# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bb7ef723-7db1-5603-8bc5-cda346ec3d74
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.05.2017 200 2017 200
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-200_2017-05-24.pdf

## Full Text

200 17 200 IV
KOJ/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 24. Mai 2017

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________, 
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 24. Januar 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der … geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerde-
führer), Vater eines 1995 geborenen Sohnes, seit 2000 bis zur Kündigung 
der Arbeitsstelle per 31. März 2016 im Umfang eines 20%-Pensums als ... 
im ... der D.________ erwerbstätig, meldete sich im November 2008 unter 
Hinweis auf ein psychisches und urologisches Leiden bei der Eidgenössi-
schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug in Form von berufli-
chen Massnahmen an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin], [act. II], 2; 83; 129 S. 2). Nachdem die IVB diverse 
Berichte behandelnder Ärzte eingeholt hatte, verneinte sie mit Verfügung 
vom 22. Oktober 2009 (act. II 32) einen Anspruch auf berufliche Massnah-
men. 

Am 20. Dezember 2010 (act. II 33) reichte der Versicherte ein Gesuch „um 
Wiedererwägung von beruflichen Massnahmen/Rente“ ein, woraufhin die 
IVB den Versicherten bei Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie, begutachten liess (Expertise vom 17. November 2011 
[act. II 44.1]) und bei ihrem Abklärungsdienst einen Abklärungsbericht 
Haushalt (act. II 48 S. 2 ff.) einholte. Mit Verfügung vom 19. April 2012 (act. 
II 52) verneinte die IVB bei einem nach Massgabe der gemischten Methode 
(Erwerb: 20%; Haushalt: 80%) ermittelten Invaliditätsgrad von 7% einen 
Rentenanspruch. Ein in der Folge durchgeführter Arbeitsversuch mit dem 
Ziel, die Möglichkeit einer Steigerung des Arbeitspensums auf über 20% zu 
prüfen (act. II 61 S. 1), scheiterte (Verfügung vom 24. März 2014 [act. II 
72]). 

B.

Am 30. Juni 2014 (act. II 75) reichten die psychiatrischen Dienste 
F.________ bei der IVB ein vom Versicherten mitunterzeichnetes „Wieder-
erwägungsgesuch für berufliche Eingliederungsmassnahmen“ ein. Am 
22. Juli 2014 (act. II 79) meldete sich der Versicherte bei der IVB unter 

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Hinweis auf Rückenbeschwerden, eine Gefühllosigkeit in den Oberschen-
keln sowie eine psychische Erkrankung zum Leistungsbezug an. Nachdem 
die IVB diverse Berichte behandelnder Ärzte eingeholt hatte, liess sie den 
Versicherten bei Dr. med. E.________ psychiatrisch begutachten. Dieser 
wies in seiner Expertise vom 23. April 2015 (act. II 108.1) darauf hin, dass 
allfällige somatische und vor allem neurologisch bedingte Einschränkungen 
der Arbeitsfähigkeit aus somatischer bzw. neurologischer Sicht zu beurtei-
len seien (S. 27), woraufhin die IVB bei Dr. med. G.________, Fachärztin 
für Neurologie, ein neurologisches und auf deren Ersuchen hin (vgl. act. II 
116) bei lic. phil. H.________, Neuropsychologe FSP, ein 
neuropsychologisches Gutachten in Auftrag gab (neuropsychologische und 
neurologische Expertise vom 26. respektive 27. April 2016 [act. II 122.1; 
123.1]). Nachdem die IVB bei Dr. med. I.________, Fachärztin für Psychia-
trie und Psychotherapie sowie für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst 
(RAD), einen ärztlichen Bericht eingeholt hatte (act. II 130), erteilte sie dem 
Versicherten am 21. September 2016 (act. II 134) Kostengutsprache für ein 
Belastbarkeitstraining. Zudem liess sie durch ihren Abklärungsdienst einen 
Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb erstellen (act. II 141 S. 2 ff.). Mit Vor-
bescheid vom 31. Oktober 2016 (act. II 142) stellte die IVB dem Versicher-
ten bei einem nach Massgabe der gemischten Methode (Erwerb: 80%; 
Haushalt: 20%) ermittelten Invaliditätsgrad von 32% die Ablehnung eines 
Rentenanspruchs in Aussicht. Dagegen erhoben die psychiatrischen Diens-
te F.________ und der Versicherte Einwand (act. II 151 f.), woraufhin die 
IVB bei Dr. med. I.________ (RAD) eine Stellungnahme einholte (act. II 
156). Mit Mitteilung vom 17. Januar 2017 (act. II 158) schloss die IVB die 
berufliche Eingliederung ab und entschied mit Verfügung vom 24. Januar 
2017 (act. II 159) hinsichtlich der Invalidenrente im Sinne des Vorbe-
scheids. 

C.

Gegen die Verfügung vom 24. Januar 2017 liess der Versicherte, vertreten 
durch B.________, Rechtsanwalt C.________, mit Eingabe vom 23. Fe-
bruar 2017 Beschwerde erheben. Er stellt die folgenden Rechtsbegehren: 

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1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 24. Januar 2017 sei aufzu-
heben. 

2. Dem Beschwerdeführer sei eine Invalidenrente zuzusprechen.

3. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilli-
gen und er sei von allfälligen Vorschuss- und Sicherheitsleistungen zu be-
freien. Zudem sei ihm die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch den 
Unterzeichnenden zu gewähren.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen 
Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin.

In der Begründung lässt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vorbrin-
gen, das psychiatrische, neurologische und neuropsychologische Gutach-
ten seien voneinander unabhängig erstellt worden und es fehle eine 
Gesamtbetrachtung bzw. ein Konsensgespräch (S. 5, Ziffer 4). Zudem sei 
gestützt auf den Bericht von med. pract. J.________ vom 10. Februar 2017 
(Akten des Beschwerdeführers [act. I] 3) der Einfluss der Persönlichkeitss-
törung höher zu gewichten als im psychiatrischen Gutachten von Dr. med. 
E.________ (S. 6). Mit Bezug auf den hypothetischen Status als Gesunder 
sei der Beschwerdeführer sodann als voll Erwerbstätiger einzustufen (S. 7 
f., Ziffer 6). 

Mit Beschwerdeantwort vom 22. März 2017 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. In der Begründung macht sie gel-
tend, es bleibe unklar, über welche Fachrichtung med. pract. J.________ 
verfüge, weshalb sie „weiterhin auf die fachärztlichen RAD-
Stellungnahmen“ verweise. 

Mit Schreiben vom 27. März 2017 zog der Beschwerdeführer das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege zurück. Mit prozessleitender Verfügung 
vom 28. März 2017 schrieb der Instruktionsrichter das entsprechende Ge-
such als erledigt vom Geschäftsverzeichnis ab. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 24. Januar 2017 (act. 
II 159). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 6

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

2.3

2.3.1 Tritt die Verwaltung auf eine Neuanmeldung ein, so hat sie die 
Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi-
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades 
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei 
einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV 
Nr. 2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der 
früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so 
weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prü-
fen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbe-
gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im 
Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge-
richt (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 7

2.3.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist u.a. bei einer 
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Ein Re-
visionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine 
andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine 
Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 
10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349).

2.3.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Massgebende Vergleichszeitpunkte bilden die Verfügung 
vom 19. April 2012 (act. II 52) – mit der ein Rentenanspruch bei einem In-
validitätsgrad von 7% verneint wurde – und die nunmehr angefochtene 
Verfügung vom 24. Januar 2017 (vgl. E. 2.3.3 vorne). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 8

3.2 Bei Erlass der Verfügung vom 19. April 2012 präsentierte sich die 
medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt: 

3.2.1 Im ärztlichen Bericht des RAD vom 24. Mai 2011 (act. II 40) wur-
den als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit Anhaltspunkte 
für eine Persönlichkeitsstörung sowie eine Somatisierungsstörung, ana-
mnestisch eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) 
sowie psychosoziale Belastungen (Trennung, finanzielle Probleme) 
festgehalten (S. 4). Für die Erstellung eines Zumutbarkeitsprofils sei ein 
psychiatrisches Gutachten zu erstellen (S. 5).

3.2.2 Im Gutachten vom 17. November 2011 (act. II 44.1) stellte Dr. 
med. E.________ die folgenden psychiatrischen Diagnosen (S. 24 f.): 

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
• Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0), bestehend seit 2010
• Ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6), 

bestehend seit der Adoleszenz
• Aktenanamnestisch ADHS (ICD-10 F90.0) seit der Kindheit

o Klinisch leichte Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdefizi-
te

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
• Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0), bestehend seit mindestens 2008
• Auf Grund laborchemischer Hinweise Verdacht auf schädlichen Gebrauch 

von Alkohol (ICD-10 F10.1)

Aus psychiatrischer Sicht bestehe aktuell eine Einschränkung der Leis-
tungsfähigkeit von 20% sowohl in der bisherigen als auch in einer ange-
passten Tätigkeit bei einem Arbeitspensum von 6-7 Stunden pro Tag (S. 34 
und 36). 

3.3 Für den Zeitraum zwischen Erlass der Verfügung vom 19. April 
2012 und der hier angefochtenen Verfügung vom 24. Januar 2017 präsen-
tiert sich die Aktenlage im Wesentlichen wie folgt: 

3.3.1 Vom 17. März bis 20. Juni 2014 war der Beschwerdeführer in den 
psychiatrischen Dienste F.________ in teilstationärer Behandlung (act. II 
78 S. 1). Mit Bericht vom 27. Juni 2014 (act. II 86 S. 2 ff.) wurden als Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein einfaches ADHS (ICD-

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10 F90.0), bestehend seit der Kindheit, eine seit der Jugend bzw. dem jun-
gen Erwachsenenalter bestehende rezidivierende depressive Störung so-
wie eine seit der Jugend bestehende schizotype Persönlichkeitss-
törung/schizotype Störung (ICD-10 F21) festgehalten (S. 2). Die bisherige 
Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar; der Beschwerdeführer sei in einem ge-
schützten Rahmen zu integrieren (S. 5). 

3.3.2 Wegen einer unklaren linksbetonten Tetraspastik und einem spas-
tischen Gangbild wurde der Beschwerdeführer durch Dr. med. K.________, 
Facharzt für Neurologie, dem Spital L.________ zugewiesen , wo er vom 3. 
bis 9. September 2014 hospitalisiert war. Im entsprechenden Austrittsbe-
richt vom 24. September 2014 (act. II 91 S. 8 ff.) wurden im Wesentlichen 
eine Myelopathie mit Befall der Pyramidenbahnen und der Hinterstränge 
unklarer Ätiologie sowie eine rezidivierende depressive Störung mit schizo-
typer Persönlichkeitsstörung diagnostiziert (S. 8). 

3.3.3 Dr. med. M.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie (psychiatrische Dienste F.________), hielt im Bericht vom 19. Dezem-
ber 2014 (act. II 103 S. 2 ff.) als Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine hereditäre spastische Paraplegie und rezidivierende 
schwere organische Depressionen (ICD-10 F06.3) fest. Mit der Diagnose 
einer hereditären spastischen Spinalparalyse sei klar, dass die aufgetrete-
nen kognitiven Beschwerden neurologisch-organisch bedingt seien und 
sicherlich beim Beschwerdeführer kein ADHS vorliege. Auch die Persön-
lichkeitsstörung sei als Diagnose gestrichen worden. Die Depression sei 
weiterhin vorhanden i.S. einer Anpassungsleistung an eine chronisch pro-
grediente Erbkrankheit aus dem neurologischen Formenkreis einerseits 
und einer organisch-bedingten Depression (ICD-10 F06.3) andererseits 
(S. 2). Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Der Beschwerde-
führer benötige einen geschützten Arbeitsplatz mit einem Pensum von ca. 
50% (S. 4).

3.3.4 Im Gutachten vom 23. April 2015 (act. II 108.1) stellte Dr. med. 
E.________ aus psychiatrischer Sicht die folgenden Diagnosen (S. 23): 

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 10

• Rezidivierende depressive Störung, nicht näher bezeichnet, im Sinne 
einer atypischen monopolaren Depression, gegenwärtig mittelgradi-
ge Ausprägung (ICD-10 F33.9), bestehend seit 2010

• Ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6), 
bestehend seit der Adoleszenz

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
• keine

In der Beurteilung hielt Dr. med. E.________ fest, da die depressiven Sym-
ptome seit dem Jahr 2010 kontinuierlich beständen, ohne dass es zu einer 
klaren Remission gekommen wäre, sei nunmehr diagnostisch von einer 
rezidivierenden depressiven Störung, nicht näher bezeichnet, im Sinne 
einer atypischen monopolaren Depression, gegenwärtig mittelgradige Aus-
prägung (ICD-10 F 33.9), auszugehen (S. 24). Eine schwere depressive 
Symptomatik, wie im Bericht der psychiatrischen Dienste F.________ vom 
19. Dezember 2014 festgestellt werde, könne er hingegen weder anamnes-
tisch noch klinisch bestätigen. Weiterhin beständen beim Beschwerdefüh-
rer selbstunsichere Persönlichkeitsanteile im Sinne einer ängstlichen 
(vermeidenden) Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F 60.6). Eine schizotype 
Störung könne er weder anamnestisch noch klinisch bestätigen. Sodann 
überzeuge ihn der Bericht der psychiatrischen Dienste F.________ vom 19. 
Dezember 2014 nicht, erscheine es doch aus psychiatrischer Sicht nicht 
nachvollziehbar, wie die Erkrankung einer spastischen Spinalparalyse, wel-
che erst seit 2014 diagnostiziert worden sei, auf einmal eine bereits seit der 
Adoleszenz bestehende ängstliche und selbstunsichere Persönlich-
keitsproblematik erklären soll. Angesichts der ausgeprägten depressiven 
Symptomatik und der neu festgestellten neurologischen Erkrankung sei die 
Diagnose eines ADHS jedoch nicht mehr zu rechtfertigen (S. 25). Mit der 
Diagnose einer Myelopathie unklarer Ätiologie könnten zudem die vielfälti-
gen somatischen Befunde ausreichend erklärt werden, weshalb die noch 
2011 gestellte Diagnose einer Somatisierungsstörung mittlerweile nicht 
mehr zu stellen sei (S. 26). Die bisherige Tätigkeit sei noch zu sechs Stun-
den pro Tag zumutbar, wobei eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit 
von 30% bestehe (S. 28). Dies gelte auch hinsichtlich leidensadaptierter 
Tätigkeiten (S. 30).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 11

3.3.5 Im neuropsychologischen Gutachten vom 26. April 2016 (act. II 
122.1) stellte lic. phil. H.________ in den Bereichen Aufmerksamkeit sowie 
verbales und nonverbales Gedächtnis im Vergleich mit Gleichaltrigen leich-
te bis mittelschwere kognitive Minderleistungen fest (S. 11). Es sei zwar 
nicht unmöglich, dass diese im Rahmen der neurologischen Diagnose ver-
ursacht worden seien, doch sei es wahrscheinlicher, dass sie im Rahmen 
der bekannten psychiatrischen Probleme entstanden seien. Ätiologisch 
könne die Diagnose eines AD(H)S nicht aufrechterhalten werden (S. 12). 
Die Einschränkungen beständen im Bereich Aktivität/Partizipation: Der Be-
schwerdeführer habe im Altersvergleich mehr Mühe, sich auf eine einzelne 
Aufgabe oder auf mehrere Aufgaben gleichzeitig zu konzentrieren. Mit Be-
zug auf die Ressourcen hielt lic. phil. H.________ fest, alle anderen unter-
suchten Funktionen seien unauffällig gewesen. Vorausgesetzt, der 
Beschwerdeführer könne seine Arbeit ohne Auto verrichten, sei das Ren-
dement aus streng neuropsychologischer Sicht um 40% vermindert (60% 
verbleibend [S. 13]); hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit betrage die 
Einschränkung des Rendements 20% (S. 14), wobei es aus streng neuro-
psychologischer Sicht jeweils keine Hinweise auf eingeschränkte Präsenz-
zeiten gebe (S. 13 f.). Ob über die festgestellten Einschränkungen hinaus 
weitere Schwierigkeiten beständen (z.B. im sozialen Umgang, Anpas-
sungsfähigkeit unter Zeitdruck am Arbeitsplatz), die Ressourcen (aus psy-
chischen oder neurologischen Gründen) nicht voll ausgenützt werden 
könnten oder hinsichtlich der aus neuropsychologischer Sicht angestamm-
ten und angepassten Tätigkeit weitere, die Arbeitsfähigkeit beeinträchti-
gende psychische Einschränkungen vorlägen, sei psychiatrischer- bzw. 
neurologischerseits zu beurteilen und es werde insoweit auf die Gutachten 
der Dres. med. E.________ und G.________ verwiesen (S. 13 f.). 

3.3.6 Im neurologischen Gutachten vom 27. April 2016 (act. II 123.1) 
stellte Dr. med. G.________ die folgenden Diagnosen (S. 18): 

Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

1. V. a. hereditäre spastische Paralyse (ED 2014 [ICD-10 G11.4]) mit/bei 
a. Myelopathie mit Befall der Pyramidenbahnen und der Hintersträn-

ge unklarer Ätiologie
b. klinisch: links- und beinbetonte Tetraspastik mit linksbetonter 

Hyperreflexie
c. Hypästhesie Oberschenkel rechts und Pallhypästhesie UE rechts-

betont

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d. ätiologisch: Familienanamnese möglich positiv für Gangstörungen

2. Aktenanamnestisch rezidivierende depressive Episoden (siehe auch 
psych. Gutachten vom 23. April 2015)

3. Leicht bis mittelschwere kognitive Defizite unklarer Ätiologie, wahrschein-
lich multifaktoriell im Rahmen der Dg 1 und 2

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Seborrhoisches Ekzem im Gesicht (ICD-10 L21)

2. Rezidivierendes lumbo-thorako-vertebrales-Syndrom (ICD-10 M54.80)
a. Haltungsanomalie
b. degenerative Veränderungen
c. muskuläre Dysbalance

3. Senk-/Spreiz-Knickfuss beidseits (ICD-10 M21.61)

4. St. n. Operation wegen Bänderriss am linken Rückfuss 2007

5. St. n. Operation einer Leistenhernie rechts 2008 (ICD-10 K40.3)

6. St. n. Operation einer Hydrozele rechts (ICD-10 N43.3)

7. V. a. Colon irritabile (ICD-10 K58), St. n. Gastroskopie 2006 und Kolono-
skopie 2004

Die klinisch-neurologische Untersuchung habe eine spastische links- und 
beinbetonte Tetraparese mit Anspannungstremor aller Extremitäten ohne 
fassbare Paresen der Bein- und Armmuskulatur mit Sensibilitätsstörung am 
rechten Oberschenkel und einer Pallhypästhesie der unteren Extremitäten 
ergeben. Während des Anamnesegesprächs seien Aufmerksamkeits- und 
Konzentrationsstörungen aufgefallen (S. 20). Aufgrund der nur leicht aus-
geprägten Klinik sei davon auszugehen, dass es sich bei der vorliegenden 
Form der spastischen Spinalparalyse um eine so genannt reine Form hand-
le, trotz dem Vorliegen einer Neuropathie und von kognitiven Störungen. 
Wesentliche Behinderungen und weitere neurologische Symptome wie 
mentale Retardierung, Ataxie, Dysarthrie etc. lägen nicht vor. Die kogniti-
ven Störungen seien leicht bis mittelschwer ausgeprägt mit einem subkorti-
kalen Ausfallmuster. Das Störungsmuster sei unspezifisch und habe eine 
breite Differentialdiagnose. Aufgrund der langjährigen psychiatrischen Vor-
geschichte – ebenfalls mit kognitiven Störungen, die mehrere Jahre vor der 
Diagnose der spastischen Spinalparalyse aufgetreten seien – seien die 
neuropsychologischen Einschränkungen daher besser im Rahmen der 
psychiatrischen Erkrankung erklärbar. Eine Minderung der Leistungsfähig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 13

keit sei vorwiegend durch die kognitiven und psychischen Störungen be-
dingt. Trotz der geklagten Gleichgewichtsstörungen und der klinisch fass-
baren spastischen Tetraparese sei der Beschwerdeführer in seinen körper-
lichen und sportlichen Aktivitäten nicht eingeschränkt. Somit könne aus 
neurologisch-somatischer Sicht für leichte bis mittelschwere körperliche 
Tätigkeiten keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit festgestellt werden. 
Für die Leistungseinschränkungen durch kognitive und psychische Störun-
gen werde auf das Gutachten von lic. phil. H.________ und die psychiatri-
schen Beurteilungen, insbesondere auf das Verlaufsgutachten von Dr. 
med. E.________, verwiesen (S. 21). Aus somatisch-neurologischer Sicht 
sei die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit nicht wesentlich einge-
schränkt und in einem vollen Pensum (8.4 Stunden pro Tag) zumutbar. Es 
bestehe eine leichtgradig eingeschränkte körperliche Belastbarkeit durch 
Gleichgewichtsstörungen. Hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit seien 
angesichts der neurologischen Diagnose langfristig keine schweren körper-
lichen Tätigkeiten, Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sowie Tragen und 
Heben schwerer Lasten, insbesondere auf unebenem Grund, zumutbar. 
Aus rein somatischer Sicht entspreche die jetzige Tätigkeit einer angepass-
ten Tätigkeit (S. 24 f.).

3.3.7 Mit ärztlichem Bericht vom 30. August 2016 (act. II 130) hielt die 
RAD-Ärztin Dr. med. I.________ fest, das psychiatrische Gutachten von Dr. 
med. E.________ weise erhebliche diagnostische Unschärfen auf. So wi-
derspreche er sich bei der Beurteilung und der Prognose. Einerseits könn-
ten keine klaren Remissionen der depressiven Symptomatik bei 
„depressiver Symptomatik kontinuierlich seit dem Jahr 2010“ ausgemacht 
werden, anderseits laute die Diagnose rezidivierende depressive Störung. 
Weiterhin imponiere die Persönlichkeit eher mit ängstlichen Anteilen akzen-
tuiert und nicht verändert wie bei einer Störung. Da sowohl die Persönlich-
keitsakzentuierung in das Berufsleben miteingebracht worden sei und eine 
Progredienz dieser Persönlichkeitszüge nicht nachvollziehbar sei, habe 
diese psychische Befindlichkeitsstörung keine Relevanz für die Arbeits-
fähigkeit. Hieraus resultiere eine lmplausibilität bezüglich der Postulierung 
der quantitativen und qualitativen Elemente des Leistungsvermögens des 
Beschwerdeführers. Letztlich könne hinsichtlich des Leistungsvermögens 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 14

bei gegebener Plausibilität auf die Einschätzungen des Neuropsychologen 
lic. phil. H.________ abgestellt werden (S. 5). 

3.3.8 Vom 10. Oktober 2016 bis 9. Januar 2017 absolvierte der Be-
schwerdeführer in der GEWA ein Belastbarkeitstraining. Im entsprechen-
den Abschlussbericht vom 16. Januar 2017 (act. II 157) wurde 
festgehalten, trotz grossen Bemühungen des Beschwerdeführers habe das 
Pensum nicht auf vier Stunden gesteigert werden können. Die psychosozi-
alen Belastungen und die gesundheitliche Situation hätten im Vordergrund 
gestanden. Mit den Steigerungen sei er gemäss eigenen Angaben in seiner 
Tagesstruktur durcheinander geraten. Er habe sich schwer getan, die priva-
ten Verpflichtungen der Arbeit anzupassen (S. 2). Der negative Rentenent-
scheid sei im Belastbarkeitstraining erschwerend dazu gekommen. Der 
Beschwerdeführer habe mehrmals erwähnt, dass ihm die Arbeit gefalle, er 
sich aber im ersten Arbeitsmarkt nicht sehe. Er habe erzählt, dass seine 
Frau auch gesundheitliche Probleme habe und für sie seine Situation er-
schwerend hinzukomme (S. 3). 

3.3.9 Mit zu Handen des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers ver-
fasstem Bericht vom 10. Februar 2017 (act. I 3) hielt med. pract. 
J.________ die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, ge-
genwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), und einer ängstlich (ver-
meidenden) Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6) fest. Mit Bezug auf die 
Diagnosen sei er mit dem Gutachten von Dr. med. E.________ einverstan-
den. Sehr kritisch zu diskutieren seien jedoch die davon abzuleitenden Be-
urteilungen bezüglich Arbeitsfähigkeit, Prognose und therapeutischer 
Massnahmen (S. 1). Der Einfluss der ängstlichen Persönlichkeitsstörung 
auf die Arbeitsfähigkeit sei deutlich höher zu gewichten als der Einfluss der 
rezidivierenden depressiven Störung. Die mittelgradige depressive Störung 
im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung liege ebenfalls vor 
und schränke die Arbeitsfähigkeit deutlich ein. Es sei sehr zu vermuten, 
dass die Ressourcen des Beschwerdeführers die Depression zu überwin-
den durch die Persönlichkeitsstörung stark eingeschränkt seien und sich 
beide Störungsbilder gegenseitig verstärkten (S. 2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 15

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.4.2 Im Sozialversicherungsverfahren gelten der 
Untersuchungsgrundsatz sowie der Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
(Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Der rechtserhebliche Sachverhalt 
ist von Amtes wegen unter Mitwirkung der Versicherten resp. der Parteien 
zu ermitteln. In diesem Sinne rechtserheblich sind alle Tatsachen, von 
deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 
anders zu entscheiden ist. Der Verzicht auf weitere Abklärungen verletzt 
etwa dann Bundesrecht, wenn der festgestellte Sachverhalt unauflösbare 
Widersprüche enthält oder wenn eine entscheidwesentliche Tatfrage, wie 
namentlich Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit einer versicherten 
Person, auf unvollständiger Beweisgrundlage beantwortet wird (vgl. 
Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 23. Februar 2017, 
8C_344/2016, E. 2.1).

3.4.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 16

3.5 Was zunächst den Revisionsgrund anbelangt (vgl. E. 2.3 vorne), 
so ist zum einen gemäss der in E. 3.3 seit der rentenablehnenden Verfü-
gung vom 19. April 2012 dokumentierten Entwicklung des Gesundheitszu-
standes erstellt, dass mit dem Vorliegen einer Myelopathie unklarer 
Ätiologie bzw. mit Blick auf die der nämlichen Diagnose zugrunde liegen-
den (klinisch und elektrophysiologisch) bestätigten Befunde einer links- und 
beinbetonten Tetraspastik (vgl. act. II 123.1 S. 20) eine Veränderung in den 
tatsächlichen (medizinischen) Verhältnissen eingetreten ist (vgl. E. 2.3.2 
vorne), welche sich zudem auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt (vgl. S. 18). 
Dies ist unbestritten. Zum andern haben sich die familiären Umstände des 
Beschwerdeführers verändert und es wird deshalb der Status neu zu be-
messen sein, welche Änderung im (rechtsrelevanten) Sachverhalt ebenfalls 
einen Revisionsgrund darstellt. Der Rentenanspruch ist demnach umfas-
send und ohne Bindung an die in der Verfügung vom 19. April 2012 getrof-
fenen Feststellungen zu prüfen.

3.6 Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen 
Verfügung vom 24. Januar 2017 (act. II 159) einen Anspruch auf eine 
Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 32%. Für die Berechnung des 
Invaliditätsgrades im (mit 80% gewichteten) erwerblichen Bereich stützte 
sie sich auf die Einschätzung der RAD-Ärztin Dr. med. I.________ im 
ärztlichen Bericht vom 30. August 2016 ab (vgl. act. II 141 S. 11; 130 S. 5), 
welche ihrerseits für die Einschätzung des Leistungsvermögens auf das 
neuropsychologische Gutachten von lic. phil. H.________ vom 26. April 
2016 (act. II 122.1 S. 13 f.) abstellte. 

Wie in E. 3.3.4-3.3.6 dargelegt, wurden vorliegend drei separate Gutachten 
erstellt. 

3.6.1 Das neurologische Gutachten von Dr. med. G.________ vom 
27. April 2016 (act. II 123.1) erfüllt die Voraussetzungen der Rechtspre-
chung an Expertisen (vgl. E. 3.4.3 vorne) und erbringt grundsätzlich vollen 
Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Es stimmt sowohl in be-
fundmässiger wie auch in diagnostischer Hinsicht mit den Einschätzungen 
der behandelnden Neurologen überein (vgl. act. II 91 S. 8 ff.; 99 S. 1-6). 
Weder liegen Berichte im Recht, welche Aspekte aufzeigten respektive 
konkrete Indizien lieferten, die Zweifel an den Einschätzungen von Dr. med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 17

G.________ zu wecken vermöchten (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470) noch 
wird dergleichen seitens des Beschwerdeführers geltend gemacht. Dem-
nach ist die Arbeitsfähigkeit aus rein somatisch-neurologischer Sicht in der 
bisherigen Tätigkeit nicht wesentlich eingeschränkt und in einem vollen 
Pensum (8.4 Stunden pro Tag) zumutbar. Dabei besteht eine leichtgradig 
eingeschränkte körperliche Belastbarkeit durch Gleichgewichtsstörungen. 
Ebenso ist die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit grundsätzlich 
nicht eingeschränkt, sofern es sich nicht um eine körperlich schwere Tätig-
keit handelt, wobei auch Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sowie das Tra-
gen und Heben schwerer Lasten, insbesondere auf unebenem Grund, 
unzumutbar ist. Gemäss Dr. med. G.________ entspricht die angestammte 
Tätigkeit des Beschwerdeführers aus rein somatischer Sicht einer ange-
passten Tätigkeit (act. II 123.1 S. 24 f.). 

3.6.2 Hinsichtlich des neuropsychologischen Gutachtens vom 26. April 
2016 (act. II 122.1), auf welches die Beschwerdegegnerin wie erwähnt (vgl. 
E. 3.6 vorne) entscheidwesentlich abgestellt hat, ist Folgendes festzuhal-
ten: Lic. phil. H.________ hat seine Einschätzung, wonach der Beschwer-
deführer seine angestammte Arbeit im Umfang eines 60%-Pensums 
verrichten kann und mit Bezug auf eine angepasste Tätigkeit die Ein-
schränkung des Rendements 20% beträgt (S. 13 f.), unter ausschliesslich 
fachspezifischem – mithin neuropsychologischem – Blickwinkel vorge-
nommen. Dabei machte er jedoch wiederholt – sowohl bei der Einschät-
zung der kognitiven Einschränkungen hinsichtlich Aktivität/Partizipation, 
aber auch bezüglich der (aus rein neuropsychologischer Sicht nicht einge-
schränkten) Ressourcen und schliesslich auch bei der Einschätzung des 
zumutbaren Rendements in einer angestammten und angepassten Tätig-
keit – deutlich, dass die Einschränkungen letztlich aus neurologischer, na-
mentlich aber aus psychiatrischer Sicht zu beurteilen seien, wobei er auf 
die bereits vorliegenden Gutachten der Dres. med. G.________ und 
E.________ verwies (vgl. S. 13 f.). Damit trug lic. phil. H.________ dem 
Umstand Rechnung, dass es die Neuropsychologie nach derzeitigem Wis-
sensstand nicht vermag, selbstständig die Beurteilung der Genese eines 
Gesundheitsschadens vorzunehmen (BGE 119 V 335, E. 2b/bb S. 341; 
Entscheid des BGer vom 23. Februar 2007, U 196/06, E. 4), was auch im 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 18

Rahmen der Invaliditätsbemessung zu berücksichtigen ist (vgl. Entscheid 
des BGer vom 23. Dezember 2010, 9C_872/2010). 

Zwar erfolgte zwischen lic. phil. H.________ und Dr. med. G.________ 
eine interdisziplinäre Konsensbesprechung (vgl. act. II 123.1 S. 1), nicht 
jedoch mit dem psychiatrischen Gutachter Dr. med. E.________. Nachdem 
Dr. med. G.________ aus rein neurologischer Sicht keine wesentliche 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit festgestellt und gleichzeitig festgehalten 
hat, eine Minderung der Leistungsfähigkeit sei vorwiegend durch die (nicht 
überwiegend wahrscheinlich neurologisch verursachten [vgl. S. 23]) 
kognitiven sowie psychischen Störungen bedingt, kommt dem 
psychiatrischen Gutachten indes gewichtige Bedeutung zu, zumal Dr. med. 
E.________ sowohl die bisherige wie auch eine den Leiden angepasste 
Tätigkeit als zu lediglich sechs Stunden pro Tag bei jeweils 30%iger 
Einschränkung der Leistungsfähigkeit (act. II 108.1 S. 28 und 30) als 
zumutbar erachtete. Entsprechend hielt auch Dr. med. G.________ 
ausdrücklich fest, für die Einschätzung der kognitiven und psychischen 
Einschränkungen sei insbesondere das Verlaufsgutachten von Dr. med. 
E.________ massgeblich (act. II 123.1 S. 21). 

3.6.3 Zwar ist eine abschliessende, gesamthafte Beurteilung des 
Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer 
Konsensdiskussion nicht zwingend (mit Bezug auf interdisziplinäre 
Gutachten vgl. Entscheid des BGer vom 21. März 2017, 8C_747/2016 [zur 
Publikation vorgesehen], E. 2.2.4). Die Beurteilung der rechtsrelevanten 
Fragen muss bei Fehlen einer interdisziplinären Gesamtschau jedoch 
zweifels- und widerspruchsfrei möglich sein. Dies ist vorliegend mit Bezug 
auf das von Dr. med. G.________ und lic. phil. H.________ als 
massgeblich erachtete psychiatrische Gutachten nicht der Fall, hielt die 
RAD-Psychiaterin und Neurologin Dr. med. I.________ im ärztlichen 
Bericht vom 30. August 2016 (act. II 130) doch fest, dass die Expertise von 
Dr. med. E.________ „erhebliche diagnostische Unschärfen“ aufweise; 
zudem verbleibe eine „lmplausibilität bezüglich der Postulierung der quanti-
tativen und qualitativen Elemente des Leistungsvermögens“ des Be-
schwerdeführers mit der Folge, dass hinsichtlich des Leistungsvermögens 
(allein) auf das neuropsychologische Gutachten abzustellen sei (S. 5). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 19

Die Kritik der RAD-Ärztin am Gutachten von Dr. med. E.________, wonach 
die Persönlichkeit eher mit ängstlichen Anteilen akzentuiert und nicht ver-
ändert wie bei einer Störung imponiere, die Persönlichkeitsakzentuierung in 
das Berufsleben miteingebracht worden und eine Progredienz dieser Per-
sönlichkeitszüge nicht nachvollziehbar sei, weshalb diese psychische Be-
findlichkeitsstörung entgegen der gutachterlichen Einschätzung keine 
Relevanz für die Arbeitsfähigkeit habe, ist nicht von der Hand zu weisen: 
Zunächst lässt die frühe Arbeitsanamnese mit über 17 Jahre dauernder 
100%iger Erwerbstätigkeit (vgl. act. II 123.1 S. 16; 141 S. 5) eine nunmehr 
persönlichkeitsbedingte Arbeitsunfähigkeit aus 
invalidenversicherungsrechtlicher Sicht als fraglich erscheinen; ebenso 
wenig und entgegen dem Beschwerdeführer erweist sich die im Jahr 2000 
erfolgte Pensumreduktion auf 20% als offensichtlich krankheitsbedingt (act. 
II 123.1 S. 17; vgl. auch E. 3.9 hinten). Auch weist Dr. med. I.________ in 
ihrer Stellungnahme vom 10. Januar 2017 (act. II 156 S. 3) grundsätzlich 
zu Recht auf den Bericht der GEWA vom 16. Januar 2017 (act. II 157) hin, 
woraus hervorgeht, dass der negative Rentenentscheid sich erschwerend 
auf die Belastbarkeit des Beschwerdeführers ausgewirkt hat, welcher 
Gesichtspunkt – zusammen mit den gemäss dem erwähnten Bericht 
ebenfalls gegebenen und hindernden psychosozialen Belastungsfaktoren – 
grundsätzlich invaliditätsfremd ist und, soweit er sich auf das funktionelle 
Leistungsvermögen auswirkt, ausser Acht zu bleiben hat. 
Dementsprechend kann der Kritik der RAD-Ärztin folgend auf das 
psychiatrische Gutachten vom 23. April 2015 (act. II 108.1) nicht abgestellt 
werden. Ebenso wenig jedoch kann – entgegen Dr. med. I.________ – für 
die Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit das 
neuropsychologische Gutachten von lic. phil. H.________ herangezogen 
werden, nachdem dieser seine Beurteilung ausdrücklich unter den 
Vorbehalt der Ergebnisse im Gutachten von Dr. med. E.________ stellte, 
auf dieses jedoch dem Dargelegten zufolge nicht abgestellt werden kann. 

3.6.4 Sodann führt die fehlende Beweiskraft des Gutachtens von Dr. 
med. E.________ – entgegen der Beschwerdegegnerin – auch nicht dazu, 
dass vorbehaltlos auf das im ärztlichen Bericht von Dr. med. I.________ 
vom 30. August 2016 erstellte Zumutbarkeitsprofil abzustellen wäre. Denn 
anders als das Gutachten von Dr. med. E.________ basiert ihre 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 20

Einschätzung, wonach die Persönlichkeit des Beschwerdeführers dessen 
Arbeitsfähigkeit nicht (wesentlich) einschränkt, allein auf einer bloss 
summarisch gehaltenen versicherungsmedizinischen Würdigung. 
Demgegenüber postulierte Dr. med. E.________ das Vorliegen einer die 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit einschränkenden ängstlichen 
(vermeidenden) Persönlichkeitsstörung bereits im ersten Gutachten vom 
17. November 2011 (act. II 44.1 S. 27), welches von der RAD-Ärztin med. 
pract. N.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, als ein-
leuchtend und nachvollziehbar eingeschätzt wurde (vgl. act. II 45 S. 2). 
Wenn Dr. med. I.________ mit Bezug auf die Persönlichkeit des Be-
schwerdeführers keine leistungsmindernden Faktoren erkennt, so hätte 
diese Einschätzung unter den gegebenen Umständen einer eingehenderen 
Auseinandersetzung mit der Anamnese und der Befundlage bedurft, wes-
halb die Beantwortung der Frage, ob und wenn ja inwieweit eine die Per-
sönlichkeit des Beschwerdeführers betreffende, 
invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Pathologie vorliegt, 
nicht auf dem Wege der Beweiswürdigung entschieden werden kann, son-
dern eine neuerliche fachärztliche Beurteilung erfordert. 

3.7 Indem die Beschwerdegegnerin entscheidwesentlich auf die 
Einschätzung der RAD-Ärztin Dr. med. I.________ im ärztlichen Bericht 
vom 30. August 2016 (act. II 130) abgestellt und – bei gegebener 
Implausibilität des Gutachtens von Dr. med. E.________ – auf weitere 
psychiatrische Abklärungen verzichtet hat, verletzte sie den 
Untersuchungsgrundsatz (vgl. E. 3.4.2 vorne). Zwar holte sie im 
Vorbescheidverfahren eine Stellungnahme von Dr. med. I.________ ein 
(act. II 156 S. 3 f.). Darin bestätigt die RAD-Ärztin im Wesentlichen jedoch 
lediglich ihre eigenen, nach dem Dargelegten für eine abschliessende 
Beurteilung nicht ausreichenden Einschätzungen im ärztlichen Bericht vom 
30. August 2016, weshalb auch diese Stellungnahme den beweismässigen 
Anforderungen nicht genügt. Ebenso wenig kann abschliessend auf die 
Berichte der behandelnden Ärzte abgestellt werden: Soweit Dr. med. 
M.________ (psychiatrische Dienste F.________) die kognitiven 
Einschränkungen des Beschwerdeführers als neurologisch-organisch 
bedingt einstufte (vgl. act. II 103 S. 2), findet diese Einschätzung in den 
übrigen Berichten keine Stütze und wurde namentlich im Gutachten der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 21

Neurologin Dr. med. G.________ als lediglich theoretisch möglich 
eingestuft (vgl. act. II 123.1 S. 23). Schliesslich stellt auch der Bericht von 
med. pract. J.________ vom 10. Februar 2017 (act. I 3) keine 
beweistaugliche Grundlage dar, äussert er sich doch nicht rechtsgenüglich 
zur verbliebenen Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Zudem unterzeichnete er 
das Einwandschreiben vom 28. November 2016 mit (act. II 151 S. 1 f.), 
weshalb in beweismässiger Hinsicht in besonderem Masse der 
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde Ärztinnen 
und Ärzte mit Blick auf das – für die Behandlung unabdingbare – 
Vertrauensverhältnis im Zweifelsfall eher zugunsten ihrer Patientinnen und 
Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353). 

3.8 Aus dem Dargelegten folgt, dass sich die vorliegenden medizini-
schen Berichte vorab hinsichtlich der Frage nach den bestehenden (psy-
chischen) Beschwerden sowie deren Auswirkungen auf die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit bis zum massgebenden Zeitpunkt der angefochtenen 
Verfügung vom 24. Januar 2017 als unvollständig erweisen. Inwieweit sich 
die geklagten (psychischen) Beschwerden auf das funktionelle Leistungs-
vermögen des Beschwerdeführers auswirken, lässt sich anhand der vorlie-
genden Unterlagen nicht zuverlässig beurteilen und bedarf weiterer 
medizinischer Abklärung in Form einer psychiatrisch/neuropsychologischen 
Begutachtung. Angesichts der überzeugenden Schlüsse im Gutachten von 
Dr. med. G.________ erübrigt sich demgegenüber eine weitere 
neurologische Begutachtung. Das dort formulierte Zumutbarkeitsprofil kann 
ohne weiteres zusätzlich zu jenem, das die zu erstellende Begutachtung 
ergeben wird, berücksichtigt werden. 

Die angefochtene Verfügung vom 24. Januar 2017 ist somit aufzuheben 
und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung eines bidiszi-
plinären psychiatrisch/neuropsychologischen Gutachtens zurückzuweisen. 
Indem bisher keine solche bidisziplinäre Begutachtung erfolgt ist, erweist 
sich dieses Vorgehen ohne weiteres als mit BGE 137 V 210 vereinbar.

3.9 Der Beschwerdeführer macht geltend, entgegen der angefochte-
nen Verfügung sei der Status auf 100% Erwerb festzulegen.

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 22

Zur Frage, ob der Beschwerdeführer ohne Behinderung eine Erwerbstätig-
keit ausführen würde, wurde im Abklärungsbericht Haushalt/Erwerb vom 
21. Oktober 2016 (act. II 141 S. 2 ff.) Folgendes festgehalten: „[Der Be-
schwerdeführer] sagt, dass es ihm wichtig ist, dass er auch noch Zeit für 
sich hat. Er braucht die Zeit, um in die Natur zu gehen, … zu beobachten. 
Er wäre wahrscheinlich aufs Land gezogen, hätte sich dort eine billigere 
Wohnung gesucht. So hätte er etwa im 80% Pensum gearbeitet, damit er 
einen Tag zusätzlich für sich hätte“ (S. 7). Auf diese Aussage der ersten 
Stunde ist abzustellen, nachdem der 1995 geborene Sohn mittlerweile er-
wachsen und aufgrund der Angaben des Beschwerdeführers davon auszu-
gehen ist, dass er im Gesundheitsfalle von seiner Ehefrau getrennt lebte 
bzw. eine (…) Trennung bisher allein aus … Gründen nicht erfolgte (vgl. 
act. II 96 S. 16; 108.1 S. 3; 141 S. 7 f.). Entgegen der in der Beschwerde 
vertretenen Auffassung ist nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführer 
diese Angaben auf seine aktuelle Situation (mit gesundheitlicher Ein-
schränkung) bezogen hat. Sodann trifft es auch nicht zu, dass die im Jahr 
2000 erfolgte Pensumreduktion von 100 auf 20% „offensichtlich gesund-
heitlich bedingt“ (Beschwerde, S. 7, Ziffer 6) war; vielmehr fühlte sich der 
Beschwerdeführer gemobbt, woraufhin er und seine Ehefrau einen Rollen-
tausch vollzogen und er sein Arbeitspensum reduzierte (act. II 141 S. 7). 

Demnach ist der Status des Beschwerdeführers entsprechend der ange-
fochtenen Verfügung vom 24. Januar 2017 auf 80% Erwerb und 20% 
Haushalt festzulegen. 

3.10 Nach durchgeführter Begutachtung wird die Beschwerdegegnerin 
somit das Zumutbarkeitsprofil festzulegen und anschliessend nach Mass-
gabe der gemischten Methode bei einem Status 80% Erwerb/20% Haushalt 
den Invaliditätsgrad neu zu ermitteln haben. 

Zusammenfassend ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfügung vom 
24. Januar 2017 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen, damit sie nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der 
Erwägungen über den Rentenanspruch neu verfüge. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 23

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

4.2

4.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61).

4.2.2 Mit am 30. März 2017 eingereichter und nicht zu beanstandender 
Kostennote hat Rechtsanwalt C.________ ein Honorar von Fr. 1‘261.-- (9.7 
Stunden à Fr. 130.--), Auslagen von Fr. 45.-- sowie Portokosten von 
Fr. 20.90 und die Mehrwertsteuer (MWSt) von Fr. 106.15 geltend gemacht. 
Der gesamte Parteikostenersatz wird somit auf Fr. 1‘433.05 (inkl. Auslagen, 
Portokosten und MWSt) festgesetzt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 24

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 24. Januar 2017 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – über den Rentenanspruch 
neu verfüge. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- 
wird dem Beschwerdeführer nach Rechtskraft des Urteils zurückerstat-
tet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘433.05 (inkl. Auslagen, Portokosten und 
MWSt), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
-  B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2017, IV/17/200, Seite 25

Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.