# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 18b53983-9dab-5185-a22a-add14e42445d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.05.2010 D-3404/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3404-2010_2010-05-18.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3404/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  M a i  2 0 1 0

Einzelrichter Thomas Wespi, 
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

A._______, geboren [...], Ägypten,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Ver-
fügung des BFM vom 4. Mai 2010 / N [...].

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3404/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  eigenen  Angaben  zufolge  aus  B._______,  Provinz 
C._______,  stammende  ägyptische  Beschwerdeführer  arabischer 
Volkszugehörigkeit  seinen Heimatstaat  im Jahre X._______ auf  dem 
Seeweg  verliess  und  über  D._______,  E._______,  F._______, 
abermals E._______ und G._______ am 27. Dezember 2009 illegal in 
die  Schweiz  gelangte,  wo  er  gleichentags  im  H._______  um  Asyl 
nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  H._______  vom  7. Januar 
2010  sowie  der  direkten  Bundesanhörung  vom  4. Mai  2010  zur 
Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, er 
habe  auf  seiner  Reise  in  die  Schweiz  anlässlich  seines  ersten 
Aufenthaltes in E._______ während eines Jahres illegal in I._______ 
als  Hilfsmaler  gearbeitet,  nachdem  er  sich  Ende  des  Jahres 
X._______ in J._______ unter anderer Identität von den Behörden von 
E._______ habe registrieren lassen,

dass  er  danach  nach  F._______  gereist  und  dort  einen  Monat 
geblieben sei, um danach nach E._______ zurückzukehren, wo er in 
K._______  während  zweier  Jahre  illegal  in  der  Landwirtschaft 
gearbeitet habe, 

dass er als uneheliches Kind auf die Welt gekommen sei und seinen 
Vater nie gekannt habe, weshalb ihn die Menschen in seiner Heimat 
missachtet hätten, worunter er sehr gelitten und deswegen auch keine 
Schule besucht habe,

dass er jeweils von zwei Männern, die in der Nachbarschaft gewohnt 
hätten,  zu  Hause  oder  auf  offener  Strasse  beleidigt,  bespuckt  und 
manchmal auch mit Steinen beworfen worden sei, er sich diesbezüg-
lich aber weder an die Polizei noch an andere irgendwelche Behörden 
gewendet habe,

dass  er  schliesslich  dieser  Situation  überdrüssig  geworden  sei  und 
sich zur Ausreise entschlossen habe,

dass der Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren keine Reise- 
oder Identitätspapiere abgab,

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dass das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers in Anwen-
dung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
(AsylG, SR 142.31) mit Verfügung vom 4. Mai 2010 – gleichentags im 
Anschluss an die Anhörung mündlich eröffnet  – nicht eintrat und die 
Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, 

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, es sei klar 
erkennbar,  dass  der  Beschwerdeführer  keine  Bereitschaft  bekundet 
habe, im Rahmen der zumutbaren Mitwirkungspflicht binnen der Frist 
von 48 Stunden Reise- oder Identitätspapiere einzureichen,  weshalb 
sich der begründete Schluss aufdränge, dass dieser dem BFM die Ab-
gabe rechtsgenüglicher  Reise-  oder  Identitätspapiere bewusst  unter-
lassen habe, um seine tatsächliche Identität zu verschleiern respektive 
einen  allfälligen Wegweisungsvollzug zu erschweren oder  zu  verhin-
dern,

dass sich der Beschwerdeführer zur Möglichkeit der Einreichung eines 
Reisepasses und seiner Bereitschaft, einen solchen aus seiner Heimat 
zu beschaffen in Ungereimtheiten verstrickt und überdies angegeben 
habe, bewusst darauf verzichtet zu haben, etwas zur Beschaffung von 
Identitätsdokumenten zu unternehmen (vgl. A28/12, S. 3),

dass  der  Beschwerdeführer  daher  keine  entschuldbaren  Gründe  für 
die Nichteinreichung von Reise- und Identitätspapieren glaubhaft ma-
chen könne,

dass er  zudem die Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle  und aufgrund 
der  Anhörung  keine  zusätzlichen  Abklärungen  zur  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
erforderlich seien,

dass die geltend gemachten Beleidigungen und Schikanen in der Öf-
fentlichkeit  aufgrund  der  Aktenlage  als  nicht  genügend  intensiv  er-
scheinen würden, um als asylrelevant erachtet zu werden,

dass es dem Beschwerdeführer zudem jederzeit möglich und zumut-
bar gewesen wäre, sich nötigenfalls mit einer Anzeige bei der Polizei 
gegen die Schikanen und insbesondere gegen die Attacken mit Stei-
nen zu wehren,

dass aus den Akten aber hervorgehe, dass sich der Beschwerdeführer 
schon  gar  nicht  bemüht  habe,  in  seinem Heimatstaat  die  Unterstüt-

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zung staatlicher Organe in Anspruch zu nehmen, und es dieser statt-
dessen  vorgezogen  habe,  aus  Ägypten  auszureisen,  weshalb  diese 
Vorbringen nicht asylbeachtlich seien,

dass der Wegweisungsvollzug in den Heimatstaat durchführbar sei,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 10. Mai 2010 (Poststem-
pel: 11. Mai 2010) gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerde  erhob  und  beantragte,  es  sei  der  vorinstanzliche 
Entscheid  aufzuheben  und  es  sei  das  Verfahren  zwecks  materieller 
Prüfung des Asylgesuchs an die Vorinstanz zurückzuweisen,

dass  er  infolge  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  der 
Schweiz vorläufig aufzunehmen sei,

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgelt-
lichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021), um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
sowie  um Ausrichtung  einer  angemessenen Parteientschädigung  er-
suchte,

dass ihm ferner zur Nachreichung von ärztlichen Berichten eine Frist 
von drei Wochen zu gewähren sei,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am 14.  Mai  2010  beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 - 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.119]), 

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG), 

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dass  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 52 VwVG), 

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentschei-
de auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  deshalb  bei  Begründetheit  der  Beschwerde  die  angefochtene 
Verfügung aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen ist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen 
der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr.  34 
E. 2.1 S. 240 f.), 

dass bei dem am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Nichteintretenstat-
bestand von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG, auf welchen sich 
die hier angefochtene Verfügung stützt, die Besonderheit besteht, dass 
das BFM im Rahmen einer summarischen Prüfung das offenkundige 
Nichterfüllen der Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG und 
das  offenkundige  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  zu 
beurteilen hat (vgl. Art. 32 Abs. 3 Bstn. b und c AsylG), weshalb inso-
weit bei dagegen erhobenen Beschwerden auch die Flüchtlingseigen-
schaft Prozessgegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass  in  der  Frage der  Wegweisung und deren  Vollzugs die  Beurtei-
lungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  beschränkt 
ist, weil das BFM sich diesbezüglich gemäss Art. 44 AsylG in Verbin-

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dung mit  Art. 83 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die  Ausländerinnen  und Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  auch materiell 
zur Sache zu äussern hatte,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art.  32  Abs. 3  Bst.  b  AsylG)  oder 
wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Ab-
klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Voll-
zugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  innerhalb  von  48  Stunden  nach  Einrei-
chung des Asylgesuches keine Identitäts- oder Reisepapiere im Sinne 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 Bst. a AsylG abgab, 

dass vorliegend auch keine entschuldbaren Gründe für das Nichtein-
reichen von Dokumenten zu bejahen sind,

dass der Beschwerdeführer zur Begründung lediglich angab, zwar ei-
nen Reisepass besessen zu haben, der sich bei seinem Grossvater zu 
Hause in Ägypten befinde, er aber keinen Kontakt mit seiner Familie 
mehr habe und daher verzichtet habe, irgendwelche Bemühungen zum 
Erhalt  dieses Identitätsdokumentes zu unternehmen (vgl. act. A1/15, 
S. 8; act. A28/12, S. 2 f.),

dass  der  Beschwerdeführer  im  Hinblick  auf  die  Beschaffbarkeit  von 
Identitätsdokumenten  ungereimte  und  stereotype  Angaben  machte 
und er  – wie die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zu Recht er-
kannte – im Übrigen jegliche Bereitschaft vermissen liess, ihm zumut-
bare und mögliche Anstrengungen zur Beschaffung von solchen Doku-
menten zu unternehmen,

dass es hinsichtlich der Beurteilung der Glaubhaftigkeit zu den Reise-
umständen – auch in Berücksichtigung der diesbezüglich unsubstanzi-
ierten Ausführungen zum Reiseweg (vgl. A1/15, S. 11)  – als überwie-

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gend unwahrscheinlich zu erachten ist, dass der Beschwerdeführer die 
angeführte Flucht, die ihn durch verschiedene Länder – insbesondere 
auch in Europa – geführt haben soll, ohne jegliche Reisepapiere hätte 
bewerkstelligen können,

dass  mithin  mit  diesen  jeglicher  Substanz  entbehrenden  Vorbringen 
keine entschuldbaren Gründe im Sinne des Gesetzes für das Fehlen 
von Dokumenten vorgetragen wurden, welche insbesondere dann an-
zunehmen wären,  wenn spezifische Fluchtumstände  im Vordergrund 
stünden, die zum Verlust der Papiere geführt oder die es nicht erlaubt 
hätten, solche mitzunehmen, 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  seinem gesamten  Aussageverhalten 
den auch im Beschwerdeverfahren nicht widerlegten Eindruck vermit-
telt,  er  versuche seine  wahre  Identität  und  genaue Herkunft  zu  ver-
schleiern, und keinesfalls  – wie von der Vorinstanz zutreffend festge-
stellt  – glaubhaft  darzulegen vermochte, er sei  durch nicht  selbst  zu 
verantwortende Umstände an der unverzüglichen Einreichung von Rei-
se- oder Identitätspapieren im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
gehindert worden (vgl. Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG) und auch selbst in 
seiner  Rechtsmitteleingabe  nichts  anführt,  was  auf  mögliche  Be-
mühungen zur Beschaffung von Identitätsdokumenten hinweisen könn-
te,

dass er ferner unbegründet liess, wie er respektive seine Fluchthelfer 
eine Reise von Ägypten über D._______, E._______, F._______ und 
G._______  und  mittels  verschiedener  Verkehrsmittel  ohne 
Reisepapiere  organisierten  und  durchführten,  was  die  Unglaubhaf-
tigkeit  seiner  Angaben  über  das  Fehlen  der  Identitätspapiere  unter-
mauert,

dass die insgesamt substanzlosen und realitätsfremden Angaben des 
Beschwerdeführers über den fehlenden Besitz von Identitätspapieren 
die  Haltlosigkeit  seiner  diesbezüglichen  Angaben  ebenso  bestätigen 
wie die unrealistischen und detailarmen Angaben über die Reise in die 
Schweiz, und das Vorbringen in der Beschwerde, wegen der psychi-
schen und physischen Belastung, der er in Ägypten ausgesetzt gewe-
sen sei, sei es entschuldbar, dass er keinen Kontakt mehr pflege, an 
dieser Beurteilung nichts ändert,

dass die Vorinstanz das Vorliegen entschuldbarer Gründe, die es dem 
Beschwerdeführer verunmöglicht hätten, den Behörden innerhalb von 

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48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuches Identitätsdokumente 
einzureichen,  zutreffend  und  mit  hinreichender  Begründung  verneint 
hat,

dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Befragungen zu 
Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch  zusätzliche 
Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen als erforderlich erachtet hat,

dass  die  Vorinstanz  die  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  zu 
Recht als offensichtlich asylirrelevant qualifizierte, zumal sein Verhal-
ten  im Anschluss  an die  wiederholten  Schikanen von Personen aus 
der Nachbarschaft (unterbliebene Anzeige bei den Behörden respekti-
ve die Ergreifung anderer rechtlicher Mittel zwecks Erhalt von Schutz 
trotz bestehender Möglichkeiten) als nicht nachvollziehbar qualifiziert 
werden muss,

dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe den vorin-
stanzlichen  Einwänden  nichts  Substanzielles  entgegenzuhalten  ver-
mag, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen auch diesbezüg-
lich auf die zutreffenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid zu 
verweisen ist,

dass  gestützt  auf  die  Aktenlage  und  die  vorstehenden  Erwägungen 
das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG und – 
wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen zum Vollzug der Weg-
weisung  ergibt  – das  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen 
offenkundig erscheinen und sich aus den Akten keine Anhaltspunkte 
für die Annahme ergeben, das BFM habe eine mehr als bloss summa-
rische materielle Prüfung vorgenommen oder zusätzliche Abklärungen 
getroffen,

dass unter diesen Umständen von zusätzlichen Abklärungen im Sinne 
von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG abgesehen werden konnte (vgl. nach-
stehende Ausführungen),

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer 

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weder eine Aufenthaltsbewilligung besitzt noch einen Anspruch auf Er-
teilung einer solchen hat,  weshalb die verfügte Wegweisung im Ein-
klang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG, Art. 32 Bst. a AsylV1; vgl. EMARK 2001 Nr. 21),

dass zu prüfen bleibt, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der Wegwei-
sung entgegenstehen,  da im Fall  eines  unzulässigen,  unzumutbaren 
oder unmöglichen Vollzugs das Anwesenheitsverhältnis nach den Be-
stimmungen  des  AuG  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu  regeln  ist 
(Art. 44 Abs. 2 AsylG),

dass der Begriff  des "Wegweisungsvollzugshindernisses"  von Art. 32 
Abs. 3  Bst.  c  AsylG ausschliesslich  diejenigen  Hindernisse  umfasst, 
welche sich  auf  die  Zulässigkeit  des  Vollzugs  (Art.  83  Abs. 3  AuG), 
nicht  jedoch  auf  die  Möglichkeit  und  die  Zumutbarkeit  des  Vollzugs 
(Art.  83  Abs.  2  und  4  AuG)  auswirken  können  (vgl.  zur  Publikation 
vorgesehenes Urteil BVGE E-423/2009 vom 8. Dezember 2009 E. 8.4),

dass  der  Beschwerdeführer  in  diesem  Zusammenhang  in  seiner 
Rechtsmitteleingabe  um  Einräumung  einer  dreiwöchigen  Frist  zur 
Nachreichung von ärztlichen Berichten ersucht, da er sich momentan 
in ärztlicher Behandlung befinde und das BFM aufgrund der im Asyl-
verfahren geltenden Untersuchungsmaxime prüfen müsse, ob sein ge-
sundheitlicher  Zustand  und  die  Behandlungsmöglichkeiten  im  Her-
kunftsland  den  Wegweisungsvollzug  als  zumutbar  erscheinen  lasse 
oder nicht,

dass  gemäss  dem  zur  Publikation  vorgesehenen  Urteil  BVGE 
E-423/2009 vom 8. Dezember 2009, E. 10.2.2, gesundheitliche Proble-
me von Asylgesuchstellern im Rahmen der ihnen obliegenden Mitwir-
kungspflicht  in  geeigneter  Form  unaufgefordert  geltend  zu  machen 
sind, sei dies mündlich im Rahmen einer Anhörung oder beispielswei-
se  mittels  einer  schriftlichen  Eingabe  der  Partei  oder  einer  Betreu-
ungsperson respektive Rechtsvertretung,

dass dabei in der Regel zumindest eine Umschreibung und Konkreti-
sierung der behaupteten gesundheitlichen Beschwerden erwartet wer-
den darf  und eine bereits  bestehende medizinische Behandlung der 
asylsuchenden Person ebenfalls durch diese aktenkundig zu machen 
ist und bereits verfügbare ärztliche Zeugnisse oder Bestätigungen un-
aufgefordert einzureichen respektive innert angemessener Frist zu be-
schaffen sind,

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dass  demgegenüber  das  BFM  durch  den  Untersuchungsgrundsatz 
verpflichtet ist, die Richtigkeit und Relevanz des behaupteten Sachver-
haltselements abzuklären, falls eine asylsuchende Person, deren Weg-
weisung zur  Debatte  steht,  im erstinstanzlichen  Verfahren unter  Be-
achtung ihrer Mitwirkungspflicht substanziiert  das Vorliegen medizini-
scher Umstände geltend macht, die unter dem Blickwinkel der Zumut-
barkeit des Wegweisungsvollzugs relevant sein könnten,

dass der Beschwerdeführer jedoch weder während der Befragung im 
H._______ noch anlässlich der Anhörung durch das BFM vom 4. Mai 
2010 irgendwelche gesundheitliche Beschwerden geltend machte oder 
anführte, sich deswegen demnächst in ärztliche Behandlung begeben 
zu müssen, obwohl er in seiner Beschwerdeschrift anführt, er befinde 
sich  bereits  in  ärztlicher  Behandlung,  weshalb  es  ihm  möglich 
gewesen  wäre,  entsprechende  gesundheitliche  Beschwerden  in 
geeigneter  Form und  unaufgefordert  bereits  anlässlich  dieser  Befra-
gung anzuführen,

dass  zwar  denkbar  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  zwischen Erlass 
des angefochtenen BFM-Entscheides vom 4. Mai 2010 und der Einrei-
chung der Beschwerde am 11. Mai 2010 erkrankt sein oder sich ver-
letzt haben könnte und nun ärztlicher Behandlung bedürfte,

dass er aber diesfalls in der Lage sein müsste, wenigstens kurz seine 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen anzugeben,

dass er indessen ohne jegliche nähere Begründung und lediglich pau-
schal  auf  seine  Behandlungsbedürftigkeit  verweist,  was  ihm  jedoch 
nicht zum Vorteil gereicht,

dass auch nicht  einsehbar  ist,  weshalb  es dem Beschwerdeführer  – 
der eigenen Angaben zufolge bereits in ärztlicher Behandlung sein will 
– unter diesen Umständen nicht möglich gewesen sein soll, zumindest 
eine  kurze ärztliche  Bestätigung  zusammen mit  der  Rechtsmittelein-
gabe einzureichen,

dass daher davon auszugehen ist, dass allenfalls zu behandelnde ge-
sundheitliche  Beeinträchtigungen  beim  Beschwerdeführer  nicht 
schwerwiegender und bloss vorübergehender Natur sind,

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dass das Vorgehen des Beschwerdeführers zudem den Schluss nahe-
legt, er suche das Verfahren in ungebührlicher Weise in die Länge zu 
ziehen,

dass unter diesen Umständen dem Beweisantrag auf Einräumung ei-
ner  dreiwöchigen  Frist  zwecks  Einreichung  ärztlicher  Berichte  nicht 
stattzugeben ist,

dass unter Hinweis auf die vorstehenden Erwägungen der Vollzug der 
Wegweisung  nach  Ägypten in  Beachtung der  massgeblichen völker- 
und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, und auch keine An-
haltspunkte  für  eine  menschrechtswidrige  Behandlung im Sinne von 
Art. 3  der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Men-
schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101)  ersichtlich sind, 
die  dem  Beschwerdeführer  in  seinem  Heimatstaat  drohen  würde 
(Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  aus  den  bereits  dargelegten  Gründen  insbesondere  das  Be-
stehen einer tatsächlichen Gefahr, auf den Beschwerdeführer könnte 
durch  Zivilpersonen  in  Art. 3  EMRK zuwiderlaufender  Weise  psychi-
scher oder physischer Zwang ausgeübt werden, zu verneinen ist,

dass weder die allgemeine Lage in der Heimat des Beschwerdeführers 
noch individuelle Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzuges  des  jungen  Beschwerdeführers,  der  sich  gemäss  eigenen 
Angaben seinen Lebensunterhalt mit diversen Erwerbstätigkeiten ver-
diente und in seiner Heimat über ein soziales Beziehungsnetz verfügt 
(vgl. A1/15, S. 6, 7, 10 und 11; A28/12, S. 3), sprechen, weshalb ihm 
der (erneute) Aufbau einer eigenen Existenzgrundlage zugemutet wer-
den kann und der Vollzug der Wegweisung somit als zumutbar zu er-
achten ist (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Wegweisungs-
vollzug insgesamt zu bestätigen ist und eine Anordnung der vorläufi-
gen Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

Seite 11

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dass es dem Beschwerdeführer infolgedessen nicht gelungen ist dar-
zutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze, 
den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  fest-
stelle  oder  unangemessen  sei  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Be-
schwerde abzuweisen ist,

dass die Beschwerde aufgrund voranstehender Erwägungen als aus-
sichtslos zu qualifizieren und deshalb das Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen Prozessführung nach Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen 
ist,

dass  die  Kosten  des  Verfahrens  in  der  Höhe  von Fr. 600.– (Art.  16 
Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1 bis 3 des Reglements vom 21. Februar 
2008 über  die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerle-
gen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG),

dass mit  vorliegendem Urteil  das Gesuch um Verzicht  auf  die Erhe-
bung  eines  Kostenvorschusses  gegenstandslos  wird  sowie  aufgrund 
der Abweisung der Beschwerde der Antrag auf Ausrichtung einer an-
gemessenen Parteientschädigung abzuweisen ist.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 12

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N [...]  (per 

Kurier; in Kopie)
- [die zuständige kantonale Behörde] (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

Versand:

Seite 13