# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 254b2916-1290-5680-913d-62d44ac891c9
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-06
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 06.06.2013 725 12 233 / 120 (725 2012 233 / 120)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-12-233---120_2013-06-06.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 6. Juni 2013 (725 12 233 / 120) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Unfallbegriff / unfallähnliche Körperschädigung (Sportverletzung) 

 

 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Yves Thommen, Kan-

tonsrichter Michael Guex, Gerichtsschreiber i.V. Jodok Vogt 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 Basler Versicherung AG, Hauptsitz, Aeschengraben 21, Postfach, 
4002 Basel, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Dr. Manfred Bay-
erdörfer, Advokat, Rathausstrasse 40/42, 4410 Liestal 
 

  
  
Betreff Forderung 
 
 
 
A. Der 1991 geborene A.____ ist als Profifussballer durch seine Arbeitgeberin, die B.____ 
AG, bei der Basler Versicherungen AG obligatorisch gegen Unfälle und Berufskrankheiten ver-
sichert. Mit “Unfallmeldung UVG“ vom 15 Juli 2011 hatte die Arbeitgeberin der Basler Versiche-
rungen AG mitgeteilt, dass der Versicherte am 23. April 2011 im Rahmen eines Fussballspiels 
bei einem Sprint plötzliche Schmerzen im Adduktoren-/Leistenbereich verspürte. Der erstbe-
handelnde Arzt, med. pract. C.____, diagnostizierte gemäss Bericht vom 27. Januar 2012 eine 
Ansatzzerrung des Adductor longus mit anschliessender Symphysitis. Aufgrund anhaltender 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Beschwerden wurden weitere Abklärungen getätigt. Prof. Dr. med. D.____, FMH Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte bei A.____ daraufhin 
posttraumatische Leistenbeschwerden links mit Symphyseninstabilität und weiche Leisten beid-
seits. Aufgrund dieser Diagnose führte Prof. D.____ am 25. Juli 2011 eine Operation durch 
(Verschluss weiche Leisten beidseits, Verbreiterungsplastik Musculus rectus abdominis, Auffri-
schung Symphyse). Am 16. Dezember 2011 wurde A.____ von Dr. med. E.____, FMH Ortho-
pädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, aufgrund der Diagnose eines 
Labrumrisses, einer ausgeprägten Synovectomie und einer Off-Set-Störung am Schenkelhals 
erneut operiert. Nachdem sie eine Stellungsnahme ihres beratenden Arztes eingeholt hatte, 
lehnte die Basler Versicherungen AG mit Verfügung vom 27. Januar 2012 einen Anspruch von 
A.____ auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung mit der Begründung ab, dass 
es sich beim Ereignis vom 23. April 2011 nicht um einen Unfall im Rechtssinne gehandelt habe 
und dass die Voraussetzungen für die Anerkennung einer unfallähnlichen Körperschädigung 
nicht erfüllt seien. Daran hielt die Basler Versicherungen AG auf Einsprache des Versicherten 
hin mit Einspracheentscheid vom 3. August 2012 fest. 
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ am 10. August 2012 Beschwerde 
beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er 
sinngemäss, es seien der Einspracheentscheid vom 3. August 2012 sowie die Verfügung vom 
27. Januar 2012 aufzuheben und es sei die Basler Versicherungen AG zu verpflichten, die Hei-
lungskosten des Unfalls vom 23. April 2012 zu übernehmen.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 12. Oktober 2012 beantragte die Basler Versicherungen 
AG, vertreten durch Dr. Manfred Bayerdörfer, Advokat, die Abweisung der Beschwerde.  
 
D. In der Replik vom 17. Dezember 2012 bzw. in der Duplik vom 21. Februar 2013 hielten 
die Parteien an den gestellten Anträgen fest. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des  Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 
des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss 
Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 
(UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache-
entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Be-
schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjeni-
gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz 
hat. Vorliegend befindet sich dieser in F.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantons-
gerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas-
sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons-
gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge-
gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch 
sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

und formgerecht erhobene - Beschwerde des Versicherten vom 10. August 2012 ist demnach 
einzutreten. 
 
2. Strittig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die Übernahme von Versicherungs-
leistungen im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 23. April 2011 abgelehnt hat. 
 
3.1. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Es gilt also zu prüfen, ob es sich 
beim Ereignis vom 23. April 2011 um einen Unfall im Rechtssinne handelt. 
 
3.2 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beein-
trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 
134 V 75 E. 2.3). Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen 
Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich im Einzel-
fall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (BGE 134 V 76 E. 4.1, 
129 V 402 E. 2.1, 122 V 233 E. 1, 121 V 38 E. 1a, je mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung 
bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung des äusseren 
Faktors, sondern nur auf diesen selbst. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist, 
dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich gezogen hat. 
Ausschlaggebend ist, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen 
auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine 
Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 80 E. 4.3.1). 
 
3.3 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit 
ohne besonderes Vorkommnis auch bei einer Sportverletzung zu verneinen (BGE 130 V 118 
E. 2.2 mit Hinweisen). Ein Unfall im Rechtssinne ist lediglich dann anzunehmen, wenn die 
sportliche Übung anders verläuft als geplant (vgl. RKUV 2004 Nr. U 502 S. 185 E. 4.4). Wenn 
sich hingegen das einer sportlichen Übung inhärente Risiko einer Verletzung verwirklicht, liegt 
kein derartiges Unfallereignis vor. Ein solches ist auch dann zu verneinen, wenn die Übung 
zwar nicht ideal verläuft, die Art der Ausführung aber noch in die gewöhnliche Bandbreite der 
Bewegungsmuster des betreffenden Sports fällt (Urteil D. des Bundesgerichts vom 26. Juli 
2011, 8C_186/2011, E. 5 mit Hinweisen). Verläuft die Bewegung unkoordiniert, liegt der unge-
wöhnliche äussere Faktor darin, dass die körperliche Bewegung durch etwas Programmwidri-
ges gestört wird, was beispielsweise dann zutrifft, wenn die versicherte Person stolpert, ausglei-
tet oder an einem Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine 
reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht. Ein Unfall setzt insbesondere 
bei Sportverletzungen begrifflich voraus, dass das exogene Element - immer bezogen auf die 
gewöhnliche Bandbreite des Bewegungsmusters des betreffenden Sports (vgl. Urteil R. des 
Bundesgerichts vom 9. Juli 2010, 8C_189/2010, E. 5.1) - derart ungewöhnlich ist, dass eine 
endogene Verursachung der erlittenen Körperschädigung ausser Betracht fällt (vgl. BGE 
134 V 76 f. E. 4.1). 
 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3.4 Vorliegend gab der Beschwerdeführer an, sich anlässlich eines Sprints während eines 
Fussballspiels verletzt zu haben. Das kurzzeitige Beschleunigen der eigenen Körpermasse fällt 
in die Bandbreite der Bewegungsmuster, welche in der Sportart Fussball gewöhnlicherweise 
ausgeübt werden. Der Körper und insbesondere die Oberschenkelmuskulatur sind hierbei zwar 
einer grossen Belastung ausgesetzt, alleine deshalb liegt aber noch keine unvorhersehbare 
Beeinträchtigung des Bewegungsablaufes vor. Kein in der Aussenwelt begründeter Umstand 
hat den natürlichen Ablauf der Körperbewegung beim Sprint gestört, somit fehlt es bei dem Er-
eignis vom 23. April 2011 an der erforderlichen Programmwidrigkeit. Daran ändert auch der in 
der Replik geltend gemachte Einwand des Versicherten, wonach die Verletzung wohl durch ein 
kurzzeitiges Hängenbleiben mit dem Stollen im Rasen zustande gekommen sei, nichts. Die 
Tatsache, dass sich der Versicherte an dieses Ereignis nicht erinnern kann, impliziert, dass es 
nicht dermassen ungewöhnlich sein kann, um die von der Rechtsprechung ausgearbeiteten 
Anforderungen an den Ungewöhnlichkeitsbegriff zu erfüllen (vgl. E. 3.3 hiervor). Somit ist mit 
der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass es sich beim Ereignis vom 23. April 2011 
nicht um einen Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG handelt. 
 
4.1 Zu prüfen bleibt, ob eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt. 
 
4.2 Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen 
eines Unfalls ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der 
Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezem-
ber 1982 Gebrauch gemacht und verschiedene Körperschädigungen auch ohne ungewöhnliche 
äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt. Die Liste der den Unfällen gleichgestellten Kör-
perschäden ist abschliessend, weshalb Erweiterungen durch Analogieschlüsse unzulässig sind 
(vgl. BGE 116 V 139 f. E. 4a und 147 E. 2b, 114 V 302 E. 3; ALFRED BÜHLER, Die unfallähnliche 
Körperschädigung, in: Schweizerische Zeitschrift für Sozialversicherung und berufliche Vorsor-
ge [SZS]  1996 S. 81 ff.). Es handelt sich gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV um: a) Knochenbrüche, 
b)  Verrenkungen von Gelenken, c) Meniskusrisse, d) Muskelrisse, e) Muskelzerrungen, 
f) Sehnenrisse, g) Bandläsionen und h) Trommelfellverletzungen. Die unfallähnlichen Körper-
schädigungen müssen mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit sämtliche Unfallbegriffsmerkmale 
(äusserer Faktor, Plötzlichkeit, Schädigung und Unfreiwilligkeit) aufweisen. Besondere Bedeu-
tung kommt hierbei der Voraussetzung eines äusseren Ereignisses zu, d.h. eines ausserhalb 
des Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalles. Wo 
ein solches Ereignis mit Einwirkung auf den Körper nicht stattgefunden hat, und sei es auch nur 
als Auslöser eines in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV aufgezählten Gesundheitsschadens, liegt 
eine eindeutig krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitsschädigung vor (BGE 
129 V 466 E. 2.1 und 467 E. 2.2). 
 
4.3 Die Basler Versicherungen AG hat im strittigen Einspracheentscheid vom 8. August 
2012 das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung verneint, weil aufgrund der medizi-
nischen Akten erstellt sei, dass es sich bei der gestellten Diagnose nicht um eine der in Art. 6 
Abs. 2 UVV aufgezählten Listenverletzungen handle. Sie stützte sich dabei auf ein Aktengut-
achten von Dr. med. G.____, FMH Chirurgie, vom 8. Januar 2012.  
 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte ist die rechtsanwendende Behörde regel-
mässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu 
stellen sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese 
medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. 
ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 
Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem 
sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen 
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es 
bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und 
nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe-
richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei-
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen-
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-
rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 
E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
5.2 Wie dem Bericht des erstbehandelnden Arztes med. pract. C.____ vom 24. Juni 2012 
entnommen werden kann, diagnostizierte dieser beim Versicherten eine Ansatzzerrung des 
Adductor longus mit anschliessender Symphysitis. Bei einer solchen Muskelzerrung handelt es 
sich zweifellos um eine Listenverletzung gemäss Art. 9 Abs. 2 lit. e UVV. Dies wird von der Be-
schwerdegegnerin auch nicht bestritten, allerdings führt sie in der Vernehmlassung aus, dass 
es sich bei der Muskelzerrung bloss um eine Nebendiagnose handle, welche für den weiteren 
Verlauf der Behandlung keine Rolle mehr gespielt hätte. Die beiden Operationen, welche den 
Schwerpunkt der medizinischen Behandlung bildeten, hätten mit der Muskelzerrung nicht zu 
tun, weswegen keine Leistungspflicht bestünde.  
 
5.3 Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Die Beschwerdegegnerin widerspricht sich in 
ihrer Vernehmlassung, wenn sie die Muskelzerrung einerseits als Nebendiagnose qualifizieren 
will und andererseits ausführt, sie stehe in keinem Zusammenhang mit den Befunden, welche 
später operiert wurden. Eine Nebendiagnose setzt begriffsnotwenig immer eine mit ihr im Zu-
sammenhang stehende Hauptdiagnose voraus. Aus den vorhandenen Unterlagen geht aller-
dings nicht abschliessend hervor, ob die Muskelzerrung tatsächlich nicht (teil)ursächlich für die 
am 25. Juli 2011 operierten Beschwerden im Leistenbereich war. Das Aktengutachten von 
Dr. G.____ enthält keine diesbezügliche Antwort, es handelt die Kausalitätsproblematik lediglich 
mit einigen allgemeinen Betrachtungen ab und lässt keinen eindeutigen Schluss zu. Der medi-
zinische Sachverhalt ist demnach nicht hinreichend erstellt. Steht die anlässlich der Erstbe-
handlung diagnostizierte Muskelzerrung tatsächlich in keinem Zusammenhang mit der nachfol-
genden operativen Behandlung, so stellt sie eine eigenständige Hauptdiagnose dar, für deren 
Behandlungskosten die Beschwerdegegnerin aufzukommen hat. 
 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

6.1 Was sodann die Problematik rund um die Externusaponeurose (Sehnenplatte im Leis-
tenbereich) betrifft, so besteht ebenfalls noch Abklärungsbedarf. Dr. D.____ beschreibt sie in 
seinem Operationsbericht vom 26. Juli 2011 als mehrfach eingerissen. Das Bundesgericht an-
erkennt grundsätzlich auch Teilrupturen als "Sehnenrisse" im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV 
und somit als unfallähnliche Körperschädigung (BGE 114 V 298 E. 5a). Dr. G.____ führt in der 
von der Basler Versicherungen AG eingeholten Stellungnahme vom 8. Januar 2012 aus, dass 
ihm und zwei nicht namentlichen genannten Kollegen keine Fälle bekannt seien, in welchen die 
Externusaponeurose tatsächlich aufgerissen sei. Vielmehr gehe er davon aus, dass die Seh-
nenplatte lediglich aufgefächert sei und Dr. D.____ diese Auffächerungen fälschlicherweise als 
Einrisse interpretiert habe.  
 
6.2 Dass die Basler Versicherungen AG gestützt auf die von ihr intern eingeholten medizi-
nischen Unterlagen entscheidet, ist grundsätzlich nicht zu beanstanden. In solchen Fällen sind 
jedoch gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung an die Beweiswürdigung strenge Anforde-
rungen zu stellen. Bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 
ärztlichen Feststellungen sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (Urteil des Bundesge-
richts vom 27. Juli 2009, 8C_113/2009, E. 3.2). Die Beurteilung von Dr. G.____ erweist sich 
insgesamt als nicht zuverlässig genug, um darauf abstellen zu können. Er setzt sich zwar mit 
der anderslautenden Diagnose von Dr. D.____ auseinander, der alleinige Hinweis auf Erfah-
rungswerte reicht allerdings nicht aus, um abschliessend beurteilen zu können, ob tatsächlich 
keine Teilruptur der Externusaponeurose vorliegt. Der Schluss der Basler Versicherungen AG, 
wonach nur Auffächerungen vorhanden sind, ist somit zu wenig begründet. Insbesondere hätte 
zwingend Rücksprache mit Dr. D.____ genommen werden sollen, um abzuklären, ob dieser die 
Läsion an der Sehnenplatte tatsächlich falsch interpretiert hat oder ob er an seiner Diagnose 
festhält und diese unter Umständen sogar mit bildgebendem Material belegen kann. Der Sach-
verhalt ist demnach auch hinsichtlich der ebengenannten Problematik zu wenig abgeklärt wor-
den. Zusammenfassend gestatten die verfügbaren Unterlagen keine zuverlässige Beurteilung 
des strittigen Rechtsanspruchs, weswegen die Sache zur erneuten diesbezüglichen Abklärung 
an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. 
 
6.3 Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die Beschwerde in dem Sinne 
gutzuheissen ist, als der Einspracheentscheid vom 3. August 2012 aufgehoben und die Sache 
zur erneuten Abklärung und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Basler Versicherungen 
AG zurückgewiesen wird. 
 
7.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu er-
heben. Die ausserordentlichen Kosten sind wettzuschlagen. 
 
7.2 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 
2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zuläs-
sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenent-
scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit  Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

heiten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können 
(Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endent-
scheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläu-
figes Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger 
zur Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern 
um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rück-
weisungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtli-
chen Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2).  
 
7.3 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vor-
aussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der Einsprache-
entscheid vom 3. August 2012 aufgehoben und die Sache zur erneu-
ten Abklärung und zum Erlass einer neuen Verfügung im Sinne der 
Erwägungen an die Basler Versicherungen AG zurückgewiesen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht