# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85d68ab6-a932-55e3-8ffa-3e74599321ca
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.11.2014 IV 2012/247
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-247_2014-11-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/247

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 28.11.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 28.11.2014
Verwertbarkeit eines Pensums von zweimal drei Stunden pro Tag mit einer 
mindestens dreistündigen Pause dazwischen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. November 2014, IV 
2012/247).

Entscheid Versicherungsgericht, 28.11.2014

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und

Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Entscheid vom 28. November 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Andreas A. Oehler, MLaw, Oehler Stadelmann Rechts­

anwälte, Kesslerstrasse 1, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ meldete sich am 11. Februar 2008 unter Hinweis auf eine Arthrose im linken 

Knie zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen an (IV-act. 2). Im Auftrag der IV-Stelle erstattete Dr. med. B.___ am 

9. September 2008 ein orthopädisches Gutachten (IV-act. 38). Er führte aus, er habe 

eine Pangonarthrose links, eine beginnende Varusgonarthrose rechts sowie eine 

Adipositas diagnostiziert. Seines Erachtens sei dem Versicherten ein Halbtageseinsatz 

in einer angepassten Tätigkeit zumutbar. Bei einem günstigen Arbeitsweg sei auch ein 

Einsatz von maximal zweimal drei Stunden pro Tag denkbar. Dr. B.___ hatte ein 

Zwischenbericht eines Einsatzbetriebes vom 15. April 2008 (IV-act. 27) offenbar nicht 

vorgelegen. In diesem Bericht war ausgeführt worden, der Versicherte werde in einem 

Pensum von 50 Prozent eingesetzt, benötige aber jeweils zusätzliche kurze 

Erholungspausen und bleibe der Arbeit mit gewisser Regelmässigkeit für jeweils einige 

Tage fern. Das Knie sei sichtbar geschwollen. Ansonsten sei der Versicherte aber 

leistungsbereit und motiviert. Die Leistungsfähigkeit liege bei etwa 60 Prozent. Der 

Hausarzt Dr. med. C.___ wies am 1. Dezember 2008 darauf hin (IV-act. 50–5 f.), dass 

der Versicherte im Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. B.___ bereits während drei 

Monaten nicht mehr gearbeitet habe so dass der Befund wesentlich unauffälliger 

ausgefallen sei als noch während des Arbeitseinsatzes. Seiner Ansicht nach liege die 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bei etwa 30 Prozent. Mit einer Verfügung 

vom 29. Januar 2009 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des Versicherten ab (IV-

act. 57), nachdem Dr. med. D.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) 

am 26. Januar 2009 darauf hingewiesen hatte (IV-act. 56), seines Erachtens bestehe 

kein Grund von der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. B.___ 

abzuweichen. In ihrer Verfügung hielt die IV-Stelle fest, es könne maximal ein Abzug 

von acht Prozent vom Tabellenlohn vorgenommen werden. Die dagegen erhobene 

Beschwerde des Versicherten hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen 

am 14. April 2011 insofern gut (IV 2009/82; vgl. IV-act. 75), als es die angefochtene 

Verfügung aufhob und die Sache zur Durchführung weiterer Abklärungen und zur 

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anschliessenden neuen Verfügung an die IV-Stelle zurückwies. In seinem Entscheid 

führte das Gericht aus, der Hinweis von Dr. C.___ auf die mehrmonatige Schonung vor 

der Begutachtung wecke zusammen mit dem Zwischenbericht des Einsatzbetriebes 

gewisse Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachtens, zumal dieser Zwischenbericht 

dem Gutachter nicht vorgelegen habe. Zudem sei die Arbeitsfähigkeitsschätzung von 

Dr. B.___ missverständlich formuliert. Es sei nicht klar, ob der Versicherte in einer 

adaptierten Tätigkeit zu 50 Prozent oder während zweimal drei Stunden (ca. 70 

Prozent) arbeitsfähig sei. Da das Gutachten ansonsten überzeuge, empfehle man, 

Dr. B.___ entsprechende Ergänzungsfragen zu stellen.

A.b  Die IV-Stelle fragte Dr. B.___ am 24. November 2011 (IV-act. 80), ob den 

Differenzen zwischen dem Befund im Untersuchungszeitpunkt und den während des 

Arbeitseinsatzes erhobenen Befunden genügend Rechnung getragen worden sei und 

ob dem Versicherten in einer adaptierten Tätigkeit ein Pensum von 50 Prozent oder ein 

solches von 70 Prozent zumutbar sei. Dr. B.___ antwortete am 29. November 2011 (IV-

act. 81), die von den Vorgesetzen des Einsatzbetriebes offenbar durch die Kleidung 

hindurch festgestellten Schwellungen des Knies seien medizinisch bedeutsam. Es 

seien mehrere Gründe für einen Kniegelenkserguss denkbar. Einerseits verlaufe eine 

Arthrose phasenweise mit mehr oder weniger aktiven Zuständen. Andererseits könne 

auch eine starke Belastung zu einem Erguss führen. Eine sitzende Tätigkeit oder auch 

der Arbeitsweg mit dem Zug könnten eine solche Belastung darstellen. Der genaue 

Grund könne nicht eruiert werden. Tatsächlich sei der Versicherte im Zeitpunkt der 

Begutachtung aber bereits seit drei Monaten nicht mehr erwerbstätig gewesen, was ein 

Grund dafür sein könne, dass sich kein Erguss mehr gezeigt habe. Aus gutachterlicher 

Sicht sei ein Einsatz von einem halben Tag möglich. Damit komme der Versicherte mit 

seinen Arthrosen an die Belastungsgrenze. Diese könnte allerdings hinausgeschoben 

werden, wenn nach drei Stunden eine fast ebenso lange Pause eingeschaltet werden 

könne. Danach wäre ein erneuter gleichlanger Einsatz möglich. Nachdem die RAD-

Ärztin Dr. med. E.___ am 30. Januar 2012 notiert hatte (IV-act. 82), die Ausführungen 

von Dr. B.___ seien nachvollziehbar und plausibel und erlaubten die Beantwortung der 

noch offenen Fragen, kündigte die IV-Stelle dem Versicherten mit einem Vorbescheid 

vom 9. März 2012 an (IV-act. 87), dass sie gedenke, sein Rentengesuch abzuweisen. 

Zur Begründung führte sie aus, ihm sei eine adaptierte Tätigkeit während insgesamt 

sechs Stunden pro Tag zumutbar. Bei der Berechnung des zumutbarerweise 

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erzielbaren Invalideneinkommens falle lediglich ein Tabellenlohnabzug von acht 

Prozent in Betracht. Der Invaliditätsgrad belaufe sich angesichts eines Validenein­

kommens von 62’368 Franken und eines Invalideneinkommens von 39’364 Franken auf 

lediglich 37 Prozent, was nicht zum Bezug einer Rente der Invalidenversicherung 

berechtige. Dagegen liess der Versicherte am 1. Mai 2012 einwenden (IV-act. 88), die 

Stellungnahme von Dr. B.___ sei nicht genügend ausführlich und lasse die ent­

scheidenden Fragen unbeantwortet. Zu bemängeln sei – insbesondere vor diesem 

Hintergrund –, dass die IV-Stelle keine Rückfrage an den Hausarzt gerichtet habe. Im 

Übrigen werde auf die (gegen die frühere Verfügung erhobene) Beschwerde verwiesen. 

Namentlich falle ins Auge, dass der Tabellenlohnabzug viel zu tief angesetzt worden 

sei. Am 30. Mai 2012 verfügte die IV-Stelle gemäss dem Vorbescheid (IV-act. 90).

B.    

B.a  Der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) liess am 2. Juli/19. Oktober 

2012 eine Beschwerde erheben (act. G 1 und 8), mit der er die Aufhebung der Ver­

fügung vom 30. Mai 2012, die Zusprache mindestens einer halben Rente und even­

tualiter die Rückweisung der Sache zur Durchführung weiterer Abklärungen beantragen 

liess. Sein Rechtsvertreter führte zur Begründung im Wesentlichen aus, die 

Stellungnahme von Dr. B.___ sei nicht geeignet, die entscheidenden Fragen 

ausreichend zuverlässig zu beantworten. Zudem sei gerade vor diesem Hintergrund zu 

bemängeln, dass keine Rücksprache mit dem Hausarzt des Beschwerdeführers 

genommen worden sei. Der Tabellenlohnabzug sei deutlich zu tief angesetzt. Die 

Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht nicht berücksichtigt, dass der 

Beschwerdeführer von einer körperlich schweren in eine leichte Tätigkeit wechseln 

müsse, dass er bereits __ Jahre alt sei und dass er eine dreistündige Mittagspause auf 

dem Firmengelände einhalten müsse, um die maximale Arbeitsfähigkeit von zweimal 

drei Stunden pro Tag verwerten zu können.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 15. November 2012 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 10). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die Aus­

führungen von Dr. B.___ erlaubten die zuverlässige Schätzung der verbliebenen 

Restarbeitsfähigkeit. Ein Tabellenlohnabzug von mehr als zehn Prozent sei nicht ge­

rechtfertigt. Gesamthaft erweise sich die angefochtene Verfügung als rechtmässig.

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B.c  Der Beschwerdeführer verzichtete am 21. November 2012 auf eine Replik (act. 

G 12).

Erwägungen:

1.      Erwerbstätig gewesene Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumut­

bare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können, 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 

40 Prozent invalid sind, haben einen Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende 

oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 

ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem 

Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Art. 16 ATSG).

2.     

2.1   Wie im früheren Entscheid IV 2009/82 vom 14. April 2011 dargelegt worden ist, ist 

das Gutachten Dr. B.___s vom 9. September 2008 im Wesentlichen nachvollziehbar 

und überzeugend, weshalb es grundsätzlich eine geeignete Grundlage für die 

Beurteilung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers darstellt. Weil 

allerdings im früheren Beschwerdeverfahren IV 2009/82 noch eine Unklarheit bezüglich 

des zumutbaren Arbeitspensums und der Frage, ob Dr. B.___ der seiner Untersuchung 

vorangegangenen längeren belastungsfreien Zeit genügend Rechnung getragen hatte, 

bestanden hat, hat noch nicht über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers 

entschieden werden können. Die Beschwerdegegnerin hat nach der Rückweisung der 

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Sache zur Klärung dieser beiden Fragen entsprechende Ergänzungsfragen an Dr. B.___ 

gerichtet, die dieser im November 2011 beantwortet hat. Er hat ausgeführt, es sei 

medizinisch bedeutsam, dass der Beschwerdeführer während seines Arbeitseinsatzes 

an einem Kniegelenkserguss gelitten habe, der durch die Kleidung hindurch habe 

festgestellt werden können. Zur genauen Ursache könne er sich nicht mit Sicherheit 

äussern. Der Grund für den Erguss könne ein Arthroseschub, die Belastung am 

Arbeitsplatz oder die Bewältigung des Arbeitsweges im Zug gewesen sein. Dr. B.___ 

hat nicht explizit erwähnt, dass dieser erhebliche Erguss, den er selbst nicht mehr hatte 

feststellen können, nichts an seiner Beurteilung ändere. Seinem Antwortschreiben vom 

November 2011 lässt sich aber insgesamt entnehmen, dass er trotz dieses Umstandes 

keinen Anlass gesehen hat, seine Beurteilung zu revidieren. Vielmehr hat er seine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nochmals ausdrücklich bestätigt. Es besteht kein Grund, an 

der Zuverlässigkeit dieser Beurteilung zu zweifeln, da Dr. B.___ in seinem Gutachten 

von September 2008 für leidensadaptierte Tätigkeiten – ohne nennenswerte 

Belastungen für das Kniegelenk – eine deutlich reduzierte Arbeitsfähigkeit attestiert 

hatte. Hätte er sich damals bloss auf die Ergebnisse seiner eigenen Untersuchung 

gestützt und wäre er demzufolge nicht von einer Zunahme der Beschwerden bei 

Belastung ausgegangen, hätte er angesichts der damaligen Ergussfreiheit des 

Kniegelenks wohl kaum eine Arbeitsunfähigkeit von 30 bzw. 50 Prozent für 

leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert. Diese Unklarheit hat Dr. B.___ also beseitigen 

können. Auch die zweite Frage hat er ausreichend klar beantwortet: Er hat ausgeführt, 

der Beschwerdeführer erreiche seine Belastungsgrenze nach einem halbtägigen 

Einsatz in einer leidensadaptierten Tätigkeit. Diese Grenze könne aber 

hinausgeschoben werden, wenn der Beschwerdeführer nach drei Stunden eine 

dreistündige Pause einlegen könne, denn anschliessend sei es ihm zumutbar, 

nochmals drei Stunden zu arbeiten. Diese Angaben erlauben eine zuverlässige 

Ermittlung der Restarbeitsfähigkeit und damit des zumutbarerweise erzielbaren 

Erwerbseinkommens. Folglich ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin 

keine weiteren medizinischen Abklärungen mehr vorgenommen hat.

2.2   Für die Ermittlung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens muss 

zwar insofern vom realen Arbeitsmarkt abstrahiert werden, als das Arbeitslosigkeits­

risiko vollständig ausgeblendet werden muss. Dafür wird auf einen fiktiven, 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt abgestellt wird, der einen Fächer verschiedenster 

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Tätigkeiten enthält und auf dem sich das Angebot von und die Nachfrage nach 

Arbeitskräften die Waage halten. Dies bedeutet allerdings nicht, dass unrealistische 

oder lediglich in Glücksfällen erhältliche Einsatzmöglichkeiten zu berücksichtigen 

wären. In Bezug auf den Beschwerdeführer stellt sich die Frage, ob es realistisch ist, 

dass er eine Arbeitsstelle finden kann, an der er morgens und nachmittags je drei 

Stunden arbeiten und dazwischen auf dem Firmengelände eine dreistündige 

Mittagspause einlegen kann. Die Mittagspause muss zwingend am Arbeitsort verbracht 

werden können, weil Dr. B.___ darauf hingewiesen hat, dass auch der Arbeitsweg für 

den Beschwerdeführer eine Belastung darstellt. Dem Beschwerdeführer kann daher 

nicht zugemutet werden, einen Teil seiner medizinisch notwendigen Entlastungspause 

für die Bewältigung des – belastenden – Arbeitsweges zu verwenden. Gemäss dem 

Gutachten von Dr. B.___ ist es allerdings nicht notwendig, dass der Beschwerdeführer 

sich hinlegen oder das Bein hochlagern muss. Wichtiger ist, dass er sein Bein etwas 

bewegen kann. Ein potentieller Arbeitgeber müsste dem Beschwerdeführer also keinen 

Liegeplatz zur Verfügung stellen. Ein Pausenraum würde ausreichen. Da viele Betriebe 

über solche Pausenräume verfügen, stellt der Bedarf nach einer dreistündigen 

Mittagspause auf dem Firmengelände keine ungewöhnliche Bedingung dar, die das 

Auffinden einer geeigneten Arbeitsstelle wesentlich erschweren oder gar 

verunmöglichen würde. Zu berücksichtigen ist auch, dass Dr. B.___ wohl dem 

Umstand, dass es eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit dem Beschwerdeführer 

ermöglichen würde, sein Knie abwechselnd zu schonen und zu bewegen, nicht 

genügend Rechnung getragen hat und dass der Beschwerdeführer also nicht zwingend 

auf eine so lange Mittagspause angewiesen sein dürfte bzw. wohl ein höheres Pensum 

bewältigen kann. Da nicht ersichtlich ist, inwiefern der Beschwerdeführer an einem 

ideal leidensadaptierten Arbeitsplatz sein Bein wesentlich mehr als zuhause belasten 

müsste, erscheint die Arbeitsfähigkeitsschätzung Dr. B.___s als eher grosszügig, 

weshalb es sich zumindest nicht rechtfertigt, zusätzlich noch bei der Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit einen strengen Massstab anzulegen. Gesamthaft ist davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine 

entsprechende Arbeitsstelle finden und ein Pensum von insgesamt (mindestens) sechs 

Stunden pro Tag leisten kann.

2.3   Der Beschwerdeführer hat als Hilfsarbeiter gearbeitet und dabei einen (leicht) 

überdurchschnittlichen Lohn erzielt. Im Jahr 2006 hat sein Einkommen gemäss einem 

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Auszug aus dem individuellen AHV-Konto 60’658 Franken betragen (IV-act. 9–1), 

während sich der statistische Durchschnitt der Hilfsarbeiterlöhne in jenem Jahr auf 

59’197 Franken (in der Holzbearbeitungsbranche auf 57’921 Franken) belaufen hat (vgl. 

Bundesamt für Statistik, Lohnstrukturerhebung 2006, TA1; Bundesamt für Statistik, 

Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen). Da der Beschwerdeführer 

gesundheitsbedingt seine Arbeit im Frühjahr 2007 hat aufgeben müssen (vgl. IV-

act. 39), ist mit den Werten des Jahres 2006 zu rechnen. Dr. B.___ hat sich nicht zum 

zumutbaren Pensum geäussert, sondern einzig festgehalten, dass der 

Beschwerdeführer zumutbarerweise während sechs Stunden pro Tag arbeitsfähig sei. 

Ob die gewöhnliche Arbeitszeit 45 Stunden pro Woche beträgt und der 

Beschwerdeführer deshalb ein Pensum von bloss noch 67 Prozent bewältigen kann 

oder ob sie 40 Stunden pro Woche beträgt und dem Beschwerdeführer daher ein 

Pensum von 75 Prozent zugemutet werden kann, hat Dr. B.___ augenscheinlich nicht 

weiter interessiert. Er hat sich – seiner Aufgabe als medizinischer Sachverständiger 

entsprechend – vielmehr darauf beschränkt, die zumutbare Restarbeitsfähigkeit (in 

quantitativer und qualitativer Hinsicht) anzugeben. Es obliegt folglich dem 

Rechtsanwender, darüber zu entscheiden, welchem hypothetischen „Validenpensum“ 

das von Dr. B.___ beschriebene „Invalidenpensum“ gegenüberzustellen ist. Dabei 

bestehen folgende Möglichkeiten: Wenn von einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 8,4 

Stunden pro Tag ausgegangen wird, beträgt das zumutbare Pensum gut 71 Prozent (6 

÷ 8,4 = 0,7143). Wenn von einer Arbeitszeit von acht Stunden pro Tag ausgegangen 

wird, beträgt es 75 Prozent. Wenn vom statistischen Durchschnittspensum im Jahr 

2006 ausgegangen wird, das 41,7 Stunden pro Woche betragen hat, beträgt das 

zumutbare anteilsmässige Pensum 71,94 Prozent (= 30 ÷ 41,7). Die Wahl des 

entscheidenden Vergleichspensums hat unter dem Gesichtspunkt der Gleichbe­

handlung zu erfolgen. Es ist jenes Pensum zu wählen, das eine möglichst weitgehende 

Gleichbehandlung sämtlicher Versicherter erlaubt. Hierfür bietet sich – in Analogie zur 

Ermittlung des Ausgangswertes des zumutbarerweise erzielbaren 

Invalideneinkommens – das Abstellen auf den statistischen Durchschnitt an. Folglich ist 

vorliegend also von einem Vergleichspensum von 41,7 Stunden und einem zumutbaren 

anteilsmässigen Pensum von 71,94 Prozent auszugehen. Der Beschwerdeführer kann 

aber seine verbliebene Leistungsfähigkeit nur noch mit einem unterdurchschnittlichen 

wirtschaftlichen Erfolg verwerten, denn er kann nicht mehr vollzeitig erwerbstätig sein. 

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Der Umstand, dass er seine Restarbeitsfähigkeit in einem ungewöhnlich ausgestalteten 

Pensum verwerten muss, wirkt sich allerdings nicht nachteilig aus, denn daraus folgt 

einzig, dass sich das Spektrum der möglichen Tätigkeiten (weiter) einschränkt. Ein 

potentieller Arbeitgeber wird seine Produktionsabläufe nicht an die Bedürfnisse des 

Beschwerdeführers anpassen, wenn dies für ihn einen nennenswerten Aufwand 

bedeuten würde. Müsste er bei der Planung der Arbeitseinsätze den Bedürfnissen des 

Beschwerdeführers speziell Rechnung tragen, würde er ihn wohl nicht einstellen. Es 

existieren aber Arbeitsplätze, bei denen den zeitlichen Vorgaben Dr. B.___s 

betriebsbedingt Rechnung getragen werden kann. An einem solchen Arbeitsplatz 

wirken sich die zeitlichen Vorgaben nicht lohnmindernd aus. Bezüglich eines allfälligen 

Abzuges vom Tabellenlohn ist allerdings die Tatsache zu berücksichtigen, dass der 

Beschwerdeführer bereits über 60 Jahre alt ist, weshalb sich ein potentieller 

Arbeitgeber mit hohen Sozialversicherungsabgaben konfrontiert sähe. Um eine 

Anstellung finden zu können, wird der Beschwerdeführer seine Arbeitskraft daher zu 

einem unterdurchschnittlichen Lohn anbieten müssen, weshalb sich bei der Ermittlung 

des zumutbaren Invalideneinkommens ein Abzug vom Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75) 

rechtfertigt. Der von der Beschwerdegegnerin gewährte Abzug, der lediglich dem 

statistischen Abzug von Teilzeiterwerbstätigen entspricht, erweist sich als zu tief. Die 

Beschwerdegegnerin hat damit nämlich den übrigen einkommenssenkenden 

Tatsachen rechtswidrig keine Rechnung getragen. Ihre Begründung, dabei handle es 

sich um invaliditätsfremde Tatsachen, verfängt nicht, denn entscheidend ist 

diesbezüglich, ob und allenfalls in welchem Ausmass der wirtschaftliche Erfolg bei der 

Verwertung der Restarbeitsfähigkeit aufgrund besonderer Umstände erschwert bzw. 

reduziert wird. Gesamthaft rechtfertigt sich ein Abzug in der Höhe der Hälfte des 

Maximalabzuges, das heisst von 12,5 Prozent. Daraus folgt, dass sich das 

zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen auf 37’263 Franken (= 59’197 Franken 

× 87,5 Prozent × 71,94 Prozent; Stand 2006) beläuft. Verglichen mit dem im Jahr 2006 

erzielten Valideneinkommen von 60’658 Franken resultiert ein Invaliditätsgrad von 

38,57 Prozent. Damit hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG).

3.      Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. Der unterliegende Beschwerdeführer 

hat folglich die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen. Diese Gebühr ist durch 

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den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt. Der unterliegende 

Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

Gebühr ist durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe gedeckt.

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