# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** baa518a5-0334-5184-95fa-6320b718b0ec
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-01-04
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 8.5.2014 - 31.12.2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 8.5.2014 - 31.12.2015
**Docket/Reference:** DB.2018.41
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2018.41--2-st.2018.52-1588773558.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2018.41 
2 ST.2018.52 

Entscheid 

 4. Januar 2019 

Mitwirkend: 

Einzelrichterin Barbara Collet und Gerichtsschreiberin Andrea Schmid 

A   G m b H ,    

vertreten durch B AG,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 8.5.2014 - 31.12.2015 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 8.5.2014 - 31.12.2015 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A GmbH (nachfolgend die Pflichtige) mit Sitz in der zürcherischen Gemein-

de C bezweckt gemäss Eintrag im Handelsregister die Beratung von Unternehmen be-

züglich  finanzmathematischer  Fragestellungen.  Geschäftsführer  und  alleiniger  Gesell-

schafter und Angestellter ist D.  

Die Pflichtige deklarierte für die Steuerperiode 8.5.2014  - 31.12.2015 (erstes, 

überlanges  Geschäftsjahr)  einen  steuerbaren  Reingewinn  von  Fr.  6'600.-  sowie  ein 

(steuerbares) Eigenkapital von Fr. 20'000.-. 

Mit Auflage vom 6. April 2017 forderte das kantonale Steueramt die Pflichtige 

auf, die Buchhaltung inkl. Kontenblätter und Belegen einzureichen sowie den Rückstel-

lungsbedarf nachzuweisen. Daraufhin reichte die Pflichtige Unterlagen ein. Mit Veran-

lagungs-  und  Einschätzungsvorschlag  vom  3.  Juli  2017  unterbreitete  das  kantonale 

Steueramt  der  Pflichtigen  eine  Einschätzung  mit  einem  steuerbaren  Reingewinn  von 

Fr. 115'800.- sowie mit einem steuerbaren Eigenkapital von Fr. 97'000.-. Dabei rechne-

te  es  dem  Reingewinn  neben  weiteren  hier  nicht  mehr  strittigen  Positionen  Rückstel-

lungen  von  Fr.  69'130.-,  Mietaufwand  von  Fr.  9'501.-  sowie  Verpflegungspauschalen 

von  Fr.  27'445.-  auf.  Die  Pflichtige  lehnte  den  Vorschlag  mit  Schreiben  vom  24.  Au-

gust 2017 ab.  

Mit  Veranlagungsverfügung  bzw.  Einschätzungsentscheid  vom  3.  Novem-

ber 2017 schätzte das kantonale Steueramt die Pflichtige mit einem steuerbaren Rein-

gewinn von Fr. 92'500.- und einem (steuerbaren) Eigenkapital von Fr. 79'653.- (direkte 

Bundessteuer) bzw. Fr. 78'000.- (Staats- und Gemeindesteuern) ein. Darin liess es neu 

einen Mietaufwand von Fr. 5'601.- zu und berücksichtige aufgrund der Gewinnaufrech-

nungen neu zusätzliche Steuerrückstellungen.  

B.  Hiergegen  liess  die  Pflichtige  am  30.  November/1.  Dezember  2017  Ein-

sprache erheben und beantragen, den gesamten Raumaufwand von Fr. 11'001.- sowie 

die Verpflegungskosten von Fr. 27'445.- als geschäftsmässig begründete Aufwendun-

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gen zuzulassen. Mit Einspracheentscheiden vom 5. Februar 2018 wies das kantonale 

Steueramt die Einsprache ab.  

C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 28. Februar 2018 liess die Pflichtige er-

neut  beantragen,  den  deklarierten  Mietaufwand  von  Fr.  11'001.-  sowie  die  Verpfle-

gungspauschale von Fr. 28'105.- zu berücksichtigen; eventualiter seien die Kosten der 

Verpflegung  für  das  Mitttagessen  gemäss  genehmigten  Spesenreglement,  die  Früh-

stücks-  und  50%  der  Nachtessenspesen  im  Appartement  im  Umfang  von  Fr. 18'870.- 

nicht als verdeckte Gewinnausschüttung aufzurechnen.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  mit  Beschwerde-  und  Rekursantwort  vom 

28.  März  2018  auf  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Hierzu  äusserte  sich  die  Pflichtige 

nicht mehr. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen.  

Auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Parteien  wird  –  soweit  rechtserheblich  –  in 

den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 

1. a) Der steuerbare Reingewinn einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung 

berechnet sich nach Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer 

vom  14.  Dezember 1990  (DBG)  bzw.  §  64  Abs.  1  des  Steuergesetzes  vom  8.  Ju-

ni 1997  (StG)  aufgrund  des  Saldos  der  Erfolgsrechnung,  erhöht  (unter  anderem)  um 

die der Rechnung belasteten, geschäftsmässig nicht begründeten Aufwendungen, wie 

u.a.  offene  und  verdeckte  Gewinnausschüttungen  sowie  geschäftsmässig  nicht  be-

gründete  Zuwendungen  an  Dritte  (Art.  58  Abs.  1  lit.  b  DBG,  § 64  Abs.  1  Ziff.  2  lit.  e 

StG).  

b)  Geschäftsmässig  unbegründeter  Aufwand  liegt  vor,  wenn  dieser  keine 

Grundlage  in  der  geschäftlichen  Aktivität  findet,  d.h.  wenn  ein  sachlicher  Zusammen-

hang  zwischen  Aufwendung  und  Geschäftsbetrieb  fehlt  (Richner/Frei/Kaufmann/ 

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Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  3.  A.,  2016,  Art.  58  N  74  DBG,  und  Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3. A. 2013,  § 64 

N 161 StG). Verdeckte Gewinnausschüttungen im Besonderen sind in Erfolgsrechnung 

und  Bilanz  nicht  als  Gewinn  ausgewiesene  Leistungen  einer  Gesellschaft,  mit  denen 

sie ihren Aktionären oder diesen nahestehenden Personen bewusst geldwerte Vorteile 

zuwendet,  die  sie  unbeteiligten  Dritten  nicht  einräumen  würde  (RB 1985  Nr. 42  = 

StE 1985  B 72.13.22  Nr. 4;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  58  N  95  DBG,  §  64 

N 177 StG). Das Missverhältnis von Leistung und Gegenleistung bildet dabei eine Vo-

raussetzung  der  verdeckten  Gewinnausschüttung  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Art. 58 N 102 DBG und § 64 N 191 StG). Ob ein Missverhältnis vorliegt, ist nach Mass-

gabe  des  Grundsatzes  des  Drittvergleichs  zu  beurteilen 

(Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, Art. 58 N 98 DBG und § 64 N 187 StG). Als Empfänger einer verdeckten 

Gewinnausschüttung kommen nicht nur die Anteilsinhaber, sondern auch diesen nahe-

stehende Personen in Betracht (Brülisauer/Mühlemann, in: Kommentar zum Schweize-

rischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 3. A., 2017, Art. 58 

N 258 ff. DBG). 

c)  Um  die Beurteilung  der geschäftsmässigen  Begründetheit  von geltend ge-

machten Aufwendungen – und der allfällig damit verbundenen verdeckten Gewinnaus-

schüttungen – zu ermöglichen, ist die steuerpflichtige Gesellschaft kraft der sie treffen-

den  gesetzlichen  Obliegenheiten  (Art. 124  ff.  DBG,  §§ 132  ff.  StG)  gehalten,  an  der 

Abklärung  der  solchen  Aufwendungen  zugrunde  liegenden  Tatsachen  mitzuwirken, 

wobei sie für deren Verwirklichung beweisbelastet ist (vgl. RB 1977 Nr. 60). Insbeson-

dere  hat  sie  spätestens  vor  Steuerrekursgericht  binnen  der  Beschwerde-/Rekursfrist 

eine  substanziierte  Sachdarstellung  vorzutragen  und  die  Beweismittel  für  deren  Rich-

tigkeit beizubringen (RB 1964 Nr. 68, 1975 Nr. 54).  

d) Streitig sind vorliegend im Wesentlichen zwei  Positionen im Geschäftsauf-

wand der Pflichtigen, welchen die Steuerbehörde die geschäftsmässige Begründetheit 

teilweise oder vollständig abgesprochen hat. Ob zu Recht, ist nachfolgend für jede ein-

zelne Position zu prüfen.  

2. Die  Pflichtige  verbuchte  einen  Raumaufwand  (Konto  ...)  von  Fr. 11'001.09 

für  das  überjährige Geschäftsjahr  8.5.2014  -  31.12.2015.  Der  Steuerkommissär  rech-

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nete davon Fr. 5'400.- als verdeckte Gewinnausschüttung auf. Für die Monate Januar 

bis  März  2015  anerkannte  er  die  Mietkosten  für  ein  ganzes  Zimmer,  für  die  übrigen 

Monate  nur  für  ein  halbes.  Dies  mit  der  Begründung,  dass  das  Zimmer  während  der 

meisten Zeit nur sporadisch für geschäftliche Zwecke genutzt worden sei.  

Gemäss  Handelsregisterauszug  befindet  sich  der  Sitz  der  Pflichtigen  an  der 

...strasse  5  in  der  Gemeinde  C.  D  und  E  sind  an  dieser  Adresse  Mieter  einer  5 ½-

Zimmerwohnung für monatlich Fr. 3'147.- brutto (Mietvertrag vom ... 2008).  

Es geht somit um Mietkosten eines Büros am Privatdomizil des Geschäftfüh-

rers  und Gesellschafters,  wo sich auch der  Sitz  der  Pflichtigen  befindet. Über  andere 

Geschäftsräumlichkeiten  verfügte  die  Pflichtige  nicht.  In  der  strittigen  Steuerperiode 

hatte der Geschäftsführer und einziger Angestellte der Pflichtigen – mit Ausnahme der 

Monate Januar bis März 2015 – unter der Woche Einsätze in den europäischen Städ-

ten  F,  G  und  H  und kehrte  in der  Regel  am  Donnerstagabend  oder am Freitag  in die 

Gemeinde  C  zurück.  Auch  wenn  er  jeweils  Aufträge  im  Ausland  ausgeführt  hat,  er-

scheint es naheliegend, dass er die administrativen Arbeiten (Kundenanfragen bearbei-

ten,  neue  Aufträge  planen  und  bearbeiten,  Buchhaltung,  Angebote  erstellen  etc.)  je-

weils nach Rückkehr vom Kunden in dem von der Pflichtigen gemieteten Büro verrich-

tete.  Auf  den  im  Einspracheverfahren  eingereichten  Fotos  ist  die  Einrichtung  des  Bü-

roraums  ersichtlich,  welcher  mit  einem  grossen  Tisch  mit  Laptop  und  einem  kleinen 

Tisch mit Laptop und Computer, einem Schrank sowie einem Regal mit diversen Ord-

nern ausgestattet ist. Nicht auszuschliessen ist jedoch, dass der Raum von D auch pri-

vat  genutzt  wurde  und  vielleicht  teilweise  auch  von  E.  Dafür  sprechen  jedenfalls  die 

zwei Arbeitsplätze. Anhand der Fotos ist auch nicht ersichtlich, ob sich im Regal oder 

im Schrank ausschliesslich geschäftliche Akten befinden. Sodann fehlt auch ein schrift-

licher  Untermietvertrag  zwischen  D,  E  und  der  Pflichtigen.  Die  Mietaufwände  wurden 

mit  zwei  Buchungen  vorgenommen;  die  erste  Buchung  erfolgte  für  den  Zeitraum  Mai 

bis  Dezember  2014  und  die zweite für  das  Jahr 2015  (Konto ...).  Die Beträge hat  die 

Pflichtige  nicht  mittels  Banküberweisung  überwiesen,  sondern  auf  das  Konto  Nr. ... 

"Kontokorrent  D  /  Spesenauslagen",  welches  jedoch  nicht  bei  den  Akten  liegt,  ver-

bucht, obwohl ein Anteil dieses Betrags auch E – als Mieterin – hätte zukommen müs-

sen und sie offenbar diejenige ist, welche den Mietzins für sich und D überweist. Eine 

interne Vereinbarung zwischen D und E ist jedenfalls nicht aktenkundig. Es fehlt damit 

einerseits am Nachweis, dass das Zimmer in der Wohnung von D und E vollumfänglich 

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von  der  Pflichtigen  genutzt  wurde.  Sodann  kann  mangels  Rechnungsstellung  bzw. 

Zahlungsflusses an die Mieter D und E die Gutschrift auf dem Kontokorrent von D bei 

der Pflichtigen nicht eindeutig dem Mietaufwand zugewiesen werden. Aufgrund dieser 

Sach- und Aktenlage erscheint die Berücksichtigung von einem halben Zimmer als an-

gemessen. Mit der Berücksichtigung eines ganzen Raumes für die Monate Januar bis 

März 2015 ist die Pflichtige noch gut gefahren. Zu Recht hat das kantonale Steueramt 

auch  die  Nebenräume  bei  der  Berechnung  des  einzelnen  Zimmers  mitberücksichtigt. 

Die Beschwerde bzw. der Rekurs sind in diesem Punkt abzuweisen.  

3.  a)  Ein  weiterer  strittiger  Punkt  ist  der  von  der  Pflichtigen  unter  dem  Auf-

wandkonto "... Verpflegungspauschalen" verbuchte Betrag von insgesamt Fr. 28'105.-, 

welcher  dem  Geschäftsführer  mittels  Pauschalen  ausbezahlt  worden  ist.  Der  Steuer-

kommissär  rechnete  diesen  Betrag  im  Einschätzungsverfahren  zunächst  vollständig 

auf  und  anerkannte  im  Einspracheverfahren  schliesslich  Fr.  660.-.  Damit  ist  noch  ein 

aufgerechneter Betrag von Fr. 27'445.- strittig. 

b)  Spesen  sind  Unkosten,  die dem  Arbeitnehmer  erwachsen  bei  der  Vornah-

me  einzelner  dienstlicher  Verrichtungen  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  17  N  50 

DBG  und  §  17  N  49  StG,  auch  zum  Folgenden).  Sie  sind  dadurch  gekennzeichnet, 

dass sie grundsätzlich während der Arbeitszeit anfallen.  

Vorliegend geht es um die Beurteilung von Spesen aus Arbeitgebersicht. Soll-

te  die  Pflichtige  ihrem  Geschäftsführer  und Gesellschafter  Zahlungen  unter  dem  Titel 

Spesen  ausgerichtet  haben,  ohne  dass  diesem  entsprechende  Auslagen  erwachsen 

sind  bzw.  ohne  dass  diese  durch  ein  genehmigtes  Spesenreglement  gedeckt  sind, 

qualifizieren diese als verdeckte Gewinnausschüttungen. 

c)  Die  Pflichtige  verfügt  über  ein  am  ...  Juli  2014  genehmigtes  Spesenregle-

ment für sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einschliesslich Zusatzreglement für 

leitendende  Angestellte.  Das  allgemeine  Spesenreglement  gilt  auch  für  das  leitende 

Personal,  soweit  das  Zusatzreglement  nicht  davon  abweicht  (Ziff.  1  des  Zusatzregle-

ments).  Gemäss  Ziff.  3  des  Spesenreglements  hat  ein  Mitarbeiter,  wenn  er  eine  Ge-

schäftsreise antreten  oder  aus  anderen Gründen  gezwungen  ist,  sich ausserhalb sei-

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nes  sonstigen  Arbeitsplatzes  zu  verpflegen,  Anspruch  auf  folgende  Pauschalvergü-

tung: 

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Frühstück  Fr.  15.-  (bei  Abreise  vor  07.30  Uhr  bzw.  bei  vorangehender  Über-

  nachtung, sofern das Frühstück in den Hotelkosten nicht inbegriffen ist), 

-  Mittagessen Fr. 30.-, 

- 

Abendessen  Fr.  35.-  (bei  auswärtiger  Übernachtung  oder  Rückkehr  nach 

  19.30 Uhr).  

Die Pflichtige wendete das Spesenreglement an und verbuchte in der strittigen 

Steuerperiode  eine  Verpflegungspauschale  von  Fr.  27'445.-  (Konto  Nr.  ...  Verpfle-

gungspauschalen).  Das  kantonale  Steueramt  ist  der  Ansicht,  dass  das  Spesenregle-

ment  nicht  zur  Anwendung  gelange,  da  D  seit  der  Gründung  der  Gesellschaft  aus-

schliesslich im Ausland gearbeitet habe. Als Geschäftsreise könne nur ein kurzfristiger 

auswärtiger Aufenthalt eines Mitarbeiters zur Erfüllung eines dienstlichen Auftrags gel-

ten und nicht die temporäre Verlegung des Arbeitsplatzes.  

D hat für die Pflichtige in der strittigen Steuerperiode auf Projekten in den eu-

ropäischen  Städten  F,  G  und  H  direkt  beim  Kunden  vor  Ort  gearbeitet,  wobei  er  sich 

aber nie länger als 183 Tage im Ausland aufgehalten hat. In der Stadt Fwar D 182 Ta-

ge beschäftigt, in Städten G und H insgesamt 167 Tage. Für die Dauer dieser Projekte 

mietete die Pflichtige jeweils  möblierte Wohnungen für  D  zu einem  monatlichen Miet-

zins von jeweils rund EUR 1'000.-. In der Regel arbeitete D von Montag bis Donnerstag 

im  Ausland  und  kehrte  am  Donnerstagabend  oder  Freitagmorgen  in  die  Schweiz  zu-

rück.  In  den  Monaten  Januar  bis  März  2015  hatte  die  Pflichtige  kein  Projekt  im  Aus-

land.  Wie  oben  bereits  ausgeführt,  erledigte  D  die  administrativen  Arbeiten  vermu-

tungsweise jeweils in der Gemeinde C.  

Laut  Arbeitsvertrag  zwischen  D  und  der  Pflichtigen  befindet  sich  der  übliche 

Arbeitsort  von  D  in  C.  Sodann  wurde  unter  dem  Titel  "Arbeitsort"  festgehalten,  dass 

sein Aufgabenbereich eine ausgeprägte Reisetätigkeit im In- und Ausland umfasse. 

D arbeitete damit für die Pflichtige jeweils direkt beim Kunden vor Ort und hat-

te dort einen Arbeitsplatz. Im Arbeitsvertrag wird unter dem Titel "Arbeitsort" die Reise-

tätigkeit  explizit  erwähnt.  Da  die  Einsätze  regelmässig  über  einen  längeren  Zeitraum 

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stattfanden und in der Regel von Montag bis Donnerstag dauerten sowie teilweise Wo-

chenendeinsätze umfassten, kann nicht mehr von einer Geschäftsreise die Rede sein. 

Nach dem hier vorliegenden Sachverhalt befand sich der effektiv gelebte Arbeitsort von 

D  damit  einerseits  in  der  Gemeinde  C  und  andererseits  beim  jeweiligen  Kunden  im 

Ausland. Die Verpflegungen stellten damit grundsätzlich private Lebenshaltungskosten 

von D dar. Das kantonale Steueramt hat die Anwendung der Bestimmungen des Spe-

senreglements  zur  Geschäftsreise  damit  zu  Recht  verweigert,  die  Verpflegungspau-

schale aufgerechnet und als verdeckte Gewinnausschüttung qualifiziert.  

Ist der Firmeninhaber gleichzeitig Mitarbeiter der juristischen Person, ist nach 

einigen  Autoren  zu  prüfen,  ob  eine  bestimmte  Leistung  wie  eine  Lohnzahlung  oder 

Lohnnebenleistung auf geschäftliche Gründe oder aber auf das Beteiligungsverhältnis 

zurückzuführen  ist  (vgl.  Brülisauer/Kuhn,  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuer-

recht,  Bundesgesetz  über  die  direkte  Bundessteuer,  2017,  Art. 58  N 355  f.  DBG).  Al-

lerdings  geht  es  nicht  an,  Aufwandpositionen,  welche  steuerlich  nicht  anerkannt  wer-

den,  umzuqualifizieren,  mit  dem  Zweck,  das  Gesamtresultat  nicht  zu  verändern  und 

Aufrechnungen  zu  vermeiden.  Solche  Vorkehren  bzw.  Manipulationen  sind  (ertrags- 

bzw.  einkommens)steuerlich  unbeachtlich,  jedenfalls  dann,  wenn  die  Leistung  –  wie 

hier – direkt oder indirekt dem Aktionär oder Gesellschafter zugutekommt. Deshalb ist 

es  nicht  statthaft,  Spesenvergütungen  an  den  mitarbeitenden  Aktionär  oder  Gesell-

schafter (oder eine nahestehende Person), welchen steuerlich kein Aufwandcharakter 

zuzumessen ist, in Lohn umzuwandeln (Reich/Weidmann, in: Kommentar zum Schwei-

zerischen  Steuerrecht,  Bundesgesetz  über  die  direkte  Bundessteuer,  2017,  Art. 20 

N 54a DBG).  

Die Beschwerde und der Rekurs sind in diesem Punkt abzuweisen. 

4. Die Pflichtige erwähnte schliesslich die Nichtberücksichtigung der geleiste-

ten  Mitgliederbeiträge  betreffend  die  Mitgliedschaften  von  D  bei  der  einer  ausländi-

schen  Vereinigung  von  Fr.  245.10  sowie  bei  einer  schweizerischen  Vereinigung  von  

Fr. 180.- und die Teilnahmegebühr an einer Jahrestagung der  ausländischen Vereini-

gung  von  D  im  Umfang von  Fr. 349.21.  Diese  Kosten  sind  alle  vor  der Gesellschafts-

gründung  entstanden.  Im  Gründungsstadium  bis  zur  Entstehung  der  juristischen  Per-

son  getätigte  Geschäfte  können  dieser  ertragssteuerlich  vollumfänglich  zugerechnet 

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werden (Oesterhelt/Schreiber, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bun-

desgesetz über die direkte Bundessteuer, 3. A., 2017, Art. 54 N 11, DBG mit weiteren 

Hinweisen).  Es  liegt  zwar  ein  Kontoblatt  des  Kontos Nr. ...  "Spesenentschädigung  ef-

fektiv: Weiterbildung" bei den Akten mit dem Titel "Aktuarielle Beratung D Basis", wel-

ches die von der Pflichtigen geltend gemachten Positionen umfasst Dass die Pflichtige 

diese  Kosten  nach  der  Gründung  übernommen  hat,  geht  aus  der  Jahresrechnung  je-

doch nicht hervor bzw. wurden diese in der Jahresrechnung nicht verbucht. Im Übrigen 

ist  nur  der  Beleg  für  die  Jahrestagung  vorhanden  und  lautet  auf  D  persönlich.  Unter 

diesen Umständen hat das kantonale Steueramt die Aufwände zu Recht verweigert.  

5. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Beschwerde- und Re-

kursverfahrens  der  Beschwerdegegnerin/dem  Rekursgegner  aufzuerlegen  (Art.  144 

Abs.  1  DBG;  §  151  Abs.  1  StG)  und  ist  ihr  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen 

(Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1–3 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember  1968  bzw.  § 152  StG  i.V.m.  § 17 Abs. 2 des  Verwaltungsrechtspflege-

gesetzes vom 24. Mai 1959). 

Demgemäss erkennt die Einzelrichterin: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Rekurs wird abgewiesen.

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