# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7ce034c-71b5-5597-87ae-320953655248
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.05.2017 200 2016 1011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1011_2017-05-03.pdf

## Full Text

200 16 1011 IV
SCJ/SCC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. Mai 2017

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Fürsprecher und Notar B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 22. September 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/16/1011, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1959 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
vom Januar 2000 bis 31. Dezember 2011 als … für das C.________ tätig 
(Dossier der Invalidenversicherung, Antwortbeilage [AB] 12, 23, 35). Nach 
einer Früherfassung (AB 1) meldete sich der Versicherte im August 2010 
bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Bezug von 
Leistungen der Invalidenversicherung an (AB 6). Gegen den Vorbescheid 
vom 20. September 2011, wonach keine beruflichen Massnahmen durch-
geführt würden (AB 29), erhob der Versicherte Einwand (AB 47). Mit Verfü-
gung vom 17. Februar 2012 – nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
– lehnte die IVB bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 0 % die Ausrich-
tung einer Rente ab (AB 49). Nach einem Gesuch des Versicherten, vertre-
ten durch die D.________ (AB 55), zog die IVB die Verfügung in Wiederer-
wägung (AB 57). Der Versicherte absolvierte vom 24. September bis 19. 
Oktober 2012 eine arbeitsmarktlich-medizinische Abklärung (AMA) in der 
Abklärungsstelle E.________ (Abklärungsbericht vom 9. November 2012 
[AB 71]). Mit Verfügung vom 23. Januar 2013 lehnte die IVB – nach durch-
geführtem Vorbescheidverfahren (AB 74) – bei einem IV-Grad von 11 % 
die Ausrichtung einer Rente ab (AB 80). Diese Verfügung blieb unange-
fochten.

Nachdem sich der Versicherte am 7. Januar 2013 zur Arbeitsvermittlung 
angemeldet hatte (AB 77), gewährte die IVB Beratung und Unterstützung 
bei der Stellensuche (Mitteilung vom 18. Januar 2013 [AB 79]). Nach einer 
Verschlechterung der gesundheitlichen Situation schloss die IVB mit Verfü-
gung vom 3. März 2014 die Arbeitsvermittlung ab (AB 116).

B.

Der Versicherte erlitt am 16. Mai 2013 bei einen Unfall Verletzungen am 
rechten Handgelenk (AB 115.1 S. 8); die Schweizerische Unfallversiche-
rungsanstalt (Suva) erbrachte in diesem Zusammenhang Versicherungs-

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leistungen. Nach einer kreisärztlichen Beurteilung vom 17. Dezember 2013 
(AB 115.1 S. 95 ff.) stellte die Suva mit Verfügung vom 15. Januar 2014 die 
Versicherungsleistungen per 31. Dezember 2013 ein (AB 115.1 S. 103). 
Die Verfügung wurde vom Versicherten nicht angefochten.

C.

Am 17. April 2014 erfolgte eine Operation (Knieprothese links [AB 122, 
126.3 S. 1]), und vom 17. Mai bis 18. Juni 2015 wurde der Versicherte we-
gen einer septischen Arthritis am linken Knie hospitalisiert (AB 133). Nach-
dem der Hausarzt Dr. med. F.________, Allgemeine Medizin FMH, einen 
Bericht vom 15. Juni 2015, zusammen mit Spitalberichten, eingereicht hatte 
(AB 131), äusserte sich Dr. med. G.________, Facharzt Innere Medizin 
FMH, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, Tropenmedizin und 
Reisemedizin FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), am 31. August 
2015 zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit (AB 137 S. 3). Nach einem Ver-
laufsbericht des Hausarztes Dr. med. F.________ vom 19. Januar 2016 
(AB 144) erfolgte am 9. Februar 2016 eine weitere Beurteilung durch den 
RAD-Arzt Dr. med. G.________ (AB 146).

Mit Vorbescheid vom 5. April 2016 stellte die IVB die folgenden Renten in 
Aussicht: ab dem 1. Juli 2013 eine halbe Rente, ab dem 1. August 2013 
eine ganze Rente, ab dem 1. April 2015 eine Viertelsrente, ab dem 1. Au-
gust 2015 eine ganze Rente und ab dem 1. April 2016 eine Viertelsrente 
(AB 154). Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch lic. iur. 
H.________, Einwände und beantragte eine ganze Rente ab dem 1. Au-
gust 2013 (AB 158). Nach einer Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. 
G.________ vom 27. Mai 2016 (AB 160) sprach die IVB dem Versicherten 
mit Verfügung vom 22. September 2016 vom 1. bis 31. Juli 2013 eine halbe 
Rente, vom 1. August 2013 bis 31. März 2015 eine ganze Rente, vom 
1. April bis 31. Juli 2015 eine Viertelsrente, vom 1. August 2015 bis 
31. März 2016 eine ganze Rente und ab dem 1. April 2016 bis auf weiteres 
eine Viertelsrente zu (AB 164).

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D.

Am 21. Oktober 2016 erhob der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher 
B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde. Er 
beantragt, die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 22. September 
2016 sei aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer ab 1. Juli 2013 
durchwegs eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter seien die 
Akten zu einem neuen Entscheid in der Sache an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen, verbunden mit der Anweisung, vorgängig den rechtser-
heblichen Sachverhalt im Rahmen einer medizinischen und berufsprakti-
schen Begutachtung vollständig feststellen zu lassen. Gerügt wird, der 
rechtserhebliche Sachverhalt, insbesondere in Bezug auf die Arbeitsfähig-
keit und die funktionelle Leistungsfähigkeit, sei unrichtig bzw. nicht 
vollständig abgeklärt worden. Nachdem in der Verfügung vom 23. Januar 
2013 in einer angepassten Tätigkeit noch eine Leistungseinschränkung von 
20 % angenommen worden sei, gehe der RAD im Bericht vom 9. Februar 
2016 nunmehr von einer verminderten Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer 
angepassten Tätigkeit aus. Dies trage jedoch der vom RAD selber ange-
nommenen Multimorbidität (zusätzlich sei eine Herzproblematik hinzuge-
kommen) nicht genügend Rechnung. Aufgrund der vielschichtigen Proble-
matik sei die bloss oberflächliche Aktenbeurteilung des RAD ohne entspre-
chende Fachausbildung nicht geeignet, die Arbeitsfähigkeit und das Zu-
mutbarkeitsprofil zu bestimmen.

Am 11. November 2016 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 
diverse medizinische Berichte ein.

Mit Beschwerdeantwort vom 23. November 2016 beantragt die Beschwer-
degegnerin, es sei dem Beschwerdeführer unter Androhung einer reforma-
tio in peius die Gelegenheit zu geben, seine Beschwerde vom 21. Oktober 
2016 zurückzuziehen. Falls der Beschwerdeführer an der Beschwerde 
festhalte, sei diese abzuweisen. In Aufhebung der Verfügung vom 22. Sep-
tember 2016 sei der darin festgehaltene Rentenanspruch vor Mai 2014 
mangels Erfüllung des Wartejahres abzuweisen. Gleichzeitig sei die Sache 
an die Verwaltung zurückzuweisen, damit diese die vom Juli 2013 bis April 
2014 geleisteten Rentenzahlungen vom Beschwerdeführer zurückfordere. 
Soweit weitergehend sei die Verfügung vom 22. September 2016 zu 

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bestätigen. Die Beschwerdegegnerin bringt vor, mit Blick auf die Recht-
sprechung habe entgegen der angefochtenen Verfügung das Wartejahr im 
Mai 2013 erneut zu laufen begonnen. Das Wartejahr sei somit frühestens 
im Mai 2014 abgelaufen, weshalb vor diesem Datum kein Rentenanspruch 
habe entstehen können. Es stelle sich die Frage, ob gestützt auf den Ab-
schluss der SUVA per 23. Oktober 2013 das Wartejahr nicht erneut unter-
brochen worden sei und erst mit der Knie-Totalprothese links wegen fort-
geschrittener Gonarthrose am 17. April 2014 habe zu laufen begonnen und 
diesmal – jedoch erst im April 2015 – auch erfüllt worden sei.

In der Ergänzung zur Beschwerdeantwort vom 13. Januar 2017 hielt die 
Beschwerdegegnerin an den gestellten Anträgen, insbesondere dem An-
trag auf reformatio in peius fest und verwies auf die Ausführungen des RAD 
vom 16. Dezember 2016.

In der Replik vom 7. Februar 2017 hielt der Beschwerdeführer an seinen 
Anträgen fest. Die Beschwerdegegnerin sei im Sinne der Rechtssicherheit 
und nach Treu und Glauben darauf zu behaften, dass das Schreiben vom 
7. Januar 2013 (Eingang 9. Januar 2013) als neues Rentengesuch regis-
triert worden sei. Somit sei die sechsmonatige formelle Wartefrist eingehal-
ten.

Mit Duplik vom 10. März 2017 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren An-
trägen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-

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anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 22. Septem-
ber 2016 (AB 164), mit welcher dem Beschwerdeführer ab Juli 2013 eine 
unterschiedlich abgestufte Rente der Invalidenversicherung (vom 1. bis 
31. Juli 2013 eine halbe Rente, vom 1. August 2013 bis 31. März 2015 eine 
ganze Rente, vom 1. April bis 31. Juli 2015 eine Viertelsrente, vom 1. Au-
gust 2015 bis 31. März 2016 eine ganze Rente und ab dem 1. April 2016 
bis auf weiteres eine Viertelsrente) zugesprochen worden ist. Streitig ist der 
Anspruch auf eine IV-Rente und dabei auch die vom Beschwerdeführer 
nicht bestrittenen Bezugszeiten einer ganzen Rente (vgl. BGE 125 V 413).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-

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werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.2.1 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht 
nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG bean-
spruchen kann (Abs. 2). Die Wartezeit gilt in dem Zeitpunkt als eröffnet, in 
welchem eine erhebliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit eingetreten 
ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 
20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c).

2.2.2 Wurde die Rente nach Verminderung des Invaliditätsgrades aufge-
hoben, erreicht dieser jedoch in den folgenden drei Jahren wegen einer auf 
dasselbe Leiden zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit erneut ein renten-
begründendes Ausmass, so werden bei der Berechnung der Wartezeit 

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nach Artikel 28 Absatz 1 Buchstabe b IVG früher zurückgelegte Zeiten an-
gerechnet (Art. 29bis der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]).

2.3

2.3.1 Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur 
Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt 
glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere 
Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu 
berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon 
längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung 
höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein 
gewisser Beurteilungsspielraum zu, den der Richter grundsätzlich zu re-
spektieren hat. Die Behandlung der Eintretensfrage durch die Verwaltung 
ist deshalb vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist 
(BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

2.3.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache 
materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten 
Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch 
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei ei-
nem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 
2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der frühe-
ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie 
das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die 
festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.3.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 

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demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.3.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.4 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b). 

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Mit Verfügung vom 23. Januar 2013 lehnte die IVB bei einem Invali-
ditätsgrad von 11 % eine Rente ab (AB 80). Nachdem der Beschwerdefüh-
rer am 7. Januar 2013 einen erneuten Leistungsanspruch (Arbeitsvermitt-
lung [AB 77]) geltend gemacht hatte, was auch von der Beschwerdegegne-
rin als Neuanmeldung (vgl. Vorbescheid vom 5. April 2016 [AB 154]) ak-
zeptiert wurde, sprach die IVB mit der angefochtenen Verfügung vom 
12. September 2016 ab Juli 2013 eine unterschiedlich abgestufte Rente der 
Invalidenversicherung zu (AB 164). Bei diesen Gegebenheiten ist das Ein-
treten der Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung nicht zu beurteilen 
(BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/16/1011, Seite 10

Zur Recht nicht umstritten ist sodann, dass im massgebenden Vergleichs-
zeitraum zwischen der rentenablehnenden Verfügung vom 23. Januar 2013 
(AB 80) und der angefochtenen Verfügung vom 12. September 2016 
(AB 164) grundsätzlich eine wesentliche Änderung der gesundheitlichen 
Situation eingetreten ist. Der Beschwerdeführer hat am 16. Mai 2013 bei 
einem Sturz eine intraartikuläre Radiusfraktur erlitten, was zu einer anhal-
tenden Arbeitsunfähigkeit von 100 % führte. Zudem erfolgte am 17. April 
2014 eine Knie-Totalprothese links sowie am 17. Mai 2015 die Behandlung 
einer septischen Gonarthritis links mit konsekutiven Arbeitsunfähigkeiten 
(vgl. AB 137 S. 3, 146 S. 3). Der Rentenanspruch ist somit frei zu prüfen 
(E. 2.3.4 hiervor).

3.2 Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Einschätzung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit insbesondere auf die Berichte des RAD-Arztes Dr. med. 
G.________. Demgegenüber geht der Beschwerdeführer davon aus, dass 
diese nicht den von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen 
genügen. Es ist somit zu prüfen, ob der rechtserhebliche Sachverhalt in 
medizinischer Hinsicht genügend abgeklärt ist. Diesbezüglich ist den Akten 
das Folgende zu entnehmen:

3.2.1 Im Bericht vom 28. April 2015 diagnostizierten die Ärzte des Spitals 
I.________, einen Status nach Knieprothese links vom 17. April 2014 bei 
Pangonarthrose links. Es sei eine Anpassung, ggf. Umschulung auf einen 
sitzenden/stehenden Beruf vorzunehmen, bei welchem die Möglichkeit von 
intermittierenden Ruhephasen bestehe. Von Seiten beider Knie bestünden 
keine weiteren orthopädischen Interventionsmöglichkeiten. Diesbezüglich 
sei eine Vollbelastung erlaubt, welche jedoch durch den persistierenden 
Peroneusschaden noch deutlich limitiert sei (AB 131 S. 9 f.).

3.2.2 Der Hausarzt Dr. med. F.________ attestierte vom 24. März 2011 
bis 23. April 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %, vom 24. April 2011 
durchgehend bis 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % und ab dem 
16. Mai 2015 bis auf weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Der Pati-
ent sei geistig etwas verlangsamt. Er sei psychisch deprimiert, vor allem 
weil er als Familienvater zu wenig an die Ausbildung der Kinder beitragen 
könne, welche ansonsten gut verlaufe. Körperlich bestünden starke Ein-
schränkungen im Gehapparat und neben den Beinschmerzen auch Ein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/16/1011, Seite 11

schränkungen im Rücken. Der Patient sei selbst bei allenfalls sitzender 
Tätigkeit eindeutig erheblich beruflich eingeschränkt. Er sei verlangsamt 
und habe auch im Sitzen erhebliche Schmerzen. Es liege eine dauernde 
Arbeitsunfähigkeit über 80 %, aktuell 100 % vor (AB 131 S. 5).

3.2.3 Am 31. August 2015 ging der RAD-Arzt Dr. med. G.________ da-
von aus, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als … nicht mehr zumutbar 
sei. Als zumutbar erachtete er eine leichte Tätigkeit, vorwiegend sitzend, 
mit Gewichte heben bis maximal fünf Kilogramm, mit genügend Beinfrei-
heit, mit der Möglichkeit zu Positionswechseln und keinen durchschnittli-
chen Belastungen für das rechte Handgelenk. Es sei ein Pensum von vier 
Stunden pro Tag, an fünf Tagen die Woche, ohne Leistungseinschränkung, 
zumutbar. Vom 16. Mai 2013 bis 31. Dezember 2014 und ab dem 17. Mai 
2015 vermutlich bis Herbst 2015 sei keine Arbeitsfähigkeit gegeben. Der 
weitere Verlauf sei abzuwarten (AB 137 S. 3). 

3.2.4 Im Verlaufsbericht vom 19. Januar 2016 ging der Hausarzt Dr. med. 
F.________ von einem sich leicht verschlechternden Gesundheitszustand 
aus. Die septische Gonarthritis sei abgeheilt, der chronische vorbestehen-
de Defektzustand sei aber unverändert gleich (AB 144 S. 2). Die Dystro-
phie der Unterschenkel und die Polyneuropathie seien objektiv nachweis-
bar. Die Funktionsdefizite der Beine lägen ausserhalb einer möglichen be-
ruflichen Integration (AB 144 S. 3). Der Patient sei verlangsamt. Dies habe 
habituelle Gründe, aber auch die Medikation mache müde. Die Kommuni-
kation sei erschwert durch fehlende sprachliche Integration. Der Patient sei 
auch psychisch angeschlagen (AB 144 S. 3). Hauptproblem sei aber die 
körperliche Einschränkung vor allem der beiden unteren Extremitäten. Die 
bisherige Arbeit als … sei nicht mehr zumutbar. Die körperlichen Ein-
schränkungen seien so deutlich und chronisch, dass auch leichte Arbeiten 
mit geringstem Gehen und längerem Sitzen nicht möglich seien (AB 144 
S. 4).

3.2.5 Im Bericht vom 9. Februar 2016 führte der RAD-Arzt Dr. med. 
G.________ aus, die Knieproblematik links und rechts habe sich funktionell 
nach Rehabilitation im Jahr 2014 und nach Abheilen des Infektes im Jahr 
2015 gegenüber dem Vorzustand, wie er sich zum Beispiel während der 
AMA dargestellt habe, nicht wesentlich verändert. Die Peroneusparese sei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/16/1011, Seite 12

vorbestehend und habe sich nicht verändert. Der neu diagnostizierte Dia-
betes und die chronisch venöse Insuffizienz würden behandelt und seien 
nicht zusätzlich invalidisierend. Die bisherige Tätigkeit als … sei nicht mehr 
zumutbar. Auch in einer gut angepassten Tätigkeit sei objektiv von einer 
verminderten Arbeitsfähigkeit auszugehen (AB 146 S. 3). In der Aktennotiz 
vom 22. Februar 2016 ergänzte er, bis zum 15. Mai 2013 gelte das Zumut-
barkeitsprofil der Verfügung vom 21. Januar 2013. Ab dem 16. Mai 2013 
bis zum 31. Dezember 2014 bestehe auch für angepasste Tätigkeiten kei-
ne Arbeitsfähigkeit. Ab dem 1. Januar bis 16. Mai 2015 habe eine Arbeits-
fähigkeit von 50 % bestanden. Vom 17. Mai bis 31. Dezember 2015 sei von 
einer Arbeitsfähigkeit von 0 % auszugehen und ab dem 1. Januar 2016 
gelte wieder eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätigkeit 
(AB 149).

Im Bericht vom 27. Mai 2016 hielt der Dr. med. G.________ fest, seit der 
Beurteilung in der AMA sei es zu gesundheitlichen Veränderungen ge-
kommen: Am 17. April 2014 sei bei einer bekannten fortgeschrittenen Go-
narthrose links eine Operation durchgeführt worden. Die subjektiv geäus-
serten Schmerzen am Knie und Unterschenkel postoperativ hätten nicht 
wirklich objektiv erklärt werden können. Der am 15. Mai 2015 diagnostizier-
te Infekt am linken Knie sei besiegt und der Vorzustand wieder erreicht. Die 
Schwellung am Unterschenkel sei auf eine chronisch venöse Insuffizienz 
zurückzuführen, weswegen Kompressionsstrümpfe und Physiotherapie 
verordnet worden seien. Insgesamt ergebe sich seit 2013 eine zusätzlich 
etwas verminderte Geh- und Stehfähigkeit, die sich vor allem beim Trep-
pensteigen sowie bei Belastungen mit Lastentragen äussere. Bezüglich der 
Radiusfraktur intraartikulär rechts am 16. Mai 2013 resultiere objektiv medi-
zinisch zusätzlich zum Vorzustand vom 23. Januar 2013 eine leicht ver-
minderte Funktionalität und Belastbarkeit des rechten Handgelenks. Die 
Rückenproblematik mit Fallfuss links und die Polyneuropathie seien unver-
ändert geblieben. Aufgrund dieser Einschränkungen sei das Zumutbar-
keitsprofil angepasst worden: In angepasster Tätigkeit werde nur noch eine 
halbe Arbeitsfähigkeit (die auch mit etwas erhöhtem Pensum, dafür mit 
vermehrten einzelnen Pausen abgeleistet werden könnte) zugemutet (AB 
160 S. 2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/16/1011, Seite 13

3.2.6 Im Verlaufsbericht vom 18. Oktober 2016 hielt der Hausarzt fest, 
dass der Patient am 3. April 2016 einen Herzinfarkt erlitten habe. Er sei zu 
100 % arbeitsunfähig. Körperlich belastende Arbeiten seien nicht mehr zu-
mutbar (Beschwerdebeilage [BB] 8). Am 8. November 2016 führte er aus, 
die Behandlung (dreifache Blutverdünnung) schliesse handwerkliche Arbei-
ten aus und für Büroarbeiten sei der Patient sowieso nicht qualifiziert. Der 
Patient sei also allein durch die aufwendige und relativ bedrohliche Blutver-
dünnung eindeutig vermehrt arbeitsunfähig bezugsweise vermindert vermit-
telbar (BB 9). 

3.2.7 In der Stellungnahme vom 16. Dezember 2016 (in den Gerichtsak-
ten) führte der RAD-Arzt Dr. med. G.________ aus, in Übereinstimmung 
mit dem Hausarzt Dr. med. F.________ sei davon auszugehen, dass dem 
Beschwerdeführer eine körperliche Arbeit nicht mehr zumutbar sei. Es ent-
spreche den Tatsachen, dass der Beschwerdeführer für Büroarbeiten nicht 
qualifiziert sei. Es bestünden psychosoziale Faktoren, die zwar versiche-
rungsmässig nicht berücksichtigt werden könnten, aber in der Praxis doch 
einen Einfluss auf die Chancen einer Anstellung hätten. Das bisherige Zu-
mutbarkeitsprofil sehe keine körperlich belastende Tätigkeit vor, sondern 
eine leichte, vorwiegend sitzende Arbeit. Diese sei auch aus Sicht der neu 
aufgetretenen kardialen Situation ohne Herzinsuffizienz weiterhin zumut-
bar. Aufgrund der Folgen der Radiusfraktur und der sich nun addierenden 
multiplen Erkrankungen (Radiusfraktur, Kniearthrose, Rückenprobleme, 
Teil-Lähmung des linken Fusses, der chronisch venösen Insuffizienz, des 
Diabetes, der Hypertonie und der kardialen Situation) sei die zumutbare 
Arbeitsfähigkeit von 80 % auf 50 % reduziert. Dabei sei die Leistungsein-
schränkung von nach wie vor 20 % bei vermehrten Ruhepausen inbegriffen 
(das heisst leicht erhöhte Präsenz von fünf Stunden täglich, dafür alle 
Stunden eine Viertelstunde Ruhepause).

3.3

3.3.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/16/1011, Seite 14

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-
trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-
lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen 
(BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Sofern RAD-Untersuchungsberichte den 
Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) 
genügen, auch hinsichtlich der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, 
haben sie einen vergleichbaren Beweiswert wie ein anderes Gutachten 
(SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2).

3.3.3 Die versicherte Person hat von Bundesrechts wegen keinen formel-
len Anspruch auf Beizug eines versicherungsexternen Gutachtens, wenn 
Leistungsansprüche streitig sind. Es ist auch im Lichte der von Art. 6 Ziff. 1 
EMRK gewährleisteten Verfahrensgarantien grundsätzlich zulässig, den 
Entscheid ausschlaggebend oder gar ausschliesslich auf verwaltungsinter-
ne Abklärungen zu stützen (BGE 123 V 175 E. 3d S. 176, 122 V 157 E. 2c 
S. 165). Urteilt das Gericht indessen abschliessend gestützt auf Beweis-
grundlagen, die aus dem Verfahren vor dem Sozialversicherungsträger 
stammen, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/16/1011, Seite 15

keit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzu-
nehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 122 V 157 
E. 1d S. 162).

3.3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.4 Die Beurteilungen des RAD-Arztes Dr. med. G.________ vom 31. 
August 2015 (AB 137), vom 9. Februar 2016 (AB 146) sowie vom 27. Mai 
2016 (AB 160) erfüllen die Voraussetzungen der Rechtsprechung an medi-
zinische Gutachten (E. 3.3.1 hiervor). Die schlüssigen Beurteilungen wer-
den nicht in Frage gestellt durch den Umstand, dass Dr. med. G.________ 
den Beschwerdeführer nicht persönlich untersucht hat. Denn aufgrund der 
umfassenden Berichte der behandelnden Ärzte konnte er sich ein genü-
gendes Bild machen. Zudem hat er den Beschwerdeführer immerhin im 
Rahmen der AMA vom Herbst 2012 persönlich untersucht (AB 68). Zwar 
hat sich seither der gesundheitliche Zustand verändert (16. Mai 2013 intra-
artikuläre Radiusfraktur rechts, Malunion, 17. April 2014 Knie-Totalprothese 
links wegen fortgeschrittener Gonarthrose, 17. Mai 2015 septische Gonar-
thritis links [AB 137 S. 3]), die Behandlungen und die Folgen sind jedoch 
mit den Berichten der behandelnden Ärzte gut dokumentiert. Die von Dr. 
med. G.________ im Anschluss an die verschiedenen Ereignisse in zeitli-
cher Hinsicht attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeiten sind nachvoll-
ziehbar und schlüssig begründet (AB 146 S. 3); der RAD-Arzt hat sich zu-
dem mit den vom Beschwerdeführer im Vorbescheidverfahren und im vor-
liegenden Verfahren eingereichten medizinischen Berichten ausführlich 
auseinandergesetzt (AB 160 S. 2 f., vgl. auch Stellungnahme vom 16. De-
zember 2016). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/16/1011, Seite 16

Der Beschwerdeführer vermag sich auf keine abweichenden ärztlichen 
Berichte abzustützen, welche ernsthafte Zweifel an der Einschätzung des 
RAD-Arztes erwecken könnten. Der Beschwerdeführer brachte vor, die 
vom RAD-Arzt vorgenommene Einschätzung einer Arbeitsfähigkeit von 
50 % zwischen der Behandlung der Radiusfraktur/Knieprothese und der 
Sepsis im Jahr 2015 sei realitätsfremd (Beschwerde S. 8), was der RAD-
Arzt in der Stellungnahme vom 16. Dezember 2016 (Gerichtsakten) inso-
fern bestätigt hat, als dass sich in der kurzen Zeit bei den vorhandenen 
Einschränkungen und der Arbeitsmarktsituation die Arbeitsfähigkeit nicht 
hätte erwerblich umsetzen lassen. Dieser Argumentation kann jedoch nicht 
gefolgt werden, denn es ist nicht entscheidend, ob der Beschwerdeführer in 
diesem Zeitraum die massgebende medizinisch-theoretische Arbeitsfähig-
keit auf dem konkreten Arbeitsmarkt hätte verwerten können (zum ausge-
glichenen Arbeitsmarkt: BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459). Auch die vom 
Hausarzt bestätigte verminderte Vermittelbarkeit wegen mangelnder Aus-
bildung und Sprachkenntnisse hilft nicht, da invaliditätsfremde Faktoren 
(beschränkte Kenntnisse der Landessprache, mangelnde kulturelle und 
soziale Integration sowie mangelnde Ausbildung) bei der Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt werden. Auch dem Vorbringen des 
Beschwerdeführers (Duplik S. 6), es liege eine nicht berücksichtigte psych-
iatrische Komponente vor, kann nicht gefolgt werden. Es werden vom 
Hausarzt lediglich psychische Beschwerden im Zusammenhang mit einer 
psychosozialen Belastungssituation erwähnt (AB 131 S. 5), was iv-rechtlich 
nicht beachtlich ist. Der Hausarzt Dr. med. F.________ geht zwar von einer 
vollen Arbeitsunfähigkeit aus (AB 131 S. 5) mit der Begründung, die körper-
lichen Einschränkungen seien so deutlich und chronisch, dass auch leichte 
Arbeiten mit geringstem Gehen und längerem Sitzen nicht möglich seien 
(AB 144 S. 4). Der RAD-Arzt hat indessen die objektiv nachweisbaren Ein-
schränkungen im Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt (AB 160 S. 2 f). Zudem 
fliessen bei Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch den Hausarzt auch 
invaliditätsfremde psychosoziale Faktoren mit ein (AB 144 S. 3 f.). Im Übri-
gen darf und soll das Gericht in Bezug auf Atteste von Hausärzten der Er-
fahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick 
auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu-
gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 
2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/16/1011, Seite 17

Der Herzinfarkt im Frühjahr 2016 (BB 4, 10, 11) hat gemäss der Beurtei-
lung des RAD-Arztes Dr. med. G.________ vom 16. Dezember 2016 zu 
keiner Änderung des Zumutbarkeitsprofils (leichte Tätigkeit, vorwiegend 
sitzend, mit Gewichte heben bis maximal fünf Kilogramm, mit genügend 
Beinfreiheit, mit der Möglichkeit zu Positionswechseln und keinen durch-
schnittlichen Belastungen für das rechte Handgelenk [AB 137 S. 3]) ge-
führt. Sodann hat die Beeinträchtigung als Folge des Herzinfarktes nicht 
mindestens drei Monate angehalten und damit keinen Anlass zu einer vor-
übergehenden Erhöhung der Rente gebildet.

Bei diesen Gegebenheiten erübrigen sich weitere Abklärungen in medizini-
scher Hinsicht. Dr. med. G.________ hat gegenüber seiner ersten Beurtei-
lung vom 18. Oktober 2012 (AB 68 S. 3) für die Zeit ab Beginn der unfall-
bedingten Arbeitsunfähigkeit ab dem 16. Mai 2013 eine dauerhaft erhebli-
che Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit festgestellt und damit der einge-
tretenen Verschlechterung genügend Rechnung getragen. Damit ist die 
Invaliditätsbemessung (E. 5 hiernach) gestützt auf das von Dr. med. 
G.________ formulierte Zumutbarkeitsprofil und die von ihm attestierte 
Arbeitsfähigkeit vorzunehmen, wonach der Beschwerdeführer ab dem 
16. Mai 2013 bis zum 31. Dezember 2014 auch in einer angepassten 
Tätigkeit nicht arbeitsfähig war, vom 1. Januar bis am 16. Mai 2015 eine 
Arbeitsfähigkeit von 50 % bestanden hat, vom 17. Mai bis am 31. Dezem-
ber 2015 keine Arbeitsfähigkeit vorlag und ab dem 1. Januar 2016 der Be-
schwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig ist 
(AB 149).

4.

4.1 Umstritten und vorab zu prüfen ist der Rentenbeginn, zumal die Be-
schwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 23. November 2016 
nunmehr den Antrag stellt, es sei im Sinne einer reformatio in peius der 
Rentenanspruch vor Mai 2014 zu verneinen, während sie in der angefoch-
tenen Verfügung vom 22. September 2016 noch von einem Rentenbeginn 
ab Juli 2013 ausgegangen ist (AB 164 S. 6). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/16/1011, Seite 18

Dabei ist die Frage, wann die Wartefrist von einem Jahr gemäss Art. 28 
Abs. 1 IVG begonnen hat, von der weiteren Frage zu trennen, ob Art. 29bis 
IVV zur Anwendung gelangt. 

4.1.1 In BGE 142 V 547 äusserte sich das Bundesgericht zur Wartezeit 
bei Neuanmeldung innerhalb von drei Jahren nach Aufhebung einer Invali-
denrente, wenn die rentenbegründende Invalidität wiederum auf dasselbe 
Leiden wie die frühere Invalidität zurückzuführen ist (Regeste). Das Bun-
desgericht stellte mit Verweis auf den Entscheid vom 18. Februar 2016, 
9C_942/2015, E. 3.3.3, sodann fest, Art. 29bis IVV sei nicht anwendbar, 
wenn nach Ablauf der Wartezeit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad 
vorgelegen hat. Diesfalls sei die nachfolgende gesundheitliche Verschlech-
terung als neuer Versicherungsfall zu bezeichnen mit der Folge, dass die 
Wartezeit erneut zu bestehen war (BGE 142 V 547 E. 3.1 S. 550). 

Der Beschwerdegegnerin ist darin beizupflichten, dass Art. 29bis IVV hier 
nicht zur Anwendung gelangt. Wie im Entscheid 9C_942/2015, bei wel-
chem sechs Monate nach Ablauf der Wartezeit nach Geltendmachung des 
Leistungsanspruchs kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindes-
tens 40 % vorgelegen hatte, hat auch im vorliegenden Fall bis zum Unfall 
vom 16. Mai 2013 (AB 115.1 S. 18) nie ein rentenbegründender Invali-
ditätsgrad von mindestens 40 % vorgelegen, weshalb die Voraussetzungen 
des Art. 29bis IVV nicht erfüllt sind. 

4.1.2 Die ab 16. Mai 2013 im Zusammenhang mit dem Unfall ausgewie-
sene vollständige Invalidität löst somit nur dann einen Rentenanspruch aus, 
wenn vorgängig die Wartefrist von einem Jahr (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) 
ununterbrochen bestanden worden ist. Die Beschwerdegegnerin macht in 
der Beschwerdeantwort vom 23. November 2016 (S. 3 Ziff. 8) geltend, dass 
das Wartejahr mit dem Unfall im Mai 2013 erneut zu laufen begonnen habe 
und dass es frühestens im Mai 2014 abgelaufen sei. Die Beschwerdegeg-
nerin übersieht dabei, dass die Wartefrist von einem Jahr nicht mit dem 
Unfall vom 16. Mai 2013 begonnen hat. Vielmehr war die einjährige Warte-
frist im Zeitpunkt der unfallbedingten vollen Arbeitsunfähigkeit ab 16. Mai 
2013 bereits seit langem bestanden. Denn dem Beschwerdeführer war die 
angestammte Tätigkeit als … gemäss einer Bestätigung des Hausarztes 
Dr. med. F.________ seit dem 24. April 2011 ununterbrochen lediglich zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/16/1011, Seite 19

50 % zumutbar (AB 131 S. 5). Eine Anrechnung von früher zurückgelegten 
Perioden von Arbeitsunfähigkeit wäre nur dann ausgeschlossen, wenn es 
vor dem Unfall vom 16. Mai 2013 zu einem wesentlichen Unterbruch der 
Arbeitsunfähigkeit gekommen wäre, was indessen nicht der Fall ist.

4.2 Obwohl die einjährige Wartefrist (Art. 28 Abs. 1 IVG) erfüllt ist, kann 
der Rentenanspruch vorliegend nicht ab dem 1. Mai 2013 entstehen, da die 
neue Anmeldung vom 17. Januar 2013 datiert (AB 77); damit kann frühes-
tens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leis-
tungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG), d.h. hier ab 1. Juli 2013, eine Rente 
ausgerichtet werden.

4.3 Die Beschwerdegegnerin hat sodann in der angefochtenen Verfü-
gung vom 22. September 2016 (AB 160 S. 7) zu Recht festgestellt, dass 
nach Ablauf der Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG trotz anhaltender 
vollständiger Invalidität ab dem 1. Juli 2013 keine ganze Rente ausgerichtet 
werden konnte. Denn die durchschnittliche Beeinträchtigung der Arbeits-
fähigkeit während eines Jahres und die nach Ablauf der Wartezeit beste-
hende Erwerbsunfähigkeit müssen kumulativ und in der für die einzelnen 
Rentenabstufungen erforderlichen Mindesthöhe gegeben sein, damit eine 
Rente im entsprechenden Umfang zugesprochen werden kann (vgl. Ent-
scheid des Bundesgerichts vom 18. Februar 2016, 9C_942/2015, E. 3.1). 
Im vorliegenden Fall betrug die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit in den 
letzten zwölf Monaten vor Beginn des Anspruchs auf eine Rente lediglich 
56,25 % (10,5 Monate zu 50 % und 1,5 Monate zu 100 %). Damit hat der 
Beschwerdeführer trotz der vollen Erwerbsunfähigkeit ab dem 16. Mai 2013 
vorerst lediglich Anspruch auf eine halbe Rente (vgl. auch E. 5.5.1 hier-
nach).

5.

5.1 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/16/1011, Seite 20

telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hy-
pothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- 
und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und 
allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum 
Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222).

5.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

5.3 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruktur-
erhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 S. 188, 
139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2). Da den Tabel-
lenlöhnen generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu Grunde liegt, 
ist eine Umrechnung auf eine betriebsübliche durchschnittliche Wochenar-
beitszeit erforderlich (BGE 126 V 75 E. 3b bb S. 76).

5.4 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeit-
nehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unter-
durchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit 
einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 
5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/16/1011, Seite 21

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

5.5 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Ver-
fügung vom 22. September 2016 (AB 164) zu Recht mehrmalige Einkom-
mensvergleiche vorgenommen. Beim Valideneinkommen ist grundsätzlich 
auf das Einkommen des Beschwerdeführers in seiner früheren Tätigkeit als 
… abzustellen (im Jahr 2011 Fr. 47‘385.-- [AB 35 S. 3]; AB 164 S. 6 oben) 
und der Nominallohnentwicklung anzupassen. Beim Invalideneinkommen 
ist – da der Beschwerdeführer keine angepasste Tätigkeit ausführt – auf 
die LSE, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1, Männer (Fr. 5‘210.-- für 
das Jahr 2012 und Fr. 5‘312.-- für das Jahr 2014), abzustellen und dieses 
entsprechend anzupassen. Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers 
hat die Beschwerdegegnerin korrekterweise einen behinderungsbedingten 
Abzug vom Tabellenlohn von 20 % unter Berücksichtigung der leidensbe-
dingten Einschränkung, des Alters und des Beschäftigungsgrades (vgl. E. 
5.4 hiervor) vorgenommen.

5.5.1 Ein erster Einkommensvergleich erfolgt für das Jahr 2013: Das Va-
lideneinkommen beträgt Fr. 48‘105.25 (Fr. 47‘385.-- / 2171 x 2204 [Tabelle 
T 39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Re-
allöhne, 1976-2015, Männer]). Dem Beschwerdeführer ist ab 16. Mai 2013 
kein Invalideneinkommen anzurechnen, da von einer anhaltenden Arbeits-
unfähigkeit von 0 % auszugehen ist. 

Ab Rentenbeginn vom 1. Juli 2013 (vgl. E. 4.2 hiervor) hat der Beschwer-
deführer vorerst Anspruch auf eine halbe Rente (vgl. E. 4.3 hiervor). Eine 
Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit im Anschluss an den Unfall vom 
16. Mai 2013 ist zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbre-
chung drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV); der Beschwerdefüh-
rer hat deshalb ab 1. August 2013 Anspruch auf eine ganze Rente. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/16/1011, Seite 22

5.5.2 Ein Einkommensvergleich hat sodann für das Jahr 2015 zu erfol-
gen: Das Valideneinkommen beträgt Fr. 48‘585.45 (Fr. 47‘385.-- / 2171 x 
2226 [Tabelle T 39 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise 
und der Reallöhne, 1976-2015, Männer]). Bei einem hypothetischen Invali-
deneinkommen für das Jahr 2014 von Fr. 5‘312.-- aufgerechnet auf ein 
Jahr, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 
Stunden pro Woche sowie indexiert auf das Jahr 2015 (Tabelle T 39 Ent-
wicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 
1976-2015, Männer) ergibt dies Fr. 66‘632.70 (Fr. 5‘312.-- x 12 / 40 x 41,7 : 
2220 x 2226 = Fr. 66‘632.70). Abzüglich eines Tabellenlohnabzugs von 
20 % resultiert ein Einkommen von Fr. 53‘306.15 (Fr. 66‘632.70 x 0,8). Un-
ter Berücksichtigung einer Arbeitsfähigkeit von 50 % (vom 1. Januar bis am 
16. Mai 2015 [AB 149]) ergibt dies ein hypothetisches Invalideneinkommen 
von Fr. 26‘653.10 (Fr. 53‘306.15 x 0,5). Bei der Gegenüberstellung des 
Validen- (Fr. 48‘585.45) und des Invalideneinkommens (Fr. 26‘653.10) re-
sultiert eine Einbusse von Fr. 21‘932.35 und damit ein IV-Grad von 45 %. 
Die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist zu berücksichtigen, nachdem sie 
ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 1 
IVV), der Beschwerdeführer hat deshalb ab dem 1. April 2015 Anspruch auf 
eine Viertelsrente.

5.5.3 Vom 17. Mai bis am 31. Dezember 2015 lag keine Arbeitsfähigkeit 
vor und damit bestand eine Erwerbsfähigkeit von 0 %. Der Beschwerdefüh-
rer hat somit ab dem 1. August 2015 (Art. 88a Abs. 2 IVV) Anspruch auf 
eine ganze Rente.

5.5.4 Ab dem 1. Januar 2016 ist von einer Arbeitsfähigkeit in einer ange-
passten Tätigkeit von 50 % auszugehen. Bei einer Ermittlung des Validen- 
und Invalideneinkommens für das Jahr 2015 (die Zahlen für das Jahr 2016 
sind noch nicht bekannt) resultiert ein IV-Grad von 45 % (vgl. E. 5.5.2 hier-
vor). Der Beschwerdeführer hat ab dem 1. April 2016 (Art. 88a Abs. 1 IVV) 
Anspruch auf eine Viertelsrente.

5.6 Damit erweist sich die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern 
vom 22. September 2016 (AB 164) als rechtens und die Beschwerde ist 
abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/16/1011, Seite 23

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

6.2 Bei diesem Ausgang der Verfahrens hat der Beschwerdeführer kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher und Notar B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Mai 2017, IV/16/1011, Seite 24

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.