# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9b5f34f6-9fcf-5fca-b5db-99132bbf7fc9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-09
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 09.06.2021 BK 2021 267
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2021-267_2021-06-09.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 21 267

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 9. Juni 2021

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiberin Beldi

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigter

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

B.________

Strafkläger/Beschwerdeführer

Gegenstand Rechtsverweigerung/Rechtsverzögerung

Strafverfahren wegen Prozessverschleppung bzw. Untätigkeit

Beschwerde gegen die Kantonale Staatsanwaltschaft für Beson-
dere Aufgaben betreffend Rechtsverweigerung / Rechtsverzöge-
rung i.S. BA 21 317

2

Erwägungen:

1. Am 8. März 2021 erstattete B.________ bei der Kantonalen Staatsanwaltschaft für 
Besondere Aufgaben (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) Anzeige gegen 
A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) wegen Prozessverschleppung bzw. Un-
tätigkeit, angeblich begangen «im Verfahren gg die AHV Ergänzungsleistungen 
Bern seit Oktober 2020 bis heute». Mit Schreiben vom 16. März 2021 setzte die 
Staatsanwaltschaft den Beschuldigten über die eingelangte Anzeige in Kenntnis 
und teilte ihm mit, dass er zu gegebener Zeit weitere Informationen erhalten werde. 
Am 28. Mai 2021 reichte B.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) bei der 
Staatsanwaltschaft eine als «Dienstaufsichtsbeschwerde gg die Amtsstelle die 
meinen Strafantrag vom 8.3.21 bis heute NICHT verfolgt, – geschweige denn bear-
beitet haben» bezeichnete Eingabe ein. Diese stellte die Staatsanwaltschaft am 
2. Juni 2021 der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons 
Bern (nachfolgend: Beschwerdekammer) zuständigkeitshalber zur Kenntnisnahme 
und Erledigung zu. 

Mit Blick auf das Nachfolgende verzichtete die Verfahrensleitung auf das Einholen 
einer Stellungnahme bzw. auf die Durchführung eines Schriftenwechsels (Art. 390 
Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Es ergeht ein 
direkter Beschluss.

2. Die Beschwerde ist zulässig gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der 
Strafverfolgungsbehörden, aber auch gegen Unterlassungen unter Einschluss der 
Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 2 Bst. a StPO). Be-
schwerden wegen Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung sind an keine Frist 
gebunden (Art. 396 Abs. 2 StPO). Der Beschwerdeführer ist durch die sinngemäss 
gerügte Rechtsverzögerung/Rechtsverweigerung unmittelbar in seinen rechtlich 
geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert 
(Art. 382 Abs. 1 StPO).

3.

3.1 Zur Garantie eines gerechten Verfahrens nach Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfas-
sung (BV; SR 101) gehören der ausdrückliche Anspruch auf Beurteilung innert an-
gemessener Frist und das Verbot der Rechtsverzögerung (sog. Beschleunigungs-
gebot; vgl. auch Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten [EMRK; SR 0.101]). Art. 5 StPO konkretisiert das 
Beschleunigungsgebot für den Bereich des Strafrechts. Nach Abs. 1 dieser 
Bestimmung nehmen die Strafbehörden die Strafverfahren unverzüglich an die 
Hand und bringen sie ohne unbegründete Verzögerung zum Abschluss. Nach der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird der Anspruch auf Beurteilung innert an-
gemessener Frist missachtet, wenn die Sache über Gebühr verschleppt wird. Die 
Beurteilung der angemessenen Verfahrensdauer entzieht sich starren Regeln. Es 
ist in jedem Einzelfall in der Regel in einer Gesamtbetrachtung zu prüfen, ob sich 
die Dauer unter den konkreten Umständen als angemessen erweist. Der Streitge-
genstand und die damit verbundene Interessenlage können raschere Entscheide 
erfordern oder längere Behandlungsperioden erlauben. Zu berücksichtigen sind der 

3

Umfang und die Komplexität der aufgeworfenen Sachverhalts- und Rechtsfragen, 
das Verhalten der beschuldigten Person und der Behörden sowie die Zumutbarkeit 
für die beschuldigte Person (BGE 143 IV 373 E. 1.3.1 mit Hinweis; Urteile des 
Bundesgerichts 1B_441/2019 vom 23. März 2020 E. 2.1 und 1B_217/2019 vom 
13. August 2019 E. 3.2). Eine Rechtsverzögerung kann insbesondere vorliegen, 
wenn die Behörde im Verfahren über mehrere Monate hinweg untätig gewesen ist, 
mithin das Verfahren respektive der Verfahrensabschnitt innert wesentlich kürzerer 
Zeit hätte abgeschlossen werden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
1B_441/2019 vom 23. März 2020 E. 2.1 mit Hinweis). Dass das Verfahren zwi-
schen gewissen Prozessabschnitten zeitweise ruht oder dass einzelne Verfahrens-
handlungen auch früher hätten erfolgen können, begründet für sich alleine hinge-
gen noch keine Bundesrechtswidrigkeit (BGE 130 IV 54 E. 3.3.3 mit Hinweisen). Im 
Rahmen der gesetzlichen Regelung steht der Staatsanwaltschaft bei der zeitlichen 
Priorisierung und Verfahrensbeschleunigung sodann ein erheblicher Ermessens-
spielraum zu (Urteile des Bundesgerichts 1B_441/2019 vom 23. März 2020 E. 2.1 
und 1B_55/2017 vom 24. Mai 2017 E. 3.4 mit Hinweisen). 

Mit dem strafrechtlichen Beschleunigungsgebot soll primär verhindert werden, dass 
die beschuldigte Person unnötig lange über die gegen sie erhobenen Vorwürfe im 
Unwissen belassen und den Belastungen eines Strafverfahrens ausgesetzt wird 
(BGE 130 I 269 E. 2.3 und 3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_411/2015 vom 
9. September 2015 E. 3.3; SUMMERS, in: Basler Kommentar, Schweizerische Straf-
prozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 1 zu Art. 5 StPO; WOHLERS, in: Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 3 zu Art. 5 StPO). An-
spruch auf Verfahrensbeschleunigung haben entsprechend primär beschuldigte 
Personen, in etwas geringerem Mass jedoch auch die übrigen Verfahrensbeteilig-
ten wie die Privatklägerschaft (Urteile des Bundesgerichts 1B_441/2019 vom 
23. März 2020 E. 2.1 und Urteil 6B_411/2015 vom 9. September 2015 E. 3.3 mit 
Hinweisen; Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des 
Strafprozessrechts, BBl 2006 S. 1085 ff., S. 1130).

4.

4.1 Der Beschwerdeführer macht unter Berufung auf Art. 5 StPO und die Tatsache, 
dass «sie unter dem Existenzminimum leben würden», geltend, dass eine Bearbei-
tung der Anzeige binnen drei Monaten erwartet werden dürfe. Eine Verzögerung 
dürfe nicht damit begründet werden, dass er immer wieder Anzeigen einreichen 
müsse. Würde die Justiz ordnungsgemäss handeln, wären keine Anzeigen nötig. 

4.2 Die Strafanzeige des Beschwerdeführers vom 8. März 2021 ist am 11. März 2021 
bei der Staatsanwaltschaft eingelangt. Damit ist die Anzeige zum Zeitpunkt der Be-
schwerdeschrift vom 28. Mai 2021 11 Wochen – resp. unter Berücksichtigung des 
an den Beschuldigten versandten Informationsschreibens vom 16. März 2021 ins-
gesamt 10 Wochen – unbehandelt geblieben. Diese Dauer steht nicht im Wider-
spruch zum Beschleunigungsgebot resp. stellt keine Rechtsverzögerung dar (vgl. 
dazu Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 17 517 vom 1. März 2018 
E. 5.1 mit Hinweisen, wonach eine Untätigkeit von zehn Monaten in aller Regel ei-
ne Rechtsverzögerung bedeutet bzw. unter Umständen auch bereits ein Stillstand 

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von sieben, acht oder neun Monaten; vgl. zudem Beschluss des Obergerichts des 
Kantons Bern BK 13 215 vom 25. September 2013 E. 5.2, wonach Untätigkeit der 
Staatsanwaltschaft während acht Monaten seit Anzeigeeingang eine Rechtsverzö-
gerung zu begründen vermochte). Beim Beschwerdeführer handelt es sich um den 
Anzeigeerstatter/Strafkläger. Hierbei greift das Beschleunigungsgebot – wie bereits 
ausgeführt – in geringerem Mass. Anders als der Beschwerdeführer im Übrigen 
meint, darf die Tatsache, dass er immer wieder neue Anzeigen einreicht, sehr wohl 
im Rahmen der Angemessenheitsbeurteilung berücksichtigt werden. Es kann in 
diesem Zusammenhang auf den ihm bekannten Beschluss des Obergerichts des 
Kantons Bern BK 21 76 vom 17. März 2021 verwiesen werden, in welchem das 
Folgende, auch hier geltende, ausgeführt wurde (dort E. 3.4): Ausserdem liegen im Ver-
halten der Beschwerdeführerin aussergewöhnliche Umstände begründet, welche die bisherige Ver-
fahrensdauer bzw. die Untätigkeit des Verfahrensleiters rechtfertigen: Es ist bekannt, dass der für die 
Beschwerdeführerin handelnde B.________ die bernische Staatsanwaltschaft mit unbegründeten An-
zeigen geradezu überhäuft (vgl. etwa Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 21 36 vom 
3. März 2021). Auf Entscheide von Behörden oder Privatpersonen oder auf deren Eingaben an Jus-
tizbehörden, welche nicht seinem Standpunkt entsprechen, reagiert er umgehend mit pauschalen 
strafrechtlichen Anschuldigungen. Sein gängiges Muster läuft mit anderen Worten darauf hinaus, dass 
er Personen anzeigt, die nicht in seinem Sinne handeln. Die Masse an trölerischen Strafanzeigen ist 
für die Staatsanwaltschaft kaum zu bewältigen und es versteht sich entsprechend, dass seinen Ein-
gaben eine tiefere Priorität zukommt als Anzeigen, welche prima vista begründet erscheinen. Durch 
die Flut unbegründeter Anzeigen hat es sich B.________ selbst zuzuschreiben, dass es in den von 
ihm angestrengten Verfahren zu längerer Verfahrensdauer und Verzögerungen kommt.

Und schliesslich ist auch der Einwand unbehelflich, wonach sich eine besonders 
beförderliche Behandlung deshalb aufdränge, weil das der Anzeige zugrundelie-
gende Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern seine Existenz be-
treffe resp. weil er unter dem Existenzminimum lebe. Dies deshalb, weil der Fort-
gang des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens nicht von der Bearbeitung der Straf-
anzeige vom 8. März 2021 abhängt. 

4.3 Gestützt auf das Ausgeführte ist festzuhalten, dass das Beschleunigungsgebot 
durch die Untätigkeit der Staatsanwaltschaft nicht verletzt worden ist. Die Be-
schwerde ist offensichtlich unbegründet und abzuweisen.

5. Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 428 
Abs. 1 StPO). Infolge Unterliegens steht ihm auch kein Anspruch auf Entschädi-
gung zu.

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 600.00, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt.

3. Eine Entschädigung ist nicht zu sprechen.

4. Zu eröffnen:
- dem Strafkläger/Beschwerdeführer (per Einschreiben)
- dem Beschuldigten (per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Kantonalen Staatsanwaltschaft für Besondere Aufgaben, Staatsanwalt 

C.________
(mit den Akten – per Kurier)

Bern, 9. Juni 2021 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Beldi
i.V. Gerichtsschreiber Rudin

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Die Zustellung von Vorladungen, Verfügungen und Entscheiden gilt bei eingeschriebenen Sendungen, die 
nicht abgeholt werden, am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt, sofern die Person 
mit einer Zustellung rechnen musste (Art. 85 Abs. 4 Bst. a StPO). Daran ändern besondere Abmachungen mit 
der Schweizerischen Post – wie etwa Postrückbehalteaufträge oder Abholfristverlängerungen – nichts. Auch in 
diesen Fällen gilt die Sendung am siebten Tag nach Eingang der Sendung bei der Poststelle am Ort des Emp-
fängers als zugestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.