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**Case Identifier:** 90eb7872-5437-5ad4-9a2b-c78aec63a263
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-07-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.07.2023 B-5995/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-5995-2022_2023-07-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 15.01.2025 (2C_443/2023) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-5995/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  J u l i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Francesco Brentani (Vorsitz), 

Richter Pascal Richard, Richter Pietro Angeli-Busi, 

Gerichtsschreiber Diego Haunreiter. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, 

vertreten durch Dr. iur. Arne-Patrik Heinze, Rechtsanwalt, 

Dr. Heinze & Partner, 

Beschwerdeführerin,  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Bildung, 

Forschung und Innovation SBFI, 

Vorinstanz, 

 

Interessengemeinschaft Ausbildung 

im Finanzbereich (IAF), 

Erstinstanz,  
 

 
 

Gegenstand 
 Berufsprüfung für Finanzplanerin 2021. 

 

B-5995/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) legte im Jahr 2021 die Be-

rufsprüfung zur Finanzplanerin ab. Mit Notenzeugnis vom 25. Juni 2021 

verfügte die Interessengemeinschaft Ausbildung im Finanzbereich IAF 

(nachfolgend: Erstinstanz), dass die Beschwerdeführerin die Abschluss-

prüfung nicht bestanden habe. Die Prüfungsleistungen der Beschwerde-

führerin wurden gemäss dem Notenzeugnis vom 25. Juni 2021 wie folgt 

bewertet: 

"Vertiefung Vorsorge 3.5 

Vertiefung Vermögen 5.0 

Themen der Finanzplanung 4.3 

Mündliche Prüfung 3.5 

Schriftliche Klausur 3.0 

Finanzplanung für private Haushalte 3.3 

Gesamtnote 3.6 

Die Noten der einzelnen Positionen sind auf eine halbe 

Note, die Gesamtnote ist auf eine Dezimale gerundet. 

Gewichtung der Gesamtnote: Themen der Finanzpla-

nung 30 %, Finanzplanung für private Haushalte 70 %." 

B.  

Gegen die Verfügung vom 25. Juni 2021 (Notenzeugnis) der Erstinstanz 

erhob die Beschwerdeführerin am 5. August 2021 Beschwerde beim 

Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI (nachfol-

gend: Vorinstanz). Sie beantragte Akteneinsicht, die Aufhebung der Verfü-

gung vom 25. Juni 2021, sowie dass sie "fehlerfrei zu bescheiden" sei. 

Eventualiter sei die Verfügung vom 25. Juni 2021 aufzuheben und die Sa-

che sei an die Prüfungskommission zur Neubeurteilung zurückzuweisen. 

Zur Begründung macht die Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, 

dass der hohe Lärmpegel während der schriftlichen Klausur und die wie-

derholten Zwischenfragen der Prüfungsexperten während der mündlichen 

Präsentation Verfahrensfehler darstellten. Die Erstinstanz habe zudem die 

Begründungspflicht und das Recht auf Akteneinsicht verletzt. Weiter seien 

einzelne Aufgaben der schriftlichen Klausur falsch bewertet worden. 

B-5995/2022 

Seite 3 

B.a Am 7. September 2021 beantragte die Erstinstanz die Abweisung der 

Beschwerde. Zur Begründung machte sie zusammengefasst geltend, dass 

die Beschwerdeführerin alle ihr gemäss dem Merkblatt der Vorinstanz zu-

stehenden Unterlagen erhalten habe, die Zwischenfragen der Prüfungsex-

perten anlässlich der mündlichen Präsentation Hilfestellungen gewesen 

seien und die Präsentation auch ohne die Unterbrüche der Experten zu 

lange gewesen sei. 

B.b Mit Schreiben vom 6. Oktober 2021 rügte die Beschwerdeführerin er-

neut die Bewertung der mündlichen Prüfung, und mit Verfügung vom 

15. März 2022 stellte die Vorinstanz in der Folge der Erstinstanz einen Fra-

genkatalog zu. Dem Antwortschreiben der Erstinstanz vom 30. März 2022 

zum genannten Fragenkatalog ist im Wesentlichen zu entnehmen, dass 

die Bewertung der Prüfungsleistungen der Beschwerdeführerin ihres Er-

achtens korrekt sei, der Lärmpegel nicht störend gewesen sei und keine 

Reklamationen wegen Lärm erhoben worden seien. In der Aufgabe 2 des 

Falls A der schriftlichen Klausur sei ein halber Punkt zusätzlich für den kor-

rekten Zweitverdienerabzug zu vergeben, so dass in der genannten Auf-

gabe neu 6,5 anstatt 6 Punkte erteilt würden. 

B.c Am 7. April 2022 reichte die Erstinstanz bei der Vorinstanz eine er-

gänzte Stellungnahme ein. Dieser ist neben der erneuten Beantwortung 

des Fragenkatalogs vom 15. März 2022 eine Übersicht über sämtliche Auf-

gaben und Fragen inkl. der Nennung der maximalen und erreichten Punkt-

zahlen zu entnehmen. 

B.d Am 28. April 2022 rügte die Beschwerdeführerin ergänzend, dass ihr 

in der schriftlichen Klausur im Fall A zusätzlich ein halber Punkt und im 

Fall B zusätzlich zwei Punkte zu erteilen seien. Zudem beanstandet sie die 

Bewertung einzelner Aufgaben der mündlichen Prüfung. Mit Schreiben 

vom 24. Mai 2022 äusserte sich die Beschwerdeführerin erneut zu einzel-

nen Punktevergaben in der mündlichen Prüfung und zum Fall B der schrift-

lichen Klausur. 

B.e Die Vorinstanz wies die Beschwerde mit Entscheid vom 24. November 

2022 ab. Begründet wird der Entscheid im Wesentlichen damit, dass das 

Akteneinsichtsrecht nicht verletzt worden sei, da die Beschwerdeführerin 

die Aufgabenstellung, die gestellten Fragen, das Bewertungsraster und die 

Notenskala erhalten habe. Es sei nicht ersichtlich, warum die Begrün-

dungspflicht verletzt sein sollte, da die Bewertung im Laufe des Beschwer-

deverfahrens begründet worden sei. Die Rüge des erhöhten Lärmpegels 

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während der schriftlichen Klausur sei nicht ausreichend substantiiert und 

zudem zu spät erfolgt. Bei der mündlichen Prüfung sei die Beschwerdefüh-

rerin unbestrittenermassen jeweils nur kurz für Hilfestellungen unterbro-

chen und dadurch nur geringfügig gestört worden. Die Experten hätten die 

Bewertung nachvollziehbar aufgezeigt, wobei in der schriftlichen Klausur 

zwei zusätzliche halbe Punkte (insgesamt ein Punkt) hätten erteilt werden 

können. Die Erteilung des zusätzlichen Punktes bewirke jedoch keine hö-

here Note. 

C.  

C.a Gegen den Entscheid der Vorinstanz gelangt die Beschwerdeführerin 

mit Eingabe vom 27. Dezember 2022 an das Bundesverwaltungsgericht 

und stellt folgende Rechtsbegehren: 

"1. Die Akteneinsicht sei zu gewähren. 

 2. Es sind die Punkte aus den Aufgaben 2, 3 und 5.3 des Falls A 

sowie die Punkte aus den Aufgaben 1.4 und 1.6 des Falls B zu 

erteilen. 

 3. Die Punkte der mündlichen Prüfung sind anzuerkennen. 

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zulasten 

der Beschwerdegegnerin." 

Die Beschwerdeführerin begründet ihr Begehren um Akteneinsicht im We-

sentlichen damit, dass ihr zwar sowohl die Lösungen als auch ihre Prüfung 

zur Verfügung gestellt worden seien, jedoch aus den einzelnen Dokumen-

ten keine einheitliche Bewertung auszumachen sei. Weiter sei die Bewer-

tung der mündlichen Prüfung betreffend die Fachkompetenz sowie Pro-

zess- und Medienkompetenz nicht begründet worden. Bezugnehmend auf 

die von der Vorinstanz bemängelte Rechtzeitigkeit der Rüge betreffend die 

Lärmbelastung macht die Beschwerdeführerin geltend, dass die Rüge vor-

liegend entbehrlich gewesen sei, da es sich bei der Lärmbelastung im Prü-

fungsraum um "objektive Umstände" gehandelt habe, welche von jeder-

mann erkannt worden sei. Eine nachträgliche Feststellung der Umstände 

sei beispielsweise mit einer Befragung anderer Prüfungskandidaten leicht 

zu ermitteln. Das Rechtsgleichheitsgebot sei durch die Lärmbelastung ver-

letzt worden, da vorliegend der gleiche Massstab wie bei Prüflingen ange-

wendet worden sei, welche durchgehend volle Konzentration gehabt hät-

ten. Weiter sei nicht nachvollziehbar, dass bei einer Präsentationszeit von 

maximal zwölf Minuten für eine Überziehung von zwei Minuten, welche teil-

weise durch Unterbrechungen der Experten entstanden sei, 1,5 Punkte 

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Seite 5 

abgezogen werden sollten. Zudem seien ihr in der schriftlichen Klausur drei 

zusätzliche halbe Punkte und in der mündlichen Prüfung 5,5 zusätzliche 

Punkte zu erteilen. 

C.b Mit Vernehmlassung vom 31. Januar 2023 beantragt die Erstinstanz 

die Abweisung der Beschwerde. Sie hält darin an ihrer Verfügung fest. Die 

Beschwerde enthalte keine Punkte, die so oder in anderer Formulierung 

nicht schon erstinstanzlich vorgetragen worden seien. Zu den "formalrecht-

lichen Vorbringungen" könne sie sich nicht äussern. In materieller Hinsicht 

verweise sie auf ihre erstinstanzlichen Kommentierungen und reichte die 

beiden bereits erwähnten Schreiben der Erstinstanz an die Vorinstanz vom 

7. September 2021 und 7. April 2022 ein (vgl. vorstehend im Sachverhalt 

die Bst. B.a und B.c). 

C.c In ihrer Vernehmlassung vom 3. Februar 2023 beantragt die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verweist sie auf die Aus-

führungen im angefochtenen Entscheid. 

C.d Auf diese und die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit ent-

scheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Der Beschwerdeentscheid der Vorinstanz vom 24. November 2022 ist 

eine Verfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 des Verwaltungsverfahrensge-

setzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Das Bundesverwal-

tungsgericht ist für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache zuständig 

(Art. 31 und Art. 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 

2005 [VGG, SR 173.32] und Art. 61 des Berufsbildungsgesetzes vom 

13. Dezember 2002 [BBG, SR 412.10]). 

1.2 Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men, ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung besonders berührt 

und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

1.3 Praxisgemäss stellen einzelne Fachnoten keine Anfechtungsobjekte 

dar, da sie in Bezug auf die Feststellung, ob die Prüfung als bestanden gilt 

B-5995/2022 

Seite 6 

und das Diplom zu erteilen ist, lediglich Begründungselemente sind und 

insofern keinen direkten Einfluss auf die Rechtsstellung der Betroffenen 

haben. Ausnahmsweise, wenn an die Höhe von einzelnen Fachnoten 

Rechtsfolgen geknüpft sind, können sie selbständiges Anfechtungsobjekt 

bilden (Urteil des BVGer B-3872/2020 E. 1 m.w.H.). Die erläuterte Praxis 

betreffend einzelne Fachnoten muss ebenfalls für die beantragten Punk-

teerteilungen der Beschwerdeführerin Anwendung finden, bilden die Punk-

teerteilungen ihrerseits doch Begründungselemente für einzelne Fachno-

ten. Soweit die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin in ihren Rechts-

begehren die Erteilung von Punkten in der schriftlichen Klausur und der 

mündlichen Prüfung verlangt, ist darauf nicht einzutreten bzw. sind diese 

Ausführungen als Elemente der Beschwerdebegründung aufzufassen. Da 

sich aus der Beschwerdebegründung jedoch erkennen lässt, dass sich ihr 

tatsächliches Begehren auf das Bestehen der Berufsprüfung zur Finanz-

planerin richtet, ist die Beschwerde als Antrag auf Aufhebung des ange-

fochtenen Entscheids der Vorinstanz aufzufassen, welcher ein zulässiges 

Anfechtungsobjekt darstellt. 

1.4 Unter Berücksichtigung der Gerichtsferien ist die Beschwerdefrist ein-

gehalten und die Anforderungen an Form und Inhalt der Beschwerdeschrift 

sind gewahrt (Art. 50 Abs. 1 i.V.m. Art. 22a Abs. 1 Bst. c und Art. 52 Abs. 1 

VwVG). Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 

VwVG) und die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt (Art. 44 ff. 

VwVG). Auf die Beschwerde ist daher unter Berücksichtigung der vorge-

henden Erwägung einzutreten. 

2.  

2.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verlet-

zung von Bundesrecht (einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch 

des Ermessens), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit der ange-

fochtenen Verfügung gerügt werden (Art. 49 VwVG). 

2.2 In Bezug auf die Beurteilung von Prüfungsergebnissen auferlegt sich 

das Bundesverwaltungsgericht eine gewisse Zurückhaltung, und zwar 

selbst dann, wenn seine Kognition nicht ohnehin spezialgesetzlich (wie 

etwa in Art. 37 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 über die 

Eidgenössischen Technischen Hochschulen [ETH-Gesetz, SR 414.110]) 

eingeschränkt ist (vgl. BVGE 2010/11 E. 4.2 und BVGE 2008/14 E. 3.1 f. 

und 4.3.2, je m.w.H.; kritisch: PATRICIA EGLI, Gerichtlicher Rechtsschutz bei 

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Prüfungsfällen: Aktuelle Entwicklungen, in: ZBI 10/2011, S. 556 f. m.w.H.; 

allgemein auch BENJAMIN SCHINDLER, in: Kommentar VwVG, 2. Aufl. 2019, 

Art. 49, N. 11). Diese Zurückhaltung gilt nur für die materielle Bewertung 

der Prüfungsleistungen. 

Ist die Auslegung oder Anwendung von Rechtsvorschriften (insbesondere 

der verfassungsrechtlichen Verfahrensgarantien) umstritten oder werden 

Verfahrensmängel im Prüfungsablauf gerügt, so prüft das Bundesverwal-

tungsgericht die erhobenen Einwendungen mit umfassender Kognition 

(vgl. BVGE 2008/14 E. 3.3 m.w.H.; Urteil des BVGer B 3872/2020 E. 5.2). 

Hierbei nehmen all jene Einwände auf Verfahrensfragen Bezug, die den 

äusseren Ablauf der Prüfung, die Aufgabenstellung oder das Vorgehen bei 

der Bewertung betreffen (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.4.1; Urteil des BVGer 

B5150/2021 vom 2. August 2022 E. 2.3 m.w.H.). 

2.3 Im Folgenden wird erstens geprüft, ob das rechtliche Gehör der Be-

schwerdeführerin verletzt worden ist (E. 3). Zweitens ist zu prüfen, ob Ver-

fahrensfehler in der schriftlichen Klausur (E. 4) und der mündlichen Prüfung 

(E. 5) vorlagen. Drittens wird die Bewertung einzelner Aufgaben geprüft 

(E. 6). 

3.  

3.1 In formeller Hinsicht verlangt die Beschwerdeführerin Akteneinsicht in 

die Prüfungsunterlagen und rügt die Verletzung der Begründungspflicht 

durch die Erstinstanz. Im Wesentlichen bringt sie vor, dass sie zwar sowohl 

die Lösungen als auch ihre Prüfung erhalten habe, jedoch nicht nachvoll-

ziehen könne, für welche Aufgabe sie aus welchen Gründen welche Punkt-

zahl erhalten habe. Die Erstinstanz äussert sich diesbezüglich vor dem 

Bundesverwaltungsgericht nicht bzw. verweist auf ihre zwei als "Replik" 

und "Duplik" bezeichneten Schreiben an die Vorinstanz vom 7. September 

2021 und 7. April 2022, wonach die Beschwerdeführerin alle ihr gemäss 

Merkblatt der Vorinstanz zustehenden Unterlagen lückenlos erhalten habe 

und die darin enthaltene Begründung nachvollziehbar sei. Die Vorinstanz 

äussert sich diesbezüglich vor dem Bundesverwaltungsgericht ebenfalls 

nicht und verweist auf den angefochtenen Entscheid. Gemäss diesem 

habe die Beschwerdeführerin bei der mündlichen Prüfung die Aufgaben-

stellung, die gestellten Fragen, ein Bewertungsraster und die Notenskala 

erhalten. Es bestehe kein Protokoll, allerdings werde dessen Erstellung 

auch nicht vorgeschrieben. Weiter sei nicht ersichtlich, warum die 

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Seite 8 

Begründungspflicht bei der mündlichen Prüfung und der schriftlichen Klau-

sur verletzt worden sein soll. 

3.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör. Dieser ist formeller Natur. Seine Verletzung führt ungeachtet der 

materiellen Begründetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Be-

schwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (vgl. BGE 

144 IV 302 E. 3.2; 144 I 11 E. 5.3; 137 I 195 E. 2.2; Urteil des BGer 

1C_718/2020 vom 21. Juni 2022 E. 3.2). Ein Teilgehalt ist der Anspruch auf 

Akteneinsicht (vgl. schon BGE 53 I 107 E. 4). Das Akteneinsichtsrecht be-

zieht sich auf sämtliche Akten eines Verfahrens, die für dieses erstellt oder 

beigezogen wurden (vgl. BGE 144 II 427 E. 3.1.1 m.w.H.; 132 V 387 

E. 3.2). Die Praxis im Prüfungsrecht lässt die Nichtaushändigung interner 

Dokumente zu, sofern die Kandidatin oder der Kandidat in der Lage war, 

die Bewertung der Arbeit aufgrund anderer Unterlagen oder aufgrund einer 

nachgereichten Begründung nachzuvollziehen (vgl. BGE 113 Ia 286 E. 2d; 

Urteile des BGer 2D_34/2021 vom 22. Dezember 2021 E. 3.1; 2D_35/2021 

E. 4.1). Ebenso ist die Pflicht der Behörde zu nennen, ihren Entscheid zu 

begründen. Die Begründung muss so abgefasst werden, dass die be-

troffene Person in die Lage versetzt wird, die Tragweite des Entscheids zu 

beurteilen und ihn in voller Kenntnis der Sachlage an eine höhere Instanz 

weiterzuziehen. Es genügt, wenn die Behörde zumindest kurz die Gründe 

erwähnt, von denen sie sich leiten lässt und auf die sie ihren Entscheid 

stützt (vgl. BGE 142 II 154 E. 4.2; 129 I 232 E. 3.2; Urteil des BGer 

2D_35/2021 vom 2. Juni 2022 E. 4.1). Im Rahmen von Notenentscheiden 

genügt es, wenn die verfügende Erstinstanz die erteilten Noten, mithin die 

Leistungsbeurteilung im Rechtsmittelverfahren weitergehend begründet 

und der Betroffene Gelegenheit erhält, dazu Stellung zu nehmen (vgl. Urteil 

des BGer 2C_1004/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.1 m.H.; Urteile des BVGer 

B-404/2022 E. 4.2.2 und B-4358/2022 E. 3.7.1). 

Weiter gilt, dass die Rechtsmittelbehörde Rügen nur dann detailliert beant-

worten muss, wenn diese substantiiert vorgetragen werden und hinrei-

chend belegt sind. Das heisst, dass die Kandidatin oder der Kandidat selbst 

substantiierte Anhaltspunkte mit den entsprechenden Beweismitteln dafür 

liefern muss, dass das Ergebnis materiell nicht vertretbar ist, eindeutig zu 

hohe Anforderungen gestellt oder die Prüfungsleistungen offensichtlich un-

terbewertet wurden. Es reicht folglich nicht aus, wenn sich die Rügen da-

rauf beschränken, pauschal zu behaupten, die Lösung der Kandidatin oder 

des Kandidaten sei vollständig und korrekt (vgl. BVGE 2010/21 E. 5.1 

m.w.H.; Urteil des BVGer B-3872/2020 E. 5.2). 

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Seite 9 

3.3  

3.3.1 Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin sowohl Ein-

sicht in ihre Prüfung als auch in die bestehenden Bewertungsunterlagen 

erhalten hat. Soweit die Vorinstanz ausführt, dass kein Protokoll der münd-

lichen Prüfung ediert worden sei, lässt sich aus den Akten erkennen, dass 

mit Ausnahme der Musterlösung der mündlichen Prüfung vom 17. Juni 

2021, welche neben Punktevergaben ebenfalls Stichworte und Prüfungs-

notizen umfasst, wie bereits erwähnt, kein Prüfungsprotokoll erstellt wurde. 

Indem die Beschwerdeführerin bereits im erstinstanzlichen Verfahren be-

züglich der schriftlichen Klausur über die Notenskala, die Aufgabenstellun-

gen, die Musterlösungen und ihre eigene schriftliche Klausur (inkl. den Kor-

rekturangaben) und für die mündlichen Prüfung über die Notenskala, die 

Aufgabenstellungen sowie die Musterlösungen inkl. dem Bewertungsraster 

mit den erteilten Punktzahlen verfügt hat, wird erkenntlich, dass sie sämtli-

che für das Rechtsmittelverfahren relevanten Akten erhalten hat. Zudem 

macht die Beschwerdeführerin nicht konkret geltend, dass weitere Prü-

fungsdokumente bestehen würden, in welche sie Akteneinsicht verlangt. 

Die Rüge der Beschwerdeführerin, dass das Recht auf Akteneinsicht ver-

letzt worden sei, erweist sich deshalb als unbegründet. Soweit die Be-

schwerdeführerin die Verletzung der Akteneinsicht mit der nicht nachvoll-

ziehbaren Bewertung der Prüfungen begründet, ist dies nachfolgend unter 

dem Gesichtspunkt der Begründungspflicht für die schriftliche Klausur 

(nachfolgend E. 3.3.2) und die mündliche Prüfung (nachfolgend E. 3.3.3) 

je einzeln zu prüfen. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Beschwerde-

führerin zwar ausschliesslich die Verletzung der Begründungspflicht durch 

die Erstinstanz rügt, sie jedoch dadurch auch implizit den angefochtenen 

Entscheid beanstandet, in welchem die Vorinstanz keine Verletzung der 

Begründungspflicht durch die Erstinstanz erkannt hat. 

3.3.2 Die Vorinstanz behandelte im angefochtenen Entscheid die Begrün-

dungspflicht der Erstinstanz mit nur zwei Sätzen äusserst knapp. So führt 

sie aus, dass nicht ersichtlich sei, warum die Begründungspflicht verletzt 

worden sein solle und die Erstinstanz die Bewertung im Laufe des Be-

schwerdeverfahrens begründet habe. Dabei stützte sich die Vorinstanz auf 

die durch die Erstinstanz im Rechtsmittelverfahren vor der Vorinstanz ein-

gereichten Eingaben vom 7. September 2021 und vom 30. März 2022. 

Diese zwei Schreiben erfolgten erst im Rechtsmittelverfahren. Da sich die 

Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 28. April 2022 umfassend zu den 

zwei Schreiben der Erstinstanz vom 7. September 2021 und 30. März 2022 

äussern konnte, wurde der Beschwerdeführerin ausreichend Gelegenheit 

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Seite 10 

gewährt, zur teilweise erst im Rechtsmittelverfahren nachgereichten Be-

gründung Stellung zu nehmen. Der Eingabe vom 30. März 2022 ist eine 

detailliert begründete Übersicht der erreichten und maximal möglichen 

Punktzahl für jede einzelne Prüfungsaufgabe zu entnehmen. Zudem ent-

hält die Musterlösung zur schriftlichen Klausur die Punktevergabe pro ge-

nanntes Kriterium und in der Lösung der schriftlichen Klausur der Be-

schwerdeführerin lässt sich für jedes Kriterium handschriftlich im Prüfungs-

text die erteilte Punktzahl sowie jeweils mit doppeltem Unterstrich am Sei-

tenrand die erteilte Punktzahl pro Teilaufgabe entnehmen. Daraus wird er-

sichtlich, dass bei jeder Aufgabe sowohl die erteilte als auch die maximal 

mögliche Punktzahl erkennbar ist. Zwar ist in der Teilaufgabe 1.3 des 

Falls B am Seitenrand keine Punktzahl vermerkt, jedoch ist der Übersicht 

der bewerteten Aufgaben im Schreiben der Erstinstanz vom 7. April 2022 

zu entnehmen, dass die zwei im Prüfungstext erteilten Punkte für die Teil-

aufgabe 1.3 des Falls B berücksichtigt worden sind. Ebenfalls sind in der 

Teilaufgabe 1.4 des Falls B am Seitenrand sich gegenseitig überdeckend 

die Zahlen "1" und "2" vermerkt, jedoch lässt sich aufgrund der Nennung 

nur eines Kriteriums (des Kriteriums "Ja, nach der Aussteuerung muss Pia 

Natter AHV-Nichterwerbstätigenbeiträge leisten") in Übereinstimmung mit 

der genannten Übersicht der bewerteten Aufgaben im Schreiben der Erst-

instanz vom 7. April 2022 klar erkennen, dass in der Teilaufgabe 1.4 nur 

einer von drei Punkten erzielt worden sein kann. Weiter widerspricht die 

Bewertung mit null Punkten am Seitenrand für die Teilaufgabe 1.5 zwar der 

Bewertung im Prüfungstext, welche infolge eines Folgefehlers einen von 

acht Punkten erteilt, jedoch lässt sich mit der Begründung des Folgefehlers 

in Übereinstimmung mit der genannten Übersicht der bewerteten Aufgaben 

im Schreiben der Erstinstanz vom 7. April 2022 erkennen, dass in der Teil-

aufgabe 1.5 einer von acht Punkten erteilt worden sein muss. In ihrem 

Schreiben vom 7. April 2022 anerkannte die Erstinstanz schliesslich, dass 

für den korrekt genannten Zweitverdienerabzug in der Aufgabe 2 des 

Falls A ein halber Punkt von maximal einem möglichen halben Punkt hätte 

vergeben werden müssen, wodurch die Note der schriftlichen Klausur aber 

unverändert bleibe. Gemäss den erfolgten Erläuterungen erweist sich so-

mit jede einzelne Punktevergabe der schriftlichen Klausur als ausreichend 

begründet. Die erfolgte Feststellung der Vorinstanz bezüglich der Begrün-

dungspflicht der Erstinstanz erweist sich somit betreffend die schriftliche 

Prüfung inhaltlich als korrekt. Ob die Erteilung des zusätzlichen halben 

Punktes in der Aufgabe 2 des Falls A (für den Zweitverdienerabzug) keine 

bessere Note begründen kann, wird im Rahmen der materiellen Erwägun-

gen zur Punkteerteilung (nachfolgend Erwägung 6.7) zu prüfen sein. 

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Seite 11 

3.3.3 Der Musterlösung zur mündlichen Prüfung ist am Seitenrand die er-

reichte und die maximale Punktzahl zu entnehmen, wobei zudem verein-

zelt im Textbereich der Musterlösung Handzeichen und von der Beschwer-

deführerin formulierte Antworten vermerkt sind. Aus der Nennung der er-

reichten und der maximalen Punktzahl für jede einzelne Frage und der zum 

Teil präzisierenden Angabe von Handzeichen und von der Beschwerdefüh-

rerin verwendeten Formulierungen, erweist sich die Bewertung insofern als 

nachvollziehbar, als die mit einem Handzeichen vermerkten Stichworte von 

der Beschwerdeführerin genannt und deshalb mit Punkten versehen wor-

den sind, während die anderen Stichworte von der Beschwerdeführerin 

nicht genannt und deshalb nicht mit Punkten bewertet worden sind. Die 

Beschwerdeführerin bestreitet dies nicht, sondern rügt ausschliesslich, 

dass die Bewertung der mündlichen Prüfung nicht begründet worden sei 

und sich die Gründe für die Punktevergabe nicht erschliessen liessen. 

Ohne sich zu den Bewertungsdokumenten zu äussern oder wenigstens 

eine ansatzweise Begründung für ihre Aussage vorzubringen, beschränkt 

sie ihre Rüge auf die Behauptung, dass die Bewertung der mündlichen 

Prüfung nicht begründet worden sei. Diese pauschale Behauptung erfüllt 

die Anforderungen an eine substantiiert vorgetragene und hinreichend be-

legte Rüge nicht und widerspricht zusätzlich den aktenkundigen Bewer-

tungsdokumenten. Mangels begründeter Anhaltspunkte, dass die Bewer-

tung der mündlichen Prüfung nicht nachvollziehbar sei, ist auf die nicht nä-

her ausgeführte Rüge der Verletzung der Begründungspflicht infolge man-

gelnder Substantiierung vorliegend nicht näher einzugehen (vgl. oben 

E. 3.2). Die Erstinstanz hat demnach auch bei der mündlichen Prüfung ihre 

Begründungspflicht nicht verletzt. Die Feststellung der Vorinstanz bezüg-

lich der Begründungspflicht der Erstinstanz erweist sich somit inhaltlich 

ebenfalls betreffend die mündliche Prüfung als korrekt. 

3.3.4 Zusammengefasst ist somit festzuhalten, dass das Akteneinsichts-

recht der Beschwerdeführerin in die Prüfungsunterlagen nicht verletzt wor-

den ist und die Erstinstanz die angefochtenen Verfügung ausreichend be-

gründet hat. Demnach ist auch der vorinstanzliche Entscheid sowohl be-

treffend die Begründungspflicht der Erstinstanz als auch das Aktenein-

sichtsrecht der Beschwerdeführerin nicht zu beanstanden. Das rechtliche 

Gehör der Beschwerdeführerin wurde demnach nicht verletzt und der An-

trag der Beschwerdeführerin auf Gewährung der Akteneinsicht ist nach 

dem Gesagten abzuweisen.  

B-5995/2022 

Seite 12 

4.  

4.1 Betreffend die schriftliche Klausur macht die Beschwerdeführerin gel-

tend, dass lärmintensive Arbeiten im Konferenzraum eines Hotels keine 

ideale Prüfungsumgebung darstellten. Dies habe das Prüfungsergebnis 

der Beschwerdeführerin in kausaler Weise beeinflusst. Dass trotz der 

Lärmeinwirkungen der gleiche Massstab angewendet worden sei, wie bei 

Prüflingen, die durchgehend volle Konzentration gehabt hätten, stelle ei-

nen rechtserheblichen Verstoss gegen das Rechtsgleichheitsgebot dar. 

Eine Rüge des Lärmpegels habe nicht zwingend stattfinden müssen, da es 

sich bei der Lärmbelastung im Prüfungsraum um "objektive Umstände" ge-

handelt habe. Der Sinn und Zweck einer Rüge bestehe darin, auf den Feh-

ler aufmerksam zu machen, damit entsprechend darauf reagiert werden 

könne. Handle es sich um einen objektiven Fehler, der bereits bekannt sei, 

sei eine Rüge entbehrlich. Ebenfalls sei eine Rüge nur dann zwingend zu 

erheben, wenn eine nachträgliche Feststellung der Umstände nicht mög-

lich sei. Die Feststellung von Lärm sei jedoch beispielsweise mittels Befra-

gung anderer Prüflinge leicht zu ermitteln. 

4.2 Die Erstinstanz äussert sich nicht zur Lärmbelastung anlässlich der 

schriftlichen Klausur, hält aber fest, dass sie "alle Beschwerdepunkte erst-

instanzlich ausführlich kommentiert" habe. Kraft dieses sinngemässen Ver-

weises auf die erstinstanzlich erfolgten Kommentierungen vom 7. April 

2022 macht sie demnach zusammengefasst geltend, dass der Lärmpegel 

während der schriftlichen Klausur nicht störend gewesen sei. Die Kandida-

tinnen und Kandidaten seien auf sechs Räume verteilt gewesen und seien 

auf die schriftlichen Aufgaben konzentriert gewesen, wodurch kein Lärm 

habe entstehen können. Die Prüfungsleitung habe weder von der Be-

schwerdeführerin noch von anderen Kandidatinnen und Kandidaten Rekla-

mationen wegen Lärmes erhalten und somit auch keine entsprechenden 

Massnahmen getroffen. 

4.3 Die Vorinstanz bestreitet die Ausführungen der Beschwerdeführerin zu 

der schriftlichen Klausur ausschliesslich mit dem Verweis auf ihren Be-

schwerdeentscheid. Diesem ist im Wesentlichen zu entnehmen, dass nicht 

jede noch so geringfügige Störung oder Unterbrechung zum Anlass ge-

nommen werden könne, um die Durchführung eines Prüfungsverfahrens in 

Frage zu stellen. Vielmehr müsse die Beeinträchtigung so schwerwiegend 

sein, dass sie nach dem Lauf der Dinge und der allgemeinen Erfahrung 

geeignet sei, die Feststellung der Leistungsfähigkeit und des Wissens der 

Kandidatin zu verunmöglichen oder doch wesentlich zu erschweren. 

B-5995/2022 

Seite 13 

Demzufolge müsse ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen der 

Störung und der Leistung der Kandidatin bestehen. 

4.4 Mit Blick auf den Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV) 

sowie zum Schutz der Chancengleichheit aller Kandidierenden im Prü-

fungsverfahren sind Mängel im Prüfungsablauf schnellstmöglich geltend zu 

machen (vgl. Urteil des BGer 2C_769/2019 vom 27. Juli 2020 E. 7.2). Der 

Anspruch eines Prüfungskandidaten auf Beseitigung des Mangels und 

dessen Folgen erlischt demzufolge, wenn er trotz Kenntnis des Verfahrens-

mangels die ihm zumutbare Rüge unterlässt und sich auf das fehlerhafte 

Prüfungsverfahren einlässt. Durch die Pflicht zur schnellstmöglichen Rüge 

eines Verfahrensmangels soll verhindert werden, dass sich der betroffene 

Kandidat im Verhältnis zu den anderen Prüfungsteilnehmenden eine ihm 

nicht zustehende weitere Prüfungschance verschafft, indem er in Kenntnis 

des Verfahrensmangels das Prüfungsergebnis zunächst abwartet (vgl. Ur-

teile des BGer 2C_769/2019 vom 27. Juli 2020 E. 7.2 und 2D_7/2011 vom 

19. Mai 2011 E. 4.6; Urteile des BVGer B-5896/2019 vom 29. Mai 2020 

E. 5.2, B-5510/2015 vom 12. Juli 2017 E. 5.3 und B-2204/2006 vom 

28. März 2007 E. 7). Für die Entscheidung darüber, ob eine Rüge hinrei-

chend schnell erhoben worden ist, kommt es darauf an, ob und ab welchem 

Zeitpunkt es dem Prüfungskandidaten zugemutet werden konnte, auf den 

ihm bekannten Verfahrensfehler hinzuweisen. Dies hängt von den Umstän-

den des Einzelfalls ab (vgl. Urteile des BGer 2C_967/2022 vom 25. Mai 

2923 E. 6 mit weiteren Hinweisen und 2C_769/2019 vom 27. Juli 2020 

E. 7.3). 

4.5 Die Beschwerdeführerin begründet ihre Rüge betreffend die Lärmein-

wirkungen mit "lärmintensiven Arbeiten" des Hotelbetriebs. Soweit die 

Vorinstanz betreffend die gerügten Lärmeinwirkungen auf die Ausführun-

gen der Erstinstanz vom 7. April 2022 an die Vorinstanz verweist, ist fest-

zuhalten, dass vorliegend nicht Geräuschimmissionen anderer Kandidatin-

nen und Kandidaten, sondern des Hotelbetriebs gerügt werden. Umstritten 

ist, ob die allfälligen Lärmeinwirkungen durch den Hotelbetrieb anlässlich 

der schriftlichen Klausur als erheblich zu qualifizieren sind. Diesbezüglich 

deuten bereits die sich gegenseitig widersprechenden Standpunkte der 

Beschwerdeführerin und der Erstinstanz darauf hin, dass der behauptete 

Lärmpegel nicht ohne weiteres als "objektiver Umstand" betrachtet werden 

kann. Mangels Beanstandungen anderer Prüfungskandidatinnen und Prü-

fungskandidaten sowie fehlenden Einschreitens der Prüfungsaufsicht 

musste es für die Beschwerdeführerin erkennbar gewesen sein, dass die 

behauptete Erheblichkeit der Lärmeinwirkungen nicht offenkundig 

B-5995/2022 

Seite 14 

gewesen sein konnte oder diesbezüglich zumindest unterschiedliche Auf-

fassungen bestanden haben könnten. Weil über Störungseinwirkungen ty-

pischerweise unterschiedliche Auffassungen bestehen können, beschreibt 

die vorliegende Situation geradezu beispielhaft, dass eine entsprechende 

Beanstandung in casu anlässlich der schriftlichen Klausur unmittelbar hätte 

erfolgen müssen. Wenn die Beschwerdeführerin den Lärm als derart er-

heblich einstufe, dass ihre Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt war, 

hätte sie sich veranlasst sehen müssen, dies sofort zu beanstanden. Dies-

falls hätte die Prüfungsaufsicht allenfalls noch während der Prüfung ent-

sprechende Vorkehrungen treffen können. Den geltend gemachten Verfah-

rensfehler erst nach Kenntnis des Prüfungsergebnisses im Beschwerde-

verfahren zu erheben, verstösst gegen den Grundsatz von Treu und Glau-

ben. Die Rüge des Verfahrensfehlers erfolgte demnach vorliegend verspä-

tet. 

5.  

5.1 Die Beschwerdeführerin macht betreffend die Bewertung der mündli-

chen Prüfung geltend, dass die wiederholte Unterbrechung ihrer Präsenta-

tion durch Zwischenfragen der Prüfungsexperten einen Verfahrensfehler 

darstelle. Bei einer kurzen Präsentationszeit von maximal nur zwölf Minu-

ten falle jede Minute ins Gewicht. Bei einer Redezeit von 14 Minuten mit 

Unterbrechungen sei deutlich ersichtlich, dass der Vortrag ohne Unterbre-

chungen den zeitlichen Vorgaben entsprochen hätte. Es sei nicht nachvoll-

ziehbar, dass eine Zeitüberschreitung von zwei Minuten – welche noch 

nicht einmal von der Beschwerdeführerin selbst verursacht worden sei – 

1,5 Minuspunkte im Kriterium Zeitmanagement zur Folge habe. Das Ver-

halten der Experten sei kausal für die Zeitüberschreitung. Ebenfalls bleibe 

zu beachten, dass jegliche Unterbrechung einer Kandidatin oder eines 

Kandidaten während einer Präsentation dazu führe, dass die Konzentra-

tion zumindest für kurze Zeit unterbrochen werde. Diese Konzentrations-

minderung führe wiederum zu einer Ungleichbehandlung. So durften an-

dere Prüfungskandidatinnen und -kandidaten ohne oder mit nur einer Un-

terbrechung ihre volle Konzentration dem Vortragen widmen. Die Prü-

fungsexperten hätten mit den Zwischenmeldungen ihren Ermessensspiel-

raum überschritten. 

5.2 Betreffend die mündliche Prüfung führt die Erstinstanz mit Verweis auf 

ihre Stellungnahme vom 7. September 2021 zur Beschwerde an die Vor-

instanz aus, dass gemäss den je unabhängig erfolgten Auskünften der 

zwei Experten, der Kandidatin bei der Präsentation der Fokus auf das 

B-5995/2022 

Seite 15 

Wesentliche gefehlt habe. Die gesprächsführende Expertin habe versucht 

die Beschwerdeführerin auf die Präsentationsaufgaben hinzuweisen, um 

zu verhindern, dass die Kandidatin zu viel Zeit mit Themen verlieren würde, 

für welche die Experten anschliessend keine Punkte hätten vergeben kön-

nen. Die Zwischenfragen der Expertin seien somit im Sinne von Hilfestel-

lungen zugunsten der Kandidatin erfolgt. Wenn eine Präsentation stark an 

den erwarteten Inhalten vorbeizugehen oder viel zu lange zu werden 

drohe, seien den Experten solche kurzen Hinweise erlaubt. Die Experten 

seien entsprechend geschult. Am Ende ihrer Präsentation sei die Kandida-

tin gemäss den Notizen der Experten auf Themen eingegangen, die nicht 

gefragt gewesen seien, wie z. B. die Höhe der Hypothek und das Finanzie-

rungskonzept. Mit 14 Minuten (gemäss der Kandidatin) sei die Präsenta-

tion deutlich zu lange gewesen. Dies sei allerdings nicht daran gelegen, 

dass die Kandidatin unterbrochen worden wäre. Vielmehr habe sie dank 

dieser Unterbrechung Fachkompetenzpunkte erzielen können, die sie 

sonst vermutlich verpasst hätte. Die zu lange Präsentationszeit begründe 

sich offensichtlich durch das zu lange und zu freie Reden der Kandidatin. 

5.3 Zu der mündlichen Prüfung macht die Vorinstanz mit Verweis auf den 

vorinstanzlichen Entscheid im Wesentlichen geltend, die Beschwerdefüh-

rerin sei "unbestrittenermassen jeweils nur kurz unterbrochen" worden, 

weshalb wohl eher von einer geringfügigen Störung auszugehen sei. Ent-

scheidend sei jedoch, dass keine Vorschriften dazu beständen, wie sich 

die Expertinnen und Experten während der Präsentation zu verhalten hät-

ten. Sie hätten also diesbezüglich einen Ermessensspielraum, was auch 

die Beschwerdeführerin zugestehe, erachte diese doch Unterbrechungen 

der Präsentation unter Umständen als gerechtfertigt, wenn auch nicht in 

ihrem spezifischen Fall. Gemäss der einschlägigen Beweislastverteilung 

müsse die Beschwerdeführerin den Ermessensfehler der Expertin nach-

weisen, da sie daraus Rechte für sich ableite. Eine "allfällige Beweislosig-

keit" gehe zulasten der Beschwerdeführerin. Weil "Aussage gegen Aus-

sage" stehe und keine anderen Beweismittel ersichtlich seien, sei von der 

Sachverhaltsdarstellung der Erstinstanz auszugehen. 

5.4 Im Verwaltungsverfahren besteht zwar die Pflicht zur amtlichen Sach-

verhaltsfeststellung (Art. 12 VwVG). Dieser Untersuchungsgrundsatz än-

dert aber nichts an der materiellen Beweislast. Die Beweislast richtet sich 

nach der Beweislastregel von Art. 8 ZGB, sofern das massgebliche Recht 

keine spezifische Beweisregel enthält. Danach hat derjenige die Folgen 

der Beweislosigkeit zu tragen, der aus einer unbewiesen gebliebenen Tat-

sache Rechte ableiten will (Urteile des BVGer B-4383/2016 vom 

B-5995/2022 

Seite 16 

19. September 2018 E. 6.2, B-6405/2016 vom 5. Dezember 2017 E. 5.3, 

B-5003/2015 vom 11. Februar 2016 E. 2, B-6776/2014 vom 24. September 

2015 E. 3.1, B-6553/2013 vom 8. Juli 2014 E. 3.2 und B-6049/2012 vom 

3. Oktober 2013 E. 4.5.2). Die Beweislast für allfällige Verfahrensfehler ob-

liegt dem Beschwerdeführer (vgl. Urteile des BVGer B-671/2020 vom 

6. Oktober 2020 E. 2.5, B 832/2019 vom 20. Februar 2020 E. 2.5, 

B-1364/2019 vom 29. Januar 2020 E. 2.5, B 5621/2018 vom 19. Juni 2019 

E. 2.5 und B 5284/2018 vom 14. Januar 2019 E. 3.3). Nicht jede Unstim-

migkeit im Prüfungsverfahren kann freilich zum Anlass genommen werden, 

das Prüfungsergebnis in Frage zu stellen: Mängel im Prüfungsverfahren 

sind nur dann rechtserheblich, wenn sie das Prüfungsergebnis entschei-

dend beeinflussen können oder effektiv beeinflusst haben (vgl. BGE 147 I 

73 E. 6.7; Urteile des BGer 2D_6/2010 vom 24. Juni 2010 E. 5.2 und 

1P.420/2000 vom 3. Oktober 2000 E. 4b). 

5.5 Die Beschwerdeführerin rügt einerseits die Bewertung des Kriteriums 

"Zeitmanagement" mit null von 1,5 Punkten, macht aber anderseits gel-

tend, dass die wiederholten Unterbrechungen während der gesamten 

mündlichen Präsentation ihre Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt hät-

ten. Diese durch Unterbrechungen bewirkte verminderte Konzentrationsfä-

higkeit, welche die ganze mündliche Präsentation beeinflusst habe, stelle 

deshalb aus ihrer Sicht einen Verfahrensfehler dar. 

Die mündliche Prüfung der Beschwerdeführerin umfasste mehrere Aufga-

ben sowie einen Präsentationsauftrag. Die Beschwerdeführerin erzielte ge-

mäss der Übersicht der Erstinstanz vom 7. April 2022 in den Präsentati-

onsaufgaben der mündlichen Prüfung vom 17. Juni 2021 16,5 von maximal 

möglichen 35 Punkten. Die Erteilung von zusätzlichen 18,5 Punkten in der 

mündlichen Prüfung erwiese sich vorliegend in Bezug auf das Prüfungser-

gebnis als rechtserheblich, da diese die genügende Gesamtnote 4 bewir-

ken würde. Demgegenüber würde die Erteilung von zusätzlichen 1,5 Punk-

ten für das Kriterium "Zeitmanagement" in der mündlichen Prüfung – wie 

in der nachfolgenden Erwägung 6 ausgeführt wird – keine genügende Ge-

samtnote bewirken und erweist sich somit in Bezug auf das Prüfungser-

gebnis nicht als rechtserheblich. Es ist somit nachfolgend zu prüfen, ob die 

durch Zwischenfragen bewirkten Unterbrechungen und die dadurch allen-

falls beeinträchtigte Konzentrationsfähigkeit einen Verfahrensfehler oder 

eine Ungleichbehandlung darstellt. 

5.6 Ob und inwiefern die Präsentation an der mündlichen Prüfung durch 

Zwischenfragen zwecks Hilfestellungen unterbrochen werden darf, findet 

B-5995/2022 

Seite 17 

in der Prüfungsordnung und der Wegleitung keine Regelung. In Bezug auf 

die Anzahl und den Inhalt von Fragen anlässlich einer mündlichen Präsen-

tation muss von einem erheblichen Beurteilungsspielraum der Experten 

ausgegangen werden. Die Beschwerdeführerin setzt sich vorliegend in kei-

ner Art und Weise mit der Begründung der Prüfungsexpertin auseinander, 

wonach sie durch die Hinweise der gesprächsführenden Expertin im Sinne 

einer Hilfestellung davon abgehalten worden sei, zu viel Zeit mit Themen 

zu verlieren, für welche die Experten anschliessend keine Punkte hätten 

vergeben können. So unterlässt es die Beschwerdeführerin, auf die von 

der Erstinstanz konkret genannten Beispiele zu nicht gefragten Themen 

wie der Höhe der Hypothek und des Finanzierungskonzepts einzugehen. 

Weiter lassen sich weder den Parteivorbringen noch den Akten Hinweise 

auf die ungefähre Anzahl oder die Dauer der geltend gemachten Unterbre-

chungen entnehmen. Mangels Vorbringen der Beschwerdeführerin, lässt 

sich demnach nicht eruieren, ob und wie lange die Präsentationszeit durch 

Zwischenfragen verlängert worden ist und wieweit diese ihre Konzentrati-

onsfähigkeit eingeschränkt haben sollten. Mithin lässt sich entgegen der 

Behauptung der Beschwerdeführerin nicht feststellen, dass die anlässlich 

der mündlichen Prüfung erfolgten Zwischenfragen durch die Experten ei-

nen Verfahrensmangel darstellen. Ebenfalls erweist sich die Rüge der Un-

gleichbehandlung mangels hinreichender Substantiierung als unbegrün-

det. So führt die Beschwerdeführerin nicht aus, dass andere Prüfungskan-

didatinnen und Prüfungskandidaten, bei denen eine ähnliche Zeitüber-

schreitungen beanstandet wurde, mehr Punkte als die Beschwerdeführerin 

erhalten hätten oder in anderer Form eine Ungleichbehandlung vorgelegen 

sei. In dieser Situation kann nicht davon ausgegangen werden, dass die 

Zwischenfragen der Expertinnen und Experten anlässlich der mündlichen 

Präsentation der Beschwerdeführerin einem Mangel im Verfahrensablauf 

gleichkommen. 

6.  

6.1  Nach Art. 27 Bst. a BBG (Bundesgesetz über die Berufsbildung vom 

13. Dezember 2002 [Berufsbildungsgesetz, BBG; SR 412.10]) kann die hö-

here Berufsbildung durch eine eidgenössische Berufsprüfung oder eine 

eidgenössische höhere Fachprüfung erworben werden. Die Prüfungen set-

zen eine einschlägige berufliche Praxis und einschlägiges Fachwissen vor-

aus (Art. 28 Abs. 1 BBG). Die zuständigen Organisationen der Arbeitswelt 

regeln die Zulassungsbedingungen, Lerninhalte, Qualifikationsverfahren, 

Ausweise und Titel. Die Vorschriften unterliegen der Genehmigung durch 

das SBFI (Art. 28 Abs. 2 BBG). 

B-5995/2022 

Seite 18 

6.2 Den eidgenössischen Fachausweis als Finanzplanerin und Finanzpla-

ner erhält, wer die Berufsprüfung Finanzplanerin / Finanzplaner bestanden 

hat (Art. 43 Abs. 1 BGG i.V.m. Ziff. 6.43 der Prüfungsordnung über die Be-

rufsprüfung Finanzplanerin / Finanzplaner vom 9. Oktober 2008 mit Ände-

rung vom 26. September 2011 [in den Akten;] im Folgenden: Prüfungsord-

nung). Die Prüfungsordnung sieht in Ziff. 6.41 vor, dass die Abschlussprü-

fung bestanden ist, wenn (a) die Gesamtnote nicht unter 4.0 ist und (b) 

keine Note eines Prüfungsteils unter 3.5 ist. Die Abschlussprüfung umfasst 

den mit 30 Prozent gewichteten Prüfungsteil "Themen der Finanzplanung", 

bestehend aus einer schriftlichen Klausur von 90 Minuten, und den mit 70 

Prozent gewichteten Prüfungsteil "Finanzplanung für private Haushalte", 

bestehend aus einer schriftlichen Klausur von 240 Minuten und einer 

mündlichen Prüfung von 30 Minuten (vgl. Ziff. 5.11 der Prüfungsordnung). 

Die Note eines Prüfungsteils ist das Mittel der entsprechenden Positions-

noten. Sie wird auf eine Dezimalstelle gerundet (Ziff. 6.22 der Prüfungsord-

nung). Die detaillierten Bestimmungen über die Abschlussprüfung sind in 

der Wegleitung zur Prüfungsordnung nach Ziff. 2.21 Bst. a aufgeführt 

(Ziff. 5.21 der Prüfungsordnung). Der Prüfungsteil 1 „Themen der Finanz-

planung“ wird in der Regel als strukturierte Prüfung im Online-Modus 

durchgeführt. Der Prüfungsteil 2 „Finanzplanung für private Haushalte“ be-

steht aus einer schriftlichen Klausur und einer mündlichen Prüfung (vgl. 

S. 13 der Wegleitung 2020 zur Prüfungsordnung 2011 über die Berufsprü-

fung für Finanzplanerin / Finanzplaner modular mit Abschlussprüfung vom 

1. März 2020; im Folgenden: Wegleitung). Für die Ermittlung der Teilnote 

im Prüfungsteil "Themen der Finanzplanung" werden die Positionen "Vor-

sorge" und "Vermögensanlage" je mit 50 Prozent gewichtet. Für die Ermitt-

lung der Teilnote im Prüfungsteil "Finanzplanung der privaten Haushalte" 

werden die schriftliche Klausur und die mündliche Prüfung je mit 50 Pro-

zent gewichtet (Wegleitung, S. 7). 

6.3 Die Beschwerdeführerin erzielte im Prüfungsteil "Themen der Finanz-

planung" die auf einen Zehntel gerundete Note 4.3, welche sich aus dem 

arithmetischen Mittel der Teilnoten 3.5 im Bereich "Vertiefung Vorsorge" 

und 5.0 im Bereich "Vertiefung Vermögen" berechnet. Im Prüfungsteil "Fi-

nanzplanung für private Haushalte" erzielte sie die mit 70 Prozent gewich-

tete Note 3.3, welche sich aus dem auf einen Zehntel gerundeten arithme-

tischen Mittel der Teilnoten 3.5 für die mündliche Prüfung und 3.0 für die 

schriftliche Klausur ergibt. Daraus resultiert die auf einen Zehntel gerun-

dete und gewichtete Gesamtnote 3.6 (0.7 x [3.5 + 3] : 2 + 0.3 x [3.5 + 5] : 

2 = 3.55). Die Beschwerdeführerin beschränkt ihre Rügen auf die schriftli-

che Klausur und die mündliche Prüfung im Prüfungsteil "Finanzplanung für 

B-5995/2022 

Seite 19 

private Haushalte". Die Bewertung des Prüfungsteils "Themen der Finanz-

planung" wird nicht beanstandet. Die nachfolgend zu prüfende schriftliche 

Klausur der Beschwerdeführerin im Bereich "Finanzplanung für private 

Haushalte" wurde gemäss den zwei entsprechenden Prüfungsbogen in die 

Fälle A und B aufgeteilt. Im Fall A erreichte sie 32 von 50 Punkten und im 

Fall B 11,5 von 50 Punkten. Mit 43,5 von 100 Punkten erzielte sie gemäss 

der Notenskala die Note 3. Es fehlen ihr in der schriftlichen Klausur gemäss 

der Notenskala somit 1,5 Punkte für die Note 3,5 und 11,5 Punkte für die 

Note 4. 

6.4 Die Beschwerdeführerin erreichte in der mündlichen Prüfung mit 52 von 

100 Punkten die Note 3,5. Ihr fehlen somit gemäss der Notenskala drei 

Punkte für die Note 4. Da die Erhöhung einer halben Note in der mündli-

chen Prüfung oder in der schriftlichen Klausur die auf einen Zehntel gerun-

dete ungenügende Gesamtnote 3.7 bewirkte (0,7 x [3,5 + 3 + 0.5] : 2 + 0,3 

x [3,5 + 5] : 2 = 3,73), und infolge der Gewichtung des Prüfungsteils "Fi-

nanzplanung für private Haushalte" mit 70 Prozent selbst die Erhöhung ei-

nes ganzen Notenpunktes keine genügende Note bewirken würde (0.7 x 

[3,5 + 3 + 1] : 2 + 0.3 x [3.5 + 5] : 2 = 3,9), müsste die Benotung des 

Prüfungsteils 2 „Finanzplanung für private Haushalte“ mindestens 1,5 No-

tenpunkte höher ausfallen, um eine genügende Note erzielen zu können, 

womit die Abschlussprüfung als bestanden gälte (0.7 x [3,5 +3 + 1,5] : 2 + 

0.3 x [3.5 + 5] : 2 = 4,1).  

6.5 Die Beschwerdeführerin beanstandet die Erteilung von 1,5 Punkten für 

das Kriterium Zeitmanagement in der mündlichen Prüfung. Weiter bean-

standet sie die Punkteverteilung in bestimmten Aufgaben. Zwar beantragt 

sie in ihren Rechtsbegehren betreffend die schriftliche Klausur vom 4. Juni 

2021 die Erteilung von Punkten in den Aufgaben 2, 3 und 5.3 des Falls A 

sowie in den Aufgaben 1.4 und 1.6 des Falls B, jedoch beschränkt sie sich 

in ihrer Beschwerdebegründung auf Ausführungen zu den Aufgaben 2 und 

5.1 des Falls A sowie der Aufgabe 1.4 des Falls B der schriftlichen Klausur. 

So sei ihr im Fall A in den Aufgaben 2 und 5.1 je ein halber Punkt zu erteilen 

und im Fall B in der Aufgabe 1.4 zusätzlich ein halber Punkt zuzusprechen. 

In der mündlichen Prüfung vom 17. Juni 2021 sei ihr in der Teilaufgabe 3.1 

des Teils 3 des Falls 2 mindestens ein zusätzlicher Punkt zu erteilen. In der 

Frage 2 des Teils 3 des Falls 2 derselben Prüfung seien ihr nur 2,5 von 

sieben Punkten erteilt worden, wobei sie nicht ausführt wieviele Punkte ihr 

in dieser Aufgabe erteilt werden sollten. 

B-5995/2022 

Seite 20 

6.6 Im Rahmen der Begründung kann ohne weiteres jede Punktevergabe 

bzw. Positions- oder Unterpositionsnote beanstandet werden, solange die 

Beanstandungen für den Ausgang des Verfahrens relevant sein können 

(Urteil des BVGer B 3222/2022 E. 5.1). Sofern das Rechtsbegehren der 

Beschwerdeführerin, ihr seien zusätzliche Punkte zu erteilen, keinen 

Einfluss auf das Bestehen der Berufsprüfung hat, fehlt es ihr aber an einem 

schutzwürdigen Interesse im Sinne des Gesetzes (Art. 48 Abs. 1 Bst. c 

VwVG) an der Überprüfung der Bewertung ihrer Leistung. Da die 

Prüfungsordnung an die Erteilung von Punkten allein keine Rechtsfolgen 

knüpft, hat die Beschwerdeführerin über das Bestehen der Gesamtprüfung 

hinaus kein schutzwürdiges Interesse an der Überprüfung von einzelnen 

Punkteerteilungen (vgl. E. 1.3 hiervor). Aus diesen Gründen ist nach-

folgend zu prüfen, ob die begehrte Punkteerteilung überhaupt das 

Bestehen der Berufsprüfung als Finanzplanerin bewirken könnte. 

6.7 Zwar macht die Beschwerdeführerin, wie bereits erwähnt, geltend, 

dass ihr in der Frage 2 des Teils 3 des Falls 2 der mündlichen Prüfung nur 

2,5 von sieben Punkten erteilt worden seien, jedoch unterlässt sie es dar-

zulegen, ob sie die volle Punktzahl oder nur die Erteilung einzelner Punkte 

in dieser Aufgabe verlangt. Zugunsten der Beschwerdeführerin wird das 

Begehren vorliegend als Antrag auf Erteilung von 4,5 Punkten in der 

Frage 2 des Teils 3 des Falls 2 verstanden. Entgegen den Ausführungen 

der Beschwerdeführerin hat sie gemäss der Experten-Version zum Fall 2 

der mündlichen Prüfung vom 17. Juni 2021 in der Teilaufgabe 2.3 nicht wie 

behauptet einen halben Punkt, sondern die in dieser Teilaufgabe maximal 

mögliche Punktzahl von einem Punkt erreicht. Ebenfalls hat sie in der Auf-

gabe 3.1 derselben Prüfung nicht wie behauptet einen halben Punkt, son-

dern einen von zwei Punkten erhalten. Weiter wurde der Beschwerdefüh-

rerin gemäss der Übersicht der bewerteten Aufgaben im Schreiben der 

Erstinstanz vom 7. April 2022 in der schriftlichen Klausur vom 4. Juni 2021 

der geltend gemachte halbe Punkt für den Zweitverdienerabzug bereits zu-

gesprochen, so dass die Beschwerdeführerin in der Aufgabe 2 des Falls A 

der schriftlichen Klausur bereits 6,5 statt wie ursprünglich sechs Punkte 

erhalten hat. Zusätzlich macht sie – wie in Erwägung 5.5 erwähnt wurde – 

geltend, dass ihr für das Kriterium Zeitmanagement bei der mündlichen 

Präsentation 1,5 Punkte zu gewähren seien. Sie macht somit zusammen-

gefasst in der schriftlichen Klausur vom 4. Juni 2021 im Fall A (in der Auf-

gabe 5.1) sowie im Fall B (in der Aufgabe 1.4) jeweils die Erteilung von 

einem zusätzlichen halben Punkt und in der mündlichen Prüfung vom 

17. Juni 2021 zusätzliche 10 Punkte geltend (4,5 Punkte für die Frage 2, je 

1,5 Punkte für die Teilfragen 2.1 und 2.2, einen Punkt für die Aufgabe 3.1 

B-5995/2022 

Seite 21 

und 1,5 Punkte für das Kriterium Zeitmanagement bei der mündlichen Prä-

sentation). 

6.8 Würden der Beschwerdeführerin im Fall A der schriftlichen Klausur vom 

4. Juni 2021 der geltend gemachte halbe Punkt und im Fall B der geltend 

gemachte halbe Punkt erteilt, so wiese sie im Fall A neu 32,5 statt 32 (von 

50 Punkten) auf und im Fall B neu 12 statt 11,5 (von 50 Punkten). Mit die-

sen neu 44,5 statt 43,5 (von 100) Punkten würde sie gemäss der Noten-

skala unverändert die Note 3 erreichen. Würden der Beschwerdeführerin 

in der mündlichen Prüfung vom 17. Juni 2021 zusätzliche zehn Punkte er-

teilt, so erzielte sie neu 62 statt 52 (von 100) Punkten und würde damit 

gemäss Notenskala die Note 4 (statt 3.5) erreichen. Der Prüfungsteil Fi-

nanzplanung für private Haushalte würde durch die neu ermittelte Note 4 

(statt 3,5) für die mündliche Prüfung und die unveränderte Note 3 für die 

schriftliche Klausur mit der Note 3,5 bewertet. Dies bewirkte jedoch keine 

genügende Gesamtnote, sondern der gewichtete auf einen Zehntel gerun-

dete Notenschnitt würde lediglich von 3,6 auf 3,7 angehoben (0,7 x [4 + 3] 

: 2 + 0,3 x [3,5 + 5] : 2 = 3,7; vgl. E. 6.4). Daraus folgt, dass die Beschwer-

deführerin selbst bei der Erteilung sämtlicher der beantragten zusätzlichen 

Punkte noch immer nicht die genügende Gesamtnote 4 erreichen würde. 

Da die Beschwerdeführerin somit selbst bei der Erteilung sämtlicher noch 

strittigen Punkte die Abschlussprüfung nicht bestehen könnte, kann die 

Frage, ob der Beschwerdeführerin im Fall A der schriftlichen Klausur vom 

4. Juni 2021 ein zusätzlicher Punkt und im Fall B der schriftlichen Klausur 

vom 4. Juni 2021 ein zusätzlicher halber Punkt und in der mündlichen Prü-

fung vom 17. Juni 2021 weitere zehn Punkte erteilt werden müssten, man-

gels Relevanz für den Ausgang des Verfahrens offenbleiben (vgl. Urteile 

des BVGer B-5926/2016 E. 1.2.5, B-2103/2019 E. 19.10 f. und 

B-5256/2019 E. 7). Daraus folgt, dass die Beschwerde insgesamt unbe-

gründet und damit abzuweisen ist, soweit darauf eingetreten werden kann. 

7.  

7.1 Entsprechend dem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin die 

Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG sowie Art. 1 ff. des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Spruchge-

bühr richtet sich unter anderem nach Umfang und Schwierigkeit der Streit-

sache sowie nach Art der Prozessführung (Art. 63 Abs. 4bis VwVG und 

Art. 2 Abs. 1 VGKE). Die Verfahrenskosten sind auf CHF 1'500.– 

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festzusetzen und mit dem von der Beschwerdeführerin in gleicher Höhe 

geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. 

7.2 Der unterliegenden Beschwerdeführerin ist keine Parteientschädigung 

zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1 VGKE). 

7.3 Nach Art. 83 Bst. t des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 

Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG, SR 173.110) ist die Be-

schwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht 

unzulässig gegen Entscheide über das Ergebnis von Prüfungen und ande-

ren Fähigkeitsbewertungen, namentlich auf den Gebieten der Schule, der 

Weiterbildung und der Berufsausübung. Unter diesen Ausschlussgrund fal-

len Prüfungsergebnisse im eigentlichen Sinn, aber auch alle anderen Ent-

scheide, die sich auf eine Bewertung der intellektuellen oder physischen 

Fähigkeiten oder die Eignung eines Kandidaten beziehen (vgl. BGE 138 II 

42 E. 1.1 m.w.H.). Wenn andere Entscheide im Zusammenhang mit einer 

Prüfung strittig sind, insbesondere solche organisatorischer oder verfah-

rensrechtlicher Natur, bleibt das Rechtsmittel zulässig (vgl. BGE 147 I 73 

E. 1.2.1; 136 I 229 E. 1 je m.w.H.). 

 

  

B-5995/2022 

Seite 23 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Die Verfahrenskosten von CHF 1'500.– werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt und dem von ihr in gleicher Höhe einbezahlten Kostenvorschuss 

entnommen. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz, die Erstin-

stanz und das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und 

Forschung WBF. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Francesco Brentani Diego Haunreiter 

 

Versand: 21. Juli 2023 

 

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Seite 24 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen gemäss 

Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind (vgl. E. 7.3). Die Frist ist ge-

wahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bun-

desgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post 

oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertre-

tung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand:  21. Juli 2023 

  

B-5995/2022 

Seite 25 

 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

– Die Erstinstanz (Gerichtsurkunde) 

– das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, 

Bildung und Forschung WBF (Gerichtsurkunde)