# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a2a02a6c-85ea-5d08-b633-9706b82fd9d0
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-07-29
**Language:** de
**Title:** Nichteintreten nach Neuanmeldung bestätigt. Keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes und keine Veränderung der Verhältnisse bezüglich Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen glaubhaft gemacht. Keine UP, da Begehren aussichtslos.
**Docket/Reference:** IV.2025.00009
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2025.00009.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2025.00009
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Philipp, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Sozialversicherungsrichter Kübler
Gerichtsschreiberin O'Hara
Urteil
vom
29. Juli 2025
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Stadt Zürich Soziale Dienste
MLaw
Y.___
, Sozialversicherungsrecht Recht
Röschibachstrasse
26, 8037 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1967,
war seit dem 25. November 1999 als Bauhilfsarbeiter bei der
Z.___
AG tätig.
Am 19. Februar 2010 verlor
er
beim Sortieren von Gerüstbrettern das Gleichgewicht und stürzte auf das rechte Handgelenk (Schadenmeldung
Unfallversicherungs
gesetz [
UVG
]
vom 2
2.
Februar 2010,
Urk.
11/81/838
)
, wobei er sich
eine
undislo
zierte
distale Radiusfraktur rechts
zuzog
(
Urk.
11/81/832
).
Die Suva erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen. Ab dem 18.
Mai 2010 war der Versi
cherte wieder zu 100
% arbeitsfähig (Urk.
11/81/822
).
1.2
Per 1. Juni 2017 meldete der Versicherte
der Suva
einen Rückfall zum Ereignis vom 19. Februar 2010 (Urk
.
11/
81/821
). Die Suva erbrachte wiederum
Heilbe
handlungs
- und Taggeldleistungen.
In der Folge musste sich
X.___
diversen operativen Eingriffen an der rechten Hand unter
ziehen. Gestützt
(Urk.
11
/81/172)
auf die am
12.
März 2021
durch
Kreisärztin Dr
.
med.
A.___
, Fachärztin für Chirurgie,
erfolgte
Untersuchung
des Versicherten
(Urk
.
11/81/264-272
)
, wonach in leidensangepasster Tätigkeit
eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit bestehe,
stellte die Suva die
Taggeldleistungen ein (Urk.
11/
81/235
)
und sprach ihm mit
Verfügung vom 5. Juli 2021 mit Wir
kung ab dem 1.
Juli 2021 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 13 % eine Rente und aufgrund einer Integritätseinbusse von 15 % eine Integritätsentschädigung zu (Urk
.
11/
81/150-155
). Die dagegen vom Versicherten am 7. Septe
mber 2021 erhobene Einsprache (Urk
.
11/81/121-12
8
)
hiess die Suva mit Entscheid vom 15. Februar 2022 (Urk.
11/
81/71-82
)
teilweise gut und setzte den Invaliditätsgrad in Abänderung der angefochtenen Verfügung vom 5.
Juli 2021 auf 14
% fest.
Die dagegen erhobene Beschwerde
vom 21. März 2022 (Urk. 11/81/62-68)
wurde am 7. Dezember 2022
vom Sozialversicherungsgericht
mit Urteil UV.2022.00054
teilweise gutgeheissen und d
er angefochtene Entscheid vom 15.
Februar 2022 inso
fern abgeändert, als festgestellt w
u
rd
e
, dass der versicherte Ver
d
ienst Fr.
70'130.-- betr
age
. Im Übrigen w
u
rd
e
die Beschwerde abgewiesen
(
vgl.
Urk. 11/82/12-2
7
,
Urteil
UV.2022.00054)
.
1.3
Die Ersta
nmeldung
zum
B
ezug
von Leistungen der Invalidenversicherung ging
bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV
-Stelle,
am 21.
Dezember
2017 unter Hinweis auf den Sturz auf das rechte Handgelenk
ein
(
Urk. 11/1
).
Die IV-Stelle führte medizinische
sowie
erwerbliche Abklärungen durch
und zog die Akten der Suva bei
. Mit Verfügung vom
1
6.
Mai
2023 sprach
sie
dem Versicherten eine vom
1.
Juni 2018 bis am 3
1.
Dezember 2020 befristete ganze Invalidenrente zu (Urk. 11/8
8, Verfügungsteil 2
:
Urk.
11/85
).
1.4
Am
24
. Juli 2024
(Eingangsdatum)
meldete sich d
er
Versicherte
unter Hinweis auf
ein Unfallereignis
sowie unter Beilage des Berichtes von
Dr.
med.
B.___
, Fach
a
rzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates
sowie für Handchirurgie
, vom
28. August
202
1
(Urk
.
11/92 = Urk. 3/2
) erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
11/93
). Nach
dem die IV-Stelle d
en
Versicherte
n
mit Schreiben vom
26. Juli 2024
aufgefordert hatte, weitere Beweismittel
zur Glaubhaftmachung einer Veränderung
einzu
reichen (
Urk.
11/95
),
liess der Versicherte durch seinen Hausarzt Berichte aufle
gen (
Urk.
11/96-100). Am 7. Oktober 2024
stellte
ihm
die IV-Stelle in Aussicht, nicht auf
sein
Leistungsbegehren einzutreten (Urk
.
11/111
). Nachdem d
er
Versi
cherte dagegen am
31. Oktober 2024
mündlich
Einwand erhoben hatte (Urk
.
11
/11
3
), trat die IV-Stelle mit Verfügung vom
19. November 2024
wie ange
kündigt nicht auf das Leistungsbegehren ein (Urk.
11
/11
6
= Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 27. Dezember 2024 (Urk. 1) und 6. Januar 2025 (Urk. 4) Beschwerde, reichte Unterlagen ins Recht (Urk. 3/1-5) und bean
tragte, es sei die Verfügung vom 19. November 2024 aufzuheben und die Sache sei zur materiellen Überprüfung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. In
prozessualer
Hinsicht sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren (Urk. 4 S. 2). Die Beschwerdegegnerin
schloss
mit Beschwerdeantwort vom
10. Februar 2025
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
10
, unter Beilage der IV-Akten, Urk. 11/1-125
)
, was
dem Beschwerdeführer am
3.
März 2025
zur Kenntnis gebracht
wurde
(
Urk.
1
2
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich
die Folgen
der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Gemäss Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV
,
muss
mit einer Neuanmeldung glaubhaft gemacht werden, dass sich der Invaliditäts
grad anspruchsrelevant verändert hat. Der versicherten Person kommt ausnahms
weise eine
Beweisführungslast zu (vgl. BGE
130 V 64 E. 5.2.5). Die
Eintretensvoraus
setzung
des Glaubhaftmachens soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, mithin keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Re
ntengesuchen befassen muss (BGE
133 V 108 E. 5.3.1). Dies gilt auch für eine erneute Anmeldung nach einer vorangegangenen, aber b
efristeten
Rentenzusprache
(BGE
133 V 263 E. 6.1
).
Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft
zu machende Änderung
gerade jenes Anspruchselement betref
fen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungs
abweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwürdig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren einzu
treten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hi
nsicht allseitig zu prüfen (BGE
117 V 198
E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE
130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2).
Ist die Änderung nicht glaubhaft gemacht, wird auf die erneute Anmeldung nicht einge
treten (BGE 133 V 64 E.
5.2.5). Dabei wird die Verwaltung unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungs
spielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Eintretensfrage
durch die Verwaltung nur zu über
prüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn d
ie Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs.
3 IVV
Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwaltung auf die Neuanmeldung einget
reten ist
(BGE
109 V 108 E.
2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE
130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.
3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden; die Tatsachenänderung muss nicht nach dem im Sozialver
sicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwi
egenden Wahr
scheinlichkeit (BGE
138 V 218 E. 6) erstellt sein (Urteil des Bundesgerichts 8C_
431/2024
vom
16
.
Dezember
202
4
E. 4.2
mit Hinweisen
). Für das Beweismass des Glaubhaftmachens genügt es, dass für das Vorhandensein des behaupteten rechtserheblichen Sachumstands wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeits
unfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt per se, um auf einen veränderten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist vielmehr eine veränderte Befundlage.
Je länger die letzte materielle Prüfung zurückliegt, umso weniger strenge Anforderungen sind an die Glaubhaftmachung zu stellen
(
vgl. BGE 149 V 177 E. 4.3.2, 109 V 108 E. 2b;
Urteile des Bundesgerichts 8C_431/2024 vom 16. Dezember 2024 E. 4.2 und 8C_97/2024 vom 29. August 2024 E. 2.3.2, je mit Hinweisen
).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwer
defall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 140 V 193 E. 3.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen
Nichteintretensverfügung
vom 19. November 2024 aus, die vo
m
Beschwerdeführer eingereichten medizini
schen Unterlagen würden keine Veränderung der Verhältnisse seit der mit Verfü
gung vom 14. März 2023
(recte: 1
6.
Mai 2023)
befristet zugesprochenen Invali
denrente zeigen (Urk. 2 S. 1 f.).
In der Beschwerdeantwort ergänzte sie, im Neuanmeldungsverfahren
habe das Erfordernis des Glaubhaftmachens einer rechtserheblichen Tatsache auch für Eingliederungs
massnahmen seine Berechtigung und
Art.
87
Abs.
3 IVV sei ana
log anzuwenden
.
Bei der Aussteuerung bei der Arbeitslosenversicherung handle
es sich
um keine rechtserhebliche
Tatsachenänderung. Eine Veränderung habe sich bezüglich den Anspruchsvoraussetzungen für Eingliederungsmassnahmen nach Art. 8 IVG
beziehungsweise
voraussichtlich auf Arbeitsvermittlung nach Art. 18 IVG zu ergeben
(Urk. 10)
.
2.2
Dem hielt
der
Beschwerdeführer
insbesondere entgegen, gemäss Einschätzung seines Hausarztes
sei für ihn als Rechtshänder dauerhaft keine Tätigkeit mehr möglich
, weshalb er
für eine 100%ige Rente qualifizier
e
(Urk. 1)
.
Die Tatsache, dass es ihm
trotz Unterstützung von spezialisierten Fachpersonen
und des guten Arbeitsmarktes
während zweier Jahre
nicht gelungen
sei
, eine entsprechende Anstel
lung zu finden
,
zeige, dass bereits
aufgrund dieser Veränderung auf die Neuanmeldung einzutreten und der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen zu prüfen
sei. Im Übrigen
gehe aus den medizinischen Akten hervor, dass die prog
nostizierte Verbesserung der gesundheitlichen Einschränkung und somit der Arbeits
fähigkeit nicht eingetroffen sei. Es sei nach wie vor von einer vollum
fänglichen Arbeitsunfähigkeit b
eziehungsweise
fehlenden Verwertbarkeit der allfällig vorliegenden Arbeitsfähigkeit auszugehen
(
Urk.
4)
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf die erneute Anmeldung de
s
Beschwerdeführer
s
vom
24
. Juli 2024 (Urk. 11/93) einge
treten ist.
3.
3.1
Mit Verfügung vom
1
6.
Mai
2023 sprach
die Beschwerdegegnerin de
m
Beschwerde
führer eine vom
1.
Juni
2018
bis am 3
1.
Dez
ember 20
20
befristete
ganze
Invalidenrente zu
(
Urk. 11/88, Verfügungsteil
2
:
Urk. 11/8
5
)
. Jene Verfü
gung bildet damit den
zeitlichen Ausgangspunkt für die Beurteilung im Sinne eines Glaubhaftmachens
, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse seither in einem für den Rentenanspruch
beziehungsweise für Eingliederungsmassnahmen
erheb
lichen Mass verändert haben (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4
, vgl.
a
uch E. 1.2
). In medizinischer Hinsicht diente damals
aufgrund fehlender unfallfremder Leiden
d
er Rentenentscheid der Suva
vom
15.
Februar 2022
(
Urk.
11/81/71-82
)
–
welcher am 7.
Dezember 2022 gerichtlich überprüft und abgesehen von einer
Ände
rung
des
versicherte
n
Verdiensts bestätigt
wurde
(vgl. Urk. 11/82/12-27,
Urteil
UV.2022.00054)
–
als Grundlage (vgl. Urk. 11/83)
.
3.2
Die Suva stützte ihren
Renten
e
ntscheid auf die
Abschlussu
ntersuchung
vom 12. März 2021
durch die Kreisärztin
Dr.
A.___
(
vgl.
Urk.
11/81/172 und
11/81/26
1
-272
)
.
Das Sozialversicherungsgericht führte dazu Folgendes aus:
Dr.
A.___
habe
in dieser Beurteilung dar
gelegt
,
der Beschwerdeführer
habe
im Februar 2010 eine distale Radiusfraktur erlitten, welche konservativ behandelt worden sei. Im Verlauf hätten sich eine Arthrose im Handgelenk und dann eine Radiokarpalarthrose entwickelt, sodass im Januar 2018 eine Arthroskopie mit proximal
row
carpectomy
und
Denervation
erfolgt sei. Der weitere Verlauf sei protrahiert gewesen mit persistierenden Schmerzen. Im Oktober 2018 sei
en
eine
Handgelenksarthrodese
mit Beckenspan und gleichzeitig eine Dekompression und
Subkutanverlagerung
des
Nervus
ulnaris
durchgeführt worden. Der Verlauf sei weiterhin protrahiert gewesen mit persistierenden Schmerzen. In der Folge sei der Beschwerdeführer zur stationären Rehabilitation in der Rehaklinik
C.___
gewe
sen. PD
Dr.
med.
D.___
vom Universitätsspital
E.___
(
E.___
) habe die Entfernung des Os
pisiforme
empfohlen. Dieser Eingriff sei im Februar 2020 durchgeführt worden. Im Juni 2020 sei
en
eine Trapezektomie und
eine
Suspen
sionsplastik mit APL
am
Daumen rechts erfolgt. Auch hier habe sich der Verlauf protrahiert gestaltet und die Beschwerden hätten persistiert. Mittlerweile sei die Behandlung im
E.___
abgeschlossen.
D
er Beschwerdeführer
habe
an
gegeben
, dass er Dauerschmerzen habe und die Operationen nicht den gewünschten Erfolg gebracht hätten. Er sehe sich nicht mehr als arbeitsfähig. Bei der kreisärztlichen Untersuchung
habe er sich
in einem guten Allgemein- und Ernährungszustand präsentier
t
. Während der Anamnese
seien
beide Arme gleichmässig in die Gesti
kulation eingebunden
worden
. Auch ohne Schiene habe er beide Arme in etwa gleichmässig benutzt. Beim Anziehen des T-Shirts habe er die Knöpfe zum Bei
spiel mit rechts zugeknöpft. Insgesamt fehle der Beschwerdeschilderung etwas die Authentizität. Klinisch zeige sich eine freie Beweglichkeit im Bereich der Schul
ter- und Ellbogengelenke beidseits.
Die Beweglichkeit im Handgelenk rechts sei aufgrund der Arthrodese aufgehoben.
Der Faustschluss sei im Seitenvergleich etwas vermindert. Der Pinzetten-, Grob-, Schlüssel- und Spitzgriff rechts seien im Seitenvergleich leicht vermindert. Auch die Oppositions- und Abduktions
stellung des Daumens rechts seien im Seitenvergleich leicht eingeschränkt.
Dr.
A.___
sei zum Schluss gekommen, dass der Beschwerdeführer in einer leich
ten manuellen Tätigkeit, die den Einschränkungen an der rechten Hand Rechnung trage, zu 100
% arbeitsfähig sei (Urk.
11/82/22
f.). Das hiesige Gericht schloss, die fachärztliche Beurteilung von Dr.
A.___
sei nachvollziehbar. In der Folge
legte das Gericht bei der Prüfung, in wie weit sich die eingeschränkte Leistungs
fähigkeit des Beschwerdeführers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirke, denn auch eine vollständige Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeit
en (leichte manuelle Tätigkeiten, wobei die rechte Hand nur noch als Hilfshand einsetzbar ist)
zugrunde, wobei es einen leidensbedingten Abzug von 15
% gewährte und einen Invaliditätsgrad von 14
% ermittelte
(
Urteil UV.2022.00054 E
.
5.
3
und 5.4
).
Die
se
- unangefochten gebliebenen - Feststellungen hat die
Beschwerdegegnerin
zu Recht übernommen (vgl.
Feststellungsblatt
Urk. 11/83/1
und 4) und mit Verfü
gung vom 16
.
Mai 2023 ab Januar 2021 mangels rentenbegründenden Invalidi
tätsgrades einen über Dezember 2020 hinausgehenden Leistungsanspruch ver
neint
sowie
das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum für
die
Stellensuche
als zuständig erklärt
(Urk.
11/83/1 und
Urk.
11/85/1).
4.
4.1
Der Beschwerdeführer
reichte
im aktuellen Neuanmeldungsverfahren zwei Berichte
seines
behandelnden Hausarztes
ein
. Im ärztlichen Zeugnis vom 19. Juli 2024 attestierte
med.
pract
.
F.___
dem Beschwerdeführer eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %
, wobei er als Bemerkung festhielt, die Arbeitsunfähigkeit bestehe
seit 20. Juni 2017 auch aktuell weiterhin und prognostisch dauerhaft als Lagerist und Lackierer und für alle Tätigkeiten mit Handgebrauch rechts [dominante Hand]
(
Urk.
11/100/2 =
Urk. 11/112/1 = Urk. 3/3).
Am 6. August 2024 hielt med.
pract
.
F.___
fest, der Beschwerdeführer könne als Rechtshänder dauerhaft keine
n
Gebrauch seiner rechten Hand mehr machen. Er könne damit weder handwerk
liche Arbeiten verrichten, auch keinerlei alltägliche Tätigkeiten durchführen und auch nicht schreiben. Er qualifiziere somit für eine 100%ige Rente
.
Als Diagnose nannte er eine persistierende Handgelenks-Funktionseinschränkung rechts nach mehreren Operationen inkl
usive
letztlich vollständiger Prothese am 26. Januar 2018
bei Status nach
Unfall
im
Februar 2010
(
Urk. 11/96 =
Urk.
11/98 = Urk. 11/100/1 = Urk. 11/109 =
Urk. 11/112/2 =
Urk.
3/5)
.
4.2
Entgegen dem Dafürhalten des Beschwerdeführers gelingt es ihm nicht, eine wesent
liche Verschlechterung
seines Gesundheitszustandes
glaubhaft zu machen
.
Alle beklagten Beschwerden
erschöpfen sich darin, bereits Bekanntes zu rappor
tieren,
waren
sie doch
schon
Gegenstand der Verfügung
vom 16.
Mai 2023
, die unangefochten in Rechtskraft erwuchs.
Bereits im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung hatte sich gezeigt, dass die Beweglichkeit im Handgelenk rechts aufgrund der Arthrodese aufgehoben war, der Faustschluss, Pinzetten-, Grob-, Schlüssel- und Spitzgriff rechts leicht vermindert sowie Oppositions- und
Abdukti
onsstellung rechts leicht eingeschränkt waren. Gestützt hierauf hatte die Kreisärztin den Beschwerdeführer bloss noch für leichte manuelle Tätigkeiten, welche diesen Einschränkungen Rechnung tragen würden, für arbeitsfähig erach
tet.
Diese Feststellungen qualifizierte das hiesige Gericht als nachvollziehbar (vgl. vorstehende E. 3.1) und bildeten in der Folge Grundlage der Verfügung der Beschwerde
gegnerin vom 1
6.
Mai 2023
(vgl. E. 3 vorstehend).
Soweit der Haus
arzt med.
pract
.
F.___
nun
einen Einsatz der rechten Hand verneint, ist festzustellen, dass diese
m
Umstand
Rechnung getragen worden
war
. So wurde
im
Belastungs
profil
eine leichte Tätigkeit definiert, wobei die rechte Hand als Hilfs
hand eingesetzt werden soll
te
. Kraftvolle Zug-, Stoss-, und Drehbewegungen rechts, Schläge oder
das B
edienen von vibrierenden Maschinen rechts
seien zu vermeiden
(vgl.
Urk. 11/88, Verfügungsteil 2: Urk. 11/85).
Nachdem
der Hausarzt
darüber hinaus den Beginn der Arbeitsunfähigkeit auf Juni 2017 terminierte, was Ausgangspunkt der Rückfallmeldung zu Händen des Unfallversicherers war (vgl. Sachverhalt,
Ziff.
1.2), wird offenkundig, dass nicht neue
objektive Befunde
beschrie
ben
werden
, sondern vielmehr eine andere Einschätzung des unverän
derten Gesundheitszustandes berichtet wird.
Nichts anderes hat für d
en nunmehr erneut eingereichten
Bericht von
Dr.
B.___
zu gelten, welche
r
schon längst akten
kundig war (vgl.
Urk. 11/99
= Urk. 11/51
und Urk. 11/92 = Urk. 3/2
= Urk. 11/55
).
Mit Blick auf diese Gegebenheiten gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, eine Verschlechterung glaubhaft zu machen, fehlt es doch an
j
e
g
lichen Anhaltspunkten für eine veränderte Befundlage.
Dies
steht im Einklang mit
der Beurteilung
des
RAD-Arzt
es
Dr. med.
G.___
, Facharzt für ortho
pädische Chirurgie, vom 7. Oktober 2024, wonach es sich nach vorliegender Aktenlage objektiv nicht um eine IV-relevante Veränderung des Gesundheits
zustandes handle (Urk. 11/110/3).
Davon, dass sich seit der massgeblichen Verfü
gung vom Mai 2023 keine Veränderung zugetragen hat, scheint
denn
auch
der Beschwerdeführer selber aus
zugehen
, beklagt er doch, er sei seit 2017 zu 100 % invalid
(vgl. Urk. 11/105)
,
beziehungsweise die prognostizierte Verbesserung sei nicht eingetreten
(vgl. Urk. 4 S. 6)
.
4.3
Was den
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen
anbelangt
(vgl. Urk. 4 S. 6)
,
ist
festzuhalten
, dass d
er Grundsatz der Glaubhaftmachung veränderter Verhält
nisse nicht nur für Neuanmeldungen betreffend die I
nvalidenr
ente, sondern bezüg
lich aller Leistungen
gilt
(Urteil des Bundesgerichts 9C_9/2022 vom
8.
März 2022
E. 4.2;
Meyer/Reichmuth,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Bundes
gesetz über die Invalidenversicherung, IVG, 4.
Aufl. 2022, N.
118 zu
Art.
30 IVG
). Das Erfordernis des Glaubhaftmachens einer rechtserheblichen Tatsachenver
änderung hat
also
auch im Falle einer Neuanmeldung für Eingliederungsmass
nahmen seine
Berechtigung (BGE
149 V 177 E.
4.7)
.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist zur Begründung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG) eine spezifische Einschränkung gesundheit
licher Art notwendig, wenn die Arbeitsfähigkeit einzig insoweit betroffen ist, als der versicherten Person nur leichte Tätigkeiten voll zumutbar sind. Eine leistungs
spezifische Invalidität liegt vor, wenn die Einschränkung Probleme bei der Stellen
suche verursacht. Dies trifft beispielsweise zu, wenn wegen Stummheit oder mangelnder Mobilität kein Bewerbungsgespräch möglich ist oder dem poten
ziellen Arbeitgeber die besonderen Möglichkeiten und Grenzen der versi
cherten Person erläutert werden müssen (zum Beispiel welche Tätigkeiten trotz Sehbehinderung erledigt werden können), damit sie überhaupt eine Chance hat, den gewünschten Arbeitsplatz zu erhalten (Urteile des Bundesgerichts 8C_199/2023 vom 30.
August 2023 E.
6, 9C_329/2020 vom 6.
August 2020 E.
3.2.3 und 8C_641/2015 vom 12.
Januar 2016 E.
2, je mit Hinweisen; vgl. auch Kreisschreiben über die beruflichen Eingliederungsmassnahmen der Invaliden
versicherung (KSBEM), Stand 1.
Januar 2025,
Rz
1807).
Der Beschwerdeführer führt sinngemäss aus, dass er aufgrund der vorliegenden invaliditätsbedingten Einschränkungen keine Anstellung gefunden habe (vgl. Urk. 4 S. 5 f. Ziff. 3-7).
Er
hat im vorliegenden Verfahren der Neuanmeldung keine Unterlagen eingereicht, welche
seine
Vorbringen
ansatzweise
stützen würden. Aus der Aussteuerung beim RAV
allein
lässt sich nicht ableiten,
dass es aus gesundheitlichen Gründen nicht zu
einer Anstellung gekommen
wäre
. Vorlie
gend sind
somit
Schwierigkeiten bei der Stellensuche, die auf ein gesundheitliches Leiden zurückzuführen wären,
auch damit
nicht glaubhaft gemacht worden. Entspre
chend besteht auch kein Anspruch auf Arbeitsvermittlung durch die Invalidenver
sicherung.
5.
Nach dem Gesagten trat die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung des Beschwerde
führers zu Recht nicht ein, da eine
Verä
nderung der Verhältnisse
nicht
glaubhaft gemacht wurde. Die angefochtene Verfügung vom 19. November 2024 (Urk. 2) ist folglich nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der dagegen erho
benen Beschwerde führt.
6
.
6
.1
D
er
Beschwerdeführer ersucht um die Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung (Urk.
4
S.
2).
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Vorausset
zungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechts
vertretung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche Vertretung notwendig oder doch geboten ist (Art. 29 Abs. 3 BV; BGE 135 I 1 E. 7.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_686/2020 vom 1
1.
Januar 2021 E. 1).
6
.2
Die finanzielle Bedürftigkeit ist angesichts des Bezugs von Sozialhilfeleistungen erstellt (
Urk.
9
).
6
.3
Weiter ist zu prüfen, ob das Begehren nicht aussichtslos ist.
Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Begehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren unge
fähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei vernünf
tiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet. Ob im Einzelfall genügende Erfolgsaussichten bestehen, beurteilt sich aufgrund einer vorläufigen und summa
rischen Prüfung der Prozessaussichten, wobei die Verhältnisse im Zeit
punkt der Einreichung des Gesuchs massgebend sind (BGE 142 III 138 E. 5.1
m.w.H
.).
Der Beschwerdeführer
stützt seine Beschwerde in medizinischer Hinsicht auf d
ie
Bericht
e
seines Hausarztes
med.
pract
.
F.___
, welche
bloss
bereits
Aktenkundiges dokumentieren
. Dass sich damit eine anspruchsrelevante Veränderung des Gesundheits
zustandes nicht
glaubhaft machen
lässt, konnte dem
rechtlich
vertre
tenen Beschwerdeführer nicht verborgen bleiben.
Ebenso
hätte für ihn ersichtlich sein
sollen
, dass in Bezug auf die Eingliederungsmassnahmen keine relevante Veränderung vorliegt.
Aufgrund dieser Akten- und Rechtslage müssen die Gewinn
aussichten als beträchtlich geringer als die Verlustgefahren betrachtet werden und ist das Begehren des Beschwerdeführers deshalb kaum als ernsthaft zu bezeichnen. Entsprechend ist seine Beschwerde als offensichtlich aussichtslos anzusehen und das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung
zufolge Aussichtslosigkeit abzuweisen.
6.4
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu beurteilen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Sie sind ermessensweise auf Fr. 500.-- anzusetzen und ausgangsgemäss
dem
unterliegenden
Beschwerdeführer
aufzuerlegen.
Das Gericht beschliesst:
Das Gesuch des Beschwerdeführers vom
6.
Januar 2025 um Gewährung der unentgelt
lichen Prozessführung wird abgewiesen,
und
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
500
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
de
m
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Stadt Zürich Soziale Dienste
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift
der
beschwerdeführenden
Partei oder ihrer Rechtsvertretung
zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
PhilippO'Hara