# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50302bd5-0fec-591a-aa67-15052e7910ee
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.07.2020 200 2020 122
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-122_2020-07-11.pdf

## Full Text

200 20 122 IV
SCP/ZID/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Juli 2020

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 10. Januar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/122, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1991 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich erstmals im September 2013 unter Hinweis insbesondere auf 
seit 2009 bestehende Zwangsgedanken und -handlungen bei der Eid-
genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1). 
Nach beruflichen und medizinischen Abklärungen (insbes. AB 18) und 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 20) wies die IVB mit Verfügung 
vom 12. März 2014 das Leistungsbegehren ab mit der Begründung, die 
medizinischen Abklärungen hätten IV-fremde Einschränkungen (Dekondi-
tionierung, Sprachkenntnisse, kulturelle Barrieren) ergeben und zudem sei 
die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung beendet worden, wo-
mit auch kein behandlungsbedürftiges Leiden vorliege (AB 25). Diese Ver-
fügung blieb unangefochten.

B.

Im Juli 2017 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine mindes-
tens seit 2009 bestehende schwere Zwangserkrankung mit Zwangsgedan-
ken und Zwangshandlungen gemischt erneut bei der IVB zum Leistungs-
bezug an (AB 28). Nachdem die IVB nach Konsultation des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 38) zunächst beabsichtigt hatte, auf das 
neue Leistungsbegehren mangels einer wesentlichen Änderung des Ge-
sundheitszustandes nicht einzutreten (Vorbescheid vom 9. Januar 2017; 
AB 39), liess sie den Versicherten auf Einwand hin (AB 40) psychiatrisch 
begutachten, wobei die gutachterliche Exploration aufgrund der gefährli-
chen Symptomatik zugunsten eines stationären Aufenthalts (AB 72) mit 
anschliessender tagesklinischer Behandlung (AB 77, 100, 101 = 103/1 ff.) 
abgebrochen wurde (AB 68.1/14 f. Ziff. 3.2.1). In der Folge gewährte die 
IVB Frühinterventionsmassnahmen (AB 82). Gestützt auf eine RAD-
ärztliche Stellungnahme vom 4. November 2019 (AB 106) stellte die IVB 
mit Vorbescheid vom 19. November 2019 die Abweisung des Leistungsbe-

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gehrens mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens in Aussicht 
(AB 107). Nach erhobenem Einwand (AB 108) verfügte sie am 10. Januar 
2020 wie in Aussicht gestellt (AB 114).

C.

Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 10. Februar 2020 Be-
schwerde. Er beantragt, unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei 
ihm eine Invalidenrente zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zu weite-
ren Abklärungen zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 
Gleichzeitig wurde die unentgeltliche Rechtspflege beantragt, welches Ge-
such der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 14. Februar 2020 aufforde-
rungsgemäss (vgl. prozessleitende Verfügung vom 11. Februar 2020) er-
gänzte und dokumentierte.

Mit Beschwerdeantwort vom 6. März 2020 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 13. März 2020 wies der Instruktions-
richter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zufolge Aussichtslosig-
keit der Beschwerdeführung ab. Mittels Zahlung des Kostenvorschusses 
hielt der Beschwerdeführer an der Beschwerde fest.

Mit Eingabe vom 18. Mai 2020 (Replik) präzisierte der Beschwerdeführer, 
nunmehr vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________, seine 
Rechtsbegehren wie folgt:

1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und zur Abklärung des 
Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, eventualiter 
seien dem Beschwerdeführer eine Rente sowie berufliche Massnahmen 
zuzusprechen.

2. Es sei dem Beschwerdeführer die unterzeichnende Anwältin als unentgelt-
licher Rechtsbeistand beizuordnen und dem Beschwerdeführer nachträg-
lich die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.

- unter Kostenfolge -

Mit prozessleitender Verfügung vom 25. Mai 2020 trat der Instruktionsrich-
ter auf das (erneute) Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gemäss Ein-
gabe vom 18. Mai 2020 nicht ein. 

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Mit Stellungnahmen vom 5. Juni und 3. Juli 2020 hielten die Parteien an 
ihren Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 10. Januar 2020 (AB 114). Strei-
tig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der IV, insbesondere auf 
eine Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c ATSG, Art. 80 lit. c 
Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2

2.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221).

2.2.2 Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrach-
tungsweise von der grundsätzlichen "Validität" der versicherten Person 
auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295).

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Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die 
Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 
S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429).

2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.3.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheb-
lichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 
1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente 
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue 
Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist 
(Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351).

2.3.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.3.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-

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meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom Juli 2017 
(AB 28) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell geprüft, wo-
mit die Eintretensfrage vom Gericht nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob im massgebenden Vergleichszeitraum 
zwischen der leistungsabweisenden Verfügung vom 12. März 2014 (AB 24) 
und der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 10. Januar 2020 
(AB 114) eine Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten 
ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad in einer für den Rentenanspruch 
erheblichen Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.3.2 hiervor).

3.2 Der leistungsabweisenden Verfügung vom 12. März 2014 (AB 24) 
lagen im Wesentlichen folgende ärztliche Einschätzungen zugrunde:

3.2.1 Anlässlich eines ambulanten Konsiliums vom 18. Dezember 2012 
sowie Hospitalisationen vom 14. Januar bis 11. Februar 2013 und 18. März 
bis 22. April 2013 wurden vom psychiatrischen Dienst des Spitals 
H.________ Zwangsgedanken und -handlungen gemischt (ICD-10 F42.2; 
DD/Komorbidität: wahnhafte Störung [ICD-10 F22.0] mit episodischem Ver-
lauf) und eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) mit/bei Persön-
lichkeitsakzentuierung mit ängstlich-vermeidenden Anteilen (ICD-10 Z73.1) 
diagnostiziert (Berichte vom 28. Dezember 2012 [AB 18/15 Mitte], 13. Fe-
bruar [AB 18/13 Mitte], 22. April [AB 18/11 Mitte] und 13. Juni 2013 [AB 
18/7 = 103/5 je Mitte]). Der Beschwerdeführer habe berichtet, dass er seit 
August 2010 in der Schweiz lebe und die Jugendzeit in ... sowie die Flucht 
über ... in die Schweiz sehr belastend gewesen seien. 2002 sei der Vater 
wegen der politischen Situation in die Schweiz geflohen. 2009 habe die 
Mutter mit ihm sowie seinem jüngeren Bruder in die Schweiz nachkommen 
können; es habe aber einen mehrere Monate dauernden Aufenthalt in ... 

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gegeben wegen Problemen mit dem Visum. Dort hätten sie sich versteckt 
halten müssen und das Klima sei erneut von grosser Angst geprägt gewe-
sen. Seine beiden älteren Geschwister lebten weiterhin in .... Seit dem Auf-
enthalt in ... 2009 leide er unter einer Zwangsstörung (blasphemische Ge-
danken, kognitive Rituale [...], exzessives Händewaschen), die ihn aktuell 
seit Dezember 2012 im Alltag wieder massiv behindern würde (AB 18/14 
Mitte, 18/16, 18/10 = 103/8). Er habe im Januar 2013 aufgrund der Exazer-
bation der Zwangsgedanken und -rituale (...) alltägliche Verrichtungen wie 
Essen, Körperpflege oder Schulaufgaben nur schwer bewältigen können. 
Ausserdem habe er unter verstärkten Zwangshandlungen (Händewaschen 
mit ca. fünf Waschgängen während 15 - 20 min.) und einer Angst vor 
Zwängen gelitten (AB 18/7 = 103/5 je unten). Aufgrund der Symptomatik 
hätten differentialdiagnostisch andere psychiatrische Komorbiditäten in 
Betracht gezogen werden müssen. Er habe über teilweise vorhandene Ich-
Störungen mit Gedankeneingebung ("Stimme des Teufels") sowie eine 
teilweise wahnhaft anmutende Symptomatik mit Verschuldungsideen be-
richtet. Weiter habe er auch hypochondrische Ängste geäussert (AB 18/8 = 
103/6 je oben). Während der Hospitalisationen vom 14. Januar bis 11. Fe-
bruar 2013 und vom 18. März bis 22. April 2013 sei es zu einer Reduktion 
der Symptomatik (v.a. der Zwangsgedanken) gekommen (AB 18/13 Mitte, 
18/11 unten, 18/8 = 103/6 je Mitte), nicht aber der Zwangshandlungen (Du-
schen, Händewaschen; AB 18/11 unten), was auch eine leicht depressive 
Symptomatik (Antriebslosigkeit, Interessenlosigkeit, Appetitlosigkeit) aus-
gelöst habe (AB 18/8 = 103/6 je Mitte). Eine Fortführung der ambulanten 
Therapie sei dringend angezeigt (AB 18/8 = 103/6 je unten); es sei wichtig, 
ein Expositionstraining mit Reizverhinderung im ambulanten Setting durch-
zuführen (AB 18/13 Mitte).

3.2.2 In der Folge behandelte lic. phil. C.________ den Beschwerdeführer 
vom 24. Mai bis 12. Dezember 2013 (12 Sitzungen; AB 18/1 Ziff. 1.2). Er 
diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seit ca. 2009 beste-
hende Zwangsgedanken und -handlungen gemischt (ICD-10 F42.2; 
AB 18/1 Ziff. 1.1). Die Behandlung, welche vor allem durch eine Exposition 
zum Erfolg führe, sei nicht durchführbar, da sich der Beschwerdeführer auf 
Geheiss von seinem ... weigere, sich mit seinen Gedanken zu beschäfti-
gen, sich ihnen zu stellen (AB 18/1 f. Ziff. 1.4). Der Beschwerdeführer habe 

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sich von der Psychotherapie abgemeldet (AB 18/2 Ziff. 1.5). Hinsichtlich 
einer Arbeitstätigkeit bestehe eine Verlangsamung von ca. 10 % infolge 
von Konzentrationsstörungen (Ablenkung durch Zwangsgedanken), mithin 
eine herabgesetzte Leistungsfähigkeit von ca. 10 % (AB 18/2 f. Ziff. 1.7). Er 
könne – entsprechend seinen Möglichkeiten – eine Arbeitstätigkeit aus-
führen und finanziell unabhängig sein (AB 18/3 Ziff. 1.8), dies im Umfang 
von 100 % (AB 18/3 Ziff. 1.9).

3.3 Die Neuanmeldung vom Juli 2017 wurde mit einer seit mindestens 
2009 bestehenden schweren Zwangserkrankung mit Zwangsgedanken und 
Zwangshandlungen gemischt begründet (AB 28/6 Ziff. 6.1; vgl. auch AB 30 
= 36/3 je Mitte) und den echtzeitlichen Arztberichten ist im Wesentlichen 
das Folgende zu entnehmen:

3.3.1 Der den Beschwerdeführer seit 29. Juni 2017 behandelnde med. 
pract. D.________ (im Medizinalberuferegister ist kein Facharzttitel ausge-
wiesen [www.medregom.admin.ch]) kam aufgrund der medizinischen Sym-
ptomatik und diverser psychologischer Tests (SKID II vom 23. August 
2017) in den Berichten vom 4. Oktober 2017 (AB 36/1 f.), 14. März (AB 58) 
und 6. April 2018 (AB 61.2) zum Schluss, dass der Beschwerdeführer ne-
ben seiner schweren Zwangsneurose (Zwangsgedanken und -handlungen 
gemischt [ICD-10 F42.2; DD/Komorbidität: wahnhafte Störung mit episodi-
schem Verlauf {ICD-10 F22.0}]) an einer kombinierten Persönlichkeitss-
törung mit ängstlich-vermeidenden, depressiven und paranoiden Zügen 
(ICD-10 F61.0) und einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS; ICD-10 
F90.0) bzw. dem Verdacht auf ein solches leide (AB 36/1 Mitte, 58/2 Ziff. 1 
ff., 61.2/1 Ziff. 1). Die ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitszüge begrün-
dete der Behandler mit dem andauernden Gefühl von Anspannung und 
Besorgtheit, der ausgeprägten Sorge, in sozialen Situationen kritisiert oder 
abgelehnt zu werden, dem eingeschränkten Lebensstil wegen des Bedürf-
nisses nach körperlicher Sicherheit und dem verminderten Selbstwertge-
fühl, die paranoiden Persönlichkeitszüge mit den desorganisierten Gedan-
ken, dem Verschmutzungswahn, dem Misstrauen, der Fehlinterpretation 
des Verhaltens anderer, dem Verlust des Bezugs zur Realität (sog. Derea-
lisation), der erhöhten Vulnerabilität in Belastungssituationen mit möglicher 
erhöhter Reizbarkeit und Aggressivität und der deutlichen Abnahme der 

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kognitiven Funktionen und die depressiven Persönlichkeitszüge mit der 
depressiven Stimmung, der Niedergeschlagenheit, dem sozialen Rückzug, 
der Affektverflachung, dem Antriebsverlust, der Lebensmüdigkeit, den star-
ken Ängsten und der inneren Unruhe (AB 36/1 f., 58/2 f. Ziff. 4, 61.2/1 f. 
Ziff. 2). Neben Zwangshandlungen (z.B. Duschen während einer Stunde) 
habe der Beschwerdeführer religiöse Wahnvorstellungen (z.B. von uner-
wünschten Geistern besessen zu sein; der Teufel gebe ihm verschiedene 
Befehle, so Gott zu beschimpfen, seine Hände in die Fräse und Schleifma-
schine zu stecken und mit einem Messer seinen eigenen Vater zu erste-
chen; AB 58/3 Ziff. 5, 61.2/2 Ziff. 2). Nachdem der Behandler noch im Be-
richt vom 4. Oktober 2017 – dies in Kenntnis der damals 100%-igen, aber 
aufgrund der Symptomatik als gefährdet erachteten Anstellung bei 
E.________ (vgl. AB 51/4 Mitte; vgl. aber auch AB 51/4 oben) – aufgrund 
zunehmender Verschlechterung der psychischen Situation von einer Ar-
beitsunfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt von mindestens 50 % ausgegangen 
war (AB 36/2 Mitte), erachtete er in den Berichten vom 14. März und 
6. April 2018 – nach "Aufgabe" der Anstellung Ende Februar 2018 aufgrund 
der Symptombelastung (vgl. AB 100/2 und 101/1 je unten; vgl. auch 
AB 58/4 Ziff. 15.1) – eine Beschäftigung in einer angepassten Tätigkeit mit 
weniger zwischenmenschlichen Kontakten als fraglich und attestierte eine 
volle Arbeitsunfähigkeit ab 26. Februar 2018 bis auf weiteres (AB 58/3 
Ziff. 9 und 11, 61.2/3).

3.3.2 Die RAD-Ärztin Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie sowie Neurologie, führte im Bericht vom 28. Dezember 
2017 (AB 38) aus, bereits 2013 seien wahnhaft anmutende Symptome als 
auch hypochondrische Ängste sowie Klagen über Aufmerksamkeitsstörun-
gen dokumentiert. Entsprechend lasse sich keine wesentliche Verschlech-
terung des Gesundheitszustands objektiv begründen (S. 7).

3.3.3 Anlässlich der gutachterlichen Exploration vom 26. April 2018 durch 
Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berich-
tete der Beschwerdeführer über Zwangsgedanken (seit 2011) und eine 
täglich auftretende Stimme. Er könne diese Gedanken nicht abstellen, dies 
seien Gedanken des Teufels, nicht seine. Es falle ihm zunehmend schwer, 
gegen diese Impulse anzukämpfen. Aufgrund dieser "gefährlichen Sym-

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ptomatik" brach Dr. med. G.________ die gutachterliche Exploration ab 
und motivierte den Beschwerdeführer für eine stationäre Behandlung 
(AB 68.1/14 f. Ziff. 3.2.1).

3.3.4 Der Beschwerdeführer war vom 23. Mai bis 14. Juni 2018 in der 
Psychiatrie des Spitals H.________ hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 
18. Juni 2018 wurden Zwangsgedanken und -handlungen gemischt (ICD-
10 F42.2) und eine ängstliche Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6) dia-
gnostiziert (AB 72/2 unten). Beim Eintrittsgespräch habe der Beschwerde-
führer von den bekannten Zwangsgedanken und -handlungen berichtet. Er 
habe bemerkt, dass sich die Zwänge verstärkten, wenn er unter Stress, so 
vor allem bei der Arbeit – die Stelle als ... bei E.________ sei ihm per 
31. August 2018 gekündigt worden –, stehe (AB 72/2). In der ruhigen, 
stressfreien Umgebung der Klinik hätten weder Zwangsgedanken noch 
Zwangshandlungen im Vordergrund gestanden. Zu den beschriebenen 
Stimmen befragt sei es dem Beschwerdeführer schwergefallen, diese von 
den Zwangsgedanken abzugrenzen. Es hätten kein Misstrauen, keine Ich-
Störungen und keine inhaltlichen Denkstörungen festgestellt werden kön-
nen. Nebst den fraglichen Stimmen seien keine Wahrnehmungsstörungen 
berichtet worden; eine psychotische Symptomatik hätte weitgehend gefehlt. 
Es scheine sinnvoll, den Beschwerdeführer in der Tagesklinik weiterbehan-
deln zu lassen, da so eventuell noch genauer beurteilt werden könne, wie 
sich sein Verhaltensmuster unter Belastung verändere (AB 72/3).

3.3.5 Der Beschwerdeführer befand sich vom 18. Juni bis 7. September 
2018 in der psychiatrischen Tagesklinik I.________ (AB 77/3 Ziff. 7, 100/2, 
101/1 = 103/2). Mit Berichten vom 27. September 2018 (AB 77), 19. Juli 
(AB 101 = 103/5 ff.) und 19. September (AB 100) gingen die Behandler von 
einem stationären Gesundheitszustand aus, wobei sie die im Austrittsbe-
richt vom 18. Juni 2018 gestellten Diagnosen (AB 72/2 unten; vgl. E. 3.3.4 
hiervor) um eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgra-
dige Episode, teilremittiert (ICD-10 F33.1), ergänzten (AB 77/2 Ziff. 1 f., 
100/2 und 101/1 = 103/2 je unten). Bezüglich der geschilderten akustischen 
Halluzinationen habe der Beschwerdeführer zwar das gelegentliche Auftre-
ten von Stimmenhören bejaht, doch habe sich gezeigt, dass dieses 
Phänomen bisher vor allem bei Erschöpfung oder bei starken Hintergrund-

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geräuschen aufgetreten sei und zudem weder dialogisierenden noch kom-
mentierenden oder imperativen Charakter habe; dies könne nicht als Hin-
weis auf das Vorliegen einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formen-
kreis oder einer schweren affektiven Störung gelten. Ebenfalls hätten sich 
keine inhaltlichen Denkstörungen explorieren lassen, welche die Kriterien 
für Wahn i.e.S. erfüllten. Im klinischen Alltag hätten sich ebenfalls keine 
Hinweise auf ein wahnhaftes Geschehen oder auf akustische Halluzinatio-
nen gezeigt. Ich-Störungen i.e.S. seien verneint worden. Einschneidende 
Funktionseinschränkungen hätten sich lediglich im Kontext der Zwänge 
(z.B. ausgiebige Körperreinigung) gezeigt (AB 100/3 f., 101/2 = 103/3 je 
unten; vgl. auch AB 77/2 Ziff. 4 und 77/3 Ziff. 6). Der Beschwerdeführer 
habe der Empfehlung zu einer Verlängerung der Behandlung um weitere 
vier Wochen nach längeren ambivalenten Abwägungen nicht folgen können 
(AB 100/4 Mitte). Unter der intensiven psychotherapeutischen Behandlung 
in der Tagesklinik sei es zu einer leichten Aufhellung der depressiven Sym-
ptomatik bei Persistenz der bereits seit Jahren bestehenden Zwangssym-
ptomatik und Ängstlichkeit gekommen (AB 77/3 Ziff. 9; vgl. auch AB 100/3 
unten, 100/4, 101/2 = 103/3 und 101/3 = 103/4 je Mitte). Die letzte Tätigkeit 
als ... sei unter den Bedingungen des ersten Arbeitsmarktes nicht mehr 
zumutbar, dies vor allem wegen der den Beschwerdeführer überfordernden 
Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit, das Arbeitstempo und die 
Stressresistenz (AB 77/4 Ziff. 13). Eine angepasste Tätigkeit, welche dem 
verminderten Arbeitstempo und der eingeschränkten Konzentrationsfähig-
keit Rechnung trage, wäre trotz persistierender Zwangsproblematik und 
Ängstlichkeit grundsätzlich möglich; bei weiterer Stabilisierung der depres-
siven Symptomatik sei von einer teilweisen Arbeitsfähigkeit ab voraussicht-
lich Oktober 2018 auszugehen (AB 77/4 Ziff. 14).

3.3.6 Mit Verlaufsbericht vom 18. Dezember 2018 attestierte med. pract. 
D.________ einen stationären Gesundheitszustand bei im Wesentlichen 
unveränderten Diagnosen (jedoch nunmehr ohne Erwähnung der [Ver-
dachts-] Diagnose eines ADS; AB 85/2 Ziff. 1 und 3). Weiterhin attestierte 
er eine volle Arbeitsunfähigkeit (AB 85/3 Ziff. 11) und erachtete eine Ar-
beitstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt als nicht mehr zumutbar (AB 85/3 Ziff. 
13 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/122, Seite 13

3.3.7 Wie schon im Bericht vom 28. Dezember 2017 (AB 38; vgl. E. 3.3.2 
hiervor) wies die RAD-Ärztin Dr. med. F.________ auch in den Berichten 
vom 10. Mai (AB 92) und 4. November 2019 (AB 106) darauf hin, dass die 
Diagnose Zwangsgedanken und Zwangshandlungen gemischt in allen Be-
richten ausschliesslich unter Zugrundelegung eigenanamnestischer Anga-
ben des Beschwerdeführers und ohne Berücksichtigung des soziokulturel-
len Kontextes (Sitten und Gebräuche im Herkunftsland) gestellt und bis 
heute ohne Konsistenz- und Plausibilitätsprüfung – mithin ohne objektive 
Sicherung der Diagnose unter Zugrundelegung der ICD-10-Diagnosekrite-
rien – kritiklos übernommen worden sei (AB 38/7 oben, 92/8 Mitte, 106/8 
Mitte). Gegen diese Diagnose spreche, dass beim Beschwerdeführer keine 
prämorbiden zwanghaften Persönlichkeitszüge festgestellt worden seien, 
dass keine psychiatrische Vorgeschichte bestehe und dass die Familien-
anamnese bezüglich Erkrankungen des psychiatrischen Formenkreises 
leer sei. Gegen die Diagnose spreche ferner, dass die eigenanamnestisch 
angegebenen Erstsymptome (...) zum einen in das Jahr 2009 (Ausreise-
schwierigkeiten, Probleme mit dem Visum) datiert würden. Zum anderen 
erfülle das geschilderte Verhalten (..., längerdauernde Körperwaschung 
nach dem Sport, intensives Händewaschen) nicht die Kriterien einer 
Zwangssymptomatik: Sie stellten keine sinnlosen Handlungen dar, dienten 
nicht dem Spannungsabbau und seien mit keinem inneren Widerstand as-
soziiert, sondern hätten einen soziokulturellen Bezug. Von keinem Behand-
ler seien bisher Zeichen einer vermehrten vegetativen Störbarkeit (klinische 
Zeichen der Anspannung, klinische und laborchemische Stress-
Reaktionen) objektiviert worden, wie sie bei einer leistungsrelevanten chro-
nischen Zwangsstörung nach ICD-10 zu erwarten gewesen wären. Es hät-
ten auch keine inhaltlichen Denk- und keine krankheitswertigen Wahrneh-
mungsstörungen objektiviert werden können (AB 106/8 f.). Es fehlten auch 
die charakteristischen Sekundärfolgen z.B. des vorgetragenen Wasch-
zwanges – weder Hauterkrankungen noch Hautmazerationen seien vom 
Hausarzt festgestellt worden – als auch das charakteristische Vermei-
dungsverhalten (Vermeiden von Körper- und Sexualkontakt, Vermeiden 
von Kontakt mit Gegenständen etc.; AB 92/8 Mitte, 106/9 oben). Hausärzt-
licherseits seien ebenfalls keine behandlungsbedürftigen internistischen 
Erkrankungen festgestellt worden und es seien bisher keine neurologische, 
augenärztliche oder HNO-ärztliche Konsiliaruntersuchungen veranlasst 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/122, Seite 14

worden (vgl. AB 103/1 Ziff. 5). Die erhobenen klinischen und Laborparame-
ter (vgl. AB 95 ff.) dokumentierten beim 27-jährigen Beschwerdeführer ei-
nen normalen Ernährungszustand ohne Zeichen einer Fehl- oder Mange-
lernährung. Es hätten sich weder klinisch noch laborchemisch Zeichen ei-
ner akuten/chronischen Stress-/Disstress-Reaktion feststellen lassen, die 
das Vorliegen einer chronischen bzw. leistungsrelevanten Stress-
Folgeerkrankung (Depression, Anpassungsstörung, Angsterkrankung, 
PTBS) plausibel nachvollziehbar begründen könnten. Die normalen Prolak-
tin- und Cortisolspiegel sprächen indirekt für das Vorliegen eines physiolo-
gischen Tag-Nacht-Rhythmus ohne Störungen der Homöostase. Das poly-
valente Drogenscreening einschliesslich auf Alkohol sei ebenfalls negativ 
gewesen. Seit der Einreise des Beschwerdeführers in die Schweiz seien – 
aus krankheitsbedingten Gründen – keine Einschränkungen seines sozia-
len Funktionsniveaus objektiviert, insbesondere keine Einschränkungen 
seiner Autonomie, seiner Mobilität, seiner Schul- oder Berufstätigkeit oder 
seiner sozialen Anpassungsfähigkeit; er könne aktiv am Leben in der Ge-
meinschaft teilhaben. Er sei in der Lage, auf Hochdeutsch zu kommunizie-
ren. Er sei bindungsfähig und bündnisfähig (Eingehen therapeutischer, 
partnerschaftlicher und beruflicher Bindungen) als auch situativ anpas-
sungsfähig und veränderungsfähig. Er sei zur Selbstfürsorge (gepflegtes 
Äusseres) und Fremdfürsorge (Familie, Ehefrau, Kind) fähig. Er habe von 
psychotherapeutischen Einzel- und Gruppeninterventionen profitieren kön-
nen, welche ihrerseits das Vorhandensein von Einsichtsfähigkeit und eine 
ausreichende Selbst- und Fremdwahrnehmung voraussetzten. Alle ge-
nannten Eigenschaften (Denken, Verhalten) sprächen ebenfalls gegen das 
Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung nach ICD-10; der Beschwerdeführer 
zeige keine stereotypen Denk- und Verhaltensmuster und er sei einsichts-
fähig, anpassungsfähig und veränderungsfähig. Zusammengefasst lägen 
sowohl seit dem Erstgesuch (2013; AB 1) als auch seit der Neuanmeldung 
(2017; AB 28) keine Befunde vor, die einen invalidisierenden Gesundheits-
schaden im psychiatrischen und/oder somatischen Fachgebiet objektiv 
ausweisen und plausibel nachvollziehbar begründen könnten (AB 106/9 ff.).

Weiter folgerte die RAD-Ärztin, die Kontextfaktoren zum vorgetragenen 
Beginn der Symptome (Antrag auf Visum) als auch die soziokulturell ange-
lehnten Inhalte der vorgetragenen Zwangssymptome (gotteslästernde Ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/122, Seite 15

danken), die fehlende psychiatrische Vorgeschichte als auch die seit Be-
handlungsbeginn oberflächliche Behandlungscompliance und einge-
schränkte Medikamentencompliance seien einzeln als auch in der Gesamt-
betrachtung untypisch für eine Zwangsstörung nach den ICD-10-
Diagnosekriterien. Das Sozialverhalten und die aktive Teilhabe am Leben 
in der Gemeinschaft (Vaterschaft 2018, Besuch eines Schwimm- und 
Computerkurses im Rahmen der Frühinterventionsmassnahmen [vgl. 
AB 82]) sprächen in gesamtheitlicher Betrachtung gegen das Vorliegen 
einer leistungsrelevanten psychiatrischen Störung und für Zweckverhal-
ten/Tendenzverhalten (AB 106/10 und 92/8 je unten; vgl. auch AB 38/7 
Mitte). Die aktenkundigen Hinweise auf ein Zweckverhalten seien vom be-
handelnden Psychiater differentialdiagnostisch nicht explizit gewürdigt wor-
den (AB 38/7 unten).

Es lägen keine objektiven Befunde vor, die eine Einschränkung des quanti-
tativen und/oder qualitativen Leistungsvermögens objektiv begründen 
könnten (AB 38/8, 106/10 unten). Beim Beschwerdeführer bestehe Vermit-
telbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für alle Tätigkeiten, die seinen 
Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprächen, bis zu einem Pensum von 
100 % (AB 106/11).

3.3.8 Im Bericht vom 4. Februar 2020 (zu Handen der damaligen Rechts-
vertreterin; Akten des Beschwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 5) 
bestätigte med. pract. D.________, dass die vorgetragenen Symptome die 
Kriterien einer Zwangsstörung erfüllten: Der Beschwerdeführer leide seit 
mehreren Jahren unter Zwangsgedanken und -handlungen gemischt in 
Form von zwanghaften Ideen, bildhaften Vorstellungen und Zwangsimpul-
sen (S. 1 Ziff. 1). Es lägen die Diagnosekriterien einer kombinierten Per-
sönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden, depressiven und paranoi-
den Zügen vor (S. 1 Ziff. 3), ebenso klinisch Stress-Reaktionen (S. 1 
Ziff. 2). Es liege keine oberflächliche Behandlungscompliance vor, zumal 
der Beschwerdeführer seit mindestens 2011 mehrmals in psychiatrischen 
Kliniken sowohl stationär als auch ambulant betreut worden sei (S. 2 
Ziff. 4), ebenso wenig eine eingeschränkte Medikamentencompliance, habe 
der Beschwerdeführer doch regelmässig seine Medikamente eingenom-
men (S. 2 Ziff. 6). Im Weiteren stellte med. pract. D.________ die von der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/122, Seite 16

RAD-Ärztin aufgezeigten Fähigkeiten des Beschwerdeführers (vgl. E. 3.3.7 
erster Abschnitt hiervor) in Abrede (S. 2 f. Ziff. 8 ff.).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärzt-
liches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich 
der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichba-
ren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2018 IV Nr. 4 S. 12 
E. 3.2, 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall 
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind 
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere 
sind die von der versicherten Person aufgelegten Berichte der behandeln-
den Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der 
Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nach-
vollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so 
genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/122, Seite 17

125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Viel-
mehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder 
die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit die-
ser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 
142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.4.3 Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtlichen 
Beweisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderun-
gen von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich 
werden, dass die Fakten, mit denen die Veränderung begründet wird, neu 
sind oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder 
ihrem Ausmass substantiell verändert haben. Eine verlässliche Abgrenzung 
der tatsächlich eingetretenen von der nur angenommenen Veränderung ist 
als erforderliche Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn bloss nominelle Dif-
ferenzen diagnostischer Art bestehen. Die Feststellung über eine seit der 
früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist hingegen 
genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, 
welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Ver-
lauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und 
Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (SVR 2018 
IV Nr. 13 S. 41 E. 4.2.2).

3.5 Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen Verfügung 
(AB 114) in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die fachärztlichen 
RAD-Beurteilungen vom 10. Mai und insbesondere 4. November 2019 
(AB 92, 106; vgl. E. 3.3.7 hiervor) abgestellt. Diese genügen den Anforde-
rungen an ein ärztliches Gutachten (vgl. E. 3.4.1 hiervor) und haben damit 
einen vergleichbaren – mithin vollen – Beweiswert (vgl. E. 3.4.2 hiervor). 
Die darin gemachten fachärztlichen Ausführungen sind in den Beurteilun-
gen der medizinischen Zusammenhänge einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden überzeugend be-
gründet, weshalb darauf abzustellen ist. Was der Beschwerdeführer dage-
gen vorbringt, vermag den Beweiswert der RAD-Beurteilungen nicht in 
Zweifel zu ziehen:

3.5.1 Die Beschwerdegegnerin weist in der Beschwerdeantwort, S. 2 f. 
Ziff. 7, zu Recht darauf hin, der Gesundheitszustand habe sich seit der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/122, Seite 18

rechtskräftigen Leistungsabweisung vom 12. März 2014 (AB 25) nicht ver-
ändert: Schon damals wurden seit dem Aufenthalt in ... 2009 bestehende 
(AB 18/14) Zwangsgedanken und -handlungen gemischt (ICD-10 F42.2; 
DD/Komorbidität: wahnhafte Störung [ICD-10 F22.0] mit episodischem Ver-
lauf) und eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) mit/bei Persön-
lichkeitsakzentuierung mit ängstlich-vermeidenden Anteilen (ICD-10 Z73.1) 
diagnostiziert (AB 18/15, 18/13, 18/11, 18/7 = 103/5 je Mitte, 18/1 Ziff. 1.1; 
vgl. E. 3.2.1 f. hiervor). Die Neuanmeldung begründet der Beschwerdefüh-
rer selber mit einer seit mindestens 2009 bestehenden schweren Zwangs-
erkrankung (Zwangsgedanken und Zwangshandlungen gemischt [AB 28/6 
Ziff. 6.1; vgl. E. 3.3 hiervor]); auch der den Beschwerdeführer seit dem 29. 
Juni 2017 behandelnde med. pract. D.________ führt insbesondere im 
Schreiben vom 4. Februar 2020 (BB 5; vgl. E. 3.3.8 hiervor) aus, der Be-
schwerdeführer leide seit mehreren Jahren unter Zwangsgedanken und -
handlungen gemischt (S. 1 Ziff. 1) und einer kombinierten Persönlichkeitss-
törung mit ängstlich-vermeidenden, depressiven und paranoiden Zügen (S. 
1 Ziff. 3). Hauptsymptome waren und sind die "Stimme des Teufels" und 
exzessive Waschzwänge (einerseits AB 18/14 Mitte, 18/16, 18/10 = 103/8, 
18/7 = 103/5 je unten, 18/8 = 103/6 je oben [vgl. E. 3.2 hiervor] und ande-
rerseits AB 58/3 Ziff. 5, 61.2/2 Ziff. 2, 68.1/14 f. Ziff. 3.2.1, BB 5/1 Ziff. 1 
[vgl. E. 3.3 hiervor]; vgl. zum Ganzen auch die prozessleitende Verfügung 
vom 13. März 2020 mit entsprechenden Hervorhebungen). Dies impliziert 
einen im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustand.

3.5.2 Der Replik und der Eingabe des Beschwerdeführers vom 3. Juli 
2020 ist entgegenzuhalten, dass sich eine wesentliche Veränderung des 
Gesundheitszustandes nicht mit den gestellten Diagnosen und Prognosen, 
sondern ausschliesslich durch eine Veränderung in der Beschwerdesym-
ptomatik begründen lässt (vgl. E. 2.4.3 hiervor). Vorliegend räumt der Be-
schwerdeführer selber ein, dass es sich um das gleiche Störungsbild 
(Stimmenhören mit begleitenden depressiven Symptomen) handelt. Soweit 
der Beschwerdeführer die Veränderung des Gesundheitszustandes zusätz-
lich mit einer nunmehr bestehenden komorbiden depressiven Störung (re-
zidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, teil-
remittiert; AB 77/2 Ziff. 1 f., 100/2 und 101/1 = 103/2 je unten; vgl. E. 3.3.5 
hiervor) zu begründen versucht (Replik, S. 2), ist darauf hinzuweisen, dass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/122, Seite 19

schon in den Jahren 2012/13 eine depressive Symptomatik bestanden hat 
(AB 18/15, 18/13, 18/11 und 18/7 = 103/5 je Mitte). Schliesslich sind auch 
– entgegen der Replik, S. 3 oben – keine behandlungsbedürftigen internis-
tischen Erkrankungen festgestellt worden (vgl. AB 103/1, 106/9 oben).

3.5.3 Der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Zwangsstörung (vgl. 
Beschwerde, S. 3 Ziff. 3, sowie Eingabe vom 3. Juli 2020, S. 1) wurde 
schon im Rahmen der erstmaligen Anmeldung zum Leistungsbezug die IV-
rechtliche Relevanz abgesprochen (AB 25). Eine entsprechende Diagnose 
ist zwar durchwegs gestellt worden, dies jedoch, wie die RAD-Ärztin in 
nachvollziehbarer Weise ausführt, ausschliesslich unter Zugrundelegung 
eigenanamnestischer Angaben des Beschwerdeführers bei fachpsychia-
trisch fehlenden objektiven Befunden und damit ohne Konsistenz- und 
Plausibilitätsprüfung (AB 38/7 oben, 92/8 Mitte, 106/8 Mitte; vgl. E. 3.3.7 
hiervor). Dies schränkt die Aussagekraft der Berichte der behandelnden 
Ärzte stark ein, gilt es doch zu beachten, dass die Prüfung der Authentizität 
von Beschwerden, von präsentierten Symptomen oder von Leistungsein-
schränkungen Bestandteil eines jeden versicherungspsychiatrischen Gut-
achtens ist (vgl. Ziff. 6.2 der Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatri-
sche Gutachten der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psy-
chotherapie SGPP, 3. Aufl. 2016). Aufgrund einer solchen Prüfung hat die 
RAD-Ärztin einen invalidisierenden Gesundheitsschaden seit jeher und 
auch weiterhin plausibel und nachvollziehbar verneint, mithin in Ermange-
lung von Zeichen einer vermehrten vegetativen Störbarkeit (klinische Zei-
chen der Anspannung, klinische und laborchemische Stress-Reaktionen) 
und von charakteristischen Sekundärfolgen wie z.B. des vorgetragenen 
Waschzwanges (weder Hauterkrankungen noch Hautmazerationen) als 
auch von charakteristischem Vermeidungsverhalten (Vermeiden von Kör-
per- und Sexualkontakt, Vermeiden von Kontakt mit Gegenständen etc.; 
AB 92/8 Mitte, 106/9 ff.; vgl. E. 3.3.7 hiervor). Zusammenfassend hielt sie 
fest, die vorgetragenen "Symptome" erfüllten nicht die ICD-10-Krieterien 
von Zwangssymptomen bzw. einer Zwangsstörung und lägen vorrangig im 
subjektiven Erleben (AB 106/10 oben). Damit einher geht, dass der Be-
schwerdeführer seine "Symptome" anlässlich der tagespsychiatrischen 
Hospitalisation vom 18. Juni bis 7. September 2018 selber dahingehend 
relativierte, dass er zwar das gelegentliche Auftreten von Stimmenhören 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/122, Seite 20

bejahte, dies bisher vor allem bei Erschöpfung oder bei starken Hinter-
grundgeräuschen aber jeweils ohne dialogisierenden, kommentierenden 
oder imperativen Charakter. Im klinischen Alltag zeigten sich ebenfalls kei-
ne Hinweise auf ein wahnhaftes Geschehen oder auf akustische Halluzina-
tionen; einschneidende Funktionseinschränkungen zeigten sich lediglich im 
Kontext der Zwänge (z.B. ausgiebige Körperreinigung; AB 100/3 f., 101/2 = 
103/3 je unten; vgl. E. 3.3.5 hiervor).

3.5.4 In Bezug auf die weiter vom Beschwerdeführer geltend gemachte 
Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermei-
denden, depressiven und paranoiden Zügen (ICD-10 F61.0; vgl. Be-
schwerde, S. 3 Ziff. 3) ist darauf hinzuweisen, dass diese Diagnose einzig 
von med. pract. D.________ gestellt worden ist (AB 36/1 f., 58/2 f. Ziff. 2 
und 4, 62.1/1 f., 85/2 Ziff. 3, BB 5/1 Ziff. 3; vgl. E. 3.3.1, 3.3.6 und 3.3.8 
hiervor). Noch in den Jahren 2012/13 wurde keine ähnliche Diagnose 
(AB 18/1 Ziff. 1.1; vgl. E. 3.2.2 hiervor) bzw. bloss die Diagnose einer Per-
sönlichkeitsakzentuierung mit ängstlich-vermeidenden Anteilen (ICD-10 
Z73.1; AB 18/15, 18/13, 18/11 und 18/7 = 103/5 je Mitte; vgl. E. 3.2.1 hier-
vor) und anlässlich der Hospitalisationen in der Psychiatrie bzw. Tageskli-
nik I.________ im Jahr 2018 die Diagnose einer ängstlichen Persönlich-
keitsstörung (ICD-10 F60.6; AB 72/2 unten, 77/2 Ziff. 3, 100/2 unten, 101/1 
= 103/2 je unten; vgl. E. 3.3.4 f. hiervor) gestellt. Die Behandler der psych-
iatrischen Tagesklinik I.________ gingen diesbezüglich von einer Persis-
tenz der bereits seit Jahren bestehenden Ängstlichkeit aus (AB 77/3 Ziff. 9), 
womit diese Symptomatik bereits anlässlich der rechtskräftigen Leistungs-
abweisung vom 12. März 2014 (AB 25) bestanden hat und dementspre-
chend entgegen der Meinung des med. pract. D.________ trotz anderer 
diagnostischer Einordnung seinerseits (vgl. AB 36/1, 58/2 Ziff. 1 ff., 61.2/1 
Ziff. 1) nicht eine Verschlechterung des Gesundheitszustands zu begrün-
den vermag (vgl. bereits E. 3.5.2 hiervor). Dies zeigte auch die RAD-Ärztin 
im Bericht vom 4. November 2019 in plausibler und nachvollziehbarer Wei-
se auf (AB 106/9 f.; vgl. E. 3.3.7 hiervor).

3.5.5 Soweit med. pract. D.________ den Feststellungen der RAD-Ärztin 
und den von ihr aufgezeigten Fähigkeiten des Beschwerdeführers 
(AB 106/8 ff.; vgl. E. 3.3.7 hiervor) widerspricht (BB 5/2 f. Ziff. 4 ff.; vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/122, Seite 21

E. 3.3.8 hiervor), worauf sich der Beschwerdeführer in der Beschwerde, 
S. 3 f. Ziff. 4, beruft, ist festzuhalten, dass er es mehrheitlich damit bewen-
den lässt, ohne seine anderweitige Auffassung – im Gegensatz zur RAD-
Ärztin – zu begründen. Dies vermag die Schlüssigkeit der RAD-ärztlichen 
Feststellungen nicht in Zweifel zu ziehen (vgl. E. 3.4.2 hiervor). Die nicht 
durchführbare Exposition (auf Geheiss des ...; AB 18/1 f. Ziff. 1.4; vgl. auch 
AB 18/13 Mitte) sowie die per 12. Dezember 2013 abgebrochene (AB 18/1 
Ziff. 1.2 und 18/2 Ziff. 1.5; vgl. auch AB 18/8 = 103/6 je unten) und erst 
wieder am 29. Juni 2017 aufgenommene Psychotherapie (AB 36/1), wobei 
eine empfohlene Verlängerung der tagesklinischen Behandlung vom Be-
schwerdeführer abgelehnt wurde (AB 100/4 Mitte), verdeutlicht doch, dass 
beim Beschwerdeführer die von im forderbare Behandlungseinsicht weiter-
hin nicht besteht. Gemäss der früheren Auffassung der Behandler des 
psychiatrischen Dienstes H.________ bedürfte es zur Behandlung der 
Zwangsstörung eines Expositionstrainings mit Reizverminderung (AB 18/13 
Mitte), welchem zu stellen sich der Beschwerdeführer auf Geheiss seines 
... weigerte (AB 18/2 Ziff. 1.4) und – soweit eine solche Behandlung von 
med. pract. D.________ überhaupt in Erwägung gezogen worden sein soll-
te – wohl immer noch zu weigern scheint, womit immer noch nicht von feh-
lenden oder gescheiterten Therapieoptionen ausgegangen werden kann. 
Insofern vermag auch die von diesen Behandlern nunmehr gestellte 
schlechte Prognose (AB 77/3 Ziff. 9) nichts zu ändern.

3.5.6 Abschliessend rechtfertigt sich noch der Hinweis, dass bisher einzig 
med. pract. D.________ eine volle Arbeitsunfähigkeit attestierte (AB 58/3 
Ziff. 9 und 11, 61.2/3, 85/3 Ziff. 11 und 13 f.), wohingegen sämtliche ande-
ren Behandler, soweit sie sich zu dieser Frage überhaupt äusserten, von 
einer doch weitgehenden Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers aus-
gingen (so lic. phil. C.________ in der Höhe von 90 % [AB 18/2 f. Ziff. 1.7] 
und die Behandler der psychiatrischen Tagesklinik I.________, welche eine 
angepasste Tätigkeit als grundsätzlich möglich erachteten und bei weiterer 
Stabilisierung der depressiven Symptomatik von einer teilweisen Arbeits-
fähigkeit ab voraussichtlich Oktober 2018 ausgingen [AB 77/4 Ziff. 14]). 
Tatsächlich war der Beschwerdeführer denn auch vom 1. Februar 2017 
(AB 51/2 Ziff. 2.1) bis 31. August 2018 (AB 72/2) bei E.________ ange-
stellt, wobei er gemäss Arbeitgeberfragebogen vom 9. Februar 2018 eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/122, Seite 22

seinem Lohn entsprechende Leistung erbracht hat (AB 51/4 Ziff. 2.10). So-
weit der Beschwerdeführer deswegen eine Verschlechterung seines Ge-
sundheitszustands vortragen lässt (Eingabe vom 3. Juli 2020, S. 1 f.), ist 
auf das bereits unter E. 3.5.1 ff. hiervor Ausgeführte zu verweisen, wonach 
eine solche Verschlechterung vorliegend nicht erstellt ist. Deshalb sind 
denn auch die Ausführungen zu den versicherungsmässigen Vorausset-
zungen (vgl. Beschwerdeantwort, S. 3, Eingaben des Beschwerdeführers 
vom 18. Mai 2020, S. 3 Ziff. 2, und vom 3. Juli 2020, S. 2) nicht weiter von 
Relevanz.

3.6 Damit ist gestützt auf beweiskräftigen fachärztlichen RAD-Beurtei-
lungen vom 10. Mai und insbesondere 4. November 2019 (AB 92, 106) der 
rechtserhebliche medizinische Sachverhalt hinreichend erstellt, weshalb 
weitere Abklärungen entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. 
Beschwerde, S. 4 Ziff. 5 f., und Replik, S. 3) nicht angezeigt sind (antizipier-
te Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 
122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

4.

Nach dem Dargelegten sind vorliegend eine revisionsrelevante Verände-
rung des Gesundheitszustands (vgl. E. 3.5.1 f. hiervor) und damit auch ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden (vgl. E. 3.5.3 ff. hiervor) zu vernei-
nen. Entsprechend ist die angefochtene Verfügung vom 10. Januar 2020 
(AB 114) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist 
abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juli 2020, IV/20/122, Seite 23

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen. 

5.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers 
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe inkl. Beilagen des Beschwerdeführers 

vom 3. Juli 2020)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.