# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce197aec-26a7-5185-a5cb-6a4438d1a065
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.08.2009 D-6094/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6094-2006_2009-08-19.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6094/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richter Robert Galliker (Vorsitz), 
Richter Thomas Wespi, Richter Walter Lang, 
Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler.

A._______, geboren (...),
Togo,
vertreten durch lic. iur. Patricia Müller, 

Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
20. Oktober 2006 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6094/2006

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer,  ein  ethnischer  Ewe  geboren  in  B._______, 
reiste  eigenen Angaben zufolge am 11. Juni  2006 nach G._______. 
Am  17. Juni  2006  flog  er  von  L._______  aus  mit  einer 
Zwischenlandung in einem unbekannten Land nach C._______, wo er 
am 18. Juni 2006 in die Schweiz einreiste. Am 20. Juni 2006 ersuchte 
er  beim OCP (Office cantonal  de la  population) C._______ um Asyl 
nach,  wo  er  seine  Identitätskarte  zu  den  Akten  gab.  Er  wurde 
daraufhin  angewiesen,  sich  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum 
(EVZ)  D._______  zu  melden.  Am  23. Juni  2006  wurde  der 
Beschwerdeführer im EVZ zu seinen Personalien und summarisch zu 
den  Asylgründen  befragt.  In  der  Folge  wurde  er  für  die  Dauer  des 
Asylverfahrens dem Kanton E._______ zugeteilt. Am 17. August 2006 
erfolgte die Anhörung zu den Asylgründen durch die zuständige kanto-
nale Behörde.

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im 
Wesentlichen geltend, er sei seit dem Jahr 2000 – damals wohnhaft in 
F._______  –  Mitglied  der  Oppositionspartei  Union  des  Forces  de 
Changement (UFC) und habe seit seinem Parteibeitritt Flugblätter ver-
teilt  und  versucht,  Jugendliche  für  die  Opposition  zu  mobilisieren. 
Anlässlich der Präsidentschaftswahl im April  2005 sei er als Wahlbe-
obachter  tätig  gewesen,  wobei  verschiedene  Unregelmässigkeiten 
festgestellt worden seien. Nach der Veröffentlichung der Wahlresultate, 
wonach  die  Regierungspartei  die  Wahl  gewonnen  habe,  hätten 
Protestkundgebungen stattgefunden, an denen er sich beteiligt habe. 
Nachdem es zu Zusammenstössen gekommen und auf  die Kundge-
bungsteilnehmer  geschossen  worden  sei,  sei  er  nach  G._______ 
geflüchtet,  von  wo  aus  er  am  25. Oktober  2005  nach  B._______ 
zurückgekehrt sei. Am (...) 2005 sei er von fünf Zivilpersonen verhaftet 
und unter misslichen Bedingungen zusammen mit weiteren Personen 
an einem ihm unbekannten Ort  festgehalten worden. Mit  Hilfe  eines 
Wärters  –  eines  Bekannten  seiner  Cousine  H._______  –  habe  er 
schliesslich nach G._______ fliehen können.

Sodann erwähnte der Beschwerdeführer, er habe sich in der Schweiz 
bereits mit der UFC in Verbindung gesetzt, und reichte eine entspre-
chende Einladung der  "Section  Suisse"  vom 27. Juli  2006 zu einem 
Treffen am 5. August 2006 in C._______ ein.

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B.
Mit Verfügung vom 20. Oktober 2006 - eröffnet am 26. Oktober 2006 - 
stellte  das BFM fest,  der  Beschwerdeführer erfülle  die  Flüchtlingsei-
genschaft  nicht,  und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte 
es die Wegweisung aus der Schweiz und forderte den Beschwerdefüh-
rer unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall auf, die 
Schweiz bis am 15. Dezember 2006 zu verlassen.

C.
Gegen diese Verfügung liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 
23. November  2006 (Poststempel)  durch seinen (damaligen) Rechts-
vertreter bei der damals zuständigen Schweizerischen Asylrekurskom-
mission (ARK) Beschwerde erheben und beantragen, die angefochte-
ne Verfügung vom 20. Oktober 2006 sei aufzuheben und es sei dem 
Beschwerdeführer  Asyl  in  der  Schweiz  zu  gewähren;  eventuell  sei 
festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung nicht zumutbar sei und 
es  sei  die  Vorinstanz  anzuweisen,  den  weiteren  Aufenthalt  des 
Beschwerdeführers in der Schweiz nach den Bestimmungen über die 
vorläufige Aufnahme zu regeln. In verfahrensrechtlicher Hinsicht liess 
er  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von 
Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ersuchen.

Mit  der  Beschwerdeschrift  liess  der  Beschwerdeführer  folgende 
Beweismittel  einreichen:  Bestätigung  der  Fürsorgeabhängigkeit  vom 
2. November  2006,  diverse  Dokumente  betreffend  den  Tod  von 
H._______  (einer  Cousine  des  Beschwerdeführers),  Gutachten  der 
SFH-Länderanalyse  "Togo:  Rückkehrgefährdung  bei  exil-
oppositionellen  Tätigkeiten"  vom  21. September  2006,  Mitgliedkarte 
der  UFC,  Bestätigungsschreiben  der  UFC  in  B._______  über  die 
Mitgliedschaft  des  Beschwerdeführers  vom  19. September  2006,  2 
Fotos  eines  zerstörten  Hauses,  2  Fotos  des  Beschwerdeführers 
zusammen  mit  weiteren  Personen  der  UFC  Frankreich, 
handschriftlicher  Brief  des  Vaters  des  Beschwerdeführers  an  die  in 
den I._______ lebende (Verwandte) des Beschwerdeführers.

D.
Im November 2006 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt,  dass ab 
dem 1. Januar  2007 das Bundesverwaltungsgericht  für  die  hängigen 
Verfahren vor der ARK zuständig sei.

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E.
Mit  Zwischenverfügung vom 29. November  2006 stellte  der  Instrukti-
onsrichter  der  ARK fest,  der  Beschwerdeführer  könne  den  Ausgang 
des Verfahrens in der Schweiz abwarten, verzichtete auf die Erhebung 
eines Kostenvorschusses, verwies den Entscheid über das Gesuch um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege in den Endentscheid und 
überwies die Akten dem BFM zur Vernehmlassung.

F.
In  seiner  Vernehmlassung  vom  1. Dezember  2006  beantragte  das 
BFM die Abweisung der Beschwerde. Die Vernehmlassung wurde dem 
Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht und es wurde ihm Frist  zur 
Stellungnahme eingeräumt.

G.
Mit  Eingabe  vom  20. Dezember  2006  liess  der  Beschwerdeführer 
durch seine neu beauftragte Rechtsvertreterin eine Stellungnahme zur 
vorinstanzlichen  Vernehmlassung  einerseits  sowie  die  Kopie  seines 
Mandats  als  Wahlbeobachter  vom  12. April  2005  anderseits  einrei-
chen.

H.
Als weitere Beweismittel seiner exilpolitischen Betätigung wurden vom 
Beschwerdeführer am 14. Mai 2007 ein Protokoll der (...) Untersektion 
der UFC sowie drei  Fotos des Beschwerdeführers als Teilnehmer an 
einer  Demonstration  in  C._______  zu  den  Akten  gegeben.  Eines 
dieser Fotos sei im Internet veröffentlicht worden

I.
Mit Eingabe vom 31. August 2007 reichte der Beschwerdeführer einen 
auf der Internetseite von "icilome" publizierten Text ein, in welchem er 
als verschwundener Aktivist der UFC in F._______ namentlich erwähnt 
wird.

J.
Am  24. September  2007  gingen  beim  Bundesverwaltungsgericht 
weitere  Beweismittel  ein,  nämlich ein vom Beschwerdeführer  mitver-
fasster, in drei verschiedenen Zeitungen erschienener Zeitungsartikel, 
die Kopie eines Protokolls der UFC-Versammlung der Sektion (...) vom 
11. August  2007  sowie  die  Kopie  eines  Schreibens  von  J._______, 
Sekretär der UFC in B._______, vom 27. Juni 2007.

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K.
Weitere  Beweismittel  wurden  vom  Beschwerdeführer  mit  Eingaben 
vom  16. Mai  2008,  16. Juni  2008,  12. Dezember  2008  und  22. Juni 
2009  eingereicht.  Zu  erwähnen  sind  dabei  insbesondere  zwei  Arzt-
zeugnisse vom 11. Juni 2008 und vom 28. Mai 2009.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorins-
tanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende 
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesver-
waltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegen-
den Beschwerde; es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer  ist durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur 
Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 
sowie Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-

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kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu 
einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-
chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nach-
teile von bestimmter Intensität erlitten hat bzw. mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürchten 
muss, welche ihr gezielt  und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive 
durch  Organe des Heimatstaates  oder  durch nichtstaatliche Akteure 
zugefügt  worden  sind  bzw. zugefügt  zu  werden  drohen  (vgl.  BVGE 
2008/4  E. 5.2  S. 37;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  ARK 
[EMARK] 2006 Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 ff.; EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 
S. 193). Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes 
setzt die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft  ausserdem voraus, 
dass die betroffene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden 
Schutz finden kann (vgl. BVGE 2008/4  E. 5.2  S. 37 f.; EMARK 2006 
Nr. 18 E. 10 S. 201 ff.; 2005 Nr. 21 E. 7.3 S. 194 und E. 11.1 S. 201 f.). 
Ausgangspunkt  für  die  Beurteilung der  Flüchtlingseigenschaft  ist  die 
Frage  nach  der  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  vorhandenen  Verfolgung 
oder begründete Furcht vor einer solchen. Die Situation im Zeitpunkt 
des Asylentscheides ist jedoch im Rahmen der Prüfung nach der Aktu-
alität  der  Verfolgungsfurcht  ebenfalls  wesentlich.  Veränderungen  der 
objektiven  Situation  im Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und  Asylent-
scheid sind deshalb zugunsten und zulasten der das Asylgesuch stel-
lenden Person zu berücksichtigen  (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f.; 
EMARK 2000 Nr. 2 E. 8a S. 20; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Ru-
din/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  Basel/Bern/Lausanne 
2009,  Rz. 11.17  und  11.18;  WALTER KÄLIN,  Grundriss  des  Asylverfah-
rens, Basel/Frankfurt a.M. 1990, S. 135 ff.). 

3.3 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausrei-
se aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat – insbesondere durch politi-
sche Exilaktivitäten – eine Gefährdungssituation erst geschaffen wor-
den ist, sich somit auf das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe be-
ruft, hat begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn 

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der  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit 
von den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb 
bei einer Rückkehr in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt wür-
de (vgl. EMARK 2006 Nr. 1 E. 6.1 S. 10, 2000 Nr. 16 E. 5a S. 141 f.). 
Subjektive  Nachfluchtgründe  begründen  zwar  die  Flüchtlingseigen-
schaft im Sinn von Art. 3 AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum 
Ausschluss der Asylgewährung. Die vom Gesetzgeber bezweckte Be-
stimmung subjektiver Nachfluchtgründe als Asylausschlussgrund ver-
bietet ein Addieren solcher Gründe mit Fluchtgründen vor der Ausreise 
aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat, die für sich allein nicht zur An-
erkennung der  Flüchtlingseigenschaft  ausreichen (vgl.  EMARK 1995 
Nr. 7 E. 7b und 8 S. 67 und 70). 

4.  
4.1 Das Bundesamt  lehnte  das  Asylgesuch mit  der  Begründung ab, 
die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an 
die  Glaubhaftmachung  gemäss  Art. 7  AsylG  nicht  standhalten. 
Zunächst widersprächen seine Angaben zur Reise in die Schweiz der 
allgemeinen Erfahrung. So etwa die Behauptung, er sei auf der Reise 
nie persönlich kontrolliert worden und wisse weder, wie viele Kontrol-
len  er  passiert  habe,  noch  wo  die  Zwischenlandung  stattgefunden 
habe. Gleiches gelte für seine Aussage, er wisse nicht, welche Auswei-
se seine Begleiterin benutzt habe, auf welchen Namen diese gelautet 
hätten und wie die Begleiterin,  deren Kind er  getragen habe,  gehei-
ssen habe und welcher Nationalität  sie  gewesen sei. Erstaunlich sei 
ferner,  dass  der  Beschwerdeführer  nicht  imstande  gewesen  sei,  die 
benutzte Airline zu benennen. Des Weiteren widerspreche es der all-
gemeinen Lebenserfahrung, dass der Beschwerdeführer nach seinen 
eigenen Angaben den Identitätsausweis während der  gesamten Haft 
von  Oktober  (...)  bis  Juni  (...)  bei  sich  hätte  tragen  können.  Nicht 
nachvollziehbar erscheine sodann, warum ein ihm unbekannter Wäch-
ter, der lediglich seine Cousine gekannt  habe, allein aus Mitleid das 
Risiko  auf  sich  genommen  hätte,  den  Beschwerdeführer  persönlich 
aus der Haft zu befreien und ihn im eigenen Auto nach G._______ zu 
führen.  Als  widersprüchlich  und  damit  unglaubhaft  erachtete  das 
Bundesamt  sodann die  Angaben  des Beschwerdeführers  zu  seinem 
Wohnort. Im EVZ habe er angegeben, von 1998 bis 2006 bei seiner 
Mutter in B._______ gewohnt zu haben, währenddem er anlässlich der 
Anhörung durch  die  kantonale  Behörde  zu Protokoll  gegeben  habe, 
sich von 1998 bis April 2005 in F._______ aufgehalten und sich dort 
auch für die UFC engagiert zu haben. Schliesslich fügte die Vorinstanz 

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an, die ins Recht gelegte Einladung der UFC-Togo (Sektion Schweiz, 
Genf) vermöge an diesen Erwägungen nichts zu ändern. Sie beziehe 
sich  nicht  auf  den  vorgebrachten  Sachverhalt  und  belege  in  keiner 
Weise die vom Beschwerdeführer geltend gemachte vergangene und 
befürchtete  zukünftige  Verfolgung  in  seinem  Heimatland.  Das 
Dokument  sei  zudem auch kein  Beleg für  die  Mitgliedschaft  bei  der 
UFC oder für eine allfällige Tätigkeit für diese Organisation.

In seiner Vernehmlassung vom 1. Dezember 2006 hielt  das Bundes-
amt fest,  die mit  der Beschwerde eingereichten Beweismittel  liessen 
die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  nicht  in  einem  neuen  Licht 
erscheinen. Alleine die Mitgliedschaft in der UFC führe nicht bereits zu 
Verfolgungsmassnahmen der togoischen Behörden. Weiter lasse auch 
die  vom  Beschwerdeführer  behauptete  exilpolitische  Betätigung  – 
nehme man diese als erstellt an – nicht auf eine künftige Verfolgung im 
Heimatstaat schliessen.

4.2 In  der  Beschwerde  wird  dagegen  eingewendet,  entgegen  der 
vorinstanzlichen,  standardmässigen  Auffassung  habe  der  Beschwer-
deführer die Passkontrolle durchaus substanziiert geschildert. Bei der 
Aufsichtsperson,  die  dem  Beschwerdeführer  die  Flucht  ermöglicht 
habe, habe es sich sodann um den Freund seiner Cousine H._______ 
gehandelt.  Unter  Berücksichtigung  dieser  Beziehung  erscheine  das 
Engagement  zugunsten  des  Beschwerdeführers  nicht  absolut 
ungewöhnlich, sondern es sei vielmehr mit dem Verhalten eines künfti-
gen  Schwagers  vereinbar.  Auch  die  Schilderung  der  Passkontrolle, 
wonach die Begleiterin das Dokument in den Händen behalten habe, 
liege im Bereich des Möglichen. Hinsichtlich seiner als widersprüchlich 
erachteten Angaben zum Wohnsitz sei anzumerken, dass er trotz zeit-
weiser Abwesenheit im Zusammenhang mit seiner politischen Tätigkeit 
das Domizil  seiner (...)  als  offiziellen Wohnsitz  betrachtet  habe. Erst 
anlässlich der Befragung durch die kantonale Behörde habe sich der 
Beschwerdeführer  zu  differenzierten  Ausführungen  veranlasst  ge-
sehen.

In der Stellungnahme zur vorinstanzlichen Vernehmlassung liess der 
Beschwerdeführer ergänzen, entgegen der Annahme des Bundesam-
tes sei die einfache Parteizugehörigkeit zur UFC Grund genug für eine 
Verfolgung  durch  die  Behörden.  Beim  Beschwerdeführer  handle  es 
sich zudem nicht um ein einfaches Parteimitglied. Er habe durch sein 
Engagement  in  dem  von  ihm  gegründeten  (...)  einen  grossen 

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Bekanntheitsgrad in F._______ erlangt und zudem als Wahlbeobachter 
bei den Wahlen vom 24. April  2005 seine Partei vertreten. Belegt sei 
im  Weiteren,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  exilpolitisch  exponiert 
habe. Seine  Aktivitäten  in  der  Schweiz  würden  von  den  togoischen 
Behörden  im  Lichte  der  vorangegangenen  politischen  Tätigkeiten  in 
Togo gewertet. Der Beschwerdeführer müsse damit rechnen, bei einer 
Rückkehr nach Togo verhaftet zu werden.

5.  
5.1 Der  Beschwerdeführer  machte  einerseits  zur  Begründung  des 
Asylgesuchs geltend, wegen seiner Tätigkeit für die Opposition in Togo 
verfolgt worden zu sein. Anderseits brachte er im Beschwerdeverfah-
ren vor, er sei  Sekretär  der UFC Untersektion (...)  und betätige sich 
exilpolitisch.  Wie  bereits  erwähnt,  ist  für  die  Beurteilung  der 
Flüchtlingseigenschaft die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides 
massgebend  (Ziff. 3.2  vorstehend).  Entscheidend  ist  somit,  ob  die 
geltend gemachte Verfolgung heute noch andauert oder die Furcht vor 
Verfolgung aktuell  noch begründet erscheint. Dabei ist  eine allenfalls 
eingetretene Veränderung der objektiven Situation im Heimatland seit 
der Ausreise zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f.).

5.2 Seit  der Ausreise des Beschwerdeführers im Juni  2006 hat  sich 
die Lage in Togo stetig verändert. Nach dem Tod von Präsident Eyadé-
ma Gnassingbé im Februar 2005 und einer umstrittenen Machtüberga-
be an seinen Sohn Faure Gnassingbé durch das Militär wurden im Ap-
ril  2005  –  wie  vom  Beschwerdeführer  vorgetragen  –  Präsidenten-
wahlen abgehalten,  die  von einer  Welle  der  Gewalt  und Repression 
gekennzeichnet  waren.  Es  kam  zu  tödlichen  Ausschreitungen 
zwischen  Oppositionellen  und  dem  togoischen  Militär  und  führte  zu 
Hunderten  von  Toten,  Tausenden  von  Verletzten  und  rund  40'000 
Personen flüchteten gemäss den Vereinten Nationen nach Benin und 
Ghana.  Die  Lage  hat  sich  seither  jedoch  verbessert.  Aufgrund  der 
Zusicherung  der  Europäischen  Union,  unter  gewissen  Bedingungen 
Togo wirtschaftliche Unterstützung zu leisten,  zeigten die  Regierung 
und die Oppositionsparteien eine gewisse Bereitschaft zur Versöhnung 
und  unterzeichneten  im  August  2006  eine  "Allgemeine  politische 
Vereinbarung", die Parlamentswahlen im Jahr 2007 vorsah. Wesentlich 
ist,  dass im Vorfeld dieser Wahlen die Oppositionsparteien friedliche 
Demonstrationen  abhalten  konnten,  ohne  gewalttätiges  Eingreifen 
durch  die  Sicherheitskräfte.  Fakt  ist  auch,  dass  der  während  acht 
Jahren im Exil lebende UFC-Präsident, Gilchrist Olympio sowie andere 

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Exil-Oppositionelle,  für  den  Wahlkampf  freiwillig  nach  Togo  zu-
rückkehrten. Die Parlamentswahlen am 30. Oktober 2007 verliefen ge-
mäss  den  verschiedenen  Wahlbeobachtern  weitgehend  frei  und  fair 
und die Oppositionspartei  UFC errang dabei 27 von 81 Sitzen. Nach 
Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts hat sich die politische 
Lage  in  einem  Ausmass  verbessert,  dass  nun  auch  Oppositionelle 
nach Togo zurückkehren und dort politisch weitgehend ungehindert ak-
tiv sind (vgl.  ALEXANDRA GEISER, Togo: Mitgliedschaft bei der Union des 
Forces  du  Changement  [UFC],  Schweizerische  Flüchtlingshilfe, 
18. Mai  2009;  Freedom House,  Country  Report,  Togo (2009),  online 
auf  der  Website  des  Freedom  House,  besucht  am  30. Juli  2009; 
Amnesty  International,  Jahresbericht  Togo  2008,  Berichtszeitraum 
Januar  bis  Dezember  2007;  FARIDA TRAORÉ,  Die  Lage  in  Togo, 
Schweizerische  Flüchtlingshilfe,  9. April  2008;  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  D-5315/2006  vom  1. Mai  2009  E. 5.2, 
E-531/2007 vom 20. November 2008 E. 3.3, E-6721/2006 vom 26. Juni 
2008 E. 3.2).

5.3 In Anbetracht der dargelegten Entwicklung in Togo ist davon aus-
zugehen,  dass  dem Beschwerdeführer  im  heutigen  Zeitpunkt  weder 
wegen seiner oppositionellen Aktivitäten für die UFC vor der Ausreise 
noch wegen exilpolitischer Tätigkeiten in der Schweiz eine Verfolgung 
im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG droht. Somit kann er nicht als Flücht-
ling anerkannt  werden. Die Vorinstanz hat  die Flüchtlingseigenschaft 
des  Beschwerdeführers  zu  Recht  verneint  und  sein  Asylgesuch 
abgelehnt.

5.4 Da die Vorbringen des Beschwerdeführers – wie soeben dargelegt 
–  asylrechtlich  ohnehin  nicht  (mehr)  relevant  sind,  kann  vorliegend 
darauf verzichtet werden, auf allfällige Unglaubhaftigkeitselemente im 
von ihm zur Begründung des Asylgesuches geltend gemachten Sach-
verhalt näher einzugehen. Es erübrigt sich deshalb auch eine Ausein-
andersetzung mit den Ausführungen in der Beschwerde zur Frage der 
Glaubhaftigkeit der Vorbringen, da diese – selbst wenn sie den Tatsa-
chen entsprechen sollten – am Ergebnis nichts zu ändern vermögen. 

6.  
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

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6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21). 

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme  von  Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten (EMRK, SR 0.101)  darf  niemand der  Folter  oder unmenschli-
cher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-

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Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine Rückkehr des Beschwerdeführers nach Togo ist  demnach unter 
dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall 
einer Ausschaffung nach Togo dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete 
Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft  machen, dass ihm im 
Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung 
drohen  würde  (vgl.  EMARK  2001  Nr.  16  S.  122,  mit  weiteren 
Hinweisen; EGMR (Grosse Kammer), Saadi gegen Italien, Urteil vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren 
Hinweisen).  Dies  ist  ihm nach  den  vorstehenden  Erwägungen  nicht 
gelungen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Togo lässt 
den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 
erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung 
sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmun-
gen zulässig.

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.4.1  Das  Bundesverwaltungsgericht  schätzt  den  Wegweisungsvoll-
zug nach Togo gestützt auf die allgemeine Lage als generell zumutbar 
ein  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  D-5315/2006  vom 
1. Mai  2009,  E-6721/2006  vom  26. Juni  2008  und  E-531/2007  vom 
20. November 2008). 

7.4.2 Aus  den  Akten  ergeben  sich  keine  Anhaltspunkte,  die  darauf 
schliessen liessen, der Beschwerdeführer würde im Falle der Rückkehr 
nach  Togo  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher  oder  sozialer 
Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten. Der Beschwerde-

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führer lebte vor seiner Ausreise – ausgenommen die Jahre 1998 bis 
2005  –  in  B._______  (vgl.  A7/22  S. 3  und  5).  Nach  15-jähriger 
Schulbildung  (einschliesslich  Mittelschule)  arbeitete  der 
Beschwerdeführer als (...)  und führte zusammen mit  einem Kollegen 
eine  (...)  (vgl.  A7/22  S. 5  f.).  Angesichts  dieser  Schulbildung  und 
Berufserfahrung ist es dem Beschwerdeführer mithin zuzumuten, sich 
in Togo erneut um eine Arbeit zu bemühen. Sodann leben sein (...) und 
eine (...) in B._______ (vgl. A7/22 S. 3), eine (...) lebt in den I._______ 
(vgl. A7/22 S. 5). Der Beschwerdeführer verfügt somit einerseits über 
ein soziales Beziehungsnetz, welches ihm bei der Reintegration helfen 
kann. Anderseits ist davon auszugehen, die in den I._______ lebende 
(...)  werde  ihre  Familienangehörigen  weiterhin  (vgl.  A7/22  S. 5) 
finanziell unterstützen können.

7.4.3 Der  Beschwerdeführer  liess  mit  Eingaben  vom  16. Juni  2008 
sowie  vom 22. Juni  2009  je  einen  ärztlichen  Bericht  einreichen  und 
macht  damit  sinngemäss  geltend,  der  Wegweisungsvollzug  sei  aus 
gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar. 

Gründe ausschliesslich medizinischer Natur lassen den Wegweisungs-
vollzug im Allgemeinen nicht als unzumutbar erscheinen, es sei denn, 
die erforderliche Behandlung sei wesentlich und im Heimatland nicht 
erhältlich  (vgl.  EMARK  2003  Nr. 24  E. 5b  S. 157  f.).  Entsprechen 
ferner die Behandlungsmöglichkeiten im Herkunftsland nicht dem me-
dizinischen Standard in der Schweiz, so bewirkt dies allein noch nicht 
die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung. Von einer solchen 
Unzumutbarkeit  ist  erst  dann  auszugehen,  wenn  die  ungenügende 
Möglichkeit  der  Weiterbehandlung  eine drastische und  lebensbedro-
hende  Verschlechterung  des  Gesundheitszustandes  nach  sich  zieht 
(vgl. EMARK 2004 Nr. 7 E. 5d S. 50 ff., 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157 f.). 
Vorliegend sind unter den genannten Rahmenbedingungen den Akten 
keine  stichhaltigen  Anhaltspunkte  für  das  Vorliegen  einer  medizini-
schen  Notlage  im  Heimatstaat  im  Sinne  von  Art. 83  As. 4  AuG  zu 
entnehmen. Gemäss dem in den Akten liegenden, neusten ärztlichen 
Bericht  von  Dr.  med.  K._______  leidet  der  Beschwerdeführer  zum 
einen an (...)problemen ([...]  links). Als  aktuelles  Krankheitsbild  wird 
ein leicht geschwollenes linkes (...) mit Endphasenschmerz bei voller 
Flexion  genannt.  Die  (...)beweglichkeit  sei  nicht  eingeschränkt.  Es 
bestehe  eine  Druckdolenz  über  dem  (...)  und  eine  (...)stellung  im 
Stand. Als Prognose im Falle fehlender weiterer ärztlicher Behandlung 
wird  eine  zunehmende  schmerzhaft  eingeschränkte 

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(...)gelenksbeweglichkeit  aufgeführt.  Diese  Beeinträchtigung  genügt 
vor dem Hintergrund der vorgenannten Rechtsprechung offensichtlich 
nicht,  um  den  Wegweisungsvollzug  als  unzumutbar  erscheinen  zu 
lassen.  Zum  Zweiten  nennt  der  ärztliche  Bericht  ein  seit  1988 
bekanntes  (...),  welches  inhalativ  therapiert  wird.  Diese  (...)therapie 
sei  lebenslänglich  fortzusetzen,  ohne  ärztliche  Behandlung  seien 
(...)exacerbationen anzunehmen mit letztlich nicht auszuschliessender 
Gefahr  einer  akuten  Atemnot  bis  zum  Erstickungstod.  Dazu  gilt  es 
anzumerken, dass das (...) gemäss ärztlichem Bericht bereits vor der 
Ausreise des Beschwerdeführers in  seinem Heimatland erkannt  und 
therapiert  wurde. Weder wird vorgebracht,  die  damalige Behandlung 
sei ungenügend gewesen, noch macht der Beschwerdeführer geltend, 
im  heutigen  Zeitpunkt  wäre  eine  Behandlung  in  Togo  nicht  mehr 
möglich.  Nach  den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts 
sind  denn  auch  –  zumindest  in  B._______  –  grundsätzlich  alle 
Medikamente  verfügbar.  Angesichts  der  Ausbildung  des 
Beschwerdeführers sollte  ihm deren Beschaffung,  allenfalls mit  Hilfe 
seiner Verwandten im In- und Ausland, möglich sein. Zudem steht es 
dem  Beschwerdeführer  frei,  für  eine  gewisse  Übergangszeit  medi-
zinische Rückkehrhilfe zu beantragen. Die im ärztlichen Bericht weiter 
(am  Rande)  erwähnten  und  nicht  weiter  ausgeführten  gesundheitli-
chen  Beeinträchtigungen  ([...]  [{...}]  und  [...]  und  [...]  der  Augen) 
vermögen nach dem Gesagten ebenfalls keine medizinische Notlage 
im Sinne der Rechtsprechung zu begründen.

7.4.4 Schliesslich  bleibt  anzumerken,  dass  blosse  soziale  und  wirt-
schaftliche  Schwierigkeiten,  wie  namentlich  Mangel  an  Wohnungen 
und Arbeitsplätzen, von welchen die ansässige Bevölkerung betroffen 
ist, keine existenzbedrohende Situation darstellen, welche den Vollzug 
der Wegweisung eines Ausländers in den Heimatstaat als unzumutbar 
erscheinen liessen (EMARK 2005 Nr. 24 E. 10.1 S. 215, mit weiteren 
Hinweisen). Bei allem Verständnis für die nicht einfache Situation des 
Beschwerdeführers bei einer Rückkehr überwiegen angesichts obiger 
Erwägungen  und  des Umstandes,  dass  er  den  grössten  Teil  seines 
bisherigen Lebens in seiner Heimat verbrachte und dort auch soziali-
siert wurde, vorliegend in Würdigung sämtlicher Umstände die Gründe 
für  die Bejahung der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges nach 
Togo. 

7.4.5 Nach dem Gesagten erweist sich Vollzug der Wegweisung auch 
als zumutbar.

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7.5 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen 
ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wären die Kosten dem mit 
seinen  Begehren  unterlegenen  Beschwerdeführer  zu  überbinden 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG). Dieser hat aber im Rahmen der Beschwerde-
begehren ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfle-
ge  gestellt.  Gemäss  Art. 65  Abs. 1  VwVG befreit  die  Beschwerdein-
stanz nach Einreichung der Beschwerde eine Partei, die nicht über die 
erforderlichen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfah-
renskosten, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint. Aus den 
aufgezeigten Gründen kann dem Beschwerdeführer nicht vorgehalten 
werden, seiner Beschwerde habe es im Zeitpunkt der Beantragung der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  mit  Blick  auf  die  Erfolgsaussichten  an 
der nötigen Ernsthaftigkeit gefehlt (vgl. BGE 125 II 265 E. 4b S. 275). 
Zudem  wird  seine  prozessuale  Bedürftigkeit  durch  die  eingereichte 
Unterstützungsbestätigung vom 2. November 2006 hinreichend belegt. 
Damit  sind  beide  kumulativ  erforderlichen  Voraussetzungen  von 
Art. 65 Abs. 1 VwVG erfüllt. Das Gesuch um Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtspflege  ist  deshalb  gutzuheissen,  und  der  Beschwerde-
führer ist von der Pflicht zur Kostentragung zu befreien. Infolgedessen 
sind  ihm  trotz  seines  Unterliegens  keine  Verfahrenskosten  aufzuer-
legen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beila-
gen: Verfügung des BFM vom 20.10.2006 im Original [Beilage zur 
Beschwerdeschrift], 7 Fotos)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- das (...) des Kantons E._______, (...) ad (...) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Robert Galliker Daniela Brüschweiler

Versand: 

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