# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 33565f15-6b4d-5e05-99cf-b5510a2f8fc1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-10-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 26.10.2004 R 2004 76
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_R-2004-76_2004-10-26.pdf

## Full Text

R 04 76
R 04 77
R 04 78

4. Kammer 

URTEIL
vom 26. Oktober 2004

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. Am 5. Dezember 2003 reichte die Baugesellschaft …, bestehend aus dem 

Architekturbüro … AG und der … AG, bei der Baubehörde der Gemeinde … 

ein Baugesuch zur Erstellung zweier Mehrfamilienhäuser mit je 6 Wohnungen 

auf der Parzelle Nr. 4627 in … ein. Das Projekt umfasst neben den Häusern 

eine Tiefgarage, welche Platz zum Parkieren von 22 Autos schafft und im 

westlichen Teil die Parzelle Nr. 1939 tangiert. 

2. Das zu überbauende Areal gehört zur Wohnzone 0,5 und wird gemäss dem 

geltenden Erschliessungsplan gemeinsam mit einigen weiteren Parzellen 

durch den …weg erschlossen. Dieser mündet zusammen mit dem …weg in 

die Kantonsstrasse. Beim …weg wie beim …weg handelt es sich um 

Privatstrassen, deren Benutzung durch Grunddienstbarkeiten geregelt ist. Am 

Südrand der Parzellen 1939 und 4627 verläuft ein nur zeitweise Wasser 

führender kleiner Bach, das sogenannte „…bächlein“. Das gesamte Gebiet 

liegt auf einem Grundwasserkörper. 

3. Auf die Publikation des Baugesuchs hin gingen verschiedene 

öffentlichrechtliche Einsprachen von Eigentümern benachbarter 

Liegenschaften, darunter auch der Rekurrenten des vorliegenden Verfahrens, 

ein. Diese wurden in erster Linie mit der mangelnden Erschliessung sowie mit 

einer Verschärfung der Grundwasserproblematik durch den Neubau 

begründet. Zudem nahmen einige Einsprecher Anstoss an einer behaupteten 

mangelnden Einpassung des Neubaus in die bestehende Bausubstanz und 

an zu geringem Grenzabstand zum …bächlein. Einer der Einsprecher 

verlangte zudem die Durchführung einer Quartierplanung. Die 

Baugesellschaft … bestritt demgegenüber das Vorliegen solcher Mängel und 

beantragte Abweisung der Einsprachen und Erteilung der Baubewilligung.

4. Nach einer Anhörung der Beteiligten gab die Gemeinde bei der Baugeologie 

Chur die Erstellung eines Gutachtens über die Auswirkungen des Neubaus 

auf die bereits bestehende Grundwasserproblematik in Auftrag. Darin hält …, 

dipl. Natw. ETH, fest, dass die Fundationskoten des Neubaus, ähnlich wie 

auch die bereits bestehenden Bauten, 2-2,5 m unter den langjährigen 

Grundwasserhochstand zu liegen kämen. Dadurch werde eine Verminderung 

der Querschnittsfläche des Grundwasserleiters sowie stromaufwärts ein 

Rückstau verursacht. Als Massnahme dagegen rät …, Sohle und Wände der 

ins Grundwasser eindringenden Bauteile seien mit gut durchlässigem Material 

wie Sickergeröll, allenfalls ergänzt mit Sickerrohren zu ummanteln. Allenfalls 

sei auf Höhe des maximal vorausgesetzten Grundwasserspiegels ein 

Ringdrain zu erstellen. Das Gutachten stützt sich auf Messungen der Jahre 

1966-1990. 

5. Nach Einholung von Stellungnahmen aller Beteiligten zu dem geologischen 

Gutachten erteilte die Gemeinde für das Bauprojekt mit Verfügung vom 

30.6.2004 die Baubewilligung, unter anderem mit den Auflagen, dass bei der 

Garagenzufahrt, soweit innerhalb des Gewässerabstandes liegend, der 

Hochwasserschutz gewährt sein müsse, dass zum Schutz des Ortsbildes 

Materialien und Farbgebung so zu wählen seien, dass eine gute Anpassung 

an die Umgebung erzielt werde und die Farbgebung des Daches der am Orte 

vorherrschenden Dächerfarbe anzupassen sei, sowie die Verpflichtung, eine 

Sickerleitung zu erstellen und allenfalls aufgestautes Grundwasser darin in 

den unterliegenden Vorfluter zu leiten und im Hinblick auf 

Kontrollmassnahmen auf allen vier Seiten ein Piezometerrohr zu versenken.

6. a) Gegen diese Baubewilligung erhoben …, … und … am 23. August 2004 

Rekurs mit dem Antrag auf Aufhebung der Baubewilligung und des 

Einspracheentscheides und Zuerkennung der aufschiebenden Wirkung 

(Verfahren R 04 76). Zur Begründung geben sie an, der …weg sei zur 

Erschliessung des Baugrundstücks ungenügend. Er sei ursprünglich für den 

landwirtschaftlichen Verkehr vorgesehen gewesen, auf der ganzen Länge nur 

3m breit und unübersichtlich, Ausweichstellen gebe es keine. Bereits 

entstünden dadurch im Winter Probleme. Der durch den Neubau entstehende 

Mehrverkehr sei durch den …weg nicht zu schlucken. Dies werde noch 

verschärft durch die Tatsache, dass es sich bei dem streitigen Bauvorhaben 

nur um die erste Etappe eines Gesamtprojekts handle, das 

Verkehrsaufkommen also nicht um den Verkehr von 22, sondern von 44 

Parkplätzen vergrössert werde. Folglich erweise sich die das Grundstück als 

nicht baureif. Nicht eingegangen sei die Gemeinde im Einspracheverfahren 

auf die Rüge, es seien nicht genügend Besucherparkplätze ausgewiesen, 

womit sie das rechtliche Gehör verletze. In Sachen Ästhetik falle der Neubau 

durch eine sich von der der bestehenden Bausubstanz unterscheidende 

Fassadengestaltung, insbesondere andere Balkone, Fensterformen, fehlende 

Fensterläden und die vorgesehene Holzverkleidung auf. Die Rekurrenten 

bemängeln weiter, dass das Gutachten zur Grundwasserproblematik 

aufgrund von Daten erstellt wurde, die 14 und mehr Jahre alt sind und so 

insbesondere die Klimaveränderung der letzten Jahre nicht berücksichtige.

b) Ebenfalls am 23. August 2004 erhoben …, … und … Rekurs gegen den 

Baubewilligungsentscheid mit dem Antrag auf Aufhebung des Entscheides 

und Nichterteilung der Baubewilligung und dem Eventualantrag auf 

Anordnung eines Quartiererschliessungsplans gemäss Art. 85 des 

kommunalen Baugesetzes (Verfahren R 04 77). Sie rügen wie die 

Rekurrenten des Verfahrens R 04 76 die mangelnde Erschliessung, und 

richten in diesem Zusammenhang das Augenmerk vermehrt auf die Einfahrt 

in die Kantonsstrasse. Sie machen geltend, die Baubewilligung hätte nur 

erteilt werden dürfen, wenn seitens des Kantons eine 

Einmündungsbewilligung vorgelegen hätte. Damit habe sich die Gemeinde 

beim Baubewilligungsentscheid nicht befasst, womit sie das rechtliche Gehör 

verletzt habe. Die Erschliessung sei auch ungenügend unter dem Aspekt von 

Art. 19 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes (RPG).

c) Am 25. August 2004 erhob sodann … Rekurs gegen den 

Baubewilligungsentscheid mit den Anträgen auf Aufhebung desselben und 

Erteilung der aufschiebenden Wirkung (Verfahren R 04 78). Auch er rügt die 

ungenügende Erschliessung durch den …weg sowie die 

Grundwasserproblematik und beantragt in diesem Zusammenhang ein 

hydrogeologisches Obergutachten, wobei im Wesentlichen auf die bereits 

zusammengefasste Argumentation der weiteren Rekurse verwiesen werden 

kann. Er weist zusätzlich darauf hin, dass im …weg kein geeigneter 

Wendeplatz bestehe, weshalb alle grösseren Fahrzeuge auf dem Parkplatz 

des Hauses … (Parzelle Nr. 1941), in dem er selber eine Eigentumswohnung 

besitze, wenden müssten. Dies führe zu nicht unwesentlichen Immissionen. 

Zudem macht er geltend, die Garagenmauer halte den Gewässerabstand zum 

…bächlein nicht ein.

7. a) Mit Vernehmlassung vom 10. September 2004 beantragt die Gemeinde die 

Abweisung der Rekurse, soweit darauf eingetreten werden könne. Die 

Verletzung des rechtlichen Gehörs betreffend die Besucherparkplätze sei 

unbegründet, weil die Rechte daran mittels Grunddienstbarkeiten bereits 

gesichert seien, was im Entscheid erwähnt werde. Auch betreffend die 

Einfahrtsbewilligung in die Kantonsstrasse sei das rechtliche Gehör nicht 

verletzt, da eine solche nicht vonnöten sei. Allenfalls könnte der Mangel im 

verwaltungsgerichtlichen Verfahren geheilt werden.

Zur Durchführung einer Quartierplanung bemerkt die Gemeinde, dass 

vorliegend ein Baugesuch zur Diskussion stehe und kein Raum für die 

Durchführung einer Quartierplanung bleibe. Es fehle insofern an einem 

Anfechtungsobjekt, weswegen auf den Rekurs diesbezüglich nicht 

eingetreten werden dürfe. 

Betreffend die Erschliessung durch den …weg sei von Bedeutung, dass 

dieser im Generellen Erschliessungsplan als Erschliessung des gesamten 

Gebiets figuriere und auch von allen Anwohnern so benutzt werde. Die 

Baubewilligung könnte nur dann verweigert werden, wenn durch den 

Mehrverkehr ein eigentlicher polizeilicher Notstand entstünde, was aber nicht 

der Fall sei. Das Gebiet sei mit ähnlich grossen Baukörpern praktisch 

überbaut, weshalb die Verweigerung der Baubewilligung unbillig wäre. Die 

Sichtverhältnisse seien einwandfrei und das Gelände praktisch eben. Die 

Erschliessungs- und Verkehrssituation entspreche einem normalen Standard, 

woran das beschränkte zusätzliche Verkehrsaufkommen nichts ändere. 

Weiter führt die Gemeinde aus, die Parzelle Nr. 4627 befinde sich in der 

Bauzone, weshalb grundsätzliche Einwände zur Eignung des Baugrundes im 

Rahmen der 1999 verabschiedeten Zonenplanung hätten vorgebracht werden 

müssen. Heute könnten nur noch Auflagen gemacht werden, um 

Detailprobleme zu entschärfen. Die Rekurrenten unterliessen es im Übrigen, 

stichhaltige Gründe gegen die Glaubhaftigkeit des Gutachtens vorzubringen.

Das Wiesenbächlein stelle kein Gewässer im Sinne von Art. 52 Abs. 2 des … 

Baugesetzes (BG) dar. Es sei vielmehr eine Oberflächenentwässerung zum 

nahen Bach. Zudem sei die betreffende Garagenmauer kein Gebäude, 

sondern lediglich eine Baute und falle schon deswegen nicht unter Art. 52 

Abs. 2 BG. 

Die Umgebung der Parzelle Nr. 4627 sei von relativ grossvolumigen 

Mehrfamilienhäusern geprägt, die keinen einheitlichen Baustil trügen. Die 

Einwände zur Ästhetik und zum Volumen des Neubaus seien daher nicht zu 

hören.

b) Die Bauherrschaft stellt mit Vernehmlassung vom 10. September 2004 

ebenfalls den Antrag auf Abweisung der Rekurse. Zusätzlich zur 

Argumentation der Gemeinde betont sie, dass vorliegend lediglich zwei 

Mehrfamilienhäuser und eine Tiefgarage mit 22 Parkplätzen zur Diskussion 

stünden und nicht eine allfällige zweite Etappe des Bauvorhabens.

8. Mit Verfügung vom 10. September 2004 gewährte der zuständige 

Instruktionsrichter die aufschiebende Wirkung. Er begründete seinen 

Entscheid damit, dass wohl eine Sickerleitung und Piezometerrohre, nicht 

aber der Sickergeröllmantel, den der hydrogeologische Gutachter empfohlen 

hatte, als Voraussetzung der Baubewilligung genannt werde. Es könne daher 

nicht ausgeschlossen werden, dass den Rekurrenten ein nicht wieder 

rückgängig zu machender Nachteil drohe. Mit Schreiben vom 15. September 

2004 erklärte sich die Bauherrschaft daraufhin bereit, sämtlichen im 

Gutachten der Baugeologie Chur empfohlenen Massnahmen gegen den 

erwarteten Grundwasserstau nachzukommen. Die Bauherrschaft auf dieser 

Erklärung behaftend, hob der Instruktionsrichter die aufschiebende Wirkung 

mit Verfügung vom 20. September 2004 wiederum auf.

9. Mit Verfügung vom 14. September 2004 legte der Instruktionsrichter die drei 

Verfahren R 04 76, R 04 77 und R 04 78 zusammen.

10. Mit Schreiben vom 4. Oktober 2004 nahm das Tiefbauamt Graubünden zum 

Problem der Einmündungsbewilligung Stellung. Es äussert sich in dem Sinne, 

dass durch den Neubau keine wesentliche Veränderung der Verhältnisse zu 

erwarten und deshalb eine Einmündungsbewilligung nicht vonnöten sei.

11. Am 26. Oktober 2004 führte das Gericht einen Augenschein durch, an 

welchem eine Vertreterin der Rekurrenten 1, die Anwälte der Rekurrenten 1 

und 2, der Rekurrent 3, drei Vertreter und der Rechtsanwalt der Gemeinde 

sowie zwei Vertreter der Bauherrschaft anwesend waren. Allen Anwesenden 

wurde dabei Gelegenheit erteilt, sich anhand der Örtlichkeiten auch noch 

mündlich zu den aufgeworfenen Fragen zu äussern. Auf das Ergebnis des 

Augenscheins und die weiteren Ausführungen der Parteien in den 

Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Vorweg ist zu prüfen, ob die Gemeinde in ihrem Baubewilligungsentscheid, 

wie dies die Rekurrenten 1 und 2 rügen, das rechtliche Gehör der Einsprecher 

verletzte, was zur Kassation des Entscheides und Rückweisung der 

Angelegenheit an die Vorinstanz führen müsste. Die Rekurrenten 1 sehen das 

rechtliche Gehör dadurch verletzt, dass der Baubewilligungsentscheid nicht 

auf die in der Einsprache geäusserte Rüge betreffend die Besucherparkplätze 

eingehe. Dies ist von vornherein unbegründet, da diese Problematik unter Ziff. 

II. k) des angefochtenen Entscheides in ausreichender Form abgehandelt 

wird. Die Rekurrenten 2 rügen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, indem 

sich der Baubewilligungsentscheid nicht zur Notwendigkeit einer 

Einmündungsbewilligung des Tiefbauamtes äussere. Tatsächlich wird durch 

die Vorinstanz auf diesen Punkt nicht eingegangen. In der Praxis können 

indes Verletzungen im Rechtsmittelverfahren vor der oberen Instanz geheilt 

werden, wenn sie nicht besonders schwer wiegen, die Kognition der oberen 

Instanz gegenüber derjenigen der unteren Instanz nicht eingeschränkt ist und 

den Rekurrenten durch die Heilung kein Nachteil erwächst. Die Rekurrenten 

2 hatten vorliegend sowohl in ihrer Rechtsschrift, als auch vor Ort im Rahmen 

des Augenscheins Gelegenheit, sich ausführlich zur Notwendigkeit einer 

Einmündungsbewilligung zu äussern, und es wurde eine Stellungnahme des 

Tiefbauamtes eingeholt. Da die Kognition des Verwaltungsgerichts nicht 

eingeschränkt ist und auch ansonsten den Rekurrenten 2 durch die Heilung 

kein Nachteil erwachsen könnte, sind die Voraussetzungen für eine solche 

erfüllt. Damit wird ein allfälliger Mangel des vorinstanzlichen Verfahrens 

geheilt, und es besteht kein Grund für eine Kassation des angefochtenen 

Entscheides.

2. Gemäss Art. 3 und 44 BG sind Neubauten so zu gestalten, dass sie sich in 

Bezug auf Proportionen, Dachgestaltung, Baumaterial und Farbgestaltung 

der Fassaden und des Daches der am Ort vorherrschenden, bewährten 

Bauweise anpassen. In diesem Sinne wurde der Bauherrschaft denn auch in 

der Baubewilligung die Auflage gemacht, sie müsse sich bei der Farbgebung 

des Daches an die am Orte vorherrschende Dächerfarbe anpassen. Die 

Gemeinde beanstandete aber weder das geplante Volumen der Baukörper, 

noch die Fassaden- und Balkongestaltung. Eine Verpflichtung zur Anpassung 

an die vorhandene Bauweise besteht jedoch auch erst dann, wenn sich die 

vorhandenen Bauten bereits durch eine gewisse Einheitlichkeit auszeichnen. 

Beim Augenschein vom 26. Oktober 2004 hat sich gezeigt, dass bei den 

bestehenden Baukörpern kein einheitlicher Stil auszumachen ist. Tatsächlich 

sind die von den Rekurrenten 1 genannten Fensterläden das einzige 

Stilelement, das mit einer gewissen Regelmässigkeit bei den vorhandenen 

Baukörpern zu beobachten ist. Ein einziges Stilelement, das nicht einmal 

völlig konsequent verwirklicht ist, reicht jedoch nicht aus, um die 

Rekursgegnerin 2 zur Einhaltung eines bestimmten Baustils zu verpflichten. 

Was das Bauvolumen betrifft, so werden die entsprechenden 

Einschränkungen bereits im Rahmen der Zonenplanung festgelegt, weshalb 

eine generell zu voluminöse Bauweise im Baurekursverfahren nicht mehr 

gerügt werden kann. Hinzu kommt, dass sich in unmittelbarer Nähe der 

Bauparzelle bereits Mehrfamilienhäuser mit beträchtlichem Bauvolumen 

befinden, sodass die Grösse der geplanten Häuser nicht beanstandet werden 

kann. Die Rüge, das Bauvorhaben passe in ästhetischer Hinsicht nicht in die 

Umgebung und verletze Art. 3 und 44 BG, ist daher unbegründet.

3. a) Alle Rekurrenten rügen die mangelnde Erschliessung des Baugrundstücks 

durch den …weg. Dieser sei lediglich 3m breit und verfüge über keine 

Ausweichstellen, wodurch ein Kreuzen von Fahrzeugen auf der ganzen Länge 

verunmöglicht werde. In der Kurve sei er unübersichtlich und gefährlich. 

b) Die Voraussetzung der Erschliessung eines Grundstücks durch eine 

genügende Zufahrt für die Erteilung einer Baubewilligung ergibt sich aus Art. 

19 und 22 des Schweizerischen Raumplanungsgesetzes (RPG). Verdeutlicht 

wird sie durch Art. 7 Abs. 1 des kantonalen Raumplanungsgesetzes (KRG) 

sowie auf kommunaler Ebene durch Art. 43 BG. Trotz dieser Bestimmungen 

ist aber eine allgemeine Antwort auf die Frage, wann eine Zufahrt als 

genügend anerkannt werden kann, nicht möglich, wodurch den kantonalen 

und kommunalen Behörden ein beträchtlicher Ermessensspielraum verbleibt. 

Dabei hängt es von den örtlichen Gegebenheiten, vor allem den jeweiligen 

Verkehrsverhältnissen sowie der Art und Anzahl der Gebäude, zu denen eine 

Strasse führt, ab, ob diese die Anforderungen an eine genügende 

Erschliessung erfüllt. Insbesondere muss sie die Verkehrssicherheit aller 

Benützer wie Fussgänger, Radfahrer, Personenwagen und den Zugang für 

öffentliche Dienste wie Feuerwehr und Sanität gewährleisten. Ist bereits eine 

Erschliessungsstrasse vorhanden, darf die Baubewilligung für eine neue 

Baute nur dann mit der Begründung der ungenügenden Erschliessung 

verweigert werden, wenn der Mehrverkehr zu einer gefährlichen Überlastung 

- in gewissen Entscheiden wird gar von einem polizeilichen Notstand 

gesprochen - führen würde (PVG 1979 Nr. 38; VGU R 00 106 und R 00 

117/129; Marantelli-Sonanini, Erschliessung von Bauland, 45, alle m. w. 

Nachw.). 

c) Vorliegend hat sich im Rahmen des Augenscheins gezeigt, dass es sich beim 

…weg tatsächlich um eine relativ schmale Strasse handelt, auf der ein 

Kreuzen von Fahrzeugen über längere Strecken nicht möglich ist. Ungefähr 

auf halber Strecke verläuft er um einen Stall in einer unübersichtlichen 90°-

Kurve. Entgegen der Darstellung der Rekurrenten besteht jedoch unmittelbar 

nach der Kurve eine Ausweichstelle, die das Kreuzen von Fahrzeugen 

ermöglicht. Dass diese Ausweichstelle nach der Aussage der Rekurrenten 

während der Saison fast dauernd durch geparkte Autos versperrt wird, ist eine 

Frage der Durchsetzung von Verkehrsregeln auf der Privatstrasse, nicht aber 

eine solche des Baurekursverfahrens, und darf in diesem Zusammenhang 

keine Rolle spielen. Ausserdem ist der …weg fast vollkommen eben und im 

Bereich der Einfahrt in die Kantonsstrasse verbreitert. Im Einfahrbereich 

besteht Platz genug für zwei Fahrzeuge, ein Kreuzen ist möglich. Durch die 

Verbreiterung ist die Sicht relativ gut. Gemäss der Auskunft der Rekurrenten 

wird sie jedoch zeitweise durch eine überbordende Kehrichtsammelstelle, die 

sich unmittelbar neben der Einfahrt befindet, versperrt. Falls das tatsächlich 

zutreffen sollte, ist jedoch auch dies kein Problem, das im Rahmen eines 

Baurekursverfahrens behandelt werden könnte. Alles in allem entstand der 

Eindruck, dass es sich wohl um eine schmale Strasse handelt, dass jedoch 

bei einer der Situation angepassten Fahrweise auch bei einem gewissen 

Mehrverkehr weder in der Strasse selbst, noch bei der Einfahrt in die 

Kantonsstrasse Gefahr droht. Der …weg ist zudem breit genug, um auch 

Ambulanz und Feuerwehr durchzulassen. Damit kann die Erschliessung 

durch den …weg unter allen Aspekten als genügend anerkannt werden. 

d) Im Rahmen der Erschliessung rügen die Rekurrenten 2 das Fehlen einer 

Einmündungsbewilligung für die Einmündung des …wegs in die …strasse. 

Das Bauvorhaben führe zu einem wesentlich grösseren Verkehrsaufkommen, 

weshalb eine Bewilligung des Tiefbauamtes gemäss Art. 79 Abs. 2 des 

kantonalen Strassengesetzes einzuholen gewesen wäre. Mit Stellungnahme 

vom 4. Oktober 2004 hat das kantonale Tiefbauamt hingegen den 

Mehrverkehr nicht als wesentlich grösser oder andersartig bezeichnet, 

weshalb aufgrund der Geometrie und Neigungsverhältnisse und der 

Sichtweiten im Einmündungsbereich keine Bewilligung nötig sei. Diese 

Einschätzung deckt sich auch mit den Ergebnissen des Augenscheins (s. 

oben, E. 3 b und e). Das Einholen einer Einmündungsbewilligung war nicht 

notwendig.

e) Der Rekurrent 3 macht in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass 

bereits heute grosse Fahrzeuge lediglich auf den privaten Parkplätzen der 

Häuser … und … wenden können. Wie der Augenschein gezeigt hat, wird 

jedoch mit der Einfahrt zur Tiefgarage der Neubauten eine weitere Möglichkeit 

zum Wenden von Lastwagen geschaffen, sodass diese Situation sogar 

verbessert wird. 

f) Am beträchtlichen Bauvolumen der umstehenden, ebenfalls durch den …weg 

erschlossenen Gebäude lässt sich im Übrigen ersehen, dass dieser bereits 

heute rege genutzt wird. Allein der durch die zwei 6-Familien-Häuser 

entstehende Mehrverkehr kann nicht dazu führen, dass diese heute 

bestehende Erschliessung durch den …weg plötzlich nicht mehr ausreichen 

sollte. Selbst wenn die Erschliessung als mangelhaft bezeichnet werden 

müsste, so wäre sie es daher auch für die bereits bestehenden Bauten. Unter 

diesen Umständen wäre die Verweigerung der Bewilligung für eine 

zonenkonforme Baute nur bei drohendem Notstand, was vorliegend zweifellos 

nicht gegeben ist, und nur kurzfristig das richtige Mittel, um diesen Zustand 

zu bekämpfen. Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass unter dem 

Aspekt der Erschliessung der Bauparzelle durch den …weg die 

Baubewilligung zu Recht erteilt wurde.

4. Nicht begründet ist auch die rekurrentische Rüge, das Bauvorhaben hätte 

wegen der Gefahr einer Verschärfung der bestehenden 

Grundwasserproblematik nicht bewilligt werden dürfen. Zunächst ist dazu zu 

bemerken, dass es sich bei dem zu überbauenden Grundstück um Bauland 

handelt, welchem durch einen rechtskräftigen Zonenplan die Bautauglichkeit 

attestiert wird. Um dennoch durch das Grundwasser drohenden Schaden 

möglichst zu verhindern, sicherte die Bauherrschaft im Rahmen des 

Rekursverfahrens zu, sämtliche im Gutachten der Baugeologie Chur 

empfohlenen Massnahmen - die Ummantelung der ins Grundwasser 

eindringenden Bauteile mit einer Sickergeröllpackung und die Erstellung 

eines Ringdrains und das Versenken von Piezometerrohren - vorzunehmen. 

Trotzdem sehen sich die Rekurrenten durch den geplanten Bau bedroht und 

zweifeln die Glaubhaftigkeit des Gutachtens und die Wirksamkeit der 

empfohlenen Massnahme an. Als einzigen Grund dafür bringen sie jedoch 

dessen Basierung auf Messdaten der Jahre 1966-1990 und damit die 

fehlende Berücksichtigung der seither eingetretenen Klimaveränderung vor. 

Solche Zweifel konnte der Gutachter im Rahmen des Augenscheins jedoch 

beseitigen, indem er nachvollziehbar erklärte, dass das Fehlen aktueller 

Messdaten vorliegend zu keiner anderen Einschätzung der Lage führen 

würde. Die Klimaveränderung könne zu einer Erhöhung des 

Grundwasserspiegels führen, jedoch würde ein solcher durch die gelegte 

Sickerleitung im unmittelbaren Umfeld des Gebäudes sofort wieder gesenkt. 

Er unterstrich zudem nochmals die Verlässlichkeit der empfohlenen 

Massnahmen, die seiner Ansicht nach für einige Anwohner sogar zu einer 

Verbesserung des heutigen Zustands führen wird. Insgesamt ist das 

Gutachten in sich schlüssig, nachvollziehbar begründet und basiert auf 

wissenschaftlichen Erkenntnissen. Gestützt darauf kann daher davon 

ausgegangen werden, dass die Bauherrschaft mit der Ergreifung der 

vorgesehenen Massnahmen ihrer Verpflichtung zur Eindämmung der 

Grundwasserproblematik vollends nachkommt. Weitere Massnahme oder ein 

weiteres hydrogeologisches Gutachten sind nicht notwendig. 

5. Die Rekurrenten 1 rügen weiter den mangelnden Nachweis genügender 

Besucherparkplätze bzw. die Tatsache, dass sich zwei Besucherparkplätze 

auf der Parzelle Nr. 1939 befinden, welche nicht im Eigentum der 

Bauherrschaft stehe. Dem ist zu entgegnen, dass Art. 55 Abs. 1 BG lediglich 

zur Erstellung von Parkplätzen „auf der Bauparzelle oder in nächster Nähe 

auf privatem Boden“ verpflichtet. Die nachgewiesenermassen servitutarisch 

abgesicherte Erstellung zweier Besucherparkplätze auf der Nachbarparzelle 

1939 ist daher zulässig. Damit sieht das gesamte Projekt 24 Parkplätze vor, 

womit den Anforderung von Art. 55 Abs. 1 und 2 BG Genüge getan wird. 

6. Der Rekurrent 3 rügt einen mangelnden Gewässerabstand zwischen der 

Tiefgaragenmauer und dem …bächlein. Tatsächlich liegt die Garagemauer 

lediglich ca. 2,5m vom …bächlein entfernt, womit der in Art. 52 Abs. 2 BG 

vorgesehene Hochbautenabstand von 4 m zu öffentlichen Gewässern nicht 

eingehalten würde. Es ist indes fraglich, ob es sich bei dem …bächlein 

überhaupt um ein öffentliches Gewässer im Sinne von Art. 52 Abs. 2 BG 

handelt. Beim Augenschein zeigte sich, dass es im Herbst gar kein Wasser 

führt und angesichts des Durchmessers des Rohres, durch das es unter der 

Strasse abgeführt wird, kann auch das Wasseraufkommen in den anderen 

Jahreszeiten nicht gross sein. Es liegt daher der Schluss nahe, dass das 

…bächlein, wie dies die Rekursgegnerschaft vorbringt, eher ein 

Entwässerungsgraben als ein öffentliches Gewässer ist. Auch ist zutreffend, 

dass sich, wie die Gemeinde argumentiert, Abstandsvorschriften dieser Art 

auf Gebäude, also auf dreidimensionale Baukörper, beziehen, worunter die 

Garagenmauer nicht zu zählen ist (vgl. PVG 1993 Nr. 21). Aus diesen 

Gründen fällt die vorliegend zu beurteilenden Situation nicht unter den 

Tatbestand des Art. 52 Abs. 2 BG. Hinzu kommt, dass dessen ratio legis nicht 

im Schutz des Landschaftsbild sondern darin zu sehen ist, dass die 

betroffenen Hochbauten durch den Mindestabstand vor Schäden durch die 

Gewässer geschützt werden sollen. Ein solcher Schutz ist vorliegend 

angesichts der Grösse des …bächleins und der Art der in dessen Nähe 

geplanten Baute jedenfalls nicht vonnöten. Daher ist der Entscheid der 

Gemeinde, den Abstand von 2,5m zwischen der Garagenmauer und dem 

…bächlein zu dulden, nicht zu beanstanden.

7. Zuletzt beantragen die Rekurrenten 2 die Anhebung eines 

Quartierplanverfahrens durch die Gemeinde. Dabei lassen sie 

unberücksichtigt, dass es sich vorliegend lediglich um die Bewilligung eines 

Bauvorhabens geht. Eine Quartierplanung gemäss Art. 85 ff. BG müsste in 

einem separaten Verfahren angehoben werden, schon zumal sie sich an 

einen anderen und wesentlich grösseren Adressatenkreis richtet als die 

Baubewilligung. Es stünde den Anwohnern des …wegs denn auch frei, durch 

einen Mehrheitsbeschluss ein Quartierplanverfahren in die Wege zu leiten. 

Vorliegend fehlt es jedoch diesbezüglich an einem Anfechtungsobjekt, 

weshalb auf diesen Antrag nicht eingetreten werden kann.

8. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten durch die Rekurrenten zu 

tragen. Diese haben zudem die anwaltlich vertretene Gemeinde angemessen 

zu entschädigen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Rekurse werden abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 9'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 360.--

zusammen Fr. 9'360.--

gehen je zu einem Drittel zulasten der Rekurrenten des Verfahrens R 04 76 

(diese Rekurrenten haften untereinander für ihren Drittel solidarisch), R 04 77 

(diese Rekurrenten haften untereinander für ihren Drittel solidarisch) und R 04 

78 und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die 

Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die Rekurrenten der Verfahren R 04 76 (diese Rekurrenten haften 

untereinander für ihren Drittel solidarisch), R 04 77 (diese Rekurrenten haften 

untereinander für ihren Drittel solidarisch) und R 04 78 haben die Gemeinde … 

mit je Fr. 800.-, insgesamt also mit Fr. 2'400.-, zu entschädigen.