# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e5523f7-8605-5788-99a5-9ed96dd39e6f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-02-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.02.2024 F-2532/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2532-2023_2024-02-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2532/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  F e b r u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Sebastian Kempe (Vorsitz), 

Richterin Susanne Genner, 

Richter Basil Cupa, 

Gerichtsschreiberin Fabienne Thoma-Hasler. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______, 

2. B._______, 

3. C._______, 

4. D._______, 

c/o E._______, 

Beschwerdeführende, 

die Beschwerdeführenden 2-4 vertreten durch den Be-

schwerdeführer 1, 

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nationales Visum aus humanitären Gründen; 

Verfügung des SEM vom 27. März 2023. 

 

 

 

F-2532/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer 1 (geb. […] 1975, syrischer Staatsangehöriger) er-

suchte am 23. November 2022 beim schweizerischen Generalkonsulat in 

Istanbul, Türkei (nachfolgend: Generalkonsulat), für sich und seine Ehefrau 

(Beschwerdeführerin 2, geb. […] 1975, syrische Staatsangehörige) sowie 

seine beiden Söhne (Beschwerdeführer 3 und 4, geb. […] 2003 und […] 

2012, beide syrische Staatsangehörige) um Ausstellung humanitärer Visa. 

B.  

Mit Formularverfügung vom 5. Dezember 2022 verweigerte das General-

konsulat die Ausstellung der Visa. 

C.  

Am 27. März 2023 wies das SEM (nachfolgend: Vorinstanz) die Einsprache 

der Beschwerdeführenden gegen die Formularverfügung des Generalkon-

sulats ab. 

D.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 1. und 3. Mai 2023 gelangten die Beschwer-

deführenden an das Bundesverwaltungsgericht und beantragten sinnge-

mäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Erteilung hu-

manitärer Visa. 

E.  

Mit Verfügung vom 21. Juni 2023 forderte der Instruktionsrichter die Be-

schwerdeführenden auf, ein Zustelldomizil in der Schweiz anzugeben. Wei-

ter wurde festgehalten, dass das Bundesverwaltungsgericht unter den ge-

gebenen Umständen ohne gegenteilige Mitteilung davon ausgehe, dass 

der Beschwerdeführer 1 die Beschwerdeführenden 2-4 im vorliegenden 

Verfahren vertritt. Mit Schreiben vom 6. November 2023 bezeichneten die 

Beschwerdeführenden eine schweizerische Zustelladresse. Dem ange-

nommenen Vertretungsverhältnis widersprachen sie nicht. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Einspracheentscheide des SEM betreffend humanitäre Visa sind mit 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 112 Abs. 1 

F-2532/2023 

Seite 3 

AIG [SR 142.20] i.V.m. Art. 31 ff. VGG). Das Bundesverwaltungsgericht 

entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt 

(vgl. Art. 37 VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten, die ein 

schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung der angefoch-

tenen Verfügung haben, zur Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 

VwVG). Auch die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen (Rechtsmittelfrist 

[Art. 50 Abs. 1 VwVG] und Form der Beschwerde [Art. 52 Abs. 1 VwVG]) 

sind erfüllt. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

2.1 Mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht können die Verlet-

zung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 

des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-

erheblichen Sachverhaltes und – sofern wie vorliegend keine kantonale 

Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit ge-

rügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das 

Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG 

nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-

sen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeit-

punkt seines Entscheids (vgl. BVGE 2020 VII/4 E. 2.2 m.H.). 

2.2 Die Beschwerdeinstanz bringt eine nicht zum vornherein unzulässige 

oder unbegründete Beschwerde ohne Verzug der Vorinstanz und allfälligen 

Gegenparteien des Beschwerdeführers oder anderen Beteiligten zur 

Kenntnis, setzt ihnen Frist zur Vernehmlassung an und fordert gleichzeitig 

die Vorinstanz zur Vorlage ihrer Akten auf (Art. 57 Abs. 1 VwVG). Wie nach-

stehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine zum vornherein 

unbegründete Beschwerde, weshalb auf einen Schriftenwechsel verzichtet 

wurde. 

  

F-2532/2023 

Seite 4 

3.  

Die Beschwerdeführenden bringen sinngemäss vor, das Generalkonsulat 

habe im erstinstanzlichen Verfahren Beweisofferten ohne sachliche Be-

gründung abgelehnt. Inwieweit dies zutrifft und ob das Generalkonsulat da-

mit allenfalls das rechtliche Gehör der Beschwerdeführenden verletzt hat, 

lässt sich mangels Belegen oder zumindest substantiierter Angaben nicht 

feststellen. Die Frage kann indes ohnehin offen bleiben, nachdem die Be-

schwerdeführenden mittlerweile sowohl vor der Vorinstanz als auch vor 

dem Bundesverwaltungsgericht, welche beide mit voller Kognition ent-

scheiden, die von ihnen für relevant befundenen Tatsachen und Beweis-

mittel ins Verfahren haben einbringen können. Eine allfällige Gehörsverlet-

zung in erster Instanz wäre somit als geheilt zu betrachten. 

4.  

4.1 Als Staatsangehörige Syriens unterliegen die Beschwerdeführenden 

der Visumspflicht gemäss Art. 9 der Verordnung vom 15. August 2018 über 

die Einreise und die Visumerteilung (VEV, SR 142.204). Mit ihren Gesu-

chen beabsichtigen sie einen längerfristigen Aufenthalt, weshalb diese 

nicht nach den Regeln zur Erteilung von Schengen-Visa, sondern nach den 

Bestimmungen des nationalen Rechts zu prüfen sind (vgl. BVGE 2018 

VII/5 E. 3.5 und E. 3.6.1). 

4.2 Gemäss Art. 4 Abs. 2 VEV kann in Abweichung von den allgemeinen 

Einreisevoraussetzungen (vgl. Art. 4 Abs. 1 VEV) in begründeten Fällen 

aus humanitären Gründen ein Visum für einen längerfristigen Aufenthalt 

erteilt werden. Ein solcher Fall liegt insbesondere dann vor, wenn die be-

treffende Person im Herkunftsstaat unmittelbar, ernsthaft und konkret an 

Leib und Leben gefährdet ist. Praxisgemäss werden humanitäre Visa nur 

unter sehr restriktiven Bedingungen ausgestellt (vgl. BVGE 2015/5 

E. 4.1.3). Diese werden dann als erfüllt angesehen, wenn bei einer Person 

aufgrund der konkreten Umstände davon ausgegangen werden muss, 

dass sie sich im Heimat- oder Herkunftsstaat in einer besonderen Notsitu-

ation befindet, die ein behördliches Eingreifen zwingend erforderlich macht 

und es rechtfertigt, ihr – im Gegensatz zu anderen Personen in derselben 

Lage – ein Einreisevisum zu erteilen. Dies kann etwa bei akuten kriegeri-

schen Ereignissen gegeben sein; oder aufgrund einer konkreten individu-

ellen Gefährdung, die sie mehr als alle anderen Personen betrifft. Befindet 

sich die betroffene Person bereits in einem Drittstaat (BVGE 2018 VII/5 

E. 3.6.3) oder ist sie nach einem Aufenthalt in einem solchen freiwillig in ihr 

Heimat- oder Herkunftsland zurückgekehrt (vgl. Urteil des BVGer 

F-4658/2017 vom 7. Dezember 2018 E. 4.3) und hat sie die Möglichkeit, 

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Seite 5 

sich erneut in den Drittstaat zu begeben, ist in der Regel davon auszuge-

hen, dass keine Gefährdung mehr besteht. Das Visumsgesuch ist unter 

Berücksichtigung der aktuellen Gefährdung, der persönlichen Umstände 

der betroffenen Person und der Lage im Heimat- oder Herkunftsland sorg-

fältig zu prüfen (vgl. BVGE 2018 VII/5 E. 3.6.3; Urteil des BVGer 

F-3278/2021 vom 10. Januar 2022 E. 3.3). 

4.3 Hinsichtlich der Voraussetzungen für die Erteilung eines humanitären 

Visums gemäss Art. 4 Abs. 2 VEV gilt ein gegenüber dem Asylverfahren 

erhöhtes Beweismass. Die Gefährdung im Sinne von Art. 4 Abs. 2 VEV 

muss offensichtlich sein; eine blosse Glaubhaftmachung genügt nicht 

(vgl. BVGE 2018 VII/5 E. 3.6.3; Urteile des BVGer F-4626/2021 vom 

13. April 2023 E. 3.3; F-4827/2021 vom 13. März 2023; F-596/2022 vom 

22. August 2022 E. 5.3 m.H.). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz führt zur Begründung ihres Entscheids im Wesentlichen 

aus, es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden nicht un-

mittelbar, ernsthaft und konkret an Leib und Leben gefährdet seien. Es 

liege im Gegensatz (gemeint wohl: im Vergleich) zu den vielen anderen 

syrischen Personen in der Türkei keine besondere Notsituation vor. Die 

Beschwerdeführenden würden sich seit vielen Jahren in einem sicheren 

Drittstaat befinden und hätten keine Unterlagen eingereicht, wonach sie in 

irgendeiner Form mit Problemen seitens der türkischen Behörden konfron-

tiert wären. Aufgrund des mehrjährigen Aufenthalts in der Türkei könne da-

von ausgegangen werden, dass sie sich dort zwischenzeitlich integriert 

hätten. 

5.2 Die Beschwerdeführenden bringen dagegen sinngemäss vor, der Be-

schwerdeführer 1 werde einerseits vom syrischen Regime und anderer-

seits von der bewaffneten Oppositionsarmee in Syrien verfolgt. Dies, da er 

sich als Mitglied der syrischen Regierungspartei im syrischen Bürgerkrieg 

gegen den bewaffneten Kampf ausgesprochen habe und als humanitärer 

Aktivist aufgetreten sei. Es sei im Internet, in Zeitungen und im Fernsehen 

über ihn berichtet worden. Der türkische Geheimdienst habe ihn befragt 

und er sei aus der Türkei ausgewiesen worden. Es gebe insgesamt fünf 

Abschiebungsentscheidungen gegen ihn, weil er eine Bedrohung für die 

nationale Sicherheit der Türkei sei. Er lebe aktuell ohne Ausweispapiere 

und heimlich in der Türkei und habe versucht, illegal über die griechische 

Grenze aus der Türkei zu fliehen. Er habe viele Beweise gesammelt, aber 

die Auslandvertretung habe ihm diese nicht abgenommen und ein paar 

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Seite 6 

Beweisdokumente sogar weggeworfen. Auch seine Bitte um ein persönli-

ches Treffen mit einem Beamten sei ignoriert worden. Die Auslandvertre-

tung habe sich ihm gegenüber rassistisch verhalten und sei sehr bürokra-

tisch. Die Vorinstanz habe einen oberflächlichen Entscheid gefällt und da-

bei Wichtiges bewusst ausser Acht gelassen. Zudem habe die Vertretung 

ihm den Entscheid per Post zugestellt, was ihn zusätzlich gefährden 

könnte, zumal er keine Aufenthaltsdokumente in der Türkei habe. Er nutze 

den Aufenthaltstitel eines Freundes, damit er keiner weiteren Gefahr aus-

gesetzt werde. 

6.  

6.1 Als Grund für die Erteilung eines humanitären Visums kommt insbe-

sondere eine unmittelbare, ernsthafte und konkrete Gefährdung im Her-

kunftsstaat in Frage (vgl. Art. 4 Abs. 2 VEV; vorne E. 4.2). Wird eine Ge-

fährdung im Herkunftsstaat verneint oder gar nicht erst geltend gemacht, 

fällt die Erteilung eines humanitären Visums grundsätzlich von vornherein 

ausser Betracht, da mangels konkreter gegenteiliger Anhaltspunkte davon 

auszugehen ist, dass der betroffenen Person ihr Herkunftsland als sicherer 

Staat zur Verfügung steht. 

Im vorliegenden Fall ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführenden aufgrund 

der Zugehörigkeit des Beschwerdeführers 1 zur syrischen Regierungspar-

tei und wegen seiner öffentlichen Kritik am syrischen Bürgerkrieg in Syrien 

gefährdet sind. Dahingegen sind die Ausführungen in der Beschwerde-

schrift im Zusammenhang mit der in Deutschland lebenden Tochter der Be-

schwerdeführenden 1 und 2 im Rahmen des vorliegenden Verfahrens 

grundsätzlich nicht von Belang.  

6.1.1 Zunächst ist festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführenden seit 

Oktober 2014 in der Türkei aufhalten. Folglich leben sie seit 9 Jahren nicht 

mehr in ihrem Herkunftsland Syrien. Der Beschwerdeführer 1 bezeichnet 

sich selbst als humanitären Friedensaktivisten, der sich gegen den bewaff-

neten Krieg ausspreche. Ob bzw. inwieweit dies tatsächlich zutrifft und in-

wiefern er deshalb in seinem Heimatland gefährdet wäre, ist nicht ersicht-

lich. Die insgesamt wenig stringenten, knapp gehaltenen Ausführungen in 

der Beschwerdeschrift sind diesbezüglich unsubstantiiert. 

6.1.2 Gemäss den eingereichten Internetartikeln respektive der eingereich-

ten (ungeprüften) Übersetzung dieser Artikel hat der Beschwerdeführer 1 

in Istanbul ein «humanitäres Büro» eröffnet, dessen Ziel die «Wiederein-

gliederung» von syrischen «Dissidenten» in den syrischen Staat und die 

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«syrische nationale Versöhnung» sei. Das Büro arbeite zudem daran, 

«Menschen in das Assad-Stipendium aufzunehmen, damit sie wieder von 

der Gesellschaft akzeptierte Menschen seien». In einem weiteren, eben-

falls undatierten Internetbericht ist die Rede davon, dass der Beschwerde-

führer 1 als Agent «aufgedeckt» worden sei, der syrische Kaufleute mit 

Wohnsitz in der Türkei mittels eines vom Regime eingerichteten Netzwerks 

ausspioniere und versuche, diese nach Syrien zurückzubringen. Der Be-

schwerdeführer 1 wird als «sehr gefährlicher Unterstützer des syrischen 

Regimes» bezeichnet, der «aus dem Gouvernement Aleppo» stamme. Der 

letzte, unvollständig eingereichte Artikel handelt davon, dass der Be-

schwerdeführer 1 die Eröffnung eines nationalen Versöhnungsbüros in Is-

tanbul bestritten habe. Er habe erklärt, er sei zu allem bereit, «was den 

Interessen der Menschen seines Landes diene». 

6.1.3 Die Beschwerdeführenden machen keine konkreten Ausführungen 

dazu, weshalb, durch wen und inwiefern der Beschwerdeführer 1 und 

seine Familie aufgrund der eingereichten Internetartikel in Syrien unmittel-

bar und ernsthaft gefährdet sein sollten. Aus den eingereichten Unterlagen 

ergibt sich, dass der Beschwerdeführer 1 für das syrische Regime oder zu-

mindest in dessen Sinne in Istanbul tätig war oder nach wie vor ist. Eine 

allfällige Gefährdung durch ebendieses Regime, das in Syrien nach wie vor 

an der Macht ist, erscheint somit wenig plausibel und wird denn auch nicht 

konkret vorgebracht. Eine Gefährdung durch die syrische Opposition wird 

in der Beschwerde angedeutet, jedoch nicht substantiiert geltend gemacht. 

Die Beschwerdeführenden verweisen diesbezüglich ohne weitere Erläute-

rungen auf eine Whatsapp-Kommunikation, welche sie mit Übersetzung 

eingereicht haben. Zudem reichen sie eine Anzeige des Beschwerdefüh-

rers 1 bei den türkischen Behörden vom August 2022 ein, in welcher er 

ausführt, dass er am 25. Juli 2022 von einer unbekannten Person telefo-

nisch mit dem Tod bedroht worden sei. Selbst wenn aus diesen Unterlagen 

entsprechend der Auslegung der Beschwerdeführenden auf eine oder gar 

zwei konkrete Todesdrohungen unbekannten Urhebers gegen den Be-

schwerdeführer 1 zu schliessen sein sollte – was aufgrund des kryptischen 

und unübersichtlichen Whatsapp-Dialogs und der vom Beschwerdefüh-

rer 1 selbst verfassten Anzeige nicht klar ersichtlich ist – würde dies nicht 

ausreichen, um für sich allein rechtsgenügend darzutun, d.h. offensichtlich 

zu machen, dass er in Syrien einer ernsthaften und unmittelbaren Gefähr-

dung von Leib und Leben durch die dortige Opposition ausgesetzt wäre 

(vor welcher ihn zudem der syrische Staatsapparat nicht zu schützen bereit 

oder in der Lage wäre). Es bleibt unklar, ob tatsächlich eine ernst zu neh-

mende Drohung ausgesprochen wurde und inwiefern die 

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Seite 8 

Beschwerdeführenden deshalb in Syrien gefährdet wären, weil dazu kon-

krete Angaben fehlen. Darüber hinaus ist aus den Akten ersichtlich, dass 

dem Beschwerdeführer 1 im Juli 2018 und den Beschwerdeführenden 2-4 

im Juni 2021 in Syrien Ausweispapiere ausgestellt wurden, welche nach 

wie vor gültig sind. Es ist also anzunehmen, dass sie zumindest kurzzeitig 

nach Syrien zurückgekehrt sind, was jedenfalls für den damaligen Zeit-

punkt gegen eine unmittelbare und konkrete Gefährdung im Herkunftsstaat 

spricht. 

6.1.4 Insgesamt ist nach dem Gesagten eine Gefährdung der Beschwer-

deführenden im Sinne von Art. 4 Abs. 2 VEV in ihrem Herkunftsstaat Syrien 

zu verneinen. 

6.2  

Konkrete Hinweise, wonach die Beschwerdeführenden in der Türkei unmit-

telbar und ernsthaft an Leib und Leben gefährdet wären, werden in der 

Beschwerde sodann nicht vorgebracht und sind auch sonst nicht ersicht-

lich. Namentlich die vorgebrachten mutmasslichen Todesdrohungen, die 

mutmasslich der syrischen Opposition zuzuordnen sind, lassen im Hinblick 

auf die Türkei umso weniger rechtsgenügend auf eine Gefährdung der Be-

schwerdeführenden im Sinne von Art. 4 Abs. 2 VEV schliessen als im Hin-

blick auf Syrien (vgl. E. 5.1.3 f.). 

7.  

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Vorinstanz die Voraus-

setzungen, unter denen den Beschwerdeführenden ein nationales Visum 

aus humanitären Gründen ausgestellt werden könnte, zu Recht verneint 

hat. Auch das Bundesverwaltungsgericht kommt zum Schluss, dass die 

Beschwerdeführenden weder in Syrien noch in der Türkei einer unmittel-

baren, ernsthaften und konkreten Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt 

sind. 

 

Wie es sich mit dem Risiko einer zwangsweisen Rückschaffung der Be-

schwerdeführenden von der Türkei nach Syrien verhält, kann unter diesen 

Umständen offen bleiben.  

8.  

Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene 

Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Be-

schwerde ist demzufolge abzuweisen. 

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Seite 9 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Verfahrenskosten den Be-

schwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). In Anbetracht 

der Gesamtumstände ist jedoch auf eine Auferlegung der Verfahrenskos-

ten zu verzichten (vgl. Art. 6 Bst. b VGKE). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden und die Vorinstanz. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sebastian Kempe Fabienne Thoma-Hasler 

 

 

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