# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3bb76921-95c5-5bf4-9801-b4571daf492f
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-06
**Language:** de
**Title:** Neuanmeldung, Zusprache einer befristeten Rente rechtens, adaptierte Arbeitsfähigkeit ausgewiesen, Alkoholproblem ohne Einfluss, Nichtberücksichtigung von Art. 29 Abs. 1 IVG führt nach reformatio in peius zu Schlechterstellung; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2013.00878
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00878.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00878
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Gerichtsschreiber Sager
Urteil
vom
6. April 2016
in Sachen
Erben des
X.___
, gestorben am
8.
Mai 2015
nämlich:
1.
Y.___
2.
Z.___
3.
A.___
Beschwerdeführende
alle vertreten durch AXA-ARAG Rechtsschutz AG
Rechtsdienst Zürich,
lic
.
iur
.
B.___
Affolternstrasse
42, Postfach 6944, 8050 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1960, meldete sich am 1
0.
Januar 2009
unter Hinweis auf
eine Schulteroperation, beidseitig neue Hüftgelenke, einen Achillessehnenriss links sowie eine Meniskusoperation rechts
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
10/8,
Urk.
10/9
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
verneinte mit Verfügung vom 2
2.
Februar 2010
(Urk.
10/45
)
einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
.
1.2
Der Versicherte meldete sich am
6.
Februar 2012 erneut bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/47)
und
reichte Arztberichte (Urk.
10/50,
Urk.
10/56,
Urk.
10/63,
Urk.
10/67)
ein
.
Die IV-Stelle zog darauf hin die Akten des Unfallversicherers bei (
Urk.
10/59-62,
Urk.
10/68) und holte einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK) ein (
Urk.
10/58)
. Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/79
;
Urk.
10/88
)
sprach die IV
Stelle
dem
Versicherten mit Verfügung vom
2
6.
August 2013
eine
befristete ganze
Rente
ab
1.
April bis 3
1.
Dezember 2012
zu (Urk.
10/94
=
Urk.
10/95
=
Urk.
10/96 =
Urk.
10/97 =
Urk.
10/98 =
Urk. 2).
2.
Der
Versicherte
erhob am
3
0.
September 2013
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
2
6.
August 2013
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
soweit ab dem
1.
Januar 2013 Leistungen verweigert w
ü
rden
und es sei
ihm
auch
nach dem 3
1.
Dezember 2012 eine angemessene Rente zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 2).
Eventu
ell
sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese nach Durchführung der gebotenen Abklärungen neu verfüge.
Subeventuell
sei das Beschwerdeverfahren zu sistieren, bis der Bericht von
Dr.
med.
C.___
vorliege.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
9.
Oktober 2013
(
Urk.
9
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem
Versicherten
am
6.
Januar 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
11
).
Am
8.
Mai 2014 reichte der
Versicherte
bei der Beschwerdegegnerin ein Verschlechterungsgesuch unter Beilage eines Arztberichtes (
Urk.
13) ein, welches dem hiesigen Gericht durch die Beschwerdegegnerin am 2
0.
Mai 2014 (
Urk.
1
2) zur Kenntnis gebracht wurde.
Mit Beschluss vom
4.
Mai 2015 (
Urk.
14) wurde der
Versicherte
aufgefordert, zu der vom Gericht in Erwägung gezogenen Abänderung der angefochtenen Ver
fügung zu seinem Nachteil Stellung zu nehmen oder die Beschwerde zurückzu
ziehen.
Mit Schreiben vom 1
2.
Mai 2015 (
Urk.
16) teilte die Rechtsvertreterin des
Versi
cherten
dem Gericht mit, dass
dieser
in der Nacht auf den 1
0.
Mai 2015
ver
stor
ben sei und
seine
Ehefrau aus diesem Grund die Beschwerde vom 30.
September 2013 zurückziehe.
Mit Verfügung vom
9.
Juni 2015 (
Urk.
17) wurde die Rechtsvertreterin des
Versi
cherten
aufgefordert, das Gericht über den Erbschaftsantritt mit
Erbbe
scheinigung
in Kenntnis zu setzen. Mit Schreiben vom 2
4.
Februar 2016 (
Urk.
19) reichte
diese
den Erbschein vom 1
0.
Juni 2015 (
Urk.
20) ein. Diesem kann entnommen werden, dass der
Versicherte
Y.___
,
Z.___
und
A.___
als gesetzliche Erben hinterlassen hat und diese den Nachlass angetreten haben.
Mit Schreiben vom 2
4.
Februar 2016 (
Urk.
19) teilte die Rechtsvertreterin
des
Versicherten
zudem
mit, dass auf Nachfrage alle Erben an den Rechtsbegehren in der Beschwerde vom 3
0.
September 2013 festhalten würden.
Mit Schreiben vom 2
9.
März 2016 (
Urk.
24) reichte die
Rechtsvertreterin des
Versicherten
die fehlenden Vertretungsvollmachten der Erben
(
Urk.
25/1-3)
nach.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) Versi
cherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Ein
kommens
vergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung, IVV)
und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechts
kräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass der
Versicherte
ab April bis Dezember 2012 Anspruch auf eine ganze Rente habe. Ab Januar 2013 bestehe bei einer Restarbeitsfähigkeit von 100
%
in einer behinderungsadaptierten Tätigkeit kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente.
2.2
Die
Beschwerdeführe
nden
bestritt
en
beschwerdeweise (
Urk.
1) die von der Beschwerdegegnerin angenommene volle Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit
und machte
n
geltend, e
s
sei
en weder hinreichende medizinische Abklärungen noch eine entsprechende Untersuchung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) erfolgt, worauf sich eine Leistungsverweigerung ab
stützen und rechtfertigen liesse. Gemessen am Krankheitsverlauf liege eine komplexe medizinische Situation vor und der
Versicherte
leide bereits seit langem an orthopädischen Problemen. Dabei
seien
die Hinweise auf einen schädlichen Alkoholkonsum
in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von Beginn weg unbeachtet geblieben und es stelle sich zudem die Frage, inwieweit diese Diagnose nicht auch mit dem neu festgestellten
Hypopharynxkarzinom
zusam
menhänge.
2.3
Strittig und zu prüfen ist
somit,
ob
und allenfalls in welchem Ausmass sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten
seit der Verfü
gung vom 2
2.
Februar 2010
(
Urk.
10/45)
verändert haben
und
ob
die
Beschwer
degegnerin
in diesem Zusammenhang zu Recht von einer verbesserten Arbeits
fähigkeit ab Januar 2013 ausgegangen ist.
3.
3.1
Die massgebende medizinische Aktenlage bei Erlass der ursprünglichen Verfü
gung vom 2
2.
Februar 2010 (
Urk.
10/45) stellte sich wie folgt dar:
3.2
In der kreisärztlichen
Untersuchung vom
5.
Mai 2008 (
Urk.
10/24/98-101)
berich
tete
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Chirurgie,
in Bezug auf das rechte Kniegelenk müsse von einer richtungsgebenden Verschlimmerung eines erheblichen degenerativen Vorzustandes ausgegangen werden. Ein Dauerzu
stand könne derzeit noch nicht postuliert werden. Die Physiotherapie und das eigenständig vom
Versicherten
durchgeführte Muskelaufbautraining solle noch fortgesetzt und eine Abschlussuntersuchung in 4 bis 5 Monaten geplant werden
(S. 101)
.
3.3
In der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 2
0.
Oktober 2008 (Urk.
10/24/29-31) berichtete
Dr.
D.___
schliesslich
von einem erheblichen und
dauerhaften Schaden am rechten Knie. Der
Versicherte
könne nicht mehr in kniender oder kauernder Position arbeiten
. Zudem könne er nicht mehr auf Leitern und Gerüsten und nur selten auf stark unebenem Gelände gehen sowie nur vereinzelt Gewichte über 25 kg tragen.
Eine Tätigkeit als Koch sei nicht mehr zumutbar. Eine leichte, teils sitzende, teils stehende Tätigkeit sei hingegen
unter Berücksichtigung
einer
Gewichtslimite
von 10 kg ganztägig zumutbar.
Diese Einschätzung gelte ab November 2008 (S. 31).
3.
4
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führte in seinem Bericht vom 2
9.
Januar 2009 (
Urk.
10/17) aus, er behandle den
Versi
cherten
seit 2005 (
Ziff.
1.2) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
chronisches
lumbovertebrales
Syndrom bei Status nach Diskushernie L4/5 und
Sakralisation
von L5
-
Periarthropathie
der Hüftgelenke bei Status nach
Femurkopfnekrose
, TP links 2004 und rechts 2007
-
belastungsabhängige Knieschmerzen rechts bei Status nach
Meniskus
teil
resektion
medial und lateral und degenerativen Verände
rungen
-
Status nach Achillessehnenruptur links, Minderbeweglichkeit persistiert
-
c
hronischer
Aethylabusus
, aktuell abstinent (
Antabus
)
Dr.
E.___
führte dazu aus, dass der
Versicherte
seit November 2006 in seiner angestammten Tätigkeit als Koch zu 100
%
und seit November 2007 zu 50
%
arbeitsunfähig sei (
Ziff.
1.6).
Eine
Beurteilung durch die Invalidenversicherung
zur Klärung der Frage, ob durch ein
e
Umschulung oder Zusatz-Schulung eine weniger belastende Tätigkeit ausgeübt werden könne, wäre wünschenswert (
Ziff.
1.11).
3.
5
Dr.
med
.
F.___
, Facharzt für O
rthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie des Bewegungsapparates, nannte in seinem Bericht vom 1
4.
Mai 2009 (
Urk.
10/33) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 6):
-
Status nach Hüfttotalprothesen-Operation beidseits
-
Status nach Achillessehnenruptur und Rekonstruktion links
-
Status nach
arthroskopischer
medialer und lateraler
Teilmeniskektomie
,
Knorperd
é
bridement
medial und lateral rechts
Dr.
F.___
ging bezüglich Alltag und Lebensfähigkeit von einer guten Prognose aus. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit als Koch sei eine volle Arbeitsfähigkeit nicht mehr zu erwarten. Es bestehe eine Einschränkung der Belastbarkeit in längerem Stehen und Gehen. Aus medizinischer Sicht sei die bisherige Tätigkeit noch zu 50
%
zumutbar (S. 7).
4.
4.1
Der Neuanmeldung vom
6.
Februar 2012 lag
en die folgenden Arztberichte zugrunde:
4.2
Am 2
0.
Juni 2012 berichteten die Ärzte der
G.___
(
Urk.
10/56), wo der
Versicherte
vom
9.
bis 1
6.
April 2012 hospitalisiert war
, über eine
am
1
0.
April 2012
durchgeführte Hüftoperation rechts
und nannten folgende
Aus
trittsdiagnosen
(S. 1):
-
Status nach Hüft TP Ausbau rechts (
Girdlestone
Situation) am 14.
Feburar
2012 mit/bei
-
Hüftgelenksprotheseninfekt rechts behandelt mit zuletzt
Rimactan
2x450 mg und
Tavanic
2x500 mg bis am 2
7.
März
2012
-
Punktion subfaszial am 2
1.
Januar
2012 mit Nachweis von
Staphy
lococcus
epidermidis
nach Anreicherung (extern)
-
Status nach Hüftgelenkspunktion am 2
7.
Januar
2012 ohne
Keim
nach
weis
(extern)
-
Status nach Antibiose mit Co-
Amoxi
Mepha
ab Ende August bis und mit 0
6.
Februar
2012
-
Status nach geschlossener Hüftreposition am 1
7.
Januar
2012
-
Status nach zweiter Wundrevision mit Fistelexzision sowie
Seromeva
kuation
am
2
3.
November
2011
-
Status nach primärer
Seromrevision
mit erneuter
transossärer
Muskel
refixation
am 2
5.
August
2011
-
Status nach Entfernung von Verknöcherungen,
Bursektomie
und
transossärer
Muskelreinsertion
rechts am 0
7.
April
2011
-
Status nach primärer Hüft-Totalprothese rechts 2007 bei
Femurkopf
nekrose
(
Athylabusus
)
-
Status nach Hüft-
TP links 2004
Der
Versicherte
sei selbständig mobil an zwei Unterarm
g
ehstöcken und in gutem Allgemeinzustand entlassen worden. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde keine attestiert und dazu festgehalten, dass der
Versicherte
seit 2007 nicht mehr als Koch berufstätig sei.
In der ambulanten postoperativen Verlaufskontrolle am
8.
Juni 2012 berichte
ten die Ärzte (
Urk.
10/63) über einen komplikationslosen Verlauf.
4.3
Im Austrittsbericht der
H.___
vom 2
4.
August 2012
(Urk.
10/67/7-9)
berichteten die Ärzte über
die
stationäre Rehabilitation des
Ver
sicherten
vom 1
2.
bis 3
0.
Juni 2012 und nannten folgende Diagnosen
(S. 1)
:
-
Status nach Hüft- TP
-
Reimplant
ation rechts am 1
9.
April 2012 bei/
nach
-
Status nach Hüft-TP-Explantation am 1
4.
Februar
2012 bei Infe
kt und Status nach
Girdlestone
-
Situation
-
Status nach Entfernung von Verknöcherungen,
Bursektomie
und
transossärer
Muskelreinsertion
am
7.
April
2011
-
Status nach primärer
Serom
- Revision mit erneuter
transossäre
r
Mus
kelrefixation
am 2
5.
August 2012
-
Status nach
2.
Wundrevision mit Fistelexzisio
n sowie
Serom
- Evakua
tion am 2
3.
November 20
11
-
Status nach geschlossener Hüftreposition am 1
7.
Januar
2012
-
Status nach Antibiose mit Co-
Amoxi
ab Ende August
20
11 bis 6.
Februar 20
12
-
Status nach Hüft- TP links 2004
-
Status nach Operation Tendinitis
calcaria
linke Schulter
zirka
2005
-
a
rterielle Hypertonie
-
H
ypercholesterinämie
Die Ärzte führten aus, dass es im Verlauf zu einer Verbesserung der
Gehfähig
keit
und Belastbarkeit gekommen sei. Der Patient
sei
bei Austritt an zwei
Unter
armgehstöcken
klinikmobil und Treppensteigen
sei
problemlos möglich
gewe
sen
. Aus internistischer Sicht
habe
es während des stationären Aufenthaltes keine Kompli
kationen
gegeben; der
Versicherte
sei
am 3
0.
Juni 2012 in gutem Allgemeinbefinden entlassen
worden
(S. 2).
4.4
In der kreisärztlichen Untersuchung vom 2
7.
August 2012 (
Urk.
10/68/6-12) berichtete
Dr.
med.
I.___
, Facharzt für Chirurgie,
von keiner wesentli
chen Änderung der Arbeitsfähigkeit und bezog sich dabei auf das in der
kreis
ärztlichen
Abschlussuntersuchung vom 2
0.
Oktober 2008 (vorstehend E. 3.2) ange
geben
e
Zumutbarkeitsprofil.
4.5
Die Ärzte der
G.___
berichteten am 2
8.
September 2012 (Urk.
10/67/5-6) unter Beilage des Austrittsbericht der
H.___
(vor
stehend E. 4.3) über gute Fortschritte. Der
Versicherte
könne in der Wohnung auf Gehstöcke verzichten, ausserhalb
würden
sie noch benutzt. Die Tätigkeit als Koch erscheine nicht optimal. Zu empfehlen seien wechselhafte Tätig
keiten, sitzend und stehend. Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der
Knie
be
schwerden
limitiert, von Seiten des Hüftgelenkes sei eine Wieder
auf
nahme der Arbeit grundsätzlich möglich. Bei Beschwerde
per
sistenz soll
e
eine wechsel
hafte Tätigkeit (sitzend und stehend) angestrebt werden
(S. 6)
.
4.6
Med.
pract
.
J.___
, Fachärztin für
O
rthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, RAD, führte am
8.
Januar 2013
(Urk.
10/77/3-4)
aus, hinsichtlich der Unfallfolgen berichte der Kreisarzt Dr.
I.___
(vorstehend E. 4.4), dass die Beweglichkeit des Kniegelenks frei sei, ebenso sei die Funktion der
Achillessehne wiederhergestellt. Es bestehe
jedoch eine gewisse Muskelatrophie des rechten Oberschenkels und der linken Wade. Hinsichtlich der Funktion der
Hüftgelenke berichte
Dr.
I.___
zudem, die
Beuge
fähigkeit
sei beidseits, rechts mehr als links
,
eingeschränkt, das Gangbild sei rechts hinkend und das Treppensteigen im Wechselschritt
sei
nicht möglich (S. 3).
Dem Bericht der
Ärzte der
G.___
(vorstehend E. 4.5)
sei zu ent
nehmen, dass seitens der Hüftgelenke eine Wiederaufnahme der Arbeit möglich, die erlernte Tätigkeit als Koch jedoch nicht optimal sei. Abgestützt auf diesen Bericht könne medizinisch-theoretisch von einer Wiedereingliederungsfähigkeit des
Versicher
ten
ab September 2012 ausgegangen we
r
den
(S. 4 oben).
Aus Sicht der RAD-Ärztin sei d
er Gesundheitsschaden der Hüftgelenke für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Versicherten
führend
. Die Unfallfolgen des Knies und der Achillessehne beding
t
e
n
keine zusätzliche Einschränkung der Belastbarkeit gegenüber den durch die Hüften begründeten Einschränkungen (S.
4 oben).
Bei Prothesen der Hüftgelenke bestehe aus
medizinisch-theoretischer Sicht eine verminderte Belastbarkeit für regelmässiges mittelschweres und schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken sowie für Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen wie Knien, Kriechen, Hocken, für Arbeiten mit erhöhten Anforderungen an die Stand- und Gangsicherh
ei
t und für dauerhaftes Gehen und Stehen auf unebenem Grund.
Dabei könne als angepasste Tätigkeit eine
überwiegend sitzend ausgeübte Arbeit mit leichter Wechselbelastung, teils sitzend, teils ebenerdig gehend, auch mit gelegentlichem Heben und Tragen von Lasten bis 15
kg körpernah
,
medizi
nisch-theoretisch weiterhin zugemutet werden.
Angesichts der mehrfachen Operationen der rechten Hüfte mit langfristiger Entlastung an Gehstützen und der noch bestehenden Muskelatrophie des Oberschenkels
könne
auch für eine angepasste Tätigkeit ein erhöhter Pausenbedarf angenommen werden.
Eine Besserung durch
Rekonditionierung
sei
im Verlauf von 2 Jahren möglich.
4.7
Med.
pract
.
J.___
, RAD, erstellte unter Bezugnahme auf die vorliegenden medizinische Aktenlage einen Verlauf der relevanten Arbeitsunfähigkeit bis September 2012
(
Urk.
10/77/5-6)
. Seit Oktober 2008 könne
gestützt auf die Kreisarztuntersuchungen vom 2
0.
August 2008 (vorstehend E. 3.2) sowie vom 2
7.
August 2012
(vorstehend E.
4.4)
für die angestammte Tätigkeit als Koch eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit attestiert werden.
Unabhängig davon sei zu berücksichtigen, dass im Februar 2012 eine Revision der rechten Hüfte vorgenommen w
o
rden
sei
. Weder von den Ärzten der
G.___
noch von den Ärzten der
H.___
würden
konkrete Angaben über die
Arbeitsunfähigkeit
gemacht
. Medizinisch-theoretisch sei jedoch anzunehmen, dass der
Versicherte
mindestens seit
der Punktion der Hüfte im
Januar 2012 in jeglichen Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig
gewesen sei
. Attestiert
worden sei
hingegen
lediglich eine Arbeitsunfähigkeit vom 1
3.
Februar 2012 bis
9.
April 201
2.
Gemäss
der Stellungnahme
de
r
Ärzte der
G.___
vom 2
8.
September 2012 (dazu vorstehend E. 4.5)
sei die Wiederaufnahme einer Arbeit grundsätzlich möglich.
Dem Bericht der
H.___
vom 2
4.
August 2012 (vorstehend E.
4.3) zufolge könne davon ausgegangen werden, dass mindestens bis Ende Juni 2012
(Datum des Austritts)
noch eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestand
en habe
(S. 5)
.
Daraus ergebe sich folgender Verlauf der Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätig
kei
ten (S. 6). Von August 2008 bis Dezember 2011 eine
angepasste
Arbeits
fähigkeit von 100
%
, von Januar 2012 bis September 2012 eine Arbeits
unfähigkeit von 100
%
sowie ab Oktober 2012 eine
angepasste
Arbeitsfähigkeit von 100
%
.
4.8
Med.
pract
.
J.___
, RAD, führte am 2
7.
Juni 2013
(
Urk.
10/89/2)
aus, dass in den
vorliegenden
medizinischen Akten
(vorstehend E. 4.2, E. 4.3, E. 4.3)
keine Anhaltspunkte auf einen medizinisch relevanten Alkoholabusus
bestünden
.
Die aus der
H.___
vorliegenden Laborbefunde vom 1
2.
Juni 2012 (
Urk.
10/67/10-11) würden normale Leberwerte aufweisen. Lediglich die
G.___
erwähne im Bericht vom 2
8.
September 2012 (vorstehend E.
4.5), dass die
Femurkopfnekrose
rechts wahrscheinlich
a
lkoholinduziert
gewesen sei
(S. 2).
4.
9
Im provisorischen Austrittsbericht
der Ärzte
des
K.___
,
Kli
nik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie,
vom 1
3.
September 2013 (
Urk.
3/16),
wo der
Versicherte
vom 1
2.
b
is 1
4.
September 2013 hospitalisiert war, berichteten die Ärzte von einem
Hypopharynxkarzinom
links sowie einem ausgeprägten
Noxenabusus
.
4.
10
Med.
pract
.
C.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
führte in seinem Bericht
vom 2
7.
September 2013 (
Urk.
7)
aus, er behandle den
Versi
cherten
nach einem Hausarztwechsel neu seit dem
8.
Juni 2013 und berichtete von einem durch den
Versicherten
eigenständig eingeleiteten Alkoholstopp sowie über das nach weiteren Abklärungen diagnostizierte
Hypopharynkarzi
nom
.
In der Konsultation vom
5.
Juli 2013
hätten
beim
Beschwerd
e
führer keine körperlichen Zeichen eines Entzuges mehr
bestanden
. So hätten sich auch die Leberwerte bei der Konsultation vom 1
3.
August 2013 vollständig normalisiert (S. 2).
4.11
Im provisorischen Austrittsbericht
der Ärzte
des
K.___
, Kli
nik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie, vom 3
1.
März 2014 (
Urk.
13), wo der
Versicherte
vom 1
4.
März bis
1.
April 2014 hospitalisiert war,
berichteten die Ärzte schliesslich über eine Hypopharyngoskopie.
5.
5.1
Aufgrund der Aktenlage ergibt sich und ist unbestritten, dass dem
Versicherten
die
bisherige Tätigkeit als Koch nicht mehr zumutbar
war
.
Die
Zusprache
einer Invalidenrente von April bis Dezember 2012 wurde
von den Beschwerdeführen
den
sodann ebenfalls
nicht bestritten,
sondern
diese
beantragt
en
, dass auch ab Januar 2013 eine angemessene Rente zuzusprechen sei.
Strittig und zu prüfen ist somit, ob
die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer verbesserten Arbeits
fähigkeit ausgegangen ist.
5.2
Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die
Kreisärzte
Dr.
D.___
und
Dr.
I.___
(vgl. E. 3.2 und E. 4.4)
ist zu berücksichtigen, dass in ihren Beurteilungen lediglich die Unfallfolgen berücksichtigt w
u
rden. Insofern kann lediglich zur Beurteilung der unfallbedingten Beschwerden de
s
rechten Knies und des linken Fusses auf deren
Einschätzungen
abgestellt werden.
5.3
Angesichts der Beschwerden im Bereich der Hüftgelenke
und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, insbesondere in einer angepassten Tätigkeit, ergeben sich zusammenf
assend folgende Feststellungen:
Die Ärzte der
G.___
attestierten dem
Versicherten
im Anschluss an die Hüftoperation im April 2012 keine Arbeitsunfähigkeit
. Dazu hielten sie
unter anderem
fest
, dass die Arbeitsfähigkeit
aufgrund
der Kniebeschwerden limitiert, von Seiten des Hüftgelenks eine Wiederaufnahme der Arbeit jedoch grundsätzlich möglich
sei
, wobei eine Tätigkeit als Koch nicht optimal erscheine. Bei Beschwerde
per
sistenz soll
e
eine wechselbelastende Tätigkeit angestrebt werden. Auch die Ärzte der
H.___
attestierten dem
Versicherten
nach erfolgreicher Rehabilitation
keine
Arbeitsunfähigkeit.
M
ed.
pract
.
J.___
des RAD
hielt
diesbezüglich
fest, dass für die
medizi
nisch-theoretische
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
der Gesundheitsschaden
der Hüftgelenke ausschlaggebend
sei
. Die Unfallfolgen des Knies und der Achilles
sehne bedinge keine zusätzliche Einschränkung der Belastbarkeit gegenüber den durch die Hüften begründeten Einsc
hränkungen (vorstehend E. 4.6).
Da sowohl
die Ärzte
der
G.___
als auch der
H.___
keine Arbeitsunfähigkeiten
attestierten
, ging
die RAD-Ärztin
unter
Berücksich
tigung
der
entsprechenden Berichte und
den
übrigen Unterlagen
zu Recht davon aus
,
dass von Januar bis September 2012
auch
in einer angepassten Tätigkeit
eine
100%
ige
A
rbeitsunfähig
keit
bestand und ab Oktober 2012 in einer angepassten Tätigkeit
mit entsprechendem Belastbarkeitsprofil bei
Hüft
gelenksprothesen
medizinisch-theoretisch von einer
volle
n
Arbeitsfähigkeit
aus
zugehen war
(vorstehend E. 4.6)
.
5.4
Eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ist angesichts der vor
liegenden Diagnosen und Befunde nachvollziehbar.
Auch dem Verlauf der Arbeitsfähigkeiten, welche die RAD-Ärztin aus den vorhandenen Berichten erstellt hatte, kann gefolgt werden.
Dieser Beurteilung stehen auch die
übrigen
in den Akten liegenden Arztberichte nicht entgegen.
Dagegen
bringen die Beschwerdeführenden
keine
Tatsachen
vor,
weshalb eine überwiegend sitzend ausgeübte Tätigkei
t mit leichter Wechselbelastung
nicht vollzeitig
hätte ausge
übt werden können
.
5.
5
An diesen Feststellungen vermag der Einwand
der
Beschwerdeführenden
, wonach es die Beschwerdegegnerin
unterlassen habe
,
die Alkoholabhängigkeit in die Abklärungen miteinzubeziehen, nichts zu ändern.
Im zu berücksichtigenden Zeitraum finde
n
sich
in den medizinischen Akten
weder
entsprechende Diagnose
n
oder
Befund
e
noch
Hinweise
einer
aktuellen und erheblichen
Alkoholabhängigkeit
, welche
Auswirkungen
auf die Arbeitsfä
higkeit
haben
könnten
(vgl. vorstehend E. 4.8)
.
Einzig im Bericht von med.
pract
.
C.___
vom 2
7.
September 2013 (vorstehend E. 4.10), welcher nach Erlass der angefochtenen Verfügung erstellt worden ist, wird ein
Abhängigkeitssyn
drom
diagnostiziert
. Z
u einer entsprechend reduzierten Arbeitsfähigkeit
machte er
jedoch
ebenfalls
keine Angaben
, sondern führte aus, dass
ein
Monat nach der Erstkonsultation vom
8.
Juni 2013 keine körperlichen Zeichen eines Entzuges mehr bestanden hätten
.
Die vormals erhöhten Leberwerte
hätten sich
zwei
Monate nach der Erstkonsultation vollständig normalisiert.
Sofern
der
Versi
cherte
lediglich wegen seiner Alkoholsucht von der Ausübung einer Erwerbstä
tigkeit abgehalten
wurde
,
ist
dies nicht zu berücksichtigen.
Soweit
die Beschwerdeführenden verlangen
, es seien
diesbezüglich weitere
Abklärungen durchzuführen, kann darauf in antizipierter Beweiswürdigung ver
zichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen). Der Gesundheitszustand und insbesondere die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit de
s
Versicherten
sind aufgrund der medizinischen Akten
jedenfalls
bis zum Erlass der ange
fochtenen Verfügung -
hinreichend abge
klärt. Die Beschwerdegegnerin ging daher
im zu berücksichtigenden Zeitraum
zu Recht von keine
r
erheblichen Ein
schränkung
durch einen
Alkoholkonsum
aus und musste diesbezüglich auch keine weiteren Abklärungen treffen.
5.
6
Zu den Berichten
der Ärzte
des
K.___
vom 1
3.
September 2013 und 3
1.
März 2014 (vorstehend. E. 4.9, E. 4.11) ist
schliesslich
anzumer
ken, dass der Erlass
des angefochtenen Entscheids rechtsprechungsgemäss die Grenze der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis bildet (vgl. etwa BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1 und BGE 129 V 354 E. 1). Eine allfällige seither eingetretene gesund
heitliche Verschlechterung kann daher nicht Gegenstand dieses Verfahrens bil
den.
Im Übrigen
gehen aus d
en Berichten keine
Hinweise hervor, wonach
sich das
am Tag des Verfügungserlasses erstmals diagnostizierte
Krebsleiden
bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hätte.
Mit Blick auf das
Krebsleiden des
Versicherten
und das diesbezüglich
am
8.
Mai 2014
eingereichte Verschlechterungsgesuch (vgl.
Urk.
12) hat die
Beschwerde
gegnerin
die notwendigen Schritte zur Prüfung einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach Erlass der angefochtenen
Verfügung
bereits in die Wege geleitet (vgl.
Urk.
12 - 13), womit sich eine Überweisung der Akten erüb
rigt.
6.
Z
usammenfassend ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass der
Versicherte
im ursprünglichen Beruf als Koch nicht mehr arbeitsfähig
gewesen
war
, wohingegen in einer angepassten Tätigkeit
ab Okto
ber 2012
(bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung)
von einer
voll
e
n
Arbeitsfähigkeit
auszugehen
war
und
d
ie
Beschwerdegegnerin
daher
zu Recht von einer verbesserten Arbeitsfähigkeit
ausging
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Weiter
ist festzuhalten, dass
der Anspruchsbeginn der mit Verfügung vom 26.
August 2013 befristeten
Rentenzusprache
aufgrund der
Nichtberück
sichti
gung
von
Art.
29
Abs.
1 IVG
(vgl. E. 1.4)
von der Beschwerdegegnerin
zu früh festgelegt
wurde
.
Demgemäss
kann ein
Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs
ent
stehen. Der
Versicherte
meldete sich am
6.
Februar 2012
(
Urk.
10/47)
erneut bei der IV
Stelle zum Leistungsbezug an. I
n Anwendung von
Art.
29
Abs.
1 IVG
ist vorliegend
ein Leistungsanspruch somit frühestens ab
August
2012 möglich und die angefochtene Verfügung entsprechend anzupassen.
Nach
§
25 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ist das Gericht an die Begehren der Parteien nicht gebunden. Es kann eine Verfügung zum Nach
teil einer Partei ändern (
reformatio
in
peius
) oder dieser mehr zusprechen, als sie verlangt hat, wobei den Parteien vorher Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben ist (BGE 122 V 166).
Der
Versicherte
wurde auf die Möglichkeit einer
reformatio
in
peius
aufmerk
sam gemacht
(
Urk.
14), machte
jedoch
bis zu seinem Ableben
von der
Rück
zugsmöglichkeit
keinen Gebrauch.
D
ie
Beschwerdeführenden
erklärten schliess
lich im Schreiben vom 2
4.
Februar 2016
, dass sie an der Beschwerde vom 3
0.
September 2013 festhalten würden
(
Urk.
19)
. Die formellen Voraussetzungen für eine
reformatio
in
peius
sind demnach erfüllt (BGE 107 V 17 E.
3a).
8
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1bis IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
900
.-- anzusetzen und
den unterliegenden Beschwerdeführenden
zu gleichen Teilen
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen. Die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 2
6.
August 2013 wird
dahin
abgeändert, dass der Ver
sicherte
lediglich
von August bis Dezember 2012 Anspruch auf eine ganze Rente hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
900
.-- werden
den Beschwerdeführenden zu gleichen Teilen auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
den
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
AXA-ARAG Rechtsschutz AG
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
hal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannSager