# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fdfbbdb7-d79a-56fb-af53-62958c882f9a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.04.2022 UV 2021/65
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2021-65_2022-04-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2021/65

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 18.08.2022

Entscheiddatum: 27.04.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 27.04.2022
Art. 18 Abs. 1 und Art. 24 Abs. 1 UVG, Art. 36 UVV, Ziff. 2 Anhang 3 zur UVV. 
Rechtmässigkeit des Fallabschlusses, da nicht mehr mit einer namhaften 
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit gerechnet werden konnte. Die 
Funktionseinschränkungen des linken Ringfingers erreichen die 
Erheblichkeitsgrenze (Integritätsschaden von 5 %) nicht, weshalb keine 
Integritätsentschädigung geschuldet ist (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. April 2022, UV 
2021/65).

Entscheid vom 27. April 2022

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.

UV 2021/65

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber, Oberer Graben 44, 9000 St. 

Gallen,

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gegen

Helsana Unfall AG, Recht & Compliance, Postfach, 8081 Zürich Helsana,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Heilbehandlung / Integritätsentschädigung

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte), arbeitete seit dem 1. Februar 2016 als B.___ bei 

den C.___ und war infolgedessen bei der Helsana Unfall AG, Zürich (nachfolgend: 

Helsana), gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie sich am 4. November 2020 

bei einem Zusammenstoss mit einem entgegenkommenden Fahrradfahrer am 

Ringfinger der linken Hand verletzte (vgl. Schadenmeldung UVG vom Unfalltag, UV-act. 

K1, und Gesprächsnotiz vom 13. November 2020, UV-act. K5). Die Erstbehandlung der 

Versicherten fand gleichentags in der Notfallaufnahme des Kantonsspitals St. Gallen 

(nachfolgend KSSG) statt. Diagnostiziert wurde gestützt auf eine Röntgenuntersuchung 

eine dislozierte Basisfraktur der mittleren Phalanx DIG IV links mit geringer 

Subluxationsstellung im proximalen Interphalangealgelenk (UV-act. M1, M2).

A.a. 

Am 9. November 2020 wurde in der Klinik für Hand-, Plastische und 

Wiederherstellungschirurgie des KSSG ein operativer Eingriff am Ringfinger links 

durchgeführt (intramedulläre Aufstösselung, Anlage eines Suzuki-Fixateurs am 

Ringfinger links). Gleichentags wurde mit der Ergotherapie begonnen (UV-act. M4; 

siehe auch die Arztberichte über die Untersuchungen vom 11. und 25. November 2020, 

UV-act. M5, M6). Die Helsana erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung 

und Taggeld; UV-act. K8 ff.).

A.b. 

Die anlässlich der Verlaufsuntersuchung im KSSG vom 23. Dezember 2020 

durchgeführte radiologische Untersuchung zeigte eine vollständig konsolidierte Fraktur. 

A.c. 

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Im Untersuchungsbericht vom 28. Dezember 2020 wurde sodann festgestellt, dass 

sich anamnestisch eine Flexion bis zum vollen Faustschluss habe erreichen lassen. 

Aktuell aktiv sei nur eine Flexion von 10° aus der vollständigen Extension heraus 

möglich (UV-act. M7). Anlässlich der Untersuchung vom 3. Februar 2021 berichtete die 

Versicherte über die mit der Ergotherapie (zweimal pro Woche) nun seit zirka einer 

Woche erzielten Fortschritte. Insbesondere am Morgen bestehe noch eine deutliche 

Bewegungseinschränkung mit Schmerzen in der Mobilisation. Die Kraft im Ringfinger 

sei noch vermindert. Ärztlicherseits wurden ein reizloses Integument, eine geringe 

Schwellung und eine geringe Druckdolenz des PIP-Gelenks, eine Flexion/Extension 

des DIP-Gelenks von 60/20/0°, des PIP-Gelenks von 50/10/0° und des MCP-Gelenks 

von 90/0/0° sowie ein Faustschluss mit Fingerkuppen-Hohlhand-Abstand von zirka 

1 cm erhoben. Die Klinikärzte empfahlen die Fortführung der intensiven Ergotherapie. 

Bescheinigt wurde noch eine Arbeitsunfähigkeit von 10 % (UV-act. M8).

Ab dem 22. Februar 2021 war die Versicherte wieder voll arbeitsfähig (vgl. 

Mitteilung im Auftrag der Arbeitgeberin vom 10. März 2021, UV-act. K12).

A.d. 

Anlässlich der Untersuchung vom 17. März 2021 im KSSG berichtete die 

Versicherte weiterhin an Schmerzen und einer Schwellung des Ringfingers links zu 

leiden. Sie nehme regelmässig Ergotherapie wahr. Nachts trage sie eine 

Neoprenmanschette. Am Morgen bestehe eine Steifigkeit, welche sich durch 

Bewegungsübungen verbessere. Zwei- bis dreimal pro Woche benötige sie Analgesie 

(Ibuprofen). Ärztlicherseits wurde eine leichte Verbesserung der Beweglichkeit 

festgestellt (Flexion/Extension DIP-Gelenk von 50/20/0°, PIP-Gelenk von 50/0/0° und 

MCP-Gelenk von 90/0/0°, Faustschluss mit Fingerkuppen-Hohlhand-Abstand von zirka 

5 mm). Durchblutung und Sensibilität seien intakt. Die Fortführung der Ergotherapie 

wurde empfohlen. Von weiteren Kontrollen wurde abgesehen. Vereinbart wurde, dass 

sich die Versicherte bei Beschwerderesistenz selbständig melde (UV-act. M9).

A.e. 

Mit Schreiben vom 9. April 2021 teilte die Helsana der Versicherten den Abschluss 

des Versicherungsfalles mit und bat um Zusendung der noch offenen Rechnungen im 

Zusammenhang mit dem Unfallereignis (UV-act. K13). Daraufhin informierte die 

Versicherte die Helsana am 23. April 2021, dass der Behandlungsteil der Chirurgie zwar 

abgeschlossen sei, der therapeutische Teil mit Ergotherapie jedoch noch nicht. Sie 

A.f. 

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habe nach wie vor Schmerzen im Ringfinger mit Ausstrahlung entlang der 

Sehnenstränge. Es bestünden noch erhebliche Einschränkungen der 

Bewegungsmöglichkeit, die sie im Alltag behindern würden. Sie bat deshalb mit dem 

Abschluss des Versicherungsfalls noch zuzuwarten (UV-act. K14 f.). Am 7. Mai 2021 

machte die Versicherte ihre bisherigen Auslagen für die Heilbehandlungen gegenüber 

der Helsana geltend (UV-act. K16). Am 11. Mai 2021 teilte die Helsana der Versicherten 

mit, dass die Rechnungen für die Ergotherapie bis und mit 15. April 2021 bezahlt 

worden seien, die Kostenübernahme für die weiteren Behandlungen müssten 

medizinisch noch geprüft werden (vgl. UV-act. K18).

Die Helsana legte am 14. Mai 2021 den Fall ihrem beratenden Arzt Dr. med. D.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

vor, welcher die gestellten Fragen basierend auf den Aktenstand vom 12. Mai 2021 

beantwortete, ohne jedoch ein Datum seiner Beurteilung anzugeben. Dr. D.___ 

diagnostizierte einen Status nach intramedullärer Aufstösselung und Anlage eines 

Fixateurs DIG IV links wegen Pilonfraktur Mittelphalanx DIG IV links. Er erachtete den 

natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den erhobenen Befunden/Diagnosen mit 

dem Unfall vom 4. November 2020 im Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als 

gegeben. Er wies darauf hin, dass sich der Stand der funktionellen Einschränkungen 

des DIG IV links zwischen den Untersuchungen vom 3. Februar und 17. März 2021 

kaum unterscheide, weshalb aus beratungsärztlicher Sicht eine Verbesserung des 

unfallbedingten Gesundheitszustandes auch bei Fortführung der Ergotherapie nicht 

mehr erwartet werden könne. Der medizinische Endzustand sei spätestens Ende März 

2021 erreicht worden. Ab dem 25. März 2021 sei eine weitere Behandlung nicht mehr 

wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich. Zur Frage, ob es weitere Behandlungs- oder 

Therapievorschläge gebe, die eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes 

(beispielsweise eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit) versprächen, nannte Dr. D.___ 

eigenverantwortliche Bewegungsübungen DIG IV links. Die Prognose hinsichtlich des 

weiteren Heilverlaufs und der Arbeitsfähigkeit erachtete er bei Durchführung der 

vorgeschlagenen Behandlung als gut. Zur Frage der Integritätsentschädigung erklärte 

er, dass nach Kenntnis der funktionellen Einschränkungen gemäss den Suva-

Integritätsentschädigungstabellen 1 und 5 keine Integritätsentschädigung geschuldet 

sei, weil die Erheblichkeitsgrenze nicht erreicht werde (UV-act. M10).

A.g. 

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B.  

Mit Verfügung vom 26. Mai 2021 eröffnete die Helsana der Versicherten, dass der 

medizinische Endzustand spätestens Ende März 2021 erreicht worden sei. Eine 

relevante Verbesserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes könne auch bei 

Fortführung der Ergotherapie nicht mehr erwartet werden. Deshalb habe sie ab dem 1. 

April 2021 keinen Anspruch mehr auf die Kostenerstattung für die bei ihr durchgeführte 

Behandlung (Ergotherapie). Die bereits bezahlten Behandlungen bis 15. April 2021 

würden entgegenkommenderweise nicht zurückgefordert. Die Voraussetzungen für 

weitere Geldleistungen von der Helsana (Invalidenrente, Integritätsentschädigung) 

seien nicht erfüllt, denn es gebe keine Folgen, welche die Erwerbsfähigkeit messbar 

beeinträchtigen würden und es liege keine unfallbedingte bleibende Schädigung der 

körperlichen oder geistigen Integrität vor (UV-act. K19).

A.h. 

In der Einsprache vom 25. Juni 2021 erklärte sich die Versicherte mit der 

Leistungseinstellung per Ende März 2021 und der Nichtausrichtung einer 

Integritätsentschädigung nicht einverstanden (UV-act. K21).

B.a. 

Gemäss dem Untersuchungsbericht der Klinik für Hand-, Plastische und 

Wiederherstellungschirurgie des KSSG vom 9. Juli 2021 hatte sich die Versicherte am 

16. Juni 2021 – wegen anhaltender Beschwerden und da die Unfallversicherung ihre 

Leistungen eingestellt habe – selbständig nochmals in der Sprechstunde vorgestellt. 

Die Versicherte habe über anhaltende Beschwerden bei der Mobilisation sowie eine 

deutliche morgendliche Steifigkeit berichtet. Mit der Therapie würde sie erst jetzt aktiv 

richtige Fortschritte machen. Durch die aktive Mobilisation würden vermehrt 

Schmerzen im Bereich des PIP-Gelenks des Ringfingers auftreten. Die Schmerzen und 

Bewegungseinschränkungen würden sich insbesondere verschlechtern, wenn keine 

Therapie durchgeführt werde. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als B.___. Die 

Klinikärzte erhoben ein reizloses Integument und eine noch insgesamt leichte 

Schwellung des PIP-Gelenks mit lokaler Druckdolenz. Die ulnare und radiale 

Kollateralbandführung sei stabil. Insgesamt sei die Funktion eingeschränkt mit 

Fingerkuppen-Holhandabstand von 1 cm. Die Flexion/Extension betrage beim DIP-

Gelenk 70/20/0°, beim PIP-Gelenk 60/0/0° und beim MCP-Gelenk 90/0/10°. Die 

Sensibilität sei intakt. Die Röntgenuntersuchung habe an der Basis der Mittelphalanx, 

B.b. 

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C.  

wo vormals eine Zyste entstanden sei, einen kleinen ossären Defekt gezeigt. 

Degenerative Veränderungen am Köpfchen der Grundphalanx lägen keine vor. Die 

Gelenkstellung sei zentriert. Die Klinikärzte empfahlen die konsequente Weiterführung 

der Ergotherapie, denn dadurch seien eine weitere Funktionsverbesserung und 

insbesondere ein Funktionserhalt möglich. Bei Sistierung der Ergotherapie sei es 

möglich, dass sich die Funktion weiterhin verschlechtern und schlussendlich auch die 

Erwerbstätigkeit beeinträchtigt würde. Bei im Verlauf anhaltenden Schmerzen wäre als 

letzte Konsequenz die Implantation einer CapFlex-Prothese möglich, dies jedoch 

frühestens ein Jahr postoperativ. Vereinbart wurde, dass sich die Versicherte bei 

zunehmenden Beschwerden wieder melden würde (act. G 1.3).

Mit Einspracheentscheid vom 9. August 2021 wies die Helsana die Einsprache 

gegen die Verfügung vom 26. Mai 2021 ab (UV-act. K22). Zur Begründung wurde 

insbesondere ausgeführt, dass die Versicherte ab dem 22. Februar 2021 wieder zu 

100 % arbeitsfähig gewesen sei und folglich bereits deswegen keine namhafte 

Besserung mehr habe erwartet werden können. Somit sei der medizinische 

Endzustand am 22. Februar 2021 rechtsprechungsgemäss erreicht worden. Da eine 

Leistungseinstellung bereits per 22. Februar 2021 zulässig gewesen wäre, sei die 

spätere Leistungseinstellung per 31. März 2021 unter Verzicht auf die Rückforderung 

der bis zum 15. April 2021 bereits erbrachten Behandlungskosten nicht zu 

beanstanden. Da keine unfallbedingte Arbeitsfähigkeit vorliege, bestehe kein Anspruch 

auf Rentenleistungen. Weil gemäss der Stellungnahme von Dr. D.___ die funktionellen 

Einschränkungen gering seien und die Erheblichkeitsgrenze nicht erreichen würden, 

bestehe ebenfalls kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (UV-act. K22).

B.c. 

 Gegen den Einspracheentscheid vom 9. August 2021 erhob die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwältin Bettina Surber, St. 

Gallen, am 16. September 2021 Beschwerde mit den Anträgen: 1. Der 

Einspracheentscheid der Helsana Unfall AG (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 

9. August 2021 sei aufzuheben und es sei die Unfallversicherung zu verpflichten, die 

Kosten für die Heilbehandlung für die Folgen des Unfalls über den 31. März hinaus zu 

tragen; 2. Eventualiter sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin 

C.a. 

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Erwägungen

1.

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Vergütung der 

Heilbehandlungskosten über den 15. April 2021 hinaus sowie auf eine 

Integritätsentschädigung.

aufzuheben und es sei der Beschwerdeführerin eine Integritätsentschädigung von 5 % 

zuzusprechen; 3. Subeventualiter sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, den 

Anspruch auf eine Integritätsentschädigung nochmals zu überprüfen; unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung wird insbesondere vorgebracht, dass die 

Beschwerdegegnerin den Fallabschluss zu früh vorgenommen habe, denn von der 

ärztlichen Behandlung könne noch eine namhafte Verbesserung des 

Gesundheitszustandes erwartet werden. So leide sie immer noch an den Unfallfolgen, 

insbesondere an Schmerzen bei der Mobilisation und einer stark eingeschränkten 

Beweglichkeit des Ringfingers. Die Ärzte des KSSG würden von der Notwendigkeit der 

Ergotherapie ausgehen und davon noch eine namhafte Verbesserung des 

Gesundheitszustandes erwarten. Daher sei der weitere Verlauf bis ein Jahr postoperativ 

abzuwarten. In dieser Zeit seien die Kosten für die Heilbehandlung von der 

Beschwerdegegnerin zu tragen. Da der Ringfinger steif und damit faktisch nicht mehr 

funktionsfähig sei, sei gestützt auf die Suva-Integritätsschadentabelle 3 ein 

Integritätsschaden von 5 % anzuerkennen (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 8. Oktober 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde vom 16. September 2021 (act. G 3).

C.b. 

Mit Schreiben vom 13. Dezember 2021 verzichtete die Beschwerdeführerin auf die 

Einreichung einer Replik (act. G 7), woraufhin der Schriftenwechsel für abgeschlossen 

erklärt wurde (act. G 8).

C.c. 

Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Eine versicherte Person hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der 

Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine 

1.1. 

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namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr zu 

erwarten ist und damit in Bezug auf die Unfallrestfolgen ein medizinischer Endzustand 

vorliegt, ist der sog. "Fallabschluss" vorzunehmen; Heilbehandlungs- und 

Taggeldleistungen sind einzustellen und es ist der Anspruch der versicherten Person 

auf eine Invalidenrente und Integritätsentschädigung zu prüfen (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG; 

BGE 134 V 114 E. 4.1).

Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, 

die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, N 48ff. zu Art. 6, in: Marc 

Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar 

zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; 

Irene Hofer, N 66 zu Art. 6, in: Ghislane Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli 

[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK 

UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53ff.). Für die 

Beantwortung der Frage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht regelmässig auf Angaben ärztlicher Experten und 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-Nabold, N 53, 59 zu Art. 6; BSK 

UVG-Hofer, N 66 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; BGE 129 V 181 E. 

3.1 und 3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des Urteils 8C_216/2009 vom 

28. Oktober 2009, je mit Hinweisen).

1.2. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Um den Gesundheitszustand und insbesondere das Ausmass der 

Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere 

Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

1.3. 

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2.  

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die beklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten oder 

der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen 

Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht 

oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Insofern kann 

rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen 

während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, 

Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 

begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 

Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4, 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit 

Hinweisen). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7).

Mit Blick auf den von der Beschwerdegegnerin angeordneten Fallabschluss per 

31. März 2021 sowie die Einstellung der Heilbehandlungsleistungen per 16. April 2021 

ist zunächst zu prüfen, ob in diesen Zeitpunkten von der Fortsetzung der ärztlichen 

Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet werden 

konnte (Art. 19 Abs. 1 UVG).

2.1. 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Zeitpunkt des Fallabschlusses sei 

verfrüht, denn es sei damals noch mit einer namhaften Verbesserung des Gesundheits­

zustandes zu rechnen gewesen. So leide sie unter Schmerzen und könne den linken 

Ringfinger faktisch nicht gebrauchen. Zudem gingen die sie behandelnden Fachärzte 

des KSSG davon aus, dass sie weiterhin Ergotherapie brauche (vgl. act. G 1-3 ff.). Die 

Beschwerdegegnerin geht dagegen davon aus, dass sie den Fall per 31. März 2021 

habe abschliessen dürfen, denn der sie beratende Arzt Dr. D.___ sei in Kenntnis der 

gesamten Aktenlage von einem stabilen Gesundheitszustand ausgegangen und habe 

nicht mehr mit einer namhaften Verbesserung der gesundheitlichen Situation durch die 

Fortführung der ergotherapeutischen Behandlung gerechnet (vgl. act. G 3).

2.2. 

Vorweg ist festzuhalten, dass der Kausalzusammenhang zwischen dem 

Unfallereignis vom 4. November 2020 und den Beschwerden (Schmerzen) sowie den 

Bewegungseinschränkungen (Beugefähigkeit) hinsichtlich des linken Ringfingers 

2.3. 

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unbestrittenermassen gegeben ist. So ging der die Beschwerdegegnerin beratende 

Facharzt Dr. D.___ in seiner Stellungnahme vom Vorliegen der natürlichen Kausalität im 

Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit aus (vgl. UV-act. M10). Auch die ärztlichen 

Untersuchungsberichte des KSSG enthalten keine gegenteiligen Einschätzungen zur 

Kausalität (vgl. UV-act. M1 ff.).

Ob eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands noch erwartet werden 

kann, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung 

oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit (BGE 134 V 115 E. 4.3) bzw. 

Funktionsfähigkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. Juli 2014, 8C_354/2014, E. 

3.2), soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt sind. Die Verwendung des Begriffs 

„namhaft“ in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht, dass die durch weitere (zweckmässige) 

Heilbehandlung im Sinn von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen 

muss (vgl. wiederum BGE 134 V 115 E. 4.3). Weder eine weit entfernte Möglichkeit 

eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von 

weiteren Massnahmen zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt 

verleihen einen Anspruch auf deren Durchführung (Urteil des Bundesgerichts vom 

2. Mai 2014, 8C_888/2013, E. 4.1, mit Hinweisen). Eine allfällige blosse Verbesserung 

allein des Leidens an sich, eine nur kurzfristige Linderung oder eine blosse 

Verbesserung der Befindlichkeit genügen nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 22. 

September 2016, 8C_306/2016, E. 5.3, mit Hinweisen). Auch ärztliche 

Verlaufskontrollen, die Einnahme von Medikamenten sowie manualtherapeutische 

Behandlungen gelten für sich allein noch nicht als kontinuierliche, mit einer gewissen 

Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands gerichtete 

ärztliche Behandlung im Sinne der Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts vom 5. 

Oktober 2007, U 395/06, E. 5.3). Dass die versicherte Person von weiterer 

Physiotherapie profitieren kann, genügt im Übrigen nicht, um das Erreichen eines 

ärztlich austherapierten Gesundheitszustands im Sinn von Art. 19 Abs. 1 und Abs. 3 

UVG zu verneinen (siehe etwa das Urteil des Bundesgerichts vom 3. Dezember 2019, 

8C_674/2019, E. 4.3).

2.4. 

Was das Kriterium der Steigerung der Arbeitsfähigkeit anbelangt, war die 

Beschwerdeführerin ab dem 22. Februar 2021 wieder voll arbeitsfähig (vgl. UV-act. 

K12). Im Untersuchungsbericht der Klinik für Hand-, Plastische und 

Wiederherstellungschirurgie des KSSG vom 29. März 2021 wurde ebenfalls keine 

Arbeitsunfähigkeit mehr bescheinigt (vgl. UV-act. M9). Auch wurde von der 

Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht, dass sie ihre angestammte Tätigkeit als 

B.___ nur eingeschränkt ausüben könne. Folglich war zum Zeitpunkt des 

2.5. 

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Fallabschlusses per 31. März 2021 eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit gar nicht mehr 

möglich.

Hinsichtlich des Kriteriums der Steigerung/Verbesserung der Funktionsfähigkeit 

des verletzen linken Ringfingers zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung geben in erster 

Line die beiden Untersuchungsberichte der Klinik für Hand-, Plastische und 

Wiederherstellungschirurgie des KSSG vom 10. Februar 2021 (Untersuchungsdatum: 3. 

Februar 2021; UV-act. M8) und vom 29. März 2021 (Untersuchungsdatum: 17. März 

2021; UV-act. M9) Auskunft.

2.6. 

Im Untersuchungsbericht vom 29. März 2021 (UV-act. M9) empfahlen die 

Klinikärzte zwar die Fortführung der Ergotherapie, erklärten aber zugleich, dass sie von 

weiteren Kontrollen absehen würden und sich die Beschwerdeführerin bei 

Beschwerdepersistenz selbständig wieder bei ihnen melden solle. Wie sich aus dem 

Untersuchungsbericht ergibt, führte die Beschwerdegegnerin dazumal ergänzend zu 

der Ergotherapie eigenständig Bewegungsübungen durch, erklärte sie doch, dass sich 

die Morgensteifigkeit durch die Bewegungsübungen bessere. Die Klinikärzte dürften 

zwar noch mit einer gewissen Verbesserung der gesundheitlichen Situation durch die 

Behandlungen (selbständige Bewegungsübungen und Ergotherapie) gerechnet haben, 

ansonsten hätten sie nicht eine Wiedervorstellung bei Beschwerdepersistenz 

empfohlen, jedoch kann daraus nicht abgeleitet werden, sie hätten noch mit einer 

Verbesserung gerechnet, die als namhaft zu qualifizieren wäre.

2.6.1. 

Der Vergleich der Gesundheitszustände zum Zeitpunkt der Untersuchungen vom 

3. Februar 2021 (UV-act. M8) und vom 17. März 2021 (UV-act. M10) zeigt – wie von Dr. 

D.___ in seiner Stellungnahme beschrieben (vgl. UV-act. M10) – nur eine minimale 

Verbesserung der Beweglichkeit des linken Ringfingers (UV-act. M8; vgl. Sachverhalt 

A.c und A.e). Anlässlich beider Untersuchungen stellten die Klinikärzte ein reizloses 

Integument, eine geringe Schwellung und eine geringe Druckdolenz des PIP-Gelenks 

insbesondere radial/ulnar sowie eine intakte Durchblutung und Sensibilität fest (vgl. 

UV-act. 8 f.). Auch der Schmerzmittelbedarf der Beschwerdeführerin lag Mitte März auf 

einem relativ tiefen Niveau (zwei- bis dreimal pro Woche Ibuprofen; vgl. UV-act. M9). 

Aus den Akten ist auch nicht ersichtlich, dass anderweitige Therapien eine wesentliche 

Verbesserung des Gesundheitszustandes, insbesondere der Funktionsfähigkeit des 

linken Ringfingers, gebracht hätten.

2.6.2. 

Es ist daher der Beschwerdegegnerin zuzustimmen, dass zum 

Leistungseinstellungszeitpunkt prognostisch nicht mehr mit einer wesentlichen 

Steigerung der Funktionsfähigkeit des linken Ringfingers bzw. der linken Hand zu 

2.6.3. 

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3.

Im Weiteren ist die Höhe der Integritätsentschädigung umstritten.

rechnen war. Der mit der Beschwerde vom 16. September 2021 (act. G 1) eingereichte 

Untersuchungsbericht der Klinik für Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie 

des KSSG vom 9. Juli 2021 (act. G 1.3) gibt lediglich Auskunft über die gesundheitliche 

Situation der Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Untersuchung vom 16. Juni 2021 

und enthält keine relevanten neuen Informationen hinsichtlich der Situation zum 

Leistungseinstellungszeitpunkt. Mit dem Bericht lässt sich selbst retroperspektiv keine 

namhafte Verbesserung der Funktionsfähigkeit der linken Hand/des linken Ringfingers 

belegen. Dass die Klinikärzte noch mit einer wesentlichen bzw. namhaften 

Verbesserung der Funktionsfähigkeit des linken Ringfingers gerechnet hätten, ergibt 

sich also auch nicht aus dem Untersuchungsbericht vom 9. Juli 2021 (act. G 1.3).

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht den 

Fallabschluss per 31. März 2021 vornahm bzw. die Heilbehandlungsleistungen (insb. 

die Vergütung der Ergotherapien) ab dem 16. April 2021 nicht mehr übernahm.

2.7. 

Die Beschwerdegegnerin wies das Begehren um eine Integritätsentschädigung 

gestützt auf den Bericht des sie beratenden Arztes Dr. D.___ ab, denn gemäss diesem 

sei der Integritätsschaden unter der Erheblichkeitsgrenze von 5 %.

3.1. 

 3.2. 

Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine 

angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde 

erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. 

Sie wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei 

der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 Satz 1 UVG).

3.2.1. 

Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der 

Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift 

bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich 

während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, 

wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, 

augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der 

Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3.

3.2.2. 

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Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der 

Integritätsentschädigung aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht 

abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische 

Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten 

Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen 

Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die 

Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem 

Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die 

gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 

1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust 

gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der 

Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz 

entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des 

versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).

3.2.3. 

Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der 

bundesrätlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. 

Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen 

zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als 

Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz 

des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen 

nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, 

mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie 

mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).

3.2.4. 

Die Höhe der Integritätsentschädigung stellt eine typische Ermessensfrage dar. 

Das Versicherungsgericht darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle 

desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss sich auf Gegebenheiten abstützen 

können, welche eine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen 

lassen (BGE 137 V 71 E. 5.1, 126 V 75 E. 6).

3.2.5. 

Als Folge des Unfallereignisses besteht bei der Beschwerdeführerin eine 

Funktionsbeeinträchtigung des linken Ringfingers (siehe diesbezüglich UV-act. M9 und 

Sachverhalt A.e).

3.3. 

Anhaltspunkte zur Höhe der Integritätsentschädigung bei Funktionsstörungen bei 

Händen und Fingern liefern die von der Suva publizierten 

Integritätsentschädigungstabellen 1, 3 und 5. Dr. D.___ beruft sich bei seiner 

Einschätzung des Integritätsschadens auf die Tabellen 1 und 5, die 

3.4. 

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Beschwerdeführerin dagegen auf die Tabelle 3. Nach der Tabelle 1, welche den 

"Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten" auflistet, 

entspricht bspw. eine "radiocarpale Arthrodese" einem Wert von 15 % und eine 

"Handwurzelarthrodese ('Säulenarthrodese')" einem solchen von 10 %. Die Tabelle 3 

behandelt den "Integritätsschaden bei einfachen oder kombinierten Finger-, Hand- und 

Armverlusten". Der Verlust des Ringfingers ab dem DIP-, PIP- oder MP-Gelenk 

entspricht einem Integritätsschaden von 0 %, 5 % oder 6 % (vgl. Bilder 11, 12, 13 und 

42c). Die Tabelle 5 listet den "Integritätsschaden bei Arthrosen" auf und sieht dabei für 

die "Handgelenk-Arthrose" einen Integritätsschaden von 5-10 % für eine mässige und 

von 10-25 % für eine schwere Arthrose sowie von 15 % für eine Gelenkresektion oder 

Arthrodese vor. Ebenfalls in der Tabelle angeführt sind die Werte bei "Handwurzel-

Arthrose" mit einem Spektrum von 5-10 % (mässig) bzw. 10-15 % (schwer) und 10 % 

(Arthrodese).

Die von den Ärzten der Klinik für Hand-, Plastische und 

Wiederherstellungschirurgie des KSSG beschriebenen unfallbedingten 

Funktionseinschränkungen des linken Ringfingers (Flexion/Extension DIP-Gelenk von 

50/20/0°, PIP-Gelenk von 50/0/0° und MP-Gelenk von 90/0/0°, Faustschluss mit 

Fingerkuppen-Hohlhand-Abstand von zirka 5 mm, UV-act. M9) liegen deutlich 

unterhalb denjenigen Beispielen, welche in den genannten Tabellen mit einem 

Integritätsschaden von zumindest 5 % ausgewiesen werden. So ist beispielsweise der 

Verlust des Ringfingers ab dem PIP-Gelenk gemäss der Tabelle 3, Bild 12, mit einem 

Integritätsschaden von 5 % eingestuft. Da die Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit 

des linken Ringfingers der Beschwerdeführerin im Sinn einer mässigen 

Bewegungseinschränkung in keiner Weise einer völligen Gebrauchsunfähigkeit 

entspricht und damit als deutlich geringfügiger einzustufen ist als der Verlust der 

entsprechenden Fingerglieder, ist vorliegend selbst wenn man noch eine gewisse 

belastungsabhängige Schmerzhaftigkeit berücksichtigt von einem Integritätsschaden 

kleiner als 5 % auszugehen. Da somit der Wert unter der Erheblichkeitsgrenze von 5 % 

liegt, besteht kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Dass die 

Beschwerdegegnerin gestützt auf die Einschätzung ihres beratenden Arztes Dr. D.___ 

keine Integritätsentschädigung zusprach, ist daher vertretbar und nicht zu 

beanstanden, zumal die Beschwerdeführerin keine triftigen Gründe nannte, weshalb 

von einem Integritätsschaden von 5 % oder höher auszugehen sei.

3.5. 

Die Beschwerde gegen die Höhe der Integritätsentschädigung ist daher 

abzuweisen.

3.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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4.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Im Sinne der vorherstehenden Erwägungen ist der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 9. August 2021 nicht zu beanstanden und die dagegen 

erhobene Beschwerde gesamthaft abzuweisen.

4.1. 

Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben 

(Art. 61 lit. f  ATSG).

4.2. 
bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 27.04.2022
	Art. 18 Abs. 1 und Art. 24 Abs. 1 UVG, Art. 36 UVV, Ziff. 2 Anhang 3 zur UVV. Rechtmässigkeit des Fallabschlusses, da nicht mehr mit einer namhaften Verbesserung der Erwerbsfähigkeit gerechnet werden konnte. Die Funktionseinschränkungen des linken Ringfingers erreichen die Erheblichkeitsgrenze (Integritätsschaden von 5 %) nicht, weshalb keine Integritätsentschädigung geschuldet ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. April 2022, UV 2021/65).

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