# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b749bdb5-bf23-577a-9941-76f3b3b170c9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.05.2007 B-2196/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2196-2006_2007-05-04.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-2196/2006

{ T  0 / 2 }

Urteil vom 4. Mai 2007

Mitwirkung: Richterin Vera Marantelli (vorsitzende Richterin), Richter 
Claude Morvant, Richterin Maria Amgwerd; 
Gerichtsschreiberin Barbara Aebi

H._______,
Beschwerdeführer

gegen

1. Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT), 
Vorinstanz

2. Prüfungskommission Höhere Fachprüfung für Zimmermeister, 
Erstinstanz

betreffend

Höhere Fachprüfung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

2

Sachverhalt:

A. Mit Verfügung vom 31. März 2005 teilte der Verband Schweizer Holzbau-
Unternehmungen (Holzbau Schweiz) im Auftrag der Zentralkommission der 
Meisterprüfung (Erstinstanz) H._______ mit, dass er die im Frühjahr 2005 
abgelegte Eidgenössische Zimmermeisterprüfung (Höhere Fachprüfung im 
Zimmereigewerbe)  nicht  bestanden  habe.  Beigelegt  war  ein  Notenblatt, 
dem zu entnehmen ist, dass H._______ insgesamt vier ungenügende No-
ten in den Fächern "Konstruktionstechnik A" (3.6), "Betriebsführung" (3.5), 
"Angebot und Abrechnung" (3.1),  "Unternehmensführung" (3.6) sowie die 
Schlussnote 3.7 erteilt worden sind.

Gegen diese Verfügung erhob H._______ am 23. April 2005 Beschwerde 
beim Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (Bundesamt).  Er be-
antragte  sinngemäss  die  Erteilung  des  Diploms  als  Zimmermeister.  Zur 
Begründung brachte er vor, seine Leistungen in den Fächern "Konstrukti-
onstechnik A", "Betriebsführung", "Angebot und Abrechnung" und "Unter-
nehmensführung" seien unterbewertet worden. Seiner Ansicht nach habe 
die  Prüfungskommission  ungewissenhaft  und  unseriös  korrigiert.  So  sei 
selten  mit  Punkten  und  Zwischennoten  gearbeitet  worden.  Die  Bewer-
tungsblätter, die für die Berechnung der Noten vorgesehen gewesen seien, 
seien praktisch nie benutzt worden; ein Nachvollzug der willkürlich gesetz-
ten Pauschalnoten sei gar nicht mehr möglich. Er sehe sich zudem als Op-
fer einer äusserst zweifelhaften Taktik der Diplomvergabe: Es sei ein offe-
nes  Geheimnis,  dass  ein  gewisser  Anteil  der  Kandidaten  pro  Jahr  die 
Meisterprüfung nicht bestehen solle oder dürfe, um dieser das Ansehen ei-
ner schwierig zu bestehenden Prüfung zu verleihen. In verfahrensmässiger 
Hinsicht beantragte H._______ schliesslich den Beizug unabhängiger Ex-
perten.

Mit Stellungnahme vom 22. August 2005 beantragte die Zentralkommissi-
on - nach Konsultation der Prüfungskommission - die kostenfällige Abwei-
sung der Beschwerde.  Zur Begründung brachte sie vor,  der Vorwurf,  die 
Bewertungsblätter seien nicht benutzt worden, sei in aller Schärfe zurück-
zuweisen. Dem Beschwerdeführer sei am Tag, als er in seine Prüfungsar-
beiten habe Einsicht  nehmen können,  erklärt  worden,  wie die Noten der 
einzelnen  Prüfungen  entstanden  seien.  Sämtliche  Prüfungen  seien  von 
zwei Examinatoren korrigiert und benotet worden; die entsprechenden No-
tenblätter  habe Herr H._______ gesehen. Auf den Deckblättern der Prü-
fungsarbeiten  seien  indessen  nur  die  Schlussnoten  notiert  worden.  Der 
Beschwerdeführer zeige in seiner Beschwerde nicht auf, inwiefern für sei-
ne Leistungen ein genügender Notendurchschnitt erteilt werden könnte. Im 
Einzelnen legte die Zentralkommission dar, weshalb sie die Bewertung der 
Prüfungskommission  als  korrekt  erachte.  Lediglich  im  Fach  "Unterneh-
mensführung", Aufgabe 6.5 ("Rechtskunde"), erteilte sie dem Beschwerde-
führer 1.5 Zusatzpunkte, was zwar zu einer Erhöhung der Note in der Auf-

3

gabe 6.5 von 3.0 auf 3.5, nicht jedoch zu einer Änderung der Gesamtnote 
im Fach "Unternehmensführung" führte. Der Stellungnahme legte die Zent-
ralkommission Kopien der Detailnotenblätter bei. 

Am 14. November 2005 teilte H._______ dem Bundesamt mit, er halte sei-
ne Beschwerde  aufrecht.  Zur Begründung brachte  er  vor,  er  sei  mit  der 
Stellungnahme der Prüfungskommission nicht  einverstanden.  Die Fehler, 
welche in seinen Prüfungsunterlagen zu finden seien, seien viel  zu hoch 
bewertet  worden  und  stünden  in  keinem Verhältnis  zu  seiner  gesamten 
Prüfungsleistung  beziehungsweise  zum  richtig  gelösten  Teil.  Vermutlich 
sei  seine  Arbeit  systematisch  zu  tief  bewertet  worden.  Bereits  vor  und 
während der Prüfungswoche sei ihm aufgefallen, dass einige Prüfungskan-
didaten  die  meisten  Examinatoren  bereits  von  der  Technikerschule 
B._______ (TS B._______) oder als ehemalige Arbeitgeber gekannt hät-
ten. Auffallend sei zudem, dass alle erfolgreichen Prüfungsabsolventen die 
TS  B._______  besucht  hätten,  welche  die  meisten  Examinatoren  selbst 
absolviert hätten oder an welcher sie heute unterrichteten. Die nicht erfolg-
reichen Prüfungskandidaten hätten die TS A._______ oder andere Schu-
len  besucht.  Schliesslich  könne  er  nicht  akzeptieren,  dass  seine  Arbeit 
zwar dem entsprochen habe, was verlangt worden sei, wie ihm am Tag der 
Prüfungseinsicht  ein Examinator  gestanden habe,  dass er  aber die Prü-
fung nicht bestanden habe, weil es nach Auskunft dieses Examinators bes-
sere Arbeiten gegeben habe. 

Mit  Entscheid  vom 15.  März 2006 wies das Bundesamt die Beschwerde 
von H._______ ab. Zur Begründung wurde ausgeführt, entgegen der Argu-
mentation  des  Beschwerdeführers  treffe  es nicht  zu,  dass die einzelnen 
Positionen nicht  bewertet  und die Noten pauschal  oder  nach Gutdünken 
erteilt worden seien: Die Detailnotenblätter der Prüfungskommission, wel-
che  dem  Beschwerdeführer  auch  herausgegeben  worden  seien,  gäben 
Auskunft über die Beurteilung durch die zwei Examinatoren, die einzelnen 
Positionsnoten  und  deren  jeweilige  Gewichtung  sowie  die  eingetragene 
Schlussnote. Der Beschwerdeführer mache zudem unsubstantiierte Aussa-
gen beziehungsweise könne nicht belegen, inwiefern seine Leistung unter-
bewertet worden sei. Teilweise seien seine Rügen zu pauschal und allge-
mein gehalten, als dass sie auf eine eventuelle Unterbewertung überprüft 
werden könnten.  Aus Sicht  der  Beschwerdeinstanz  liege keine  objektive 
beziehungsweise offensichtliche Unterbewertung vor, die eine höhere Be-
wertung rechtfertigen würde. Die Prüfungskommission sei in ihrer Stellung-
nahme hinreichend und in klarer Weise auf die Rügen des Beschwerdefüh-
rers  eingegangen.  Sie  habe  sämtliche  vom  Beschwerdeführer  gerügten 
Bewertungen der genannten Aufgaben überprüft, kommentiert und begrün-
det.  Die Beschwerdeinstanz dürfe davon ausgehen, dass die Examinato-
ren eine objektive und kritische Prüfung vorgenommen hätten, sowie dass 
eine unsachliche willkürliche Benotung ausgeschlossen werden könne. Die 
Bewertung der Aufgaben sei  daher  -  soweit  dies im Rahmen der einge-
schränkten Kognition des Bundesamts überhaupt überprüft werden könne 
- nicht zu beanstanden. Die Rüge der Unterbewertung respektive der will-
kürlichen Bewertung erweise sich somit als unbegründet. Schliesslich be-

4

stehe kein Anlass für die Erstellung eines Gutachtens oder den Beizug von 
Experten, da die Stellungnahmen der Prüfungskommission ausführlich und 
nachvollziehbar  seien  und  die  Einwände  des  Beschwerdeführers  nicht 
überzeugten.

B. Gegen  diesen  Entscheid  erhob  H._______  (Beschwerdeführer)  am 
13. April 2006 Verwaltungsbeschwerde bei der Rekurskommission EVD. Er 
beantragt  die  Aufhebung  der  erstinstanzlichen  Verfügung  vom 31.  März 
2005 und des vorinstanzlichen Entscheids vom 15. März 2006,  die Neu-
prüfung seiner Arbeit  durch unabhängige Fachleute sowie die Aushändi-
gung des Diploms für Zimmermeister. Zur Begründung verweist er auf sei-
ne Beschwerde ans Bundesamt. Zudem erklärt er, es treffe nicht zu, dass 
seine  Beschwerdeschrift  zu  allgemein  gehalten  sei  und  keine  konkreten 
Beanstandungen  aufweise:  Seine  Beschwerdeschrift  umfasse  mehr  als 
zehn Seiten, auf welchen er auf die Problempunkte hinweise. Im Weiteren 
bringt  der  Beschwerdeführer  wie  in  der  Replik  vom 14.  November  2005 
ans Bundesamt  vor,  dass sich  einige Kandidaten und Examinatoren  ge-
kannt hätten, die erfolgreichen Kandidaten die TS B._______ besucht hät-
ten und dass er die geforderte  Leistung zwar erbracht,  aber Opfer  einer 
starren Durchfallquote  geworden sei.  Auf  diese Vorbringen sei  das Bun-
desamt gar nicht eingegangen. Er kritisiert auch, dass etwa fünf Kandida-
ten,  welche mit  ihm den Vorbereitungskurs in X._______ besucht  hätten 
und denen er in den meisten Fächern um einiges überlegen gewesen sei, 
allesamt  die Prüfung bestanden hätten.  Schliesslich  rügt  er,  es fehle im 
vorliegenden  Fall  eine  neutrale,  fachliche  Beurteilung:  Das  Bundesamt, 
welches sich von der Wortgewandtheit des Holzbau Schweiz habe beein-
drucken lassen, sei eine fachlich inkompetente Stelle und habe sich ledig-
lich auf die Stellungnahmen der Prüfungskommission gestützt. Diese habe 
seine Fehler masslos überbewertet. Zudem sei die Beurteilung seiner Ar-
beit durch zwei Examinatoren eine reine Alibiübung, stellten die Examina-
toren doch ihre Beurteilungen vermutlich gegenseitig nicht in Frage. Eben-
so wenig könne er sich vorstellen, dass der Gigant Holzbau Schweiz sein 
Tun selbstkritisch überdenken könne. 

C. Mit Vernehmlassung vom 9. Mai 2006 beantragt das Bundesamt, die Be-
schwerde sei abzuweisen. Zur Begründung verweist es auf den angefoch-
tenen Entscheid vom 15. März 2006. Zudem erklärt es, es habe sich ent-
gegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht von der "Wortgewandtheit 
des  Holzbau  Schweiz"  beeindrucken  lassen,  sondern  habe  seinen  Ent-
scheid gestützt auf den durch den Schriftenwechsel eruierten Sachverhalt, 
die  erhaltenen  Unterlagen  und  die  Argumente  der  Prüfungskommission 
und des Beschwerdeführers gefällt. Die Vorbringen, hinsichtlich derer der 
Beschwerdeführer rüge, das Bundesamt sei auf diese nicht eingegangen, 
seien  entweder  haltlos  oder  unbewiesen  und  entbehrten  jeglicher  Prü-
fungsrelevanz. Schliesslich merkt das Bundesamt an, dass der Beschwer-
deführer  in  seiner  Beschwerde  keine neuen  Argumente  zu  Tage bringe, 

5

die  eine  Unterbewertung  durch  die  Prüfungskommission  ersichtlich  ma-
chen würde. Auf die Begründungen der Prüfungskommission und des Bun-
desamts im angefochtenen Entscheid gehe der Beschwerdeführer mit kei-
nem Wort ein.

Am 2. Juni 2006 liess sich die Erstinstanz vernehmen. Sie beantragt sinn-
gemäss die Abweisung der  Beschwerde und bringt  zur  Begründung vor, 
die  Arbeiten  des  Beschwerdeführers  seien  nochmals  eingehend  studiert 
und besprochen worden. Da die getroffenen Entscheidungen fundiert und 
belegbar seien, halte sie an ihrer Bewertung fest. Zu den Anschuldigungen 
des Beschwerdeführers bezüglich der Examinatoren, deren Qualifikationen 
und der Arbeit,  die sie leisteten,  nehme sie keine Stellung.  Die Integrität 
der Examinatoren stehe ausser Diskussion. Die (übrigen) Vorwürfe seien 
haltlos, würden von ihr vehement zurückgewiesen und nicht kommentiert. 
Schliesslich  bemerkt  die  Erstinstanz,  der  Beschwerdeführer  habe  keine 
neuen Fakten aufgeführt.

D. Am 19. Juli 2006 ersuchte die Rekurskommission EVD die Erstinstanz um 
Zustellung verschiedener Unterlagen. Dieser Aufforderung kam die Erstin-
stanz mit Schreiben vom 22. August 2006 nach.

Im November  2006 teilte  der Präsident  der  Rekurskommission EVD den 
Parteien mit, dass die Verfahrensakten zur Weiterbehandlung ans Bundes-
verwaltungsgericht  übergeben  würden,  sollte  dieses  Verfahren  vor  dem 
31. Dezember  2006 nicht  abgeschlossen sein.  Am 15.  Januar  2007 gab 
das Bundesverwaltungsgericht  die Übernahme des  Verfahrens sowie die 
Besetzung des Spruchkörpers bekannt. 

Am 26. April 2007 fand auf Ersuchen des Beschwerdeführers hin eine öf-
fentliche Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff.1 EMRK statt. Dabei hatte 
der Beschwerdeführer die Gelegenheit,  seinen Standpunkt nochmals ein-
lässlich darzulegen. Im Rahmen des Plädoyers äusserte er sich insbeson-
dere exemplarisch zur Bewertung der Aufgabe 2.1 im Fach "Konstruktions-
technik A".

Auf die dargelegten und weitere Vorbringen wird, soweit sie rechtserheb-
lich sind, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Der Entscheid des Bundesamtes vom 15. März 2006 stellt eine Verfügung 
nach Art. 5 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren dar (VwVG, SR 172.021). Diese Verfügung war bis 
Ende 2006 bei der Rekurskommission EVD angefochten, welche vor dem 
Inkrafttreten des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni  2005 (VGG, 
SR 173.32)  am 1. Januar  2007 (vgl.  AS 2006 1069)  zur  Beurteilung  der 
Streitsache  sachlich  und  funktionell  zuständig  war  (vgl.  Art.  61  Abs.  1 

6

Bst. c  Ziff.  1  BBG  [zitiert  in  E.  2],  AS  2003  4557;  aufgehoben  gemäss 
Ziff. 35 des Anhangs zum VGG). Das Bundesverwaltungsgericht, das ge-
mäss Art. 31 VGG als Beschwerdeinstanz Beschwerden gegen Verfügun-
gen nach Art. 5 VwVG beurteilt, ist nach Art. 53 Abs. 2 VGG (i.V.m. Art. 33 
Bst.  d VGG) für  die Behandlung der vorliegenden Streitsache zuständig, 
zumal keine Ausnahme nach Art. 32 VGG greift.

Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor dem Bundesamt teilgenom-
men und ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt. Er hat 
zudem ein als schutzwürdig anzuerkennendes Interesse an deren Aufhe-
bung  oder  Änderung,  weshalb  er  zur  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art.  48 
Abs. 1 VwVG). Eingabefrist und -form sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 1 
VwVG),  der  Kostenvorschuss  wurde fristgemäss  bezahlt  (Art.  63  Abs.  4 
VwVG) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (vgl. Art. 46 
ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.

2. Gemäss  den  Art.  26 ff.  des  Berufsbildungsgesetzes  vom  13.  Dezember 
2002 (BBG, SR 412.10)  ist  die höhere  Berufsbildung weitgehend Sache 
der zuständigen Organisationen der Arbeitswelt.  Diese regeln die Zulas-
sungsbedingungen, Lerninhalte, Qualifikationsverfahren, Ausweise und Ti-
tel (vgl. Art. 28 Abs. 2 BBG). Sie berücksichtigen dabei die anschliessen-
den Bildungsgänge. Die Vorschriften unterliegen der Genehmigung durch 
das Bundesamt (vgl. Art. 27 und 28 BBG). Bereits nach dem alten Berufs-
bildungsgesetz vom 19. April 1978 (aBBG, AS 1979 1687, 1985 660, 1987 
600, 1991 857, 1992 288 2521, 1996 2588, 1998 1822, 1999 2374, 2003 
187), das per 1. Januar 2004 durch das vorangehend zitierte heute gelten-
de BBG abgelöst wurde, konnten die Berufsverbände vom Bund anerkann-
te Berufsprüfungen und höhere Fachprüfungen veranstalten (Art. 51 Abs. 1 
aBBG und Art. 44 Abs. 1 der damals geltenden, am 1. Januar 2004 durch 
die Berufsbildungsverordnung vom 19. November 2003 [BBV, SR 412.101] 
abgelösten,  alten  Berufsbildungsverordnung  vom  7. November  1979 
[aBBV, AS 1979 1712, 1985 670, 1990 848, 1993 7, 1996 208, 1998 1822, 
2001 979]).  Sie hatten darüber ein Reglement  aufzustellen,  das der Ge-
nehmigung  des  Eidgenössischen  Volkswirtschaftsdepartements  bedurfte 
(Art. 51 Abs. 2 aBBG und Art. 45 aBBV).

Gestützt auf die - damals geltenden - Delegationsbestimmungen des alten 
Berufsbildungsgesetzes haben der Schweizerische Zimmermeisterverband 
(SZV; ab 1999 Holzbau Schweiz) und die Fédération romande des maîtres 
menuisiers, ébénistes, fabricants de meubles, charpentiers et parqueteurs 
(FRM)  das  Reglement  über  die  Durchführung der  Eidgenössischen  Zim-
mermeisterprüfungen (Höhere  Fachprüfungen im Zimmereigewerbe)  vom 
11.  November  1991  (Reglement)  erlassen,  welches  nach  Genehmigung 
durch das Departement am 20. November 1991 auf den 1. Dezember 1991 
in Kraft trat (Art. 30 Abs. 1 Reglement).

Für die Vorbereitung und Durchführung der Prüfungen sind eine Zentral-
kommission  und  eine  Prüfungskommission  verantwortlich  (Art.  4  Abs.  1 
Reglement).  Die  Prüfungskommission  ist  zuständig  für  die  Organisation 
und Durchführung der Prüfungen und stellt an die Zentralkommission An-
trag über Erteilung oder Verweigerung des Diploms (Art. 6 Abs. 1 Regle-
ment). Der Zentralkommission obliegt die Beschlussfassung über die Ertei-
lung des Meisterdiploms auf Antrag der Prüfungskommission (Art. 5 Abs. 1 

7

Bst. f Reglement). Die Geschäftsstelle des SZV ist unter anderem zustän-
dig für die Benachrichtigung der Kandidaten über ihre Prüfungsergebnisse 
(Art.  7  Abs.  1  Bst.  f)  sowie  für  die  schriftliche  Vernehmlassung  zu  Be-
schwerden,  welche  vom  Präsidenten  der  Zentralkommission  festgelegt 
worden sind (Art. 7 Abs. 1 Bst. h i.V.m. Art. 5 Abs. 3 Reglement).

Durch die Zimmermeisterprüfung soll festgestellt werden, ob der Kandidat 
die  erforderlichen  beruflichen  Fähigkeiten  und  Kenntnisse  besitzt,  um in 
seinem Beruf höheren Ansprüchen zu genügen, insbesondere ob er befä-
higt ist, als Unternehmer des Zimmereigewerbes einen Betrieb zu führen 
(Art.  2  Reglement).  Die  Prüfung  umfasst  die  sowohl  schriftlich  als  auch 
mündlich geprüften Fächer "Fachkunde", "Konstruktionstechnik A", "Konst-
ruktionstechnik  B",  "Betriebsführung",  "Angebot  und  Abrechnung"  sowie 
"Unternehmensführung" (Art. 18 Reglement). Der Prüfungsstoff wird in Art. 
19 des Reglements präzisiert. Die Leistungen werden mit Noten von 6 bis 
1  bewertet.  Die  Note  4  und  höhere  bezeichnen  genügende  Leistungen; 
Noten unter 4 bezeichnen ungenügende Leistungen. Andere als halbe Zwi-
schennoten sind nicht  zulässig  (Art.  20 Reglement).  Jedes Prüfungsfach 
ist  in  Positionen  unterteilt.  Die  Positionsnoten  sind unter  Würdigung  der 
Wichtigkeit  der  einzelnen  Unterpositionen  nach  Art.  20  zu  erteilen.  Die 
Fachnote ist das Mittel aller Positionsnoten. Sie ist auf eine Dezimalstelle 
zu runden (Art. 21 Abs. 1 Reglement). Die Fächer "Fachkunde" und "Be-
triebsführung" werden einfach, die übrigen Fächer zweifach gewichtet (vgl. 
Art. 21 Abs. 2 Reglement). Die durch 10 geteilte Summe der Fachnoten er-
gibt  die  Schlussnote,  die  ebenfalls  auf  eine  Dezimalstelle  zu  runden  ist 
(Art.  21  Abs.  3  Reglement).  Die  Prüfung  gilt  als  bestanden,  wenn  die 
Schlussnote mindestens 4,0 beträgt, höchstens in zwei Fächern die Note 4 
und in keinem Fach die Note 3 unterschritten wird (Art. 23 Reglement).

3. Nach Art. 49  VwVG (i.V.m.  Art.  37  VGG)  kann mit  der  Beschwerde  ans 
Bundesverwaltungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 
Überschreitung oder  Missbrauch  des  Ermessens,  unrichtige  oder  unvoll-
ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes sowie Unange-
messenheit der angefochtenen Verfügung gerügt werden.

Bei der Überprüfung von Examensleistungen auferlegte sich seinerzeit die 
Rekurskommission EVD entsprechend der Praxis  des Bundesrates  (Ver-
waltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 62.62 E. 3, 56.16 E. 2.1), des 
Bundesgerichts (BGE 121 I 225 E. 4b, BGE 118 Ia 488 E. 4c, BGE 106 Ia 
1  E.  3c)  sowie  anderer  verwaltungsunabhängiger  Rekurskommissionen 
(VPB 66.62 E. 4) Zurückhaltung, indem sie in Fragen, die seitens der Ver-
waltungsjustizbehörden naturgemäss schwer überprüfbar sind, nicht ohne 
Not von der Beurteilung der erstinstanzlichen Prüfungsorgane und Exper-
ten abwich. Begründet wurde dies mit dem Argument, der Rechtsmittelbe-
hörde seien zumeist nicht alle massgebenden Faktoren der Bewertung be-
kannt, weshalb es ihr in der Regel nicht möglich sei, sich ein zuverlässiges 
Bild  über  die  Gesamtheit  der  Leistungen  des  Beschwerdeführers  in  der 
Prüfung und der Leistungen der übrigen Kandidaten zu machen. Überdies 
hätten  Prüfungen  häufig  Spezialgebiete  zum  Gegenstand,  in  denen  die 
Rechtsmittelbehörde  über  keine  eigenen  Fachkenntnisse  verfügt.  Eine 
freie  Überprüfung  der  Examensbewertung  würde  zudem die  Gefahr  von 
Ungerechtigkeiten  und Ungleichheiten  gegenüber  anderen Kandidaten in 
sich bergen. Daher habe sich die Auffassung durchgesetzt,  dass die Be-

8

wertung  von  schulischen  Leistungen  von  der  Rechtsmittelbehörde  nicht 
frei, sondern nur mit Zurückhaltung zu überprüfen sei (vgl. BGE 118 Ia 488 
E.  4c,  BGE 106 Ia 1  E. 3c  mit  Verweis  auf  MAX IMBODEN/RENÉ A.  RHINOW, 
Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Bd. I, Basel und Frankfurt am 
Main 1986, Nr. 66 B IIa, d und B Va, Nr. 67 B IIIc).

In einem Beschwerdeverfahren nehmen die Examinatoren, deren Notenbe-
wertung  beanstandet  wird,  im Rahmen der  Beschwerdeantwort  der  Prü-
fungskommission Stellung (vgl. Art. 57 Abs. 1 VwVG). In der Regel über-
prüfen sie bei dieser Gelegenheit ihre Bewertungen nochmals und geben 
bekannt, ob sie eine Korrektur als gerechtfertigt  erachten oder nicht. So-
lange konkrete Hinweise auf Befangenheit fehlen und die Beurteilung nicht 
als fehlerhaft oder völlig unangemessen erscheint, war nach der Praxis der 
Rekurskommission  EVD auf  die  Meinung  der  Examinatoren  abzustellen. 
Vorausgesetzt  wurde  aber,  dass  die  Stellungnahme  insofern  vollständig 
war,  als  darin  substanziierte  Rügen  des Beschwerdeführers  beantwortet 
wurden, und dass die Auffassung der Examinatoren, insbesondere soweit 
sie  von  derjenigen  des  Beschwerdeführers  abwich,  nachvollziehbar  und 
einleuchtend  war  (Entscheid  der  Rekurskommission  EVD  [REKO/EVD] 
95/4K-014 E. 7.2, veröffentlicht in VPB 61.32).

Es sind keine Gründe ersichtlich, von dieser Praxis abzuweichen. Insofern 
hat sich auch das Bundesverwaltungsgericht bei der Überprüfung von Exa-
mensleistungen im oberwähnten Rahmen Zurückhaltung aufzuerlegen.

Eine solche Zurückhaltung rechtfertigt  sich allerdings nur bei der Bewer-
tung von Prüfungsleistungen. Ist dagegen die Auslegung und die Anwen-
dung  von  Rechtsvorschriften  streitig  oder  werden  Verfahrensmängel  im 
Prüfungsablauf gerügt, hat die angerufene Rechtsmittelbehörde die erho-
benen Einwendungen mit  freier  Kognition zu prüfen,  andernfalls sie eine 
formelle Rechtsverweigerung begeht (vgl. BGE 106 Ia 1 E. 3c; VPB 56.16 
E. 2.2; RENÉ A. RHINOW/BEAT KRÄHENMANN, Schweizerische Verwaltungsrecht-
sprechung, Ergänzungsband, Basel 1990, Nr. 80 B If).

4. Der Beschwerdeführer macht unter anderem geltend, das Bundesamt sei 
auf  verschiedene  Vorbringen  in  seiner  Replik  vom  14.  November  2005 
nicht  eingegangen.  Damit  rügt  er  sinngemäss  eine  Verletzung  des  An-
spruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 VwVG).

Das  Recht,  gehört  zu  werden,  ist  formeller  Natur.  Die  Verletzung  des 
rechtlichen  Gehörs  führt  grundsätzlich  ungeachtet  der  Erfolgsaussichten 
der  Beschwerde  in  der  Sache  selbst  zur  Aufhebung  des angefochtenen 
Entscheids, weshalb diese Rüge vorab zu prüfen ist (statt vieler BGE 124 
V 180 E. 4a mit Hinweisen).

4.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör beinhaltet eine ganze Reihe von Ver-
fahrensgarantien,  darunter  auch  eine  Prüfungspflicht  und  eine  Begrün-
dungspflicht. Die Begründung eines Entscheides hat aufzuzeigen, dass die 
entscheidende Behörde sich mit allen wesentlichen sachverhaltlichen und 
rechtlichen Vorbringen der Parteien auseinander gesetzt hat. Die Behörde 
kann  sich  dabei  auf  die  für  den  Entscheid  wesentlichen  Gesichtspunkte 
beschränken  (BGE  124  V  180  E.  1a,  BGE  112  Ia  107  E.  2b; 
IMBODEN/RHINOW,  a.a.O.,  Nr. 85 B IIIc).  Dabei  darf  sie  aber  nur  jene Argu-
mente der Parteien stillschweigend übergehen, die erkennbar unbehelflich 

9

sind (IMBODEN/RHINOW, a.a.O., Nr. 82 B IVa).

4.2 Im vorliegenden Fall  ging die Vorinstanz  in  ihrer  Begründung in  der Tat 
nicht auf alle Rügen des Beschwerdeführers ein: Dass sich einige Kandi-
daten und Examinatoren gekannt hätten, dass die erfolgreichen Kandida-
ten  die  TS  B._______  besucht  hätten  und  dass  der  Beschwerdeführer 
nach Ansicht eines Examinators die geforderte Leistung zwar erbracht, er 
aber Opfer einer starren Durchfallquote geworden sei, blieb unerwähnt. Ob 
es sich dabei um Argumente handelte, die erkennbar unbehelflich sind, ist 
zumindest fraglich. Die Frage kann indessen offengelassen werden.

4.3 Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs kann nach ständiger Praxis des 
Bundesgerichtes nämlich ausnahmsweise geheilt werden, wenn die betrof-
fene Partei die Möglichkeit  hat,  sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äu-
ssern, die zur freien Prüfung aller Fragen befugt ist, welche der unteren In-
stanz hätten unterbreitet  werden können (BGE 116 V 182 E. 1b, mit  Hin-
weisen;  RHINOW/KRÄHENMANN,  a.a.O.,  Nr. 87  B III b,  mit  Hinweis  auf  BGE 
114 Ia 307 E.  4a).  Von der Rückweisung der Sache zur Gewährung des 
rechtlichen Gehörs an die Verwaltung  kann in solchen Fällen  nach dem 
Grundsatz  der  Verfahrensökonomie  dann  abgesehen  werden,  wenn  die 
Rückweisung  zu einem formalistischen  Leerlauf  und damit  zu  unnötigen 
Verzögerungen führen würde (BGE 116 V 182 E. 3d).

4.4 Dem Bundesverwaltungsgericht  kommt die gleiche Überprüfungsbefugnis 
zu wie dem Bundesamt (Art. 49 VwVG). Der Beschwerdeführer nahm die 
Gelegenheit wahr, seine Rügen erneut darzulegen. 

Eine allfällige Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör seitens der 
Vorinstanz  könnte  somit  hier  ausnahmsweise als  geheilt  betrachtet  wer-
den.

5. Der Beschwerdeführer macht zumindest sinngemäss verschiedene weitere 
Verfahrensfehler geltend.

Diese Rügen sind, wie dargelegt (vgl. E. 3), mit freier Kognition zu prüfen.

Allerdings gilt es zu beachten, dass Verfahrensmängel im Prüfungsablauf 
in einem Beschwerdeverfahren nur dann entscheidrelevant und daher be-
achtlich sein können, wenn Anhaltspunkte dafür  bestehen,  dass dadurch 
das  Prüfungsergebnis  möglicherweise  ungünstig  beeinflusst  wurde  (vgl. 
VPB 56.16 E. 4; 45.43 E. 3). Nach ständiger Praxis der Rekurskommissi-
on,  von der  abzuweichen  für  das Bundesverwaltungsgericht  kein  Anlass 
besteht, kann die Anerkennung eines Verfahrensfehlers zudem nicht dazu 
führen,  eine  Prüfung  als  bestanden  zu  erklären,  denn  ein  gültiges  Prü-
fungsresultat  ist  die  grundsätzliche  Voraussetzung  für  die  Erteilung  des 
entsprechenden Fachausweises oder Diploms (vgl. REKO/EVD 98/HB-012 
E. 6.6.2, veröffentlicht in VPB 64.106, mit Verweis auf REKO/EVD 95/4K-
037 E. 8.1, veröffentlicht in VPB 61.31). Das Vorliegen eines Verfahrens-
fehlers,  der  das  Prüfungsergebnis  möglicherweise  ungünstig  beeinflusst 
hat, kann daher nur dazu führen, dass dem Beschwerdeführer ermöglicht 
wird, die Prüfung - oder einen Teil derselben - erneut abzulegen.

5.1 Mit  Verweis  auf  seine vor  dem Bundesamt  vorgebrachten  Rügen  macht 

10

der  Beschwerdeführer  geltend,  seiner  Ansicht  nach  habe  die  Prüfungs-
kommission  ungewissenhaft  und  unseriös  korrigiert.  So  sei  selten  mit 
Punkten und Zwischennoten gearbeitet und die für die Berechnung der No-
ten vorgesehen Bewertungsblätter seien praktisch nie benutzt worden. Es 
sei daher gar nicht mehr möglich, die willkürlich gesetzen Pauschalnoten 
nachzuvollziehen.

Die Erstinstanz wies diese Rüge zurück. Sie hielt fest, auf den Deckblät-
tern fänden sich zwar  nur  die Schlussnoten.  Dem Beschwerdeführer  sei 
aber anlässlich der Einsichtnahme in die Prüfungsarbeiten erklärt worden, 
wie die Noten der einzelnen Prüfungen entstanden seien. Sämtliche Prü-
fungen seien von zwei  Examinatoren  korrigiert  und benotet  worden;  der 
Beschwerdeführer habe die entsprechenden Notenblätter gesehen.

Aus den der Stellungnahme vom 22. August 2005 ans Bundesamt beige-
fügten, dem Beschwerdeführer von diesem unterbreiteten Detailnotenblät-
tern ergibt sich, dass die einzelnen Positionen entgegen der Argumentati-
on des Beschwerdeführers bewertet und die Noten weder pauschal noch 
nach Gutdünken erteilt worden sind. 

In formeller Hinsicht ist das Vorgehen der Prüfungskommission somit nicht 
zu beanstanden.

Ob die Bewertung der  Prüfungsleistungen  des Beschwerdeführers  durch 
die Prüfungskommission nachvollziehbar und insofern vertretbar  ist,  wird 
Gegenstand der materiellen Prüfung sein (siehe dazu nachfolgende E. 6).

5.2 Der Beschwerdeführer bezweifelt unter Darlegung zahlreicher Argumente, 
dass die Diplome rechtmässig erteilt worden sind. Bereits in seiner Einga-
be  an  das  Bundesamt,  auf  die  er  wiederum  verweist,  brachte  der  Be-
schwerdeführer vor, die Erfolgsquote sei von der Prüfungskommission ab-
sichtlich starr gehalten worden: Es sei ein offenes Geheimnis, dass ein ge-
wisser Anteil  der Kandidaten pro Jahr die Meisterprüfung nicht  bestehen 
solle oder dürfe, um dieser das Ansehen einer schwierig zu bestehenden 
Prüfung  zu verleihen.  In  seiner  Replik  vom 14.  November  2005  an  das 
Bundesamt wie auch in  der Beschwerde an die Rekurskommission EVD 
erklärte  der  Beschwerdeführer  zudem  sinngemäss,  selbst  Opfer  dieser 
vorgegebenen Erfolgsquote zu sein: Seine Arbeit habe dem entsprochen, 
was verlangt worden sei. Doch am Tag der Prüfungseinsicht habe ihm ein 
Examinator gestanden, dass er die Prüfung nicht bestanden habe, weil es 
bessere Arbeiten gegeben habe.

In ihrer  Beschwerdeantwort  vom 2.  Juni  2006 an die Rekurskommission 
EVD erklärt die Prüfungskommission dazu pauschal, die vom Beschwerde-
führer  geäusserten  Vorwürfe  seien  haltlos,  würden  zurückgewiesen  und 
nicht weiter kommentiert.

Das Bundesverwaltungsgericht  hat  zwar  für  die richtige und vollständige 
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Art. 12 VwVG 
i.V.m. Art. 37 VVG); der soeben erwähnte Untersuchungsgrundsatz ändert 
aber nichts an der materiellen Beweislast (FRITZ GYGI, Bundesverwaltungs-
rechtspflege, Bern 1983, S. 208 ff.; RHINOW/KRÄHENMANN, a.a.O., Nr. 88 I). Im 
Falle  der Beweislosigkeit  fällt  der  Entscheid  zu Lasten derjenigen Partei 
aus,  die  aus  dem unbewiesen  gebliebenen  Sachverhalt  Rechte  ableiten 
will. Dieser in Art. 8 ZGB statuierte allgemeine Rechtsgrundsatz gilt auch 
im öffentlichen Recht (vgl. BGE 114 Ia 1 E. 8c, BGE 110 V 109 E. 3a, BGE 

11

106 Ib 77 E. 2a/aa; Urteil des Bundesgerichts 2P.208/2004 vom 14. Januar 
2005 E. 3.2, mit Hinweisen; MICHELE ALBERTINI, Der verfassungsmässige An-
spruch  auf  rechtliches  Gehör  im  Verwaltungsverfahren  des  modernen 
Staates, Bern 2000, S. 262 f.).

Es wäre fraglos nicht zulässig, wenn die Prüfungskommission nicht allen 
Kandidaten,  die  über  die  von ihr  zu  definierenden,  vernünftigerweise  zu 
verlangenden Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen,  sondern lediglich ei-
ner Anzahl von Kandidaten, die sich auf Grund einer abstrakt festgesetz-
ten Quote bestimmt, das Diplom erteilen würde.

Dass dies an der Prüfung des Frühjahrs 2005 tatsächlich der Fall gewesen 
ist, vermag der Beschwerdeführer indessen nicht zu belegen. Angesichts 
dieser Beweislage ist die diesbezügliche Rüge des Beschwerdeführers als 
unbegründet zu betrachten.

5.3 Der Beschwerdeführer beanstandet  weiter,  etwa fünf Kandidaten, die mit 
ihm den Vorbereitungskurs in X._______ besucht hätten und denen er in 
den meisten Fächern um einiges überlegen gewesen sei, hätten allesamt 
die Prüfung bestanden.

Für das Bestehen der Prüfung zählen indessen alleine die an der Prüfung 
erbrachten Leistungen. Sofern die erwähnten Kandidaten die Zimmermeis-
terprüfung 2005 auf Grund besserer Prüfungsleistungen bestanden haben, 
kann  der  Beschwerdeführer  daher  nichts  zu  seinen  Gunsten  ableiten, 
selbst wenn diese anlässlich des Vorbereitungskurses schlechtere Leistun-
gen erbracht haben sollten.

Aus den Akten ergibt sich kein Hinweise darauf, dass die erwähnten Kan-
didaten die Prüfung nicht auf Grund besserer Leistungen bestanden hät-
ten.  Auch der Beschwerdeführer  bringt  nichts vor,  aus dem sich konkret 
schliessen liesse, dass er diesen gegenüber in irgendeiner Art und Weise 
benachteiligt worden wäre.

Für  das  Bundesverwaltungsgericht  besteht  daher  kein  Anlass  dazu,  der 
diesbezüglichen Beanstandung des Beschwerdeführers weiter  nachzuge-
hen.

5.4 Dies gilt  auch insoweit,  als  der Beschwerdeführer  geltend macht,  es sei 
auffallend, dass alle erfolgreichen Prüfungsabsolventen die TS B._______, 
die  nicht  erfolgreichen Prüfungskandidaten  aber  die  TS A._______  oder 
andere Schulen besucht hätten und darauf hinweist, dass viele Prüfungs-
kandidaten  einige  der  Examinatoren  als  ehemalige  Arbeitgeber  oder  als 
Dozenten an der TS B._______ gekannt hätten.

Soweit der Beschwerdeführer damit sinngemäss rügt, es habe ein Informa-
tionsaustausch  zwischen  der  Prüfungskommission  und  den  Lehrkräften 
der TS B._______ bezüglich des genauen Umfangs des Prüfungsstoffes 
und des von der Prüfungskommission verlangten Kenntnisstandes stattge-
funden, ist darauf hinzuweisen, dass ein derartiger Informationsaustausch 
Voraussetzung  für  einen  sachgerechten  und  wirkungsvollen  Vorberei-
tungskurs  ist.  Auch  die  Bearbeitung  von  alten  Prüfungsaufgaben  gehört 
zum  üblichen  und  erwarteten  Inhalt  derartiger  Kurse.  Von  einer  regle-
mentswidrigen  Indiskretion  könnte  daher  nicht  gesprochen  werden  (vgl. 
den unveröffentlichten Entscheid der REKO/EVD vom 4. Dezember 2003 i. 
S. B. [HB/2002-40] E. 4.1.2). Dass die Absolventen der TS B._______ dar-
über hinaus weitere Informationen erhalten hätten, insbesondere darüber, 

12

welche Aufgaben genau gestellt würden, hat der Beschwerdeführer weder 
konkret behauptet noch belegt.

Soweit  der  Beschwerdeführer  mit  seiner  Bemerkung  qualitative  Unter-
schiede in  der Vorbereitung durch die verschiedenen Ausbildungsstätten 
zur Diskussion stellt, ist festzuhalten, dass diese Frage nicht Streitgegen-
stand des vorliegenden Verfahrens ist. Es ist ein Wesensmerkmal der Be-
rufs- und höheren Fachprüfungen (Art. 28 BBG), dass diese grundsätzlich 
unabhängig von Vorbereitungskursen durchzuführen sind und dass die Be-
rufsverbände die Prüfungsanforderungen ungeachtet vorhandener Ausbil-
dungsinhalte zu definieren haben. Im Gegensatz etwa zu den Prüfungen 
der  höheren  Fachschulen  (Art. 29  BBG)  ist  es  bei  den  vom Bund  aner-
kannten  Berufsprüfungen  und  höheren  Fachprüfungen  nicht  erforderlich, 
vorgängig  einen bestimmten Lehrgang zu absolvieren,  es sei  denn,  dies 
würde ausnahmsweise im anwendbaren Prüfungsreglement konkret vorge-
schrieben (vgl.  Art.  28 Abs.  2 BBG; vgl.  auch Art. 53 aBBG).  Auf Grund 
dieser  fehlenden  Schulpflicht  gebietet  der  Grundsatz  der  rechtsgleichen 
Behandlung daher, Absolventen eines vom Bund subventionierten Vorbe-
reitungslehrgangs und Nichtabsolventen nicht  nur bei  der Prüfungszulas-
sung  unterschiedslos  zu  behandeln,  sondern  auch  die  Examensleistung 
ohne Rücksicht  auf  die  Art  der  Prüfungsvorbereitung der  Kandidaten  zu 
beurteilen (REKO/EVD 95/4K-020 E. 7.2.2, veröffentlicht in VPB 62.60; un-
veröffentlichter Entscheid der REKO/EVD vom 4. Dezember 2003 i. S. B., 
a.a.O., E. 4.1.3). Im vorliegenden Fall wird gemäss Prüfungsreglement für 
die Zulassung der Besuch von Kursen an einer bestimmten Ausbildungs-
stätte nicht vorausgesetzt (vgl. Art. 11 Reglement). Der Beschwerdeführer 
könnte daher auf Grund allfälliger Qualitätsunterschiede zwischen der Prü-
fungsvorbereitung  an  seiner  eigenen  Ausbildungsstätte  und  dem  TS 
B._______ hier nichts zu seinen Gunsten ableiten. Diesbezügliche Bean-
standungen  wären  nicht  im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens  wegen 
Verweigerung des Diploms vorzubringen, sondern vielmehr an die Träger 
der Ausbildungsstätten zu richten. Dass in vielen Fällen die Berufsverbän-
de gleichzeitig  Träger  der  Ausbildungsstätten  sind,  die  höhere  Fachprü-
fung durchführen beziehungsweise die Prüfungskommission wählen,  und 
der  Bund  sowohl  den  Vorbereitungslehrgang  als  auch  die  Durchführung 
der Prüfung subventioniert und beaufsichtigt, vermag daran nichts zu än-
dern  (vgl.  REKO/EVD  95/4K-020,  a.a.O.,  E.  7.4;  unveröffentlichter  Ent-
scheid der REKO/EVD vom 4. Dezember 2003 i. S. B., a.a.O., E. 4.1.3).

Was  schliesslich  den  Hinweis  betrifft,  verschiedene  Prüfungskandidaten 
und Examinatoren hätten sich gekannt, ist festzuhalten, dass gemäss den 
Ausstandsvorschriften nach Art. 6 Abs. 4 des Reglements nahe Verwand-
te, der derzeitige und der frühere Vorgesetzte sowie Geschäftsteilhaber ei-
nes Kandidaten für den betreffenden Kandidaten als Prüfungsexperten in 
den Ausstand zu treten haben. Ehemalige Lehrer  eines Kandidaten sind 
von dieser Vorschrift nicht betroffen. Dass ehemalige Arbeitgeber trotz be-
stehender  Ausstandspflicht  nicht  in  den  Ausstand  getreten  wären,  wird 
vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht.

5.5 Schliesslich bemängelt  der Beschwerdeführer,  im vorliegenden Fall  fehle 
eine neutrale, fachliche Beurteilung. Das Bundesamt sei eine fachlich in-
kompetente  Stelle.  Es  habe  sich  von der  Wortgewandtheit  des  Holzbau 
Schweiz  beeindrucken  lassen  und  sich  lediglich  auf  die  Stellungnahmen 
der  Prüfungskommission  gestützt.  Die  Beurteilung  der  Prüfungsarbeit 

13

durch zwei Examinatoren sei eine reine Alibiübung, da die Examinatoren 
ihre Beurteilungen vermutlich gegenseitig nicht in Frage stellen würden. Er 
könne  sich auch nicht vorstellen, dass der Gigant Holzbau Schweiz sein 
Tun selbstkritisch  überdenken  könne.  Das  Bundesamt  entgegnet  hierzu, 
es habe sich von der "Wortgewandtheit des Holzbau Schweiz" nicht beein-
drucken lassen und seinen Entscheid gestützt auf den durch den Schrif-
tenwechsel eruierten Sachverhalt, die erhaltenen Unterlagen und die Argu-
mente der Prüfungskommission und des Beschwerdeführers gefällt.

Gemäss Art. 61 Abs. 1 Bst. b BBG ist die Beschwerde erstinstanzlich nicht 
durch  eine  mit  speziellen  Fachkenntnissen  ausgestattete  Organisation, 
sondern durch das Bundesamt zu beurteilen. Mit dieser gesetzlich vorge-
gebenen und daher massgebenden Ordnung (Art. 190 BV) hat sich der Be-
schwerdeführer abzufinden.

Wie  das  Bundesverwaltungsgericht  und  vorher  die  Rekurskommission 
EVD hat sich auch das Bundesamt bei der Überprüfung von Examensleis-
tungen nach den in Erwägung 3 genannten Grundsätzen zu richten. Insbe-
sondere  hat  es auf  die  Meinung  der  Examinatoren  abzustellen,  solange 
konkrete Hinweise auf  Befangenheit  fehlen und die Beurteilung nicht  als 
fehlerhaft  oder völlig unangemessen erscheint.  Gemäss ständiger Recht-
sprechung ist in der Regel davon auszugehen, dass die Examinatoren in 
der Lage sind,  die Bewertung der Prüfungsleistungen objektiv  vorzuneh-
men. Haben sie im Rahmen der Beschwerdeantwort die Gründe dargelegt, 
welche zu einem ungenügenden Prüfungsresultat  geführt  haben, liegt es 
am Beschwerdeführer, die Bewertung stichhaltig zu beanstanden und kon-
krete Anhaltspunkte aufzuzeigen, dass die von den Examinatoren erfolgte 
Beurteilung der Prüfungsleistungen eindeutig zu streng oder sonst unhalt-
bar war oder dass offensichtlich zu hohe Anforderungen gestellt  wurden. 
Vermögen  die  Einwände des Beschwerdeführers  aber  keine  erheblichen 
Zweifel zu wecken, so gilt eine sachgerechte und willkürfreie Benotung als 
erwiesen und auf eine zusätzliche Beweismassnahme in Form eines Sach-
verständigengutachtens  ist  zu verzichten (so auch schon die  Rechtspre-
chung der Rekurskommission EVD, von der abzuweichen kein Anlass be-
steht  [vgl.  unveröffentlichte  Beschwerdeentscheide  der  REKO/EVD  vom 
14. Dezember 2005 i. S. R. [HB/2005-1] E. 5.4.2 und vom 9. Februar 2000 
i. S. K. [99/HB-013] E. 6).

Dass das Bundesamt,  wie es dem Beschwerdeführer mit  Schreiben vom 
3. Mai 2005 mitteilte, dafür hält, es könne dessen Prüfungsaufgaben nicht 
gleichsam als Oberprüfungskommission inhaltlich neu überprüfen,  ist  da-
her grundsätzlich nicht zu beanstanden.

Ob im vorliegenden Fall eine Expertise anzuordnen ist, lässt sich erst nach 
einer Prüfung der materiellen Rügen des Beschwerdeführers beurteilen.

6. Die vom Beschwerdeführer eingereichte Rechtsschrift  vom 13. April 2006 
enthält  keine  ausdrücklichen  materiellen  Rügen.  Sinngemäss  kann  aber 
auf Grund dessen, dass er eine "Neuprüfung seiner Arbeit von unabhängi-
gen Fachleuten" beantragt und geltend macht, die Fehler, die ihm bei sei-
nen Arbeiten unterlaufen wären, seien von der Prüfungskommission mass-
los übertrieben dargestellt worden, davon ausgegangen werden, dass der 
Beschwerdeführer zumindest sinngemäss geltend macht, seine Leistungen 
seien von der Prüfungskommission bei einzelnen Aufgaben unterbewertet 

14

worden. Zur Begründung verweist der Beschwerdeführer global auf seine 
im Verfahren vor der Vorinstanz eingereichte Beschwerdeschrift  vom 23. 
April 2005.

Ob das Bundesverwaltungsgericht  auf Grund dessen,  dass im vorliegen-
den Fall  in der Beschwerdeschrift  ausdrückliche materielle Rügen fehlen, 
auf die Vorbringen des Beschwerdeführers einzugehen hat, ist fraglich. Die 
Frage kann im vorliegenden Fall indessen offen gelassen werden, da sich 
die  bestenfalls  sinngemäss  erhobenen  Rügen,  wie  sich  zeigen  wird,  als 
unbegründet erweisen würden.

6.1 Der Beschwerdeführer hat die Zimmermeisterprüfung nicht bestanden, weil 
ihm in vier  Fächern  ungenügende  Noten ("Konstruktionstechnik  A"  [3.6], 
"Betriebsführung"  [3.5],  "Angebot  und  Abrechnung"  [3.1]  und  "Unterneh-
mensführung" [3.6]) sowie die ebenfalls ungenügende Schlussnote 3.7 er-
teilt worden sind. Die soeben erwähnten Noten blieben im vorinstanzlichen 
Verfahren unverändert.

Um die Prüfung zu bestehen, müsste der Beschwerdeführer wie vorange-
hend  erwähnt,  mindestens  die  Schlussnote  4.0  erzielen,  bei  maximal  2 
Fachnoten unter 4.0 (vgl. vorangehende E. 2 mit Hinweis auf Art. 23 des 
Reglements).

Anders als vor der Rekurskommission EVD respektive dem Bundesverwal-
tungsgericht  hat  der  Beschwerdeführer  denn in  seiner  Eingabe  vom 23. 
April  2005 an die Vorinstanz  bezüglich  verschiedener  Aufgaben der von 
der Prüfungskommission als ungenügend bewerteten Fächer, die Begrün-
dung der Bewertung ausdrücklich in Frage gestellt.

Die Vorinstanz hat die diesbezüglichen Rügen einzeln geprüft. Dabei kam 
sie im Wesentlichen zum Schluss, der Beschwerdeführer vermöge die Kri-
tik nicht zu widerlegen, die die Prüfungskommission zur Begründung ihrer 
Bewertung an seinen Lösungen vorgebracht habe. Die Benotung durch die 
Prüfungskommission sei daher nicht in Frage zu stellen.

6.2 Bezüglich des Fachs "Konstruktionstechnik  A" (schriftlich),  in dem er die 
Note 3.6 erreichte, beanstandete der Beschwerdeführer die Benotung sei-
ner Leistungen in den Aufgaben 2.1, 2.2 und 2.3.

6.2.1 Bei der Aufgabe 2.1 ("Ideenskizze Garderobengebäude") mussten für eine 
Garderobenanlage  im  öffentlichen  Schwimmbad  einer  Gemeinde  Pläne 
und Skizzen erstellt  werden,  die als Grundlage für ein Verkaufsgespräch 
bei der Gemeinde dienen sollten. Der Beschwerdeführer beanstandete die 
ihm erteilte Note 3.5 mit der Begründung, es seien Pläne und Skizzen für 
ein Verkaufsgespräch gefragt gewesen und keine Werkpläne. Er habe alle 
Bedingungen der Aufgabenstellung eingehalten. Die verlangten Zeichnun-
gen und Details seien vorhanden. Die Pläne seien sauber strukturiert be-
schriftet  und die meisten wichtigen Masse eingetragen.  Markante  Fehler 
seien keine gefunden worden.

Die  Erstinstanz  begründete  ihre Benotung  vor  der  Vorinstanz  damit,  der 
Beschwerdeführer  habe  entgegen  der  Aufgabenstellung  Werkpläne  ge-
zeichnet (Plan 1: Sparrenlage; Plan 2: Schnitt C-C), zudem habe er mar-
kante Fehler begangen: Der verlangte Grundriss fehle. Bei den Dachfens-
tern seien drei verschiedene Grössen vorgeschlagen worden. Die Aussen-
schalung bei gedämmter Aussenwand sei ohne Hinterlüftung und an der 
Südfassade  sei  der  Eingang  zur  Garderobe  vergessen,  dafür  aber  nicht 

15

verlangte Fenster gezeichnet worden. Des Weiteren stellt  die Erstinstanz 
den Traufladen und die Lüftungsgitter beim Traufdetail in Frage.

Der  Beschwerdeführer  machte  somit  zwar  geltend,  es  seien  Pläne  und 
Skizzen für ein Verkaufsgespräch gefragt gewesen, dass die von im vorge-
legte  Lösung  als  Werkplan  betrachtet  werden  kann,  bestritt  er  indessen 
nicht.

Aus der Aufgabenstellung geht wie erwähnt hervor, dass die zu erstellen-
den Pläne und Skizzen der erfolgreichen Durchführung eines Verkaufsge-
sprächs bei der Gemeinde dienen sollen. Es ging demnach darum, einer 
Behörde, welche auch aus Laien bestehen kann, ein Projekt zu unterbrei-
ten.  Dass  die  Erstinstanz  dafür  einen  Werkplan  nicht  als  zweckentspre-
chend erachtete, ist daher nachvollziehbar.

Die übrigen von der Erstinstanz kritisierten Punkte wurden vom Beschwer-
deführer weder in seiner Replik vom 14. November 2005 noch in der Be-
schwerde konkret bestritten. Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 
26. April 2007 wies der Beschwerdeführer anhand einer Kopie der von ihm 
anlässlich der Prüfung erstellen Pläne erneut  darauf  hin, dass seine Lö-
sung der gestellten Aufgabe entspreche und daher mit einer genügenden 
Note zu bewerten sei. Zum erstenmal ging er dabei auch konkret auf die 
von der Erstinstanz vorgebrachte Kritik ein.

Angesichts der in der Folge seitens der Prüfungskommission anhand der-
selben Pläne aufgezeigten, auch für das Bundesverwaltungsgericht offen-
sichtlichen  Fehler  (vergessene  Eingangstüre  zur  Garderobe;  fehlender 
Grundriss; zu tiefe Fenster [obschon in der Aufgabe stand: "Die restlichen 
Wände müssen bis mind. 2.00 m ab Boden geschlossen sein."]) vermochte 
der  Beschwerdeführer  indessen  das  Bundesverwaltungsgericht  nicht  da-
von zu überzeugen, dass die Erstinstanz seine Leistungen bei der Aufgabe 
2.1. unterbewertet hätte.

6.2.2 Bei  Aufgabe 2.2 ("Lagerhalle")  ging es um einen vom kantonalen Unter-
haltsdienst geplanten Neubau des Schnitt- und Brennholzlagers. Zu erstel-
len war eine Grundlage für den Architekten und den Ingenieur.  Vorgege-
ben waren 11 Bedingungen, zu erfüllen waren fünf konkrete Aufgaben.

Auch hier brachte der Beschwerdeführer wiederum vor, in seiner Lösung 
alle Bedingungen eingehalten und die Aufgaben 1 - 5 alle erfüllt zu haben. 
Nebst  einer  gewissenhaften  Vordimensionierung  und  einem klaren  Kon-
zept habe er das Ganze auch sauber und übersichtlich dargestellt. Erfüllt 
sei  auch die in der Aufgabenstellung umschriebene Anforderung,  die Ar-
beit diene nur als Basis für das definitive Konzept. Wirklich markante Män-
gel seien keine gefunden worden.

Die Erstinstanz machte demgegenüber in der Begründung ihrer Benotung 
(Aufgabennote 4.0) geltend, markante Fehler gefunden zu haben. So sei 
der Freiraum mit +5500 vorgegeben gewesen, während derjenige im ge-
zeichneten Schnitt  aber  gegen +6500 betrage.  Auf  Grund dieser  Abwei-
chung sei  für  die Vorbemessung der Stützen eine zu grosse Knicklänge 
angenommen  worden.  Unklar  sei  die  Definition  des  Koppelstosses.  Ge-
meint sei wohl eher ein Gerber-Gelenk. Eine Angabe zur notwendigen Be-
festigung der  Sparrenpfetten  auf  den Bindern  fehle.  Die  vorgeschlagene 
Anordnung der Streben in den Wänden sei, in Anbetracht der Kraftablei-
tung über drei  Wände,  fraglich.  Zentrierte Anschlüsse seien zu bevorzu-

16

gen. Es fehlten zugehörige Detaildarstellungen der Anschlüsse. Die fünffa-
chen Pfosten in der Längswand seien nicht notwendig.  Die Idee der Bil-
dung einer statisch wirksamen Dachscheibe sei als Vorschlag diskutabel. 
Ob die Dicke wirklich 40 mm betragen müsse, zeige ein späterer Nachweis 
des Ingenieurs.  Dass die Alternative einer Eindeckung mit  Profilblech,  in 
Kombination von Windverbänden zwischen den Bindern, teurer werde, sei 
eine nicht belegte Aussage.

Der Beschwerdeführer setzte diesen Ausführungen der Erstinstanz, die die 
Notengebung  eingehend  begründen,  weder  in  seiner  Beschwerde  vom 
23. April 2005 noch in seiner Replik vom 14. November 2005 etwas entge-
gen,  dass diese konkret  in  Frage stellen würde.  Für  das  Bundesverwal-
tungsgericht besteht daher kein Anlass dazu, davon auszugehen, dass die 
Leistungen  des  Beschwerdeführers  bei  der  Aufgabe  2.2.  unterbewertet 
worden wäre.

6.2.3 Die  Aufgabe  2.3  ("Konstruktion  Elementbau")  verlangte  die  Planung  der 
Fassadenelemente  in  Holz  zu  einem  zweigeschossigen  Anbau  an  eine 
Werkhalle für Ausstellungs- und Büroräume.

Zu seiner Lösung, welche mit 3.5 benotet wurde, erklärte der Beschwerde-
führer, er habe wegen der geringen Gebäudehöhe absichtlich nur vertikale 
Elementstösse eingeplant und auf Horizontalstösse verzichtet.  Dies habe 
er auch in den Ansichtsplänen der Aufgabenstellung eingezeichnet, welche 
ihm aber nicht ausgehändigt worden seien. Bei der Beschriftung habe er 
horizontal  und  vertikal  versehentlich  verwechselt.  In  den  Plänen  sei  es 
aber richtig dargestellt.  Bei seiner Arbeit handle es sich um eine absolut 
brauchbare Arbeit mit sauberen bauphysikalischen Details. Die Bedingun-
gen seien grösstenteils erfüllt.

Die Erstinstanz erläutert, die Examinatoren hätten die Bewertung ohne Be-
rücksichtigung der vorgeschlagenen Elementteilung vorgenommen. Würde 
die  vertikale  Elementteilung  ebenfalls  berücksichtigt,  müsste  die  Lösung 
als unbrauchbar taxiert werden. Markanter Fehler sei beim Detail B-B De-
ckenanschluss die Befestigung.

Auch  hier  substantiierte  der  Beschwerdeführer  nicht,  inwiefern  er  seine 
Leistung in Kenntnis dieser unbestritten gebliebenen Begründung nach wie 
vor als unterbewertet erachtet. Für das Bundesverwaltungsgericht besteht 
daher auch bezüglich dieser Teilaufgabe kein Anlass dazu, die Bewertung 
durch die Erstinstanz in Frage zu stellen.

6.3 Das  Fach  "Betriebsführung"  (schriftlich)  wurde  anhand  der  Aufgabe  4.1 
("Neubau  Zweifamilienhaus")  geprüft.  Nach  deren  Ausgangslage  erhält 
eine Holzbau-Unternehmung den Auftrag, ein viergeschossiges Zweifamili-
enhaus ab OK-Kellergeschoss in  Holz  beziehungsweise Holzelementbau 
zu erstellen.

Die Erstinstanz bewertete die Lösung des Beschwerdeführer mit der Note 
3.5. Der Beschwerdeführer hielt in seiner Eingabe vom 23. April 2005 be-
züglich dieser Note dafür, sie sei aus seiner Sicht einfach nach "Gutdün-
ken" gesetzt worden. Zur Begründung macht er geltend, seine Terminplä-
ne  funktionierten  durchaus,  wenn  auch  mit  geringen  Reibungsverlusten. 
Die Bedingungen seien zu einem grossen Teil  erfüllt  und die Fragen alle 
mehr oder weniger korrekt beantwortet. Terminpläne seien subjektiver Na-
tur  und  könnten  nur  Leitplanken  für  einen  einigermassen  geregelten 

17

Bauablauf geben.

Die Erstinstanz verweist  zur  Begründung der Benotung auf  die Detailno-
tenblätter  und  deren  Zusammenfassung.  Im Weiteren bringt  sie  vor,  der 
Beschwerdeführer habe markante Fehler bei der Zahl der Transporte so-
wie der Umsetzung der Stundenangaben ins Bauprogramm gemacht.

Den Detailnotenblättern ist zu entnehmen, dass die beiden Examinatoren 
die Lösung des Beschwerdeführers hinsichtlich zahlreicher Aspekte (z.B. 
"Sind die Transporte ausgelastet, [optimiert] überlastet") überprüft hatten. 
Der  Beschwerdeführer  legt  demgegenüber  nicht  dar,  welche  Positionen 
seiner Ansicht nach falsch bewertet worden sind. Mangels substanziierter 
Kritik  an der Bewertung durch die Erstinstanz sieht  sich das Bundesver-
waltungsgericht  daher  auch  bezüglich  der  Aufgabe  4.1  nicht  veranlasst, 
die  Bewertung  der  vom Beschwerdeführer  vorgelegten  Lösung zu bean-
standen.

6.4 Im Fach  "Angebot  und  Abrechnung"  erzielte  der  Beschwerdeführer  die 
ebenfalls ungenügende Note 3.1. In seiner Eingabe an die Vorinstanz be-
anstandete er diesbezüglich die Bewertung seiner Leistungen in den Auf-
gaben 5.1, 5.2, 5.3 und 5.4.

6.4.1 Gemäss der  Ausgangssituation  zur  Aufgabe  5.1  ("Leistungsverzeichnis") 
hatte der Kandidat den Auftrag erhalten, einen Wagenschopf zu planen. Zu 
einer detaillierten Offerte, die der Bauherr nach einem Kostenvoranschlag 
verlangt hatte, war ein Leistungsbeschrieb nach NPK (Normpositionenka-
talog) zu erstellen. Die statistischen Berechnungen würden durch den Un-
ternehmer  ausgeführt.  Baumeister-,  Spengeler  und  Dachdeckerarbeiten 
mussten nicht ausgeschrieben werden, Oberflächenbehandlungen würden 
durch die Zimmerei  des Kandidaten ausgeführt.  Zu erfüllen waren weiter 
verschiedene in der Aufgabenstellung umschriebene Bedingungen.

Die Erstinstanz bewertete die Lösung des Beschwerdeführers mit der Note 
2.0. Dieser ging in seiner Eingabe an die Vorinstanz demgegenüber davon 
aus, sein Leistungsverzeichnis sei, "wenn man nach den Bedingungen der 
Aufgabe" gehe, zu einem grossen Teil erfüllt und daher mit Sicherheit ge-
nügend. Er habe genau nach den Bedingungen der Aufgabenstellung ge-
arbeitet.  Gefragt  gewesen  seien nur  die Haupt-  und die Unterpositionen 
mit den Variablen, ohne Volltext und Ausmass. Dies sei aber dennoch zum 
Abzug gebracht  worden.  Die  wenigen berechtigten  Abzüge  seien  unver-
hältnismässig  hoch  bewertet  worden.  Etwa  bezüglich  der  am  Bau  nicht 
vorkommenden  Überlängen  oder  der  nichtzwingenden  Dachpappenlage, 
seien auch unberechtigte  Abzüge vorgenommen worden.  Positionen,  die 
seines Erachtens dazu gehörten, seien häufig mit 0 Punkten und dem Ver-
merk "nicht gefragt"  oder "beschreiben" bewertet  gewesen, auch dies zu 
unrecht und entgegen der Aufgabenstellung. Sein Leistungsverzeichnis sei 
klar  aufgebaut.  Er  habe  den  NPK  systematisch  von  vorne  nach  hinten 
"durchforstet"  und alle relevanten Positionen wie verlangt  notiert.  Wie es 
sich für eine Offerte gehöre, habe er noch zusätzlich ein Titelblatt gestal-
tet,  welches  aber  überhaupt  nicht  zur  Kenntnis  genommen  worden  sei. 
Schliesslich sei auch hier die Bewertungsmethode völlig unklar. Vor allem 
existiere keine Maximalpunktzahl, weshalb es unmöglich sei, eine Note zu 
berechnen.

Die Erstinstanz legte in ihrer Vernehmlassung vom 22. August 2005 unter 
Verweis auf einzelne Positionen ausführlich dar,  weshalb sie die Lösung 

18

des Beschwerdeführers  als  fehlerhaft  erachtete.  Zusammenfassend  hielt 
sie fest, die Beschreibung der Arbeiten sei sehr mangel- und fehlerhaft. Mit 
diesen Grundlagen könne keine Offerte berechnet  werden.  Das Titelblatt 
sei  nicht  bewertet  worden,  weil  es nicht  verlangt  gewesen sei.  Den Vor-
wurf, dass die Bewertungsmethode völlig unklar sei, könne sie nicht gelten 
lassen. Da die Aufgabe mit drei verschiedenen NPK 333 habe gelöst wer-
den können, hätten auch drei verschiedene Punktbewertungen zur Verfü-
gung gestanden. Für sie bestehe kein Anlass, die Noten der zwei Experten 
zu korrigieren.

Mit Schreiben vom 22. August 2006 gab die Prüfungskommission als Bei-
lage 6 die Bewertungsgrundlagen für die Aufgabe 5.1 zu den Akten. Darin 
zeigte sie auf, bei welchen Positionen Punkte zu holen waren, und welche 
Maximalpunktzahlen pro NPK möglich waren. Bei der vom Beschwerdefüh-
rer gewählten Lösung waren dies bei NPK 331/89 maximal 25 Punkte, bei 
NPK 333/89 maximal 53 Punkte und bei NPK 381/89 maximal 11 Punkte. 
Auf dem Detailnotenblatt (Beilage 8 zur Eingabe der  Erstinstanz vom 22. 
August 2005) gaben die Examinatoren schliesslich an, wie viel Punkte pro 
NPK der Kandidat erreicht hat, und wie viel dies in Prozenten ausmacht. 
Hieraus ergab sich die Note pro NPK sowie - als Zusammenfassung - die 
Note für die Aufgabe 5.1.

Entgegen der  Meinung des Beschwerdeführers  ist  somit  sowohl die Be-
wertungsmethode  nachvollziehbar  als  auch  eine  Maximalpunktzahl  pro 
NPK vorgegeben. Im Übrigen hat die Erstinstanz wie erwähnt im Einzelnen 
dargelegt, weshalb das vom Beschwerdeführer erstellte Leistungsverzeich-
nis fehlerhaft war. Der Beschwerdeführer hat es demgegenüber unterlas-
sen  aufzuzeigen,  hinsichtlich  welcher  Positionen  die  Erstinstanz  zu  Un-
recht oder in einem zu hohem Ausmass Abzüge getätigt hat. Für das Bun-
desverwaltungsgericht besteht somit auch bezüglich der Aufgabe 5.1 keine 
Veranlassung, die Bewertung durch die Erstinstanz in Frage zu stellen.

6.4.2 Die Aufgabe 5.2 ("Kostenfaktoren"), die von der Erstinstanz mit der Note 
3.5 bewertet wurde, wies zwei Teilaufgaben auf.

Der Beschwerdeführer vertrat die Auffassung, die Teilaufgabe 1 sei ausge-
hend von 6 erteilten Punkten mit der Note 3.72, und die Teilaufgabe 2 mit 
der Note 5.5 zu bewerten, was im Schnitt die Note 5 ergebe. Die Teilauf-
gaben 2a und 2b seien richtig gelöst worden. Es heisse, die Transportkos-
ten beziehungsweise der Spesenanteil seien pro Element in % des Auftra-
ges, und nicht aller Elemente zu berechnen. Auf dem Bewertungsblatt kön-
ne er keine saubere Notenberechnung erkennen. Die Punkte, die der Exa-
minator zuerst erteilt habe, seien nachträglich so manipuliert worden, dass 
daraus eine ungenügende Note resultiert habe. Selbst wenn die Teilaufga-
ben 2a und 2b nur zur Hälfte richtig gelöst wären, bekäme er immer noch 
eine genügende Note.

Die Erstinstanz entgegnete, bei der Teilaufgabe 1 hätte der Beschwerde-
führer seiner Berechnung nur die Punktzahl eines Examinators, und nicht 
beider Examinatoren, zu Grunde gelegt. Zudem sei der Beschwerdeführer 
offenbar  der  einzige  Kandidat  gewesen,  der  die  Frage  in  Teilaufgabe  2 
nicht  verstanden habe. Bei der Aufgabenstellung,  wonach die Transport-
kosten pro Element und in % des Auftrages zu berechnen seien, handle es 
sich um zwei Fragen: Erstens in Franken pro Element, zweitens in % des 
Auftrages. Die vom Beschwerdeführer gemachte Rechnung "mache keinen 

19

Sinn". Die errechnete Wunschnote führe in der Gesamtnote zu keiner Ver-
besserung; die Gesamtnote bleibe bei 3.7.

Aus dem Detailnotenblatt zur Aufgabe 5.2 geht hervor, dass die beiden Ex-
aminatoren die Leistungen des Beschwerdeführers leicht abweichend be-
werteten: Für die Aufgabe 1 erteilte der eine Examinator 6 von maximal 11 
Punkten  und  die  Note  3.5,  der  zweite  Examinator  demgegenüber  nur  5 
Punkte und die Note 3. Bei der Aufgabe 2 beträgt die Differenz ebenfalls 
ein Punkt, wurde diese doch von einem Examinator mit 6 und vom ande-
ren mit 7 Punkten bewertet. Dass dabei – wie der Beschwerdeführer gel-
tend macht, die Noten nachträglich manipuliert worden wären, ist nicht er-
kennbar. Offensichtlich ist jedoch, dass der Beschwerdeführer, wie die Er-
stinstanz zu Recht festhielt, bei seiner Berechnung der Aufgabe 1 die (et-
was schlechtere) Bewertung durch den zweiten Examinator nicht berück-
sichtigte. Dass die Erstinstanz bezüglich der Aufgabe 1 eine "Anpassung" 
der Note ablehnte ist daher ohne Weiteres nachvollziehbar.

Dasselbe gilt auch bezüglich der Aufgabe 2, geht doch aus deren Wortlaut 
klar  hervor,  dass nicht  – wie  der  Beschwerdeführer  geltend macht  -  die 
Transportkosten beziehungsweise der Spesenanteil "pro Element in % des 
Auftrages" zu berechnen war, sondern vielmehr,  die Transportkosten be-
ziehungsweise der Spesenanteil (erstens) pro Element und (zweitens) in % 
des Auftrages. 

6.4.3 Hinsichtlich der Aufgabe 5.3 ("Preisberechnung") brachte der Beschwerde-
führer vor, seine Preisberechnung sei sauber aufgestellt, übersichtlich und 
vor allem komplett. Er habe alle Elemente, welche es zur Kalkulation brau-
che, einfliessen lassen. Nur die angeblich zu knappen Zeitannahmen hät-
ten  das  Endresultat  negativ  beeinflusst.  Bei  der  Preisberechnung  in  der 
Teilaufgabe  5.3.1  b  "Dachkonstruktion"  und  in  der  Teilaufgabe  5.3.2. 
"Fensterfutter"  sei  er mit  seiner  Kalkulation absolut  "im grünen Bereich". 
Die  Praxis  zeige  aber,  dass  sich  Zeitannahmen  massiv  unterscheiden 
könnten und zudem abhängig seien von der ausführenden Person.  Jede 
Zimmerei  habe  andere  Zeitangaben  für  ihre  Arbeit.  Er  könne  deshalb 
durchaus  schneller  arbeiten,  als  dies  irgendwelche  Muster-Zeitangaben 
vorgäben. Würde er die Zeiten zu hoch kalkulieren, würden die Chancen 
auf einen Auftrag erheblich kleiner werden. Massgebend für eine der Wirk-
lichkeit entsprechenden Benotung sollte somit die Herleitung einer soliden 
Kalkulation, und nicht das subjektive Empfinden über Zeitannahmen sein.

Bezüglich dieser letzten Aussage ist die Erstinstanz mit dem Beschwerde-
führer  einig.  Ansonsten  stellte  sie  jedoch  verschiedene  markante  Fehler 
fest:  Nicht  stimmen könnten die eingesetzten Zeiten  bei  der Teilaufgabe 
5.3.1 b, bei  der Teilaufgabe 5.3.1 a sogar "bei weitem" nicht.  In der Tei-
laufgabe 5.3.2 seien zwei  Kalkulationsansätze falsch eingesetzt  worden. 
Auch hier könnten die eingesetzten Zeiten nicht stimmen, wie sich am Bei-
spiel "Avor 0,1 h für Fenster und Fensterfutter" zeigen lasse. Dies würde 
bedeuten, dass der Beschwerdeführer in 6 Minuten das Fenster bestelle, 
das Fensterfutter zeichne, das Material bestelle und den Plan dafür erstel-
le. Für die Arbeit am Bau sei ebenfalls zu wenig Zeit eingesetzt worden. 
Schliesslich müsse der Pick-up in der Spalte "Transport"  aufgeführt  wer-
den.

Der Korrektur auf dem Lösungsblatt  des Beschwerdeführers ist weiter zu 
entnehmen, dass die Examinatoren 1 Stunde "Arbeit Bau" für Fenster und 

20

Futter als zu wenig erachtet haben (Teilaufgabe 5.3.2),  des gleichen 0,8 
Stunden "Arbeit Bau" für den Wandaufbau (Teilaufgabe 5.3.1 a), 0,1 Stun-
den "Arbeit Werk" und 1 Stunde "Arbeit Bau" für den Dachaufbau (Teilauf-
gabe 5.3.1 b).

Mangels  eigener  Fachkenntnisse ist  das Bundesverwaltungsgericht  zwar 
nicht in der Lage, den Zeitaufwand für Zimmereiarbeiten zu beurteilen. Der 
Beschwerdeführer vermag aber, da er nicht aufzeigt, inwiefern die von ihm 
angegebenen Zeiten realistisch sind,  die Richtigkeit  der von der Erstins-
tanz  beziehungsweise  den Examinatoren  detailliert  vorgebrachten  Bean-
standungen nicht in Frage zu stellen.

6.4.4 Zur Aufgabe 5.4 ("Rechnungsstellung") hielt der Beschwerdeführer fest, er 
erachte die von ihm erstellten Akonto- und Schlussrechnungen als korrekt. 
Die Abrechnungen seien zu einem grossen Teil sauber und korrekt. Seine 
Lösung müsse daher höher als mit der Note 4.0 bewertet werden.

Die Erstinstanz macht demgegenüber geltend, die Lösung des Beschwer-
deführers enthalte markante Fehler. So sei bei der Akontorechnung ein fal-
scher Abzug für den Garantierückhalt getätigt worden; es bestehe kein de-
tailliertes Ausmass.  In der Schlussrechnung stimme die Berechnung des 
Mehrwertsteuerbetrages nicht. Die Akontozahlung müsse vorher in Abzug 
gebracht  werden.  Bei  der  Regierechnung  stimme  das  Rechnungsdatum 
nicht. Zudem seien weder die Zeitperiode der Arbeitsausführung "(Arbeiten 
von ...  bis...)",  noch die  einzelnen aufgeführten  Arbeiten  aufgeführt.  Der 
Mehrwertsteueransatz mit 6.7 % sei falsch. Rabatt und Skontoabzug seien 
nicht aufgeführt. In der detaillierten Auflistung über die Mehrwertsteuerbe-
träge  seien  der  Mehrwertsteuerbetrag  bei  der  Schlussrechnung  und  die 
Regierechnung falsch. Schliesslich fehle bei der Akontorechnung die übli-
che Rundung. Insgesamt seien die gemachten Rechnungen fehlerhaft, d.h. 
in der Praxis nicht annehmbar. Es bestehe für sie daher kein Anlass dazu, 
die Noten der zwei Experten zu korrigieren.

Einmal mehr legt somit die Erstinstanz auch hier wiederum ausführlich dar, 
weshalb sie die vom Beschwerdeführer erstellte  Lösung als ungenügend 
erachtet,  während  der  Beschwerdeführer  sich  auf  pauschale  Kritik  be-
schränkt, ohne sich mit den von der Erstinstanz vorgebrachten Einwände 
zu beschäftigen, geschweige denn diese zu bestreiten.

Für das Bundesverwaltungsgericht bestehen somit auch bezüglich der Auf-
gabe 5.4 keine Anhaltspunkte, die es rechtfertigen würden, die Bewertung 
durch die Erstinstanz in Frage zu stellen.

6.5 Im Prüfungsteil "Unternehmensführung" erzielte der Beschwerdeführer die 
Note 3.6. In seiner Eingabe an die Vorinstanz beanstandet er diesbezüg-
lich eine Unterbewertung seiner Leistungen in den Fächern 6.2 ("Betriebs-
wirtschaft") und 6.5. ("Rechtskunde").

6.5.1 Im Fach 6.2 erachtet der Beschwerdeführer seine Lösungen zu den Tei-
laufgaben 3a, 3b, 6a und 7b als korrekt  oder "sicher zum grössten Teil" 
korrekt. Damit erhöhe sich die Gesamtpunktzahl auf rund 54 Punkte, aus 
"welchen eine genügende Note resultiere".

Die Erstinstanz hielt demgegenüber dafür, die Punktezahl sei nicht anzu-
passen. Zu Begründung führte sie aus: Bei der Teilaufgabe 3a seien Glie-
derungsarten eines Organigramms nach Funktionen,  Objekten (z.B.  Pro-
dukte)  oder  geografischen  Gesichtspunkten  gefragt  gewesen.  Der  Be-

21

schwerdeführer  habe  indessen  grafische  Darstellungsarbeiten  beschrie-
ben. Bezüglich der Teilaufgabe 3b weise die Lösung des Beschwerdefüh-
rers folgende Fehler auf: Es seien weder Hauptfunktionen noch Stabsstel-
len vorgesehen. Generell sei aus dem Organigramm die Organisation des 
Betriebes (z.B. Vorgesetztenfunktion, Unterstellungsverhältnisse etc.) nicht 
ersichtlich. In der Teilaufgabe 6a  lägen Fehler in der Summe der jährli-
chen Mieterträge vor (Garagen x 4); sonst sei die Berechnung richtig und 
der Folgefehler akzeptiert worden. Hinsichtlich der Teilaufgabe 7b erklärte 
die Erstinstanz schliesslich, die Beispiele des Beschwerdeführers für direk-
te Steuern seien Bezeichnungen auf welcher Stufe des Staatssystems die 
Besteuerung  erfolge,  jedoch  keine  eigentlichen  Beispiele  wie  Einkom-
menssteuern, Vermögenssteuern etc.

Während die Erstinstanz aufzeigt, wo Fehler gemacht wurden beziehungs-
weise welche  Antworten  vom Beschwerdeführer  erwartet  worden  wären, 
begründet  dieser  auch hier  wiederum in keiner  Art  und Weise,  weshalb 
seine Lösungen zu den Teilaufgaben 3a, 3b, 6a und 7b korrekt oder "si-
cher zum grössten Teil" korrekt  seien und weshalb die Punktzahl  auf 54 
Punkte angehoben werden solle. Das Bundesverwaltungsgericht sieht da-
her einmal mehr keine Veranlassung, an der korrekten Bewertung der Lö-
sungen des Beschwerdeführers durch die Erstinstanz zu zweifeln.

6.5.2 Bezüglich des Faches 6.5 hält der Beschwerdeführer dafür, seine Lösun-
gen zu den Teilaufgaben 1b, 1c, 1d, 4d, 5b und 6b seien korrekt oder "si-
cher zum grössten Teil" korrekt. Bei drei Aufgaben habe er den korrekten 
OR-Artikel angegeben. Es sei unverhältnismässig viel abgezogen worden, 
ergebe es doch keinen Sinn, wenn man bei der ohnehin knappen Zeit gan-
ze Artikel abschreibe. Insgesamt erhöhe sich die Gesamtpunktzahl von 13 
auf mindestens 18 Punkte, was die Note 4 ergebe.

Zu den Teilaufgaben 1b und 1c erklärte die Erstinstanz, es sei ein Grund-
satz  ihrer  Prüfungskorrektur,  den  blossen  Hinweis  auf  einen  OR-Artikel 
nicht als genügende Antwort zu betrachten; erwartet werde ein Kurzkom-
mentar.  Bezüglich der Teilaufgabe 1b bringt  die Erstinstanz vor,  der Be-
schwerdeführer  habe  die  OR-Artikel  unpräzise  angegeben.  So  hätte  er 
statt "OR 340 ff." den Artikel 340a OR nennen müssen. Bei Teilaufgabe 1c 
(recte:  1d)  habe der  Beschwerdeführer  nicht  die Frage der  Wirkung der 
Sperrfrist  beantwortet,  sondern die Nichtigkeit der Kündigung. Bei diesen 
Teilaufgaben werde die Punktzahl somit nicht angepasst.

Bei Teilaufgabe 4d räumt die Erstinstanz ein, die Frage sei zu wenig präzi-
se gestellt worden. Die vom Beschwerdeführer angegebene Lösung könne 
daher auch als richtig betrachtet werden, selbst wenn diese aus der Frage-
stellung heraus nicht zu erwarten gewesen wäre. Dafür sei dem Beschwer-
deführer ein Punkt zu erteilen.

Unter  Berücksichtigung  der  SIA-Norm  habe  der  Beschwerdeführer  auch 
die Frage zur Teilaufgabe 5b richtig beantwortet. Die Punktezahl sei somit 
um einen Punkt anzupassen.

Schliesslich  habe  der  Beschwerdeführer  die  Frage  zu  Teilaufgabe  6b 
falsch beantwortet, weshalb hier die Punktzahl nicht angepasst werde.

Insgesamt seien dem Beschwerdeführer 1.5 Zusatzpunkte zu erteilen, wo-
mit sich die Note im Fach 6.5 auf 3.5 erhöhe. Dies habe indessen keine 
Änderung der Gesamtnote im Fach "Unternehmensführung" zur Folge.

22

Wie bei  den vorangehenden Aufgaben beschränkt  sich der  Beschwerde-
führer  auch hier  wieder  auf  die Behauptung seine Lösungen seien ganz 
oder mindestens zum grössten Teil korrekt, während die Erstinstanz einge-
hend erläutert, weshalb sie die vom Beschwerdeführer vorgeschlagene Lö-
sung als mangelhaft betrachtet. Solange sich aus den Akten nichts ergibt, 
dass an den Ausführungen der Erstinstanz Zweifel entstehen lässt, besteht 
für das Bundesverwaltungsgericht daher kein Anlass dazu, die Bewertung 
durch die Erstinstanz in Frage zu stellen.

Angesichts des der Erstinstanz zustehenden grossen Ermessens (vgl. vor-
angehende E. 3) vermag die Tatsache, dass diese bei einigen Aufgaben 
neben der Angabe des korrekten Gesetzesartikels  einen Kurzkommentar 
voraussetzte,  daran nichts zu ändern; zumal  der Beschwerdeführer nicht 
behauptet und sich aus dem Akten nichts ergibt, aus dem sich schliessen 
liesse, dass sie nicht alle Kandidaten nachdenselben Gesichtspunkten be-
wertet hätte.

6.6 Für das Bundesverwaltungsgericht liegt somit nichts vor, das es dazu ver-
anlassen würde, die Bewertung durch die Erstinstanz in Frage zu stellen. 
Dem Antrag des Beschwerdeführers, seine Arbeit  von unabhängigen Ex-
perten neu prüfen zu lassen ist daher nicht stattzugeben. Der angefochte-
ne Entscheid, der im Wesentlichen zum selben Ergebnis kam, ist nicht zu 
beanstanden.

7. Die  Rügen  des  Beschwerdeführers  erweisen  sich  folglich,  soweit  ihnen 
nachzugehen ist, als unbegründet; die Beschwerde ist daher abzuweisen.

8. Bei  diesem Verfahrensausgang sind dem Beschwerdeführer  als  unterlie-
gende  Partei  grundsätzlich  die  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  (Art.  63 
Abs.  1  VwVG).  Es  ist  keine  Parteientschädigung  auszurichten  (Art.  64 
Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über 
die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]).

Soweit  im Antrag der Erstinstanz in ihrer Stellungnahme vom 22. August 
2005  ("Wir  stellen  Ihnen  auf  Grund  der  Sachlage  den  Antrag,  die  Be-
schwerde  vollumfänglich  abzuweisen  und den Beschwerdeführer  an den 
Verfahrenskosten  zu  beteiligen")  ein  Antrag  auf  Parteienschädigung  er-
blickt werden kann, ist festzuhalten, dass Bundesbehörden und, in der Re-
gel, andere Behörden, die als Parteien auftreten, keinen Anspruch auf Par-
teientschädigung haben (Art. 7 Abs. 3 VGKE). Der Erstinstanz, welche als 
zivilrechtlicher  Verwaltungsträger  mit  öffentlich-rechtlichen  Aufgaben  be-
traut ist (Art.  1 Abs. 2 Bst. e VwVG i.V.m. Art. 37 VGG), ist daher keine 
Parteientschädigung auszurichten.

9. Dieser Entscheid kann nicht mit  Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-
gelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 1 Abs. 2 
VGG i. V. m. Art. 83 Bst. t des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]). Er ist demnach endgültig.

23

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1000.--  werden dem Beschwerdeführer auf-
erlegt und mit dem am 1. Mai 2006 geleisteten Kostenvorschuss im selben 
Betrag verrechnet. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- dem Beschwerdeführer (eingeschrieben, mit Beilagen)

- der Vorinstanz (eingeschrieben, mit Beilagen)

- der Erstinstanz (eingeschrieben, mit Beilagen)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Vera Marantelli Barbara Aebi

Versand am: 15. Mai 2007