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**Case Identifier:** 9595e6ad-7382-54c9-8898-edb3bdc6f9f9
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 3. Abteilung O3V-21-12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_003_O3V-21-12_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführerin A. 

 

vertreten durch: RA AA. 

 

 

Vorinstanz B. 

 

vertreten durch: Fürsprecherin BB. 

 

 

Gegenstand Leistungen der Unfallversicherung  

Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der B. 

vom 13. April 2021 

 

  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden 
3. Abteilung 

 

Urteil vom 28. Februar 2023 
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident W. Kobler 

Oberrichter H.P. Fischer, F. Windisch, M. Schneider, E. Ganz 

Obergerichtsschreiberin M. Epprecht 

 

 

Verfahren Nr. O3V 21 12 

 

 

Sitzungsort Trogen 

 

 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) der Beschwerdeführerin: 

 1. Der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin 

seien weiterhin die gesetzlichen Leistungen zu gewähren. 

 2. Der Beschwerdeführerin sei rückwirkend ab 6. August 2020 und inskünftig das volle 

Taggeld auszuzahlen 

 3. Eventualiter sei die Beschwerdeführerin polydisziplinär (Orthopädie, Neurologie und 

Psychiatrie) zu begutachten. 

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin. 

 

b) der Vorinstanz: 

 In der Stellungnahme vom 23. Juni 2021: 

 1. Die Beschwerde sei abzuweisen. 

 2.1 Eventualiter, falls das Gericht wider Erwarten von einer mangelhaften Grundlage 

ausgehen und die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin 

zurückweisen sollte, bliebe die vorgängige Durchführung eines Mahn- und 

Bedenkzeitverfahrens vorzubehalten, mit der Kompetenz der Beschwerdegegnerin, die 

Beschwerdeführerin nochmals zu vollständiger anamnestischer Angaben zum 

Vorzustand anzuhalten, unter der Androhung 

  a) dass ansonsten gestützt auf die Akten und frühere Rechnungsbelege von 

einem prekären Vorzustand und blossen Zufalls-/Gelegenheitsereignis 

ohne signifikante Bedeutung im Sinne einer "condicio sine qua non" 

ausgegangen, oder 

   b) auf das weitere Leistungsbegehren nicht eingetreten werde. 

 2.2 Zudem wäre die Beschwerdeführerin darauf aufmerksam zu machen, dass sich bei 

vervollständigten Angaben und ergänzenden Abklärungen eine Schlechterstellung für 

sie ergeben könnte, und ihr vorher nochmals Gelegenheit zum Beschwerderückzug zu 

gewähren. 

 2.3 Sollte die Beschwerdeführerin am Antrag festhalten, beantragen wir überdies, ihr wegen 

mutwilligen Verschweigen von Vorzuständen einen Anteil der Kosten des Verfahrens 

sowie einer weiteren Begutachtung aufzuerlegen und von einer Parteientschädigung 

abzusehen. 

 

 In der Duplik vom 31. Januar 2021: 

1. Die Beschwerde sei abzuweisen. 

2. Die Rechtsbegehren 2.1 bis 2.3 werden zurückgezogen. 

 

Seite 3 

Sachverhalt 

 

A. A., geboren 1960, war seit 1. Mai 2017 als kaufmännische Angestellte mit einem 60%-

Pensum bei der C., D., angestellt und dadurch bei der B. (nachfolgend: B.) obligatorisch 

gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert (act. 5.1/2). Am 25. Mai 

2017 stürzte sie bei der Fahrt mit einem Trottinett vom E. nach F. und verletzte sich im 

Bereich des linken Ellbogens und der linken Schulter. Die Erstbehandlung erfolgte im G. (act. 

5.1/2). Im G. wurden folgende Diagnosen gestellt: 1. II° offene distale diametaphysäre 

intraartikuläre Humerusfraktur links Typ A13-C3 und 2. Proximale dislozierte Tripart-

Humerusfraktur nach Neer (act. 5.2/M4). Aufgrund der offenen Fraktur wurde die distale 

Humerusfraktur notfallmässig am 25. Mai 2017 versorgt, wohingegen die Versorgung der 

proximalen Humerusfraktur am 31. Mai 2017 erfolgte (act. 5.2/M4 und M5). Die 

Unfallmeldung durch die Arbeitgeberin erfolgte am 1. Juni 2017, woraufhin die B. die 

gesetzlichen Leistungen ausrichtete (act. 5.1/2 und vgl. act. 5.1/9). Am 20. Juli 2017 wurde 

das Anstellungsverhältnis durch die Arbeitgeberin innerhalb der Probezeit gekündigt (act. 

5.1/8). Im Oktober 2017 meldete sich A. bei der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden an. Diese 

stellte in der Mitteilung vom 25. Januar 2018 fest, dass aufgrund der subjektiven Angaben 

der Beschwerdeführerin im Assessmentgespräch, wonach sie aus gesundheitlichen 

Gründen keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen könne, keine Eingliederungsmassnahmen 

angezeigt und diese entsprechend abgeschlossen werden (act. 5.1/32).  

 

B. Nach der Hospitalisation vom 25. Mai 2017 bis 4. Juni 2017 hielt sich A. vom 4. Juni 2017 

bis 24. Juni 2017 stationär in der Klinik H., I., auf (act. 5.2/M6 und M9). Eine erste klinisch-

radiologische Verlaufskontrolle im G. fand am 4. Juli 2017 statt (act. 5.2/M10). Zum Einholen 

einer Zweitmeinung begab sich A. am 10. Juli 2017 in die J. zu Dr. med. K., Facharzt FMH 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates (act. 5.2/M11). Am 

14. August 2017 erfolgte in der J. eine Scalenusblockade (act. 5.2/M12).  

 

C. Am 22. Februar 2018 nahm A. die Behandlung bei Dr. med. M., Facharzt FMH Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, N., auf (act. 5.2/M23). Am 12. März 

2018 erfolgte die operative Metallentfernung durch Dr. med. M. (act. 5.2/M27). Es folgten 

weitere Kontrollen und am 8. August 2018 erfolgte eine Schraubenentfernung im Bereich des 

Epikondylus ulnaris links (act. 5.2/M36).   

 

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D. Der beratende Arzt der B., Dr. med. O., Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, stellte am 19. September 2018 fest, dass nach der 

Schraubenentfernung die Wiederaufnahme der Arbeit mit zunächst 50% innerhalb von 2 bis 

4 Wochen zu erwarten sei (act. 5.2/M43). Mit Schreiben vom 21. September 2018 teilte die 

B. A. daraufhin mit, dass sie die Taggeldleistungen ab 1. Dezember 2018 einstelle (act. 

5.1/44). Der behandelnde Arzt Dr. med. M. hielt im Bericht vom 11. Oktober 2018 an der 

100%-igen Arbeitsunfähigkeit fest, ebenso im Bericht vom 22. November 2018 (act. 5.2/M44 

und M48). Mit Stellungnahme vom 30. November 2018 hielt Dr. med. O. fest, dass eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht hinreichend begründet werden könne 

(act. 5.2/M 43). Zur vorgesehenen Leistungseinstellung liess sich A. am 29. November 2018 

vernehmen (act. 5.1/51).  

 

E. Am 5. Februar 2019 fand ein CT des Ellbogengelenks links in der P., Q., statt (act. 5.2/M54). 

Am 16. April 2019 erstattete die R. der B. das in Auftrag gegebene orthopädische Gutachten 

(act. 5.1/M59). Mit Schreiben vom 22. Mai 2019 gab die B. unter Verweis auf das 

medizinische Assement bekannt, dass sie vorderhand den Grad der Arbeitsunfähigkeit für 

die Bemessung der Taggeldhöhe bei 100% belasse und empfahl A. die im Assement 

empfohlene Re-Operation (act. 5.1/85). Im Bericht vom 7. Juni 2019 erklärte Dr. med. M., 

dass er ein erneutes CT anmelden werde (act. 5.1/M60). Am 15. Juli 2019 erfolgte eine 

Osteodensitometrie in der Rheumatologie L. (act. 5.1/M62). In der Netzwerk Radiologie 

Nuklearmedizin im G. wurde am 31. Juli 2019 eine 3-Phasen-Skelettszintigraphie 

durchgeführt (act. 5.1/M66).  

 

F. Am 7. Oktober 2019 führte Dr. med. M. eine Pseudoarthrosen-Operation Humerus links mit 

Plattenentfernung, Anfrischen der Pseudoartrhose und Spongiosaplastik sowie 

Reosteosynthese des distalen medialen Humerus durch, woraufhin weitere Nachkontrollen 

erfolgten (act. 5.1/M68, M69 und M72). Im Bericht vom 15. November 2019 erklärte Dr. med. 

S., Fachärztin FMH Neurologie, Q., dass bei A. eine postoperative Neuropathie des Nervus 

ulnaris links vorliege (act. 5.1/M71). Am 26. Februar 2020 erfolgte erneut ein CT in der T. mit 

anschliessender Besprechung des Befundes bei Dr. med. M. am 3. März 2020 (act. 5.1/M74 

und M75). Am 18. März 2020 unterbreitete die B. die Akten ihrem beratenden 

orthopädischem Chirurgen Dr. med. U., Facharzt Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates (act. 5.1/M77). 

 

G. Weitere Berichte von Dr. med. M. stammen vom 4. Juni 2020 und 7. August 2020 (act. 

5.1/M78 und M79). In der Aktenbeurteilung vom 8. September 2020 erklärte Dr. med. U., 

dass im Sinne einer Anpassungs-/Gewöhnungsfrist ab dem 6. August 2020 eine 50%-ige 

Arbeitsfähigkeit bestehe und ab dem 31. August 2020 eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit. Der 

 

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Integritätsschaden betrage 15% (act. 5.1/M81). Mit Eingabe vom 7. Oktober 2020 nahm Dr. 

med. M. zur Aktenbeurteilung Stellung; vom gleichen Datum stammt ein weiterer 

Nachkontrolle-Bericht (act. 5.1/M83 und M82). Am 5. Oktober 2020 fand ein weiteres CT des 

linken Ellbogens statt, dessen Befund Dr. med. M. am 22. Oktober 2020 mit A. besprach (act. 

5.1/M86 und M87). Dr. med. U. hielt mit Eingabe vom 26. Oktober 2020 an seiner Beurteilung 

fest (act. 5.1/M88). Am 4. November 2020 reichte Dr. med. V., Facharzt Psychiatrie und 

Psychotherapie, W., einen Arztbericht zuhanden der B. ein (act. 5.1/M90). 

 

H. Mit Verfügung vom 7. Dezember 2020 erklärte die B., dass der "medizinische Endzustand" 

erreicht sei, dass die Taggeldleistungen per 30. September 2020 eingestellt werden, dass 

aufgrund der vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit kein Anspruch auf eine 

UVG-Invalidenrente bestehe und dass A. eine Integritätsentschädigung von 15% zustehe 

(act. 5.1/119-124). Dagegen liess A. am 25. Januar 2021 Einsprache erheben (act. 5.1/136-

150). 

 

I. Mit E-Mail vom 31. März 2021 ersuchte die B. den Krankenversicherer X. um weitere 

Rechnungskopien, welche letztere mit Schreiben vom 6. April 2021 zur Verfügung stellte (act. 

5.1/160-161 und 162-203). Mit Einspracheentscheid vom 13. April 2021 wies die B. die 

Einsprache ab (act. 5.1/204-2019). 

 

J. Am 14. Mai 2021 liess A. beim Obergericht Appenzell Ausserrhoden Beschwerde mit den 

eingangs erwähnten Anträgen erheben (act. 1). In der Beschwerdeantwort vom 23. Juni 2021 

beantragte die B. im Hauptantrag die Abweisung der Beschwerde (act. 4). Mit Verfügung 

vom 8. Juli 2021 ordnete die Verfahrensleitung einen zweiten Schriftenwechsel und eine 

mündliche Verhandlung an (act. 7). Mit Eingabe vom 18. August 2021 reichte die B. weitere 

Akten betreffend des Vorzustands ein (act. 8 und 9.1-9.10). Am 25. November 2021 liess A. 

die Replik einreichen (act. 18). Die Duplik der B., nunmehr vertreten durch Fürsprecherin 

BB., ging am 1. Februar 2022 ein (act. 20). 

 

K. Mit Eingabe vom 6. Januar 2023 verzichtete der Rechtsvertreter von A., Rechtsanwalt AA., 

auf eine mündliche Verhandlung (act. 22). 

 

L. Auf die Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften sowie die Ausführungen in den Akten 

wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

 

 

  

 

Seite 6 

Erwägungen 

 

1. Formelles 

1.1 Nach Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1), dessen Bestimmungen 

gemäss Art. 2 ATSG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die 

Unfallversicherung (UVG, SR 832.20) auf die Unfallversicherung anwendbar sind, i.V.m. 

Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes vom 13. September 2010 (JG, bGS 145.31) beurteilt 

das Obergericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden aus dem Bereich der 

Sozialversicherungen. Nebst der sachlichen ist auch die örtliche Zuständigkeit gegeben 

(Art. 58 Abs. 1 ATSG). 

 

Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen 

ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der 

Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 und 

Art. 61 lit. b ATSG sowie Art. 54, Art. 56 und Art. 59 des Gesetzes vom 9. September 2002 

über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG, bGS 143.1]). 

 

 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

 

1.2 Mit Duplik vom 31. Januar 2022 zog die nunmehrige Rechtsvertreterin der B. die 

Rechtsbegehren Ziff. 2.1 – 2.3 zurück.  

 

1.3 In formeller Hinsicht beanstandete die Beschwerdeführerin die fehlende Nummerierung der 

medizinischen Akten sowie das fehlende Aktenverzeichnis (act. 1/Rz. 11; act. 15/Rz. 18).  

 

 Gemäss Art. 46 ATSG sind für jedes Sozialversicherungsverfahren alle Unterlagen, die 

massgeblich sein können, vom Versicherungsträger systematisch zu erfassen (vgl. auch 

Art. 8 und Art. 8a der Verordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSV, SR 830.11]). Die Aktenführungspflicht der Verwaltung 

stellt das Gegenstück zum – Bestandteil des rechtlichen Gehörs nach Art. 29 Abs. 2 BV 

bildenden – Akteinsichtsrecht der versicherten Person dar. Die sorgfältige Aktenführung 

beinhaltet zum einen die Pflicht der Vollständigkeit der geführten Akten, ferner sind die 

Unterlagen von Beginn weg in chronologischer Reihenfolge abzulegen, wobei bei Vorliegen 

eines Akteneinsichtsgesuchs und spätestens im Zeitpunkt des Entscheids das Dossier 

durchgehend zu paginieren ist. Sodann ist in der Regel ein aussagekräftiges 

Aktenverzeichnis zu erstellen (UELI KIESER, Kommentar ATSG, 4. Aufl. 2020, N. 11 zu Art. 46 

 

Seite 7 

ATSG mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts 8C_319/2010 vom 15. Dezember 2010 

E. 2.2).  

 

Es mag zutreffend sein, dass die Akten im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung nicht 

vollständig paginiert waren und dannzumal noch kein Aktenverzeichnis erstellt worden war 

(act. 4/Rz. Ad 11; act. 20/Rz. 7). Aber auch wenn das Akteneinsichtsrecht der 

Beschwerdeführerin dadurch allenfalls erschwert wurde und die B. eventuell in diesem 

Bereich über Optimierungsbedarf verfügt, wurde das Einsichtsrecht der Beschwerdeführerin 

dennoch nicht verunmöglicht. Denn es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass eine 

vollständige systematische Aktenregistration und -führung durch die B. nicht gewährleistet 

gewesen wäre. Insofern ist in den gerügten Umständen – soweit die Beschwerdeführerin 

dies überhaupt geltend macht – keine nicht heilbare Verletzung des rechtlichen Gehörs zu 

sehen (BGE 132 V 387 E. 5). 

 

 

2. Materielles  

2.1 

 2.1.1 

Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung setzt grundsätzlich 

das Vorliegen eines Berufsunfalls, eines Nichtberufsunfalls oder einer Berufskrankheit 

voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch 

auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte 

Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie Anspruch auf ein 

Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Nach Art. 18 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch 

auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid ist. Erleidet 

die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine 

angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).  

 

 2.1.2 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt unter anderem voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) 

ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 

E. 3.2).   

 

Seite 8 

2.1.2.1 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren 

Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 

Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 

Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare 

Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis 

zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten 

Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne 

dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 142 V 435 E. 1; 129 V 

177 E. 3.1).  

 

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 

Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es sich um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob 

ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der 

versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 mit Hinweisen).  

 

2.1.2.2 

Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem 

Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang 

besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines 

Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des 

eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein 

als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2; 125 V 456 E. 5a). 

 

 2.1.2.3 

Die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers spielt bei organisch 

objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate und 

natürliche Kausalität weitgehend decken (BGE 134 V 109 E. 2). Sind die geklagten 

Beschwerden natürlich unfallkausal, aber nicht organisch ausgewiesen, bedarf es einer 

besonderen Adäquanzbeurteilung, ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf und 

gegebenenfalls unter Einbezug weiterer unfallbezogener Kriterien, dies allerdings unter 

Berücksichtigung einzig der physischen Auswirkungen (Urteil des Bundesgerichts 

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https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-134-V-109

 

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8C_270/2022 vom 12. Oktober 2022 E. 4.2.2; BGE 138 V 248 E. 4; 134 V 109 E. 2.1 und 

E. 6.1; 115 V 133 E. 6c/aa). Für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall wurden 

besondere Adäquanzkriterien entwickelt (Urteil des Bundesgerichts 8C_698/2021 vom 

3. August 2022 E. 3.4; BGE 115 V 133 E. 6c/aa, sog. Psycho-Praxis; 134 V 109 E. 2.1).  

 

Praxisgemäss kann die Frage, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den 

medizinisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden und dem Unfall besteht, bei 

Verneinung der adäquaten Kausalität offen gelassen werden. Nicht zulässig ist nach der 

Rechtsprechung demgegenüber, den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen allfälligen 

psychischen respektive organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden und einem 

Unfallereignis zu bejahen, bevor die sich in tatsächlicher Hinsicht stellenden Fragen 

bezüglich der Natur der gesundheitlichen Beeinträchtigungen und des natürlichen 

Kausalzusammenhangs mittels einer psychiatrischen Begutachtung geklärt sind. Ein solches 

Vorgehen wäre zunächst widersprüchlich, weil die Leistungspflicht eines Unfallversicherers 

gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG voraussetzt, dass zwischen dem Unfallereignis und dem 

eingetretenen Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ohne verlässliche 

medizinische Entscheidungsgrundlagen, welche sich über das Vorliegen psychischer 

Beschwerden, deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sowie den natürlichen 

Kausalzusammenhang zum Unfallereignis äussern, kann aus rechtlicher Sicht nicht darauf 

geschlossen werden, einem Unfallereignis komme für die Entstehung einer psychisch 

bedingten Arbeits- oder Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zu. Zudem wäre 

die vorhergehende Anerkennung eines adäquaten Kausalzusammenhangs allenfalls 

geeignet, den psychiatrischen Experten – ob bewusst oder unbewusst – in seiner 

Einschätzung zu beeinflussen und dadurch das Ergebnis einer im Nachhinein 

vorgenommenen medizinischen Beurteilung zu verzerren (BGE 148 V 301 E. 4.5.1 mit 

zahlreichen Hinweisen). 

 

2.1.3 

Der Sozialversicherungsprozess ist gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG vom 

Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das 

Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen 

Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein 

Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (UELI KIESER, a.a.O., N. 13, N. 15 und N. 30 

zu Art. 43 sowie N. 106f zu Art. 61 ATSG). Was notwendige Abklärungen sind, ergibt sich 

zum einen daraus, in welchem Umfang Abklärungen vorzunehmen sind, und zum anderen 

daraus, in welcher Tiefe dies der Fall ist. Zunächst sind die für die zu entscheidende Frage 

massgebenden Bereiche abzugrenzen und in der Folge ist der Sachverhalt abzuklären, bis 

er mit dem im Sozialversicherungsbereich erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-138-V-248

 

Seite 10 

Wahrscheinlichkeit erstellt ist (UELI KIESER, a.a.O., N. 18ff zu Art. 43 ATSG; vgl. BGE 138 V 

218 E. 6). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der 

bisher getroffenen Tatsachenfeststellungen bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von 

zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_281/2018 vom 25. Juni 2018 E. 3.2.1; UELI KIESER, a.a.O., 

N. 20 zu Art. 43 ATSG). 

 

2.1.4 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung. Danach haben die beurteilenden Instanzen die Beweise frei, das 

heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu 

würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, 

unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden 

hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden 

medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu 

würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 

medizinische These abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a; ebenso BGE 132 V 393 E. 2.1). 

 

2.1.4.1 

Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässlicher 

medizinischer Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten beziehungsweise der Anamnese abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson 

begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a; BGE 134 V 231 E. 5.1). Ausschlaggebend für den 

Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3a). 

 

2.1.4.2 

Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten 

Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b; vgl. dazu BGE 135 

V 465 E. 4.4 und E. 4.5). So kommt beispielsweise Berichten versicherungsinterner 

medizinischer Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach 

https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-125-V-351
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-132-V-393
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Seite 11 

Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem 

Gerichtsgutachten (BGE 125 V 351 E. 3a). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines 

externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2; BGE 135 V 465 E. 4.4). Beratende Ärzte 

eines Versicherungsträgers sind, was den Beweiswert ihrer ärztlichen Beurteilung angeht, 

versicherungsinternen Ärzten gleichzusetzen (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2020 vom 

19. Februar 2021 E. 2.2). 

 

2.1.4.3 

Weiter ist anzufügen, dass praxisgemäss die Berichte der behandelnden Ärzte oder anderer 

medizinischer Fachpersonen – dies gilt grundsätzlich nicht nur für Hausärzte, sondern auch 

für spezialärztlich behandelnde Medizinalpersonen – wegen ihrer auftragsrechtlichen 

Stellung und ihres Behandlungsauftrags kaum je eine abschliessende objektive Beurteilung 

des Gesundheitszustands erlauben (Urteile des Bundesgerichts 8C_370/2019 vom 

22. Oktober 2019 E. 3 und 8C_609/2017 vom 27. März 2018 E. 4.3.3; BGE 135 V 465 E. 4.5). 

 

2.1.4.4 

Voll beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, sofern ein lückenloser 

Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehenden 

medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte fachärztliche Befassung mit der 

versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgerichts 9C_154/2021 vom 

10. März 2022 E. 2.1; 8C_281/2021 vom 19. Januar 2022 E. 3.2; 8C_582/2021 vom 

11. Januar 2022 E. 8.2). Aktenbeurteilungen sind insbesondere dann von Belang, wenn die 

relevanten Befunde mehrfach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden 

sind, aber die Zuordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammenhang und das 

Ausmass der Behinderung verschieden bewertet werden. In diesen Fällen kann in einer 

Aktenbeurteilung das Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen und die 

überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Beurteilung deutlich gemacht werden 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_540/2007 vom 27. März 2008 E. 3.2). Entscheidend ist 

insbesondere, ob genügend Unterlagen aufgrund anderer persönlicher Untersuchungen 

vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status 

ergeben. Der medizinische Sachverständige muss sich insgesamt aufgrund der 

vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild machen können (Urteil des Bundesgerichts 

8C_889/2008 vom 9. April 2009 E. 3.3.1).  

 

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Seite 12 

2.2 Was das Unfallereignis vom 25. Mai 2017 und den Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin anbelangt, ergibt sich aus den Akten:  

 

2.2.1 

Im G. wurde die distale Fraktur des Humerus am Unfalltag – 25. Mai 2017 – operativ versorgt 

(act 5.2/M4). Die dreiteilige proximale Humerusfraktur wurde am 31. Mai 2017 operativ 

versorgt (act. 5.2/M5). Gemäss Austrittsbericht des G. vom 6. Juni 2017 gestaltete sich der 

weitere peri- und postoperative Verlauf unauffällig, so dass am 4. Juni 2017 ein Austritt zur 

weiteren Behandlung in die Kur erfolgte. Die Arbeitsunfähigkeit wurde vom 25. Mai 2017 bis 

14. Juli 2017 mit 100% eingeschätzt (act. 5.2/M6).  

 

 2.2.2 

Im Austrittsbericht der Klinik H., I., wird beschrieben, dass die im Anschluss an die 

Operationen zu ihnen gekommene Beschwerdeführerin in einem reduzierten Zustand sei. 

Nicht nur aufgrund der Verletzungen, sondern auch psychisch sei sie angeschlagen. Die 

Operationswunden seien reizlos und der Ellbogen sei massiv geschwollen bis zum 

Handgelenk. Es beständen Parästheisen im Dig IV und V der linken Hand. Am Austrittstag 

sei der Vorderarm praktisch vollständig abgeschwollen. Es sei eine Röntgenkontrolle 

gemacht worden, wo sich normale Stellungsverhältnisse nach Osteosynthese gezeigt hätten. 

Eine psychologische Betreuung sei im Haus begonnen worden und werde ambulant 

fortgeführt (act. 5.2/M9).  

 

 2.2.3 

In der klinisch-radiologischen Verlaufskontrolle vom 4. Juli 2017 im G. klagte die 

Beschwerdeführerin, dass sie seit der Operation starke Schmerzen vor allem im Bereich des 

linken Ellbogens dorsalseitig über die Vorderarm-Extensorenmuskulatur bis hin zum 

Kleinfinger verspüre. Von Seiten der Schulter beständen keine starken Schmerzen. Im 

Röntgen vom 4. Juli 2017 zeigte sich eine regelrechte Lage. Es wurde ihr ein 

Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 15. Juli 2017 bis 15. September 2017 ausgestellt 

(act. 5.2/M10).  

 

 2.2.4 

Im Arztzeugnis UVG der J. wurde im Befund zur Untersuchung vom 10. Juli 2017 

festgehalten, dass die Beschwerdeführerin deutlich depressiv wirke. Die aktuellen 

Beschwerden seien auf ein beginnendes CRPS zurückzuführen. In der Verlaufskontrolle vom 

7. August 2017 wurde eine deutliche Normalisierung des linken Arms sowie eine 

Verbesserung der Beweglichkeit im linken Ellbogen befunden und festgehalten, dass die 

Beschwerdeführerin weiterhin zu 100% arbeitsunfähig bleibe (act. 5.2/M11). Am 14. August 

 

Seite 13 

2017 erfolgte eine Scalenusblockade, woraufhin die ziehenden brennenden Schmerzen im 

Oberarm-Bereich nicht mehr vorhanden waren (act. 5.2/M12). Im Verlaufsbericht zur 

Untersuchung vom 11. September 2017 wurde festgehalten, dass heute nur noch der 

Grundschmerz persistiere. Die Beschwerdeführerin wirke viel positiver, könne den linken 

Arm bereits in die Körperbewegungen miteinbeziehen. Bis zur Kontrolle Mitte/Ende 

November bleibe sie zu 100% arbeitsunfähig. Zur Untersuchung vom 20. November 2017 

wurde festgehalten, dass es seit der letzten Kontrolle doch zu einer sukzessiven leichten 

Besserung gekommen sei, wobei dennoch tägliche Schmerzen beständen. Die 

Physiotherapie sei weiterzuführen und Anfangs 2018 müsste allenfalls die Metallentfernung 

diskutiert werden. Bis dahin bleibe sie zu 100% arbeitsunfähig (act. 5.2/M16). In der 

Untersuchung vom 29. Januar 2018 wurde ein unveränderter Verlauf und weiterhin eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% festgestellt (act. 5.2/M19)  

 

 2.2.5 

Dr. med. M. hielt bezüglich der Konsultation vom 22. Februar 2018 fest, dass bezüglich der 

Schulter objektiv ein gutes Resultat bestehe. Bezüglich des Ellbogens liege zwar eine recht 

gute Beweglichkeit vor, jedoch sei die Pro-/Supination schlecht, was es anlässlich der 

Metallentfernung zu verbessern gelte. Zwecks Einsicht in den Knochen habe er ein CT 

angemeldet. Bezüglich der Sensibilitätsstörung im IV und V Finger handle es sich um eine 

Irritation des Nervus ulnaris, welcher anlässlich der Operation dargestellt und mobilisiert 

worden sei. Es bestehe sicher noch eine spontane Besserungstendenz. Seit 25. Mai 2017 

schätze er die Arbeitsunfähigkeit mit 100% ein (act. 5.2/M23). Am 12. März 2018 erfolgte die 

operative Metallentfernung durch Dr. med. M. (act. 5.2/M27). Anlässlich der Nachkontrolle 

vom 3. April 2018 berichtete die Beschwerdeführerin über wieder stärkere Schmerzen. Dr. 

med. M. erklärte, dass er mit dem Verlauf der Beweglichkeit gut zufrieden sei, jedoch beginne 

die Beschwerdeführerin ein chronisches Schmerzsyndrom zu bilden (act. 5.2/M30). Im 

Bericht über die Nachkontrolle vom 1. Mai 2018 wurden die guten Fortschritte der 

Beschwerdeführerin hinsichtlich der Beweglichkeit festgehalten (act. 5.2/M31). Die 

Untersuchung vom 12. Juni 2018 ergab eine weitere Verbesserung der Beweglichkeit mit 

einem noch leichten Streck- und Beugedefizit im Bereich des Ellbogens. Im Vergleich zum 

Februar 2018 wurde eine Verbesserung der Schulterfunktion erwähnt, aber auch das 

Zurückbleiben einer erheblichen Resteinschränkung (act. 5.2/M34). Am 6. August 2018 

wurde eine lockere Schraube entfernt im Bereich des Epikondylus ulnaris links (act. 5.2/M36). 

Anlässlich der Untersuchung vom 16. August 2018 wurde festgehalten, dass vor allem noch 

Kribbelparästhesien im Dig IV ulnar und Dig V beständen, die Hyposensibilität eher besser 

geworden und der stechende Schmerz am Ellbogen weg sei (act. 5.2/M42). Die 

Nachkontrolle vom 11. Oktober 2018 ergab, dass radiologisch die Fraktur im distalen 

Humerusbereich immer noch nicht durchbaut sei und auch die Irritation des Nervus ulnaris 

 

Seite 14 

sich noch nicht vollständig erholt habe. Die Belastbarkeit des Ellbogens sei noch nicht 

gegeben und jene der Schulter lasse sich hier nicht weiter verbessern (act. 5.2/M44). Im 

Bericht über die Untersuchung vom 22. November 2018 wurden von Seiten der 

Frakturheilung unveränderte Verhältnisse geltend gemacht (act. 5.2/M48). In jenem vom 31. 

Januar 2019 wird festgehalten, dass die Schmerzen im Ellbogenbereich nicht besser 

geworden seien. Es bestehe eine Empfindlichkeit am Ellbogen ulnarseits mit Ausstrahlung 

bis in den Kleinfinger, wobei sich die Hyposensibilität hier nicht verbessert habe. 

Schulterschmerzen gebe die Beschwerdeführerin wenig an (act. 5.2/M51). Dr. med. M. 

erklärte der Beschwerdeführerin am 7. Februar 2019 anlässlich der Besprechung des CT, 

dass die Kortikalis nirgends durchgehend durchgebaut sei. Faktisch müsse von einer 

Pseudoarthrose ausgegangen werden (act. 5.2/M55).  

 

 2.2.6 

Im orthopädischen Gutachten der R. vom 16. April 2019 wurde ausgeführt, dass sich die von 

der Beschwerdeführerin geäusserten Beschwerden durch die objektivierbaren klinischen und 

bildgebenden Befunde plausibel erklären lassen. Es bestehe eine deutlich verminderte 

Belastungsfähigkeit des linken Armes, wovon sämtliche Aktivitäten betroffen seien, die unter 

Einsatz beider Arme durchgeführt werden. Medizinisch-theoretisch wäre derzeit unter 

gewissen Bedingungen die berufliche Tätigkeit als kaufmännische Angestellte möglich. 

Jedoch stehe im Vordergrund, dass die unfallkausale medizinische Behandlung nicht 

abgeschlossen sei. Als einzige valable Therapievariante bestehe eine vollständige Resektion 

der Pseudoarthrose und allfälliger avitaler Knochenanteile mit anschliessender 

Reosteosynthese unter Anlagerung von autologem Knochen (act. 5.1/M59, Seite 18f). Im 

Bericht vom 7. Juni 2019 über die Untersuchung vom Vortag führte Dr. med. M. aus, dass 

sich die Beschwerdeführerin durch die vorgeschlagene Operation überrumpelt fühle. Sie 

habe zwischenzeitlich eine Stosswellentherapie durchgeführt und wolle durch ein erneutes 

CT eine allfällige Verbesserung klären (act. 5.1/M60). Die Osteodensitometrie vom 15. Juli 

2019 in der L. ergab einen Messwert im fortgeschritten osteopenischen Bereich am 

Schenkelhals links, aber zu gute Messwerte im fortgeschritten osteopenischen bis beginnend 

osteoporotischen Messbereich axial (act. 5.1/M62). Am 31. Juli 2019 wurde eine 

Ganzkörperskelettszintigrafie durchgeführt, wo sich eine Pseudoarthrose der distalen 

Humerursfraktur links mit erhöhtem ossären Stoffwechsel ergab. Weiter wurde intaktes 

Osteosynthesematerial ohne Hinweis auf Schraubenlockerungen sowie eine unauffällige 

Darstellung der Schulterprothese links festgestellt (act. 5.1/M66).  

  

 

Seite 15 

 2.2.7 

Die von Dr. med. M. am 7. Oktober 2019 durchgeführte Pseudoarthrosen-Operation verlief 

postoperativ komplikationslos. Jedoch habe sich gemäss der Beschwerdeführerin die 

Hyposensibilität im Bereich des Kleinfingers wieder eher verstärkt (act. 5.1/M68 und M69). 

Dr. med. S. diagnostizierte gestützt auf die Untersuchung vom 13. November 2019 eine 

Ulnariseuropathie links nach Revisionsoperation am linken Ellbogen im Oktober 2019. Die 

Prognose bezüglich Spontanheilung sei offen. Da das Auftreten der Beschwerden erst 5 

Wochen zurückliege, seien die Chancen für eine Rückbildung der neuropathischen 

Schmerzen intakt (act. 5.1/M71). Im Bericht vom 5. Februar 2020 führte Dr. med. M. aus, 

dass gestützt auf das Röntgenbild nicht sicher gesagt werden könne, ob der Knochen im 

Durchbau sei, weshalb ein erneutes CT anstehe (act. 5.1/M72). In der Besprechung des CT 

vom 3. März 2020 wurde festgehalten, dass sich kein Durchbau der Pseudoarthrose zeige. 

Es zeige sich von Seiten des Nervus ulnaris eine Erholung, die Hyposensibilität im ulnaren 

Unterarmbereich habe sich gebessert (act. 5.1/M75).  

 

2.2.8 

Der beratende orthopädische Chirurg Dr. med. U. beurteilte gemäss der Aktennotiz vom 18. 

März 2020 die Situation ebenfalls als nicht befriedigend, da sich der knöcherne Durchbau 

immer noch nicht eingestellt habe. Trotz des fehlenden kompletten Knochendurchbaus 

bestehe aktuell in einer leichten beruflichen Tätigkeit mit Belastungen unter 7 kg mindestens 

eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit. Aufgrund des komplikationsbehafteten Verlaufs wäre es 

sinnvoll, vor einem erneuten Eingriff eine Zweitmeinung einzuholen (act. 5.1/M77).  

 

2.2.9 

Anlässlich der Nachkontrolle vom 27. Mai 2020 hielt Dr. med. M. fest, dass sich bezüglich 

des Ellbogens ein Durchbau anzubahnen scheine. Jedenfalls sei der Pseudarthrosespalt 

deutlich geringer geworden. Auch die Funktion des Nervus ulnaris verbessere sich weiter, 

das Tinel-Zeichen sei weiter distal und die Hypothenarmuskulatur zeige weniger Hypotrophie 

(act. 5.1/M78). Im Nachfolgebericht vom 7. August 2020 wurde der weitere Fortschritt der 

Heilung der Pseudarthrose erwähnt. Auch die Schädigung des Nervus ulnaris erhole sich. 

Da die neuropathischen Schmerzen deutlich besser geworden seien, solle das Pregabalin 

abgesetzt werden (act. 5.1/M79).  

 

2.2.10 

In der Aktenbeurteilung vom 8. September 2020 erklärte Dr. med. U., dass nach Kenntnis 

der aktuellen medizinischen Berichte von Dr. med. M. sich keine relevante Veränderung der 

funktionellen Einschränkungen der linken oberen Extremität ergeben habe. Mit weiteren 

medizinischen Massnahmen sei keine relevante Verbesserung mehr zu erzielen. 

 

Seite 16 

Radiologisch sei von einer weitgehenden knöchernen Konsolidierung der ehemaligen Fraktur 

auszugehen. Nach Kenntnis der geringen klinisch/funktionellen Befunde der linken oberen 

Extremität sei ab dem 6. August 2020 eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit im Sinne einer 

Anpassungs-/Gewöhnungsfrist einzuschätzen. Ab 31. August 2020 sei bei den oben 

genannten geringen funktionellen Einschränkungen der linken oberen Extremität von einer 

vollen Arbeitsfähigkeit im Sinne einer Steigerung auf 100% in der angestammten Tätigkeit 

als kaufmännische Angestellte auszugehen. Der Integritätsschaden betrage 15%. Er sei auf 

die Veränderungen des linken Humeruskopfes nach proximaler Humerusfraktur und 

Humeruskopfnekrose mit der Notwendigkeit der Implantation eine inversen Schulter-TEP 

links zurückzuführen. In der Einschätzung sei die funktionell nicht relevante Einschränkung 

einer Sensibilitätsstörung des Nervus ulnaris bereits mitberücksichtigt (act. 5.1/M81).  

 

 2.2.11 

Im Bericht über die Nachkontrolle vom 1. Oktober 2020 hält Dr. med. M. fest, dass die 

Beschwerdeführerin wegen Nebenwirkungen das Pregabalin abgesetzt habe, die 

neuropathischen Beschwerden im Bereich des Nervus ulnaris seither vermehrt vorhanden 

seien. Es seien Schmerzen beim Ablegen des Armes vorhanden, wie auch beim Autofahren. 

Der vertrauensärztliche Bericht, durch den sie zum Simulanten abgestempelt werde, setze 

ihr psychisch zu (act. 5.1/M82). In der Stellungnahme vom 7. Oktober 2020 zur 

Aktenbeurteilung erklärte Dr. med. M., dass sich im vorgeholten CT zeige, dass die 

Pseudoarthrose in Durchheilung sei. Weiterhin bestehe aber eine relevante 

Funktionseinbusse im Sinne einer verminderten Belastbarkeit des linken Arms. Bei längeren 

Autofahrten habe die Beschwerdeführerin Mühe. Nach 10 Minuten Arbeit am PC verspüre 

sie Schmerzen, insbesondere im Versorgungsgebiet des Ulnaris. Dort störe auch die 

bestehende Hyposensibilität. Weiter störe die Platte, welche ulnarseits am Epicondylus 

vorstehe, indem sie z.B. den Ellbogen noch nicht auf den Tisch legen könne. Der 

medizinische Endzustand sei nicht erreicht. Im Zusammenhang mit der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit treffe nicht zu, dass eine geringe funktionelle Einschränkung bestehe. Die 

Belastungsdauer bei der Computerarbeit betrage ca. 10 Minuten, ähnlich verhalte es sich 

beim Autofahren. Die nach Absetzung des Pregabalins wieder vermehrt vorhandenen 

neuropathischen Schmerzen des Nervus ulnaris machen sich insbesondere dadurch 

bemerkbar, dass die Beschwerdeführerin aufgrund des chronischen Schmerzverlaufs 

zunehmend an Erschöpfung und psychischen Symptomen leide. Die Schmerzen beständen 

auch in der Nacht. Zudem müsse sie wegen Krämpfen im linken Arm jede Nacht 3 – 4 Mal 

aufstehen und diese Schlafstörungen würden sich auf ihre Leistungsfähigkeit auswirken. Bei 

der festgelegten Integritätsentschädigung mit 15% werde der zusätzlichen Neuropathie des 

Nervus ulnaris keine funktionelle relevante Einschränkung zugestanden. Dies verhalte sich 

aber nicht so. Da der medizinische Endzustand nicht erreicht sei, sei die Einstellung der 

 

Seite 17 

Versicherungsleistungen nicht gerechtfertigt (act. 5.1/M83). Anlässlich der Besprechung des 

CT am 22. Oktober 2020 hielt Dr. med. M. fest, dass es der Beschwerdeführerin unter 

psychiatrischer Behandlung bei Dr. med. V. von der Stimmung her wieder etwas besser 

gehe. Das Krampfgefühl in der Nacht sei nach wie vor störend, ebenso die 

Sensibilitätsstörung im Ulnarisversorgungsgebiet. Das neue CT zeige, dass die 

Pseudoarthrose jetzt durchbaut sei (act. 5.1/M87).  

 

2.2.12 

Dr. med. U. führte in seiner Stellungnahme vom 26. Oktober 2020 aus, dass aus 

beratungsärztlicher Sicht zwischen den subjektiv beklagten Beschwerden und den klinisch 

objektivierbaren Befunden erheblich Diskrepanzen beständen. Im klinischen Befund sei von 

einem weitgehend seitengleichen Bewegungsumfang, einer unauffälligen seitengleichen 

Muskulatur und einer nicht relevanten Hyposensibilität die Rede. Funktionelle und relevante 

neurologische Defizite an der linken oberen Extremität fehlen, welche man aufgrund der 

subjektiven Beschwerdeschilderung zwingend erwarten würde. Eine Arbeitsunfähigkeit lasse 

sich aufgrund der klinisch objektiven Befunde nicht ansatzweise begründen (act. 5.1/M88).  

 

2.2.13 

Im Arztbericht vom 4. November 2020 erklärte Dr. med. V., dass die Beschwerdeführerin seit 

30. März 2020 in seiner ärztlichen Behandlung stände. Seitdem sei es zu einer zunehmenden 

Verschlechterung ihres psychischen Zustandsbilds gekommen. Die Schmerzzustände 

aufgrund der Oberarmfraktur hätten mittlerweile zu einer schwergradigen Depression und zu 

einer sozial starken Isolierung der Beschwerdeführerin geführt. Sie leide unter schweren 

Schlafstörungen und sei auf die tägliche Einnahme von Schmerzmitteln, 

Schlafmedikamenten und Antidepressiva angewiesen. Trotz der Medikation und der in 

zweiwöchigem Abstand stattfindenden Therapiegespräche hätten sich die Schmerz-

Zustände nicht wesentlich verbessert (act. 5.1/M90).  

 

2.3 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf 

Versicherungsleistungen der B. hat.  

 

 2.3.1 

 Unbestritten ist das Vorliegen eines Unfallereignisses (act. 1/Rz. 31 und act. 4/Rz. Ad 10). 

Tatsache ist ferner, dass die Beschwerdeführerin im Jahr 2014 als Folge eines Sturzes auf 

die linke Schulter eine Tuberculum majus-Fraktur erlitt (act. 9.5). Diese Verletzung verheilte 

– worin sich die Parteien einig sind – folgenlos und hat somit keinen Einfluss auf den hier zu 

beurteilenden Trottinett-Unfall (act. 1/Rz. 44; act. 20/Rz. 3 und Rz. 17). Als weitere Tatsache 

festzuhalten gilt, dass die Beschwerdeführerin im Mai 2020 einen Unfall erlitt, bei welcher sie 

 

Seite 18 

sich mutmasslich eine Kompressionsfraktur mit Keilwirbelbildung zuzog. Aus dieser 

Verletzung erhebt die Beschwerdeführerin keine Ansprüche gegenüber der B. (act. 1/Rz. 25 

und Rz. 43; act. 20/Rz. 4 und Rz. 17). Unstrittig ist zudem, dass die Beschwerdeführerin 

aktuell nicht mehr an einem CRPS leidet (act. 4/Rz. ad 14; act. 15/Rz. 29). Zudem liegt auch 

keine aktuelle Osteoporose vor (act. 15/Rz. 7; act. 20/Rz. 12). Schliesslich ist bezüglich der 

psychischen Beschwerden der Beschwerdeführerin unbestritten, dass sie bereits früher unter 

solchen litt und sich einer dementsprechenden Behandlung unterzog (act. 1/Rz. 45; act. 

20/Rz. 8). 

 

2.3.2 

Vorab stellt sich – da umstritten – die Frage, ob der medizinische Endzustand überhaupt 

erreicht ist (act. 1/Rz. 60; act. 4/Rz. 10; act. 15/Rz. 36 und act.20/Rz. 11).  

 

2.3.2.1 

Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehandlung und Taggeld sowie 

Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung abzuschliessen, 

wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass-

nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 144 V 354 

E. 4.1; 143 V 148 E. 3.1.1; 137 V 199 E. 2.1). Die Besserung bestimmt sich namentlich nach 

Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, 

soweit unfallbedingt beeinträchtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende 

Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht 

(BGE 134 V 109 E. 4.3). Diese Frage ist prospektiv zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 

8C_183/2020 vom 22. April 2020 E. 2.3). Kommt die sogenannte Psychopraxis (BGE 115 

V 133) zur Anwendung, stellen noch behandlungsbedürftige psychische Leiden keinen 

Grund für einen Aufschub des Fallabschlusses dar, da die psychischen Beeinträchtigungen 

für die Beurteilung der Adäquanz bei der Psychopraxis unberücksichtigt bleiben (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_493/2018 vom 12. September 2018 E. 3.2; vgl. auch Erwägung 2.1.2.3). 

 

Kann von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung im Sinne 

von Art. 19 Abs. 1 UVG mehr erwartet werden und sind zugleich die Voraussetzungen von 

Art. 21 Abs. 1 UVG (Pflegeleistungen und Kostenvergütungen nach Festsetzung einer 

Invalidenrente) nicht erfüllt, hat der Unfallversicherer keine Heilbehandlung mehr zu 

übernehmen. Der obligatorische Krankenversicherer tritt an seine Stelle (BGE 140 V 130 

E. 2.2; 134 V 109 E. 4.2). 

  

https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-143-V-148
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-137-V-199
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-134-V-109

 

Seite 19 

2.3.2.2 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung standen vorliegend im Zeitpunkt des 

Fallabschlusses nicht zur Diskussion (vgl. Sachverhalt A). Unbestritten ist ferner, dass die 

Beschwerdeführerin beim hier zu beurteilenden Trottinett-Unfall Brüche am unteren und 

oberen Ende des Oberarmknochens erlitten hat. Aus den medizinischen Akten geht hervor, 

dass im Zeitpunkt des Gutachtens der R. vom April 2019 der Endzustand noch nicht erreicht 

worden war (act. 5.1/M59, Seite 19). Nach der im Oktober 2019 erfolgten Operation am linken 

Ellbogen, welche von der R. als zu einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands 

führende Behandlungsoption empfohlen wurde, erfolgte zunächst eine zögerliche Heilung 

der Pseudoarthrose (act. 5.1/M72, M75 und M77). Ab Ende Mai 2020 zeichnete sich jedoch 

eine Verbesserung ab (act. 5.1/M78 und M79) und in den Nachkontrollberichten von Oktober 

2020 wurde der Durchbau der Pseudoarthose festgestellt (act. 5.1/M83 und M87). Unter 

diesem Gesichtspunkt ist nicht zu beanstanden, dass die B. im angefochtenen 

Einspracheentscheid, welcher die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis 

bildet (vgl. BGE 143 V 409 E. 2.1), in somatischer Hinsicht vom Erreichen des medizinischen 

Endzustands ausging. Zumal auch die Beschwerdeführerin dannzumal nicht darlegte, dass 

und bejahendenfalls von welcher ärztlichen Behandlung im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung prospektiv noch eine namhafte Besserung ihres Gesundheitszustands 

zu erwarten gewesen wäre. Im Übrigen wies auch Dr. med. M. in seiner Stellungnahme zum 

Einspracheentscheid der B. – mithin nach der massgebenden zeitlichen Grenze (vgl. BGE 

143 V 409 E. 2.1) – im Zusammenhang mit der allenfalls noch in Frage kommenden 

Entfernung der Platte darauf hin, dass bezüglich der damit verbundenen Auswirkungen auf 

den Nervus ulnaris keine Gewissheit bestehe (act. 2.3/ad 4.5 F; vgl. auch Urteil des 

Bundesgerichts 8C_739/2020 vom 17. Februar 2021 E. 3 und E. 5.3). Der Fallabschluss 

sowie die Einstellung der Leistungen durch die B. per 30. September 2020 ist daher nicht zu 

beanstanden.  

 

 2.3.3 

Weiter ist zu prüfen, ob die über den 30. September 2020 hinaus geklagten psychischen 

Beschwerden in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 25. Mai 

2017 stehen (BGE 134 V 109 E. 3.2, E. 5, E. 6.1 und E. 10).  

 

2.3.3.1 

Ausgangspunkt der Adäquanzbeurteilung bildet das objektiv erfassbare Unfallereignis. Im 

Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise ist zu untersuchen, ob der Unfall eher als 

leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls 

eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder schweren Unfällen erfolgt. 

Die Unfallschwere ist aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich 

 

Seite 20 

entwickelnden Kräften zu beurteilen. Irrelevant sind die Unfallfolgen oder Begleitumstände, 

die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können; solchen Faktoren ist 

gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen (BGE 140 V 356 E. 5.1; Urteil 

des Bundesgerichts 8C_176/2018 vom 27. September 2018 E. 10.1). Abhängig von der 

Unfallschwere sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen (BGE 115 

V 133 E. 6).  

 

 2.3.3.1.1 

Die B. ging von einem Ereignis aus dem mittleren Bereich an der Grenze zu leichten 

Ereignissen beziehungsweise von einem leichten Ereignis, allenfalls an der Grenze zum 

mittleren Bereich, aus (act. 2.2/11, act. 4/Rz. 50 und act. 20/Rz. 8). Die Beschwerdeführerin 

stellt sich hingegen auf den Standpunkt, es sei von einem mittelschweren Ereignis im 

mittleren Bereich auszugehen, da sie in voller Fahrt gestürzt und mit der ganzen linken 

Körperseite heftig auf dem harten Strassenbelag aufgeschlagen sei. Ausserdem sei das 

Trottinett beim Sturz heftig auf sie gefallen (act. 1/Rz. 50).  

 

 2.3.3.1.2 

In der Schadenmeldung UVG wurde der Unfall dahingehend geschildert, dass die 

Beschwerdeführerin mit einem Trottinett vom Gasthaus E. nach F. gefahren und dabei 

gestürzt sei (act. 5.1/1). Gemäss der Meldung im Newsportal "X." habe die 57-jährige Frau 

im unteren Teil der Strecke in langsamer Fahrt die Herrschaft über ihr Fahrzeug verloren und 

sei gestürzt (act. 5.1/3). Die B. stellte in ihrer Stellungnahme fest, dass die 

Beschwerdeführerin alleine mit dem Hund einer Gruppe nachgefolgt sei und beim Umsehen 

nach dem Hund einen Sturz auf die linke Schulter und den linken Ellbogen erlitten habe. 

Weiter wurde auf den Polizeirapport verwiesen, gemäss welchem das Trottinett nicht 

beschädigt und keinen Defekt aufgewiesen habe. Insbesondere seien die Bremsen intakt 

und der Helm unversehrt gewesen. Zudem habe die Beschwerdeführerin angegeben, 

langsam gefahren zu sein (act. 4/Ziff. 2a).  

 

Ausgehend von diesem – unbestrittenen (vgl. act. 15/Rz. 19) – Sachverhalt ist unter 

Berücksichtigung der Rechtsprechung zur Qualifikation eines Unfalls nach dessen Schwere 

nicht zu beanstanden, dass die B. das vorliegende Unfallereignis als mittelschweren Unfall 

im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen qualifiziert hat (IRENE HOFER, Basler 

Kommentar, Unfallversicherungsgesetz, 2019, N. 87f zu Art. 6 UVG; RUMO-JUNGO/HOLZER, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 61 ff., vgl. insbesondere S. 64f. 

mit Hinweis u.a. auf Urteil des Bundesgerichts 8C_912/2009 vom 26. Februar 2010 E. 5.2; 

vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 8C_390/2010 vom 20. Juli 2010 E. 2.3; 8C_414/2017 

vom 26. Februar 2018 E. 3.4). Im vorliegenden Fall liegt insofern ein "gewöhnlicher" Sturz 

 

Seite 21 

vor, als die Beschwerdeführerin ohne besondere Umstände und ohne Fremdein-

wirkung/Kollision zu Fall kam. Weiter ist davon auszugehen, dass sie, um dem Hund ein 

Nachkommen zu ermöglichen, in einem hundegerechten (ergo moderatem) Tempo die 

Strasse hinab fuhr und letztlich zu Fall kam. Letztere Annahme wird auch durch die 

Feststellung im Polizeirapport untermauert, wonach das Trottinett nicht beschädigt gewesen 

und auch der Helm unversehrt gewesen sei, was bei einem Sturz mit hohem Tempo nicht 

mehr der Fall gewesen sein dürfte. Angesichts dieser Umstände kann keineswegs – wie von 

der Beschwerdeführerin geltend gemacht – von einem mittelschweren Unfall ausgegangen 

werden (vgl. Praxisübersicht in Urteil des Bundesgerichts 8C_398/2012 vom 6. November 

2012 E. 5.2.2), vielmehr käme allenfalls sogar noch eine Qualifikation als leichtes Ereignis in 

Frage (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 62). Schlussendlich ist jedoch festzuhalten, dass die 

Qualifikation der B., das vorliegende Unfallereignis als mittelschweren Unfall im 

Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zu betrachten, sich als zutreffend erweist. 

 

 2.3.3.2 

Während die Adäquanz bei leichten Unfällen in der Regel verneint und bei schweren Unfällen 

regelmässig bejaht werden kann (BGE 115 V 133 E. 6a und E. 6b), lässt sich diese Frage 

bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfalls allein beantworten. Daher 

sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, die unmittelbar mit dem Unfall im 

Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon 

erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu 

nennen: besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des 

Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre 

erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich 

lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche 

Fehlbehandlung, die die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf 

und erhebliche Komplikationen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit 

(BGE 115 V 140 E. 6c/aa; IRENE HOFER, a.a.O., N. 89 zu Art. 6 UVG ).  

 

Bei der gegebenen Unfallschwere – mittelschweres Unfallereignis im Grenzbereich zu den 

leichten Ereignissen – kann die Adäquanz nur bejaht werden, wenn mindestens vier der 

massgeblichen Kriterien erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorliegt (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_421/2009 vom 2. Oktober 2009 E. 5.8; vgl. auch BGE 115 V 133 

E. 6c/bb; IRENE HOFER, a.a.O., N. 92 zu Art. 6 UVG). Rechtsprechungsgemäss sind 

Adäquanzkriterien dabei nur mit grosser Zurückhaltung als ausgeprägt erfüllt zu anerkennen 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2021 vom 2. August 2021 E. 6.4.1). 

  

https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-115-V-133
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-115-V-133
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=27.11.2017_8C_488-2017
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-115-V-133
https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=02.08.2021_8C_131-2021

 

Seite 22 

 2.3.3.2.1 

Die B. verneint das Vorliegen der notwendigen vier Kriterien zur Bejahung der Adäquanz. 

Selbst wenn eine lange Dauer der ärztlichen Behandlung vorläge, wäre sie in nicht 

besonderer Ausprägung erfolgt. Zudem lasse sich eine anhaltend lange Dauer einer 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit nicht aus somatischen Unfallfolgen begründen (act. 20/Rz. 8 

und Rz. 15). Die Beschwerdeführerin demgegenüber erachtet fünf der sieben 

Adäquanzkriterien als gegeben, mindestens drei davon – Schwere der erlittenen 

Verletzungen, ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung sowie körperliche 

Dauerschmerzen – in ausgeprägter Form (act. 1/Rz. 49ff und act. 15/Rz. 43ff). 

 

 2.3.3.2.2 

Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besondere 

Eindrücklichkeit des Unfalls wird beschwerdeweise nicht dargetan und ist nicht erkennbar 

(act. 1/Rz. 51; Urteil des Bundesgerichts 8C_611/2016 vom 16. Dezember 2016 E. 3.4). 

 

 2.3.3.2.3 

Beim Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen ist 

insbesondere deren erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen 

auszulösen, zu berücksichtigen. Der Unfall führte zu mehreren Frakturen am linken Arm, 

jedoch erscheint diese Verletzung nicht als geeignet, erhebliche psychische Fehlreaktionen 

auszulösen (Urteile des Bundesgerichts 8C_137/2014 vom 5. Juni 2014 E. 7.2 mit Hinweis 

auf 8C_197/2009 vom 19. November 2009 E. 3.5; vgl. generell zur Kasuistik bei diesem 

Kriterium Urteil des Bundesgerichts 8C_51/2014 vom 14. Juli 2014 E. 5.5.1, unter anderem 

mit Hinweis auf 8C_744/2009 vom 8. Januar 2010 E. 11.2).  

 

 2.3.3.2.4 

Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ist nicht allein nach 

einem zeitlichen Massstab zu beurteilen, sondern von Bedeutung sind auch Art und Intensität 

der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine Besserung des 

Gesundheitszustands zu erwarten ist. Es muss, gesamthaft gesehen, eine kontinuierliche, 

mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustands 

gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer vorliegen. 

Manualtherapeutische Massnahmen zur Erhaltung des Zustands und medikamentöse 

Schmerzbekämpfung genügen diesen Anforderungen nicht (Urteil des Bundesgerichts 

8C_729/2012 vom 4. April 2013 E. 8.3). Sodann kommt Abklärungsmassnahmen und 

blossen ärztlichen Kontrollen nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten 

Behandlung zu (Urteil des Bundesgerichts 8C_249/2009 vom 3. August 2009 E. 8.4). Die 

Beschwerdeführerin musste sich unmittelbar nach dem Unfall im Mai 2017 zwei Operationen 

 

Seite 23 

unterziehen, danach im März 2018 einer operativen Metallentfernung sowie im August 2018 

einer (ambulanten) Schraubenentfernung (vgl. Sachverhalt A und C). Schliesslich erfolgte im 

Oktober 2019 die im Gutachten der IB-Bern empfohlene Re-Operation (vgl. Sachverhalt F). 

Weiter bestand die Behandlung im Wesentlichen in einem rund dreiwöchigen 

Rehabilitationsaufenthalt nach der Erstbehandlung, radiologischen Abklärungen, 

orthopädischen Behandlungen, Therapien (Physio-, Stosswellen-, Wassertherapie) sowie 

Medikamenteneinnahme. Aufgrund der Gesamtumstände kann zwar das Kriterium bejaht 

werden, jedoch liegt es keineswegs besonders ausgeprägt vor. Nicht entscheidwesentlich 

berücksichtigt werden kann, dass nochmals eine vorerst letzte Operation ausstehend ist 

sowie die im Frühling 2020 begonnene psychiatrische Behandlung (vgl. E. 2.1.2.3). 

 

 2.3.3.2.5 

Selbst wenn das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen im Sinne von über den 

gesamten Zeitraum andauernden Beschwerden (Urteil des Bundesgerichts 8C_15/2013 vom 

24. Mai 2013 E. 8) zu bejahen wäre, so ist es jedenfalls nicht in auffallender oder besonders 

ausgeprägter Weise gegeben. Im Gutachten der R. wurde ausgeführt, die von der 

Beschwerdeführerin geäusserten Beschwerden liessen sich durch die objektivierbaren 

Befunde plausibel erklären (act. 5.1/M59, Seite 18f). Gemäss den ärztlichen Berichten traten 

nach der Pseudoarthrosen-Operation Beschwerden auf (vgl. act. 5.1/M68 und M69), diese 

besserten sich jedoch deutlich (vgl. act. 5.1/M79) und traten dann nach Absetzung des 

Pregabalins wieder vermehrt auf, offenbar vor allem im Zusammenhang mit alltäglichen 

Verrichtungen wie Autofahren oder Computerarbeit (vgl. act. 5.1/M82 und M83). Gestützt 

darauf scheint die Beschwerdeführerin nie gänzlich beschwerdefrei gewesen zu sein, aber 

in besonders ausgeprägter Form liegen die Beschwerden jedenfalls gemäss den 

medizinischen Akten nicht vor.  

 

 2.3.3.2.6 

Das Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung wird beschwerdeweise nicht dargetan und ist 

nicht erkennbar (act. 1/Rz. 55).  

 

2.3.3.2.7 

Nicht erfüllt ist das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und/oder von erheblichen 

Komplikationen. Denn aus der Dauer der ärztlichen Behandlung und den geklagten 

Beschwerden darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche 

Komplikationen geschlossen werden; vielmehr bedarf es dazu besonderer Gründe, die die 

Heilung beeinträchtigt oder verzögert haben (Urteil des Bundesgerichts 8C_123/2018 vom 

18. September 2018 E. 5.2.2.2). Der Umstand, dass trotz verschiedener Therapien keine 

Beschwerdefreiheit erreicht werden kann, genügt allein nicht (Urteil des Bundesgerichts 

 

Seite 24 

8C_803/2017 vom 14. Juni 2018 E. 3.1). Die Beschwerdeführerin verweist in diesem 

Zusammenhang auf die Pseudoarthrose, das CRPS und das neuropathische 

Schmerzsyndrom. Damit vermag sie aber keine besonderen Gründe für die Bejahung dieses 

Kriteriums darzutun. Zumal das von Dr. med. K. im Bericht vom 11. August 2017 (act. 

5.2/M11), mithin rund drei Monate nach dem Unfall, diagnostizierte beginnende 

posttraumatische CRPS sich in der Folge nicht verwirklichte und insofern keine 

nennenswerte Auswirkungen bei der behaupteten Beeinträchtigung oder Verzögerung der 

Genesung haben konnte.  

 

2.3.3.2.8 

Das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit bezieht 

sich nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Beruf. Gemäss 

Rechtsprechung genügt eine rund dreijährige durchgehende Arbeitsunfähigkeit, um dieses 

Kriterium zu erfüllen (Urteil des Bundesgerichts 8C_803/2017 vom 14. Juni 2018 E. 3.7). 

Bereits im September 2018 war Dr. med. O., nachdem im August 2018 eine 

Schraubenentfernung im Bereich des linken Ellbogens erfolgte, der Ansicht, dass eine 

Wiederaufnahme der Arbeit mit zunächst 50% möglich sei (act. 5.2/M36 und M43). Und im 

April 2019 war auch die Gutachterstelle R. der Meinung, dass medizinisch-theoretisch unter 

gewissen Bedingungen die berufliche Tätigkeit im angestammten Beruf möglich wäre. 

Letztendlich empfahl sie jedoch eine berufliche Reintegration erst nach Abschluss der 

medizinischen Behandlung (act. 5.1/M59, Seite 18f). Insofern war die Beschwerdeführerin 

aus somatischen Unfallfolgen deutlich weniger als drei Jahre in der Arbeitsfähigkeit 

eingeschränkt, weshalb das Kriterium nicht erfüllt ist.  

 

 2.3.3.2.9 

Zusammenfassend liegen die massgebenden Kriterien nicht in der erforderlichen Häufung 

und/oder Ausprägung vor, um den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall 

vom 25. Mai 2017 und den von der Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung geklagten Beschwerden bejahen zu können. Damit ist nicht zu 

beanstanden, dass die Mobiliar den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Unfall und 

psychischen Beschwerden verneinte und den natürlichen Kausalzusammenhang 

dahingestellt liess (Erwägung 2.1.2.3). 

 

  

 

Seite 25 

 2.3.4 

Sodann ist die Rüge der Beschwerdeführerin hinsichtlich der Zulässigkeit der 

Aktenbeurteilung von Dr. med. U. zu prüfen (act. 1/Rz. 34ff.). 

 

Die B. stützte sich beim angefochtenen Einspracheentscheid hinsichtlich der somatischen 

Beschwerden auf die beiden Aktenbeurteilungen ihres beratenden Arztes Dr. med. U., mithin 

auf versicherungsinterne Beurteilungen. Dem stehen – in somatischer Hinsicht – die Berichte 

des behandelnden Facharztes Dr. med. M. gegenüber. Bei beiden Ärzten handelt es sich um 

Fachärzte für orthopädische Chirurgie, wobei die Diskrepanz die Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit beschlägt. Es ist unbestritten, dass die Aktenbeurteilungen von Dr. med. U. 

in Kenntnis der vollständigen Akten ergingen und dass er sich hierbei unter anderem auch 

auf die Ausführungen und persönlichen Untersuchungen von Dr. med. M. abstütze. Zudem 

ist unbestritten, dass auch eine reine Aktenbeurteilung grundsätzlich beweiskräftig sein kann 

(vgl. Erwägung 2.1.4.4). Im orthopädischen Gutachten der R. vom April 2019 wurde erwähnt, 

dass unter gewissen Bedingungen eine Erwerbstätigkeit möglich sei, jedoch die 

medizinische Behandlung noch nicht abgeschlossen sei und daher eine weitere Operation 

empfohlen werde (act. 5.1/M59). Die Pseudoarthrosen-Operation wurde im Oktober 2019 

von Dr. med. M. durchgeführt (act. 5.1/M68). Im März 2020 herrschte insofern Einigkeit 

zwischen den beiden Fachärzten, als dass die Situation mangels Einstellung des knöchernen 

Durchbaus nicht befriedigend sei (act. 5.1/M75 und M77). Dr. med. U. sprach damals von 

einem komplikationsbehafteten Verlauf, ging aber dennoch in einer leichten beruflichen 

Tätigkeit von einer mindestens 50%-igen Arbeitsfähigkeit aus, wohingegen Dr. med. M. 

weiterhin von einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit ausging (act. 5.1/M77 und M75). Anlässlich 

der Nachkontrollen äusserte sich Dr. med. M. trotz der festgestellten Verbesserungen nicht 

zur Arbeitsfähigkeit, sondern erst wieder in der Stellungnahme vom 7. Oktober 2020 zur 

ersten Aktenbeurteilung von Dr. med. U. vom 8. September 2020 (act. 5.1/M83). Ersterer 

stellte eine relevante Funktionseinbusse – verminderte Belastbarkeit des linken Armes – fest 

sowie im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gewisse funktionelle 

Einschränkungen. Dies im Widerspruch zur Aktenbeurteilung von Dr. med. U., welcher 

aufgrund der aktuellen medizinischen Berichte die Notwendigkeit einer körperlichen 

Untersuchung verneinte und von geringen klinisch/funktionellen Befunden der linken oberen 

Extremität ausging, weshalb ab Ende August 2020 eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe (act. 

5.1/M83 und M81). Konfrontiert mit der Einschätzung von Dr. med. M. verneinte Dr. med. U. 

in der zweiten Aktenbeurteilung nochmals das Bestehen einer Arbeitsunfähigkeit mit Verweis 

auf die klinisch objektiven Befunde, d.h. weitgehend seitengleicher Bewegungsumfang, 

unauffällige seitengleiche Muskulatur, nicht relevante Hyposensibilität (act. 5.1/M88). 

Letztere beide Punkte werden von der Beschwerdeführerin bestritten, d.h. sie wirft Dr. med. 

U. vor, die deutliche Muskelhypothrophie und die Neuropathie nicht berücksichtigt zu haben 

 

Seite 26 

(act. 1/Rz. 60). Dies trifft insoweit nicht zu, als Dr. med. U. in der ersten Aktenbeurteilung im 

Zusammenhang mit der Einschätzung des Integritätsschadens ausführte, es sei in seiner 

Einschätzung von 15% die funktionell nicht relevante Einschränkung einer 

Sensibilitätsstörung des Nervus ulnaris bereits mitberücksichtigt (act. 5.1/M81, Seite 5). Die 

massive Diskrepanz in der Arbeitsfähigkeitsschätzung, welcher ohnehin ein 

Ermessensspielraum inhärent ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_465/2019 vom 

12. November 2019 E. 8.2.1), ist aufgrund des Gesagten darauf zurückzuführen, dass Dr. 

med. U. die Sensibilitätsstörung des Nervus ulnaris als keine oder lediglich geringe 

funktionelle Einschränkung betrachtet, Dr. med. M. hingegen die Neuropathie des Nervus 

ulnaris als Grund für die Arbeitsunfähigkeit bezeichnet. Ausschlaggebend ist vorliegend, 

dass Dr. med. U. trotz anderslautender diskrepanter Einschätzung nicht nachvollziehbar und 

schlüssig begründet, weshalb er im konkreten Fall und unter Berücksichtigung des von ihm 

anerkannten komplikationsbehafteten Verlaufs zu einer gänzlich anderen Einschätzung der 

funktionellen Einschränkungen und letztlich der Arbeitsfähigkeit gelangt, mithin das Für und 

Wider der diskrepanten Meinungen nicht schlüssig erwogen und die überwiegende 

Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Beurteilung nicht ausreichend deutlich gemacht hat 

(vgl. Erwägung 2.1.4.4). Immerhin liegen der Einschätzung von Dr. med. M. – auch wenn 

diese aufgrund seiner Stellung als behandelnder Facharzt kritisch zu würdigen ist (vgl. 

Erwägung 2.1.4.3) – eigene Untersuchungen der Beschwerdeführerin zu Grunde, so dass er 

sich von den Einschränkungen persönlich ein Bild machen konnte. Insgesamt liegen somit 

gewisse geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Aktenbeurteilung von 

Dr. med. U. vor, da das Gericht aufgrund der sich widersprechenden ärztlichen 

Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit – wie bereits erwähnt – nicht in der Lage ist, einen 

Sachverhalt festzustellen, der zumindest überwiegend wahrscheinlich ist. Der medizinische 

somatische Sachverhalt ist demnach durch die Einholung eines versicherungsunabhängigen 

Gutachtens zu klären (vgl. Urteil 8C_380/2021 vom 21. Dezember 2021 E. 5.4 und E. 5.5).  

 

2.3.5 

Zusammenfassend ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass der 

Einspracheentscheid vom 13. April 2021 aufzuheben und die Sache an die B. 

zurückzuweisen ist, damit sie nach Einholung eines versicherungsunabhängigen Gutachtens 

neu über ihre Leistungspflicht verfüge.  

 

 

  

 

Seite 27 

3. Kosten und Entschädigung 

 3.1 

Bei Streitigkeiten über Leistungen ist das Verfahren kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen 

Einzelgesetz vorgesehen ist; sieht das Einzelgesetz keine Kostenpflicht bei solchen Streitig-

keiten vor, so kann das Gericht einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, 

Gerichtskosten auferlegen (Art. 61 lit. fbis ATSG). Vorliegend handelt es sich um eine Leis-

tungsstreitigkeit, aber das Unfallversicherungsgesetz sieht keine Kostenpflicht für das 

Beschwerdeverfahren vor. Da auch keine Leichtsinnigkeit oder Mutwilligkeit einer Partei 

vorliegt, ist das Verfahren kostenlos. 

 

 3.2 

 Gemäss Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende 

Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht 

festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und 

nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Die Rückweisung der Sache zur weiteren 

Abklärung und Neuentscheidung gilt für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie 

auch der Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen, unabhängig davon, ob sie 

beantragt und ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt 

wird (BGE 141 V 281 E. 11). Der obsiegenden Beschwerdeführerin steht somit ein Anspruch 

auf eine Parteientschädigung zu. Im Übrigen ist die Bemessung der Parteientschädigung 

dem kantonalen Recht überlassen (Urteil des Bundesgerichts 8C_11/2016 vom 22. Februar 

2016 E. 3.1). 

 

Der Anwalt der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote eingereicht, weshalb die 

Entschädigung nach Ermessen festzulegen ist (Art. 4 Abs. 2 der Verordnung vom 14. März 

1995 über den Anwaltstarif, AT, bGS 145.53). Dem Aufwand und den Anforderungen 

angemessen erscheint ein pauschales Honorar in der Höhe von Fr. 3‘500.--, da es sich um 

einen Fall im Grenzbereich zwischen einem kleineren bis mittleren Fall mit mittlerer Menge 

an Akten sowie einigen zu beantwortenden Sachverhalts- und Rechtsfragen handelt (Art. 13 

Abs. 1 lit. c AT, Art. 16 Abs. 1 AT und Art. 17 AT). Hinzu kommen pauschalisierte 

Barauslagen von 4% (= Fr. 140.--) sowie die Mehrwertsteuer von 7.7% (= Fr. 280.30), was 

insgesamt zu anwaltlichen Kosten von Fr. 3‘920.30 führt (Art. 3 AT). Dieser Betrag ist der 

Beschwerdeführerin durch die B. zu ersetzen. 

 

 

 

  

 

Seite 28 

Das Obergericht erkennt: 
 
 
1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde von A. wird der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 13. April 2021 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen an die B. zurückgewiesen. 

 
 
2. Es werden keine Kosten erhoben. 
 
 
3. Die B. hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 3‘920.30 (Barauslagen 

und Mehrwertsteuer inbegriffen) zu entrichten. 
 
 
4. Rechtsmittel: 
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist 
beim Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich 
einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 
Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). Die 
Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 
5. Zustellung an die Beschwerdeführerin über ihren Anwalt, die B. über ihre Anwältin und an 

das Bundesamt für Gesundheit. 
 
 
 
 

Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtspräsident: 

 

 

lic. iur. Walter Kobler 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. Monika Epprecht 

 
 
 
 
 
versandt am: 3. März 2023