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**Case Identifier:** b667b902-77fe-5314-b339-1ac02e940bb2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-06-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.06.2020 BVGE 2020 IV/1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2020-IV-1_2020-06-08.pdf

## Full Text

Markenschutz 2020 IV/1 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF IV 1 

 

2020 IV/1 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung II  
i.S. Kolid Internacional D.O.O.E.L. gegen Kole Milcev 

B–622/2018 vom 8. Juni 2020 

Markenschutz. Widerspruchsverfahren « SUNDAY (fig.) » / 

« KOLID SUNDAY (fig.) ». Relative Ausschlussgründe. Widerspruch 

gestützt auf eine in der Schweiz nicht eingetragene Marke. Bestim-

mung des Verkehrskreises ausländischer Waren. Prüfung der notori-

schen Bekanntheit der Widerspruchsmarke in der Schweiz. 

Art. 3 Abs. 2 Bst. b MSchG. Art. 6bis PVÜ. Art. 13 VwVG 

1. Handelt es sich bei einem ausländischen Produkt um das Pendant 
einer hierzulande bekannten Ware, so führt die fremde Bezeich-

nung des Produkts nicht dazu, dass die Verkehrskreise der Ware 

auf jene Personen einzuschränken sind, welche mit dem ausländi-

schen Namen der Ware vertraut sind (E. 5.6.2). 

2. In Berücksichtigung der gesellschaftlichen Entwicklung kann 
heutzutage nicht mehr davon ausgegangen werden, eine ausländi-

sche Ware werde ausserhalb ihres Ursprungslandes nur von Per-

sonen erworben, die aus jenem Land stammen (E. 5.7). 

3. Ist eine ausländische Ware im Sortiment eines schweizerischen 
Lebensmittelgeschäfts und nicht nur in einem Spezialgeschäft er-

hältlich, richtet sich diese Ware im Zweifel nicht mehr nur an End-

konsumenten bestimmter Herkunft (E. 5.7).  

Protection des marques. Procédure d'opposition « SUNDAY (fig.) » / 

« KOLID SUNDAY (fig.) ». Motifs relatifs d'exclusion. Opposition 

fondée sur une marque non enregistrée en Suisse. Définition du cercle 

des consommateurs de produits d'origine étrangère. Examen de la no-

toriété en Suisse de la marque opposante. 

Art. 3 al. 2 lit. b LPM.  

1. Lorsqu'un produit étranger est l'équivalent d'un produit connu en 
Suisse, la désignation étrangère du produit ne signifie pas que le 

cercle de consommateurs pour ce produit est limité aux personnes 

qui connaissent le nom étranger du produit (consid. 5.6.2). 

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2. Compte tenu de l'évolution de la société, on ne peut plus présumer 
qu'un produit étranger ne sera acheté en dehors de son pays d'ori-

gine que par des personnes qui sont originaires de ce pays-là 

(consid. 5.7).  

3. Si un produit étranger est disponible dans l'assortiment d'un 
magasin suisse et non pas seulement dans un magasin spécialisé, 

ce produit n'est, en cas de doute plus destiné uniquement aux 

consommateurs finaux d'une certaine origine (consid. 5.7). 

Protezione dei marchi. Procedura di opposizione « SUNDAY (fig.) » / 

« KOLID SUNDAY (fig.) ». Motivi relativi d'esclusione. Opposizione 

fondata su un marchio opponente non registrato in Svizzera. Defini-

zione delle cerchie di consumatori determinanti di prodotti di origine 

estera. Esame della notorietà in Svizzera del marchio opponente. 

Art. 3 cpv. 2 lett. b LMP.  

1. Se un prodotto straniero è l'equivalente di un prodotto conosciuto 
in Svizzera, la designazione straniera del prodotto non significa 

che il cerchio di consumatori determinanti del prodotto sia limita-

to alle persone che hanno familiarità con il nome straniero del pro-

dotto (consid. 5.6.2). 

2. In considerazione dell'evoluzione della società, non si può più 
presumere che un prodotto straniero venga acquistato al di fuori 

del suo paese d'origine solo da persone originarie di quel paese 

(consid. 5.7). 

3. Se un prodotto straniero è disponibile nell'assortimento di un ne-
gozio svizzero e non solo in un negozio specializzato, questo pro-

dotto non è più destinato, in caso di dubbio, solo ai consumatori di 

una certa origine (consid. 5.7). 

 

Am 1. November 2016 erhob die KOLID INTERNACIONAL D.O.O.E.L. 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) beim Eidgenössischen Institut für 

Geistiges Eigentum (nachfolgend: Vorinstanz) vollumfänglich Wider-

spruch gegen die Zulassung zum Markenschutz in der Schweiz der inter-

nationalen Registrierung IR 1303489 « Kolid sunday (fig.) » des Kole 

Milcev (nachfolgend: Beschwerdegegner). Die angefochtene Marke ist für 

diverse Waren der Klassen 29 bis 31 hinterlegt. Sie stützt ihren Wider-

spruch auf ihre mazedonische Marke Nr. 20757 « SUNDAY (fig.) » sowie 

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die internationale Registrierung IR 1199189 « sunday (fig.) » (mit Schutz 

in der EU, Griechenland, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, 

Kroatien, Montenegro und Slowenien), welche zwar in der Schweiz nicht 

im Markenregister eingetragen sind, aber nach ihren Angaben in der 

Schweiz notorisch bekannt sind. Die Widerspruchsmarken sind für diverse 

Waren der Klasse 30, insbesondere Backwaren, hinterlegt. 

Mit Verfügung vom 13. Dezember 2017 wies die Vorinstanz den Wider-

spruch ab. Zur Begründung hielt sie fest, dass die Widersprechende zwar 

eine Präsenz der Widerspruchsmarke in der Schweiz belegt habe, doch da-

raus nicht auf eine notorische Bekanntheit der Marke in der Schweiz ge-

schlossen werden könne. Entsprechend könne sich die Widersprechende 

nicht auf diese Marke berufen, weshalb der Widerspruch ohne Zeichen-

vergleich abzuweisen sei. 

Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 30. Januar 2018 

beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Zur Begründung führt sie 

aus, die Marke « SUNDAY (fig.) » sei zwar in der Schweiz nicht im Mar-

kenregister eingetragen, doch werde sie seit 2007 in der Schweiz intensiv 

gebraucht. Die mit der Widerspruchsmarke gekennzeichneten Produkte 

der Beschwerdeführerin, nämlich Baklava, Tulumba, Gurabija, Kadaifi, 

Vanilice und Petit Fours, würden seit 2006 erfolgreich in der Schweiz ver-

trieben. Die Produkte würden in der Schweiz mittels Printwerbung sowie 

TV-Spots beworben, wobei Letztere auf einem serbischen Fernsehkanal 

ausgestrahlt würden. Dieser Sender sei jedoch in der Schweiz bei allen 

Kabelanbietern erhältlich. Da es sich bei den beanspruchten Waren um 

Backwaren aus der Küche des Balkans und der Türkei handle, hielt die 

Beschwerdeführerin mit Hinweis auf BGE 120 III 144 fest, dass die Noto-

rietät ihrer Marke in Bezug auf in der Schweiz lebende Abnehmer geprüft 

werden müsse, welche ursprünglich aus den Ländern des Balkans bezie-

hungsweise der Türkei stammen würden. Aus den eingereichten Belegen 

sei erstellt, dass die Widerspruchsmarke den schweizerischen Abnehmern, 

und dabei insbesondere jenen, welche ursprünglich aus den Balkanländern 

sowie der Türkei stammten, notorisch bekannt sei.  

In ihrer Vernehmlassung vom 2. Mai 2018 beantragte die Vorinstanz die 

kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Die vorgelegten Belege seien 

nicht geeignet, die notorische Bekanntheit der Widerspruchsmarke bei je-

nem Teil der schweizerischen Öffentlichkeit zu belegen, der als Abnehmer 

dieser Waren in Betracht komme. Vorliegend könne nicht einzig auf Ab-

nehmer aus den Balkanländern und der Türkei abgestellt werden. Auch 

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wenn es sich bei den betroffenen Waren um Spezialitäten aus den Balkan-

ländern und der Türkei handle, würden diese doch von allen Bevölke-

rungsgruppen in der Schweiz gekauft. Entsprechend könnten die Verkehrs-

kreise nicht auf bestimmte Herkunftsländer eingeschränkt werden.  

Das Bundesverwaltungsgericht weist die Beschwerde ab. 

Aus den Erwägungen: 

5.  
5.1 In einem weiteren Schritt sind die massgeblichen Verkehrskreise 
für die im Widerspruch stehenden Waren der Widersprechenden zu bestim-

men (EUGEN MARBACH, Die Verkehrskreise im Markenrecht, sic! 2007 

S. 1, 6 f. und 11). Bei der Definition der Verkehrskreise einer Marke wird 

grundsätzlich nicht unterschieden, ob die Marke in der Schweiz eingetra-

gen ist oder ob es sich um eine notorisch bekannte ausländische Marke 

handelt. Wer zum Verkehrskreis gehört, bestimmt sich durch das Waren- 

und Dienstleistungsverzeichnis der Marke. Spezifiziert wird allerdings, 

dass es für die Bejahung einer notorischen Bekanntheit einer Marke ge-

nügt, dass die Notorietät bloss in einem der massgebenden Verkehrskreise 

gegeben ist (BGE 130 III 267 E. 4.7.2 « Tripp Trapp »; MARBACH, a.a.O., 

S. 3 ff. und 6). Damit darf bei der Prüfung der notorischen Bekanntheit 

einer Marke alternativ auf die Kenntnisse des einen oder anderen massge-

benden Verkehrskreises abgestellt werden (STÄDELI/BRAUCHBAR BIRK-

HÄUSER, in: Basler Kommentar, Markenschutzgesetz, 3. Aufl. 2017, Art. 3 

N. 190 f.; RAPHAEL NUSSER, Die massgeblichen Verkehrskreise im 

schweizerischen Markenrecht, 2015, S. 149; MARBACH, a.a.O., S. 6). Mit 

Hinweis auf die WIPO/PVÜ-Empfehlungen (vgl. dazu das Urteil des 

BVGer B–5177/2017 vom 19. November 2019 E. 2.7 und 2.8 « RITZ » / 

« RITZCOFFIER ») sowie die Lehrmeinungen von MARBACH und ROH-

NER vertritt NUSSER die Auffassung, es sei entweder auf den Verkehrskreis 

des Endabnehmers oder jenen der Mitbewerber/Absatzmittler abzustellen 

(NUSSER, a.a.O., S. 149). Zum Verkehrskreis « Endabnehmer » seien so-

wohl die potenziellen wie auch die tatsächlichen Käufer zu zählen 

(NUSSER, a.a.O., S. 149; CHRISTIAN ROHNER, Die notorisch bekannte 

Marke in der Schweiz, 2002, S. 273, Ziff. 24).  

5.2 Die Widerspruchsmarke ist in Klasse 30 unter anderem für « pro-
duits de pâtisserie, produits de confiserie, gâteaux secs, baklavas, tulum-

bas, biscuits, pain d'épice, confiserie à base d'amandes, petits beurres, 

confiseries, confiseries à base de cacahuètes, confiseries à base d'amandes, 

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gâteaux, fondants (confiseries), biscuits pour le thé » hinterlegt. Gemäss 

den Angaben der Beschwerdeführerin wird die Widerspruchsmarke in der 

Schweiz für die Gebäcke Baklava, Tulumba, Gurabija, Kadaifi, Vanilice 

und Petit Fours gebraucht ([…]). Dementsprechend wird denn auch die 

notorische Bekanntheit der Widerspruchsmarke für « feine Backwaren 

und Konditoreiwaren » behauptet ([…]).  

5.3 Nach dem Gesagten ist zu prüfen, wer zum Verkehrskreis der be-
anspruchten Backwaren zu zählen ist. Petit Fours sind ein klassisches 

Feingebäck der französischen Patisserie (THE FRENCH CULINARY INSTI-

TUTE, The fundamental techniques of classic pastry arts, 2009, S. 444), 

welche trocken (petit fours secs) oder frisch (petit fours frais) angeboten 

werden. Zu den trockenen Petit Fours zählen diverse Biskuits, Blätterteig-

gebäcke, Macarons und meringuiertes Gebäck (THE FRENCH CULINARY 

INSTITUTE, a.a.O., S. 444). Die frischen Petit Fours werden in drei Grup-

pen unterteilt, nämlich Miniaturversionen diverser Kuchen (z.B. Miniatur-

versionen von Éclairs, Choux, Tartelettes), mit Zuckerguss überzogene 

oder glacierte Petit Fours (auf Deutsch auch als Konfekt bekannt; z.B. 

Carac) sowie in Zucker kristallisierte Früchte (THE FRENCH CULINARY IN-

STITUTE, a.a.O., S. 444). Ob trocken oder frisch – Petit Fours sind in der 

Schweiz in den meisten Bäckereien beziehungsweise Konditoreien wie 

auch in den meisten Lebensmittelgeschäften erhältlich (vgl. Auswahl an 

Angeboten von Petit Fours in Bäckereien, Konditoreien und Lebensmittel-

geschäften, Bäckerei Tschirky, < https://www.baeckerei-tschirky.ch > 

online shop > Gebäcke, Kuchen & Guetzli > Konfekt; Sutter Begg, 

< https://www.sutterbegg.ch/shop/produkt/wienerkonfekt >; Confiserie 

Honold, < https://www.honold.ch > Sortiment > Konfekt > Hauskonfekt 

sowie < https://www.honold.ch > Sortiment > Pâtisseries & Torten > 

Mini-Pâtisserie; Konditorei Confiserie Brändli, < https://shop.konditorei 

braendli.ch/shop-1/konfekt/ >; Confiserie Bachmann, < https://www.confi 

serie.ch > Apero > Süsses; Migros, < https://www.leshop.ch > Tiefkühl-

produkte > Glace & Desserts > Kuchen & Desserts > Petit Fours). Gurabija 

und Vanilice sind Mürbeteigbiskuits (vgl. Rezepte für Gurabija, abrufbar 

unter: < https://www.kitchenstories.com/de > Rezepte > Menü Rezepte > 

Dessert > Cookies, Kekse & Plätzchen > Mams Gurabija [Mamas kekse 

Albanisch]; < https://www.kochbar.de > Rezepte > Gurabija; Beschrieb 

von serbischem Süssgebäck sowie Rezept zu Vanilice, in: SARA PLAVIC, 

Süsses Belgrad, 2017, S. 118; Rezept zu Vanilice, < https://www.kochen 

undkueche > Rezepte > Serbisches Vanillegebäck « Vanilice »; Artikel 

und Rezept zu « Vanilice », < http://www.serbia.com > Traditional  

Cuisine > 10 Serbian Recipes Everybody Should Know > Vanilice; 

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Beschreibung Serbischer Desserts und Süssspeisen, WIKIPEDIA, 

< https://en.wikipedia.org/wiki/Serbian_cuisine#Sweets_and_desserts >). 

Tulumba ist ein in Zuckersirup getränktes Spritzgebäck (Rezepte zu 

Tulumba, < https://www.hanumakocht.at > Rezepte > Desserts > 

Tulumbe; < https://www.cuplovecake.de > Rezepte aus der Heimat > 

Tulumbe), und auch Baklava und Kadaifi sind in Zucker- beziehungsweise 

Rosenwassersirup getränkte Backwaren (Eintrag zu Kadaifi, WIKIPEDIA, 

< https://de.wikipedia.org/wiki/Kadaifi >; Rezept zu Kadaifi, < http:// 

www.eatsmarter.de > Rezepte > Backen > Teig > Kadayif; Beschrieb und 

Rezept zu Baklava, < https://www.essen-und-trinken.de/baklava >; Ein-

trag zu Baklava, WIKIPEDIA, < https://de.wikipedia.org/wiki/Baklava >; 

Rezept zu Baklava auf FOOBY, < https://fooby.ch > Rezepte > Baklava). 

Allesamt gehören die Backwaren Baklava, Tulumba, Gurabija, Kadaifi, 

Vanilice und Petit Fours zum Feingebäck, welches traditionell zu Tee und 

Kaffee serviert wird. Backwaren dieser Art richten sich an einen breiten 

Abnehmerkreis, der nebst Endkonsumenten auch Fachpersonen sowie 

Gross- und Zwischenhändler aus dem Bereich des Verkaufs und der 

Gastronomie umfasst (Urteile des BVGer B–5697/2016 vom 27. Juni 

2018 E. 3 « manufactum, MANUFACTUM / espresso manufactum »;  

B–2668/2016 vom 3. August 2017 E. 4.2 « Croco [fig.] / MISS CROCO »; 

B–528/2016 vom 17. Mai 2017 E. 3 « Muffin King »; B–5996/2013 vom 

9. Juni 2015 E. 4 « Froschkönig »; GALLUS JOLLER, in: Kommentar zum 

Markenschutzgesetz [MSchG], 2. Aufl. 2017, Art. 3 N. 55 f. m.w.H.). Zu 

den Fachkreisen sind insbesondere Lebensmittelgeschäfte, Konditoreien, 

Bäckereien und Zwischenhändler dieser Branche zu zählen (Urteile  

B–2668/2016 E. 4.2 « Croco [fig.] / MISS CROCO »; B–528/2016 E. 3 

m.w.H. « Muffin King »; B–5996/2013 E. 4 « Froschkönig »). 

5.4 Die soeben – in Bestätigung der Vorinstanz ([…]) – vorgenom-
mene Definition der Verkehrskreise wird von der Beschwerdeführerin im 

Grundsatz nicht bestritten ([…]). Allerdings ist sie der Ansicht, die Ver-

kehrskreise müssten bezüglich der Herkunft der unter E. 5.3 definierten 

Endkonsumenten und Fachkreise nochmals eingeschränkt werden ([…]). 

Die Beschwerdeführerin stützt ihre Ansicht auf BGE 120 II 144 « YENI 

RAKI », aus welchem sie schliesst, dass sich das Bundesgericht zur Defi-

nition der Verkehrskreise von ausländischen, notorisch bekannten Marken 

abschliessend geäussert habe. So sei dieser Entscheid auch in der Literatur 

interpretiert worden, da die « türkische[n] Gastarbeiter in der Schweiz » 

als der massgebende Verkehrskreis beschrieben worden seien (vgl. dazu 

CHRISTOPH WILLI, Markenschutzgesetz, 2002, Art. 3, N. 171). In casu sei 

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dementsprechend zu berücksichtigen, dass es sich bei den unter der Wider-

spruchsmarke vertriebenen Backwaren Baklava, Tulumba, Gurabija, 

Kadaifi und Vanilice um Spezialitäten der balkanischen beziehungsweise 

orientalischen Küche handle, weshalb bei der Prüfung der notorischen Be-

kanntheit der Widerspruchsmarke einzig auf die Kenntnisse von in der 

Schweiz wohnhaften Personen abzustellen sei, welche aus dem Balkan 

stammen ([…]). Immerhin zähle die serbokroatische Sprache zu den in der 

Schweiz nach den Landessprachen und Englisch am häufigsten gespro-

chenen Sprachen, sodass diese Bevölkerungsgruppe einen offensichtlich 

quantifizierbaren Teil der Schweizer Wohnbevölkerung ausmache ([…]). 

Ausserdem würden sich die unter der Widerspruchsmarke vertriebenen 

Kleingebäcke auch an die türkische Wohnbevölkerung richten, sodass 

auch die türkische Wohnbevölkerung zum engeren Abnehmerkreis zu zäh-

len sei ([…]).  

5.5 Im Zusammenhang mit BGE 120 II 144 ist in Erinnerung zu ru-
fen, dass das Bundesgericht an den von der Vorinstanz festgestellten Sach-

verhalt grundsätzlich gebunden ist. Auf diesen Umstand weist das Bundes-

gericht im betreffenden Urteil denn auch selber hin und vermerkt, dass es 

an den ermittelten Sachverhalt, wonach die Marke « Yeni Raki » sich im 

Wesentlichen an türkische Abnehmer gerichtet habe, gebunden sei (BGE 

120 II 144 E. 3b/bb « YENI RAKI »). Damit kann nicht ausgeschlossen 

werden, dass sich das Bundesgericht in Bezug auf die Frage, wer effektiv 

zum Verkehrskreis zu zählen sei, nicht abschliessend festgelegt hat 

(ROHNER, a.a.O., S. 192). ROHNER hat dazu angemerkt, es sei fragwürdig, 

den massgeblichen Verkehrskreis derart einzuschränken (ROHNER, a.a.O., 

S. 192). In diesem Zusammenhang ist aber vor allem zu berücksichtigen, 

dass die gesellschaftlichen Voraussetzungen zum Zeitpunkt des Ergehens 

von BGE 120 II 144 in Bezug auf die Offenheit gegenüber fremdländi-

schen Speisen und Getränken andere waren als heute (siehe dazu ausführ-

lich E. 5.7 hiernach). Entsprechend hat das Bundesverwaltungsgericht in 

seinem Urteil B–7491/2006 festgehalten, dass der Branntwein Raki nicht 

nur bei türkischstämmigen, sondern bei allen in der Schweiz ansässigen 

Käufern und Wiederverkäufern hochprozentiger Alkoholika eine gewisse 

Bekanntheit geniesse, weshalb nicht nur von einem auf türkischstämmige 

Abnehmer eingeschränkten Verkehrskreis auszugehen sei (vgl. Urteil des 

BVGer B–7491/2006 vom 16. März 2007 E. 5 « Yeni Raki / Yeni Efe »).  

5.6  
5.6.1 Vorliegend ist zunächst festzustellen, dass nicht alle von der Be-
schwerdeführerin beanspruchten Backwaren aus der Küche des Balkans 

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8 IV BVGE / ATAF / DTAF  

 

stammen. So sind Petit Fours – wie unter E. 5.3 hiervor festgestellt – in 

der Schweiz übliche Backwaren, welche in den verschiedensten Varianten 

in den meisten schweizerischen Bäckereien zu erwerben sind. Inwiefern 

sich diesbezüglich eine Einschränkung des Verkehrskreises auf in der 

Schweiz wohnhafte Personen, welche aus dem Balkan beziehungsweise 

der Türkei stammen, rechtfertigt, führt die Beschwerdeführerin nicht aus. 

In Anbetracht, dass die Beschwerdeführerin argumentativ ihren Schwer-

punkt auf die Backwaren Baklava, Kadaifi, Tulumba sowie die Biskuits 

Vanilice und Gurabija legt, ist denn auch anzunehmen, dass sie die Ein-

schränkung in erster Linie auf jene Produkte bezieht.  

5.6.2 In einem nächsten Schritt ist festzuhalten, dass zwischen den 
fremd klingenden Backwaren und Backwaren der schweizerischen Back-

tradition durchaus Parallelen bestehen. Grundsätzlich handelt es sich bei 

den Waren Vanilice, Gurabija und Tulumba nämlich um trockene Petit 

Fours beziehungsweise Konfekt. Entsprechend handelt es sich um fremd-

ländische Pendants von Biskuits der schweizerischen Backtradition. So-

wohl Gurabija als auch Vanilice sind Mürbeteigkekse. Während Gurabija 

je nach Zubereitungsart einem Mailänderli oder Sablé entspricht, handelt 

es sich bei Vanilice um ein Vanillekipferl beziehungsweise lässt es sich, 

wenn mit Konfitüre gefüllt, mit einem Spitzbuben vergleichen. Auch das 

Spritzgebäck Tulumba ist als solches ein normales Brandteiggebäck wie 

ein Schenkeli. Im Unterschied dazu wird das Tulumba allerdings zusätz-

lich in Zuckersirup getränkt. Diese drei Produkte entsprechen demnach 

Backwaren, welche in der Schweiz – wenn auch unter anderen Namen – 

bekannt und damit in der Art nicht fremd sind. Soweit die Beschwerdefüh-

rerin vorbringt, dass wer nicht auf Anhieb weiss, was unter Gurabija oder 

Kadaifi zu verstehen ist, kaum aktiv danach suchen wird, ist ihr wohl zuzu-

stimmen. Richtig ist aber auch, dass es sich bei diesen Waren um wenn 

nicht identische Produkte, so doch naheliegende Varianten der insoweit 

substituierbaren traditionell schweizerischen Backwaren handelt. Dies 

führt denn auch dazu, dass es sich – trotz anderer beziehungsweise fremder 

Namen – um Produkte handelt, welche wie Petit Fours beziehungsweise 

Konfekt für den Alltag gekauft werden. Die andere Bezeichnung führt 

nicht dazu, dass sich die Endkonsumenten die Frage, ob es der Sache nach 

dasselbe Produkt sei wie ein traditionell schweizerisches Produkt oder eine 

Variante dazu, nicht mehr stellen. Ansonsten müsste man bei der Frage 

nach der notorischen Bekanntheit einer explizit als Marillenmarmelade 

verkauften Aprikosenkonfitüre einzig auf in der Schweiz wohnhafte Ös-

terreicher beziehungsweise österreichischstämmige Schweizer abstellen. 

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BVGE / ATAF / DTAF IV 9 

 

Der schweizerische Abnehmer mag vielleicht von einem Sablé, Vanille-

kipferl oder Schenkeli sprechen, wird die vorliegend infrage stehenden 

Produkte aber in den beanspruchten Waren, welche im Übrigen nicht nur 

in Spezialitätengeschäften erhältlich sind ([…]), ohne Weiteres erkennen. 

Damit rechtfertigt es sich auch in Bezug auf diese Waren nicht, den mass-

gebenden Verkehrskreis auf balkan- und türkischstämmige Einwohner zu 

beschränken. 

5.7 Die Frage, ob der Argumentation der Beschwerdeführerin zu fol-
gen ist, stellt sich am ehesten in Bezug auf die Spezialitäten Baklava und 

Kadaifi. Es handelt sich hierbei um Backwaren, welche in der schweizeri-

schen Backtradition kein Pendant haben. Dies wird auch von der Vorin-

stanz nicht bestritten. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin kann 

daraus – im Einklang mit der Vorinstanz ([…]) – nicht geschlossen wer-

den, die Verkehrskreise seien zusätzlich auf jene Bevölkerungsgruppen 

einzuschränken, die aus dem Ursprungsland dieser Ware stammen. Es 

kann heutzutage nicht (mehr) davon ausgegangen werden, eine fremdlän-

dische Ware werde ausserhalb ihres Ursprungslandes nur von Personen 

erworben, die aus jenem Land stammen. Ansonsten müsste, wie die Vorin-

stanz zu Recht ausführt, auch bei bayrischen Weisswürsten oder Roque-

fort-Käse einzig auf deutsche beziehungsweise französische Abnehmer 

abgestellt werden. Was zu Beginn noch fremd und längst nicht gleich be-

kannt wie ein landestypisches Produkt ist, wird – und dies hat sich zum 

Beispiel bei beliebten italienischen oder asiatischen Produkten gezeigt – 

mit der Zeit einem immer breiteren Kreis bekannt. Nach und nach legen 

auch jene Personen, welche keinen direkten Bezug zum Herkunftsland der 

Ware haben, ihre Zurückhaltung gegenüber dem fremden Produkt ab. An-

fänglich sind solche Produkte tatsächlich vornehmlich in Geschäften zu 

finden, die mehrheitlich Lebensmittel dieser Region führen. Doch ist mit 

der Zeit nicht selten eine Entwicklung und Öffnung festzustellen. Mittler-

weile finden immer mehr Produkte, welche vor 20 Jahren beispielsweise 

nur in asiatischen oder orientalischen Lebensmittelgeschäften zu finden 

waren, Eingang in das Sortiment einer Vielzahl von Lebensmittelgeschäf-

ten. Entsprechend gross und vielfältig ist die Auswahl an fremdländischen 

Produkten heutzutage (vgl. etwa die Angebote bei Coop, Migros oder 

Lidl). Diese Auswahl führt dazu, dass alle in der Schweiz ansässigen Per-

sonen, unabhängig ihrer Herkunft, Zugang zu solchen Waren haben. Auch 

wird im Gegensatz zu früher wesentlich selbstverständlicher in die mit 

« ausländische Lebensmittel » bezeichneten Regale gegriffen. Es liegt im 

Trend, die verschiedenen Küchen der Welt nicht nur in Restaurants zu ent-

decken: Zuhause werden heute weitaus mehr als nur Gerichte aus den 

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Landesküchen der direkten Nachbarländer gekocht (vgl. z.B. die Länder-

küche-Rezepte unter < https://fooby.ch > Rezepte > Länderküche [z.B. 

Balkanküche], abgerufen am 30.03.2020, oder die Länderküchen-Rezepte 

von Annemarie Wildeisen, < https://www.wildeisen.ch > Rezepte > Län-

derküche, abgerufen am 30.03.2020). Gerade weil es viel einfacher gewor-

den ist, die entsprechenden Zutaten in einer Vielzahl von Lebensmittelge-

schäften zu finden, nimmt die kulinarische Neugierde der Konsumenten 

im Allgemeinen immer mehr zu. Umgekehrt führt die Neugier auch zu 

einer Verbreiterung des Sortiments. So hat gerade die orientalische Küche 

in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz einen grossen Sprung in Sachen 

Bekanntheit und Beliebtheit gemacht. Waren zum Beispiel Gerichte wie 

Taboulé oder Börek beziehungsweise Burek in der Schweiz vor 20 Jahren 

noch fremd, sind diese Waren beziehungsweise Gerichte heutzutage im 

Migros Take-away erhältlich. Auch in Bezug auf Baklava ist festzustellen, 

dass dieses typische orientalische Dessert mittlerweile im Offenverkauf 

von Coop und Migros sowie – im Falle von Coop – abgepackt neben der 

Bündner Nusstorte im Kuchenregal zu finden ist. Das gilt – wenn auch 

nicht gleichermassen ausgeprägt – auch für das Gebäck « Kadaifi ». Es 

kann nicht die Rede davon sein, die betroffenen Waren seien dem schwei-

zerischen Abnehmer derart fremd, dass einzig Personen aus deren 

Ursprungsland sie zu kennen vermöchten. Sobald diese Waren ins Stan-

dardsortiment Eingang finden und auch ausserhalb von Spezialitätenge-

schäften erhältlich sind, richten sie sich im Zweifel nicht mehr nur an End-

konsumentinnen und -konsumenten einer bestimmten Herkunft. Damit 

sind in Übereinstimmung mit der Vorinstanz auch alle in der Schweiz an-

sässigen Personen zum Abnehmerkreis zu zählen.  

5.8 Nur am Rande sei erwähnt, dass selbst die von der Beschwerde-
führerin in casu vorgenommene Einschränkung auf die Balkanländer und 

die Türkei nicht konsequent ist, sondern unvollständig: Baklava, Kadaifi, 

Gurabija und Tulumba sind Speisen, die auch in anderen Ländern als Spe-

zialitäten gelten. Wieso die Länder Griechenland, Marokko, Libanon, Sy-

rien, Israel, Ägypten, Irak und Iran sowie Bulgarien, Armenien oder Aser-

beidschan von der Beschwerdeführerin ausgeblendet werden, erklärt sich 

wohl in erster Linie damit, dass ihre Marketingstrategie augenscheinlich 

auf den Sprach- und geografischen Raum der Länder des ehemaligen 

Jugoslawien ausgerichtet ist. Entsprechend gross ist wohl ihr Interesse an 

einem möglichst eingeschränkten Verkehrskreis (vgl. in diesem Sinn auch 

MARBACH, a.a.O., S. 4). 

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BVGE / ATAF / DTAF IV 11 

 

5.9 In Bezug auf die Fachkreise verbleibt im Übrigen festzuhalten, 
dass die Beschwerdeführerin diesbezüglich nicht behauptet, dieser Ver-

kehrskreis sei ebenfalls einzuschränken. In der Lehre wird sogar die Frage 

gestellt, ob die Händler als alleiniger Fachkreis hinreichend sind, um noto-

rische Bekanntheit zu begründen (WILLI, a.a.O., Art. 3 N. 171). Umso 

mehr sollte – so namentlich ROHNER – eine allzu starke Aufteilung inner-

halb der Händler denn auch vermieden werden (ROHNER, a.a.O., S. 195), 

da ansonsten bereits die Kenntnisse weniger Personen ausreichen würde, 

um eine Notorietät zu begründen. Wenn – wie im vorliegenden Fall – ein-

zig auf den bezüglich deren Herkunft nochmals eingeschränkten Kunden-

stamm der schweizerischen Exklusivvertreiberin abgestellt würde, müsste 

die notorische Bekanntheit der Widerspruchsmarke selbst dann bejaht 

werden, wenn dieser Kreis zahlenmässig sehr klein ist und damit weit 

unter den vom Bundesgericht angegebenen Richtwert liegen würde (ROH-

NER, a.a.O., S. 195 f.). Das entspricht indessen nicht dem Sinn der Kate-

gorie der notorischen Bekanntheit. 

5.10 Nach dem Gesagten kann zusammenfassend festgehalten werden, 
dass sich Feingebäck, wie von der Beschwerdeführerin beansprucht, unab-

hängig seiner « kulinarischen » Herkunft entgegen der Auffassung der Be-

schwerdeführerin an die in E. 5.3 hiervor definierten Verkehrskreise rich-

tet. Mit anderen Worten ist für in einer Vielzahl von Lebensmittelgeschäf-

ten erhältliche Waren nicht noch zusätzlich nach der Herkunft der in der 

Schweiz ansässigen Endkonsumentinnen und -konsumenten zu unter-

scheiden. Dabei kann vorliegend offengelassen werden, ob in Form eines 

Disclaimers eine Einschränkung des Abnehmerkreises im Warenverzeich-

nis möglich wäre.