# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 15daec7a-6232-5c1a-b3d6-e02fd36e07db
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.10.2010 E-7189/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7189-2010_2010-10-08.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7189/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Bruno Huber,
mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;
Gerichtsschreiberin Carmen Wittwer.

A._______, geboren (...), Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 6. August 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7189/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 14. Oktober 2009 (Eingangsstempel) 
an die Schweizerische Botschaft in Colombo gelangte, wobei die Ein-
gabe die Anschrift  "The Ambassador, Canadian Embassy, Colombo" 
trug, und geltend machte, er sei unter dem Verdacht, ein Terrorist zu 
sein, inhaftiert gewesen und möchte nach Kanada gehen,

dass die Botschaft den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 27. Okto-
ber 2009 aufforderte,  für  den Fall,  dass er  die Angelegenheit  weiter  
behandelt  haben wolle,  eine  Reihe  von Fragen zu  beantworten und 
allfällige Beweismittel einzureichen beziehungsweise zu bezeichnen,

dass der Beschwerdeführer unter Beilage zahlreicher, in Fremdspra-
chen abgefasster Dokumente (in Kopie) mit Eingabe vom 24. Novem-
ber 2009 (Eingangsstempel) an die Botschaft gelangte und darin aus-
führte, er sei  in B._______ geboren, verheiratet und Vater eines (...) 
Sohnes,

dass er am (...) 2008 von der Polizei festgenommen, inhaftiert  sowie 
gefoltert  und  am  (...)  2008  vom  Magistrate  Court  (...)  durch  einen 
Gerichtsentscheid ohne Auflagen freigelassen worden sei,

dass er in  der  Folge wiederholt  von der Polizei  und der (...)  befragt 
worden sei, 

dass er zwar unschuldig sei und niemals mit den LTTE (Liberation Ti-
gers of Tamil Eelam) Geschäfte gemacht habe, nach wie vor aber des 
Terrorismus verdächtigt werde, und es für ihn in Sri  Lanka keine Si-
cherheit gebe,

dass die  Botschaft  den Beschwerdeführer  am 24. Februar  2010 zur 
Person befragte sowie zu seinen Asylgründen anhörte und dem BFM 
die  Akten  am 24. Februar  2010 übermittelte,  wobei  sie  in  einer  Zu-
sammenfassung  insbesondere  darauf  hinwies,  dieser  habe  angege-
ben, er sei 2002 von den LTTE rekrutiert worden, habe die Organisa-
tion ohne Probleme 2004 verlassen und sei anschliessend zu seiner 
Familie zurückgekehrt, welche etwas Land besitze, 

dass  er  nach  seiner  Inhaftierung  im  Jahre  2008  ohne  Anklage  und 
Konditionen freigelassen worden und in sein Dorf zurückgegangen sei, 

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zwar die Behörden immer wieder einmal vorbeikommen würden, aber 
keine akute Bedrohung festzustellen sei,

dass der Beschwerdeführer über Unterkunft und Einkommen verfüge, 
sein  Gesuch  von einem Bekannten  getippt  worden  sei  und  ersterer 
ausgeführt habe, es werde erzählt, man könne in die Schweiz, die er  
in keiner Art und Weise situieren könne, gehen, 

dass das BFM mit Entscheid vom 6. August 2010 die Einreise in die 
Schweiz nicht bewilligte und das Asylgesuch ablehnte, 

dass diese Verfügung dem Beschwerdeführer gemäss den vorinstanz-
lichen Akten durch die Botschaft am 18. August 2010 eröffnet wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  12.  September  2010 
(Eingangsstempel Botschaft vom 15. September 2010, Eingangsstem-
pel Bundesverwaltungsgericht vom 6. Oktober 2010), Beschwerde er-
hob und darin, ohne irgendetwas neues vorzubringen, darum ersucht, 
in die Schweiz oder in ein anderes Land gehen zu können,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  beur-
teilt,  das BFM zu den Behörden nach  Art. 33 VGG gehört und daher 
eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts ist, eine das Sachge-
biet  betreffende Ausnahme im Sinne von Art.  32  VGG nicht  vorliegt 
und das  Bundesverwaltungsgericht daher für die Beurteilung der vor-
liegenden  Beschwerde  zuständig  ist  und  auf  dem Gebiet  des  Asyls 
endgültig  entscheidet  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass  der  Beschwerdeführer  am Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilge-
nommen hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt, 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist,

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dass auf die frist- und formgerecht (die Rechtsmitteleingabe ist zwar in  
englischer  Sprache abgefasst,  was aber  vom Bundesverwaltungsge-
richt  in  Verfahren  wie  dem vorliegenden ausnahmsweise  und  insbe- 
sondere aus prozessökonomischen Gründen toleriert wird) somit ein-
zutreten ist (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG 
und  Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  die  Durchführung  des 
Schriftenwechsels verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  Flüchtlingen  grund-
sätzlich Asyl gewährt und als Flüchtling eine ausländische Person an-
erkannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie  
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden, wobei als ernst-
hafte Nachteile namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen gelten, die einen unerträglichen psychischen 
Druck bewirken,

dass das BFM ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen kann, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann, wobei Vorbringen glaubhaft gemacht sind, wenn die Behör-
de ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-
ben hält,  und  unglaubhaft  insbesondere  Vorbringen  sind,  die  in  we-
sentlichen Punkten zu wenig  begründet  oder in  sich widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch-

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te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (vgl. Art. 3, Art. 7 
und  Art. 52 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesamt gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG Asylsuchenden die 
Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes bewilligt, wenn ihnen nicht 
zugemutet  werden kann, im Wohnsitz-  oder Aufenthaltsstaat  zu blei-
ben oder in ein anderes Land auszureisen,  und gestützt  auf  Art. 20 
Abs.  3  AsylG  das  Eidgenössische  Justiz-  und  Polizeidepartement 
(EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen kann,  Asylsuchen-
den, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib und 
Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 
besteht, die Einreise zu bewilligen,

dass bei diesem Entscheid für die Erteilung einer Einreisebewilligung 
restriktive Voraussetzungen gelten, wobei den Behörden ein weiter Er-
messensspielraum zukommt und neben der erforderlichen Gefährdung 
im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur 
Schweiz, die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 
Staat,  die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Mög-
lichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche so-
wie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglich-
keiten in Betracht zu ziehen sind (vgl. Entscheidungen und Mitteilun-
gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 
E. 2.e.- g. S. 131 ff.; die dort beschriebene Praxis hat nach bloss re-
daktionellen Änderungen bei  der letzten Totalrevision des Asylgeset-
zes nach wie vor Gültigkeit),

dass das Bundesamt in seinem Entscheid zu Recht darauf  hinweist, 
dass einer Person nur dann die Einreise in die Schweiz zwecks Abklä-
rung des Sachverhalts gestützt auf Art. 20 Abs. 2 bewilligt werden kön-
ne,  wenn dieser  nicht  zuzumuten sei,  im Wohnsitz-  oder  im Aufent-
haltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen,

dass indessen die vorgebrachten Benachteiligungen nicht einreisere-
levant seien, da es sich dabei um geringfügige Eingriffe in das tägliche 
Leben des Bescherdeführers  handle,  welche ihn nicht  als  schutzbe-
dürftig  im  Sinne  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31)  erscheinen liessen,  und an dieser  Beurteilung auch  die 
eingereichten Dokumente nichts ändern könnten, da sie lediglich die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  stützten,  dessen  Glaubhaftigkeit 
indessen nicht in Frage gestellt werde,

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dass  der  Beschwerdeführer  deshalb  nicht  schutzbedürftig  im  Sinne 
des Asylgesetzes (Art. 3 AsylG), das Asylgesuch abzulehnen und die 
Einreise nicht zu bewilligen sei,

dass  sich  die  Rechtsmitteleingabe  des  Beschwerdeführers  aus-
schliesslich in einer Wiederholung seiner bereits gemachten Vorbrin-
gen erschöpft  und auch keine Verletzung von prozessualen Rechten 
geltend gemacht wird,

dass  zwar  auch  das  Bundesverwaltungsgericht  nicht  verkennt,  dass 
die Situation in Sri Lanka nach Beendigung des langjährigen Krieges 
nicht  schlagartig  besser geworden ist  und es nach wie vor zu Über-
griffen kommt, aber gestützt auf breit abgesicherte Erkenntnisse fest-
stellt,  dass  sich  die  allgemeine  Sicherheitslage  und  die  Lebensum-
stände zwischenzeitlich doch schrittweise verbessert haben,

dass indessen den vorliegend geltend gemachten Vorkommnissen kein 
Verfolgungscharakter zukommt und die schweizerische Gesetzgebung 
nicht vorsieht, Asylsuchenden, welche im Ausland ein Asylgesuch stel-
len, die Einreise unabhängig von einer Gefährdung im Sinne von Art.  3 
AsylG – und damit der Aussicht auf Asylgewährung in der Schweiz – 
schon deshalb zu bewilligen, weil sie sich in einer schwierigen Situa-
tion befinden, wie das vom Beschwerdeführer, der gern in ein anderes 
Land gehen möchte, angeführt wird, 

dass  in  Übereinstimmung mit  der  Vorinstanz,  der  zudem vorliegend 
auch keine formellen Unzulänglichkeiten entgegenzuhalten sind, ohne 
weiteren  Begründungsaufwand  der  Schluss  zu  ziehen  ist,  der  Be-
schwerdeführer habe in seinem Heimatland keine asylrelevanten Ver-
folgungsmassnahmen zu befürchten, 

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelungen ist, eine aktuelle 
und unmittelbare Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG beziehungs-
weise  konkrete  Hinweise  auf  eine  künftige,  asylrelevante  Verfolgung 
und eine damit einhergehende, begründete Verfolgungsfurcht darzutun 
und ihm ein weiterer Verbleib im Heimatland zuzumuten ist,

dass das Bundesamt demnach die Einreise in die Schweiz zu Recht 
nicht bewilligt und das Asylgesuch abgelehnt hat,

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dass sich aus diesen Erwägungen ergibt,  dass die angefochtene Ver-
fügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt 
richtig und vollständig feststellt, angemessen ist (Art. 106 AsylG) und 
die Beschwerde daher abzuweisen ist,

dass  bei diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  grundsätzlich 
dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen  wären,  (Art.  63  Abs. 1  VwVG), 
aus   verwaltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von 
Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG und Art. 2 und 6 Bst. b des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  vorliegend  jedoch 
auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
Schweizerische Botschaft in Colombo.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Carmen Wittwer

Versand: 

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