# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d617646e-57d7-53ab-9304-41a7e6baa7d3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-13
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 13.05.2020 BK 2020 153
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2020-153_2020-05-13.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 20 153

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 13. Mai 2020

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid, Oberrichte-
rin Bratschi
Gerichtsschreiber Müller

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

C.________
v.d. Rechtsanwalt Dr. D.________

Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin

Gegenstand Einstellung

Strafverfahren wegen Sachentziehung

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Emmental-Oberaargau vom 26. März 2020 (EO 18 8740)

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Erwägungen:

1. Am 26. März 2020 stellte die Regionale Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau 
(nachfolgend: Staatsanwaltschaft) das Verfahren gegen A.________ (nachfolgend: 
Beschuldigter) wegen Sachentziehung, evtl. Diebstahls sowie übler Nachrede zum 
Nachteil von C.________ – der Mutter des Beschuldigten – ein. Dagegen erhob 
C.________ (nachfolgend: Beschwerdeführerin), die sich im Verfahren als Straf- 
und Zivilklägerin konstituiert hatte, am 8. April 2020 Beschwerde mit dem Antrag, 
die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuhe-
ben, das Strafverfahren gegen den Beschuldigten fortzuführen und beim Regional-
gericht Anklage zu erheben. In ihrer Stellungnahme vom 21. April 2020 beantragte 
die Generalstaatsanwaltschaft die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Mit 
Eingabe vom 29. April 2020 beantragte der Beschuldigte die Abweisung der Be-
schwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die Beschwerdeführerin repli-
zierte am 8. Mai 2020 und hielt an ihren Rechtsbegehren fest. 

2. Gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft kann bei der Beschwerdekammer in 
Strafsachen innert zehn Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt wer-
den (Art. 322 Abs. 2, Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 der Strafprozess-
ordnung [StPO; SR 312], Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichts-
behörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des 
Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Die Be-
schwerdeführerin ist durch die angefochtene Verfügung unmittelbar in ihren recht-
lich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert 
(Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.

3.

3.1 Gemäss Art. 319 Abs. 1 Bst. a und c StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Ein-
stellung des Verfahrens unter anderem, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der ei-
ne Anklage rechtfertigt, oder wenn Rechtfertigungsgründe einen Straftatbestand 
unanwendbar machen. Von einer Anklage ist abzusehen, wenn nach der gesamten 
Aktenlage ein Freispruch zu erwarten ist. Als praktischer Richtwert kann gelten, 
dass eine Anklage erhoben werden muss, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher 
erscheint als ein Freispruch (Urteil des Bundesgerichts 1B_248/2011 vom 29. No-
vember 2011 E. 2.5). Das heisst nichts anderes, als dass einzustellen ist, wenn ein 
Freispruch wahrscheinlicher ist als ein Schuldspruch. Der Staatsanwaltschaft steht 
in diesem Zusammenhang ein erheblicher Ermessenspielraum zu (vgl. Urteile des 
Bundesgerichts 1B_687 und 689/2011 vom 27. März 2012 E. 4.1.1 und 
1B_122/2012 vom 12. April 2012 E. 5). Bei der Prüfung der Frage, ob nach der Ak-
tenlage ein Freispruch zu erwarten ist, darf und muss die Staatsanwaltschaft die 
Beweise würdigen. Die Beantwortung der Frage, ob ein Tatverdacht erhärtet ist, 
der eine Anklage rechtfertigt (Art. 319 Abs. 1 Bst. a StPO e contrario), setzt 
zwangsläufig eine Auseinandersetzung mit der Beweis- und Rechtslage voraus 
(Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 12 139 vom 9. Januar 2013).
Wer jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich 
oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis 

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zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 139 Ziff. 1 des Schweizerischen Straf-
gesetzbuches [StGB; SR 311]; Diebstahl). Der Diebstahl zum Nachteil eines An-
gehörigen oder Familiengenossen wird nur auf Antrag verfolgt (Art. 139 Ziff. 4 
StGB).

Wer dem Berechtigten ohne Aneignungsabsicht eine bewegliche Sache entzieht 
und ihm dadurch einen erheblichen Nachteil zufügt, wird, auf Antrag, mit Freiheits-
strafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 141 StGB; Sachentziehung).

Wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder anderer 
Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder verdäch-
tigt, wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung weiterverbreitet, wird, auf 
Antrag, mit Geldstrafe bestraft (Art. 173 Ziff. 1 StGB; üble Nachrede). 

Das Antragsrecht erlischt nach Ablauf von drei Monaten. Die Frist beginnt mit dem 
Tag, an welchem der antragsberechtigten Person der Täter bekannt wird (Art. 31 
StGB).

Angehörige einer Person sind ihr Ehegatte, ihre eingetragene Partnerin oder ihr 
eingetragener Partner, ihre Verwandten gerader Linie, ihre vollbürtigen und halb-
bürtigen Geschwister, ihre Adoptiveltern, ihre Adoptivgeschwister und Adoptivkin-
der (Art. 110 Abs. 1 StGB).

3.2 Die angefochtene Verfügung ist wie folgt begründet:
Dem Beschuldigten wurde von der Privatklägerin vorgeworfen, ihr vor längerer Zeit zwei Stühle sowie 
ein Saxofon entwendet und ihr übel nachgeredet zu haben, indem er in einer an sie gerichteten E-
Mail angedeutet habe, dass sie Sozialhilfe beziehe, was nicht stimme. […] Aus den amtlichen Akten, 
insbesondere aus den eingeholten Akten der Schlichtungsbehörde sowie des Regionalgerichts Em-
mental-Oberaargau über die zivilrechtlichen Auseinandersetzungen, welche zwischen den Parteien in 
der Vergangenheit geführt resp. aktuell hängig sind, ergibt sich zweifelsfrei, dass sich die Parteien auf 
allen möglichen Ebenen und mit allen erdenklichen Mitteln bereits seit längerer Zeit bekämpfen. Die 
vorliegenden Anzeigen sind als weitere Eskalationsstufe im Rahmen dieser Auseinandersetzungen zu 
sehen.

Ad üble Nachrede: […] Im vorliegenden Fall hat der Beschuldigte die nach Ansicht der Privatklägerin 
ehrenrührige Tatsache, Sozialhilfe zu beziehen, in einer (an sie alleine gerichteten) E-Mail, im Rah-
men einer Konversation zwischen den Parteien geäussert. Es fehlt damit das zur Erfüllung des Tatbe-
standes notwendige Element der vom Täter gewollten Kenntnisnahme der ehrenrührigen Tatsachen 
durch Dritte. Daran ändert auch die Behauptung der Privatklägerin nichts, dass sie den Mailverkehr 
gelegentlich an Dritte weitergeleitet habe. Dem Beschuldigten kann die Absicht der Kenntnisnahme 
seiner Behauptung durch Dritte nicht nachgewiesen werden, genauso wenig, wie die tatsächliche 
Kenntnisnahme durch Dritte. Dadurch fehlt es an einem objektiven (Kenntnisnahme durch Dritte) und 
einem subjektiven (Absicht dieser Kenntnisnahme) Tatbestandselement, sodass der entsprechende 
Tatbestand offensichtlich nicht erfüllt ist. […]

Generell ad Entzug Stühle und Saxofone: […] Die angebliche Entwendung der Stühle und auch 
des / der Saxofon/e wäre zwischen Angehörigen begangen worden, sodass es sich a priori um ein 
Antragsdelikt (bei Subsumption unter die Artikel 137-139 StGB) handelt. Sollte die Handlung unter 
Art. 141 StGB zu subsumieren sein, gilt dasselbe, handelt es sich dabei doch ebenfalls um ein An-
tragsdelikt. Die angebliche Entwendung der vorgenannten Gegenstände war, wie aktenkundig ist, be-
reits 2016, aber wahrscheinlich schon früher ein Thema zwischen den Parteien. Die Antragsfrist (im 

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Sinn von Art. 31 StGB) war somit im Jahr 2018, als Anzeige erstattet wurde, längst abgelaufen. Das 
Verfahren ist somit bereits deshalb einzustellen.

Ergänzend ad Entwendung Stühle: Ergänzend kann ausgeführt werden, dass die Behauptung der 
Privatklägerin, die zwei Stühle seien durch den Beschuldigten entwendet worden, eine Parteiaussage 
darstellt. Dieser Aussage stehen die Darstellungen des Beschuldigten gegenüber, diese Stühle nie 
mitgenommen und sie sich nicht angeeignet zu haben. Die Stühle seien immer noch in Besitz der Pri-
vatklägerin. Diese Behauptung untermauerte er durch die Einreichung eines Ausdrucks eines Woh-
nungsinserats, welches angeblich von der Privatklägerin ins Netz gestellt worden sei, und auf wel-
chem exakt die umstrittenen Stühle zu sehen seien. Allerdings hat die Privatklägerin bestätigt, noch 
sechs weitere analoge Stühle zu besitzen, sodass nicht nachweisbar ist, ob es sich bei den er-
sichtlichen um die zwei umstrittenen Stühle handelt. Insofern liegt im Hinblick auf die umstrittenen 
Stühle eine Aussage-gegen-Aussage-Situation vor. Angesichts der verfahrenen Situation zwischen 
den Parteien erscheint es unmöglich, eine der beiden Versionen als glaubhafter oder unglaubhafter 
zu bezeichnen. Es gibt keine Hinweise auf den Standort der Stühle. Verhältnismässige und erfolgver-
sprechende Massnahmen, dies rechtsgenüglich abzuklären, bieten sich keine an. Daran ändern auch 
die bei flatfox.ch eingeholten Erkundigungen hinsichtlich des oben erwähnten, im Jahr 2014 geschal-
teten Wohnungsvermietungs-Inserats nichts, ist doch weiterhin unklar, wer das Inserat geschaltet hat. 
Diesbezüglich weiterführende, verhältnismässige Beweismassnahmen drängen sich ebenfalls keine 
auf. Somit ist festzuhalten, dass die Entwendung der Stühle dem Beschuldigten nicht rechtsgenüglich 
nachzuweisen ist. Damit entfällt der Vorwurf der Sachentziehung, ev. des Diebstahls sowie von allen 
ev. in Frage kommenden Aneignungsdelikten.

Ergänzend ad Entzug Saxofone: Eine Sache ist fremd, wenn diese weder im Alleineigentum des 
Täters steht, noch herrenlos ist […]. Das Eigentum bestimmt sich nach den Vorschriften des ZGB. 
Gemäss Art. 930 Abs. 1 ZGB gilt die gesetzliche Vermutung, dass derjenige Eigentümer einer beweg-

lichen Sache ist, der daran den Besitz hat. Will jemand an der Sache ein besseres Recht geltend ma-

chen, so hat er dies gemäss Art. 8 ZGB zu beweisen. Die Privatklägerin behauptete, das umstrittene 
Selmer Saxofon gehöre ihr und sei dem Beschuldigten lediglich für die Mitwirkung an einem Konzert 
ausgeliehen worden. Er habe dieses in der Folge entgegen der Abmachung nicht zurückgegeben und 
sich dieses somit widerrechtlich angeeignet. Der Beschuldigte bestätigte, im Besitz zweier Saxofone 
zu sein, darunter auch das umstrittene Selmer, welche ihm allerdings beide bereits vor längerer Zeit 
geschenkt worden seien. Auch diesbezüglich liegt damit eine Aussage-gegen-Aussage-Situation vor. 
Angesichts der verfahrenen Situation zwischen den Parteien erscheint es unmöglich, eine der beiden 
Versionen als glaubhafter oder unglaubhafter zu bezeichnen. So kann nicht nachgewiesen werden, 
dass das umstrittene Selmer Saxofon tatsächlich Eigentum der Privatklägerin darstellt. Insofern kann 
dem Beschuldigten (auch in Würdigung der oben erwähnten zivilrechtlichen Vermutung) keine Aneig-
nung resp. keine Absicht dazu nachgewiesen werden. Damit entfällt auch in diesem Punkt der Vor-
wurf der Sachentziehung, ev. der Veruntreuung oder des Diebstahls.

3.3 Die Beschwerdeführerin bringt vor, es sei nicht die Aufgabe der Staatsanwaltschaft, 
sich als richterliche Behörde auszugeben und in Aussage-gegen-Aussage-
Situationen eine abschliessende Würdigung des Sachverhalts vorzunehmen. Die 
Staatsanwaltschaft habe nach dem Grundsatz von «in dubio pro duriore» 
grundsätzlich Anklage zu erheben, wenn verschiedene Versionen der Parteien zu 
würdigen seien. Diese Würdigung des Sachverhalts könne nur das Sachgericht 
vornehmen. Der Beschuldigte habe in Bezug auf die ehrrührige E-Mail zumindest in 
Kauf genommen, dass diese E-Mail auch Dritten zugänglich gemacht werde. Es sei 
nicht ausgeschlossen, dass der Beschuldigte weitere Empfänger mit dieser E-Mail 

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bedient habe, sei es als Blindkopie oder als Weiterleitung. Hierüber habe die 
Staatsanwaltschaft nicht Beweis geführt, obwohl offensichtlich sei, dass dadurch 
eine Verbreitung der E-Mail bei Dritten stattgefunden haben könnte, was den Tat-
bestand der üblen Nachrede erfüllen würde. Da diese Version des Sachverhalts 
nicht ausgeschlossen sei bzw. gar als sehr wahrscheinlich erscheine, müsse der 
Beschuldigte entsprechend angeklagt werden. Was die Stühle angehe, handle es 
sich um eine Aussage-gegen-Aussage-Situation. Dies gelte nicht nur für die Tatsa-
che der Entwendung der Stühle selbst und deren aktuellen Standort, sondern auch 
für den genauen Tatzeitpunkt, wovon die Anzeigefrist – sofern überhaupt ein An-
tragsdelikt vorliege – abhänge. Es habe daher durch das Sachgericht eine Glaub-
würdigkeitsprüfung der Aussagen der Parteien stattzufinden. Hinsichtlich des Ent-
zugs des Saxofons gelte schliesslich dasselbe. Hierzu habe die Staatsanwaltschaft 
nähere Abklärungen zur Herkunft und zur Eigentümerschaft des Saxofons unter-
lassen. Es sei nicht an der Staatsanwaltschaft, die Glaubwürdigkeit der Aussagen 
der Beteiligten zu prüfen, gerade in einem familiär heiklen Fall wie vorliegend. Ins-
gesamt erachte die Beschwerdeführerin die Beweisführung und das Engagement 
der Staatsanwaltschaft als mangelhaft. Die Staatsanwaltschaft habe sich nie ernst-
haft darum bemüht, den Sachverhalt rasch und präzise zu klären. Vielmehr habe 
sie den Fall wohl als lästige Auseinandersetzung zwischen Mutter und Sohn abge-
tan und ihr kaum Beachtung geschenkt.

3.4 Die Generalstaatsanwaltschaft kommt zusammengefasst zum Schluss, es liege 
eindeutig keine üble Nachrede vor, und in Bezug auf die Vermögensdelikte sei die 
Antragsfrist längst abgelaufen gewesen.

3.5 Der Beschuldigte führt aus, vorliegend hielten sich die Chancen eines Freispruchs 
bzw. einer Verurteilung nicht die Waage, so dass nicht nach dem Grundsatz «in 
dubio pro duriore» Anklage zu erheben sei. Die Beschwerdeführerin verliere sich 
hinsichtlich der üblen Nachrede in Spekulationen. Es könne nicht von einer zwei-
felhaften Beweis- oder Rechtslage ausgegangen werden. Mit der Frage, ob bezüg-
lich der Vermögensdelikte die Antragsfrist eingehalten worden sei, setze sich die 
Beschwerdeführerin nicht auseinander. Diese habe in der Einvernahme vom 
12. Dezember 2018 (Z. 104-130) gar nicht bestritten, dass die Gegenstände bereits 
in den Jahren 2014 resp. 2015 durch den Beschuldigten entzogen worden sein sol-
len. Sie selbst liefere mit ihren Aussagen also den Beleg dafür, dass die Prozess-
voraussetzungen nicht gegeben seien. Selbst wenn die angezeigte Handlung des 
Entzugs von Stühlen und eines Saxofons als Diebstahl nach Art. 139 StGB inter-
pretiert werden müsste, was bestritten werde, so würde zudem Ziff. 4 des genann-
ten Artikels zur Anwendung gelangen. Mit anderen Worten wäre auch hier von ei-
nem Antragsdelikt auszugehen und damit die Antragsfrist mit der Anzeigeerstat-
tung bzw. dem Ausfüllen des Strafantragsformulars vom 30. Mai 2018 längstens 
verstrichen gewesen. Warum der Beschuldigte kein Angehöriger oder Familienge-
nosse sein soll, werde aus der Beschwerdeschrift jedenfalls nicht ersichtlich.

3.6 In der Replik wird ausgeführt, dass an den Ausführungen in der Beschwerdeschrift 
festgehalten werde und dazu keine Ergänzungen vorzunehmen seien; die Aus-
führungen des Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft würden bestritten.

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3.7 Die angefochtene Verfügung ist rechtmässig erfolgt. Zur Begründung kann vorab 
auf die zutreffenden Ausführungen der Staatsanwaltschaft verwiesen werden (vor-
ne E. 3.2). Diesen schliesst sich die Beschwerdekammer integral an. Was die Be-
schwerdeführerin dagegen vorbringt, zielt ins Leere. Mit der Generalstaatsanwalt-
schaft ist ergänzend festzuhalten was folgt:  

Zum Vorwurf der angeblichen üblen Nachrede wird in der Einstellungsverfügung 
zutreffend aufgezeigt, dass die Äusserung in der E-Mail vom 19. Juni 2018 – «Aber 
darfst gerne deine Sozialhilfe verprozedieren» – nur gegenüber der Beschwerde-
führerin getätigt worden ist. Der Tatbestand der üblen Nachrede ist deshalb nicht 
erfüllt. Daran ändert das erneute Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts, der 
Beschuldigte habe in Kauf genommen, dass die E-Mail Dritten zugänglich gemacht 
werde. Dafür fehlen jegliche Hinweise. Einzig sichtbare Adressatin der E-Mail ist 
die Beschwerdeführerin (A.________@bluewin.ch). Die Vermutung, der Beschul-
digte habe die E-Mail in Blindkopie oder durch Weiterleitung an Dritte verbreitet, ist 
indizienlos und spekulativ. Dass der Beschuldigte bei seiner Befragung zu Protokoll 
gab, er könne aufgrund der vielen E-Mail-Konversationen nicht mehr sagen, in wel-
cher Konversation wer teilgenommen habe (EV Beschuldigter 12. Dezember 2018, 
Z. 145 ff.), lässt ebenfalls nicht den Schluss zu, dass er die E-Mail im Nachhinein 
an Dritte weitergegeben hätte. Die Staatsanwaltschaft musste hinsichtlich einer rein 
theoretischen «Verbreitung des E-Mails bei Dritten» keine weiteren Abklärungen 
tätigen. Darüber hinaus trifft es nicht zu, dass die Äusserung in der E-Mail «unzwei-
felhaft ehrenrührig» ist. Die Äusserung in der inkriminierten E-Mail ist vielmehr im 
Gesamtkontext zu lesen und wie ein unbefangener Dritter zu verstehen. Der Be-
schuldigte brachte darin zum Ausdruck, dass er nicht bereit sei, eine Rechnung der 
Beschwerdeführerin zu bezahlen, sie aber den Rechtsweg beschreiten könne, 
wenn sie das Geld, das sie von der Sozialhilfe erhalte, für einen Prozess ausgeben 
wolle. Damit hat der Beschuldigte der Beschwerdeführerin in keiner Weise einen 
unrechtmässigen Sozialhilfebezug oder gar ein strafbares Verhalten vorgeworfen. 
Dass er anscheinend zu Unrecht davon ausging, seine Mutter empfange Sozialhil-
fe, reicht für die Erfüllung der Tatbestandsmässigkeit grundsätzlich nicht aus. Es 
liegt fern anzunehmen, dass diese Äusserung gegenüber der Beschwerdeführerin 
strafrechtlich ehrenrührig sein soll. Mangels Ehrenrührigkeit der Aussage kann folg-
lich auch der Tatbestand der Beschimpfung nach Art. 177 StGB nicht erfüllt sein. 
Die Verfahrenseinstellung ist insoweit zu Recht erfolgt.

Im Zusammenhang mit den zwei Stühlen sowie dem Saxofon kommt einzig der 
Tatbestand der Sachentziehung oder des Diebstahls zum Nachteil eines Angehöri-
gen in Betracht. Beides sind Antragsdelikte. Bereits in der angefochtenen Verfü-
gung wurde richtig erkannt, dass das Antragsrecht der Beschwerdeführerin längst 
erloschen war, als sie gegen den Beschuldigten Anzeige erstattete. Schon aus die-
sem Grund drängte sich eine Verfahrenseinstellung auf. Betreffend den Tatzeit-
punkt kann auf die Aussagen der Beschwerdeführerin bei ihrer staatsanwaltschaft-
lichen Befragung vom 12. Dezember 2018 verwiesen werden, als sie bestätigte, 
dass ihr die zwei Stühle im Jahr 2014 oder 2015 abhanden gekommen seien 
(Z. 104-106). Die Rückforderung der Stühle sowie des Saxofons waren ausserdem 
Thema in der E-Mail-Korrespondenz vom 12. November 2016 (EV Beschwerdefüh-
rerin 12. Dezember 2018, Z. 108 ff.). Die Beschwerdeführerin macht dagegen gel-

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tend, der genaue Tatzeitpunkt müsse von einem Sachgericht festgelegt werden 
und es sei ohnehin fraglich, ob überhaupt ein Antragsdelikt vorliege. Entgegen die-
ser Behauptung darf und muss die Staatsanwaltschaft die Frage nach dem Tatzeit-
punkt bzw. der Rechtzeitigkeit des Strafantrages bei der Prüfung der Prozessvor-
aussetzungen beurteilen. Auch muss sie bei fehlenden Prozessvoraussetzungen 
eine Verfahrenseinstellung nach Art. 319 Abs. 1 Bst. d StPO verfügen, weil ein Ver-
fahrenshindernis vorliegt. Würde der Grundsatz «in dubio pro duriore» bedeuten, 
dass zwingend ein Sachgericht über das Vorliegen der Prozessvoraussetzungen 
entscheiden müsste – und dies im Sinne einer «Glaubwürdigkeitsprüfung der Aus-
sagen der Parteien» –, wäre diese Bestimmung praktisch ihres Gehaltes entleert. 
Im Weiteren macht die Beschwerdeführerin weder geltend noch ist erkennbar, wel-
ches Offizialdelikt mit dem angezeigten Verhalten anstelle der erwähnten Antrags-
delikte erfüllt sein soll. Die verfügte Verfahrenseinstellung erweist sich folglich auch 
in diesem Punkt als rechtmässig. Das beschwerdeführerische Argument, die 
Staatsanwaltschaft habe sich nie ernsthaft darum bemüht, den Sachverhalt rasch 
und präzise zu klären, ist offensichtlich haltlos. Es erübrigen sich ferner Ausführun-
gen zu den weiteren Argumenten der Beschwerdeführerin bzw. kann in Bezug auf 
die materiellen Aspekte abschliessend auf die Ausführungen in der Einstellungsver-
fügung verwiesen werden.

3.8 Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Würden die 
angezeigten Sachverhalte angeklagt, resultierten vor dem Sachgericht mit sehr ho-
her Wahrscheinlichkeit Freisprüche in allen Punkten. Die Beschwerde ist abzuwei-
sen.

4. Die Verfahrenskosten sind nach Massgabe von Art. 428 Abs. 1 StPO der Be-
schwerdeführerin aufzuerlegen. 

Der obsiegende Beschuldigte hat Anspruch auf eine angemessene Entschädigung 
für seine Aufwendungen im Beschwerdeverfahren (Art. 429 Abs. 1 Bst. a i.V.m. 
Art. 436 StPO). Die Verlegung der Kosten richtet sich nach dem Grundsatz, wo-
nach Kosten zu tragen hat, wer sie verursacht. Wird das ausschliesslich von der 
Privatklägerschaft erhobene Rechtsmittel abgewiesen, hat sie die durch angemes-
sene Ausübung der Verfahrensrechte entstandenen Verteidigungskosten der be-
schuldigten Person zu tragen (Urteile des Bundesgerichts 6B_273/2017 vom 17. 
März 2017 E. 2; 6B_406/2017 vom 6. Juni 2017 E. 3, je mit Hinweisen; Beschluss 
des Obergerichts des Kantons Bern BK 19 179 vom 3. Juli 2019 E. 14). Die Kos-
tennote von Rechtsanwalt B.________ vom 11. Mai 2020 ist angemessen. 

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.    

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 2‘000.00, werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt. 

3. Die Beschwerdeführerin wird verpflichtet, dem Beschuldigten für seine Aufwendungen 
im Beschwerdeverfahren eine Entschädigung von CHF 1‘440.40 (inkl. Auslagen und 
MWST) zu bezahlen. 

4. Zu eröffnen:
- der Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin, v.d. Rechtsanwalt Dr. D.________
- dem Beschuldigten, v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft  

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau, Staatsanwalt 

E.________
(mit den Akten)

Bern, 13. Mai 2020 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Der Gerichtsschreiber:

Müller
i.V. Gerichtsschreiberin Beldi

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.