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**Case Identifier:** 3e360a21-75f3-5154-9a04-1de249a3ac32
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.05.2020 200 2019 14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-14_2020-05-20.pdf

## Full Text

200 19 14 IV und
200 19 361 IV (2)
KNB/BRM/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Mai 2020

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiber Braune

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 22. November 2018 und vom 20. März 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2020, IV/19/14, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1965 geborene A.________ – der im Jahr 2003 Leistungen im Zu-
sammenhang einer Staroperation links einschliesslich Nachbehandlung 
erhalten hatte (Akten der IV-Stelle Bern [IVB; act. II] 8) – meldete sich, 
nachdem er seit dem 19. August 2013 wegen Rückenbeschwerden (Ver-
dacht auf Diskopathie) 100% arbeitsunfähig gewesen war, am 12. Februar 
2014 (Früherfassung; act. II 16) sowie nach Verlust seines bisherigen Ar-
beitsplatzes per Ende September 2016 (vgl. act. II 45.1) und erneuter Ar-
beitsunfähigkeit vom 9. Januar bis 24. Februar 2017 (act. II 41 S. 5) am 
22. August 2017 (Früherfassung; act. II 20) bei der IVB an. In der Folge 
wurde ein Erstgespräch zur Standortbestimmung durchgeführt (act. II 23) 
und (nach entsprechender wiederholter Aufforderung; act. II 27) Anfang 
November 2017 die Anmeldung für berufliche Integration/Rente eingereicht 
(act. II 28). Darin gab der Versicherte zur gesundheitlichen Beeinträchti-
gung an, er leide unter einer seropositiven rheumatoiden Arthritis.

Die IVB holte erwerbliche (act. II 40, 44, 45.1, 45.2) und medizinische (act. 
II 42, 47) Unterlagen ein. Letztere legte sie dem Regionalen Ärztlichen 
Dienst (RAD) vor; Dr. med. C.________, Facharzt für Innere Medizin, hielt 
am 22. Januar 2018 eine abschliessende Beurteilung noch für verfrüht und 
empfahl eine Beobachtung des weiteren Verlaufs der installierten Basisthe-
rapie sowie das Einholen von aktuellen Befunden ab Mai 2018 (act. II 49). 
Nachdem Eingang weiterer Berichte nahm der RAD-Arzt Dr. med. 
C.________ am 10. Oktober 2018 erneut Stellung und definierte ein Zu-
mutbarkeitsprofil (act. II 75).

B.

Aufgrund dieser Abklärungen ermittelte die IVB einen Invaliditätsgrad von 
38% und stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 12. Oktober 2018 
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (act. II 77). Gleichzeitig 

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lud sie ihn zu einem Erstgespräch im Hinblick auf die Abklärung der berufli-
chen Eingliederungsmassnahmen ein (act. II 78). 

Gegen den Vorbescheid liess der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher 
D.________, am 14. November 2018 Einwand erheben und geltend ma-
chen, mit einer Reduktion der Leistungsfähigkeit um nur 20% werde der 
gesundheitlichen Situation nicht ausreichend Rechnung getragen; zudem 
sei ein behinderungsbedingter Abzug von mindestens 20% zu berücksich-
tigen (act. II 83). Am 22. November 2018 verfügte die IVB entsprechend 
dem Vorbescheid; zum erhobenen Einwand nahm sie in der Verfügung 
Stellung (act. II 86).

C.

Hiergegen liess der Versicherte, nunmehr vertreten durch Rechtsanwältin 
Dr. iur. B.________, am 8. Januar 2019 Beschwerde erheben mit den An-
trägen, die rentenablehnende Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei 
zur Anordnung eines polydisziplinären Gutachtens an die IV-Stelle zurück-
zuweisen; eventualiter sei dem Beschwerdeführer eine Rente der IV ab 
Januar 2018 zuzusprechen. Gerügt wird, dass die rückwirkende Einschät-
zung der Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten durch den RAD nicht 
stimme, nachdem dieser noch Ende 2017 von einer gesundheitlich instabi-
len Situation ausgegangen sei; entsprechend hätte der Versicherte nach 
Ablauf des Wartejahres Anspruch auf eine befristete ganze Rente gehabt. 
Ferner sei die reine Aktenbeurteilung nicht schlüssig, da sie weder den 
geklagten Beschwerden noch der aktuellen Beeinträchtigung und der Ge-
fahr der Verschlechterung des Gesundheitszustandes Rechnung trage. Die 
Arbeitsfähigkeit dürfe nicht so hoch angesetzt werden, dass keine Zeit 
mehr für die notwendigen Therapien verbleibe. Sodann sei nicht nachvoll-
ziehbar, weshalb die diagnostizierte sekundäre Fibromyalgie resp. sekun-
däre somatoforme Schmerzstörung, die Depression sowie der Status nach 
Diskushernien-Operation und das Augenleiden keinerlei Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit haben sollten. Entsprechend 
wäre eine polydisziplinäre Begutachtung inkl. Evaluation der funktionellen 
Leistungsfähigkeit erforderlich gewesen. Schliesslich verletze die Berück-

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sichtigung eines Leidensabzuges von lediglich 5% die Rechtsgleichheit und 
sei unangemessen (Verfahren IV/2019/14). 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 22. Februar 2019 beantragte die IVB die 
Abweisung der Beschwerde.

Am 13. Mai 2019 ging eine Eingabe des Beschwerdeführers samt weiteren 
Unterlagen beim Gericht ein, welche der Beschwerdegegnerin – zu allfälli-
ger Stellungnahme bis am 5. Juni 2019 – zur Kenntnis gebracht wurden 
(vgl. prozessleitende Verfügung vom 13. Mai 2019).

D.

Nach Durchführung eines Erstgesprächs im Hinblick auf die Abklärung der 
beruflichen Eingliederungsmassnahmen (vgl. oben; act. II 78) gewährte die 
IVB Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche (vgl. Mittteilung vom 
7. November 2018; act. II 82). Mit Verfügung vom 20. März 2019 schloss 
sie die berufliche Eingliederung ab mit der Begründung, der Versicherte 
fühle sich aktuell aus gesundheitlichen Gründen subjektiv nicht in der Lage, 
an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen und habe gegen den ableh-
nenden Rentenentscheid (Verfügung vom 22. November 2018; act. II 86) 
Beschwerde eingereicht, sodass Eingliederungsmassnahmen derzeit we-
der zielführend noch angezeigt seien (act. II 98); zu dem gegen den ent-
sprechenden Vorbescheid vom 23. Januar 2019 (act. II 90) erhobenen 
Einwand (act. II 96) nahm sie in der Verfügung Stellung. 

Mit Eingabe vom 10. Mai 2019 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwältin Dr. iur. B.________, Beschwerde gegen diese Verfügung. 
Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es seien 
dem Beschwerdeführer Eingliederungsmassnahmen, namentlich nieder-
schwellige Integrationsmassnahmen gemäss Art. 14a IVG zu gewähren. 
Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, dass der behandelnde 
Rheumatologe angegeben habe, die Frage nach der Arbeitsfähigkeit in 
einer angepassten Tätigkeit lasse sich nicht ohne Abklärungen beantwor-
ten. Aufgrund des schubförmigen Verlaufs der rheumatoiden Arthritis sei 
der Versicherte – trotz der angefochtenen Rentenverfügung – in der ange-

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stammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig, auch in einer angepassten 
Tätigkeit in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt und stehe seit Jahren 
nicht mehr im Arbeitsprozess. Er sei deshalb auf Hilfe bei der Eingliederung 
im Sinne der Erprobung seiner Belastbarkeit angewiesen (Verfahren 
IV/2019/361).

In ihrer Beschwerdeantwort vom 18. Juni 2019 beantragt die IVB die Ab-
weisung der Beschwerde. 

E.

Mit den prozessleitenden Verfügungen vom 3. September 2019 vereinigte 
der Instruktionsrichter die Verfahren IV/2019/14 und IV/2019/361.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Verfügungen sind in Anwendung von Sozialver-
sicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Verfügungen 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, wes-
halb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständig-
keit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 
1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Be-
stimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; 

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Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, 
ist auf die Beschwerden einzutreten.

1.2 Angefochten sind die Verfügungen vom 22. November 2018 (act. II 
86) und vom 20. März 2019 (act. II 98). Streitig und zu prüfen ist der An-
spruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente sowie derjenige auf 
berufliche Eingliederungsmassnahmen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

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2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285). Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss 
Art. 7 Abs. 2 ATSG Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivier-
ten Betrachtungsweise von der grundsätzlichen «Validität» der versicherten 
Person auszugehen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295).

2.2.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 
141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung 
erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine renten-
begründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines 
strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427 ff., 
BGE 141 V 281 E. 4.1 S. 296 ff.). Dies gilt für sämtliche psychischen 
Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).

2.2.2 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche 
und andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben 
sich namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschil-
derten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese be-
steht, intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung 
jedoch vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in An-
spruch genommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sach-
verständigen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im 
Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2020, IV/19/14, Seite 8

intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Ver-
halten hin. Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärzt-
licher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig über-
wiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar 
überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine ver-
selbständigte, krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 
E. 5a S. 299) zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschä-
digung ausser Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst 
wenn die klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben 
sein sollten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden 
Anzeichen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheits-
schädigung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswir-
kungen derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.2.3 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3), welche sich in die Kategorien „funktionel-
ler Schweregrad“ (E. 4.3) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4). Der 
Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5). Die Anerkennung eines renten-
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen 
Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs-
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wi-
derspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie 
vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-

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ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

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Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens ent-
schieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen 
zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Das Gericht wird entweder ein 
Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger 
zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine 
Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 
S. 470 und E. 4.6 S. 471, 122 V 157 E. 1d S. 162).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
des Beschwerdeführers ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu ent-
nehmen:

3.1.1 Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt 
in seinem Bericht vom 16. November 2017 – unter Hinweis auf beigelegte 
Berichte – als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
Rheumatoide Arthritis (Symptome seit Frühjahr 2016, formal diagnostiziert 
Januar 2017) fest; ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine 
latente Tbc (whs. seit Kindheit). Er bescheinigte eine vollständige Arbeits-
unfähigkeit seit 28. November 2016 fortlaufend. Körperliche Arbeiten seien 
aufgrund der chronischen Schmerzen und Gelenksentzündungen nicht 
möglich, eine nicht körperliche Arbeit dagegen uneingeschränkt (act. II 42).

3.1.2 Den zwischen dem 5. April und dem 12. Dezember 2017 erstellten 
Berichten von Dr. med. F.________, Facharzt für Rheumatologie und Inne-
re Medizin, sowie dem beigelegten Bericht des Spitals G.________ vom 7. 
August 2017 sind als Diagnosen eine Rheumatoide Arthritis (Rheumafaktor 
positiv, CCP-IgG-Ak hoch-positiv, Waaler-Rose-Test hoch-positiv, ANA 
negativ, Basistherapie mit Methotrexat und Orenzia), ein Senk-Spreizfuss 
bds, aktuell Schulterschmerzen rechts (Impingementsymptomatik/partielle 
Ankylosierung), anamnestisch ein lumbo-vertebrales Schmerzsyndrom 
(degenerative Veränderungen, St. n. Diskushernienoperation), ein St. n. 
latenter Tbc (INH-Prophylaxe) sowie anamnestisch eine erniedrigtes Vit-

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amin D zu entnehmen. Im Bericht des Spitals G.________ wurde zudem 
darauf hingewiesen, dass sich aufgrund der funktionellen Behinderung eine 
reaktive Depression und im Gefolge derselben auch eine chronische 
Schmerzausweitung im Sinne einer Fibromyalgie entwickelt hat (act. II 47 
S. 11). Zur Arbeitsfähigkeit äusserten sich die vorgenannten Berichte nicht 
(act. II 47).

3.1.3 Der RAD-Arzt Dr. med. C.________ fasste die eingeholten Berichte 
in seiner Stellungnahme vom 22. Januar 2018 zusammen und empfahl, 
das Ansprechen der installierten Basistherapie abzuwarten sowie ab April 
2018 aktuelle Berichte einzuholen, um den weiteren Verlauf und eine mög-
liche Stabilisierung beurteilen zu können (act. II 49 S. 5 f.).

3.1.4 Im Verlaufsbericht vom 3. April 2018 attestierte Dr. med. 
E.________ einen verschlechterten Gesundheitszustand bei unveränderter 
Diagnosestellung. Der Patient werde derzeit vor allem durch den Rheuma-
tologen kontrolliert. Die Prognose sei ungewiss. Bezüglich der rheumatoi-
den Arthritis könne er die Arbeitsfähigkeit nicht beurteilen (act. II 60).

3.1.5 Dr. med. F.________ wies in seinem Bericht vom 4. Mai 2018 zu-
handen von Dr. med. E.________ auf einen subjektiv unbefriedigenden 
Verlauf trotz Basistherapie hin; diesbezüglich werde er noch ein neurologi-
sches Konsilium anordnen und im jetzigen Labor noch etwas breiter nach 
sekundären Ursachen suchen. Aufgrund der persistierenden Schmerzen 
und den zurzeit wenig objektiven Befunden (ausser den serologischen Un-
tersuchungen) für anhaltende Schmerzen unter der Therapie mit Me-
thotrexat und Orenzia müsse differentialdiagnostisch sicher auch noch an 
eine (sekundäre?) somatoforme Schmerzerkrankung gedacht werden (act. 
II 63 S. f.). Welche Tätigkeiten trotz der vorliegenden Einschränkungen und 
in welchem Ausmass noch zumutbar seien, müsse Gegenstand einer Be-
rufsabklärung sein (act. II 63 S. 2).

3.1.6 Die veranlasste neurologische Untersuchung vom 24. Mai 2018 
ergab als Diagnose subjektive Dysästhesien an den Füssen (elektrophysio-
logisch keine Polyneuropathie, DD Überlagerungsphänomen bei rheumato-
ider Arthritis/im Raum stehender somatoformer Schmerzerkrankung sowie 
als Nebendiagnosen ein lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit St. n. Dis-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2020, IV/19/14, Seite 12

kushernien-Operation, einen St. n. latenter Tbc sowie einen Senk-/Spreiz-
fuss bds. Eine Polyneuropathie habe nicht nachgewiesen werden können 
und es bestünden keine Hinweise für das Bestehen einer Small-Fiber-
Neuropathie oder einer radikulären Affektion. Diskutiert werden könnte ein 
Überlagerungsphänomen aufgrund der generalisierten Schmerzen oder 
eine mögliche somatoforme Schmerzstörung. Für eine Plantarfasziitis seien 
die Symptome eher atypisch (act. II 70). 

3.1.7 Dr. med. C.________ hielt in seinem Bericht vom 10. Oktober 2018 
fest, dass seit der letzten RAD-Beurteilung (vgl. E. 3.1.3 hiervor) aufgrund 
der vorliegenden objektiven Befunde keine relevante Veränderung einge-
treten sei; es sei nach den Befunden von einer Remission der rheumatoi-
den Arthritis und somit von einem stabilen Zustand auszugehen. Die bishe-
rige Tätigkeit als ... sei dem Patienten nicht mehr zumutbar, eine angepass-
te Tätigkeit (leichte Wechseltätigkeit, zeitweise im Gehen, Stehen oder Sit-
zen ohne schweres Heben und Tragen von Gewichten über 10 kg, ohne 
Zwangshaltungen, ohne Heben von Lasten über Brusthöhe, Überkopfarbei-
ten, Besteigen von Leitern und Gerüsten, sowie ohne Arbeiten bei Nässe, 
Kälte und Zugluft, ohne erhöhte feinmotorische Ansprüche an die Hand- 
und Fingertätigkeit) könne zu einem Pensum von 100% mit Einschränkung 
der Leistungsfähigkeit um 20% wegen erhöhtem Pausenbedarf bei 
Schmerzen ausgeübt werden. Dieses Zumutbarkeitsprofil gelte seit ca. 
Dezember 2017. Soweit eine Schmerzausweitung bzw. eine somatoforme 
Schmerzstörung diskutiert worden sei, lägen diesbezüglich bisher keine 
psychiatrischen oder psychosomatischen Befunde vor (act. II 75 S. 7).

3.2 In somatischer Hinsicht ist nach den oben zusammengefassten 
ärztlichen Berichten diagnostisch davon auszugehen, dass der Beschwer-
deführer unter einer rheumatoiden Arthritis leidet, die ihn – auch wenn nach 
fachärztlicher Beurteilung des Rheumatologen Dr. med. F.________ zurzeit 
nur wenig objektivierbare Befunde vorliegen – bei der Ausübung körperli-
cher Arbeit einschränkt. Während sich allerdings der Rheumatologe Dr. 
med. F.________ in seinen Berichten letztlich zur Arbeitsfähigkeit nicht 
konkret äusserte, erachtete sein Hausarzt Dr. med. E.________ die Ausü-
bung nicht körperlicher Arbeiten noch in seinem Bericht vom 3. April 2018 
als möglich. Wenn der RAD-Arzt Dr. med. C.________ gestützt darauf das 

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im Bericht vom 10. Oktober 2018 formulierte Zumutbarkeitsprofil ableitete 
(vgl. E. 3.1.7 hiervor), entbehrt dies nicht grundsätzlich der Plausibilität und 
wird im Übrigen auch vom Beschwerdeführer – unter somatischen Ge-
sichtspunkten – nicht in Frage gestellt. Wie es sich damit indessen im Ein-
zelnen verhält, kann vorliegend angesichts der nachfolgenden Ausführun-
gen offen gelassen werden.

3.3 Im Bericht des Spitals G.________ vom 17. August 2017 wurde 
erstmals auf eine psychische Komponente der beklagten Beschwerden 
hingewiesen, namentlich dass sich aufgrund der funktionellen Behinderung 
eine reaktive Depression und im Gefolge derselben auch eine chronische 
Schmerzausweitung im Sinne eine Fibromyalgie entwickelt habe (vgl. E. 
3.1.2 hiervor). Davon ging auch der Rheumatologe Dr. med. F.________ 
aus, wenn er vor dem Hintergrund der persistierenden Schmerzen und den 
zurzeit wenig objektiven Befunden (ausser den serologischen Untersu-
chungen) ausführt, für anhaltende Schmerzen unter der Therapie mit Me-
thotrexat und Orenzia müsse differentialdiagnostisch sicher auch noch an 
eine (sekundäre?) somatoforme Schmerzerkrankung gedacht werden (vgl. 
E. 3.1.5 hiervor). Der RAD-Arzt Dr. med. C.________ ordnete zwar das 
Firbomyalgie-Syndrom durch Schmerzausweitung jeweils den Diagnosen 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sowie die reaktive Depression den 
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (vgl. act. II 49 S. 4 
und act. II 75 S. 6). Während er hierzu indessen in seinem Bericht vom 22. 
Januar 2018 keine weiteren Ausführungen machte, hielt er in demjenigen 
vom 10. Oktober 2018 fest, dass zur teilweise getätigten Diskussion betref-
fend Schmerzausweitung bzw. somatoforme Schmerzstörung bisher keine 
psychiatrischen oder psychosomatischen Befunde vorlägen. Hierbei hätte 
er es nicht bewenden lassen dürfen, nachdem verschiedene Hinweise auf 
eine mögliche Überlagerung geäussert worden, aber noch keine fachärztli-
chen Untersuchungen dokumentiert waren. 

Unter den gegebenen Umständen wäre es unabdingbar gewesen, 
zunächst eine klare fachärztliche Diagnosestellung zu veranlassen. Geht 
es um psychische Erkrankungen wie beispielsweise eine anhaltende 
somatoforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares 
psychosomatisches Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3 S. 13 f.) oder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2020, IV/19/14, Seite 14

depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur, sind für die 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die 
– unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren 
einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – 
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen 
(BGE 143 V 409 und 418; BGE 141 V 281 E. 2 ff. S. 285 ff.). Eine solche 
Prüfung hat die Beschwerdegegnerin nicht durchgeführt und mangels einer 
psychiatrischen Abklärung auch gar nicht durchführen können. Aus dem 
gleichen Grund können auch die in der Beschwerdeantwort gemachten 
Ausführungen zur Indikatorenprüfung nicht genügen, um die medizinische 
Situation rechtsgenüglich und abschliessend zu klären. Der Sachverhalt ist 
mithin nicht hinreichend abgeklärt, was die Beschwerdegegnerin 
nachzuholen haben wird. Insofern ist die Beschwerde bezüglich eines 
allfälligen Rentenanspruchs gutzuheissen.

4.

4.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).

Die versicherte Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweili-
gen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, 
nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkeh-
ren (vgl. Art. 8 Abs. 1 IVG). Das Gesetz will die Eingliederung lediglich so 
weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend 
ist (BGE 142 V 523 E. 6.3 S. 535).

Wenn es um keine besonders kostspielige Massnahme geht, genügt zur 
Anspruchsbegründung bereits ein relativ geringes Mass an gesundheitlich 
bedingter Beeinträchtigung (BGE 116 V 80 E. 6a S. 81).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2020, IV/19/14, Seite 15

Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50 Prozent 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) sind, haben gemäss Art. 14a Abs. 1 IVG An-
spruch auf Integrationsmassnahmen (Massnahmen zur sozial-beruflichen 
Rehabilitation und Beschäftigungsmassnahmen; Art. 14a Abs. 2 IVG) zur 
Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (Integrationsmassnahmen), 
sofern dadurch die Voraussetzungen für die Durchführung von Massnah-
men beruflicher Art geschaffen werden können.

4.2 Die Beschwerdegegnerin schloss die berufliche Eingliederung mit 
der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 20. März 2019 ab, weil sich 
der Beschwerdeführer in diesem Zeitpunkt aus gesundheitlichen selbst 
nicht in der Lage sah, an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen und er 
Beschwerde gegen den ablehnenden Rentenentscheid vom 22. November 
2018 eingereicht hatte. Ferner wies die IVB darauf hin, dass Eingliede-
rungsmassnahmen erneut geprüft werden könnten, sobald sich die Sachla-
ge geklärt habe und sich der Versicherte in der Lage sehe, an solchen teil-
zunehmen. Auf Einwand hielt die IVB sodann fest, dass die im Verfahren 
gegen die Verfügung vom 22. November 2018 eingereichten Arztberichte 
bereits gewürdigt worden seien und sich daraus keine neuen Tatsachen 
ergeben hätten; gemäss Zumutbarkeitsprofil sei der Versicherte in einer 
angepassten Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig (100% Pensum mit 20%iger 
Einschränkung in der Leistungsfähigkeit), sodass Integrationsmassnahmen 
nach Art. 14a IVG, welche eine mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit 
(auch in einer angepassten Tätigkeit) voraussetzten, nicht in Frage kämen. 
Da der Versicherte zudem das der rentenablehnenden Verfügung zu Grun-
de gelegte Zumutbarkeitsprofil nicht akzeptiere, könnten auch keine an-
derweitigen beruflichen Massnahmen zugesprochen werden.

In der Beschwerdeantwort führt die IVB nochmals an, dass der Versicherte 
einzig niederschwellige Integrationsmassnahmen verlange, wofür die 
rechtsprechungsmässige Voraussetzung einer mindestens 50%igen Ar-
beitsunfähigkeit nicht erfüllt sei.

4.3 Der Argumentation der Beschwerdegegnerin kann nicht gefolgt 
werden: Zunächst verlangt der Beschwerdeführer – entgegen der Auffas-
sung der IVB – nicht einzig und allein niederschwellige Integrationsmass-
nahmen; beantragt wurden vielmehr, wie sowohl aus der Beschwerde sel-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2020, IV/19/14, Seite 16

ber als auch aus der Eingabe vom 17. September 2019 hervorgeht, vorab 
zwar insbesondere solche niederschwelligen Massnahmen, ansonsten 
aber generell berufliche Eingliederungsmassnahmen. Allein unter diesem 
Aspekt darf der Anspruch auf Massnahmen der beruflichen Eingliederung 
mithin nicht verneint werden.

Entscheidend ist indessen, dass – wie den Ausführungen unter E. 3. hier-
vor zu entnehmen ist – der medizinische Sachverhalt nicht rechtsgenüglich 
abgeklärt und bisher noch kein verlässliches Zumutbarkeitsprofil definiert 
worden ist. Dasjenige des RAD-Arztes Dr. med. C.________ genügt den 
Anforderungen nicht, erscheinen dessen Ausführungen in der Stellung-
nahme vom 10. Oktober 2018 doch als grobe Einschätzung der noch zu-
mutbaren Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 
sowie des Zumutbarkeitsprofils. Ein verlässliches Zumutbarkeitsprofil wird 
jedoch als Grundlage für die gezielte Auswahl allfälliger beruflicher Einglie-
derungsmassnahmen zwingend benötigt. 

Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang ferner darauf, dass Dr. med. 
C.________ als Facharzt für Innere Medizin nicht über die fachärztliche 
Qualifikation zur Beurteilung der medizinischen Situation im Lichte der vor-
liegend massgebenden Disziplinen Rheumatologie und (mindestens nach-
malig) auch Psychiatrie verfügt. Die Einschätzung des RAD-Arztes über-
zeugt im konkreten Fall umso weniger, als dieser am 10. Oktober 2018 
festhielt, es sei gegenüber seiner letzten Beurteilung vom 22. Januar 2018 
keine relevante Veränderung eingetreten, er damals aber empfohlen hatte, 
das Ansprechen der installierten Basistherapie abzuwarten, um den weite-
ren Verlauf und eine mögliche Stabilisierung beurteilen zu können. Nicht 
ersichtlich ist, woraus der RAD-Arzt in seinem späteren Bericht eine Re-
mission der rheumatoiden Arthritis und damit einen stabilisierten Zustand 
ableitet (vgl. E. 3.1.7 hiervor).

Abschliessend sei noch Folgendes bemerkt: Die Beschwerdegegnerin stell-
te in der angefochtenen Verfügung zwar die subjektive Eingliederungsun-
fähigkeit, d.h. den fehlenden Eingliederungswillen in den Vordergrund; auf-
grund der Ausführungen in der Beschwerde kann jedoch ohne weiteres 
davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer (zwischenzeitli-
che) durchaus Bereitschaft hierfür zeigt. Diese Bereitschaft hätte er anläss-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2020, IV/19/14, Seite 17

lich konkreter Eingliederungsmassnahmen denn auch unter Beweis zu stel-
len, ansonsten die IVB diesbezüglich das Mahn- und Bedenkzeitverfahren 
(Art. 7b Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 21 Abs. 4 ATSG) durchführen könnte. Wie es 
sich damit im Einzelnen verhält und welche Eingliederungsmassnahmen 
dem Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen überhaupt zumutbar 
sind, kann erst nach Vorliegen der Ergebnisse der erforderlichen ergän-
zenden medizinischen Abklärungen beurteilt werden. 

5.

Zusammenfassend ergibt sich somit Folgendes:

5.1 Die Verfügung vom 22. November 2018 (Verfahren IV/2019/14) ist 
nach obigen Ausführungen in Gutheissung der gegen sie gerichteten Be-
schwerde aufzuheben und die Akten sind an die Verwaltung zurückzuwei-
sen, damit diese die noch notwendigen medizinischen Abklärungen – nach 
Einholung aktueller Bericht der behandelnden Ärzte – mittels einer polydis-
ziplinären Begutachtung veranlasse und anschliessend über den Leis-
tungsanspruch des Beschwerdeführers neu befinde. 

5.2 Die Beschwerde vom 10. Mai 2019 (Verfahren IV/2019/361) ist gut-
zuheissen und die Verfügung vom 20. März 2019 ist aufzuheben. Nach 
Vorliegen der ergänzenden medizinischen Abklärungen (vgl. E. 5.1 hiervor) 
wird die Beschwerdegegnerin über den Anspruch des Beschwerdeführers 
auf berufliche Eingliederungsmassnahmen neu zu entscheiden haben. 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2020, IV/19/14, Seite 18

Die Verfahrenskosten für beide Verfahren, gerichtlich bestimmt insgesamt 
auf Fr. 1‘200.--, hat bei diesem Ausgang des Verfahrens die unterliegende 
Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 
E. 4). Der geleistete Kostenvorschuss in Höhe von total Fr. 1‘600.-- wird 
dem Beschwerdeführer nach Rechtskraft dieses Urteils zurückerstattet.

6.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). 

Die mit den von Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ am 13. Mai 2019 so-
wie am 17. September 2019 eingereichten Kostennoten geltend gemachte 
Parteientschädigung von Fr. 4‘738.10 (inkl. Auslagen; Verfahren 
IV/2019/14) und Fr. 1‘244.30 (inkl. Auslagen; Verfahren IV/2019/361) er-
scheint mit Blick auf die gesamten Umstände und ähnlich gelagerte Fälle 
als zu hoch; die Parteientschädigung wird deshalb ermessensweise und 
pauschal für beide Verfahren auf insgesamt Fr. 4‘000.-- (inkl. Auslagen) 
festgesetzt. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerden werden gutgeheissen und die angefochtenen Verfü-
gungen vom 22. November 2018 und 20. März 2019 werden aufgeho-
ben. Die Akten werden an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen 
zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen.

2. Die Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 1‘200.-- werden der Be-
schwerdegegnerin zur Bezahlung auferlegt. Die vom Beschwerdefüh-
rer geleisteten Kostenvorschüsse in Höhe von insgesamt Fr. 1‘600.-- 
werden ihm nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Mai 2020, IV/19/14, Seite 19

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4‘000.-- (inkl. Auslagen), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.