# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b3133427-60f3-5106-ab2d-ae14722ae284
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-05-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.05.2021 E-1972/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1972-2019_2021-05-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1972/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  M a i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Constance Leisinger (Vorsitz), 

Richter Yanick Felley,  

Richterin Muriel Beck Kadima  

Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Géraldine Kronig,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Familienzusammenführung (Asyl);  

Verfügung des SEM vom 29. März 2019 / N (…). 

 

 

 

E-1972/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ersuchte am 21. März 2016 in der Schweiz um 

Asyl nach. Mit Verfügung vom 8. November 2018 wurde ihr die Flüchtlings-

eigenschaft zuerkannt und Asyl in der Schweiz gewährt. 

B.  

Mit Eingabe vom 12. Dezember 2018 ersuchte sie um Erteilung einer Ein-

reisebewilligung zugunsten ihres Ehemannes B._______, Staatsangehöri-

ger von Sri Lanka, Aufenthaltsort Malaysia, sowie der Tochter C._______, 

Staatsangehörige von Sri Lanka, Aufenthaltsort Sri Lanka, und um den Ein-

bezug ihrer Familienangehörigen in das ihr gewährte Asyl in der Schweiz. 

Zur Untermauerung ihres Gesuchs reichte sie jeweils in Kopie die UNHCR 

Flüchtlingskarte des Ehemannes, die Geburtsurkunde des Ehemannes, 

die Heiratsurkunde, die Geburtsurkunde der Tochter samt Übersetzung so-

wie einen Auszug aus dem Pass der Tochter ein.  

C.  

Mit Verfügung vom 29. März 2019 wurde das Gesuch um Bewilligung der 

Einreise und Einbezug in das Asyl zugunsten des Ehemannes abgewie-

sen. Gleichentags wurde mit separater Verfügung die Einreise der Tochter 

in die Schweiz zwecks Familienvereinigung bewilligt.  

D.  

Mit Eingabe vom 25. April 2019 liess die Beschwerdeführerin handelnd 

durch die mandatierte Rechtsvertreterin Beschwerde gegen die abwei-

sende Verfügung ihren Ehemann betreffend einreichen. Sie beantragte, es 

sei die Verfügung des SEM vom 29. März 2019 aufzuheben, ihr Ehemann 

sei in ihre Flüchtlingseigenschaft einzubeziehen und es sei ihm in der 

Schweiz Asyl zu gewähren, eventualiter sie die Sache zur hinreichenden 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes beziehungsweise zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege, unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

sowie die amtliche Verbeiständung der mandatierten Rechtsvertreterin. 

E.  

Mit Verfügung vom 6. Mai 2019 hiess die zuständige Instruktionsrichterin 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut und 

verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Das Gesuch um 

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Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung wurde gutgeheis-

sen und der Beschwerdeführerin eine amtliche Rechtsbeiständin in der 

Person von MLaw Géraldine Kronig bestellt. Die Vorinstanz wurde zur 

Vernehmlassung eingeladen. 

F.  

Die Vernehmlassung der Vorinstanz vom 8. Mai 2019, in welcher diese an 

ihren Erwägungen festhielt, wurde der Beschwerdeführerin am 9. Mai 2019 

zur Kenntnis gebracht. 

G.  

Am 30. Juli 2019 wurde ein den Ehemann der Beschwerdeführerin betref-

fender Arztbericht vom 9. Juli 2019 sowie diverse Fotos des Ehemannes 

im Spital eingereicht und auf seine schlechte gesundheitliche Verfassung 

verwiesen. Ebenso wurden Handyscreenshots eingereicht, welche den re-

gelmässigen Kontakt der Beschwerdeführerin zum Ehemann aufzeigen 

sollen. 

H.  

Am 27. Februar 2020 reichte die Rechtsvertreterin eine Kostennote zu den 

Akten. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG (SR 142.31) in Kraft 

getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige 

Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG 

vom 25. September 2015).  

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

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Seite 4 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde vor Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von 

Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermes-

sens) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtser-

heblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  

3.  

Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten von asylberechtigten 

Flüchtlingen ihrerseits als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, sofern 

keine besonderen Umstände dagegensprechen. Wurden die anspruchsbe-

rechtigten Personen gemäss Abs. 1 durch die Flucht getrennt und befinden 

sie sich im Ausland, so ist ihre Einreise auf Gesuch hin zu bewilligen 

(Art. 51 Abs. 4 AsylG). 

4.  

4.1 Zur Begründung der angefochtenen Verfügung erwog die Vorinstanz 

im Wesentlichen, das Rechtsinstitut des Familienasyls diene weder der 

Aufnahme von neuen respektive von zuvor noch gar nicht gelebten famili-

ären Beziehungen noch der Wiederaufnahme von zuvor abgebrochenen 

Beziehungen. Den Akten der Beschwerdeführerin sei zu entnehmen, dass 

sie nach der Flucht ihres Ehemannes aus Sri Lanka im Jahr 2007 zunächst 

vier Jahre keinen Kontakt mehr zu ihm gehabt habe. Nachdem sie im Jahr 

2011 den Kontakt wieder habe herstellen können, habe die Beschwerde-

führerin lediglich einmal pro Jahr mit ihrem Ehemann telefoniert, nach ei-

genem Bekunden um Probleme zu vermeiden. Auch nach ihrer Ankunft in 

der Schweiz sei der Kontakt zum Ehemann nicht sofort wiederaufgenom-

men worden, sondern erst nach drei Monaten. Die Vermeidung von Prob-

lemen vermöge als Grund für den sporadischen Kontakt zum Ehemann 

nicht zu überzeugen. Es würden keinerlei Hinweise dafür bestehen, dass 

die Telefonate zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann zu 

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Problemen geführt hätten. Des Weiteren hätte der Kontakt auch über öf-

fentliche Telefone oder andere Kommunikationsmittel stattfinden können. 

Es erstaune, dass die Beschwerdeführerin auch zweimal beziehungsweise 

dreimal nach Indien gereist sei, um ihren dort lebenden Sohn, ihren Bruder 

und ihren Onkel zu besuchen, ohne jemals eine Reise zu ihrem Ehemann 

nach Malaysia unternommen zu haben. Weiter habe die Beschwerdefüh-

rerin angegeben, sie sei über Malaysia in die Schweiz gereist. Als Erklä-

rung dafür, weshalb sie ihren Ehemann dabei nicht getroffen habe, habe 

sie geltend gemacht, der Schlepper habe ihr nicht erlaubt, sich mit ihrem 

Ehemann zu treffen, zudem habe die Kontaktnummer nicht funktioniert. 

Auch dies vermöge nicht zu überzeugen. Auf die Frage, weshalb das erste 

Reiseziel der Beschwerdeführerin nicht der Aufenthaltsort ihres in Malaysia 

vom Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) als Flüchtling anerkannten 

Ehemannes gewesen sei, habe die Beschwerdeführerin ausweichend rea-

giert. Es sei nicht davon auszugehen, dass es sich bei der Beziehung zwi-

schen der Beschwerdeführerin und ihrem Ehemann um eine fortbeste-

hende, ununterbrochen gelebte Familiengemeinschaft handle. Vielmehr 

sei anzunehmen, dass vorliegend die Wiederaufnahme einer zuvor abge-

brochenen Beziehung angestrebt werde. Nach dem Gesagten rechtfertige 

es sich nicht, dem Ehemann der Beschwerdeführerin Asyl in der Schweiz 

zu gewähren und das Gesuch um Familienzusammenführung sei abzuwei-

sen.  

4.2 In der Beschwerde wird dem entgegengehalten, massgeblich für die 

Beurteilung des Familienasyls sei praxisgemäss, ob zwischen der originär 

die Flüchtlingseigenschaft zuerkannten Person und dem gesuchstellenden 

Familienmitglied eine „schützenswerte", tatsächlich gelebte respektive im 

Rahmen des Möglichen gepflegte Beziehung bestehe. Aktenkundig sei er-

stellt, dass die eheliche Beziehung der Beschwerdeführerin und ihres Ehe-

mannes bereits im Jahr 1991 im Heimatland geschlossen worden sei. Bis 

zur Flucht des Ehemannes aus dem Heimatstaat im Jahre 2007 sei die 

Beziehung intakt gewesen und aus der Ehe seien fünf Kinder hervorge-

gangen. Sofern die Vorinstanz festhalte, dass nach der Flucht des Ehe-

mannes während vier Jahren kein Kontakt zwischen den Eheleuten be-

standen habe, sei dem entgegenzuhalten, dass die Beschwerdeführerin 

während dieser Zeit innerhalb Sri Lankas selbst auf der Flucht gewesen 

sei. Die Beschwerdeführerin habe aufgrund der Tätigkeiten ihres Eheman-

nes für die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) aus Sicherheitsgründen 

des Öfteren den Wohnort wechseln müssen, wie sich aus dem Protokoll 

der Anhörung ergebe. Zudem habe die Beschwerdeführerin nicht immer 

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mit all ihren Kindern zusammengelebt. Sie hätten jedoch versucht, einan-

der zu besuchen. Wie aus den Aussagen der Beschwerdeführerin hervor-

gehe, sei diese Zeit besonders gefährlich und vor allem auch sehr chao-

tisch und hektisch gewesen. Sie habe die alleinige Verantwortung über den 

Schutz ihrer Kinder gehabt. Es scheine menschlich, dass sich die Be-

schwerdeführerin im Rahmen eines „Überlebensmodus" zuerst vor allem 

um ihre sowie die Sicherheit ihrer Kinder bemüht habe. Die Beschwerde-

führerin habe zudem in der Anhörung ausgeführt, dass sie ihren Ehemann 

zwischen 2007 und 2011 gesucht habe. Somit sei sie bemüht gewesen, 

den Kontakt zum Ehemann wiederherzustellen. In Bezug auf die Suche, 

welche sie erwähnt habe, sei jedoch seitens des SEM nicht weitergefragt 

worden. Es sei zu erwähnen, dass es im Heimatstaat für Opfer einzig die 

Menschenrechtsorganisation gegeben habe, welche eine unterstützende 

Funktion angeboten habe. Die Beschwerdeführerin habe beim Büro für 

Menschenrechte über den Verbleib ihres Ehemannes nachgefragt. Jedoch 

habe man ihr auch dort keine Auskunft über ihren Mann geben können. 

Bereits dieser Schritt sei für die Beschwerdeführerin sehr riskant gewesen, 

zumal sich das Büro der Menschenrechtsorganisation in der Nähe des Cri-

minal Investigation Department (CID) befunden habe. Aufgrund der Kor-

ruption habe sich die Beschwerdeführerin auch nicht an die Polizei wenden 

können. Sofern die Vorinstanz moniere, dass das Ehepaar ab dem Jahr 

2011 wieder habe Kontakt herstellen können, jedoch lediglich einmal pro 

Jahr miteinander telefoniert habe, sei auf die Ausführungen der Beschwer-

deführerin anlässlich der Anhörung zu verweisen. Dort habe sie angege-

ben, dass während ihres Aufenthalts in Colombo ihr Mobiltelefon kontrol-

liert worden sei und man dabei auch die Nummer ihres Ehemannes her-

ausgefunden habe, worüber sie ihren Ehemann informiert habe. Aufgrund 

der umfassenden Überwachungsmethoden durch die sri-lankischen Be-

hörden seien die von der Beschwerdeführerin geäusserten Ängste den Be-

hörden gegenüber berechtigt. Der Ehemann habe aus Angst vor Spitzeln 

in Malaysia des Öfteren seine Handynummer gewechselt. Es sei der Be-

schwerdeführerin nicht möglich gewesen, ihren Ehemann von sich aus zu 

kontaktieren. Auch die Beschwerdeführerin habe ihre Handynummer oft 

gewechselt. Sofern die Vorinstanz der Beschwerdeführerin vorhalte, erst 

drei Monate nach der Ankunft in die Schweiz mit dem Ehemann in Kontakt 

getreten zu sein, sei festzuhalten, dass sie in der Asylunterkunft in der 

Schweiz kein Handy besessen habe. Zudem habe die Kontaktnummer des 

Ehemannes nicht funktioniert. Über Landsleute habe sie Kontakt zur 

Schwester des Ehemannes und über diese schliesslich Kontakt zum Ehe-

mann herstellen können. Sofern der Beschwerdeführerin vorgehalten 

werde, sie habe nur Reisen nach Indien zu ihrem Sohn unternommen, nicht 

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aber nach Malaysia zum Ehemann, müsse festgehalten werden, dass die 

Beschwerdeführerin versucht habe, ihren Ehemann zu finden und sich 

deshalb im Jahr 2010 nach Indien begeben zu haben, dies habe sie in der 

Anhörung auch angegeben. Verwiesen wurde sodann auf die sehr schwie-

rige Situation des Sohnes, der im Alter von zehn Jahren Opfer einer Ent-

führung in Sri Lanka geworden und daher ausser Landes gebracht worden 

sei. Er leide heute noch an den Folgen der Entführung. Dem Sohn sei 

oberste Priorität zugekommen. Dass die Beschwerdeführerin sodann über 

Malaysia in die Schweiz gereist sei, ohne den Ehemann zu sehen, sei dem 

Grund geschuldet, dass sie den Anweisungen des Schleppers habe folgen 

müssen. Die Gepflogenheiten der Schlepper seien bekannt. 

5.  

5.1 Art. 51 Abs. 4 AsylG regelt unter der Marginale «Familienasyl» den Ein-

bezug von Familienangehörigen in das Asyl von in der Schweiz originär 

anerkannten Flüchtlingen, sofern die Familie durch die Flucht getrennt 

wurde und sich noch im Ausland befindet. Die Bestimmung setzt zudem 

voraus, dass die durch die Flucht getrennte Familiengemeinschaft, um de-

ren Vereinigung in der Schweiz ersucht wird, bereits im Heimatstaat vorbe-

standen hat (vgl. zum Kriterium der vorbestandenen Familiengemeinschaft 

BVGE 2018 VI/6 E. 5.1 f., 2017 VI/4 E. 3.1 und E. 4.2.2; 2012/32 E. 5).  

5.2 Die Trennung der Familie erfolgte gemäss Angaben der Beschwerde-

führerin vorliegend bereits mit der im Jahr 2007 erfolgten Flucht ihres Ehe-

mannes nach Malaysia. Die Beschwerdeführerin blieb mit den gemeinsa-

men Kindern in Sri Lanka zurück. Ein Sohn soll sich in Indien aufhalten, 

wohin ihn die Familie aus Sicherheitsgründen nach einer Entführung ver-

bracht habe. Die Flucht der Beschwerdeführerin aus Sri Lanka erfolgte im 

März 2016. Aufgrund der von der Beschwerdeführerin glaubhaft gemach-

ten Verfolgungssituation im Heimatstaat, welche im engen Zusammenhang 

zur ehemaligen LTTE-Tätigkeit ihres Ehemannes gestanden haben soll, 

wurde ihr die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt und Asyl in der Schweiz ge-

währt. Auch eine solche Konstellation ist von Art. 51 Abs. 4 AsylG umfasst 

(vgl. zum Anwendungsbereich von Art. 51 Abs. 4 AsylG auch das Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts E-273/2018 vom 22. Juli 2020 E. 8 ff. [zur Pub-

likation vorgesehen]). 

5.3 Dem Einbezug in das Familienasyl nach Art. 51 Abs. 4 AsylG können 

dem Wortlaut von Art. 51 Abs. 1 AsylG nach, auf welchen Absatz 4 ver-

weist, jedoch «besondere Umstände» entgegenstehen. Solche sind pra-

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xisgemäss anzunehmen, wenn aus den sachverhaltsrelevanten Umstän-

den auf die Auflösung der Familiengemeinschaft geschlossen werden kann 

und damit keine schützenswerte Familiengemeinschaft mehr vorliegt. Dies 

wurde in der bisherigen Praxis angenommen, wenn zwar im Zeitpunkt der 

Flucht eines Familienmitglieds eine Familiengemeinschaft vorbestand, 

diese aber nach der Flucht aufgegeben wurde (vgl. BVGE 2015/29 E. 3.2; 

2012/32 E. 5.1; EMARK 2002 Nr. 20 E. 4b). Relevant ist mithin das Verhal-

ten der Familienangehörigen nach der Flucht. Das Bundesverwaltungsge-

richt hält in ständiger Praxis fest, dass das Familienasyl insofern auf die 

Wiederherstellung von vorbestandenen Familiengemeinschaften zielt, als 

die Familiengemeinschaft «allein aufgrund der Fluchtumstände» und somit 

«unfreiwillig» getrennt worden sein muss (vgl. BVGE 2012/32 E. 5.4.2 

m.w.H.). Kann aus dem Verhalten der Familie oder einzelner Familienmit-

glieder geschlossen werden, dass die Trennung der Familiengemeinschaft 

auf deren generelle Aufgabe gerichtet war oder ist, sind «besondere Um-

stände» zu bejahen. Anhaltspunkte, die auf eine «freiwillige» Trennung im 

Sinne einer Auflösung der Familiengemeinschaft hinweisen, können bei-

spielsweise ein langes Zuwarten für die Einreichung des Familiennach-

zugsgesuchs (vgl. Urteile des BVGer E-473/2018 vom 5. März 2019 E. 3.5; 

E-1511/2017 vom 25. Februar 2019 E. 4.3), die Aufnahme einer neuen Be-

ziehung (vgl. BVGE 2012/32 E. 5.4) oder ein nach der Flucht erfolgter Kon-

taktabbruch durch eines der Familienmitglieder ohne sachlichen Grund 

sein (vgl. Urteil des BVGer E-4194/2016 vom 1. Dezember 2017 E. 5). 

Nicht von der «Freiwilligkeit» der Aufgabe der Familiengemeinschaft im 

Sinne «besonderer Umstände» ist hingegen dann auszugehen, wenn ob-

jektive, aus den Fluchtumständen resultierende Gründe für die Trennung 

der Familie ersichtlich sind.  

5.4 Massgeblich für die Prüfung, ob die Voraussetzungen für die Bewilli-

gung eines Familiennachzugs gegeben sind, ist der Entscheidzeitpunkt der 

Behörde.  

6.  

6.1 Das Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen ist sodann nachzuwei-

sen oder zumindest glaubhaft zu machen (Art. 7 AsylG). Glaubhaftmachen 

im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet ‒ im Gegensatz zum strikten 

Beweis ‒ ein reduziertes Beweismass. Eine Tatsache gilt als glaubhaft ge-

macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, 

die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüch-

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lich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf ge-

fälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 Abs. 3 

AsylG; vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

6.2 Die Asylbehörden stellen den Sachverhalt von Amtes wegen richtig und 

vollständig fest (Art. 12 und Art. 13 VwVG, vgl. auch KÖLZ/ HÄNER/BERT-

SCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 

3. Aufl., 2013, Rz. 1043). Die Sachverhaltsermittlung steht unter dem Vor-

behalt der Mitwirkungspflicht der Parteien (Art. 8 AsylG). Dies gilt auch im 

Familiennachzugsverfahren. Die Herausforderung bei der Beurteilung ei-

nes Familiennachzugsgesuchs liegt regelmässig in einer rechtsgenügli-

chen Sachverhaltsfeststellung, zumal sich diese einerseits auf faktenba-

sierte Elemente andererseits aber auch auf innere Entscheidvorgänge der 

betroffenen Personen stützt. An die Substanziierung eines Gesuchs um 

Familiennachzug sind daher gewisse Anforderungen zu stellen. Dies be-

trifft insbesondere die Aspekte der Glaubhaftmachung einer zum Zeitpunkt 

der Flucht vorbestandenen Familiengemeinschaft und des Weiterbeste-

hens der Familiengemeinschaft nach fluchtbedingten Trennung, die in der 

Schweiz wieder zusammengeführt werden soll. Auch der Vorinstanz 

kommt bei der Ermittlung des Sachverhalts eine wichtige Rolle zu, indem 

bereits bei der Anhörung vertiefte Abklärungen zu den familiären Verhält-

nissen und den Umständen der getrennt angetretenen Flucht getroffen 

werden. Im Familiennachzugsverfahren ist der Sachverhalt sodann zu ver-

vollständigen und es sind Abklärungen zur aktuellen Situation der Familie 

zu treffen, um eine Prüfung zu ermöglichen, ob allenfalls «besondere Um-

stände» einer Bewilligung des Familiennachzugs entgegenstehen (vgl. E-

273/2018 vom 22. Juli 2020 E. 10 ff.)  

7.  

7.1 Die Vorinstanz hat sich in ihrer Einschätzung im Kern auf die Angaben 

der Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren gestützt und als we-

sentlich erachtet, dass die Beschwerdeführerin vorgebracht habe, nach der 

Flucht ihres Ehemannes im Jahr 2007 eine Zeitlang keinen Kontakt zu ihm 

gehabt zu haben. Auch nachdem der Kontakt im Jahr 2011 wieder habe 

hergestellt werden können, habe dieser nur sporadisch bestanden. Als ei-

nen weiteren Aspekt, der gegen den Fortbestand der Familiengemein-

schaft spreche, wurde gewertet, dass die Beschwerdeführerin ihren Ehe-

mann in Malaysia nicht besucht habe und ihn auch nicht getroffen habe, 

als sie ihre eigene Flucht in die Schweiz über Malaysia vorgenommen 

habe.  

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7.2 Die von der Vorinstanz genannten Aspekte sind in der Tat von Relevanz 

für die Beurteilung des vorliegenden Gesuchs. Die angeführte Begründung 

greift jedoch zu kurz. Den Beschwerdeausführungen ist insofern zuzustim-

men, als die Vorinstanz bei ihrer Beurteilung die Umstände des konkreten 

Falles nicht genügend in ihre Beurteilung einbezogen hat. Überdies erweist 

sich der bisher erstellte und der Beurteilung zugrunde gelegte Sachverhalt 

auch als unvollständig. Die Beschwerdeführerin hat im Asylverfahren eine 

seit der Flucht des Ehemannes im Jahr 2007 anhaltende Verfolgungssitu-

ation im Heimatstaat glaubhaft gemacht hat und in der Folge Asyl in der 

Schweiz erhalten. Sie machte sodann in der Anhörung zu ihren Asylgrün-

den geltend, dass der Kontakt zum Ehemann nach dessen Flucht abge-

brochen sei und erst im Jahr 2011 wieder habe hergestellt werden können. 

Zum Zeitpunkt ihrer eigenen Flucht aus dem Heimatstaat im Jahr 2016 soll 

ein beschränkter Kontakt zum Ehemann sodann wieder bestanden haben. 

Die Beschwerdeführerin hat sich in der Anhörung zur schwierigen familiä-

ren Situation und zur Gefährdungslage den Ehemann, sie selbst und die 

Kinder betreffend geäussert; sie hat sodann Gründe für den Kontaktab-

bruch respektive den lediglich sporadischen Kontakt zum in Malaysia le-

benden Ehemann angedeutet (vgl. act. B12/25 F8, F11 f.f, F37, F 105, F 

113 ff.). Diese Umstände könnten allenfalls im Sinne objektiver Gründe zur 

Rechtfertigung des im Zeitraum 2007-2011 abgebrochenen und später le-

diglich sporadischen Kontakts der Eheleute dienen. Massgeblich ist die Ab-

klärung des Sachverhalts dahingehend, ob aus dem Verhalten der Be-

schwerdeführerin oder ihres Ehemannes geschlossen werden kann, dass 

mit dessen Flucht im Jahr 2007 eine Trennung der Familiengemeinschaft 

im Sinne einer generellen Aufgabe der familiären Beziehungen einherging 

oder ob objektive, aus den Fluchtumständen resultierende Gründe für die 

Trennung der Familie zu bejahen sind, die nicht als freiwillige Aufgabe der 

Familiengemeinschaft zu werten sind. Diesen Aspekten wurde seitens der 

Vorinstanz aber weder im Rahmen der Anhörung der Beschwerdeführerin 

zu ihren Asylgründen weiter nachgegangen noch wurden weitere Abklärun-

gen im Rahmen des Gesuchs um Familienasyl getroffen. Die Angaben der 

Beschwerdeführerin hierzu im vorinstanzlichen Verfahren geben keinen 

genügenden Aufschluss. Die von der Beschwerdeführerin auf Beschwer-

destufe angeführten Umstände zur familiären Situation nach der Flucht des 

Ehemannes erlauben keine abschliessende Beurteilung. Diesbezüglich ist 

auf obige Ausführungen unter Erwägung 6.2 zu verweisen. 

7.3 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt grundsätzlich in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise 

mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Rückweisung 

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Seite 11 

kommt insbesondere dann in Betracht, wenn weitere Sachverhaltsfeststel-

lungen getroffen werden müssen (vgl. MADELEINE CAMPRUBI, in: Auer/Mül-

ler/Schindler [Hrsg.], VwVG-Kommentar, 2. Aufl. 2019, Art. 61 Abs. 1 

Rz. 10; PHILLIPE WEISSENBERGER /ASTRID HIRZEL, in: Waldmann/Weissen-

berger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Art. 61 VwVG 

Rz. 16). 

Das Bundesverwaltungsgericht kann die Entscheidreife vorliegend nicht 

ohne grösseren Aufwand herstellen, weshalb die Sache zwecks Vornahme 

weiterer Abklärungen und zum neuen Entscheid an die Vorinstanz zurück-

zuweisen ist. Für eine Rückweisung an die Vorinstanz zur weiteren Abklä-

rung spricht auch der Umstand, dass auf diese Weise der Instanzenzug 

erhalten bleibt, was umso bedeutender ist, als das Bundesverwaltungsge-

richt letztinstanzlich entscheidet.  

Bei einer allfälligen Bejahung einer weiterhin bestehenden Familienge-

meinschaft durch die Vorinstanz ist diese darauf hinzuweisen, dass im Wei-

teren die Frage zu klären wäre, ob (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts D-6708/2016 vom 26. Oktober 2018 E. 4.7.3) der Erteilung einer Ein-

reisebewilligung allenfalls der Umstand entgegenstehen könnte, dass der 

Ehemann nach Aussagen der Beschwerdeführerin (vgl. act. B12/25 F37, 

act. B3/16 S. 9) offenbar eine leitende Rolle bei den LTTE eingenommen 

hat.  

8.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde insofern gutzuheissen, als die Auf-

hebung der Verfügung vom 29. März 2019 und die Rückweisung der Sache 

an die Vorinstanz zur Neubeurteilung beantragt wird. Demnach ist die Sa-

che zur vollständigen Feststellung des Sachverhalts im Sinne der Erwä-

gungen und zur neuen Entscheidung an das SEM zurückzuweisen.  

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Die mit Zwischenverfügung vom 6. Mai 2019 

gewährte unentgeltliche Prozessführung wird gegenstandslos.  

9.2 Der vertretenen Beschwerdeführerin ist angesichts ihres Obsiegens in 

Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die 

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Seite 12 

ihr notwendigerweise erwachsenen Parteikosten (vgl. für deren Bemes-

sung Art. 7-11 VGKE) zuzusprechen. Der in der Kostennote vom 29. Mai 

2018 ausgewiesene Kostenaufwand von Fr. 2‘144.90 erscheint angemes-

sen, weshalb der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor dem Bundes-

verwaltungsgericht vom SEM eine Parteientschädigung von entsprechen-

dem Umfang auszurichten ist. Die Entschädigung umfasst keinen Mehr-

wertsteuerzuschlag im Sinne von Art. 9 Abs. 1 Bst. c VGKE. 

(Dispositiv nächste Seite)  

  

E-1972/2019 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der vorinstanz-

lichen Verfügung und die Rückweisung der Sache beantragt wird.  

2.  

Die Verfügung vom 29. März 2019 wird aufgehoben und die Sache im 

Sinne der Erwägungen zur vollständigen Sachverhaltsfeststellung und 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 2144.90 auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Claudia Jorns Morgenegg 

 

 

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