# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd6785eb-ca6b-531d-87a3-e6ede32a065b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 29.09.2020 ZK2 2018 62
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2018-62_2020-09-29.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Urteil vom 29. September 2020

Referenz ZK2 18 62

Instanz II. Zivilkammer 

Besetzung Nydegger, Vorsitzender
Brunner und Michael Dürst
Casutt, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____
Berufungsklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Dominik Infanger
Werkstrasse 2, 7000 Chur 

gegen

B._____
Berufungsbeklagter
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Martin Schmid
Hartbertstrasse 11, Postfach 611, 7001 Chur 

Gegenstand Forderung

Anfechtungsobj. Entscheid Regionalgericht Imboden vom 24.04.2018, mitgeteilt am 
12.10.2018 (Proz. Nr. 115-2014-30)

Mitteilung 08. Oktober 2020

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I. Sachverhalt

A. Am 1. März 2011 schlossen B._____ als Verkäufer und die A._____ als 
Käuferin einen Kaufvertrag über die Liegenschaft Nr. _____, Plan Nr. _____ 
C._____ mit 600 m2 Boden im Grundbuch der Gemeinde O.1_____ zum Preis von 
CHF 209'000.00 ab. Gemäss Kaufvertrag ist die Liegenschaft Nr. _____ subjektiv 
dinglich verbunden mit dem vorerwähnten Grundstück Nr. _____. Im Kaufvertrag 
vereinbarten die Parteien, dass das Grundstück in Bezug auf die Groberschlies-
sung voll erschlossen verkauft werde und die Kosten für die Erstellung der Er-
schliessungsstrasse, für Strom, Wasser inkl. Schieber, Kanalisation und Tele-
kommunikation (Grundstück Nr. _____) vom Verkäufer zu übernehmen seien. Des 
Weiteren hielten sie fest, dass die Erschliessungsstrasse mit einem mindestens 
drei Meter breiten, einschichtigen Schwarzbelag zu versehen und bis spätestens 
31. Juli 2011 fertigzustellen sei. Zwischen den Vertragsparteien kam es in der Fol-
ge zu Differenzen in Bezug auf die Erschliessungsstrasse.

B. Mit Schreiben vom 24. Mai 2012 rügte die A._____, vertreten durch 
F._____, Mängel an den Werkleitungen der Parzellen _____ und _____ in 
O.1_____ und verwies bei Nichteinigung auf den Rechtsweg. Mit Antwortschrei-
ben vom 29. Mai 2012 wies D._____, in Vertretung von B._____, jegliche Bean-
standungen zurück.

C. Am 6. Mai 2013 meldete sich die A._____ wieder bei B._____ und setzte 
diesem eine Frist zur Ersatzvornahme für eine fachgerechte Erschliessung der 
verkauften Parzelle. Zudem drohte sie B._____ mit einer kostenfälligen Ersatzvor-
nahme. Mit Antwortschreiben vom 16. Mai 2013 wies B._____ die Vorwürfe der 
nicht fachgerechten Erschliessung abermals zurück. Er hielt unter anderem fest, 
dass die Erschliessung vertragskonform erstellt worden sei.

D. Am 28. November 2013 leitete die A._____ die Betreibung in der Höhe von 
CHF 45'007.20 nebst Zins zu 5 % seit 11. November 2013 gegen B._____ ein. 
Dieser erhob am 2. Dezember 2013 Rechtsvorschlag.

E. Die A._____ meldete am 24. Juni 2014 beim Vermittleramt des damaligen 
Bezirks Imboden eine Klage an. Nach erfolgloser Durchführung der Schlichtungs-
verhandlung vom 19. August 2014 stellte die A._____ folgende Rechtsbegehren:

1. Der Beklagte sei zu verpflichten, auf eigene Kosten auf Grundstück Nr. 
_____ im Grundbuch der Gemeinde O.1_____ eine drei Meter breite 
Erschliessungsstrasse mit einem einschichtigen Schwarzbelag zu er-
stellen, welche minimalen Anforderungen an eine Erschliessungs-
strasse insbesondere in Bezug auf Dimensionierung (Tragfähigkeit 
und Frost) und in Bezug auf Entwässerung genügt; eventualiter seien 

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die Mängel an der bestehenden Erschliessungsstrasse derart zu be-
heben, dass diese den vorerwähnten Anforderungen gerecht wird.

2. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 12'564.85 zu be-
zahlen zuzüglich Zins zu 5 % seit 11. November 2013.

3. In der Betreibung Nr. 2134923 des Betreibungsamtes Imboden sei der 
Rechtsvorschlag zu beseitigen und im Umfange von CHF 12'564.85 
zuzüglich Zins zu 5 % seit 11. November 2013 definitive Rechtsöff-
nung zu gewähren.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten.

B._____ beantragte die kostenfällige Abweisung der Klage.

F. Am 20. November 2014 instanzierte die A._____ beim damaligen Bezirks-
gericht Imboden (heute: Regionalgericht Imboden) die Klage gegen B._____. Da-
bei hielt sie an ihren Rechtsbegehren aus der Vermittlungsverhandlung fest, in-
dem sie im Wesentlichen verlangte, B._____ sei zu verpflichten, auf eigene Kos-
ten auf dem Grundstück Nr. _____, Grundbuch der Gemeinde O.1_____, eine drei 
Meter breite Erschliessungsstrasse mit einem einschichtigen Schwarzbelag zu 
erstellen, welche minimalen Anforderungen an eine Erschliessungsstrasse, insbe-
sondere in Bezug auf Dimensionierung (Tragfähigkeit und Frost) und in Bezug auf 
Entwässerung, genüge. 

G. Mit Prozessantwort vom 7. Januar 2015 beantragte B._____ die Abweisung 
der Klage. Ausserdem seien die Gerichtskosten der A._____ aufzuerlegen und 
diese sei zudem zu verpflichten, eine Parteientschädigung zuzüglich Mehrwert-
steuer zu leisten. 

H. Im weiteren Schriftenwechsel sowie einer zusätzlichen Stellungnahme sei-
tens der A._____ hielten beide Parteien an ihren bisherigen Rechtsbegehren fest 
und vertieften ihre Argumentation. 

I. Am 23. März 2016 erliess das Bezirksgericht Imboden (heute: Regionalge-
richt Imboden) eine Beweisverfügung. Darin wurde festgehalten, dass über bestrit-
tene Parteibehauptungen ein Beweisverfahren durchgeführt werde. Als bestrittene 
Parteibehauptung führt die Vorinstanz unter anderem auf, dass B._____ die Pflicht 
zur Groberschliessung des Grundstücks Nr. _____, Grundbuch O.1_____, auf 
seine Kosten gemäss Kaufvertrag vom 1. März 2011 nicht bzw. nicht korrekt erfüllt 
habe und insbesondere die Kofferung der Erschliessungsstrasse zu wenig stark 
sei und weder ein Schwarzbelag noch ein Spritzbelag aufgetragen wurde. Des 
Weiteren sei auch über weitere strittige Punkte, welche auch den Unterbau der 
Erschliessungsstrasse sowie Mangelfolgeschäden betreffen, ein Beweisverfahren 
durchzuführen. Dabei schlug die vorsitzende Richterin vor, eine Expertise betref-

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fend die Erschliessungsstrasse einzuholen. Die Honorarofferte des beauftragten 
Experten, E._____, Dipl. Bauingenieur HTW, betrug CHF 29'160.00. Die A._____ 
verlangte mit Schreiben vom 4. April 2016 Transparenz bei den Kalkulationen der 
Honorarofferte, welche sodann durch den Experten geliefert wurde. Mit Schreiben 
vom 14. April 2016 stellte die A._____ den Antrag, dass der vorgeschlagene Ex-
perte in den Ausstand zu treten habe. Es sei davon auszugehen, dass er befan-
gen sei, da er für die Expertise einen enormen Aufwand betreiben wolle und ihm 
das Schreiben der A._____ an das Gericht, worin sie sein Honorar kritisiere, zu-
gestellt worden sei. Die A._____ sei zum Schluss gekommen, dass der angefragte 
Experte negativ auf die A._____ eingestellt sei. Mit Schreiben vom 23. Mai 2016 
erklärte der angefragte Experte, dass er in keiner Form gegenüber der A._____ 
negativ eingestellt sei. Das Gesuch um Ausstand des in der Beweisverfügung vom 
23. März 2016 eingesetzten Experten, E._____, Dipl. Bauingenieur HTW, wurde 
mit Entscheid des Bezirksgerichts Imboden (heute: Regionalgericht Imboden) vom 
12. Juli 2016 abgewiesen.

J. Vor der Hauptverhandlung erfolgte zwischen den Parteien ein weiterer 
Schriftenwechsel, worin die Parteien ihren Standpunkt erneut vertieften.

K. Am 24. April 2018 fand vor dem Regionalgericht Imboden die Hauptver-
handlung statt, an welcher beide Rechtsvertreter anwesend waren. Die A._____ 
verwies für ihre Anträge und deren Begründung auf ihre Klage vom 20. November 
2014 und die Replik vom 10. März 2015 und hielt an ihren bisherigen Beweisan-
trägen fest. B._____ verwies für seine Anträge und deren Begründung auf seine 
Klageantwort vom 7. Januar 2015 und die Duplik vom 20. April 2015. Beide Par-
teien hielten jeweils ein Plädoyer und eine Replik/Duplik. 

L. Am 24. Mai 2018 machte B._____ eine Noveneingabe, zu welcher die 
A._____ am 31. Mai 2018 Stellung nahm. In weiteren Stellungnahmen vertieften 
die Parteien wiederum ihren Standpunkt.

M. Mit Entscheid vom 24. April 2018, mitgeteilt am 12. Oktober 2018, erkannte 
das Regionalgericht Imboden wie folgt:

1. Die Klage wird, soweit damit die Verpflichtung des Beklagten zur Er-
stellung eines einschichtigen Schwarzbelags an der bestehenden Er-
schliessungsstrasse auf eigene Kosten respektive zur Behebung der 
im Zusammenhang mit dem Belag geltend gemachten Mängel bean-
tragt wird, abgewiesen.

2.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 18'000.00 gehen zu Lasten der 
Klägerin und werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

b) Die Klägerin hat den Beklagten überdies ausseramtlich mit CHF 
4'000.00 (inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen (Art. 111 Abs. 2 ZPO).

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3.a) (Rechtsmittelbelehrung).

b) (Rechtsmittelbelehrung Kostenentscheid).

4. (Mitteilung).

N. Gegen diesen Entscheid vom 24. April 2018, mitgeteilt am 12. Oktober 
2018, liess die A._____ (nachfolgend: Berufungsklägerin) mit Eingabe vom 14. 
November 2018 Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden erklären, wobei 
sie das folgende Rechtsbegehren stellte:

1. Es sei der Entscheid des Regionalgerichts Imboden vom 24. April 
2018 in Sachen der Parteien aufzuheben und die Sache an die Vor-
instanz zurückzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklagten.

O. In seiner Berufungsantwort vom 3. Januar 2019 beantragte B._____ (nach-
folgend: Berufungsbeklagter) die Abweisung der Berufung unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge zu Lasten der Berufungsklägerin.

P. Im nachfolgenden Schriftenwechsel hielten beide Parteien an ihren bisheri-
gen Rechtsbegehren fest. 

Q. Auf die Begründungen der Anträge sowie auf die Ausführungen im ange-
fochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 
eingegangen. 

II. Erwägungen

1. Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um einen Teilentscheid 
(siehe nachfolgend E. 3). Erstinstanzliche Teilentscheide können als Endentscheid 
mit Berufung und subsidiär mit Beschwerde bei der oberen kantonalen Instanz 
angefochten werden (Laurent Killias, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kom-
mentar, Kommentar zur schweizerischen Zivilprozessordnung, Bd. II, Artikel 150-
352 ZPO und Artikel 400-406 ZPO, Bern 2012, N 16 zu Art. 236 ZPO). Die in Art. 
308 Abs. 2 ZPO statuierte Streitwertgrenze von CHF 10'000.00 ist erreicht, wovon 
auch die Parteien ausgehen (vgl. KG act. A.1, Ziff. II.4; KG act. A.2, Ziff. II.A.3). 
Die Berufung ist daher zulässig. Da sie sich überdies als frist- und formgerecht 
erweist, ist darauf einzutreten. Gerichtsintern ist die II. Zivilkammer des Kantons-
gerichts von Graubünden für die Beurteilung der Berufung zuständig (Art. 7 Abs. 1 
lit. a der Verordnung über die Organisation des Kantonsgerichts [KGV; BR 
173.100]). Die Kognition des Kantonsgerichts erstreckt sich auf die unrichtige 
Rechtsanwendung sowie auf die unrichtige Feststellung des Sachverhalts (Art. 
310 ZPO). 

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2.1. Im vorinstanzlichen Verfahren ging es insbesondere darum, ob es sich bei 
der tatsächlich erstellten Strasse um eine Falsch- oder Schlechtlieferung handelt 
oder ob die Strasse vertragsgemäss erstellt wurde. Zudem war auch strittig, ob die 
SIA-Normen – namentlich die darin vorgesehene, zweijährige Garantiefrist – an-
wendbar sei und vertraglich übernommen wurde oder ob die Mängelhaftung 
gemäss OR zur Anwendung komme. Diese Fragen sind von grundsätzlicher Be-
deutung, da sie sich unter anderem auch auf die Rügefrist auswirken und folglich 
nur darüber entschieden werden kann, sofern bekannt ist, ob die tatsächlich er-
stellte Strasse den vertraglichen Voraussetzungen entspricht und welche Normen 
schlussendlich in Bezug auf den vorliegenden Sachverhalt anwendbar sind. Die 
Vorinstanz beschränkte das Verfahren indes nur auf die Rechtzeitigkeit der bezüg-
lich des Strassenbelags erhobenen Mängelrüge und die Verjährung der diesbe-
züglich geltend gemachten Forderung (KG act. B.1, E.2). Dabei grenzte sie die 
Thematik wiederum auf den Strassenbelag ein; womit der (frostsichere) Unterbau 
nicht Gegenstand des Verfahrens war (KG act. B.1, E.3). Ohne Beweis abzuneh-
men, kam die Vorinstanz zum Schluss, dass die Mängelhaftung des OR zur An-
wendung gelange. Zudem erwog sie, der Mangel sei ein offenkundiger gewesen, 
wie dies auch die Berufungsklägerin zum Ausdruck bringe, und schliesst daraus, 
dass die entsprechende Rüge verspätet sei, da die Berufungsklägerin zweifelsoh-
ne regelmässig vor Ort gewesen sei und den Zustand der Erschliessungsstrasse 
unmittelbar habe wahrnehmen können. Folglich sei mit Bezug auf den Strassen-
belag von einer stillschweigenden Genehmigung und somit von einer Verwirkung 
der Mängelrechte auszugehen. Aus den dargelegten Gründen sei die Klage mit 
Bezug auf diese Teilfrage abzuweisen (KG act. B.1, E. 4.5 ff.). 

2.2.1. Mit Berufung vom 14. November 2018 verlangt die Berufungsklägerin die 
Aufhebung dieses Entscheids des Regionalgerichts Imboden vom 24. April 2018 
und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. Sie rügt, die Vorinstanz habe 
in der Sache einen Zwischenentscheid gefällt, ohne dies im angefochtenen Ent-
scheid zu erwähnen. Dass ein Zwischenentscheid gefällt werden solle, sei mit 
prozessleitender Verfügung vom 22. Januar 2018 angekündigt worden. In der Vor-
ladung zur Hauptverhandlung vom 26. Februar 2018 sei dann auch erwähnt wor-
den, dass diese auf folgende Fragen beschränkt sei: Rechtzeitigkeit der betreffend 
Strassenbelag erhobenen Mangelrüge und Verjährung der diesbezüglich geltend 
gemachten Forderung (KG act. A.1, Ziff. III.1). Damit ein Zwischenentscheid gefällt 
werden könne, müsse bei abweichender Beurteilung der Vorfrage durch die obere 
Instanz sofort ein Endentscheid herbeigeführt werden können. Zudem müsse ein 
bedeutender Zeit- oder Kostenaufwand gespart werden können. Diese Vorausset-
zungen seien in Art. 237 Abs. 1 ZPO erwähnt und müssten kumulativ erfüllt sein. 

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Die Vorinstanz habe im angefochtenen Entscheid darauf keinen Bezug genom-
men, womit sie das rechtliche Gehör der Berufungsklägerin missachtet habe. Die 
Voraussetzungen seien vorliegend nicht gegeben, weshalb eine Verletzung von 
Art. 237 Abs. 1 ZPO vorliege (KG act. A.1, Ziff. III.4).

2.2.2. Insbesondere rügt die Berufungsklägerin in diesem Zusammenhang, dass 
die von der Vorinstanz beabsichtigte Vermeidung eines weitläufigen Beweisver-
fahrens nicht habe erreicht werden können, weil mit der Beschränkung auf die 
beiden vorerwähnten Fragen (Rechtzeitigkeit der Mangelrüge/Verjährung der For-
derung) der Zustand der Erschliessungsstrasse, insbesondere die Kofferung, nicht 
beurteilt worden sei und daher nach wie vor eine Expertise erforderlich sein wer-
de. Es gehe nicht nur um den Strassenbelag, sondern um die gesamte Strasse, 
somit auch um den Unterbau. Unabhängig vom Ausgang der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung sei der Prozess nicht abgeschlossen worden, weil weder der 
Unterbau noch die Verlegung der Werkleitungen damit beurteilt worden seien. 
Dessen ungeachtet habe die Vorinstanz die Verhandlung durchgeführt und einen 
Zwischenentscheid gefällt (KG act. A.1, Ziff. III.2). Es sei die Erstellung der Er-
schliessungsstrasse, welche gewissen, vertraglich vereinbarten Anforderungen 
genügen müsse, eingeklagt worden (KG act. A.1, Ziff. III.5). Die Vorinstanz habe 
jedoch eine Anforderung an die Erschliessungsstrasse herausgegriffen und diese 
losgelöst von der Hauptforderung der Erstellung einer Erschliessungsstrasse beur-
teilt. Dies sei unzulässig und führe nicht zu einer Vereinfachung des Prozesses 
(KG act. A.1 Ziff. III.6). Sogar wenn die Verpflichtung zur Erstellung eines Schwa-
rzbelags nicht bestünde, sei dieser Entscheid unbehelflich. Denn in diesem Fall 
müsste die Oberschicht erneuert werden, weil es nicht möglich sein werde, den 
Unterbau korrekt zu erstellen, ohne die Oberschicht abzutragen. Das Abtragen der 
Oberschicht ginge daher zu Lasten des Berufungsbeklagten, wenn der Unterbau 
nicht korrekt erstellt worden sei. Somit spiele die Frage, ob der Anspruch verwirkt 
sei oder ob ein aliud vorliege, gar keine Rolle (KG act. A.1, Ziff. III.9). 

2.2.3. Entscheidend sei denn auch, dass im Fall der materiellen Gutheissung der 
vorliegenden Berufung kein Endentscheid herbeigeführt werden könne. Die ab-
weichende Beurteilung der Vorfrage durch das Kantonsgericht führe nicht sofort 
einen Endentscheid herbei. Das Kantonsgericht könne nur feststellen, dass ein 
einschichtiger Schwarzbelag geschuldet sei, und müsste die Sache an die Vor-
instanz zur weiteren Beurteilung zurückweisen, da der Unterbau der Erschlies-
sungsstrasse und die Verlegung der Werkleitungen noch begutachtet und beurteilt 
werden müssten. Es liege somit gerade kein Teilentscheid vor. Die vom Beru-
fungsbeklagten geschuldete Erschliessungsstrasse müsse gesamthaft mit allen 

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vereinbarten und vorausgesetzten Eigenschaften beurteilt werden. Die Vorinstanz 
habe im angefochtenen Entscheid lediglich eine Eigenschaft beurteilt, was auch 
aus materieller Sicht unzulässig sei. Somit sei eine von zwei kumulativ zu erfüllen-
den Voraussetzungen nicht gegeben, weshalb die Berufung gutzuheissen sei (KG 
act. A.1, Ziff. III.11 f.). Ein Zwischenentscheid sei unzulässig, wenn die obere kan-
tonale Instanz bei abweichender Beurteilung der Vorfrage keinen Endentscheid 
erlassen könne. Da das Kantonsgericht vorliegend bei abweichender Beurteilung 
keinen Endentscheid fällen könne, erweise sich ein Zwischenentscheid als un-
zulässig und die Berufung sei somit gutzuheissen (KG act. A.1, Ziff. III. 13). 

2.3. Der Berufungsbeklagte macht in seiner Berufungsantwort vom 3. Januar 
2019 geltend, dass die Vereinfachung des Verfahrens die Voraussetzung für einen 
Zwischenentscheid sei. Gegenstand eines Zwischenentscheids sei eine Vorfrage, 
die materiellrechtlicher oder prozessrechtlicher Natur sei (KG act. A.2, Ziff. II.B.2). 
Das Gericht habe im vorliegenden Fall jedoch materiell entschieden, dass die Rü-
ge des mangelhaften Strassenbelages infolge Genehmigung und mangels recht-
zeitiger Rüge verwirkt sei. Das Vorhandensein materiell rechtlicher Voraussetzun-
gen zur Gutheissung des Rechtsbegehrens werde damit hinsichtlich des Stras-
senbelags verneint. Damit liege im Ergebnis kein Zwischenentscheid, sondern ein 
Teilentscheid vor (KG act. A.2, Ziff. B.3). Zudem habe die Vorinstanz die Frage 
der Mängelrüge und Verjährung auf den Strassenbelag und der damit geltend ge-
machten Forderung beschränkt. Richtigerweise hätte die Frage nach der Recht-
zeitigkeit der Mängelrüge und Verwirkung der diesbezüglichen Ansprüche in Be-
zug auf die gesamte Strasse geprüft werden müssen (KG act. A.2, Ziff. B.1). 

2.4. Nachfolgend ist somit in Bezug auf die Weiterführung des Prozesses zu 
prüfen, ob es sich beim angefochtenen Entscheid um einen Teil- oder um einen 
Zwischenentscheid handelt. 

3.1. Gemäss Art. 125 lit. a ZPO kann das Gericht zur Vereinfachung des Pro-
zesses das Verfahren ausnahmsweise auf einzelne Fragen oder einzelne Rechts-
begehren beschränken. Infolge Verfahrensbeschränkung wird ein Teilentscheid 
(Art. 236 ZPO) oder ein Zwischenentscheid (Art. 237 ZPO) erlassen (vgl. BGE 146 
III 55 E. 2.3.2 m.w.H.). In der Regel hat das Gericht jedoch alle Rechtsfragen in 
einem Entscheid zu beantworten und es soll nicht stufenweise über einzelne As-
pekte befinden, die gegebenenfalls separat rechtskräftig werden (Urteil des Bun-
desgerichts 5A_784/2016 vom 20. Dezember 2016, E. 2.4). 

3.1.1. In Bezug auf den Zwischenentscheid besagt Art. 237 Abs. 1 ZPO, dass das 
Gericht einen solchen treffen kann, sofern durch abweichende oberinstanzliche 

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Beurteilung sofort ein Endentscheid herbeigeführt und so ein bedeutender Zeit- 
oder Kostenaufwand gespart werden kann. Ein Zwischenentscheid im Sinne von 
Art. 237 ZPO klärt eine Vorfrage, die entweder einen prozessualen (z.B. die Zu-
ständigkeit des Schiedsgerichts) oder einen materiellrechtlichen (z.B. die Ver-
jährung) Präjudizialstandpunkt betrifft, ohne dass dadurch das Verfahren beendet 
wird. Er schliesst das Verfahren vor der aktuellen Instanz nicht ab (BGE 130 III 76 
E. 3.1.3). Er ist selbständig anzufechten und eine spätere Anfechtung zusammen 
mit dem Entscheid in der Sache ist ausgeschlossen (Art. 237 Abs. 2 ZPO; Urteil 
des Bundesgerichts 5A_784/2016 vom 20. Dezember 2016, E. 2.4). Der Zwi-
schenentscheid stellt eine Stufe auf dem Weg zu einer Gutheissung des einge-
klagten Anspruchs dar (Daniel Staehelin, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuen- 
berger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 
3. Aufl., Zürich 2016, N 6 zu Art. 237 ZPO). Wird dagegen eine Prozess- oder eine 
Anspruchsvoraussetzung verneint, so muss ein Endentscheid gefällt werden, da 
durch diesen Entscheid das Verfahren in der betreffenden Instanz abgeschlossen 
wird (Staehelin, a.a.O., N 6 zu Art. 237 ZPO). 

3.1.2. Im Gegensatz dazu liegt ein Teilentscheid vor, wenn damit nur über einen 
Teil des Streitgegenstandes entschieden wird, so z.B., wenn – bei einer objektiven 
Klagenhäufung – das Gericht zunächst nur einen Teil der Rechtsbegehren beant-
wortet oder – bei einer subjektiven Klagenhäufung – den Prozess zunächst in Be-
zug auf nur einen oder einzelne Streitgenossen entscheidet (vgl. Daniel Staehelin, 
a.a.O., N 13 zu Art. 236 ZPO m.w.H.; ferner BGE 141 III 395 E. 2.2). Teilentschei-
de sind Endentscheide und werden im Gesetz nicht weiter erwähnt; ein Teilent-
scheid kann daher auch in materielle Rechtskraft erwachsen (Daniel Steck/ Nor-
bert Brunner, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schwei-
zerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 19a zu Art. 236 ZPO). Ein 
Teilentscheid befindet endgültig über ein oder mehrere Klagebegehren, verschiebt 
aber die Beurteilung eines oder mehrerer anderer Begehren auf einen späteren 
Entscheid (vgl. BGE 124 III 406 E. 1a). Ein Teilentscheid liegt jedoch nur vor, 
wenn der Teil des behandelten Begehrens unabhängig von den anderen beurteilt 
werden kann. Unabhängigkeit ist zum einen so zu verstehen, dass die gehäuften 
Begehren auch Gegenstand eines eigenen Prozesses hätten bilden können. Zum 
anderen erfordert die Unabhängigkeit, dass der angefochtene Entscheid einen Teil 
des gesamten Prozessgegenstandes abschliessend beurteilt. Besteht die Gefahr, 
dass das Schlussurteil über den verbliebenen Prozessgegenstand im Widerspruch 
zum bereits rechtskräftig ausgefällten Teilurteil steht, liegt kein anfechtbarer Tei-
lentscheid vor (BGE 141 III 395 E. 2.4; Steck/Brunner, a.a.O., N 18a zu Art. 236 
ZPO). Ob bei objektiver und subjektiver Klagenhäufung oder bei einer Widerklage 

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ein Teilentscheid zu erlassen ist, liegt im Ermessen des Gerichts. Dabei stehen 
prozessökonomische Überlegungen im Vordergrund (Steck/Brunner, a.a.O., N 19 
zu Art. 236 ZPO; Killias, a.a.O., N 15 zu Art. 236 ZPO). 

3.2.1. Mit dem angefochtenen Entscheid wurde das Verfahren durch Abweisung 
der Klage – sofern sie sich auf den Strassenbelag bezieht – abgeschlossen. Der 
Entscheid stellt keine Stufe zur Gutheissung der Klage dar. Im Gegenteil: Indem 
die Vorinstanz die Mängelrüge der Berufungsklägerin als verspätet beurteilt hat, 
sah sie die Anspruchsvoraussetzung als nicht gegeben an, was aus ihrer Sicht zur 
Abweisung der Klage (in Bezug auf den Strassenbelag) führen musste. Insofern 
liegt entgegen der Ansicht der Berufungsklägerin kein Zwischenentscheid vor. 
Dass die Trennung zwischen Strassenbelag und Unterbau nicht sachgemäss war 
(siehe nachfolgend E. 3.2.2), macht den Entschied nicht zu einem Zwischenent-
scheid.

3.2.2. Massgebend ist vielmehr, dass die Vorinstanz offenbar davon ausging, mit 
dem angefochtenen Entscheid sei die Klage mit Bezug auf einen Teilaspekt 
(Strassenbelag) abschliessend beurteilt. Die Vorinstanz war der Meinung, Stras-
senbelag und Unterbau liessen sich hinsichtlich der Frage, ob diese mangelhaft 
erstellt worden seien, sachlich trennen. Sie beschränkte das Verfahren folglich auf 
den Strassenbelag und fällte diesbezüglich einen Teilentscheid. Dies erscheint 
jedoch nicht sachgemäss. Die Strasse mitsamt dazugehörigem Unterbau ist als 
ein einziges, einheitliches Werk zu qualifizieren, deren allfällige Mangelhaftigkeit 
nicht beschränkt auf den einen oder anderen Teil beurteilt werden kann. Mit ande-
ren Worten lag keine objektive Klagenhäufung vor, weil von der Berufungsbeklag-
ten einzig die Neuerstellung der Erschliessungsstrasse als Ganzes (allenfalls die 
Mängelbehebung an derselben) verlangt wurde. Hierfür hätte zunächst geklärt 
werden müssen, wo allfällige Baumängel zu verorten gewesen wären. Wäre näm-
lich (auch) der Unterbau der Strasse nicht vertragsgemäss erstellt worden, so lies-
se sich jedenfalls nicht ohne Weiteres sagen, es liege ein offener Mangel vor. Bei 
einem versteckten Mangel wäre sodann der Beginn der Rügefrist anders zu beur-
teilen gewesen. Zudem hätte in diesem Fall zur Behebung des Mangels der Stras-
senbelag unweigerlich entfernt werden müssen, weshalb es nicht zielführend ist, 
die Beschaffenheit des Strassenbelags vorab und isoliert zu beurteilen. Vielmehr 
birgt dieses Vorgehen die Gefahr sich widersprechender (Teil-)Entscheide. Der 
Teilentscheid erweist sich nach dem Gesagten als unzulässig, weshalb der ange-
fochtene Entscheid bereits aus diesem Grund aufzuheben ist. Ferner ist festzuhal-
ten, dass die Qualifikation des Strassenbelags als aliud oder peius aufgrund der 
(angenommenen) mangelnden Entscheidrelevanz von der Vorinstanz nicht absch-

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liessend beurteilt worden ist und die Vorinstanz somit keine tatsächlichen Feststel-
lungen zur Art des eingebauten Strassenbelags gemacht hat.

4. Die Berufung ist nach dem Gesagten gutzuheissen und gestützt auf Art. 
318 Abs. 1 lit. c ZPO an die Vorinstanz zurückzuweisen. Auf die weiteren Rügen 
der Berufungsklägerin muss vor diesem Hintergrund nicht näher eingegangen 
werden.

5.1. Der Berufungsbeklagte vertritt zwar selbst die Ansicht, der Vorinstanz sei 
ein Fehler unterlaufen, als sie die Thematik auf die Rechtzeitigkeit der betreffend 
Strassenbelag erhobenen Mangelrüge und Verjährung der diesbezüglichen Forde-
rung beschränkt habe (vgl. KG act. A.2, Ziff. II.B.1). Nichtsdestotrotz beantragt er 
die Abweisung der Berufung, sodass es sich rechtfertigt, ihm zufolge Unterliegens 
die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen, welche in Anwendung von Art. 
9 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zivilverfahren (VGZ; BR 320.210) 
auf CHF 4'000.00 festgesetzt werden. Sie werden aus dem von der Berufungsklä-
gerin geleisteten Gerichtskostenvorschuss in der Höhe von CHF 8'000.00 bezo-
gen. Der Berufungsbeklagte wird verpflichtet, der Berufungsklägerin den Betrag 
von CHF 4'000.00 direkt zu ersetzen. Der Restbetrag des Kostenvorschusses von 
CHF 4'000.00 wird der Berufungsklägerin durch das Kantonsgericht erstattet. 

5.2. Der Berufungsbeklagte hat die Berufungsklägerin für das Berufungsverfah-
ren ausseramtlich zu entschädigen. Da keine Honorarnote eingereicht wurde, ist 
die beantragte Entschädigung praxisgemäss nach Ermessen festzusetzen. In An-
betracht der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen erscheint eine Entschädi-
gung in der Höhe von CHF 4'000.00 (inkl. Spesen und MwSt.) als angemessen. 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird gutgeheissen, der angefochtene Entscheid des Regio-
nalgerichts Imboden vom 24. April 2018 aufgehoben und die Sache zur 
Fortführung des Verfahrens im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz 
zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von CHF 4'000.00 gehen 
zu Lasten von B._____. Der Betrag von CHF 4'000.00 wird mit dem von der 
A._____ geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 8'000.00 ver-
rechnet. B._____ wird verpflichtet, der A._____ den Betrag von CHF 
4'000.00 direkt zu ersetzen. Der Restbetrag von CHF 4'000.00 wird der 
A._____ durch das Kantonsgericht erstattet.

3. B._____ hat die A._____ für das Berufungsverfahren mit CHF 4'000.00 (in-
kl. Spesen und MwSt.) aussergerichtlich zu entschädigen.

4. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens CHF 30'000.00 betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG Beschwerde in 
Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, ge-
führt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

5. Mitteilung an: