# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9e57268-5547-5b4b-87eb-4eb565d72220
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-02
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 02.02.2023 725 22 56 / 29 (725 2022 56 / 29)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-22-56---29_2023-02-02.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 2. Februar 2023 (725 22 56 / 29) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Verkehrsunfall, bei wel-

chem der von der versicherten Person gelenkte Kleinwagen beim Anfahren von einem 

Sattelmotofahrzeug seitlich erfasst und um 150° gedreht wurde, und den psychischen 

Beeinträchtigungen sowie den Rückenbeschwerden.  

 

 
 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Christoph Rudin, Advo-
kat, Falknerstrasse 36, Postfach 191, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 AXA Versicherungen AG, Rechtsdienst, General Guisan-Strasse 
40, Postfach 357, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

A. Die 1985 geborene A.____ war vom 28. Oktober 2013 bis 30. Januar 2021 bei der 
B.____ GmbH als Pflegeassistentin angestellt. Über ihre Arbeitgeberin war sie bei der AXA Ver-
sicherungen AG (AXA) obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Am 15. Mai 2019 erlitt sie 
einen Verkehrsunfall und verletzte sich dabei an der Halswirbelsäule (HWS). Auf dem Rücksitz 
des von der Versicherten gelenkten Autos sass ihre damals 7-jährige Tochter. Zum Unfallzeit-
punkt befand sich die Versicherte in der 26. Schwangerschaftswoche. Sie wurde von der Sanität 
in die Notfallstation des Spitals C.____ und ihre Tochter in das Spital D.____ überführt. Die Toch-
ter der Versicherten konnte das Spital D.____ am Unfalltag unverletzt verlassen. Am gleichen 
Tag wurde die Versicherte aufgrund ihrer Schwangerschaft in die Frauenklinik des Spitals C.____ 
zur Untersuchung überwiesen. Nachdem aus geburtshilflicher Sicht keine auffälligen Befunde 
festgestellt werden konnten, wurde die Versicherte am 18. Mai 2019 nach Hause entlassen (vgl. 
Bericht des Spitals C.____ vom 20. Mai 2019). Fünf Tage nach dem Unfall am 20. Mai 2019 erlitt 
sie beim Abendessen bei Bekannten eine Synkope und eine Dyspnoe. Aufgrund dieses Ereignis-
ses suchte sie die Notfallstation des Spitals C.____ auf. Zur weiteren Observation wurde sie in 
die Frauenklinik des Spitals C.____ verlegt. Während des dortigen stationären Aufenthalts vom 
20. Mai 2019 bis 23. Mai 2019 nahm die Versicherte auch eine psychosomatische Betreuung in 
Anspruch (vgl. Bericht des Spitals C.____ vom 21. Mai 2019). Aufgrund eines Verdachts auf eine 
posttraumatische Belastungsstörung wurde die Versicherte ab 27. Juni 2019 in der Klinik E.____ 
behandelt. Dort wurde die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) 
nach Status Autounfall am 15. Mai 2019 bestätigt (vgl. Bericht der Klinik E.______ vom 3. Oktober 
2019). Die AXA anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Versicherungs-
leistungen.  
 
B. Mit Verfügung vom 15. Dezember 2020 stellte die AXA die Leistungen gestützt auf die 
Beurteilung ihres beratenden Arztes, Dr. med. F.____, FMH Neurologie, vom 15. Mai 2020 per 
1. Juni 2020 ein mit der Begründung, dass ein natürlicher Kausalzusammenhang 6 Monate nach 
dem Unfallereignis, d.h. über den 15. November 2019 hinaus, zu verneinen sei. Selbst wenn die 
natürliche Kausalität ab diesem Zeitpunkt zu bejahen wäre, sei der adäquate Kausalzusammen-
hang per 1. Juni 2020 nicht mehr gegeben. Eine dagegen von der Versicherten erhobene Ein-
sprache wies die AXA mit Entscheid vom 7. Januar 2022 ab. Zusammenfassend wurde darin 
festgehalten, dass der medizinische Endzustand spätestens per 31. Mai 2020 erreicht worden 
sei und ab dem 1. Juni 2020 mangels adäquaten Kausalzusammenhangs kein Leistungsan-
spruch bestehe.  
 
C. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Christoph Rudin, mit Eingabe vom 
9. Februar 2022 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons-
gericht). Sie beantragte, es sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und es seien 
ihr die unfallversicherungsrechtlichen Leistungen über den 31. Mai 2020 hinaus weiterhin zu er-
bringen. Eventualiter sei die Sache zur ergänzenden bzw. neuen medizinischen Beurteilung resp. 
zur Abklärung der beruflichen Wiedereingliederungsmassnahmen und zur Neubeurteilung der 
Leistungsansprüche an die Vorinstanz zurückzuweisen; alles unter o/e-Kostenfolge, wobei ihr die 
unentgeltliche Verbeiständung zu bewilligen sei. In der Begründung wurde vor allem die Be-
weistauglichkeit der Aktenbeurteilung von Dr. F.____ vom 15. Mai 2020 beanstandet. Zum Beur-
teilungszeitpunkt habe Dr. F.____ die nach seiner Beurteilung erfolgten, jedoch schon lange von 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

der behandelnden Ärzteschaft empfohlenen Massnahmen, insbesondere die stationäre Behand-
lung in der G.____ AG vom 9. bis 23. August 2021, noch nicht berücksichtigen können. Diese 
Massnahmen seien aufgrund der Schwangerschaft und Mutterschaft der Versicherten sowie der 
durch die Covid-19-bedingte Auslastung der Spitäler verspätet durchgeführt worden. Damit sei 
die Aktenbeurteilung vom 15. Mai 2020 infolge der unvollständigen Aktenlage verfrüht erfolgt. 
Ausserdem sei der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den immer noch bestehenden 
Beschwerden und dem Unfallereignis gestützt auf die Berichte der behandelnden Ärztinnen und 
Ärzte über den 31. Mai 2020 hinaus zu bejahen. Da die Kriterien der besonderen Eindrücklichkeit 
des Unfalls, der dramatischen Begleitumstände, der langen Dauer der ärztlichen Behandlung, 
der körperlichen Dauerschmerzen und der immer noch bestehenden teilweisen Arbeitsunfähig-
keit erfüllt seien, sei auch der adäquate Kausalzusammenhang gegeben.  
 
D. Mit Verfügung vom 10. Februar 2022 bewilligte das instruierende Präsidium des Kan-
tonsgerichts der Versicherten die unentgeltliche Verbeiständung.  
 
E. Die AXA schloss in ihrer Vernehmlassung vom 12. Mai 2022 auf Abweisung der Be-
schwerde.  
 
F. In der Replik vom 14. Juni 2022 hielt die Versicherte, weiterhin vertreten durch Advokat 
Christoph Rudin, an ihren Rechtsbegehren und im Wesentlichen an ihren Ausführungen fest.  
 
G. Am 16. Juni 2033 wurden die Strafakten und das Aktendossier der IV-Stelle Basel-Land-
schaft (IV-Stelle) beigezogen.  
 
H. Die Versicherte liess am 18. Juli 2022 durch ihren Rechtsvertreter den Bericht von 
Dr. med. H.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 4. Juli 2022 und eine Bestätigung 
der G.____ AG betreffend Physiotherapiebehandlungen für die Zeit vom 31. August 2021 bis 
3. September 2022 einreichen.  
 
I. In ihrer Stellungnahme vom 24. August 2022 hielt die AXA nach Einsicht in die beigezo-
genen Akten und den von der Versicherten am 18. Juli 2022 eingereichten Unterlagen am Antrag 
auf Abweisung der Beschwerde fest.   
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser in Y.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung 
(VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige 
gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungs-
träger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene –Beschwerde der Ver-
sicherten vom 9. Februar 2022 ist demnach einzutreten.  
 
2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsun-
fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie 
gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versi-
cherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalls zu mindestens 
10 % invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behand-
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwar-
tet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abge-
schlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen da-
hin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erheb-
liche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie nach Art. 24 
Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Inva-
lidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen 
Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 
 
2.2 Ob eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes im Sinne von Art. 19 Abs. 1 
UVG noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steige-
rung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die 
Verwendung des Begriffes "namhaft" in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch 
weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins 
Gewicht fallen muss (BGE 134 V 109 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts vom 2. Mai 2014, 
8C_888/2013, E. 4.1). Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fort-
setzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen zu erwartender gering-
fügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. Medizinische Vor-
kehren, welche lediglich einer vorübergehenden Schmerzlinderung dienen und keine namhafte 
Verbesserung des Gesundheitszustandes bewirken, sind vom Unfallversicherer nicht zu über-
nehmen, auch wenn es sich erwiesenermassen um Unfallfolgen handelt. Der Gesundheitszu-
stand der versicherten Person muss prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellun-
gen beurteilt werden (Urteile des Bundesgerichts vom 7. September 2017, 8C_142/2017, E. 4 
und vom 2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.1 mit Hinweisen). 
 
3.1 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Das Gericht hat diese 
nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das So-
zialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv 
zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-
urteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widerspre-
chenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismate-
rial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 
medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arzt-
berichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf all-
seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen-
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-
rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a 
mit Hinweis).  
 
3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 
Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Den Berichten und Gutachten versicherungs-
interner Fachpersonen hingegen kommt nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichts-
gutachten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein 
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärzt-
lichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4., mit 
Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). Reine Aktengut-
achten sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um 
die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil 
des Bundesgerichts vom 23. April 2021, 8C_750/2020, E. 4 mit Hinweisen). 
 
4. Die AXA hat ihre Leistungspflicht für das Ereignis vom 15. Mai 2019 anerkannt und die 
gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) bis 31. Mai 2020 ausgerichtet. Gestützt 
auf die Beurteilung von Dr. F.____ vom 15. Mai 2020 ging sie davon aus, dass der natürliche 
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und der geltend gemachten Beschwerden 
längstens sechs Monate, d.h. bis zum 15. November 2019, bejaht werden könne. Spätestens 
nach einem Jahr sei der adäquate Kausalzusammenhang nicht mehr gegeben. Da sie bereits bis 
31. Mai 2020 Heilbehandlungskosten übernommen und Taggelder abgerechnet hatte, erklärte 
sie sich entgegenkommenderweise bereit, ihre Leistungspflicht bis Ende Mai 2020 anzuerkennen 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

(vgl. Schreiben vom 19. Mai 2020). Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden (vgl. zur Einstel-
lung der Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeldern mit Wirkung ex nunc et pro futuro: BGE 
130 V 380 E. 2.3.1 und Urteil des Bundesgerichts vom 3. September 2020, 8C_319/2020, E. 6.4). 
Damit ist zu prüfen, ob die Versicherte aus dem Unfall vom 15. Mai 2019 über den 31. Mai 2020 
hinaus Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat. Dabei ist als Erstes 
zu beurteilen, ob die AXA zu Recht von einem Endzustand ausgegangen ist und die vorüberge-
henden Leistungen per 31. Mai 2020 eingestellt hat.  
 
5.1 Aus den Akten ergibt sich, dass bei der Versicherten am Unfalltag eine Sonografie des 
Abdomens und eine Magnetresonanztomographie (MRT) der HWS durchgeführt wurde. Dabei 
konnten keine auffälligen Befunde festgestellt werden (vgl. Berichte des Spitals C.____ vom 
15. und 16. Mai 2019). Dem Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem 
Beschleunigungstrauma vom 18. Mai 2018 ist zu entnehmen, dass die Versicherte 10 Minuten 
nach dem Unfall Schmerzen im Nacken und in der Schulter sowie Schwindel verspürt habe. Aus-
serdem gab sie Panik und Atmungsprobleme an. Nach drei Tagen habe sie an starken Rücken-, 
Nacken- und Schulterschmerzen gelitten. Zudem habe ein Stauchungsschmerz ohne Ausstrah-
lung bestanden. In psychischer Hinsicht habe sie Angst, Schlafstörungen und eine Reaktion mit 
Weinen angegeben, sobald sie an den Unfall denke. Die Ärzteschaft des Spitals C.____ diagnos-
tizierte eine HWS-Distorsion Grad I. Es wurden Medikamente und Bettruhe verordnet (vgl. Bericht 
vom 20. Mai 2019). Nachdem die Versicherte am 20. Mai 2019 beim Abendessen das Bewusst-
sein verloren hatte, wurde sie im Spital C.____ erneut, unter anderem auch neurologisch, unter-
sucht. Die zuständigen Neurologen führten am 21. und 22. Mai 2019 aus, dass sie bei der klini-
schen Untersuchung eine diskrete Hyposensibilität am rechten Arm und am Rumpf ab Höhe Th4 
sowie einen ausgeprägten Muskelhartspann an der HWS und eine schmerzbedingte Einschrän-
kung bei der Schulterbewegung bei erhaltener Kraft festgestellt hätten. Die MRT der ganzen Wir-
belsäule vom 22. Mai 2019 zeigte keine Einblutungen ins Myelon; ein spinales Hämatom konnte 
nicht nachgewiesen werden. Es wurden Schmerzmedikamente, Wärmeapplikationen mit warmen 
Bädern und Physiotherapie verordnet (vgl. Bericht vom 23. Mai 2019).  
 
5.2 Gemäss Bericht der behandelnden Physiotherapeutin I.____ vom 29. August 2019 be-
gann die Versicherte die Physiotherapie am 12. Juni 2019. Aufgrund der Schwangerschaft hätten 
nicht alle zur Verfügung stehenden therapeutischen Massnahmen ergriffen werden können. Zu-
dem sei es aufgrund der Geburt der Tochter ab 31. August 2019 zu einem Behandlungsunter-
bruch gekommen. Ferner bestätigte sie, dass sie die Versicherte seit Oktober 2018 wegen be-
rufsbedingten Beschwerden an der Lendenwirbelsäule behandle (vgl. auch Bericht der damaligen 
Hausärztin der Versicherten, Dr. med. J.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 26. Oktober 
2021).  
 
5.3 Dr. J.____ führte in ihrem undatierten Bericht (Eingang bei der AXA: 17. September 
2020) aus, dass die Versicherte am 21. Juni 2019, also rund einen Monat nach dem Unfallereig-
nis, über Schmerzen in der rechten Hand, im Nacken sowie im Schulter- und Rückenbereich 
geklagt habe. Sie habe muskuläre Verspannungen im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich 
feststellen können. An der rechten Hand habe sich eine typische Schmerzsymptomatik bei 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Tendovaginitis de Quervain (= Sehnenscheidenentzündung auf der Daumenseite des Handge-
lenks) gezeigt. Zwei Wochen nach der Geburt der Tochter hätten diese Beschwerden immer noch 
bestanden. Da die physiotherapeutischen Behandlungen nicht erfolgreich gewesen seien, werde 
nun eine Craniosakraltherapie durchgeführt. Am 3. Dezember 2019 berichtete die Hausärztin im-
mer noch über Verspannungen im Bereich des Nackens und über Schulterschmerzen sowie eine 
leicht eingeschränkte Beweglichkeit der HWS. Die Versicherte habe häufig Schwindel sowie 
Kopfschmerzen und sei seit dem Autounfall psychisch angeschlagen. Sie attestierte eine Arbeits-
unfähigkeit vom 9. Dezember 2019 bis 5. Januar 2020. Anschliessend finde eine Neubeurteilung 
statt. Sie hoffe, dass die Versicherte ihre Arbeit bei ihrer Arbeitgeberin mit einem Pensum von 
10 % bis 20 % aufnehmen könne. Das Ziel sei, die Arbeitsfähigkeit alle 2 – 3 Wochen um 10 % 
zu steigern.  
 
5.4 In psychischer Hinsicht diagnostizierte Dr. med. K.____, stellvertretende Oberärztin der 
Klinik E.______, am 31. Oktober 2019 eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1). 
Im psychopathologischen Befund hielt sie eine leichte Einschränkung des Gedächtnisses, in der 
Aufmerksamkeit und der Konzentration fest. Aktuell habe die Versicherte starke Ängste beim Au-
tofahren, zeige ein Vermeidungsverhalten und habe Zukunftsängste. Sie sei labil, gereizt, inner-
lich unruhig und erschöpft. Zudem beständen Gedankenkreisen bis Intrusionen, Antriebslosigkeit, 
Ein- und Durchschlafstörungen, Früherwachen und Schmerzen im Rücken sowie im Nacken. Seit 
Beginn der Behandlung am 27. Juni 2019 habe sich keine wesentliche Verbesserung der Symp-
tomatik gezeigt. Grundsätzlich sei bei intensiver Psychotherapie und gegebenenfalls medikamen-
töser Therapie mit einer Verbesserung der Symptomatik und der Wiedererlangung einer vollstän-
digen Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Da die Versicherte bei vier Kindern familiär eingespannt und 
erschöpft sei sowie aufgrund des Unfallereignisses nicht mehr mit dem Auto fahren könne, fänden 
nur alle drei Wochen Gespräche statt. Die Versicherte sei zurzeit zu 100 % arbeitsunfähig. Grund-
sätzlich sei mit einer Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Da die Versicherte nebst 
den psychischen Beschwerden auch an körperlichen Beeinträchtigungen leide, könne nicht be-
stimmt werden, ab welchen Zeitpunkt wieder eine Arbeitsfähigkeit bestehe.   
 
5.5 Gemäss Bericht der Physiotherapeutin, L.____, vom 20. März 2020 habe seit Oktober 
2019 mit einer funktionellen Bewegungstherapie, einer manuellen Therapie, einer Atemtherapie, 
einer Wahrnehmungsschulung, einer Craniosakraltherapie und einer Osteopathie lediglich eine 
geringe Verbesserung der Beweglichkeit der Wirbelsäule erreicht werden können.  
 
5.6 Seit dem 11. Dezember 2019 steht die Versicherte bei Dr. med. M.____, FMH Allge-
meine Innere Medizin, in hausärztlicher Behandlung. Er hielt in seinem Bericht vom 29. März 
2020 fest, dass die Versicherte weiterhin über deutliche Schmerzen im Nacken und praktisch am 
ganzen Rücken klage. Bei seiner Untersuchung stellte er einen muskulären Hartspann und eine 
Druckdolenz vor allem nuchal fest. Zudem äusserte er einen Verdacht auf eine depressive Epi-
sode nach dem Unfall vom 15. Mai 2019. Es bestehe eine Besserungstendenz vor allem in psy-
chischer Hinsicht. Er schrieb die Versicherte in der angestammten Tätigkeit weiterhin zu 100 % 
arbeitsunfähig.  
 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5.7 Der beratende Arzt der AXA, Dr. F.____, nahm am 15. Mai 2020 eine Aktenbeurteilung 
vor. Dabei stellte er fest, dass die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung sechs 
Monate nach dem Unfall fraglich sei. Somatisch sei der Verlauf nach einer HWS-Distorsion Grad 
I bis maximal Grad II ohne dokumentierte strukturelle Läsionen nicht nachvollziehbar. Es sei zwar 
möglich, dass durch das HWS-Distorsionstrauma eine vorübergehende Beschwerdeexazerba-
tion eingetreten sei. Eine solche halte bei einem Distorsionstrauma bei Grad I etwa 6 Wochen 
und bei Grad II etwa 12 bis 24 Wochen an. Danach bestehe keine unfallbedingte Arbeitsunfähig-
keit mehr.  
 
5.8  Dr. med. N.____, FMH Rheumatologie und FMH Physikalische Medizin und Rehabilita-
tion sowie FMH Innere Medizin, diagnostizierte am 16. Juni 2020 ein chronisches zervikobrachi-
ales Schmerzsyndrom bei Status nach HWS-Distorsion ohne Hinweise auf Traumafolgen der 
HWS und im Bereich der ganzen Wirbelsäule, bei posttraumatischer Belastungsstörung nach 
dem Unfall mit depressiver Komponente, bei ausgeprägter Haltungsinsuffizienz mit leicht  
S-förmiger Skoliose und ausgeprägter muskulärer Dysbalance. In der Beurteilung wies er darauf 
hin, dass eine radikuläre Reizung im Bereich der C8-Wurzel denkbar sei. Klare segmental-ab-
grenzbare sensorische und signifikante motorische Ausfälle seien aber nicht feststellbar. Er ver-
ordnete Schmerzmedikamente und Physiotherapie mit Schwerpunkt auf Haltungsverbesserung 
und Reharmonisierung der Nackenmuskulatur. In seinem Bericht vom 4. August 2020 erweiterte 
er seine Diagnosestellung dahingehend, dass das zervikobrachiale Schmerzsyndrom ohne de-
generative Veränderungen sei. Ausserdem beständen intermittierende untere Rückeschmerzen 
bei rechts-konvexer Skoliose und lumbaler Hyperlordose sowie beginnenden Spondylarthrosen 
L4/5/S1. Die Versicherte berichte über unveränderte Beschwerden. Sie beschreibe insgesamt 
sogar eher eine Ausweitung der Symptomatik und eine Neigung zur Passivität. Da sie auf die 
ambulante Behandlung nicht anspreche, empfehle er aufgrund der psychosozialen Belastung, 
der zunehmenden Chronifizierung und der Ausweitung der Beschwerden eine stationäre multi-
modale Behandlung. Dort könne die Versicherte mit einem intensiven physiotherapeutischen Auf-
bauprogramm, einer angepassten Schmerzmedikation, gegebenenfalls mit Schmerzinterventio-
nen sowie einer intensiven psychologischen Schulung im Umgang mit den chronischen Schmer-
zen betreut werden. Weitere Konsultationen seien nicht vorgesehen.  
 
5.9 Dr. K.____ berichtete am 25. August 2020, dass sich im Verlauf als Folgestörung der 
posttraumatischen Belastungsstörung eine depressive Episode mit Lust- und Freudlosigkeit, ein 
deutlich reduzierter Antrieb, eine erhöhte Ermüdbarkeit, Schlafstörungen sowie Konzentra-tions- 
und Gedächtnisstörungen entwickelt hätten. Zudem bestehe eine Aggravation der Schmerzsymp-
tomatik seit Anfang 2020. Aktuell gelte gemäss den hausärztlichen Arbeitsunfähigkeitszeugnis-
sen immer noch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Es sei ein erster Arbeitsversuch geplant. Eine 
Prognose betreffend die Arbeitsfähigkeit könne aktuell nicht gemacht werden.  
 
5.10 Am 15. September 2020 prüften Dr. med. O.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 
und Dr. med. P.____, FMH Innere Medizin und FMH Rheumatologie, im Auftrag der AXA nun als 
Krankentaggeldversicherer die Plausibilität der Arbeitsunfähigkeit. Dr. P.____ verneinte eine so-
matisch bedingte Arbeitsunfähigkeit und verwies im Wesentlichen auf die psychiatrische Proble-
matik. Dr. O.____ kam in seinem undatierten psychiatrischen Bericht zum Schluss, dass gestützt 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

auf die rheumatologischen Berichte von Dr. N.____ und der neurologischen Abklärungen im Spi-
tal C.____ somatische Gründe für eine Arbeitsunfähigkeit auszuschliessen seien. In psychiatri-
scher Hinsicht beständen bei der Versicherten Einschränkungen in den Gedächtnisleistungen 
und der Konzentrationsfähigkeit, Grübeln, Anhedonie, Affektlabilität, Schuld- und Insuffizienzge-
fühle, Angst, Einschränkungen im Antrieb und im Interesse, erhöhte Ermüdbarkeit, Gereiztheit, 
Hypervigilanz, Ein- und Durchschlafstörungen sowie Verlust der Libido. Aufgrund dieser Beein-
trächtigungen leide sie an einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer mittelgradigen 
depressiven Episode, welche es der Versicherten verunmöglichten, ihre angestammte Tätigkeit 
auszuüben. Insbesondere könne sie nicht mehr selbstständig Autofahren, was für die Berufsaus-
übung jedoch erforderlich sei. Mit Hilfe einer intensivierten Psychotherapie könne die Arbeitsfä-
higkeit erhöht werden. Er gehe davon aus, dass noch für acht Wochen eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit bestehe. Danach sei die Versicherte für vier Wochen 75 % und nach weiteren vier Wo-
chen nur noch zu 50 % arbeitsunfähig.  
 
5.11 Dr. K.____ hielt am 5. November 2020 fest, dass eine deutliche Stabilisierung der affek-
tiven Lage stattgefunden habe. Die Versicherte sei nun in der Lage, vermehrt Auto zu fahren. Die 
Erschöpfung und die Einschlafstörungen, die Panik- und Angstzustände sowie die Schmerzen 
seien jedoch weiterhin mit reduzierter Ausprägung vorhanden. Ab Januar 2021 starte sie einen 
Arbeitsversuch mit reduziertem Pensum. Gleichzeitig machte sie darauf aufmerksam, dass die 
Psychotherapie fortan von Dr. H.____ weitergeführt werde.  
 
5.12 Dr. M.____ teilte am 9. Januar 2021 mit, dass die Versicherte für eine stationäre 
Schmerzbehandlung in der G.____ AG angemeldet sei. Auch wenn sich die Versicherte als nicht 
arbeitsfähig betrachte, gehe er davon aus, dass eine Teilarbeitsfähigkeit im Umfang von 25 % bis 
50 % bestehe. Im Bericht vom 24. Februar 2021 führte er an, dass bei der Versicherten Druck-
dolenzen vor allem über der oberen HWS und der gesamten Rückenmuskulatur beständen. Aus-
serdem liege eine muskuläre Dysbalance bei leichter Skoliose und Niedergeschlagenheit vor. 
Aufgrund dieser gesundheitlichen Beeinträchtigungen sei der Versicherten die Ausführung einer 
leichten körperlichen Arbeit im Umfang von 4 – 6 Stunden zumutbar. In der angestammten Tätig-
keit könne sie lediglich 2 – 4 Stunden arbeiten. Danach fanden keine hausärztliche Konsultation 
mehr statt (vgl. Bericht von Dr. M.____ vom 9. April 2022). 
 
5.13 Vom 9. August 2021 bis 23. August 2021 hielt sich die Versicherte für eine Schmerz-
komplextherapie stationär in der G.____ AG auf. Die behandelnde Ärzteschaft diagnostizierte in 
ihren Berichten vom 13. und 20. August 2021 im Wesentlichen ein chronifiziertes zervikobrachi-
ales und lumbovertebrales Schmerzsyndrom rechts mit multifaktorieller Ätiologie nach Status bei 
HWS-Distorsion nach Autounfall am 15. Mai 2019 ohne pathologische Befunde, ein Hyperlaxizi-
tätssyndrom mit generalisierten Arthralgien, eine Rumpfinstabilität, depressive Episoden und eine 
posttraumatische Belastungsstörung nach Autounfall sowie einen Verdacht auf eine Schmerzver-
arbeitungsstörung bei chronischer Schmerzstörung sowie Reizdarmsyndrom. In ihrer Beurteilung 
hielt sie fest, dass die Schmerzen auf muskuloligamentäre Veränderungen mit nachfolgender 
Körperfehlstellung akzentuiert im Schultergürtel zurückzuführen seien. Zudem leide die Versi-
cherte an Myogelosen mit thorakovertebralen Schmerzen. Das moderate Hyperlaxizitätssyndrom 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

könne die Arthralgien und die Myalgien teilweise erklären. Dank der psychiatrischen Behandlun-
gen hätten sich der Gemütszustand und die Coping-Strategien verbessert.  
 
5.14 Dr. H.____ bestätigte in seinem Bericht vom 6. September 2021, dass er die Versicherte 
seit dem 21. Januar 2021 behandle. Er diagnostizierte eine mittelgradige depressive Episode 
ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10). Die Konzentrationsfähigkeit sei eingeschränkt und 
es fehle der Antrieb. Es beständen eine Dünnhäutigkeit, eine Angst vor der Zukunft, eine Ver-
gesslichkeit, eine Impulsivität auf verbaler Ebene, Schlafstörungen und eine gedrückte Stim-
mung. Die Versicherte sei deswegen vollständig arbeitsunfähig. Am 13. Juni 2021 berichtete er 
bei gleicher Diagnose über eine verschlechterte Psychopathologie. Trotz Einnahme der Höchst-
dosis von Valdoxan habe sie erhebliche Schlafstörungen. Aus diesem Grund nehme sie nun ein 
niederdosiertes Neuroleptikum ein. Ausser der depressiven Symptomatik klage die Versicherte 
über starke Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in beide Beine. Sie verfüge aber über genügend 
Ressourcen für eine Eingliederung. Schliesslich führte Dr. H.____ in seinem gegenüber dem 
Rechtsvertreter gerichteten Schreiben vom 4. Juli 2022 aus, dass die aktuell mittelgradige de-
pressive Störung teilweise auf den Unfall vom 15. Mai 2019 zurückzuführen sei. Zur Begründung 
gab er an, dass kurz nach dem Unfall eine posttraumatische Belastungsstörung aufgetreten sei, 
welche sich im Verlauf der Jahre zu einer mittelgradigen depressiven Episode entwickelt habe. 
Die Flashbacks, das Vermeiden des Unfallortes und die Albträume fänden immer noch statt, je-
doch nicht mehr in gleichem Ausmass wie unmittelbar nach dem Unfall. Die aktuelle depressive 
Symptomatik sei gekennzeichnet durch eine gedrückte Stimmung, eine Antriebsstörung, eine 
Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit, eine chronische Ermüdung und eine Erschöpfung.  
 
6.1 Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung standen im Zeitpunkt des Fall-
abschlusses durch die AXA per 31. Mai 2020 nicht zur Diskussion. Die Rechtmässigkeit des Fall-
abschlusses beurteilt sich somit danach, ob in der Folge von einer Fortsetzung der ärztlichen 
Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der Versicherten erwartet wer-
den konnte (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4; Urteil des Bundesgerichts vom 3. Dezem-
ber 2019, 8C_674/2019, E. 4.2).  
 
6.2 Aus den vorstehend geschilderten medizinischen Unterlagen der behandelnden Ärztin-
nen und Ärzte geht klar hervor, dass bei der Versicherten im Zeitpunkt der Leistungseinstellung 
per 31. Mai 2020 keine somatischen Unfallfolgen vorlagen. Zwar sind die von der Versicherten 
geschilderten Beeinträchtigungen glaubhaft; sie sind jedoch nicht objektivierbar. Denn nach kon-
stanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann erst dann von organisch objektiv ausgewiese-
nen Unfallfolgen gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgeben-
den Abklärungen hinreichend bestätigt werden können (BGE 138 V 248 E. 5.1; Urteil des Bun-
desgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Daran ändert 
die von der Ärzteschaft des Spitals C.____ diagnostizierte HWS-Distorsion nichts, konnte sie 
hierfür doch keine bildgebenden objektiven Befunde nennen. Auch den übrigen ärztlichen Berich-
ten sind keine Hinweise zu entnehmen, welche die anhaltenden Beschwerden objektiv erklären 
könnten. Weiter geht aus den ärztlichen Beurteilungen hervor, dass im Zeitpunkt der Einstellung 
von weiteren Behandlungen keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes zu er-
warten war. So wies die damalige Hausärztin, Dr. J.____, bereits im Juni 2019 auf eine Tendenz 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

zur Chronifizierung der Verspannungssymptomatik hin (vgl. undatierter Bericht). Im weiteren Ver-
lauf schilderte die Versicherte die Symptome und die geklagten Schmerzen im Wesentlichen na-
hezu identisch und von gleicher Intensität. Es erstaunt daher nicht, dass der nachfolgende Haus-
arzt, Dr. M.____, trotz diverser Therapien keine Verbesserung des somatischen Gesundheitszu-
standes feststellen konnte. Im August 2020 sprach Dr. N.____ von unveränderten Beschwerden 
und von einer Ausweitung der Symptome. Die Behandlung der körperlichen Symptome be-
schränkte sich sodann auch nur auf manual- und physiotherapeutische sowie analgetische The-
rapien, von denen nur ein geringfügiger Erfolg zu erwarten war. Spezifische, fachärztliche Abklä-
rungen, um den Ursachen der somatischen Beschwerden auf den Grund zu gehen, wurden keine 
vorgenommen. Zwar bestimmte keine medizinische Fachperson den Endzustand terminlich. Da 
jedoch in somatischer Hinsicht strukturelle Verletzungen mit der letzten MRT-Untersuchung vom 
12. Oktober 2020 ausgeschlossen wurden und die Therapie in Form von Physiotherapie (vgl. 
dazu Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2022, 8C_604/2021, E. 9.2 und 10.2) und 
Schmerzmitteln keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit 
bewirkten, durfte die AXA die Übernahme der Heilbehandlungskosten und die Ausrichtung der 
Taggelder per 31. Mai 2020 einstellen. Dies insbesondere auch unter dem Aspekt, dass Behand-
lungs- oder Therapievorschläge fehlen, die eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes 
sowie der Arbeitsfähigkeit erwarten lassen würden. Auch bei einem Einbezug der psychiatrischen 
Problematik ist der Fallabschluss nicht verfrüht erfolgt. Zwar berichtete Dr. M.____ in seinem 
Bericht vom 29. März 2020 von einer geringen Verbesserung des psychischen Gesundheitszu-
standes. Am 6. September 2020 führte er präzisierend aus, dass die verschiedenen Massnahmen 
zwar zu einer Stabilisierung geführt hätten; eine eindeutige Besserungstendenz habe sich aber 
nicht gezeigt. Gemäss Dr. K.____ betraf die Stabilisierung den Nachtschlaf, den Affekt und den 
Antrieb. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass seit Anfang 2020 eine Aggravation der 
Schmerzsymptomatik vorliege (vgl. Bericht von vom 25. August 2020). Dr. K.____ sprach jedoch 
nie davon, dass von einer weiteren Behandlung der Gesundheitszustand wesentlich verbessert 
werden könne. Aus der Tatsache, dass sie es unterliess, eine Prognose über die Arbeitsfähigkeit 
zu machen, ist der Schluss zu ziehen, dass die im Jahr 2020 festgestellte leichte Verbesserung 
des psychischen Zustandes keinen wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Versicher-
ten hatte, was aber für die Bejahung einer namhaften Verbesserung des Gesundheitszustandes 
erforderlich wäre. Daran ändern auch die Beurteilungen von Dr. H.____ nichts, behandelte er 
doch die Versicherte erst nach dem Fallabschluss per Ende Mai 2020, weshalb auf seine Berichte 
nicht weiter eingegangen werden kann, zumal er nicht in Aussicht stellte, dass durch weitere 
psychiatrische Behandlungen die Arbeitsfähigkeit erhöht werden könne. Damit darf sowohl aus 
somatischer als auch aus psychischer Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausge-
gangen werden, dass der medizinische Endzustand per 31. Mai 2020 erreicht war. 
 
6.3 Die Versicherte kann aus ihren Vorbringen nichts zu ihren Gunsten ableiten. Zwar ist ihr 
zuzustimmen, dass sich der vertrauensärztliche Bericht von Dr. F.____ vom 15. Mai 2020 und 
die Aktenbeurteilung der Dres. O.____ und P.____ vom 15. September 2020 – entgegen der 
Ansicht der AXA – als nicht zuverlässig genug erweisen, um darauf abstellen zu können. Deren 
Ausführungen sind letztlich zu kurz und zu oberflächlich ausgefallen, um eine verlässliche Beur-
teilung der Leistungspflicht der AXA vorzunehmen. Demgegenüber ist ihr Einwand, wonach sie 
über den 31. Mai 2020 hinaus an fortbestehenden Beschwerden leide, weshalb der Status quo 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sine am 1. Juni 2020 nicht erreicht sei, nicht stichhaltig. Dass der Status quo sine im Zeitpunkt 
der Einstellung noch nicht vorlag, steht einem Fallabschluss nicht entgegen. Denn beim Fallab-
schluss geht es nicht darum, dass sich ein Gesundheitszustand soweit verbessert, bis wieder der 
Zustand wie vor dem Unfall (Status quo ante) oder ein Gesundheitszustand vorliegt, wie er sich 
nach dem schicksalsmässigen Verlauf früher oder später auch ohne den Unfall eingestellt hätte 
(Status quo sine). Es ist auch nicht von Bedeutung, ob ein Endzustand der medizinischen Be-
handlung eingetreten ist, mithin um das Dahinfallen jeglichen Bedarfs an Heilbehandlung. Mass-
gebend ist allein, dass im Zeitpunkt des Fallabschlusses keine medizinische Behandlung mehr 
zur Diskussion stand, von welcher eine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheits-
schadens hätte erwartet werden können (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2014, 
8C_639/2014, E. 3), was vorliegend der Fall ist.  
 
7.1 Für weitere Leistungen über den Fallabschluss hinaus wie eine Rente oder eine Integri-
tätsentschädigung hat der Unfallversicherer nur aufzukommen, wenn zwischen dem versicherten 
Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) 
ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht. Bei der Beurteilung der natürlichen 
Kausalität von Unfällen mit Beeinträchtigungen der HWS oder einem Schädel-Hirn-Trauma ist zu 
unterscheiden, ob der Unfall zu organisch nachweisbaren Funktionsausfällen geführt hat oder 
nicht. Solange organische Befunde klar nachweisbar sind, ist der natürliche Kausalzusammen-
hang zu bejahen (BGE 117 V 359 E. 5d/bb). Bei einem Schleudertrauma ohne organisch nach-
weisbare Funktionsausfälle ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und 
den bestehenden Beschwerden sowie der damit verbundenen Beeinträchtigung der Arbeits- bzw. 
Erwerbsfähigkeit in der Regel gegeben, wenn ein solches Trauma diagnostiziert ist und innert der 
Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden seit dem Unfall (RKUV 2000 Nr. U 359, S. 29 E. 5e) 
die für diese Verletzung typische Beschwerdesymptomatik zumindest teilweise aufgetreten ist 
(BGE 117 V 369 E. 4a und E. 4b [diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Ge-
dächtnisstörungen, Übelkeit, Depression, Wesensveränderung usw.]). Dasselbe gilt bei Verlet-
zungen im Bereich der HWS, die auf einem dem Schleudertrauma äquivalenten Verletzungsme-
chanismus (Kopfanprall mit Abknickung der HWS, Distorsionstrauma der HWS mit Kopfanprall, 
vgl. dazu RKUV 2000 Nr. U 395 S. 317 E. 3; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67) oder einem Schädel-
Hirn-Trauma (BGE 134 V 109 und 117 V 369 E. 4a) beruhen. 
 
7.2 Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als recht-
liche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des 
Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen 
Kausalität deckt (BGE 134 V 109 E. 2.1, 127 V 102 E. 5b/bb). Liegen keine organisch (hinrei-
chend) nachweisbaren Unfallfolgeschäden vor, hat eine besondere Adäquanzprüfung zu erfol-
gen. Dabei ist rechtsprechungsgemäss wie folgt zu differenzieren (BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit 
Hinweisen): Hat die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der HWS, einen äqui-
valenten Verletzungsmechanismus oder ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten, dessen Folgen sich 
mit jenen eines Schleudertraumas vergleichen lassen (BGE 117 V 369 E. 4b), und liegt in der 
Folge das für diese Verletzung typische bunte Beschwerdebild vor, so ist die Adäquanz nach 
Massgabe der in BGE 117 V 359 ff. entwickelten und mit BGE 134 V 109 ff. modifizierten Grunds-
ätze zu prüfen (sog. Schleudertrauma-Praxis). Liegt kein Unfall mit einem Schleudertrauma oder 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

einer adäquanzrechtlich äquivalenten Verletzung vor oder fehlt es nach einer solchen Verletzung 
an dem hierfür typischen bunten Beschwerdebild, so hat die Adäquanzbeurteilung der Folgeschä-
den des Unfalls nach den in BGE 115 V 133 ff. (sog. Psycho-Praxis) entwickelten Kriterien zu 
erfolgen. Der Unterschied besteht darin, dass bei Unfällen mit einem Schleudertrauma der HWS 
oder einer äquivalenten Verletzung auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychi-
schen Unfallfolgen verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 6.2.1, 117 V 359 E. 6a), während bei den 
übrigen Unfällen für die Beurteilung der Adäquanz psychischer Fehlentwicklungen lediglich das 
Unfallereignis als solches und die dabei erlittenen körperlichen Gesundheitsschäden sowie deren 
objektive Folgen massgebend sind (BGE 115 V 133 E. 6c/aa). Als Ausnahme von diesen Regeln 
greift allerdings die auf die objektiven, physischen Unfallfolgen beschränkte Adäquanzbeurteilung 
auch bei Unfällen mit Schleudertrauma oder einer äquivalenten Verletzung Platz, wenn die zum 
hierfür typischen Beschwerdebild (vgl. dazu BGE 119 V 338 E. 1, 117 V 382 E. 4b) gehörenden 
Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zu einer vorhandenen, ausgepräg-
ten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten (BGE 123 V 99 E. 2a mit Hin-
weisen). 
 
8.1 Die von der AXA aufgeworfenen Fragen bezüglich des natürlichen Kausalzusammen-
hangs (buntes Beschwerdebild innerhalb von 72 Stunden nach Unfallereignis sowie Vorliegen 
eines ausgeprägten psychiatrischen Beschwerdebildes, welches ein allfälliges buntes Beschwer-
debild in den Hintergrund treten lässt) können vorliegend offenbleiben, da eine Leistungspflicht 
der AXA über den 31. Mai  2020 hinaus mangels adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen 
den Unfallereignissen und den geltend gemachten Beschwerden selbst nach der "Schleuder-
trauma-Praxis" zu verneinen ist (BGE 148 V 138 E. 5.1.2, 135 V 465 E. 5.1 mit Hinweisen; Urteil 
des Bundesgerichts vom 15. September 2021, 8C_409/2021, E. 6.2).  
 
8.2 Die Bejahung der Adäquanz nach der "Schleudertrauma-Praxis" setzt voraus, dass dem 
Unfall für die Entstehung der Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zu-
kommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten 
ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, 
wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – zwischen banalen beziehungsweise 
leichten Unfällen einerseits, schweren Unfällen andererseits und schliesslich dem dazwischen-
liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang 
in der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint wer-
den kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht auf-
grund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare 
Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte bezie-
hungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Es 
handelt sich dabei um folgende Kriterien (BGE 134 V 109 E. 10.3):  
 
- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; 

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; 

- eine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; 

- erhebliche Beschwerden; 

- eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

- ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; 

- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengung. 

 

Dabei ist nicht in jedem Fall der Einbezug sämtlicher Kriterien in die Gesamtwürdigung erforder-
lich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusam-
menhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen 
Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als 
Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist. Anderseits kann im gesamten mittleren 
Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. 
Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen 
mehrere der sieben unfallbezogenen Kriterien bejaht werden können (Urteil des Bundesgerichts 
vom 26. Februar 2018, 8C_414/2017, E. 3.4). Diese Qualifikation des Unfalls zusammen mit den 
objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs 
(BGE 117 V 359 E. 6b). 
 
8.3.1 Die AXA hat den Unfall vom 15. Mai 2019 dem mittleren, im Grenzbereich zu den leich-
ten Unfällen zugeordnet. Dem Polizeirapport vom 10. Juli 2019 ist zu entnehmen, dass der Lenker 
eines Sattelmotorfahrzeuges mit einem Sachentransportanhänger bei einer Lichtsignalanlage in 
Y.____ fälschlicherweise auf den Linksabbiegestreifen eingespurt sei und dort auf das Grünzei-
chen gewartet habe. Nachdem die Ampel auf Grün geschaltet habe, habe der Lenker des Sattel-
motorfahrzeuges einen Fahrstreifenwechsel nach rechts eingeleitet. Dabei habe er den von der 
Versicherten gelenkten Smart übersehen, welcher korrekt unmittelbar neben dem Sattelmotor-
fahrzeug auf dem rechten Fahrstreifen gestanden habe und bei Grünlicht ebenfalls angefahren 
sei. Der Personenwagen der damals schwangeren Versicherten sei vom Sattelschlepper mit ei-
ner Geschwindigkeit von 24 km/h seitlich auf der Fahrerseite erfasst, von diesem mitgeschoben 
und dabei um 150° nach links abgedreht worden, bis er vor der Front des Sattelmotorfahrzeuges 
zum Stehen gelangt sei. Die Versicherte ist der Ansicht, dass das vorliegende Unfallereignis ei-
nen mittelschweren Unfall im engeren Sinn bzw. einen solchen im Grenzbereich zu den schweren 
Unfällen darstelle.  
 
8.3.2 Dieser Auffassung kann aufgrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht zuge-
stimmt werden. Das Bundesgericht ordnete folgende Autounfälle dem mittelschweren Bereich im 
engeren Sinne zu: Ein Verkehrsunfall, bei welchem das Fahrzeug mit der versicherten Person 
bei einem Überholmanöver mit ca. 100 km/h abrupt abgebremst wurde, dabei ins Schleudern 
geriet, gegen einen Strassenwall prallte, sich überschlug und auf der Fahrerseite zu liegen kam 
(Urteil vom 5. Februar 2008, 8C_169/2007, E. 4.2), bei welchem ein Fahrzeug beim Überholen 
eines Lastwagens seitlich touchierte und sich überschlug (Urteil vom 14. Januar 2008, 
8C_743/2007, Sachverhalt und E. 3), beim welchem ein Fahrzeug von der Strasse abkam und 
sich überschlug (Urteil vom 29. Oktober 2007, U 213/06, Sachverhalt und E. 7.2), bei welchem 
ein Auto auf der Autobahn in einer Kurve ins Schleudern geriet, sich überschlug und auf dem 
Dach liegend zum Stillstand kam (Urteil vom 15. März 2007, U 258/06, Sachverhalt und E. 5.2) 
oder bei welchem sich ein Fahrzeug bei einer Geschwindigkeit von ca. 90 km/h auf einer Auto-
bahn über eine Mittelleitplanke hinweg überschlug – wobei die versicherte Person hinausge-
schleudert wurde – und mit Totalschaden auf der Gegenfahrbahn auf dem Dach zu liegen kam 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

(Urteil vom 16. Mai 2007, U 492/06, E. 4.2). Aufgrund der von der Versicherten und dem Polizei-
protokoll beschriebenen Unfallsituation ist das Ereignis vom 15. Mai 2019 als mittelschwer im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu betrachten. Es müssen somit vier der massgeblichen 
Kriterien (oder eines der Kriterien ausgeprägt) erfüllt sein (vgl. ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ 
PIERRE HOLZER, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Zürich/Basel/Genf 2012, zu Art. 6 S. 
64). Selbst wenn das Ereignis zugunsten der Versicherten als mittelschwerer Unfall im engeren 
Sinne (mittleren Bereich) gewertet würde, müssten von den massgebenden Kriterien entweder 
ein einzelnes in besonders ausgeprägter Weise oder mindestens drei der sieben zu berücksich-
tigenden Kriterien gegeben sein, was hier – wie sich in den folgenden Erwägungen zeigen wird – 
nicht der Fall ist (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2020, 8C_518/2019, E. 4.2). 
 
8.4.1 Die Versicherte macht geltend, dass sich der hier in Frage stehende Unfall am frühen 
Abend bei dichtem Feierabendverkehr auf einer Autobahnzubringerbrücke zwischen einem Klein-
wagen und einem Sattlerschlepper ereignet habe. Aufgrund dieser Gegebenheiten und des Grös-
senverhältnisses der involvierten Fahrzeuge sei der Unfall als eindrücklich zu bezeichnen. Auch 
die Begleitumstände seien angesichts der Tatsache, dass ihre Tochter auf dem Rücksitz im Un-
fallwagen mitgefahren sei, sie beide in verschiedene Spitäler gebracht worden seien, sie lange 
keine Informationen über den Gesundheitszustand ihrer Tochter erhalten und sie sich grosse 
Sorgen um das ungeborene Kind gemacht habe, dramatisch gewesen. Dieser Ansicht kann nicht 
gefolgt werden. Denn das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der be-
sonderen Eindrücklichkeit des Unfalles ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des subjekti-
ven Empfindens bzw. des Angstgefühls der versicherten Person (BGE 140 V 356 E. 5.6.1 mit 
Hinweisen). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind bei der Prüfung dieser Kriterien 
strenge Anforderungen zu stellen, weisen doch sämtliche als mittelschwer qualifizierte Unfälle 
eine gewisse Eindrücklichkeit auf (Urteil des Bundesgerichts vom 9. Mai 2019, 8C_53/2019, E. 
5.3). Es wird vorliegend nicht bestritten, dass der erlittene Unfall für die Versicherte mit grosser 
Angst und Sorge sowohl um ihre Tochter als auch um ihr ungeborenes Kind und sie selbst ver-
bunden war. Ebenfalls wird anerkannt, dass es sich um ein für die Versicherte belastendes Er-
eignis handelte. Unter der von der Rechtsprechung geforderten objektiven Betrachtungsweise 
kann der Unfall vom 15. Mai 2019, so wie er sich vorliegend insgesamt zugetragen hat, jedoch 
nicht als besonders dramatisch oder eindrücklich im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung bezeichnet werden, womit diese Kriterien nicht erfüllt sind.  
 
8.4.2 In Bezug auf die Schwere oder die besondere Art der erlittenen Verletzungen ist festzu-
stellen, dass das Bundesgericht in BGE 134 V 127 E. 10.2.2 präzisierend festgehalten hat, dass 
allein die Diagnose eines Schleudertraumas der HWS dieses Kriterium nicht erfüllen kann. Es 
bedarf hierzu einer besonderen Schwere der für das Verletzungsbild typischen Beschwerden o-
der besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Dabei kann es sich 
beispielsweise um eine beim Unfall eingenommene spezielle Körperhaltung und die dadurch be-
wirkten Komplikationen handeln (vgl. RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236 E. 5.2.3). Auch erhebliche 
Verletzungen, welche sich die versicherte Person neben dem Schleudertrauma zugezogen hat, 
können bedeutsam sein. Solche Umstände sind vorliegend gemäss den Akten nicht gegeben. 
 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

8.4.3  Für das Kriterium der ärztlichen Behandlung ist wesentlich, ob nach dem Unfall eine fort-
gesetzte spezifische, die versicherte Person belastende ärztliche Behandlung bis zum Fallab-
schluss notwendig war (BGE 134 V 128 E. 10.2.3). Dieses Kriterium ist nicht allein nach  
einem zeitlichen Massstab zu beurteilen. Von Bedeutung sind vielmehr auch Art und Intensität 
der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des Gesundheitszustandes 
resp. der Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist. Es muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, 
mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete 
ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer vorliegen. Manualtherapeutische Mass-
nahmen, die nur der Erhaltung des Zustandes dienen, ärztliche Verlaufskontrollen und eine me-
dikamentöse Schmerzbekämpfung allein genügen diesen Anforderungen nicht (Urteile des Bun-
desgerichts vom 14. Februar 2012, 8C_150/2011, E. 9.2.4, 3, vom 1. April 2015, 8C_791/2014, 
E. 4.2.4 und vom 11. Juli 2007, U 365/05, E. 5.2 mit weiteren Hinweisen). Im vorliegenden Fall 
ist es Tatsache, dass sich die Behandlung der Unfallfolgen aufgrund der Schwanger- und Mut-
terschaft sowie der Covid-Pandemie verzögerte. Die Versicherte wurde zudem sowohl neurolo-
gisch als auch rheumatologisch untersucht. Ausserdem befand sie sich während längerer Zeit in 
manualtherapeutischer (Osteopathie), physiotherapeutischer (klassische Physiotherapie, Cra-
niosakraltherapie), psychiatrischer und psychotherapeutischer sowie medikamentöser Behand-
lung. Einige dieser Therapien nimmt sie noch heute in Anspruch. Es wurde auch mit der vom 9. 
August 2021 bis 23. August 2021 stattgefundenen stationären Schmerzbehandlung in der G.____ 
AG versucht, die Schmerzsymptomatik und den psychischen Gesundheitszustand der Versicher-
ten zu verbessern. Mit diesen Behandlungen sind jedoch weder die geforderte Intensität der ärzt-
lichen Behandlung erfüllt, noch können die Behandlungen als belastend qualifiziert werden, zu-
mal manualtherapeutische Behandlungen wie Physiotherapie, Craniosakraltherapie, Osteopathie 
etc. keine spezifischen ärztlichen Behandlungen im Sinne des Kriteriums darstellen (Urteil des 
Bundesgerichts vom 18. Dezember 2007, 8C_724/2008, E. 4.2.2). Ebenso wenig sind Abklärun-
gen und ärztliche Kontrollen im Rahmen dieses Kriteriums zu berücksichtigen (Urteil des Bunde-
gerichts vom 16. Mai 2008, 8C_57/2008, E. 9.3.3.). Der stationäre Aufenthalt in der G.____ AG 
zielte denn auch nicht auf eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit, sondern vielmehr auf einen ver-
besserten Umgang mit den chronischen Schmerzen ab (vgl. Bericht von Dr. N.____ vom 4. Au-
gust 2020). Es fällt ohnehin auf, dass die behandelnde Ärzteschaft – sofern sie sich überhaupt 
dazu äusserte – keine verlässlichen Ausführungen zum weiteren Verlauf der Arbeitsfähigkeit 
machten. Aufgrund dieser Sachlage ist dieses Kriterium nicht erfüllt.   
 
8.4.4  Das Kriterium der erheblichen Beschwerden ist aufgrund der Individualität des Schmerz-
empfindens subjektiv ausgeprägt und deshalb zu objektivieren. Adäquanzrelevant können nur die 
in der Zeit zwischen dem fraglichen Unfallereignis und dem Fallabschluss ohne wesentlichen 
Unterbruch bestehenden erheblichen Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach 
Massgabe der glaubhaften Schmerzen und der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person 
durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 128 E. 10.2.4). Die Versicherte klagt 
seit dem Unfall ununterbrochen über körperliche Beschwerden, deren Intensität sich nie wesent-
lich verändert hat. Des Weiteren ist den Akten zu entnehmen, dass schon bald nach dem Unfall-
ereignis psychische Beeinträchtigungen auftraten, die sich zeitweise verbesserten, später aber 
wieder verschlechterten und heute dominieren. Dass die somatischen und psychischen Be-

 
 
Seite 17   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

schwerden zu einer gewissen Verminderung der Lebensqualität führten, wird nicht in Abrede ge-
stellt. Ob es sich dabei um erhebliche Beschwerden im Rechtssinne handelt, ist schwierig zu 
beurteilen. Zu Gunsten der Versicherten wird davon ausgegangen, dass dieses Kriterium erfüllt 
ist, jedoch nicht in ausgeprägter Form.  
 
8.4.5  Das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver-
schlimmert hat (BGE 134 V 129 E. 10.2.5), liegt unbestrittenermassen nicht vor. 
 
8.4.6  Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten Beschwerden darf 
nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf oder erhebliche Komplikationen geschlossen wer-
den. Die Einnahme vieler Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien genügen 
nicht zur Bejahung des Kriteriums. Gleiches gilt, wenn trotz regelmässiger Therapien keine Be-
schwerdefreiheit erreicht werden konnte (vgl. RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., zu Art. 6 S. 72 f. mit 
Hinweisen auf die Rechtsprechung). Es bedarf für die Erfüllung des Kriteriums besonderer 
Gründe, welche die Genesung beeinträchtigt oder verzögert haben (Urteil vom 6. Februar 2007, 
U 479/05, E. 8.5 mit Hinweis, publ. in: SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81). Solche Gründe liegen hier 
nicht vor, weshalb das Kriterium nicht bejaht werden kann.  
 
8.4.7  Schliesslich ist beim Kriterium der Arbeitsunfähigkeit dem Umstand Rechnung zu tragen, 
dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumata der HWS ein längerer oder gar dauern-
der Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich 
erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche 
Arbeitsunfähigkeit als solche, welche die versicherte Person trotz ernsthaften Anstrengungen 
nicht zu überwinden vermag. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung 
raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der 
versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger 
persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, 
der gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen 
(BGE 134 V 129 E. 10.2.7 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 
8C_252/2007, E. 7.7.1 mit Hinweis). Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss in erheblichem 
Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium 
erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7). Der Versicherten wurde von der behandelnden Ärzteschaft 
seit dem Unfall in der angestammten Tätigkeit aufgrund ihrer körperlichen Beschwerden bis 
31. Januar 2021 durchgehend eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert. Ab 1. Februar 2021 
erachtete der Hausarzt Dr. M.____ die Versicherte aus somatischer Sicht als zu 80 % arbeitsun-
fähig. Dabei gab er an, dass die 20%ige Arbeitsfähigkeit nur für leichte körperliche Arbeiten gelte 
und er diese Arbeitsfähigkeit zu Handen der Arbeitslosenversicherung ausgestellt habe (vgl. Be-
richte von Dr. M.____ vom 24. Februar 2021 und 9. April 2022). Dr. H.____ schrieb die Versi-
cherte sodann bereits ab 21. Januar 2021 aus psychischen Gründen wieder vollständig arbeits-
unfähig (vgl. Berichte vom 6. September 2021 und 13. Juni 2022). Damit kann zwar von einer 
erheblichen Arbeitsunfähigkeit gesprochen werden. Es sind jedoch aus den Akten keine Anstren-
gungen ersichtlich, dass die Versicherte diese Arbeitsunfähigkeit zu überwinden versucht hätte. 
Einen Arbeitsversuch zog sie erst ab Januar 2021 in Erwägung (vgl. Bericht von Dr. K.____ vom 

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5. November 2020), welcher jedoch bis anhin nicht stattfand. Damit kann auch dieses Kriterium 
nicht als erfüllt betrachtet werden. 
 
8.5. Zusammenfassend kann somit höchstens eins der sieben Kriterien (erhebliche Beschwer-
den) als erfüllt betrachtet werden, wobei dieses jedoch weder in besonders ausgeprägter Form 
noch in auffallender Weise besteht. Im Ergebnis ist somit festzuhalten, dass es an einer genü-
genden Zahl erfüllter Kriterien fehlt, um die Adäquanz bejahen zu können. Der adäquate Kausal-
zusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 15. Mai 2019 und den von der Versicherten 
über den 31. Mai 2021 hinaus geklagten gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist damit zu ver-
neinen. Es besteht auch kein Anlass, weitere Abklärungen zu tätigen. Denn nach dem Gesagten 
lässt die vorhandene Aktenlage eine zuverlässige Beurteilung des massgebenden medizinischen 
Sachverhalts zu. Demzufolge ist auf die beantragte Einholung eines neutralen medizinischen 
Gutachtens, einer unabhängigen Beurteilung der beruflichen Wiedereingliederungsmöglichkeiten 
der Versicherten und des Unfalldossiers der am Unfall beteiligten Tochter zu verzichten (sog. 
antizipierte Beweiswürdigung; vgl. dazu BGE 144 II 427 E. 3.1.3, 141 I 60 E. 3.3). Die gegen den 
Einspracheentscheid vom 7. Januar 2022 erhobene Beschwerde erweist sich demnach als un-
begründet, weshalb sie abzuweisen ist. 
 
9.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. f

bis
 ATSG ist das Verfahren bei 

Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen 
ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren 
keine Kosten zu erheben.  
 
9.2 Eine Parteientschädigung wird dem Ausgang des Verfahrens entsprechend nicht ausge-
richtet. Mit Verfügung vom 10. Februar 2022 wurde der Versicherten jedoch die unentgeltliche 
Verbeiständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt, weshalb dieser für seine Bemühungen aus 
der Gerichtskasse zu entschädigen ist. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen 
und Anwälte (TO) vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeistän-
dung Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter der Versicherten hat in seiner Honorarnote vom 
6. September 2022 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 12 Stunden 
geltend gemacht, was in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen ange-
messen ist. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen 
von insgesamt Fr. 68.60. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 2'658.70 (12 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 68.60 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) 
aus der Gerichtskasse auszurichten. 
 
9.3 Die Versicherte wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation 
der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, der die 
unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in 
der Lage ist. 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

 
 
Seite 19   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 2'658.70 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse 
ausgerichtet.