# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f540263b-9d47-5633-8fc2-e21f0b96212b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 21.10.2021 I/1-2019/261 und 3262
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_I-1-2019-261-und-326_2021-10-21.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/11

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2019/261 und 3262

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 27.01.2022

Entscheiddatum: 21.10.2021

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 21. Oktober 2021
Art. 86 Abs. 1 StG (sGS 811.1), Art. 67 Abs. 1 DBG (SR 642.11), Art. 25 Abs. 2 
StHG (SR 642.14). Gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
fehlt es einer Steuerpflichtigen an einem Feststellungs- oder andersartigen 
Rechtsschutzinteresse, das sie zur Anfechtung des Entscheids berechtigen 
könnte, wenn sich aufgrund der Verlustverrechnung eine Nullveranlagung 
ergibt. Die Einwände der Steuerpflichtigen (unter anderem Probleme mit der 
Verrechnungssteuer, jährlich wiederkehrende grosse finanzielle und 
zeitliche Aufwände und Unzumutbarkeit der zeitlichen Verlagerung auf 
künftige Steuerperioden) rechtfertigen nicht, von der höchstrichterlichen 
Praxis abzuweichen (Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 21. 
Oktober 2021, I/1-2019/261, 262).

Präsident Urs Gmünder, Richter Markus Frei und Richterin Barbara Steinbacher, 

Gerichtsschreiber Philipp Lenz

S AG, Rekurrentin und Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Sandro Morelli, Waisenhausstrasse 14, 9000 St. Gallen,

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

und

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Eigerstrasse 

65, 3003 Bern, Beschwerdebeteiligte,

betreffend

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Nichteintreten (Kantonssteuern und direkte Bundessteuer aufgrund des 

Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2016)

Sachverhalt:

A.- Die S AG mit Sitz in W (bis 9. August 2019: B) erbringt umfassende 

Dienstleistungen im Finanz- und Vermögensverwaltungsgeschäft. Am 19. November 

2018 wurde die Gesellschaft für die Kantonssteuern 2015 mit einem steuerbaren 

Reingewinn von Fr. 100.– und einem steuerbaren Kapital von Fr. 0.– und für die direkte 

Bundessteuer 2015 mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 100.– veranlagt. Auf 

Einsprache hin legte das Kantonale Steueramt den steuerbaren Reingewinn sowohl für 

die Kantonssteuern 2015 als auch für die direkte Bundessteuer 2015 auf Fr. 0.– fest. 

Auf die dagegen erhobenen Rechtsmittel trat die Verwaltungsrekurskommission des 

Kantons St. Gallen (VRK) mit Entscheiden vom 28. Oktober 2019 nicht ein. Sie erwog, 

aufgrund der Nullveranlagung fehle es an einem aktuellen Rechtsschutzinteresse 

(VRKE I/1-2019/120, 121). Die S AG zog die Entscheide ans Verwaltungsgericht weiter.

B.- Am 28. Juni 2019 eröffnete das Kantonale Steueramt der S AG die Veranlagung 

aufgrund des Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2016. Sie rechnete dem 

Gewinn insgesamt Fr. 529'063.– auf und veranlagte die Steuerpflichtige für die 

Kantonssteuern 2016 mit einem steuerbaren Reingewinn von Fr. 0.– und einem 

steuerbaren Eigenkapital von Fr. 0.– und für die direkte Bundessteuer 2016 mit einem 

steuerbaren Reingewinn von Fr. 0.–. Dagegen erhob die S AG Einsprache mit den 

Begehren, die Steuerveranlagungen und Schlussrechnungen zu den Kantonssteuern 

und der direkten Bundessteuer 2016 vom 28. Juni 2019 seien aufzuheben, es sei auf 

Aufrechnungen im Umfang von Fr. 521'123.– zu verzichten, der in der nächsten 

Periode maximal verrechenbare Verlust sei neu festzulegen, es sei eine 

Einspracheverhandlung durchzuführen, eventualiter sei die Angelegenheit in Revision 

zu ziehen. Das Kantonale Steueramt trat auf die Einsprache mit Entscheiden vom 21. 

Oktober 2019 nicht ein und stellte ein Revisionsverfahren nach Eintritt der Rechtskraft 

der Einspracheentscheide in Aussicht. Es begründete dies damit, dass es der 

Einsprecherin an einem Rechtsschutzinteresse fehle und die Einsprache zu spät 

eingereicht worden sei.

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C.- Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 21. November 2019 erhob die S AG Rekurs 

(Kantonssteuern) und Beschwerde (direkte Bundessteuer) bei der VRK. Sie beantragte, 

die Einspracheentscheide des Kantonalen Steueramts vom 21. Oktober 2019 seien 

aufzuheben (Ziffer 1), es sei auf Aufrechnungen im Umfang von Fr. 521'123.– zu 

verzichten (Ziff. 2), der in der nächsten Periode maximal verrechenbare Verlust sei 

hinsichtlich der Steuerperiode 2016 und der massgeblichen Vorperioden neu 

festzulegen (Ziff. 3), eventualiter sei die Angelegenheit zu neuer Beurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen (Ziff. 4), das Verfahren sei bis zur Rechtskraft des 

Verfahrens hinsichtlich der Steuern 2015 zu sistieren, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Das Kantonale Steueramt beantragte mit Vernehmlassung vom 

9. Dezember 2019, auf den Rekurs und die Beschwerde sei nicht einzutreten. Die 

Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) verzichtete auf eine Vernehmlassung zur 

Beschwerde.

Mit Zwischenverfügung vom 10. Dezember 2019 sistierte der damalige Verfahrensleiter 

das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren bis zum Entscheid des 

Verwaltungsgerichts über die Beschwerden B 2019/262 und 263 hinsichtlich der 

Nichteintretensentscheide der VRK vom 28. Oktober 2019 (Kantonssteuern 2015 und 

direkte Bundessteuer 2015). Am 16. Mai 2020 wies das Verwaltungsgericht diese 

Rechtsmittel ab, soweit es darauf eintrat. Da die S AG dagegen Beschwerde beim 

Bundesgericht einreichte, wurde die Sistierung des Rekurs- und 

Beschwerdeverfahrens mit Zwischenverfügung vom 24. Juni 2020 verlängert. Das 

Bundesgericht wies die Beschwerden zur direkten Bundesssteuer 2015 und zu den 

Kantonssteuern 2015 mit Urteil 2C_526/2020 vom 20. Oktober 2020 ab, soweit es 

darauf eintrat.

Mit Schreiben vom 16. Dezember 2020 teilte die S AG der VRK mit, sie halte am 

Rekurs und an der Beschwerde fest. Einerseits habe sich gezeigt, dass das Kantonale 

Steueramt immer wieder (teilweise offensichtlich zu Unrecht) grössere Positionen 

aufrechne, was bei ihr gerade in Verrechnungssteuerverfahren unglaublich hohe Kosten 

und Aufwände verursache. Dies rechtfertige es, ausnahmsweise auf den Rekurs und 

die Beschwerde einzutreten, da sie jetzt und nicht erst später in ihren unmittelbaren 

(finanziellen) Interessen betroffen sei. Andererseits habe sich im Zusammenhang mit 

einem ihre Tochtergesellschaft betreffenden Entscheid gezeigt, dass es nur mit 

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unverhältnismässig grossem Aufwand möglich sei, die Rechtmässigkeit von 

Aufrechnungen erst Jahre später zu prüfen. Die Rechtsprechung des Bundesgerichts 

erweise sich vor diesem Hintergrund als praxisfern und nicht praktikabel. Schliesslich 

sei an den Rechtsmitteln festzuhalten, damit bei der Veranlagung der natürlichen 

Personen nicht der Vorwurf erhoben werde, die Aufrechnung sei anlässlich der 

Veranlagung der juristischen Person akzeptiert worden.

Der Verfahrensleiter hob die Sistierung mit Verfügung vom 17. Dezember 2020 auf. Die 

S AG verzichtete mit Schreiben vom 7. Januar 2021 auf eine Stellungnahme zur 

Vernehmlassung des Kantonalen Steueramts vom 9. Dezember 2019.

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

 

I. Prozessuales

1.- Angefochten sind die Einspracheentscheide hinsichtlich der Kantonssteuern 2016 

und der direkten Bundessteuer 2016. Hierbei handelt es sich um verschiedene Steuern, 

welche verschiedenen Gemeinwesen zufliessen und welche Gegenstand getrennter 

Veranlagungen und Verfahren sind. Dies bedeutet, dass zwei Entscheide zu fällen sind, 

die in einem einzigen Dokument enthalten sein können – der eine für die 

Kantonssteuern und der andere für die direkte Bundessteuer – mit getrennten 

Begründungen, wobei Verweisungen zulässig sind, und eigenen Rechtssprüchen 

(Dispositiven) oder zumindest einem Rechtsspruch, der die beiden Steuern 

ausdrücklich auseinanderhält (BGE 130 II 509 E. 8.3 = Pra 94 [2005] Nr. 114). 

Dementsprechend werden der Rekurs und die Beschwerde in einem einzigen 

Dokument behandelt und die Steuern im gemeinsamen Rechtsspruch 

auseinandergehalten. Spätere höchstrichterliche Differenzierungen bezüglich Form und 

Inhalt von Entscheiden (BGE 135 II 260 E. 1.3.1 und 142 II 293 E. 1.2) haben an der 

Zulässigkeit dieser Vorgehensweise nichts geändert.

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2.- a) Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum 

Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Rekurs 

und Beschwerde vom 21. November 2019 sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie 

erfüllen die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des St. Galler Steuergesetzes, 

sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 140 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte 

Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum Bundesgesetz 

über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 und Art. 48 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP).

b) Anfechtungsgegenstand sind die Entscheide des Kantonalen Steueramts vom 21. 

September 2019, mit denen auf die Einsprachen gegen die Steuerveranlagungen 2016 

(Kantonssteuern und direkte Bundessteuer) nicht eingetreten wurde. Die 

entsprechenden Entscheide bilden die sachliche Begrenzung des 

Anfechtungsverfahrens (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. 

Gallen, 2. Aufl. 2003, S. 303). Die VRK kann daher nur prüfen, ob die Vorinstanz zu 

Recht nicht auf die Einsprachen eingetreten ist. Käme sie zum Schluss, die Vorinstanz 

hätte darauf eintreten müssen, so wäre die Streitsache zur materiellen Beurteilung der 

in den Einsprachen vom 4. Oktober 2019 gestellten Anträge zurückzuweisen. 

Andernfalls würde der Rechtsweg der Rekurrentin und Beschwerdeführerin verkürzt. 

Auf den Rekurs und die Beschwerde ist daher nicht einzutreten, soweit damit die 

Änderung der Steuerfaktoren beantragt wird (Ziffern 2 und 3 des Rechtsbegehrens). Im 

Übrigen ist auf den Rekurs und die Beschwerde einzutreten.

II. Kantonssteuern

3.- Im Rekursverfahren ist umstritten, ob die Vorinstanz zu Recht nicht auf die 

Einsprache gegen die Veranlagung der Kantonssteuern aufgrund des 

Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2016 eingetreten ist.

a) Die Vorinstanz erwog, wenn die Gutheissung der Einsprache nicht zu einer 

Abänderung der in den angefochtenen Veranlagungsverfügungen festgesetzten 

Steuerfaktoren führe, sei auf die Einsprache mangels eines Rechtsschutzinteresses 

nicht einzutreten, und zwar unabhängig davon, ob sich der Verlustvortrag verändere. 

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Im Weiteren sei die Aufrechnung einer geldwerten Leistung bei der Aktiengesellschaft 

mangels einer Bindungswirkung für die Besteuerung der Gesellschafter unerheblich.

Die Rekurrentin brachte dagegen zusammengefasst vor, es treffe zu, dass sie nur mit 

der Mindeststeuer belastet worden sei. Es sei jedoch nicht ausser Acht zu lassen, dass 

die Einspracheentscheide Einfluss auf andere Steuerarten hätten. So unterscheide die 

Vorinstanz zwischen "ordentlichen" Aufrechnungen und geldwerten Leistungen an 

nahestehende Personen oder Gesellschafter. Dies erweise sich insbesondere 

hinsichtlich der Verrechnungssteuer als problematisch, zumal geldwerte Leistungen 

steuerbaren Ertrag gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die 

Verrechnungssteuer (SR 642.21, abgekürzt: VStG) darstellen könne. Auch wenn mit 

den Aufrechnungen noch nicht definitiv über allfällige verrechnungssteuerpflichtige 

Leistungen entschieden werde und die Gesellschaft sowie Betroffene sich gegen die 

Aufrechnungen wehren könnten, habe dieses Vorgehen massive Konsequenzen. So 

habe sich in der Praxis verschiedentlich gezeigt, dass die ESTV in solchen 

Aufrechnungen pauschal verrechnungssteuerpflichtige Leistungen erblicke, was 

erhebliche Steuerfolgen zeitige. Die Problematik bestehe vor allem darin, dass der 

Anspruch auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer grundsätzlich verwirke, wenn 

belastete Einkünfte oder Vermögen den Steuerbehörden nicht offengelegt würden. Die 

Rechtsprechung des Bundesgerichts erweise sich daher als zu pauschal und führe 

dazu, dass sie (die Rekurrentin) und ihr Nahestehende zur Interessenwahrung in ein 

verrechnungssteuerrechtliches oder allenfalls steuerstrafrechtliches Verfahren gedrängt 

werden könnten. Dies verursache enorme interne Aufwände, zumal sich das Verhalten 

der Vorinstanz hinsichtlich der Aufrechnungen jährlich wiederhole. Unabhängig davon 

fielen Jahr für Jahr grosse finanzielle und zeitliche Aufwände an, was stark belastend 

sei. Nur schon deshalb sei es angemessen, die unterschiedlichen Standpunkte in 

einem Rechtsmittelverfahren zu prüfen. Eine zeitliche Verlagerung auf künftige 

Steuerperioden sei nicht zumutbar. Zu berücksichtigen sei, dass die fehlende Prüfung 

von Aufrechnungen dazu führen könne, dass die betroffenen Gesellschaften bereits 

vorher in finanzielle Schieflage geraten könnten. Nicht praktikabel sei die spätere 

Überprüfung auch deshalb, weil verschiedene Perioden und eine Vielzahl von 

Positionen betroffen seien. Dies führe ebenfalls zu einem enormen zeitlichen Aufwand. 

Schliesslich sei zu berücksichtigen, dass die Verlustvorträge verwirkten, wenn ein 

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Steuerpflichtiger Veranlagungen in Rechtskraft erwachsen lasse, ohne die 

Vorjahresverluste geltend zu machen.

b) Verluste aus den sieben der Steuerperiode vorangegangenen Geschäftsjahren 

können vom Reingewinn abgezogen werden, soweit sie bei der Berechnung des 

steuerbaren Reingewinns dieser Jahre nicht berücksichtigt werden konnten (Art. 86 

Abs. 1 StG). Inhaltlich stimmt diese Vorschrift mit Art. 25 Abs. 2 des Bundesgesetzes 

über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14, 

abgekürzt: StHG) und Art. 67 Abs. 1 DBG überein, weshalb nachfolgend auch auf die 

entsprechende Rechtsprechung und Lehre zu den bundesrechtlichen Vorschriften 

verwiesen werden kann. In den Jahren, in denen ein Verlust entstanden ist, lautet die 

Gewinnsteuerveranlagung auf Fr. 0.– (sogenannte Nullveranlagung). Nur dies erwächst 

in Rechtskraft und nicht die Berechnung des Verlusts. Deshalb kann bei der späteren 

Geltendmachung dieser Verluste die Ermittlung erneut überprüft werden (Richner/Frei/

Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, Art. 67 N 10; Helbling/

Felber, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], 3. Aufl. 2017, Art. 67 DBG N14). Nach ständiger 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung fehlt es der steuerpflichtigen Person an einem 

Feststellungs- oder einem andersartigen Rechtsschutzinteresse, das sie zur 

Anfechtung des Entscheids berechtigen könnte, wenn sich aufgrund der 

Verlustverrechnung eine Nullveranlagung ergibt. Die Höhe des für die Nachfolgeperiode 

massgebenden, verbleibenden Verlustvortrags ist in den Nachfolgeperioden zu prüfen, 

in denen ein steuerbarer Gewinn veranlagt wird. Dieses rechtsprechungsgemässe 

Erfordernis bei der Legitimation zur Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 

Angelegenheiten darf auch im Rahmen des kantonalen Beschwerdeverfahrens 

vorgesehen werden (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 2C_526/2020 vom 20. Oktober 

2020 E. 3.3 mit Hinweisen).

c) aa) Es ist unbestritten, dass die Rekurrentin für die Kantonssteuern 2016 mit einem 

steuerbaren Gewinn von Fr. 0.– und einem steuerbaren Eigenkapital von Fr. 0.– 

veranlagt wurde. Gemäss der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung fehlt es ihr 

damit an einem Rechtsschutzinteresse. Sie bringt jedoch vor, der angefochtene 

Einspracheentscheid habe präjudizielle Wirkung auf weitere Steuern, namentlich die 

Verrechnungs- und die Einkommenssteuer. Inwiefern und in welchem Umfang sie oder 

ihr nahestehende Personen konkret davon betroffen sind, lässt die Rekurrentin indes 

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offen. Sie macht vielmehr geltend, gemäss der herrschenden Lehre lasse sich in 

solchen Fällen ein Rechtsschutzinteresse nicht ohne Weiteres verneinen. In der von ihr 

zitierten Kommentarstelle ging es um eine Meldung der Steuerbehörden an die AHV-

Ausgleichskasse, die für Letztere (grundsätzlich) verbindlich sei, weshalb ein aktuelles 

Rechtsschutzinteresse nicht ohne Weiteres verneint werden könne (Locher, 

Kommentar DBG, Basel 2015, Art. 131 N 8). Abgesehen davon, dass vorliegend keine 

solche Meldung in Frage stand, wird gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

auch in solchen Fällen in den entsprechenden Verfahren von den örtlich, sachlich und 

funktionell zuständigen Behörden bzw. Gerichten und nicht im aktuellen 

Rekursverfahren zu entscheiden sein, auch wenn die Meldung der 

Veranlagungsbehörde an die AHV-Ausgleichskasse (…) dereinst zu abgaberechtlichen 

Konsequenzen führen könne (BGer 2C_306/2009 vom 25. Januar 2010 E. 3.2). Nicht 

anders lautet die Rechtsprechung des Bundesgerichts hinsichtlich der Folgen für die 

Verrechnungs- und die Einkommenssteuer. Es erwog, dass eine umstrittene 

Aufrechnung kein Rechtsschutzinteresse an der Beurteilung der gewinnsteuerlichen 

Nullveranlagung zu begründen vermöge (BGer 2C_526/2020 vom 20. Oktober 2020 

E. 3.5). In dem von der Rekurrentin zitierten Urteil vom 9. Mai 2001 hob das höchste 

Gericht zwar einen Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons Thurgau auf, 

jedoch nur deshalb, weil Letztere auf die Beschwerde im Zusammenhang mit einer 

Nullveranlagung eingetreten sei, den Verlustvortrag zum Beschwerdegegenstand 

gemacht und sich in den Erwägungen mit den gegensätzlichen Ansichten der 

Beteiligten auseinandergesetzt habe. Damit könnten die Angaben zum Verlustvortrag 

nicht länger als der Rechtskraft nicht fähiger Teil der Begründung der Veranlagung 

angesehen werden (StE 2001 B 96.11 Nr. 6 E. 1b/dd). Der Sachverhalt unterscheidet 

sich somit vom hier zu beurteilenden, weshalb das entsprechende Bundesgerichtsurteil 

nicht einschlägig ist.

bb) Soweit im Rekurs vorgebracht wurde, eine materielle Behandlung der Streitsache 

gebiete sich nur schon deshalb, weil verschiedene personelle Wechsel spätere 

Abklärungen erheblich erschweren würden, ist darauf hinzuweisen, dass die 

Rekurrentin die Geschäftsvorfälle so zu dokumentieren hat, dass deren 

Nachprüfbarkeit während der vorgeschriebenen Aufbewahrungsfrist jederzeit 

gewährleistet ist (Art. 957a und 958f OR [SR 220]).

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cc) Die Rekurrentin macht weiter geltend, eine ihrer Ansicht nach falsche 

Verlustverrechnung müsse mit einem Rechtsmittel anfechtbar sein, weil dies später 

nicht nachgeholt werden könne. Die Verlustvorträge verwirkten, wenn eine 

Steuerpflichtige die Veranlagungen in Rechtskraft erwachsen lasse, ohne die ihrer 

Meinung nach zu Unrecht nicht berücksichtigen Vorjahresverluste, nötigenfalls in einem 

Rechtsmittelverfahren, geltend zu machen. Es trifft zwar zu, dass es nicht im Belieben 

der steuerpflichtigen Person steht, den im Vorjahr erlittenen Verlust zunächst nicht 

geltend zu machen und den Abzug erst in der nächsten oder übernächsten 

Steuerperiode zu verlangen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 67 N 6). Es ist 

jedoch nicht ersichtlich, inwiefern dies bei der Rekurrentin der Fall sein soll. Sie wies 

die Verluste in den Jahresrechnungen jeweils aus und trug sie in den Steuererklärungen 

vor (act. 6/I/03). Folglich können diese auf Antrag der Rekurrentin von einem künftigen 

steuerbaren Reingewinn abgezogen und im Streitfall gerichtlich beurteilt werden. Ob 

sich allfällige Aufrechnungen auch bei den Gesellschaftern oder diesen nahestehenden 

Dritten steuerlich auswirken, wird separat zu untersuchen sein. Es besteht jedenfalls 

kein eigentlicher Aufrechnungsautomatismus (BGer 2C_312/2019 vom 23. April 2019 

E. 2.3.4).

dd) Die von der Rekurrentin als praxisfremd kritisierte bundesgerichtliche 

Rechtsprechung zur Nullveranlagung wurde erst kürzlich in einem die Rekurrentin 

betreffenden Urteil vom 20. Oktober 2020 bestätigt. Es besteht deshalb kein Anlass, 

davon abzuweichen.

d) Somit ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht nicht auf die Einsprache eingetreten 

ist. Ob die Einsprache rechtzeitig erfolgte, was ebenfalls zu einem 

Nichteintretensentscheid geführt hätte, kann daher offengelassen werden. Der Rekurs 

ist abzuweisen.

III. Direkte Bundessteuer

4.- Art. 86 Abs. 1 StG entspricht Art. 67 Abs. 1 DBG. Diese Bestimmungen 

harmonieren mit Art. 25 Abs. 2 StHG. Daraus folgt, dass die Erwägungen zu den 

Kantonssteuern für die direkte Bundessteuer analog massgebend sind. Für die direkte 

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Bundessteuer ergibt sich dasselbe Ergebnis wie bei den Kantonssteuern. Demnach 

erweist sich die Beschwerde ebenfalls als unbegründet; sie ist abzuweisen.

IV. Kosten

5.- Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Rekurs- und des 

Beschwerdeverfahrens der Rekurrentin und Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 

Abs. 1 VRP, Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine Entscheidgebühr von je Fr. 800.–, insgesamt 

Fr. 1'600.–, erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 

941.12 und Art. 144 Abs. 5 DBG). Die Kostenvorschüsse von insgesamt Fr. 1'600.– 

sind damit zu verrechnen.

Ausseramtliche Kosten sind zufolge Unterliegens im Rekurs- und Beschwerdeverfahren 

nicht zu entschädigen (Art. 98  VRP; PK VRP/SG-Linder, Art. 98  N 16; Art. 144 

Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren 

[SR 172.021, abgekürzt: VwVG]; Kölz/Häner/Bertschi, Verwaltungsverfahren und 

Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, N 1184).

Entscheid:

1.

Der Rekurs wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

3.

Die Rekurrentin hat die Kosten des Rekursverfahrens von Fr. 800.– (Entscheidgebühr) 

zu bezahlen, unter Verrechnung des Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

4.

bis bis

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Die Beschwerdeführerin hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 800.– 

(Entscheidgebühr) zu bezahlen, unter Verrechnung des Kostenvorschusses in gleicher 

Höhe.

 

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