# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f8ba1e4-3b64-5fd3-9b49-c8a377472399
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 10.07.2020 SB200047
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200047_2020-07-10.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB200047-O/U/hb 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, und lic. iur. Stiefel, Ober-

richterin lic. iur. Schärer sowie Gerichtsschreiberin MLaw Höchli 

 

Urteil vom 10. Juli 2020 

 

in Sachen 

 

A._____,   
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend einfache Körperverletzung und Widerruf   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung - Ein-
zelgericht, vom 30. Oktober 2019 (GG190084) 
 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 28. März 

2019 (Urk. 22) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 StGB.  

2. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Urteil der Staatsanwaltschat Zürich-

Limmat vom 25. Juni 2014 ausgefällten Strafe von 50 Tagessätzen zu je 

Fr. 50.– (insgesamt Fr. 2'500.–) wird widerrufen. 

3. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit 6 

Monaten Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer 

Probezeit von 4 Jahren.  

5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 1'500.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'000.–   Gebühr Vorverfahren 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

  

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Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 38 S. 1 f.; Urk. 51 S. 1) 

 1. Die Berufung des Beschuldigten sei gutzuheissen und es seien Ziff. 1, 

2, 3, 4 und 6 des angefochtenen Urteils aufzuheben. 

 2. Der Beschuldigte sei in Gutheissung seiner Berufung vom Vorwurf der 

einfachen Körperverletzung freizusprechen. 

 3. Sämtliche Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen und 

der Beschuldigte sei angemessen zu entschädigen. 

b) Der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich: 

 Keine Anträge. 

 

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Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

 1. Mit Urteil vom 30. Oktober 2019 sprach das Bezirksgericht Zürich, 

10. Abteilung - Einzelgericht, den Beschuldigten der einfachen Körperverletzung 

im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB schuldig. Es widerrief den bedingten Vollzug 

einer mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 25. Juni 2014 

ausgefällten Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu Fr. 50.– und bestrafte den Be-

schuldigten unter Einbezug der widerrufenen Strafe mit 6 Monaten Freiheitsstrafe 

als Gesamtstrafe. Den Vollzug dieser Freiheitsstrafe schob es unter Ansetzung 

einer Probezeit von 4 Jahren auf. Ferner wurden die Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen geregelt (Urk. 36). 

 2.1 Gegen das mündlich eröffnete Urteil liess der Beschuldigte zunächst vor 

Schranken und hernach auch noch schriftlich mit Eingabe vom 4. November 2019 

Berufung anmelden (Urk. 30; Prot. I S. 17 ff.; Art. 399 Abs. 1 StPO). Nach Erhalt 

des begründeten Urteils am 13. Januar 2020 liess der Beschuldigte mit Eingabe 

vom 3. Februar 2020 fristwahrend eine Berufungserklärung im Sinne von Art. 399 

Abs. 3 StPO einreichen (Urk. 35/2; Urk. 38). Mit Präsidialverfügung vom 

7. Februar 2020 wurde die Berufungserklärung des Beschuldigten der Staatsan-

waltschaft sowie dem Privatkläger zugestellt und Frist zur Erklärung einer An-

schlussberufung oder zum Stellen eines Nichteintretensantrags angesetzt. Da der 

Privatkläger zuvor noch keine Kenntnis von der Erledigung des erstinstanzlichen 

Verfahrens erhalten hatte, wurde diesem mit derselben Verfügung das vorinstanz-

liche Urteil zugestellt (Urk. 39). Mit Eingabe vom 13. Februar 2020 erklärte die 

Staatsanwaltschaft, auf eine Anschlussberufung zu verzichten (Urk. 41). Der Pri-

vatkläger liess sich innert Frist nicht vernehmen. 

 2.2 Mit seiner Berufungserklärung vom 3. Februar 2020 liess der Beschul-

digte gleichzeitig den Beweisantrag stellen, es seien B._____ und C._____ im Be-

rufungsverfahren als Zeugen zu befragen (Urk. 38 S. 3). Dieser Beweisantrag 

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wurde in der Folge mit Präsidialverfügung vom 16. März 2020 einstweilen abge-

wiesen (Urk. 43). 

 2.3 Rechtsanwalt lic. iur. X._____, welcher den Beschuldigten seit dem 

11. Februar 2019 erbeten verteidigt hatte (Urk. 17/1), ersuchte mit Eingabe vom 

23. März 2020 um Bestellung als amtlicher Verteidiger (Urk. 45). Diesem Ersu-

chen wurde mit Präsidialverfügung vom 26. März 2020 entsprochen (Urk. 47). 

 2.4 Die Berufungsverhandlung fand heute in Anwesenheit des Beschuldig-

ten und seiner amtlichen Verteidigung statt (Prot. II S. 6 ff.). Anlässlich der Beru-

fungsverhandlung erneuerte die Verteidigung die bereits mit der Berufungserklä-

rung vom 3. Februar 2020 gestellten Beweisanträge und beantragte zusätzlich die 

Befragung von D._____ als Zeugen (Prot. II S. 7). Wie sich aus den nachstehen-

den Erwägungen ergibt, erübrigen sich weitere Beweisabnahmen. Das Verfahren 

erweist sich als spruchreif. 

II. Prozessuales 

 Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft 

des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Der Beschuldig-

te verlangt mit seiner Berufung einen Freispruch und ficht das vorinstanzliche Ur-

teil demnach vollumfänglich an (Urk. 38; Urk. 51 S. 1). Es erwächst daher keine 

Dispositivziffer in Rechtskraft. 

III. Sachverhalt 

 1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vorgeworfen, dem Privat-

kläger am 10. Dezember 2017 um ca. 03.00 Uhr in seiner Funktion als Türsteher 

des Clubs E._____ an der F._____-strasse … in Zürich einen derart starken 

Faustschlag ins Gesicht verpasst zu haben, dass dieser zu Boden gegangen sei 

und sich eine Rissquetschwunde oberhalb des rechten Auges sowie diverse 

Schürfungen im Gesicht und am Knie zugezogen habe. Bei seinem Vorgehen ha-

be er zumindest in Kauf genommen, den Privatkläger auf diese Weise zu verlet-

zen. 

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 2. Der Beschuldigte beschränkte seine Angaben in diesem Strafverfahren im 

Wesentlichen darauf, den Anklagevorwurf zu bestreiten. So stellte er sich stets 

auf den Standpunkt, dass er den Privatkläger nicht geschlagen habe (Urk. 4 S. 2 

ff.; Urk. 9 S. 2 ff.; Urk. 11 S. 2; Prot. I S. 10 ff.). Im Übrigen bekundete er grund-

sätzlich Mühe damit, sich daran zu erinnern, was sich spezifisch in Bezug auf den 

Privatkläger in der Nacht vom 9. auf den 10. Dezember 2017 im und vor dem 

Club E._____ zugetragen hatte. So unterlag er gemäss seinen eigenen Angaben 

bereits in seiner ersten Einvernahme in diesem Verfahren, welche am 2. Februar 

2018 – mithin rund zwei Monate nach dem in Frage stehenden Ereignis – stattge-

funden hatte, einer Verwechslung. Damals berichtete er auf den Vorhalt, dass er 

vom Privatkläger beschuldigt werde, diesen in der Nacht vom 9. auf den 10. De-

zember 2017 vor dem Club E._____ geschlagen zu haben, zunächst von einem 

Vorfall, in welchen eine Gruppe von rund 14 Personen sowie ein Sicherheitsmit-

arbeiter mit einem Hund involviert gewesen seien (Urk. 4 S. 2). Zwar machte er in 

der Folge auf Vorhalt von Printscreens der Aufnahmen der Überwachungskame-

ra, auf welchen er und der Privatkläger zu sehen sind, Angaben dazu, dass er 

den Privatkläger damals aus dem Club gebracht und einem anderen Sicherheits-

mitarbeiter übergeben habe, wobei er selbst dann aber wieder in den Club ge-

gangen sei (Urk. 4 S. 2 f.). Im weiteren Verlauf dieses Strafverfahrens erklärte er 

dann aber auch zu diesen Angaben aus der polizeilichen Einvernahme vom 

2. Februar 2018, dass er möglicherweise erneut Fälle verwechselt habe, zumal er 

keinen Zusammenhang zwischen seiner Aussage und dem in Frage stehenden 

Vorfall sehe, bei welchem er gemäss der Schilderung des Privatklägers diesen 

nicht nach draussen begleitet habe, sondern unvermittelt draussen hätte erschie-

nen sein sollen (Urk. 9 S. 3). Da der Beschuldigte den Anklagevorwurf in Abrede 

stellt, ist nachfolgend anhand der zur Verfügung stehenden Beweismittel zu prü-

fen, ob sich der Sachverhalt wie in der Anklageschrift umschrieben ereignet hat. 

 3.1 Der Anklagesachverhalt stützt sich im Wesentlichen auf die Angaben 

des Privatklägers sowie auf diejenigen seines Kollegen, dem Zeugen G._____. 

Der Privatkläger wurde einen Tag nach dem anklagegegenständlichen Vorfall, am 

11. Dezember 2017, erstmals polizeilich einvernommen. Er gab damals an, dass 

ein Kollege von ihm in der fraglichen Nacht einen Auftritt im Club E._____ gehabt 

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habe und er mit weiteren Kollegen diesen Club besucht habe. Während des Auf-

tritts hätten zwei seiner Kollegen via eine Treppe eine kleine Nebenbühne betre-

ten. Einer seiner Kollegen habe ihm dann zugewinkt und ihn aufgefordert, auch 

nach oben zu kommen. Als er dann aber habe hochgehen wollen, habe ihn ein 

Sicherheitsmitarbeiter am Hals gepackt und ihn am Hals bis in die Nähe des Rau-

cherraumes gezogen. Dort sei er auf den Boden geworfen worden und der Si-

cherheitsmitarbeiter habe ihn mit seinem Knie fixiert. Sein Kollege habe noch ver-

sucht, den Sicherheitsmitarbeiter davon abzuhalten. Weiter merkte er an, dass er 

nicht mehr so viel wisse, was dann geschehen sei. Sie hätten ihn dann jedenfalls 

nach draussen vor den Club "geschleikt". Zwei Sicherheitsmitarbeiter hätten ihn 

dann irgendwie – er glaube an den Armen – festgehalten, worauf ein dritter Si-

cherheitsmitarbeiter gekommen sei und aus dem Nichts mit der Faust gegen sei-

nen Kopf geschlagen habe. Er sei dann zu Boden gefallen (Urk. 2 S. 1 f., 4). Auf 

die Frage, wie viele Male er geschlagen worden sei, erklärte er dann, dass es 

wahrscheinlich einmal gewesen sei und die Schürfwunde vermutlich von dem 

Festhalten auf dem Boden stamme. Ausserdem fügte er an, dass sein Kollege 

ihm gesagt habe, dass man ihn einmal geschlagen habe (Urk. 2 S. 4). Zum Ge-

schehen nach dem angeblichen Schlag erklärte der Privatkläger, dass er noch 

wisse, dass ein Rettungswagen dort gewesen sei, in welchen ein Kind eingeladen 

worden sei. Ausserdem seien noch Polizisten vor Ort gewesen. Ein Typ namens 

H._____ habe ihn dann zusammen mit drei seiner Kollegen in das Spital I._____ 

gefahren (Urk. 2 S. 5). Auf die Frage, was er an jenem Abend getrunken habe, 

gab der Privatkläger in seiner Einvernahme vom 11. Dezember 2017 an, dass es 

drei Corona Biere à 33 cl, zwei Whiskey-Cola und einen oder zwei Schluck von 

einem Sex on the beach gewesen seien. Er räumte auch ein, betrunken gewesen 

zu sein. Gleichzeitig gab er aber an, die ganze Zeit zurechnungsfähig gewesen zu 

sein (Urk. 2 S. 2, 5). Als er dann am 23. November 2018 in Anwesenheit des Be-

schuldigten durch die Staatsanwaltschaft als Auskunftsperson einvernommen 

wurde, bestätigte er im Wesentlichen seine bereits in der polizeilichen Einver-

nahme vom 11. Dezember 2017 gemachten Angaben. Im Gegensatz zu seiner 

damaligen Darstellung berichtete er allerdings neu von zwei Sicherheitsmitarbei-

tern, die ihn vom Betreten der Bühne abgehalten und ihn anschliessend auf den 

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Boden gestossen und mit dem Knie am Kopf fixiert hätten, und nicht mehr nur von 

einem (Urk. 8 S. 3). 

 3.2 Die Angaben des Privatklägers zum Ablauf des Abends und insbesonde-

re dazu, dass er von zwei Sicherheitsmitarbeitern des Clubs E._____ gehalten 

worden sei, als der Beschuldigte ihm eine Faust ins Gesicht geschlagen habe, 

werden vom Zeugen G._____ weitgehend bestätigt (Urk. 3 S. 1 ff.; Urk. 10 S. 3 

ff.). In der polizeilichen Einvernahme vom 10. Januar 2018 gab dieser an, dass er 

dem Privatkläger und den Sicherheitsmitarbeitern, die diesen hinausgebracht hät-

ten, nach draussen gefolgt sei. Als die beiden Sicherheitsmitarbeiter den Privat-

kläger festgehalten hätten, sei er zu diesen hingegangen und habe den Privatklä-

ger von ihnen wegziehen wollen. Er habe aber keine Chance gehabt. Dann sei 

ein dritter Sicherheitsmitarbeiter aus dem Club gerannt und auf sie zugekommen. 

Dieser habe dem Privatkläger dann die Faust ins Gesicht geschlagen, während 

ihn die anderen beiden gehalten hätten. Anschliessend sei dieser direkt wieder in 

den Club gerannt. Präzisierend gab er weiter an, dass dieser dritte Sicherheits-

mitarbeiter noch im Rennen ausgeholt und dann zugeschlagen habe. Nach dem 

Schlag hätten die Sicherheitsmitarbeiter den Privatkläger sofort fallen gelassen, 

worauf er mit dem Kopf auf den Boden gefallen sei, dies auf die Wunde, welche 

vom Schlag stamme. Die Sicherheitsmitarbeiter seien dann sofort weg zum Ein-

gang gegangen (Urk. 3 S. 3 f.). Weiter gab G._____ an, dass der Beschuldigte 

das Bewusstsein verloren habe und sie ihn ins Gesicht hätten schlagen müssen, 

damit er wieder erwacht sei. Nach maximal einer Minute sei er denn auch wieder 

zu sich gekommen (Urk. 3 S. 5). Seine diesbezüglichen Angaben zum Kernge-

schehen wiederholte G._____ auch anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen 

Zeugeneinvernahme vom 14. März 2019 in Anwesenheit des Beschuldigten und 

seines Verteidigers (Urk. 10 S. 3 ff.). Was seinen Alkoholkonsum in der fraglichen 

Nacht betrifft, erklärte G._____ im Rahmen seiner polizeilichen Einvernahme, 

dass er schätze, ca. vier bis fünf Gläser Jack Daniel's getrunken zu haben. Weiter 

gab er an, dass er sich nicht betrunken gefühlt habe. Dabei nahm er Bezug zum 

Privatkläger und erklärte, im Gegensatz zu diesem in einem guten Zustand gewe-

sen zu sein (Urk. 3 S. 2).  

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 3.3 Was das Verletzungsbild des Privatklägers betrifft, geht aus dem provi-

sorischen Notfallbericht des Spitals I._____ vom 10. Dezember 2017 hervor, dass 

der Privatkläger eine ca. 10 cm grosse und ca. 1 cm tiefe klaffende, leicht bluten-

de Rissquetschwunde an der rechten Augenbraue aufgewiesen habe. Der Privat-

kläger habe angegeben, in einer Disco in Zürich von drei unbekannten Männern 

mehrere Schläge an den Kopf erhalten und sich dabei die Rissquetschwunde zu-

gezogen zu haben (Urk. 15/4). Im Rahmen der polizeilichen Einvernahme vom 

11. Dezember 2017 wurden sodann Fotografien der Verletzungen des Privatklä-

gers erstellt. Auf diesen ist ersichtlich, dass er damals neben der Rissquetsch-

wunde an der rechten Augenbraue auch noch Schürfungen an der rechten Wan-

ge unterhalb des Auges und auf Höhe des Unterkiefers sowie Schürfungen am 

rechten Knie aufgewiesen hatte (Urk. 15 S. 1 ff.). 

 3.4.1 Als weitere Beweismittel liegen Aufzeichnungen von Überwachungs-

kameras vor dem Club E._____ im Recht. Diese decken den Zeitraum von 

03.00 Uhr bis 04.00 Uhr in der Nacht vom 9. auf den 10. Dezember 2017 ab 

(Urk.16/1-8). Aufnahmen aus dem Inneren des Clubs liegen nicht vor (Urk. 1 S. 4 

f.; Urk. 16/1-8). Die vorhandenen Videoaufzeichnungen stammen von zwei Über-

wachungskameras, welche je auf der rechten und der linken Seite des Ausgangs 

des Clubs E._____ angebracht waren. Dabei bilden beide Kameraeinstellungen 

einerseits die Treppe, welche vom Clubausgang hinauf zur Strasse führt, und an-

dererseits den mit Absperrgittern versehenen Anstehbereich des Clubs sowie die 

Strasse hinter diesem ab. Aufgrund der jeweiligen Aufnahmewinkel sind der War-

tebereich sowie die hinter diesem verlaufende Strasse aber nur teilweise sichtbar. 

Ausserdem ist die Erkennbarkeit von Details auf diesen Aufnahmen einge-

schränkt, zumal es zur Tatzeit dunkel war. Überdies ist insbesondere das Sicht-

feld der auf der linken Seite des Ausgangs angebrachten Kamera im mittleren Be-

reich eingeschränkt, da eine vor der Kamera angebrachte Weihnachtsmanndeko-

ration die Sicht auf den Wartebereich oberhalb der Treppe verdeckt. 

 3.4.2 Wie bereits im Polizeirapport vom 14. Februar 2018 zutreffend ver-

merkt (Urk. 1 S. 5), ist auf der Aufnahme des Eingangs rechts mit der Dateina-

menendung "30000" bei der Zeitmarke 03:06:04 zu sehen, wie der Privatkläger 

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vom Sicherheitsmitarbeiter B._____ die Treppe hoch geführt wird. B._____ hat 

dabei seine Hände im Bereich der Taille des Privatklägers, wobei er diesen nicht 

festhält, sondern ihn leicht die Treppe hinauf stösst. Auf der anderen Treppenhälf-

te, welche durch ein Geländer abgetrennt ist, geht der Sicherheitsmitarbeiter 

C._____ mit nach oben. Auf den Einstellungen, welche den Privatkläger beim 

Hochsteigen der Treppe zeigen, ist sodann auch ersichtlich, dass seine rechte 

Wange sowie die rechte Stirn noch gänzlich unverletzt sind. Ab der Zeitmarke 

03:06:09 erscheint sodann der Beschuldigte im Bild. Er folgt B._____ und dem 

Privatkläger auf deren Treppenhälfte nach oben. Dem Beschuldigten folgt ein wei-

terer Sicherheitsmitarbeiter. Beide wirken nicht in Eile, sondern steigen die Trep-

pe in normalem Schritttempo hoch. Gleichzeitig beginnt der Privatkläger oben an 

der Treppe, B._____ anzurempeln. Er verlangt dabei schreiend: "Gib mir mini 

Jagge." Ab der Zeitmarke 03:06:15 ist der Privatkläger nicht mehr auf der Auf-

nahme zu sehen. Er verlässt das Bild am rechten Seitenrand, wobei er zu diesem 

Zeitpunkt immer noch von B._____ leicht gestossen, aber nicht festgehalten wird. 

Der Beschuldigte folgt diesen beiden sodann mit einem kurzen Abstand aus dem 

Bild. Bei der Zeitmarke von 03:06:18 erscheint der Zeuge G._____ im Bild. Er 

stürmt die Treppe nach oben und wird dabei von jenem Sicherheitsmitarbeiter ge-

bremst, welcher dem Beschuldigten zuvor die Treppe hoch gefolgt war. G._____ 

spricht in der Folge kurz mit ihm, wobei sein Blick dabei diesem zu- und mithin 

nach links abgewandt ist. Erst ab der Zeitmarke 03:06:22 wendet G._____ seinen 

Blick nach rechts, mithin in jene Richtung, in welche der Privatkläger, B._____ 

und der Beschuldigte den Aufnahmebereich verlassen hatten. Zur selben Zeit ist 

zu hören und am rechten unteren Bildrand ersichtlich, dass ein Absperrgitter um-

fällt. Auch G._____ verschwindet sodann bei der Zeitmarke 03:06:24 rechts aus 

dem Bild. Der Beschuldigte tritt bei der Zeitmarke 03:06:39 an derselben Stelle, 

an welcher er es verlassen hatte, wieder zurück ins Bild. Er geht die rechte Trep-

penhälfte hinunter und steigt sodann auf der linken Treppenseite noch einmal ein 

paar Stufen nach oben, grüsst jemanden und geht dann die Treppe hinunter und 

verschwindet aus dem Bild. Auf dieser Aufnahme ist der Privatkläger schliesslich 

erst wieder bei der Zeitmarke 03:07:23 zu sehen. Dabei wird er von einer nicht 

weiter bekannten Person gestützt und bewegt sich zusammen mit dieser vom 

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rechten Bildrand her auf der gegenüberliegenden Strassenseite des Clubs nach 

links. Ab dem Zeitpunkt 03:07:29 tritt eine weitere Person hinzu und ab 03:07:33 

begibt sich G._____ zum Privatkläger und den beiden weiteren Personen. Ab 

03:07:35 beginnt G._____ sodann vorwurfsvoll und aufgebracht auf den Privat-

kläger laut einzureden. Er nennt ihn dabei "J._____" und fragt ihn immer wieder, 

weshalb er das mache. G._____ wirkt zudem wütend, was sich insbesondere da-

ran zeigt, dass er immer wieder kraftvolle Bewegungen mit seinem Arm ausführt 

und dabei seinen Pullover in der Hand in Richtung Boden schlägt. Schliesslich 

rempelt er den Privatkläger gar leicht an. Eine der zwei weiteren Personen, die 

um den Privatkläger stehen, versucht sodann, G._____ vom Privatkläger fernzu-

halten. Bei der Zeitmarke 03:08:24 bewegt sich der Privatkläger schliesslich wie-

der rechts aus dem Bild (Urk. 16/1). 

 3.4.3 Was die Videoaufnahmen des Eingangs links betrifft, so ist auch aus 

dieser Einstellung auf der Aufnahme mit der Dateinamenendung "30001" bei der 

Zeitmarke 03:06:04 zu sehen, wie der Privatkläger von B._____ die Treppe hoch-

geführt wird und der Beschuldigte sowie ein weiterer Sicherheitsmitarbeiter diesen 

mit einem gewissen Abstand folgen. Bei der Zeitmarke 03:06:10, in welchem 

Moment sich der Privatkläger und B._____ oben an der Treppe befinden und der 

Privatkläger seine Jacke verlangt, ist wiederum zu erkennen, dass die rechte Ge-

sichtshälfte des Privatklägers noch unverletzt ist. Ab der Zeitmarke 03:06:15 sind 

weder der Privatkläger und B._____ noch der Beschuldigte und der weitere Si-

cherheitsmitarbeiter auf der Aufnahme sichtbar. Sie werden alle durch die Weih-

nachtsmanndekoration in der Mitte des Bildes verdeckt. Auch aus dieser Einstel-

lung ist sodann zu erkennen, dass G._____ bei der Zeitmarke 03:06:19 ins Bild 

tritt und die Treppe hinaufstürmt. Gleichzeitig kommt jener Sicherheitsmitarbeiter, 

welcher zuvor dem Beschuldigten die Treppe hinauf gefolgt war, wieder hinter 

dem Weihnachtsmann hervor und bremst G._____. Ebenfalls ist ersichtlich, wie 

sich G._____ erst bei der Zeitmarke 03:06:22 dem Geschehen auf der rechten 

Seite der Treppe zuwendet und sich schliesslich ebenfalls in die zuvor vom Pri-

vatkläger eingeschlagene Richtung begibt und so hinter der Weihnachtsmannde-

koration verschwindet. Ab der Zeitmarke 03:06:24 ist sodann auf der linken Seite 

der Beine der Weihnachtsmanndekoration zu sehen, wie der Privatkläger auf die 

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andere Strassenseite in Richtung eines stehenden Fahrzeugs rennt. Auf Höhe der 

zum Club gerichteten Seite jenes Fahrzeuges kommt der Privatkläger sodann 

zum Stehen. Ihm folgen zwei Personen. Diejenige, die zuerst beim Privatkläger 

eintrifft, trägt eine helle Jacke, die andere eine dunkle Kapuzenjacke mit hellem 

Kapuzenfutter und hellem Bündchen (erkennbar bei Vergrösserung der Aufnahme 

bei Zeitmarke 03:06:30). Aufgrund der Kleidung liegt die Vermutung nahe, dass 

es sich dabei um B._____ und den Beschuldigten handelte. Die anderen Sicher-

heitsmitarbeiter hielten sich im fraglichen Zeitraum - auf den Aufnahmen gut 

sichtbar - nicht in der Nähe des Privatklägers auf. Weiter ist zu erkennen, dass 

G._____ als Dritter zum Geschehen rund um den Privatkläger vor dem stehenden 

Auto hinzutritt. Was genau sich zwischen dem Privatkläger, dem Beschuldigten 

und B._____, welcher sich näher beim Privatkläger befand als der Beschuldigte, 

vor jenem Auto zugetragen hat, ist aufgrund der schlechten Bildqualität nicht ge-

nau zu erkennen. Jedenfalls verschwindet der Privatkläger ab der Zeitmarke 

03:06:30 auf der linken Seite aus dem Bild. Bei der Zeitmarke 03:06:31 ist sodann 

zu erkennen, dass sich die Person, bei welcher es sich mutmasslich um den Be-

schuldigten handelt, von diesem Fahrzeug wieder entfernt und sich in einem Bo-

gen zurück in Richtung Clubeingang begibt. Ab Zeitmarke 03:06:43 ist der Be-

schuldigte auf der Aufnahme wieder eindeutig zu erkennen, wie er die Treppe 

hinuntersteigt. Weiter ist auf der Aufnahme zu sehen, wie der Beschuldigte 

schliesslich auf der linken Treppenhälfte noch einmal ein paar Stufen nach oben 

geht, jemanden begrüsst und sich schliesslich wieder nach unten begibt 

(Urk. 16/1). 

 4.1 Es bleibt nun zu prüfen, ob die grundsätzlich übereinstimmenden Anga-

ben des Privatklägers und von G._____ zum Ablauf der Geschehnisse in den 

Aufzeichnungen der Überwachungskameras eine Entsprechung finden und ihren 

Angaben mithin gefolgt werden kann, oder ob diese Angaben – entsprechend 

dem Vorbringen der Verteidigung (Urk. 27 S. 4; Urk. 51 S. 6) – von den Aufzeich-

nungen widerlegt werden. Da das Gesicht des Privatklägers noch unversehrt war, 

als er von B._____ die Treppe hinaufgeführt worden war, kann ausgeschlossen 

werden, dass sich der vom Privatkläger und G._____ beschriebene anklagege-

genständliche Vorfall bereits im Club und damit noch vor dem vorhandenen Auf-

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zeichnungszeitraum zugetragen hatte. Daran, dass der Privatkläger zu jenem 

Zeitpunkt noch keine Verletzungen im Gesicht aufwies, zeigt sich zudem auch, 

dass seine Angabe, wonach die Schürfungen im Gesicht vermutlich vom Festhal-

ten auf dem Boden im Club stammen würden (Urk. 2 S. 4), nicht zutreffen kann. 

Weiter stellt sich die Frage, ob es in jenem Zeitraum, in welchem sowohl der Be-

schuldigte als auch der Privatkläger auf den Videoaufnahmen von der Weih-

nachtsdekoration verdeckt waren, zu der vom Privatkläger und G._____ be-

schriebenen Situation hätte kommen können, in welcher der Privatkläger von zwei 

Sicherheitsmitarbeitern festgehalten worden sei und ihm der Beschuldigte aus 

dem Nichts einen Faustschlag verpasst habe. In dieser Zeitspanne von der Zeit-

marke 03:06:15 bis zur Zeitmarke 03:06:24, in welcher der Privatkläger nicht mehr 

auf den Aufnahmen zu sehen ist, konnten sich entsprechend der Erkenntnisse 

aus den Aufzeichnungen aber nur der Beschuldigte und ein weiterer Sicherheits-

mitarbeiter in der Nähe des Privatklägers aufgehalten haben. Die weiteren Si-

cherheitsmitarbeiter, welche dem Privatkläger die Treppe hinauf gefolgt waren, 

sind auf den Aufzeichnungen in diesem Zeitraum nach wie vor zu sehen. Über-

dies erklärte G._____ gegenüber der Polizei und der Staatsanwaltschaft, dass er 

die Situation, in welcher es zum Faustschlag gegen den Privatkläger gekommen 

sei, aus nächster Nähe mitverfolgt habe. Wie auf den Aufnahmen der Überwa-

chungskameras zu sehen ist, wendete G._____ seinen Blick frühestens ab der 

Zeitmarke 03:06:22 dem Geschehen rund um den Privatkläger zu. Dieser er-

scheint aber bereits ab der Zeitmarke 03:06:24 wieder im Bild. Er rennt zu jenem 

Zeitpunkt und wird dabei von niemandem festgehalten. Der vom Privatkläger und 

G._____ beschriebene Faustschlag hätte mithin innerhalb dieser 2 Sekunden 

zwischen den beiden Zeitpunkten erfolgen müssen. G._____ erklärte aber weiter, 

dass die drei in die anklagegegenständliche Situation involvierten Sicherheitsmit-

arbeiter unmittelbar nach dem Schlag zum Clubeingang zurückgekehrt seien 

(Urk. 3 S. 3 f.). Wie auf den Aufzeichnungen zu sehen ist, folgten B._____ und 

der Beschuldigte dem Privatkläger auch noch nach der Zeitmarke 03:06:24. Ab-

gesehen davon, dass sich neben dem Beschuldigten zum fraglichen Zeitpunkt 

ohnehin nur ein weiterer Sicherheitsmitarbeiter in der Nähe des Privatklägers auf-

hielt und nicht zwei, konnte sich der vom Privatkläger und G._____ beschriebene 

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Vorfall mithin auch deshalb nicht zwischen den Zeitmarken 03:06:22 und 03:06:24 

abgespielt haben, weil sich der Beschuldigte und B._____ nicht unmittelbar da-

nach zum Clubeingang zurückbegeben haben. Offen bleibt damit lediglich noch 

die Frage, ob es zwischen der Zeitmarke 03:06:24 und des angetretenen Rück-

wegs des Beschuldigten in den Club ab der Zeitmarke 03:06:31 zum fraglichen 

Faustschlag hätte kommen können. Was sich in diesem Zeitraum vor dem par-

kierten Auto genau abgespielt hatte, ist aufgrund der Distanz des Geschehens zur 

Kamera und der Dunkelheit nicht im Detail zu sehen. Erkennbar ist jedoch, dass – 

wenn überhaupt – nur B._____ und der Beschuldigte dem Privatkläger nacheilten 

und damit auch in jener Situation nicht ein dritter Sicherheitsmitarbeiter zugegen 

war, der den Privatkläger zusammen mit B._____ hätte festgehalten haben kön-

nen. Zudem präsentierte sich die Situation auch nicht so, dass jemand den Pri-

vatkläger festgehalten hätte, als der Beschuldigte eingetroffen war, wie dies der 

Privatkläger und G._____ schilderten. Der Privatkläger bewegte sich im Gegenteil 

rennend auf das parkierte Fahrzeug zu, wobei ihm B._____ und der Beschuldigte 

gefolgt waren und ihn erst auf Höhe des Fahrzeugs einholten. G._____ traf so-

dann erst nach dem Beschuldigten am Ort des Geschehens ein. Dessen Angabe, 

wonach er den Privatkläger aus dem Griff von zwei Sicherheitsmitarbeitenden 

hätte befreien wollen, worauf der Beschuldigte dann rennend hinzugekommen sei 

(Urk. 3 S. 3), findet demnach ebenfalls keine Entsprechung in den Aufzeichnun-

gen der Überwachungskameras. Mithin kam es auch vor jenem Fahrzeug nicht zu 

einer Konstellation, wie sie vom Privatkläger und G._____ in diesem Verfahren 

dargestellt wurde. Da sich der Beschuldigte ab der Zeitmarke 03:06:31 vom Pri-

vatkläger weg wieder zurück zum Clubeingang begab und nicht zum Privatkläger 

zurückkehrte, ist zudem ausgeschlossen, dass sich der vom Privatkläger und 

G._____ beschriebene Vorfall zu einem späteren Zeitpunkt hätte ereignen kön-

nen. Dass der Privatkläger erst vom Beschuldigten geschlagen worden wäre, 

nachdem sich dieser bereits einmal von ihm entfernt gehabt hätte, wird denn auch 

weder vom Privatkläger noch von G._____ geltend gemacht. Aufgrund dieser 

vorhandenen Aufzeichnungen der Überwachungskameras steht mithin fest, dass 

es gar nie zur vom Privatkläger und G._____ beschriebenen Situation, in welcher 

Ersterer von zwei Personen festgehalten und von einem Dritten geschlagen wor-

- 15 - 

den wäre, gekommen war und sich der Privatkläger die von ihm erlittenen Verlet-

zungen im Gesicht und am Knie demnach auch nicht auf die von ihm und 

G._____ beschriebene Art und Weise zugezogen haben konnte. 

 4.2 Im Übrigen finden sich in den Akten auch Hinweise dafür, dass der Pri-

vatkläger aus anderen Gründen als aufgrund eines Faustschlages des Beschul-

digten stürzte und sich die in der Anklage umschriebenen Verletzungen zuzog. So 

geht aus dem Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 14. Februar 2018 hervor, 

dass Funktionäre der Stadtpolizei Zürich in der fraglichen Nacht ohnehin wegen 

eines anderen Vorfalles in die Nähe des Club E._____ ausrücken mussten und 

diese dabei unter anderem auf den Privatkläger getroffen sind. Zu dieser Begeg-

nung wurde festgehalten, dass die damals ausgerückte Polizistin K._____ davon 

berichtet habe, dass der Privatkläger den Polizeifunktionären gegenüber sehr ag-

gressiv aufgetreten sei und er keine Auskunft über die Herkunft seiner Verletzun-

gen habe geben wollen. Auch habe er sich der Unterziehung eines Atemlufttests 

verweigert. Er sei jedoch offensichtlich stark angetrunken gewesen. Weiter wurde 

vermerkt, dass sich die wegen des anderen Vorfalles ebenfalls anwesende Sani-

tät die Verletzung des Privatklägers angesehen habe, er sich angeblich aber nicht 

habe weiter behandeln lassen wollen, sondern sich dann zusammen mit seinen 

Kollegen vom Tatort entfernt habe (Urk. 1 S. 4). Wäre der Privatkläger tatsächlich 

auf die von ihm später beschriebene Art und Weise geschlagen worden, so wäre 

zu erwarten gewesen, dass er dies bereits in jener Nacht unmittelbar nach der Tat 

gegenüber der Polizei kundgetan hätte. Dass er gegenüber den damals anwe-

senden Polizisten den Grund für seine Verletzungen im Gegenteil aber nicht nen-

nen wollte, hinterlässt den Eindruck, dass er sich selber in der Verantwortung sah 

und die eigentliche Ursache für seine Verletzungen aus diesem Grund nicht nen-

nen wollte. Dafür, dass die Ursache für seine Verletzungen in seinem eigenen 

Verantwortungsbereich lag, spricht auch das von der Überwachungskamera auf-

gezeichnete Verhalten von G._____ gegenüber dem Privatkläger ab der Zeitmar-

ke 03:07:35. So redete G._____ vorwurfsvoll auf den Privatkläger ein und rempel-

te ihn gar an, obwohl dieser zu jenem Zeitpunkt sichtlich geschwächt war und von 

einem weiteren Kollegen gestützt werden musste. Wäre G._____ der Auffassung 

gewesen, dass der Privatkläger unmittelbar zuvor vom Beschuldigten geschlagen 

- 16 - 

worden wäre und ihm mithin Unrecht widerfahren wäre, so wäre eher zu erwarten 

gewesen, dass er dem Privatkläger, mit welchem er befreundet war, gut zugere-

det hätte, statt ihn vorwurfsvoll anzugehen und gar anzurempeln. Schliesslich 

geht aus dem Polizeirapport vom 14. Februar 2018 hervor, dass die Strasse in je-

ner Nacht diverse vereiste Stellen aufgewiesen habe (Urk. 1 S. 4). Dass teilweise 

Schnee auf der Strasse und am Strassenrand lag, ist auch auf den Aufzeichnun-

gen der Überwachungskameras ersichtlich (Urk. 16/1). Insbesondere in Anbe-

tracht dessen, dass der Privatkläger sowohl gemäss den Angaben der damals 

anwesenden Polizeifunktionären als auch gemäss den Angaben G._____s stark 

alkoholisiert war (Urk. 1 S. 4; Urk. 3 S. 2), wäre angesichts dieser Strassenver-

hältnisse auch denkbar, dass die vereisten Stellen zum Sturz des Beschuldigten 

und mithin zu seinen Verletzungen geführt haben könnten. 

 4.3 Da die Aufzeichnungen der Überwachungskameras der Darstellung der 

Ereignisse durch den Privatkläger und G._____ entgegen stehen, ist ausge-

schlossen, dass sich die Ereignisse so zugetragen hatten, wie sie von diesen bei-

den geschildert wurden. Da der Anklagevorwurf jedoch auf ihren Angaben grün-

det sowie in Anbetracht dessen, dass Hinweise darauf bestehen, dass sich der 

Privatkläger auf andere Weise verletzte, erweist sich der Anklagesachverhalt ent-

sprechend nicht als rechtsgenügend erstellt. Vor diesem Hintergrund erübrigt sich 

die seitens des Beschuldigten beantragte Befragung von B._____, C._____ und 

D._____, welche ohnehin alleine seiner Entlastung hätte dienen sollen. Der Be-

schuldigte ist demnach vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 StGB freizusprechen. 

IV. Widerruf 

 In Anbetracht dessen, dass der Beschuldigte vom Vorwurf, am 10. Dezem-

ber 2017 eine einfache Körperverletzung begangen zu haben, freizusprechen ist, 

fehlt es von vornherein an der Begehung eines Verbrechens oder Vergehens 

während der Probezeit, was Voraussetzung für einen Widerruf im Sinne von 

Art. 46 Abs. 1 StGB wäre. Somit ist der bedingte Vollzug der mit Strafbefehl der 

- 17 - 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 25. Juni 2014 ausgefällten Geldstrafe von 

50 Tagessätzen zu Fr. 50.– nicht zu widerrufen. 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 1. Ausgangsgemäss sind die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv-

ziffer 5) zu bestätigen und die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen 

Verfahrens beider Instanzen, einschliesslich diejenigen der amtlichen Verteidi-

gung, auf die Gerichtskasse zu nehmen. Für den Zeitraum vom 11. Februar 2019 

bis am 23. März 2020, in welchem der Beschuldigte erbeten verteidigt war, ist 

diesem zudem eine angemessene Entschädigung für seine Aufwendungen im 

Verfahren auszurichten (Art. 426 Abs. 2; Art. 428 StPO und Art. 429 StPO). 

 2.1 Mit Honorarnote vom 10. Juli 2020 machte Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

für seine Bemühungen als amtlicher Verteidiger im Berufungsverfahren Barausla-

gen in der Höhe von Fr. 33.–, einen Aufwand von 9,5 Stunden sowie zusätzlichen 

Aufwand für die Dauer der Berufungsverhandlung, den Weg zu dieser und für ei-

ne Nachbesprechung von 5 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 220.– zzgl. 

MwSt. geltend (Urk. 53). Da die Berufungsverhandlung letztlich nur rund 1 ¼ 

Stunden dauerte, sind dem amtlichen Verteidiger entsprechend lediglich 3 Stun-

den anstelle der von ihm geschätzten 5 Stunden für die Berufungsverhandlung, 

die dafür benötigte Wegzeit sowie eine Nachbesprechung zu entschädigen (Prot. 

II S. 6 ff.). Rechtsanwalt lic. iur. X._____ ist daher für seine Aufwendungen als 

amtlicher Verteidiger im Berufungsverfahren mit insgesamt Fr. 3'000.– (inkl. 

MwSt.) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. 

 2.2 Für seinen Aufwand als erbetener Verteidiger des Beschuldigten im Vor-

verfahren sowie im erstinstanzlichen Verfahren machte Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____ weiter mit Honorarnote vom 30. Oktober 2019 einen Aufwand von 15,04 

Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 300.– sowie Barauslagen in der Höhe 

von Fr. 32.20 geltend (Urk. 28). Als geltend gemachter Aufwand für die erbetene 

Verteidigung im Vorverfahren sowie im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren resul-

tiert damit ein Betrag von insgesamt Fr. 4'894.10 (inkl. MwSt.). Raum für eine 

- 18 - 

Kürzung besteht nicht. Dem Beschuldigten ist daher eine Prozessentschädigung 

in der Höhe von insgesamt Fr. 4'894.10 (inkl. MwSt.) für anwaltliche Verteidigung 

im Zeitraum vom 11. Februar 2019 bis am 23. März 2020 aus der Gerichtskasse 

zuzusprechen. 

 3.1 Im Rahmen der Berufungsverhandlung liess der Beschuldigte zudem 

geltend machen, es sei ihm eine bescheidene Genugtuung zuzusprechen, zumal 

der ihm gemachte Vorwurf ihn als ehemaligen …-Weltmeister speziell gekränkt 

und er zudem unter dem seit längerer Zeit dauernden Verfahren gelitten habe 

(Urk. 51 S. 8). 

 3.2 Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder 

wird das Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie gemäss Art. 429 Abs. 1 lit. c 

StPO Anspruch auf Genugtuung für besonders schwere Verletzungen ihrer per-

sönlichen Verhältnisse, insbesondere bei Freiheitsentzug. Vorausgesetzt ist da-

bei, dass eine besonders schwere Verletzung der persönlichen Verhältnisse im 

Sinne von Art. 28 Abs. 2 ZGB oder Art. 49 OR vorliegt, mithin muss eine gewisse 

Intensität der Verletzung vorliegen, damit eine Genugtuung zugesprochen werden 

kann (WEHRENBERG/FRANK, in: NIGGLI/HEER/WIPRÄCHTIGER [Hrsg.], Basler Kom-

mentar StPO, 2. Aufl. 2014, N 27 zu Art. 429). Dabei genügen die mit jedem 

Strafverfahren einhergehenden psychischen Belastungen alleine im Regelfall 

noch nicht, um einen Genugtuungsanspruch zu begründen (Beschluss des Bun-

desstrafgerichts BB.2013.12 und BB.2013.68 vom 3. Dezember 2013 E. 5.3.4; 

WEHRENBERG/FRANK, a.a.O., N 27b zu Art. 429). 

 3.3 Dass das vorliegende Strafverfahren für den Beschuldigten eine Belas-

tung darstellte, ist nicht anzuzweifeln. Gleichwohl vermögen seine Vorbringen 

nicht eine derart schwere Verletzung seiner persönlichen Verhältnisse zu begrün-

den, dass diese über die mit jedem Strafverfahren einhergehenden psychischen 

Belastungen hinausgehen würde. Dem Beschuldigten ist daher keine Genugtuung 

im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO zuzusprechen. 

- 19 - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ wird vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung 

freigesprochen. 

2. Der bedingte Vollzug der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-

Limmat vom 25. Juni 2014 ausgefällten Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 

Fr. 50.– wird nicht widerrufen. 

3. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Ziff. 5) wird bestätigt. 

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kos-

ten betragen:  

Fr. 3'000.–   amtliche Verteidigung 

5. Die Kosten des Vorverfahrens und der gerichtlichen Verfahren in beiden 

Instanzen, einschliesslich diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden auf 

die Gerichtskasse genommen. 

6. Dem Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 4'894.10 für 

anwaltliche Verteidigung im Zeitraum vom 11. Februar 2019 bis am 23. März 

2020 aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

7. Dem Beschuldigten wird keine Genugtuung zugesprochen. 

8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 
− den Privatkläger 

 (Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 

eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 

zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 

verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

- 20 - 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 
− den Privatkläger (falls verlangt) 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG) 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat in die Untersuchungsakten 

Unt. Nr. D-2/2013/5530 
− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 

Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 50. 

9. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

- 21 - 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 10. Juli 2020 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw Höchli 
 

 

	Urteil vom 10. Juli 2020
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB.
	2. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Urteil der Staatsanwaltschat Zürich-Limmat vom 25. Juni 2014 ausgefällten Strafe von 50 Tagessätzen zu je Fr. 50.– (insgesamt Fr. 2'500.–) wird widerrufen.
	3. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit 6 Monaten Freiheitsstrafe als Gesamtstrafe.
	4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit von 4 Jahren.
	5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I. Verfahrensgang
	II. Prozessuales
	III. Sachverhalt
	IV. Widerruf
	V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ wird vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung freigesprochen.
	3. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Ziff. 5) wird bestätigt.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen:
	5. Die Kosten des Vorverfahrens und der gerichtlichen Verfahren in beiden Instanzen, einschliesslich diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen.
	6. Dem Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 4'894.10 für anwaltliche Verteidigung im Zeitraum vom 11. Februar 2019 bis am 23. März 2020 aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	7. Dem Beschuldigten wird keine Genugtuung zugesprochen.
	8. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 den Privatkläger

	(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich
	 den Privatkläger (falls verlangt)
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat in die Untersuchungsakten Unt. Nr. D-2/2013/5530
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 50.

	9. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.