# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 430f9a75-6928-518e-9e59-25ae4a3bafdd
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-30
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 30.07.2014 RE140017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RE140017_2014-07-30.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: RE140017-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin 

Dr. M. Schaffitz und Ersatzoberrichter Dr. M. Nietlispach sowie  

Gerichtsschreiber lic. iur. F. Rieke 

Beschluss und Urteil vom 30. Juli 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsgegnerin und Beschwerdeführerin 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Bezirksgericht Hinwil,  
Beschwerdegegner 

 

betreffend unentgeltliche Rechtspflege 
 
Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen 
Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 1. Juli 2014 (EE140010-E) 
 

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Erwägungen: 

1. a) Am 27. Februar 2014 verlangte B._____ als Gesuchsteller beim 

Bezirksgericht Hinwil (Vorinstanz) die Reduktion der von ihm – gemäss Urteil der 

Kammer vom 21. Dezember 2012 – im Eheschutzverfahren an die Gesuchsgeg-

nerin zu bezahlenden Kinder-Unterhaltsbeiträge und stellte ein Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1). Am 8. Mai 2014 fand die vo-

rinstanzliche Hauptverhandlung statt (Vi-Prot. S. 3 ff.), an welcher der Gesuchstel-

ler zusätzlich eine Abänderung der Besuchsrechtsregelung beantragte und auch 

die Gesuchsgegnerin eventualiter ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 

stellte (Urk. 23 S. 2). Mit Verfügung vom 21. Mai 2014 wies die Vorinstanz das 

Armenrechtsgesuch des Gesuchstellers ab und setzte diesem Frist zur Leistung 

eines Kostenvorschusses von Fr. 2'000.-- an (Urk. 27). Am 11. Juni 2014 zog der 

Gesuchsteller sein Gesuch um Abänderung der Eheschutzmassnahmen zurück 

(Urk. 29). Mit Verfügung vom 1. Juli 2014 (Urk. 30 = Urk. 39) schrieb die Vo-

rinstanz das Verfahren als durch Rückzug erledigt ab (Disp.-Ziff. 1), auferlegte die 

Kosten dem Gesuchsteller (Disp.-Ziff. 3) und verpflichtete diesen, der Gesuchs-

gegnerin eine Parteientschädigung in Höhe von Fr. 2'500.-- zu bezahlen (Disp.-

Ziff. 4). 

b) Hiergegen hat die Gesuchsgegnerin am 17. Juli 2014 fristgerecht (vgl. 

Urk. 35) Beschwerde erhoben und stellt die Beschwerdeanträge (Urk. 38 S. 2): 

"1. Es [sei] in Ergänzung von Disp. Ziff. 4 der angefochtenen Verfügung der 
Gesuchsgegnerin im vorinstanzlichen Verfahren der Gesuchsgegnerin 
die unentgeltliche Rechtspflege insoweit (nachträglich) zu bewilligen, 
als die dem Gesuchsteller auferlegte Prozessentschädigung im Betrag 
von Fr. 2'431.35 wegen Uneinbringlichkeit auf die Staatskasse zu neh-
men ist. 

 2. Der Beschwerdeführerin sei im vorliegenden Beschwerdeverfahren an 
Ihrem Gericht die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen, und es 
sei ihr in der Person der Unterzeichneten ein unentgeltlicher Rechtsbei-
stand zu bestellen." 

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c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Da sich die Beschwer-

de sogleich als unbegründet erweist, kann auf die Einholung von Stellungnahmen 

verzichtet werden (Art. 322 Abs. 1 ZPO). 

2. a) Die Vorinstanz erwog, der Gesuchsteller sei zu verpflichten, der 

Gesuchsgegnerin eine angemessene Parteientschädigung zu bezahlen. Damit sei 

der Eventualantrag der Gesuchsgegnerin auf Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege hinfällig (Urk. 39 S. 3). 

b) Die Gesuchsgegnerin macht in ihrer Beschwerde zusammengefasst 

geltend, sie habe keinerlei Aussicht, die ihr zugesprochene Prozessentschädi-

gung vom Gesuchsteller erhältlich zu machen. Die Vorinstanz begründe ihren 

Entscheid mit einem Hinweis auf die Dispositionsmaxime und die Formulierung 

der Anträge an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung. Angesichts der im vor-

instanzlichen Verfahren geltenden Untersuchungsmaxime habe die Vorinstanz die 

ZPO unrichtig, eventuell überspitzt formalistisch zu Ungunsten der Gesuchsgeg-

nerin bzw. von deren Rechtsvertreterin angewandt. Es sei richtig, dass sie - die 

Rechtsvertreterin - das Armenrechtsgesuch als Eventualantrag für den Fall, dass 

der Gesuchsteller nicht zur Leistung einer Prozessentschädigung verpflichtet 

werden könne, formuliert habe. Der entsprechende Antrag sei nicht vollständig 

formuliert worden; er hätte noch mit den Worten "bzw. falls eine entsprechende 

Prozessentschädigung vom Gesuchsteller nicht erhältlich [im Sinne von einbring-

lich] ist" ergänzt werden sollen. Man hätte nicht vermuten dürfen, dass die Ge-

suchsgegnerin auf das Armenrecht für den Fall der Uneinbringlichkeit der Pro-

zessentschädigung verzichten würde, nur weil ihre Rechtsvertreterin den entspre-

chenden Antrag nicht sorgfältig formuliert habe. Dass vorliegend vom Gesuchstel-

ler trotz Untersuchungsmaxime ein Kostenvorschuss verlangt worden sei, habe 

im Ermessen der Vorinstanz gestanden. Bei Nichtleistung des Vorschusses wäre 

der Prozess erledigt gewesen, ohne dass der Gesuchsteller als unterliegend hätte 

eingestuft werden müssen; der Rückzug sei zudem ohne Einholung der Zustim-

mung der Gesuchsgegnerin erfolgt. Angesichts der Ungewissheit, wie sie im Zeit-

punkt des 8. Mai 2014 bestand, erscheine die Argumentation der Vorinstanz doch 

gar formalistisch. Zudem gelte in einem Verfahren, welches durch die Untersu-

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chungsmaxime beherrscht werde, die Offizialmaxime wohl auch in Bezug auf die 

unentgeltliche Rechtspflege. Der Gesuchsgegnerin eine Prozessentschädigung 

zuzusprechen, welche offenkundig uneinbringlich sei, wirke doch etwas unbillig. 

Man solle in Bezug auf die Anforderungen, was die Formulierung der Anträge der 

Parteien betrifft, nicht päpstlicher als der Papst sein. Es wirke etwas schäbig, die 

obsiegende Partei auf eine illusorische Parteientschädigung zu verweisen. Wenn 

das Gericht einen Kostenvorschuss verlange, hätte es die Sicherstellungsfunktion 

auch zu Gunsten der Gesuchsgegnerin wirken lassen können. Die Höhe der Pro-

zessentschädigung werde nicht angefochten; diese sei jedoch nicht einbringlich. 

Es stehe ausser Zweifel, dass der Gesuchsgegner diese nicht bezahlen werde, 

selbst wenn er dazu in der Lage wäre, indem er sein offenbar im Ausland gelege-

nes Vermögen angreift. Die Vorinstanz lasse ausser Acht, dass die mittellose Ge-

suchsgegnerin die Honorarforderung ihrer eigenen Rechtsvertreterin nicht erfüllen 

könne und müsse (Urk. 38 S. 3 ff.). 

c) Bei einem gestellten Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege sind zwar 

die finanziellen Verhältnisse der gesuchstellenden Partei von Amtes wegen abzu-

klären (Untersuchungsmaxime). Die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

ist jedoch von einem entsprechenden Gesuch abhängig, sie wird nicht von Amtes 

wegen gewährt (vgl. Art. 119 Abs. 1 ZPO; Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenber-

ger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2.A. 2013, N 1 

zu Art. 119 ZPO). Die Gesuchsgegnerin hatte im vorinstanzlichen Verfahren hin-

sichtlich der Kostenfolgen die folgenden Anträge gestellt (Urk. 23 S. 2): 

"4. Die Gerichtskosten seien nach Massgabe seines Unterliegens dem 
Gesuchsteller aufzuerlegen, und er sei zu verpflichten, der Gesuchs-
gegnerin eine – allenfalls reduzierte – Prozessentschädigung zu be-
zahlen. 

 5. Eventuell 
 Es sei der Gesuchsgegnerin die unentgeltliche Prozessführung und 

die unentgeltliche Rechtsvertretung durch die Unterzeichnete zu be-
willigen, falls der Gesuchsteller nicht gemäss Ziff. 4 kosten- und ent-
schädigungspflichtig wird" 

Mit der angefochtenen Verfügung wurde betreffend die Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen dem Hauptantrag der Gesuchsgegnerin entsprochen. Deren 

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eindeutigerweise als Eventualantrag – für den Fall, dass dem Hauptantrag auf 

Verpflichtung des Gesuchstellers zur Zahlung einer (vollen) Prozessentschädi-

gung an die Gesuchsgegnerin nicht entsprochen würde – gestelltes Armenrechts-

gesuch war damit als gegenstandslos geworden nicht mehr zu behandeln. Dem-

gemäss ist der Vorinstanz keine unrichtige Rechtsanwendung, namentlich auch 

kein überspitzter Formalismus, vorzuwerfen. 

Es ist sodann nicht zu sehen, dass die Vorinstanz unter dem Gesichtspunkt 

einer allfälligen Uneinbringlichkeit der Prozessentschädigung irgend einen Grund 

für einen anders lautenden Entscheid gehabt hätte. Die Gesuchsgegnerin selbst 

hatte vor Vorinstanz geltend gemacht, der Gesuchsteller verfüge über Grundei-

gentum in Kosovo (eine während der Ehe erworbene und überbaute Liegenschaft 

und ein voll ausgebautes Ferienhaus), welches er veräussern oder belasten könn-

te, um die Unterhaltsverpflichtung zu erfüllen (Urk. 23 S. 6). Wenn die Gesuchs-

gegnerin nun im Beschwerdeverfahren, ohne neue Erkenntnisse geltend zu ma-

chen, eine offensichtliche Uneinbringlichkeit behauptet, ist dies widersprüchlich 

und nicht zu schützen. 

Dass die Vorinstanz schliesslich ermessensweise nicht nur die Gerichtskos-

ten, sondern auch die Parteientschädigung für die Gesuchsgegnerin hätte sicher-

stellen lassen können (so die Gesuchsgegnerin in Urk. 38 S. 10 f.), ist unzutref-

fend. Wie die Gesuchsgegnerin an anderer Stelle selbst erkennt (Urk. 38 S. 6), 

war die Sicherstellung einer Parteientschädigung im vorinstanzlichen Summarver-

fahren vom Gesetz her nicht zulässig (Art. 99 Abs. 3 lit. c ZPO). 

d) Nach dem Gesagten ist die Beschwerde der Gesuchstellerin als unbe-

gründet abzuweisen. 

3. a) Im Verfahren um die unentgeltliche Rechtspflege werden grund-

sätzlich keine Kosten erhoben (Art. 119 Abs. 6 ZPO). Nach bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung gilt dies allerdings nur für das Gesuchsverfahren, nicht jedoch für 

ein Beschwerdeverfahren darüber (BGE 137 III 470). Demgemäss sind für das 

vorliegende Beschwerdeverfahren Gerichtskosten festzusetzen und ausgangs-

gemäss der unterliegenden Gesuchsgegnerin bzw. – gemäss den Beschwerde-

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vorbringen (Urk. 38 S. 14) – deren Rechtsvertreterin persönlich aufzuerlegen (Art. 

106 Abs. 1 ZPO). 

b) Die Gesuchsgegnerin hat ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 

gestellt (Urk. 38 S. 2, S. 5). Dieses ist jedoch zufolge Aussichtslosigkeit der Be-

schwerde (vgl. vorstehende Erwägungen) abzuweisen (Art. 117 lit. b ZPO). 

c) Für das Beschwerdeverfahren hat die Gesuchsgegnerin zufolge ihres 

Unterliegens keinen Anspruch auf eine Entschädigung. Demgemäss sind für das 

Beschwerdeverfahren keine Parteientschädigungen zuzusprechen. 

Es wird beschlossen: 

1. Das Gesuch der Gesuchsgegnerin um unentgeltliche Rechtspflege für das 

Beschwerdeverfahren wird abgewiesen. 

2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Er-

kenntnis. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 250.-- festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten für das Beschwerdeverfahren werden Rechtsanwältin 

lic. iur. X._____ auferlegt. 

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Vorinstanz unter Beilage der 

Doppel von Urk. 38 und 42/3-9, je gegen Empfangsschein. 

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Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine 
nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
Zürich, 30. Juli 2014 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. F. Rieke 
 

 
 
versandt am: 
se 

	Beschluss und Urteil vom 30. Juli 2014
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Das Gesuch der Gesuchsgegnerin um unentgeltliche Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen.
	2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Erkenntnis.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 250.-- festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten für das Beschwerdeverfahren werden Rechtsanwältin lic. iur. X._____ auferlegt.
	4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Vorinstanz unter Beilage der Doppel von Urk. 38 und 42/3-9, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...