# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e445099-eb48-5ffc-bd9a-bb24d9b8d5d0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-01-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 19.01.2011 SK1 2010 56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2010-56_2011-01-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 19. Januar 2011 Schriftlich mitgeteilt am: 
SK1 10 56 (nicht mündlich eröffnet)

(Eine gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde ist mit Urteil 
vom 17. August 2011 abgewiesen worden, soweit darauf einzutreten war).

Urteil 
I. Strafkammer

Vorsitz Schlenker
RichterInnen Brunner und Michael Dürst
Aktuarin ad hoc Riesen-Ryser

In der strafrechtlichen Berufung

des A., Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. 
HSG Andrea Cantieni, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses D. vom 4. Juni 2010, mitgeteilt am 22. 
Oktober 2010, in Sachen gegen den Angeklagten und Berufungskläger,

betreffend Verletzung von Verkehrsregeln,

hat sich ergeben:

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A. Am Morgen des 20. Januar 2009 befand sich A. mit dem Polizeifahrzeug 
der Marke BMW 530XI Touring, Kontrollschild GR _, auf einer Dienstfahrt auf der 
A13 vom Rastplatz D. in Richtung E.. Es schneite und die Strasse war 
schneebedeckt. Gegen 7.25 Uhr befand sich A. auf Höhe der Ortschaft D.. Er 
hatte den zweiten Getriebegang eingelegt und fuhr mit etwa 30 bis 40 km/h. 
Plötzlich entstand eine Schneeverwehung, die A. für einen Moment die Sicht 
nahm. A. nahm seinen Fuss vom Gaspedal und wollte abbremsen. Noch bevor er 
jedoch die Bremse betätigen konnte, kollidierte er seitlich-frontal mit einem 
weissen Lieferwagen der Marke Fiat Ducato 15Q 2.3JTD, Kontrollschild GR _, 
welcher von B. gelenkt wurde. B. befand sich auf der Fahrt von F. in Richtung G.. 
B. erlitt bei dem Unfall gemäss Arztbericht einen Bänderriss und eine Verrenkung 
im Gelenk zwischen Schlüsselbein und Schulterblatt der linken Schulter, 
Schürfwunden an der linken Schulter, der linken Stirn und am linken Handrücken, 
eine Prellung des Brustkorbs, eine Stauchung der Halswirbelsäule sowie eine 
Prellung im Übergangsbereich Brust / Lendenwirbelsäule. A. erlitt nach eigenen 
Angaben eine Prellung am Brustkorb zufolge des Airbags, eine Quetschung an 
der rechten Hand sowie Schürfungen an beiden Knien. Er suchte jedoch keinen 
Arzt auf. An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden. 

B. Mit Strafmandat vom 10. Juni 2009, mitgeteilt am 16. Juni 2009, verurteilte 
der Kreispräsident K. A. wegen Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 31 Abs. 1 
SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG und bestrafte ihn mit einer Busse in 
Höhe von Fr. 200.--, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von zwei Tagen. Gegen 
dieses Strafmandat liess A. am 24. Juni 2009 Einsprache erheben. In der Folge 
ergänzte die Bezirksgerichtsvizepräsidentin D. das Verfahren, indem sie B. als 
Auskunftsperson und C. als Zeuge einvernahm. Mit Verfügung des 
Bezirksgerichtspräsidiums D. vom 17. Februar 2010, mitgeteilt am 18. Februar 
2010, wurde A. wegen Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG 
in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG in Anklagezustand versetzt.

C. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss D. am 4. Juni 
2010 waren A. und sein Rechtsvertreter anwesend. Der Verteidiger beantragte in 
seinem Plädoyer, A. von Schuld und Strafe freizusprechen unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge zu Lasten der Staatskasse.

D. Mit Urteil vom 4. Juni 2010, gleichentags mündlich eröffnet und am 22. 
Oktober 2010 schriftlich mitgeteilt, erkannte der Bezirksgerichtsausschuss D. wie 
folgt:

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„1. A. ist schuldig der Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 
1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG.

2. Dafür wird A. mit einer Busse von CHF 200.00, ersatzweise bei 
schuldhafter Nichtbezahlung zu einer Freiheitsstrafe von 2 Tagen 
verurteilt.

3. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus

- Kosten des Kreisamtes K. CHF 748.00
- Gerichtsgebühr CHF 4'956.65

total CHF 5'704.65

gehen zu Lasten des Verurteilten.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).“

In der Begründung führte er zusammengefasst aus, es sei aufgrund der Aussagen 
von B. und C. erstellt, dass am Unfalltag starke Winde geherrscht hätten. Die 
anderslautenden Aussagen von A. müssten als Schutzbehauptungen taxiert 
werden. Die Verteidigung stelle ihre Argumentation der plötzlichen Schneeböe auf 
die Aussage von C. ab, welcher angenommen habe, dass am Gegenhang des 
Unfallortes eine Lawine niedergegangen und eine Schneestaubwolke über die 
A13 getragen worden sein könnte. C. mutmasse jedoch nur über einen 
Lawinenniedergang, womit kein Beweis für ein solches Naturereignis bei den 
Akten liege. Auch die eingereichten Akten gäben keine Auskunft über die lokale 
Gefahr einer Lawine. Insbesondere B. habe das Unwetter im übrigen derart 
beschrieben, dass nicht von einem überraschenden Zwischensturm auszugehen 
sei. Für den Bezirksgerichtsausschuss sei erstellt, dass am fraglichen Tag ein 
Schneesturm geherrscht habe, der die Fahrbahn mit Schnee bedeckt und die 
Sicht erheblich beschränkt habe. Im weiteren habe sich die Kollision offensichtlich 
auf der Fahrbahnseite des B. ereignet. Dabei stütze sich der 
Bezirksgerichtsausschuss auf das Fotoblatt, insbesondere die Fotos Nr. 5 und 6, 
welche die Endlage der Fahrzeuge wiedergeben würden. Diese Fotos liessen 
klare Schlüsse auf den Unfallort zu, welcher sich etwa einen Meter auf der 
Fahrbahnseite von B. befunden habe. Aus physikalischen Gründen sei 
auszuschliessen, dass der schwerere und mit einer höheren Geschwindigkeit 
fahrende Lieferwagen vom leichteren, langsameren Personenwagen auf seine 
Fahrspur zurückgedrängt worden wäre, wenn das schwerere Fahrzeug die 
Mittellinie überquert und die Kollision auf der Fahrspur von A. stattgefunden hätte. 
Es müsse auch davon ausgegangen werden, dass A. die Sicherheitslinie nicht in 
einem brüsken Fahrmanöver überquert habe, weshalb dies schon mindestens 15 
Meter vor dem Unfall geschehen sei. Es sei im weiteren von einer aufgrund von 

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Schneemaden verengten Fahrbahn auszugehen. A. sei zudem mit 
eingeschaltetem Scheinwerfer gefahren, was bei starkem Schneefall zu einer 
weiteren Beschränkung der Sicht führen könne. Als Zwischenergebnis sei von 
einer schnee- und schneematschbedeckten Strasse sowie von Dunkelheit, 
Schneesturm und einer verengten Fahrbahn auszugehen. Mit dem Schneesturm 
einhergehen würden höchst wechselbare Sichtverhältnisse. Aufgrund der 
Temperaturen und des Schneefalls habe zudem eine Eisbildung auf der Fahrbahn 
nicht ausgeschlossen werden können. Diese Umstände hätten zu besonders 
hoher Aufmerksamkeit samt situationsbedingten Anpassungen des Fahrverhaltens 
anhalten müssen. Die Reduktion der Sicht habe nicht nur einen Bruchteil einer 
Sekunde gedauert. A. habe die Sicherheitslinie schon vor dem Unfall überquert 
und sei dieser davor zu nahe gekommen, weshalb er schon dort hätte reagieren 
müssen. Hätte er sofort reagiert, als er auf die Gegenfahrbahn geraten sei, hätte 
er noch rechtzeitig abbremsen können. Habe A. aber die Fahrbahnrichtung nicht 
mehr erkennen können, so sei eine Reaktion umso angezeigter gewesen. Mit 8.3 
m/s sei das Tempo vor allem mit Blick auf die wechselnden Sichtweiten, die auch 
nur ein paar Meter betragen hätten, zu hoch gewesen. Aufgrund der schlechten 
Sichtverhältnisse hätte A. unverzüglich mit einer Temporeduktion bis zum 
Stillstand reagieren müssen. Damit aber habe es an der gehörigen 
Aufmerksamkeit und am situationsgerechten Reagieren, darin eingeschlossen das 
Anpassen der Geschwindigkeit, gemangelt, so dass A. den objektiven Tatbestand 
des Nichtbeherrschens des Fahrzeugs gesetzt habe. Er habe auch zumindest 
fahrlässig gehandelt, weil er gegen die nötigen Verkehrsregeln verstossen habe. 
Der Tatbestand von Art. 31 Abs. 1 SVG sei damit erfüllt, weshalb A. gestützt auf 
diese Bestimmung in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG zu verurteilen sei. Das 
Verschulden wiege nicht ganz leicht, eine Gefahr sei geschaffen und eine Person 
verletzt worden, wenn auch nicht besonders gravierend. A. zugute komme seine 
Vorstrafenlosigkeit. Er habe das Strafverfahren auch nicht erschwert. Eine Busse 
von Fr. 200.-- sei seinem Verschulden angemessen. 

E. Gegen dieses Urteil erhob A. mit Eingabe vom 12. November 2010, 
eingegangen am 15. November 2010, beim Kantonsgericht von Graubünden 
Berufung mit folgendem Rechtsbegehren:

„1. Die Ziffern 1, 2 und 3 des Urteils des Bezirksgerichtsausschusses D. 
vom 4. Juni 2010 seien aufzuheben.

2. Der Berufungskläger sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

3. Der Berufungskläger sei für das Untersuchungs- und erstinstanzliche 
Verfahren mit CHF 7'679.75 (inkl. MWSt von 7.6%) zu entschädigen.

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4. Die Kosten des Strafverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.

5. Der Berufungskläger sei für das Berufungsverfahren mit CHF 3'902.00 
(inkl. 7.6% MWSt) zu entschädigen.“

In der Begründung machte er zusammengefasst geltend, die Strassen seien 
schneebedeckt und die Boden- und Fahrbahnmarkierungen nicht zu erkennen 
gewesen. Spuren hätten aufgrund der Schneeverhältnisse keine gesichert werden 
können. Die Polizei habe die Kollisionsstelle nicht bestimmen können. Die 
Unfallstelle sei nicht ausgemessen worden. Beim Betrachten der vom polizeilichen 
Sachbearbeiter erstellten Handskizze dränge sich der Verdacht auf, dass diese 
erstellt worden sei, nachdem die Autos verschoben, die Fahrbahn gereinigt und 
die Schneemaden mit der Schneeschleuder entfernt worden seien. Sie 
widerspreche auch den Aussagen des Zeugen C. zu der Lage des 
Polizeifahrzeuges. Aufgrund der Handskizze lasse sich die Endlage der 
Fahrzeuge somit nicht rechtsgenüglich bestimmen. Bei den Fotos 5 und 6 seien 
keine Bodenmarkierungen ersichtlich und es sei unklar, mit welcher Brennweite 
sie aufgenommen worden seien. Die von der Vorinstanz aufgrund der Endlage der 
Fahrzeuge vorgenommene Stammtischberechnung des Kollisionspunktes sei 
willkürlich. Die Vorinstanz verkenne, dass es für die Berechnung des 
Kollisionspunktes aufgrund der Endlage eingehender physikalischer Kenntnisse 
und umfangreicher Sachverhaltsdaten bedürfe. Aktenwidrig und willkürlich sei 
auch die Beurteilung, A. habe mindestens 15 m vor der Kollisionsstelle die 
Sicherheitslinie überquert. Die Feststellung, B. sei nicht auf der Gegenfahrbahn 
gefahren, stütze sich allein auf dessen Aussage und lasse ausser Acht, dass nach 
Angaben von C. die Fahrbahn von B. um rund einen Meter eingeengt gewesen 
sei. B. sei nach eigenen Angaben links neben der Schneemade und dem 
Pflugschnee gefahren, die in die Südspur gereicht hätten. Dabei habe er mit hoher 
Wahrscheinlichkeit die Sicherheitslinie im Bereich der Unfallstelle überfahren. Die 
Fahrbahn von A. hingegen sei nicht eingeschränkt gewesen. Es sei daher sehr 
unwahrscheinlich, dass er auf die Gegenfahrbahn geraten sei. Aus diesen 
Gründen sei nicht erstellt, dass A. auf die Gegenfahrbahn geraten sei. Er sei somit 
vom Vorwurf der Verletzung von Verkehrsregeln freizusprechen. Auch wenn der 
Kollisionspunkt auf der Gegenfahrbahn angenommen werde, sei A. 
freizusprechen. Entgegen den Ausführungen der Vorinstanz habe keine 
Dunkelheit geherrscht, sondern Morgendämmerung. A. sei im weiteren mit 
Abblendlicht und nicht mit Scheinwerfer gefahren. Auf der Fahrbahn habe sich 
kein Eis gebildet gehabt. Die eingereichten Messdaten verschiedener 
Wetterstationen zeigten, dass am Unfalltag lediglich leichter Wind geherrscht 
habe. Aus den Aussagen von B. ergebe sich, dass der Schneesturm, der die Sicht 

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behindert habe, erst unmittelbar vor der Kollision aufgetreten sei. Beim Eintreffen 
des Zeugen C. auf der Unfallstelle habe es gemäss dessen Aussagen nicht stark 
gewindet. Auf den Fotos 5 und 6 schliesslich würden die Schneeflocken senkrecht 
fallen, was sie bei starkem Wind nicht tun würden. Die Schlussfolgerung der 
Vorinstanz, es habe während der gesamten Zeit ein starker Wind geweht und ein 
Schneesturm getobt, sei daher aktenwidrig. Es sei vielmehr davon auszugehen, 
dass A. in die Schneeböe einer Staublawine geraten sei. Gemäss Bericht des SLF 
Davos habe am 20. Januar 2009 erhebliche Lawinengefahr geherrscht. Die 
Brücke, auf der A. sich befunden habe, als ihn die Schneeböe getroffen habe, 
liege gemäss C. im Auslauf eines Lawinenzuges. Der Lawinenschnee bleibe im 
Tal liegen, der Schneestaub werde in Turbulenzen über die A13 hinweg bis ins 
Dorf D. getragen. C. habe bei seinem Eintreffen auf der Fahrbahn Schneestaub 
festgestellt, der nicht verfahren gewesen sei. Daraus habe er den Schluss 
gezogen, dass eine Lawine niedergegangen sein müsse. Die Vorinstanz 
übersehe, dass nicht allein die Neuschneemenge, sondern die schlechte 
Verbindung zwischen der enormen Altschneemenge und dem Neuschnee für die 
Lawinentätigkeit verantwortlich gewesen sei. A. habe die Lichter des Lieferwagens 
nicht gesehen, weil er mitten in der Schneeböe gewesen sei, während sich B. 
noch ausserhalb der Schneestaubwolke befunden habe und deshalb die Lichter 
des Polizeifahrzeugs habe erkennen können. A. sei daher nicht in einen 
längerdauernden Schneesturm geraten, sondern in eine überraschend auftretende 
Schneeböe, die mit aller Wahrscheinlichkeit von einem Lawinenniedergang 
verursacht worden sei. Man könne A. daher nicht vorwerfen, er hätte 
Bremsbereitschaft erstellen müssen. Auch handle es sich beim Unfallort um eine 
langgezogene und übersichtliche Linksbiegung. Es habe keine wechselnden 
Sichtweiten gegeben. Die Geschwindigkeit von A. sei den Verhältnissen 
angepasst gewesen. Die Annahme der Vorinstanz, A. habe sich immer mehr vom 
Fahrbahnrand entfernt, finde in den Akten keine Stütze. Mangelnde 
Aufmerksamkeit könne ihm aufgrund dieser Überlegungen daher nicht 
vorgeworfen werden. A. habe im weiteren beim Auftreten der Schneeböe adäquat 
reagiert, indem er sofort den Fuss vom Gaspedal genommen habe und habe 
bremsen wollen. Da die Gefahr einer solchen Sichtbehinderung durch eine 
Schneeböe nicht vorauszusehen gewesen sei, habe A. nicht fahrlässig gehandelt. 

F. Sowohl die Staatsanwaltschaft Graubünden als auch der 
Bezirksgerichtsausschuss D. verzichteten am 22. November 2010 schriftlich auf 
die Einreichung einer Stellungnahme. A. reichte mit Schreiben vom 26. November 

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2010, eingegangen am 29. November 2010, eine Stellungnahme der 
Arbeitsgruppe für Unfallmechanik, Zürich, vom 25. November 2010 ein.

G. Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie in der 
Berufungsschrift wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

Die I. Strafkammer zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile der Bezirksgerichtsausschüsse können der Verurteilte und 
der Staatsanwalt beim Kantonsgericht Berufung erheben (Art. 141 Abs. 1 StPO). 
Dazu ist die Berufung innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des 
angefochtenen Entscheides einzureichen; sie ist zu begründen und hat darzutun, 
welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides gerügt werden und ob das 
ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 
StPO). Diesen Anforderungen vermag die vorliegende Berufung zu genügen. Auf 
die frist- und formgerecht eingereichte Berufung ist daher einzutreten.

2. Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass dem Kantonsgericht als 
Berufungsinstanz grundsätzlich eine umfassende, uneingeschränkte Kognition – 
auch mit Bezug auf Ermessensfehler, bei deren Prüfung es sich aber eine gewisse 
Zurückhaltung auferlegt – zukommt (Art. 146 Abs. 1 StPO). Es überprüft das vor-
instanzliche Urteil grundsätzlich jedoch nur im Rahmen der in der Berufung oder 
Anschlussberufung gestellten Anträge. Wenn die Aktenlage die Beurteilung 
zulässt und keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt oder der Mangel 
geheilt ist, entscheidet das Kantonsgericht in der Sache selber (Art. 146 Abs. 2 
StPO e contrario), eine Rückweisung an die Vorinstanz bildet die Ausnahme 
(Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. 
Auflage, Chur 1996, S. 375 f.).

3. Der Vorsitzende kann eine mündliche Berufungsverhandlung von Amtes 
wegen oder auf Antrag durchführen, wenn die persönliche Befragung des 
Angeklagten für die Beurteilung der Streitsache wesentlich ist (Art. 144 Abs. 1 
StPO). Findet keine mündliche Verhandlung statt, so trifft das Kantonsgericht 
seinen Entscheid ohne Parteivortritt aufgrund der Akten (Art. 144 Abs. 3 StPO). 
Der Angeschuldigte in einem Strafverfahren hat aber unabhängig von der 
kantonalen Verfahrensordnung gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK Anspruch darauf, 
dass seine Sache in billiger Weise öffentlich gehört wird. Das Gebot der 
Verfahrensöffentlichkeit unter dem Vorbehalt von Art. 107 StPO gilt dem 

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Grundsatze nach nicht nur für das erstinstanzliche Strafverfahren, sondern 
erstreckt sich auf die Gesamtheit eines Strafverfahrens inklusive des gesamten 
Rechtmittelweges, somit auch auf das Berufungsverfahren gemäss Art. 141 ff. 
StPO. Der Betroffene kann auf die Durchführung einer mündlichen 
Berufungsverhandlung von sich aus verzichten. Voraussetzung eines wirksamen 
Verzichts ist, dass er ausdrücklich erklärt wird oder sich aus dem Stillschweigen 
des Betroffenen eindeutig ergibt. - Der Berufungskläger hat im vorliegenden Fall 
nicht die Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung verlangt, obwohl 
er anwaltlich vertreten ist. Daraus darf auf einen wirksamen Verzicht geschlossen 
werden. Es besteht aber auch kein Grund, dass das urteilende Gericht von sich 
aus (vgl. dazu Art. 144 Abs. 1 StPO) eine mündliche Berufungsverhandlung 
anordnet, nachdem die Vorinstanz öffentlich verhandelt hat, bezüglich des 
strittigen Sachverhalts keine zusätzlichen Aufschlüsse von einer mündlichen 
Verhandlung zu erwarten sind, eine reformatio in peius ausgeschlossen ist und 
sich ferner im vorliegenden Fall keine Fragen zur Person und zum Charakter des 
Berufungsklägers stellen, die sich nicht mit genügender Hinlänglichkeit aufgrund 
der Akten beantworten lassen. Zudem steht einem nichtöffentlichen Verfahren 
kein öffentliches Interesse entgegen (vgl. BGE 119 Ia 316 E 2b; Art. 107 StPO; 
ZGRG 2/99, S. 46; ZR 99/2000 Nr. 36). Die streitige Strafsache kann somit 
gestützt auf die vorliegenden Akten sachgerecht entschieden werden. Ein 
persönliches Vortreten des Berufungsklägers ist daher nicht notwendig.

4. Mit Schreiben vom 26. November 2010 hat der Verteidiger von A. eine 
Stellungnahme der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik, Zürich, zu den Akten 
gereicht (act. 06 samt Beilagen). Diese Stellungnahme datiert vom 25. November 
2010 (act. 06/2) und geht auf eine schriftliche Anfrage des Verteidigers vom 23. 
November 2010 zurück (act. 06/1). Die 20-tägige Berufungsfrist ist vorliegend, 
unter Berücksichtigung des Fristenlaufs an Sonntagen, am 15. November 2010 
abgelaufen. Sowohl die Anfrage an die Arbeitsgruppe für Unfallmechanik als auch 
deren Stellungnahme und das Einreichen derselben beim Gericht erfolgten mithin 
nach Ablauf der Rechtsmittelfrist. Die Stellungnahme der Arbeitsgruppe für 
Unfallmechanik wurde auch nicht in der Berufungsschrift angekündigt. Dokumente 
sind aber bereits mit der Berufung einzureichen oder zumindest in der Berufung 
anzukündigen, sofern sie nicht echte Noven betreffen (vgl. Urteil der I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts vom 17. Juni 2009, SK1 09 14, E 7a). Die 
Stellungnahme der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik datiert zwar von einem 
Zeitpunkt nach Ablauf der Berufungsfrist und ist damit erst nachher entstanden. 
Jedoch betrifft sie einen Umstand, der schon vor dem Ende der Berufungsfrist und 

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insbesondere auch vor Einreichen der Berufungsschrift bekannt und verwirklicht 
war, nämlich, dass die Vorinstanz unter anderem aus den Fotos Nr. 5 und 6 
beziehungsweise aus der darauf festgehaltenen Endlage der Fahrzeuge 
Rückschlüsse auf den Kollisionspunkt gezogen hat. Die Stellungnahme betrifft 
somit kein echtes Novum (= eine Tatsache, die sich erst nach Einreichung der 
Berufung verwirklicht hat). Es ist denn auch nicht ersichtlich und der 
Berufungskläger macht auch keine Gründe geltend, weshalb die Stellungnahme 
der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik nicht bereits während der Berufungsfrist 
hätte eingeholt werden können. Insbesondere aber hätte die Stellungnahme ohne 
Weiteres schon in der Berufungsschrift angekündigt werden können. Da weder 
das eine noch das andere geschehen ist, obwohl die Stellungnahme klarerweise 
kein echtes Novum betrifft, ist sie als verspätet zurückzuweisen. Im übrigen 
braucht der Kollisionspunkt im vorliegenden Fall nicht mathematisch genau 
bestimmt zu werden. Es genügt, wenn die Frage beantwortet werden kann, ob er 
auf der Fahrspur von B. gelegen hat oder nicht. Wie die nachfolgenden 
Erwägungen zeigen, lassen die Akten ohne weiteres den Schluss zu, dass der 
Kollisionspunkt auf der Fahrspur Richtung Süden lag. Daran vermöchte die 
Stellungnahme der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik nichts zu ändern, selbst 
wenn sie in die Beweiswürdigung miteinbezogen werden müsste.

5. In einem ersten Hauptpunkt macht der Berufungskläger geltend, es sei 
nicht erstellt, dass er mit seinem Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn geraten sei. 
Vielmehr sei davon auszugehen, dass der Kollisionsgegner die Sicherheitslinie 
überfahren habe und die Kollisionsstelle somit auf der Fahrbahn Richtung H./E. 
gelegen habe. Er sei daher vom Vorwurf der Verletzung von Verkehrsregeln 
freizusprechen. Wie A. in der Berufung richtig festhält, hat der Zeuge C., der beim 
Tiefbauamt Graubünden arbeitet und als Vorarbeiter den Werkhof E. leitet, 
welcher für die A13 zwischen I. und D. zuständig ist, ausgesagt, dass die 
Fahrbahn von B. aufgrund der Schneemade um etwa einen Meter verengt war 
(Einvernahme durch die Bezirksgerichtsvizepräsidentin vom 25. Januar 2010, 
bezirksgerichtliche Akten, act, BI.2., S. 5). Die von B. befahrene Fahrbahn ist 
gemäss Handskizze der Polizei 3.50 m breit (kreisamtliche Akten, act. 10; in 
diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass die Breite der Fahrbahnen und 
Pannenstreifen ohne Weiteres auch erst ausgemessen werden konnten, als die 
Unfallfahrzeuge bereits verschoben oder gar nicht mehr am Unfallort waren, so 
dass die Vorbehalte, die der Verteidiger gegen die Handskizze der Polizei in der 
Berufung vorbringt, diesbezüglich nicht überzeugen. Es ist daher für die Breite der 
Fahrbahnen und Pannenstreifen auf die Handskizze abzustellen). Nachdem die 

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Fahrbahn gemäss Zeugenaussage um etwa einen Meter verengt war (dies findet 
seine Bestätigung auch in den Fotos Nr. 5 und 6, Fotoblatt, kreisamtliche Akten, 
act. 11), standen B. somit noch etwa 2.5 m der Fahrbahnbreite zur Verfügung. Der 
Fiat Ducato 15Q 2.3JDT, welchen B. fuhr, ist etwa 2.05 m breit. B. hat ausgesagt, 
man habe die Bodenmarkierungen wegen des Schnees nicht gesehen, aber er sei 
immer ganz rechts neben dem Schnee, welchen der Schneepflug auf die Seite 
geschoben gehabt habe, gefahren (Einvernahme durch die 
Bezirksgerichtsvizepräsidentin vom 5. November 2009, bezirksgerichtliche Akten, 
act. BI.1., S. 5 Mitte). Es sind keine Hinweise ersichtlich, dass B. bezüglich der 
Frage, wo er gefahren ist, nicht korrekt ausgesagt hätte. Seine Aussage ist leicht 
nachvollziehbar und einleuchtend. Denn gerade weil die Bodenmarkierungen 
aufgrund des Schnees, der auf der Strasse lag, nicht zu sehen waren und weil die 
Sicht eingeschränkt war (siehe Erwägung 7), bot sich die Schneemade als 
Orientierungshilfe geradezu an. Die Aussage von B., er sei gerade rechts der 
Schneemade gefahren, erweist sich unter diesen Umständen als glaubhaft. Da B. 
nach seinen Angaben ganz rechts neben der Schneemade fuhr, kann unter diesen 
Umständen ausgeschlossen werden, dass er die Mittellinie überquerte und es auf 
der Fahrspur von A. zur Kollision gekommen ist. Dass der Kollisionspunkt auf der 
Fahrspur von B. gelegen haben muss, ergibt sich im weiteren auch aus folgender 
Überlegung: Wie sich aus den Fotos Nr. 5 und 6 ergibt, wurde der Fiat Ducato 
durch den Zusammenstoss kaum abgedreht, während der BMW 530XI Touring 
eine erhebliche Rotation durchgemacht hat. Das zeigt klarerweise auf, dass der 
Fiat Ducato trotz gleichen Strassenverhältnissen für beide Fahrzeuge wesentlich 
träger auf den Zusammenstoss reagiert hat als der BMW 530XI Touring, was – 
auch gerade unter Berücksichtigung, dass der Fiat Ducato mit einer höheren 
Geschwindigkeit unterwegs war und damit eine höhere Energie in den 
Zusammenprall brachte – wiederum darauf schliessen lässt, dass der Fiat Ducato 
bedeutend schwerer war. War der Lieferwagen aber erheblich schwerer und 
zudem schneller als der Personenwagen, so ist, wie dies die Vorinstanz bereits 
richtig ausgeführt hat, nicht davon auszugehen, dass der Personenwagen den 
Lieferwagen beim Zusammenstoss weit auf seine Fahrspur zurückgeschleudert 
hat. Dies hätte aber der Fall sein müssen, wenn die Kollision auf der Fahrspur von 
A. stattgefunden hätte, wie es in der Berufung geltend gemacht wird, denn in der 
Endlage befand sich der Lieferwagen auf dem Pannenstreifen seiner Fahrspur an 
der Stützmauer. Hätte die Kollision auf der Fahrspur von A. oder auch nur auf der 
Mittellinie stattgefunden, hätte der Lieferwagen durch den erheblich leichteren und 
langsameren Personenwagen somit zumindest etwa zwei Meter oder gar mehr 
Richtung Stützmauer geschleudert werden müssen (aus den Fotos Nr. 5 und 6, 

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Fotoblatt, kreisamtliche Akten, act. 11, ist ersichtlich, dass der Lieferwagen in der 
Endlage nahe der Stützmauer stand; die Fahrbahnbreite beträgt an der 
Unfallstelle 3.50 m, während der Pannenstreifen aufgrund der Ausbuchtung in der 
Stützmauer mehr als 1.30 m breit sein muss, Handskizze der Polizei, 
kreisamtliche Akten, act. 10, so dass zwischen der Endlage der linken vorderen 
Ecke des Fiat Ducato, an welcher die Fahrzeuge zusammenprallten, und der 
Mittellinie mehr als zwei Meter liegen müssen), während sich der Personenwagen 
ebenfalls etwa einen Meter oder auch mehr Richtung Stützmauer bewegt hätte, 
ragt er doch etwa so viel in die Fahrspur von B. (siehe weiter unten). Dass dem 
nicht so gewesen sein kann, ergibt sich aus der Lebenserfahrung und einfachsten 
physikalischen Gesetzen, die anzuwenden das Gericht durchaus in der Lage ist. 
Auch aus dieser Überlegung darf geschlossen werden, dass der Kollisionspunkt 
nicht auf der Fahrspur von A. und auch nicht an oder nahe bei der Mittellinie 
gewesen sein kann. Wo genau der Kollisionspunkt gewesen ist, braucht unter 
diesen Umständen nicht bestimmt zu werden, da es genügt zu wissen, dass die 
Kollision auf der Fahrspur von B. stattgefunden hat. Eine genaue Bestimmung des 
Kollisionspunktes mittels aufwändiger Berechnungen und Simulationen erübrigt 
sich unter diesen Umständen. Gegen einen Kollisionspunkt auf der Fahrspur von 
B. spricht im übrigen auch die Aussage von C. nicht, dass das Polizeifahrzeug bei 
seiner Ankunft schräg leicht über die Mittellinie gestanden sei (Einvernahme durch 
die Bezirksgerichtsvizepräsidentin vom 25. Januar 2010, bezirksgerichtliche 
Akten, act. BI.2., S. 3). Diese Aussage ist nämlich insofern zu relativieren, als 
auch im Zeitpunkt der Ankunft von C. auf der Unfallstelle die Strasse noch 
vollständig mit Schnee bedeckt war, weshalb die Strassenmarkierungen nicht 
sichtbar waren, was C. selbst so ausgesagt hat. Ebenso ist seine Aussage, er sei 
von E. her gekommen und habe nicht zwischen dem Polizeifahrzeug und der 
Leitplanke hindurchfahren können (Einvernahme durch die 
Bezirksgerichtsvizepräsidentin vom 25. Januar 2010, bezirksgerichtliche Akten, 
act. BI.2., S. 3) in dem Sinne zu relativieren, als auf dem Foto Nr. 6 (Fotoblatt, 
kreisamtliche Akten, act. 11), welches unbestrittenermassen die Endlage der 
Fahrzeuge festhält, zwischen Leitplanke und Polizeifahrzeug klar eine Fahrspur im 
Schnee erkennbar ist, die relativ frisch gewesen sein muss, denn die Fahrspuren 
des Fiat Ducato zum Beispiel sind aufgrund des Schneefalls schon nicht mehr 
sichtbar. Zumindest ein Personenwagen konnte mithin hinter dem Polizeifahrzeug 
passieren. Es musste daher ein Abstand von wenigstens gegen zwei Metern 
zwischen dem Polizeifahrzeug und der Leitplanke bestehen. Der BMW 530XI 
Touring weist eine Länge von 4.84 m auf. Die Fahrspur von A. hat gemäss 
Handskizze der Polizei eine Breite von 3.80 m, der Pannenstreifen eine solche 

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von 1.50 m (kreisamtliche Akten, act. 10). Auch wenn der BMW nicht gerade 
rechtwinklig zur Fahrbahn stand, so ergibt sich aus den gemachten Angaben 
doch, dass er nicht nur leicht über die Mittellinie auf die Fahrspur von B. geragt 
haben kann, sondern dass es sich doch eher um einen Meter oder mehr 
gehandelt haben muss, die er auf die Fahrspur Richtung G. ragte. Und schliesslich 
sei auch darauf hingewiesen, dass A. in der polizeilichen Einvernahme vom 20. 
Januar 2009 selbst zugestanden hat, es bestehe die Möglichkeit, dass er, als er in 
der Schneeböe die Orientierung verloren gehabt habe, leicht nach links gelenkt 
habe, wobei er nicht wisse, ob er dabei auf die Gegenfahrbahn geraten sei 
(kreisamtliche Akten, act. 3, S. 2). Gegenüber dem Untersuchungsrichter hat er 
am 30. Januar 2009 erklärt, er könne nicht sagen, ob er auf der Fahrspur von B. 
gewesen sei oder B. auf seiner Fahrspur, als es zur Kollision gekommen sei, da er 
zu diesem Zeitpunkt effektiv keine Sicht gehabt habe (kreisamtliche Akten, act. 5, 
S. 2 Mitte). A. schloss damit sowohl gegenüber der Polizei als auch beim 
Untersuchungsrichter die Möglichkeit, dass der Zusammenstoss auf der Fahrbahn 
Richtung G. stattgefunden hat, selbst nicht aus. Aus dem Dargelegten erhellt, 
dass sich der Kollisionspunkt gemäss Beweisergebnis auf der Fahrspur Richtung 
Süden befunden haben muss, woran auch die Einwendungen des 
Berufungsklägers nichts zu ändern vermögen. Die Vorinstanz ist somit zu Recht 
davon ausgegangen, dass A. und B. auf der Fahrspur des letzteren 
zusammengestossen sind. 

6. In einem weiteren Punkt wird in der Berufung geltend gemacht, entgegen 
der Annahme der Vorinstanz habe am Morgen des 20. Januar 2009 bei D. kein 
Schneesturm geherrscht. Dies zeige schon die Aussage des Berufungsklägers, 
dass auf dem Rastplatz D. nur ein leichter Wind geweht habe. Diese Aussage 
werde durch die Daten der Wetterstationen bestätigt. Dem ist entgegen zu halten, 
dass gemäss Angaben der Wetterstation auf dem J. am 20. Januar 2009 in der 
Zeit von 7.00 Uhr bis 7.30 Uhr Windspitzen zwischen 40.3 km/h und 36.0 km/h 
gemessen wurden (act. 01/7), was einem starken Wind beziehungsweise einer 
frischen Brise entspricht (act. 01/8). Wie weit diese Winde jedoch auch im Tal zu 
spüren waren, lässt sich aus der Tabelle naturgemäss nicht ersehen. Im 
Polizeirapport wird aber festgehalten, dass zum Zeitpunkt, als die Polizeistreife auf 
der Unfallstelle eintraf, teilweise starker Wind feststellbar war, der den frisch 
gefallenen Schnee aufwirbelte (kreisamtliche Akten, act. 2, S. 3 „Angetroffene 
Situation“). Die Polizeistreife traf um 7.40 Uhr auf der Unfallstelle ein, also nur 
ungefähr 15 min. nach der Kollision (Polizeirapport, kreisamtliche Akten, act. 2, S. 
1). Auch B. sprach davon, dass ein Schneesturm geherrscht beziehungsweise 

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dass der Wind den Schnee verwirbelt habe (polizeiliche Einvernahme vom 20. 
Januar 2009, kreisamtliche Akten, act. 6, S. 1 und 2 oben, sowie Einvernahme 
durch die Bezirksgerichtsvizepräsidentin vom 5. November 2009, 
bezirksgerichtliche Akten, act. BI.1., S. 2 unten, S. 3 oben und S. 4 oben). In der 
polizeilichen Einvernahme hat er erklärt, dieser Schnee-sturm habe „poco dopo 
l’uscita nord di D.“ begonnen (kreisamtliche Akten, act. 6, S. 1). Zwischen der 
Ausfahrt D. Nord und der Unfallstelle liegen in etwa 300 m. B. ist nach eigenen 
Angaben mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h gefahren. Damit hat er jede 
Sekunde 13.85 m zurückgelegt. Für die 300 m hat er unter diesen Umständen gut 
21 Sekunden benötigt. Seine Aussage, der Schneesturm habe „poco dopo“ der 
Ausfahrt D. Nord begonnen, zeigt klar auf, dass er vor dem Unfall schon eine 
gewisse Strecke beziehungsweise eine gewisse Zeit im Schneesturm gefahren 
sein muss, denn „poco dopo“ umfasst weder zeitlich noch örtlich verstanden eine 
Strecke von 300 m. Gegenüber der Bezirksgerichtsvizepräsidentin hat B. 
ausgesagt, dass der Schneesturm beim Ausgang des Tunnels bei D. begonnen 
habe (bezirksgerichtliche Akten, act. BI.1., S. 2 unten). Auch gemäss dieser 
Aussage ist B. vor dem Unfall bereits eine gewisse Zeit im Schneesturm gefahren. 
Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb auf die Aussagen von B. nicht abgestellt 
werden könnte und A. macht denn auch keine solchen geltend. Vielmehr geht er in 
der Berufung selbst von den Aussagen von B. aus (Berufung, act. 01, S. 11, lit. f). 
Die Aussagen von B. sprechen nun aber wie aufgezeigt und entgegen den 
Ausführungen in der Berufung klar dagegen, dass es am Morgen des 20. Januar 
2009 vor dem Unfall nur wenig Wind hatte und dass der Schneesturm 
beziehungsweise die Schneeböe ein Phänomen war, das unmittelbar vor dem 
Unfall ganz plötzlich auftrat. Vielmehr sprechen sie klar dafür, dass bei D. eine 
gewisse Zeit lang ein Schneesturm herrschte. C. hat bezüglich der 
Windverhältnisse erklärt, wie er von den Pikettleuten wisse, habe es an jenem 
Morgen stark geschneit und stark gewindet. Als er gegen 8 Uhr auf die Unfallstelle 
gekommen sei, habe es noch geschneit, aber nicht mehr stark gewindet 
(Einvernahme durch die Bezirksgerichtsvizepräsidentin vom 25. Januar 2010, 
bezirksgerichtliche Akten, act. BI.2., S. 3). Diese Aussage spricht weder gegen die 
Feststellung im Polizeirapport, dass es bei Eintreffen der Polizeistreife am 
Unfallort starke Winde gehabt habe, noch gegen die Aussage von B., es habe bei 
D. im Unfallzeitpunkt ein Schneesturm geherrscht, denn die Winde 
beziehungsweise der Schneesturm können sich bis zum Eintreffen von C., das 
etwa eine gute halbe Stunde nach dem Unfall und etwa 20 min. nach dem 
Eintreffen der Polizei stattfand, ohne weiteres gelegt haben. Was die Aussage von 
C. jedoch bestätigt, ist, dass es an jenem Morgen im Tal starke Winde gegeben 

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hat. Insgesamt gesehen finden sich in den Akten somit genügend Anhaltspunkte, 
dass es am Morgen des 20. Januar 2009 und auch im Zeitpunkt des Unfalles bei 
D. starke Winde gab, die den Schnee aufwirbelten. Dagegen sprechen im übrigen 
auch die Fotos Nr. 5 und 6 nicht, auf denen die Schneeflocken senkrecht fallen, 
wie in der Berufung geltend gemacht wird. Denn die Fotos wurden gemäss 
Aussage von A. vor der Vorinstanz gemacht, kurz bevor er die Unfallstelle 
zusammen mit der Polizeistreife verlassen hat (Urteil der Vorinstanz, act. 01/1, S. 
6). Dies ist zweifellos erst eine gewisse Zeit nach dem Eintreffen der Polizeistreife 
gewesen, so dass die Fotos bezüglich der Windverhältnisse im Zeitpunkt der 
Unfalles und des Eintreffens der Polizeistreife keine Auskunft geben. Wie bereits 
festgestellt, ist es ohne Weiteres möglich, dass sich der Wind im Verlauf des 
Morgens gelegt hat. Bei den Fotos handelt es sich zudem nur um 
Momentaufnahmen, die kaum etwas darüber auszusagen vermögen, wie die 
Verhältnisse davor waren und sich danach entwickelt haben. Die beiden Fotos 
sprechen daher nicht gegen die Annahme, dass im Zeitpunkt des Unfalles bei D. 
ein Schneesturm geherrscht hat. Die Vorinstanz ist unter diesen Umständen zu 
Recht davon ausgegangen, dass es am 20. Januar 2009 im Zeitpunkt des 
Unfalles bei D. einen Schneesturm gab. 

7. Der Berufungskläger macht in der Berufung geltend, es habe gute Sicht 
geherrscht, bevor er unerwartet von einer heftigen Schneeböe erfasst worden sei. 
Die Vorinstanz geht von einer stark eingeschränkten Sicht mit wechselnden 
Sichtweiten aus. Im folgenden ist aufgrund der Akten zu prüfen, ob die Vorinstanz 
zu Recht eine stark eingeschränkte Sicht angenommen hat oder nicht. Gegenüber 
der Polizei hat A. am 20. Januar 2009 erklärt, ausser dem Schneefall seien die 
Sichtverhältnisse gut gewesen. Es sei bereits hell gewesen und die Strecke sei 
gerade und übersichtlich. Er habe die A13 auf eine Distanz von mindestens 100 
bis 150 Metern überblicken können (kreisamtliche Akten, act. 3, S. 2 oben). In 
derselben Einvernahme hat er ausgesagt, er sei vor dem Unfall schätzungsweise 
mit 30 bis 40 km/h gefahren (S. 1 unten), er habe sofort die Geschwindigkeit 
reduziert, als er in die Schneeböe geraten sei, indem er den Fuss vom Gaspedal 
genommen habe, und schon sei es zur Kollision gekommen (S. 2 Mitte), er habe 
das andere Fahrzeug aufgrund des Schneefalls und weil es ein weisses Fahrzeug 
gewesen sei, nicht gesehen (S. 2 Mitte). B. hat ausgesagt, er sei mit 50 km/h 
gefahren (polizeiliche Einvernahme vom 20. Januar 2009, kreisamtliche Akten, 
act. 6, S. 2 unten; Einvernahme durch die Bezirksgerichtsvizepräsidentin vom 5. 
November 2009, bezirksgerichtliche Akten, act. BI.1., S. 4). Bei einer 
Geschwindigkeit von 30 km/h legt ein Fahrzeug jede Sekunde 8.31 m zurück, bei 

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40 km/h sind es 11.08 m und bei 50 km/h 13.85 m. Zieht man die Reaktion von A. 
in die Überlegungen mit ein, dass er nämlich nach dem Verlust der Sicht nur 
gerade den Fuss vom Gaspedal habe nehmen können, als es auch schon zur 
Kollision gekommen sei, so ergibt sich, dass er kaum mehr als eine Sekunde in 
der Schneeböe gefahren sein kann, als die Kollision sich ereignete. Das Fahrzeug 
von A. und der Lieferwagen waren mithin kaum mehr als 22 bis 25 m von einander 
entfernt, als die Schneeböe A.’ Fahrzeug erfasste. Der Lieferwagen fuhr gemäss 
Aussage von B. mit Abblendlicht (polizeiliche Einvernahme vom 20. Januar 2009, 
kreisamtliche Akten, act. 6, S. 3 oben; Einvernahme durch die 
Bezirksgerichtsvizepräsidentin vom 5. November 2009, bezirksgerichtliche Akten, 
act. BI.1., S. 4). Die Linkskurve wird in der Berufungsschrift als langgezogen und 
übersichtlich geschildert (act. 01, S. 8, lit. g). Dies ergibt sich auch aus dem 
Fotoblatt (kreisamtliche Akten, act. 11, insbesondere Foto Nr. 2). Trotzdem hat A. 
den Lieferwagen nach eigener Aussage nicht gesehen, weder als er vor noch als 
er in der Schneeböe war. Wäre die Sicht an jenem Morgen vor dem Unfall 
tatsächlich 100 bis 150 m weit gewesen, hätte A. den Lieferwagen aber vor der 
Schneeböe zweifellos sehen müssen. Dies auch unter dem Aspekt, dass es 
entgegen den Aussagen von A. kaum schon hell gewesen sein dürfte, sondern 
dass allein schon aufgrund des Datums, der Uhrzeit und des Wetters davon 
auszugehen ist, dass Dämmerung geherrscht hat (vgl. den Polizeirapport, 
kreisamtliche Akten, act. 2, S. 3 Mitte, sowie die Aussage von B. gegenüber der 
Polizei, kreisamtliche Akten, act. 6, S. 3 oben, und gegenüber der 
Bezirksgerichtsvizepräsidentin, bezirksgerichtliche Akten, act. BI.1., S. 3 oben, 
und schliesslich auch die Fotos 5 und 6, Fotoblatt, kreisamtliche Akten, act. 11, 
sowie schliesslich sogar die entsprechende Feststellung in der Berufung, act. 01, 
S. 10, Ziff. 2.1), die noch nicht weit fortgeschritten war, weshalb die Abblendlichter 
des Lieferwagens von vornherein stärker aufgefallen sind. Dass A. den 
Lieferwagen überhaupt nicht gesehen hat, spricht damit entweder gegen seine 
Aussage, die Sicht sei an jenem Morgen gut gewesen, oder es spricht dafür, dass 
A. sehr unaufmerksam gewesen ist. Nachdem auch B. erklärt hat, er habe die 
Lichter des anderen Fahrzeugs erst kurz vor dem Zusammenstoss gesehen 
(polizeiliche Einvernahme vom 20. Januar 2009, kreisamtliche Akten, act. 6, S. 2 
oben; Einvernahme durch die Bezirksgerichtsvizepräsidentin vom 5. November 
2009, bezirksgerichtliche Akten, act. BI.1., S. 4), ist davon auszugehen, dass die 
Sichtverhältnisse entgegen den Aussagen von A. nicht gut und damit erheblich 
eingeschränkt waren. Davon ist die Vorinstanz somit zu Recht ausgegangen.

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8. In der Berufung wird im weiteren geltend gemacht, die Vorinstanz sei zu 
Unrecht davon ausgegangen, A. habe an seinem Fahrzeug die Scheinwerfer 
eingeschaltet gehabt. Er habe in der untersuchungsrichterlichen Einvernahme klar 
bestätigt, dass er mit Abblendlicht gefahren sei. Die Feststellung der Vorinstanz, 
die eingeschalteten Scheinwerfer hätten bei starkem Schneetreiben zu einer 
weiteren Beschränkung der Sicht geführt, sei daher unbehelflich. Dem 
Berufungskläger ist darin zuzustimmen, dass die Vorinstanz fälschlicherweise 
davon ausgeht, A. sei mit eingeschalteten Scheinwerfern gefahren. Diese 
Annahme hat jedoch keinen weiteren Einfluss auf die Entscheidung der Vorinstanz 
gehabt, sie wird im Urteil lediglich als weiteres Detail aufgeführt, das belegen soll, 
dass die Sicht von A. eingeschränkt gewesen ist. Wie bereits einlässlich dargelegt, 
war die Sicht von A. eingeschränkt. Damit aber hat die fehlerhafte Feststellung der 
Vorinstanz keine Auswirkungen gezeitigt, weshalb nicht weiter darauf 
eingegangen werden muss. A. führt in der Berufung weiter an, entgegen den 
Ausführungen der Vorinstanz habe sich auf der Fahrbahn der A13 kein Eis 
gebildet gehabt. Die Erwägung der Vorinstanz, dass der Berufungskläger aufgrund 
der vereisten Fahrbahn eine besonders hohe Aufmerksamkeit hätte aufwenden 
und sein Fahrverhalten hätte anpassen müssen, sei unbehelflich. Diesbezüglich 
ist festzuhalten, dass die Vorinstanz in keiner Weise festgestellt hat, die A13 sei 
vereist gewesen. Vielmehr hat sie ausgeführt, aufgrund der Temperaturen und des 
Schneefalls habe eine Eisbildung auf der Fahrbahn nicht ausgeschlossen werden 
können (Urteil der Vorinstanz, act. 01/1, S. 14, lit. l). Sie hat damit zum Ausdruck 
gebracht, dass A. aufgrund der Witterungs- und Strassenverhältnisse nicht von 
vornherein davon ausgehen durfte, dass die Strassen nicht vereist waren. Die 
Möglichkeit, dass sich auf den Fahrbahnen Eis gebildet haben könnte, hätte 
wiederum A. gemäss Auffassung der Vorinstanz zu erhöhter Aufmerksamkeit 
veranlassen müssen. Diese Feststellung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden 
(vgl. auch BGE 126 II 192 E 2b, in welchem das Bundesgericht festhält, dass bei 
Schneematsch auf den Fahrbahnen immer auch mit vereisten Strassen gerechnet 
werden muss). Schliesslich bringt der Berufungskläger noch vor, seine Fahrspur 
sei nicht verengt gewesen, es habe lediglich auf dem 1.5 m breiten Randstreifen 
eine rund 70 cm breite Schneemade gegeben. Die Erwägung der Vorinstanz, dass 
aufgrund der verengten Fahrbahn eine besondere Aufmerksamkeit gefordert 
gewesen sei, sei somit unbehelflich. Auch diesen Ausführungen kann nicht 
zugestimmt werden. Wie der Berufungskläger zwar richtig ausführt, ist nach 
Aussage von C. die Fahrspur von A. nicht verengt gewesen. Jedoch hat C. auch 
festgestellt, dass die Gegenfahrspur aufgrund des Schnees, der von der 
Schneeräumung zur Seite geschoben worden war, um etwa einen Meter verengt 

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war. Die Fahrzeuge, die die Südspur benutzten, konnten somit nicht so weit rechts 
fahren, wie sie es ohne Schnee gekonnt hätten. Dies hiess insbesondere bei 
Lastwagen und Bussen, die doch einiges über zwei Meter breit sein können, aber 
auch bei anderen Fahrzeugen, die sich nicht streng rechts hielten, dass die 
Möglichkeit bestand, dass sie nahe der oder sogar auf der Mittellinie fuhren, was 
wiederum von A. besondere Aufmerksamkeit verlangte, damit er dies früh genug 
erkennen und entsprechend reagieren konnte. Die Feststellung der Vorinstanz, A. 
habe wegen der Fahrbahnverengung erhöhte Aufmerksamkeit aufbringen 
müssen, bezieht sich somit auf die Verengung auf der Südspur, die einen Einfluss 
auf das Fahrverhalten der Fahrzeuge auf der Fahrbahn Richtung Süden hatte und 
damit auch A.’ erhöhte Aufmerksamkeit erforderte. Damit aber lassen die 
Einwendungen von A. das vorinstanzliche Urteil unberührt.

9. Der Berufungskläger macht weiter geltend, die plötzliche Schneeböe, die 
ihn erfasst habe, sei mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Staublawine 
hervorgerufen worden. Dabei stützt er sich auf entsprechende Aussagen von C.. 
C. hat ausgesagt, er sei der Meinung, dass die Lawine am Gegenhang 
heruntergekommen sein müsse. Im K. gebe es vier solcher Orte, an denen es zu 
spontanen Lawinenniedergängen komme. Entsprechend komme der Schnee 
jeweils bis auf die Strasse, zum Teil bis ins Dorf D. (Einvernahme durch die 
Bezirksgerichtsvizepräsidentin vom 25. Januar 2010, bezirksgerichtliche Akten, 
act. BI.2., S. 3). Weiter hat er ausgeführt, auf der Fahrbahn habe es Schneestaub 
gehabt, welcher nicht verfahren gewesen sei, weshalb er annehme, dass die 
Lawine am Gegenhang eine Schneestaubwolke ausgelöst habe 
(bezirksgerichtliche Akten, act. BI.2., S. 5). Aus den Aussagen von C. ist zu 
schliessen, dass er am 20. Januar 2009 weder einen Lawinenniedergang am 
Gegenhang von D. beobachten konnte, noch dass es offizielle Aufzeichnungen 
bezüglich eines solchen Lawinenniederganges gibt. Dass am 20. Januar 2009, 
morgens etwa um 7.25 Uhr, am Gegenhang von D. eine Lawine niedergegangen 
sein soll, ist somit in keiner Weise dargetan, es handelt sich um eine reine 
Hypothese. Selbst wenn aber eine Lawine niedergegangen sein sollte, so wäre 
deren Dimension nicht belegt, weshalb auch nicht feststehen könnte, dass sie die 
notwendige Grösse aufgewiesen hätte, um eine Schneestaubwolke bis nach D. zu 
schicken. Die in den Unterlagen befindliche Karte mit einer eingezeichneten 
Lawine (Beilagen zu der Einvernahme von C. durch die 
Bezirksgerichtsvizepräsidentin vom 25. Januar 2010, bezirksgerichtliche Akten, 
act. BI.2.) zeigt lediglich die Ausmasse einer Lawine, die offenbar in der Nacht 
vom 6. auf den 7. Februar 2009 niedergegangen ist. Sie sagt damit aber gar nichts 

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über eine mögliche Lawine aus, die am Unfallmorgen niedergegangen sein soll. 
Denn zweifellos hätte eine Lawine am 20. Januar 2009 auch viel kleiner ausfallen 
können als diejenige, die auf der Landkarte eingezeichnet ist. Interessanterweise 
hat C. im übrigen zwar offenbar einen Beleg für einen Lawinenniedergang in der 
Nacht vom 6./7. Februar 2009 gefunden, jedoch keinen für einen solchen am 
Morgen des 20. Januar 2009. Auch der Berufungskläger hat augenscheinlich 
keinen Beleg gefunden, ansonsten er diesen ohne Zweifel eingereicht hätte. C. 
hat denn auch gemäss seinen Aussagen allein aus dem Umstand, dass er auf der 
Fahrbahn unverfahrenen Schneestaub festgestellt haben will, geschlossen, dass 
am Gegenhang eine Lawine heruntergekommen sein müsse, die eine 
Schneestaubwolke verursacht habe, die bis zum Dorf D. gelangt sei. Gerade die 
Aussage aber, es habe auf der Fahrbahn unverfahrenen Schneestaub, 
hervorgerufen durch eine Lawine, gehabt, überrascht. Eine Lawine, die für eine 
Schneestaubwolke verantwortlich gewesen sein könnte, welche A.’ Sicht 
genommen hätte, hätte logischerweise kurz vor 7.25 Uhr ins Tal gelangen 
müssen. Der Schneestaub wäre um 7.25 Uhr auf die Strasse gefallen. C. war 
nach eigener Aussage etwa um 8.00 Uhr auf der Unfallstelle (bezirksgerichtliche 
Akten, act. BI.2., S. 3 oben). Es waren mithin seit dem Unfall etwa 35 min. 
vergangen. Nach Aussage von A. schneite es sehr stark, als er auf der A13 fuhr 
(untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 30. Januar 2009, kreisamtliche 
Akten, act. 5, S. 1 unten). B. hat ausgesagt, es habe ein heftiger Schneesturm 
geherrscht (polizeiliche Einvernahme vom 20. Januar 2009, kreisamtliche Akten, 
act. 6, S. 1 unten). C. selbst hat erklärt, als er auf die Unfallstelle gekommen sei, 
habe es noch geschneit (Einvernahme durch die Bezirksgerichtsvizepräsidentin, 
bezirksgerichtliche Akten, act. B.I.2., S. 3). Und auch auf den Fotos Nr. 5 und 6 ist 
klar ersichtlich, dass es immer noch ausgiebig geschneit hat (Fotoblatt, 
kreisamtliche Akten, act. 11). Unter diesen Umständen aber ist nur schwer 
nachvollziehbar, dass C. mehr als 30 min. nach dem Unfall und trotz des 
anhaltenden Schneefalls noch Schneestaub auf der Fahrbahn gesehen haben 
kann, der im Zeitpunkt des Unfalls mit einer Schneestaubwolke auf die Strasse 
gelangt sein soll. Damit aber finden sich in den Akten keine überzeugenden 
Argumente für die Behauptung, A. sei in eine Schneestaubwolke geraten, die von 
einer Lawine hervorgerufen worden sei. Entgegen den Ausführungen in der 
Berufung kann vorliegend daher nicht davon ausgegangen werden, dass A. in 
eine Schneestaubwolke einer Lawine geraten ist. 

10. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass es gemäss Aktenlage am 
Morgen des 20. Januar 2009 gegen 7.25 Uhr im Gebiet bei D. stark schneite. Die 

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Fahrbahn der A13 war mit Schnee und Schneematsch bedeckt. Bei der Ortschaft 
D. selbst herrschte ein Schneesturm. Es dämmerte. Die Sicht war eingeschränkt. 
Dergestalt waren die Witterungs- und Strassenverhältnisse im Zeitpunkt des 
Unfalls. Im weiteren ergibt sich aus den Akten, dass A. und B. auf der Südspur 
zusammengestossen sind und damit auf der Fahrspur von B.. Im Folgenden ist 
nun zu prüfen, ob sich A. unter diesen Umständen eine Verletzung von Art. 31 
Abs. 1 SVG hat zuschulden kommen lassen.

11. a) Der Führer muss das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen 
Vorsichtspflichten nachkommen kann (Art. 31 Abs. 1 SVG). Voraussetzung für die 
vom Gesetz geforderte Beherrschung des Fahrzeuges ist neben der 
Betriebssicherheit des Fahrzeugs die Fahrfähigkeit des Lenkers, die 
Aufmerksamkeit im Verkehr sowie das Fehlen von Faktoren, die den Lenker beim 
Erfüllen seiner Pflichten behindern oder stören. Beherrschen heisst, dafür zu 
sorgen, dass das Fahrzeug nichts macht, was der Fahrer nicht will. Die 
Beherrschung des Fahrzeugs verlangt, dass der Fahrer Herr der Maschine bleibt, 
damit er jederzeit und auf jede Gefahr ohne Zeitverlust zweckmässig reagieren 
kann. Damit wird mehr verlangt als nur die Anpassung der Geschwindigkeit an die 
gegebenen Verhältnisse. Ein Nichtbeherrschen kann auch bei kleinster 
Geschwindigkeit, ja sogar bei stillstehendem Fahrzeug vorkommen (Giger, 
Strassenverkehrsgesetz, Kommentar, 7. Auflage, Zürich 2008, N 1 zu Art. 31 
SVG). Das Gebot, das Fahrzeug zu beherrschen, verlangt vom Fahrzeugführer, 
dass er alle relevanten Informationen über namentlich die Strasse/Umwelt (vorab 
Strassen-, Sicht- und Witterungsverhältnisse) und das Verkehrsgeschehen 
aufnimmt, verarbeitet und sein Verhalten nötigenfalls rasch und zweckmässig 
ändert (Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, 
Band I, Bern 2002, N 541). Welchen Vorsichtspflichten der zur Beherrschung des 
Fahrzeugs verpflichtete Fahrzeugführer nachzukommen hat, bestimmt die 
Gesamtheit aller Verkehrsregeln (Giger, a.a.O., N 1 zu Art. 31 SVG). Um diese 
Regeln beachten zu können, muss der Fahrzeugführer in situationsangemessener 
Weise aufmerksam sein, Gefahren erkennen und in adäquater Weise darauf 
reagieren (Schaffhauser, a.a.O., N 550). Das Mass der Aufmerksamkeit, welches 
verlangt wird, richtet sich nach den gesamten Umständen wie namentlich der 
Verkehrsdichte, den örtlichen Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und der 
voraussehbaren Gefahrenquellen (vgl. BGE 122 IV 225 ff.). Bei schlechten 
Strassenverhältnissen muss notfalls im Schritttempo gefahren werden (BGE 101 
IV 221 E 1a). Mit anderen Worten ist angesichts schlechter Strassenverhältnisse 
eine erhebliche Reduktion der Geschwindigkeit eine adäquate Reaktion. Das 

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Bundesgericht setzt in dieser Hinsicht als Allgemeinwissen das Wissen voraus, 
dass die Schleuder- und Unfallgefahr auf verschneiten Strassen gross ist (BGE 
126 II 192 E 2b). Dasselbe hat für Strassen zu gelten, die ersichtlich mit Schnee 
oder Eis bedeckt sind. 

b) Wie bereits einlässlich dargelegt, ist der Zusammenstoss der beiden Fahrzeuge 
auf der Südspur erfolgt. Ebenso ist bereits ausgeführt worden, dass allein 
aufgrund physikalischer Gegebenheiten nicht davon ausgegangen werden kann, 
dass das Polizeifahrzeug den Lieferwagen beim Zusammenstoss weit 
zurückgeworfen hat. Dies allein schon aufgrund der grösseren Masse und der 
höheren Geschwindigkeit des Lieferwagens, was zu einer bedeutend grösseren 
Energie und damit zu einer wesentlich grösseren Wucht auf Seiten des 
Lieferwagens geführt hat. Der Zusammenstoss ist daher zweifellos nicht in der 
Nähe der Mittellinie erfolgt, was aus der Endlage des Lieferwagens nahe der 
Stützmauer geschlossen werden muss. A. hat in der polizeilichen Einvernahme 
zugestanden, dass er möglicherweise leicht nach links gelenkt habe, als er keine 
Sicht mehr gehabt habe (kreisamtliche Akten, act. 3, S. 2). Der Unfall ist noch vor 
Beginn der Linkskurve geschehen (Fotoblatt, kreisamtliche Akten, act. 11). Als A. 
nach seiner Aussage die Sicht genommen wurde, hat er sich noch etwas weiter 
von der Linkskurve entfernt befunden, da er ja noch den Fuss vom Gas 
genommen hat, bevor sein Fahrzeug mit dem Lieferwagen zusammenstiess. Im 
Moment, als A. leicht nach links lenkte, war daher noch gar kein Lenken nach links 
notwendig, da die Linkskurve noch nicht begann. Kommt hinzu, dass A. die 
Strecke zweifellos sehr gut kennt, ist er doch schon seit 1978 in G. stationiert 
(untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 30. Januar 2009, kreisamtliche 
Akten, act. 5, S. 3 Mitte) und wohnt er in D.. Das leichte Lenken nach links war 
somit die falsche Reaktion. Dies insbesondere auch unter Berücksichtigung, dass 
A. sich auf einer Strasse befand, auf der mit Gegenverkehr zu rechnen war, und er 
aufgrund der fehlenden Sicht nicht sagen konnte, ob er durch das leichte Lenken 
nach links auf die Gegenspur gelangte. Wer aber in einer bestimmten 
Gefahrenlage falsch reagiert, beherrscht das Fahrzeug nicht (Urteil des 
Bundesgerichts vom 26. Juni 2003, 6P.61/2003, E 2.3). Es ist festzustellen, dass 
A. unzweifelhaft nach links über der Mittellinie gefahren sein muss. Wie bereits 
festgehalten, ist der Zusammenstoss zwischen den beiden Fahrzeugen nicht nahe 
an der Mittellinie erfolgt. A. hat ausgesagt, er könne keine Distanz sagen, aber er 
sei auf jeden Fall auf seiner Spur gefahren (polizeiliche Einvernahme vom 20. 
Januar 2009, kreisamtliche Akten, act. 3, S. 2). In der Berufung wird festgehalten, 
die Feststellung der Vorinstanz, dass A. die Fahrbahnabschrankung nicht mehr 

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gesehen habe, treffe nur für die Zeit zu, als er sich in der Schneeböe befunden 
habe. Ansonsten sei die Feststellung aktenwidrig und angesichts des hohen und 
auch bei Schneefall erkennbaren Brückengeländers nicht nachvollziehbar 
(Berufung, act. 1, S. 16, lit. d). Daraus ist zu schliessen, dass der Berufungskläger, 
bevor er die Sicht verlor, die rechtsseitige Fahrbahnabschrankung sah. Dann 
konnte er jedoch auch erkennen, wie weit entfernt er von dieser fuhr. Unter diesen 
Umständen aber hätte ihm bei gehöriger Aufmerksamkeit zweifellos auffallen 
müssen, dass er sich so weit von der Fahrbahnabschrankung entfernt hatte, dass 
damit die Möglichkeit bestand, dass er über die Mittellinie hinaus geraten konnte. 
Wenn er dies nicht bemerkte, was seine Aussage gegenüber der Polizei nahe legt, 
so hat er nicht die notwendige Aufmerksamkeit walten lassen. Wer es jedoch an 
der notwendigen Aufmerksamkeit fehlen lässt, der beherrscht das Fahrzeug nicht. 
Wenn A. im übrigen die Fahrbahnabschrankung nicht mehr gesehen hätte, dann 
hätte ihm jedwelcher Anhaltspunkt zur Orientierung gefehlt, waren die 
Markierungen auf der Strasse doch wegen des Schnees nicht zu sehen. In diesem 
Fall aber hätte A. nicht unbedacht weiter fahren dürfen. Weiter ist festzuhalten, 
dass es sich bei dem Schneesturm, der bei D. herrschte, nicht um ein plötzliches 
Phänomen handelte, wie bereits einlässlich dargelegt wurde. A. hat zudem 
ausgesagt, dass es leicht gewindet habe, als er auf dem Rastplatz D. gewesen sei 
(polizeiliche Einvernahme vom 20. Januar 2009, kreisamtliche Akten, act. 3, S. 2 
unten). Er wusste folglich, dass es nicht windstill war. Dann aber war auch nicht 
auszuschliessen, dass eine Windböe entstehen konnte. C. wiederum hat 
ausgesagt, dass die Witterungsverhältnisse bei D. regelmässig extrem seien. Es 
könnten dort insbesondere bei Westwindwetter und leichtem Schneefall plötzliche 
Verwehungen auftreten. Zwischen dem Dorf D. und dem Tunneleingang komme 
es immer wieder zu grossen Schneeverwehungen, die sie jeweils wegschleudern 
müssten, damit die Strasse offen gehalten werden könne (Einvernahme durch die 
Bezirksgerichtsvizepräsidentin vom 25. Januar 2010, bezirksgerichtliche Akten, 
act. BI.2., S. 4, Antwort zu Frage 9). A. ist seit 1978 in G. als Kantonspolizist 
stationiert. Er wohnt in D.. Es konnte ihm daher nicht unbekannt sein, dass die 
Wetterverhältnisse bei D. extrem sein können und dass es dort grosse 
Schneeverwehungen geben kann. Da er wusste, dass es nicht windstill war und 
dass es stark schneite, musste er damit rechnen, dass eine plötzliche Windböe 
den Schnee aufwirbeln oder auch einfach den fallenden Schnee verwirbeln 
könnte, so dass seine Sicht noch mehr beeinträchtigt würde. Nachdem es sich 
beim Schneesturm, welcher im Zeitpunkt des Unfalles bei D. herrschte, zudem 
nicht um eine plötzliche Erscheinung handelte, kann entgegen den Ausführungen 
in der Berufung nicht gesagt werden, die Schneeböe, welche das Fahrzeug 

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erfasste und A. die Sicht nahm, sei vollkommen überraschend aufgetreten und 
nicht vorhersehbar gewesen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass A. nicht mit 
der notwendigen Aufmerksamkeit die Wettersituation einschätzte und bedachte. 
Hätte er aber grundsätzlich bedenken müssen, dass bei starkem Schneefall und 
Wind eine Schneeverwehung jederzeit möglich ist, hätte er sein Fahrverhalten 
dementsprechend anpassen müssen, indem er beispielsweise die 
Geschwindigkeit weiter gedrosselt hätte und Bremsbereitschaft erstellt hätte. Dies 
hat er jedoch nicht getan, was ihm vorzuwerfen ist. Dass der Unfallgegner im 
übrigen mit einer noch höheren Geschwindigkeit als A. gefahren ist, vermag A. 
nicht zu entlasten, da vorliegend einzig sein Verhalten beurteilt werden muss. Aus 
dem Gesagten erhellt, dass A. den objektiven Tatbestand von Art. 31 Abs. 1 SVG 
zweifellos erfüllt hat. In subjektiver Hinsicht ist zumindest Fahrlässigkeit gefordert 
(Art. 100 Ziff. 1 Abs. 1 SVG). Dass ein unmotiviertes Lenken nach links auf einer 
Strasse mit Gegenverkehr eine in aller Regel nicht angebrachte Reaktion ist, vor 
allem wenn man aufgrund fehlender Sicht nicht sagen kann, ob man mit der 
leichten Linksbewegung über die Mittellinie und damit in die Fahrbahn des 
Gegenverkehrs gerät, ist offensichtlich und leicht erkennbar. A. hätte zudem ohne 
weiteres auf diese Lenkbewegung verzichten können. Er hat unter diesen 
Umständen in dieser Hinsicht ohne Zweifel fahrlässig gehandelt. Ebenso ist ihm 
bezüglich der Aufmerksamkeit zumindest Fahrlässigkeit vorzuwerfen, denn es 
gehört zum Allgemeinwissen, dass fehlende Aufmerksamkeit leicht dazu führen 
kann, dass einem eine wichtige Information entgeht, was schliesslich gravierende 
Auswirkungen zeitigen kann. A. war zudem durch keine andere Aufgabe so sehr in 
Anspruch genommen, dass er nicht auf den Fahrbahnrand und seinen Abstand 
dazu hätte achten können und müssen oder dass er die Wetterverhältnisse nicht 
hätte beobachten und einordnen können. Es wäre somit für A. durchaus möglich 
gewesen, die notwendige Aufmerksamkeit aufzubringen. Hätte A. auf die 
Linksbewegung verzichtet und auch den Abstand zum Fahrbahnrand im Auge 
behalten sowie die Wetterverhältnisse in sein Fahrverhalten miteinbezogen, wäre 
der Unfall vermieden worden. Sowohl das eine wie das andere wäre für A. ohne 
weiteres machbar gewesen. A. hat mit seinem Handeln somit sowohl den 
objektiven als auch den subjektiven Tatbestand von Art. 31 Abs. 1 SVG erfüllt. Als 
Strafnorm kommt ohne Zweifel Art. 90 Ziff. 1 SVG zur Anwendung, da es sich 
klarerweise nicht um eine qualifizierte Verletzung von Verkehrsregeln handelt.

12. Gemäss Rechtsbegehren in der Berufung ist auch Ziffer 2 des 
vorinstanzlichen Urteilsdispositivs und damit die Strafzumessung angefochten. In 
der Berufungsbegründung finden sich jedoch keine Ausführungen dazu. 

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Insbesondere werden keine substantiierten Rügen erhoben. Da jedoch der 
Strafpunkt neben der Schuldfrage wesentliches Element des Strafurteils bildet und 
der Berufungskläger zudem durch den Antrag im Rechtsbegehren, die Ziffer 2 des 
vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben, zu erkennen gegeben hat, dass er die von 
der Vorinstanz ausgefällte Strafe grundsätzlich überprüft haben möchte, 
rechtfertigt es sich unter dem Gesichtspunkt der richterlichen Fürsorgepflicht, auch 
die vorinstanzliche Strafzumessung einer Prüfung zu unterziehen. 

a) Gemäss Art. 47 StGB misst der Richter die Strafe nach dem Verschulden des 
Täters zu. Unter dem Begriff des Verschuldens ist das Mass an Vorwerfbarkeit 
des Rechtsbruchs zu verstehen; der Begriff bezieht sich auf den gesamten 
Unrechts- und Schuldgehalt der Straftat (BGE 134 IV 1 E 5.3.3 mit Hinweis) und 
ist damit das wesentliche Strafzumessungskriterium (BGE 127 IV 101 E 2a). Die 
Bewertung des Verschuldens wird in Art. 47 Abs. 2 StGB dahingehend präzisiert, 
dass dieses nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen 
Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und 
Zielen des Täters sowie danach bestimmt wird, wie weit der Täter nach den 
inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder 
Verletzung zu vermeiden. Neben dem Verschulden hat der Richter jedoch auch 
das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das 
Leben des Täters zu berücksichtigen (Art. 47 Abs. 1 StGB). Die Kriterien der 
Strafzumessung nach dem Verschulden sind anlässlich der Revision weitgehend 
unverändert geblieben (Urteile des Bundesgerichts vom 17. April 2007, 
6B_14/2007, E 5, sowie vom 14. Mai 2008, 6B_785/2007, E 2.1). 

b) A. ist vorzuwerfen, dass er nicht der Situation entsprechend angemessen 
reagiert und zudem nicht die notwendige Aufmerksamkeit aufgebracht hat. 
Dadurch hat er eine Gefahr geschaffen, die sich schliesslich in der – 
glücklicherweise nicht so gravierenden – Verletzung einer Person realisiert hat. 
Immerhin aber hat B. am 5. November 2009 ausgesagt, er sei noch nicht 
vollständig genesen, er habe noch Beschwerden und er sei auch noch immer in 
ärztlicher Behandlung (Einvernahme durch die Bezirksgerichtsvizepräsidentin, 
bezirksgerichtliche Akten, act. BI.1., S. 6 oben). Daneben ist ganz erheblicher 
Sachschaden entstanden, was in der Strafzumessung ebenso Beachtung finden 
muss. Straferhöhungs- und Strafminderungsgründe sind keine ersichtlich. 
Insbesondere wirkt weder der ungetrübte automobilistische Leumund noch die 
Vorstrafenlosigkeit zu Gunsten von A., da grundsätzlich von den 
Rechtsunterworfenen erwartet werden darf, dass sie sich an die Gesetze halten, 
und vorliegend kein Grund ersichtlich ist, welcher den ungetrübten 

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automobilistischen Leumund und die Vorstrafenlosigkeit zu einer besonders zu 
honorierenden Leistung machen würde (BGE 136 IV 1). Ebenso wenig finden sich 
Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe. Unter Berücksichtigung sämtlicher 
Strafzumessungskriterien und den tatsächlichen Umständen ist festzustellen, dass 
das Verschulden von A. zwar nicht bagatellisiert werden darf, jedoch auch nicht 
als erheblich bezeichnet werden kann. Die von der Vorinstanz ausgesprochene 
Busse in Höhe von Fr. 200.-- erweist sich daher als angemessen, ebenso die für 
den Fall der Nichtbezahlung der Busse ausgesprochene Ersatzfreiheitsstrafe von 
zwei Tagen. Das vorinstanzliche Urteil ist mithin auch bezüglich der 
Strafzumessung zu bestätigen.

13. Gemäss Rechtsbegehren ficht A. auch Ziffer 3 des vorinstanzlichen 
Urteilsdispositivs an, welche den Kostenspruch enthält. In der 
Berufungsbegründung äussert er sich zu den vorinstanzlichen Kosten jedoch 
nicht. Es fehlen diesbezüglich somit jedwelche Ausführungen oder substantiierten 
Rügen. Insofern hat sich die I. Strafkammer des Kantonsgerichts nicht weiter 
damit zu beschäftigten. Im übrigen würde sich der Kostenspruch der Vorinstanz 
aber auch als rechtens erweisen, denn wer verurteilt wird, hat grundsätzlich die 
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 158 Abs. 1 StPO). Es sind vorliegend keine 
Gründe ersichtlich, die ein Abweichen von dieser Regel rechtfertigen würden. 
Ebenso wenig aber hätte A. Anspruch auf Entschädigung seines 
Verteidigungsaufwandes im vorinstanzlichen Verfahren (Art. 161 Abs. 1 StPO). 
Seine entsprechenden Anträge wären daher abzuweisen und der vorinstanzliche 
Kostenspruch wäre zu bestätigen, selbst wenn darüber zu befinden wäre.

14. Aus dem Dargelegten erhellt, dass sich A. einer Verletzung von 
Verkehrsregeln gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 SVG 
schuldig gemacht hat. Die diesbezügliche Verurteilung durch die Vorinstanz 
erfolgte daher zu Recht. Ebenso haben sich die vorinstanzliche Strafzumessung 
und der Kostenspruch als rechtens erwiesen. Die Berufung von A. ist damit in 
allen Punkten abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil ist vollständig zu be-
stätigen. Unter diesen Umständen gehen die Kosten des Berufungsverfahrens zu 
Lasten von A. (Art. 160 Abs. 1 StPO). Ebenso hat er den Verteidigungsaufwand im 
Berufungsverfahren selbst zu tragen. 

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Demnach erkennt die I. Strafkammer :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'000.-- gehen zu Lasten des 
Berufungsklägers.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht geführt werden. Diese ist dem 
Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen 
Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG 
vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die 
Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren 
der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: