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**Case Identifier:** ccf82510-4730-54fa-8d03-8f592b1161fa
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-09
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 09.07.2020 720 18 372/167
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-18-372-167_2020-07-09.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 9. Juli 2020 (720 18 372 / 167) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente / Massgebender Zeitpunkt für die Würdigung des medizinischen Sachverhalts: 

Die Voraussetzungen, die es erlauben, den Streitgegenstand in zeitlicher Hinsicht bis 

zum Zeitpunkt der Erstellung des Gerichtsgutachtens auszudehnen, sind erfüllt 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiber Markus Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Yves Waldmann, 
Advokat, St. Johanns-Vorstadt 23, Postfach 1328, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Die 1972 geborene A.____ führte seit 2009 im Rahmen einer selbständigen Erwerbstä-
tigkeit eine Consulting-Firma. Am 16. Juni 2014 meldete sie sich unter Hinweis auf verschiede-
ne, auf ein Unfallereignis vom 29. Dezember 2009 zurückzuführende Gesundheitsbeeinträchti-
gungen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. 
Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle Basel-

 

 
 
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Landschaft - nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren - mit Verfügung vom 10. Oktober 
2018 einen Rentenanspruch von A.____ ab. Zur Begründung hielt sie fest, aus somatischer 
Sicht sei die Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Geschäftsführerin, bei der sie den 
Bewegungsapparat und den Schulter-Arm-Bereich nicht schwer belasten müsse, in der Arbeits-
fähigkeit nicht eingeschränkt. Aus psychiatrischer Sicht wiederum liege kein dauerhafter Ge-
sundheitsschaden vor. Somit sei das Wartejahr nicht erfüllt, weshalb sich auch die Durchfüh-
rung eines Einkommensvergleichs erübrige.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Dr. Yves Waldmann, 
am 12. November 2018 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es 
sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihr ab Dezember 2014 eine unbefristete ganze IV-Rente auszu-
richten. Eventualiter sei die Angelegenheit "zur Berechnung des Invaliditätsgrades auf der Basis 
einer Arbeitsfähigkeit von 80 % für jegliche Tätigkeit" an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen. Subeventualiter sei die Sache auch zur ergänzenden medizinischen Abklärung zurückzu-
weisen; unter o/e-Kostenfolge. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 21. Dezember 2018 beantragte die IV-Stelle die Abwei-
sung der Beschwerde. Gleichzeitig legte sie ihren Ausführungen eine Beurteilung von Dr. med. 
B.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, 
vom 7. Dezember 2018 bei.  
 
D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielt die Beschwerdeführerin in ihrer Rep-
lik vom 27. Februar 2019 an den in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren und den we-
sentlichen bisherigen Vorbringen fest. Die IV-Stelle wiederum beantragte in ihrer Duplik vom 
28. März 2019 nach wie vor die Abweisung der Beschwerde. 
 
E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 9. Mai 2019 gelangte das Kantonsgericht zum Er-
gebnis, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene 
medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Das Kantonsgericht beschloss deshalb, den Fall aus-
zustellen und zur Klärung der medizinischen Sachlage bei der MEDAS Zentralschweiz ein poly-
disziplinäres Gerichtsgutachten mit Untersuchungen in den Fachrichtungen Rheumatologie, 
Psychiatrie und Neuropsychologie in Auftrag zu geben. Im Anhang zu diesem Beschluss unter-
breitete das Kantonsgericht den Parteien den Entwurf des entsprechenden Auftrags und den 
vorgesehenen Fragenkatalog. Die Parteien verzichteten darauf, Zusatzfragen zu stellen. Die 
Beschwerdegegnerin ersuchte in ihrer Stellungnahme vom 14. Juni 2019 einzig darum, die neu-
ropsychologische Untersuchung mit mindestens drei voneinander unabhängigen, wissenschaft-
lich fundierten Symptomvalidierungstests durchführen zu lassen. Die Beschwerdeführerin ihrer-
seits beantragte am 22. Juli 2019, die Experten seien darauf aufmerksam zu machen, dass das 
Gericht einzig den Sachverhalt bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 10. Oktober 
2018 zu beurteilen habe, weshalb sich das Gutachten zum Gesundheitszustand und der Ar-
beitsfähigkeit bis zu diesem Zeitpunkt äussern müsse. Am 25. Juli 2019 erging der entspre-
chende Begutachtungsauftrag an die MEDAS Zentralschweiz. 
 

 

 
 
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F. Am 15. November 2019 erstattete die MEDAS Zentralschweiz das polydisziplinäre Ge-
richtsgutachten. Die Parteien erhielten in der Folge Gelegenheit, sich zum Inhalt des Gutach-
tens und zur Frage zu äussern, wie sich dessen Ergebnisse auf den Leistungsanspruch der 
Versicherten auswirken würden. Die IV-Stelle machte am 14. Januar 2020 unter Beilage einer 
Beurteilung des RAD-Arztes Dr. B.____ vom 9. Dezember 2019 hiervon Gebrauch. Die Be-
schwerdeführerin liess sich am 22. Januar 2020 vernehmen. In der Folge äusserte sich die IV-
Stelle am 3. März 2020 zur vorerwähnten Eingabe der Versicherten. Diese wiederum nahm am 
25. März 2020 zu den Ausführungen der Beschwerdegegnerin vom 14. Januar 2020 Stellung. 
Mit Verfügung vom 30. März 202019 überwies die instruierende Präsidentin die Angelegenheit 
dem Dreiergericht zur (erneuten) Beurteilung.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene - Beschwerde der Versicherten vom 12. November 2018 ist demnach einzutreten. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 
zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 

 

 
 
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zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-
ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 

 

 
 
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3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5).  
 
3.3.1 So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende 
Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine 
Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt 
medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise 
widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender 
Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner ge-
rechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Ge-
richt als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, 
sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass 
es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerun-
gen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen).  
 
3.3.2 Im Weiteren ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten 
externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befun-
de zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuer-
kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 
125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen).  
 
3.3.3 Schliesslich kommt Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen 
nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutach-
ten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An die Beweiswürdigung 
sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung 
eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende, mit Hinweis; Urteil A. 
des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 
 
4. Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, 
kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter 
therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er-

 

 
 
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wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit 
Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verur-
sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend 
erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfä-
higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar 
für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 
 
5.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit 
der Versicherten bei den Dres. med. C.____, Rheumatologie FMH und Innere Medizin FMH, 
und D.____, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, das bidisziplinäre (rheumatologi-
sche/psychiatrische) Gutachten vom 26. April 2016 ein.  
 
5.1.1 Im rheumatologischen Teilgutachten erhob Dr. C.____ folgende Diagnosen mit Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit. (1) Reizzustand im Plexus brachialis linksdominant (Media-
nusdehnung entsprechend Wurzel C5 und C6) sowie leichte, posttraumatische Periarthropathia 
humeroscapularis tendinotica und articulär mit residueller Insuffizienz des N. axillaris und mini-
mer Trophikminderung des M. deltoideus links, Maigne-Syndrom bei Diskopathie und Spinalka-
nalstenose HWK 5/6 mit Stenose (ICD-10 M54.12, M50.8, M75.0); am 29. Dezember 2009 ein 
Anfahrunfall als Fussgängerin mit Kontusion linker Oberschenkel sowie subkapital und nach 
dorsal abgekippter proximaler Humerusfraktur links und posttraumatisch partieller, aktuell nur 
leichter residueller Axillarisläsion mit Status nach beinahe vollständiger Inaktivität des M. delto-
ideus (2010), MTBI I , Halswirbelschleudertrauma QTF l, Status nach Frozen shoulder links 
postoperativ; HWK 5/6 mit absoluter Spinalkanalstenose, ohne Myelopathie bei Chondrose 
HWK 5/6 mit leichtem Höhenverlust und breitbasiger grosser medianer bis mediolateral links 
gelegener linksseitiger Diskushernie und Tangierung des zervikalen Myelons und Tangierung 
der Wurzel C6 links, ohne Kompression; posttraumatische Arthrofibrose Schulter links mit Arth-
roskopie und Schultermobilisation sowie Metallentfernung (22.06.2010); (2) Widespread Pain 
Syndrom/Fibromyalgie (ICD-10 M79.9), Schmerzlokalisationen 4/19 Punkten (Fibromyalgie-
Tenderpoints 0/18 Punkten), Teil 2a Symptomschwere 9/9 Punkten, Teil 2b Symptomscore 2/3 
Punkten mit deutlichen Zeichen einer funktionellen Symptomatik und Ausprägung hinsichtlich 
einer psychiatrischen Erkrankung wahrscheinlich. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit der Explo-
randin hielt Dr. C.____ fest, eine administrative und leichte Tätigkeit wäre zu 50 % realisierbar. 
Eine angepasste Verweistätigkeit beinhalte eine leichte wechselbelastende Tätigkeit mit Ge-
brauch der linken oberen Extremität und eine bis mittelschwere Tätigkeit im Ganzkörperbereich. 
Vermieden werden sollten Überkopfarbeiten und Arbeiten über der Schulterhorizontalen mit 
dem linken Arm sowie Zwangshaltungen in Kopfrotation und Reklination. 
 
5.1.2 Im psychiatrischen Teilgutachten diagnostizierte Dr. D.____ als Leiden mit Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, zurzeit leichte Episode 
(ICD-10 F33.0), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und eine Neu-
rasthenie (ICD-10 F48.0). Die Arbeitsfähigkeit der Versicherten sei aus psychiatrischer Sicht 
aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung (Anhedonie, Schlafstörung, erhöhte Ermüd-
barkeit, Reduktion der Konzentration), der Neurasthenie (erhöhte Ermüdbarkeit, Reduktion der 
Konzentration) und der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (erhöhtes Schmerzerle-

 

 
 
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ben) insgesamt als deutlich eingeschränkt zu beurteilen. Es müsse insgesamt von einer Reduk-
tion der Arbeitsfähigkeit von 80 % ausgegangen werden. 
 
5.1.3 In ihrer bidisziplinären Konsensbeurteilung kamen die Gutachter Dres. C.____ und 
D.____ zum Schluss, dass die psychiatrische Beurteilung der Arbeits- und Leistungseinschrän-
kung und deren künftiger Verlauf im Rahmen der Wiedereingliederung massgebend sei.  
 
5.1.4 In einer ergänzenden Stellungnahme vom 16. August 2016 wies Dr. D.____ sodann 
darauf hin, dass von beiden Gutachtern dringendst eine neuropsychologische Begutachtung zur 
Klärung der massiven Konzentrationsstörungen empfohlen werde.  
 
5.2 In seiner Stellungnahme vom 21. Oktober 2016 zum Gutachten der Dres. C.____ und 
D.____ kam der RAD-Arzt Dr. B.____ aus psychiatrischer Sicht zum Schluss, dass der Versi-
cherten anhand der vorliegenden Akten, insbesondere aufgrund der eindeutigen Hinweise für 
eine Aggravation, keine wesentliche Arbeitsunfähigkeit attestiert werden könne. Dieser Auffas-
sung schloss sich der RAD-Arzt Dr. med. E.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, in seiner aus somatischer Sicht erfolgten Beurteilung 
des Gutachtens an. Er hielt fest, dass bei der Versicherten in einer somatisch angepassten Tä-
tigkeit, wie sie derjenigen als Geschäftsführerin einer Consulting-Firma entspreche, keine Ar-
beitsunfähigkeit begründet werden könne. 
 
5.3 Aufgrund der Aussagen der genannten RAD-Ärzte, wonach eindeutige Hinweise auf 
eine Aggravation vorliegen würden, entschied sich die IV-Stelle, zusätzlich eine neuropsycholo-
gische Begutachtung der Versicherten in Auftrag zu geben. Am 29. September 2017 erstattete 
Dr. phil. F.____ die entsprechende Expertise. Darin erhob sie als neuropsychologische Diagno-
sen (1) eine leichte neuropsychologische Funktionsstörung vor allem attentionaler Funktionen 
bei (1.1) Status nach Verkehrsunfall mit "mild traumatic brain injury" (MTBI; Kategorie I nach 
EFNS Kriterien 2002) und wahrscheinlichem HWS-Distorsionstrauma nach Quebec Task Force 
(QTF) Grad I am 29. Dezember 2009, (1.2) chronischer Schmerzstörung mit somatischen und 
psychologischen Faktoren (ICD-10 F45.41; DD: Hypochondrische Störung [ICD-10 F45.2]), 
(1.3) anamnestisch rezidivierender depressiver Störung (ICD-10 F33.9 und (1.4) anamnestisch 
einer Neurasthenie sowie (2) einen Verdacht auf eine histrionische Persönlichkeitsstörung (ICD-
10 F60.4) mit dependenten Anteilen. Aus rein neuropsychologischer Sicht sei die Versicherte in 
der Tätigkeit als Geschäftsführerin beziehungsweise Inhaberin einer Consulting-Firma aufgrund 
der testpsychologisch leicht verminderten intrinsischen Aktivierung, der leicht beeinträchtigten 
Fähigkeit zur visuell-auditiven Aufmerksamkeitsteilung und der fraglich verminderten Reakti-
onskontrolle zu 30 % vermindert arbeitsfähig. Die Einschränkung von 30 % begründe sich mit 
dem erhöhten Zeitbedarf, der aus der Kompensation der verminderten Fähigkeit zur Aufmerk-
samkeitsteilung (Ausübung verschiedener Tätigkeitsaspekte hintereinander und vermehrte Kon-
trolle geleisteter Arbeitsschritte) resultiere, und einem erhöhten Pausenbedarf aufgrund der 
chronischen Schmerzen. Das Arbeitspensum sollte dabei über fünf Arbeitstage pro Woche er-
bracht werden. Die verminderte intrinsische Aktivierung könne bei entsprechender extrinsischer 
Stimulation kompensiert werden. Grundsätzlich biete die selbständige Tätigkeit eine ideale 
Möglichkeit, Arbeitseinsätze entsprechend der Befindlichkeit zu leisten und nach aussen das 

 

 
 
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Gesicht zu wahren. Berücksichtige man zudem die histrionische Persönlichkeitsstruktur so dürf-
te die Arbeitsunfähigkeit höher, nämlich bei ca. 50 % liegen. 
 
5.4 In seiner Stellungnahme vom 4. Oktober 2017 zum Gutachten von Dr. F.___ führte der 
RAD-Arzt Dr. B.___ aus, dieses beruhe auf einem umfassenden Aktenstudium und eingehen-
den neuropsychologischen Testungen einschliesslich Validitätsprüfung, die Diagnose der leich-
ten neuropsychologischen Funktionsstörung bei Status nach Verkehrsunfall mit einer "mild 
traumatic brain injury" werde plausibel begründet und zu neuropsychologischen Voruntersu-
chungen habe die Expertin ausführlich Stellung bezogen. Nicht nachvollziehbar sei hingegen 
die Vermutung von Dr. F.____, dass eine Persönlichkeitsstörung vorliege und diese die Ar-
beitsunfähigkeit erhöhen würde. Der Verdacht einer Persönlichkeitsstörung sei hinlänglich ab-
geklärt und verneint worden, folglich könne damit keine zusätzliche Arbeitsunfähigkeit begrün-
det werden. Somit sei davon auszugehen, dass bei der Versicherten ab Unfalldatum, d.h. ab 
29. Dezember 2009, eine 30 %-ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Ge-
schäftsführerin einer Consulting-Firma bestehe.  
 
5.5 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung bei der Beurteilung des me-
dizinischen Sachverhalts einerseits auf Ergebnisse des neuropsychologischen Gutachtens von 
Dr. F.____ vom 29. September 2017 und anderseits auf die Beurteilungen ihrer RAD-Ärzte 
Dr. B.____ vom 21. Oktober 2016 bzw. 4. Oktober 2017 und Dr. E.____ vom 13. Februar 2017. 
Im Ergebnis sei, so das Fazit der IV-Stelle, von einer ab Unfalldatum bestehenden 30%-igen 
Arbeitsunfähigkeit der Versicherten auszugehen. Anlässlich der ersten in dieser Angelegenheit 
erfolgten Urteilsberatung vom 9. Mai 2019 gelangte das Kantonsgericht nun allerdings zur Auf-
fassung, dass dieser vorinstanzlichen Beweiswürdigung nicht gefolgt werden könne.  
 
5.6.1 Das Kantonsgericht erwog in seinem Beschluss vom 9. Mai 2019 im Wesentlichen Fol-
gendes: Laut den bei der beweisrechtlichen Würdigung von Berichten und Gutachten versiche-
rungsinterner Fachpersonen zu beachtenden Grundsätzen (vgl. E. 3.3.3 hiervor und die dorti-
gen Hinweise auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung) seien ergänzende Abklärungen vor-
zunehmen, sofern auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versi-
cherungsinternen ärztlichen Feststellungen bestünden. Vorliegend würden sich entsprechende 
Zweifel an den Einschätzungen der versicherungsinternen RAD-Ärzte Dres. B.____ und 
E._____ in erster Linie aus dem bidisziplinären (rheumatologischen/psychiatrischen) Gutachten 
der Dres. C.____ und D.____ vom 26. April 2016 ergeben. Darin seien die genannten Experten 
insbesondere in der Beurteilung der funktionellen Auswirkungen der festgestellten Gesund-
heitsbeeinträchtigungen und bei der Bezifferung der Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu Ein-
schätzungen gelangt, die deutlich von denjenigen der Dres. B.___ und E.____ abweichen wür-
den. Dem Gutachten der Dres. C.____ und D.____ könne im Ergebnis zwar (ebenfalls) kein 
ausschlaggebender Beweiswert beigemessen werden (vgl. E. 5.6.2 hiernach), dies bedeute nun 
aber nicht, dass deren Ausführungen überhaupt nicht zu berücksichtigen wären. Das Gutachten 
enthalte immerhin hinreichend Anhaltspunkte, die geeignet seien, nicht nur geringe, sondern 
vielmehr erhebliche Zweifel an den Beurteilungen der beiden RAD-Ärzte zu erwecken, sodass 
auf letztere bereits aus diesem Grund nicht abgestellt werden könne. Bei der Beurteilung des 
Beweiswerts der Einschätzungen der RAD-Ärzte Dres. B.____ und E.____ sei zudem zu be-

 

 
 
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rücksichtigen, dass diese - und mit ihnen die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung - der 
Versicherten eine Aggravation vorhalten würden, obwohl sich den Akten (insbesondere den 
beiden Gutachten der Dres. C.____ und D.__ und von Dr. F.____) keine ausreichenden An-
haltspunkte für eine solche Annahme entnehmen liessen. Schliesslich liege ein weiterer erheb-
licher Mangel der vorinstanzlichen Beweiswürdigung darin, dass die beiden RAD-Ärzte Dres. 
B.____ und E.____ und die nachträglich beauftragte neuropsychologische Gutachterin 
Dr. F.____, auf deren Einschätzung nach Ansicht der IV-Stelle (weitgehend) abgestellt werden 
könne, keine abschliessende interdisziplinäre Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit der Versi-
cherten vorgenommen hätten. Dies wäre aber in Anbetracht des vorhandenen Beschwerdebil-
des bzw. aufgrund der aus verschiedenen Fachrichtungen erhobenen jeweiligen Gesundheits-
beeinträchtigungen erforderlich gewesen.  
 
5.6.2 Sodann stellte das Kantonsgericht in seinem Beschluss klar, dass die übrigen bei den 
Akten liegenden medizinischen Berichte ebenfalls keine verlässliche Entscheidungsgrundlage 
bilden würden. Dies gelte insbesondere für das erwähnte bidisziplinäre Gutachten der Dres. 
C.___ und D.____ vom 26. April 2016. Dieses vermöge vor allem in der Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit der Explorandin nicht vollständig zu überzeugen. Zudem habe Dr. D.____ im psychiat-
rischen Teilgutachten ausdrücklich auf die Notwendigkeit weiterführender neuropsychologsicher 
Testungen hingewiesen. Seine Einschätzungen seien somit ein Stück weit unter dem “Vorbe-
halt“ der Ergebnisse solcher zusätzlicher Abklärungen erfolgt. Zwar habe die IV-Stelle entspre-
chende zusätzliche Untersuchungen veranlasst, indem sie bei Dr. F.____ ein neuropsychologi-
sches Gutachten eingeholt habe, sie habe in der Folge aber davon abgesehen, dessen Ergeb-
nisse dem psychiatrischen Gutachter Dr. D.____ vorzulegen. Dies wäre jedoch erforderlich ge-
wesen, damit dieser seine Einschätzungen hätte vervollständigen und eine abschliessende 
fachärztliche Beurteilung hätte abgeben können. Das Kantonsgericht beschloss deshalb, den 
Fall auszustellen und die erforderliche zusätzliche Abklärung des medizinischen Sachverhalts 
im Rahmen eines polydisziplinären Gerichtsgutachtens vornehmen zu lassen. Mit dessen Er-
stellung wurde in der Folge die MEDAS Zentralschweiz beauftragt. 
 
6.1 Am 15. November 2019 erstattete die MEDAS Zentralschweiz das polydisziplinäre 
Gutachten, das Abklärungen in den Fachgebieten Rheumatologie, Psychiatrie und Neuropsy-
chologie beinhaltet.  
 
6.1.1 Die involvierten MEDAS-Gutachter erhoben folgende Diagnosen: (1) eine rezidivieren-
de depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0); (2) einen Verdacht auf 
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45); (3) eine Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften Zügen 
neben Hinweisen auf histrionische und narzisstische Züge (ICD-10 F60.8, DD: ICD-10 F61); (4) 
eine residuelle leichte Periarthropathia humeroscapularis tendopathica links mit/bei (4.1) sub-
kapitaler Humerusfraktur am 29.12.2009, (4.2) offener Reposition und Plattenosteosynthese am 
30.12.2009, (4.3) passagerer partieller Axillarläsion mit Inaktivität des Musculus deltoideus, 
(4.4) Arthroskopie, Metallentfernung und Schultermobilisation in Narkose (Frühling 2020), (4.5) 
Keloidnarbe am linken Oberarm; (5) degenerative HWS-Veränderungen mit/bei (5.1) fortge-
schrittener Osteochondrose mit medianer Diskushernie C5/6, (5.2) Chondrose mit medianer 

 

 
 
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linksbetonter Diskushernie C6/7 (MRT 15.12.2010), (5.3) aktuell klinisch weitgehend asympto-
matisch und (6) ein Untergewicht.  
 
6.1.2 Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, die objektivierbaren Befunde 
am Bewegungsapparat würden die Arbeitsfähigkeit der Versicherten als Geschäftsführe-
rin/Managerin nicht einschränken. Aus konstitutionellen Gründen sei die Explorandin nicht ge-
eignet für körperlich schwere Tätigkeiten. Von neuropsychologischer Seite sei die zeitliche Be-
lastbarkeit für eine dreistündige Untersuchung gegeben gewesen. Da die kognitiven Leistungen 
von einer Vielzahl von Faktoren abhängig seien (Müdigkeit, Schmerzen, Schlafvermögen, psy-
chische Befindlichkeit), seien trotz grundsätzlich unauffälliger kognitiver Leistungsfähigkeit in-
termittierende Leistungsschwankungen resp. Leistungseinbussen möglich. Von psychiatrischer 
Seite würden leichte bis mittelschwere Einschränkungen bestehen, wobei die mittelschweren 
unter anderem die Zusammenarbeit mit anderen betreffen würden. Von kognitiv-intellektueller 
Seite gebe es keinerlei Hinweise auf Einschränkungen, weder aus neuropsychologischen noch 
aus psychiatrischen Gründen. Die Versicherte habe sich in der Zeit vor dem Unfallereignis mit 
nachfolgendem Einbruch selbständig gemacht. In der aktuellen Untersuchung habe sie für sich 
klar formuliert, dass sie eine Tätigkeit am ehesten im selbständigen Bereich sehe. Es sei nicht 
unwahrscheinlich, dass sie ihre Probleme in der Zusammenarbeit mit anderen - implizit - wahr-
genommen habe. Unter diesen Umständen sollte die Versicherte bei eigener Zeiteinteilung und 
ausreichenden Pausen in der Lage sein, ca. fünf Stunden pro Tag einer Tätigkeit im breiten 
Spektrum ihres Ausbildungsbereichs nachzugehen. Nicht umsetzbar seien aufgrund der Per-
sönlichkeitsstörung Führungsaufgaben. 
 
6.1.3 Im Rahmen ihrer Konsensbeurteilung hielten die Gutachter fest, dass es von rheuma-
tologischer und neuropsychologischer Seite keine Hinweise auf relevante Einschränkungen in 
einer Tätigkeit als Geschäftsführerin/Managerin gebe. Von psychiatrischer Seite her sei die Ex-
plorandin aufgrund ihrer Persönlichkeitsstörung bei Tätigkeiten mit Führungsfunktionen und 
intensiverer Zusammenarbeit mit anderen nicht (mehr) arbeitsfähig. Bei Arbeiten ohne Füh-
rungsfunktion bestünden Einschränkungen leichten bis mittelschweren Ausmasses aufgrund 
der rezidivierenden depressiven Störung mit ausgeprägter Somatisierung - differenzialdiagnos-
tisch einer zusätzlichen Somatisierungsstörung - und der Komorbidität durch die Persönlich-
keitsstörung. 
 
6.1.4 In Bezug auf den Verlauf des Gesundheitszustands stellten die Gutachter dar, dass 
von einem episodischen Verlauf auszugehen sei. Zum Zeitpunkt der Begutachtung durch die 
Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) im Jahr 2012 sei die Versicherte als schwer de-
pressiv und zu 80 % arbeitsunfähig beurteilt worden. Durch die nachfolgende Behandlung bei 
lic. phil. G.____, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, scheine es zu einer allmählichen 
Verbesserung gekommen zu sein. Im Verlauf des Jahres 2015 sei der Zustand aber noch so 
instabil gewesen, dass die beruflichen Massnahmen gescheitert seien. Es sei deshalb von einer 
damals noch nicht relevant höheren Arbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von 20 - 30 %, 
auszugehen. Zum Zeitpunkt der Begutachtung durch die Dres. C.____ und D.____ Ende Feb-
ruar/anfangs März 2016 sei die Versicherte als nur noch leicht depressiv, jedoch ausgeprägt 
somatisierend beschrieben worden. Ob die Arbeitsfähigkeit damals tatsächlich lediglich bei 

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

20 % gelegen habe, könne retrospektiv nicht überprüft werden. Von den Beschreibungen der 
Psychotherapeutin lic. phil. G.____ her sei eher zu erwarten, dass die Arbeitsfähigkeit höher 
gelegen habe, und zwar etwa im Bereich von 50 %. Offen geblieben sei bei Dr. D.____ die Fra-
ge allfälliger Einschränkungen von neuropsychologischer Seite. Dr. F.____ habe 2017 Ein-
schränkungen - in erster Linie der intrinsischen Aktivierung und der Aufmerksamkeitsleistungen 
- beschrieben, die sie auf eine Antriebsstörung zurückgeführt habe. Zusätzlich habe sie auf die 
Ergebnisse des MMPI in Richtung einer Persönlichkeitsstörung verwiesen. Auf dieser Grundla-
ge habe sie die Arbeitsfähigkeit insgesamt auf 50 % geschätzt. Die aktuelle Untersuchung habe 
die Persönlichkeitsstörung bestätigt, weshalb die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch 
Dr. F.____ nachvollziehbar sei. Aktuell sei von einer leicht höheren Arbeitsfähigkeit in der Grös-
senordnung von ca. fünf Stunden pro Tag unter den oben beschriebenen Bedingungen auszu-
gehen.  
 
6.2 In ihrer Stellungnahme vom 14. Januar 2020 zum MEDAS-Gerichtsgutachten vertrat 
die Beschwerdegegnerin unter Verweis auf die Ausführungen des RAD-Arztes Dr. B.____ vom 
9. Dezember 2019 die Auffassung, dass die Versicherte in ihrer angestammten selbständigen 
Tätigkeit nicht relevant eingeschränkt sei. Inwiefern sie ausserdem in einer sonstigen, ihren 
Fähigkeiten und ihrer Ausbildung angepassten Tätigkeit, die weder Führungsaufgaben noch 
Anforderungen an die Sozialkompetenz beinhalte, eingeschränkt sein soll, sei nicht ersichtlich 
und gehe nicht aus dem Gerichtsgutachten hervor. Ein Rentenanspruch sei deshalb zu Recht 
verneint worden. In der erwähnten Stellungnahme wies Dr. B.____ vorab darauf hin, dass die 
Diagnoseliste nicht zwischen Diagnosen mit und solchen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfä-
higkeit unterscheide. Nachvollziehbar sei, so Dr. B.____ weiter, die neuropsychologische Abklä-
rung, wonach bei alters- und ausbildungsadäquater kognitiver Leistungsfähigkeit die Arbeitsfä-
higkeit uneingeschränkt vorhanden sei. Gefolgt werden könne auch der Beurteilung aus rheu-
matologischer Sicht, wonach die minimal eingeschränkte Belastbarkeit der linken Schulter sich 
nicht auf die angestammte oder auf eine Verweistätigkeit auswirke. Im Gegensatz dazu sei aber 
die aus psychiatrischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit nicht rechtsgenüglich begründet. Es 
werde nicht aufgezeigt, dass die Kardinalkriterien der Persönlichkeitsstörung, so beispielsweise 
die schwer dysfunktionalen Verhaltensweisen, vorliegen würden. Ebenfalls nicht nachvollzieh-
bar sei insbesondere, dass die psychiatrische Gutachterin eine Unterscheidung treffe hinsicht-
lich der Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten mit und ohne Führungsaufgaben. Eine derartige Ein-
schränkung sei zwar nachvollziehbar, aber gemäss Aktenlage habe die Versicherte gar keine 
Führungsaufgaben inne. 
 
6.3 Mit Eingabe vom 22. Januar 2020 nahm die Beschwerdeführerin ihrerseits zum 
MEDAS-Gerichtsgutachten Stellung. Dabei rügte sie, dass die Expertise praktisch ausschliess-
lich ihren Gesundheitszustand festhalte, wie er sich im Zeitpunkt der Begutachtung im Oktober 
2019 präsentiert habe. Dieser Zeitpunkt sei aber für die Beurteilung der Beschwerde nicht rele-
vant. Massgebend sei einzig der Gesundheitszustand, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlas-
ses der angefochtenen Verfügung - also bis zum 10. Oktober 2018 - entwickelt habe. Retro-
spektiv liessen sich dem Gutachten eigentlich keine Aussagen entnehmen, weshalb für die Zeit 
vor seiner Erstellung von den früheren, echtzeitlichen Einschätzungen auszugehen sei. Dem-
nach sei bis März 2016 von einer Arbeitsfähigkeit von 20 - 30 %, seit April 2016 gestützt auf das 

 

 
 
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Gutachten von Dr. D.___ von einer Arbeitsfähigkeit von weiterhin 20 % und seit der Begutach-
tung durch Dr. F.____ im Oktober 2017 von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen. Die 
aktuelle Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im MEDAS-Gutachten, wonach ihr bei eigener Zeit-
einteilung eine Tätigkeit von fünf Stunden pro Tag möglich sein soll, gebe die Situation im Zeit-
punkt der Begutachtung (Oktober 2019) wieder. Sie dürfe hier nicht berücksichtigt werden, da 
im vorliegenden Beschwerdeverfahren lediglich der Gesundheitszustand im bzw. dessen Ent-
wicklung bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 10. Oktober 2018 
zu beurteilen sei.  
 
7.1 Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.3.1 hiervor), weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten 
nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Exper-
ten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, 
um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann 
vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingehol-
tes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Abwei-
chende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen 
anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichts-
gutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise 
für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens 
abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). Vorliegend ist 
keiner der genannten Gründe gegeben, die ein Abweichen von den Ergebnissen des MEDAS-
Gerichtsgutachtens vom 15. November 2019 rechtfertigen würden. Dieses ist - wie dies vom 
Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.2 hiervor) - für die streitigen Belange umfassend, es be-
ruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, es ist in 
Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und es setzt sich mit den vorhandenen abweichen-
den ärztlichen Einschätzungen auseinander. Die Begründung einzelner medizinischer Feststel-
lungen und Einschätzungen ist zwar zum Teil eher knapp ausgefallen (vgl. E. 7.2 hiernach), 
nichtsdestotrotz erweisen sich die Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und die Be-
urteilung der medizinischen Situation im Ergebnis jedoch als nachvollziehbar und schlüssig.  
 
7.2 Die geschilderten Einwände der Parteien sind nicht geeignet, die ausschlaggebende 
Beweiskraft des MEDAS-Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen.  
 
7.2.1 Die Beschwerdegegnerin stellt als erstes die im Gutachten erhoben Diagnose einer 
Persönlichkeitsstörung in Frage. Der RAD-Arzt Dr. B.___ macht in seiner Beurteilung vom 
9. Dezember 2019 diesbezüglich geltend, dass im psychiatrischen Teil des Gutachtens die Kar-
dinalkriterien der Persönlichkeitsstörung nicht beschrieben würden; dies gelte insbesondere für 
das Diagnosekriterium einer schweren dysfunktionalen Verhaltensweise, die sich auf allen Ach-
sen des Lebens schädigend auswirke. Im Zusammenhang mit der strittigen Diagnosestellung 
gilt es vorab zu berücksichtigen, dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache 
her nicht ermessensfrei erfolgen kann und dem medizinischen Sachverständigen deshalb prak-
tisch immer einen gewissen Spielraum eröffnet, innerhalb welchem verschiedene Interpretatio-
nen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist. 
Daher ist es nicht angängig, eine medizinische Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen 

 

 
 
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und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn entweder behandelnde oder aber ver-
sicherungsinterne Ärzte - wie hier ein RAD-Arzt - zu unterschiedlichen Einschätzungen gelan-
gen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es 
sich, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen der psy-
chiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet sind, zu einer abweichenden Be-
urteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Februar 2017, 9C_338/2016, E. 5.5 mit 
Hinweisen). Letzteres ist vorliegend jedoch nicht der Fall. Was die monierte "Begründungsdich-
te" angeht, trifft es zwar zu, dass im Gutachten eher knapp begründet wird, weshalb die Gut-
achter das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung bejahen, von einer unzureichenden oder gar 
fehlenden Begründung kann jedoch nicht gesprochen werden. So schildert die Fachärztin, die 
den psychiatrischen Teil des Gutachtens verfasst hat, vorab die bei der Beurteilung einer Per-
sönlichkeitsstörung nach der ICD-10 zu beachtenden diagnostischen Leitlinien (vgl. 42 f. des 
Gutachtens). Anschliessend weist sie darauf hin, dass die neuropsychologische Vorgutachterin 
Dr. F.____ neben der Verhaltensbeobachtung aufgrund der Ergebnisse des MMPI den deutli-
chen Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung, vorwiegend dependenter und histrionischer Art, 
geäussert habe. Verhaltensauffälligkeiten seien sodann auch von den Vorgutachtern beschrie-
ben worden. Zur Verbesserung der Reliabilität der Diagnose habe man der Explorandin in der 
aktuellen Untersuchung den SCID-Screeningbogen vorgelegt und auf dieser Basis das struktu-
rierte klinische Interview mit ihr durchgeführt. Danach habe die Versicherte die Kriterien einer 
zwanghaften Persönlichkeitsstörung erfüllt und Akzentuierungen in den Bereichen histrionischer 
und narzisstischer Persönlichkeitszüge aufgewiesen. In der ICD-10 müsse die zwanghafte Per-
sönlichkeitsstörung der Ziffer F60.8 zugeordnet werden, differentialdiagnostisch gehe es um 
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit zwanghaften, histrionischen und narzisstischen 
Zügen gemäss ICD-10 F61. Im Weiteren führt die psychiatrische MEDAS-Gutachterin in ihrer 
Beurteilung aus, wenn man die Lebensbewährung der Versicherten betrachte bzw. nach der 
klinischen Fundierung gemäss den diagnostischen Leitlinien schaue, würden weiter einige Fra-
gen offen bleiben, die am ehesten mit dem hohen Ziel chinesischer Kultur zu tun hätten, eine 
stabile, freundliche und heitere Fassade zu zeigen. Dieses Verhalten sei auch in den Vorberich-
ten vielfach beschrieben worden. Das genannte Ziel erkläre auch am ehesten die Diskrepanz 
zwischen einerseits dissimulierenden Äusserungen der Versicherten und andererseits fortbe-
stehenden geschilderten Beschwerden. Fragen würden sich aber auch im Hinblick auf das be-
rufliche Funktionsniveau der Explorandin stellen, wenn man den IK-Auszug und die ergänzen-
den Angaben zur Berufsbiografie in der aktuellen Untersuchung betrachte. Subjektiv schildere 
die Versicherte ihre Berufsbiografie als Erfolgsgeschichte bis zum Zeitpunkt des Unfallereignis-
ses. Der IK-Auszug zeige aber wechselnde und kurze Anstellungsverhältnisse. Die vorgebrach-
ten Gründe für die Stellenwechsel würden nicht durchwegs überzeugen. Diese dürften denn 
auch eher auf nicht benannte bzw. nicht eingestandene Probleme am Arbeitsplatz zurückzufüh-
ren sein (vgl. S. 43 des Gutachtens).  
 
7.2.2 Die IV-Stelle beanstandet weiter, dass im MEDAS-Gutachten in der Liste der erhobe-
nen Diagnosen nicht differenziert werde zwischen Diagnosen mit und solchen ohne Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit. Diese Rüge trifft zu und es ist auch richtig, dass die fehlende ent-
sprechende Zuordnung in der Zusammenstellung der Diagnosen nicht der sonst in Gutachten 
üblichen Darstellungsweise entspricht. Dieser "Mangel" ist nun aber nicht geeignet, die Ergeb-

 

 
 
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nisse, zu denen die Gutachter gelangt sind, in Frage zu stellen, denn die entsprechende Zuord-
nung der Diagnosen kann dem Gutachten an anderer Stelle entnommen werden. Nachdem bei 
der Versicherten weder aus rheumatologischer noch aus neuropsychologischer Sicht die Ar-
beitsfähigkeit limitierende Einschränkungen festgestellt wurden, kommen als Diagnosen, die 
sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken, nur im psychiatrischen Fachgebiet erhobene Gesund-
heitsbeeinträchtigungen in Frage. Diesbezüglich kann der "Konsensbeurteilung" der involvierten 
Gutachter entnommen werden, dass es die Diagnosen der Persönlichkeitsstörung und der re-
zidivierenden depressiven Störung sind, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. So wird im 
entsprechenden Abschnitt des Gutachtens (vgl. dessen S. 59) festgehalten, dass die Exploran-
din aufgrund ihrer Persönlichkeitsstörung bei Tätigkeiten mit Führungsfunktionen und intensive-
rer Zusammenarbeit mit anderen nicht mehr arbeitsfähig sei. Zudem bestünden bei Arbeiten 
ohne Führungsfunktionen Einschränkungen leicht bis mittelschweren Ausmasses aufgrund der 
rezidivierenden depressiven Störung mit ausgeprägter Somatisierung - differenzialdiagnostisch 
einer zusätzlichen Somatisierungsstörung - und der Komorbidität durch die Persönlichkeitsstö-
rung. 
 
7.2.3 Im Weiteren moniert die IV-Stelle, dass die Gutachter bei der Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit nicht näher zwischen der angestammten Tätigkeit einerseits und (zumutbaren) Ver-
weistätigkeiten anderseits unterscheiden würden. Dieser Einwand ist ebenfalls berechtigt, wird 
doch bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit lediglich festgehalten, die Versicherte sei in der 
Lage, ca. fünf Stunden pro Tag "einer Tätigkeit im breiten Spektrum ihres Ausbildungsbereichs" 
nachzugehen. Es wäre zwar wünschenswert gewesen, wenn die Gutachter bei ihrer Einschät-
zung der Arbeitsfähigkeit die von der IV-Stelle als erforderlich erachtete Differenzierung vorge-
nommen hätten, der Umstand, dass sie vorliegend davon abgesehen haben, führt aber nicht 
zur Unverwertbarkeit ihrer Beurteilung. In diesem Zusammenhang gilt es nämlich auch die Be-
rufsbiografie der Versicherten zu berücksichtigen, die vor Eintritt des Gesundheitsschadens 
sehr unterschiedliche Tätigkeiten ausgeübt hatte. Nach ihrer Einreise in die Schweiz absolvierte 
sie ein Studium in H.___, das sie mit einem Master in Wirtschaft abschloss. Danach war sie bei 
einem Grossverteiler angestellt und sie unterrichtete in einer Sprachschule. Anschliessend ar-
beitete sie für ein grosses Möbel- und Einrichtungshaus, wo sie gemäss ihren Angaben zuerst 
ein Logistik-Setup entwickelte und anschliessend als Managerin tätig war. Drei Monate vor ih-
rem Unfall vom 29. Dezember 2009 nahm sie dann eine selbständige Tätigkeit im Consulting-
Bereich auf. Vor dem Hintergrund dieser vielfältigen Tätigkeiten ist es nachvollziehbar, dass die 
Gutachter bei ihrer Einschätzung von einer Differenzierung zwischen einer angestammten Ar-
beit einerseits und Verweistätigkeiten andererseits abgesehen haben.  
 
7.2.4 Im Lichte der Berufsbiografie der Versicherten ist es - entgegen der Auffassung der IV-
Stelle - auch nicht zu beanstanden, dass die Gutachter bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
zwischen Tätigkeiten mit und ohne Führungsfunktionen unterscheiden. Unmittelbar vor dem 
Unfallereignis arbeitete die Versicherte als selbständig Erwerbende im Consulting-Bereich. Die-
se Tätigkeit war nicht mit Führungsfunktionen verbunden, bei den vorherigen Tätigkeiten als 
Angestellte, insbesondere bei der Arbeit als Managerin in einem Möbel- und Einrichtungshaus, 
war dies hingegen der Fall. Aus diesem Grund macht die gutachterliche Differenzierung von 
Arbeiten mit und solchen ohne Führungsaufgaben durchaus Sinn. 

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
7.2.5 Die IV-Stelle kritisiert schliesslich, die Gutachter hätten auch ihre Einschätzung, wo-
nach die Versicherte lediglich noch während ca. fünf Stunden pro Tag in der Lage sei, einer 
Tätigkeit nachzugehen, nur unzureichend begründet. Diesem Einwand kann ebenfalls nicht bei-
gepflichtet werden. Es trifft zwar zu, dass die Ausführungen zum Ausmass der Arbeitsfähigkeit 
im Vergleich zu den übrigen Teilen des Gutachtens, wie etwa zu der sehr ausführlichen und von 
den Gutachtern sehr sorgfältig erarbeiteten Anamnese, ausgesprochen knapp ausgefallen sind. 
Gerade weil es sich vorliegend um ein Gerichtsgutachten handelt, wäre eine etwas einlässliche-
re Begründung der Zumutbarkeitsbeurteilung wünschenswert gewesen. Insgesamt sind die gut-
achterlichen Schlussfolgerungen aber im Lichte des ganzen Gutachtens und der Vorakten 
durchaus nachvollziehbar und letztlich somit nicht zu beanstanden. An dieser Stelle kann zu-
dem nochmals auf das bereits Gesagte (vgl. E. 7.2.1) verwiesen werden, wonach bei der Wür-
digung psychiatrischer Gerichtsgutachten jeweils zu berücksichtigen ist, dass die psychiatrische 
Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann und dem oder der 
medizinischen Sachverständigen deshalb praktisch immer einen gewissen Spielraum eröffnet, 
innerhalb welchem verschiedene Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, 
sofern der Experte lege artis vorgegangen ist. Dass Letzteres vorliegend der Fall ist, wurde be-
reits oben (vgl. E. 7.1 hiervor) festgehalten.  
 
7.3.1 Die Beschwerdeführerin rügt ihrerseits, dass die Expertise praktisch ausschliesslich 
ihren Gesundheitszustand festhalte, wie er sich im Zeitpunkt der Begutachtung im Oktober 
2019 präsentiert habe. Auch die aktuelle Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im MEDAS-Gutachten, 
wonach ihr bei eigener Zeiteinteilung eine Tätigkeit von fünf Stunden pro Tag möglich sein soll, 
gebe die Situation im Zeitpunkt der Begutachtung (Oktober 2019) wieder. Diese Einschätzung 
dürfe hier nicht berücksichtigt werden, da im vorliegenden Beschwerdeverfahren lediglich der 
Gesundheitszustand im bzw. dessen Entwicklung bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefoch-
tenen Verfügung vom 10. Oktober 2018 zu beurteilen sei.  
 
7.3.2 Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Gesetz-
mässigkeit der Verwaltungsverfügungen in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des 
Verfügungserlasses gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, 
sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein. Ausnahmsweise 
kann das Gericht aus prozessökonomischen Gründen auch die Verhältnisse nach Erlass der 
Verfügung in die richterliche Beurteilung miteinbeziehen und zu deren Rechtswirkungen über 
den Verfügungszeitpunkt hinaus verbindlich Stellung beziehen, mithin den das Prozessthema 
bildenden Streitgegenstand in zeitlicher Hinsicht ausdehnen. Eine solche Ausdehnung des rich-
terlichen Beurteilungszeitraums ist jedoch - analog zu den Voraussetzungen einer sachlichen 
Ausdehnung des Verfahrens auf eine ausserhalb des durch die Verfügung bestimmten Rechts-
verhältnisses liegende spruchreife Frage - nur zulässig, wenn der nach Erlass der Verfügung 
eingetretene, zu einer neuen rechtlichen Beurteilung der Streitsache ab jenem Zeitpunkt füh-
rende Sachverhalt hinreichend genau abgeklärt ist, die betreffende Frage mit dem bisherigen 
Streitgegenstand so eng zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen 
werden kann, und die Verfahrensrechte der Parteien, insbesondere deren Anspruch auf rechtli-
ches Gehör, respektiert worden sind (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Oktober 2015, 

 

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

9C_540/2015, E. 3.1 mit Hinweisen; BGE 130 V 138 E. 2.1). Diese Voraussetzungen sind vor-
liegend erfüllt. Der medizinische Sachverhalt ist durch das MEDAS-Gutachten bis zum Zeit-
punkt der dortigen Begutachtung im Oktober 2019 genau abgeklärt, der Verlauf des Gesund-
heitszustands bildet eine zentrale Frage der Streitsache, sodass ohne Weiteres von einer Tat-
bestandsgesamtheit gesprochen werden kann, und die Parteien konnten sich im vorliegenden 
Beschwerdeverfahren hinlänglich zum Gesundheitszustand im und zu dessen Entwicklung bis 
zum Zeitpunkt der MEDAS-Begutachtung äussern. Der Streitgegenstand ist deshalb - entgegen 
der Auffassung der Beschwerdeführerin - in zeitlicher Hinsicht bis zum Zeitpunkt des Gerichts-
gutachtens vom 15. November 2015 auszudehnen.  
 
8. Gestützt auf die Ergebnisse des MEDAS-Gerichtsgutachtens sind zusammenfassend 
für die einzelnen Zeitphasen folgende Arbeitsfähigkeitsgrade festzulegen: Die Versicherte mel-
dete sich am 16. Juni 2014 bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an. Eine Rentenzusprache 
kann somit frühestens sechs Monate später, d.h. ab 1. Dezember 2014 erfolgen. Im damaligen 
Zeitraum bewegte sich die Arbeitsfähigkeit laut MEDAS-Gutachten in einer Grössenordnung 
von 20 - 30 %. Der Klarheit halber rechtfertigt es sich, hier auf einen Mittelwert von 25 % abzu-
stellen. Ab der Begutachtung durch die Dres. C.___ und D.____, d.h. ab anfangs März 2016 ist 
von einer höheren Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen. Diese hatte Bestand bis zur MEDAS-
Begutachtung im Oktober 2019. Seither ist von einer nochmals leicht höheren Arbeitsfähigkeit 
in der Grössenordnung von ca. fünf Stunden pro Tag, was bei einer durchschnittlichen wöchent-
lichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden umgerechnet einer 60 %-igen Arbeitsfähigkeit entspricht, 
auszugehen (vgl. zu diesem Verlauf E. 6.1.4 hiervor).  
 
9. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 2.4 hiervor), ist der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen 
Versicherten aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Nun gilt es allerdings zu 
beachten, dass die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 10. Oktober 2018 einen Ren-
tenanspruch der Versicherten im Wesentlichen mit der Begründung ablehnte, dass das Warte-
jahr nicht erfüllt sei. Aus diesem Grund erübrige sich, so die IV-Stelle damals weiter, auch die 
Durchführung eines Einkommensvergleichs. Diese Auffassung erweist sich nach dem vorste-
hen Gesagten als unzutreffend. Da sich die Parteien aber bis anhin noch gar nicht zum Ein-
kommensvergleich und den damit zusammenhängenden Fragen geäussert haben, ist die Höhe 
des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin heute noch nicht spruchreif. Die angefochtene 
Verfügung vom 10. Oktober 2018 ist deshalb aufzuheben und die Angelegenheit ist an die IV-
Stelle zurückzuweisen. Diese wird für die einzelnen Zeitphasen ab dem 1. Dezember 2014 auf 
der Basis der vorstehend (vgl. E. 8 hiervor) verbindlich festgelegten Arbeitsfähigkeitsgrade die 
erforderlichen Einkommensvergleiche vorzunehmen und anschliessend über die der Versicher-
ten zustehenden Rentenansprüche zu verfügen haben. Die vorliegende Beschwerde ist in die-
sem Sinne teilweise gutzuheissen. 
 
10. Abschliessend bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 
 
10.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund-
sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefoch-
tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwä-

 

 
 
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gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer 
Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un-
terliegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen). 
 
10.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, wes-
halb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete 
Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 
 
10.3 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu 
übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeord-
net, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des 
Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. 
Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in den Fällen, in denen zur 
Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine 
Rückweisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrens-
fairness entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung dem 
Versicherer aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung 
von Art. 45 Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2). Vorliegend war das 
Gericht anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 9. Mai 2019 zum Ergebnis gelangt, dass 
ein Entscheid in der Angelegenheit gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich 
war. Es entschied deshalb, den Fall auszustellen und zur abschliessenden Klärung des medizi-
nischen Sachverhalts ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben, Wie sich 
anlässlich der heutigen Urteilsberatung gezeigt hat, war das in der Folge eingeholte MEDAS-
Gerichtsgutachten vom 15. November 2019 für eine abschliessende Beurteilung des medizini-
schen Sachverhalts unerlässlich. Im Lichte der geschilderten bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung sind demnach die Kosten der Begutachtung IV-Stelle aufzuerlegen. Diese Kosten belau-
fen sich insgesamt auf Fr. 16'108.50; sie setzen sich zusammen aus den Kosten der MEDAS 
gemäss der Honorarrechnung vom 15. November 2019 im Betrag von Fr. 15'737.50 für die Er-
stellung des Gutachtens sowie aus Laborkosten von Fr. 198.70 und aus Kosten für die Erstel-
lung von Röntgenbildern im Betrag von Fr. 172.30.  
 
10.4 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Partei-
entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdefüh-
rerin machte in seiner Honorarnote vom 18. April 2019, die er im Hinblick auf die erste Urteils-
beratung vom 9. Mai 2019 eingereicht hatte, einen Zeitaufwand von 13,6 Stunden und Ausla-
gen von Fr. 130.20 geltend, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und 

 

 
 
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Rechtsfragen als angemessen erwies. Mit Verfügung vom 30. März 2020 forderte das Kantons-
gericht den Rechtsvertreter sodann auf, innert unerstreckbarer Frist bis 20. April 2020 eine ak-
tualisierte Honorarnote nach Zeitaufwand einzureichen. Gleichzeitig wurde er darauf hingewie-
sen, dass das Honorar nach Ermessen festgesetzt werde, falls bis zum genannten Termin kei-
ne Honorarnote eingehen sollte. In der Folge liess der Rechtsvertreter dem Kantonsgericht kei-
ne aktualisierte Kostennote zukommen, sodass das Honorar ankündigungsgemäss nach Er-
messen festzusetzen ist. Mit Blick auf die seit Einreichung der ersten Honorarnote vom 18. April 
2019 bis zur heutigen zweiten Urteilsberatung getätigten Bemühungen erscheint es angemes-
sen, dem Rechtsvertreter zusätzlich zu dem in der ursprünglichen Honorarnote ausgewiesenen 
Zeitaufwand von 13,6 Stunden einen weiteren Zeitaufwand von 6,4 Stunden zu vergüten sowie 
die Auslagen von Fr. 130.20 auf pauschal Fr. 150.-- zu erhöhen. Die entschädigungsberechtig-
ten Bemühungen im Umfang von somit insgesamt 20 Stunden sind zu dem in Sozialversiche-
rungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stun-
denansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 5‘546.55 (20 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 150.-- 
zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 
11. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 
2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zuläs-
sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenent-
scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 
Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid her-
beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Be-
weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur 
Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um 
einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei-
sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen 
Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2).  
 
Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischenentscheid 
im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angele-
genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun-
gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechts-
mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen 
und die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 
10. Oktober 2018 wird aufgehoben. Die Angelegenheit wird an die IV-
Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen, damit diese die der Be-
schwerdeführerin ab 1. Dezember 2014 zustehenden Rentenansprü-
che im Sinne der Erwägungen berechne und anschliessend darüber 
neu verfüge. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von 
Fr. 16'108.50 werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 

 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Par-
teientschädigung in der Höhe von Fr. 5'546.95 (inkl. Auslagen und 
7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 
 
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