# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f503c452-b768-58e8-98e9-59e5d62afd11
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-01-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.01.2025 D-8135/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8135-2024_2025-01-31.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-8135/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  J a n u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Daniela Brüschweiler, 

mit Zustimmung von Richterin Roswitha Petry;   

Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Dr. iur. Eylem Copur,  

Rechtsschutz für Asylsuchende, (…),  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung (Nichteintreten sicherer Drittstaat); 

Verfügung des SEM vom 20. Dezember 2024. 

 

 

 

D-8135/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin reichte am 12. November 2024 in der Schweiz ein 

Asylgesuch ein. Dabei führte sie unter anderem eine griechische Aufent-

haltsbewilligung und einen griechischen Reiseausweis mit und reichte ei-

nen Ausweis des "Afghanistan Journalist Council" ein. Sodann machte sie 

geltend, bei den in der Schweiz unter N (…) ([B._______]) und N (…) 

([C._______]) registrierten Personen handle es sich um ihre Mutter und 

ihren Bruder. 

B.  

Ein Abgleich ihrer Fingerabdrücke mit der "Eurodac"-Datenbank ergab, 

dass sie am 10. Januar 2024 in Griechenland um Asyl nachgesucht hatte 

und ihr dort am 17. Juni 2024 Schutz gewährt worden war. 

C.  

Gestützt auf die Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Parlaments und 

des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Normen und Ver-

fahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal anwesender Dritt-

staatsangehöriger (nachfolgend: Rückführungs-Richtlinie) und auf das Ab-

kommen zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Regierung 

der Hellenischen Republik über die Rückübernahme von Personen mit ir-

regulärem Aufenthalt vom 28. August 2006 (SR 0.142.113.729) ersuchte 

das SEM die griechischen Behörden am 18. November 2024 um Rück-

übernahme der Beschwerdeführerin. Die griechischen Behörden stimmten 

diesem Ersuchen am 27. November 2024 zu. Gleichzeitig bestätigten sie 

den Flüchtlingsstatus der Beschwerdeführerin und die Gültigkeit ihrer Auf-

enthaltsbewilligung bis zum 16. Juni 2027. 

D.  

D.a Am 22. November 2024 wurde der Beschwerdeführerin schriftlich das 

rechtliche Gehör zu einem Nichteintretensentscheid gemäss Art. 31a 

Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) und zur Wegweisung nach Griechenland 

gewährt. 

 

D.b Die Beschwerdeführerin nahm mit Schreiben vom 28. November 2024 

Stellung. Dabei führte sie aus, ihr Vater befinde sich aktuell noch in Grie-

chenland, wo er keine finanzielle oder anderweitige Unterstützung erhalte. 

Sie selber habe während des Asylverfahrens in Griechenland unentgeltlich 

als Dolmetscherin gearbeitet. Trotzdem habe sie nach der Schutzgewäh-

rung keine Stelle gefunden und auch keine staatliche finanzielle Unter- 

D-8135/2024 

Seite 3 

stützung erhalten; damals habe ihr Bruder noch auf einem Feld gearbeitet 

und so auch ihren Lebensunterhalt finanzieren können. Rund einen Monat 

nach der Schutzgewährung sei sie von ihrem Bruder und ihrer Mutter ge-

trennt worden. Sie habe dann in einer Halle am Boden übernachtet, wo sie 

von jungen Männern sexuell belästigt worden sei. Die hygienischen Zu-

stände in der Unterkunft seien desolat gewesen; auch das griechische 

Fernsehen habe darüber berichtet. Wegen dieser schwierigen Umstände 

habe sie Griechenland Ende August 2024 auf dem Luftweg verlassen. So-

dann machte die Beschwerdeführerin geltend, sie leide unter (…), (…) und 

(…); diese Beschwerden seien durch die Erlebnisse in Griechenland aus-

gelöst worden. Aus dem ärztlichen Kurzbericht vom 20. November 2024 

gehe hervor, dass ein Verdacht auf eine (…) bestehe und sie daher einer 

Psychiaterin zugewiesen worden sei; zudem sei eine (…) gefunden wor-

den sei. Wenn sie nach Griechenland zurückkehren müsste, würde sie sich 

das Leben nehmen, sei es doch in Griechenland dasselbe wie in Afghanis-

tan. 

 

E.  

Am 2. Dezember 2024 stellte D._______ in der Schweiz ein Asylgesuch 

und gab an, der Vater der Beschwerdeführerin zu sein. Er wurde unter 

N (…) registriert. 

F.  

F.a Das SEM händigte der Beschwerdeführerin beziehungsweise der zu-

gewiesenen Rechtsvertretung am 17. Dezember 2024 die entscheidrele-

vanten Akten sowie den Entscheidentwurf zur Stellungnahme aus. 

 

F.b Die Beschwerdeführerin liess sich mit Eingabe vom 18. Dezember 

2024 vernehmen. Vorab führte sie aus, sie sei im Asylverfahren mit ihrem 

Bruder und ihren Eltern, weshalb sie um koordinierte Behandlung dieser 

Verfahren ersuche. Sodann verwies sie auf ihre Argumentation in der Stel-

lungnahme vom 28. November 2024 und betonte, ihr Gesundheitszustand 

würde sich bei einer Rückkehr nach Griechenland drastisch verschlech-

tern; eine Überstellung nach Griechenland sei daher unzulässig. Im Übri-

gen sei der medizinische Sachverhalt noch nicht ausreichend erstellt und 

sie sei nie mündlich zu den Wegweisungshindernissen befragt worden. Sie 

habe eine Therapie bei einer Psychologin angefangen und viele Medika-

mente erhalten. Immer wieder erleide sie Anfälle, deren Ursache nicht ge-

klärt seien; zudem leide sie an (…). Schliesslich werde darum ersucht, ihre 

Familie nicht zu trennen und die Verfahren koordiniert zu behandeln. 

 

D-8135/2024 

Seite 4 

F.c Gemäss Mitteilung der Rechtsvertretung und Informationen des Ge-

sundheitsdienstes des Bundesasylzentrums (BAZ) E._______ wird die Be-

schwerdeführerin seit dem 18. Dezember 2024 in der (…) stationär behan-

delt. Hingegen sei keine (…) bekannt und bis anhin beim Gesundheits-

dienst auch nie geltend gemacht worden.  

 

G.  

Mit Verfügung vom 20. Dezember 2024 – eröffnet am 23. Dezember 2024 

– trat das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG auf das 

Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht ein, wies sie aus der Schweiz 

weg und forderte sie auf, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft 

zu verlassen, ansonsten sie in Haft genommen und unter Zwang nach 

Griechenland zurückgeführt werden könnte. Ferner beauftragte das SEM 

den Kanton E.______ mit dem Vollzug der Wegweisung und ordnete die 

Aushändigung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an 

die Beschwerdeführerin an. 

H.  

Die Beschwerdeführerin erhob mit Eingabe vom 24. Dezember 2024 beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte dabei, die ange-

fochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zur vollständigen 

Feststellung des Sachverhalts, allenfalls zur Anordnung einer vorläufigen 

Aufnahme an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht er-

suchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

I.  

Am 27. Dezember 2024 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Ein-

gang der Beschwerde. 

J.  

Mit Eingabe vom 27. Dezember 2024 (Eingang beim Bundesverwaltungs-

gericht: 30. Dezember 2024) liess die Beschwerdeführerin einen am 

24. Dezember 2024 verfassten Bericht einer Assistenzärztin der (…), wo-

nach sie sich seit dem 18. Dezember 2024 in stationärer Behandlung be-

finde, zu den Akten reichen.  

 

 

 

D-8135/2024 

Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 

 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie 

ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 3 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist daher einzutreten. 

2.  

Hinsichtlich des Prozessgegenstands ist festzustellen, dass sich aus den 

Beschwerdebegehren und insbesondere deren Begründung ergibt, dass 

sich die Beschwerde ausschliesslich gegen den von der Vorinstanz ange-

ordneten Vollzug der Wegweisung richtet. Die Dispositivziffern 1 und 2 der 

vorinstanzlichen Verfügung (Nichteintreten auf das Asylgesuch und Weg-

weisung aus der Schweiz) sind mangels Anfechtung in Rechtskraft erwach-

sen und bilden nicht Gegenstand des Verfahrens. 

3.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 

2014/26 E. 5). 

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Ge-

stützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schrif-

tenwechsels verzichtet. 

D-8135/2024 

Seite 6 

5.  

5.1 In der Beschwerde (vgl. S. 4–6) wird in der Hauptsache gerügt, die Vor- 

instanz habe die ärztlichen Berichte der (…) nicht abgewartet und ihr Wis-

sen über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bloss auf die 

Berichte des Gesundheitspersonals des BAZ vom 18. Dezember 2024 ab-

gestützt; beim Gesundheitspersonal handle es sich indes nicht um ausge-

bildete Psychiater oder Psychologen. Auch seien die Hintergründe des 

(…)-Aufenthalts nicht «problematisiert» worden, und zur Diabeteserkran-

kung habe sich das SEM bloss dahingehend geäussert, dass es sie als 

nicht erstellt erachtet habe. Schliesslich habe die Vorinstanz auch nicht 

weiter abgeklärt, ob die Beschwerdeführerin tatsächlich Zugang zur ge-

sundheitlichen Versorgung in Griechenland hätte. 

 

5.2 Das Asylverfahren wird vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht 

(Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach die Behörde von Amtes wegen 

für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachver-

haltes zu sorgen, die für das Verfahren notwendigen Unterlagen zu be-

schaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzuklären und ordnungsge-

mäss darüber Beweis zu führen hat (BVGE 2015/10 E. 3.2 m.w.H.). Die 

Behörde ist dabei jedoch nicht verpflichtet, zu jedem Sachverhaltselement 

umfangreiche Nachforschungen anzustellen. Zusätzliche Abklärungen 

sind vielmehr nur dann vorzunehmen, wenn sie aufgrund der Aktenlage als 

angezeigt erscheinen (vgl. dazu AUER/BINDER, in: Auer/Müller/Schindler 

[Hrsg.], Kommentar zum VwVG, 2. Aufl. 2019, Rz. 16 zu Art. 12).  

Die – bereits in der Stellungnahme zum Entscheidentwurf vom 18. Dezem-

ber 2024 angebrachte – Rüge der unvollständigen Sachverhaltsfeststel-

lung erweist sich als unbegründet. So hat sich das SEM einerseits am 

16. Dezember 2024 ein erstes und am 19. Dezember 2024 – nach Eingang 

des Schreibens vom 18. Dezember 2024 – ein weiteres Mal beim Gesund-

heitsdienst des BAZ E._______ nach dem aktuellen Zustand der Be-

schwerdeführerin erkundigt. In der Folge hat es sich insbesondere auch 

mit der auf die letzte Nachfrage erhaltenen Mitteilung, die Beschwerdefüh-

rerin befinde sich seit dem 18. Dezember 2024 in der (…) in stationärer 

Behandlung, befasst beziehungsweise diese Tatsache in seine eingehen-

den Erwägungen einfliessen lassen (vgl. angefochtene Verfügung S. 5–7). 

Sodann ist das SEM auch auf das Begehren nach einer mündlichen Befra-

gung der Beschwerdeführerin in Bezug auf allfällige Wegweisungsvoll-

zugshindernisse eingegangen, wobei es darlegte, aus welchen Gründen 

es eine persönliche Anhörung als nicht notwendig erachtete (vgl. angefoch-

tene Verfügung S. 4 f.). Der Umstand, dass die Vorinstanz die Vorbringen 

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Seite 7 

– und vorliegend insbesondere die gesundheitliche Situation – der Be-

schwerdeführerin nicht so beurteilt wie von ihr gewünscht, lässt nicht auf 

eine unrichtige oder unvollständige Sachverhaltserhebung beziehungs-

weise auf eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes schliessen. 

Vielmehr handelt es sich um eine materielle Frage, welche nachfolgend zu 

prüfen ist.  

5.3 Bei dieser Sachlage ist das Begehren um Rückweisung der Sache an 

die Vorinstanz zur vollständigen Feststellung des Sachverhalts abzuwei-

sen. 

 

6.  

6.1 Im Folgenden ist zu prüfen, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der 

Wegweisung der Beschwerdeführerin nach Griechenland entgegenstehen. 

Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 

möglich, so regelt die Vorinstanz das Anwesenheitsverhältnis nach den ge-

setzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (im Sinne von 

Art. 44 [zweiter Satz] AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 2-4 AIG [SR 142.20]). 

 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

6.2  

6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

6.2.2 Der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland erweist sich in Be-

achtung der genannten völker- und landesrechtlichen Bestimmungen als 

zulässig. Es handelt sich bei Griechenland um einen sicheren Drittstaat 

gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG, in welchem die Beschwerdeführerin 

Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG findet. Grie-

chenland ist sodann Signatarstaat der EMRK, der FoK und der FK sowie 

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Seite 8 

des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) und 

kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen grund-

sätzlich nach. Zwar erkennt das Bundesverwaltungsgericht an, dass die 

Lebensbedingungen in Griechenland für dort anerkannte Schutzberech-

tigte in fast allen Bereichen des täglichen Lebens äusserst schwierig sind 

und sich die Alltagsbewältigung beschwerlich gestaltet. Es ist aber nicht 

von einer Situation auszugehen, in der jeder Person mit Schutzstatus eine 

unangemessene und erniedrigende Behandlung im Sinne einer Verletzung 

von Art. 3 EMRK drohen würde. (vgl. Referenzurteil des BVGer 

E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022, E. 11.2 und 11.4).  

6.2.3 Aus den Akten ergeben sich keine konkreten Hinweise dafür, dass 

der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin den völkerrechtli-

chen Verpflichtungen der Schweiz entgegenstünde. Die Beschwerdeführe-

rin hat sich nach Anerkennung als Flüchtling lediglich knapp 5 Monate in 

Griechenland aufgehalten (vgl. SEM-Akten […] Ziff. 5.03). Vor diesem Hin-

tergrund und gestützt auf ihre pauschalen Angaben zu ihren in der Stel-

lungnahme vom 28. November 2024 vorgebrachten Bemühungen (vgl. 

(vgl. SEM-Akten […] S. 2), sich in Griechenland eine Lebensgrundlage auf-

zubauen respektive um Hilfe zu ersuchen, ist nicht davon auszugehen, 

dass sie alles ihr Zumutbare unternommen hätte, um Zugang zu den ihr 

zustehenden Leistungen zu erhalten.  

6.2.4 Ferner lassen auch die aktuellen gesundheitlichen Probleme vorab 

psychischer Art (mit welchen sich das SEM in der angefochtenen Verfü-

gung [vgl. S. 7–11] eingehend auseinandergesetzt hatte) nicht befürchten, 

dass die Beschwerdeführerin bei einer Überstellung nach Griechenland 

eine ernsthafte, rapide und irreversible Verschlechterung ihrer Lage, ver-

bunden mit übermässigem Leiden oder einer bedeutenden Verkürzung der 

Lebenserwartung, zu erwarten hätte (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili ge-

gen Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, 

§§ 183 ff.; bestätigt durch Urteil des EGMR Savran gegen Dänemark vom 

7. Dezember 2021, Grosse Kammer, Nr. 57467, §§ 124 ff). Weder die 

(knappen) Darlegungen in der Beschwerde noch die im ärztlichen Kurzbe-

richt der (…) vom 24. Dezember 2024 aufgelisteten Diagnosen ([…]) ver-

mögen an dieser Feststellung etwas zu ändern, zumal im besagten Bericht 

weder die Diagnosen näher ausgeführt noch entsprechende Therapien er-

wähnt werden.  

6.2.5 Auch der behauptete Umstand, dass die Beschwerdeführerin in Grie-

chenland offenbar vorübergehend getrennt von ihren Familienangehörigen 

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Seite 9 

gelebt haben soll und in der Unterkunft Opfer sexueller Belästigung durch 

junge, ebenfalls dort wohnende Männer geworden sei, vermag nicht zur 

Unzulässigkeit der Überstellung zu führen. An dieser Stelle ist darauf hin-

zuweisen, dass die Beschwerdeführerin zusammen mit ihrem Bruder (des-

sen Beschwerde gegen den Nichteintretensentscheid des SEM vom 

19. Dezember 2024 vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil E-

8131/2024 vom 8. Januar 2025 abgewiesen wurde) und allenfalls mit wei-

teren Angehörigen nach Griechenland zurückkehren kann und sich bei ei-

ner Wiederholung solcher Vorfälle – allenfalls mit Unterstützung ihres Bru-

ders – an die als schutzfähig und schutzwillig zu bezeichnenden zuständi-

gen griechischen Behörden wenden kann. Der Vollzug der Wegweisung ist 

demnach als zulässig zu qualifizieren. 

6.3  

6.3.1 Beim Vollzug von Wegweisungen in Mitgliedstaaten der EU besteht 

sodann die Vermutung der Zumutbarkeit (Art. 83 Abs. 5 Satz 2 AIG). 

 

6.3.2 Die Regelvermutung der Zumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung 

kann im Einzelfall umgestossen werden, wobei es der betroffenen Person 

obliegt, ernsthafte Anhaltpunkte dafür vorzubringen, dass die Behörden im 

konkreten Fall das Völkerrecht verletzen, ihr nicht den notwendigen Schutz 

gewähren oder sie menschenunwürdigen Lebensumständen aussetzen 

würden respektive, dass sie in Griechenland aufgrund von individuellen 

Umständen sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine exis-

tenzielle Notlage geraten würde (vgl. Referenzurteil des BVGer  

E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.4). 

6.3.3 In Bezug auf Griechenland präzisierte das Bundesverwaltungsge-

richt, dass die Legalvermutung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs grundsätzlich auch für vulnerable Personen gilt, wie zum Beispiel Per-

sonen, welche an gesundheitlichen Problemen leiden, die nicht als schwer-

wiegende Erkrankung einzustufen sind (vgl. Referenzurteil E-3427/2021, 

E-3431/2021 vom 28. März 2022 E. 11.5.1). Nicht aufrechterhalten wurde 

im genannten Urteil die Legalvermutung der Zumutbarkeit des Vollzugs der 

Wegweisung bei Personen, welche aufgrund ihrer besonders hohen Ver-

letzlichkeit im Fall einer Rückkehr nach Griechenland Gefahr laufen, dau-

erhaft in eine schwere Notlage zu geraten, weil sie nicht in der Lage sind, 

aus eigener Kraft die ihnen zustehenden Rechte vor Ort einzufordern. Das 

Gericht erachtet daher den Vollzug der Wegweisung von äusserst vul-

nerablen schutzberechtigten Personen, wie zum Beispiel unbegleiteten 

Minderjährigen oder Personen, deren psychische oder physische 

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Seite 10 

Gesundheit in besonders schwerwiegender Weise beeinträchtigt ist, 

grundsätzlich als unzumutbar, ausser es bestehen besonders begünsti-

gende Umstände, aufgrund derer ausnahmsweise von der Zumutbarkeit 

des Vollzugs der Wegweisung ausgegangen werden kann. Solche beson-

ders begünstigenden Umstände sind namentlich dann gegeben, wenn da-

von auszugehen ist, dass die äusserst vulnerablen Rückkehrenden Zu-

gang zu einer angemessenen Unterkunft, Grundversorgung, benötigten 

Gesundheitsleistungen und Hilfe zur sozialen sowie wirtschaftlichen In-

tegration haben werden. Das SEM ist gehalten, in Fällen, in denen die Ge-

suchstellenden zum genannten Personenkreis der äusserst Verletzlichen 

gehören, vertiefte Abklärungen vorzunehmen. Sind keine besonders be-

günstigenden Faktoren gegeben, ist der Vollzug der Wegweisung von äus-

serst verletzlichen Personen als unzumutbar zu bezeichnen (vgl. a.a.O. 

E. 11.5.3). 

6.3.4 Der behauptete Umstand, dass die Beschwerdeführerin während ih-

res Aufenthalts in Griechenland von jungen Männern in ihrer Unterkunft 

sexuell belästigt worden ist, lässt sie zwar als vulnerabel erscheinen, eine 

äusserst hohe Verletzlichkeit kann damit aber nicht begründet werden. Na-

mentlich ist nicht ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin deswegen der-

art hilflos wäre, dass sie bei einer Rückkehr nach Griechenland nicht in der 

Lage wäre, aus eigener Kraft die ihr zustehenden Rechte vor Ort einzufor-

dern, und daher in eine schwere Notlage geraten würde. Dies gilt umso 

mehr, als sie nicht allein, sondern – wie bereits erwähnt (vgl. E. 6.2.5) – 

gemeinsam mit ihrem Bruder nach Griechenland zurückkehren kann. 

Sollte sie erneut belästigt oder bedroht werden, kann sie sich – wie eben-

falls bereits dargelegt (vgl. E. 6.2.5) – in Griechenland an die als schutzwil-

lig und schutzfähig zu erachtenden, zuständigen staatlichen Stellen wen-

den. Es liegen auch keine anderweitigen Hinweise für die Annahme vor, 

die Beschwerdeführerin wäre nach einer Rückkehr nach Griechenland ei-

ner existenziellen Notlage ausgesetzt. So ist erneut darauf hinzuweisen, 

dass Griechenland an die Qualifikationsrichtlinie gebunden ist, auf die sich 

die Beschwerdeführerin als anerkannter Flüchtling berufen kann. Sie ver-

fügt gemäss eigenen Angaben über Kenntnisse mehrerer Sprachen (nebst 

ihrer Muttersprache Dari Usbekisch, Türkisch und Englisch) und hat wäh-

rend ihres griechischen Asylverfahrens als Dolmetscherin gearbeitet. Auf-

grund ihres Schutzstatus hat sie in Griechenland Zugang zum Arbeitsmarkt 

und zu Sozialleistungen wie auch zur Gesundheitsversorgung. Sie kann 

sich vor Ort an die entsprechenden Stellen wenden und im Bedarfsfall ist 

es ihr auch zuzumuten, ihre Rechte in Griechenland – einem Rechtsstaat 

D-8135/2024 

Seite 11 

mit einem funktionierenden Justizsystem – einzufordern, nötigenfalls mit 

anwaltlicher Hilfe oder der Unterstützung durch karitative Organisationen. 

6.3.5 Entgegen der Auffassung in der Beschwerde sind die psychischen 

Probleme der Beschwerdeführerin – wie schon in der angefochtenen Ver-

fügung (vgl. S. 11 f.) bereits im Wissen um die stationäre Behandlung ein-

gehend dargelegt – nicht als schwerwiegende Erkrankung im Sinne der 

zuvor zitierten Rechtsprechung einzustufen; mithin handelt es sich bei der 

Beschwerdeführerin auch diesbezüglich nicht um eine äusserst vulnerable 

Person. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz geht auch das Bundesver-

waltungsgericht von der Verfügbarkeit von Behandlungsangeboten, insbe-

sondere für psychische Störungen, in Griechenland aus (vgl. etwa Urteil 

des BVGer E-4776/2024 vom 28. August 2024 E. 8.2.2 m.w.H.) und es ist 

der Beschwerdeführerin zuzumuten, benötigte medizinische und psycho-

logische Behandlungen in Griechenland in Anspruch zu nehmen. Schliess-

lich haben in lebensbedrohlichen Situationen alle Personen in Griechen-

land, unabhängig von ihrem rechtlichen Status, Zugang zu Notfallstationen 

(vgl. Referenzurteil a.a.O., E. 9.8.2). Aus den Akten ergibt sich, dass die 

psychischen Probleme der Beschwerdeführerin verstärkt mit dem negati-

ven Entscheid der Vorinstanz und dem darin bestätigten Wegweisungsvoll-

zug aufgetreten sind. Es ist Sache der zuständigen Behörden, im Rahmen 

der konkreten Ausgestaltung des Vollzugs geeignete Massnahmen zu tref-

fen, um medizinisch und betreuungsmässig sicherzustellen, dass das Le-

ben und die Gesundheit der betroffenen Person möglichst nicht beeinträch-

tigt und einer allfälligen zeitweiligen Verschlechterung des psychischen Zu-

stands der Beschwerdeführerin begegnet wird. Sodann haben die mit dem 

Vollzug der Wegweisung beauftragten schweizerischen Behörden die grie-

chischen Behörden vor der Durchführung der Wegweisung über die beson-

deren medizinischen Bedürfnisse der Beschwerdeführerin zu informieren. 

Die Beschwerdeführerin ist ihrerseits gehalten, bei der Vorbereitung ihrer 

Rückkehr mit den Vollzugsbehörden zu kooperieren. Allenfalls bestehen-

den oder sich gar akzentuierenden suizidalen Tendenzen wäre im Hinblick 

auf einen zwangsweisen Wegweisungsvollzug durch geeignete medizini-

sche Massnahmen und Betreuung entgegenzuwirken. Es steht ihr darüber 

hinaus frei, medizinische Rückkehrhilfe zu beantragen (vgl. Art. 93 Abs. 1 

Bst. d AsylG, Art. 75 der der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999 [AsylV 

2, SR 142.312]).  

Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die im Verlauf des 

vorinstanzlichen Verfahrens geltend gemachte (…) und die (…) weder in 

D-8135/2024 

Seite 12 

der Beschwerde noch im Kurzbericht vom 24. Dezember 2024 erwähnt 

werden. 

6.3.6 Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit auch als zumutbar. 

6.4 Es ist schliesslich auch ohne Weiteres von der Möglichkeit des Weg-

weisungsvollzugs auszugehen (Art. 83 Abs. 2 AIG), da die griechischen 

Behörden der Rückübernahme der Beschwerdeführerin am 27. November 

2024 ausdrücklich zugestimmt haben und sie über eine gültige Aufenthalts-

bewilligung verfügt. 

6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug nach 

Griechenland zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. 

Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht 

(Art. 83 Abs. 1-4 AIG). 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist. Die 

Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

8.1 Mit dem vorliegenden Urteil ist das Gesuch um Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. 

8.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

abzuweisen, da sich die Begehren entsprechend den vorstehenden Erwä-

gungen von vornherein als aussichtlos im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG 

erwiesen haben. Demzufolge sind die Verfahrenskosten in der Höhe von 

Fr. 750.– (Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 

Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-8135/2024 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Kathrin Mangold Horni 

 

 

Versand: