# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5a6968f7-fe60-580c-8b1c-8fae0d405cd1
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-28
**Language:** de
**Title:** Unfallkausalität bei mittelschwerem Autounfall im engeren Sinn; typisches Beschwerdebild nicht gegeben; psychische Beschwerden nach Psychopraxis; aufgrund der unfallkausalen somatischen Beschwerden kein Anspruch auf Rente oder IE gegeben.
**Docket/Reference:** UV.2014.00232
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00232.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00232
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiber Schetty
Urteil
vom
28. September 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der im Jahre
1957 geborene
X.___
war seit dem 1. Juni 2006 bei der
Y.___
AG als Maler angestellt und als solcher bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Betriebs- und Nichtbetriebsunfällen versichert. Am 4. September 2006 zog sich der Versi
cherte bei einem Autounfall Verletzungen am Kopf
sowie der Halswirbelsäule
(HWS)
zu, zudem führte das Geschehen zu einem Bruch des rechten Handgelen
kes sowie des Brustbeins (
Urk.
7/1
und
Urk.
7/10
). Die stationäre Behandlung erfolgte im Krankenhaus
Z.___
in der Zeit vom 4. bis 1
2.
September 2006 (
Urk.
7/2,
Urk.
7/8).
Mit Schreiben vom 27. November 2007 hielt die SUVA fest, dass
der Ver
sicherte die Arbeit am 1
2.
Februar 2007 wieder zu 100
% auf
genommen habe
und die Ausrichtung von Taggeldleistungen ab diesem Datum nicht mehr gerechtfertigt sei; für die weiteren unfallbedingten Behandlungen würden sie weiterhin aufkommen (
Urk.
7/51).
In der Zeit vom 1
2.
Februar bis 1
2.
Juni 2007 sowie vom 14. Juli bis
24. Septem
ber 2007 konnte der Versicherte in der Folge einer Erwerbstätigkeit nachgehen, seither ist er krankgeschrieben (
Urk.
7/51,
Urk.
2/1).
An der Leis
tungseinstellung
hielt die SUVA unter Berücksichtigung der neu eingegangenen medizinischen Unterlagen mit
Verfügung vom
1
2.
Januar 2009 sowie Ein
spracheentscheid vom 1
2.
Mai 2009 fest (
Urk.
7/112,
Urk.
7/130)
.
Am 5. Oktober 2012 bat der Versicherte telefonisch um
P
rüfung eines Rückfalls (
Urk.
7/143).
In diesem Zusammenhang wurde der Versicherte am 28. Januar 2014 kreisärztlich untersucht (
Urk.
7/192). Mit Verfügung vom 24. Februar 2014 wies die SUVA das Leistungsbegehren ab (
Urk.
7/194) und hielt daran mit Einspracheentscheid vom 25. Juni 2014 fest (
Urk.
7/198 =
Urk.
2/2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
20. Juli 2014 beim Kantonsgericht Luzern Bes
chwerde (
Urk.
2/1), welche diese
mit Urteil vom 29. Juli 2014 an das hiesige Gericht überwies (
Urk.
1).
Mit Verfügung vom
2.
Oktober 2014 wurde die Beschwerdeschrift der Beschwerde
gegnerin zugestellt und der Beschwerdeführer angehalten, ein Zu
stellungsdomizil in der Schweiz zu bezeichnen (
Urk.
3), was er in der Folge mit Schreiben vom 1. November 2014 tat (
Urk.
5). Mit Beschwerdeantwort vom
6. November 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom
2.
Oktober 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
8
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden
– soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).Ob zwischen einem schädigenden Ereig
nis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammen
hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129
V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses
Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129
V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Ge
sundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versiche
rungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133
E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352
E. 5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.5
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Ge
samtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/aa).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Be
urteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346
S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV
Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwieri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Han
delt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zu
sammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu for
schen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbe
günstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/bb, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/aa; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10
E. 2).
1.6
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11
der Verordnung über die Unfallversicherung;
UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krank
heit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar ge
heiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Ver
änderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen kön
nen (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.7
Nach Art. 10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16
Abs.
1 UVG ein Tag
geld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(Art. 8
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG) inva
lid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18
Abs.
1
UVG
). Der Renten
anspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistun
gen dahin (Art. 19
Abs.
1 UVG).
1.8
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdiens
tes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsscha
dens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhän
gig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Ge
mäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtli
nien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschä
den aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsent
schädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Einspracheentscheid damit, dass
die somatischen Beschwerden betreffend Gelenke und Wirbelsäule unbestrittenermassen nicht mehr unfallbedingt seien. F
ür die psychischen Be
schwerden
bestehe
aus unfallversicherungsrec
htlicher Sicht mangels adäquaten Kausalzusammenhangs
keine Leistungspflicht
(
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, dass
er seit dem 2
4.
September 2007 krankgeschrieben sei und es die SUVA dennoch erst am 2
8.
Januar 2014 für nötig befunden habe, ihn zu einer orthopädischen Untersuchung aufzubieten. Bei dieser Zeitspan
ne sei es aus orthopädischer Sic
ht sicher unmöglich, degenerative Veränderungen von unfallursächlichen Be
schwerden zu trennen. Zudem sei bereits im März 2008 ein mittelschweres de
pressives Syndrom festgestellt worden
, welches auf das Unfallgeschehen zu
rückzuführen sei (
Urk.
2/1).
3.
3.1
Der Beschwerdeführer wurde am
4.
September 2006 mit retrograder Amnesie und multiplen Schmerzen in das Krankenhaus
Z.___
eingeliefert. Die für den Entlassungsbericht vom 1
2.
September 2006 verantwortlichen Fach
ärzte diagnostizierten ein Schädelhirntrauma I. Grades, eine distale geschlossene Radiusmeisselfraktur rechts ohne Dislokation, eine geschlossene Sternumfraktur mit geringer Dislokation, eine Wirbelsäulenkontusion, ein Beschleunigungs
trauma der HWS sowie multiple Prellungen. Die Verletzungen
seien
konservativ behandelt
worden
(
Urk.
7/10).
Einem Bericht von
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Chirurgie, Unfall- und Handchi
rurgie, vom
1.
November 2006 ist darüber hinaus zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer beim Unfall vom
4.
September 2006 eine Distorsion des rechten Daumengrundgelenkes zugezogen hat (
Urk.
7/18).
3.2
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Orthopädie, diagnostizierte in seinem Gutachten vom
6.
Oktober 2008 ein chronisches vertebragenes cervico-brachiales Schmerzsyndrom links und
ein
cervico-occipitales Schmerzsyndrom nach HWS-Beschleunigungstrauma 09/2006 b
ei Zwischenwirbelraumerniedrigung HWK 3/4, eine cervicale Spinalkan
a
leinengung ohne Myelopathiezeichen, eine Spon
dylarthrose der mittleren und unteren HWS und Halsrippen HWK 7 beidseits; ein geringgradiges Supinationsdefizit des rechten Ellbogengelenkes und
ein
Ra
dialduktionsdefizit des rechten
Handgelenkes nach distaler Radiu
sfraktur 09/2006 bei Zustand nach distaler intraartikulärer Radiusfraktur ohne Disloka
tion des Radiokarpalgelenkes (MA-Typ 1); ein
en
Zustand nach dislozierter Fraktur des Corpus sterni 09/2006; eine Arthrose im Daumengrundgelenk rechts bei Zustand nach Distorsionstrauma 09/2006 und Operation 01/2008 und kon
sekutive
r
Radiatio; eine Spondylosis deformans der unteren BWS mit ältere
r
Keilwirbelbildung BWK 12 sowie ein Karpaltunnelsyndrom beidseits (
Urk.
7/104 S. 18).
Unfallbedingt sei dabei das geringgradige Supinationsdefizit des rechten Ellbogen
gelenks, das Radialduktionsdefizit des rechten Handgelenks, der Zu
stand nach dislozierter Fraktur des Corpus sterni
, die
Arthrose im Daumen
grundgelenk rechts
sowie der Zustand nach Zahnextraktion 12, 11 und 21 mit prothetischer Versorgung 02/2008 bei unfallbedingter Lockerung (
Urk.
7/104
S. 19). Bis zur Wiederaufnahme der Berufstätigkeit im Februar 2007 sei von
einer 100%igen Minderung der Erwerbsfähigkeit auszugehen. Für die Zeit danach könne eine solche lediglich für die unmittelbare Behandlungsdauer der unfall
bedingten Schädigungen angenommen werden (
Urk.
7/104 S. 21).
3.3
Im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung vom 2
8.
Januar 2014 gab der Be
schwerdeführer an, dass er noch an Nackenbeschwerden leide
,
die über beide Schultern bis zu den Fingern ziehen würden. Der rechte Daumen könne nicht mehr richtig bewegt werden, was sich insbesondere beim festen Zupacken mit der rechten Hand bemerkbar mache. Aus
serdem leide er an Beschwerden am rechten Handgelenk, a
m rechten Ellbogen sowie im Sternumbereich. Daneben würden Beschwerden in beiden Kniegelenken, im linken Sprunggelenk, in bei
den Hüftgelenken sowie im Bereich der Schneidezähne am Oberkiefer bestehen. Es bestünden täglich Kopfschmerzen, welche im Bereich des Nackens beginnen und zum Hinterkopf hoch ausstrahlen würden.
Beim Beschwerdeführer bestehe spätestens ein Jahr nach dem Unfall unfallbe
dingt wieder eine volle Arbeitsfähigkeit. Die Radiusfraktur und die Sternum
fraktur seien spätestens bis dahin reizlos abgeheilt. Im MRI hätten weiter keine unfallbedingten Schäden der HWS festgestellt werden können. Die jetzt noch vorhandenen Beschwerden seien nicht mehr unfallkausal, sondern eine Folge der degenerativen Veränderungen der Gelenke und der Wirbelsäule (
Urk.
7/192).
4.
4.1
Losgelöst von der Frage, ob überhaupt ein Rückfall oder eine Spätfolge vorliegt und nicht die Rechtskraft des leistungseinstellenden Einspracheentscheids vom 1
2.
Mai 2009 einem Anspruch des Beschwerdeführers entgegensteht, gilt Fol
gendes:
Bezüglich der geltend gemachten Nacken- und HWS-Beschwerden ist anzumerken, dass bereits im Rahmen der MRI-Untersuchung vom 2
5.
Oktober 2007
(
Urk.
7/183/5)
keine unfallbedingten Befunde festgestellt werden konnten. Demgegenüber lagen bereits damals degenerative Veränderungen vor (Osteo
chondrose HWK 3 bis 5 mit dorsaler Osteophytenbildung und Einengung der Foramina intervertebralia sowie de
s knöchernen Spinalkanals). Dem Bericht von
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Diagnostische Radiologie und Innere Medizin, vom 1
9.
Januar 2012 ist dabei zu entnehmen, dass seines Erachtens die knöchern überbaute Bandscheibenprotrusion in Höhe HWK 4/5 mit kleinem knöchernen Randosteophyten do
r
solateral rechts,
welcher zur Einengung des Interv
erteb
ralforamens in Höhe HWK 3/4 rechts führe und den Spinalnerv C3 alterieren dürfte, als Hauptbefund zu bezeichnen sei (
Urk.
7/183
/1-2
).
D
ie
bildgebende
Untersuchung vom 1
3.
Februar 2013
brachte zum Vorschein
, dass sich die
de
generativen
Befunde
mittlerweile akzen
tuiert ha
tt
en (
Urk.
7/183 S. 3).
Bei dieser Aktenlage ist die seinerzeitige Einschätzung von
Dr.
B.___
in seinem Gutachten vom
6.
Oktober 2008, dass die cervicalen Beschwerden nicht als un
fallbedingt zu betrachten sind, nicht zu beanstanden.
4.2
Unbestritten ist weiter, dass die Knie- und Hüftbeschwerden nicht unfallkausal sind (
Urk.
7/192 S. 4). Weiter enthalten die echtzeitlichen medizinischen Akten keine Angaben über eine Verletzung am linken Sprunggelenk, so dass auch diese Beschwerden als nicht unfallkausal zu bezeichnen sind.
Was die geltend gemachten Zahnbeschwerden betrifft, ist auf die in Rechtskraft erwachsene Verfügung vom 2
4.
September 2012
hinzuweisen. Die Unfallkausa
lität bezüglich der Zähne 1
1
, 1
2
, 21 und 22 ist dabei grundsätzlich gegeben, wobei
mit
der genannten Verfügung
nach gewährter Sanierung die
Folgehaf
tung
ausgeschlossen wurde
(
Urk.
7/142
,
Urk.
7/136 S. 2
,
Urk.
7/87
).
Auf diesen Entscheid kann nicht mehr zurückgekommen werden.
4.3
Was die Beschwerden am rechten Ellbogen, am rechten Handgelenk, am Grundge
lenk des rechten Daumens sowie am Sternum betrifft, ist anzumerken, dass
Dr.
B.___
diese in seinem Gutachten vom
6.
Oktober 2008
als unfallkausa
l bezeichnet hat.
Demgegenüber g
ing
Dr.
med.
D.___
, Facharzt FMH für Chirur
gie, im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung davon aus, dass sämtliche somatische
n
Beschwerden nicht mehr unfallkausal und auf degenerative Ge
schehen zurückzuführen seien. Diesbezüglich ist anzumerken, dass die
Beurtei
lung
von
Dr.
D.___
ohne jede Begründung erfolgt ist und
er
zudem in keiner Weise auf die Einschätzung von
Dr.
B.___
eing
ing
. Auf die kreisärztliche
Be
urteilung
kann damit mangels ausreichender Begründung und mangels ausrei
chender Berücksichtigung der medizinischen Vorakten nicht abgestellt werden.
Aufgrund des Gutachtens von
Dr.
B.___
sowie des Unfallhergangs erscheint es dabei überwiegend w
ahrscheinlich, dass die genannten Beschwerden auf das Unfallgeschehen vom
4.
September 2006 zurückzuführen sind.
5
.
5
.1
Neben den somatischen Beschwerden macht der Beschwerdeführer geltend, auf
grund des Unfallgeschehens nunmehr auch an psychischen Beschwerden
zu lei
den.
Die Beurteilung der Adäquanz in denjenigen Fällen, in denen die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule gehörenden Beein
trächtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zu einer ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, ist nach der Pra
xis des Bundesgerichts nicht nach den für das Schleudertrauma in BGE 117
V 359 entwickelten Kriterien, sondern nach den in BGE 115 V 133 für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall aufgestellten Kriterien vorzunehmen (BGE 127 V 102 E. 5b/bb, 123 V 98 E. 2a, RKUV 1995 Nr. U 221 S. 113 ff., SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 1; ferner BGE 134 V 109 E. 10.2 f.).
Die zum Schleuder
trauma entwickelte Rechtsprechung wendet das Bundesgericht sinn
gemäss auch bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwi
schen einem Unfall und den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas (BGE 117
V 369 E. 4b) oder den Folgen einer dem Schleudertrauma ähnlichen Verletzung der Halswirbelsäule an (vgl. RKUV 1999 Nr. U 341 S. 408 E. 3b; SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2; ferner BGE 134 V 109 E. 10.2 f.).
Unbestritten und durch die Akten belegt ist, dass der Beschwerdeführer beim fraglichen Unfall ein Beschleunigungstrauma der HWS sowie ein Schädelhirn
trauma I. Grades erlitten hat. Aufgrund des vorliegenden Heilungsverlaufs ist dabei zunächst zu prüfen, ob die zum typischen Beschwerdebild (diffuse Kopf
schmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstö
rungen, Übelkeit, ra
sche Ermüdbarkeit, Visusstörun
gen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression und Wesensveränderung; BGE 134 V 108 mit weiteren Hin
weisen) einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Ver
gleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund getreten sind.
Im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung vom 2
8.
Januar 2014 gab der Be
schwerdeführer in dieser Hinsicht an, täglich an Kopfschmerzen zu leiden. Diese stehen aber im Zusammenhang mit den cervicalen Nackenbeschwerden und können nicht als diffus bezeichnet werden (
Urk.
7/192 S. 4). Weiter ist
einem vom Beschwerdeführer eingereichten psychiatrischen Gutachten vom November 2013 zu entnehmen, dass dieser an einer Depression sowie an einer chronischen Schmerzstörung leide
t
. Der Beschwerdeführer habe über Gedächtnis- und Kon
zentrationsschwierigkeiten geklagt, welche im Rahmen der Untersuchung hätten bestätigt werden können. Aufgrund der psychischen Symptomatik sei von einer Arbeitsfähigkeit von weniger als drei Stunden pro Tag auszugehen; der Be
schwerdeführer sei aufgrund der bereits erfolgten Manifestation der psychischen Störung nicht in der Lage, sich dauerhaft auf eine Arbeitstätigkeit zu kon
zentrieren (
Urk.
7/180 S. 2 ff.).
Die Gedächtnis- und Konzentrationsschwierigkeiten
sind
damit im Zusammen
hang mit der
psychischen Symptomatik
zu sehen
.
In Würdigung der medizini
schen Akten
ist
beim Beschwerdeführer das Vorliegen eines typischen Be
schwerdebildes nach einem Schädelhirntrauma oder einer HWS-Distorsion
zu verneinen
. Vielmehr scheint nunmehr die psychische Symptomatik weit im Vordergrund zu stehen, so dass die Adäquanz anhand der in BGE 115 V 133 aufgestellten Kriterien für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall zu beurteilen ist.
Dies umso mehr, als nach rechtskräftiger
Leistungseinstellung ein durchg
ehendes buntes Beschwerdebild von vornherein nicht gegeben ist.
5
.2
Hinsichtlich der Unfallschwere ging die
Beschwerdegegnerin gestützt auf die Kasuistik des
Bundesgerichts höchstens von einem mittel
schweren Unfall im mittleren Bereich aus,
was aufgrund der beispielhaften Zusammenstellung im Urteil
des Bundesgerichts
8C_595/2009
vom 17. November 2009
E. 7 nicht zu beanstanden ist.
Bei der
gegebenen
Unfallschwere
(mittelschwerer Unfall im engeren Sinn)
müss
ten von den zusätzlich zu beachtenden Kriterien (gem
äss
BGE 115 V 133
E. 6c/aa S. 140:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Ein
drücklichkeit des Unfalls;
die
Schwere oder besondere Art der erlittenen Verlet
zungen;
insbe
son
dere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlent
wicklungen auszu
lösen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; körperliche Dau
erschmerzen; ärztliche
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver
schlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplika
tionen;
Grad und Dauer der physisch bedingten
Arbeitsunfähigkeit
) mindestens
drei in einfa
che
r
Form oder aber eines in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit der adäquate Kausalzusammenhang bejaht werden könnte (
vgl. etwa Bundesge
richtsurteil 8C_398/2012 vom 6. November 2012 E. 6 mit Hin
weis auf SVR 2012 UV Nr. 23 E. 4.2; SVR 2010 Nr. 25
S. 100, 8C_897/2009 E.
4.5
; Urteil
des Bundesgerichts
8C_498/2011 vom 3. Mai 2012 E. 6.2.2, nicht publ. in
BGE 138 V 248
).
5
.3
Ob besonders dramatische Begleitumstände o
der eine besondere Eindrücklich
keit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht auf Grund des sub
jektiven Empfindens beziehungsweise Angstgefühls des Versicherten (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_124/2008 vom 17. Oktober 2008 E. 10.1). Der nachfolgende Heilungsprozess ist nicht relevant (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_806/2007
vom 7.
August 2008 E. 11.1).
Beim Geschehen vom
4.
September 2006
kann aus objektiver Warte nicht von besonders dramatischen Begleitum
ständen oder einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls gesprochen werden. J
edem mindestens mittelschweren Unfall
ist
eine ge
wisse Eindrücklichkeit eigen
, welche
aber
noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann
(Bun
des
gerichtsurteil 8C_949
/2008 vom 4. Mai 2009 E. 4.2.1)
.
In jüngerer Zeit be
jahte das Bun
desgericht dieses Kriterium etwa bei einer Massenkarambolage auf einer Auto
bahn, bei einem Zusammenstoss zwischen einem Personenwagen und
einem Lastwagen in einem Autobahntunnel mit mehreren sich anschliessenden Kolli
sionen mit der Tunnelwand, bei einem Zusammenprall zwischen einem Sattel
schlepper und einem Personenwagen, wobei der Fahrer des Sattelschlep
pers die Kollision zunächst nicht bemerkte und den Personenwagen der versi
cherten Person noch auf einer längeren Distanz vor sich herschob, wobei die Insassen des Personenwagens verzweifelt versuchten, den Unfallverursacher auf sie auf
merksam zu machen oder bei einem in der 29. Woche schwangeren Un
fallopfer (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_949/2008 vom 4. Mai 2009, E. 4.2.1 mit zahlreichen Hinweisen). Zudem ist anzumerken, dass der Beschwerdeführer an das Unfallgeschehen kei
ne Erinnerung hat (
Urk.
7/21 S. 22
).
Auch wenn der Beschwerdeführer mehrere Verletzungen erlitten hat und in der Folge rund acht Tage im Spital bleiben musste, kann aus objektiver Sicht nicht von schweren oder besonderen Verletzungen gesprochen werden.
Weiter liegt hinsichtlich der allein massgebenden physischen Beschwerden keine unge
wöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung vor
. Der Beschwerdeführer konnte
die angestammte Tätigkeit
bereits im Februar 2007 wieder für mehrere Monate aufnehmen.
Den medizinischen Akten sind überdies weder Hinweise
auf
eine ärztliche Fehlbehandlung zu entnehmen, noch kann von einem unfallbe
dingt schwierigen Heilungsverlauf
mit erheblichen Komplikationen
gesprochen werden. Hinsichtlich Grad und Dauer der
physisch bedingten
Arbeitsunfähigkeit ist anzumerken, dass
gestützt auf das Gutachten von
Dr.
B.___
vom
6.
Oktober 2008 ab Februar 2007 zumindest in einer angepassten Tätigkeit von einer voll
ständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist (
Urk.
7
/104 S. 21). Eine vollständige Arbeitsfähigkeit für alle leichten und mittelschweren Tätigkeiten ergibt sich auch aus einem von der Deutschen Rentenversicherung in Auftrag gegebenen Gutachten vom 1
4.
August 2008 (
Urk.
7/103 S. 13).
Vor diesem Hintergrund kann offen bleiben, ob der Beschwerdeführer aufgrund der unfallkausalen so
matischen Beschwerden an körperlichen Dauerschmerzen leidet. Aufgrund der medizinischen Akten ist diesbezüglich davon auszugehen, dass die Beschwerden eher belastungsanhängig sind,
was zumindest den Schluss zulässt
, dass dieses Kriterium nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist.
Zusammenfassend ist
somit höchstens ein
Kriterium und dieses in nicht beson
ders
ausgeprägter Weise erfüllt
, so dass die Adäquanz der psychischen Be
schwerden zu verneinen ist. Im Rahmen der weiteren Anspruchsprüfung sind demnach allein die somatischen Beschwerden massgebend.
6.
6.1
Unbestritten geblieben ist die kreisärztliche Einschätzung, dass ein Endzustand erreicht
ist
und von weiteren unfallbedingten Behandlungen keine weitere Ver
besserung mehr erwartet werden
kann
(
Urk.
7/192 S. 8). Diese Einschätzung ist aufgrund des langjährigen Verlaufs sowie der vorliegenden medizinischen Ak
ten schlüssig und nachvollziehbar, so dass vorliegend der Anspruch auf eine Rente sowie eine Integritätsentschädigung geprüft werden kann.
6.2
Der Beschwerdeführer war zuletzt als Maler im Stundenlohn bei der
Y.___
AG angestellt, wobei er die Tätigkeit am 2
4.
September 2007 aus gesundheitli
chen Gründen
definitiv
aufgab. Aufgrund des
Gutachtens von
Dr.
B.___
vom
6.
Oktober 2008 ist dabei davon auszugehen, dass die Aufgabe der Tätigkeit nicht aufgrund der nunmehr anerkannten unfallkausalen Beschwerden erfolgte, sondern aufgrund unfallfremder Gründe. Diese Einschätzung entspricht auch dem von der Deutschen Rentenversicherung in Auftrag gegebenen Gutachten vom 1
4.
August 2008 (
Urk.
7/104 S. 19 ff.,
Urk.
7/103 S. 13). Vor diesem Hin
tergrund ist sowohl das Validen- als auch das Invalideneinkommen anhand statistischer Durchschnittswerte
(Schweizerische Lohnstrukturerhebung, Anfor
derungsniveau 3 oder 4)
zu ermitteln, wobei auf eine
zahlenmässige Festsetzung verzichtet werden kann. Zu prüfen bleibt
lediglich
, ob
sich
aufgrund der unfall
kausalen Beschwerden ein leidensbedingter Abzug
rechtfertigt
.
Festzuhalten ist dabei, dass d
ie gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiter
hin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer Ver
minderung des hypothetischen Invalidenlohnes
führt, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Weiter stellt d
as Angewiesensein auf das Entgegenkommen eines verständnisvollen Arbeitgebers praxisgemäss kein anerkanntes eigenständiges Abzugskriterium dar (vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8,
8C_91/2013 vom 2
2.
August 2013 E. 3.3.4
)
.
Auch d
as angeblich höhere Risiko, aus krankheitsbedingten Gründen der Arbeit fernblei
ben zu müssen, vermag keinen Tabellenlohnabzug zu begründen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom
3. September 2012 E. 8 in fine). Aufgrund des Gutachtens von
Dr.
B.___
vom
6.
Oktober 2008 sowie
de
s
von der Deut
schen Rentenversicherung in Auftrag gegebenen Gutachten
s
vom 1
4.
August 2008 ist aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht sowohl in der angestammten als auch jeder leichten und mittelschweren Tätigkeit von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Unter Berücksichtigung der obgenannten Recht
sprechung des Bundesgerichts fällt dabei ein leidensbedingter Abzug ausser Be
tracht
, was zur Verneinung eines Rentenanspruchs führt.
6.3
Hinsichtlich des Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung ist anzumerken, dass dabei stets eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität
gefordert wird
. Auch wenn somit im Bereich des Sternums gemäss kreisärztlicher Untersuchung vom 2
8.
Januar 2014 noch immer ein Druckschmerz auslösbar ist, genügt dies für die Annahme einer erheblichen Körperschädigung nicht. Was die Arthrose im Daumengrundgelenk betrifft, ist festzuhalten
, dass eine Arthrose der Fingergelenke keinen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung zu begründen vermag (SUVA, Integritätsentschädi-gung gemäss UVG, Tabelle 5, Integritätsschaden bei Arthrosen). Letztlich sind die anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung festgestellten Bewegungsein
schränkungen des rechten Ellbogens sowie der rechten Hand als gering zu be
zeichnen. Eine Integritätsentschädigung ist auch diesbezüglich nicht geschuldet (vgl. auch SUVA
,
Integritätsentschädigung gemäss UVG, Tabelle 1, Integritäts
schaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten).
7.
Zusamme
nfassend führt dies zur Feststellung, dass die Beschwerden am rechten Ellbogen, am rechten Handgelenk, am Grundgelenk des rechten Daumens sowie am Sternum unfallkausal sind. Hinsichtlich der unfallkausal geschädigten Zähne 1
1
, 1
2
, 21 und 22 ist auf den in der Verfügung vom 2
4.
September 2012 erwähnten Haftungsausschluss hinzuweisen.
Darüber hinaus ist in Abweisung der Beschwerde festzustellen, dass der Beschwer
deführer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente oder eine Integri
tätsentschädigung hat.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird
im Sinne der Erwägungen
abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X
.___
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubSchetty