# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47a1a00b-8d01-578d-95c8-ca3467d8b929
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Verwaltungsgericht 20.12.2017  VB.2017.00699
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Verwaltungsgericht/ZH_VG_001_-VB-2017-00699_2017-12-20.html

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				Geschäftsnummer: 	VB.2017.00699	 
	Entscheidart und -datum: 	Endentscheid vom 20.12.2017
	Spruchkörper: 	2. Abteilung/2. Kammer
	Weiterzug: 	Dieser Entscheid ist rechtskräftig.
	Rechtsgebiet: 	Ausländerrecht
	Betreff: 

	Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung

	
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zwecks Aus- und Weiterbildung.
[Nach zweimaligem Nichtbestehen der Basisprüfung wurde die Beschwerdeführerin von der ETH exmatrikuliert und hat dann ein Studium an der Fachhochschule begonnen. Sie studiert nun im fünften Semester.]
Die Beschwerdeführerin erzielte an der Fachhochschule grösstenteils gute bis sehr gute Noten. Ehemalige Arbeitgeber, Professoren und Dozenten von der Fachhochschule bestätigen, dass es sich bei der Beschwerdeführerin um eine talentierte und engagierte Studentin handelt. Die Zweifel, dass sie das Studium an der Fachhochschule nicht bestehen könnte, sind nicht begründet (E. 4.3, erster Abschnitt).
Seit die Beschwerdeführerin an der Fachhochschule studiert, kann auch von einem speditiven Vorantreiben des Studiums gesprochen werden. Sie wird das Bachelorstudium in der minimal zu erwartenden Zeit abschliessen können und es kann davon ausgegangen werden, dass ihr dies auch hinsichtlich des Masterstudiums gelingen kann. Zwar würde dann sowohl die Achtjahres- sowie die Altersgrenze minimal überschritten, allerdings erscheint es vorliegend unverhältnismässig den weiteren Aufenthalt zu verweigern. Vorliegend rechtfertigt es sich eine Ausnahme von Art. 23 Abs. 3 VZAE zu machen (E. 4.3, zweiter Abschnitt).
Gewährung URB für Rekurs- und Beschwerdeverfahren (E. 5).
Gutheissung der Beschwerde.

			 	
				Stichworte:
	
						ACHTJAHRESFRIST
ALTERSGRENZE
AUS- UND WEITERBILDUNG
STUDIUM

					
	
	Rechtsnormen:
	
						Art. 27 AuG
Art. 23 Abs. III VZAE

					
	
	Publikationen:
	
						- keine -
					
	Gewichtung:

					(1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)
	
						Gewichtung: 3
					

			 

	 	
			

			

	
  Verwaltungsgericht

  des
  Kantons Zürich

  2. Abteilung

  	
   

  	
  

  

VB.2017.00699

 

 

 

Urteil

 

 

 

der 2. Kammer

 

 

 

vom 20. Dezember 2017

 

 

 

Mitwirkend: Abteilungspräsident Andreas Frei (Vorsitz), Verwaltungsrichterin Leana Isler, Verwaltungsrichterin
Silvia Hunziker, Gerichtsschreiberin
Stefanie Peter.   

 

 

 

In Sachen

 

 

A, vertreten durch RA B,

Beschwerdeführerin, 

 

 

gegen

 

 

Migrationsamt des Kantons Zürich, 

Beschwerdegegner, 

 

 

betreffend Verlängerung
der Aufenthaltsbewilligung,

hat
sich ergeben: 

I.  

A, geboren 1989 und Staatsangehörige von Nepal, ersuchte
am 30. Juni 2009 erstmals um Erteilung einer Einreisebewilligung zum Besuch
des Gymnasiums C in Zürich und zum anschliessenden Architekturstudium in
der Schweiz. Mit Verfügung vom 13. August 2009 wies das Migrationsamt
dieses Gesuch ab. Mit Wiedererwägungsgesuch vom 20. August 2009
beantragten die Tante und der Onkel von A, dass ihrer Nichte die Einreise zu
bewilligen sei, damit sie für ein Jahr als Austauschschülerin das Gymnasium C
besuchen könne. Diesem Begehren lag ein Schreiben von A bei, wonach sie
bestätigte, dass sie nach Ablauf des Schuljahres nach Nepal zurückkehren werde.
Nach Erteilung einer Einreisebewilligung reiste A am 4. Oktober 2009 in
die Schweiz und erhielt am 19. Oktober 2009 eine
Kurzaufenthaltsbewilligung mit Gültigkeit bis am 15. September 2010. 

Mit Gesuch vom 14. August
2010 und Schreiben vom 14. September 2010 beantragte A die Verlängerung
ihrer Kurzaufenthaltsbewilligung zwecks Besuch der Kantonsschule D als
Gastschülerin und zur Vorbereitung der Aufnahmeprüfung für die Eidgenössische
Technische Hochschule Zürich (ETH). Mit Verfügung vom 16. Februar 2011
wies das Migrationsamt dieses Verlängerungsgesuch ab und setzte A Frist zum
Verlassen der Schweiz bis am 31. März 2011. 

Gemäss Bestätigungsschreiben der ETH vom 2. September
2011 hatte A die Aufnahmeprüfung bestanden und wurde zum Bachelorstudium
Architektur zugelassen. Die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion nahm mit
Entscheid vom 25. Januar 2012 Vormerk, dass der gegen die Verfügung vom
16. Februar 2011 erhobene Rekurs in der Hauptsache gegenstandslos geworden
war und lud das Migrationsamt dazu ein, ein neues Bewilligungsverfahren
einzuleiten. In der Folge erteilte das Migrationsamt A am 12. April 2012
eine Aufenthaltsbewilligung zwecks Ausbildung an der ETH, welche jeweils
verlängert wurde, letztmals mit Gültigkeit bis 15. September 2015. 

Nachdem A im Frühling 2013 zum zweiten Mal die Basisprüfung des
Architekturstudiums an der ETH nicht bestanden hatte, wurde sie nach
Durchführung eines Rekursverfahrens am 31. Januar 2015 exmatrikuliert. A
ersuchte am 17. August 2015 um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und
legte dem Gesuch eine Immatrikulationsbestätigung der Fachhochschule F bei.
Mit Verfügung vom 21. Juli 2016 wies das Migrationsamt das
Verlängerungsgesuch ab und setzte A Frist zum Verlassen der Schweiz bis
30. September 2016. 

II.  

Den hiergegen erhobenen Rekurs wies die Rekursabteilung
der Sicherheitsdirektion mit Entscheid vom 22. September 2017 ab und
setzte A Frist zum Verlassen der Schweiz bis 20. Dezember 2017. 

III.  

Mit Beschwerde vom 23. Oktober 2017 liess A dem
Verwaltungsgericht sinngemäss beantragen, es sei der vorinstanzliche Entscheid
aufzuheben und ihre Aufenthaltsbewilligung zu verlängern. Für das
vorinstanzliche Verfahren sei ihr die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung zu bewilligen, ihr eine Parteientschädigung zuzusprechen
und die Kosten des Rekursverfahrens dem Migrationsamt aufzuerlegen. Weiter
ersuchte A auch für das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren um
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und in der Person ihrer
Rechtsanwältin sei ihr eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen; alles
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. 

Während das
Migrationsamt keine Beschwerdeantwort einreichte, schloss die Rekursabteilung
der Sicherheitsdirektion in ihrer Vernehmlassung auf Abweisung der Beschwerde.

Die Kammer erwägt:

1.
 

1.1 Mit der
Beschwerde können Rechtsverletzungen und die unrichtige oder ungenügende
Feststellung des Sachverhalts gerügt werden, nicht aber die Unangemessenheit
des angefochtenen Entscheids (§ 20 Abs. 1 in Verbindung mit § 50
Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]).

1.2 Das
Verwaltungsgericht hat auf die tatsächlichen Verhältnisse im Zeitpunkt des
gegenwärtig zu fällenden Entscheids abzustellen (VGr, 9. Februar 2011,
VB.2010.00678, E. 4.1 mit Hinweisen). 

2.
 

2.1 Die
Beschwerdeführerin macht geltend, ihr Anspruch auf rechtliches Gehör sei
verletzt worden, und rügt, die Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion habe
ihrem Entscheid vom 22. September 2017 eine neue Argumentation zugrunde
gelegt, mit welcher die Beschwerdeführerin nicht zu rechnen gehabt habe, und
ihr sei keine Frist zur Stellungnahme eingeräumt worden.

Die Rekursabteilung nahm am 31. Oktober 2017 zum
Vorwurf der Gehörsverletzung Stellung und führte aus, dass vorliegend nicht von
einer unerwarteten neuen Begründung gesprochen werden könne, weil die
Beschwerdeführerin bereits in der Vernehmlassung des Migrationsamts vom
19. September 2016 auf die Problematik der zu langen Studiendauer
hingewiesen worden sei. Darüber hinaus sei davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführerin die Alterslimite für ausländische Studierende bekannt
gewesen sein musste. 

2.2 Der Anspruch auf rechtliches
Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung vom 18. April 1999
[BV]) ist formeller Natur. Ist er verletzt, wird der Entscheid grundsätzlich
unabhängig davon aufgehoben, ob dieser materiell richtig ist oder nicht (BGE
137 I 195 E. 2.3.2; 127 V 431 E. 3d/aa; 126 V 130 E. 2b; VGr,
16. Oktober 2003, VB.2003.00093, E. 2). Die Rüge der Gehörsverletzung
ist deshalb vorweg zu prüfen (BGE 124 V 389 E. 1; 117 Ia 5 E. 1a;
VGr, 12. Juli 2017, VB.2017.00218, E. 2.3; 22. November 2006,
VB.2006.00248, E. 3.1).

Der Anspruch auf rechtliches Gehör
gebietet, zumindest der beschwerten Partei Gelegenheit zur Stellungnahme zu
geben, wenn die Behörde ihren Entscheid auf einen Rechtssatz oder Rechtsgrund
abzustützen gedenkt, der im vorangegangenen Verfahren nicht angerufen wurde und
dessen Stellenwert die Beteiligten im konkreten Fall auch nicht abschätzen
konnten (BGE 132 II 485 E. 3.2; 128 V 272 E. 5b/bb).

2.3 Das
Migrationsamt begründet seine Verfügung vom 21. Juli 2016 knapp und
stützte diese auf Art. 27 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005
über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG) und die diesbezüglichen
Ausführungsbestimmungen gemäss Art. 23 und 24 der Verordnung vom
24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE).
Selbst wenn die Begründung der Rekursabteilung sich um einiges umfangreicher
erweist und insbesondere Punkte aufführt, welche vom Migrationsamt in seiner
Verfügung nicht konkret festgehalten wurden, lässt sich dennoch feststellen,
dass sich auch die Rekursabteilung auf die einschlägigen und bereits vom
Migrationsamt in seiner Verfügung konkret genannten Rechtssätze abstützt.
Insofern kann nicht davon gesprochen werden, die Rekursabteilung stütze ihren
Entscheid auf Rechtssätze, die im bisherigen Verfahren nicht herangezogen
worden seien und mit welchen die Beschwerdeführerin nicht rechnen konnte. Der
Beschwerdeführerin musste der Inhalt der genannten Bestimmungen bekannt sein
und somit auch, welche Voraussetzungen erfüllt und dargelegt werden müssen,
damit eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden kann. Der Anspruch auf
rechtliches Gehör verlangt zudem nicht, dass eine Partei die Gelegenheit
erhalten muss, sich zu jedem möglichen Ergebnis, das von der entscheidenden
Behörde ins Auge gefasst wird, zu äussern. Die Behörde ist daher nicht
gehalten, ihre Begründung den Parteien vorweg zur Stellungnahme zu
unterbreiten. Es genügt, dass sich die Parteien zu den Grundlagen des
Entscheids, insbesondere zum Sachverhalt sowie zu den anwendbaren Rechtsnormen,
vorweg äussern und ihre Standpunkte einbringen können (BGE 132 II 257
E. 4.2). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist vorliegend somit nicht
ersichtlich.

3.
 

Gemäss Art. 27 Abs. 1 AuG können ausländische
Personen für eine Aus- und Weiterbildung zugelassen werden, wenn die
Schulleitung bestätigt, dass die Aus- und Weiterbildung aufgenommen werden kann
(lit. a), eine bedarfsgerechte Unterkunft zur Verfügung steht
(lit. b), die notwendigen finanziellen Mittel vorhanden sind (lit. c)
und sie die persönlichen und bildungsmässigen Voraussetzungen für die
vorgesehene Aus- und Weiterbildung erfüllen (lit. d). Die persönlichen
Voraussetzungen sind namentlich dann nicht erfüllt, wenn frühere Aufenthalte
und Gesuchsverfahren oder andere Umstände darauf hinweisen, dass die Aus- oder
Weiterbildung in der Schweiz nur vorgeschoben ist, um eine
Aufenthaltsbewilligung zu erschleichen (Art. 23 Abs. 2 VZAE). Gemäss Art. 23 Abs. 3 VZAE werden Aus- oder
Weiterbildungen in der Regel für längstens acht Jahre bewilligt. Ausnahmen sind
möglich, wenn sie einer zielgerichteten Aus- oder Weiterbildung dienen.

Art. 27 AuG wurde per 1. Januar 2011 revidiert. Der
vormals geltende Art. 27 Abs. 1 lit. d aAuG sah vor, dass sich
der/die Gesuchstellende verpflichten musste, die Schweiz nach Beendigung der
Ausbildung wieder zu verlassen. Heute wird keine derartige Verpflichtungserklärung
für eine Wiederausreise nach Abschluss der Ausbildung als Bedingung für die
Zulassung als Student/in mehr vorausgesetzt.

4.
 

4.1 Die
Vorinstanz begründet ihren ablehnenden Entscheid damit, dass die
Beschwerdeführerin den zeitlich vorgegebenen Rahmen für die
Ausbildungsabsolvierung nicht einhalte und betont, dass der Misserfolg der
Beschwerdeführerin an der ETH ihr auch zu Ungunsten angerechnet werden könne.
Weiter erachtet die Vorinstanz einen Abbruch des noch nicht weit
fortgeschrittenen Studiums an der Fachhochschule für die Beschwerdeführerin als
zumutbar. Die Voraussetzungen für eine Ausnahme von der Achtjahresregel nach
Art. 23 Abs. 3 VZAE seien vorliegend nicht erfüllt. Zudem sei die
Beschwerdeführerin aufgrund ihres Vorgehens und dem Ablauf der Ereignisse damals
planmässig mit täuschenden Machenschaften vorgegangen, um mit falschen Angaben
bzw. dem Verschweigen wesentlicher Tatsachen im Sinn von Art. 62
Abs. 1 lit. a AuG ihr Ziel zu erreichen. Unter diesen Umständen seien
grosse Zweifel anzubringen, ob sich die Beschwerdeführerin an die
ausländerrechtlichen Vorschriften halten und nach Abschluss des Masterstudiums
(im Jahr 2020) auch tatsächlich ausreisen werde. Die persönlichen
Voraussetzungen nach Art. 27 Abs. lit. d AuG und Art. 23
Abs. 3 VZAE seien somit nicht erfüllt. Weiter führte die Vorinstanz aus,
dass bei einem allfälligen Abschluss des Masterstudiums im Jahr 2020 die
Beschwerdeführerin das dreissigste Altersjahr überschritten haben wird, weshalb
auch deshalb eine weitere Zulassung der Beschwerdeführerin gestützt auf
Art. 27 AuG nicht infrage komme. 

4.2 Die
Beschwerdeführerin macht geltend, sie studiere nun im 5. Semester an der
Fachhochschule, habe bislang sämtliche Semester mit guten bis teilweise sehr
guten Noten absolviert und für einen erfolgreichen Bachelorabschluss müsse sie
nur noch ein Semester absolvieren und eine Thesis schreiben. Es sei unverhältnismässig
jetzt, kurz vor Bachelorabschluss und noch vor Ablauf der Achtjahresgrenze in
ihre Heimat zurückkehren zu müssen. Beim Abschluss des Bachelors im Jahr 2018
sei sie 29 Jahre alt und halte somit auch die Altersgrenze ein. Ausserdem
könne auch trotz Überschreitung dieser Altersgrenze ausnahmsweise eine
Bewilligung erteilt werden, wenn wie vorliegend besondere Umstände gegeben
seien. So sei die Beschwerdeführerin eine engagierte und talentierte Studentin
und legt in diesem Zusammenhang ein Schreiben des Institutsleiters der
Fachhochschule ins Recht. Weiter könne ihr keine Absicht zur Umgehung der
ausländerrechtlichen Vorschriften vorgeworfen werden und es gäbe keine
Anhaltspunkte, weshalb sie nach Studiumsabschluss die Schweiz nicht verlassen
sollte. 

4.3 Die
Beschwerdeführerin kam 2009 in die Schweiz und besuchte zunächst das Gymnasium C,
um sich in der deutschen Sprache verbessern zu können. Danach besuchte sie ein
weiteres Jahr ein mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium im Hinblick
auf die Aufnahmeprüfung der ETH, welche die Beschwerdeführerin sodann
erfolgreich bestanden hatte. Das Studium an der ETH konnte die
Beschwerdeführerin nicht mit Erfolg abschliessen und wurde nach zweimaligen
Nichtbestehen der Basisprüfung exmatrikuliert. Dem Leistungsüberblick der ETH
vom 21. September 2015 lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin
auch gute Noten und insbesondere im Entwurf eine sehr gute Note erzielte und
insgesamt 60 ECTS Punkte erwarb, welche der Beschwerdeführerin an das
Studium an der Fachhochschule jedoch nicht angerechnet wurden. Es ist allgemein
bekannt, dass die ETH ein hohes Niveau aufweist und eine hohe Duchfallquote
verzeichnet. Bei Nichtbestehen einer solch anspruchsvollen Basisprüfung kann
nicht zwingend gefolgert werden, der entsprechende Prüfungskandidat verfüge generell
nicht über die für diesen Studienbereich notwendigen intellektuellen
Fähigkeiten. So zeigt sich, dass die Beschwerdeführerin in den vergangenen vier
Semester an der Fachhochschule grösstenteils gute bis sehr gute Noten erreichen
konnte und verzeichnet nur zwei knapp nicht genügende Leistungen in den ersten
beiden Semestern. Bevor die Beschwerdeführerin das Studium an der
Fachhochschule begonnen hatte, absolvierte sie ein halbjähriges Praktikum bei
der E Architekten AG. Gemäss Empfehlungsschreiben vom 22. Februar
2016 hat der Arbeitgeber die Beschwerdeführerin als sehr motivierte junge
Architekturstudentin kennengelernt, welche neben einem grossen Interesse für
fachliche Fragestellungen über ein hohes Mass an Sozialkompetenz, gepaart mit
Zuverlässigkeit und Präzision verfüge. Sie sei schnell zu einem wertvollen und
allseits geschätzten Teammitglied geworden. Die Beschwerdeführerin legte drei
Schreiben vom Institut Architektur der Fachhochschule ins Recht. Gemäss Schreiben
des Instituts Architektur der Fachhochschule vom 23. Februar 2016 wurde
die Beschwerdeführerin als engagierte und talentierte Studentin mit sehr guten
entwerferischen Fähigkeiten wahrgenommen. Ihre Gesamtleistungen würden im
mittleren Notenbereich liegen und in einigen Fächern gehöre sie sogar zu den
Jahrgangsbesten. Weiter erachtet der Professor die Befürchtung, dass die
Beschwerdeführerin das Studium nicht bestehen könnte als nicht begründet. Mit
Schreiben vom 1. August 2016 führt ein Dozent des Instituts Architektur
der Fachhochschule aus, dass er die Beschwerdeführerin als eine kreative
Entwerferin mit hoher gestalterischer Sensibilität sowie als eine engagierte
und belastbare Studentin wahrnehme. Auch er erachtet es als insgesamt
unbegründet, dass die Beschwerdeführerin das Bachelorstudium an der
Fachhochschule nicht bestehen könnte. Der Institutsleiter führt mit Schreiben
vom 16. Oktober 2017 aus, dass er die Beschwerdeführerin im Rahmen des
vorletzten Semesters im Entwurfskurs gut kennenlernen konnte. Er habe sie dabei
als ausserordentlich gut integrierte und sehr engagierte Studentin
wahrgenommen, welche die ihr gestellten Aufgaben mit grosser Eigenständigkeit
und Intelligenz gelöst habe. Aufgrund der bisher erzielten Leistungen der
Beschwerdeführerin an der Fachhochschule und den Einschätzungen ihrer
Professoren und Dozenten vom Institut Architektur ist zum aktuellen Zeitpunkt
davon auszugehen, dass die die Beschwerdeführerin das Studium an der
Fachhochschule mit Erfolg abschliessen wird. 

Weiter zeigt sich, dass die Beschwerdeführerin in all den
Jahren ein einziges Ziel verfolgte, nämlich Architektur studieren zu können.
Dies bekundete sie denn auch schon mit ihrem ersten Bewilligungsgesuch aus dem
Jahr 2009. Auch der Rückschlag, als sie die Basisprüfung an der ETH zweimal
nicht bestanden hatte, brachte sie nicht davon ab, ihren Wunsch und ihr Ziel
weiterhin zu verfolgen und sie kümmerte sich sogleich um eine Praktikumsstelle
und die Immatrikulation an der Fachhochschule. Den Studiengang zu wechseln, kam
für die Beschwerdeführerin offenbar nicht infrage. Dass die Beschwerdeführerin
mit ihrem Vorgehen die Behörden vor vollendete Tatsachen stellte, kann ihr nun
im Nachhinein nicht vorgeworfen werden. Im Gegenteil: Wie bereits erwähnt, hat
die Beschwerdeführerin ihr Ziel bereits in ihrem ersten Gesuch im Jahr 2009
offen kommuniziert. Die Beschwerdeführerin wird voraussichtlich im
Frühling/Sommer 2018 den Bachelor an der Fachhochschule abschliessen können.
Dass sich die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer bisherigen Leistungen und den
Rückmeldungen ihrer Dozenten und Professoren gute Chancen auf die Zulassung zum
Masterstudium ausrechnet und diese Möglichkeit nutzen will, ist
nachvollziehbar. Nach dem Gesagten zeichnet sich doch ein zielgerichtetes
Vorgehen der Beschwerdeführerin ab und seit sie an der Fachhochschule studiert,
treibt sie auch ihr Studium speditiv voran. So wird die Beschwerdeführerin das
Bachelorstudium an der Fachhochschule in der minimal zu erwarteten Zeit
abschliessen können und es kann davon ausgegangen werden, dass ihr dies auch
hinsichtlich des Masterstudiums gelingen kann. Zwar würde dann sowohl die
Achtjahres- sowie die Altersgrenze minimal überschritten, allerdings erscheint
es unverhältnismässig der Beschwerdeführerin angesichts der genannten Umstände
und so kurz vor Abschluss ihres Studiums den weiteren Aufenthalt zu verweigern,
zumal die Weiterführung des Studiums an der Fachhochschule ihre hiesige
Anwesenheit bedarf. Die Beschwerdeführerin würde im Alter von 28 Jahren
ohne abgeschlossene Ausbildung dastehen und es ist fraglich, ob ihr die hier
erworbenen ECTS Punkte an ein Studium im Ausland angerechnet werden können und
würden. Vorliegend ist davon auszugehen, dass ein weiterer Aufenthalt der
Beschwerdeführerin einer zielgerichteten Aus- oder Weiterbildung
dient, weshalb es sich rechtfertigt eine Ausnahme von Art. 23 Abs. 3
VZAE zu machen. 

Zusammenfassend ist festzuhalten,
dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid bei der Abklärung der
Bewilligungsvoraussetzungen zwecks Aus- und Weiterbildung nicht alle Faktoren
gebührend gewürdigt hat. Die Ermessensausübung des Beschwerdegegners und der
Vorinstanz sowie deren Schluss, die Verlängerung bzw. Erteilung der Aufent­haltsbewilligung
der Beschwerdeführerin zu verweigern, erweist sich angesichts der vorliegenden
Sachlage als rechtsverletzend und unverhältnismässig. Der Entscheid der
Rekursabteilung der Sicherheitsdirektion vom 22. September 2017 ist
aufzuheben. Der Beschwerdegegner wird angewiesen, die Aufenthaltsbewilligung der
Beschwerdeführerin zu verlängern. Allerdings ist die Beschwerdeführerin darauf
hinzuweisen, dass sie ihr Studium weiterhin beförderlich voranzutreiben hat,
ansonsten allenfalls die Verweigerung der Verlängerung ihrer
Aufenthaltsbewilligung zu prüfen ist.

Die Beschwerde ist damit gutzuheissen. 

5.
 

5.1 Bei diesem
Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Rekurs- und Beschwerdeverfahrens dem
Beschwerdegegner aufzuerlegen (§ 13 Abs. 2 in Verbindung mit § 65a
VRG) und er hat der Beschwerdeführerin für das Verfahren eine angemessene
Parteientschädigung zu entrichten (§ 17 Abs. 2 VRG), welche mit je
Fr. 1'500.- für das Rekurs- und Beschwerdeverfahren festzusetzen ist. 

5.2 Für das
Rekurs- und das Beschwerdeverfahren beantragt die Beschwerdeführerin die
unentgeltliche Prozessführung sowie Bestellung eines unentgeltlichen
Rechtsbeistands gestützt auf § 16 Abs. 1 und 2 VRG.

5.2.1
Da der Beschwerdeführerin aus dem Rekurs- und dem Beschwerdeverfahren keine
Gerichtskosten erwachsen, wird das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung gegenstandslos.

5.2.2
Nach § 16 Abs. 2 VRG haben Private, welchen die nötigen Mittel
fehlen und deren Begehren nicht offensichtlich aussichtslos erscheint, Anspruch
auf Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters, wenn sie nicht in der
Lage sind, ihre Rechte selbst zu wahren. 

Die Beschwerdeführerin ist Studentin und vermag ihren
Lebensunterhalt nicht selbständig zu bestreiten. Sie ist auf finanzielle
Unterstützung ihrer Verwandten und Bekannten angewiesen. Demnach ist von der
Mittellosigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen. Auch ist ihr Begehren nicht
aussichtslos und es stellen sich nicht unkomplizierte Rechtsfragen, weshalb in
der Person von RA B eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen ist.

5.2.3
RA B weist in ihrer Kostennote für das Rekursverfahren einen
zeitlichen Aufwand von 14,8 Stunden aus, was zu einer Entschädigung von
Fr. 3'622.- (Stundenansatz von Fr. 220.- inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) führt. Dieser zeitliche Aufwand erscheint für das
vorinstanzliche Verfahren als angemessen. Die Parteientschädigung von
Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inklusive) ist an diese Entschädigung
anzurechnen. Im Mehrbetrag von Fr. 2'122.- erfolgt die Entschädigung aus
der vorinstanzlichen Kasse. 

In der Kostennote für das Beschwerdeverfahren weist RA B
einen zeitlichen Aufwand von 13,4 Stunden aus, was zu einer Entschädigung
von Fr. 3'279.- (Stundenansatz von Fr. 220.- inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) führt. Dieser zeitliche Aufwand erscheint für das vorliegende
Verfahren eher hoch, aber gerade noch als angemessen. Die Parteientschädigung
von Fr. 1'500.- (Mehrwertsteuer inklusive) ist an diese Entschädigung
anzurechnen. Im Mehrbetrag von Fr. 1'779.- erfolgt die Entschädigung aus
der Gerichtskasse. 

In Bezug auf den von der Gerichts- und der vorinstanzlichen
Kasse zu bezahlenden Betrag ist die Beschwerdeführerin gestützt auf § 65a
Abs. 2 in Verbindung mit § 16 Abs. 4 VRG darauf aufmerksam zu
machen, dass sie Nachzahlung leisten muss, sobald sie dazu in der Lage ist. Der
Anspruch des Kantons verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens.

6.
 

Der vorliegende Entscheid kann mit
Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff.
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) angefochten werden,
soweit ein Rechtsanspruch auf eine fremdenpolizeiliche Bewilligung geltend
gemacht wird. Ansonsten steht die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach
Art. 113 ff. BGG offen. Werden beide Rechtsmittel ergriffen, hat dies
in der gleichen Rechtsschrift zu geschehen (Art. 119 Abs. 1 BGG).

Demgemäss erkennt die
Kammer:

1.    Das
Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird als gegenstandslos geworden
abgeschrieben.

2.    Der
Beschwerdeführerin wird in der Person von RA B eine unentgeltliche
Reichtsbeiständin für das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren bestellt.

3.    Die
Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid der Rekursabteilung der
Sicherheitsdirektion vom 22. September 2017 wird aufgehoben. Der
Beschwerdegegner wird angewiesen, die Aufenthaltsbewilligung der
Beschwerdeführerin zu verlängern.

4.    Die
Kosten des Rekursverfahrens werden dem Beschwerdegegner auferlegt.

5.    Die
Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 2'000.--;          die übrigen Kosten betragen:

Fr.      60.--           Zustellkosten,

Fr. 2'060.--           Total der Kosten.

6.    Die
Gerichtskosten werden dem Beschwerdegegner auferlegt.

7.    Der
Beschwerdegegner wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin für das Rekurs- und
Beschwerdeverfahren je eine Parteientschädigung von Fr. 1'500.- (inklusive
Mehrwertsteuer), insgesamt Fr. 3'000.- zu bezahlen.

8.    RA B
wird für das Rekursverfahren im Mehrbetrag von Fr. 2'122.- (inklusive
Mehrwertsteuer) aus der vorinstanzlichen Kasse entschädigt. Die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 VRG
bleibt vorbehalten.

9.    Für das verwaltungsgerichtliche Verfahren wird RA B
im Mehrbetrag von Fr. 1'779.- (inklusive Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. Die
Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 VRG bleibt vorbehalten.

10.  Gegen dieses Urteil kann Beschwerde im Sinn der
Erwägungen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der
Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14,
einzureichen.

11.  Mitteilung an …