# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 56fcac23-c9ea-5b7b-8e93-0979dc941b7d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.07.2010 D-3848/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3848-2010_2010-07-27.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3848/2010/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  J u l i  2 0 1 0

Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 
Richter Pietro Angeli-Busi, Richter Bendicht Tellenbach, 
Gerichtsschreiberin Sara Steiner.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 12. April 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3848/2010

A. Sachverhalt:

B.
Mit englischer Eingabe vom 19. März 2008 an die Schweizerische Bot-
schaft  in  Colombo  ersuchte  der  Beschwerdeführer  –  srilankischer 
Staatsangehörigkeit und tamilischer Ethnie aus Z._______/Jaffna - um 
Gewährung von Asyl. Mit  Schreiben vom 2. April 2008 wurde er von 
der schweizerischen Vertretung aufgefordert, seine Gesuchsgründe zu 
substanziieren  und  Beweismittel  vorzulegen.  Der  Beschwerdeführer 
reichte in der Folge am 27. April 2008 eine ergänzende Eingabe nach. 
Am 27. Mai 2008 wurde er in den Räumen der schweizerischen Ver-
tretung in Colombo persönlich angehört.

Zur Begründung seines Gesuches machte der Beschwerdeführer zur 
Hauptsache geltend, im Jahre 1987 habe er Z._______ mit seiner Fa-
milie verlassen. Nach verschiedenen Stationen der Flucht habe er in 
den Jahren 2000 bis 2002 in Colombo und seither in Vavuniya gelebt. 
Eine Schwester von ihm sei 1995 in den Reihen der LTTE gestorben. 
Ein Bruder und eine weitere Schwester seien im Jahre 2002 verhaftet  
worden.  Seine  Schwester  sei  nach  einem  Jahr,  sein  Bruder  nach 
14 Tagen Haft entlassen worden und daraufhin ins Ausland geflohen. 
Da er (der Beschwerdeführer) als Handelsmann in militärisch kontrol-
lierten Gebieten gearbeitet habe, sei er im Jahr 2007 von der LTTE zur 
Zusammenarbeit aufgefordert worden. Weil er dies abgelehnt habe, sei 
er bedroht worden. Am 18. Januar 2007 hätten unbekannte Personen 
beziehungsweise Leute der LTTE sein Motorrad angezündet. Er habe 
dies der Polizei  gemeldet. Am 15. November 2007 seien unbekannte 
bewaffnete Personen beziehungsweise Leute der  LTTE bei  ihnen zu 
Hause  aufgetaucht,  hätten  seinen  Namen  erwähnt  und  gesagt,  sie 
müssten  ihn  töten.  Er  habe  durch  die  Hintertür  fliehen  können  und 
seither nicht mehr zu Hause gewohnt. Auf seine Meldung hin habe die 
Polizei  den Tatort  untersucht. Das Criminal  Investigation Department 
(CID) sei davon ausgegangen, dass es sich bei den Tätern um Leute 
der LTTE gehandelt  habe, und habe ihn zur Zusammenarbeit  gegen 
die LTTE in den besetzten Gebieten aufgefordert. Er habe dies aber 
abgelehnt, woraufhin zwei bei dieser Unterredung anwesende ehema-
lige LTTE-Mitglieder vermutet hätten, er arbeite für die LTTE. Er habe 
aber anschliessend keine Probleme mit den Sicherheitsbehörden ge-
habt. Am 16. März 2008 sei er erneut von Unbekannten beziehungs-
weise Leuten der LTTE bei sich zu Hause gesucht worden. Diese hät-
ten seiner Mutter gedroht, sie würden ihn erschiessen. Er habe darauf-

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hin bei verschiedenen Menschenrechtsorganisationen Beschwerde ge-
macht.

Mit  Schreiben  vom  8. September  und  31. Oktober 2008  sowie  vom 
16. März,  3. April  und 10. August 2009 ergänzte der Beschwerdefüh-
rer, er sei am 3. Juli 2008 verhaftet worden. Man habe ihn angeschul-
digt, Material zur Herstellung von Bomben mitgeführt zu haben. Über 
seine Verhaftung sei in den Zeitungen berichtet worden. Er sei zwanzig 
Tage  von  der  Polizei  festgehalten  und  gefoltert  worden. Am 22. Ju-
li 2008 sei er zur Untersuchungshaft in ein Gefängnis verlegt worden. 
Am 18. August 2008  sei  er  auf  Kaution  entlassen  worden. Die  Kau-
tionsauflagen  seien  am  4. März 2009  aufgehoben  worden.  Am 
21. März 2009 seien Leute des CID bei ihnen zu Hause aufgetaucht 
und hätten von seiner Mutter unter Vorhaltung einer Pistole verlangt, 
sie solle Informationen über ihn preisgeben. Am 24. April 2009 werde 
seine Akte wegen Mangel an Beweisen geschlossen. Weil sein Name 
in der Presse im Zusammenhang mit  der LTTE erwähnt worden sei, 
werde er weiterhin von bewaffneten, unbekannten Gruppen bedroht.

Zur Stützung seiner Vorbringen reichte er unter anderem den Polizei -
bericht  über  den  Vorfall  mit  dem verbrannten  Motorrad,  in  welchem 
fälschlicherweise  festgehalten  werde,  es  sei  wegen  der  Hitze  ver-
brannt,  diverse Haft-  und Entlassungsbestätigungen, einen Zeitungs-
ausschnitt betreffend seine Verhaftung, Gerichtsakten, wonach er kei-
ne Verbindung zur LTTE habe, und eine Bestätigung über das Ende 
der Kautionsauflagen ein.

C.
Mit  Verfügung  vom  12. April 2010  verweigerte  das  BFM  dem  Be-
schwerdeführer  die Einreise in  die  Schweiz  und lehnte  sein  Asylge-
such ab.

D.
Am 26. Mai 2010 ging beim BFM eine ans Bundesverwaltungsgericht 
adressierte Faxeingabe des Beschwerdeführers ein, welche dem Bun-
desverwaltungsgericht am 28. Mai 2010 weitergeleitet wurde. Darin er-
hob der Beschwerdeführer – welcher zur Zeit in Indien weilt – sinnge-
mäss gegen den Entscheid des BFM Beschwerde und beantragte, die 
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm die Einreise in 
die Schweiz zu bewilligen beziehungsweise Asyl zu gewähren.

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E.
Mit  Verfügung  vom 2. Juni 2010  forderte  das  Bundesverwaltungsge-
richt  das  BFM auf,  die  Akten  betreffend  des  Verfügungseröffnungs- 
und des Beschwerdeeingabedatums zu ergänzen.

F.
Ebenfalls am 2. Juni 2010 ging das Original der Beschwerde, welches 
am 1. Juni 2010 zu Handen der schweizerischen Post übergeben wor-
den war, beim Bundesverwaltungsgericht ein.

G.
Mit Schreiben vom 4. Juni 2010 teilte das BFM mit, dass die Verfügung 
am  29. April 2010  durch  die  schweizerische  Botschaft  weitergeleitet 
worden sei. Bezüglich dem Beschwerdeeingang könne man keine Aus-
kunft geben.

H.
Am 11. Juni 2010  traf  die  Empfangsbestätigung beim Bundesverwal-
tungsgericht  ein,  wonach  die  Verfügung  dem  Beschwerdeführer  am 
3. Mai 2010 eröffnet worden war.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem 
Gebiet  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 26. Ju-
ni 1998 [AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art.  37  VGG, 
Art. 105 AsylG, Art. 6 AsylG).

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1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 1 AsylG, Art. 52 VwVG). Der Beschwerdeführer ist durch die an-
gefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist da-
her zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art.  48 Abs. 1 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde von der Durchführung des 
Schriftenwechsels abgesehen.

4.
4.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu letzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei -
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (vgl. Art. 3 AsylG).

4.2 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ableh-
nen,  wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft  ma-
chen kann oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (Art. 3, 7 und 52 Abs. 2 AsylG). Ist dagegen eine unmittelba-
re Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund 
nach Art.  3  Abs. 1  AsylG glaubhaft  gemacht  worden oder  kann der 
asylsuchenden  Person der  Verbleib  am Aufenthaltsort  für  die  Dauer 
der Sachverhaltsabklärung nicht zugemutet werden, ist die Einreise in 
die Schweiz zu bewilligen, sei  dies im Hinblick auf die Anerkennung 
als Flüchtling und Asylgewährung, sei dies zur näheren Abklärung des 
Sachverhalts (vgl. Art. 20 Abs. 2 und 3 AsylG).

4.3 Die  Voraussetzungen  für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung 
sind  grundsätzlich  restriktiv  umschrieben. Den  Asylbehörden  kommt 

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dabei  ein  weiter  Ermessensspielraum  zu.  Neben  der  erforderlichen 
Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Bezie-
hungsnähe zur Schweiz und zu anderen Staaten, die Möglichkeit der 
Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die praktische Möglich-
keit und objektive Zumutbarkeit  einer anderweitigen Schutzsuche so-
wie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglich-
keiten in Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend ist mit anderen Worten 
die Schutzbedürftigkeit der betreffenden Person, das heisst die Beant-
wortung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 
nicht  auszuschliessen ist  und der  Verbleib  am Aufenthaltsort  für  die 
Dauer  der  Sachverhaltsabklärung  zugemutet  werden  kann,  bezie-
hungsweise ob der betreffenden Person – ohne nähere Prüfung einer 
allfälligen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG – zuzumuten ist, sich 
in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 20 E. S. 130 f. und Nr. 21 E. 2 S. 136 f., 2005 Nr. 19 
E. 4 S. 174 ff.).

5.  
5.1 Das BFM begründete seinen ablehnenden Entscheid im Wesentli-
chen damit, dass eine vergangene Verfolgung nur dann beachtlich sei, 
wenn sie noch andauere oder konkrete Hinweise auf eine zukünftige 
Verfolgung  bestünden.  Nachdem  die  LTTE  vollständig  zerschlagen 
worden sei, sei er zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr Nachteilen oder 
Verfolgungsmassnahmen seitens dieser Organisation ausgesetzt. So-
mit seien seine Vorbringen betreffend die Ereignisse vom Januar 2007 
bis März 2008 nicht asylrelevant und könnten nicht zur Einreisebewilli-
gung führen. Weiter  sei  er  nach der Haft  im Juli  2008 in einem Ge-
richtsverfahren  freigesprochen  worden.  Aufgrund  dieses  Freispruchs 
habe er von den srilankischen Behörden nichts mehr zu befürchten. 
Dies gelte auch für die Bedrohung durch das CID im März 2009. Die-
ses Urteil  könne er ausserdem den unbekannten bewaffneten Grup-
pen entgegenhalten,  welche ihn gemäss seinen Angaben in Zusam-
menhang mit den falschen Anschuldigungen in der Presse bedrohten. 
Ausserdem stehe es ihm frei, sich an einem anderen Ort innerhalb Sri 
Lankas niederzulassen, beispielsweise in Colombo, wo die  Registrie-
rungspflicht für Tamilen inzwischen abgeschafft worden sei. An diesen 
Erwägungen vermöchten auch die eingereichten Dokumente nichts zu 
ändern. Bei offensichtlich fehlender Schutzbedürftigkeit  sei darauf zu 
verzichten, auf allfällig vorhandene Unglaubhaftigkeitselemente einzu-
gehen. Dennoch sei hier ausdrücklich ein Vorbehalt anzubringen.

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5.2 Der Beschwerdeführer führte in seiner Eingabe aus, er sei nur auf 
Bürgschaft entlassen worden und das Gerichtsverfahren gegen ihn ge-
he weiter. In der Zeitung sei von seiner Freilassung nicht berichtet wor-
den. Inzwischen verweile er in X._______/Indien. Wäre er in Sri Lanka 
geblieben, wäre er jetzt tot oder im Gefängnis. Auch die Regierung von 
X._______ würde gegen ihn vorgehen, wenn sie vom Verfahren gegen 
ihn erfahren würde.

Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer die Ko-
pie eines abgelaufenen, auf ihn lautenden indischen Visums ein.

6.  
6.1 In  Bezug  auf  die  Übergriffe  durch  Unbekannte  am  18. Janu-
ar 2007, 15. November 2007 und 16. März 2008, die der Beschwerde-
führer  der  LTTE  zuschreibt,  sind  zunächst  gewisse  Zweifel  an  der 
Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers anzubringen. So 
geht  aus  dem  Polizeiprotokoll,  welches  der  Beschwerdeführer  am 
5. Juni 2008  zu  den  Akten  reichte  (A7),  hervor,  dass  das  Motorrad 
wahrscheinlich  wegen Überhitzung  abgebrannt  ist. Die  Aussage  des 
Beschwerdeführers im Begleitschreiben zur Beweismitteleingabe, wo-
nach er auf dem Polizeiposten gezwungen worden sei, dies zu sagen, 
wird nicht weiter  begründet und ist  als Schutzbemerkung zu werten. 
Zudem erwähnte er dies in seinen ersten Schreiben (A1/A3) und an 
der Anhörung (A5) nicht, sodass es als nachgeschoben und auch des-
halb als unglaubhaft qualifiziert werden muss. Weiter fällt auf, dass die 
Unbekannten ausgerechnet in dem Moment erneut bei ihm zu Hause 
auftauchen,  als  er  am  16. März 2008  seine  Mutter  besucht  habe, 
nachdem er seit November 2007 nicht mehr dort gewohnt habe (Proto-
koll der Anhörung S. 6). Schlussendlich kann aber offen bleiben, ob die 
Vorbringen glaubhaft  sind,  da diesbezüglich  ohnehin  nicht  von einer 
aktuellen und unmittelbaren Gefährdung des Beschwerdeführers aus-
zugehen ist. Am 18. Mai 2009 verkündeten die srilankischen Behörden 
nämlich den endgültigen Sieg über die LTTE und erklärten den Bürger-
krieg offiziell für beendet. In den letzten Tagen des Bürgerkrieges war 
nahezu die gesamte Führung der  LTTE getötet  worden. In  einer am 
24. Mai 2009 veröffentlichten Erklärung bestätigte die LTTE, dass ihr 
Anführer  Velupillai  Prabhakaran  eine  Woche zuvor  bei  Kämpfen  mit 
Regierungstruppen  im  Nordosten  von  Sri  Lanka  getötet  worden  sei 
(vgl. Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  D-6328/2006 vom 4. Juni 
2009  E.  5.2).  Angesichts  dieser  Umstände  ist  die  Furcht  des  Be-
schwerdeführers vor Übergriffen der LTTE aktuell  nicht mehr begrün-

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det. Das Gleiche gilt für das Drängen der Sicherheitskräfte, für sie als 
Informant in den von den LTTE besetzten Gebieten tätig zu werden.

6.2 Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in 
absehbarer  Zukunft  auch  keine  ernsthaften  Nachteile  durch  Verfol-
gungsmassnahmen der srilankischen Sicherheitskräfte zu befürchten 
hat. Zwar bedeutet die Inhaftierung während eineinhalb Monaten einen 
Eingriff in sein Recht auf persönliche Freiheit und seine physische wie 
psychische Integrität. Am 18. August 2008 wurde er aber auf Kaution 
entlassen und am 4. März 2009 wurden die Kautionsauflagen aufgeho-
ben. Am 21. März 2009 seien zwar noch einmal Leute des CID bei ih-
nen zu Hause aufgetaucht. Nachdem aber die Akte des Beschwerde-
führers wegen Mangel  an Beweisen am 24. April 2009 endgültig  ge-
schlossen wurde,  ist  davon auszugehen,  dass nichts  gegen ihn vor-
liegt  und die  Sache somit  abgeschlossen ist. Dieser  Schluss  drängt 
sich insbesondere auf, da seither schon mehr als ein Jahr vergangen 
ist, ohne dass es zu weiteren Behelligungen gekommen wäre.

6.3 In Bezug auf die geltend gemachten Drohungen durch bewaffnete, 
unbekannte  Gruppen  aufgrund  der  Nennung  des  Namens  des  Be-
schwerdeführers in der Presse im Zusammenhang mit der LTTE, sind 
ebenfalls zunächst Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen anzu-
bringen. Zum einen sind die diesbezüglichen Ausführungen des Be-
schwerdeführers durchwegs unsubstanziiert  und es fällt  auf,  dass er 
ausgerechnet zu dem Zeitpunkt,  als die Unbekannten ihn an seinem 
Wohnort  gesucht hätten, nicht zu Hause gewesen sei. Zum anderen 
tauchen  diese  Vorbringen  erst  in  seinem  Schreiben  vom  10. Au-
gust 2009 auf und somit kurz nach der Niederlage der LTTE, auf deren 
Übergriffe der Beschwerdeführer seine ersten Asylvorbringen basierte, 
sodass  der  Eindruck  entsteht,  der  Beschwerdeführer  versuche  eine 
Bedrohungsgruppe durch eine andere zu ersetzen. Blosse Drohungen 
weisen aber ohnehin keine genügende Intensität auf, dass sie als asyl-
rechtlich relevant gelten könnten. Zudem könnte sich der Beschwerde-
führer zum Schutz dagegen an die Behörden wenden, was er aus sei-
nen Aussagen zu schliessen, bis anhin nicht gemacht hat.

6.4 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist zusammenfassend 
festzustellen, dass der Beschwerdeführer keine aktuelle und unmittel -
bare Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG darzulegen vermochte. An 
dieser Einschätzung vermögen auch die Vorbringen in der Beschwerde 

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nichts zu  ändern,  zumal  sich  der  Beschwerdeführer  in  keiner  Weise 
mit den Erwägungen des BFM auseinandersetzte. 

6.5 Auch die Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer inzwischen in 
X._______/Indien aufhält, führt zu keiner anderen Beurteilung, gibt er 
doch nicht an, aufgrund der geltend gemachten Verfolgung in Sri Lan-
ka nach Indien geflüchtet zu sein, sondern reiste vielmehr mit einem 
gültigen Visum legal dort ein. In diesem Zusammenhang ist zudem er-
gänzend festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer, dessen Visum 
für Indien inzwischen abgelaufen ist, gestützt auf Art. 52 Abs. 2 AsylG 
zuzumuten ist, sich in Indien um eine Aufnahme zu bemühen. Indien 
hat zwar weder das Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstel-
lung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) noch das diesbezügliche Zu-
satzprotokoll  vom 31.  Januar  1967  ratifiziert  und  verfügt  auch  über 
kein  eigentliches  nationales  Asylrecht;  die  Rechte  von  Flüchtlingen 
und  Asylsuchenden  stehen  jedoch  unter  dem Schutz  der  indischen 
Verfassung und der indische Supreme Court hat 1996 ein landesrecht-
liches Non-Refoulement-Gebot für Flüchtlinge im Sinne der FK festge-
stellt. Nach den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts ist  es 
ferner – soweit tamilische Schutzsuchende betreffend – bislang zu kei-
nen Verletzungen dieses Gebotes gekommen (Urteil  des Bundesver-
waltungsgerichts D-3830/2008 vom 5. Juli 2010 E. 3.3; US Committee 
for Refugees and Immigrants [USCRI], World Refugee Survey, 2009).

7.
Das BFM hat demnach dem Beschwerdeführer zu Recht die Einreise 
in die Schweiz verweigert beziehungsweise dessen Asylgesuch abge-
lehnt. Zwar  erkennt  das Bundesverwaltungsgericht,  dass die  Sicher-
heitssituation in Sri Lanka trotz des im Mai letzten Jahres beendeten 
langjährigen  Bürgerkrieges  generell  als  schwierig  und  belastend  zu 
bezeichnen ist. Dieser Umstand betrifft indessen letztlich die Mehrheit  
der Zivilbevölkerung in  Sri  Lanka,  weshalb die vorinstanzliche Verfü-
gung angesichts der restriktiven Praxis im Bereich der Auslandsverfah-
ren, bei denen sich die Frage von allfälligen Wegweisungsvollzugshin-
dernissen gerade nicht stellt, zu bestätigen ist.

8.
Zusammenfassend ist  festzustellen, dass die Schutzbedürftigkeit  des 
Beschwerdeführers im Sinne von Art. 20 i.V.m. Art. 3 AsylG als nicht 
gegeben zu qualifizieren ist und auch keine anderen Gründe die Ertei-
lung einer Einreisebewilligung indizieren würden.

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9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verwaltungsökono-
mischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG 
und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-
ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, 
SR 173.320.2) ist allerdings auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu 
verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung der schweizerischen Ver-
tretung in Colombo (per EDA-Kurier)

- die  schweizerische  Vertretung  in  Colombo  (Ref.Nr.  [...]),  mit  der 
Bitte um Eröffnung des Urteils an den Beschwerdeführer (allenfalls 
via die zuständige Schweizer Vertretung in Indien) und um Zustel-
lung der beiliegenden Empfangsbestätigung an das Bundesverwal-
tungsgericht (per EDA-Kurier, in Kopie)

- das  BFM,  Abteilung  Asylverfahren,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N (...) 
(per Kurier; in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner

Versand: 

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