# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2399ec44-d1e2-59b8-80d5-03d773fbe732
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.09.2011 D-4600/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4600-2011_2011-09-14.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­4600/2011
law/rep

U r t e i l   v om   1 4 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richter Thomas Wespi, Richter Pietro Angeli­Busi,
Gerichtsschreiber Philipp Reimann.

Parteien A._______, geboren am (…),
Eritrea,
c/o schweizerische Vertretung in Khartum,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;
Verfügung des BFM vom 20. Juni 2011 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Mit  der  schweizerischen  Botschaft  in  Khartum  am  7. September  2010 
zugegangener Eingabe beantragte die Beschwerdeführerin  sinngemäss, 
es  sei  ihr  die  Einreise  in  die  Schweiz  zwecks  Durchführung  eines 
Asylverfahrens zu bewilligen. Als Beilage legte sie ihrem Asylgesuch ein 
Schreiben  des  Amtes  des  Hohen  Flüchtlingskommissars  der  Vereinten 
Nationen  (UNHCR)  über  die  Fortführung  des  Flüchtlingsstatus  vom 
31. März  2003  sowie  vom  UNHCR  am  31. August  2010  ausgestellte 
Bestätigungen,  wonach  sie,  ihre  Eltern  mit  minderjährigen  Kindern  (…) 
und  ihr  volljähriger  Bruder  B._______  (…)  im  Gefolge  einer  weiteren 
Überprüfung ihres Flüchtlingsstatus  im Jahre 2010 nach wie vor von der 
sudanesischen Regierung als Flüchtlinge anerkannt seien und als solche 
sowohl  seitens  des  UNHCR  als  auch  der  sudanesischen  Regierung 
registriert worden seien, bei.

B. 
Mit  Schreiben  vom  11. November  2010  teilte  das  BFM  der 
Beschwerdeführerin mit,  dass  gemäss Art.  20 Abs.  2  des Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  das  BFM  Asylsuchenden  für 
weitere  Abklärungen  zu  den  Asylgründen  die  Einreise  in  die  Schweiz 
bewilligen  könne,  falls  es  diesen  nicht  zugemutet  werden  könne,  im 
Drittstaat  (hier:  Sudan)  zu  bleiben  oder  in  ein  anderes  Land 
weiterzureisen.  Gemäss  aktueller  Entscheidpraxis  würden  solche 
Einreisebewilligungen  sehr  restriktiv  gehandhabt.  Eine 
Einreisebewilligung  in  die  Schweiz  setze  zunächst  (im  Sinne  einer 
Vorbedingung) eine akute und schwere Gefährdung von Leib und Leben 
des Asylsuchenden voraus. Weitere Faktoren bei der Prüfung der Frage 
einer  Einreisebewilligung  seien  die  Schutzmöglichkeiten  im 
gegenwärtigen Drittland  (hier: Sudan), die Beziehungsnähe zur Schweiz 
und  die  zu  erwartende  Integration  in  der Schweiz. Da  das UNHCR alle 
Eritreer,  die  im  Sudan  Zuflucht  suchten,  ungeachtet  ihrer  Fluchtgründe 
registriere  und einem Flüchtlingslager  zuweise,  und  sich  zusammen mit 
den  sudanesischen  Behörden  um  die  Grundversorgung  kümmere, 
erachte  das  BFM  den  Verbleib  von  Schutzsuchenden  im  Sudan  als 
zumutbar, weshalb es entsprechende Asylgesuche in der Regel ablehne. 
Diese  Praxis  des  BFM  sei  durch  die  höchstrichterliche Rechtsprechung 
der  Schweiz  in  Asylangelegenheiten,  also  durch  das 
Bundesverwaltungsgericht,  bestätigt  worden,  das  etwa  im  Urteil  D­
2047/2010 vom 29. April 2010  festgehalten habe, dass die betreffenden 

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Personen  im  Sudan  nicht  unüberwindbaren  Schwierigkeiten 
gegenüberstünden  und  aufgrund  des  vom  UNHCR  und  den 
sudanesischen  Behörden  garantierten  Schutzes  ein  dortiger  Verbleib 
erwartet  werden  könne.  Die  Erfolgsaussichten  für  die  Erteilung  einer 
Einreisebewilligung  seien  auch  im  vorliegenden Fall  gering. Gleichzeitig 
räumte  das  BFM  der  Beschwerdeführerin  die  Gelegenheit  ein,  sich  bis 
zum  11. Dezember  2010  zur  Frage  zu  äussern,  ob  sie  an  ihrem 
Asylgesuch festhalten wolle oder nicht.

C. 
Mit  Eingabe  vom  7. Dezember  2010  (Posteingang  Botschaft)  hielt  die 
Beschwerdeführerin an ihrem Asylgesuch fest.

D. 
Mit Schreiben vom 17. Mai 2011 teilte das BFM der Beschwerdeführerin 
mit,  dass  gemäss  Mitteilung  der  Schweizer  Botschaft  in  Khartum  vom 
23. März  2010  eine  Befragung  vor  Ort  aus  sicherheitstechnischen, 
strukturellen  und  organisatorischen Gründen  nicht möglich  sei,  weshalb 
von  einer  solchen  abgesehen  werde,  was  der  Rechtsprechung  des 
Bundesverwaltungsgerichts entspreche (BVGE 2007/30, E. 5.8 S. 367 f.). 
Gleichzeitig  ersuchte  das  BFM  die  Beschwerdeführerin  zur 
Vervollständigung des  rechtserheblichen Sachverhalts um Beantwortung 
konkreter Fragen zu Familienangehörigen und Verwandten in Drittstaaten 
und  zum  Aufenthalt  im  Sudan  (vgl.  BVGE  2007/30  E. 5.4  S. 364 f.). 
Zudem  wurde  ihr  die  Mitteilung  der  Schweizer  Botschaft  vom  23. März 
2010 ausgehändigt.

E. 
Mit  Stellungnahme  vom  6. Juni  2011  (Posteingang  Botschaft) 
beantworteten  die  Beschwerdeführerin  das  Schreiben  des  BFM  vom 
17. Mai 2011.

F. 
Die  Beschwerdeführerin  machte  in  den  Eingaben  vom  7. September 
2010, 7. Dezember 2010 und vom 6. Juni 2011 im Wesentlichen geltend, 
ihr  Vater,  C._______,  habe  sich  im  Jahre  (…)  der  "Eritreischen 
Befreiungsfront"  ("Eritrean  Liberation  Front",  ELF)  angeschlossen  und 
vier Jahre lang gegen die äthiopischen Machthaber gekämpft, bis die ELF 
von der "Eritreischen Volksbefreiungsfront" ("Eritrean People's Liberation 
Front",  EPLF)  besiegt  worden  sei  und  sich  die  ELF­Kämpfer  in  alle 
Richtungen zerstreut hätten. Daraufhin sei er im Jahre 1981 in den Sudan 

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geflohen,  wo  er  den  Flüchtlingsstatus  erhalten  habe.  Sie  selber  sei  im 
Sudan geboren und Analphabetin, da sie die Schule nicht habe besuchen 
dürfen.  Zudem  sei  sie  von  den  sudanesischen  Kindern  benachteiligt 
worden.  Ferner  habe  sie  ungenügenden  Schutz  vom  UNHCR  und  von 
der  sudanesischen Regierung erhalten.  Im Weiteren  sei  das Haus  ihrer 
Familie  in  Khartum  von  Agenten  der  eritreischen  Botschaft  und  deren 
sudanesischen  Partnern  niedergebrannt  worden.  Schliesslich  sei  ihre 
Mutter  schon  mehrmals  von  den  sudanesischen  Behörden  inhaftiert 
worden,  weil  sie  auf  der  Strasse  Tee  verkauft  habe.  Das  Leben  in 
Khartum sei sehr hart.

G. 
Mit  Verfügung  vom  20. Juni  2011  –  eröffnet  am  18. Juli  2011 – 
verweigerte das BFM der Beschwerdeführerin die Einreise in die Schweiz 
und  lehnte  ihr  Asylgesuch  ab.  Zur  Begründung  führte  das  BFM  im 
Wesentlichen  aus,  die  Schilderungen  der  Beschwerdeführerin  liessen 
darauf  schliessen,  dass  ihre  Schwierigkeiten  mit  den  eritreischen 
Behörden asylbeachtlich seien. Indessen könne aufgrund des vollständig 
erstellten  Sachverhaltes  davon  ausgegangen  werden,  dass  keine 
unmittelbare  Gefährdung  vorliege,  welche  eine  sofortige  Einreise  der 
Beschwerdeführerin  in  die  Schweiz  als  notwendig  erscheinen  lasse.  Im 
Folgenden sei zu prüfen, ob einer Asylgewährung durch die Schweiz der 
Asylausschlussgrund  von  Art. 52  Abs.  2  AsylG  entgegenstehe,  wonach 
einer  Person  das  Asyl  verweigert  werden  könne,  wenn  ihr  zugemutet 
werden könne, sich  in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen. 
Die Beschwerdeführerin  sei  eigenen Angaben  zufolge  beim UNHCR  im 
Sudan  registriert  und  habe  den  Flüchtlingsstatus  erhalten.  Ihre  Eltern 
hätten  das  (zugewiesene)  Flüchtlingscamp  mangels  Schutz  vor 
Kidnapping bereits vor ihrer Geburt verlassen. Zwar – so das BFM – sei 
die  Lage  der  eritreischen  Flüchtlinge  und  Asylbewerber  im  Sudan 
angesichts  deren  Anzahl  nicht  einfach.  Die  zahlreichen  eritreischen 
Flüchtlinge  im Sudan verfügten nicht über ein  freies Aufenthaltsrecht  für 
das  ganze  Land,  sondern  würden  nach  ihrer  Registrierung  einem 
Flüchtlingslager  zugeteilt, wo sie  sich aufzuhalten hätten und die nötige 
Versorgung  erhielten.  Es  sei  der  Beschwerdeführerin  zuzumuten,  zu 
diesem  Zweck  wieder  in  das  ihr  zugewiesene  Flüchtlingslager 
zurückzukehren.  Nach  dem  Gesagten  benötige  sie  den  zusätzlichen 
subsidiären Schutz der Schweiz gemäss Art. 52 Abs. 2 AsylG nicht und 
es sei ihr zuzumuten, im Sudan zu verbleiben.

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H. 
Mit  am  28. Juli  2011  bei  der  Schweizer  Botschaft  in  Khartum 
eingetroffener  und  von  dieser  zuständigkeitshalber  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  weitergeleiteter  englischsprachiger  Eingabe 
(Eingang  beim  Bundesverwaltungsgericht:  22. August  2011)  beantragte 
die Beschwerdeführerin sinngemäss, es sei die vorinstanzliche Verfügung 
aufzuheben und  ihr die Einreise  in die Schweiz zwecks Feststellung der 
Flüchtlingseigenschaft  zu  bewilligen.  Zur  Begründung  führte  sie 
namentlich aus, sie sei  im Sudan geboren und als Flüchtling anerkannt, 
habe jedoch nie die Schule besuchen können, da einerseits das UNHCR 
in Khartum Flüchtlingen keine entsprechende Hilfe gewähre, andererseits 
private  Schulen  für  sie  unerschwinglich  gewesen  seien.  Stattdessen 
würden  Flüchtlinge  im  Sudan  an  Hunger,  Durst  oder  wegen 
vorenthaltener  medizinischer  Hilfe  sterben.  Darüber  hinaus  würden  im 
Sudan  immer  wieder  eritreische  Flüchtlinge  entführt.  Nach  wie  vor 
bestehe auch die Gefahr, dass sie seitens der sudanesischen Behörden 
zwangsweise nach Eritrea  zurückgeschafft werden  könnte, wo  sie  einer 
unmittelbaren Verfolgungsgefahr ausgesetzt wäre. So besehen, führe sie 
trotz  Flüchtlingsstatus  seit  vielen  Jahren  ein  unsicheres  und  von 
Entbehrungen geprägtes Leben im Sudan.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde;  es  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Partei  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. c  Ziff.   1  und  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2.  Die  Beschwerde  ist  nicht  in  einer  Amtssprache  des  Bundes 
abgefasst.  Auf  die  Ansetzung  einer  Frist  zur  Beschwerdeverbesserung 

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kann  indessen  verzichtet  werden,  da  der  in  Englisch  verfassten 
Beschwerdeeingabe genügend klare, sinngemässe Rechtsbegehren und 
deren  Begründung  zu  entnehmen  sind  und  ohne  Weiteres  darüber 
befunden werden kann.

1.3.  Die  Beschwerdeführerin  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat ein schutzwürdiges  Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung und  ist daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert. Auf 
die  die  frist­  und  –  vom  sprachlichen Mangel  abgesehen  –  formgerecht 
eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 105 
AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Gestützt  auf  Art.  111a Abs.  1 AsylG wurde  auf  die Durchführung  eines 
Schriftenwechsels verzichtet.

4. 
4.1. Nach Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG  ist die Einreise  in die Schweiz zu 
bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr  für  Leib,  Leben oder Freiheit 
aus einem Grund nach Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird, das heisst 
im Hinblick auf die Anerkennung als Flüchtling und Asylgewährung, oder 
aber  wenn  für  die  Dauer  der  näheren  Abklärung  des  Sachverhalts  ein 
weiterer Aufenthalt im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat oder die Ausreise 
in einen Drittstaat nicht zumutbar erscheint.

4.2. Gemäss  Art.  3  AsylG  wird  ein  Ausländer  als  Flüchtling  anerkannt, 
wenn  er  in  seinem  Heimatstaat  oder  im  Land,  wo  er  zuletzt  wohnte, 
wegen  seiner  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer 
bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  seiner  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen 
(Art. 3 AsylG).

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4.3. Nach Art. 52 Abs. 2 AsylG kann einer Person, die sich  im Ausland 
befindet,  das  Asyl  verweigert  werden,  wenn  es  ihr  zugemutet  werden 
kann, sich in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen.

Bei der Anwendung von Art. 52 Abs. 2 AsylG ist in einer Gesamtschau zu 
prüfen, ob es aufgrund der ganzen Umstände geboten erscheint, dass es 
gerade die Schweiz ist, die den angesichts der bestehenden Gefährdung 
erforderlichen  Schutz  gewähren  soll  (vgl.  Entscheidungen  und 
Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2004 
Nr. 21  E. 4a  S. 139).  Dabei  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur 
Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen 
Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische 
Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  der  anderweitigen  Schutzsuche 
sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und 
Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  (vgl.  EMARK  1997 
Nr. 15 E. 2f S. 131 ff.).

5. 
5.1.  Zunächst  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  das 
Bundesverwaltungsgericht  mit  der  Vorinstanz  einig  geht,  wonach  die 
Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  darauf  schliessen  lassen,  dass  ihre 
Schwierigkeiten mit den eritreischen Behörden in asylrechtlicher Hinsicht 
relevant  sind.  Dies  einerseits  aufgrund  der  Tatsache,  dass  ihr  Vater 
seitens der eritreischen Behörden noch heute als ehemaliger politischer 
Opponent  Verfolgungsmassnahmen  seitens  der  eritreischen  Regierung 
ausgesetzt sein dürfte und letztere oftmals auch harte Sanktionen gegen 
nahe Angehörige von Flüchtlingen verhängt, weshalb ohne Weiteres von 
einer  begründeten  Furcht  der  Beschwerdeführerin  vor  einer  drohenden 
Reflexverfolgung auszugehen ist, womit sie die Flüchtlingseigenschaft im 
Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt.

5.2.  Weiter  ist  zu  prüfen,  ob  es  der  Beschwerdeführerin  zugemutet 
werden kann, sich in einem anderen Drittstaat um Aufnahme zu bemühen 
(Art.  20  Abs.  2  und  Art.  52  Abs.  2  AsylG).  Die  Überprüfung  der  Akten 
ergibt, dass sich die diesbezüglichen Erwägungen  in der angefochtenen 
Verfügung  (vgl.  Sachverhalt  Bst.  G)  als  zutreffend  erweisen.  Die 
Beschwerdeführerin  ist  im Sudan geboren und lebt dort mittlerweile vom 
UNHCR  als  Flüchtling  registriert  und  ohne  ernsthafte  Probleme  seit  25 
Jahren. Es mag zwar zutreffen, dass es im Sudan in vereinzelten Fällen 
zu  Entführungen  von  eritreischen  Flüchtlingen  beziehungsweise  deren 
Deportation  nach  Eritrea  gekommen  ist.  Die  Tatsache,  dass  die 

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Beschwerdeführerin  seit  rund  25  Jahren  als  Flüchtling  im  Sudan  lebt, 
spricht  im  Ergebnis  allerdings  dagegen,  dass  hinsichtlich  ihrer  Person 
diesbezüglich  eine  konkrete  Gefahr  besteht.  Soweit  die 
Beschwerdeführerin  geltend  macht,  sie  habe  seitens  des  UNHCR  in 
Khartum keine humanitäre Hilfe erhalten, ist darauf hinzuweisen, dass sie 
wie  ihre  übrigen  Familienangehörigen  im  Sudan  einem  Flüchtlingslager 
zugewiesen  worden  ist,  es  jedoch  den  Akten  zufolge  vorgezogen  hat, 
sich  in Khartum ausserhalb des Flüchtlingslagers aufzuhalten. Es  ist  ihr 
deshalb  grundsätzlich  zuzumuten,  sich  in  das  ihr  zugewiesene 
Flüchtlingslager  zurückzubegeben  und  dort  um  entsprechende  Hilfe 
nachzusuchen.  Im  vorliegenden  Fall  tritt  hinzu,  dass  keinerlei 
Anhaltspunkte  für  eine  besondere  Beziehungsnähe  der 
Beschwerdeführerin  zur  Schweiz  bestehen.  Vielmehr  lebt  die  gesamte 
Kernfamilie  –  ihre  Eltern  mit  den  beiden  minderjährigen 
Kindern/Geschwistern  D._______  und  E._______  (…)  sowie  ihr 
volljähriger  Bruder  F._______  (…)  –  im  Sudan,  weshalb  sie  dort  auch 
über  ein  tragfähiges  soziales  Beziehungsnetz  verfügt.  Eine  Abwägung 
der Gesamtumstände  im Sinne  von Art.  52 Abs.  2 AsylG  führt  somit  im 
vorliegenden Fall zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin ein Verbleib 
im Sudan zuzumuten ist.

5.3.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  Abs.  1  AsylG).  Das 
BFM  hat  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  aus  dem Ausland  zu 
Recht  abgelehnt  und  ihr  die  Einreise  in  die  Schweiz  verweigert.  Die 
Beschwerde ist deshalb abzuweisen.

6. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 
der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Aus 
verwaltungsökonomischen Gründen ist indessen in Anwendung von Art. 6 
des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 
173.320.2) auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Schweizer Vertretung 
in Khartum und das BFM.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Philipp Reimann

Versand: