# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 800be0e1-21b5-5257-bc71-9cdac859a7bf
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240397-O1
**Docket/Reference:** SB240397-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240397-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240397-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichter lic. iur. S. Volken 

und Oberrichterin lic. iur. S. Fuchs sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Jacomet

Urteil vom 2. Juni 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend schwere Körperverletzung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 14. Mai 2024 (DG240018)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 15. Februar 

2024 (Urk. 17) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 43 S. 33 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 2 

aStGB schuldig.

2.

Vom Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB wird der Beschuldigte freige-

sprochen.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festge-

setzt. 

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 6 Jahre des Landes verwiesen.

Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird ange-

ordnet. 

Von der Erstellung eines DNA-Profils wird abgesehen.

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger B._____ aus dem 

eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Fest-

stellung des Umfanges des Schadenersatz- und Genugtuungsanspruches wird der Privat-

kläger B._____ auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

9.

Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten mit 

Fr. 15'939.25 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.

10.

Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers mit 

Fr. 7'504.95 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.

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11.

Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.–

; die weiteren Kosten betragen:

2'500.–

  Gebühr für das Vorverfahren

215.25   Auslagen (Gutachten)

412.50   Auslagen Untersuchung

15'939.25   amtliche Verteidigung

7'504.95   unentgeltliche Vertretung des Privatklägers

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

12.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, 

werden dem Beschuldigten auferlegt.

13.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklä-

gerschaft werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

14.

(Mitteilungen)

15.

(Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 3)

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 61 S. 1 f.)

1.

Es  sei  das  vorinstanzliche  Urteil  bzgl.  Disp.  Ziffer  1  (Schuldspruch 

betr. schwere  Körperverletzung  i.S.v.  Art. 122  Abs. 2  aStGB),  Disp.  Ziffer  3 

(Bestrafung bzw. Strafzumessung), Disp. Ziffer 5 und 6 (Landesverweisung 

inkl. Ausschreibung im SIS) und Disp. Ziffer 12 (Kostenauflage im Fall eines 

Freispruchs) aufzuheben.

2.

Der  Beschuldigte  sei  vom  Vorwurf  der  schweren  Körperverletzung  i.S.v. 

Art. 122 aStGB freizusprechen.

- 4 -

3.

Es sei auf die Anordnung einer Landesverweisung (i.S.v. Art. 66a Abs. 1 lit. b 

StGB) zu verzichten.

4.

Unter ausgangsgemässer Regelung der Kostenfolgen.

b)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 48)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

Erwägungen:

I. Verfahrensgang / Prozessuales

1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 14. Mai 2024 wurde 

der  Beschuldigte  der  schweren  Körperverletzung  im  Sinne  von  Art.  122  Abs.  2 

aStGB schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten bestraft 

sowie für 6 Jahre des Landes verwiesen (Urk. 43). Das Urteil wurde gleichentags 

mündlich eröffnet (Prot. I S. 20). Der Beschuldigte meldete in der Folge fristgerecht 

Berufung an (Urk. 35) und reichte nach Zustellung des begründeten Entscheids am 

4. September 2024 rechtzeitig die Berufungserklärung ein (Urk. 42/2 und 45). Die 

Staatsanwaltschaft  verzichtete  nach  entsprechender  Fristansetzung  auf 

Anschlussberufung  und  beantragte  die  Bestätigung  des  vorinstanzlichen  Urteils. 

Die Privatklägerschaft liess sich nicht verlauten (Urk. 46 und 48). 

2.

Zur  Berufungsverhandlung  am  2.  Juni  2025  erschien  der  Beschuldigte  in 

Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. X._____ (Prot. II S. 

3).  Vorfragen  und  Beweisanträge  waren  keine  zu  behandeln.  Das  Verfahren  ist 

spruchreif. 

3.

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen den Schuldspruch (Dispo-

sitivziffer  1),  die  Strafe  (Dispositivziffer  3),  die  Landesverweisung  und  die 

Ausschreibung im SIS (Dispositivziffern 5 und 6) sowie die Kostenauflage (Dispo-

sitivziffer 12) (Urk. 45). Nachdem die Strafe angefochten ist, gilt aufgrund der Kon-

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nexität auch der Aufschub des Vollzugs der Freiheitsstrafe und die Festsetzung der 

Probezeit (Dispositivziffer 4) als mitangefochten. Entsprechend ist das vorinstanz-

liche  Urteil  vom  14. Mai  2024  bezüglich  des  Freispruchs  (Dispositivziffer  2),  des 

DNA-Profils (Dispositivziffer 7), der Zivilansprüche (Dispositivziffer 8), der Entschä-

digungen  (Dispositivziffern  9  und  10),  der  Kostenfestsetzung  (Dispositivziffer  11) 

sowie der Kostenübernahme für die Entschädigungen der amtlichen Verteidigung 

und der unentgeltlichen Vertretung (Dispositivziffer 13) in Rechtskraft erwachsen, 

was mittels Beschluss festzustellen ist. 

4.

Soweit in den nachfolgenden Ausführungen für die tatsächliche und rechtliche 

Würdigung  des  eingeklagten  Sachverhaltes  auf  die  Erwägungen  der  Vorinstanz 

verwiesen wird, erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass 

dies explizit Erwähnung findet. Schliesslich sind die Parteien darauf aufmerksam 

zu  machen,  dass  das  Berufungsgericht  die  Einwände  der  Berufungskläger  zu 

hören, zu prüfen und bei der Entscheidfindung zu berücksichtigen hat. Jedoch ist 

nicht  erforderlich,  dass  sich  das  Gericht  mit  allen  Parteistandpunkten  einlässlich 

auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr 

kann  es  sich  auf  die  für  den  Entscheid  wesentlichen  Punkte  beschränken  (vgl. 

BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 141 IV 249 E. 1.3.1; 141 III 28 E. 3.2.4). Sodann gilt, 

nachdem  einzig  der  Beschuldigte  Berufung  erhoben  hat,  für  alle  angefochtenen 

Punkte das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO).

A.

Sachverhalt

II. Schuldpunkt

1.1. Die  Anklage  wirft  dem  Beschuldigten  im  Wesentlichen  vor,  am  23. August 

2022  um  zirka  14.15 Uhr,  nachdem  es  zwischen  dem  Geschädigten  und  dem 

Beschuldigten,  welche  auf  derselben  Baustelle  arbeiteten,  zu  einem  Streit  mit 

gegenseitigen Tätlichkeiten und Beschimpfungen gekommen war, mit einem T-för-

migen  Hydrantenschlüssel  aus  Metall  (in  der  Grösse  40x60  cm  und  rund  1  Kilo-

gramm schwer) zu einem Schlag auf den Kopf des Geschädigten ausgeholt zu ha-

ben. Der Geschädigte habe dabei zu seinem Schutz noch seine Hände erheben 

und den Schlag mit seinen Händen abfangen können. So sei der Geschädigte mit 

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dem Hydrantenschlüssel zwar nicht auf den Kopf, aber am rechten Auge getroffen 

worden. Dadurch sei er verletzt worden und habe eine rissbedingte Netzhautab-

lösung  erlitten  und  trotz  mehrerer  operativer  Eingriffe  habe  der  Geschädigte  die 

Sehkraft  dauerhaft  bis  zu  einem  Visus  von  0.2  bis  0.25  verloren.  Dies  habe  der 

Beschuldigte  eventualvorsätzlich  getan.  Hätte  der  Beschuldigte,  so  die  Anklage 

weiter,  den  Schlag  mit  dem  Hydrantenschlüssel  auf  den  Kopf  des  Geschädigten 

ohne Gegenwehr des Geschädigten ausgeführt, so hätten dem Geschädigten auch 

andere  schwere  Verletzungen  wie  insbesondere  ein  Schädel-Hirn-Trauma  mit 

Hirnblutung nach innen zugefügt werden können, was Bewusstlosigkeit und andere 

lebensbedrohliche Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen und Atemstillstand 

hätte  zur  Folge  haben  können.  Der  Beschuldigte  habe  auch  um  die  Möglichkeit 

solcher  Verletzungen  gewusst  und  diese  zumindest  in  Kauf  genommen  (Urk.  17 

S. 3). 

1.2. Die Vorinstanz erachtete den Anklagesachverhalt gestützt auf die Aussagen 

des Privatklägers (Urk. 4/1 und 4/3), der Auskunftspersonen und Zeugen C._____ 

und D._____ (Urk. 5/1-2 und 6/1-2) sowie diverser medizinischer Unterlagen (Urk. 

7, Urk. 23/1 und Urk. 23/5) und einer Fotodokumentation (Urk. 4/4) als erstellt (Urk. 

43 S. 5 - 17) und sprach den Beschuldigten wegen schwerer Körperverletzung im 

Sinne von Art. 122 Abs. 2 aStGB schuldig (Urk. 43 Dispositivziffer 1). Der Beschul-

digte bestreitet den Vorwurf und beantragt einen Freispruch. Mit Berufungserklä-

rung beantragte die Verteidigung eventualiter einen Schuldspruch wegen fahrläs-

siger schwerer Körperverletzung im Sinne von Art. 125 StGB (Urk. 45 S. 2), wobei 

sie diesen Eventualantrag anlässlich der Berufungsverhandlung explizit nicht mehr 

stellte (Urk. 61 S. 1 f.; Prot. II S. 5). 

2.

Zu den allgemeinen Grundsätzen der Sachverhaltserstellung und der Beweis-

würdigung  kann  auf  die  zutreffenden  Ausführungen  der  Vorinstanz  verwiesen 

werden (Urk. 43 S. 5 ff.). Sie hat im Übrigen die vorhandenen Beweismittel korrekt 

und vollständig angeführt (Urk. 43 S. 5 f.) und die Aussagen des Beschuldigten, 

des Privatklägers und der Auskunftspersonen und Zeugen D._____ und C._____ 

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sowie die weiteren Beweismittel umfassend wiedergegeben (Urk. 43 S. 5 ff.). Auch 

darauf wird verwiesen. 

3.1. Wie  die  Vorinstanz  zutreffend  zusammenfasste,  bestreitet  der  Beschuldigte 

zwar den Vorwurf, räumte aber ein, dass es zwischen ihm und dem Privatkläger zu 

einer verbalen und teilweisen tätlichen Auseinandersetzung gekommen sei und er 

(der  Beschuldigte)  dabei  eine  Schaufel  nach  dem  Privatkläger  geworfen  habe. 

Ebenso  räumte  er  ein,  mit  dem  Hydrantenschlüssel  in  der  Hand  auf  den  Privat-

kläger  zugegangen  zu  sein.  Jedoch  verneinte  er,  diesen  geschlagen  und  für  die 

– nicht in Frage gestellten – Verletzungen des Privatklägers verantwortlich zu sein 

(Urk. 43 S. 5). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte bei der 

Befragung zur Sache aus, dass der Privatkläger ihn mehrmals mit hohem Druck 

mit Wasser bespritzt habe, wobei er ihm gesagt habe, dass er das nicht wolle. Er 

(der Beschuldigte) habe eine Schaufel genommen und dem Privatkläger zugewor-

fen, damit dieser abgelenkt sei und ihn nicht mehr mit Wasser bespritze. Er habe 

diese aber nicht mit Wucht geworfen und habe den Privatkläger auch nicht verlet-

zen wollen. Der Privatkläger habe die Schaufel sehr heftig zu ihm zurückgeworfen 

und ihn an der linken Schulter getroffen. Nach dem Gespräch mit seinem Chef habe 

der Beschuldigte einen Hydrantenschlüssel in der Hand gehabt, jedoch nur, weil er 

damit den Wasserhahn aufgedreht habe, um seinen Mund zu spülen. Sein Mund 

habe  geblutet.  Er  und  der  Privatkläger  seien  von  einander  entfernt  gewesen  in 

diesem Moment. Er habe mit dem Hydrantenschlüssel nicht auf den Privatkläger 

eingeschlagen.  Hätte  er  dies  gemacht,  wäre  es  viel  schlimmer  ausgegangen 

(Urk. 60 S. 7 ff.). 

3.2. Die Verteidigung argumentierte im Berufungsverfahren, wie bereits vor Vor-

instanz, zum Sachverhalt und zur Beweiswürdigung wie folgt:  

Es müsse wohl davon ausgegangen werden, dass sich zwischen dem Beschuldig-

ten und dem Privatkläger eine Auseinandersetzung entwickelt habe und diese sich 

gegenseitig  geschlagen  und  beschimpft  hätten.  In  Bezug  auf  den  Kernvorwurf, 

wonach der Beschuldigte mit dem Hydrantenschlüssel den Privatkläger habe auf 

den Kopf schlagen wollen und diesen letztlich am Auge getroffen und verletzt haben 

soll, hätten die Zeugen D._____ und C._____ kaum sachdienliche Hinweise geben 

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können. Sie hätten beide zu Protokoll gegeben, dass sie einen solchen Schlag nicht 

hätten sehen oder beobachten können. Es sei in Bezug auf diesen Kernvorwurf in 

erster Linie auf die Aussagen des Beschuldigten und des Privatklägers abzustellen. 

Der Beschuldigte habe dazu ausgesagt, er sei mit dem Hydrantenschlüssel in Rich-

tung des Privatklägers gegangen. Dieser habe dann einen Pickel in die Hand ge-

nommen, worauf er (der Beschuldigte) Angst bekommen habe, den Hydrantensch-

lüssel auf den Boden gelegt bzw. geworfen habe und geflüchtet sei. Der Privatklä-

ger habe ihm den Hydrantenschlüssel daraufhin hinterher geworfen. Die Aussagen 

des  Beschuldigten  in  der  polizeilichen  und  der  staatsanwaltschaftlichen  Einver-

nahme  seien  weitgehend  konstant,  widerspruchsfrei  und  damit  glaubhaft,  zumal 

auch  die  beiden  Zeugen  den  Darstellungen  des  Beschuldigten  auf  Vorhalt  nicht 

widersprochen  hätten.  Wenn  die  Vorinstanz  ausführe,  dass  beim  Beschuldigten 

Ausweichungs-  und  Untertreibungstendenzen  erkennbar  seien,  sei  dies  in  erster 

Linie kulturell und auch in der Übersetzung der persischen Sprache (Dialekt Dari) 

begründet.  Typisch  für  Beschuldigte  aus  diesem  Kulturkreis  sei  unter  anderem, 

dass Antworten oftmals nicht so präzise erfolgen würden, wie das in der deutschen 

Sprache der Fall sei (Urk. 61 S. 8 f.). Unabhängig davon seien die Aussagen des 

Privatklägers (deutlich) weniger glaubhaft, insbesondere gebe es mehrere Unge-

reimtheiten, was den konkreten Schlag betreffe. Aufgrund der inkonstanten, wider-

sprüchlichen und nicht schlüssigen Aussagen des Privatklägers lasse sich der An-

klagesachverhalt  deshalb  nicht  rechtsgenügend  erstellen.  Im  Weiteren  würden 

auch die Arztberichte des Stadtspitals Triemli den Anklagesachverhalt nicht stüt-

zen.  Aus  dem  ärztlichen  Befund  ergebe  sich,  dass  eine  Netzhautablösung  auch 

unabhängig von einer Verletzung möglich sei und die Wahrscheinlichkeit gering sei, 

dass ein Schlag auf ein Auge zu einer Netzhautablösung führen würde. Insgesamt 

lasse sich, so die Verteidigung, aus ärztlicher Sicht nicht rechtsgenügend nachwei-

sen, dass die Netzhautablösung die Folge des Schlages habe sein müssen (Urk. 31 

S. 9 ff., Urk. 61 S. 4 ff.).

3.3. Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten, des Privatklägers und 

der  beiden  Auskunftspersonen  bzw.  Zeugen  sehr  ausführlich,  differenziert  und 

sorgfältig analysiert und mit zutreffenden Erwägungen gewürdigt (Urk. 43 S. 13 - 

17). Ihrem Ergebnis kann grundsätzlich ohne Weiterungen gefolgt werden. Wie sie 

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zutreffend zusammenfasste, werden die Aussagen des Privatklägers zur Körper-

verletzung gestützt durch die Aussagen der beiden Zeugen und vermögen die in 

weiten  Teilen  pauschalen  Bestreitungen  des  Beschuldigten  nicht  ernsthaft  in 

Zweifel zu ziehen. Der Beschuldigte sei, so die Vorinstanz, grundsätzlich geständig, 

dass  er  den  Hydrantenschlüssel  behändigt  habe  und  damit  auf  den  Privatkläger 

zugelaufen  sei.  Auch  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  bestritt  der  Beschul-

digte nicht, den Hydrantenschlüssel in der Hand gehabt zu haben (Urk. 60 S. 10). 

Dass er in der Folge, wie vom Privatkläger geltend gemacht, mit dem Hydranten-

schlüssel  zum  Schlag  ausgeholt  habe,  werde  –  so  die  Vorinstanz  weiter  –  auch 

durch die Aussagen des Zeugen C._____ bestätigt, der, abgesehen vom eigent-

lichen "Einschlag" auf das Gesicht des Privatklägers den ganzen Vorgang gesehen 

habe und insgesamt den vom Privatkläger geschilderten Tatablauf bestätigt habe. 

Beide  Zeugen  bestätigten  sodann  die  Verletzung  am  Auge  des  Privatklägers 

unmittelbar danach sowie die Verschlimmerung derselben am Folgetag. 

Das  Endstadium  der  Verletzung  des  Privatklägers  –  eine  Netzhautablösung  mit 

Verlust  bzw.  starker  Einschränkung  der  Sehkraft  bis  zu  einem  Visus  von  0.2  bis 

0.25 (von 1.0) – sei sodann durch den ärztlichen Bericht des Stadtspitals Triemli 

vom 23. Januar 2024 eindeutig erstellt (Urk. 7/16). Die von der Verteidigung – auch 

anlässlich der Berufungsverhandlung (vgl. Urk. 61 S. 7) – aufgebrachte Sachver-

haltsversion,  wonach  die  Verletzung  des  Privatklägers  auch  durch  einen  Faust-

schlag des Beschuldigten hätte verursacht werden können (Urk. 31 S. 13), finde in 

den Akten keine Stütze. Der Beschuldigte selbst bestreite, den Privatkläger im Ver-

laufe der Auseinandersetzung mit der Faust geschlagen zu haben. Auch anlässlich 

der  Berufungsverhandlung  wurde  dies  von  ihm  bestritten  (Urk. 60  S. 9).  Des 

Weiteren bestätigten die beiden Zeugen, die Verletzung des Privatklägers in engem 

zeitlichen  Zusammenhang  mit  dem  von  ihnen  zumindest  teilweise  beobachteten 

Vorfall  mit  dem  Hydrantenschlüssel  wahrgenommen  zu  haben  (Urk. 43  S. 16  f.). 

Auch erklärte der Zeuge D._____, der als Polier auf der Baustelle tätig war, den 

Privatkläger anschliessend nach Hause geschickt und ihm geraten zu haben, ins 

Spital zu gehen (Urk. 6/1 S. 2). Dies spricht ebenfalls dafür, dass die Verletzung 

am  Auge  anlässlich  dieses  Vorfalls  entstanden  war.  Der  Vorinstanz  kann  ohne 

Weiteres zugestimmt werden, wenn sie die Aussagen des Beschuldigten als nicht 

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glaubhaft qualifiziert. Sie erweisen sich als nicht verlässlich. Für die Sachverhalts-

erstellung kann jedenfalls in den bestrittenen Punkten nicht darauf abgestellt wer-

den. Demgegenüber zeigen sich die Aussagen des Privatklägers im Kerngesche-

hen, untermauert durch die Aussagen der Zeugen, als glaubhaft, auch wenn der 

Privatkläger, so die Vorinstanz zutreffend, durchaus seine Abwehrhandlungen und 

seinen  Beitrag  an  der  Auseinandersetzung  kleinzureden  versuchte  und  gewisse 

Aggravierungstendenzen,  Ungereimtheiten  und  eine  Schwammigkeit  erkennbar 

sind (vgl. Urk. 43 S. 14 f.). Dies kann jedoch auch auf den Umstand zurückgeführt 

werden, dass die Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und dem Pri-

vatkläger dynamisch war und gewisse Ungenauigkeiten in den Schilderungen des-

halb  nicht  ungewöhnlich  sind.  Indessen  führte  der  Privatkläger  zum  eigentlichen 

Schlag des Beschuldigten konstant aus, dass der Schlag von oben herab nach un-

ten geführt worden sei und es ihn in der Augenregion getroffen habe, weil er (der 

Privatkläger)  den  Schlag  habe  abfangen  können.  Hätte  der  Beschuldigte  ihn  am 

Kopf getroffen, wäre er tot (Urk. 4/1 S. 2; Urk. 4/3 S. 12 f.). Wenn die Verteidigung 

geltend macht, dass der Privatkläger in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme 

ausgesagt habe, dass der Schlüssel gegen das Auge [des Privatklägers] gestossen 

worden sei, was vielmehr auf ein Gerangel um den Hydrantenschlüssel als auf ei-

nen Schlag hindeuten würde (Urk. 61 S. 12 f.), kann ihr nicht gefolgt werden. So 

kann ein Stossen sehr wohl auch eine Bewegung von oben nach unten bedeuten 

bzw.  dass  der  Privatkläger  letztlich  nicht  mit  voller  Wucht  getroffen  wurde.  Nach 

dem Gesagten bestehen keine rechtserheblichen Zweifel, dass der Beschuldigte 

mit dem Hydrantenschlüssel gegen den Kopf des Privatklägers geschlagen hatte, 

es dabei zu einer Netzhautablösung kam und in der Folge die Sehkraft dauerhaft 

beeinträchtigt wurde. Auf die Fragen, was der Beschuldigte wusste und wollte, und 

ob der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Schlag und den Folgeschä-

den  gegeben  ist,  wird  im  Rahmen  der  rechtlichen  Würdigung  näher  einzugehen 

sein.

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B. Rechtliche Würdigung

1.

Die Vorinstanz qualifizierte das Verhalten des Beschuldigten, mit der Staats-

anwaltschaft,  als  schwere  Körperverletzung  im  Sinne  von  Art. 122  Abs. 2  aStGB 

(Urk. 43 S. 17 ff.). Dabei gelangte sie zum Ergebnis, dass von keiner namhaften 

Besserung des Visus mehr auszugehen sei und mit einem langfristigen Verlust der 

Sehkraft gerechnet werden müsse. Somit sei das Auge als eines der wichtigsten 

Sinnesorgane  in  seinen  Grundfunktionen  dauernd  und  erheblich  gestört  und 

nahezu unbrauchbar gemacht worden. Der Erfolg der schweren Körperverletzung 

sei somit eingetreten. Der Beschuldigte habe dabei eventualvorsätzlich gehandelt 

(Urk. 43 S. 18 ff.). Die Frage, ob die späte Behandlung der Augenverletzung den 

adäquaten  Kausalzusammenhang  unterbrochen  haben  könnte,  verneinte  sie  mit 

der  Argumentation,  dass  das  Verhalten  des  Privatklägers  nicht  derart  ausserge-

wöhnlich erscheine, dass dadurch das Verhalten des Beschuldigten in den Hinter-

grund  gerückt  würde.  Letzteres  sei  klar  als  Hauptursache  für  die  Verletzung  zu 

betrachten,  womit  ein  Unterbruch  des  Kausalzusammenhanges  ausgeschlossen 

sei. Das Verhalten des Privatklägers, sich einige Tage oder wenige Wochen zu spät 

behandeln zu lassen, sei nicht als derart abwegig zu betrachten. So gebe es viele 

nachvollziehbare  und  zu  erwartende  Gründe,  sich  nicht  sofort  in  Spitalpflege  zu 

begeben, wie zum Beispiel, dass man zunächst die Ernsthaftigkeit der Lage nicht 

erkenne, sondern  davon  ausgehe,  dass  es  eine  weniger gravierende Verletzung 

– beispielsweise  nur  ein  blaues,  geschwollenes  Auge  –  sei.  Auch  wenn  nicht 

ausgeschlossen werden könne, dass eine schnellere Behandlung die dauerhafte 

Verminderung  der  Sehkraft  verhindert  hätte,  wiege  dieses  Säumnis  des  Privat-

klägers  nicht  derart  schwer,  dass  eine  Unterbrechung  des  adäquaten  Kausalzu-

sammenhanges  angenommen  werden  müsse.  Der  Verlust  der  Sehkraft  sei  als 

Werk des Beschuldigten zu betrachten und es sei sowohl der adäquate Kausalzu-

sammenhang als auch die objektive Zurechnung zu bejahen (Urk. 43 S. 18 f.). 

2.1. Dem Fazit der Vorinstanz kann nicht gefolgt werden. Zwar lässt sich erstellen, 

dass  die  Netzhautablösung  dem  Handeln  des  Beschuldigten  zuzuschreiben  ist. 

Ebenfalls ist im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhanges nicht von der Hand 

zu weisen, dass der deutliche Verlust der Sehkraft des Privatklägers nicht erfolgt 

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wäre,  wenn  es  den  Schlag  nicht  gegeben  hätte.  Jedoch  kann  im  Rahmen  des 

adäquaten  Kausalzusammenhanges  das  Verhalten  des  Privatklägers  nach  der 

Auseinandersetzung nicht unberücksichtigt bleiben und gehen die Erwägungen der 

Vorinstanz  an  der  Aktenlage  und  insbesondere  an  den  Depositionen  des  Privat-

klägers vorbei. 

2.2. Bei der schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB handelt es 

sich um ein Erfolgsdelikt. Das heisst, das Handeln des Täters ist erst dann strafbar, 

wenn der Erfolg, mithin eine schwere Verletzung des menschlichen Körpers, ein-

getreten ist. Es stellt sich dabei nicht nur die Frage des natürlichen, sondern auch 

des adäquaten Kausalzusammenhanges. Danach muss das Verhalten des Täters 

geeignet sein, um nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen 

des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens 

zu begünstigen. Die Adäquanz ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergewöhnliche 

Umstände, wie das Mitverschulden des Opfers beziehungsweise eines Dritten oder 

Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzutreten, mit denen schlecht-

hin  nicht  gerechnet  werden  musste  und  die  derart  schwer  wiegen,  dass  sie  als 

wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle 

anderen mitverursachenden Faktoren – namentlich das Verhalten des Beschuldig-

ten  –  in  den  Hintergrund  drängen.  Der  Erfolg  ist  dem  Täter  zuzurechnen,  wenn 

dessen Verhalten mindestens mit einem hohen Grad der Wahrscheinlichkeit oder 

mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete 

(vgl. BGE 135 IV 56 E. 2.1). 

2.3. Der inkriminierte Vorfall ereignete sich am 23. August 2022. Eine unmittelbare 

ärztliche  Versorgung  des  Privatklägers  fand  nicht  statt.  Nach  eigenen  Angaben 

ging er danach noch einige Tage arbeiten und begab sich dann nach Portugal in 

die  Ferien,  wo  er  am  13. September  2022  auf  der  Notfallabteilung  eines  Spitals 

vorstellig  wurde,  nachdem,  so  aus  dem  ärztlichen  Bericht,  seit  drei  Tagen  die 

Sehschärfe nachgelassen hatte ("desde a 3 dias dimomiocao da acuidade visual 

dta", Urk. 7/1). Es wurde dabei eine Netzhautablösung diagnostiziert ("DESCOLA-

MENTO DA RETINA SOE", Urk. 7/1). Nach Angaben des Privatklägers wurde ihm 

geraten, sich unverzüglich im Spital behandeln zu lassen, sie hätten ihm gesagt, er 

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habe  eine  schlimme  Augenverletzung  und  könnte  erblinden.  Dennoch  sah  der 

Privatkläger einstweilen von einer Behandlung ab mit der Begründung, er habe sich 

nicht in Portugal behandeln lassen wollen, sondern habe lieber in der Schweiz in 

ein Spital gehen wollen (Urk. 4/3 F/A 138). Wie den weiteren medizinischen Akten 

entnommen  werden  kann,  trat  der  Privatkläger  in  der  Folge  am  22. September 

2022,  mithin  neun  Tage  später,  in  das  Stadtspital  Triemli  ein  und  es  wurde  am 

23. September 2022 am fraglichen Auge eine Vitrektomie durchgeführt, was dem 

gängigen operativen Eingriff bei Netzhautablösungen entspricht (Urk. 7/10). Auf die 

Nachfrage  der  Staatsanwaltschaft,  weshalb  der  Privatkläger  sich  trotz  der  ärzt-

lichen Empfehlung in Portugal nicht habe in Portugal behandeln lassen, sondern 

erst  rund  einen  Monat  nach  der  Auseinandersetzung,  mithin  am  22. September 

2022  ins  Spital  gegangen  sei,  antwortete  der  Privatkläger  etwas  kryptisch  und 

pauschal, es gebe Massnahmen, die man treffen müsse, man müsse zum Beispiel 

einen Termin für die Untersuchung abmachen (Urk. 4/3 F/A 140). Dem ärztlichen 

Befund vom 23. Januar 2024 ist auf Frage der Staatsanwaltschaft zu entnehmen, 

dass eine vorzeitige operative Versorgung der Netzhautablösung potentiell einen 

besseren Visus zur Folge gehabt hätte, da eine längere Ablösung des Sehzentrums 

mit einem Defekt der Photorezeptoren einhergehe, der auch durch ein operatives 

Wiederanlegen  der  Netzhaut  nicht  verbessert  werden  könne,  sondern  chronisch 

bestehen bleibe. Generell sollte, so der ärztliche Befund, eine Netzhautablösung 

deutlich schneller operiert werden, als es im vorliegenden Fall stattgefunden habe. 

Gemäss  aktueller  Studienlage  sei  eine  operative  Versorgung  der  Netzhaut-

ablösung innert Tagesfrist empfohlen, um eine Schädigung der Photorezeptoren, 

die  nicht  rückgängig  gemacht  werden  könne,  zu  vermeiden  (Urk. 7/16  Frage  5). 

Diese  Einschätzung  deckt  sich  mit  der  Empfehlung  und  der  Beurteilung,  welche 

dem Privatkläger am 13. September 2022 in Portugal im Spital abgegeben wurden. 

Wenn der Privatkläger sich trotz Kenntnis der gravierenden Verletzung und trotz 

ausdrücklicher  ärztlicher  Empfehlung,  sich  umgehend  behandeln  zu  lassen  und 

trotz Aufklärung über die Folgen einer Nichtbehandlung nicht medizinisch versor-

gen  lässt,  sondern  noch  neun  Tage  damit  zuwartet,  so  greift  er  durch  seine 

bewusste  und  damit  selbstverschuldete  Unterlassung  in  gravierender  Art  und 

Weise in den Kausalverlauf ein. Gemäss ärztlichem Befund des Stadtspitals Triemli 

- 14 -

vom  23. Januar  2024  hat  eine  zeitnahe  operative  Versorgung  einer  Netzhautab-

lösung einen besseren Visus zur Folge bzw. kann eine Schädigung der Photore-

zeptoren vermieden werden (Urk. 7/16 Frage 5). Es wäre unter diesen Umständen 

willkürlich,  den  letztlich  eingetretenen  Erfolg  –  der  weitgehende  Verlust  der 

Sehkraft – dem Beschuldigten anzulasten. Es muss vielmehr davon ausgegangen 

werden, dass der Privatkläger durch das unnötige, nicht nachvollziehbare Zuwarten 

den  gesundheitlichen  Schaden,  wie  er  nun  vorliegt,  im  Wesentlichen  zu  verant-

worten hat. 

3.1.1.  Es  fehlt  damit  –  mangels  adäquaten  Kausalzusammenhangs  –  an  der 

Erfüllung des objektiven Tatbestandes einer schweren Körperverletzung gemäss 

Art. 122  StGB  im  Sinne  der  vorliegend  tatsächlich  eingetretenen  bleibenden 

Schädigung des Auges. Zu prüfen bleibt, ob das Verhalten des Beschuldigten als 

versuchte  schwere  Körperverletzung  im  Sinne  von  Art. 122  Abs. 2  aStGB  in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB qualifiziert werden kann.

3.1.2. Erstellt ist, dass der Beschuldigte mit einem massiven und schweren Gegen-

stand aus Metall und einem Gewicht von zirka einem Kilogramm – einem Hydran-

tenschlüssel – gegen den Kopf bzw. die Augenpartie des Privatklägers schlug. Der 

Privatkläger erlitt durch den Schlag eine nicht unerhebliche Verletzung am rechten 

Auge  in  Form  einer  rissbedingten  Netzhautablösung,  welche  eine  Vitrektomie 

(Glaskörperentfernung und Austausch mit Silikonöl) – eine für solche Verletzungen 

gängige operative Behandlungsmethode – und einen dreitägigen Spitalaufenthalt 

notwendig  machte  und  zu  einer  vorübergehenden  Arbeitsunfähigkeit  führte 

(vgl. Urk. 7/1 und Urk. 7/10). Ferner verlor er weitgehend die Sehkraft am rechten 

Auge. Zwar kann diese tatsächlich eingetretene schwere Verletzung eines wichti-

gen Organs des Privatklägers, wie bereits mehrfach ausgeführt, dem Beschuldig-

ten aufgrund des unterbrochenen adäquaten Kausalzusammenhangs nicht zuge-

rechnet werden. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden stellte jedoch wie 

erwähnt einen dynamischen Vorgang dar, weshalb der Beschuldigte insbesondere 

auch  aufgrund  allfälliger  Abwehrbewegungen  des  Privatklägers  nicht  präzise 

steuern konnte, wo er letzteren trifft. Unter diesen Umständen war die Gefahr einer 

(anderen)  schweren  Verletzung  des  Kopfes  oder  der  Augen  des  Privatklägers 

- 15 -

hoch. So hätte der Beschuldigte dem Privatkläger auch das Auge selbst ausschla-

gen  oder  sonst  schwer  schädigen  können.  Gemäss  Anklagesachverhalt  hätte  er 

ihm  auch  insbesondere  ein  Schädel-Hirn-Trauma  mit  Hirnblutung  nach  innen 

zufügen können (Urk. 17 S. 3). Der Schlag mit dem Hydrantenschlüssel war nach 

dem  Gesagten  im  konkreten  Fall  geeignet,  eine  schwere  Körperverletzung  beim 

Privatkläger herbeizuführen. Ferner kann vor diesem Hintergrund nur der Schluss 

gezogen  werden,  dass  der  Beschuldigte  den  Eintritt  einer  solchen  schweren 

Körperverletzung  jedenfalls  in  Kauf  genommen  und  damit  eventualvorsätzlich 

gehandelt hat (vgl. auch BGE 135 IV 12 E. 2.3.3). Der Beschuldigte erklärte denn 

auch selbst, dass man eine Person schwer verletzen könne, wenn man diese mit 

einem Hydrantenschlüssel ins Gesicht oder am Kopf treffen würde (Urk. 3/1 S. 5; 

Urk. 3/2 S. 3; Urk. 60 S. 10 f.).

3.1.3. Nach dem Gesagten hat der Beschuldigte alles getan, was zur Erfüllung des 

Tatbestandes  von  Art. 122  Abs. 2  aStGB  erforderlich  war,  doch  trat  der  tatbe-

standsmässige Erfolg nicht ein. Es liegt somit ein (vollendeter) Versuch im Sinne 

von Art. 22 Abs. 1 StGB vor. 

III. Sanktion

1.

Das  Gericht  bemisst  die  Strafe  nach  dem  Verschulden  des  Täters  (Art. 47 

Abs. 1 StGB). Es berücksichtigt dabei das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse 

sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das Verschulden wird nach 

der  Schwere  der  Verletzung  oder Gefährdung  des  betroffenen Rechtsguts, nach 

der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie 

danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen 

in  der  Lage  war,  die  Gefährdung  oder  Verletzung  zu  vermeiden  (Art. 47  Abs. 2 

StGB). Der Begriff des Verschuldens muss sich auf den gesamten Unrechts- und 

Schuldgehalt  der  konkreten  Straftat  beziehen,  wobei  im  Einzelnen  zwischen  der 

Tat- und der Täterkomponente zu unterscheiden ist. Bei der Tatkomponente ist als 

Ausgangspunkt  die  objektive  Schwere  des  Delikts  festzulegen  und  zu  bewerten. 

Dabei ist anhand des Ausmasses des Erfolgs sowie aufgrund der Art und Weise 

des  Vorgehens  zu  beurteilen,  wie  stark  das  strafrechtlich  geschützte  Rechtsgut 

- 16 -

beeinträchtigt  worden  ist.  Hinsichtlich  des  subjektiven  Verschuldens  sind  insbe-

sondere  das  Motiv,  die  Beweggründe,  die  Willensrichtung  sowie  das  Mass  an 

Entscheidungsfreiheit des Täters zu beurteilen. Die Täterkomponente umfasst das 

Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und im 

Strafverfahren (vgl. dazu: OFK/StGB-HEIMGARTNER, StGB 47 N 5 ff.).

2.

Vorliegend  hat  sich  der  Beschuldigte  der  versuchten  schweren  Körperver-

letzung im Sinne von Art. 122 Abs. 2 aStGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

schuldig gemacht. Art. 122 aStGB sah im Tatzeitpunkt eine Bestrafung mit einer 

Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor. Mit der Vorinstanz ist in 

Anwendung der lex mitior von diesem Strafrahmen auszugehen (Urk. 43 S. 21).

3.1. Zunächst  ist  die  objektive  Tatschwere  für  die  Verschuldensbewertung  fest-

zulegen.  Der  Beschuldigte  verletzte  den  Privatkläger  im  Rahmen  einer  unge-

planten, eher impulsiven gegenseitigen tätlichen und verbalen Auseinandersetzung 

durch  einen  Schlag  mit  einem  metallenen  Werkzeug  von  nicht  unerheblichem 

Gewicht am rechten Auge, sodass ein operativer Eingriff notwendig war, um der 

daraus  resultierenden  Netzhautablösung  zu  begegnen.  Der  Privatkläger  musste 

drei Tage hospitalisiert werden und war einige Tage arbeitsunfähig. Zudem handelt 

es  sich  beim  Auge  um  ein  sensibles  Sinnesorgan.  Die  tatsächlich  eingetretene 

schwere Schädigung des Auges kann dem Beschuldigten zwar nicht angerechnet 

werden.  Allerdings  war  –  wie  bereits  ausgeführt  –  das  Risiko  einer  anderen 

schweren Verletzung des Auges oder des Kopfes hoch. Das Verschulden wäre für 

das vollendet begangene Delikt als erheblich zu qualifizieren und die Einsatzstrafe 

auf  36  Monate  anzusetzen.  In  subjektiver  Hinsicht  ist  zu  erwähnen,  dass  der 

Beschuldigte eventualvorsätzlich handelte, was verschuldensmindernd zu berück-

sichtigen  ist.  Anzufügen  ist  dennoch,  dass  er  aus  nichtigem  Anlass  und  völlig 

unüberlegt  handelte.  Die  Tat  war  sinnlos  und  wäre  ohne  Weiteres  vermeidbar 

gewesen.  Zu  Gunsten  des  Beschuldigten  ist  indes  zu  berücksichtigen,  dass  er 

durch  den  Privatkläger  vorgängig  provoziert  wurde.  In  Berücksichtigung  der 

subjektiven Tatschwere ist die Einsatzstrafe um sechs Monate auf 30 Monate zu 

reduzieren. 

- 17 -

3.2. Sodann ist der Versuch strafmindernd zu berücksichtigen. Der Beschuldigte 

hat mit dem Schlag gegen den Kopf des Privatklägers mit einem Hydrantenschlüs-

sel  alles  Notwendige  zum  Eintritt  des  Erfolges  unternommen.  Die  Gefahr  einer 

schweren Verletzung des Auges oder des Kopfes war hoch und deren Ausbleiben 

letztlich nur dem Zufall zu verdanken. Die Einsatzstrafe ist nach dem Gesagten um 

weitere sechs Monate auf 24 Monate zu reduzieren.  

3.3. Zur Täterkomponente kann vorab auf die zutreffenden Erwägungen der Vor-

instanz verwiesen werden (Urk. 43 S. 23 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung 

führte der Beschuldigte ergänzend aus, dass er seit 2016 in der Schweiz lebt und 

den Aufenthaltsstatus F (vorläufig aufgenommen) besitzt. Er besuchte in Afghani-

stan  mehrere  Jahre  die  Primarschule,  konnte  dort  jedoch  keine  berufliche  Aus-

bildung absolvieren. In der Schweiz wurde er zunächst von der Sozialhilfe unter-

stützt und war später mehrheitlich temporär im Baugewerbe tätig. Seine Wohnung 

in der Schweiz, welche er mit einer anderen Person teilt, ist von der Gemeinde zur 

Verfügung gestellt geworden. Der Beschuldigte steht vor allem mit seiner Mutter in 

Kontakt, welche – wie die Mehrheit seiner weiteren Verwandten – nach wie vor in 

Afghanistan  lebt.  In  seiner  Freizeit  macht  er  vorwiegend  Aktivitäten  im  Freien. 

Freunde  und  Bekannte  hat  er  während  der  Sprachschule  in  der  Schweiz  und 

während der Lehre bzw. Arbeitstätigkeit kennengelernt (Urk. 60 S. 1 ff.). 

Vorstrafen  bestehen  nicht  (Urk. 55).  Das  Vorleben  und  die  persönlichen  Verhält-

nisse wirken sich strafzumessungsneutral aus. Weitere strafzumessungsrelevante 

Faktoren zeigen sich nicht. 

4.

Zusammenfassend  resultiert  für  den  Beschuldigten  für  die  ihm  zur  Last 

gelegte versuchte schwere Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten. 

Was  den  Vollzug  betrifft,  kann  vollständig  auf  die  Ausführungen  der  Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 43 S. 24 f.). Im Übrigen käme ein unbedingter Vollzug auch 

aufgrund des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) nicht in Frage. Die 

auszusprechende  Freiheitsstrafe  von  24  Monaten  ist  aufzuschieben  und  eine 

Probezeit von 2 Jahren festzulegen.

- 18 -

IV. Landesverweisung

1.

Der  Beschuldigte  ist  Staatsangehöriger  von  Afghanistan  und  hat  sich  der 

versuchten  schweren  Körperverletzung  im  Sinne  von  Art. 122  Abs. 2  aStGB  in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und damit einer Katalogtat für eine obligatori-

sche Landesverweisung gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB schuldig gemacht. 

2.

Die  Staatsanwaltschaft  beantragte  vor  Vorinstanz,  ausgehend  von  einer 

schweren Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB, die Anordnung einer Landes-

verweisung nach Art. 66a StGB für sieben Jahre. Dies begründete sie damit, dass 

der Beschuldigte keinen Härtefall darstelle, da er weder Flüchtling noch wirtschaft-

lich oder sozial in der Schweiz integriert sei (Urk. 30 S. 6). 

3.

Die Verteidigung konzedierte vor Vorinstanz noch, dass sich der Beschuldigte 

angesichts der Tatsache, dass er weder in der Schweiz geboren noch hier aufge-

wachsen sei, wohl nicht auf einen Härtefall berufen könne (Urk. 31 S. 20). Anläss-

lich  der  Berufungsverhandlung  führte  sie  für  den  Fall  einer  Verurteilung  zu  einer 

Katalogtat  aus,  dass  sich  den  Migrationsakten  entnehmen  lasse,  dass  sich  der 

Beschuldigte  durchaus  bemüht  zeige,  sich  insbesondere  wirtschaftlich  in  der 

Schweiz  zu  integrieren.  Es  dürfe  ihm  nicht  zur  Last  gelegt  werden,  dass  seine 

berufliche  Biografie  teilweise  von  Unterbrüchen  und  Wechseln  geprägt  sei,  da 

solche  in  der  Bau-  und  Gastronomiebranche  üblich  und  saisonal  bedingt  seien. 

Entscheidend sei vielmehr, dass sich der Beschuldigte stets um eine neue Arbeits-

stelle bemüht und eine solche jeweils auch wieder gefunden habe. Zudem habe er 

in der Schweiz eine Lehre zum Strassenbaupraktiker EBA absolviert. Auch sprach-

lich habe sich der Beschuldigte gut in der Schweiz integriert und im Jahr 2017 und 

2018 Kurse in Deutsch und Mathematik besucht, wobei er bereits damals das B1-

Niveau  des  Europäischen  Referenzrahmens  für  Sprachen  erreicht  habe.  Hinzu 

komme, dass der Beschuldigte fast 9.5 Jahre in der Schweiz lebe und in dieser Zeit 

nie  nach  Afghanistan  zurückgekehrt  sei.  Eine  Rückkehr  dorthin  wäre  für  den 

Beschuldigten nicht mehr zumutbar. Es sei sowohl von einem Härtefall im Sinne 

von Art. 66a Abs. 2 StGB als auch von einem überwiegenden privaten Interesse 

des  Beschuldigten  am  Verbleib  in  der  Schweiz  auszugehen,  weshalb  auf  die 

Anordnung einer Landesverweisung zu verzichten sei (Urk. 61 S. 18 ff.). 

- 19 -

4.

Vorab kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-

den (Urk. 43 S. 26 ff.). 

Der Beschuldigte lebte bis zu seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 2016 in Afgha-

nistan sowie im Iran und in Aserbaidschan. In der Schweiz wurde sein Asylgesuch 

abgelehnt und er erhielt als vorläufig Aufgenommener den Aufenthaltsstatus F. Der 

Beschuldigte  besitzt  keine  Flüchtlingseigenschaft.  Zwar  war  er  –  mit  der  Vertei-

digung  –  stets  bemüht,  eine  Arbeitsstelle  in  der  Schweiz  zu  finden  und  jeweils 

temporär  tätig.  Indes  kann  vor  dem  Hintergrund,  dass  der  Beschuldigte  in 

Afghanistan aufgewachsen ist und dort die Schule besucht hat (vgl. Urk. 60 S. 3) 

sowie in der Schweiz nie einer festen Arbeitstätigkeit nachgegangen war, nicht von 

einer  eigentlich  erfolgreichen  Integration  ins  Berufsleben  ausgegangen  werden. 

Ferner wird er vom Sozialamt unterstützt (Urk. 60 S. 5; Urk. 61 S. 19). Des Weite-

ren lebt der Beschuldigte in keiner Beziehung und hat auch keine minderjährigen 

Kinder in der Schweiz. Er kann sich somit nicht auf eine Kernfamilie im Sinne von 

Art. 8 EMRK berufen. Ein soziales Netzwerk, mit Ausnahme von Bekannten und 

Kollegen von der Arbeit bzw. den Sprachschulen, scheint der Beschuldigte in der 

Schweiz nicht zu haben. Hinzukommt – mit der Verteidigung – dass das Staats-

sekretariat  für  Migration  (SEM)  seit  Mitte  April  2025  die  Wegweisung  nach 

Afghanistan für volljährige und gesunde Afghanen, die alleine in der Schweiz sind 

und  ein  stabiles  und  tragfähiges  Beziehungsnetz  in  ihrer  Heimat  haben,  welche 

eine soziale und berufliche Wiedereingliederung ermöglicht, für zumutbar erachtet 

(Staatssekretariat  für  Migration  SEM,  Informationen  zu  Afghanistan,  Faktenblatt 

"Wiederaufnahme der Anordnung des Wegweisungsvollzugs nach Afghanistan"). 

Die  Mehrheit  der  Familienangehörigen  des  Beschuldigten,  insbesondere  auch 

seine Mutter, leben nach wie vor in Afghanistan. Ferner hat der Beschuldigte keine 

gesundheitlichen  Beschwerden  und  ist,  wie  bereits  ausgeführt,  in  Afghanistan 

aufgewachsen und spricht die Sprache. Eine Reintegration in Afghanistan wäre für 

ihn  ohne  Weiteres  möglich.  Die  Ausführungen  der  Verteidigung  anlässlich  der 

Berufungsverhandlung vermögen an diesem Schluss nichts zu ändern. Nach dem 

Gesagten  liegt  beim  Beschuldigten  kein  Härtefall  vor  und  es  ist  eine  Landesver-

weisung auszusprechen. 

- 20 -

5.

Die Landesverweisung muss in einem angemessenen Verhältnis zur Dauer 

der  Freiheitsstrafe  stehen  (Praxiskommentar  StGB-BERTOSSA,  4.  Aufl.,  2021, 

Art. 66a  StGB  N  9a).  Wie  erwähnt  wird  der  Beschuldigte  mit  heutigem  Urteil  zu 

einer  Freiheitsstrafe  von  24  Monaten  verurteilt.  Angesichts  dessen  erweist  sich 

– mit der Vorinstanz – eine Landesverweisung für die Dauer von sechs Jahren als 

angemessen. 

6.

Auch die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informations-

system  (SIS)  erweist  sich  angesichts  der  Schwere  des  Delikts  sowie  der  ausge-

fällten Freiheitsstrafe ohne Weiteres als verhältnismässig und ist zu bestätigen.

7.

Der Beschuldigte ist im Ergebnis gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. b StGB für die 

Dauer von sechs Jahren des Landes zu verweisen. Es ist die Ausschreibung der 

Landesverweisung im Schengener Informationssystem (SIS) anzuordnen. 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Es bleibt bei einer Verurteilung, weshalb die Kostenregelung im angefochte-

nen Entscheid (Urk. 43 S. 32) ausgangsgemäss zu bestätigen ist.

2.1. Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  auf  Fr. 3'600.–  festzu-

setzen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 GebV 

OG).

2.2. Die amtliche Verteidigung macht für das Berufungsverfahren eine Entschädi-

gung von total Fr. 7'210.15 (inkl. Barauslagen und MwSt., exkl. Berufungsverhand-

lung)  geltend  (Urk. 59).  Gemessen  an  der  Verantwortung  der  amtlichen  Vertei-

digung,  der  Schwierigkeit  des  Falles  sowie  dem  Zeitaufwand  erscheint  eine 

pauschale Entschädigung in der Höhe von Fr. 7'000.– (inkl. Berufungsverhandlung, 

MwSt. und Barauslagen) als angemessen. 

2.3. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien grundsätzlich nach 

Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschul-

digte unterliegt mit seinen Anträgen fast vollständig. Die marginale Abweichung in 

der  rechtlichen  Würdigung  hat  keine  Auswirkungen  auf  die  Kostenfolgen.  Damit 

- 21 -

sind dem Beschuldigten die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der 

Kosten  der  amtlichen  Verteidigung,  vollumfänglich  aufzuerlegen.  Die  Kosten  der 

amtlichen  Verteidigung  in  der  Höhe  von  Fr. 7'000.–  sind  einstweilen  auf  die 

Gerichtskasse  zu  nehmen,  die  Rückzahlungspflicht  des  Beschuldigten  bleibt 

jedoch gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten. 

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 14. Mai 2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

(…)

Vom Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB wird der Beschuldigte 

1.

2.

freigesprochen.

3.-6.

(…) 

7.

8.

Von der Erstellung eines DNA-Profils wird abgesehen.

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger B._____ aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur ge-

nauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatz- und Genugtuungsanspruches 

wird der Privatkläger B._____ auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

9.

Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten 

mit Fr. 15'939.25 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.

10.

Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers 

mit Fr. 7'504.95 (inkl. Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.

11.

Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

2'500.–   Gebühr für das Vorverfahren

215.25   Auslagen (Gutachten)

412.50   Auslagen Untersuchung

- 22 -

Fr.

Fr.

15'939.25   amtliche Verteidigung

7'504.95   unentgeltliche Vertretung des Privatklägers

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

12.

(…)

13.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine 

Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der versuchten schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 2 aStGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB.

2.

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. 

4.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 6 Jahre des Landes 

verwiesen.

5.

Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informations-

system wird angeordnet. 

6.

7.

Das erstinstanzliche Kostendispositiv (Ziff. 12) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

7'000.–   amtliche Verteidigung (inkl. 8,1 % MwSt.)

- 23 -

8.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten. 

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an









die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt)

die Vertretung des Privatklägers im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft (versandt)

das Migrationsamt des Kantons Zürich (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

die Vertretung des Privatklägers im Doppel für sich und die 
Privatklägerschaft

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an







die Vorinstanz

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A. 

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

- 24 -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 2. Juni 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. B. Gut

MLaw A. Jacomet

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam gemacht:

Wurde  der  Vollzug  einer  Geldstrafe  unter  Ansetzung  einer  Probezeit  aufgeschoben,  muss  sie  vorerst  nicht 

bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie die Geldstrafe de-

finitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 Abs. 1 bzw. 

Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.