# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 57b9a01c-19c2-5d17-bcc6-8e90c2b99fd7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-15
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 15.09.2020 S 2020 3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2020-3_2020-09-15.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 20 3

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti
RichterIn von Salis, Audétat 
Aktuar Paganini

URTEIL

vom 15. September 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Christian Thöny,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. A._____ war zuletzt bis Ende April 2006 als kaufmännische Angestellte 

beim Personal- und Organisationsamt B._____ tätig. Im April 2006 meldete 

sie sich erstmals bei der IV zum Leistungsbezug an unter Hinweis auf eine 

Erschöpfungsdepression. Dies bestätigten ihre damalige Psychologin, 

C._____, in ihrer Stellungnahme vom 10. Mai 2006, sowie ihr Hausarzt, Dr. 

med. D._____, der sie mit Arztbericht vom 4. August 2006 seit dem 2. 

September 2005 arbeitsunfähig geschrieben hatte, wobei er erläuternd 

ausführte, die zunehmenden zwischenmenschlichen Probleme am 

Arbeitsplatz im Sinne einer Mobbingsituation hätten dazu geführt.

2. Daraufhin befand sich A._____ in stationärer Behandlung in der Klinik 

E._____, wo u.a. ein Burnout-Syndrom mit längeren depressiven 

Symptomen festgestellt wurde, wobei während des Klinikaufenthalts eine 

Verbesserung erzielt werden konnte.

3. In der Folge liess die IV-Stelle A._____ in der Psychiatrischen Klinik 

F._____ medizinisch abklären. In ihrem psychiatrischen Gutachten vom 12. 

Februar 2007 diagnostizierten Dres. med. G._____ und H._____ eine 

mittelgradige depressive Störung (ICD-10 F32.1), eine gemischte 

Persönlichkeitsstörung mit paranoiden und ängstlich vermeidenden 

Anteilen (ICD-10 F61.0), eine Migräne mit Aura sowie einen Morbus 

Meulengracht. Sie erachteten die bisherige Tätigkeit als nicht mehr 

zumutbar. Dasselbe gelte derzeit für andere Tätigkeiten. Allerdings hätten 

Depressionen relative gute Prognosen. Nach ausreichender psychischer 

Stabilisierung, einer Umstellung der antidepressiven Medikation sowie 

einer Erarbeitung zusätzlicher sozialer Kompetenzen im Rahmen der 

Psychotherapie sollte es möglich sein, die Patientin schrittweise in den 

Arbeitsprozess zu reintegrieren. Mittelfristig liege die Leistungsfähigkeit der 

Patientin bei 50 bis 80 %.

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4. Mit Mahnschreiben vom 8. März 2007 forderte die IV-Stelle A._____ unter 

Hinweis auf ihre Schadenminderungspflicht dazu auf, eine ambulante oder 

stationäre Behandlung bei einem Psychiater oder einer Psychiaterin 

durchzuführen. Daraufhin meldete sie sich bei Dr. med. I._____, Facharzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie, an. In dessen Bericht vom 30. August 

2007 berichtete er von einem stationären Gesundheitszustand und sah die 

Durchführung medizinischer und beruflicher Massnahmen zur 

Verbesserung der Arbeitsfähigkeit als angezeigt. 

5. Zwischen dem 20. September 2007 und 10. Oktober 2007 befand sich 

A._____ erneut zur Behandlung in der Klinik E._____, anlässlich welcher 

eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, 

diagnostiziert wurde.

6. Im März 2008 holte die IV-Stelle bei der Psychiatrischen Klinik F._____ ein 

Verlaufsgutachten ein, das am 9. Juni 2008 von den Dres. med. K._____ 

und L._____ erstattet wurde. Sie stellten eine mittelgradige depressive 

Störung (ICD-10 F32.1), eine ängstliche (vermeidende) 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6) sowie eine Agoraphobie mit 

Panikstörung (ICD-10 F40.01) fest. Aufgrund ihrer Störung sei es A._____ 

noch nicht möglich, ihre bisherige Tätigkeit oder eine andere Tätigkeit 

auszuführen. In Übereinstimmung mit den betreuenden Therapeuten und 

Ärzten werde vorerst eine Arbeit im geschützten Rahmen (Bürotätigkeit wie 

in der angestammten Tätigkeit) empfohlen, zu Beginn in einem Pensum 

von 2 x 2 Stunden pro Woche mit Steigerungsmöglichkeiten bei einem 

stabilen Verlauf auf ein 50%-Pensum. Nach sechs Monaten stabiler 

Arbeitsleistung würden berufliche Massnahmen oder allenfalls ein direkter 

Wiedereinstieg in den freien Arbeitsmarkt als KV-Angestellte empfohlen.

7. In der Folge sprach die IV-Stelle A._____ Integrationsmassnahmen in Form 

eines Belastbarkeitstrainings beim M._____ Bürozentrum vom 8. 

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September 2008 bis 5. Dezember 2008 zu, mit dem Ziel, die Arbeitszeiten 

von 2 auf 4 Stunden pro Tag an mindestens 4 Tagen die Woche zu 

steigern. Ab dem 20. November 2008 konnte sie die Präsenzzeit von 4 

Stunden pro Tag erreichen.

8. Mit Mitteilungen vom 11. Dezember 2008 und 16. Juni 2009 erteile die IV-

Stelle A._____ eine Kostengutsprache für ein Aufbautraining beim 

Bürozentrum M._____ vom 8. Dezember 2008 bis 7. September 2009, 

wobei vereinbart wurde, die Arbeitszeit von 4 Stunden an mindestens 

4 Tagen die Woche auf maximal 100 % einer normalen Arbeitsstelle zu 

steigern. Dabei erreichte sie gemäss Schlussbericht vom 2. September 

2009 eine Präsenzzeit von 4 Stunden pro Tag an 5 Tagen die Woche und 

konnte das Pensum von 50 % konstant halten sowie viele der vereinbarten 

Ziele erreichen. Von Seiten des Bürozentrums M._____ wurde 

vorgeschlagen, ein Praktikum in der freien Wirtschaft bei einem 

Arbeitspensum von höchstens 50 % und einer Leistungsfähigkeit von 40 % 

zu absolvieren. 

9. In ihrem Bericht vom 7. Juli 2009 wies die Psychologin C._____ eine 

mittelgradige Depression sowie eine Angststörung mit 

konversionshysterischer Komponente aus und wies darauf hin, dass die 

depressive Symptomatik noch immer ein Ausmass habe, das eine 

regelmässige Arbeit und Arbeitsleistung nicht zulasse. 

10. Vom 7. September 2009 bis 28. Februar 2010 absolvierte A._____ ein 

Praktikum als Büroangestellte in der Gemeindeverwaltung Y._____ mit 

Arbeitszeiten von 8.00 bis 12.00 Uhr. Entsprechend erteilte die IV-Stelle mit 

Mitteilung vom 3. November 2009 eine Kostengutsprache für ein 

Arbeitstraining. Gleichentags wurden die Integrationsmassnahmen nach 

erfolgreichem Abschluss beendet. Gemäss dem Bericht Nachbetreuung 

Eingliederung vom 9. Dezember 2009 verlief das Praktikum nach 

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vereinbartem Plan. A._____ habe ein Pensum von 50 % halten können; 

eine Steigerung sei jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich 

gewesen. Sie sei unter Berücksichtigung ihrer Krankheit zu 50 % 

arbeitsfähig und belastbar. In ihrem eigenen Praktikumsbericht gab 

A._____ an, bei 50%-Pensum an die Grenze ihrer Möglichkeiten gestossen 

zu sein; sie sehe sich zu 40 % arbeitsfähig. Dies bestätigte auch ihr 

Hausarzt Dr. med. D._____ in seiner Stellungnahme vom 14. Dezember 

2009 genauso wie Dr. med. N._____, Facharzt Allgemeinmedizin, in 

seinem Arbeitsunfähigkeits-Zeugnis vom 25. Januar 2010, welcher sie für 

einen Monat zu 100 % krankschrieb, was gleichentags zum Abbruch des 

Praktikums führte.

11. Mit Mitteilung vom 8. März 2010 beendete die IV-Stelle die 

Arbeitsvermittlung mit Einverständnis von A._____.

12. In seiner Beurteilung vom 31. März 2010 schloss RAD-Arzt Dr. med. 

O._____ unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der beruflichen 

Eingliederung aus versicherungsmedizinischer Sicht auf ein zumutbares 

Pensum von 4 Tagen à 4.5 Stunden. 

13. Mit Verfügung vom 31. Mai 2010 sprach die IV-Stelle A._____ ab dem 2. 

September 2006 befristet bis zum 7. September 2008 eine ganze 

Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % zu. Für den Zeitraum 

vom 8. September 2008 bis 28. Februar 2010, während welchem berufliche 

Massnahmen mit Taggeldleistungen bezogen wurden, wurde ein Anspruch 

auf eine Invalidenrente verneint. Ab dem 1. März 2010 wurde A._____ bei 

einem Invaliditätsgrad von 66 % eine Dreiviertelsrente ausgerichtet. Dabei 

wurde von einer Arbeitsfähigkeit von 4.5 Stunden à 4 Tagen pro Woche 

ausgegangen, d.h. 18 Stunden pro Woche, was bei einer 41.6-Stunden-

Woche eine Arbeitsfähigkeit von 43 % ergebe. Dieser Entscheid erwuchs 

unangefochten in Rechtskraft. 

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14. Im Rahmen eines im April 2013 eingeleiteten Revisionsverfahrens gab 

A._____ an, ihr Gesundheitszustand habe sich seit April 2012 

verschlechtert. Auch ihr Hausarzt Dr. med. D._____ wies in seinem 

Arztbericht vom 2. September 2013 bei den bekannten Diagnosen aus, die 

seelische Situation habe sich mit einer schweren depressiven Phase seit 

April 2012 zusätzlich verschlechtert, wobei ein erneuter stationärer 

Aufenthalt in der Klinik E._____ angemeldet werden müsse. 

15. Vom 15. Oktober 2013 bis zum 16. November 2013 befand sich A._____ 

wiederum zur stationären psychosomatischen Rehabilitation in der Klinik 

E._____. In deren Austrittsbericht wurden folgende Diagnosen 

ausgewiesen: Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) nach 

Komplextraumatisierung (ICD-10 F43.1) sowie rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode. Durch die stationäre 

Behandlung und die positiven Erfahrungen im sozialen Milieu hätten sich 

das Selbstwirksamkeitserleben sowie die depressive Stimmungslage im 

Verlauf merklich stabilisiert. Ein Arbeitsversuch würde die Patientin bis auf 

Weiteres indes überfordern und die Gefahr einer erneuten schweren 

psychophysischen Dekompensation mit sich bringen.

16. Dr. med. I._____ diagnostizierte in seinem Bericht vom 26. November 2013 

eine Dysthymie (ICD-10 F34.1) sowie eine ängstlich-vermeidende 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6), wobei er darauf hinwies, A._____ 

orientiere sich an der Diagnose einer PTBS und führe ihre aktuellen 

Beschwerden auf die in der Kindheit und Jugend erlittenen seelischen 

Misshandlungen zurück.

17. In der RAD-Abschlussbeurteilung vom 13. Februar 2014 führte Dr. med. 

P._____ aus, im Gutachten vom 9. Juli 2008 sei eine mittelgradige 

depressive Störung, eine Agoraphobie und eine ängstlich vermeidende 

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Persönlichkeitsstörung festgestellt worden. Dr. med. I._____ stelle am 26. 

November 2013 nur noch eine Dysthymie, also eine weniger ausgeprägte 

Störung, und die genannte Persönlichkeitsstörung fest. Er beschreibe 

einen stabilen Verlauf, abgesehen von einer Verunsicherung bzw. 

Existenzängste im Rahmen der Mitteilung der Rentenrevision. Auch im 

Bericht der Psychologin vom 27. September 2013 und der Klinik E._____ 

vom 18. Dezember 2013 gehe ein im Laufe der letzten Jahre im 

Wesentlichen stationärer Krankheitsverlauf hervor. Es bestehe ein im 

Wesentlichen unveränderter Gesundheitszustand. 

18. Nach einem Gespräch mit RAD-Arzt Dr. med. P._____ verlangte A._____ 

zu der ihr mitgeteilten unveränderten Ausrichtung der bisherigen 

Invalidenrente am 3. April 2014 eine anfechtbare Verfügung. Daraufhin 

liess ihr die IV-Stelle am 8. April 2014 einen Vorbescheid gleichen Inhalts 

und sodann, nachdem kein Einwand erhoben wurde, ein mit "Mitteilung: 

unveränderte Invalidenrente" bezeichnetes Schreiben vom 16. Juni 2014 

zukommen. 

19. Nachdem Dr. med. Q._____ der IV-Stelle am 3. Oktober 2017 mitgeteilt 

hatte, dass sich A._____ seit dem 23. August 2017 wegen einer 

schwergradigen depressiven Episode mit psychotischen Symptomen, 

differenzialdiagnostisch paranoide Schizophrenie, in stationärer 

psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung in der Klinik F._____ 

befunden hatte, stellte A._____ durch die PDGR am 20. Oktober 2017 

einen Revisionsantrag im Sinne eines Erhöhungsgesuchs der 

Invalidenrente. Im Revisionsfragebogen begründete sie die seit ca. 

Frühling 2017 eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustands 

mit Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, mehr Zwängen, Panikattacken, 

Ängsten, erhöhter Müdigkeit sowie vermehrtem sozialem Rückzug und 

Stimmungsschwankungen. 

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20. In ihrem Arztbericht vom 21. Dezember 2017 zu dem vom 23. August 2017 

bis 17. November 2017 stattgehabten stationären Klinikaufenthalt wies Dr. 

med. Q._____ als Hauptdiagnose eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 

F33.3), differenzialdiagnostisch eine akute vorübergehende psychotische 

Störung (ICD-10 F23) und als Nebendiagnose u.a. Zwangsgedanken und 

-handlungen gemischt (ICD-10 F42.2) sowie eine PTBS (ICD-10 F43.1) 

aus. Aus dem Verlauf geht hervor, dass die Depression während des 

stationären Aufenthalts durch die angewendeten Therapien sowohl 

subjektiv wie objektiv deutlich habe verbessert werden können. In dem 

gleichentags zu Händen der IV-Stelle erstellten Bericht wies Dr. med. 

Q._____ bei den bekannten Diagnosen darauf hin, dass A._____ in einem 

geschützten Rahmen maximal 50 % arbeitstätig sein könne; eine 

verwertbare Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehe nicht. 

21. Am 1. Juni 2018 begann A._____ bei R._____ in einem 50%-Pensum an 

einem geschützten Arbeitsplatz als Büroangestellte bei einem Monatslohn 

von Fr. 200.-- zu arbeiten.

22. In seinem Verlaufsbericht vom 27. März 2019 diagnostizierte Dr. med. 

S._____ von der Klinik F._____ u.a. eine ängstliche (vermeidende) 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6), eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), Zwangsgedanken 

und -handlungen gemischt (ICD-10 F42.2) sowie eine PTBS (ICD-10 

F43.1) und wies eine volle Arbeitsunfähigkeit aus.

23. RAD-Arzt Dr. med. P._____ hielt in der Abschlussbeurteilung vom 6. Mai 

2018 dafür, es bestehe abgesehen von einer vorübergehenden 

Verschlechterung im Vergleich zum Gutachten aus dem Jahr 2008 ein im 

Wesentlichen unveränderter Gesundheitszustand.

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24. Mit Vorbescheid vom 24. Juni 2019 stellte die IV-Stelle A._____ eine 

befristete Erhöhung der Invalidenrente in Aussicht. Die medizinischen 

Abklärungen hätten ergeben, dass sich der Gesundheitszustand bereits 

sechs Monate vor Eintritt in die Klinik F._____ verschlechtert habe. Das 

Erhöhungsgesuch sei jedoch erst im Oktober 2017 und damit verspätet 

eingereicht worden. Während des stationären Aufenthalts habe sich der 

Gesundheitszustand verbessert. Ab Austritt bestehe wiederum dieselbe 

Arbeitsfähigkeit wie vor Eintritt. Unter Berücksichtigung der dreimonatigen 

Wartefrist bestehe somit vom 1. Oktober 2017 bis 28. Februar 2018 ein 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und ab 1. März 2018 wiederum ein 

solcher auf eine Dreiviertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von 66 %.

25. Dagegen liess A._____ am 26. Juli 2019 Einwand erheben und 

beantragen, die ganze Invalidenrente sei ab dem 1. März 2018 unbefristet 

weiterzuführen. Am 12. August 2019 bzw. 29. Oktober 2019 liess sie eine 

Stellungnahme von Dr. med. S._____ vom 6. August 2019, in der von ihrer 

Unvermittelbarkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ausgegangen wird, sowie 

ein Zeugnis von Dr. med. T._____ zu ihrer Fahruntüchtigkeit nachreichen. 

26. Am 3. Dezember 2019 verfügte die IV-Stelle wie vorbeschieden und sprach 

A._____ vom 1. Oktober 2017 bis 28. Februar 2018 eine ganze 

Invalidenrente und ab 1. März 2018 wiederum eine Dreiviertelsrente bei 

einem Invaliditätsgrad von 66 % zu. Zum Einwand hielt sie namentlich fest, 

dieser vermöge die Feststellung des RAD, wonach nach dem Klinikaustritt 

wieder ein im Vergleich zur früheren Rentenzusprache im Jahr 2010 

unveränderter Gesundheitszustand vorliege, nicht zu erschüttern. Vielmehr 

habe auch die PDGR mehrfach unmissverständlich bestätigt, dass sich der 

Gesundheitszustand von A._____ (nach vorübergehender 

Verschlechterung) nicht wesentlich verändert habe. Bei der Einschätzung 

einer bloss 50%igen Arbeitsfähigkeit im geschützten Rahmen handle es 

sich lediglich um eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen 

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unverändert gebliebenen Sachverhalts, was revisionsrechtlich 

unbeachtlich sei.

27. Dagegen liess A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 6. Januar 

2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

erheben und neben der Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

beantragen, ihr sei rückwirkend ab dem 1. Mai 2013, eventuell ab dem 

1. April 2014, eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei ihr 

ab dem 1. März 2018 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Zur 

Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, sie warte noch heute darauf, 

dass im Rahmen des im April 2013 eingeleiteten Revisionsverfahrens 

korrekt verfügt werde. Da die damaligen Arztberichte eindeutig eine 

seinerzeitige 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen hätten, sei die 

Rente rückwirkend anzupassen. Zudem würden im aktuellen 

Revisionsverfahren im Gegensatz zu RAD-Arzt Dr. med. P._____ 

sämtliche behandelnden Ärzte mit gewichtigen psychiatrischen Diagnosen 

eine nochmalige Verschlechterung des Gesundheitszustands bestätigen. 

Sie sei heute zweifellos zu 100 % arbeitsunfähig.

28. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in der 

Vernehmlassung vom 22. Januar 2020 auf Abweisung der Beschwerde. 

Die Beschwerdeführerin vertiefte in der Replik vom 27. Januar 2020 bei 

unveränderten Rechtsbegehren ihren Standpunkt punktuell. Die 

Beschwerdegegnerin duplizierte am 31. Januar 2020.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle 

des Kantons Graubünden vom 3. Dezember 2019. Eine solche Anordnung, 

die laut Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsgericht am Ort 

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der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden als das örtlich und sachlich zuständige Versiche-

rungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 

lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] 

sowie Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial-

versicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formelle und materielle Verfü-

gungsadressatin ist die Beschwerdeführerin von der angefochtenen Verfü-

gung unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren 

Aufhebung oder Änderung. Sie ist somit zur Beschwerdeerhebung legiti-

miert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde zu-

dem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 

Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 39 Abs. 1 ATSG sowie Art. 61 lit. b ATSG). Darauf 

ist somit – unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägungen – einzutreten.

2. Streitgegenstand bildet der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. 

Unbestritten ist, dass sie vom 1. Oktober 2017 bis 28. Februar 2018 

aufgrund der seinerzeitigen Verschlechterung der depressiven 

Symptomatik Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. Die 

Beschwerdeführerin beantragte in ihrer Beschwerde vom 6. Januar 2020 

im Hauptbegehren, ihr sei rückwirkend ab dem 1. Mai 2013, eventuell ab 

dem 1. April 2014, eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Die 

Beschwerdegegnerin hielt dem in der Vernehmlassung entgegen, es sei 

lediglich der Rentenanspruch ab dem Revisionsbegehren im Oktober 2017 

streitig. Somit ist zunächst näher auf den Streitgegenstand einzugehen.

2.1. Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin der Beschwer-

deführerin am 26. März 2014 mitteilte, dass weiterhin ein Anspruch auf die 

bisherige Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 66 % bestehe, wo-

bei sie anmerkte, es könne schriftlich eine beschwerdefähige Verfügung 

verlangt werden. Auf das entsprechende Schreiben der Beschwerdeführe-

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rin vom 3. April 2014 (Bg-act. 146) und nachdem sie mit RAD-Arzt Dr. med. 

P._____ hatte sprechen können (Bf-act. 14 oder Bg-act. 144), stellte die 

Beschwerdegegnerin ihr den Vorbescheid vom 8. April 2014 (weiterhin An-

spruch auf die bisherige Invalidenrente) zu und machte sie darauf aufmerk-

sam, dass sie 30 Tage Zeit habe, allenfalls gegen den Entscheid bei der 

Beschwerdegegnerin Einwand zu erheben und entsprechende ärztliche 

Berichte zur Prüfung einzureichen (vgl. Bg-act. 148). Nachdem kein Ein-

wand eingegangen war, stellte die Beschwerdegegnerin der Beschwerde-

führerin am 16. Juni 2014 das mit "Mitteilung: Unveränderte Invalidenrente" 

bezeichnete Schreiben zu (Bg-act. 149). Darin wies sie wiederum auf die 

Mitteilung vom 26. März 2014 (weiterhin Anspruch auf die bisherige Invali-

denrente) sowie das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 3. April 2014 

mit der Bitte um Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung hin. Zwar 

wurde das Schreiben vom 16. Juni 2014 nicht als Verfügung bezeichnet 

und enthielt zudem dieselben Ausführungen wie im Vorbescheid, wonach 

die Beschwerdeführerin innert 30-tägiger Frist allenfalls gegen den Ent-

scheid Einwand erheben und entsprechende ärztliche Berichte zur Prüfung 

einreichen könne. Aus der angeführten Rechtsmittelbelehrung geht jedoch 

unmissverständlich was folgt hervor: "Gegen diese Verfügung kann innert 

30 Tagen seit der Zustellung beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden (…) schriftlich Beschwerde erhoben werden. (…) Nach Ablauf 

der Beschwerdefrist, die nicht erstreckt werden kann, wird die Verfügung 

formell rechtskräftig." Weshalb es der Beschwerdeführerin nicht zumutbar 

gewesen sein soll, die Rechtsmittelbelehrung im zweifellos sehr kurzen 

Schreiben zu lesen und im Zweifelsfalle Beschwerde zu erheben, leuchtet 

nicht ein. Dies umso weniger, als sie ausdrücklich mit Schreiben vom 3. 

April 2014 um den Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung ersucht 

hatte, sodann aber bei Vorliegen des mit einer eindeutigen Rechtsmittelbe-

lehrung versehenen Schreibens, aus welchem der Verfügungscharakter 

mit Blick auf die Weiterausrichtung der bisherigen Invalidenrente ersichtlich 

ist, sich erst wieder mehr als drei Jahre danach im Herbst 2017 mit einem 

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Erhöhungsgesuch bei der Beschwerdegegnerin meldete (vgl. Bg-act. 153). 

Zwar leidet die nicht als solche bezeichnete Verfügung an einem Eröff-

nungsmangel. Rechtsprechungsgemäss gilt der Grundsatz von Treu und 

Glauben aber auch für Private (vgl. BGE 138 I 49 E.8.3.1, 134 V 306 E.4.2, 

132 II 485 E.4.3). So darf die Empfängerin einer nicht als solchen bezeich-

neten Verfügung nicht einfach zuwarten, sondern muss verfahrensrechtli-

che Einwendungen so früh wie möglich geltend machen, wenn sie den Ent-

scheid nicht gegen sich gelten lassen will (vgl. KNEUBÜHLER/PEDRETTI, in: 

Auer/Müller/Schindler (Hrsg.), VwVG - Bundesgesetz über das Verwal-

tungsverfahren, Kommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2019, N. 8 zu 

Art. 38; Urteil des Bundesgerichts 9C_71/2020 vom 16. September 2020 

E.4.2.2 m.H.). Ist eine Verfügung somit nicht klar als solche erkennbar, hat 

sich die Adressatin innert nützlicher Frist entsprechend zu informieren und 

bei Vorliegen aller nötigen Angaben innert der Rechtsmittelfrist Be-

schwerde zu erheben, sofern der Verfügungscharakter wie hier nach durch-

geführtem Vorbescheidverfahren erkannt werden kann (KNEUBÜHLER/PE-

DRETTI, a.a.O., N. 25 zu Art. 38). Insofern ist der Beschwerdegegnerin darin 

beizupflichten, dass der fehlerhaft eröffnete Verwaltungsakt vorliegend 

rechtsbeständig geworden ist, da sich die Beschwerdeführerin erst mehr 

als drei Jahre danach wieder bei der Beschwerdegegnerin gemeldet und 

sich gar erst in der Beschwerde an das Verwaltungsgericht auf den Eröff-

nungsmangel berufen hat. Es geht somit nicht an, den Rentenanspruch 

rückwirkend bis zum 1. Mai 2013 bzw. 1. April 2014 zu überprüfen. 

Vielmehr bildet das Revisionsgesuch vom Oktober 2017 Auslöser dafür. 

Dabei ist infolge der unbestrittenen Ausrichtung einer befristeten ganzen 

Invalidenrente vom 1. Oktober 2017 bis 28. Februar 2018 aufgrund einer 

vorübergehenden Verschlechterung der depressiven Symptomatik 

vorliegend der Rentenanspruch ab dem 1. März 2018 umstritten.

2.2. Im Übrigen erhob die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin gegen den 

Vorbescheid vom 24. Juni 2019, mit welchem die Beschwerdegegnerin die 

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Ausrichtung einer befristeten ganzen Invalidenrente vom 1. Oktober 2017 

bis 28. Februar 2018 in Aussicht stellte, bevor dann wiederum ein Anspruch 

auf eine Dreiviertelsrente ab 1. März 2018 bestehe (vgl. Bg-act. 169), am 

26. Juli 2019 Einwand. Darin stellte sie das Rechtsbegehren, die ganze 

Rente sei ab dem 1. März 2018 unbefristet weiterzuführen (vgl. Bg-act. 

174). Die Beschwerdegegnerin beschied am 3. Dezember 2019 so wie im 

Vorbescheid angekündigt. Wie bereits dargelegt, beantragte die Beschwer-

deführerin in der beim Verwaltungsgericht eingereichten Beschwerde nun 

u.a., ihr sei rückwirkend ab dem 1. Mai 2013, eventuell ab dem 1. April 

2014, eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Damit geht sie aber über 

das hinaus, was sie noch vor der Beschwerdegegnerin anbegehrt hatte. 

Mithin verstösst sie gegen den Grundsatz der Einheit des Verfahrens, wes-

halb in diesem Umfang nicht auf die Beschwerde einzutreten ist.

2.3. Dasselbe gilt mit Blick auf die erstmals im vorliegenden Verfahren geltend 

gemachten Vorbringen, die nicht als solche bezeichnete Verfügung vom 

16. Juni 2014 könne in Wiedererwägung gezogen werden bzw. wahr-

scheinlich sei bereits die ursprünglich am 31. Mai 2010 verfügte Dreivier-

telsrente falsch gewesen. Abgesehen davon, dass weder substanziiert auf-

gezeigt wird noch ersichtlich ist, dass kein vernünftiger Zweifel an der (von 

Beginn weg bestehenden) Unrichtigkeit der Verfügungen möglich ist, wäre 

ein Wiedererwägungsgesuch beim Versicherungsträger anhängig zu 

machen, denn es besteht kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch 

auf Wiedererwägung (so schon BGE 117 V 8 E.2a; vgl. auch "Kann-

Vorschrift" in Art. 53 Abs. 2 ATSG).

3. Zu prüfen ist, ob eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen 

Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und 

damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Denn während die 

Beschwerdegegnerin abgesehen für den Zeitraum der stationären 

Behandlung einen solchen verneint, erblickt die Beschwerdeführerin einen 

- 15 -

Revisionsgrund in einer progredienten Verschlechterung ihres 

Gesundheitszustands, welcher von sämtlichen behandelnden Ärzte 

bestätigt werde.

3.1. Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird 

die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 

ATSG). Anlass zur Rentenrevision (materielle Revision) gibt jede 

wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung 

resp. Bestätigung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und 

damit den Anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer 

wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter 

sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte 

Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung. 

Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im 

Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen 

Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E.2.3 m.H.). Weder eine im Vergleich 

zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte 

Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung 

des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen 

verbesserten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist vielmehr 

eine veränderte Befundlage (SVR 2012 IV Nr. 18 S. 81; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_418/2010 vom 29. August 2011 E.4.2, 9C_59/2019 

vom 29. Mai 2019 E.4.3.2, 9C_561/2018 vom 8. Februar 2019 E.5.3.2.1, 

8C_419/2018 vom 11. Dezember 2018 E.4.3).

3.2. Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 

des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 

des Invaliditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige 

Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit 

rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und 

- 16 -

Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108 E.5.4; 

Urteile des Bundesgerichts 9C_346/2019 vom 6. September 2019 E.2.1.1, 

9C_23/2019 vom 10. Mai 2019 E.4.2.2; 9C_800/2016 vom 9. Mai 2017 

E.4.2.2). Wird bei dieser Gegenüberstellung festgestellt, dass der 

Invaliditätsgrad im zur Beurteilung stehenden Zeitraum keine 

rechtserhebliche Änderung erfahren hat, bleibt es beim bisherigen 

Rechtszustand (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_441/2012 vom 25. Juli 

2013 E.3.1.3). Andernfalls ist das Vorliegen eines Revisionsgrundes zu 

bejahen und die zugesprochene Rente entsprechend der festgestellten 

Sachverhaltsveränderung abzuändern (vgl. MEYER/REICHMUTH, 

in: Stauffer/Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung 

[IVG], 3. Aufl., Zürich 2014, Art. 30-31 Rz. 13 ff.). Der Rentenanspruch ist 

dabei in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu 

prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (siehe 

BGE 141 V 9 E.2.3, 6.1 und 6.4 sowie BGE 117 V 198 E.4b; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_11/2019 vom 16. Juli 2019 E.3.3 

und 8C_825/2018 vom 6. März 2019 E.6.7). 

3.3. Im hier zu beurteilenden Fall ist somit als Vergleichsbasis auf die 

ursprüngliche Verfügung vom 31. Mai 2010 abzustellen, mit welcher der 

Beschwerdeführerin gestützt auf eingehende medizinische Abklärungen ab 

dem 1. März 2010 eine Dreiviertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von 

66 % zugesprochen wurde. Denn anlässlich der nicht als solchen 

bezeichneten Verfügung vom 16. Juni 2014 fand keine – den vorerwähnten 

Voraussetzungen entsprechende – materielle Überprüfung des 

Rentenanspruchs statt.

3.4. Vorliegend wurde die am 31. Mai 2010 für den Zeitraum ab dem 1. März 

2010 zugesprochene Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 66 % 

gestützt auf die (Verlaufs-)Gutachten der Psychiatrischen Klinik F._____ 

- 17 -

vom 12. Februar 2007 und 9. Juni 2008 sowie der unter Berücksichtigung 

der Ergebnisse der beruflichen Eingliederung getroffenen RAD-Beurteilung 

vom 31. März 2010 zugesprochen (vgl. Bg-act. 116 f.). Aus den damals 

vorliegenden ärztlichen Berichten geht was folgt hervor:

In ihrem psychiatrischen Gutachten vom 12. Februar 2007 diagnostizierten 

Dres. med. G._____ und H._____ u.a. eine mittelgradige depressive 

Störung (ICD-10 F32.1) sowie eine gemischte Persönlichkeitsstörung mit 

paranoiden und ängstlich vermeidenden Anteilen (ICD-10 F61.0), wobei 

Erstere im Vordergrund stehe und durch Letztere aggraviert werde. Bei der 

Explorandin seien als typische Symptome der Depression die depressive 

Stimmung, Antriebs- und Freudlosigkeit, das verminderte Selbstwertgefühl 

und -vertrauen, Niedergeschlagenheit, Schlaf- und 

Konzentrationsstörungen sowie eine ausgeprägte Ermüdbarkeit 

vorhanden. Zudem zeigten sich bei der Patientin deutliche Hinweise auf 

das Vorliegen einer gemischten Persönlichkeitsstörung mit paranoiden und 

ängstlich-vermeidenden Anteilen. Eine schwere Missbrauchserfahrung in 

der Kindheit sei als Hintergrund der Entstehung dieser 

Persönlichkeitsstörung nicht auszuschliessen. Entsprechendes sei von der 

Explorandin in der psychologischen Testung angedeutet worden. Hinweis 

auf eine entwicklungsgeschichtliche Komponente in der 

Krankheitsentstehung sei auch die frühe Erkrankung der Schwester an 

einem Chronic-Fatigue-Syndrom und der dadurch bedingten langjährigen 

Arbeitsunfähigkeit (Bg-act. 23/10 ff.). Bei der Explorandin bestünden 

aufgrund der depressiven Episode schwere Einschränkungen im Bereich 

Leistungsfähigkeit, Antrieb und Motivation. Die Patientin habe 

überdurchschnittlich grosse Schwierigkeiten, sich zu bevorstehenden 

Aufgaben zu motivieren, komme leicht in Überforderungsgefühle. Das 

Durchführen von alltäglichen Tätigkeiten erfordere überdurchschnittlich viel 

Kraft von der Patientin und führe zu einer schnelleren Ermüdbarkeit. 

Derzeit gelinge es der Patientin nach eigenen Schilderungen gerade noch 

- 18 -

so, alltägliche Verrichtungen wie Körperpflege und Nahrungszubereitung/-

aufnahme durchzuführen sowie in reduziertem Masse ihren Haushalt zu 

führen (Bg-act. 23/12). Aufgrund dieser Störung sei es der Patientin nicht 

möglich, ihre bisherige Tätigkeit auszuführen. Auch seien andere 

Tätigkeiten derzeit nicht zumutbar. Nach einer intensiveren 

psychotherapeutischen und psychiatrischen Behandlung wäre 

wahrscheinlich eine weitere Besserung der Symptomatik möglich. Nach 

einer längeren medizinischen und rehabilitativen Phase wäre in ein bis zwei 

Jahren eine Überprüfung der Situation indiziert. Mittelfristig liege die 

Leistungsfähigkeit bei 50 bis 80 % (Bg-act. 23/12 f.).

In ihrem Verlaufsgutachten vom 9. Juni 2008 diagnostizierten Dres. med. 

K._____ und L._____ eine mittelgradige depressive Störung (ICD-10 

F32.1), eine ängstlich (vermeidende) Persönlichkeitsstörung (ICD-10 

F60.6) sowie eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01). Im 

letzten Jahr habe sich eine leichte Verbesserung gezeigt, v.a. der 

Aufenthalt in der Klinik E._____ habe zu einer Stabilisierung des 

psychiatrischen Zustands geführt. Da jedoch seit Krankheitsbeginn keine 

Phasen mit klarer Remission aufgetreten seien, sondern mindestens 

leichte depressive Symptome bestanden hätten, liege keine rezidivierende 

depressive Störung vor. In der jetzigen Untersuchung, insbesondere in der 

Hamilton-Depressionsskala, weise die Explorandin eine Symptomstärke 

einer mittelgradigen depressiven Episode auf. Möglicherweise habe die 

Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen und vermeidenden Zügen sowie die 

psychosoziale Situation mit fehlender fester Tagesstruktur, wenigen 

sozialen Kontakten und die finanzielle Situation die 

Zustandsverschlechterung bewirkt. Im Vorgutachten sei die Diagnose einer 

gemischten Persönlichkeitsstörung gestellt worden. Aktuell fänden sich 

jedoch keine Hinweise für paranoide Anteile. Die Explorandin erfülle aber 

die Diagnosekriterien für eine ängstlich vermeidende 

Persönlichkeitsstörung klar. Die Diagnose einer Agoraphobie mit 

- 19 -

Panikstörung werde vollständigkeitshalber in das Verlaufsgutachten 

aufgenommen. Die Explorandin erfülle jene Kriterien, auch wenn sie aktuell 

nur noch wenig Beschwerden mache und in der Therapie nicht im 

Vordergrund stehe. Es träten jedoch immer noch ca. fünfmal im Monat 

Panikattacken beim Besuch von Kaufhäusern auf. Bus- und Zugfahrten 

würden weiterhin gemieden und Autobahnfahrten könnten nicht alleine 

bewältigt werden. Eine Agoraphobie mit Panikstörung könne zu einer 

Depression führen oder deren Remission erschweren (Bg-act. 38/8 f.). Die 

Hauptbeschwerden bestünden zurzeit vor allem aus Schwächegefühlen, 

rascher Erschöpfbarkeit und ausgeprägter Motivationslosigkeit. 

Überforderungsgefühle und vor allem ausgeprägte Insuffizienzgefühle 

seien weiterhin vorhanden. Das verminderte Selbstwertgefühl unterstütze 

noch zusätzlich Überforderungsängste. Das Aufrechterhalten einer 

Tagesstruktur falle schwer. Die Stimmung sei mehrheitlich traurig und 

bedrückt, verstärkt durch wiederholt auftretende, ausgeprägte 

Existenzängste. Aufgrund der ausgeprägten Tendenz zu 

Überforderungsgefühlen und ängstlichen Persönlichkeitsanteilen fürchte 

die Explorandin einen direkten Wiedereinstieg ins Arbeitsleben (Bg-act. 

38/9). Aufgrund ihrer Störung sei es der Beschwerdeführerin zurzeit noch 

nicht möglich, ihre bisherige Tätigkeit oder eine andere Tätigkeit 

auszuführen. In Übereinstimmung mit den betreuenden Therapeuten und 

Ärzten werde vorerst eine Arbeit im geschützten Rahmen (Bürotätigkeit wie 

in der angestammten Tätigkeit) empfohlen, zu Beginn in einem Pensum 

von 2 x 2 Stunden pro Woche mit Steigerungsmöglichkeiten bei einem 

stabilen Verlauf auf ein 50%-Pensum. Nach sechs Monaten stabiler 

Arbeitsleistung würden berufliche Massnahmen oder allenfalls ein direkter 

Wiedereinstieg in den freien Arbeitsmarkt als KV-Angestellte empfohlen 

(Bg-act. 38/10 f.). In prognostischer Hinsicht sei durch das Weiterführen 

der medikamentösen, antidepressiven Behandlung sowie der ambulanten 

Psychotherapie von einer weiteren Abnahme der Symptomatik 

- 20 -

auszugehen. Längerfristig könne die Arbeitsfähigkeit wiedererlangt werden 

bei einem Pensum von 50 bis 80 % (Bg-act. 38/12).

Bereits in seiner Beurteilung vom 20. Oktober 2009 hielt RAD-Arzt Dr. med. 

O._____ gestützt auf die Angaben aus dem Praktikum bei der 

Gemeindeverwaltung Y._____, den Schlussbericht vom M._____ sowie 

der Stellungnahme von Frau C._____ fest, zusammenfassend erscheine 

aus medizinischem Blickwinkel – unter Berücksichtigung dieser 

Informationen – aktuell und auch in den kommenden Monaten eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar (unter adaptierten Arbeitsbedingungen 

wie ruhiges Arbeitsumfeld, keine unkontrollierbaren Stressspitzen). In 

Würdigung der medizinischen Stellungnahme von Dr. med. N._____ sowie 

den Angaben der Eingliederungsberatung, wonach eine Arbeitsfähigkeit 

von 50 % (adaptiert) nur knapp habe erreicht werden können, schloss Dr. 

med. O._____ am 31. März 2010 schliesslich auf ein zumutbares Pensum 

von 4 Tagen à 4.5 Stunden (Case Report, Bg-act. 121/7).

3.5. In der angefochtenen Verfügung verneinte die Beschwerdegegnerin das 

Vorliegen eines Revisionsgrundes gestützt auf die Abschlussbeurteilung 

des RAD-Arztes Dr. med. P._____ vom 6. Mai 2019. Dieser hielt darin fest, 

die Beschwerdeführerin sei 2007 und 2008 zweimalig begutachtet worden. 

Es seien eine Persönlichkeitsstörung und eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (recte: mittelgradige 

depressive Störung), sowie eine Agoraphobie mit Panikstörung 

festgehalten worden. Mit medizinischen (2007) und beruflichen 

(2007/2008) Massnahmen sei das Wiedererlangen eine Teil-

Arbeitsfähigkeit zu erreichen. Die Beschwerdeführerin sei daraufhin mit 

Eingliederungsmassnahmen unterstützt worden, wobei in der 

Rentenverfügung im Jahr 2010 eine Arbeitsfähigkeit von 18 Stunden pro 

Woche festgehalten werde. Gemäss Austrittsbericht der PDGR vom 21. 

Dezember 2017 sei aufgrund einer erneuten, schweren depressiven 

- 21 -

Episode eine stationäre Behandlung nötig gewesen. Diese sei bis zum 

Austritt remittiert. Gemäss Bericht der PDGR vom 27. März 2019 liege 

aktuell eine leichte depressive Symptomatik vor. Aus dem Bericht sei, nach 

vorübergehender Verschlechterung, ein im Vergleich zum Gutachten aus 

dem Jahr 2008 im Wesentlichen unveränderter Gesundheitszustand zu 

entnehmen (Case Report, Bg-act. 191/11).

Die Beschwerdeführerin ist dagegen der Ansicht, dass sich ihr 

Gesundheitszustand wesentlich verschlechtert habe und beruft sich dabei 

auf folgende ärztliche Berichte:

 Arztbericht von Dr. med. Q._____ vom 3. Oktober 2017 mit den 

Diagnosen einer schwergradigen depressiven Episode mit 

psychotischen Symptomen, differenzialdiagnostisch paranoide 

Schizophrenie, wobei dies als deutlicher Grund für eine gesundheitliche 

Verschlechterung eingeschätzt wurde (Bg-act. 151).

 Arztbericht vom 21. Dezember 2017 von Dr. med. Q._____ zu dem vom 

23. August 2017 bis 17. November 2017 stattgehabten stationären 

Klinikaufenthalt mit der Hauptdiagnose einer rezidivierenden 

depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen 

Symptomen (ICD-10 F33.3), Differenzialdiagnose einer akuten 

vorübergehenden psychotischen Störung (ICD-10 F23) und unter 

anderem den Nebendiagnosen Zwangsgedanken und -handlungen 

gemischt (ICD-10 F42.2) sowie PTBS (ICD-10 F43.1). Aus dem Verlauf 

geht hervor, dass die Depression während des stationären Aufenthalts 

durch die angewendeten Therapien sowohl subjektiv wie objektiv 

deutlich habe verbessert werden können. Die Beschwerdeführerin habe 

sich auch nach und nach zugetraut, einer geschützten Arbeit 

nachzugehen, wobei diesbezüglich eine Schnupperwoche bei R._____ 

für die Zeit nach dem Klinikaustritt habe vereinbart werden können (Bg-

act. 159/5 f.).

- 22 -

 Im Verlaufsbericht vom 21. Dezember 2017 führte Dr. med. Q._____ 

bei den bekannten Diagnosen aus, bei der Beschwerdeführerin komme 

es schon bei geringen Anforderungen, vor allem im 

zwischenmenschlichen Bereich oder in Bezug auf neue Situationen, zu 

starken Anspannungs- und emotionalen Unruhezuständen, welche bis 

hin zu dissoziativem oder psychotischem Erleben führen könnten. Es 

bestünden eine deutliche Herabsetzung der psychischen Belastbarkeit 

und Anpassungsfähigkeit sowie ein verlangsamtes Arbeitstempo. Zum 

Zeitpunkt des Klinikaustritts sei anzudenken gewesen, dass sie in 

einem geschützten Rahmen maximal 50 % arbeitstätig sein könne. Laut 

Rückmeldung der ambulanten Behandlerin Dr. med. U._____ sei die 

Patientin bereits mit einem Arbeitspensum von 50 % an ihre Grenzen 

gestossen. Sie sei sehr müde und schnell erschöpfbar, was zu einem 

erhöhten Schlafbedürfnis und zu sozialem Rückzug führe (Bg-act. 

160/3). Mit Blick auf berufliche Massnahmen hielt Dr. med. Q._____ 

fest, ein wohlwollendes Arbeitsumfeld mit eng umschriebenen 

Aufgaben ohne Druck könnte der Beschwerdeführerin helfen, ihre 

eigenen vielfältigen Ressourcen wieder vermehrt zu nutzen und 

auszubauen. In welchem zeitlichen Rahmen sie arbeitsfähig sei, gelte 

es zu überprüfen. Aus aktueller Sicht sei ein 50%-Pensum im 

geschützten Rahmen als Maximum zu sehen. Eine verwertbare 

Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehe nicht (Bg-act. 

160/3).

 Im Verlaufsbericht vom 27. März 2019 diagnostizierte Dr. med. S._____ 

von der Klinik F._____ unter anderem eine ängstliche (vermeidende) 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6), eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), 

Zwangsgedanken und Handlungen gemischt (ICD-10 F42.2) sowie eine 

PTBS (ICD-10 F43.1). Die Beschwerdeführerin imponiere unter 

kleinsten Belastungssituationen psychisch instabil, was dissoziative 

Erleben in Form von Derealisation und Depersonalisation sowie 

- 23 -

dissoziativen Stupor und Panikattacken auslöse und die 

Zwangsgedanken und -handlungen sowie depressive Symptome 

verstärke. In solchen Situationen könnten ebenfalls psychotische 

Symptome vorhanden sein in Form von Verfolgungs- und Kontrollwahn. 

Die Medikation müsse deshalb regelmässig angepasst und optimiert 

werden. Die Beschwerdeführerin arbeite bei R._____ in einem 50%-

Pensum und komme dabei massiv an ihre Grenzen. Sie sei schon bei 

geringsten Anforderungen stark überfordert, angespannt und unruhig, 

was bis zu dissoziativen und/oder psychotischen Symptomen führen 

könne. Es bestehe ein um 100 % verminderte Leistungsfähigkeit (Bg-

act. 166).

 Stellungnahme vom 6. August 2019 von Dr. med. S._____ zu den 

Fragen von Rechtsanwalt Thöny, in welcher dieser als Hauptdiagnose 

wiederum eine ängstliche vermeidende Persönlichkeitsstörung sowie 

depressive Symptome (aktuell leicht bis mittelgradig) in Kombination mit 

traumatisierenden Erlebnissen aus der Vergangenheit auswies. Diese 

führten vor allem vermehrt bei unbekannten Situationen zu einer 

starken Anspannung und Unruhe mit Panikattacken, bis hin zu 

Derealisation und Depersonalisationserleben. Unter Stresssituationen 

seien auch vermehrte Zwänge vorhanden. Die Patientin stosse mit 

einem 50%-Pensum im geschützten Rahmen an ihre Grenzen. Sie sei 

in ihrer Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit deutlich eingeschränkt. 

Psychomotorisch sowie im formalen Denken sei sie verlangsamt. Sie 

sei auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht vermittelbar (Bg-act. 177).

 Mit undatiertem Schreiben bestätigte Dr. med. T._____, dass die 

Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen nicht fahrtüchtig sei 

(Bg-act. 183).

3.6. Aus dem Vergleich der im Verfügungszeitpunkt am 3. Dezember 2019 

gegebenen medizinischen Situation und derjenigen, wie sie sich anlässlich 

der Verfügung vom 31. Mai 2010 bot, geht für den hier massgebenden 

- 24 -

Zeitraum ab Oktober 2017 – bis auf die vorübergehende Verschlechterung 

während des Klinikaufenthalts mit einer schwergradigen depressiven 

Symptomatik – ein mit Blick auf die Befundlage im Wesentlichen stationärer 

Gesundheitszustand hervor. Bereits damals diagnostizierten die Gutachter 

in ihren (Verlaufs-)Gutachten vom 12. Februar 2007 und 9. Juni 2008 eine 

mittelgradige depressive Störung, eine ängstliche (vermeidende) 

Persönlichkeitsstörung sowie eine Agoraphobie mit Panikstörung. Auch im 

Rahmen des aktuellen Revisionsverfahrens wurden von den Dres. med. 

Q._____ und S._____ hauptsächlich eine rezidivierende depressive 

Störung mit leichten bis schwergradigen Episoden (mit psychotischen 

Symptomen) sowie eine ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung 

ausgewiesen. Dazu führten sie im Wesentlichen aus, bei der 

Beschwerdeführerin komme es schon bei geringen Anforderungen, vor 

allem im zwischenmenschlichen Bereich oder bei unbekannten 

Situationen, zu starken Anspannungs- und emotionalen Unruhezuständen, 

welche zu dissoziativem Erleben, Panikattacken, psychotischen 

Symptomen sowie Zwangsgedanken und -handlungen führen könnten; die 

Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit seien deutlich eingeschränkt (vgl. 

Verlaufsbericht von Dr. med. S._____ vom 27. März 2019 [Bg-act. 166] und 

vom 6. August 2019 [Bg-act. 177] sowie Verlaufsbericht von Dr. med. 

Q._____ vom 21. Dezember 2017 [Bg-act. 160]). Diese Befundlage lässt 

sich im Rahmen einer ängstlichen (vermeidenden) Persönlichkeitsstörung 

einordnen (vgl. Beschreibung zu ICD-10 F60.6 in 

DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, Internationale Klassifikation psychischer 

Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien, 9. 

Auflage, 2014, S. 282), deren Diagnosekriterien bereits im Gutachten vom 

12. Februar 2007, spätestens aber im Verlaufsgutachten vom 9. Juni 2008 

klar als erfüllt erachtet worden waren. Auch die Gutachter wiesen unter 

anderem darauf hin, dass die Beschwerdeführerin überdurchschnittlich 

grosse Schwierigkeiten hatte, sich auf bevorstehende Aufgaben 

einzulassen und Überforderungsgefühle sowie ausgeprägte 

- 25 -

Insuffizienzgefühle aufwies bzw. schwere Einschränkungen in der 

Leistungsfähigkeit bestanden. Insoweit bestehen hinsichtlich der 

Befundlage damals wie heute keine merklichen Unterschiede, welche den 

Invaliditätsgrad zu beeinflussen vermöchten. Dasselbe gilt hinsichtlich der 

in aktuellen Berichten ausgewiesenen PTBS sowie die Zwangsgedanken 

und -handlungen (vgl. Arztberichte von Dr. med. Q._____ vom 21. 

Dezember 2017 [Bg-act. 159 und 160] sowie Verlaufsbericht von Dr. med. 

S._____ vom 27. März 2019 [Bg-act. 166]). Abgesehen davon, dass diese 

Symptomatiken nicht im Vordergrund zu stehen scheinen und die schweren 

Missbrauchserfahrungen in der Kindheit bereits im Gutachten vom 12. 

Februar 2007 aufgegriffen und im Rahmen der Persönlichkeitsstörung 

gewürdigt worden waren (vgl. Bg-act. 23/10 ff.), ist die genaue 

diagnostische Einordnung im revisionsrechtlichen Kontext bei psychischen 

Erkrankungen ohnehin nicht ausschlaggebend (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_345/2019 vom 25. September 2019 E.4.2.1 m.H.). 

Zwar trifft es zu, dass Dr. med. Q._____ in ihren Arztberichten vom 21. 

Dezember 2017 (Bg-act. 159 und 160) jeweils namentlich eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit 

psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3), differenzialdiagnostisch eine 

akute vorübergehende psychotische Störung (ICD-10 F23) auswies. Diese 

kann sich indes nur auf die Anfangszeit des Klinikaufenthalts bezogen 

haben. Denn im Psychostatus bei Klinikaustritt wird unter anderem 

festgehalten, die depressive Symptomatik habe sich deutlich verbessert. 

Die Patientin sei bewusstseinsklar und zu allen Qualitäten orientiert. Die 

Konzentration, die Merkfähigkeit und das Gedächtnis seien grobkursorisch 

weitgehend intakt. Es bestünden keine formalen Denkstörungen, sondern 

höchstens eine leichtgradige Verlangsamung. In der Grundstimmung sei 

die Patientin deutlich aufgehellter, ausgeglichen und stabil. Es bestehe 

keine Antriebsstörung. Die Ängste hätten sich deutlich verbessert. Aktuell 

bestehe kein Vermeidungsverhalten und auch der Schlaf sei im 

- 26 -

Allgemeinen deutlich besser. Die Patientin habe wieder Hoffnung und neue 

Perspektiven. Insgesamt sei sie deutlich lockerer und entspannter, auch in 

der Gestik und im mimischen Verhalten (Bg-act. 159/4 und 160/2). Zudem 

wiesen auch das Beck-Depressions-Inventar sowie das Brief Symptom 

Inventory bei Klinikaustritt Werte aus, die auf keine depressive 

Symptomatik hinwiesen bzw. unauffällig waren. Dazu wurde festgehalten, 

die depressive Symptomatik habe sich während des stationären 

Aufenthalts von schwergradig bei Eintritt zu klinisch unauffällig bei Austritt 

verbessert (vgl. Bg-act. 159/4 f.). Überdies wurde zum Verlauf ausgeführt, 

im stationären Setting sei aufgrund der Komplexität der Belastungen und 

Beschwerden der Patientin der Behandlungsschwerpunkt auf die 

Depressionsbehandlung gelegt worden, welche sich auch deutlich 

verbessert habe, sowohl subjektiv wie objektiv (Bg-act. 159/5). Mit dem 

Nachlassen der schweren depressiven Episode ist im Übrigen davon 

auszugehen, dass auch die in diesem Zusammenhang festgestellten 

psychotischen Symptome, die ohnehin nur vorübergehend bestanden 

hatten, in den Hintergrund traten. Daher ist es entgegen der Auffassung 

der Beschwerdeführerin einleuchtend, wenn RAD-Arzt Dr. med. P._____ in 

seiner Abschlussbeurteilung vom 6. Mai 2019 erwog, die depressive 

Symptomatik sei bis zum Klinikaustritt remittiert (Bg-act. 191/11). Wenn nun 

Dr. med. S._____ in der Folge wiederum eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig leichte Episode (vgl. Verlaufsbericht vom 27. März 

2019 [Bg-act. 166]) bzw. depressive Symptome (aktuell leicht bis 

mittelgradig) (vgl. Arztbericht vom 6. August 2019 [Bg-act. 177]) auswies, 

kann seine Diagnoseherleitung mangels Befunderhebung bzw. Angaben 

zum Psychostatus nicht nachvollzogen werden. Abgesehen davon wurde 

auch in den (Verlaufs-)Gutachten vom 12. Februar 2007 und 9. Juni 2008 

eine mittelgradige depressive Episode festgestellt (Bg-act. 23/10 und 38/8), 

weshalb sich diesbezüglich im Zeitpunkt bis zum Erlass der angefochtenen 

Verfügung gar ein verbessertes Beschwerdebild zeigt.

- 27 -

Trotz der in den (Verlaufs-)Gutachten vom 12. Februar 2007 und 9. Juni 

2008 (Bg-act. 23 und 38) diagnostizierten psychischen Leiden konnte 

durch eine Intensivierung der psychotherapeutischen, psychiatrischen und 

medikamentösen Behandlung gestützt auf die Prognose im Gutachten vom 

12. Februar 2007 und die Unterstützung der Beschwerdeführerin mittels 

beruflichen Eingliederungsmassnahmen in Nachachtung des 

Verlaufsgutachtens vom 9. Juni 2008 schliesslich eine Arbeitsfähigkeit von 

50 % in der freien Wirtschaft im Rahmen eines Praktikums als 

Büroangestellte bei der Gemeindeverwaltung Y._____ erreicht werden. 

Diese Arbeitsfähigkeitseinschätzung wurde letztlich zugunsten der 

Beschwerdeführerin gestützt auf die Beurteilung von RAD-Arzt Dr. med. 

O._____ in der Verfügung vom 31. Mai 2010 (Bg-act. 116) auf ein 

zumutbares Pensum von 18 Stunden pro Woche (4 Tage à 4.5 Stunden), 

d.h. einer Arbeitsfähigkeit von 43 %, gesenkt. Wenn nun die Dres. med. 

Q._____ und V._____ in ihren Beurteilungen ausführen, die 

Beschwerdeführerin stosse bei einem 50%-Pensum im geschützten 

Rahmen bei R._____ (massiv) an ihre Grenzen bzw. sie sei auf dem ersten 

Arbeitsmarkt nicht vermittelbar, ist der Beschwerdegegnerin darin 

beizupflichten, dass diese Einschätzungen angesichts der – wie oben 

dargelegt – weitgehend unveränderten Befundlage eine andere 

Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts 

darstellt, was rechtsprechungsgemäss revisionsrechtlich jedoch 

unbeachtlich ist.

Soweit die Beschwerdeführerin RAD-Arzt Dr. med. P._____ in der Replik 

vorzuwerfen scheint, die intensiven jahrelangen 

Eingliederungsbemühungen nicht gewürdigt zu haben, ist ihr entgegen zu 

halten, dass bei der Annahme eines im Vergleich zu damals unveränderten 

Gesundheitszustands auf die seinerzeit angenommene Arbeitsfähigkeit 

von 43 % abgestellt wird, in welche die Ergebnisse aus der beruflichen 

Eingliederung sehr wohl eingeflossen sind (vgl. RAD-Beurteilungen vom 

- 28 -

31. März 2010 und 20. Oktober 2009 [Case Report, Bg-act. 121/7]). Im 

Rahmen des planmässig verlaufenen Praktikums als Büroangestellte in der 

Gemeindeverwaltung Y._____ konnte die Beschwerdeführerin gar ein 

Pensum von 50 % halten (wie schon zuvor im geschützten Rahmen im 

Bürozentrum M._____, vgl. Schlussbericht vom 2. September 2009 [Bg-

act. 80]), wobei sie gemäss dem Bericht Nachbetreuung Eingliederung vom 

9. Dezember 2009 unter Berücksichtigung ihrer Krankheit sogar zu 50 % 

arbeitsfähig und belastbar eingeschätzt wurde (Bg-act. 98). Dies liegt über 

dem, was in der Verfügung vom 31. Mai 2010 gestützt auf die RAD-

Beurteilung angenommen wurde. Vielmehr nähert sich die angerechnete 

Arbeitsfähigkeit von 43 % eher den eigenen Angaben der 

Beschwerdeführerin in ihrem Praktikumsbericht an, wonach sie sich zu 

40 % arbeitsfähig sehe (Bg-act. 99), was auch ihr Hausarzt Dr. med. 

D._____ und Dr. med. N._____ bestätigten (Bg-act. 104). Insofern ist auch 

dem Einwand der Beschwerdeführerin hinsichtlich der berufspraktischen 

Eingliederung kein Erfolg beschieden.

3.7. Unter Berücksichtigung der Beweiswürdigungsgrundsätze für medizinische 

Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351 E.3) ist angesichts der 

dargelegten, sich per Dezember 2019 darstellenden medizinischen 

Situation im Vergleich zu derjenigen, welche der ursprünglichen 

Rentenzusprache im Jahre 2010 zugrunde lag, in Gesamtwürdigung der 

Sachlage keine anspruchsrelevante Veränderung des gesundheitlichen 

Zustandes bzw. dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

ausgewiesen. Insgesamt vermögen die Vorbringen der 

Beschwerdeführerin und die von ihr beigebrachten medizinischen 

Stellungnahmen keine auch nur geringen Zweifel an der RAD-

Abschlussbeurteilung vom 6. Mai 2019 (Bg-act. 191/11) zu wecken. Es ist 

daher nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin abgesehen 

von der vorübergehenden Verschlechterung des Gesundheitszustands 

während des stationären Klinikaufenthalts aufgrund einer schwergradigen 

- 29 -

depressiven Symptomatik auf die vorbestehende 43%ige Arbeitsfähigkeit 

abstellte bzw. diesbezüglich einen Revisionsgrund verneinte. Damit 

besteht – wie die Beschwerdegegnerin zu Recht festgehalten hat – 

weiterhin ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente bei einem Invaliditätsgrad 

von 66 % (= Valideneinkommen aufindexiert bis 2019 von Fr. 90'140.17 - 

Invalideneinkommen auf Basis des effektiven Einkommens bei einem 43%- 

Pensum und aufindexiert bis 2019 von Fr. 30'634.61 = Erwerbseinbusse 

von Fr. 59'505.56 = 66 % des Valideneinkommens von Fr. 90'140.17). 

4. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen, 

soweit darauf eingetreten werden kann. Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das 

Beschwerdeverfahren – in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG – bei 

Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen 

aus der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- 

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher 

Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in Berücksichtigung 

des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf Fr. 700.-- fest. Diese sind 

gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG von der unterliegenden Beschwerdeführerin zu 

tragen. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kan-

tons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

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3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

[Mit Urteil 8C_638/2020 vom 15. März 2021 hat das Bundesgericht die gegen diesen 

Entscheid erhobene Beschwerde teilweise gutgeheissen, soweit es darauf eingetre-

ten ist. Es hob den vorliegenden Entscheid sowie die Verfügung der IV-Stelle auf 

und wies die Sache zur Neubeurteilung an die IV-Stelle zurück.]