er mehrmals 

gegen  den  Hinterkopf  und  den  Rücken  getreten  worden  sei  (Urk. 5/1  S. 1  f., 

Urk. 5/6  S. 4).  Wer  in  dieser  Phase  der  Auseinandersetzung  Gewalt  gegenüber 

E._____ ausübte, geht aus den Schilderungen von H._____ und I._____ hervor. 

Anlässlich  der  Hafteinvernahme  vom  4.  Juli  2022  gab  H._____  zu  Protokoll,  der 

Mann habe neben dem Auto gelegen und seine Kollegen hätten ihn "verschutet", 

einer am Rücken und einer am Kopf. Die Schläge seien, auf einer Skala von 1 bis 

10, mit einer Stärke von etwa 8 ausgeführt worden. Als alle weggelaufen seien, sei 

auch er weggerannt. Ein Kollege und er seien auf dem Trottoir gelaufen, dabei habe 

es sich um denjenigen Mann gehandelt, der dem Mann am Boden in den Kopf ge-

- 19 -

treten habe. Jener habe sich dabei am Auto gehalten (Urk. 4/7 S. 3 f.). Anlässlich 

der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 8. September 2022 hielt H._____ 

als  Auskunftsperson  fest,  beim  Kollegen,  der  dem  Mann  am  Boden  in  den  Kopf 

getreten  habe,  während  er  sich  an  einem  Auto  abgestützt  habe,  und  mit  ihm 

(H._____) später weggelaufen sei, handle es sich um den Beschuldigten (Urk. 4/16 

S. 3 f.). Entgegen der Ansicht der Verteidigung (vgl. Urk. 63 S. 3) lässt das Abstrei-

ten des Beschuldigten, mit H._____ weggegangen zu sein, die Glaubhaftigkeit der 

konstanten  Angaben  von  H._____  nicht  entfallen,  zumal  denkbar  ist,  dass  –  wie 

das der Beschuldigte ausgesagt hatte – auch R._____ mit dem Beschuldigten weg-

ging bzw. sogar näher bei ihm war. Belastend fielen auch die Aussagen von I._____ 

aus. Anlässlich der Hafteinvernahme vom 4. Juli 2022 erklärte er, sie hätten zu dritt 

(er selbst, der Beschuldigte und vermutlich G._____) auf eine Person am Boden 

draufgekickt. Der Beschuldigte und vermutlich G._____ hätten in den Bauch und 

die Füsse getreten, während er gegen das Gesicht getreten habe. Da I._____ aber 

in der Folge ausdrücklich festhielt, dem Mann mit dem roten T-Shirt nichts gemacht 

zu haben (dabei handelt es sich um E._____, vgl. Urk. 5/7 S. 5), kann damit – ent-

gegen der Ansicht der Verteidigung (vgl. Urk. 63 S. 4) – nicht der Übergriff gegen 

E._____  gemeint  sein  (Urk. 4/9  S. 6  f.).  Hingegen  gab  I._____  zu  Protokoll,  der 

Beschuldigte "sprang rein" auf ihn. Auf den Mann mit dem roten T-Shirt" (Urk. 4/9 

S. 7). Im Rahmen der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme bestätigte er, es sei 

richtig, dass der Beschuldigte auf den Mann mit dem roten Shirt reingesprungen 

sei,  wie  wisse  er  nicht  (Urk. 4/17  S. 4).  Daraus  lässt  sich  Folgendes  schliessen. 

Zum einen betrafen das Treten zu Dritt (I._____, der Beschuldigte und vermutlich 

G._____) und damit die geschilderten Schläge des Beschuldigten und vermutlich 

G._____ gegen Bauch und Füsse eines Opfers nicht E._____ (vgl. auch Urk. 4/9 

S. 7). Zum andern gab I._____ wiederholt zu Protokoll, dass der Beschuldigte auf 

E._____ "reingesprungen" sei. Letzteres steht mit den wiederholten Depositionen 

von  H._____  ohne  Weiteres  im  Einklang.  Belastet  H._____  den  Beschuldigten, 

dem am Boden liegenden E._____ in den Kopf getreten zu haben, während er sich 

am Auto festgehalten habe, so erfährt diese Schilderung damit durch I._____ eine 

Bestätigung. Es lässt sich deshalb erstellen, dass der Beschuldigte, wie er selbst 

einräumte,  gegenüber  E._____  tätlich  wurde.  Keineswegs  schlüssig  erscheint 

- 20 -

überdies  die  Behauptung  des  Beschuldigten,  E._____  habe  ihn  geschlagen,  um 

seinen Kollegen B._____ zu unterstützen, nachdem der Beschuldigte bekanntlich 

daran festhält, am Angriff gegen den Privatkläger 1 – ebendiesen B._____ – gar 

nicht  beteiligt  gewesen  zu  sein.  Gestützt  auf  die  belastenden  Aussagen  von 

H._____ und I._____ ging die Beteiligung des Beschuldigten über die vom ihm be-

hauptete Abwehrhandlung hinaus und der Beschuldigte trat auf den am Boden lie-

genden E._____ ein. In Abweichung von der Vorinstanz erfolgten die Fusstritte – 

im  Sinne  der  diesbezüglich  anschaulichen  und  deutlichen  Beschreibungen  von 

H._____ – gegen den Kopf von E._____.

Ergänzend  zum  vorinstanzlich  festgestellten  Sachverhalt  steht  zudem  fest,  dass 

der  Privatkläger  zwischenzeitlich  wieder  aufstehen  konnte  und  E._____  zu  Hilfe 

eilen wollte. Dabei wurde er von einem Mitglied der Gruppe zu Boden gebracht, 

worauf  er  von  mehreren  Männern  der  Gruppe  erneut  geschlagen  und  getreten 

wurde. Auch dies schilderte der Privatkläger konkret und anschaulich (Urk. 5/4 S. 3, 

Urk. 5/9 S. 4, Urk. 5/12 S. 3) und geht auch aus der Darstellung der Privatklägerin 

hervor,  wonach  ihr  Ehemann  zu  E._____  hingegen  wollte,  jedoch  von  zwei 

Personen zu Boden gebracht wurde (Urk. 5/13 S. 3). 

2.8. Die in der Anklage umschriebenen Verletzungen des Privatklägers und von 

E._____ (Urk. 22 S. 2 f.) ergeben sich aus den medizinischen Berichten und sind 

erstellt (vgl. Urk. 8/18 und Urk. 8/20).

2.9. Betreffend die Frage einer allfälligen Gegenwehr der Privatkläger und des 

Ehepaars  E._____F._____  bleibt  in  Ergänzung  des  vorinstanzlichen  Entscheids 

Folgendes festzustellen. Aus den Schilderungen von E._____, der dem Privatklä-

ger zu Hilfe eilte, geht hervor, dass er einem Gegner einen Tritt verpasste und ihn 

kurzzeitig in den Schwitzkasten nehmen konnte, bevor er selbst "von rechts und 

links attackiert" wurde (Urk. 5/1 S. 1, Urk. 5/6 S. 4, Urk. 5/10 S. 2). Auch F._____ 

und die Privatklägerin bestätigten, dass E._____ einen bis zwei Gegner wegstiess 

(Urk. 5/7 S. 6, Urk. 5/11 S. 3, Urk. 5/8 S. 4, Urk. 5/13 S. 3). Der Beschuldigte selbst 

beschrieb, E._____ sei dazugekommen, worauf er (der Beschuldigte) einen Stoss 

erhalten habe (Urk. 3/4 S. 4). Damit kann erstellt werden, dass E._____ versuchte, 

dem bedrängten Privatkläger zu helfen, indem er einen oder zwei Gegner wegs-

- 21 -

tiess und einen Gegner kurzzeitig mit einem Schwitzkasten fixierte. Zudem leisteten 

auch die Privatklägerin und F._____ (vergeblich) Gegenwehr, indem sie versuch-

ten, die Gegner wegzuziehen (Urk. 5/8 S. 4, Urk. 5/2 S. 2, Urk. 5/7 S. 4, Urk. 5/11 

S. 2; zur Gegenwehr der Privatklägerin gegenüber D._____ vgl. zudem E. III.2.6.2). 

Darüber  hinausgehende  Tätlichkeiten  auf  Seiten  der  Privatkläger  und  des  Ehe-

paars E._____F._____ liegen keine vor. Insbesondere blieben die Schilderungen 

von I._____, er habe sich gewehrt gegen einen Mann mit dem Hemd und einen 

Mann mit einem roten T-Shirt (Urk. 4/3 S. 6), ganz pauschal und fielen alles andere 

als überzeugend aus (vgl. auch Urk. 4/3 S. 2 und 4, Urk. 4/17 S. 3). Dass der Pri-

vatkläger eine Flasche (und nicht einen Trinkbecher) in der Hand trug und diese als 

Schlagwaffe  einsetzen  wollte,  erwähnte  abgesehen  von  G._____  (Urk. 4/8  S. 2) 

niemand und musste selbst G._____ relativieren (Urk. 4/12 S. 2: "Ich hatte das Ge-

fühl, dass er das hatte. Er hatte einfach so etwas in der Hand"). Zusammenfassend 

erfolgten keine aktiven, über ein blosses Abwehren hinausgehenden Schläge der 

Privatkläger  und  des  Ehepaars  E._____F._____  (mit  Ausnahme  des  erwähnten 

Eingreifens durch E._____). 

2.10.

In subjektiver Hinsicht bleibt Folgendes festzuhalten: Der Beschuldigte war 

Teil  der  Gruppe,  die  gewalttätig  auf  den  Privatkläger  und  E._____  einwirkte.  Er 

wusste  offensichtlich  von  der  einseitigen  Angriffsdynamik  und  trug  diese  durch 

seine aktive Teilnahme auch willentlich mit. 

IV. Rechtliche Würdigung

1.

1.1. Die Vorinstanz hat in ihrer rechtlichen Würdigung zutreffende theoretische 

Erwägungen zum objektiven Tatbestand des Raufhandels (Art. 133 StGB) und des 

Angriffs (Art. 134 StGB) gemacht (Urk. 48 S. 39 f.). Beide Straftatbestände setzen 

voraus, dass die Gewalttaten den Tod oder die Körperverletzung eines Beteiligten 

oder  Dritten  zur  Folge  haben.  Es  handelt  sich  dabei  um  eine  objektive  Strafbar-

keitsbedingung (STEFAN MAEDER, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. I, 4. Aufl. 

2019, N. 22 zu Art. 133 StGB und N. 10 zu Art. 134 StGB). Die Körperverletzung 

- 22 -

muss mindestens den Grad einer einfachen Körperverletzung erreichen (BERNARD 

CORBOZ, Les infractions en droit suisse, Vol. I, 3. Aufl. 2010, N. 7 zu Art. 133 StGB). 

Ein Raufhandel ist nach der Rechtsprechung eine wechselseitige tätliche Ausein-

andersetzung von mindestens drei Personen (BGE 139 IV 168 E. 1.1.1 S. 170; 137 

IV 1 E. 4.2.2 S. 3; je mit Hinweisen). Demgegenüber stellt ein Angriff im Sinne von 

Art. 134 StGB eine einseitige, von feindseligen Absichten getragene, gewaltsame 

Einwirkung  von  mindestens  zwei  Personen  auf  den  Körper  eines  oder  mehrerer 

Menschen  dar  (Urteile  6B_1115/2022  vom  22.  November  2023  E. 3.3.1; 

6B_1257/2020 vom 12. April 2021 E. 2.1; 6B_56/2020 vom 16. Juni 2020 E. 2.3.2; 

6B_79/2016 vom 16. Dezember 2016 E. 2.3.2; 6B_157/2016 vom 8. August 2016 

E. 6.3;  je  mit  Hinweisen).  Der  Angegriffene  verhält  sich  dabei  passiv  oder 

beschränkt  sich  auf  den  Schutz  vor  dem  Angriff.  Überschreitet  seine  Reaktion 

hinsichtlich ihrer Intensität und Dauer die Grenzen der erforderlichen Verteidigung, 

kann aus dem Angriff ein Raufhandel werden (Urteile 6B_261/2021 vom 2. Februar 

2022 E. 2.1.1; 6B_543/2018 vom 21. Juni 2018 E. 1.1.2; je mit Hinweisen). Nicht 

mehr ein Angriff, sondern ein Raufhandel liegt demnach grundsätzlich vor, wenn 

die angegriffene Person in Reaktion auf den Angriff selbst tätlich wird, sei dies auch 

nur abwehrend (Urteil 6B_1115/2022 vom 22. November 2023 E. 3.3.1). 

Die Anwendung der Tatbestände von Art. 133 und Art. 134 StGB kann ineinander-

greifen  bzw.  -übergehen,  indem  eine  Phase  des  Tatgeschehens  als  Angriff  und 

eine weitere als Raufhandel oder umgekehrt zu beurteilen ist. Der Angriff kann sich 

unmittelbar  aus  einem  Raufhandel  heraus  entwickeln,  wenn  die  Angreifer  nach 

Schluss der wechselseitigen Auseinandersetzung mit Gewaltanwendungen weiter-

fahren und ein Opfer traktieren, das sich nicht (mehr) wehrt (MAEDER, a.a.O., N. 6 

zu Art. 134 StGB). 

1.2. Gestützt auf das Beweisergebnis kam es zu einer Auseinandersetzung mit 

den Privatklägern und dem Ehepaar E._____F._____, indem die Gruppe um den 

Beschuldigten vom Privatkläger dessen Trinkbecher herausverlangte und damit die 

Gewalttätigkeiten lancierte. Diese fielen einseitig aus, indem mehrere Mitglieder der 

Gruppe auf den Privatkläger einschlugen. Als dieser nach einer kurzen Flucht zu 

Boden ging, traten mehrere Mitglieder der Gruppe mit Füssen auf den Privatkläger 

- 23 -

ein, wobei die Fusstritte unter anderem gegen den Kopf ausgeführt wurden. Der 

Beschuldigte war Teil der angreifenden Gruppe, wobei ihm in dieser Phase keine 

eigenhändige  Gewaltausübung  angelastet  werden  kann.  Ist  ein  Angriff  anzuneh-

men betreffend diejenigen, die eindeutig die Initiative des Übergriffs ergriffen haben 

(CORBOZ, a.a.O., N. 6 zu Art. 134 StGB), sind die Verhältnisse hier eindeutig. Es 

liegt eine einseitige, von feindseligen Absichten getragene, gewaltsame Einwirkung 

der Gruppe auf den Privatkläger vor. Dieser lag wehr- und zeitweise bewusstlos am 

Boden. Diese tätliche Einwirkung ist als Angriff zu qualifizieren.

In der Folge kam es zur Gegenwehr von E._____, der dem Privatkläger zu Hilfe 

eilte, indem er einen oder zwei Gegner wegstiess und einen Gegner kurzzeitig mit 

einem  Schwitzkasten  fixierte.  Diese  Gegenwehr  war  von  kurzer  Dauer.  Laut 

E._____ habe er darauf von links und rechts Faustschläge erhalten und sei er von 

hinten  am  T-Shirt  gerissen  worden  (Urk. 5/6  S. 4).  Sein  Eingreifen  führte  also 

höchstens zu einem kurzen wechselseitigen Kampf und läutete vielmehr die zweite 

Phase des Angriffs ein, indem sich die Aggressionen der Gruppe neu gegen ihn 

richteten.  Selbst  wenn  sich  das  Geschehen  bei  einer  solchen  Gegenwehr  von 

einem einseitigen Angriff zu einem wechselseitigen Raufhandel gewandelt hätte: 

Dieser Teil der Auseinandersetzung blieb nur kurzzeitig wechselseitig. Er lässt das 

übrige Tatgeschehen, das aus einem Angriffshandeln der Gruppe besteht, dem zu 

einem überwiegenden Teil gerade keine aktive Gegenwehr seitens der angegriffe-

nen  Privatkläger  und  Eheleute  E._____F._____  entgegengesetzt  wurde,  nicht  in 

einem anderen Licht erscheinen. Mithin ist die Angriffsqualifikation mindestens bis 

zur Gegenwehr von E._____ ohne Weiteres zu bejahen. Nichts anderes gilt in Be-

zug auf die Gegenwehr der Privatklägerin, indem sie D._____ für einen kurzen Mo-

ment vom Privatkläger wegzuziehen in der Lage war. Als unbedeutende Neben-

schauplätze ohne eigenständiges Gewicht sind hingegen die Versuche der Privat-

klägerin und F._____ zu würdigen, die Gegner wegzuziehen.

In der zweiten Phase der Gewalttätigkeiten schlugen verschiedene Personen auf 

E._____  ein  und  versetzten  ihm  mehrere  Fusstritte,  nachdem  er  zu  Boden 

gegangen war. Der Beschuldigte trat den am Boden liegenden E._____, wobei die 

Fusstritte gegen den Kopf des Opfers erfolgten. Diese tätliche Einwirkung ist als 

- 24 -

Angriff zu qualifizieren. Gleiches gilt für die letzte Phase des Vorfalls, als der Pri-

vatkläger  ein  weiteres  Mal  von  einem  Mitglied  der  Gruppe  zu  Boden  gebracht 

wurde,  worauf  er  von  mehreren  Männern  der  Gruppe  erneut  geschlagen  und 

getreten wurde.

1.3.

In Bezug auf die vom Privatkläger und E._____ durch den Angriff erlittenen 

Verletzungen  kann  auf  die  vorstehenden  Erwägungen  verwiesen  werden 

(E. III.2.4.). Die objektive Strafbarkeitsbedingung im Sinne von Art. 134 StGB liegt 

vor.

1.4. Betreffend die objektiven Tatbestandsmerkmale handelte der Beschuldigte 

gestützt auf das Beweisergebnis mit Wissen und Willen und damit vorsätzlich.

1.5. Der  Beschuldigte  ist  des  Angriffs  im  Sinne  von  Art. 134  StGB  schuldig  zu 

sprechen.

V. Strafzumessung

1.

Ausgangslage und Grundsätze der Strafzumessung

1.1. Die  Vorinstanz  bestrafte  den  Beschuldigten  mit  einer  Freiheitsstrafe  von 

12 Monaten (Urk. 48 S. 60).

Die Verteidigung beantragt, der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizuspre-

chen (Urk. 50 S. 2; Urk. 63). Die Strafzumessung beanstandet sie für den Fall eines 

Schuldspruchs nicht (Urk. 63 S. 7).

1.2. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB  und  die  an  sie  gestellten  Begründungsanforderungen  wiederholt  dargelegt 

(BGE  149  IV  217  E. 1.1  S. 220;  136  IV  55  E. 5.4  ff.  S. 59  ff.;  je  mit  Hinweisen). 

Darauf sowie auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 48 S. 42 ff.) 

kann verwiesen werden.

- 25 -

2. Wahl der Sanktionsart und Strafrahmen

2.1.1. Das Gericht trägt bei der Wahl der Strafart dem Verschulden des Täters, der 

Zweckmässigkeit  der  Strafe,  ihren  Auswirkungen  auf  die  Täterschaft  und  auf  ihr 

soziales Umfeld sowie ihrer Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention 

Rechnung (BGE 147 IV 241 E. 3.2 S. 244 ff.; Urteil 6B_658/2021 vom 27. Januar 

2022 E. 2.3.1; je mit Hinweisen).

Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit soll nach konstanter Rechtsprechung 

bei  alternativ  zur  Verfügung  stehenden  und  hinsichtlich  des  Schuldausgleichs 

äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige gewählt werden, die weniger stark 

in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift (BGE 138 IV 120 E. 5.2 S. 123; 

Urteil 6B_125/2018 vom 14. Juni 2018 E. 1.3.2; je mit Hinweis).

Die Geldstrafe stellt die Hauptsanktion dar (BGE 134 IV 97 E. 4.2.2 S. 101). Sie 

wiegt  als  Vermögenssanktion  prinzipiell  weniger  schwer  als  ein  Eingriff  in  die 

persönliche Freiheit (BGE 138 IV 120 E. 5.2 S. 123; 134 IV 97 E. 4.2.2 S. 101, 

82 E. 7.2.2 S. 90). Am Vorrang der Geldstrafe hat der Gesetzgeber im Rahmen 

der erneuten Revision des Sanktionenrechts entgegen der ursprünglichen Sto-

ssrichtung festgehalten (BGE 144 IV 217 E. 3.6 S. 237 f. mit Hinweisen). Art. 41 

StGB statuiert diese Priorität. Eine kurze Freiheitsstrafe anstelle einer Geldstrafe 

von höchstens 180 Tagessätzen ist unter anderem zulässig, wenn eine solche ge-

boten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Verge-

hen abzuhalten (Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB).

Stehen verschiedene Strafarten zur Wahl, bildet mithin das Verschulden des Täters 

zwar nicht das entscheidende Kriterium. Es ist aber gleichwohl adäquat einzuschät-

zen. Nur wenn sowohl eine Geldstrafe wie eine Freiheitsstrafe in Betracht kommen 

und beide Strafarten in äquivalenter Weise das Verschulden sanktionieren, ist dem 

Verhältnismässigkeitsprinzip  folgend  der  Geldstrafe  die  Priorität  einzuräumen 

(Urteil 6B_93/2022 vom 24. November 2022 E. 1.3.8 mit Hinweisen).

2.1.2. Ob für den Angriff mit Blick auf die Zweckmässigkeit der Sanktion und den 

Schuldausgleich eine Geld- oder eine Freiheitsstrafe angemessen erscheint, wird 

bei der Würdigung des fraglichen Delikts zu prüfen sein.

- 26 -

2.2. Das  Gesetz  sieht  für  den  Angriff  im  Sinne  von  Art. 134  StGB  eine  Straf-

androhung von Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor. Strafschär-

fungs- und Strafmilderungsgründe führen nur bei aussergewöhnlichen Umstän-

den dazu, die Grenzen des ordentlichen Strafrahmens zu verlassen und sie nach 

oben oder unten zu erweitern (BGE 136 IV 55 E. 5.8 S. 63 mit Hinweisen). Straf-

schärfungsgründe sind aber straferhöhend und Strafmilderungsgründe strafmin-

dernd zu berücksichtigen.

3.

Konkrete Strafzumessung

3.1. Betreffend die objektive Tatschwere des Angriffs ist festzuhalten, dass meh-

rere Mitglieder der Gruppe unvermittelt auf den Privatkläger einschlugen, nachdem 

sich dieser geweigert hatte, dem Beschuldigten seinen Trinkbecher zu überlassen. 

Die  völlig  unvermittelte  Attacke  gab  dem  Opfer  keine  Möglichkeit,  sich  auf  den 

Angriff  vorzubereiten  und  diesen  abzuwehren.  Erschwerend  kommt  hinzu,  dass 

dem  Opfer  zahlenmässig  deutlich  überlegene  Kontrahenten  gegenüberstanden, 

was  ein  entsprechendes  Gewaltpotenzial  bedeutete  und  ihm  auch  die  Ausweg-

losigkeit seiner Situation vor Augen führen musste. Obgleich es dem Privatkläger 

nach den ersten Schlägen gelang wegzurennen, wurde er von der Gruppe verfolgt. 

Damit  offenbarten  die  Mitglieder  der  Gruppe  eine  Hartnäckigkeit,  die  gegen  den 

Privatkläger gerichteten Gewalttätigkeiten fortzuführen. Diese müssen als brachial 

bezeichnet werden. Zwar wurden keine Waffen oder andere gefährlichen Gegen-

stände  eingesetzt.  Gleichwohl  muss  betont  werden,  dass  der  Privatkläger  am 

Boden  liegend  bis  zur  Bewusstlosigkeit  traktiert  wurde  und  die  Fusstritte  unter 

anderem gegen den Kopf ausgeführt wurden. Ein solches Vorgehen ist nicht nur 

niederträchtig,  sondern  birgt  die  Gefahr  schwerster,  auch  lebensbedrohlicher 

Verletzungen  (etwa  Schädelbruch,  Blutungen  im  Kopfinneren,  Netzhautablösung 

mit resultierendem Sehverlust, Entstellung des Gesichts) sowie gar der Tötung des 

Opfers  (etwa  durch  zentrale  Atemlähmung).  Wenngleich  dem  Beschuldigten  in 

dieser Phase des Angriffs keine eigenhändige Gewaltausübung angelastet werden 

kann, war er Teil der Meute und trug er durch seine Anwesenheit die erfolgten und 

noch  folgenden  Gewalttaten  mit.  Daran  bestehen  nicht  zuletzt  mit  Blick  auf  die 

zweite Phase des Angriffs keine Zweifel, als der Beschuldigte an vorderster Front 

- 27 -

mitwirkte.  E._____  kassierte  von  mehreren  Mitgliedern  der  Gruppe  Schläge  und 

mehrere Fusstritte, nachdem er zu Boden gegangen war. Indem der Beschuldigte 

auf den am Boden liegenden E._____ eintrat und die Fusstritte auch gegen den 

Kopf des Opfers ausführte, trug und prägte er die im Angriff liegende Gefährdung 

mit.  Diese  richtete  sich  schliesslich  ein  zweites  Mal  gegen  den  Privatkläger,  als 

dieser  (bereits  verletzt)  E._____  helfen  wollte,  jedoch  erneut  zu  Boden  gebracht 

und  von  mehreren  Angreifern  geschlagen  und  getreten  wurde.  In  objektiver 

Hinsicht ist das Verschulden als nicht mehr leicht zu werten.

3.2. Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz. Die Gruppe um ihn geriet 

nicht zufällig in eine Konfrontation, sondern suchte die Auseinandersetzung. Der 

Beschuldigte wusste von Art und Gefährlichkeit des Angriffs und trug dies mit. Er 

handelte  ohne  vorausgegangene  Provokation  und  aus  nichtigem  Grund;  einzig 

– so muss davon ausgegangen werden – weil sich der Privatkläger geweigert hatte, 

dem mitbeschuldigten D._____ seinen Trinkbecher zu überlassen. Damit erhöhen 

die Elemente der subjektiven Tatkomponente die objektive Tatschwere.

3.3. Aufgrund des objektiv nicht mehr leichten Verschuldens, welches durch 

das  subjektive  Verschulden  erhöht  wird,  ist  die  Einsatzstrafe  auf  24  Monate 

Freiheitsstrafe festzusetzen. 

3.4. Die Vorinstanz hat das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des 

Beschuldigten korrekt wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 48 

S. 44 f.). Diese wirken sich strafzumessungsneutral aus. Eine erhöhte Strafemp-

findlichkeit  liegt  zudem  nicht  vor.  Zwischenzeitlich  sind  weitere  Strafverfahren 

gegen den Beschuldigten hängig wegen Entwendung eines Fahrzeugs, Fahren 

ohne  Ausweis,  Diebstahl,  Sachbeschädigung,  Besitz  von  Marihuana,  Führen 

eines  Fahrzeugs  unter  Betäubungsmitteleinfluss,  pflichtwidriges  Verhalten  bei 

einem Unfall und Verweigerung einer Atemalkoholprobe (vgl. Urk. 59; Urk. 61). 

In Nachachtung der Unschuldsvermutung sind diese indes nicht straferhöhend 

zu berücksichtigen.

3.5.

Zusammenfassend  wäre  der  Beschuldigte  mit  einer  Freiheitsstrafe  von 

24 Monaten zu bestrafen. Die vorinstanzliche Strafe fällt zu milde aus, was ganz 

- 28 -

hauptsächlich  darauf  zurückzuführen  ist,  dass  die  Vorinstanz  lediglich  von 

Tritten  des  Beschuldigten  gegen  den  unteren  Körperbereich  von  E._____  und 

nicht  dessen  Kopf  ausgegangen  ist.  Aufgrund  des  Verschlechterungsverbots 

(Art. 391  Abs. 2  StPO)  bleibt  es  aber  beim  vorinstanzlichen  Strafmass  von  12 

Monaten. Eine Geldstrafe fällt ausser Betracht.

3.6. Der Beschuldigte ist zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten. 

Die erstandene Haft von 64 Tagen ist anzurechnen (Art. 51 StGB).

VI. Vollzug

Die  Vorinstanz  gewährt  dem  Beschuldigten  den  bedingten  Strafvollzug  unter 

Ansetzung  einer  Probezeit  von  zwei  Jahren.  Dies  ist  bereits  aufgrund  des 

Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) zu übernehmen. 

VII. Landesverweisung

1.

Ausgangslage

1.1. Der Beschuldigte ist irakischer Staatsangehöriger (Urk. 14/1). Er hat mit dem 

Angriff im Sinne von Art. 134 StGB eine Katalogtat begangen, die grundsätzlich zu 

einer  obligatorischen  Landesverweisung  führt  (Art. 66a  Abs. 1  lit. b  StGB).  Von 

einer Landesverweisung kann nur abgesehen werden, wenn dies für den Täter eine 

schwere persönliche Härte bedeuten würde und eine Abwägung zwischen seinen 

persönlichen Interessen an einem Verbleib in der Schweiz und den Interessen der 

Öffentlichkeit  an  einer  Wegweisung  zu  seinen  Gunsten  ausfällt  (Art. 66a  Abs. 2 

StGB).

1.2. Die  Vorinstanz  verneint  einen  persönlichen  Härtefall.  Sie  verweist  den 

Beschuldigten für die Dauer von sechs Jahren aus der Schweiz (Urk. 48 S. 48 ff.).

1.3. Vor  Vorinstanz  beantragte  die  Verteidigung,  von  einer  Landesverweisung 

sei abzusehen. Im Jahre 2015 sei der damals 12-jährige Beschuldigte mit seiner 

Familie aus dem Irak geflohen. Über Deutschland sei die Familie in die Schweiz 

gelangt  und  habe  hier  Asyl  erhalten.  Der  Beschuldigte  habe  in  der  Schweiz 

- 29 -

während  drei  Jahren  die  Schule  besucht.  Er  beherrsche  die  Landessprache  gut. 

Arabisch  spreche  er  nicht,  auf  Kurdisch  könne  er  sich  mündlich  einigermassen 

ausdrücken. Im Irak würden nur noch eine Grossmutter und ein Onkel leben. Seit 

seiner Flucht sei der Beschuldigte nie mehr im Irak gewesen. Das EDA rate von 

Reisen in den Irak grundsätzlich ab, insbesondere auch in die teilautonome Region 

Kurdistan. Der Beschuldigte habe sich in der Schweiz eingelebt. Er habe jahrelang 

in  einem  Fussballklub  gespielt  und  möchte  das  Fussballspielen  im  Jahre  2024 

wieder aufnehmen. Es liege ein Härtefall vor, wobei das öffentliche Interesse an 

der  Ausschaffung  des  Beschuldigten  das  private  Interesse  am  Verbleib  in  der 

Schweiz  nicht  überwiege  (Urk. 33  S. 7  f.).  Anlässlich  der  Berufungsverhandlung 

hielt die Verteidigung ergänzend fest (Urk. 63 S. 7), dass der Beschuldigte heute 

mit  seiner  Mutter  und  seinem  jüngeren  Bruder  zusammenlebe;  die  Eltern  hätten 

sich kürzlich scheiden lassen. Im Sommer 2024 habe sich für den Beschuldigten 

entgegen seiner früher ausgedrückten Hoffnung keine Möglichkeit für eine Lehre 

bei der Post ergeben. Der Beschuldigte habe aber eine Lehrstelle als Montageelek-

triker angetreten, die er indessen wegen ungenügender Schulnoten im November 

2024 habe aufgeben müssen. Der Beschuldigte spiele heute nicht mehr Fussball 

beim FC S._____, da er die Mitgliedskosten nicht mehr bezahlen könne. Er habe 

"immer wieder" bei Anlässen des Trägervereins offene Kinder- und Jugendarbeit 

T._____ teilgenommen und dort beispielsweise bei Auf- und Abbau geholfen und 

den  Pizzaofen  betrieben,  was  eine  Mitarbeiterin  im  eingereichten  Empfehlungs-

schreiben  bestätige  (vgl.  Urk. 64).  Die  Verwurzelung  des  Beschuldigten  in  der 

Schweiz sei "nicht allzu tief", eine Beziehung zum Heimatland habe er indes gar 

nicht.  Die  Situation  im  Irak  sei  nach  wie  vor  schlimm,  das  EDA  rate  von  Reisen 

dorthin ab. Es liege ein Härtefall vor. Des Weiteren überwiege das öffentliche Fern-

halteinteresse das private Interesse des Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz 

nicht, da der Vorfall vom 3. Juli 2022 zwar "nicht schön", aber auch nicht geplant 

gewesen sei. Zu beachten sei schliesslich auch das junge Alter des Beschuldigten. 

2.

Persönlicher Härtefall

2.1. Hinsichtlich  des  bisherigen  Werdegangs  des  heute  rund  22-jährigen 

Beschuldigten ergibt sich zusammengefasst, dass er im Jahre 2003 laut eigenen 

- 30 -

Angaben in einer Stadt in der Nähe von U._____ im Irak geboren wurde und dort 

mit seinen Eltern und drei Brüdern aufgewachsen ist. Im Irak ging der Beschuldigte 

während  sechs  Jahren  zur  Schule,  bis  er  2015  mit  der  Familie  vor  dem  Krieg 

flüchtete. Sie seien für ein paar Monate nach V._____ [Ortschaft in Deutschland] 

gegangen und dann in die Schweiz gekommen. In der Schweiz habe er die siebte 

bis neunte Klasse besucht und zudem zwei Schuljahre absolviert, um Deutsch zu 

lernen. Er sei ledig und habe keine Kinder. Vermögen und Schulden habe er keines. 

Früher habe er in einem Fussballklub gespielt (Urk. 3/5 S. 2). Vor Vorinstanz führte 

der Beschuldigte aus, er habe die Lehre als Dachdecker wegen Asthma abbrechen 

müssen und arbeite nun seit November 2023 bei der Post. Im Sommer 2024 werde 

er bei der Post in der Logistik eine Lehre beginnen, einen Lehrvertrag habe er noch 

nicht. Sein Stundenlohn betrage Fr. 28.-- respektive (bei Nachtschicht) Fr. 36.--. Er 

lebe mit einem Kollegen zusammen und bezahle Fr. 550.-- für die Miete. Seine bei-

den älteren Brüder würden in W._____ leben, der jüngste wohne bei der Mutter. 

Mit seiner Mutter spreche er Kurdisch und Deutsch, ebenso mit seinem Vater. Die 

Eltern  würden  zusammenleben.  Er  selbst  sei  seit  der  Ausreise  nie  mehr  im  Irak 

gewesen, sein Vater sei im Jahre 2022 das letzte Mal im Heimatland gewesen. Im 

Irak würden ein Onkel und eine Grossmutter leben, mit denen er keinen Kontakt 

habe. Er habe eine Freundin respektive er lerne jemanden kennen (Prot. 10 ff.). 

2.2. Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (Urk. 59).

2.3. Der  Beschuldigte  kam  12-jährig  in  die  Schweiz.  Er  hat  seine  Jugendjahre 

und jungen Erwachsenenjahre und damit einen grossen Teil seines Lebens in der 

Schweiz verbracht. Ob aber ein Härtefall vorliegt, entscheidet sich weder anhand 

von  starren  Altersvorgaben,  noch  führt  eine  bestimmte  Anwesenheitsdauer 

automatisch zur Annahme eines Härtefalls (BGE 146 IV 105 E. 3.4 S. 108 ff. mit 

Hinweisen). Zur sozialen Integration des Beschuldigten gilt es festzuhalten, dass 

er hier seine Familie (Eltern und Brüder) hat. In einer gefestigten Beziehung lebt 

der Beschuldigte nicht (vgl. Urk. 62 S. 3). Weiter ist seine berufliche Situation nicht 

als stabil zu beurteilen. Der heute rund knapp 22-jährige Beschuldigte verfügt nicht 

über  eine  abgeschlossene  Ausbildung.  Eine  Lehre  als  Dachdecker  musste  er 

abbrechen. Entgegen seiner Ankündigung anlässlich der vorinstanzlichen Haupt-

- 31 -

verhandlung konnte er im Sommer 2024 keine Lehre bei der Post antreten. Indes 

begann er im Jahr 2024 zunächst ein Praktikum und dann eine Lehre als Elektriker, 

wobei er diese bereits im Herbst 2024 wegen ungenügender schulischer Leistun-

gen  wieder  abgebrochen  hat  (Urk. 62  S. 3).  Nach  einer  Zwischentätigkeit  als 

Aushilfe  in  einem  Coiffeursalon  hat  er  aktuell  zwar  eine  neue  Arbeitsstelle  als 

Logistiker im Stundenlohn, diese aber erst eine Woche vor der Berufungsverhand-

lung im Rahmen eines Probetags angetreten (Urk. 62 S. 4; Urk. 63 S. 7). Bezüglich 

der finanziellen Verhältnisse ist festzuhalten, dass die Schuldenlast des Beschul-

digten  seit  der  erstinstanzlichen  Hauptverhandlung  weiter  deutlich  zugenommen 

hat und er über Schulden von Fr. 9'000.– verfügt, da er die Krankenkassenrech-

nungen  seit  zwei  Jahren  nicht  mehr  bezahle  (Urk. 62  S. 6).  Eine  wirtschaftliche 

Integration des Beschuldigten liegt nicht vor. Bei einer Landesverweisung würde er 

nicht aus einem stabilen (Arbeits-) Umfeld herausgerissen werden. Er verfügt über 

den Aufenthaltsstatus F (vorläufige aufgenommene Ausländer). Trotz einer 10-jäh-

rigen Anwesenheit in der Schweiz ist beim Beschuldigten, der inzwischen aufgrund 

seiner  finanziellen  Verhältnisse  auch  nicht  mehr  Mitglied  im  Fussballverein  ist 

(Urk. 62 S. 8), nur von einer durchschnittlichen sozialen Integration auszugehen. 

Daran vermag das "Empfehlungsschreiben" von AA._____ (Urk. 64), nichts zu än-

dern,  zumal 

insbesondere  Grad  der  Einbindung  und  die  Aufgaben  des 

Beschuldigten bei der Jugendarbeit nur schwammig umschrieben sind. Besonders 

intensive,  über  eine  normale  Integration  hinausgehende  private  Beziehungen 

gesellschaftlicher Natur liegen jedenfalls nicht vor.

2.4. Der  Beschuldigte  kann  damit  auf  sozialer  Ebene  als  durchschnittlich 

integriert  bezeichnet  werden,  während  auf  wirtschaftlicher  Ebene  nicht  von  einer 

gelungenen Integration gesprochen werden kann.

2.5. Der Beschuldigte gibt an, im Jahr 2021 für zwei Wochen in den Irak zurück-

gekehrt zu sein, um seinen Reisepass zu erneuern (Urk. 62 S. 9). Eine persönliche 

Verfolgung des Beschuldigten im Irak ist damit nicht ersichtlich, eine solche wurde 

denn auch nicht behauptet. Eine Reintegration in der Heimat wird wohl mit einigen 

Hürden  verbunden  sein,  ist  aber  mit  der  Vorinstanz  nicht  ausgeschlossen  und 

zumutbar.  Der  heute  knapp  22-jährige  und  (abgesehen  von  Asthma)  gesunde 

- 32 -

Beschuldigte besuchte im Irak während mehreren Jahren die Schule, spricht die 

Landessprache,  ist  mit  der  Kultur  und  den  Gepflogenheiten  in  seiner  Heimat 

vertraut und war, obwohl er eine erste Lehre als Dachdecker nicht abschloss, in der 

Lage, in der Schweiz eine Anstellung bei der Post oder als Coiffeur und Logistiker 

zu finden. Seine beruflichen Erfahrungen erlauben ihm, auch im Heimatland wirt-

schaftlich Fuss zu fassen. Zudem leben in seinem Heimatland Verwandte (Onkel 

und  Grossmutter),  die  ihm  bei  der  Rückkehr  Unterstützung  leisten  können.  Die 

behauptete Erkrankung an Asthma steht einer Landesverweisung nicht entgegen. 

Ein allenfalls günstigeres wirtschaftliches Fortkommen in der Schweiz vermag kein 

überwiegendes  Interesse  am  Verbleib  in  der  Schweiz  zu  begründen  (Urteil 

6B_1449/2021 vom 21. September 2022 E. 3.4.1).

2.6. Die Ausweisung des Beschuldigten tangiert keine nahe, echte und tatsäch-

lich gelebte familiäre Beziehung.

2.7. Die Verteidigung verweist wie bereits vor Vorinstanz auf die Reisehinweise 

des  EDA  für  den  Irak.  Richtig  ist,  dass  das  EDA  aktuell  von  touristischen  und 

anderen  nicht  dringenden  Reisen  in  die  teilautonome  Region  Kurdistan  (unter 

anderem  die  Provinz  Erbil)  abrät.  Zudem  erwähnt  es  etwa  einen  Raketenangriff 

im Januar 2024 in der Nähe von Erbil (gemeint wohl die Stadt). Das EDA hält fest, 

die  Lage  sei  volatil,  was  als  notorisch  bezeichnet  werden  kann  (vgl.  https:// 

www.eda.admin.ch/eda/de/home/vertretungen-und-reisehinweise/irak/reisehin-

weise-fuerdenirak.html#eda810f8b). Auch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik 

Deutschland rät von nicht erforderlichen Reisen in die Region Kurdistan-Irak auf-

grund der instabilen Sicherheitslage ab. In dieser Region sei die Sicherheitslage 

angespannt  und  deren  Entwicklung  aufgrund  der  hoch  volatilen  Lage  in  Nahost 

schwer  vorhersehbar.  Es  bestehe  eine  anhaltend  erhöhte  Gefahr  von  Terroran-

schlägen 

(https://www.auswaertiges-amt.de/de/reiseundsicherheit/iraksicherheit-

202738#content_0). 

Hingegen  stehen  diese  Reisehinweise  einer  Landesverweisung  nicht  entgegen. 

Das Bundesverwaltungsgericht hält in einem Urteil vom 19. März 2024 (in Abwei-

sung einer Beschwerde gegen die Ablehnung eines Asylgesuchs und die Anord-

nung und den Vollzug einer Wegweisung eines Irakers und dessen Familie) fest, 

- 33 -

dass in den kurdischen Provinzen keine Situation allgemeiner Gewalt herrsche und 

die Sicherheitslage weitgehend stabil sei. Gewisse Vorbehalte gälten bezüglich der 

von  den  türkischen  Militäroffensiven  betroffenen  Bergregionen  in  Grenznähe.  In 

sozioökonomischer Hinsicht sei generell von einem genügenden Zugang zu Strom, 

Wasser, Bildung und medizinischer Grundversorgung auszugehen. Die Anordnung 

eines Wegweisungsvollzugs erscheine für alleinstehende und gesunde kurdische 

Männer  oder  Paare,  die  längere  Zeit  in  der  Region  Kurdistan-Irak  gelebt  hätten, 

zumutbar.  Eine  detaillierte  Prüfung  dränge  sich  auf,  wenn  es  um  den  Wegwei-

sungsvollzug  von  Familien  mit  Kindern,  Betagten  oder  alleinstehenden  Frauen 

gehe  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts,  Abteilung  IV,  D-913/2021,  vom 

19. März  2024,  E. 14.10).  Auf  dieses  Referenzurteil  verweist  auch  das  Bundes-

gericht (Urteil 2C_65/2024 vom 27. August 2024 E. 6.4.5). 

Allfällige Vollzugshindernisse sind bereits bei der strafgerichtlichen Anordnung der 

Landesverweisung zu berücksichtigen, soweit die Verhältnisse stabil und die recht-

liche  Durchführbarkeit  der  Landesverweisung  definitiv  bestimmbar  sind.  Konkret 

zur  Diskussion  stehende  Vollzugshindernisse  liegen  keine  vor.  Mit  Blick  auf  die 

Erwägungen des Bundesverwaltungsgerichts zur Lage in der Region Kurdistan-Irak 

sind  die  Voraussetzungen  für  eine  Rückkehr  des  Beschuldigten  erfüllt.  Darüber 

hinaus macht der Beschuldigte keine persönlichen Umstände geltend, die dessen 

Situation  bei  einer  Rückkehr  als  kritisch  darlegen  und  seine  Schutzbedürftigkeit 

nahelegen  würden.  Im  Übrigen  ist  dem  Non-refoulement-Gebot  und  anderen 

völkerrechtlich zwingenden Bestimmungen auf der Ebene des Vollzugs Rechnung 

zu tragen (BGE 145 IV 455 E. 9.4 S. 460 f.; Urteile 6B_555/2020 vom 12. August 

2021 E. 1.3.4; 6B_1077/2020 vom 2. Juni 2021 E. 1.5.6; 6B_747/2019 vom 24. Juni 

2020 E. 2.1; 6B_423/2019 vom 17. März 2020 E. 2.2.2; je mit Hinweisen).

2.8.

Insgesamt  kann  dem  Beschuldigten  kein  persönlicher  Härtefall  attestiert 

werden.

2.9. Selbst wenn gegenteilig entschieden und dem Beschuldigten ein persönli-

cher Härtefall zugebilligt würde, spricht das öffentliche Interesse für die Anordnung 

einer  Landesverweisung.  Dieses  Interesse  besteht  darin,  künftige  Straftaten  des 

Beschuldigten zu verhindern. Der Beschuldigte wird wegen Angriffs zu 12 Monaten 

- 34 -

Freiheitsstrafe  verurteilt.  Unabhängig  davon  liegt  ein  relevantes  Tatverschulden 

vor. Das objektiv nicht mehr leichte Verschulden, welches  durch  das  subjektive 

Verschulden erhöht wird, hätte eine bedeutend höhere Freiheitsstrafe geboten. 

Wer ohne Grund am Angriff gegen zwei wahllos ausgewählte Personen mitwirkt, 

in deren Rahmen einer ersten Person bis zur Bewusstlosigkeit Tritte gegen den 

Kopf zugefügt werden, und wer dabei selbst Fusstritte gegen den Kopf eines am 

Boden  liegenden  Opfers  ausführt,  ist  ein  für  die  Gesellschaft  gefährlicher  Täter 

und  verdient  keinen  Schutz  seiner  persönlichen  Interessen  an  einem  Verbleib  in 

der Schweiz. Der Beschuldigte ist zwar Ersttäter und es besteht entsprechend kein 

Grund,  ihm  mit  Blick  auf  Art. 42  StGB  eine  ungünstige  Prognose  zu  stellen. 

Allerdings  hat  der  Beschuldigte  mit  der  Beteiligung  am  Angriff  eine  hohe  Gefahr 

massiver  Körperverletzungen  geschaffen.  Damit  ist  auch  ein  geringes  (aber 

tatsächlich  vorhandenes)  Rückfallrisiko  nicht  in  Kauf  zu  nehmen.  Ein  solches 

zumindest geringes Rückfallrisiko kann beim nicht geständigen und uneinsichtigen 

Beschuldigten nicht verneint werden.

2.10.

Insgesamt erscheint es angezeigt, eine Landesverweisung auszusprechen.

2.11.

Im  Falle  einer  obligatorischen  Landesverweisung  beträgt  deren  Dauer 

zwischen 5 bis 15 Jahren (Art. 66a Abs. 1 StGB). Der Beschuldigte wird für seine 

Delinquenz mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten belegt. Damit bewegt sich die 

Strafe im unteren Bereich des möglichen Strafrahmens. Die Dauer der Landesver-

weisung ist mit der Vorinstanz auf sechs Jahre festzusetzen. Eine höhere Dauer 

steht aufgrund des Verschlechterungsverbots von Art. 391 Abs. 2 StPO nicht zur 

Diskussion.

2.12.

2.12.1. Nach Art. 24 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 1987/2006 vom 20. Dezember 

2006 über die Einrichtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informa-

tionssystems  der  zweiten  Generation  (SIS-II-VO)  wird  die  Ausschreibung  im 

Schengener  Informationssystem  eingetragen,  wenn  die  Anwesenheit  des  Dritt-

staatsangehörigen eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt. 

Dies ist gemäss Art. 24 Abs. 2 lit. a SIS-II-VO insbesondere der Fall bei einem Dritt-

 
- 35 -

staatangehörigen, der in einem Mitgliedstaat wegen einer Straftat verurteilt worden 

ist, die im Höchstmass mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr oder mehr bedroht 

ist. Gemäss neuster bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist dabei aber auch un-

abhängig von einer abstrakten Strafandrohung jeweils zu prüfen, ob auf Grundlage 

einer  individuellen  Bewertung  und  unter  Berücksichtigung  des  Verhältnismässig-

keitsprinzips von der betroffenen Person eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit 

oder Ordnung ausgeht, in welchem Fall die Ausschreibung im Schengener Infor-

mationssystem zwingend anzuordnen ist (BGE 147 IV 340 E. 4.6. und 4.7.1. S. 349 

f.; 146 IV 172 E. 3.2.2. S. 178).

2.12.2. Der Beschuldigte ist Drittstaatsangehöriger und verfügt in keinem anderen 

Schengener-Mitgliedstaat  über  ein  Aufenthaltsrecht.  Da  die  von  ihm  begangene 

Straftat  mit  einem  Höchstmass  von  einem  Jahr  und  mehr  bedroht  ist,  sind  die 

Voraussetzungen  für  eine  SIS-Ausschreibung  grundsätzlich  erfüllt.  Auch  hat  er 

durch seine Delinquenz bewiesen, dass von ihm eine Gefahr für die öffentliche Ord-

nung und Sicherheit – auch in anderen Schengen-Mitgliedstaaten – ausgeht. Über-

dies  ist  aus  den  Aussagen  des  Beschuldigten  auch  nicht  ersichtlich,  dass  er  im 

Schengen-Raum über aktive Kontakte in kollegialer oder familiärer Hinsicht verfügt 

(vgl.  Urk. 62  S. 11),  weshalb  ein  Einreiseverbot 

in  sämtliche  Schengen-

Mitgliedsstaaten  auch  nicht  unverhältnismässig  wäre.  Entsprechend  ist  eine 

Ausschreibung  der  Landesverweisung  erforderlich  und  geeignet,  um  der  vom 

Beschuldigten ausgehenden Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit für 

sämtliche  Schengen-Mitgliedstaaten  entgegenzuwirken.  Gesamthaft  besteht  ein 

erhebliches  Interesse  der  Schengen-Mitgliedstaaten,  über  die  auszusprechende 

Landesverweisung  in  Kenntnis  gesetzt  zu  werden,  welches  das  persönliche 

Interesse des Beschuldigten am Absehen einer Ausschreibung überwiegt.

2.12.3. Damit  ist  die  Landesverweisung  gegen  den  Beschuldigten  (Einreise-  und 

Aufenthaltsverweigerung)  im  Schengener  Informationssystem  SIS  auszuschrei-

ben.

- 36 -

VIII. DNA-Profil

1.

1.1. Die Vorinstanz ordnet in Anwendung von Art. 257 StPO die Entnahme einer 

DNA-Probe und die Erstellung eines DNA-Profils vom Beschuldigten an (Urk. 48 

S. 53 ff.).

1.2. Nach der am 1. Januar 2024 in Kraft getretenen Fassung von Art. 257 StPO 

kann das Gericht in seinem Urteil anordnen, dass von einer wegen eines Verbre-

chens oder Vergehens verurteilten Person eine Probe genommen und ein DNA-

Profil  erstellt  wird,  wenn  aufgrund  konkreter  Anhaltspunkte  anzunehmen  ist,  die 

verurteilte  Person  könnte  weitere  Verbrechen  oder  Vergehen  begehen.  Die 

Vorinstanz stützt sich auf diese Bestimmung (Urk. 48 S. 54) und übersieht, dass 

sie im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils noch nicht in Kraft war (AS 2023 468; 

BBl 2019 6697). Einschlägig war vielmehr aArt. 257 StPO (in der bis 31.12.2023 

gültigen  Fassung).  Nach  aArt. 257  lit. b  StPO  kann  das  Gericht  in  seinem  Urteil 

anordnen, dass eine Probe genommen und ein DNA-Profil erstellt wird von Perso-

nen, die wegen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Vergehens gegen 

Leib und Leben oder gegen die sexuelle Integrität verurteilt worden sind. Gemäss 

Art. 453 Abs. 1 StPO werden Rechtsmittel gegen Entscheide, die vor Inkrafttreten 

der neuen Regelungen gefällt wurden, nach bisherigem Recht beurteilt (vgl. Urteil 

7B_1022/2023 vom 11. Januar 2024 E. 1.2 mit Hinweisen). Wie bereits ausgeführt 

ist auch für das vorliegende Rechtsmittelverfahren das alte Recht (aArt. 257 StPO) 

massgebend. aArt. 257 lit. b StPO stimmt im Wortlaut mit aArt. 5 lit. b DNA-Profil-

Gesetz  überein,  welches  mit  Wirkung  ab  1.  August  2023  aufgehoben  wurde 

(AS 2023 309; BBl 2021 44). Da der Beschuldigte wegen eines Verbrechens gegen 

Leib und Leben zu verurteilen ist, ist die Abnahme einer DNA-Probe und die Erstel-

lung eines DNA-Profils anzuordnen. Das Forensische Institut Zürich (FOR) ist mit 

dem Vollzug zu beauftragen.

 
- 37 -

IX. Zivilansprüche

1.

Zivilansprüche des Privatklägers

1.1. Schadenersatz

1.1.1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten in solidarischer Haftung mit 

allfälligen  Mittätern,  dem  Privatkläger  Schadenersatz  von  Fr. 1'252.15  zuzüglich 

5 % Zins ab 3. Juli 2022 zu bezahlen (Urk. 48 S. 61).

1.1.2. Der Beschuldigte beantragte die Abweisung der Zivilforderung (Urk. 50 S. 2). 

Zur Begründung liess er ausführen, beim verlangten Freispruch respektive bei der 

verlangten Einstellung bestehe keine Grundlage für die Zivilforderung der Privat-

kläger (Urk. 33 S. 8; Urk. 63 S. 6). 

1.1.3. Der Privatkläger hielt im vorinstanzlichen Verfahren fest, er sei ab dem 3. Juli 

2022 zuerst zu 100 % und ab dem 14. Juli 2022 zu 50 % arbeitsunfähig gewesen. 

Ab dem 18. Juli 2022 habe er wieder vollumfänglich arbeiten können. Die SUVA 

habe die Taggelder ausgerichtet und die Heilungskosten übernommen. Die Arbeit-

geberin habe ihm für die unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit brutto Fr. 164.85 abge-

zogen, weshalb ein Erwerbsschaden von Fr. 152.15 bestehe. Zudem habe er im 

Zusammenhang  mit  dem  Strafverfahren  Spesen  und  Umtriebe  (insbesondere 

Kilometerkosten)  erlitten,  welche  mit  mindestens  Fr. 500.--  abzugelten  seien.  In 

Bezug  auf  einen  Haushaltsschaden  habe  eine  Einschränkung  von  mindestens 

zehn  Stunden  pro  Woche  vorgelegen.  Bei  einem  Stundenansatz  von  Fr. 30.-- 

ergebe dies für zwei Wochen einen Haushaltsschaden von Fr. 600.-- (Urk. 9/3 S. 2 

ff.). 

1.1.4. Der  Privatkläger  hat  die  Schadenspositionen  begründet  und  beziffert. 

Adäquat kausal für den Schaden war der Angriff auf den Privatkläger. Der Beschul-

digte  beteiligte  sich  vorsätzlich  am  Angriff  und  handelte  damit  schuldhaft.  Seine 

Beteiligung  war  angesichts  der  vorliegenden  Verurteilung  ohne  Weiteres  wider-

rechtlich. Damit sind die Voraussetzungen von Art. 41 OR erfüllt. Der Beschuldigte 

haftet solidarisch mit allfälligen Mittätern (Art. 50 Abs. 1 OR). 

- 38 -

1.1.5. Zum  Schaden  gehört  nach  konstanter  Rechtsprechung  der  Zins  vom  Zeit-

punkt  an,  in  welchem  das  schädigende  Ereignis  sich  finanziell  ausgewirkt  hat 

(BGE 143 IV 495 E. 2.2.4 S. 497; 131 II 217 E. 4.2 S. 227; je mit Hinweisen). Des-

sen Höhe beträgt gemäss Art. 73 Abs. 1 OR 5 %. Der Privatkläger verlangt Zinsen 

von 5 % ab 3. Juli 2022 und damit ab dem Tag des Angriffs (und nicht wie von ihm 

behauptet ab dem mittleren Verfall). Dies wird vom Beschuldigten nicht substanzi-

iert bestritten, weshalb darauf abzustellen ist. 

1.1.6. Der  Beschuldigte  ist  zu  verpflichten,  dem  Privatkläger  in  solidarischer 

Haftung mit allfälligen Mittätern Schadenersatz von Fr. 1'252.15 zuzüglich 5 % Zins 

ab 3. Juli 2022 zu bezahlen. 

1.2. Genugtuung

1.2.1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten in solidarischer Haftung mit 

allfälligen Mittätern, dem Privatkläger Fr. 2'000.-- zuzüglich 5 % Zins ab 3. Juli 2022 

zu bezahlen (Urk. 48 S. 61).

1.2.2. Auch  in  Bezug  auf  die  beantragte  Genugtuung  liess  der  Beschuldigte 

ausführen,  beim  verlangten  Freispruch  respektive  bei  der  verlangten  Einstellung 

bestehe  keine  Grundlage  für  die  Zivilforderung  der  Privatkläger  (Urk. 33  S. 8; 

Urk. 63 S. 6).

1.2.3. Der  Privatkläger  hielt  im  vorinstanzlichen  Verfahren  fest,  bei  der  brutalen 

Attacke habe er ein Schädelhirntrauma erlitten. Er sei zuerst arbeitsunfähig gewe-

sen und habe sich in Psychotherapie begeben müssen. Noch heute sei der Vorfall 

für ihn sehr belastend (Urk. 9/3 S. 3).

1.2.4. Die Vorinstanz erwägt, der Privatkläger habe unter anderem einen Bruch der 

inneren  Augenhöhlenwand  sowie  Blutergüsse  und  Hautabschürfungen  am  Kopf 

erlitten.  Der  Privatkläger  sei  über  mehrere  Tage  arbeitsunfähig  und  infolge  des 

Ereignisses  auf  psychotherapeutische  Betreuung  angewiesen  gewesen.  Die 

Gruppe  des  Beschuldigten  habe  in  grosser  Überzahl  gewalttätig  auf  den  Privat-

kläger eingewirkt, auch als sich dieser bereits wehrlos am Boden befunden habe. 

- 39 -

Damit  erscheine  eine  Genugtuung  von  Fr. 2'000.--  als  angemessen  (Urk. 48 

S. 56 f.). 

1.2.5. Der Privatkläger erlitt verschiedene Blutergüsse (an der Stirn bzw. am Schei-

tel- und Hinterkopf linksseitig, um das linke Auge hinziehend über das linke Joch-

bein und an der linken Ohrmuschel, am linken Schulterdach), Hautabschürfungen 

(hinter dem rechten Ohr und über dem Nasenrücken, am linken Ellenbogen, am 

linken Handrücken, am linken Knie und an der linken Grosszehe), eine Schleim-

hauteinblutung (an der Unterlippenseite linksseitig) sowie einen Bruch der inneren 

Augenhöhlenwand des linken Auges. Der Privatkläger entwickelte keinen kritischen 

Hirndruckanstieg und vorerst auch keinen Sehverlust (Urk. 8/20 S. 6 f.). Bleibende 

Schäden oder Beeinträchtigungen sind nicht bekannt, ebenso wenig ein komplexer 

Heilungsverlauf. Der Privatkläger war während rund zwei Wochen arbeitsunfähig 

respektive reduziert arbeitsfähig. Mit der Vorinstanz ist dem Umstand Rechnung zu 

tragen,  dass  die  Gruppe  des  Beschuldigten  in  grosser  Überzahl  auf  den  Privat-

kläger  gewalttätig  einwirkte,  selbst  als  sich  dieser  bereits  wehrlos  am  Boden 

befand.  Weiter  ist  festzuhalten,  dass  dem  Beschuldigten  ein  nicht  mehr  leichtes 

Verschulden anzurechnen ist und die Tat aus nichtigem Anlass erfolgte. Durch den 

Angriff  wurde  der  Privatkläger  der  Gefahr  schwerer  Körperverletzungen  ausge-

setzt. Nachvollziehbar scheint, dass der Privatkläger zur Bewältigung des Erlebten 

psychologische Hilfe in Anspruch nehmen musste. 

Die Beteiligung des Beschuldigten am Angriff auf den Privatkläger führte zu einer 

widerrechtlich  und  schuldhaft  verursachten  Körperverletzung  und  psychischen 

Beeinträchtigung, welche die Zusprechung einer Genugtuung rechtfertigen. Ange-

sichts des dem Gericht bei der Bemessung der Genugtuung zustehenden grossen 

Ermessens  erscheint  die  von  der  Vorinstanz  festgesetzte  Genugtuung  von 

Fr. 2'000.-- (nebst 5 % Zins ab 3. Juli 2022) angemessen. 

2.

Zivilansprüche der Privatklägerin

2.1. Schadenersatz

- 40 -

2.1.1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten in solidarischer Haftung mit 

allfälligen  Mittätern,  der  Privatklägerin  Schadenersatz  von  Fr. 1'100.--  zuzüglich 

5 % Zins ab 3. Juli 2022 zu bezahlen (Urk. 48 S. 61).

2.1.2. Der  Beschuldigte  beantragte  die  Abweisung  der  Zivilforderung  (vgl. 

E. IX.1.1.2.). 

2.1.3. Die  Privatklägerin  hielt  im  vorinstanzlichen  Verfahren  fest,  sie  sei  bis  zum 

15. Juli 2022 arbeitsunfähig gewesen. Die SUVA habe die Taggelder ausgerichtet 

und die Heilungskosten übernommen. Sie habe im Zusammenhang mit dem Straf-

verfahren  Spesen  und  Umtriebe  (insbesondere  Kilometerkosten)  erlitten,  welche 

mit mindestens Fr. 500.-- abzugelten seien. In Bezug auf einen Haushaltsschaden 

habe eine Einschränkung von mindestens zehn Stunden pro Woche vorgelegen. 

Bei einem Stundenansatz von Fr. 30.-- ergebe dies für zwei Wochen einen Haus-

haltsschaden von Fr. 600.-- (Urk. 9/4 S. 2 ff.).

2.1.4. Die  Privatklägerin  hat  die  Schadenspositionen  begründet  und  beziffert. 

Adäquat kausal für den Schaden war der Angriff auf den Privatkläger und die da-

durch mitbeteiligte Privatklägerin. Der Beschuldigte nahm vorsätzlich am Angriff teil 

und handelte damit schuldhaft. Seine Beteiligung war angesichts der vorliegenden 

Verurteilung  ohne  Weiteres  widerrechtlich.  Damit  sind  die  Voraussetzungen  von 

Art. 41  OR  erfüllt.  Der  Beschuldigte  haftet  solidarisch  mit  allfälligen  Mittätern 

(Art. 50 Abs. 1 OR).

2.1.5. Betreffend  den  Zins  kann  auf  die  vorstehenden  Erwägungen  verwiesen 

werden (E. IX.1.1.5.).

2.1.6. Der  Beschuldigte  ist  zu  verpflichten,  der  Privatklägerin  in  solidarischer 

Haftung mit allfälligen Mittätern Schadenersatz von Fr. 1'100.-- zuzüglich 5 % Zins 

ab 3. Juli 2022 zu bezahlen.

2.2. Genugtuung

- 41 -

2.2.1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten in solidarischer Haftung mit 

allfälligen  Mittätern,  der  Privatklägerin  Fr. 1'000.--  zuzüglich  5 % Zins  ab  3.  Juli 

2022 als Genugtuung zu bezahlen (Urk. 48 S. 61).

2.2.2. Der  Beschuldigte  beantragte  die  Abweisung  der  Zivilforderung 

(vgl. E. IX.1.1.2.).

2.2.3. Die Privatklägerin hielt im vorinstanzlichen Verfahren fest, bei der brutalen 

Attacke  sei  nicht  nur  sie  selbst  verletzt  worden,  sondern  sie  habe  miterleben 

müssen, wie ihr Ehemann massiv traktiert worden sei. Sie sei zuerst arbeitsunfähig 

gewesen  und  habe  sich  bis  November  2022  therapieren  lassen  müssen.  Noch 

heute  getraue  sich  die  Privatklägerin  nicht  mehr  alleine  an  den  Hauptbahnhof 

Zürich (Urk. 9/4 S. 3).

2.2.4. Die Privatklägerin erlitt laut Gutachten des IRM der Universität Zürich vom 

26. Juli 2022 einen Bluterguss an der linken Oberarmbeugeseite, Hautabschürfun-

gen am rechten Ellenbogen und rechten Knie, an der linken Handfläche und den 

Ring-  und  Kleinfingerstreckseiten  mit  eingebluteten  Fingernagelbetten  am  linken 

Mittel- und Ringfinger. Die Verletzungen würden voraussichtlich innerhalb kurzer 

Zeit folgenlos abheilen (Urk. 8/19 S. 3 f.). Bei Körperverletzungen ist dem Geschä-

digten in der Regel eine Genugtuung geschuldet, wenn die Verletzung (alternativ) 

bleibende Folgen hat, schwer ist, das Leben bedroht, einen längeren Krankenhaus-

aufenthalt  nötig  macht,  eine  längere  Arbeitsunfähigkeit  zur  Folge  hat  oder  mit 

besonders  starken  oder  lang  anhaltenden  Schmerzen  verbunden  ist  (MARTIN 

KESSLER,  in:  Basler  Kommentar,  Obligationenrecht,  7.  Aufl.  2020,  N. 13  zu 

Art. 47 OR). Art und Ausmass der von der Privatklägerin erlittenen Verletzungen 

erreichen die Schwere nicht, die zu immaterieller Unbill führen könnte.

Abgesehen  von  den  selbst  erlittenen  Körperverletzungen  führt  die  Privatklägerin 

aus,  sie  habe  miterleben  müssen,  wie  ihr  Ehemann  massiv  traktiert  worden  sei. 

Angehörige des Opfers sind nach Art. 47 OR aktivlegitimiert, wenn sie selber eine 

Beeinträchtigung  ihrer  physischen  oder  psychischen  Integrität  erlitten  haben,  die 

als Körperverletzung im Sinne von Art. 47 OR zu qualifizieren ist (KESSLER, a.a.O., 

N. 5 zu Art. 47 OR). Der Privatkläger wurde zwar nicht schwer verletzt, allerdings 

- 42 -

lag er bewusstlos am Boden, als noch weiter auf ihn eingeschlagen und -getre-

ten wurde, was die Privatklägerin miterlebte. Immerhin kam er wenige Augen-

blicke später wieder zu Bewusstsein (vgl. Urk. 5/13 S. 3). Nachdem die Privat-

klägerin als unmittelbare Augenzeugin miterleben musste, wie ihr Ehemann von 

einer  Meute  bis  zur  Bewusstlosigkeit  getreten  wurde  und  Fusstritte  unter 

anderem gegen den Kopf versetzt erhielt, ist nachvollziehbar, dass sie durch das 

Handeln der Angreifer in einem Mass in ihrer psychischen Integrität verletzt worden 

ist, das die Zusprechung einer Genugtuung rechtfertigt. Mit der Vorinstanz ist der 

Beschuldigte deshalb zu verpflichten, der Privatklägerin in solidarischer Haftung mit 

allfälligen Mittätern eine Genugtuung von Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins seit 3. Juli 

2022 zuzusprechen. 

3.

Berichtigung

Im den Parteien mitgeteilten Urteilsdispositiv (Prot. II S. 8; Urk. 66) wurde in den 

Ziffern 7 bis 10 entgegen den Erwägungen und entgegen dem zu bestätigenden 

erstinstanzlichen Urteil versehentlich unterlassen, die Verpflichtung des Beschul-

digten zur Leistung von Schadenersatz und Genugtuung an die Privatkläger jeweils 

in solidarischer Haftung mit allfälligen Mittätern festzusetzen. Dieses offenkundige 

Versehen  ist  im  dieser  schriftlichen  Begründung  nachfolgenden  Dispositiv  in 

Anwendung von Art. 79 Abs. 1 StPO zu berichtigen.

X. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Kosten- und Entschädigungsfolgen im erstinstanzlichen Verfahren

1.1. Die  vorinstanzliche  Kostenfestsetzung 

ist  zu  bestätigen  (Dispositiv-

Ziffer 11). Ausgangsgemäss sind auch die Dispositiv-Ziffern 12 bis 14 (Kostenauf-

lage und Entschädigung der amtlichen Verteidigung) zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 

StPO und Art. 135 aAbs. 4 StPO). 

1.2.

 
- 43 -

1.2.1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten in solidarischer Haftung mit 

allfälligen Mittätern, dem Privatkläger eine Prozessentschädigung von Fr. 2'620.-- 

zu bezahlen (Dispositiv-Ziffer 15). 

1.2.2. Gemäss  Art. 433  Abs. 1  lit. a  StPO  hat  die  Privatklägerschaft,  wenn  sie 

obsiegt,  gegenüber  der  beschuldigten  Person  Anspruch  auf  angemessene 

Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren. Die Privatklägerschaft 

obsiegt, wenn im Falle der Strafklage die beschuldigte Person schuldig gesprochen 

wird und/oder wenn im Falle der Zivilklage die Zivilforderung geschützt wird. Die 

Aufwendungen  im  Sinne  von  Art. 433  Abs. 1  StPO  betreffen  in  erster  Linie  die 

Anwaltskosten, soweit diese durch die Beteiligung am Strafverfahren selbst verur-

sacht wurden und für die Wahrung der Interessen der Privatklägerschaft notwendig 

waren (BGE 139 IV 102 E. 4.1 S. 107 und E. 4.3 S. 108; Urteil 6B_423/2016 vom 

26. Januar 2017 E. 2.3 mit Hinweisen).

1.2.3. Vor  Vorinstanz  beantragte  der  Privatkläger,  der  Beschuldigte  sei  im  Sinne 

der Anklage und damit der mehrfach versuchten schweren Körperverletzung schul-

dig zu sprechen (Urk. 32 S. 1; Urk. 19 S. 4). Mit Blick auf den von der Vorinstanz 

ausgefällten  und  im  Berufungsverfahren  zu  bestätigenden  Schuldspruch  des 

Angriffs kommt es (bei einer von der Staatsanwaltschaft abweichenden rechtlichen 

Würdigung)  zu  einer  Verurteilung  des  Beschuldigten  wegen  eines  Delikts  gegen 

Leib und Leben. Der Privatkläger obsiegt deshalb im vorinstanzlichen Verfahren im 

Schuldpunkt.  Ebenso  obsiegt  der  Privatkläger  im  Zivilpunkt.  Die  vorinstanzliche 

Regelung (Dispositiv-Ziffer 15) ist zu übernehmen.

1.3.

1.3.1. Die Vorinstanz verpflichtete den Beschuldigten in solidarischer Haftung mit 

allfälligen Mittätern, der Privatklägerin eine Prozessentschädigung von Fr. 3'560.85 

zu bezahlen.

1.3.2. Die  Privatklägerin  obsiegt  (wie  der  Privatkläger)  als  Strafklägerin  und  als 

Zivilklägerin. Damit  ist  die  Privatklägerin  für  das  Vorverfahren  und  erstinstanz-

 
- 44 -

liche Gerichtsverfahren mit Fr. 3'560.85 (inklusive MwSt.) zu entschädigen. Die 

erstinstanzliche Entschädigungsregelung (Ziff. 16) ist zu bestätigen.

2.

Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren

2.1. Die  Gerichtsgebühr  ist  auf  Fr. 3'600.–  zu  veranschlagen  (Art. 424  Abs.  1 

StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebührenverordnung des Ober-

gerichts). Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres  Obsiegens  oder  Unterliegens  (Art. 428  Abs. 1  StPO).  Ob  eine  Partei  im 

Rechtsmittelverfahren  als  obsiegend  oder  unterliegend  gilt,  hängt  davon  ab,  in 

welchem  Ausmass  ihre  vor  Beschwerdeinstanz  bzw.  Berufungsgericht  gestellten 

Anträge gutgeheissen wurden (THOMAS DOMEISEN, in: Basler Kommentar, Schwei-

zerische Strafprozessordnung, Bd. II, 3. Aufl. 2023, N. 6 zu Art. 428 StPO).

2.2. Der Beschuldigte strebte mit seiner Berufung einen Freispruch an. Er unter-

liegt vollumfänglich. Die Privatkläger stellten im Berufungsverfahren keine Anträge. 

Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der 

Kosten der  amtlichen Verteidigung, dem Beschuldigten vollumfänglich aufzuer-

legen  (Art. 428  Abs. 1  StPO).  Die  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  für  das 

Berufungsverfahren  sind  einstweilen  auf  die  Gerichtskasse  zu  nehmen.  Eine 

allfällige Rückerstattungspflicht bleibt vorbehalten (Art. 135 aAbs. 4 StPO).

2.3. Die amtliche Verteidigung macht im Berufungsverfahren einen Aufwand von 

Fr. 3'240.55 (inkl. MwSt.) geltend, was ausgewiesen ist und angemessen erscheint 

(Urk. 65). Zusätzlich sind ihr die Aufwendungen für die Berufungsverhandlung zu 

vergüten. Es rechtfertigt sich daher, Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ für seine Auf-

wendungen im Berufungsverfahren pauschal und gesamthaft mit Fr. 3'800.– (inkl. 

Auslagen und MwSt.) zu entschädigen.

Es wird erkannt:

1.

Der  Beschuldigte  A._____  ist  schuldig  des  Angriffs  im  Sinne  von  Art. 134 

StGB.

- 45 -

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 64 Tage 

durch Haft erstanden sind.

3.

Der  Vollzug  der  Freiheitsstrafe  wird  aufgeschoben  und  die  Probezeit  auf 

2 Jahre festgesetzt. 

4.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 6 Jahre des Landes 

verwiesen.

5.

Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthalts-

verweigerung) im Schengener Informationssystem angeordnet.

6.

Es wird die Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils im 

Sinne von aArt. 257 StPO angeordnet. Das Forensische Institut Zürich (FOR) 

wird  mit  dem  Vollzug  beauftragt  und  der  Beschuldigte  verpflichtet,  innert 

30 Tagen  ab  Eintritt  der  Rechtskraft  des  Urteils  beim  Forensischen  Institut 

Zürich,  Polizei-  &  Justizzentrum  PJZ,  Erkennungsdienst‚  Güterstrasse 33, 

8004  Zürich  zwecks  DNA-Probenahme  für  die  DNA-Profilerstellung  zu 

erscheinen. Kommt er dieser Verpflichtung unentschuldigt nicht nach, wird die 

Kantonspolizei  hiermit  verpflichtet,  ihn  –  auf  entsprechende  Mitteilung  des 

Forensischen Instituts Zürich hin – zwangsweise vorzuführen. Der Beschul-

digte wird auf Art. 205, 207 und 417 StPO aufmerksam gemacht.

- 46 -

7.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ in solidarischer 

Haftung  mit  allfälligen  Mittätern  Schadenersatz  von  Fr. 1'252.15  zuzüglich 

5 % Zins seit 3. Juli 2022 zu bezahlen. 

8.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ in solidarischer 

Haftung mit allfälligen Mittätern Fr. 2'000.-- zuzüglich 5 % Zins seit 3. Juli 2022 

als Genugtuung zu bezahlen.

9.

Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin C._____ in solidarischer 

Haftung mit allfälligen Mittätern Schadenersatz von Fr. 1'100.-- zuzüglich 5 % 

Zins seit 3. Juli 2022 zu bezahlen.

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin C._____ in solidarischer 

Haftung mit allfälligen Mittätern Fr. 1'000.-- zuzüglich 5 % Zins seit 3. Juli 2022 

als Genugtuung zu bezahlen.

11. Das  erstinstanzliche  Kosten-  und  Entschädigungsdispositiv  (Ziff.  11  bis 

Ziff. 16) wird bestätigt.

12. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.--

; die weiteren Kosten betragen:

3'800.--

  amtliche Verteidigung

13. Die  Kosten  des  Berufungsverfahrens,  mit  Ausnahme  der  Kosten  der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. 

Die  Rückzahlungspflicht  des  Beschuldigten  bleibt  gemäss  Art.  135  aAbs.  4 

StPO vorbehalten.

- 47 -

14. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an









die  amtliche  Verteidigung  im  Doppel  für  sich  und  zuhanden  des 
Beschuldigten (versandt)

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)

die  Vertretung  der  Privatklägerschaft  im  Doppel  für  sich  und  die 
Privatklägerschaft (versandt)

das Migrationsamt des Kantons Zürich (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die  amtliche  Verteidigung  im  Doppel  für  sich  und  zuhanden  des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich

die  Vertretung  der  Privatklägerschaft  dreifach  für  sich  und  die  Privat-
klägerschaft

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an













die Vorinstanz

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des 
DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"

die amtliche Verteidigung sowie den Beschuldigten persönlich gemäss 
Fristenlauf Dispositiv-Ziff. 6

das  Forensische  Institut,  Polizei-  &  Justizzentrum  PJZ,  Erkennungs-
dienst‚ Güterstrasse 33, 8004 Zürich, gemäss Dispositiv-Ziff. 6.

15. Gegen  diesen  Entscheid  kann  bundesrechtliche  Beschwerde  in  Straf-

sachen erhoben werden.

Die  Beschwerde  ist  innert  30  Tagen,  von  der  Zustellung  der  vollständigen, 

begründeten  Ausfertigung  an  gerechnet,  bei  der  gemäss  Art.  35  und  35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 Lau-

sanne  14)  in  der  in  Art.  42  des  Bundesgerichtsgesetzes  vorgeschriebenen 

Weise schriftlich einzureichen.

- 48 -

Die  Beschwerdelegitimation  und  die  weiteren  Beschwerdevoraussetzungen 

richten  sich  nach  den  massgeblichen  Bestimmungen  des  Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 8. Mai 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. M. Langmeier

MLaw W. Dharshing

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.