# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f241daa8-7e49-5583-b68f-45ab61886a65
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-04-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.04.2016 D-2482/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2482-2016_2016-04-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-2482/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  A p r i l  2 0 1 6  

Besetzung 
 Einzelrichter Fulvio Haefeli, 

mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer; 

Gerichtsschreiber Gert Winter. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren (…), 

Guinea-Bissau, 

(…), 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 13. April 2016 / N (…). 

 

 

D-2482/2016 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 8. Mai 2009 in der Schweiz ein Asylgesuch 

einreichte, auf welches das Bundesamt für Migration (BFM) mit Entscheid 

vom 20. Oktober 2009 nicht eintrat, wobei es gleichzeitig die Wegweisung 

aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete, 

dass diese Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwuchs und der Be-

schwerdeführer in der Folge untertauchte beziehungsweise seit dem 

10. Dezember 2009 unbekannten Aufenthaltes war, 

dass er am 27. Januar 2010 im Rahmen eines Dublin-Verfahrens von den 

deutschen Behörden in die Schweiz überstellt wurde, 

dass der Beschwerdeführer am 19. Februar 2015 im Rahmen einer frem-

denpolizeilichen Massnahme nach Portugal überstellt wurde, 

dass er am 14. Juli 2015 unkontrolliert wieder in die Schweiz einreiste, 

dass er damit gegen die gegen ihn verhängte Einreisesperre verstiess und 

danach auch anderweitig erneut straffällig wurde (B3/3 S. 1), 

dass der Beschwerdeführer am 11. Februar 2016 im Rahmen des rechtli-

chen Gehörs zur Anordnung von Entfernungs- und Fernhaltemassnahmen 

durch den Migrationsdienst des Kantons M._______ ein weiteres Mal um 

Asyl ersuchte, 

dass er mit Schreiben vom 12. Februar 2016 ein schriftliches Asylgesuch 

nachreichte und geltend machte, er habe zuerst in der Schweiz ein Asyl-

gesuch gestellt und die auf ihm gefundenen Dokumente in Portugal käuf-

lich erworben, 

dass das SEM am 3. März 2016 die portugiesischen Behörden um Über-

nahme des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO 

ersuchte, 

dass die portugiesischen Behörden das Ersuchen am 6. April 2016 gut-

hiessen, 

dass das SEM mit Verfügung vom 13. April 2016 – eröffnet am 18. April 

2016 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das 

Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Portugal 

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anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens 

am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-

deführer verfügte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 21. April 2016 gegen diesen 

Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und sinnge-

mäss die nachfolgend aufgeführten Rechtsbegehren stellte: Die angefoch-

tene Verfügung des SEM vom 13. April 2016 sei aufzuheben, und es sei 

auf das Asylgesuch einzutreten. Das SEM sei anzuweisen, von seinem 

Selbsteintrittsrecht Gebrauch zu machen und sich für das Asylgesuch für 

zuständig zu erklären. Der Beschwerde sei im Sinne einer vorsorglichen 

Massnahme die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Die Vollzugsbehörden 

seien anzuweisen, von einer Überstellung nach Portugal abzusehen, bis 

das Bundesverwaltungsgericht über die vorliegende Beschwerde entschie-

den habe, 

dass der Instruktionsrichter mit Verfügung vom 22. April 2016 den Wegwei-

sungsvollzug superprovisorisch aussetzte, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 26. April 2016 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen, 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

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dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist, 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass der Beschwerdeführer in Portugal über eine Aufenthaltsbewilligung 

verfügte (cartão de residencia, gültig vom 14. November 2014 bis zum 

16. Januar 2016; B8/10 S. 3), 

dass das SEM die portugiesischen Behörden am 3. März 2016 um Über-

nahme des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO 

ersuchte, 

dass die portugiesischen Behörden dem Gesuch um Übernahme am 6. Ap-

ril 2016 zustimmten, 

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dass die grundsätzliche Zuständigkeit Portugals somit gegeben ist, 

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde geltend machte, er habe 

in keinem anderen Staat als in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt und 

ausserdem eine Nachricht erhalten, wonach die portugiesischen Behörden 

seine Übernahme abgelehnt hätten, 

dass dem Beschwerdeführer zunächst entgegenzuhalten ist, die schwei-

zerischen Behörden haben seitens der portugiesischen Behörden offen-

sichtlich eine andere Nachricht erhalten (B6/2), die allein massgebend ist, 

dass es des Weiteren nicht Sache der asylsuchenden Person ist, den für 

ihr Asylverfahren zuständigen Staat selbst zu bestimmen, 

dass der zuständige Staat vielmehr nach der Dublin-III-VO bestimmt wird 

und diese Festlegung alleine den beteiligten Dublin-Vertragsstaaten obliegt 

(vgl. dazu BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass der Beschwerdeführer seine Verfolgungsgeschichten den portugiesi-

schen Behörden unterbreiten kann, 

dass es keine Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Auf-

nahmebedingungen für Antragsteller in Portugal wiesen systemische 

Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-

ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in 

dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist 

(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn dafür 

gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass Portugal Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

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Seite 6 

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-

tan hat, die portugiesischen Behörden würden sich weigern ihn aufzuneh-

men und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Re-

geln der erwähnten Richtlinien zu prüfen, 

dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind, 

Portugal werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulements miss-

achten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein 

Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG ge-

fährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches 

Land gezwungen zu werden, 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-  

oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Portugal angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), 

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist, 

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als 

gegenstandslos erweist, 

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dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.–  

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Fulvio Haefeli Gert Winter 

 

 

Versand: