# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e0eae12-edcc-5cb3-b4f3-93f7989031a9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 04.11.2022 UV 2021/85
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2021-85_2022-11-04.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/85

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 03.02.2023

Entscheiddatum: 04.11.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 04.11.2022
Art. 6 Abs. 1 UVG, Art. 4 ATSG. Verneinung eines Unfalls. Die vom 
Beschwerdeführer geltend gemachten Befunde an der Schulter können nicht 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das von ihm geltend gemachte 
Ereignis zurückgeführt werden. Art. 6 Abs. 2 UVG. Verneinung des 
Vorliegens einer unfallähnlichen Körperschädigung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. November 2022, UV 
2021/85).

Entscheid vom 4. November 2022

Besetzung

Präsidentin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Jeannine Wiessner-

Bodmer

Geschäftsnr.

UV 2021/85

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Mark A. Glavas, MLaw, Advokatur Glavas AG, 

Dorfstrasse 33, 9313 Muolen,

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gegen

Helsana Unfall AG, Recht & Compliance, Postfach, 8081 Zürich Helsana,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war vom 1. November 2017 bis 31. Januar 2021 

im technischen Dienst der Klinik B.___ tätig und dadurch bei der Helsana Unfall AG 

(nachfolgend: Helsana) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie 

Berufskrankheiten versichert. Mit Bagatellunfallmeldung UVG vom 4. November 2020 

meldete die Arbeitgeberin, der Versicherte habe am 31. Oktober 2020 beim Verstellen 

der Kopflehne eine Bewegungsblockade erlitten und sich einen Riss in der linken 

Schulter zugezogen (UV-act. 1).

A.a. 

Zur Erstbehandlung hatte sich der Versicherte am 3. November 2020 zu Dr. med. 

C.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, begeben (UV-act. 17), welcher eine MRT-

Untersuchung des linken Schultergelenks in der Radiologie D.___ veranlasste. Die MR-

Arthrographie vom 6. November 2020 zeigte laut Bericht des Radiologen Dr. med. 

E.___ einen offenbar rezentrierten Status nach ventroinferiorer Schulterluxation mit 

flacher Hill-Sachs-Impression am posterolateralen Humeruskopf und einer Perthes-

Läsion des ventralen Labrums sowie weiteren Neben-/Detailbefunden (UV-act. 13).

A.b. 

Vom 4. bis 6. Februar 2021 war der Versicherte in der Klinik F.___ hospitalisiert, 

wo durch Dr. med. G.___ eine arthroskopische Labrum-Resektion mit Débridement der 

langen Bicepssehne sowie eine offene Stabilisation der linken Schulter in der Latarjet-

Technik vorgenommen wurde (UV-act. 9, 11). Die Helsana hatte am 28. Januar 2021 

A.c. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 3/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

dazu Kostengutsprache für den Aufenthalt in der Privat-Abteilung erteilt (UV-act. 7, vgl. 

auch Kostengutsprachegesuch vom 27. Januar 2021 [UV-act. 8]).

Am 26. März 2021 nahm der beratende Arzt der Helsana, Dr. med. H.___, Facharzt 

für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, zum 

Versicherungsfall Stellung. Gestützt auf die Unterlagen kam er zum Schluss, dass eine 

Listenverletzung gemäss Gesetz (eine Verrenkung von Gelenken) vorliege, es sich aber 

nicht um eine frische Verletzung handle. Beim betroffenen Körperteil liege ein 

Vorzustand vor. Das MRI beschreibe eine SLAP III Läsion und eine 

Synovialzottenhypertrophie im Rezessus axillaris. Zeichen einer traumatischen 

Verursachung vor allem am vorderen Glenoid würden fehlen. Die festgestellte 

Listenverletzung sei vorwiegend auf eine Abnützung zurückzuführen. Ein natürlicher 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 31. Oktober 2020 und den erhobenen 

Befunden/Diagnosen beurteilte der beratende Arzt nur als möglich (UV-act. 16).

A.d. 

Am 6. April 2021 informierte die Helsana den Versicherten telefonisch über die 

Beurteilung ihres beratenden Arztes. Sie erklärte weiter, dass es sich beim gemeldeten 

Ereignis vom 31. Oktober 2020 nicht um einen Unfall im Sinne des Gesetzes handle. 

Darauf erwähnte der Versicherte, er habe gegenüber seiner ehemaligen Arbeitgeberin 

eigentlich zwei Ereignisse geltend gemacht, aber die Personalabteilung habe ihm 

geraten, nur das letzte Ereignis anzugeben. Beim ersten Ereignis habe er sich beim 

Training mit seinem eigenen Körpergewicht (Street Working) übernommen und 

festgestellt, dass etwas mit der Schulter nicht in Ordnung sei (UV-act. 21).

A.e. 

Mit Verfügung vom 6. April 2021 verneinte die Helsana einen Anspruch auf 

Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung, da der Zusammenhang 

zwischen den gesundheitlichen Beschwerden und dem Unfall nicht nachgewiesen sei. 

Entgegenkommenderweise übernehme sie aber die Kosten für den Spitalaufenthalt in 

der privaten Abteilung als Folge der Operation vom 4. Februar 2021, für welchen sie 

fälschlicherweise Kostengutsprache erteilt habe (UV-act. 18).

A.f. 

Gegen die Verfügung vom 6. April 2021 liess der Versicherte durch seine 

Rechtsschutzversicherung am 29. April 2021 vorsorglich Einsprache erheben (UV-act. 

B.a. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 4/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.  

25). Am 17. Mai 2021 reichte die Rechtsschutzversicherung eine am selben Tag 

verfasste chirurgisch-versicherungsmedizinische Beurteilung von Dr. med. I.___, 

Fachärztin für Chirurgie, MAS Versicherungsmedizin, FA Vertrauensärztin SGV, ein (UV-

act. 28, 30). In einem Schreiben hielt der Versicherte erneut fest, er habe aufgrund der 

Empfehlung der Personalabteilung seiner damaligen Arbeitgeberin nur das Datum des 

letzten Vorfalles bezüglich der Schulterverletzung angegeben. Die zwei vorherigen 

Schadensereignisse der Schulter seien nicht mitgeteilt worden (UV-act. 26).

Mit Stellungnahme vom 25. Oktober 2021 beurteilte Dr. H.___, es sei ohne Zweifel 

von einem Vorzustand im Sinne einer Schulterluxation vor dem Ereignis vom 31. 

Oktober 2020 auszugehen. Daraus resultiere, dass zum Zeitpunkt des Ereignisses vom 

31. Oktober 2020 eine Schulterinstabilität bereits vorgelegen habe. In Folge des 

Ereignisses vom 31. Oktober 2020 könnten keine frischen, strukturell traumatischen 

Läsionen belegt werden. Eine Listendiagnose als Folge des Ereignisses vom 31. 

Oktober 2020 liege ebenfalls nicht vor (UV-act. 32).

B.b. 

Die Helsana wies die Einsprache mit Entscheid vom 9. November 2021 ab. Zur 

Begründung hielt sie fest, es sei weder ein Unfall im Rechtssinne gegeben, noch wäre 

bei Annahme eines Unfalls die Kausalität zwischen jenem und dem 

Gesundheitsschaden zu bejahen. Vielmehr sei davon auszugehen, dass mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit an der linken Schulter ein Vorzustand bestehe. Es 

liege jedoch gerade keine richtungsgebende Verschlimmerung vor. Es bestehe folglich 

kein hinreichender natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 

31. Oktober 2020 und den geltend gemachten Beschwerden. Nachdem es sich nicht 

um einen Unfall im Sinne des Gesetzes handle, müsse geprüft werden, ob eine 

unfallähnliche Körperschädigung vorliege. Diesbezüglich kam die Helsana zum 

Schluss, dass der Versicherte keine Listendiagnose erlitten habe. Aber selbst wenn von 

einer solchen ausgegangen würde, sei ausreichend erstellt, dass diese vorwiegend auf 

Abnützung und Erkrankung zurückzuführen sei (UV-act. 33).

B.c. 

Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde von 

Rechtsanwalt M. A. Glavas für den Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) vom 

13. Dezember 2021. Der Rechtsvertreter beantragt die Aufhebung des angefochtenen 

C.a. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 5/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.  

Entscheids und die Übernahme der Unfallversicherungsleistungen durch die Helsana 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin). Eventualiter sei die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie weitere Abklärungen (zum 

Unfallhergang und zur Unfallkausalität) veranlasse; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2022 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. G 3).

C.b. 

Mit Replik vom 17. März 2022 und Duplik vom 21. März 2022 halten die Parteien 

an ihren Anträgen fest (act. G 5 und 7).

C.c. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

C.d. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für das gemeldete Ereignis 

vom 31. Oktober 2020 und die beim Beschwerdeführer in der Folge ärztlich 

behandelten Gesundheitsstörungen im Bereich der linken Schulter, insbesondere die 

am 4. Februar 2021 an der linken Schulter operativ therapierten 

Gesundheitsschädigungen, leistungspflichtig ist. Bezüglich eines Antrags auf 

Versicherungsleistungen für die anlässlich des Telefongesprächs vom 6. April 2021 

geltend gemachten, im Rahmen eines Trainings mit dem eigenen Körpergewicht (Street 

Workout) aufgetretenen Schulterprobleme (vgl. UV-act. 21) ist festzuhalten, dass dieser 

Vorfall nicht Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids und somit 

vorliegend nicht Anfechtungsgegenstand ist (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1). Im Übrigen ist 

dazu auch keine Unfallmeldung aktenkundig, wie sie Art. 45 des Bundesgesetzes über 

die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) zwingend vorsieht. Folglich ist nicht darauf 

einzutreten.

1.1. 

Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der 

Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des 

1.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 6/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und 

adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (André Nabold, 

N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 

[nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-

Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler 

Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre 

Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer 

[Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 

2012, S. 53 ff.).

Die Unfallkausalität bildet Anspruchsvoraussetzung für sämtliche 

Versicherungsleistungen der Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und 

adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (KOSS UVG-

Nabold, N 48 ff. zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 63 ff. zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf 

Angaben medizinischer Sachverständiger angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten 

Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den 

von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53 

zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58). Im 

Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung 

des Unfallversicherers praktisch keine Rolle (vgl. BGE 117 V 365 E. 5d/bb mit 

Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; BGE 118 V 291 f. E. 3a). Sind dagegen die 

Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige 

Adäquanzbeurteilung durchzuführen.

1.3. 

Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung 

des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz 

und - im Beschwerdefall - das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 

annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht 

hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 

Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht 

1.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 7/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.  

(BGE 138 V 221 f. E. 6 mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine 

Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien 

tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift indessen erst Platz, wenn es sich als 

unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer 

Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit 

für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 221 f. E. 6 mit Hinweisen).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Bezüglich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 

3a mit Hinweisen). Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärztinnen und Ärzten einholen, können 

beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu 

stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 

vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt in Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Die Tatsache allein, 

dass der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, 

lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es 

bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit 

der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee).

1.5. 

Vorab stellt sich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin das vom 

Beschwerdeführer gemeldete Ereignis vom 31. Oktober 2020 zu Recht nicht als Unfall 

anerkannt hat.

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 8/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gemäss Bagatellunfall-Meldung vom 4. November 2020 trat beim 

Beschwerdeführer am 31. Oktober 2020 beim "Kopflehne verstellen" eine 

Bewegungsblockade an der linken Schulter ein (UV-act. 1). Im Bericht des Radiologen 

Dr. E.___ vom 6. November 2020 wird unter der Rubrik "Indikation" ausgeführt, nach 

einem ruckartigen Runterdrücken der Kopfstütze als Beifahrer beim Fahrer seien bei 

ihm Schulterschmerzen links aufgetreten. Seither habe er zweimal das Gefühl des 

Auskugelns der linken Schulter verspürt (UV-act. 13). Der Hausarzt des 

Beschwerdeführers, Dr. med. C.___, schilderte im Arztzeugnis UVG am 23. März 2021, 

der Beschwerdeführer habe angegeben, unter Schulterschmerzen links nach 

ruckartigem Runterdrücken der Kopfstütze zu leiden (UV-act. 17). Anlässlich des 

telefonischen Kontaktes der Beschwerdegegnerin mit dem Beschwerdeführer am 6. 

April 2021 führte jener aus, die Schulter habe ihm auch schon vor dem gemeldeten 

Ereignis vom 31. Oktober 2020 Probleme bereitet. Dieses Ereignis sei aber der 

Auslöser gewesen, dass er sich in ärztliche Behandlung (inkl. MRI) begeben habe. Beim 

ersten Ereignis habe er sich beim Training mit dem eigenen Körpergewicht (Street 

Workout) übernommen und bereits damals festgestellt, dass mit der Schulter etwas 

nicht in Ordnung gewesen sei (UV-act. 21). Der Hergang des Ereignisses vom 

31. Oktober 2020 an sich ist mithin unbestritten und hat als überwiegend 

wahrscheinlich nachgewiesen zu gelten (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4, 29; Thomas 

Locher/Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 

N. 58 f.; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50; BGE 117 V 360 E. 4a mit Hinweisen). Der Nutzen 

einer zusätzlichen Befragung durch die Beschwerdegegnerin als ergänzendes 

Beweismittel, wie es der Beschwerdeführer im Eventualantrag geltend macht, ist bei 

feststehendem Ereignishergang nicht ersichtlich. Dies zumal der Beschwerdeführer 

auch im Beschwerdeverfahren keine weiteren, unberücksichtigt gebliebenen 

Sachverhaltselemente vorbrachte.

2.2. 

Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende 

Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 

eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur 

Folge hat. Dabei bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit nicht auf die 

Wirkung des äusseren Faktors, sondern auf den Faktor selbst. Ohne Belang für die 

Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls 

schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich gezogen hat (BGE 112 V 202 f. E. 1). 

Ein äusserer Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen 

Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 

im Einzelfall, wobei grundsätzlich nur die objektiven Umstände in Betracht fallen (KOSS 

UVG-Nabold, N 22 zu Art. 6, BSK UVG-Hofer, N 32 ff. zu Art. 6; BGE 134 V 76 E. 4.1 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 9/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und 129 V 404 f. E. 2.1, je mit Hinweisen). Gemäss der Rechtsprechung kann das 

Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors auch in einer unkoordinierten 

Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit 

bzw. des äusseren Faktors erfüllt, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand 

den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst 

hat (BGE 130 V 118 E. 2.1 sowie Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2014, 

8C_783/2013, E. 4.2 je mit Hinweisen). Dies trifft beispielsweise dann zu, wenn die 

versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem Gegenstand anstösst, oder wenn 

sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrbewegung ausführt oder 

auszuführen versucht (Urteil des Bundesgerichts vom 10. April 2014, 8C_783/2013, 

E. 4.2 mit Hinweis). Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche 

äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor - Veränderung zwischen Körper 

und Aussenwelt - ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein 

ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 118 E. 2.1). Dass es tatsächlich zu einem Sturz 

kommt, wird mithin nicht vorausgesetzt. Wo sich eine Schädigung auf das 

Körperinnere beschränkt und sie erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von 

Krankheiten, namentlich von degenerativen Veränderungen eines Körperteils innerhalb 

eines durchaus normalen Geschehensablaufs auftreten kann, muss die unkoordinierte 

Bewegung als unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders sinnfälligen 

Umständen gesetzt worden sein; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel 

in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine 

erhöhte Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht (vgl. BGE 134 V 

80 f. E. 4.3.2.1 mit Hinweisen; KOSS UVG-Nabold, N 32 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 

38 zu Art. 6; Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 40). Weiter bejaht die Rechtsprechung das 

Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors dann, wenn beim Heben oder 

Verschieben einer Last ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt. Ein Beispiel 

hierfür ist das sogenannte Verhebetrauma (KOSS UVG-Nabold, N 33 zu Art. 6; BSK 

UVG-Hofer, N 40 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 42; BGE 116 V 138 f. E. 3b; 

RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2).

Umstritten ist, ob beim vorliegenden Ereignishergang (vgl. Erwägung 2.2) im Sinne 

von Gesetz und Rechtsprechung von einem ungewöhnlichen äusseren Faktor 

auszugehen ist. Dies ist, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, zu verneinen.

2.4. 

Beim Verstellen einer Kopfstütze handelt es sich um einen alltäglichen Vorgang. 

Der Beschwerdeführer macht keinerlei Besonderheiten beim Bewegungsablauf 

geltend, wodurch erkennbar wäre, dass eine unkoordinierte Bewegung erfolgt wäre. Es 

ist eine Erfahrungstatsache, dass eine Schulter geschaffen ist, im alltäglichen 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bewegungsablauf verschiedenste Bewegungen und Kraftaufwendungen zu tolerieren 

bzw. auszuhalten, ohne dass sie Schaden nimmt. Dies ist auch für ein ruckartiges 

Verstellen einer Kopfstütze anzunehmen. Zu prüfen ist weiter, ob die äussere 

Einwirkung durch eine ausserordentliche Kraftanwendung und eine damit verbundene 

Überanstrengung zu bejahen wäre. Die höchstrichterliche Rechtsprechung orientiert 

sich beim Heben und Verschieben von Gegenständen an Gewichten, welche von der 

konkreten Person unter bestimmten Umständen getragen werden können. In Fällen, in 

denen eine den Unfallbegriff erfüllende Überanstrengung verneint wurde, waren die zu 

hebenden Lasten zwischen 50 und 100 kg schwer (Urteil des Bundesgerichts vom 25. 

August 2011, 8C_246/2011, E. 4.4, und 11. Januar 2010, 8C_1029/2009, E. 2.1; Urteile 

des EVG vom 9. Oktober 2003, U 360/02, E 3.4, und 27. Juli 2001, U 7/00, E. 3). Dies 

trifft auf den zu beurteilenden Fall nicht zu, zumal das Gewicht der Kopfstütze 

eigentlich nicht zum Tragen kommt, sondern sich der Kraftaufwand nach dem 

technischen Vorgang des Verschiebens einer Kopfstütze bestimmt und dieser 

keinesfalls als ausserordentlich einzustufen ist. Kommt zum Heben oder Verschieben 

einer Last ein zusätzliches Element hinzu (z.B. Eile, unangepasste Arbeitsposition), das 

zu einer unkoordinierten Bewegung führt (Ausrutschen, Nachgreifen), ist die 

Ungewöhnlichkeit zu bejahen (BSK UVG-Hofer, N 40 zu Art. 6). Aus dem zusätzlichen 

Element der Ruckartigkeit des Verstellens hat sich jedoch - wie bereits erwähnt - keine 

unkoordinierte Bewegung ergeben, die als programmwidrig im Sinne einer 

ungewöhnlichen äusseren Einwirkung auf die linke Schulter des Beschwerdeführers 

gewertet werden kann. Damit ist das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors 

auch im Rahmen einer ausserordentlichen Kraftaufwendung zu verneinen.

Somit ist festzuhalten, dass das Unfallbegriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des 

äusseren Faktors mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht 

erfüllt ist und folglich mangels Unfallereignisses nach Art. 6 Abs. 1 UVG keine 

Versicherungsleistungen geschuldet sind.

2.6. 

Demnach braucht grundsätzlich nicht weiter geprüft zu werden, ob das Ereignis 

vom 31. Oktober 2020 zu einer Gesundheitsschädigung geführt hat, konkret ob der 

beim Beschwerdeführer am 6. November 2020 in der MRI-Untersuchung der linken 

Schulter durch Dr. E.___ erhobene Befund eines rezentrierten Status nach 

ventroinferiorer Schulterluxation mit flacher Hill-Sachs-Impression am posterolateralen 

Humeruskopf und Perthes-Läsion des ventralen Labrums sowie einer 

signalinhomogenen Insertion des mittleren ventralen glenohumeralen Bandes (DD 

Quetsch-Zerrung/Partialriss des ventralen Kapsel-/Bandapparates; vgl. UV-act. 13) 

vorbestanden hat bzw. degenerativ bedingt ist oder ob er in einem natürlichen und 

2.7. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Geschehen vom 31. Oktober 2020 steht 

(vgl. dazu Erwägung 1.2). Selbst wenn trotz obiger Ausführungen von einem Unfall 

auszugehen wäre, wäre jedoch, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, eine 

Leistungspflicht gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG mangels unfallkausaler 

Gesundheitsschädigung zu verneinen.

Der Beschwerdeführer geht von einer Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für 

die Schulterproblematik links aus, wobei er sich auf die Beurteilung von Dr. I.___ vom 

17. Mai 2021 abstützt (UV-act. 30). Diese hielt fest, es sei überwiegend wahrscheinlich 

von einem Vorzustand an der linken Schulter auszugehen (wahrscheinlich eine 

stattgehabte Schulterluxation vor dem 31. Oktober 2020). Zwar sei seltsam, dass der 

Beschwerdeführer wegen der Schulter zuvor nie in ärztlicher Behandlung gewesen sei, 

obgleich er als ehemaliger Mitarbeiter im technischen Dienst gearbeitet und seine 

Tätigkeit die Schulter beansprucht habe. Grundsätzlich erwarte man auch nicht, dass 

das am 4. November 2020 gemeldete Ereignis, welches als Bagatelltrauma zu werten 

sei, zu einer solch ausgedehnten SLAP-Läsion und zu einer Schulterinstabilität führe. 

Daher sei mit Dr. H.___ vom Vorliegen eines relevanten Vorzustandes an der linken 

Schulter auszugehen. Dr. I.___ blieb auch darin mit Dr. H.___ einig, dass eine am 31. 

Oktober 2020 stattgehabte Schulterluxation links MR-tomographisch nicht 

ausgewiesen sei. Dr. G.___ halte in der Stellungnahme vom 30. April 2021 ebenfalls 

dafür, dass es anlässlich des besagten Ereignisses nicht zu einer Luxation, sondern zu 

einer Subluxation der linken Schulter gekommen sei. Weiter könne auch die SLAP-

Läsion in toto nicht dem Bagatelltrauma vom 31. Oktober 2020 zugeordnet werden. 

Nichtsdestotrotz weise die MR-Tomographie vom 6. November 2020 als frisches 

direktes Zeichen einer traumatischen Einwirkung ein schmales subperiostales Ödem/

Hämatom am ventralen Glenoid aus wie auch strukturelle Veränderungen am mittleren 

ventralen glenohumeralen Band im Sinne einer Zerrung des ventralen Kapsel-

Bandapparates. Dadurch sei eine richtungsgebende Verschlimmerung eines 

überwiegend wahrscheinlichen Vorzustandes ausgewiesen (UV-act. 30 S. 3). Dem hält 

Dr. H.___ überzeugend entgegen, für ihn ergebe sich ein unbestreitbarer Widerspruch 

daraus, dass, obwohl Dr. I.___ selbst einen strukturellen Schaden nicht für möglich 

halte, sie das offensichtliche Bagatellereignis aufgrund des im MRI beschriebenen 

Ödems und der strukturellen Veränderungen des glenohumeralen Bandes als 

unfallkausale Veränderungen bewerte. Leider erkläre sie diesen Widerspruch nicht 

näher. Würde man von einer unfallkausalen Läsion ausgehen, wären Zeichen einer 

traumatischen Verursachung, wie z.B. ein Knochenmarködem oder traumatische 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ligamentäre Begleitverletzungen zu fordern gewesen. Ein Ödem sei nicht beweisend für 

eine frische Läsion; ein Hämatom sei kernspintomografisch von einem Ödem nicht zu 

differenzieren. Folglich sei der bildgebende Nachweis einer richtungsgebenden 

Verschlimmerung in der Folge des oben genannten Ereignisses nicht geführt (UV-act. 

32 S. 2). Während Dr. E.___ definierte, es bestehe ein Riss im ventralen und kaudalen 

Labrum mit geringer Abhebung und schmalem subperiostalem Ödem/Hämatom am 

ventralen Glenoid (UV-act. 13), liess er tatsächlich offen, ob es sich um ein Ödem oder 

ein Hämatom handelte. Auch hinsichtlich der von Dr. I.___ angesprochenen Zerrung 

des glenohumeralen Bandes, weist Dr. H.___ nachvollziehbar darauf hin, dass eine 

Zerrung in der Befundung des MRI vom 6. November 2020 nicht zweifelsfrei 

nachgewiesen worden ist. Der Radiologe habe in seinem Befund eine 

"signalinhomogene Insertion des mittleren ventralen glenohumeralen Bandes" 

angeführt. In Bezug auf die Interpretation sei er sich aber nicht sicher gewesen, ob 

differentialdiagnostisch eine Quetsch-Zerrung/ein Partialriss des ventralen Kapsel-/

Band-apparates darunter subsumiert werden könne (UV-act. 32 S. 2).

Insgesamt zeigt sich Einigkeit zwischen den beiden Orthopäden Dres. H.___ und 

I.___, dass von einem Vorzustand im Sinne einer Schulterluxation vor dem Ereignis vom 

31. Oktober 2020 auszugehen ist und auch die SLAP III Läsion diesem Ereignis nicht 

zugeordnet werden kann (UV-act. 16 S. 2, 30 S. 3 und 32 S. 3). Hinsichtlich der im 

Radiologie-Bericht erwähnten Zerrung des ventralen Kapsel-/Bandapparates ist 

festzuhalten, dass es sich nur um eine Differentialdiagnose handelt. Als solche 

bezeichnet man eine Diagnose, die alternativ als Erklärung für die erhobenen 

medizinischen Befunde oder Symptome (Krankheitszeichen) in Betracht zu ziehen ist 

und damit nicht eindeutig feststeht. Wie Dr. H.___ schlüssig festhält, wurde eine 

Zerrung somit nicht zweifelsfrei nachgewiesen und gilt daher nicht als bewiesen (UV-

act. 32 S. 2). In Folge des Ereignisses vom 31. Oktober 2020 konnten zudem keine 

frischen, strukturell traumatischen Läsionen belegt werden (vgl. Dr. H.___: UV-act. 32 

S. 3). Des Weiteren halten beide Orthopäden fest, dass der Unfallhergang gestützt auf 

den (Unfall-)Mechanismus nicht geeignet erscheine bzw. nicht erwarten lasse, derart 

strukturelle Schäden - wie eine Zerrung des ventralen Kapsel-Bandapparates - 

verursachen zu können (vgl. UV-act. 30 S. 2 und 32 S. 2). Gestützt auf diese 

Ausführungen ist folglich mit Dr. H.___ mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die beim Beschwerdeführer nach dem 

Herunterdrücken der Kopfstütze vom 31. Oktober 2020 festgestellten Befunde nicht 

kausal auf dieses Ereignis zurückzuführen sind. Damit erübrigen sich weitere 

medizinische Abklärungen, denn es sind weder Anhaltspunkte für begründete Zweifel 

an der versicherungsinternen Beurteilung von Dr. H.___ ersichtlich noch versprechen 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

solche Abklärungen grössere Klarheit bezüglich der strittigen Kausalität. Auch von dem 

von Dr. I.___ zitierten Bericht von Dr. G.___ vom 30. April 2021 (vgl. UV-act. 30 S. 2), 

der den Akten nicht vorliegt, sind keine weiteren wesentlichen Hinweise zu erwarten, 

weshalb auf eine Einsichtnahme verzichtet werden kann.

Das Ereignis datiert vom 31. Oktober 2020. Einzig die Tatsache, dass der 

Beschwerdeführer zuvor infolge der Schulterprobleme nie einen Arzt aufsuchte, vermag 

keine Unfallkausalität zu begründen. So kann in der blossen zeitlichen Abfolge kein 

konkreter Faktor erkannt werden, aufgrund dessen die Annahme einer traumatisch 

bedingten Schädigung überzeugend erscheinen würde. Der zeitliche Aspekt allein 

reicht jedenfalls nicht aus, um von einer natürlich unfallkausalen organisch strukturellen 

Schädigung auszugehen. Andernfalls würde man sich mit dem blossen Anschein eines 

Beweises bzw. mit der blossen Möglichkeit begnügen und davon ausgehen, dass eine 

gesundheitliche Schädigung schon dann durch einen Unfall verursacht sei, wenn sie 

nach diesem auftrat (vgl. dazu die beweisrechtlich untaugliche Formel "post hoc ergo 

propter hoc" z.B. in Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 96 zu Art. 4; Alfred 

Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 N 1205; 

SVR 2009 UV Nr. 113 [8C_590/2007], S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen).

3.3. 

Nachdem festgestellt worden ist, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf 

Leistungen der Unfallversicherung aus Art. 6 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 4 ATSG 

hat, bleibt zu prüfen, ob eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin aufgrund einer 

Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG besteht.

4.1. 

Auch wenn der Unfallbegriff nicht erfüllt ist, erbringt die Unfallversicherung nach 

Art. 6 Abs. 2 UVG (in der ab 1. Januar 2017 geltenden Fassung) Leistungen beim 

Vorliegen folgender, abschliessend aufgelisteter Körperschädigungen (vgl. dazu KOSS 

UVG-Nabold, N 42 zu Art. 6), sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder 

Erkrankung zurückzuführen sind: a. Knochenbrüche, b. Verrenkungen von Gelenken; c. 

Meniskusrisse; d. Muskelrisse, e. Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. 

Trommelfellverletzungen. Mit Art. 6 Abs. 2 lit. a bis h UVG wird die gesetzliche 

(Kausalitäts-)Vermutung statuiert, dass der Unfallversicherer bei erfüllter 

Listendiagnose leistungspflichtig ist. Dieser kann sich aber von seiner Leistungspflicht 

befreien, wenn er den Nachweis erbringt, dass die Körperschädigung vorwiegend auf 

Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (BGE 146 V 64 ff. E. 8.2.2; Evalotta 

Samuelsson, Neuregelung der unfallähnlichen Körperschädigung, das Beispiel des 

Meniskusrisses, in: SZS 2018 S. 358; Markus Hüsler, Erste UVG-Revision: wichtigste 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Änderungen und mögliche Probleme bei der Umsetzung, in: SZS 2017 S. 33). Der 

Gegenbeweis gilt gemäss der Rechtsprechung als erbracht, wenn die Listendiagnose 

zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung beruht (BGE 146 V 64 E. 8.2.2.1 mit 

Hinweisen).

Zur Feststellung bzw. Beurteilung der medizinischen Verhältnisse - dem 

Vorhandensein einer Listenverletzung sowie der Tatfrage, ob die Schädigung 

vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist - ist die 

rechtsanwendende Behörde auf eine sorgfältige Abklärung angewiesen, worin sich die 

medizinischen Fachpersonen zum Gesundheitsschaden sowie zu den Wirkanteilen 

äussern müssen (vgl. BGE 146 V 69 f. E. 8.6; BSK UVG-Hofer, N 58 f. zu Art. 6; 

Samuelsson, a.a.O., S. 343, 357 f.; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 84).

4.3. 

In BGE 146 V 51 prüfte das Bundesgericht, ob es als Notbehelf für denselben 

Gesundheitsschaden eine subsidiäre Haftung nach Art. 6 Abs. 2 UVG gebe, wenn 

Unfallfolgen verneint würden. Im vorliegenden Fall wurde der Beweis nicht erbracht, 

dass das Ereignis vom 31. Oktober 2020 - wäre es überhaupt als Unfall im Sinne des 

Gesetzes zu betrachten - eine Schulterluxation, eine SLAP III Läsion oder eine Zerrung 

des glenohumeralen Bandes verursacht hat (vgl. Erwägung 3), wobei zumindest die 

SLAP III Läsion ohnehin keine unfallähnliche Körperschädigung wäre (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 28. Januar 2014, 8C_835/2013, E. 4.3). Damit ist jedoch 

gleichzeitig auch erstellt, dass die einzig nachgewiesene Listenverletzung, nämlich die 

Schulterluxation (vgl. wiederum Erwägung 3), vorwiegend, d.h. zu mehr als 50%, auf 

Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist, zumal es keinen Hinweis auf ein nach 

dem Ereignis vom 31. Oktober 2020 eingetretenes initiales Ereignis gibt, wie es auch 

für die unfallähnliche Körperschädigung gefordert wird (vgl. dazu Urteil des 

Bundesgerichts vom 24. September 2019, 8C_22/2019, E. 8.6 mit Hinweisen), das 

Anlass zu Weiterungen geben könnte. Die Vermutung der Leistungspflicht gemäss Art. 

6 Abs. 2 UVG in der seit 1. Januar 2017 geltenden Fassung ist demnach umgestossen 

und die Beschwerdegegnerin von ihrer Leistungspflicht befreit. Wie im obgenannten 

Bundesgerichtsurteil festgestellt (insbesondere E. 9) erübrigt sich bei einem fehlenden 

natürlichen Kausalzusammenhang zwischen einem Unfallereignis im Sinne von Art. 4 

ATSG und einer Listenverletzung eine Prüfung der Leistungspflicht nach Art. 6 Abs. 2 

UVG, jedenfalls solange kein anderes initiales Ereignis als Verletzungsursache in Frage 

kommt.

4.4. 

Im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 31. Oktober 2020 steht somit nur noch 

die von Dr. G.___ im Bericht vom 30. April 2021 erwähnte Schultersubluxation links zur 

Diskussion. Gemäss Dr. G.___ war es im Rahmen des besagten Ereignisses nicht zu 

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.

Der Eventualantrag, die Beschwerdegegnerin habe zumindest bis zum Schreiben vom 

22. März 2021 Leistungen zu erbringen (act. G 1, III., 13.), dringt nicht durch. Wie in den 

obigen Erwägungen ausgeführt, fehlt ein Rechtsgrund für eine Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin, weshalb diese nicht leistungspflichtig ist. Mit dem Schreiben 

vom 28. Januar 2021 erteilte die Beschwerdegegnerin lediglich Kostengutsprache für 

den Spitalaufenthalt des Beschwerdeführers (Behandlungskosten für die Unfallfolgen 

nach UVG in der Privat-Abteilung) mit Eintritt vom 4. Februar 2021. Die entsprechenden 

Leistungen hat sie unbestrittenermassen erbracht. Eine weitergehende Anerkennung 

zur Übernahme von Heilkosten und Taggeldern ist nicht ergangen. Somit ist auch 

dieser Antrag abzuweisen.

6.

Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 9. November 2021 

nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen, soweit 

darauf einzutreten ist. Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG 

keine zu erheben (vgl. dazu Art. 61 lit. f  ATSG). Ausgangsgemäss hat der 

Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG).

7.  

Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, wird der Entscheid für diese stellvertretend 

von einem mitwirkenden Richter unterzeichnet (Art. 39ter Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

einer Luxation, sondern zu einer Subluxation der linken Schulter gekommen (UV-act. 

30 S. 2). Die Schulter-Subluxation gehört nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung jedoch nicht zu den unfallähnlichen Körperschädigungen (vgl. Urteile 

vom 4. Februar 2013, 8C_909/2012, E. 5.2, vom 29. Januar 2009, 8C_552/2008, E. 6.1, 

vom 27. Februar 2009, 8C_1029/2009, E. 2.3, vom 27. Februar 2009, 8C_1000/2008, 

E. 2.3, und vom 12. April 2000 U 110/99, E. 4). Damit ist davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer anlässlich des Ereignisses vom 31. Oktober 2020 keine 

unfallähnliche Körperschädigung erlitten hat, weshalb eine Leistungspflicht nach Art. 6 

Abs. 2 UVG zu verneinen ist.

bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 04.11.2022
	Art. 6 Abs. 1 UVG, Art. 4 ATSG. Verneinung eines Unfalls. Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Befunde an der Schulter können nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das von ihm geltend gemachte Ereignis zurückgeführt werden. Art. 6 Abs. 2 UVG. Verneinung des Vorliegens einer unfallähnlichen Körperschädigung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. November 2022, UV 2021/85).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2024-05-26T21:13:46+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen