# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e305570a-2122-5751-b876-3d6b9548ca8b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-11-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.11.2023 F-5967/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-5967-2023_2023-11-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-5967/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  N o v e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Basil Cupa, 

mit Zustimmung von Richter Simon Thurnheer;   

Gerichtsschreiberin Nathalie Schmidlin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Alexander Flückiger,  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 23. Oktober 2023 / N (…). 

 

 

 

F-5967/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 13. August 2023 in der Schweiz um Asyl 

nach. Ein Abgleich der Fingerabdrücke mit der europäischen Fingerab-

druck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am 4. Juli 2023 bereits in Bul-

garien und am 28. Juli 2023 in Kroatien um Asyl ersucht hatte. 

B.  

Am 17. August 2023 ersuchte die Vorinstanz die kroatischen Behörden um 

Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO).  

C.  

Die Vorinstanz gewährte dem Beschwerdeführer am 31. August 2023 das 

rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid und der 

Möglichkeit der Überstellung nach Bulgarien oder Kroatien, deren Zustän-

digkeit für die Behandlung des Asylgesuchs grundsätzlich in Frage komme.  

Anlässlich des Dublin-Gesprächs führte der Beschwerdeführer aus, bei 

mehreren Versuchen die bulgarische Grenze zu überqueren sei er jeweils 

von Beamten unter Anwendung von Gewalt zurückgedrängt worden. Es 

seien Hunde auf ihn gehetzt worden. Nach einem erfolgreichen Grenzüber-

tritt seien ihm unter Zwang die Fingerabdrücke abgenommen worden. Die 

Situation in den bulgarischen Camps sei katastrophal. Nach einem 17-tä-

gigen Aufenthalt in einem geschlossenen sei er in ein offenes Camp ge-

bracht worden. Kurze Zeit später habe er Bulgarien verlassen und sei nach 

Serbien gereist. Aufgrund des Erlebten sei er traumatisiert und leide an 

Schlafstörungen.  

D.  

Die kroatischen Behörden lehnten das Übernahmegesuch der Vorinstanz 

mit dem Hinweis auf die mutmassliche staatsvertragliche Zuständigkeit 

Bulgariens am 31. August 2023 ab. 

E.  

Das Übernahmegesuch der Vorinstanz vom 4. September 2023 hiessen 

die bulgarischen Behörden gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO 

am 11. September 2023 gut.  

F-5967/2023 

Seite 3 

F.  

Mit Verfügung vom 23. Oktober 2023 (tags darauf eröffnet) trat die Vor-

instanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete 

seine Überstellung nach Bulgarien an und forderte ihn auf, die Schweiz am 

Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig wies die 

Vorinstanz auf die einer allfälligen Beschwerde von Gesetzes wegen feh-

lende aufschiebende Wirkung hin und beauftragte den Kanton B._______ 

mit dem Wegweisungsvollzug. 

G.  

Mit Eingabe vom 31. Oktober 2023 liess der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen, der ange-

fochtene Entscheid sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf 

das Asylgesuch einzutreten. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid 

aufzuheben und die Sache zwecks vollständiger Feststellung des Sachver-

halts und Neubeurteilung durch die Vorinstanz an diese zurückzuweisen. 

Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren. Die Vor-

instanz und die Vollzugsbehörden seien unverzüglich anzuweisen, bis zum 

Entscheid über die vorliegende Beschwerde von jeglichen Vollzugshand-

lungen abzusehen. Überdies ersuchte er um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung und Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses.  

H.  

Am 1. November 2023 ordnete der Instruktionsrichter einen superproviso-

rischen Vollzugsstopp an. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG (SR 142.31) nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG). 

1.2. Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die üb-

rigen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], 

Frist [Art. 108 Abs. 3 AsylG] und Form [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) sind erfüllt. 

Auf die Beschwerde ist folglich einzutreten. 

2.  

2.1. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

F-5967/2023 

Seite 4 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2. Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).  

3.  

Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen ist – als offen-

sichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zustän-

digkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin beziehungsweise eines 

zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schrif-

tenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

4.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

4.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als 

zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-

ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat 

erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rah-

men des Wiederaufnahmeverfahrens (Art. 23 - 25 Dublin-III-VO) findet 

grundsätzlich keine (neue) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-

III-VO mehr statt (BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1). 

4.3. Der Beschwerdeführer wurde am 4. Juli 2023 in Bulgarien dakty-

loskopisch erfasst, was sich unbenommen von seiner fehlenden Absicht, 

dort ein Asylgesuch einzureichen, als zuständigkeitsbegründend erweist 

(vgl. Art. 14 Abs. 1 der Verordnung [EU] Nr. 603/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rats vom 26. Juni 2013 [Eurodac-Verordnung]). Die 

Dublin-III-VO gewährt dem Antragsteller kein Wahlrecht hinsichtlich des 

Mitgliedstaates, der seinen Antrag prüfen soll (BVGE 2010/45 E. 8.3). 

Nachdem die bulgarischen Behörden dem Wiederaufnahmegesuch der 

F-5967/2023 

Seite 5 

Vorinstanz zugestimmt haben, ist die grundsätzliche Zuständigkeit 

Bulgariens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens 

gegeben. 

5.  

5.1. Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den zunächst als 

zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche Grü-

nde für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedin-

gungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische Schwachstel-

len aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden 

Behandlung im Sinne des Art. 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich brin-

gen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat die Prüfung der 

in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um festzustellen, ob ein anderer 

Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann. Kann keine Überstel-

lung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund der Kriterien des Kapitels III 

bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten Mitgliedstaat, in dem der An-

trag gestellt wurde, vorgenommen werden, so wird der die Zuständigkeit 

prüfende Mitgliedstaat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-

III-VO). 

5.2. Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig wäre (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses so-

genannte Selbsteintrittsrecht hat die Vorinstanz obligatorisch auszuüben, 

wenn die Überstellung der betroffenen Person in den an sich zuständigen 

Mitgliedstaat zu einer Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der 

Schweiz führen würde (BVGE 2015/9 E. 8.2.1). Gemäss Art. 29a Abs. 3 

AsylV 1 kann zudem die Vorinstanz das Asylgesuch «aus humanitären 

Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein an-

derer Staat zuständig wäre.  

6.  

Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts weist 

das Asylverfahren in Bulgarien keine systemischen Schwachstellen ge-

mäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf (vgl. Urteile des BVGer F-7195/2018 

vom 11. Februar 2020 [als Referenzurteil publiziert] E. 6.6.7; F-5523/2023 

vom 31. Oktober 2023 E. 5.4 m.w.H.). Unter Berücksichtigung der in der 

Beschwerde zitierten Berichte ist nicht anzunehmen, Bulgarien verstosse 

systematisch gegen seine vertraglichen Verpflichtungen als zuständiger 

Dublin-Mitgliedstaat im Falle einer Rücküberstellung von Asylsuchenden. 

F-5967/2023 

Seite 6 

Auch wenn es an der EU-Aussengrenze vereinzelt zu Push-Backs kom-

men mag, ist nicht davon auszugehen, Dublin-Rückkehrende würden in 

Bulgarien ohne Möglichkeit der Prüfung ihres Schutzersuchens und in Ver-

letzung des Refoulement-Verbots zurückgewiesen. Der Beschwerdeführer 

hat sich durch seine Weiterreise nach Serbien wenige Wochen nach Erfas-

sung seiner Fingerabdrücke in Bulgarien einem dortigen Asylverfahren ei-

genverantwortlich entzogen. Mangels anderweitiger Hinweise ist davon 

auszugehen, dass die bulgarischen Behörden in seinem Fall ein faires 

Asyl- und Wegweisungsverfahren unter Beachtung des Non-Refoulement-

Gebots durchführen werden. Daran ändert auch die tiefe Schutzquote von 

afghanischen Asylsuchenden nichts (vgl. Urteil des BVGer F-7195/2018 

vom 11. Februar 2020 [als Referenzurteil publiziert] E. 7.2.2). Art. 3 Abs. 2 

Dublin-III-VO findet folglich keine Anwendung. 

7.  

Schliesslich ist die Ausübung des Selbsteintrittsrechts nach Art. 17 Abs. 1 

erster Satz Dublin-III-VO in Verbindung mit Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 zu prü-

fen. 

7.1. Bulgarien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105), des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 3. Januar 1967 

(SR 0.142.301) und hat die diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-

gen zu beachten.  

7.2. Auch angesichts der anerkanntermassen schwierigen Bedingungen 

für Asylsuchende in Bulgarien lassen die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers (Gewaltanwendung durch Polizeibeamte, haftähnliche Unterbrin-

gungsstrukturen, mangelhafte Grundversorgung) nicht den Schluss zu, er 

habe bei einer Überstellung nach Bulgarien mit hoher Wahrscheinlichkeit 

eine unmenschliche oder erniedrigende Behandlung im Sinne von Art. 3 

EMRK zu gewärtigen. Sollte er nach seiner Rückkehr von Behördenvertre-

tern rechtswidrig behandelt werden, hat er sich an das bulgarische Justiz-

wesen oder die dortigen Aufsichtsbehörden zu wenden. Dies gilt auch bei 

einer allfälligen Einschränkung der ihm zustehenden Aufnahmebedingun-

gen (vgl. Art. 26 der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-

nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen [Aufnahme-

richtlinie]).  

F-5967/2023 

Seite 7 

7.3. In Bezug auf den Gesundheitszustand ist aktenkundig, dass sich der 

Beschwerdeführer wegen Schlafstörungen und Gedankenkreisen beim 

medizinischen Personal gemeldet und entsprechende Arzneimittel erhal-

ten hat. Gemäss einem Bericht eines Facharztes für Psychiatrie vom 

20. Oktober 2023 leide der Beschwerdeführer an Schlafstörungen und in-

folge der Einnahme von Medikamenten an Kopfschmerzen. Es wurde ihm 

empfohlen, das Medikament Relaxane nicht mehr einzunehmen und auf 

eine Flüssigkeitszufuhr von zwei Litern täglich sowie ausreichend Bewe-

gung zu achten. Die vorgebrachte Langzeittraumatisierung blieb gänzlich 

unbelegt. Entgegen den Ausführungen auf Beschwerdeebene erwähnte 

der Beschwerdeführer anlässlich des Dublin-Gesprächs weder Flashbacks 

noch Suizidgedanken. Bei dieser Sachlage ist nicht ersichtlich, inwiefern 

weitergehende Abklärungen zum psychischen Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers erforderlich gewesen wären. Der medizinische Sach-

verhalt ist rechtsgenüglich erstellt. Von einer Rückweisung zu weiteren 

Sachverhaltsabklärungen sind in antizipierter Beweiswürdigung keine 

neuen, entscheidwesentlichen Kenntnisse zu erwarten (BGE 144 V 361 

E. 6.5 m.w.H), weshalb der entsprechende Eventualantrag abzuweisen ist.  

7.4. Die vorgebrachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Be-

schwerdeführers sind nicht derart gravierend, dass in Anwendung von 

Art. 3 EMRK von einer Überstellung nach Bulgarien abgesehen werden 

müsste (vgl. dazu Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. De-

zember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180-193 m.w.H., bestätigt 

durch Savran gegen Dänemark 7. Dezember 2021, Grosse Kammer, 

57467/15, §§ 121 ff.). Im Übrigen verfügt Bulgarien über eine ausreichende 

medizinische Infrastruktur für deren Behandlung (vgl. statt vieler: Urteil des 

BVGer F-5523/2023 vom 31. Oktober 2023 E. 6.3.5) und ist verpflichtet, 

den Antragstellenden die erforderliche medizinische Versorgung, die zu-

mindest die Notversorgung und die unbedingt erforderliche Behandlung 

von Krankheiten und schweren psychischen Störungen umfasst, zugäng-

lich zu machen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie), wobei Antragstellenden 

mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche medizinische oder sonstige 

Hilfe (nötigenfalls einschliesslich einer geeigneten psychologischen Be-

treuung) zu gewähren ist (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie). Es liegen 

keine Hinweise vor, wonach Bulgarien dem Beschwerdeführer eine adä-

quate medizinische Behandlung verweigern würde. Die Verweise auf die 

Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D-4930/2023 vom 27. Septem-

ber 2023 und D-5019/2022 vom 24. August 2023 erweisen sich als unbe-

hilflich, weil es sich beim Beschwerdeführer nicht um ein (potentielles) Fol-

teropfer handelt.  

F-5967/2023 

Seite 8 

7.5. Demnach hat die Vorinstanz das Selbsteintrittsrecht zutreffend nicht 

ausgeübt, zumal die Schweiz weder völkerrechtlich verpflichtet ist, auf das 

Asylgesuch einzutreten, noch Rechtsfehler bei der Ermessensbetätigung 

dargetan oder ersichtlich sind.  

8.  

Nach dem Gesagten ist die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch des 

Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat seine Wegweisung nach Bul-

garien angeordnet. Die Beschwerde ist abzuweisen. Mit vorliegendem Ur-

teil fällt der angeordnete Vollzugsstopp dahin. Die Gesuche um Gewäh-

rung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und um Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses sind mit heutigem Entscheid gegen-

standslos geworden. 

9.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist abzu-

weisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen 

ergibt – als offensichtlich aussichtslos zu bezeichnen sind. Die Verfahrens-

kosten sind entsprechend dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuer-

legen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen 

(Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

10.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

 

(Dispositiv: nachfolgende Seite) 

  

F-5967/2023 

Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Basil Cupa Nathalie Schmidlin 

 

 

Versand: