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**Case Identifier:** 4312922d-cab4-512d-b6d6-5db4ba4f074a
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Zivilkammern 10.09.2025 ZOR.2024.23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_001_ZOR-2024-23_2025-09-10.pdf

## Full Text

Obergericht 

Zivilgericht, 2. Kammer 

 

ZOR.2024.23 
(OF.2021.146)  

 

 

Urteil vom 10. September 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident 

Oberrichterin Vasvary  

Oberrichter Giese  

Gerichtsschreiberin M. Stierli  

 

 
   

Kläger   A._____,  

geboren am tt.mm.1988, von der Türkei,  

[…] 

vertreten durch Rechtsanwältin Marie-Christine Müller Leu,  

[…] 

 

 
    

Beklagte   B._____,  

geboren am tt.mm.1981, von Reinach AG,  

[…] 

vertreten durch Rechtsanwalt Julian Burkhalter,  

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Ehescheidung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Parteien heirateten am 15. September 2006. Aus der Ehe gingen die 

Töchter C._____ (geb. tt.  Januar 2008), D._____ (geb. tt.  November 2009) 

und E._____ (geb. tt.  Januar 2017) hervor. 

 

2. 

Am 21. Oktober 2021 reichte der Kläger die Scheidungsklage ein, in Folge 

derer die Präsidentin des Bezirksgerichts Aarau das erstinstanzliche 

Scheidungsverfahren durchführte und am 4. Dezember 2023 erkannte: 

 

1. 
Die am 15. September 2006 vor Zivilstandsamt Menziken AG geschlossene Ehe der 
Parteien wird gestützt auf Art. 114 ZGB geschieden. 
 
2. 
Die elterliche Sorge über die Kinder C._____, geb. tt.  Januar 2008, D._____, geb. tt.  
November 2009, und E._____, geb. tt.  Januar 2017, wird der Beklagten alleine zugeteilt. 
 
3. 
Die Kinder C._____, geb. tt.  Januar 2008, D._____, geb. tt.  November 2009, und E._____, 
geb. tt.  Januar 2017, werden unter die Obhut der Beklagten gestellt. 
 
4. 
4.1. 
Der Kläger wird berechtigt erklärt, die gemeinsame Tochter E._____, geb. tt.  Januar 2017, 
jeden zweiten Samstag von 14:00 – 16:00 Uhr zu besuchen, wobei die Besuche zunächst 
im Beisein der Beklagten zu erfolgen haben. Die Parteien haben sich unter gegenseitiger 
Rücksichtnahme über die Örtlichkeit der Besuche im Voraus abzusprechen, wobei die 
Besuche abwechslungsweise in der Nähe des Klägers und das darauffolgende 
Wochenende in der Nähe der Beklagten erfolgen sollen. 
 
Das Besuchsrecht kann schrittweise und in Absprache mit dem noch zu ernennenden 
Beistand ausgebaut werden (vgl. Ziffer 4.3. nachstehend). 
 
4.2. 
Auf die Regelung eines Besuchs- und Ferienrechts für die gemeinsamen Töchter C._____, 
geb. tt.  Januar 2008 und D._____, geb. tt.  November 2009, wird in Anbetracht deren Alters 
verzichtet. 
 
4.3. 
Es wird eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB zur Überwachung des 
Besuchsrechts angeordnet. 
 
5. 
5.1. 
Der Kläger wird pflichtig erklärt, der Beklagten an den Barunterhalt der Kinder C._____, 
geb. tt.  Januar 2008, D._____, geb. tt.  November 2009, und E._____, geb. tt.  Januar 
2017 monatlich vorschüssig folgende Unterhaltsbeiträge (zuzüglich allfällig bezogener 
gesetzlicher oder vertraglicher Familien- oder Ausbildungszulagen) zu bezahlen: 
 
C._____: 
- Fr. 421.00 ab Urteilsdatum bis zum 31. Januar 2026 

 - 3 - 

 

 

 
D._____: 
- Fr. 717.00  ab Urteilsdatum bis zum 30. November 2025 
- Fr. 667.00  ab 1. Dezember 2025 bis zum 30. November 2027 
 
E._____: 
- Fr. 511.00 ab Urteilsdatum bis zum 31. Januar 2027 
- Fr. 711.00  ab 1. Februar 2027 bis 31. Januar 2033 
- Fr. 661.00  ab 1. Februar 2033 bis zur Volljährigkeit 
 
5.2. 
Der Unterhaltsbeitrag entfällt beim vorzeitigen Eintritt in die volle Erwerbstätigkeit oder 
dauert fort bis zum Abschluss einer längerdauernden Erstausbildung. 
 
6. 
Die Erziehungsgutschriften für die Kinder C._____, geb. tt.  Januar 2008, D._____, geb. tt.  
November 2009, und E._____, geb. tt.  Januar 2017, werden gesamthaft der Beklagten 
angerechnet. 
 
7. 
Es wird festgestellt, dass sich die Parteien gegenseitig keinen nachehelichen Unterhalt 
schulden. 
 
8. 
Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 4.1. vorstehend basieren auf dem Landesindex für 
Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik vom Dezember 2023, Stand 106.2 
Punkte (Basis Dezember 2019 = 100 Punkte). Sie werden jährlich auf den 1. Januar dem 
Indexstand per Ende November des Vorjahres angepasst, erstmals auf den 1. Januar 
2024, es sei denn, der Unterhaltsschuldner beweist, dass sein Einkommen nicht mit der 
Teuerung Schritt gehalten hat, und die Indexanpassung daher nur im entsprechend 
reduzierten Umfang möglich ist. 
 
Die Berechnung erfolgt nach folgender Formel: 
 

Neuer Unterhaltsbeitrag = 
ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Index vom November des Vorjahres 

ursprünglicher Indexstand vom Dezember 2023, Stand 106.2 Punkte 
 

9. 
Bei der Berechnung der Unterhaltsbeiträge wurde von folgenden Einkommen 
ausgegangen: 
- Kläger:  monatl. Nettoeinkommen: Fr. 5'090.00 
 (inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Kinderzulagen)  
 
- Beklagte:  monatl. Nettoeinkommen: Fr. 5'430.00 
 (inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Kinderzulagen) 
 
- C._____:  monatl. Nettoeinkommen: Fr. 517.00 
 (Lehrlingslohn und Ausbildungszulage) 
 
- D._____: monatl. Nettoeinkommen: Fr. 250.00  
 (Ausbildungszulage) 
 
 - E._____:  monatl. Nettoeinkommen: Fr. 200.00 
 (Kinderzulage) 
10. 
10.1. 

 - 4 - 

 

 

Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger innert 90 Tagen nach Rechtskraft des 
vorliegenden Entscheids eine güterrechtliche Ausgleichszahlung in der Höhe von 
Fr. 31'988.30 zu bezahlen. 
 
10.2. 
Darüber hinaus erhält jede Partei zu unbeschwertem Eigentum, was sie derzeit besitzt oder 
auf ihren Namen lautet. 
 
10.3. 
Mit dem vorliegenden Entscheid sind die Parteien güterrechtlich per Saldo aller Ansprüche 
auseinandergesetzt, dies mit Ausnahme der ab dem 21. Oktober 2021 bis zum Datum der 
Rechtskraft des vorliegenden Entscheids noch offenen Kinderunterhaltsbeiträge. 
 
11. 
Die Vorsorgeeinrichtung der Beklagten ([…]) wird gestützt auf Art. 22 FZG nach Rechtskraft 
dieses Urteils angewiesen, den Betrag von Fr. 36'552.15 (Stichtag: Einreichung 
Scheidungsklage per 21. Oktober 2021) auf das Freizügigkeitskonto des Klägers ([…]) zu 
überweisen. 
 
12. 
Die Gerichtskosten, bestehend aus der Entscheidgebühr für den begründeten Entscheid 
von Fr. 8'040.00, dem Gutachten von Fr. 2'692.50, den Zeugen-Auslagen von Fr. 212.80 
sowie den Dolmetscher-Auslagen von Fr. 385.80, insgesamt Fr. Fr. 11'331.10, werden den 
Parteien je hälftig auferlegt. 
 
Sie gehen infolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen zu Lasten des 
Kantons. Die Parteien sind zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage sind 
(Art. 123 ZPO). 
 
13. 
13.1. 
Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 
 
13.2. 
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Klägers wird mit Fr. 8'925.60 (Grundentschädi-
gung nach Streitwert von Fr. 13'410.00, je 10 % Zuschlag für zusätzliche Verhandlung und 
zusätzliche Rechtschrift, hälftiger Abzug da Entschädigung zu Lasten des Gemeinwesens 
[§ 12a Abs. 2 AnwT], inkl. 3 % Auslagenpauschale von Fr. 241.38, inkl. Fr. 638.15 MwSt.) 
vom Kanton entschädigt. Der Kläger ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald er dazu in der 
Lage ist (Art. 123 ZPO). 
 
13.3. 
Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Beklagten wird mit Fr. 8'925.60 (Grundentschädi-
gung nach Streitwert von Fr. 13'410.00, je 10 % Zuschlag für zusätzliche Verhandlung und 
zusätzliche Rechtschrift, hälftiger Abzug da Entschädigung zu Lasten des Gemeinwesens 
[§ 12a Abs. 2 AnwT], inkl. 3 % Auslagenpauschale von Fr. 241.38, inkl. Fr. 638.15 MwSt.) 
vom Kanton entschädigt. Die Beklagte ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in 
der Lage ist (Art. 123 ZPO). 

 

3. 

3.1. 

Der Kläger erhob am 18. April 2024 Berufung gegen das ihm am 22. März 

2024 zugestellte begründete Urteil und beantragte: 

 

1. 

 - 5 - 

 

 

Die Ziffern 5.1., 5.2. und 10.1. des Entscheides des Präsidiums des Familiengerichtes 
Aarau vom 04.12.2023 i.S. Ehescheidung seien aufzuheben. 
 
2. 
In Abänderung der Ziffern 5.1. und 5.2. des angefochtenen Entscheides sei der Berufungs-
kläger zu verpflichten, an den Barunterhalt seiner drei Kinder ab Rechtskraft des 
Scheidungsurteils bis zum Abschluss der Erstausbildung (Art. 277 Abs. 2 ZGB) folgende 
Unterhaltsbeiträge zzgl. KZ/AZ (soweit von ihm bezogen) zu bezahlen: 
 
a) Ab Rechtskraft der Ehescheidung bis 31.7.2025 (Phase I) 

- für C._____  Fr.  110.-- 
- für D._____  Fr.  567.-- 
- für E._____  Fr.  296.— 

 
b) Ab 1.8.2025 bis 30.11.2025 

- für C._____  Fr.  178.-- 
- für D._____  Fr.  271.-- 
- für E._____  Fr.  364.-- 

 
c) Ab 1.12.2025 bis 31.1.2026 

- für C._____  Fr.  188.-- 
- für D._____  Fr.  231.-- 
- für E._____  Fr.  373.-- 

 
d) Ab 1.2.2026 bis 31.1.2027 

- für C._____  Fr.  0.-- 
- für D._____  Fr.  336.-- 
- für E._____  Fr.  479.-- 

 
e) Ab 1.2.2027 bis 30.11.2027 

- für D._____  Fr.  291.-- 
- für E._____  Fr.  643.-- 

 
f) Ab 1.12.2027 bis 31.7.2032 

- für D._____ bis Abschluss Erstausbildung Fr.  75.-- 
- für E._____  Fr.  783.-- 

 
g) Ab 1.8.2032 bis 31.1.2033 

- für E._____  Fr.  536.-- 
 
h) Ab 1.2.2033 bis 31.1.2035 

- für E._____  Fr.  449.-- 
 
i) Ab 1.2.2035 bis Abschluss Erstausbildung E._____ 

- für E._____  Fr.  180.— 
 
3. 
Eventualiter nach richterlichem Ermessen. 
 
 
4. 
In Abänderung von Ziffer 10.1. des angefochtenen Entscheides sei die Berufungsbeklagte 
zu verpflichten, dem Berufungskläger innert 90 Tagen nach Rechtskraft des Scheidungs-
urteils unter Verrechnung der bis zum Stichtag 21.10.2021 noch offenen Unterhalts-
schulden eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von Fr. 55'578.42 zu bezahlen. 
 
5. 

 - 6 - 

 

 

Dem Berufungskläger sei für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu  
gewähren unter Beiordnung der Unterzeichnenden als unentgeltliche Rechtsvertreterin. 
 
6. 
U.K.u.E.F. 

 

3.2. 

Mit Berufungsantwort vom 27. Mai 2024 beantragte die Beklagte: 

 

1. 
Die Berufung vom 18.04.2024 des Klägers sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf  
einzutreten sei. 
 
2. 
Der Berufungsbeklagten sei für das Berufungsverfahren ZOR.2024.23 die unentgeltliche 
Rechtspflege zu gewähren unter Beiordnung des Schreibenden als ihr unentgeltlicher 
Rechtsvertreter. 
 
3. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Berufungsklägers. 

 

3.3. 

Mit Verfügung vom 4. Juni 2025 wurden die Parteien aufgefordert, aktuelle 

unterhaltsrelevante Unterlagen einzureichen. Mit Eingaben vom 26. Juni 

2025 bzw. vom 17. Juli 2025 reichten die Parteien Unterlagen ein. 

 

3.4. 

Mit Eingabe vom 14. August 2025 nahm die Beklagte zu den vom Kläger 

am 17. Juli 2025 eingereichten Unterlagen Stellung. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitgegenstand des Berufungsverfahrens bildet der Unterhalt für die 

gemeinsamen Kinder C._____, D._____ und E._____ sowie die 

güterrechtliche Ausgleichszahlung. In den übrigen Punkten ist das Urteil 

der Präsidentin des Bezirksgerichts Aarau vom 4. Dezember 2023 

unangefochten geblieben und damit in Rechtskraft erwachsen (Art. 315 

Abs. 1 ZPO). 

 

2. Kinderunterhalt 

2.1. 

Die Vorinstanz hat den Kläger verpflichtet, an den Unterhalt von C._____, 

D._____ und E._____ die vorstehend erwähnten Unterhaltsbeiträge zu 

bezahlen. Der Kläger beantragt eine Reduktion dieser Unterhaltsbeiträge 

gemäss den vorstehend erwähnten Anträgen. 

 

 - 7 - 

 

 

2.2. 

Hinsichtlich der angefochtenen Kinderunterhaltsbeiträge gilt der Unter-

suchungs- und Offizialgrundsatz, d.h. das Gericht erforscht den 

Sachverhalt von Amtes wegen und entscheidet ohne Bindung an die 

Parteianträge (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO; BGE 147 III 301 E. 2.2). Damit 

können im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel 

vorgebracht werden (BGE 147 III 301 E. 2.2) und das Verschlechterungs-

verbot kommt nicht zum Tragen (BGE 129 III 417 E. 2.1.1).  

 

2.3. 

Vorab zu klären ist der Beginn der festzusetzenden Beitragspflicht. Das 

Scheidungsgericht bestimmt die Beitragspflicht für den Kindesunterhalt 

grundsätzlich ab Eintritt der formellen Rechtskraft des Scheidungsurteils, 

doch kann es ermessensweise der pflichtigen Partei rückwirkend auf einen 

früheren Zeitpunkt – etwa jenen des Eintritts der Teilrechtskraft (im Schei-

dungspunkt) – eine Unterhaltspflicht auferlegen (BGE 142 III 193 E. 5.3). 

Vorliegend sind keine Gründe für eine rückwirkende Anordnung ersichtlich, 

zumal zwischen den Parteien ein Eheschutzentscheid ergangen ist 

(Entscheid der Präsidentin des Bezirksgerichts Aarau SF.2019.72 vom 

24. Dezember 2019), dessen unterhaltsrechtliche Anordnung solange 

Wirkung entfaltet, bis das Scheidungsurteil bezüglich der Unterhalts-

regelung rechtskräftig wird. Der Kinderunterhalt ist somit ab Rechtskraft 

des vorliegenden Urteils festzusetzen. 

 

2.4. 

Beide Elternteile sorgen gemeinsam, ein jeder nach seinen Kräften, für den 

in Form von Pflege, Erziehung und Geld zu erbringenden Unterhalt des 

Kindes (Art. 276 Abs. 1 und 2 ZGB). Der Unterhaltsbeitrag ist nach den 

Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit 

der Eltern zu bemessen; dabei sind das Vermögen und die Einkünfte des 

Kindes zu berücksichtigen (Art. 285 Abs. 1 ZGB). 

 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat die Unterhaltsberech-

nung grundsätzlich nach der sogenannten zweistufigen Methode mit 

Überschussverteilung zu erfolgen (ausführlich BGE 147 III 265 E. 7). 

 

2.5. 

Die Vorinstanz ist von einem monatlichen Nettoeinkommen des Klägers 

von Fr. 5'090.00 in einem 100 % Pensum als Anlageführer bei der K._____ 

AG ausgegangen (vorinstanzliches Urteil E. 6.4.1.1). Die Beklagte macht 

mit Berufungsantwort geltend, es sei davon auszugehen, dass der Kläger 

nun Fr. 5'500.00 verdiene, weil er in Schicht arbeite und entsprechende 

Zulagen erhalte. Zudem schöpfe der Kläger seine Erwerbsfähigkeit mit 

einem Einkommen von Fr. 5'000.00 nicht voll aus, weshalb ihm [mindes-

tens] ein Einkommen von Fr. 5'250.00 angerechnet werden müsse 

(Berufungsantwort Ziff. 2.4). Mit Eingabe vom 15. August 2025 macht die 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=1.1.2018&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Eheschutz+zweistufig+%DCberschussverteilung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-III-265%3Ade&number_of_ranks=0#page265

 - 8 - 

 

 

Beklagte zudem geltend, gemäss einer Lohnpfändung vom 2. Juli 2025 

verdiene der Kläger aktuell Fr. 5'400.00. Aus der eingereichten Existenz-

minimumsberechnung des Regionalen Betreibungsamts T._____ vom 

2. Juli 2025 ist jedoch einzig das Einkommen der Partnerin des Klägers 

ersichtlich, weshalb damit das behauptete Einkommen des Klägers von 

Fr. 5'400.00 nicht bewiesen ist. Der Kläger hat mit Eingabe vom 17. Juli 

2025 den Lohnausweis 2024 sowie Lohnabrechnungen von Oktober bis 

Dezember 2024 eingereicht. Daraus ist ein durchschnittliches monatliches 

Nettoeinkommen von Fr. 5'030.00 inklusive 13. Monatslohn ersichtlich. In 

der Eingabe vom 17. Juli 2025 hat er zudem ausgeführt, er arbeite seit 

anfangs 2025 nicht mehr, sei während zwei Monaten wegen Depressionen 

krankgeschrieben gewesen und betreue nun den Sohn F._____ zu 100 %, 

während seine Lebenspartnerin zu 100 % arbeite. Sämtliche dieser 

Behauptungen sind jedoch unbelegt geblieben, obwohl der Kläger mit 

Verfügung vom 4. Juni 2025 aufgefordert worden war, Unterlagen zu 

veränderten Verhältnissen einzureichen. Auf diese Behauptungen kann 

damit nicht abgestellt werden und es ist gestützt auf das für das Jahr 2024 

ausgewiesene Einkommen von einem monatlichen Nettoeinkommen des 

Klägers von Fr. 5'030.00 auszugehen. Selbst wenn der Kläger seine Stelle 

bei der K._____ AG aufgegeben hätte, wäre ihm dieses Einkommen als 

hypothetisches Einkommen anzurechnen, da im Verhältnis zu unmündigen 

Kindern besonders hohe Anforderungen an die Ausnützung der Erwerbs-

kraft zu stellen sind (BGE 137 III 118 E. 3.1), aus den Ausführungen des 

Klägers zu schliessen ist, dass er arbeitsfähig ist und weder dargelegt noch 

ersichtlich ist, weshalb es dem Kläger nicht zumutbar und möglich wäre, 

wieder eine Vollzeitstelle in seiner bisherigen Tätigkeit als Anlagenführer 

mit einem Nettoeinkommen in der bisherigen Höhe aufzunehmen. Der 

Kläger könnte sich seiner Verpflichtung, wieder eine Erwerbstätigkeit 

aufzunehmen, auch nicht mit dem Argument entziehen, dass er gegenüber 

seinem Sohn F._____ (geb. tt.  April 2023) aus einer nachfolgenden Bezie-

hung zur persönlichen Betreuung verpflichtet bzw. berechtigt ist, da das 

Schulstufenmodell in Patchworkfamilien relativiert ist (Urteile des Bundes-

gerichts 5A_723/2023 vom 26. April 2024 E. 6.4.2.2, 5A_926/2019 vom 

30. Juni 2020 E. 6.4). Nachdem das Einkommen von Fr. 5'030.00 – wie zu 

zeigen sein wird – ausreicht, um den Bedarf der gemeinsamen Kinder zu 

decken, ist dem Kläger entgegen der Auffassung der Beklagten 

(Berufungsantwort Ziff. 2.4; Eingabe vom 15. August 2025) kein höheres, 

hypothetisches Einkommen von Fr. 5'250.00 oder gar von Fr. 5'500.00 

anzurechnen. 

2.6. 

Die Beklagte ist in einem 100 % Pensum bei der M._____ AG tätig. 

Gemäss den mit Eingabe vom 25. Juni 2025 eingereichten Lohn-

abrechnungen für die Monate März, April und Mai 2025 beträgt ihr 

monatlicher Nettolohn Fr. 5'094.05. Unter Einrechnung des 13. Monats-

lohns (vgl. Klageantwortbeilage [KAB] 55) ergibt sich ein durchschnittliches 

monatliches Nettoeinkommen von gerundet Fr. 5'520.00. 

 - 9 - 

 

 

 

2.7. 

Seit August 2025 befindet sich die gemeinsame Tochter C._____ im dritten 

Lehrjahr als […] (KAB 69) und die gemeinsame Tochter D._____ im ersten 

Lehrjahr als […] (Berufungsantwortbeilage [BAB] 55). Ihnen ist die 

Ausbildungszulage von je Fr. 268.00 (EG FamZG § 1 Abs. 2 i.V.m. Art. 5 

Abs. 2 FamZG) als Einkommen anzurechnen. Die von der Vorinstanz 

vorgenommene Anrechnung des Lehrlingslohns zu einem Drittel erweist 

sich in Anbetracht der finanziellen Verhältnisse der Familie sowie des 

Umstands, dass dem Lehrlingseinkommen auch gewisse Berufskosten für 

Schulbücher und EDV-Mittel gegenüberstehen, als gerechtfertigt und 

zumutbar (vgl. Art. 276 Abs. 3 ZGB) und wird von den Parteien nicht 

beanstandet (Berufung Ziff. 3.7b; Berufungsantwort Ziff. 2.17). C._____ ist 

damit ein Drittel des Lehrlingslohns von Fr. 1'350.00 des dritten Lehrjahrs, 

d.h. Fr. 450.00, als Einkommen anzurechnen. Bei D._____ rechtfertigt es 

sich, auf den durchschnittlichen Lehrlingslohn bis zum Erreichen der 

Volljährigkeit abzustellen. Dieser beträgt Fr. 907.00 (10 x Fr. 850.00 [1. 

Lehrjahr], 3 x Fr. 1'100.00 [2. Lehrjahr] vgl. BAB 55). Davon ist ihr ebenfalls 

ein Drittel, d.h. Fr. 302.00, als Einkommen anzurechnen. Der 

gemeinsamen achtjährigen Tochter E._____ ist die Kinderzulage in Höhe 

von Fr. 215.00 (EG FamZG § 1 Abs. 2 i.V.m. Art. 5 Abs. 1 FamZG) als 

Einkommen anzurechnen.  

 

Da alle unterhaltsberechtigten Kinder eines Elternteils im Verhältnis zu 

ihren objektiven Bedürfnissen finanziell gleich zu behandeln sind (BGE 137 

III 59 E. 4.2.1), ist auch das Einkommen und der Bedarf von F._____, des 

Sohns des Klägers aus einer neuen Beziehung, festzustellen. Für F._____ 

ist ebenfalls die Kinderzulage in Höhe von Fr. 215.00 als Einkommen 

anzurechnen. 

 

2.8. 

Bei der Bedarfsermittlung bzw. der Ermittlung des gebührenden Unterhalts 

bilden die Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten 

der Schweiz für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzmini-

mums den Ausgangspunkt bzw. für die tatsächlichen Verhältnisse im 

Kanton Aargau praxisgemäss die im Kreisschreiben der Schuldbetrei-

bungs- und Konkurskommission des Obergerichts vom 21. Oktober 2009 

enthaltenen Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen 

Existenzminimums (Notbedarf) nach Art. 93 SchKG (SchKG-Richtlinien; 

KKS.2005.7). Soweit es die finanziellen Mittel zulassen, ist der gebührende 

Unterhalt auf das sogenannte familienrechtliche Existenzminimum zu 

erweitern. Dazu gehören bei den Elternteilen typischerweise die Steuern, 

eine Kommunikations- und Versicherungspauschale, unumgängliche Wei-

terbildungskosten, den finanziellen Verhältnissen entsprechende statt am 

betreibungsrechtlichen Existenzminimum orientierte Wohnkosten, Kosten 

zur Ausübung des Besuchsrechts, allenfalls angemessene Schulden-

 - 10 - 

 

 

tilgung und über die obligatorische Grundversicherung hinausgehende 

Krankenkassenprämien (vgl. BGE 147 III 265 E. 7.2). 

 

Der Kläger lebt mit seiner neuen Partnerin und ihrem gemeinsamen Sohn 

F._____ zusammen, womit ihm der hälftige Grundbetrag für ein Paar in 

einer dauernden Hausgemeinschaft, d.h. Fr. 850.00, anzurechnen ist 

(SchKG-Richtlinien Ziff. I.3). Die Wohnkosten betragen ausweislich des auf 

den Kläger und seine Konkubinatspartnerin lautenden Mietvertrags 

Fr. 1'500.00 (Klagebeilage [KB] 41), wovon die Hälfte, d.h. Fr. 750.00, auf 

den Kläger entfällt. Keine Wohnkosten und auch keine anderweitig im 

Bedarf des Klägers zu berücksichtigenden Auslagen stellen die ebenfalls 

im Mietvertrag aufgeführten Mietzinse für einen Tiefgaragen- und 

Aussenabstellplatz dar, zumal der Kläger gemäss seinen Angaben über 

kein Auto verfügt und für seinen Arbeitsweg öffentliche Verkehrsmittel 

benutzt (Klagebegründung Ziff. 3.7; Replik S. 8). Von den Wohnkosten des 

Klägers ist der Wohnkostenanteil von F._____ in Höhe von Fr. 250.00 

(siehe unten) in Abzug zu bringen, womit im Bedarf des Klägers Fr. 500.00 

zu berücksichtigen sind. Nachdem es die finanziellen Mittel – wie zu zeigen 

sein wird – zulassen, den Unterhalt auf das familienrechtliche Existenzmini-

mum zu erweitern, sind die Krankenkassenprämien des Klägers für Grund- 

und Zusatzversicherung in Höhe von Fr. 482.00 (Beilage 8 zur Eingabe 

vom 17. Juli 2025) zu berücksichtigen. Entgegen der Beklagten ist sodann 

nicht davon auszugehen, dass der Kläger mit einem Arbeitskollegen zu 

seinem Arbeitsplatz nach U._____ fahren kann und daher keine 

Arbeitswegkosten anfallen, zumal die Ausführungen des Klägers, wonach 

ein Mitfahren aufgrund veränderter Arbeitszeiten nicht mehr möglich sei 

und er nun für ein Streckenabonnement Fr. 225.00 bezahle (Replik S. 8; 

act. 299), nachvollziehbar sind. Zudem würden auch bei einer Fahrgemein-

schaft mit einem Arbeitskollegen vergleichbare Kosten anfallen, ist nach 

der allgemeinen Lebenserfahrung doch davon auszugehen, dass der 

Mitfahrende sich an den Kosten beteiligt. Nicht zu berücksichtigen ist 

hingegen der vom Kläger geltend gemachte Zuschlag für die auswärtige 

Verpflegung (Abendessen) von Fr. 110.00. Ein solcher ist nur im Falle des 

Nachweises von Mehrauslagen für die auswärtige Verpflegung zu 

gewähren (SchKG-Richtlinien Ziff. II.4.b). Der Kläger hat keine Mehrausla-

gen für die auswärtige Verpflegung belegt. Vielmehr hat er im Rahmen der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung ausgeführt, wenn er jeweils am Mittag 

zur Arbeit gehe, kaufe er für das Abendessen ein Sandwich vom Kiosk am 

Bahnhof (act. 299), womit ihm im Vergleich zu einer zu Hause eingenom-

menen Hauptmahlzeit, die im Grundbetrag enthalten ist, keine Mehrkosten 

entstehen. Die im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums zu 

berücksichtigende Kommunikations- und Versicherungspauschale beträgt 

in der Regel Fr. 100.00 (vgl. Kreisschreiben der Kammer für Kindes- und 

Erwachsenenschutz des Obergerichts XKS.2017.2: Empfehlungen für die 

Bemessung von Unterhaltsbeiträgen für Kinder [Unterhaltsempfehlungen] 

Ziff. 2.4). Da der Kläger in einem gefestigten Konkubinat lebt und anfal-

 - 11 - 

 

 

lende Kommunikations- und Versicherungskosten mit seiner Partnerin 

teilen kann, ist dem Kläger entsprechend seinem Antrag die Hälfte der 

Pauschale, d.h. Fr. 50.00, anzurechnen. Weiter ist die Steuerbelastung, 

d.h. die laufenden Steuern, nach der obenerwähnten bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums zu 

berücksichtigen. Dass der Kläger die Zahlung von fälligen Steuern nicht 

nachgewiesen hat, vermag entgegen dem Vorbringen der Beklagten daran 

nichts zu ändern, fallen beim Kläger doch trotzdem laufende Steuern an. 

Die monatliche Steuerbelastung des Klägers errechnet sich ausgehend von 

einem jährlichen Nettoeinkommen von Fr. 60'360.00 zuzüglich der 

Kinderzulagen für F._____ von Fr. 2'580.00. Davon abzuziehen sind die 

vom Kläger zu leistenden Unterhaltsbeiträge, die sich – wie zu zeigen sein 

wird – auf rund Fr. 20’400.00 pro Jahr belaufen. Abzuziehen sind weiter die 

Berufskosten, welche aus den obenerwähnten Kosten für den Arbeitsweg 

von Fr. 2'700.00 (Fr. 225.00 x 12) und einem Pauschalabzug von 

Fr. 2'000.00 bestehen, der Pauschalabzug für Versicherungsprämien von 

Fr. 3'400.00 und der Kinderabzug für F._____ von Fr. 7'400.00 

(vgl. Beilage 6 und 7 zur Eingabe vom 17. Juli 2025; vgl. Wegleitung zur 

Steuererklärung 2024). Damit beläuft sich das steuerbare Einkommen auf 

rund Fr. 27'000.00. Ausgehend von einem Gemeindesteuerfuss von 115 % 

für T._____, 100% Feuerwehrsteuerpflicht, dem anwendbaren Tarif B und 

keinem steuerbaren Vermögen resultiert für das Jahr 2025 eine Steuerlast 

von gesamthaft Fr. 782.00, d.h. monatlich Fr. 65.00 (Steuerrechner des 

Kantons Aargau). Davon ist ein Steueranteil für F._____ in Abzug zu 

bringen. Dazu sind die Kinderzulagen für F._____ in das Verhältnis zu den 

vom Kläger insgesamt zu versteuernden Einkünften zu setzen und ist damit 

der Anteil an der gesamten Steuerschuld des Klägers zu ermitteln (BGE 

147 III 457 E. 4.2.3.5). Auf F._____ entfallen Kinderzulagen von jährlich 

Fr. 2'580.00, was rund 10 % des steuerbaren Einkommens des Klägers 

entspricht. Anhand der Steuerlast von monatlich Fr. 65.00 resultiert damit 

ein Steueranteil von rund Fr. 7.00 für F._____, womit Fr. 58.00 auf den 

Kläger entfallen. 

 

Insgesamt beziffert sich das familienrechtliche Existenzminimum des 

Klägers wie folgt: 

  

 - 12 - 

 

 

 

Grundbetrag Fr.  850.00 

Wohnkosten Fr.  500.00 

Krankenkasse Fr. 482.00 

Arbeitswegkosten Fr.  225.00 

Steuern Fr. 58.00 

Kommunikation und Versicherung Fr. 50.00 

Total Fr. 2'165.00 

 

2.9. 

Die Beklagte lebt zusammen mit den gemeinsamen Kindern in ihrer Eigen-

tumsliegenschaft. Ihr ist der Grundbetrag für eine alleinstehende Person in 

Höhe von Fr. 1'200.00 anzurechnen (SchKG-Richtlinien Ziff. I.1). In Bezug 

auf die Wohnkosten ist unbestritten, dass die Beklagte monatlich Fr. 247.00 

Hypothekarzinsen sowie Fr. 100.00 an den Erneuerungsfonds (vgl. zur 

Berücksichtigung von Zahlungen an einen Erneuerungsfonds: Urteil des 

Bundesgerichts 5C.70/2004 vom 13. Mai 2004 E. 3.3.1) zu bezahlen hat. 

Aus der von der Beklagten eingereichten Aufstellung der Akontozahlungen 

im Jahr 2024 (BAB 35) sind sodann Nebenkosten in Höhe von Fr. 6'387.65 

(Nebenkosten gemäss Budget Fr. 6'080.00 + Abflussreinigung Fr. 307.65) 

ersichtlich, was monatlichen Kosten von gerundet Fr. 532.00 entspricht. 

Wie der Kläger zu Recht vorbringt, sind hingegen die Kosten für den 

Abstellplatz mangels Kompetenzcharakters eines Fahrzeugs (siehe 

nachstehend) sowie die auf das Vorjahr entfallende Belastung nicht zu 

berücksichtigen. Die Beklagte hat für das Jahr 2023 zusätzliche Kosten von 

Fr. 5'451.00 für den Ersatz des Küchenablaufventils sowie für den 

Unterhalt von Küchengeräten geltend gemacht. Dass solche zusätzlichen 

Kosten jährlich und damit auch im Jahr 2024 angefallen sind bzw. aktuell 

anfallen, wurde hingegen nicht geltend gemacht und ist auch nicht 

ersichtlich, weshalb diese nicht zu berücksichtigen sind. Insgesamt 

resultieren damit Wohnkosten in Höhe von rund Fr. 880.00. Davon sind die 

Wohnkostenanteile der Kinder C._____, D._____ und E._____ von 

gesamthaft Fr. 438.00 (vgl. E. 2.10) in Abzug zu bringen, womit im Bedarf 

der Beklagten Wohnkosten in Höhe von Fr. 442.00 zu berücksichtigen sind. 

Da vorliegend aufgrund der finanziellen Verhältnisse eine Erweiterung des 

Bedarfs auf das familienrechtliche Existenzminimum möglich ist, sind die 

aktuellen Krankenkassenprämien der Beklagten für Grund- und Zusatz-

versicherung in Höhe von Fr. 486.00 (BAB 50) zu berücksichtigen. Davon 

ist die Prämienverbilligung von monatlich Fr. 282.00 (BAB 54) in Abzug zu 

bringen, womit sich ein Betrag von Fr. 204.00 ergibt. Dass die von der 

Beklagten geltend gemachten weiteren Gesundheitskosten in Höhe von 

Fr. 1'248.75 regelmässig und insbesondere auch ab 2025 anfallen, wird 

von der Beklagten nicht glaubhaft dargelegt, zumal in der letzten 

eingereichten Steuerbescheinigung der [Krankenkasse] für das Jahr 2023 

erheblich tiefere Gesundheitskosten ausgewiesen sind (BAB 40). Sie sind 

damit nicht im Bedarf der Beklagten zu berücksichtigen. Anzurechnen sind 

 - 13 - 

 

 

der Beklagten die unbestrittenen Kosten für den Arbeitsweg von V._____ 

nach W._____ mit dem öffentlichen Verkehr in Höhe von Fr. 91.00 sowie 

eine Kommunikations- und Versicherungspauschale in Höhe von 

Fr. 100.00 (vgl. Unterhaltsempfehlungen Ziff. 2.4). Die von der Beklagten 

geltend gemachten Leasing-Raten für ihr Auto sind nicht zu berücksichti-

gen, da der Leasing-Vertrag im Januar 2025 ausgelaufen ist (Berufungs-

antwort Ziff. 2.15; KAB 64) und die Leasing-Raten ohnehin nur anzurech-

nen wären, wenn dem Auto Kompetenzcharakter zukommen würde 

(vgl. BGE 140 III 337 E. 5.2), was vorliegend nicht der Fall ist, legt die 

Beklagte doch nicht dar und ist auch nicht ersichtlich, weshalb sie auf ein 

Fahrzeug angewiesen sein sollte. Ebenfalls nicht zu berücksichtigen ist die 

Abzahlung des Kredits der O._____ in Höhe von Fr. 317.00 pro Monat. Die 

Schuld gegenüber der O._____ wird im Rahmen der güterrechtlichen 

Auseinandersetzung als Passivum der Errungenschaft der Beklagten 

berücksichtigt (E. 3.5.5; vorinstanzliches Urteil E. 9.6.3.1, 9.8), womit es 

sich für die Zukunft nach der güterrechtlichen Auseinandersetzung nicht 

mehr um gemeinsame Schulden der Ehegatten, sondern eine persönliche 

Schuld der Beklagten handelt. Eine solche ist nicht im Existenzminimum zu 

berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 5A_621/2021 vom 20. April 

2022 E. 4.3 mit Hinweisen). 

 

Die monatliche Steuerbelastung der Beklagten errechnet sich ausgehend 

von einem jährlichen Nettoeinkommen von Fr. 66'240.00. Dazu hinzuzu-

rechnen sind die vom Kläger zu leistenden Unterhaltsbeiträge, die sich – 

wie zu zeigen sein wird – auf rund Fr. 20’400.00 pro Jahr belaufen, die 

Kinder- bzw. Ausbildungszulagen von insgesamt Fr. 9'012.00 sowie der 

Eigenmietwert von rund 12'800.00. Abzuziehen sind der Pauschalabzug für 

Liegenschaftsunterhalt von Fr. 2'560.00 (20% des Eigenmietwerts), die 

Berufskosten, welche aus den obenerwähnten Kosten für den Arbeitsweg 

von Fr. 1'092.00 (Fr. 91.00 x 12) und einem Pauschalabzug von 

Fr. 2'000.00 bestehen, der Pauschalabzug für Versicherungsprämien von 

Fr. 3'400.00, der Kinderabzug für C._____, D._____ und E._____ von 

Fr. 26'400.00 (2x Fr. 9'500.00, 1x Fr. 7'400.00 [vgl. KAB 56; 

vgl. Wegleitung zur Steuererklärung 2024]). Damit beläuft sich das 

steuerbare Einkommen auf rund Fr. 73'000.00. Ausgehend von einem 

Gemeindesteuerfuss von 111 % für V._____, 100% 

Feuerwehrsteuerpflicht, dem anwendbaren Tarif B und keinem steuerbaren 

Vermögen resultiert für das Jahr 2025 eine Steuerlast von gesamthaft 

Fr. 6’166.00, d.h. monatlich Fr. 514.00 (Steuerrechner des Kantons 

Aargau). Davon sind die Steueranteile der drei Kinder in Abzug zu bringen. 

Dazu sind die den Kindern zuzurechnenden Barunterhaltsbeiträge und 

Familienzulagen in das Verhältnis zu den von der Beklagten insgesamt zu 

versteuernden Einkünften zu setzen und ist damit der Anteil an der 

gesamten Steuerschuld der Beklagten zu ermitteln (BGE 147 III 457 

E. 4.2.3.5). Bei C._____ ist somit von einem Einkommen von jährlich rund 

Fr. 8'660.00, bei D._____ von rund Fr. 10’130.00 und bei E._____ von rund 

 - 14 - 

 

 

Fr. 10'610.00 auszugehen. Dies entspricht für C._____ rund 12 %, für 

D._____ rund 14 % und für E._____ rund 15 % des steuerbaren 

Einkommens der Beklagten, womit anhand der Steuerlast von monatlich 

Fr. 514.00 ein Steueranteil von Fr. 62.00 für C._____, von Fr. 72.00 für 

D._____ und von Fr. 77.00 für E._____ resultiert und somit Fr. 303.00 auf 

die Beklagte entfallen. 

 

Insgesamt beziffert sich das familienrechtliche Existenzminimum der 

Beklagten wie folgt: 

 

Grundbetrag Fr.  1'200.00 

Wohnkosten Fr.  442.00 

Krankenkasse Fr. 204.00 

Arbeitswegkosten Fr.  91.00 

Steuern Fr. 303.00 

Kommunikation und Versicherung Fr. 100.00 

Total Fr. 2'340.00 

 

2.10. 

Im Rahmen der Bedarfsermittlung der Kinder sind in Abweichung von den 

SchKG-Richtlinien für jedes Kind ein bei den Wohnkosten des Obhutsin-

habers abzuziehender Wohnkostenanteil einzusetzen und allfällige Fremd-

betreuungskosten zu berücksichtigen. Zum familienrechtlichen Existenz-

minimum gehören sodann die Ausscheidung eines Steueranteils, ein den 

konkreten finanziellen Verhältnissen entsprechender Wohnkostenanteil 

und gegebenenfalls über die obligatorische Grundversicherung hinaus-

gehende Krankenkassenprämien (vgl. BGE 147 III 265 E. 7.2). 

 

Der Grundbetrag für die über zehnjährigen Kinder C._____ und D._____ 

beträgt Fr. 600.00, derjenige für E._____ und F._____ Fr. 400.00 (SchKG-

Richtlinien Ziff. I.4). Praxisgemäss werden die Wohnkostenanteile der 

Kinder auf je Fr. 250.00 festgelegt, wobei sie jedoch insgesamt auf 50 % 

der Wohnkosten des betreuenden Elternteils zu begrenzen sind 

(Unterhaltsempfehlungen Ziff. 2.3). Ausgehend von Wohnkosten der 

Beklagten von Fr. 880.00 ist den gemeinsamen Kindern C._____, D._____ 

und E._____ somit ein Wohnkostenanteil von je Fr. 146.00 anzurechnen. 

F._____ ist ausgehend von den Wohnkosten seiner Eltern von Fr. 1'500.00 

ein Wohnkostenanteil von Fr. 250.00 anzurechnen. Die 

Krankenkassenprämien für Grund- und Zusatzversicherung betragen für 

C._____, D._____ und E._____ aktuell je rund Fr. 150.00 (BAB 51 ff.). 

Davon sind die Prämienverbilligungen von je Fr. 79.00 (BAB 54) in Abzug 

zu bringen, womit sich ein Betrag von Fr. 71.00 ergibt. Die 

Krankenkassenprämien für Grund- und Zusatzversicherung betragen für 

F._____ aktuell Fr. 154.00. C._____ sind weiter die unbestrittenen 

Arbeitswegkosten für die Benützung eines Fahrrads von Fr. 15.00 

anzurechnen. Zudem fallen während vier Mal drei Wochen im Jahr 

 - 15 - 

 

 

Reisekosten für den Besuch der Berufsschule in X._____ an, weshalb 

C._____ die Kosten für jährlich vier Monatsabonnemente à Fr. 263.00 für 

die Strecke nach X._____ (BAB 63), d.h. monatlich gerundet Fr. 88.00 

anzurechnen sind, womit sich Arbeits- bzw. Schulwegkosten von 

Fr. 103.00 ergeben. Dass für C._____ wie von der Beklagten behauptet 

(weitere) Auslagen von Fr. 708.00 pro Quartal für die Berufsschule 

anfallen, ist hingegen nicht erstellt. Aus C._____s Lehrvertrag ist 

ersichtlich, dass der Lehrbetrieb die Auslagen für Schulbücher und 

Kopierkosten bis auf einen Selbstbehalt von Fr. 100.00 zurückerstattet 

(BAB 13, Anhang I Ziff. 4). C._____ ist es zuzumuten, diese Restkosten 

aus ihrem Einkommen, welches in der Unterhaltsberechnung nur mit einem 

Drittel berücksichtigt wird, zu bezahlen. Da D._____ eine Lehre in W._____ 

absolviert und die Berufsschule in Y._____ besucht, sind ihr die Kosten für 

ein Monatsabo des öffentlichen Verkehrs in Höhe von Fr. 67.00 (BAB 9, 

BAB 60) anzurechnen. Die Kosten für Schulmaterial werden gemäss 

D._____s Lehrvertrag durch den Lehrbetrieb übernommen (BAB 55 Ziff. 6), 

weshalb die geltend gemachten Kosten für Schulbücher nicht zu 

berücksichtigen sind. Dass Kosten von Fr. 269.00 für den Kauf eines 

Laptops angefallen sind, wird durch den eingereichten Zahlungsbeleg 

(BAB 61) nicht belegt, ist darin doch nicht ersichtlich, wofür die Zahlung von 

Fr. 269.00 erfolgt ist. Zudem leistet der Lehrbetrieb gemäss Ziff. 6 des 

Lehrvertrags (BAB 55) einen Anteil von Fr. 300.00 an einen Schul-Laptop, 

womit der bezahlte Betrag von Fr. 269.00 davon gedeckt wäre. Weiter sind 

die für C._____ und D._____ geltend gemachten Mehrkosten für eine 

auswärtige Verpflegung nicht belegt und daher nicht zu berücksichtigen. 

Die Steueranteile betragen sodann Fr. 62.00 für C._____, Fr. 72.00 für 

D._____, Fr. 77.00 für E._____ und Fr. 7.00 für F._____ (siehe oben). 

 

Die familienrechtlichen Existenzminima der Kinder beziffern sich damit wie 

folgt: 

 

C._____ 

Grundbetrag Fr.  600.00 

Wohnkostenanteil Fr.  146.00 

Krankenkasse Fr. 71.00 

Arbeitswegkosten Fr.  103.00 

Steueranteil Fr. 62.00 

Total Fr. 982.00 

 

D._____ 

Grundbetrag Fr.  600.00 

Wohnkostenanteil Fr.  146.00 

Krankenkasse Fr. 71.00 

Arbeitswegkosten Fr.  67.00 

Steueranteil Fr. 72.00 

 - 16 - 

 

 

Total Fr. 956.00 

 

 

E._____ 

Grundbetrag Fr.  400.00 

Wohnkostenanteil Fr.  146.00 

Krankenkasse Fr. 71.00 

Steueranteil Fr. 77.00 

Total Fr. 694.00 

 

F._____ 

Grundbetrag Fr.  400.00 

Wohnkostenanteil Fr.  250.00 

Krankenkasse Fr. 154.00 

Steueranteil Fr. 7.00 

Total Fr. 811.00 

 

2.11. 

Aus der Gegenüberstellung des Einkommens und des familienrechtlichen 

Existenzminimums der Beteiligten ergibt sich beim Kläger ein Überschuss 

bzw. eine Leistungsfähigkeit in Höhe von Fr. 2'865.00 (Fr. 5'030.00 - 

Fr. 2'165.00) und bei der Beklagten in Höhe von Fr. 3'180.00 (Fr. 5'520.00 

- 2'340.00). Die Beklagte, unter deren alleiniger Obhut sich die gemein-

samen Kinder befinden, kann ihr familienrechtliches Existenzminimum 

somit selbst decken, womit kein Betreuungsunterhalt geschuldet ist. Bei 

den Kindern resultiert ein ungedeckter Barbedarf von C._____ in Höhe von 

Fr. 264.00 (Fr. 718.00 - Fr. 982.00), von D._____ in Höhe von Fr. 386.00 

(Fr. 570.00 - Fr. 956.00), von E._____ in Höhe von Fr. 479.00 (Fr. 215.00 - 

Fr. 694.00) und von F._____ in Höhe von Fr. 596.00 (Fr. 215.00 - 

Fr. 811.00). 

 

2.12. 

Mit der Vorinstanz (vorinstanzliches Urteil E. 6.3) und entgegen dem 

Vorbringen des Klägers (Berufung Ziff. 3.2) hat der Kläger in Anbetracht 

der Betreuungsverhältnisse sowie der finanziellen Verhältnisse den 

gesamten Barunterhalt der gemeinsamen Kinder zu tragen. 

 

Steht das Kind unter der alleinigen Obhut des einen Elternteils, indem es 

in dessen Haushalt lebt und den anderen Elternteil nur im Rahmen des 

Besuchs- und Ferienrechts sieht, leistet der obhutsberechtigte Elternteil 

seinen Unterhaltsbeitrag durch Pflege und Erziehung bereits vollständig in 

natura. Vor dem Hintergrund der Gleichwertigkeit von Geld- und Natural-

unterhalt hat bei gegebener Leistungsfähigkeit damit grundsätzlich der-

jenige Elternteil für den geldwerten Unterhalt des Kindes aufzukommen, 

der nicht die Obhut innehat und der demzufolge weitestgehend von Betreu-

 - 17 - 

 

 

ungsaufgaben entbunden ist. Von diesem Grundsatz ist ermessensweise 

abzuweichen, wenn der hauptbetreuende Elternteil leistungsfähiger ist als 

der andere (BGE 147 III 265 E. 5.5, 8.1). Vorausgesetzt ist, dass dieser 

Elternteil ein deutlich höheres Einkommen erzielt als der andere (Urteile 

des Bundesgerichts 5A_182/2024 vom 29. Januar 2025 E. 8.2.1; 

5A_591/2021 vom 12. Dezember 2022 E. 3.3.3, nicht publ. in: BGE 149 III 

81). 

 

Die gemeinsamen Kinder der Parteien stehen unter der alleinigen Obhut 

der Beklagten, womit sie ihren Unterhaltsbeitrag grundsätzlich bereits 

vollständig in natura erbringt. Entgegen dem Vorbringen des Klägers 

vermag der Umstand, dass die gemeinsamen Kinder während der 

Arbeitszeiten der Beklagten (teilweise) von der Grossmutter mütterlicher-

seits betreut werden, daran nichts zu ändern. Abgesehen davon, dass 

grundsätzlich von der Gleichwertigkeit von Eigen- und Fremdbetreuung 

auszugehen ist (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.6.3 und 4.7), erstreckt sich der 

Naturalunterhalt auch auf die Betreuung zu Randzeiten und auf 

verschiedenste Aufgaben wie Kochen, Waschen, Einkaufen, Hausaufga-

benhilfe, Krankenbetreuung, Nachtdienste, Taxidienste und Unterstützung 

bei der Bewältigung der Alltags- und sonstigen Sorgen der heranwachsen-

den Kinder (BGE 147 III 265 E. 8.1) und ist unbestritten, dass die Beklagte 

und die Grossmutter diese Betreuung übernimmt (Berufung Ziff. 3.2b). 

Neben der vollständigen Erbringung des Naturalunterhalts erzielt die 

Beklagte ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 5'520.00, womit sie 

gegenüber dem Nettoeinkommen des Klägers von Fr. 5'030.00 kein 

deutlich höheres Einkommen erzielt. Mit einer Differenz des Überschusses 

von Fr. 315.00 erweist sie sich denn auch nur geringfügig leistungsfähiger 

als der Kläger. Bereits aus dem Umstand, dass sich die den gesamten 

Naturalunterhalt erbringende Beklagte nicht in wesentlich günstigeren, 

sondern vergleichbaren finanziellen Verhältnissen wie der Kläger befindet, 

rechtfertigt sich kein Abweichen vom Grundsatz der Leistung des Geld-

unterhalts durch den nicht obhutsberechtigten Elternteil. Die leicht höhere 

Leistungsfähigkeit der Beklagten ist zudem auf eine «überobligatorische» 

Arbeitsanstrengung der Beklagten zurückzuführen. Infolge des Alters der 

am 11. Januar 2017 geborenen jüngsten gemeinsamen Tochter E._____ 

wäre die Beklagte nach der Rechtsprechung nur zu einer Arbeitstätigkeit in 

einem 50 % Pensum verpflichtet (Schulstufenmodell, BGE 144 III 481 

E. 4.7.6); sie ist indes in einem Vollzeitpensum und damit im Umfang von 

50 % «überobligatorisch» tätig. Anders als im Normalfall schlägt sich die 

Vollzeiterwerbstätigkeit der obhutsberechtigten Beklagten auch nicht in 

Fremdbetreuungskosten nieder, denn die Mutter der Beklagten übernimmt 

die notwendige Fremdbetreuung der Kinder ohne finanzielle Entschädi-

gung (act. 300 f.). Mit einem Überschuss in Höhe von Fr. 2'865.00 ist es 

dem Kläger sodann ohne Weiteres möglich, den gesamten Barbedarf 

sowohl der gemeinsamen Kinder (insgesamt Fr. 1'129.00) als auch des 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=1.1.2024&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Eheschutz+Obhut+Wohn&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-481%3Ade&number_of_ranks=0#page481

 - 18 - 

 

 

ausserehelichen Sohnes F._____ (Fr. 596.00) zu decken, wobei ihm nach 

wie vor ein Überschuss verbleibt. 

 

Nachdem der Kläger den gesamten Barunterhalt der gemeinsamen Kinder 

zu tragen hat, erweist es sich mit der Vorinstanz (vorinstanzliches Urteil 

E. 6.3, 6.4.4.1) als sachgerecht, den vom Kläger zu tragenden Überschuss-

anteil der Kinder allein anhand seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit 

und unter Verteilung des Überschusses nach grossen und kleinen Köpfen 

zwischen dem Kläger und allen seinen Kindern zu bemessen. Damit wird 

dem Umstand Rechnung getragen, dass F._____, der Sohn des Klägers 

aus seiner neuen Beziehung, nur am Überschuss des Klägers, nicht 

hingegen an jenem der Beklagten zu beteiligen ist und die Parteien 

einander gegenüber nicht unterhaltspflichtig sind. Vor dem Hintergrund, 

dass die gemeinsamen Kinder sich in der alleinigen Obhut der Beklagten 

befinden und damit faktisch an ihrem Überschuss partizipieren, wäre es 

zudem künstlich, den Überschuss der Beklagten auf die gemeinsamen 

Kinder zu verteilen, um die Beklagte in der Folge zur Tragung der 

entsprechenden Überschussanteile der Kinder zu verpflichten. Soweit der 

Kläger rügt, ihm verbleibe ein tieferer Überschuss als der Beklagten 

(Berufung Ziff. 3.2c, 3.9.a), verkennt er, dass die gesetzliche Regelung von 

Art. 276 ZGB nicht zum Ziel hat, eine finanzielle Gleichstellung der Eltern 

zu bewirken (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_337/2022 vom 

8. November 2022 E. 4.4). Im Übrigen führte eine Verteilung des 

Gesamtüberschusses der Familie entgegen der Annahme des Klägers 

ebenfalls nicht dazu, dass er Anspruch auf einen gleich hohen Überschuss 

wie die Beklagte hätte, denn auch in diesem Fall wäre die Obhutslage 

massgeblich zu berücksichtigen (vgl. BGE 147 III 265 E. 8.3.1 f.). 

 

2.13. 

Unter Abzug des Barbedarfs der gemeinsamen Kinder sowie von F._____ 

verbleibt dem Kläger ein Überschuss in Höhe von Fr. 1'140.00 (Fr. 2'865.00 

- Fr. 264.00 - Fr. 386.00 - Fr. 479.00 - Fr. 596.00). Verteilt man den 

verbleibenden Überschuss nach grossen und kleinen Köpfen auf alle seine 

vier Kinder (inkl. F._____; je 1/6) und den Kläger (1/3), ergibt sich ein 

Überschussanteil der Kinder von je Fr. 190.00 und des Klägers von 

Fr. 380.00. Somit resultieren Unterhaltsbeiträge zulasten des Klägers für 

C._____ von Fr. 454.00 (Barbedarf Fr. 264.00 + Überschussanteil 

Fr. 190.00), für D._____ von Fr. 576.00 (Barbedarf Fr. 386.00 + 

Überschussanteil Fr. 190.00) und für E._____ von Fr. 669.00 (Barbedarf 

Fr. 479.00 + Überschussanteil Fr. 190.00). 

 

2.14. 

2.14.1. 

Die gemeinsame Tochter C._____ wird am tt.  Januar 2026 volljährig, 

wobei sie sich zu diesem Zeitpunkt noch in der Lehre als […] befinden wird. 

Hat ein Kind beim Eintritt in die Volljährigkeit noch keine angemessene 

 - 19 - 

 

 

Ausbildung, so haben die Eltern, soweit es ihnen nach den gesamten 

Umständen zugemutet werden darf, für seinen Unterhalt aufzukommen, bis 

eine entsprechende Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen werden 

kann (Art. 277 Abs. 2 ZGB). Zumutbarkeit bedeutet, dass ein gerechter 

Ausgleich gefunden werden muss zwischen dem Beitrag, der unter 

Berücksichtigung aller Umstände von den Eltern erwartet werden darf, und 

der Leistung, die dem volljährigen Kind in dem Sinne zugemutet werden 

kann, dass es zu seinem Unterhalt durch eigenen Arbeitserwerb oder 

andere Mittel beiträgt (Urteil des Bundesgerichts 5A_481/2016 vom 

2. September 2016 E. 2.1). Vor dem Hintergrund der einer Unterhaltspflicht 

der Eltern vorausgehenden Eigenverantwortung des volljährigen Kindes ist 

deshalb dessen Arbeitserwerb vollumfänglich oder zumindest zu einem 

wesentlichen Anteil zu berücksichtigen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

5A_513/2020 vom 14. Mai 2021 E. 4.3; NYFFELER, Der 

Volljährigenunterhalt, Zürich 2023, N. 253). Nachdem das Einkommen von 

C._____ aus ihrem Lehrlingslohn von Fr. 1'350.00 und der 

Ausbildungszulagen von Fr. 268.00 ihren Bedarf – auch unter 

Berücksichtigung eines allenfalls höheren Grundbetrags von Fr. 1'100.00 – 

übersteigt und ihr ab der Volljährigkeit kein Anteil am Überschuss der Eltern 

mehr zusteht (BGE 147 III 265 E. 7.2), ist vorliegend kein 

Volljährigenunterhalt geschuldet. Durch den Wegfall des Unterhaltsbei-

trags für C._____ ab dem 1. Februar 2026 verändern sich die übrigen 

Berechnungsparameter nur unwesentlich, weshalb sich keine Anpassung 

der Unterhaltsbeiträge für D._____ und E._____ rechtfertigt. 

 

2.14.2. 

Die gemeinsame Tochter E._____ wird am tt.  Januar 2027 zehn Jahre alt, 

womit sich ihr Bedarf infolge des von Fr. 400.00 auf Fr. 600.00 erhöhten 

Grundbetrags ab dem 1. Februar 2027 um Fr. 200.00 erhöht. Nachdem der 

Kläger ab dem 1. Februar 2026 keinen Beitrag mehr an den Unterhalt von 

C._____ zu bezahlen hat, ist es ihm ohne Weiteres möglich, den von Fr. 

669.00 um Fr. 200.00 auf Fr. 869.00 erhöhten Unterhaltsbeitrag für 

E._____ aus den freigewordenen Mitteln zu decken. Im Übrigen rechtfertigt 

sich aufgrund der nur unwesentlichen Veränderung der Berechnungspara-

meter keine Anpassung der Unterhaltsbeiträge. Der Kläger hat somit ab 

dem 1. Februar 2027 Fr. 869.00 statt Fr. 669.00 an den Unterhalt von 

E._____ zu bezahlen. 

 

2.14.3. 

Die gemeinsame Tochter D._____ wird am tt.  November 2027 volljährig, 

wobei sie sich zu diesem Zeitpunkt voraussichtlich noch in der Lehre als 

[…] befinden wird. Nachdem das Einkommen von D._____ aus ihrem 

durchschnittlichen Lehrlingslohn ab der Volljährigkeit bis zum Abschluss 

der Lehre von rund Fr. 1'270.00 (9 x Fr. 1'100.00 [2. Lehrjahr], 12 x 

Fr. 1'400.00 [3. Lehrjahr]; vgl. BAB 55) und der Ausbildungszulagen von 

Fr. 268.00 ihren Bedarf – auch unter Berücksichtigung eines allenfalls 

 - 20 - 

 

 

höheren Grundbetrags von Fr. 1'100.00 – übersteigt, ist unter Verweis auf 

das vorstehend in E. 2.14.1 Ausgeführte kein Volljährigenunterhalt 

geschuldet. Durch den Wegfall des Unterhaltsbeitrags für D._____ ab dem 

1. Dezember 2027 verändern sich die übrigen Berechnungsparameter nur 

unwesentlich, weshalb sich keine Anpassung des Unterhaltsbeitrags für 

E._____ rechtfertigt. 

 

2.14.4. 

E._____ wird am tt.  Januar 2033 16 Jahre alt. Ab dem 1. Februar 2033 

werden für E._____ statt Kinderzulagen in Höhe von Fr. 215.00 

Ausbildungszulagen in Höhe von Fr. 268.00 ausgerichtet. Es ist hingegen 

zum aktuellen Zeitpunkt nicht absehbar, dass E._____ ab dem 1. August 

2033 einen Lehrlingslohn erwirtschaften wird. Entgegen dem Kläger ist 

damit kein hypothetischer Lehrlingslohn zu berücksichtigen. Der 

Unterhaltsanspruch von E._____ reduziert sich somit ab dem 1. Februar 

2033 um Fr. 53.00 von Fr. 869.00 auf Fr. 816.00. 

 

2.14.5. 

E._____ wird am tt.  Januar 2035 volljährig. Da die Ausbildungspläne der 

aktuell achtjährigen E._____ selbstverständlich noch nicht feststehen und 

dementsprechend auch die Bedarfs- und Einkommenssituation von 

E._____ zum Zeitpunkt der Volljährigkeit im Jahr 2035 noch völlig ungewiss 

sind, erscheint es nicht angezeigt, den Unterhaltsbeitrag über den Eintritt 

der Volljährigkeit von E._____ hinaus festzulegen. In dieser Konstellation 

erscheint es naheliegender, dass sich der Kläger, die Beklagte und 

E._____ bei deren Volljährigkeit entsprechend der zu diesem Zeitpunkt 

vorliegenden und absehbaren Wohn- und Arbeitssituation neu über die 

Tragung des Unterhalts verständigen (vgl. BGE 147 III 265 E. 8.5; Urteil 

des Bundesgerichts 5A_727/2018 vom 22. August 2019 E. 5.3.2, wonach 

keine gesetzliche Pflicht zur Festlegung eines Unterhaltsbeitrags über die 

Volljährigkeit hinaus besteht). 

 

2.15. 

Zusammengefasst ist der Kläger in Abänderung des vorinstanzlichen 

Urteils zur Leistung der folgenden Unterhaltsbeiträge zu verpflichten: 

 

Für C._____: 

Fr. 454.00 ab Rechtskraft des Urteils bis zum 31. Januar 2026 

 

Für D._____: 

Fr. 576.00  ab Rechtskraft des Urteils bis zum 30. November 2027 

 

Für E._____: 

Fr. 669.00  ab Rechtskraft des Urteils bis zum 31. Januar 2027  

Fr. 869.00 ab 1. Februar 2027 bis zum 31. Januar 2033 

Fr. 816.00 ab 1. Februar 2033 bis 31. Januar 2035 

 - 21 - 

 

 

 

Die im Dispositiv des vorinstanzlichen Urteils festgehaltenen Einkommen 

der Parteien und der Kinder sowie die Indexierung sind von Amtes wegen 

anzupassen. 

 

3. Güterrecht 

3.1. 

Die Vorinstanz hat die Beklagte zu einer güterrechtlichen Ausgleichs-

zahlung an den Kläger in Höhe von Fr. 31'988.30 verpflichtet. Sie stellte 

fest, dass der Kläger weder über Errungenschaftsaktiven noch über 

Errungenschaftspassiven verfüge. Die Beklagte verfüge über Errungen-

schaftsaktiven in Höhe von Fr. 115'054.00 aus einer Ersatzforderung der 

Errungenschaft gegen das Eigengut (Amortisation und Mehrwert auf der 

Hypothek der Eigengutsliegenschaft) sowie Errungenschaftspassiven in 

Höhe von Fr. 14'252.61 aus noch offenen Kreditschulden bei der O._____, 

womit sich ihre zu teilende Errungenschaft auf Fr. 100'801.40 belaufe. 

Davon stehe dem Kläger im Rahmen der Vorschlagsbeteiligung die Hälfte, 

mithin Fr. 50'400.70 zu. Die bis zum Stichtag der güterrechtlichen 

Auseinandersetzung am 21. Oktober 2021 aufgelaufenen Schulden des 

Klägers aus Unterhaltsbeiträgen in Höhe von Fr. 18'412.40 seien mit 

seinem Anspruch aus der Vorschlagsbeteiligung in Höhe von Fr. 50'400.00 

zu verrechnen, womit ein güterrechtlicher Ausgleichsanspruch von 

Fr. 31'988.30 verbleibe (vorinstanzliches Urteil E. 9.8). 

 

Der Kläger beantragt mit Berufung, die Beklagte sei zu verpflichten, ihm 

unter Verrechnung der bis zum Stichtag 21. Oktober 2021 noch offenen 

Unterhaltsschulden eine güterrechtliche Ausgleichszahlung von 

Fr. 55'578.42 zu bezahlen. 

 

3.2. 

Der Kläger rügt zunächst, die Vorinstanz habe die von ihm im Rahmen 

seiner Errungenschaftspassiven geltend gemachten Schulden in Höhe von 

über Fr. 43'000.00 zu Unrecht als nicht rechtsgenüglich nachgewiesen 

erachtet. Er legt jedoch nicht dar, inwiefern die Berücksichtigung dieser 

Schulden zu der von ihm beantragten höheren güterrechtlichen Ausgleichs-

zahlung führen würde, sondern führt selbst aus, bei ihm sei ohnehin keine 

Errungenschaft zu teilen, weil er über keine Aktiven verfüge (Berufung 

Ziff. 4.1). Auf seine Rüge ist damit nicht weiter einzugehen. 

 

3.3. 

Der Kläger rügt weiter, die Vorinstanz habe die angeblichen Darlehens-

schulden der Beklagten gegenüber ihrer Mutter zu Unrecht anerkannt 

(Berufung Ziff. 4.3.2). Wie er zutreffend ausführt, hat die Vorinstanz diese 

Schuld jedoch nicht in die güterrechtliche Auseinandersetzung einbezogen 

(vgl. vorinstanzliches Urteil E. 9.6.3.3), womit sich aus seiner Rüge nichts 

zu seinen Gunsten ableiten lässt und darauf nicht weiter einzugehen ist.  

 - 22 - 

 

 

 

3.4. 

3.4.1. 

Der Kläger rügt sodann die vorinstanzliche Berechnung der Ersatz-

forderung der Errungenschaft der Beklagten gegenüber ihrem Eigengut im 

Zusammenhang mit ihrer Liegenschaft (Berufung Ziff. 4.3.4). 

 

3.4.2. 

Es ist unbestritten, dass es sich bei der Liegenschaft um Eigengut der 

Beklagten handelt, die Liegenschaft vorehelich mit Eigengutsmitteln der 

Beklagten in Höhe von Fr. 65'000.00 sowie einer Hypothek in Höhe von 

Fr. 400'000.00 finanziert worden ist und zum Zeitpunkt des Kaufs am 4. Juli 

2006 einen Wert von Fr. 465'000.00 aufgewiesen hat. Unbestritten ist 

ferner, dass die Hypothek ab Dezember 2006 bis zum Zeitpunkt der 

Auflösung des Güterstands am 21. Oktober 2021 jeweils jährlich, 

insgesamt im Umfang von Fr. 87'500.00, amortisiert worden ist und die 

Liegenschaft zum Zeitpunkt der güterrechtlichen Auseinandersetzung 

einen Verkehrswert von Fr. 605'000.00 aufgewiesen, also eine Wert-

steigerung von Fr. 140'000.00 erfahren hat. Unbestritten ist sodann, dass 

die Amortisationszahlungen mit Errungenschaftsmitteln der Beklagten 

geleistet worden sind und der Errungenschaft der Beklagten somit eine 

Ersatzforderung gegenüber ihrem Eigengut im Sinne von Art. 209 Abs. 3 

ZGB zukommt (vorinstanzliches Urteil E. 9.7.4.2.1 f.; Berufung Ziff. 4.3.4 a; 

Berufungsantwort Rz. 351 ff.). 

 

3.4.3. 

Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, es erscheine nicht sachgerecht, 

die gesamte Amortisation als eine einzige ursprüngliche Investition zu 

betrachten und am gesamten Mehrwert partizipieren zu lassen, da diese in 

vielen einzelnen Teilzahlungen geleistet worden sei. Als Vereinfachung 

rechtfertige es sich, auf den Mittelwert abzustellen und die Investition so zu 

behandeln, wie wenn sie erst in der Hälfte der Zeit getätigt worden wäre. 

Sie teilte den auf der Hypothek entstandenen Mehrwert von Fr. 70'000.00 

in der ersten Hälfte der Zeit dementsprechend dem Eigengut der Beklagten 

zu. In der zweiten Hälfte der Zeit ging sie von einer Beteiligung des 

Eigenguts der Beklagten von Fr. 135'000.00 (Fr. 65'000.00 ursprüngliche 

Investition + Fr. 70'000.00 Mehrwert auf Eigengut und Hypothek), der 

Errungenschaft von Fr. 87'500.00 (Amortisationen) sowie der Hypothek 

von Fr. 312'500.00 aus, verteilte den Mehrwert von Fr. 70'000.00 nach dem 

entsprechenden Beteiligungsverhältnis, womit ein gerundeter Mehrwert auf 

dem Eigengut von Fr. 17'640.00, der Errungenschaft von Fr. 11'480.00 und 

der Hypothek von Fr. 40'880.00 resultierte. In der Folge verteilte sie den 

Mehrwert auf der Hypothek von Fr. 40'880.00 im Verhältnis der jeweiligen 

Beteiligung auf das Eigengut (60.67 %; Fr. 24'801.00) und die Errungen-

schaft (39.32 %; Fr. 16'074.00), womit insgesamt eine Ersatzforderung der 

Errungenschaft gegenüber dem Eigengut der Beklagten von Fr. 115'054.00 

 - 23 - 

 

 

(Fr. 87'500.00 + Fr. 11'480.00 + Fr. 16'074.00) resultierte (vorinstanzliches 

Urteil E. 9.7.4.3). 

 

3.4.4. 

Der Kläger bringt dagegen vor, es werde bei der Berechnung des Mehr-

wertanteils nicht berücksichtigt, dass die Errungenschaft durch die 

Amortisationen von Anfang an investiere und damit auch von Anfang an 

einem Mehrwert der Hypothek partizipiere. Es sei eine Durchschnitts-

berechnung vorzunehmen, wobei die Amortisationen von Anfang an, aber 

lediglich hälftig für die Mehrwertberechnung zu berücksichtigen seien, da 

diese kontinuierlich über die Jahre eingeflossen seien. Daraus resultiere 

eine Ersatzforderung der Errungenschaft der Beklagten gegenüber ihrem 

Eigengut von Fr. 143'821.85 statt Fr. 115'054.00 (Berufung Ziff. 4.3.4). 

 

3.4.5. 

Haben Mittel der einen Vermögensmasse zum Erwerb, zur Verbesserung 

oder zur Erhaltung von Vermögensgegenständen der andern beigetragen 

und ist ein Mehr- oder ein Minderwert eingetreten, so entspricht die 

Ersatzforderung dem Anteil des Beitrages und wird nach dem Wert der 

Vermögensgegenstände im Zeitpunkt der Auseinandersetzung oder der 

Veräusserung berechnet (Art. 209 Abs. 3 ZGB). Wenn zu unterschiedli-

chen Zeitpunkten Investitionen in den gleichen Vermögensgegenstand 

vorgenommen worden sind, sind grundsätzlich mehrere Mehrwert-

berechnungen vorzunehmen. Dabei ist jeweils auf den Zeitpunkt des neuen 

Beitrags der bis dahin entstandene Mehrwert nach dem ursprünglichen 

Beteiligungsverhältnis aufzuteilen. Der neue Beitrag hat nur auf künftigen, 

nicht aber schon eingetretenen Mehrwert Anspruch (HAUSHEER/REUSSER/ 

GEISER, in: Berner Kommentar, 1992, N. 40 zu Art. 206 ZGB). Da dies zu 

äusserst aufwändigen Berechnungen führt, können sich Vereinfachungen 

rechtfertigen, die einer gesonderten Mehrwertberechnung für jede einzelne 

Investition nahekommen. Dabei ist dem Faktor Zeit Rechnung zu tragen 

(vgl. BGE 123 III 152 E. 6a/cc; BGE 135 III 241 E. 5.1; Urteil des Bundes-

gerichts 5A_656/2013 vom 22. Januar 2014 E. 3.2). Bei kontinuierlichen 

Investitionen durch den gleichen Ehegatten und aus der gleichen Vermö-

gensmasse, wie bei jährlichen Amortisationen einer Hypothek, kann aus 

Gründen der Praktikabilität in zeitlicher Hinsicht eine Durchschnittsrech-

nung vorgenommen werden (HAUSHEER/REUSSER/GEISER, in: Berner Kom-

mentar, 1992, N. 40 zu Art. 206 ZGB) respektive können die Investitionen 

so behandelt werden, wie wenn sie zu einem eingemittelten Zeitpunkt als 

Einheit stattgefunden hätten (HAUSHEER/GEISER/AEBI-Müller, Das Fami-

lienrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 7. Aufl. 2022, Rz. 1078). 

 

3.4.6. 

Das Vorgehen der Vorinstanz, eine zeitliche Durchschnittsrechnung 

vorzunehmen und die bis zur Auflösung des Güterstands kontinuierlich 

geleisteten Amortisationen als eine einzige Investition in der Hälfte der Zeit 

 - 24 - 

 

 

zu betrachten, womit diese – unter Annahme einer linearen Wertsteigerung 

der Liegenschaft – an der Hälfte des gesamten Mehrwerts der Liegenschaft 

partizipiert, steht im Einklang mit der Lehre und Rechtsprechung und 

erweist sich als sachgerecht, zumal die Zeitpunkte und Beträge der 

einzelnen Amortisationen sowie der Liegenschaftswert zu den jeweiligen 

Zeitpunkten nicht bekannt sind. Entgegen dem Vorbringen des Klägers wird 

dabei berücksichtigt, dass die Errungenschaft von Anfang an Amortisatio-

nen geleistet hat, schlägt sich dies doch im zeitlichen Mittelwert nieder. Der 

Kläger zeigt sodann nicht auf, dass die von ihm verlangte Berechnung, bei 

der statt von einem zeitlichen Mittelwert von einer Beteiligung der Hälfte der 

gesamten Amortisationen von Anfang an ausgegangen werden soll, zu 

einem sachgerechteren bzw. einem einer gesonderten Mehrwertberech-

nung für jeden Investitionszeitpunkt näherkommenden Ergebnis führt. Die 

vorinstanzliche Berechnung des Mehrwertanteils ist damit nicht zu bean-

standen und es hat bei der festgestellten Ersatzforderung der Errungen-

schaft der Beklagten gegenüber ihrem Eigengut von Fr. 115'054.00 sein 

Bewenden. 

 

3.5. 

3.5.1. 

Der Kläger macht weiter geltend, seine am Stichtag offenen Unterhalts-

schulden in Höhe von Fr. 18'412.40 seien im Rahmen der Vorschlags-

berechnung bei der Beklagten als Errungenschaftsaktiven und bei ihm als 

Errungenschaftspassiven zu berücksichtigen (Berufung Ziff. 4.2).  

 

3.5.2. 

Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, die Einrechnung der offenen 

Unterhaltsbeiträge in Höhe von Fr. 18'412.40 als Aktivum in der Errungen-

schaft der Beklagten und als Passivum beim Kläger erweise sich als 

rechtsmissbräuchlich, da der Kläger einen Rückschlag in seiner Errungen-

schaft erleide und die Beklagte einen positiven Errungenschaftssaldo 

aufweise, während sie über keinen Passivposten in derselben Höhe 

verfüge, womit der Kläger ungerechtfertigterweise an seiner eigenen 

Schuld partizipiere (vorinstanzliches Urteil E. 9.4.4).  

 

3.5.3. 

Der Kläger bringt dagegen vor, es liege kein Rechtsmissbrauch vor, weil er 

nicht gegen Treu und Glauben gehandelt habe und lediglich aufgrund 

seiner langen Arbeitslosigkeit ab der Trennung nicht in der Lage gewesen 

sei, seine Ausstände bis zum Stichtag zu begleichen. Zudem stehe der 

Unterhaltsforderung von Fr. 18'712.70 [richtig: Fr. 18'412.40] mit dem 

Kredit der O._____, den die Beklagte aufgenommen habe, weil er keinen 

Unterhalt bezahlt habe, ein Passivposten der Beklagten von Fr. 14'252.61 

gegenüber, womit die Unterhaltsschulden fast gedeckt seien (Berufung 

Ziff. 4.2).  

 

 - 25 - 

 

 

3.5.4. 

Gemäss Art. 205 Abs. 3 ZGB regeln die Ehegatten ihre gegenseitigen 

Schulden. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung fallen aufgelau-

fene Unterhaltsbeiträge unter die gemäss Art. 205 Abs. 3 ZGB zu 

regelnden Schulden und sind daher bei der Auflösung des Güterstandes in 

die güterrechtliche Auseinandersetzung miteinzubeziehen (Urteile des 

Bundesgerichts 5A_625/2016 vom 22. Mai 2017 E. 5.3; 5A_690/2012 vom 

26. März 2013 E. 4.2; 5A_803/2010 vom 3. Dezember 2010 E. 3.2.1). Der 

Problematik unbezahlt gebliebener Unterhaltsbeiträge wird nach Auffas-

sung des Bundesgerichts in der güterrechtlichen Auseinandersetzung in 

gewissen Konstellationen Rechnung getragen. So zum Beispiel, wenn die 

unterhaltsberechtigte Ehegattin zur Deckung ihres Unterhalts Schulden 

eingeht und sich in ihrer Errungenschaft die Forderung gegenüber dem 

Ehegatten und die Schuld gegenüber dem Darlehensgeber gegenseitig 

aufheben, oder wenn der säumige Unterhaltsschuldner über eine 

Errungenschaft verfügt, die höher ist als seine Unterhaltsschuld. Es kann 

jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass es in bestimmten Konstellatio-

nen zu einer Beteiligung des Unterhaltsschuldners an seiner eigenen 

Schuld kommen könnte. In solchen Fällen ist der Anspruch des Schuldners 

unter dem Gesichtspunkt des Rechtsmissbrauchs zu prüfen (Urteil des 

Bundesgerichts 5A_803/2010 vom 3. Dezember 2010 E. 3.2.1). 

 

Gemäss Art. 2 Abs. 2 ZGB findet der offenbare Missbrauch eines Rechts 

keinen Rechtsschutz. Diese Bestimmung dient als korrigierender Notbehelf 

für die Fälle, in denen formales Recht zu materiell krassem Unrecht führen 

würde. Ein typischer Fall des Rechtsmissbrauchs liegt u.a. in der 

zweckwidrigen Verwendung eines Rechtsinstituts (BGE 143 III 279 E. 3.1; 

BGE 140 III 583 E. 3.2.4). 

 

3.5.5. 

Der Kläger verfügt unbestritten über keine Errungenschaftsaktiven. Die 

Beklagte verfügt hingegen über Errungenschaftsaktiven in Höhe von 

Fr. 115'054.00 aus einer Ersatzforderung der Errungenschaft gegen das 

Eigengut (siehe vorstehend) sowie unbestrittenen Errungenschafts-

passiven in Höhe von Fr. 14'252.61 aus offenen Kreditschulden bei der 

O._____. Somit verfügt nur die Beklagte über einen Vorschlag (Art. 210 

Abs. 1 ZGB), wovon dem Kläger die Hälfte zusteht (Art. 215 Abs. 1 ZGB), 

während ein allfälliger Rückschlag des Klägers nicht berücksichtigt wird 

(Art. 210 Abs. 2 ZGB). Der Einbezug der aufgelaufenen 

Unterhaltsschulden als Aktivum bei der Beklagten und als Passivum beim 

Kläger im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung würde damit 

zu einer Beteiligung des Klägers an seiner eigenen Schuld führen. Eine 

Konstellation im Sinne der obenerwähnten Rechtsprechung, bei der sich 

die Unterhaltsforderung gegenüber dem Ehegatten und eine Schuld zur 

Deckung des entsprechenden Unterhalts gegenüber einem Dritten gegen-

seitig aufheben, liegt nicht vor. Einerseits stand der Kredit der O._____ 

 - 26 - 

 

 

gemäss den unbestritten gebliebenen Ausführungen der Vorinstanz im 

Zusammenhang mit der Bezahlung von ausstehenden gemeinsamen 

Steuerforderungen (vorinstanzliches Urteil E. 9.6.3.1; Berufung Ziff. 4.3.1) 

und diente damit ebenfalls zur Deckung des Unterhalts des Klägers und 

nicht zur Deckung des Unterhalts der Kinder, womit er als Passivum nicht 

das Gegenstück zur Unterhaltsforderung der Beklagten darstellen kann. 

Andererseits würden sich die Unterhaltsforderung von Fr. 18'412.40 und 

die Schuld gegenüber der O._____ von Fr. 14'252.61 ohnehin nicht 

gegenseitig aufheben, da Erstere Letztere übersteigt.  

 

Unterhaltsbeiträge sind zum Verbrauch bestimmt und werden in der Regel 

nicht angespart, so dass es bei ordnungsgemässer Erfüllung der Unter-

haltspflicht im Zeitpunkt der Auflösung des Güterstandes nichts mehr zu 

teilen gibt (Urteil des Bundesgerichts 5A_803/2010 vom 3. Dezember 2010 

E. 3.2.1). Hätte der Kläger die im Eheschutzentscheid vom 24. Dezember 

2019 rechtskräftig festgelegten Unterhaltsbeiträge wie gesetzlich vorge-

schrieben und gerichtlich angeordnet geleistet, wären sie bei der Beklagten 

nicht mehr vorhanden und könnten daher auch kein Aktivum ihrer 

Errungenschaft mehr bilden. Aus dem Vorbringen, er sei aufgrund seiner 

Arbeitslosigkeit nicht in der Lage gewesen, die Ausstände zu bezahlen, 

kann der Kläger nichts zu seinen Gunsten ableiten, da seine Arbeitslosig-

keit im Rahmen des Eheschutzverfahrens berücksichtigt worden und auf 

den rechtskräftigen Eheschutzentscheid nicht zurückzukommen ist. Im 

Ergebnis würde der Kläger in der vorliegenden Konstellation bei einem 

Einbezug der aufgelaufenen Unterhaltsschulden im Rahmen der Vor-

schlagsbeteiligung davon profitieren, dass er die gerichtlich festgesetzten 

Unterhaltsbeiträge nicht bezahlt und die dafür zur Verfügung stehenden 

finanziellen Mittel stattdessen selbst verbraucht hat, was zu einer krassen 

Ungerechtigkeit führen würde. Von einem Handeln nach Treu und Glauben 

kann entgegen der Behauptung des Klägers nicht gesprochen werden und 

es ist nicht im Sinne der Errungenschaftsbeteiligung, ein solches Verhalten 

des Unterhaltsschuldners zum Nachteil der Unterhaltsberechtigten im 

Rahmen der Vorschlagsbeteiligung zu belohnen. Der Einbezug der 

aufgelaufenen Unterhaltsschulden im Rahmen der Vorschlagsbeteiligung 

erweist sich damit als rechtsmissbräuchlich im Sinne von Art. 2. Abs. 2 

ZGB und ist dem Kläger zu versagen. 

 

3.6. 

Insgesamt erweisen sich die Rügen des Klägers in Bezug auf die güter-

rechtliche Auseinandersetzung als unbegründet und seine Berufung ist in 

diesem Punkt abzuweisen.  

 

4. 

4.1. 

Beide Parteien haben um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für 

das Berufungsverfahren ersucht. 

 - 27 - 

 

 

 

4.2. 

Die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege setzt voraus, dass die 

gesuchstellende Person nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr 

Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 117 ZPO). 

 

4.3. 

Das Gesuch der Beklagten um unentgeltliche Rechtspflege ist mangels 

Mittellosigkeit abzuweisen.  

 

Für die Beurteilung der Mittellosigkeit ist die Einkommens- und Vermögens-

situation des Gesuchstellers in Beziehung zur Höhe der mutmasslich 

anfallenden Prozesskosten zu setzen und es ist zu prüfen, ob er in der Lage 

ist, die zu erwartenden Prozesskosten aus seinem Vermögen oder seinem 

den zivilprozessualen Zwangsbedarf übersteigenden Einkommens-

überschuss innert absehbarer Zeit, bei weniger aufwendigen Prozessen 

innert Jahresfrist, bei anderen innert zweier Jahre, zu tilgen (BGE 135 I 221 

E. 5.1). Nach der Praxis des Obergerichts setzt sich der sogenannte 

zivilprozessuale Zwangsbedarf aus dem gemäss den SchKG-Richtlinien 

errechneten betreibungsrechtlichen Notbedarf, einem Zuschlag von 25 % 

auf dem betreibungsrechtlichen Grundbetrag (AGVE 2002 Nr. 15 S. 65 ff.) 

sowie den laufenden Schuld- und Steuerverpflichtungen – sofern deren 

regelmässige Tilgung nachgewiesen ist (BGE 135 I 221 E. 5.2.2; Urteil des 

Bundesgerichts 5A_810/2011 vom 7. Februar 2012 E. 2.3; Urteil des 

Bundesgerichts 4A_664/2015 vom 19. Mai 2016 E. 4.2.4) – zusammen.  

 

Bei der Beklagten ergibt die Unterhaltsberechnung einen beträchtlichen 

Überschuss von monatlich Fr. 3'180.00, wobei es sich um den Überschuss 

über das familienrechtliche Existenzminimum und nicht das vorliegend 

relevante tiefere betreibungsrechtliche Existenzminimum handelt. Auch 

unter Berücksichtigung des zivilprozessualen Zuschlags auf den Grund-

betrag von Fr. 300.00 sowie der von der Beklagten geltend gemachten 

Schuldentilgung in Höhe von Fr. 317.00 verbliebe der Beklagten ein Über-

schuss von über Fr. 2'500.00 pro Monat, womit sie die Prozesskosten des 

Berufungsverfahrens ohne Weiteres innert Jahresfrist zu tilgen vermag.  

 

4.4. 

Auch das Gesuch des Klägers um unentgeltliche Rechtspflege ist abzu-

weisen.  

 

Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege ist gegenüber dem materiell-

rechtlichen Anspruch auf Bevorschussung der Prozesskosten subsidiär. 

Einem bedürftigen Ehegatten kann die unentgeltliche Rechtspflege daher 

nur bewilligt werden, wenn erstellt ist, dass der andere Ehegatte nicht in 

der Lage ist, einen Prozesskostenvorschuss zu bezahlen (BGE 142 III 36 

E. 2.3, Urteil des Bundesgerichts 5A_811/2022 vom 21. Februar 2023 

 - 28 - 

 

 

E. 3.1.2). Der Kläger hat gegenüber der leistungsfähigen Beklagten keinen 

solchen Anspruch geltend gemacht, weshalb sein Antrag auf unentgeltliche 

Rechtspflege abzuweisen ist. 

 

5. 

5.1. 

Der Kläger obsiegt im Berufungsfahren insoweit, als die Kinderunterhalts-

beiträge teilweise, jedoch nicht im von ihm beantragten Umfang reduziert 

werden. In Bezug auf die güterrechtliche Ausgleichszahlung ist seine 

Berufung abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die 

Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 4'500.00 (§ 29 GebührD i.V.m. 

§ 7 Abs. 1, 4, 5 und 6 VKD i.V.m. § 11 VKD) dem Kläger zu drei Vierteln 

mit Fr. 3'375.00 und der Beklagten zu einem Viertel mit Fr. 1'125.00 

aufzuerlegen. 

 

5.2. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Kläger zu verpflichten, der 

Beklagten die Hälfte ihrer Parteikosten für das obergerichtliche Verfahren 

zu ersetzen. Diese bemessen sich, wenn vermögensrechtliche und nicht 

vermögensrechtliche Ansprüche (vgl. § 3 Abs. 1 lit. d AnwT) zu beurteilen 

sind, anhand der höheren Grundentschädigung, d.h. vorliegend gestützt 

auf den güterrechtlichen Streitwert von Fr. 23'590.10 der Grundentschädi-

gung von Fr. 5'388.50 gemäss § 3 Abs. 1 lit. a Ziff. 3 AnwT (§ 3 Abs. 1 lit. c 

AnwT). Unter Berücksichtigung eines Abzugs für die fehlende Verhandlung 

von 20 % (vgl. § 6 Abs. 2 AnwT) und eines Abzugs für das Rechtsmittel-

verfahren von 25 % (vgl. § 8 AnwT) sowie unter Berücksichtigung der 

Auslagen von praxisgemäss 3 % und der gesetzlichen Mehrwertsteuer von 

8.1 % sind die Parteikosten für das obergerichtliche Verfahren auf gerundet 

Fr. 3'600.00 festzusetzen, womit der Kläger der Beklagten Fr. 1'800.00 zu 

ersetzen hat. 

  

 - 29 - 

 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Berufung des Klägers sowie von Amtes 

wegen werden die Dispositivziffern 5.1, 5.2, 8 und 9 des Urteils des 

Bezirksgerichts Aarau vom 4. Dezember 2023 aufgehoben und wie folgt 

neu gefasst: 

 

5. 
5.1. 
Der Kläger wird pflichtig erklärt, der Beklagten an den Barunterhalt der Kinder C._____, 
geb. tt.  Januar 2008, D._____, geb. tt.  November 2009, und E._____, geb. tt.  Januar 
2017 monatlich vorschüssig folgende Unterhaltsbeiträge (zuzüglich allfällig bezogener 
gesetzlicher oder vertraglicher Familien- oder Ausbildungszulagen) zu bezahlen: 
 
C._____: 
- Fr. 454.00 ab Rechtskraft des Urteils bis zum 31. Januar 2026 
 
D._____: 
- Fr. 576.00 ab Rechtskraft des Urteils bis zum 30. November 2027 
 
E._____: 
- Fr. 669.00  ab Rechtskraft des Urteils bis zum 31. Januar 2027  
- Fr. 869.00 ab 1. Februar 2027 bis zum 31. Januar 2033 
- Fr. 816.00 ab 1. Februar 2033 bis 31. Januar 2035 
 
5.2. 
[entfällt] 
 
[…] 
 
8. 
Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 5.1. vorstehend basieren auf dem Landesindex für 
Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik vom Juli 2025, Stand 107.8 Punkte 
(Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). Sie werden jährlich auf den 1. Januar dem 
Indexstand per Ende November des Vorjahres angepasst, erstmals auf den 1. Januar 
2026, es sei denn, der Unterhaltsschuldner beweist, dass sein Einkommen nicht mit der 
Teuerung Schritt gehalten hat, und die Indexanpassung daher nur im entsprechend 
reduzierten Umfang möglich ist.  
 
Die Berechnung erfolgt nach folgender Formel: 
 

Neuer Unterhaltsbeitrag = 

ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Index vom November des Vorjahres 

ursprünglicher Indexstand vom Juli 2025, Stand 107.8 Punkte  

 
9. 
Bei der Berechnung der Unterhaltsbeiträge wurde von folgenden monatlichen Netto-
einkommen ausgegangen:  
 
 
 
- Kläger:  Fr. 5'030.00 

 - 30 - 

 

 

  (inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Kinderzulagen) 
 
- Beklagte: Fr. 5'520.00 
  (inkl. Anteil 13. Monatslohn, exkl. Kinder-/Ausbildungszulagen) 
 
- C._____:  Fr. 718.00 
  (Lehrlingslohn und Ausbildungszulage) 
 
-  D._____:  Fr. 570.00 
  (Lehrlingslohn und Ausbildungszulage) 
 
- E._____:  Fr. 215.00 
  (Kinderzulage) 

 

2. 

Im Übrigen wird die Berufung des Klägers abgewiesen. 

 

3. 

Das Gesuch des Klägers um unentgeltliche Rechtspflege für das ober-

gerichtliche Verfahren wird abgewiesen. 

 

4. 

Das Gesuch der Beklagten um unentgeltliche Rechtspflege für das ober-

gerichtliche Verfahren wird abgewiesen. 

 

5. 

Die Kosten des obergerichtlichen Verfahrens von Fr. 4'500.00 werden dem 

Kläger zu drei Vierteln mit Fr. 3'375.00 und der Beklagten zu einem Viertel 

mit Fr. 1'125.00 auferlegt. 

 

6. 

Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten für das obergerichtliche 

Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 1'800.00 (inkl. Auslagen und 

Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

[…] 

 

  

 - 31 - 

 

 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der 

schriftlichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die 

Beschwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. In vermögens-

rechtlichen Angelegenheiten ist die Beschwerde nur zulässig, wenn der Streitwert in arbeits- 

und mietrechtlichen Fällen mindestens Fr. 15'000.00 bzw. in allen übrigen Fällen mindes-

tens Fr. 30'000.00 beträgt, es sei denn, es stelle sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher 

Bedeutung oder es handle sich um einen Entscheid des Konkurs- und Nachlassrichters 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 72, Art. 74, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Ist eine Beschwerde 

nur unter der Voraussetzung zulässig, dass sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher 

Bedeutung stellt, ist auszuführen, warum diese Voraussetzung erfüllt ist. Die Urkunden, auf 

die sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den 

Händen hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

 
    

Aarau, 10. September 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Zivilgericht, 2. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     M. Stierli