# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 386c0511-48a1-581e-a57c-b07b62906301
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-07
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Zivilkammern 07.08.2019 KES 2019 280
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_001_KES-2019-280_2019-08-07.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Kindes- und Erwachsenen-
schutzgericht

Cour suprême
du canton de Berne

Tribunal de la protection
de l'enfant et de l'adulte

Entscheid
KES 19 280

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 06
Fax +41 31 634 50 53
Obergericht-Zivil.Bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 6. August 2019

Besetzung Oberrichter Schlup (Referent), Oberrichterin Grütter und             
Oberrichter Hurni
Gerichtsschreiberin Hostettler

Verfahrensbeteiligte A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________

Beschwerdeführer 

gegen

C.________
vertreten durch Rechtsanwalt D.________

Beschwerdegegnerin

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Seeland, 
Stadtplatz 33, Postfach 29, 3270 Aarberg

Vorinstanz

Gegenstand Abweisung des Antrags von A.________ auf Abänderung der 
bestehenden Obhutsregelung (Wohnsitzverlegung)

Beschwerde gegen den Kammerentscheid der Kindes- und 
Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Seeland vom 18. März 2019 
(11525771/2018-5312)

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Regeste:

Zuständigkeit; Kompetenzattraktion; Art. 298d ZGB

Die Gesetzesänderung vom 1. Januar 2017 in Bezug auf die Zuständigkeit (Kompetenzat-
traktion; Art. 298d Abs. 1 und 2 ZGB) wollte den Parteien nicht ermöglichen, einen Ent-
scheid der KESB abzuwarten, um im Anschluss daran (statt ein Beschwerdeverfahren 
einzuleiten) beim Gericht eine Unterhaltsklage einzureichen, wenn sie mit dem Entscheid 
der KESB nicht einverstanden sind (E. 13.4.1). 

Solange noch kein (erstinstanzlicher) Entscheid der KESB vorliegt, kann beim zuständigen 
Regionalgericht Klage eingereicht werden und das Regionalgericht hat diesfalls auf die 
Klage einzutreten. Gleichzeitig entfällt die Zuständigkeit der KESB. Liegt hingegen bereits 
ein Entscheid der KESB vor, dann bleibt das Verfahren auf der «verwaltungsrechtlichen 
Schiene» (KESB bzw. KESGer) fixiert, bis ein rechtskräftiger Entscheid vorliegt (E. 13.4.4). 

Erwägungen:

I.

1.

1.1 E.________, geb. ________ 2015, ist der gemeinsame Sohn der nicht miteinander 
verheirateten Eltern C.________ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin oder Kinds-
mutter) und A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer oder Kindsvater). 

1.2 Nach ihrer Trennung vereinbarten die Parteien in der gerichtlich genehmigten Ver-
einbarung vom 21. März 2016 die gemeinsame elterliche Sorge sowie die alternie-
rende Obhut für E.________. Im Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung leb-
ten die Eltern beide noch in F.________. Im Oktober 2017 zog die Kindsmutter 
nach G.________ in den Kanton Bern. Der Kindsvater erklärte sich mit der Verle-
gung des Wohnsitzes seines Sohnes nach G.________ einverstanden. 

2. Mit Schreiben vom 1. Oktober 2018 beantragte der Beschwerdeführer bei der 
KESB Seeland (nachfolgend: Vorinstanz oder KESB), dass E.________ seinen 
Wohnsitz bei ihm in H.________ haben und dort beschult werde solle sowie, dass 
die Vereinbarung betreffend die gemeinsame elterliche Sorge vom 21. März 2016 
eingehalten werden solle. 

3. Mit Kammerentscheid vom 18. März 2019 wies die Vorinstanz den Antrag des Be-
schwerdeführers ab, forderte die Eltern zu einem Mediationsversuch auf und emp-
fahl, Themenbereiche bzgl. elterlicher Kommunikation und Betreuungsanteile im 
Rahmen der Mediation zu bearbeiten. Das Verfahren wurde bezüglich der konkre-
ten Ausgestaltung der alternierenden Obhut und der Anordnung einer Beistand-
schaft gemäss Art. 308 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB, SR 
210] für die Dauer der Mediation sistiert. 

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4. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsan-
wältin B.________, mit Eingabe vom 17. April 2019 (Postaufgabe am gleichen Tag; 
pag. 1 ff.) beim Kindes- und Erwachsenenschutzgericht (KESGer) Beschwerde und 
stellte folgende Anträge:

« 1. Annuler le chiffre 1 de la décision du 18 mars 2019 de la Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde (KESB) - Seeland; 

2. Partant, ordonner le transfert du domicile de l’enfant E.________ chez son père, A.________, 

lui-même domicilé H.________; 

3. Subsidiarement, renvoyer la cause à la Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) - 

Seeland pour complément d’instruction et nouvelle décision dans le sens de la motivation du 

présent recours; 

4. Avec suite de frais judiciaires et dépens.»

Zudem stellte Rechtsanwältin B.________ den Antrag, es seien I.________ 
(Gross-mutter mütterlicherseits von E.________), J.________ (Partner der Kinds-
mutter) und K.________ (Partnerin des Kindsvaters) anzuhören.

5. In ihrer Vernehmlassung vom 14. Mai 2019 (pag. 33 ff.) beantragte die Vorinstanz, 
die Beschwerde sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Be-
schwerdeführers vollumfänglich abzuweisen. 

6. Mit Verfügung vom 7. Juni 2019 stellte der Instruktionsrichter fest, dass die Be-
schwerdegegnerin innert Frist keine Stellungnahme eingereicht hat. 

7. Mit Eingabe vom 14. Juni 2019 (pag. 51 ff.) reichte Rechtsanwältin B.________ 
weitere Bemerkungen sowie ihre Kostennote ein. 

8. Die Vorinstanz stellte mit Eingabe vom 17. Juni 2019 (pag. 67 ff.) dem KESGer den 
Bericht der «Mediation Familiale» vom 11. Juni 2019 sowie eine Einladung an die 
Parteien zur Anhörung bei der Vorinstanz zur Kenntnisnahme zu.

9. Die Beschwerdegegnerin, nunmehr vertreten durch Rechtsanwalt D.________, 
reichte mit Eingabe vom 8. Juli 2019 (pag. 85 ff.) beim KESGer ihre Stellungnahme 
ein und beantragte die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 

10. Mit Entscheid vom 9. Juli 2019 hob die Vorinstanz die Sistierung des Kindes-
schutzverfahrens auf und verzichtete auf die Anordnung einer Kindesschutzmass-
nahme für E.________. Die Vorinstanz hielt im Entscheid fest, dass die Eltern auf 
freiwilliger Ebene die Mediation insbesondere zur konkreten Ausgestaltung der al-
ternierenden Obhut nach Vorliegen des obergerichtlichen Entscheids zum Wohnort 
von E.________ weiterführen werden. 

11. Mit Eingabe vom 9. Juli 2019 (pag. 117 ff.) stellte die Vorinstanz dem KESGer das 
Protokoll der Anhörung der Parteien vom 8. Juli 2019 sowie ihren Entscheid vom 
9. Juli 2019 zur Kenntnisnahme zu.

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II.

12. Für Beschwerden gegen Entscheide der KESB ist grundsätzlich das KESGer zu-
ständig (Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 65 des Gesetzes über den Kindes- und 
Erwachsenenschutz [KESG; BSG 213.316] und Art. 28 Abs. 4 des Organisations-
reglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]).

13. Mit Eingabe vom 15. Juli 2019 teilte die Beschwerdegegnerin dem KESGer mit, 
dass sie bei der Schlichtungsbehörde Berner Jura-Seeland am 12. Juli 2019 eine 
Unterhaltsklage eingereicht und auch die Regelung der Frage der Obhut und der 
Kontaktrechte beantragt habe. Mit Blick auf die entsprechende Kompetenzattrak-
tion werde die Schlichtungsbehörde Biel, resp. gegebenenfalls das ordentliche Zi-
vilgericht ebenfalls die übrigen Kinderbelange zu regeln haben.

Mit einer weiteren Eingabe vom 17. Juli 2019 reichte die Beschwerdegegnerin beim 
KESGer eine Kopie des Nichteintretensentscheids der Schlichtungsbehörde Berner 
Jura-Seeland vom 15. Juli 2019 sowie eine Kopie ihrer am 17. Juli 2019 beim Re-
gionalgericht Berner Jura-Seeland eingereichten Unterhaltsklage ein. 

13.1 Auf Begehren eines Elternteils, des Kindes oder von Amtes wegen regelt die Kin-
desschutzbehörde die Zuteilung der elterlichen Sorge neu, wenn dies wegen we-
sentlicher Änderung der Verhältnisse zur Wahrung des Kindeswohls nötig ist. Sie 
kann sich auf die Regelung der Obhut, des persönlichen Verkehrs oder der Betreu-
ungsanteile beschränken (Art. 298d Abs. 1 und 2 ZGB). Hinsichtlich Unterhalts-
streitigkeiten kommt der Kindesschutzbehörde aber keine Regelungskompetenz 
zu. Wird hingegen beim zuständigen Gericht auf Unterhalt geklagt, regelt seit 
1. Januar 2017 das Gericht auch die elterliche Sorge sowie die weiteren Kinderbe-
lange neu (sog. Kompetenzattraktion; Art. 298d Abs. 3 ZGB).

13.2 Mit Schreiben vom 1. Oktober 2018 beantragte der Kindsvater den Wohnsitz-
wechsel seines Sohnes E.________ und damit die Abänderung der bestehenden 
Obhutsregelung. Die KESB hat aufgrund ihrer Zuständigkeit die Frage, ob die Vor-
aussetzungen gemäss Art. 298d Abs. 1 und 2 ZGB für eine Abänderung der Obhut 
im vorliegenden Fall erfüllt sind, abgeklärt. Mit Entscheid vom 18. März 2019 wies 
die KESB den Antrag des Kindsvaters ab und ordnete eine Mediation für die 
Kindseltern an. Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer am 17. April 
2019 fristgerecht Beschwerde. Mit Eingabe vom 12. Juli 2019 reichte die Be-
schwerdegegnerin bei der Schlichtungsbehörde Berner Jura-Seeland eine Unter-
haltsklage inkl. Regelung der übrigen Kinderbelange ein. Nach dem Nichteintreten-
sentscheid der Schlichtungsbehörde reichte die Beschwerdegegnerin am 17. Juli 
2019 Klage beim Regionalgericht Berner Jura-Seeland ein. 

Aufgrund der seit 1. Januar 2017 geltenden Zuständigkeitsregelung ist fraglich, in-
wiefern das KESGer zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde bzw. des ange-
fochtenen Entscheids überhaupt noch zuständig ist.

13.3

13.3.1 Bis am 31. Dezember 2016 war bei unverheirateten Eltern in strittigen Fällen die 
KESB für die Regelung von elterlicher Sorge, Erziehungsgutschriften, Obhut, per-

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sönlichem Verkehr/Betreuungsanteile zuständig, während der Entscheid über strit-
tigen Unterhalt dem Gericht vorbehalten war. Die geteilte Zuständigkeit warf Pro-
bleme auf. Die per 1. Januar 2017 eingeführte Kompetenzattraktion hat auf Vor-
schlag der Kommission für Rechtsfragen des Nationalrats erst in der parlamentari-
schen Beratung ihren Weg ins Gesetz gefunden, weshalb sich für die im Raum 
stehende Frage der Zuständigkeit die Botschaft als Auslegungshilfe nicht anbietet.

13.3.2 Das Obergericht des Kantons Zürich hat in einem ähnlichen Fall wie dem vorlie-
genden (Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich PQ170081 vom 2. März 2018; 
der angefochtene Entscheid erfolgte hier vor Inkrafttreten der Gesetzesrevision) 
betreffend Zuständigkeit erläutert, dass durch die neue Gesetzgebung beabsichtigt 
worden sei, die Doppelspurigkeiten zwischen dem Gericht und der KESB zu besei-
tigen, mit dem Ziel, dass jeweils nur eine Stelle für die Regelung aller offenen und 
streitigen Fragen zuständig sein soll. Die Kompetenzattraktion solle dem Kindes-
wohl und der Prozessökonomie dienen, eine Überweisung des im zweitinstanzli-
chen Rechtsmittelverfahren (der Kanton Zürich kennt innerkantonal zwei Be-
schwerdeinstanzen gegen Entscheide der KESB) stehenden Obhuts- und Betreu-
ungsstreits an ein erstinstanzliches Gericht widerspräche diesen Grundsätzen. Aus 
diesen Gründen entschied das Obergericht des Kantons Zürich, dass eine Über-
weisung an das mit der Unterhaltsklage befasste Gericht nicht zu erfolgen habe.

13.3.3 Gemäss SAMUEL ZOGG entfällt seit der Gesetzesänderung die sachliche Zuständig-
keit der Kindesschutzbehörde zur Regelung der «weiteren Kinderbelange» ex lege, 
sobald eine Unterhaltsklage beim Gericht eingereicht wird. Das mit der Unterhalts-
klage befasste Gericht werde ex lege auch zur annexweisen Regelung dieser Kin-
derbelange zuständig. Aufgrund der neuen Kompetenzattraktion habe das Gericht 
nach Eingang einer nicht offensichtlich unzulässigen Unterhaltsklage regelmässig 
bei der zuständigen KESB nachzufragen, ob diese ein Verfahren betreffend elterli-
che Sorge bzw. weitere Kinderbelange führe. Die KESB habe in diesem Fall ein 
noch hängiges, die weiteren Kinderbelange betreffendes Verfahren aufgrund 
nachträglich weggefallener sachlicher Zuständigkeit mit einem Nichteintretensent-
scheid zu beenden und die Akten dem Gericht zu übersenden (ZOGG, Selbständige 
Unterhaltsklagen mit Annexentscheid über die weiteren Kinderbelange – verfah-
rensrechtliche Fragen, FamPra.ch 2019, S. 3 f. II. 2.). 

13.4 Die Problematik besteht im vorliegenden Fall darin, dass die KESB zwar bereits 
über den Antrag der Neuregelung der Obhut (bzw. konkret die Wohnsitzfrage) ent-
schieden hat, der vorinstanzliche Entscheid aufgrund der angehobenen Beschwer-
de aber noch nicht in Rechtskraft erwachsen ist. 

13.4.1 Wird nun der Lehrmeinung von ZOGG gefolgt, der sich allerdings nicht explizit mit 
der hier vorliegenden Problematik befasst hat, würde die sachliche Zuständigkeit 
der KESB mangels rechtskräftigen Entscheids per 12. Juli 2019 ex lege an das mit 
der Unterhaltsklage befasste Gericht fallen. Dies erscheint nicht sachgerecht. Die 
Gesetzesänderung wollte den Parteien nicht ermöglichen, einen Entscheid der 
KESB abzuwarten, um im Anschluss daran (statt ein Beschwerdeverfahren einzu-
leiten) beim Gericht eine Unterhaltsklage einzureichen, wenn sie mit dem KESB-
Entscheid nicht einverstanden sind. Das Unterhaltsklageverfahren würde damit an 
die Stelle des Beschwerdeverfahrens treten, mit der Folge, dass die gleichen Fra-

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gen (vorliegend bzgl. Obhut und Betreuungsregelung) wiederum in einem erstin-
stanzlichen (nun rein zivilrechtlichen) Verfahren zum Thema gemacht werden 
könnten. Dies würde indirekt ein Abschneiden des Beschwerdeweges bedeuten, 
was nicht als Folge der Gesetzesänderung gewollt sein kann. Zudem würde dies 
dem Kindeswohl sowie dem Ziel der eingeführten Kompetenzattraktion, nämlich 
der Verhinderung von Doppelspurigkeiten, zuwiderlaufen. Die Kompetenzattraktion 
ist sachgerecht bei laufenden erstinstanzlichen Verfahren, nicht aber als «Ersatz» 
eines Beschwerdeverfahrens nach ausgefälltem erstinstanzlichem Entscheid der 
Kindesschutzbehörde, mit der Gefahr erheblicher Verzögerungen bei der Ent-
scheidfindung. Die Gesetzesänderung gemäss Art. 298d Abs. 3 ZGB weist somit in 
Bezug auf die Einreichung von Unterhaltsklagen bei erstinstanzlich bereits abgeur-
teilten KESB-Verfahren eine durch den Gesetzgeber nicht gewollte Regelungslücke 
auf.

13.4.2 Bezüglich Kindesschutzmassnahmen (vorliegend die Anordnung einer Mediation 
Ziff. 2 – 5) gilt, dass für ihre Anordnung gemäss Art. 315 Abs. 1 ZGB grundsätzlich 
die KESB zuständig ist. In eherechtlichen Verfahren hat das Gericht die Beziehun-
gen der Eltern zu den Kindern zu gestalten, es trifft auch die nötigen Kindes-
schutzmassnahmen und betraut die KESB mit dem Vollzug. Jedoch behält 
Art. 315a Abs. 3 ZGB ausnahmsweise die Zuständigkeit der KESB in zwei Fällen 
vor:
Die Kindesschutzbehörde bleibt jedoch befugt: 

1. ein vor dem gerichtlichen Verfahren eingeleitetes Kindesschutzverfahren weiterzuführen;

2. die zum Schutz des Kindes sofort notwendigen Massnahmen anzuordnen, wenn sie das Gericht 

voraussichtlich nicht rechtzeitig treffen kann. 

Die KESB bleibt zur Weiterführung eines Kindesschutzverfahrens befugt, wenn das 
Kindesschutzverfahren vor dem eherechtlichen Verfahren eingeleitet wurde, ausser 
die Verhältnisse hätten sich gegenüber den von der KESB beurteilten Verhältnis-
sen grundsätzlich verändert und das Gericht hätte deshalb nicht die bestehende 
Anordnung anzupassen, sondern eine neue Situation zu beurteilen (Art. 315a 
Abs. 3 Ziff. 1 ZGB; vgl. BREITSCHMID, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. 
Aufl. 2018, N. 8 zu Art. 315-315b ZGB). 

Eine Dringlichkeitszuständigkeit (Art. 315a Abs. 3 Ziff. 2 ZGB) ist gemäss Bundes-
gericht dann zu bejahen, wenn es dem Gericht aufgrund fehlender Auseinander-
setzung mit dem Fall in der Vergangenheit sowie aufgrund räumlicher Distanz an 
Vertrautheit mit den familiären Verhältnissen mangelt (Urteil des Bundesgerichts 
5C.252/2005 vom 16. Dezember 2005).

13.4.3 Nachdem die KESB mit Entscheid vom 18. März 2019 das Verfahren aufgrund der 
angeordneten Mediation sistierte, entschied sie mit Entscheid vom 9. Juli 2019, auf 
die Anordnung weiterer Kindesschutzmassnahmen zu verzichten. Sowohl die Ziff. 1 
des Entscheids vom 18. März 2019 (aufgrund des hängigen Beschwerdeverfah-
rens) als auch der Entscheid vom 9. Juli 2019 (laufende Rechtsmittelfrist) sind noch 
nicht in Rechtskraft erwachsen. Wie bereits dargelegt (vgl. E. 12.5.1) besteht in 
Bezug auf die Regelung der elterlichen Sorge und weiterer Kinderbelange aufgrund 
des geänderten Art. 298d Abs. 3 ZGB eine Regelungslücke bei bereits von der 
KESB entschiedenen, aber angefochtenen Streitigkeiten. Mit Blick darauf, dass der 

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Gesetzgeber Doppelspurigkeiten verhindern wollte, ist die Lücke so zu schliessen, 
dass in Anlehnung an die Ausnahmeregelung von Art. 315a Abs. 3 ZGB das KES-
Ger zuständig bleibt. 

13.4.4 Solange noch kein (erstinstanzlicher) Entscheid der KESB vorliegt und diese einzig 
Abklärungen getätigt und/oder vermittelt hat, kann beim zuständigen Regionalge-
richt Klage eingereicht werden und das Regionalgericht hat diesfalls auf die Klage 
einzutreten. Gleichzeitig entfällt die Zuständigkeit der KESB. Liegt hingegen bereits 
ein Entscheid der KESB vor, dann bleibt das Verfahren auf der «verwaltungsrecht-
lichen Schiene» (KESB bzw. KESGer) fixiert, bis ein rechtskräftiger Entscheid vor-
liegt. Dementsprechend bleibt die KESB für die Regelung der Kinderbelange auch 
zuständig, falls die Beschwerdeinstanz die Sache zur neuen Beurteilung an sie   
zurückweist.

13.4.5 Infolgedessen bleibt das KESGer für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
zuständig und hat die KESB im Falle einer Zurückweisung der Sache erneut darü-
ber zu entscheiden. 

13.4.6 Im Weiteren sei darauf hingewiesen, dass beide Elternteile von E.________ Inha-
ber der elterlichen Sorge sind und zwischen ihnen zurzeit die alternierende Obhut 
gilt. Es stellt sich deshalb zudem die Frage, inwiefern es sich bei einer Unterhalts-
klage inkl. Antrag auf Regelung weiterer Kinderbelange um ein „gleiches“ Verfah-
ren handelt und so das hängige Kindesschutzverfahren ohne Weiteres auf das Un-
terhaltsklageverfahren übertragen werden könnte. Schliesslich ist die Parteistellung 
der Eltern und des Kindes bei einer Unterhaltsklage nicht identisch mit derjenigen 
in einem Kindesschutzverfahren. Da die Zuständigkeit des KESGer vorliegend be-
jaht wird, kann diese Frage jedoch offen bleiben.

14. Das Verfahren vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz richtet sich nach den Be-
stimmungen gemäss Art. 450 ff. ZGB. Subsidiär gelangt kantonales Verfahrens-
recht, nämlich Art. 65 ff. KESG, zur Anwendung (vgl. Art. 1 Abs. 1 Bst. d KESG). 
Dieses verweist seinerseits in Art. 72 KESG auf die Bestimmungen des Gesetzes 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).

15. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 450b Abs. 1 ZGB und Art. 42 Abs. 2 VRPG und Art. 450 Abs. 3 ZGB) ist einzu-
treten. 

16. Da sich keine fachspezifischen Fragen des Kindesschutzes stellen, erfolgt die Be-
urteilung der vorliegenden Beschwerde durch drei hauptamtliche Richterinnen und 
Richter (Art. 45 Abs. 3 Bst. b des Gesetzes über die Organisation der Gerichts-
behörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).

III.

17. Trotz des Wechsels des Wohnsitzes von E.________ und der Kindsmutter nach 
G.________ in den Kanton Bern im Oktober 2017 haben die Eltern an der alternie-
renden Obhut festgehalten. E.________ bleibt jeweils drei bis vier aufeinanderfol-

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gende Tage bei einem Elternteil. An den Tagen beim Kindsvater wird E.________ 
von ihm oder während dessen Arbeitszeit von seiner Partnerin K.________ betreut. 
Während der Zeit bei der Kindsmutter wird E.________ von ihr oder während ihrer 
Arbeitszeit von der Grossmutter mütterlicherseits oder ihrem Partner J.________ 
betreut. Einen Halbtag pro Woche besucht E.________ die Krippe L.________ in 
M.________. 

18. Aus dem Abklärungsbericht vom 7. Februar 2019 der espace libre geht hervor, 
dass die alternierende Obhut im jetzigen Zeitpunkt keine negativen Auswirkungen 
auf das Kindswohl von E.________ habe. Er lebe sowohl bei der Kindsmutter wie 
auch beim Kindsvater in einem günstigen Umfeld und könne sich an beiden Orten 
gut weiterentwickeln. Im Hinblick auf die Einschulung des Kindes im August 2019, 
welche grössere Änderungen im täglichen Leben von E.________ mit sich bringen 
werde, sei jedoch eine Anpassung der Betreuungsmodalitäten unumgänglich. Die 
geteilte Obhut habe seit der Trennung gut funktioniert. Durch zunehmende Kom-
munika-tionsprobleme in Bezug auf die Betreuungszeiten, finanzielle Fragen und 
erzieherischen Ansichten werde die Ausübung der alternierenden Obhut belastet. 
Aufgrund der bevorstehenden Einschulung von E.________, mit welcher die geleb-
te Betreuung des Kindes nicht mehr realisierbar sei und unter Berücksichtigung des 
Umstands, dass weder die Kindsmutter noch der Kindsvater gewillt seien, ihren 
Wohnsitz zu verlegen, werde die Zuteilung der alleinigen Obhut an einen Elternteil 
empfohlen, unter Einräumung eines ausgedehnten Besuchsrechts zu Gunsten des 
anderen Elternteils.

IV.

19. Die Beschwerde richtet sich einzig gegen die Ziff. 1 des vorinstanzlichen Ent-
scheids vom 18. März 2019 und damit gegen die Abweisung des Antrags des Be-
schwerdeführers auf Verlegung des Wohnsitzes von E.________ nach 
H.________. 

19.1 Die Vorinstanz erwog, dass mit Vereinbarung vom 21. März 2016 zwischen den 
Kindseltern zwar die gemeinsame elterliche Sorge sowie die alternierende Obhut 
vereinbart wurde, aber auf eine detaillierte Festlegung der Betreuungsanteile und   
-zeiten verzichtet und auch die finanziellen Aspekte lediglich in sehr rudimentärer 
Weise geregelt worden seien. Im Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung hät-
ten die Eltern noch zusammen an der Route N.________ in F.________ gewohnt. 
Als die Kindsmutter im Oktober 2017 ihren Wohnsitz nach G.________ verlegt ha-
be, habe sich der Kindsvater ausdrücklich damit einverstanden erklären können, 
dass der Wohnsitz des gemeinsamen Kindes ebenfalls nach G.________ verlegt 
werde. Die Eltern hätten trotz des Wechsels des Wohnortes der Kindsmutter die al-
ternierende Obhut beibehalten und E.________ habe jeweils in gegenseitiger Ab-
sprache drei bis vier aufeinanderfolgende Tage bei einem Elternteil verbracht. Die-
se Ausführungen würden erhellen, dass die von Art. 298d Abs. 2 i.V.m. Abs. 1 ZGB 
vorausgesetzte wesentliche Veränderung der Verhältnisse vorliegend nicht gege-
ben sei. Zwar habe die Kindsmutter den Wohnsitz zusammen mit dem Kind im Ok-
tober 2017 nach G.________ verlegt, jedoch seien seither gut 1 ½ Jahre vergan-

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gen und ändere dieser Wohnsitzwechsel weder etwas an der tatsächlichen Betreu-
ung von E.________ noch an den gelebten Betreuungsanteilen der Eltern. Viel-
mehr würden die Eltern ihr Modell der alternierenden Obhut in gleicher Art und 
Weise weiterleben, wie sie es vor dem Wegzug der Kindsmutter nach G.________ 
getan hätten. Die von Gesetzes wegen notwendige Voraussetzung der wesentli-
chen Änderung der Verhältnisse sei daher nicht gegeben. Die Situation sei zwar 
mit der Einschulung von E.________ in G.________ verändert, jedoch würden die 
Wohnorte der Eltern nicht so weit auseinander liegen, dass eine Aufrechterhaltung 
der alternierenden Obhut unmöglich wäre. Zudem sei anzufügen, dass beide El-
ternteile mindestens seit Abschluss der Vereinbarung vom 21. März 2016 hochpro-
zentig arbeiten würden und so oder anders auf umfangreiche Drittbetreuung ange-
wiesen seien. Eine Abänderung der geltenden Obhutsregelung mit Wohnsitz des 
Kindes in G.________ zur Wahrung des Kindeswohls erscheine nicht angezeigt, 
zumal sich aus dem Abklärungsbericht ergebe, dass E.________ zu beiden Eltern-
teilen eine intakt bestehende Bindung habe, dass beide Elternteile erziehungsfähig 
seien und dass das Kindswohl sowohl bei der Kindsmutter als auch beim Kindsva-
ter gewährleistet sei. Für die Vorinstanz sei zudem anlässlich der Gewährung des 
rechtlichen Gehörs deutlich zum Ausdruck gekommen, dass beide Eltern sowohl 
die Bereitschaft, den Willen wie auch das Engagement zeigten, sich persönlich um 
das Kind zu kümmern und mit ihm Zeit verbringen zu wollen. Die alternierende Ob-
hut könne zudem gemäss geltender Rechtsprechung auch festgelegt werden, 
wenn diesbezüglich zwischen den Eltern keine Einigung bestehe. Was für die Neu-
festlegung gelte, müsse umso mehr im Rahmen eines Antrags auf Abänderung ei-
ner alternierenden Obhut gelten. Aus diesen Gründen sei das Gesuch des Kinds-
vaters abzuweisen. 

19.2 In seiner Beschwerde macht der Beschwerdeführer die falsche und unvollständige 
Feststellung des Sachverhalts geltend, aus denen eine Verletzung von Art. 298d 
Abs. 1 ZGB hervorgehe. Nach der Rechtsprechung seien die Art. 298d Abs. 1 und 
Art. 134 Abs. 1 ZGB fast gleich gefasst und enthalten die Bedingungen für eine 
Änderung der Fragen, die sich auf das Kind beziehen. Es sei daher notwendig, sich 
bei der Auslegung des Art. 298d Abs. 1 ZGB auf Art. 134 Abs. 1 ZGB abzustützen, 
der im Falle einer Scheidung zur Anwendung komme. 

Unter Zitierung zweier Bundesgerichtsentscheide führte der Beschwerdeführer aus, 
jede Änderung der Aufteilung der elterlichen Sorge oder der Obhut setzte daher 
voraus, dass die neue Regelung im Interesse des Kindes erforderlich sei, weil we-
sentliche neue Tatsachen vorliegen. Mit anderen Worten, eine neue Regelung 
hange nicht nur vom Vorhandensein wichtiger neuer Umstände ab, sondern müsse 
auch aufgrund des Kindeswohls erforderlich sein. 

Seit der Unterzeichnung der Vereinbarungen am 21. März 2016 seien wichtige 
neue Umstände eingetreten, der Umzug der Kindsmutter nach G.________ ver-
bunden mit der bevorstehenden Einschulung. Nach Einschätzung des Abklärungs-
berichts resp. des Sachverständigen sei eine Anpassung der Kinderbetreuung auf-
grund der Einschulung von E.________ bereits im August 2019 unumgänglich. Es 
sei demnach dem Kindsvater die alleinige Obhut zuzuteilen mit ausgedehntem Be-

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suchsrecht bei der Kindsmutter und das Kind sei in H.________ einzuschulen, dies 
stelle die am besten geeignete Lösung für das Kindeswohl dar.

Der Richter könne nicht ohne Weiteres von einer Sachkenntnis abweichen, son-
dern müsse eine solche Abweichung aufgrund des Willkürverbots begründen. 
Wenn die Aussagekraft eines Gutachtens in bestimmten wesentlichen Punkten 
zweifelhaft sei, dann müsse der Richter gegebenenfalls zusätzliche Beweise sam-
meln, um diese Zweifel auszuräumen. 

Vorliegend sei der Abklärungsbericht aber kohärent und schlüssig. Aus dem vor-
instanzlichen Entscheid gehe nicht hervor, weshalb von der Empfehlung des Ab-
klärungsberichts abgewichen worden sei. Aufgrund der veränderten Verhältnisse 
scheine eine neue Regelung des Sorgerechts sowie des Wohnsitzes unter Berück-
sichtigung des Kindeswohls angezeigt. Die Voraussetzungen des Art. 298d ZGB 
seien somit erfüllt und eine Änderung der Obhut sei vorliegend erforderlich. 

Im Weiteren zeigt der Beschwerdeführer unter Aufführung verschiedenster Gründe 
und unter Einbezug des Abklärungsberichts auf, weshalb es seiner Meinung nach 
dem Kindeswohl am besten entsprechen würde, wenn E.________ seinen Wohn-
sitz in H.________ hätte und dort eingeschult würde. 

19.3 In ihrer Vernehmlassung bringt die Vorinstanz vor, dass sich aus der Perspektive 
des Kindeswohls beurteile, ob eine Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eine 
Abänderung der getroffenen Anordnungen bewirken solle (Interventionsschwelle). 
Einerseits sollten stabile und kontinuierliche Rahmenbedingungen eine harmoni-
sche Entwicklung gewährleisten, andererseits müsse die Möglichkeit bestehen, den 
rechtlichen Rahmen den Entwicklungen anzupassen. Eine Neuregelung der Eltern-
rechte (elterliche Sorge, Obhut, Betreuung, persönlicher Verkehr) setzte voraus, 
dass die Beibehaltung der geltenden Regelung das Wohl des Kindes ernsthaft zu 
gefährden drohe. Das Gericht müsse zum Schluss kommen, dass die aktuelle Re-
gelung dem Kind mehr schade als der Verlust an Kontinuität in der Erziehung und 
den Lebensumständen, der mit der Änderung einhergehe. Der Abklärungsbericht 
sei zum Schluss gekommen, dass E.________ sowohl bei der Kindsmutter als 
auch beim Kindsvater in einem günstigen Umfeld lebe und sich an beiden Orten 
gut weiterentwickeln könne. Es könne daher vorliegend mitnichten davon gespro-
chen werden, dass die aktuelle Regelung dem Kind mehr schade als der Verlust 
von Kontinuität in der Erziehung und den Lebensumständen, die mit einer allfälli-
gen Änderung einhergehen würde. Vielmehr sei festzuhalten, dass das Wohl von 
E.________ mit der aktuellen Regelung vollumfänglich gewährleistet sei und es 
keiner Anpassung bzw. Änderung bedürfe, um seine Bedürfnissen gerecht zu wer-
den. 

19.4 In ihrer verspätet eingereichten Stellungnahme teilt die Beschwerdegegnerin mit, 
dass sie sich weiterhin dem durch den Kindsvater beantragten Obhutswechsel, re-
sp. Wohnsitzwechsel widersetze. Die Vorinstanz habe ihren Entscheid umfassend 
und korrekt begründet, weshalb auf diese umfassenden und zutreffenden Aus-
führungen verwiesen werde. E.________ sei 4-jährig und werde im Sommer dieses 
Jahres in den ordentlichen Kindergarten eintreten. Er werde nicht das erste Kind 
sein, welches in diesem Alter eine weitere Mutter-/Schulsprache erlernen müsse, 

11

was erfahrungsgemäss umso unproblematischer erscheine, je früher dies gesche-
he. Im Weiteren führt die Beschwerdegegnerin aus, weshalb die Bedenken der 
Kindergärtnerin sowie des Kindsvaters in Bezug auf den Schuleintritt in einen 
deutschsprachigen Kindergarten fehl gehen. 

V.

20.

20.1 Der Beschwerdeführer beantragte eine Anhörung seiner Partnerin, der Grossmutter 
mütterlicherseits von E.________ sowie des Partners der Beschwerdegegnerin. 

20.2 Sowohl der Beschwerdeführer als auch die Beschwerdegegnerin wurden durch die 
Vorinstanz am 8. März 2019 persönlich angehört. Auch im Rahmen der Abklärun-
gen für den Abklärungsbericht vom 7. Februar 2019 der espace libre fanden Ge-
spräche und Kontakte mit den Eltern und deren Partnern sowie der Grossmutter 
statt. Da sich der rechtserhebliche Sachverhalt anhand der vorliegenden Akten hin-
reichend feststellen lässt, würde eine Anhörung durch das KESGer nichts ändern 
(antizipierte Beweiswürdigung, Art. 18 Abs. 2 VRPG). Von den Angaben dieser drei 
Personen sind keine zusätzlichen Informationen und Erkenntnisse zu erwarten, 
welche für den vorliegenden Entscheid notwendig sind. Aus diesem Grund ist der 
Antrag des Beschwerdeführers abzuweisen.

21.

21.1 Grundvoraussetzung für die Neuregelung der Obhut, des persönlichen Verkehrs 
oder der Betreuungsregelung gemäss Art. 298d Abs. 2 ZGB ist – wie bei der Neu-
reglung der elterlichen Sorge – dass sich die Verhältnisse geändert haben. Falls 
dies nicht der Fall ist, kann Art. 298d ZGB nicht angerufen werden und die KESB 
hat Kindesschutzmassnahmen zu prüfen, sollte das Kindeswohl durch die Nichtre-
gelung der strittigen Punkte gefährdet sein (vgl. AFFOLTER-FRINGELI/VOGEL, in: 
Berner Kommentar, Zivilgesetzbuch, N. 17 zu Art. 298d ZGB). 

21.2 Die Regelung der elterlichen Sorge und der anderen Kinderbelange sind Entschei-
dungen, welche grundsätzlich auf Dauer ausgerichtet sind. Da das Kind in seiner 
Entwicklung auf Sicherheit und Stabilität angewiesen ist, soll die Regelung Bestand 
haben und soll nicht beliebig neu darüber verhandelt werden können. Aus diesem 
Grund sind wesentliche und ihrerseits dauerhafte veränderte Verhältnisse für die 
Neubeurteilung der Situation und allfälligen Änderung der Regelung Vorausset-
zung. Ob eine wesentliche Veränderung vorliegt, beurteilt sich aufgrund sämtlicher 
Umstände des konkreten Einzelfalls. Zu bejahen wird sie insbesondere sein, wenn 
die bisherige Regelung oder Vereinbarung sich auf das Zusammenleben bezog 
und die Eltern sich inzwischen getrennt haben, bei Veränderung der Betreuungs-
möglichkeiten, bei Wiederverheiratung des hauptbetreuenden Elternteils, bei einer 
nicht vorausgesehenen Entwicklung des Kindes, oder im Fall der Notwendigkeit der 
Fremdunterbringung und Fremdbetreuung des Kindes. Nebst der wesentlichen 
Veränderung muss die Neuregelung zum Wohl des Kindes auch geboten sein. Ei-

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ne Änderung der Kinderbelange kommt deshalb nur in Betracht, wenn die Beibe-
haltung der geltenden Regelung das Wohl des Kindes ernsthaft zu gefährden droht 
und eine Abänderung entsprechend geboten ist (vgl. SCHWENZER/COTTIER, in: Bas-
ler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Aufl. 2018, N. 2 und 5 f. zu Art. 298d ZGB; vgl. 
AFFOLTER-FRINGELI/VOGEL, a.a.O., N. 5 ff. zu Art. 298d ZGB).

21.3 Grundsätzlich obliegt die Verantwortung für ein Kind den Eltern. Ist jedoch das 
Wohl des Kindes gefährdet und sorgen die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe  
oder sind sie dazu ausserstande, so trifft die Kindesschutzbehörde die geeignete 
Massnahme zum Schutz des Kindes (Art. 307 Abs. 1 ZGB). Zur Wahrung des Kin-
deswohls ist stets mit der mildesten zur Verfügung stehenden Massnahme zu be-
gegnen und nur im Falle, dass die Eltern die ihnen obliegenden Pflichten nicht oder 
nicht ausreichend wahrnehmen (Grundsatz der Verhältnismässigkeit und der Sub-
sidiarität kindesschutzrechtlicher Massnahmen). Der behördliche Eingriff ist auf das 
nach den konkreten Umständen Nötige zu beschränken. Die ergriffene Massnahme 
soll ausserdem nicht an Stelle der elterlichen Bemühungen treten, sondern beste-
hende elterliche Defizite kompensieren (Komplementarität der Kindesschutzmass-
nahme; BREITSCHMID, a.a.O. N. 4 ff. zu Art. 307 ZGB). 

22.

22.1 Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer über den Umzug der Be-
schwerdegegnerin in den Kanton Bern nach G.________ im Oktober 2017 infor-
miert war und er auch die nötige Zustimmung für den Wechsel des Wohnsitzes von 
E.________ gab. Hingegen argumentiert der Beschwerdeführer damit, dass seit 
der Unterzeichnung der Vereinbarung am 21. März 2016 wichtige neue Umstände 
eingetreten seien. Als wichtige neue Umstände bringt er den Umzug der Be-
schwerdegegnerin nach G.________ in Verbindung mit der Einschulung von 
E.________ vor. 

22.2 Der Wohnsitzwechsel der Beschwerdegegnerin zusammen mit dem gemeinsamen 
Sohn nach G.________ vor 1 ½ Jahren hatte anfangs – wie dies auch die Vor-
instanz festgehalten hat – keinen Einfluss auf das bis dahin gelebte Betreuungs-
modell, da die Eltern die alternierende Obhut genauso weiterführten, wie sie es vor 
dem Umzug der Kindsmutter nach G.________ gemacht haben. Als neuer Faktor 
kommt nun aber die bevorstehende Einschulung von E.________ hinzu. Diese hat 
sehr wohl einen Einfluss auf das bisher gelebte Betreuungsmodell der alternieren-
den Obhut. Durch die Schulzeiten und die Wohndistanz zwischen den Kindseltern 
von rund 20 Kilometern verändern sich zumindest die konkreten Betreuungs- sowie 
die Bring- und Holzeiten. Insofern liegen veränderte Verhältnisse vor, welche eine 
Diskussion für eine Anpassung des Wohnsitzes von E.________ erforderlich ma-
chen. Es liegen damit «wegen wesentlicher Änderung der Verhältnisse» gemäss 
Art. 298d Abs. 1 und 2 ZGB vor. 

22.3 Der Abklärungsbericht vom 7. Februar 2019 hielt fest, dass zunehmend Kommuni-
kationsprobleme in Bezug auf die Betreuungszeiten, finanzielle Fragen und erzie-
herischen Ansichten die Ausübung der alternierenden Obhut belasten, insgesamt 
die alternierende Obhut im jetzigen Zeitpunkt aber keine negativen Auswirkungen 
auf das Kindeswohl von E.________ hat. Dennoch geht aus dem Abklärungsbe-

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richt hervor, dass im Hinblick auf die Einschulung von E.________ im August 2019 
eine Anpassung der Betreuungsmodalitäten i. S. einer alleinigen Obhut eines El-
ternteils unter Einräumung eines ausgedehnten Besuchsrechts zu Gunsten des 
anderen Elternteils empfohlen wird. 

22.4 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren geht es zwar einzig um die strittige Frage 
der Wohnsitzverlegung des Sohnes, welche aber einen grossen Einfluss auf des-
sen Einschulung und damit auch auf die künftige Betreuungsregelung hat. Wie 
auch aus dem Abklärungsbericht hervorgeht, ist es für die Wahrung des Kindes-
wohls von E.________ nötig, dass sämtliche Kinderbelange, konkret die Betreu-
ungsregelung, die Obhut sowie der Wohnsitz, inhaltlich geregelt werden. Das 
KESGer kann vorliegend nicht isoliert über die Frage der Verlegung des Wohnsit-
zes entscheiden, da die Frage zwingend zusammen mit den erwähnten weiteren 
Kinderbelangen zu regeln ist. Bei einem Entscheid des KESGer in der Sache wür-
de den Parteien zudem in Bezug auf die weiteren Kinderbelange eine Instanz ver-
loren gehen. Die Sache ist deshalb zur Regelung sämtlicher Kinderbelange (Be-
treuungsregelung, Obhut, Wohnsitz) an die Vorinstanz zurückzuweisen.

22.5 Die Einschulung, ob nun am Wohnsitz des Beschwerdeführers oder der Beschwer-
degegnerin, führt zu einem neuen Tagesablauf, der automatisch Auswirkungen auf 
die Betreuungsregelung und als deren Folge allenfalls auf die Frage der geteilten 
Obhut hat. Erst in einem dritten Schritt wird als weitere Folge davon die Wohnsitz-
frage zu klären sein. Diese Kinderbelange sind unabhängig von einer Gefährdung 
des Kindeswohls von der KESB zu regeln.

23. Nach dem Gesagten kommt das KESGer deshalb zum Schluss, dass mit der Ein-
schulung von E.________ veränderte Verhältnisse eintreten und dabei sämtliche 
Kinderbelange (Betreuungsregelung, Obhut, Wohnsitz) gleichzeitig zu regeln sind. 
Es rechtfertigt sich daher, die Ziff. 1 des angefochtenen Entscheids aufzuheben 
und die Sache zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz 
zurückzuweisen. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen. 

VI.

24. Bei der Frage um Abänderung der bestehenden Obhutsregelung handelt es sich 
nicht um eine Kindesschutzmassnahme, so dass keine Ausnahme von der Kosten-
pflicht gemäss Art. 70 Abs. 3 Bst. d KESG vorliegt. Angesichts des Verfahrensaus-
gangs hat die Beschwerdegegnerin als unterliegende Partei die Verfahrenskosten 
zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Die gestützt auf Art. 46 Abs. 2 i.V.m. Art. 51 
Bst. a des Verfahrenskostendekrets (VKD; BSG 161.12) oberinstanzlichen Verfah-
renskosten werden auf CHF 1‘000.00 bestimmt und der Beschwerdegegnerin zur 
Bezahlung auferlegt. Ihr wird dafür noch separat Rechnung gestellt werden. 

Dem Beschwerdeführer werden CHF 1‘000.00 für vorgeschossene Gerichtskosten 
aus der Gerichtskasse zurückerstattet.

25. Die Beschwerdegegnerin hat als unterliegende Partei der Gegenpartei die Partei-
kosten zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG).

14

25.1 In Verwaltungsjustizverfahren beträgt das Honorar in Beschwerdeverfahren 
gemäss Art. 11 Abs. 1 der Parteikostenverordnung (PKV; BSG 168.811) zwischen 
CHF 400.00 und CHF 11‘800.00 pro Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs bemisst 
sich der Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand und 
der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 
des Kantonalen Anwaltsgesetzes [KAG; BSG 168.11]). 

25.2 Rechtsanwältin B.________ macht in ihrer Honorarnote vom 14. Juni 2019 ein Ho-
norar von CHF 3‘289.00 geltend, wobei sie von einem Aufwand von 9.5 Stunden à 
CHF 312.00 ausgeht. Für Auslagen veranschlagt sie CHF 299.00 (10 % des Hono-
rars) und die Mehrwertsteuer beläuft sich entsprechend auf CHF 253.10. Das gel-
tend gemachte Honorar, erscheint unter Berücksichtigung des in der Sache gebo-
tenen Zeitaufwands und der Schwierigkeit des Prozesses als zu hoch. Zudem gibt 
die Honorarnote keine detaillierte Auskunft über die konkreten Auslagekosten, wel-
che mit 10 % des Honorars ebenfalls zu hoch ausfallen. Vorliegend erachtete das 
KESGer ein Honorar von pauschal CHF 2‘800.00 (inkl. Auslagen und MWST) als 
angemessen. Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer 
für das oberinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von pauschal 
CHF 2‘800.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen.

26. Die Vorinstanz hat keinen Anspruch auf einen Parteikostenersatz (Art. 104 Abs. 3 
i.V.m. Art. 2 Abs. 1 VRPG). 

15

Das Gericht entscheidet:

1. Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die Ziffer 1 des Kammerentscheids 
der KESB Seeland vom 18. März 2019 aufgehoben und die Sache zur neuen Beurtei-
lung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen wird. 

2. Die Gerichtskosten, bestimmt auf CHF 1‘000.00, werden der Beschwerdegegnerin zur 
Bezahlung auferlegt. Ihr wird hierfür separat Rechnung gestellt. Dem Beschwerdefüh-
rer werden CHF 1‘000.00 für vorgeschossene Gerichtskosten aus der Gerichtskasse 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung, be-
stimmt auf CHF 2‘800.00 (inkl. Auslagen und MWST), zu bezahlen. 

4. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwältin B.________
- der Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt D.________
- der Vorinstanz

Mitzuteilen:
- dem Kantonalen Jugendamt, Gerechtigkeitsgasse 81, 3011 Bern

Bern, 6. August 2019
(Ausfertigung: 7. August 2019)

Im Namen des Kindes- und 
Erwachsenenschutzgerichts

Der Referent:

Oberrichter Schlup

Die Gerichtsschreiberin:

Hostettler

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen gemäss Art. 39 ff., 72 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

Hinweis: Der Entscheid ist rechtskräftig.