# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d940bca2-9a51-5939-baee-e08d8cc5851f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 18.11.2014 SB140071
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140071_2014-11-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB140071-O/U/cw-ad 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, und lic.iur. Ruggli, die 

Oberrichterin lic.iur. Wasser-Keller sowie der Gerichtsschreiber 

lic.iur. Hafner 

 
 

Urteil vom 18. November 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfachen Mord etc.   

 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Pfäffikon, 1. Abteilung, vom 

18. April 2013 (DG120005) 

 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

18. September 2012 (Urk. 68) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB 

i.V.m. Ziff. 2, 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB und im 

Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB i.V.m. Abs. 2 lit. a, 

− des mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von 

Art. 33 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a WG, Art. 7 Abs. 1 WG 

und Art. 12 Abs. 1 lit. d WV sowie Art. 27 Abs. 1 WG, 

− des mehrfachen Mordes im Sinne von Art. 112 StGB. 

2. Vom Vorwurf der Drohung zum Nachteil von B._____ gemäss Nebendossi-

er 1 wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe, 

wovon bis und mit 18. April 2013 614 Tage durch Haft sowie durch vorzeiti-

gen Strafantritt erstanden sind. 

4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

8. März 2012 beschlagnahmte Selbstladepistole, die mit Verfügung der 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 9. August 2012 beschlag-

nahmten Hülsen und Projektile (FOR …) und die mit Verfügung der Staats-

anwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 25. Juni 2012 beschlagnahmte 

Schere werden eingezogen. Die Selbstladepistole und die Schere werden 

der Bezirksgerichtskasse Pfäffikon zur Vernichtung überlassen. Die Hülsen 

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und Projektile werden dem Forensischen Institut Zürich zur Vernichtung 

überlassen.  

5. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Zivilforderungen (Schadener-

satz und Genugtuung zzgl. Zins) der Privatkläger 1-6 in vollem Umfang an-

erkennt. 

6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 15'000.–. Über die weiteren Kos-

ten (Barauslagen usw.) wird die Gerichtskasse Rechnung stellen. 

7. Die Verfahrenskosten, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung 

und der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläger, werden dem Beschul-

digten auferlegt, aber abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

und der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläger werden auf die Gerichts-

kasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO. Über die Höhe dieser Kosten wird mit separatem Beschluss 

entschieden. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 180 S. 3) 

1. Unter Vorbehalt der Abweisung der verfahrensrechtlichen Rügen sei 

festzustellen, dass das urteil der 1. Abteilung des Bezirksgerichts Pfäf-

fikon vom 18. April 2013 mit Bezug auf Dispositiv-Ziff. 1 mit Ausnahme 

des Vorwurfs des mehrfachen Mordes im Sinne von Art. 112 StGB, 

Dispositiv-Ziff. 2 und 4-9 in Rechtskraft erwachsen sei. 

2. A._____ sei der mehrfachen vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 

111 StGB für schuldig zu befinden. 

3. A._____ sei dafür angemessen zu bestrafen. Dies unter Anrechnung 

der bis heute erstanden Haft. 

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4. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens, ausgenommen derjenigen 

der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung 

der Privatkläger, seien A._____ aufzuerlegen, jedoch sofort und defini-

tiv abzuschreiben. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(Urk. 181 S. 1) 

1. Die Berufung der Verteidigung sei abzuweisen und das Urteil des Be-

zirksgerichts Pfäffikon vom 18. April 2013 sei vollumfänglich zu bestäti-

gen. 

2. Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens, exklusive der Kosten 

der Verteidigung, seien dem Beschuldigten aufzuerlegen, jedoch zufol-

ge Uneinbringlichkeit sofort definitiv abzuschreiben. 

3. Die Kosten der Verteidigung seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

_______________________________ 

 

Erwägungen: 

I.  Prozessgeschichte 

 1.  Das Bezirksgericht Pfäffikon sprach den Beschuldigten mit Urteil vom 

18. April 2013 des mehrfachen Mordes für schuldig und bestrafte ihn mit lebens-

länglicher Freiheitsstrafe (Urk. 160).  

 Gegen dieses Urteil liess der Beschuldigte am 29. April 2013 Berufung an-

melden (Urk. 143). Am 5. März 2014 folgte seine schriftliche Berufungserklärung 

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mit nicht näher begründeten Anträgen auf vollumfänglichen Freispruch, auf Über-

nahme der Verfahrenskosten auf die Gerichtskasse und auf Erstattung von Scha-

denersatz und Genugtuung (Urk. 163). Anlässlich der Berufungsverhandlung re-

duzierte die Verteidigung des Beschuldigten die Anfechtung auf den Schuld-

spruch wegen mehrfachen Mordes und auf die Strafe. Beantragt wurde nun eine 

Verurteilung wegen mehrfacher vorsätzlicher Tötung im Sinne von Art. 111 StGB, 

wofür der Beschuldigte angemessen zu bestrafen sei (Urk. 180 S. 3).  

 Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 7. März 2014 auf An-

schlussberufung und auf Einwände gegen das Eintreten auf die Berufung des Be-

schuldigten; sie beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 

167). Die Privatklägerschaft liess sich nicht vernehmen. Beweisanträge wurden 

von keiner Seite gestellt.  

 Damit ist das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich der Dispositivziffern 1 teilwei-

se (Schuldsprüche wegen einfacher Körperverletzung, mehrfacher Drohung und 

mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz), 2 (Teilfreispruch), 4 (Einzie-

hung), 5 (Zivilansprüche) sowie 6 (Kostenaufstellung) und 7 teilweise (Kostenfol-

ge gemäss Satz 1 und 2) nicht mehr angefochten und demnach in Rechtskraft 

erwachsen, was vorab festzustellen ist. 

 2.  Mit Beschluss vom 13. Mai 2014 überwies die III. Strafkammer des 

Obergerichts des Kantons Zürich die Honorarbeschwerde des amtlichen Verteidi-

gers, welche das vorliegende Verfahren betrifft, an die hiesige Kammer zur Be-

handlung im Rahmen des vorliegenden Berufungsverfahrens (Urk. 170; Be-

schwerdeakten in Urk. 171). Entsprechend ist zu verfahren.  

 3.  Nach Durchführung der heutigen Berufungsverhandlung ist der Fall 

spruchreif.  

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II.   Vorfragen 

 1.  Wie bereits vor Vorinstanz erhob die Verteidigung anlässlich der Beru-

fungsverhandlung formelle Einwände gegen die Verwertbarkeit mehrerer Be-

weismittel (Urk. 180 S. 4-11).  

 Vorerst machte die Verteidigung geltend, dass eine Reihe von Aussagen 

Dritter nicht verwertbar seien, da die Teilnahmerechte des Beschuldigten in deren 

polizeilichen Befragungen und in den anschliessenden staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahmen, soweit dort auf die Befragung vor Polizei Bezug genommen wur-

de, nicht gewahrt worden seien (a.a.O. S. 4). Diesbezüglich hat sich die Vo-

rinstanz einlässlich geäussert (Urk. 160 S. 9-13). Sie erachtete die polizeilichen 

Einvernahmen, bei denen die Teilnahmerechte des Beschuldigten nicht in einer 

späteren Befragung nachgewährt wurden, zu Recht als nicht verwertbar, jedoch 

auch nicht von Relevanz für die Entscheidfindung. Ebenfalls zutreffend ist die Auf-

fassung der Vorinstanz hinsichtlich der Einvernahmen, die im Beisein des Be-

schuldigten und seines Verteidigers durch die Staatsanwaltschaft oder durch das 

Gericht wiederholt wurden. Eine direkte Bezugnahme der erneut Befragten auf ih-

re früheren Aussagen ist entgegen der Ansicht der Verteidigung nicht ersichtlich; 

vielmehr wurden die Zeugen integral neu befragt. Die Teilnahmerechte des Be-

schuldigten waren diesbezüglich gewahrt und ebenso hätten die Zeugen mit ihren 

allenfalls divergierenden Aussagen in den polizeilichen Einvernahmen konfrontiert 

werden können. Eine Unverwertbarkeit all dieser Aussagen ist somit in Bestäti-

gung der Auffassung der Vorinstanz nicht gegeben. 

 Neu machte die Verteidigung vor Obergericht geltend, auch die erste Befra-

gung des Beschuldigten noch am Tattag sei nicht verwertbar, da bereits zu die-

sem Zeitpunkt ein Fall notwendiger Verteidigung vorgelegen habe und erst nach 

dieser Befragung ein Verteidiger bestellt worden sei (Urk. 180 S. 4 f.). Diesem 

Einwand ist entgegenzuhalten, dass der Gesetzgeber in Art. 131 Abs. 2 StPO sti-

puliert hat, dass die Verteidigung erst nach der ersten Einvernahme durch die 

Staatsanwaltschaft sicherzustellen sei, wenn auch jedenfalls vor Eröffnung der 

Untersuchung. Die Einvernahme noch am Tattag diente primär der Erhärtung des 

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Tatverdachts und der Abklärung von Haftgründen. Auch in einem Brandtourfall 

wie dem vorliegenden kann es angezeigt sein, dass die Staatsanwaltschaft noch 

vor der formellen Eröffnung der Untersuchung mit der beschuldigten Person eine 

Einvernahme durchführt, womit noch keine Sicherstellungspflicht besteht (Lieber, 

in Donatsch/Hansjakob/Lieber, StPO Kommentar, Art. 131 N 7; Schmid, StPO 

Praxiskommentar, 2. Aufl., Art. 309 N 12). Diese erste Einvernahme, zu Beginn 

welcher der Beschuldigte sich mit der Durchführung ohne sofortigen Beizug eines 

Verteidigers einverstanden erklärte (Urk. 5/1 S. 2), dauerte bis Mitternacht des 15. 

August 2011. Innert der darauffolgenden Stunde (16. August 2011, 01:00 Uhr) 

wurde vom Staatsanwalt Antrag an das Zwangsmassnahmengericht auf Untersu-

chungshaft gestellt (Urk. 51/6). Damit war gegen den Beschuldigten die Untersu-

chung eröffnet. Gleichzeitig stellte der Staatsanwalt Antrag an die Oberstaatsan-

waltschaft auf Bestellung eines amtlichen Verteidigers (Urk. 50/1). Diese Bestel-

lung erfolgte am anschliessenden Morgen, sodass dem Verteidiger bereits um 

09:38 Uhr des 16. August 2011 eine Besuchsbewilligung zur Kontaktaufnahme 

mit dem Beschuldigten zugefaxt werden konnte (vgl. Urk. 50/3 Blatt 3). Tags da-

rauf, nachdem der Beschuldigte auf eine Haftverhandlung und sein Verteidiger 

auf eine Stellungnahme zum Haftantrag verzichtet hatten, wurde über den Be-

schuldigten Untersuchungshaft verfügt (Urk. 51/7). Mit diesem Prozedere wurde 

Art. 131 Abs. 2 StPO Genüge getan und es kann nicht die Rede davon sein, dass 

diese erste Einvernahme des Beschuldigten nicht verwertbar sein würde. 

 Der nächste formelle Einwand, den die Verteidigung in der Berufungsver-

handlung erhoben hat, betrifft die Einholung der PUK-Codes des Mobiltelefons 

des Beschuldigten und seiner verstorbenen Ehefrau durch die Staatsanwaltschaft. 

Da dazu keine richterliche Genehmigung vorläge, seien die beschafften Informati-

onen nicht verwertbar. Die Vorinstanz hat sich mit diesem Einwand zutreffend 

auseinandergesetzt und ihn entsprechend verworfen, sodass darauf verwiesen 

werden (Urk. 160 S. 13-16) und der Entscheid bestätigt werden kann. Selbst 

wenn gegenteilig zu entscheiden wäre, änderte dies nichts an der Beweislage, da 

sich aus der Beschaffung der PUK-Codes weder etwas zum Nachteil noch zum 

Vorteil des Beschuldigten ergeben hat und sich der Einwand der Verteidigung oh-

nehin als gegenstandslos erweist. 

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 Weitere Einwände der Verteidigung betreffen das psychiatrische Gutachten 

von Prof. C._____ über den Beschuldigten. Gemäss Verteidigung weist dieses 

Gutachten mehrere Mängel auf, welche zur Unverwertbarkeit führen müssten; es 

sei deshalb ein neues Gutachten zu bestellen. Der erste Mangel soll darin liegen, 

dass die Erstellung des Gutachtens, obwohl die Begutachtung unter der Verant-

wortung von Prof. C._____ hätte geschehen sollen, weitgehend durch Dr. 

D._____ erfolgt sei, welche nicht berechtigt war, ein solches Gutachten selbstän-

dig zu verfassen. Gemäss § 27 Abs. 2 PPGV hätte Prof. C._____ nur Teile der 

Aufgabe an andere Fachpersonen delegieren, nicht aber eine praktisch vollstän-

dige Delegation vornehmen dürfen (Urk. 180 S. 6-9). Zudem würde eine einzige 

Exploration des zu Untersuchenden im Rahmen einer Begutachtung nicht genü-

gen (a.a.O. S. 9 f.). Die Vorinstanz hat diese Einwände mit zutreffenden Gründen 

verworfen. Sie kam aufgrund der Erklärungen von Prof. C._____ vor Schranken 

des Gerichts, wonach er den Entwurf des Gutachtens, den Dr. D._____ verfasst 

habe, zu 90% umgeschrieben habe und wonach der Hauptteil einer Begutachtung 

nicht in der Durchführung von persönlichen Explorationsgesprächen liege, son-

dern in der Erarbeitung des Gutachtens, zum Schluss, dass nie eine praktisch 

vollständige Delegation sämtlicher Aufgaben an Dr. D._____ stattgefunden habe, 

sondern nur eine zulässige Delegation von Teilaufgaben. Zudem führte die Vo-

rinstanz aus, dass nirgends eine Stütze dafür bestehe, dass den Gutachter die 

Pflicht treffe, den Exploranden mehr als einmal persönlich zu untersuchen. In bei-

den Hinsichten kann der Vorinstanz gefolgt werden. Im kritisierten Gutachten ist 

zwar erwähnt, dass die Erstellung des Gutachtens weitgehend durch Dr. D._____ 

erfolgt sei (Urk. 24/7 S. 2). Es wird aber auch festgehalten, dass dies unter der 

supervisorischen Kontrolle von Prof. C._____ erfolgt sei. Auch ist erwähnt, dass 

letzterer den Beschuldigten ein Mal persönlich exploriert habe, dass er die Akten 

kenne und dass er zu einer eigenständigen Urteilsbildung gekommen sei (a.a.O. 

S. 2). Wenn die Vorinstanz gestützt darauf die Erklärung von Prof. C._____ vor 

Gericht, wonach er den grössten Teil des Gutachtens selber (um-)geschrieben 

habe für plausibel erachtete, so ist dies entgegen der Ansicht der Verteidigung 

(Urk. 180 S. 7) durchaus nachvollziehbar. Die Mitarbeit von Dr. D._____ macht 

das Gutachten deshalb nicht unverwertbar. Gleiches gilt für den Umstand, dass 

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Prof. C._____ nicht mehr als eine Exploration selber durchgeführt hat; diesbezüg-

lich ist der Gutachter frei. Die Verteidigung vermag denn auch keine daraus abzu-

leitenden inhaltlichen Mängel des Gutachtens zu nennen. 

 Zu guter Letzt kritisiert der Verteidiger das Gutachten im Zusammenhang mit 

dem Beizug von Dolmetschern bei den Explorationsgesprächen und dessen Do-

kumentation. Entgegen der Darstellung des Verteidigers (Urk. 180 S. 10 N 40) 

bestehen angesichts der Feststellung im Gutachten, wonach die Untersuchungs-

gespräche im Beisein der Übersetzer E._____ oder F._____ stattgefunden hätten 

(Urk. 24/7 S. 62), keine Zweifel, dass immer einer dieser Übersetzer mit anwe-

send war. Ebenso aktenwidrig ist der Einwand des Verteidigers (a.a.O. S. 10 N 42 

f.), wonach sich aus den Akten Verwirrliches zu den Explorationsgesprächen und 

den dabei anwesenden Übersetzern ergebe. Vielmehr ergibt sich aus Urk. 24/10 

und aus Anhang zu Urk. 130 klar, welcher der beiden Übersetzer an welchen der 

sechs Explorationsgesprächen teilgenommen hat. Wenn der Verteidiger sodann 

in Frage stellt, ob die Übersetzer bei den Explorationsgesprächen auf ihre Pflich-

ten, gemeint wohl in erster Linie auf Art. 307 StGB, hingewiesen worden seien 

(a.a.O. S. 10 N 41), so ist unter Hinweis auf ZR110/2011 S. 109 daran festzuhal-

ten, dass es sich bei gutachterlichen Explorationen nicht um eigentliche Beweis-

erhebungen handelt, sondern um einfache Erhebungen im Sinne von Art. 185 

Abs. 4 StPO, d.h. um die Sammlung von Befundtatsachen, sodass der Sachver-

ständige nicht zu einem formalistischen Vorgehen wie etwa die Durchführung ei-

gentlicher Einvernahmen mit entsprechender Protokollierung nach StPO verpflich-

tet ist. Es besteht aus diesem Grund denn auch kein Teilnahmerecht der Verteidi-

gung. Der Gutachter ist lediglich dazu verpflichtet, allenfalls verweigerungsbe-

rechtigte Personen auf ihr Weigerungsrecht hinzuweisen (Art. 185 Abs. 5 Satz 2 

StPO). Gleich ist es in den Leitfäden zur Gutachtenerstellung der Fachkommissi-

on psychiatrische und psychologische Gutachten des Obergerichts des Kantons 

Zürich von 2006 und 2014 geregelt. Diese Leitfäden können in Analogie zu den in 

BGE 9C_738/2013 erwähnten "Qualitätsleitlinien für psychiatrische Gutachten in 

der Eidgenössischen Invalidenversicherung" als anerkannter Standard für eine 

sachgerechte psychiatrische Begutachtung in Strafsachen bezeichnet werden. 

Gestützt darauf hat der Experte im Gutachten einzig die Namen der beigezoge-

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nen Übersetzer zu erwähnen, nicht jedoch einen allfälligen Hinweis auf die Straf-

folgen einer falschen Übersetzung nach Art. 307 StGB oder der Verletzung des 

Amtsgeheimnisses nach Art. 320 StGB (Leitfaden 2006 und 2014, Formalien). Die 

Folgen einer vorsätzlich falschen Übersetzung oder der Verletzung der Geheim-

nispflicht sind den berufsmässigen Übersetzern ohnehin bekannt und eine Bestra-

fung setzt keinen vorgängig förmlichen Hinweis darauf voraus. Bei beiden im vor-

liegenden Fall auf Empfehlung der Staatsanwaltschaft beigezogenen Übersetzern 

handelt es sich um erfahrene Dolmetscher. Aus dem Umstand, dass im Gutach-

ten nicht festgehalten ist, dass diese förmlich auf ihre Pflichten hingewiesen wor-

den sind, kann deshalb nichts gegen die Verwertbarkeit des Gutachtens abgelei-

tet werden. Die Berufungsinstanz kommt folglich in diesem Streitpunkt zum glei-

chen Ergebnis wie die Vorinstanz, wenn auch mit anderer Begründung.  

 Zusammengefast erweist sich das Gutachten von Prof. C._____ als ver-

wertbar, sodass der Antrag der Verteidigung auf Einholung eines neuen Gutach-

tens abzuweisen ist.  

III.  Mehrfache Tötung z. Nt. v. †G._____ und †H._____ 

 1.  Sachverhalt 

 Die Anklage wirft dem Beschuldigten im Hauptanklagepunkt zusammenge-

fasst vor, am 15. August 2011 um die Mittagszeit in I._____ auf der Strasse seine 

Ehefrau mit drei Kopfschüssen und wenig später vor dem dortigen Gemeindehaus 

die Leiterin des Sozialamtes I._____ mit einem Kopfschuss getötet zu haben. Der 

Vorgang der Tötungen ist vom Beschuldigten grundsätzlich eingestanden; die 

Umstände der Taten und die Folgen für die Opfer sind denn auch durch die Ak-

ten, insbesondere durch die Tatorterhebungen und die gerichtsmedizinischen Be-

richte und Gutachten, ausreichend belegt. Gegenüber der Sachverhaltsdarstel-

lung in der Anklageschrift bestritt der Beschuldigte jedoch verschiedene Elemente 

des Geschehens bzw. stellte sie anders dar, worauf im Folgenden einzugehen ist.  

 So schilderte er - weniger anlässlich der Berufungsverhandlung, jedoch im 

vorangegangenen Verfahren - , dass der Tötung seiner Ehefrau ein längerer Dia-

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log vorangegangen sei. Die entsprechenden Vorbringen des Beschuldigten in der 

Hafteinvernahme (HD Urk. 5/1), in den Einvernahmen vom 16. September 2011 

und 10. Juli 2012 (HD Urk. 5/3 und 5/7) und in der Hauptverhandlung (HD Urk. 

123/2 S. 46 f.) sind im angefochtenen Urteil detailliert wiedergegeben (Urk. 160 S. 

67-70). Die Vorinstanz wies dabei darauf hin, dass die Ausführungen des Be-

schuldigten anlässlich dieser Befragungen nicht kongruent gewesen seien und 

insbesondere in der Länge des behaupteten Dialogs mit der Ehefrau erheblich va-

riierten. Des Weiteren stellte das Bezirksgericht der Darstellung des Beschuldig-

ten die Aussagen der Zeugen J._____ und K._____ (HD Urk. 6/6 und 6/2) gegen-

über und kam klar und überzeugend zum Schluss, dass vor der Tötungshandlung 

zum Nachteil der Ehefrau des Beschuldigten gar kein Raum für weitschweifige 

Gespräche bestanden habe; vielmehr müsse davon ausgegangen werden, dass 

zwischen dem Ergreifen des Armes von †G._____ durch den Beschuldigten und 

der ersten Schussabgabe gegen deren Kopf nur ein kurzer Dialog stattgefunden 

habe (Urk. 160 S. 71 f.). Hinsichtlich des Inhalts des kurzen Gesprächs erachtete 

die Vorinstanz es lediglich für erstellt, dass das spätere Opfer den Beschuldigten 

zurückgewiesen bzw. sich geweigert habe, das Zusammenleben mit ihm wieder 

aufzunehmen; daraufhin habe der Beschuldigte die Waffe mit drei Schüssen auf 

den Kopf seiner Ehefrau abgefeuert (a.a.O.). Die Beweiswürdigung der Vo-

rinstanz überzeugt. Es ist deshalb ihren Erwägungen zu folgen.  

 In zweiter Linie bestreitet der Beschuldigte, dass es sich bei den Schüssen 

auf seine Ehefrau um gezielte Schussabgaben gehandelt habe. Er habe nie daran 

gedacht, seine Ehefrau umzubringen. Er sei geschockt gewesen, als sich der 

Schuss gelöst habe (vgl. HD Urk. 123/2 S. 48). In der Berufungsverhandlung er-

klärte er, sein Finger am Abzug der Waffe habe sich von selber bewegt; er habe 

wie ein Roboter gehandelt (vgl. Prot. II S. 34, 37 und 39). Die Vorinstanz hat sol-

ches klar widerlegt. Vorerst war zu konstatieren, dass der Beschuldigte anfangs 

der Untersuchung noch selber von gezielten Schüssen gegen seine Ehefrau ge-

sprochen hatte. Zudem konnten sich bei der benützten Waffe keinesfalls gleich 

drei Schüsse von alleine lösen. Auch das Verhalten des Beschuldigten nach der 

Tötung seiner Ehefrau (Gang zum Auto; Versuch, den Schwager telefonisch zu 

erreichen; Telefongespräch mit seiner Mutter im Kosovo) erachtete die Vorinstanz 

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als rational kontrolliertes Verhalten, was einen Schockzustand ausschliesse. 

Wenn die Vorinstanz die Darstellung des Beschuldigten, wonach die Schüsse un-

absichtlich, mithin nicht gezielt abgegangen seien und er darüber selber scho-

ckiert gewesen sei, als unglaubhaft und als reine Schutzbehauptungen qualifizier-

te, so ist dies naheliegend und überzeugend. Somit ist auf eine Vorsatztat zu 

schliessen.  

 Mit Bezug auf die zweite Tötung bestritt der Beschuldigte, dass er vor dem 

Gemeindehaus auf †H._____ oder L._____, die für ihn zuständige Sozialarbeite-

rin betreffend Zusatzleistungen, gewartet habe in der Absicht, mit der verbleiben-

den Patrone eine dieser Frauen zu töten. Seine Aussagen insbesondere am 16. 

September 2011 (HD Urk. 5/3) und am 9. August 2012 (HD Urk. 5/8) sowie vor 

Vorinstanz lauteten im Wesentlichen dahingehend, dass er ursprünglich eine Pat-

rone für sich selber übrig gelassen habe. Er sei unter das Vordach des Gemein-

dehauses gegangen, weil es geregnet habe und nicht in der Absicht, eine andere 

Person zu erschiessen. Er räumte zwar ein, dass er dort †H._____ oder L._____ 

habe ansprechen wollen, er habe aber gedacht, dass die Polizei noch vorher 

komme. Eine Tötungsabsicht bestritt der Beschuldigte auch anlässlich seiner Be-

fragung in der Berufungsverhandlung (Prot. II S. 39 ff.). 

 Auch diese Darstellung des Beschuldigten vermochte die Vorinstanz strin-

gent zu widerlegen. Sie wies vorerst auf die Aussage des Beschuldigten in der 

Hafteinvernahme hin, in welcher er noch spontan erklärt hatte, dass er nach der 

Tötung der Ehefrau gedacht habe, dass †H._____ aus dem Gemeindehaus her-

auskommen und er sie ebenfalls umbringen könnte. In der Einvernahme vom 16. 

September 2011 hatte der Beschuldigte sodann ausgesagt, dass, als er eine Frau 

aus dem Gemeindehaus habe herauskommen sehen, daran gedacht habe, ein 

bisschen zu warten, bis eine der beiden genannten Frauen komme. Sodann hielt 

die Vorinstanz zutreffend fest, dass seine späteren Aussagen, anders als die 

spontanen Erklärungen in den ersten zwei Einvernahmen, zum Teil ausweichend 

ausgefallen seien und kein stimmiges Bild der Ereignisse zu vermitteln vermöch-

ten; sie würden insbesondere auch nicht erklären, wieso der Beschuldigte nach-

geschaut habe, ob die Türe zum Gemeindehaus offen gewesen sei. Die Überprü-

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fung der Türe könne aber nicht bedeutungslos gewesen sein, so die Vorinstanz 

weiter, sondern lasse sich nur dadurch erklären, dass der Beschuldigte im Mo-

ment, als er eine erste Frau aus dem Gemeindehaus habe kommen sehen, den 

Entschluss gefasst habe, dass, wenn er †H._____ antreffen würde, er sie mit der 

letzten Kugel ums Leben bringen werde. Die Vorinstanz sah es aus diesem Grund 

und nicht zuletzt aufgrund der spontanen Aussagen des Beschuldigten in den ers-

ten beiden Einvernahmen für erstellt an, dass er, der wusste, dass †H._____ 

montags arbeitete, die Möglichkeit erkannte, dass sie aus dem Gemeindehaus 

herauskommen könnte und deshalb dort auf sie wartete in der Absicht, sie zu tö-

ten. Die Vorinstanz ging allerdings nicht davon aus, dass der Beschuldigte die Tö-

tung von †H._____ lange im Voraus geplant hätte; vielmehr nahm sie an, dass 

ihm der Umstand, dass er eine andere Frau aus dem Gemeindehaus hatte her-

auskommen sehen, den Anstoss gegeben habe, †H._____ abzupassen. Danach 

seien - so die Vorinstanz weiter - mehrere Minuten verstrichen, die der Beschul-

digte für Telefonate in sein Heimatland nutzte und während dieser Zeit habe die 

Tötungsabsicht offensichtlich angedauert bis sie beim Erscheinen von †H._____ 

verwirklicht wurde.  

 Die Erwägungen im angefochtenen Urteil sind einmal mehr nachvollziehbar 

und zutreffend. Der Beschuldigte hat sich somit nicht in erster Linie wegen des 

Regens vor den Eingang des Gemeindehauses begeben und dort aufgehalten, 

sondern um auf das nächste Opfer zu warten.  

 Der Vorinstanz ist auch zu folgen, wenn sie die in der Anklageschrift um-

schriebenen Motive der beiden Tötungen für erstellt betrachtet hat. Die entspre-

chende Begründung überzeugt, so dass ohne Einschränkung darauf verwiesen 

werden kann (vgl. Urk. 160 S. 80-82). Gleiches gilt zum Vorwurf der Anklage, der 

Beschuldigte hätte auch L._____ umgebracht, wenn diese (zuerst) das Gemein-

dehaus verlassen hätte; sie hatte an diesem Tag jedoch gar keinen Dienst. Im 

angefochtenen Urteil ist dargelegt, wie der Beschuldigte in den ersten beiden Ein-

vernahmen, in welchen er spontan und ohne Aufforderung aussagte, stets von 

†H._____ und von L._____ gesprochen hatte. Die Vorinstanz legte dies zu Recht 

so aus, dass dies nur heissen könne, dass er auch L._____ getötet hätte, wenn 

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sie anstelle von †H._____ aus dem Gemeindehaus herausgekommen wäre. 

Ebenfalls leitete die Vorinstanz in nachvollziehbarer Weise von der ersten Aussa-

ge des Beschuldigten ab, dass er zwar die Tötung seiner Ehefrau und von 

†H._____ nicht von langer Hand geplant hatte, er sich jedoch seit längerer Zeit 

mit dem Gedanken beschäftigt haben muss, eine der zuständigen Personen des 

Sozialamtes umzubringen, und dies nicht nur ein flüchtiger Gedanke gewesen 

sein kann.  

 Zusammengefasst kam das Bezirksgericht zum Schluss, dass der in der An-

klageschrift umschriebene Sachverhalt - abgesehen von der Absicht, auch noch 

eine dritte Person umbringen zu wollen und abgesehen auch von der Qualifizie-

rung der Tötungen als "Hinrichtungen" - erstellt sei. Dem kann sich das Beru-

fungsgericht ohne Weiteres anschliessen. Es ist deshalb für die rechtliche Würdi-

gung von diesem Sachverhalt auszugehen.  

 2.  Rechtliche Würdigung 

 a)  Der Anklagevorwurf lautet auf mehrfachen Mord, womit die Staatsan-

waltschaft beide Tötungen unter den Tatbestand von Art. 112 StGB subsumiert. 

Die Verteidigung plädierte vor beiden Gerichtsinstanzen auf mehrfache vorsätzli-

che Tötung im Sinne von Art. 111 StGB. 

 Die Erläuterungen der Vorinstanz zum Tatbestand des Mordes und zu sei-

nen allgemeinen Anforderungen nach Gesetz, Lehre und Praxis sind richtig und 

erschöpfend dargestellt, sodass vorab darauf verwiesen werden kann (vgl. Urk. 

160 S. 88-92).  

 Gemäss der Staatsanwaltschaft sind bei beiden Tötungen sowohl das Motiv 

der Rache wie auch die Art der Ausführung als besonders skrupellos zu qualifizie-

ren: Seine Ehefrau wollte der Beschuldigte lieber tot sehen, als sie ihren eigenen 

Weg gehen zu lassen. Das Motiv, eine Verantwortliche des Sozialamts zu töten, 

sei sodann in der vom Beschuldigten als ungenügend erachteten finanziellen Un-

terstützung gelegen und im Umstand, dass seine Ehefrau in ihrem Autonomie-

streben unterstützt worden sei. Beide Tötungen waren nach Auffassung der An-

-   15   - 

klagebehörde kaltblütig und unerbittlich konsequent zu Ende geführt worden. Die 

Merkmale der besonderen Skrupellosigkeit hätten bei beiden Taten exemplarisch 

vorgelegen (Urk. 181 S. 4 f.). 

 Demgegenüber verneinte die Verteidigung eine besondere Skrupellosigkeit: 

Mit der Tötung der Ehefrau habe er diese nicht in erster Linie bestrafen wollen, 

sondern die Tat sei letztlich aus einer tiefen Angst heraus erfolgt, welche die Fol-

ge einer grossen inneren persönlichen Verunsicherung des Beschuldigten gewe-

sen sei, der sich den Anforderungen des Lebens in der Schweiz nicht gewachsen 

gefühlt habe; er habe sich mit einem sich zuspitzenden Kontrollverlust konfrontiert 

gesehen und habe sich nicht anders als mit brachialer Gewalt zu helfen gewusst. 

Vor dem Hintergrund traditioneller Werte sei er in ein Dilemma ohne ersichtlichen 

Ausweg geraten (Urk. 180 S. 12 f.). Auch bei der anschliessenden Tötung von 

Frau †H._____ könne von Kaltblütigkeit "kaum" die Rede sein, da diese Tat aus 

Sicht des Beschuldigten "folgerichtig" gewesen sei und ihr keine andere Motivati-

on zugrunde gelegen habe. Beide Taten seien deshalb als vorsätzliche Tötung zu 

qualifizieren (a.a.O. S. 13 f.) 

 Nicht strittig kann vorerst sein, dass der Beschuldigte, welcher den gewalt-

samen Tod der beiden Opfer bewirkt hat, zwei Mal den objektiven Tatbestand der 

vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB erfüllt hat. Wie bereits bei der 

Sachverhaltserstellung ausgeführt, ist sodann von gezielten Kopfschüssen aus-

zugehen, so dass auch am Tötungsvorsatz des Beschuldigten beide Male nicht 

zu zweifeln ist. Er hat denn auch nicht grundlos die Pistole aus dem Kosovo in die 

Schweiz mitgebracht und vor Ort aus dem Auto genommen, bevor er seine Ehe-

frau und später †H._____ abpasste und tötete. Er handelte dabei und bei den 

Schussabgaben ohne Zweifel mit Wissen und Willen. Ist aber der Grundtatbe-

stand von Art. 112 StGB in beiden Fällen erfüllt, so bleibt zu prüfen, ob die Tötun-

gen die Kriterien der besonderen Skrupellosigkeit im Sinne des Mordtatbestandes 

erfüllten. Entscheidend ist eine Gesamtwürdigung der äusseren und inneren Um-

stände der Tat. Die Qualifikation der besonderen Skrupellosigkeit hat dabei im 

Wesentlichen nach ethischen Kriterien zu erfolgen. Die schlechte Gesinnung des 

Täters muss sich als krassester, primitivster Egoismus bei weitgehendem Fehlen 

-   16   - 

sozialer Regungen manifestieren, wobei die moralische Wertung im Wesentlichen 

unabhängig von der psychischen Konstellation des Täters, welche erst bei der 

Strafzumessung zum Tragen kommt, vorzunehmen ist. 

 Die Vorinstanz hat vorerst die eigentliche Tatausführung in beiden Tötungs-

fällen – entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft – als nicht von beson-

ders verwerflicher Art taxiert: Aufgrund der Kopfschüsse hatten die Opfer nicht 

mehr zu leiden gehabt, als es mit einer Tötung notwendigerweise einhergehe. Die 

Ausführung der Taten könne nicht als geradezu heimtückisch bezeichnet werden. 

Die Opfer seien im Moment der Tat zwar verängstigt bzw. erschrocken gewesen, 

nicht aber als aufgrund eines vom Beschuldigten geschaffenen Vertrauens gera-

dezu arglos. Dieser Einschätzung der Vorinstanz ist beizupflichten. Ebenso ist ihr, 

wenn vom Beschaffen der Schusswaffe abgesehen wird, darin zu folgen, dass 

den Tötungen keine lange Planung vorausgegangen ist.  

 Im vorliegenden Fall sind jedoch die weiteren Mord-Kriterien der Motivation 

aus Rache und aus extrem Egoismus bzw. die extremen Geringschätzung des 

Lebens näher zu prüfen. Dabei ist jede der Tötungen einzeln zu beurteilen.  

 b)  Im Zusammenhang mit der Tötung von †G._____ bezeichnete die Vo-

rinstanz das Rachemotiv (wegen der Trennung und des verweigerten Rückzugs 

der Strafanzeige) als "völlig unnachvollziehbar". Dies trifft zu. Zu Recht sah die 

Vorinstanz den Schwerpunkt des Anlasses zur Tat jedoch beim übersteigerten 

Dominanzanspruch des Beschuldigten, und, da er diesem nicht mehr habe Gel-

tung verschaffen können, auch bei dessen sich daraus ergebenden verletzten 

Stolz. Diese seine Interessen erachtete das Bezirksgericht gegenüber dem Leben 

von †G._____ jedoch zusammengefasst ebenfalls als dermassen unbedeutend, 

dass es ihre Tötung als völlig sinnlos beurteilte. Dem ist unter Verweis auf die de-

taillierten Erwägungen im angefochtenen Urteil (Urk. 160 S. 98ff.) zuzustimmen. 

Die Vorinstanz erachtete folglich die Beweggründe des Beschuldigten zu Recht 

als extrem egoistisch und damit auch besonders verwerflich.  

 Die Vorinstanz übersah dabei nicht, dass bestimmte Umstände in gewissem 

Ausmass auch zugunsten des Beschuldigten sprachen. So hatte sich die Situati-

-   17   - 

on für ihn ab dem 15. Juni 2011 und sodann weiter ab dem 8. August 2011 klar-

erweise zugespitzt aufgrund des fortdauernden Verbots, die eheliche Wohnung zu 

betreten, infolge des Entzugs der Ergänzungsleistungen, und wegen der definiti-

ven Weigerung seiner Ehefrau, zu ihm zurückzukehren. Hinzu kam auch noch die 

Ablehnung seiner Anfrage nach einem Rechtsbeistand für die aufgrund der Straf-

anzeige der Ehefrau anstehende Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft. Ent-

gegen der Auffassung der Verteidigung erachtete die Vorinstanz diese Konfliktsi-

tuation jedoch zu Recht als keineswegs aussichtslos. Der Beschuldigte hätte in 

den Kosovo zurückkehren können, zumal ihn seine Verwandten in keiner Weise 

zu einer gewaltsamen Lösung drängten, sondern ihn im Gegenteil zur Heimkehr 

aufforderten und ihm dafür ihre Unterstützung zusagten. Die Vorinstanz hat rich-

tigerweise einen Kulturkonflikt, der eine Bluttat wie die begangene hätte erwarten 

lassen, verneint. Sie kam in einer Gesamtwürdigung aller inneren und äusseren 

Umstände zum Schluss, dass die verwerflichen Beweggründe des Beschuldigten 

durch die Konfliktsituation nicht bereits neutralisiert würden, sondern trotzdem 

ganz wesentlich im Vordergrund stehen blieben. Insbesondere der Umstand, dass 

nach dem Verständnis des Beschuldigten seiner Ehefrau ein Weiterleben getrennt 

von ihm nicht zustand, liess die Tat der Vorinstanz als besonders skrupellos er-

scheinen. Auch wies die Vorinstanz zutreffend darauf hin, dass die wiederholte 

und gezielte Schussabgabe des Beschuldigten und insbesondere sein letzter 

Schuss in den Kopf des bereits zu Boden gehenden Opfers auf eine besondere 

Gefühlskälte bzw. das Fehlen jeglicher Gefühlsregung schliessen liessen. Eine 

solche Tötungshandlung bezeichnete die Vorinstanz zutreffend als kaltblütig. Im 

gleichen Sinne qualifizierte sie das Verhalten des Beschuldigten nach der Tat, 

welche ihn offenbar weder schockierte noch sonst sonderlich berührte, sodass er 

das Opfer am Boden liegend lassend sich ohne Weiteres zum Auto begeben 

konnte, wo er anfing zu telefonieren. Zu Recht schloss die Vorinstanz aus der auf-

fälligen Kaltblütigkeit der Vorgehensweise auf das Fehlen jeglicher Skrupel auf 

Seiten des Beschuldigten. Auch im Übrigen kann der Einschätzung der  

Vorinstanz ohne Einschränkung gefolgt werden. Die Tat ist deshalb als Mord im 

Sinne von Art. 112 StGB zu qualifizieren.  

-   18   - 

 c)  Auch bei der Tötung von †H._____ stand das vom Beschuldigten emp-

fundene Unrecht (zu wenig Sozialhilfe; schlechte Behandlung; Unterstützung der 

Trennungsabsichten seiner Ehefrau durch die Leiterin des Sozialamtes), welches 

er vergelten wollte, in keinem Verhältnis zu seiner Bluttat. Ernsthafte Gründe, sich 

in dieser Weise zu rächen, lagen nicht ansatzweise vor. Die Vorinstanz hielt zu-

treffend fest, dass sich der Beschuldigte mit seinem Tun zum Herrn über Leben 

und Tod erhoben und beschlossen hat, dass †H._____ das Recht auf Leben ver-

wirkt habe. Mit der Vorinstanz ist zu sagen, dass er damit einen Egoismus und ei-

ne Geringschätzung des Lebens anderer in einem so krassen Ausmass offenbart 

hat, dass sich weitere Erläuterungen erübrigen.  

 Auch in diesem Fall berücksichtigte die Vorinstanz die Konfliktsituation, in 

der sich der Beschuldigte befand; aber der Konflikt mit der Gemeinde war nicht 

existenzieller Art und die Konfliktsituation folglich nicht geradezu schwerer Natur. 

Auf der anderen Seite hat die Vorinstanz zu Recht die kaltblütige Art, wie der Be-

schuldigte das Opfer abpasste, es dann ansprach und, als es stehenblieb, unter 

Blickkontakt in den Kopf schoss, hervorgehoben. Ob das Dem-Zufall-überlassen, 

wer zuerst aus dem Gemeindehaus treten werde und dann sterben müsste, als 

weitere Geringschätzung des menschlichen Lebens anzusehen ist, wie es die  

Vorinstanz tat, kann dahingestellt bleiben. Es ging dem Beschuldigten offensicht-

lich nicht um eine generelle Austauschbarkeit des zu tötenden Opfers, sondern 

um eine Tatalternative bezüglich konkreter Personen, welche Wahl letztlich 

dadurch hervorgerufen wurde, dass er nur noch über eine einzige Patrone verfüg-

te. Dies ändert jedoch nichts daran, dass dem Beschuldigten der Gedanke der 

Tötung einer der verantwortlichen Personen des Sozialamtes nicht neu war und 

er beim Anblick von †H._____ sich somit sofort entschliessen konnte, sie zu er-

schiessen. Die Vorinstanz fügte richtig an, dass der Beschuldigte, der durch die 

Tötung seiner Ehefrau nun alles verloren hatte, nun wollte, dass auch †H._____ 

alles verlieren und sterben sollte. Umständehalber treten auch bei dieser Tötung 

die verwerflichen Beweggründe dermassen stark in den Vordergrund, dass mit 

der Vorinstanz auch hier auf Mord zu erkennen ist.  

-   19   - 

 d)  Der Beschuldigte ist daher des mehrfachen Mordes im Sinne von 

Art. 112 StGB schuldig zu sprechen.  

IV.  Strafe 

 1.  Allgemeines  

 Auf die allgemeinen Regeln der Strafzumessung hat die Vorinstanz in zutref-

fender Weise hingewiesen (Urk. 160 S. 109-118), sodass dies nicht wiederholt zu 

werden braucht. Zudem wurde im angefochtenen Urteil auf das psychiatrische 

Gutachten über den Beschuldigten Bezug genommen, welches ihm für die Zeit 

der Taten volle Schuldfähigkeit attestiert, sodass eine Strafmilderung wegen allfäl-

lig verminderter Schuldunfähigkeit ausser Betracht zu fallen hat (a.a.O. S. 111). 

Auch schloss die Vorinstanz den Milderungsgrund des Handelns aus achtenswer-

ten Gründen aus (a.a.O. S. 111 f.). Gleich verfuhr sie zu Recht mit dem Milde-

rungsgrund der schweren Bedrängnis, dessen Anwendung sie bei der Tötung der 

Ehefrau wegen krasser Verletzung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit und 

bei der Tötung von †H._____ wegen des überwiegenden Rachemotivs verneinte 

(a.a.O. S. 112 f.). Auch die weiteren Milderungsgründe, wie das In-Versuchung-

geführt-werden, die entschuldbare heftige Gemütsbewegung, die Betätigung auf-

richtiger Reue oder der lange Zeitablauf seit der Tat, schloss die Vorinstanz mit 

zutreffenden Begründungen aus (a.a.O. S. 113-114). Damit ist vorliegend in 

Übereinstimmung mit der Begründung im angefochtenen Urteil von einem Straf-

rahmen (für Mord) von 10 bis 20 Jahren oder lebenslänglicher Freiheitsstrafe 

auszugehen, wobei sich die Begehung gleich zweier Morde grundsätzlich strafer-

höhend auswirken muss.  

 Praxisgemäss wäre bei der Strafzumessung für mehrere Delikte zuerst eine 

Einsatzstrafe für die schwerste Tat zu bestimmen. Da sich unter den beiden Mor-

den die schwerwiegendere Tat nicht a priori bestimmen lässt, entschied sich die 

Vorinstanz zur separaten Festlegung einer Einsatzstrafe für jedes der Tötungsde-

likte. Dies erweist sich als sachgerecht.  

 2.  Einsatzstrafe für die Tötung von †G._____ 

-   20   - 

 Die objektive Tatschwere wiegt aus den von der Vorinstanz angeführten 

Gründen erheblich (Tötung am helllichten Tag auf offener Strasse, sodass die Öf-

fentlichkeit von der Abstrafung der Ehefrau Kenntnis erhalten konnte; mehrere 

Schüsse aus sehr geringer Distanz in den Kopf, wobei der dritte Schuss erfolgte, 

als das Opfer bereits zusammenbrach). Auch die subjektive Tatschwere beurteilte 

die Vorinstanz bei der quantitativen Erfassung der besonders verwerflichen Be-

weggründe zutreffend als gravierend. Das Rachemotiv des Beschuldigten (für die 

Weigerung der Ehefrau, das Zusammenleben mit ihm wieder aufzunehmen und 

die Strafanzeige gegen ihn zurückzuziehen) ist zu Recht als nicht nachvollzieh-

bar, ja als geradezu verachtenswert bezeichnet worden. Mit der Vorinstanz ist hier 

von einer Geringschätzung des Lebens in krassestem Ausmasse auszugehen. 

Auch wurde mit direktem Vorsatz gehandelt. Die während der Tat beim Beschul-

digten vorliegende Anpassungsstörung und seine akzentuierten Persönlichkeits-

züge (Dominanzfokus, Rigidität, Impulsivität) erfüllen die Kriterien einer eigentli-

chen Persönlichkeitsstörung noch nicht, sodass kein entsprechender Strafmilde-

rungsgrund gegeben ist. Auch wenn davon auszugehen ist, dass persönlichkeits-

bedingt die Vermeidbarkeit der Tat in einem beschränkten Ausmasse vermindert 

war, was zu berücksichtigen ist, so war der Beschuldigte doch fähig und es war 

ihm auch zumutbar, sich gegen das für ihn innerpsychisch Naheliegende und 

Stimmige zu wenden und für eine gewaltlose Alternative zu entscheiden. Dass er 

sich trotzdem für die Begehung eines so schweren Verbrechens entschloss, lässt 

sein Verschulden als ausserordentlich schwer erscheinen. Diesbezüglich ist der 

Vorinstanz ohne Einschränkung beizupflichten (a.a.O. S. 119 f.).  

 Was die Erwägungen der Vorinstanz zur Täterkomponente bei der Strafzu-

messung angeht (Urk. 160 S. 120-122), so vermögen auch diese zu überzeugen. 

Richtig ist, dass aus dem Vorleben des Beschuldigten von Belang einzig die zwei 

Strafbefehle sind, die er in den Jahren 2006 und 2007 wegen Vergehen gegen 

das Waffengesetz bzw. wegen Fahren in fahrunfähigem Zustand erwirkt hat und 

aufgrund derer er mit einer bedingten Gefängnisstrafe von zehn Tagen bzw. einer 

bedingten Geldstrafe bestraft worden ist (Urk. 177). Die Folge ist eine leichte 

Straferhöhung. Beizupflichten ist der Vorinstanz auch bei der Beurteilung des 

Nachtatverhaltens des Beschuldigten: Die Zugabe seiner Tötungshandlungen er-

-   21   - 

folgte unter erdrückender Beweislage und dass er eine Flucht unmittelbar nach 

den Taten unterliess, war dadurch begründet, dass er die Lage für ohnehin aus-

weglos erachtete. Wie die Vorinstanz weiter richtig festhielt, liess der Beschuldigte 

im Rahmen des gesamten Strafverfahrens weder Einsicht noch Reue erkennen. 

Dies war auch anlässlich der Berufungsverhandlung nicht anders; vielmehr übte 

sich der Beschuldigte hier vorwiegend in Selbstmitleid (vgl. Prot. II S. 34, 40 und 

48). In seinem Nachtatverhalten sind deshalb keinerlei Gründe ersichtlich, die ei-

ne Strafminderung nahelegen würden.  

 Wenn die Vorinstanz die Einsatzstrafe für die Mordtat des Beschuldigten an 

seiner Ehefrau unter Berücksichtigung sämtlicher strafzumessungsrelevanter As-

pekte auf knapp unter 20 Jahre Freiheitsstrafe bemass, so erscheint dies ange-

messen und kann auch dem Berufungsentscheid zugrunde gelegt werden.  

 3.  Einsatzstrafe für die Tötung von †H._____ 

 Bei der Gewichtung der objektiven Tatschwere auch dieses Deliktes ist zu 

berücksichtigen, dass die Tötung in der Öffentlichkeit und durch einen Schuss aus 

geringer Nähe in den Kopf des Opfers erfolgte. Dass der Täter nach vorangegan-

gener Erschiessung seiner Ehefrau zuerst auf das zweite Opfer wartete und, als 

es aus dem Gemeindehaus trat, den Kontakt zu ihm suchte, um es anschliessend 

ebenfalls zu erschiessen, zeigt, wie ausserordentlich kaltblütig er vorgegangen ist. 

Dass der Beschuldigte dabei einen eigentlichen Racheakt begehen wollte, wurde 

bereits dargelegt. Wie extrem und verächtlich sein damit manifestierter Egoismus 

und seine Geringschätzung des Lebens anderer waren, ersieht sich aus den 

schlichtweg nichtigen Rachemotiven, aufgrund derer er das Opfer durch Tötung 

abzustrafen suchte (Schlechtbehandlung, zu geringe Sozialhilfe, Unterstützung 

der Autonomiebestrebung der Ehefrau durch das Sozialamt). Insofern können die 

detaillierten Erwägungen der Vorinstanz bestätigt werden. Aus der Austauschbar-

keit der Opfer (†H._____ oder L._____) kann jedoch – wie erwähnt (s.o. Ziff. 

II.2.c) – nicht zwingend etwas zum Nachteil des Beschuldigten abgeleitet werden. 

Ohne Zweifel lag beim Beschuldigten bei der Erschiessung von †H._____ wie bei 

der Tötung von †G._____ direkter Vorsatz vor. Auch beim zweiten Mord vermag 

die dem Beschuldigten zu attestierende leichte Beschränkung der Vermeidbarkeit 

-   22   - 

einer solchen Tat die vorerwähnten, die Tat aggravierenden Aspekte nicht mass-

geblich aufzuwiegen. Auch hier ist somit mit der Vorinstanz von einem ausseror-

dentlich schweren Tatverschulden auszugehen.  

 Mit Bezug auf die Täterkomponente kann für dieses Delikt auf das zum ers-

ten Mord Ausgeführte verwiesen werden; es führt auch hier dazu, dass alles in al-

lem nur die beiden Vorstrafen in geringem Umfang zu einer Straferhöhung führen; 

andere relevante Zumessungsgründe fehlen. Die Vorinstanz gelangte im Ergebnis 

auch für den Mord an †H._____ zu einer Einsatzstrafe von knapp unter 20 Jahren 

Freiheitsstrafe. Dies erscheint für dieses Tötungsdelikt ebenfalls als angemessen. 

 4.  Die Vorinstanz hielt es damit zu Recht für irrelevant, welche der beiden 

Tötungen zur Festlegung der Einsatzstrafe herangezogen werde, nachdem jeden-

falls von einer Einsatzstrafe von knapp unter 20 Jahren Freiheitsstrafe auszuge-

hen ist. Das zweite Tötungsdelikt wirkt sich jedenfalls straferhöhend aus; dies 

auch bei Anwendung des Asperationsprinzips in einem Masse, dass die Einsatz-

strafe ganz erheblich überschritten wird. Da keine zeitige Freiheitsstrafe über 20 

Jahren ausgefällt werden kann und auch die zweite Tat wie die erste mit einer le-

benslänglichen Freiheitsstrafe als Maximalstrafe bedroht ist, kommt vorliegend 

nur die Ausfällung einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe in Betracht. Dass sich 

bei dieser Maximalstrafe eine zusätzliche Sanktionierung der weiteren Delikte 

(einfache Körperverletzung, mehrfache Drohung, Vergehen gegen das Waffenge-

setz) erübrigt, versteht sich von selbst.  

 Im Ergebnis ist der Beschuldigte mit einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe 

zu bestrafen. Diese Strafe ist von Gesetzes wegen zu vollziehen. Einer Anrech-

nung der Untersuchungshaft und des vorzeitigen Strafantritts, insgesamt 1'191 

Hafttage, steht nichts entgegen.  

V.  Kosten und Entschädigung 

 1.  Beschluss vom 16. Juli 2013 

-   23   - 

 Die Vorinstanz hat über die Höhe des Honorars des amtlichen Verteidigers 

separat mit Beschluss vom 16. Juli 2013 entschieden (Urk. 154). Sie kürzte dabei 

den von Rechtsanwalt lic. iur. X._____ für Vor- und Hauptverfahren geltend ge-

machten Honoraranspruch von insgesamt Fr. 59'363.– (Fr. 22'009.50 + Fr. 

37'353.50; Urk. 50/19+20 idem Urk. 171/3/2 und Urk. 141 idem Urk. 171/3/3) um 

die Hälfte des Aufwands für sein Aktenstudium, mithin um 71.15 Stunden zu Fr. 

200.–, das heisst um total Fr. 14'230.– (vor Mehrwertsteuer). Das zu entschädi-

gende Honorar belief sich gemäss Vorinstanz somit einschliesslich Mehrwert-

steuer auf Fr. 43'996.60.  

 Gegen diesen Beschluss legte der Verteidiger am 5. August 2013 bei der  

III. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich Beschwerde ein (Urk. 

171/2). Diese Instanz überwies den Fall mit Beschluss vom 13. Mai 2014 zur wei-

teren Behandlung an die hiesige Kammer (Urk. 171/10).  

 Die Vorinstanz begründete die Kürzung des Honorars für den vom Verteidi-

ger geltend gemachten Aufwand für sein Aktenstudium im Wesentlichen damit, 

dass dieses "sehr hoch" erscheine, nicht näher spezifiziert sei und sich im Plädo-

yer des Verteidigers nicht widergespiegelt habe; zudem müsste die Teilnahme 

des Verteidigers an fast allen Befragungen das spätere Aktenstudium "wohl etwas 

abkürzen" (vgl. Urk. 154). Alles in allem erscheine deshalb die Berücksichtigung 

von lediglich der Hälfte des geltend gemachten zeitlichen Aufwands für das Ak-

tenstudium des Verteidigers als angemessen.  

 Der Verteidiger hielt dem in seiner Beschwerdeschrift zusammengefasst 

entgegen, dass das Vorverfahren bis zur Anklageerhebung 15 Monate und das 

Hauptverfahren bis zum erstinstanzlichen Urteil weitere sieben Monate gedauert 

habe. Aufgrund der zeitlichen Distanz zu den Einvernahmen sei ein späteres de-

tailliertes Aktenstudium notwendig gewesen. Eine Spezifizierung und Aufschlüs-

selung des Aktenstudiums sei im Übrigen nicht praxisgemäss. Auch sei nicht 

zwingend, dass sich das erfolgte Aktenstudium integral im Plädoyer widerspiegeln 

müsse. Die Reduktion auf das Wesentliche sei oft aufwendiger als die vollständi-

ge Ausbreitung der Materie. Des Weiteren – so der Verteidiger – sei es um eine 

-   24   - 

lebenslängliche Freiheitsstrafe als Maximalstrafe gegangen. Der Aufwand für das 

Aktenstudium sei deshalb notwendig und angemessen gewesen.  

 Die Argumentation des Verteidigers überzeugt. Das vorliegende Strafverfah-

ren betrifft zwei Tötungen und die Anklage lautet auf mehrfachen Mord mit einem 

Antrag auf lebenslängliche Freiheitsstrafe. Bis zum erstinstanzlichen Urteil dauer-

te das Verfahren rund 21 Monate und der Aktenumfang war beträchtlich. Wenn 

dies beim Verteidiger rund 140 Stunden an Auseinandersetzung mit den Akten 

bewirkte, so kann dieser Zeitaufwand im Quervergleich zwar als hoch, aber nicht 

bereits als übermässig bezeichnet werden. Eine Aufschlüsselung und Spezifizie-

rung des Aktenstudiums ist sodann nicht zu verlangen; dies wäre schon unter 

dem Aspekt des Anwaltsgeheimnisses problematisch. Des Weiteren ist klar, dass 

sich das Aktenstudium nicht zwingend im Plädoyer zu widerspiegeln braucht. 

Diesbezüglich ist der Anwalt völlig frei. Die Honorarkürzung durch die Vorinstanz 

erscheint deshalb nicht als gerechtfertigt. Der amtliche Verteidiger ist demnach für 

das Vorverfahren und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren in Gutheissung sei-

ner Beschwerde und seinen Honorarnoten folgend aus der Gerichtskasse mit ins-

gesamt Fr. 59'363.– zu entschädigen. Dabei sind die bereits geleisteten Anzah-

lungen zu berücksichtigen.  

 2.  Berufungsverfahren  

 Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung gänzlich. Ihm sind deshalb 

grundsätzlich die Verfahrenskosten der zweiten Instanz (ohne die Kosten für Ver-

teidigung und Vertretung der Privatklägerschaft) aufzuerlegen. Die Zahlungspflicht 

kann ihm angesichts der langjährigen Freiheitsstrafe, die er abzusitzen hat, je-

doch erlassen werden. Die Kosten seiner amtlichen Verteidigung und der unent-

geltlichen Vertretung der Privatkläger 1-3 und 5-6 im Berufungsverfahren sind auf 

die Gerichtskasse zu nehmen. Vom Vorbehalt einer Nachforderung gemäss Art. 

135 Abs. 4 StPO ist angesichts der 10-jährigen Verjährungsfrist des Anspruchs 

(Absatz 5 dieser Bestimmung) abzusehen.  

-   25   - 

Das Gericht beschliesst: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon, 1. Abtei-

lung, vom 18. April 2013 hinsichtlich der Dispositivziffern 1 (Schuldsprüche 

bezüglich der einfachen Körperverletzung, der mehrfachen Drohung und des 

mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz), 2 (Teilfreispruch), 4 (Ein-

ziehung), 5 (Zivilansprüche), sowie 6 (Kostenaufstellung) und 7 teilweise 

(Satz 1 und 2) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Das Gericht erkennt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig des mehrfachen Mordes im 

Sinne von Art. 112 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe. 

Davon sind 1'191 Tage durch Haft und vorzeitigen Strafantritt erstanden.  

3. Rechtsanwalt lic.iur. X._____ wird aus der Gerichtskasse für seine Aufwen-

dungen als amtlicher Verteidiger in der Strafuntersuchung und im erstin-

stanzlichen Gerichtsverfahren mit insgesamt Fr. 59'363.–, abzüglich geleis-

teter Akontozahlungen von insgesamt Fr. 32'009.50, entschädigt.  

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 9'655.–   amtliche Verteidigung 

Fr. 303.–   unentgeltliche Vertretung der Privatkläger 1-3 und 5-6 

  
5. Die Kosten des Berufungsverfahrens exklusive diejenigen der amtlichen 

Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft wer-

den dem Beschuldigten auferlegt, jedoch erlassen. Die Kosten der amtlichen 

-   26   - 

Verteidigung und der unentgeltlichen Vertreter der Privatkläger 1-3 und 5-6 

werden auf die Gerichtskasse genommen.  

6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  
− den Vertreter der Privatkläger 1-6 in siebenfacher Ausfertigung für sich 

und zuhanden der Privatkläger 1-6 
− die Vertreterin der Privatklägerin 7 im Doppel für sich und zuhanden 

der Privatklägerin 7 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  

− den Vertreter der Privatkläger 1-6 in siebenfacher Ausfertigung für sich 
und zuhanden der Privatkläger 1-6 

− die Vertreterin der Privatklägerin 7 im Doppel für sich und zuhanden 
der Privatklägerin 7  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 

− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  

− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 
Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− Forensisches Institut Zürich, Postfach, 8021 Zürich, 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich, Berninastrasse 45, Postfach, 

8090 Zürich. 

-   27   - 

 

7. Rechtsmittel:  

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 18. November 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. Hafner 
 

 

	Urteil vom 18. November 2014
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB i.V.m. Ziff. 2,
	 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB und im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB i.V.m. Abs. 2 lit. a,
	 des mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a WG, Art. 7 Abs. 1 WG und Art. 12 Abs. 1 lit. d WV sowie Art. 27 Abs. 1 WG,
	 des mehrfachen Mordes im Sinne von Art. 112 StGB.

	2. Vom Vorwurf der Drohung zum Nachteil von B._____ gemäss Nebendossier 1 wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe, wovon bis und mit 18. April 2013 614 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden sind.
	4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 8. März 2012 beschlagnahmte Selbstladepistole, die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 9. August 2012 beschlagnahmten Hülsen und Projektile (FOR …) und di...
	5. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte die Zivilforderungen (Schadenersatz und Genugtuung zzgl. Zins) der Privatkläger 1-6 in vollem Umfang anerkennt.
	6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 15'000.–. Über die weiteren Kosten (Barauslagen usw.) wird die Gerichtskasse Rechnung stellen.
	7. Die Verfahrenskosten, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläger, werden dem Beschuldigten auferlegt, aber abgeschrieben. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertr...
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.   Prozessgeschichte
	II.   Vorfragen
	III.   Mehrfache Tötung z. Nt. v. †G._____ und †H._____
	IV.   Strafe
	V.   Kosten und Entschädigung

	Das Gericht beschliesst:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon, 1. Abteilung, vom 18. April 2013 hinsichtlich der Dispositivziffern 1 (Schuldsprüche bezüglich der einfachen Körperverletzung, der mehrfachen Drohung und des mehrfachen Vergehens ...
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Das Gericht erkennt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig des mehrfachen Mordes im Sinne von Art. 112 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe. Davon sind 1'191 Tage durch Haft und vorzeitigen Strafantritt erstanden.
	3. Rechtsanwalt lic.iur. X._____ wird aus der Gerichtskasse für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger in der Strafuntersuchung und im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren mit insgesamt Fr. 59'363.–, abzüglich geleisteter Akontozahlungen von insg...
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens exklusive diejenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden dem Beschuldigten auferlegt, jedoch erlassen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgel...
	6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben)
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 den Vertreter der Privatkläger 1-6 in siebenfacher Ausfertigung für sich und zuhanden der Privatkläger 1-6
	 die Vertreterin der Privatklägerin 7 im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin 7
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 den Vertreter der Privatkläger 1-6 in siebenfacher Ausfertigung für sich und zuhanden der Privatkläger 1-6
	 die Vertreterin der Privatklägerin 7 im Doppel für sich und zuhanden der Privatklägerin 7
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 Forensisches Institut Zürich, Postfach, 8021 Zürich,
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich, Berninastrasse 45, Postfach, 8090 Zürich.

	7. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.