# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1d9c20e9-b76e-5bb0-b562-bcbc4d1495d7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 02.09.2019 UV 2018/16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2018-16_2019-09-02.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2018/16

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 10.10.2019

Entscheiddatum: 02.09.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 02.09.2019
Anerkennung der Leistungspflicht des Unfallversicherers infolge einer 
Bagatellunfallmeldung mit Schilderung einer Prellungsverletzung im Bereich 
des Handgelenks. Im Rahmen des Einspracheverfahrens Verneinung des 
Geschehens eines Unfallereignisses im Sinne von Art. 4 und Feststellung, 
dass bezüglich der radiologisch objektivierten strukturellen 
Gesundheitsschäden von Anfang an keine Leistungspflicht bestanden habe. 
Prüfung der Fragen, ob ein Unfallereignis stattgefunden und was 
Gegenstand der ursprünglichen Anerkennung gebildet hat. Art. 6 UVG: 
Rückweisung der Streitsache zu weiteren medizinischen Abklärungen in 
Bezug auf die Unfallkausalität der radiologisch objektivierten strukturellen 
Gesundheitsschäden wegen Zweifeln an der Schlüssigkeit der Beurteilung 
des Vertrauensarztes des Unfallversicherers (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. September 2019, UV 
2018/16).

Entscheid vom 2. September 2019

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann; 

Gerichtsschreiberin Katja Meili

Geschäftsnr.

UV 2018/16

Parteien

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Oliver Streiff, Stampfenbachstrasse 52, 

8006 Zürich,

gegen

SWICA Versicherungen AG, Römerstrasse 37, Postfach, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) war durch ihre Tätigkeit als Sozialarbeiterin beim 

B.___ bei der Swica Gesundheitsorganisation (nachfolgend: Swica) obligatorisch gegen 

die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Mit Bagatellunfallmeldung 

UVG vom 26. August 2016 meldete der Arbeitgeber der Swica, die Versicherte habe 

angeblich im Zeitraum Mai/Juni 2016, an einem nicht mehr eruierbaren Tag, beim 

Ausmisten das Gattertor gehalten, als eine Kuh ausgeschlagen und das Gattertor 

getroffen habe. Die Versicherte habe dadurch einen indirekten Schlag auf ihr rechtes 

Handgelenk erhalten. Als Ereignisdatum wurde der 1. Juni 2016 vermerkt (UV-act. 1).

A.b Am 13. Juli 2016 hatte die Versicherte wegen Schmerzen in der rechten Hand ihren 

Hausarzt Dr. med. C.___, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, aufgesucht, der als 

Befund eine Tendinitis der Strecksehnen (viel PC-Arbeit) erhoben hatte. Von einem 

Unfallereignis hatte die Versicherte nicht berichtet und es war kein 

Arbeitsunfähigkeitszeugnis ausgestellt worden (UV-act. 25 f.). Wegen anhaltender 

Schmerzen im rechten Handgelenk war bei der Versicherten am 11. August 2016 eine 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 3/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

MRI-Untersuchung des rechten Handgelenks durch Dr. med. D.___, Arzt des Instituts 

für Radiologie in E.___, durchgeführt worden, die eine Ruptur im Bereich des TFCC-

Komplexes sichtbar gemacht, jedoch keinen Hinweis auf ein Knochenmarksödem im 

Bereich der Handwurzelknochen geliefert hatte (UV-act. 11). Es folgten 

Untersuchungen durch Dr. med. F.___, Facharzt FMH Plastische Chirurgie, 

Handchirurgie (UV-act. 8), und Dr. med. G.___, Chirurgie FMH. Dr. G.___ diagnostizierte 

am 12. September 2016 anhand der MRI-Bilder vom 11. August 2016 eine 

scapholunäre (SL-)Bandruptur Handgelenk rechts und eine allfällige TFCC-Läsion 

rechts. Am 14. September 2016 führte sie bei der Versicherten eine 

Handgelenksarthroskopie rechts durch, bestätigte diagnostisch die vorgenannten 

Gesundheitsschäden und nahm eine dorsale Tenodese mit Transplantat der Extensor 

carpi radialis longus-Sehne vor (UV-act. 12 ff.). Dr. G.___ attestierte der Versicherten ab 

14. September 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 2 f.). Mit Schreiben vom 

14. Dezember 2016 bestätigte die Swica der Versicherten einen Leistungsanspruch für 

die Behandlungskosten sowie einen Taggeldanspruch (UV-act. 24).

A.c  Am 13. Januar 2017 ging bei der Swica ein Untersuchungsbericht von Dr. G.___ 

vom 11. Januar 2017 ein, woraus hervorging, dass im März 2017 die Entfernung der 

Schraube geplant sei (UV-act. 27). Die Swica teilte daraufhin der Versicherten mit 

Schreiben vom 24. Januar 2017 mit, dass sie ihre Leistungspflicht aufgrund neuer 

Erkenntnisse überprüfen müsse und die nötigen Abklärungen veranlasst habe (UV-act. 

28; vgl. auch UV-act. 29). Mit Schreiben vom 31. Januar 2017 unterbreitete sie ihrem 

Vertrauensarzt Dr. med. H.___, Facharzt FMH für Chirurgie, Zertifizierter Gutachter SIM, 

Vertrauensarzt SGV, einen Fragenkatalog (UV-act. 30), welchen dieser mit Schreiben 

vom 2. Februar 2017 beantwortete (UV-act. 31). Anlässlich eines Telefongesprächs 

vom 22. März 2017 mit einer Mitarbeiterin der Swica erkundigte sich die Versicherte 

nach der Taggeldzahlung. Sie habe aufgrund der Metallentfernung ein Zeugnis 

erhalten. Die Mitarbeiterin der Swica erklärte, dass dafür keine Leistungen erbracht 

werden könnten. Die im September 2016 durchgeführte Operation habe nicht in einem 

Zusammenhang mit dem Unfallereignis gestanden, weshalb auch keine 

Versicherungsleistungen für die Metallentfernung erbracht werden könnten (UV-act. 

36).

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 4/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.d Mit formlosem Schreiben vom 23. März 2017 teilte die Swica der Versicherten mit, 

dass sie ihre Versicherungsleistungen rückwirkend auf Ende Juni 2016 einstelle und die 

Versicherte ab dem 1. Juli 2016 keinen Anspruch auf Leistungen aus der 

Unfallversicherung für die Beschwerden an ihrem rechten Handgelenk habe. Auf eine 

Rückforderung der bereits erbrachten Leistungen werde verzichtet (UV-act. 37). 

Nachdem die Versicherte mit E-Mail vom 26. März 2017 eine anfechtbare Verfügung 

verlangt hatte (UV-act. 38), hielt die Swica mit Verfügung vom 6. April 2017 an ihrer 

Leistungseinstellung per Ende Juni 2016 fest (UV-act. 41).

B.   

B.a  Gegen diese Verfügung erhob die Protekta Rechtsschutz-Versicherung AG 

(nachfolgend: Protekta) für die Versicherte mit Schreiben vom 19. Mai 2017 vorsorglich 

Einsprache (UV-act. 47). Mit Eingabe vom 30. Juni 2017 reichte die Protekta die 

Einsprachebegründung (UV-act. 51) zusammen mit einem Bericht von Dr. G.___ vom 

19. Mai 2017 (UV-act. 49) und einer Stellungnahme von Dr. med. I.___, 

Allgemeinmedizin FMH, FA Manuelle Medizin FMH, FA Vertrauensarzt FMH, vom 29. 

Mai 2017 (UV-act. 50) ein.

B.b Mit Einspracheentscheid vom 25. Januar 2018 wies die Swica die Einsprache der 

Versicherten vom 19. Mai 2017 ab (UV-act. 52). Erstmalig erklärte sie, es sei nicht mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass ca. am 1. 

Juni 2016 ein Ereignis stattgefunden habe.

C.   

C.a  Gegen den Einspracheentscheid vom 25. Januar 2018 erhob die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt Oliver Streiff, Zürich, 

mit Eingabe vom 26. Februar 2018 Beschwerde mit folgenden Anträgen: 1. "Es sei die 

Verfügung vom 04. April 2017 sowie der Einspracheentscheid vom 25. Januar 2018 

aufzuheben. 2. Es seien der Beschwerdeführerin ab 01. Juli 2016 die gesetzlichen 

Leistungen (Krankenkostenübernahme, Taggelder etc.) zuzusprechen. 3. Eventualiter 

seien weitere Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen. 4. Es sei ein zweiter 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 5/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schriftenwechsel anzuordnen. 5. Alles unter ordentlicher und ausserordentlicher 

Kostenfolge zulasten der Beschwerdegegnerin." (act. G 1).

C.b In der Beschwerdeantwort vom 4. April 2018 beantragte die Swica (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde (act. G3).

C.c  Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer 

Replik (act. G 5).

Erwägungen

1.  

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden 

daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2016 zur Diskussion steht, die bis 31. 

Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

2.  

2.1 Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im 

Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt die plötzliche, nicht 

beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Als weitere Voraussetzung der Leistungspflicht 

des Unfallversicherers ist sodann die natürliche und adäquate Kausalität zwischen dem 

Unfall und der festgestellten Gesundheitsschädigung verlangt (Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 

129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 6/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58). Im 

Bereich klar ausgewiesener somatischer Unfallfolgen spielt jedoch die Adäquanz als 

rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle. Sie ist bei 

ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/

bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen). Die Frage, ob 

sich ein Unfallereignis ereignet hat, und falls ja, die Frage, ob zwischen dem 

Unfallereignis und einem Gesundheitsschaden ein natürlicher Kausalzusammenhang 

gegeben ist, beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Unfallereignisses 

bzw. einer Unfallkausalität genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht 

(BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/Thomas Gächter, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.).

2.2 Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 

Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Da es sich bei der Einstellung von Versicherungsleistungen um 

eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast für den Wegfall der 

vom Unfallversicherer zunächst anerkannten natürlichen Kausalität - anders als bei der 

Frage, ob ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang überhaupt je gegeben war 

- nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 

363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 263 f. E. 3b; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 

54 f.). Dieser Grundsatz gilt aber nur für Verletzungen, welche damals thematisiert 

worden waren und somit Gegenstand der Anerkennung bildeten (Urteil des 

Bundesgerichts vom 20. August 2009, 8C_363/2009, E. 1; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG] vom 27. April 2005, U 6/05, auszugsweise publiziert in: 

AJP 2006 S. 1290 ff.). Selbstverständlich greift die genannte Beweisregel erst dann 

Platz, wenn die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das Gericht dem 

Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es sich als 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 7/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer 

Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit 

für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen; 

Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4, 55; Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 2008, 

8C_354/2007, E. 2.2). Im Hinblick auf die nachfolgende Erwägung 5 kann demnach 

offenbleiben, wie es sich im vorliegenden Fall mit der Beweislastverteilung verhält bzw. 

inwieweit ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang oder das 

Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen nachzuweisen ist.

2.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweis). Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser 

Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an 

sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte Befassung mit 

der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgerichts vom 18. 

Juni 2014, 9C_196/2014 E. 5.1.1., 30. März 2012, 8C_119/2012, E. 4, und 22. Januar 

2010, 9C_1063/2009, E. 4.2.1). Nach der Rechtsprechung können sodann auch 

Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen - d.h. auch von ihren 

Vertrauensärzten und -ärztinnen - einholen, beweistauglich sein. An deren 

Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 

bzw. vertrauensärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 8/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(BGE 135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt mit Urteil des Bundesgerichts vom 23. 

November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3).

3.  

Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin infolge der 

Bagatellunfallmeldung vom 26. August 2016 für das angeblich im Zeitraum Mai/Juni 

2016 der Beschwerdeführerin wiederfahrene Ereignis Versicherungsleistungen 

(Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen) im Zusammenhang mit einer 

Handgelenksproblematik rechts erbracht hat.

4.  

4.1 Laut besagter Bagatellunfallmeldung hat die Beschwerdeführerin im angegebenen 

Zeitraum beim Ausmisten das Gattertor gehalten, als eine Kuh ausschlug und das 

Gattertor traf, wobei die Beschwerdeführerin einen indirekten Schlag auf ihr rechtes 

Handgelenk erlitt (UV-act. 1). Angesichts dieser Schilderung ist die 

Beschwerdegegnerin zurecht von einem Ereignis, für welches sie grundsätzlich 

leistungspflichtig ist, d.h. von einem Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG, ausgegangen. 

Nachdem die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 6. April 2017 einen 

weiterdauernden Leistungsanspruch des Beschwerdeführers per 1. Juli 2016 mit der 

Begründung ablehnte, die Handgelenksbeschwerden stünden nur in einem möglichen, 

nicht jedoch überwiegend wahrscheinlichen Zusammenhang zum gemeldeten Ereignis 

(UV-act. 41), stellte sie im angefochtenen Einspracheentscheid vom 25. Januar 2018 

fest, das fragliche Ereignis sei nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen (UV-

act. 52). Sie verneinte also neu das Vorliegen eines Unfalls gemäss Art. 4 ATSG und 

damit von Grund auf einen Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin aus der 

Unfallversicherung. Diese Vorgehensweise ist insofern nicht zu beanstanden, als die 

Beschwerdegegnerin laut angefochtenem Einspracheentscheid auf eine Rückforderung 

bereits erbrachter Leistungen verzichtet, das Verfügungsdispositiv also nicht 

abgeändert hat und der Unfallversicherer gemäss BGE 130 V 380 die Möglichkeit hat, 

die durch Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeldern anerkannte Leistungspflicht 

mit Wirkung ex nunc et pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der 

Wiedererwägung oder der prozessualen Revision (vgl. Art. 53 ATSG) einzustellen, d.h. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 9/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

den Fall abzuschliessen. Dies mit der Begründung, ein versichertes Ereignis liege - bei 

richtiger Betrachtungsweise - gar nicht vor.

4.2 Nachfolgend ist mithin zu prüfen, ob mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit im Mai/Juni 2016 ein Ereignis stattgefunden hat, wie es in der 

Bagatellunfallmeldung vom 26. August 2016 beschrieben ist.

4.2.1 Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht, 

der Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben 

den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln, dürfen aber die Mitwirkung der 

leistungsansprechenden Person beanspruchen. Sie muss die Umstände des Unfalls 

glaubhaft machen. Kommt sie dieser Aufforderung nicht nach, indem sie 

unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen 

eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine 

Leistungspflicht des Unfallversicherers. Zur Glaubhaftmachung eines Unfalls genügt es 

nicht, einen Gesundheitsschaden nachzuweisen, der möglicherweise auf ein 

Unfallereignis zurückgehen könnte, sondern es müssen über das konkrete Geschehen 

wahre, genaue und wenn möglich ins Einzelne gehende Daten namhaft gemacht 

werden, aufgrund welcher der Versicherer in die Lage versetzt wird, sich über die 

Tatumstände ein Bild zu machen und diese in objektiver Weise abzuklären (Locher/

Gächter, § 70 N 2 f., § 70 M 20; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/

Genf 2015, Art. 43 N 13, Art. 61 N 96 ff, Art. 61 N 111 f.; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 

29; BGE 122 V 158 E. 1a, 114 V 305 f. E. 5b; RKUV 1990 Nr. U 86 S. 50). Der 

mangelnde Nachweis eines Unfalls lässt sich nur selten durch medizinische 

Feststellungen ersetzen. Diesen kommt im Rahmen der Beweiswürdigung, ob eine 

Schädigung auf einen Unfall zurückzuführen ist, in der Regel nur die Bedeutung von 

Indizien zu (Urteil des Bundesgerichts vom 1. März 2012, 8C_50/2012, E. 5.2 mit 

Hinweis auf BGE 134 V 72 E. 4.3.2.2; RKUV 1990 Nr. 86 S. 51 E. 2).

4.2.2 Das in der Bagatellunfallmeldung UVG vom 26. August 2016 beschriebene 

Ereignis stellt unstreitig einen Unfalltatbestand im Sinne von Art. 4 ATSG dar. Das 

Ereignis soll sich angeblich im Mai/Juni 2016 ereignet haben. Die Beschwerdegegnerin 

sieht im Umstand, dass es ihr erst drei Monate später gemeldet wurde, ein gewichtiges 

Indiz dagegen, dass es überhaupt geschehen ist. Einen weiteren Hinweis hierfür 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erkennt sie in der unbestrittenen Tatsache (vgl. act. G 1 Ziff. 21), dass die 

Beschwerdeführerin laut Arztzeugnis UVG von Dr. C.___ vom 28. Dezember 2016 

anlässlich der Erstbehandlung von Handgelenksbeschwerden rechts am 13. Juli 2016 

nicht über ein Unfallereignis berichtet habe (UV-act. 26). In diesem Zusammenhang 

verweist sie auch auf die Aussagen von Dr. H.___ in seiner Aktenbeurteilung vom 2. 

Februar 2017, wonach es chirurgisch nicht vorstellbar sei, dass sich die 

Beschwerdeführerin nicht an das Unfalldatum erinnern könne, wenn sie sich dabei eine 

Ruptur des SL-Bandes und eine TFCC-Läsion zugezogen haben solle. Dies bedürfe 

eines eindrücklichen Traumas. Die Beschwerdeführerin habe jedoch bei ihrem ersten 

Arztbesuch kein Trauma erwähnt (UV-act. 31).

4.3 Grundsätzlich kann in der langen Latenzzeit bis zur Erstbehandlung und zur 

Unfallmeldung sowie im Umstand, dass ein Unfall anlässlich der Erstbehandlung nicht 

erwähnt wird, ein Hinweis dafür gesehen werden, dass gar nie ein Unfall stattgefunden 

hat. Vorliegend griffe dies jedoch zu kurz. Der Rechtsvertreter setzt das Verhalten der 

Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 26. Februar 2018 nachvollziehbar in einen 

umfassenderen Kontext, der in die Wahrscheinlichkeitsbeurteilung miteinzubeziehen 

ist. Dass unmittelbar nach dem Unfall keine umgehende Untersuchung stattgefunden 

hat, begründet er damit, dass die Beschwerdeführerin zunächst von vorübergehenden 

Schmerzen und kaum dramatischen Verletzungen ausgegangen sei. Sie sei 

schmerztolerant, habe deshalb dem Vorfall kein zusätzliches Gewicht beigemessen 

und habe sich auf den Heilungsprozess konzentrieren wollen. Erst nach einigen 

Wochen, als die Schmerzen angedauert und sich verstärkt hätten, habe sie ihren 

Hausarzt aufgesucht. Besteht die Beschwerdesymptomatik nach einem Unfall einzig in 

Schmerzen, welche zudem auszuhalten sind, ohne relevante 

Bewegungseinschränkung, und zeigt sich das Handgelenk zudem äusserlich unauffällig 

(UV-act. 8, 25 f.; vgl. dazu insbesondere auch nachfolgende Erwägung 6.2.3), erscheint 

es durchaus plausibel, wenn eine versicherte Person nicht unverzüglich einen Arzt 

konsultiert und zunächst abwartend auf Selbstheilung durch Eigenbehandlung hofft. 

Am 13. Juli 2016 begab sich die Beschwerdeführerin in hausärztliche Behandlung. Dr. 

C.___ erhob als Befund (nur) eine krankheits- bzw. überlastungsbedingte Tendinitis der 

Strecksehnen, obwohl davon auszugehen ist, dass die später radiologisch und 

arthroskopisch diagnostizierten strukturellen Gesundheitsschäden (SL-Bandruptur und 

TFCC-Läsion) damals bereits vorgelegen haben. Dr. C.___ ordnete zunächst eine 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

konservative und am 20. Juli 2016 eine Ultraschalltherapie an (UV-act. 25). Nachdem 

die Beschwerdeführerin weiterhin Schmerzen hatte, wies er sie für eine MRI-

Untersuchung Dr. D.___ zu (UV-act. 25), der am 11. August 2016 eine TFCC-Läsion 

diagnostizierte (UV-act. 11). Darauf folgte die Zuweisung an Dr. F.___, demgegenüber 

die Beschwerdeführerin offensichtlich von einem Trauma ("Distorsion vor etwa drei 

Monaten") berichtete. Dr. F.___ ging in der Zusammenschau der Befunde von einem 

traumatischen Ereignis aus (UV-act. 8). Im Anschluss, d.h. am 26. August 2016, 

erfolgte offensichtlich die Unfallmeldung (UV-act. 1). Angesichts des dargelegten 

Sachverhalts erscheint es glaubwürdig, dass die Beschwerdeführerin bis zur 

Konsultation bei Dr. F.___ keine bedeutsame Unfallverletzung vermutete und auf 

Selbstheilung hoffte und keinen Anlass für eine Unfallmeldung sah. Auch Dr. G.___ 

betrachtet es in ihrem Bericht vom 19. Mai 2017 (UV-act. 49) als plausibel, dass eine 

Patientin in der Situation der Beschwerdeführerin zunächst nichts Schlimmes annimmt 

und im Vertrauen auf das Untersuchungsergebnis des Hausarztes (nur) von einer 

Sehnenentzündung ausgeht. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass die 

Beschwerdeführerin den Ablauf des Ereignisses ohne Weiteres überzeugend zu 

schildern vermochte und diesbezüglich auch keine Vorbehalte vorgebracht worden 

sind. Freilich vermochte die Beschwerdeführerin bei der Unfallmeldung kein genaues 

Datum anzugeben. Diesem Umstand darf jedoch nicht dieselbe Bedeutung 

beigemessen werden, wie einer - vorliegend nicht gegebenen - undetaillierten oder 

widersprüchlichen Sachverhaltsdarstellung. Anzumerken bleibt, dass sich die 

Beschwerdegegnerin nach Eingang der Bagatellunfallmeldung vom 26. August 2016 

und vor ihrer Leistungsbestätigung vom 14. Dezember 2016 (UV-act. 24) nicht 

veranlasst sah, die Beschwerdeführerin persönlich mit konkreten Zusatzfragen zu 

konfrontieren oder die Erhebung der Unfalldaten mit dem üblichen Frageblatt detailliert 

nachzuholen.

4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als nachgewiesen gilt, dass die Beschwerdeführerin 

im Mai/Juni 2016 einen Unfall erlitten hat, wie er in der Bagatellunfallmeldung vom 26. 

August 2016 beschrieben worden ist (UV-act. 1).

5.  

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Demzufolge bleibt die Frage zu beantworten, welche Gesundheitsschäden sich die 

Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beim 

Unfall zugezogen hat bzw. in welchem Zeitpunkt von einem Dahinfallen unfallkausaler 

Gesundheitsschäden auszugehen ist.

5.1 Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlichen 

Beschwerden hat in der Regel als gegeben zu gelten, wenn sich mittels apparativer 

Untersuchungsmethoden (wie Röntgen, Sonographie, Kernspintomographie, 

Computertomographie, Arthroskopie) ein unfallkausaler organischer Befund im Sinn 

eines strukturellen Gesundheitsschadens erheben lässt (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 

232 E. 5.1 mit Hinweisen, 117 V 363 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008, 8C_806/2007, E. 8.2 mit 

zahlreichen Hinweisen). Bei der Beschwerdeführerin wurde, wie bereits gesagt, bei 

einer MRI-Untersuchung vom 11. August 2016 durch Dr. D.___ eine TFCC-Läsion 

diagnostiziert (UV-act. 11). Dr. F.___ stellte nachfolgend im Untersuchungsbericht vom 

31. August 2016 basierend auf den MRI-Bildern die Diagnose einer posttraumatischen 

TFCC-Läsion Handgelenk rechts mit scapholunärer Dissoziation und beginnender 

Ulnaimpaktion (UV-act. 8). Am 12. September 2016 wurde die Beschwerdeführerin 

durch Dr. G.___ untersucht, die eine scapholunäre Bandläsion Handgelenks rechts, 

allenfalls auch TFCC-Läsion rechts, diagnostizierte (UV-act. 13). In der durch Dr. G.___ 

am 14. September 2016 durchgeführten Arthroskopie liessen sich schliesslich beide 

Läsionen bestätigen (UV-act. 12). Angesichts der vorliegenden medizinischen Akten hat 

als unbestritten zu gelten und ist auch der medizinischen Literatur zu entnehmen, dass 

eine SL-Bandruptur sowie eine TFCC-Läsion an sich Folge eines Traumas sein können 

(vgl. Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 

747, 754; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin/Boston 2017, S. 1831). 

Gestützt auf die Beurteilung ihres Vertrauensarztes Dr. H.___ vom 2. Februar 2017 (UV-

act. 31) geht die Beschwerdegegnerin indes bei der Beschwerdeführerin von 

degenerativ bedingten Gesundheitsschäden am Handgelenk aus. Es sind also beide 

Kausalitäten (Krankheits- und Unfallkausalität) denkbar. Im Folgenden ist zu prüfen, ob 

es sich bei der im konkreten Fall vorgelegenen SL-Bandruptur und TFCC-Läsion mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit um direkte Unfallverletzungen 

oder um degenerative Gesundheitsschädigungen gehandelt hat.

5.2  

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.2.1 Dr. H.___ legt in seiner Beurteilung vorwiegend dar, inwiefern er bereits das 

Geschehen eines Traumas als unvorstellbar bzw. unglaubwürdig betrachtet (UV-act. 

31). Seine Schlussfolgerung bzw. seine Ausführungen dazu wurden jedoch in 

Erwägung 4 widerlegt.

5.2.2 Sofern die Aussage von Dr. H.___ - es bedürfe eines "eindrücklichen Traumas" - 

dahingehend ausgelegt wird, die Verursachung der fraglichen Verletzungen - wie auch 

von Dr. I.___ in seiner Stellungnahme vom 29. Mai 2017 bestätigt (UV-act. 50) - 

erfordere ein erhebliches Handgelenktrauma, lässt sich dieser Feststellung zumindest 

bezogen auf den konkreten Fall keine überzeugende Schlussfolgerung entnehmen. So 

enthält die Beurteilung von Dr. H.___ keine zusätzlichen substantiierten Ausführungen 

zu den genauen Anforderungen, unter welchen eine SL-Bandläsion sowie eine TFCC-

Läsion traumatisch entstehen können, und weshalb das in der Unfallmeldung vom 26. 

August 2016 geschilderte Ereignis keine dieser Verletzungen verursachen konnte. 

Ebenso wenig vermochte sich Dr. I.___ zum konkreten Fall zu äussern. Er schickte 

voraus, dass die Stellungnahme zur Kausalität erschwert sei, weil das Ereignis durch 

die Unfallversicherung nicht genau abgeklärt worden sei. Aus versicherungsärztlicher 

Sicht erklärte er allerdings ein Unfallereignis, wie es in der Bagatellunfallmeldung vom 

26. August 2016 beschrieben worden sei, sowie eine dabei erlittene Hyperextension im 

Bereich des Handgelenks als vorstellbar. Sofern der gemeldete Unfallverlauf bei den 

Abklärungen bestätigt werde, sei von einer überwiegend wahrscheinlichen 

Unfallkausalität der Läsionen auszugehen. Angesichts dessen, dass seine Erklärung im 

Hinblick auf das in der Bagatellunfallmeldung geschilderte Ereignis vorbehaltlos erfolgt 

ist, wäre damit eigentlich eine Unfallkausalität anzunehmen. 

5.2.3 Die Aussage von Dr. H.___ - es sei chirurgisch nicht vorstellbar, dass sich die 

Beschwerdeführerin nicht an das Unfalldatum erinnern könne, wenn sie sich dabei eine 

SL-Bandläsion sowie eine TFCC-Läsion zugezogen hätte - beinhaltet sodann, dass 

eine traumatische SL-Bandläsion sowie eine TFCC-Läsion unfallnah zwingend als 

bedeutsame bzw. schwere Verletzungen wahrgenommen werden. Zumindest in Bezug 

auf den konkreten Fall trifft dies jedoch offensichtlich nicht zu. Anlässlich der 

Erstbehandlung vom 13. Juli 2016 erhob Dr. C.___ als objektiven Befund eine Tendinitis 

der Strecksehnen, subjektiv vermerkte er einzig Schmerzen (UV-act. 25 f.). Anlässlich 

der Konsultation vom 8. August 2016 notierte er ebenfalls (weiterhin) nur Schmerzen im 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

rechten Handgelenk, obwohl ein TFCC-Test positiv war (UV-act. 25). Laut 

Untersuchungsbericht von Dr. F.___ vom 31. August 2016 zeigte sich das rechte 

Handgelenk äusserlich unauffällig und ohne relevante Bewegungseinschränkung im 

Seitenvergleich (UV-act. 8). Erst bei der klinischen Untersuchung durch Dr. G.___ vom 

12. September 2016 war die Beweglichkeit des rechten Handgelenks doch ziemlich 

eingeschränkt. Es bestand eine massive Druckdolenz scapholunär mit einem positiven 

Watson-Test, jedoch immer noch ein indolenter TFCC (UV-act. 13). Wie in Erwägung 

5.1 dargelegt, wurden jedoch ab 31. August 2016 zeitlich parallel die Diagnosen einer 

TFCC-Läsion und/oder einer SL-Bandläsion Handgelenk rechts gestellt. Am 14. 

September 2016 wurden schliesslich beide Läsionen arthroskopisch bestätigt (UV-act. 

12). Angesichts der dargelegten Sachlage ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit von einem Bestehen der fraglichen Gesundheitsschäden bereits im 

Zeitpunkt der Erstbehandlung auszugehen, ohne dass daraus abgeleitet werden 

könnte, hauptsächlich eine bedeutsame Beschwerdeproblematik hätte auf die TFCC-

Läsion und SL-Bandläsion hingewiesen. Aus dem Gesagten lässt sich somit nicht 

folgern, dass eine traumatische SL-Bandläsion sowie eine TFCC-Läsion unfallnah 

zwingend als bedeutsame Verletzungen wahrgenommen werden.

5.2.4 Die verbleibende vertrauensärztliche Feststellung zur Frage der Unfallkausalität - 

im MRI habe sich kein für ein stärkeres Prelltrauma typisches Knochenmarksignal 

gezeigt; es sei nicht vorstellbar, dass das SL-Band sowie der TFCC, ohne ein Bone 

Bruise zu hinterlassen, reissen würden - stellt allein keinen überzeugenden Hinweis 

gegen traumatische Verletzungen dar (UV-act. 31). Bis zur MRI-Untersuchung sind 

mindestens eineinhalb Monate vergangen, in welchen - zwar nicht in Bezug auf die 

Bandverletzungen, jedoch bezüglich Knochenödemen und Einblutungen - ein 

Heilungsprozess stattgefunden haben kann (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 655; 

Pschyrembel, a.a.O., S. 277).

5.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass verschiedene Gründe gegen die 

Zuverlässigkeit der vertrauensärztlichen Beurteilung von Dr. H.___ vom 2. Februar 2017 

sprechen. So deckt sie sich nicht mit den Fakten des konkreten Falls und lässt 

überzeugende Beurteilungsansätze hinsichtlich der Frage der Unfallkausalität der SL-

Bandläsion sowie der TFCC-Läsion der Beschwerdeführerin vermissen. Die Beurteilung 

von Dr. H.___ reicht demzufolge nicht aus, um eine Unfallkausalität der fraglichen 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gesundheitsschäden mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

auszuschliessen.

5.4 Hinzu kommen die ärztlichen Beurteilungen bzw. Stellungnahmen von Dr. G.___ 

vom 19. Mai 2017 (UV-act. 49) und Dr. I.___ vom 29. Mai 2017 (UV-act. 50), in welchen 

sich diese zumindest nicht gegen eine Unfallkausalität der fraglichen 

Gesundheitsschäden aussprechen. Dr. G.___ hielt in Übereinstimmung mit dem 

hausärztlichen Auszug aus der Krankengeschichte der Beschwerdeführerin (UV-act. 

25) fest, dass deren Hand vorgängig keine Schmerzen verursacht habe und eine 

ziemlich wuchtige Torsion des Handgelenks absolut zu den gegebenen Schädigungen 

führen könne (UV-act. 49). Dr. I.___ sprach sich unter der Voraussetzung, dass der in 

der Bagatellunfallmeldung vom 26. August 2016 geschilderte Unfallverlauf bestätigt 

werden könne, für eine Unfallkausalität aus (UV-act. 50).

6.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beurteilung von Dr. H.___ vom 2. Februar 

2017 (UV-act. 31) nicht stichhaltig und überzeugend die Frage beantwortet, ob die SL-

Bandläsion sowie die TFCC-Läsion des rechten Handgelenks der Beschwerdeführerin 

überwiegend wahrscheinlich Folgen ihres Unfalls vom Mai/Juni 2016 sind. Für eine 

Leistungsablehnung der Beschwerdegegnerin hinsichtlich erfolgter Heilbehandlungen 

und eingetretener Arbeitsunfähigkeiten im Zusammenhang mit den fraglichen 

Gesundheitsschäden über Ende Februar 2017 hinaus genügte diese Beweislage nicht. 

Genügender Beweiswert für eine abschliessende, überwiegend wahrscheinliche 

Annahme unfallkausaler Verletzungen kommt indes auch den Beurteilungen bzw. 

Stellungnahmen von Dr. G.___ und Dr. I.___ nicht zu. Die Beschwerdegegnerin wäre 

gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) zur Vornahme weiterer 

Abklärungen hinsichtlich Unfallkausalität verpflichtet gewesen. Nachdem - wie gesagt - 

bereits geringe Zweifel an der Schlüssigkeit ärztlicher Feststellungen ergänzende 

Abklärungen erforderlich machen, wird sie solche nachzuholen haben. Die 

Angelegenheit ist mithin zur Veranlassung der besagten Abklärungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

7.  

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

7.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vom 26. Februar 2018 unter Aufhebung 

des angefochtenen Einspracheentscheids vom 25. Januar 2018 teilweise gutzuheissen 

und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen und 

anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

7.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

7.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 

15'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragte in der Beschwerde 

vorerst eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- inklusive Mehrwertsteuer und 

ersuchte das Versicherungsgericht, ihn zu gegebener Zeit aufzubieten, seine 

Honorarnote einzureichen (act. G 1). Angesichts der vorgenannten Honorarhöhe und 

des Umstandes, dass im vorliegenden Beschwerdeverfahren kein zweiter 

Schriftenwechsel durchgeführt worden ist, kann jedoch von der Einholung einer 

Honorarnote abgesehen und die Parteientschädigung pauschal festgesetzt werden. 

Eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) erscheint der Bedeutung der Streitsache und dem notwendigen 

Aufwand angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.  

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 25. 

Januar 2018 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinne 

der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.  

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.  

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 02.09.2019
	Anerkennung der Leistungspflicht des Unfallversicherers infolge einer Bagatellunfallmeldung mit Schilderung einer Prellungsverletzung im Bereich des Handgelenks. Im Rahmen des Einspracheverfahrens Verneinung des Geschehens eines Unfallereignisses im Sinne von Art. 4 und Feststellung, dass bezüglich der radiologisch objektivierten strukturellen Gesundheitsschäden von Anfang an keine Leistungspflicht bestanden habe. Prüfung der Fragen, ob ein Unfallereignis stattgefunden und was Gegenstand der ursprünglichen Anerkennung gebildet hat. Art. 6 UVG: Rückweisung der Streitsache zu weiteren medizinischen Abklärungen in Bezug auf die Unfallkausalität der radiologisch objektivierten strukturellen Gesundheitsschäden wegen Zweifeln an der Schlüssigkeit der Beurteilung des Vertrauensarztes des Unfallversicherers (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. September 2019, UV 2018/16).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2024-05-27T00:57:28+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen