# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 121e7b0e-f832-564b-adaf-1d16b16c3991
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Praxis des Kantonsgerichts 00.00.0000 PKG 2009 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_001_PKG-2009-10_0000-00-00.pdf

## Full Text

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II. Entscheide des Einzelrichters 
am Kantonsgericht

10 – Erbteilung ( Art. 602 ff. ZGB). Zur Zweiteilung des Erb- 
teilungsverfahrens nach bündnerischem Recht, wonach dem 
Bezirksgericht im Erbteilungsprozess die Feststellung der 
Höhe des Nachlasses und der Erbquoten obliegt, 
während die Durchführung der Erbteilung – die reale Tei- lung 
des Nachlasses – in den Aufgabenbereich des Kreis- 
präsidenten fällt. Der Kreispräsident darf auch im Urteil des 
Bezirksgerichts nicht aufgeführte, unbestritten zum 
Nachlass gehörende Vermögenswerte in die Realteilung 
einbeziehen.

Aus dem Sachverhalt:
Am 23. April 1973 verstarb in M. der am 16. November 1909 gebo- 

rene G. Er hinterliess als gesetzliche Erben seine am 9. November 1916 ge- 
borene Ehefrau H. sowie seine Kinder I., geboren am 22. Februar 1942, F., ge- 
boren am 9. März 1943, X., geboren am 10. März 1944, E., geboren am 31. 
August 1946, A., geboren am 5. Mai 1950, sowie B., geboren am 27. Novem- 
ber 1952. Der verstorbene G. war zusammen mit seinem Bruder J. Inhaber 
der Kollektivgesellschaft K., Hotel L., in M. Am 11. April 1980 erstellte 
Rechtsanwalt und Notar Dr. N. eine öffentliche Urkunde über das Ausschei- 
den des Gesellschafters J. aus der Kollektivgesellschaft. Darin wurde festge- 
stellt, mit dem Tode von G. seien dessen sechs Kinder als gesetzliche Erben 
in die Kollektivgesellschaft eingetreten, wobei deren Gesellschaftsvermögen 
durch ein Nutzniessungsrecht zugunsten ihrer Mutter H. belastet sei. J. trete 
aus der Kollektivgesellschaft aus und an seine Stelle träten die Kinder des 
verstorbenen G. Als Kaufpreis für den Anteil J. am Gesellschaftsvermögen 
werde ein Betrag von 400 000 Franken vereinbart, welcher den Erwerbern in 
Form eines Darlehens auf unbestimmte Zeit kreditiert werde. Es wurde fest- 
gehalten, unter den Aktiven der Kollektivgesellschaft befänden sich die Par- 
zelle Nr. 2961, Hotel L., Q. 19/P. 18 und die Parzelle Nr. 2962, Hotel L., P. 20, 
in M. Als Eigentümer dieser Liegenschaften würden im Grundbuch einer- 
seits J. und andererseits die Erbengemeinschaft der Erwerber je als hälftige 
Miteigentümer geführt. In einem weiteren Vertrag werde die  Überführung 
der beiden Miteigentumshälften in das Eigentum der Kollektivgesellschaft 
vorgenommen.

Am 5. September 1998 verstarb die Witwe H. Am 22. September 2000
reichten die in der Zwischenzeit geschiedenen Töchter I. und A. beim Be-

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zirksgericht XY. eine Erbteilungsklage ein. Anlässlich einer Referentenau- 
dienz vom 9. Mai 2001, an welcher alle Beteiligten durch ihre Rechtsanwälte 
vertreten und die Erben X., F. und E. auch persönlich anwesend waren, 
konnten sich die Parteien über die Höhe des Nachlasses und die Erbquoten 
einigen. Sie kamen überein, dass die Grundstücke im laufenden Verfahren 
nicht bewertet werden sollten und für die Erbteilung der Betrag massgebend 
sein solle, der im Rahmen eines Verkaufs erzielt werde. Man einigte sich 
auch über die von den Erben individuell bezogenen Darlehen und Erbvor- 
bezüge (I. Fr. 50 000.–, F. Fr. 13 000.–, X. Fr. 100 000.–, E. Fr. 25 000.–, A. Fr.
8841.–, B. Fr. 60 000.–) sowie über das Darlehen eines jeden der Geschwister 
aus dem Kauf des Anteils von J. an der Kollektivgesellschaft K. Hotel L. von 
insgesamt 400 000 Franken (je ein Sechstel). Der Bezirksgerichtspräsident 
erliess darauf am 20. November 2001 eine Abschreibungsverfügung, in wel- 
cher er die Zusammensetzung des Nachlasses auflistete. Unter den Aktiven 
führte er neben den verschiedenen Bankkonten, Aktien und Guthaben auch 
den auf Fr. 737 983.– bezifferten Anteil an der Kollektivgesellschaft sowie 
abmachungsgemäss ohne Bewertung die Liegenschaft Q. 17 in M. (Grund- 
buchblatt Nr. 8807 und 8808), sechs Parkplätze in M., das Einfamilienhaus 
am R. in M. sowie den hälftigen Anteil an einer Ferienhütte in S. an. Er stellte 
schliesslich fest, die Parteien seien am Nachlass zu je einem Sechstel betei- 
ligt und es seien die von den Erben F., X., E., A. und B. individuell bezoge- 
nen Darlehen und der Erbvorbezug von I. sowie auch die Darlehen aus dem 
Kauf des Anteils von J. an der Kollektivgesellschaft mit der Eigenkapitalbe- 
teiligung am Hotel L. in M. zu verrechnen. Die Abschreibungsverfügung er- 
wuchs in allen Punkten in Rechtskraft, nachdem der Kantonsgerichtsaus- 
schuss eine von einzelnen Erben gegen die Zuteilung der ausseramtlichen 
Kosten erhobene Beschwerde am 16. Januar 2002 abgewiesen hatte.

Am 1. Juli 2005 wurden die zum Nachlass von G. und H. gehörenden 
Grundstücke in M. öffentlich versteigert. Es resultierte ein gesamter Netto- 
erlös von Fr. 2 564 872.15, wovon Fr. 1 341 591.30 auf die Liegenschaft Hotel 
L., Parzellen Nr. 2961 und 2962, entfielen.

Am 22. November 2007 liessen A., B. und C. durch ihren Rechtsan- 
walt beim Kreispräsidenten M. ein Gesuch um Teilung des Nachlasses von G. 
und H. einreichen. In der Folge vertrat der Erbe X. die Ansicht, für die 
Realteilung könnten nur die Vermögensteile relevant sein, welche im Ab- 
schreibungsbeschluss des Bezirksgerichts XY. vom 20. November 2001 auf- 
geführt seien. Diese treffe bezüglich (des Verkaufserlöses) der beiden 
Grundstücke Nr. 2961 und 2962 des Grundbuches von M. nicht zu, sei doch 
als deren Eigentümerin die Kollektivgesellschaft «K.» eingetragen; sie 
gehörten damit nicht zum im vorliegenden Verfahren aufzuteilenden Nach- 
lass. Der Kantonsgerichtspräsident weist den Rekurs gegen die Verfügung 
des Kreispräsidenten ab, in welcher die Verteilung des gesamten Liquida-

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tionserlöses der Kollektivgesellschaft mit Einschluss der Liegenschaften an- 
geordnet wurde.

Aus den Erwägungen:
1. Es ist eine Besonderheit des bündnerischen Rechts, dass der Erb- 

teilungsprozess in zwei Schritten vor zwei verschiedenen Behörden abge- 
wickelt wird. In einer ersten Phase obliegt es dem Bezirksgericht, die Höhe 
des Nachlasses und die den einzelnen Erben zufallenden Erbquoten festzu- 
stellen. Ist über diese beiden Fragen rechtskräftig entschieden, folgt die reale 
Teilung des Nachlasses. Kommt zwischen den Erben keine Einigung zu- 
stande und müssen sie also auch darüber behördliche Hilfe in Anspruch neh- 
men, so fällt diese Phase gemäss Art. 255 ff. ZPO als Akt der Vollstreckung 
in den Aufgabenbereich des Kreispräsidenten (vgl. PKG 1988 Nr. 61 und 
2001 Nr. 36). Das heisst nun allerdings nicht, dass der Kreispräsident nur und 
ausschliesslich jene Vermögenswerte der Realteilung zuführen dürfte, die im 
Urteil des ordentlichen Zivilrichters aufgelistet sind. Es kann ohne weiteres 
vorkommen, dass sich die Erben von vornherein über gewisse Nachlassge- 
genstände und deren Bewertung einig sind, so dass diese im Verfahren vor 
dem Bezirksgericht gar nicht thematisiert werden. Es ist auch möglich, dass 
unbestritten zum Nachlass gehörende Sachen erst später  auftauchen  oder 
dass Nachlassgegenstände vor der Realteilung versilbert werden und ein 
Bankguthaben an ihre Stelle tritt. In allen diesen oder vergleichbaren Fällen 
können diese Vermögenswerte nichtsdestotrotz vom Kreispräsidenten reali- 
ter geteilt werden. Sofern im vorliegenden Fall also Einigkeit darüber 
herrscht, dass die Kollektivgesellschaft K., Hotel L., M., beziehungsweise de- 
ren Vermögenswerte – und unter diesen insbesondere die beiden Liegen- 
schaften Nr. 2961 und 2962 des Grundbuches von M. – zum Nachlass 
gehören und über deren Bewertung keine Differenzen bestehen, so spielt es 
keine Rolle, dass diese im Abschreibungsbeschluss des Bezirksgerichts XY. 
nicht enthalten sind.

2. Der Beweis, dass auch die Kollektivgesellschaft K. zum Nachlass 
gehört, ist den durch Rechtsanwalt W.C. vertretenen Erben gelungen Zur
Kollektivgesellschaft gehörten unbestrittenermassen auch die Grundstücke 
Nr. 2961 und 2962 des Grundbuches von M. . . .
PZ 08 66 Verfügung vom 1. Juli 2008

Die gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde   
ist mit Urteil 5A_654/2008 vom 12. Februar 2009 abgewiesen worden. Das 
Bundesgericht liess die Richtigkeit der Ansicht des Kantonsgerichts, wonach 
auch im Urteil des Bezirksgerichts nicht enthaltene Vermögenswerte in die 
Teilung einbezogen werden dürfen, dahingestellt, da die Auslegung des dem 
Abschreibungsbeschluss zugrunde liegenden Prozessvergleichs ergebe, dass

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die Kollektivgesellschaft mit Einschluss der Liegenschaften nach dem übe- 
reinstimmenden tatsächlichen Willen der Parteien zu den Nachlässen 
gehöre.