# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b9b1100-4088-5403-8631-02fd3d8b4f97
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-09-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.09.2023 F-2832/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2832-2023_2023-09-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2832/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  S e p t e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 

Richter Basil Cupa, 

Richterin Claudia Cotting-Schalch, 

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______, 

2. B._______, 

Beschwerdeführende,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, Quellenweg 6, 

3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken; 

Verfügung des SEM vom 3. Mai 2023. 

 

 

 

F-2832/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die vietnamesische Staatsangehörige C._______ (geboren [...], nach-

folgend: Gesuchstellerin bzw. Eingeladene) beantragte am (...) bei der 

schweizerischen Botschaft in D._______ die Ausstellung eines Schengen-

Visums für einen Besuchsaufenthalt vom (...) bis (...) bei den im Kanton 

E._______ wohnhaften Beschwerdeführenden (vgl. SEM act. 7/117-122). 

Diese hatten zuvor ein entsprechendes Einladungsschreiben eingereicht 

(SEM act. 7/97). Grund für den Aufenthalt der Eingeladenen – einer (Nen-

nung Verwandtschaftsgrad) der Beschwerdeführerin – in der Schweiz sei, 

ihr die Schweiz zu zeigen und einen Einblick in die hiesigen Traditionen 

und die Kultur zu ermöglichen. 

A.b Mit Formular-Verfügung vom 27. Dezember 2022 lehnte die Botschaft 

den Visumsantrag ab, da die fristgerechte Wiederausreise der Gesuchstel-

lerin aus dem Schengen-Raum nicht als hinreichend gesichert erscheine 

(SEM act. 2/18). 

A.c Gegen den abschlägigen Visumsentscheid erhoben die Beschwerde-

führenden am 16. März 2023 Einsprache (SEM act. 2/19). In der Folge 

liess das SEM durch die kantonale Migrationsbehörde weitere Abklärungen 

zum Sachverhalt vornehmen (SEM act. 5/26 ff.). In diesem Zusammen-

hang wurden die Beschwerdeführenden zur Einreichung einer Stellung-

nahme zum Visumsgesuch der Gesuchstellerin aufgefordert. Mit Eingabe 

vom 4. April 2023 nahmen sie Stellung (vgl. SEM act. 6/52). 

B.  

Die Vorinstanz wies mit Entscheid vom 3. Mai 2023 die Einsprache ab. Zur 

Begründung führte sie im Wesentlichen aus, weder die wirtschaftliche Lage 

in Vietnam noch die allgemeine und persönliche Situation der Gesuchstel-

lerin biete Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise 

in ihr Heimatland (SEM act. 8/124-127). 

C.  

Mit an das Bundesverwaltungsgericht gerichteter Beschwerde vom 16. Mai 

2023 stellten die Beschwerdeführenden sinngemäss die Begehren, es sei 

die vorinstanzliche Verfügung aufzuheben und der Gesuchstellerin das be-

antragte Schengen-Visum auszustellen. 

F-2832/2023 

Seite 3 

F. 

Mit Vernehmlassung vom 6. Juli 2023 beantragte die Vorinstanz die Abwei-

sung der Beschwerde. 

D.  

Die Beschwerdeführenden liessen die ihnen eingeräumte Frist zur Replik 

ungenutzt verstreichen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Von der Vorinstanz erlassene Einspracheentscheide bezüglich Schen-

gen-Visa sind mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar 

(vgl. Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5 VwVG). Das Rechtsmittelverfahren richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt  

(Art. 37 VGG). 

1.2 Die Beschwerdeführenden haben am vorangegangenen Einsprache-

verfahren teilgenommen und sind als Gastgeber der Gesuchstellerin durch 

den angefochtenen Entscheid besonders berührt. Obwohl der ursprünglich 

angestrebte Besuchszeitraum inzwischen abgelaufen ist, muss auf ein fort-

bestehendes Rechtsschutzinteresse geschlossen werden. Dies belegt al-

lein schon die Einreichung des Rechtsmittels. Die Beschwerdeführenden 

sind daher zur Erhebung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 48  

Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten (vgl. Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG). 

1.3 In der vorliegenden Beschwerdeangelegenheit entscheidet das Bun-

desverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).  

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 

Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann 

die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

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gutheissen oder abweisen. Massgebend sind grundsätzlich die tatsächli-

chen Verhältnisse zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 

E. 2 m.H.). 

3.  

Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch einer vietnamesischen 

Staatsangehörigen um Erteilung eines Visums zu Besuchszwecken für die 

Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchstellerin nicht auf die EU/EFTA-Per-

sonenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die beabsichtigte Aufent-

haltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorliegende Streitsache in 

den persönlichen und sachlichen Anwendungsbereich der Schengen-As-

soziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den Schengen-Besitzstand 

und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte übernom-

men hat (BVGE 2014/1 E. 3; 2011/48 E. 3). Das Ausländer- und Integrati-

onsgesetz (AIG, SR 142.20) und dessen Ausführungsbestimmungen ge-

langen nur soweit zur Anwendung, als die Schengen-Assoziierungsabkom-

men keine abweichenden Bestimmungen enthalten (Art. 2 Abs. 4 AIG).  

4.  

4.1 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz eines Visums sind, falls 

ein solches nach Massgabe der Verordnung (EU) 2018/1806 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 14. November 2018 (Aufstellung der 

Liste der Drittländer, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aus-

sengrenzen im Besitz eines Visums sein müssen, sowie der Liste der Dritt-

länder, deren Staatsangehörige von dieser Visumpflicht befreit sind [ABl. L 

303/39 vom 28. November 2018; nachfolgend: Verordnung [EU] 

2018/1806; in Kraft seit 15. Februar 2019]) erforderlich ist (Art. 6 Abs. 1 

Bst. b der Verordnung [EG] Nr. 2016/399 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 9.  März 2016 über einen Gemeinschaftskodex für das 

Überschreiten der Grenzen durch Personen [Kodifizierter Text] [Schenge-

ner Grenzkodex, SGK, Abl. L 77/1 vom 23. März 2016]; Art. 6 Abs. 1 der 

Verordnung über die Einreise und die Visumserteilung vom 15. August 

2018 [VEV], in Kraft seit dem 15. September 2018; vgl. auch Art. 2 Ziff. 6 

SGK; Art. 5 Abs. 1 Bst. a AIG). Als vietnamesische Staatsangehörige un-

terliegt die Gesuchstellerin unbestrittenermassen der Visumspflicht (An-

hang I der bereits erwähnten Verordnung Nr. 2018/1806; Art. 8 Abs. 1 

VEV). 

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4.2 Voraussetzung zur Visumserteilung und zur Einreise ist unter anderem, 

dass die drittstaatsangehörige Person keine Gefahr für die öffentliche Ord-

nung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internatio-

nalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellt (Art. 6 Abs. 1 Bst. e SGK) 

und Gewähr für die gesicherte Wiederausreise bietet (Art. 32 Abs. 1 Bst. b 

der Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des 

Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [Visako-

dex, VK, ABl. L 243/1 vom 15. September 2009]; Art. 5 Abs. 2 AIG; 

BVGE 2011/48 E. 4.5; 2009/27 E. 5.2). Wenn die betreffende Person nicht 

bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristgerecht wieder zu 

verlassen, ist eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 

Abs. 1 Bst. e SGK anzunehmen (BVGE 2014/1 E. 4.3 m.H.). Die Behörden 

haben daher zu prüfen und drittstaatsangehörige Personen zu belegen, 

dass die Gefahr einer rechtswidrigen Einwanderung oder einer nicht frist-

gerechten Ausreise nicht besteht respektive dass die gesuchstellende Per-

son für die gesicherte Wiederausreise Gewähr bietet (Art. 14 Abs. 1 Bst. d 

VK; Art. 21 Abs. 1 VK; BVGE 2014/1 E. 4.4; Art. 5 Abs. 2 AIG; 

BVGE 2009/27 E. 5.2). 

4.3 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise 

zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es 

sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesge-

setz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 

3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 m.H.). Das Schengen-Recht schränkt die natio-

nalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Voraussetzung-

en für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die 

Einreise respektive das Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen 

nicht erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise respektive Visumserteilung 

vermittelt auch das Schengen-Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5).  

4.4 Sind sämtliche Voraussetzungen für die Visumserteilung erfüllt, ist das 

Schengen-Visum auszustellen. Ist hingegen einer der in Art. 32 Abs. 1 VK 

(nicht abschliessend) aufgelisteten Tatbestände gegeben, darf ein einheit-

liches Visum nicht erteilt werden (vgl. Art. 21 Abs. 1 und Abs. 3 VK; Art. 32 

Abs. 1 VK; BVGE 2014/1 E. 4.5; 2011/48 E. 4.6; Urteil des BVGer 

F-7617/2016 vom 12. März 2018 E. 4.1). Das Schengen-Visum ist deshalb 

unter anderem zu verweigern, wenn Zweifel an der von der drittstaatsan-

gehörigen Person bekundeten Absicht bestehen, das Hoheitsgebiet der 

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Mitgliedstaaten vor Ablauf der Gültigkeit des beantragten Visums wieder 

zu verlassen (Art. 32 Abs. 1 Bst. b VK; BVGE 2014/1 E. 4.4). Den Behörden 

kommt bei der Beurteilung, ob die Voraussetzungen für die Visumsertei-

lung erfüllt sind, ein weiter Beurteilungsspielraum zu (BVGE 2014/1 E. 

4.1.5 in fine; Urteil des BVGer F-7617/2016 E. 4.1).  

4.5 Sind – abgesehen vom Visum selbst – die Einreisevoraussetzungen 

nicht erfüllt, kann in Ausnahmefällen ein Visum mit räumlich beschränkter 

Gültigkeit erteilt werden, das nur für das Hoheitsgebiet des betreffenden 

Mitgliedstaats gilt. Von dieser Möglichkeit kann ein Mitgliedstaat unter an-

derem Gebrauch machen, wenn er es aus humanitären Gründen, aus sol-

chen des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtun-

gen für erforderlich hält (vgl. Art. 3 Abs. 4 VEV; Art. 25 Abs. 1 Bst. a VK; 

Art. 6 Abs. 5 Bst. c SGK). 

5.  

5.1 Aufgrund ihrer Staatszugehörigkeit unterliegt die Gesuchstellerin der 

Visumspflicht (vgl. E. 4.1 hiervor). Bei der Prüfung der Einreisevorausset-

zungen nach Art. 6 Abs. 1 SGK ist die Frage der gesicherten Wiederaus-

reise zentral. Eine solche erachtete das SEM aufgrund der allgemeinen 

Situation im Heimatland und der persönlichen Verhältnisse der eingelade-

nen Person als nicht genügend gewährleistet. 

5.2 In der Regel lassen sich keine gesicherten Feststellungen darüber tref-

fen, ob eine drittstaatsangehörige Person tatsächlich beabsichtigt, vor Ab-

lauf des Visums den Schengen-Raum zu verlassen, weshalb darüber eine 

Prognose zu erstellen ist. Hierzu sind alle Umstände des Einzelfalles zu 

würdigen. Die Beweisführungslast obliegt dabei der drittstaatsangehörigen 

Person (Art. 14 Abs. 1 Bst. d VK; Art. 14 Abs. 3 i.V.m. Anhang II VK; Art. 5 

Abs. 1 Bst. c SGK; Art. 5 Abs. 2 AIG; BVGE 2014/1 E. 4.4 und E. 6.1). An-

haltspunkte zur Beurteilung der Gewähr für eine fristgerechte Wiederaus-

reise können sich zunächst aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland 

der drittstaatsangehörigen Person ergeben. Namentlich bei Einreisegesu-

chen von Personen aus Staaten beziehungsweise Regionen mit politisch, 

wirtschaftlich und sozial ungünstigen Verhältnissen rechtfertigt sich eine 

strenge Praxis, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen erfah-

rungsgemäss häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten 

Einreisebewilligung im Einklang steht (BVGE 2014/1 E. 6.1 m.H.). 

5.3 Betreffend Vietnam ist Folgendes festzuhalten: Die in Richtung Markt-

wirtschaft gehenden Wirtschaftsreformen Vietnams waren in den 

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vergangenen knapp 30 Jahren äusserst erfolgreich. Das Land erlebte ei-

nen grossen wirtschaftlichen Aufschwung, wobei die jährlichen Wachs-

tumsraten in den letzten zehn Jahren zumeist zwischen 5 und 8 Prozent 

lagen. Nichtsdestotrotz ist das Wohlstandsniveau der meisten Vietname-

sen immer noch niedrig, wenn auch nur noch 10 Prozent der Bürger unter-

halb der Armutsgrenze leben. Seit 2010 gilt Vietnam als „Middle Income 

Country“, also als ein Land, in dem das Pro-Kopf-Jahreseinkommen bei 

über 1'000 US-Dollar liegt. Allerdings ist das Volkseinkommen zwischen 

Stadt und Land sehr ungleich verteilt. So verdienen die 20 Prozent der 

städtischen Bevölkerung 80 Prozent des Volkseinkommens. Die grössten 

Herausforderungen für die vietnamesische Volkswirtschaft ist eine zu ge-

ringe Produktivität, verursacht durch eine unzureichende Berufsbildung, 

teils unproduktive Staatsbetriebe und einen grossen informellen, ineffizien-

ten Sektor. Korruption, sowohl im staatlichen als auch im privatwirtschaftli-

chen Bereich, ist eine gängige Erscheinung. Neben der Exportindustrie 

bremst der Immobiliensektor die Konjunkturentwicklung. Während der Infra-

strukturausbau 2023 leicht zulegen dürfte, befindet sich der Wohnungsbau 

weiter in einer Krise, deren Ende nicht absehbar ist. Die Gründe dafür sind 

vielfältig, nebst der erwähnten Korruption auch gestiegene Zinsen und 

schleppende Genehmigungen (https://www.ihk.de/koeln/hauptnaviga-

tion/international/laender-und-maerkte/vietnam-basisinformationen-

5172204, alle abgerufen am 31.08.2023). 

5.4 Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz 

das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise von Besuchern aus 

Vietnam grundsätzlich als hoch einschätzt. Allerdings wäre es zu schema-

tisch und nicht haltbar, generell und ohne spezifische Anhaltspunkte aus-

schliesslich aufgrund der allgemeinen Lage in der Herkunftsregion auf eine 

nicht hinreichend gesicherte Wiederausreise zu schliessen. Es gilt viel-

mehr über die Situation im Herkunftsland hinaus die weiteren Umstände 

ebenfalls zu würdigen. Dabei sind in die Prognose über die Absicht einer 

gesuchstellenden Person, den Schengen-Raum fristgerecht zu verlassen, 

deren persönliche, familiäre und berufliche bzw. wirtschaftliche Situation 

sowie deren Interessenlage miteinzubeziehen (BVGE 2014/1 E. 6.3.1). 

Obliegt einer gesuchstellenden Person im Heimatland beispielsweise eine 

besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann 

dies die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Um-

gekehrt muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine besonderen Ver-

pflichtungen haben, das Risiko eines ausländerrechtlich nicht regelkonfor-

men Verhaltens nach einer bewilligten Einreise als hoch eingeschätzt wer-

den (BVGE 2014/1 E. 6.3.1 m.H.; 2009/27 E. 8).  

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Seite 8 

5.5 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine (...)-jährige, ledige und 

kinderlose Frau, welche den Akten zufolge in E._______, wo die Familie 

ein Kleinunternehmen betreibt, das (...) anbietet, als Verkäuferin arbeitet 

und daneben im Haushalt mithilft. Sie erhalte für ihre Arbeit einen Lohn, 

der monatlich in nicht festgesetzter Höhe bar ausbezahlt werde (vgl. SEM 

act. 6/52, act. 7/76). Der eingereichte Beleg für die angeführte berufliche 

Tätigkeit (Nennung Beweismittel) vermag zwar zu bescheinigen, dass die 

(Nennung Verwandte) zusammen mit der Gesuchstellerin im vermerkten 

Geschäft mit dem Verkauf (...) betraut ist, lässt jedoch keine Hinweise über 

den Umfang dieser Tätigkeit zu. Auch wurden weder ein Arbeitsvertrag 

noch ein Lohnausweis eingereicht. In der Beschwerdeschrift wird dazu an-

gegeben, die Gesuchstellerin verdiene rund 500 US-Dollar monatlich, er-

halte dafür aber keinen Beleg. Sodann scheint es der Gesuchstellerin an-

gesichts des vorgesehenen längeren Auslandaufenthalts offenbar prob-

lemlos möglich zu sein, während mehreren Monaten im Geschäft zu fehlen. 

Diesbezüglich kann fraglos nicht von einer massgeblichen beruflichen Ver-

ankerung der Eingeladenen ausgegangen werden, welche die Gefahr ei-

nes Verbleibens in der Schweiz beziehungsweise im Schengen-Raum über 

den deklarierten Zeitpunkt hinaus als unwahrscheinlich erscheinen liesse. 

Weiter weisen die beiden mit der Beschwerdeschrift eingereichten Konto-

auszüge zu den – im vorinstanzlichen Verfahren gänzlich unerwähnt ge-

bliebenen – Ersparnissen der Gesuchstellerin gesamthaft ein Guthaben 

von zirka (Nennung Betrag) auf. Wie die Vorinstanz zutreffend bemerkte, 

lassen sich zur Herkunft dieser Geldmittel den Akten keine Angaben ent-

nehmen; auch ginge der Gesuchstellerin dieses Kapital im Falle einer Mig-

ration nicht verloren, weshalb das ausgewiesene Vermögen keine Gewähr 

für eine anstandslose Wiederausreise zu bieten vermag.  

 

Über die weiteren Lebensverhältnisse in der Heimat sind weder den Ge-

suchsunterlagen noch der Rechtsmitteleingabe zusätzliche Angaben zu 

entnehmen. Vor diesem Hintergrund kann nicht davon ausgegangen wer-

den, im persönlichen oder familiären Umfeld der Eingeladenen seien Ver-

pflichtungen oder gar Abhängigkeiten vorhanden, die besondere Gewähr 

für eine Rückkehr ins Heimatland bieten könnten. Tritt hinzu, dass in Situ-

ationen angespannter wirtschaftlicher Verhältnisse selbst zurückbleibende 

nahe Angehörige regelmässig nicht verlässlich davon abhalten können, 

den Entscheid für eine Emigration zu fällen; dies etwa in der Hoffnung, die 

Zurückgebliebenen aus dem Ausland wirtschaftlich effizienter unterstützen 

zu können. Für erhöhte Emigrationstendenzen spricht im konkreten Fall 

des Weiteren, dass bereits die Gastgeberin und (Nennung Verwandte) 

Schwester der Gesuchstellerin sowie deren (Nennung weitere Verwandte) 

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in der Schweiz leben (vgl. SEM act. 7/51). Vor diesem Hintergrund er-

scheint nicht ausgeschlossen, dass mit dem Einreisebegehren nicht bloss 

ein Besuchsaufenthalt von drei Monaten, sondern eine längere Anwesen-

heit in der Schweiz beabsichtigt sein könnte. Der durchaus verständliche 

Wunsch der Beschwerdeführenden, der Gesuchstellerin die Traditionen 

und Naturschönheiten der Schweiz näher zu bringen, hat angesichts des 

vorliegenden Ergebnisses in den Hintergrund zu treten. So ist bei der Risi-

kobeurteilung in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von 

Bedeutung. Gastgeber können mit rechtlich verbindlicher Wirkung zwar für 

gewisse finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Besuchsaufent-

halt, nicht aber für ein bestimmtes Tun oder Unterlassen ihres Gastes ein-

stehen (vgl. in diesem Zusammenhang auch BVGE 2009/27 E. 9). 

5.6 Nach dem Gesagten ist die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach 

die Wiederausreise der Gesuchstellerin angesichts der allgemeinen Lage 

Vietnams und ihrer individuellen Situation nicht als gesichert angesehen 

werden könne, nicht zu beanstanden. Mithin fehlt es an einer unabdingba-

ren Voraussetzung für die Erteilung eines einheitlichen Visums für den ge-

samten Schengen-Raum. Sodann sind auch keine Gründe für die Ausstel-

lung eines Visums mit räumlich beschränkter Gültigkeit ersichtlich (siehe 

E. 3.5 hiervor). 

6.  

Aus diesen Darlegungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte 

von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher ab-

zuweisen. 

7.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdefüh-

renden aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 800.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Der am 2. Juni 2023 in der gleichen Höhe geleis-

tete Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwen-

den. 

(Dispositiv nächste Seite)  

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Der in gleicher Höhe bezahlte Kostenvorschuss wird zu deren 

Bezahlung verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden und die Vorinstanz. 

 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Regula Schenker Senn Stefan Weber 

 

 

 

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