# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 819d9b2b-82b0-5ad6-8fda-bfb004c218a4
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 04.10.2016 470 16 187
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-16-187_2016-10-04.pdf

## Full Text

Seite 1  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

 

Beschluss des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

4. Oktober 2016 (470 16 187) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafprozessrecht 

 

 

Nichtanhandnahme des Verfahrens 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Markus Mattle (Ref.), Richterin 

Susanne Afheldt; Gerichtsschreiberin i.V. Flora Reber 

 

Parteien A.____, 

Beschwerdeführerin 1 

 

B.____, 

Beschwerdeführerin 2 

  

gegen 

 

 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabtei-

lung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  

Beschwerdegegnerin 

 

C.____, 

Beschuldigter 

 

 

Gegenstand Nichtanhandnahme des Verfahrens 

Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsan-

waltschaft Basel-Landschaft vom 27. Juli 2016 

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A. Mit Schreiben vom 7. September 2012 beantragte der Leiter des Alters- und Pflege-

heims D.____, E.____, bei der Vormundschaftsbehörde der Gemeinde X.____ (neu: Kindes- 

und Erwachsenenschutzbehörde [KESB] K.____) die Errichtung einer Beistandschaft für die 

Heimbewohnerin F.____, weil deren Interessen durch ihre Töchter nicht wahrgenommen wür-

den. Mit Beschluss vom 20. November 2012 folgte die Vormundschaftsbehörde der Gemeinde 

X.____ dem Antrag von E.____ und errichtete für F.____ eine kombinierte Beistandschaft ge-

mäss Art. 392 Abs. 1 ZGB und Art. 393 Abs. 2 ZGB, bei welcher C.____ als Beistand eingesetzt 

wurde. Allfällige vorhandene Vollmachten für F.____ wurden mit diesem Beschluss widerrufen. 

Gegen die Errichtung der Beistandschaft erhob die Tochter von F.____, G.____, Beschwerde, 

welche mit Verfügung des Kantonsgerichtspräsidiums Basel-Landschaft, Abteilung Verfas-

sungs- und Verwaltungsrecht, vom 5. März 2013 zufolge Nichtleistung des Kostenvorschusses 

als gegenstandslos abgeschrieben wurde.  

 

B. Am 5. April 2014 verstarb F.____. In der Folge reichte C.____ den Schlussbericht und 

die Schlussrechnung bei der KESB K.____ ein. Diese genehmigte sowohl den Bericht wie auch 

die Rechnung mit Entscheid vom 28. Mai 2014 und entliess C.____ aus seinem Amt als Bei-

stand für F.____. Gleichzeitig wurden dem Nachlass von F.____ die Verfahrenskosten der 

KESB K.____ auferlegt. Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft. 

 

C. Mit Schreiben vom 13. Mai 2016 erstatteten A.____ und B.____ Strafanzeige gegen 

den Geschäftsleiter des Alters- und Pflegeheims D.____, E.____, wegen ungetreuer Ge-

schäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 2 StGB sowie gegen C.____ wegen ungetreuer Ge-

schäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 2 StGB sowie Veruntreuung als Beistand gemäss Art. 138 

StGB, begangen vom 20. November 2012 bis zum 5. April 2014 zu Lasten des Vermögens von 

F.____. 

 

D. Mit Verfügung vom 27. Juli 2016 beschloss die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, 

die beiden separat zu behandelnden Verfahren in Anwendung von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO 

nicht an Hand zu nehmen. Auf die Begründung der hier relevanten Verfügung sowie der nach-

folgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des 

vorliegenden Beschlusses eingegangen.  

 

E. Gegen die Nichtanhandnahmeverfügung vom 27. Juli 2016 erhoben A.____ (nachfol-

gend: Beschwerdeführerin 1) und B.____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin 2) mit Eingabe 

vom 5. August 2016 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, 

und beantragten sinngemäss, es sei die Nichtanhandnahmeverfügung aufzuheben und die 

Staatsanwaltschaft anzuweisen, das Strafverfahren gegen den Beschuldigten an die Hand zu 

nehmen.  

 

F. Demgegenüber begehrte die Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme vom 

29. August 2016 – unter Verweis auf die Begründung in der angefochtenen Verfügung – die 

Abweisung der Beschwerde unter o/e Kostenfolge.  

 

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G. Mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

6. September 2016 wurde festgestellt, dass C.____ (nachfolgend: Beschuldigter) innert Frist 

keine Stellungnahme eingereicht hatte.  

 

Erwägungen 

 

1.1 Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als 

Beschwerdeinstanz zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus Art. 20 Abs. 1 

lit. b und Abs. 2 StPO, wonach die Befugnisse der Beschwerdeinstanz dem Berufungsgericht 

übertragen werden können und die Beschwerdeinstanz Beschwerden gegen Verfahrenshand-

lungen und gegen nicht der Berufung unterliegende Entscheide der Polizei, der Staatsanwalt-

schaft und der Übertretungsstrafbehörden beurteilt, sowie aus § 15 Abs. 2 EG StPO. Nach 

Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO ist die Beschwerde zulässig gegen die Verfügungen und die Verfah-

renshandlungen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Übertretungsstrafbehörden. Gemäss 

Abs. 2 von Art. 393 StPO können mit der Beschwerde gerügt werden: Rechtsverletzungen, ein-

schliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und Rechts-

verzögerung (lit. a); die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhaltes (lit. b); 

sowie Unangemessenheit (lit. c). Nach Art. 310 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 322 Abs. 2 

StPO sowie Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete 

Entscheide innert zehn Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzu-

reichen. Die Legitimation zur Ergreifung des Rechtsmittels schliesslich wird in Art. 310 Abs. 2 

StPO in Verbindung mit Art. 322 Abs. 2 StPO sowie Art. 382 Abs. 1 StPO normiert. 

 

1.2 Zur Ergreifung der Beschwerde ist gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO jede Partei berechtigt, 

die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat. 

Der Parteibegriff ist dabei umfassend im Sinne von Art. 104 und 105 StPO zu verstehen. Wäh-

rend Art. 104 StPO die möglichen Parteien des Strafverfahrens abschliessend bezeichnet, listet 

Art. 105 StPO weitere Verfahrensbeteiligte auf, die im Verfahren eine Rolle spielen, ohne dass 

ihnen Parteistellung zukommen würde. Zu den anderen Verfahrensbeteiligten gehört gemäss 

Art. 105 Abs. 1 lit. b StPO unter anderem die Person, die Anzeige erstattet. Eine Strafanzeige 

kann von jedermann erstattet werden und dient dazu, die Behörden über das Bestehen eines 

bestimmten Sachverhalts zu informieren. Dem Anzeigeerstatter stehen jedoch – abgesehen 

vom beschränkten Anspruch auf Information über die Einleitung und die Erledigung des Straf-

verfahrens (Art. 301 Abs. 2 StPO) – keine weiteren Verfahrensrechte zu (Art. 301 Abs. 3 StPO). 

Insbesondere ist er nicht berechtigt, Nichtanhandnahmeverfügungen der Staatsanwaltschaft 

mittels Beschwerde bei der kantonalen Beschwerdeinstanz anzufechten, sofern er nicht ge-

schädigt ist und folglich auch nicht als Privatkläger am Strafverfahren teilnehmen kann (BGer 

6B_299/2013 vom 26. August 2013 E. 1.1; BGer 1B_200/2011 vom 15. Juni 2011 E. 2.2; 

HENRIETTE KÜFFER, in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 

2. Auflage, Basel 2014, N 1, 11 ff. zu Art. 105 StPO). Geschädigter ist, wer durch die Straftat in 

seinen Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). Der Geschädigte muss 

mit anderen Worten Träger des Rechtsgutes sein, das durch die fragliche Strafbestimmung vor 

Verletzung oder Gefährdung geschützt werden soll. Gemäss Art. 118 Abs. 1 StPO kann sich 

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https://swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/315c575f-b12a-4355-a1ad-3474409d0494/80cb5ad1-0fe5-485f-9c91-9619bc962633?source=document-link&SP=6|wr0qjy
https://swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/f06152f1-fa34-4ef7-b39e-a10613dc3661?citationId=f4f4cc38-22a5-422d-a0af-7dac7c36eb79&source=document-link&SP=6|wr0qjy
https://swisslex.ch/Doc/ShowDocComingFromCitation/b93e7dfc-5a3c-49a1-b968-6e048f6ad7b3?citationId=8216f1bb-0623-456b-ba3c-ae212d0d3706&source=document-link&SP=6|wr0qjy

 
 
 

 
 
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eine geschädigte Person als Privatkläger am Strafverfahren beteiligen, wenn sie dies ausdrück-

lich im Verlaufe des Vorverfahrens gegenüber einer Strafverfolgungsbehörde erklärt. Als Privat-

kläger gehört die Person zu den Parteien des Verfahrens, womit ihr jegliche Verfahrensrechte 

zustehen (Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO). Im Zusammenhang mit Strafnormen, die nicht primär 

Individualrechtsgüter schützen, gelten praxisgemäss nur diejenigen Personen als Geschädigte, 

die durch die darin umschriebenen Tatbestände in ihren Rechten beeinträchtigt werden, sofern 

diese Beeinträchtigung unmittelbare Folge der tatbestandsmässigen Handlung ist. Werden 

durch Delikte, die (nur) öffentliche Interessen verletzen, auch private Interessen mittelbar beein-

trächtigt, so ist der Betroffene nicht Geschädigter im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO (BGE 138 

IV 258 E. 2.3). Wird ein Verfahrensbeteiligter in seinen Rechten unmittelbar betroffen, so stehen 

ihm die zur Wahrung seiner Interessen erforderlichen Verfahrensrechte einer Partei zu (Art. 105 

Abs. 2 StPO; BGer 1B_10/2012 vom 29. März 2012 E. 3). Ein bloss mittelbares oder faktisches 

Betroffensein genügt für die Einräumung von Parteirechten nicht (NIKLAUS SCHMID, Praxiskom-

mentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, Zürich / St. Gallen 2013, N 10 zu 

Art. 105 StPO).  

 

1.3 Die Beschwerdeführerinnen 1 und 2 haben am 13. Mai 2016 gemeinsam eine Strafan-

zeige gegen den Beschuldigten wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 StGB 

sowie Veruntreuung als Beistand gemäss Art. 138 StGB eingereicht. Als Anzeigestellerinnen 

gehören sie gemäss Art. 105 Abs. 1 lit. b StPO zu den anderen Verfahrensbeteiligten, denen 

nur dann die erforderlichen Verfahrensrechte zustehen, wenn sie durch die angezeigte Straftat 

in ihren Rechten unmittelbar betroffen sind (Art. 105 Abs. 2 StPO). Sowohl der Straftatbestand 

der ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 StGB als auch der Tatbestand der Ver-

untreuung gemäss Art. 138 StGB schützen den Wert des Vermögens als Summe der rechtlich 

geschützten wirtschaftlichen Güter (GORAN MAZZUCCHELLI / MARIO POSTIZZI, in: Basler Kom-

mentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 56 zu Art. 115 

StPO). Geschädigter bei der Verletzung der vorgenannten Straftatbestände kann folglich nur 

sein, wer Inhaber des geschädigten Vermögens ist.  

 

1.4 Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin 1 – als Tochter der verstorbenen F.____ 

und somit als Angehörige der Erbengemeinschaft F.____ – als geschädigte Person gemäss 

Art. 115 Abs. 1 StPO zu betrachten ist, die zum Ergreifen der zur Wahrung ihrer Interessen er-

forderlichen Rechtsmittel legitimiert ist. Auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 ist somit 

einzutreten. Nicht ersichtlich ist hingegen, inwiefern die Beschwerdeführerin 2 durch die ange-

zeigten Straftaten geschädigt worden sein soll. Weder aus der Strafanzeige noch aus der Be-

schwerdeschrift geht hervor, in welchem Verhältnis die Beschwerdeführerin 2 zur Beschwerde-

führerin 1 bzw. zur Verstorbenen steht. In einem der Beschwerdeschrift beigelegten Schreiben 

von G.____ für die Erbengemeinschaft F.____ an die H.____AG vom 13. September 2014 (Bei-

lage 26) wird die Beschwerdeführerin 2 als Zeugin für die im Schreiben wiedergegebene münd-

liche Schuldanerkennung von I.____ vom 1. September 2014 um 13:30 Uhr in der Liegenschaft 

Nr. 17 an der Y.____strasse in X.____ angegeben. Ob indes eine engere Verbindung zwischen 

der Beschwerdeführerin 2 und dem durch die Straftatbestände geschützten Rechtsgut vorliegt, 

ergibt sich weder aus den Unterlagen, noch wird es durch die Beschwerdeführerinnen darge-

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legt. Gestützt auf die der Rechtsmittelinstanz zugrunde liegenden Informationen ist deshalb 

davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 2 in diesem Verfahren als Drittperson teilge-

nommen hat, welcher nicht die Eigenschaft als Trägerin des durch Art. 158 StGB und Art. 138 

StGB geschützten Rechtsgutes zukommt. Folglich ist ihr die Geschädigtenstellung im Sinne von 

Art. 115 Abs. 1 StPO vorliegend abzusprechen, weshalb auf ihre Vorbringen nicht einzutreten 

ist. Nachdem aber die angefochtene Nichtanhandnahmeverfügung ein taugliches Anfechtungs-

objekt darstellt, die Beschwerdeführerin 1 beschwerdelegitimiert ist, eine zulässige Rüge erhebt 

sowie die Rechtsmittelfrist gewahrt hat und der Begründungspflicht nachgekommen ist, ist un-

geachtet der fehlenden Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführerin 2 auf die Beschwerde 

einzutreten. 

 

2.1 Die Staatsanwaltschaft hat die angefochtene Verfügung mit Verweis auf die von den 

Beschwerdeführerinnen eingereichten, umfangreichen Unterlagen und nach Darstellung des 

Sachverhaltes im Wesentlichen damit begründet, dass der Beschuldigte pflichtgemäss gehan-

delt und sämtliche Handlungen mit der KESB K.____ abgesprochen habe oder durch ein Ge-

richtsurteil dazu ermächtigt gewesen sei. Aus dem Sachverhalt sei klar ersichtlich, dass weder 

der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung noch derjenige der Veruntreuung erfüllt 

sei.  

 

2.2 Demgegenüber ist die Beschwerdeführerin 1 im Wesentlichen der Ansicht, der Be-

schuldigte habe in seiner Funktion als Beistand anmassend gehandelt und die Existenz der 

Familie J.____ vernichtet. Durch die Beistandschaft sei die sich im Haus von F.____ im Aufbau 

befindende Herberge der Tochter G.____ zerstört worden. Der Beistand habe nicht zur Aufga-

be, über den Nachlass der verbeiständeten Person nach eigenem Ermessen zu verfügen. Die 

Absicht, ein Gut zu verkaufen und Massnahmen einzuleiten, um sich und Dritte auf Kosten ei-

ner verbeiständeten Person zu begünstigen – wie dies vorliegend geschehen sei – müsse als 

korrupt bezeichnet werden. Bei allen Handlungen des Beistandes sei es nie um das Wohl von 

F.____ gegangen.  

 

3.1  Gemäss Art. 310 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme 

eines Strafverfahrens, sobald auf Grund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, 

dass die fraglichen Straftatbestände oder Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind 

(lit. a), Verfahrenshindernisse bestehen (lit. b) oder aus den in Art. 8 StPO genannten Gründen 

auf eine Strafverfolgung zu verzichten ist (lit. c). Da dieser Bestimmung zwingender Charakter 

zukommt, muss die Staatsanwaltschaft bei Vorliegen der in Art. 310 Abs. 1 StPO genannten 

Gründe eine Nichtanhandnahmeverfügung erlassen (ESTHER OMLIN, in: Basler Kommentar zur 

Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 8 zu Art. 310 StPO). Mit dem 

sofortigen Entscheid, kein Untersuchungsverfahren durchzuführen, soll verhindert werden, dass 

Personen durch grundlose Anzeigen oder Ermittlungen Nachteile erleiden und nutzlose Umtrie-

be anfallen. Weil eine Nichtanhandnahmeverfügung nur dann erlassen wird, wenn keine Unter-

suchungshandlungen vorgenommen werden (Art. 309 Abs. 4 StPO), muss es sich folglich um 

sachverhaltsmässig und rechtlich klare Fälle handeln, wobei sich dies allein aus den Akten zu 

ergeben hat. Eine Nichtanhandnahme wegen Fehlens eines Straftatbestands oder fehlender 

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Prozessvoraussetzungen darf somit nur dann verfügt werden, wenn mit Sicherheit feststeht, 

dass der zu beurteilende Sachverhalt unter keinen Straftatbestand fällt oder gar nicht verfolgbar 

ist (OMLIN, a.a.O., N 8 f. zu Art. 310 StPO; NATHAN LANDSHUT/ THOMAS BOSSHARD, in: Zürcher 

Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, Zürich 2014, N 1 ff. zu 

Art. 310 StPO). 

 

3.2 Zu prüfen ist vorliegend, ob die Staatsanwaltschaft aufgrund der Akten zu Recht davon 

ausgegangen ist, dass die Straftatbestände der Veruntreuung und der ungetreuen Geschäfts-

besorgung eindeutig nicht erfüllt sind. In Anwendung von Art. 138 Ziff. 1 StGB wird mit Frei-

heitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer sich eine ihm anvertraute fremde 

bewegliche Sache aneignet, um sich oder einen anderen damit unrechtmässig zu bereichern 

(al. 1), oder wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in seinem oder eines anderen 

Nutzen verwendet (al. 2). Die tatbestandsmässige Handlung besteht bei der Veruntreuung von 

Vermögenswerten in einem Verhalten, durch welches der Täter eindeutig seinen Willen bekun-

det, den obligatorischen Anspruch des Treugebers zu vereiteln. Praxisgemäss gilt als anver-

traut, was jemand mit der Verpflichtung empfängt, es in bestimmter Weise im Interesse des 

Treugebers zu verwenden. Dabei genügt es, dass der Täter ohne Mitwirkung des Treugebers 

über die Werte verfügen kann. Ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Treugeber und 

Treuhänder muss nicht bestehen. Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz und ein Handeln 

in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht. Nach der Rechtsprechung bereichert sich bei der 

Veruntreuung von Vermögenswerten unrechtmässig, wer die Vermögenswerte, die er dem Be-

rechtigten jederzeit zur Verfügung zu halten hat, in seinem Nutzen verwendet, ohne fähig und 

gewillt zu sein, sie jederzeit sofort zu ersetzen (BGE 133 IV 21 [27] E. 6.1 f., mit Hinweisen).  

 

Gemäss Art. 158 Ziff. 2 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, 

wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, die ihm durch das Ge-

setz, einen behördlichen Auftrag oder ein Rechtsgeschäft eingeräumte Ermächtigung, jeman-

den zu vertreten, missbraucht und dadurch den Vertretenen am Vermögen schädigt. Das spezi-

fische Unrecht des dabei umschriebenen Verhaltens besteht darin, dass der Täter die ihm ein-

geräumte Befugnis, für einen anderen rechtswirksam zu handeln, dazu benutzt, um sich auf 

dessen Kosten zu bereichern. Dies setzt zunächst eine dem Täter durch das Gesetz, einen be-

hördlichen Auftrag oder ein Rechtsgeschäft eingeräumte entsprechende Rechtsmacht voraus 

(GÜNTER STRATENWERTH / GUIDO JENNY / FELIX BOMMER, Schweizerisches Strafrecht, Besonde-

rer Teil I, 7. Auflage, Bern 2010, Rz. 21 ff. zu § 19). Dabei muss der Täter nicht zwingend über 

wesentliche Vermögensbestandteile selbständig verfügen dürfen. Es reicht bereits aus, wenn er 

zur Vertretung eines anderen in einem einzigen Rechtsgeschäft berechtigt ist (MARCEL 

ALEXANDER NIGGLI, in: Basler Kommentar zum Schweizerischen Strafrecht II, 3. Auflage, Basel 

2013, N 142 ff. zu Art. 158 StGB). Als Folge seines pflichtwidrigen Verhaltens muss der Täter 

schliesslich vorsätzlich und mit der Absicht, sich oder einen anderen zu bereichern, eine Ver-

mögensschädigung des Vertretenen bewirken (STRATENWERTH / JENNY / BOMMER, a.a.O., N 24 

zu Art. 158 StGB i.V.m. N 15 ff. zu Art. 158 StGB). 

 

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3.3 Der Beschuldigte ist von der Vormundschaftsbehörde X.____ mit Beschluss vom 

20. November 2012 als Beistand für F.____ gemäss Art. 392 Abs. 1 ZGB und Art. 393 Abs. 2 

ZGB eingesetzt worden. In dieser Funktion ist er unter anderem dazu verpflichtet gewesen, bei 

der Feststellung der Vermögensverhältnisse mitzuwirken, die Vertretung bei der Regelung der 

finanziellen und administrativen Angelegenheiten wahrzunehmen sowie das Einkommen und 

allfällige Vermögen von F.____ zu verwalten. Bei der Erfüllung seiner Aufgaben hat der Be-

schuldigte festgestellt, dass seine Mandantin über wenig liquide Mittel verfügt. Er hat deshalb 

mit Schreiben vom 3. Mai 2013 die Zustimmung der KESB K.____ zur Umwandlung der variab-

len Hypothek von CHF 20‘000.-- mit dem Erhöhungsbetrag von CHF 100‘000.-- per 31. Mai 

2013 in eine 3-Monats-Libor-Hypothek zu Gunsten der Liegenschaft von F.____ an der 

Y.____strasse 17 in X.____ beantragt. Diesem Begehren hat die KESB K.____ mit Entscheid 

vom 16. Mai 2013 zugestimmt. Zur weiteren Liquiditätsbeschaffung hat der Beschuldigte in Ab-

sprache mit der KESB K.____ den Verkauf der Liegenschaft von F.____ an der 

Y.____strasse 17 in X.____ per Ende 2014 geplant. Aus diesem Grund hat dieser der Tochter 

G.____ im Namen seiner Mandantin die Gebrauchsleihe an der Y.____strasse 17 per 

31. August 2013 gekündigt. Der Aufforderung, die Liegenschaft bis zum 2. September 2013 

unter Mitnahme sämtlicher ihr gehörender Gegenstände zu verlassen, ist G.____ nicht nachge-

kommen. In der Folge ist diese durch Verfügung der Zivil- und Verwaltungsvollzugsbehörde 

Basel-Landschaft vom 7. Januar 2014 aufgefordert worden, ihre Gegenstände in der besagten 

Liegenschaft abzuholen. Nach dem Tod von F.____ hat der Beschuldigte einen Schlussbericht 

und eine Schlussrechnung verfasst, welche durch die KESB K.____ mit Entscheid vom 28. Mai 

2014 genehmigt worden sind. Wie sich aus den eingereichten Unterlagen und den geschilder-

ten Sachverhaltsmomenten ergibt, sind erstens sämtliche Handlungen des Beistands mit der 

KESB K.____ abgesprochen bzw. durch diese genehmigt worden, und zweitens ist über alle 

Vorhaben Rechenschaft abgelegt worden. Die Vorwürfe bezüglich der Verletzung der dem Be-

schuldigten zukommenden Treuepflicht sind demnach als haltlos zu bezeichnen. Weder aus 

dem Sachverhalt noch aus der Beschwerdeschrift der Beschwerdeführerin 1 erhärtet sich der 

angezeigte Verdacht der ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 2 StGB oder 

der Veruntreuung gemäss Art. 138 StGB. Dasselbe gilt für eine allfällige ungetreue Geschäfts-

besorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 StGB. Gestützt auf diese Erwägungen hat die Staatsanwalt-

schaft das Verfahren gegen den Beschuldigten zu Recht nicht an Hand genommen, weshalb 

die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf eingetreten werden kann.  

 

4. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelver-

fahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Ausgangsgemäss gehen die or-

dentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von total CHF 550.-- (bestehend aus einer Ge-

richtsgebühr von CHF 500.-- und Auslagen von pauschal CHF 50.--) in solidarischer Verbin-

dung zulasten der unterliegenden Beschwerdeführerinnen (vgl. § 13 Abs. 1 GebT). 

 

 

 

 

 

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Demnach wird erkannt: 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

 2. Die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von total 

CHF 550.-- (bestehend aus einer Gerichtsgebühr von CHF 500.-- 

sowie Auslagen von pauschal CHF 50.--) gehen in solidarischer Ver-

bindung zulasten der Beschwerdeführerinnen. 

 

 3. Die bereits erbrachte Sicherheitsleistung im Betrag von CHF 300.-- 

wird an die ordentlichen Kosten angerechnet. 

 

 

Präsident 

 

 

 

Dieter Eglin 

Gerichtsschreiberin i.V. 

 

 

 

Flora Reber  

 

 

 

 

 

 

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