# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8154e343-63a7-570f-94be-c711d107951d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-19
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 19.12.2017 BK 2017 480
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2017-480_2017-12-19.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 17 480

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 19. Dezember 2017

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Trenkel, Oberrich-
ter Stucki
Gerichtsschreiberin Kurt

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern
vertreten durch a.o. Staatsanwältin C.________, Regionale 
Staatsanwaltschaft Oberland, Scheibenstrasse 11A, 3600 Thun

Gegenstand Verlängerung Untersuchungshaft

Strafverfahren wegen versuchter sexueller Nötigung, evtl. ver-
suchter sexueller Handlungen mit Kindern, etc.

Beschwerde gegen den Entscheid des Regionalen Zwangsmass-
nahmengerichts Oberland, vom 13. November 2017
(ARR 17 133)

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Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Oberland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) führt 
gegen den Beschuldigten ein Strafverfahren wegen versuchter sexueller Nötigung, 
evtl. versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern. Das Regionale Zwangsmass-
nahmengericht Oberland (nachfolgend: Zwangsmassnahmengericht) ordnete am 
1. September 2017 die Untersuchungshaft gegen den Beschuldigten an. Mit Ent-
scheid vom 13. November 2017 verlängerte es die Untersuchungshaft um weitere 
drei Monate, d.h. bis zum 13. Februar 2018. Dagegen reichte der Beschuldigte 
(nachfolgend: Beschwerdeführer), amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin 
B.________, am 22. November 2017 Beschwerde ein. Darin beantragte er die Auf-
hebung des Entscheids sowie seine unverzügliche Entlassung aus der Untersu-
chungshaft, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Das Zwangsmassnahmenge-
richt verzichtete am 27. November 2017 auf das Einreichen einer Stellungnahme. 
Am 30. November 2017 beantragte die von der Generalstaatsanwaltschaft mit der 
Wahrnehmung der staatsanwaltschaftlichen Aufgaben im Beschwerdeverfahren 
betraute Staatsanwältin C.________ die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 
Der Beschwerdeführer replizierte am 15. Dezember 2017 und hielt an seinen An-
trägen fest. 

2. Gemäss Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 Bst. c der Strafprozessordnung (StPO; SR 
312) können Entscheide über die Verlängerung der Untersuchungshaft durch die 
verhaftete Person mit Beschwerde angefochten werden. Zuständig ist die Be-
schwerdekammer in Strafsachen (Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 
Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). 
Der Beschwerdeführer ist durch die Verlängerung der Untersuchungshaft unmittel-
bar in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerde-
führung legitimiert (Art. 222 und Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristge-
rechte Beschwerde ist einzutreten. 

3. Untersuchungshaft ist nur zulässig, wenn die beschuldigte Person eines Verbre-
chens oder Vergehens dringend verdächtig ist und besondere Haftgründe vorlie-
gen. Unbestritten ist, dass die der Strafuntersuchung zugrunde liegenden Tat-
bestände – unter Vorbehalt der weiteren Voraussetzungen – die Anordnung bzw. 
Verlängerung von Untersuchungshaft rechtfertigen.

4.

4.1 Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, am 30. August 2017 zwischen 13.30 
und 14.00 Uhr ein zwölfjähriges Mädchen vom Fahrrad gerissen und es in ein 
Maisfeld gezerrt zu haben. Dabei habe er es in den Bauch getreten, gewürgt und 
die Jacke über sein Gesicht gehalten und ihm gesagt, es solle still sei. Dies in der 
Absicht, gegen den Willen des Mädchens sexuelle Handlungen zu vollziehen. Der 
Beschwerdeführer bestreitet den Vorfall nicht (mehr) grundsätzlich, macht aber gel-
tend, es habe sich um eine versehentliche Fahrradkollision gehandelt. Als er sich 
beim Mädchen habe entschuldigten wollen, habe dieses gegen ihn getreten, wor-
auf er sich gewehrt habe. Es sei dann zu einem Handgemenge gekommen. Dabei 

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habe er nicht bewusst gehandelt. Er habe das Mädchen auf seine Jacke an den 
Strassenrand gelegt, damit es nicht mehr auf der heissen Strasse sei. Der Be-
schwerdeführer bestreitet, sexuelle Absichten gehabt zu haben. 

4.2 Bei der Überprüfung des dringenden Tatverdachts ist nach ständiger Rechtspre-
chung keine erschöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender 
Beweise vorzunehmen. Zu prüfen ist vielmehr, ob genügend konkrete Anhaltspunk-
te für eine Straftat und eine Beteiligung der betroffenen Person daran vorliegen, die 
Untersuchungsbehörden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit 
vertretbaren Gründen bejahen durften. Im Haftprüfungsverfahren genügt der 
Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das inkriminierte Verhalten 
mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbestandsmerkmale erfüllen 
könnte. Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen lässt keinen Raum für ausge-
dehnte Beweismassnahmen zu. Zur Frage des dringenden Tatverdachts hat das 
Haftgericht weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzuführen, noch dem er-
kennenden Strafgericht vorzugreifen (vgl. BGE 137 IV 122 E. 3.2 f. sowie Urteil des 
Bundesgerichts 1B_322/2017 vom 24. August 2017 E. 2.1). Bei Beginn der Stra-
funtersuchung sind die Anforderungen an den dringenden Tatverdacht geringer als 
in späteren Stadien. Im Laufe des Strafverfahrens ist ein immer strengerer Mass-
stab an die Erheblichkeit und Konkretheit des Tatverdachts zu stellen. Nach Durch-
führung der in Betracht kommenden Untersuchungshandlungen muss eine Verur-
teilung als wahrscheinlich erscheinen (Urteil des Bundesgerichts 1B_271/2017 vom 
16. August 2017 mit Verweis auf BGE 137 IV 122 E. 3.1 und 3.3).

4.3 Die Aussagen des Beschwerdeführers, wonach es sich um einen Unfall und in der 
Folge um einen missglückten Entschuldigungsversuch handelt, erscheinen un-
glaubhaft. Nachdem er den Vorfall zunächst abstritt, bagatellisierte er diesen 
später. Er will sich nicht erinnern bzw. gibt auf entsprechende Vorhalte immer wie-
der an, nicht bewusst gehandelt zu haben. Der Beschwerdeführer verstrickt sich in 
Widersprüche und macht sich selber zum Opfer, indem er auf seinen schlechten 
Gesundheitszustand verweist und geltend macht, die Polizei wolle ihn zugrunde 
richten (vgl. Einvernahme vom 30. Oktober 2017, N. 300 ff.). Demgegenüber er-
scheinen die Aussagen des Opfers glaubhaft. Anlässlich der beim Beschwerdefüh-
rer durchgeführten Hausdurchsuchung wurden neben Sexualspielzeugen auch 
Aufnahmen aus dem sadomasochistischen Bereich sichergestellt. Die Auswertung 
der sichergestellten Festplatte durch den Fachbereich Digitale Forensik ergab, 
dass gesamthaft 29 Bilder mit mutmasslich sexueller Gewalt (Gewaltpornografie) 
gespeichert sind. Eine Anzeige deswegen wurde ihm in Aussicht gestellt (vgl. Ein-
vernahme vom 13. November 2017, N. 285 ff.). Dr. med. D.________, der mit der 
forensisch-psychiatrischen Begutachtung des Beschwerdeführers beauftragt wur-
de, hielt in seiner Vorabstellungnahme vom 26. Oktober 2017 betreffend einer all-
fälligen Ausführungsgefahr sowie Rückfallwahrscheinlichkeit fest, dass beim Be-
schwerdeführer offenbar seit längerer Zeit eine sadomasochistische Sexualpräfe-
renz mit bisher noch unklarer Dynamik bestehe. Mit Blick darauf sowie auf die Vor-
strafe des Beschwerdeführers wegen Gewaltpornografie und seiner eigenen Aus-
sage, wonach er es irgendwie auf eine härtere Art brauche, dass er zufriedenge-
stellt sei (Einvernahme vom 31. August 2017, N 138 ff), besteht der dringende Tat-
verdacht auf die versuchte Begehung eines sexuell motivierten Gewaltdelikts. Am 

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30. November 2017 wurde das Verfahren gegen den Beschwerdeführer zudem auf 
mehrfachen Diebstahl sowie Widerhandlungen gegen das Waffengesetz ausge-
dehnt. Diese Vorwürfe sind für den Ausgang dieses Verfahrens nicht relevant, 
weshalb nicht näher darauf eingegangen wird. 

5.

5.1 Gemäss Art. 221 Abs. 1 Bst. c StPO ist Wiederholungsgefahr gegeben, wenn 
ernsthaft zu befürchten ist, dass die beschuldigte Person durch Verbrechen oder 
schwere Vergehen die Sicherheit anderer erheblich gefährdet, nachdem sie bereits 
früher gleichartige Straftaten verübt hat. Nach dem Gesetz sind demnach drei Ele-
mente für das Vorliegen von Wiederholungsgefahr konstitutiv. Erstens muss 
grundsätzlich das Vortaterfordernis erfüllt sein und es müssen schwere Vergehen 
oder Verbrechen drohen. Zweitens muss hierdurch die Sicherheit anderer erheblich 
gefährdet sein. Drittens muss die Tatwiederholung ernsthaft zu befürchten sein, 
was anhand einer Rückfallprognose zu beurteilen ist (vgl. BGE 143 IV 9 E. 2.5). 

5.2 Bei den Vortaten muss es sich um Verbrechen oder schwere Vergehen gegen glei-
che oder gleichartige Rechtsgüter gehandelt haben, wie sie im hängigen Untersu-
chungsverfahren massgeblich sind. Die früher begangenen Straftaten können sich 
aus rechtskräftig abgeschlossenen Strafverfahren ergeben. Sie können jedoch 
auch Gegenstand eines noch hängigen Strafverfahrens bilden, in dem sich die 
Frage der Untersuchungs- und Sicherheitshaft stellt, sofern mit an Sicherheit gren-
zender Wahrscheinlichkeit feststeht, dass die beschuldigte Person solche Strafta-
ten begangen hat. Der Nachweis, dass die beschuldigte Person eine Straftat verübt 
hat, gilt bei einem glaubhaften Geständnis oder einer erdrückenden Beweislage als 
erbracht. Erweisen sich die Risiken als untragbar hoch, kann vom Vortatener-
fordernis sogar ganz abgesehen werden. Aufgrund einer systematisch-
teleologischen Auslegung von Art. 221 Abs. 1 Bst. c StPO ist das Bundesgericht 
zum Schluss gekommen, es habe nicht in der Absicht des Gesetzgebers gelegen, 
mögliche Opfer von schweren Gewaltdelikten einem derart hohen Rückfallrisiko 
auszusetzen (BGE 143 IV 9 E. 2.3.1 mit Verweis auf BGE 137 IV 13 E. 3 f. sowie 
BGE 137 IV 84 E. 3.2).

5.3 Bei der Beurteilung der Schwere der Tat sind neben der abstrakten Strafdrohung 
gemäss Gesetz insbesondere auch das betroffene Rechtsgut und der Kontext ein-
zubeziehen. Je höherwertig ein geschütztes Rechtsgut ist, desto eher werden Ein-
griffe in dieses als schwer zu qualifizieren sein. Dem Kontext, insbesondere der 
konkret vom Beschuldigten ausgehenden Gefährlichkeit bzw. dem bei ihm vorhan-
denen Gewaltpotenzial, das aus den Umständen der Tatbegehung hervorgehen 
kann, ist ebenfalls angemessen Rechnung zu tragen, was sich je nachdem entwe-
der zu Lasten oder zu Gunsten des Beschuldigten auswirken kann. Diese Gefähr-
lichkeit lässt sich aufgrund der früheren Straftaten, aber auch anhand der ihm neu 
vorgeworfenen Handlungen beurteilen, sofern mit genügender Wahrscheinlichkeit 
erstellt ist, dass er sie begangen hat (BGE 143 IV 9 E. 2.6). 

5.4 Die drohenden Delikte müssen die Sicherheit anderer erheblich gefährden. Im Vor-
dergrund stehen Delikte gegen die körperliche und sexuelle Integrität. In diesem 
Kontext muss insbesondere bei Straftaten gegenüber speziell schutzbedürftigen 

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Personengruppen, namentlich Kindern, aus Gründen des Opferschutzes ein stren-
ger Massstab gelten, denn diesfalls sind auch weniger schwerwiegende Tathand-
lungen geeignet, die von Art. 221 Abs. 1 Bst. c StPO angesprochene «Sicherheit 
anderer» zu gefährden (BGE 143 IV 9 E. 2.7). Die Voraussetzung, ob ernsthaft zu 
befürchten ist, dass der Beschuldigte bei einer Freilassung erneut schwere Verge-
hen oder Verbrechen begehen würde, ist anhand einer Legal- bzw. Rückfallpro-
gnose zu beurteilen. Ausreichend ist grundsätzlich eine ungünstige Rückfallpro-
gnose (BGE 143 IV 9 E. 2.10 mit weiteren Hinweisen). 

6.

6.1 Der Beschwerdeführer ist wegen Gewaltpornografie vorbestraft. Weitere einschlä-
gige Vorstrafen liegen nicht vor. Zur Begründung der Wiederholungsgefahr kann 
aber auch die ihm im hängigen Verfahren vorgeworfene Vortat (versuchte sexuelle 
Nötigung, evtl. versuchte sexuelle Handlungen mit Kindern) herangezogen werden. 
Die Rückfallprognose muss diesfalls zwangsläufig auf einer vorläufigen Beweis-
würdigung beruhen. Wie ausgeführt, ist die Annahme von Wiederholungsgefahr 
nicht nur dann zulässig, wenn ein Geständnis vorliegt. Auch eine erdrückende oder 
klare Beweislage kann eine schlechte Prognose rechtfertigen. Da die Zulässigkeit 
der Haft bereits als eigenständiges Kriterium einen hinreichenden Tatverdacht vor-
aussetzt, genügt ein solcher für die Annahme von die Wiederholungsgefahr be-
gründenden Vortaten nicht. Der strafprozessuale Haftentscheid setzt jedoch auch 
keine Beweislage voraus, die bereits eine Strafverurteilung rechtfertigen würde. 
Vielmehr bedarf es einer Beweislage, die zwischen hinreichendem Tatverdacht und 
nachgewiesener Tatbegehung liegt. Dafür genügt in der Regel eine derart klare 
vorläufige Beweissituation, dass daraus bei unveränderter Beweislage geschlossen 
werden kann, der Beschuldigte sei nicht nur tatverdächtig, sondern habe die Tat 
vermutlich auch begangen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1B_201/2016 vom 21. 
Juni 2016 E. 3.2.1 sowie  1B_221/2015 vom 14. Juli 2015 E. 3.2). 

6.2 Der Beschwerdeführer bestreitet den Vorfall nicht mehr. Seine Ausführungen, wo-
nach es sich um einen Unfall gehandelt und er nur auf eine Tätlichkeit des Opfers 
reagiert habe, sind – anders als die Aussagen des Opfers – unglaubhaft. Es ist 
nicht nachvollziehbar, weshalb er das Opfer auf seine Jacke hätte legen sollen, 
wenn er sich bloss hätte entschuldigen wollen. Zudem gibt es keinen Grund, wes-
halb das Opfer falsche Aussagen gemacht haben sollte. So belastete es den Be-
schwerdeführer auch nicht unnötig. Bereits das Tatgeschehen an sich lässt auf die 
versuchte Begehung eines sexuell motivierten Gewaltdelikts schliessen. Hinzu 
kommen die Ergebnisse aus der Hausdurchsuchung, die Vorstrafe wegen Gewalt-
pornografie sowie die zugestandene Neigung des Beschwerdeführers für harte se-
xuelle Praktiken bzw. die Einschätzung in der Vorabstellungnahme von Dr. med. 
D.________ vom 26. Oktober 2017, wonach eine sadomasochistische Sexualprä-
ferenz bestehe. Die Gesamtheit dieser Umstände begründet nicht nur einen drin-
genden Tatverdacht, sondern stellt eine klare vorläufige Beweissituation dar, aus 
der geschlossen werden kann, der Beschwerdeführer habe das Opfer in sexueller 
Absicht gewalttätig angegangen. 

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6.3 Es ist deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Be-
schwerdeführer die ihm vorgeworfenen Delikte der versuchten sexuellen Nötigung, 
evtl. versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern begangen hat. Dass sich ein 
sexuell motiviertes Gewaltdelikt letztlich nicht verwirklichte, wie vom Beschwerde-
führer geltend gemacht, ist bei dieser Ausgangslage nicht entscheidend und nach 
vorläufigem Verfahrensstand nur auf den Umstand zurückzuführen, dass zufällig 
ein Auto vorbeifuhr und anhielt. Dem Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach 
die Vorstrafe nichts mit dem ihm aktuell vorgeworfenen Delikt zu tun habe, kann 
ebenfalls nicht gefolgt werden. Sowohl die Vorstrafe als auch der neue Vorwurf 
richten sich gegen die sexuelle Integrität. Geschützte Rechtsgüter sind die sexuelle 
Selbstbestimmung sowie die sexuelle Entwicklung Unmündiger. Sowohl bei der 
Verurteilung wegen Gewaltpornografie als auch der aktuell zu beurteilenden Tat 
geht es um sexuelle Gewalt. Für die Beurteilung der Gleichartigkeit der Vortaten 
untereinander sowie mit den zu befürchtenden Delikten ist nicht massgebend, ob 
der Beschwerdeführer pädophile Neigungen hat, sondern dass bei ihm gemäss 
Vorabstellungnahme von Dr. med. D.________ eine sadomasochistische Sexual-
präferenz vorliegt. Es steht damit nicht das Ausleben pädophiler Neigungen, son-
dern von sexueller Gewalt im Zentrum. Es ist daher nicht entscheidend, ob die 
beim Beschwerdeführer aufgefundene Videokassette, welche damals zur Verurtei-
lung wegen Gewaltpornografie führte, kinderpornografische Inhalte aufwies oder 
bisher noch nie ein Sexualdelikt gegenüber einem Kind vorgelegen hatte. In die-
sem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer das 
zwölfjährige Opfer in den Einvernahme als Frau bezeichnete. Es handelt sich damit 
um Vortaten gegen zumindest gleichartige Rechtsgüter. Auch die zu befürchtenden 
Delikte betreffen das Rechtsgut der sexuellen Integrität (vgl. E. 7.3). Dass der Be-
schwerdeführer sowohl in seiner Einvernahme vom 31. August 2017 als auch in 
der Beschwerde und Replik geltend macht, ausschliesslich masochistisch veranlagt 
zu sein, kann vor diesem Hintergrund nur als Schutzbehauptung beurteilt werden 
und ist jedenfalls nicht geeignet, die vorläufige Beweissituation in Frage zu stellen. 

Das Vortatenerfordernis ist erfüllt. Bei dieser Ausgangslage kann offenbleiben, ob 
allenfalls vom Vortatenerfordernis ganz abgesehen werden könnte.

6.4 Die betroffenen Rechtsgüter wiegen schwer. Dem Beschwerdeführer wird vorge-
worfen, das ihm deutlich unterlegene Opfer getreten und gewürgt zu haben. Zudem 
besteht der dringende Verdacht, dass der Beschwerdeführer, wäre nicht zufällig ein 
Auto vorbeigefahren, nicht von seinem Opfer abgelassen hätte. Es ist nach aktuel-
lem Verfahrensstand nicht absehbar, welche Handlungen der Beschwerdeführer al-
lenfalls noch vorgenommen hätte. Diesem Umstand ist bei der Beurteilung der 
Schwere der Tat angemessen Rechnung zu tragen und wirkt sich zu Lasten des 
Beschwerdeführers aus. Mit Blick auf die erhebliche Sicherheitsrelevanz der dro-
henden Delikte gegen speziell schutzbedürftige Personengruppen, sind zudem 
auch weniger schwerwiegende Tathandlungen geeignet, die von Art. 221 Abs. 1 
Bst. c StPO angesprochene «Sicherheit anderer» zu gefährden (BGE 143 IV 9 E. 
2.7).

6.5 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Formulierung im Gutachten, wonach bei 
ihm ein mehr als in leichtem Grade erhöhtes Rückfallrisiko vorliege, deute insge-

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samt auf ein höchstens mittleres, moderates Rückfallrisiko hin und keinesfalls auf 
eine ungünstige Rückfallprognose. Bei der Risikoeinschätzung falle auf, dass bei 
ihm von den 12 Kriterien nur ein einziges mit ungünstig bewertet werde; allen ande-
ren lägen bei neutral oder eher ungünstig. Wenige Kriterien würden noch als unklar 
bezeichnet. Im Grunde weise nichts anderes als der etwas merkwürdige Vorfall an 
sich in die Richtung, dass er sich dem Opfer in sexueller Absicht genähert habe. 
Dies alleine genüge jedoch nicht, um ihm eine hohe Rückfallgefahr in Bezug auf 
Sexual- und Gewaltdelikte gegenüber einem Kind zu unterstellen. Auch aus seinen 
sexuellen Präferenzen lasse sich nichts in diese Richtung ableiten und auch die si-
chergestellten Gegenstände passten letztlich nicht zu einem sexuell motivierten 
Angriff auf das Kind. 

6.6 Vorab ist auf die Ausführungen zu den Vortaten zu verweisen. Es ist nicht nur «der 
etwas merkwürdige Vorfall an sich», der in die Richtung eines sexuell motivierten 
Gewaltdelikts weist, sondern sämtliche bisherigen Ermittlungsergebnisse. Dr. med. 
D.________ stützt seine Risikoeinschätzung in der Vorabstellungnahme auf die 
«Dittmann-Liste», d.h. eine Checkliste für die Beurteilung des individuellen Rück-
fallrisikos von Straftätern. Diese umfasst zwölf Kriterienbereiche. Gemäss dem 
Gutachter findet eine prognostische Gesamtwürdigung des Einzelfalls statt, wobei 
die Prognose als sehr günstig, günstig, neutral, ungünstig oder sehr ungünstig ein-
geschätzt wird. In seiner Vorabstellungnahme äusserte sich der Gutachter zu die-
sen zwölf Kriterien. Davon bezeichnete er sechs als eher ungünstig, eines als un-
günstig, zwei als neutral und deren drei als (noch) unklar (vgl. Vorabstellungnahme 
vom 26. Oktober 2017, S. 19 ff.). Bereits mit Blick darauf kann nicht mehr von ei-
nem bloss moderaten Rückfallrisiko gesprochen werden. Die prognostische Ge-
samtwürdigung läuft auf eine ungünstige Prognose hin. Zudem führte der Gutach-
ter aus, neben den zwölf allgemeinen Kriterien sprächen besonders folgende 
Merkmale für eine erhöhte Rückfallgefahr beim Beschwerdeführer: Es handle sich 
um ein ihm fremdes Opfer, er bagatellisiere und leugne teilweise, projiziere eigenes 
Fehlverhalten auf das mutmassliche Opfer, habe offenbar erhebliche Schwierigkei-
ten, eine stabile Partnerschaft einzugehen und schätze sich hinsichtlich der Risiko-
situation selber unrealistisch ein. Möglicherweise bestehe eine fixierte sexuelle De-
vianz mit progredienten devianten Phantasien und eventuell auch Handlungen, 
evtl. auch sadistische Vorlieben und ggf. habe eine Vorplanung bestanden (vgl. S. 
24). Der Gutachter geht deshalb von einem mehr als in leichtem Grade erhöhten 
Rückfallrisiko für solche Straftaten, wie dem Beschwerdeführer aktuell vorgeworfen 
würden, also gewalttätiges Verhalten gegenüber einem Kind mit möglicherweise 
sexuellem Motiv aus (S. 24 und 25). 

6.7 Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers reicht diese Einschätzung für 
eine ungünstige Rückfallprognose aus. Es besteht eine erhöhte Rückfallgefahr. Da 
diese mehr als leichtgradig erhöht ist, befindet sich die Prognose eher zwischen 
ungünstig und sehr ungünstig, als zwischen moderat und ungünstig. Soweit der 
Beschwerdeführer vorbringt, die im Vorabgutachten geäusserten Vermutungen er-
schienen rein hypothetisch und stellten keine genügende Rechtsgrundlage dar, ist 
ihm Folgendes entgegen zu halten: Es handelt sich um ein Vorabgutachten im Vor-
verfahren. Eine Verurteilung des Beschwerdeführers liegt noch nicht vor. Ein sol-
ches Gutachten muss sich daher zwangläufig auch auf Hypothesen stützen. Jeden-

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falls ergeben sich daraus keine Hinweise, dass die Einschätzung des Gutachters 
ernsthaft in Frage stellt. Weiter ist davon auszugehen, dass der Gutachter, hätten 
sich bei der Exploration des Beschwerdeführers Hinweise auf das Vorliegen einer 
abgeschwächten Form von Autismus bzw. Asperger Syndroms ergeben, dies auch 
von ihm thematisiert worden wäre. Diese Hypothese ist jedenfalls nicht geeignet, 
die vorläufige klare Beweissituation oder ungünstige Rückfallprognose in Frage zu 
stellen. 

6.8 Es ist ernsthaft zu befürchten, dass der Beschwerdeführer bei einer Freilassung 
erneut Gewalttaten, möglicherweise mit sexuellem Motiv begehen würde. Die Wie-
derholungsgefahr ist zu bejahen. Bei dieser Ausgangslage kann offen bleiben, ob 
zusätzlich Ausführungsgefahr vorliegt.

7.

7.1 Gemäss Art. 5 Ziff. 3 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grund-
freiheiten (EMRK; SR 0.101), Art. 31 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) und Art. 5 StPO hat eine in strafprozessua-
ler Haft gehaltene Person Anspruch darauf, innerhalb einer angemessenen Frist 
richterlich abgeurteilt oder während des Strafverfahrens aus der Haft entlassen zu 
werden. Dass eine an sich rechtmässige Haft nicht übermässig lange dauern darf, 
ergibt sich aus dem Verfassungsrecht der persönlichen Freiheit. Eine übermässige 
Haft liegt dann vor, wenn die Haft die mutmassliche Dauer der zu erwartenden 
Strafe übersteigt. Im Weiteren kann eine Haft die zulässige Dauer auch dann über-
schreiten, wenn die Strafuntersuchung nicht genügend vorangetrieben wird, wobei 
sowohl das Verhalten der Justizbehörden als auch dasjenige des Inhaftierten in Be-
tracht gezogen werden müssen (BGE 116 Ia 143 E. 5a; 107 Ia 256 E. 2b).

7.2 Der Beschwerdeführer befindet sich seit dreieinhalb Monaten in Untersuchungs-
haft. Mit der vorliegend in Frage stehenden Verlängerung ergäbe sich eine Ge-
samtdauer von sechs Monaten. Mit Blick auf die gegen den Beschwerdeführer er-
hobenen Vorwürfe besteht noch keine Überhaft. Ebenso ergeben sich keine Hin-
weise, dass die Strafuntersuchung bisher nicht genügend vorangetrieben wird. Das 
wird denn auch nicht geltend gemacht. 

7.3 Auch ohne entsprechenden Antrag ist zu prüfen, ob eine Haftentlassung gestützt 
auf ausreichende Ersatzmassnahmen möglich bzw. geboten erscheint (BGE 133 I 
27 E. 3.2 [Pra 2007 Nr. 26]). Wie das Zwangsmassnahmengericht sieht auch die 
Beschwerdekammer derzeit keine Ersatzmassnahmen, mit welchen der Wiederho-
lungsgefahr wirksam begegnet werden könnte. Allenfalls ergeben sich aus dem 
Gutachten neue Erkenntnisse. Die Untersuchungshaft erweist sich als verhältnis-
mässig.

Die Beschwerde ist abzuweisen.

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung für das Be-
schwerdeverfahren wird durch das urteilende Gericht im Endentscheid festzuset-
zen sein (Art. 135 Abs. 2 StPO).

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1‘500.00, werden dem 
Beschwerdeführer auferlegt. 

3. Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung wird durch das urteilende Gericht am 
Ende des Verfahrens festgesetzt.

4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, a.v.d. Rechtsanwältin B.________
- a.o. Staatsanwältin C.________, Regionale Staatsanwaltschaft Oberland

(mit den Akten)
- dem Regionalen Zwangsmassnahmengericht Oberland, Gerichtspräsident 

E.________
(mit den Akten)

Mitzuteilen:
- der Generalstaatsanwaltschaft

Bern, 19. Dezember 2017 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Die Gerichtsschreiberin:

Kurt

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.