# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b609500f-d1c9-57bc-9c99-b6165cc7ede7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 06.10.2014 LA140028
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LA140028_2014-10-06.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: LA140028-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. M. Schaffitz, Vorsitzende, Oberrichter Dr. M. Kriech 

und Ersatzoberrichter Dr. M. Nietlispach sowie Gerichtsschreiber 

lic. iur. F. Rieke 

Urteil vom 6. Oktober 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Kläger und Berufungskläger 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____ AG,  
Beklagte und Berufungsbeklagte 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend arbeitsrechtliche Forderung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 
11. Juli 2014 (AH140010-L) 

- 2 - 

 

Erstinstanzliches Rechtsbegehren: 

1. Die Beklagte sei (unter dem Vorbehalt der Nachklage sowie einer 
Reduktion des eingeklagten Betrages aufgrund der Ausrichtung 
von Arbeitslosentaggeldern und/oder von Ersatzeinkommen) zu 
verpflichten, dem Kläger CHF 20'000.– brutto sowie CHF 10'000.– 
netto jeweils zuzüglich Zins zu 5% seit 13. Juli 2013 zu bezahlen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwert-
steuer) zu Lasten der Beklagten. 

Urteil des Arbeitsgerichts Zürich vom 11. Juli 2014: 

1. Die Klage wird abgewiesen. 
2. Es werden keine Kosten erhoben. 
3. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Prozessentschädigung von 

Fr. 7'020.– (Fr. 6'500.– zuzüglich 8% MwSt.) zu bezahlen. 
4. [Schriftliche Mitteilung] 
5. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 30 Tage] 

Berufungsanträge: 

"1. Es sei der Entscheid des Arbeitsgerichts Zürich vom 11. Juli 2014 
in Sachen A._____ gegen B._____ AG (Geschäfts-Nr. 
AH140010-L/U) vollumfänglich aufzuheben und die Klage gutzu-
heissen; 

 2. eventualiter sei der Entscheid des Arbeitsgerichts Zürich vom 11. 
Juli 2014 in Sachen A._____ gegen B._____ AG (Geschäfts-Nr. 
AH140010-L/U) zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-
weisen; 

 alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8 % MwSt) zu  
 Lasten der Berufungsbeklagten." 

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Erwägungen: 

1. a) Die Beklagte ist ein kleines Familienunternehmen; deren Gründer 

und Eigentümer ist der heute rund 80-jährige C._____. Der Kläger war auf den 

1. Dezember 2008 bei der Beklagten als Hörgeräte-Akustiker angestellt und per 

1. Januar 2010 in die Geschäftsleitung befördert sowie zum Filialleiter ernannt 

worden. Zuletzt betrug der Monatslohn Fr. 9'000.-- brutto. C._____ war zusam-

men mit D._____ Mitglied des Verwaltungsrates der Beklagten. Nachdem 

D._____ aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten war, sollte er im Mai 2013 im 

Handelsregister gelöscht werden. C._____ beauftragte dazu Ende April 2013 den 

Kläger, die notwendigen Vorkehrungen zu treffen. Um dies rascher umzusetzen, 

verfasste der Kläger am 2. Mai 2013 eigenhändig ein Protokoll einer ausseror-

dentlichen Generalversammlung, mit welchem er die Änderung als beschlossen 

vorgab, und meldete am selben Tag die Änderungen beim Handelsregisteramt 

des Kantons Zürich an, wobei die Unterschriften von C._____ im Protokoll und auf 

der Handelsregisteranmeldung vom Kläger stammten. Am 17. Juni 2013 erhielt 

C._____ von den Unterschriftenfälschungen Kenntnis. Er stellte den Kläger am 

21. Juni 2013 im Beisein von E._____ zur Rede und verwarnte ihn. Am 8. Mai 

2013 hatte der Kläger sodann das Postkonto der Beklagten und am 14. Mai 2013 

zwei Geschäftskonten der Beklagten gekündigt; weil er dazu nicht berechtigt war, 

hatte er in den Kündigungsschreiben die Unterschriften von C._____ bzw. von 

C._____ und D._____ gefälscht. Die Saldi der aufgelösten Konten liess er auf ein 

anderes Geschäftskonto der Beklagten überweisen, auf welches er mittels Online-

Banking selbst Zugriff hatte (Urk. 36 S. 2-4).  

Zwischen den Parteien ist umstritten, wann C._____ bzw. die Beklagte von 

den Unterschriftenfälschungen im Zusammenhang mit der Kündigung der Konten 

Kenntnis erhielt. Nach Darstellung des Klägers sei dies bereits vor dem Gespräch 

vom 21. Juni 2013 der Fall gewesen, nach Darstellung der Beklagten erst am 11. 

Juli 2013. 

Am 12. Juli 2013 kündigte die Beklagte dem Kläger fristlos (Urk. 5/7 = 16/8). 

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b) Am 17. Januar 2014 reichte der Kläger beim Arbeitsgericht Zürich (Vor-

instanz) unter Beilage der Klagebewilligung vom 5. Dezember 2013 eine Klage 

mit dem eingangs aufgeführten Rechtsbegehren ein (Urk. 1). Nach einer Strafan-

zeige der Vorinstanz vom 17. März 2014 wurde der Kläger mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 11. Juni 2014 der mehrfachen Urkundenfäl-

schung schuldig gesprochen (Urk. 32). Am 11. Juli 2014 fällte die Vorinstanz das 

eingangs wiedergegebene Urteil (Urk. 33 = Urk. 36). 

c) Hiergegen hat der Kläger am 15. September 2014 fristgerecht (vgl. 

Urk. 34/1) Berufung mit den eingangs aufgeführten Berufungsanträgen erhoben 

(Urk. 35 S. 2). 

d) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Da sich die Berufung 

sogleich als unbegründet erweist, kann auf die Einholung einer Berufungsantwort 

verzichtet werden (Art. 312 Abs. 1 ZPO). 

2. a) Mit der Berufung können unrichtige Rechtsanwendung und un-

richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Der Berufungsentscheid ist zu begründen (Art. 318 Abs. 2 ZPO in Verbindung mit 

Art. 112 BGG), wobei die Begründung kurz ausfallen darf, wenn der angefochtene 

Entscheid bestätigt wird; auch ist es zulässig, auf die Begründung des zu bestäti-

genden erstinstanzlichen Entscheides zu verweisen (Sutter-Somm/Hasenböhler/ 

Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur schweizerischen Zivilprozessordnung, 2.A. 

2013, N 54 zu Art. 318 ZPO).  

b) In der Berufungsschrift sind die Behauptungen bestimmt und vollstän-

dig aufzustellen und ist darzulegen, weshalb der erstinstanzliche Entscheid in den 

angefochtenen Punkten unrichtig sein soll; die Berufung hat sich dementspre-

chend mit den Entscheidgründen der Vorinstanz auseinanderzusetzen. Die Beru-

fungsinstanz hat sodann die geltend gemachten Punkte zu prüfen; sie hat nicht 

von sich aus den angefochtenen Entscheid auf mögliche Mängel zu untersuchen, 

wenn diese nicht gerügt werden, es sei denn, der Sachverhalt sei geradezu will-

kürlich festgestellt oder das Recht sei geradezu willkürlich angewandt worden und 

diese Fehlerhaftigkeiten träten klar zutage (Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenber-

ger, a.a.O., N 36 zu Art. 311 ZPO). 

- 5 - 

c) Neue Vorbringen sind im Berufungsverfahren lediglich im beschränk- 

ten Rahmen zulässig. Zulässig sind neue Tatsachenvorbringen und Beweismittel, 

welche kumulativ ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt 

nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 lit. a 

und b ZPO). Dies gilt auch für Verfahren, welche erstinstanzlich der Untersu-

chungsmaxime unterstehen, denn eine analoge Anwendung von Art. 229 Abs. 3 

ZPO im Berufungsverfahren ist abzulehnen, da die im Gesetz eigens vorgesehe-

ne spezielle Regelung von Art. 317 ZPO vorgeht (BGE 138 III 625 E. 2.2). 

3. a) Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, das Arbeitsverhältnis 

könne aus wichtigen Gründen fristlos aufgelöst werden. Sei ein solcher wichtiger 

Grund gegeben, sei die fristlose Kündigung sofort auszusprechen, andernfalls sie 

verwirkt sei. Die Beklagte habe die fristlose Kündigung vom 12. Juli 2013 mit dem 

Vertrauensmissbrauch beim Eintrag ins Handelsregister und der gefälschten Un-

terschrift begründet; am 23. September 2013 habe sie mitgeteilt, Grund der Kün-

digung sei, dass der Kläger eigenmächtig das Monatssalär eines Angestellten um 

Fr. 500.-- erhöht und dasjenige von C._____ um Fr. 100.-- reduziert habe; und in 

der Klageantwort vom 6. März 2014 habe sie als weiteren Grund vorgebracht, der 

Kläger habe im Mai 2013 eigenmächtig Geschäftskonten gekündigt und dabei er-

neut mehrfach Unterschriften gefälscht. Nach der Praxis des Bundesgerichts kön-

ne die fristlos kündigende Partei Gründe nachschieben, solange es solche seien, 

welche sich vor der fristlosen Kündigung abgespielt hätten. Die vom Kläger einge-

räumten Unterschriftenfälschungen seien schwere Treuepflichtverletzungen, wel-

che eine fristlose Kündigung rechtfertigen würden; die fehlerhaften Lohnzahlun-

gen könnten dagegen nicht als wichtiger Grund angesehen werden, wobei ohne-

hin fraglich sei, inwiefern diese dem Kläger anzulasten seien. Die Unterschriften-

fälschungen im Zusammenhang mit den Handelsregistermutationen hätten nur zu 

einer Verwarnung geführt, womit die Beklagte zu erkennen gegeben habe, dass 

eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht unzumutbar sei. Damit stelle sich 

einzig noch die Frage, wann die Beklagte von den Unterschriftenfälschungen im 

Zusammenhang mit der Kündigung der Geschäftskonten erfahren habe (Urk. 36 

S. 6-9). 

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b) Die Vorinstanz erwog weiter, der Kläger mache hierzu geltend, er habe 

C._____ in einem Gespräch am 18. Juni 2013 nicht nur die Unterschriftenfäl-

schungen im Zusammenhang mit den Handelsregistermutationen, sondern auch 

diejenigen im Zusammenhang mit den Kündigungen von Geschäftskonten einge-

standen. Wegen dieser Verfehlungen sei er am 21. Juni 2013 im Gespräch mit 

C._____ und E._____ verwarnt worden. Die Beklagte bestreite ein Gespräch am 

18. Juni 2013; am Gespräch vom 21. Juni 2013 habe C._____ den Kläger wegen 

der Unterschriftenfälschungen im Zusammenhang mit den Handelsregistermutati-

onen verwarnt, wogegen er von den eigenmächtigen Kündigungen von Ge-

schäftskonten und den erneuten Unterschriftenfälschungen erst am 11. Juli 2013 

erfahren habe (Urk. 36 S. 5 f., S. 9). 

c) Die Vorinstanz würdigte sodann die offerierten und abgenommenen 

Beweismittel. Die Aussagen des Klägers in der Parteibefragung seien eher vage 

geblieben. Erstellt sei, dass die Kündigung der Geschäftskonten im Gespräch 

vom 21. Juni 2013 kein Thema gewesen sei. Der an jenem Gespräch anwesende 

Zeuge E._____ habe ausgesagt, C._____ habe ihn im Mai 2013 kontaktiert, da 

ein Angestellter eine Unterschrift gefälscht und diese beim Handelsregister einge-

reicht habe; von Kündigungen von Geschäftskonten habe C._____ nichts erwähnt 

und Inhalt des Gesprächs vom 21. Juni 2013 sei einzig die Sache mit dem Han-

delsregister gewesen. Die Sachdarstellung des Klägers werde damit nicht ge-

stützt, denn wenn er am 18. Juni 2013 die erneute mehrfache Unterschriftenfäl-

schung eingeräumt hätte, sei nicht ersichtlich, wieso dies nur drei Tage später mit 

keinem Wort thematisiert worden sei. Die Zeugin F._____ sei kein faktisches Or-

gan der Beklagten und habe ausgesagt, der Kläger habe ihr Mitte/Ende Mai 2013 

die Kündigung der Geschäftskonten mitgeteilt; sie habe dies C._____ nicht wei-

tergeleitet; sie habe C._____ erst am 11. Juli 2013 kontaktiert, als sie festgestellt 

habe, dass eine Überweisung nicht geklappt habe. Die Zeugin G._____ habe 

ausgesagt, sie habe mit C._____ nie über die Kündigung der Konten gesprochen. 

Auch wenn die Aussagen dieser beiden Zeuginnen, als Angestellte der Beklagten, 

mit einer gewissen Vorsicht zu würdigen seien, würden sie ins Bild passen, das 

sich aus den Akten und der Sachdarstellung der Parteien ergebe. Der Tenor gehe 

dahin, dass man die Entscheidungen des Klägers nicht hinterfragt habe und der 

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Kontakt mehrheitlich zwischen dem Kläger und C._____ stattgefunden habe; letz-

terer sei in den täglichen Geschäftsbetrieb nur noch sehr beschränkt involviert 

gewesen. Die E-Mail-Nachrichten vom 30. April, 3. und 5. Juni 2013, in welchen 

die Mitarbeiter über die Kündigung des Postkontos und die damit zusammenhän-

genden Zahlungsschwierigkeiten informiert worden seien, habe C._____ nicht er-

halten. Gegen die Sachdarstellung der Beklagten spreche einzig, dass die Kündi-

gung der Geschäftskonten im Kündigungsschreiben vom 12. Juli 2013 und auch 

im Schreiben vom 23. September 2013 mit keinem Wort erwähnt worden sei. 

Dennoch müsse es angesichts der gesamten Umstände und vor dem Hinter-

grund, dass das Nachschieben von Kündigungsgründen zulässig sei, als erwie-

sen gelten, dass C._____ erst am 11. Juli 2013 von den Zahlungsschwierigkeiten 

erfahren und dabei festgestellt habe, dass der Kläger unter Fälschung von Unter-

schriften Geschäftskonten der Beklagten gekündigt habe. Die daraufhin erfolgte 

fristlose Entlassung vom 12. Juli 2013 erweise sich damit als gerechtfertigt (Urk. 

36 S. 9-13). 

4. a) Der Kläger macht in seiner Berufung als unrichtige Rechtsanwen-

dung geltend, F._____ hätte als Partei und nicht als Zeugin befragt werden müs-

sen; sie habe im Bereich Buchhaltung und Personaladministration faktisch weit-

gehende Entscheidungsbefugnisse gehabt und diese auch haben müssen, an-

sonsten das Geschäft unmöglich hätte aufrechterhalten werden können. F._____ 

habe sich selbst widersprochen, als sie einerseits angegeben habe, nichts ohne 

Absprache mit C._____ auszuführen, und wenig später sagte, sie hätte praktisch 

keinen direkten Kontakt mit diesem gehabt (Urk. 35 S. 3). 

Dass F._____ weitgehende Entscheidungsbefugnisse gehabt habe bzw. ge-

habt haben müsse, hat der Kläger im vorinstanzlichen Verfahren nicht geltend 

gemacht (Vi-Prot. S. 24 ff., S. 31 f.; Urk. 29/5 S. 3). Er ist daher mit dieser neuen 

Behauptung im Berufungsverfahren ausgeschlossen (oben Erw. 2.c). Ebenso we-

nig hat der Kläger bereits vor Vorinstanz den angeblichen Widerspruch in den 

Aussagen von F._____ moniert. Dass F._____ praktisch keinen direkten Kontakt 

mit C._____ gehabt habe, wird im Übrigen durch das Vorbringen in der Klage-

schrift, dieser habe altershalber zunehmenden Unterstützungs- und Beratungsbe-

darf gehabt und so sei der Kläger zu dessen persönlichem Assistenten geworden 

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(Urk. 11 S. 3), gestützt. Dies schliesst einen indirekten Kontakt von F._____ mit 

C._____ (via den Kläger) keineswegs aus; ein Widerspruch ist nicht manifest und 

die geltend gemachte unrichtige Rechtsanwendung nicht ersichtlich. 

b) Der Kläger macht in seiner Berufung weiter geltend, es werde nicht er-

sichtlich, inwiefern die Vorinstanz die freundschaftliche und enge Beziehung der 

Zeuginnen F._____ und G._____ zu C._____ sowie deren Abhängigkeitsverhält-

nis als Angestellte der Beklagten adäquat berücksichtigt haben solle. Dass so-

dann C._____ sich nur wenige Wochen, nachdem er Lohnzahlungen freigegeben 

habe, nicht mehr daran habe erinnern können oder wollen, spreche gegen die 

Glaubwürdigkeit der Sachdarstellungen der Beklagten. Es sei offensichtlich, dass 

das Erinnerungsvermögen von C._____ bereits seit Frühjahr 2013 nicht über alle 

Zweifel erhaben gewesen sei (Urk. 35 S. 4 ff.).  

Vom Prinzip her hat vorab der Kläger seine Behauptung, dass die Beklagte 

schon länger vor der fristlosen Kündigung von den Unterschriftenfälschungen im 

Zusammenhang mit den Kontosaldierungen Kenntnis gehabt habe, als rechtsauf-

hebende Tatsache zu beweisen (Hauptbeweis; so auch die Beweisverfügung der 

Vorinstanz; Urk. 25). Erst wenn dieser Beweis erbracht ist, ist ein allfälliger Ge-

genbeweis der Beklagten (und damit auch die Glaubhaftigkeit der Aussagen von 

C._____, F._____ und G._____) zu prüfen. Diese Aussagen sind – was auch vom 

Kläger nicht anders gesehen wird – nicht geeignet, den Hauptbeweis zu erbrin-

gen. 

c) In der Berufung wird sodann geltend gemacht, es dürfe nicht einseitig 

zu Lasten des Klägers ausgelegt und überbewertet werden, dass dessen Aussa-

gen vage geblieben seien. Anlässlich der vorinstanzlichen Befragung von 

C._____ (25. Juni 2014) sei ein strukturiertes Gespräch kaum möglich gewesen; 

es sei daher nicht völlig von der Hand zu weisen bzw. anzunehmen, dass es be-

reits im Juni 2013 schwierig gewesen sei, mit diesem ein geordnetes Gespräch zu 

führen, sodass der Kläger auch nur vage Aussagen dazu habe machen können 

(Urk. 35 S. 6 f.).  

Soweit es sich bei diesen Vorbringen nicht ohnehin um blosse vage und 

damit unbeachtliche Vermutungen handelt, wurden entsprechende Behauptungen 

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im vorinstanzlichen Verfahren nicht aufgestellt (Vi-Prot. S. 24 ff., S. 31 f.) und ist 

der Kläger daher mit neuen Behauptungen im Berufungsverfahren ausgeschlos-

sen (oben Erw. 2.c). Damit bleibt es dabei, dass die Aussagen des Klägers auf 

die Frage, was genau im (behaupteten) Gespräch vom 18. Juni 2013 mit C._____ 

besprochen worden sei, eher vage geblieben sind. Und es bleibt auch dabei, dass 

mit der Parteiaussage des Klägers der Hauptbeweis nicht erbracht werden konn-

te. Bloss ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass seine Bestreitung, ein näheres 

Verhältnis oder Vertrauensverhältnis mit H._____ zu haben (Vi-Prot. S. 10), der – 

unkritisierten – Bemerkung von G._____, wonach der Kläger der Pate von 

H._____s Tochter sei (Urk. 29/4 S. 6), widerspricht, was seiner Glaubhaftigkeit 

abträglich ist. 

Wenn C._____ in seinen geistigen Kapazitäten derart stark eingeschränkt 

gewesen wäre, wie vom Kläger behauptet (auch Urk. 35 S. 9), würde sich die 

Frage stellen, wieweit er überhaupt noch für die Beklagte von irgendeiner Mittei-

lung hätte Kenntnis nehmen können, die mehr als völlig unkompliziert war (was 

hinsichtlich der Handelsregister-Mutationen, der Saldierung einiger Geschäftskon-

ten, den durch die Auflösung des Postkontos verursachten Zahlungsschwierigkei-

ten und der verschiedenen Unterschriftenfälschungen zweifellos nicht der Fall ist). 

d) Der Kläger macht sodann berufungsweise geltend, die E-Mail-Nach-

richt vom 23. Mai 2013 an C._____ belege dessen frühere Kenntnis der Unter-

schriftenfälschungen im Zusammenhang mit der Kündigung der Geschäftskonten. 

In dieser habe der Kläger die bei der Kündigung der Geschäftskonten vorgenom-

menen Unterschriftenfälschungen eingestanden (Urk. 35 S. 8 f.). Die Einreichung 

dieses Beweismittels erst im Berufungsverfahren sei zulässig (Urk. 35 S. 10). 

Letzterem ist unter Verweis auf bereits Gesagtes (oben Erw. 2.c) zu wider-

sprechen; die im alten zürcherischen Prozessrecht noch bestehende Möglichkeit 

einer neuen Behauptung, welche durch eine neu eingereichte Urkunde sofort be-

wiesen werden konnte (§ 115 Ziff. 2 i.V.m. § 267 ZPO/ZH), besteht in der auf das 

vorliegende Verfahren anwendbaren ZPO nicht mehr, weshalb auf die im Beru-

fungsverfahren neu eingereichte E-Mail-Nachricht nicht weiter einzugehen ist. 

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e) Der Kläger macht in seiner Berufung schliesslich geltend, selbst wenn 

C._____ selber die E-Mail-Nachricht vom 23. Mai 2013 nicht erhalten hätte und 

auch sonst nicht informiert worden wäre, hätte die Beklagte gleichwohl als davon 

informiert zu gelten. C._____ habe die Geschäfte nicht mehr selber führen kön-

nen, weshalb davon auszugehen sei, dass er die Geschäftsführung faktisch an 

die Mitarbeiter der Beklagten delegiert habe. Und alle wichtigen Mitarbeiter und 

faktischen Organe der Beklagten seien mit E-Mail-Nachrichten vom 30. April und 

vom 3. und 5. Juni 2013 über die Zahlungsschwierigkeiten und die gekündigten 

Konten informiert worden. Damit müsse angenommen werden, dass die Beklagte 

davon Kenntnis gehabt habe (Urk. 35 S. 9 f.). 

Für den Ausgang des Prozesses ist nicht entscheidend, wann die Beklagte 

von der Kündigung von Geschäftskonten erfahren hatte (von den vom Kläger ge-

nannten E-Mail-Nachrichten wird im Übrigen nur in der letzten erwähnt, dass das 

Postkonto nicht mehr existiere; vgl. Urk. 31/1, 31/3, 31/4), sondern wann sie von 

den (erneuten) strafbaren Handlungen des Klägers – Unterschriftenfälschungen 

im Zusammenhang mit der eigenmächtigen Saldierung von Geschäftskonten – 

Kenntnis erlangt hat. Eine solche Kenntnis wird mit diesen E-Mail-Nachrichten 

nicht belegt. 

f) Nach dem Gesagten ist die Berufung des Klägers als unbegründet ab-

zuweisen und das angefochtene Urteil zu bestätigen (Art. 318 Abs. 1 lit. a ZPO). 

5. a) Der Streitwert für das Berufungsverfahren beträgt Fr. 30'000.--. 

Das Berufungsverfahren ist damit kostenlos (Art. 114 lit. c ZPO). 

b) Für das Berufungsverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzu-

sprechen, dem Kläger zufolge seines Unterliegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO), der Be-

klagten mangels relevanter Umtriebe (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO). 

Es wird erkannt: 

1. Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 

3. Abteilung, vom 11. Juli 2014 wird bestätigt. 

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2. Das Berufungsverfahren ist kostenlos. 

3. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage des 

Doppels von Urk. 35, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine arbeits-
rechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 30'000.--. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
Zürich, 6. Oktober 2014 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 
 

Die Vorsitzende: 
 
 
 

Dr. M. Schaffitz 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. F. Rieke 
 

 
 
versandt am: 
mc 

	Urteil vom 6. Oktober 2014
	Erstinstanzliches Rechtsbegehren:
	Urteil des Arbeitsgerichts Zürich vom 11. Juli 2014:
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 11. Juli 2014 wird bestätigt.
	2. Das Berufungsverfahren ist kostenlos.
	3. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage des Doppels von Urk. 35, sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...