# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf084e17-32a1-5e6c-a0ea-ccb9304a5a82
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 27.04.2015 ZK1 2015 38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2015-38_2015-04-27.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 27. April 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 15 38 18. Mai 2015

Entscheid
I. Zivilkammer

Präsident Brunner
Aktuarin ad hoc Seres

In der zivilrechtlichen Beschwerde

des X._____, Beschwerdeführer, 

gegen

den Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Prättigau/Davos vom 
19. Februar 2015, mitgeteilt am 23. Februar 2015, in Sachen Beschwerdeführer,

betreffend Schlussrechnung etc. (Massnahme- und Verfahrenskosten),

hat sich ergeben:

Seite  2 — 18

I. Sachverhalt

A. Am 21. März 2011 wurde X._____ von der Vormundschaftsbehörde Prätti-
gau-Davos betreffend seines Antrages auf Errichtung einer Beistandschaft auf 
eigenes Begehren angehört. Als Beweggründe für seinen Antrag gab er u.a. an, er 
sei alkoholkrank und habe Probleme mit den Finanzen bzw. Schulden.

B. Mit Beschluss vom 23. März 2011 der Vormundschaftsbehörde Prättigau-
Davos wurde für X._____ gestützt auf Art. 394 aZGB (alte Fassung des Schweize-
rischen Zivilgesetzbuches, in Kraft bis 31. Dezember 2012; SR 210) in Verbindung 
mit Art. 372 aZGB auf eigenes Begehren eine Beistandschaft errichtet. Zur Bei-
ständin wurde die Amtsvormundin A._____ ernannt. Dieser wurden die persönli-
che Betreuung und die vollständige Einkommens- und Vermögensverwaltung des 
Verbeiständeten übertragen und sie wurde insbesondere angewiesen, die Schul-
densanierung voranzutreiben, eine Alkohol- und Psychotherapie in die Wege zu 
leiten sowie zu versuchen, X._____ einer beruflichen Tätigkeit zuzuführen. 

C. Mit Beschluss vom 7. September 2011 nahm die Vormundschaftsbehörde 
Prättigau-Davos vom Vermögensinventar vom 22. August 2011, Stichtag 26. April 
2011, von X._____ Kenntnis und stellte fest, dass das aufgrund der vorliegenden 
Unterlagen ermittelte Vermögen gesamthaft einen Passivsaldo von CHF 20'084.70 
ausweise. 

D. Mit Beschluss vom 2. Mai 2012 wurden der von der Berufsbeiständin 
A._____ für die Berichtsperiode vom 26. April 2011 bis zum 31. Dezember 2011 
erstellte Bericht und die Rechnung genehmigt. Die genehmigte Rechnung für die 
Periode vom 26. April 2011 bis zum 31. Dezember 2011 schloss mit einem Pas-
sivsaldo von CHF 49'471.20, wobei der Rückschlag CHF 26'386.50 betrug. Die 
Entschädigung der Berufsbeiständin wurde auf CHF 1'863.75 und die Spesen auf 
CHF 251.35, total CHF 2'115.10, festgesetzt und aus der Kasse der Vormund-
schaftsbehörde Prättigau-Davos beglichen. Auf die Erhebung einer Beschlussge-
bühr wurde verzichtet. Diesem Beschluss wurden u.a. der Bericht der Berufsbei-
ständin, welcher Einblick in die Situation von X._____ gibt, und das detaillierte 
Zeit- und Spesenerfassungsjournal mit ausführlichem Beschrieb der Tätigkeit der 
Berufsbeiständin angehängt. 

E. Am 6. Mai 2013 beantragte die Berufsbeiständin der Kindes- und Erwach-
senenschutzbehörde (KESB) Prättigau/Davos, die bestehende Massnahme (Bei-
standschaft nach Art. 394 i.V.m. Art. 372 aZGB) in den Kanton B._____ zu dele-

Seite  3 — 18

gieren, da X._____ per Februar 2013 seinen Wohnsitz in den Kanton B._____ 
(5210 O.2_____) verlegt habe. 

F. Mit Schreiben vom 14. Januar 2014 ersuchte die KESB Prättigau/Davos 
das Familiengericht in O.1_____ um Übernahme der Massnahme von X._____ 
infolge dessen Wohnsitzwechsels nach O.2_____ per Februar 2013.

G. Der Gerichtspräsident des Bezirksgerichts O.1_____ (Familiengericht) stell-
te mit Verfügung vom 27. Januar 2014 fest, dass die Voraussetzungen zur Über-
nahme des Verfahrens durch das Familiengericht O.1_____ erfüllt sind, dass die 
Übernahme des Verfahrens auf den 1. April 2014 vorgesehen wird und als neuer 
Beistand der Berufbeistand C._____ des Kindes- und Erwachsenenschutzdienstes 
des Bezirks O.1_____ vorgesehen wird. 

H. Mit Entscheid in Einzelkompetenz der KESB Prättigau/Davos vom 20. Fe-
bruar 2014 erkannte diese, dass die für X._____ geführte Beistandschaft (Art. 394 
i.V.m. Art. 372 aZGB) per 1. April 2014 an die neu zuständige KESB O.1_____ 
übertragen wird, dass die Berufsbeiständin aufgefordert wird, der KESB Prätti-
gau/Davos möglichst bald, spätestens innert zwei Monaten, den Schlussbericht 
und die Schlussrechnung samt Belegen per 1. April 2014 einzureichen und dass 
die Verfahrenskosten von CHF 520.– vorerst beim Verfahren bleiben.

I. Das Bezirksgericht O.1_____ (Familiengericht) erkannte mit Entscheid vom 
19. März 2014 u.a., dass die für X._____ errichtete Beistandschaft nach Art. 394 
i.V.m. Art. 372 aZGB per 1. April 2014 vom Familiengericht O.1_____ übernom-
men wird und dass als neuer Beistand Berufsbeistand C._____ eingesetzt wird. 

J. Gemäss Übergabeprotokoll vom 3. Juni 2014 der Berufsbeistandschaft 
Prättigau/Davos an die KESB Prättigau Davos betrug der Vermögensstand von 
X._____ per 31. Dezember 2012 –CHF 115'350.50 und per 31. März 2014 –
CHF 142'177.45. 

K. Am 3. Juni 2014 reichte die Berufsbeiständin der KESB Prättigau/Davos 
den Schlussbericht und die Rechnung bezüglich X._____ betreffend die Zeitspan-
ne vom 1. Januar 2012 bis 31. März 2014 ein. Dabei berichtete sie über die per-
sönlichen Verhältnisse und den Vermögensstand des Verbeiständeten. Für das 
Jahr 2012 machte sie für ihre Bemühungen eine Entschädigung von CHF 912.70 
(bestehend aus CHF 840.– Entschädigung für ihren Zeitaufwand von 24 Stunden 
und Spesen von CHF 72.70) zugunsten der Amtsvormundschaft Prätti-
gau/Herrschaft geltend. Für das Jahr 2013 machte sie für ihre Bemühungen eine 

Seite  4 — 18

Entschädigung von total CHF 1'375.– (bestehend aus CHF 1'075.– für ihren 
Zeitaufwand von 10 Stunden bei einem Stundenansatz von CHF 100.– gemäss 
Art. 30 Abs. 1 KESV sowie CHF 300.– für die Pauschale gemäss Art. 30 Abs. 2 
KESV) geltend. 

L. Mit Entscheid der Kollegialbehörde der Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde (KESB) Prättigau/Davos vom 19. Februar 2015, mitgeteilt am 23. Februar 
2015, erkannte diese was folgt:

„1. Die Schlussrechnung schliesst per 31.03.2014 mit einem Passivsaldo 
von CHF 142'177.45 ab und wird genehmigt.

2. Die von A._____ geleistete Arbeit wird verdankt und der Schlussbe-
richt genehmigt.

3. A._____ wird als Beiständin von X._____ entlastet. Die Entlastung er-
folgt unter Vorbehalt der vollständigen Vermögensübergabe und Be-
stimmungen über die Verantwortlichkeit (Art. 454 ff. ZGB).

4. A._____ wird angewiesen, der KESB innert drei Monaten sämtliche 
Akten zur Archivierung zu übergeben. Die Ernennungsurkunde vom 
13.05.2011 wurde bereits zurückgegeben.

5. Für die Mandatsführung von A._____ vom 01.01.2012 bis 31.12.2012 
wird zugunsten der Amtsvormundschaft Prättigau-Herrschaft eine Ent-
schädigung wie folgt festgesetzt:

a) eine ordentliche Entschädigung von CHF 840.–;

b) ein erstattungsfähiger Spesenersatz von CHF 72.70.

6. Für die Mandatsführung von A._____ vom 01.01.2013 bis 31.03.2014 
wird zugunsten der Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos eine Ent-
schädigung von CHF 1'575.– festgesetzt.

7. Die Massnahmekosten und der Spesenersatz (Entschädigung Ziff. 5 
und Ziff. 6) im Totalbetrag von CHF 2'487.70 werden X._____ aufer-
legt. Subsidiär sind sie vom Gemeinwesen am Unterstützungswohnsitz 
(aktueller Wohnsitz: O.2_____) zu tragen (Art. 63a Abs. 2 EGzZGB). 
Die Trägerschaft der Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos ist für das 
Inkasso zuständig.

8. Die Verfahrenskosten für diesen Entscheid werden auf CHF 1'200.– 
festgesetzt und X._____ auferlegt. Auf die Erhebung der Verfahrens-
kosten für diesen Entscheid im Totalbetrag von CH 1'200.– wird auf-
grund der besonderen Umstände verzichtet.

9. (Rechtsmittelbelehrung).

10. (Mitteilung).“

M. Dagegen erhob X._____ mit Eingabe vom 9. März 2015 Beschwerde an 
das Kantonsgericht von Graubünden. Er beantragte sinngemäss die Aufhebung 
von Ziff. 5, Ziff. 6 und Ziff. 7 des Entscheids der KESB Prättigau/Davos vom 
19. Februar 2015 bezüglich der Entschädigung von A._____. 

Seite  5 — 18

N. Mit Beschwerdeantwort vom 7. April 2015 beantragte die KESB Prätti-
gau/Davos folgendes:

„1. Die Beschwerde sei abzuweisen, sofern darauf eingetreten werden 
kann.

2. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien nach Gesetz zu verle-
gen."

Die KESB Prättigau/Davos verzichtete auf eine einlässliche Beschwerdeantwort 
und verwies auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie auf die bei-
gelegten Zeit- und Spesenjournale der Berufsbeiständin für die fragliche Berichts-
periode. Ferner verzichtete die KESB Prättigau/Davos, vorbehältlich weiterer Ent-
wicklungen im Laufe des Beschwerdeverfahrens, auf die Teilnahme an einer allfäl-
lig noch anzusetzenden Hauptverhandlung.

O. In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. April 2015 stellte die Berufsbeistand-
schaft Prättigau/Davos bzw. die Berufsbeiständin A._____ folgende Rechtsbegeh-
ren:

„1. Die Beschwerde sei abzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerde-
führers."

Q. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und im 
angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwä-
gungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.a) Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide der Erwachsenen-
schutzbehörde beim zuständigen Gericht Beschwerde erhoben werden. Nach 
Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Zivilgesetzbuch (EGzZGB; 
BR 210.100) ist das Kantonsgericht von Graubünden die einzige kantonale Be-
schwerdeinstanz. Zur Beschwerde legitimiert sind nach Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB 
die am Verfahren beteiligten Personen und damit in erster Linie die von der An-
ordnung der KESB direkt betroffene Person (vgl. Daniel Steck, in: Geiser/Reusser, 
Basler Kommentar zum Erwachsenenschutz, Basel 2012, N 29 zu Art. 450 ZGB; 
Hermann Schmid, Erwachsenenschutz Kommentar, Zürich/St. Gallen 2010, N 21 
zu Art. 450 ZGB). Da gemäss Ziff. 7 des angefochtenen Entscheids die Entschä-

Seite  6 — 18

digung der Berufsbeiständin gemäss Ziff. 5 und Ziff. 6 im Totalbetrag von 
CHF 2'487.70 dem Beschwerdeführer auferlegt wurden, ist er als unmittelbar Be-
troffener des Entscheids somit klar zu dessen Anfechtung legitimiert.

b) Die Beschwerdefrist beträgt gemäss Art. 450b Abs. 1 ZGB dreissig Tage 
seit Mitteilung des Entscheids der KESB. Die Beschwerde ist beim Gericht schrift-
lich und begründet einzureichen (Art. 450 Abs. 3 ZGB), wobei in formeller Hinsicht 
keine hohen Anforderungen gestellt werden dürfen (vgl. Botschaft zur Änderung 
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und 
Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, BBI 2006 7001, S. 7085; Steck, a.a.O., N 42 zu 
Art. 450 ZGB). Der Beschwerdeführer reichte innert Rechtsmittelfrist eine schriftli-
che und begründete Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden ein, wes-
halb darauf einzutreten ist.

c) Die KESB hat der Beschwerde in Ziff. 9 des Entscheiddispositivs die auf-
schiebende Wirkung erteilt. Dies wäre allerdings nicht erforderlich gewesen, da 
der Beschwerde ohne gegenteilige Anordnung gemäss Art. 450c ZGB von Geset-
zes wegen aufschiebende Wirkung zukommt.

d) Gemäss Art. 60 Abs. 2 EGzZGB in Verbindung mit Art. 7 Abs. 2 lit. a des 
Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGzZPO; 
BR 320.100) entscheidet das Kantonsgericht von Graubünden in einzelrichterli-
cher Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.– nicht überschreitet. Vorliegend 
bildet die von der KESB Prättigau/Davos in ihrem Entscheid vom 19. Februar 2015 
zugesprochene Entschädigung der Berufsbeiständin in der Höhe von Total 
CHF 2'487.70 Gegenstand der Beschwerde, weshalb das Kantonsgericht von 
Graubünden gemäss Art. 7 Abs. 2 lit. a EGzZPO in einzelrichterlicher Kompetenz 
entscheidet.

2.a) Für das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz gelten primär 
die bundesrechtlichen Verfahrensbestimmungen des ZGB und subsidiär die vom 
Kanton erlassenen Verfahrensbestimmungen. Sofern weder das ZGB noch das 
EGzZGB etwas geregelt haben, sind die Schweizerische Zivilprozessordnung 
(ZPO; SR 272) sowie die entsprechenden kantonalen Ausführungsbestimmungen 
sinngemäss anwendbar (Art. 450f ZGB und Art. 60 Abs. 2 EGzZGB). Demnach 
kann die Rechtsmittelinstanz gemäss Art. 316 Abs. 1 bzw. Art. 327 Abs. 2 ZPO 
aufgrund der Akten und ohne Durchführung einer mündlichen Hauptverhandlung 
entscheiden.

Seite  7 — 18

b) Zu beachten sind im Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz die 
allgemeinen Verfahrensgrundsätze des erstinstanzlichen Verfahrens 
(Art. 443 ff. ZGB), soweit das Gesetz in den Art. 450 ff. ZGB keine abweichenden 
Vorschriften enthält (vgl. Steck, a.a.O., N 13 zu Art. 450 ZGB). Dies gilt namentlich 
für die in Art. 446 ZGB verankerte uneingeschränkte Untersuchungs- und Offizial-
maxime und das an gleicher Stelle festgeschriebene Prinzip der Rechtsanwen-
dung von Amtes wegen. Der Anwendungsbereich dieser zentralen Verfahrens-
grundsätze bezieht sich auf sämtliche Verfahren vor der Kindes- und Erwachse-
nenschutzbehörde und erstreckt sich nach dem Grundsatz der Einheit des Pro-
zesses auch auf die Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (vgl. Chri-
stoph Auer/Michèle Marti, in: Geiser/Reusser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Er-
wachsenenschutz, Basel 2012, N 1 zu Art. 446 ZGB mit weiteren Hinweisen; 
Schmid, a.a.O., N 7 zu Art. 446 ZGB; Daniel Steck, in: Büch-
ler/Häfeli/Leuba/Stettler, FamKommentar Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 7 zu 
Art. 446 ZGB). 

c) Mit der Beschwerde können gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB Rechtsverlet-
zungen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-
chen Sachverhalts (Ziff. 2) und die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Die 
Beschwerde ist ein vollkommenes Rechtsmittel, womit das erstinstanzliche Urteil 
in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend überprüft werden kann (vgl. 
Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, a.a.O., S. 7085; 
Schmid, a.a.O., N 1 zu Art. 450a ZGB).

3. a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der Ent-
scheid der Kollegialbehörde der KESB Prättigau/Davos vom 19. Februar 2015 
(vgl. Akten KESB act. 24), wonach für die Mandatsführung der Berufsbeiständin 
A._____ vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012 zugunsten der Amtsvor-
mundschaft Prättigau-Herrschaft eine Entschädigung von total CHF 912.70 –, be-
stehend aus einer ordentlichen Entschädigung von CHF 840.– und einem erstat-
tungsfähigen Spesenersatz von CHF 72.70 – (Ziff. 5), sowie für die Mandats-
führung der Berufsbeiständin vom 1. Januar 2013 bis 31. März 2014 zugunsten 
der Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos eine Entschädigung von CHF 1'575.– 
(Ziff. 6) festgesetzt und die Massnahmekosten und der Spesenersatz (Entschädi-
gung Ziff. 5 und Ziff. 6) im Totalbetrag von CHF 2'487.70 dem Beschwerdeführer 
und subsidiär dem Gemeinwesen am Unterstützungswohnsitz auferlegt wurden 
(Ziff. 7). 

Seite  8 — 18

b) Der Beschwerdeführer beantragt vorliegend sinngemäss die Aufhebung der 
Ziff. 5, Ziff. 6 und Ziff. 7 des angefochtenen Entscheids der KESB Prättigau/Davos 
vom 19. Februar 2015. In seiner Beschwerde vom 9. März 2015 (vgl. act. A.1) 
macht er geltend, er sei über die Rechnung der KESB für die Entschädigung der 
Mandatsführung sehr erstaunt. Er habe in der genannten Berichtsperiode vom 
1. Januar 2013 bis 31. März 2014 bzw. 1. Januar 2012 bis 31. März 2014 nach-
weislich keinen Kontakt mit der Berufsbeiständin gehabt. Die im Bericht und in der 
Rechnung erwähnten Aufenthalte und Ausführungen seien absolut falsch. Er sei 
im Juli 2013 in ein Beschäftigungsprogramm eingetreten. Im Januar 2014 sei er in 
einem Entzug gewesen und anschliessend in einer stationären Therapie und dar-
aufhin in der Tagesklinik. Danach sei er nochmals im Entzug gewesen, anschlies-
send erneut in einer stationären Therapie und nun in einem betreuten Wohnen. Er 
habe viel erlebt, sei jedoch von der Berufsbeiständin dazu weder begleitet noch 
betreut worden. Aus diesen Gründen erhebe er Einsprache gegen die aufwandbe-
zogene Mandatsentschädigung von CHF 2'115.– sowie die Porti- und Telefonkos-
ten von CHF 72.70. Da er im Moment noch durch die Sozialhilfe unterstützt werde, 
beantrage er ausserdem, die Grundentschädigung für die Mandatsführung von 
CHF 300.– zu erlassen.

c) Im vorliegenden Beschwerdeverfahren sind die Höhe und die Überbindung 
der Entschädigung für die Mandatsführung der Berufsbeiständin des Beschwerde-
führers betreffend die Periode vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012 
sowie vom 1. Januar 2013 bis zum 31. März 2014 zu prüfen. Da am 1. Januar 
2013 das neue Erwachsenenschutzrecht in Kraft getreten ist, bestehen für die 
aufgeführten Rechnungsperioden verschiedene Rechtsgrundlagen.

4.a) In einem ersten Schritt soll die Rechnungsperiode vom 1. Januar 2012 bis 
zum 31. Dezember 2012 behandelt werden. Wie die KESB Prättigau/Davos im 
angefochtenen Entscheid richtig ausführt (vgl. Akten KESB act. 24, E. 5, S. 3), 
berechnet sich die Entschädigung der Berufsbeiständin für das Jahr 2012 vor In-
krafttreten des neuen Erwachsenenschutzrechts nach bisherigem Recht. Gemäss 
Art. 416 in Verbindung mit Art. 367 Abs. 3 aZGB hat ein Beistand Anspruch auf 
eine Entschädigung, die aus dem Vermögen des Verbeiständeten entrichtet und 
von der Vormundschaftsbehörde für jede Rechnungsperiode nach der Mühe, die 
die Verwaltung verursacht, und nach dem Ertrage des Vermögens festgesetzt 
wird. Der Kanton Graubünden hat die Entschädigung der vormundschaftlichen 
Organe in der Verordnung über die Geschäftsführung und Entschädigung der 
vormundschaftlichen Organe (VoGEvO; BR 215.100, in Kraft bis 31. Dezember 
2012) detailliert geregelt. Art. 27 VoGEvO sieht vor, dass Beistände Anspruch auf 

Seite  9 — 18

Ersatz der ausgewiesenen und von der Vormundschaftsbehörde als gerechtfertigt 
erachteten Barauslagen haben. Ferner haben Beistände Anspruch auf eine von 
der Vormundschaftsbehörde anlässlich der Rechnungsprüfung oder Berichtsge-
nehmigung festzusetzenden Entschädigung von CHF 200.– bis CHF 1'000.– pro 
Jahr (Art. 28 Abs. 1 VoGEvO). 

b) Die Berufsbeiständin hat gegenüber der KESB Prättigau/Davos in ihrem 
Schlussbericht und der Rechnung vom 3. Juni 2014 für die Rechnungsperiode 
2012 eine Entschädigung von CHF 840.– für ihren Zeitaufwand von 24 Stunden 
und Spesen für Porti und Telefonate von CHF 72.70, total also CHF 912.70 gel-
tend gemacht (vgl. Akten KESB act. 23). In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. April 
2015 (vgl. act. A.3) führt sie aus, gemäss ihrem Zeitjournal habe sie im Jahr 2012 
8.75 Stunden für den Beschwerdeführer aufgewendet. Vor Inkrafttreten des neuen 
Erwachsenenschutzrechts habe die Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos mit ei-
nem Stundenansatz von CHF 35.– für die Arbeit der Beistände gerechnet. Zudem 
hätten vor Eintritt des neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrechtes Porto- und 
Telefonspesen ebenfalls dem Klienten in Rechnung gestellt werden dürfen. Auch 
diese Kosten seien mit dem beiliegenden Zeitjournal begründet und ausgewiesen. 
Bei den Ausführungen der Berufsbeiständin in ihrer Beschwerdeantwort, wonach 
sie für das Jahr 2012 8.75 Stunden für den Beschwerdeführer aufgewendet habe, 
muss es sich offensichtlich um ein Versehen handeln. Gemäss dem detaillierten 
Zeit- und Spesenerfassungsjournal für die Zeitspanne vom 1. Januar 2012 bis 
zum 31. Dezember 2012 (vgl. Akten KESB act. 28) ergibt die Addition der insge-
samt 45 aufgeführten Einträge zum Zeitaufwand der Tätigkeiten der Berufsbei-
ständin im Zusammenhang mit der Mandatsführung für den Beschwerdeführer 
exakt 24 Stunden. Dagegen wendet der Beschwerdeführer ein, diese Einträge 
seien falsch, er habe keinen Kontakt mit der Berufsbeiständin gehabt. 

c) Diese Behauptung ist nachweislich unrichtig. Gemäss dem Zeiterfassungs-
journal für das Jahr 2012 der Berufsbeiständin (vgl. Akten KESB act. 28) sind 
zahlreiche telefonische Kontakte mit dem Beschwerdeführer ausgewiesen. Im Üb-
rigen ist der Kontakt zum Verbeiständeten allein nicht ausschlaggebend. Im Jour-
nal sind detailliert und nach Tagen protokolliert die Tätigkeiten der Berufsbeistän-
din aufgeführt und beschrieben, welche lange nicht alle einen direkten Kontakt mit 
dem Beschwerdeführer erforderten, aber dennoch im Zusammenhang mit dem 
Mandat standen (z.B. Abklärungen mit der Krankenkasse im Zusammenhang mit 
offenen Rechnungen oder mit dem Betreibungsamt im Zusammenhang mit noch 
nicht beglichenen Zahlungsbefehlen etc.). Es besteht vorliegend kein Grund, an 
diesen sauber geführten Protokollen zu zweifeln. Daraus ergeben sich doch recht 

Seite  10 — 18

umfangreiche Tätigkeiten für den Verbeiständeten, die sich im Aufwand von 24 
Stunden für jenes Jahr niederschlagen. Zudem wurde der Zeitaufwand auf 5 Minu-
ten genau aufgelistet, weshalb auch in dieser Hinsicht kein Anlass zur Beanstan-
dung der Zeiterfassung durch die Berufsbeiständin besteht. Der Stundenansatz 
von CHF 35.– ist bei einer Aufwandsentschädigung von insgesamt CHF 840.– 
keineswegs übertrieben. Schliesslich sind auch die in Rechnung gestellten Spe-
sen für Porti und Telefonate im Journal genau ausgewiesen. Aus dem Gesagten 
ergibt sich, dass die für die Rechnungsperiode 2012 geltend gemachte Entschädi-
gung von total CHF 912.70 nicht zu beanstanden ist, womit der Beschwerdeführer 
kein Grund hat, sich über die Höhe oder die Auferlegung derselben zu beschwe-
ren, weshalb die Beschwerde in diesem Punkt abzuweisen ist.

5.a) In einem nächsten Schritt ist die Entschädigung für die Mandatsführung der 
Berufsbeiständin des Beschwerdeführers betreffend die Periode vom 1. Januar 
2013 bis zum 31. Dezember 2014 zu prüfen. Mit Inkrafttreten des neuen Erwach-
senenschutzrechts sind dabei die folgenden Rechtsgrundlagen zu beachten: 
Art. 404 ZGB sieht vor, dass ein Beistand Anspruch auf eine angemessene Ent-
schädigung und auf Ersatz der notwendigen Spesen aus dem Vermögen der be-
troffenen Person hat, wobei die Entschädigung und der Spesenersatz bei einem 
Berufsbeistand an den Arbeitgeber fallen (Abs. 1). Die Erwachsenenschutzbehör-
de legt die Höhe der Entschädigung fest und berücksichtigt dabei insbesondere 
den Aufwand und die Komplexität der dem Beistand übertragenen Aufgaben 
(Abs. 2). Die Kantone erlassen Ausführungsbestimmungen und regeln die Ent-
schädigung und den Spesenersatz, wenn diese nicht aus dem Vermögen der be-
troffenen Person bezahlt werden können (Abs. 3). Art. 63a EGzZGB sieht vor, 
dass die Kosten für Massnahmen von der betroffenen Person oder den Inhabern 
der elterlichen Sorge zu tragen sind, soweit nicht Dritte zahlungspflichtig sind 
(Abs. 1) und dass diese subsidiär vom Gemeinwesen zu tragen sind, welches für 
die öffentlich-rechtliche Unterstützung zuständig ist (Abs. 2). Der Kanton 
Graubünden hat die Massnahmekosten in den Art. 29 ff. der Verordnung zum Kin-
des- und Erwachsenenschutz (KESV; BR 215.010) näher geregelt. Gemäss 
Art. 29 KESV bemisst sich die Entschädigung für die Führung von Beistandschaf-
ten und Vormundschaften in der Regel nach dem zeitlichen Aufwand, der für die 
sachgerechte Aufgabenerfüllung notwendig ist (Abs. 1), wobei die Kindes- und 
Erwachsenenschutzbehörde in ihrem Entscheid über die Errichtung einer Mass-
nahme ein Kostendach vorsehen kann (Abs. 2). Die konkrete Entschädigung und 
den Spesenersatz legt die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde in der Regel 
mit der Abnahme des Rechenschaftsberichtes fest (Abs. 3). Für die Berufsbei-

Seite  11 — 18

stände legt Art. 30 KESV fest, dass deren Entschädigung mittels Stundenansatz 
erfolgt, wobei dieser zwischen 90 und 120 Franken beträgt und von der Kindes- 
und Erwachsenenschutzbehörde festgelegt wird (Abs. 1) und einen Beitrag an die 
Lohn- und Infrastrukturkosten sowie die Spesen darstellt (Abs. 3). Gemäss Art. 30 
Abs. 2 KESV erfolgt die Entschädigung für die Führung von Beistandschaften und 
Vormundschaften im Kindesschutz in der Regel durch eine Pauschale, wobei die-
se pro Jahr zwischen CHF 500 und 5000 beträgt und bei besonderer Beanspru-
chung angemessen erhöht, höchstens jedoch verdoppelt werden kann. Die Ge-
schäftsleitung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden KESB in Graubün-
den erliess sodann gestützt auf Art. 40 Abs. 2 lit. b EGzZGB in Verbindung mit 
Art. 6 Abs. 1 lit. a der KESV in Ausführung der Art. 63 f. EGzZGB und Art. 25 ff. 
KESV eine Richtlinie zur einheitlichen Kostenerhebung der KESB im Kanton 
Graubünden (Stand 8. September 2014). Die Ziffer 2.2.1 dieser Richtlinie sieht für 
die Entschädigung der Berufsbeistände bei Erwachsenenschutzmandaten u.a. 
vor, dass diese ihren zeitlichen Aufwand analog der KESB erfassen, wobei die 
Aufwendungen nicht nur der Administration, sondern gegebenenfalls auch der 
Buchhaltung nicht klientenbezogen erfasst werden, weshalb es sich insgesamt 
rechtfertigte, ebenfalls eine Grundentschädigung festsetzen, welche bei umfas-
sender Einkommens- und Vermögensverwaltung CHF 300.– pro Jahr beträgt. Es 
wird sodann festgehalten, dass zusätzlich zur Grundentschädigung der für die auf-
tragsgemässe Mandatsführung notwendige Aufwand mit einem Stundenansatz 
von in der Regel CHF 100.– berücksichtigt wird und dass für das Erstellen von 
Schlussbericht (inkl. Schlussrechnung) nach dem Ende der Massnahme eine 
Pauschale von CHF 200.– zugesprochen wird, die in begründeten Fällen verdop-
pelt werden kann. In Ziff. 2.2.3 wird hinsichtlich des Spesenersatzes und der Bar-
auslagen festgehalten, dass, da die Entschädigung einen Beitrag an die Lohn- und 
Infrastrukturkosten sowie die Spesen darstellt (Art. 30 Abs. 3 KESV), für Berufs-
beistände kein Ersatz für Spesen oder Barauslagen im Zusammenhang mit deren 
Berufstätigkeit geschuldet ist. 

b) In ihrem Schlussbericht und der Rechnung vom 3. Juni 2014 hat die Be-
rufsbeiständin gegenüber der KESB Prättigau/Davos für die Rechnungsperiode 
2013 eine Entschädigung von CHF 1'075.– für ihren Zeitaufwand von 10.75 Stun-
den à CHF 100.– gemäss Art. 30 Abs. 1 KESV und eine Pauschale von 
CHF 300.– gemäss Art. 30 Abs. 2 KESV, total also CHF 1'375.– geltend gemacht 
(vgl. Akten KESB act. 23). In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. April 2015 (vgl. 
act. A.3) führt sie aus, gemäss ihrem Zeitjournal habe sie im Jahr 2013 10.75 
Stunden für den Beschwerdeführer aufgewendet. Seit dem 1. Januar 2013 seien 

Seite  12 — 18

der Berufsbeistandschaft ein Stundenansatz von CHF 100.– sowie eine Grundge-
bühr von CHF 300.– für sekretariatsbezogene Aufwände vorgeschrieben worden. 
Bei der Berechnung der Mandatsträgerentschädigung seien nicht alle Stunden 
verrechnet worden. Daher sei es angemessen, die in Rechnung gestellte, auf-
wandbezogene Mandatsträgerentschädigung zu verrechnen. Dazu wurden von 
der KESB Prättigau/Davos CHF 200.– für den Schlussbericht (2014) geschlagen 
und somit für die Rechnungsperiode vom 1. Januar 2013 bis zum 31. März 2014 
eine Entschädigung von total CHF 1'575.– zugesprochen (vgl. Akten KESB 
act. 24, E. 6, S. 4 sowie Dispositivziffer 6 S. 5). 

c) Dass die Massnahmekosten dem Verbeiständeten in Rechnung gestellt 
werden können, ergibt sich aus den oben erwähnten Rechtsgrundlagen. Die Kan-
tone sind gemäss Art. 404 Abs. 3 ZGB zum Erlass von Ausführungsbestimmun-
gen befugt. Der Kanton Graubünden hat von dieser Kompetenz mit dem Erlass 
der Art. 63a EGzZGB und Art. 29 ff. KESV Gebrauch gemacht. Als Grundsatz gilt 
gemäss Art. 29 Abs. 1 KESV die Bemessung der Entschädigung nach dem zeitli-
chen Aufwand. Dieser ist gemäss dem Zeit- und Spesenjournal der Berufsbei-
ständin für die Periode vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2013 (vgl. Akten 
KESB act. 27) ohne weiteres ausgewiesen (vgl. dazu auch die obenstehenden 
Erwägung 4.b zum Zeitjournal der Berufsbeiständin für das Jahr 2012). Der gel-
tend gemachte Aufwand von 10.75 Stunden ist detailliert, auf 5 Minuten genau 
und nach Tagen protokolliert, aufgeführt sowie beschrieben und nicht zu bean-
standen. Hinsichtlich des geltend gemachten Stundenansatzes von CHF 100.– ist 
Art. 30 Abs. 1 KESV zu beachten, wonach der Stundenansatz zwischen 90 und 
120 CHF beträgt und von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde festgelegt 
wird. Der geltend gemacht Stundenansatz von CHF 100.– befindet sich somit 
noch im unteren Bereich des gesetzlichen Rahmens, weshalb auch dieser vorlie-
gend nicht zu beanstanden ist. Die Berufsbeiständin hat nebst dem Stundenauf-
wand für das Jahr 2013 noch zusätzlich eine Pauschale von CHF 300.– in Rech-
nung gestellt und stützt sich dabei auf Art. 30 Abs. 2 KESV (vgl. Akten KESB 
act. 23, S. 3). Diese Rechtsgrundlage ist im vorliegenden Fall von vornherein nicht 
anwendbar, da Art. 30 Abs. 2 KESV nur die Entschädigung für die Führung von 
Beistandschaften und Vormundschaften im Kindesschutzbereich betrifft, welche 
mit einer Pauschalen abgegolten werden soll. Der vorliegende Fall betrifft jedoch 
eine Beistandschaft des Erwachsenenschutzrechts. Allerdings sieht die Richtlinie 
zur einheitlichen Kostenerhebung der KESB im Kanton Graubünden für die Ent-
schädigung der Beistände bei Erwachsenenschutzmassnahmen nebst dem Stun-
denansatz von in der Regel CHF 100.– noch eine abgestufte jährliche Grunden-

Seite  13 — 18

tschädigung von CHF 100.– bis CHF 300.– vor. Eine Grundentschädigung von 
CHF 300.– ist dabei für Beistandschaften mit umfassender Einkommens- und 
Vermögensverwaltung – wie die vorliegende – vorgesehen. Der Beschwerdeführer 
beanstandet in seiner Beschwerde explizit die Verrechnung einer solchen Grun-
dentschädigung. Zu prüfen ist somit, ob dafür eine hinreichende Rechtsgrundlage 
besteht. 

d) Die Richtlinie zur einheitlichen Kostenerhebung der KESB im Kanton 
Graubünden stützt sich auf Art. 40 Abs. 2 lit. b EGzZGB. Diese Bestimmung über-
trägt der Geschäftsleitung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden die Auf-
gabe, eine einheitliche Praxis zu entwickeln. Die besagte Richtlinie stellt somit 
nichts anderes als eine Praxisfestlegung der KESB-Geschäftsleitung für die ein-
zelnen Behörden dar. Diese Kompetenz kommt der Geschäftsleitung gemäss der 
genannten Gesetzesbestimmung zu. Allerdings stellt sich die Frage, wie verbind-
lich diese Richtlinie für die Festsetzung der Massnahmekosten im Einzelfall sein 
kann. Zu beachten ist stets, dass eine Richtlinie bloss ein anleitendes Hilfsmittel 
ohne normative Kraft ist. Sie kann die Tragweite von generell-abstrakten Normen 
– wie hier Art. 29 und Art. 30 KESV – nicht bindend definieren. Die Vorschriften 
über die Bemessung der Verfahrenskosten räumen der zum Entscheid berufenen 
KESB einen Ermessensspielraum ein, der durch die Richtlinien nicht beschränkt 
werden kann. Sinn der Richtlinie ist, den KESB wegleitend ein Instrument zur Ver-
fügung zu stellen, welches ihnen die gleichförmige und schnelle Rechtsanwen-
dung erleichtert. Es handelt sich somit um eine praxisorientierte und – gemessen 
an der Vielfältigkeit der in Betracht fallenden Lebenssachverhalte – unvollständige 
Rechtsanwendungshilfe, welche die Behörde nicht davon entbindet, die besonde-
ren Umstände in jedem Einzelfall zu prüfen, und die nicht ausschliesst, dass in 
begründeten Fällen ein Abweichen von den in der Richtlinie genannten Ansätzen 
und Leitsätzen zulässig oder gar geboten ist (vgl. dazu auch den Beschluss der 
Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Kantonsgerichts als Aufsichtsbehör-
de über Schuldbetreibung und Konkurs KSK 09 39 vom 18. August 2009 zur Än-
derung der Richtlinien für die Bemessung des betreibungsrechtlichen Existenzmi-
nimums nach Art. 93 SchKG). Insbesondere darf die Richtlinie selbstredend nicht 
dazu dienen, um von übergeordnetem Recht oder anerkannten und geltenden 
Rechtsgrundsätzen abzuweichen. Diesem blossen Richtliniencharakter wird die 
Formulierung der Richtlinie in Ziffer 2.2 nicht gerecht. Vielmehr erweckt sie mit 
ihrem strikten Formulierungsstil den Anschein absoluter Verbindlichkeit. Dies än-
dert aber nichts daran, dass übergeordnetes Recht bei der Anwendung der Richt-
linie zu beachten ist (vgl. zum Ganzen auch den Entscheid des Vorsitzenden der 

Seite  14 — 18

I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden ERZ 14 340 vom 14. Januar 
2015 E. 7a). 

e) In Ziff. 2.2.1 Absatz 1 der Richtlinie zur einheitlichen Kostenerhebung der 
KESB im Kanton Graubünden wird die jährliche Grundentschädigung dadurch ge-
rechtfertigt, dass die Aufwendungen der Administration und gegebenenfalls der 
Buchhaltung nicht klientenbezogen erfasst würden. Mit anderen Worten wird die 
Grundentschädigung damit begründet, dass in der Entschädigung nach Zeitauf-
wand für die Beistände kein Anteil für allgemeine Verwaltung (Sekretariatskosten 
etc.) enthalten sei, so dass die Verrechnung einer Pauschale für diese Allgemein-
kosten angebracht sei. Diese Begründung hält vor dem Verordnungstext nicht 
stand. In Art. 29 Abs. 1 KESV mit der Marginalie "Entschädigung und Spesener-
satz 1. Allgemein" wird wohl festgehalten, dass sich die Entschädigung für die 
Führung von Beistandschaften in der Regel nach dem zeitlichen Aufwand, der für 
die sachgerechte Aufgabenerfüllung notwendig ist, bemisst. Für die Berufsbei-
stände schreibt aber Art. 30 Abs. 1 KESV nicht nur als allgemeine Regel, sondern 
zwingend vor, dass ihre Entschädigung mittels Stundenansatz erfolgt, von der 
KESB festgelegt wird und zwischen CHF 90 und 120 beträgt. In Absatz 3 dieser 
Bestimmung wird zudem festgehalten, dass die Entschädigung einen Beitrag an 
die Lohn- und Infrastrukturkosten sowie die Spesen darstellt. Daraus ergibt sich 
zunächst, dass die Verordnung im Falle der Berufsbeistände der KESB keinen 
Spielraum einräumt, nebst der Entschädigung nach Zeitaufwand zusätzlich weite-
re Pauschalbeträge zu fordern. Sodann stellt die Verordnung klar, dass die Ent-
schädigung als Beitrag an die Lohn- und Infrastrukturkosten gedacht ist. Einleuch-
tend ist, dass die Stundenentschädigung zunächst – wenigstens teilweise – die 
Lohnkosten der festangestellten Berufsbeistände abdecken soll. Es ist aber aus-
drücklich vorgesehen, dass die Entschädigung auch zur Finanzierung eines Teils 
der Infrastrukturkosten beitragen soll. Darunter werden Kosten für die benötigten 
Räumlichkeiten, Einrichtungen, aber durchaus auch allgemeine Kosten für Sekre-
tariat, Gebäudereinigung etc. verstanden. Die ratio legis ist daher dahin zu verste-
hen, dass derartige Kosten, welche für den einzelnen Fall nicht zeitlich erfasst 
werden können, im Stundenansatz für die Tätigkeit der Berufsbeistände integriert 
sind. Betrachtet man die im Vergleich zur Entschädigung für das Jahr 2012 mit 
einem Stundenansatz von umgerechnet CHF 35.– erfolgte Anhebung der Stun-
denentschädigung auf CHF 90 bis 120 für Berufsbeistände sowie die Stundenent-
schädigung für ausserordentliche Verrichtungen privater Beistände von CHF 30.– 
gemäss Art. 31 Abs. 3 KESV, so erscheint es durchaus plausibel, dass im Stun-
denansatz der Berufsbeistände auch ein Anteil für allgemeine Infrastrukturkosten 

Seite  15 — 18

enthalten ist. Die Erhebung einer zusätzlichen Grundentschädigung für derartige 
Kosten gemäss der Richtlinie zur einheitlichen Kostenerhebung der KESB im Kan-
ton Graubünden erweist sich daher als nicht rechtskonform und ist folglich aufzu-
heben. 

f) In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. April 2015 geht die Berufsbeiständin 
davon aus, dass unter dem neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrecht keine 
Spesen verrechnet werden dürfen. In der Tat wird in Ziff. 2.2.3 der Richtlinie zur 
einheitlichen Kostenerhebung der KESB im Kanton Graubünden ausgeführt, dass, 
da die Entschädigung einen Beitrag an die Lohn- und die Infrastrukturkosten sowie 
die Spesen darstellt (Art. 30 Abs. 3 KESV), für die Berufsbeistände kein Ersatz für 
Spesen oder Barauslagen im Zusammenhang mit deren Berufstätigkeit geschuldet 
ist. Diese Schlussfolgerung ist nicht nachvollziehbar, obwohl zuzugeben ist, dass 
der Verordnungstext diesbezüglich missverständlich ist. Schon das ZGB unter-
scheidet in Art. 404 ZGB zwischen Entschädigung und Spesen und erteilt den 
Kantonen in Abs. 3 die Kompetenz, Ausführungsbestimmungen zu erlassen und 
die Entschädigung und den Spesenersatz zu regeln. In Ausübung ihrer Zuständig-
keit gemäss Art. 66 lit. d EGzZGB (Erlass von Bestimmungen über die Verfahrens- 
und Massnahmekosten, namentlich Gebühren sowie Entschädigungen und Spe-
senersatz der Beistände) werden auch in Art. 29 Abs. 3 KESV diese beiden Posi-
tionen auseinandergehalten und es wird festgelegt, dass die konkrete Entschädi-
gung und der Spesenersatz von der KESB in der Regel mit der Abnahme des Re-
chenschaftsberichtes festgelegt wird. Erst in Art. 30 Abs. 3 KESV wird ausgeführt, 
dass die Entschädigung einen Beitrag an die Lohn- und Infrastrukturkosten sowie 
die Spesen darstellt, was die KESB-Geschäftsleitung in ihrer Richtlinie zum 
Schluss führte, aus diesem Grund sei für Berufsbeistände kein Ersatz für Spesen 
oder Barauslagen im Zusammenhang mit deren Berufstätigkeit geschuldet. Bezü-
ge aus dem Vermögen der betreuten Person zugunsten der Berufsbeistandschaft 
für Reise- oder andere Spesen seien deshalb nicht zulässig. Nachdem sowohl das 
ZGB, das EGzZGB und Art. 29 Abs. 3 KESV von einer separaten Erhebung von 
Entschädigung und Spesenersatz ausgehen, müsste Art. 30 Abs. 3 KESV zumin-
dest nach dem Wortlaut eine klare Regelung enthalten, dass im Zusammenhang 
mit der Abrechnung der Tätigkeiten der Berufsbeistände die Barauslagen bzw. 
Spesen nicht getrennt in Rechnung gestellt werden dürfen, sondern letztere im 
Stundenansatz enthalten sind. Soweit geht die Verordnung aber nicht. In Art. 30 
Abs. 3 KESV wird der Verwendungszweck der Entschädigung im Zusammenhang 
mit den Gesamtkosten der Beistände (Berufsbeistandschaft) dargelegt. Danach 
sollen sie einen Beitrag an die Lohn- und Infrastrukturkosten sowie die Spesen 

Seite  16 — 18

darstellen. Bei diesen Spesen muss es sich somit um Spesen/Barauslagen der 
Behörde selbst handeln, welche wie die Lohn- und Infrastrukturkosten nicht dem 
einzelnen Mandanten in Rechnung gestellt werden können (Telefongebühren, Se-
kretariat etc.). Würde man diese Bestimmung anders auslegen, entstünde ein un-
überbrückbarer Widerspruch zu Art. 29 Abs. 3 KESV. Die Richtlinie weicht somit 
auch in diesem Punkt in unzulässiger Wiese von der übergeordneten Verordnung 
ab. Für den vorliegenden Fall hat dies indessen keine Auswirkungen, da dem Be-
schwerdeführer keine Spesen verrechnet wurden. 

6. Schliesslich ist die Entschädigung für die Mandatsführung der Berufsbei-
ständin des Beschwerdeführers betreffend die Periode vom 1. Januar 2014 bis 
zum 31. März 2014 zu prüfen. Die KESB Prättigau/Davos geht in ihrem Entscheid 
vom 19. Februar 2015 davon aus, dass die Berufsbeiständin vom 1. Januar 2013 
bis zum 31. März 2014 insgesamt 10.75 Stunden für die Mandatsführung betref-
fend den Beschwerdeführer aufgewendet habe. Dies ist nachweislich unrichtig, 
geht doch aus der Rechnung der Berufsbeiständin vom 3. Juni 2014 hervor, dass 
die 10.75 Stunden im Jahr 2013 geleistet wurden (vgl. Akten KESB act. 23 sowie 
Zeit- und Spesenerfassungsjournal vom 1. Januar 2013 bis zum 31. Dezember 
2013, Akten KESB act. 27). Allerdings fehlt in dieser Rechnung eine Angabe über 
die im Jahre 2014 aufgewendeten Stunden. In ihrer Beschwerdeantwort vom 
7. April 2015 (vgl. act. A.3) führt die Berufsbeiständin aus, gemäss ihrem Zeitjour-
nal habe sie im Jahr 2014 3.5 Stunden für den Beschwerdeführer aufgewendet. 
Dem Journal für das Jahr 2014 ist zu entnehmen, dass die Berufsbeiständin noch 
verschiedene Tätigkeiten für den Beschwerdeführer verrichtete (vgl. Akten KESB 
act. 29). Gemäss der von der Berufsbeiständin im vorliegenden Verfahren einge-
reichten Zeiterfassung für die Periode vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 
2014 betrug der Zeitaufwand 3 Stunden und 30 Minuten (vgl. act. C.2). Die KESB 
Prättigau/Davos hat im angefochtenen Entscheid zur Entschädigung für die 
berücksichtigten 10.75 Stunden noch einen Pauschalbetrag von CHF 200.– 
gemäss ihrer Richtlinie Ziff. 2.2.1 letzter Absatz für die Erstellung des Schlussbe-
richts aufgerechnet (vgl. angefochtener Entscheid, E. 6, S. 4). In Zusammenhang 
mit der pauschalen Erhebung dieser Entschädigung gilt das oben Gesagte (vgl. 
die vorstehenden Ausführungen in Erwägung 5.d und e). Da der Aufwand der Be-
rufsbeiständin für das Jahr 2014 ohne Zweifel mehr als zwei Stunden betrug und 
die Entschädigung nach Zeitaufwand somit die aufgerechneten CHF 200.– über-
schreitet, kann es unter diesen Umständen bei diesem Betrag sein Bewenden ha-
ben. 

Seite  17 — 18

7. Zusammengefasst führt dies zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde 
und zur Aufhebung von Ziffer 6 und 7 des Dispositivs des angefochtenen Ent-
scheids. Die festgesetzte Entschädigung für die Mandatsführung der Berufsbei-
ständin für die Zeit vom 1. Januar 2013 bis zum 31. März 2014 zugunsten der Be-
rufsbeistandschaft Prättigau/Davos wird um CHF 300.– auf CHF 1'275.– herabge-
setzt. Die Massnahmekosten betragen somit (Entschädigung Ziff. 5 und Ziff. 6) im 
Total CHF 2'187.70. 

8. a) Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens wären die Kosten dessel-
ben zumindest teilweise dem Beschwerdeführers aufzuerlegen (Art. 60 Abs. 2 
EGzZGB in Verbindung mit Art. 106 Abs. 2 ZPO). Angesichts der knappen finan-
ziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers wird gestützt auf Art. 63 Abs. 3 EGz-
ZGB auf die Erhebung einer Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren ver-
zichtet bzw. entschieden, dass die Kosten von CHF 1'500.– beim Kanton 
Graubünden verbleiben. 

b) In seiner Beschwerde vom 9. März 2015 beantragte der Beschwerdeführer 
die Einsetzung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes, sollte es zu einem ge-
richtlichen Verfahren kommen. Da keine mündliche Verhandlung durchgeführt 
wurde, ist die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters nicht notwendig, 
weshalb auf diesen Antrag nicht weiter einzugehen ist.

Seite  18 — 18

III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Ziffern 6 und 7 des 
Dispositivs des angefochtenen Entscheids werden aufgehoben und wie 
folgt neu gefasst:

6. Für die Mandatsführung von A._____ vom 01.01.2013 bis 31.03.2014 
wird zugunsten der Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos eine Ent-
schädigung von CHF 1'275.– festgesetzt.

7. Die Massnahmekosten und der Spesenersatz (Entschädigung Ziff. 5 
und Ziff. 6) im Totalbetrag von CHF 2'187.70 werden X._____ aufer-
legt. Subsidiär sind sie vom Gemeinwesen am Unterstützungswohnsitz 
(aktueller Wohnsitz: O.2_____) zu tragen (Art. 63a Abs. 2 EGzZGB). 
Die Trägerschaft der Berufsbeistandschaft Prättigau/Davos ist für das 
Inkasso zuständig.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.– verbleiben beim 
Kanton Graubünden.

3. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als CHF 30'000.– betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72 und Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG Beschwer-
de in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeu-
tung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss 
Art. 113 ff. BGG gegeben. In beiden Fällen ist das Rechtsmittel dem Bun-
desgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Aus-
fertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 72 ff., 90 ff. und 113 ff. BGG.

4. Mitteilung an: