# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bb05f5ef-fbeb-5272-864f-9fb06362c152
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-04-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.04.2008 E-6917/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6917-2006_2008-04-28.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6917/2006/pei
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  A p r i l  2 0 0 8

Richter Beat Weber (Vorsitz), 
Richter Fulvio Häfeli, 
Richter Jean-Daniel Dubey, 
Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg.

A._______, geboren (...), dessen Ehefrau B._______, 
geboren (...), sowie deren Kinder C._______, geboren 
(...), D._______, geboren (...), und E._______, geboren 
(...), Bosnien und Herzegowina, 
vertreten durch lic. iur. Susanne Gnekow, Rechtsanwältin, 
(...), 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
21. November 2002 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6917/2006

Sachverhalt:

A.
A.a Der  Beschwerdeführer,  A._______,  ein  Staatsangehöriger  von 
Bosnien und Herzegowina,  verliess seinen Heimatstaat  erstmals am 
30. Dezember 1992 und stellte am 8. Januar 1993 in der Schweiz ein 
Asylgesuch,  welches er  damit  begründete,  am 27. Mai  1992 festge-
nommen und für 42 Tage in einem Sportzentrum in seinem Herkunfts-
ort F._______ festgehalten worden zu sein. Am 7. Juli 1992 habe man 
ihn nach G._______ gebracht,  wo er bis am 14. Dezember 1992 in-
haftiert gewesen sei.

A.b Mit Entscheid des BFM (damals Bundesamt für Flüchtlinge, BFF) 
vom 12. Januar  1993  wurde  dem Beschwerdeführer  in  der  Schweiz 
Asyl gewährt. Am 18. März 1993 erteilte ihm die zuständige kantonale 
Behörde zudem die Aufenthaltsbewilligung B. 

B.
B.a Die  Beschwerdeführerin,  B._______,  ebenfalls  eine  bosnische-
herzegowinische Staatsangehörige, reiste am 15. September 1992 das 
erste Mal in die Schweiz ein. Aufgrund ihrer Eheschliessung vom 19. 
November 1993 mit dem Beschwerdeführer gewährte ihr das BFM mit 
Verfügung vom 10. März 1994 ebenfalls Asyl.

B.b Mit Schreiben vom 4. November 1996 erklärten der Beschwerde-
führer und seine Ehefrau dem BFM gegenüber, dass sie nach Bosnien 
zurückkehren  wollten  und  daher  einen  Antrag  auf  Wiedereingliede-
rungshilfe  bei  der  IOM (International  Organization  for  Migration)  ge-
stellt  hätten. Sie würden daher das ihnen gewährte Asyl  "zurückzie-
hen". Das Bundesamt stellte daraufhin mit Verfügung vom 21. Novem-
ber 1996 fest, dass das dem Beschwerdeführer, seiner Ehefrau sowie 
dem in  der  Schweiz  am  (...)  geborenen  Sohn  C._______  gewährte 
Asyl beendet sei und sie nicht mehr als Flüchtlinge gelten würden. Am 
23. Januar 1997 bestätigte die IOM gegenüber der kantonal zuständi-
gen Behörde die erfolgte freiwillige Ausreise der Beschwerdeführer.

C.
Am 9. Oktober 2002 reisten die Beschwerdeführer zusammen mit ih-
ren beiden Kindern C._______ und D._______ wieder in die Schweiz 
ein und ersuchten hier  gleichentags um Asyl. Am 15. Oktober  2002 
wurden sie im Empfangszentrum (damals Empfangsstelle) Kreuzlingen 

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summarisch zu ihren Asylgründen befragt. Eine einlässliche Anhörung 
erfolgte am 12. November 2002 direkt durch das Bundesamt. 

C.a Sein  Asylgesuch  begründete  der  Beschwerdeführer,  ein  ethni-
scher Bosniake und Muslime, im Wesentlichen damit, während seiner 
ehemaligen  Gefangenschaft  im  Jahre  1992  im  serbischen  Lager 
G._______, in welchem 5000 bis 7000 Personen festgehalten worden 
seien, sei es seine Aufgabe gewesen, Lebensmittel zu verteilen. Ver-
schiedene Lebensmittel wie etwa Brot seien jedoch rationiert  worden 
und die Brotverteilung habe daher unter Aufsicht stattgefunden. Als ein 
ihm unbekannter Mitgefangener einmal ein grösseres Stück Brot ver-
langt habe, hätten ihn serbische Polizisten zu Tode geprügelt. Nach-
dem er 1997 von der Schweiz aus in seinen Herkunftsort  F._______ 
zurückgekehrt sei, habe ihn die Familie des Mitgefangenen für dessen 
Tod  verantwortlich  gemacht  und  ihn  mit  Waffen  bedroht.  Im  Herbst 
1997 seien vier unbekannte Männer bei ihm vorstellig geworden und 
hätten ihn nach seinem Namen gefragt, ihn beleidigt und geschlagen. 
Als  sein  Vater, in  dessen Haus er  mit  seiner  Familie  gewohnt  habe, 
ihm zu Hilfe gekommen sei, hätten die vier Männer die Flucht ergriffen. 
Insgesamt sei er zirka fünf bis zehn Mal nachts durch Unbekannte an-
gegriffen worden. Obwohl er zur Polizei gegangen sei, habe diese ihn 
nicht  schützen  wollen,  da  er  im Krieg  nicht  für  sein  Land  gekämpft 
habe.  Am  10.  November  1998  habe  man  ihn  und  seine  Familie  im 
Haus  seines  Vaters  mittels  Waffen  angegriffen.  Man  habe  ihn  als 
Tschetnik bezeichnet und jemand habe gerufen: "So wie mein Vater im 
Grab liegt, so wirst auch du enden.". Zusammen mit seiner Frau und 
seinem Sohn sei  er  via  das Schlafzimmerfenster  geflohen,  habe ein 
Auto aufgehalten und sie seien zu den Schwiegereltern gefahren. Auf-
grund  erwähnter  Ereignisse  habe  er  sich  unter  anderem  an  einen 
früheren  Leiter  des  HEKS (Hilfswerk  der  Evangelischen  Kirchen  der 
Schweiz)  in  der  Schweiz  gewandt,  um  mit  ihm  über  eine  mögliche 
Rückkehr zu sprechen. Am 13. November 1998 hätten sie schliesslich 
Bosnien und Herzegowina verlassen und seien mit  dem Auto illegal 
nach I._______ gelangt. Dort  hätten sie am 15. November 1998 um 
Asyl ersucht. Dieser Antrag sei jedoch mit Entscheid vom 15. Juli 2002 
abgelehnt worden. Am 8. Oktober 2002 seien sie mit  dem Zug nach 
J._______  und  K._______  gereist  und  anschliessend  nach  Basel 
gelangt. 

C.b Die Beschwerdeführerin,  ebenfalls  eine  ethnische Bosniakin  so-
wie Muslimin, gab ihrerseits hauptsächlich zu Protokoll, ihr Ehemann, 

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sie und ihre Kinder seien nach ihrer Rückkehr im Jahre 1997 bis 1998 
zu  Hause  in  F._______  bedroht  und  angegriffen  worden.  Aufgrund 
seines früheren Lageraufenthaltes in G._______ sei ihr Ehemann von 
den Dorfbewohnern als Verräter erachtet worden. Die Polizei habe sich 
geweigert,  ihnen  Schutz  zu  gewähren  und  erklärt,  sie  hätten  nichts 
dort zu suchen. Im Weiteren führte die Beschwerdeführerin aus, wäh-
rend des Krieges im Jahre 1992 einmal von serbischen Soldaten einen 
Tag lang festgehalten worden zu sein.

D.
Das BFM lehnte mit  Entscheid vom 21. November 2002 die Asylge-
suche der Beschwerdeführer ab und ordnete deren Wegweisung aus 
der Schweiz sowie den Vollzug an. Ihren ablehnenden Entscheid be-
gründete die Vorinstanz im Wesentlichen damit, dem bosnisch-herze-
gowinischen Staat,  der  schutzfähig  sei,  könne vorliegend keine Ver-
letzung  seiner  Schutzpflicht  vorgeworfen  werden.  Die  von  den  Be-
schwerdeführern  dargelegten  Bedrohungen  durch  Dritte  seien  somit 
asylrechtlich  nicht  relevant.  Im  Weiteren  sei  die  von ihnen  subjektiv 
empfundene Furcht, durch Unbekannte umgebracht zu werden, in ob-
jektiver Hinsicht nicht begründet und es stehe ihnen zudem offen, sich 
durch Wegzug in einen anderen Teil des Heimatstaates allfälligen wei-
teren  Bedrohungen  zu  entziehen.  Den  Vollzug  der  Wegweisung  der 
Beschwerdeführer erachtete das BFM sodann als zulässig, zumutbar 
und möglich. 

E.
E.a Gegen diese Verfügung erhoben die Beschwerdeführer mit Einga-
be vom 20. Dezember 2002 (Poststempel) Beschwerde bei der dafür 
zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  und 
beantragten  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung,  die 
Gewährung  von  Asyl  sowie  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigen-
schaft. Eventualiter ersuchten sie um Feststellung der Unzulässigkeit, 
Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Vollzuges ihrer Wegweisung. In 
prozessualer  Hinsicht  beantragten  die  Beschwerdeführer  die  Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021). Gleichzeitig ersuchten sie um Erlass 
der Kostenvorschusspflicht.

E.b In ihrer Rechtsmittelschrift  argumentierten die Beschwerdeführer 
hauptsächlich, in der Hoffnung, nach dem Dayton-Abkommen so wie 

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früher  leben  und  endlich  Arbeit  finden  zu  können,  seien  sie  nach 
Kriegsende freiwillig  in ihre Heimat zurückgekehrt. Dort  seien sie je-
doch von Dorfbewohnern als Verräter erachtet,  von Unbekannten mit 
Waffen  angegriffen,  mit  dem Tode bedroht  und  geschlagen  worden. 
Die  bosnisch-herzegowinische  Polizei  habe  sie  nicht  geschützt.  Sie 
hätten diese Situation psychisch nicht mehr ausgehalten und seien da-
her geflohen. Der Beschwerdeführer habe sich nicht einmal gewagt, in 
Bosnien zum Arzt zu gehen und habe daher erst in I._______ seine 
Kieferverletzung,  die  von den  Schlägen  hergerührt  habe,  behandeln 
lassen. Sowohl der Beschwerdeführer als auch seine Ehefrau hätten 
grosse  psychische  Probleme,  die  sich  bei  der  Beschwerdeführerin 
auch  psychosomatisch  bemerkbar  machten  (...).  Der 
Beschwerdeführer  sei  aufgrund  seiner  psychischen  Instabilität  in 
Behandlung  und  ihr  Sohn  C._______  wache  in  der  Nacht  auf  und 
weine  unkontrolliert.  Sie  könnten  sich  aufgrund  ihrer  Stresssituation 
nicht richtig um ihre Kinder kümmern, hätten sich nicht unter Kontrolle 
und die Kinder würden unter dieser Situation leiden. 

Nebst einer Fürsorgebestätigung der X._______ Schweiz vom 20. De-
zember 2002 legten die Beschwerdeführer ihrer  Rechtsmitteleingabe 
ein  Bestätigungsschreiben  von  L._______  vom  18.  Dezember  2002 
bei.  Der  ehemalige  Leiter  der  HEKS-Regionalstelle  M._______  und 
Betreuer  der  Beschwerdeführer  in  der  Schweiz  bestätigt  darin,  mit 
dem  Beschwerdeführer  zwischen  Sommer  und  Herbst  1998  ein 
Telefongespräch geführt zu haben, wobei er sich jedoch nicht mehr an 
dessen  Details,  hingegen  noch daran  erinnere,  dass  der  Beschwer-
deführer über Probleme und Fluchtgedanken gesprochen habe.

F.
Mit  Zwischenverfügung vom 13. Januar  2003 verzichtete  die  damals 
zuständige Instruktionsrichterin der ARK antragsgemäss auf die Erhe-
bung eines Kostenvorschusses. Das Gesuch um Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege verwies sie auf  einen späteren Zeitpunkt. 
Gleichzeitig forderte sie die Beschwerdeführer auf, innert Frist ein ak-
tuelles Arztzeugnis und eine Entbindung des behandelnden Arztes von 
der Schweigepflicht nachzureichen. 

G.
Dieser  Aufforderung  kamen  die  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom 
27. Januar 2003 (Postaufgabe) nach und reichten entsprechende Ent-
bindungserklärungen  betreffend  Arztgeheimnis,  in  I._______  aus-

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gestellte  ärztliche  Zeugnisse,  zwei  ärztliche  Bestätigungen  von  Dr. 
med.  O._______,  Allgemeine  Medizin  FMH,  P._______,  vom  23. 
Dezember 2002 und vom 15. Januar 2003, sowie ein Arztzeugnis von 
Dr. med. Q._______,  Allgemeine Medizin FMH, R._______, vom 20. 
Januar 2003 ein. Auf diese medizinischen Berichte wird - soweit ent-
scheidrelevant - in den Erwägungen eingegangen. 

H.
Am  (...)  wurde  das  jüngste  Kind  der  Beschwerdeführer,  E._______, 
hier in der Schweiz geboren. 

I.
Das BFM beantragte mit Vernehmlassung vom 3. Februar 2003 ohne 
weitere Begründung die Abweisung der Beschwerde. In einer weiteren 
Stellungnahme vom 12. Oktober 2004 hielt die Vorinstanz an diesem 
Antrag fest und führte zur Begründung aus, für die von den Beschwer-
deführern nachträglich geltend gemachten psychischen Beschwerden 
bestünden in Bosnien und Herzegowina genügend umfangreiche Be-
handlungsstrukturen. 

J.
Mit Schreiben des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. April 2007 wur-
de den Beschwerdeführern die per 1. Januar 2007 erfolgte Übernahme 
des von ihnen bei der ehemaligen ARK anhängig gemachten Verfah-
rens mitgeteilt. 

K.
Mit Zwischenverfügung vom 28. Januar 2008 forderte der zuständige 
Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  die  Beschwerde-
führer auf, bis zum 18. Februar 2008 allfällige Wegweisungshindernis-
se medizinischer Natur durch aktuelle, detaillierte ärztliche Berichte zu 
belegen  sowie  Erklärungen  über  die  Entbindung  von  der  ärztlichen 
Schweigepflicht  einzureichen. Gleichzeitig  erhielten  die  Beschwerde-
führer Gelegenheit, innert derselben Frist zur Frage einer aktuellen be-
gründeten Furcht  vor  Verfolgung im Heimatland Stellung zu nehmen 
und allfällige Beweismittel nachzureichen.

L.
Nach gewährter Fristerstreckung vom 18. Februar 2008 durch den Ins-
truktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts führten die Beschwer-
deführer mittels Eingabe der von ihnen zwischenzeitlich mandatierten 
Rechtsvertreterin  vom  28.  Februar  2008  im  Wesentlichen  aus,  auf-

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grund der Kriegserlebnisse in ihrem Heimatland sowie der unsicheren 
Situation seien der Beschwerdeführer und seine Ehefrau auf psychiat-
rische  Betreuung  angewiesen.  Gemäss  dem beigelegten  Arztbericht 
leide die Beschwerdeführerin an einer posttraumatischen Belastungs-
störung (ICD-10 F43.1) und einer mittelgradigen depressiven Episode 
mit somatischen Symptomen (ICD-19 F 32.11). Ein fachärztlicher Be-
richt den Beschwerdeführer betreffend stehe zwar noch aus, da aber 
unter anderem seine Gefangenschaft im Krieg belegt sei, könne von 
einer  schweren posttraumatischen Belastungsstörung aufgrund einer 
Traumatisierung  im  Krieg  ausgegangen  werden.  Aus  den  ärztlichen 
Unterlagen  gehe  zudem hervor,  dass  auch die  Kinder  unter  psychi-
schen Problemen leiden würden und auf therapeutische Unterstützung 
angewiesen seien. Eine effektive psychologische Betreuung in ihrem 
Heimatdorf  F._______ sei zufolge der aktuellen medizinischen Situa-
tion in ihrem Herkunftsstaat nicht möglich. Bei einer Wegweisung sei 
daher davon auszugehen, dass sich insbesondere der psychische Zu-
stand der Beschwerdeführerin massiv verschlechtern würde und eine 
Selbstgefährdung nicht ausgeschlossen wäre. Beim Beschwerdeführer 
würde es sich vermutlich gleich verhalten. Die ganze Familie wäre zu-
folge der psychischen Probleme stark gefährdet. Eine allfällige Rück-
schaffung würde sich demnach aus medizinischen Gründen als unzu-
mutbar und unzulässig erweisen.

Im Weiteren machten die Beschwerdeführer geltend, bei der Beurtei-
lung der Zumutbarkeit  sei  das Wohl  ihrer  Kinder zu berücksichtigen. 
Die  Kinder  E._______  und  D._______  seien  noch  nie  in  ihrem 
Heimatland gewesen. C._______, der sich in der Adoleszenz befinde 
und hier in der Schweiz die (...) der Primarschule besuche sowie in ei-
nem Fussballclub spiele, habe einen wesentlichen Teil seiner Kindheit 
in der Schweiz verbracht und habe daher ebenfalls keinen Bezug zu 
seinem Heimatstaat. Den ärztlichen Berichten zufolge seien die Kin-
der, die in der Schweiz aufgewachsen und integriert seien, auf thera-
peutische Unterstützung und eine sichere Umgebung für ihre gesunde 
Entwicklung angewiesen. Eine schulische Reintegration im Heimatland 
wäre auch deshalb äusserst schwierig, da sie Schweizerdeutsch bes-
ser beherrschen würden als Serbokroatisch und der Schriftsprache ih-
res Heimatstaates zudem nicht mächtig seien. Auch hätte ein Thera-
pieabbruch der Beschwerdeführerin zur Folge, dass sie ihren Aufga-
ben als Mutter nicht mehr nachkommen könnte. Aufgrund der im Hei-
matstaat  herrschenden  massiven  Arbeitslosigkeit,  der  faktisch  unzu-

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gänglichen Sozialhilfe sowie der psychischen Beeinträchtigungen der 
Eltern wäre die Familie sodann einem hohen Armutsrisiko ausgesetzt. 

Abschliessend argumentierten die Beschwerdeführer, in ihrer Heimat 
über kein tragfähiges soziales Beziehungsnetz zu verfügen, da der Va-
ter des Beschwerdeführers alt und krank und sein Bruder geistig be-
hindert  sowie  beide  arbeitslos  seien.  Ein  weiterer  Bruder  und  eine 
Schwester des Beschwerdeführers würden zwar ebenfalls in Bosnien 
und  Herzegowina  leben,  diese  seien  aber  ebenfalls  arbeitslos  und 
könnten ihren eigenen Lebensunterhalt kaum bestreiten. Letztlich sei-
en auch ihre beruflichen Integrationsbemühungen in der Schweiz zu 
berücksichtigen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht  ersuchten die Beschwerdeführer er-
neut  um Gewährung der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im Sinne  von 
Art.  65  Abs.  1  VwVG  und  beantragten  zudem  die  unentgeltliche 
Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG.

Zur Stützung ihrer Vorbringen legten die Beschwerdedführer folgende 
Unterlagen ins Recht:

• Kopie eines Schreibens des Schweizerischen Roten Kreuzes in Bern 

vom 13. Februar 2003 (Erhalt einer Haftbestätigung in Bosnien).

• Kopie eines Schreibens des Schweizerischen Roten Kreuzes in Bern 

vom 9. April 2003 an den Beschwerdeführer (Weiterleitung einer Haft-

bestätigung).

• Haftbestätigung des ICRC (International Comittee of the Red Cross) 

vom 21. März 2003.

• Schreiben  des  T._______,  verfasst  von  S._______,  dipl.  analyt. 

Psychologin, vom 4. Februar 2008 (die ganze Familie betreffend).

• Ärztliches Zeugnis  vom 26. Februar  2008  des  ambulanten Dienstes 

der  U._______,  ausgestellt  durch  V._______,  lic.  phil., 

Fachpsychologin  für  Psychotherapie,  sowie  Dr.  med.  W._______, 

Oberärztin (die Beschwerdeführerin betreffend).

• Entbindungserklärung der Beschwerdeführerin vom 12. Februar 2008 

betreffend ärztliche Schweigepflicht.

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• Entbindungserklärung des Beschwerdeführers vom 12. Februar 2008 

betreffend ärztliche Schweigepflicht.

• Bestätigung  der  X._______  vom  21.  Februar  2008  (Teilunterstüt-

zungsleistungen an die Familie).

• Kopie eines Arbeitsvertrages vom 30. Januar 2005 zwischen der Fir-

ma Y._______ und dem Beschwerdeführer.

• Arbeitsbestätigung vom 8. Februar 2008 der Firma Z._______ für den 

Beschwerdeführer.

• Kopien der Versicherungsausweise AHV-IV der Beschwerdeführer.

• Kopie  einer  undatierten  Arbeitsbestätigung  des  AA._______  für  die 

Beschwerdeführerin.

• Kopie der Bewilligung des BB._______ vom 15. Oktober 2007 an die 

CC._______ (Anstellung der Beschwerdeführerin im AA._______).

• Kopie der Stellenantrittsverfügung des BB._______ vom 18. Oktober 

2007 für die Beschwerdeführerin.

• Kopie eines Vertrages vom 5. Oktober 2007 zwischen dem Verein Kin-

derbetreuung  DD._______  und  einer  Tagesmutter  sowie  den 

Beschwerdeführern  inklusive  Betreuungsvereinbarung  (betreffend 

Fremdbetreuung von E._______).

• Kopien  von  Bestätigungen  vom  Juni  2006,  Februar  2007  und  Juni 

2007  betreffend  die  Teilnahme  der  Beschwerdeführerin  an  einem 

Deutsch- und Integrationskurs.

• Kopien von Bestätigungen vom Juli  2005, Februar  2006, Juni  2006, 

Februar 2007, Juni 2007 sowie Februar 2008 betreffend der Teilnahme 

der Beschwerdeführerin und ihrer Töchter E._______und D._______ 

am Kurs "(...)".

• Kopie  einer  Bestätigung vom 10. Februar  2005 hinsichtlich  der  Teil-

nahme der Beschwerdeführerin am Kurs "(....)".

• Referenzschreiben vom 12. Februar 2008 für die Beschwerdeführerin 

von EE._______, Leiterin des Deutsch- und Integrationskurses.

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• Kopie  einer  Einladung  der  X._______  vom  2.  September  2003 

hinsichtlich  einer  Teilnahme  der  Beschwerdeführerin  an  einem 

(...)kurs.

• Kopie  eines  Zwischenprüfungszertifikats  des  FF._______  vom  25. 

April 2004 die Beschwerdeführerin betreffend.

Auf erwähnte Ausführungen sowie die aufgeführten Dokumente wird - 
soweit  von  Entscheidrelevanz  -  in  den  nachfolgenden  Erwägungen 
eingegangen. 

M.
Am 5. März 2008 reichten die Beschwerdeführer einen Arztbericht vom 
3.  März  2008,  ausgestellt  durch  Dr.  GG._______,  Facharzt  für 
Psychiatrie  und Psychotherapie,  DD._______,  ein  ärztliches  Zeugnis 
vom 5. Februar 2008, verfasst von Dr. med. HH._______, Facharzt für 
Allgemeinmedizin,  DD._______,  einen  Arztbericht  von  Dr.  med. 
KK._______, (...),  (...) DD._______, vom 28. Januar 2008, und einen 
ärztlichen  Bericht  vom  27.  Januar  2004,  verfasst  von  Dr.  med. 
LL._______,  (...),  (...)  DD._______,  nach  und  führten  dazu  haupt-
sächlich  aus,  der  Beschwerdeführer  leide  unter  einer  posttraumati-
schen  Belastungsstörung  sowie  rezidivierenden  depressiven  Episo-
den, gegenwärtig mit mittelschwerem somatischen Syndrom. Im Falle 
eines  Behandlungsabbruchs  würden  sich  die  psychosomatischen 
Ängste verstärken. Eine Chronifizierung und Invalidisierung könne zu-
dem nicht ausgeschlossen werden, was die ohnehin geringen Aussich-
ten,  im  Heimatland  eine  Existenzgrundlage  aufbauen  zu  können, 
nochmals dezimiere. Neben einer Gefährdung der Eltern würde damit 
insbesondere  auch  das  Kindeswohl  in  schwerwiegender  Weise 
beeinträchtigt.

Hinsichtlich  der  gesundheitlichen  Situation  der  Beschwerdeführerin 
legten die Beschwerdeführer zudem ein ärztliches Attest,  ausgestellt 
am 26. Oktober 2004 durch die Fachärzte Dr. med. MM._______ und 
Dr. med. NN._______, (...), (...) DD._______, sowie einen Kurzbericht 
von Dr. med. OO._______, (...), (...), vom 17. Dezember 2003 bei. 

Auf genannte ärztliche Berichte wird - sofern von Relevanz -  in  den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

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N.
Mit Schreiben vom 25. März 2008 reichte die Rechtsvertreterin der Be-
schwerdeführer eine Kostennote zu den Akten. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 
gehört zu den Behörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorin-
stanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine Ausnahme, was das Sach-
gebiet  angeht,  ist  nicht  gegeben  (Art. 32  VGG).  Das  Bundesverwal-
tungsgericht ist  daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden 
Beschwerde  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht;  die  Be-
schwerdeführer  sind  legitimiert  (Art. 108 Abs. 1  AsylG,  Art. 6  AsylG 
i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin 
einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-

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kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG). 

3.2 Nach Lehre und Rechtsprechung erfüllt eine asylsuchende Person 
die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, wenn sie Nach-
teile  von  bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise  mit  be-
achtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft berechtigter-
weise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter, in 
Art. 3 Abs. 1 AsylG aufgezählter Verfolgungsmotive durch Organe des 
Heimat- oder Herkunftsstaats oder - unter gewissen Voraussetzungen 
- durch nichtstaatliche Organe (vgl. dazu nachfolgend Ziffer 3.3) zuge-
fügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen. Dabei 
ist einerseits die Frage nach der im Zeitpunkt der Ausreise aktuell vor-
handenen Furcht zu stellen und andererseits zu prüfen, ob die Furcht 
vor einer absehbaren Verfolgung (noch) begründet ist. Veränderungen 
der objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asyl-
entscheid sind zugunsten und zulasten des Gesuchstellers zu berück-
sichtigen (vgl. EMARK 2000 Nr. 2  E. 8b  und 1994 Nr. 24  E. 8a; W. 
Kälin, Grundriss des Asylverfahrens, Basel/Frankfurt a.M. 1990, S. 135 
ff.). Für die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft  muss schliesslich 
feststehen, dass sich eine von flüchtlingsrechtlich erheblichen Nachtei-
len bedrohte Person landesweit in einer ausweglosen Situation befin-
det.

3.3
3.3.1 Mit  dem  Grundsatzentscheid  EMARK  2006  Nr.  18  (Entschei-
dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission) 
wurde im schweizerischen Asylrecht in Abwendung von der Zurechen-
barkeitstheorie  die  sogenannte  Schutztheorie  anerkannt. Dergemäss 
kann heute die private Verfolgung im schutzunfähigen Staat ebenfalls 
flüchtlingsrelevant  sein.  Die  Schutztheorie  besagt,  dass  die  Flücht-
lingseigenschaft von Asylsuchenden, welche im Herkunftsland - unter 
asylrechtlich im Übrigen relevanten Umständen - von nichtstaatlicher 
Verfolgung  bedroht  sind,  zu  verneinen  ist,  wenn  in  diesem  Staat 

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Schutz  vor  nichtstaatlicher  Verfolgung  erhältlich  ist.  Dieser  kann  so-
wohl durch den Heimatstaat als auch durch einen im Sinne der Recht-
sprechung besonders  qualifizierten  Quasi-Staat  gewährt  werden,  al-
lenfalls  auch  durch  internationale  Organisationen.  Der  Schutz  vor 
nichtstaatlicher  Verfolgung  auf  tieferem  institutionellem  Niveau  bei-
spielsweise durch einen Clan, durch eine (Gross-) Familie oder auf in-
dividuell-privater Basis wäre jedenfalls nicht als ausreichend zu beur-
teilen (a.a.O. E. 10.2 S. 202 f.).

3.3.2 Bei der Beurteilung, welche Art beziehungsweise welcher Grad 
von Schutz im Heimatland als "genügend" zu qualifizieren ist, kann ge-
mäss erwähntem Grundsatzentscheid vollumfänglich auf die bisherige 
Rechtsprechung abgestellt  werden. Zunächst  ist  nicht  eine  faktische 
Garantie  des  Schutzgewährers  für  langfristigen  individuellen  Schutz 
des  von nichtstaatlicher  Verfolgung Bedrohten zu verlangen: Keinem 
Staat gelingt es, die absolute Sicherheit  aller seiner Bürger jederzeit 
und überall zu garantieren. Erforderlich ist vielmehr, dass eine funktio-
nierende und effiziente Schutz-Infrastruktur zur Verfügung steht, wobei 
in erster Linie an polizeiliche Aufgaben wahrnehmende Organe sowie 
an  ein  Rechts-  und  Justizsystem  zu  denken  ist,  das  eine  effektive 
Strafverfolgung ermöglicht. Die Inanspruchnahme eines solchen inner-
staatlichen Schutzsystems muss dem Betroffenen einerseits  objektiv 
zugänglich  sein  (unabhängig  von  persönlichen  Merkmalen  wie  Ge-
schlecht oder Zugehörigkeit zu einer ethnischen oder religiösen Min-
derheit); andererseits muss sie für den Schutzbedürftigen auch indivi-
duell zumutbar sein, was beispielsweise dann zu verneinen ist, wenn 
der Betroffene sich mit einer Strafanzeige der konkreten Gefahr weite-
rer  (oder  anderer)  Verfolgungsmassnahmen  aussetzen  würde.  Auch 
über diese Zumutbarkeitsfrage ist im Rahmen der individuellen Einzel-
fallprüfung unter Berücksichtigung des länderspezifischen Kontexts zu 
entscheiden. Analog der Einwendung einer  sicheren innerstaatlichen 
Fluchtalternative obliegt es der entscheidenden Behörde, die Effektivi-
tät des Schutzes vor nichtstaatlicher Verfolgung im Heimatland abzu-
klären und zu begründen (EMARK 2006 Nr. 18 E. 10.3.1 und 10.3.2 
mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).

3.4
3.4.1 Vorab ist festzuhalten, dass die vom Beschwerdeführer im Jahre 
1992 erlebte Kriegsgefangenschaft bereits Gegenstand eines früheren 

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Asylverfahrens war. Das dem Beschwerdeführer und später auch sei-
ner Ehefrau durch die Vorinstanz gewährte Asyl wurde mit Verfügung 
des BFM vom 21. November 1996 rechtskräftig beendet respektive wi-
derrufen, da die Beschwerdeführer zuvor freiwillig auf ihren Status als 
Flüchtling verzichteten, um sich in ihrer Heimat im Rahmen eines Wie-
deraufbauprogramms erneut niederzulassen und sich damit wieder un-
ter  den  Schutz  ihres  Heimatstaates  zu  stellen.  Prüfungsgegenstand 
des vorliegenden Verfahrens bildet demnach einzig die Frage, ob den 
von den Beschwerdeführern dargelegten Behelligungen durch Unbe-
kannte im Zeitraum vom Herbst 1997 bis zu ihrer erneuten Ausreise 
aus dem Heimatstaat im Jahre 1998 aus damaliger und heutiger Sicht 
flüchtlingsrechtliche  Relevanz  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  zukommt. 
Dies ist - wie nachfolgend aufgezeigt - zu verneinen. 

3.4.2 Der Beschwerdeführer führt die von ihm geschilderten Übergriffe 
im  Jahre  1997  bis  1998  auf  seinen  Aufenthalt  in  einem  serbischen 
Kriegsgefangenenlager im Jahre 1992 zurück, als ein ihm unbekannter 
Mitgefangener dort  durch serbische Aufseher zu Tode geprügelt wor-
den sei, da er mehr als ein Stück Brot vom Beschwerdeführer, der die 
Lebensmittel  im Lager zu verteilen gehabt  habe, verlangt habe.  Bei 
der vom Beschwerdeführer vertretenen Ansicht, wegen diesem Vorfall 
sei  er von Familienangehörigen des verstorbenen Mitgefangenen an-
gegriffen worden, dürfte es sich indessen um eine blosse Vermutung 
handeln, zumal der Beschwerdeführer einerseits die Täter nicht identi-
fizieren konnte und andererseits aus seiner Aussage, diese hätten ihm 
gedroht, er werde das gleiche Schicksal wie ihr im Lager verstorbener 
Vater erleben, nicht bereits geschlossen werden könnte, es habe sich 
dabei gerade um diesen einen Mitinsassen, dessen Namen dem Be-
schwerdeführer zudem nicht bekannt ist, gehandelt. Objektiv betrach-
tet  dürfte  demnach das vom Beschwerdeführer  anlässlich  der  vorin-
stanzlichen Anhörungen geschilderte Verfolgungsmotiv als nicht genü-
gend begründet erscheinen. Mithin dürfte es auch an einer konkreten 
Erklärung dafür,  dass die von den Beschwerdeführern erlittenen Be-
helligungen durch ihnen unbekannte Privatpersonen gezielt aus einem 
der in Art. 3 AsylG genannten Gründe (wie etwa ethnisch, religiösen 
und/oder politischen Motiven) erfolgt sein sollte, fehlen.

3.4.3 Diese sowie auch die Frage, ob es sich bei den vom Beschwer-
deführer  erlittenen Schlägen im Hebst  1997,  dem auf  ihn und seine 
Familie verübten bewaffneten Angriff im November 1998 sowie den in 
diesem  Zeitraum  erfolgten  -  nicht  näher  konkretisierten  -  weiteren 

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Übergriffen und Drohungen jeweils ausgehend von privaten Personen 
sodann um erhebliche Nachteile von genügender Intensität im Sinne 
von  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gehandelt  hat,  braucht  indessen  nicht  ab-
schliessend beurteilt  zu werden. Denn vorliegend ist davon auszuge-
hen, dass den Beschwerdeführern in ihrem Heimatstaat eine funktio-
nierende  und  effiziente  Schutz-Infrastruktur  gegen  solche  Übergriffe 
von privater  Seite  zur Verfügung gestanden hat  und auch heute zur 
Seite steht. 

3.4.4 So lässt sich mit  Blick auf  die allgemeine Situation in Bosnien 
und Herzegowina  zunächst  feststellen,  dass  nach  einem Waffenstill-
stand vom 12. Oktober 1995,  am 14. Dezember 1995 zwischen den 
Kriegsparteien  unter  Vermittlung  der  internationalen  Staatengemein-
schaft das Abkommen von Dayton abgeschlossen wurde, welches den 
Bürgerkrieg offiziell  beendete und Bosnien und Herzegowina in zwei 
Entitäten  -  die  bosnisch-kroatische  Föderation  und  die  Republika 
Srpska - teilte,  unter Anerkennung des Gesamtstaates innerhalb der 
international anerkannten Grenzen. Ein weiterer Schritt erfolgte mit der 
UNO-Resolution  Nr. 1088  vom 12. Dezember  1996,  mit  welcher  die 
multilaterale  Friedenstruppe IFOR (Implementation Force),  durch die 
SFOR (Stabilisation  Force)  ersetzt  wurde. Aufgrund  dieser  Verände-
rungen seit Ausbruch des Bürgerkrieges im Jahre 1992 kam die ARK 
in ihrem Urteil vom 11. Februar 2000 i.S. N.M. (vgl. EMARK 2000 Nr. 2 
E. 9b bis E. 9c) zum Schluss, dass mit Einsetzung erwähnter Stabili-
sierungstruppen,  welche  -  notfalls  auch  mit  Waffengewalt  -  die  Um-
setzung  des  Friedensvertrags  überwachen  sollten,  bosnisch-
herzegowinische Staatsangehörige grundsätzlich in einem Gebiet,  in 
welchem ihre Ethnie die Mehrheitsethnie darstellte,  keine Verfolgung 
mehr wegen früherer Ereignisse zu befürchten hätten, da der dadurch 
gewährte Schutz eine begründete Verfolgungsfurcht ausschliesse. An 
dieser  Beurteilung  der  ARK,  welche  mithin  von  einer  grundsätzlich 
genügenden  Schutzgewährung  durch  die  jeweilige  quasistaatliche 
Behörde  der  Entitäten  ausging,  ist  nach  Ansicht  des 
Bundesverwaltungsgerichts festzuhalten.

3.4.5 Die Beschwerdeführer  sind ethnische Bosniaken und Muslime, 
die ihren Angaben zufolge in den Herkunftsort des Beschwerdeführers 
nach  F._______  zurückkehrten,  wo  sie  zwischen  1996  und  1998 
hauptsächlich bei dessen Eltern lebten, sich wegen erwähnter Angriffe 
ab Herbst 1997 teils aber auch bei dessen Schwiegereltern in der Ge-
meinde PP._______ aufhielten. Diese beiden Gemeinden wurden nach 

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dem  Krieg  durch  die  Separationszone  (Zone  of  Separation,  ZoS) 
jeweils in einen in  der  muslimischen Föderation und in einen in  der 
serbischen Republik  gelegenen Teil  (F._______ sowie PP._______im 
muslimischen  Teil,  QQ._______F._______  sowie  RR._______  im 
serbischen  Teil)  getrennt.  Sowohl  F._______  als  auch  PP._______ 
befinden sich im Kanton SS._______,  in  der  kroatisch-muslimischen 
Föderation  und  waren  damals  -  respektive  sind  heute  noch  - 
mehrheitlich  von  Bosniaken  bevölkert.  Nach  erwähnter 
Rechtsprechung  und  Praxis  der  ARK  hätte  den  Beschwerdeführern 
bereits in erwähntem Zeitraum (1997/1998) grundsätzlich eine genü-
gende Schutz-Infrastruktur zur Verfügung gestanden, die sie hätten in 
Anspruch  nehmen  können.  Die  Beschwerdeführer  verneinten  dies 
zwar sowohl im vorinstanzlichen Verfahren als auch auf Beschwerde-
ebene, indem sie darlegten, die Polizei habe ihnen vor erwähnten Be-
helligungen keinen Schutz gewährleisten wollen, da der Beschwerde-
führer  im Krieg  nicht  für  sein Land gekämpft  und sich  während des 
Krieges in der Schweiz aufgehalten habe (vgl. B2, S. 5; B1, S. 5). In-
dessen lässt sich festhalten, dass aus den Akten nicht hervorgeht, die 
Beschwerdeführer hätten sich dagegen bei einer übergeordneten Poli-
zeibehörde oder  aber  bei  deren Untätigkeit  bei  den lokalen Einrich-
tungen  der  damals  anwesenden  IPTF  (Internationale  Polizeieinsatz-
truppe der  Vereinten Nationen)  respektive der  SFOR in  ihrer  Wohn-
sitzgemeinde F._______ oder aber in PP._______ zur Wehr gesetzt. 

3.4.6 Die Lage im Heimatland der Beschwerdeführer hat sich seither 
weiterhin stabilisiert  und die demokratische Ordnung mit  einem drei-
köpfigen Staatspräsidium, in welchem die muslimische, kroatische und 
serbische Ethnie vertreten sind,  kann als  grundsätzlich gefestigt  be-
zeichnet werden. Auch die letzten Parlamentswahlen vom 1. Oktober 
2006 verliefen ohne Zwischenfälle. Zwar hat sich die Hoffnung auf eine 
Wiedervereinigung  der  bosnisch-kroatischen  Föderation  und  der 
Republika Srpska nicht  erfüllt  und es existieren auf  dem Gebiet  von 
Bosnien  und  Herzegowina  nach  wie  vor  zwei  faktisch  autonome 
Regionen,  wobei  insbesondere  eine  Rückkehr  von  Muslimen  in  die 
serbisch  dominierte  Republika  Srpska  kaum realisiert  werden  kann. 
Das  Bundesverwaltungsgericht  geht  jedoch  auch  im  heutigen  Zeit-
punkt  davon  aus,  dass  Staatsangehörigen  von  Bosnien  und  Herze-
gowina bei einer mehrheitlich aus Angehörigen ihrer Ethnie bestehen-
denden  quasi-staatlichen  Körperschaft  genügend  Schutz  gewährt 
werden kann. 

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3.4.7 Den Beschwerdeführern wäre es demnach auch im Falle ihrer 
Rückkehr möglich und zumutbar, sich bei allfälligen Übergriffen durch 
Privatpersonen an die heimatstaatlichen Behörden,  beziehungsweise 
bei deren eventuellen Untätigkeit  auch an die internationalen Stellen 
der  Polizeimission der  Europäischen  Union (EUPM) -  welche  per  1. 
Januar 2003 die Aufgaben der IPTF übernommen hat - zu wenden, da 
diese ebenfalls als schutzwillig und -fähig zu bezeichnen sind. 

3.5 Demzufolge  erfüllen  die  Beschwerdeführer  -  denen  es  letztlich 
auch offen gestanden hätte respektive offen stehen würde, sich allfälli-
gen Behelligungen mittels Wohnsitznahme in eine andere Region der 
Entität der bosnisch-kroatischen Föderation zu entziehen - die Anfor-
derungen  an  Art.  3  AsylG  nicht.  Das  BFM  hat  deren  Asylgesuche 
demnach zu Recht abgelehnt. 

4.
4.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Ist der Vollzug der Wegweisung 
nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bun-
desamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestim-
mungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 
AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

4.2 Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine fremdenpolizei-
liche Aufenthaltsbewilligung noch einen Anspruch darauf. Die Wegwei-
sung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

4.3 Die Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 1 bis 4 AuG sind al-
ternativer Natur; liegt eines von ihnen vor, ist die vorläufige Aufnahme 
in der Schweiz anzuordnen, weshalb sich eine nähere Prüfung allfälli-
ger weiterer Hindernisse erübrigt (vgl. die weiterhin zutreffende Recht-
sprechung der ARK in EMARK 2006 Nr. 6 E. 4.2. S. 54 f.).

4.4
4.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 

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7  AuG -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818). 

4.4.2 In Fortführung der Praxis der ARK erachtet das Bundesverwal-
tungsgericht die allgemeine Lage in Bosnien und Herzegowina als ei-
nem Wegweisungsvollzug generell  nicht entgegenstehend, sofern die 
Rückkehr in eine Entität erfolgt, in welcher die betroffene Person zur 
Mehrheitsethnie gehört (vgl. dazu auch vorne Ziff. 4.4 sowie EMARK 
1999  Nr. 8  E.  7k  S. 54).  Diese  Voraussetzung  ist  im  Falle  der  Be-
schwerdeführer  als  aus  der  bosnisch-kroatischen  Föderation  stam-
menden Muslimen erfüllt.

4.4.3 Bei der Prüfung der Frage der Zumutbarkeit in ein Gebiet, wel-
ches grundsätzlich als sicher gilt, sind im Rahmen einer Gesamtwürdi-
gung  individuelle  Faktoren  -  namentlich  das  Vorhandensein  bezie-
hungsweise  Fehlen  eines  familiären  oder  sozialen  Netzes  und  von 
Wohneigentum, das Alter, die Gesundheit, das Geschlecht und allfälli-
ge familiäre Verpflichtungen - zu gewichten (vgl. EMARK 1999 Nr. 8 E. 
7l S. 54 f.).

4.4.4 Grundsätzlich erweist sich der Vollzug der Wegweisung aus me-
dizinischen  Gründen  dann  als  unzumutbar,  wenn  für  die  betroffene 
Person bei einer Rückkehr in ihre Heimat eine wesentliche medizini-
sche Behandlung nicht  erhältlich  wäre. Bei  der  Prüfung der  Voraus-
setzungen einer  konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 
AuG sind humanitäre Überlegungen im Einzelfall gegen andere öffent-
liche Interessen abzuwägen, die allenfalls für den Vollzug der Wegwei-
sung sprechen würden, was den Asylbehörden einen Ermessensspiel-
raum lässt. Entsprechend bilden etwa gesundheitliche Probleme, wel-
che für sich allein betrachtet den Wegweisungsvollzug nicht bereits als 
unzumutbar  erscheinen  lassen,  ein  Beurteilungselement,  welches  in 
die  vorzunehmende  Interessenabwägung  einbezogen  werden  muss 
und zusammen mit  weiteren humanitären Aspekten zur  Feststellung 
der Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  führen kann (vgl. zum 
Ganzen EMARK 2001 Nr. 16 E. 6b S. 123; 2003 Nr. 24 E. 5a am Ende 
und 5b S. 157 f.).

Schliesslich stellt bei der Prüfung der Zumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzuges auch das Kindeswohl einen zu berücksichtigenden, wesentli-
chen Aspekt dar (vgl. EMARK 2005 Nr. 6 E. 6.1. S. 57).

Seite 18

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4.5
4.5.1 Die Beschwerdeführer machen auf Beschwerdeebene insbeson-
dere das Vorliegen gesundheitlicher Einschränkungen geltend, welche 
einen Wegweisungsvollzug als unzumutbar erscheinen lassen würden. 
Aus dem im Verlauf des Beschwerdeverfahrens nachgereichten ärztli-
chen Zeugnissen lässt sich mit Blick auf die gesundheitliche Situation 
der Beschwerdeführerin Folgendes feststellen:

4.5.2 Aus dem Bericht von Dr. med. O._______ vom 15. Januar 2003 
geht  hervor,  dass  die  Beschwerdeführerin  damals  wegen  einer 
schweren  Depression  mit  starken  psychosomatischen  Komponenten 
mittels  TT._______  therapiert  wurde  und  für  das  psychiatrische 
UU._______ angemeldet war. Mit medizinischem Kurzbericht des (...) 
DD._______  vom 26. Oktober  2004  wird  sodann  bestätigt,  dass  die 
Beschwerdeführerin  bereits  vor  und  während  der  Schwangerschaft 
ihrer  Tochter  E._______  in  ambulanter  psychiatrischer  Behandlung 
war, und empfohlen, aufgrund des traumatischen Geburtsverlaufs (...) 
sei die Kontinuität der begonnenen Psychotherapie zu empfehlen. Im 
aktuellen  Arztbericht  der  U._______,  (...),  DD._______,  vom  26. 
Februar 2008, wird der Beschwerdeführerin, die seit dem 6. Mai 2003 
in  Behandlung  ist,  schliesslich  eine  posttraumatische  Be-
lastungsstörung (ICD-10 F43.1) und eine mittelgradige depressive Epi-
sode mit somatischem Symptom (ICD-10 F32.11) attestiert und ausge-
führt,  sie  habe sich wegen Symptomen einer posttraumatischen Be-
lastungsstörung  mit  Flash-backs,  Hyperarousal,  starken  Stimmungs-
schwankungen, massiven Ängsten, Schlafproblemen, Alpträumen, Ge-
dankenkreisen, Grübeln, grosser Müdigkeit und diversen somatischen 
Krankheitssymptomen in Behandlung begeben. Das Familienleben sei 
stark durch die psychischen und somatischen Beschwerden des Ehe-
mannes  beeinträchtigt  worden,  der  selber  seit  vielen  Jahren  unter 
einem  Kriegstrauma  leide.  Bei  den  Kindern  sei  dadurch  ebenfalls 
Angst und Unsicherheit  entstanden, was die familiären Probleme zu-
sätzlich verschärft habe. Es erfolge eine  medikamentöse Behandlung 
mittels  Antipsychotikum  sowie  einem  Antidepressivum,  verabreicht 
durch den Hausarzt. Ausserdem finde zirka drei Mal wöchentlich eine 
Psychotherapie  statt.  Durch  die  antidepressive  und  antipsychotische 
Medikation  sei  es  innerhalb  der  fünf  Jahre  zu  einem  leichten 
Rückgang  der  Albträume,  des  Grübelns  und  zur  Verbesserung  des 
Schlafes  gekommen,  indessen  stosse  die  Beschwerdeführerin  auf-
grund der psychischen Einschränkungen immer wieder an die Gren-
zen ihrer Kräfte, was sich negativ auf die Kindererziehung und das Zu-

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sammenleben  mit  ihrem  Ehemann  auswirke.  Zusätzlich  stelle  die 
Unsicherheit  über  den  Ausgang  des  Beschwerdeverfahrens  eine 
grosse Belastung dar. Laut der behandelnden Fachpsychologin sowie 
der  Oberärztin  sei  von  einer  längerfristigen  Behandlungsdauer  der 
Beschwerdeführerin  auszugehen,  und  im  Falle  eines  Abbruchs  der 
Therapie wäre gemäss den Fachärztinnen damit zu rechnen, dass das 
ohnehin  instabile  Gleichgewicht  zusammen  brechen  könnte  und  die 
Beschwerdeführerin für längere Zeit hospitalisiert werden müsste. Ihre 
Aufgaben  als  Mutter  und  Ehefrau  könnte  sie  über  lange  Zeit  nicht 
mehr wahrnehmen.

4.5.3 Mit  aktuellem  Arztzeugnis  von  Dr.  GG._______  vom  3.  März 
2008  werden  die  in  der  Beschwerdeschrift  angetönten  psychischen 
Probleme  des  Beschwerdeführers  belegt,  indem  diesem  eine 
posttraumatische  Belastungsstörung  nach  Traumatisierung  im  Lager 
und eine Retraumatisierung durch die Bedrohung nach der Rückkehr 
nach Bosnien und Herzegowina sowie eine rezidivierende depressive 
Episode,  gegenwärtig  mittelschwer  mit  somatischem  Syndrom, 
attestiert  wird.  Im  Weiteren  führt  der  behandelnde  Arzt  aus,  der 
Beschwerdeführer,  der  sich  im  Februar  2008  unter  anderem  wegen 
massiver Krebsängste habe hospitalisieren lassen,  sei  ein Jahr lang 
medikamentös  mittels  Antidepressiva  und  einem  als  Tranquilizer 
eingesetzten  tiefdosierten  Neuroleptikum  behandelt  worden.  Heute 
würden die seit Juni 2003 alle drei bis vier Wochen stattfindenden Ge-
sprächstherapien weitergeführt. Das Denken des Beschwerdeführers, 
alle  Lagerinsassen  würden  nicht  älter  als  40  Jahre  alt  respektive 
plötzlich  sterben,  nehme  mehr  und  mehr  überhand.  Der  Beschwer-
deführer  könne  über  unvorstellbare  Erlebnisse  berichten,  ohne  sie 
aber  bewältigen zu können. Die   Behandlungsdauer  sei  im  Moment 
nicht  absehbar. Bei  einem Behandlungsabbruch würden sich die frei 
flottierenden  psychosomatischen  Ängste,  wie  sie  aktuell  akut 
geworden  seien,  verstärken  und  eine  Chronifizierung  und  Invalidi-
sierung  könne  nicht  ausgeschlossen  werden.  Was  sodann  die  phy-
sische Verfassung des Beschwerdeführers angeht, lässt sich gemäss 
dem  ärztlichen  Zeugnis  von  Dr.  HH._______  vom  5.  Februar  2008 
entnehmen,  dass  die  mit  ärztlichem  Zeugnis  vom  20.  Januar  2003 
durch  Dr.  med.  Q._______  erstmals  erwähnten  chronischen  Kiefer-
gelenksschmerzen  links,  herrührend  von  den  Schlägen  im  Herbst 
1997,  weiterhin  bestehen.  Zudem  leide  der  Beschwerdeführer  an 
rheumatischen  Beschwerden.  Bei  Bedarf  nehme  er  daher 
Schmerzmittel  ein.  Die  vom  Beschwerdeführer  gegenüber  Dr. 

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HH._______  im  Weiteren  angegebenen  urologischen 
Missempfindungen  wurden  mittels  Überweisung  an  Dr.  med. 
KK._______, (...) des (...) DD._______, untersucht. Der Verdacht des 
Beschwerdeführers,  an  einer  Geschlechtskrankheit  zu  leiden, 
bestätigte sich jedoch gemäss Bericht des Facharztes vom 28. Januar 
2008  nicht,  da  keine  urologische  Pathologie  habe  entdeckt  werden 
können und aus ärztlicher Sicht beim Beschwerdeführer eine Tendenz 
zur Krankheitsphobie bestehe.

4.5.4 Es  besteht  für  das  Bundesverwaltungsgericht  kein  Anlass,  an 
der  in  medizinischer  Hinsicht  sachlichen Richtigkeit  erwähnter  ärztli-
cher Berichte zu zweifeln (vgl. zur Beweiskraft sogenannter Privatgut-
achten EMARK 2002 Nr. 13 E. 6c S. 115 f., und Nr. 18). Somit steht 
fest, dass sowohl der Beschwerdeführer als auch seine Ehefrau unter 
erheblichen  psychischen  Beschwerden  mit  somatischen  Symptomen 
leiden, die eine bereits länger andauernde psychotherapeutische Be-
handlung erforderlich gemacht haben, deren Fortsetzung mittels Ge-
sprächstherapien - sowie durch Medikation bei der Beschwerdeführe-
rin - aus medizinischer Sicht angezeigt erscheint. 

4.5.5 Die Notwendigkeit einer Behandlung der im damaligen Zeitpunkt 
bekannten  psychischen  Beeinträchtigungen  der  Beschwerdeführer 
stellte die Vorinstanz denn auch mit Vernehmlassung vom 12. Oktober 
2004 nicht  in  Abrede. Sie  vertrat  aber  den allgemeinen Standpunkt, 
dass angesichts der vorhandenen umfangreichen Strukturen eine Be-
handlung psychischer Leiden auch in Bosnien und Herzegowina mög-
lich sei.

4.5.6 Nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts beste-
hen in Bosnien und Herzegowina zwar in der Tat medizinische Einrich-
tungen,  welche  Behandlungen  für  psychische  Krankheiten  anbieten. 
Diese  sind  allerdings  aufgrund  der  grossen  Zahl  von  Patienten  oft 
überlastet. Die benötigten intensiven Therapien stehen Personen mit 
schweren Traumatisierungen,  die  einer  dauerhaften  psychologischen 
Behandlung bedürfen, aufgrund der  bereits überlasteten Kapazitäten 
kaum zur Verfügung. Die übrigen Einrichtungen, welche Hilfe für psy-
chologische  Probleme  anbieten,  beschränken  sich  im  Wesentlichen 
auf  eine medikamentöse Behandlung. Eine Vielzahl von Medikamen-
ten ist  zwar  in  Bosnien  und  Herzegowina erhältlich,  jedoch müssen 
Patienten und Patientinnen verschiedentlich die Kosten der benötigten 
Medikamente selbst tragen; dies selbst wenn es ihnen gelingt, sich in 

Seite 21

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ihrer  Wohngemeinde  registrieren  zu  lassen,  was  die  erste  Voraus-
setzung für  den Zugang zu kostenlosen Leistungen des öffentlichen 
Gesundheitssystems darstellt. Zudem begegnen insbesondere Arbeits-
lose, deren Krankenversicherungsprämien von der Arbeitslosenkasse 
zu bezahlen wären, regelmässig grossen Schwierigkeiten, wenn sie ihr 
Recht auf Versicherungsschutz geltend machen wollen. Schliesslich ist 
zu erwähnen, dass immer mehr medizinische Institutionen dazu über-
gegangen sind, Vorauszahlungen zu verlangen, da sie Schwierigkeiten 
haben, das Geld bei den Versicherungen einzutreiben (vgl. zum Gan-
zen: EMARK 2002, Nr. 12 S. 102 ff.; J. Scacchi, Bosnien-Herzegowina, 
Behandlungsmöglichkeiten  für  schwer  traumatisierte  Personen, 
Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH], Bern, im Oktober 2004; S. 6 ff.; 
UNHCR, Update on Conditions for Return to Bosnia and Herzegowina, 
Januar 2005; WHO, Health Questions, 02/2006).

4.5.7 Vor diesem Hintergrund  erscheint  es  äusserst  fraglich,  ob  die 
von den Beschwerdeführern langfristig benötigte engmaschige ärztli-
che und psychotherapeutische Betreuung in Bosnien und Herzegowina 
ohne Weiteres gewährleistet wäre. Aufgrund der zu den Akten gereich-
ten ärztlichen Berichte kann zudem im heutigen Zeitpunkt auch nicht 
ausgeschlossen werden, dass eine zwangsweise Rückführung der Be-
schwerdeführer in ihren Heimatstaat zu gesundheitlichen Verschlech-
terungen führen könnte, was eine noch intensivere medizinische Be-
treuung erforderlich machen würde.

4.5.8 Ebenso ist nicht auszuschliessen, dass die Beschwerdeführer in 
Bosnien und Herzegowina einen Teil oder gar die Gesamtheit der Me-
dikamenten-  und  Behandlungskosten  selbst  übernehmen  müssten. 
Hinsichtlich der Finanzierbarkeit der Behandlung ist anzuführen, dass 
angesichts  einer  aktuellen  Arbeitslosenquote  in  Bosnien  und 
Herzegowina  von  nahezu  50%  der  Beschwerdeführer  oder  seine 
Ehefrau nur geringe Chancen hätten, eine Arbeitsstelle zu finden, um 
für  die  Familie  zu  sorgen  und  darüber  hinaus  noch  die  finanziellen 
Mittel für die Bezahlung einer angemessenen psychiatrischen Behand-
lung aufbringen zu können. Die Aufnahme einer vollen Erwerbstätigkeit 
durch den Beschwerdeführer, der hier in der Schweiz eigenen Anga-
ben zufolge lediglich (...)  bis (...)  % arbeitet,  dürfte sodann aufgrund 
seiner gravierenden gesundheitlichen Probleme als eher schwierig er-
scheinen,  zumal  gemäss  Angaben  des  Arztes  Ermüdungserschei-
nungen während der  Arbeit  seine Ängste aktivierten (vgl. erwähntes 
Arztzeugnis  von  Dr.  GG._______).  Ob  die  Ehefrau  des  Beschwer-

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deführers,  welche  ebenfalls  unter  massiven  psychischen  Problemen 
leidet und hier in der Schweiz derzeit ebenfalls nur teilzeit-erwerbstätig 
ist,  eine Vollzeitstelle  finden und in  absehbarer Zeit  ein  für  die fünf-
köpfige  Familie  ausreichendes  Erwerbseinkommen  erwirtschaften 
könnte,  erscheint  ebenfalls  fraglich.  Selbst  wenn  sich  der  Be-
schwerdeführer und seine Ehefrau sodann als Arbeitslose registrieren 
lassen oder  aber  sonstige  Sozialhilfe  in  Anspruch  nehmen könnten, 
würden  diese  nach  Kenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  im 
Durchschnitt  geringen Entschädigungen,  die  kaum den  notwendigen 
Lebensbedarf  abdecken  -  ebenso  wenig  wie  das  Entgelt  eines 
allfälligen  Arbeitgebers  -,  nicht  zusätzlich  zur  Finanzierung  der  von 
ihnen benötigten medizinischen Behandlungen ausreichen. 

4.5.9 Dadurch bestehen ernsthafte Zweifel, ob die Beschwerdeführer 
in der Lage wären, sich eine neue wirtschaftliche Existenz in Bosnien 
und Herzegowina aufzubauen; angesichts des hohen Bedarfs an finan-
zieller  und  persönlicher  Unterstützung  der  fünfköpfigen  Familie  ist 
auch nicht davon auszugehen, dass die im Heimatstaat lebenden Fa-
milienangehörigen in ausreichendem Masse Hilfe leisten könnten, zu-
mal sich aus den Akten keine derartigen Anhaltspunkte ergeben. 

4.5.10 Im Weiteren gilt  es zu beachten,  dass gemäss den Angaben 
der Psychologin des T._______ (vgl. Schreiben vom 4. Februar 2008) - 
welche die ganze Familie betreut - die Tochter D._______ regelmässig 
wegen massiver Ängste und Bettnässen in wöchentlicher Therapie ist 
und auch der Sohn C._______ sowie die jüngste Tochter E._______ 
Probleme  haben.  Die  Kinder  seien,  so  die  Psychologin  in  ihrem 
Schreiben weiter, auf eine einigermassen sichere Umgebung wie auch 
auf therapeutische Unterstützung angewiesen, ansonsten ihre psychi-
sche und physische Gesundheit gefährdet wäre. 

Aus diesem sehr knapp gehaltenen Bericht  lässt sich einzig schlies-
sen,  dass  sämtliche Kinder  psychisch  beeinträchtigt  sind  und offen-
sichtlich  D._______  derzeit  regelmässig  psychologisch  betreut  wird. 
Da aber - wie nachstehend aufgezeigt - ohnehin weitere Aspekte des 
Kindeswohls  ebenfalls  für  einen weiteren Verbleib der Familie  in  der 
Schweiz  sprechen,  kann  auf  die  Einholung  eines  genügend 
detaillierten  ärztlichen  Gutachtens  die  Situation  der  Kinder  der 
Beschwerdeführer betreffend verzichtet werden. 

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4.6
4.6.1 Der älteste Sohn der Beschwerdeführer, C._______, wurde hier 
in der Schweiz am (...) geboren und hat sich lediglich in den Jahren 
1997  und  1998  in  seinem  Heimatland  aufgehalten.  Anschliessend 
verbrachte  er  fast  vier  Jahre  in  I._______.  Seit  über  fünf  Jahren 
befindet er sich nun wieder in der Schweiz und hat somit den grössten 
Teil  seiner  Kindheit  hier  verbracht.  Nach  glaubhaften  Angaben  auf 
Beschwerdeebene spricht er fliessend Schweizerdeutsch, besucht hier 
derzeit  die (...)  Primarklasse und spielt  in einem Fussballklub. Heute 
ist er (...) Jahre alt und befindet sich damit in der Adoleszenz. Die bald 
(...)jährige D._______ wurde in I._______geboren und war somit noch 
gar nie in ihrem Heimatstaat. Bei ihrer Einreise in die Schweiz war sie 
(...)  Jahre alt  und dürfte demnach heute ebenfalls hier in die Schule 
gehen  und  damit  -  ebenso  wie  ihr  Bruder  -  in  sozialer  wie  auch 
sprachlicher  Hinsicht  integriert  sein.  Die  jüngste  Tochter  der 
Beschwerdeführer,  E._______,  wurde  nicht  nur  in  der  Schweiz 
geboren,  sondern  hat  ihre  ganze bisherige  Kindheit  in  diesem Land 
verbracht.  Auch  sie  weist  somit  keinen  näheren  Bezug  zu  ihrem 
Heimatland auf. 

4.6.2 Aufgrund der von ihnen hier verbrachten prägenden Jahre und 
ihrer Integration ist davon auszugehen, dass insbesondere die beiden 
älteren  Kinder  der  Beschwerdeführer  nach  einem  über  fünfjährigen 
Aufenthalt  in  der  Schweiz  bei  einer  erzwungenen Rückkehr  in  ihren 
Heimatstaat Bosnien und Herzegowina mit nicht unbeträchtlichen Inte-
grationsproblemen zu rechnen hätten. Denn wie bereits erwähnt,  hat 
C._______  die  meiste  Zeit  seines  Lebens  nicht  in  diesem  Staat, 
sondern fast ausschliesslich im Ausland verbracht und D._______ war 
noch nie in Bosnien und Herzegowina. Im Falle einer Rückschaffung in 
ihre Heimat bestünde daher insbesondere für diese beiden Kinder der 
Beschwerdeführer die Gefahr, aus einem hier gewachsenen sozialen 
Umfeld  herausgerissen  zu  werden. Eine  solche  Entwurzelung  einer-
seits sowie die sich gleichzeitig abzeichnende Problematik einer Inte-
gration in eine ihnen weitgehend fremde Umgebung und Kultur im Hei-
matland  andererseits  könnte  indessen  zu  Belastungen  in  ihrer  Ent-
wicklung führen, was mit dem Schutzanliegen des Kindeswohls nicht 
zu vereinbaren wäre (vgl. dazu EMARK 2005 Nr. 6, E. 6, S. 57 f., mit 
weiteren Hinweisen).

4.7 Im Rahmen einer  Gesamtwürdigung sämtlicher  Sachverhaltsele-
mente kommt das Bundesverwaltungsgericht daher zum Schluss, dass 

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der  Wegweisungsvollzug  der  Beschwerdeführer  als  unzumutbar  im 
Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu erachten ist.

4.8 Nachdem keine Hinweise auf das Vorliegen von Ausschlussgrün-
den nach Art. 83 Abs. 7 AuG aus den Akten hervorgehen, sind die Vo-
raussetzungen für die Gewährung der vorläufigen Aufnahme erfüllt.

5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde, soweit die Ziffern 1, 2 und 3 
des Dispositivs der Verfügung des BFM vom 21. November 2002 be-
treffend,  abzuweisen. Im Übrigen  ist  sie  gutzuheissen,  die  Ziffern  4 
und 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung sind aufzuheben 
und die Vorinstanz anzuweisen, die Beschwerdeführer vorläufig aufzu-
nehmen (Art. 44 Abs. 2 AsylG und Art. 83 Abs. 1AuG).

6.
6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die praxisgemäss um 
die  Hälfte  reduzierten  Kosten  den  Beschwerdeführern  aufzuerlegen 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 300.-- festzusetzen (Art. 
16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 VGKE). 

6.2 Mit Verfügung der ARK vom 13. Januar 2003 wurde auf die Erhe-
bung  eines  Kostenvorschusses  verzichtet  und  das  Gesuch  der  Be-
schwerdeführer  um Erlass  der  Verfahrenskosten  auf  einen  späteren 
Zeitpunkt  verwiesen.  Die  Begehren  der  Beschwerdeführer  sind  -  ex 
ante betrachtet -  nicht als aussichtslos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG zu bezeichnen. Die Beschwerdeführer werden zudem gemäss 
der  Bestätigung  der  X._______  vom  21.  Februar  2008  teilweise 
finanziell unterstützt, womit davon auszugehen ist, sie verfügten nicht 
über die erforderlichen Mittel zur Bezahlung der Verfahrenskosten. Das 
Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne 
von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  wird  daher  gutgeheissen.  Es  werden 
demnach keine Verfahrenskosten erhoben.

6.3 In  Verfahren,  welche  vom  Untersuchungsgrundsatz  beherrscht 
sind, gelten strenge Massstäbe für die Gewährung der unentgeltlichen 
Verbeiständung (vgl. BGE 122 I 10). In asylrechtlichen Beschwerdever-
fahren geht es im Wesentlichen um die Feststellung des rechtserhebli-
chen Sachverhalts, wobei der Untersuchungsgrundsatz gilt. Besondere 
Rechtskenntnisse  sind  daher  zur  wirksamen  Beschwerdeführung  im 
Regelfall nicht erforderlich, weshalb die unentgeltliche Verbeiständung 
im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG nur in besonderen Fällen, in wel-

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chen in rechtlicher oder tatsächlicher Hinsicht erhöhte Schwierigkeiten 
bestehen, gewährt wird. Im vorliegenden Verfahren hat dies nicht zu-
getroffen. Dem weiteren Antrag der Beschwerdeführer auf Beiordnung 
ihrer Rechtsvertreterin als amtliche Anwältin nach Art. 65 Abs. 2 VwVG 
wird mangels Notwendigkeit daher nicht stattgegeben. 

6.4 Obsiegende  Parteien  haben  Anspruch  auf  eine  Parteientschädi-
gung für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 16 Abs. 1 
Bst. a  VGG i.V.m. Art. 7  Abs. 1 des Reglements vom 11. Dezember 
2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE]). Obsiegt die Partei nur teilweise, so ist die Par-
teientschädigung entsprechend zu kürzen (Art. 7 Abs. 2 VGKE).

Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer hat eine Kostennote vom 
25. März 2008 in der Höhe von Fr. 1'625.-- zu den Akten gereicht. Sie 
weist einen zeitlichen Aufwand von 10,5 Stunden und Barauslagen von 
Fr. 50.-- aus. Die geltend gemachten Barauslagen erscheinen als an-
gemessen. Der zeitliche Aufwand ist hingegen aufgrund von als nicht 
notwendig erachteten Aufwendungen von 1.2 Stunden auf 8.5 Stunden 
zu reduzieren. In Anwendung von Art. 8, 9 und 11 VGKE sowie unter 
Berücksichtigung  des  geltend  gemachten  Stundenansatzes  von  Fr. 
150.-- ist die Parteientschädigung daher auf Fr. 1'425.70 (inkl. Ausla-
gen und MWSt) festzusetzen und ausgehend von einem hälftigen Ob-
siegen auf Fr. 712.85 zu reduzieren. Das BFM ist anzuweisen, diesen 
Betrag den Beschwerdeführern als Parteientschädigung auszurichten.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit sie die Frage des Wegwei-
sungsvollzugs betrifft. Im Übrigen wird sie abgewiesen.

2.
Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der Verfügung des BFM vom 21. 
November 2002 werden aufgehoben. 

3.
Das BFM wird angewiesen, die Beschwerdeführer und ihre Kinder vor-
läufig aufzunehmen.

4.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

5.
Das  BFM wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführern  eine  Parteient-
schädigung von Fr. 712.85 auszurichten.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: 
Haftbestätigung des ICRC vom 21. März 2003)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)

- VV._______ (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Beat Weber Claudia Jorns Morgenegg

Versand: 

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