# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50856b11-f753-5066-b514-e89141c06b4f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-09
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 09.07.2020 SK 2019 147
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2019-147_2020-07-09.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil  
SK 19 147

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 9. Juli 2020 

Besetzung Oberrichter Guéra (Präsident i.V.) 
Oberrichter Vicari und Oberrichterin Falkner
Gerichtsschreiberin Ragonesi

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand Sexuelle Handlungen mit Kindern, Pornografie

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Ein-
zelgericht) vom 29. Januar 2019 (PEN 2018 399)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 29. Januar 2019 (pag. 799 ff.) stellte das Regionalgericht Oberland 
(Einzelgericht) das Strafverfahren gegen A.________ (nachfolgend: der Beschul-
digte) wegen Pornographie (gemäss den Ziff. 2.1. – 2.5., Ziff. 2.9., Ziff. 3.1.1. – 
3.1.3. sowie Ziff. 3.1.7. – 3.1.9. der Anklageschrift vom 3. Oktober 2018) infolge 
Verjährung und Verletzung des Anklagegrundsatzes ein und sprach ihn von den 
Anschuldigungen der sexuellen Handlungen mit einem Kind, teilweise Versuch da-
zu (angeblich mehrfach begangen in der Zeit von ca. 2008 bis zum 18. Juni 2015 in 
C.________ BE und eventuell anderswo gemäss den Ziff. 1.1.1. – 1.1.4., Ziff. 
1.1.7., Ziff. 1.1.11. sowie Ziff. 1.2. – 1.6. der Anklageschrift vom 3. Oktober 2018) 
und der Anschuldigung der Pornographie (angeblich mehrfach begangen in der 
Zeit vom 30. Januar 2012 bis zum 18. Juni 2015 in C.________ BE und anderswo 
durch Herstellung und Besitz von pornografischen Erzeugnissen, auf denen sein 
Sohn D.________, geb. .________, oder seine Tochter E.________, geb. 
.________, zu sehen sind gemäss Ziff. 3.1.4., Ziff. 3.1.10., Ziff. 3.2.1. und Ziff. 
3.2.2. der Anklageschrift vom 3. Oktober 2018) frei. Dies unter Ausrichtung einer 
Entschädigung von CHF 6‘774.35 an die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 
und unter Tragung der anteilsmässigen Verfahrenskosten von CHF 8‘972.65 durch 
den Kanton Bern.

Weiter sprach die Vorinstanz den Beschuldigten schuldig der sexuellen Handlun-
gen mit einem Kind (mehrfach begangen in der Zeit von ca. 2008 bis 18. Juni 2015 
in C.________ BE gemäss Ziff. 1.1.5., Ziff. 1.1.6. sowie Ziff. 1.1.8. – 1.1.10. der 
Anklageschrift vom 3. Oktober 2018) und der Pornographie (mehrfach begangen in 
der Zeit vom 30. Januar 2012 bis zum 18. Juni 2015 in C.________ BE und an-
derswo durch Konsum, Herstellung, Besitz und Zugänglichmachen einer unbe-
kannten Anzahl, mindestens aber 69 pornografischer Erzeugnisse gemäss Ziff. 2.6. 
– 2.8 der Anklageschrift vom 3. Oktober 2018 sowie mehrfach begangen in der Zeit 
vom 30. Januar 2012 bis zum 18. Juni 2015 in C.________ BE durch Herstellung 
und Besitz von mindestens 6 pornografischen Erzeugnissen, auf denen sein Sohn 
D.________, geb. .________, zu sehen ist gemäss den Ziff. 3.1.5. – 3.1.6. und Ziff. 
3.1.11. – 3.1.14. der Anklageschrift vom 3. Oktober 2018). Sie verurteilte den Be-
schuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten (unter Anrechnung der Dauer 
der vorläufigen Festnahme von insgesamt 2 Tagen) und zur Bezahlung einer 
Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 1‘500.00, 
beides unter Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer Probezeit von zwei Jah-
ren. Weiter wurden dem Beschuldigten die auf den Schuldspruch entfallenden Ver-
fahrenskosten (1/3) von insgesamt CHF 4‘486.30 zur Bezahlung auferlegt, die Ent-
schädigung für die amtliche Verteidigung durch Rechtsanwalt Dr. B.________ fest-
gelegt und die amtliche Entschädigung der ehemaligen amtlichen Verteidigung 
durch Rechtsanwältin F.________ bestätigt. Schliesslich verfügte die Vorinstanz 
die Vernichtung der beschlagnahmten Gegenstände und erteilte die vorzeitige Zu-

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stimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils und der erhobenen biometri-
schen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist.

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, amtlich verteidigt durch Rechtsan-
walt Dr. B.________, am 4. Februar 2019 form- und fristgerecht die Berufung an 
(pag. 808). Mit Eingabe vom 8. Februar 2019 meldete auch die Staatsanwaltschaft 
des Kantons Bern (Besondere Aufgaben) form- und fristgerecht die Berufung an 
(pag. 814). Nach Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit Verfügung vom 
15. April 2019 (pag. 864) erklärte die Generalstaatsanwaltschaft mit Schreiben vom 
25. April 2019 den Rückzug der Berufung (pag. 878). Der Beschuldigte erklärte mit 
Eingabe vom 2. Mai 2019 hingegen form- und fristgerecht die Berufung, beschränkt 
auf den Schuldspruch der sexuellen Handlungen mit einem Kind (Ziff. III. 1. des 
erstinstanzlichen Dispositivs), den Schuldspruch der Pornografie zu Lasten des 
Sohnes D.________ (Ziff. III. 2. Absatz 2 des erstinstanzlichen Dispositivs), die 
Bemessung der Strafe sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgen (pag. 880 ff.). 
Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 7. Mai 2019 auf die 
Erklärung der Anschlussberufung und hielt fest, dass aus ihrer Sicht kein Grund für 
ein Nichteintreten auf die Berufung vorliege (pag. 895 f.).

Mit Verfügung vom 21. Juni 2019 ersuchte die Verfahrensleitung die Parteien, mit-
zuteilen, ob sie mit der Durchführung eines schriftlichen Verfahrens einverstanden 
seien (pag. 928 f.). Nachdem sich die Parteien einverstanden erklärt hatten 
(pag. 932; pag. 953), ordnete die Verfahrensleitung mit Verfügung vom 7. August 
2019 in Anwendung von Art. 406 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
(StPO; SR 312.0) die Durchführung des schriftlichen Verfahrens an und setzte dem 
Beschuldigten eine Frist zur schriftlichen Berufungsbegründung an (pag. 959 f.). 
Innerhalb der zweifach erstreckten Frist reichte der Beschuldigte am 5. November 
2019 die schriftliche Berufungsbegründung ein (pag. 985 ff.). Mit Verfügung vom 
6. November 2019 forderte die Verfahrensleitung die Generalstaatsanwaltschaft 
auf, eine schriftliche Stellungnahme zur Berufungsbegründung des Beschuldigten 
einzureichen, über den aktuellen Stand der neuen Strafuntersuchung gegen den 
Beschuldigten zu informieren und mitzuteilen, ob es Einwände gegen die separate 
Weiterführung des Berufungsverfahrens gebe (pag. 1012 f.). Die Generalstaatsan-
waltschaft nahm innert erstreckter Frist Stellung und erklärte, dass die neue Stra-
funtersuchung weiterhin andauere und überdies neue Vorwürfe betreffe, weshalb 
eine separate Weiterführung angezeigt sei (pag. 1019 ff.). Der Beschuldigte repli-
zierte mit Eingabe vom 5. März 2020 innert zweifach erstreckter Frist und hielt u.a. 
fest, dass er mit der separaten Weiterführung des Berufungsverfahrens einverstan-
den sei (pag. 1046 ff.). Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete auf die ihr mit 
Verfügung vom 6. März 2020 gewährten Frist zur Einreichung einer Duplik (pag. 
1058). Die Verfahrensleitung erachtete den Schriftenwechsel mit Verfügung vom 
12. März 2020 als abgeschlossen und stellte den schriftlichen Entscheid der Kam-
mer in Aussicht (pag. 1059 f.).

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3. Oberinstanzliche Beweiserhebungen

Von Amtes wegen wurde oberinstanzlich im Sinne einer Beweisergänzung ein ak-
tueller Strafregisterauszug des Beschuldigten eingeholt (pag. 959 f.; pag. 961 f.).

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt Dr. B.________ stellte und begründete mit schriftlicher Berufungsbe-
gründung vom 5. November 2019 namens und im Auftrag des Beschuldigten fol-
gende Anträge (pag. 986 f.; Hervorhebungen im Original):

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil vom 29. Januar 2019 des Regionalgerichts Oberland in 
Rechtskraft erwachsen ist in Bezug auf:

1.1. die Einstellung des Strafverfahrens wegen Pornographie gemäss Ziffern 2.1. - 2.5., 
Ziffer 2.9., Ziffern 3.1.1. - 3.2.3. sowie Ziffern 3.1.7. - 3.1.9. der Anklageschrift vom 
3. Oktober 2018 (Ziffer I des Urteils);

1.2. den Freispruch von der Anschuldigung der sexuellen Handlungen mit einem Kind, 
teilweise Versuch dazu, angeblich mehrfach begangen in der Zeit von ca. 2008 bis 
18. Juni 2015 in C.________ BE und eventuell anderswo gemäss Ziffern 1.1.1. - 
1.1.4., Ziffer 1.1.7., Ziffer 1.1.11. sowie Ziffern 1.2. - 1.6. der Anklageschrift vom 
3. Oktober 2018 (Ziffer II.1 des Urteils);

1.3. den Freispruch von der Anschuldigung der Pornografie, angeblich mehrfach began-
gen in der Zeit vom 30. Januar 2012 bis zum 18. Juni 2015 in C.________ BE und 
anderswo, durch Herstellung und Besitz von pornografischen Erzeugnissen, auf de-
nen sein Sohn D.________, geb. .________, oder seine Tochter E.________, geb. 
.________, zu sehen sind gemäss Ziffer 3.1.4., Ziffer 3.1.10., Ziffer 3.2.1. und Ziffer 
3.2.2. der Anklageschrift vom 3. Oktober 2018 (Ziffer II.2 des Urteils);

1.4. den Schuldspruch wegen Pornografie, mehrfach begangen in der Zeit vom 30. Januar 
2012 bis zum 18. Juni 2015 in C.________ BE und anderswo, durch Konsum, Her-
stellung, Besitz und Zugänglichmachen einer unbekannten Anzahl, mindestens aber 
69 pornografischer Erzeugnisse gemäss Ziffern 2.6. – 2.8. der Anklageschrift vom 3. 
Oktober 2018 (Ziff. III.2 Absatz 1 des Urteils).

2. Das Strafverfahren gegen A.________ betreffend die Anschuldigung der Pornografie gemäss 
Ziffer 3.1.5. – 3.1.6. und 3.1.11. – 3.1.13. der Anklageschrift vom 3. Oktober 2018 sei infolge 
Verjährung einzustellen, unter Auferlegung der auf die Einstellung anteilsmässig anfallenden 
erstinstanzlichen Verfahrenskosten an den Kanton Bern sowie unter Ausrichtung einer richter-
lich zu bestimmenden Entschädigung für die anteilsmässigen erstinstanzlichen Verteidigungs-
kosten.

3. A.________ sei freizusprechen von den Anschuldigungen: 

3.1. wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind, angeblich mehrfach begangen in der 
Zeit von ca. 2008 bis 18. Juni 2015 in C.________ BE gemäss Ziffer 1.1.5., Ziffer 
1.1.6. sowie Ziffern 1.1.8. – 1.1.10. der Anklageschrift vom 3. Oktober 2018 (Ziff. III.1 
des Urteils);

3.2. wegen Pornografie, angeblich mehrfach begangen in der Zeit vom 30. Januar 2012 
bis zum 18. Juni 2015 in C.________ BE, durch Herstellung und Besitz eines porno-

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grafischen Erzeugnisses, auf dem sein Sohn D.________, geb. .________, zu sehen 
ist; gemäss Ziffer 3.1.14. der Anklageschrift vom 3. Oktober 2018 (Ziffer III.2 Absatz 2 
des Urteils);

unter Auferlegung der auf den Freispruch anteilsmässig anfallenden erstinstanzlichen Ver-
fahrenskosten an den Kanton Bern sowie unter Ausrichtung einer richterlich zu bestimmen-
den Entschädigung für die anteilsmässigen erstinstanzlichen Verteidigungskosten.

4. A.________ sei zu verurteilen:

4.1. zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total 
CHF 900.00. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben und die Probezeit auf 2 
Jahre festzusetzen.

4.2. zu den auf die Schuldsprüche entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten.

5. Die Verfahrenskosten des Berufungsverfahrens seien dem Kanton Bern aufzuerlegen und 
dem Berufungsführer sei eine Entschädigung für die entstandenen Verteidigungskosten im 
Berufungsverfahren gemäss noch einzureichender Honorarnote auszurichten.

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte im Rahmen ihrer Stellungnahme vom 7. Ja-
nuar 2020 folgende Anträge (pag. 1019 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Einzelgericht) vom 29. Januar 
2019 (PEN 18 399) in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich:

1. der Verfahrenseinstellung wegen Pornografie gemäss Ziffern 2.1 – 2.5, Ziffer 2.9, Ziffern 3.1.1. 
- 3.1.3. sowie Ziffern 3.1.7. – 3.1.9. der Anklageschrift vom 3. Oktober 2018 (Ziffer I. des Ur-
teils);

2. des Freispruches von der Anschuldigung der sexuellen Handlungen mit einem Kind, teilweise 
Versuch dazu, angeblich mehrfach begangen in der Zeit von ca. 2008 bis 18. Juni 2015 in 
C.________ BE und eventuell anderswo gemäss Ziffern 1.1.1. – 1.1.4., Ziffer 1.1.7., Ziffer 
1.1.11 sowie Ziffern 1.2 – 1.6 der Anklageschrift vom 3. Oktober 2018 (Ziffer II. 1. des Urteils);

3. des Freispruches von der Anschuldigung der Pornografie, angeblich mehrfach begangen in 
der Zeit vom 30. Januar 2012 bis zum 18. Juni 2015 in C.________ BE und anderswo, durch 
Herstellung und Besitz von pornografischen Erzeugnissen, auf denen sein Sohn D.________, 
geb. .________, oder seine Tochter E.________, geb. .________, zu sehen sind gemäss Zif-
fer 3.1.4., Ziffer 3.1.10., Ziffer 3.2.1. und Ziffer 3.2.2. der Anklageschrift vom 3. Oktober 2018 
(Ziff. II. 2. des Urteils);

4. des Schuldspruches wegen Pornografie, mehrfach begangen in der Zeit vom 30. Januar 2012 
bis zum 18. Juni 2015 in C.________ BE und anderswo, durch Konsum, Herstellung, Besitz 
und Zugänglichmachen einer unbekannten Anzahl, mindestens aber 69 pornografischer Er-
zeugnisse gemäss Ziffern 2.6 – 2.8 der Anklageschrift vom 3. Oktober 2018 (Ziffer III. 2. Ab-
satz 1 des Urteils).

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II.

Mit Bezug auf die rechtskräftigen Freisprüche sei A.________ eine angemessene Entschädigung 
auszurichten. Es seien die anteilsmässigen Verfahrenskosten auszuscheiden und dem Kanton Bern 
aufzuerlegen.

III.

A.________ sei in Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils schuldig zu sprechen

1. der sexuellen Handlungen mit einem Kind, mehrfach begangen in der Zeit von ca. 2008 bis 
18. Juni 2015 in C.________ BE gemäss Ziffer 1.1.5, Ziffer 1.1.6 sowie Ziffern 1.1.8. – 1.1.10. 
der Anklageschrift vom 3. Oktober 2018 (Ziffer III. 1 des Urteils);

2. der Pornografie, mehrfach begangen in der Zeit vom 30. Januar 2012 bis zum 18. Juni 2015 in 
C.________ BE, durch Herstellung und Besitz von mindestens 6 pornografischen Erzeugnis-
sen, auf denen sein Sohn D.________, geb. .________ (3 Fotos und 3 Videos) zu sehen ist 
gemäss Ziffern 3.1.5. – 3.1.6. und Ziffern 3.1.11. – 3.1.14. der Anklageschrift vom 3. Oktober 
2018 (Ziff. III. 2. Absatz 2 des Urteils)

und er sei in Anwendung der Art. 34, 40, 42, 47, 49, 187 Ziff. 1, 197 Abs. 4 und 5 StGB, Art. 197 Ziff. 
3 und 3bis aStGB in der bis 1. Juli 2014 gültigen Fassung sowie Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen zu

1. einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten mit bedingtem Strafvollzug bei einer Probezeit von 2 Jah-
ren und unter Anrechnung der vorläufigen Festnahme von insgesamt 2 Tagen;

2. zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu CHF 30.00, total ausmachend CHF 1‘500.00, mit 
bedingtem Strafvollzug bei einer Probezeit von 2 Jahren;

3. zur Bezahlung der anteilsmässigen erst- und der vollumfänglichen oberinstanzlichen Verfah-
renskosten.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Nach Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche 
Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Zufolge beschränkter Berufung des Be-
schuldigten sind die Verfahrenseinstellung wegen Pornografie (Ziff. I. des erstin-
stanzlichen Dispositivs), der Freispruch von der Anschuldigung der sexuellen 
Handlungen mit einem Kind (recte: mit Kindern), teilweise Versuchs dazu, angeb-
lich mehrfach begangen (Ziff. II. 1. des erstinstanzlichen Dispositivs), der Frei-
spruch von der Anschuldigung der Pornografie, angeblich mehrfach begangen (Ziff. 
II. 2. des erstinstanzlichen Dispositivs), der Schuldspruch wegen Pornografie, 
mehrfach begangen (Ziff. III. 2. Absatz 1 des erstinstanzlichen Dispositivs) sowie 
die Verfügung betreffend die Vernichtung der beschlagnahmten Gegenstände (Ziff. 
V. 1. des erstinstanzlichen Dispositivs) in Rechtkraft erwachsen. Von der Kammer 
zu überprüfen sind demnach der Schuldspruch der sexuellen Handlungen mit Kin-
dern, mehrfach begangen (Ziff. III. 1. des erstinstanzlichen Dispositivs), der 
Schuldspruch der Pornografie, mehrfach begangen (Ziff. III. 2. Absatz 2 des erstin-
stanzlichen Dispositivs), die Bemessung der Strafen, die Kosten- und Entschädi-

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gungsfolgen (inkl. Honorar der amtlichen Verteidigung) sowie die praxisgemäss 
ohnehin neu zu statuierenden Verfügungen betreffend DNA-Profil und die erhobe-
nen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (Ziff. V. 2.-3. des erstinstanzli-
chen Dispositivs).

Die Kammer verfügt dabei als Berufungsgericht über volle Kognition in tatsächli-
cher und rechtlicher Hinsicht (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO). Da die Generalstaats-
anwaltschaft ihre Berufung zurückgezogen und auch keine Anschlussberufung er-
klärt hat, ist die Kammer an das Verschlechterungsverbot nach Art. 391 Abs. 2 
StPO gebunden und darf das erstinstanzliche Urteil nicht zum Nachteil des Be-
schuldigten abändern (sog. Verbot der «reformatio in peius»).

II. Einstellung

6. Vorbemerkungen zum anwendbaren Recht

Im Rahmen des vorliegenden Verfahrens stellt sich die Frage nach dem anwend-
baren Recht. Es erscheint angezeigt, das anwendbare Recht weitestgehend bereits 
an dieser Stelle zu bestimmen, damit nachfolgend darauf verwiesen werden kann.

Hat der Täter vor Inkrafttreten der jeweils gültigen Fassung des Strafgesetzbuches 
(StGB; SR 311.0) ein Verbrechen oder Vergehen begangen, erfolgt die Beurteilung 
aber erst nachher, so sind gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB die neuen Bestimmungen 
anzuwenden, wenn sie für ihn milder sind. Ob das neue im Vergleich zum alten 
Gesetz milder ist, beurteilt sich nicht nach einer abstrakten Betrachtungsweise, 
sondern in Bezug auf den konkreten Fall (Grundsatz der konkreten Vergleichsme-
thode; BGE 134 IV 82 E. 6.2.1). Ausschlaggebend ist, nach welchem Recht der 
Täter für die zu beurteilende Tat besser wegkommt (BGE 126 IV 5 E. 2c mit Hin-
weisen). Anzuwenden ist in Bezug auf ein und dieselbe Tat nur entweder das alte 
oder das neue Recht. Hat der Täter indessen mehrere selbständige strafbare 
Handlungen begangen, so ist in Bezug auf jede einzelne Handlung gesondert zu 
prüfen, ob das alte oder das neue Recht milder ist (vgl. BGE 134 IV 82 E 6.2.3).

Soweit den Vorwurf der sexuellen Handlungen mit Kindern (Art. 187 Ziff. 1 StGB) 
betreffend, hat das StGB seither keine Änderungen erfahren, weshalb die neuen 
Bestimmungen nicht milder sind und entsprechend altes Recht zur Anwendung ge-
langt.

Am 1. Juli 2014 trat der in Zusammenhang mit dem Beitritt der Schweiz zur Eur-
oparatskonvention zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuel-
lem Missbrauch (sog. Lanzarote-Konvention) revidierte Art. 197 StGB in Kraft. Mit 
der Revision des Tatbestandes der Pornografie wurde die Maximalstrafe für den 
Besitz von Kinderpornografie (zum Eigenkonsum) von einem auf drei Jahre Frei-
heitsstrafe (Art. 197 Ziff. 3bis aStGB und Art. 197 Abs. 5 StGB) erhöht. Bezüglich 
des Herstellens von Kinderpornografie zum Eigenkonsum (Art. 197 Ziff. 3 aStGB 
und Art. 197 Abs. 5 StGB) hat die Strafandrohung keine Änderung erfahren (bis zu 
3 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe). Sodann beträgt die Verfolgungsverjährung 
nicht mehr sieben, sondern zehn Jahre (bei Eigenkonsum; Art. 97 Abs. 1 Bst. c 
aStGB; Art. 97 Abs. 1 Bst. c StGB). Zu beachten ist schliesslich, dass mit der Revi-

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/3f9a5412-239e-495d-b580-7b4966507eda/citeddoc/50c67ec5-1286-40b8-a451-fc3e37d4af3f/source/document-link

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sion von Art. 197 StGB der Schutzbereich auf Personen unter 18 Jahre (statt wie 
bisher unter 16 Jahre) ausgedehnt wurde (SCHEIDEGGER, Ist das noch Kinderpor-
nografie? in: ZStrR 132/2014, S. 323). Dem Beschuldigten wird sowohl Herstellung 
als auch Besitz von Pornografie vorgeworfen. Beim Besitz handelt es sich um ein 
sogenanntes Dauerdelikt. Ein Dauerdelikt liegt dann vor, wenn der Täter den 
rechtswidrigen Zustand nicht nur herbeiführt, sondern ihn aufrechterhält (ZUR-
BRÜGG, Basler Kommentar StGB/JStG, 4. Aufl. 2019, Art. 98 N 26; BUNDI, Der 
Straftatbestand der Pornografie in der Schweiz mit rechtsvergleichendem Blick auf 
Deutschland und die USA, in: ASR Abhandlungen zum Schweizer Recht Band/Nr. 
754, S. 133 Rz. 419). Dauerdelikte sind dadurch gekennzeichnet, dass die zeitliche 
Fortdauer eines rechtswidrigen Zustandes oder Verhaltens noch tatbestandsmäs-
siges Unrecht bildet (vgl. etwa Urteil des BGer 6B_976/2017 vom 14. November 
2018 E. 4.3). Sie werden nach neuem Recht beurteilt, auch wenn ein Teil der 
Handlung vor Inkrafttreten des neuen Rechts begangen wurde (TRECHSEL/VEST, 
Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Auflage 2018, Art. 2 N 5; 
vgl. auch Urteile des Bundesstrafgerichts SK.2019.8 vom 9. Oktober 2019 E. 1.3.4; 
SK.2016.19 vom 19. September 2018 E. 2.3.1; Urteil des Obergerichts Zürich 
SB110696 vom 16. Februar 2012 E. 2.1.1). War die Handlung nach altem Recht al-
lenfalls straflos oder minder strafbar, so muss dies bei der Strafzumessung berück-
sichtigt werden (vgl. etwa Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2019.8 vom 9. Oktober 
2019 E. 1.3.4; POPP/BERKEMEIER, Basler Kommentar, StGB/JStG, 4. Aufl. 2019, 
Art. 2 StGB N 11). Diesen Ausführungen folgend, ist für die angeklagte Herstellung 
von Pornografie, soweit angeblich vor dem 1. Juli 2014 begangen, altes Recht an-
wendbar (d.h. das Strafgesetzbuch in seiner bis am 30. Juni 2014 geltenden Fas-
sung). Hinsichtlich des für denselben Zeitraum vorgeworfenen Besitzes ist demge-
genüber der revidierte Art. 197 StGB massgebend. Letzteres gilt im Übrigen auch 
für den Vorwurf gemäss Ziff. 3.1.14. der Anklageschrift in seiner Gesamtheit.

Da am 1. Januar 2018 sodann die revidierten Bestimmungen des Allgemeinen 
Teils des Strafgesetzbuches in Kraft getreten sind und diese – wie nachfolgend zu 
zeigen sein wird (vgl. Ziff. 15 hiernach) – für den Beschuldigten auch nicht milder 
sind, ist für die Strafzumessung (und entsprechend auch in Bezug auf den revidier-
ten Art. 197 StGB) das Strafgesetzbuch in seiner bis am 1. Januar 2018 geltenden 
alten Fassung anwendbar. Sofern nachfolgend die Bestimmungen des StGB in 
seiner bis am 30. Juni 2014 geltenden Fassung zur Anwendung gelangen, wird 
dies entsprechend vermerkt («aStGB bis 30.06.2014»). Wird demgegenüber nur 
von «aStGB» gesprochen, so ist damit die bis am 31. Dezember 2017 geltende 
Fassung des Strafgesetzbuches gemeint.

7. Verjährung

7.1 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Die Verteidigung stellt im Rahmen der Berufungsbegründung vom 5. November 
2019 u.a. den Antrag, das Strafverfahren gegen den Beschuldigten betreffend die 
Anschuldigung der Pornografie gemäss den Anklageziffern 3.1.5. – 3.1.6. und 
3.1.11. – 3.1.13. sei infolge Verjährung einzustellen, unter Auferlegung der auf die 
Einstellung anteilsmässig anfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten an den 

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Kanton Bern und unter Ausrichtung einer gerichtlich zu bestimmenden Entschädi-
gung für die anteilsmässigen erstinstanzlichen Verteidigungskosten (pag. 986). Zur 
Begründung wird ausgeführt, dass der Anklageschrift nicht entnommen werden 
könne, wann die Aufnahmen gemäss Ziff. 3.1.5. und 3.1.6. der Anklageschrift er-
stellt worden seien. Es sei hierzu auf die glaubhaften Aussagen von G.________ 
abzustellen. Jedenfalls sei in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo davon 
auszugehen, dass diese im Kindergartenalter von D.________ und damit vor dem 
Stichdatum vom 29. Januar 2012 erstellt worden seien. Die in Ziff. 3.1.11. genannte 
Aufnahme sei gemäss Anklageschrift am 24. April 2011 erstellt worden. Wie das 
Beweisergebnis gezeigt habe, sei diese in der Folge nicht bearbeitet worden, wes-
halb auch diese vor besagtem Stichdatum erstellt und der diesbezügliche Tatvor-
wurf einzustellen sei. Die Aufnahmen in den Ziff. 3.1.12. und 3.1.13. seien gemäss 
Anklageschrift vermutungsweise am 13. Juli 2012 und am 15. Oktober 2013 erstellt 
worden. Die Daten würden sich nur vermutungsweise und damit nicht mit an Si-
cherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bestimmen lassen und auch den Akten 
lasse sich kein sicheres Aufnahmedatum entnehmen. Auch müsse der Zeitpunkt 
der Abspeicherung bekanntlich nicht mit dem Aufnahmedatum übereinstimmen. Es 
sei auf die glaubhaften Aussagen von G.________ abzustellen, wonach 
D.________ noch im Kindergartenalter gewesen sei und daher sei zumindest in 
Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo davon auszugehen, dass auch diese 
Aufnahmen vor dem besagten Stichdatum erstellt worden seien.

Die Generalstaatsanwaltschaft entgegnet hierzu im Rahmen ihrer Stellungnahme 
vom 7. Januar 2020, dass in Bezug auf die Erstellungszeitpunkte im Zusammen-
hang mit der Tatbestandsvariante des Erstellens von Pornografie auf die Anklage-
schrift vom 3. Oktober 2018 und auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
werde. Es sei nebst der Herstellung auch der Besitz angeklagt, bei dem es sich ty-
pischerweise um ein Dauerdelikt handle, welches im vorliegenden Fall mindestens 
bis am 18. Juni 2015 angedauert habe. Dauerdelikte seien nach neuem Recht zu 
beurteilen. Als Dauerdelikt ende der Besitz vorliegend erst mit der Hausdurchsu-
chung, als die entsprechenden Datenträger sichergestellt und beschlagnahmt wor-
den seien. Damit liege in Bezug auf den Besitz ein Tatzeitraum bis zum 18. Juni 
2015 vor, womit nicht von einem Verjährungseintritt die Rede sein könne (pag. 
1024).

7.2 Erwägungen der Kammer 

Die Frage einer allfälligen Verjährung stellt sich vorliegend lediglich im Rahmen der 
Herstellung und des Besitzes von Pornografie gemäss Ziff. III. 2. Absatz 2 des erst-
instanzlichen Dispositivs. Für das anwendbare Recht kann auf die Ausführungen in 
Ziff. 6 hiervor verwiesen werden.

Wenn das strafbare Verhalten andauert, beginnt die Verjährung erst mit dem Tag, 
an dem das Verhalten aufhört (Art. 98 Bst. c aStGB). Erfasst werden damit die so-
genannten Dauerdelikte, worunter auch der Besitz von Pornografie fällt. Betreffend 
die vorliegend zu beurteilenden Tatbestandsvarianten des Besitzens ist nach dem 
Gesagten auf dessen jeweilige Beendigung, mithin auf die Hausdurchsuchung bzw. 
Sicherstellung der elektronischen Geräte vom 18. Juni 2015 abzustellen (pag. 407 
ff.; ZURBRÜGG, a.a.O., Art. 98 N 25; BUNDI, a.a.O., S. 133). Von einem Ver-

10

jährungseintritt kann daher – wie die Generalstaatsanwaltschaft zutreffend festhält 
– nicht die Rede sein. Für die Herstellung von Pornografie ist demgegenüber die 
Verfolgungsverjährung von 7 Jahren massgebend (Art. 197 Ziff. 3 i.V.m. Art. 97 
Abs. 1 Bst. d aStGB bis 30.06.2014). Wie die nachfolgende Beweiswürdigung zei-
gen wird (Ziff. 10.6 und 11.6 hiernach), ist in Anwendung des Grundsatzes in dubio 
pro reo davon auszugehen, dass die gemäss den Anklageziffern 3.1.5., 3.1.6. und 
3.1.11. angeklagten Herstellungshandlungen im Zeitpunkt der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung vom 29. Januar 2019 bereits über sieben Jahre zurücklagen 
bzw. vor dem 29. Januar 2012 begangen wurden, womit sie bereits verjährt sind. 
Für verjährte Sachverhalte kann definitiv kein Urteil ergehen (Art. 329 Abs. 4 
StPO). Folglich ist das Strafverfahren wegen der Herstellung der Pornografie 
gemäss den Ziff. 3.1.5., 3.1.6. und 3.1.11. der Anklageschrift infolge Verjährung 
einzustellen.

8. Verletzung des Anklagegrundsatzes 

Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Ge-
richtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und 325 StPO; Art. 29 Abs. 2 und 
Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. a und b EMRK). Die Anklage hat die der 
beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu 
umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend 
konkretisiert sind. Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidi-
gungsrechte der beschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches 
Gehör (Informationsfunktion). Die beschuldigte Person muss unter dem Gesichts-
punkt der Informationsfunktion aus der Anklage ersehen können, wessen sie ange-
klagt ist. Das bedingt eine zureichende Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, 
dass die betroffene Person genau weiss, welcher konkreten Handlung sie beschul-
digt und wie ihr Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit sie sich in ihrer Verteidi-
gung richtig vorbereiten kann. Sie darf nicht Gefahr laufen, erst an der Gerichtsver-
handlung mit neuen Anschuldigungen konfrontiert zu werden. Dies bedingt eine zu-
reichende, d.h. möglichst kurze, aber genaue (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO) Um-
schreibung der Sachverhaltselemente, die für eine Subsumption unter die anwend-
baren Straftatbestände erforderlich sind (Urteil des Bundesgerichts 6B_267/2019 
vom 11. Dezember 2019 E. 3.2 mit Hinweisen). 

Der Beschuldigte bringt diesbezüglich vor, der Anklageschrift könne nicht entnom-
men werden, inwiefern er das in der Anklageziffer 3.1.11. genannte Foto bearbeitet 
haben soll. Der Tatvorwurf sei damit nicht genügend konkretisiert und verletze den 
Anklagegrundsatz (pag. 995 f.).

Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Dem Beschuldigten musste gestützt auf 
die Beschreibung des Sachverhalts klar sein, welches Fehlverhalten ihm vorgewor-
fen wird, zumal er im Rahmen des Strafverfahrens selber zu Protokoll gab, Foto-
grafien zu bearbeiten bzw. als künstlerische Arbeit zu verwenden (etwa pag. 89 
Z. 424 ff.; pag. 181 Z. 517 ff.). So ging es – gemäss eigenen Angaben des Be-
schuldigten – auch im Rahmen dieser besagten Aufnahmen von D.________ um 
«die Figuration der Arbeiten» (pag. 182 Z. 555 ff.). Die von der Staatsanwaltschaft 
aufgegriffene Bearbeitung war demnach nicht aus der Luft gegriffen. Dem Beschul-

11

digten muss aufgrund seiner eigenen Aussagen klar gewesen sein, was im Rah-
men besagter Anklageziffer aufgegriffen bzw. ihm vorgeworfen wurde. Er verfügte 
damit über alle notwendigen Informationen, um sich hinreichend verteidigen zu 
können. Solches ist im bisherigen Verfahren denn auch geschehen, zumal der Be-
schuldigte nunmehr Einwände gegen die besagte Bearbeitung vorbringt. Entgegen 
der Auffassung der Verteidigung liegt keine Verletzung des Anklagegrundsatzes 
vor.

III. Sachverhalt und Beweiswürdigung

9. Allgemeine Ausführungen

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussagenanalyse 
wird auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (S. 6 f. der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung; pag. 833 f.). Bestehen unüberwindliche Zweifel an 
der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen einer angeklagten Tat, so geht 
das Gericht von der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus (Art. 10 
Abs. 3 StPO).

10. Vorwurf der sexuellen Handlungen mit Kindern

10.1 Ziff. 1.1.5., 1.1.6. und 1.1.8. – 1.1.10. der Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, dass er seinen Sohn D.________, geboren 
am .________, mehrfach gefilmt und fotografiert, ihm dadurch die von ihm ersehnte 
und begehrte väterliche Aufmerksamkeit geschenkt und ihn so zu den in den Ziff. 
1.1.5., 1.1.6., und 1.1.8. bis 1.1.10. der Anklageschrift genannten sexuellen Hand-
lungen verleitet habe (pag. 695 ff.).

10.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte im Rahmen ihrer Beweiswürdigung zum Ergebnis, dass 
der Beschuldigte durch sein gesamtes Verhalten, namentlich aber durch das ein-
schlägige Filmen und Fotografieren, derart Einfluss auf D.________ genommen 
habe, dass dieser die erwähnten Handlungen vorgenommen bzw. sich in den ent-
sprechenden Posen eingefunden habe (S. 12 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung; pag. 839).

10.3 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Es ist grundsätzlich unbestritten, dass der Beschuldigte die in den Ziff. 1.1.5., 1.1.6. 
und 1.1.8. – 1.1.10. der Anklageschrift genannten Aufnahmen (Video und Foto) 
gemacht hat und diese seinen Sohn D.________ zeigen. Der Beschuldigte bestrei-
tet demgegenüber, dass er sexuelle Handlungen mit Kindern begangen bzw. er 
seinen Sohn D.________ zu den entsprechenden Handlungen verleitet habe und 
Letzterer die väterliche Aufmerksamkeit ersehnt und begehrt habe. Bestritten ist 
sodann weiter, dass die Aufnahmen nach dem 29. Januar 2012 entstanden seien 
und der Beschuldigte in den Aufnahmen gemäss Ziff. 1.1.5., 1.1.6. und 1.1.9. der 
Anklageschrift bewusst das Gesäss von D.________ fokussiert habe. Nach dem 
Gesagten ist nachfolgend einzig zu klären, ob der Beschuldigte seinen Sohn 

12

D.________ zu den in den Aufnahmen (Videos und Fotos) ersichtlichen Handlun-
gen animiert bzw. verleitet hat, ob er dabei teilweise bewusst auf das Gesäss von 
D.________ fokussiert hat und wann diese Aufnahmen bzw. Handlungen stattge-
funden haben. Ob es sich schliesslich tatsächlich um sexuelle Handlungen handel-
te, wird im Rahmen der rechtlichen Würdigung zu prüfen sein.

10.4 Beweismittel

Der Kammer liegen nachfolgende Beweismittel vor:

Der Berichtsrapport vom 18. Juni 2015 (pag. 413 f.), der Berichtsrapport vom 
23. Juni 2015 (pag. 74 ff.) inkl. DVD mit Videoaufnahmen ab SD Karte der GoPro 
(pag. 76), der Anzeigerapport vom 8. Februar 2017 (pag. 69 ff.), der Bericht des 
Fachbereichs digitale Forensik (FDF) vom 17. Januar 2017, ein Auswahlkatalog mit 
Bildmaterial vom 9. Januar 2017 (pag. 307 ff.), der Berichtsrapport vom 6. Februar 
2017 (pag. 347 ff.) inkl. DVDs mit Chatprotokollen, Videoaufnahmen und Fotos 
(pag. 350 ff.), der Berichtsrapport vom 8. Februar 2017 (pag. 353 f.) inkl. 11 Aus-
drucken und DVD (pag. 355 ff.; pag. 402) sowie die von der Verteidigung einge-
reichten Videoaufnahmen (pag. 747).

Im Übrigen liegen der Kammer die Aussagen des Beschuldigten (pag, 77 ff.; pag. 
80 ff.; pag. 167 ff.; pag. 778 ff.), die Aussagen der Auskunftsperson G.________ 
(pag. 262 ff.) und die Videobefragung von D.________ (pag. 292 ff.) vor.

Für den vorliegend relevanten Sachverhalt sind insbesondere die im Verfahren 
gemachten Aussagen, die Videoaufnahmen «CLIP0071.AVI» (auch unter dem 
Namen «7-20270.AVI» auffindbar; pag. 402; Screenshot pag. 141), «000802.avi» 
(auch unter dem Namen «6-1440.avi» auffindbar, pag. 402; Screenshots pag. 143), 
die Fotos «24042011351.jpg», «24042011352.jpg», «24042011353.jpg», 
«24042011354.jpg», «24042011355.jpg» (pag. 136 ff.; pag. 402; in der Anklage-
schrift unter falschem Dateinamen erfasst), die Fotos «GOPR2450.JPG» (pag. 
156; pag. 402), «IMG_4032.JPG« (pag. 153; pag. 402) sowie die Aufnahmen 
«CLIP0012.AVI», «CLIP0013.AVI» und «CLIP0014.AVI» (pag. 747) zu berücksich-
tigen.

Die hiervor genannten Beweismittel werden – soweit erforderlich – direkt im Rah-
men der Beweiswürdigung durch die Kammer behandelt (vgl. Ziff. 10.6 hiernach). 

10.5 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

10.5.1 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung bringt im Wesentlichen vor, es sei aufgrund des Grundsatzes in 
dubio pro reo davon auszugehen, dass D.________ die väterliche Aufmerksamkeit 
im Zeitraum der fraglichen Aufnahmen weder ersehnt noch begehrt habe. So kön-
ne von den Aussagen von D.________ anlässlich seiner Videobefragung vom 
14. Januar 2016 nicht auf seine Beziehung zum Beschuldigten vor über vier Jahren 
geschlossen werden. Zu berücksichtigen sei auch, dass dazwischen seine 
Schwester zur Welt gekommen sei und D.________ ab diesem Zeitpunkt die Auf-
merksamkeit der Eltern mit der Schwester habe teilen müssen. Die umfassende 
Würdigung der Aussagen ergebe sodann, dass D.________ die fraglichen Hand-
lungen spielerisch und spontan im Rahmen einer für Kinder nicht ungewöhnlichen 

13

Phase der Körpererkundung gemacht habe. Die Anwesenheit des Beschuldigten 
sei nicht ursächlich für die besagten Handlungen von D.________ gewesen. Es 
müsse sodann der Umstand berücksichtigt werden, dass der Beschuldigte leiden-
schaftlich gerne filme und fotografiere sowie einen Abschluss von einer Kunsthoch-
schule habe. Er habe das alltägliche Leben der Familie H.________ immer wieder 
bildlich festgehalten, woraus über die Jahre tausende Bilder entstanden seien. Im 
Verhältnis zur Anzahl der bestehenden Aufnahmen von D.________ sei dieser 
kaum je nackt abgebildet. Es sei sodann verfehlt, aufgrund der alleinigen Tatsache, 
dass er kinderpornografische Darstellungen besitze und konsumiert habe, die Auf-
nahmen von D.________ ebenfalls in diesem Kontext zu betrachten. Zudem habe 
der Beschuldigte nicht bewusst auf das Gesäss von D.________ fokussiert und es 
sei notorisch, dass ein eigentlicher Fokus mit einer GoPro kaum möglich sei.

Im Rahmen der Replik vom 5. März 2020 führte die Verteidigung zusammengefasst 
aus, dass das Verhalten des Beschuldigten nicht ursächlich für die Handlungen von 
D.________ gewesen sei. So habe D.________ vergleichbare Handlungen auch 
vor einem Mädchen vorgenommen und er habe teilweise auch bereits «Faxen» 
gemacht, als der Beschuldigte mit der Aufnahme begonnen habe. Sodann scheite-
re die behauptete Konditionierung auch deshalb, weil keine Hinweise bestehen 
würden, dass D.________ im Zeitraum der fraglichen Aufnahmen die väterliche 
Aufmerksamkeit begehrt habe. 

Für weitergehende Ausführungen wird auf die Berufungserklärung vom 5. Novem-
ber 2019 bzw. die Replik vom 5. März 2020 verwiesen (pag. 985 ff.; pag. 1046 ff.).

10.5.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft entgegnet im Rahmen ihrer Stellungnahme vom 
7. Januar 2020 im Wesentlichen, die fraglichen Aufnahmen seien während einer 
Zeitspanne von mehreren Jahren aufgenommen worden. Das Video, welches 
D.________ nackt und gefesselt im Garten zeige, sei im Frühling/Sommer 2015 
entstanden. Es sei nicht ersichtlich, weshalb der dazumal .________-jährige 
D.________ keine Aussagen zu der (früheren) Beziehung zu seinem Vater machen 
könne. Für eine Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo bleibe daher kein 
Raum. Zudem sei festzuhalten, dass der Beschuldigte so stark Einfluss auf 
D.________ genommen habe, dass es zu einer Konditionierung gekommen sei. 
Die Einflussnahme lasse sich aufgrund verschiedener Beispiele aufzeigen. Natür-
lich gebe es eine Phase, in welcher Kinder ihren Körper erforschen würden und 
auch am Körper der Eltern interessiert seien. Was als harmlose, kindliche Neugier 
begonnen habe, sei aufgrund der Verstärkung durch den Beschuldigten aber auf 
ein für ein Kind untypisches sexualisiertes Verhalten gesteigert worden. Der Be-
schuldigte habe durch sein Verhalten derart Einfluss auf D.________ genommen, 
dass es zu den besagten Handlungen gekommen sei.

Für weitergehende Ausführungen wird auf die Stellungnahme vom 7. Januar 2020 
verwiesen (pag. 1019 ff.).

10.6 Beweiswürdigung der Kammer

Wie unter Ziff. 10.3 hiervor bereits ausgeführt, ist im Rahmen der oberinstanzlichen 
Beweiswürdigung zu klären, ob der Beschuldigte seinen Sohn D.________ zu den 

14

in den Aufnahmen (Videos und Fotos) ersichtlichen Handlungen animiert bzw. ver-
leitet hat, ob er dabei teilweise das Gesäss von D.________ bewusst fokussiert hat 
und wann diese Aufnahmen bzw. Handlungen stattgefunden haben. Letzteres wird 
bereits an dieser Stelle behandelt, zumal es sich bei den Aufnahmen gemäss den 
Ziff. 3.1.5., 3.1.6. und 3.1.11. – 1.1.13 der Anklageschrift um dieselben Aufnahmen 
wie in den Ziff. 1.1.5., 1.1.6. und 1.1.8. – 1.1.10. der Anklageschrift handelt.

Bezüglich des Auslösers für die hier in Frage stehenden Handlungen von 
D.________ fällt zunächst auf, dass der Beschuldigte mehrfach auf eine Phase von 
D.________ verwies, wo dieser von sich aus mit seiner Nacktheit herumgeblödelt 
haben solle. So führte er – auf Vorhalt des Printscreens Beilage Nr. 18 – etwa aus, 
dass es sich um eine kindliche Phase gehandelt habe, bei welcher er (D.________) 
mit dem Stuhlgang und der Nacktheit spiele und sich präsentiere (pag. 90 Z. 468 
ff.). Auch auf den Bildern zum Poolbau habe er (D.________) von sich aus mit sei-
ner Nacktheit herumgeblödelt (pag. 92 Z. 572 f.). Dabei bestritt der Beschuldigte, 
dass insbesondere D.________ oft nackt gefilmt und fotografiert worden sei und 
führte hierzu aus, dass sie eine Kamera gekauft und diese ausprobiert hätten. Den 
Fotos würden vielleicht hunderte oder tausende Filmfragmente gegenüberstehen, 
die er nicht als verdächtig ansehe (pag. 170 
Z. 108 ff.). Auf Vorhalt, dass sich D.________ auf einigen Fotos und Videos explizit 
nackt präsentiere, entgegnete der Beschuldigte, es seien lustige Situationen im 
Garten gewesen. Sie seien im Garten gewesen und hätten Blödsinn gemacht. Er 
(D.________) habe eine Phase in der Entwicklung gehabt, wo er dies thematisiert 
habe. Er selber habe dies nicht als sexuellen Akt wahrgenommen, auch nicht in 
Bezug auf die eigene Sexualität (pag. 170 Z. 119 ff.). Auch auf Vorhalt der Bilder 
von D.________ im Zusammenhang mit dem Poolbau erklärte der Beschuldigte, 
dass ihn die Figur als solche inspiriert habe, D.________ habe aber wieder blöd 
getan und sein «Fudi» gezeigt. Es sei aber nicht die Absicht gewesen, dies zu fo-
tografieren. Er habe ihm (D.________) gesagt, er (D.________) solle auf die Folie 
gehen und sich hinlegen. Die Polizei habe nun einfach die Bilder herausgesucht, 
wo er blöd tue (pag. 182 Z. 555 ff.). Auch G.________ gab – allerdings jeweils auf 
Vorhalt entsprechender Aufnahmen – anlässlich ihrer Einvernahme zu Protokoll, 
dass D.________ öfters so Phasen gehabt habe, wo er plötzlich habe «lölen» wol-
len, z.B. «Füdle zeigen» und er dann die Hosen heruntergezogen habe (pag. 256 
Z. 163 ff.). In dieser Phase habe er (D.________) irgendwie seinen Körper selbst 
kennenlernen, an sich herumexperimentieren und dies dann den Eltern zeigen wol-
len (pag. 258 Z. 274 ff.) bzw. es habe eine Zeit gegeben, wo es bei D.________ 
Thema gewesen sei, sich so zu präsentieren (pag. 259 Z. 342). D.________ habe 
sich in dieser Phase gerne so gezeigt (Beilage Nr. 19 zur delegierten Einvernahme 
vom 14. Juni 2016), habe die Hosen heruntergelassen und sich so präsentiert. Er 
habe sich auch gerne selber «aglängt» (pag. 259 Z. 326 ff.). Sowohl der Beschul-
digte als auch G.________ sprachen demnach übereinstimmend von dieser «Pha-
se» von D.________. 

Es ist auch der Kammer bekannt, dass es bei Kindern eine Phase gibt, in welcher 
sie an ihren eigenen Körpern interessiert sind und allenfalls auch an denjenigen ih-
rer Eltern. Die vorliegenden Fotografien und Videos imponieren indes durch ein 
ungewöhnlich sexualisiertes Verhalten von D.________. Dass gerade auch Filmen 

15

und Fotografieren einen Einfluss auf das Verhalten eines Kindes haben können – 
wie dies im Rahmen der Berufungsbegründung vorgebracht wird – ist ebenfalls all-
gemein bekannt. Das Ausmass des sexualisierten Verhaltens von D.________ 
geht jedoch klar über ein entsprechend «übliches» Verhalten hinaus. Der Beschul-
digte erkannte den Einfluss der Kamera selber: «Ich denke, es hat möglicherweise 
schon einen Einfluss auf das Verhalten des Kindes, wenn man es filmt.» (pag. 171 
Z. 135 f.). Auf Vorhalt eines Fotos, welches den grundsätzlich angezogenen 
D.________ mit freigelegtem Penis zeigt (pag. 232), gab der Beschuldigte dann 
auch zu Protokoll, dass die lustige Situation durch den Einsatz der Kamera noch 
gesteigert worden sei: «Da ich die Kamera ständig in der Hand habe, hat er sich 
vielleicht motiviert gefühlt, etwas Lustiges zu machen» (pag. 184 Z. 625 ff.). Auch 
das Video, welches D.________ nackt im Garten herumkriechend zeigt, sei ent-
standen, «Weil es lustig war. Es macht es ja noch lustiger, wenn man gefilmt wird. 
Wie soll ich das sagen.» (pag. 185 Z. 667 f.). So sei das Filmen «nur zur Steige-
rung des Spasses des Spiels für D.________ gewesen» (pag. 89 Z. 394 f.). Dass 
sein Filmen bzw. Fotografieren einen Einfluss auf das sexualisierte Verhalten von 
D.________ hatte bzw. er die entsprechenden Situationen damit auch förderte, 
muss dem Beschuldigten nach dem Gesagten bewusst gewesen sein. Merkwürdig 
mutet in diesem Zusammenhang auch an, dass der Beschuldigte – auf Vorhalt ei-
ner Fotografie, in welcher D.________ sein Gesäss in Richtung Kamera streckt 
und die Pobacken stark auseinanderzieht (pag. 156) – einerseits angab, er 
(D.________) habe vielleicht etwas provozieren wollen, das Verhalten sei eigenar-
tig. Das Verhalten müsse weiter abgeklärt werden (pag. 184 Z. 640 ff.). Anderer-
seits der Beschuldigte aber offenbar weiterhin entsprechende Aufnahmen machte, 
obwohl er das Verhalten selber als «eigenartig» bezeichnete (pag. 184 Z. 651 ff.). 
Wann der Beschuldigte ein Verhalten «eigenartig» fand (so ausgesagt betreffend 
Bild auf pag. 156) und wann «lustig» (so ausgesagt betreffend Bild auf pag. 232) 
erschliesst sich der Kammer nicht. Fest steht jedoch, dass es der Beschuldigte 
auch in einer von ihm als «eigenartig» bezeichneten Situation nicht unterliess, 
D.________ zu filmen und ihn damit in seinen sexualisierten Verhaltensweisen zu 
bestärken bzw. diese zu normalisieren.

Wie es zu den besagten Handlungen gekommen ist, zeigen die vorliegenden Auf-
nahmen nicht. Auffallend ist jedoch – wie dies bereits die Vorinstanz festgehalten 
hat – dass sich D.________ im Laufe der Zeit immer offensiver vor der Kamera 
zeigte und etwa auf den Fotos «24042011352.jpg» (pag. 158) oder 
«IMG_4032.JPG» (pag. 153) seinen Penis bzw. auf dem Foto «GOPR2450.JPG» 
(pag. 156) sein Gesäss direkt für die Kamera präsentierte, während er in – offen-
sichtlich – älteren Videos noch keine derart auffälligen Verhaltensweisen zeigte 
bzw. über ein «normales» Schamgefühl verfügte, in dem er etwa seine Kleider 
zurückverlangte (Video «18022011015.mp4»; pag. 402; Screenshots pag. 140) 
oder etwa eine abwehrende Bewegung gegen die Kamera machte und den Be-
schuldigten bat, mit dem Filmen aufzuhören (Video «000773.avi» pag. 402; 
Screenshots pag. 139). Das ungewöhnliche Verhalten von D.________ ist weiter 
auch auf den von der Verteidigung eingereichten Videos erkennbar. Darauf ist zu 
sehen, wie er ein etwa gleichaltriges Mädchen beim Duschen filmt. Während 
D.________ filmt, ist keine sexualisierte Kameraführung zu erkennen. So nimmt 

16

D.________ keine entsprechende Fokussierung auf die Geschlechtsteile des Mäd-
chens vor. Als jedoch das besagte Mädchen die Kamera übernimmt und 
D.________ gefilmt wird, zeigt dieser wiederum das bereits in den vom Beschuldig-
ten gemachten Aufnahmen offensive und auffällige Verhalten. So beginnt er etwa 
an seinem Penis herumzuspielen und spreizt sein Gesäss in merkwürdiger Weise 
in die Kamera (pag. 747). Dass entsprechendes Verhalten nicht gewöhnliches 
«Herumblödeln» darstellt, wird nicht zuletzt auch dadurch klar, dass die ebenfalls 
anwesende G.________ das Verhalten hörbar kritisiert. Insofern ist auch davon 
auszugehen, dass G.________ die ähnlichen Verhaltensweisen von D.________, 
welche nunmehr beurteilt werden sollen (Ziff. 1.1.5., 1.1.6., 1.1.8. –1.1.10. der An-
klageschrift), ebenfalls kritisiert hätte, wäre sie anwesend gewesen. Allerdings wa-
ren ihr die besagten Aufnahmen vor ihrer Einvernahme mehrheitlich unbekannt 
(etwa pag. 256 Z. 168; pag. 258 Z. 280; pag. 259 Z. 338). Auch dies scheint in An-
betracht der Umstände, dass es sich – gemäss Aussagen des Beschuldigten – um 
«normale» Aufnahmen gehandelt habe (welche die alltäglichen Situationen festge-
halten haben sollen), doch merkwürdig. Schliesslich waren die besagten Aufnah-
men zumindest für die Kindsmutter nicht über alle Zweifel erhaben, gab sie doch 
selber an, dass sie zumindest die Aufnahmen mit der Fokussierung auf die Ge-
schlechtsteile nicht aufbewahren bzw. wieder löschen (pag. 257 Z. 237 f.) respekti-
ve Solches gar nicht erst filmen würde (Aufnahme, bei der D.________ sein ge-
spreiztes Gesäss in die Kamera streckt [pag. 259 Z. 333; pag. 286]). Zwar zeigen 
die entsprechenden Aufnahmen auch auf, dass sich D.________ nicht nur dann 
auffällig verhält, wenn der Beschuldigte filmt bzw. fotografiert. Daraus lassen sich – 
entgegen der Auffassung der Verteidigung – aber noch keine endgültigen Schlüsse 
ziehen. D.________ wurde über mehrere (prägende) Jahre in seinem sexualisier-
ten Verhalten vor der Kamera bestärkt, indem es vom Beschuldigten aufgenommen 
bzw. fotografiert wurde und dieser das Verhalten von D.________ als angeblich 
«normale Phase» bzw. «lustig» empfunden hat, aber auch vom Filmen einer (von 
ihm selber) als «eigenartig» bezeichneten Situation nicht Halt gemacht hat. Es er-
scheint daher nicht ungewöhnlich, dass D.________ – sobald eine Kamera auf ihn 
gerichtet wird – die mehrheitlich eben als «lustig» geförderten Verhaltensweisen 
zeigt und seine sexualisierten Handlungen nicht richtig einzuschätzen vermag. 
Auch die Kammer geht davon aus, dass das Verhalten von D.________ vor der 
Kamera Anzeichen einer Konditionierung aufweist.

Den Aussagen von D.________ anlässlich seiner Videobefragung vom 14. Juni 
2016 (pag. 299) kann entnommen werden, dass dieser auf die Frage nach dem 
Verhältnis zu seinem Vater offensichtlich betroffen reagierte und aussagte, er wün-
sche sich, dass sein Vater mehr zu Hause sei (Videobefragung, ab 16:46:30) bzw. 
er mit seinem Vater mehr unternehmen könne (Videobefragung, ab 16:55:57; 
D.________ kämpft hierbei sichtlich mit den Tränen). Entgegen der Auffassung der 
Vorinstanz kann daraus aber nicht ohne Weiteres geschlossen werden, dass 
D.________ – auch in der Vergangenheit – eine angespannte Beziehung zu sei-
nem Vater hatte und sich dessen Aufmerksamkeit ersehnte. So fand die besagte 
Befragung erst im Juni 2016 statt und zwischenzeitlich bekamen der Beschuldigte 
und G.________ ein weiteres Kind (E.________, geb. .________) – was bekann-
termassen auch einen Einfluss auf die Aufmerksamkeit der Eltern gegenüber älte-

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ren Geschwistern haben kann. Dennoch ist davon auszugehen, dass D.________ 
mit seinem Verhalten vor der Kamera die Aufmerksamkeit seines – sich meist hin-
ter der Kamera befindlichen Vaters – gewinnen wollte. Anders ist kaum zu erklären, 
weshalb er etwa sein gespreiztes Gesäss explizit der Kamera entgegenstreckte 
bzw. seinen Penis offensiv der Kamera präsentierte. Der Beschuldigte fand dies ja 
auch «lustig» bzw. teilweise «eigenartig», filmte aber dennoch weiter. Damit 
schenkte der Beschuldigte D.________ die von ihm gesuchte Aufmerksamkeit. 
Auffallend ist weiter, dass D.________ im Rahmen seiner 
Videobefragung stets bemüht war, seinen Vater bzw. den Beschuldigten nicht zu 
belasten. So gab er etwa an, sich nicht mehr an das Fesselungsvideo zu erinnern, 
obwohl dieses im Zeitpunkt der Befragung erst rund ein Jahr alt war. Demgegenü-
ber bestritt er bestimmt, von seinem Vater in einer ihm unangenehmen Weise 
berührt worden zu sein (Videobefragung, ab 16:48:30) und dass dieser mehr als 
nur harmlose Babyfotos von ihm gemacht habe (Videobefragung, ab 16:51:09). 
Insbesondere die Reaktion von D.________ auf das fragliche Fesselungsvideo 
zeigt jedoch, dass er sich nicht nur der Brisanz des fraglichen Videos, sondern 
auch der Gesamtsituation seines Vaters bzw. des Beschuldigten (laufendes Straf-
verfahren) bewusst gewesen sein musste. Ansonsten wäre es kaum erklärbar, 
dass er sich an dazumal relativ junge Vorkommnisse (Fesselungsvideo) angeblich 
nicht zu erinnern vermochte, jegliche Umstände, die seinen Vater bzw. den Be-
schuldigten in irgendeiner Form belasten könnten, hingegen übereifrig – und teil-
weise vor Beendigung der Frage – verneinte. Eine entsprechende Tendenz zeigt 
denn auch seine Reaktion auf die Frage, ob sich seine Eltern teilweise auch nackt 
bzw. ohne Badehosen im Garten bzw. im Pool aufhalten würden («manchmal auch 
ohne, aber da weiss ich nicht genau wie das ist», Videobefragung ab 16:52:28). 
Die Antwort von D.________ erweckt den Eindruck, als wäre er sich nicht sicher, 
ob dies üblich bzw. in Ordnung ist, weshalb er dann auch etwas relativiert.

Der Beschuldigte bestreitet im Rahmen seiner Berufungsbegründung weiter, das 
Gesäss von D.________ bewusst fokussiert zu haben, solches sei bei der Auf-
nahme mit einer GoPro kaum möglich. Dem ist zunächst entgegenzuhalten, dass 
nicht ohne Weiteres als erstellt gelten kann, dass die besagten Aufnahmen (Ziff. 
1.1.5., 1.1.6. und 1.1.9. der Anklageschrift) allesamt mit einer GoPro aufgenommen 
wurden. Die sich in den Akten befindlichen Aufnahmen mit der GoPro weisen eine 
entsprechende Signatur auf (etwa «GOPR8344.MP4», «GOPR8347.MP4» oder 
«GOPR8346.MP4» [pag. 76]; Hervorhebungen durch die Kammer). Eine solche 
Signatur findet sich allerdings nur bei der Aufnahme gemäss Ziff. 1.1.9. der Ankla-
geschrift («GOPR2450.JPG»; pag. 156). Die übrigen hier in Frage stehenden Auf-
nahmen weisen eine andere Signatur auf: «CLIP0071.AVI» (pag. 141; Ziff. 1.5.1. 
der Anklageschrift) und «CLIP000802.avi» (pag. 143; Ziff. 1.6.1. der Anklage-
schrift). Weiter kann in Übereinstimmung mit der Vorinstanz auch festgehalten 
werden, dass durch die Positionierung einer Kamera eine Fokussierung auf gewis-
se Bereiche möglich ist, auch wenn diese über kein Display bzw. über keine Zoom-
Funktion verfügt. Dies gilt umso mehr, als es sich bei den in Frage stehenden Auf-
nahmen um Nahaufnahmen handelt, welche – mangels Zoom-Funktion – erfordert 
haben, dass die Kamera relativ nah an die entsprechenden Körperteile herange-
führt werden musste, da aufgrund des bekanntermassen weiten Winkels der GoPro 

18

(so sprach auch der Beschuldigte von einem 180 Grad Winkel; pag. 89 Z. 398) an-
sonsten auch die übrige Umgebung hätte sichtbar sein müssen (insbesondere be-
treffend die Aufnahmen in Ziff. 1.1.5. und 1.1.6. der Anklageschrift; pag. 402). Dass 
eine differenzierte Fokussierung ohne Display und Zoom-Funktion möglich ist, zeigt 
sich im Übrigen auch an der Aufnahme «GOPR8346.MP4», in welcher der 
gefesselte D.________ zunächst in der Gartenumgebung gefilmt wird und darauf-
hin eine klare Fokussierung auf sein Gesäss sowie auf seinen Penis erfolgt (Sek. 
15-19 und 39 ff.; pag. 76). Der Argumentation des Beschuldigten, wonach eine be-
wusste Fokussierung mit der GoPro nicht möglich sei, kann demnach nicht gefolgt 
werden. Nach dem Gesagten geht auch die Kammer – in Übereinstimmung mit der 
Vorinstanz – davon aus, dass der Beschuldigte das Gesäss von D.________ in 
den besagten Aufnahmen explizit und damit bewusst fokussiert hat.

Die Vorinstanz hat sich zum Alter der Aufnahmen bzw. deren Herstellungsdatum 
nicht geäussert. Gemäss Ziff. 1.1.5. und 1.1.6. der Anklageschrift sind Erstellungs-
datum und Alter von D.________ betreffend die Aufnahmen «CLIP0071.AVI» und 
«000802.avi» unbekannt. Die Fotos von D.________ auf der blauen Abdeckung 
(Ziff. 1.1.8. der Anklageschrift) seien vermutungsweise im Frühling/Sommer 2011 
erstellt worden und die Fotos gemäss Ziff. 1.1.9. und 1.1.10. der Anklageschrift 
vermutlich am 13. Juli 2012 (Ziff. 1.1.9.) bzw. am 15. Oktober 2013 (Ziff. 1.1.10.). 

Auf Frage, wann die Aufnahmen von D.________ im Pool entstanden seien, erklär-
te der Beschuldigte, er müsse nachschauen, wann der Pool gebaut worden sei. Er 
verwies zudem auf das Herstellungsdatum der Dateien 2011 (pag. 182 Z.567 f.). 
Weshalb das Bild «24042011352.jpg» (D.________ nackt auf blauer Plane, hält mit 
beiden Händen seinen Penis fest und präsentiert diesen) einmal mit Herstellungs-
datum 1. Juni 2012 (pag. 158) und einmal mit Herstellungsdatum 24. April 2011 
(pag. 270) abgespeichert ist, konnte sich auch der Beschuldigte nicht erklären. Er 
gab hierzu an, dass es vielleicht ein neues Datum gebe, wenn man es in eine Zwi-
schenablage tue. Ob dies so sei, wisse er auch nicht (pag. 182 Z. 575 f.). 
D.________ sei in dieser Phase vielleicht 6-8 Jahre alt gewesen (pag. 183 Z. 612). 
Auf Vorhalt der Aufnahmen gemäss pag. 232 und pag. 233 und der Bemerkung 
hierzu, D.________ sei bei diesen Aufnahmen älter («8, 9 oder 10 Jahre»), erklärte 
der Beschuldigte, dies sei in dieser Phase gewesen (pag. 184 Z. 640). Wann das 
Fesselungsvideo im Garten entstanden sei, wisse er nicht mehr genau, 
D.________ sei dabei glaublich älter gewesen (pag. 185 Z. 671). G.________ gab 
diesbezüglich zu Protokoll, dass D.________ öfters so Phasen gehabt habe, wo er 
plötzlich habe «lölen» wollen, z.B. «Füdle zeigen». Diese Phasen habe er gehabt, 
als er kleiner gewesen sei bzw. vom Kindergarten bis in die erste Klasse (pag. 256 
Z. 162 ff.). Bezüglich der Aufnahme gemäss 
Ziff. 1.1.5. der Anklageschrift gab G.________ zu Protokoll, D.________ sei da-
mals noch kleiner gewesen, er dürfte im Kindergarten gewesen sein, als das Video 
entstanden sei (pag. 259 Z. 303 f.). Zu der Aufnahme gemäss Ziff. 1.1.6. der An-
klageschrift führte G.________ aus, dass dies eine Phase gewesen sei, wo 
D.________ sich gerne so gezeigt, die Hosen heruntergelassen und sich so prä-
sentiert habe (pag. 259 Z. 327 f.). Bei den Aufnahmen im Pool dürfte D.________ 
in der 1./2. Klasse gewesen sein (pag. 256 Z. 184 ff.; Anklageschrift Ziff. 1.1.8.). Zu 
der Aufnahme gemäss Ziff. 1.1.9. der Anklageschrift führte G.________ lediglich 

19

aus, dass diese auch D.________ zeige und im Garten entstanden sei, sie nehme 
an, dass der Beschuldigte diese gemacht habe (pag. 260 Z. 377 ff.). Die Aufnahme 
von D.________ gemäss Ziff. 1.1.10. der Anklageschrift sei schon älter (pag. 260 
Z. 382). Betreffend den übrigen ihr vorgehaltenen Aufnahmen führte G.________ 
weiter aus, dass die Aufnahme gemäss Beilage Nr. 7 (grundsätzlich angezogener 
D.________ mit freigelegtem Penis; pag. 269) schätzungsweise entstanden sein 
könnte, als D.________ anfangs zweite Klasse gewesen sei (pag. 256 Z. 178 ff.). 
Auf Vorhalt des Videos des gefesselten D.________ im Garten gab G.________ 
an, dieses sei kürzlich entstanden, es müsse letzten Sommer (demnach im Som-
mer 2015) gewesen sein (pag. 257 Z. 223 f.). Bei der Aufnahme gemäss Beilage 
Nr. 15 (D.________ auf der Toilette; pag. 282) sei D.________ vermutlich im 2. 
Kindergartenjahr gewesen (pag. 258 Z. 274 f.), bei der Aufnahme gemäss Beilage 
Nr. 16 (nackter D.________ stehend; pag. 283) ca. in der 1 Klasse, dies sei vor 
dem Haareschneiden gewesen (pag. 258 Z. 290 f.). Die Aussagen von 
G.________ fielen grundsätzlich konstant und in sich stimmig aus. Ein Widerspruch 
besteht einzig hinsichtlich der Frage, ob im Zeitpunkt des Fesselungsvideos im 
Garten (pag. 274) Freunde von D.________ anwesend gewesen sind. G.________ 
gab hierzu an, das Video sei kürzlich bei ihr im Haus entstanden, D.________ habe 
zwei Kollegen zu Besuch gehabt und sie hätten das Gefühl gehabt, Kabelbinder zu 
verwenden (pag. 257 Z. 223 ff.). Der Beschuldigte konnte sich demgegenüber nicht 
vorstellen, dass zwei Kollegen von D.________ anwesend gewesen sein sollen 
(pag. 185 Z. 693 f.). Im Übrigen stimmen die Aussagen von G.________ und dem 
Beschuldigten betreffend die zeitliche Einordnung der «Phase» von D.________ 
aber in etwa überein. Beide gaben übereinstimmend zu Protokoll, diese sei zwi-
schen dem Kindergarten und der ersten/zweiten Klasse von D.________ gewesen 
bzw. als er zwischen 6-8 Jahre alt gewesen sei. Entgegen der Auffassung der Ge-
neralstaatsanwaltschaft geht die Kammer nicht davon aus, dass die Aussagen von 
G.________ – einzig gestützt auf den Widerspruch betreffend das Fesselungsvideo 
– unglaubhaft sind und entsprechend nicht darauf abgestellt werden kann. Viel-
mehr gab G.________ zu Protokoll, wenn sie etwas nicht mehr wusste bzw. sich 
unsicher war (etwa pag. 258 Z. 296; pag. 259 Z. 326, Z. 349) und sie versuchte 
auch nicht, den Beschuldigten übermässig zu entlasten. So gab sie auf Frage, ob 
es für sie okay sei, dass man ein Kind so filme, etwa an: «Diese Frage habe ich mir 
noch gar nicht gestellt. Es ist in meinem Kopf noch gar nicht angekommen. Ich 
würde es sicher nicht filmen» (pag. 259 Z. 332 ff.). Zudem erkundigte sie sich be-
treffend die Bilder von D.________ auf der blauen Abdeckung auch danach, ob der 
Beschuldigte diese veröffentlicht habe (pag. 258 Z. 260). Hinweise auf das Alter 
besagter Aufnahmen bzw. den Zeitpunkt der fraglichen Handlungen von 
D.________ geben sodann (teilweise) auch die vermerkten Erstellungsdaten. Be-
treffend die Aufnahmen gemäss den Ziff. 1.1.5. und 1.1.6. der Anklageschrift sind 
allerdings keine solchen Daten ersichtlich. Entsprechend wird das Erstellungsda-
tum und das Alter von D.________ in der Anklageschrift auch als «unbekannt» be-
zeichnet. Die Vorinstanz hat sich hierzu nicht geäussert. Aus den besagten Auf-
nahmen lassen sich keine Hinweise auf ein etwaiges Alter von D.________ ent-
nehmen, sein Gesicht ist darauf nicht zu erkennen. Es ist daher – wie dies die Ver-
teidigung zu Recht vorbringt – in dubio davon auszugehen, dass die Aufnahmen 

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bereits im Kindergartenalter von D.________ und damit vor dem 29. Januar 2012 
aufgenommen wurden (am 29. Januar 2012 wäre D.________ bereits .________ 
Jahre alt gewesen). Dass die Aufnahmen gemäss der Anklageziffer 1.1.8. im April 
2011 bzw. am 24. April 2011 erstellt wurden, wird vom Beschuldigten nicht bestrit-
ten. Darauf deutet im Übrigen auch der Pfad besagter Aufnahmen 
(\aa_Acer_Backup \Daten_Medien\Bilder \A_N97\2011\2011-4; Hervorhebung 
durch die Kammer) und das bei der Aufnahme «2404201352.jpg» (pag. 270) vor-
handene Erstellungsdatum (24. April 2011) hin. Sodann hatte D.________ auf be-
sagten Aufnahmen bereits kurze Haare (vgl. Aussage von G.________, wonach 
D.________ in der ersten Klasse die Haare geschnitten habe; pag. 258 Z. 290 f.) 
und scheint auch deutlich älter als etwa im Video auf der Toilette (vgl. Screenshots 
auf pag. 139), wo er gemäss Aussagen von G.________ vermutlich im 2. Kinder-
gartenjahr gewesen sei (pag. 258 Z. 274 f.). Soweit die Aufnahme 
«2404201352.jpg» in den Akten auch mit Erstellungsdatum 1. Juni 2012 zu finden 
ist (pag. 158; pag. 229), stellt sich die Frage nach einer allfälligen Bearbeitung (vgl. 
Ziff. 11.6 hiernach). Gemäss Bildreport des Fachbereichs Digitale Forensik (FDF) 
der Kantonspolizei Bern wurde die Aufnahme gemäss Ziff. 1.1.9. der Anklageschrift 
am 13. Juli 2012 um 09:46:52 Uhr erstellt. Das Gesicht von D.________ ist darauf 
zwar nicht erkennbar, allerdings deutet sein Körperbau darauf hin, dass dieser zu-
mindest älter als im Video auf der Toilette ist, wo er sich gemäss Aussagen von 
G.________ vermutlich im 2. Kindergartenjahr befunden habe (vgl. Screenshots 
auf pag. 139; pag. 258 Z. 274 f.). Sodann passt das Erstellungsdatum der Aufnah-
me (13.07.2012) auch in den von G.________ und vom Beschuldigten angegebe-
nen Zeitraum für die «Phase» von D.________, zumal Letzterer am 13. Juli 2012 
.________ Jahre alt gewesen ist. Entsprechend bleibt für die Anwendung des 
Grundsatzes in dubio pro reo – wie dies die Verteidigung verlangt – kein Raum und 
es ist auf das Erstellungsdatum (13.07.2012) abzustellen. Schliesslich ist betref-
fend die Aufnahme gemäss Ziff. 1.1.10. der Anklageschrift (pag. 153) festzuhalten, 
dass diese gemäss Bildreport des FDF am 15. Oktober 2013 um 12:50:57 Uhr er-
stellt wurde. D.________ war dazumal .________ Jahre alt. Auch dieses Alter liegt 
noch in der von G.________ und dem Beschuldigten übereinstimmend geschilder-
ten «Phase» von D.________ (Kindergartenalter bis erste/zweite Klasse bzw. Alter 
von 6-8 Jahren). Zudem hatte D.________ bereits kurze Haare, was gemäss Aus-
sagen von G.________ wiederum darauf hindeutet, dass dieser mindestens in der 
ersten Klasse gewesen ist. Schliesslich ist D.________ auch deutlich älter als etwa 
auf der Aufnahme, wo er sich auf der Toilette befindet (vgl. Screenshots auf pag. 
139; gemäss G.________ vermutlich im 2. Kindergartenjahr; pag. 258 Z. 274 f.). Es 
ist daher auch hier – entgegen der Auffassung der Verteidigung – nicht davon aus-
zugehen, dass die besagte Aufnahme im Kindergartenalter von D.________ bzw. 
vor dem 29. Januar 2012 entstanden ist. Vielmehr erachtet die Kammer das Datum 
gemäss Bildreport als massgebend (15.10.2013).

Schliesslich sind – entgegen der Auffassung der Verteidigung – auch die übrigen 
Lebensumstände des Beschuldigten zu berücksichtigen. So hat sich dieser in der 
fraglichen Zeit unbestrittenermassen in diversen einschlägigen Chats aufgehalten 
und ein grosses Interesse an sexuellen Inhalten mit Minderjährigen bzw. Kindern 
gezeigt. Entsprechendes umfangreiches Bildmaterial und einschlägige Chatproto-

21

kolle sind den vorliegenden Akten zu entnehmen. Ein Schuldspruch hierfür (Ziff. III. 
2. Absatz 1 des erstinstanzlichen Dispositivs) ist mangels Anfechtung denn auch in 
Rechtskraft erwachsen. Auch wenn die sexuellen Interessen des Beschuldigten für 
sich alleine noch nicht direkt auf ein Interesse des Beschuldigten an den fraglichen 
Handlungen von Sohn D.________ schliessen lassen, so sind sie – wie bereits von 
der Vorinstanz festgehalten – dennoch als Indiz hierfür zu werten. So bewegte sich 
der Beschuldigte unbestrittenermassen im fraglichen Milieu und sein Sohn bzw. 
D.________ war denn auch mehrfach Gesprächsthema in den einschlägigen Chat-
foren mit eindeutig sexualisiertem Inhalt (etwa Chat mit «guestguest1200», pag. 
366 ff.; Chat mit «guest», pag. 376 ff.). Auf die Fragen bzw. Anweisungen eines 
Chatpartners: «take me to see yr boy», «can i see yr boy» und «can you take cam 
to him» antwortete der Beschuldigte dann etwa auch: «no mam is there» (pag. 
377). D.________ wurde demnach auch in einem sexualisierten Kontext themati-
siert. Auch dies stellt ein recht eindeutiges Indiz dafür dar, dass der Beschuldigte 
an den fraglichen Handlungen von D.________ interessiert war – wenn unter Um-
ständen auch nur im Sinne eines allfälligen Gesprächsstoffs für die einschlägigen 
Chatforen. Dass die zur Beurteilung stehenden Aufnahmen von D.________ in den 
einschlägigen Chats auch ausgetauscht worden wären, ist hingegen nicht erstellt.

10.7 Beweisergebnis

Nach dem Gesagten erachtet es die Kammer als erstellt, dass der Beschuldigte auf 
seinen Sohn D.________ bzw. dessen Verhalten Einfluss nahm, indem er ihn im-
mer wieder filmte, ihm hiermit die ersuchte Aufmerksamkeit schenkte und ihn damit 
darin bestärkte, die fraglichen Handlungen vor der Kamera auszuführen bzw. sich 
in den entsprechenden Positionen vor der Kamera zu präsentieren. Dabei fokus-
sierte der Beschuldigte betreffend die Aufnahmen gemäss Ziff. 1.1.5., 1.1.6. und 
1.1.9. bewusst das Gesäss von D.________ – was durch eine entsprechende Posi-
tionierung der Kamera ohne Weiteres möglich ist, selbst bei Aufnahmen mit einer 
GoPro Hero 2. Die Aufnahmen gemäss den Ziff. 1.1.9. und 1.1.10. sind gemäss 
Beweisergebnis nach dem 29. Januar 2012 entstanden (13. Juli 2012 und 15. Ok-
tober 2013) und die Aufnahmen gemäss Ziff. 1.1.8. der Anklageschrift im April 
2011. 

Betreffend die Aufnahmen gemäss den Ziff. 1.1.5. und 1.1.6. der Anklageschrift ist 
in Anwendung des Grundsatzes in dubio pro reo davon auszugehen, dass diese im 
Kindergartenalter von D.________ und damit vor dem 29. Januar 2012 entstanden 
sind.

11. Vorwurf der Pornografie

11.1 Ziff. 3.1.5., 3.1.6. und 3.1.11. – 3.1.14. der Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, dass er in der Zeit von 2008 bis zum 18. Ju-
ni 2015 (erste Hausdurchsuchung) pornografische Erzeugnisse hergestellt und be-
sessen habe, auf denen sein Sohn D.________ zu sehen sei (pag. 700 ff.).

11.2 Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz hielt im Rahmen ihrer Beweiswürdigung fest, dass der Bestand und 
Inhalt der entsprechenden Videos und Fotos sowie der Umstand, dass diese durch 

22

den Beschuldigten aufgenommen worden seien, unbestritten sei. Auch ohne Dis-
play sei nach der allgemeinen Lebenserfahrung offenkundig, dass durch die Positi-
onierung der Kamera auf gewisse Bereiche fokussiert werden könne, dies gelte 
umso mehr, als es sich bei den zu beurteilenden Aufnahmen jeweils um Nahauf-
nahmen handle. Es sei daher vom angeklagten Sachverhalt auszugehen (S. 16 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 843).

11.3 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Vorliegend ist wiederum unbestritten, dass der Beschuldigte die besagten Video- 
und Fotoaufnahmen von D.________ erstellte. Bestritten ist demgegenüber, dass 
der Beschuldigte das Gesäss von D.________ bewusst mit der Kamera fokussiert 
habe, die Aufnahme gemäss Ziff. 3.1.11. der Anklageschrift durch den Beschuldig-
ten bearbeitet und im Rahmen der Aufnahme gemäss Ziff. 3.1.14. der Anklage-
schrift der Name «J.________ / K.________» genannt worden sei. Wiederum ist – 
wie bereits in Ziff. 10.3 hiervor erwähnt – ferner bestritten, dass die Aufnahmen 
hinsichtlich der Anklagepunkte 3.1.5. – 3.1.6. sowie 3.1.11. – 3.1.13. nach dem 29. 
Januar 2012 entstanden seien.

Soweit der Beschuldigte bestreitet, pornografisches Material erstellt zu haben, ist 
auf die rechtliche Würdigung zu verweisen.

11.4 Beweismittel

Für die relevanten Beweismittel kann auf Ziff. 10.4 hiervor verwiesen werden. 

Dabei ist, ergänzend zu den hiervor speziell genannten Beweismitteln, auch die Vi-
deoaufnahme «GOPR8346.MP4» zu beachten (pag. 76; Screenshots pag. 131). 
Die massgebenden Beweismittel werden – soweit erforderlich – direkt im Rahmen 
der Beweiswürdigung durch die Kammer behandelt (vgl. Ziff. 11.6 hiernach). 

11.5 Vorbringen der Parteien

11.5.1 Vorbringen der Verteidigung

Die Verteidigung verweist betreffend die Aufnahmen gemäss den Vorwürfen in den 
Ziffern 3.1.5. – 3.1.6. und 3.1.11. – 3.1.13. auf die Beweiswürdigung im Rahmen 
der Vorwürfe der sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss den Ziffern 1.1.5. – 
1.1.6. und 1.1.8. – 1.1.10. Die Aufnahmen würden Szenen wiedergeben, in welcher 
sich D.________ spielerisch und spontan in einer für Kinder im entsprechenden Al-
ter grundsätzlich nicht ungewöhnlichen Weise mit seiner Nacktheit auseinanderset-
ze. Auch sei das Gesäss von D.________ nicht fokussiert worden. Zudem seien 
keine Hinweise ersichtlich, welche für eine Bearbeitung des Fotos gemäss Tatvor-
wurf 3.1.11. sprechen würden. Als Beweisergebnis sei zum Anklagepunkt Ziff. 
3.1.14. festzuhalten, dass G.________ anlässlich der fraglichen Szene auch anwe-
send gewesen sei und es D.________ lustig gefunden habe, nackt im Garten her-
umzukriechen. Der Beschuldigte habe sich entschieden, diese Szene zu filmen, 
wie er auch sonst zahlreiche, alltägliche Familiensituationen gefilmt habe. Er habe 
dabei in keiner Weise auf D.________ eingewirkt und in keiner Weise das Gesäss 
oder den Penis von D.________ fokussiert. Die Aussage des Beschuldigten, wo-
nach er die Aufnahme «L.________» schicke, sei offensichtlich aus Spass gemeint 
gewesen. Es seien weiter keine Beweise ersichtlich, welche für eine Bearbeitung 

23

der Aufnahme gemäss Ziff. 3.1.11. der Anklageschrift an sich, geschweige denn für 
eine Bearbeitung durch den Beschuldigten sprechen würden. In Anwendung des 
Grundsatzes in dubio pro reo sei daher davon auszugehen, dass dieser das Foto 
nicht bearbeitet habe.

Für weitergehende Ausführungen wird auf die Berufungserklärung vom 5. Novem-
ber 2019 verwiesen (pag. 985 ff.).

11.5.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Für die von der Generalstaatsanwaltschaft im Rahmen ihrer Stellungnahme vom 
7. Januar 2020 gemachten materiellen und formellen rechtlichen Ausführungen 
bzw. zu der von der Verteidigung beantragten Einstellung des Verfahrens (in den 
Anklagepunkten Ziff. 3.1.5., 3.1.6. und 3.1.11. – 3.1.13.) wird auf Ziff. 7 hiervor bzw. 
Ziff. 13 hiernach verwiesen.

11.6 Beweiswürdigung der Kammer

Wie unter Ziff. 10.6 hiervor bereits erwähnt, entsprechen die Aufnahmen gemäss 
den Ziff. 3.1.5., 3.1.6. und 3.1.11. bis 3.1.13. den hiervor behandelten Aufnahmen 
der Anklageziffern 1.1.5., 1.1.6. und 1.1.8. bis 1.1.10. Bezüglich der Frage, ob der 
Beschuldigte bewusst das Gesäss von D.________ fokussiert hat (Ziff. 3.1.5., 
3.1.6. und 3.1.12.), kann auf die Ausführungen hiervor verwiesen werden (Ziff. 
10.6). Dasselbe gilt hinsichtlich des Zeitpunkts bzw. der Erstellung der Aufnahmen 
gemäss den Ziff. 3.1.5., 3.1.6. und 3.1.11. bis 3.1.13. Nachfolgend ist daher ledig-
lich noch die Frage zu klären, ob die Aufnahme gemäss Ziff. 3.1.11. der Anklage-
schrift durch den Beschuldigten bearbeitet und im Rahmen der Aufnahme gemäss 
Ziff. 3.1.14. das Gesäss bzw. der Penis von D.________ bewusst fokussiert wurde 
sowie ob anlässlich besagter Aufnahme der Name «J.________ / K.________» ge-
fallen ist.

Gemäss Ziff. 10.6 f. hiervor gilt als erstellt, dass die fragliche Aufnahme 
«24042011352.jpg» (Ziff. 1.1.8. bzw. 3.1.11. der Anklageschrift) am 24. April bzw. 
im April 2011 erstellt wurde. Allerdings findet sich die besagte Aufnahme auch mit 
Erstellungsdatum 1. Juni 2012 in den Akten (pag. 229). Es stellt sich daher die 
Frage nach einer allfälligen Bearbeitung der ursprünglichen Aufnahme. Die 
Vorinstanz hat sich im Rahmen ihrer Urteilsbegründung nicht zu dieser Frage 
geäussert. Der Beschuldigte konnte sich die abweichenden Erstellungsdaten nicht 
erklären. So gab er hierzu an, dass es vielleicht ein neues Datum gebe, wenn man 
es in eine Zwischenablage tue. Ob dies so sei, wisse er auch nicht (pag. 182 Z. 
575 f.). Vorweg ist festzuhalten, dass der Beschuldigte selber angab, sich künstle-
risch zu betätigen und von ihm gemachte Aufnahmen zu bearbeiten (pag. 181 Z. 
517 ff.; pag. 182 Z. 555 ff.; pag. 182 Z. 583), so etwa für eine Collage (pag. 183 Z. 
586 f.). Sodann ist grundsätzlich auch bekannt, dass sich das Herstellungs- bzw. 
Änderungsdatum einer elektronischen Datei (jpeg-Format) zumindest dann ändert, 
wenn eine inhaltliche Änderung vorgenommen wird. Die Verschiebung in eine Zwi-
schenablage bzw. Abspeicherung in einem anderen elektronischen Ordner ändert 
jedoch – zumindest im Normalfall – nichts an besagten Daten, sofern eben keine 
inhaltliche Änderung der Datei erfolgt. Allerdings kann nicht abschliessend beurteilt 
werden, ob es technisch nicht doch möglich ist, dass sich das Erstellungs- bzw. 

24

Änderungsdatum einer Datei unbewusst bzw. ohne inhaltliche Bearbeitung durch 
den Anwender verändert. Es ist nämlich auch möglich, ein entsprechendes Datum 
nachträglich manuell anzupassen. Im Internet finden sich zahlreiche Anleitungen 
hierzu. Sodann sind im direkten Vergleich der fraglichen Aufnahmen (pag. 158; 
pag. 270) auch keine Hinweise auf eine Bearbeitung bzw. Änderung zu erkennen. 
In diesem Zusammenhang ist im Übrigen anzumerken, dass sich allfällige farbliche 
Abweichungen auch durch den Ausdruck einer Datei ergeben könnten. Schliesslich 
hat der Beschuldigte auf die Frage, welche Aufnahmen aus besagter Serie er denn 
für seine künstlerischen Arbeiten hätte verwenden wollen, die nunmehr zur Diskus-
sion stehende Aufnahme auch nicht speziell genannt (pag. 182 Z. 581; pag. 226 f.). 
Als Indizien für eine Bearbeitung liegen der Kammer demnach nur die Aufnahme 
mit abweichendem Erstellungsdatum (pag. 270) und die Aussagen des Beschuldig-
ten vor, wonach er für seine künstlerische Tätigkeit Fotografien bearbeite. Dies 
reicht nach Ansicht der Kammer nicht aus, um beweismässig mit genügender Si-
cherheit auf eine Bearbeitung zu schliessen. Es ist daher in Anwendung des 
Grundsatzes in dubio pro reo davon auszugehen, dass der Beschuldigte die besag-
te Aufnahme nach dem 24. April 2011 nicht bearbeitet hat.

Bezüglich der Tonspur der Videoaufnahme gemäss Ziff. 3.1.14. der Anklageschrift 
geht die Kammer davon aus, dass der vom Beschuldigten genannte Name nicht 
klar verständlich ist. Die Staatsanwaltschaft sprach im Rahmen der Anklageschrift 
von «J.________ / K.________» (pag. 702), die Vorinstanz lediglich von einer 
Drittperson (vgl. S. 25 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 852). Die Ver-
teidigung bringt nunmehr vor, es sei der Name «L.________» (Schulkollege von 
D.________) gefallen (pag. 997). In besagter Aufnahme ist der genannte Name 
tatsächlich nicht klar verständlich, es könnte sich – wie die Verteidigung vorbringt – 
auch um den Namen «L.________» handeln. Hinweise, welche auf einen anderen 
Namen hindeuten würden, sind den Akten keine zu entnehmen. Fest steht jedoch, 
dass es sich um den Namen einer Drittperson (evtl. «L.________») handelt. 

Was schliesslich die technische Möglichkeit der Fokussierung mit einer GoPro Ka-
mera betrifft, kann auf die Ausführungen gemäss Ziff. 10.6 hiervor verwiesen wer-
den. Eine Fokussierung erfolgt im Rahmen besagter Aufnahme (Anklageziffer 
3.1.14., pag. 76) sowohl auf das Gesäss von D.________ (ab Sekunde 15) als 
auch auf seinen Penis (ab Sekunde 39).

11.7 Beweisergebnis

Als Beweisergebnis kann damit – ergänzend zu Ziff. 10.7 hiervor – festgehalten 
werden, dass der Beschuldigte die in den Anklageziffern 3.1.5., 3.1.6. sowie 3.1.11. 
bis 3.1.14. genannten Aufnahmen von D.________ erstellt hat. In Anwendung der 
Beweiswürdigungsregel in dubio pro reo ist davon auszugehen, dass die Aufnahme 
von D.________ auf der blauen Abdeckung (Ziff. 3.1.11. der Anklageschrift) durch 
den Beschuldigten nach dem 24. April 2011 nicht bearbeitet wurde. Schliesslich gilt 
als erstellt, dass der Beschuldigte seinem Sohn D.________ im Rahmen der in Ziff. 
3.1.14. der Anklageschrift genannten Aufnahme androhte, er werde das Video ei-
ner Drittperson (evtl. «L.________») schicken und dass er darin bewusst auf das 
Gesäss und den Penis von D.________ fokussierte. Der genaue Verwendungs-
zweck der Aufnahmen liess sich jedoch nicht eruieren.

25

IV. Rechtliche Würdigung

12. Sexuelle Handlungen mit Kindern (Art. 187 Ziff. 1 aStGB)

12.1 Rechtliche Würdigung der Vorinstanz

Die Vorinstanz führte hierzu zusammengefasst aus, dass der eindeutige Sexualbe-
zug der Aufnahmen in den Anklageziffern 1.1.5., 1.1.6. und 1.1.8. bis 1.1.10. bei 
objektiver Betrachtungsweise nicht mehr verneint werden könne. Es handle sich 
um aufreizende Stellungen im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. In 
Gegenwart fremder Personen würde D.________ die fraglichen Handlungen mit 
Sicherheit nicht vornehmen, zumal ihre Sexualbezogenheit für Dritte offensichtlich 
erkennbar sei. Der Beschuldigte habe um das Alter seines Sohnes gewusst und 
habe sich des sexuellen Charakters der fraglichen Handlungen zweifelsfrei be-
wusst sein müssen. Damit sei der objektive und der subjektive Tatbestand erfüllt 
(S. 20 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 847 f.).

12.2 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Die Verteidigung bringt hierzu im Wesentlichen vor, dass es bereits an der Tat-
handlung des Verleitens fehle, da die fraglichen Handlungen von D.________ nicht 
auf eine psychische Beeinflussung durch den Beschuldigten zurückzuführen seien. 
Des Weiteren seien die Handlungen von D.________ gemäss den Anklageziffern 
1.1.5., 1.1.6. und 1.1.8. bis 1.1.10. auch nicht als sexuelle Handlungen im Sinne 
von Art. 187 Ziff. 1 StGB zu qualifizieren, zumal es sich aus Sicht eines aussenste-
henden Betrachters um spontane, spielerische und willkürliche Handlungen eines 
Kindes in einer Phase der Körpererkundung handle. Die Qualifikationsmerkmale 
von sexuellen Handlungen seien damit nicht erfüllt. Dies umso mehr, als der Be-
schuldigte in keinster Weise bei der Herstellung auf D.________ eingewirkt habe 
(vgl. BGE 131 IV 64 E. 11.2). Den Akten könne entnommen werden, dass 
D.________ gleichartige Handlungen nicht nur vor seiner Mutter und seinem Vater, 
sondern auch vor Dritten vorgenommen habe (pag. 997 ff.).

Die Generalstaatsanwaltschaft entgegnet im Wesentlichen, es sei klar, dass die 
psychische Beeinflussung von D.________ durch den Beschuldigten zu den in der 
Anklageschrift aufgeführten Handlungen geführt habe. Betreffend die Frage, ob die 
einzelnen Vorgänge sexuelle Handlungen im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB dar-
stellen würden, werde zunächst auf die Ausführungen der Vorinstanz und die darin 
wiedergegebene bundesgerichtliche Rechtsprechung verwiesen. Bei den Aufnah-
men gemäss Ziff. 1.1.5., 1.1.6., 1.1.8. und 1.1.9. (recte: Ziff. 1.1.5., 1.1.6. und 
1.1.9.) habe der Beschuldigte D.________ gefilmt, wie dieser sich nach vorne beu-
ge und sein nacktes Gesäss in Richtung Kamera spreize. Es bleibe nicht bei einem 
einfachen Zeigen des Gesässes. D.________ bücke sich zusätzlich nach vorne 
und spreize sein Gesäss mit beiden Händen zusätzlich auf. Bei den beiden Auf-
nahmen gemäss den Ziff. 1.1.8. und 1.1.10. manipuliere D.________ an seinem 
Penis und präsentiere diesen in die Kamera. Ein objektiver Betrachter empfinde 
diese Aufnahmen als befremdlich und erkenne die darin dargestellten aufreizenden 
Szenen auf den ersten Blick. Der eindeutige Sexualbezug dieser Verhaltensweisen 
könne nicht wegdiskutiert werden.

26

12.3 Theoretische Ausführungen

Wer mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexuelle Handlung vornimmt (Ziff. 1 
Abs. 1), es zu einer solchen Handlung verleitet (Ziff. 1 Abs. 2) oder es in eine se-
xuelle Handlung einbezieht (Ziff. 1 Abs. 3), erfüllt den Tatbestand der sexuellen 
Handlungen mit Kindern (Art. 187 Ziff. 1 aStGB). Auf die zutreffenden Ausführun-
gen der Vorinstanz zum objektiven und subjektiven Tatbestand kann verwiesen 
werden (S. 18 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 845 f.). Insbesonde-
re hat die Vorinstanz korrekt erkannt, dass einschlägige Manipulationen, welche 
das Kind auf Aufforderung bzw. aufgrund psychischer Beeinflussung des Täters am 
eigenen oder an einem fremden Körper vornimmt, unter die Tatbestandbestandva-
riante des Verleitens fallen. Anders als bei Erwachsenen, bei denen in solchen 
Konstellationen grundsätzlich eine Nötigung oder zumindest ein Bestimmen unter 
Ausnützen einer Abhängigkeit oder Notlage vorausgesetzt wäre, wird bei Kindern 
konsequenterweise ein geringeres Ausmass an psychischer Beeinflussung für 
genügend erachtet (SCHEIDEGGER, Das Sexualstrafrecht der Schweiz, Grundlagen 
und Reformbedarf, S. 150). Eine eigentliche Anstiftung wird indes nicht verlangt 
(DONATSCH, Strafrecht III, Delikte gegen den Einzelnen, 11. Aufl. 2018, S. 518). 
Analog zu den Anforderungen an die psychische Gehilfenschaft reicht eine Ermuti-
gung zu sexuellen Handlungen aus (DONATSCH, a.a.O., S. 518; TRECHSEL/ BER-
TOSSA, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 187 
N 8).

Wer ein Kind mit entblösstem Genitalbereich in einer nach den Umständen objektiv 
aufreizenden Stellung posieren lässt und fotografiert, verleitet dieses zu einer se-
xuellen Handlung, unabhängig davon, ob er dabei selbst sexuelle Regung verspürt 
oder das Kind die sexuelle Bedeutung der Handlung erkennt. Von vornherein als 
nicht pornographisch sind demgegenüber Nacktbilder zu betrachten, denen in kei-
ner Weise entnommen werden kann, dass der Täter bei der Herstellung auf die 
Kinder eingewirkt hat (z.B. Schnappschüsse am Strand oder in der Badeanstalt). 
Dies muss unabhängig davon gelten, ob die Fotos später zur sexuellen Erregung 
verwendet werden (BGE 131 IV 64 E. 11.2). Die Motivation des Täters ist 
grundsätzlich nicht von Relevanz. Ob die entsprechenden Handlungen somit ins-
besondere aus künstlerischen Zwecken vorgenommen werden, ist weitgehend un-
erheblich, solange ihnen nur eindeutig sexueller Charakter zukommt (SUTER-
ZÜRCHER, Die Strafbarkeit der sexuellen Handlungen mit Kindern nach Art. 187 
StGB, Diss. ZH 2003, S. 45). Die Tatsache, dass eine Handlung aufgrund ihrer 
nach allgemeinem Verständnis erkennbaren Sexualbezogenheit in Anwesenheit 
fremder Personen in der Regel unterbleibt oder vermieden wird, kann als Entschei-
dungshilfe dienen (SUTER-ZÜRCHER, a.a.O., S. 54 f.).

12.4 Subsumtion der Kammer

Gemäss vorliegendem Beweisergebnis ist erstellt, dass D.________ aufgrund der 
psychischen Beeinflussung durch den Beschuldigten (häufiges Filmen bzw. Foto-
grafieren entsprechender Posen, als «lustig» empfinden bzw. als «eigenartig» 
empfinden, aber dennoch weiter filmen und den Verhaltensweisen von D.________ 
damit Aufmerksamkeit schenken) die den Ziff. 1.1.5., 1.1.6. und 1.1.8. bis 1.1.10. 
der Anklageschrift zu Grunde liegenden Handlungen vornahm bzw. sich in den ent-

27

sprechenden Posen präsentierte. Sohn D.________ hatte im Zeitpunkt der fragli-
chen Handlungen bereits ein Alter erreicht, in welchem ein reines «Verleiten» unter 
Umständen nicht mehr ausreicht. Er wurde indes klar durch das Verhalten des Be-
schuldigten/Vaters zu den fraglichen Handlungen animiert bzw. dazu ermutigt. 
Daran vermag auch die Tatsache nichts zu ändern, dass D.________ gleichartige 
Verhaltensweisen auch vor einem etwa gleichaltrigen Mädchen gezeigt hat – was 
durchaus auch auf eine konditionierte Verhaltensweise schliessen lässt. 

Nebst der psychischen Beeinflussung bzw. der Ermutigung durch einen Täter ist – 
in objektiver Hinsicht – sodann erforderlich, dass die in Frage stehenden Handlun-
gen, zu welchen es aufgrund ebendieser Beeinflussung gekommen ist, als sexuelle 
Handlungen qualifiziert werden. Hierfür ist erforderlich, dass die fraglichen Verhal-
tensweisen für (objektive) Aussenstehende nach ihrem äusseren Erscheinungsbild 
einen unmittelbaren sexuellen Bezug aufweisen und im Hinblick auf das geschützte 
Rechtsgut erheblich sind (BGE 125 IV 58 E. 3b). Es darf als bekannt gelten, dass 
Kinder entsprechend ihrer Entwicklungsstufe Interesse am eigenen Körper und et-
wa auch an demjenigen ihrer Eltern zeigen können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6S.355/2006 vom 7. Dezember 2006 E. 4.1) und dies als normaler Bestandteil des 
Körpererkundungsprozesses gilt, sofern es sich um spontane und spielerische 
Handlungen bzw. Verhaltensweisen handelt. So kann etwa ein spontanes «Hosen 
runterlassen» für sich alleine gesehen noch nicht als sexuelle Handlung betrachtet 
werden. Diese Beurteilung ändert sich aber dann, wenn die fraglichen Verhaltens-
weisen einen eindeutigen Sexualbezug aufweisen. So hat D.________ eben nicht 
nur sein Gesäss gezeigt, sondern sich zusätzlich nach vorne gebeugt und sein Ge-
säss mit beiden Händen stark gespreizt. Ein objektiver Betrachter empfindet diese, 
den Anklageziffern 1.1.5., 1.1.6. und 1.1.9. zu Grunde liegenden Handlungen bzw. 
Aufnahmen hiervon, als befremdlich und erkennt darin aufreizende Stellungen im 
Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung. Diese in den besagten Anklagezif-
fern aufgeführten Verhaltensweisen von D.________ gehen dabei weit über die 
spontane und kindliche Neugier am eigenen Körper hinaus. 

Dasselbe gilt im Übrigen auch für die in Ziff. 1.1.10. der Anklageschrift aufgeführte 
Verhaltensweise von D.________. Von einer spielerischen Entdeckung des eige-
nen Körpers bzw. auch von einem sogenannten «herumblödeln» (vgl. Aussagen 
des Beschuldigten und G.________) kann hier keine Rede mehr sein. D.________ 
steht grundsätzlich angezogen vor dem Beschuldigten (welcher die Szene fotogra-
fiert) und hat seinen Penis freigelegt, welchen er mit beiden Händen umfasst und 
direkt in die Kamera präsentiert. Der Sexualbezug, welcher für den objektiven Be-
trachter ohne Weiteres erkennbar ist, kann hier sicher nicht verneint werden. 
Schliesslich ist der Sexualbezug auch bei der in Ziff. 1.1.8. umschriebenen Verhal-
tensweise zu bejahen. Zwar sind den sich in den Akten befindlichen Fotografien 
hierzu durchaus spielerische Elemente zu entnehmen. Die besagten Fotografien 
(pag. 136 ff.) sind jedoch nicht gesondert zu betrachten, sondern sind gedanklich 
zusammengesetzt zu interpretieren. So vermag etwa die Aufnahme 
«24042011350.jpg» (pag. 136) für sich alleine betrachtet noch keinen ausreichen-
den Sexualbezug zu begründen. Die im Rahmen besagter Bild-Serie gezeigten 
Verhaltensweisen von D.________ weisen jedoch – in objektiver Gesamtbetrach-
tung – durchaus einen wesentlichen Sexualbezug auf. So streckt D.________, 

28

nachdem er auf der blauen Abdeckung auch noch spielerisch herumgetobt hat, 
wiederum seinen Penis bzw. sein Gesäss Richtung Kamera, wobei er sein Gesäss 
in gebückter Haltung mit den Händen spreizt, sich an sein Gesäss fasst und 
schliesslich auch seinen mit beiden Händen umfassten Penis der Kamera präsen-
tiert. Die genannten Szenen können nicht mehr als gewöhnliche Auseinanderset-
zung mit der eigenen Nacktheit betrachtet werden.

Ob der Beschuldigte bei der Erstellung der Aufnahmen bzw. Betrachtung besagter 
Verhaltensweisen von D.________ sexuelle Regung verspürte oder ob 
D.________ die sexuelle Bedeutung seiner Handlungen erkannte, ist – wie dies be-
reits die Vorinstanz festgehalten hat – irrelevant. Die den Anklageziffern 1.1.5., 
1.1.6. und 1.1.8. bis 1.1.10. zu Grund liegenden Handlungen sind nach dem Ge-
sagten als sexuelle Handlungen im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 aStGB zu qualifizie-
ren, womit der objektive Tatbestand erfüllt ist.

In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte um das Alter seines 
Sohnes wusste und sich aufgrund seiner einschlägigen Erfahrungen mit Kinderpor-
nografie auch der sexuellen Komponente der Verhaltensweisen von D.________ 
bewusst war bzw. sein musste. Die Motivation hinter der Verleitung zu den ent-
sprechenden sexuellen Handlungen (auch angeblich künstlerische Tätigkeiten) ist 
dabei nicht von Bedeutung. Damit ist der Tatbestand auch in subjektiver Hinsicht 
erfüllt.

Schuldausschliessungs- oder Rechtfertigungsgründe sind keine ersichtlich und 
werden auch nicht geltend gemacht. Der Beschuldigte ist der sexuellen Handlun-
gen mit Kindern, begangen in der Zeit von ca. 2008 bis am 15. Oktober 2013 in 
C.________ BE schuldig zu sprechen.

13. Pornografie (Art. 197 Abs. 5 aStGB bzw. Art. 197 Ziff. 3 aStGB bis 30.06.2014)

13.1 Rechtliche Würdigung der Vorinstanz

Die Vorinstanz führte hierzu zusammengefasst aus, dass sich in den Fällen, in wel-
chen für die Herstellung des entsprechenden Videomaterials ein Schuldspruch 
nach Art. 187 StGB erfolge, die Qualifikation als Kinderpornografie i.S.v. 197 StGB 
aus BGE 133 IV 31 E. 6.1.2 ergebe. Die fraglichen Video- und Fotoaufnahmen sei-
en für den neutralen Betrachter äusserst befremdlich und es sei davon auszuge-
hen, dass sie für Menschen mit pädosexuellen Neigungen als sexuell aufreizend zu 
klassifizieren seien. Die Posen von D.________ seien offenbar aufreizend und 
nicht durch natürliche und altersgemässe Bewegungen und Verhaltensweisen zu 
erklären. Eine übermässige Betonung des Genitalbereichs sei zu bejahen. Die 
Qualifizierung als Pornografie führe gleichzeitig zur Qualifikation als verbotene Kin-
derpornografie, zumal D.________ im Zeitpunkt der Aufnahmen unter 16 Jahre alt 
gewesen sei. Der genaue Verwendungszweck der Aufnahmen lasse sich nicht eru-
ieren und der Beschuldigte mache keinen Eigenkonsum geltend, womit die Privile-
gierung gemäss Art. 197 Abs. 5 StGB nicht zur Anwendung gelange. Sodann sei 
auch der Vorsatz zu bejahen.

29

13.2 Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

Die Verteidigung bringt im Rahmen ihrer Berufungsbegründung im Wesentlichen 
vor, die Anklageziffern 3.1.5., 3.1.6. und 3.1.11. bis 3.1.13. seien infolge Verjährung 
einzustellen (vgl. Ziff. 7 hiervor). Sodann habe das Beweisergebnis zu Ziff. 3.1.14. 
ergeben, dass die Szene bereits am Laufen gewesen sei, als der Beschuldigte sich 
zur Aufnahme entschlossen habe. Er habe bei der Herstellung des Films zudem in 
keiner Weise auf D.________ eingewirkt. Nach der Rechtsprechung des Bundes-
gerichts (BGE 133 IV 31; Urteil des BGer 6B_180/2015 vom 18. Februar 2015 E. 
3.3.1) müsse die Qualifikation als verbotene Kinderpornografie klar verneint wer-
den. Dies umso mehr, als der Beschuldigte weder das Gesäss noch den Penis von 
D.________ fokussiert habe. Die Aufnahme sei lediglich mit dem Zweck erstellt 
worden, eine lustige und alberne Familiensituation wiederzugeben und in keiner 
Weise, um der sexuellen Erregung pädosexuell veranlagter Menschen zu dienen. 
Die Tonspur der Aufnahme vermöge an dieser rechtlichen Einschätzung nichts zu 
ändern. Der guten Ordnung halber werde festgehalten, dass auch die Fotos und 
Videos der Anklageziffern 3.1.5., 3.1.6. und 3.1.11. bis 3.1.13. nicht als verbotene 
Pornografie zu qualifizieren seien. Die aufgenommenen Szenen würden in Anbe-
tracht des Alters eine nicht ungewöhnliche Phase von D.________ der eigenen 
Körpererkundigung zeigen. Es handle sich um eine alltägliche Szene des Familien-
lebens bzw. eine natürliche Situation. Nach der zitierten Rechtsprechung seien 
auch diese Erzeugnisse als Schnappschüsse und nicht als verbotene Kinderporno-
grafie zu qualifizieren (pag. 999 ff.).

Die Generalstaatsanwaltschaft entgegnet hierzu im Wesentlichen, das vom Bun-
desgericht im Urteil BGE 133 IV 31 genannte Beispiel von Schnappschüssen am 
Strand oder in der Badeanstalt (als Beispiel eines nichtpornografischen Fotos) pas-
se nicht auf den hier zu beurteilenden Fall. Die zu beurteilenden Aufnahmen seien 
die gleichen, welche bereits unter dem Gesichtspunkt der sexuellen Handlungen 
mit einem Kind beurteilt worden seien. Hinzu komme das Fesselungsvideo im Gar-
ten. Vorab könne auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
werden. Zudem folge bereits aus dem beantragten Schuldspruch der sexuellen 
Handlungen mit einem Kind, dass ein Schuldspruch auch wegen Pornografie erge-
hen müsse (BGE 131 IV 64). Des Weiteren könne sowohl die Aufnahme eines ge-
spreizten Gesässes, des präsentierten Penis sowie die eines nackten Herumkrie-
chens auf allen Vieren mit gefesselten Fussgelenken offensichtlich nicht als bildli-
ches Festhalten einer normalen und alltäglichen familiären Situation bezeichnet 
werden. Vielmehr würden die Geschlechtsteile von D.________ im Vordergrund 
stehen, beim Fesselungsvideo komme zusätzlich eine erniedrigende Komponente 
hinzu, so dass die Aufnahmen offensichtlich als pornografisch im Sinne von Art. 
197 StGB zu werten seien.

13.3 Theoretische Ausführungen

Hinsichtlich der theoretischen Grundlagen zur Pornografie kann auf die zutreffen-
den Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 22 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 849 ff.). Ergänzend ist Folgendes festzuhalten: 

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Kinderpornografie umfasst jede Darstellung eines Kindes bei wirklichen oder simu-
lierten eindeutig sexuellen Handlungen sowie jede Abbildung der Geschlechtsteile 
eines Kindes zu vorwiegend sexuellen Zwecken. Kinderpornografie liegt auch dann 
vor, wenn der Täter durch die Kameraführung und/oder dem gewählten Bildaus-
schnitt einen klaren Sexualbezug herstellt. Es ist aber nicht zwingend erforderlich, 
dass der Genitalbereich des Kindes besonders betont wird (WOHLERS, Strafbarkeit 
des Umgangs mit Kinderpornografie, in: AJP 2020, S.392; Urteil des BGer 
6B_180/2015 vom 18. Februar 2016 E. 3.3.1 f.; BGE 131 IV 64 E. 11.2; 133 IV 31 
E. 6.1.2; ISENRING/KESSLER, Basler Kommentar, StGB/JStG, 4. Aufl. 2019, Art. 197 
N 14 ff.). Die Darstellung eines gespreizten Anus beispielsweise ist zweifelsfrei als 
Pornografie zu qualifizieren (KOLLER, Cybersex – Die strafrechtliche Beurteilung 
von weicher und harter Pornografie im Internet unter Berücksichtigung der Gewalt-
darstellung, Diss. ZH 2007, S. 59). Sodann ist – gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung – eine direkte Einwirkung auf das Kind im Sinne eines eigentli-
chen Posierenlassens nicht zwingend erforderlich. Denn das Verbot der Kinderpor-
nografie bezweckt nebst der ungestörten sexuellen Entwicklung von Kindern und 
Jugendlichen auch den Schutz von Erwachsenen vor der korrumpierenden Wir-
kung pornografischer Bilder von Kindern (Urteil des BGer 6B_180/2015 vom 
18. Februar 2016 E. 3.3.1; BGE 131 IV 16 E. 1.2; 128 IV 25 E. 3a). Eine solche 
kann sich indes nicht nur aus gestellten Aufnahmen ergeben, zumal auch heimlich 
aufgenommene Bilder von nackten Kindern korrumpierend wirken können. Ob das 
fotografierte Kind selbst den Bezug zur Sexualität erkannt hat oder erkennen kann, 
ist ohne Bedeutung. 

Nicht unter den Straftatbestand der Kinderpornografie fallen blosse Schnappschüs-
se von Szenen des alltäglichen Lebens, beispielsweise nackter Kinder am Strand 
oder in der Badeanstalt. Als Massstab zur Abgrenzung von straflosen Schnapp-
schüssen und verbotener Pornografie kann die Sozialadäquanz dienen. Sind die 
Bilder ausserhalb des sozial üblichen und akzeptierten Rahmens anzusiedeln und 
lassen diese keine andere Interpretation zu, als dass sie der sexuellen Erregung 
pädosexuell veranlagter Personen dienen sollen, handelt es sich um verbotene 
kinderpornografische Darstellungen (Urteil des BGer 6B_180/2015 vom 18. Febru-
ar 2016 E. 3.3.1 m.w.H.). Ein Werk ist jedenfalls auch dann als kinderpornografisch 
zu betrachten, wenn daraus ersichtlich ist, dass seine Herstellung in der Schweiz 
nach Art. 187 strafbar wäre (BGE 133 IV 31 E. 6.1.2; ISENRING/KESSLER, a.a.O., 
Art. 197 StGB N 22d). 

13.4 Subsumtion der Kammer

Vorweg ist festzuhalten, dass ein Werk gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung in jedem Fall als kinderpornographisch zu betrachten ist, wenn seine vor-
sätzliche Herstellung in der Schweiz nach Art. 187 StGB strafbar ist. Als sexuelle 
Handlungen im Sinne von Art. 187 StGB gelten nach der Rechtsprechung nämlich 
einzig Verhaltensweisen, die nach den Umständen des Einzelfalls objektiv betrach-
tet als sexualbezogen erscheinen. Es erscheint daher – nicht zuletzt aufgrund der 
vom Gesetzgeber getroffenen rechtspolitischen Entscheidung, sexuelle Handlun-
gen mit Kindern grundsätzlich zu verbieten – als von vornherein ausgeschlossen, 
dass eine Darstellung, die durch ein solches Verhalten zustande gekommen ist, in 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-IV-16%3Ade&number_of_ranks=0#page16
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F128-IV-25%3Ade&number_of_ranks=0#page25

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einen menschlichen oder emotionalen Bezug eingebettet ist und das Kind deshalb 
nicht auf ein blosses Sexualobjekt reduziert wird (BGE 131 IV 64 E. 11.2 m.w.H.). 
Diese Rechtsprechung ist betreffend die Aufnahmen gemäss den Anklageziffern 
3.1.5., 3.1.6. und 3.1.11. bis 3.1.13. zu berücksichtigen, zumal für die darin festge-
haltenen Handlungen ein Schuldspruch wegen sexueller Handlungen mit Kindern 
ergeht (vgl. Ziff. 12.4 hiervor). 

Dennoch erscheinen einige Ergänzungen angezeigt: In den hier zu beurteilenden 
Aufnahmen ist – wie dies bereits die Vorinstanz festgehalten hat – eine augenfälli-
ge Konzentration auf das Gesäss und/oder den Penis von D.________ ersichtlich. 
So steht im Rahmen der Aufnahmen gemäss den Anklageziffern 3.1.5., 3.1.6. und 
3.1.12. das Gesäss von D.________ klar im Vordergrund, wobei entsprechende 
Umgebungsmerkmale teilweise gar nicht zu sehen sind. Eine Fokussierung auf das 
Gesäss von D.________ ist damit nicht wegzudiskutieren. Die besagten Aufnah-
men scheinen für den neutralen Betrachter sodann äusserst befremdlich, zumal die 
darin festgehaltenen Posen von D.________ deutlich über eine kinds- bzw. alters-
gerechte Erkundung des Körpers hinausgehen und nicht etwa nur ein entblösstes 
Gesäss in die Kamera gestreckt wird, sondern sich D.________ hierfür nach vorne 
beugt und das der Kamera präsentierte Gesäss mit beiden Händen stark spreizt. In 
den besagten Aufnahmen wird das Gesäss von D.________ klar sexualbezogen 
dargestellt, ohne dass diese in irgendeinen Bezug nicht sexueller Natur eingebettet 
wären. Entgegen der Auffassung der Verteidigung kann daher auch nicht mehr von 
«Schnappschüssen aus dem Familienalltag» gesprochen werden, zumal keine 
natürliche und altersgemässe Bewegung von D.________ festgehalten wird (wie 
etwa betreffend den Schnappschuss am Strand gemäss BGE 133 IV 31). Der Ver-
gleich der Verteidigung mit den in BGE 133 IV 31 zu beurteilenden Aufnahmen 
schlägt damit fehl. Vielmehr ist aufgrund der Kameraführung bzw. der Fokussie-
rung auf das Gesäss von D.________ der Sexualbezug der fraglichen Aufnahmen 
klar zu erkennen. Auch die Kammer geht nach dem Gesagten davon aus, dass 
solche Aufnahmen insbesondere von Menschen mit pädosexuellen Neigungen als 
sexuell aufreizend empfunden werden können.

Dasselbe gilt im Übrigen auch für die in den Anklageziffern 3.1.11. und 3.1.13. um-
schriebenen Aufnahmen. D.________ posiert darauf in sexualbezogener Stellung 
mit klarer Betonung seiner primären Geschlechtsteile. Sein Penis wird offensicht-
lich zur Schau gestellt bzw. der Kamera direkt präsentiert. Weder bei der Aufnahme 
gem