# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 68d158db-163d-5d24-88fa-a006b11604ce
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.11.2014 200 2013 210
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-210_2014-11-05.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten hat das Bundesgericht am 15. Juni 2015 teilweise gutgeheissen (9C_886/2014).

200 13 210 IV
KNB/JAP/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. November 2014

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 6. Februar 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 3

Sachverhalt:

A.

Die 1970 geborene A.________ (fortan Versicherte bzw. Beschwerdeführe-
rin) meldete sich am 2. Dezember 1999 unter Hinweis auf eine Multiple 
Sklerose bei der IV-Stelle Bern (fortan IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum 
Leistungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Diese sprach ihr 
mit Verfügung vom 10. Juli 2000 (AB 12) rückwirkend ab 1. Mai 1999 eine 
halbe Invalidenrente zu, welche sie mit Verfügung vom 7. Mai 2007 (AB 39) 
per 1. September 2006 auf eine Dreiviertelsrente erhöhte. 

Nachdem die Versicherte am … 2008 einen Sohn geboren hatte (AB 44), 
hob die IVB die Invalidenrente mit Verfügung vom 1. April 2009 (AB 57) per 
31. Mai 2009 auf. Sie ging von einer Statusänderung von vorerst 100 % 
Erwerbstätigkeit auf 60 % Teilerwerbstätigkeit bzw. 40 % Haushalt aus und 
ermittelte anhand der gemischten Methode einen rentenausschliessenden 
Invaliditätsgrad. Diese Verfügung wurde auf Beschwerde hin (AB 61) mit 
Urteil IV/09/488 des Verwaltungsgerichts vom 23. September 2010 (AB 71) 
wieder aufgehoben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an 
die IVB zurückgewiesen. 

B.

In der Folge liess die IVB die Versicherte in der MEDAS C.________ inter-
disziplinär (neurologisch, internistisch, psychiatrisch) begutachten. Gestützt 
auf die entsprechende MEDAS-Expertise vom 2. September 2011 
(AB 85.1) sowie den Abklärungsbericht Haushalt vom 15. August 2012 
(AB 90) ermittelte sie bei einem wiederum gemischten Status (60 % : 40 %) 
einen Invaliditätsgrad von 40 % (44.66 % Einschränkung im Erwerb bzw. 
32.00 % im Haushalt) und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 
20. August 2012 (AB 91) eine Reduktion der bisherigen Dreiviertelsrente 
per 1. Juni 2009 auf eine Viertelsrente in Aussicht.

Hiermit zeigte sich die Versicherte mit Einwand vom 21. September 2012 
(AB 92) nicht einverstanden, worauf die IVB bei ihrem Abklärungsdienst 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 4

eine Stellungnahme einholte (AB 97) und am 6. Februar 2013 (AB 99) ent-
sprechend ihrem Vorbescheid verfügte.

C.

Mit Eingabe vom 11. März 2013 erhob die Versicherte, vertreten durch Für-
sprecher B.________, Beschwerde und beantragte sinngemäss, die ange-
fochtene Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und ihr gestützt auf einen 
Invaliditätsgrad von 50 % eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Zur Be-
gründung machte sie im Wesentlichen geltend, für das Valideneinkommen 
sei zu Unrecht nicht an das bisherige Arbeitsverhältnis angeknüpft bzw. 
das Invalideneinkommen sei anhand des falschen Tabellenlohns sowie mit 
einem zu geringen Abzug ermittelt worden. Die gemäss MEDAS-Gutachten 
bestehende Restarbeitsfähigkeit sei sozialpraktisch nicht verwertbar und 
eine ausserhäusliche Erwerbstätigkeit nur noch zu zirka 20 % zumutbar. 
Unter Berücksichtigung der Wechselwirkung zwischen Erwerbstätigkeit und 
Beschäftigung im Haushalt bestehe für die letztere eine vollständige Ein-
schränkung. Auf den Abklärungsbericht Haushalt könne nicht abgestellt 
werden, er weiche erheblich von den gutachterlichen Einschätzungen ab 
und sei auch in weiteren Punkten fehlerhaft. Allenfalls seien als Beweis-
massnahme den MEDAS-Gutachtern Ergänzungsfragen zu unterbreiten.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 15. April 2013 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Gemäss der für sie verbindlichen 
Erwägung im VGE IV/09/488 sei das Valideneinkommen anhand von Ta-
bellenlöhnen festzulegen. Beim Invalideneinkommen sei die Wechselwir-
kung zwischen Erwerb und Haushalt berücksichtigt worden und das Finden 
einer dem Anforderungsprofil entsprechende Arbeitsstelle sei nicht von 
vornherein ausgeschlossen. Die Einschränkungen im Haushalt seien ge-
nau nach den Beschreibungen der Beschwerdeführerin ermittelt worden, 
ein eigentlicher Widerspruch zu den Feststellungen im MEDAS-Gutachten 
sei nicht auszumachen. Schliesslich sei die Schadenminderungspflicht der 
Beschwerdeführerin bzw. von Familienangehörigen zu berücksichtigen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 5

Mit Zuschrift vom 30. April 2013 verzichtete die Beschwerdeführerin auf 
eine Replik und am 24. Mai 2013 reichte ihr Rechtsvertreter aufforderungs-
gemäss eine Kostennote ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 6. Februar 2013 
(AB 99). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente und 
dabei insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin die bisherige Dreiviertels-
rente zu Recht per 1. Juni 2009 auf eine Viertelsrente reduzierte.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 6

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.3.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, 
wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung ge-
langt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 7

V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; Entscheid des Bundesge-
richts [BGer] vom 25. Juli 2013, 8C_441/2012, E. 3.1.1).

2.3.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 
IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.3.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369, SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; Entscheid des BGer vom 25. Juli 2013, 
8C_441/2012, E. 3.1.2).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin erhöhte die halbe Invalidenrente revisi-
onsweise mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 7. Mai 2007 
(AB 39) per 1. September 2006 auf eine Dreiviertelrente. Der dieser 
rechtsbeständigen Verfügung zugrundeliegende Sachverhalt ist mit jenem 
im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 6. Februar 2013 
(AB 99) zu vergleichen (vgl. E. 2.3.3 hievor). Mit der Geburt ihres Kindes 
am … 2008 (AB 44) und der Annahme, dass die Beschwerdeführerin im 
Sinne einer Statusänderung im Gesundheitsfall seither noch zu 60 % aus-
serhäuslich erwerbstätig und zu 40 % im Haushalt beschäftigt gewesen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 8

wäre (AB 90/4 Ziff. 3.5), liegt – wie bereits mit VGE IV/09/488 entschieden 
wurde (vgl. AB 71/7 E. 3) – unbestrittenermassen ein Revisionsgrund vor 
(vgl. E. 2.3.1 hievor), womit der Rentenanspruch frei zu prüfen ist (vgl. 
E. 2.3.2 hievor).

3.2 Die Verfügung vom 6. Februar 2013 (AB 99) basiert in medizini-
scher Hinsicht im Wesentlichen auf dem MEDAS-Gutachten vom 2. Sep-
tember 2011 (AB 85.1). Die Gutachter stellten darin als einzige leistungsre-
levante Diagnose eine schubförmig verlaufende Multiple Sklerose (MS) mit 
geringen neurologischen Residualsymptomen und andauernden geistigen 
Funktionseinschränkungen (ICD-10: G35) fest (AB 85.1/21 Ziff. 7). Sie er-
klärten, es bestehe nach wie vor eine Fatigue (Erschöpfung/Müdigkeit) als 
Folge der MS-Erkrankung. Die Funktionsbeeinträchtigungen bestünden in 
einer zunehmenden Reduktion der Aufmerksamkeit und der Konzentration, 
was die Fehlerquote erhöhe, die Arbeit verlangsame und das Fällen von 
Entscheidungen erschwere. Körperlich belastende Tätigkeiten könnten 
wegen der raschen Ermüdung nicht über längere Zeit ausgeführt werden 
(AB 85.1/19 Ziff. 6/1). Im Vergleich zum Jahr 2007 sei weder eine Verbes-
serung noch eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustan-
des festzustellen. In der ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit bestehe eine 
Arbeitsfähigkeit von 40 % ohne Leistungseinschränkung, soweit die Ar-
beitszeit auf fünf Tage verteilt werde und die restliche Zeit der Erholung 
diene. Da die Haushaltsführung und Kinderbetreuung in ihrer Gesamtheit 
belastender sei als die Tätigkeit als …, müsse hier auch eine grössere Re-
duktion der Leistungsfähigkeit angenommen werden, die in Zahlen schwer 
zu beziffern sei. Die Gutachter gingen für diesen Bereich von einer zusätz-
lichen Leistungseinschränkung von «mindestens 20%» bezogen auf ein 
Pensum von 40 % bzw. 50 % Einschränkung bezogen auf ein Pensum von 
100 % (AB 85.1/20 Ziff. 6/4) aus. Andernorts gingen sie von einer «ca. 
50%igen Minderung» (AB 85.1/21 Ziff. 6/9-14) der 40%igen Arbeitsfähigkeit 
aus bzw. gaben an, es liege «im Minimum eine Verlangsamung auf die 
Hälfte der bereits anerkannten Restleistungsfähigkeit von 40%» vor 
(AB 85.1/19 Ziff. 5). Als leidensangepasst bezeichneten sie körperlich leich-
te Tätigkeiten, mit viel Routineaufgaben und einem geordneten Ablauf 
(AB 85.1/20 Ziff. 6/9-14). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 9

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.3.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Unter-
suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

Eine von anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten abwei-
chende Beurteilung vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu 
stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch 
mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beur-
teilung abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden 
kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende 
Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 10

3.4 Das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 2. September 2011 
(AB 85.1) erfüllt prinzipiell die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung 
an den Beweiswert einer medizinischen Expertise gestellten Anforderungen 
(vgl. E. 3.3.1 hievor). Dass das Gutachten noch unter altem Verfahrens-
standard veranlasst wurde, vermag seinen Beweiswert grundsätzlich nicht 
zu schmälern (vgl. BGE 137 V 210 E. 6 S. 266), zumal die anwaltlich ver-
tretene Beschwerdeführerin – trotz anfänglicher Vorbehalte gegenüber dem 
in Aussicht genommenen Experten, Dr. med. D.________, Facharzt für 
Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, – keine Einwände erhob (vgl. 
AB 78 f.) und den Beweiswert des Gutachtens weder im Vorbescheid- 
(AB 92) noch im Beschwerdeverfahren substantiell in Frage stellte. Zwar 
wurde das Gutachten nicht unterzeichnet, die beteiligten Experten bestätig-
ten auf Seite 2 (AB 85.1/2) der Expertise jedoch mit ihren Signaturen, dass 
die abschliessende Beurteilung und Beantwortung der Fragen das Ergeb-
nis der gemeinsamen Falldiskussion darstelle und die dabei erarbeitete 
fachübergreifende versicherungsmedizinische Sicht reflektiere. Die auf den 
vollständigen Vorakten basierenden gutachterlichen Schlussfolgerungen 
sind grundsätzlich einleuchtend und nachvollziehbar. Auch bestehen keine 
divergierenden medizinischen Berichte, die geeignet wären, den Beweis-
wert der Expertise zu erschüttern. Der Bericht der behandelnden Dr. med. 
E.________, Fachärztin für Neurologie FMH, vom 16. Mai 2009 (AB 61/17-
19), in welchem sie eine Arbeitsfähigkeit als … von 20 % bis 25 % (optimal 
drei Stunden täglich, Pausenbedarf von 10 bis 15 Minuten nach eineinhalb 
Stunden) sowie eine um 10 % bis 15 % reduzierte Leistungsfähigkeit postu-
lierte, lag den Gutachtern (als Aktenbeilage 48 [vgl. AB 85.1/23]) vor und ist 
weder aktuell noch näher begründet. Einzig die Einschränkungen im Haus-
halt vermochten die Gutachter vorderhand nicht eindeutig zu quantifizieren. 
So postulierten sie bei einer 40%igen Leistungsfähigkeit im Aufgabenbe-
reich eine zusätzliche Leistungseinschränkung mit einem Spektrum von 
mindestens 20 % bis mindestens 50 % (vgl. E. 3.2 hievor). Ob sich die 
Gutachter bei ihrer diesbezüglichen fachärztlichen Einschätzung bewusst 
auf eine entsprechende Bandbreite verständigten oder ob darin allenfalls 
eine inkonsistente Beurteilung zu erblicken ist, kann hier letztlich offen blei-
ben. Denn – wie aufzuzeigen sein wird – könnte im Rahmen des Betäti-
gungsvergleichs ohnehin nicht unbesehen der konkreten Verhältnisse vor 
Ort einzig auf die ärztliche Einschätzung abgestellt werden, zumal dabei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 11

auch aussermedizinische Faktoren, wie die zumutbare Dritthilfe von An-
gehörigen, zu berücksichtigen sind.

3.5 Als Zwischenergebnis ist somit festzuhalten, dass das interdiszi-
plinäre MEDAS-Gutachten dem Grundsatz nach beweiskräftig ist und sich 
die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 6. Februar 
2013 (AB 99) zu Recht darauf stützte. 

Basierend auf den entsprechenden medizinischen Erkenntnissen, die sich 
nicht Wesentlich anders präsentieren als im Zeitpunkt der letzten rechts-
beständigen Revisionsverfügung vom 7. Mai 2007 (AB 39), bleiben die 
Auswirkungen der eingetretenen Statusänderung auf den Invaliditätsgrad 
zu prüfen.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 12

bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG, heute: Bundesgericht] vom 30. Oktober 
2002, I 517/02, E. 1.2).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 
E. 5.2 S. 301; SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.3 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 13

Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegat-
ten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 
festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen 
(sog. gemischte Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150). 

4.4 In erwerblicher Hinsicht ermittelte die Beschwerdegegnerin (vgl. 
AB 90/5 Ziff. 3.9, 99/3) – unter Berücksichtigung des zu Recht unbestritte-
nen Status (60 % Erwerbstätigkeit bzw. 40 % Haushalt) – ein Validenein-
kommen von Fr. 42‘177.-- (Fr. 5‘633.-- [BFS, LSE 2008, TA7, Tätigkeit 
Ziff. 23 {andere kaufmännisch-administrative Tätigkeiten}, Frauen, Anforde-
rungsniveau 3 {Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt}] x 12 Monate / 
40 Wochenarbeitsstunden x 41.6 Wochenarbeitsstunden [BFS, Betriebsüb-
liche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen {BUA}, Total, Jahr 2008] x 0.6 
[Arbeitspensum]). Die Beschwerdeführerin fordert ein Abstellen auf das 
bisherige Arbeitsverhältnis (Beschwerde S. 5 f. Art. 8). Ausgehend vom 
faktisch bei einem Beschäftigungsgrad von 40 % erzielten Monatslohn von 
Fr. 2‘491.76 (AB 50/3) berechnete sie für das Valideneinkommen bei einem 
hypothetischen Arbeitspensum von 60 % ein Bruttojahreslohn von 
Fr. 44‘852.-- (Fr. 2‘491.76 x 12 Monate / 0.4 x 0.6).

Das Verwaltungsgericht erwog im VGE IV/09/488 (vgl. AB 71/12 E. 4.3), 
unter Hinweis auf die damalige Antwortbeilage 43 (richtig wohl: 47 [vgl. 
AB 102 bzw. Protokolleintrag vom 27. Februar 2013 {Beilage zur Be-
schwerdeantwort}]), dass die Kündigung bei der bisherigen Arbeitgeberin 
aus invaliditätsfremden (organisatorischen) Gründen erfolgte. Die Be-
schwerdegegnerin geht davon aus, dass diese Feststellung für sie verbind-
lich sei (vgl. Beschwerdeantwort S. 2), während die Beschwerdeführerin sie 
für unzutreffend hält (vgl. Beschwerde S. 5 f. Art. 8). Die Erwägungen in 
einem gerichtlichen Rückweisungsentscheid, auf die im Dispositiv 
(Entscheidformel) verwiesen wird, nehmen bei Nichtanfechtung an der 
formellen Rechtskraft des Entscheids teil und sind für die Behörde, an die 
zurückgewiesen wird, verbindlich. Gleiches gilt für die Instanz, die den 
Rückweisungsentscheid gefällt hat, falls die Sache an diese erneut 
weitergezogen wird. Die Rechtskraftwirkung – und damit Verbindlichkeit – 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 14

des Rückweisungsentscheides steht aber immer unter dem Vorbehalt, dass 
sich nicht aus dem Rückweisungsverfahren neue Tatsachen oder 
Beweismittel im Sinne der prozessualen Revision ergeben, welche dessen 
sachverhaltliche Grundlage erschüttern (BGE 135 III 334; Entscheid des 
BGer vom 24. September 2013, 8C_454/2013, E. 6.1). Die Rechtsfrage 
(vgl. BGE 132 V 393 E. 3.3 S. 399), ob für das Valideneinkommen auf 
Tabellenlöhne abzustellen ist, betrifft einen blossen Teilaspekt des 
Streitgegenstandes, welcher in der Regel der Rechtskraft nicht zugänglich 
ist (BGE 125 V 413 E. 2b und c S. 416), womit weder für die 
Beschwerdegegnerin noch das mit der Sache erneut betraute 
Verwaltungsgericht eine Verbindlichkeit dieser Feststellung besteht (vgl. 
Entscheid des BGer vom 29. März 2010, 8C_629/2009, E. 5). Wie es sich 
diesbezüglich mit dem Valideneinkommen verhält, kann hier aber letztlich 
offen bleiben. Wie aufzuzeigen sein wird (E. 6 hienach), würde sich im 
Ergebnis selbst dann nichts ändern, wenn zugunsten der 
Beschwerdeführerin – wie von ihr geltend gemacht – ein 
Valideneinkommen von Fr. 44‘852.-- herangezogen würde.

4.5 Das Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerdegegnerin (vgl. 
AB 90/5 Ziff. 3.9, 99/3) ebenfalls anhand der Tabelle TA7 der LSE 2008, 
wobei sie auf das Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkei-
ten) für Frauen abstellte und – unter Berücksichtigung eines leidensbeding-
ten Abzugs von 10 % – ein Bruttojahresgehalt von rund Fr. 23‘340.-- be-
rechnete (Fr. 5‘196.-- x 12 Monate / 40 Wochenarbeitsstunden x 41.6 Wo-
chenarbeitsstunden [BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab-
teilungen {BUA}, Total, Jahr 2008] x 0.4 [Arbeitspensum] ./. 10 % [Abzug]).

Die Beschwerdeführerin vertritt die Ansicht, dass die Restarbeitsfähigkeit 
sozialpraktisch nicht verwertbar sei, die Tabelle TA1 statt TA7 hätte heran-
gezogen werden müssen und der leidensbedingte Abzug zu gering ausge-
fallen sei (vgl. Beschwerde S. 7 ff. Art. 9 f.).

4.5.1 Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine 
invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt 
werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft 
noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem 
Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 291 E. 3b). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 15

Von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von Art. 16 ATSG kann aber dort 
nicht mehr gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so ein-
geschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt 
praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegen-
kommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Fin-
den einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen 
erscheint (SVR 2011 IV Nr. 6 S. 18 E. 4.2.4, 2008 IV Nr. 62 S. 205 E. 5.2). 

Die Beschwerdeführerin ist im Umfang von 40 % ohne Leistungseinschrän-
kung arbeitsfähig, soweit sie dieses Pensum auf fünf Arbeitstage verteilen 
kann (AB 85.1/18 Ziff. 5 bzw. 85.1/20 Ziff. 6/4). Eine medizinisch-
theoretische Arbeitsfähigkeit von fünf Stunden pro Tag mit einer zusätzli-
chen Leistungseinschränkung von 10 % in einer leichten Tätigkeit erachtete 
das Bundesgericht auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als verwertbar 
(vgl. Entscheid des BGer vom 30. August 2010, 8C_602/2010, E. 4.2). Die 
Verwertung einer Restarbeitsfähigkeit von 50 % bei einer geeigneten zeitli-
chen Einteilung von beispielsweise zwei Stunden vormittags und zwei 
Stunden nachmittags erachtete das Eidgenössische Versicherungsgericht 
ebenfalls als zumutbar, wobei sich auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
erfahrungsgemäss entsprechende Büro-Arbeitsplätze fänden (Entscheid 
des EVG vom 18. Juli 2005, I 15/05, E. 6.4). Sodann wurde bei einer eben-
falls an MS leidenden versicherten Person die Verwertbarkeit einer Restar-
beitsfähigkeit von zwei bis drei Stunden täglich im Entscheid 9C_262/2013 
des Bundesgerichts vom 5. Juni 2013 (E. 1.2) nicht in Frage gestellt. Zwar 
ist das zumutbare Rendement der Beschwerdeführerin – selbst unter 
Berücksichtigung der uneingeschränkten Leistungsfähigkeit – etwas tiefer 
als in zwei der erwähnten Entscheiden, wesentlich ist jedoch, dass mit Blick 
auf die Kasuistik auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt Arbeitgeber bereit 
sind, selbst für niedrige Teilzeitpensen die Büroinfrastruktur die gesamte 
Arbeitswoche zur Verfügung zu stellen, ohne dass ein unrealistisches Ent-
gegenkommen anzunehmen ist. Auch die Einzelfallbetrachtung führt dazu, 
dass die Beschwerdeführerin mit ihrem wenig eingeschränkten medizini-
schen Anforderungsprofil (körperlich leichte Tätigkeiten, mit viel Routine-
aufgaben und einem geordneten Ablauf [AB 85.1/20 Ziff. 6/9-14]) und der 
uneingeschränkten Leistungsfähigkeit bei hypothetischer Ausgeglichenheit 
von Angebot und Nachfrage eine Beschäftigung fände, in welcher sie ihr 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 16

40%iges Pensum an fünf Tagen pro Woche verwerten könnte. Soweit sie 
sinngemäss argumentiert, sie sei wegen der Kinderbetreuung und der 
Hauhaltstätigkeit nicht in der Lage, die im MEDAS-Gutachten vom 2. Sep-
tember 2011 (AB 85.1) attestierte Arbeitsfähigkeit zu erreichen, da diese 
unter dem Vorbehalt stehe, dass die restliche Zeit der Erholung diene (vgl. 
Beschwerde S. 7 Art. 9), kann ihr nicht gefolgt werden. Die Gutachter be-
zogen sich bei ihrer Aussage, wonach die restliche Zeit der Erholung die-
nen sollte, offensichtlich primär auf die Differenz der medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit von 40 % und der «angestrebten 60%-igen 
Erwerbstätigkeit» (AB 85.1/19 Ziff. 5). Für das 40%ige Haushaltspensum 
erklärten sie, ohne eine Entlastung durch den Partner oder andere Betreu-
ungspersonen leide die Erholung und drohe eine Leistungsminderung im 
Erwerb (AB 85.1/19 Ziff. 5), womit sie eine Wechselwirkung zwischen Er-
werb und Aufgabenbereich (vgl. dazu E. 5.1 hienach) postulierten, nicht 
aber nur das eine oder das andere für zumutbar hielten. 

4.5.2 Dass die Beschwerdegegnerin für das Invalideneinkommen die Ta-
belle TA7 – welche nicht nach Wirtschaftszweigen sondern nach Tätigkei-
ten gegliedert ist – statt die Tabelle TA1 der LSE 2008 heranzog, ist nicht 
zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin hat eine Berufslehre als … ab-
solviert und war über Jahre hinweg in diesem Beruf tätig (AB 85.2/2). Da ihr 
… Arbeiten immer noch zumutbar sind, ist davon auszugehen, dass ihr in 
erster Linie Tätigkeiten in diesem angestammten Berufsfeld offen stehen, 
weshalb sich ihre Stellensuche als Invalide vermutungsweise auf diesen 
Bereich konzentrieren wird. Das mit der Tabelle TA7, Tätigkeit Ziff. 23, ge-
wählte Berufsfeld ist dem Leiden angepasst und die Tabelle entspricht den 
tatsächlichen Gegebenheiten (vgl. Entscheid des BGer vom 20. August 
2008, 9C_22/2008, E. 4.2.1). Im Übrigen wurde zugunsten der Beschwer-
deführerin das Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) 
herangezogen, obwohl mit Blick auf das medizinische Zumutbarkeitsprofil 
allenfalls auch das Niveau 3 (Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt) 
hätte in Betracht gezogen werden können. Es ist indes nicht zu beanstan-
den, dass die Beschwerdegegnerin angesichts der geringen verbliebenen 
Arbeitsfähigkeit davon ausging, dass die Beschwerdeführerin keine qualifi-
zierte Arbeit finden kann und deshalb auf das Anforderungsniveau 4 ab-
stellte. Zudem wird mit den repetitiven Tätigkeiten im niedrigeren Niveau 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 17

gleichzeitig dem Erfordernis von Routinearbeiten (vgl. AB 85.1/20 Ziff. 6/9-
14) Rechnung getragen.

4.5.3 Die Beschwerdegegnerin liess aufgrund des Pausenbedarfs vom 
Tabellenlohn für das Invalideneinkommen einen Abzug von 10 % zu 
(AB 90/5 Ziff. 3.9). Weitere Aspekte (vgl. E. 4.2.2 hievor) wären nicht zu 
berücksichtigen, weshalb in das pflichtgemäss ausgeübte Ermessen der 
Beschwerdegegnerin nicht einzugreifen ist. Insbesondere treffen die für 
den geforderten Abzug von 20 % angeführten Gründe auf die Beschwerde-
führerin nicht zu. So beschränkt sich ihr medizinisches Zumutbarkeitsprofil 
nicht auf «‹stressfreie› Arbeiten ohne Termindruck» (vgl. Beschwerde S. 9 
Art. 10) und kann sie für sämtliche bisherigen (körperlich leichten) Verrich-
tungen eingesetzt werden. Zudem kann sich eine bloss teilzeitlich ausgeüb-
te Beschäftigung im Vergleich zu einer Vollzeitbeschäftigung bei Frauen 
sogar proportional lohnerhöhend auswirken, womit die Rechtfertigung für 
einen Tabellenlohnabzug entfällt (vgl. Entscheid des BGer vom 23. De-
zember 2011, 8C_477/2011, E. 5.3 mit Hinweisen) und dadurch auch der 
geltend gemachte Nachteil des unflexiblen Arbeitseinsatzes – soweit er 
tatsächlich mit einer Lohnminderung einherginge – kompensiert werden 
könnte.

4.6 Nach dem vorstehend Dargelegten ist in erwerblicher Hinsicht von 
einem Valideneinkommen von Fr. 42‘177.-- (vgl. E. 4.4 hievor) bzw. einem 
Invalideneinkommen von Fr. 23‘340.-- (vgl. E. 4.5 hievor) auszugehen. Aus 
der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resultiert eine 
ungewichtete Einschränkung von 44.66 % ([Fr. 42‘177.-- ./. Fr. 23‘340.--] / 
Fr. 42‘177.-- x 100). Wenn zugunsten der Beschwerdeführerin auf das von 
ihr angenommene Valideneinkommen von Fr. 44‘852.-- (vgl. E. 4.4 hievor) 
abgestellt würde, ergäbe sich dagegen eine ungewichtete Einschränkung 
von 47.96 % ([Fr. 44‘852.-- ./. Fr. 23‘340.--] / Fr. 44‘852.-- x 100).

Um den Invaliditätsgrad nach der gemischten Methode (vgl. E. 4.3 hievor) 
zu ermitteln, bleibt die Einschränkung im Haushalt zu prüfen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 18

5.

5.1 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 130 V 61 E. 6.2 S. 63; 
SVR 2012 IV Nr. 54 S. 196 E. 3.2).

Den ärztlichen Schätzungen der Arbeitsfähigkeit kommt kein genereller 
Vorrang gegenüber den Abklärungen der Invalidenversicherung im Haus-
halt zu. So wenig wie bei der Bemessungsmethode des Einkommensver-
gleichs nach Art. 16 ATSG kann beim Betätigungsvergleich nach Art. 28a 
Abs. 2 IVG (bis 31. Dezember 2007 aArt. 28 Abs. 2bis IVG) auf eine medizi-
nisch-theoretische Schätzung der Invalidität abgestellt werden. Massge-
bend ist die Unmöglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betäti-
gen, was unter Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse im Einzelfall 
festzustellen ist. Die von der Invalidenversicherung eingeholten Ab-
klärungsberichte im Haushalt stellen eine geeignete und im Regelfall genü-
gende Grundlage für die Invaliditätsbemessung dar. Nach der Rechtspre-
chung bedarf es des Beizuges eines Arztes, der sich zu den einzelnen Po-
sitionen der Haushaltführung unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit 
zu äussern hat, nur in Ausnahmefällen, insbesondere bei unglaubwürdigen 
Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den ärztlichen 
Befunden stehen (SVR 2005 IV Nr. 21 S. 84 E. 5.1.1). Dies gilt selbst für 
den Fall, dass es um die Bemessung einer psychisch bedingten Invalidität 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 19

geht, d.h. die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vordergrund steht. 
Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachme-
dizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre ge-
wohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der Regel den ärztlichen Stel-
lungnahmen mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushal-
tabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur beschränkt mög-
lich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit verbundenen 
Einschränkungen zu erkennen(SVR 2012 IV Nr. 19 S. 87 E. 2). 

Wechselwirkungen zwischen Erwerbs- und Haushaltbereich sind nur dann 
zusätzlich zu berücksichtigen, wenn die Arzt- und (Haushalts-) Abklärungs-
berichte nicht bereits in Kenntnis der im jeweils anderen Aufgabenbereich 
vorhandenen Belastungssituation erstellt worden sind und konkrete An-
haltspunkte dafür bestehen, dass eine wechselseitige Verminderung der 
Leistungsfähigkeit vorliegt, die in den vorhandenen Berichten nicht hinrei-
chend gewürdigt worden ist. Damit die negative gesundheitliche Auswir-
kung einer schlechten Vereinbarkeit der beiden Tätigkeitsbereiche berück-
sichtigt werden kann, muss sie offenkundig und unvermeidbar sein (bei-
spielsweise körperlich anstrengende Berufs- und Haushaltsarbeit oder psy-
chisch belastende berufliche und familiäre Situation). Von einer vermeidba-
ren Wechselwirkung ist demgegenüber auszugehen, wenn sie durch die – 
aufgrund der gesamten Umstände zumutbare – Wahl einer anderen Er-
werbstätigkeit ausgeschlossen werden kann. Allfällige Wechselwirkungen 
sind stets vom anteilmässig bedeutenderen zum weniger bedeutenden 
Bereich zu berücksichtigen. Sind beide Bereiche mit 50 % zu veranschla-
gen, sind sie dort beachtlich, wo sie sich stärker auswirken. Das durch die 
Wechselwirkung verminderte Leistungsvermögen ist nur dann zu berück-
sichtigen, wenn es offenkundig ist und ein gewisses normales Mass über-
schreitet. Ihm ist mit einem Abzug von maximal 15 ungewichteten Prozent-
punkten Rechnung zu tragen (BGE 134 V 9 E. 7.3 S. 12).

Gesundheitliche Auswirkungen des Erwerbsbereichs auf den Haushalt 
können nur angenommen werden, wenn die verbleibende Arbeitsfähigkeit 
im erwerblichen Tätigkeitsgebiet voll ausgenützt wird, d.h. der für den Ge-
sundheitsfall geltende Erwerbsanteil die Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich 
übersteigt oder mit dieser identisch ist. Ein allfälliges reduziertes Leistungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 20

vermögen im Erwerbsbereich infolge der Beanspruchung im Haushalt kann 
ferner lediglich dann berücksichtigt werden, wenn Betreuungspflichten, 
etwa gegenüber Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen, bestehen 
(BGE 134 V 9 E. 7.3.3 und E. 7.3.4 S. 13).

5.2 Der Abklärungsbericht Haushalt vom 15. August 2012 (AB 90) ba-
siert auf einer (erneuten) Erhebung an Ort und Stelle (vgl. Art. 69 Abs. 2 
IVV) vom 26. Juni 2012 und wurde in Kenntnis der medizinischen Schluss-
folgerungen im MEDAS-Gutachten verfasst. Aus dem Betätigungsvergleich 
ergab sich eine ungewichtete Einschränkung von 32.00 % im Haushalt, 
was beschwerdeweise beanstandet wird. 

Die Beschwerdeführerin hält Einschränkung für wesentlich zu tief bemes-
sen (vgl. Beschwerde S. 10 ff. Art. 12 ff.) bzw. geht davon aus, dass sie bei 
einer Ausschöpfung ihrer Restarbeitsfähigkeit im Erwerb auf die Tätigkeit 
im Haushalt gänzlich verzichten müsste (vgl. Beschwerde S. 10 Art. 11).

5.3 Wie bereits dargelegt (vgl. E. 4.5.1 hievor), schliesst das MEDAS-
Gutachten nicht aus, dass die Beschwerdeführerin bei Ausschöpfung ihrer 
Restarbeitsfähigkeit im Erwerb zusätzlich eine Invalidenleistung im Haus-
halt erbringen kann (vgl. Beschwerde S. 10 Art. 11 f.). Auch liegt – entge-
gen der seitens der Beschwerdeführerin vertretenen Ansicht (vgl. Be-
schwerde S. 10 Art. 12) – mit der MEDAS-Expertise auch keine «klare 
Quantifizierung» der Einschränkungen im Haushalt vor, die eine Schätzung 
der Wechselwirkung durch die Verwaltung ausschliesst. Vielmehr erstreck-
te sich die medizinische Beurteilung von einer zusätzlichen Leistungsmin-
derung von mindestens 20 % über zirka 50 % bis hin zu mindestens 50 % 
(vgl. E. 3.2 hievor). In Anbetracht dieser wenig präzisen Angaben durfte die 
Verwaltung die Einschränkungen schätzen und in Nachachtung der ein-
schlägigen höchstrichterlichen Rechtsprechung die Wechselwirkung im 
Rahmen des Betätigungsvergleichs mit höchstens 15 zusätzlichen unge-
wichteten Prozentpunkten berücksichtigen (vgl. E. 5.1 hievor). Es ist nicht 
von einem Primat der gutachterlichen Einschätzung der Situation auszuge-
hen, zumal hier unglaubwürdige Angaben der Beschwerdeführerin weder 
geltend gemacht noch aktenkundig wären und auch nicht die Bemessung 
einer psychisch bedingten Invalidität in Frage steht (vgl. E. 5.1 hievor). Die 
postulierte (vgl. Beschwerde S. 12 Art. 14) analoge Anwendung der im Zu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 21

sammenhang mit der Invaliditätsbemessung bei psychischen Erkrankungen 
geltenden Rechtsprechung (vgl. E. 5.1 hievor) auf Krankheitsbilder wie MS 
liesse sich auch nicht mit dem angeführten Entscheid 8C_620/2011 des 
Bundesgerichts vom 8. Februar 2012 rechtfertigen. Dort erachtete das kan-
tonale Gericht den Abklärungsbericht als nicht beweiskräftig, da darin im 
Verlauf eine Abnahme der Einschränkung im Haushalt festgestellt worden 
war, obwohl gleichzeitig Hinweise für eine Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes vorlagen. Das Bundesgericht erwog, dass die Vorinstanz 
ohne aktuelle neurologische und neuropsychologische Befunderhebung 
nicht befähigt gewesen sei, eine eigene Beurteilung der Leistungsvermin-
derung in den jeweiligen Haushaltstätigkeiten vorzunehmen. Hier liegt mit 
dem MEDAS-Gutachten vom 2. September 2011 (AB 85.1) hingegen eine 
(einigermassen) aktuelle medizinische Beurteilung vor. Ein Vorrang dieser 
gutachterlichen Beurteilung kann vorliegend aber auch deshalb nicht be-
stehen, weil die MEDAS-Gutachter die Mithilfe und Hilfestellung Dritter (vgl. 
BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509; SVR 2011 IV Nr. 11 S. 30 E. 5.5) als aus-
sermedizinische Frage nicht hinreichend einbezogen (vgl. AB 85.1/18 
Ziff. 5), wogegen der Abklärungsbericht Haushalt die familienrechtliche 
Beistandspflicht von Angehörigen (Ehegatte, Mutter, Schwiegereltern) 
berücksichtigte (AB 90/7-11 Ziff. 7, 90/12 Ziff. 10). Dabei wird nicht etwa 
verlangt, dass der Ehegatte sein Arbeitspensum reduziert (vgl. Beschwerde 
S. 11 Art. 13), denn es wurde die nebst seiner vollschichtigen Tätigkeit fak-
tisch erbrachte und nicht eine hypothetische Mithilfe angerechnet. Zudem 
müssten sich die Ehegatten auch im Validitätsfall bezüglich Haushalt und 
Kinderbetreuung organisieren, da die Beschwerdeführerin im Umfang von 
60 % einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit nachginge. Im Abklärungs-
bericht vom 15. August 2012 (AB 90) wurden die festgestellten Einschrän-
kungen in den einzelnen Aufgabenkategorien (vgl. Rz. 3086 des Kreis-
schreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über Invali-
dität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], gültig ab 1. Ja-
nuar 2013) begründet und in der Stellungnahme der Abklärungsperson 
vom 14. Januar 2013 (AB 97) zusätzlich erläutert. Die dagegen vorge-
brachte Kritik verfängt nicht. Die Beschwerdeführerin erachtet die einzelnen 
festgestellten Werte hauptsächlich aufgrund der Diskrepanz zur gutachter-
lichen Beurteilung für nicht haltbar und ist der Ansicht, dass die Wechsel-
wirkung unberücksichtigt geblieben sei (vgl. Beschwerde S. 11 f. Art. 13, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 22

S. 14 Art. 15). Die MEDAS-Gutachter hatten sich zu den einzelnen Aufga-
benkategorien jedoch gar nicht zu äussern, mussten die aussermedizini-
schen Aspekte ausblenden (Schadenminderungspflicht der versicherten 
Person, familienrechtliche Beistandspflicht von Angehörigen, Inkaufnahme 
von Qualitätseinbussen im Haushalt etc.) und vermochten die Wechselwir-
kung nicht exakt zu quantifizieren. Im Abklärungsbericht wurde die Wech-
selwirkung des Erwerbs auf den Haushalt bei den Positionen Haushaltsor-
ganisation (10 %), Einkaufen (10 %), Ernährung (10 %), Wohnungspflege 
(15 %), Wäsche (15 %), Betreuung von Kindern (15 %) und Verschiedenes 
(10 %) zusätzlich berücksichtigt (vgl. AB 90/11 Ziff. 7, 97/3 f.). Diese Werte 
sind im Rahmen des der Beschwerdegegnerin zukommenden Ermessens 
nicht zu beanstanden und jedenfalls nicht als klar feststellbare Fehlein-
schätzungen (vgl. E. 5.1 hievor) zu qualifizieren. Selbst wenn zugunsten 
der Beschwerdeführerin zusätzlich zur gesamthaft im Haushalt festgestell-
ten Einschränkung von 32 % darüber hinaus unter dem Titel der Wechsel-
wirkung 15 Prozentpunkte anerkannt werden könnten, mithin von einer 
ungewichteten Einschränkung von 47 % auszugehen wäre (32 % + 15 %), 
würde sich im Ergebnis nichts ändern (vgl. E. 6 hienach). Dasselbe gilt, 
wenn für die Aufgabenkategorien Wohnungspflege und Kinderbetreuung je 
von einer Einschränkung von 80 % ausgegangen würde (vgl. AB 97/4). Bei 
dieser Ausgangslage erübrigt sich das Einholen einer «klärenden medizini-
schen Stellungnahme» (vgl. Beschwerde S. 15 Art. 16) und ist der entspre-
chende Beweisantrag abzuweisen. 

6. Zusammenfassend ergibt sich im Erwerb eine gewichtete Ein-
schränkung von 26.80 % (44.66 % [vgl. E. 4.6 hievor] x 0.6 [Gewichtung]) 
und im Haushalt eine solche von 12.80 % (32.00 % [vgl. E. 5.2 hievor] x 0.4 
[Gewichtung]). Dies führt zu einem aufzurundenden (BGE 130 V 121 E. 3.2 
und 3.3 S. 123) Invaliditätsgrad von 40 % (26.80 % + 12.80 %) und damit 
zu einem Anspruch auf eine Viertelsrente (vgl. E. 2.2 hievor). Selbst wenn 
zugunsten der Beschwerdeführerin auf ein höheres Valideneinkommen und 
damit auf eine gewichtete Einschränkung von 28.78 % (47.96 % [vgl. E. 4.6 
hievor] x 0.6) und eine gewichtete Einschränkung im Haushalt von 18.80 % 
(47.00 % [vgl. E. 5.3 hievor] x 0.4) abgestellt würde, änderte sich im Ergeb-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 23

nis nichts, da ein ebenfalls zu einer Viertelrente berechtigender Invaliditäts-
grad von 48 % resultierte (28.78 % + 18.80 %).

Die angefochtene Verfügung vom 6. Februar 2013 (AB 99) ist somit nicht 
zu beanstanden, womit sich die Beschwerde vom 11. März 2013 als unbe-
gründet erweist und abzuweisen ist.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen.

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Nov. 2014, IV/13/210, Seite 24

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

mitzuteilen (R): 
- AXA Stiftung berufliche Vorsorge, Winterthur (zur Kenntnisnahme 

ad BV/13/345)

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.