# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b61f973f-a1b8-5deb-82a0-3fe67908cd42
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-20
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 20.02.2015 RU140068
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RU140068_2015-02-20.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: RU140068-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, die   

Oberrichter Dr. H.A. Müller und Dr. M. Kriech sowie  

Gerichtsschreiber lic. iur. A. Baumgartner 

Urteil vom 20. Februar 2015 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 
Präsident des Obergerichtes des Kantons Zürich,  

Beschwerdegegner 

 

betreffend unentgeltliche Rechtspflege 
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Präsidenten des Obergerichts des  
Kantons Zürich vom 12. Dezember 2014 (VO140161-O) 

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Erwägungen: 

 1. a) Mit Eingabe vom 21. November 2014 reichte die Gesuchstellerin und 

Beschwerdeführerin (fortan Gesuchstellerin) beim Beschwerdegegner ein Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Bestellung eines unentgelt-

lichen Rechtsbeistandes für ein bereits eingeleitetes Schlichtungsverfahren ein 

(Urk. 1). 

Mit Urteil vom 12. Dezember 2014 trat der Beschwerdegegner auf das Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht ein und wies das Ge-

such um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands ab (Urk. 10 S. 7 Dis-

positivziffern 1 f.). 

 b) Innert Frist erhob die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 18. Dezember 

2014 Beschwerde gegen vorgenanntes Urteil mit dem sinngemässen Antrag, es 

sei das angefochtene Urteil aufzuheben und für das Schlichtungsverfahren sowie 

das Verfahren vor Arbeitsgericht die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren 

(Urk. 12). 

 2. a) Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und offen-

sichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 

(Art. 320 ZPO). 

 b) Auf die Ausführungen der Gesuchstellerin in ihrer Beschwerdeschrift ist 

nachfolgend nur insoweit einzugehen, als sich dies für die Entscheidfindung als 

notwendig erweist. 

 3. a) Der Obergerichtspräsident führte im angefochtenen Urteil aus, dass im 

beim Friedensrichter anhängigen arbeitsrechtlichen Verfahren der Streitwert unter 

Fr. 30'000.– liegen würde. Aufgrund von Art. 113 Abs. 2 lit. d ZPO sei daher das 

Schlichtungsverfahren kostenlos, weshalb auf das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege nicht einzutreten sei (Urk. 13 S. 2 f. E. 2.2). Das Gesuch um Bestel-

lung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes wies er ab, da ein solcher vorliegend 

im Schlichtungsverfahren nicht notwendig sei. Aufgrund der bekannten Sachlage 

sei davon auszugehen, dass weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht 

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besondere Schwierigkeiten bestehen. Der Sachverhalt sei überschaubar und es 

sei nicht ersichtlich, inwiefern sich bei der Geltendmachung der ausstehenden 

Lohn- und Entschädigungsansprüche besonders komplizierte Rechtsfragen stel-

len könnten. Die Gesuchstellerin lege denn auch nicht konkret dar, worin die 

Komplexität bei der Darlegung der geltend gemachten Ansprüche aus der Kündi-

gung bestehen würden. Im Gesuch werde zwar ausgeführt, bei der Gesuchstelle-

rin handle es sich um eine junge und wenig erfahrene Arbeitnehmerin. Mit ihren 

33 Jahren sei es ihr aber zuzumuten, den dem Verfahren zugrunde liegenden 

Sachverhalt vor der Schlichtungsbehörde darzulegen (Urk. 13 S. 6 E. 2.9). 

 Die Gesuchstellerin führt hierzu in ihrer Beschwerdeschrift aus, dass sie vor 

Schlichtungsbehörde Recht bekommen würde und mittellos sei. Für ein tragfähi-

ges Fundament im späteren Arbeitsgerichtsprozess sei sie auf anwaltlichen Bei-

stand angewiesen, weil sie sich in juristischen Angelegenheiten überhaupt nicht 

auskenne. Sie hätte ohne die Unterstützung ihres Rechtsbeistandes nicht einmal 

gewusst, dass ihr eine Pönale zustehen würde oder die fristlose Kündigung in ih-

rem Falle ungültig sei. Noch hätte sie gewusst, wie ein Antrag für den Friedens-

richter korrekt auszufüllen sei oder dass ihre ehemalige Arbeitgeberin den Lohn 

nicht zurückhalten dürfe. All dies habe ihr ihr Rechtsbeistand mitgeteilt und erklärt 

(Urk. 12). 

 b) Gemäss Art. 326 Abs. 1 ZPO sind im Beschwerdeverfahren neue Anträ-

ge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel ausgeschlossen. Dies 

wird mit dem Charakter der Beschwerde begründet, die sich als ausserordentli-

ches Rechtsmittel auf die Rechtskontrolle beschränkt und nicht das erstinstanzli-

che Verfahren fortsetzen soll. Das Novenverbot ist umfassend und gilt sowohl für 

echte wie auch für unechte Noven (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/ 

Hasenböhler/Leuenberger, Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 

[ZPO], 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Art. 326 N 3 f.). Echte Noven sind neue 

Tatsachen und Beweismittel, die erst nach Abschluss des erstinstanzlichen 

Schriftenwechsels entstanden oder gefunden worden sind. Unechte Noven sind 

neue Tatsachen und Beweismittel, die bereits vor erster Instanz hätten vorge-

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bracht werden können (vgl. Leuenberger, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/ 

Leuenberger, a.a.O., Art. 229 N 5 und 8). 

 Die vorstehenden Ausführungen der Gesuchstellerin wurden erstmals im 

Beschwerdeverfahren vorgebracht (vgl. Urk. 1, Urk. 7). Im Verfahren beim Ober-

gerichtspräsidenten wurde – nachdem dieser die Gesuchstellerin aufgefordert 

hatte, Stellung dazu zu nehmen, weshalb sie die Bestellung einer unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung für das Schlichtungsverfahren als notwendig erachte 

(Urk. 6) – einzig vorgebracht, dass die einzelnen Ansprüche der Gesuchstellerin 

der Dispositionsmaxime unterstehen und von ihr voll bewiesen werden müssten. 

Arbeitsrechtliche Ansprüche aus ungerechtfertigter fristloser Kündigung seien für 

eine junge und noch wenig erfahrene Arbeitnehmerin wie die Gesuchstellerin 

nicht einfach. Sie sei auf anwaltlichen Beistand angewiesen, und dieser sei zwei-

fellos gerechtfertigt (Urk. 7 S. 2 Ziff. 2.2). Hierbei hielt sich der Rechtsbeistand der 

Gesuchstellerin zu allgemein. So ist nicht jede 33 Jahre alte Arbeitnehmerin au-

tomatisch aufgrund ihres Alters nicht in der Lage, ein Schlichtungsgesuch, für 

welches nach relativ kurzer Recherche im Internet Formulare gefunden werden 

können (www.friedensrichter-zh.ch/arbeitsrechtliche_klagen.html, www.stadt-

zuerich.ch/portal/de/index/politik_u_recht/friedensrichteramt/klagen/ 

arbeitsrechtliche_forderungen.html; abgerufen am 19. Februar 2015), aber auch 

mündlich zu Protokoll gegeben werden kann (Art. 202 Abs. 1 ZPO), einzureichen 

und zu begründen. Der Rechtsbeistand hätte ausführen müssen, wieso dies der 

Gesuchstellerin im konkreten Fall nicht möglich sein soll. Als Beweis hier einzig 

die "Notorietät" anzurufen (Urk. 7 S. 2 Ziff. 2.2), genügt nicht, insbesondere auch, 

da eine diesbezügliche Notorietät gar nicht gegeben ist. Zudem zeigte der 

Rechtsbeistand der Gesuchstellerin – wie vom Obergerichtspräsidenten zu Recht 

ausgeführt – auch gar nicht auf, worin die Komplexität bei der Darlegung der gel-

tend gemachten Ansprüche aus der Kündigung bestehe. Die Ausführungen der 

Gesuchstellerin hierzu im Beschwerdeverfahren sind nun im Sinne von Art. 326 

ZPO als verspätet zu betrachten und können daher nicht mehr berücksichtigt 

werden. 

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 Im Übrigen setzt sich die Gesuchstellerin in der Beschwerdeschrift mit dem 

angefochtenen Urteil inhaltlich nicht weiter auseinander. 

 c) Die Gesuchstellerin ist darauf hinzuweisen, dass vorliegend einzig die un-

entgeltliche Rechtspflege für das Schlichtungsverfahren Thema ist. In einem all-

fälligen späteren Verfahren vor Arbeitsgericht wird sie die unentgeltliche Rechts-

pflege neu zu beantragen haben. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass auch im 

Rahmen des Verfahrens vor Arbeitsgericht den Parteien grundsätzlich keine Ge-

richtskosten auferlegt werden, sofern der Streitwert Fr. 30'000.– nicht übersteigt 

(Art. 114 lit. c ZPO). 

 d) Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Es kann daher da-

von abgesehen werden, eine Beschwerdeantwort des Beschwerdegegners ein-

zuholen (Art. 322 Abs. 1 ZPO). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

 4. Aus der Beschwerdeschrift geht nicht hervor, dass die Gesuchstellerin 

auch für das vorliegende Beschwerdeverfahren um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege ersucht (vgl. Art. 119 Abs. 5 ZPO). Es braucht deshalb nicht 

geprüft zu werden, ob mit Bezug auf das zweitinstanzliche Verfahren die An-

spruchsvoraussetzungen gemäss Art. 117 ZPO erfüllt wären. 

 5. Das Verfahren ist kostenlos (Streiff/von Kaenel/Rudolph, Arbeitsvertrag, 

7.A., 2012, S. 63, m.w.H.). 

 Für das Beschwerdeverfahren hat die Gesuchstellerin zufolge ihres Unter-

liegens keinen Anspruch auf eine Entschädigung. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Das Verfahren ist kostenlos. 

3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

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4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Beschwerdegegner unter Bei-

lage einer Kopie der Urk. 12, sowie an das Friedensrichteramt der Stadt  

Zürich, Kreise … (zuhanden Verfahren GV.2014.00409 / SB.2014.00436), je 

gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an den Beschwerdegegner zurück. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert der Haupt-
sache beträgt weniger als Fr. 30'000.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
 
Zürich, 20. Februar 2015 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. A. Baumgartner 
 

 

 
versandt am:  
js 

	Urteil vom 20. Februar 2015
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Das Verfahren ist kostenlos.
	3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Beschwerdegegner unter Beilage einer Kopie der Urk. 12, sowie an das Friedensrichteramt der Stadt  Zürich, Kreise … (zuhanden Verfahren GV.2014.00409 / SB.2014.00436), je gegen Empfangsschein.
	Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist an den Beschwerdegegner zurück.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...