# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e0d56713-60ef-53a2-a1d3-aa9188dea3d5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.09.2011 D-4524/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4524-2009_2011-09-27.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­4524/2009 / wif

U r t e i l   v om   2 7 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz),
Richter Bendicht Tellenbach, Richter Gérald Bovier;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…), alias B._______, geboren (…), 
alias C._______, geboren (…), alias A._______, geboren 
(…), alias D._______, geboren (…),
Afghanistan, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 2. Juli 2009 / N (…).

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Seite 2

Sachverhalt:

A. 
Gemäss eigenen Aussagen reiste der Beschwerdeführer am 4. Juni 2008 
in  die  Schweiz  ein,  wo  er  am  gleichen  Tag  ein  Asylgesuch  stellte.  Zur 
Begründung  seines  Gesuchs  machte  er  anlässlich  der  Kurzbefragung 
vom  20.  Juni  2008  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ) 
E._______  im  Wesentlichen  geltend,  er  sei  afghanischer 
Staatsangehöriger und im Iran geboren, wo er bis zu seiner Reise in die 
Schweiz  immer  gelebt  habe.  In  Afghanistan  seien  die  Lebensumstände 
sehr  schwierig  und  im  Iran  sei  es  für  Afghanen  nicht möglich,  legal  zu 
leben.  Er  habe  keine  Dokumente  gehabt,  um  sich  legal  im  Iran 
aufzuhalten,  da  ihm  vor  drei  Jahren  sein  Flüchtlingsausweis  entzogen 
worden  sei.  Er  wolle  ein  angenehmes,  ruhiges  Leben  führen  und  die 
Möglichkeit  haben,  zu  studieren.  Dies  sei  weder  im  Iran  noch  in 
Afghanistan möglich, weswegen er im Mai 2008 den Iran verlassen habe. 

B. 
Am  5.  September  2008  zog  der  Beschwerdeführer  sein  Asylgesuch 
zurück. Er machte geltend, er wolle nach Afghanistan gehen und in Kabul 
ein Kleidergeschäft eröffnen. Das Asylgesuch wurde daher vom BFM mit 
Beschluss  vom  11.  September  2008  als  gegenstandslos  geworden 
abgeschrieben.

C. 
Mit  Stellungnahme  vom  2.  Oktober  2008  bestätigte  die  Vertretung  der 
islamischen  Republik  Afghanistan  in  Genf  die  afghanische  Nationalität 
des Beschwerdeführers.

D. 
Mit Eingabe vom 5. November 2008 reichte der Beschwerdeführer bei der 
Vorinstanz  ein Gesuch  um Wiederaufnahme  seines  Asylverfahrens  ein. 
Dabei beantragte er, es sei auf das vorliegende Gesuch einzutreten und 
es  sei  mit  ihm  eine  Anhörung  durchzuführen;  infolge  Unzumutbarkeit 
sowie Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs i.S.v. Art. 83 Abs. 1 und 
4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen 
und Ausländer  (AuG, SR 142.20)  sei  er  vorläufig  aufzunehmen  und  die 
Vollzugsbehörden seien i.S. vorsorglicher Massnahmen anzuweisen, von 
Vollzugshandlungen abzusehen. 

Dem Gesuch  lag unter  anderem ein  iranischer Passierschein  (in Kopie) 
bei.

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E. 
Mit  Verfügung  vom  7.  November  2008  teilte  das  BFM  dem 
Beschwerdeführer mit, dass sein Asylverfahren gestützt auf Art. 35a Abs. 
1  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  wieder 
aufgenommen werde. Gleichzeitig wurde er aufgefordert, sich bis zum 21. 
November 2008 beim EVZ F._______ zu melden. 

F. 
Am 24. November 2008 wurde der Beschwerdeführer im EVZ F._______ 
vom  BFM  (erneut)  zu  seinem  Asylgesuch  befragt  (Kurzbefragung)  und 
am 10. Dezember 2008 am selben Ort angehört  (Anhörung). Anlässlich 
dieser  Befragungen machte  er  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen  die  gleichen  Gründe  wie  bei  der  Kurzbefragung  vom 
20. Juni  2008  geltend.  Zusätzlich  brachte  er  vor,  er  habe  im  Iran  eine 
Beziehung  mit  einem  Mädchen  namens  G._______  gehabt.  Sie  seien 
auch intim geworden. Da sie verschiedenen Stämmen angehörten, sei es 
ihnen nicht erlaubt gewesen zu heiraten, weswegen sie sich nur heimlich 
hätten  treffen  können.  Weil  G._______  beabsichtigt  habe,  ihrer  Mutter 
von ihrer intimen Beziehung zu erzählen, sei er in die Schweiz geflohen, 
da er  sich  vor  der Rache des Bruders  von G._______ gefürchtet  habe. 
Da er beabsichtigt habe, G._______ aus dem Iran zu entführen und in die 
Schweiz  zu  bringen,  um  mit  ihr  hier  in  Frieden  zu  leben,  habe  er  das 
Asylgesuch  am  5.  September  2008  zurückgezogen  und  vorgegeben,  in 
Afghanistan einen Kleiderladen aufbauen zu wollen. Ende Oktober 2008 
habe er  jedoch von seiner Mutter erfahren, dass seine Liebesbeziehung 
zu  G._______  aufgeflogen  sei,  da  ein  Cousin  von  G._______  seine 
Freundin habe heiraten wollen, woraufhin G._______ ihre Mutter über die 
Liebesbeziehung zu ihm informiert habe. Deswegen seien nun die Brüder 
von G._______ hinter  ihm her  und auch  sein Vater  habe  sich  aufgrund 
der verbotenen Liebesbeziehung zu G._______ von  ihm abgewandt. Es 
sei  für  ihn  zu  gefährlich,  in  den  Iran  oder  nach  Afghanistan 
zurückzukehren,  weshalb  er  um  Wiederaufnahme  seines  Asylgesuchs 
ersucht habe. Bezüglich der weiteren Aussagen des Beschwerdeführers 
wird auf die Akten verwiesen. 

G. 
Mit Verfügung vom 2. Juli 2009 – eröffnet am 7. Juli 2009 – trat das BFM 
auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 35a Abs. 2 
AsylG  nicht  ein  und  ordnete  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie 
deren Vollzug an. 

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Das  BFM  hielt  in  seiner  Verfügung  im  Wesentlichen  fest,  der 
Beschwerdeführer habe anlässlich der Kurzbefragung vom 20. Juni 2008 
die  schwierigen  Lebensumstände  in  Afghanistan  sowie  die  fehlende 
Zukunft  in  der  Legalität  ohne Aussicht  auf  ein  besseres,  ruhiges  Leben 
und  die  Unmöglichkeit  zu  studieren  als  Gründe  für  sein  Asylgesuch 
vorgebracht.  Die  Vorbringen  des  in  der  Folge  wiederaufgenommenen 
Gesuchs  widersprächen  in  wesentlichen  Punkten  der  allgemeinen 
Erfahrung  sowie  der  Logik  des  Handelns,  seien  somit  unglaubhaft  und 
müssten – insbesondere auch in Berücksichtigung der ersten, rein auf die 
allgemeinen  politischen,  wirtschaftlichen  und  sozialen 
Lebensbedingungen  fokussierten  und  damit  nicht  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG  asylbeachtlichen  Vorbringen  –  als  nachgeschoben  angesehen 
werden. Zudem seien die Vorbringen auch widersprüchlich: So habe der 
Beschwerdeführer  hinsichtlich  der  geltend  gemachten  Liebesbeziehung 
einerseits  angegeben,  die  heimliche  Liaison  sei  aufgeflogen,  weil  ein 
Cousin  väterlicherseits  G._______  habe  heiraten  wollen  und  sie 
deswegen  der  Mutter  die  heimliche  Beziehung  offenbart  habe. 
Andererseits  habe  er  ausgeführt,  G._______  habe  beabsichtigt,  die 
Mutter  über  die  verbotene  Beziehung  ins  Bild  zu  setzen  und  habe  ihn 
deshalb  im  Ausland  wissen  wollen.  Dieses  Ansinnen  stehe  zudem  im 
Widerspruch  zur  Aussage,  wonach  der  Beschwerdeführer  und 
G._______  sehr  darauf  bedacht  gewesen  seien,  die  Liebesbeziehung 
geheim  zu  halten,  weswegen  sie  sich  nur  heimlich  und  in  einem  weit 
entfernten  Park  getroffen  hätten.  Ebenfalls  im  Widerspruch  zur 
praktizierten  Heimlichkeit  der  Beziehung  habe  der  Beschwerdeführer 
nach  der  Ankunft  in  der  Schweiz  seine  Freundin  auf  dem 
Festnetzanschluss  ihrer  Eltern  angerufen.  In  offensichtlichem 
Widerspruch  zu  seinen Befürchtungen  stehe  auch  seine  gegenüber  der 
Rückkehrberatung  Zürich  geäusserte  Einschätzung  der  Risiken 
hinsichtlich der geplanten Eröffnung eines Kleidergeschäfts  in Kabul. Zu 
dieser  Diskrepanz  befragt  sowie  zur  Herkunft  seiner  Kenntnisse  der 
afghanischen Geschäftswelt, wo er doch seinen Angaben zufolge im Iran 
geboren  worden  und  noch  nie  in  Afghanistan  gewesen  sei,  habe  er 
angegeben, darüber im Iran von Kaufleuten informiert worden zu sein, die 
mit  seinem  Heimatland  Handel  getrieben  hätten.  Schliesslich  sei  die 
Begründung des Beschwerdeführers bei der Rückkehrberatung, er wolle 
schnellstmöglich  nach  Afghanistan  zurückkehren,  da  er  Heimweh  nach 
seiner  Mutter  habe,  nicht  glaubhaft.  Seine  Vorbringen  erwiesen  sich 
daher insgesamt als Konstrukt. Aus seinen Aussagen ergäben sich keine 
Hinweise,  die  geeignet  seien,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen, 
oder  die  für  die Gewährung  vorübergehenden  Schutzes  relevant  seien. 

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Vielmehr  sei  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  bereits  bei  der 
Kurzbefragung  vom  20.  Juni  2008  seiner  Mitwirkungspflicht  nicht 
nachgekommen sei, indem er mit seiner Aussage, er habe in Afghanistan 
keine Verwandten, den Asylbehörden die dort ansässige grosse Familie 
seines Onkels mütterlicherseits verschwiegen habe. 

Hinsichtlich  der  Frage  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  sei 
festzustellen, dass sich die allgemeine Sicherheitslage  in Afghanistan  in 
der  letzten  Zeit  zwar  verschlechtert  habe  und  angespannt  bleibe.  Die 
Situation  in  den  nördlichen  Provinzen  Parwan,  Baghlan,  Takhar, 
Badaskshan,  Kunduz,  Balkh,  Sari  Pul  sowie  Kabul,  in  der  westlichen 
Provinz Herat und  in Bamiyan, der zentralen Provinz des Hazarajat,  sei 
gemäss  Einschätzung  des  BFM  weiterhin  als  grundsätzlich  sicher 
einzustufen.  Es  könne  nicht  von  einer  permanent  instabilen  Lage  in 
diesen Regionen des Landes gesprochen werden. Eine Wegweisung  in 
diese  Provinzen  sei  somit  grundsätzlich  zumutbar.  Es  sei  anzumerken, 
dass der Beschwerdeführer nur vage und wenig glaubhafte Aussagen zu 
seinem  iranischen  Passierschein  beziehungsweise  zur  eingereichten 
Kopie  desselben  gemacht  habe  und  erst  im  Laufe  des  Verfahrens 
Angaben zu seinem Beziehungsnetz in Afghanistan geliefert habe. Diese 
Aussagen  seien  somit  nicht  gesichert.  Es  sei  dem  BFM  deshalb  nicht 
möglich,  sich  in  voller  Kenntnis  der  tatsächlichen  persönlichen  und 
familiären  Situation  des  Beschwerdeführers  zur  Zumutbarkeit  des 
Vollzugs  der  Wegweisung  zu  äussern.  Zwar  seien  die 
Wegweisungshindernisse  grundsätzlich  von  Amtes  wegen  zu  prüfen; 
diese  Untersuchungspflicht  finde  jedoch  ihre  Grenzen  an  der 
Mitwirkungs­  und Wahrheitspflicht  des  Beschwerdeführers.  Es  sei  nach 
ständiger  Rechtsprechung  jedoch  nicht  Aufgabe  der  Asylbehörden,  bei 
fehlenden  Hinweisen  seitens  des  Beschwerdeführers  nach  allfälligen 
Wegweisungshindernissen  zu  forschen,  falls  dieser  –  wie  vorliegend – 
seiner  Mitwirkungs­  und  Wahrheitspflicht  im  Rahmen  der 
Sachverhaltsermittlung  nicht  nachkomme  und  die  Asylbehörden  zu 
täuschen versuche. Der Vollzug der Wegweisung sei daher als zulässig, 
zumutbar und möglich zu bezeichnen.

H. 
Mit  Beschwerde  vom  14.  Juli  2009  (Poststempel)  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  beantragte  der  Beschwerdeführer,  die 
angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  das  Verfahren  zwecks 
materieller  Prüfung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  Eventualiter  sei 
ihm  die  vorläufige  Aufnahme  infolge  Unzulässigkeit  beziehungsweise 

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Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  i.S.v.  Art.  83  Abs.  3 
beziehungsweise  4  AuG  zu  gewähren.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht 
ersuchte  der  Beschwerdeführer  zudem  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  sowie  um  Verzicht  auf  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses. Auf  die Begründung der Beschwerde wird  –  soweit 
entscheidwesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

I. 
Mit  Verfügung  vom  17.  Juli  2009  stellte  der  Instruktionsrichter  des 
Bundesverwaltungsgerichts  fest,  der  Beschwerdeführer  könne  den 
Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten.  Ferner  verfügte  er, 
dass über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
im  Endentscheid  zu  befinden  sei  und  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses verzichtet werde. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 2 
AsylG,  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art.  52  VwVG).  Der 
Beschwerdeführer  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 

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beziehungsweise Änderung, weshalb er zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert  ist  (Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art.  48  Abs.  1 
VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Die  Abteilungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  entscheiden  in  der 
Regel  in  der  Besetzung  mit  drei  Richtern  oder  Richterinnen 
(Spruchkörper; vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht 
kann  auch  in  solchen  Fällen  auf  die  Durchführung  eines 
Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 AsylG).

4. 
Bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das 
BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 
(Art. 32  ­ 35 und Art. 35a Abs. 2 AsylG),  ist die Beurteilungskompetenz 
der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt,  ob  die 
Vorinstanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  nicht  eingetreten  ist  (vgl.  die 
vom  Bundesverwaltungsgericht  fortgeführte  Rechtsprechung  der 
vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [ARK]  in 
Entscheidungen und Mitteilungen der ARK  [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 
S. 240  f.  sowie Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D­1648/2011 vom 
12.  April  2011  E.  4.).  Die  Beschwerdeinstanz  enthält  sich  einer 
selbständigen materiellen Prüfung und weist die Sache – sofern sie den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  zu  neuer 
Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurück.  Nicht  beschränkt  ist  die 
Beurteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  dagegen 
hinsichtlich der Frage der Wegweisung und deren Vollzugs, da das BFM 
diesbezüglich  eine  materielle  Prüfung  und  Entscheidung  vorzunehmen 
hat (vgl. Art. 44 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1­4 AuG).

5. 
5.1. Das BFM hat vorliegend seinen Nichteintretensentscheid vom 2. Juli 
2009 auf der Grundlage von Art. 35a Abs. 2 AsylG gefällt. Es gilt daher im 
Folgenden zu prüfen, ob die Voraussetzungen für ein Nichteintreten nach 
dieser Bestimmung erfüllt sind.

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5.2.  Gemäss  Art.  35a  Abs.  1  AsylG  wird  das  Asylverfahren  wieder 
aufgenommen,  wenn  eine  Person,  deren  Asylgesuch  abgeschrieben 
wurde, erneut ein Asylgesuch stellt. Nach Abs. 2 derselben Bestimmung 
wird  auf  ein  solches  Asylgesuch  nicht  eingetreten,  ausser  es  bestehen 
Hinweise,  die  geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen, 
oder die für die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant sind. Bei 
der  Prüfung  von  Hinweisen  auf  für  die  Flüchtlingseigenschaft  relevante 
Ereignisse,  die  gemäss  Art.  35a  Abs.  2  AsylG  zum  Eintreten  auf  das 
Gesuch  führen,  ist  eine  summarische  materielle  Prüfung  der 
Glaubhaftigkeit der Vorbringen der asylsuchenden Person statthaft, wobei 
in Anlehnung an Art. 32 Abs. 2 Bst.  e AsylG die Anforderungen an das 
Beweismass  tief  anzusetzen  sind  (vgl.  Botschaft  des  Bundesrats  zur 
Änderung des Asylgesetzes vom 4. September 2002 [BBl 2002 6845], S. 
6883 und 6886; EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3. S. 16 f.). Dabei richtet sich die 
Relevanz  der  geltend  gemachten  Verfolgung  nicht  nach  einem  weiten 
Verfolgungsbegriff,  sondern  nach  jenem  von  Art.  3  AsylG,  weshalb  auf 
ein  Asylgesuch  nicht  eingetreten  wird,  wenn  eines  der  Elemente  des 
Flüchtlingsbegriffs gemäss Art. 3 AsylG offensichtlich nicht erfüllt  ist (vgl. 
EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.5. S. 18).

5.3. Im vorliegenden Fall ist nach Prüfung der Akten durch das Gericht – 
in  Übereinstimmung  mit  den  vorinstanzlichen  Erwägungen – 
festzustellen,  dass  keine  glaubhaften  Hinweise  bestehen,  die  geeignet 
sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die 
Gewährung  vorübergehenden  Schutzes  relevant  sind,  wobei  zwecks 
Vermeidung  von  Wiederholungen  vorab  auf  die  zutreffenden 
vorinstanzlichen  Erwägungen  zu  verweisen  ist.  In  Ergänzung  dazu  ist 
festzuhalten,  dass  die  Verfolgungsvorbringen  des  Beschwerdeführers 
auch deshalb unglaubhaft sind, da er sich anlässlich der Befragungen in 
weiteren  wesentlichen  Punkten  erheblich  widersprach.  So  sagte  er 
anlässlich der Kurzbefragung vom 24. November 2008 aus, der Cousin, 
der  um  die  Hand  von  G._______  angehalten  habe,  heisse  H._______ 
(Akten  BFM  B  9/20,  S.  6),  während  er  bei  der  Anhörung  vom  10. 
Dezember 2008 zu Protokoll gab, dieser Cousin heisse I._______ (Akten 
BFM B 16/15, S. 6). Zudem machte er anlässlich der Kurzbefragung vom 
24.  November  2008  geltend,  der  Bruder  von  G._______,  der  sie  nach 
Afghanistan zurückgebracht habe, heisse I._______ (Akten BFM B 9/20, 
S.  6),  wohingegen  er  bei  der  Anhörung  vom  10.  Dezember  2008 
vorbrachte, dieser Bruder heisse J._______  (Akten BFM B 16/15, S. 6). 
Die  Ausführungen  in  der  Beschwerdeeingabe  sind  nicht  geeignet,  zu 
einer  anderen Einschätzung  zu  führen,  zumal  im Wesentlichen  lediglich 

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der  im  vorinstanzlichen  Verfahren  geltend  gemachte  Sachverhalt 
wiederholt  wird,  ohne  auf  die  in  der  angefochtenen  Verfügung 
festgehaltenen  Argumente  Bezug  zu  nehmen.  Es  erübrigt  sich  daher, 
weiter darauf einzugehen. 

Nach  dem  Gesagten  ist  das  BFM  in  Anwendung  von  Art.  35a  Abs.  2 
AsylG  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht 
eingetreten. 

6. 
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen (vgl. Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen 
vom  11.  August  1999  [AsylV  1,  SR  142.311]).  Die Wegweisung  wurde 
demnach zu Recht angeordnet (BVGE 2009/50 E. 9).

7. 
7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2. Die Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung 
(Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit,  Unmöglichkeit)  sind  alternativer  Natur: 
Ist  eine  von  ihnen  erfüllt,  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  als 
undurchführbar  zu  betrachten  und  die  weitere  Anwesenheit  in  der 
Schweiz  gemäss  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu 
regeln. Gegen eine allfällige Aufhebung der  vorläufigen Aufnahme steht 
dem weggewiesenen Asylsuchenden wiederum die Beschwerde an das 

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Bundesverwaltungsgericht offen (Art. 112 AuG i.V.m. Art. 84 Abs. 2 AuG), 
wobei in jenem Verfahren die Vollzugshindernisse von Amtes wegen und 
nach Massgabe  der  dannzumal  herrschenden  Verhältnisse  von  Neuem 
zu prüfen sind (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 mit weiteren Hinweisen).

8. 
8.1.  Weil  sich  vorliegend  der  Vollzug  der  Wegweisung,  wie  in  den 
nachfolgenden  Erwägungen  aufzuzeigen  ist,  als  unzumutbar  erweist, 
erübrigt sich eine Erörterung der beiden anderen Kriterien.

8.2. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf 
Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG – 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 
über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8.  März  2002,  BBl  2002 
3818). 

8.3. Von  vornherein  ausgeschlossen  ist  ein Vollzug  der Wegweisung  in 
den  Iran,  wo  sich  der  Beschwerdeführer  als  afghanischer  Staatsbürger 
bis zu seiner Reise in die Schweiz  immer aufgehalten haben will. Selbst 
angesichts  des  18jährigen  Aufenthaltes  in  diesem  Land  erscheint  nicht 
realistisch, dass der Beschwerdeführer als afghanischer Staatsbürger die 
iranische  Staatsbürgerschaft  erwerben  konnte.  In  den  Iran  könnte  der 
Vollzug der Wegweisung  indes nur dann erfolgen, wenn die Möglichkeit 
einer  legalen  Wiedereinreise  bestünde.  Diese  Möglichkeit  ist  von  der 
Vorinstanz aber zu Recht nicht erwogen worden, zumal der Beschwerde­
führer als afghanischer Staatsbürger einen allfälligen Duldungsanspruch 
in diesem Drittstaat aufgrund seiner  langen Landesabwesenheit ohnehin 
verwirkt  haben  dürfte  (vgl.  dazu  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
D­3936/2009 vom 10. August 2009; D­6471/2007 vom 26. August 2009; 
D­8645/2007  vom  7.  Juni  2010).  Im  Folgenden  ist  daher  zu  prüfen,  ob 
sich  ein  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach 
Afghanistan als zumutbar erweist. 

8.4.  Für  die  Beurteilung  der  allgemeinen  Lage  in  Afghanistan  wird 
zunächst  auf  das  zur  Publikation  vorgesehene  Länderurteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  E­7625/2008  vom  16.  Juni  2011  verwiesen. 
Darin  kommt  das  Gericht  zum  Schluss,  dass  in  weiten  Teilen  von 
Afghanistan  –  ausser  allenfalls  in  den  Grossstädten  –  eine  derart 

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schlechte Sicherheitslage und derart schwierige humanitäre Bedingungen 
bestünden, dass die Situation als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83 
Abs. 4 AuG zu qualifizieren sei. Von dieser allgemeinen Feststellung sei 
die Situation  in  der Hauptstadt Kabul  zu  unterscheiden. Angesichts  des 
Umstandes,  dass  sich  dort  die  Sicherheitslage  im  Verlauf  des 
vergangenen Jahres nicht weiter verschlechtert habe und die humanitäre 
Situation  im  Vergleich  zu  den  übrigen  Gebieten  etwas  weniger 
dramatisch  sei,  könne  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  die  Hauptstadt 
unter  Umständen  als  zumutbar  qualifiziert  werden.  Solche  Umstände 
könnten grundsätzlich namentlich dann gegeben sein, wenn es sich beim 
Rückkehrer  um  einen  jungen,  gesunden  Mann  handle.  Allerdings 
müssten zudem die bereits in EMARK 2003 Nr. 10 formulierten strengen 
Bedingungen  in  jedem Einzelfall  sorgfältig  geprüft werden. Unabdingbar 
sei  in  erster  Linie  ein  soziales  Netz,  das  sich  im  Hinblick  auf  die 
Aufnahme  und  Wiedereingliederung  des  Rückkehrers  als  tragfähig 
erweise. Denn ohne Unterstützung durch Familie oder Bekannte würden 
die schwierigen Lebensverhältnisse auch in der Stadt Kabul unweigerlich 
zu  einer  existenziellen  beziehungsweise  lebensbedrohlichen  Situation 
führen.

8.5. Angesichts  der Aussagen  des Beschwerdeführers  ist  anzunehmen, 
dass  seine  Familie  aus  der  Provinz  Ghazni  stammt.  Ein 
Wegweisungsvollzug in die Provinz Ghazni ist gemäss den vorstehenden 
Ausführungen (vgl. vorstehend E. 8.4.) unzumutbar. Übereinstimmend mit 
der  Vorinstanz  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich 
der  Befragungen  widersprüchliche  Angaben  bezüglich  eines  familiären 
Beziehungsnetzes  in  Afghanistan  machte.  Nachdem  sich  nun  jedoch 
gemäss  der  jüngsten  Rechtsprechung  die  als  sicher  einzuschätzenden 
Orte  im  Wesentlichen  auf  Kabul  und  eventuell  einige  wenige  andere 
Grossstädte  reduziert  haben,  kann  aus  heutiger  Sicht  –  entgegen  der 
Auffassung der Vorinstanz – nicht mehr davon ausgegangen werden, der 
Beschwerdeführer gerate im Falle der Rückkehr nach Afghanistan nicht in 
eine  existenzielle  Notlage.  Aus  den  Akten  ergibt  sich  in  keiner  Weise, 
dass  der  Beschwerdeführer  sich  in  einer  dieser  als  sicher  qualifizierten 
Städte längere Zeit aufgehalten hätte oder dort über Familienangehörige 
verfügt.  Vielmehr  kann  mit  hinreichender  Sicherheit  ausgeschlossen 
werden, dass er dort über ein Beziehungsnetz verfügt, das den strengen 
Anforderungen  an  die  Tragfähigkeit  genügen  würde.  Der  Vollzug  der 
Wegweisung erweist sich diesen Erwägungen gemäss aus heutiger Sicht 
als nicht zumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG. Bei dieser Sachlage 

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erübrigt  es  sich,  auf  die  weiteren  Vorbringen  in  der  Beschwerde  zur 
allgemeinen Situation in Afghanistan einzugehen. 

8.6. Den  Akten  lassen  sich  keinerlei  Hinweise  entnehmen,  wonach  der 
Beschwerdeführer  einen  der  Tatbestände  von  Art.  83  Abs.  7  AuG 
(Ausschluss  von  der  vorläufigen  Aufnahme)  erfüllen  würde.  Nach  dem 
Gesagten erweist sich der Vollzug seiner Wegweisung aus der Schweiz 
demzufolge  als  unzumutbar.  Die  Beschwerde  ist  desbezüglich 
gutzuheissen und das BFM anzuweisen, den Beschwerdeführer vorläufig 
aufzunehmen. 

9. 
Zusammenfassend  ist  die  Beschwerde  betreffend  Aufhebung  der 
Verfügung  und Rückweisung  des  Verfahrens  an  die  Vorinstanz  zwecks 
materieller  Prüfung  abzuweisen.  Hinsichtlich  der  Anordnung  des 
Wegweisungsvollzugs ist sie gutzuheissen. 

10. 
10.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten nach dem 
Grad  des  Durchdringens  praxisgemäss  zur  Hälfte,  ausmachend  Fr. 
300.–, dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG; 
Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).  Angesichts  der  Tatsache,  dass  die  Beschwerde  nicht  als 
aussichtslos zu bezeichnen war und da aufgrund der Aktenlage von der 
prozessualen Bedürftigkeit auszugehen  ist,  ist  indessen das Gesuch um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1 
VwVG  –  soweit  nicht  durch  die  teilweise  Gutheissung  der  Beschwerde 
hinfällig  geworden  –  gutzuheissen  und  von  der  Kostenauferlegung 
abzusehen.

10.2.  Gemäss  Art.  64  Abs.  1  VwVG  kann  die  Beschwerdeinstanz  der 
ganz  oder  teilweise  obsiegenden  Partei  von  Amtes  wegen  oder  auf 
Begehren  eine  Entschädigung  der  ihr  erwachsenen,  notwendigen  und 
verhältnismässig  hohen  Kosten  zusprechen.  Vorliegend  ist  der 
Beschwerdeführer  nicht  vertreten,  weshalb  ihm  auch  keine 
verhältnismässig  hohen  Kosten  erwachsen  sein  dürften.  Es  ist  deshalb 
keine Parteientschädigung zu sprechen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die vorläufige Aufnahme des 
Beschwerdeführers beantragt wird; im Übrigen wird sie abgewiesen.

2. 
Die Verfügung des BFM vom 2.  Juli  2009 wird hinsichtlich der Ziffern 3 
und 4 aufgehoben.

3. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführer  in  der  Schweiz 
vorläufig aufzunehmen.

4. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art.  65  Abs.  1  VwVG  wird  gutgeheissen.  Es  werden  keine 
Verfahrenskosten auferlegt.

5. 
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

6. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

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