# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 320c0ff3-53bb-535c-83d8-3e665a504d0e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 24.10.2016 ZK2 2016 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2016-8_2016-10-24.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 24. Oktober 2016 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 16 8 26. Oktober 2016

Urteil
II. Zivilkammer

Vorsitz Pritzi
Richter Hubert und Schnyder
Aktuar Pers

In der zivilrechtlichen Berufung

der X._____, Beklagte und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. 
iur. Peter Portmann, Quaderstrasse 18, Postfach 551, 7002 Chur, 

gegen

den Entscheid des Bezirksgerichts Plessur vom 5. Mai 2015, mitgeteilt am 12. Fe-
bruar 2016, in Sachen des Y._____, Kläger und Berufungsbeklagter, vertreten 
durch Rechtsanwalt lic. iur. Alexander Blöchlinger, Via Maistra 7, Postfach 342, 
7500 St. Moritz, gegen die Beklagte und Berufungsklägerin,

betreffend Forderung aus Mietverhältnis (Prozessvoraussetzungen),

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am 30. Oktober 2014 meldete Y._____ (Vermieter) eine gegen X._____ 
(Mieterin) gerichtete Klage bei der Schlichtungsbehörde für Mietsachen Plessur 
zur Schlichtung an, wobei er das folgende Rechtsbegehren stellte:

"1. Die Mieterin sei zu verpflichten, dem Kläger folgende Mietbeträge zu be-
zahlen:

Juni 2012 Fr.   920.85 zuzügl. 5% Verzugszins seit 1. Juni 2012
Mai 2013 Fr. 1'841.70 zuzügl. 5% Verzugszins seit 1. Mai 2013
Juni 2013 Fr. 1'841.70 zuzügl. 5% Verzugszins seit 1. Juni 2013
Juli 2013 Fr. 1'841.70 zuzügl. 5% Verzugszins seit 1. Juli 2013
August 2013 Fr. 1'841.70 zuzügl. 5% Verzugszins seit 1. Aug. 2013

Fr. 8'287.65

2. Zusätzlich sei die Mieterin zu verpflichten, dem Vermieter Fr. 1'900.- zu-
züglich 5% Verzugszins seit wann rechtens zu bezahlen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWSt.) zulasten der 
Mieterin."

In der Klagebewilligung, welche Y._____ im Anschluss an die Schlichtungsver-
handlung vom 21. Januar 2015 gestützt auf Art. 209 Abs. 1 ZPO ausgehändigt 
wurde, hielt die Schlichtungsbehörde für Mietsachen Plessur fest, dass Y._____ 
zur Schlichtungsverhandlung erschienen sei, während X._____ dieser unent-
schuldigt ferngeblieben sei. Infolgedessen seien die Schlichtungsversuche erfolg-
los geblieben.

B. Mit Eingabe vom 10. Februar 2015 (Poststempel 11. Februar 2015) unter-
breitete Y._____ seine Klage mit unverändertem Rechtsbegehren dem Bezirksge-
richt Plessur.

C. Mit Stellungnahme vom 24. März 2015 beantragte X._____ die Abweisung 
der Klage, soweit auf diese eingetreten werden könne; unter voller Kosten- und 
Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten (recte Klägers) zuzüglich 8% 
Mehrwertsteuer. Im Wesentlichen wurde geltend gemacht, auf die eingereichte 
Klage dürfe mangels Prozessvoraussetzung der gültigen Klagebewilligung nicht 
eingetreten werden, da sie als beklagte Partei nie zu einer Vermittlungsverhand-
lung eingeladen worden sei. Sie habe von der anberaumten Verhandlung keine 
Kenntnis gehabt, womit sie dieser auch nicht unentschuldigt ferngeblieben sei. Die 
Vorladung zur Vermittlungsverhandlung sei ihr nämlich nicht an die _____strasse 
in O.1_____ versandt worden, wo sie seit dem 2. Januar 2014 wohnhaft sei, son-
dern an die _____gasse in O.1_____, wo sie zuvor gewohnt habe. Dort sei die 
Vorladung einer zur Entgegennahme einer an sie gerichteten Sendung nicht be-

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rechtigten Person übergeben worden. Somit liege keine Säumnis ihrerseits vor 
und die Klagebewilligung sei ungültig. Das Vorliegen einer gültigen Klagebewilli-
gung der Schlichtungsbehörde nach Art. 209 ZPO sei zumindest hier, wo das 
Vermittlungsobligatorium gelte, eine Prozessvoraussetzung, die das Gericht von 
Amtes wegen zu prüfen habe.

D. Mit Schreiben des Bezirksgerichts Plessur vom 1. April 2015 wurde 
Y._____ sowie der Schlichtungsbehörde für Mietsachen _____ die Stellungnahme 
von X._____ zugestellt. Gleichzeitig wurden sie aufgefordert, bis zum 30. April 
2015 zu den Fragen der Gültigkeit der Zustellung und Vorladung Stellung zu neh-
men.

E. Mit Vernehmlassung vom 20. April 2015 führte die Schlichtungsbehörde für 
Mietsachen _____ aus, dass sie dannzumal mangels rechtskonformer Vorladung 
an die gültige Postzustelladresse der gesuchsgegnerischen Partei zur Schlich-
tungsverhandlung keine Klagebewilligung hätte ausstellen dürfen. Eine ungültige 
Klagebewilligung habe mit Blick auf BGE 140 III 70 zur Folge, dass auf die Klage 
nicht eingetreten werden könne. Diese Sachlage werde zwar bedauert, zugleich 
aber auch die Auffassung vertreten, dass die gesuchstellende Partei die von ihr zu 
erwartende Sorgfalt bei der Angabe der Zustelladresse der gesuchsgegnerischen 
Partei habe vermissen lassen.

F. Mit Stellungnahme vom 29. April 2015 beantragte Y._____ was folgt:

"1. Auf die Klage vom 10. Februar 2015 sei einzutreten.

2. Tritt das Gericht auf die Klage ein, sei dem Kläger eine Frist anzuset-
zen, um auf die materiellen Vorbringen der Beklagten in der Stellung-
nahme vom 24. März 2015 replizieren zu können.

3. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge."

In der Begründung wurde zunächst eingeräumt, dass der Umzug der Beklagten 
innerhalb der Stadt O.1_____ tatsächlich unbemerkt geblieben sei. Trotzdem habe 
sie vom Schlichtungsgesuch und der Vorladung zur Schlichtungsverhandlung aber 
rechtzeitig und rechtsgültig erfahren. Einzig darum gehe es bei der Zustellung ei-
ner solchen Vorladung. Zwar habe die Beklagte an der _____strasse eine neue 
Adresse begründet, die bisherige an der _____gasse habe sie jedoch nicht aufge-
geben. Die Bestimmungen in der Zivilprozessordnung würden nicht ausschliessen, 
dass eine Partei über mehrere Wohnadressen verfügen könne. Somit sei die Be-
klagte zum Zeitpunkt der Zustellung postalisch immer noch an der _____gasse 
gemeldet gewesen und diese Adresse sei unverändert eine Zustellungsadresse 
gewesen, selbst wenn die Beklagte nicht mehr dort gewohnt habe. Entsprechend 

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stelle die Entgegennahme der Vorladung durch einen Mitbewohner ohne weiteres 
eine rechtsgültige Zustellung an die Adressatin dar (Art. 138 Abs. 2 ZPO).

G. Nachdem das Bezirksgericht Plessur den Parteien seinen Entscheid vom 5. 
Mai 2015 am 2. Juli 2015 zunächst ohne Begründung mitgeteilt und X._____ mit 
Schreiben vom 15. Juli 2015 innert Frist eine Begründung verlangt hatte, wurde 
den Parteien die begründete Ausfertigung des Entscheids am 12. Februar 2016 
mitgeteilt. Darin erkannte das Bezirksgericht Plessur wie folgt:

"1. Auf die Klage wird nicht eingetreten.

2. Das Verfahren wird aus prozessökonomischen Gründen an die 
Schlichtungsbehörde für Mietsachen _____ zur Weiterführung 
zurückgewiesen.

3. Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 400.00 (Entscheidgebühr) ge-
hen zu Lasten von X._____ und werden mit dem geleisteten Vor-
schuss in Höhe von CHF 4'500.00 verrechnet. X._____ hat Y._____ 
die CHF 400.00 zu ersetzen. CHF 4'100.00 werden Y._____ durch 
das Gericht zurückerstattet, sobald der vorliegende Entscheid voll-
streckbar geworden ist.

4.a) (Rechtsmittelbelehrung Hauptentscheid).

   b) (Rechtsmittelbelehrung Kostenentscheid).

5. (Mitteilung)."

Das Bezirksgericht Plessur gelangte zum Schluss, dass im vorliegenden Fall keine 
Klagebewilligung hätte ausgestellt werden dürfen, weshalb sich die dennoch erteil-
te Klagebewilligung als ungültig erweise. Folglich fehle es im Verfahren vor dem 
Bezirksgericht Plessur an einer Prozessvoraussetzung, sodass auf die Klage nicht 
eingetreten werden könne. Aus prozessökonomischen Gründen werde das Ver-
fahren an die Schlichtungsbehörde für Mietsachen _____ zur Weiterführung 
zurückgewiesen.

H. Gegen diesen Entscheid liess X._____ mit Eingabe vom 16. März 2016 Be-
rufung an das Kantonsgericht von Graubünden erheben, wobei das folgende 
Rechtsbegehren gestellt wurde:

"1. Dispositivziffer 2 des angefochtenen Entscheids sei aufzuheben.

2. Dispositivziffer 3 des angefochtenen Entscheids sei insoweit aufzuhe-
ben, als der Beklagten keine Prozessentschädigung für deren Aufwand 
im Zusammenhang mit dem vorinstanzlichen Verfahren zugesprochen 
wird, und es sei der Beklagten eine Entschädigung von CHF 4'695.05 
für Aufwendungen im Zusammenhang mit dem vorinstanzlichen Ver-
fahren zuzusprechen, sowie insoweit, als der Klägerin jedwelche Ver-
fahrenskosten auferlegt werden sollen, und statt dessen sei der Kläger 
zur Übernahme sämtlicher vorinstanzlicher Prozesskosten zu verpflich-
ten.

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3. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beru-
fungsbeklagten."

Nach Auffassung von X._____ erweist sich der angefochtene Entscheid in Bezug 
auf den Nichteintretensentscheid als zutreffend. Hingegen wird in der Rückwei-
sung des Verfahrens "aus prozessökonomischen Gründen an die Schlichtungs-
behörde für Mietsachen _____ zur Weiterführung" eine nicht hinnehmbare 
Rechtsverletzung erblickt, weshalb Dispositivziffer 2 des angefochtenen Ent-
scheids aufzuheben sei. Hinsichtlich Dispositivziffer 3 wird eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs gerügt, weil der angefochtene Entscheid den von ihr gestellten 
Antrag auf Zusprechung einer Parteientschädigung überhaupt nicht behandle. 
Was die Verteilung der Prozesskosten betreffe, so sei es zwar zulässig, zunächst 
einen Entscheid ohne schriftliche Begründung zu erlassen und es den Parteien 
anheim zu stellen, innert Frist eine Begründung zu verlangen; stossend und un-
zulässig sei es aber, die Prozesskosten von vornherein jener Partei aufzuerlegen, 
die die Begründung verlange. Indem die Vorinstanz die Entscheidgebühr ihr als 
obsiegenden Partei auferlegt habe, habe sie Art. 106 ZPO in Verbindung mit Art. 
53 Abs. 1 ZPO verletzt. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend seien die 
Prozesskosten inklusive Entscheidgebühr stattdessen dem unterliegenden Kläger 
aufzuerlegen.

I. Mit Berufungsantwort vom 12. April 2016 beantragte Y._____ die kostenfäl-
lige Abweisung der Berufung. Er hält dafür, dass eine wegen mangelhafter Vorla-
dung zur Schlichtungsverhandlung ungültige Klagebewilligung ein Schlichtungs-
verfahren entgegen der Auffassung der Berufungsklägerin nicht beenden könne. 
Die Schlichtungsbehörde habe das Verfahren von diesem Punkt aus wieder auf-
zunehmen und fehlerfrei zu wiederholen, was in erster Linie bedeute, die Beru-
fungsklägerin rechtskonform zu einer Schlichtungsverhandlung vorzuladen. Die 
Rückweisung an die Schlichtungsbehörde durch die Vorinstanz sei nicht nur pro-
zessökonomisch, sondern auch dogmatisch richtig. Der vorliegende Sachverhalt 
mache es sodann notwendig, vom Grundsatz der Prozesskostenverteilung nach 
Art. 106 Abs. 1 ZPO abzuweichen, zumal es angesichts der besonderen Umstän-
de – die alleinige Verantwortung für die mangelhafte Zustellung der Vorladung 
trage die Schlichtungsbehörde – unbillig wäre, ihn mit einer derartigen Kostenfolge 
zu belasten. Die Vorinstanz habe hierzu eine ausgeglichene und der Verantwor-
tung der Parteien gerecht werdende Entscheidung getroffen. Was die geltend ge-
machte Verletzung des rechtlichen Gehörs in Bezug auf die von der Vorinstanz 
nicht behandelte Parteientschädigung anbelange, so hätte die Berufungsklägerin 
ihr Begehren auf Parteientschädigung nach Erhalt der Verfügung vom 1. April 

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2015, mit welcher das Verfahren zunächst auf die Frage der gültigen Klagebewilli-
gung eingeschränkt worden sei, von sich aus beziffern und detaillieren müssen. 
Sie habe nicht darauf vertrauen dürfen, dass das Gericht sie ausdrücklich auffor-
dern würde, eine Honorarnote einzureichen. Da die Berufungsklägerin in diesem 
Zusammenhang untätig geblieben sei, habe sie auf die Möglichkeit, sich zur Höhe 
der Parteientschädigung zu äussern, verzichtet. Die erst mit der Berufung einge-
reichte Honorarnote dürfe in Anwendung von Art. 317 Abs. 1 ZPO im Berufungs-
verfahren nicht mehr berücksichtigt werden.

J. Mit Eingabe vom 12. Mai 2016 ersuchte X._____ um unentgeltliche 
Rechtspflege, welche ihr mit Verfügung des Vorsitzenden der II. Zivilkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden 24. August 2016 mit Wirkung ab Gesuchsein-
reichung erteilt wurde (ZK2 16 21).

Auf die weitergehenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie in den 
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen.

II. Erwägungen

1.a. Der angefochtene Entscheid des Bezirksgerichts Plessur stellt – wie noch 
aufzuzeigen sein wird – einen erstinstanzlichen Endentscheid dar, welcher 
gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO mit Berufung anfechtbar ist. Der für die Beru-
fung in vermögensrechtlichen Angelegenheiten erforderliche Streitwert von Fr. 
10'000.-- (Art. 308 Abs. 2 ZPO) ist vorliegend ebenfalls erreicht, machte der Beru-
fungsbeklagte gegenüber der Berufungsklägerin im erstinstanzlichen Verfahren 
doch eine Forderung in Höhe von insgesamt Fr. 10'187.65 geltend. Dass nunmehr 
unter den Parteien – nebst der von der Vorinstanz verfügten Rückweisung an die 
Schlichtungsbehörde zur Weiterführung des Verfahrens – lediglich noch die Ent-
scheidgebühr von Fr. 400.-- sowie die für das erstinstanzliche Verfahren geltend 
gemachte Parteientschädigung in Höhe von Fr. 4'695.05 strittig sind, ändert an der 
Berufungsfähigkeit des angefochtenen Entscheids nichts, weil zur Berechnung 
des erforderlichen Streitwerts auf die vor der Vorinstanz zuletzt aufrechterhaltenen 
Rechtsbegehren abzustellen ist (Peter Reetz/Stefanie Theiler, in: Sutter-Somm/ 
Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 39 f. zu Art. 308 ZPO; Kurt Blickenstorfer, 
in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kom-
mentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, N 30 zu Art. 308 ZPO).

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b. Die Berufung ist unter Beilage des angefochtenen Entscheids innert 30 Ta-
gen seit Zustellung des begründeten Entscheids beziehungsweise seit der 
nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung schriftlich und begründet 
beim Kantonsgericht von Graubünden einzureichen (Art. 311 ZPO in Verbindung 
mit Art. 7 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessord-
nung [EGzZPO; BR 320.100]). Die Berufungsklägerin reichte die Berufung gegen 
den Entscheid des Bezirksgerichts Plessur vom 5. Mai 2015, mit Begründung mit-
geteilt am 12. Februar 2016, mit Eingabe vom 16. März 2016 fristgerecht ein. 
Überdies entspricht die Berufung den Formerfordernissen, so dass darauf ein-
getreten werden kann. Mit Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung (lit. a) 
sowie die unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) geltend gemacht werden 
(Art. 310 ZPO).

2.a. Im Rahmen der Prüfung der Prozessvoraussetzungen zog das Bezirksge-
richt Plessur in Erwägung, dass vorliegend keine Ausnahme des Schlichtungsobli-
gatoriums im Sinne von Art. 198 ZPO gegeben sei und auch kein Verzicht auf das 
Schlichtungsverfahren im Sinne von Art. 199 ZPO vorliege. Ferner hätten die Par-
teien weder gemeinsam auf das Schlichtungsverfahren verzichtet noch sei von 
Seiten der klagenden Partei im Sinne von 199 Abs. 2 ZPO einseitig auf das 
Schlichtungsverfahren verzichtet worden. Die klagende Partei berufe sich zu 
Recht nicht auf Art. 199 Abs. 2 lit. b ZPO, da der Aufenthaltsort der beklagten Par-
tei nicht unbekannt gewesen sei. Vielmehr wäre die korrekte Adresse der Beklag-
ten für den Kläger und die Schlichtungsbehörde eruierbar gewesen. Dies zeige die 
eingereichte Wohnsitzbestätigung der Beklagten, aus welcher ersichtlich sei, dass 
sie seit dem 2. Januar 2014 an der _____strasse in O.1_____ gemeldet gewesen 
sei (act. III./1). Die Hauptverantwortung für die ordnungsgemässe Zustellung ob-
liege der Schlichtungsbehörde. Die Beklagte habe für die Säumnisfolgen nicht 
einzustehen, da die Zustellung der Schlichtungsbehörde nicht ordnungsgemäss 
erfolgt sei und dies nicht in der Verantwortung der Beklagten liege. Wie die 
Schlichtungsbehörde für Mietsachen _____ in ihrer Stellungnahme vom 20. April 
2015 selbst vorbringe, hätte im vorliegenden Fall keine Klagebewilligung ausge-
stellt werden dürfen, weshalb sich die dennoch erteilte Klagebewilligung als ungül-
tig erweise. Folglich fehle es im Verfahren vor Bezirksgericht Plessur an einer 
Prozessvoraussetzung, sodass auf die Klage nicht eingetreten werden könne. Aus 
prozessökonomischen Gründen werde das Verfahren an die Schlichtungsbehörde 
für Mietsachen _____ zur Weiterführung zurückgewiesen.

b. Mit der vorliegenden Berufung nicht angefochten ist der Nichteintretensent-
scheid der Vorinstanz an sich (Dispositivziffer 1 des angefochtenen Entscheids). 

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Während die Berufungsklägerin den Nichteintretensentscheid der Vorinstanz aus-
drücklich für richtig hält, akzeptiert ihn auch der Berufungsbeklagte, obschon sei-
ner Auffassung nach auch eine andere Rechtsauffassung gut begründbar gewe-
sen wäre. Über den Nichteintretensentscheid selbst ist im vorliegenden Beru-
fungsverfahren demnach nicht mehr zu befinden. Gegenstand der Berufung bildet 
vielmehr die von der Vorinstanz angeordnete Rückweisung an die Schlichtungs-
behörde für Mietsachen _____ zur Weiterführung des Verfahrens (Dispositivziffer 
2 des angefochtenen Entscheids), wofür prozessökonomische Gründe ins Feld 
geführt wurden.

c. Für die Berufungsklägerin liegt darin eine nicht hinnehmbare Rechtsverlet-
zung. Der angefochtene Entscheid enthalte diesbezüglich keine Begründung, 
sondern begnüge sich mit der Feststellung, dass das Verfahren aus prozessöko-
nomischen Gründen an die Schlichtungsbehörde für Mietsachen _____ zur Wei-
terführung zurückgewiesen werde. Allenfalls könnte Erwägung 4.b des angefoch-
tenen Entscheids als Begründung verstanden werden, wo die Vorinstanz die 
Nichtgewährung der Parteientschädigung mit dem einzigen Satz erkläre, das Ver-
fahren "befände sich auf dem Stand des Schlichtungsstadiums". Diese Aussage 
bzw. diese Begründung sei jedoch unzutreffend und verletze Recht. Durch Aus-
stellen der Klagebewilligung durch die Schlichtungsbehörde sei das Schlichtungs-
verfahren beendet. Eine formelle Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit der Klage-
bewilligung, die allenfalls vom Gericht an die Schlichtungsbehörde zur Verbesse-
rung hätte zurückgewiesen werden können, liege hier nicht vor. Eine Rückweisung 
der Erstinstanz in ein bereits beendetes und somit nicht mehr existentes Schlich-
tungsverfahren sei zivilprozessual nicht vorgesehen und auch nicht zulässig. 
Vielmehr widerspreche es dem Sinn und Zweck des Vermittlungsverfahrens, wenn 
ein Endentscheid gefällt und gleichzeitig den Parteien auferlegt werde, sich in ei-
nem durch Willenserklärung des Gerichts als neu eröffnet erklärten Schlichtungs-
verfahren wiederzufinden. Zwischen der Schlichtungsbehörde und dem Bezirksge-
richt bestehe denn auch nicht das Verhältnis zwischen einer unteren und einer 
oberen Instanz. Der erstinstanzliche Richter habe nicht die Kompetenz, ein abge-
schlossenes Schlichtungsverfahren wieder zu eröffnen. Solches zu tun obliege 
einzig der klägerischen Partei. Nach der Dispositionsmaxime (Art. 58 ZPO) ent-
scheide nämlich einzig der Kläger, ob er eine Klage führen wolle oder nicht, nicht 
der Richter. Da das Schlichtungsverfahren bereits am 21. Januar 2015 geendet 
habe, habe das Bezirksgericht Plessur am 5. Mai 2015 auch nicht dessen Weiter-
führung anordnen können, denn ein Schlichtungsverfahren werde nach Art. 202 

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ZPO einzig durch ein Schlichtungsbegehren einer klägerischen Partei eingeleitet. 
Dispositivziffer 2 des angefochtenen Entscheids sei folglich aufzuheben.

d. Demgegenüber hält der Berufungsbeklagte dafür, dass eine wegen man-
gelhafter Vorladung zur Schlichtungsverhandlung ungültige Klagebewilligung ein 
Schlichtungsverfahren entgegen den Ausführungen der Berufungsklägerin nicht 
beenden könne. Dies stünde im Widerspruch zum Grundsatz, wonach ein fehler-
haftes Schlichtungsverfahren fehlerfrei zu wiederholen sei. Das mit Schlichtungs-
gesuch vom 30. Oktober 2014 anhängig gemachte Verfahren sei nie abgeschlos-
sen worden, schon gar nicht mit der Klagebewilligung vom 21. Januar 2015, son-
dern es sei über das Stadium der Anhängigmachung nicht hinausgekommen. Die 
Schlichtungsbehörde habe das Verfahren von diesem Punkt aus wieder aufzu-
nehmen und fehlerfrei zu wiederholen, was in erster Linie bedeute, dass die Be-
klagte rechtskonform zu einer Schlichtungsverhandlung vorzuladen sei. Die Rück-
weisung an die Schlichtungsbehörde durch die Vorinstanz sei nicht nur prozessö-
konomisch, sondern auch dogmatisch richtig, weshalb das entsprechende Begeh-
ren der Berufungsklägerin abzuweisen sei.

e. Die Auffassung der Berufungsklägerin ist zutreffend. Das Vorliegen einer 
gültigen Klagebewilligung der Schlichtungsbehörde nach Art. 209 ZPO ist, wo dem 
Prozess – wie hier – ein Schlichtungsversuch vorauszugehen hat, eine Prozess-
voraussetzung, die das Gericht nach Eingang einer Klage von Amtes wegen zu 
prüfen hat (BGE 139 III 273 E. 2.1 S. 275 f. = Pra 2014 Nr. 6; Urteil des Bundes-
gerichts 5A_704/2015 vom 22. März 2016 E. 6.4; vgl. auch Jörg Honegger, in: 
Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 1 zu Art. 209 ZPO; Urs Egli, in: 
Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], DIKE-Kommentar, Schweizerische Zivilpro-
zessordnung, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, N 4 zu Art. 209 ZPO; Dominik In-
fanger, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 
Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, N 2 zu Art. 209 ZPO). Während die Kla-
gebewilligung selber – abgesehen vom Spruch über die Kosten (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 4D_68/2013 vom 12. November 2013 E. 3) – keinen anfechtbaren 
Entscheid darstellt (BGE 139 III 273 E. 2.3 S. 277 = Pra 2014 Nr. 6), kann die be-
klagte Partei ihre Gültigkeit im erstinstanzlichen Verfahren bestreiten. Das Gericht 
hat dann im Rahmen der Klärung der Prozessvoraussetzungen zu prüfen, ob der 
geltend gemachte Mangel des Schlichtungsverfahrens die Ungültigkeit der Klage-
bewilligung bewirkt (vgl. zum Ganzen auch BGE 141 III 159 E. 2.1 S. 163; Urteil 
des Bundesgerichts 4A_387/2013 vom 17. Februar 2014 E. 3.2). Bejaht es die 
Mängel des Schlichtungsverfahrens, die die Klagebewilligung ungültig machen, 

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hat es auf die Klage nicht einzutreten (Urteil des Bundesgerichts 5A_38/2016 vom 
21. April 2016 E. 2). Im vorliegenden Fall ist aufgrund der Akten – namentlich auf-
grund der Stellungnahme der Schlichtungsbehörde für Mietsachen _____ vom 20. 
April 2015 (act. I./4) – zweifelsfrei erstellt, dass die Beklagte von der Schlichtungs-
behörde nicht ordnungsgemäss vorgeladen wurde und demzufolge keine Kenntnis 
von der angesetzten Schlichtungsverhandlung hatte. Da die Schlichtungsverhand-
lung in der Folge ungeachtet dessen in Abwesenheit der beklagten Partei durch-
geführt wurde, leidet die im Anschluss daran erteilte Klagebewilligung an einem 
schwerwiegenden Mangel, der die Nichtigkeit und nicht bloss die Ungültigkeit der 
betreffenden Klagebewilligung zur Folge hat. Die Nichtigkeit ist jederzeit und von 
sämtlichen staatlichen Instanzen von Amtes wegen zu beachten und kann auch 
erst im Rechtmittelweg festgestellt werden (zum Ganzen vgl. Urteil des Bundesge-
richts 5A_351/2015 vom 1. Dezember 2015 E. 4.2; BGE 137 III 217 E. 2.4.3 S. 
226). Insofern wird hiermit festgestellt, dass die von der Schlichtungsbehörde für 
Mietsachen _____ ausgestellte Klagbewilligung nichtig ist und ebensowenig wie 
die Schlichtungsverhandlung vom 21. Januar 2015 keinerlei Rechtsfolgen zu ent-
falten vermochte. Dies hat zur Folge, dass sich das Verfahren nach wie vor in je-
nem Stadium befindet, in welchem es vor der Ausstellung der nichtigen Klagebe-
willigung stand. Die Schlichtungsbehörde hat die Parteien somit von Amtes wegen 
zu einer neuen Schlichtungsverhandlung vorzuladen.

f. Mit Blick auf die vorangegangenen Ausführungen erliess das Bezirksgericht 
Plessur, obgleich es die erteilte Klagebewilligung lediglich für ungültig anstatt für 
nichtig befunden hat, im Ergebnis zu Recht einen Nichteintretensentscheid. Bei 
diesem Prozessentscheid handelt es sich um einen Endentscheid im Sinne von 
Art. 236 Abs. 1 ZPO, welcher das Verfahren vor der entsprechenden Instanz ab-
schliesst (Alexander Zürcher, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, 
N 26 zu Art. 60 ZPO; Daniel Staehelin, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., 
Zürich 2016, N 8 und N 10 zu Art. 236 ZPO; Daniel Steck, in: Spüh-
ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, 2. Aufl., Basel 2013, N 9 f. und N 15 zu Art. 236 ZPO; Laurent Killias, in: 
Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, Band II, Bern 2012, N 3 zu Art. 236 ZPO). Mit dem Nichteintreten gemäss 
Dispositivziffer 1 des angefochtenen Entscheids hätte es aber sein Bewenden ha-
ben müssen. Für darüber hinausgehende Anordnungen, das Verfahren in ein an-
deres Stadium zu versetzen, bleibt kein Raum. Namentlich fehlt es für eine Rück-

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weisung der erstinstanzlichen Gerichte an die Schlichtungsbehörde zur Weiter-
führung des Verfahrens an einer gesetzlichen Grundlage. Bezeichnenderweise 
enthält der angefochtene Entscheid denn auch keinen Verweis auf eine Bestim-
mung, gestützt worauf die Rückweisung trotz Nichteintretens erfolgte. Demzufolge 
ist die Berufung in diesem Punkt gutzuheissen und Ziffer 2 des angefochtenen 
Entscheids ist aufzuheben. 

g. Soweit der Berufungsbeklagte in diesem Zusammenhang einwendet, ein 
wegen einer mangelhaften Vorladung fehlerhaftes Schlichtungsverfahren sei feh-
lerfrei zu wiederholen, weshalb der Rückweisungsentscheid nicht nur prozessöko-
nomisch, sondern auch dogmatisch richtig sei, ist er ebenfalls nicht zu hören. We-
der ist das Bezirksgericht gegenüber der Schlichtungsbehörde Rechtsmittelinstanz 
noch besteht zwischen beiden ein Subordinationsverhältnis. Die Rückweisung ei-
ner unrichtigen Klagebewilligung zur Verbesserung ist in der ZPO – anders als 
noch in der früheren kantonalen Zivilprozessordnung (vgl. Art. 74 ZPO-GR) – denn 
auch nicht mehr vorgesehen.

3.a. Im Zusammenhang mit der Kostenverteilung sieht die Berufungsklägerin 
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darin, dass der angefochtene Entscheid 
den von ihr gestellten Antrag auf eine Parteientschädigung überhaupt nicht be-
handle. Da sich die verfügte Rückweisung an die Schlichtungsbehörde als un-
zulässig erweise, könne auch kein Fall von Art. 104 Abs. 4 ZPO vorliegen. Die 
Vorinstanz hätte mit dem angefochtenen Entscheid nach Art. 104 Abs. 1 ZPO 
auch über die geforderte Parteientschädigung befinden müssen, zumal diese zu 
den Gerichtskosten zu zählen seien (Art. 95 Abs. 1 lit. b ZPO). Indem sie dies un-
terlassen habe, habe sie eine weitere Rechtsverletzung im Sinne von Art. 310 
ZPO begangen.

b. Der Berufungsbeklagte hält dem entgegen, dass die Vorinstanz das Verfah-
ren mit Verfügung vom 1. April 2015 auf die Frage der Prozessvoraussetzung der 
gültigen Klagebewilligung beschränkt habe und die Parteien deshalb hätten erwar-
ten müssen, dass hierüber ohne weitere Verfahrensschritte entschieden würde. 
Die Berufungsklägerin hätte ihr Begehren auf eine Parteientschädigung von sich 
aus beziffern und detaillieren müssen. Sie habe nicht darauf vertrauen dürfen, 
dass das Gericht sie ausdrücklich auffordern würde, eine Honorar- und Kostenno-
te einzureichen. Da die Berufungsklägerin in diesem Zusammenhang untätig ge-
blieben sei, habe sie auf die Möglichkeit verzichtet, sich vor dem Entscheid zur 
Höhe der Parteientschädigung zu äussern, weshalb die Berufung auch in diesem 
Punkt abzuweisen sei.

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c. Als Folge der entsprechenden Vorbringen der Beklagten in ihrer Stellung-
nahme vom 24. März 2015 (act. I./3) setzte die Vorinstanz der Schlichtungsbehör-
de für Mietsachen _____ und dem Kläger mit prozessleitender Verfügung vom 1. 
April 2015 Frist bis zum 30. April 2015, um zu den Fragen der Gültigkeit der Zu-
stellung und Vorladung Stellung zu nehmen. Ferner wurde darin festgehalten, es 
werde anschliessend zu entscheiden sein, ob eine rechtmässige Schlichtungsver-
handlung stattgefunden habe (vgl. act. IV./5). Wie sich im Nachhinein herausstell-
te, beschränkte die Vorinstanz damit das Verfahren auf eben diese Fragen, ohne 
indessen die Parteien vorgängig ausdrücklich darüber zu orientieren. Ein unmiss-
verständlicher Hinweis, dass das Verfahren auf die Frage der Gültigkeit der 
Schlichtungsverhandlung bzw. der Vorladung zu dieser beschränkt werden sollte, 
kann der vorgenannten Verfügung der Vorinstanz nicht entnommen werden. Ent-
sprechend durften die Parteien und insbesondere die Beklagte nach Treu und 
Glauben davon ausgehen, dass nach Eingang der jeweiligen Stellungnahmen eine 
Instruktionsverhandlung bzw. eine Hauptverhandlung angesetzt werden würde, 
anlässlich welcher sie ihre Honorarnote würde einbringen können. Indem die Vor-
instanz – aus welchen Gründen auch immer – davon absah und den Parteien 
stattdessen ohne weitere Prozesshandlung ihren Entscheid mitteilte, verletzte sie 
mit Blick darauf, dass im vereinfachten Verfahren – anders als etwa im summari-
schen Verfahren (vgl. Art. 256 ZPO) – keine Möglichkeit eines Verzichts auf die 
Hauptverhandlung vorgesehen ist, deren Anspruch auf rechtliches Gehör. Infolge-
dessen bestand für die beklagte Partei entgegen der anderslautenden Ansicht der 
Gegenpartei auch keine Möglichkeit, dem Gericht vor Entscheidfällung ihre Hono-
rarnote vorzulegen.

d. Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des 
rechtlichen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten des Rechtsmittels in 
der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Es kommt mit 
anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den Aus-
gang der materiellen Streitentscheidung von Bedeutung ist, d.h. die Behörde zu 
einer Änderung des Entscheids veranlasst wird oder nicht (BGE 127 V 431 E. 
3.d/aa S. 437; 126 V 130 E. 2.b S. 132). Nach bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung kann eine – nicht besonders schwerwiegende – Verletzung des rechtlichen 
Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Mög-
lichkeit erhält, sich vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den 
Sachverhalt als auch die Rechtslage frei überprüfen kann. Unter dieser Voraus-
setzung ist darüber hinaus – im Sinne einer Heilung des Mangels – selbst bei ei-
ner schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör von einer 

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Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die 
Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzöge-
rungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der 
betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu verein-
baren wären (BGE 137 I 195 E. 2.3.2. S. 197 f.; 136 V 117 E. 4.2.2.2 S. 126 f.; 
133 I 201 E. 2.2 S. 204 f.). Da das Kantonsgericht als Berufungsinstanz den ange-
fochtenen Entscheid in allen Rechts- und Sachfragen frei überprüfen kann und 
mithin über volle Kognition verfügt (Karl Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger 
[Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Basel 
2013, N 1 f. zu Art. 310 ZPO), ist der festgestellte Mangel gemäss bundesgericht-
licher Rechtsprechung grundsätzlich heilbar. Überdies käme eine Rückweisung an 
die Vorinstanz zur Festlegung der Parteientschädigung einem formalistischen 
Leerlauf gleich, zumal sich die Honorarnote des Rechtsvertreters der Berufungs-
klägerin bei den Akten befindet. Entgegen der Auffassung des Berufungsbeklag-
ten steht das Novenverbot gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO einer Berücksichtigung 
dieser Honorarnote im Berufungsverfahren nicht entgegen, da diese – wie zuvor 
erörtert – trotz zumutbarer Sorgfalt im erstinstanzlichen Verfahren nicht einge-
reicht werden konnte (vgl. Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO). Der entsprechende Einwand 
erweist sich deshalb als unbegründet. Aus prozessökonomischen Gründen ist 
folglich ein reformatorischer Entscheid zu fällen.

4.a. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie 
auch über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 
ZPO). Während die Beklagte mit ihrer Stellungnahme vom 24. März 2015 (act. 
I./3) primär ein Nichteintreten auf die Klage verlangte, stellte der Kläger in seiner 
Stellungnahme vom 29. April 2015 (act. I./5) den Antrag, auf die Klage sei einzu-
treten. Nach den vorangegangenen Ausführungen erliess die Vorinstanz im vorlie-
genden Fall zu Recht einen Nichteintretensentscheid, was bedeutet, dass der Klä-
ger mit seinem Antrag unterlegen ist. Damit ist nun aber die Beklagte als obsie-
gende Partei zu betrachten, welche folgerichtig auch nicht mit Kosten hätte belas-
tet werden dürfen. Diesbezüglich ist das Bezirksgericht Plessur darauf hinzuwei-
sen, dass es selbstredend nicht angeht, die Gerichtskosten unbesehen des Ver-
fahrensausgangs der die Begründung verlangenden Partei aufzuerlegen, wie sie 
dies im vorliegenden Fall getan hat (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.a S. 7). 
Auch in einer Konstellation der nachträglichen Entscheidbegründung auf Verlan-
gen einer Partei gemäss Art. 239 Abs. 2 ZPO hat die Kostenverteilung nach den 
Grundsätzen von Art. 106 ZPO zu erfolgen. Der angefochtene Entscheid bedarf 
somit insofern einer Korrektur, als der obsiegenden Beklagten darin zu Unrecht 

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Gerichtskosten auferlegt wurden. Dispositivziffer 3 ist daher bereits aus diesem 
Grund aufzuheben. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hätte die Vor-
instanz die Prozesskosten, bestehend aus den Gerichtskosten und der Parteien-
tschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO), stattdessen dem mit seinem Antrag unterlie-
genden Kläger überbinden müssen (Art. 106 Abs. 1 ZPO), was mit dem vorliegen-
den Entscheid entsprechend korrigiert wird. Somit hat der Kläger und Berufungs-
beklagte die vorinstanzlichen Gerichtskosten in Höhe von Fr. 400.-- zu tragen.

b. Entgegen der Darstellung des Berufungsbeklagten in seiner Berufungsant-
wort besteht im vorliegenden Fall kein Anlass, vom Grundsatz der Prozesskosten-
verteilung nach Art. 106 ZPO abzuweichen. Zwar trifft es zu, dass der Berufungs-
beklagte aufgrund der ausgestellten Klagebewilligung in guten Treuen davon aus-
gehen durfte, die beklagte Partei sei säumig gewesen. Ebenfalls zutreffend ist, 
dass er sich auf dieser Grundlage in guten Treuen veranlasst sehen durfte, die 
Klage beim Bezirksgericht anhängig zu machen. Indessen scheint er zu überse-
hen, dass er nach Eingang der Stellungnahme der Beklagten vom 24. März 2015 
und in Kenntnis der darin geltend gemachten Einwände bezüglich der fehlerhaften 
Zustellung der Vorladung dennoch vorbehaltlos Antrag auf Eintreten auf die Klage 
gestellt hat. Der angefochtene Entscheid befasst sich denn auch ausschliesslich 
mit der Eintretensfrage und die auferlegten Kosten sind einzig durch den in die-
sem strittigen Punkt betriebenen Aufwand entstanden. Diesbezüglich hat der Be-
rufungsbeklagte Antrag auf Eintreten gestellt und ist damit vollumfänglich unterle-
gen. Somit hat er auch die mit diesem Entscheid verbundenen Kosten zu tragen. 
Nachdem der Kläger von der Stellungnahme der Beklagten Kenntnis erhalten hat-
te, wäre von ihm zu erwarten gewesen, dass er seine Anträge zumindest dahin-
gehend anpasst, als er sich mit einem Nichteintretensentscheid einverstanden 
erklärt, sofern sich die Sachdarstellung der Beklagten aufgrund der ebenfalls ein-
geholten Stellungnahme der Schlichtungsbehörde als zutreffend erweisen sollte. 
Diesfalls hätte es sich allenfalls gerechtfertigt, beim nachfolgenden Nichteintreten-
sentscheid aus Billigkeitsgründen vom Grundsatz der Kostenverteilung abzuwei-
chen. Immerhin wäre auch dann zu berücksichtigen gewesen, dass der Kläger in 
seinem Schlichtungsgesuch offenbar eine falsche Adresse der Beklagten angege-
ben hatte und somit die entstandenen Kosten zumindest (teilweise) mitverschuldet 
hat. Wie gesehen hat der Berufungsbeklagte im konkreten Fall lediglich Antrag auf 
Eintreten gestellt, weshalb ihm die daraus entstandenen Kosten in Anwendung 
von Art. 106 Abs. 1 ZPO auch vollumfänglich aufzuerlegen sind.

c. Überdies hat der Berufungsbeklagte die Berufungsklägerin für das vor-
instanzliche Verfahren aussergerichtlich zu entschädigen (Art. 106 Abs. 1 ZPO in 

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Verbindung mit Art. 95 Abs. 1 lit. b ZPO). Mit Honorarnote vom 16. März 2016 
(act. B.4) machte Rechtsanwalt lic. iur. Peter Portmann für das Verfahren vor Be-
zirksgericht Plessur einen entschädigungspflichtigen Aufwand von 16.30 Stunden 
à Fr. 250.-- geltend. Aufgrund der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen gibt der 
in Rechnung gestellte Aufwand zu keinen Beanstandungen Anlass. Entgegen der 
Auffassung des Berufungsbeklagten trifft es nicht zu, dass sich der Rechtsvertre-
ter der Beklagten mit Blick auf eine sachgerechte Prozessführung in seiner Kla-
geantwort auf das Thema der gültigen Klagebewilligung zu beschränken gehabt 
hätte. Vielmehr gebot die anwaltliche Sorgfaltspflicht, zu sämtlichen klägerischen 
Vorbringen – auch in der Sache selbst – Stellung zu nehmen und alle möglichen 
Einwendungen vorzubringen. Er konnte sich nicht darauf beschränken, einen An-
trag auf Nichteintreten zu stellen, sondern hatte sich auch für den Fall, dass auf 
die Klage eingetreten würde, mit den jeweiligen materiell-rechtlichen Ausführun-
gen in der Klageschrift auseinanderzusetzen. Man könnte sich höchstens fragen, 
ob auch für diesen Aufwand der Kläger oder aber der Kanton kostenpflichtig ist. 
Dies hat vorliegend umso mehr zu gelten, als die – den Parteien nicht explizit mit-
geteilte – Beschränkung des Verfahrens auf die Frage der Zulässigkeit der Klage-
bewilligung überhaupt erst infolge der in der Klageantwort gemachten Ausführun-
gen erfolgte und der Rechtsvertreter der Beklagten zu diesem Zeitpunkt hiervon 
noch gar keine Kenntnis haben konnte. Der in Rechnung gestellte Stundenansatz 
entspricht zudem dem in der Honorarvereinbarung vom 20. Dezember 2015 (act. 
B.1) festgelegten Tarif und gilt als üblich im Sinne von Art. 3 Abs. 1 der Verord-
nung über die Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsan-
wälte (Honorarverordnung, HV; BR 310.250). Folglich hat der Berufungsbeklagte 
die Berufungsklägerin für das vorinstanzliche Verfahren mit Fr. 4'695.05 (inkl. Bar-
auslagen und MWSt) aussergerichtlich zu entschädigen.

5. Soweit die Berufungsklägerin eine weitere Verletzung des rechtlichen 
Gehörs damit begründet, dass die Vorinstanz ihr vor Erlass des angefochtenen 
Entscheids die zur Frage der Gültigkeit der Zustellung und Vorladung bei der Ge-
genseite und der Schlichtungsbehörde eingeholten Stellungnahmen nicht eröffnet 
habe, ist sie mit ihrer Rüge nicht zu hören. Wohl trifft es zu, dass die Vorinstanz 
mit dem gewählten Vorgehen das Replikrecht der beklagten Partei und damit de-
ren rechtliches Gehör verletzte. Dennoch ist festzuhalten, dass sie die Frage der 
Gültigkeit der Klagebewilligung im Sinne der Berufungsklägerin entschieden hat 
und diese Frage auch nicht Gegenstand des Berufungsverfahrens bildet. Entspre-
chend besteht diesbezüglich auch kein rechtlich geschütztes Interesse bzw. keine 
Beschwer der Berufungsklägerin. Im Übrigen kommt dieser Rüge mit Blick auf das 

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gestellte Rechtsbegehren betreffend Aufhebung von Ziffer 2 des angefochtenen 
Entscheids auch keine selbständige Bedeutung zu, ist diesem doch bereits auf-
grund der vorangegangenen Ausführungen stattzugeben.

6. Bei diesem Ausgang gehen die Kosten des Berufungsverfahrens, beste-
hend aus den Gerichtskosten und der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO), 
zulasten des unterliegenden Berufungsbeklagten (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Im Beru-
fungsverfahren erhebt das Kantonsgericht eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- 
bis Fr. 30'000.-- (Art. 9 VGZ). Die Kosten des Berufungsverfahrens werden vorlie-
gend auf Fr. 2'000.-- festgesetzt. Überdies hat der Berufungsbeklagte die Beru-
fungsklägerin hierfür aussergerichtlich zu entschädigen. Mit Honorarnote vom 27. 
Mai 2016 (act. D.7) machte Rechtsanwalt lic. iur. Peter Portmann einen Aufwand 
von 11.05 Stunden à Fr. 250.-- geltend, was einem Honorar von Fr. 2'762.50 ent-
spricht. Auch diese in Rechnung gestellten Leistungen sind mit Blick auf die sich 
stellenden Fragen nicht zu beanstanden. Zuzüglich Barauslagen von Fr. 207.90 
sowie der Mehrwertsteuer von Fr. 237.65 beläuft sich der entschädigungspflichtige 
Aufwand zugunsten der Berufungsklägerin auf Fr. 3'208.05. Nachdem vorliegend 
keine Anhaltspunkte für die Uneinbringlichkeit der Parteientschädigung vorliegen, 
kann derzeit davon abgesehen werden, die dem unentgeltlichen Rechtsvertreter 
subsidiär vom Kanton zu leistende angemessene Entschädigung festzusetzen 
(Art. 122 Abs. 2 ZPO). Hierüber wäre gegebenenfalls mit separater Verfügung des 
zuständigen Einzelrichters zu entscheiden, wobei die Uneinbringlichkeit der Par-
teientschädigung in der Regel durch Vorlage eines Verlustscheins nachzuweisen 
wäre.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird gutgeheissen und die Ziffern 2 und 3 des angefochtenen 
Entscheids des Bezirksgerichts Plessur vom 5. Mai 2015 werden aufgeho-
ben.

2.a) Die Kosten des Verfahrens vor Bezirksgericht Plessur von Fr. 400.-- gehen 
zu Lasten von Y._____ und werden mit dem von ihm geleisteten Kosten-
vorschuss in Höhe von Fr. 4'500.-- verrechnet. Der Restbetrag des Kosten-
vorschusses von Fr. 4'100.-- wird ihm durch das Bezirksgericht Plessur er-
stattet.

   b) Y._____ hat X._____ für das Verfahren vor Bezirksgericht Plessur mit Fr. 
4'695.05 (inkl. Barauslagen und MWSt) aussergerichtlich zu entschädigen.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'000.-- gehen zu Lasten von 
Y._____, welcher X._____ hierfür überdies mit Fr. 3'208.05 (inkl. Barausla-
gen und MWSt) aussergerichtlich zu entschädigen hat.

4. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als Fr. 15'000.-- betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72 und Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG Beschwer-
de an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt wer-
den, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. An-
dernfalls ist die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. 
BGG gegeben. In beiden Fällen ist das Rechtsmittel dem Bundesgericht 
schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der 
Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzu-
reichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Vor-
aussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 
ff., 90 ff. und 113 ff. BGG.

5. Mitteilung an: