# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f4d1284f-9988-51fb-8618-8236ee5565ce
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-06
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafappellationshof 06.07.2020 501 2018 211
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_006_501-2018-211_2020-07-06.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

501 2018 211

Urteil vom 6. Juli 2020

Strafappellationshof

Besetzung Präsident: Michel Favre
Richterinnen: Catherine Overney, Dina Beti
Gerichtsschreiberin: Frédérique Jungo

Parteien A.________, Beschuldigter und Berufungsführer, vertreten durch 
Rechtsanwalt Franz Stämpfli, amtlicher Verteidiger

gegen

STAATSANWALTSCHAFT, Berufungsgegnerin

und

B.________ AG, Straf- und Zivilklägerin und Berufungsgegnerin, 
vertreten durch Rechtsanwalt Markus Spielmann, Wahlverteidiger

Gegenstand Ungetreue Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 StGB) –  Gläubiger-
schädigung (Art. 164 Ziff. 1 StGB) – Misswirtschaft (Art. 165 Ziff. 1 
StGB) – Bevorzugung von Gläubigern (Art. 167 StGB) – Verminderte 
Schuldfähigkeit (Art. 19 Abs. 2 StGB)

Berufung vom 27. September 2018 gegen das Urteil des Polizeirich-
ters des Seebezirks vom 12. September 2018

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Sachverhalt

A. A.________ führte die Gesellschaft C.________ AG, welche als Generalplanungszentrum 
Baulandaquisitionen, Hausplanungen, Parzellierungen sowie den Verkauf und Handel mit Waren 
aller Art bezweckte. Zudem bot die Gesellschaft Betriebsberatungen und Vermittlung von Aufträ-
gen an. A.________ war Alleinaktionär und alleiniger Geschäftsführer der Gesellschaft. Am 
2. September 2013 wurde über die C.________ AG der Konkurs eröffnet. Das Konkursverfahren 
wurde im Oktober 2019 abgeschlossen. Der B.________ AG wurden zwei Verlustscheine über 
CHF 549‘420.80 und CHF 1‘042.75 ausgestellt.

B. Am 10. Juli 2015 reicht die B.________ AG Strafanzeige ein gegen A.________ wegen 
Misswirtschaft und Bevorzugung eines Gläubigers (act. 2000 ff.). 

Das Strafverfahren wurde aufgrund des gesundheitlichen Zustands von A.________ mit Verfügun-
gen der Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg vom 20. Januar 2016 (act. 10000 f.), 29. April 
2016 (act. 10004 f.), 25. August 2016 (act. 10006 f.), 2. Februar 2017 (act. 10008 f.) und 18. Mai 
2017 (act. 10010 f.), für jeweils 3 Monate sistiert. A.________ war an einem Hirntumor erkrankt, 
aufgrund dessen Folgen er nicht verhandlungs- und verhörfähig war; dies belegten die ins Recht 
gelegten Arztzeugnisse (act. 9004, 9010, 9015, 9020, 9028, 9034). Die Wiederanhandnahme des 
Verfahrens erfolgte am 12. September 2017 (act. 10011). Am 29. November 2017 wurde 
A.________ von der Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg einvernommen (act. 3000 ff.). 

A.________ wurde am 12. Februar 2018 mit Strafbefehl der ungetreuen Geschäftsbesorgung, der 
Misswirtschaft, der Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung und der Gläubigerbevor-
zugung für schuldig befunden und zu einer Freiheitsstrafe von 180 Tagen sowie zu einer Busse 
von CHF 2'000.- verurteilt (act. 10014 ff.) Gegen diesen Strafbefehl erhob A.________ am 
22. Februar 2018 Einsprache (act. 10017). 

C. Die Akten wurden an den Polizeirichter des Seebezirks überwiesen (act. 13001). Mit Eingabe 
vom 15. Juni 2018 reichte A.________ einen Beweisantrag um medizinische Begutachtung seiner 
Handlungs- und Zurechnungsfähigkeit ein (act. 13037). Dieser wurde mit Verfügung vom 19. Juli 
2018 durch den Polizeirichter des Seebezirks abgewiesen (act. 13103). 

An der Sitzung des Polizeirichters des Seebezirks vom 27. August 2018 wurde A.________ vom 
persönlichen Erscheinen dispensiert. Rechtsanwalt Stämpfli wiederholte seinen Beweisantrag um 
medizinische und psychische Begutachtung der Handlungs- und Zurechnungsfähigkeit von 
A.________ (act. 13117). 

Mit Urteil vom 12. September 2018 befand der Polizeirichter des Seebezirks A.________ wegen 
ungetreuer Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 StGB), Gläubigerschädigung durch Vermögens-
verminderung (Art. 164 Ziff. 1 StGB), Misswirtschaft (Art. 165 Ziff. 1 StGB) und Gläubigerbevorzu-
gung (Art. 167 StGB) für schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 180 Tagen mit 
einer Probezeit von 2 Jahren und zu einer Busse von CHF 2'000.-. Er wurde zudem verpflichtet, 
der B.________ AG den Betrag von CHF 512'089.35 zuzüglich Verzugszins und Betreibungskos-
ten, sowie eine Parteientschädigung von pauschal CHF 15'000.- inkl. MwSt. zu bezahlen. Die 
Verfahrenskosten wurden A.________ auferlegt. Sein Beweisantrag um medizinische und psychi-
sche Begutachtung wurde abgewiesen. 

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D. Gegen dieses Urteil meldete A.________ am 27. September 2018 Berufung an (act. 13138). 
Mit Berufungserklärung vom 11. Dezember 2018 beantrage er die Abänderung des Urteils des 
Polizeirichters des Seebezirks in Bezug auf die Schuldsprüche, den Zivilpunkt sowie die Kosten. 
Der Berufungsführer sei vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung, der Gläubigerschädi-
gung durch Vermögensverminderung, der Misswirtschaft und der Gläubigerbevorzugung wegen 
Schuldunfähigkeit freizusprechen. Die Zivilklage sei vollumfänglich abzuweisen. Die erst- und 
oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien durch den Kanton Freiburg zu tragen und ihm eine 
Parteientschädigung in gerichtlich festzusetzender Höhe zuzusprechen. Zudem stellte der Beru-
fungsführer erneut einen Beweisantrag um medizinische und psychische Begutachtung seiner 
Handlungs- und Zurechnungsfähigkeit. 

Mit Eingabe vom 9. Januar 2019 teilte die Staatsanwaltschaft mit, weder Nichteintreten zu beantra-
gen noch Anschlussberufung zu erklären. Überdies schloss sie auf Abweisung der Berufung. Mit 
Stellungnahme vom 28. Januar 2019 teilte die B.________ AG ebenfalls mit, weder Nichteintreten 
zu beantragen noch Anschlussberufung zu erklären. Überdies beantragte sie, die Berufung sei 
abzuweisen und der Beweisantrag des Berufungsführers abzulehnen. 

Die Verfahrensleitung hat dem Beweisantrag des Berufungsführers mit Verfügung vom 4. Februar 
2019 stattgegeben und am 15. April 2019 bei Dr. D.________ ein psychiatrisches Gutachten über 
den Berufungsführer in Auftrag gegeben, welches am 11. Oktober 2019 eingereicht wurde.

Am 15. Oktober 2019 teilte die Verfahrensleitung den Parteien mit, aufgrund der Umstände die 
Durchführung eines schriftlichen Verfahrens zu beabsichtigen. Mit Schreiben vom 11. November 
2019 und 2. Dezember 2019 erklärten sich die Parteien mit der Durchführung eines schriftlichen 
Verfahrens einverstanden. 

Von Amtes wegen wurde über den Beschuldigten ein aktueller Strafregisterauszug, datierend vom 
4. Juni 2020, eingeholt.

E. Am 14. Januar 2020 reichte der Beschuldigte eine schriftliche Begründung seiner Berufung 
ein. Der Polizeirichter und die Staatsanwaltschaft verzichteten auf eine Stellungnahme. Die schrift-
liche Stellungnahme der B.________ AG wurde am 25. Mai 2020 eingereicht.

Erwägungen

1.

1.1. Gemäss Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher 
Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Als beschuldigte 
und erstinstanzlich verurteilte Personen hat der Berufungsführer ein rechtlich geschütztes Interes-
se an der Aufhebung oder Änderung des Entscheids i.S.v. Art. 382 Abs. 1 StPO und ist folglich zur 
Berufung legitimiert. Die Berufung erfolgte frist- und formgerecht sowie entsprechend den gesetzli-
chen Anforderungen; es ist darauf einzutreten.

1.2. Im Rahmen einer Berufung überprüft der Strafappellationshof den vorinstanzlichen 
Entscheid frei bezüglich sämtlicher Tat-, Rechts- und Ermessensfragen (Art. 398 Abs. 2 und 3 
StPO). Er ist in seinem Entscheid weder an die Begründung der Parteien noch an deren Anträge 

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gebunden, ausser wenn er Zivilklagen beurteilt. Er darf Entscheide nicht zum Nachteil der verurteil-
ten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen worden ist (Art. 391 
Abs. 1 und 2 StPO). Der Strafappellationshof verfügt somit grundsätzlich über eine umfassende 
Überprüfungsbefugnis. Er überprüft das erstinstanzliche Urteil allerdings nur in den angefochtenen 
Punkten, kann aber zugunsten der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte über-
prüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheide zu verhindern (Art. 404 StPO).

1.3. Das Verfahren wird mit Einverständnis der Parteien schriftlich durchgeführt (Art. 406 StPO). 
Es beruht auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erho-
ben worden sind (Art. 389 Abs. 1 StPO). Die Rechtsmittelinstanz erhebt von Amtes wegen oder 
auf Antrag einer Partei die erforderlichen zusätzlichen Beweise (Art. 389 Abs. 3 StPO). Vorliegend 
wurde auf Antrag des Berufungsverführers ein psychiatrisches Gutachten eingeholt, um die straf-
rechtliche Schuldfähigkeit des Beschuldigten zur Tatzeit sowie seine aktuelle Verhandlungsfähig-
keit abzuklären.

2.

2.1. Der Berufungsführer wurde wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 StGB), 
Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung (Art. 164 Ziff. 1 StGB), Misswirtschaft 
(Art. 165 Ziff. 1 StGB) und Gläubigerbevorzugung (Art. 167 StGB) für schuldig befunden.

Dass diese Straftatbestände vorliegend grundsätzlich erfüllt sind, wird durch den Berufungsführer 
nicht bestritten. Er macht jedoch geltend, er sei im Jahre 2005 schwer erkrankt. Bei ihm sei die 
Diagnose eines Gehirntumors gestellt worden. Diese Krankheit sei bis heute andauernd und sehr 
schwer. Er habe sich in all den Jahren schweren Chemotherapien und Bestrahlungen unterziehen 
müssen. Er sei teilweise medikamentös so stark therapiert worden, dass er sich zeitweise an 
nichts mehr erinnern konnte und Mühe zu sprechen gehabt habe. Es seien verschiedene Operatio-
nen und Eingriffe in den Schädel mit schwersten Folgen erfolgt. Noch heute sei er sehr stark ange-
schlagen. In all dieser Zeit habe er sich nicht um die Geschäfte kümmern können; es hätten ande-
re Leute, wer auch immer, gehandelt. Er sei aus diesen Gründen zur Zeit der Tat nicht fähig gewe-
sen, das Unrecht seiner Taten einzusehen und gemäss dieser Einsicht zu handeln. Er sei schuld-
unfähig; die gegen ihn ausgesprochenen Schuldsprüche seien daher aufzuheben.

2.2. Im Rahmen des Berufungsverfahrens wurde über den Beschuldigten ein psychiatrisches 
Gutachten in Auftrag gegeben, welches am 11. Oktober 2019 eingereicht wurde und Folgendes 
festhält.

Nachdem er während mehreren Monaten unter epileptischen Anfällen gelitten hatte, wurde im April 
2003 beim Berufungsführer ein Hirntumor festgestellt. Dieser wurde mit Chemo- und Radiotherapi-
en sowie medikamentös behandelt Ende 2008 wurde sein Gesundheitszustand als sehr zufrieden-
stellend beurteilt. In den Jahren 2011 bis 2013 fanden jährliche ambulatorische neurologische 
Kontrollen statt, die eine stabile Situation beschreiben. Im September 2013 habe ihn der Psycho-
onkologe, der ihn untersuchte, als voll orientiert befunden, aber Antriebslosigkeit gezeigt und 
Ängste vor den psychosomatischen Folgen seiner aktuellen Situation geäussert. In den Untersu-
chungsbefunden für das Jahr 2014 werde er als wach, orientiert und kognitiv unauffällig beurteilt, 
aber es seien gewisse neurologische Defizite, Tagesschläfrigkeit und eine ausgeprägte Müdigkeit 
beobachtet worden. Der Gutachter stellte die Diagnose einer progressiven, organischen Persön-
lichkeitsstörung (F07.0), sowie eines depressiven Zustands als Reaktion auf schwere Belastungen 
(F43.8). Dies äussere sich durch gewisse kognitive Defizite, Konzentrations- und Aufmerksam-
keitsstörungen, sowie eine erhöhte Ermüdbarkeit und schwankende Gefühlsstimmungen.

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In Beantwortung der ihm gestellten Fragen kam der Gutachter zum Schluss, zur Tatzeit, in den 
Jahren 2011 bis 2013, habe der Beschuldigte bereits unter einer organischen Persönlichkeitsstö-
rung und einer Reaktion auf eine belastende Situation gelitten. Trotz dieser psychischen Störung 
sei er, bis auf gewisse Zeitspannen wo er unter Bestrahlung und akuter Chemotherapie stand, zur 
Zeit der Tat fähig gewesen, das Unrecht seiner Tat einzusehen. Die Fähigkeit, gemäss dieser 
Einsicht zu handeln, sei durch die organische Persönlichkeitsstörung und den wellenförmig verlau-
fenden depressiven Zustand allerdings beeinflusst gewesen. Diese Minderung gemäss der 
Einsicht des Unrechts zu handeln und die sich daraus ergebende Beschränkung der Urteilsfähig-
keit seien von Dritten nicht einsehbar gewesen.

2.3. Entgegen der Schlussfolgerung des Berufungsführers kann aufgrund des psychiatrischen 
Gutachtens nicht auf eine vollständige Schuldunfähigkeit zur Tatzeit ausgegangen werden. Der 
Beschuldigte war folglich zum Tatzeitpunkt schuldfähig und wird wegen ungetreuer Geschäftsbe-
sorgung (Art. 158 Ziff. 1 StGB), Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung (Art. 164 
Ziff. 1 StGB), Misswirtschaft (Art. 165 Ziff. 1 StGB) und Gläubigerbevorzugung (Art. 167 StGB) für 
schuldig befunden. Die Berufung ist somit bezüglich der Schuldsprüche abzuweisen und das 
angefochtene Urteil zu bestätigen. Die vom Gutachter erwähnte Minderung der Schuldfähigkeit 
wird ihrerseits im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigen sein (Art. 19 Abs. 2 StGB; vgl. 
E. 3 hiernach).

3.

3.1. Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des 
Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der 
Strafe auf das Leben des Täters. Die Bewertung des Verschuldens wird in Art. 47 Abs. 2 StGB 
dahingehend präzisiert, dass dieses nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des 
betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen 
des Täters sowie danach bestimmt wird, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren 
Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden. Nach Art. 50 StGB hat 
das Gericht die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung fest-
zuhalten. Ausgehend von der objektiven Tatschwere hat der Richter das Verschulden zu bewerten. 
Er hat im Urteil darzutun, welche verschuldensmindernden und welche verschuldenserhöhenden 
Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens 
zu gelangen (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.5). Weiter zu berücksichtigen sind das Ausmass des 
verschuldeten Erfolges, die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolges (Deliktsbetrag, 
Gefährdung/Risiko, Sachschaden etc.), die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, das 
Mass an Entscheidungsfreiheit beim Täter sowie die sogenannte Intensität des deliktischen 
Willens. Neben den objektiven und subjektiven Tatumständen (Tatkomponente), wobei dem 
subjektiven Tatverschulden eine entscheidende Rolle zukommt (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.4), sind 
auch täterbezogene Umstände (Täterkomponente) zu berücksichtigen, die mit der konkreten Straf-
tat nicht im unmittelbaren Tatzusammenhang stehen (vgl. Urteil BGer 6B_1211/2015 vom 
10. November 2016 E. 1.3.3). Im Rahmen der Täterkomponente sind das Vorleben, die persönli-
chen Verhältnisse des Angeklagten sowie die Beweggründe und Ziele des Täters zu berücksichti-
gen. Zum Vorleben gehören die Lebensgeschichte des Täters zur Tatzeit, seine Herkunft, die 
Familienverhältnisse, die Erziehung, die Ausbildung und seine Haltung gegenüber Gesetzen.

3.2. Die Strafe ist zu mildern, wenn der Täter zur Zeit der Tat vermindert zurechnungsfähig bzw. 
schuldfähig war (Art. 19 Abs. 2 StGB). Dabei geht es nicht um die Herabsetzung einer Strafe, 
sondern um die Reduktion des Verschuldens. Der Schuldvorwurf, der einem nur vermindert 

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schuldfähigen Täter gemacht werden kann, ist verglichen mit einem voll schuldfähigen Täter gerin-
ger. Das Schuldprinzip verlangt deshalb, dass die Strafe für eine in verminderter Schuldfähigkeit 
begangene Tat niedriger sein muss, als wenn der Täter – unter sonst gleichen Umständen – voll 
schuldfähig gewesen wäre. Wenn das Gesetz in einem verschuldensrelevanten Zusammenhang 
von Strafmilderung bzw. Strafminderung spricht, so bedeutet dies, dass die Strafe aufgrund des 
geringen Verschuldens tiefer auszufallen hat, als wenn keiner dieser Gründe vorläge (vgl. BGE 
136 IV 44 E. 5.5). Es liegt im Ermessen des Sachrichters, in welchem Umfang er die verschiede-
nen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Das Gericht ist nicht gehalten, in Zahlen oder 
Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzumessungskriterien berücksichtigt. Der Nach-
weis und die Einstufung der verminderten Schuldfähigkeit lassen sich nicht mit exakten naturwis-
senschaftlichen Methoden objektivieren. Die forensische Psychiatrie ist nicht in der Lage, ein 
mathematisch exaktes Messsystem anzubieten, weshalb sich in der Praxis eine pragmatische 
Dreiteilung (leichte, mittlere oder schwere Verminderung) eingespielt hat. Der Richter hat ein 
psychiatrisches Gutachten rechtlich zu würdigen. Er ist diesbezüglich grundsätzlich frei und nicht 
an die Schlussfolgerungen des Gutachtens gebunden. Insbesondere hat er auch die Ursache 
einer verminderten Schuldfähigkeit zu gewichten. Der einer psychiatrischen Einschätzung zugrun-
de liegende Ermessensspielraum kommt auch dem Richter zu, wenn er zu entscheiden hat, wie 
sich die festgestellte Einschränkung der Schuldfähigkeit unter Würdigung aller Umstände auf die 
(subjektive) Verschuldensbewertung auswirkt. Gestützt auf diese grobe Einschätzung hat der Rich-
ter unter Berücksichtigung der weiteren Strafzumessungsgründe innerhalb des ihm zur Verfügung 
stehenden Strafrahmens die Strafe auszufällen, wobei ihm wiederum ein erhebliches Ermessen 
zusteht. Mit einem solchen Vorgehen wird der Verminderung der Schuldfähigkeit im ganzen 
Ausmass Rechnung getragen, wie es von der Rechtsprechung gefordert wird, ohne diesem 
Umstand eine zu weit gehende Bedeutung zukommen zu lassen (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.6).

3.3. Zudem ist die Rechtsprechung zur Strafzumessung bei mehreren strafbaren Handlungen 
zu beachten. Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist vorab der Strafrahmen 
für die schwerste Straftat bzw. für die schwerste Tatgruppe zu bestimmen und alsdann die Einsatz-
strafe für die schwerste Tat innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen. Die Einsatzstrafe ist unter 
Einbezug der anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen. 
Der Richter hat mithin in einem ersten Schritt gedanklich die Einsatzstrafe für das schwerste Delikt 
festzulegen, indem er alle objektiven und subjektiven verschuldensrelevanten Umstände berück-
sichtigt. In einem zweiten Schritt hat er die Strafe zu erhöhen, um die weiteren Delikte zu sanktio-
nieren (vgl. BGE 144 IV 313 E. 1.1.2). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Bildung 
einer Gesamtstrafe in Anwendung des Asperationsprinzips nach Art. 49 Abs. 1 StGB nur möglich, 
wenn das Gericht im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss gleichartige Strafen ausfällt 
(sog. "konkrete Methode"; vgl. BGE 144 IV 217 E. 2.2).

3.4. Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor er wegen einer 
andern Tat verurteilt worden ist, so bestimmt es die Zusatzstrafe in der Weise, dass der Täter nicht 
schwerer bestraft wird, als wenn die strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wären 
(Art. 49 Abs. 2 StGB). Die Bestimmung will im Wesentlichen das Asperationsprinzip auch bei retro-
spektiver Konkurrenz gewährleisten. Der Täter, der mehrere Freiheitsstrafen verwirkt hat, soll nach 
einem einheitlichen, für ihn relativ günstigen Prinzip der Strafschärfung beurteilt werden, unabhän-
gig davon, ob die Verfahren getrennt durchgeführt werden oder nicht. Der Täter soll damit trotz 
Aufteilung der Strafverfolgung in mehrere Verfahren gegenüber jenem Täter, dessen Taten gleich-
zeitig beurteilt wurden, nicht benachteiligt und so weit als möglich auch nicht bessergestellt werden 
(vgl. BGE 138 IV 113 E. 3.4.1 mit weiteren Hinweisen). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-

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chung greift das Asperationsprinzip allerdings nur, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgespro-
chen werden. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen. Das Gericht kann somit nur 
eine Gesamtfreiheitsstrafe ausfällen, wenn es im konkreten Fall für jede einzelne Tat eine Frei-
heitsstrafe ausfällen würde. Diese Voraussetzungen gelten auch für die Bildung der Zusatzstrafe 
bei der retrospektiven Konkurrenz. Der Zweitrichter ist in Bezug auf die Strafart an den rechtskräfti-
gen ersten Entscheid gebunden (vgl. BGE 137 IV 249 E. 3.4.2).

3.5. Am 1. Januar 2018 sind neue Bestimmungen des Strafgesetzbuches betreffend das Sank-
tionenrecht (AS 2016 1249) in Kraft getreten. Gemäss Art. 2 Abs. 1 StGB ist das Strafrecht nur auf 
Verbrechen und Vergehen anwendbar, die nach dessen Inkrafttreten begangen wurden. Art. 2 
Abs. 2 StGB sieht allerdings vor, dass die neue Gesetzesbestimmung anzuwenden ist, wenn der 
Täter ein Verbrechen oder Vergehen vor Inkrafttreten dieser Bestimmung begangen hat, die Beur-
teilung aber erst nachher erfolgt, und das neue Gesetz für den Täter das mildere ist. Die rückwir-
kende Anwendung der Gesetzesänderung ist unzulässig, wenn sie sich zu Lasten des Täters 
auswirken würde. Daraus leitet sich ab, dass grundsätzlich jenes Gesetz anwendbar ist, das im 
Zeitpunkt der verübten Tat galt, es sei denn, dass das neue Gesetz das mildere ist. Die Rückwir-
kung des milderen Gesetzes (lex mitior) folgt dem Gedanken, dass nicht mehr oder milder bestraft 
werden soll, weil die Tat zufolge Änderung der Rechtsanschauung nicht mehr bzw. weniger straf-
würdig erscheint (vgl. BGE 134 IV 82 E. 6.1). Ob das neue im Vergleich zum alten Gesetz milder 
ist, beurteilt sich nicht nach einer abstrakten Betrachtungsweise, sondern in Bezug auf den konkre-
ten Fall (Grundsatz der konkreten Vergleichsmethode). Der Richter hat die Tat sowohl nach altem 
als auch nach neuem Recht (hypothetisch) zu prüfen und durch Vergleich der Ergebnisse festzu-
stellen, nach welchem der beiden Rechte der Täter besser wegkommt. Der Gesetzesvergleich hat 
sich ausschliesslich nach einem objektiven Massstab zu richten (Grundsatz der Objektivität). 
Massgebend ist, welches die nach dem Gesetz gefundene, objektiv günstigere Rechtslage 
darstellt, nicht etwa der subjektive Gesichtspunkt, welche Sanktion dem Täter persönlich als 
vorteilhafter erscheint (vgl. BGE 134 IV 82 E. 6.2). Anzuwenden ist in Bezug auf ein und dieselbe 
Tat nur entweder das alte oder das neue Recht (vgl. BGE 134 IV 82 E 6.2.3).

Das neue Recht hat das Sanktionenregime verschärft, so dass die bis am 31. Dezember 2017 
geltenden Bestimmungen grundsätzlich das mildere Recht sind. Da die Taten vor diesem Datum 
begangen worden sind, sind diese anzuwenden.

3.6. Vorliegend wird der Beschuldigte wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 
StGB), Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung (Art. 164 Ziff. 1 StGB), Misswirtschaft 
(Art. 165 Ziff. 1 StGB) und Gläubigerbevorzugung (Art. 167 StGB) für schuldig befunden. Der 
Beschuldigte hat folglich mehrere Straftatbestände erfüllt. Gläubigerschädigung durch Vermögens-
verminderung und Misswirtschaft werden mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe 
(Art. 164 Ziff. 1 StGB; Art. 165 Ziff. 1 StGB), ungetreue Geschäftsbesorgung und Bevorzugung 
eines Gläubigers mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe (Art. 158 Ziff. 1 StGB; Art. 
167 StGB) bedroht. Im vorliegenden Fall ist aufgrund der tatsächlichen Nähe und der Tatsache, 
dass es sich um nicht unbedeutende Wirtschaftsdelikte handelt, für alle vier Straftatbestände eine 
Freiheitsstrafe auszufällen.

Der Beschuldigte wurde mit Urteil des Obergerichts des Kantons Bern vom 7. Juni 2012 zu einer 
Geldstrafe von 180 Tagessätzen, sowie zu Bussen von insgesamt CHF 820.- verurteilt. Da vorlie-
gend eine Freiheitsstrafe auszufällen ist, es sich somit nicht um gleichartige Strafen handelt, ist die 
vorliegende Strafe kumulativ auszufällen.

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Die schwerste zu beurteilende Straftat ist vorliegend die Gläubigerschädigung durch Vermögens-
verminderung. In Bezug auf die objektive Tatkomponente ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 
sich selbst und ihm nahestehende Personen vorsätzlich begünstigt hat, indem er im Bewusstsein 
der Zahlungsunfähigkeit der C.________ AG, in der er Alleinaktionär und alleiniger Geschäftsfüh-
rer war, Forderungsübertragungen vorgenommen hat. Er verursachte durch sein Handeln bei der 
Straf- und Zivilklägerin sowie anderen Gläubigern einen erheblichen finanziellen Schaden. Das 
objektive Tatverschulden ist somit als mittelschwer zu beurteilen. In subjektiver Hinsicht ist zu 
berücksichtigen, dass die Schuldfähigkeit des Berufungsführers teilweise eingeschränkt war, so 
dass von einem gesamthaft als leicht bis mittelschwerem Tatverschulden auszugehen ist. In Bezug 
auf die Täterkomponente ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte Rentner ist und von einem 
bescheidenen Einkommen lebt (act. 3005, 3011 ff.). Ansonsten verfügt er über kein Einkommen 
oder Vermögen (act. 3005). Er lebt getrennt von seiner Ehefrau, welche ebenfalls pensioniert ist 
und ihn gelegentlich unterstützt (act. 3005). Es ist zudem festzustellen, dass der Beschuldigte seit 
vielen Jahren unter erheblichen gesundheitlichen Problemen leidet und aufgrund dessen medizini-
schen sowie psychologischen Behandlungen unterliegt. In Würdigung der gesamten Umstände 
wäre für diese Straftat eine Freiheitsstrafe von ca. 120 bis 180 Tagen angemessen.

Zur Straftat der die Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung kommen die Misswirt-
schaft, die ungetreue Geschäftsbesorgung und die Gläubigerschädigung durch Vermögensvermin-
derung, welche im gleichen Rahmen begangen wurde. Der Beschuldigte hat die C.________ AG 
in Konkurs gehen lassen, indem er die aktienrechtlich vorgesehene Überschuldungsanzeige i.S.v. 
Art. 725 Abs. 2 OR unterlassen hat und stattdessen eine Wertberichtigung vornahm, was schliess-
lich zu einer weiteren Überschuldung der Gesellschaft führte. Er hat trotz der Überschuldungsitua-
tion verschiedene Darlehensrückzahlungen vorgenommen und dadurch die anderen Gläubiger 
seiner Gesellschaft geschädigt. Auch hier ist das objektive Tatverschulden als mittelschwer zu 
beurteilen und die teilweise eingeschränkte Schuldfähigkeit, sowie die Täterkomponenten zu 
berücksichtigen. Aufgrund der gesamten Umstände führt dies somit zu einer gewissen Erhöhung 
des Strafrahmens, der allerdings dem Verbot der reformatio in pejus (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO) 
unterliegt. Unter diesen Vorgaben ist das vom Polizeirichter ausgesprochene Strafmass von 
180 Tagen zu bestätigen.

3.7. Art. 42 Abs. 1 StGB sieht vor, dass das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe oder einer 
Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der Regel aufschiebt, wenn eine unbedingte Strafe 
nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen 
abzuhalten.

Nachdem der Polizeirichter dem Beschuldigten den bedingten Strafvollzug gewährt hat, kann der 
Strafappellationshof von dieser Beurteilung nicht zu Ungunsten des Berufungsführers abweichen. 
Der bedingte Strafvollzug wird somit mit einer Probezeit von zwei Jahren gewährt.

Der Polizeirichter hat zudem in Anwendung von Art. 42 Abs. 4 StGB eine Busse von CHF 2‘000.- 
ausgesprochen. Gemäss dieser Bestimmung kann eine bedingte Strafe mit einer unbedingten 
Geldstrafe oder mit einer Busse verbunden werden. Verbindungsstrafen nach Art. 42 Abs. 4 StGB 
kommen insbesondere in Betracht, wenn man dem Täter den bedingten Vollzug einer Geld- oder 
Freiheitsstrafe gewähren möchte, ihm aber dennoch in gewissen Fällen mit der Auferlegung einer 
zu bezahlenden Geldstrafe oder Busse einen spürbaren Denkzettel verabreichen möchte. Die 
Strafenkombination dient hier spezialpräventiven Zwecken. Das Hauptgewicht liegt auf der beding-
ten Freiheits- oder Geldstrafe, während der unbedingten Verbindungsgeldstrafe beziehungsweise 
Busse nur untergeordnete Bedeutung zukommt. Die Verbindungsgeldstrafe soll nicht etwa zu einer 

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Straferhöhung führen oder eine zusätzliche Strafe ermöglichen. Sie erlaubt lediglich innerhalb der 
schuldangemessenen Strafe eine täter- und tatangemessene Sanktion, wobei die an sich verwirkte 
Freiheitsstrafe und die damit verbundene Geldstrafe beziehungsweise Busse in ihrer Summe 
schuldangemessen sein müssen (vgl. BGE 135 IV 188 E. 3.3 mit weiteren Hinweisen).

Vorliegend erscheint angesichts der aktuellen gesundheitlichen und finanziellen Lage des Beru-
fungsführers die Verhängung einer Verbindungsstrafe in Form einer Busse als nicht zielführend, so 
dass darauf zu verzichten ist. Das angefochtene Urteil wird somit in diesem Punkt zu ändern sein.

4.

Unabhängig von der Schuldfähigkeit schliesst der Berufungsführer auf Abweisung der Zivilklage 
der B.________ AG. Er argumentiert, die von der Zivilklägerin geltend gemachten Forderungen im 
Betrag von CHF 537‘089.35 seien bereits im Jahr 2009 entstanden und nicht eine Folge davon, 
dass eine Bilanz nicht hinterlegt worden ist. Zudem sei nicht wie von der Zivilklägerin behauptet, 
ein indirekter Schaden bei der Gesellschaft entstanden, indem die Überschuldung nicht angezeigt 
wurde. Es handle sich vielmehr um einen indirekten Schaden für die Gläubigergesellschaft [recte: 
Gesellschaftsgläubiger] und einen direkten Schaden für die Gesellschaft. Bezüglich der Schadens-
berechnung sei zudem festzuhalten, dass die Differenz, welche die Klägerin als Schaden auswei-
se, Liquidationswerte annehme, die vom Bilanzwert per Ende 2011 abweichen. Die Zivilklage sei 
daher nicht genügend substantiiert.

Die Berufungsgegnerin ihrerseits macht geltend, sie habe ihre Ansprüche in Bestand, Höhe, Aktiv- 
und Passivlegitimation hinreichend behauptet und lückenlos Beweis geführt. Das erstinstanzliche 
Urteil sei daher in Bezug auf die Zivilklage vollumfänglich zu schützen.

4.1. Gemäss Art. 126 Abs. 1 Bst. b StPO entscheidet das Gericht über die anhängig gemachte 
Zivilklage, wenn es die beschuldigte Person schuldig spricht. Nach Art. 126 Abs. 2 Bst. b StPO 
wird die Zivilklage auf den Zivilweg verwiesen, wenn die Privatklägerschaft ihre Klage nicht hinrei-
chend begründet oder beziffert. Art. 126 Abs. 3 StPO bestimmt schliesslich, dass das Gericht die 
Zivilklage nur dem Grundsatz nach entscheiden und sie im Übrigen auf den Zivilweg verweisen 
kann, wenn die vollständige Beurteilung des Zivilanspruchs unverhältnismässig aufwendig wäre. 
Ansprüche von geringer Höhe beurteilt das Gericht nach Möglichkeit selbst.

4.2. In casu hat sich die Zivilklägerin als Gläubigern der C.________ AG die Rechtsansprüche 
der Konkursmasse gegen den Geschäftsführer der Gesellschaft gemäss Art. 260 SchKG abtreten 
lassen (act. 2025 ff., 13041 ff.). Die Abtretung i.S.v. Art. 260 SchKG bewirkt ein Prozessführungs-
recht mit Anspruch auf Vorausbefriedigung aus dem erzielten Erlös (vgl. BGE 132 III 564 E. 3.2.2). 
Damit ist die Zivilklägerin als Gläubigerin für die eingeklagten Forderungen aktivlegitimiert.

4.3.

4.3.1. Gemäss Art. 119 Abs. 2 StPO können Gegenstand des Adhäsionsverfahrens nur privat-
rechtliche Ansprüche sein, die aus einer Straftat abgeleitet werden. Die Lehre bezeichnet diesen 
erforderlichen Zusammenhang als Konnexität. Es muss somit eine gewisse Beziehung zwischen 
dem privatrechtlichen Anspruch und der vom Strafrichter zu beurteilenden Strafsache bestehen. 
Dabei soll ein lockerer Zusammenhang zwischen privatrechtlichem Anspruch und strafbarer Hand-
lung genügen. Der Gegenstand der Adhäsionsklage ist insbesondere nicht auf die Reparation oder 
Neutralisierung des durch die tatbestandsmässige Handlung unmittelbar herbeigeführten Zustands 
beschränkt. Es ist ferner unerheblich, ob die verletzte Strafnorm gerade dasjenige Rechtsgut 

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schützt, aus dessen Verletzung oder Gefährdung der privatrechtliche Anspruch geltend gemacht 
wird. Entscheidend ist allein, ob die i.S.v. Art. 115 StPO geschädigte Person anlässlich der Straftat 
eine zivilrechtlich relevante Verletzung erleidet. Mit anderen Worten kann die geschädigte Person 
adhäsionsweise den Ersatz auch von Nebenschäden geltend machen, sofern diese anlässlich der 
von den Strafbehörden zu verfolgenden und zu beurteilenden Straftaten entstanden sind. Ob 
solche Nebenschäden zu ersetzen sind, hängt vom materillen Privatrecht ab, etwa von der Frage 
der adäquaten Kausalität. Diese ist mit der strafprozessualen Frage der Konnexität nicht zu 
verwechseln (vgl. MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, in BSK StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 119 N. 12).

Der Schaden wird allgemein und auch in Bezug auf die aktienrechtlichen Verantwortlichkeit nach 
der Differenztheorie bestimmt. Demnach besteht der Schaden der Gesellschaft in der Differenz 
zwischen ihrem gegenwärtigen, nach dem schädigenden Verhalten eines Mitglieds des Verwal-
tungsrats festgestellten Vermögensstand und dem Stand, den ihr Vermögen bei einem korrekten 
Verhalten hätte. Entsprechende Schadenersatzansprüche der Gesellschaft gehen nach ihrem 
Konkurs auf die Konkursmasse über, welche sie gemäss Art. 260 SchKG an einzelne Gläubiger 
abtreten kann. Die Gläubiger, welche auf Grund einer solchen Abtretung Ansprüche gegenüber 
den Verwaltungsräten geltend machen, müssen demnach durch diese hervorgerufene Vermögens-
verminderungen der Gesellschaft beweisen. Dazu genügt nicht nachzuweisen, dass Gläubiger im 
Konkurs der Gesellschaft einen Verlust erlitten haben, weil diese Vermögensverminderung bei den 
Gläubigern und nicht bei der Gesellschaft eingetreten ist und daher keinen Schaden der Gesell-
schaft darstellt. Will ein Gläubiger seinen ihm Konkurs einer Gesellschaft erlittenen Schaden 
einfordern, so hat er diesen unabhängig von einer Abtretung gemäss Art. 260 SchKG einzuklagen 
und dabei die besonderen Haftungsvoraussetzungen nachzuweisen (vgl. Urteil BGer 4C.292/2003 
vom 25. Mai 2004 E. 3.3).

4.3.2. Vorliegend hat der Berufungsführer trotz Überschuldungssituation der C.________ AG kurz 
vor Konkurseröffnung Darlehensrückzahlungen in der Höhe von CHF 115'524.90 zu seinen Guns-
ten sowie zu Gunsten der E.________ AG und der F.________ AG getätigt (act. 13044). Der 
C.________ AG ist somit aufgrund der durch den Berufungsführer begangenen Pflichtverletzung 
bzw. der Erfüllung des Tatbestandes der Gläubigerbevorzugung (Art. 167 Ziff. 1 StGB) ein Scha-
den in der Höhe von CHF 115'524.90 entstanden. Es ist anzumerken, dass Art. 167 StGB insbe-
sondere den Anspruch der Gläubiger auf Gleichbehandlung nach der gesetzlichen Regelung der 
Zwangsvollstreckung schützt (vgl. BGE 117 IV 23 E. 4b). In casu wurden die Gläubiger der 
C.________ AG in ihrem, durch Art. 167 StGB geschützten, Anspruch auf Gleichbehandlung 
verletzt. Die Bevorzugung schaffte eine ungerechtfertigte Ungleichheit zwischen den Gläubigern 
und insofern ein Schaden, als dass die übrigen Gläubiger, im Gegensatz zu den bevorzugten 
Gläubigern, durch die Schuldnerin nicht befriedigt wurden. Die Pflichtverletzung des Berufungsfüh-
rers i.S.v. Art. 167 StGB war somit kausal dafür, dass das Zwangsvollstreckungssubstrat der Gläu-
biger im Umfang von CHF 115'525.90 geschmälert wurde und insofern die Forderungen der übri-
gen Gläubiger der C.________ AG nicht getilgt werden konnten.

4.3.3. Ein weiterer Schaden ist der C.________ AG entstanden, indem der Berufungsführer kurze 
Zeit vor der Konkurseröffnung Zessionen und Eigentumsübertragungen ohne Gegenwert im Wert 
von CHF 92'903.80 vorgenommen hat (act. 13049 f.). Dabei hat er entweder sich selbst oder 
Gesellschaften begünstigt, in denen er selbst oder ihm nahestehende Personen beteiligt waren.

Durch sein Handeln verletzte der Berufungsführer die ihm obliegende Vermögensfürsorgepflicht 
und erfüllte den Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung i.S.v. Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 
StGB. Als Folge des pflichtwidrigen Verhaltens des Täters wurde das Vermögen der C.________ 

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AG geschädigt. Es ist anzumerken, dass Art. 158 StGB fremdes Vermögen gegen Angriffe von 
Personen schützen will, denen eine Vermögensbetreuungspflicht obliegt (vgl. BGE 111 IV 60 
E. 3a). Weiter erfüllte der Berufungsführer durch sein Handeln den Tatbestand der Gläubigerschä-
digung durch Vermögensverminderung i.S.v. Art. 164 StGB, welcher die Gläubiger vor einer 
Verminderung der Haftungsmasse schützen soll (vgl. BGE 131 IV 49 E. 1.2). Diese Bestimmung 
soll die Pflicht des Schuldners sichern, bei drohendem oder eingetretenem Verfall des Vermögens 
dessen Rest seinen Gläubigern zu erhalten (vgl. BGE 134 III 52 E. 1.3.1). In casu wurden die 
Gläubiger der C.________ AG somit in ihrem, durch Art. 158 StGB bzw. 164 StGB geschützten, 
Vermögen verletzt. Durch die Pflichtverletzung des Beschuldigten ist der Gegenwert der zedierten 
Forderungen und Eigentumsübertragungen nicht in die Konkursmasse geflossen; stattdessen 
wurde die zur Befriedigung der Gläubiger zur Verfügung stehende Haftungsmasse im Umfang von 
CHF 92'903.80 vermindert.

4.3.4. Schliesslich ist durch die vom Berufungsführer unterlassene Überschuldungsanzeige der 
C.________ AG ein Schaden in der Höhe von CHF 1'065'415.21 entstanden.

Art. 725 Abs. 2 OR verpflichtet den Verwaltungsrat, eine Zwischenbilanz zu erstellen und diese der 
Revisionsstelle zur Prüfung vorzulegen, wenn begründete Besorgnis einer Überschuldung besteht. 
Diese Bestimmung dient dem Gläubigerschutz und bildet die Voraussetzung für die Benachrichti-
gung des Richters, welche gesetzlich für den Fall der Überschuldung vorgeschrieben wird (vgl. 
BGE 121 III 420 E. 3). Durch die Anzeige der Überschuldung soll eine gleichmässige Befriedigung 
der Gläubiger sichergestellt und verhindert werden, dass einzelne Gläubiger bevorzugt behandelt 
oder der Konkurs verschleppt wird, ein wirtschaftlich ungesundes Unternehmen zu noch grösseren 
Verlusten kommt und das Zwangsvollstreckungssubstrat der Gläubiger weiter geschmälert wird 
(vgl. WÜSTINER, in BSK OR II, 5. Aufl. 2016, Art. 725 OR N. 4) Die Norm soll verhindern, dass die 
Vermögensinteressen der Gläubiger durch sorgfaltspflichtwidriges Verhalten des Schuldners 
beeinträchtigt werden (vgl. BGE 109 IV 113 E. 1a); geschütztes Rechtsgut ist somit das Vermögen 
der Gläubiger. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt eine arge Nachlässigkeit in der 
Berufsausübung i.S.v. Art. 165 Ziff. 1 StGB vor, wenn gesetzliche Bestimmungen der Unterneh-
mensführung missachtet werden. Dazu gehören insbesondere im Falle der Überschuldung den 
Richter zu benachrichtigen. Es handelt sich hierbei um eine krasse Sorgfaltspflichtverletzung (vgl. 
Urteil BGer 6B_985/2016 vom 27. Februar 2017 E. 4.1.1).

Vorliegend hat es der Berufungsführer als Organ i.S.v. Art. 29 Bst. a StGB pflichtwidrig unterlas-
sen, die Überschuldung der C.________ AG gemäss Art. 725 Abs. 2 OR dem Richter anzuzeigen. 
Aufgrund der unberechtigterweise durch den Berufungsführer vorgenommenen Wertberichtigung 
vom 31. Dezember 2012 hatte sich der finanzielle Zustand der Gesellschaft sogar zunehmend 
verschlechtert. Durch diese Konkursverschleppung konnten die aktienrechtlich vorgesehenen 
Schutzmechanismen nicht zur Anwendung gelangen, was zu einer weiteren Überschuldung der 
C.________ AG führte. Stattdessen wurde der Konkurs erst viel später, nämlich am 2. September 
2013, eröffnet. Der Beschwerdeführer bewirkte mit der Verletzung der ihm obliegenden Pflichten 
im als Verwaltungsrat, dass die Konkurseröffnung zeitlich hinausgeschoben wurde. In dieser Zeit 
hatte der Beschwerdeführer zulasten der C.________ AG unberechtigterweise Darlehensrückzah-
lungen sowie Zessionen und Eigentumsübertragungen ohne Gegenwert vorgenommen. Dem 
Gesagten zu Folge, ist von einer Überschuldung der C.________ AG bereits per Ende 2011 
auszugehen; ohne die Wertberichtigung wäre diese bereits im Jahre 2011 mit CHF 139'121.14 
überschuldet gewesen.

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Aus der pflichtwidrig unterlassenen Überschuldungsanzeige ist der C.________ AG ein Schaden 
entstanden. Besteht der Schaden – wie in casu – in der Vergrösserung der Verschuldung der 
Konkursitin, welche durch eine verspätete Konkurserklärung entstanden ist (vgl. Art. 725 Abs. 2 
OR), im sogenannten Fortführungsschaden zufolge Konkursverschleppung, so ist die tatsächlich 
eingetretene Überschuldung der Konkursitin mit jener zu vergleichen, die bei einem Konkurs zum 
früheren Zeitpunkt bestanden hätte. Er kann bundesrechtskonform in der Weise festgestellt 
werden, dass der aus den Buchhaltungsunterlagen ersichtliche Saldo im Zeitpunkt der Verletzung 
der Benachrichtigungspflicht mit dem (höheren) Verlust im Zeitpunkt der tatsächlich erfolgten 
Konkurseröffnung verglichen wird. Es gilt also, den Vermögensstand der Gesellschaft bei Konkurs-
eröffnung mit dem Vermögen zu jenem Zeitpunkt zu vergleichen, auf welchen die eingeklagten 
Organe nach klägerischer Behauptung die Konkurseröffnung bei pflichtgemässem Handeln hätten 
herbeiführen müssen. Zu diesem Zweck kann der Überschuldungsgrad einzig gestützt auf Liquida-
tionswerte ermittelt werden, denn die Konkurseröffnung zieht die Auflösung der Gesellschaft nach 
sich (Art. 736 Ziff. 3 OR) und deren Liquidation nach den Regeln des Konkursrechts (Art. 740 Abs. 
5 OR). In diesem Stadium hat der Fortführungswert, da der gewöhnliche Geschäftsbetrieb einge-
stellt wird, diesbezüglich seine Bedeutung verloren (vgl. Urteil BGer 4A_271/2016 vom 16. Januar 
2017 E. 3.1). Wenn der Schaden oder dessen Höhe nicht beweisbar ist, kann der Richter den 
Schaden in Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR aufgrund einer blossen Schätzung als ausgewiesen 
erachten. Mit dieser bundesrechtlichen Erleichterung des Schadensnachweises soll dem Geschä-
digten jedoch nicht die Möglichkeit eröffnet werden, ohne nähere Angaben Schadenersatzforde-
rungen in beliebiger Höhe zu stellen. Art. 42 Abs. 2 OR zielt lediglich auf eine Beweiserleichterung 
und nicht etwa darauf, dem Geschädigten die Beweislast generell abzunehmen. Demnach hat der 
Geschädigte auch bei der Anwendbarkeit von Art. 42 Abs. 2 OR alle Umstände, die für den Eintritt 
des Schadens sprechen und dessen Abschätzung erlauben oder erleichtern, soweit möglich und 
zumutbar zu behaupten und zu beweisen (vgl. Urteil BGer 4C.292/2003 vom 25. Mai 2004 
E. 4.4.3).

Vorliegend ist der C.________ AG ein Schaden in der Höhe von CHF 1'065'415.21 entstanden. 
Dieser Betrag ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Verlust von CHF 3'900'795.59 nach der 
Konkurseröffnung (act. 13045) und dem geschätzten Verlust von CHF 2'835'380.38 per Ende des 
Jahres 2011 (act. 13046 f.). Dabei wurde der Saldo im Zeitpunkt der tatsächlich erfolgten Konkurs-
eröffnung anhand des ins Recht gelegten Konkursinventars (act. 13080 ff.) und Kollokationsplans 
(act. 13091 ff.) geschätzt. Der Saldo im Zeitpunkt der Verletzung der Benachrichtigungspflicht 
wurde anhand der ins Recht gelegten Bilanz (act. 2028 ff.), welche am 14. Oktober 2013 nach 
Konkurseröffnung erstellt wurde, insbesondere anhand der vorhandenen mobilen und immobilen 
Sachanlagen, geschätzt.

4.3.5. Wer einem andern widerrechtlich Schaden zufügt, sei es mit Absicht, sei es aus Fahrlässig-
keit, wird ihm zum Ersatze verpflichtet (Art. 41 OR). Eine Haftung i.S.v. Art. 41 OR setzt kumulativ 
einen Schaden, einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zwischen schädigendem 
Verhalten und Schaden, Widerrechtlichkeit der Schädigung und ein Verschulden des Schädigers 
voraus.

Der Richter bestimmt die Art und Grösse des Ersatzes für den eingetretenen Schaden (Art. 43 
Abs. 1 OR). Gemäss Art. 43 Abs. 1 OR und Art. 44 Abs. 1 OR kann der Richter dabei den Umfang 
der Schadenersatzpflicht bei bloss geringem zivilrechtlichen Verschulden des Schuldners oder bei 
Mitverschulden des Opfers herabsetzen. Zu erwähnen ist, dass bestehenden prekären finanziellen 
Verhältnissen des Ersatzpflichtigen i.S.v. Art. 44 Abs. 2 OR höchstens Rechnung getragen werden 
kann, wenn der Schaden weder absichtlich noch grobfahrlässig verursacht wurde (vgl. Urteil BGer 

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6B_795/2009 vom 13. November 2009 E. 5.2). Der Grad des Verschuldens, der nach Art. 43 OR 
bei der Bemessung des Schadenersatzes zu würdigen ist, kann somit nur dann zu einer Ermässi-
gung der Ersatzpflicht führen, wenn dem Schädiger bloss leichte Fahrlässigkeit vorzuwerfen ist 
(vgl. BGE 92 II 234 E. 2b). Dabei ist insbesondere die objektive Seite des Verschuldens, also die 
Schwere der Sorgfaltspflicht, zu berücksichtigen (vgl. KESSLER, in BSK OR I, 6. Auflage 2015, Art. 
43 N. 8).

Der Berufungsführer wurde in casu wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung, Misswirtschaft, Gläu-
bigerschädigung durch Vermögensverminderung und Gläubigerbevorzugung für schuldig befun-
den, sodass Widerrechtlichkeit gegeben ist. Ebenso sind aufgrund des bisher Gesagten ein Scha-
den, ein adäquater Kausalzusammenhang sowie ein Verschulden zu bejahen.

Der Berufungsführer hat seine Sorgfaltspflichten gegenüber der Gesellschaft grob verletzt. Sein 
Verschulden ist demzufolge als vorsätzlich oder zumindest grob fahrlässig zu qualifizieren, 
weshalb nicht von einem leichten Verschulden ausgegangen werden kann. Der Berufungsführer 
war sich der Zahlungsunfähigkeit der C.________ AG bewusst und hat trotz dieses Bewusstseins 
sich selbst oder ihm nahestehende Personen bereichert und seine Pflichten als Geschäftsführer 
grob missachtet. Demzufolge ist vorliegend bei der Bemessung des Schadenersatzes keine 
Herabsetzung des Schadens zugunsten des Berufungsführers vorzunehmen.

4.3.6. Vor dem Polizeirichter hat die Zivilklägerin ihre Forderungen beziffert und begründet 
(Art. 123 StPO). Insgesamt macht sie Forderungen gegenüber der C.________ AG in der Höhe 
von insgesamt CHF 512'089.35 geltend. Diese Forderungen setzen sich aus folgenden Teilbeträ-
gen zusammen: Eine Zessionsforderung in der Höhe von CHF 525'275.- mit Fälligkeit am 3. Mai 
2012 (act. 13041, 13054 ff.), eine Forderung aus Parteientschädigung in der Höhe von 
CHF 1'064.- mit Fälligkeit am 19. Oktober 2013 (act. 13041, 13068 f.), eine weitere Zessionsforde-
rung in der Höhe von CHF 10'750.35 mit Fälligkeit am 15. Oktober 2014 (act. 13041, 13070 ff.), 
sowie Betreibungskosten in der Höhe von CHF 203.- (act. 13041, 13066), abzüglich der am 
27. August 2018 vorgenommenen Reduktion von CHF 25‘000.- (act. 13118).

Mit Eingabe vom 2. August 2019 reichte die Zivilklägerin die Spezialanzeigen an die Gläubiger 
über die Auflegung der Verteilungsliste im Konkurs vom 31. Juli 2019 ein. Daraus erhellt, dass ihr 
Konkursverlust für die Zessionsforderungen neu auf CHF 549'420.80 und derjenige betreffend die 
Parteientschädigung neu auf CHF 1'042.75 zu beziffern sind. Daraus ergibt sich neu einen Scha-
den der Konkursmasse bzw. der Zivilklägerin gegenüber der C.________ AG in der Höhe von total 
CHF 550'463.55. Aufgrund des Verbots der reformatio in pejus (Art. 391 Abs. 2 StPO) kann dieser 
Sachverhalt allerdings nicht berücksichtigt werden, wenn die Berufung ausschliesslich durch den 
Beschuldigten ergriffen wurde.

Die Berufung ist in diesem Punkt somit abzuweisen und das Urteil des Polizeirichters im Zivilpunkt 
vollumfänglich zu bestätigen.

5.

5.1. Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 
Abs. 1 StPO). Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Die Kosten 
des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterlie-
gens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Erwirkt eine Partei, die ein Rechtsmittel ergriffen hat, einen für sie 
günstigeren Entscheid, so können ihr nach Art. 428 Abs. 2 StPO die Verfahrenskosten auferlegt 

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werden, wenn die Voraussetzungen für das Obsiegen erst im Rechtsmittelverfahren geschaffen 
worden sind (Bst. a) oder der angefochtene Entscheid nur unwesentlich abgeändert wird (Bst. b).

Im vorliegenden Fall wurde der Schuldspruch im Berufungsverfahren nicht aufgehoben, so dass es 
sich nicht rechtfertigt, die Kostenregelung des erstinstanzlichen Verfahrens zu ändern.

Im Berufungsverfahren dringt der Beschuldigte mit seinen Anträgen ebenfalls nicht durch. Es 
rechtfertigt sich daher, ihm die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen. Sie bestehen aus 
einer Gerichtsgebühr von CHF 1'000.-, den Kosten des psychiatrischen Gutachtens von 
CHF 1‘934.80, und den pauschal festgesetzten Auslagen von CHF 100.-.

5.2. Die amtliche Verteidigung wird nach dem Anwaltstarif des Bundes oder desjenigen Kantons 
entschädigt, in dem das Strafverfahren geführt wurde (Art. 135 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 57 des 
Justizreglements vom 30. November 2010 (JR; SGF 130.11) wird die angemessene Entschädi-
gung der amtlichen Verteidigung in Zivil- und Strafsachen im Kanton Freiburg auf Grund des 
Arbeitsaufwands sowie der Wichtigkeit und des Schwierigkeitsgrads der Angelegenheit festge-
setzt. Der Stundenansatz beträgt CHF 180.- (Art. 57 Abs. 2 JR). Korrespondenz und Telefonge-
spräche, die zur Führung des Prozesses notwendig waren und den Rahmen einer einfachen 
Aktenverwaltung nicht überschreiten, insbesondere Übermittlungsschreiben, Gesuche um Frister-
streckung oder um Verschiebung einer Verhandlung, geben einzig Anspruch auf ein Pauschalho-
norar von höchstens CHF 500.- (Art. 67 Abs. 1 JR). Gemäss Art. 58 Abs. 1 JR werden die für die 
Führung des Prozesses notwendigen Auslagen zum Selbstkostenpreis verrechnet. Die Behörde 
legt die Kosten für Kopien, Portos und Telefonate pauschal auf 5 % der Grundentschädigung fest 
(Abs. 2). Die Reiseentschädigungen umfassen sämtliche Kosten (Transport, Verpflegung usw.) 
sowie die aufgewendete Zeit (Abs. 3); die Entschädigung für Reisen innerhalb des Ortes, in dem 
sich das Anwaltsbüro befindet, beträgt CHF 30.- (Art. 77 Abs. 4 JR). Die Mehrwertsteuer beträgt 
7,7 % (Art. 25 Abs. 1 MWStG).

Rechtsanwalt Stämpfli veranschlagt für das Berufungsverfahren vor dem Kantonsgericht einen 
Zeitaufwand von insgesamt 22 Stunden und 40 Minuten, wovon allerdings zahlreiche E-Mails an 
den Klienten, die einzig im Pauschalhonorar zu berücksichtigen sind. Er hatte das erstinstanzliche 
Urteil zu prüfen, die Akten zu studieren, mit seinem Klienten das weitere Vorgehen zu besprechen, 
und die Berufungserklärung zu verfassen und schriftlich zu begründen. Die nach der Urteilseröff-
nung anfallenden nötigen Aufwendungen sind ebenfalls zu vergüten. Unter Berücksichtigung sämt-
licher Umstände erscheint ein Aufwand von 20 Stunden, ausmachend CHF 3‘800.-, inkl. eine 
Korrespondenzpauschale von CHF 200.-, als angemessen. Die Entschädigung für die Auslagen 
wird auf 5 % der Grundentschädigung, d.h. auf CHF 190.-, festgesetzt. Zuzüglich der Mehrwert-
steuer von 7.7 %, ausmachend CHF 307.25, ist Rechtsanwalt Stämpfli somit eine Entschädigung 
von CHF 4‘297.25 zu entrichten. Für die Kosten der amtlichen Verteidigung bleibt die Rückzah-
lungspflicht des Berufungsführers gemäss Art. 135 Abs. 4 Bst. a StPO vorbehalten.

5.3. Gemäss Art. 433 Abs. StPO hat die Privatklägerschaft gegenüber der beschuldigten 
Person Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfah-
ren, wenn sie obsiegt (Abs. 1 Bst. a). Die Privatklägerschaft hat ihre Entschädigungsforderung bei 
der Strafbehörde zu beantragen, zu beziffern und zu belegen (Abs. 2 Satz 1).

Im vorliegenden Fall obsiegte die Zivilklägerin vollumfänglich, weshalb ihr eine angemessene 
Entschädigung zugesprochen wird.

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Rechtsanwalt Spielmann macht in seiner Kostenliste vom 22. Juni 2020 eine Parteientschädigung 
von CHF 4‘670.85 geltend. Die geltend gemachten 20 Stunden sind leicht zu reduzieren, um dem 
Umstand Geltung zu tragen, dass sämtliche Rechtsschriften von einem juristischen Mitarbeiter 
erstellt wurden. Es werden somit gesamthaft 15 Stunden entschädigt. Der Stundentarif beträgt 
CHF 250.- (vgl. Art. 75a Abs. 2 JR). Der Berufungsführer wird demzufolge verpflichtet, der Zivilklä-
gerin eine Parteientschädigung von global CHF 4‘240.70 inkl. MwSt. von CHF 303.20 zu bezahlen 
(Art. 64 Abs. 1 lit d. Ziff. 2 JR). 

Der Hof erkennt:

I. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen.

II. Das Urteil des Polizeirichters des Seebezirks vom 12. September 2018 hat neu folgenden 
Wortlaut: 

1. A.________ ist schuldig:

a) der ungetreuen Geschäftsbesorgung, begangen in G.________ in der Zeit vom 
17. Juli 2013 bis zum 27. August 2013 (Art. 158 Ziff. 1 StGB);

b) der Gläubigerschädigung durch Vermögensverminderung, begangen in 
G.________ in der Zeit vom 17. Juli 2013 bis zum 27. August 2013 (Art. 164 Ziff. 
1 StGB);

c) der Misswirtschaft, begangen in G.________ in der Zeit vom 31. Dezember 2011 
bis zum 2. September 2013 (Art. 165 Ziff. 1 StGB);

d) der Gläubigerbevorzugung, begangen in G.________ im Jahre 2012 (Art. 167 
StGB).

2. A.________ wird in Anwendung der vorgenannten Bestimmungen sowie der Art. 29 
Bst. a, 40, 42, 44, 47 und 49 Abs. 1 StGB verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 
180 Tagen; der bedingte Strafvollzug wird mit einer Probezeit von 2 Jahren gewährt.

3. Zivilbegehren

3.1. A.________ wird verpflichtet, B.________ AG den Betrag von CHF 512‘089.35 
zuzüglich für den Teilbetrag von CHF 500‘275.- einen Verzugszins von 5 % seit 
3. Mai 2012 sowie zuzüglich für den Teilbetrag von CHF 1‘064.- einen Verzugszins 
von 5 % seit 19. Oktober 2013 sowie für den Teilbetrag von CHF 10‘750.35 einen 
Verzugszins von 5 % seit 15. Oktober 2014 und zuzüglich der Betreibungskosten in 
der Höhe von CHF 203.- zu bezahlen. 

3.2. A.________ wird verpflichtet, B.________ AG eine Parteientschädigung von 
pauschal CHF 15‘000.- inklusive Mehrwertsteuer zu bezahlen.

4. Die Kosten des Verfahrens werden A.________ auferlegt (Art. 426 StPO). Die 
Gerichtsgebühr beträgt CHF 4‘000.- und die Auslagen CHF 500.-. 

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5. Rechtsanwalt Franz Stämpfli wird als amtlicher Verteidiger von A.________ eine 
Entschädigung von CHF 4‘248.75 (Honorar CHF 3‘600.-, Auslagen 5 % CHF 180.-, 
Wegentschädigung CHF 165.-, MwSt. 7.7 % CHF 303.75) zu Lasten der Staatskasse 
ausgerichtet. A.________ hat diese Entschädigung dem Staate Freiburg zu ersetzen 
und Rechtsanwalt Franz Stämpfli die Differenzen zwischen dem amtlichen Honorar 
und dem ordentlichen Tarif, ausmachend CHF 2‘374.80 (inkl. MwSt.) zu entrichten, 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

III. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf CHF 3‘034.80 (Gerichtsgebühr: 
CHF 1‘000.-; Gutachten: CHF 1‘934.80; Auslagen: CHF 100.-) festgesetzt. Sie werden 
A.________ auferlegt.

IV. Die Kosten der amtlichen Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt Franz Stämpfli 
im Berufungsverfahren werden auf CHF 4‘297.25 festgesetzt (inkl. MwSt. von CHF 307.25).

A.________ wird verpflichtet, diesen Betrag dem Staat Freiburg zurückzuzahlen sobald es 
seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

V. A.________ wird verpflichtet, B.________ AG eine Parteientschädigung von pauschal 
CHF 4‘240.70 (inkl. MwSt. von CHF 303.20) zu bezahlen. 

VI. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraus-
setzungen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 
17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, einzureichen.

Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen nach der 
Eröffnung Beschwerde beim Bundesstrafgericht einreichen (Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO i.V.m. 
Art. 396 Abs. 1 StPO). Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraussetzungen sind 
in den Art. 379 bis 397 StPO geregelt (Art. 39 des Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die 
Organisation der Strafbehörden des Bundes; StBOG; SR 173.71). Die begründete Beschwerde-
schrift ist beim Bundesstrafgericht, Postfach 2720, Bellinzona, einzureichen.

Freiburg, 6. Juli 2020/sfa/dbe

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: