# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cf1a07d0-88e8-5bea-9cd3-97fbfdd27668
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LE250004-O2
**Docket/Reference:** LE250004-O2
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LE250004-O2.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LE250004-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

Dr. D. Scherrer und Oberrichterin lic. iur. N. Jeker sowie 

Gerichtsschreiberin MLaw N. Paszehr

Urteil vom 17. Februar 2025

in Sachen

A._____, 

Gesuchsgegner und Berufungskläger

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

gegen

B._____, 

Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, 

betreffend Eheschutz

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 

am Bezirksgericht Bülach vom 11. Dezember 2024 (EE240086-C)

- 2 -

Rechtsbegehren:

der Gesuchstellerin (Urk. 25):

"1. Es sei der Gesuchstellerin gestützt auf Art. 175 ZGB das Getrennt-

leben zu bewilligen.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

Es  seien  die  Kinder  C._____,  geboren  am  tt.mm.2013,  und 
D._____, geboren am tt.mm.2014, unter die Obhut der Gesuchstel-
lerin zu stellen.

Es sei zwischen dem Gesuchgegner und den Kindern ein begleite-
tes Besuchsrecht festzulegen.

Es  sei  der  Gesuchgegner  zu  verpflichten  der  Gesuchstellerin  ab 
1. Juli 2024 an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung der 
Kinder, C._____ und D._____ auf den Ersten eines jeden Monats 
zum Voraus zahlbar, angemessene Unterhaltsbeiträge, zuzüglich 
allfälliger vertraglichen oder gesetzlichen Familienzulagen, zu be-
zahlen. Ein allfälliges Manko sei sodann festzuhalten.

Es sei der Gesuchgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin ab 
1. Juli 2024 für die Dauer des Getrenntlebens angemessene Ehe-
gattenunterhaltsbeiträge zu bezahlen. Die Unterhaltsbeiträge sind 
im Voraus, jeweils auf den Ersten eines Monats zu bezahlen.

Es sei der Gesuchgegner zu verpflichten, Auskunft über seine Ein-
kommens- und Vermögensverhältnisse zu erteilen.

Die eheliche Wohnung an der E._____-strasse ..., … F._____, sei 
für die Dauer der Trennung der Gesuchstellerin zur alleinigen Be-
nutzung zuzuweisen.

Es  sei  festzustellen,  dass  der  Gesuchgegner  die  eheliche  Woh-
nung bereits verlassen hat. Er sei aufzufordern sämtliche sich bei 
ihm befindlichen Schlüssel der Gesuchstellerin zu übergeben.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzli-
cher Mehrwertsteuer zu Lasten des Gesuchgegners."

des Gesuchsgegners (Urk. 27 und Urk. 38 sinngemäss):

1.

2.

3.

4.

Die  Anträge  des  Eheschutzgesuches  vom  31. Juli 2024  der  Ge-
suchstellerin seien abzuweisen.

Es sei die Gütertrennung anzuordnen.

Es  sei  das  Kindsvermögen  in  Höhe  von  ca.  Fr. 80'000.–  auf  ein 
Sperrkonto zu übertragen, welches ausschliesslich zugunsten der 
Kinder verwaltet wird.

Es sei die Offenlegung der Kontoauszüge der letzten zwei Jahre 
für das Sparkonto sowie aller relevanten Konten der Gesuchstel-
lerin anzuordnen.

- 3 -

5.

6.

7.

Es sei die Gesuchstellerin zu verpflichten, die Fr. 10'000.– dem Ge-
suchsgegner zurückzuzahlen.

Die  angemessenen  Kindesunterhaltsbeiträge  seien  vom  Gericht 
festzulegen.

Bei Nichtgewährung der unentgeltlichen Prozessführung seien die 
Partei- und Prozesskosten den Parteien je hälftig aufzuerlegen.

Urteil des Einzelgerichts im summarischen Bezirksgerichtes am 
Bezirksgericht Bülach vom 11. Dezember 2024:
(Urk. 41 S. 4 ff. = Urk. 48 S. 16 ff. = Urk. 51 S. 16 ff.)

1.

Die Vereinbarung der Parteien vom 4. Dezember 2024 (act. 40) wird geneh-

migt. Sie lautet wie folgt:

1.

 Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes

Die Parteien stellen fest, bereits seit 19. Juli 2024 getrennt zu leben und ver-
einbaren die Fortführung des Getrenntlebens auf unbestimmte Zeit. 

2.

Elterliche Sorge, Obhut und Betreuung

2.1. Elterliche Sorge

Die Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes ändert nichts an der gemein-
samen elterlichen Sorge für die Kinder 

-

-

C._____, geboren am tt.mm.2013

D._____, geboren am tt.mm.2014

Entsprechend sind die Parteien verpflichtet, sämtliche wesentlichen Fragen 
der Pflege, Erziehung und Ausbildung miteinander abzusprechen. Den Par-
teien ist bekannt, dass ein Aufenthaltswechsel der Kinder der Zustimmung 
beider Eltern bedarf, wenn der neue Aufenthaltsort im Ausland liegt, oder der 
Wechsel  des  Aufenthaltsortes  erhebliche  Auswirkungen  auf  die  Ausübung 
der elterlichen Sorge und die persönlichen Kontakte zwischen einem Eltern-
teil und den Kindern hat.

2.2. Obhut

Die Parteien beantragen, es sei die Obhut für die Kinder der Ehefrau zuzu-
teilen. 

2.3. Besuchsrecht

Die Parteien ersuchen um Anordnung einer Besuchsrechtbeistandschaft, de-
ren Aufgabe es ist, zusammen mit den Parteien den persönlichen Verkehr 
des Ehemannes mit den Kindern aufzubauen und einvernehmlich zu regeln. 
Entsprechend wird davon abgesehen, zum heutigen Zeitpunkt den persönli-
chen Verkehr des Ehemannes konkret zu regeln. Den Parteien ist bekannt, 

- 4 -

dass bei fehlender Einigung über den persönlichen Verkehr des Ehemannes 
das Besuchsrecht durch die KESB zu regeln ist. 

3. Wohnung, Mobiliar und Hausrat

Die eheliche Wohnung an der E._____-strasse ... in … F._____ wird der Ehe-
frau zur alleinigen Benützung zugewiesen.

4.

Kosten- und Entschädigungsfolgen

Die Parteien übernehmen die Gerichtskosten je zur Hälfte und verzichten ge-
genseitig auf eine Parteientschädigung.

2.

Die Obhut für die Kinder C._____, geboren am tt.mm.2013 und D._____, ge-

boren am tt.mm.2014 wird der Gesuchstellerin zugeteilt.

3.

Es wird eine Besuchsrechtsbeistandschaft für die Kinder C._____, geboren 

am tt.mm.2013 und D._____, geboren am tt.mm.2014 im Sinne von Art. 308 

Abs. 2 ZGB angeordnet, deren Aufgabe es ist, mit den Eltern unter Achtung 

der Bedürfnisse und Wünsche der Kinder den persönlichen Verkehr des Ge-

suchsgegners  mit  den  Kindern  aufzubauen  und  einvernehmlich  zu  regeln 

bzw. die Eltern entsprechend zu beraten. 

4.

Die KESB Bülach Nord wird ersucht, die Person des Beistands oder der Bei-

ständin zu bestimmen. 

5.

Der  Gesuchsgegner  wird  verpflichtet,  für  die  Kinder  C._____,  geboren  am 

tt.mm.2013  und  D._____,  geboren  am  tt.mm.2014  Unterhaltsbeiträge  wie 

folgt zu bezahlen: 

a)

C._____ 





Fr.  1'779.–  (davon  Fr.  617.–  Betreuungsunterhalt)  ab  1.  August 

2024 bis 31. März 2025 

Fr. 1'553.– ab 1. April 2025 (davon Fr. 405.– Betreuungsunterhalt) 

bis auf weiteres 

b)

D._____



Fr.  1'778.–  (davon  Fr.  618.–  Betreuungsunterhalt)  ab  1.  August 

2024 bis 31. März 2025 

- 5 -



Fr. 1'550.– ab 1. April 2025 (davon Fr. 405.– Betreuungsunterhalt) 

bis auf weiteres 

zuzüglich allfällige von ihm bezogene gesetzliche oder vertragliche Familien-

zulagen, zahlbar an die Gesuchstellerin, jeweils auf den Ersten eines Monats 

im Voraus, solange das Kind in deren Haushalt lebt, keine selbständigen An-

sprüche gestützt auf Art. 277  Abs. 2 ZGB gegen den Gesuchsgegner stellt 

und keine andere Zahlstelle bezeichnet.

Seit der Trennung der Parteien (19. Juli 2024) geleistete und nachgewiesene 

Beiträge des Gesuchsgegners an den ehelichen Haushalt, namentlich Miet-

zinse für Monate ab August 2024, Krankenkassenprämien für die Gesuchstel-

lerin und/oder die Kinder für Monate ab August 2024 etc., sind mit den Unter-

haltsbeiträgen der Kinder für den betreffenden Monat verrechenbar. 

6.

Bei  der  Festsetzung  der  Unterhaltsbeiträge  wird  von  folgenden  finanziellen 

Verhältnissen der Parteien ausgegangen:

a)

Einkommen (Nettoeinkommen pro Monat inkl. 13. Monatslohn, ohne Fa-

milienzulagen)



1. August 2024 bis 31. März 2025









Gesuchstellerin: Fr. 1'789.– (40%) 

Gesuchsgegner: Fr. 7'802.– (100%)

C._____: Fr. 200.–

D._____: Fr. 200.– 



Ab 1. April 2025









Gesuchstellerin: Fr. 2'236.– (50%) 

Gesuchsgegner: Fr. 7'802.– (100%)

C._____: Fr. 200.–

D._____: Fr. 200.– 

b)

Bedarf 



1. August 2024 bis 31. März 2025



Gesuchstellerin: Fr. 3'089.– (davon Mietanteil Fr. 814.–)

- 6 -







Gesuchsgegner:  Fr.  3'780.–  (davon  Miete  Fr.  0.–;  Fahrt  zum  Ar-

beitsplatz Fr. 600.–; Zahnarztkosten Fr. 1'085.– pro Monat)

C._____: Fr. 1'268.– (davon Mietanteil Fr. 408.–) 

D._____: Fr. 1'266.– (davon Mietanteil Fr. 408.–)



1. April 2025 bis auf weiteres 









Gesuchstellerin: Fr. 3'109.– (davon Mietanteil Fr. 814.–)

Gesuchsgegner: Fr. 4'292.– (davon Miete Fr. 1'800.–; Fahrt zum 

Arbeitsplatz Fr. 200.–)

C._____: Fr. 1'266.– (davon Mietanteil Fr. 408.–) 

D._____: Fr. 1'264.– (davon Mietanteil Fr. 408.–)

7.

Der  Antrag  der  Gesuchstellerin  auf  Verpflichtung  des  Gesuchsgegners  zur 

Leistung eines ehelichen Unterhaltsbeitrags wird abgewiesen.

8.

Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner die Kontoauszüge 

aller  auf  sie  und/oder  auf  die  Kinder  lautenden  Konti,  Stand  31.  Dezember 

2023 und 31. Dezember 2024, in Kopie innert 40 Tagen nach Zustellung die-

ses Urteils zuzustellen. 

9.

Der Antrag des Gesuchsgegners auf Anordnung der Gütertrennung wird ab-

gewiesen. 

10. Die weiteren Anträge des Gesuchsgegners werden abgewiesen.

11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

3'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:

870.–   Dolmetscherkosten

3'870.–   Total

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

12. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt. 

13. Vom  gegenseitigen  Verzicht  der  Parteien  auf  Parteientschädigung  wird 

Vormerk genommen.

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14.

(Schriftliche Mitteilung)

15.

(Rechtsmittel: Berufung, Frist 10 Tage; Hinweis kein Fristenstillstand)

Berufungsanträge:

des Berufungsklägers und Gesuchsgegners (Urk. 50 S. 1):

"1. Es sei anzuordnen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 
11. Dezember 2025 (Geschäftsnummer EE240086) dahingehend 
abgeändert wird, dass die für die erste Phase des Getrenntlebens 
(1.  August  2024  bis  31.  März  2025)  festgesetzten  Unterhaltsbei-
träge  in  Höhe  von  CHF  28'456.–  aus  dem  auf  die  Berufungsbe-
klagte lautenden Sparkonto 1 bei der Credit Suisse zu begleichen 
sind, auf welches ausschliesslich sie Zugriff hat.

2.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWSt) zulas-
ten des [recte: der] Berufungsbeklagten."

Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1.

Die Parteien sind seit dem tt. November 2009 verheiratet und haben zwei Kin-

der, C._____, geboren am tt.mm.2013, und D._____, geboren am tt.mm.2014. Mit 

Eingabe  vom  31.  Juli  2024  machte  die  Gesuchstellerin  und  Berufungsbeklagte 

(fortan Gesuchstellerin) das Eheschutzverfahren bei der Vorinstanz anhängig (Urk. 

1). Der erstinstanzliche Prozessverlauf kann den Erwägungen des angefochtenen 

Entscheids entnommen werden (Urk. 51 E. 1). Am 11. Dezember 2024 erliess die 

Vorinstanz den oben aufgeführten Entscheid (Urk. 51).

2.

Dagegen  erhob  der  Gesuchsgegner  und  Berufungskläger  (fortan  Gesuchs-

gegner) mit Eingabe vom 30. Januar 2025 fristgerecht (vgl. aArt. 314 Abs. 1 ZPO 

und Urk. 49) Berufung mit den oben aufgeführten Anträgen (Urk. 50). 

3.

Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1–49). Da sich die Beru-

fung – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – sogleich als offensichtlich unbegrün-

det erweist, kann auf weitere Prozesshandlungen verzichtet werden (vgl. Art. 312 

Abs. 1 ZPO). Das Verfahren ist spruchreif.

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II. Prozessuale Vorbemerkungen

1.

Das  Berufungsverfahren  stellt  keine  Fortsetzung  des  erstinstanzlichen  Ver-

fahrens dar, sondern ist nach der gesetzlichen Konzeption als eigenständiges Ver-

fahren  ausgestaltet  (BGE  142  III  413  Erw.  2.2.1  m.w.H.).  Mit  der  Berufung  kann 

sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die unrichtige Feststellung des 

Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz ver-

fügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich 

der  Frage 

richtiger  Ermessensausübung 

(Angemessenheitsprüfung;  BGer 

5A_184/2013 vom 26. April 2013 E. 3.1). Die Berufung ist schriftlich und begründet 

einzureichen  (Art. 311  Abs.  1  ZPO).  Zu  dieser  Begründungsanforderung  gehört, 

dass in der Berufungsschrift hinreichend genau aufgezeigt wird, inwiefern der erst-

instanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten 

ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne einer von Am-

tes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der Berufungsklä-

ger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich argumentativ 

mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verweisungen auf die 

Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen 

und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen sich der geltend ge-

machte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verweisung auf frühere Vor-

bringen  oder  deren  blosse  Wiederholung  genügen  nicht  (vgl.  BGE  141  III  569 

E. 2.3.3; BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015 E. 2.1). 

Was  nicht  oder  nicht  in  einer  den  gesetzlichen  Begründungsanforderungen  ent-

sprechenden Weise beanstandet wird,  braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht 

überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – 

grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu beschränken, die in der 

schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erho-

ben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4 m.w.H.; BGer 5A_111/2016 vom 6. Sep-

tember 2016 E. 5.3). Diese Grundsätze gelten auch im Bereich der unbeschränkten 

Untersuchungsmaxime (BGer 5A_800/2019 vom 9. Februar 2021 E. 5.1). 

2.

Für  Kinderbelange  in  familienrechtlichen  Angelegenheiten  –  wie  sie  vorlie-

gend zu beurteilen sind – statuiert Art. 296 Abs. 1 und Abs. 3 ZPO den umfassen-

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den Untersuchungsgrundsatz sowie den Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in 

diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an 

die Parteianträge entscheidet. Neue Tatsachen und Beweismittel können auch im 

Berufungsverfahren unbeschränkt vorgebracht werden (Art. 317 Abs. 1bis ZPO).

III. Beurteilung der Berufung

1.

Der  Gesuchsgegner  beantragt  mit  seiner  Berufung  die  Aufhebung  seiner 

Pflicht,  der  Gesuchstellerin  Kinderunterhaltsbeiträge  für  die  Zeit  vom  1.  August 

2024  bis  31.  März  2025  (monatlich  Fr. 1'779.–  für  C._____  und  Fr.  1'778.–  für 

D._____) bezahlen zu müssen. Er macht geltend, über kein eigenes Sparkonto zu 

verfügen und während des Zusammenlebens einen grossen Teil seines Lohns re-

gelmässig  auf  das  Sparkonto  der  Gesuchstellerin  einbezahlt  zu  haben,  da  diese 

das Familienvermögen verwaltet habe. Dieses Konto habe der Deckung der lau-

fenden  Unterhaltskosten  der  Familie  gedient  und  sei  faktisch  als  gemeinsames 

Konto genutzt worden. Darüber hinaus verfüge die Gesuchstellerin über ein eige-

nes Kontokorrentkonto sowie über die alleinige Verfügungsgewalt über die Kinder-

konti, auf welche er ebenfalls regelmässig Einzahlungen geleistet habe. Zum Zeit-

punkt seines unfreiwilligen Auszugs aus der ehelichen Wohnung am 19. Juli 2024 

habe das Sparkonto ein Guthaben von Fr. 59'129.21 aufgewiesen, zu dem aussch-

liesslich  die  Gesuchstellerin  Zugang  habe.  Wie  viel  sich  auf  den  Kinderkonti  be-

finde, sei ihm nicht bekannt, da er darauf keinen Zugriff habe (Urk. 50 Rz. 4). 

Gemäss Art. 163 ZGB seien beide Ehegatten verpflichtet, gemeinsam für den Un-

terhalt der Familie aufzukommen. Es wäre unbillig, ihn allein aus seinem laufenden 

Einkommen zur Zahlung von Unterhaltsbeiträgen zu verpflichten, während auf dem 

Konto der Gesuchstellerin erhebliche gemeinsame Mittel vorhanden seien, die na-

hezu ausschliesslich von ihm eingebracht worden seien. Damit habe er seinen Bei-

trag zur Finanzierung des ehelichen Lebensunterhalts bereits weit über das erfor-

derliche Mass hinaus geleistet, insbesondere für die erste Phase des Getrenntle-

bens vom 1. August 2024 bis zum 31. März 2025. Der von ihm für diesen Zeitraum 

geschuldete Unterhaltsbeitrag entspreche der Hälfte des zum Zeitpunkt der Tren-

nung auf dem Konto vorhandenen Guthabens, was dem in Art. 163 ZGB veranker-

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ten Grundsatz entspreche, dass beide Ehegatten in angemessener Weise zum Un-

terhalt beizutragen hätten. Da er keinen Zugriff auf dieses gemeinsame Vermögen 

habe, sei es sachgerecht und rechtlich geboten, dass die Gesuchstellerin ihre Un-

terhaltszahlungen aus diesen Mitteln bestreite. Andernfalls würde er nicht nur fak-

tisch doppelt belastet – einmal durch die bereits geleisteten Einlagen und ein wei-

teres Mal durch die Pflicht zur laufenden Unterhaltszahlung –, sondern die Gesuch-

stellerin  würde  einseitig  von  den  angesparten  Mitteln  profitieren,  ohne  diese  zur 

Deckung ihres eigenen Bedarfs heranzuziehen (Urk. 50 Rz. 5 f.).

Wie aus dem eingereichten Kontoverlauf ersichtlich sei, habe die Gesuchstellerin 

bereits  erhebliche  Beträge  von  diesem  Konto  abgehoben  und  sich  daraus  finan-

ziert. Damit habe sie den Lebensunterhalt – insbesondere den Unterhalt der Kinder 

– bereits weitgehend aus diesen Mitteln bestritten. Es wäre daher völlig unhaltbar, 

ihn  zusätzlich  zur  Zahlung  von  Unterhaltsbeiträgen  heranzuziehen,  während  die 

Gesuchstellerin  weiterhin  über  das  gemeinsame  Vermögen  verfüge  und  für  sich 

beanspruche.  Allerdings  sei  es  ihm  derzeit  nicht  möglich,  nachzuweisen,  in  wel-

chem Umfang er Beiträge auf dieses Konto einbezahlt habe, da allein die Gesuch-

stellerin  Zugriff  auf  die  entsprechenden  Kontoauszüge  habe.  Aus  diesem  Grund 

werde beantragt, dass die Gesuchstellerin verpflichtet werde, einen vollständigen 

Kontoauszug  der  letzten  zwei  Jahre  des  auf  sie  lautenden  Sparkontos  1  bei  der 

Credit Suisse und der Kinderkonti dem Gericht vorzulegen (Urk. 50 Rz. 7 f.).

Während in Scheidungsfällen ein Rückgriff auf Vermögenswerte nur unter beson-

deren Umständen in Betracht gezogen werde, sei dies im Eheschutzverfahren we-

sentlich eher zumutbar. Mit Rücksicht auf den grundsätzlich beschränkten Zeitho-

rizont des Eheschutzes sei es gerechtfertigt, dass alle Familienmitglieder gewisse 

Anpassungen an ihre bisherige Lebenshaltung vornähmen und gegebenenfalls auf 

vorhandene Vermögenswerte zurückgreifen müssten. Dieser Grundsatz könne we-

gen der sehr begrenzten Dauer, während welcher der Gesuchstellerin ein Vermö-

gensverzehr zugemutet werde, auch im Verfahren nach Art. 137 ZGB zur Anwen-

dung gelangen (Urk. 50 Rz. 9).

2.

Ist die Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes begründet, so muss das Ge-

richt auf Begehren eines Ehegatten die Unterhaltsbeiträge an die Kinder und den 

- 11 -

Ehegatten festlegen (Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Grundsätzlich sorgen beide El-

ternteile, ein jeder nach seinen Kräften, für den in Form von Pflege, Erziehung und 

Geld zu erbringenden Unterhalt der Kinder (Art. 276 Abs. 1 und 2 ZGB). Stehen die 

Kinder unter der alleinigen Obhut des einen Elternteils, indem sie in dessen Haus-

halt leben und den anderen Elternteil nur im Rahmen des Besuchs- und Ferien-

rechts  sehen,  so  leistet  der  obhutsberechtigte  Elternteil  seinen  Unterhaltsbeitrag 

bereits vollständig in natura, indem er dem Kind Pflege und Erziehung erweist (sog. 

Naturalunterhalt). Diesfalls fällt der Geldunterhalt vor dem Hintergrund der Gleich-

wertigkeit von Geld- und Naturalunterhalt vom Grundsatz her vollständig dem an-

deren Elternteil anheim. Dabei ist zu beachten, dass der Naturalunterhalt sich auch 

auf die Betreuung zu Randzeiten sowie auf verschiedenste Aufgaben wie Kochen, 

Waschen, Einkaufen, Hausaufgabenhilfe, Krankenbetreuung, Nachtdienste, Taxi-

dienste und Unterstützung bei der Bewältigung der Alltags- und sonstigen Sorgen 

des heranwachsenden Kindes erstreckt. Das bedeutet, dass bei gegebener Leis-

tungsfähigkeit grundsätzlich derjenige Elternteil für den geldwerten Unterhalt des 

Kindes aufkommen muss, welcher nicht die Obhut innehat und demzufolge von den 

vorstehend aufgezählten Aufgaben weitestgehend entbunden ist. Vom soeben fest-

gehaltenen Grundsatz kann und muss das Gericht jedoch ermessensweise abwei-

chen, wenn der hauptbetreuende Elternteil leistungsfähiger ist als der andere (BGE 

147 III 265 E. 5.5 und E. 8.1, m.w.H.). Grundsätzlich sollte der Unterhalt mit dem 

Einkommen gedeckt werden, ausnahmsweise kann auch das Vermögen angezehrt 

werden, wenn die Mittel zur Deckung nicht ausreichen (BSK ZGB I-Maier/Schwan-

der, Art. 176 N 4a).

3.

Der Gesuchsgegner macht zu Recht nicht geltend, dass er den Unterhalt der 

Kinder in natura leistet. Die Kinder stehen unbestrittenermassen unter der alleini-

gen Obhut der Gesuchstellerin und ein Besuchsrecht findet (noch) nicht statt (vgl. 

Urk. 51 E. 2.4 f.). Damit hat der Gesuchsgegner vollständig für den Geldunterhalt 

der Kinder aufzukommen, zumal nicht ersichtlich ist, dass die Gesuchstellerin leis-

tungsfähiger wäre als er. Die Gesuchstellerin erzielt gemäss unbeanstandeter Fest-

stellung der Vorinstanz ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 1'789.–, welchem 

ein Bedarf von Fr. 3'089.– gegenübersteht (Urk. 51 E. 3.4.1 und E. 3.4.4). Das Net-

toeinkommen des Gesuchsgegners hingegen beläuft sich auf monatlich Fr. 7'802.– 

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und  sein  Bedarf  auf  Fr.  3'780.–  (Urk.  51  E.  3.4.2  und  E.  3.4.5).  Auch  macht  der 

Gesuchsgegner nicht geltend, die Gesuchstellerin verfüge über eigenes massge-

bendes Vermögen; vielmehr bringt er vor, dass die Mittel, die sich auf dem Konto 

der Gesuchstellerin befänden, ausschliesslich von ihm eingebracht worden seien 

(Urk. 50 Rz. 5). Die Kinderkonten zählen zudem nicht zum Vermögen der Gesuch-

stellerin. Entsprechend liegt keine Konstellation vor, in welcher es sich rechtfertigen 

würde, den obhutsberechtigten Elternteil am Geldunterhalt der Kinder beteiligen zu 

lassen. 

Weiter gibt der Gesuchsgegner an, während des Zusammenlebens einen grossen 

Teil seines Lohns auf das Sparkonto der Gesuchstellerin bezahlt zu haben. Seit der 

Trennung im Juli 2024 ist dies somit nicht mehr der Fall. Auch ist mangels gegen-

teiliger Angaben und Belegen seitens des Gesuchsgegners nicht davon auszuge-

hen, dass er seit der Trennung weitere Einzahlungen auf die Kinderkonten machte. 

Er irrt daher, wenn er annimmt, durch die geleisteten Zahlungen während des Zu-

sammenlebens seine Unterhaltspflicht gegenüber seinen Kindern ab August 2024 

bereits erfüllt zu haben. Allfällige seit der Trennung geleistete Zahlungen hätte der 

Gesuchsgegner mit seiner Berufung substantiiert behaupten und belegen müssen, 

damit sie an die Unterhaltspflicht hätten angerechnet werden können.

Ferner ist seine Unterhaltspflicht für die vergangenen Monate auch nicht dadurch 

untergegangen, dass die Gesuchstellerin zur Deckung ihres Bedarf und denjenigen 

der  Kinder  auf  die  Ersparnisse  zurückgegriffen  hat.  Der  Gesuchsgegner  macht 

nicht geltend, die festgelegten Kinderunterhaltsbeiträge ab August 2024 geleistet 

zu  haben.  Entsprechend  musste  die  Gesuchstellerin,  welche  wie  erwähnt  selbst 

lediglich  über  ein  monatliches  Nettoeinkommen  von  Fr.  1'789.–  verfügt,  auf  das 

Vermögen zurückgreifen, um für ihren Lebensunterhalt und jener der Kinder auf-

kommen zu können. Eine unzulässige Doppelbelastung des Gesuchsgegners liegt 

somit  nicht  vor.  Sofern  er  eine  Vermögensschädigung  durch  die  Gesuchstellerin 

befürchtet, ist er auf Art. 176 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB (Anordnung der Gütertrennung) 

oder Art. 178 Abs. 1 ZGB (Beschränkung der Verfügungsbefugnis) zu verweisen. 

Die güterrechtliche Auseinandersetzung findet erst im Scheidungsverfahren statt.

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Nach dem Gesagten bestehen somit keine Gründe, die Gesuchstellerin im Sinne 

des Antrags des Gesuchsgegners zu verpflichten, die Kinderunterhaltsbeiträge für 

die Zeit vom 1. August 2024 bis zum 31. März 2025 von insgesamt Fr. 28'456.– 

aus dem auf sie lautenden Sparkonto 1 bei der Credit Suisse zu bezahlen. Damit 

erübrigt sich auch die Edition der Kontoauszüge des Sparkontos der Gesuchstel-

lerin sowie der Kinderkonten für die letzten zwei Jahre. Diesbezüglich besteht für 

den Zeitraum vom 31. Dezember 2023 bis zum 31. Dezember 2024 ohnehin kein 

Rechtsschutzinteresse, da die Gesuchstellerin mit dem vorinstanzlichen Entscheid 

bereits  zur  Herausgabe  der  entsprechenden  Belege  verpflichtet  wurde  (Urk.  51 

S. 19 Dispositivziffer 8).

Da der Gesuchsgegner die Unterhaltsberechnung der Vorinstanz für die Zeit vom 

1. August 2024 bis zum 31. März 2025 bzw. die dieser zugrundeliegenden Para-

meter (Urk. 51 E. 3.4) nicht bestreitet, hat es bei den festgesetzten Kinderunter-

haltsbeiträgen für diese Phase zu bleiben. Entsprechend ist die Berufung des Ge-

suchsgegners abzuweisen, und das vorinstanzliche Urteil ist zu bestätigen.

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Die Entscheidgebühr für das Rechtsmittelverfahren ist in Anwendung von § 5 

Abs. 1, § 6 Abs. 2 lit. b sowie § 12 Abs. 1 und Abs. 2 der Gerichtsgebührenverord-

nung auf Fr. 1'200.– festzusetzen und ausgangsgemäss dem Gesuchsgegner auf-

zuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).

2.

Parteientschädigungen sind für das zweitinstanzliche Verfahren keine zuzu-

sprechen, dem Gesuchsgegner zufolge seines Unterliegens, der Gesuchstellerin 

mangels relevanter Umtriebe (vgl. Art. 106 Abs. 1 und Art. 95 Abs. 3 ZPO).

Es wird erkannt:

1.

Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Einzelgerichts im summari-

schen Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 11. Dezember 2024 wird be-

stätigt.

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2.

3.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'200.– festgesetzt.

Die  Gerichtskosten  für  das  zweitinstanzliche  Verfahren  werden  dem  Ge-

suchsgegner auferlegt.

4.

Für das zweitinstanzliche Verfahren werden keine Parteientschädigungen zu-

gesprochen.

5.

Schriftliche  Mitteilung  an  die  Parteien,  an  die  Gesuchstellerin  unter  Beilage 

der  Doppel  bzw.  Kopien  von  Urk. 50  und  Urk.  52/2–3,  sowie  an  die  Vorin-

stanz, je gegen Empfangsschein.

Nach  unbenutztem  Ablauf  der  Rechtsmittelfrist  gehen  die  erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

6.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30  Tagen  von  der  Zustellung  an  beim  Schweizerischen  Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14,  einzureichen.  Zulässigkeit  und  Form  einer  solchen  Be-

schwerde  richten  sich  nach  Art. 72 ff.  (Beschwerde  in  Zivilsachen)  oder 

Art. 113 ff.  (subsidiäre  Verfassungsbeschwerde)  in  Verbindung  mit  Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies  ist  ein  Endentscheid  im  Sinne  von  Art.  90  BGG  sowie  ein  Entscheid  über  vor-
sorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG.

Es  handelt  sich  um  eine  vermögensrechtliche  Angelegenheit.  Der  Streitwert  beträgt 
Fr. 28'456.–.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 17. Februar 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw N. Paszehr

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