# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd95ff23-56bf-54b7-8eae-16d1050688e6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-12-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.12.2025 F-9228/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-9228-2025_2025-12-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-9228/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  D e z e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richterin Aileen Truttmann; 

Gerichtsschreiberin Aisha Luisoni. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______, 

2. B._______, 

beide vertreten durch MLaw Jasmin Iglesias, 

Rechtsschutz für Asylsuchende – 

Bundesasylzentrum Region Bern, 

Beschwerdeführende, 

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Vorinstanz. 

  
 

 
 

Gegenstand 
 Zuweisung der Asylsuchenden an die Kantone; 

Verfügung des SEM vom 24. November 2025. 

 

 

 

F-9228/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin 1 (geb. 2002) und ihr minderjähriger Sohn 

(geb. 2024), Beschwerdeführer 2, beide guineische Staatsangehörige, er-

suchten am 12. September 2025 in der Schweiz um Asyl. 

B.  

Mit Verfügung vom 24. November 2025 anerkannte die Vorinstanz die Be-

schwerdeführenden als Flüchtlinge gemäss Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG und 

gewährte ihnen Asyl. Gleichzeitig wies sie sie dem Kanton C._______ zu 

(Dispositivziffer 4) und hielt fest, dass eine allfällige Beschwerde gegen die 

Kantonszuweisung keine aufschiebende Wirkung hat (Dispositivziffer 5). 

C.  

Gegen die Kantonszuweisung erhoben die Beschwerdeführenden am 

28. November 2025 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie be-

antragten die Aufhebung der Dispositivziffer 4 und die Anweisung an die 

Vorinstanz, die Beschwerdeführenden dem Kanton D._______ zuzuwei-

sen. Eventualiter sei die angefochtene Dispositivziffer 4 aufzuheben und 

die Sache zur erneuten Beurteilung der Kantonszuweisung an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten sie die Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege. Insbesondere sei von der Erhebung eines Kos-

tenvorschusses abzusehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG oder das 

AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG, Art. 37 VGG). 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31 VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, sodass auf 

die Beschwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 108 Abs. 3 AsylG 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet dar-

über endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

F-9228/2025 

Seite 3 

1.3 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich begründet, weshalb sie 

im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer zwei-

ten Richterin respektive eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), 

ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Be-

gründung (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG) zu behandeln ist. 

2.  

Wie das Bundesverwaltungsgericht zuletzt wiederholt festgehalten hat, ha-

ben nach geltender Rechtsprechung Flüchtlinge einen grundsätzlichen An-

spruch auf Wahl ihres Aufenthaltsorts und kommt Art. 27 Abs. 3 AsylG auf 

diese nicht zu Anwendung (siehe Urteil des BVGer F-3852/2025 vom 4. Juli 

2025 E. 2.2 und die dort zitierte Rechtsprechung; Art. 26 FK, Art. 58 AsylG, 

Art. 37 Abs. 3 AIG). Mithin ist hinsichtlich der Kantonszuweisung der Be-

schwerdeführenden rechtserheblich, ob diese in einen bestimmen Kanton 

zugewiesen werden wollen und wenn ja, in welchen. Die Vorinstanz hätte 

dies entsprechend abzuklären gehabt – nicht zuletzt auch, um einen ver-

fahrensökonomischen Leerlauf über ein auf anderweitige Zuweisung fol-

gendes Kantonswechselgesuch zu vermeiden. Darüber hinaus hätte sie 

abklären müssen, ob einer Zuweisung gemäss dem Wunsch der Be-

schwerdeführenden ein Widerrufsgrund nach (Art. 37 Abs. 3 i.V.m.) Art. 63 

AIG entgegensteht und, falls ja, ob sich eine hierauf gestützte Verweige-

rung der gewünschten Zuweisung als verhältnismässig erweist. Indem die 

Vorinstanz die Beschwerdeführenden dem Kanton C._______ zugewiesen 

hat, ohne ihren Zuweisungswunsch und das allfällige Vorliegen von Wider-

rufsgründen abzuklären, hat sie den rechtserheblichen Sachverhalt unvoll-

ständig ermittelt (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). 

3.  

Entgegen dem Hauptantrag der Beschwerdeführenden auf reformatori-

sche Gutheissung kommt mit Blick auf die erforderlichen Sachverhaltsab-

klärungen – namentlich hinsichtlich allfälliger Widerrufsgründe nach Art. 63 

AIG und Verhältnismässigkeit einer darauf gestützten Verweigerung der 

gewünschten Zuweisung – einzig ein kassatorischer Entscheid in Frage 

(Art. 61 Abs. 1 VwVG). Die angefochtene Dispositivziffer 4 ist daher in Gut-

heissung des Eventualantrags aufzuheben und die Sache zur vollständi-

gen Sachverhaltsermittlung und Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

F-9228/2025 

Seite 4 

4.  

4.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 

ist damit gegenstandslos geworden. 

4.2 Trotz ihres Obsiegens ist den vertretenen Beschwerdeführenden keine 

Parteientschädigung zuzusprechen, da es sich vorliegend um eine zuge-

wiesene unentgeltliche Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102h AsylG 

handelt, deren Leistungen vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG 

entschädigt werden (vgl. auch Art. 111ater AsylG).  

F-9228/2025 

Seite 5 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Dispositivziffer 4 der Verfügung vom 24. November 2025 wird aufge-

hoben und die Sache zur vollständigen Sachverhaltsermittlung und Neu-

beurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, die Vorinstanz und die 

kantonalen Migrationsbehörden. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sebastian Kempe Aisha Luisoni 

 

 

 

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