# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e972001a-d2ff-5f84-b207-5b773da7570b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 03.10.2023 S 2023 84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2023-84_2023-10-03.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 23 84

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterIn von Salis und Righetti

Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 3. Oktober 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Alain Dupont, 

Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, IV-Stelle,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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I. Sachverhalt:

1. A._____, geb. 1967, war zuletzt als Buffet- und Servicemitarbeiterin im 

Restaurant B._____ in C._____ tätig. Bei ausgewiesener rechtsseitiger 

Gonarthrose unterzog sie sich operativen Eingriffen am rechten Knie, 

wobei am 18. September 2017 eine Totalprothese eingesetzt wurde. Die 

IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) sprach ihr mit 

Verfügungen vom 22. Oktober 2019 für den Februar 2018 eine ganze und 

ab dem 1. März 2018 befristet bis zum 30. April 2018 eine halbe 

Invalidenrente zu. Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in 

Rechtskraft.

2. Am 23. Oktober 2019 erfolgte ein Knieprothesenwechsel, nachdem sich 

die tibiale Komponente gelockert und die Schmerzen zugenommen 

hatten. In der Folge stellte sich eine Wundheilungsstörung ein, weshalb 

Ende Januar 2020 erneut ein operativer Eingriff durchgeführt wurde 

(Wund-Débridement und Spülung des rechten Knies). Nach 

Wiederaufnahme der Arbeit im Service berichtete A._____ wiederum über 

zunehmende Schmerzen sowie Schwellungen des Kniegelenks bei 

längerem Stehen.

3. Im August 2020 meldete sich A._____ erneut bei der IV-Stelle zum 

Leistungsbezug an. Diese tätigte erwerbliche und medizinische 

Abklärungen. Die zur Klärung der Frage einer Allergie auf das 

Prothesenmaterial durchgeführte Allergologie ergab verschiedene 

relevante Typ IV-Sensibilisierungen auf verschiedene Metalle (Kobalt [II]-

chlorid, Natriumthiosulfat, Nickel [II]-sulfat, Palladiumchlorid, Thiomersal, 

Vanadium [III]-chlorid, Zinkchlorid, Zinn-II-chlorid und Titan), weshalb mit 

Blick auf eine erneute Knieoperation empfohlen wurde, eine Endoprothese 

zu wählen, welche keine der genannten Metalle enthalte. Bei 

diagnostizierter Knieprotheseninstabilität rechts sowie persistierendem 

anteriorem Knieschmerz erfolgte sodann am 21. Juni 2021 ein Knie-

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Totalendoprothesen-Wechsel rechts mit Tuberositasosteotomie und 

Fixation mittels Titanschrauben. In der Folge hielt sich A._____ vom 

25. Juni 2021 bis zum 15. Juli 2021 zur Rehabilitation in der D._____ auf. 

Danach bestanden lokale Schmerzen im Bereich der Tuberiositas tibiae 

sowie am Ober- und Unterschenkel fort, weshalb zur Mobilisation 

weiterhin Gehstöcke verwendet werden mussten.

4. Am 6. Dezember 2022 fand eine chirurgisch-orthopädische Abklärung 

beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) Ostschweiz statt. In dem 

darüber erstatteten Bericht wies Dr. med. E._____, Facharzt für Chirurgie, 

ein Beugedefizit am linken (recte: rechten) Kniegelenk bei Vorhandensein 

einer Knie-TEP sowie eine beginnende Gonarthrose links mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aus. Er befand A._____ in der 

angestammten Tätigkeit auf Dauer zu 100 % arbeitsunfähig und attestierte 

für eine leichte, mehrheitlich sitzende bis wechselbelastende Tätigkeit eine 

Arbeitsfähigkeit von vier bis fünf Stunden pro Tag.

5. Mit Vorbescheid vom 21. Dezember 2022 kündigte die IV-Stelle A._____ 

die Ausrichtung einer rückwirkend abgestuften Invalidenrente an. Zum 

Abklärungsergebnis hielt sie fest, A._____ sei seit dem 21. Oktober 2019 

erheblich in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Als Service- und 

Buffetangestellte sei sie ab Ablauf des Wartejahres noch zu 40 % 

arbeitsfähig gewesen. Anschliessend habe sich ihr Gesundheitszustand 

ab dem 30. März 2021 verschlechtert, so dass eine volle 

Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe. Eine leichte, mehrheitlich sitzende bis 

wechselbelastende Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht seit dem 1. Juni 

2022 zu 50 % und seit dem 1. Dezember 2022 zu 60 % möglich. Dagegen 

liess A._____ am 26. Januar 2023 Einwand erheben. Mit Verfügungen 

vom 15. Juni 2023 entschied die IV-Stelle wie vorbeschieden und sprach 

A._____ vom 1. Februar 2021 bis zum 31. Mai 2021 eine Dreiviertelsrente, 

vom 1. Juni 2021 bis zum 31. August 2022 eine ganze Invalidenrente, vom 

1. September 2022 bis zum 28. Februar 2023 eine Rente von 55 % einer 

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ganzen Invalidenrente und ab dem 1. März 2023 eine Rente von 25 % 

einer ganzen Invalidenrente zu.

6. Dagegen liess A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 

16. August 2023 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden erheben und in Aufhebung der Verfügung vom 15. Juni 2023 

beantragen, ihr sei ab dem 1. September 2022 eine ganze Invalidenrente 

zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an 

die IV-Stelle zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung. Zur 

Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, die IV-Stelle sei der 

Auffassung, dass sie als 56-jährige Versicherte, welche seit ihrer Ankunft 

in der Schweiz im Jahre 1996 immer im Gastronomiebereich gearbeitet 

habe, und über keine Ausbildung verfüge, ohne Weiteres eine Anstellung 

zu 60 % in einem anderen Bereich finden könne. Dabei werfe sie ihr in 

offensichtlichem Widerspruch zu dem in den Akten dokumentierten 

Arbeitswillen mangelnden Eingliederungswillen vor. Dieser Einschätzung 

sei dezidiert zu widersprechen. Sie sei sehr wohl gewillt, sich 

einzugliedern. Ausserdem sei es lebensfremd, wenn die IV-Stelle 

annehme, sie könne ein Invalideneinkommen erzielen, das höher sei als 

der Lohn, den sie in ihrer angestammten Tätigkeit mit über 20 Jahren 

Berufserfahrung verdient habe. Zudem müsse bei einer realistischen 

Einschätzung des Arbeitsmarkts geschlossen werden, dass sie schlicht 

keine Stelle mehr finden könne. Folgerichtig habe sie Anspruch auf eine 

ganze Invalidenrente. Sofern dennoch die Tabellen der Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung (LSE) zur Anwendung gelangen sollten, sei ein 

Abzug von insgesamt 25 % vorzunehmen, da sie neben der Teilzeitarbeit 

nicht mehr im Gastronomiebereich arbeiten könne, nicht Schweizerin sei, 

nicht fliessend Deutsch sprechen könne und adipös sei. 

7. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer 

Vernehmlassung vom 31. August 2023 auf Abweisung der Beschwerde 

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und verwies zur Begründung auf die angefochtenen Verfügungen vom 

15. Juni 2023.

8. Die Beschwerdeführerin replizierte am 13. September 2023 bei 

unveränderten Anträgen und ergänzte ihre Argumentation.

9. Die Beschwerdegegnerin reichte am 18. September 2023 ihre Duplik ein 

und hielt an ihrem Standpunkt fest.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene 

Verfügung sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügungen der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 15. Juni 2023. Solche Anordnungen, 

die laut Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsgericht am Ort 

der verfügenden IV-Stelle unterliegen, können beim Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden als dem örtlich und sachlich zuständigen 

Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m. 

Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

[IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als 

formelle und materielle Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin 

von den angefochtenen Verfügungen unmittelbar betroffen und sie hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Sie ist 

somit zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 

ATSG). Die Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht 

(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61 

lit. b ATSG). Darauf ist somit einzutreten.

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2.1. Streitgegenstand bildet die Frage des Rentenanspruchs der 

Beschwerdeführerin ab dem 1. September 2022. Während die 

Beschwerdegegnerin ab diesem Zeitpunkt bis zum 28. Februar 2023 

einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente von 55 % einer 

ganzen Invalidenrente und ab dem 1. März 2023 einen solchen auf eine 

Rente von 25 % einer ganzen Invalidenrente (bei einem Invaliditätsgrad 

von 40 %) bejahte, ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, ihr sei in 

diesem Zeitraum eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Dabei stellt sie 

das von der Beschwerdegegnerin angenommene Einkommen ohne 

Invalidität per 2022 von CHF 53'725.35 nicht in Abrede. Ebenso bestreitet 

sie die von der Beschwerdegegnerin angenommene Restarbeitsfähigkeit 

in adaptierten Tätigkeiten von 50 % ab 1. Juni 2022 bzw. 60 % ab 

1. Dezember 2022 nicht mehr, nachdem sie sich in ihrem Einwand vom 

26. Januar 2023 noch dagegen zur Wehr gesetzt hatte (vgl. IV-act. 171). 

Uneins sind sich die Verfahrensbeteiligten indes mit Blick auf das 

Einkommen mit Invalidität und dabei hinsichtlich dessen Höhe und 

Bemessung (vgl. dazu nachstehende Erwägungen 4.1 ff.), der 

Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (vgl. dazu nachstehende Erwägungen 5.1 ff.), des 

Leidensabzugs (vgl. dazu nachstehende Erwägungen 6.1 ff.) und der 

Zumutbarkeit der Selbsteingliederung (vgl. dazu nachstehende 

Erwägungen 7 ff.).

2.2. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem 

1. Januar 2022 die revidierten Bestimmungen des IVG (sowie des ATSG) 

und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in 

Kraft sind (Weiterentwicklung der IV). Der vorliegende Rechtsstreit 

gründet auf einer revisionsrechtlichen Fragestellung, bei der die 

Beschwerdegegnerin in den angefochtenen Verfügungen ab dem 1. Juni 

2022 von einem verbesserten Gesundheitszustand ausgeht. Da gemäss 

Art. 88a Abs. 1 IVV eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die 

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Herabsetzung oder Aufhebung der IV-Leistung spätestens zu 

berücksichtigen ist, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei 

Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird, kommt 

die hier massgebliche Änderung nach dem 1. Januar 2022 zu liegen, 

weshalb die ab diesem Zeitpunkt geltenden Normen anwendbar sind (vgl. 

Übergangsbestimmungen des IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020 und 

Übergangsbestimmungen der IVV zur Änderung vom 3. November 2021; 

siehe ferner Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der 

Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab dem 1. Januar 2022, Rz. 9100 ff.). 

Dies ergibt sich aus den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen 

Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 

148 V 174 E.4.1, 144 V 210 E.4.3.1 und 129 V 354 E.1 m.w.H.; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_23/2023 vom 21. August 2023 E.2.2.1 und 

8C_521/2021 vom 22. März 2022 E.2.2).

3.1. Im Allgemeinen setzt der Anspruch auf Leistungen der 

Invalidenversicherung unter anderem voraus, dass die versicherte Person 

invalid oder von Invalidität unmittelbar bedroht ist. Invalidität ist gemäss 

Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (vgl. ferner Art. 4 IVG). 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung 

des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Art. 7 Abs. 2 

Satz 1 ATSG).

3.2. Die Bemessung des Invaliditätsgrades wird in Art. 28a IVG geregelt. Diese 

richtet sich bei erwerbstätigen Versicherten nach Art. 16 ATSG, wobei der 

Bundesrat die zur Bemessung des Invaliditätsgrads massgebenden 

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Erwerbseinkommen sowie die anwendbaren Korrekturfaktoren 

umschreibt. Mithin ist in diesem Fall ein Einkommensvergleich 

vorzunehmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte 

Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen bzw. Einkommen mit 

Invalidität), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. 

Valideneinkommen bzw. Einkommen ohne Invalidität). Gemäss Art. 25 

Abs. 2 IVV sind die massgebenden Erwerbseinkommen nach Art. 16 

ATSG in Bezug auf den gleichen Zeitraum festzusetzen und richten sich 

nach dem Arbeitsmarkt in der Schweiz. Soweit für die Bestimmung der 

massgebenden Erwerbseinkommen statistische Werte herangezogen 

werden, sind die Zentralwerte der Lohnstrukturerhebung (LSE) des 

Bundesamtes für Statistik massgebend. Andere statistische Werte können 

beigezogen werden, sofern das Einkommen im Einzelfall nicht in der LSE 

abgebildet ist. Es sind altersunabhängige und geschlechtsspezifische 

Werte zu verwenden (Art. 25 Abs. 3 IVV). Die statistischen Werte sind an 

die betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen und an die 

Nominallohnentwicklung anzupassen (Art. 25 Abs. 4 IVV).

3.3. Nach Art. 26 Abs. 1 Satz 1 IVV bestimmt sich das Einkommen ohne 

Invalidität (sog. Valideneinkommen) anhand des zuletzt vor Eintritt der 

Invalidität tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens. Hinsichtlich der 

Bestimmung des Einkommens mit Invalidität (sog. Invalideneinkommen) 

sieht Art. 26bis Abs. 1 IVV was folgt vor: Erzielt die versicherte Person nach 

Eintritt der Invalidität ein Erwerbseinkommen, so wird ihr dieses als 

Einkommen mit Invalidität (Art. 16 ATSG) angerechnet, sofern sie damit 

ihre verbliebene funktionelle Leistungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr 

zumutbare Erwerbstätigkeit bestmöglich verwertet. Liegt kein 

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anrechenbares Erwerbseinkommen vor, so wird das Einkommen mit 

Invalidität nach statistischen Werten nach Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt 

(Art. 26bis Abs. 2 Satz 1 IVV). Danach sind die Zentralwerte der 

Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik massgebend; 

es sind altersunabhängige und geschlechtsspezifische Werte zu 

verwenden (Art. 25 Abs. 3 Satz 1 und 3 IVV). Kann die versicherte Person 

aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit einer funktionellen 

Leistungsfähigkeit von 50 % oder weniger tätig sein, so werden vom 

statistisch bestimmten Wert 10 % für Teilzeitarbeit abgezogen (Art. 26bis 

Abs. 3 IVV mit Verweis auf Art. 49 Abs. 1bis IVV).

3.4. Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad liegt gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

vor, wenn eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit oder die 

Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

kann (lit. a), während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 

ATSG) gewesen ist (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 

40 % invalid (Art. 8 ATSG) ist (lit. c). Nach Art. 28b Abs. 1 IVG wird die 

Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an einer ganzen 

Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 % bis 69 % entspricht 

der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG). Bei 

einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht Anspruch auf eine ganze Rente 

(Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invaliditätsgrad unter 50 % gelten die 

folgenden prozentualen Anteile (Art. 28b Abs. 4 IVG):

Invaliditätsgrad Prozentualer Anteil
49 % 47.5 %
48 % 45 %
47 % 42.5%
46 % 40 %
45 % 37.5 %
44 % 35 %
43 % 32.5 %

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42 % 30 %
41 % 27.5 %
40 % 25 %

4.1. Vorliegend ermittelte die Beschwerdegegnerin den Invaliditätsgrad (per 

2022) auf Basis der im RAD-Abklärungsbericht vom 6. Dezember 2022 

sowie der RAD-Abschlussbeurteilung vom 20. Dezember 2022 

ausgewiesenen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 50 % ab 

dem 1. Juni 2022 bzw. von 60 % ab dem 1. Dezember 2022 (vgl. IV-

act. 159 S. 11 und IV-act. 182 S. 15 ff.; siehe ferner IV-act. 183). Für das 

Einkommen mit Invalidität stellte sie dabei auf die LSE-Tabelle 2020, 

Kompetenzniveau 1, Frauen, ab, weil die Beschwerdeführerin nach Eintritt 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung keine oder jedenfalls keine ihr 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen habe. Dabei errechnete 

sie bei einer Leistungsfähigkeit von 50 % und unter Berücksichtigung 

eines Abzugs von 10 % wegen Teilzeitarbeit ein per 2022 aufindexiertes 

Invalideneinkommen von CHF 24'263.85 bzw. bei einer Arbeitsfähigkeit 

von 60 % ein solches von CHF 32'351.80, was in Gegenüberstellung mit 

dem unbestritten gebliebenen Valideneinkommen einen Invaliditätsgrad 

von 55 % bzw. 40 % ergab (vgl. angefochtene Verfügungen vom 15. Juni 

2023 [IV-act. 176 S. 12 f.]). Wenn die Beschwerdeführerin dagegen 

einwendet, ein solches Einkommen sei lebensfremd bzw. völlig 

unrealistisch und mehr als das, was sie in ihrer angestammten Tätigkeit 

mit über 20 Jahren Berufserfahrung verdient habe, ist ihre Aufgebrachtheit 

zwar verständlich. Soweit sie aber vorbringt, dieser Lohn entspreche 

jenem für Hilfskräfte im Bergbau, im Bau, bei der Herstellung von Waren 

und im Transportwesen für Frauen über 50 Jahre im Kompetenzniveau 1, 

mithin einem Verdienst für ihr nicht zumutbare Tätigkeiten, kann ihr nicht 

gefolgt werden. Denn die Beschwerdegegnerin stellte bei der Ermittlung 

des Einkommens mit Invalidität in Nachachtung von Art. 26bis Abs. 2 

Satz 1 i.V.m. Art. 25 Abs. 3 IVV korrekterweise auf die Tabelle TA 1 der 

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LSE 2020, welche vor Erlass der angefochtenen Verfügung veröffentlicht 

worden ist (vgl. BGE 143 V 295 E.4.1.1 und Urteil des Bundesgerichts 

9C_15/2018 vom 2. Juli 2018 E.4.3), und dabei auf den 

altersunabhängigen und geschlechtsspezifischen Wert der Zeile "Total" 

für Frauen des Kompetenzniveaus 1 ab (vgl. IV-act. 183). Dies ergab 

aufindexiert auf das Jahr 2022 und umgerechnet auf die durchschnittliche 

wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden bei einer Arbeitsfähigkeit von 

50 % samt Teilzeitabzug von 10 % ein Einkommen von CHF 24'263.85 

(CHF 4'276.-- x 12 : 40 x 41.7 x 0.998 x 1.01 x 0.5 x 0.9) bzw. bei einer 

Leistungsfähigkeit von 60 % ein solches von CHF 32'351.80 (CHF 4'276.-- 

x 12 : 40 x 41.7 x 0.998 x 1.01 x 0.6). Hierzu ist einzig anzumerken, dass 

die Beschwerdegegnerin für ihre Berechnungen der 

Vergleichseinkommen die geschlechtsunspezifischen 

Nominallohnentwicklungswerte (Schweizerischer Lohnindex, Index und 

Veränderung auf der Basis 2010, Tabellenblatt T1.10) über alle 

Wirtschaftszweige hinweg (Zeile "B-S 05-96 Total") angewendet hat, 

wobei sie die Nominallohnentwicklung für 2022 auf 1 % schätzte (vgl. IV-

act. 183). Richtigerweise hätte aber beim Einkommen mit Invalidität die 

geschlechtsspezifische Nominallohnentwicklung zur Anwendung kommen 

sollen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_703/2019 vom 6. Oktober 2020 

E.4.3, 8C_72/2019 vom 11. Juni 2019 E.4.1, 8C_704/2018 vom 

31. Januar 2019 E.9 und 9C_444/2018 vom 17. Oktober 2018 E.3.1 

m.H.a. BGE 129 V 408; vgl. auch betreffend die per 1. Januar 2022 

geltende Rechtslage: KSIR [Stand: 1. Juli 2022], Rz. 3210 und 

Bemerkungen in Anhang III zu den Tabellen[blättern] T1.10, T1.1.10 und 

T1.2.10), was bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % (unter Berücksichtigung 

eines Leidensabzugs von 10 %) einen leicht höheren Betrag von 

CHF 24'409.90 (CHF 4'276.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.006 x 1.008 x 0.5 x 0.9) 

bzw. bei einer Arbeitsfähigkeit von 60 % einen solchen von CHF 32'546.55 

(CHF 4'276.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.006 x 1.008 x 0.6) ergibt. Werden zudem 

beim Valideneinkommen korrekterweise die geschlechts- und 

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wirtschaftszweigspezifischen Index-Werte verwendet (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_703/2019 vom 6. Oktober 2020 E.4.3 und 

9C_467/2009 vom 19. August 2009 E.2.2), resultierte ein Einkommen 

ohne Invalidität von CHF 53'887.60 (CHF 53'300.-- x 1.003 x 1.008 

[Wirtschaftszweige Beherbergung und Gastronomie]) und damit 

(wiederum) ein Invaliditätsgrad von gerundet 55 % bzw. 40 %.

4.2. Im Übrigen hat das Bundesgericht in BGE 148 V 174 vom 9. März 2022 

zu der bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtslage unter 

anderem mit Bezugnahme auf die jüngsten Erkenntnisse aus der 

Wissenschaft und auch auf inzwischen publizierte Beiträge entschieden, 

dass im heutigen Zeitpunkt kein ernsthafter sachlicher Grund für die 

Änderung der Rechtsprechung besteht, wonach Ausgangspunkt für die 

Bemessung des Invalideneinkommens anhand statistischer Werte 

grundsätzlich die Zentral- bzw. Medianwerte der LSE darstellen (vgl. 

dortige E.9.2.3; siehe ferner Urteile des Bundesgerichts 9C_311/2022 vom 

18. April 2023 E.4.2, 8C_628/2021 vom 23. Januar 2023 E.5.1, 

8C_623/2022 vom 12. Januar 2023 E.5.1.1, 8C_667/2021 vom 8. Juni 

2022 E.6.1.2 und 8C_112/2022 vom 31. Mai 2022 E.5.1). Dabei wird in 

der Regel der geschlechtsspezifische Zentralwert (Median) über alle 

Wirtschaftszweig (Zeile Total) hinweg angewendet. Praxisgemäss ist beim 

anhand der LSE vorgenommenen Einkommensvergleich sodann von der 

Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei 

üblicherweise auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, 

abgestellt wird (Urteile des Bundesgerichts 9C_49/2023 vom 30. März 

2023 E.7.3, 8C_128/2022 vom 15. Dezember 2022 E.6.2.1, 8C_236/2022 

vom 4. Oktober 2022 E.9.6.1, 8C_104/2021 vom 27. Juni 2022 E.6.3.2 

und 8C_18/2022 vom 5. Mai 2022 E.3.1). Das Bundesgericht wies in BGE 

148 V 174 darauf hin, dass einerseits der Medianlohn teilweise auch von 

Personen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung erzielt werde und 

andererseits als Korrekturinstrumente für eine einzelfallgerechte 

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Betrachtung die Parallelisierung der beiden Einkommen sowie die 

Möglichkeit eines Abzugs vom Tabellenlohn zur Verfügung stünden (vgl. 

dortige E.9.2.2 f.). Das Bundesgericht hat mit diesem zu der bis zum 

31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtslage im Bereich der 

Invalidenversicherung ergangenen Urteil somit eine 

Rechtsprechungsänderung verworfen.

4.3. Mit den am 1. Januar 2022 in Kraft getretenen Gesetzesänderungen vom 

19. Juni 2020, mit welchen das stufenlose Rentensystem eingeführt 

wurde, wurde dem Bundesrat in Art. 28a Abs. 1 IVG die Kompetenz 

eingeräumt, die bisher weitgehend auf der Rechtsprechung basierenden 

Regeln und Kriterien für die zur Bemessung des Invaliditätsgrades 

massgebenden Erwerbseinkommen (z.B. wann auf tatsächliche Werte 

und wann auf Tabellenlöhne abzustellen ist bzw. welche Tabelle 

anzuwenden ist) sowie die anwendbaren Korrekturfaktoren (z.B. welche 

Kriterien für einen leidensbedingten Abzug zu berücksichtigen sind und in 

welcher Höhe ein entsprechender Abzug erfolgen kann) auf 

Verordnungsstufe zu umschreiben (vgl. Botschaft zur Änderung des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [Weiterentwicklung der 

IV] vom 15. Februar 2017, BBl 2017 2535, S. 2668). Damit wurden dem 

Bundesrat zwar mangels konkreter inhaltlicher Leitsätze im Rahmen der 

Delegation relativ weitgehende Regelungsbefugnisse eingeräumt. Indes 

geht aus der Botschaft zur Weiterentwicklung der IV klar hervor, dass 

damit die in der Rechtsprechung des Bundesgerichts entwickelte Praxis 

zu den Vergleichseinkommen sowie zu den Korrekturfaktoren auf 

Verordnungsstufe geregelt werden soll. Konkret wird in der Botschaft zur 

Weiterentwicklung der IV was folgt ausgeführt: "Dem Bundesrat wird die 

Kompetenz erteilt, in der IVV die vom Bundesgericht entwickelten Regeln 

und Kriterien, die für die Ermittlung des Einkommens mit und ohne 

Invalidität notwendig sind, aufzunehmen (Art. 28a Abs. 1 E-IVG). Damit 

soll der Interpretationsspielraum der IV-Stellen und der kantonalen 

- 14 -

Gerichte bei der Durchführung eingeschränkt werden. Dadurch sollen 

einerseits eine möglichst einheitliche Handhabung für die ganze Schweiz 

(«unité de doctrine») sichergestellt und andererseits gerichtliche 

Auseinandersetzungen zur Invaliditätsbemessung nach Möglichkeit 

vermieden werden, gerade auch, weil mit dem neuen stufenlosen 

Rentenmodell aus jedem einzelnen zusätzlichen IV-Grad eine andere 

Rentenhöhe resultiert (Botschaft zur Weiterentwicklung der IV, BBl 2017 

2535, S. 2725; siehe ferner auch S. 2668)."

4.4. Wie bereits ausgeführt, hat der Bundesrat in der IVV für den Fall eines 

fehlenden konkret anrechenbaren Einkommens mit Invalidität – wie im hier 

zu beurteilenden Fall (vgl. Arbeitszeugnis des Restaurants B._____ vom 

13. Dezember 2020 [IV-act. 171 S. 5]) – daran festgehalten, dieses nach 

statistischen Werten, mithin den altersunabhängigen und 

geschlechtsspezifischen Zentralwerten (= Medianwerte) der 

Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zu bestimmen 

(Art. 26bis Abs. 2 i.V.m. Art. 25 Abs. 3 IVV). Damit scheint sich der 

Verordnungsgeber nicht offensichtlich ausserhalb des Rahmens der 

ohnehin relativ offen formulierten gesetzlichen Delegationsnorm in 

Art. 28a Abs. 1 IVG zu bewegen. Auch geht aus dem vorerwähnten Urteil 

BGE 148 V 174 hervor, dass es das Bundesgericht nicht per se als 

diskriminierend einstufte, wenn das Invalideneinkommen anhand der – auf 

den von zumeist nicht behinderten Personen erzielten (höheren) 

Einkommen basierenden – Medianwerte der LSE ermittelt wird (vgl. 

dortige E.9.2.3 f.). Diese Schlussfolgerung gründete massgeblich darauf, 

dass Korrekturfaktoren für eine einzelfallgerechte Betrachtung zur 

Verfügung stehen, wobei das Bundesgericht neben der Parallelisierung 

auf die überragende Bedeutung des Leidensabzugs für die Festsetzung 

eines möglichst korrekten Invalideneinkommens hinwies. Mithin erachtete 

es die Heranziehung der Zentral- bzw. Medianwerte der LSE als 

Ausgangswert für die Ermittlung des Invalideneinkommens deshalb als 

- 15 -

verfassungskonform, weil sie zur Herstellung der Einzelfallgerechtigkeit 

gegenüber einer standardisierten Betrachtung um gewisse Faktoren, 

insbesondere den leidensbedingten Abzügen, korrigiert werden können 

(siehe zum Ganzen: Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden [VGU] S 22 84 vom 23. November 2022 E.8.2.2.1 f.). Darauf 

wird nachfolgend noch einzugehen sein (vgl. nachstehende 

Erwägung 6.2).

5.1. Ferner stellt die Beschwerdeführerin die Verwertbarkeit ihrer 

Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Abrede. Sie 

könne lediglich vier bis fünf Stunden pro Tag arbeiten, womit sie für den 

Schichtbetrieb unattraktiv sei. Einfache Verpackungsarbeiten würden 

meist an einem Fliessband stehend ausgeübt. Arbeiten, für die keine 

Ausbildung notwendig sei, seien meist körperlich herausfordernd. Selbst 

bei sitzenden Arbeiten sei bereits das regelmässige Bewegen der Arme 

als körperlich anstrengend zu bezeichnen. Die von der 

Beschwerdegegnerin erwähnten Arbeiten dürften lediglich bei 

Arbeitsstätten für Eingliederungs- oder Integrationsmassnahmen oder von 

Personen in Haft ausgeübt werden. Bei einer realistischen Einschätzung 

des Arbeitsmarkts müsse der Schluss gezogen werden, dass sie schlicht 

keine Stelle finden könne. Sie könne auch keine Übersetzungstätigkeit 

ausüben, da dafür mehr notwendig sei als die schlichte Möglichkeit, sich 

in einer Sprache zu verständigen.

5.2. Massgebend für die Frage der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist 

nicht der effektive erste, sondern der hypothetisch ausgeglichene 

Arbeitsmarkt (vgl. Art. 7 Abs. 1 und Art. 16 ATSG). Nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts handelt es sich dabei um einen 

theoretischen abstrakten Begriff, der dazu dient, den Leistungsbereich der 

Invalidenversicherung von demjenigen der Arbeitslosenversicherung 

abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein bestimmtes 

Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach 

- 16 -

Stellen. Anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner 

Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar 

sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen 

Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach 

diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person 

die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten (vgl. 

BGE 148 V 174 E.9.1, 134 V 64 E.4.2.1 und 110 V 273 E.4b; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_300/2022 vom 2. März 2023 E.4.2, 8C_192/2022 vom 

7. Juli 2022 E.6.1.1 f., 8C_52/2022 vom 2. Juni 2022 E.2.3.1, 

8C_416/2020 vom 2. Dezember 2020 E.4, 9C_766/2019 vom 

11. September 2020 E.4.1, 8C_710/2018 vom 30. Januar 2019 E.7.1 und 

8C_458/2018 vom 23. Oktober 2018 E.4.2). Dabei ist nicht von 

realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen, sondern nur von 

Tätigkeiten, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und 

subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 9C_42/2023 vom 11. Mai 2023 E.3.2, 8C_300/2022 

vom 2. März 2023 E.4.2, 8C_369/2021 vom 28. Oktober 2021 E.6.1, 

8C_30/2020 vom 6. Mai 2020 E.5.3 und 9C_485/2014 vom 28. November 

2014 E.2.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und 

Verdienstaussichten sind jedoch keine übermässigen Anforderungen zu 

stellen (BGE 138 V 457 E.3.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_42/2023 

vom 11. Mai 2023 E.3.3, 8C_300/2022 vom 2. März 2023 E.6.2 und 

8C_369/2021 vom 28. Oktober 2021 E.6.1). Die Möglichkeit einer 

versicherten Person, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem 

allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt von den 

konkreten Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend sind 

rechtsprechungsgemäss die Art und Beschaffenheit des 

Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- 

und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch die 

Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, 

Ausbildung, beruflicher Werdegang oder die Anwendbarkeit von 

- 17 -

Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich. Unverwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit ist anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit in nur 

so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem 

Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre 

und das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum Vornherein als 

ausgeschlossen erscheint (BGE 148 V 174 E.9.1; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_42/2023 vom 11. Mai 2023 E.3.2, 9C_403/2022 vom 

15. März 2023 E.5.1, 8C_192/2022 vom 7. Juli 2022 E.6.1.1 f., 

9C_21/2022 vom 15. Juni 2022 E.2.3.1, 8C_52/2022 vom 2. Juni 2022 

E.2.3.1 f., 8C_55/2022 vom 19. Mai 2022 E.4.3 und 6.1.2, 9C_366/2021 

vom 3. Januar 2022 E.4.2 und 9C_520/2021 vom 22. Dezember 2021 

E.4.3.1).

5.3. Gemäss dem RAD-Abklärungsbericht vom 6. Dezember 2022 und der 

Abschlussbeurteilung vom 20. Dezember 2022 ist die Beschwerdeführerin 

in der angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig, während ihr eine 

leidensangepasste Tätigkeit ab dem 1. Juni 2022 zu 50 % und ab dem 

1. Dezember 2022 zu 60 % zumutbar sei (vgl. IV-act. 159 S. 10 f. und IV-

act. 182 S. 15 ff.). Dr. med. E._____ definierte dabei für solche adaptierten 

Tätigkeiten ein Fähigkeitsprofil. Danach sind leichte, mehrheitlich sitzende 

bis wechselbelastende Tätigkeiten der Beschwerdeführerin zumutbar (vgl. 

IV-act. 159 S. 11 und IV-act. 182 S. 16). Insofern wird im RAD-

Abklärungsbericht vom 6. Dezember 2022 und der Abschlussbeurteilung 

vom 20. Dezember 2022 hinsichtlich der verbliebenen Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin ein Anforderungsprofil definiert, das die bei ihr 

vorliegenden Funktionseinschränkungen mit den degenerativen 

Verschleissleiden des Wirbelsäulenachsenorgans und der Kniegelenke 

aufgreift (vgl. IV-act. 159 S. 10). Dr. med. E._____ mass diesen im Sinne 

einer eingeschränkten Gehstrecke und Beugefähigkeit des rechten Knies 

mit Vermeidung kniender Tätigkeiten und solchen mit oftmaliger 

- 18 -

Treppennutzung sowie einer deutlichen, behandlungsbedürftigen 

Adipositas funktionelle Auswirkungen zu (vgl. IV-act. 182 S. 16). Das 

ausgewiesene Belastungsprofil, wonach zusammengefasst leichte bis 

wechselbelastende und überwiegend in sitzender Position auszuübende 

Tätigkeiten ausführbar sind, erscheint dabei nicht derart eingeschränkt, 

dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt eine entsprechende Stelle praktisch 

nicht kennt und das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum 

vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. BGE 148 V 174 E.9.1; 

Urteile des Bundesgerichts 9C_42/2023 vom 11. Mai 2023 E.3.2, 

9C_403/2022 vom 15. März 2023 E.5.1, 8C_300/2022 vom 2. März 2023 

E.4.2, 8C_52/2022 vom 2. Juni 2022 E.2.3.1, 8C_170/2021 vom 

23. September 2021 E.5.1.1, 9C_644/2019 vom 20. Januar 2020 E.4.2, 

8C_143/2019 vom 21. August 2019 E.5.2, 8C_458/2018 vom 23. Oktober 

2018 E.4.1 ff. und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E.2.2.1). Insbesondere 

ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht ersichtlich, 

weshalb nur ihr nicht zumutbare Tätigkeiten am Fliessband oder im 

Schichtbetrieb, welche körperlich herausfordernd und stehend ausgeübt 

werden müssten, in Frage kommen sollen. Vielmehr umfasst mit Blick auf 

den massgebenden, ausgeglichenen Arbeitsmarkt das vorliegend 

anwendbare Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder 

handwerklicher Art) auch der Beschwerdeführerin zumutbare Tätigkeiten, 

die körperlich leicht sind und in überwiegend sitzender Arbeitsposition 

ausgeführt werden können (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 

8C_128/2022 vom 15. Dezember 2022 E.4 und E.6.2.3, 8C_339/2022 

vom 9. November 2022 E.4.1 und E.6.4.2, 9C_502/2021 vom 4. August 

2022 E.3.2.3, 8C_143/2021 vom 7. Juni 2021 E.4.3.2, 8C_139/2020 vom 

30. Juli 2020 E.6.3.3, 8C_495/2019 vom 11. Dezember 2019 E.4.2.1 f. 

und 8C_528/2019 vom 12. November 2019 E.4.1 und E.4.2.2). Zu denken 

wäre beispielsweise an leichte Überwachungs-, Kontroll- oder 

Prüffunktionen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_202/2021 vom 

17. Dezember 2021 E.5.3, 8C_535/2021 vom 25. November 2021 E.5.4.3 

- 19 -

und 9C_574/2019 vom 16. Oktober 2019 E.2.3). Denn auf dem 

theoretischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt werden praxisgemäss auch 

reine – ohne körperliche Anstrengung zu verrichtende – 

Überwachungstätigkeiten automatisierter Maschinen und 

Produktionsabläufe nachgefragt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_39/2022 vom 24. März 2022 E.4.2, 9C_520/2021 vom 22. Dezember 

2021 E.4.3.2 und 8C_442/2019 vom 20. Juli 2019 E.4.2). Insofern ist auch 

nicht weiter von Belang, dass – wie die Beschwerdeführerin vorbringt – 

bereits Arbeiten mit regelmässiger Bewegung der Arme körperlich 

anstrengend sein sollen. Zudem umfasst der massgebende 

ausgeglichene Arbeitsmarkt auch Stellen‑ und Arbeitsangebote, bei denen 

mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers 

(Nischenarbeitsplätze) gerechnet werden kann (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 9C_21/2022 vom 15. Juni 2022 E.2.3.1, 8C_52/2022 vom 

2. Juni 2022 E.2.3.1, 9C_693/2019 vom 18. Dezember 2019 E.4.1.3 und 

8C_117/2018 vom 31. August 2018 E.2.2.2). 

Als unbehelflich erweist sich ferner der Hinweis der Beschwerdeführerin 

auf die konkrete Arbeitsmarktlage, ist der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

doch ein theoretischer und abstrakter Begriff, weshalb nicht darauf 

abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den konkreten 

Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann (vgl. BGE 148 V 174 

E.9.1 und 134 V 64 E.4.2.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_300/2022 vom 

2. März 2023 E.4.2, 8C_239/2022 vom 1. Juni 2022 E.4.2, 8C_77/2019 

vom 8. März 2019 E.3.2.3, 8C_36/2018 vom 6. Juni 2018 E.5.2 und 

9C_302/2017 vom 6. Juli 2017 E.3.3). Praxisgemäss werden für 

Hilfsarbeiten weder eine Berufsausbildung noch Erfahrungen oder 

sonstige Vorkenntnisse vorausgesetzt werden (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_734/2022 vom 23. Februar 2023 E.5.2, 8C_250/2022 

vom 8. November 2022 E.5.3.1, 8C_799/2021 vom 3. März 2022 E.4.3.3, 

8C_170/2021 vom 23. September 2021 E.5.1.2.1 und 8C_55/2021 vom 

- 20 -

9. Juni 2021 E.5.2.1), weshalb auch die fehlende Ausbildung der 

Beschwerdeführerin nicht von ausschlaggebender Bedeutung ist. Da dem 

Kompetenzniveau 1 zugeordnete einfache Tätigkeiten nach der 

Rechtsprechung zudem keine (guten) Kenntnisse der deutschen Sprache 

erfordern (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_630/2022 vom 3. Mai 2023 

E.6.3, 8C_703/2021 vom 28. Juni 2022 E.5.3, 8C_549/2019 vom 

26. November 2019 E.7.3 und 9C_898/2017 vom 25. Oktober 2018 E.3.4), 

fallen die Deutschkenntnisse der Beschwerdeführerin ebenfalls nicht 

besonders ins Gewicht. 

Dass der für die Beschwerdeführerin nötige Betreuungsaufwand bei einer 

Arbeitsstelle im ersten Arbeitsmarkt derart gross wäre, dass das 

entsprechende Entgegenkommen realistischerweise von einem 

durchschnittlichen Arbeitgeber auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht mehr 

erwartet werden kann (vgl. ähnlich den Urteilen des Bundesgerichts 

9C_464/2021 vom 16. September 2022 E.4.3.2, 9C_321/2018 vom 

16. Oktober 2018 E.5 und 9C_277/2016 vom 15. März 2017 E.4.3), ist 

auch mit Blick auf die gesundheitlichen Einschränkungen, einschliesslich 

der behandlungsbedürftigen Adipositas, nicht ersichtlich. Hinzu kommt, 

dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer bisherigen beruflichen 

Laufbahn mit verschiedenen Tätigkeiten im Service, in der Gastronomie 

und Hotellerie sowie als Näherin bzw. Schneiderin (vgl. undatierter 

Lebenslauf [IV-act. 171 S. 6], RAD-Abklärungsbericht vom 6. Dezember 

2022 [IV-act. 159 S. 4], Verlaufsprotokoll Berufsberatung, Eintrag vom 

13. April 2022 [IV-act. 128 S. 1] und Formular E207 zum 

Beschäftigungsverlauf in einem EU/EFTA-Staat vom 23. Juli 2019 [IV-

act. 60]) über Fertigkeiten verfügt, die sie durchaus in einer geeigneten 

Verweistätigkeit nutzbar machen könnte. Dabei ist auch auf ihre 

Persönlichkeitsstruktur als verantwortungsbewusste, sehr positiv 

eingestellte, gewissenhafte und leistungswillige Person hinzuweisen (vgl. 

undatierter Lebenslauf [IV-act. 171 S. 6], Arbeitszeugnis des Restaurants 

- 21 -

B._____ vom 13. Dezember 2020 [IV-act. 171 S. 5], RAD-Bericht vom 

17. April 2018 [IV-act. 54 S. 9]). Aufgrund der bisher ausgeübten, mitunter 

praktischen Tätigkeiten dürfte sich zudem der Umstellungs‑ und 

Einarbeitungsaufwand in eine Verweisungstätigkeit in Grenzen halten. Es 

fehlen somit jegliche Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin 

aufgrund personenbezogener und beruflicher Merkmale ihre verbliebene 

Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht 

verwerten könnte. Vielmehr stehen ihr – wie aufgezeigt – auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend Einsatzmöglichkeiten in einer 

leidensadaptierten Tätigkeit offen. Diese sind entgegen der Auffassung 

der Beschwerdeführerin nicht auf Hilfsarbeitertätigkeiten in der 

Lebensmittelzubereitung eingeschränkt. Ebenso wenig kann ihr insoweit 

gefolgt werden, als sie geltend macht, für sie kämen nur Tätigkeiten auf 

dem zweiten Arbeitsmarkt, mithin solche in Arbeitsstätten für 

Eingliederungs- oder Integrationsmassnahmen, oder solche, welche von 

Personen in Haft ausgeübt werden, in Betracht.

5.4. Im Übrigen zielt auch das Vorbringen der Beschwerdeführerin, die 

Beschwerdegegnerin habe es versäumt abzuklären, ob eine adaptierte 

Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausgeübt werden könne, 

ins Leere. Vielmehr hat sich die Beschwerdegegnerin damit in den 

angefochtenen Verfügungen vom 15. Juni 2023 auseinandergesetzt und 

– auch unter Nennung möglicher Einsatzgebiete – dargelegt, weshalb sie 

die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt ohne ergänzende Abklärungen für verwertbar erachtete (vgl. 

IV-act. 176 S. 16). Angesichts der hiervor ausgeführten Erwägungen ist 

dabei kein Verstoss gegen den Untersuchungsgrundsatz auszumachen. 

Soweit zudem sinngemäss eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

geltend gemacht werden sollte, verfinge dies angesichts der in der 

Verfügungsbegründung kurz genannten Überlegungen, von denen sich 

die Beschwerdegegnerin hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid 

- 22 -

abstützte (vgl. BGE 146 II 335 E. 5.1, 143 III 65 E. 5.2, 142 II 49 E.9.2 und 

142 III 433 E.4.3.2 m.w.H.), nicht.

6.1. Allerdings ist zu beachten, dass nach der bisherigen bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung persönliche und berufliche Merkmale der versicherten 

Person wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dauer der 

Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad je nach Ausprägung Auswirkungen auf die Lohnhöhe 

haben können, weshalb ein auf höchstens 25 % begrenzter Leidensabzug 

von dem nach den LSE-Tabellenlöhnen zu ermittelnden 

Invalideneinkommen vorgenommen werden kann, soweit anzunehmen ist, 

dass die trotz des Gesundheitsschadens verbleibende Leistungsfähigkeit 

infolge eines oder mehrerer dieser Merkmale auf dem allgemeinen, 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. dazu BGE 148 V 174 E.9.1 und 134 V 

64 E.4.2.1) nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwertet werden 

kann (BGE 148 V 174 E.6.3, 146 V 16 E.4.1, 135 V 297 E.5.2, 134 V 322 

E.5.2 und 126 V 75 E.5b/aa-cc; Urteile des Bundesgerichts 8C_304/2022 

vom 30. Mai 2023 E.3.4, 9C_360/2022 vom 4. November 2022 E.4.1, 

8C_115/2021 vom 10. August 2021 E.3.2.1 und 9C_283/2020 vom 

17. August 2020 E.7.1.1). Bei der Bestimmung der Höhe des Abzugs ist 

der Einfluss aller in Betracht fallender Merkmale auf das 

Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und insgesamt, wie 

erwähnt, auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (BGE 148 

V 174 E.6.3, 146 V 16 E.4.1, 135 V 297 E.5.2, 134 V 322 E.5.2 und 126 V 

75 E.5b/bb-cc; Urteile des Bundesgerichts 8C_304/2022 vom 30. Mai 

2023 E.3.4, 9C_360/2022 vom 4. November 2022 E.4.1, 8C_276/2021 

vom 2. November 2021 E.5.1, 9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1 

und  9C_787/2018 und 9C_795/2018 vom 19. Juli 2019 E.6.2). Die 

Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem 

Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen 

- 23 -

einer körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit 

eingeschränkt ist (BGE 148 V 174 E.6.3, 146 V 16 E.4.1 und 126 V 75 

E.5a/bb; Urteile des Bundesgerichts 9C_42/2023 vom 11. Mai 2023 E.5.2, 

9C_311/2022 vom 18. April 2023 E.4.2, 8C_250/2022 vom 8. November 

2022 E.4.3, 8C_115/2021 vom 10. August 2021 E.3.2.1 und 9C_283/2020 

vom 17. August 2020 E.7.1.1). 

6.2. Mit Urteil S 22 84 vom 23. November 2022 entschied das streitberufene 

Gericht, dass das Urteil des Bundesgerichts BGE 148 V 174 nach einer 

gesamthaften Betrachtungsweise trachtet, in welcher sich die 

Rechtmässigkeit der Ermittlung des Invalideneinkommens aus dem 

Zusammenspiel zwischen Ausgangswert und Korrekturfaktoren ergibt, die 

in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen müssen, was mit 

Blick auf die revidierte Rechtslage zu berücksichtigen ist. Zum 

Teilzeitabzug gemäss Art. 26bis Abs. 3 IVV hielt es fest, dass dessen 

ausschliessliche Zulassung zu einem dem Urteil des Bundesgerichts in 

BGE 148 V 174 widersprechenden Ungleichgewicht führt, da bei der 

Ermittlung des Invalideneinkommens gestützt auf statistische Werte der 

anerkanntermassen zumeist auf den höheren Löhnen von gesunden 

Personen basierende Medianwert der LSE nicht (mehr) durch 

breitgefächerte Abzugsmöglichkeiten korrigiert werden könnte, womit 

dessen Verfassungsmässigkeit mangels Möglichkeit der Herstellung von 

Einzelfallgerechtigkeit in Frage gestellt ist. Mithin kann das Fehlen einer 

ausdrücklichen Nennung von anderen leidensbedingten 

Tabellenlohnabzügen als die Reduktion um 10 % für Teilzeitarbeit in 

Art. 26bis IVV nicht als qualifiziertes Schweigen eingestuft werden. 

Vielmehr sind in der Übergangszeit bis zur Implementierung eines 

angepassten Modells (vgl. die in die Wege geleitete Revision der IVV, 

abrufbar unter 

https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.ms

g-id-94138.html, zuletzt besucht am 3. Oktober 2023; siehe ferner die am 

- 24 -

6. April 2022 im Nationalrat eingereichte Motion 22.3377: 

Invaliditätskonforme Tabellenlöhne bei der Berechnung des 

Invaliditätsgrads, eingereicht von der Kommission für Soziale Sicherheit 

und Gesundheit des Nationalrats, Beschluss des Ständerats vom 

26. September 2022 und des Nationalrates vom 14. Dezember 2022, 

abrufbar unter https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-

vista/geschaeft?AffairId=20223377, zuletzt besucht am 3. Oktober 2023), 

beim auf Grundlage statistischer (Median-)Werte ermittelten Einkommen 

mit Invalidität neben dem Abzug von 10 % für Teilzeitarbeit von 50 % oder 

weniger auch die in der bisherigen Rechtsprechung entwickelten 

leidensbedingten Abzüge bis maximal 25 % zuzulassen (siehe VGU S 22 

84 vom 23. November 2022 E.8.2.2.2 ff., insbesondere E.9.1.2, E.9.2 und 

E.9.2.3).

6.3. Vorliegend ist hinsichtlich eines Teilzeitabzuges gemäss Art. 26bis Abs. 3 

IVV darauf hinzuweisen, dass ein solcher in den angefochtenen 

Verfügungen vom 15. Juni 2023 bei der gemäss dem RAD-

Abklärungsbericht vom 6. Dezember 2022 und der Abschlussbeurteilung 

vom 20. Dezember 2022 angenommenen Arbeitsfähigkeit in einer 

leidensangepassten Tätigkeit ab dem 1. Juni 2022 von 50 % im Umfang 

von 10 % berücksichtigt worden ist (vgl. IV-act. 176 S. 12). Mit Blick auf 

die ab 1. Dezember 2022 angenommene Arbeitsfähigkeit von 60 % 

erweist es sich indes rechtsprechungsgemäss als zulässig, keinen 

Teilzeitabzug zu gewähren. Denn gemäss der LSE-Tabelle T18 für das 

Jahr 2020, welche am 28. März 2022 publiziert worden ist, verdienen 

Frauen ohne Kaderfunktion mit einem Beschäftigungsgrad von 50 bis 

74 % monatlich einen Bruttolohn von CHF 6'065.-- und damit mehr als 

solche mit einem Beschäftigungsgrad von 90 % und mehr, welche einen 

Monatslohn von brutto CHF 5'617.-- aufweisen (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 9C_238/2018 vom 30. April 2018 E.5.2 und 9C_72/2017 

vom 19. Juli 2017 E.4.3).   

- 25 -

6.4. Auch unter dem Aspekt des Merkmals "Alter" liegen vorliegend keine 

Anhaltspunkte für dessen Mitberücksichtigung im Rahmen eines Abzugs 

vom – auf Basis der Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Medianwert für 

Frauen ermittelten – Tabellenlohn vor, da die über 50-jährige 

Beschwerdeführerin namentlich gemäss Tabelle TA9 der LSE 2020 für 

Stellen ohne Kaderfunktion nicht mit einer massgeblichen 

Erwerbseinbusse infolge ihres fortgeschrittenen Alters rechnen muss. 

Dabei wirkt sich das Alter jedenfalls im Bereich von 50 bis 64/65 Jahren 

sogar eher lohnerhöhend aus und der Medianlohn für ihre Altersgruppe 

liegt auch im Vergleich zum Median über alle Altersgruppen nicht tiefer 

(vgl. BGE 146 V 16 E.7.2.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_194/2022 vom 

5. Dezember 2022 E.7.4.2, 8C_250/2022 vom 8. November 2022 E.5.3.1 

und 9C_857/2017 vom 24. August 2018 E.4.3.1). Schliesslich liegt der für 

die Invaliditätsbemessung herangezogene Medianlohn der Tabelle TA1 im 

Kompetenzniveau 1 für Frauen über alle Wirtschaftszweige hinweg mit 

CHF 4'276.‑‑ sowohl unter dem Median als auch unter dem ersten 

Quartilswert (CHF 5'689.‑‑ bzw. CHF 4'666.‑‑) der Tabelle TA9 für Frauen 

ohne Kaderfunktion im Alter von 50 bis 64/65 Jahre. Hinzu kommt, dass 

die Beschwerdeführerin von ihren bisher gewonnenen Berufserfahrungen 

und Kenntnissen, insbesondere als langjährige Mitarbeiterin im Service 

bzw. in der Gastronomie und Hotellerie sowie als Schneiderin, auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt profitieren kann (vgl. undatierter Lebenslauf 

[IV-act. 171 S. 6], RAD-Abklärungsbericht vom 6. Dezember 2022 [IV-

act. 159 S. 4], Verlaufsprotokoll Berufsberatung, Eintrag vom 13. April 

2022 [IV-act. 128 S. 1] und Formular E207 zum Beschäftigungsverlauf in 

einem EU/EFTA-Staat vom 23. Juli 2019 [IV-act. 60]). Zudem hat die 

Beschwerdeführerin bisher praktische und handwerkliche Tätigkeiten 

ausgeübt. Dies ist mit Blick auf die kürzere Aktivitätsdauer in einer 

Verweisungstätigkeit positiv zu werten, genauso wie ihre 

Persönlichkeitsstruktur als sehr positiv eingestellte, zuverlässige, fleissige 

und leistungswillige Person (vgl. undatierter Lebenslauf [IV-act. 171 S. 6], 

- 26 -

Arbeitszeugnis des Restaurants B._____ vom 13. Dezember 2020 [IV-

act. 171 S. 5], RAD-Bericht vom 17. April 2018 [IV-act. 54 S. 9]). Es fehlen 

somit konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt aufgrund ihres Alters verglichen mit anderen 

Beschäftigten derselben Alterskategorie mit einem geringeren Lohn 

rechnen müsste.

6.5. Nicht abzugsrelevant sind sodann die von der Beschwerdeführerin 

angeführten Deutschkenntnisse sowie die fehlende Ausbildung, da diesen 

Aspekten – wie aufgezeigt – bereits mit der Wahl des 

Kompetenzniveaus 1 Rechnung getragen wurde (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_715/2022 vom 8. März 2023 E.10.4.2.2, 8C_419/2021 

vom 16. Dezember 2021 E.13.2.2, 8C_627/2021 vom 25. November 2021 

E.7.2 und 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E.7.7). Hinzu kommt, 

dass für Hilfsarbeiten praxisgemäss weder eine Berufsausbildung noch 

Erfahrungen oder sonstige Vorkenntnisse vorausgesetzt werden (siehe 

Urteil des Bundesgerichts 8C_55/2021 vom 9. Juni 2021 E.5.2.1). Insoweit 

kommt im Kompetenzniveau 1 auch dem Umstand, dass die 

Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeiten 

kann und somit keine Dienstjahre im Rahmen der adaptierten Tätigkeit 

aufweist, keine relevante Bedeutung zu (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_498/2021 vom 18. Januar 2022 E.3.2.4, 9C_439/2018 vom 31. Januar 

2019 E.4.3.2 und 9C_200/2017 vom 14. November 2017 E.4.6). Vielmehr 

ist eine lange Dienstdauer beim gleichen Arbeitgeber auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung grundsätzlich positiv zu werten, indem die durch die 

langjährige Betriebstreue ausgewiesene Zuverlässigkeit und Tüchtigkeit 

sich bei einem anderen Arbeitgeber im Anfangslohn niederschlägt (siehe 

Urteile des Bundesgerichts 9C_407/2019 vom 28. August 2019 E.4.4.3 

und 8C_552/2017 vom 18. Januar 2018 E.5.4.1 m.w.H.).

- 27 -

6.6. Hinsichtlich des Merkmals "Nationalität oder Aufenthaltskategorie" weist 

die LSE 2020-Tabelle TA12 für Frauen mit ausländischer Nationalität und 

Aufenthaltsbewilligung B – wie die Beschwerdeführerin (vgl. Kopie der 

Aufenthaltsbewilligung mit Eingangs-Stempel bei der 

Beschwerdegegnerin vom 13. Juli 2017 [IV-act. 10], Case Report vom 

23. Oktober 2019 [IV-act. 54 S. 2] und undatierter Lebenslauf [IV-act. 171 

S. 6]) – ohne Kaderfunktion im Vergleich zur entsprechenden Zeile "Total" 

bei den Frauen einen um 12.43 % (1 - [CHF 4'712.‑‑ : CHF 5'381.‑‑] x 100) 

geringeren Medianwert aus. Eine ähnliche Differenz bewog die damalige 

I. sozialrechtliche Abteilung (ab dem 1. Januar 2023 vierte öffentlich-

rechtliche Abteilung) des Bundesgerichts im Urteil 8C_332/2022 vom 

19. Oktober 2022 zur Feststellung, dass der dortige, sich bei Männern 

ohne Kaderfunktion mit einer Niederlassungsbewilligung der Kategorie C 

ergebende (angebliche) Einkommensunterschied von rund 5 % im 

Vergleich zum Gesamtdurchschnitt (wohl Medianwert der Zeile "Total" der 

Männer ohne Kaderfunktion gemeint) in die Gesamtbetrachtung zur 

Bemessung des Leidensabzugs einfliessen müsse (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_332/2022 vom 19. Oktober 2022 E.5.2.2.2 m.H.a. auf 

9C_418/2017 vom 30. Oktober 2017 E.4.5.2 und 9C_449/2015 vom 

21. Oktober 2015 E.4.2.4, wo die Massgeblichkeit einer solchen allfälligen 

Differenz jeweils offen gelassen wurde). Neben dem Umstand, dass die 

im Bundesgerichtsurteil angegebene Differenz von "rund 5 %" sich nicht 

aus der LSE 2018-Tabelle TA12, sondern wohl eher aus der LSE 2018-

Tabelle T12_b ergibt (1 - [CHF 5'824.‑‑ : CHF 6'138.‑‑] = 5.1 % gemäss 

Tabelle T12_b [LSE 2018] vs. 1 - [CHF 5'764.‑‑ : CHF 5'941.‑‑] = 2.98 % 

gemäss Tabelle TA12 [LSE 2018]), steht diese Feststellung auch 

diskrepant zur (neueren) Rechtsprechung vornehmlich der bisherigen 

II. sozialrechtlichen Abteilung (ab dem 1. Januar 2023 dritte öffentlich-

rechtlichen Abteilung), welche für die Abzugsrelevanz dieses Merkmals 

jeweils den Wert anhand der Tabellen TA12 oder T12_b betreffend die 

Nationalität und den Aufenthaltsstatus noch mit der Höhe des für die 

- 28 -

Invaliditätsbemessung verwendeten Tabellenwerts (im Normalfall die 

Tabelle TA1) vergleicht (siehe Urteile des Bundesgerichts 9C_287/2021 

vom 9. Dezember 2022 E.4.2, 9C_14/2022 vom 21. Juli 2022 E.5.5, 

9C_611/2018 vom 28. März 2019 E.5.2.1 und 9C_401/2018 vom 

6. November 2018 E.5.2.3; siehe auch Urteile des Bundesgerichts 

8C_301/2021 vom 23. Juni 2021 E.6.3 und 8C_132/2020 vom 18. Juni 

2020 E.5.2; VGU S 22 66 vom 13. September 2022 E.5.5). Vorliegend 

beträgt der Medianwert für Frauen ohne Kaderfunktion mit 

Aufenthaltsbewilligung B gemäss der LSE 2020-Tabelle TA12 mit 

CHF 4'712.‑‑ ebenfalls mehr als der für die Invaliditätsbemessung 

herangezogene Medianwert über alle Wirtschaftszweige (Zeile "Total") der 

Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Frauen, welcher sich auf nur 

CHF 4'276.‑‑ beläuft. Damit ist auch dieses Merkmal nicht als (potenziell) 

abzugsrelevant zu betrachten.

6.7.1. Mit Blick auf die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden 

gesundheitlichen Funktionseinschränkungen infolge der festgestellten 

degenerativen Verschleissleiden der Kniegelenke und des 

Wirbelsäulenachsenorgans geht aus dem RAD-Abklärungsbericht vom 

6. Dezember 2022 und der Abschlussbeurteilung vom 20. Dezember 2022 

hervor, dass eine leidensangepasste Tätigkeit ab dem 1. Juni 2022 zu 

50 % und ab dem 1. Dezember 2022 zu 60 % zumutbar sei (vgl. IV-

act. 159 S. 10 f. und IV-act. 182 S. 15 ff.). Das qualitative 

Anforderungsprofil für solche adaptierten Tätigkeiten definierte Dr. med. 

E._____ im Sinne leichter, mehrheitlich sitzender bis wechselbelastender 

Tätigkeiten (vgl. IV-act. 159 S. 11 und IV-act. 182 S. 16). Dabei befand er 

insbesondere die Einschränkung der aktiven und passiven 

Kniegelenksbeweglichkeit rechts in der Beugung bei Vorhandensein einer 

Knie-TEP für auffällig (vgl. IV-act. 159 S. 10) und mass der 

eingeschränkten Gehstrecke und Beugefähigkeit des rechten Knies mit 

Vermeidung kniender Tätigkeiten und solchen mit oftmaliger 

- 29 -

Treppennutzung sowie der deutlichen, behandlungsbedürftigen 

Adipositas funktionelle Auswirkungen zu (vgl. IV-act. 182 S. 16). Damit 

trug er entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin auch der 

Adipositas Rechnung. Insgesamt stellte Dr. med. E._____ eine 

Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit fest 

mit belastungsabhängigen Beschwerden und 

Bewegungseinschränkungen am rechten Kniegelenk (vgl. IV-act. 159 

S. 9). Dem Untersuchungsbefund der am 6. Dezember 2022 

durchgeführten RAD-Abklärung ist dazu ferner zu entnehmen, dass die 

Beschwerdeführerin beidseitig geführte Gehstützen verwendete und dabei 

ein kleinschrittiges Gangbild demonstrierte. Zudem habe beim Gehen 

ohne Gehstützen ein rechtsseitig entlastungshinkendes, kleinschrittiges 

Gangbild imponiert (vgl. IV-act. 159 S. 6). In anamnestischer Hinsicht geht 

aus dem Abklärungsbericht vom 6. Dezember 2022 diesbezüglich ferner 

hervor, dass sich die Beschwerdeführerin ohne Gehstöcke sehr unsicher 

fühle, schon öfter in den Kniegelenken eingeknickt und gestürzt sei, wobei 

sie sich Ende April 2022 dabei einen Steissbeinbruch zugezogen habe. 

Zudem leide sie durch die Nutzung der Gehstöcke auch zunehmend an 

Schmerzen in den Hand- und Schultergelenken (vgl. IV-act. 159 S. 4). 

Diesbezüglich ist denn auch aktenkundig, dass auch nach dem am 

21. Juni 2021 durchgeführten Knie-Totalendoprothesen-Wechsel lokale 

Schmerzmanifestationen persistierten und mehrmals wöchentlich 

auftretende Episoden mit plötzlichem Absacken beider Beine erschwerend 

hinzukamen, deren Genese im neurologischen Fachgebiet vermutet 

wurde (vgl. Sprechstundenberichte von PD Dr. Dr. F._____ und Dr. med. 

G._____ vom 23. Juni 2022 [IV-act. 147 S. 4 f.], vom 27. Dezember 2021 

[IV-act. 123 S. 9 f.] und vom 2. September 2021 [IV-act. 123 S. 5 f.], 

Bericht von Dr. med. G._____ vom 14. Oktober 2022 [IV-act. 147 S. 1 f.] 

sowie Verlaufsbericht von Dr. med. H._____ vom 18. April 2022 [IV-

act. 126]). Ausserdem geht aus dem Verlaufsprotokoll zur Berufsberatung 

vom Mai 2022 hervor, dass die Beschwerdeführerin im Gehen, Sitzen und 

- 30 -

Liegen stark eingeschränkt sei (vgl. IV-act. 128 S. 2). Letztlich wurde 

sodann am 19. Juli 2023 bei gleichgebliebenen Diagnosen erneut ein 

operativer Eingriff zur Entfernung der Schrauben in der Tuberositas tibiae 

rechts durchgeführt (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 2). Dazu 

bringt die Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 16. August 2023 

vor, dass sie weiterhin an Krücken gehe, weder längere Zeit gehen noch 

sitzen könne und sich immer wieder hinlegen müsse (vgl. dortige Rz. 15).

6.7.2. Auch wenn allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 

Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht 

zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und 

so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen 

dürfen (BGE 148 V 174 E.6.3 und 146 V 16 E.4.1; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_304/2022 vom 30. Mai 2023 E.3.4, 9C_395/2022 vom 

4. November 2022 E.4.5.2 und 9C_14/2022 vom 21. Juli 2022 E.5.2), ist 

unter den vorliegenden Umständen für die als beeinträchtigend 

beschriebenen und als qualitative Anforderung an eine adaptierte Tätigkeit 

formulierten Einschränkungen anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin 

im Vergleich zum Medianwert des Kompetenzniveaus 1, welcher einfache 

Tätigkeiten körperlicher und handwerklicher Art umfasst, nur unter 

Inkaufnahme einer Lohneinbusse eine reelle Chance auf eine Anstellung 

hat. Denn zum vorerwähnten Belastungsprofil zusammen mit den 

bestehenden Einschränkungen der Beschwerdeführerin treten spezifische 

Anforderungen hinzu, von denen davon auszugehen ist, dass sie im Sinne 

einer gesundheitsbedingten Rücksichtnahme auf die notwendigen, 

schmerzinduzierten Wechsel der Körperhaltung, der eingeschränkten 

Gehfähigkeit infolge der Gehhilfen und der damit einhergehenden 

Ausgestaltung der Arbeitsverrichtungen aus betriebswirtschaftlicher Sicht 

lohnmässig relevant sind. Daher rechtfertigt sich die Vornahme eines 

Abzugs vom Tabellenlohn, welcher angesichts der nicht bereits in die 

zeitliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einbezogenen zusätzlichen 

- 31 -

Anforderungen an die adaptierte Tätigkeit und unter Berücksichtigung der 

neusten bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu diesem Merkmal mit 

10 % zu veranschlagen ist. Denn es ist von einer Konstellation 

auszugehen, bei der die Beschwerdeführerin auch in körperlich leichten, 

wechselbelastenden (Hilfs‑)Arbeiten in ihrer Leistungsfähigkeit 

eingeschränkt ist bzw. ihre Einschränkungen eine verstärkte 

Rücksichtnahme des Arbeitsgebers erfordern, was sich lohnvermindernd 

auf die Entlöhnung auswirkt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_53/2023 

vom 31. August 2023 E.2.5.2.2, 9C_312/2022 vom 5. Januar 2023 

E.5.5.1, 9C_305/2022 vom 24. November 2022 E.3.2.2.2.1 f., 

9C_395/2022 vom 4. November 2022 E.4.5.2, 8C_332/2022 vom 

19. Oktober 2022 E.5.3, 8C_74/2022 vom 22. September 2022 E.4.4.2, 

9C_14/2022 vom 21. Juli 2022 E.5.2 und 8C_323/2021 vom 14. April 2022 

E.7.2.3).

6.8. Demnach ist für den Zeitraum ab dem 1. Juni 2022 bei der in 

leidensangepasster Tätigkeit angenommenen Arbeitsfähigkeit von 50 % 

ein Leidensabzug von insgesamt 20 % und für die Zeit ab 1. Dezember 

2022 bei einer attestierten Leistungsfähigkeit von 60 % ein solcher von 

10 % zu gewähren. In Gegenüberstellung des gemäss den geschlechts- 

und wirtschaftszweigspezifischen Index-Werten aufindexierten 

Einkommens ohne Invalidität von CHF 53'887.60 (vgl. dazu vorstehende 

Erwägung 4.1) und einem ebenfalls auf das Jahr 2022 anhand der 

geschlechtsspezifischen Nominallohnentwicklung aufgerechneten, 

gestützt auf die LSE 2020, Tabelle TA1, bei einer Arbeitsfähigkeit von 

50 % ab dem 1. Juni 2022 mit einem Leidensabzug von 20 % 

bemessenen Einkommen mit Invalidität von CHF 21'697.70 (LSE 2020 

[veröffentlicht am 23. August 2022 {vgl. BGE 143 V 295 E.4.1.1 und Urteil 

des Bundesgerichts 9C_15/2018 vom 2. Juli 2018 E.4.3}], Tabelle TA1, 

Kompetenzniveau 1, Frauen, Zeile "Total", umgerechnet auf die 

durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, 

- 32 -

Arbeitsfähigkeit von 50 %, Leidensabzug von 20 %, aufindexiert bis ins 

Jahr 2022 gemäss der Tabelle T1.2.10 = CHF 4'276.-- x 12 : 40 x 41.7 x 

1.006 x 1.008 x 0.5 x 0.8) resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 60 %. 

Dies verleiht vom 1. September 2022 bis zum 28. Februar 2023 einen 

Anspruch auf eine Invalidenrente gleicher Höhe. Bei der gemäss dem 

RAD-Abschlussbericht vom 6. Dezember 2022 bzw. der 

Abschlussbeurteilung vom 20. Dezember 2022 angenommenen 

Arbeitsfähigkeit von 60 % ab dem 1. Dezember 2022 und einem 

Leidensabzug von 10 % beläuft sich das Einkommen mit Invalidität auf 

CHF 29'291.90 (CHF 4'276.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.006 x 1.008 x 0.6 x 0.9), 

was einen Invaliditätsgrad von gerundet 46 % ergibt. Damit steht der 

Beschwerdeführerin ab dem 1. März 2023 eine Rente von 40 % einer 

ganzen Invalidenrente zu.

7. Zu prüfen bleibt die Frage der (Un-)Zumutbarkeit der Selbsteingliederung 

der Beschwerdeführerin.

7.1.1. Rechtsprechungsgemäss ist eine verbesserte oder neu festgestellte 

Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung zu 

verwerten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_306/2021 vom 

10. November 2022 E.4.3, 8C_648/2019 vom 4. Juni 2020 E.4.1 und 

9C_473/2019 vom 25. Februar 2020 E.5.2.1). Bei Personen, deren Rente 

revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, sind nach 

mindestens 15 Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr 

zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig Massnahmen 

zur Eingliederung durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das 

medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels 

Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten (vgl. BGE 

145 V 209 E.5.1 m.w.H.; Urteile des Bundesgerichts 9C_289/2022 vom 

27. Juli 2023 E.6.2.1 und 8C_648/2019 vom 4. Juni 2020 E.4.1). Diese 

Rechtsprechung findet auch dann Anwendung, wenn zeitgleich mit der 

Rentenzusprache rückwirkend über deren Befristung und/oder Abstufung 

- 33 -

befunden wird (vgl. BGE 145 V 209 E.5.2 bis E.5.4; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_705/2022 vom 23. August 2023 E.7.2.1, 

8C_233/2021 vom 7. Juni 2021 E.2.4, 9C_50/2020 vom 9. Juli 2020 E.3.2, 

8C_80/2020 vom 19. Mai 2020 E.2.3 und 9C_685/2019 vom 8. April 2020 

E.3.1).

7.1.2. Fehlt der Eingliederungswille bzw. die subjektive Eingliederungsfähigkeit, 

das heisst, ist die Eingliederungsbereitschaft aus invaliditätsfremden 

Gründen nicht gegeben, darf die Rente ohne vorgängige Prüfung von 

Massnahmen der (Wieder-)Eingliederung und ohne Durchführung des 

Mahn- und Bedenkzeitverfahrens nach Art. 21 Abs. 4 ATSG herabgesetzt 

oder aufgehoben werden. Berufliche Massnahmen können zwar unter 

anderem dazu dienen, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne 

einer Krankheitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen. Es 

bedarf indessen auch diesfalls eines Eingliederungswillens bzw. einer 

entsprechenden Motivation der versicherten Person (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_233/2021 vom 7. Juni 2021 E.2.3, 9C_50/2020 vom 

9. Juli 2020 E.3.1 und 9C_797/2018 vom 10. September 2019 E.5.1, je 

m.w.H.).

7.2. Für die Ermittlung des Eckwerts des 55. Altersjahres ist 

rechtsprechungsgemäss auf den Zeitpunkt der Verfügung selbst 

abzustellen (vgl. BGE 148 V 321 E.7.3), hier also der 15. Juni 2023. 

Damals [...] hatte [die Beschwerdeführerin] [...] die entsprechende 

Schwelle von 55 Altersjahren bereits überschritten. Dieser Umstand 

spricht grundsätzlich gegen die Zumutbarkeit der Selbsteingliederung (vgl. 

BGE 145 V 209 E.5.1).

7.2.1. Im vorliegenden Fall kann die Beschwerdeführerin – wie bereits dargelegt 

– neben ihrer Tätigkeit als Näherin bzw. Schneiderin insbesondere eine 

langjährige Arbeitstätigkeit im Servicebereich bzw. in der Gastronomie und 

Hotellerie vorweisen (vgl. dazu vorstehende Erwägungen 5.3 und 6.4), in 

- 34 -

der sie Fertigkeiten und Berufserfahrung erworben hat, die sich in einer 

Verweistätigkeit durchaus als nützlich erweisen. Insofern ist die 

langjährige berufliche Erfahrung als Ressource zu werten. Als spezielle 

Ressource wird im RAD-Abklärungsbericht vom 6. Dezember 2022 zudem 

die Sprachgewandtheit der Beschwerdeführerin genannt, wobei sie 

Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch verstehe 

und spreche (vgl. IV-act. 159 S. 9; Anmeldebestätigung des RAV vom 

30. November 2020 [IV-act. 109 S. 8] sowie undatierter Lebenslauf [IV-

act. 171 S. 6]). Mit Blick auf die soziale Anamnese und die täglichen 

Aktivitäten der Beschwerdeführerin geht aus dem RAD-Abklärungsbericht 

vom 6. Dezember 2022 des Weiteren hervor, dass sie derzeit in einem 

Konkubinat lebe und drei Kinder habe. Sie besorge die Haushalts- und 

Reinigungsarbeiten mit Unterstützung durch den Lebenspartner und die 

Kinder. Hobbies habe sie keine (vgl. IV-act. 159 S. 5). Demnach ist die 

Ressourcensituation der Beschwerdeführerin insoweit zu relativieren, als 

nicht weiter bekannt ist, dass sie ausserhalb ihrer Familie soziale Kontakte 

pflegt (vgl. Verlaufsprotokoll Berufsberatung, Eintrag vom 13. April 2022 

[IV-act. 128 S. 2], Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag vom 15. Mai 

2018 [IV-act. 38 S. 4] und Evaluationsgespräch Eingliederung vom 

1. Oktober 2020 [IV-act. 91 S. 2]), weshalb nicht auf eine besondere 

Agilität, Gewandtheit und Integration im gesellschaftlichen Leben 

geschlossen werden kann.

7.2.2. Der Beschwerdegegnerin ist ferner zwar darin beizupflichten, dass sie 

berufliche Massnahmen geprüft hat (vgl. IV-act. 92; vgl. auch IV-act. 41). 

Allerdings wurden die Eingliederungsmassnahmen mit Mitteilung vom 

16. November 2020 bereits kurz nach der Falleröffnung wieder 

abgeschlossen, weil der damalige Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin keine beruflichen Massnahmen erlaubte (vgl. IV-

act. 92 und 94). Ebenso verneinte die Beschwerdegegnerin mit Verfügung 

vom 12. Juli 2022 in Abweisung des Leistungsbegehrens einen Anspruch 

- 35 -

auf berufliche Massnahmen ab, da sich die Beschwerdeführerin nicht in 

der Lage sehe, an Eingliederungsbemühungen teilzunehmen (vgl. IV-

act. 132). Damals persistierten nach dem am 21. Juni 2021 

durchgeführten Knie-Totalendoprothesen-Wechsel lokale Schmerzen im 

Bereich der Tuberiositas tibiae sowie am Ober- und Unterschenkel, 

weshalb die Beschwerdeführerin zur Mobilisation weiterhin auf zwei 

Gehstöcke angewiesen war und ihr eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % 

attestiert wurde (vgl. Sprechstundenberichte von PD Dr. med. F._____ 

vom 27. Dezember 2021 [IV-act. 123 S. 9 f.] und vom 2. September 2021 

[IV-act. 123 S. 5 f.] sowie Verlaufsbericht von Dr. med. H._____ vom 

18. April 2022 [IV-act. 126]). Dabei kamen mehrmals wöchentlich 

auftretende Episoden mit plötzlichem kompletten Absacken beider Beine 

erschwerend hinzu (vgl. Sprechstundenbericht von PD Dr. Dr. F._____ 

und Dr. med. G._____ vom 23. Juni 2022 [IV-act. 147 S. 4 f.]). Ausserdem 

geht aus dem Verlaufsprotokoll zur Berufsberatung hervor, dass sich die 

Beschwerdeführerin infolge eines Sturzes das Steissbein gebrochen habe 

und deshalb nicht gut sitzen bzw. liegen könne sowie weitere 

Untersuchungen wegen der Rückenproblematik im Gange seien (vgl. 

Eintrag vom 6. Mai 2022 [IV-act. 128 S. 2]). 

Abgesehen davon, dass die Prüfung von Eingliederungsmassnahmen 

bereits eine Weile zurückliegt, ist mit Blick auf die Frage der 

Selbsteingliederung die subjektive Eingliederungsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin massgeblich. Diesbezüglich ist dem RAD-

Abklärungsbericht vom 6. Dezember 2022 zu entnehmen, dass die 

Beschwerdeführerin auf ihre Zukunft angesprochen nachdenklich und 

resigniert wirke, wobei die Sorge, nicht mehr arbeiten zu können, sie 

resignieren lasse (IV-act. 159 S. 5). Eine gänzlich fehlende aktivierbare 

Motivation für Reintegrationsmassnahmen lässt sich daraus kaum 

ableiten. Im Gegenteil gab die Beschwerdeführerin im Rahmen der RAD-

Abklärung vom 6. Dezember 2022 vielmehr an, gerne wieder arbeiten zu 

- 36 -

wollen, wobei sie die gesundheitliche und berufliche Ungewissheit als sehr 

störend empfinde (IV-act. 159 S. 9). Auch der übrigen Aktenlage lässt sich 

entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin verschiedentlich 

dahingehend geäussert hat, einen grossen Arbeitswillen zu haben (vgl. 

Eintrag vom April und Mai 2022 im Verlaufsprotokoll der Berufsberatung 

[IV-act. 128 S. 1 f.], RAD-Beurteilung vom 4. Juli 2018 [IV-act. 54 S. 6], 

Evaluationsgespräche Eingliederung vom 1. Oktober 2020 [IV-act. 91 

S. 2] und vom 8. November 2017 [IV-act. 31 S. 2 f.], Verlaufsprotokoll 

Eingliederung, Einträge vom 5. November 2020 [IV-act. 92 S. 2], vom 

21. August 2017 [IV-act. 38 S. 2] und vom 22. März 2018 [IV-act. 38 S. 3], 

Aussendienstbericht I._____ vom 2. Juni 2017 [IV-act. 5 S. 4]). Überdies 

zeigte sich die Beschwerdeführerin auch im Rahmen ihrer langjährigen 

Tätigkeit im Gastronomiebereich motiviert, wobei sie Interesse an ihrer 

Arbeit zeigte (vgl. Arbeitszeugnis des Restaurants B._____ vom 

13. Dezember 2020 [IV-act. 171 S. 5]). Die Eingliederungsmassnahmen 

wurden letztlich denn auch nicht infolge fehlenden Eingliederungswillens 

mit Verfügung vom 12. Juli 2022 abgewiesen, sondern – wie dargelegt – 

in erster Linie weil sich die Wiedereingliederungsbemühungen aus 

gesundheitlichen Gründen infolge der starken Einschränkung im Gehen, 

Sitzen und Liegen nicht als zielführend erwiesen und 

Schmerzmanifestationen persistierten, welche eine dauerhafte 

Mobilisation an Gehstöcken erforderten (vgl. Zusammenfassung vom Mai 

2022 im Verlaufsprotokoll Berufsberatung [IV-act. 128 S. 2] und Verfügung 

vom 12. Juli 2022 [IV-act. 132]; siehe ferner Verlaufsbericht von Dr. med. 

H._____ vom 18. April 2022 [IV-act. 126] sowie Sprechstundenberichte 

von PD Dr. med. F._____ vom 27. Dezember 2021 [IV-act. 123 S. 9 f.] und 

vom 2. September 2021 [IV-act. 123 S. 5 f.]). Insofern kann entgegen der 

Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht auf eine fehlende 

Eingliederungsbereitschaft geschlossen werden.

- 37 -

7.2.3. Ferner ist zu beachten, dass die Beschwerdeführerin ausweislich der 

Akten über keine abgeschlossene Berufsausbildung in der Schweiz 

verfügt (vgl. Verlaufsprotokoll Berufsberatung, Eintrag vom 13. April 2022 

[IV-act. 128 S. 1], Case Report vom 23. Oktober 2019 [IV-act. 54 S. 2], 

Anmeldung vom 10. August 2017 [IV-act. 12 S. 5] und 

Evaluationsgespräch Eingliederung vom 8. November 2017 [IV-act. 31 

S. 2]). Auch ist unter den Parteien unbestritten, dass die Absenz vom 

Arbeitsmarkt nicht überwiegend wahrscheinlich auf invaliditätsfremde 

Gründe zurückgeführt werden kann (vgl. hierzu angefochtene 

Verfügungen vom 15. Juni 2023 [IV-act. 176 S. 17]). Ausserdem war die 

Beschwerdeführerin seit Mitte September 2002 bis zu ihrer Kündigung im 

November 2020 bei der gleichen Arbeitgeberin im Service- bzw. 

Gastronomiebereich tätig (vgl. Fragebogen für Arbeitgebende vom 

15. September 2020 [IV-act. 90] und vom 13. September 2017 [IV-

act. 21], Evaluationsgespräche Eingliederung vom 1. Oktober 2020 [IV-

act. 91 S. 1 f.] und vom 8. November 2017 [IV-act. 31 S. 2], IK-Auszüge 

vom 11. September 2020 [IV-act. 81] und 7. Juli 2017 [IV-act. 9]), weshalb 

davon auszugehen ist, dass es ihr hinsichtlich der Stellensuche in einer 

angepassten Tätigkeit an Erfahrung mangelt.

7.3. Unter diesen Umständen ist die Beschwerdeführerin in Gesamtwürdigung 

der Sachlage trotz gewisser Ressourcen somit als ausser Stande zu 

betrachten, sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters ohne behördliche 

Hilfestellung in einer leidensadaptierten Tätigkeit in das Erwerbsleben zu 

integrieren. Denn es fehlen Anhaltspunkte dafür, wonach sie über eine 

besondere Agilität, Gewandtheit und Integration im gesellschaftlichen 

Leben oder über besonders breite Ausbildungen verfügen würde, welche 

die Vermutung der Unzumutbarkeit einer Selbsteingliederung 

umzustossen vermöchten. Mithin durfte die Beschwerdeführerin nicht auf 

den Weg der Selbsteingliederung verwiesen werden. Demnach obliegt es 

der Beschwerdegegnerin, berufliche Massnahmen zu prüfen und 

- 38 -

(gegebenenfalls) an die Hand zu nehmen, während die 

Beschwerdeführerin Anspruch auf Weiterausrichtung der bisherigen 

Rente hat, was allerdings nicht bedeutet, dass sich die versicherte Person 

auf eine Bestandesgarantie berufen kann, sondern lediglich, dass ihr 

zugestanden wird, dass ihre Rente erst nach Prüfung und Durchführung 

von Eingliederungsmassnahmen angepasst wird (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_418/2021 vom 16. September 2021 E.8.1, 

9C_84/2021 vom 2. August 2021 E.3.2.1 f. und E.4.5 und 8C_648/2019 

vom 4. Juni 2020 E.5.3). Dabei ist – wie hiervor dargelegt – zu beachten, 

dass während vom 1. September 2022 bis zum 28. Februar 2023 ein 

Anspruch auf eine Rente von 60 % einer ganzen Invalidenrente bestünde 

und der Beschwerdeführerin ab dem 1. März 2023 eine Rente von 40 % 

einer ganzen Invalidenrente zusteht.

8. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde somit als begründet. 

Die angefochtenen Verfügungen vom 15. Juni 2023 sind daher in 

Gutheissung der Beschwerde insoweit aufzuheben, als sie den 

Rentenanspruch ab dem 1. September 2022 betreffen. Die 

Beschwerdeführerin hat im Sinne der Erwägungen über diesen Zeitpunkt 

hinaus Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.

9.1. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über Leistungen aus der 

Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- 

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 

durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in 

Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.-- 

fest. Da die Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren (zumindest) 

dem Grundsatz nach obsiegt hat, rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten 

im Betrag von CHF 700.-- vollumfänglich der Beschwerdegegnerin zu 

- 39 -

überbinden (vgl. PVG 2020 Nr. 7 und VGU S 20 27 vom 23. Februar 2021 

E.12).

9.2.1. Die Beschwerdeführerin hat gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Die 

Bemessung der Entschädigung erfolgt ohne Rücksicht auf den Streitwert 

nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses, wobei der zeitliche Aufwand der Rechtsvertretung regelmässig 

durch die Schwierigkeit des Prozesses mitbestimmt wird. Im Übrigen wird 

die Bemessung der Parteientschädigung gemäss Art. 61 Satz 1 ATSG 

nach dem kantonalen Recht bestimmt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_519/2020 vom 6. Mai 2021 E.2.2, 9C_64/2019 vom 25. April 2019 E.4, 

9C_714/2018 vom 18. Dezember 2018 E.9.2 [in BGE 144 V 380 nicht 

publiziert], 9C_321/2018 vom 16. Oktober 2018 E.6.1). Gemäss Art. 78 

VRG i.V.m. Art. 2 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung [HV]; 

BR 310.250) wird die Parteientschädigung nach Ermessen des Gerichts 

festgesetzt, wobei es grundsätzlich von dem in der Honorarnote geltend 

gemachten (und als angemessen zu betrachtenden) Aufwand sowie vom 

(üblichen) Stundenansatz ausgeht.

9.2.2. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte am 13. September 

2023 aufforderungsgemäss eine Honorarnote samt Begleitschreiben ein, 

in welchem er ausführte, dass ein Stundenansatz von CHF 250.‑‑ für seine 

Aufwendungen und ein solcher von CHF 180.-- für seine Substitutin 

verwendet worden sei. Das geltend gemachte Honorar beläuft sich auf 

insgesamt CHF 4'517.10 (bestehend aus einem Honorar für 

20.25 Stunden [CHF 4'072.--] zzgl. Kleinspesenzuschlag [CHF 122.15] 

und 7.7 % MWST [CHF 322.95]). Wie die Beschwerdegegnerin in der 

Duplik indes zu Recht vorbringt, sind in der zugehörigen Aufstellung zum 

Honorar verschiedene Positionen aufgeführt, welche nicht im 

Zusammenhang mit dem vorliegenden Gerichtsverfahren stehen (vgl. 

- 40 -

Aufwandspositionen vom 5. Januar 2023 bis und mit dem 24. April 2023; 

Total: 4.6 Stunden). Daher ist insoweit eine Kürzung vorzunehmen (vgl. 

VGU S 20 104 vom 22. Dezember 2020 E.7 und S 10 166 vom 15. Februar 

2011 E.5). Hinsichtlich der Aufwendungen ist gemäss ergänzter 

Aufstellung vom 19. September 2023 ausserdem zu beachten, dass 

verschiedene davon von der Substitutin MLaw Elena Liechti (mitunter in 

Vertretung von Rechtsanwalt lic. iur. Alain Dupont) erbracht worden sind. 

Dabei handelt es sich um insgesamt 14.15 Stunden (Positionen vom 11., 

14. und 21. August 2023 sowie vom 5. und 7. September 2023). MLaw 

Elena Liechti ist nicht im Anwaltsregister des Kantons Graubünden 

eingetragen. Gemäss Praktikantenregister der Aufsichtskommission über 

die Rechtsanwälte besteht für sie hingegen eine Praktikumsbewilligung im 

Sinne von Art. 8 des Anwaltsgesetzes (BR 310.100). Gemäss Art. 6 HV 

beträgt das Honorar für Rechtspraktikantinnen und Rechtspraktikanten 

75 % des Ansatzes für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. Vorliegend 

wurde ein Stundenansatz von CHF 180.-- für die Aufwendungen der 

Substitutin geltend gemacht, was angesichts des Vorgenannten nicht zu 

beanstanden ist. Damit ist insgesamt ein Aufwand von 14.15 Stunden à 

CHF 180 plus 1.5 Stunden à CHF 250.-- (CHF 2'922.-- [zum 

Honoraransatz von CHF 250.-- siehe die im Recht liegende 

Honorarvereinbarung]) zzgl. 3 % Kleinspesenpauschale (CHF 87.70) und 

7.7 % MWST (CHF 231.75), d.h. total CHF 3'241.45 ausgewiesen. In 

diesem Umfang hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin 

aussergerichtlich zu entschädigen.

9.3. Bei diesem Verfahrensausgang wird das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege und Verbeiständung gegenstandslos.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die angefochtenen Verfügungen der IV-Stelle des Kantons Graubünden 

vom 15. Juni 2023 werden in Gutheissung der Beschwerde insoweit 

- 41 -

aufgehoben, als sie den Rentenanspruch ab dem 1. September 2022 

betreffen. A._____ hat im Sinne der Erwägungen über diesen Zeitpunkt 

hinaus Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. 

2. Die Kosten von CHF 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden hat A._____ aussergerichtlich mit 

CHF 3'241.45 (inkl. Barauslagen und MWST) zu entschädigen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]