# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9659afbf-589a-56f3-a286-a29e5c2daeaf
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-13
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 13.11.2025 502 2025 323
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2025-323_2025-11-13.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

502 2025 323

Urteil vom 13. November 2025

Strafkammer

Besetzung Präsident: Laurent Schneuwly
Richter: Jérôme Delabays, Alessia Chocomeli
Gerichtsschreiberin-
Berichterstatterin: Nadine Durot

Parteien A.________, Privatkläger und Beschwerdeführer

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Beschwerdegegnerin

Gegenstand Sistierung des Verfahrens (Art. 314 StPO)

Beschwerde vom 8. September 2025 gegen die Verfügung der 
Staatsanwaltschaft vom 2. September 2025

Kantonsgericht KG
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In Anbetracht dessen,

dass A.________ am 30. Januar 2024 bei der Kantonspolizei Freiburg (im Folgenden: Polizei) 
Strafanzeige gegen Unbekannt erstattete wegen Betrugs. Er gab an, in einer Telegram-Gruppe 
namens «B.________» sei ihm erklärt worden, wie man innerhalb von 24 Stunden viel Geld 
verdienen könne. Er habe mehrere Einzahlungen getätigt, woraufhin Gebühren verlangt worden 
seien, welche er zunächst noch bezahlt habe. Insgesamt habe er zwischen September 2022 und 
März 2023 Zahlungen von ungefähr CHF 40'000.- geleistet. Er übergab der Polizei mehrere 
Screenshots seines Mobiltelefons;

dass die Ermittlungen der Polizei es zunächst nicht erlaubten, die Täterschaft zu identifizieren; 

dass die Polizei mit E-Mail vom 24. April 2025 A.________ bat, ihr einen Kontoauszug, der die 
Zahlungen an die Kryptowährungsplattformen belegt, einen Kontoauszug, der alle weiteren 
Banküberweisungen belegt, sowie den Verlauf der Transaktionen in Kryptowährungen in einem 
Format, das das Kopieren der Daten ermöglicht, zu übermitteln. Diese E-Mail blieb unbeantwortet 
und A.________ reagierte auch nicht auf zwei Anrufe der Polizei vom 17. und 18. Juni 2025;

die Staatsanwaltschaft das gegen Unbekannt geführte Verfahren mit Verfügung vom 2. September 
2025 unbefristet sistierte, nachdem die bisherigen Ermittlungen keine belastbaren Rückschlüsse auf 
die Identität der Täterschaft zuliessen. Mangels erfolgsversprechender Ermittlungsansätze und 
aufgrund ausbleibender Mitwirkung des Beschwerdeführers würden derzeit keine weiteren Ermitt-
lungen geführt. Bei sich verändernder Sachlage könnten die Ermittlungen wieder aufgenommen 
werden;

dass A.________ (im Folgenden: der Beschwerdeführer) mit Schreiben vom 8. September 2025 
(Postaufgabe) Beschwerde gegen die Sistierungsverfügung erhob und die Wiederaufnahme des 
Verfahrens beantragte;

dass die Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme vom 16. September 2025 auf Abweisung der 
Beschwerde schliesst, jedoch ausführt, es sei nicht ausgeschlossen, dass die Ermittlungen nun 
wieder aufgenommen werden könnten, weil der Beschwerdeführer nun offenbar bereit sei, weitere 
Unterlagen und Informationen der Polizei zu übergeben. Dies sei jedoch zum Zeitpunkt der 
Sistierung nicht der Fall gewesen, weswegen es am Entscheid, eine Sistierungsverfügung zu 
erlassen, nichts zu bemängeln gebe; 

dass gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft die Beschwerde an die Strafkammer zulässig ist 
(Art. 20 Abs. 1 Bst. b, 393 Abs. 1 Bst. a StPO; Art. 64 Bst. c und 85 Abs. 1 des Justizgesetzes vom 
31. Mai 2010 [JG; SGF 130.1]);

dass die Beschwerde innert 10 Tagen schriftlich einzureichen ist (Art. 396 Abs. 1 StPO). Diese Frist 
wurde hier eingehalten; 

dass der Beschwerdeführer als betroffene Person grundsätzlich ein rechtlich geschütztes Interesse 
an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen Verfügung hat (Art. 382 Abs. 1 StPO);

dass die Beschwerde zu begründen ist (Art. 396 Abs. 1 StPO; vgl. Ziff. 5 der Sistierungsverfügung), 
wobei bei Laienbeschwerden die Anforderungen an die Begründungspflicht nicht allzu hoch anzu-
setzen sind; die Eingabe muss allerdings selbst in diesen Fällen den Rechtsstandpunkt bzw. die 

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Argumente der Beschwerdeführer hinreichend deutlich werden lassen und diese Argumente müssen 
sich in sachlicher sowie gebührender Form auf das vorliegende Verfahren beziehen (vgl. z.B. Urteil 
BGer 6B_278/2013 vom 5. September 2013 E. 1);

dass der Beschwerdeführer geltend macht, er sei sehr gerne bereit, mit den Behörden eng 
zusammenzuarbeiten. Er habe am 17. und 18. Juni 2025 gearbeitet und sei sehr beschäftigt 
gewesen. Da ihm die anrufende Nummer unbekannt gewesen sei, habe er nicht zurückgerufen. Er 
habe keine Beweise gelöscht, welche er anlässlich der Anzeigeerstattung dem Polizeibeamten 
geschickt habe;

dass der Beschwerdeführer somit hinreichend deutlich gemacht hat, dass er zur Mitwirkung bei den 
Ermittlungen bereit ist, womit auf die Beschwerde einzutreten ist;

dass die Beschwerde in einem schriftlichen Verfahren behandelt wird (Art. 397 Abs. 1 StPO) und die 
Strafkammer dabei grundsätzlich über volle Kognition verfügt (Art. 391 Abs. 1, Art. 393 Abs. 2 StPO). 
Noven sind zulässig (BGE 141 IV 396 E. 4.4). Zulässig erscheinen dabei sowohl echte wie unechte 
Noven. Zu Letzteren gehören unter anderem auch solche Tatsachen und Beweismittel, welche 
bereits vor der angefochtenen, hoheitlichen Verfahrenshandlung hätten vorgebracht werden 
können, von der beschwerdeführenden Partei jedoch aus Unsorgfalt nicht geltend gemacht worden 
sind (GUIDON, in Basler Kommentar, StPO, 3. Aufl. 2023, Art. 393 N. 16);

dass die Staatsanwaltschaft gemäss Art. 314 Abs. 1 StPO eine Untersuchung namentlich dann 
sistieren kann, wenn die Täterschaft oder ihr Aufenthalt unbekannt ist oder andere vorübergehende 
Verfahrenshindernisse bestehen. Die Sistierung ist erst dann zulässig ist, wenn sämtliche Beweise, 
die zur Identifikation der Täterschaft führen können, erhoben worden sind (JOSITSCH/SCHMID, 
Praxiskommentar StPO, 4. Aufl. 2023, Art. 314 N. 4 mit Hinweis);

dass es sich hier um eine von einer organisierten Gruppe über das Internet und die sozialen Medien 
durchgeführte Täuschung mit internationalem Kontext zu handeln scheint, deren Umstände die 
Identifizierung der Täterschaft erschweren. Diese kann ihre Spuren leicht verwischen und im interna-
tionalen Kontext wäre internationale Rechtshilfe nötig, die aus Erfahrung nur selten erfolgsgekrönt 
ist;

dass aus den Akten nicht ersichtlich ist, ob zwischen der Anzeigeerstattung durch den Beschwerde-
führer am 30. Januar 2024 und der E-Mail der Polizei vom 24. April 2025 weitere Kontakte zwischen 
dem Beschwerdeführer und der Polizei bestanden haben resp. welche Untersuchungshandlungen 
vorgenommen wurden, ob diese E-Mail überhaupt beim Beschwerdeführer angekommen ist und ob 
die Polizei dem Beschwerdeführer bei ihren Anrufversuchen vom 17. und 18. Juni 2025 Nachrichten 
mit der Bitte um Rückruf hinterlassen hat;

dass sich aus dem Polizeirapport vom 26. Juni 2025 ergibt, dass neue Möglichkeiten im Bereich der 
Kryptowährungen der Grund für die E-Mail-Anfrage der Polizei beim Beschwerdeführer nach 
weiteren Unterlagen bezüglich des Geldflusses waren;

dass die Staatsanwaltschaft nach Erhalt des Polizeirapports das Verfahren direkt sistiert hat, obwohl 
die Polizei offenbar davon ausging, dass die vom Beschwerdeführer verlangten Unterlagen allenfalls 
zur Identifikation der Täterschaft beitragen könnten;

dass somit im Zeitpunkt der Sistierung nicht sämtliche Beweise, die zur Identifikation der Täterschaft 
führen könnten, erhoben worden sind, so dass die Sistierung nicht zulässig war;

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dass die Sistierungsverfügung somit aufzuheben und die Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft 
zurückzuweisen ist;

dass die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 500.- (Gebühr: CHF 400.-, Auslagen: CHF 100.-) 
dem Staat aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 und 4 StPO);

dass keine Parteientschädigung zuzusprechen ist.

Die Kammer erkennt:

I. Die Beschwerde wird gutgeheissen.

Die Sistierungsverfügung vom 2. September 2025 wird aufgehoben und die Angelegenheit an 
die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen.

II. Die Verfahrenskosten in der Höhe von CHF 500.- (Gebühr: CHF 400.-, Auslagen: CHF 100.-) 
werden dem Staat Freiburg auferlegt. 

III. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvorausset-
zungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

Freiburg, 13. November 2025/ndu

Der Präsident Die Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin