# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 854b2ee5-fb8f-5d8f-9ed7-275e3daf2cd3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.05.2020 200 2020 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-9_2020-05-08.pdf

## Full Text

200 20 9 IV
ACT/BOC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. Mai 2020

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. November 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/20/9, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1980 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich am 4. November 2011 unter Hinweis auf Multiple 
Sklerose und eine Depression bei der Invalidenversicherung zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin; act. II] 4). Die IVB gewährte Eingliederungs-
massnahmen (act. II 21, 28, 46, 57, 61) und sprach mit Verfügung vom 
7. April 2016 (act. II 119) vom 1. Mai 2012 bis 30. November 2014 eine 
ganze Rente und vom 1. Dezember 2014 bis 31. Mai 2015 eine halbe Ren-
te zu. Auf eine erste Neuanmeldung trat die IVB mit Verfügung vom 8. No-
vember 2016 nicht ein (act. II 125, 130). Mit Blick auf die am 1. Januar 
2018 in Kraft getretene neue Berechnungsmethode des Invaliditätsgrades 
im Rahmen der gemischten Methode liess die Versicherte eine weitere 
Neuanmeldung einreichen (act. II 132 f.), was mit Verfügung vom 23. No-
vember 2018 zur Zusprache einer Viertelsrente ab 1. Juli 2018 führte (act. 
II 163). 

B.

Am 25. November 2018 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf 
Multiple Sklerose, eine Angsterkrankung mit Panikattacken und eine De-
pression zum Bezug einer Hilflosenentschädigung an (act. II 166). Nach 
erfolgten Abklärungen und der Durchführung des Vorbescheidverfahrens 
(act. II 173, 177) verneinte die IVB mit Verfügung vom 18. November 2019 
(act. II 208) den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung.

Zwischenzeitlich hatte die Versicherte am 25. Juni 2019 (act. II 180) ein 
Revisionsgesuch hinsichtlich des Rentenanspruchs eingereicht, dies we-
gen einer seit Mai 2019 bestehenden Brustkrebserkrankung. Im Juni 2019 
war zudem eine Perücke zugesprochen worden (act. II 176).

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C.

Gegen die Verfügung vom 18. November 2019 (act. II 208) betreffend Hilf-
losenentschädigung erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
C.________ vom B.________, am 6. Januar 2020 Beschwerde. Sie bean-
tragt, unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei die Angelegenheit 
zur medizinischen Begutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen. Eventualiter sei eine Hilflosenentschädigung infolge notwendiger le-
benspraktischer Begleitung zuzusprechen, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen.

Mit Eingabe vom 21. Januar 2020 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass 
ihr mittlerweile ab 1. August 2019 eine ganze IV-Rente zugesprochen wor-
den sei. Gleichzeitig reichte sie den Bericht der behandelnden Ärztin Dr. 
med. D.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 10. 
Januar 2020 ein (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 3).

Mit Beschwerdeantwort vom 6. Februar 2020 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Die Beschwerdeführerin nahm mit Eingabe vom 13. Februar 2020 Stellung 
zu den Ausführungen in der Beschwerdeantwort. Diese Eingabe wurde der 
Beschwerdegegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-

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anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 18. November 2019 (act. II 208). 
Streitig ist der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 
ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, haben Anspruch auf 
eine Hilflosenentschädigung (Art. 42 Abs. 1 IVG). 

2.2 Als hilflos gilt eine Person, die wegen der Beeinträchtigung der Ge-
sundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder 
der persönlichen Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG). Als hilflos gilt eben-
falls eine Person, welche zu Hause lebt und wegen der Beeinträchtigung 
der Gesundheit dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist. 
Ist nur die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme 
einer Hilflosigkeit mindestens ein Anspruch auf eine Viertelsrente gegeben 
sein. Ist eine Person lediglich dauernd auf lebenspraktische Begleitung 

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angewiesen, so liegt immer eine leichte Hilflosigkeit vor (Art. 42 Abs. 3 
IVG).

2.3 Gemäss Art. 38 Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über 
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) liegt ein Bedarf an lebens-
praktischer Begleitung im Sinne von Art. 42 Abs. 3 IVG vor, wenn eine voll-
jährige versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge 
Beeinträchtigung der Gesundheit ohne Begleitung einer Drittperson nicht 
selbstständig wohnen kann (lit. a), für Verrichtungen und Kontakte ausser-
halb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist (lit. b) 
oder ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren 
(lit. c).

2.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Bei RAD-Berichten ohne selber durchgeführte Untersuchungen handelt es 
sich nicht um Stellungnahmen im Sinne von Art. 49 Abs. 2 IVV, sondern um 
eine Empfehlung zur weiteren Bearbeitung des Leistungsbegehrens aus 
medizinischer Sicht im Sinne von Art. 59 Abs. 2bis IVG und Art. 49 Abs. 1 
IVV. Solche RAD-Berichte vermögen lediglich dazu Stellung zu nehmen, ob 
der einen oder anderen Ansicht zu folgen oder aber eine zusätzliche 
Untersuchung vorzunehmen sei. Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne 
Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende 
Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 64 f.). 

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2.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1 Im bidisziplinären neurologisch-psychiatrischen Gutachten der Dres. 
med. E.________ und F.________ vom 10. November 2014 (act. II 89.1) 
wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
aufgeführt (act. II 89.1/10 und 15): 

 Encephalomyelitis disseminata mit schubförmig remittierendem Verlauf (ES 
11/2008, ED 09/2010), behandelt mit Gilenya 0,5mg mit
 Motorischer und kognitiver Fatigue
 Leicht bis mässig ausgeprägten kognitiven Störungen bei Encephalomyeli-

tis disseminata sowie seelischer Interferenz
 Rezidivierende leichte depressive Episode ICD:10 F33.0
 Anamnestisch bekannte Panikattacken ICD:10 F41.0

In der Konsensbesprechung gaben die Gutachter an (act. II 89.1/18 f.), aus 
psychiatrischer Sicht liege eine leichte depressive Episode vor, die rezidi-
vierend und schwankend in der Intensität auftrete. Es bestehe zudem eine 
Panikstörung. Unter Berücksichtigung der zumutbaren Willensanstrengung, 
den funktionellen Einschränkungen, den objektiven Befunden und dem 
bisherigen Verlauf müsse aus rein psychiatrischer Sicht festgestellt werden, 
dass die Beschwerdeführerin in ihrem ersten Beruf als ... zu 100 % arbeits-
unfähig sei. Bezüglich der Tätigkeit als ..., ihrem zweiten Beruf, bestehe 
aus rein psychiatrischer Sicht eine 20 %-ige Beeinträchtigung der Arbeits- 

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und Leistungsfähigkeit. Dies begründe sich darin, dass die Beschwerdefüh-
rerin aufgrund ihrer affektiven Probleme im Vergleich zu einem Gesunden 
eine erhöhte Pausenzeit und eine verlängerte Erholungszeit habe. Es sei 
ihr zuzumuten, sich selbstständig eine Tätigkeit zu suchen und die Restar-
beitsfähigkeit zu realisieren. Aus neurologischer Sicht liege eine Encepha-
lomyelitis disseminata mit schubförmig remittierendem Verlauf vor. 
Beeinträchtigend wirkten sich eine motorische und kognitive Fatigue sowie 
leicht bis mässig ausgeprägte kognitive Störungen aus. Es bestehe eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten Tätig-
keit wie zum Beispiel die Tätigkeit als ... oder als .... Im Rahmen der Kon-
sensbesprechung kommen die Referenten zum Schluss, dass die 
neurologische Beurteilung hinsichtlich der Einschätzung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit massgebend sei.

3.2 Dr. med. G.________, Facharzt für Neurologie, hielt im Verlaufsbe-
richt vom 23. April 2018 (act. II 145) einen stationären Gesundheitszustand 
fest und führte die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähig-
keit auf:

1. Multiple Sklerose, schubförmig remittierende Verlaufsform (G35.10)
2. Angst- und Panik-Störung (F41.0) mit/bei 

 Rezidivierenden Hyperventilationsattacken

Dr. med. G.________ hielt fest, es bestehe eine ausgeprägte Angststörung 
mit de facto Betreuungsbedürftigkeit durch den Ehemann, wenn es darum 
gehe, Dinge, welche zwingend und zuverlässig erledigt sein müssten, um-
zusetzen. Dank der intensiven psychiatrischen und psychotherapeutischen 
Behandlung könne die Beschwerdeführerin regelmässig das Haus verlas-
sen. Beim Einkaufen könne es in Menschenmengen zu Panikattacken 
kommen. Letztendlich sei die Tagesform stark variabel, weshalb er zu-
sammen mit der ausgeprägten motorischen und kognitiven Erschöpfbarkeit 
im Rahmen der Multiplen Sklerose keine anhaltende konstante Arbeits-
fähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt für realistisch erachte. Die Fragen, ob 
die Beschwerdeführerin bei den alltäglichen Lebensverrichtungen regel-
mässig auf Hilfe von Drittpersonen angewiesen sei und sie auf Dritthilfe 
angewiesen sei, um den Alltag für sich zu gestalten, bejahte Dr. med. 
G.________.

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3.3 Die RAD-Ärztin Dr. med. H.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie sowie Neurologie, hielt in der Stellungnahme vom 14. 
August 2018 (act. II 155) fest, seit 2011 sei weder die Diagnose einer Pa-
nikstörung (episodisch paroxysmale Angst, F41.0) noch die einer generali-
sierten Angststörung (F41.1) unter Zugrundelegung der ICD-10 Diagnose-
kriterien und unter Berücksichtigung der Differential- und Ausschluss-
diagnosen objektiv gesichert worden. Die dokumentierten eigenanam-
nestischen Angaben sprächen ebenso wie das Fehlen einer 
psychiatrischen Vorgeschichte und das Fehlen eines objektiven Angstkor-
relates (keine Zeichen einer vermehrten vegetativen Labilität, einer erhöh-
ten Affektspannung und/oder einer motorischen Spannung) gegen das 
Vorliegen einer krankhaften Angststörung. Das aktenkundige therapeuti-
sche Vermeidungsverhalten sei ebenfalls untypisch für Personen mit einer 
krankhaften Angststörung und spreche ebenfalls gegen die attestierte Dia-
gnose einer Panikstörung.

3.4 Die behandelnden Psychiaterin Dr. med. D.________ führte in der 
Stellungnahme vom 17. Juni 2019 (act. II 177/3) die folgenden Diagnosen 
auf:

 Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01) und Symptomen einer genera-
lisierten Angststörung (ICD-10 F41.1) 

 Mamma-Carcinom tripelnegativ aktuell unter Chemotherapie (ED Mai 2019)
 bekannte Multiple Sklerose

Sie gab an, es liege ein Mischbild einer Agoraphobie und einer Pa-
nikstörung (ICD-10 F40.01) vor, ausserdem seien ebenso Symptome einer 
generalisierten Angsterkrankung zu diagnostizieren. Sie müsse der RAD-
Ärztin wiedersprechen, es trete im Verlauf einer Angsterkrankung stets 
Vermeidungsverhalten auf und schränke so die Patienten in ihrem lebens-
praktischen Alltag stark ein. So könne die Beschwerdeführerin zu keiner 
Therapiestunde ohne Begleitung ihres Mannes kommen, sie gehe nicht 
mehr alleine aus dem Haus und fahre kein Auto ohne ihren Mann oder ir-
gendeine Begleitperson. So könne sie keine Lebensmittel einkaufen, weil 
sie Angst vor einer Panikattacke habe. Sie habe Angst vor der Angst und 
befürchte, in der Öffentlichkeit zu kollabieren oder gar zu sterben.

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3.5 Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, ver-
wies im Verlaufsbericht vom 10. September 2019 (act. II 195/1 - 8) auf eine 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes und gab die folgenden Dia-
gnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an:

Mammakarzinom links, Erstdiagnose 05/2019 
 Aktuell neoadjuvante Chemotherapie 
rezidivierende Otitis media links seit 07/2019 
 DD Chemotherapie induziert 
Schwere depressive Episode 
Angst- und Panikstörung 
Multiple Sklerose, Erstdiagnose 2010 
 schubförmig remittierende Verlaufsform 
 Immunsuppression mit Copaxone

Dr. med. I.________ gab an, der Allgemeinzustand sei seit Beginn der 
neoadjuvanten aggressiven Chemotherapie inklusive allen bekannten Ne-
benwirkungen erheblich verschlechtert. Auch die psychische Situation sei 
massiv verschlechtert im Rahmen der vorbestehenden chronischen De-
pression und Angststörung. Zur Hilflosenentschädigung gab Dr. med. 
I.________ an (act. II 195/8), die Beschwerdeführerin sei für die alltägli-
chen Lebensverrichtungen An-/Auskleiden, Aufstehen/Absitzen/Abliegen, 
Essen und Verrichten der Notdurft nicht regelmässig in erheblicher Weise 
auf die Hilfe Dritter angewiesen. Solche Hilfe sei seit Mai 2019 für die Kör-
perpflege teilweise und für die Fortbewegung ausser Haus zu bejahen. 
Auch für die Pflege gesellschaftlicher Kontakte wurde solche Hilfe seit Mai 
2019 bejaht. Die Notwendigkeit einer dauernden Pflege wurde verneint und 
die Notwendigkeit einer persönlichen Überwachung wurde bejaht betref-
fend Essen kochen und Haushalttätigkeiten. Zur Hilflosenentschädigung 
infolge lebenspraktischer Begleitung hielt Dr. med. I.________ fest (act. II 
195/6), der Beschwerdeführerin sei es aus rein medizinischer Sicht nicht 
möglich, ihren Alltag für sich persönlich ohne Dritthilfe zu bewältigen. Zur 
Frage, aufgrund welcher Befunde die Beschwerdeführerin Dritthilfe im Sin-
ne einer lebenspraktischen Begleitung benötige, hielt Dr. med. I.________ 
fest, dies sei erforderlich aufgrund von Erschöpfung, rezidivierender Infekte 
mit Fieber, Chemotherapie induzierte massive Leistungseinbusse und De-
pression. Die Frage, ob die Beschwerdeführerin die regelmässige Unter-
stützung bei der Bewältigung von Alltagssituationen benötige, bejahte Dr. 

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med. I.________ und gab an, der Haushalt könne nicht geführt werden seit 
der Chemotherapie und den rezidivierenden Infekten. Auch die Frage, ob 
die Beschwerdeführerin die regelmässige Begleitung, Beratung und/oder 
Unterstützung einer Drittperson für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb 
der Wohnung benötige, bejahte Dr. med. I.________ und führte aus, die 
Beschwerdeführerin könne gesundheitsbedingt nicht selbst Auto fahren 
und könne keine Einkäufe erledigen. Ebenso wurde die Frage bejaht, ob 
die Beschwerdeführerin die regelmässige Begleitung einer Drittperson 
benötige, um der Gefahr vorzubeugen, dass sie dauernd von sozialen Kon-
takten isoliert und sich dadurch ihr Gesundheitszustand erheblich ver-
schlechtern würde, wobei festgehalten wurde, es bestehe ein erheblicher 
Rückzug, die Beschwerdeführerin ziehe sich zu Hause oft in ihr eigenes 
Schlafzimmer zurück und gehe nicht mehr aus. Dieser Bedarf an lebens-
praktischer Begleitung bestehe seit Mai 2019.

3.6 Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. D.________ gab im Ver-
laufsbericht vom 27. September 2019 (act. II 197) an, der Gesundheitszu-
stand habe sich verschlechtert. Sie attestierte eine 100 %-ige 
Arbeitsunfähigkeit und hielt fest, es handle sich psychisch wie physisch um 
eine stark beeinträchtigte Patientin, deren Angstsymptomatik sich mit der 
Krebsdiagnose massiv verschlechtert habe. Zur Hilflosenentschädigung 
gab Dr. med. D.________ an (act. II 197/6), die Beschwerdeführerin sei für 
die Pflege gesellschaftlicher Kontakte ab zirka 2017 regelmässig und in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen. Die Notwendigkeit einer 
persönlichen Überwachung wurde tagsüber und nachts ab zirka 2018 be-
jaht. Zur Hilflosenentschädigung infolge lebenspraktischer Begleitung hielt 
Dr. med. D.________ fest (act. II 197/7), der Beschwerdeführerin sei es 
aus rein medizinischer Sicht nicht möglich, ihren Alltag für sich persönlich 
ohne Dritthilfe zu bewältigen. Die Psychiaterin führte aus, die Beschwerde-
führerin sei seit der Diagnose ihrer Agoraphobie mit Panikstörung auf stän-
dige Begleitung ihres Mannes angewiesen. Seit der Diagnose des 
Brustkrebses hätten sich die Ängste derart verschlimmert, dass sie nicht 
mehr alleine sein könne. Die Frage, ob die Beschwerdeführerin die regel-
mässige Unterstützung bei der Bewältigung von Alltagssituationen benöti-
ge, bejahte Dr. med. D.________ und gab an, sie benötige Hilfe bei der 
Tagesstrukturierung und Betreuung, sie könne aufgrund ihrer massiven 

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Angstzustände nicht alleine sein. Auch die Frage, ob die Beschwerdeführe-
rin die regelmässige Begleitung, Beratung und/oder Unterstützung einer 
Drittperson für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung 
benötige, bejahte Dr. med. D.________ und führte aus, die Beschwerde-
führerin könne ohne fremde Hilfe keine Besorgungen machen und keine 
Aussenkontakte pflegen bzw. externe Untersuchungen wahrnehmen. Ihre 
Ängste würden das verbieten. Ebenso wurde die Frage bejaht, ob die Be-
schwerdeführerin die regelmässige Begleitung einer Drittperson benötige, 
um der Gefahr vorzubeugen, dass sie dauernd von sozialen Kontakten 
isoliert und sich dadurch ihr Gesundheitszustand erheblich verschlechtern 
würde. Dr. med. D.________ hielt fest, seit Mai 2019 habe es eine massive 
Verschlechterung gegeben, davor habe dies bereits ebenfalls, jedoch in 
leicht geringerem Ausmass bestanden. 

3.7 In der Stellungnahme vom 23. Oktober 2019 (act. II 204) führte die 
RAD-Ärztin Dr. med. H.________ aus, die attestierten Diagnosen im psych-
iatrischen Fachgebiet seien ausschliesslich aus anamnestischen Angaben 
und Erhebungen in einem Selbsteinschätzungsverfahren (Fragebogen zu 
Angstsymptomen) abgeleitet worden. Aktenkundig finde sich seit 2018 eine 
Diskrepanz zwischen dem mündlichen und sich stereotyp wiederholenden 
Vortrag psychischer Beschwerden (Ängste) einerseits und einer Beschwer-
deausweitung in der Fragebogenerhebung andererseits. In der Frageboge-
nerhebung seien umso mehr Beschwerden angegeben, je mehr erfragt 
worden seien. Die aktenkundigen Diskrepanzen im Antwortverhalten der 
Beschwerdeführerin mit der Tendenz zur Katastrophisierung, Dramatisie-
rung und Beschwerdeausweitung einerseits stünden im Widerspruch zu 
ihren bisherigen Fähigkeiten/Fertigkeiten und dem bisherigen Leistungs-
vermögen im Alltag andererseits (zwei Schwangerschaften und zwei Ge-
burten 20XX und 201XX, nichterwerbstätige Hausfrau und Mutter, 
erhaltene Selbstfürsorge- und Fremdfürsorgefähigkeit), wie sie u.a. aus 
dem Abklärungsbericht Haushalt von 2019 hervorgingen. Das Fehlen so-
wohl einer psychiatrischen Vorgeschichte als auch die bis aktuell praktizier-
te gezielte (ausgewählte) Inanspruchnahme medizinischer Versorgungs-
strukturen zu Diagnostik- und Therapiezwecken als auch das bisherige 
Fehlen objektiver klinischer einschliesslich somatischer und laborchemi-
scher Angstkorrelate sprächen gegen das Vorliegen einer krankhaften 

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Angststörung. Die Beschwerdeführerin sei ohne Mobilitätshilfen mobil. Sie 
benötige keine Hilfsmittel. Sie versorge ihre beiden Töchter. Sie sei zur 
Fremd- und Selbstfürsorge fähig. Sie achte auf ihr äusseres Erscheinungs-
bild und wünsche die Kostengutsprache für eine Perücke. Weder von der 
Psychiaterin Dr. med. D.________ noch von Dr. med. I.________ seien 
bisher objektive Befunde vorgelegt worden, die Hilflosigkeit aus medizini-
schen Gründen objektiv und plausibel nachvollziehbar begründen könnten. 
Weder bis Mai 2019 (ED Mammakarzinom links) noch seit Mai 2019 lägen 
objektive Befunde vor, die Hilflosigkeit im Rechtssinn begründen könnten. 
Wegen der Nebenwirkungen unter/nach der Chemotherapie sei für den 
Zeitraum der Chemotherapie durchaus eine Begleitung zur und von der 
medizinischen Einrichtung medizinisch begründbar. Die ambulante Chemo-
therapie werde aber kein Dauerzustand bleiben.

3.8 Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. D.________ führte am 10. 
Januar 2020 (act. I 3) zur RAD-Stellungnahme vom 23. Oktober 2019 (act. 
II 204) aus, der RAD spreche davon, dass eine „Symptomausweitung“ 
stattfinde, die Beschwerdeführerin habe mehr Symptome je mehr man fra-
ge. Das sei in der Medizin oft so, dass man nur das erfahre, was man fra-
ge. Patienten kämen nicht selbst mit spezifischen Symptomen, diese 
müsse man fragen, vor allem im Bereich der Psychiatrie, da die Symptome 
oft sehr schambesetzt seien. Der RAD spreche davon, dass ihre Diagnose 
aufgrund eines Selbstbeurteilungsfragebogens gestellt worden sei. Das 
stimme nicht, dies sei ein Praxisscreeningfragebogen, der im Rahmen ei-
ner psychiatrischen Exploration ausgefüllt worden sei. Und dies gerade um 
zu beweisen, wieviel Symptome der genannten Angsterkrankung gemäss 
ICD-10 vorlägen. Dies werde nun gegen ihre Beurteilung verwendet, ob-
wohl der RAD beharrlich darauf bestehe, beweisende Symptome gemäss 
ICD-10 zu erfahren. Die erfragten Symptome fänden jedoch keine Beach-
tung. Es scheine sehr bedenklich von der ärztlichen Haltung her, einer 
Frau, die eine „Perücke beantragt“ bzw. diagnostische Vorsorgestrukturen 
annehme, dies als Selbstfürsorge zu interpretieren. Sie habe die Be-
schwerdeführerin bisher nie mit einer Perücke gesehen und sie sei mehr 
oder weniger von den Betreuungspersonen der Onkologie dazu aufgefor-
dert worden, diese zu bestellen. Die genannten Argumente als Beweise der 
Selbstfürsorge zeigten eher auf, dass die Beschwerdeführerin ein gutes 

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persönliches Versorgungssystem habe. Die Kinderbetreuung sei von ihrer 
Schwiegermutter im letzten halben Jahr übernommen worden bzw. durch 
ihren Ehemann, der inzwischen auch habe krankgeschrieben werden müs-
sen. Inzwischen sei eine Psychiatrie-Spitex installiert. Dies seien alles Hin-
weise dafür, dass das private Betreuungssystem der Familie der 
Beschwerdeführerin völlig überbeansprucht sei und Hilfeleistungen benöti-
ge. Zu den Diagnosekriterien, welche auf die Beschwerdeführerin gemäss 
ICD-10 für eine invalidisierende Agoraphobie mit Panikstörung (F40.01) 
und Symptomen einer generalisierten Angststörung (F41.1) zutreffen, gab 
Dr. med. D.________ an, die Beschwerdeführerin könne das eigene Haus 
nicht alleine verlassen, zeitweise gehe sie auch nicht in Begleitung ihres 
Ehemannes aus dem Haus. Sie habe auch den panikauslösenden Gedan-
ken, sie könnte bei solchen Unternehmungen plötzlich sterben. Am wohls-
ten fühle sie sich zu Hause und verlasse das Haus nur in Betreuung ihres 
Ehemannes, wenn überhaupt. 

4.

4.1 Gestützt auf den insoweit überzeugenden Abklärungsbericht Hilflo-
senentschädigung vom 21. Mai 2019 (zum Beweiswert eines solchen Ab-
klärungsberichtes vgl. BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 
63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2) ist erstellt, dass die Beschwerdefüh-
rerin in den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen nicht hilflos ist (act. II 
172/4 ff.).

4.2 Die Beschwerdegegnerin verneint eine Hilflosigkeit auch im Rah-
men der lebenspraktischen Begleitung, indem sie auf die Einschätzung des 
RAD verweist (act. II 172/8 f., act. II 207/3 f.), welcher die von den behan-
delnden Ärzten gestellten Diagnosen einer Panik- und Angststörung ver-
neint (Berichte vom 14. August 2018 und 23. Oktober 2019; act. II 155/4 
und act. II 204/6 f.). Diese Annahme widerspricht sowohl der Auffassung 
des psychiatrischen Gutachters Dr. med. F.________ von 2014 (act. II 
89.1/16 f.) als auch derjenigen der behandelnden Psychiater (Dr. med. 
J.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie [z.B. Bericht vom 
7. September 2015; act. II 109/3] resp. Dr. med. D.________ [zuletzt im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/20/9, Seite 14

Bericht vom 10. Januar 2020; act. I 3]), ohne dass die RAD-Ärztin ihre ab-
weichende Annahme überzeugend begründet. Damit bestehen zumindest 
geringe Zweifel an der Schlüssigkeit der Einschätzung des RAD, so dass 
darauf nicht abgestellt werden kann (vgl. E. 2.4 hiervor).

4.3 Es kann aber auch nicht unbesehen auf die Annahmen der behan-
delnden Ärzte abgestellt werden: Soweit es sich um den behandelnden 
Neurologen Dr. med. G.________ (z.B. Bericht vom 23. April 2018 [act. II 
145]) und den Allgemeinmediziner Dr. med. I.________ (Bericht vom 10. 
September 2019 [act. II 195]) handelt, fehlt es diesen Einschätzungen an 
der notwendigen psychiatrischen Fachkompetenz, während die behandeln-
de Psychiaterin sowohl im Bericht vom 10. Januar 2020 (act. I 3, S. 2) als 
auch in demjenigen vom 27. September 2019 (act. II 197) allein auf die 
Angaben der Beschwerdeführerin abstellt und keine eigene medizinische 
Einschätzung der Hilflosigkeit vornimmt; sie hat sich darauf beschränkt, das 
von der Beschwerdeführerin Ausgeführte unkritisch zu übernehmen. Es 
kommt hinzu, dass sich aus dem Gutachten von 2014 keine Hilflosigkeit 
ableiten lässt, indem Dr. med. F.________ es als zumutbar erachtet, dass 
die Beschwerdeführerin „selbständig" eine Tätigkeit sucht und die Restar-
beitsfähigkeit realisiert (act. II 89.1/18 unten). 

4.4 Damit ist der Sachverhalt nicht liquid. Die Sache geht antrags-
gemäss (Beschwerde, S. 2) zurück an die Beschwerdegegnerin, damit sie 
einen Bericht der Psychiatriespitex (vgl. Beschwerde, S. 5 f. Ziff. 9 und 11) 
einhole und anschliessend eine psychiatrische Begutachtung sowie allen-
falls einen neuen Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung veranlasse 
und danach neu über den Anspruch auf Hilflosenentschädigung verfüge.

4.5 Nach dem Dargelegten ist die Verfügung vom 18. November 2019 
in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach Vornahme der Ab-
klärungen im Sinne der Erwägungen über den Anspruch auf Hilflosenent-
schädigung neu verfüge.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/20/9, Seite 15

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikos-
tenersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechts-
schutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund 
eines allgemeingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, 
welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. 
Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung 
festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juris-
tinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversiche-
rungsexpertinnen und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte 
Vertretung gelten alle übrigen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. 
Rundschreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Ab-
teilung für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des 
Kantons Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). 
Im Falle der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungs-
stelle im Sinne der Rechtsprechung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der 
Stundenansatz bei einer fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- und 
bei einer fachlich nicht qualifizierten Vertretung auf Fr. 80.-- festgelegt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/20/9, Seite 16

Mit Kostennote vom 13. Februar 2020 macht Rechtsanwalt C.________ 
von B.________ einen Zeitaufwand von 9 Stunden à Fr. 130.-- bzw. ein 
Honorar von Fr. 1‘170.-- sowie Auslagen von Fr. 35.10 und Mehrwertsteuer 
von Fr. 92.80 (7.7 % von Fr. 1‘205.10), total Fr. 1‘297.90, geltend, was 
nicht zu beanstanden ist. Die Parteientschädigung wird demnach für das 
vorliegende Verfahren auf Fr. 1‘297.90 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin 
zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-Stelle Bern 
vom 18. November 2019 aufgehoben und die Sache an die Beschwer-
degegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme der Abklärun-
gen im Sinne der Erwägungen über den Anspruch auf Hilflosenent-
schädigung neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘297.90 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Mai 2020, IV/20/9, Seite 17

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.