# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 839538aa-2d73-56e2-8a4f-18323b6e654f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.07.2009 D-6560/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6560-2006_2009-07-29.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6560/2006/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  J u l i  2 0 0 9

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz),
Richter Daniel Schmid, Richter Gérard Scherrer; 
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

A._______ Iran,
vertreten durch Susanne Sadri, Asylhilfe Bern, 
Bahnhöheweg 44, 3018 Bern,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
vormals Bundesamt für Flüchtlinge (BFF),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFF 
vom 1. Oktober 2003 / N_______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6560/2006

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer – ein iranischer Staatsangehöriger kurdischer 
Ethnie  –  verliess  nach  eigenen  Angaben  seinen  Heimatstaat  am 
10. Oktober 2001 und gelangte über die Türkei am 8. November 2001 
illegal in die Schweiz, wo er gleichentags in der B._______ ein Asyl-
gesuch einreichte.

B.
Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  brachte  der  Beschwerdeführer 
anlässlich  der  Befragung  in  der  Empfangsstelle  vom  26.  November 
2001 und der Anhörung durch die zuständige kantonale Behörde vom 
1. Februar 2002 im Wesentlichen vor, er sei im Iran seit 1999 ein Mit-
glied  der  C.________  gewesen  und  habe  mit  Unterstützung  seines 
Cousins  D.________  im  Iran  und  im  Irak  kurdisches 
Propagandamaterial  und  Informationen  verteilt.  Eines  Tages  sei  die 
iranische  Polizei  -  mit  seinem  an  Handschellen  gefesselten  Cousin 
D._______  -  bei  ihm  zu  Hause  aufgetaucht,  indessen  sei  ihm  die 
Flucht gelungen und er habe sich in der Folge bis zu seiner Ausreise 
am 10. Oktober 2001 in den Bergen versteckt gehabt, wo er mehrmals 
von seinem Bruder E._______ besucht und mit Essen versorgt worden 
sei. 

Zur  Stützung  seiner  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer  ein 
Schreiben der kurdischen Organisation C.________ samt Übersetzung 
im Original  ein,  worin die Mitgliedschaft  des Beschwerdeführers seit 
1999  bestätigt  und  im  Weiteren  festgehalten  wird,  der  Be-
schwerdeführer werde vom iranischen Regime gesucht.

C.
Mit Verfügung vom 1. Oktober 2003 wies das BFF das Asylgesuch des 
Beschwerdeführers ab, ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz 
an und erachtete den Vollzug als zulässig, zumutbar und möglich.

D.
Mit  Eingabe  seines  damaligen  Rechtsvertreters  vom  3.  November 
2003 an die damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission 
(ARK) erhob der  Beschwerdeführer  -  unter  Einreichung seiner  irani-
schen  Identitätskarte  im  Original  und  eines  weiteren  Bestätigungs-
schreibens der kurdischen Organisation C.________vom 30. Oktober 

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2003  -  Beschwerde  gegen  die  Verfügung  des  BFF  vom  1.  Oktober 
2003.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  wurde  unter  anderem  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65 
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-
tungsverfahren (VwVG, SR 172.021) und um Verzicht auf das Erheben 
eines Kostenvorschusses ersucht. 

E.
Mit Zwischenverfügung vom 3. Dezember 2003 verzichtete der damals 
zuständige Instruktionsrichter der ARK auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses.

F.
In ihrer Vernehmlassung vom 13. Januar 2004 hielt die Vorinstanz an 
ihrer Verfügung vom 1. Oktober 2003 fest und beantragte die Abwei-
sung der Beschwerde, worauf der Beschwerdeführer mit Eingabe sei-
nes damaligen Rechtsvertreters vom 28. Januar 2004 fristgerecht rep-
lizierte.

G.
In  ihrer  Eingabe  vom  23.  Januar  2006  reichte  die  neu  mandatierte 
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eine Besuchskarte der Ehe-
frau des genannten inhaftierten Cousins des Beschwerdeführers na-
mens  D.________  und  eine  Kopie  des  Scheidungsurteils  vom 
F.________  betreffend  den  Beschwerdeführer  ein  und  stellte  das 
Originalurteil in Aussicht. Sie führte aus, aus dem Urteil gehe hervor, 
dass  die  iranischen  Behörden  durch  den  Antrag  der  Ehefrau  auf 
Scheidung vom jetzigen Aufenthaltsort  des Beschwerdeführers sowie 
dessen Beweggründen für die Ausreise erfahren hätten. 

H.
Mit Zwischenverfügung vom 3. Februar 2006 forderte der damals zu-
ständige Instruktionsrichter  den Beschwerdeführer  auf,  die  Originale 
der bisher nur in Kopie eingereichten Dokumente samt Übersetzung 
nachzureichen. 

I.
Mit Eingabe vom 3. März 2006 reichte die Rechtsvertreterin die betref-
fenden Originale und mit Eingabe vom 13. März 2006 die entsprechen-
den Übersetzungen ein. Im Weiteren wurden eine Bestätigung der Mit-
gliedschaft  des  Beschwereführers  bei  der  G._________vom 

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2. Oktober 2005 sowie Fotografien verschiedener Kundgebungen mit 
dem Beschwerdeführer als Teilnehmer eingereicht.

J.
Anlässlich  eines  zweiten  Schriftenwechsels  hielt  die  Vorinstanz  mit 
Stellungnahme  vom  6.  November  2006  an  ihrer  Verfügung  vom 
1. Oktober  2003  fest  und  beantragte  erneut  die  Abweisung  der  Be-
schwerde.

K.
In ihrer Replik vom 20. November 2006 reichte die Rechtsvertreterin 
zur Illustration der exilpolitischen Tätigkeit  des Beschwerdeführers in 
der Schweiz unter anderem eine Kopie der Bewilligung für eine Kund-
gebung vom 21. Juni 2006 sowie für  eine Kundgebung vom 29. Juni 
2006 samt im Internet veröffentlichte Fotografien ein.

L.
Mit  Urteil  vom  H._________10.  September  2007  des  I._________ 
wurde  der  Beschwerdeführer  wegen  Widerhandlung  gegen  das 
Betäubungsmittelgesetz (Besitz von Marihuana zum Eigenkonsum) zu 
einer Busse von Fr. 200.-- verurteilt.

M.
Mit Eingaben vom 12. Dezember 2007 und 15. September 2008 wur-
den unter anderem weitere Kopien von Bewilligungen für mehrere Um-
züge und Kundgebungen in Bern und Genf - mit entsprechenden Foto-
grafien - wie auch Fotografien von einem G_______-Stand in Zürich 
vom  20. Januar  2007  mit  dem  Beschwerdeführer  sowie  die  Kopie 
eines Schreibens der iranischen G.________vom 8. März 2007 an den 
Beschwerdeführer eingereicht.

N.
In  ihrem -  nicht  unterzeichneten -  Schreiben vom 22. Oktober  2008 
reichte  die  Rechtsberatungsstelle  für  Asylsuchende  des  Kantons 
St. Gallen im Namen des Beschwerdeführers eine Mitgliederkarte des 
Beschwerdeführers  der  kurdischen  Organisation  B._________sowie 
ein Schreiben dieses Organisation vom 15. Mai 2002 in Kopie ein.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005  (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen des BFM (Art. 5 VwVG), welche in An-
wendung des Asylgesetzes ergangen sind; das Bundesverwaltungsge-
richt entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgeset-
zes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  bei  der  ARK  am  31.  Dezember  2006  noch  hängigen  Be-
schwerdeverfahren wurden per 1. Januar 2007 durch das Bundesver-
waltungsgericht übernommen und werden durch dieses weitergeführt; 
dabei findet das neue Verfahrensrecht Anwendung (vgl. Art. 53 Abs. 2 
VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht;  der  Be-
schwerdeführer  ist  legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 
50 ff. des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-
tungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021]).  Auf  die  Beschwerde  ist  somit 
einzutreten.

1.4 Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die 
Verletzung von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessen-
heit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2.
Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, 
wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, 
wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit zu einer be-
stimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen 
ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, sol-
chen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten 
namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Mass-
nahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken;  den 
frauenspezifischen  Fluchtgründen  ist  Rechnung  zu  tragen  (Art. 3 
AsylG).

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Die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3  AsylG  erfüllt  eine  asyl-
suchende  Person  nach  Lehre  und  Rechtsprechung  dann,  wenn  sie 
Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat bzw. mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  begründeterweise  be-
fürchten  muss,  welche  ihr  gezielt  und  aufgrund  bestimmter  Verfol-
gungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaat-
liche Akteure zugefügt worden sind bzw. zugefügt zu werden drohen 
(vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts 
[BVGE] 2008/4 E. 5.2 S. 37; EMARK 2006 Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 ff.; 
EMARK  2005  Nr. 21  E. 7  S. 193).  Aufgrund  der  Subsidiarität  des 
flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die Zuerkennung der Flüchtlings-
eigenschaft  ausserdem voraus,  dass  die  betroffene  Person  in  ihrem 
Heimatland  keinen  ausreichenden  Schutz  finden  kann  (vgl.  BVGE 
2008/4  E. 5.2  S. 37 f.; EMARK 2006 Nr. 18 E. 10 S. 201 ff.;  EMARK 
2005 Nr. 21 E. 7.3 S. 194 und E. 11.1 S. 201 f.). Ausgangspunkt für die 
Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeit-
punkt  der  Ausreise  vorhandenen Verfolgung oder  begründete  Furcht 
vor einer solchen. Die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist 
jedoch im Rahmen der Prüfung nach der Aktualität  der Verfolgungs-
furcht ebenfalls wesentlich. Veränderungen der objektiven Situation im 
Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und  Asylentscheid  sind  deshalb  zu-
gunsten und zulasten der  das Asylgesuch stellenden Person zu be-
rücksichtigen  (vgl.  BVGE 2008/4  E. 5.4  S. 38  f.;  EMARK 2000  Nr. 2 
E. 8a S. 20;  WALTER STÖCKLI,  Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.],  Ausländerrecht,  Basel/Bern/Lausanne  2009,  Rz. 11.17  und 
11.18;  WALTER KÄLIN,  Grundriss  des  Asylverfahrens,  Basel/Frankfurt 
a.M. 1990, S. 135 ff.).

Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn 
die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in 
wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch-
te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

3.
3.1 Die Vorinstanz erachtete in ihrer angefochtenen Verfügung die Vor-
bringen des Beschwerdeführers insgesamt als unglaubhaft.

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Sie führte aus, zum Einen sei die Schilderung des Beschwerdeführers, 
wonach ihm, nachdem die Polizei an die Haustüre geklopft und er die-
ser die Türe geöffnet habe, die Flucht gelungen sei, obwohl er dabei 
unter anderem eine drei Meter hohe Mauer habe überwinden müssen 
(vgl. BFM-Protokoll A2, S. 4; A6, S. 5 und 7), auffallend realitätsfremd 
ausgefallen. Zum Anderen habe der Beschwerdeführer im Verlauf der 
kantonalen Anhörung davon abweichend ausgesagt, er habe die Türe 
nicht geöffnet,  sondern habe vielmehr mit Blick aus dem Fenster die 
Polizei  und seinen gefesselten Cousin erkannt,  weshalb er  anschlie-
ssend, unter anderem über die drei Meter hohe Mauer, geflüchtet sei 
(vgl. A6,  S. 7). Im Weiteren habe der Beschwerdeführer angegeben, 
sein Bruder habe ihn während seines achttägigen Aufenthaltes in den 
Bergen  jeweils  nach  Mitternacht  insgesamt  fünfzehn  Mal  in  seinem 
Versteck aufgesucht (vgl. A6, S. 9), womit der  Beschwerdeführers von 
seinem Bruder zweimal pro Nacht aufgesucht worden wäre, was nicht 
nachvollziehbar sei. Schliesslich sei das vom Beschwerdeführer einge-
reichte  Schreiben  der  kurdischen Organisation  B.________  vom 15. 
Mai  2002,  worin  unter  anderem  die  geltend  gemachte  behördliche 
Suche  nach  dem  Beschwerdeführer  behauptet  werde,  zur  Stützung 
der Vorbringen nicht geeignet.

3.2 In  seiner  Beschwerde hielt  der  damalige  Rechtsvertreter  im Zu-
sammenhang mit den von der Vorinstanz hervorgehobenen Unglaub-
haftigkeitselementen unter anderem fest, das Hinunterspringen von ei-
ner drei Meter hohen Mauer berge zwar ein Risiko in sich, jedoch er-
scheine  es  nachvollziehbar,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  ange-
sichts der drohenden Gefahr dazu entschlossen habe. Zum Anderen 
sei der Beschwerdeführer in der Nacht von seinem Bruder aufgesucht 
worden, weil  zu dieser Tageszeit  das Risiko, von den Behörden ent-
deckt zu werden, geringer gewesen sei; diese Besuche seien auch nö-
tig gewesen, um die Ausreise zu organisieren. Aus diesen Gründen er-
scheine das  Verhalten  des  Beschwerdeführers  entgegen  der  Auffas-
sung der  Vorinstanz  durchaus nachvollziehbar. Schliesslich  wies  der 
Rechtsvertreter  auf  ein  mit  der  Beschwerde  eingereichtes  Bestäti-
gungsschreiben  der  kurdischen  Organisation  B._______vom  30. 
Oktober  2003  samt  Übersetzung  in  englischer  Sprache  hin,  worin 
unter  anderem  festgehalten  werde,  dass  der  Beschwerdeführer 
Mitglied  dieser  Organisation  sei  und  deswegen  von  den  iranischen 
Behörden gesucht werde. 

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3.3 In ihrer Vernehmlassung vom 13. Januar 2004 hielt die Vorinstanz 
zur Entgegnung in der Beschwerde fest, die Unglaubhaftigkeit der gel-
tend gemachten Flucht ergebe sich insbesondere aus der Schilderung 
des Beschwerdeführers, ihm sei, nachdem die Polizei an die Haustüre 
geklopft und er dieser die Türe geöffnet habe, die Flucht gelungen, ob-
wohl er dabei unter anderem eine drei Meter hohe Mauer habe über-
wunden müssen,  weshalb die Entgegnung in der Beschwerde daran 
nichts zu ändern vermöge. Zum Anderen habe der Beschwerdeführer, 
wie bereits  im angefochtenen Entscheid festgehalten,  im Verlauf  der 
kantonalen Anhörung davon abweichend ausgesagt, er habe die Türe 
nicht geöffnet,  sondern habe vielmehr mit Blick aus dem Fenster die 
Polizei  und seinen gefesselten Cousin erkannt,  weshalb er  anschlie-
ssend, unter anderem über die drei Meter hohe Mauer, geflüchtet sei . 
Schliesslich  sei  das  mit  der  Beschwerde  eingereichte  Bestätigungs-
schreiben  der  kurdischen  Organisation  B.________vom  30.  Oktober 
2003, wie bereits jenes vom 15. Mai 2002, zur Stützung der Vorbringen 
nicht geeignet. 

3.4 Im  Rahmen eines  zweiten  Vernehmlassungsverfahrens  wies  die 
Vorinstanz  im  Zusammenhang  mit  dem  mit  Eingabe  vom  13.  März 
2006 im Original  eingereichten Scheidungsurteils  vom E._______be-
treffend den Beschwerdeführer darauf hin, der Beschwerdeführer habe 
im  Rahmen  der  Anhörungen  mehrmals  angegeben,  er  habe  in  der 
Heimat  einen  Sohn,  indessen  sei  im  Scheidungsurteil  mehrfach  die 
Feststellung enthalten, die Ehe sei kinderlos verlaufen. Im Weiteren sei 
nicht  nachvollziehbar,  warum  der  Beschwerdeführer  das 
Scheidungsurteil  vom  E.________  erst  auf  Beschwerdeebene  im 
Jahre 2006 eingereicht habe. Schliesslich sei festzuhalten, dass eine 
begründete  Furcht  des  Beschwerdeführers  vor  künftiger  Re-
flexverfolgung wegen seines seit  dem 24. Juni 1999 als anerkannter 
Flüchtling in der Schweiz lebenden Bruders K.________ zu verneinen 
sei, habe der Beschwerdeführer doch anlässlich der Anhörungen nie 
geltend  gemacht,  wegen  seines  Bruders  Behelligungen  ausgesetzt 
gewesen zu sein oder solche zu befürchten. 

3.5 In ihrer Replik vom 20. November 2006 entgegnete die Rechtsver-
treterin,  nach dem islamisch-iranischen Familienrecht habe der Vater 
nur die Obhut über die Kinder, daher vermute der Beschwerdeführer - 
nach dessen Angaben zwischen seinem Vater und der Ex-Ehefrau vor 
dem Scheidungsantrag eine Vereinbarung über seinen Sohn getroffen 
worden sei - dass seine geschiedene Ehefrau, welche nochmals heira-

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ten möchte, dem Gericht gegenüber das Kind bewusst verschwiegen 
habe.  Der  Beschwerdeführer  sei  sich  der  Notwendigkeit  der  Einrei-
chung  des  Gerichtsurteils  vom (....)  erst  durch  den  Kontakt  mit  der 
Rechtsvertreterin  bewusst  worden,  weshalb  er  dieses  erst  jetzt  auf 
Beschwerdeebene eingereicht habe.

3.6 Aus den obenstehenden Erwägungen ergibt sich, dass das BFM 
die Vorbringen des Beschwerdeführers, als - seit 1999 aktives -  Mit-
glied  der  B._________mit  Unterstützung  seines  Cousins  C._______ 
im Iran und im Irak kurdisches Propagandamaterial und Informationen 
verteilt  zu  haben  und  nach  der  Verhaftung  von  C._______einer 
drohenden  Festnahme  entkommen  zu  sein,  zu  Recht  als  nicht 
glaubhaft erachtet hat. 

Mit  der Vorinstanz ist  festzustellen,  dass die Darstellung der geltend 
gemachten Flucht vor der Polizei und des nachfolgenden Aufenthaltes 
in einem Versteck in den Bergen teils realitätsfremd, teils widersprüch-
lich ausgefallen ist. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann auf die 
zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen 
werden. 

Die Erklärung in der Beschwerde, wonach das Hinunterspringen von 
einer drei Meter hohen Mauer zwar ein Risiko in sich berge, es jedoch 
nachvollziehbar  erscheine,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  ange-
sichts der drohenden Gefahr dazu entschlossen habe, vermag die gel-
tend gemachte Flucht nicht realistischer erscheinen zu lassen, ergibt 
sich deren Unglaubhaftigkeit doch insbesondere aus der Schilderung 
des Beschwerdeführers, ihm sei, nachdem die Polizei an die Haustüre 
geklopft und er dieser die Türe geöffnet habe, die Flucht gelungen, ob-
wohl er dabei unter anderem eine drei Meter hohe Mauer habe über-
wunden müssen. Im Weiteren stellte  das BFM in der  angefochtenen 
Verfügung  zutreffend  fest,  der  Beschwerdeführer  habe  angegeben, 
sein Bruder habe ihn während seines achttägigen Aufenthaltes in den 
Bergen  jeweils  nach  Mitternacht  insgesamt  fünfzehn  Mal  in  seinem 
Versteck aufgesucht (vgl. A6, S. 9), womit der Beschwerdeführer von 
seinem Bruder zweimal pro Nacht aufgesucht worden wäre, was tat-
sächlich realitätsfremd ist. Mit der Entgegnung in der Beschwerde, wo-
nach der  Beschwerdeführer  in  der  Nacht  von seinem Bruder  aufge-
sucht worden sei, weil zu dieser Tageszeit das Risiko, von den Behör-
den entdeckt zu werden,  geringer gewesen sei,  vermag nicht  erklärt 

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werden,  weshalb  solche  Besuche  zweimal  in  der  Nacht  hätten 
stattfinden sollen. 

An  dieser  Einschätzung  vermögen die  auf  Beschwerdeebene  einge-
reichten  Bestätigungsschreiben  der  kurdischen  Organisation 
B.________vom  15.  Mai  2002  und  30.  Oktober  2003,  worin  unter 
anderem die Mitgliedschaft des Beschwerdeführers seit 1999 und die 
behördliche  Suche  nach  ihm  bestätigt  wird,  nichts  zu  ändern,  sind 
diese doch vor dem Hintergrund der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen 
wegen der naheliegenden Möglichkeit, dass es sich um reine Gefällig-
keitsschreiben handelt, als wenig beweistauglich zu erachten.

Ebensowenig  ist  die  auf  Beschwerdeebene  im  Original  eingereichte 
Besuchskarte vom 8. Juli 2002, worin die Besuchszeit der Ehefrau des 
inhaftierten  C.________aufgeführt  wird,  geeignet,  die  geltend 
gemachten  Vorbringen  zu  stützen.  Unabhängig  von  der  Frage  der 
Authentizität des Dokumentes, steht zum Einen nicht fest, ob es sich 
bei  C.________,  wie  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemacht, 
tatsächlich  um dessen Cousin handelt,  zum Anderen kann aufgrund 
der Besuchskarte nicht festgestellt  werden, aus welchem Grund sich 
C.________,  sollte  es  sich  tatsächlich  um  den  Cousin  des 
Beschwerdeführers  handeln,  inhaftiert  wurde. Die  alleinige  Tatsache, 
dass  sich  der  angebliche  Cousin  des  Beschwerdeführers  in  Haft 
befindet,  ist  daher  mangels  hinreichendem  Sachzusammenhang  zu 
den Vorbringen  des Beschwerdeführers  vorliegend  nicht  als  relevant 
zu erachten. 

Auch  das  auf  Beschwerdeebene  eingereichte  Scheidungsurteil  vom 
E._______  ist  aufgrund  des  fraglichen  Inhalts  und  der  fraglichen 
Herkunft  zum  Nachweis  der  behördlichen  Suche  nach  dem  Be-
schwerdeführer nicht geeignet. Zum Einen ist mit der Vorinstanz darauf 
hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der Anhörungen 
mehrmals angegeben hat, er habe in der Heimat einen Sohn, indessen 
ist  im Scheidungsurteil  mehrfach die Feststellung enthalten,  die Ehe 
sei  kinderlos verlaufen. Im Weiteren ist  nicht nachvollziehbar, warum 
der Beschwerdeführer das Scheidungsurteil vom E.________ erst auf 
Beschwerdeebene im Jahre 2006 eingereicht hat. Die Entgegnung im 
Rahmen  des  Replikrechts,  wonach  der  Beschwerdeführer  vermute, 
dass seine geschiedene Ehefrau, welche nochmals heiraten möchte, 
dem Gericht gegenüber das Kind bewusst verschwiegen habe, vermag 
nicht zu überzeugen, erscheint es doch nicht realistisch, dass während 

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eines  Scheidungsverfahrens  die  Existenz  eines  Kindes  unentdeckt 
geblieben wäre, insbesondere in Berücksichtigung der Tatsache, dass 
gemäss Scheidungsurteil mehrere Verwandte des Beschwerdeführers 
in  das  Verfahren  einbezogen  worden  waren,  die  wohl  kaum  zum 
Nachteil  des  Beschwerdeführers  ausgesagt  hätten.  Ebensowenig 
vermag  die  Entgegnung,  der  Beschwerdeführer  sei  sich  der 
Notwendigkeit der Einreichung des Gerichtsurteils vom (....) erst durch 
den Kontakt  mit  der  Rechtsvertreterin  bewusst  worden,  die  erst  vier 
Jahre später erfolgte Einreichung des Scheidungsurteils plausibel zu 
erklären. 

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 
nicht glaubhaft darlegen konnte, sich vor seiner Ausreise aufgrund sei-
ner Tätigkeit als Mitglied der kurdischen Organisation B.________der 
drohenden  Festnahme  durch  die  iranischen  Behörden  durch  Flucht 
entzogen zu haben. 

Schliesslich ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass eine begründete 
Furcht  des  Beschwerdeführers  vor künftiger  Reflexverfolgung wegen 
seines  seit  dem  (....)  als  anerkannter  Flüchtling  in  der  Schweiz 
lebenden Bruders K.________ zu verneinen ist, hat der Beschwerde-
führer doch - wie die Vorinstanz zu Recht festhielt - anlässlich der An-
hörungen nie geltend gemacht,  wegen seinem Bruder Behelligungen 
ausgesetzt gewesen zu sein oder solche zu befürchten. 

3.7 Aus den obenstehenden Erwägungen folgt,  dass  eine Vorverfol-
gung des Beschwerdeführers zu verneinen ist.

3.8 Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer durch sein 
politisches Engagement in der Schweiz - namentlich durch seine Mit-
gliedschaft  bei  der  H._______,  sowie  mehrfacher  Teilnahme  an 
Demonstra-tionen und Informationsveranstaltungen -  einen Grund für 
eine zukünftige Verfolgung durch die iranischen Behörden gesetzt hat 
und  damit  die  Flüchtlingseigenschaft  wegen  subjektiver  Nachflucht-
gründe erfüllt.

3.8.1 Subjektive  Nachfluchtgründe  sind  dann  anzunehmen,  wenn 
eine asylsuchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat- oder 
Herkunftsstaat  oder  wegen  ihres  Verhaltens  nach der  Ausreise  eine 
Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Personen mit 
subjektiven  Nachfluchtgründen  erhalten  zwar  gemäss  Art.  54  AsylG 
kein  Asyl,  werden  jedoch  als  Flüchtlinge  vorläufig  aufgenommen 

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(vgl. EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a S. 141 f., mit weiteren Hinweisen).

Der Ausschlussgrund von Art. 54 AsylG ist absolut zu verstehen und 
mithin  unabhängig  davon  anzuwenden,  ob  Nachfluchtgründe  miss-
bräuchlich gesetzt worden sind oder nicht (vgl. EMARK 1995 Nr. 7 E. 7 
S.  66  ff.).  Es  ist  daher  nicht  entscheidend,  welchen  mutmasslichen 
Zweck die asylsuchende Person durch ihre exilpolitischen Tätigkeiten 
zu erreichen versucht hat. Massgebend ist vielmehr, ob die iranischen 
Behörden  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  das  Verhalten  des 
Asylsuchenden als staatsfeindlich einstufen und dieser deswegen bei 
einer Rückkehr in den Heimatstaat eine Verfolgung im Sinne von Art. 3 
Asyl  befürchten  muss.  Es  bleiben  damit  die  Anforderungen  an  den 
Nachweis einer begründeten Furcht massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG).

Nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts beobachten 
die iranischen Behörden seit Jahren die exilpolitischen Aktivitäten ihrer 
Landsleute genau und erfassen diese systematisch. Dabei konzentrie-
ren sie sich vorab auf die Erfassung von Personen, welche über die 
massentypischen und niedrig profilierten Erscheinungsformen exilpoli-
tischer Proteste hinaus Funktionen wahrgenommen und/oder Aktivitä-
ten entwickelt haben, welche die jeweilige Person aus der Masse der 
mit dem Regime Unzufriedenen herausheben und als ernsthaften und 
gefährlichen  Regimegegner  erscheinen  lassen  (vgl.  dazu 
SCHWEIZERISCHE FLÜCHTLINGSHILFE [SFH], Iran: Rückkehrgefährdung für Ak-
tivistInnen  und  Mitglieder  exilpolitischer  Organisationen  –  Informa-
tionsgewinnung iranischer Behörden, Bern 4. April 2006, S. 7, mit Hin-
weisen auf die Rechtsprechung der Asylbehörden einer Auswahl euro-
päischer  Länder).  Zur  Sanktionierung  exilpolitischer  Aktivitäten  dient 
die im Jahre 1996 erfolgte Neufassung des iranischen Strafrechts, wel-
che  die  politische  Betätigung  für  staatsfeindliche  Organisationen  im 
Ausland unter  Strafe stellt,  wobei  bereits  im Rahmen eines entspre-
chenden  staatlichen  Ermittlungsverfahrens  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  gravierende  Übergriffe  zu  befürchten  wären.  Gemäss 
konstanter  Praxis  der  schweizerischen  Asylbehörden  stellt  indessen 
das blosse Einreichen eines Asylgesuches durch iranische Staatsan-
gehörige noch keinen subjektiven Nachfluchtgrund im Sinne von Art. 
54 AsylG dar. Ebensowenig sind die blosse Mitgliedschaft in einer exil-
politischen Organisation oder  die Teilnahme an regimekritischen De-
monstrationen und das hierbei übliche Tragen von Plakaten und Rufen 
von Parolen für sich alleine geeignet, die Flüchtlingseigenschaft zu be-
gründen; für  die  Annahme einer  Verfolgungsgefahr  ist  vielmehr  eine 

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gewisse, über diese Formen des Protestes hinaus gehende Exponiert-
heit  vorauszusetzen,  welche  unter  anderem  in  spezifischen  öffentli-
chen Auftritten sowie publizistischen Aktivitäten, namentlich im Verfas-
sen und Publizieren regimekritischer Texte,  liegen kann. Im Rahmen 
der vorzunehmenden Einzelfalleinschätzung sind dabei insbesondere 
Dauer,  Kontinuität  und  Intensität  der  Tätigkeiten  zu  berücksichtigen 
(vgl. zum Ganzen D-3357/2006 vom 9. Juli 2009 E. 7.4.3. S. 39 f.).

3.8.2 Wie in den vorangegangenen Erwägungen festgestellt  worden 
ist,  hat  der  Beschwerdeführer  weder  eine  Vorverfolgung  aufgezeigt, 
noch vermochte er eine unmittelbar drohende asylrelevante Verfolgung 
nachzuweisen oder glaubhaft  zu machen. Daher steht fest, dass der 
Beschwerdeführer vor dem Verlassen des Heimatlandes, nicht als re-
gimefeindliche  Person  ins  Blickfeld  der  iranischen  Behörden  bezie-
hungsweise der iranischen Nachrichtendienste geraten ist.

Mit  den  auf  Beschwerdeebene  eingereichten  Unterlagen  macht  der 
Beschwerdeführer  geltend,  er  führe  als  aktives  Mitglied  der 
H._______sein  politisches  Engagement  gegen  die  iranische 
Regierung auch im Ausland beziehungsweise in der Schweiz fort. 

Insoweit der Beschwerdeführer geltend macht, sein politisches Enga-
gement gegen die iranische Regierung auch in der Schweiz fortzufüh-
ren, ist festzuhalten, dass den eingereichten Beweismitteln zu entneh-
men ist, dass der Beschwerdeführer im November 2004 und damit erst 
drei Jahre nach seiner Ausreise Mitglied der H._______ geworden ist 
und  erst  seit  Juni  2006  an  mehreren  politischen  Veranstaltungen 
teilgenommen hat. 

Zur Stützung seiner exilpolitischen Tätigkeit  reichte der Beschwerde-
führer mehrere Fotografien von Kundgebungen und Standaktionen ira-
nischer  Exilorganisationen ein,  an  welchen er  teilgenommen hat. In-
dessen ist der Beschwerdeführer auf diesen kaum erkennbar und be-
findet sich ausserdem meist im Hintergrund der Fotos beziehungswei-
se in keiner exponierten Lage, welche auf eine allfällige bedeutende 
Funktion in der genannten Organisation schliessen lassen könnte. Im 
Weiteren wird der Beschwerdeführer  im  Zusammenhang mit  den er-
wähnten Fotografien an keiner Stelle namentlich erwähnt. Auch die al-
leinige  Tatsache,  dass  die  behördlichen  Bewilligungen  an  den  Be-
schwerdeführer gerichtet wurden, lässt nicht zwingend auf eine bedeu-
tende  Funktion  des  Beschwerdeführers  innerhalb  der  Organisation 

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schliessen; im  Weiteren kann mangels gegenteiliger Hinweise davon 
ausgegangen  werden,  dass  der  Name des  Beschwerdeführers  nicht 
an die Öffentlichkeit gelangte.

Mittlerweile  dürften  sich die iranischen Behörden sehr  wohl  bewusst 
sein, dass die exilpolitische Betätigung vieler iranischer Asylbewerber 
nach der Ablehnung ihrer Asylgesuche oft zunimmt beziehungsweise 
intensiviert  wird oder, wie vorliegend, überhaupt erst ab diesem Zeit-
punkt einsetzt, was das geltend gemachte politische Engagement und 
Bewusstsein an sich in einem zweifelhaften Licht erscheinen lässt. Es 
darf darüber hinaus ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass 
die  iranischen  Sicherheitsbehörden  durchaus  in  der  Lage  sind,  zwi-
schen  tatsächlich  politisch  engagierten  Regimekritikern  und  Exilakti-
visten, die es geradezu darauf anlegen, sich durch ihre Aktionen be-
kannt zu machen, zu unterscheiden.

Gesamthaft gesehen kann aufgrund der eingereichten Unterlagen fest-
gestellt  werden,  dass  der  Beschwerdeführer  erst  nach  dreijährigem 
Aufenthalt in der Schweiz erstmals eine exilpolitische Tätigkeit aufge-
nommen hat. Insbesondere ist der Beschwerdeführer in keiner hohen 
und in der Öffentlichkeit exponierten Kaderstelle einer Exilorganisation 
tätig und es bestehen auch keine Anhaltspunkte darauf, dass die irani-
schen Behörden wegen der  erwähnten Aktivitäten ein Strafverfahren 
oder andere behördliche Schritte gegen den Beschwerdeführerin ein-
geleitet hätten. Angesichts der umfangreichen regimekritischen Aktivi-
täten von iranischen Staatsangehörigen im westlichen Ausland und an-
gesichts der weiteren Tatsache, dass die zahlreichen, im übrigen fried-
lichen Propagandaaktionen iranischer Staatsangehöriger in westlichen 
Staaten von den iranischen Sicherheitsbehörden durchaus unter rea-
listischer Einordnung des Interesses ihrer Landsleute interpretiert wer-
den,  im Gastland  nach  Möglichkeit  ein  Aufenthaltsrecht  zu  erhalten, 
besteht  kein  Anlass  zur  Vermutung,  der  Beschwerdeführer  habe  im 
Falle  seiner  Rückkehr  in  den Iran mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit 
mit flüchtlingsrechtlich relevanten Nachteilen zu rechnen.

3.8.3 Das Bundesverwaltungsgericht  geht  deshalb  davon aus,  dass 
insgesamt keine subjektiven Nachfluchtgründe vorliegen, die bei einer 
Rückkehr des Beschwerdeführers in den Iran zu einer für die Flücht-
lingseigenschaft  relevanten Verfolgung führen. Der Beschwerdeführer 
erfüllt somit die Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft auch auf-
grund subjektiver Nachfluchtgründe nicht.

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4.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keine 
Verfolgung oder begründete Furcht vor zukünftiger Verfolgung im Sin-
ne von Art. 3 AsylG glaubhaft machen konnte und nicht als Flüchtling 
anerkannt werden kann. Die Vorinstanz hat somit zu Recht die Flücht-
lingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch 
abgelehnt.

5. Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21).

6.
6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge 
[FK, SR 0.142.30]).

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Gemäss  Art.  25  Abs.  3  BV,  Art.  3  des  Übereinkommens  vom 
10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame, 
unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, 
SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 
1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 
SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-
gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Re-
foulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine 
Rückkehr des Beschwerdeführers in den Iran ist demnach unter dem 
Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner Ausschaffung in den Iran dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-
handlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Ge-
richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr 
("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer 
Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde 
(vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinweisen; EGMR, Ben-
said gegen Grossbritannien, Urteil vom 6. Februar 2001, Recueil des 
arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die allgemeine Menschen-
rechtssituation  im  Iran  lässt  den  Wegweisungsvollzug  zum  heutigen 
Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Ge-
sagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als 
auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 

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Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.5 Vorliegend ist der Vollzug als zumutbar zu erachten, da keine Hin-
weise dafür bestehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr 
in den Iran einer konkreten Gefährdung ausgesetzt wäre. Das Bundes-
verwaltungsgericht erachtet den Wegweisungsvollzug in den Iran ge-
stützt auf die allgemeine Lage als grundsätzlich zumutbar. Der - nach 
eigenen Angaben gesunde - Beschwerdeführer verfügt über ein fami-
liäres Beziehungsnetz und war bis zu seiner Ausreise als Kaufmann 
tätig. Daher ist davon auszugehen, dass er zu seiner Familie zurück-
kehren kann und nicht in eine existenzgefährdende Lage geraten wird. 
Nach dem Gesagten erweist  sich der Vollzug der  Wegweisung auch 
als zumutbar.

6.6 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu erachten ist (Art.83 
Abs. 2 AuG).

7.
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Vorinstanz den Voll-
zug der Wegweisung zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich er-
achtet hat, weshalb eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser 
Betracht fällt(Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich  dem  Beschwerdeführer  als  unterliegender  Partei  aufzuerlegen 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG). Jedoch rechtfertigt es sich vorliegend, auf eine 
Kostenauflage zu verzichten (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 16 Abs. 1 
Bst. a  VGG i.V.m. Art.  6  Bst. b  des  Reglements  vom 11. Dezember 
2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Das Gesuch um Gewährung der 

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unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird 
damit gegenstandslos.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N______ 

(per Kurier; in Kopie)
- (....)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

Versand: 

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