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**Case Identifier:** 7c67f293-64f1-5e9d-8224-3e96ee21abc4
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-31
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 31.03.2025 SST.2024.89
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-89_2025-03-31.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2024.89 
(ST.2023.40; StA.2021.866) 

 

 

Urteil vom 31. März 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident 

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary 

Gerichtsschreiberin i.V. Lehmann 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten, 

Kloster-Südflügel, Seetalstrasse 8, 5630 Muri 

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.2001, von Wohlen, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Ernst Kistler, 

[…] 

  

 
 

Gegenstand  Qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten erhob am 27. Juni 2023 Anklage 

gegen den Beschuldigten wegen diverser Widerhandlungen gegen das 

Strassenverkehrsgesetz, teilweise in mehrfacher Tatbegehung. 

 

2. 

Mit Urteil vom 16. Januar 2024 sprach das Bezirksgericht Muri den 

Beschuldigten der mehrfachen qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung, 

der mehrfachen groben Verkehrsregelverletzung durch Missachtung der 

allgemeinen Höchstgeschwindigkeit ausserorts, der mehrfachen Verkehrs-

regelverletzung durch ungenügendes Rechtsfahren, der Verkehrsregel-

verletzung durch Überfahren einer Sicherheitslinie, des Fahrens in fahrun-

fähigem Zustand, der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der 

Fahrunfähigkeit, des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall, des pflicht-

widrigen Verhaltens bei Unfall mit Verletzten, der mehrfachen Beein-

trächtigung der Betriebssicherheit eines Motorfahrzeugs, des mehrfachen 

Inverkehrbringens eines Motorfahrzeugs in nicht vorschriftsgemässem 

Zustand, des mehrfachen Fahrens ohne Fahrzeugausweis sowie teilweise 

ohne Kontrollschilder, des mehrfachen Fahrens ohne Haftpflichtversiche-

rung und der missbräuchlichen Verwendung von Kontrollschildern schul-

dig. Es verurteilte ihn zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 2 ½ Jahren 

mit einem vollziehbaren Anteil von 6 Monaten und einem bedingt vollzieh-

baren Anteil von 2 Jahren, Probezeit 3 Jahre, einer bedingten Geldstrafe 

von 180 Tagessätzen à Fr. 120.00, d.h. Fr. 21'600.00, Probezeit 3 Jahre, 

sowie einer Busse von Fr. 2'000.00, ersatzweise 17 Tage Freiheitsstrafe. 

Die vorläufige Festnahme wurde im Umfang von 2 Tagen auf den vollzieh-

baren Teil der Freiheitsstrafe angerechnet. Die Verfahrenskosten von ins-

gesamt Fr. 15'886.65 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 1'700.00) wurden dem 

Beschuldigten auferlegt. Die Gerichtskasse wurde angewiesen, dem amtli-

chen Verteidiger des Beschuldigten eine Entschädigung von Fr. 16'970.40 

auszurichten, wobei diese vom Beschuldigten zurückzuverlangen sei, so-

bald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 2. Mai 2024 beantragte der Beschuldigte, er 

sei in Abänderung des Urteils des Bezirksgerichts Muri vom 16. Januar 

2024 zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten, Probezeit 2 Jahre, 

einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 80.00, d.h. 

Fr. 7'200.00, Probezeit 2 Jahre, sowie einer Busse von Fr. 500.00 zu verur-

teilen. 

 

 - 3 - 

 

 

3.2. 

Am 18. Juni 2024 reichte der Beschuldigte vorgängig zur Berufungsver-

handlung eine schriftliche Berufungsbegründung ein. 

 

3.3. 

Mit vorgängiger Berufungsantwort vom 9. Juli 2024 beantragte die Staats-

anwaltschaft Muri-Bremgarten die Abweisung der Berufung. 

 

3.4. 

Die Berufungsverhandlung fand am 31. März 2025 zusammen mit dem 

Berufungsverfahren in Sachen B._____ (SST.2024.73) statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen die erstinstanzliche 

Strafzumessung. Nicht angefochten und damit gemäss Art. 404 Abs. 1 

StPO nicht zu überprüfen sind die vorinstanzlichen Schuldsprüche. 

 

2. 

2.1. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). 

Darauf kann verwiesen werden. 

 

2.2. 

2.2.1. 

Die Vorinstanz hat für die qualifiziert groben Verkehrsregelverletzungen 

eine teilbedingte Gesamtfreiheitsstrafe von 2 ½ Jahren bei einem vollzieh-

baren Anteil von 6 Monaten und einem bedingt vollziehbaren Anteil von 

2 Jahren, Probezeit 3 Jahre, ausgesprochen. 

 

Der Beschuldigte hat mit Berufungserklärung eine bedingte Freiheitsstrafe 

von 15 Monaten, Probezeit 2 Jahre, beantragt, wobei anlässlich der Beru-

fungsverhandlung seitens der Verteidigung von einer bedingten Freiheits-

strafe von 24 Monaten die Rede war. 

 

2.2.2. 

Die Einsatzstrafe ist für die konkret schwerste Straftat, die Raserfahrt vom 

2. März 2021 mit Unfallfolgen gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG, festzusetzen. 

Dazu ergibt sich Folgendes: 

 

Ausgangspunkt für die Strafzumessung bildet die Schwere der Verletzung 

oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Ge-

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schütztes Rechtsgut beim Tatbestand der qualifiziert groben Verletzung der 

Verkehrsregeln ist die Verkehrssicherheit sowie Leib und Leben der Ver-

kehrsteilnehmer. Dabei setzt Art. 90 Abs. 3 SVG keine konkrete Gefähr-

dung des Lebens voraus, jedoch eine gegenüber Art. 90 Abs. 2 SVG ge-

steigerte, sozusagen qualifiziert erhöhte abstrakte Gefahr. Der Tatbestand 

von Art. 90 Abs. 3 SVG normiert somit ein abstraktes Gefährdungsdelikt, 

wobei das Gefährdungselement der Intensität und dem Ausmass des 

Risikos nach qualifiziert wird und ein Erfolgseintritt naheliegen muss. Der 

gefahrenen Geschwindigkeit kommt im Rahmen der Strafzumessung bei 

Art. 90 Abs. 3 und 4 SVG eine vorrangige Rolle zu, was sich bereits daraus 

ergibt, dass diese von Gesetzes wegen für die Frage des Vorliegens einer 

qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln entscheidend ist. Mit an-

deren Worten nimmt mit steigender Fahrgeschwindigkeit gemäss der Ge-

setzeskonzeption notwendigerweise auch das (abstrakte) Unfallrisiko und 

folglich die Gefährdung des geschützten Rechtsguts zu. Zusätzliche Um-

stände, die das bereits gesetzlich vermutete hohe Risiko eines Unfalls mit 

Schwerverletzten oder Todesopfer erhöhen, wirken sich verschuldens-

erschwerend aus (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1358/2017 vom 

11. März 2019 E. 3.2 und 5). 

 

Der Beschuldigte fuhr am 2. März 2021 um 21:40 Uhr auf der Hauptstrasse 

von Geltwil in Richtung Muri mit mindestens 191 km/h und überschritt 

dadurch die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 111 km/h 

(act. 303, 322). Damit hat er den Grenzwert nach Art. 90 Abs. 4 lit. c SVG 

– eine Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 60 km/h, wo die 

zulässige Geschwindigkeit höchstens 80 km/h beträgt – um 51 km/h und 

somit nicht nur knapp, sondern sehr deutlich überschritten. Die massive 

Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ist zudem nicht nur 

über eine kurze Strecke, sondern über mindestens einen Kilometer erfolgt 

(act. 302, 320), wobei der nicht gerade verlaufende Streckenabschnitt mit 

einmündenden Strassen und Parkplätzen auch nicht durchgehend über-

sichtlich war (act. 301 ff.). Vor allem aber ist es bei der Raserfahrt vom 

2. März 2021 nicht bei einer qualifiziert erhöhten abstrakten Gefährdung 

geblieben, sondern es ist als Folge der massiven Geschwindigkeitsüber-

schreitung und dem damit einhergehenden Kontrollverlust über das Motor-

fahrzeug zu einem Verkehrsunfall gekommen, bei welchem zwei Mit-

fahrerinnen des Beschuldigten leicht verletzt worden sind (act. 346, 350 ff., 

555, 569, 571), wobei es allein dem Zufall zu verdanken ist, dass niemand 

schwerwiegender oder gar tödlich verletzt worden ist. Dies zeigt sich 

eindrücklich an den im Anschluss an den Verkehrsunfall gemachten Foto-

aufnahmen des Personenwagens, bei welchem es zu einem Totalschaden 

gekommen ist (act. 291 ff., 332). Entsprechend schwer wiegt die Gefähr-

dung des geschützten Rechtsguts und das damit einhergehende Verschul-

den des Beschuldigten. 

 

 - 5 - 

 

 

Nichts zu seinen Gunsten kann der Beschuldigte daraus ableiten, dass die 

Fahrbahn bei seiner Raserfahrt trocken und nicht stark befahren war, da 

gute Witterungs-, Strassen- und Verkehrsverhältnisse keine besonderen 

verschuldensmindernden Umstände im Sinne der Rechtsprechung dar-

stellen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_1005/2023 vom 10. März 2025 

E. 2.3.2; 7B_483/2023 vom 6. Januar 2025 E. 5.4.2; je mit Hinweisen). 

Ebenfalls neutral zu gewichten ist der Umstand, dass dem Beschuldigten 

die Unfallstrecke grundsätzlich vertraut war und er die Gegebenheiten der 

Strasse kannte (act. 752), zumal diese Kenntnis – wie sich denn auch zeig-

te – bei der krassen Geschwindigkeitsüberschreitung nicht zu verhindern 

vermochte, dass er die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und einen 

Unfall verursacht hat. 

 

Entgegen dem Beschuldigten (Berufungsbegründung S. 2 mit Verweis auf 

das verkehrspsychologische Gutachten von Dr. C._____ vom 5. Oktober 

2023 [act. 803 ff.]), ist hinsichtlich der Raserfahrt vom 2. März 2021 nicht 

von einer verminderten Schuldfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 2 StGB 

auszugehen. Zwar hielt es die Gutachterin Dr. C._____ im Rahmen eines 

verkehrspsychologischen Gutachtens, das mit Blick auf die Wiedererlan-

gung des Führerausweises erstellt worden ist, grundsätzlich für möglich, 

dass das gezeigte Fehlverhalten des Beschuldigten in einem ursächlichen 

Zusammenhang mit einer psychischen Störung stand. Sie führte diese 

Möglichkeit jedoch nicht weiter aus, sondern verwies stattdessen auf eine 

allenfalls durchzuführende verkehrsmedizinische Fahreignungsuntersu-

chung (act. 816). Die Beurteilung der Schuldfähigkeit setzt jedoch voraus, 

dass die Einsichts- und die Steuerungsfähigkeit stets in Bezug auf die 

konkrete Straftat und den Zeitpunkt der Tatbegehung geprüft werden (Ur-

teile des Bundesgerichts 6B_1278/2020 vom 27. August 2021 E. 4.3.2; 

6B_1050/2020 vom 20. Mai 2021 E. 3.3; 6B_1363/2019 vom 19. November 

2020 E. 1.7.2). Ein Gutachter darf sich daher nicht nur systematisch be-

schreibend zum Krankheitsbild äussern, sondern muss in seiner Begutach-

tung auch darlegen, wie sich eine allfällige Störung konkret auf die Fähig-

keit des Beschuldigten auswirkt, das Unrecht seines (konkreten) Handelns 

zu erkennen und sein Handeln entsprechend zu steuern, d.h. an dieser 

Erkenntnis auszurichten (Urteile des Bundesgerichts 6B_1278/2020 vom 

27. August 2021 E. 4.3.2; 6B_1363/2019 vom 19. November 2020 

E. 1.7.2). Das vorgebrachte Gutachten sagt jedoch nichts darüber aus, ob 

die Einsichts- und Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten in Bezug auf die 

konkret von ihm begangene Tat, die Raserfahrt vom 2. März 2021 mit Un-

fallfolgen, eingeschränkt war, sondern stellt lediglich eine Prognose zur 

Frage, ob der Beschuldigte aufgrund einer charakterlichen Problematik mit 

erhöhter Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft gegen das Strassenverkehrs-

gesetz verstossen werde (act. 816). Nach dem Gesagten kann allein ge-

stützt auf das verkehrspsychologische Gutachten vom 5. Oktober 2023 

nicht auf eine verminderte Schuldfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 2 StGB 

geschlossen werden. Ohnehin genügt für die Annahme einer verminderten 

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Schuldfähigkeit nicht jede Beeinträchtigung der Einsichts- oder Steue-

rungsfähigkeit. Der Täter muss vielmehr in hohem Masse in den Bereich 

des Abnormen fallen, wobei seine Geistesverfassung nach Art und Grad 

stark vom Durchschnitt nicht bloss der Rechts-, sondern auch der Verbre-

chensgenossen abweichen muss (Urteil des Bundesgerichts 6B_695/2024 

vom 20. November 2024 E. 2.2.3). Vorliegend hält jedoch selbst das vorge-

brachte verkehrspsychologische Gutachten fest, dass der Beschuldigte 

grundsätzlich dazu in der Lage sei, als Fahrer die unfallrelevanten Gefah-

ren richtig einzuschätzen und die richtigen Handlungsentscheidungen zu 

treffen (act. 813). Gemäss eigener Aussage war dem Beschuldigten denn 

auch zum Tatzeitpunkt sowohl die Rechtswidrigkeit als auch die Gefährlich-

keit seines Verhaltens sehr wohl bewusst (Protokoll der Berufungsverhand-

lung S. 20, 22, 25 f.; act. 756 f., 811). Dennoch hat er sich wissentlich und 

willentlich gegen eine gesetzeskonforme Fahrweise entschieden. Nach 

dem Gesagten ist mit der Vorinstanz von einer voll erhaltenen Schuldfähig-

keit auszugehen. 

 

Auch war es nicht so, dass sich der Beschuldigte hinsichtlich der Raserfahrt 

in einer subjektiv als aussichtslos empfundenen Drucksituation wähnte. 

Vielmehr ist verschuldenserhöhend zu berücksichtigen, dass der Beschul-

digte über ein sehr hohes Mass an Entscheidungsfreiheit verfügt und aus 

rein egoistischen Beweggründen gehandelt hat. Als Grund für die massive 

Geschwindigkeitsüberschreitung brachte er selbst denn auch vor, dass ihm 

die Raserfahrten ein besseres Gefühl gegeben und andere ihn dafür 

bewundert hätten (act. 753 f.). So schrieb er beispielsweise am 25. Januar 

2021 seiner Kollegin D._____, dass er ihr das Rasen/Fahren von Rennen 

noch beibringen werde und dass es ein «geiles Gefühl» sei, einfach auf 

das Gaspedal zu drücken und so zu fahren, wie man wolle (act. 382). Mithin 

wäre es für ihn ein Leichtes gewesen, sich an die zulässige Höchstge-

schwindigkeit sowie die übrigen Verkehrsregeln zu halten und die Ver-

kehrssicherheit zu gewährleisten. Umso schwerer wiegt somit die bewusste 

Entscheidung dagegen und damit einhergehend sein Verschulden (vgl. 

BGE 117 IV 112 E. 1; Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Ja-

nuar 2023 E. 3.4.3; je mit Hinweisen). 

 

Zusammengefasst liegen nebst der nicht bloss geringen, sondern sehr 

hohen Überschreitung des Grenzwertes Umstände vor, die das infolge der 

Geschwindigkeitsüberschreitung gesetzlich vermutete hohe Risiko eines 

Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern deutlich erhöht haben. 

Insgesamt ist von einem mittelschweren bis schweren Verschulden und – 

unter Berücksichtigung des Strafrahmens von bis zu 4 Jahren Freiheits-

strafe – einer dafür angemessenen Einsatzstrafe von 2 ½ Jahren auszu-

gehen. 

 

Gemäss Art. 90 Abs. 3ter SVG [in Kraft seit 1. Oktober 2023] kann der Täter 

auch mit Geldstrafe oder mit Freiheitsstrafe unter einem Jahr bestraft 

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werden, wenn er nicht innerhalb der letzten zehn Jahre vor der Tat wegen 

eines Verbrechens oder Vergehens im Strassenverkehr mit ernstlicher 

Gefahr für die Sicherheit anderer, respektive mit Verletzung oder Tötung 

anderer verurteilt wurde. Bei einer dem Verschulden angemessenen Frei-

heitsstrafe von 2 ½ Jahren kann jedoch offen bleiben, ob die Bestimmung 

als milderes Recht (Art. 102 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 2 Abs. 2 StGB) Anwen-

dung finden würde, nachdem der Beschuldigte zwar keine Vorstrafen auf-

weist und somit noch nicht einschlägig verurteilt worden ist, sich nunmehr 

aber eine Vielzahl zu beurteilender Widerhandlungen gegen das Strassen-

verkehrsgesetz, darunter mehrere qualifiziert grobe Verkehrsregelver-

letzungen gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG, zu Schulden hat kommen lassen. 

 

2.2.3. 

Diese Einsatzstrafe für die Raserfahrt vom 2. März 2021 ist für das nicht 

bewilligte Beschleunigungsrennen vom 26. März 2020 in Hallwil angemes-

sen zu erhöhen. 

 

Der Beschuldigte hat am 26. März 2020 zwischen 21:00 und 23:00 Uhr auf 

der Seetalstrasse zwischen Boniswil und Hallwil im Rahmen eines paralle-

len Beschleunigungsrennens seinen Subaru Impreza massiv beschleunigt 

und während der mindestens zehn Sekunden dauernden Fahrt eine 

Höchstgeschwindigkeit von mindestens 132 km/h erreicht (act. 409, 756; 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 22). Somit liegt im Ausserorts-

bereich eine Überschreitung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit um 52 

km/h und im Innerortsbereich eine Überschreitung der erlaubten Höchstge-

schwindigkeit um 82 km/h vor. Im Innerortsbereich hat der Beschuldigte 

damit den Grenzwert für die Annahme einer qualifiziert groben Verkehrs-

regelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 4 lit. b SVG – eine Geschwindigkeits-

überschreitung von 50 km/h – nicht nur knapp, sondern um 32 km/h 

überschritten. 

 

Neben der krassen Geschwindigkeitsüberschreitung wirkt sich vorliegend 

zusätzlich risiko- und damit verschuldenserhöhend aus, dass der Beschul-

digte seinen Subaru Impreza auf einer Strecke, die nicht für das parallele 

Beschleunigen und Nebeneinanderfahren mit hoher Geschwindigkeit kon-

zipiert ist, über eine Zeitspanne von mindestens zehn Sekunden parallel 

zum Audi S4 des Mitbeschuldigten B._____ gelenkt hat. Im Gegensatz zu 

einer Autobahn ist die Seetalstrasse weder für hohe Geschwindigkeiten 

noch für das längere Nebeneinanderfahren konzipiert und insbesondere 

schmaler gebaut, weshalb bereits ein kurzweiliger Kontrollverlust schwer-

wiegende Konsequenzen nach sich gezogen hätte. 

 

Weder ein tatsächlich provozierter Unfall noch eine konkrete Gefährdung 

sind für die qualifiziert grobe Verkehrsregelverletzung erforderlich, weshalb 

der Umstand, dass es während des parallelen Beschleunigungsrennens zu 

keinem Unfall gekommen ist und auch keine anderen Verkehrsteilnehmer 

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konkret gefährdet worden sind, nicht verschuldensmindernd berücksichtigt 

werden kann, sondern sich neutral auswirkt. Auch die relativ guten Stras-

sen- und Sichtverhältnisse – mit Ausnahme des verdeckten Hauseingangs 

zu Beginn der aktenkundigen Videoaufnahme des Rennens (act. 422, 

VID-20200327-WA0000.mp4) – sowie die grundsätzliche Fahrfähigkeit des 

Beschuldigten stellen den Normalfall dar und können deshalb nicht ver-

schuldensmindernd berücksichtigt werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

6B_1005/2023 vom 10. März 2025 E. 2.3.2; 7B_483/2023 vom 6. Januar 

2025 E. 5.4.2; je mit Hinweisen). 

 

Auch hinsichtlich dieser qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung ist 

nicht von einer verminderten Schuldfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 2 

StGB auszugehen (vgl. Berufungsbegründung S. 2). Es kann dazu auf die 

obigen Erwägungen zur Einsatzstrafe verwiesen werden. Im Gegenteil ist 

die grosse Gleichgültigkeit gegenüber den für die Sicherheit im öffentlichen 

Strassenverkehr wichtigen Verkehrsregeln, die der Beschuldigte an den 

Tag gelegt hat, verschuldenserhöhend zu berücksichtigen. Ohne dass eine 

Notwendigkeit ersichtlich wäre, hat sich der Beschuldigte über die Sicher-

heitsvorschriften hinweggesetzt und mithin äusserst leichtfertig und verant-

wortungslos gehandelt. Als Grund für die massive Geschwindigkeitsüber-

schreitung sowie das parallele Beschleunigen auf einer nicht dafür vorge-

sehenen Fahrbahn brachte er vor, dass lediglich zu Werbezwecken ein 

Rennen habe inszeniert werden sollen (Protokoll der Berufungsverhand-

lung S. 19; act. 756). Dies verdeutlicht jedoch umso mehr, dass der Be-

schuldigte über ein hohes Mass an Entscheidungsfreiheit verfügt hat und 

es für ihn ein Leichtes gewesen wäre, sich an die zulässige Höchstge-

schwindigkeit sowie die übrigen Verkehrsregeln zu halten und die Ver-

kehrssicherheit zu gewährleisten. Umso schwerer wiegt somit die bewusste 

Entscheidung dagegen (vgl. BGE 117 IV 112 E. 1; Urteil des Bundesge-

richts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3; je mit Hinweisen). 

 

Insgesamt ist von einem nicht mehr leichten bis mittelschweren Verschul-

den und einer dafür angemessenen Freiheitsstrafe von 15 Monaten auszu-

gehen. Im Rahmen der Asperation ist zu beachten, dass das Beschleuni-

gungsrennen vom 26. März 2020 in Hallwil weder in einem zeitlich noch in 

einem sachlich engen Zusammenhang mit der Raserfahrt vom 2. März 

2021 mit Unfallfolgen stand. Entsprechend hoch ist der Gesamtschuldbei-

trag des Beschleunigungsrennens zu veranschlagen. Angemessen er-

scheint eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 1 Jahr auf insgesamt 3 ½ Jah-

re. 

 

2.2.4. 

An sich wäre die bis anhin ermittelte Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren auf-

grund des weiteren Beschleunigungsrennens vom 7. März 2020 in Meister-

schwanden sowie der krassen Geschwindigkeitsüberschreitungen vom 

26. März 2020, 18. Februar 2021 und 26. Februar 2021 angemessen zu 

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erhöhen. Dies kann jedoch unterbleiben, da bereits für die Raserfahrt vom 

2. März 2021 sowie das Beschleunigungsrennen vom 26. März 2020 in 

Hallwil – auch unter Berücksichtigung der sich leicht strafmindernd 

auswirkenden Täterkomponente (siehe dazu unten) – eine deutlich höhere 

als die von der Vorinstanz ausgesprochene Freiheitsstrafe von 2 ½ Jahren 

auszusprechen wäre, was aufgrund des Verschlechterungsverbots jedoch 

nicht möglich ist (Art. 391 Abs. 2 StPO; vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3, demzufolge nicht zu bean-

standen ist, dass die weiteren Delikte nicht mehr im Einzelnen asperiert 

werden, wenn eine Strafe aufgrund des Verschlechterungsverbots nicht zu 

Lasten der beschuldigten Person abgeändert werden darf). Somit hat es 

bei einer Freiheitsstrafe von 2 ½ Jahren für die qualifiziert groben Verkehrs-

regelverletzungen sein Bewenden. 

 

2.2.5. 

In Bezug auf die Täterkomponente ergibt sich Folgendes: 

 

Der aktuelle Strafregisterauszug des Beschuldigten weist keine Vorstrafen 

auf. Die Vorstrafenlosigkeit ist allerdings als Normalfall anzusehen und 

somit neutral zu werten (BGE 136 IV 1). Der Beschuldigte war letztlich zwar 

geständig, jedoch erfolgte ein umfassendes Geständnis erst anlässlich der 

erstinstanzlichen Hauptverhandlung (act. 742 ff.). Während des Unter-

suchungsverfahrens hatte der Beschuldigte – mit Ausnahme der Einver-

nahme bezüglich des Unfalls vom 2. März 2021 (act. 532 ff.) – noch jegliche 

Aussage verweigert (act. 603 ff., 613 ff., 631 ff., 644 ff., 650 ff., 656 ff., 

669 ff.). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sowie der Be-

rufungsverhandlung gab er sodann mehrheitlich zu, was ohnehin bereits 

auf der Hand lag – insbesondere aufgrund der Videoaufnahmen und Chat-

verläufe, die auf seinem Mobiltelefon gefunden wurden, gegen dessen 

Entsiegelung er sich bis vor Bundesgericht gewehrt hatte (act. 191 ff.). 

Demnach lässt sich keineswegs sagen, dass der Beschuldigte von Anfang 

an aus freien Stücken ein Geständnis abgelegt und die Strafverfolgung 

wesentlich vereinfacht oder beschleunigt hat. Ganz im Gegenteil hat er 

noch an der Berufungsverhandlung jegliche Aussage bezüglich des Mittä-

ters, gegen den er das Beschleunigungsrennen vom 26. März 2020 

gefahren ist, verweigert und diesen auch auf mehrfache Nachfrage des 

Obergerichts sowie der Vorinstanz nicht namentlich genannt (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 18, 22, 28 f.; act. 742, 748, 750, 751). Somit hat 

er nicht über seinen eigenen Tatbeitrag hinaus zur Tataufdeckung und 

Wahrheitsfindung beigetragen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_65/2014 

vom 9. Oktober 2014 E. 2.4). Zudem zeigte sich der Beschuldigte anläss-

lich der Berufungsverhandlung zwar einsichtig und reuig (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 20, 22), jedoch ist diese Einsicht in das Unrecht 

seines Verhaltens, dessen Rechtswidrigkeit und Gefährlichkeit ihm gemäss 

eigener Aussage bereits im Zeitpunkt seiner Taten bewusst war (Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 20, 22, 25 f.; act. 756 f.), erst durch die 

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Inhaftierung und insbesondere im Verlaufe des Strafverfahrens entstan-

den. Als Erklärung seiner Taten brachte der Beschuldigte denn auch selbst 

wiederholt vor, dass er und seine Kollegen sich damals einfach unantastbar 

gefühlt und geglaubt hätten, dass ihnen nichts passieren könne (Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 19, 22, 24; act. 754). Die Raserfahrten habe 

er begangen, weil er sich dadurch jeweils besser gefühlt und sich erhofft 

habe, die Leute in seinem Umfeld hätten dann einen besseren Eindruck 

von ihm (siehe dazu oben). Insgesamt scheint der Beschuldigte heute in 

erster Linie die ihm drohende Strafe und damit die ihn treffenden Folgen zu 

bereuen. Es ist deshalb zweifelhaft, ob wirklich eine nachhaltige Einsicht 

und aufrichtige Reue, die über eine blosse Tatfolgenreue hinausgeht, vor-

liegt. Dennoch rechtfertigt es sich, sein vollständiges Geständnis nicht 

unberücksichtigt zu lassen, hat es letztlich doch das Strafverfahren und 

insbesondere das Berufungsverfahren gegen ihn vereinfacht, was leicht 

strafmindernd ins Gewicht fällt, wenn auch nicht in einem Umfang, wie dies 

bei einem von Anfang an vollumfänglich geständigen, nachhaltig einsichti-

gen und aufrichtig reuigen Täter möglich wäre (vgl. statt vieler Urteil des 

Bundesgerichts 6B_687/2016 vom 12. Juli 2017 E. 1.5.2 mit Hinweisen). 

Zudem wirkt sich zu seinen Gunsten aus, dass er in den vergangenen 

Jahren eine Verkehrstherapie absolviert hat (Protokoll der Berufungsver-

handlung S. 20; act. 802) und schliesslich mit Verfügung des Strassenver-

kehrsamts des Kantons Aargau vom 31. Juli 2024 den Führerausweis zu-

rückerhalten hat, nachdem die zuvor verneinte Fahreignung wieder bejaht 

worden war (Beilage 3 zur Berufungsverhandlung S. 1 f.; Protokoll der Be-

rufungsverhandlung S. 20 f.). 

 

Entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten (Berufungsbegründung S. 2) 

stellt sein jugendliches Alter zum Tatzeitpunkt hinsichtlich der von ihm als 

Motorfahrzeugführer begangenen Widerhandlungen gegen das Strassen-

verkehrsgesetz keinen Schuldminderungsgrund dar. Vielmehr ist der Erhalt 

des Führerausweises an die Bedingung geknüpft, dass der Motorfahrzeug-

führer die Strassenverkehrsregeln kennt und nach seinem bisherigen 

Verhalten Gewähr bietet, diese Vorschriften auch zu beachten und auf die 

Mitmenschen Rücksicht zu nehmen (vgl. Art. 14 SVG). 

 

Die übrigen persönlichen Verhältnisse bieten zu keinen Bemerkungen 

Anlass. Zwar ist es lobenswert, dass sich der Beschuldigte seit dem Unfall 

vom 2. März 2021 tadellos entwickelt hat, seine Lehre mit sehr gutem Erfolg 

abschliessen konnte (Berufungsbegründung S. 3) und seither einer ge-

regelten Arbeit nachgeht, wobei ihm sein Arbeitgeber ein hervorragendes 

Zwischenzeugnis ausgestellt hat (Beilage 2 zur Berufungsverhandlung). 

Dass jemand in geordneten Verhältnissen lebt und einer Arbeitstätigkeit 

nachgeht, stellt allerdings den Normalfall dar. Aussergewöhnliche Um-

stände, welche eine erhöhte Strafempfindlichkeit zu begründen vermögen 

(vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_910/2024 vom 11. Februar 

2025 E. 1.3.4 mit Hinweisen), sind nicht ersichtlich. Es mag zwar zutreffen, 

 - 11 - 

 

 

dass den Beschuldigten der teilweise Vollzug der Freiheitsstrafe – insbe-

sondere in Kombination mit den finanziellen Folgen seiner Straftaten sowie 

dem Führerausweisentzug – hart trifft (vgl. Berufungsbegründung S. 3 f.), 

doch drohen diese Konsequenzen jedem Raser und geht die Betroffenheit 

des Beschuldigten nicht über das übliche, mit dem Strafvollzug verbundene 

Mass hinaus. 

  

Insgesamt wirkt sich die Täterkomponente aufgrund des vollumfänglichen 

Geständnisses des Beschuldigten sowie der bestandenen Fahreignungs-

prüfung leicht positiv aus. Entgegen seinem Antrag ist unter den vorliegen-

den Umständen jedoch auch bei extensiver Berücksichtigung des Resozia-

lisierungsgedankens (vgl. Berufungsbegründung S. 4) eine Strafminderung 

in einem Umfang, der eine Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren und 

damit einen bedingten Strafvollzug erlaubt hätte, ausgeschlossen. Dies 

würde zu einer Strafe führen, die dem Verschulden und den persönlichen 

Verhältnissen des Beschuldigten nicht mehr angemessen mild wäre, was 

nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht zulässig ist (BGE 118 IV 

342 E. 2f). Der gesetzgeberische Entscheid, dass Strafen von mehr als 

zwei Jahren nicht mehr ganz bedingt ausgesprochen werden können (vgl. 

Art. 42 Abs. 1 StGB), ist zu respektieren. Eine Überbestrafung liegt entge-

gen dem Vorbringen des Beschuldigten nicht vor (Berufungsbegründung 

S. 4). Hinzuweisen ist schliesslich darauf, dass die Berücksichtigung der 

Resozialisierung als Zweck eines modernen Strafrechts nicht dazu führen 

kann, die repressive Seite des Strafrechts, zu der auch Sühne und Ver-

geltung gehören, vollständig auszublenden. Nach dem Gesagten hat die 

sich lediglich leicht strafmindernd auswirkende Täterkomponente keine Än-

derung des aufgrund des Verschlechterungsverbots bereits sehr mild aus-

fallenden Strafmasses zur Folge. 

 

2.2.6. 

Die Vorinstanz hat die Freiheitsstrafe von 2 ½ Jahren teilbedingt bei einem 

zu vollziehenden Anteil von sechs Monaten und einem bedingt zu voll-

ziehenden Anteil von 2 Jahren, Probezeit 3 Jahre, ausgesprochen. 

 

Ein vollumfänglicher Aufschub der Freiheitsstrafe nach Art. 42 Abs. 1 StGB 

kommt vorliegend aufgrund des Strafmasses von 2 ½ Jahren nicht in 

Betracht. Infrage kommt einzig ein teilbedingter Strafvollzug nach Art. 43 

Abs. 1 StGB, der bei einer angeordneten Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren 

möglich ist. Dabei müssen sowohl der aufgeschobene wie auch der zu 

vollziehende Teil der Freiheitsstrafe mindestens sechs Monate betragen 

(Art. 43 Abs. 3 StGB). Das Verhältnis der Strafteile ist so festzusetzen, dass 

darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung des Täters einerseits und 

dessen Einzeltatschuld anderseits hinreichend zum Ausdruck kommen. Je 

günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit der Tat, desto 

grösser muss der auf Bewährung ausgesetzte Strafteil sein. Der unbe-

 - 12 - 

 

 

dingte Strafteil darf dabei das unter Verschuldensgesichtspunkten (Art. 47 

StGB) gebotene Mass nicht unterschreiten (BGE 134 IV 1 E. 5.6). 

 

Aufgrund der Vielzahl von Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrs-

gesetz – insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte den 

Führerausweis der Kategorie B erst Ende Januar 2020 erlangt und nur rund 

40 Tage nach dessen Erhalt bereits zum ersten Mal in grober Weise gegen 

das Strassenverkehrsgesetz verstossen hat (act. 749) – sowie dem sehr 

grossen Mass an Entscheidungsfreiheit, über das der Beschuldigte hin-

sichtlich seiner Raserfahrten verfügt hat, ist von nicht unerheblichen Be-

denken an seiner Legalbewährung auszugehen. Sein Verschulden wiegt 

erheblich (siehe dazu oben). Aufgrund des Verschlechterungsverbots ist 

eine Erhöhung des zu vollziehenden Anteils, der von der Vorinstanz auf 

das gesetzliche Minimum von sechs Monaten festgesetzt worden ist, je-

doch nicht möglich. Die für den bedingt ausgesprochenen Anteil von 

2 Jahren festgesetzte Probezeit von 3 Jahren kann nicht herabgesetzt 

werden (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

 

2.2.7. 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte unter Berücksichtigung des Ver-

schlechterungsverbots zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 2 ½ Jah-

ren mit einem vollziehbaren Anteil von 6 Monaten und einem bedingt 

vollziehbaren Anteil von 2 Jahren, Probezeit 3 Jahre, zu verurteilen. 

 

Die Dauer der vorläufigen Festnahme (3. März 2021, 04:14 Uhr, bis 4. März 

2021, 11:16 Uhr) ist dem Beschuldigten im Umfang von zwei Tagen auf 

den unbedingt zu vollziehenden Teil der Freiheitsstrafe anzurechnen 

(Art. 51 StGB i.V.m. Art. 110 Abs. 7 StGB; BGE 150 IV 377 E. 2). 

 

2.3. 

2.3.1. 

Die Vorinstanz hat für die groben Verkehrsregelverletzungen gemäss 

Art. 90 Abs. 2 SVG, das Fahren in fahrunfähigem Zustand, die Vereitelung 

von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit, das pflichtwidrige 

Verhalten bei Unfall mit Verletzten, die Beeinträchtigung der Betriebs-

sicherheit eines Motorfahrzeugs, das Fahren ohne Haftpflichtversicherung 

und die missbräuchliche Verwendung von Kontrollschildern eine bedingte 

Gesamtgeldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 120.00, Probezeit 3 Jahre, 

ausgesprochen. 

 

Der Beschuldigte hat mit Berufungserklärung eine bedingte Geldstrafe von 

90 Tagessätzen à Fr. 80.00, Probezeit 2 Jahre, beantragt. 

 

2.3.2. 

Die Einsatzstrafe für die obgenannten mit einer Geldstrafe zu ahndenden 

Straftaten ist für die konkret schwerste Straftat, die am 26. Februar 2021 in 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6b_785%2F2015&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-IV-1%3Ade&number_of_ranks=0#page1

 - 13 - 

 

 

Beinwil ausserorts begangene grobe Verletzung der Verkehrsregeln durch 

Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit gemäss Art. 90 

Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV, 

festzusetzen. Dazu ergibt sich Folgendes: 

 

Der Tatbestand der groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 

Abs. 2 SVG sieht eine Geldstrafe oder eine – hier aufgrund des Verschlech-

terungsverbots nicht mögliche (Art. 391 Abs. 2 StPO) – Freiheitsstrafe bis 

zu drei Jahren vor. Das geschützte Rechtsgut ist die Verkehrssicherheit 

respektive der Schutz von Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer vor einer 

erhöhten abstrakten Gefahr. 

 

Der Beschuldigte ist am Abend des 26. Februars 2021 mit seinem blauen 

Subaru Impreza (ohne Kontrollschild) im Ausserortsbereich auf der See-

talstrasse in Beinwil in Fahrtrichtung Geltwil mit einer rechtlich massgeben-

den Geschwindigkeit von 134 km/h anstelle der zulässigen Höchstge-

schwindigkeit von 80 km/h gefahren (act. 504, 753). Damit liegt eine Ge-

schwindigkeitsüberschreitung von 54 km/h vor, die deutlich über dem 

Grenzwert für eine Ordnungsbusse (bis max. 20 km/h) und demjenigen für 

eine Übertretungsbusse (bis max. 29 km/h) liegt. Die Geschwindigkeits-

überschreitung liegt mit 6 km/h nur knapp unter dem Schwellenwert für die 

Annahme einer qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von 

Art. 90 Abs. 3 und 4 SVG (Überschreitung von mindestens 60 km/h; unter 

Vorbehalt von Art. 90 Abs. 3ter SVG Mindeststrafe von einem Jahr 

Freiheitsstrafe). Nach dem Gesagten hat der Beschuldigte eine für die 

Sicherheit im Strassenverkehr wichtige Verkehrsvorschrift in objektiv 

schwerer Weise missachtet. Dabei stellt der Umstand, dass die Fahrbahn 

während seiner Fahrt trocken und nicht stark befahren war, keinen 

besonderen verschuldensmindernden Umstand im Sinne der Rechtspre-

chung dar (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_1005/2023 vom 10. März 

2025 E. 2.3.2; 7B_483/2023 vom 6. Januar 2025 E. 5.4.2; je mit Hinwei-

sen). Trotz der abendlichen Fahrt war auf der Hauptstrasse mit anderen 

Verkehrsteilnehmern zu rechnen, wobei die Sicht auf dem betroffenen 

Streckenabschnitt aufgrund der zahlreichen Kurven und einmündenden 

Strassen, mitunter einer Einfahrt zu einem Bauernhof, stark eingeschränkt 

war (act. 497, 500, 505, 78140039933544594.mp4). In der sich in den 

Akten befindlichen Videoaufnahme ist zudem ersichtlich, wie der Beschul-

digte mit überhöhter Geschwindigkeit die unübersichtliche Linkskurve zu 

Beginn der Messstrecke schneidet (act. 505, 78140039933544594.mp4). 

Direkt nach der Messstrecke folgen weitere Kurven, bevor die Strasse in 

den Innerortsbereich von Geltwil führt, wo die Videoaufnahme schliesslich 

endet. Aufgrund dieser Umstände wiegt das Verschulden des Beschuldig-

ten entsprechend schwerer. 

 

Eine verminderte Schuldfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 2 StGB liegt 

nicht vor (siehe dazu die obigen Ausführungen zur Einsatzfreiheitsstrafe; 

 - 14 - 

 

 

vgl. Berufungsbegründung S. 2). Vielmehr verschuldenserhöhend ins 

Gewicht fällt, dass der Beschuldigte leichtfertig und rücksichtslos gehandelt 

hat und über ein grosses Mass an Entscheidungsfreiheit verfügte. Ohne 

dass ein objektiv nachvollziehbarer Grund bestanden hätte, lenkte er 

seinen Personenwagen mit übersetzter Geschwindigkeit auf einer Strecke, 

die aus Sicherheitsgründen nicht für solche Geschwindigkeiten vorgesehen 

ist. Als Grund brachte er selbst vor, dass ihm das Fahren mit übersetzter 

Geschwindigkeit ein besseres Gefühl gegeben und andere ihn dafür 

bewundert hätten (act. 753 f.; siehe dazu auch oben). Es wäre für ihn je-

doch ein Leichtes gewesen, sich an die zulässige Höchstgeschwindigkeit 

zu halten und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Umso schwerer 

wiegt somit die bewusste Entscheidung dagegen (vgl. BGE 117 IV 112 

E. 1; Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3; 

je mit Hinweisen). 

 

Insgesamt ist mit Blick auf das grosse Spektrum möglicher grober Ver-

kehrsregelverletzungen durch Geschwindigkeitsüberschreitungen inner-

halb des Strafrahmens von bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe von einem mittel-

schweren Verschulden auszugehen. Unter Beachtung des Verschlechte-

rungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO), demzufolge für die grobe Verkehrs-

regelverletzung keine Freiheitsstrafe ausgesprochen werden kann, ist die 

Einsatzstrafe auf 180 Tagessätze Geldstrafe festzusetzen. 

 

2.3.3. 

An sich wäre die Einsatzstrafe von 180 Tagessätzen Geldstrafe aufgrund 

der weiteren mit einer Geldstrafe zu ahndenden Widerhandlungen gegen 

das Strassenverkehrsgesetz angemessen zu erhöhen. Nachdem die Geld-

strafe gemäss Art. 34 Abs. 1 StGB jedoch höchstens 180 Tagessätze be-

trägt und ein Strafartenwechsel ausgeschlossen ist (BGE 144 IV 313; BGE 

144 IV 217 E. 3.6; Urteil des Bundesgerichts 6B_244/2021 vom 17. April 

2023 E. 5.5.4), bleibt es bei der Geldstrafe von 180 Tagessätzen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3, demzu-

folge nicht zu beanstanden ist, dass die weiteren Delikte nicht mehr im 

Einzelnen asperiert werden, wenn eine Erhöhung der Strafe ausgeschlos-

sen ist). Da die hypothetische Gesamtgeldstrafe deutlich über der Straf-

obergrenze von 180 Tagessätzen zu liegen gekommen wäre, rechtfertigt 

es sich, die bloss leicht strafmindernd zu berücksichtigende Täterkompo-

nente (siehe dazu oben) von der hypothetischen Gesamtgeldstrafe in Ab-

zug zu bringen, so dass es bei der vorinstanzlich ausgesprochenen Geld-

strafe von 180 Tagessätzen sein Bewenden hat (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 6B_127/2022 vom 22. März 2023 E. 5.3.2). 

 

2.3.4. 

Die Höhe des Tagessatzes ist gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB nach den 

persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt 

des Urteils zu bemessen, insbesondere nach dem Einkommen und Vermö-

 - 15 - 

 

 

gen, dem Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflich-

ten sowie dem Existenzminimum. Das Bundesgericht hat die Kriterien für 

die Bemessung der Geldstrafe dargelegt (BGE 142 IV 315 E. 5; BGE 

134 IV 60 E. 5 f.; BGE 135 IV 180 E. 1.4). Darauf kann verwiesen werden. 

 

Der Beschuldigte ist nicht verheiratet und hat keine Kinder (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 27). Aktuell ist er in einem 100%-Pensum als 

Mechaniker bei der F._____ AG angestellt, wo er ein massgebliches mo-

natliches Nettoeinkommen von rund Fr. 5'100.00 erwirtschaftet (Beilage 1 

zur Berufungsverhandlung; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 27). 

Unter Berücksichtigung eines Pauschalabzugs von 20 % für Krankenkasse, 

Steuern und notwendige Berufsauslagen sowie eines Abzugs von weiteren 

10 % für die hohe Anzahl Tagessätze (BGE 134 IV 60 E. 6.5.2; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_744/2020 vom 26. Oktober 2020 E. 2.2.2) ergibt sich 

ein Tagessatz von Fr. 120.00. 

 

2.3.5. 

Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten für die ausgesprochene Geldstrafe 

den bedingten Strafvollzug gewährt (vorinstanzliches Urteil S. 52). Nach-

dem vorliegend nur der Beschuldigte Berufung erhoben hat, ist darauf be-

reits aufgrund des Verschlechterungsverbots nicht mehr zurückzukommen 

(Art. 391 Abs. 2 StPO). Den nicht unerheblichen Zweifeln an seiner Legal-

bewährung (siehe dazu oben) ist mit der Vorinstanz mit einer Probezeit von 

3 Jahren Rechnung zu tragen (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

 

2.3.6. 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte unter Berücksichtigung des Ver-

schlechterungsverbots zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen 

à Fr. 120.00, Probezeit 3 Jahre, zu verurteilen. 

 

2.4. 

2.4.1. 

Die Vorinstanz hat für die Übertretungen (Verkehrsregelverletzungen 

gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG, pflichtwidriges Verhalten bei Unfall, Inverkehr-

bringen eines Motorfahrzeugs in nicht vorschriftsgemässem Zustand sowie 

Fahren ohne Fahrzeugausweis und ohne Kontrollschilder) eine Busse von 

Fr. 2'000.00, ersatzweise 17 Tage Freiheitsstrafe, ausgesprochen. 

 

Der Beschuldigte hat mit Berufungserklärung eine Busse von Fr. 500.00 

beantragt. 

 

2.4.2. 

Für die vom Beschuldigten begangenen Übertretungen ist eine Busse von 

maximal Fr. 10'000.00, die sowohl dem Verschulden als auch den persönli-

chen Verhältnissen des Beschuldigten angemessen ist, als Gesamtstrafe 

auszusprechen (Art. 90 Abs. 1 SVG, Art. 92 Abs. 1 SVG, Art. 93 Abs. 2 lit. a 

 - 16 - 

 

 

SVG und Art. 96 Abs. 1 lit. a SVG i.V.m. Art. 102 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 106 

Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 49 Abs. 1 StGB). 

 

2.4.3. 

Die Einsatzbusse ist für die konkret schwerste Übertretung festzusetzen. 

Es handelt sich dabei um das pflichtwidrige Verhalten bei einem Unfall ge-

mäss Art. 92 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 51 Abs. 3 SVG. Dazu ergibt sich Fol-

gendes: 

 

Art. 92 Abs. 1 SVG schützt in erster Linie die allgemeine Verkehrssicherheit 

und die Interessen der am Unfall Beteiligten bzw. ihrer Versicherer. Dane-

ben erleichtert der Tatbestand aber auch die (Straf-)Rechtspflege und da-

mit die Durchsetzung von Gemeininteressen. 

 

Der Beschuldigte hat am 3. März 2021 in Gurtnellen auf der Autobahn A2 

in Fahrtrichtung Luzern einen Unfall mit Sachschaden verursacht (vor-

instanzliches Urteil S. 17; act. 540, 747). Obwohl er gemäss eigener Aus-

sage über seine Meldepflichten im Falle eines Verkehrsunfalls im Bilde war 

(act. 746), setzte er seine Fahrt unbeirrt fort, ohne sich um den an der 

Leitplanke verursachten Schaden zu kümmern oder unverzüglich die Poli-

zei zu benachrichtigen (vgl. Art. 51 Abs. 3 SVG). Im Rahmen einer blossen 

Übertretung gemäss Art. 92 Abs. 1 SVG wirkt sich neutral aus, dass es sich 

nicht um einen folgenschweren Unfall mit Verletzten gehandelt hat. Denn 

wäre beim Unfall ein Mensch verletzt worden und hätte der Beschuldigte 

wie vorliegend die Flucht ergriffen, läge nicht mehr eine Übertretung, 

sondern ein Vergehen gemäss Art. 92 Abs. 2 SVG vor. Die genauen 

Gründe, weshalb der Beschuldigte nach dem Unfall nicht den ihm obliegen-

den Pflichten gemäss Art. 51 SVG nachgekommen ist, bleiben unklar. 

Umstände, die seine Entscheidungsfreiheit eingeschränkt hätten, sind je-

doch nicht ersichtlich. Mithin zeugt sein Verhalten von einer erheblichen 

Unbekümmertheit und Gleichgültigkeit. Je leichter es ihm aber gefallen 

wäre, seinen Pflichten bei einem Unfall nachzukommen, desto schwerer 

wiegt der Entscheid dagegen und damit einhergehend sein Verschulden. 

Insgesamt ist mit Blick auf die vom Übertretungstatbestand erfassten 

Handlungsweisen von einem mittelschweren Verschulden und unter Be-

rücksichtigung der finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten (siehe dazu 

die obigen Ausführungen zur Tagessatzberechnung) von einer dafür ange-

messenen Busse von Fr. 2'000.00 auszugehen. 

 

2.4.4. 

An sich wäre die Einsatzbusse von Fr. 2'000.00 aufgrund der weiteren 

Übertretungen angemessen zu erhöhen, was in Nachachtung des Ver-

schlechterungsverbots jedoch nicht möglich ist (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

Somit hat es bei der von der Vorinstanz ausgesprochenen Busse sein 

Bewenden. Diese kann unter keinem Titel herabgesetzt werden. 

 

 - 17 - 

 

 

2.4.5. 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Busse von 

Fr. 2'000.00 ist gemäss Art. 106 Abs. 2 und Abs. 3 StGB, ausgehend vom 

als Umrechnungsschlüssel zu verwendenden Tagessatz von Fr. 120.00 

(BGE 149 I 248 E. 5.4.2), auf 17 Tage festzusetzen.  

 

2.5. 

Insgesamt ist der Beschuldigte zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 

2 ½ Jahren bei einem vollziehbaren Anteil von 6 Monaten und einem be-

dingt vollziehbaren Anteil von 2 Jahren, Probezeit 3 Jahre, einer bedingten 

Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 120.00, d.h. Fr. 21'600.00, Probezeit 

3 Jahre, sowie einer Busse von Fr. 2'000.00, ersatzweise 17 Tage Frei-

heitsstrafe, zu verurteilen. 

 

Damit erweist sich die Berufung des Beschuldigten als unbegründet und ist 

vollumfänglich abzuweisen. 

 

3. 

3.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge gutgeheis-

sen wurden (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_1145/2022 vom 

13. Oktober 2023 E. 3.2.1). Sind mehrere beteiligte Personen kostenpflich-

tig, so werden die Kosten anteilsmässig auferlegt (Art. 418 Abs. 1 StPO). 

 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten für das Berufungsverfahren gegen 

den Beschuldigten sowie den Mitbeschuldigten B._____ (SST.2024.73) 

belaufen sich auf insgesamt Fr. 6'000.00 (§ 18 VKD i.V.m. § 29 GebührD). 

Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass das Berufungsverfahren 

gegen B._____ einen höheren Aufwand verursacht hat, entfällt lediglich ⅓ 

der Verfahrenskosten, d.h. Fr. 2'000.00, auf den Beschuldigten. Ausgangs-

gemäss hat der Beschuldigte den auf ihn entfallenden Anteil der oberge-

richtlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'000.00 vollumfänglich zu tragen. 

 

3.2. 

Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten ist für das obergerichtliche 

Verfahren gestützt auf die eingereichte Honorarnote mit Fr. 4'232.10 (inkl. 

Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Staatskasse zu entschädigen ([16 h 

x Fr. 240.00 + Fr. 75.00 Auslagen + 8.1 % MwSt.]; Art. 135 Abs. 1 StPO 

i.V.m. § 9 Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT).  

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

 - 18 - 

 

 

3.3. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Die beschuldigte Person trägt im erstinstanzlichen Verfahren 

die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 Satz 1 

StPO). 

 

Sind mehrere beteiligte Personen kostenpflichtig, so werden die Kosten 

anteilsmässig auferlegt (Art. 418 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr des 

erstinstanzlichen Verfahrens gegen den Beschuldigten sowie den Mitbe-

schuldigten B._____ (ST.2023.41) beläuft sich auf insgesamt Fr. 3'500.00 

(§ 17 Abs. 1 VKD) und wurde mit Berufung nicht angefochten. Unter 

Berücksichtigung des Umstandes, dass das erstinstanzliche Verfahren in 

Sachen B._____ einen wesentlich geringeren Aufwand verursacht hat, 

entfallen ¾ der Gerichtsgebühr, d.h. Fr. 2'625.00, auf den Beschuldigten. 

Damit beläuft sich der gesamte auf den Beschuldigten entfallende Anteil 

der erstinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. Anklagegebühr von 

Fr. 1'700.00 sowie auf ihn entfallende Untersuchungskosten und Spesen) 

auf Fr. 15'886.65 (vorinstanzliches Urteil S. 52 f., 55). 

 

Da die vorinstanzlichen Schuldsprüche mit der Berufung nicht angefochten 

wurden und es somit bei einer Verurteilung des Beschuldigten bleibt, hat 

der Beschuldigte die auf ihn entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskos-

ten von Fr. 15'886.65 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 1'700.00) vollumfänglich 

zu tragen. 

 

3.4. 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren zugespro-

chene Entschädigung von Fr. 16'970.40 ist mit Berufung nicht angefochten 

worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht mehr zurückzukom-

men ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1231/2022 vom 10. März 2023 

E. 2.1).  

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

4. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, fällt es ein 

neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO, Art. 81 StPO). Dies ist auch der Fall, wenn eine Berufung vollumfäng-

lich abgewiesen wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_761/2017 vom 17. Ja-

nuar 2018 E. 4 mit Hinweisen). 

 

  

 - 19 - 

 

 

   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen qualifiziert groben Verkehrsregelverletzung gemäss 

Art. 90 Abs. 3 SVG (Anklageziffer 1.1, 2, 3, 4, 5.1 und 6.1); 

- der mehrfachen groben Verkehrsregelverletzung durch Missachtung der 

allgemeinen Höchstgeschwindigkeit ausserorts gemäss Art. 90 Abs. 2 

SVG i.V.m. Art. 32 Abs. 2 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV 

(Anklageziffer 6.2); 

- des Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG 

(Anklageziffer 1.9); 

- der Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrunfähigkeit 

gemäss Art. 91a Abs. 1 SVG (Anklageziffer 1.2); 

- des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall mit Verletzten gemäss Art. 92 

Abs. 2 SVG (Anklageziffer 1.3); 

- der mehrfachen Verkehrsregelverletzung durch ungenügendes Rechts-

fahren gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 1 SVG 

(Anklageziffer 6.4); 

- der Verkehrsregelverletzung durch Überfahren einer Sicherheitslinie 

gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 2 SVG (Anklage-

ziffer 6.3); 

- des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall gemäss Art. 92 Abs. 1 SVG 

i.V.m. Art. 51 Abs. 3 SVG (Anklageziffer 1.10); 

- der mehrfachen Beeinträchtigung der Betriebssicherheit eines Motor-

fahrzeugs gemäss Art. 93 Abs. 1 SVG (Anklageziffer 1.4, 5.2 und 6.5); 

- des mehrfachen Inverkehrbringens eines Motorfahrzeugs in nicht 

vorschriftsgemässem Zustand gemäss Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG i.V.m. 

Art. 29 SVG und Art. 57 Abs. 1 VRV (Anklageziffer 1.5, 5.3 und 6.6); 

- des mehrfachen Fahrens ohne Fahrzeugausweis und teilweise ohne 

Kontrollschilder gemäss Art. 96 Abs. 1 lit. a SVG (Anklageziffer 1.8, 5.5 

und 6.8); 

- des mehrfachen Fahrens ohne Haftpflichtversicherung gemäss Art. 96 

Abs. 2 SVG (Anklageziffer 1.6, 5.4 und 6.7); 

- der missbräuchlichen Verwendung von Kontrollschildern gemäss Art. 97 

Abs. 1 lit. a SVG (Anklageziffer 1.7). 

  

 - 20 - 

 

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 1 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 102 Abs. 1 SVG, Art. 47 StGB, 

Art. 49 Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 43 

StGB, Art. 44 StGB und Art. 106 StGB 

 

zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 2 ½ Jahren mit einem vollzieh-

baren Anteil von 6 Monaten und einem bedingt vollziehbaren Anteil von 

2 Jahren, Probezeit 3 Jahre, 

 

zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 120.00, d.h. 

Fr. 21'600.00, Probezeit 3 Jahre, 

 

und zu einer Busse von Fr. 2'000.00, ersatzweise 17 Tage Freiheitsstrafe, 

 

verurteilt. 

 

2.2. 

Die vorläufige Festnahme wird dem Beschuldigten im Umfang von 2 Tagen 

auf den vollziehbaren Teil der Freiheitsstrafe angerechnet. 

 

3. 

3.1. 

Die anteilsmässig auf den Beschuldigten entfallenden obergerichtlichen 

Verfahrenskosten von Fr. 2'000.00 werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

3.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 4'232.10 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

4. 

4.1. 

Die anteilsmässig auf den Beschuldigten entfallenden erstinstanzlichen 

Verfahrenskosten von Fr. 15'886.65 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 1'700.00) 

werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

4.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche 

Verfahren eine gerichtlich festgesetzte Entschädigung von Fr. 16'970.40 

auszurichten. 

 

 - 21 - 

 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

 

 Zustellung an: 

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe 

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu 

bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der 

Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB). 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundesge-

richt einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 31. März 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Six Lehmann