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**Case Identifier:** efc748cf-61c7-56e4-bee8-79f010083a19
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.11.2008 A-1475/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1475-2006_2008-11-20.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1475/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Richter Thomas Stadelmann (Vorsitz), Pascal Mollard, 
Michael Beusch, 
Gerichtsschreiber Keita Mutombo.

X._______ AG, Automobile, Radios, Zubehör, ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (1. Quartal 1995 bis 3. Quartal 1998); 
Ermessenseinschätzung, Stellvertretung, 
Margenbesteuerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1475/2006

Sachverhalt:

A.
Die  X._______  AG,  ...,  ist  gestützt  auf  Art. 17  der  Verordnung  vom 
22. Juni 1994 über die Mehrwertsteuer (MWSTV, AS 1994 1464) bzw. 
gemäss Art. 21 des Mehrwertsteuergesetzes vom 2. September 1999 
(MWSTG, SR 641.20) seit dem 1. Januar 1995 im Register der Mehr-
wertsteuerpflichtigen  bei  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung 
(ESTV) eingetragen.

Eine an diversen Tagen im Oktober und November 1998 durchgeführte 
Kontrolle  veranlasste die ESTV zu einer Steuernachforderung in der 
Höhe  von Fr. 128'701.--  zuzüglich  5% Verzugszins  ab 30. Juni  1997 
(mittlerer Verfall). Diese Nachforderung machte sie mit Ergänzungsab-
rechnung (EA) Nr. ... vom 22. Dezember 1998 geltend.

B.
In ihrer  Stellungnahme vom 8. April  1999 zur besagten EA ersuchte 
die X._______ AG in Bezug auf einzelne bestrittene Punkte um einen 
einsprachefähigen  Entscheid. In  der  Folge  gingen  bei  der  ESTV im 
Zeitraum  14. Mai  bis  18. Oktober  1999  jeweils  monatliche 
Teilzahlungen  in  der  Gesamthöhe  von  Fr. 33'807.30  ein.  Am 
10. November  2003  stellte  die  ESTV  der  X._______  AG  aufgrund 
eines  ergangenen  Grundsatzurteils  des  Schweizerischen 
Bundesgerichts  die  Gutschrift  (GS)  Nr. ...  über  einen  Betrag  von 
Fr. 10'895.--  aus.  Damit  wurden  diejenigen  im  Rahmen  der  EA 
belasteten  Geschäftsfälle  gutgeschrieben,  bei  denen  auf  der 
Rechnung oder  im Vertrag lediglich der  Hinweis "inkl. MWST" (ohne 
Angabe des Steuersatzes oder des Steuerbetrags) stand. Gleichzeitig, 
d.h.  ebenfalls  am  10. November  2003,  erliess  die  ESTV  den 
gewünschten  förmlichen  Entscheid,  in  welchem  sie  an  der  verblei-
benden Forderung (nach Verrechnung der GS mit der EA) in der Höhe 
von Fr. 117'806.-- zuzüglich 5% Verzugszins ab 30. Juni 1997 (mittle-
rer Verfall) festhielt.

C.
Gegen diesen  Entscheid  erhob  die  X._______  AG am 5. Dezember 
2003  Einsprache  und  beantragte  sinngemäss,  der  angefochtene 
Entscheid  sei  insofern  aufzuheben,  als  dass  sie  von  den  nicht 
anerkannten  Mehrwertsteuerforderungen  zu  entlasten  sei.  Mit 
Einspracheentscheid vom 22. Juni 2005 wurde die Einsprache durch 
die  ESTV  für  den  Betrag  von  Fr. 41'971.35  als  in  Rechtskraft 

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erwachsen erklärt, im Umfang von Fr. 7'963.-- teilweise gutgeheissen, 
im Übrigen jedoch abgewiesen, weshalb die Mehrwertsteuerforderung 
von (neu)  Fr. 67'871.65 zuzüglich  5% Verzugszins  seit  dem 30. Juni 
1997 (unter  Anrechnung der  Zahlungen seit  14. Mai  bis  18. Oktober 
1999,  insgesamt  ausmachend  Fr. 33'807.30)  für  die  Steuerperioden 
1. Quartal 1995 bis 3. Quartal 1998 bestätigt wurde.

D.
Mit  Eingabe  vom  8. August  2005  erhob  die  X._______  AG 
(Beschwerdeführerin)  Beschwerde  bei  der  Eidgenössischen 
Steuerrekurskommission  (SRK)  mit  dem  (erneut)  sinngemässen, 
lediglich der beigelegten Liste 1 (Seite 1 bis 2) bzw. Liste 2 (Seiten 1 
bis  8)  zu  entnehmenden  Antrag,  der  Einspracheentscheid  vom 
22. Juni  2005  sei  insoweit  aufzuheben,  als  dass  sie  von  den  nicht 
anerkannten  Mehrwertsteuernachforderungen  zu  entlasten  sei. 
Aufgrund der – nach Ansicht der Beschwerdeführerin – unzumutbaren 
Verfahrensdauer  beantragte  sie  überdies  eine  angemessene 
Minderung  einer  allfälligen  Verzugszinsbelastung.  Die  Begründung 
(des "Antrags") lässt sich – wie schon der sinngemässe Antrag selbst 
– (lediglich) direkt den besagten Listen entnehmen (s. jeweils rechte 
Spalte der Listen 1 und 2). Diesen Listen zufolge richtet sich die Be-
schwerde  gegen  eine  durch  die  ESTV  vorgenommene  Er-
messenseinschätzung  aufgrund  "nicht  verbuchte[r]  und  nicht  de-
klarierte[r] Autoverkäufe" einerseits sowie die verfügte Aufrechnung in-
folge "Korrekturen [von angeblich unzulässigerweise angewandter] Dif-
ferenzbesteuerung" andererseits.

In ihrer Vernehmlassung vom 7. September 2005 beantragte die ESTV 
die kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde sowie die Bestätigung 
ihres Einspracheentscheids vom 22. Juni 2005.

E.
Mit Schreiben vom 30. Januar 2007 teilte das Bundesverwaltungsge-
richt  den  Parteien  mit,  dass  es  das  hängige  Beschwerdeverfahren 
übernommen habe.

Mit  Stellungnahme  vom  9. Juli  2008  im  Rahmen  einer  Instruktions-
massnahme des Bundesverwaltungsgerichts betreffend die Auswirkun-
gen der neuen Verordnungsbestimmungen auf das vorliegende Verfah-
ren modifizierte die ESTV ihren in der Vernehmlassung vom 7. Sep-
tember 2005 gestellten Antrag wie folgt: 

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"1. Es sei festzustellen, dass der Einspracheentscheid der Eidgenössischen 
Steuerverwaltung vom 22. Juni 2005 hinsichtlich Ziffer 1 des Dispositivs 
in Rechtskraft erwachsen ist.

2. Es sei weiter festzustellen, dass der Einspracheentscheid der Eidgenös-
sischen Steuerverwaltung vom 22. Juni 2005 im Umfang eines zusätzli-
chen Steuerbetrags in Höhe von Fr. 8'409.95 (...) zuzüglich 5% Verzugs-
zins  seit  30. Juni  1997  (mittlerer  Verfall)  nicht  bestritten  und  deshalb 
ebenso in Rechtskraft erwachsen ist.

3. Ferner sei die Verwaltungsbeschwerde im Umfang von Fr. 15'063.-- teil-
weise gutzuheissen, darüber hinaus jedoch abzuweisen und der Einspra-
cheentscheid der ESTV vom 22. Juni 2005 im verbleibenden Umfang zu 
bestätigen, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin."

Zur den Auswirkungen der neuen Verordnungsbestimmungen auf das 
vorliegende Verfahren sowie  zur  besagten diesbezüglichen Stellung-
nahme der ESTV äusserte sich die Beschwerdeführerin mit  Eingabe 
vom 18. August 2008.

Auf  die  Begründungen  in  den  Eingaben  der  Parteien  wird  –  soweit 
entscheidwesentlich  –  im  Rahmen  der  nachfolgenden  Erwägungen 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Bis zum 31. Dezember 2006 unterlagen Einspracheentscheide der 
ESTV  der  Beschwerde  an  die  SRK.  Das  Bundesverwaltungsgericht 
übernimmt,  sofern  es  zuständig  ist,  die  Ende 2006  bei  der  SRK 
hängigen  Rechtsmittel.  Die  Beurteilung  erfolgt  nach  neuem  Verfah-
rensrecht (Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über 
das  Bundesverwaltungsgericht  [Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG, 
SR 173.32]).  Soweit  das  VGG nichts  anderes  bestimmt,  richtet  sich 
gemäss  Art. 37  VGG  das  Verfahren  nach  dem  Bundesgesetz  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das  Bundesverwaltungsgericht ist  zur  Behandlung  der 
Beschwerde sachlich wie funktionell  zuständig (Art. 31 und 33 Bst. d 
VGG).

1.2 Am  1. Januar  2001  sind  das  Bundesgesetz  vom  2. September 
1999  über  die  Mehrwertsteuer  (MWSTG,  SR 641.20)  sowie  die 
zugehörige  Verordnung  (MWSTGV)  in  Kraft  getreten.  Der  zu  beur-
teilende Sachverhalt  hat sich indessen in den Jahren 1995 bis 1998 

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zugetragen. Auf  die  vorliegende  Beschwerde  ist  damit  grundsätzlich 
noch bisheriges Recht anwendbar (Art. 93 und 94 MWSTG).

1.3 Die ESTV stellt in ihrer Stellungnahme vom 9. Juli 2008 den An-
trag, es sei festzustellen, dass ihr Entscheid vom 10. November 2003 
im Umfang von Fr. 41'971.35 sowie von Fr. 8'409.95 in Rechtskraft er-
wachsen sei (oben Bst. E). Diese Anträge sind unzulässig. Das Bun-
desverwaltungsgericht  hat  keine  Rechtskraftbescheinigung  für  Ent-
scheide anderer Behörden auszustellen (s. Urteil des Bundesgerichts 
2A.69/2003 vom 31. August 2004 E. 1.1). Darauf laufen ihre (beiden) 
Feststellungsbegehren aber hinaus.

1.4 Streitgegenstand bildet  vor Bundesverwaltungsgericht  das in der 
angefochtenen Verfügung geregelte Rechtsverhältnis, soweit es im Be-
schwerdeverfahren  noch  streitig  ist  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.121/2004 vom 16. März 2005 E. 2.1). Der Streitgegenstand ist nicht 
mit der angefochtenen Verfügung identisch. Diese bildet lediglich das 
Anfechtungsobjekt  und  damit  den  Rahmen,  welcher  den  möglichen 
Umfang  des  Streitgegenstandes  begrenzt.  Anfechtungsobjekt  und 
Streitgegenstand sind identisch,  wenn die Verwaltungsverfügung ins-
gesamt angefochten wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde 
nur auf einen Teil des durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhält-
nisses, gehören die nicht beanstandeten Teilaspekte des verfügungs-
weise festgelegten Rechtsverhältnisses zwar zum Anfechtungs-, nicht 
aber  zum  Streitgegenstand  (BGE  110  V  51  E. 3c;  RENÉ A. 
RHINOW/HEINRICH KOLLER/CHRISTINA KISS,  Öffentliches  Prozessrecht  und 
Justizverwaltungsrecht  des  Bundes,  Basel  1994,  Rz. 899 ff.).  Die 
Rechtsmittelinstanz  darf  im  Rahmen  des  Rechtsmittelverfahrens  die 
Verfügung nur insoweit überprüfen, als sie angefochten ist (BGE 131 II 
203  E. 3.2;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1378/2006  vom 
27. März 2008 E. 1.2 mit Hinweisen). 

Der sich im Anhang zur Beschwerde befindlichen Auflistung über "(...) 
wert-/ziffernmässig abgelehnte, bestrittene MwSt-Teilbeträge (...)" vom 
16. August 2005 lässt sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin 
einen Steuerbetrag von total  Fr. 58'628.05 (recte: rund Fr. 59'462.65) 
bestreitet.  Die  hievor  berichtigte  Differenz  rührt  daher  –  worauf  die 
Vorinstanz zu Recht hinweist –, dass die Beschwerdeführerin für die 
Position  "Y._______  Leasing,  A._______"/"B._______"  irrtümli-
cherweise  von  einem  steuerbaren  Erlös  von  Fr. 51'825.--  statt 
Fr. 65'500.--  ausging,  was einem Steuerbetrag  von Fr. 3'163.05  statt 

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Fr. 3'997.65 entspricht. Die Vorinstanz weist  im Übrigen ebenfalls  zu 
Recht darauf hin, dass die besagte Auflistung der Beschwerdeführerin 
bei  der  Position  "Garage  Z._______  AG"/"C._______"  (s.  Seite  2) 
einen offensichtlichen Verschrieb enthält: Der steuerbare Erlös beträgt 
dort  nicht  Fr. 9'000.--,  sondern  Fr. 7'000.--.  Allerdings  hat  die 
Beschwerdeführerin  trotz  dieses  Verschriebs  den  (bestrittenen) 
Steuerbetrag  korrekt  auf  dem  tieferen  Wert  (Fr. 7'000.--)  berechnet. 
Sämtliche aus  der  besagten EA ersichtlichen,  in  der  Übersicht  aber 
nicht  (mehr)  aufgelisteten  ("Geschäfts"-)Fälle  werden  von  der 
Beschwerdeführerin  ausdrücklich  anerkannt  oder  wurden  durch  die 
Vorinstanz zwischenzeitlich gutgeschrieben. Als nicht (mehr) bestritten 
erweist  sich  damnach  ausgehend  vom  angeblich  geschuldeten 
Steuerbetrag  gemäss  Ziffer  3  des  angefochtenen  Entscheids 
(Fr. 67'871.65) ein Betrag von Fr. 8'409.--. Im Folgenden wird es darum 
gehen,  zu  überprüfen,  ob  die  von  der  Vorinstanz  im  Rahmen  der 
vorerwähnten  EA  vorgenommene  Aufrechnung  (bzw.  Schätzung) 
hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin einzeln aufgelisteten und 
damit  (grundsätzlich  nach  wie  vor)  bestrittenen  Positionen,  ausma-
chend einen Steuerbetrag von gesamthaft Fr. 59'462.65, zu Recht er-
folgte.  Nachdem  nun  die  ESTV  in  ihrer  Stellungnahme  vom  9. Juli 
2008  (neu)  beantragt,  dass  die  vorliegende  Beschwerde  (betreffend 
sog.  "in  sich  widersprüchliche[r]  Belege")  in  pragmatischer 
Rechtsanwendung im Umfang von Fr. 15'063.-- teilweise gutzuheissen 
sei (oben Bst. E), erweist sich diese im besagten Umfang als gegen-
standslos, bzw. ist der (noch) streitige Steuerbetrag auf Fr. 44'399.65 
herabzusetzen. Eine Überprüfung erübrigt sich damit für folgende Ge-
schäftsfälle:

– Fall  "D._______"  mit  Rechnungsdatum  vom  2. Juni  1995 
(Beschwerdebeilage Liste 2/Seite 1 von 8)

– Fall  "E._______"  mit  Rechnungsdatum  vom  9. September  1996 
(Beschwerdebeilage Liste 2/Seite 4b von 8)

– Fall  "F._______"  mit  Rechnungsdatum  vom  8. Mai  1998  (Be-
schwerdebeilage Liste 2/Seite 7 von 8)

– Fall  "G._______"  mit  Rechnungsdatum  vom  23. Juli  1998  (Be-
schwerdebeilage Liste 2/Seite 8 von 8)

– Fall  "H._______"  mit  Rechnungsdatum  vom  17. Juni  1998 
(Beschwerdebeilage Liste 2/Seite 7b von 8)

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2.
2.1 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Einspra-
cheentscheid  grundsätzlich  in  vollem  Umfang  überprüfen.  Die  Be-
schwerdeführerin kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 
Bst. a  VwVG)  und  der  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung 
des  rechtserheblichen  Sachverhalts  (Art. 49  Bst.  b  VwVG)  auch  die 
Rüge der Unangemessenheit erheben (Art. 49 Bst. c VwVG; vgl. ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bun-
desverwaltungsgericht,  Basel  2008,  Rz. 2.149;  ULRICH HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  Zürich  2006, 
5. Aufl., Rz. 1758 ff.). Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt sich al-
lerdings  bei  der  Überprüfung  von  zulässigerweise  erfolgten  Ermes-
sensveranlagungen eine gewisse Zurückhaltung und führt  so die ge-
festigte diesbezügliche Rechtsprechung der SRK weiter. Diese Praxis 
wurde  am 22. November  2007  höchstrichterlich  bestätigt  (Urteil  des 
Bundesgerichts 2C_426/2007 vom 22. November 2007 E. 4.3). Ob in-
dessen die Voraussetzungen für die Vornahme einer Ermessensveran-
lagung gegeben sind, überprüft das Bundesverwaltungsgericht unein-
geschränkt  (statt  vieler:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1635/2006 vom 27. August  2008  E. 3.3; Entscheide der  SRK vom 
10. Mai 2005 [SRK 2004-023] E. 1b, vom 24. Oktober 2005, veröffent-
licht in Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 70.41 E. 2d/cc, 
je mit weiteren Hinweisen; vgl. PASCAL MOLLARD, TVA et taxation par esti-
mation, in: Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 69 S. 557).

2.2 Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach 
dem  Selbstveranlagungsprinzip  (Art. 37 f.  MWSTV;  vgl.  ERNST 
BLUMENSTEIN/PETER LOCHER,  System des  schweizerischen  Steuerrechts, 
6. Aufl.,  Zürich 2002,  S. 421  ff.).  Dies  bedeutet,  dass  der  Mehrwert-
steuerpflichtige  selbst  und  unaufgefordert  über  seine  Umsätze  und 
Vorsteuern abzurechnen und innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der 
Abrechnungsperiode den geschuldeten Mehrwertsteuerbetrag (Steuer 
vom Umsatz abzüglich Vorsteuern) an die ESTV abzuliefern hat. Die 
Verwaltung ermittelt die Höhe des geschuldeten Mehrwertsteuerbetra-
ges  nur  dann  an  Stelle  des  Mehrwertsteuerpflichtigen,  wenn  dieser 
seinen  Pflichten  nicht  nachkommt  (Art. 48  MWSTV,  Ermessensein-
schätzung;  vgl.  ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A.  VALLENDER, 
Handbuch zum Mehrwertsteuergesetz [MWSTG], 2. Aufl.,  Bern 2003, 
Rz. 1680 ff.).

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2.3 Gemäss Art. 47 Abs. 1 MWSTV hat der Mehrwertsteuerpflichtige 
seine Geschäftsbücher ordnungsgemäss zu führen und so einzurich-
ten, dass sich aus ihnen die für die Feststellung der Mehrwertsteuer-
pflicht sowie für die Berechnung der Steuer und der abziehbaren Vor-
steuern massgebenden Tatsachen leicht und zuverlässig ermitteln las-
sen. 
Nach Art. 48 MWSTV nimmt die ESTV eine Schätzung nach pflichtge-
mässem Ermessen vor, wenn keine oder nur unvollständige Aufzeich-
nungen vorliegen oder die ausgewiesenen Ergebnisse mit dem wirkli-
chen Sachverhalt offensichtlich nicht übereinstimmen (ausführlich zur 
Ermessenseinschätzung statt  vieler:  Urteile  des  Bundesverwaltungs-
gerichts A-1635/2006 vom 27. August 2008 E. 2 und 3, A-1531/2006 
vom 10. Januar 2008 E. 2).

2.4 Sind  die  Voraussetzungen  für  die  Vornahme  einer  Ermessens-
einschätzung gegeben, so hat  die Verwaltung diejenige Schätzungs-
methode zu wählen, die den individuellen Verhältnissen im Betrieb der 
Steuerpflichtigen  soweit  als  möglich  Rechnung  trägt,  auf  plausiblen 
Angaben beruht und deren Ergebnis der wirklichen Situation möglichst 
nahe  kommt  (VPB 70.41  E. 2d/aa; ASA 61  S. 819  E. 3a,  52  S. 238 
E. 4). In Betracht fallen unter anderem Methoden, die auf eine Ergän-
zung oder Rekonstruktion der ungenügenden Buchhaltung hinauslau-
fen.

So ist  es im Rahmen einer  Ermessenstaxation nach der Rechtspre-
chung des Bundesgerichts zulässig, dass die ESTV eine Prüfung der 
Verhältnisse während eines Teils der Kontrollperiode vornimmt und in 
der Folge das Ergebnis auf den gesamten kontrollierten Zeitraum um-
legt bzw. hochrechnet, vorausgesetzt die massgebenden Verhältnisse 
im eingehend kontrollierten  Zeitabschnitt  sind ähnlich wie in  der ge-
samten Kontrollperiode (Urteil  des Bundesgerichts  2A.148/2000 vom 
1. November 2000 E. 5b). Der Ermessensveranlagung haftet deshalb 
eine gewisse Unsicherheit an, die der Steuerpflichtige aufgrund seiner 
Pflichtverletzung jedoch selber zu vertreten hat  (vgl. Urteil  des Bun-
desgerichts 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.2 mit Hinweisen).

Gemäss Rechtsprechung der SRK (zur Warenumsatzsteuer) darf  die 
Umlage des Referenzjahres auf die übrigen Jahre der Kontrollperiode 
allerdings  nicht  unbesehen  geschehen.  Da  es  sich  um  eine  schät-
zungsweise Ermittlung der nicht ausgewiesenen Umsätze handle, sei 
die ESTV zwar nicht verpflichtet, in den anderen Zeitabschnitten Erhe-

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bungen mit dem gleichen Aufwand zu betreiben. Es bedürfe jedoch ge-
wichtiger  Anhaltspunkte  dafür,  dass  in  den  anderen  Kalenderjahren 
dieselben  Verhältnisse  vorgeherrscht  haben  wie  im  Basisjahr.  Die 
ESTV habe deshalb stichprobenweise zu prüfen und einzelfallweise zu 
belegen,  dass  die  Beschwerdeführerin  auch in  den  anderen  Zeitab-
schnitten  Fahrzeugverkäufe  buchhalterisch  nicht  ausgewiesen  hat 
(Entscheid der SRK vom 10. Juli  1997 [SRK 86/96]  E. 3 mit  Hinwei-
sen). Das Bundesverwaltungsgericht sieht beim hier zu beurteilenden 
Sachverhalt keinen Grund, von dieser für die vorliegende Konstellation 
sachgerechten Rechtsprechung abzuweichen (vgl. zum Ganzen: Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1531/2006  vom  10. Januar  2008 
E. 2.5.1).

3.
3.1 Der  Mehrwertsteuer  unterliegen  unter  anderem  die  im  Inland 
gegen Entgelt erbrachten Lieferungen von Gegenständen und Dienst-
leistungen (Art. 4  Bst. a  und b  MWSTV). Als  Dienstleistung gilt  jede 
Leistung,  die  keine Lieferung eines  Gegenstandes ist  (Art.  6  Abs. 1 
MWSTV).

3.2
3.2.1 Beim  mehrwertsteuerlichen  Stellvertretungstatbestand  von 
Art. 10 MWSTV ist von zentraler Bedeutung, in wessen Namen gegen 
aussen aufgetreten wird. Denn als blosser Vermittler einer Leistung gilt 
nur, wer diese ausdrücklich im Namen und für Rechnung des Vertrete-
nen tätigt, so dass das Umsatzgeschäft direkt zwischen dem Vertrete-
nen und dem Dritten zustande kommt (direkte Stellvertretung; Abs. 1). 
Handelt  bei  einer  Leistung der  Vertreter  zwar  für  fremde Rechnung, 
tritt er aber nicht ausdrücklich im Namen des Vertretenen auf, so liegt 
sowohl  zwischen  dem Vertretenen  und  dem Vertreter  als  auch  zwi-
schen dem Vertreter und dem Dritten eine mehrwertsteuerliche Leis-
tung vor (indirekte Stellvertretung; Abs. 2). 

Nur wer Geschäfte Dritter bloss vermittelt, das heisst als direkter Stell-
vertreter im fremden Namen und für fremde Rechnung tätig wird, der 
bewirkt  keinen  eigenen  Umsatz,  den  es  zu  versteuern  gäbe  (statt 
vieler:  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1378/2006  vom 
27. März 2008 E. 2.2.1, A-1462/2006 vom 6. September 2007 E. 2.2.2; 
Entscheid der SRK vom 31. März 2004, veröffentlicht in VPB 68.126 E. 
3b). Wird dabei  jedoch eine Vermittlungsprovision erzielt,  ist  die Ver-
mittlungsleistung zu versteuern (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

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A-1494/2006 vom 21. September 2007 E. 3.1.2 und 3.2.2 mit Hinwei-
sen).

3.2.2 Das Erfordernis,  dass  als  blosser  Vermittler  nur  gilt,  wer  aus-
drücklich im Namen und für Rechnung des Vertretenen auftritt, wurde 
durch  die  Rechtsprechung  für  den  zeitlichen  Geltungsbereich  der 
Mehrwertsteuerverordnung  als  rechtmässig  und  anwendbar  erklärt 
(Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2001, veröffentlicht in ASA 72 
S. 319 ff.; Entscheid der SRK vom 11. Oktober 2000, veröffentlicht in 
VPB 65.59 E. 3c/aa und bb). Es genügt folglich nicht, wenn der Vertre-
ter dem Dritten bloss anzeigt, dass er als Vertreter handelt, ohne die 
Identität des Vertretenen namentlich bekannt zu geben (vgl. Entschei-
de der  SRK vom 5. Juli  2005,  veröffentlicht  in  VPB 70.7 E. 5b, vom 
9. April 1998, veröffentlicht in VPB 63.24 E. 6c/bb, vom 19. Mai 2000, 
veröffentlicht  in  VPB 64.110 E. 3b und 4b.;  PIERRE-MARIE GLAUSER,  in: 
mwst.com,  Kommentar  zum Bundesgesetz  über  die  Mehrwertsteuer, 
Basel/Genf/München 2000, Rz. 14 zu Art. 11).

3.2.3 Eine stillschweigende Willenskundgabe, im fremden Namen und 
für fremde Rechnung handeln zu wollen, genügt nach der gesetzlichen 
Regelung ebenfalls nicht  zur Annahme einer direkten Stellvertretung 
im Sinne des Mehrwertsteuerrechts. Namentlich reicht nicht aus, dass 
die Beteiligten in Kenntnis der Vertretungsverhältnisse handeln bzw. – 
wie  dies  bei  der  Stellvertretung  nach  Zivilrecht  der  Fall  wäre  (vgl. 
Art. 32  Abs.  2  des  Obligationenrechts  vom  30. März  1911  [OR,  SR 
220]) – der Dritte aus den Umständen schliessen muss, dass der Ver-
treter für Rechnung des Vertretenen handelt oder wenn es ihm gleich-
gültig  ist  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1462/2006  vom 
6. September 2007 E. 2.2.2 und A-1390/2006 vom 30. Oktober 2007 
E. 2.3;  Entscheid  der  SRK  vom  19. April  2004,  veröffentlicht  in 
VPB 68.127  E. 2a/bb  mit  Hinweisen;  CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER, 
a.a.O., Rz. 282; GLAUSER, a.a.O., Rz. 15 zu Art. 11). Das Bundesgericht 
hat festgehalten, es sei zur Verhinderung von Missbräuchen unerläss-
lich und diene der richtigen und einfachen Anwendung des Gesetzes, 
wenn  ein  (steuerfreies)  Vermittlungsgeschäft  voraussetze,  dass  der 
Vertreter  ausdrücklich im Namen und für  Rechnung des Vertretenen 
handle (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Januar 2003, veröffentlicht 
in ASA 74 S. 240 mit Hinweis).

3.3 Allein aufgrund von Formmängeln soll nach neuem Verordnungs-
recht  keine Mehrwertsteuernachforderung erhoben werden, wenn er-

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kennbar ist oder die mehrwertsteuerpflichtige Person nachweist, dass 
durch  die  Nichteinhaltung  einer  Formvorschrift  des  Gesetzes  oder 
dieser  Verordnung für  die Erstellung von Belegen für  den Bund kein 
Steuerausfall  entstanden  ist  (Art. 45a der  Verordnung vom 29. März 
2000  zum  Bundesgesetz  über  die  Mehrwertsteuer  [MWSTGV, 
SR 641.201],  in  Kraft  seit  1. Juli  2006  [AS  2006  2353]).  Art. 45a 
MWSTGV  wurde  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  in  konkreten 
Anwendungsakten  als  rechtmässig  bestätigt.  Ebenso  schützte  das 
Bundesverwaltungsgericht die Praxis der ESTV, wonach diese Bestim-
mung auch rückwirkend sowohl für den zeitlichen Anwendungsbereich 
des Mehrwertsteuergesetzes als auch der (alten) Mehrwertsteuerver-
ordnung Anwendung findet  (zum Ganzen: Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts A-1365/2006 vom 19. März 2007 E. 2.3, BVGE 2007/25 
E. 4.2).  Allerdings  betrifft  Art. 45a  MWSTGV  einzig  Formmängel. 
Formvorschriften  in  Gesetz,  Verordnungen  und  Verwaltungspraxis 
sollen nicht überspitzt formalistisch, sondern pragmatisch angewendet 
werden. Es soll vermieden werden, dass das Nichteinhalten von Form-
vorschriften  zu  Steuernachbelastungen  führt.  Materielles  Recht  oder 
materiellrechtliche Mängel bleiben von Art. 45a MWSTGV indes unbe-
rührt (ausführlich: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1438/2006 
vom 11. Juni 2006 E. 3.3. und 4.2 mit Hinweisen).

Das Bundesverwaltungsgericht hat sich bereits mit der mehrwertsteu-
erlichen  Stellvertretungsregelung  im  Lichte  von  Art. 45a  MWSTGV 
auseinandergesetzt und festgehalten, dass das "ausdrückliche Auftre-
ten des Vermittlers im Namen und für Rechnung des Vertretenen" eine 
materiellrechtliche  Gültigkeitsvoraussetzung  für  die  Annahme  einer 
mehrwertsteuerlichen  Vermittlung  bildet.  Die  Anwendbarkeit  von 
Art. 45a  MWSTGV, welcher  sich  lediglich  auf  Formmängel  beziehe, 
stehe ausser Frage, wenn der Vermittler nicht ausdrücklich im Namen 
und für Rechnung des Vertretenen aufgetreten sei. Art. 45a MWSTGV 
könne nur dann in Betracht gezogen werden, wenn der Vertreter zwar 
ausdrücklich im Namen und für Rechnung des Vertretenen auftrete, je-
doch die weitergehenden Formerfordernisse der Verwaltungspraxis zu 
Art. 10 MWSTV (s. dazu Wegleitung 1997 für Mehrwertsteuerpflichtige 
[Wegleitung 1997], Rz. 284 ff., insbesondere Rz. 286-289) nicht erfülle 
(Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1390/2006 vom 30. Oktober 
2007  E. 2.4.4,  A-1462/2006  vom  6. September  2007  E. 2.2.4, 
A-1383/2006 vom 19. Juli 2007 E. 3.4.3). 

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3.4 Sowohl nach Rechtsprechung als auch Lehre zum Mehrwertsteu-
errecht wird der Rechnung, die durch den Leistungserbringer zuhan-
den des Leistungsempfängers ausgestellt  wird,  eine zentrale Bedeu-
tung beigemessen. Die Rechnung ist nicht ein reiner Buchungsbeleg, 
sondern  sie  stellt  ein  wichtiges  Indiz  dafür  dar,  dass  der  Aussteller 
auch  Leistungserbringer  ist  und  die  mehrwertsteuerlich  relevante 
Handlung überhaupt stattgefunden hat,  sowie dafür, wer Verfügungs-
macht  im  Sinne  von  Art. 5  MWSTV  über  einen  Gegenstand  hat. 
Gleichzeitig erklärt der Rechnungssteller dem Empfänger, dass er die 
ausgewiesene Mehrwertsteuer der ESTV abgeliefert hat oder noch ab-
liefern  wird. So bildet  die Rechnung dem Empfänger  Ausweis dafür, 
auf der Leistung laste die angegebene Steuer, und berechtigt sie den 
Leistungsempfänger (bei gegebenen weiteren Voraussetzungen) direkt 
zum entsprechenden Vorsteuerabzug (BGE 131 II 185 E. 5; Urteile des 
Bundesgerichts vom 14. Juli  2005, veröffentlicht in ASA 75 S. 497 ff. 
E. 3.3, 4.2, vom 31. Mai 2002, veröffentlicht in ASA 72 S. 732 E. 5a; 
Entscheide der  SRK vom 3. Juni  2005,  veröffentlicht  in  VPB 69.127 
E. 3a/aa).  Der  mehrwertsteuerlichen  Rechnung  wird  gar  die  Bedeu-
tung eines "Checks auf den Bund" beigemessen. Die steuerpflichtigen 
Leistungsempfänger  könnten  darauf  vertrauen  und  die  darin  ausge-
wiesene Mehrwertsteuer ohne eingehende Prüfung als Vorsteuer ab-
ziehen  (SANDRA KNOPP PISI,  Das  Selbstveranlagungsprinzip  bei  der 
Mehrwertsteuer  –  insbesondere  die  Bedeutung  der  Abrechnung  mit 
oder ohne Vorbehalt,  in: ASA 74 S. 396; vgl. BGE 131 II  185 E. 3.4; 
vgl. zum Ganzen: Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts A-1469/2006 
vom 7. Mai 2008 E. 3 mit weiteren Hinweisen).

Aufgrund  der  im  Mehrwertsteuerrecht  der  Rechnung  zukommenden 
Bedeutung  hat  sich  in  konstanter  Rechtsprechung  folgender  Grund-
satz entwickelt: "Fakturierte Mehrwertsteuer gleich geschuldete Mehr-
wertsteuer"  (BGE 131 II  185 E. 5; Entscheid der SRK vom 11. Sep-
tember  2006,  veröffentlicht  in  VPB  70.102  E. 2a,  4a/aa,  vgl.  auch 
Urteil des Bundesgerichts vom 14. Juli 2005, veröffentlicht in ASA 75 
S. 499 f. E. 4.2 f.), welcher selbst dann Geltung beansprucht, wenn die 
Steuer  fälschlicherweise  fakturiert  wurde  und  es  sich  bei  den  Leis-
tungserbringern oder den Leistungsempfängern um nicht Steuerpflich-
tige handelt (BGE 131 II 185 E. 5, 8.1 f.; vgl. zum Ganzen und in Be-
stätigung dieses Grundsatzes statt  vieler: Urteile des Bundesverwal-
tungsgerichts  A-1469/2006 vom 7. Mai  2008 E. 3,  A-6245/2007 vom 
13. Februar 2008 E. 3.3, A-1628/2006 vom 21. Dezember 2007 E. 3.2, 
je mit weiteren Hinweisen).

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4.
4.1 Die  Steuer  wird  grundsätzlich  vom  Entgelt  berechnet  (Art. 26 
Abs. 1 MWSTV). Für den Handel mit gebrauchten Fahrzeugen enthält 
Art. 26 Abs. 7 MWSTV eine Sonderregelung. Hat der Steuerpflichtige 
ein gebrauchtes Motorfahrzeug für den Verkauf bezogen,  so  kann er 
für die Berechnung der Steuer auf dem Verkauf den Ankaufspreis vom 
Verkaufspreis  abziehen,  sofern  er  auf  dem  Ankaufspreis  keine  Vor-
steuer abziehen durfte oder den möglichen Vorsteuerabzug nicht gel-
tend  gemacht  hat  (Art. 26  Abs.  7  MWSTV).  Mit  dieser  Bestimmung 
wird die so genannte Differenz- oder Margenbesteuerung geregelt (vgl. 
auch Art. 35 MWSTG). Bemessungsgrundlage für die Steuer auf dem 
Verkauf ist die Marge zwischen Verkaufs- und Einkaufspreis. In Abwei-
chung von Art. 29 MWSTV tritt hierbei der Abzug des Ankaufspreises, 
der sog. Vorumsatzabzug, an die Stelle des Vorsteuerabzugs. Dadurch 
wird der Steuerpflichtige im Ergebnis so gestellt,  als hätte er auf der 
Eingangsleistung die Vorsteuer abziehen können (vgl. Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts  A-1352/2006 vom 25. April  2007 E. 2.2). Ins-
besondere für Fälle, wo kein Vorsteuerabzug möglich ist (z.B. beim Er-
werb von einem Nicht-Steuerpflichtigen), erweist sich die Differenzbe-
steuerung für  die Beteiligten im Allgemeinen günstiger, als wenn die 
Mehrwertsteuer,  mit  Recht  auf  Vorsteuerabzug,  auf  dem vollen  Ver-
kaufspreis  berechnet  wird,  zumal  sich  bei  voller  Überwälzung  der 
Steuer auch ein höherer Verkaufspreis ergeben würde (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 2A.416/1999 vom 22. Februar 2001 E. 4a). Der Steu-
erpflichtige kann aber  nach seiner  Wahl  auch die Regelbesteuerung 
anwenden  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1368/2006 
vom 12. Dezember 2007 E. 3.1 mit Hinweis).

4.2 Die Verfassungsmässigkeit von Art. 26 Abs. 7 MWSTV ist von der 
Rechtsprechung bereits mehrfach bestätigt  worden (vgl. etwa Urteile 
des  Bundesgerichts  2A.25/2005  vom  17. Januar  2006  E. 3.1,  vom 
22. Februar 2001, veröffentlicht in Revue de Droit Administratif  et de 
Droit fiscal [RDAF] 2001 II 117 E. 4b; Entscheid der SRK vom 23. Juni 
1999, publiziert in MWST-Journal 4/99, S. 154 f. E. 3c). Die Margenbe-
steuerung wurde aus Gründen der Neutralität der Steuer in der Mehr-
wertsteuerverordnung eingeführt. Es sollen die Wettbewerbsnachteile 
ausgeglichen werden, die der gewerbsmässige Handel mit Gebraucht-
gegenständen  gegenüber  dem privaten Handel  hat  (Urteil  des  Bun-
desverwaltungsgerichts  A-1368/2006 vom 12. Dezember  2007  E. 3.1 
mit Hinweisen).

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4.3 Gemäss Art. 26 Abs. 7 MWSTV kann die Margenbesteuerung nur 
angewendet werden, wenn die Waren zum Zweck des Wiederverkaufs 
bezogen  worden  sind.  Damit  es  bei  der  Differenzbesteuerung  zu 
keiner  ungerechtfertigten  Steuerrückerstattung  kommt,  darf  der  Ver-
käufer  gegenüber  dem Käufer  keine Steuer  ausweisen. Deshalb  be-
stimmt Art. 28 Abs. 4 MWSTV, dass der Steuerpflichtige, wenn er die 
Steuer  auf  dem  Verkauf  gebrauchter  Motorfahrzeuge  nach  Art. 26 
Abs. 7 MWSTV berechnet, weder in Preisanschriften, Preislisten oder 
sonstigen Angeboten noch in  Rechnungen auf  die Steuer hinweisen 
darf. Das gilt namentlich für Rechnungsstellungen (vgl. zur Bedeutung 
der  Rechnung:  oben  E. 3.4,  1. Absatz).  Laut  Bundesgericht  ist  in 
Art. 28 Abs. 4 MWSTV nicht eine blosse Ordnungsvorschrift, sondern 
die notwendige Ergänzung zur eingangs erwähnten Voraussetzung für 
die Differenzbesteuerung in  Art. 26 Abs. 7 MWSTV zu sehen,  zumal 
Art. 28 Abs. 4 MWSTV bei den nach der Differenzmethode abgerech-
neten Geschäften einen Vorsteuerabzug wirksam verhindern will (vgl. 
Urteil  des  Bundesgerichts  2A.416/1999  vom 22. Februar 2001  E. 6). 
Mit anderen Worten ausgedrückt, bildet Art. 28 Abs. 4 MWSTV grund-
sätzlich Gültigkeitsvorschrift für die Anwendung der Differenzbesteue-
rung (Urteil des Bundesgerichts 2A.546/2000 vom 31. Mai 2002 E. 2). 

4.4 Hat der Wiederverkäufer Art. 28 Abs. 4 MWSTV nicht befolgt und 
namentlich in  der  Kundenrechnung einen Hinweis auf  die Mehrwert-
steuer  angebracht,  so  ist  die  Differenzbesteuerung  ausgeschlossen 
und es greift die Regelbesteuerung ein. Das gilt jedenfalls im Zusam-
menhang mit Kundenrechnungen, auf welchen die Mehrwertsteuer er-
wähnt wird. Rechnungen mit dem Hinweis auf die Mehrwertsteuer oder 
mit  separatem  Ausweis  der  Mehrwertsteuer,  sofern  sie  von  einem 
Steuerpflichtigen  ausgestellt  wurden,  berechtigen  den  Empfänger  – 
wie erwähnt (oben E. 3.4, 1. Absatz) – zum Abzug der Vorsteuer. Weil 
diese im vorerwähnten Sinne mehrwertsteuerliche Urkunden darstel-
len, kann die Differenzbesteuerung nicht mehr gestattet werden, wenn 
dem  Empfänger  eine  solche  Rechnung  ausgestellt  wird.  Dieser 
strenge  Formalismus  rechtfertigt  sich  insbesondere,  um Fehlern  bei 
der  Steuerabrechnung  vorzubeugen  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.546/2000 vom 31. Mai 2002 E. 2)

4.5 Nach neuem Verordnungsrecht  ist  nun ein gleichzeitiger Hinweis 
auf  die  MWST  und  die  Margenbesteuerung  nicht  mehr  unbedingt 
schädlich. Gemäss Art. 14 Abs. 2 Satz 2 MWSTGV (nur Satz 2 ist neu) 
wird die Margenbesteuerung trotzdem zugelassen, wenn erkennbar ist 

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oder  die  steuerpflichtige  Person  nachweist,  dass  für  den  Bund  kein 
Steuerausfall  aufgrund dieses  Mangels  entstanden ist. Dieser  Nach-
weis ist grundsätzlich von der steuerpflichtigen Person in schriftlicher 
Form zu erbringen, indem sie sich bspw. von ihren Abnehmern schrift-
lich bestätigen lässt, dass diese keine Vorsteuern geltend gemacht ha-
ben bzw. machen werden. Von einem Nachweis der steuerpflichtigen 
Person  kann  nur  dann  abgesehen  werden,  wenn  ohne  weiteres  er-
kennbar  ist,  dass  kein  Steuerausfall  entstanden  ist  (Praxismitteilung 
der  ESTV vom 31. Oktober  2006 zur  Behandlung von Formmängeln 
[bei der Margenbesteuerung], S. 14). 

Laut  besagter  Praxismitteilung  der  ESTV  führt  auch  der  blosse 
Vermerk "inkl. MWST", d.h. ohne Angabe des Steuersatzes, nicht zum 
Ausschluss der Margenbesteuerung. Bei einem solchen Hinweis in der 
Rechnung sei bloss die Marge zu versteuern, unabhängig davon, ob 
der Abnehmer zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, oder nicht (Praxis-
mitteilung der ESTV vom 31. Oktober 2006, a.a.O., S. 14).

4.6 Art. 14 Abs. 2 Satz 2 MWSTGV ist wie Art. 15a und 45a MWSTGV 
am 1. Juli 2006 in Kraft getreten und soll gleichermassen dem Forma-
lismus in der Mehrwertsteuer entgegenwirken (siehe Praxismitteilung 
der ESTV vom 27. Oktober 2006,  S. 14). Das Bundesverwaltungsge-
richt hat die Rückwirkung dieser neuen "Pragmatismusbestimmungen" 
auf  (zum Zeitpunkt ihrer Inkraftsetzung) bereits hängige Fälle (selbst 
unter dem Geltungsbereich der MWSTV) in grundsätzlicher Weise be-
jaht  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1483/2006  vom 
16. Oktober  2007  E. 4.3.1,  A-1466/2006  vom  10. September  2007 
E. 4.6 mit  Hinweis auf  BGE 133 II  153 E. 6.1; BVGE 2007/25 E. 4.1 
und  4.2  mit  weiteren  Hinweisen).  Für  den  Anwendungsbereich  der 
Margenbesteuerung  bildet  Art. 14  Abs. 2  MWSTGV  in  Bezug  auf 
Art. 45a MWSTGV lex specialis (vgl. Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts A-1483/2006 vom 16. Oktober 2007 E. 4.3.4.1,  A-1466/2006 
vom 10. September 2007 E. 4.5 in fine mit Hinweis auf BGE 133 II 153 
E. 6.1).

5.
Im vorliegenden Fall hat die ESTV eine Schätzung der ihrer Ansicht 
nach zu Unrecht "nicht verbuchte(n) und nicht deklarierte(n) Autover-
käufe"  der  Beschwerdeführerin  vorgenommen.  Dies  aufgrund  ihrer 
Feststellung  anlässlich  der  Kontrolle,  dass  die  Beschwerdeführerin 
einzelne Autoverkäufe zu Unrecht  als  Vermittlungsgeschäfte behan-

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delt habe, da sie gegenüber den Kunden in eigenem Namen aufge-
treten sei.  Solche zu  Unrecht  nicht  verbuchte  und  nicht  deklarierte 
Umsätze schätzte die ESTV (ausgehend von einem Geschäftsfall im 
Jahre 1995 über Fr. 96'800.--)  auf Fr. 100'000.-- pro Jahr, wobei sie 
ihre Schätzung auf sämtliche kontrollierte Steuerperioden (1.1.1995 
bis  30.9.1998)  umlegte,  woraus  ein  geschuldeter  Steuerbetrag  von 
(insgesamt) Fr. 22'887.30 resultierte. Der schätzungshalber ermittelte 
Umsatz stützt sich auf folgende zwei Geschäftsfälle ab:

– Fall "I._______ Treuhand AG" mit Verkaufs- und Rechnungsdatum 
im Juli 1995 (act. 5)

– Fall  "J._______  Sportsystems  Ltd."  mit  Verkaufs-  und 
Rechnungsdatum im Mai 1997 (act. 8)

5.1 In Bezug auf den vorerwähnten kalkulatorisch ermittelten Steuer-
betrag ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, "dass die für die Aner-
kennung der direkten Stellvertretung von der ESTV verlangten rigoro-
sen Formvorschriften gegen den Geist des Pragmatismusartikels von 
Art. 45a MWSTGV verstossen"  würden. Im Übrigen seien die  Fahr-
zeuge differenzbesteuert worden, wobei die Käufer keinen Vorsteuer-
abzug geltend gemacht hätten. Ferner hätte sie den (von der ESTV) 
geschätzten  Jahresumsatz  nach  sog.  pflichtgemässem  Ermessen 
(zwar)  zur  Kenntnis  genommen,  aber  nie  anerkannt.  Zudem  würde 
sie die Höhe – nur schon aufgrund der zwei (hievor) zitierten Fälle – 
als überrissen taxieren, zumal es sich insbesondere nicht um neue, 
sondern  gebrauchte  Fahrzeuge  gehandelt  habe.  Schliesslich  hätte 
sie während den Jahren 1996, 1997 und 1998 "keine Geschäfte der 
vorliegenden Art" getätigt.

5.2 Aus  den  Akten  ergibt  sich,  dass  die  Beschwerdeführerin  die 
Umsätze  für  die  beiden  vorerwähnten  Geschäftsfälle  (der  ESTV 
gegenüber) weder differenz- noch regulär besteuert hat. Demzufolge 
stellt  sich bezüglich dieser Fälle einzig die Frage, ob die ESTV der 
Beschwerdeführerin  die  Anwendung  der  direkten  Stellvertretung  zu 
Recht versagt hat oder aus anderweitigen Gründen davon ausgehen 
durfte,  dass  die  Beschwerdeführerin  die  fraglichen  Umsätze  zu 
Unrecht  nicht  deklariert  habe.  Nur  wenn  dies  der  Fall  ist,  war  die 
ESTV  (grundsätzlich)  berechtigt,  den  Jahresumsatz  für  die  nicht 
deklarierten  Geschäftsfälle  nach  pflichtgemässem  Ermessen  zu 
schätzen.

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5.2.1 Die ESTV hat an sich richtig festgestellt, dass die beiden Rech-
nungen  auf  Firmenpapier  der  Beschwerdeführerin  ausgestellt  wur-
den. Hingegen beinhaltet nur die Rechnung vom 11. Juli 1995 im Fall 
"I._______  Treuhand  AG"  (act. 5)  –  unter  Angabe  der  MWST 
Nr. (233865) der Beschwerdeführerin – unmissverständlich den Hin-
weis, dass sich der Verkaufspreis von Fr. 96'800.-- inkl. 6,5% Mehr-
wertsteuer  verstehe.  Mit  einem  derartigen  Hinweis  greift  aber  (be-
reits)  der  Grundsatz  "fakturierte  Steuer  gleich  geschuldete  Steuer" 
und  zwar  selbst  dann,  wenn  es  sich  beim Leistungsempfänger  um 
einen  nicht  Steuerpflichtigen  handelt  (vgl.  oben  E. 3.4,  2. Absatz). 
Demnach verliert  die Unterscheidung zwischen direkter und indirek-
ter  Stellvertretung  namentlich  für  diesen  Geschäftsfall  insofern  an 
Bedeutung, als die rechnungstellende Beschwerdeführerin die MWST 
auf  der  Rechnung betragsmässig  auswies,  was den  Leistungsemp-
fänger  (grundsätzlich)  direkt  zum  entsprechenden  Vorsteuerabzug 
berechtigte. Die diesbezügliche Rüge erweist sich schon deshalb als 
unbegründet.

Es bleibt somit (insbesondere) für den Fall "J._______ Sportsystems 
Ltd."  zu  prüfen,  ob  die  ESTV  zu  Recht  von  einer  indirekten 
Stellvertretung ausgegangen ist.

5.2.2 Damit von einer direkten Stellvertretung ausgegangen werden 
kann, ist wie erwähnt vorausgesetzt, dass der Vertreter ausdrücklich 
im  Namen  und  auf  Rechnung  des  Vertretenen  handelt  (vgl.  oben 
E. 3.2.1). Da auf der entsprechenden Rechnung vom 23. Mai 1997 im 
Fall "J._______ Sportsystems Ltd." (act. 8) jeglicher Hinweis auf ein 
Vertretungsverhältnis  fehlt,  mithin  nicht  erstellt  ist,  dass  die  Be-
schwerdeführerin  ausdrücklich  im  Namen  und  auf  Rechnung  eines 
Vertretenen aufgetreten sei, könnte höchstens eine indirekte Stellver-
tretung im Sinn von Art. 10 Abs. 2 MWSTV in Frage stehen. Der für 
diesen  Geschäftsfall  von  der  Beschwerdeführerin  abgerechnete 
mehrwertsteuerpflichtige Umsatz im Betrag von Fr. 59'000.--  ("Rest-
kaufpreis")  stellt  damit  bei  ihr  selbst  einen steuerbaren Umsatz dar 
(vgl. oben E. 3.2.1). Dies würde im Übrigen auch für die Rechnung im 
Fall  "I._______  Treuhand  AG"  gelten,  woran  der  Umstand  nichts 
ändert,  dass dort  der  Verkauf  des fraglichen Personenwagens bzw. 
die  Rechnungstellung  ausdrücklich  "im  Auftrag"  einer  Privatperson 
erfolgte. Denn durch den blossen Hinweis "im Auftrag" einer Privat-
person ist noch nichts über deren Verhältnis zur Beschwerdeführerin 
gesagt  und  ergibt  sich  insbesondere  auch  nicht,  dass  Letztere  als 

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direkte  Stellvertreterin  handelte.  Vielmehr  kann  mit  einem  Auftrag 
auch ein indirektes Vertretungsverhältnis (d.h. ein Handel im eigenen 
Namen aber auf fremde Rechnung, wie dies bspw. bei einem Kom-
missionsgeschäft  zum Tragen  kommt)  begründet  werden. Nachdem 
vorliegend nicht  erstellt  ist,  dass die  Beschwerdeführerin  ausdrück-
lich im Namen des Vertretenen Rechnung gestellt hat, steht auch die 
Anwendbarkeit von Art. 45a MWSTGV, welcher sich wie erwähnt nur 
auf  Formmängel  bezieht,  ausser  Frage  (oben  E. 3.3,  2. Absatz). 
Damit hat die Vorinstanz (grundsätzlich in beiden vorgenannten Ge-
schäftsfällen)  zu  Recht  auf  ein  indirektes  Stellvertretungsverhältnis 
im Sinn von Art. 10 Abs. 2 MWSTV geschlossen.

5.3 Da die Beschwerdeführerin die mehrwertsteuerpflichtigen Umsät-
ze für die beiden vorgenannten Geschäftsfälle, welche – wie sich vor-
stehend  gezeigt  hat  –  ihr  selbst  zuzuschreiben  sind  (E. 5.2.1  und 
5.2.2), unwidersprochenerweise nicht als solche verbucht bzw. dekla-
riert  hat,  steht fest,  dass die ESTV grundsätzlich zu Recht eine Er-
messenskalkulation vorgenommen hat (vgl. oben E. 2.3). Es bleibt le-
diglich zu untersuchen – zumal sich wie erwähnt das Bundesverwal-
tungsgericht  bei  der  Überprüfung  der  zulässigerweise  erfolgten 
Schätzung eine gewisse Zurückhaltung auferlegt (oben E. 2.1) –, ob 
die ESTV gleichermassen berechtigt war, ausgehend vom steuerba-
ren Umsatz  im Fall  "I._______ Treuhand AG" im Jahr  1995 (Basis-
periode)  den  geschätzten  Jahresumsatz  von  Fr. 100'000.--  auf  die 
gesamte kontrollierte Periode umzulegen.

Dies muss vorliegend verneint werden. Denn für die Umlage der Ba-
sisperiode auf die gesamte Kontrollperiode war die ESTV – wie be-
reits dargelegt – zwar nicht verpflichtet, in den anderen Zeitabschnit-
ten  Erhebungen  mit  dem  gleichen  Aufwand  zu  betreiben.  Jedoch 
hätte sie (zumindest) einzelfallweise belegen müssen, dass die Be-
schwerdeführerin auch in den anderen Geschäftsjahren der kontrol-
lierten Perioden Fahrzeugverkäufe buchhalterisch nicht ausgewiesen 
hat. Dies ist der ESTV allerdings nur für das Geschäftsjahr 1997 (Fall 
"J._______  Sportsystems  Ltd.")  gelungen  (vgl.  oben  E. 5.2.2). 
Immerhin  bestehen  damit  nach  Ansicht  des  Bundesverwaltungsge-
richts  gewichtige  Anhaltspunkte  dafür,  dass  im Geschäftsjahr  1997 
dieselben oder ähnliche Verhältnisse vorgeherrscht haben, wie in der 
Basiszeitspanne,  zumal  die  Beschwerdeführerin  diesbezüglich  nicht 
in der Lage ist, das Gegenteil  zu beweisen (vgl. oben E. 2.4, 3. Ab-
satz;  zum  Ganzen  auch:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 

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A-1531/2006 vom 10. Januar 2008 E. 3.4.1, 3. Absatz). Derartige An-
haltspunkte  liegen  für  die  Geschäftsjahre  1996  und  1998  mangels 
nachgewiesener  Einzelfälle  hingegen  nicht  vor.  Aus  diesem  Grund 
rechtfertigt  sich die durch die ESTV vorgenommene Schätzung mit-
tels  Umlage  auf  die  Geschäftsjahre  1996  (12 Monate)  und  1998 
(9 Monate)  nicht,  weshalb  sich  die  Beschwerde im entsprechenden 
Umfang als  begründet  erweist  und für  den im Ergebnis  zu  Unrecht 
geforderten  Betrag  von  Fr. 10'680.75  (entspricht  dem  Steuerbetrag 
für  den  geschätzten  Jahresumsatz  für  21  Monate  [=  Fr. 175'000.-- 
inkl. 6,5% MWST]) teilweise gutzuheissen ist.

6.
Was den von der ESTV unter dem Titel "Korrektur Differenzbesteue-
rung" nachgeforderten Steuerbetrag (im hier noch streitigen Umfang) 
anbelangt, habe die Beschwerdeführerin – so die ESTV – in den Ver-
kaufsbelegen gegenüber deren Kunden die Mehrwertsteuer (MWST) 
offen ausgewiesen, weshalb die Steuer im Umfang des Normalsatzes 
auf den Autokäufer überwälzt zu gelten habe. Es stellt sich somit die 
Frage, ob die ESTV die Anwendung der Margenbesteuerung für die 
betreffenden (verbleibenden) Geschäftsfälle zu Recht verweigert hat.

6.1
6.1.1 Für nachfolgend aufgelistete Geschäftsfälle steht fest, dass die 
Beschwerdeführerin – entgegen ihrer (teilweise) anderslautenden Be-
hauptung –  auf  den  von der  ESTV beanstandeten  Rechnungen tat-
sächlich  einen  (prozentualen)  MWST-Vermerk  angebracht  hat,  ohne 
dabei auf die Margenbesteuerung hinzuweisen. Damit aber fehlt es be-
reits an der Gültigkeitsvoraussetzung für die Anwendung der Differenz-
besteuerung (vgl. oben E. 4.3) und die entsprechenden Rügen erwei-
sen sich ohne weiteres als nicht stichhaltig.

– Fall  "Y._______  Leasing/A._______"  mit  Rechnungsdatum  vom 
13. April 1995 (Beschwerdebeilage Liste 2/Seite 1 von 8)

– Fall "K._______, ..."  mit  Rechnungsdatum vom 27. Februar 1996 
(Beschwerdebeilage Liste 2/Seite 3 von 8)

– Fall  "L._______,  ..."  mit  Rechnungsdatum  vom  22. März  1996 
(Beschwerdebeilage Liste 2/Seite 3b von 8)

– Fall  "M._______, ..."  mit  Rechnungsdatum vom 28. August  1996 
(Beschwerdebeilage Liste 2/Seite 4 von 8)

Seite 19

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6.1.2 Der  Beschwerdeführerin  kann  insbesondere  nicht  gefolgt  wer-
den,  wenn sie dafür  hält,  dass trotz  MWST-Vermerk auf  den ausge-
stellten Rechnungen die Rechnungsempfänger keinen Vorsteuerabzug 
vorgenommen hätten. Denn zum einen ist dies bei einem steuerpflich-
tigen Käufer  ohnehin  nicht  ohne weiteres  erstellt  bzw. eher  unwahr-
scheinlich. Zum anderen  ist  nicht gänzlich ausgeschlossen, dass ein 
vermeintlich  "privater  Käufer"  aufgrund  einer  gewerblichen  Tätigkeit 
(wovon der Verkäufer nichts zu wissen braucht)  letztlich doch steuer-
pflichtig im Sinne des Mehrwertsteuerrechts ist. In einem solchen Fall 
wäre der  Leistungsempfänger  grundsätzlich berechtigt,  gestützt  auf 
die  ausgestellte  Rechnung  (mit  MWST-Vermerk)  der  ESTV  gegen-
über entsprechende Vorsteuern geltend zu machen. Um auch diesem 
Restrisiko vorzubeugen und namentlich der Rechtssicherheit wegen, 
durfte die Beschwerdeführerin  – um allenfalls sogar noch nachträg-
lich  die  Margenbesteuerung  anzuwenden  –  insbesondere  in  ihren 
Rechnungen  keinen  Hinweis  auf  die  Steuer  machen. Weil  sie  dies 
aber getan hat, was sich wie erwähnt aus den vorstehend aufgeliste-
ten Kundenrechnungen ergibt, hat die ESTV der Beschwerdeführerin 
in  diesen  Fällen  die  Anwendung  der  Margenbesteuerung  zu  Recht 
verweigert  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1368/2006 
vom 12. Dezember 2007 E. 6.1.1).

6.2
6.2.1 Auf den entsprechenden Rechnungen für die hienach aufgelis-
teten Geschäftsfälle hat die Beschwerdeführerin neben dem betrags-
mässigen Vermerk der  MWST auch (d.h. gleichzeitig)  auf  die Diffe-
renzbesteuerung hingewiesen. Auch für diese Fälle gilt  es zu unter-
suchen,  ob  die  ESTV  berechtigt  war,  der  Beschwerdeführerin  die 
Margenbesteuerung zu verwehren.

– Fall  "Y._______  Leasing  AG[/N._______]"  mit  Rechnungsdatum 
vom 23. April 1998 (Beschwerdebeilage Liste 2/Seite 6 von 8)

– Fall  "O._______  GmbH"  mit  Rechnungsdatum  vom  7. Mai  1998 
(Beschwerdebeilage Liste 2/Seite 6b von 8)

6.2.2 Wie erwähnt führen widersprüchliche Angaben bezüglich Mar-
gen- und Regelbesteuerung auf Verkaufsrechnungen (Hinweis auf die 
Margenbesteuerung  und Ausweis  der  MWST)  inskünftig  nicht  mehr 
zwingend zu einer Aberkennung der Margenbesteuerung. Vorausset-
zung ist  indessen,  dass dem Bund kein Steuerausfall  entsteht  (vgl. 

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oben E. 4.5 sowie Praxismitteilung der ESTV vom 31. Oktober 2006, 
a.a.O., S. 14). 

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die ESTV ihre Nachbelastun-
gen in Bezug auf Geschäftsfälle, in welchen die entsprechenden Ab-
nehmer ihrer Ansicht nach nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, 
nachträglich korrigiert hat (vgl. oben E. 1.4, 2. Absatz). Was hingegen 
die  vorstehend  aufgelisteten  Fälle  anbelangt,  ist  weder  erkennbar 
noch hat die Beschwerdeführerin nachzuweisen versucht, dass trotz 
des von der ESTV festgestellten Mangels (d.h. der widersprüchlichen 
Angaben in den entsprechenden Rechnungen für die hier beurteilten 
Fälle) für den Bund kein Steuerausfall  entstanden ist. Die durch die 
ESTV verweigerte Anwendung der Margenbesteuerung erfolgte somit 
auch für  diese Fälle  rechtens. Von überspitztem Formalismus  kann 
mithin  –  auch  unter  Berücksichtigung  der  neuen  Pragmatismusbe-
stimmung in  Art. 14  Abs. 2  Satz  2  MWSTGV sowie  der  erwähnten 
Praxismitteilung  –  keine  Rede  sein,  weshalb  sich  die  diesbezügli-
chen, von der Beschwerdeführerin erhobenen Rügen (ebenfalls) als 
unbegründet erweisen.

6.2.3 Nichts anderes ergibt sich für folgenden Fall:

– Fall  "P._______,  ..."  mit  Rechnungsdatum  vom  15. Dezember 
1995 (Beschwerdebeilage Liste 2/Seite 2 von 8)

Auch hier  hat  die Beschwerdeführerin  auf  der erwähnten Rechnung 
die MWST (prozentual) vermerkt. Trotz des handschriftlichen Hinwei-
ses auf der Rechnung, dass "lediglich der Differenzbetrag zwischen 
EK-Preis  Fr. 33'202.--  und  Nettoerlös  Fr. 34'062.25  d.h.  Fr. 860'25 
(...)" zu versteuern sei, ist nicht erstellt, dass die Beschwerdeführerin 
ihrer  Kundin  gegenüber  die  Rechnung  ausdrücklich  "differenzbe-
steuert"  ausgestellt  hat. Abgesehen davon wäre auch unter  Annah-
me,  dass  es  sich  dabei  um einen  in  sich  widersprüchlichen  Beleg 
handelt,  der  Nachweis  des  fehlenden  Steuerausfalls  für  den  Bund 
gleichermassen nicht erbracht bzw. nicht angestrengt worden. 

6.3
6.3.1 Im angefochtenen Entscheid hat die ESTV schliesslich anhand 
eines Schemas "einzelfallbezogen" dargestellt, in welchen massgebli-
chen  Verkaufsdokumenten  die  Beschwerdeführerin  die  Mehrwert-
steuer "offen ausgewiesen" habe und dabei u.a. den folgenden Ge-
schäftsfall aufgelistet:

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– Fall "Garage Z._______ AG" mit Rechnungsdatum vom 27. März 
1997 (Beschwerdebeilage Liste 2/Seite 5 von 8)

6.3.2 Zu diesem Fall gilt es zunächst zu bemerken, dass sich in den 
Akten  –  entgegen  der  Behauptung  der  ESTV  –  kein  von  der  Be-
schwerdeführerin "abgegebener Kaufvertrag" finden lässt, in dem die 
MWST "offen ausgewiesen" worden wäre. Das (diesbezüglich) einzi-
ge sich in den Akten befindliche "Verkaufsdokument" ist eine Rech-
nung vom 27. März 1997, wobei es festzuhalten gilt, dass diese der 
Käuferin  gegenüber  ausdrücklich  "differenzbesteuert"  ausgestellt 
wurde.  Damit  ist  gleichsam  gesagt  bzw.  steht  fest,  dass  die  Be-
schwerdeführerin für diesen Geschäftsfall die MWST in der Verkaufs-
rechnung  offensichtlich  nicht  ausgewiesen  hat.  Angesichts  der  ein-
gangs  wiedergegebenen  (eindeutigen)  Formulierung  der  ESTV,  in-
wiefern das besagten "Verkaufsdokument" mangelhaft sei (E. 6.3.1), 
hatte die Beschwerdeführerin keinen Anlass, im Rahmen des vorlie-
genden  Beschwerdeverfahrens  allfällige  weitere  Beweismittel  ins 
Recht zu legen, die sie zur Abrechnung mittels Differenzbesteuerung 
berechtigen. Auf den lediglich dem angefochtenen Entscheid zu ent-
nehmenden Grund, weshalb die Differenzbesteuerung für diesen Fall 
nicht  in Frage komme, hat  sich die ESTV behaften zu lassen. Des-
halb ist die Beschwerde (auch) in diesem Umfang, d.h. für Fr. 427.25 
(entspricht  dem Steuerbetrag für  den  Verkaufspreis  von Fr. 7'000.-- 
[inkl. 6,5% MWST]) teilweise gutzuheissen.

6.4 Zusammenfassend berechtigt – abgesehen von denjenigen Fäl-
len, welche die ESTV nachträglich akzeptiert hat (oben E. 1.4, 2. Ab-
satz)  –  einzig  der  (Rechnungs-)Beleg  für  den  zuletzt  behandelten 
Geschäftsfall  ("Garage Z._______ AG") die Beschwerdeführerin  zur 
differenzbesteuerten Behandlung des entsprechenden Umsatzes. Für 
die übrigen, von der Beschwerdeführerin  ins Recht gelegten Belege 
trifft  dies wie dargelegt aus folgenden Gründen nicht zu: Zum einen 
hat die Beschwerdeführerin in vier Belegen betragsmässig (d.h. unter 
Angabe des anwendbaren Steuersatzes) auf die MWST hingewiesen, 
was  die  Anwendung  der  Margenbesteuerung  von  vornherein  aus-
schliesst  (E. 6.1.1);  zum  andern  hat  sie  bei  zwei  (noch  streitigen) 
sog. widersprüchlichen Rechnungen (d.h. solchen mit Hinweis sowohl 
auf  den Steuersatz als auch auf die Differenzbesteuerung) im Rah-
men des vorliegenden Beschwerdeverfahrens den Nachweis nicht er-
bracht (bzw. nicht einmal zu erbringen versucht), dass dem Bund da-
durch  kein  Steuerausfall  entstanden  ist  (E. 6.2.2).  Gleiches  gilt 

Seite 22

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(grundsätzlich) für einen weiteren Fall, wobei zudem nicht erstellt ist, 
dass die Beschwerdeführerin ihrer Kundin gegenüber die Rechnung 
ausdrücklich "differenzbesteuert"  ausgestellt  hat  (E. 6.2.3). Aus die-
sen Gründen hat die ESTV für die diesbezüglich noch streitigen Fälle 
– mit Ausnahme des besagten Falls "Garage Z._______ AG", der zu 
einer teilweisen Gutheissung führt (E. 6.3.2) – die Regelbesteuerung 
zu Recht angewendet. In diesem Umfang erweist sich die Beschwer-
de als unbegründet und ist abzuweisen.

7.
Was  die  Verzugszinse  anbelangt,  kann  das  Bundesverwaltungsge-
richt dem Begehren der Beschwerdeführerin nach einer "angemesse-
nen Minderung einer  allfälligen Zinsbelastung"  (grundsätzlich)  nicht 
entsprechen. Der geschuldete Mehrwertsteuerbetrag ist innerhalb 60 
Tagen  nach  Ablauf  der  Abrechnungsperiode  zu  bezahlen  und  vom 
61. Tag an sind gemäss Art. 38 Abs. 2 MWSTV ohne Mahnung Ver-
zugszinse  zu  bezahlen.  In  diesem  Sinn  ist  der  Verzugszins  immer 
verschuldensunabhängig  (Kommentar  des  Eidgenössischen  Finanz-
departements  [EFD]  zur  Verordnung  über  die  Mehrwertsteuer  vom 
22. Juni 1994, S. 38). Er ist nach der von der SRK begründeten und 
vom Bundesverwaltungsgericht weiter geführten Rechtsprechung u.a. 
auch dann geschuldet, wenn die Mehrwertsteuerforderung noch nicht 
rechtskräftig  festgesetzt  ist  (Entscheid der  SRK vom 24. Juni  1998, 
veröffentlicht  in  VPB  63.26  E. 3d  und  4b  mit  weiteren  Hinweisen; 
CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER,  a.a.O.,  Rz. 1601;  vgl.  ausführlich  zum 
Verzugszins: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1378/2006 vom 
27. März 2008 E. 2.8). Um allfällige Verzugszinse zu vermeiden, wäre 
es der Beschwerdeführerin offen gestanden, die von der ESTV gel-
tend gemachte Mehrwertsteuerforderung rechtzeitig unter (ausdrück-
lichem) Vorbehalt zu begleichen. Immerhin schuldet die Beschwerde-
führerin der ESTV im Umfang ihres teilweisen Obsiegens keinen Ver-
zugszins.

8.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde im besagten Umfang als ge-
genstandslos zu betrachten (E. 1.4),  im Sinne der Erwägungen teil-
weise  gutzuheissen  (E. 5.3,  6.3.2),  im  Übrigen  jedoch  abzuweisen. 
Ziffer  3  des  angefochtenen  Entscheids  betreffend  geschuldeter 
Mehrwertsteuer  ist  auf  Fr. 41'700.65  (Fr. 59'462.65  +  8'409.--  = 
67'871.65 ./. [15'063.-- + 10'680.75 + 427.25]) zu reduzieren.

Seite 23

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Die  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr. 2'000.--  werden  der  Be-
schwerdeführerin im Umfang von Fr. 1'100.-- auferlegt und in diesem 
Teilbetrag  mit  dem  von  ihr  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 2'000.--  verrechnet  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Die  Differenz  von 
Fr. 900.--  ist  der  Beschwerdeführerin  nach  Eintritt  der  Rechtskraft 
dieses  Urteils  zu  erstatten.  Der  ESTV sind  keine  Verfahrenskosten 
aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). Eine (wenn auch nur reduzierte) 
Parteientschädigung  ist  deshalb  nicht  zuzusprechen,  weil  die  Be-
schwerdeführerin  zum  einen  keine  solche  verlangt  hat  und  zum 
anderen im vorliegenden Beschwerdeverfahren ohnehin nicht  durch 
einen Anwalt oder einen anderen berufsmässigen Vertreter vertreten 
ist (Art. 8 und 9 Abs. 1  des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheis-
sen, im Übrigen jedoch abgewiesen. Ziffer 3 des Einspracheentscheids 
vom 22. Juni  2005  betreffend  geschuldeter  Mehrwertsteuer  wird  auf 
Fr. 41'700.65 reduziert.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.-- werden der Beschwerdeführerin 
im Umfang von Fr. 1'100.-- auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin 
geleistete  Kostenvorschuss von Fr. 2'000.--  wird  ihr  nach Eintritt  der 
Rechtskraft dieses Urteils im Umfang von Fr. 900.-- zurückerstattet.

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung ist auf die nächste Seite zu verweisen.

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Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Stadelmann Keita Mutombo

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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