# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 858dbc1b-692d-5c2a-9dd2-8b7906bb0eba
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 14.01.2015 B 2014/248
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2014-248_2015-01-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2014/248

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 07.02.2020

Entscheiddatum: 14.01.2015

Präsidialverfügung Verwaltungsgericht, 14.01.2015
Öffentliches Beschaffungsrecht, aufschiebende Wirkung, Art. 34 Abs. 2 lit. a 
VöB.Die von der Vergabebehörde gewählte Preiskurve führt dazu, dass 
sämtliche Angebote, welche zwanzig Prozent und mehr unterhalb des – 
unter Ausschluss des billigsten und des teuersten Angebots - ermittelten 
Durchschnittspreises bei der Preisbewertung gleichermassen mit der 
höchsten Punktzahl bewertet werden. Zudem sind die massiven 
Abweichungen der Bewertung der Referenzobjekte von den eingeholten 
Auskünften nicht ausreichend begründet. Damit erweist sich die 
Beschwerde als ausreichend begründet, so dass dem Gesuch um 
Gewährung der aufschiebenden Wirkung zu entsprechen ist 
(Präsidialverfügung Verwaltungsgericht, B 2014/248).Verfügung vom 14. 
Januar 2015 VerfahrensbeteiligteBrühwiler AG Bauingenieure und Planer, 
Friedtalweg 19, 9500 Wil SG,Beschwerdeführerin und 
Gesuchstellerin,vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Armin Eugster, 
Rorschacher Strasse 107, 9000 St. Gallen,gegenStiftung Alter und 
Gesundheit Gaiserwald, c/o Politische Gemeinde Gaiserwald, 
Hauptstrasse 21, 9030 Abtwil SG,Vorinstanz,undSchällibaum Herisau AG, 
Bahnhofplatz 11, 9100 Herisau,Beschwerdegegnerin und 
Gesuchsgegnerin,vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Matthias Forster, c/o 
Rüesch Rechtsanwälte, Oberer Graben 43, 9000 St. 
Gallen,GegenstandVergabe Neubau Wohn- und Pflegezentrum 
(Bauingenieur)

Der Vizepräsident stellt fest:

Mit Beschwerde vom 29. Dezember 2014 hat die Brühwiler AG Bauingenieure und 

Planer, Wil (Beschwerdeführerin), den von der Stiftung Alter und Gesundheit 

Gaiserwald (Vorinstanz) verfügten, am 16. Dezember 2014 versandten Zuschlag für die 

Bauingenieurarbeiten des Neubaus Wohn- und Pflegezentrum Abtwil an die 

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Schällibaum Herisau AG (Beschwerdegegnerin) beim Verwaltungsgericht angefochten 

und unter anderem ein Begehren um aufschiebende Wirkung gestellt. Der 

Vizepräsident des Verwaltungsgerichts untersagte der Vorinstanz mit 

verfahrensleitender Verfügung vom 31. Dezember 2014 superprovisorisch den 

Abschluss des Vertrags. Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 7. Januar 

2015, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventualiter das Begehren um 

aufschiebende Wirkung abzuweisen. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit 

Vernehmlassung ihres Vertreters vom 8. Januar 2015, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge sei der Antrag auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung 

abzuweisen, soweit auf ihn überhaupt eingetreten werden könne. Auf die Ausführungen 

zur Begründung der Anträge und die Akten, welche die Vorinstanz dem Gericht am 8. 

Januar 2015 einreichte, wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Der Vizepräsident erwägt:

1.            Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Über das 

Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung hat der Präsident des 

Verwaltungsgerichts zu befinden (Art. 42 der Verordnung über das öffentliche 

Beschaffungswesen; sGS 841.11, VöB). Der Vizepräsident vertritt den Präsidenten bei 

dessen Verhinderung in allen Obliegenheiten (Art. 3 Abs. 1 des Reglements über 

Organisation und Geschäftsgang des Verwaltungsgerichts sowie über die Aufsicht über 

das Versicherungsgericht und die Verwaltungsrekurskommission, sGS 941.22). Die 

Beschwerdeführerin, deren mit insgesamt 82,2 Punkten bewertetes Angebot nach dem 

mit 84,4 Punkten bewerteten Angebot der Beschwerdegegnerin den zweiten Rang 

erreichte, ist als nicht berücksichtigte Bewerberin zur Erhebung der Beschwerde befugt 

(Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Eingabe vom 29. Dezember 2014 

wurde gleichentags der Schweizer Post übergeben. Unter Berücksichtigung des 

Fristenlaufs am Wochenende wurde sie damit rechtzeitig erhoben (Art. 15 Abs. 3 der 

Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen, sGS 841.32, 

IVöB; Art. 30 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 142 Abs. 3 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung, SR 272). Sie erfüllt zudem in formeller und inhaltlicher Hinsicht die 

gesetzlichen Anforderungen (Art. 15 Abs. 3 IVöB).

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2.            Gemäss Art. 5 EGöB in Verbindung mit Art. 17 Abs. 2 IVöB kann die 

aufschiebende Wirkung erteilt werden, wenn die Beschwerde ausreichend begründet 

erscheint und keine überwiegenden öffentlichen oder privaten Interessen 

entgegenstehen. Die summarisch zu beurteilende Prozessprognose muss für die 

Gesuchstellerin umso besser sein, je dringlicher das Projekt ist (vgl. Galli/Moser/Lang/

Steiner, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. Aufl. 2013, Rz. 1349).

2.1.        In der Beschwerde wird geltend gemacht, überwiegende öffentliche oder 

private Interessen stünden der Gewährung der aufschiebenden Wirkung nicht 

entgegen, zumal auch keine Dringlichkeit gegeben sei. Die Vergabestelle habe die 

allfällige Erhebung von Rechtsmitteln grundsätzlich in ihre Beschaffungsplanung 

einzubeziehen und könne sich nicht auf eine Dringlichkeit berufen, die sich zwar aus 

dieser Planung, materiell aber letztlich ohne Not ergebe, also bei entsprechender 

Planung ohne Schaden vermeidbar gewesen wäre. Die Vorinstanz hält dem in sehr 

allgemeiner Weise entgegen, eine möglichst verzögerungsfreie Ausführung der 

dringend notwendigen Pflegeplätze für die Gemeinde Gaiserwald liege ganz klar im 

öffentlichen Interesse, welches allfällige Interessen der Beschwerdeführerin überwöge.

Gemäss Ausschreibung (vgl. ABl 2014 S. 2540 f.) soll mit dem Bau im November 2015 

begonnen werden. Für Grundlagenbereinigung (November 2014), die Erarbeitung eines 

Vor- und des Bauprojekts samt Kostenschätzung (Dezember 2014 beziehungsweise 

März 2015), der Einreichung des Baubewilligungsgesuchs (Juni 2015), der 

Brouillonplanung mit Kostenvoranschlag (September 2015) und der 

Ausführungsplanung (Oktober 2015) stehen damit rund elf Monate zur Verfügung. Der 

Bezug ist für November 2017 geplant. Ob der Baubeginn und schliesslich auch der 

Bezug des Gebäudes hinausgezögert wird, hängt angesichts der frühen Projektphase 

nicht bloss von der Dauer dieses Beschwerdeverfahrens, sondern von der 

zeitgerechten Realisation zahlreicher weiterer Planungs- und Realisationsschritte, unter 

anderem insbesondere auch vom Baubewilligungsverfahren ab, welches hinsichtlich 

seines Zeitbedarfs regelmässig mit zahlreichen Unwägbarkeiten verbunden ist, ab. 

Hinzu kommt, dass – worauf die Beschwerdeführerin zu Recht hinweist – bei der 

Zeitplanung auch die Möglichkeit, dass Rechtsmittel ergriffen werden, berücksichtigt 

werden muss.

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2.2.        Die Beschwerdeführerin rügt unter anderem eine willkürliche beziehungsweise 

ermessensmissbräuchliche Bewertung der Zuschlagskriterien "Angebotspreis" und 

"Projektorganisation Projektleiter Referenzen"). Die Vorinstanz macht in allgemeiner 

Weise geltend, es müssten im jetzigen Zeitpunkt bei summarischer Überprüfung der 

Sach- und Rechtslage mindestens Zweifel an den Erfolgschancen der Beschwerde 

angemeldet werden, umso mehr als der Vergabestelle bei der Beurteilung der 

Angebote anhand der Zuschlagskriterien ein weiter Ermessensspielraum zustehe, in 

den das Gericht, dem keine Überprüfung der Angemessenheit des Entscheides 

zustehe, nicht eingreife.

2.2.1.    Das Angebot der Beschwerdeführerin wurde insgesamt mit 82,2, jenes der 

Beschwerdegegnerin mit 84,4 von maximal möglichen 100 Punkten bewertet. Die 

Differenz beträgt 2,2 Punkte. Bei der Bewertung des Preises erhielt das mit CHF 

196'417.60 günstigste Angebot der Beschwerdeführerin das Punktemaximum von 30, 

das Angebot der Beschwerdegegnerin mit einem Preis von CHF 294'483.50 noch 20,2 

Punkte. Den Rückstand von 9,8 Punkten holte das Angebot der Beschwerdegegnerin 

insbesondere bei der Bewertung der zwei verlangten Referenzobjekte auf, wo sie 14 

und die Beschwerdeführerin 5 von maximal möglichen 16 Punkten erzielte.

2.2.2.    Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Feststellung, der Preis des 

Angebots der Beschwerdegegnerin liege "unter dem Mittel der eingereichten Offerten", 

sei falsch und aktenwidrig. Die Formel zur Festlegung des Durchschnittspreises 

("Durchschnitt zwischen zweithöchstem und zweittiefstem Offertpreis") sei willkürlich. 

Nach dieser Formel ergebe sich ein Durchschnitt von CHF 270'350 und nicht CHF 

295'541. Der – korrekte – Durchschnitt zwischen tiefstem und höchstem Offertpreis 

liege bei CHF 267'539. Das Angebot der Beschwerdegegnerin mit einem Preis von 

CHF 294'541 liege damit über dem Durchschnittspreis und erziele auf keinen Fall 20,2 

Punkte. Die Beschwerdegegnerin macht geltend, mathematisch richtig sei 

selbstverständlich, die Summe aller Offertpreise durch die Anzahl der Offerten zu teilen. 

Genau dies habe die Vorinstanz gemacht.

Die Vorinstanz hat das Angebot der Beschwerdeführerin nicht als ungewöhnlich niedrig 

erachtet und an deren Fähigkeit zur Auftragserfüllung zu den angebotenen Konditionen 

und damit an der grundsätzlichen Seriosität des Angebots nicht gezweifelt; 

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dementsprechend hat sie auch nicht gestützt auf Art. 32 VöB zusätzliche Unterlagen 

und Auskünfte verlangt, um die Einhaltung der Teilnahmebedingungen zu prüfen (vgl. 

dazu D. Lutz, Angebotspreis: Kalkulationsfreiheit und die Schranken, in: Zufferey/

Stöckli [Hrsg.], Aktuelles Vergaberecht 2014, Zürich/Basel/Genf 2014, S. 295 f.; zur st. 

gallischen Rechtsprechung VerwGE B 2014/145 vom 21. Oktober 2014 E. 3, 

www.gerichte.sg.ch). Ebensowenig macht sie geltend, sie habe das Angebot der 

Beschwerdeführerin im Sinn von Ziffer 31 der Honorarofferte als Unterangebot 

behandelt. Insoweit fragt sich, ob die Vergabebehörde zur Ermittlung des 

Durchschnittspreises das tiefste Angebot von CHF 196'417.60 und das höchste 

Angebot von CHF 338'661.50 zur Berechnung des Durchschnittspreises ausklammern 

durfte. Das Ergebnis der Berechnung der Durchschnittspreise – Summe der 

Angebotspreise geteilt durch Anzahl Angebote – mit und ohne Berücksichtigung des 

tiefsten und des höchsten Angebots weichen indessen nur unwesentlich voneinander 

ab, nämlich CHF 295'541.90 beziehungsweise CHF 289'941.44.

Gemäss Art. 34 Abs. 2 Ingress und lit. a VöB ist insbesondere der Preis ein Kriterium 

für die Ermittlung des wirtschaftlich günstigsten Angebots. Legt die Vergabebehörde – 

wie vorliegend – Gewicht und Handhabung des Preiskriteriums nicht bereits mit der 

Ausschreibung fest, ist sie in der nachträglichen Festlegung der Preiskurve nicht völlig 

frei. Sie überschreitet beispielsweise ihr Ermessen, wenn sich aufgrund der 

nachträglich festgelegten Gewichtung die Bedeutung der einzelnen Zuschlagskriterien 

gegenüber der zum Voraus bekannt gegebenen Rangfolge verschiebt. Ausserdem 

muss der Preisbewertung eine Preisspanne zu Grunde gelegt werden, die bei der 

Vergabe der fraglichen Art als realistisch erscheint. Bei einfachen Bauarbeiten ist die 

Preisspanne natürlich deutlich geringer als bei komplexen Dienstleistungsaufträgen. Je 

ungewöhnlicher die erst nachträglich gewählte Preisspanne ist, desto grösser müssen 

die Anforderungen an deren Begründung sein. Vermag die Vergabebehörde eine 

ungewöhnliche Preisspanne nicht plausibel zu begründen, so ist von einer 

Ermessensüberschreitung auszugehen. Alsdann kann das Gericht entweder von sich 

aus eine angemessene Preisspanne anwenden oder den Vergabeentscheid aufheben 

und die Streitsache an die Vergabebehörde zurückweisen (vgl. VerwGE B 2012/175 

vom 13. November 2012 E. 2.2.3, www.gerichte.sg.ch). Jedes Preisbewertungssystem 

muss dafür sorgen, dass das Kriterium bei der konkreten Benotung auch tatsächlich 

zum Tragen kommt. Dies ist dann der Fall, wenn die Bewertung innerhalb der effektiven 

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oder zumindest einer realistischen Preisspanne erfolgt. Die Abstufung in der Benotung 

teurerer Objekte darf also nicht so gewählt werden, dass sich die Preisunterschiede 

nicht oder nur wenig auswirken würden, weil damit das Preiskriterium praktisch selbst 

dann umgangen würde, wenn ihm innerhalb der Zuschlagskriterien ein hohes Gewicht 

zugemessen wurde (vgl. Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 896 und 898).

In der Ausschreibung wird der Angebotspreis als – zweites – Zuschlagskriterium 

genannt. Welche Grundsätze, insbesondere welche Preiskurve bei der Bewertung 

angewendet werden sollen, lässt sich weder der Ausschreibung noch den 

Ausschreibungsunterlagen entnehmen. Gemäss Erläuterung zur Bewertungsmatrix 

(act. 8-17) geht die Bewertung des Angebotspreises von einem Durchschnittspreis aus, 

der sich als "Durchschnitt zwischen (von) 2. Höchstem und (bis) 2. Tiefstem 

Offertpreis" errechnet. Die Formulierung erscheint zwar nicht eindeutig. Aus der 

Erläuterung zur Bewertungsmatrix ergibt sich aber auch, dass als Durchschnittspreis 

"das arithmetische Mittel aller offerierten Preise unter Weglassung des höchsten und 

des niedrigsten Angebots" ermittelt wurde. Ein Angebot zum Durchschnittspreis würde 

mit 20 (von 30) Punkten bewertet. Das Punktemaximum erzielten Angebote, welche 

von diesem Preis um 20 Prozent oder mehr nach unten abwichen. Das 

Preisbewertungsmodell der Vorinstanz geht damit von einer Preisspanne aus, welche 

nach unten auf 80 Prozent des durchschnittlich angebotenen Preises begrenzt ist. Bei 

der vorinstanzlichen Berechnung liegt diese Grenze bei CHF 236'433.52 (CHF 

295'541.90 abzüglich 20 Prozent, nämlich CHF 59'108.38). Dies erscheint – nachdem 

von zehn Angeboten zwei mit Preisen von CHF 196'417.60 und CHF 213'012.50 

unterhalb dieser Schwelle liegen – nicht als realistische Preisspanne. Das Angebot der 

Beschwerdeführerin erzielte also – ebenso wie das zweitgünstigste mit einem Preis von 

CHF 213'012.50 – lediglich das Maximum von 30 Punkten. Die Vergabebehörde hat bei 

den Erläuterungen zur Bewertungsmatrix selbst festgehalten, das Angebot der 

Beschwerdeführerin hätte – bei einer linearen Weiterführung der Preiskurve mit einem 

Zusatzpunkt je CHF 5'910.84 tieferem Preis – 36,8 Punkte erzielt. Damit wirkte sich der 

tiefe Angebotspreis, soweit er mehr als 20 Prozent unter dem Durchschnittspreis lag, 

bei der Bewertung nicht mehr aus.

2.2.3.    Die Beschwerdeführerin beanstandet die Bewertung der zwei geforderten 

Referenzobjekte. Die Referenzobjekte der Beschwerdegegnerin seien mit zweimal 

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sieben ("durchwegs sehr gut"), jene der Beschwerdeführerin einmal mit drei ("teilweise 

mangelhaft") und einmal mit zwei ("mehrheitlich mangelhaft") Punkten bewertet 

worden. Die bei den Architekten der Referenzobjekte der Beschwerdeführerin 

eingeholten Referenzen lauteten allerdings auf "durchwegs sehr gut" beziehungsweise 

einmal auf "mehrheitlich gut bis sehr gut". Das erste Referenzobjekt der 

Beschwerdeführerin – Familien-, Pflege- und Alterswohnungen in Wilen mit der 

Planung der Baugrube, identischer Konstruktionsweise mit Fassadenelementen in 

Ortbeton und vorfabriziert, mehreren über eine Tiefgarage zusammenhängenden 

Gebäuden und mit sämtlichen für ein Pflegeheim erforderlichen Einrichtungen – 

entspreche der gestellten Aufgabe zudem weit besser, als das von der 

Beschwerdegegnerin angegebene private Wohn- und Gewerbehaus. Die Bewertung 

des ersten Referenzobjektes der Beschwerdeführerin als "mehrheitlich mangelhaft" sei 

schlicht nicht nachvollziehbar. Das zweite Referenzobjekt der Beschwerdeführerin – ein 

Einfamilienhaus in Thal – sei objekttechnisch weit anspruchsvoller als die von der 

Beschwerdegegnerin angegebene Turnhalle. In der Referenz habe die Architektin 

geäussert, die Beschwerdeführerin habe die Herausforderung "souverän gemeistert". 

Der Architekt, welcher die Auskunft zum zweiten Referenzobjekt der 

Beschwerdegegnerin erteilt habe, habe lediglich und ausschliesslich die örtliche 

Bauleitung inne gehabt. Die angeblich "hervorragenden" Noten für "Qualität der 

Planung", "Einhaltung der Planungstermine" sowie "Projektorganisation" habe er gar 

nicht oder höchstens teilweise beurteilen können. Es bestehe der Verdacht, dass 

sachfremd und missbräuchlich zu Lasten des preislich klar billigsten Bewerbers 

entschieden worden sei, zumal die Differenz zwischen den Angeboten der 

Beschwerdegegnerin und der Beschwerdeführerin lediglich zwei Punkte betrage. Die 

Beschwerdegegnerin bezeichnet die Behauptungen der Beschwerdeführerin als 

unzutreffend, unsubstanziert und unqualifiziert. Die Vorinstanz habe aus den 

Referenzen zwei ausgewählt. Sie hätte für die Beschwerdegegnerin auch das 

Referenzobjekt der Erweiterung des Pflegeheimes "Abendruh" in Gossau heranziehen 

können, welches fraglos die Kompetenz der Beschwerdegegnerin mit Bezug auf 

"Pflegeheim, Spital, öffentliche Bauten oder ähnliches" in der "entsprechenden 

Aufgabenstellung" erfülle.

Für die zwei Referenzobjekte wurden maximal je 8 Punkte vergeben. Innerhalb des 

Kriteriums wurde abgestuft nach "hervorragend" (8), "durchwegs sehr gut" (7), 

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"mehrheitlich gut bis sehr gut" (6), "gut" (5), "mehrheitlich gut" (4), "teilweise 

mangelhaft" (3), "mehrheitlich mangelhaft" (2), "erheblich mangelhaft" (1) und 

"ungenügend" (0). Für die Bewertung der einzelnen Objekte wurde auf die Darstellung 

der Referenzobjekte durch die Bewerber und die bei den beteiligten Architekten 

eingeholten Referenzen abgestellt. Für die Referenzauskünfte wurde zwischen den 

Teilbereichen "Qualität der Planung", "Einhaltung der Planungstermine", "Innovative 

Lösungsfindungen (keine 0815 Konzepte)", "Projektorganisation (Verfügbarkeit, 

Kapazität, Qualitätsmanagement)" sowie "Projektleitung (Erfahrung, Wissen, 

Zuverlässigkeit)" unterschieden. Die Bewertung in den Teilbereichen erfolgte nach 

derselben Abstufung, wie sie für die Bewertung der Referenzobjekte insgesamt galt. 

Hinzu kommen im Zusammenhang mit den Auskünften einzelne Bemerkungen der 

angefragten Referenzpersonen. Wie die Gesamtbewertung der einzelnen 

Referenzobjekte im Einzelnen zustande gekommen ist, kann weder den eingereichten 

Unterlagen zu den Referenzobjekten, auf welchen einzig die Punktzahl vermerkt wurde, 

noch der Bewertungsmatrix entnommen werden.

Bei der Beurteilung der Referenzobjekte der Beschwerdegegnerin kann eine 

Übereinstimmung der Bewertung mit den eingeholten Auskünften festgestellt werden: 

Neubau Turnhalle Grund Abtwil (Bewertung "durchwegs sehr gut", Auskünfte 

"hervorragend" und "durchwegs sehr gut"); Gewerbehaus Seidenstrasse Wallisellen 

(Bewertung "durchwegs sehr gut", Auskünfte "hervorragend" und "durchwegs sehr 

gut"). Demgegenüber weicht die Bewertung der Referenzobjekte der 

Beschwerdeführerin klar von den Auskünften ab: Einfamilienhaus Egli Thal (Bewertung 

"teilweise mangelhaft", Auskünfte "hervorragend", "durchwegs sehr gut" und 

"mehrheitlich sehr gut" (Projektorganisation); Familien-, Pflege- und Alterswohnungen 

Engistrasse Wilen (Bewertung "mehrheitlich mangelhaft", Auskünfte "durchwegs sehr 

gut"). Welche Überlegungen diesen erheblichen Differenzen – je Referenzobjekt in der 

Grössenordnung von 3 bis 4 Punkten – zugrunde liegen, hat die Vergabebehörde nicht 

begründet. Vielmehr hat sie in einer Zwischenbeurteilung auf den Protokollen zu den 

eingeholten Referenzauskünften die Referenzobjekte der Beschwerdegegnerin mit 

zweimal 46 Punkten, jene der Beschwerdeführerin mit 41 und 42 Punkten bewertet. 

Während die Beschwerdeführerin hier rund 90 Prozent des Wertes der 

Beschwerdegegnerin erzielte, waren es bei der abschliessenden Beurteilung der 

Referenzobjekte in der Bewertungsmatrix noch rund 35 Prozent (5 Punkte gegenüber 

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14 Punkten). Die Bewertungsdifferenz lässt sich auch nicht aufgrund des 

Gegenstandes der Referenzobjekte nachvollziehen. Das Projekt der 

Beschwerdeführerin in Wilen erscheint – wie in den Ausschreibungsunterlagen 

gefordert (act. 8-6 Seite 3) – der Aufgabenstellung mindestens ebenso gut zu 

entsprechen wie das Projekt der Beschwerdegegnerin in Wallisellen. Ebensowenig 

lässt sich der Begründung zur Bewertung entnehmen, weshalb das Projekt der 

Beschwerdeführerin in Thal – bei welchem in der Auskunft der Architektin darauf 

hingewiesen worden war, der Bauherr sei ausserordentlich anspruchsvoll gewesen und 

der Ingenieur habe die Herausforderung souverän gemeistert (beispielsweise zwei 

Geschosse ohne sichtbare Fuge) – jenem der Beschwerdegegnerin in Gossau 

hinsichtlich der Konstruktion (Sicht-Ortbetonfassade) unterlegen sein soll.

2.2.4.    Zusammenfassend ergibt sich, dass die von der Vergabebehörde gewählte 

Preiskurve Angeboten, welche – wie dasjenige der Beschwerdeführerin – mehr als 20 

Prozent unterhalb des Durchschnittspreises und – jedenfalls bringen Vorinstanz und 

Beschwerdegegnerin nichts anderes vor – innerhalb einer realistischen Preisspanne 

liegen, punktemässig nicht mehr Rechnung trägt. Damit bleibt das Preiskriterium bei 

tiefen Angeboten wirkungslos. Zudem ist die ausserordentlich tiefe Bewertung der 

Referenzobjekte der Beschwerdeführerin zumindest anhand der Bewertungsmatrix, der 

eingereichten Vergabeakten und der Ausführungen der Vergabebehörde und der 

Beschwerdegegnerin in ihren Vernehmlassungen im Verfahren zur aufschiebenden 

Wirkung nicht nachvollziehbar. Insgesamt erscheint die Beschwerde bei summarischer 

Prüfung der bisherigen Vorbringen der Verfahrensbeteiligten insbesondere auch mit 

Blick auf die Dringlichkeit des Vorhabens als ausreichend begründet. Dem Gesuch, es 

sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, ist deshalb zu entsprechen. 

Die aufschiebende Wirkung kann wieder entzogen werden, wenn während des 

Verfahrens festgestellt wird, dass sich die Beschwerde als unbegründet erweist oder 

die Interessenabwägung insbesondere bezüglich der Dringlichkeit des Vorhabens neu 

vorzunehmen ist.

Unter diesen Umständen kann in diesem Entscheid offen bleiben, ob die 

Beschwerdeführerin zu Recht eine Verletzung der Ausstandsvorschriften durch die 

Vorinstanz – der von der Beschwerdegegnerin vorgesehene Projektleiter ist auch 

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Stiftungsrat der Stiftung Alter und Gesundheit Gaiserwald und Gemeinderat der 

Politischen Gemeinde Gaiserwald – und des Transparenzgebots rügt.

3.            Vorinstanz und Beschwerdegegnerin sind aufzufordern, innert einer nicht 

erstreckbaren Frist bis 2. Februar 2015 zur Beschwerde materiell Stellung zu nehmen, 

wobei nach unbenütztem Ablauf der Frist der Verzicht auf eine Stellungnahme 

angenommen wird.

4.            Die amtlichen Kosten des Zwischenverfahrens sind bei der Hauptsache zu 

belassen.

Der Vizepräsident verfügt:

1.            Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung wird gutgeheissen.

2.            Der Vorinstanz wird bis zu einem anderslautenden Entscheid über die 

aufschiebende Wirkung beziehungsweise bis zum Entscheid des Gerichts über die 

Beschwerde der Vertragsabschluss untersagt.

3.            Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin werden eingeladen, bis 2. 

Februar 2015 materiell Stellung zu nehmen (in dreifacher Ausfertigung). Nach 

unbenütztem Ablauf der Frist wird aufgrund der Akten entschieden.

4.            Über die Kosten dieser Verfügung wird mit der Hauptsache entschieden.

Der Vizepräsident

Linder

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