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**Case Identifier:** e8ef2f49-a69f-5bb7-96d7-8a0c195f3dff
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 18.05.2020 460 19 217
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-19-217_2020-05-18.pdf

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht,  

vom 18. Mai 2020 (460 19 217) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafrecht 

 

 

Banden- und gewerbsmässiger Diebstahl 

 

 

 

Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Markus Mattle (Ref.),  

Richter Stephan Gass, Richter Daniel Häring,  

Richterin Helena Hess; Gerichtsschreiber Stefan Steinemann 

 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8,  

Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin 

 

Privatklägerschaft 

  

gegen 

 

 A._____, z. Zt. Justizvollzugsanstalt Lenzburg,   

Postfach 75, 5600 Lenzburg 1,  

vertreten durch Advokat Johannes Mosimann,  

Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal,  

Beschuldigter 

 

 

Gegenstand Banden- und gewerbsmässiger Diebstahl etc. 

Berufung und Anschlussberufung gegen das Urteil des  

Strafgerichts Basel-Landschaft vom 25. Juli 2019 

 

 

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A. Das Strafgericht Basel-Landschaft (fortan: "Strafgericht") erkannte mit Urteil vom 25. Juli 

2019:  

 

"1.a) A._____ wird des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls, der mehrfachen 

Sachbeschädigung sowie des mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedens-

bruchs schuldig erklärt und verurteilt 

 

zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, 

unter Anrechnung der ausgestandenen Auslieferungs- und Untersuchungshaft so-

wie des vorzeitigen Strafvollzugs vom 7. November 2018 bis zum 25. Juli 2019 von 

insgesamt 261 Tagen, 

 

in Anwendung von Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 

StGB (teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie 

Art. 51 StGB. 

 

b) A._____ wird in den Fällen 5, 6, 9 und 10 der Anklageschrift freigesprochen. 

 

2. A._____ wird in Anwendung von Art. 66b Abs. 1 StGB für die Dauer von 20 Jahren 

des Landes verwiesen. 

 

3. Die beschlagnahmten Gegenstände, eine Taschenlampe (G70321), zwei Schlitz-

schraubenzieher (G70322, G70323), ein Kreuzschraubenzieher (G70324), ein 

Geissfuss (G70325) und ein Hebeeisen (G70326), werden in Anwendung von 

Art. 69 Abs. 1 und Abs. 2 StGB zur Vernichtung eingezogen. 

 (…) 

5.a) Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von 

Fr. 13‘986.−, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 500.−, den Ex-

pertisekosten des gerichtlichen Verfahrens von Fr. 200.− und der Gerichtsgebühr 

von Fr. 8‘000.−, gehen zufolge Teilfreispruchs und im Übrigen in Anwendung von 

Art. 425 StPO sowie § 4 Abs. 3 GebT zufolge Uneinbringlichkeit zu Lasten des 

Staates. 

 

b) Die Kosten des amtlichen Verteidigers Advokat J. Mosimann in Höhe von 

 Honorarforderung exkl. HV Fr. 11’100.55 

 Honorar HV inkl. Nachbearb.: 4.5 Std. à Fr. 200.− + 7.7 % MwSt. Fr.      969.30 

 Total  Fr.   12‘069.85 

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(wovon Fr. 6‘399.30 für den Aufwand vor Anklageerhebung sowie Fr. 5‘670.55 für 

den Aufwand nach Anklageerhebung) werden aus der Gerichtskasse entrichtet." 

 

B. Gegen dieses Urteil meldete A._____ (fortan: Beschuldigter) mit Eingabe vom 29. Juli 2019 

beim Strafgericht die Berufung an.  

 

C. Der Beschuldigte reichte mit Eingabe vom 10. September 2019 beim Kantonsgericht Basel-

Landschaft, Abteilung Strafrecht, (fortan: Kantonsgericht) die Berufungserklärung ein. Darin be-

antragte er:  

 In teilweiser Abänderung der Dispositiv-Ziffern 1–4 des Urteils des Strafgerichts vom 

25. Juli 2019 

 1.  sei der Beschuldigte des Diebstahls, der Sachbeschädigung sowie des Hausfriedens-

bruchs im Fall 8 der Anklageschrift schuldig zu sprechen und im Übrigen vollumfänglich 

freizusprechen;  

 2.  sei der Beschuldigte zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 3 Monaten bei 

einer Probezeit von 2 Jahren zu verurteilen;  

 3. seien sämtliche Zivilforderungen abzuweisen;  

 4. unter o/e-Kostenfolge zulasten des Staats.  

 

Zudem ersuchte der Beschuldigte um Bewilligung der notwendigen und amtlichen Verteidigung 

mit Advokat Johannes Mosimann für das Berufungsverfahren.  

 

D. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabteilung, (fortan: Staatsan-

waltschaft) erklärte mit Eingabe vom 18. September 2019 die Anschlussberufung und begehrte: 

  1. Die Berufung des Beschuldigten sei vollumfänglich abzuweisen. 

 2. In Gutheissung der vorliegenden Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft sei der Be-

schuldigte in Ergänzung der Dispositiv-Ziffer 1.a) und unter Aufhebung der Dispositiv-

Ziffer 1.b) des Urteils des Strafgerichts vom 25. Juli 2019 auch in den Fällen 5, 6, 9 und 

10 der Anklageschrift des Diebstahls, der Sachbeschädigung sowie des Hausfriedens-

bruchs schuldig zu sprechen. 

 3. Im Übrigen sei das vorinstanzliche Urteil vollumfänglich zu bestätigen und der Beschul-

digte zu einer unbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 4 Jahren zu verurteilen und 

für die Dauer von 20 Jahren des Landes zu verweisen. 

 

E. Der Beschuldigte wiederholte in seiner Berufungsbegründung vom 30. Oktober 2019 seine 

Anträge. 

 

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F. Mit Präsidialverfügung vom 31. Oktober 2019 wurde Advokat Johannes Mosimann als amt-

licher Verteidiger des Beschuldigten eingesetzt. 

 

G. Zur heutigen mündlichen Berufungsverhandlung erscheinen der Beschuldigte mit Advokat 

Johannes Mosimann und die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Der Beschuldigte hält grund-

sätzlich an seinen Anträgen fest. Er erklärt, dass die Landesverweisung nicht angefochten sei, 

und beantragt zudem neu, es seien ihm die zweitinstanzlichen Verfahrenskosten zufolge offen-

kundiger Uneinbringlichkeit zu erlassen. Die Staatsanwaltschaft besteht auf ihren Begehren. 

 

 

 

Erwägungen 

I. EINTRETEN 

(…) 

 

 

II. GEGENSTAND DER BERUFUNG 

1. Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen 

Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Wer nur Teile des Urteils anficht, hat in der Berufungserklärung 

verbindlich anzugeben, auf welche Teile sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 4 StPO). 

 

2.1  Der Beschuldigte ficht die Dispositiv-Ziffern 1–4 des erstinstanzlichen Urteils bis auf den 

Schuldspruch im Fall 8, die Freisprüche in den Fällen 5, 6, 9 und 10 und die Landesverweisung 

an. Die Staatsanwaltschaft fordert dagegen mit ihrer Anschlussberufung einen Schuldspruch 

auch in den Fällen 5, 6, 9 und 10 sowie im Übrigen die Bestätigung des angefochtenen Urteils. 

 

2.2 Demnach sind im Berufungsverfahren nicht angefochten: 

-  Der erstinstanzliche Schuldspruch im Fall 8 

- die Landesverweisung sowie 

- die erstinstanzliche Festsetzung der Kosten und der Entschädigung des amtlichen Vertei-

digers. 

 

Vorab ist festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil in diesem Umfang bereits auf den Urteils-

tag der Vorinstanz in Rechtskraft erwachsen ist (Art. 437 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 StPO). 

 

 

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III.  SACHVERHALT  

A.  Anklagevorwurf 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten mit Anklageschrift vom 6. Mai 2019 zusammen-

gefasst vor, sich mit unbekannten Mittätern bzw. im Fall 8 mit B._____ und C._____ im Sinne 

einer Bande zur fortgesetzten Verübung von Diebstählen zusammengefunden zu haben. Der Be-

schuldigte und die Mittäter seien unberechtigterweise und unter Verursachung von Sachschäden 

in Geschäftsräumlichkeiten eingedrungen und hätten dabei u.a. Bargeld und andere Wertgegen-

stände entwendet. Die Einbruchdiebstähle habe der Beschuldigte nach der Art eines Berufs ver-

übt und hätten ihm dazu gedient, namhafte Einkünfte zur Finanzierung seines Lebensunterhalts 

im Sinne eines Erwerbseinkommens zu erzielen. Im Einzelnen wird dem Beschuldigten dabei die 

Beteiligung an 29 Einbruchdiebstählen (davon 14 Versuche) sowie einem Fahrzeugdiebstahl be-

gangen im Zeitraum vom 24. Januar 2018 bis zum 8. Mai 2018 in den Gemeinden D._____, 

E._____, F._____, G._____ und H._____ zur Last gelegt. Die Details ergeben sich aus der An-

klageschrift.  

 

B. Beweisgrundsätze 

(…) 

 

C.  Allgemeines 

a. Einleitende Bemerkung 

Wie sich bereits in der Untersuchung und bei der Vorinstanz gezeigt hat, bestreitet der Beschul-

digte auch im zweitinstanzlichen Verfahren alle ihm vorgeworfenen Delikte mit Ausnahme jener 

im Fall 8. Ausser in diesem eingestandenen Fall machte er von seinem Aussageverweigerungs-

recht Gebrauch.  

 

b. DNA-Beweise 

1. Der Beschuldigte rügt insbesondere, die Vorinstanz habe ihm zu Unrecht DNA-Spuren 

zugeordnet. Die DNA-Gutachten würden grösstenteils komplexe Mischprofile betreffen, bei de-

nen mehr als drei Spurengeber festgestellt worden seien oder zumindest nicht ausgeschlossen 

werden könne, dass die untersuchte DNA von mehr als drei Spurengebern stamme. Nach heuti-

gem Stand der Wissenschaft seien bei mehr als drei Spurengebern keine hinreichend validen 

Aussagen möglich. So hielten denn auch die in Deutschland geltenden Empfehlungen fest, dass 

bei mehr als drei Spurengebern von einer biostatistischen Berechnung abgesehen werden sollte 

(vgl. Gemeinsame Empfehlungen der Projektgruppe, "Biostatistische DNA-Berechnungen" und 

der Spurenkommission zur biostatistischen Bewertung von DNA-analytischen Befunden, Rechts-

medizin 2016, S. 291 ff.). Genau solche biostatistischen Berechnungen würden in den im vorlie-

genden Verfahren erstellten DNA-Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Basel 

aber angestellt. Damit erschienen diese Gutachten als mangelhaft und könnten keinen Nachweis 

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darüber erbringen, dass die jeweilige DNA überhaupt vom Beschuldigten stamme. Zudem ba-

sierten die DNA-Gutachten auf der sogenannten PCR-Methode. Diese habe zwar den Vorteil, 

dass sie auch bei äussert geringem Spurenmaterial angewendet werden könne. Kehrseite sei 

aber die Gefahr, dass nicht nur die vom Spurenverursacher stammenden DNA-Abschnitte ampli-

fiziert (vermehrt) würden, sondern auch fremde DNA, was den Beweiswert so erstellter Gutachten 

schmälere (vgl. INGO WIRTH/ANDREAS SCHMELING, Rechtsmedizin, Grundwissen für die Ermitt-

lungspraxis, 3. Aufl. 2012, S. 326).  

 

2.1 Das Institut für Rechtsmedizin der Universität Basel (fortan: IRM Basel) hat mit Gutach-

ten vom 13. Februar 2019 eine DNA-Spur aus dem Fall 6, mit einem weiteren, gleichentags er-

stellten Gutachten eine DNA-Spur aus dem Fall 31 und mit Gutachten vom 16. Juli 2019 eine 

DNA-Spur aus dem Fall 13 ausgewertet.  

 

2.2 Das Gericht würdigt Gutachten grundsätzlich frei (Art. 10 Abs. 2 StPO). Das Gericht ist 

somit nicht an den Befund des Sachverständigen gebunden. Es hat vielmehr zu prüfen, ob sich 

aufgrund der übrigen Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einwände gegen 

die Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen. Auch wenn das Gutachten grund-

sätzlich der freien Beweiswürdigung unterliegt, darf das Gericht in Fachfragen nicht ohne triftige 

Gründe von ihm abrücken und muss Abweichungen begründen. Auf der anderen Seite kann das 

Abstellen auf eine nicht schlüssige Expertise bzw. der Verzicht auf die gebotenen zusätzlichen 

Beweiserhebungen gegen das Verbot willkürlicher Beweiswürdigung (Art. 9 BV) verstossen. Er-

scheint dem Gericht die Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten zweifelhaft, hat 

es nötigenfalls ergänzende Beweise zur Klärung dieser Zweifel zu erheben (BGE 142 IV 49 E. 

2.1.3; 129 I 49 E. 4; BGer 6B_902/2019 vom 8. Januar 2020 E. 2.2.2). 

 

2.3 Die beiden Gutachten des IRM Basel vom 13. Februar 2019 wurden durch die Sachver-

ständigen Dr. rer. medic. I._____ und M. Sc. J._____ und das Gutachten des IRM Basel vom 16. 

Juli 2019 wurde durch die Sachverständigen Dr. rer. medic. I._____ und M. Sc. K._____ erstellt. 

In den Gutachten wurde die angewandte Untersuchungsmethodik offengelegt. Aus dem jeweili-

gen Spurenmaterial wurde mittels der Maxwell-Methode die DNA extrahiert. Die Menge der aus 

dieser Spur isolierten DNA wurde mit Hilfe des Plexor® HY Kits bestimmt. Die DNA-Typisierung 

der Spur erfolgte in Doppelbestimmung mit dem PowerPlex® ESI 17 Kit und dem NGM Detect™ 

PCR Amplification Kit. Mit diesen Kits wurden 16 STR-Systeme typisiert. Die Auftrennung erfolgte 

mittels Kapillargelelektrophorese auf dem Genetic Analyser 3500xL und die Benennung der Allele 

mittels GeneMapper ID-X 1.4 Software. Die biostatistische Berechnung des Beweiswerts erfolgte 

mit Hilfe des Statistik-Programmes "Statistefix v.3.1.6681" von Dr. med. Volker Weirich. Das Kan-

tonsgericht hat weder Zweifel an der Sachkunde der Gutachterinnen noch an der angewandten 

Untersuchungsmethodik. Der Beschuldigte legt weder schlüssig dar noch ist ersichtlich, inwiefern 

die Vorgehensweise der Sachverständigen bei der DNA-Untersuchung anerkannten wissen-

schaftlichen Standards nicht genügen sollte. Insbesondere setzt er sich nicht konkret mit der von 

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den Sachverständigen angewandten Untersuchungsmethodik auseinander. So erschliesst sich 

dem Kantonsgericht nicht, weshalb das vorliegend angewandte Verfahren bei Mischprofilen mit 

mehr als drei Spurengebern nicht zu verlässlichen Resultaten führen sollte. Auch ist weder dar-

gelegt noch ersichtlich, dass vorliegend die PCR-Methode wegen Verunreinigung des Spuren-

materials die Ergebnisse verfälscht haben könnte. Dem Gesagten zufolge vermag der Beschul-

digte in keiner Weise einen triftigen Grund darzulegen, welcher die Überzeugungskraft der Gut-

achten ernstlich erschüttern könnte. Auf die betreffenden Gutachten kann folglich abgestellt wer-

den. 

 

2.4 Im Fall 6 sind die Sachverständigen im Gutachten vom 13. Februar 2019 überzeugend 

zum Schluss gelangt, dass es sich bei der Tatortspur um ein komplexes DNA-Mischprofil handelt, 

dessen Hauptprofil dem Beschuldigten zuzuordnen ist, und es 3.55 Billiarden Mal wahrscheinli-

cher ist, dass der Beschuldigte Spurengeber dieses Hauptprofils ist, als dass diese Spur von 

einer unbekannten, mit dem Beschuldigten nicht verwandten Person stammt (act. 2071 ff.). Nach 

den überzeugenden Erkenntnissen der Sachverständigen lässt sich gemäss dem Gutachten vom 

16. Juli 2019 im Fall 13 die Hypothese, wonach der Beschuldigte Spurengeber ist, um 620.1 Mil-

liarden Mal besser erklären als die Gegenhypothese, wonach der Spurengeber eine unbekannte, 

mit dem Beschuldigten nicht verwandte Person ist; im Fall 31 liegt gemäss Gutachten vom 13. 

Februar 2019 diese Wahrscheinlichkeit bei 4.69 Milliarden (vgl. act. 3311, ab SG 137). 

 

3.1 Der Beschuldigte moniert weiter, es könne vorliegend nicht ausgeschlossen werden, 

dass die an den Tatorten sichergestellten DNA-Spuren aufgrund eines früheren Kontakts durch 

ihn mit der Fundstelle oder aufgrund eines Sekundärtransfers durch einen fremden Spurenträger 

verursacht worden seien. 

 

3.2 Im Fall 13 wurde die DNA des Beschuldigten in Kontakt- bzw. Wischspuren am äusseren 

Türblatt einer aufgebrochenen Tür und im Fall 31 in einer Kontakt- bzw. Wischspur in einer von 

der Täterschaft geöffneten Schublade festgestellt (act. 3307, ab SG 131). Das Vorbringen des 

Beschuldigten, diese Spuren könnten aufgrund eines früheren Kontakts durch ihn oder eines Se-

kundärtransfers entstanden sein, stellt eine reine Schutzbehauptung dar. Für das Kantonsgericht 

ist erstellt, dass die DNA-Spuren des Beschuldigten anlässlich der Einbruchdiebstähle an die 

Tatorte gelangt sind. Zum einen ist weder substanziiert dargetan noch ersichtlich, dass der Be-

schuldigte mit den betreffenden Objekten zu einem früheren Zeitpunkt jemals bereits in Kontakt 

gekommen ist. Zum anderen wird weder konkret aufzeigt noch ist erkennbar, auf welchem Weg 

es zu einem Sekundärtransfer der DNA-Spuren gekommen sein soll. In den vorliegenden Fällen 

wurde die DNA des Beschuldigten aus Kontakt- bzw. Wischspuren extrahiert. Da diese Spuren 

durch einen direkten Kontakt des Spurgebers entstanden sind, erscheint die Möglichkeit einer 

sekundären Spurenübertragung als bloss theoretisch denkbar. Hinzu kommt, dass sich die si-

chergestellten Spuren an Örtlichkeiten befanden, wo eine Berührung durch die Täterschaft zu 

erwarten ist. Angesichts dessen erscheint eine Sekundärübertragung dieser DNA-Spuren als 

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praktisch ausgeschlossen. Dem Gesagten zufolge kann im Ergebnis festgehalten werden, dass 

der Beschuldigte in den Fällen 13 und 31 die DNA-Spuren hinterlassen hat.  

 

3.3 Wie in Erwägung III/D noch im Einzelnen gezeigt wird, kann in Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz im Fall 6 aus dem von der Täterschaft am Tatort zurückgelassenen Brecheisen, auf 

welchem eine DNA-Spur des Beschuldigten gefunden wurde, nichts zuungunsten des Beschul-

digten abgeleitet werden. Denn es kann vorliegend nicht ausgeschlossen werden, dass dieses 

Brecheisen durch eine Dritttäterschaft an den Deliktsort gebracht worden ist. 

 

c. modus operandi 

Der modus operandi ist bei allen zu beurteilenden Einbruchdiebstählen vergleichbar. Es ist je-

weils dieselbe Aufbruchsmethode angewendet worden. Die Täterschaft hat sich den Zutritt zum 

Tatobjekt verschafft, indem sie mit Hilfe von Flachwerkzeugen eine Türe oder ein Fenster aufge-

brochen bzw. aufgewuchtet hat. Auch im Innern des Tatobjekts hat sie teilweise so verschlossene 

Türen und Behältnisse aufgebrochen. Bei den Einbruchdiebstählen hat sie u.a. Bargeld und an-

dere Wertgegenstände entwendet. Soweit die Tatzeit näher eingrenzbar ist, sind die Einbruch-

diebstähle zu nächtlicher Stunde verübt worden. Als Einbruchsobjekte sind ausschliesslich Ge-

schäftsräumlichkeiten ausgewählt worden. Nachdem der Beschuldigte im Fall 8 geständig ist und 

ihm die Fälle 13 und 31 mittels einer DNA-Spur nachgewiesen werden können, muss der darge-

stellte modus operandi als typisch für den Beschuldigten angesehen werden. 

 

D. Fälle 5 und 6 

1. Die Staatsanwaltschaft führt im Wesentlichen aus, die Vorinstanz nehme an, dem Be-

schuldigten könne im Fall 6 seine auf einem von der Täterschaft im Einbruchsobjekt zurückge-

lassenen Brecheisen gefundene DNA-Spur nicht zugeordnet werden. Denn es könne nicht aus-

geschlossen werden, dass der Beschuldigte Teil einer Tatgruppierung gewesen und das Brech-

eisen durch mehrere Hände gegangen sei. Diese Hypothese werde jedoch durch den Umstand 

entkräftet, dass der Beschuldigte erst Mitte Dezember 2017 und damit nur kurze Zeit vor der 

Verübung der Fälle 5 und 6 aus der Haft entlassen worden sei. Für die Täterschaft des Beschul-

digten spreche klar, dass es sich bei der sichergestellten Spur um ein DNA-Hauptprofil des Be-

schuldigten handle. Zudem sei die Verwendung eines Brecheisens auch typisch für den modus 

operandi des Beschuldigten. Demzufolge sei die Täterschaft des Beschuldigten in den Fällen 5 

und 6 erstellt. 

 

2. Im Fall 6 versuchte die Täterschaft im Innern des Tatobjekts mit einem mitgebrachten 

Brecheisen eine Tür zur Hauswartwohnung aufzuwuchten. Nachdem sie vom Hauswart über-

rascht worden war, liess sie das Brecheisen am Tatort zurück und flüchtete. Der Hauswart konnte 

die Täterschaft einzig dahingehend beschreiben, dass es sich um zwei etwa 170–180 cm grosse 

Personen gehandelt habe (act. 2043 ff.). Da diese Täterbeschreibung auf eine kaum begrenzbare 

Zahl von Menschen zutrifft, kann der Beschuldigte aufgrund der Angaben des Hauswarts nicht 

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identifiziert werden. Auf dem zurückgelassenen Brecheisen konnte zwar ein komplexes DNA-

Mischprofil gesichert werden, dessen Hauptprofil dem Beschuldigten zuzuordnen ist. Damit steht 

jedoch einzig fest, dass der Beschuldigte dieses Werkzeug einmal angefasst haben muss. Dem-

nach kann nicht mit der erforderlichen Sicherheit ausgeschlossen werden, dass dieses Brechei-

sen von zwei anderen Personen im Fall 6 aus den Einbruchsutensilien einer grösseren Gruppie-

rung mitgeführt und verwendet worden ist. Daran vermag auch der von der Staatsanwaltschaft 

angeführte Umstand nichts zu ändern, wonach der Beschuldigte erst Mitte Dezember 2017 aus 

der Haft entlassen worden ist. Es ist nämlich durchaus denkbar, dass der Beschuldigte mit dem 

Brecheisen in Berührung kam, ohne danach selbst bei der Begehung des Falls 6 mitzuwirken. 

Die Fälle 5 und 6 wurden praktisch in Nachbarschaft zueinander und in der gleichen Nacht verübt. 

Irgendwelche Beweismittel, die eindeutig für eine Beteiligung des Beschuldigten im Fall 5 spre-

chen, liegen nicht vor. Damit verbleibt in den Fällen 5 und 6 nebst dem komplexen DNA-

Mischprofil des Beschuldigten im Fall 6 an einem Brecheisen als einziger Anhaltspunkt der für 

den Beschuldigten typische modus operandi. Allein dadurch lässt sich der Sachverhalt aber nicht 

erstellen, weshalb der Beschuldigte in den Fällen 5 und 6 in dubio pro reo von den Tatvorwürfen 

freizusprechen ist. 

 

E. Fall 7 

1. Der Beschuldigte macht im Wesentlichen geltend, die im Fall 7 sichergestellten Schuh-

spuren seien nicht beweiskräftig. Es handle sich um Spuren von handelsüblichen, massengefer-

tigten Turnschuhen. Diese Schuhspuren würden lediglich einen Hinweis darauf geben, dass das 

gleiche Schuhmodell in der gleichen Schuhgrösse Spurengeber sei. Es könne durchaus zufällig 

sein, dass am Tatort im Fall 7 die betreffenden Schuhspuren vorgefunden worden seien. Der 

Umstand, dass er zweieinhalb Stunden vor dem Tatzeitpunkt im Fall 7 anlässlich einer gemein-

samen Autofahrt mit den Mitbeschuldigten, mit dem er den Fall 8 verübt habe, kontrolliert worden 

sei, beweise keineswegs seine Tatbeteiligung im Fall 7. Demzufolge fehle es an einer geschlos-

senen Indizienkette, weshalb er im Fall 7 freizusprechen sei. 

 

2. Im Fall 7 konnte am Tatort die Schuhspur S18-024 gesichert werden, welche formaltech-

nisch im Profilgrundmuster mit jener im Fall 8 kongruent ist (act. 1093 ff., 2111 ff., 2199 ff.). Auch 

wenn diese Schuhspuren keine individualcharakteristischen Besonderheiten aufweisen, kann 

diesen entgegen der Ansicht des Beschuldigten der Beweiswert nicht abgesprochen werden. 

Vielmehr ist mit der Vorinstanz die Wahrscheinlichkeit, dass ein anderer Täter neun Tage zuvor 

in vergleichbarer Weise in der gleichen Region einen Einbruchdiebstahl begangen und dabei zu-

fälligerweise dasselbe Schuhmodell getragen haben könnte, als äusserst gering anzusehen. So-

mit bilden die Schuhspuren S18-024 ein aussagekräftiges Indiz für die Präsenz des Beschuldig-

ten am Deliktsort des hier zu beurteilenden Falls. Ausserdem steht aufgrund einer Kontrolle der 

deutschen Bundespolizei vom 27. Februar 2018, 23:40 Uhr fest, dass der Beschuldigte rund 

zweieinhalb Stunden vor der Tatbegehung im Fall 7 mit den Landsleuten B._____ und C._____ 

mit einem Audi A4 mit dem Ausfuhrkennzeichen 1._____ in L._____/D unterwegs war (act. 1075 

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ff.). Den Grund für diese nächtliche Autofahrt wollte der Beschuldigte im vorliegenden Verfahren 

nicht angeben. Fest steht jedenfalls, dass der Beschuldigte nur neun Tage später unmittelbar 

nach der Tatbegehung im Fall 8 in D._____ mitten in der Nacht mit dem gleichen Audi A4 und 

denselben Fahrzeuginsassen B._____ und C._____ verunfallte. Der Beschuldigte und B._____ 

gestanden, gemeinsam den Fall 8 verübt zu haben. Im Zusammenhang mit diesem Fall gaben 

sie weiter an, C._____ habe in dem am Tatort abgestellten Auto gewartet (act. 2229 ff., 2289 ff.). 

Vor diesem Hintergrund bildet die Tatsache, dass der Beschuldigte kurze Zeit vor der Begehung 

des Falls 7 just mit B._____ und C._____ mitten in der Nacht in nicht allzu grosser Distanz zum 

Tatort mit dem fraglichen Auto unterwegs war, einen weiteren Anhaltspunkt für die Beteiligung 

des Beschuldigten im Fall 7. Ferner spricht auch der modus operandi für die Beteiligung des Be-

schuldigten. So wurde mit Hilfe eines Flachwerkzeugs die Eingangstüre aufgehebelt und es han-

delt sich beim Tatobjekt um eine Geschäftslokalität. Gestützt auf all die dargestellten Umstände 

steht zur Überzeugung des Kantonsgerichts fest, dass der Anklagesachverhalt im Fall 7 rechts-

genüglich nachgewiesen ist. 

 

F. Fälle 9 und 10 

1. Die Staatsanwaltschaft führt insbesondere aus, im Fall 9 habe die Schuhspur S18-036 

festgestellt werden können. Der Umstand, dass diese Schuhspur S18-036 auch im Fall 23 neben 

den Schuhspuren S18-034 und S18-035 vorgefunden worden sei, spreche für eine Beteiligung 

des Beschuldigten in den Fällen 9 und 10. Somit sei der Beschuldigte in den Fällen 9 und 10 

schuldig zu sprechen. 

 

2. Im Fall 10 wurde die Schuhspur S18-036 gesichert (act. 1181 ff., 2363 ff.). Diese Schuh-

spur findet sich sonst nur im Fall 23, und zwar als dritte Spur neben den beiden Schuhspuren 

S18-034 und S18-035 (act. 1181 ff., 2999 ff.). Weil davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte 

entweder die Schuhspur S18-034 oder die Schuhspur S18-035 und sein Mittäter die jeweils an-

dere hinterlassen hat (siehe Erwägung III/G), muss die Schuhspur S18-036 von einem Dritten 

verursacht worden sein. Der Fall 10 lässt sich dem Beschuldigten bloss aufgrund der in diesem 

Fall am Tatort gesicherten Schuhspur S18-036 nicht zuordnen. Es ist nämlich durchaus denkbar, 

dass der fragliche Dritte die Tat im Fall 10 nicht im Zusammenwirken mit dem Beschuldigten 

verübt hat. Ausserdem liegen zwar die Bilder einer Überwachungskamera (Videoprints) im Tat-

objekt zur Tatzeit vor. Angesichts der schlechten Bildqualität und der Kopfbedeckung lässt sich 

die abgelichtete Person jedoch kaum erkennen. Eine Ähnlichkeit dieser Person mit dem Beschul-

digten lässt sich nicht ausmachen (act. 2357 ff.). Im Weiteren besteht zwar eine örtliche und zeit-

liche Nähe des Falls 10 zum Fall 9. Irgendwelche (weiteren) Beweismittel, die für eine Beteiligung 

des Beschuldigten im Fall 9 sprechen, liegen nicht vor. Damit verbleibt in den Fällen 9 und 10 als 

einziges Indiz die typische Vorgehensweise des Beschuldigten. Allein damit lässt sich der Ankla-

gesachverhalt nicht rechtsgenüglich nachweisen. Demzufolge ist der Beschuldigte in dubio pro 

reo von den Anklagevorwürfen in den Fällen 9 und 10 freizusprechen. 

 

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G. Fall 31 und Implikationen für weitere Fälle  

1. Der Beschuldigte bringt zusammengefasst vor, der im Fall 31 am Tatort sichergestellten 

DNA-Spur komme kein Beweiswert zu, da es sich lediglich um ein Mischprofil mit mindestens drei 

Spurengebern handle und auch eine Fremdkontamination nicht ausgeschlossen werden könne. 

Aus dem Umstand, dass eine Anwohnerin den im Fall 22 entwendeten weissen Lieferwagen Opel 

Vivaro in der fraglichen Nacht in H._____ gesehen haben wolle, lasse sich nichts zu seinen Un-

gunsten ableiten. Als die Anwohnerin nachts aus ihrer Wohnung geschaut habe, dürfte sie näm-

lich wegen der Dunkelheit die Automarke und die Aufschrift auf dem Fahrzeug nicht näher erkannt 

haben. Zudem sei davon auszugehen, dass es in H._____ nicht nur einen Opel Vivaro und nicht 

nur ein Fahrzeug des Bedachungsunternehmens M._____ AG gebe. Selbst wenn die Anwohnerin 

den Lieferwagen korrekt identifiziert haben sollte, könne die Anwesenheit des Beschuldigten im 

Fahrzeug nicht erstellt werden. Weiter lasse sich aus den im Lieferwagen sichergestellten Werk-

zeugen und den im Fall 31 aufgefundenen orangefarbenen Werkzeugwirkspuren kein Zusam-

menhang herstellen, da die Herkunft der Farbspuren auf dem Tatobjekt im Fall 31 von diesen 

Werkzeugen gemäss dem betreffenden Gutachten weder bestätigt noch ausgeschlossen werden 

könne. Ausserdem seien die verwendeten industriell hergestellten Werkzeuge nur in einer be-

grenzten Auswahl an verschiedenen Modellen verfügbar, weshalb die an den Tatorten sicherge-

stellten Werkzeugwirkspuren kein aussagekräftiges Indiz darstellten. Im Übrigen lasse sich aus 

den im Fall 31 vorgefundenen Schuhspuren nichts in Bezug auf andere Fälle ableiten. Die for-

maltechnisch kongruenten Schuhspuren indizierten lediglich, dass in den betreffenden Fällen 

dasselbe Schuhmodell in der gleichen Grösse Spurengeber gewesen sei. Diese Übereinstim-

mungen bildeten somit höchstens ein vages Indiz. Dem Gesagten zufolge lasse sich eine Betei-

ligung des Beschuldigten im Fall 31 nicht erstellen, weshalb mindestens in dubio pro reo ein 

Freispruch zu ergehen habe. 

 

2. Im Fall 31 konnte am Tatort anhand einer Kontakt- bzw. Wischspur in einer von der 

Täterschaft geöffneten Schublade die DNA des Beschuldigten festgestellt werden (act. 3307 ff.). 

Wie bereits in Erwägung III/B/b dargelegt, ist diese DNA-Spur mit einem biostatistischen Wert 

von 1 zu 4.69 Milliarden dem Beschuldigten zuzuordnen und eine Verursachung dieser Spur 

durch eine Fremdkontamination ausgeschlossen. Damit steht für das Kantonsgericht ohne ver-

bleibende Zweifel fest, dass diese Kontakt- bzw. Wischspur auf der Schublade vom Beschuldig-

ten selbst am Tatort hinterlassen wurde. Der Anklagesachverhalt im Fall 31 ist mithin nachgewie-

sen. 

 

3. Nachdem im Fall 31 eine Beteiligung des Beschuldigten nachgewiesen werden kann, ist 

auf die weiteren in diesem Fall vorhandenen Beweise einzugehen, da sich aus diesen Erkennt-

nisse für die anderen Fälle ergeben.  

 

3.1 Am 7. Mai 2018, um 02:36 Uhr, meldete eine Anwohnerin aus der unmittelbaren Nach-

barschaft des Tatobjekts im Fall 31 der Polizei, sie habe zwei sich verdächtig verhaltende Männer 

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beobachtet. Diese Männer hätten eine Eisenstange und möglicherweise einen Hammer mitge-

führt. Das Fahrzeug, mit welchem sie unterwegs waren, beschrieb die Anwohnerin als weissen 

Lieferwagen mit basellandschaftlichem Kennzeichen und einem roten Logo, möglicherweise ei-

nem solchen der Bedachungsfirma M._____ AG aus F._____ (act. 3281). Entgegen der Ansicht 

des Beschuldigten sind keine Zweifel an der Wahrhaftigkeit der Angaben der Anwohnerin ange-

bracht. Die Anwohnerin gab an, möglicherweise das Logo der Bedachungsfirma M._____ AG aus 

F._____ auf dem Lieferwagen erkannt zu haben. Die Anwohnerin hat zwar gewisse Zweifel an 

ihrer Erinnerung geäussert, war aber offenkundig letztlich dennoch von der Richtigkeit ihrer An-

gabe überzeugt, weshalb im Ergebnis auch deshalb ihre Aussage als glaubhaft dasteht (vgl. MAX 

HERMANUTZ/SVEN LITZCKE/OTTMAR KROLL, Strukturierte Vernehmung und Glaubhaftigkeit, 

4. Aufl. 2018, S. 102). Im Weiteren ist nicht zu erwarten, noch besteht irgendein Grund zur An-

nahme, dass zur fraglichen Nachtzeit am besagten Ort in H._____ ein anderer als der im Fall 22 

entwendete Lieferwagen Opel Vivaro der Bedachungsfirma M._____ AG aus F._____ unterwegs 

war. Nachdem die Anwohnerin diesen im Fall 22 entwendeten Lieferwagen tatzeitnah in unmit-

telbarer räumlicher Distanz zum Tatort im Fall 31 sichtete, steht zweifellos fest, dass sich die 

Täterschaft mit diesem Fahrzeug an den Tatort im Fall 31 begab. Dies spricht klar dafür, dass 

der Beschuldigte an der Entwendung dieses Fahrzeugs im Fall 22 beteiligt war. 

 

Am 8. Mai 2018, 03:05 Uhr, geriet dieser im Fall 22 entwendete Lieferwagen in F._____ in einen 

Kontrollposten der Grenzwache. Die beiden Fahrzeuginsassen liessen dort den Lieferwagen ste-

hen und entzogen sich einer Anhaltung, indem sie zu Fuss in den Wald flüchteten (act. 2907 ff., 

2917 ff.). In diesem Lieferwagen wurden orangefarben lackierte Einbruchswerkzeuge (Geissfuss, 

Hebeeisen) festgestellt (act. 2919). An den Tatorten in den Fällen 25, 29, 30, 31 und 34 wurden 

an der jeweiligen Einbruchstelle orangefarbene Werkzeugwirkspuren aufgefunden (act. 1205 ff., 

3105, 3213, 3249, 3289, 3439). Die Polizei Basel-Landschaft, Forensik, untersuchte diese Farb-

spuren mit Hilfe von optischen Methoden (Makroskop, Mikroskop) und erstellte den Bericht vom 

15. April 2019. Darin wird zwar unter Ziffer 4 festgehalten, dass eine Herkunft der orangen Farb-

spuren an den erwähnten Tatorten von den fraglichen Werkzeugen nicht ausgeschlossen werden 

könne. Aus den Ausführungen in Ziffer 3.2 und aus dem Gesamtbild des Berichts ergibt sich 

jedoch unmissverständlich und nachvollziehbar, dass der orangefarbene Eigenlack der vorge-

nannten Werkzeuge und der an den Tatorten in den Fällen 25, 29, 30, 31 und 34 an Werkzeug-

wirkspuren sichergestellte orangefarbene Fremdlack derselben Mikrospurenverbindung L18-005 

zuzuordnen ist (act. 1205 ff.). Entgegen der Ansicht des Beschuldigten muss die Wahrscheinlich-

keit eines Einsatzes entsprechender Werkzeuge mit einer identischen orangen Lackierung durch 

eine andere Täterschaft innert der begrenzten Zeitspanne von nur gerade einmal einer Woche 

im Bezirk H._____ für gleichgelagerte Einbruchdiebstähle als äussert minim bezeichnet werden, 

so dass sie nicht ernsthaft in Erwägung gezogen werden braucht. Da sich die Eigenlacke der 

Einbruchswerkzeuge und die an den Einbruchsstellen vorgefundenen Fremdlackspuren makro- 

und mikroskopisch nicht unterscheiden lassen, bilden die an den besagten Tatorten gesicherten 

orangefarbenen Werkzeugwirkspuren ein aussagekräftiges Indiz für die genannten Werkzeuge 

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als Spurengeber. Aufgrund des Umstands, dass in dem im Fall 22 vom Beschuldigten und seinem 

Mittäter entwendeten Lieferwagen die besagten Tatwerkzeuge sichergestellt werden konnten 

(siehe Erwägung III/J), muss angenommen werden, dass diese Werkzeuge zur Einbruchsaus-

rüstung des Beschuldigten und seines Mittäters gehörten. Nach alledem kann nur geschlossen 

werden, dass die orangefarbenen Werkzeugwirkspuren an den Einbruchsstellen in den Fällen 

25, 29, 30, 31 und 34 ein klares Indiz für eine Beteiligung des Beschuldigten an den betreffenden 

Delikten darstellt. 

 

3.2 Im Weiteren konnten am Tatort des Falls 31 die Schuhspuren S18-034 und S18-035 

gesichert werden (act. 1117 ff., 1151 ff., 3285 ff.). Die Schuhspur S18-034 konnte ebenfalls in 

den Fällen 14, 17, 20, 21, 23 und 32 und die Schuhspur S18-035 in den Fällen 15, 17, 21 und 23 

vorgefunden werden (act. 1117 ff., 1151 ff., 2545, 2589, 2665, 2857 ff., 2789, 3005 ff., 3365). Die 

Schuhspur S18-035 konnte überdies auf dem Boden beim Beifahrersitz in dem im Fall 22 ent-

wendeten Lieferwagen gesichert werden (act. 1151 ff., 2917 ff.). Die Schuhspuren mit der glei-

chen Bezeichnung sind jeweils im Profilgrundmuster kongruent (act. 1117 ff., 1151 ff.). Auch 

wenn keine individualcharakteristischen Spurenmerkmale festgestellt werden konnten, sind die 

Übereinstimmungen der Schuhspuren in den genannten Fällen aus Sicht des Kantonsgerichts 

weit mehr als Zufall, zumal in den Fällen 17, 21 und 23 gar beide Schuhspuren vorgefunden 

wurden. Davon ist umso mehr auszugehen, als diese Fälle innerhalb eines begrenzten Zeitraums 

von nur drei Wochen und alle im Bezirk H._____ verübt worden sind. Damit erscheint eine andere 

Täterschaft nicht mehr als bloss theoretisch denkbar. Ausserdem hat die Vorinstanz korrekt er-

wogen, dass in den genannten Fällen jeweils zwei Täter zusammen agierten und den im Fall 22 

entwendeten Lieferwagen nutzten; diesbezüglich kann auf die unstrittigen Ausführungen der Vo-

rinstanz verwiesen werden (Urt. StGer E. I/3.4; Art. 82 Abs. 4 StPO). Nachdem in den betreffen-

den Fällen entweder eine der Schuhspuren S18-034 und S18-035 oder gar beide vorgefunden 

wurden, kann nur geschlossen werden, dass der Beschuldigte die fraglichen Taten jeweils mit 

dem gleichen, unbekannt gebliebenen Mittäter verübt hat.  

 

H. Fälle 11, 12, 13 und 14 

1. Der Beschuldigte trägt hauptsächlich vor, bei der im Fall 13 sichergestellten DNA-Spur 

handle es sich um ein Mischprofil von drei Personen. Seine DNA sei lediglich in einem Nebenprofil 

enthalten. Somit basiere der DNA-Beweis auf einer unsicheren Grundlage, was für den Nachweis 

der Täterschaft des Beschuldigten nicht ausreiche. Er sei daher im Fall 13 zumindest in dubio pro 

reo freizusprechen. Infolgedessen könnten aus dem Fall 13 auch keine Rückschlüsse auf die 

Fälle 11, 12 und 14 gezogen werden. Im Übrigen weise die im Fall 14 vorgefundene Schuhspur 

kaum einen Beweiswert auf. Da keine anderen Indizien vorlägen, habe auch in den Fällen 11, 12 

und 14 ein Freispruch zu ergehen. 

 

2.1 Im Fall 13 konnte am Tatort anhand einer Kontakt-/Wischspur am äusseren Türblatt ei-

ner aufgebrochenen Tür eine DNA-Spur des Beschuldigten gesichert werden (act. ab SG 131). 

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Wie bereits in Erwägung III/B/b dargelegt, ist diese Spur mit einem biostatistischen Wert von 1 zu 

620.1 Milliarden dem Beschuldigten zuzuordnen und überdies ausgeschlossen, dass die sicher-

gestellte DNA-Spur durch eine Fremdkontamination entstanden ist. Somit steht zur Überzeugung 

des Kantonsgerichts ohne verbleibende Zweifel fest, dass der Beschuldigte diese Spur durch 

direkten Kontakt am Tatort hinterlassen hat. Im Fall 14 bildet sodann die am Tatort gesicherte 

Schuhspur S18-034 (act. 1117 ff., 2545) einen Anhaltspunkt für eine Beteiligung des Beschuldig-

ten an der betreffenden Tat, da diese Schuhspur entweder vom Beschuldigten oder seinem Mit-

täter stammt und die beiden in der fraglichen Zeit bei der Tatbegehung als feste Gruppe zusam-

menwirkten (siehe Erwägung III/G). Im Weiteren entspricht die Begehungsweise in den Fällen 

11, 12, 13 und 14 dem typischen modus operandi des Beschuldigten, wurden doch die Hauptein-

gangstüre der betreffenden Büroliegenschaft sowie verschlossene Etagentüren der einzelnen 

Geschäfte mit einem Flachwerkzeug aufgewuchtet. Bei allen Tatobjekten handelt es sich um Ge-

schäftsräumlichkeiten. Schliesslich springt die grosse örtliche und zeitliche Nähe der Fälle 11, 12, 

13 und 14 ins Auge, da alle Taten in demselben Bürogebäude im Verlauf der gleichen Nacht 

verübt wurden.  

 

2.2 In Anbetracht der im Fall 13 gefundenen DNA-Spur des Beschuldigten, der im Fall 14 

für eine Beteiligung des Beschuldigten sprechenden Schuhspur, des jeweils typischen modus 

operandi des Beschuldigten sowie des engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs zwi-

schen den Fällen 11, 12, 13 und 14 gelangt das Kantonsgerichts ohne verbleibende Zweifel zur 

Erkenntnis, dass der Anklagesachverhalt in den Fällen 11, 12, 13 und 14 erstellt ist. 

 

I. Fälle 15, 16, 17 und 18  

1. Der Beschuldigte bringt im Wesentlichen vor, die vorinstanzlichen Schuldsprüche in den 

Fällen 15, 16, 17 und 18 stützten sich lediglich auf Schuhspuren, welche kaum Beweiskraft be-

anspruchen könnten. Er sei deshalb in diesen Fällen freizusprechen. 

 

2.1 Im Fall 15 konnte am Tatort die Schuhspur S18-035 (act. 1151 ff., 2589) und im Fall 17 

konnten am Tatort die Schuhspuren S18-034 und S18-035 gesichert werden (act. 1117 ff., 

1151 ff., 2665). Dies bildet ein klares Indiz für eine Beteiligung des Beschuldigten, da diese Spu-

ren dem Beschuldigten und seinem Mittäter zuzurechnen sind und die beiden als feste Gruppe 

handelten (siehe Erwägung III/G). Hinzu kommt, dass der modus operandi in den Fällen 15, 16, 

17 und 18 der typischen Begehungsweise des Beschuldigten entsprach. So verschaffte sich die 

Täterschaft den Zutritt zu den Einbruchsobjekten, indem sie mittels eines Flachwerkzeugs eine 

Türe aufhebelte und ausschliesslich Geschäftsräumlichkeiten aufsuchte. Im Weiteren stehen die 

Fälle 15, 16, 17 und 18 offenkundig in einem engen örtlichen und zeitlichen Nähe zueinander. So 

ereignete sich das jeweilige Tatgeschehen in den Fällen 15, 16 und 17 in praktisch benachbarten 

Liegenschaften. Von diesen ist das Einbruchsobjekt im Fall 18 lediglich 300 Meter entfernt. Auch 

wurden diese Taten alle in der gleichen Nacht verübt.  

 

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2.2 Unter Berücksichtigung der auf eine Beteiligung des Beschuldigten in den Fällen 15 und 

17 hinweisenden Schuhspuren, des jeweils typischen modus operandi sowie des engen örtlichen 

und zeitlichen Konnexes der Fälle 15, 16, 17 und 18 steht zur Überzeugung des Kantonsgerichts 

fest, dass der angeklagte Sachverhalt in den Fällen 15, 16, 17 und 18 nachgewiesen ist.  

 

J. Fälle 19, 20, 21, 22 und 23 

1. Der Beschuldigte macht zusammengefasst geltend, die Entwendung des Lieferwagens 

Opel Vivaro im Fall 22 sei in keiner Weise erstellt. Es sei nämlich nicht nachgewiesen, dass sich 

in diesem Fahrzeug wirklich von ihm stammende DNA befunden habe, da ein Gutachten betref-

fend die fragliche DNA-Spur nicht aktenkundig sei. Infolgedessen liessen sich aus dem Fall 22 

auch keine Rückschlüsse auf den Einbruch am selben Ort im Fall 21 ziehen. Mangels weiterer 

Indizien habe in den Fällen 19, 20, 21, 22 und 23 ein Freispruch zu ergehen.  

 

2.1 Im Fall 20 konnte die Schuhspur S18-034 (act. 1117 ff., 2789), im Fall 21 die Schuhspu-

ren S18-034 und S18-035 (act. 1117 ff., 1151 ff., 2857 ff.), im Fall 22 die Schuhspur S18-035 

(act. 1151 ff., 2921) und im Fall 23 konnten die Schuhspuren S18-034 und S18-035 gesichert 

werden (act. 1117 ff., 1151 ff., 3005 ff.). Diese Schuhspuren stellen ein klares Indiz für die Ver-

übung dieser Fälle durch den Beschuldigten und seinen Mittäter dar, weil sie Geber dieser Schuh-

spuren sind und als feste Gruppe handelten (siehe Erwägung III/G). Für eine Beteiligung des 

Beschuldigten an der Entwendung des Lieferwagens Opel Vivaro im Fall 22 spricht sodann, dass 

dieses Fahrzeug bei der Verübung des dem Beschuldigten nachgewiesenen Falls 31 verwendet 

wurde (siehe Erwägung III/G). Zudem ist die Begehungsweise der Einbruchdiebstähle für den 

Beschuldigten typisch, da in den Fällen 19, 20, 21 und 23 Türen mittels eines Flachwerkzeugs 

aufgebrochen wurden und die Einbruchsdiebstähle Geschäftsliegenschaften betreffen. Im Wei-

teren fällt die grosse örtliche und zeitliche Nähe der Fälle 19, 20, 21 und 23 auf, liegen doch alle 

Tatorte im Gewerbegebiet S._____ in F._____. Die Taten wurden allesamt in der Zeit vom 28. 

April 2018 bis zum 30. April 2018 verübt. Die Entwendung des Lieferwagens Opel Vivaro (Fall 

22) steht sodann fraglos in einem äusserst engen Konnex zum Fall 21, da bei der letzteren Tat 

die Fahrzeugschlüssel für diesen Lieferwagen behändigt wurden.  

 

2.2 Bereits in Anbetracht der in den Fällen 20, 21, 22 und 23 für eine Beteiligung des Be-

schuldigten sprechenden Schuhspuren, der Verwendung des im Fall 22 entwendeten Lieferwa-

gens durch den Beschuldigten im nachgewiesenen Fall 31, des typischen modus operandi sowie 

des engen örtlichen und zeitlichen Zusammenhangs der Fälle 19, 20, 21, 22 und 23 gelangt das 

Kantonsgerichts ohne verbleibende Zweifel zum Ergebnis, dass der Anklagesachverhalt in den 

Fällen 19, 20, 21, 22 und 23 erstellt ist.  

 

Vom obigen Ergebnis ist umso mehr auszugehen, als dass die DNA des Beschuldigten am in-

nenseitigen Türgriff und Türöffner der Beifahrertür des gestohlenen Lieferwagens im Fall 22 fest-

gestellt werden konnte. Aus dem Bericht der Polizei Basel-Landschaft, Forensik, vom 22. Mai 

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2018, und der entsprechenden Abfrage aus dem IPAS-Informationssystem folgt, dass die im Fall 

22 vorgefundene DNA-Spur vom Beschuldigten stammt (act. 2923 ff.). Es trifft zwar zu, dass sich 

bezüglich dieser DNA-Spur kein rechtsmedizinisches Gutachten bei den Akten findet. Dieser Ein-

wand ist jedoch nicht zu hören, da der Beschuldigte die Errichtung eines zweiten rechtsmedizini-

schen Gutachtens zu keinem Zeitpunkt verlangt hat. Nachdem der Beschuldigte auch weder kon-

kret darlegt noch ersichtlich ist, dass es bei der Spurenzuordnung zu einer Verwechslung gekom-

men sein könnte, ist die DNA-Spur im Fall 22 dem Beschuldigten zuzuordnen. Diese bildet somit 

ein zusätzliches Indiz für eine Beteiligung des Beschuldigten im Fall 22 sowie den damit in einem 

engen örtlichen und zeitlichen Konnex stehenden Fällen 19, 20, 21 und 23. 

 

K. Fälle 24, 25, 26, 27, 28, 29 und 30 

1. Der Beschuldigte trägt zusammengefasst vor, mangels Nachweises des Falls 31 könn-

ten ihm die in den weiteren Fällen gesicherten Schuhspuren nicht zugeordnet werden. Die an 

verschiedenen Tatorten vorgefundenen orangefarbenen Werkzeugwirkspuren bildeten sodann 

kein verlässliches Indiz für seine Beteiligung an den Taten. Somit verbleibe als Indiz einzig noch 

die Bildaufnahme aus einem zum Tatobjekt im Fall 27 benachbarten Ladengeschäft. Angesichts 

der mangelhaften Bildqualität sei eine eindeutige Identifizierung jedoch nicht möglich. Die Vor-

instanz führe aus, dass es sich beim hinteren der beiden abgebildeten Männer um den Beschul-

digten handeln könnte, da insbesondere der Haaransatz zu ihm passe. Dies allein reiche aber 

keinesfalls für einen Schuldspruch. Damit folge, dass in den Fällen 24, 25, 26, 27, 28, 29 und 30 

mindestens in dubio pro reo ein Freispruch erfolgen müsse. 

 

2.1 In den Fällen 25, 29 und 30 wurden an den Einbruchsstellen orangefarbene Werkzeug-

wirkspuren vorgefunden (act. 1205 ff., 3105, 3213, 3249). Wie bereits in Erwägung III/G ausführ-

lich dargestellt, bilden diese sich makro- und mikroskopisch nicht vom Eigenlack der Tatwerk-

zeuge unterscheidbaren Farbspuren ein klares Indiz für eine Beteiligung des Beschuldigten an 

den betreffenden Taten. Überdies liegen die Bildaufnahmen (Videoprints) einer Überwachungs-

kamera eines sich direkt neben dem Tatobjekt im Fall 27 befindlichen Ladengeschäfts in der 

Tatnacht vor. Auf diesen Bildaufnahmen sind zwei Männer beim Vorbeigehen auf dem Trottoir 

ersichtlich (act. 3239 ff., 3271 ff.). Diese Bildaufnahmen erlauben wegen der mässigen Bildquali-

tät zwar keine eindeutige Identifizierung. Der hintere dieser beiden Männer ähnelt aber augen-

scheinlich dem Beschuldigten, zumal insbesondere der Haaransatz passend erscheint (vgl. act. 1 

zum Abgleich). Zudem entsprach die Begehungsweise der Taten dem üblichen modus operandi 

des Beschuldigten. In allen Fällen wurde mittels eines Flachwerkzeugs eine Türe aufgebrochen 

bzw. zumindest versucht und es waren ausschliesslich Geschäftsräumlichkeiten betroffen. Im 

Weiteren stehen die Fälle 24, 25, 26, 27, 28, 29 und 30 offenkundig in einem engen örtlichen und 

zeitlichen Zusammenhang. Das jeweilige Tatgeschehen ereignete sich nämlich in der gleichen 

Nacht an derselben Hauptstrasse in G._____ in unweit voneinander gelegenen Liegenschaften.  

 

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2.2 In Anbetracht der in den Fällen 25, 29 und 30 für eine Beteiligung des Beschuldigten 

sprechenden Werkzeugwirkspuren, der Ähnlichkeit der von einer Videokamera im Fall 27 abge-

lichteten Person mit dem Beschuldigten, des jeweils typischen modus operandi des Beschuldig-

ten sowie des engen örtlichen und zeitlichen Konnexes zwischen den Fällen 24, 25, 26, 27, 28, 

29 und 30 ist zur Überzeugung des Kantonsgerichts der Anklagesachverhalt in den Fällen 24, 25, 

26, 27, 28, 29 und 30 nachgewiesen. 

 

L. Fälle 32, 33 und 34  

1. Der Beschuldigte bringt insbesondere vor, es sei nicht bewiesen, dass er mit dem im Fall 

22 entwendeten Lieferwagen vor der Polizei geflüchtet sei. Denn er sei weder von der Polizei 

noch von den Grenzwächtern gesichtet worden. Bei den gesicherten Schuh- und Werkzeugspu-

ren handle es sich sodann höchstens um vage Indizien. Demnach sei er in den Fällen 32, 33 und 

34 freizusprechen. 

 

2.1 Am 8. Mai 2018, 02:42 Uhr, fiel einer Polizeipatrouille auf der Hauptstrasse in E._____ 

ein Lieferwagen auf, der quer über mehrere Parkfelder vor der Bäckerei R._____ stand. Als die 

Polizei diesen Lieferwagen und dessen Insassen einer Kontrolle unterziehen wollte, fuhren diese 

mit dem Fahrzeug davon. Nach der Einleitung einer Grossfahndung geriet der im Fall 22 gestoh-

lene Lieferwagen in der fraglichen Nacht um 03:05 Uhr in F._____ in einen Kontrollposten der 

Grenzwache. Die Fahrzeuginsassen entzogen sich einer Anhaltung, indem sie zu Fuss in den 

Wald flüchteten (act. 2907 ff., 3353 ff., 3373 ff.). Im genannten Lieferwagen konnte Deliktsgut aus 

dem Fall 32, nämlich ein Kasseneinsatz und eine Blechdose mit Münzgeld, sichergestellt werden 

(act. 3353 ff.). Vor diesem Hintergrund ist offenkundig, dass die Täterschaft mit genau dem er-

wähnten Lieferwagen am Tatort des Falls 32 war. Vorliegend stellt die Verwendung dieses Fahr-

zeugs, an dessen Entwendung der Beschuldigte im Fall 22 mitwirkte und mit welchem er auch 

am Tatort im Fall 31 war, ein starkes Indiz für eine Beteiligung des Beschuldigten im Fall 32 dar. 

Ausserdem bildet die im Fall 32 gesicherte Schuhspur S18-034 (act. 1117 ff., 3365) einen weite-

ren Anhaltspunkt für eine Mittäterschaft des Beschuldigten bei dieser Tat, da der Beschuldigte 

oder sein Mittäter Geber dieser Schuhspur ist und sie als feste Gruppe zusammenwirkten (siehe 

Erwägung III/G). Wie bereits in Erwägung III/G ausführlich dargestellt, stellt sodann die im Fall 34 

bei der Einbruchsstelle vorgefundene orangefarbene Werkzeugwirkspur ein Indiz für eine Betei-

ligung des Beschuldigten bei der betreffenden Tat dar. Zudem spricht der modus operandi dafür, 

da dieser der typischen Begehungsweise des Beschuldigten entsprach. So wurden in den Ein-

bruchsobjekten Türen mit einem Flachwerkzeug aufgebrochen und waren ausschliesslich Ge-

schäftsräumlichkeiten betroffen. Ferner stehen die Fälle 32, 33 und 34 offenkundig in einer gros-

sen örtlichen und zeitlichen Nähe zueinander, befinden sich doch sämtliche Einbruchsobjekte 

unweit von einander an derselben Hauptstrasse in E._____ und wurden die Taten in der gleichen 

Nacht verübt.  

 

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2.2 Unter Berücksichtigung, dass im Fall 32 eine Schuhspur für die Beteiligung des Beschul-

digten spricht, im Fall 32 der unter Mitwirkung des Beschuldigten im Fall 22 entwendete Liefer-

wagen verwendet wurde, im Fall 34 eine Werkzeugwirkspur eine Beteiligung des Beschuldigten 

indiziert sowie ein enger örtlicher und zeitlicher Zusammenhang zwischen den Fällen 32, 33 und 

34 gegeben ist, gilt für das Kantonsgericht ohne verbleibende Zweifel der in den Fällen 32, 33 

und 34 angeklagte Sachverhalt als erstellt.  

 

 

IV. RECHTLICHE WÜRDIGUNG 

1. Was die rechtliche Würdigung anbelangt, kann vorab auf die überzeugenden Erwägun-

gen der Vorinstanz verwiesen werden (Urt. StGer E. I/4; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

 

2.1 Entgegen der Ansicht des Beschuldigten ist auch das Qualifikationsmerkmal der Ban-

denmässigkeit erfüllt. Insbesondere angesichts der zahlreich festgestellten Schuhspuren S18-

034 und S18-035 kann nur geschlossen werden, dass der Beschuldigte die Einbruchdiebstähle 

in den Fällen 11–34 jeweils mit dem gleichen, unbekannt gebliebenen Mittäter verübt hat. Auf-

grund der Häufigkeit und der Kadenz der gemeinsamen Einbruchdiebstähle und des professio-

nellen Vorgehens muss von einem eingeübten Zweiergespann ausgegangen werden. Die Vor-

instanz hat somit in Bezug auf die Fälle 11–34 zu Recht die Bandenmässigkeit bejaht. 

 

2.2 Die Vorinstanz hat weiter mit eingehender Begründung dargelegt, dass sich zumindest 

der Beschuldigte und B._____ als feste Gruppe zur Verübung der Einbruchdiebstähle in den Fäl-

len 7 und 8 mit dem Willen zur fortgesetzten Verübung einschlägiger Delikte zusammengefunden 

und sie nur aufgrund des Unfalls vom 9. März 2018 bzw. der anschliessenden Verhaftung von 

B._____ zusammen keine weiteren solchen Taten begangen haben. Daraus hat die Vorinstanz 

zutreffend den Schluss gezogen, dass der Beschuldigte in den Fällen 7 und 8 bandenmässig 

gehandelt hat. Der Beschuldige setzt sich nicht mit dieser erstinstanzlichen Begründung ausei-

nander. Zwecks Vermeidung unnötiger Wiederholung ist deshalb diesbezüglich auf die überzeu-

genden Erwägungen der Vorinstanz zu verweisen (Urt. StGer E. I/4.2.2; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 

 

V. STRAFE 

A. Allgemeines 

(…) 

 

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B. In Concreto 

a. Vorbemerkung 

In Anwendung von Art. 408 StPO fällt das Kantonsgericht vorliegend ein neues Urteil, welches 

das erstinstanzliche Urteil ersetzt. Es beschränkt sich deshalb nicht auf eine Überprüfung des 

von der Vorinstanz ausgeübten Ermessens, sondern nimmt eine eigenständige Beurteilung vor 

(BGer 6B_783/2018 vom 6. März 2019 E. 3.4).   

 

b. Strafrahmen 

Die schwerste Straftat bildet vorliegend der banden- und gewerbsmässige Diebstahl. Der Straf-

rahmen bei dieser Straftat reicht von 6 Monaten Freiheitsstrafe am unteren bis zu 10 Jahre Frei-

heitsstrafe am oberen Ende (Art. 139 Ziff. 2 und 3 StGB). Aussergewöhnliche Umstände, welche 

es angezeigt erscheinen lassen würden, diesen Strafrahmen zu verlassen, liegen auch unter Be-

rücksichtigung der Tat- und Deliktsmehrheit nicht vor. Die Strafe ist daher innerhalb des ordentli-

chen Strafrahmens festzulegen. 

 

c. Einsatzstrafe für den banden- und gewerbsmässigen Diebstahl 

(i)  Tatkomponenten 

(1) Objektive Tatkomponenten 

Betreffend die objektive Tatschwere des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls ist zu bemer-

ken, dass die erlangte Beute mit einem Wert von rund Fr. 50'000.− beachtlich ist. In einigen Fällen 

gelang es zwar nicht, Beute zu machen, was aber nicht daran lag, dass der Taterfolg zu wenig 

gezielt angestrebt worden wäre. Der Beschuldigte verübte über eine Dauer von nur etwas mehr 

als 2 Monaten als Mittäter 24 Einbruchdiebstähle bzw. Versuche hiezu und einen Fahrzeugdieb-

stahl. Wiederholt beteiligte er sich an regelrechten Einbruchstouren.  

 

Überdies ist in Bezug auf die Art und Weise des Vorgehens festzustellen, dass die Begehung der 

Einbruchsdiebstähle durchaus professionell und routiniert erfolgte. Bei den offenkundig zur 

Nachtzeit in Geschäftsräumlichkeiten verübten Einbruchdiebstählen musste der Beschuldigte 

nicht damit rechnen, mit anderen Personen konfrontiert zu werden. Der Gewahrsamsbruch frem-

den Eigentums zwecks Bereicherung und ohne Konfrontation mit dem Bestohlenen entspricht 

jedoch dem Grundtatbestand und ist daher vorliegend neutral zu werten. Entgegen der Ansicht 

des Beschuldigten ist unerheblich, dass es in 12 Fällen bei einer versuchten Tatbegehung blieb, 

da der jeweilige Versuch im vollendeten banden- und gewerbsmässigen Diebstahl aufgeht (BGE 

123 IV 113). In Anbetracht der gesamten Umstände ist die objektive Tatschwere vom äusseren 

Ablauf her im Vergleich mit anderen denkbaren Varianten als nicht mehr leicht zu qualifizieren. 

 

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(2) Subjektive Tatkomponenten 

Der Beschuldigte reiste als eigentlicher Kriminaltourist ohne nähere Beziehung zum Land und 

dessen Bewohnern, mit dem alleinigen Ziel in die Schweiz ein, um hier Einbruchdiebstähle zu 

begehen, ohne dass diese für ihn überlebensnotwendig gewesen wären. Der Beschuldigte ent-

zog sich im Nachgang zum Fall 8 durch Flucht einer Anhaltung durch die Grenzwache und liess 

sich dennoch nicht von der Begehung weiterer Einbruchsdiebstähle abhalten. Das Verhalten des 

Beschuldigten war von einer beachtlichen kriminellen Energie begleitet, was sich bedeutend ver-

schuldenserhöhend auswirkt. 

 

(3) Fazit Tatkomponenten / Einsatzstrafe 

In Würdigung der objektiven und subjektiven Tatkomponenten erweist sich das Verschulden des 

Beschuldigten gesamthaft betrachtet als nicht mehr leicht bis mittelschwer. Unter Berücksichti-

gung des gesetzlichen Strafrahmens ist die hypothetische verschuldensangemessene Strafe auf 

3 ½ Jahre festzusetzen. 

 

(ii) Täterkomponenten 

(1) Vorleben und persönliche Verhältnisse 

Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen kann vorab auf die korrekten Ausführungen 

der Vorinstanz verwiesen werden (Urt. StGer E. II/3; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 

Der Beschuldigte ist einschlägig vorbestraft (act. 15 ff.): 

- Am 7. Oktober 2005 wurde er vom Landesgericht für Strafsachen O._____ wegen Raubes 

bzw. qualifizierten Raubes und Diebstahls bzw. teilweise versuchten und qualifizierten Dieb-

stahls zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren und 6 Monaten verurteilt.  

- Am 5. März 2013 wurde er mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons P._____ we-

gen Diebstahls zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 60.− 

bei einer Probezeit von 3 Jahren verurteilt.  

- Am 31. Juli 2013 wurde er vom Landesgericht für Strafsachen O._____ wegen Raubes und 

Diebstahls bzw. teilweise versuchten und qualifizierten Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe 

von 7 Jahren verurteilt.  

- Am 11. Dezember 2017 wurde er vom Bezirksgericht Q._____ wegen versuchten Diebstahls, 

Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs zu einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten verur-

teilt. 

 

Unzutreffend ist der Einwand des Beschuldigten, wonach die beiden Verurteilungen in Österreich 

lediglich wegen im Jahr 2005 verübten Straftaten erfolgt seien. Gemäss dem Auszug aus dem 

österreichischen Strafregister erfolgte nämlich die letzte Tat am 2. April 2012 (act. 35). Selbst 

wenn dem Schuldspruch des Landesgerichts für Strafsachen O._____ vom 31. Juli 2013 auch 

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Straftaten aus dem Jahr 2005 zugrundeliegen sollten, hätte dieser auf den Beschuldigten eine 

abschreckende Wirkung entfalten müssen. Der Beschuldigte zeigte sich jedoch von all den bis-

herigen Verurteilungen und dem Vollzug von Freiheitsstrafen offenkundig unbeeindruckt. Durch 

die heute beurteilten Delikte legte der Beschuldigte eine krasse Unbelehrbarkeit und Gleichgül-

tigkeit gegenüber der Rechtsordnung an den Tag, weshalb die mehrfachen Vorstrafen beträcht-

lich straferhöhend veranschlagt werden müssen. Entgegen der Vorinstanz erfordert dies nicht nur 

eine Straferhöhung um 6 Monate, sondern vielmehr um 8 Monate.  

 

(2) Nachtatverhalten  

Der Beschuldigte ist nur im Fall 8 geständig. Diesen Fall räumte er nur aufgrund einer Belastung 

durch einen Mittäter ein. Da die betreffende Straftat dem Beschuldigten somit auch ohne Ge-

ständnis hätte nachgewiesen werden können, rechtfertigt sich keine Strafminderung. Auch ist 

eine ernsthafte Reue und Einsicht nicht auszumachen. 

 

Die Staatsanwaltschaft hebt wie bereits vor der Vorinstanz hervor, dass sich der Beschuldigte 

während dem Vorverfahren und auch im Gefängnis stets gut verhalten habe. Mit der ersten In-

stanz ist festzustellen, dass ein solches Verhalten erwartet werden darf und nicht zugunsten des 

Beschuldigten zu berücksichtigen ist. 

 

(3) Strafempfindlichkeit  

Nach konstanter Rechtsprechung ist eine erhöhte Strafempfindlichkeit nur bei aussergewöhnli-

chen Umständen zu bejahen (BGer 6B_1107/2019 vom 27. Januar 2020 E. 2.6.4). Solche aus-

serordentlichen Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich. Die Strafempfindlichkeit ist deshalb 

als neutral zu bezeichnen. 

 

(4) Fazit Täterkomponenten 

Die Gesamtbewertung der Täterkomponenten wirkt sich deutlich straferhöhend aus. Unter Be-

rücksichtigung aller tat- und täterbezogenen Umstände ist für den banden- und gewerbsmässigen 

Diebstahl eine Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 2 Monaten festzusetzen.  

 

d. Asperation für die mehrfache Sachbeschädigung und den mehrfachen (teilweise ver-

suchten) Hausfriedensbruch 

(i)  Tatkomponenten 

(1) Objektive Tatkomponenten 

Der Beschuldigte und sein Mittäter haben einen beachtlichen Sachschaden in der Höhe von total 

rund Fr. 50'000.− verursacht. In Bezug auf die Hausfriedensbrüche ist festzustellen, dass der 

Beschuldigte und sein Mittäter diese aktiv durch Eindringen in die Geschäftsräumlichkeiten be-

gangen haben. Da sie diese Taten offenkundig nachts verübten, vermieden sie grundsätzlich eine 

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Konfrontation mit den Hausberechtigten. Im Fall 32 war allerdings am betroffenen Gewerbebe-

trieb ein Wohnbereich angeschlossen, den die Täterschaft ebenfalls flüchtig durchsuchte 

(act. 3355 f.) und damit ein Konfrontationsrisiko einging. Im Übrigen ist festzuhalten, dass es in 2 

Fällen bei einem versuchten Hausfriedensbruch blieb. 

 

(2) Subjektive Tatkomponenten 

Hinsichtlich der subjektiven Tatkomponenten kann vollumfänglich auf die Ausführungen unter Zif-

fer V/B/c/(i)/(2) hiervor verwiesen werden. In Bezug auf die beiden versuchten Hausfriedensbrü-

che ist anzumerken, dass es nur deshalb beim Versuch blieb, weil sich die jeweilige Türe nicht 

öffnen liess, was den Beschuldigten in subjektiver Hinsicht nicht sonderlich entlastet. 

 

(ii) Täterkomponenten 

In Bezug auf die Täterkomponenten ist grundsätzlich auf die Erwägungen unter Ziffer V/B/c/(ii) 

hiervor zu verweisen.  

 

(iii)  Fazit Asperation 

Für die einzelnen Sachbeschädigungen sowie Hausfriedensbrüche und Versuche hierzu sind 

Einzelstrafen von weniger als 180 Einheiten festzusetzen. Bei isolierter Betrachtung wären hierfür 

Geldstrafen auszufällen. Vorliegend beging der Beschuldigte jedoch eine ganze Reihe derartiger 

Straftaten, zu welchen er sich stets von neuem entschliessen musste. Dadurch offenbarte er eine 

hartnäckige Bereitschaft, kriminell zu handeln. Eine blosse Geldstrafe ist daher nicht geeignet, 

ihn inskünftig davon abzuhalten. Es erscheint daher vorliegend einzig eine Freiheitsstrafe für die 

mehrfache Sachbeschädigung und den mehrfachen (teilweise versuchten) Hausfriedensbruch 

als zweckmässig.  

 

Bei der Asperation ist der enge Zusammenhang der mehrfachen Sachbeschädigung und des 

mehrfachen (teilweise versuchten) Hausfriedensbruchs mit dem banden- und gewerbsmässigen 

Diebstahl deutlich zugunsten des Beschuldigten zu berücksichtigen. So stellen die Sachbeschä-

digungen und (teilweise versuchten) Hausfriedensbrüche Begleitdelikte zu den Diebstählen bzw. 

den Versuchen hierzu dar. Dies berücksichtigend ist die Einsatzstrafe von 4 Jahren und 2 Mona-

ten für die mehrfache Sachbeschädigung und den mehrfachen (teilweise versuchten) Hausfrie-

densbruch um eine Freiheitsstrafe von lediglich insgesamt 4 Monaten zu aspirieren. 

 

e. Ergebnis 

Das Kantonsgericht kommt im Rahmen seiner eigenen Strafzumessung auf eine Freiheitsstrafe 

von 4 ½ Jahren. Von der Vorinstanz ist der Beschuldigte jedoch bloss zu einer Freiheitsstrafe von 

4 Jahren verurteilt worden. Da die Staatsanwaltschaft ihre Anschlussberufung auf den Schuld-

punkt beschränkt hat (Art. 401 Abs. 1 i.V.m. Art. 399 Abs. 4 lit. a StPO) und das Verschlechte-

rungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO zu beachten ist, ist das Kantonsgericht an die von der 

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Vorinstanz ausgefällte Strafe gebunden und darf diese bezüglich der Höhe nicht überschreiten. 

Der Beschuldigte ist folglich unter Beachtung des Verschlechterungsverbots auch zweitinstanz-

lich zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren zu verurteilen. Die Auslieferungs- und Untersuchungs-

haft sowie der vorzeitige Strafvollzug vom 7. November 2018 bis zum 18. Mai 2020 von insgesamt 

559 Tagen sind vollumfänglich anzurechnen. 

 

 

VI. EINZIEHUNG 

Aufgrund des Verfahrensausgangs ist der Entscheid der Vorinstanz betreffend Einziehung zu 

bestätigen (Urt. StGer E. IV; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 

 

VII.  ZIVILFORDERUNGEN 

Nachdem es bei den erstinstanzlichen Schuld- und Freisprüchen bleibt, hat das angefochtene 

Urteil bezüglich der Zivilforderungen weiterhin Bestand (Urt. StGer E. V, Art. 82 Abs. 4 StPO). 

 

 

VIII. KOSTEN UND ENTSCHÄDIGUNG 

A. Erstinstanzliches Verfahren 

Fällt die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch 

über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Die beschuldigte 

Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). Angesichts 

des Ausgangs des Verfahrens ist der erstinstanzliche Kostenentscheid zu bestätigen. 

 

B. Zweitinstanzliches Verfahren 

a. Kosten 

1.1 Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsie-

gens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren Rechtsmittel nicht einge-

treten wird oder die das Rechtsmittel zurückzieht (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

1.2 Der Beschuldigte hat mit Ausnahme des Falls 8 einen vollumfänglichen Freispruch und 

eine bedingte Freiheitsstrafe von 3 Monaten beantragt. Die Staatsanwaltschaft hat ihrerseits zu-

sätzliche Schuldsprüche in den Fällen 5, 6, 9 und 10 und eine Bestätigung der erstinstanzlichen 

Strafe begehrt. Nachdem das Kantonsgericht das Urteil der Vorinstanz bestätigt, unterliegt der 

Beschuldigte weit überwiegend. Er hat daher 85 % der zweitinstanzlichen Verfahrenskosten in 

Höhe von total Fr. 11'500.− (bestehend aus einer Urteilsgebühr von Fr. 11'250.− und Auslagen 

von pauschal Fr. 250.−; § 12 Abs. 2 i.V.m. § 3 Abs. 1 GebT, § 3 Abs. 6 GebT) zu bezahlen. Die 

restlichen Verfahrenskosten von 15 % sind auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

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2. Nachfolgend bleibt der Antrag des Beschuldigten auf Erlass der zweitinstanzlichen Ver-

fahrenskosten zufolge offenkundiger Uneinbringlichkeit zu prüfen. 

 

Gemäss Art. 425 StPO können Forderungen aus Verfahrenskosten von der Strafbehörde gestun-

det oder unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse der kostenpflichtigen Person 

herabgesetzt oder erlassen werden. Die Bestimmung von Art. 425 StPO steht unter dem Titel 

„Stundung und Erlass“, was begrifflich bereits eine rechtskräftige Kostenauflage voraussetzt 

(YVONNE GRIESSER, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur schweizerischen Strafpro-

zessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 425 N 2). Demnach kann ein Erlassgesuch erst nach Eintritt der 

Rechtskraft des Kostenentscheides gestellt werden, und es ist den finanziellen Verhältnissen der 

betroffenen Person erst im Zeitpunkt des Kostenbezugs Rechnung zu tragen (OGer ZH 

SB160493 vom 20. April 2017 E. 7.2.1; NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Schweizerische Straf-

prozessordnung, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 425 N 2). Aus diesem Grund kann dem 

Antrag um Erlass der Verfahrenskosten nicht stattgegeben werden. Selbst wenn auf diesen An-

trag einzugehen wäre, wäre diesem kein Erfolg beschieden. Der Beschuldigte befindet sich zwar 

momentan in einer schwierigen finanziellen Lage; jedoch besteht die Möglichkeit, dass sich die 

ökonomische Situation des erst 33-jährigen Beschuldigten nach seiner Haftentlassung wieder 

verbessert. Ein Erlass der Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Gerichtsprozes-

ses kommt damit zumindest im heutigen Zeitpunkt nicht in Betracht. Es bleibt dem Beschuldigten 

indes unbenommen, im gegebenen Zeitpunkt ein entsprechendes Stundungsgesuch zu stellen. 

 

b. Entschädigung 

Für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten im zweitinstanzlichen Verfahren macht 

Advokat Johannes Mosimann mit Honorarnote vom 17. Mai 2020 einen Zeitaufwand von insge-

samt 22 Stunden und 40 Minuten geltend. Nachdem die Vorinstanz dem amtlichen Verteidiger 

den Zeitaufwand für seine Anwesenheit bei der mündlichen Begründung des vorinstanzlichen 

Urteils und für die Nachbereitung bereits entschädigt hat (act. ab SG 375), erweist sich der für 

das Studium des erstinstanzlichen Urteils belastete Aufwand von 45 Minuten in Anbetracht auch 

der Aufwendungen für die Berufungsbegründung als überhöht. Überdies liegt zugleich das von 

Advokat Johannes Mosimann in Rechnung gestellte Honorar über dem Rahmen des Üblichen für 

Fälle von vergleichbarer Komplexität und Schwierigkeit. So erscheint auch der geltend gemachte 

Zeitaufwand von insgesamt 12 Stunden und 10 Minuten für die Berufungsbegründung sowie die 

Vorbereitung der Berufungsverhandlung und das Ausarbeiten des Plädoyers als zu hoch. Die 

vorliegende Sache ist weder in tatsächlicher noch rechtlicher Hinsicht besonders kompliziert. 

Auch sind die Akten überschaubar und dem amtlichen Verteidiger zudem aufgrund des vo-

rinstanzlichen Verfahrens bekannt. Hinzu kommt, dass der amtliche Verteidiger im Berufungsver-

fahren wiederholt auch dieselben Argumente wie bereits vor der ersten Instanz aufgegriffen hat. 

Vor diesem Hintergrund erscheint es als angezeigt, den Zeitaufwand für das Studium des vo-

rinstanzlichen Urteils, das Erstellen der Berufungsbegründung, die Vorbereitung der Berufungs-

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verhandlung und das Ausarbeiten des Parteivortrags um 3 Stunden und 30 Minuten auf 8 Stun-

den und 40 Minuten zu kürzen. Advokat Johannes Mosimann ist hingegen für die Teilnahme an 

der zweitinstanzlichen Verhandlung und Urteilseröffnung noch ein Zeitaufwand von 2 Stunden 

und 45 Minuten zu entschädigen. Gesamthaft erachtet das Kantonsgericht folglich einen Zeitauf-

wand von gesamthaft 21 Stunden und 55 Minuten als angemessen. Zum Stundenansatz von Fr. 

200.− und zuzüglich von Auslagen von Fr. 114.70 sowie der Mehrwertsteuer von 7.7 % ergibt 

sich eine aus der Staatskasse auszurichtende amtliche Entschädigung von Fr. 4'844.40. Der Be-

schuldigte ist, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben, verpflichtet, dem Staat 

85 % der Kosten der amtlichen Verteidigung zurückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung 

85 % der Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten 

(Art. 135 Abs. 4 lit. a und b StPO).  

 

 

Demnach wird erkannt: 

 

://: I.  Das Urteil des Strafgerichtes Basel-Landschaft vom 25. Juli 2019, lautend: 

"1. a) A._____ wird des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls, der mehrfachen 

Sachbeschädigung sowie des mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedens-

bruchs schuldig erklärt und verurteilt 

 

zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, 

unter Anrechnung der ausgestandenen Auslieferungs- und Untersuchungshaft 

sowie des vorzeitigen Strafvollzugs vom 7. November 2018 bis zum 25. Juli 2019 

von insgesamt 261 Tagen, 

 

in Anwendung von Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 

StGB (teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB 

sowie Art. 51 StGB. 

 

 b) A._____ wird in den Fällen 5, 6, 9 und 10 der Anklageschrift freigesprochen. 

 

 

2. A._____ wird in Anwendung von Art. 66b Abs. 1 StGB für die Dauer von 20 Jahren 

des Landes verwiesen. 

 

 

3. Die beschlagnahmten Gegenstände, eine Taschenlampe (G70321), zwei Schlitz-

schraubenzieher (G70322, G70323), ein Kreuzschraubenzieher (G70324), ein 

Geissfuss (G70325) und ein Hebeeisen (G70326), werden in Anwendung von 

Art. 69 Abs. 1 und Abs. 2 StGB zur Vernichtung eingezogen. 

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(…) 

 

5. a) Die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von 

Fr. 13‘986.−, den Kosten des Zwangsmassnahmengerichts von Fr. 500.−, den 

Expertisekosten des gerichtlichen Verfahrens von Fr. 200.− und der Gerichtsge-

bühr von Fr. 8‘000.−, gehen zufolge Teilfreispruchs und im Übrigen in Anwendung 

von Art. 425 StPO sowie § 4 Abs. 3 GebT zufolge Uneinbringlichkeit zu Lasten 

des Staates. 

 

 b) Die Kosten des amtlichen Verteidigers Advokat J. Mosimann in Höhe von 

 Honorarforderung exkl. HV Fr. 11’100.55 

 Honorar HV inkl. Nachbearb.: 4.5 Std. à Fr. 200.− + 7.7% MwSt. Fr.  969.30 

 Total  Fr. 12‘069.85 

(wovon Fr. 6‘399.30 für den Aufwand vor Anklageerhebung sowie Fr. 5‘670.55 für 

den Aufwand nach Anklageerhebung) werden aus der Gerichtskasse entrichtet." 

 

wird in Abweisung der Berufung des Beschuldigten und der Anschlussberufung der Staats-

anwaltschaft Basel-Landschaft bestätigt und in Dispositiv-Ziffer 1.a wie folgt aktualisiert: 

 

" 1.a) A._____ wird des banden- und gewerbsmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbe-

schädigung sowie des mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs schuldig 

erklärt und verurteilt 

 

 zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, 

 unter Anrechnung der ausgestandenen Auslieferungs- und Untersuchungshaft sowie 

des vorzeitigen Strafvollzugs vom 7. November 2018 bis zum 18. Mai 2020 von ins-

gesamt 559 Tagen, 

 

 in Anwendung von Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 StGB, Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB 

(teilweise i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 40 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB sowie Art. 51 

StGB." 

 

II. 

 

Die Kosten des Berufungsverfahrens von total Fr. 11'500.− (bestehend aus einer 

Urteilsgebühr von Fr. 11'250.− und Auslagen von pauschal Fr. 250.−) werden zu 

85 % (Fr. 9'775.−) dem  Beschuldigten auferlegt und zu 15 % (Fr. 1'725.−) auf die 

Staatskasse genommen. 

 

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III. 

 

Dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten, Advokat Johannes Mosimann, wird 

für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 4'844.40 (inkl. Auslagen 

und MWST) aus der Staatskasse ausgerichtet. 

 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Kanton Basel-Landschaft 85 % dieser Ent-

schädigung zurückzuzahlen und der amtlichen Verteidigung 85 % der Differenz 

zwischen dieser Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a und lit. b StPO). 

 

 

Präsident 

 

 

 

 

Enrico Rosa 

Gerichtsschreiber 

 

 

 

 

Stefan Steinemann 

 

 

 

 

 

 

 

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