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**Case Identifier:** a6ea51d6-f0e0-580f-8c34-3d59b3d27aed
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.08.2015 200 2015 349
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-349_2015-08-13.pdf

## Full Text

200 15 349 IV
MAW/REL/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 13. August 2015

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Renz

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 6. März 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2015, IV/15/349, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1965 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
reiste im Juni 1980 in die Schweiz ein (Antwortbeilage der IV-Stelle Bern 
[IVB bzw. Beschwerdegegnerin, AB] 1.1 S. 93 ff.). Am 7. Februar 1981 
meldete er sich unter Hinweis auf eine im Alter von drei Jahren durchge-
machte Kinderlähmung erstmals bei der IVB zum Leistungsbezug für Min-
derjährige an (AB 1.1 S. 93 ff.). Mit Verfügung vom 3. April 1982 (AB 1.1 
S. 88) verneinte die IVB einen Anspruch auf Leistungen der IV, da die Inva-
lidität des Versicherten schon mehr als ein Jahr vor Einreise in die Schweiz 
eingetreten sei. Am 14. Mai 1985 meldete sich der Versicherte zum Leis-
tungsbezug für Erwachsene an (AB 1.1 S. 64 ff.). Vom April 1986 bis im 
April 1989 absolvierte er eine Lehre als … (AB 1.1 S. 15 und S. 40 f.) und 
beantragte am 12. November 1990 die Erneuerung seiner Beinprothese 
(AB 1.1 S. 8 ff.), was durch die IVB abgelehnt wurde (AB 1.1 S. 3).

B.

Am 3. Dezember 2005 meldete sich der Versicherte erneut zum Hilfsmittel-
bezug an und beantragte die Übernahme der Kosten für neue Unterschen-
kel-Orthesen (AB 4). Die IVB erteilte in der Folge Kostengutsprache für 
Orthesen für die Zeit vom 1. November 2005 bis zum 1. Juni 2010 (AB 8) 
sowie für die Zeit vom 1. Juli 2010 bis zum 30. Juni 2015 (AB 18). Am 
25. November 2011 wurde der Versicherte durch seinen zuständigen Kran-
kentaggeldversicherer unter Hinweis auf eine ausgeprägte Mittelfussarthro-
se links mit Meldeformular für Erwachsene zur Früherfassung bei der IVB 
angemeldet (AB 19). Der Versicherte meldete sich schliesslich am 14. De-
zember 2011 selber bei der IVB zum Bezug von IV-Leistungen an (AB 24). 
Nachdem die IVB Abklärungen in beruflicher und medizinischer Hinsicht 
vorgenommen hatte, stellte der Versicherte am 4. September 2013 Antrag 
auf Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung (AB 67). Nach Rücksprache 
mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stellen 
Bern/Freiburg/Solothurn (AB 72) und Einholen eines Abklärungsberichtes 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2015, IV/15/349, Seite 3

Hilflosenentschädigung (AB 73) wurde das Leistungsbegehren bezüglich 
der Hilflosenentschädigung mit Verfügung vom 28. Januar 2014 abgewie-
sen (AB 77). Mit Verfügung vom 12. Mai 2014 (AB 85) wurden auch die 
bisher gewährten Amortisationsbeiträge für ein persönliches Auto einge-
stellt, da der Versicherte nicht mehr erwerbstätig war.

Nach einer weiteren Beurteilung der gesundheitlichen Situation durch den 
RAD vom 2. Juli 2014 (AB 90) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 28. Juli 
2014 (AB 91) die Ausrichtung einer befristeten ganzen Invalidenrente (IV-
Rente) vom 1. Januar bis zum 30. April 2013 sowie für die Zeit vom 4. Fe-
bruar bis zum 31. Mai 2014 in Aussicht. Damit zeigte sich der Versicherte – 
vertreten durch Rechtsanwältin B.________ – mit Einwand vom 29. August 
2014 (AB 95) nicht einverstanden. Nach Rücksprache mit dem RAD 
(AB 98) verfügte die IVB am 6. März 2015 (AB 104) dem Vorbescheid ent-
sprechend, sprach für die Zeit 1. Januar bis zum 30. April 2013 und vom 
4. Februar bis zum 31. Mai 2014 eine befristete ganze IV-Rente zu und 
verneinte dazwischen und ab dem 1. Juni 2014 den Anspruch auf eine IV-
Rente, da der IV-Grad ab diesem Zeitpunkt weniger als 40 % betrage. 

C.

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte – weiterhin vertreten durch 
Rechtsanwältin B.________ – am 17. April 2015 Beschwerde beim Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern und beantragte insoweit die Aufhebung der 
angefochtenen Verfügung, als die Rente per 1. Juni 2014 aufgehoben wur-
de. Zudem sei der IV-Grad ab Juni 2014 auf mindestens 50 % festzuset-
zen. Eventualiter seien weitere Abklärungen bezüglich der Zumutbarkeit 
eines vollumfänglichen Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess zu treffen. 
Schliesslich sei ihm für das Beschwerdeverfahren das Recht zur unentgelt-
lichen Rechtspflege – unter Beiordnung eines amtlichen Anwalts – zu ertei-
len.

Mit Schreiben vom 30. April 2015 liess der Beschwerdeführer weitere Un-
terlagen zu den Akten reichen.

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Mit Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2015 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 8. Juli 2015 machte der Instruktions-
richter den Beschwerdeführer auf eine mögliche Schlechterstellung (refor-
matio in peius) bei Aufhebung der Verfügung und Rückweisung zu weiteren 
Abklärungen (BGE 137 V 314) aufmerksam und bot ihm Gelegenheit zur 
Stellungnahme resp. zum Rückzug der Beschwerde. 

Mit Eingabe vom 11. August 2015 hielt der Beschwerdeführer an seiner 
Beschwerde fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 
19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzu-
treten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 6. März 2015 
(AB 104). 

In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhält-
nis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente 
zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leis-
tungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht 
in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbe-
zugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 
V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Folglich ist der generelle Anspruch des Be-
schwerdeführers auf eine IV-Rente – unter Einschluss der grundsätzlich 
unbestritten gebliebenen Zusprechung einer ganzen IV-Rente vom 1. Ja-
nuar 2013 bis zum 30. April 2013 sowie vom 1. Februar 2014 bis zum 
31. Mai 2014 (AB 104) – zu prüfen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft die angefochtenen Entscheide frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-

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bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). 

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). Demgegenüber fällt es nicht in den Aufgaben-
bereich des Arztes oder der Ärztin, sich zur Höhe einer allfälligen Rente zu 
äussern, da der Begriff der Invalidität nicht nur von medizinischen, sondern 
auch von erwerblichen Faktoren bestimmt wird (vgl. Art. 16 ATSG).

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3.

3.1 Bezüglich des Gesundheitszustandes sowie der Arbeits- und
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers ist den medizinischen Akten im 
Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Im Bericht vom 20. November 2013 (AB 72) führte die RAD-Ärztin 
med. pract. C.________, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabi-
litation, aus, dass es nicht nachvollziehbar sei, weshalb der Beschwerde-
führer sechs Monate postoperativ nach Subtalararthrodese und Revision 
Calcaneocuboidal-Arthrodese links nicht wieder einer rein sitzenden Tätig-
keit nachgehe. Selbst nach der ersten Operation im November 2011 sei es 
ihm möglich gewesen, mindestens sechs Stunden in einer rein sitzenden 
Tätigkeit (wie seiner angestammten Tätigkeit) ohne Leistungsreduktion zu 
arbeiten. Aus medizinischer Sicht habe nie ein Grund bestanden, warum 
dem Versicherten nicht durchgehend bis heute eine 100 %ige, optimal an-
gepasste Tätigkeit zumutbar gewesen wäre. 

3.1.2 Nachdem der Beschwerdeführer am 4. Februar 2014 (vgl. AB 79) 
am linken Fuss operiert worden war (Rearthrodese subtalar links) hielt der 
operierende Arzt Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirur-
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, in seinem Bericht 
vom 16. April 2014 (AB 83) die Diagnosen einer Pseudoarthrose links sub-
talar, hintere Facette, sowie ein Postpolio-Syndrom mit residuellen Paresen 
der rechten unteren Extremität fest. Der postoperative Verlauf sei zufrie-
denstellend, bei guter Wundheilung und ohne Beschwerden bei Ruhe kön-
ne ab sofort Vollbelastung nach Massgabe der Beschwerden erfolgen.

3.1.3 Im Bericht vom 10. Juni 2014 (AB 87) wiederholte Dr. med. 
D.________ die Diagnosen und hielt fest, dass die subtalare Arthrodese 
nun endlich geheilt sei. Langfristig sei eine Wiedereingliederung in eine 
sitzende Tätigkeit möglich, er denke allerdings nicht, dass diese zu 100 % 
stattfinden könne. Er denke, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit eine 
50 %ige Arbeitsfähigkeit in sitzenden Tätigkeiten bei voller Leistung mög-
lich sein werde, dies auch aufgrund der bekannten Grundleiden.

3.1.4 Die RAD-Ärztin med. pract. C.________ fasste in ihrem Bericht 
vom 2. Juli 2014 (AB 90) die vorliegenden Akten zusammen und hielt fest, 

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dass der Beschwerdeführer in der Zeit vom 31. August 2011 bis zum 
30. April 2012 sowie vom 11. Mai bis zum 28. August 2012 zu 100 % ar-
beitsunfähig gewesen sei (S. 4). Dazwischen habe eine Arbeitsunfähigkeit 
von 30 % bestanden. Am Zumutbarkeitsprofil vom 20. November 2013 
(AB 72) könne festgehalten werden. Warum der Operateur nur noch von 
einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit mit einer 100 %igen Leistung ausgehe, 
werde nicht medizinisch begründet. Im Rahmen des zunehmenden Alters 
des Beschwerdeführers und der Gehbehinderung könne eine maximale 
zeitliche Reduktion von einer Stunde pro Tag aufgrund der langsameren 
Fortbewegung jedoch ohne Leistungsminderung angerechnet werden. 
Dass er aufgrund des langen Arbeitsweges zu seiner früheren Anstellung, 
welche ihm mittlerweile gekündigt worden sei, arbeitsunfähig geschrieben 
sei, könne von der IV nicht berücksichtigt werden, da er hierfür einen Roll-
stuhl hätte benützen können.

3.1.5 Im Bericht vom 3. September 2014 (AB 98) führte die RAD-Ärztin 
aus, dass keine neuen medizinischen Fakten vorgebracht worden seien 
(S. 2). Der Beschwerdeführer sei von Anfang an aufgrund seiner vorbeste-
henden Parese des rechten Beines in einer sitzenden Tätigkeit durch die IV 
eingegliedert worden. Es sei jedem Rehabilitationsmediziner klar gewesen, 
dass eine überwiegend gehende und/oder stehende Tätigkeit selbst nach 
so vielen erfolgreichen Operationen nicht geeignet sei. Die letzte sitzende 
Tätigkeit habe den physischen Möglichkeiten des Beschwerdeführers ent-
sprochen. Dr. med. D.________ sei sich bei seiner Beurteilung scheinbar 
nicht bewusst, dass im Rahmen der IV weder der lange Arbeitsweg 
berücksichtigt werden dürfe, noch dass der Beschwerdeführer keine …ar-
beiten selber vornehme, sondern einzig und alleine diese an seinem sit-
zenden Arbeitsplatz … vornehme. Am Zumutbarkeitsprofil könne deshalb 
festgehalten werden.

3.1.6 Dr. med. D.________ wiederholte in seinem Bericht vom 26. Sep-
tember 2014 (Beschwerdebeilage [BB] 3) die Diagnose einer Rearthrodese 
subtalar links mit autologer Beckenkammspongiosa. Es habe sich innerhalb 
der letzten Wochen eine weitere Beschwerderegredienz gezeigt. Auch ha-
be sich eine weitere Schmerzreduktion ergeben. Es stände jedoch momen-

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tan die Fallneigung mit rezidivierenden Stürzen im Vordergrund. Zur weite-
ren Abklärung sei eine Überweisung an das Ganglabor empfohlen. 

3.1.7 Prof. Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, und PD Dr. med. 
F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates FMH, des Spitals G.________, hielten in ihrem Be-
richt vom 12. November 2014 (BB 4) fest, dass beim Beschwerdeführer 
eine massive Muskelschwäche aufgrund des Postpolio-Syndroms 
rechtsbetont bestehe und zunächst eine einfache Versorgung mit einem 
Negativabsatz rechts vorgeschlagen werde. Sofern dies nicht gehen sollte, 
werde die Anfertigung einer steifen Unterschenkel-Orthese vorgeschlagen, 
ansonsten die Versorgung mit einer Oberschenkel-Schiene (S. 2).

3.1.8 In ihrem Schreiben vom 17. April 2015 (BB 8) beantworteten die 
Fachärzte des Spitals G.________ die Fragen der Rechtsvertreterin des 
Beschwerdeführers und führten aus, dass die von der RAD-Ärztin aufgrund 
der Gehbehinderung sowie der generellen muskulären Schwäche des 
Beschwerdeführers attestierte maximale Reduktion von einer Stunde pro 
Tag nicht adäquat sei („ad 1“). In seinem ursprünglichen Beruf sei er nach 
ihrer Meinung zu 100 % arbeitsunfähig aufgrund der sehr eingeschränkten 
Gehstrecke, der hohen Sturzgefahr bei längerem Gehen sowie Tragen von 
Gegenständen. Weiter bestehe eine zusätzliche Schwäche der oberen 
Extremitäten. Ob die Arbeitsfähigkeit durch die durchgeführten Operationen 
habe verbessert werden können, könne durch sie nicht beurteilt werden 
(„ad 2“).

Dieser – im Beschwerdeverfahren eingereichte – Bericht ist, soweit den 
zeitlich massgebenden Sachverhalt bis zum Erlass der Verfügung vom 
6. März 2015 (AB 104) beschlagend, grundsätzlich zu berücksichtigen (vgl. 
BGE 131 V 9 E. 1 S. 11, 121 V 362 E. 1b S. 366).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 

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widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Ver-
fügung vom 6. März 2015 (AB 104) massgeblich auf die Beurteilungen der 
RAD-Ärztin med. pract. C.________ vom 2. Juli 2014 (AB 90) und vom 
3. September 2014 (AB 98) gestützt. Diese hält fest, dass die letzte sitzen-
de Tätigkeit vollumfänglich den physischen Möglichkeiten des Beschwerde-
führers entsprochen habe, weshalb aktuell keine Arbeitsunfähigkeit beste-
he (AB 98 S. 2). Diese Berichte beruhen auf den Akten, ohne dass die 
RAD-Ärztin den Beschwerdeführer selber untersucht hat. Nach der Praxis 
sind solche Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn die Akten ein 
vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status er-
geben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersuchungsbefund muss 
lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund der vorhandenen Un-
terlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können (RKUV 2006 U 
578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b). Diese Voraussetzung ist vor-
liegend nicht erfüllt.

3.3.1 So führt med. pract. C.________ in ihrem Bericht vom 3. Septem-
ber 2014 (AB 98) zunächst aus, dass der operierende Arzt Dr. med. 
D.________ aufgrund seiner Fachausbildung zum orthopädischen Chirur-
gen zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers weniger 

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qualifiziert sei als sie selber. Aus diesem Grund habe Dr. med. D.________ 
seine attestierte Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit auch nicht begründet 
und den Beschwerdeführer allein aufgrund des langen Arbeitsweges zu 
seiner früheren Anstellung weiterhin arbeitsunfähig geschrieben. Dieser 
Einschätzung der RAD-Ärztin kann indes nicht gefolgt werden, ist doch in 
keinem der Berichte von Dr. med. D.________ vom 16. April 2014 (AB 83) 
bzw. vom 10. Juni 2014 (AB 87) ein Hinweis auf den langen Arbeitsweg, 
geschweige denn eine entsprechende Begründung für seine Einschätzung, 
zu finden. Die RAD-Ärztin stützt sich damit auf unzutreffende Annahmen 
über die Gründe, weshalb der orthopädische Chirurg von einer reduzierten 
Arbeitsfähigkeit ausgegangen ist. Auf der anderen Seite finden sich in den 
übrigen medizinischen Akten auch keine Anhaltspunkte, welche die Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit durch med. pract. C.________ (AB 98 S. 2) 
untermauern würden; sämtliche behandelnden Ärzte, deren Einschätzun-
gen in den Akten enthalten sind, gehen von einer Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit aus. Von einem lückenlosen Untersuchungsbefund und ei-
nem lückenlosen Bild der Situation kann damit vorliegend nicht ausgegan-
gen werden und auf die Einschätzung der RAD-Ärztin med. pract. 
C.________, welche diese ausschliesslich aus den Akten gewonnen hat, 
kann nicht abgestellt werden.

3.3.2 Im Weiteren kann aber auch nicht auf die Atteste von Dr. med. 
D.________ vom 16. April 2014 (AB 83) und vom 10. Juni 2014 (AB 87) 
abgestellt werden, denn dieser hat die Situation tatsächlich allein aufgrund 
des Zustandes des operierten Fusses bzw. der diesbezüglichen Beschwer-
den beurteilt. Zudem ist er in seiner Einschätzung meist sehr vage geblie-
ben und hat lediglich im Sinne einer Prognose angegeben, dass er nicht 
denke, dass eine 100 % Arbeitsfähigkeit wieder möglich sein werde 
(AB 87). Auch auf die im Beschwerdeverfahren eingereichten medizini-
schen Berichte von Dr. med. D.________ vom 26. September 2014 (BB 3) 
und des Spitals G.________ vom 12. November 2014 (BB 4) tragen nichts 
zur Klärung der offenen Fragen betreffend die Arbeitsfähigkeit des Be-
schwerdeführers bei, weil sie sich allein auf die Problembeschreibung bzw. 
-abklärung beschränken und sich nicht zur (verbleibenden) Arbeitsfähigkeit 
äussern. Schliesslich können auch aus dem Schreiben der Fachärzte des 
Spitals G.________ an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers vom 

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17. April 2015 (BB 8) keine weiteren Erkenntnisse gewonnen werden: Zwar 
werden dort Angaben zur Arbeitsfähigkeit (auch im ursprünglichen Beruf) 
gemacht, doch gilt es hierbei zu beachten, dass die Erkenntnisse dieser 
Fachärzte primär aus der von ihnen durchgeführten Ganguntersuchung 
herrühren und damit wenig Aussagekraft bezüglich einer sitzenden und 
damit angepassten Tätigkeit haben. Auch wenn nachvollziehbar ausgeführt 
wird, dass auch eine Schwäche der oberen Extremitäten bestehe, ist damit 
deren Einfluss auf eine sitzende Tätigkeit nicht erstellt. 

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat eine umfassende medizinische (or-
thopädische) Abklärung weder angeordnet noch durch den RAD vorneh-
men lassen. Der Beschwerdeführer leidet – abgesehen von der inzwi-
schen operierten Fussarthrose – allenfalls auch unter weiteren Folgen sei-
ner Erkrankung an Kinderlähmung. Trotzdem konnte er eine Ausbildung 
zu einer rein sitzenden Tätigkeit absolvieren. Der so erlernte Beruf ermög-
lichte es ihm, über viele Jahre ein rentenauschliessendes Einkommen zu 
erzielen. Die nun zusätzlich aufgetretenen Probleme haben sich erst mit 
dem schmerzhaften Auftreten der Arthrose ergeben. Welche Auswirkun-
gen der gesamte Gesundheitszustand auf die Arbeitsfähigkeit hat, ist auf-
grund der Akten nicht klar ersichtlich. Der medizinische Sachverhalt bzw. 
dessen Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit kann damit 
nicht abschliessend beurteilt werden und auf die diesbezügliche Einschät-
zung der RAD-Ärztin Dr. med. C.________ kann nicht abgestellt werden 
(vgl. E. 3.3.1 vorstehend). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb den 
Sachverhalt eingehend abzuklären und ein Gutachten bei einem orthopä-
dischen und allenfalls bei einem neurologischen Facharzt in Auftrag zu 
geben, der sich nach einer eigenen Untersuchung zur zumutbaren Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers aus medizinischer Sicht zu 
äussern hat.

4.

Nach den vorstehenden Ausführungen erweist sich der medizinische Sach-
verhalt als ungenügend abgeklärt und die Beschwerde als offensichtlich 
begründet. Sie ist folglich gutzuheissen und die angefochtene Verfügung 
vom 6. März 2015 (AB 104) aufzuheben. Die Akten sind an die Beschwer-

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degegnerin zur Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen 
zurückzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.– bis Fr. 1’000.– festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.–, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

5.2 Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat dem obsiegenden Be-
schwerdeführer die Parteikosten zu ersetzen. Diese werden vom Versiche-
rungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses be-
messen (Art. 61 lit. g ATSG).

In der Kostennote vom 29. Mai 2015 hat Rechtsanwältin B.________ einen 
Aufwand von insgesamt 8 Stunden geltend gemacht. Dieser Betrag enthält 
jedoch gemäss der Auflistung im beigelegten Tätigkeitsnachweis auch den 
Aufwand für die Erstellung des Einwands im Vorbescheidverfahren. Die 
jeweiligen Posten („Brief an IV-Stelle“ vom 19. August 2014, 4. und 19. Fe-
bruar 2015 [jeweils 0.17 Stunden] sowie „Einwand“ vom 29. August 2014 [2 
Stunden]) und die entsprechenden Auslagen (angefallen in der Zeit vom 
19. August 2014 bis zum 19. Februar 2015) sind deshalb vom Gesamtbe-
trag in Abzug zu bringen. Bei einem Aufwand von 5.5 Stunden à Fr. 250.– 
ausmachend Fr. 1‘375.– sowie Auslagen von Fr. 62.90 wird der gesamte 
von der Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzende Par-
teikostenersatz auf Fr. 1‘552.95 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer à 
Fr. 115.05) festgesetzt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2015, IV/15/349, Seite 14

5.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege als gegenstandslos geworden 
vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-Stelle Bern 
vom 6. März 2015 aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegeg-
nerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der Abklärungen im 
Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.– werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘552.95 (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer), zu ersetzen.

4. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als erledigt vom Ge-
schäftsverzeichnis abgeschrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 11. August 

2015)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Aug. 2015, IV/15/349, Seite 15

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.