# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf470bb0-7995-5362-8b4b-06e32c3a1c81
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung O2V-19-4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_002_O2V-19-4_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer A. _______  

 
 
 
Vorinstanz Kantonale Arbeitslosenkasse Appenzell Ausserrhoden , 

Obstmarkt 1, 9102 Herisau 
 

 
 
Gegenstand Insolvenzentschädigung 

Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der kantonalen  
Arbeitslosenkasse vom 9. Januar 2019 

 
  

Obergericht Appenzell Ausserrhoden   
2. Abteilung 
 

Urteil vom 11. Februar 2020  
 

Mitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler 
Oberrichter M. Winiger, M. Müller, R. Kläger, P. Louis 
Obergerichtsschreiberin M. Epprecht 
 
 
 

Verfahren Nr. O2V 19 4 
 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 
 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) des Beschwerdeführers (sinngemäss): 

 Der Einspracheentscheid der kantonalen Arbeitslosenkasse vom 9. Januar 2019 sei aufzu-

heben und es sei ihm der Anspruch auf Insolvenzentschädigung – zumindest in Bezug auf 

den Februarlohn 2018 – zu gewähren.   

 

 

b) der Vorinstanz: 

 Die Beschwerde sei abzuweisen. 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Gemäss Arbeitsvertrag vom 29. Mai 2017 war A. ______ ab 1. Juni 2017 bei der B. 

______, angestellt (act. 5.9).  

 

B. Mit Schreiben vom 15. April 2018 mahnte A. ______ bei der Arbeitgeberin seine ausste-

henden Lohnzahlungen von Februar 2018 und März 2018 an. Zur Begleichung der 

ausstehenden Löhne setzte er der Arbeitgeberin Frist bis 20. April 2018 unter Androhung 

der Arbeitsniederlegung ab 21. April 2018 bis zur Erfüllung der Lohnpflicht. Bei Nichterbrin-

gung der Sicherheitsleistung für die ausbleibenden Löhne bis spätestens 30. April 2018 

drohte er mit fristloser Auflösung des Arbeitsverhältnisses wegen Lohngefährdung 

(act. 5.8). 

 

C. Anfang Mai 2018 ging A. ______ einen neuen Arbeitsvertrag mit der C. ______, ein (act. 

5.4). 

 

D. Am 10. Juli 2018 wurde der Konkurs über die B. ______ eröffnet (act. 5.20). 

 

E. A. ______ stellte am 31. August 2018 bei der kantonalen Arbeitslosenkasse Appenzell 

Ausserrhoden (nachfolgend: Arbeitslosenkasse) Antrag auf Insolvenzentschädigung für 

Lohnforderungen für den Zeitraum 1. Februar 2018 bis 30. Juni 2018 (act. 5.14). 

 

F. Am 11. September 2018 wurde die Einstellung des Verfahrens beim Konkursamt des Kan-

tons Appenzell Ausserrhoden, Zweigstelle Teufen (nachfolgend: Konkursamt), mangels 

Konkursvermögen rechtskräftig (act. 5.13). 

Seite 3 

 

G. Am 28. September 2018 reichte A. ______ beim Konkursamt eine Forderung aus Ar-

beitsvertrag über Fr. 24‘277.-- (Löhne Februar, März, April 2018) ein (act. 5.11). 

 

H. Die Arbeitslosenkasse wies mit Verfügung vom 3. Oktober 2018 den Anspruch auf 

Insolvenzentschädigung ab dem 1. Februar 2018 bis 30. Juni 2018 vollumfänglich ab 

(act. 5.5). Die dagegen erhobene Einsprache von A. ______ wurde mit Einsprache-

entscheid vom 9. Januar 2019 abgewiesen (act. 5.1). 

 

I. Gegen den Einspracheentscheid vom 9. Januar 2019 erhob A. ______ am 29. Januar 2019 

(Postaufgabe: 30. Januar 2019) mit dem eingangs erwähnten Antrag Beschwerde beim 

Obergericht des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Er macht geltend, er habe bis und mit 

Januar 2018 sämtliche Löhne erhalten und nicht ahnen können, dass im Februar 2018 kein 

Lohn mehr bezahlt werde (act. 1). Die Arbeitslosenkasse beantragte mit Vernehmlassung 

vom 7. März 2019 die Abweisung der Beschwerde. Sie ist der Ansicht, dass A. ______ in 

mindestens grobfahrlässiger Weise seiner Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen 

sei (act. 4 und act. 5.1). 

 

J. A. ______ verzichtete stillschweigend auf eine Replik. 

 

K. Auf weitere Einzelheiten in den Akten sowie die Vorbringen der Parteien in den 

Rechtsschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den nachfolgenden Erwägungen näher 

eingegangen. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1. Formelles 

 Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes 

vom 13. September 2010 (JG, bGS 145.31) beurteilt das Obergericht als kantonales Ver-

sicherungsgericht Beschwerden aus dem Bereich der Sozialversicherungen. Die örtliche 

Zuständigkeit ist gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 

obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [Arbeitslosenver-

sicherungsgesetz, AVIG, SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 lit. d der Ver-

ordnung vom 31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die In-

solvenzentschädigung [Arbeitslosenversicherungsverordnung, AVIV, SR 837.02]). 

Seite 4 

 

 Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen 

ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der 

Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind (Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 

und Art. 61 lit. b ATSG sowie Art. 54, Art. 56 und Art. 59 des Gesetzes vom 9. September 

2002 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG, bGS 143.1]). 

 

Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 

 

 

2. Materielles 

 2.1 

 2.1.1 

 Beitragspflichtige Arbeitnehmer von Arbeitgebern, die in der Schweiz der Zwangsvoll-

streckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeitnehmer beschäftigen, haben Anspruch auf 

Insolvenzentschädigung wenn unter anderem (vgl. Art. 51 Abs. 1 lit. b und lit. c AVIG) ge-

gen ihren Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforde-

rungen zustehen (Art. 51 Abs. 1 lit. a AVIG). 

 

 2.1.2 

 Die Insolvenzentschädigung deckt für das gleiche Arbeitsverhältnis Lohnforderungen für 

höchstens die letzten vier Monate des Arbeitsverhältnisses, für jeden Monat jedoch nur bis 

zum Höchstbetrag nach Art. 3 Abs. 2 AVIG. Als Lohn gelten auch die geschuldeten Zula-

gen (Art. 52 Abs. 1 AVIG). 

 

 2.1.3 

 Wird über den Arbeitgeber der Konkurs eröffnet, so muss der Arbeitnehmer seinen 

Entschädigungsanspruch spätestens 60 Tage nach der Veröffentlichung des Konkurses im 

Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) bei der öffentlichen Kasse stellen, die am Ort 

des Betreibungs- und Konkursamtes zuständig ist (Art. 53 Abs. 1 AVIG). Mit dem Ablauf 

dieser Fristen erlischt der Anspruch auf Insolvenzentschädigung (Art. 53 Abs. 3 AVIG).  

 

 2.1.4 

 Der Arbeitnehmer muss im Konkurs- oder Pfändungsverfahren alles unternehmen, um 

seine Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zu wahren, bis die Kasse ihm mitteilt, dass 

sie an seiner Stelle in das Verfahren eingetreten ist. Danach muss er die Kasse bei der 

Verfolgung ihres Anspruchs in jeder zweckdienlichen Weise unterstützen (Art. 55 Abs. 1 

AVIG).  

Seite 5 

 

 2.2 

 Die Bestimmung von Art. 55 Abs. 1 AVIG bezieht sich nach dem Wortlaut auf das Konkurs- 

und Pfändungsverfahren. Sie bildet jedoch Ausdruck der allgemeinen Schadenminde-

rungspflicht, welche auch dann Platz greift, wenn das Arbeitsverhältnis vor der Konkurser-

öffnung aufgelöst wird (BGE 114 V 56 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 8C_79/2019 vom 21. 

Mai 2019 E. 3.2; BARBARA KUPFER BUCHER, Bundesgesetz über die obligatorische Arbeits-

losenversicherung und Insolvenzentschädigung, 5. Aufl. 2019, S. 329 mit Hinweis auf ARV 

2002 N 30 S. 192 E. 1b). 

 

Machen Arbeitnehmende gegenüber dem Arbeitgeber während längerer Zeit keine Anstal-

ten, ihrer Lohnforderung mit hinreichender Deutlichkeit Ausdruck zu verleihen, signalisieren 

sie mangelndes Interesse. Dadurch verlieren sie auch gegenüber der Arbeitslosenversiche-

rung ihre Schutzbedürftigkeit und Schutzwürdigkeit (Urteil des Bundesgerichts 

8C_641/2014 vom 27. Januar 2015 E. 4.1). 

 

Eine ursprüngliche Leistungsverweigerung infolge Verletzung der Schadenminderungs-

pflicht setzt voraus, dass der versicherten Person ein schweres Verschulden, also vorsätz-

liches oder grobfahrlässiges Handeln oder Unterlassen vorgeworfen werden kann (Urteil 

des Bundesgerichts 8C_573/2017 vom 18. Oktober 2017 E. 4.5). Dem Erfordernis der Ver-

hältnismässigkeit ist mit dem Ausmass der von den Arbeitnehmern zu erwartenden Vorkeh-

rungen Rechnung zu tragen, welche sich nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalls 

richtet (Urteile des Bundesgerichts 8C_66/2013 vom 18. November 2013 E. 4.1; 

8C_211/2014 vom 17. Juli 2014 E. 6.1 und 8C_641/2014 vom 27. Januar 2015 E. 4.1). 

 

Wurde die Schadenminderungspflicht in einem bestimmten Zeitraum in schwerem Masse 

verletzt, ist ein Leistungsanspruch abzulehnen; ist eine eventuelle Pflichtverletzung als we-

niger schwer einzustufen, ist von einer Sanktion abzusehen. Es besteht keine rechtliche 

Möglichkeit für eine der Schwere des Verschuldens entsprechend abgestufte Insolvenzent-

schädigung (Urteil des Bundesgerichts 8C_641/2014 vom 27. Januar 2015 E. 4.3). 

 

Das Ausmass der geforderten Schadenminderungspflicht richtet sich nach den jeweiligen 

Umständen des Einzelfalls, wobei die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht 

rechtsprechungsgemäss hoch sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_748/2015 vom 

9. Februar 2016 E. 3.2). Nach konstanter Rechtsprechung genügt es in der Regel nicht, 

wenn Lohnausstände lediglich mündlich gemahnt werden (Urteil des Bundesgerichts 

8C_641/2014 vom 27. Januar 2015 E. 4.3). Gefordert wird eine konsequente und 

kontinuierliche Weiterverfolgung der eingeleiteten Schritte, welche in einem der vom Ge-

Seite 6 

setz geforderten zwangsvollstreckungsrechtlichen Stadium münden müssen, damit An-

spruch auf Insolvenzentschädigung besteht. Arbeitnehmende sollen sich gegenüber dem 

Arbeitgeber nämlich so verhalten, als ob es das Institut der Insolvenzentschädigung gar 

nicht gäbe. Dieses Erfordernis lässt ein längeres Untätigsein nicht zu (Urteil des Bundesge-

richts 8C_66/2013 vom 18. November 2013 E. 4.2). 

 

2.3 

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Insolvenzentschädigung.  

 

2.3.1 

 Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer seit Juni 2017 bei der B. ______ 

angestellt war und am 22. Februar 2018 die letzte Gutschrift von der B. ______ erhielt (act. 

5.12/S. 3 und act. 5.16). Mit Schreiben vom 15. April 2018 mahnte der Beschwerdeführer 

offene Lohnforderungen von Februar und März 2018 bei der B. ______ und drohte die 

fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses an (act. 5.8). Das Arbeitsverhältnis mit der B. 

______ wurde per Ende April 2018 aufgelöst. Zwar liegt keine offizielle Kündigung vor, 

jedoch bezog der Beschwerdeführer bereits ab Mai 2018 – genau genommen für die 

Periode 3. Mai 2018 bis 31. Mai 2018 – einen (ersten) Lohn von der Firma C. ______ (act. 

5.4; vgl. auch act. 5.1/S. 5). Am 10. Juli 2018 wurde über die B. ______ der Konkurs 

eröffnet (act. 5.20). Am 31. August 2018 stellte der Beschwerdeführer bei der 

Arbeitslosenkasse Antrag auf Insolvenzentschädigung (act. 5.14).  

 

 2.3.2 

 Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer für den Zeitraum vor Mai 2018 kor-

rekt vorgegangen ist. Konfrontiert mit den ausstehenden Lohnzahlungen von Februar und 

März 2018 richtete er im April 2018 eine Mahnung an den Arbeitgeber und drohte bei 

Nichtbezahlung mit der Auflösung des Arbeitsverhältnisses per Ende Monat. Von einem 

Laien – vorliegend arbeitete der Beschwerdeführer als Handwerker – kann unter Berück-

sichtigung der Realitäten im Arbeitsleben während eines bestehenden Arbeitsverhältnisses 

nicht mehr erwartet werden und der Beschwerdeführer kam insoweit seiner Schadenminde-

rungspflicht mit der Mahnung und der anschliessenden Auflösung des Arbeitsverhältnisses 

nach (Urteil des Bundesgerichts 8C_643/2008 vom 4. November 2008 E. 4).  

 

Danach, d.h. nach Auflösung des Arbeitsverhältnisses bis zur Eröffnung des Konkurses 

über die B. ______ am 10. Juli 2018, mithin während 2 Monaten und 10 Tagen, unternahm 

der Beschwerdeführer keine weiteren Schritte. Wobei nach der Konkurseröffnung dem 

Beschwerdeführer keine Inkassomassnahmen mehr möglich waren (vgl. Art. 206 Abs. 1 

des Bundesgesetzes vom 11. April 1889 über Schuldbetreibung und Konkurs [SchKG, SR 

Seite 7 

281.1]). Es stellt sich somit konkret die Frage, ob der Beschwerdeführer während der oben 

erwähnten Zeitspanne von 2 Monaten und 10 Tagen untätig bleiben durfte.  

 

Aufgrund der Rechtsprechung, welche im Einzelfall mehrfach ein Zuwarten von zwei oder 

drei Monaten bis zum nächsten Schritt als zulässig erachtete, kann diese Frage ohne wei-

teres bejaht werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_643/2008 vom 4. November 2008 E. 

3.3 und E. 4, 8C_898/2011 E. 2.2 und E. 3.4; Urteile des Eidgenössischen Versicherungs-

gerichts C 163/06 vom 19. Oktober 2006 E. 4.2, C 63/05 vom 21. Dezember 2005 E. 3.1, C 

91/01 vom 4. September 2001, in: ARV 2002, Nr. 8 S. 62; Urteil des Bundesgerichts 

8C_66/2013 vom 18. November 2013 E. 4.4). Entgegen der Ansicht der Vorinstanz kann 

aus dem Umstand der kurzen Dauer des Arbeitsverhältnisses nicht eine erhöhte Pflicht zur 

unverzüglichen Einleitung weiterer Schritte gegen die ehemalige Arbeitgeberin zum Erhalt 

der ausstehenden Löhne abgeleitet werden. Auch ergibt sich nicht aus den Akten, dass der 

Beschwerdeführer Kenntnis über die schlechte finanzielle Situation der Firma hatte und 

demzufolge um die Gefährdung seines Anspruchs wissen musste. Gemäss Arbeitsvertrag 

war der Monatslohn bis spätestens am 5. des folgenden Monats auszubezahlen (act. 5.9). 

Den in den Akten liegenden Kontoauszügen des Beschwerdeführers lässt sich entnehmen, 

dass Postvergütungen beziehungsweise Gutschriften der B. ______ sowohl zu Beginn des 

Monats als auch am Ende des Monats eingingen (act. 5.12/S. 2, 3 und S. 1,2). Insofern 

liegen zwar Belege vor, dass im Dezember 2017 und Februar 2018 verzögerte 

Lohnzahlungen erfolgten. Allein daraus lässt sich aber keine Kenntnis über die finanzielle 

Situation einer Firma ableiten, zumal der Beschwerdeführer als Handwerker für Spengler- 

sowie Sanitär- und Dachdeckerarbeiten eingesetzt wurde und nicht im Büro der Firma (act. 

5.9). Daher geht der an den Beschwerdeführer gerichtete Vorwurf fehl. Ferner gilt auch zu 

beachten, dass es um drei ausstehende Monatslöhne geht und damit nicht um ein be-

trächtliches Ausmass an angewachsenen Lohnausständen (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts C 144/06 vom 19. Oktober 2006 E. 3.1; BARBARA KUPFER BUCHER, 

a.a.O, S. 330 mit Hinweis auf ARV 2007 N 4 S. 54f E. 4.1 und E. 4.4). Zudem hat sich der 

Beschwerdeführer innerhalb der Frist, welche er der Arbeitgeberin bis zur fristlosen Auflö-

sung des Arbeitsverhältnisses ansetzte, um eine neue Arbeitsstelle bemüht und trat diese 

unmittelbar nach Beendigung des bisherigen Arbeitsverhältnisses auch an (Urteil des Bun-

desgerichts 8C_85/2019 vom 19. Juni 2019 E. 4.5 mit Hinweisen). Angesichts dieser Um-

stände und insbesondere unter Berücksichtigung dessen, dass keine Hinweise vorliegen, 

dass dem Beschwerdeführer die Gefährdung seiner Lohnansprüche klar sein musste, kann 

das Zuwarten des Beschwerdeführers während 2 Monaten und 10 Tagen nicht als grob-

fahrlässig qualifiziert werden.  

 

Seite 8 

 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer keine Verletzung der 

Schadenminderungspflicht vorzuwerfen ist und die Beschwerde daher gutzuheissen ist. Im 

Übrigen würde, selbst wenn eine Verletzung der Schadenminderungspflicht anzunehmen 

wäre, diese jedenfalls nach den gesamten Umständen nicht derart schwer wiegen, dass sie 

mit einer Leistungsverweigerung zu sanktionieren wäre.  

 

 

3. Kosten und Entschädigung  

 3.1 

 Das vorliegende Verfahren ist von Gesetzes wegen kostenlos (Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. 

Art. 61 lit. a ATSG), weshalb unabhängig vom Verfahrensausgang keine Gerichtskosten zu 

erheben sind.  

 

 3.2 

 Der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat mit seinem Begehren obsiegt, macht 

jedoch keine konkreten Kosten geltend, die ihm zu entschädigen wären. Nach der bundes-

gerichtlichen Rechtsprechung werden sonstige Kosten der nicht vertretenen Partei nur 

ausnahmsweise übernommen, wenn es sich um eine komplizierte Sache mit einem hohen 

Streitwert handelt, wobei der – in einem vernünftigen Rahmen betriebene – Aufwand den-

jenigen Rahmen überschreitet, der von der Partei auf sich zu nehmen ist (UELI KIESER, 

ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 198 zu Art. 61 ATSG). Dies trifft vorliegend nicht zu, 

weshalb dem Beschwerdeführer keine Entschädigung zuzusprechen ist. 

 

  

Seite 9 

Demnach erkennt das Obergericht:   

 
 
1. In Gutheissung der Beschwerde von A. ______ wird der angefochtene Einspracheent-

scheid vom 9. Januar 2019 aufgehoben und die Sache zur neuen Beurteilung des An-
spruchs auf Insolvenzentschädigung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

 
 
2. Es werden keine Kosten erhoben. 
 
 
3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 
 
 
4. Rechtsmittel:  
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist 
beim Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich einzu-
reichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-
weismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Be-
weismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). Die 
Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 
5. Zustellung an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und an das Staatssekretariat für Wirt-

schaft SECO. 
 
 
 
Im Namen der 2. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtsvizepräsident:  

 

lic. iur. Walter Kobler 

Die Gerichtsschreiberin:   

 

lic. iur. Monika Epprecht 

 
 
versandt am: 13. Mai 2020