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**Case Identifier:** b100fde3-1f7f-5509-9e1c-70e277824b5f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.09.2023 IV 2023/35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2023-35_2023-09-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/35

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.10.2023

Entscheiddatum: 04.09.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 04.09.2023
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Prüfung eines Rentenanspruchs unter 
Berücksichtigung eines bidisziplinären (Orthopädie und Psychiatrie) 
Gutachtens. Anspruchsvoraussetzungen einer mindestens 40%igen 
Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) während eines Jahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b 
IVG; sog. Wartejahr) und einer anschliessenden Invalidität von mindestens 
40% nicht erfüllt. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. September 2023, IV 
2023/35).

Entscheid vom 4. September 2023

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Tanja 

Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiberin Vera Kolb

Geschäftsnr.

IV 2023/35

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Claudia Bretscher, Rechtsdienst Inclusion 

Handicap, Grütlistrasse 20, 8002 Zürich,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Juni 2018 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Ihre 

Arbeitgeberin teilte am 12. Juli 2018 mit, die Versicherte sei bei ihr als Reinigungskraft 

tätig gewesen (IV-act. 8). Die Hausärztin Dr. med. B.___, Fachärztin für Allgemeine 

Innere Medizin FMH, berichtete am 19. Juli 2018 (IV-act. 9-4), die Versicherte leide an 

einem cerviko- und lumbovertebralen, spondylogenen myofascialen Schmerzsyndrom 

(ED 2015) und an einer mittelgradigen depressiven Episode. Die Versicherte sei seit 

2015 zwischen 50% und 100% arbeitsunfähig gewesen; seit dem 19. März 2018 

bestehe eine dauerhafte volle Arbeitsunfähigkeit. Am 5. November 2018 gab die 

Hausärztin an, der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich etwas verbessert, 

es sei jedoch ein "auf und ab" (IV-act. 16-2). Am 11. Januar 2019 notierte die RAD-

Ärztin Dr. med. C.___ (IV-act. 19), aktuell sei der Gesundheitszustand der Versicherten 

instabil. Am 18. Februar 2019 berichteten die Fachpersonen der Psychiatrie-Dienste 

D.___ (IV-act. 23), die Versicherte leide an einer mittelgradigen depressiven Episode im 

Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung und an einer chronischen 

Schmerzstörung mit soziomatischen (gemeint wohl: somatischen) und psychischen 

Faktoren. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reinigungskraft bestehe eine volle 

Arbeitsunfähigkeit. Die Arbeitsfähigkeit in einer ideal adaptierten Tätigkeit könne noch 

nicht beurteilt werden, da die Schmerzstörung noch nicht optimal therapiert sei. Am 15. 

Juli 2019 gab die Fachperson der Psychiatrie-Dienste D.___ einen im Wesentlichen 

unveränderten Gesundheitszustand an (IV-act. 33).

A.a. 

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In einem Fragebogen der IV-Stelle zur Rentenabklärung betreffend 

Erwerbstätigkeit/Haushalt notierte die Versicherte am 27. März 2020 (IV-act. 57), dass 

sie ohne gesundheitliche Einschränkung eine Tätigkeit in einem Pensum von 100%, 

50% oder 40% ausüben würde. Anlässlich der Haushaltsabklärung am 22. September 

2020 gab die Versicherte aber an (IV-at. 66-4), ohne gesundheitliche Einschränkung 

würde sie einem Arbeitspensum von 80% nachgehen.

A.b. 

Am 22. Dezember 2020 berichteten Fachpersonen der Psychiatrie-Dienste D.___ 

(IV-act. 75), die Versicherte sei vom 9. November 2020 bis zum 16. Dezember in 

stationärer Behandlung gewesen. Dabei seien folgende Diagnosen erhoben worden: 

Mittelgradige depressive Episode, chronische Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren, sonstige Spondylose: Lumbalbereich, Vitamin-D-Mangel (nicht 

näher bezeichnet), Gelenkschmerz: Schulterregion, Sonstige Spondylose: 

Zervikalbereich, Lese- und Rechtschreibstörung sowie benigne essentielle Hypertonie: 

Ohne Angabe einer hypertensiven Krise. Zum Austrittszeitpunkt sei die depressive 

Symptomatik deutlich remittiert gewesen.

A.c. 

Am 2. März 2021 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie zur Klärung der 

Leistungsansprüche eine umfassende medizinische Untersuchung (Orthopädie und 

Psychiatrie) als notwendig erachte (IV-act. 83). Am 10. Juni 2021 erstattete die SMAB 

AG St.Gallen (nachfolgend: SMAB) ein bidisziplinäres Gutachten (IV-act. 90). Die 

Sachverständigen gaben an, die Versicherte leide an einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, die sich auf die 

Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit als Reinigungskraft auswirke. Zudem seien 

folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der letzten Tätigkeit 

als Reinigungskraft erhoben worden: Depressive Episode, gegenwärtig leichtgradig, 

Zervikobrachialsyndrom beidseits ohne radikuläre Reizung, Bewegungseinschränkung 

beider Schultergelenke, links stärker als rechts, ohne behinderungsrelevantes Korrelat, 

Haltungsinsuffizienz der Wirbelsäule, Metatarsalgie D I-V links bei Senk-Spreiz-Platt-

Knickfuss beidseits und Adipositas. Aufgrund der psychischen Beschwerden 

bestünden Einschränkungen für unstrukturierte Tätigkeiten unter besonderem 

Zeitdruck und mit erhöhten Anforderungen an die emotionale Belastbarkeit. Bei 

lediglich altersentsprechenden degenerativen Veränderungen im Bereich des Stütz- 

und Bewegungsapparates seien von orthopädisch-traumatologischer Seite keine 

A.d. 

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Einschränkungen der körperlichen Belastbarkeit vorhanden. Hinweise auf eine 

Persönlichkeitsakzentuierung oder eine Persönlichkeitsstörung seien nicht gegeben. 

Ressourcen stellten die stabilen familiären Beziehungen und die Unterstützung dar. Als 

Belastungen seien das fehlende Beherrschen der deutschen Sprache, die fehlende 

Ausbildung mit Analphabetismus, die langjährige fehlende berufliche Tätigkeit, die 

finanzielle Situation, die Krankheiten in der Familie sowie die körperlichen Schmerzen 

vorhanden. Bezüglich der psychischen Beschwerden gebe es keine Hinweise für eine 

Beschwerdebetonung oder Aggravation. Eine Malcompliance bei der 

Medikamenteneinnahme könne aufgrund der gegenläufigen Faktoren, welche im 

vorliegenden Fall die Pharmakokinetik von Mirtazapin beeinflussten (Rauchen, Alter, 

Duloxetin als Begleitmedikation), nicht ausgeschlossen werden. Die Versicherte habe 

angegeben, sie könne sich keine Erwerbstätigkeit mehr vorstellen. Dies sei diskrepant 

zu den angegebenen Aktivitätenniveaus in den vergleichbaren Lebensbereichen 

Freizeit und Haushalt. Die Versicherte sei körperlich in der Lage, im Haushalt 

mitzuhelfen, für 1-1.5 Stunden spazieren zu gehen, im Auto mitzufahren, Verkehrsmittel 

zu benutzen und in den Urlaub nach Italien zu fliegen. Von orthopädischer-

traumatologischer Seite sei die Angabe der Versicherten nicht nachvollziehbar, sie 

könne nicht Einkaufen gehen, aber ausgedehnte Spaziergänge seien möglich. 

Diskrepant zu den angegebenen Schmerzen und Funktionseinschränkungen des Stütz- 

und Bewegungsapparates sei die fehlende Inanspruchnahme einer entsprechenden 

fachärztlichen rheumatologischen oder orthopädisch-traumatologischen Behandlung 

seit Mai 2018. Bei der Versicherten bestünden lediglich altersentsprechende 

degenerative Veränderungen, die das Ausmass der von der Versicherten angegebenen 

Schmerzen und der demonstrierten Funktionseinschränkungen von orthopädisch-

traumatologischer Seite nicht nachvollziehen liessen. Auch wenn mehrere 

Funktionseinschränkungen und Beschwerdeangaben der Versicherten anatomisch und 

medizinisch nicht plausibel seien, bestünden im Rahmen der orthopädisch-

traumatologischen Untersuchung keine Verdeutlichungstendenzen. Die Versicherte sei 

in der bisherigen Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig (8.5 Stunden pro Tag, 20% 

Leistungsminderung aufgrund der Schmerzen im Rahmen der chronischen 

Schmerzstörung). Seit Juni 2017 habe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Seit 

Beginn der ambulanten psychiatrischen Behandlung vor drei Jahren habe sich die 

Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit um 20% reduziert. In einer adaptierten 

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Tätigkeit bestehe seit Juni 2017 eine volle Arbeitsfähigkeit. Zur Zeit der stationären 

Aufenthalte habe jeweils eine volle Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Am 13. Juli 2021 

notierte der RAD-Arzt Dr. med. E.___ (IV-act. 91), das SMAB-Gutachten entspreche im 

Wesentlichen den geltenden versicherungsmedizinischen Kriterien.

Am 28. Juli 2021 kündigte die IV-Stelle der Versicherten an, sie beabsichtige, das 

Rentenbegehren abzuweisen (IV-act. 96). Dagegen liess die Versicherte am 23. August 

2021 Einwand erheben (IV-act. 97). Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens nahm die 

Hausärztin Dr. B.___ am 25. August 2021 Stellung zum SMAB-Gutachten (IV-act. 100). 

Sie führte aus, der Versicherten sei eine Arbeitstätigkeit von 50% aufgrund der 

Schmerzen zu viel gewesen. Die von der orthopädischen Sachverständigen attestierte 

volle Arbeitsfähigkeit als Raumpflegerin sei daher absolut unrealistisch. Die Versicherte 

leide v.a. unter Belastung an Weichteilschmerzen. Sie sei reduziert belastbar. Ein 

rheumatologisches Gutachten sei in einem solchen Fall geeigneter als ein 

orthopädisches. Auch aus psychiatrischer Sicht sei der Beruf als Raumpflegerin 

ungeeignet. Am 18. November 2021 berichteten die Psychiatrie-Dienste D.___, die 

Versicherte sei vom 5. September bis zum 4. Oktober 2021 in stationärer Behandlung 

gewesen (IV-act. 107). Dabei seien folgende Diagnosen erhoben worden: 

Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische 

Symptome, sonstige Spondylose: Lumbalbereich, sonstige Spondylose: 

Zervikalbereich, chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren, Gelenkschmerz: Schulterregion, Vitamin-D-Mangel (nicht näher bezeichnet), 

Lese- und Rechtschreibstörung, benigne essentielle Hypertonie: ohne Angabe einer 

hypertensiven Krise. Bei der Entlassung habe ein leicht verbessertes Zustandsbild 

vorgelegen. Der RAD-Arzt Dr. E.___ gab am 23. November 2021 eine Stellungnahme ab 

(IV-act. 108). Er führte bezüglich der Frage der gutachterlichen Fachdisziplinen aus, 

dass sowohl die medizinische Fachrichtung Rheumatologie als auch die Fachrichtung 

Orthopädie mit entzündlichen und degenerativen Veränderungen im Bereich des 

Bewegungsapparates insbesondere hinsichtlich des versicherungsmedizinisch 

vorrangig relevanten Kriteriums der Einschränkung der funktionellen Einschränkungen 

gleichermassen vertraut sei. Die Orthopädie sei jedoch bezüglich operativer 

(chirurgischer) Fragestellungen und die Rheumatologie bezüglich 

(autoimmunologischer) entzündlicher Veränderungen versierter; letzteres liege bei der 

A.e. 

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Versicherten nicht vor. Ein Fehler in der Wahl der gutachterlichen Fachdisziplinen sei 

damit nicht gegeben. Bezüglich einer möglichen dauerhaften psychischen 

Verschlechterung gab Dr. E.___ an, aus dem psychiatrischen Bericht vom 18. 

November 2021 lasse sich kein neuer medizinischer Sachverhalt ableiten. Die Diagnose 

einer schwergradigen depressiven Episode sei nicht ICD-10 kriteriengerecht und stehe 

im Widerspruch zum psychopathologischen Eintrittsbefund, der auf eine leicht- bis 

mittelgradige depressive Episode schliessen lasse. Auch die Beschreibung des 

Verlaufs lasse keine schwergradige Episode erkennen. Mit Blick auf die berichtete 

Besserung und den psychopathologischen Befund beim Austritt sei (im Vergleich zum 

Gutachten) keine anhaltende Verschlechterung abgrenzbar. Am 8. Februar 2022 gaben 

die Fachpersonen der Psychiatrie-Dienste D.___ gegenüber der Rechtsvertreterin der 

Versicherten auf Nachfrage an (IV-act. 118), sie seien weder mit den im SMAB-

Gutachten festgestellten Diagnosen noch mit der darin angegebenen Arbeitsfähigkeit 

einverstanden. Sie führten insbesondere aus, seit Beginn der depressiven Störung im 

Jahre 2018 habe es in keinem Zeitraum von länger als ein paar Wochen eine 

Vollremission der depressiven Symptome gegeben. Daher könne die depressive 

Störung nicht als rezidivierend bezeichnet werden. Vielmehr sei sie chronisch 

vorhanden. Die Versicherte sei in einer angepassten Tätigkeit nicht voll arbeitsfähig. Ob 

sie in einer angepassten Tätigkeit längerfristig arbeitsfähig sei, müsste ein gestufter 

Belastungsversuch zeigen. Die Versicherte sei in der letzten und auch in einer 

angepassten Tätigkeit zu 20% arbeitsfähig. Die Versicherte sei jedoch für jeweils 

maximal zwei Stunden täglich in der Lage, an Eingliederungsmassnahmen 

teilzunehmen.

Am 27. April 2022 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit (IV-act. 121), sie erhalte 

Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (Arbeitsvermittlung). Ab 

dem 20. Juni bis zum 30. September 2022 erfolgte eine berufliche Abklärung in Form 

eines gestuften Belastungsversuchs in einer leidensangepassten Arbeit 

(Integrationsmassnahme) mit einem Pensum von mind. 50%, wobei für die ersten 14 

Tage mit 40% gestartet werden konnte (IV-act. 131). Im Abschlussbericht der 

Integrationsmassnahme vom 26. Oktober 2022 wurde festgehalten (IV-act. 140), die 

Versicherte habe an gesundheitlich stabilen Tagen während 2-3 Stunden beständig 

und fokussiert arbeiten können, anschliessend sei ein Erschöpfungszustand sichtlich 

A.f. 

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B.  

wahrnehmbar gewesen. Die Versicherte sei nicht in der Lage gewesen, das anfängliche 

Pensum von 40% zu halten. Die Leistungseinschränkungen hätten sich in der Form von 

Niedergeschlagenheit, Müdigkeit, Konzentrationsmangel, reduzierter Merk- und 

Aufnahmefähigkeit sowie einer reduzierten Arbeitsleistung geäussert. Das Pensum sei 

daher momentan nicht über 20-30% anzusetzen. Da die Massnahme als nicht 

zielführend erachtet werde, komme keine Verlängerung in Frage. Am 3. November 

2022 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass ihr Leistungsbegehren um berufliche 

Massnahmen abgewiesen werde (IV-act. 143). Am 7. November 2022 notierte der RAD-

Arzt Dr. E.___ (IV-act. 144), aus den aktuellen eingliederungsfachlichen Informationen 

liessen sich keine neuen medizinischen Erkenntnisse ableiten.

Mit einem Vorbescheid vom 9. November 2022 kündigte die IV-Stelle der 

Versicherten die Abweisung des Rentenbegehrens bei einem IV-Grad von 0% an (IV-

act. 146). Sie stufte de Versicherte als zu 80% erwerbstätig und als zu 20% im 

Haushalt tätig ein und führte aus, eine leidensadaptierte Tätigkeit sei vollumfänglich 

zumutbar. Damit könne die Versicherte mindestens ein gleich hohes Einkommen wie 

zuvor (als Reinigungskraft) erzielen. Im Haushalt lägen keine Einschränkungen vor; 

zudem könne von den im Haushalt lebenden Angehörigen eine zumutbare Mitarbeit bei 

den täglichen Aufgaben gefordert werden. Hiergegen liess die Versicherte am 5. 

Dezember 2022 und 13. Januar 2023 einwenden (IV-act. 147 und 151), ihr sei eine 

Rente zuzusprechen, eventualiter seien die beruflichen Massnahmen weiter zu führen. 

Die von den Fachpersonen der Psychiatrie-Dienste D.___ am 8. Februar 2022 

angegebene 20%ige Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätigkeiten decke sich mit dem 

Ergebnis der Integrationsmassnahme. Der Versicherten sei eine ganze Rente 

auszurichten, da sie auf dem freien Markt nicht mehr eingliederungsfähig sei. Am 19. 

Januar 2023 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt die Abweisung des 

Rentenbegehrens (IV-act. 152).

A.g. 

Am 20. Februar 2023 liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 19. Januar 2023 der IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) erheben (act. G 1). Sie beantragte, die angefochtene Verfügung 

sei aufzuheben und ihr sei eine Rente von 66% zuzusprechen. Zur Begründung liess 

B.a. 

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Erwägungen

1.

Mit der angefochtenen Verfügung vom 19. Januar 2023 hat die Beschwerdegegnerin 

das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin abgewiesen. Da das 

Beschwerdeverfahren die Prüfung der Rechtmässigkeit dieser Verfügung zum Ziel hat, 

muss es sich auf den Entscheidinhalt der angefochtenen Verfügung beschränken. 

Folglich ist nur zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Eröffnung der 

angefochtenen Verfügung einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung 

gehabt hat.

2.  

sie ergänzend ausführen, die psychiatrische Sachverständige habe eine leichtgradige 

depressive Episode diagnostiziert. Dabei habe sie ignoriert, dass die depressive 

Symptomatik seit mindestens 2018 mit wechselnder Ausprägung von leicht über 

mittelgradig bis schwer ausgewiesen sei. Der RAD habe sich mit der Stellungnahme 

der Fachpersonen der Psychiatrie-Dienste D.___ vom 8. Februar 2022 nicht genügend 

auseinandergesetzt. Im Haushaltsbereich betrage die Einschränkung mindestens 

11.3%, wie dies im Rahmen der Haushaltsabklärung nach Berücksichtigung der 

Mitwirkungspflicht ermittelt worden sei.

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 23. März 2023 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 6).

B.b. 

In einer Replik vom 27. April 2023 liess die Beschwerdeführerin an ihren 

Beschwerdeanträgen festhalten (act. G 8).

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 11. Mai 2023 auf die Einreichung einer 

Duplik (act. G 10).

B.d. 

Eine versicherte Person hat laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, wenn sie 

während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach dem Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die Bemessung der Invalidität 

2.1. 

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wird gemäss dem Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu 

jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben 

wäre. Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und 

denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird laut 

dem Art. 28a Abs. 2 IVG für die Bemessung der Invalidität in Abweichung vom Art. 16 

ATSG darauf abgestellt, in welchem Umfang sie unfähig geworden sind, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen. Bei Versicherten, die teilweise erwerbstätig und 

teilweise im Aufgabenbereich tätig gewesen sind, wird der Invaliditätsgrad für beide 

Bereiche nach der jeweiligen Methode berechnet; die Teilinvaliditätsgrade werden nach 

den Anteilen der Bereiche „gewichtet“ und dann addiert (sog. gemischte Methode; Art. 

28a Abs. 3 IVG).

Vorab ist zu klären, anhand welcher Methode (Einkommensvergleich, 

Betätigungsvergleich oder gemischte Methode) die Invaliditätsbemessung 

vorzunehmen ist. Ob und gegebenenfalls in welchem Ausmass eine versicherte Person 

auch ohne den Gesundheitsschaden im Aufgabenbereich tätig wäre, ist nach ständiger 

Rechtsprechung des Bundesgerichts anhand der hypothetischen Verhaltensweise der 

versicherten Person zu prüfen. Namentlich ist abzuklären, ob die versicherte Person 

ohne den Gesundheitsschaden mit Rücksicht auf die gesamten Umstände 

(persönlicher, familiärer, sozialer und erwerblicher Art) erwerbstätig oder im 

Aufgabenbereich tätig wäre. Dabei sollen die finanzielle Notwendigkeit der Aufnahme 

oder der Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, allfällige Erziehungs- und 

Betreuungsaufgaben, das Alter der versicherten Person sowie deren berufliche 

Fähigkeiten, Neigungen und Begabungen massgebend sein. Die Statusfrage beurteilt 

sich nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung entwickelt 

haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten 

(Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 146 E. 2c mit Hinweisen; 

vgl. auch BGE 133 V 504 E. 3.3).

2.2. 

Gemäss dem Bericht über die Haushaltsabklärung vom September 2020 (IV-act. 

102) hat die Beschwerdeführerin angegeben, sie wäre ohne Gesundheitseinschränkung 

zu 80% erwerbstätig. In diesem Punkt vermag der Abklärungsbericht die hypothetische 

Erwerbsquote von 80% nicht zu belegen. Die entsprechende Frage an die 

2.3. 

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Beschwerdeführerin, wie sie vorgedruckt im Abklärungsbericht wiedergegeben wird, ist 

zwar sehr einfach formuliert gewesen. Eine überzeugende Antwort hätte aber sehr 

hohe Anforderungen an die Abstraktionsfähigkeit und -leistung der Beschwerdeführerin 

gestellt. Die Beschwerdeführerin hätte nämlich von ihrer seit langer Zeit anhaltenden 

Gesundheitsbeeinträchtigung und damit von der effektiv bestehenden, belastenden 

Situation abstrahieren und sich in einen fiktiven Zustand uneingeschränkter Gesundheit 

versetzen müssen, um diese Fiktion dann in die komplexen Zusammenhänge ihrer 

realen sozialen Situation (insbesondere familiär und finanziell) einzufügen. 

Erfahrungsgemäss unterbleibt diese Abstraktionsleistung sehr häufig, entweder weil die 

versicherte Person die Notwendigkeit dieser Fiktion nicht erkennen kann oder weil sie 

gar nicht fähig ist, sich von ihrer effektiv bestehenden, aktuellen Lage zu lösen und sich 

eine Situation ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung vorzustellen. In solchen Fällen 

wird dann erfahrungsgemäss meist nicht das hypothetische Erwerbspensum im fiktiven 

"Gesundheitsfall", sondern jenes Erwerbspensum angegeben, das bis zum Eintritt der 

dauernden Arbeitsunfähigkeit real bestanden hat und unter Umständen bereits durch 

die Gesundheitsbeeinträchtigung beeinflusst gewesen ist. Hinzu kommt, dass oft den 

seit der faktischen Einstellung der Erwerbstätigkeit eingetretenen Änderungen (wie z.B. 

Volljährigkeit der Kinder) nicht Rechnung getragen wird. Der Bericht über die 

Haushaltabklärung vom 22. September 2020 enthält keinen Beleg dafür, dass die 

Beschwerdeführerin auf die Notwendigkeit hingewiesen worden wäre, sich in die fiktive 

Situation bei einer vollständig erhaltenen Gesundheit hineinzuversetzen, dass ihr 

aufgetragen worden wäre, dem Umstand Rechnung zu tragen, dass der Aufwand für 

die Betreuung der Kinder laufend gesunken war, und dass sie angehalten worden 

wäre, auch ihre finanzielle Situation einzubeziehen. Hinzu kommt, dass bei der 

Haushaltabklärung kein professioneller, unabhängiger Dolmetscher eingesetzt worden 

ist. Damit ist nicht erstellt, dass die Übersetzung sowohl der Frage (inklusive der dazu 

notwendigen Erläuterungen, falls die Abklärungsperson diese überhaupt geliefert hat) 

als auch der Antwort vollständig, korrekt und unbeeinflusst durch die persönliche 

Meinung der emotional beteiligten, übersetzenden Nichte erfolgt ist. Die 

Abstraktionshöhe und die Komplexität des Gefragten, das Fehlen einer korrekten 

Protokollierung von Frage und Antwort und der Einsatz einer möglicherweise 

voreingenommenen "Übersetzerin" lassen es offensichtlich nicht zu, dem 

entsprechenden Teil des Abklärungsberichts, nämlich der notierten Erwerbsquote im 

hypothetischen "Gesundheitsfall" von 80%, einen ausreichenden Beweiswert 

zuzumessen, zumal die Beschwerdeführerin im Fragenbogen, den sie vor der 

Haushaltsabklärung ausgefüllt hatte, drei andere Pensen, nämlich 100%, 50% oder 

40%, angegeben hatte, die sie ohne gesundheitliche Einschränkung ausüben würde. 

Dies zeigt deutlich, dass die Beschwerdeführerin mit der Beantwortung der Frage, 

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3.  

welchem Pensum sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigung nachgehen würde, 

überfordert gewesen ist. Auch eine erneute Rückfrage an die Beschwerdeführerin 

würde keinen Mehrwert bringen, da sie wohl nur jenes Pensum angeben würde, das für 

sie im Hinblick auf eine Invalidenrente am günstigsten wäre.

Unter diesen Umständen bleibt nur die Möglichkeit, den massgebenden 

hypothetischen Sachverhalt anhand der realen, bereits objektiv nachgewiesenen 

Sachverhaltselemente zu ermitteln. Der Sohn der Beschwerdeführerin ist zum 

Anmeldezeitpunkt im Juni 2018 bereits volljährig gewesen; die Tochter hat die 

Volljährigkeit zwei Monate nach der Anmeldung erlangt. Damit haben beide Kinder 

offensichtlich keine Betreuung durch die Beschwerdeführerin mehr benötigt. In den 

Akten wird mehrfach festgehalten, dass die finanzielle Situation angespannt sei (sodass 

die Versicherte ein Darlehen bei ihrer Schwester aufgenommen habe) und dass der 

Ehemann als Hilfsarbeiter tätig sei.  Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf erlernt, 

weshalb sie auch als Gesunde nur eine Hilfsarbeit ausüben würde. Damit würde sie nur 

ein tiefes Erwerbseinkommen erzielen. In den Akten spricht also nichts gegen eine volle 

Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin im fiktiven "Gesundheitsfall". Die 

Invaliditätsbemessung hat somit nicht anhand der sogenannten gemischten Methode, 

sondern anhand eines reinen Einkommensvergleichs zu erfolgen.

2.4. 

Für die Beantwortung der Frage, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin in 

welchem Umfang zumutbar sind, ist ausschlaggebend, welche Belastungen die 

Beschwerdeführerin aus medizinisch-theoretischer Sicht trotz ihrer 

Gesundheitsbeeinträchtigung tolerieren kann. Die strikt versicherungsmedizinische 

Beurteilung fällt in aller Regel „strenger“ als die Beurteilung von behandelnden Ärzten 

aus, weil sie sich nicht am therapeutischen Zweck, sondern daran bemisst, was die 

versicherte Person aus medizinischer Sicht objektiv maximal zu leisten imstande ist. 

Sie fällt oft auch „strenger“ als jene einer Institution aus, die eine Integrations- oder 

Eingliederungsmassnahme durchführt, da die Eingliederungsverantwortlichen mangels 

medizinischen Fachwissens nicht in der Lage sind zu beurteilen, welche Belastungen 

die versicherte Person maximal tolerieren könnte, ohne dass ihre Gesundheit dadurch 

weiter beeinträchtigt würde, und da ihre Aufgabe (wie jene der behandelnden Ärzte) in 

erster Linie darin besteht, die versicherte Person bestmöglich zur Arbeit zu motivieren, 

wobei die Frage nach dem Beschäftigungsgrad und der Arbeitsleistung nur eine 

untergeordnete Rolle spielt. Dass die Beschwerdeführerin gemäss den Berichten zur 

Integrationsmassnahme interessiert an einer Eingliederung gewirkt hat, bedeutet nicht 

zwingend, dass sie während der Integrationsmassnahme den maximalen zumutbaren 

3.1. 

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Einsatz geleistet hätte. Erfahrungsgemäss trauen sich längerfristig kranke Versicherte 

nämlich oft (deutlich) weniger zu, als sie effektiv leisten könnten. Aus diesem Grund 

spiegeln die Berichte zur Integrationsmassnahme zu einem wesentlichen Teil nur wider, 

was die Beschwerdeführerin subjektiv als zumutbar erachtet hat. De facto zeigt bereits 

die Formulierung, dass diese Berichte nichts weiter als die Selbstdarstellung der 

Beschwerdeführerin wiedergeben. Sie bilden deshalb keine ausreichend objektive 

Grundlage für die Invaliditätsbemessung (vgl. dazu auch den Entscheid IV 2019/316, 

Erw. 2.3 des Versicherungsgerichts St.Gallen vom 13. Juli 2021).

Anders verhält es sich mit dem SMAB-Gutachten. Ein Gutachten hat vollen 

Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und die 

Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a). Die 

Sachverständigen haben einerseits die subjektive Sicht der Beschwerdeführerin 

eingehend erfragt, aber sie haben auch anhand von fachärztlichen Untersuchungen 

einen objektiven klinischen Befund erhoben, der es ihnen erlaubt hat, völlig objektive – 

von der subjektiven Sicht der Beschwerdeführerin losgelöste – Schlussfolgerungen 

hinsichtlich der Diagnosen und der Arbeitsfähigkeitsschätzung zu ziehen. Diese strikt 

objektive Sichtweise respektive Herleitung der Arbeitsfähigkeitsschätzung fehlt in den 

Berichten der behandelnden Ärzte und in den Berichten der Institution, bei der die 

Beschwerdeführerin die Integrationsmassnahme absolviert hat. Die SMAB-

Sachverständigen haben die Beschwerdeführerin umfassend persönlich untersucht 

und sie haben die medizinischen Vorakten eingehend gewürdigt. Es besteht kein Grund 

zur Annahme, dass sie eine wesentliche medizinische Tatsache übersehen oder 

versehentlich ignoriert hätten. Der für ihre Beurteilung massgebende medizinische 

Sachverhalt ist ihnen also vollumfänglich bekannt gewesen. Sie haben ihre Diagnosen 

und ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung anhand des massgebenden objektiven klinischen 

Befundes überzeugend hergeleitet. Wo sie der Auffassung der behandelnden Ärzte 

nicht gefolgt sind, haben sie die Abweichung ausführlich und fundiert begründet. Die 

Sachverständigen haben überzeugend aufgezeigt, dass die Beschwerdeführerin für 

adaptiertete Tätigkeiten, die strukturiert seien und keinen Zeitdruck sowie keine 

erhöhten Anforderungen an die emotionale Belastbarkeit mit sich brächten, im hier 

massgebenden Zeitraum ab dem 1. Dezember 2018 uneingeschränkt arbeitsfähig 

gewesen ist, da ihre Gesundheitsbeeinträchtigungen zwar das Spektrum der 

zumutbaren Tätigkeiten eingeschränkt, in einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit aber 

keine Leistungsminderung bewirkt haben. Auch die Berichte der behandelnden Ärzte 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

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enthalten keine Hinweise, die Zweifel an der Arbeitsfähigkeitsschätzung der SMAB-

Sachverständigen wecken würden. Insbesondere fehlt in den Berichten der 

Fachpersonen der Psychiatrie-Dienste D.___ und von Dr. B.___ ein Hinweis auf eine 

relevante Sachverhaltsveränderung nach der Begutachtung in Bezug auf die den 

Sachverständigen bekannten und von diesen gewürdigten depressiven Episoden. Der 

RAD-Arzt Dr. E.___ hat in seinen Stellungnahmen eingehend und überzeugend 

aufgezeigt, dass die Einwände der behandelnden Ärzte gegen das SMAB-Gutachten 

nicht geeignet gewesen sind, Zweifel an der Beurteilung der Sachverständigen zu 

wecken. Die von der behandelnden Psychiaterin angegebene mittelgradige bis 

schwere Depression hat nicht nachgewiesen werden können. Die vom psychiatrischen 

SMAB-Sachverständigen erhobenen objektiven klinischen Befunde haben im Gegenteil 

für gute psychische Ressourcen gesprochen. In somatischer Hinsicht sind 

verschiedene Diskrepanzen aufgefallen, die die Sachverständigen der SMAB – anders 

als die behandelnden Ärzte – bei ihrer Würdigung berücksichtigt haben. In 

psychiatrischer Hinsicht hat eine Malcompliance bei der Medikamenteneinnahme nicht 

ausgeschlossen werden können. Im Übrigen ist bei der Würdigung des Beweiswerts 

der Berichte behandelnder Ärzte der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass 

behandelnde Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifel 

eher zugunsten ihrer Patienten auszusagen pflegen und zudem dazu neigen, die 

pessimistischen Beschwerdeschilderungen ihrer Patienten als objektiv ausgewiesen zu 

qualifizieren (vgl. etwa BGE 125 V 353 E. 3b.cc). Zusammenfassend ist deshalb 

gestützt auf das SMAB-Gutachten mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erwiesen, dass die Beschwerdeführerin in ideal 

leidensadaptierten Tätigkeiten stets voll arbeitsfähig gewesen ist. In der bisherigen 

Tätigkeit als Reinigungskraft hat zudem nie längerdauernd eine höhere 

Arbeitsunfähigkeit als 20% bestanden. Die diversen stationären Aufenthalte haben nie 

zu einer längerdauernden (mehr als sechs Monate) Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit 

geführt, sondern nur kurze Phasen einer relevanten Arbeitsunfähigkeit zur Folge gehabt

Eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit, die höher als 20% gewesen wäre, hat 

retrospektiv in der angestammten Tätigkeit nicht bestanden. Damit sind die 

Anspruchsvoraussetzungen einer mindestens 40%igen Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) 

während eines Jahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG; sog. Wartejahr) und einer 

anschliessenden Invalidität von mindestens 40% nicht erfüllt. Im Übrigen wäre selbst 

bei Erfüllung des Wartejahres keine rentenauslösende Invalidität gegeben. Die 

Beschwerdeführerin hat keine Berufsausbildung absolviert und ist zuletzt als 

Reinigungskraft tätig gewesen. Bei der Ausübung der früheren Erwerbstätigkeiten hat 

die Beschwerdeführerin keine qualifizierten Berufskenntnisse erworben. Die 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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4.  

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Die Gerichtskosten sind angesichts des 

durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzusetzen. Dem Ausgang 

des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin 

aufzuerlegen. Die unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung; das entsprechende Begehren ist abzuweisen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; diese 

sind durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt.

Validenkarriere der Beschwerdeführerin besteht also in der Verrichtung von 

Hilfsarbeiten. Die Akten enthalten keine Hinweise auf eine (erheblich) über- oder 

unterdurchschnittliche Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin vor Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung. Die Validenkarriere besteht deshalb in der Ausübung 

einer durchschnittlich entlöhnten Hilfsarbeit. Auch die Invalidenkarriere besteht in der 

(zumutbaren) Verrichtung einer solchen Hilfsarbeit. Der Invaliditätsgrad wäre deshalb 

anhand eines sogenannten Prozentvergleichs zu ermitteln, er entspräche also dem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad, allenfalls (analog dem sog. Tabellenlohnabzug) korrigiert um 

einen zusätzlichen Abzug. Im hier zu beurteilenden Fall wäre kein zusätzlicher Abzug 

gerechtfertigt, da ein potentieller Arbeitgeber bei der Beschäftigung der 

Beschwerdeführerin keine betriebswirtschaftlich-ökonomischen Nachteile in Kauf 

nehmen müsste, denn die Beschwerdeführerin weist in der Tätigkeit als Hilfsarbeiterin 

(welche sowohl die Validen- als auch die Invalidenkarriere bildet) keine IV-relevanten 

gesundheitlichen Einschränkungen auf. Im Prozentvergleich würde damit ein IV-Grad 

von 0% resultieren.

Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin daher zu Recht einen Anspruch 

der Beschwerdeführerin auf eine IV-Rente verneint; die Beschwerde ist abzuweisen.

3.4. 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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3.

Das Begehren um die Zusprache einer Parteientschädigung wird abgewiesen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.09.2023
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Prüfung eines Rentenanspruchs unter Berücksichtigung eines bidisziplinären (Orthopädie und Psychiatrie) Gutachtens. Anspruchsvoraussetzungen einer mindestens 40%igen Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG) während eines Jahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG; sog. Wartejahr) und einer anschliessenden Invalidität von mindestens 40% nicht erfüllt. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. September 2023, IV 2023/35).

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