# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b3ebe1a4-392e-596d-9fa2-b97b2e50f8c3
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-20
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 20.08.2020 720 19 267/201
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-267-201_2020-08-20.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 20. August 2020 (720 19 267 / 201) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente / Rückweisung zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhalts 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Markus 
Schäfer 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Daniel Tschopp, Advo-
kat, Greifengasse 1, Postfach 1644, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Die 1964 geborene, zuletzt als Handelsreisende für die B.____ AG tätig gewesene 
A.____ meldete sich am 13. Dezember 2007 unter Hinweis auf die Folgen eines Meniskus-
schadens am rechten Knie, der nach einem Unfall im Jahr 2005 festgestellt worden sei, bei der 
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen an. Nach Abklärung 
der beruflichen und erwerblichen Verhältnisse der Versicherten ermittelte die IV-Stelle Basel-
Landschaft - im Wesentlichen gestützt auf die Ergebnisse des von ihr eingeholten Gutachtens 
des Zentrums für Medizinische Begutachtung (ZMB) vom 14. Juli 2016 - folgende Invaliditäts-

 

 
 
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grade: ab 30. Mai 2008: 100%, ab 4. Mai 2009: 7 %, ab 4. November 2009: 100 %, ab 1. Au-
gust 2010: 54 %, ab 28.Dezember 2011: 100 % und ab 7. Mai 2016: 7 %. Gestützt auf diese 
Ergebnisse sprach die IV-Stelle A.____ nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfü-
gung vom 20. Juni 2019 folgende befristete Renten zu: Vom 1. Mai 2008 bis Ende August 2009 
und vom 1. November 2009 bis Ende Oktober 2010 jeweils eine ganze Rente, vom 1. Novem-
ber 2010 bis Ende Februar 2012 eine halbe Rente und vom 1. März 2012 bis Ende August 
2016 wiederum eine ganze Rente. Gleichzeitig hielt sie fest, dass ab 1. September 2016 kein 
Rentenanspruch mehr bestehe. 
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Daniel Tschopp, am 
22. August 2019 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung teilweise aufzuheben und 
es sei ihr ab Dezember 2006 bis auf Weiteres eine ganze IV-Rente auszurichten. Zudem seien 
ihr die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit ihrem Rechts-
vertreter zu bewilligen; unter o/e-Kostenfolge. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 3. Oktober 2019, der sie eine Aktennotiz und einen Be-
richt von pract. med. C.____, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) beider Basel, vom 3. bzw. vom 
10. September 2019 beilegte, beantragte die IV-Stelle, das Beschwerdeverfahren sei als erle-
digt von der Kontrolle abzuschreiben. Nach Einsichtnahme in die aktuellsten Suva-Akten habe 
man festgestellt, dass sich die Befunde und die Funktionsfähigkeit des rechten Kniegelenks seit 
der letzten, Mitte 2016 im ZMB erfolgten Begutachtung der Versicherten relevant verschlechtert 
hätten. Ob und in welchen Disziplinen erneute Abklärungen notwendig seien, sei nach Einho-
lung aktueller Berichte der behandelnden Ärzte zu beurteilen. Die IV-Stelle ersuchte das Kan-
tonsgericht deshalb, die Beschwerdeführerin anzufragen, ob sie mit der Vornahme weiterer 
medizinischer Abklärungen einverstanden sei.  
 
D. Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Eingabe vom 24. Oktober 2019 geltend, sie 
gehe davon aus, dass die IV-Stelle lediglich das orthopädische Teilgutachten des ZMB als nicht 
(mehr) beweistauglich erachte und ansonsten am ZMB-Gutachten festhalten möchte. Sie, die 
Versicherte, sei aber mit dem ZMB-Gutachten insgesamt nicht einverstanden. Sie könne sich 
jedoch dem Vorschlag der IV-Stelle anschliessen, sofern diese umfassend die Beweisuntaug-
lichkeit des ZMB-Gutachtens anerkenne und eine neue Begutachtung - keine Verlaufsbegut-
achtung - bei einer bisher nicht involvierten medizinischen Institution in Auftrag gebe. Zudem 
müsse vor der Begutachtung die Aktenlage vollumfänglich aktualisiert werden und die IV-Stelle 
habe sämtliche Kosten für das Gerichtsverfahren zu tragen. Alle diese Bedingungen müssten 
kumulativ erfüllt sein. Im Weiteren zog die Beschwerdeführerin in dieser Eingabe ihr Gesuch um 
Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Verbeiständung zu-
rück. 
 
E. Mit Eingabe vom 8. November 2019 teilte die IV-Stelle mit, dass sie teilweise auf die 
Forderungen der Beschwerdeführerin eingehen könne. So handle es sich bei dem künftig ein-
zuholenden Gutachten aufgrund der zeitlichen Distanz von mehr als zwei Jahren nicht mehr um 
ein Verlaufsgutachten im engeren Sinne, eine Folgebegutachtung durch das ZMB sei deshalb 

 

 
 
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nicht angezeigt. Nach einer Aktualisierung der Aktenlage sei vielmehr eine erneute Begutach-
tung bei einem bislang nicht involvierten medizinischen Institut in Auftrag zu geben. Dem ZMB-
Gutachten vom 14. Juli 2016 komme allerdings, soweit es um die Beurteilung des damaligen 
Gesundheitszustands gehe, weiterhin voller Beweiswert zu. Gleichzeitig legte die IV-Stelle ihren 
Ausführungen eine weitere Beurteilung der RAD-Ärztin pract. med. C.____ vom 5. November 
2019 bei. Die Beschwerdeführerin wiederum reichte am 18. November 2019 einen aktuellen 
Bericht der Klinik D.____ vom 15. November 2019 ein.  
 
F. Mit einer zweiten Vernehmlassung vom 22. Januar 2020 beantragte die IV-Stelle, die 
Beschwerde sei teilweise gutzuheissen. Bis mindestens zum Untersuchungszeitpunkt sei je-
doch auf das nicht zu beanstandende ZMB-Gutachten vom 14. Juli 2016 abzustellen. In der 
Folge sei es aber zumindest aus somatischer Sicht zu einer relevanten Verschlechterung des 
Gesundheitszustands gekommen. Es seien deshalb weitere medizinische Abklärungen ange-
zeigt. In dieser Eingabe stützte sich die IV-Stelle auf eine weitere RAD-Einschätzung von pract. 
med. C.____ vom 17. Dezember 2019. 
 
G. Am 12. Februar 2020 reichte die Beschwerdeführerin einen aktuellen Bericht von 
Dr. med. E.____, Oberarzt, Klinik D.____, vom 10. Februar 2020 ein. Die IV-Stelle nahm am 
7. April 2020 dazu Stellung, wobei sie ihre Ausführungen auf eine weitere Einschätzung der 
RAD-Ärztin pract. med. C.____ vom 24. Februar 2020 und auf eine Stellungnahme des RAD-
Arztes pract. med. F.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 28. März 2020 
stützte.  
 
H. Anlässlich der Urteilsberatung vom 2. Juli 2020 zog das Kantonsgericht in Betracht, die 
angefochtene Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit zur nochmaligen Abklärung des 
medizinischen Sachverhalts und anschliessender Neuentscheidung an die IV-Stelle zurückzu-
weisen. Unter Hinweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach der Beschwerde 
führenden Partei auch dann Gelegenheit zum Rückzug der Beschwerde zu geben ist, wenn 
eine rentenzusprechende Verfügung aufgehoben und die Sache zu weiterer Abklärung und 
neuer Entscheidung an die IV-Stelle zurückgewiesen werden soll (BGE 137 V 314), beschloss 
es, den Fall auszustellen und der Versicherten vorab Gelegenheit zu geben, ihre Beschwerde 
zurückzuziehen. 
 
I. Mit Eingabe vom 5. August 2020 teilte die Versicherte mit, dass sie an der Beschwerde 
festhalte. Gleichzeitig ersuchte sie darum, im Hinblick auf die beabsichtigten weiteren Abklä-
rungen der bisherigen überlangen Verfahrensdauer Rechnung zu tragen. Eine kommende Be-
gutachtung sollte deshalb zielgerichtet, bidisziplinär (Orthopädie/Psychiatrie) und insbesondere 
durch einen "ADHS-Spezialisten" erstellt werden. 
 
K. An der parteiöffentlichen Sitzung vom 2. Juli 2020, bei welcher die Versicherte als Zu-
hörerin zugegen war, beriet das Kantonsgericht einlässlich über deren Beschwerde. Der Fall 
wurde damals lediglich deshalb ausgestellt, weil der Versicherten vor der Urteilsfällung noch die 
Möglichkeit eingeräumt werden musste, allenfalls ihre Beschwerde zurückzuziehen. In der Zwi-
schenzeit erklärte die Versicherte am 5. August 2020, dass sie an ihrem Rechtsmittel festhalte. 

 

 
 
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Auch wenn die Beschwerdeführerin in dieser Eingabe zusätzlich noch auf Aspekte hinwies, die 
aus ihrer Sicht bei den in Betracht gezogenen weiteren Abklärungen zu beachten seien, ist es 
unter den geschilderten Umständen vertretbar, von der Ansetzung einer erneuten Urteilsbera-
tung abzusehen und den vorliegenden Entscheid mit derselben personellen Besetzung des 
Spruchkörpers auf dem Zirkulationsweg zu fällen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die Beschwerde der Versicherten vom 
22. August 2019 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 In ihrer Vernehmlassung vom 3. Oktober 2019 beantragte die IV-Stelle, das Beschwer-
deverfahren sei als erledigt von der Kontrolle abzuschreiben. Zur Begründung gab sie an, sie 
sei zur Erkenntnis gelangt, dass zusätzliche Abklärungen zum Gesundheitszustand notwendig 
seien. Wie aus den nachfolgenden Eingaben der Parteien hervorgeht, besteht nun allerdings 
keine Einigkeit bezüglich des Zeitraums, für den weitere Abklärungen notwendig sind, und auch 
bezüglich der fachlichen Ausrichtung der medizinischen Abklärungen stimmen die Parteien 
nicht überein. Zudem unterscheiden sich ihre Standpunkte bezüglich der beweisrechtlichen 
Verwertbarkeit des ZMB-Gutachtens vom 14. Juli 2016 in erheblichem Masse. Während die IV-
Stelle bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts bis mindestens zum Untersuchungs-
zeitpunkt auf diese Expertise abstellen möchte, ist die Versicherte mit diesem Gutachten insge-
samt nicht einverstanden. Vor diesem Hintergrund kommt eine - auch nur teilweise - Abschrei-
bung des Verfahrens infolge Gegenstandslosigkeit nicht in Frage (vgl. im Übrigen zur Unteilbar-
keit des Streitgegenstands "Rentenanspruch": BGE 131 V 164 E. 2.2). Die IV-Stelle hielt denn 
auch im weiteren Verlauf des Beschwerdeverfahrens nicht mehr an ihrem Abschreibungsantrag 
fest, sondern sie beantragt mittlerweile eine teilweise Gutheissung der Beschwerde hinsichtlich 
des Abklärungsbedarfs für den Zeitraum nach der ZMB-Begutachtung. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 

 

 
 
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2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 
zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-
ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie 
zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
2.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG 
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkom-
mensvergleichs (BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozent-
vergleichs (BGE 114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle an-
deren Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-

 

 
 
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tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-
holten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobach-
tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Er-
örterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Ex-
pertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). 
 
4.1 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Zu 
betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belastenden 
psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. Ein 
invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 
IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbsfähig-
keit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig erstellt, 
kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter 
therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig er-
wartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen (BGE 127 V 294 E. 5a mit 
Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verur-
sachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend 
erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfä-
higkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternative Voraussetzung - sogar 
für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 
 
4.2 Zu ergänzen ist, dass das Bundesgericht mit BGE 143 V 418 entschieden hat, dass 
grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach 
BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses Verfahren definiert systematisierte Indikatoren, die 
- unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kom-

 

 
 
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pensationspotentialen (Ressourcen) anderseits - im Regelfall erlauben, das tatsächlich erreich-
bare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch zu beurteilen (BGE 141 V 281 E. 3.6). 
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es 
gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- 
und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu 
tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
5.1 Die IV-Stelle holte zur Abklärung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit 
der Versicherten das ZMB-Gutachten vom 14. Juli 2016 ein, das Abklärungen in den Fachbe-
reichen der Inneren Medizin, der Orthopädie und der Psychiatrie beinhaltet. Die Gutachter er-
hoben darin als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Gonalgie 
rechts mit multidirektionaler ligamentärer Instabilität und veränderter Belastbarkeit. Als Leiden 
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden in erster Linie eine hyperkinetische Störung 
(anamnestisch; ICD-10 F90), eine Panikstörung (ICD-10 F41.0), eine Benzodiazepinabhängig-
keit (ICD-10 F13.26), eine akzentuierte Persönlichkeit (ICD-10 F61.1) sowie ein chronisches 
Schultersyndrom rechts und ein chronisches vertebrogenes Cervikalsyndrom mit paravertebral-
en Tendomyosen diagnostiziert. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit gelangten die Gutachter zur 
Auffassung, dass die Explorandin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Aussendienstmitarbei-
terin im Verkauf von Werbeflächen uneingeschränkt arbeitsfähig sei. Auch für andere Arbeiten 
mit leichter körperlicher Belastung, ohne längere Gehstrecken, ohne längeres Stehen, ohne 
regelmässige Belastungen des rechten Kniegelenks, ohne regelmässige Tätigkeiten über 
Schulterhöhe und ohne stärkere Belastungen der Arme bestehe eine uneingeschränkte Arbeits-
fähigkeit.  
 
5.2 In der angefochtenen Verfügung vom 20. Juni 2019 stützte sich die IV-Stelle bei der 
Beurteilung des medizinischen Sachverhalts im Wesentlichen auf die Ergebnisse dieses ZMB-
Gutachtens vom 14. Juli 2016. Im Laufe des vorliegenden Beschwerdeverfahrens gelangte sie 
jedoch zur Auffassung, dass es bei der Versicherten nach Erstellung dieses Gutachtens - aber 
noch vor Erlass der angefochtenen Verfügung - aus somatischer Sicht zu einer relevanten Ver-
schlechterung des Gesundheitszustands gekommen sein könnte. Darum seien weitere medizi-
nische Abklärungen angezeigt. Bis zum Zeitpunkt der Untersuchungen im ZMB könne jedoch 
vollumfänglich auf die Ergebnisse abgestellt werden, zu denen das ZMB-Ärzteteam gelangt sei. 
Der ZMB-Expertise vom 14. Juli 2016 komme mit anderen Worten für den damaligen Gesund-
heitszustand weiterhin voller Beweiswert zu. Dieser vorinstanzlichen Beurteilung des medizini-
schen Sachverhalts kann nun aber aus den nachfolgenden Gründen nicht gefolgt werden. 
 
6.1 Der Beweiswert des ZMB-Gutachtens wird als erstes durch den Umstand beeinträch-
tigt, dass dieses lediglich die Entwicklung des medizinischen Sachverhalts bis zum 14. Juli 
2016 berücksichtigt und die Rentenverfügung jedoch erst im Juni 2019 ergangen ist. Massge-
bend für die Beurteilung des Rentenanspruchs ist aber der ganze Zeitraum bis zum Erlass der 
angefochtenen Verfügung. In diesem Zusammenhang ist von Bedeutung, dass sich laut den 
Suva-Akten die Befunde und die Funktionsfähigkeit des rechten Kniegelenks seit der Begutach-
tung im ZMB verschlechtert haben könnten. Das ZMB-Gutachten stellt deshalb in somatischer 
Hinsicht bezüglich des Zeitraums von Juni 2016 bis Juli 2019 keine zuverlässige Entscheid-

 

 
 
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grundlage dar. Dies wird auch von der Beschwerdegegnerin nicht in Frage gestellt, ist sie doch 
ebenfalls der Auffassung, dass in somatischer Hinsicht - jedenfalls in Bezug auf die Entwicklung 
des medizinischen Sachverhalts nach Verfügungserlass - weitere medizinische Abklärungen 
erforderlich sind.  
 
6.2.1 Was den psychischen Gesundheitszustand betrifft, stellen sich Fragen nicht nur in Be-
zug auf dessen Entwicklung seit der Begutachtung, sondern ganz generell auch hinsichtlich der 
im Raum stehenden Diagnosen und deren Schweregrad. Während im ZMB-Gutachten der 
Schluss gezogen wird, dass keine Hinweise auf eine schwerere psychiatrische Problematik mit 
Funktionsstörungen zu finden seien, hält Dr. E.____ in seinem Bericht vom 10. Februar 2020 fest, 
dass die Beschwerdeführerin seit längerem unter einem komplexen und offensichtlich während 
langer Zeit unerkannt gebliebenen schwerwiegenden psychischen Status leide. Seines Erach-
tens leide die Versicherte an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. Ausserdem geht er von 
einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome, einer Panikstörung, einer 
grossen Symptombelastung aus dem ADHS und einer Substanzgebrauchsstörung aus. Auf-
grund dieser Leiden attestiert Dr. E.____ der Versicherten - im Gegensatz zum ZMB-Gutachten 
- eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Liegen bei der Beschwerdeführerin aber, wie dies 
Dr. E.____ annimmt, tatsächlich eine Borderline-Persönlichkeitsstörung und eine schwere de-
pressive Episode vor, so dürfte die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die ZMB-Gutachter 
nicht nur aktuell, sondern auch bezogen auf den Untersuchungszeitpunkt im Jahr 2016 kaum 
haltbar sein. In diesem Fall müsste davon ausgegangen werden, dass wohl schon damals eine 
schwerwiegendere psychische Gesundheitsstörung bestanden hat. 
 

6.2.2 Unsicherheiten bezüglich der im ZMB-Gutachten gestellten psychiatrischen Diagnosen 
und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestehen sodann auch deshalb, weil das Akti-
vitätsniveau der Beschwerdeführerin im Alltag - im Gegensatz zur Würdigung im ZMB-
Gutachten - durchaus als eingeschränkt imponiert. Die Versicherte kocht regelmässig für zwei 
psychisch erkrankte Freunde, denen sie dann das Essen vorbeibringt, und sie produziert Le-
bensmittel, die sie gelegentlich auf dem Markt verkauft. Bei diesen Tätigkeiten muss sie jedoch, 
was im ZMB-Gutachten nicht berücksichtigt ist, nicht in einem Team funktionieren und sie hat 
diesbezüglich keine Arbeitspflicht und somit auch keinen Druck. Zu berücksichtigen ist sodann, 
dass der früher behandelnde Psychologe lic. phil. G.____ (vgl. dessen Berichte vom 
7. November 2013 und 31. März 2015) und die involvierten Psychiater Dr. med. H.____, Psy-
chiatrie und Psychotherapie FMH, im Bericht vom 2. Januar 2018 und Dr. med. I.____, Psychi-
atrie und Psychotherapie FMH, im Bericht vom 14. August 2018 schwerwiegendere Diagnosen 
gestellt und weit erheblichere Einschränkungen festgestellt haben als die ZMB-Gutachter.  
 
6.2.3 Zu berücksichtigen ist schliesslich die letzte, von pract. med. F.____ erstellte RAD-
Beurteilung vom 28. März 2020. Darin weist der genannte Facharzt darauf hin, dass die von 
Dr. E.____ gestellten Diagnosen fachärztlich erhoben worden seien und durch Testdiagnostik 
zum Teil untermauert würden, weshalb sie "prima vista" nicht in Zweifel zu ziehen seien. Es 
werde daher gutachterlich zu klären sein, welche psychiatrischen Diagnosen Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit hätten und wie der zeitliche Verlauf der Arbeitsunfähigkeit in Relation mit dem 
Längsschnitt der psychischen Störungen einzuordnen sei. Mit dieser Beurteilung anerkannt somit 

 

 
 
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auch der RAD, dass der medizinische Sachverhalt aus psychiatrischer Sicht einer nochmaligen, 
umfassenden fachärztlichen Abklärung bedarf.  
 
6.3 In Anbetracht der geschilderten diskrepanten medizinischen Einschätzungen lässt sich 
der Rentenanspruch der Versicherten nicht zuverlässig prüfen. Diese Feststellung gilt nicht nur 
in masslicher, sondern auch in zeitlicher Hinsicht, denn auch in Bezug auf den Rentenbeginn 
sind zusätzliche Abklärungen notwendig. Die IV-Stelle geht in ihrer Verfügung von einem Un-
terbruch der Arbeitsunfähigkeit aus und legt den Rentenbeginn deshalb nach neuem Recht auf 
den 1. Mai 2008 fest. Was die allfälligen Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit in der Zeit vor 
1. Mai 2008 betrifft, werden allerdings erst weitere fachärztliche Abklärungen die notwendigen 
Aufschlüsse bringen, so dass heute auch der Rentenbeginn noch nicht festgelegt werden kann. 
 
6.4 Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die vorhandene medizinische Akten-
lage keine abschliessende Beurteilung des Rentenanspruchs der Versicherten zulässt. Die Ab-
klärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren sind mit andern Worten nicht ausreichend 
beweiskräftig, der relevante medizinische Sachverhalt bedarf vielmehr weiterer Abklärung. Die 
IV-Stelle, an welche die Angelegenheit zurückzuweisen ist, hat in einem ersten Schritt die me-
dizinische Aktenlage zu aktualisieren und danach ein weiteres Gutachten zum aktuellen Ge-
sundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten einzuholen. Dabei geht es - entge-
gen der Ansicht der IV-Stelle - nicht nur um die Klärung der Frage, ob und - gegebenenfalls - in 
welchem Umfang sich die Befunde und die Funktionsfähigkeit des rechten Kniegelenks seit der 
Begutachtung im ZMB verschlechtert haben. Vielmehr bedürfen der somatische und der psy-
chische Gesundheitszustand der Versicherten insgesamt - und zwar für den gesamten Zeitraum 
ab dem frühestmöglichen Rentenbeginn - einer nochmaligen, umfassenden gutachterlichen 
Abklärung. Diese neue Begutachtung ermöglicht es im Übrigen auch, den Anforderungen an 
das mittlerweile bei allen psychischen Leiden zu beachtende strukturierte Beweisverfahren (vgl. 
dazu E. 4.2 hiervor) Rechnung zu tragen. Festzuhalten bleibt sodann, dass für die Erstellung 
dieses neuen Gutachtens das vorbefasste ZMB nicht in Frage kommt. 
 
6.5 In ihrer abschliessenden Stellungnahme vom 5. August 2020 ersuchte die Beschwer-
deführerin darum, "im Hinblick auf die beabsichtigten weiteren Abklärungen der bisherigen 
überlangen Verfahrensdauer Rechnung zu tragen." Eine kommende Begutachtung sollte des-
halb zielgerichtet, bidisziplinär (Orthopädie/Psychiatrie) und insbesondere durch einen "ADHS-
Spezialisten" erstellt werden. Dieses Anliegen erweist sich als begründet. Insbesondere erweist 
es sich in Anbetracht der im Raum stehenden Diagnosen als ausreichend, die erforderlichen 
medizinischen Abklärungen nicht (mehr) im Rahmen eines polydisziplinären, sondern in Form 
eines bidisziplinären, orthopädisch/psychiatrischen Gutachtens vornehmen zu lassen. Ebenso 
dürfte es richtig sein, mit der Erstellung des psychiatrischen Fachteils des Gutachtens nach 
Möglichkeit eine fachärztliche Person zu beauftragen, die über Erfahrungen mit der Diagnostik 
und der Behandlung der ADHS verfügt.  
 
6.6 Somit ist als Ergebnis festzuhalten, dass die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen 
ist, als die angefochtene Verfügung vom 20. Juni 2019 aufzuheben und die Angelegenheit zur 

 

 
 
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weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die 
IV-Stelle Basel-Landschaft zurückzuweisen ist. 
 
7.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund-
sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefoch-
tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwä-
gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer 
Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un-
terliegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen). 
 
7.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 
denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfah-
renskosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- 
fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Par-
tei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle unterliegende Partei, wes-
halb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete 
Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 
 
7.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Partei-
entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdefüh-
rerin hat in seinen Honorarnoten vom 22. Oktober 2019 und 12. Februar 2020 für das vorlie-
gende Verfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 18 Stunden und 40 Minuten geltend ge-
macht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen und des um-
fangreichen Schriftenwechsels als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozi-
alversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangen-
den Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in 
den beiden Honorarnoten ausgewiesenen Auslagen im Gesamtbetrag von Fr. 99.50. Der Be-
schwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 5‘133.15 
(18 Stunden und 40 Minuten à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 99.50 zuzüglich 7,7 % Mehrwert-
steuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 
8. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 
2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zuläs-
sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenent-
scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 
Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid her-
beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Be-
weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Recht-

 

 
 
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sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur 
Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um 
einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei-
sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen 
Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2).  
 
Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischenentscheid 
im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angele-
genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun-
gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechts-
mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 20. Juni 2019 aufgeho-
ben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwä-
gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-
Landschaft zurückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt.  

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet.  

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Par-
teientschädigung in der Höhe von Fr. 5‘133.15 (inkl. Auslagen und 
7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 

 
 
 
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