# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29ee96ed-d05e-5660-8f0b-1990f29a2b8d
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-30
**Language:** de
**Title:** Schwyz Kantonsgericht 2. Zivilkammer 30.10.2025 ZK2 2025 60
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Gerichte/SZ_KG_002_ZK2-2025-60_2025-10-30.pdf

## Full Text

Kantonsgericht Schwyz

Beschluss vom 30. Oktober 2025
ZK2 2025 60

Mitwirkend Kantonsgerichtsvizepräsidentin Daniela Pérez-Steiner,
Kantonsrichter Veronika Bürgler Trutmann und Josef Reichlin,
Gerichtsschreiber Mathis Bösch.

In Sachen A.________,
Berufungsführer,

betreffend Aufhebung Erbbescheinigung
(Berufung gegen Verfügung der Einzelrichterin am Bezirksgericht Einsiedeln 
vom 28. August 2025, ZET 2025 143);-

hat die 2. Zivilkammer,

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nachdem sich ergeben und in Erwägung:

1. Nach dem Tod von B.________ eröffnete die Einzelrichterin am Be-
zirksgericht Einsiedeln am 22. Juli 2025 dem Sohn A.________ als nächsten 
gesetzlichen Erben den zwischen ihm und seinen Eltern abgeschlossenen 
Erbvertrag vom 17. Dezember 1981 (ZET 2025 107). Zudem stellte sie ihm 
am 28. August 2025 die Erbbescheinigung aus (ZET 2025 114). Nachdem 
weitere Testamente der Erblasserin zur Eröffnung eingereicht wurden, hob die 
Einzelrichterin die Erbbescheinigung mit am 19. September 2025 versandter 
Verfügung auf (ZET 2025 143). Der Sohn reichte dagegen beim Kantonsge-
richt am 25. September 2025 rechtzeitig Berufung ein mit dem sinngemässen 
Antrag, die Verfügung aufzuheben und das Testament vom 24. Juni 2024 
(KG-act. 1/7) nicht zu akzeptieren.

2. Die Ausstellung einer Erbbescheinigung ist eine vorsorgliche Mass-
nahme der freiwilligen Gerichtsbarkeit (BGer 5A_221/2023 vom 5. Juli 2023 
E. 2 m.H.). Sie bzw. ihre Aufhebung ist mit Berufung innert zehn Tagen an-
fechtbar (Art. 308 Abs. 1 lit. b und Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 248 lit. d bzw. e 
ZPO i.V.m. § 1 und § 2 Abs. 1 lit. c Ziff. 3 EGzZGB). Gemäss der Berufung 
soll sich im Nachlass eine Liegenschaft befinden, weshalb das Streitwerterfor-
dernis (Art. 308 Abs. 2 ZPO) erfüllt ist.

3. Gemäss Erbvertrag vom 17. Dezember 1981 (KG-act. 1/6 = ZET 25 107 
act. 2) wurde für den hier eingetretenen Fall des Vorversterbens ihres Ehe-
mannes die Erblasserin durch Erbverzicht des Berufungsführers als Alleiner-
bin berufen (ebd. Ziff. I). Laut Vertrag gilt für die Beerbung des zweitverster-
benden Ehepartners vorbehältlich allfälliger Verfügungen von Todes wegen 
die gesetzliche Erbfolge (ebd. Ziff. III). Gemäss dem Testament vom 27. Juni 
2024 setzte die Mutter ihren Sohn „auf den Pflichtteil von 50 % der Hinterlas-
senschaft“ und verfügte über die andere Hälfte anderweitig (KG-act. 1/7 = ZET 

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25 141 act. 2). Das Testament eröffnete die Einzelrichterin am 25. September 
2025 (ZET 25 141 act. 6) mit der zutreffenden Begründung, dass die materiel-
le Beurteilung des nach vorläufiger Prüfung gültigen Testaments Sache des 
ordentlichen Zivilrichters sei. Die Eröffnung hat keine materiell-rechtlichen 
Wirkungen und dient einzig Informationszwecken. Sie unterscheidet sich (im 
Unterschied zur Erbbescheinigung, vgl. unten E. 4) nicht von einem blossen, 
im Nachhinein nicht mehr abänderbaren, nicht anfechtbaren Realakt (vgl. ZK2 
2023 88 vom 4. Juni 2024 E. 2 m.H.; EGV-SZ 2014 A 2.2 E. 3.c m.H.). Sie ist 
Voraussetzung für die Ausstellung der Erbbescheinigung und mit ihr beginnen 
verschiedene Verwirkungsfristen zu laufen (etwa Ungültigkeitsklage nach 
Art. 521 ZGB und Herabsetzungsklage nach Art. 533 ZGB; vgl. dazu 
Leu/Gabrieli, BSK, 7. A. 2023, Art. 557 ZGB N 22). Die Einsprache (Art. 559 
Abs. 1 ZGB) verhindert die Ausstellung der Erbbescheinigung und damit die 
Auslieferung der Erbschaft einstweilen. Der gesetzliche Erbe kann sich mit der 
Einsprache vor dem Schaden einer vorzeitigen Auslieferung der Erbschaft 
schützen (vgl. BGE 128 III 318 E. 2.2.1). Die Einzelrichterin wird im Hinblick 
auf die in Aussicht gestellte neue Erbbescheinigung (ZET 25 141 act. 6 Disp.-
ZIff. 2) prüfen müssen, ob die vorliegende Berufung nicht als Einsprache ent-
gegenzunehmen ist.

4. Die Erbbescheinigung ist von ihrer Wirkung her bloss deklaratorischer 
Natur. Sie stellt keine Anerkennung eines materiellen Rechts, sondern ledig-
lich eine Bescheinigung über eine tatsächliche Situation dar. Sie erwächst 
nicht in Rechtskraft und steht stets unter dem Vorbehalt der Ungültigkeits-, 
Herabsetzungs-, Erbschafts- und Feststellungsklagen. Die Erbbescheinigung 
verliert ihre Bedeutung als Legitimationsausweis, sobald ein rechtskräftiges 
Urteil des Zivilrichters über eine erbrechtliche Klage vorliegt, und wird damit 
gegenstandslos, ohne dass sie nichtig erklärt werden müsste 
(BGer 5A_757/2016 vom 31. August 2017 E. 3.3.3 m.H.). Als bloss provisori-
sche Legitimationsurkunde ist sie jederzeit abänderbar. Sie kann durch die 

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ausstellende Behörde von Amtes wegen oder auf Gesuch hin zurückgezogen 
und durch eine neue, korrigierte ersetzt werden, sobald sie sich materiell als 
fehlerhaft erweist. In diesem Sinne unrichtig ist eine Bescheinigung beispiels-
weise dann, wenn eine erst später entdeckte Verfügung von Todes wegen 
nachträglich eingeliefert oder eröffnet wird. Dann ist die Erbbescheinigung 
einzuziehen und zu berichtigen (ebd. E. 3.3.4; s. auch BGer 5A_221/2023 
vom 5. Juli 2023 E. 3.1; Leu/Gabrieli, a.a.O., Art. 559 ZGB N 47; Ammann, 
Erbrechtliche Sicherungsmassregeln, Rz 431 m.H.). Aufgrund des später ein-
gereichten Testaments vom 24. Juni 2024 (vgl. oben E. 3) hob mithin die Ein-
zelrichterin die Erbbescheinigung zu Recht auf.

5. Somit ist die Berufung abzuweisen. Da die Einzelrichterin die Aufhe-
bungsverfügung lediglich damit begründete, dass die Erbbescheinigung eine 
unter Umständen korrigierbare provisorische Legitimationsurkunde sei, ist auf 
die Erhebung von Kosten zu verzichten (Art. 107 Abs. 1 lit. f und Abs. 2 ZPO);-

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beschlossen:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Auf die Erhebung der Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 1’200.00 
wird verzichtet.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach 
Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsa-
chen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Be-
schwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen; 
es können verfassungsmässige Rechte gerügt werden (Art. 98 BGG).

4. Zufertigung an den Berufungsführer (1/R), die Vorinstanz (1/R mit den 
Akten unter Hinweis auf E. 3 in fine) und nach definitiver Erledigung an 
die Vorinstanz (1/A) und die Kantonsgerichtskasse (1/ü im Dispositiv). 

Namens der 2. Zivilkammer
Die Kantonsgerichtsvizepräsidentin Der Gerichtsschreiber

Versand 31. Oktober 2025  amu