# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42c4f63b-f7e3-517e-b8bd-3d06a4c7bf84
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-05-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.05.2022 B-3534/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-3534-2021_2022-05-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-3534/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  M a i  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Kathrin Dietrich (Vorsitz), 

Richter Pascal Richard, Richter Christian Winiger,    

Gerichtsschreiberin Eva Kälin. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

B._______ AG,  

vertreten durch Samuel Huwiler, Rechtsanwalt,  

Beschwerdegegnerin,  

 

armasuisse Immobilien,  

Vergabestelle.  

 

 
 

 
 

Gegenstand 
 Öffentliches Beschaffungswesen; 

Zuschlag betr. Projekt "ALC-O Aussenstelle Emmen,  

Instandhaltung, Submissionspaket 2"; 

SIMAP-Projekt-ID: 216440; 

SIMAP-Meldungsnummer: 1208985. 

B-3534/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 22. Februar 2021 schrieb armasuisse Immobilien (im Folgenden: 

Vergabestelle) auf der Internetplattform SIMAP (Informationssystem über 

das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz) unter dem Projekttitel 

"ALC-O [Armeelogistikcenter Othmarsingen] Aussenstelle Emmen, In-

standhaltung" das Submissionspaket 2 als Bauauftrag im offenen Verfah-

ren aus (Meldungsnummer 1179735). Dazu gehörte folgende Beschaffung: 

"Beschaffungs-Nr: 2 

Gussasphalt- Instandhaltung – Anpassungen an bestehenden Bauten, Rück-

bau und Abbrucharbeiten, statische kleinere Eingriffe. 

CPV: 45210000, Baukostenplannummer (BKP): 463" 

Gemäss der Ausschreibung vermöchten die Bauten der Aussenstelle Em-

men (AMP Rothenburg) den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht 

zu werden. Die Gebäude seien trotz regelmässigem Unterhalt sanierungs-

bedürftig (vgl. Ziff. 2.6 der Ausschreibung). Gemäss den Ausschreibungs-

unterlagen enthielt der Auftrag u.a. eine Position 700 "Druckverteilplatten 

und Wärmedämmungen." 

B.  

Darauf reichte die A._______ AG, (…) (nachfolgend: A._______) Fragen 

bei der Vergabestelle zu ihr offen bzw. unklar erscheinenden Punkten ein. 

Die Vergabestelle beantwortete diese am 22. März 2021. U.a. hielt sie fest: 

"Die Druckverteilplatte wurde versehentlich als Ausmass erfasst, die Pos. 

700 ist als Eventualposition zu verstehen." 

C.  

Innert der bis am 14. April 2021 gesetzten Frist reichten zwei Anbieterinnen 

ein Angebot ein, darunter die A._______. Ihr Angebot wies einen Preis von 

Fr. (…) inkl. MwSt. und ohne Abzug von 2% Skonto bei Zahlung innerhalb 

von 30 Tagen auf. Die Kosten für die Druckverteilplatte hatte sie mit Fr. (…) 

pro m3 angegeben, aber nicht in den Preis einberechnet.  

D.  

D.a Mit Schreiben vom 14. Juli 2021 erteilte die Vergabestelle der 

B._______ AG, (…) (nachfolgend: Zuschlagsempfängerin), den Zuschlag 

für die Beschaffungs-Nr. 2 zum Preis von Fr. 1’912'304.60 (inkl. MwSt.).  

B-3534/2021 

Seite 3 

D.b Die Vergabestelle teilte der Beschwerdeführerin ebenfalls mit Schrei-

ben vom 14. Juli 2021 mit, dass sie ihr Angebot nicht habe berücksichtigen 

können. Die Beurteilung der Angebote sei aufgrund der in den Ausschrei-

bungsunterlagen bekannt gegebenen Zuschlagskriterien mit folgendem 

Resultat erfolgt: 

"Die maximale Punktezahl beträgt 5.00 Punkte 

Die Bewertung Ihres Angebotes beträgt: 1.26 Punkte 

Den Zuschlag erhielt die Firma [falsche Angabe] mit 4.3   Punkten" 

Die Preisspanne der eingereichten Angebote habe von Fr. 1'907'180.– bis 

Fr. (…) gereicht. 

E.  

Darauf erkundigte sich die Beschwerdeführerin telefonisch bei der Verga-

bestelle nach einer Begründung für den Vergabeentscheid, da sie ihrer Auf-

fassung nach ein wesentlich tieferes Angebot eingereicht hatte als die Zu-

schlagsempfängerin. Die Vergabestelle teilte der Beschwerdeführerin mit, 

dass sie die Kosten für die Druckverteilplatte auf die Eingabesumme auf-

gerechnet habe, was einen Preis von Fr. (…) ergebe. Ebenfalls habe die 

Beschwerdeführerin einen Punkteabzug erhalten, da sie keine Referenzen 

für den Polier angegeben habe. 

F.  

Gegen die am 19. Juli 2021 auf SIMAP publizierte Zuschlagsverfügung er-

hob die A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 

5. August 2021 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. 

In ihrer Beschwerde beantragt sie unter Kosten- und Entschädigungsfol-

gen, die Zuschlagsverfügung vom 19. Juli 2021 sei aufzuheben, der Zu-

schlag sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin für die ausgeschriebe-

nen Arbeiten zu erteilen. Eventualiter sei die Sache an die Vergabestelle 

zur erneuten Durchführung des Submissionsverfahrens zurückzuweisen. 

Die Beschwerdeführerin rügt einerseits "Mängel und Fragen zur Ausschrei-

bung". Sie bringt im Wesentlichen vor, die Ausschreibung sei unklar bzw. 

fehlerhaft gewesen. Auszuführende Arbeiten seien nicht klar und mit viel 

Interpretationsspielraum umschrieben worden. Die genauen Vorausset-

zungen der Werkausführung seien nicht ersichtlich gewesen und wesentli-

che Elemente nicht offengelegt worden. Durch die Missachtung sämtlicher 

B-3534/2021 

Seite 4 

zwingender Vorarbeiten seitens der Vergabestelle könnten die eingehen-

den Angebote nicht verglichen werden. 

Andererseits rügt die Beschwerdeführerin Mängel in der Vergabe bzw. der 

Vergabebegründung. Sie bringt zusammengefasst vor, ihr Angebot ohne 

Druckverteilplatte sei mit einem Preis von Fr. (…) (inkl. MwSt.) wesentlich 

tiefer gewesen als jenes der Zuschlagsempfängerin mit einem Preis von 

Fr. 1'912'304.60 (inkl. MwSt.). Die Vergabe sei widersprüchlich und falsch 

und verstosse gegen Treu und Glauben. Es benachteilige die Beschwer-

deführerin treuwidrig, dass die als Eventualposition ausgeschriebene 

Druckverteilplatte im Nachhinein wieder auf die Angebotssumme aufge-

rechnet worden sei. Zudem hätten gemäss Ausschreibung nicht zwingend 

Referenzen für einen Polier angegeben werden müssen. 

Die Beschwerde enthält kein Gesuch um aufschiebende Wirkung. 

G.  

Am 15. September 2021 teilte die Zuschlagsempfängerin mit, dass sie als 

Beschwerdegegnerin am vorliegenden Verfahren teilnehmen möchte. 

H.  

Mit Vernehmlassung vom 7. Oktober 2021 beantragt die Vergabestelle, auf 

die Beschwerde sei nicht einzutreten. Eventualiter sei die Beschwerde ab-

zuweisen.  

Die Vergabestelle räumt ein, dass die Ausschreibungsunterlagen verschie-

dene Fehler enthalten hätten, die aber im Rahmen der Fragenbeantwor-

tung hätten ausgeräumt werden können. Es seien ausreichende Informati-

onen für die Erstellung der Angebote vorgelegen. Die Druckverteilplatte sei 

als Eventualposition ausgeschrieben worden, was bei der Fragenbeant-

wortung klargestellt worden sei. Beide Anbieterinnen hätten ihre Angebote 

ohne die Eventualposition eingereicht. Die Kosten für die Eventualposition 

habe die Vergabestelle eingerechnet. Dieses Vorgehen sei rückblickend 

aus vergaberechtlicher Sicht fragwürdig. Im Ergebnis wirke es sich jedoch 

nicht aus. Denn wenn die Angebote ohne Hinzurechnung der Eventualpo-

sition verglichen würden, ändere sich an der Rangfolge nichts. Die Zu-

schlagsempfängerin liege auch dann mit einem deutlichen Vorsprung von 

über 2 Punkten an erster Stelle. Zudem sei aus den Ausschreibungsunter-

lagen klar ersichtlich geworden, dass auch der Polier als Schlüsselperson 

genannt werden müsse. Folgerichtig habe die Beschwerdeführerin dafür 

die Note 0 ("nicht beurteilbar) erhalten. 

B-3534/2021 

Seite 5 

I.  

Mit Beschwerdeantwort vom 18. November 2021 beantragt die Beschwer-

degegnerin unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. MwSt., die Be-

schwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.  

Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, auf die Beschwerde sei 

nicht einzutreten, weil der massgebliche Schwellenwert von Fr. 2'000'000.– 

nicht erreicht sei. Zudem fehle es der Beschwerdeführerin an der Legitima-

tion, da sie keine reellen Chancen auf den Zuschlag habe. Darüber hinaus 

seien die Rügen der Beschwerdeführerin betreffend die Ausschreibung 

bzw. die dazugehörigen Unterlagen verwirkt. Ohnehin seien die Rügen der 

Beschwerdeführerin unbegründet. 

J.  

Mit Verfügung vom 22. November 2021 stellte die Instruktionsrichterin der 

Beschwerdeführerin das von der Vergabestelle für die Beschwerdeführerin 

eingereichte Exemplar der Vorakten zu, welches praxisgemäss Schwär-

zungen von Geschäftsgeheimnissen enthielt. Das Gesuch um zusätzliche 

Akteneinsicht der Beschwerdeführerin vom 9. Dezember 2021 wies die In-

struktionsrichterin mit Verfügung vom 14. Dezember 2021 ab. 

K.  

Mit freigestellter Replik vom 5. Januar 2022 hält die Beschwerdeführerin 

an ihren Anträgen und den Ausführungen in der Beschwerde vollumfäng-

lich fest.  

Sie führt aus, sie sei aufgrund des Absageschreibens der Vergabestelle 

und der SIMAP-Publikation davon ausgegangen, dass die Offerte der Be-

schwerdegegnerin zum Preis von Fr. 1'912'304.60 (inkl. MwSt.) nur die 

Gussasphaltarbeiten ohne Druckverteilplatte umfasst habe. Gemäss ihrem 

Wissensstand bei Beschwerdeeinreichung sei ihr eigenes Angebot für die-

selben Arbeiten mit einem Preis von Fr. (…) deshalb deutlich günstiger ge-

wesen, weshalb der Zuschlag an sie hätte erteilt werden müssen. 

Sei der Sachverhalt so wie die Vergabestelle behaupte und sollte ihr Ange-

bot tatsächlich nicht günstiger gewesen sei, so sei sie durch das fehlerhafte 

Verhalten der Vergabestelle zur Beschwerde verleitet worden. Bei einer 

Abweisung der Beschwerde seien sämtliche Kosten der Vergabestelle zu 

überbinden.  

B-3534/2021 

Seite 6 

L.  

Dazu nahmen die Beschwerdegegnerin mit Duplik vom 17. Januar 2022 

und die Vergabestelle mit Duplik vom 17. Februar 2022 Stellung.  

L.a Die Beschwerdegegnerin führt aus, die Beschwerdeführerin habe ihre 

Beschwerde sehenden Auges eingereicht, obwohl die Beschwerde auch 

für sie erkennbar offensichtlich aussichtslos sei. Der Auftragswert sei so-

wohl mit als auch ohne Druckverteilplatte tiefer als Fr. 2'000'000.-. Auf die 

Beschwerde sei damit nach wie vor nicht einzutreten. Die Einrechnung der 

Eventualposition habe keinen Einfluss auf das Ergebnis gehabt. Mit oder 

ohne Eventualposition sei der Angebotspreis der Beschwerdegegnerin 

mehrere hunderttausend Franken günstiger als derjenige der Beschwerde-

führerin. Der Zuschlag sei zu Recht ihr erteilt worden. 

L.b In ihrer Duplik nimmt die Vergabestelle aufforderungsgemäss Stellung 

zum Erreichen des Schwellenwerts. Dieser sei erreicht worden. Auch ohne 

Hinzurechnen der Eventualposition ändere sich nichts an der Rangfolge 

der Angebote. 

M.  

Mit Verfügung vom 18. Februar 2022 erhielt die Beschwerdeführerin Gele-

genheit, eine allfällige abschliessende Stellungnahme einzureichen. Davon 

machte sie keinen Gebrauch (vgl. Verfügung vom 10. März 2022). 

N.  

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten 

wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 1 des Bundesgesetzes vom 21. Juni 2019 über das öf-

fentliche Beschaffungswesen (BöB, SR 172.056.1) findet dieses Gesetz 

Anwendung auf die Vergabe öffentlicher Aufträge durch unterstellte Auf-

traggeberinnen innerhalb und ausserhalb des Staatsvertragsbereichs. 

B-3534/2021 

Seite 7 

1.2 Nach Art. 52 Abs. 1 Bst. b BöB können Verfügungen (Art. 53 BöB, 

vgl. E. 1.3) dieser Auftraggeberinnen (Art. 4 BöB, vgl. E. 1.4) beim Bundes-

verwaltungsgericht angefochten werden, wenn sie Bauleistungen betref-

fen, deren Wert den für das offene oder selektive Verfahren massgebenden 

Schwellenwert erreichen (Anhang 4 Ziff. 1 BöB, vgl. E. 2), und der betref-

fende Auftrag nicht unter eine der Ausnahmen gemäss Art. 10 BöB fällt 

oder eine öffentliche Beschaffung gemäss Anhang 5 Ziff. 1 Bst. c und d 

BöB darstellt (Art. 52 Abs. 5 BöB, vgl. E. 3.1 hiernach; Urteil des BVGer 

B-4157/2021 vom 24. Januar 2022 E. 1.1). 

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht ist ausschliesslich zuständig für Be-

schwerden gegen die in Art. 53 Abs. 1 BöB aufgelisteten Verfügungen, ins-

besondere gegen den Zuschlag (Art. 53 Abs. 1 Bst. e BöB). Vorliegend hat 

die Beschwerdeführerin die Zuschlagsverfügung vom 19. Juli 2021 ange-

fochten, weshalb diese Voraussetzung erfüllt ist.  

1.4 Wie soeben erwähnt, muss die angefochtene Verfügung sodann von 

einer dem Gesetz unterstellten Auftraggeberinnen stammen (Art. 4 BöB). 

Die Vergabestelle untersteht als Verwaltungseinheit der Bundesverwaltung 

dem BöB (Art. 4 Abs. 1 Bst. a BöB, Art. 12a Abs. 1 der Organisationsver-

ordnung vom 7. März 2003 für das Eidgenössische Departement für Ver-

teidigung, Bevölkerungsschutz und Sport [OV-VBS; SR 172.214.1]).  

2.  

2.1  

2.1.1 Im Folgenden ist zunächst zu prüfen ist, ob die ausgeschriebene 

Bauleistung dem Staatsvertragsbereich untersteht, was nur dann zutrifft, 

wenn diese in Anhang 1 Ziff. 1 BöB aufgelistet ist (vgl. Art. 8 Abs. 4 BöB). 

Hierfür massgebend ist die Referenznummer der von den Vereinten Nati-

onen erstellten provisorischen zentralen Warenklassifikation (CPC prov.; 

Urteil B-4157/2021 E. 1.1.3 m.w.H.).  

2.1.2 Die Vergabestelle hat die vorliegende Beschaffung unter der CPV 

(Common Procurement Vocabulary)-Referenznummer 45210000 als 

"Bauleistungen im Hochbau" ausgeschrieben (vgl. Ziff. 2.4 der Ausschrei-

bung). Bauarbeiten für Hochbauten (prov. CPC Referenz-Nr. 512) werden 

in Anhang 1 Ziff. 1 BöB aufgelistet und unterstehen somit grundsätzlich 

dem Staatsvertragsbereich, wenn sie die Schwellenwerte gemäss An-

hang 4 Ziff. 1 BöB erreichen (Art. 8 Abs. 4 BöB).  

B-3534/2021 

Seite 8 

2.2  

2.2.1 Als nächstes ist zu klären, ob der Wert des zu vergebenden öffentli-

chen Bauauftrags den massgebenden Schwellenwert erreicht (vgl. Art. 8 

Abs. 4 und Art. 16 i.V.m. Anhang 4 BöB).  

2.2.2 Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, der mass-

gebliche Schwellenwert für Bauleistungen von Fr. 2'000'000.– (Art. 52 

Abs. 1 Bst. b i.V.m. Anhang 4 Ziff. 1 BöB) sei vorliegend unterschritten, un-

abhängig davon, ob die Vergabe dem Staatsvertragsbereich unterstehe. 

Deshalb sei die vorliegende Beschwerde gegen den Zuschlagsentscheid 

unzulässig. Demgegenüber führt die Vergabestelle in ihrer Duplik aus, 

dass sie den Gesamtwert der Bauleistungen für das Projekt "ALC-O Aus-

senstelle Emmen" auf einen Betrag von Fr. 68'000'000.– geschätzt habe. 

Sie habe die vorliegende Beschaffung, für welche sie Fr. 1'856’000.– ver-

anschlagt habe, nicht der Bagatellklausel unterstellt und öffentlich ausge-

schrieben. 

2.2.3 Art. 52 Abs. 1 Bst. b BöB setzt wie erwähnt für die Zuständigkeit des 

Bundesverwaltungsgerichts bei Bauleistungen voraus, dass der Schwel-

lenwert für das offene oder selektive Verfahren erreicht ist. Innerhalb des 

Staatsvertragsbereichs beträgt der Schwellenwert für das offene oder se-

lektive Verfahren für Auftraggeberinnen gemäss Art. 4 Abs. 1 BöB, wozu 

auch die Vergabestelle gehört (vgl. E. 1.4), Fr. 8'700'000.– (Anhang 4 

Ziff. 1.1 BöB), ausserhalb des Staatsvertragsbereichs für alle Auftraggebe-

rinnen Fr. 2'000'00.– (Anhang 4 Ziff. 2 BöB). Ob der Schwellenwert erreicht 

ist, beurteilt sich nach einer pflichtgemässen Schätzung des Auftragswerts 

durch die Vergabestelle (vgl. Art. 15 Abs. 1 BöB; Botschaft zur Totalrevi-

sion des BöB vom 15. Februar 2017, BBl 2017 1851, 1919). 

2.2.4 Im Baubereich gilt für die Bestimmung des massgeblichen Schwel-

lenwerts die sog. Bauwerkregel (BBl 2017 1922). Sie ergibt sich aus Art. 16 

Abs. 4 BöB. Danach finden die Bestimmungen des BöB für Beschaffungen 

im Staatsvertragsbereich Anwendung, wenn der Gesamtwert mehrerer 

Bauleistungen nach Anhang 1 Ziff. 1 BöB für die Realisierung eines Bau-

werks den Schwellenwert des Staatsvertragsbereichs erreicht. Erreichen 

jedoch die Werte der einzelnen Leistungen nicht zwei Millionen Franken 

und überschreitet der Wert dieser Leistungen zusammengerechnet nicht 

20 Prozent des Gesamtwerts des Bauwerks, so finden für diese Leistun-

gen die Bestimmungen für Beschaffungen ausserhalb des Staatsvertrags-

bereichs Anwendung (Bagatellklausel).  

B-3534/2021 

Seite 9 

2.2.5 Nach der Bauwerkregel sind die geschätzten Auftragswerte eines be-

stimmten Vorhabens somit auch dann zusammenzuzählen, wenn sie ohne 

Verletzung des Zerstückelungsverbots (vgl. Art. 15 Abs. 2 BöB) einzeln 

ausgeschrieben werden könnten. Im Staatsvertragsbereich ist für die Er-

mittlung des Auftragswerts bei einem Bauwerk daher jeweils der Gesamt-

wert aller Bauleistungen (Hoch- und Tiefbau) massgebend (BBl 2017 

1922). Entscheidend ist damit, ob im Gegenstand eines Bauauftrags ein 

isoliertes eigenes Bauwerk oder ein Teil eines grösseren Bauvorhabens zu 

sehen ist (vgl. hierzu ausführlich Urteile des BVGer B-3156/2021 vom 

29. September 2021 E. 3.2.1 f., B-5941/2019 vom 19. Februar 2020 E. 3.1 

ff., je m.w.H.). Ob ein einziges Bauwerk vorliegt, beurteilt sich aufgrund der 

wirtschaftlichen und technischen Gesamtfunktion eines Vorhabens. Wer-

den mehrere Bauten zusammen erstellt, bilden sie ein einziges Bauwerk, 

wenn zwischen ihnen enge konstruktive, technische oder wirtschaftliche 

Zusammenhänge bestehen (Urteile B-3156/2021 E. 3.2.2, B-5941/2021 

E. 3.2, je m.w.H.; MARTIN BEYELER, Der Geltungsanspruch des Vergabe-

rechts, 2012, Rz. 952; THOMAS M. FISCHER, in: Hans Rudolf Trüeb, Hand-

kommentar zum Schweizerischen Beschaffungsrecht, 2020 [nachfolgend: 

Handkommentar], Art. 16 BöB N 23, 25). 

2.2.6 Der vorliegende Bauauftrag für Gussasphaltarbeiten an zwei zur Lo-

gistikinfrastruktur der ALC-O Aussenstelle Emmen gehörenden Einstellhal-

len bildet gemäss den Angaben der Vergabestelle Teil des Projekts "ALC-

O Aussenstelle Emmen." Dies belegt auch die Planung der Architekten in 

den Vorakten, welche die Sanierung und Erweiterung der verschiedenen 

Gebäude der ALC-O Aussenstelle Emmen als Gesamtprojekt über einen 

Zeitraum von insgesamt ca. 6 Jahren planten. Der für das Gesamtprojekt 

von der Vergabestelle geschätzte Auftragswert von insgesamt 

Fr. 68'000'000.– liegt weit über dem massgeblichen Schwellenwert ge-

mäss Anhang 4 Ziff. 1. Die Vergabestelle hat die in Frage stehende Be-

schaffung nicht der Bagatellklausel (Art. 16 Abs. 4 BöB; vgl. E. 2.2.4) un-

terstellt und somit korrekterweise im offenen Verfahren ausgeschrieben. 

Die Beschwerdegegnerin bringt keine Gründe vor, weshalb die Vergabe-

stelle die Gussasphaltarbeiten nicht dem Gesamtprojekt hätte hinzurech-

nen dürfen und auch aus den Akten ergibt sich nichts Gegenteiliges. 

2.2.7 Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ist der für eine 

Bauleistung innerhalb des Staatsvertragsbereichs massgebende Schwel-

lenwert von Fr. 8'700'000.– und damit auch der für die Zulässigkeit einer 

B-3534/2021 

Seite 10 

Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht massgebende Schwellen-

wert von Fr. 2'000'000.– somit überschritten (Art. 52 Abs. 1 Bst. b i.V.m. 

Anhang 4 Ziff. 1 und 2 BöB). 

3.  

3.1 Ein Ausnahmetatbestand im Sinne von Art. 10 BöB liegt nicht vor. Auch 

handelt es sich beim vorliegenden Auftrag nicht um eine öffentliche Be-

schaffung gemäss Anhang 5 Ziff. 1 Bst. c und d BöB (Art. 52 Abs. 5 BöB). 

Insbesondere handelt es sich nicht um die Beschaffung einer für Verteidi-

gungs- und Sicherheitszwecke unerlässlichen Bauleistung i.S.v. Anhang 5 

Ziff. 1 Bst. c BöB. 

3.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der vorlie-

genden Streitsache zuständig. 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführerin bringt unter der Überschrift "Mängel und Fra-

gen zur Ausschreibung" verschiedene Rügen im Zusammenhang mit der 

Ausschreibung und den dazugehörenden Ausschreibungsunterlagen vor. 

Nach Auffassung der Beschwerdegegnerin hätte die Beschwerdeführerin 

diese Rügen bereits zusammen mit einer Beschwerde gegen die Aus-

schreibung vorbringen müssen (Art. 53 Abs. 2 BöB). Die Rügen seien zu 

spät erfolgt und verwirkt. 

4.2 Bereits unter dem alten Recht konnten Einwände, welche die Aus-

schreibung betreffen, im Rahmen eines Beschwerdeverfahrens gegen ei-

nen späteren Verfügungsgegenstand grundsätzlich nicht mehr vorgebracht 

werden, soweit Bedeutung und Tragweite der getroffenen Anordnungen 

ohne weiteres erkennbar waren (BVGE 2014/14 E. 4.4 "Suchsystem 

Bund"; Urteil des BVGer B-1606/2020 vom 11. Februar 2022 E. 6.3.1 

m.w.H.). Der revidierte Art. 53 Abs. 2 BöB hält nun explizit fest, dass An-

ordnungen in den Ausschreibungsunterlagen, deren Bedeutung erkennbar 

ist, zusammen mit der Ausschreibung angefochten werden müssen. Dem-

nach "darf eine Anbieterin mit der Beschwerde gegen den Zuschlag keine 

Rügen mehr vorbringen, die sie bereits mit einer Beschwerde gegen die 

Ausschreibung hätte vorbringen können. Diesbezüglich hat sie bei Verzicht 

auf eine Anfechtung ihr Beschwerderecht verwirkt. (…) Sind Anordnungen 

und ihre Tragweite indessen bei pflichtgemässer Sorgfalt erkennbar, so 

sind diesbezügliche Rügen gegen den Zuschlagsentscheid auch dann ver-

wirkt, wenn die Anordnungen in den Ausschreibungsunterlagen und nicht 

B-3534/2021 

Seite 11 

in der Ausschreibung enthalten waren" (BBl 2017 1979 f.). Auf in diesem 

Sinne verwirkte Rügen tritt das Bundesverwaltungsgericht nicht ein (MAR-

TIN ZOBL, in: Trüeb, Handkommentar, Art. 53 BöB N 21). 

4.3 Die Beschwerdeführerin argumentiert, aus der Ausschreibung bzw. den 

Ausschreibungsunterlagen seien die auszuführenden Arbeiten nicht klar 

hervorgegangen und mit viel Interpretationsspielraum umschrieben wor-

den. Die genauen Voraussetzungen der Werkausführung seien nicht er-

sichtlich gewesen und wesentliche Elemente nicht offengelegt worden. 

Verschiedene zwingende Angaben hätten gefehlt. Konkret beanstandet die 

Beschwerdeführerin folgende Mängel:  

- In den Ausschreibungsunterlagen hätten die Untersuchungsberichte 

und Kernbohrungen des bestehenden Belagsaufbaus gefehlt. So sei 

nicht ersichtlich gewesen, wie sich der bestehende Aufbau zusammen-

setze und welche Stärke er aufweise. Bei einem Sanierungsumfang 

von 11'000m2 sei es zudem zwingend erforderlich, eine Begehung vor 

Ort zu organisieren.  

- In der Ausschreibung hätten die Angabe, bis zu welchem Gewicht die 

Gussasphaltschichten befahren werden sollen, sowie Angaben über 

die Aufbaustärke und Zusammensetzung des abzubrechenden Bela-

ges und der Traglast der bestehenden Halle gefehlt. Dies hinterlasse 

einen grossen Interpretationsspielraum für die Wahl des richtigen 

Gussasphaltes. 

- Position 621.300 in der Ausschreibung sei mit der Mengeneinheit LE 

angegeben worden. Diese Einheit müsse im Positionsbeschrieb dekla-

riert werden, z.B. mit Tonnen, m2, Stk. etc. Dies sei jedoch nicht ge-

macht worden. 

- Es sei in der Ausschreibung weder aufgeführt worden, wo und weshalb 

es eine zusätzliche Druckverteilplatte benötige noch wie die Armierung 

für diese sein müsse.  

- Das Eingabedatum für die Abgabe eines Angebots gemäss KBOB-Do-

kument Nr. 08 habe nicht mit jenem in der SIMAP-Publikation überein-

gestimmt. 

4.4 Die Ausschreibungsunterlagen waren somit nach Auffassung der Be-

schwerdeführerin nicht transparent bzw. fehlten Angaben, welche sie als 

zwingend erachtete, um ein konkurrenzfähiges Angebot zu erstellen. Die 

B-3534/2021 

Seite 12 

Beschwerdeführerin führt in der Beschwerde selber aus, dass sie im Rah-

men der Fragebeantwortung auf SIMAP einen Fragenkatalog zu diesen of-

fenen Punkten bei der Vergabestelle einreichte, welche diese auch beant-

wortete (vgl. Sachverhalt, Bst. B). Aus dem Dokument mit den Fragen und 

Antworten (Beschwerdebeilage 6, Vorakte Nr. 8) wird ersichtlich, dass die 

Beschwerdeführerin jeden der von ihr in ihrer Beschwerde als unklar ge-

rügten Punkte (vgl. E. 4.3) adressierte. Namentlich stellte die Beschwerde-

führerin u.a. folgende Fragen an die Vorinstanz: 

"Gibt es Untersuchungsberichte vom kompletten Aufbau? Gibt es Kernboh-

rungen des bestehenden Aufbaus? Gibt es ein Entsorgungskonzept für den 

Altbelag? Wie ist die Zusammensetzung des aktuellen Aufbaues? Was sind 

die Anforderungen an die Traglast I kg/m2 des Parkdecks? Detail: Stärke des 

Abbruchs? Traglast Aktuell? Wie ist die Nutzung (PW)? Pos. 621 .300 LE= t? 

Wo kommt die Druckverteilplatte? Wie muss die Armierung für die Druckver-

teilplatte sein? Gemäss bestehender Ausschreibung wird der bestehende Be-

lag entfernt (stärke nicht bekannt), inkl. der bestehenden Abdichtung und ein 

neuer Aufbau erstellt: – Kugelstrahlen – Versiegelung – Gussasphalt 2-lagig – 

Oberfläche Absplitten Wo ist die Druckverteilplatte?" 

Ebenfalls fragte die Beschwerdeführerin nach einer Klarstellung zum Ein-

gabetermin. 

4.5 Somit ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin bereits im Zeitpunkt der 

Ausschreibung bemerkt hatte, dass Angaben, die sie für die Erstellung ih-

res Angebotes als notwendig erachtete, ihrer Auffassung nach unklar wa-

ren oder fehlten. Wie sie selber in ihrer Beschwerde einräumt, stellte sie 

genau aus diesem Grund Fragen an die Vergabestelle. Soweit die Be-

schwerdeführerin vorbringt, eine Begehung vor Ort sei zwingend erforder-

lich gewesen, war ebenfalls bereits im Zeitpunkt der Ausschreibung er-

sichtlich, dass keine solche stattfinden würde. Somit war die Bedeutung 

bzw. Tragweite der Unklarheiten in der Ausschreibung bzw. den Ausschrei-

bungsunterlagen für die Beschwerdeführerin bereits im Zeitpunkt der Aus-

schreibung erkennbar. Sie hätte ihre diesbezüglichen Rügen gemäss 

Art. 53 Abs. 2 BöB deshalb bereits im Rahmen einer Beschwerde gegen 

die Ausschreibung vorbringen müssen. Da sie dies unterliess, sind die von 

der Beschwerdeführerin unter der Überschrift "Mängel und Fragen zur Aus-

schreibung" vorgebrachten Rügen in der vorliegenden Beschwerde – wel-

che sich gegen die Zuschlagsverfügung richtet – verspätet. Die Beschwer-

deführerin hat ihr diesbezügliches Beschwerderecht verwirkt. 

B-3534/2021 

Seite 13 

4.6 Nach dem Gesagten ist auf die unter der Überschrift "Mängel und Fra-

gen zur Ausschreibung" vorgebrachten Rügen der Beschwerdeführerin 

nicht einzutreten.  

5.  

5.1 Die Beschwerdeführerin beanstandet weiter, dass sie bei der Bewer-

tung ihres Angebots beim Zuschlagskriterium 2 Punkteabzüge erhalten 

habe, weil sie keine Referenzen für einen Polier angegeben habe. Als Be-

gründung bringt sie vor, es sei nicht klar aus der Ausschreibung hervorge-

gangen, dass zwingend Referenzen für den Polier hätten angegeben wer-

den müssen. Nach Auffassung der Vergabestelle und der Beschwerdegeg-

nerin war aus den Ausschreibungsunterlagen klar ersichtlich, dass die An-

gabe von Referenzen für den Polier in die Bewertung einfliessen würde.  

5.2 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin 

keine Referenzen für den Polier angab. Gemäss Ziff. 2.4 der SIMAP-Aus-

schreibung wird das Zuschlagskriterium 2 "Referenzobjekte, Referenzen 

Schlüsselpersonen" mit 15 % gewichtet. "Referenzen Schlüsselpersonen" 

wird in der Mehrzahl genannt. Damit war bereits aus der Ausschreibung 

selber ersichtlich, dass mehrere Schlüsselpersonen genannt werden 

mussten und deren Referenzen in die Beurteilung des Angebotes einflies-

sen würden. Sodann enthält Teil A der Ausschreibungsunterlagen ("Best-

immungen zum Vergabeverfahren für Werkleistungen," Vorakte Nr. 3) un-

ter Ziff. 3 ("Beurteilungskriterien") bei Ziff. 3.2 ("Zuschlagskriterien") eine 

Tabelle. Aus dieser geht hervor, in welche Unterkriterien die jeweiligen Zu-

schlagskriterien unterteilt werden und wie diese gewichtet werden. Daraus 

ist ersichtlich, dass das Zuschlagskriterium 2 in die Unterkriterien "2.1 Re-

ferenzobjekte des Anbieters," "2.2. Referenzen Schlüsselpositionen Bau-

führer" sowie "2.3 Referenzen des Poliers" unterteilt wird und diese Unter-

kriterien jeweils mit 5 % gewichtet werden. Weiter unten führt dieses Do-

kument unter dem Punkt "Z2 Referenzen des Anbieters und der Schlüssel-

personen" Folgendes aus: 

"Referenzen des Anbieters und der Schlüsselpersonen Über die Ausführung 

von 2 Projekten mit der vorgesehenen Aufgabe vergleichbaren Projekten (ins-

besondere bezüglich Ausführung unter laufende[m] Betrieb / Auftragssumme 

in der Höhe von 1'100'000.00) in den letzten 10 Jahren. (…). 

  

B-3534/2021 

Seite 14 

Als Schlüsselpersonen gelten Personen, welche bei der Vertragsabwicklung 

folgende Funktionen ausüben sollen: 

1. Bauführer 

2. Polier" 

5.3 Somit ging aus den Ausschreibungsunterlagen klar hervor, dass neben 

dem Bauführer auch der Polier als Schlüsselperson gilt und dessen Refe-

renzen mit einer Gewichtung von 5 % in die Bewertung des Angebotes ein-

fliessen würde. Dies hätte die Beschwerdeführerin bei pflichtgemässer 

Sorgfalt erkennen müssen. Soweit ihr die Ausschreibungsunterlagen in 

diesem Punkt unklar erschienen, hätte sie dies ebenfalls bereits mit einer 

Beschwerde gegen die Ausschreibung vorbringen müssen (Art. 53 Abs. 2 

BöB). Auch diese Rüge ist mit der vorliegenden Beschwerde verspätet, 

weshalb die Beschwerdeführerin ihr diesbezügliches Beschwerderecht 

verwirkt hat.  

5.4 Auf die Rüge der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der Be-

wertung der Polier-Referenzen ist deshalb ebenfalls nicht einzutreten. Im 

Übrigen wäre diese Rüge aus den genannten Erwägungen auch in materi-

eller Hinsicht unbegründet. 

6.  

6.1 Die Beschwerdegegnerin ihrerseits bestreitet die Legitimation der Be-

schwerdeführerin. Sie habe bei Aufhebung der Zuschlagsverfügung oder 

einer Wiederholung des Vergabeverfahrens keine reelle Chance auf den 

Zuschlag. Die Beschwerdeführerin suggeriere, ihr Angebot hätte bei män-

gelfreier Ausschreibung und ohne Berücksichtigung der Kosten für die 

Druckverteilplatte mit demjenigen der Beschwerdegegnerin konkurrenzie-

ren können. Dies sei jedoch nicht der Fall. Das Angebot der Beschwerde-

gegnerin ohne Druckverteilplatte habe sich auf Fr. (…) netto inkl. MwSt. 

belaufen, dasjenige der Beschwerdeführerin auf Fr. (…). Der Preis sei mit 

60% gewichtet worden. Die Diskrepanz der Angebotspreise sei frappant 

und nicht wettzumachen. 

6.2 Das BöB enthält keine spezielle submissionsrechtliche Regelung zur 

Beschwerdelegitimation, weshalb diese grundsätzlich nach dem allgemei-

nen Verfahrensrecht des Bundes zu beurteilen ist (Art. 55 BöB bzw. Art. 37 

des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.3] 

i.V.m. Art. 48 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 

1968 [VwVG, SR 172.021]). Danach ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor 

der Vergabestelle am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit 

B-3534/2021 

Seite 15 

zur Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders 

berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Än-

derung hat (Art. 48 Abs. 1 VwVG).  

6.3 Nach der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung genügt der 

Umstand, dass jemand am Offertverfahren teilgenommen hat und nicht be-

rücksichtigt worden ist, jedoch nicht, um die Legitimation zu bejahen. Die 

unterlegene Anbieterin ist zur Beschwerde an das Bundesverwaltungsge-

richt nur legitimiert, wenn sie eine reelle Chance besitzt, den Zuschlag sel-

ber zu erhalten (BGE 141 II 14 E. 4 ff. "Monte Ceneri;" Urteil des BVGer B-

1185/2020 vom 1. Dezember 2020 E. 1.5.5 m.w.H.). Diese Frage ist auf-

grund der von der Beschwerdeführerin gestellten Anträge und noch übrig 

gebliebene Rügen zu beantworten (BGE 141 II 14 E. 4.7), die sich nicht 

gegen die Ausschreibung bzw. die Ausschreibungsunterlagen als solche 

richten.  

6.4 Im vorliegenden Fall hielt die Vergabestelle im Rahmen der Fragebe-

antwortung auf SIMAP fest, dass die in den Ausschreibungsunterlagen auf-

geführte Druckverteilplatte als Eventualposition zu verstehen sei (Sachver-

halt, Bst. B). Entsprechend reichten beide Anbieterinnen, wie aus den Ak-

ten und den Parteieingaben hervorgeht, ihr Angebot jeweils ohne Kosten 

für die Druckverteilplatte ein. Der Angebotspreis der Beschwerdegegnerin 

betrug Fr. (…), jener der Beschwerdeführerin Fr. (…) (jeweils inkl. MwSt.). 

Daneben gaben beide Anbieterinnen in ihrer Offerte jeweils die Kosten für 

die als Eventualposition erfasste Druckverteilplatte mit einer Grösse von 

11'000 m3 an, ohne sie in den Angebotspreis einzurechnen. Für die Bewer-

tung der Angebote rechnete die Vergabestelle die jeweiligen Kosten bei 

beiden Anbieterinnen dem Angebotspreis hinzu. Der bewertete Preis der 

Beschwerdegegnerin betrug somit Fr. 1'912'304.59, jener der Beschwer-

deführerin Fr. (…) (je inkl. MwSt.).  

6.5 Die Vergabestelle gewichtete den Angebotspreis (Zuschlagskriterium 

1) gemäss Ziff. 2.4 der SIMAP-Ausschreibung mit 60%. Aus der Evaluati-

onsmatrix geht hervor, dass die Beschwerdegegnerin für dieses Zu-

schlagskriterium insgesamt 3.000 Punkte und die Beschwerdeführerin le-

diglich 0.1525 Punkte erreichte. Dies entspricht einer Differenz von 2.8475 

Punkten. Das Angebot der Beschwerdegegnerin erreichte insgesamt 

4.3 Punkte auf einer Skala von 0 bis 5 Punkten. Demgegenüber erreichte 

das Angebot der Beschwerdeführerin 1.265 Punkte (vgl. Sachverhalt, 

Bst. D.b.) Die Differenz der zweitplatzierten Beschwerdeführerin zur erst-

platzierten Beschwerdegegnerin beträgt somit 3.035 Punkte.  

B-3534/2021 

Seite 16 

6.6 Die Beschwerdeführerin bemängelt die Bewertung des Angebotsprei-

ses (Zuschlagskriterium 1). Sie bringt vor, die Vergabestelle habe ihr we-

sentlich tieferes Angebot mit einem Preis von Fr. (…) gegenüber jenem der 

Beschwerdeführerin (Fr. 1'912'304.60) nicht berücksichtigt. Die Vergabe-

stelle habe in treuwidriger bzw. in die Beschwerdeführerin benachteiligen-

der Weise die Druckverteilplatte auf ihr Angebot aufgerechnet (vgl. Sach-

verhalt, Bst. F). In ihrer Replik vom 5. Januar 2022 (Sachverhalt, Bst. K) 

räumt die Beschwerdeführerin jedoch ein, dass sie im Zeitpunkt der Be-

schwerdeeinreichung irrtümlicherweise davon ausgegangen sei, dass das 

Angebot der Beschwerdegegnerin zum Preis von Fr. 1'912'304.60 lediglich 

die auszuführenden Gussasphaltarbeiten (ohne Druckverteilplatte) bein-

haltet habe. Deshalb habe sie angenommen, dass ihr eigenes Angebot mit 

Fr. (…) (ebenfalls ohne Druckverteilplatte) deutlich günstiger gewesen sei 

und entsprechend der Zuschlag an sie hätte erteilt werden müssen. Der 

Angebotspreis der Beschwerdegegnerin von Fr. (…) ohne Druckverteil-

platte sei ihr nicht bekannt gewesen. Somit anerkennt die Beschwerdefüh-

rerin, dass ihre Beschwerde auf der falschen Annahme beruhte, dass ihr 

Angebot tiefer als jenes der Beschwerdegegnerin gewesen sei.  

6.7 Die Beschwerdeführerin erreichte beim Zuschlagskriterium "Angebots-

preis" 2.8475 Punkte weniger als die Beschwerdegegnerin (vgl. E. 6.5 hier-

vor). Deshalb ist bei der vorliegenden Skala von 0 bis 5 Punkten ausge-

schlossen, dass sie bei Aufhebung der angefochtenen Verfügung oder ei-

ner erneuten Durchführung des Vergabeverfahrens eine realistische 

Chance auf Erteilung des Zuschlags hätte. Darüber hinaus wirkte sich das 

Hinzurechnen der Kosten für die Druckverteilplatte zur jeweiligen Offerte 

der Anbieterinnen – wie die Vergabestelle in zutreffender Weise vorbringt 

– ohnehin nicht auf die Rangfolge aus. Zwar hätte die Beschwerdeführerin, 

wie aus der Vergabematrix in Beilage 1 zur Vernehmlassung der Vergabe-

stelle ersichtlich ist, ohne Einrechnen der Eventualposition beim Zu-

schlagskriterium 1 0.9432 Punkte (gegenüber 0.1525 Punkten inkl. Druck-

verteilplatte) erreicht und wäre ihr Angebot somit mit insgesamt 2.0557 

Punkten anstatt mit 1.2650 Punkten bewertet worden. Dennoch läge die 

Beschwerdegegnerin mit weiterhin 4.3 von 5 Punkten und einem nach wie 

vor deutlichen Vorsprung von 2.2443 Punkten vor der Beschwerdeführerin.  

6.8 Selbst wenn die Beschwerdeführerin mit ihrer Rüge im Zusammen-

hang mit der Bewertung des Angebotspreises (Zuschlagskriterium 1) 

durchdringen würde, hätte sie somit keine reelle Chance gehabt, den Zu-

schlag selber zu erhalten. Die Legitimation der Beschwerdeführerin ist aus 

diesem Grund zu verneinen. 

B-3534/2021 

Seite 17 

7.  

7.1 Zusammenfassend waren Bedeutung und Tragweite der von der Be-

schwerdeführerin gerügten Unklarheiten im Zusammenhang mit der Aus-

schreibung bzw. den Ausschreibungsunterlagen für die Beschwerdeführe-

rin bereits im Zeitpunkt der Ausschreibung erkennbar. Ebenfalls hätte sie 

erkennen müssen, dass sie Referenzen für den Polier hätte angeben müs-

sen und diese mit einer Gewichtung von 5% in die Bewertung des Ange-

bots einfliessen würden. Die Beschwerdeführerin hätte ihre diesbezügli-

chen Rügen bereits zusammen mit der Ausschreibung vorbringen müssen 

(Art. 53 Abs. 2 BöB). Da sie dies unterliess, sind diese Rügen verspätet 

und hat sie ihr diesbezügliches Beschwerderecht verwirkt. Auf die Be-

schwerde ist deshalb in diesem Umfang nicht einzutreten. 

7.2 Selbst wenn die Rüge der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit 

der Bewertung ihres Angebotspreises (Zuschlagskriterium 1) gutgeheissen 

würde, fehlt ihr eine realistische Chance auf Erteilung des Zuschlags. Ihre 

Legitimation ist diesbezüglich deshalb zu verneinen. 

7.3 Auf die vorliegende Beschwerde ist folglich insgesamt nicht einzutre-

ten. 

8.  

8.1 Die Beschwerdeführerin beantragt für den Fall der Beschwerdeabwei-

sung, ihr seien keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Die Vergabestelle 

habe durch die fehlerhafte und unvollständige Kommunikation bei ihr die 

Überzeugung geschaffen, dass ihr im Vergleich zur Beschwerdegegnerin 

günstigeres Angebot nicht berücksichtigt worden sei. Demgegenüber 

bringt die Beschwerdegegnerin vor, die Beschwerdeführerin habe bereits 

bei Beschwerdeeinreichung Kenntnis davon gehabt, dass der Angebots-

preis der Beschwerdegegnerin brutto inkl. Druckverteilplatte 

Fr. 1'907'180.– betrage 

8.2 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der 

Regel der unterliegenden Partei. Ausnahmsweise können sie erlassen 

werden (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Gemäss Art. 6 Abs. 1 Bst. b des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) können die Verfah-

renskosten einer Partei ganz oder teilweise erlassen werden, wenn andere 

Gründe in der Sache oder in der Person der Partei es als unverhältnismäs-

sig erscheinen lassen, sie ihr aufzuerlegen.  

B-3534/2021 

Seite 18 

8.3 Da auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, gilt die 

Beschwerdeführerin als unterliegend. Mit Blick auf den entstandenen Ver-

fahrensaufwand, namentlich aufgrund der Tatsache, dass nur die Eintre-

tensfrage zu beurteilen ist, sind reduzierte Verfahrenskosten in Höhe von 

Fr. 2'000.– festzulegen.  

8.4 Die Verfahrenskosten sind der Beschwerdeführerin zu einem Viertel zu 

erlassen, da es unverhältnismässig erscheint, ihr die ganzen Verfahrens-

kosten aufzuerlegen. Denn für die Beschwerdeführerin war bei Beschwer-

deeinreichung nicht ohne weiteres erkennbar, dass sich der Angebotspreis 

der Beschwerdegegnerin in Höhe von insgesamt Fr. 1'912'304.60 (inkl. 

MwSt.) inkl. Druckverteilplatte verstand. Dennoch hätte die Beschwerde-

führerin bei genügender Sorgfalt erkennen können, dass dieser Preis die 

Kosten für die Druckverteilplatte beinhaltete und somit wesentlich tiefer war 

als ihre eigene Eingabesumme. Ausserdem hätte sie ihre Beschwerde 

nach den Erklärungen der Vergabestelle in deren Vernehmlassung zurück-

ziehen können.  

8.5 Nach dem Gesagten sind der Beschwerdeführerin die reduzierten Ver-

fahrenskosten von Fr. 2'000.– zu drei Viertel, d.h. zu Fr. 1'500.–, aufzuer-

legen. Der verbleibende Restbetrag des Kostenvorschusses ist der 

Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.  

8.6 Ausgangsgemäss hat die nicht anwaltlich vertretene Beschwerdefüh-

rerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG; 

Art. 7 Abs. 1 VGKE). Die (im vorliegenden Verfahren ohnehin ebenfalls 

nicht anwaltlich vertretene) Vergabestelle hat als Bundesbehörde ebenfalls 

keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

8.7 Als obsiegende Partei hat die anwaltlich vertretene Beschwerdegegne-

rin Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 

Abs. 1 VGKE). Die Entschädigung wird der Beschwerdeführerin auferlegt 

(Art. 64 Abs. 2 und 3 VwVG). 

8.8 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat im vorliegenden Ver-

fahren keine Kostennote eingereicht, weshalb die Parteientschädigung 

aufgrund der Akten und nach Ermessen festzulegen ist (vgl. Art. 8 ff. und 

Art. 14 VGKE). Konkret erweist sich eine Entschädigung von Fr. 4'000.– 

(inkl. Auslagen) als angemessen. Diese ist der Beschwerdegegnerin von 

der Beschwerdeführerin zu entrichten.  

 

B-3534/2021 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– werden in Höhe von Fr. 1'500.– der 

Beschwerdeführerin auferlegt. Nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegen-

den Entscheids wird dieser Betrag dem geleisteten Kostenvorschuss von 

Fr. 3'000.– entnommen und der Differenzbetrag von Fr. 1'500.– wird der 

Beschwerdeführerin auf ein von ihr zu bezeichnendes Konto zurückerstat-

tet. 

3.  

Der Beschwerdegegnerin wird eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.– 

zugesprochen. Dieser Betrag ist von der Beschwerdeführerin nach Eintritt 

der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zu bezahlen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin 

und die Vergabestelle. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Kathrin Dietrich Eva Kälin 

 

 

 

B-3534/2021 

Seite 20 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG), soweit sich 

eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt (Art. 83 Bst. f Ziff. 2 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: 20. Mai 2022 

  

B-3534/2021 

Seite 21 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; 

Beilage: Rückerstattungsschein) 

– die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt-ID 216440; 

Gerichtsurkunde)