# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 66212024-87a0-55c1-98dd-39b116f76138
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.10.2017 200 2017 534
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-534_2017-10-27.pdf

## Full Text

200 17 534 UV
ACT/IMD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. Oktober 2017

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

AXA Versicherungen AG
Generaldirektion, General Guisan-Strasse 40, Postfach 357,
8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 3. Mai 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2017, UV/17/534, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1976 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war über ihre Arbeitgeberin bei der AXA Versicherungen AG (AXA bzw. 
Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und 
Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert, als sie mit Bagatel-
lunfall-Meldung vom 5. Februar 2015 bzw. Schadenmeldung vom 21. April 
2016 melden liess, sie habe sich am 23. Januar 2015 bei einem Sturz beim 
Schlitteln eine Prellung der rechten Schulter zugezogen (Akten der AXA, 
[act. II] A1, A4). Die AXA erbrachte die gesetzlichen Leistungen und nahm 
medizinische Abklärungen vor. Gestützt auf die Berichte des beratenden 
Arztes Dr. med. C.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, vom 
10. Juni und 2. September 2016 (act. II M11, M18) stellte sie die Leistun-
gen aus der obligatorischen Unfallversicherung mit Verfügung vom 
23. September 2016 (act. II A12) mangels Kausalzusammenhangs zwi-
schen den geklagten Beschwerden und dem Ereignis vom 23. Januar 2015 
rückwirkend per 26. August 2015 ein. Die dagegen erhobene Einsprache 
(act. II A14) wies die AXA mit Entscheid vom 3. Mai 2017 (act. II A17) ab.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
B.________, mit Eingabe vom 1. Juni 2017 Beschwerde mit den Anträgen, 
der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Beschwer-
degegnerin sei anzuweisen, auch nach dem 26. August 2015 Leistungen 
aus der obligatorischen Unfallversicherung zu erbringen. Eventualiter seien 
die Akten unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids zu 
einem neuen Entscheid in der Sache an die Beschwerdegegnerin zurück-
zuweisen, verbunden mit der Anweisung, die Beschwerdeführerin durch 
eine unabhängige Stelle medizinisch begutachten zu lassen.

Mit Beschwerdeantwort vom 5. September 2017 beantragte die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde. Gleichzeitig reichte sie einen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2017, UV/17/534, Seite 3

Bericht ihres beratenden Arztes Dr. med. D.________, Facharzt für Chirur-
gie, vom 21. August 2017 (act. II M27) zu den Akten.

Die Beschwerdeführerin nahm mit Eingabe vom 15. September 2017 Stel-
lung zum neu eingereichten medizinischen Bericht.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 3. Mai 2017 (act. II 
A17). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Unfallver-
sicherung für die als Folgen des Ereignisses vom 23. Januar 2015 (act. II 
A1, A2) geltend gemachten Beschwerden.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 
des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung 
(UVG; SR 832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verord-
nung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; 
SR 832.202) in Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich 
vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des UVG 
ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt aus-
gebrochen sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der 
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG).

2.2 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche-
rung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusam-
menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 

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ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.3.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ur-
sache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2). Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen 
deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausa-
lität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 
140 V 356 E. 3.2 S. 358).

2.4 Um über den Leistungsanspruch entscheiden zu können, ist die 
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie-
sen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um-
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig 
sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 
S. 99).

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2.5

2.5.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

2.5.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-
trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-
lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 
125 V 351 E. 3b ee S. 354). Die Berichte und Gutachten ständiger Vertrau-
ensärzte haben in beweisrechtlicher Hinsicht grundsätzlich den gleichen 
Stellenwert wie die verwaltungsinternen Arztberichte und Gutachten der 
UVG-Versicherer (RKUV 2001 KV 189 S. 492 E. 5b).

2.6 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 

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widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass das Ereig-
nis vom 23. Januar 2015 (act. II A1, A2) die kumulativen Anspruchsvoraus-
setzungen des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. E. 2.2 hiervor) 
erfüllt; dies unabhängig davon, ob sich die Beschwerdeführerin dabei 
mehrmals überschlagen hat oder nicht (vgl. act. II A17 Ziff. 2.3.3), worüber 
sie im Unfallbeschrieb vom 21. Februar 2015 allerdings nicht berichtet hat 
(act. II A2 S. 2; dies geschah erstmals in der Einsprache vom 11. Oktober 
2016 [act. II A14]). 

3.2 Hinsichtlich der umstrittenen (weiteren) Leistungspflicht der Be-
schwerdegegnerin ergibt sich aus den medizinischen Akten im Wesentli-
chen das Folgende.

3.2.1 Dem Formular "Erstes Arztzeugnis UVG" vom 17. Februar 2015 
(act. II M1), ausgefüllt durch das Spital E.________, ist die Diagnose einer 
Schulterkontusion rechts zu entnehmen. Es bestehe eine schmerzbedingte 
Einschränkung der Schultermobilisation. Im Röntgenbild seien keine Hin-
weise für eine ossäre Läsion ersichtlich. Der Abschluss der Behandlung 
(konservative Therapie, Analgesie) erfolge voraussichtlich in vier bis sechs 
Wochen.

3.2.2 Am 24. August 2015 wurde eine Magnetresonanztomographie 
(MRT) des rechten Schultergelenks durchgeführt und wie folgt beurteilt 
(act. II M3): "Hinweise auf Enthesiopathie am Tuberculum minus und ma-
jus. Initiale arthrotische Veränderungen im AC-Gelenk. Ansonsten weitge-
hend unauffälliger MRT-Befund des rechten Schultergelenkes ohne Hin-
weise auf Knorpel- oder ligamentäre Verletzungen. Keine frischen oder 
älteren ossären Läsionen."

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3.2.3 In einem von der Beschwerdeführerin als Oberärztin der Chirurgie 
des Spitals E.________ ausgefüllten Formular (Posteingang bei der Be-
schwerdegegnerin am 16. November 2015 [act. II M5]) berichtete diese von 
einer Druckdolenz über dem AC-Gelenk und einer leichten Einschränkung 
der Abduktion. Die durchgeführte Physiotherapie habe keine Resultate ge-
zeigt. Der Abschluss der Behandlung sei im Oktober 2015 erfolgt.

3.2.4 Im Bericht des Spitals F.________ vom 4. Mai 2016 (act. II M10) 
wurde festgehalten, im Rahmen eines problemlos verlaufenen chirurgi-
schen Eingriffs am 2. Mai 2016 sei aufgrund einer SLAP-Läsion Typ V der 
rechten Schulter zunächst eine Arthroskopie und sodann eine Refixation 
und eine Tenodese der langen Bizepssehne vorgenommen worden.

3.2.5 Dr. med. C.________ führte in der Stellungnahme vom 10. Juni 
2016 (act. II M11 S. 2) aus, die intraoperativen Befunde, die anlässlich der 
MRT vom 24. August 2015 noch nicht in dieser Weise zu finden gewesen 
seien, sprächen gegen einen kausalen Zusammenhang des chirurgischen 
Eingriffs mit dem Ereignis vom 23. Januar 2015. Diese müssten demnach 
erst im Anschluss daran entstanden sein und seien somit überwiegend 
wahrscheinlich nicht auf den Schlittelunfall vom Januar 2015 zurückzu-
führen.

3.2.6 Mit Bericht vom 17. August 2016 (act. II M17) nahm PD Dr. med. 
G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, Stellung zur Einschätzung von Dr. med. 
C.________ und hielt fest, die Arthro-MRI-Untersuchung sei unzureichend 
genau, um Veränderungen des Labrumbereiches einschliesslich des Bi-
cepssehnenankers zu beurteilen. Der Gold-Standard zu dieser Diagnose 
sei leider nach wie vor die Arthroskopie. Seit dem Unfall von Januar 2015 
leide die Patientin unter anterioren Schulterschmerzen sowie einem Instabi-
litätsgefühl. Die im Rahmen der diagnostischen Arthroskopie aufgezeigte 
Avulsion des Bicepssehnenankers mit Ausriss des postero-superioren La-
brums habe sich erst im Rahmen dieses Eingriffs sicher belegen lassen 
und erkläre auch hinreichend das anhaltende Beschwerdebild. Derartige 
Verletzungen seien klar traumatischer Natur.

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3.2.7 In der Stellungnahme vom 2. September 2016 (act. II M18 S. 2) 
hielt Dr. med. C.________ fest, da PD Dr. med. G.________ die Versicher-
te frühestens ein Jahr nach dem Unfallereignis erstmals untersucht habe 
und der chirurgische Eingriff mehr als fünfzehn Monate nach dem Ereignis 
erfolgt sei, wirke es doch ziemlich spekulativ, wenn ein kausaler Zusam-
menhang zwischen Unfall und Pathologie als überwiegend wahrscheinlich 
bezeichnet werde. Eine direkte Kontusion aus wahrscheinlich geringer 
Höhe (Schlittelunfall) sei aufgrund biomechanischer Überlegungen kaum 
geeignet, eine SLAP-Läsion an der Schulter herbeizuführen. Allgemein 
würden als hauptsächliche Auslöser hierfür relevante distorsionelle Ereig-
nisse oder auch repetitive Bewegungen des betroffenen Armes im Über-
kopfbereich gesehen, wie sie bei vielen Sportarten vorkämen. Die Versi-
cherte selbst habe im Bericht vom November 2015 zudem geschrieben, die 
Behandlung sei im Oktober 2015 abgeschlossen worden, sodass sie sich 
wahrscheinlich erst mit einiger Latenz wieder in ärztliche Behandlung be-
geben habe und eine Brückensymptomatik somit zeitnahe nicht dokumen-
tiert gewesen sei. Zusammenfassend vermöge der Bericht von PD Dr. 
med. G.________ keine veränderte Einschätzung bezüglich der Kausalität 
zu begründen.

3.2.8 Prof. Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte im Bericht vom 
14. November 2016 (act. II M25) aus, die Patientin leide unter rechtsseiti-
gen Schulterschmerzen nach initialem Schlittel-Sturz vom 23. Januar 2015. 
Aufgrund von bestehenden Beschwerden und im MRI sichtbarer SLAP-
Läsion habe man sich am 2. Mai 2016 zur Schulterarthroskopie entschie-
den. Leider bestünden weiterhin Schmerzen, welche sich jedoch von den 
präoperativen unterscheiden würden.

3.2.9 Dr. med. I.________, Facharzt für Anästhesiologie, hielt im Bericht 
vom 14. Februar 2017 (act. II M22) fest, die Patientin leide nun seit mehr 
als neun Monaten unter chronischen, invalidisierenden Schulterschmerzen 
rechts, welche nach einem Schlittelunfall und operativer Versorgung aufge-
treten seien. Die körperliche Untersuchung sei absolut unauffällig. Einzig 
bei der tiefen suprascapulären Palpation könne ein Teil der Schmerzen 
reproduziert werden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2017, UV/17/534, Seite 10

3.2.10 Im Bericht vom 6. März 2017 (act. II M23) führte Dr. med. 
J.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, aus, die Patientin habe sich am 23. Januar 2015 
beim Schlitteln an ihrer rechten Schulter verletzt. Sie habe sich mehrmals 
überschlagen und im Anschluss Schulterschmerzen verspürt.

3.2.11 Dr. med. D.________ beurteilte im Bericht vom 21. August 2017 
(act. II M27) die Schlussfolgerungen von Dr. med. C.________ in den Be-
richten vom 10. Juni und 2. September 2016 (act. II M11 S. 2 und M18 
S. 2) als nachvollziehbar. Dieser habe unter anderem die nicht klaren Aus-
sagen zum Unfallgeschehen und die fehlenden Brückensymptome bemän-
gelt. Zum Unfallhergang sei zu bemerken, dass sich die Versicherte dabei 
mehrmals überschlagen habe. Dadurch sei es nicht mehr möglich, den 
genauen Unfallhergang und somit die tatsächliche Krafteinwirkung auf das 
Schultergelenk zu rekonstruieren. Entscheidend für die Beurteilung sei je-
doch das MRT am 24. August 2015, das lediglich Hinweise auf eine Enthe-
siopathie am Tuberculum minus und majus sowie auf initiale arthrotische 
Veränderungen am AC-Gelenk ergeben habe. Ansonsten habe sich ein 
weitgehend unauffälliges MRT ohne Hinweise auf Knorpel- oder ligamentä-
re Verletzungen gezeigt. Die Behandlung sei gemäss Bericht des Spitals 
E.________ im Oktober 2015 abgeschlossen worden. Eine SLAP-Läsion 
werde im MRI nicht beschrieben, es habe sich jedoch als Normvariante ein 
"sublabrales hole" gezeigt. Zusammenfassend müssten demnach die intra-
operativ gestellten Befunde erst nach dem Trauma am 24. August 2015 
(richtig wohl: 23. Januar 2015) entstanden sein. Es sei auch nicht vorstell-
bar, dass ein Patient mit einer SLAP-V-Läsion beschwerdefrei aus der Be-
handlung entlassen werde.

3.3 Die Beschwerdeführerin, die selber Ärztin ist, hat mit undatiertem 
Bericht (Eingang bei der Beschwerdegegnerin am 16. November 2015) 
eine Schulterkontusion diagnostiziert und ausgeführt, der Behandlungsab-
schluss sei im Oktober 2015 erfolgt (act. II M5); in der Einsprache berichte-
te sie zudem allein über leichte, diffuse, ziehende, eher unspezifische 
Schmerzen nach dem Unfall (act. II A14). Weiter sind bis Mai 2016 (Opera-
tionsbericht vom 2. Mai 2016 [act. II M9) keine medizinischen Massnahmen 
mehr dokumentiert, was sich damit deckt, dass Dr. med. I.________ im 

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Bericht vom 14. Februar 2017 über seit mehr als neun Monaten bestehen-
de chronische, invalidisierende Schulterschmerzen berichtet (act. II M22 
S. 1), was einen Schmerzbeginn im Frühjahr 2016 bedeutet. Dagegen hat 
die Beschwerdeführerin gegenüber diversen Ärzten – teilweise implizit – 
durchgehende Schmerzen erwähnt (Berichte der Dres. med. G.________ 
vom 2. und 4. Mai 2016 [act. II M9 f.] bzw. vom 16. November 2016 [act. II 
M20 S. 1], J.________ vom 6. März 2017 [act. II M23 S. 1] und Prof. Dr. 
med. H.________ vom 14. November 2016 [act. II M25 S. 1]). Es kann im 
aktuellen Verfahrensstadium offen bleiben, ob hier ein Rückfall resp. eine 
Spätfolge vorliegt oder es sich um den gleichen Gesundheitsschaden wie 
im Januar 2015 handelt (vgl. E. 3.4 und 3.5 hiernach).

3.4 Die Beschwerdegegnerin stellt auf die Einschätzungen ihrer bera-
tenden Ärzte Dres. med. C.________ und D.________ ab (act. II M11 S. 2, 
M18 S. 2 und M27), denen eine vergleichbare Stellung wie versicherungs-
internen Ärzten zukommt (vgl. E. 2.5.2 hiervor). Dies bedeutet, dass ergän-
zende Abklärungen durchzuführen sind, wenn auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229). Dies ist hier der 
Fall: Dr. med. C.________ führt im Bericht vom 10. Juni 2016 aus, die in-
traoperativen Befunde hätten sich zur Zeit der MRT von August 2015 noch 
nicht finden lassen (act. II M11 S. 2 Ziff. 1 gegen Ende), was an und für 
sich einleuchtet und einen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall von 
Januar 2015 (act. II A1 und A2) und den geklagten Beschwerden aussch-
liesst. Jedoch weist PD Dr. med. G.________ im Bericht vom 17. August 
2016 darauf hin, dass die Arthro-MRI-Untersuchung "unzureichend genau" 
sei, "um Veränderungen des Labrumbereiches einschliesslich des Biceps-
sehnenankers ... beurteilen" zu können (act. II M17), d.h. der behandelnde 
Arzt weist darauf hin, dass die beiden Befunde (MRT resp. Operation) nicht 
miteinander verglichen werden könnten. Sollte diese Auffassung zutreffen, 
wäre der Einschätzung des beratenden Arztes Dr. med. C.________ die 
Basis entzogen. Auf diesen entscheidenden Punkt gehen die Dres. med. 
C.________ und D.________ in ihren Berichten vom 2. September 2016 
(act. II M18 S. 2) resp. 21. August 2017 (act. II M27) nicht ein, weshalb der 
Einwand des PD Dr. med. G.________ nicht ausgeräumt worden ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2017, UV/17/534, Seite 12

3.5 Auf der anderen Seite kann ebenfalls nicht auf die Einschätzung 
der behandelnden Ärzte abgestellt und ein Kausalzusammenhang als er-
stellt gelten (sofern sich diese Mediziner überhaupt zu dieser Frage äus-
sern):

3.5.1 PD Dr. med. G.________ geht im Bericht vom 17. August 2016 
letztlich allein gestützt auf den nicht zulässigen Grundsatz "post hoc ergo 
propter hoc" (BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 36 
E. 4.2.3) von einem Kausalzusammenhang aus (act. II M17). Soweit er 
ausführt, derartige Verletzungen seien "klar traumatischer Natur" (a.a.O.), 
ist darauf hinzuweisen, dass sich der medizinische Begriff des Traumas 
und der rechtliche Unfallbegriff nicht decken (ALFRED BÜHLER, Der Unfall-
begriff, in ALFRED KOLLER [Hrsg.], Haftpflicht- und Versicherungsrechtsta-
gung 1995, St. Gallen 1995, 268). Aus diesem Grund kann – entgegen der 
Auffassung in der Beschwerde (S. 11 unten) – auch nicht geschlossen 
werden, wenn nicht der Schlittelunfall vom 23. Januar 2015 (act. II A1 und 
A2), so habe ein anderer von der Beschwerdegegnerin versicherter Unfall 
den Gesundheitsschaden verursacht.

3.5.2 Auch im Bericht des Dr. med. I.________ vom 14. Februar 2017 
wird die Kausalität unzulässigerweise mit dem Argument "post hoc ergo 
propter hoc" begründet (act. II M22 S. 1), was ebenfalls für die Annahme 
des Prof. Dr. med. H.________ im Bericht vom 14. November 2016 (act. II 
M25 S. 1) zutrifft.

3.5.3 Die Dres. med. J.________ und G.________ gehen in den be-
schwerdeweise eingereichten Berichten vom 24. resp. 30. Mai 2017 allein 
von einem möglichen Kausalzusammenhang aus. Deren Ausführungen 
sind zudem allgemeiner Natur, d.h. nicht auf den konkret vorliegenden Fall 
bezogen (Beschwerdebeilage [act. I] 4 und 6).

3.6 Nach dem hiervor Dargelegten kann weder auf die Einschätzung 
der die Beschwerdegegnerin beratenden Ärzte noch auf die Beurteilung der 
behandelnden Ärzte abgestellt werden. Damit hat die Beschwerdegegnerin 
den rechtserheblichen medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt. 
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 3. Mai 2017 (act. II A17) ist 
daher in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache geht – 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2017, UV/17/534, Seite 13

entsprechend dem Eventualantrag (Beschwerde S. 2 und 12 f.; Eingabe 
vom 15. September 2017 S. 3) – zurück an die Verwaltung, damit sie ein 
externes Gutachten veranlasse und anschliessend neu verfüge.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt es unter dem Gesichtspunkt des 
(bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung im Streit um 
eine Sozialversicherungsleistung bereits als Obsiegen, wenn die versicher-
te Person ihre Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen nach Abschluss 
des Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung 
einer ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Ver-
waltung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht (BGE 
137 V 57 E. 2.1 S. 61).

Die Beschwerdeführerin wird durch Rechtsanwalt Dr. B.________ vertre-
ten. Dessen Kostennote vom 4. Oktober 2017 ist nicht zu beanstanden. 
Entsprechend wird die Parteientschädigung auf Fr. 4'250.-- (17 Stunden à 
Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 63.20 und 8 % Mehrwertsteuer im 
Betrag von Fr. 345.05, somit auf total Fr. 4'658.25, festgesetzt. Diesen Be-
trag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Okt. 2017, UV/17/534, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid der 
AXA Versicherungen AG vom 3. Mai 2017 aufgehoben und die Sache 
an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornah-
me der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4'658.25 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- AXA Versicherungen AG
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.