# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5f61095b-5f9e-5b02-bdad-2a172cc506af
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-15
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 15.02.2023 460 2021 152 (460 21 152)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-2021-152_2023-02-15.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

15. Februar 2023 (460 21 152) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafrecht 

 

 

Raufhandel etc. 

 

 
Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richter Daniel Häring (Ref.),  

Richterin Susanne Afheldt; Gerichtsschreiberin Ilona Frikart 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Hauptabteilung Allgemeine Delikte,  

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde und Berufungsklägerin 

 

A.____,  

vertreten durch Advokatin Martina Horni,  

Steinenschanze 6, 4051 Basel,  

Privatkläger und Berufungskläger 

 

  

 

gegen 

 

 

 

 

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 B.____,  

vertreten durch Advokat Dr. Nicolas Roulet,  

Rebgasse 1, Postfach 477, 4005 Basel,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

 

C.____, 

vertreten durch Advokat Dr. Andreas Noll,  

substituiert durch Advokatin Constanze Seelmann, 

Falknerstrasse 3, 4001 Basel,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

 

D.____,  

vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Balmer,  

Steinentorstrasse 13, Postfach 223, 4010 Basel,  

Beschuldigter 

 

 

Gegenstand Raufhandel etc. 

Berufungen gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft 

vom 15. April 2021 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft (nachfolgend: Strafgericht) vom 15. April 

2021 wurden B.____ und C.____ des Raufhandels gemäss Anklageziffer 2 schuldig erklärt und 

je zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 9 Monaten (11 Monate ohne Verletzung 

des Beschleunigungsgebots), bei einer Probezeit von zwei Jahren, verurteilt (Dispositiv-Ziffern 

1.1 und 1.2). Von der Anklage der einfachen Körperverletzung gemäss Anklageziffer 3 wurde 

B.____ freigesprochen; C.____ wurde vom Vorwurf des Raufhandels und des Landfriedens-

bruchs gemäss Anklageziffer 1 freigesprochen. Demgegenüber wurde D.____ von der Anklage 

des Raufhandels und Landfriedensbruchs gemäss Anklageziffer 1 sowie vom Vorwurf des 

Raufhandels gemäss Anklageziffer 2 vollumfänglich freigesprochen (Dispositiv-Ziffer 1.3). 

A.____ wurde vom Vorwurf des Raufhandels gemäss Anklageziffer 2 freigesprochen (Disposi-

tiv-Ziffer 1.4). Ferner wurden B.____ und C.____ in solidarischer Haftung verurteilt, A.____ 

Fr. 1'500.-- als Genugtuung zu bezahlen, wobei die Zivilklage gegenüber D.____ abgewiesen 

wurde (Dispositiv-Ziffer 4.). Darüber hinaus wurde die Zivilklage von E.____ gegenüber B.____ 

abgewiesen (Dispositiv-Ziffer 5.). Im Weiteren wurden B.____ und C.____ solidarisch dazu ver-

urteilt, A.____ eine Parteientschädigung von Fr. 8'743.70 zu entrichten. Das Honorar der amtli-

chen Verteidigung von C.____ und D.____ wurde aus der Gerichtskasse ausgerichtet; B.____ 

hingegen wurde eine Parteientschädigung zugesprochen (vgl. die Dispositiv-Ziffern 7.1 bis 7.3 

und 8). Schliesslich wurden die Verfahrenskosten festgesetzt, wobei B.____ und C.____ zur 

Tragung der auf sie entfallenden Verfahrenskosten verurteilt wurden (vgl. die Dispositiv-Ziffern 

9.1 bis 9.3). In einem letzten Punkt entschied das Strafgericht, die Einvernahmeprotokolle be-

treffend M.T., A.A., Herr F.____, Herr M., Herr G.____ und Herr H.____ seien aus den Akten zu 

entfernen, unter separatem Verschluss zu halten und nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zu 

vernichten (Dispositiv-Ziffer 10).  

 

Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit 

erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen. 

 

B. Gegen das obgenannte Urteil des Strafgerichts meldete B.____, vertreten durch Advokat 

Dr. iur. Nicolas Roulet, noch gleichentags schriftlich die Berufung gegen den ihn betreffenden 

Schuldspruch sowie den A.____ anbelangenden Freispruch an. 

 

C. Der Privatkläger A.____ erklärte mit Eingabe vom 23. April 2021, vertreten durch Advoka-

tin Martina Horni, die Berufung gegen das strafgerichtliche Urteil vom 15. April 2021. 

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D. Mit Datum vom 28. April 2021 erfolgte die Berufungsanmeldung der Staatsanwaltschaft 

Basel-Landschaft, Hauptabteilung Allgemeine Delikte (nachfolgend: Staatsanwaltschaft), gegen 

das erwähnte vorinstanzliche Urteil hinsichtlich aller drei Beschuldigten.  

 

E. Ebenfalls am 28. April 2021 gab E.____, vertreten durch Advokat Alexander Sami, die 

Berufungsanmeldung beim Strafgericht ein. 

 

F. Mit Berufungsanmeldung vom 29. April 2021 erklärte C.____, vertreten durch Advokat 

Dr. iur. Andreas Noll, seine Berufung richte sich sowohl gegen den ihn betreffenden Schuld-

spruch als auch gegen den A.____ betreffenden Freispruch. 

 

G. Am 10. Juni 2021 übermittelte B.____ dem Kantonsgericht seine Berufungserklärung 

und beantragte dabei, es sei das Urteil des Strafgerichts vom 15. April 2021 teilweise aufzuhe-

ben und er sei in Abänderung der Dispositiv-Ziffer 1.1 des Raufhandels für nicht strafbar zu er-

klären, eventualiter vom Vorwurf des Raufhandels vollumfänglich freizusprechen (Ziff. 1 und 2); 

es seien die ordentlichen Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens vollumfänglich zu Lasten des 

Staates zu verteilen und es sei ihm eine Entschädigung für die zu Unrecht ausgestandene Un-

tersuchungshaft im Umfang von Fr. 4'800.-- sowie eine angemessene Parteientschädigung für 

das erstinstanzliche Verfahren auszurichten (Ziff. 2). Zudem sei A.____ in Abänderung der vor-

instanzlichen Dispositiv-Ziffer 1.4 wegen Raufhandels zu verurteilen sowie angemessen zu be-

strafen (Ziff. 4) und seine Zivilklage sei vollumfänglich abzuweisen (Ziff. 5); alles unter o/e-

Kostenfolge (Ziff. 6). 

 

H. In ihrer bereits summarisch begründeten Berufungserklärung vom 29. Juni 2021 zog 

die Staatsanwaltschaft die Berufung gegen B.____ zurück und beantragte eine Bestätigung des 

strafgerichtlichen Urteils vom 15. April 2021 (Ziff. 1). Hinsichtlich C.____ begehrte die Staats-

anwaltschaft, es sei in Abänderung der Dispositiv-Ziffer 1.2 des vorinstanzlichen Urteils eine 

Verurteilung wegen mehrfachen Raufhandels und Landfriedensbruchs gemäss Ziff. 1 und 2 der 

Anklageschrift auszufällen und C.____ zu einer teilbedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 

15 Monaten (davon sechs Monate unbedingt und neun Monate bedingt vollziehbar), bei einer 

Probezeit von drei Jahren und unter Anrechnung der vorläufigen Festnahme sowie der ausge-

standenen Untersuchungshaft von 25 Tagen, zu verurteilen (Ziff. 2). Ferner forderte die Ankla-

gebehörde, D.____ sei in Abänderung des genannten Urteils des Raufhandels schuldig zu 

sprechen und zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von neun Monaten, bei einer Pro-

bezeit von zwei Jahren, unter Anrechnung der vorläufigen Festnahme sowie der ausgestande-

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nen Untersuchungshaft von 23 Tagen, zu verurteilen (Ziff. 3) und die vorinstanzliche Dispositiv-

Ziffer 2 sei aufzuheben (Ziff. 4). Schliesslich seien B.____, C.____ und D.____ in Abänderung 

des strafgerichtlichen Urteils vom 15. April 2021 zu verurteilen, A.____ unter solidarischer Haft-

barkeit eine Genugtuung von Fr. 1'500.-- zu bezahlen (Ziff. 5). Für die von der Staatsanwalt-

schaft beantragten Kosten- und Entschädigungsfolgen wird auf ihre entsprechende Eingabe 

verwiesen (Ziff. 6 – 13). 

 

I. Mit Datum vom 30. Juni 2021 erklärte C.____ die Berufung und beantragte im Wesent-

lichen, es sei das strafgerichtliche Urteil vom 15. April 2021 hinsichtlich des gemäss Ziff. 2 der 

Anklageschrift ausgefällten Schuldspruchs vollumfänglich aufzuheben und er sei von Schuld 

und Strafe freizusprechen (Ziff. 1); es sei das genannte Urteil in Bezug auf A.____ vollumfäng-

lich aufzuheben und dieser sei gemäss Ziffer 2 der Anklageschrift schuldig zu sprechen sowie 

angemessen zu bestrafen (Ziff. 2); alles unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Staates (Ziff. 6). 

 

J. E.____, vertreten durch Advokat Alexander Sami, zog am 30. Juni 2021 seine Beru-

fung gegen das vorinstanzliche Urteil vom 15. April 2021 zurück. 

 

K. A.____ reichte dem Kantonsgericht mit Datum vom 30. Juni 2021 die Berufungserklä-

rung ein und beantragte, es seien B.____, C.____ und D.____ gemäss Anklageziffer 2 des An-

griffs schuldig zu sprechen (Ziff. 1) und neben den beiden Erstgenannten sei auch D.____ in 

solidarischer Haftung zu verurteilen, ihm eine Genugtuung von Fr. 1'500.-- (Ziff. 2) sowie eine 

Parteientschädigung von Fr. 8'743.70 (Ziff. 3) zu bezahlen; dies unter o/e-Kostenfolge (Ziff. 4). 

 

L. Mit kantonsgerichtlicher Verfügung vom 2. Juli 2021 wurde das Berufungsverfahren 

hinsichtlich des Privatklägers E.____ zufolge Rückzugs der Berufung als erledigt abgeschrieben 

und den Beschuldigten B.____ und C.____ sowie der Staatsanwaltschaft und dem Privatkläger 

A.____ wurde Frist angesetzt, um begründeten Antrag auf Nichteintreten eines Rechtsmittels zu 

stellen oder die Anschlussberufung zu erklären. 

 

M. Mit Schreiben vom 7. Juli 2021 beantragte B.____, es sei auf die Berufung des Privat-

klägers A.____ gegen das Urteil des Strafgerichts vom 15. April 2021 nicht einzutreten; dies 

unter o/e-Kostenfolge.  

 

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N. Am 18. Juli 2021 erklärte C.____ hinsichtlich den von der Staatsanwaltschaft und 

A.____ in seiner Eigenschaft als Privatkläger eingelegten Berufungen jeweils die Anschlussbe-

rufung. 

 

O. Am 23. Juli 2021 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sie keine Anschlussberufung 

erhebe, sondern sich auf ihre eigene Berufung gegen C.____ und D.____ beschränke und im 

Übrigen die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils beantrage. In Bezug auf die Berufungser-

klärungen von B.____ und C.____ gegen den Freispruch betreffend A.____ beantragte die An-

klagevertretung, es sei nicht darauf einzutreten. 

 

P. Der verfahrensleitende Präsident der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts 

stellte mit Verfügung vom 6. August 2021 fest, dass C.____ in seiner Eigenschaft als Beschul-

digter und Berufungskläger innert gesetzlicher Frist die Anschlussberufung gegen die von der 

Staatsanwaltschaft und A.____ erklärten Berufungen erhoben hat (Ziff. 2) und C.____ in seiner 

Eigenschaft als Privatkläger weder Anträge auf Nichteintreten gestellt noch Anschlussberufung 

eingelegt hat (Ziff. 3). Darüber hinaus wurde konstatiert, dass B.____ in seiner Eigenschaft als 

Beschuldigter und Berufungskläger innert gesetzlicher Frist den Antrag gestellt hat, es sei auf 

die Berufung von A.____ in Bezug auf B.____ nicht einzutreten (Ziff. 4) und B.____ in seiner 

Eigenschaft als Privatkläger weder Anträge auf Nichteintreten gestellt noch Anschlussberufung 

erklärt hat (Ziff. 5). Im Weiteren wurde mit nämlicher Verfügung festgehalten, dass die Staats-

anwaltschaft innert gesetzlicher Frist in Bezug auf die in ihrer Eigenschaft als Beschuldigte er-

klärten Berufungen von C.____ und B.____ weder Anträge auf Nichteintreten gestellt noch An-

schlussberufung erhoben hat (Ziff. 6), wobei die Staatsanwaltschaft hinsichtlich der in ihrer gel-

tend gemachten Eigenschaft als Privatkläger gestellten Anträge der Berufungskläger C.____ 

und B.____ innert gesetzlicher Frist Anträge auf Nichteintreten gestellt hat (Ziff. 7). C.____ wur-

de Frist bis zum 30. August 2021 angesetzt, um dem Berufungsgericht präzise darzulegen, 

welche Teile des strafgerichtlichen Urteils vom 15. April 2021 er in seiner Eigenschaft als Be-

schuldigter und Berufungskläger, und welche Teile des genannten Urteils er in seiner Eigen-

schaft als Beschuldigter und Anschlussberufungskläger anficht (Ziff. 9). Den betroffenen Partei-

en wurde die Möglichkeit zur Stellungnahme bis zum 30. August 2021 gegeben (Ziff. 10). Bis 

am 30. September 2021 erhielten die Parteien zudem die Gelegenheit, Einwände gegen die 

Ladung der Zeugen F.____, A.A., Herr G.____, Herr H.____, Herr I.____ und Herr J.____ zur 

kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung vorzubringen (Ziff. 13). Schliesslich wurde festge-

stellt, dass die Verteidigung von C.____ im Berufungsverfahren durch Advokat Dr. iur. Andreas 

Noll als Wahlverteidigung wahrgenommen wird (Ziff. 17).  

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Q. C.____ beantragte mit Eingabe vom 30. August 2021 die Einsetzung von Advokat 

Dr. iur. Andreas Noll als amtlicher Verteidiger für das Berufungsverfahren und verlangte, es sei 

sowohl auf seine Berufung als auch auf seine Anschlussberufung einzutreten. 

 

R. Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 6. September 2021 wurde der Schriften-

wechsel betreffend Eintreten auf die Berufungen und Anschlussberufung für geschlossen erklärt 

(Ziff. 4). Ferner wurde festgehalten, dass das Berufungsgericht in einem schriftlichen Verfahren 

entscheiden werde, ob auf die Berufungen von B.____ und C.____ in deren geltend gemachten 

Eigenschaft als Privatkläger, auf die Berufung von A.____ als Privatkläger und auf die An-

schlussberufung von C.____ einzutreten sei (Ziff. 5). C.____ wurde mit nämlicher Verfügung auf 

sein Gesuch hin die amtliche Verteidigung mit Advokat Dr. iur. Andreas Noll bewilligt (Ziff. 6), 

wobei bestimmt wurde, dass die Honorarnote nach Aufwendungen der amtlichen Verteidigung 

einerseits und der Rechtsvertretung für die Privatklägerschaft andererseits aufzuschlüsseln sei 

(Ziff. 7). 

 

S. Mit Beschluss vom 28. September 2021 trat das Berufungsgericht mangels Parteistel-

lung als Privatklägerschaft nicht auf die Berufungen von B.____ vom 10. Juni 2021 und C.____ 

vom 30. Juni 2021 ein (Ziff. 1 und 2). Auf die Berufung von A.____ vom 30. Juni 2021 wurde 

demgegenüber eingetreten (Ziff. 3). Auf die Anschlussberufung von C.____ vom 18. Juli 2021 

betreffend die Berufungen der Staatsanwaltschaft vom 29. Juni 2021 und A.____ vom 30. Juni 

2021 wurde nicht eingetreten (Ziff. 4). Die Kosten für dieses Verfahren wurden zudem auf 

Fr. 1'500.-- festgesetzt, wobei über deren Verteilung erst mit Urteil des Berufungsgerichts zu 

entscheiden sein werde (Ziff. 5). 

 

T. Am 30. März 2022 begehrte C.____, es sei ihm zur Begründung seiner Berufung eine 

angemessene Frist zu gewähren (Ziff. 1). Darüber hinaus stellte er den Antrag, es sei festzu-

stellen, dass die zum Zeitpunkt des Abschlusses des erstinstanzlichen Verfahrens bestehende 

amtliche Verteidigung mit dem Wechsel der Verfahrensleitung an das Kantonsgericht nahtlos 

fortbestehe; eventualiter sei ihm, ohne dass er seine Bedürftigkeit nachzuweisen habe, die amt-

liche Verteidigung mit Wirkung ab dem Wechsel der Verfahrensleitung an das Kantonsgericht 

für das gesamte Berufungsverfahren zu bewilligen (Ziff. 3). 

 

U. Mit Stellungnahme vom 30. August 2021 schloss A.____ zusammengefasst auf Abwei-

sung des Antrags auf Nichteintreten des Beschuldigten B.____, da er berufungslegitimiert sei. 

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Hingegen seien B.____ und C.____ mangels Parteistellung im Strafverfahren gegen A.____ 

nicht zur Ergreifung eines Rechtsmittels berechtigt.  

 

V. Gegen den Beschluss des Kantonsgerichts vom 28. September 2021 erhob C.____ mit 

Datum vom 11. November 2021 Beschwerde an das Bundesgericht, welche mit höchstrichterli-

chem Urteil vom 17. März 2022 abgewiesen wurde. 

 

W. D.____ erklärte mit Stellungnahme vom 30. September 2021 keine Einwände gegen 

die Ladung der anonymisierten Zeugen zur kantonsgerichtlichen Berufungsverhandlung zu ha-

ben. Ferner beantragte er die Bewilligung der amtlichen Verteidigung mit Advokat Christoph 

Balmer für das Berufungsverfahren. 

 

X. A.____ gab mit Datum vom 30. September 2021 ebenfalls an, keine Einwände gegen 

die Ladung der anonymen Zeugen an die kantonsgerichtliche Verhandlung zu haben.  

 

Y. Mit prozessleitender Verfügung des Kantonsgerichts vom 13. Dezember 2021 wurde 

unter Hinweis auf das ärztliche Attest vom 6. Dezember 2021 festgehalten, dass auf die Befra-

gung des Zeugen "Herr I.____" anlässlich der Berufungsverhandlung verzichtet werde.  

 

Z. Der verfahrensleitende Präsident der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts 

wies den Antrag des Beschuldigten C.____, ihm sei eine Frist zur Begründung seiner Berufung 

zu gewähren, mit Verfügung vom 31. März 2022 ab (Ziff. 2). Ferner wurde festgestellt, dass 

Advokat Dr. iur. Andreas Noll als amtlicher Verteidiger von C.____ eingesetzt werde (Ziff. 3) 

und C.____ seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse nicht offenlegen möchte, weshalb 

das Berufungsgericht mit Urteil zu entscheiden habe, ob ihm (im Fall des Unterliegens) die Kos-

ten der amtlichen Verteidigung (als Teil der Verfahrenskosten) aufzuerlegen bzw. mit Rechts-

kraft des Urteils dem Staate zurückzuerstatten seien (Ziff. 4). Schliesslich wurde der Schriften-

wechsel für geschlossen erklärt und die Zeugen F.____, A.A., Herr G.____, Herr H.____ und 

Herr J.____ als Zeugen zur Berufungsverhandlung geladen.  

 

  

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Erwägungen 

I. Formelles 

1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 

(StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren 

ganz oder teilweise abgeschlossen wird. Gemäss Art. 398 Abs. 3 StPO können mit Berufung 

gerügt werden: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Er-

messens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichti-

ge Feststellung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Beru-

fungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 

Abs. 2 StPO). Jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Ände-

rung des Entscheides hat, kann ein Rechtsmittel ergreifen (Art. 382 Abs. 1 StPO). Gemäss 

Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist die Berufung zunächst dem erstinstanzlichen Gericht innert 

zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach ist dem 

Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche 

Berufungserklärung einzureichen. 

 

2. Aus den Akten ergibt sich, dass das Urteilsdispositiv des Strafgerichts vom 15. April 

2021 den Beschuldigten B.____ und C.____ sowie dem Privatkläger A.____ und der Staatsan-

waltschaft jeweils am 19. April 2021 zugestellt worden ist (vgl. act. S547, act. S549, act. S553, 

act. S541). Mit ihren Berufungsanmeldungen vom 15. April 2021 (act. S831 f.), 29. April 2021 

(act. S865), 23. April 2021 (act. S837) und 28. April 2021 (act. S841) haben B.____, C.____, 

A.____ und die Staatsanwaltschaft die zehntägige Frist gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO eingehal-

ten. Auch die Frist zur Berufungserklärung gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO wurde vorliegend von 

sämtlichen Parteien gewahrt: Das begründete Urteil des Strafgerichts vom 15. April 2021 wurde 

den Beschuldigten B.____ (act. S706/3) und C.____ (act. S706/5) wie auch dem Privatkläger 

A.____ (act. S706/9) und der Staatsanwaltschaft (act. S706) am 10. Juni 2021 zugestellt. Die 

Berufungserklärungen der Beschuldigten B.____ vom 10. Juni 2021 und C.____ vom 30. Juni 

2021 sowie dem Privatkläger A.____ vom 30. Juni 2021 und der Anklagebehörde vom 

29. Juni 2021 erfolgten allesamt innert der 20-tägigen Frist. Sowohl die Beschuldigten als auch 

der Privatkläger und die Staatsanwaltschaft haben ein rechtlich geschütztes Interesse an der 

Aufhebung und Änderung des erstinstanzlichen Entscheides im Sinne ihrer Anträge. Was die 

Form betrifft, so erfüllen ausnahmslos alle Eingaben die Anforderungen von Art. 385 Abs. 1 

StPO. Schliesslich ergibt sich die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abtei-

lung Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Berufungen aus 

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Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur Schweizeri-

schen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250). Es ist demnach auf die Rechtsmittel der Be-

schuldigten B.____ und C.____ sowie des Privatklägers A.____ und der Anklagebehörde einzu-

treten. 

 

II. Gegenstand des Berufungsverfahrens 

1. Aufgrund der im Rechtsmittelverfahren geltenden Dispositionsmaxime kann die Beru-

fung auf die blosse Anfechtung von Teilen des Urteils beschränkt werden (Art. 399 Abs. 3 lit. a 

und Abs. 4 StPO). Gestützt auf Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstin-

stanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Erfolgt eine Teilanfechtung, erwachsen die 

nicht angefochtenen Punkte in Rechtskraft. Die Rechtsmittelinstanz ist bei ihrem Entscheid 

nicht an die Begründungen und an die Anträge der Parteien gebunden, ausser wenn sie Zivil-

klagen beurteilt (Art. 391 Abs. 1 StPO). Sie darf Entscheide nicht zum Nachteil der beschuldig-

ten oder beurteilten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen 

worden ist (Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO). Dieses Verschlechterungsverbot (sog. "reformatio in 

peius") gilt stets nur zugunsten der beschuldigten Person (NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, 

Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 391 N 5).  

 

2. Es liegen Berufungen der Beschuldigten B.____ und C.____ sowie des Privatklägers 

A.____ und der Staatsanwaltschaft vor. Aufgrund des Gegenstandes dieser Rechtsmittel steht 

vorliegend das gesamte Urteil des Strafgerichts vom 15. April 2021 im Streit, mit den nachfol-

genden Ausnahmen: Freispruch betreffend B.____ wegen einfacher Körperverletzung gemäss 

Anklageziffer 3 (Dispositiv-Ziffer 1.1, 4. Absatz); Freispruch betreffend A.____ wegen Raufhan-

dels gemäss Anklageziffer 2 (Dispositiv-Ziffer 1.4); Abweisung der Genugtuungsforderungen 

von B.____, C.____ und D.____ (Dispositiv-Ziffer 3); Abweisung der Zivilklage von E.____ ge-

gen B.____ (Dispositiv-Ziffer 5); Parteientschädigung betreffend A.____ (Dispositiv-Ziffer 7.4) 

sowie die Verlegung der Verfahrenskosten betreffend A.____ (Dispositiv-Ziffer 9.4). Diese Ur-

teilsdispositivziffern sind in Rechtskraft erwachsen und bilden vorliegend nicht Gegenstand der 

richterlichen Überprüfung. In Bezug auf die anderen angefochtenen Punkte gilt das Verbot der 

"reformatio in peius" zufolge der sowohl seitens der Privatklägerschaft als auch seitens der An-

klagebehörde eingelegten Berufungen nicht. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass die 

Privatklägerschaft nach Art. 382 Abs. 2 StPO zwar den Entscheid hinsichtlich der ausgespro-

chenen Sanktion nicht anfechten kann, jedoch gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

unabhängig von der Geltendmachung von Zivilansprüchen zur Berufung im Schuldpunkt legiti-

miert ist (vgl. BGE 139 IV 84 E. 1.1). Sie kann somit nicht nur einen Freispruch, sondern auch 

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die rechtliche Qualifikation der der beschuldigten Person vorgeworfenen Tat durch die erste 

Instanz anfechten. Die Konsequenz dieser höchstrichterlichen Rechtsprechung ist die Folgen-

de: Im Falle der Gutheissung der Berufung der Privatklägerschaft im Schuldpunkt kann das Be-

rufungsgericht eine dem abgeänderten Schuldspruch entsprechende neue und gegebenenfalls 

im Vergleich zur Vorinstanz strengere Sanktion ausfällen sowie auf eine andere rechtliche Ein-

stufung [soweit von der Anklageschrift erfasst] erkennen – dies unabhängig davon, ob die 

Staatsanwaltschaft auch ein Rechtsmittel ergriffen oder dieses gar zurückgezogen hat (vgl. 

BGE 139 IV 84 E. 1.2; BGE 148 IV 124 E. 2.6.4; Art. 382 Abs. 1 und Abs. 2 StPO e contrario; 

VIKTOR LIEBER, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 382 N 15; DANIEL 

JOSITSCH/NIKLAUS SCHMID, a.a.O., Art. 382 N 6). Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass 

A.____ einerseits Strafantrag gestellt (act. 2099 f.) und sich andererseits im Verfahren gegen 

die Beschuldigten sowohl als Straf- als auch als Zivilkläger konstituiert hat (act. 2103 f.). Ent-

sprechend kann das Kantonsgericht das strafgerichtliche Urteil vom 15. April 2021 nach Mass-

gabe der Anträge der Privatklägerschaft und der Staatsanwaltschaft wie auch der Beschuldig-

ten B.____ und C.____ gegenüber den Letztgenannten mildern resp. gegenüber allen drei Be-

schuldigten bestätigen oder zu deren Lasten verschärfen.  

 

III. Materielles 

A. Formelle Rügen 

1. Verwertbarkeit der Aussagen der Zeugen und Auskunftspersonen 

1.1 (…) 

 

1.2 (…) 

 

1.3 Das Kantonsgericht schliesst sich hinsichtlich dieses Antrags vollumfänglich den zutref-

fenden und oben zitierten Ausführungen der Vorinstanz an. Ergänzend dazu ist zunächst auf-

grund der Akten festzustellen, dass abgesehen von K.____ und L.____, welche als Auskunfts-

personen befragt wurden (act. 6207 ff. und act. 6263 ff.), sämtliche andere Personen (G.____, 

act. 5789 ff. sowie S. 23 ff. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht; M.____, act. 5871 ff.; 

N.____, act. 6001 ff.; O.____, act. 6027 ff.; F.____, S. 10 ff. Prot. Hauptverhandlung Kantons-

gericht; H.____, S. 31 ff. Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht und J.____, S. 38 ff. 

Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht) als Zeugen einvernommen wurden. Für eine bewusste 

Falschaussage dieser Zeugen bestehen nicht zuletzt auch aufgrund der ergangenen Zeugenbe-

lehrung gemäss Art. 177 Abs. 1 StPO (insbesondere hinsichtlich der Wahrheitspflicht) und dem 

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Hinweis auf die Strafbarkeit eines falschen Zeugnisses nach Art. 307 StGB keinerlei Anhalts-

punkte. Eine unbewusste Beeinflussung der Zeugen aufgrund der Medienmitteilung vom 

tt..mm.jjjj ist demgegenüber zwar grundsätzlich denkbar, dennoch ist das Berufungsgericht 

auch in Anbetracht ihrer differenzierten und von Realkennzeichen geprägten Depositionen der 

Überzeugung, dass die genannten Zeugen ihre Wahrnehmungen frei bilden konnten und ihre 

Depositionen auf eigens Erlebtem basieren. Im Rahmen der Beweiswürdigung wird bei jeder 

Einlassung einzeln und im Detail darauf einzugehen sein, weshalb keinerlei Anzeichen für eine 

unbewusste Beeinflussung – auch unter Zugrundelegung des konkreten Textes der Medienmit-

teilung vom tt.mm.jjjj – festzustellen sind (vgl. dazu E. III.C.1.4). Der Pressetext lautete wie folgt: 

"(…)" 

 

Ein Vergleich dieser Pressemitteilung mit den vorhandenen Einlassungen zeigt, dass die Zeu-

gen allesamt von detailreichen Beobachtungen berichten konnten, welche im Medienbericht 

derart keine Erwähnung fanden. So geht daraus beispielsweise nicht hervor, dass einer der 

"verdächtigen Männer" eine Pistolenbewegung mit der Hand vollführt haben soll, wie F.____ 

dies anlässlich der kantonsgerichtlichen Befragung dargetan hat (vgl. S. 11 Prot. Hauptverhand-

lung Kantonsgericht). Es wird in der Medienmitteilung ferner auch nicht angeführt, dass die un-

bekannten Männer zuerst oben auf der Galerie gestanden und dann nach unten gelangt seien, 

wie dies G.____ (act. 5791), O.____ (act. 6031) und F.____ (vgl. S. 11 Prot. Hauptverhandlung 

Kantonsgericht) beschrieben haben, oder sich der Privatkläger A.____ am Boden in Embryo-

stellung versucht habe zu schützen, wie F.____ dies angegeben hat (vgl. S. 13 Prot. Hauptver-

handlung Kantonsgericht). Letztere Schilderung deckt sich im Übrigen mit den Ausführungen 

von G.____, wonach sich A.____ am Boden "wie gezogen und geschützt [habe] gegen Fusstrit-

te" (act. 5795). Die Zeugen haben insgesamt eindeutig über weitergehende Informationen ver-

fügt, als dass sie dieselben bloss aufgrund der Medienmitteilung hätten haben können. Die Be-

rufungsinstanz erkennt keinerlei Hinweise dafür, dass die Medienmitteilung bei den Zeugen 

unbewusste Suggestionen hervorgerufen hätte. Zu bemerken ist indes, dass H.____ bekundet 

hat, die Medienmitteilung vom tt.mm.jjjj gelesen zu haben (vgl. S. 32 Prot. Hauptverhandlung 

Kantonsgericht). In diesem Zusammenhang ist dessen Äusserung, wonach er die Medienmittei-

lung gelesen habe und dann "gewusst [habe], was passiert sei" zwar unbedarft – dennoch 

macht er keine Angaben zum Tatgeschehen, wie es der Medienmitteilung zu entnehmen gewe-

sen ist, sondern beschreibt lediglich, wie eine Person vom Tisch auf etwas oder jemanden 

draufgesprungen sei (vgl. S. 36 Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht). Er belastet somit nie-

manden gezielt und dieser Vorgang wurde gerade nicht im Pressetext umrissen. Darüber hin-

aus deponiert H.____, die Medienmitteilung habe ihn lediglich dazu bewogen, sich bei der Poli-

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Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

zei zu melden, da er aufgrund dieses Medienberichts einen Zusammenhang mit seiner Be-

obachtung habe herstellen können. Genau dies war schliesslich der Zweck der Pressemittei-

lung vom tt.mm.jjjj und belegt keineswegs eine unbewusste Beeinflussung. Nach dem Gesag-

ten erhellt, dass nichts gegen eine Verwertung der entsprechenden Zeugenaussagen zulasten 

(und zugunsten) der Beschuldigten B.____, C.____ und D.____ spricht (vgl. dazu die weiterge-

henden Ausführungen unter E. III.C.1.4). Der Antrag ist folglich abzuweisen. 

 

2. Verwertbarkeit der anonymen Zeugenaussagen 

2.1 (…)  

 

2.2 (…) 

 

2.3 (…)  

 

2.4  

2.4.1 Gemäss Art. 150 Abs. 1 StPO kann die Verfahrensleitung der zu schützenden Person 

die Wahrung ihrer Anonymität zusichern, wobei die Staatsanwaltschaft die von ihr gemachte 

Zusicherung innert 30 Tagen dem Zwangsmassnahmengericht zur Genehmigung vorzulegen 

hat (Art. 150 Abs. 2 StPO). Verweigert das Zwangsmassnahmengericht die Genehmigung, dür-

fen die unter Zusicherung der Anonymität bereits erhobenen Beweise nicht verwertet werden 

(Art. 150 Abs. 3 StPO). Solche Beweise müssen gemäss Art. 141 Abs. 5 StPO aus den Akten 

entfernt, bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens separat unter Verschluss gehalten 

und danach vernichtet werden (vgl. BGE 138 IV 178 E. 3.2.3). Die Folge der Unverwertbarkeit 

von bereits erhobenen Beweisen tritt auch dann ein, wenn eine erteilte Zusicherung nicht innert 

Frist oder dem Zwangsmassnahmengericht gar nicht zur Genehmigung vorgelegt wird (STEFAN 

WEHRENBERGER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 150 N 14 ff.; WOLFGANG 

WOHLERS, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 150 N 7). Gemäss WOHLERS unterlie-

gen die unter Zusicherung der Anonymität erhobenen Beweise nach Art. 150 Abs. 3 StPO ei-

nem mit Fernwirkung ausgestatteten absoluten Verwertungsverbot gemäss Art. 141 Abs. 1 Satz 

2 StPO (WOLFGANG WOHLERS, a.a.O., Art. 150 N 7, vgl. auch NIKLAUS OBERHOLZER, Grundzüge 

des Strafprozessrechts, 2020, N 731 und SABINE GLESS, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 

2014, Art. 141 N 48 und 54). Art. 141 Abs. 5 StPO schreibt indes nicht ausdrücklich vor, ob die 

Bestimmung nur für belastende oder auch entlastende Beweise gelten soll, die unverwertbar 

sind. Einzig der Wortlaut würde keinen Raum für den Verbleib entlastender Beweise in den 

Strafakten lassen (GEORGE DARVISH POULIKAKOS, Die Verwertbarkeit rechtswidrig erhobener 

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Beweise, ZStStr Band/Nr. 112, 2021, S. 179 ff.). WOHLERS führt diesbezüglich aus, dass in den 

Fällen, in welchen die Beweise nicht gesiegelt und damit zugänglich seien, eine Verwertung zur 

Entlastung auch dann zulässig und geboten sei, wenn das Beweismittel eigentlich einem Ver-

wertungsverbot unterliege (WOLFGANG WOHLERS, a.a.O., Art. 141 N 42).  

 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung und der herrschenden, neueren Lehre handle es 

sich demgegenüber bei Beweisverwertungsverboten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO, d.h. 

wenn Beweise in strafbarer Weise oder unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben 

wurden, um blosse Belastungsverbote (SABINE GLESS, a.a.O., Art. 141 N 111 ff.; JÉRÔME 

BÉNÉDICT, Code de procédure pénale suisse, 2. Aufl. 2019, Art. 141 N 33 f.; NIKLAUS 

SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 3. Aufl. 

2018, Art. 141 N 18; vgl. BGer 6B_1362/2020 vom 20. Juni 2022 E. 14.4.3). Demzufolge müss-

ten Beweise, welche die beschuldigte Person entlasten, zugelassen werden, auch wenn sie 

rechtswidrig erhoben worden sind. Das Prinzip der materiellen Wahrheit müsse vollständig 

durchschlagen. Es wäre angesichts des in Art. 6 StPO verankerten Untersuchungsgrundsatzes 

ansonsten stossend, der beschuldigten Person Entlastungsbeweise zu entziehen, weil die 

Strafbehörde diese rechtsfehlerhaft erlangt habe. Damit würde die Legalität oder Illegalität der 

Beweissammlung in den Händen der Strafverfolgungsbehörden liegen (vgl. BGer 

6B_1362/2020 vom 20. Juni 2022 E. 14.4.3).  

 

2.4.2 Zunächst ist zu konstatieren, dass die anonymen Zeugenaussagen aufgrund der nicht 

eingeholten Genehmigung des Zwangsmassnahmengerichts Basel-Landschaft unter Verlet-

zung von Art. 150 Abs. 2 StPO erhoben wurden. Solche Zeugeneinlassungen unterliegen 

grundsätzlich einem absoluten Verwertungsverbot im Sinne von Art. 141 Abs. 1 StPO, weshalb 

fraglich ist, ob die vorstehend zitierte Rechtsprechung [zu Art. 141 Abs. 2 StPO] auf den vorlie-

genden Fall überhaupt anzuwenden ist. Da der Gedanke, einen offensichtlich Unschuldigen zu 

verurteilen, weil entlastende Beweis nicht verwertbar sind, allerdings unerträglich wäre (vgl. 

BGer 6B_1362/2020 vom 20. Juni 2022 E. 14.4.3), zieht das Kantonsgericht diese Zeugenaus-

sagen – soweit sie zugunsten der Beschuldigten ausfallen – bei der Beweiswürdigung bei.  

 

In diesem Zusammenhang ist vorab festzustellen, dass das Strafgericht die Aussagen der Zeu-

gen F.____, A.A., Herr G.____, Herr H.____, Herr I.____ und Herr J.____ aus den physischen 

Verfahrensakten ausgesondert und dem Kantonsgericht in einem verschlossenen Couvert über-

reicht hat (vgl. weisses Couvert "Personalien Zeugen"). In den elektronischen Akten sind die 

ausgeschiedenen Aktenstücke jedoch nach wie vor vorhanden (vgl. act. 5701 ff.). Die Beru-

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fungsinstanz hat nach Festlegung des vorläufigen Beweisergebnisses (vgl. E. III.C.1.4.9) die 

erwähnten Zeugendepositionen auf entlastende Momente hin geprüft, jedoch keine solche er-

kennen können. Vielmehr würden die anonymen Zeugeneinlassungen das vorläufige Beweiser-

gebnis noch erhärten. In Anbetracht der bloss pauschalen, allgemein gehaltenen und nicht nä-

her spezifizierten Rügen des Beschuldigten C.____ erhellt sich dem Berufungsgericht insge-

samt somit nicht, welche Darlegungen der Zeugen er für sich und die anderen Beschuldigten 

als entlastend erachtet. Der Beschuldigte D.____ reicht dem Gericht demgegenüber die ent-

sprechenden Einvernahmeprotokolle mit den seines Erachtens jeweils als wesentlich markier-

ten Textstellen ein und setzt diese darüber hinaus im Rahmen seines Parteivortrags in einen 

Gesamtzusammenhang mit den übrigen, legal erhobenen Beweismitteln (vgl. S. 51 ff. und Bei-

lage 5 [S. 10 ff.] Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht). Trotz dieser Vorbringen des Beschul-

digten D.____ hat das Kantonsgericht in den Aussagen des Zeugen A.A. und Herrn J.____ im 

Ergebnis nach wie vor keine für ihn entlastende Elemente ausmachen können bzw. festgestellt, 

dass es D.____ durch Nennung der ihn aus seiner Sicht entlastenden Depositionen (aus den 

nicht verwertbaren Akten) nicht gelingt, das sich aus dem rechtmässig erlangten Beweismateri-

al ergebende klare Beweisergebnis umzustossen (vgl. E. III.C.1.4.9 und E. III.C.1.4.14.b). 

 

Nach dem Gesagten werden die Anträge zwar grundsätzlich gutgeheissen, ändern nach Über-

zeugung des Kantonsgerichts im Ergebnis jedoch nichts am klaren Beweisergebnis. 

 

3. Verwertbarkeit der Mobiltelefondaten von P.____ und Q.____ 

3.1 (…) 

 

3.2 (…) 

 

3.3  

3.3.1 Zwangsmassnahmen können gemäss Art. 197 StPO nur ergriffen werden, wenn sie 

gesetzlich vorgesehen sind (lit. a); ein hinreichender Tatverdacht vorliegt (lit. b); die damit an-

gestrebten Ziele nicht durch mildere Massnahmen erreicht werden können (lit. c) und die Be-

deutung der Straftat die Zwangsmassnahme rechtfertigt (lit. d). Zwangsmassnahmen, die in die 

Grundrechte nicht beschuldigter Personen eingreifen, sind besonders zurückhaltend einzuset-

zen (Art. 197 Abs. 2 StPO). Durchsuchungen werden in einem schriftlichen Befehl angeordnet, 

wobei sie in dringenden Fällen mündlich angeordnet werden können, aber nachträglich schrift-

lich zu bestätigen sind (Art. 241 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 246 StPO dürfen Schriftstücke, 

Ton-, Bild- und andere Aufzeichnungen, Datenträger sowie Anlagen zur Verarbeitung und Spei-

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Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

cherung von Informationen durchsucht werden, wenn zu vermuten ist, dass sich darin Informa-

tionen befinden, die der Beschlagnahme unterliegen. Von der Durchsuchung solcher Aufzeich-

nungen wird gesprochen, wenn die Schriftstücke oder Datenträger im Hinblick auf ihren Inhalt 

oder ihre Beschaffenheit durchgelesen oder besichtigt werden, um ihre Beweiseignung festzu-

stellen, sie allenfalls zu beschlagnahmen und zu den Akten zu nehmen (vgl. BGE 139 IV 128 

E. 1.4). Der Inhaber oder die Inhaberin kann gemäss Art. 248 StPO die Siegelung verlangen. 

Gegenstände dürfen ohne Einwilligung nach Art. 249 StPO nur dann durchsucht werden, wenn 

zu vermuten ist, dass Tatspuren oder zu beschlagnahmende Gegenstände und Vermögenswer-

te gefunden werden könnten. Eine Einwilligung muss allerdings ausdrücklich und unter Hinweis 

auf die Siegelungsmöglichkeit erfolgen, wobei oftmals trotz Einwilligung nachträglich eine 

schriftliche Bestätigung der Durchsuchung durch die Staatsanwaltschaft ausgestellt wird (DIEGO 

R. GFELLER/SABRINA GFELLER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 249 N 15 ff.; DAMIAN 

K. GRAF/THOMAS HANSJAKOB, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 249 N 4). Art. 263 

Abs. 1 StPO bestimmt ferner, dass Gegenstände einer beschuldigten Person oder einer Dritt-

person beschlagnahmt werden können, wenn die Gegenstände voraussichtlich als Beweismittel 

gebraucht werden (lit. a), zur Sicherstellung von Verfahrenskosten, Geldstrafen, Bussen und 

Entschädigungen gebraucht werden (lit. b); den Geschädigten zurückzugeben (lit. c) oder ein-

zuziehen sind (lit. d). Da bei Drittpersonen das die Beschlagnahme begrenzende Moment des 

Tatverdachts entfällt, gilt: Je loser der Zusammenhang zwischen Beschlagnahmebetroffenem 

und untersuchter Tat, desto strenger sind die Anforderungen an die Verhältnismässigkeit (FELIX 

BOMMER/PETER GOLDSCHMID, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 263 N 31). 

 

3.3.2 Zunächst ist festzuhalten, dass das Mobiltelefon (Huawei) von R.____ am tt.mm.jjjj 

durch die Polizei Basel-Landschaft sichergestellt wurde (act. 2507). Anlässlich einer Haus-

durchsuchung bei P.____ wurden ferner zwei weitere Mobiltelefone (Samsung und Sony 

Ericson sowie zwei SIM-Karten) sichergestellt. Der schriftlich abgefasste Durchsuchungs- und 

Sicherstellungsbefehl datiert vom tt.mm.jjjj (act. 25013 f.). Der entsprechenden Kurzbegründung 

ist zu entnehmen, dass der dringende Verdacht bestehe, P.____ sei am tt.mm.jjjj an einem An-

griff zum Nachteil von A.____ im Restaurant R.____ in S.____ beteiligt gewesen. P.____ bean-

tragte in der Folge insbesondere die Siegelung seines Mobiltelefons Huawei. Mit Entscheid des 

Zwangsmassnahmengerichts Basel-Landschaft vom tt.mm.jjjj wurde der entsprechende Entsie-

gelungsantrag der Staatsanwaltschaft gutgeheissen (act. 2573 ff.). Dagegen erhob P.____ Be-

schwerde beim Bundesgericht, auf welche mit Datum vom 10. März 2017 nicht eingetreten 

wurde (act. 2625; BGer 1B_14/2017 vom 10. März 2017). Die verzögerte Datenauslesung des 

Mobiltelefons von P.____, welche schliesslich gemäss Auswertungsbericht vom 16. Juni 2017 

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am 30. März 2017 – und somit sehr zeitnah zum bundesgerichtlichen Entscheid – erfolgte, ist 

mit dem erwähnten Entsiegelungsverfahren zu erklären (act. 3597 ff.). Weiter findet sich ein 

Auswertungsbericht vom 18. Mai 2017 in den Akten (act. 5435 ff.). Eine Dauer von sechs bis 

zehn Wochen ist für die Auswertung von Mobiltelefondaten – entgegen der Rüge der Verteidi-

gung des Beschuldigten C.____ – nicht zu beanstanden, zumal es sich nicht (mehr) um einen 

Haftfall gehandelt hat, der besonders dringlich zu behandeln gewesen wäre. 

 

Demgegenüber wurde das Mobiltelefon (Apple iPhone 6s sowie die SIM-Karte) von Q.____ am 

tt.mm.jjjj durch die Polizei Basel-Landschaft sichergestellt (act. 2431). Am tt.mm.jjjj erging der 

entsprechende staatsanwaltschaftliche Durchsuchungs- und Sicherstellungsbefehl (act. 2433). 

Als Kurzbegründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, Q.____ stehe in dringendem Verdacht, 

am tt.mm.jjjj an einem Angriff auf A.____ im Restaurant R.____ in S.____ beteiligt gewesen zu 

sein. Das entsprechende Mobiltelefon habe er bei diesem Vorfall auf sich getragen, weshalb die 

Durchsuchung desselben geeignet sei, weitere Hinweise (in Bezug auf Foto- und Filmaufnah-

men, Kontakte mit und Bezüge zu weiteren Tätern) auf die ihm vorgeworfenen Taten zu liefern. 

Es sei zu vermuten, dass sich auf dem Mobiltelefon Informationen befinden würden, die der 

Beschlagnahme unterliegen würden. Die Durchsuchung sei verhältnismässig. Zwei Auswer-

tungsberichte datieren sodann vom tt.mm.jjjj und sind somit sehr rasch erfolgt (act. 3235 ff. und 

act. 5069 ff.). Am tt.mm.jjjj wurde schliesslich ein neuerlicher Durchsuchungsbefehl für das glei-

che Mobiltelefon von Q.____ ausgestellt. Grund dafür war gemäss Kurzbegründung, dass ein 

Threema-Code habe ermittelt werden können, weshalb davon auszugehen sei, es würden sich 

auf dem Telefon noch Daten befinden, die bei der ersten Durchsuchung noch nicht hätten gesi-

chert und ausgewertet werden können (act. 2439). Die weiteren beiden Auswertungsberichte 

datieren vom tt.mm.jjjj (act. 3321 ff.) resp. tt.mm.jjjj (act. 3301 ff.) und erfolgten ebenfalls innert 

angemessener Zeit. Das entsprechende Natel wurde schlussendlich am 4. April 2017 durch die 

Staatsanwaltschaft in Anwendung von Art. 263 Abs. 1 lit. a und lit. d StPO beschlagnahmt 

(act. 2473). 

 

Angesichts des Ausgeführten erhellt nicht, weshalb ein erneuter Durchsuchungsbefehl gegen 

Drittpersonen hätte erlassen werden müssen. Einerseits war der Grund für die Durchsuchung 

der Mobiltelefone von P.____ und Q.____ unabhängig von deren Stellung im Strafverfahren 

derselbe und fiel nicht weg: Es ging um die Aufklärung von potenziellen Beteiligungen an der 

Auseinandersetzung im Restaurant R.____. Insbesondere galt es herauszufinden, ob verdäch-

tige SMS-Mitteilungen, Nachrichten und Bildmaterial über Nachrichten-Apps wie "Threema" 

oder "WhatsApp" ausgetauscht worden sind. In diesem Zusammenhang war zu vermuten, dass 

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sich auf dem Mobiltelefon von P.____ und Q.____ Informationen befinden könnten, die als Be-

weismittel gebraucht werden könnten (Art. 249 StPO i.V.m. Art. 263 Abs. 1 lit. a StPO). Ande-

rerseits stand nicht bereits lange vor den Auswertungen der Mobiltelefondaten fest, dass die 

Genannten mit Sicherheit nicht als Täterschaft in Frage kommen und daher Zwangsmassnah-

men gegenüber Drittpersonen durchgeführt worden sind. Zwar entlasteten mehrere Personen 

die beiden bereits in einem frühen Verfahrensstadium (z.B. L.____, act. 6260 f. und B.____, 

act. 6389), dennoch bestand dabei die Möglichkeit, dass es sich um blosse Gefälligkeitsaussa-

gen hätte handeln können – auch wenn der Privatkläger A.____ weder P.____ noch Q.____ 

belastet bzw. erkannt hatte. Hinzu kommt, dass ein Foto, welches am Tatabend um 23:10 Uhr 

aufgenommen wurde und Q.____ sowie P.____ mit zwei weiblichen Begleiterinnen und einem 

weiteren jungen Mann im Raucherbereich ausserhalb des Restaurant R.____ zeigt, mit Auswer-

tungsbericht vom tt.mm.jjjj betreffend das Mobiltelefon von Q.____ dokumentiert wurde (vgl. act. 

5071). Diese Fotografie hätte allerdings entweder kurz vor oder auch nach dem Vorfall aufge-

nommen werden können, weshalb die nach dem tt.mm.jjjj erfolgten Auswertungen vom tt.mm.jjjj 

resp. tt.mm.jjjj hinsichtlich des Mobiltelefons von Q.____ keinesfalls Zwangsmassnahmen ge-

genüber Drittpersonen dargestellt haben. Selbst wenn sich die umschriebenen Zwangsmass-

nahmen gegenüber einer Drittperson und somit nicht tatverdächtigten Person gerichtet hätten, 

erwiesen sich dieselben unter dem Aspekt von Art. 197 Abs. 2 StPO als durchwegs verhältnis-

mässig, zumal zwischen den Durchsuchungsbetroffenen resp. Beschlagnahmebetroffenen und 

der untersuchten Tat ein enger Zusammenhang bestand. Schliesslich waren P.____ und 

Q.____ am fraglichen Abend doch im Restaurant R.____ anwesend und der Gruppe rund um 

die Beschuldigten unbestrittenermassen angehörig. Die Staatsanwaltschaft musste folglich da-

von auszugehen, dass sich Beweismaterial in Form von Chatnachrichten, Bild- oder Videoauf-

nahmen auf ihren Mobiltelefonen befinden könnte. Auch wenn die Auswertung der Daten ein 

Eingriff in die Intims- und Privatsphäre der Betroffenen darstellt, überwiegt das öffentliche Inte-

resse an der Strafverfolgung angesichts dieses engen Deliktskonnexes klar. Hinzu kommt, dass 

Q.____ sich – anders als P.____ – anlässlich der Einvernahme vom tt.mm.jjjj explizit mit der 

Durchsuchung seines Mobiltelefons einverstanden erklärt und keine Siegelung verlangt hat (act. 

6329 und 6355). Sofern die Verteidigung des Beschuldigten C.____ insinuieren will, ein Be-

schlagnahmebefehl hätte vor einer Durchsuchung erfolgen müssen, ist sie darauf aufmerksam 

zu machen, dass die Staatsanwaltschaft ohne vorgängige Durchsuchung keine Beschlagnahme 

gemäss Art. 263 Abs. 1 StPO anordnen kann, weil sie gar nicht im Stande ist zu beurteilen, 

welche Beschlagnahmeart verfügt werden müsste oder ob Beschlagnahmehindernisse vorlie-

gen würden (vgl. etwa BGer 1B_65/2014 vom 22. August 2014).  

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3.3.3 Dem Beschuldigten C.____ ist es nach dem Gesagten nicht gelungen, darzutun, inwie-

fern die Mobiltelefondaten von P.____ und Q.____ durch die Strafverfolgungsbehörden in unzu-

lässiger Weise erhoben und ausgewertet worden wären. Die Mobiltelefone von P.____ sowie 

Q.____ wurden förmlich korrekt sichergestellt (und hinsichtlich Q.____ beschlagnahmt) und auf 

rechtmässige Weise durchsucht, weshalb der Antrag abzuweisen ist. Die ausgelesenen Mobil-

telefondaten sind damit sowohl zulasten als auch zugunsten der Beschuldigten verwertbar. 

 

4. Verwertbarkeit der Mobiltelefondaten von Q.____ und D.____  

hinsichtlich der Anklageziffer 1 ("fishing expedition") 

4.1 (…) 

 

4.2 (…)  

 

4.3  

4.3.1 Gemäss Art. 243 Abs. 1 StPO werden zufällig entdeckte Spuren oder Gegenstände, 

die mit der abzuklärenden Straftat nicht in Zusammenhang stehen, aber auf eine andere Straf-

tat hinweisen, sichergestellt. Sogenannte Zufallsfunde stellen eine im Rahmen einer rechtmäs-

sig angeordneten Durchsuchung nicht beabsichtigte Entdeckung von Beweismitteln dar, welche 

weder den ursprünglichen Tatverdacht erhärten noch widerlegen aber auf eine andere Straftat 

oder einen anderen Straftäter hindeuten (DIEGO R. GFELLER/OLIVIER THORMANN, Basler Kom-

mentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 243 N 6). Als zufällig entdeckt gelten Spuren bzw. Gegenstän-

de dann, wenn sie anlässlich einer lege artis systematisch durchgeführten Zwangsmassnahme 

zwangsläufig entdeckt werden. Solche Zufallsfunde werden sichergestellt und mit einem Bericht 

der Verfahrensleitung übermittelt; diese entscheidet über das weitere Vorgehen (Art. 243 Abs. 2 

StPO). Die Strafprozessordnung stellt somit keine zusätzlichen materiellen und formellen An-

forderungen an die Verwertbarkeit von Zufallsfunden aus einer Durchsuchung auf. Daraus 

ergibt sich im Umkehrschluss, dass diese gegen die beschuldigte Person oder in einem (mög-

licherweise bislang noch nicht eröffneten) Strafverfahren gegen Dritte verwendet werden kön-

nen. Kriterium für die Verwertbarkeit dieser Zufallsfunde ist zunächst, dass die strafprozessuale 

Zwangsmassnahme, die zum Zufallsfund führte, ihrerseits rechtmässig gewesen ist (vgl. 

Art. 197 StPO). War sie dies nicht, dürfen die Ergebnisse nur unter den Einschränkungen von 

Art. 141 Abs. 4 i.V.m. Art. 141 Abs. 2 StPO verwertet werden (vgl. BGer 6B_860/2018 vom 

18. Dezember 2018 E. 2.3.2). Ferner muss hypothetisch geprüft werden, ob die Zwangsmass-

nahme auch für das neu entdeckte Delikt gegen die betroffene Person hätte angeordnet werden 

dürfen, wobei die allgemeinen Grundsätze gemäss Art. 197 StPO für die Anordnung von 

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Zwangsmassnahmen nicht umfassend zum Tragen kommen (DIEGO R. GFELLER/OLIVIER 

THORMANN, a.a.O., Art. 243 N 31 ff.; NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, a.a.O., Art. 243 N 7). 

Das Vorbestehen eines Anfangsverdachts nach Art. 197 Abs. 1 lit. b StPO kann für Zufallsfunde 

naturgemäss nicht gelten (ANDREAS J. KELLER, Zürcher Kommentar StPO, 3 Aufl., 2020, Art. 

243 N 4 ff.). Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit findet darüber hinaus keine Anwendung 

(vgl. BGer 6B_24/2019 vom 3. Oktober 2019 E. 2.4.; DIEGO R. GFELLER/OLIVIER THORMANN, 

a.a.O., Art. 243 N 34). Begründet wird dies damit, dass mit der Rechtmässigkeit derjenigen 

Zwangsmassnahme, die dem Zufallsfund vorausgeht, der Grundrechtseingriff (z.B. Eingriff in 

die Persönlichkeitsrechte) abgeschlossen ist (NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, a.a.O., 

Art. 243 N 5). Im Zentrum der Prüfung der hypothetischen Zulässigkeit der Zwangsmassnahme 

stehen die Beschlagnahmeverbote (Art. 264 StPO, z.B. Berufsgeheimnisse); insbesondere die 

Frage, ob solche aufgrund der Beziehung zum nunmehr relevanten Tatverdächtigen bestehen 

könnten (DIEGO R. GFELLER/OLIVIER THORMANN, a.a.O., Art. 243 N 35). Da Durchsuchungen 

aber keine Einschränkungen auf Verbrechen und Vergehen kennen, ist die Voraussetzung der 

hypothetischen Zulässigkeit der Zwangsmassnahme in der Regel gegeben (DIEGO R. 

GFELLER/OLIVIER THORMANN, a.a.O., Art. 243 N 33).  

 

Abzugrenzen sind Zufallsfunde, die unter den dargelegten Grundsätzen verwertbar sind, von 

sog. Beweisausforschungen ("fishing expedition"). Diese liegen dann vor, wenn der Zwangs-

massnahme kein genügender Tatverdacht zugrunde lag und planlos resp. aufs Geratewohl Be-

weisaufnahmen getätigt wurden (BGE 137 I 218 E. 2.3.2; BGE 139 IV 128 E. 2.1). Keine zufäl-

lige Entdeckung liegt vor, wenn Spuren oder Gegenstände an Orten gesucht werden, wo sich 

solche in Bezug auf das abzuklärende Delikt vernünftigerweise nicht vermuten lassen. Es muss 

mithin ein genügender sachlicher und zeitlicher Zusammenhang zum bereits eröffneten Straf-

verfahren bestehen. Ein Indiz für eine verbotene Beweisausforschung stellt das Missverhältnis 

zwischen der Anlasstat, welche die Zwangsmassnahme begründete, und dem eingesetzten 

Mittel, dar. Gleiches gilt, wenn ein milderes, denselben Erfolg ermöglichendes Mittel bewusst 

nicht eingesetzt wurde, wobei ein Verstoss gegen das Erforderlichkeitskriterium vorliegt. Dies-

bezüglich ist der anordnenden Behörde jedoch ein Ermessensspielraum zuzugestehen. Eine 

Beweisausforschung liegt auch dann vor, wenn weiter durchsucht wird, obwohl das Durchsu-

chungsziel erreicht oder aber dessen Unerreichbarkeit festgestellt wurde (DIEGO R. GFELLER/ 

OLIVIER THORMANN, a.a.O., Art. 243 N 18 f.). Erkenntnisse, die gewonnen werden, ohne dass 

die Voraussetzungen für den in Frage stehenden Eingriff gegeben waren, sind unverwertbar. 

Dies gilt insbesondere auch für die Ergebnisse einer mangels vorbestehenden Tatverdachts 

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Seite 21   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

unzulässigen Beweisausforschung (SABINE GLESS, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, 

Art. 141 N 24). 

 

4.3.2 Aufgrund des Vorfalls am Abend des tt.mm.jjjj im Restaurant R.____ wurde die Straf-

untersuchung in Gang gesetzt und die Behörden waren verpflichtet, den relevanten Sachverhalt 

festzustellen; dazu stand ihnen das gesamte Instrumentarium der StPO und damit auch sämtli-

che Zwangsmassnahmen zur Verfügung (Art. 306 f. StPO). Die Strafverfolgungsbehörden er-

mitteln nicht aufs Geratewohl, sondern hypothesengeleitet hinsichtlich einer zunächst prä-

sumtiven Straftat, "damit hernach über das weitere Schicksal des Falls befunden werden kann" 

(NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl. 

2017, N 1232). Es handelt sich um eine verdachtsgeleitete, "dynamische" Sachverhaltsermitt-

lung (vgl. BGer 6B_734/2020 E. 4.3.4 vom 7. September 2020). Die Auswertung der Mobiltele-

fondaten von Q.____ förderte unbestrittenermassen nicht nur Informationen im Zusammenhang 

mit der Auseinandersetzung im Restaurant R.____ in S.____ zutage, sondern auch solche, die 

den Verdacht begründeten, der Beschuldigte C.____ könnte sich im Rahmen des Vorfalls vom 

tt.mm.jjjj am V.____ strafrechtlich relevanten Handelns schuldig gemacht haben. Solche Hin-

weise lieferte der auf Q.____ Mobiltelefon aufgefundene Threema-Chatverlauf im Zeitraum vom 

tt.mm.jjjj bis tt.mm.jjjj (act. 3389 – 3407). Ob dieser Chatverlauf als Zufallsfund oder als unzu-

lässige Beweisausforschung zu gelten hat, hängt davon ab, ob die Durchsuchung des Mobilte-

lefons von Q.____ zur Beweissicherung im Verfahren betreffend den Vorfall im Restaurant 

R.____ zulässig war. 

 

Aus den Akten ergibt sich, dass die entsprechenden Durchsuchungs- und Sicherstellungsbefeh-

le vom tt.mm.jjjj und tt.mm.jjjj, das Sicherstellungsprotokoll vom tt.mm.jjjj sowie der Beschlag-

nahmebefehl vom 4. April 2017 für das Mobiltelefon (Apple iPhone 6s) sowie die SIM-Karte von 

Q.____ vorliegen. Insbesondere den Erhalt des Sicherstellungsprotokolls vom tt.mm.jjjj bestä-

tigte Q.____ unterschriftlich, wobei darauf vermerkt wurde, dass der Durchsuchungs- und Si-

cherstellungsbefehl mündlich durch die Staatsanwaltschaft mitgeteilt worden sei (act. 2431). Die 

entsprechende Verschriftlichung der Durchsuchung und Sicherstellung datiert vom tt.mm.jjjj und 

wurde Q.____ sowie seinem Verteidiger inklusive Hinweis auf das Siegelungsrecht einge-

schrieben zugesendet. Das Mobiltelefon (bzw. die entsprechenden Daten) von Q.____ wurde 

somit nach den Vorschriften der Strafprozessordnung in das Strafverfahren eingeführt, förmlich 

beschlagnahmt und die Staatsanwaltschaft gab konkret an, was auf dem Mobiltelefon zu su-

chen ist (weitere Hinweise die mit der Auseinandersetzung im Restaurant R.____ vom tt.mm.jjjj 

in Zusammenhang stehen, namentlich Foto- und Filmaufnahmen, Kontakte mit und Bezüge zu 

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Seite 22   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

weiteren (Mit-) Tätern, vgl. act. 2433; insbesondere aufgrund des aufgefundenen Threema-

Codes hätten Daten noch nicht gesichert und ausgewertet werden können, die Hinweise auf 

den erwähnten Vorfall geben könnten, vgl. act. 2439). In diesem Zusammenhang entspricht es 

der allgemeinen Lebenserfahrung, dass an einem W.____fest Fotos und Filmaufnahmen sowie 

Chat-Nachrichten auf unterschiedlichen Apps ausgetauscht werden, was eine Auswertung des 

Mobiltelefons von Q.____ nahelegte. Gerade im Anfangsstadium der Ermittlungen bestand zu-

dem der naheliegende Verdacht, dass Q.____ konkret an der Auseinandersetzung beteiligt war, 

was auch der Kurzbegründung im Durchsuchungsbefehl vom tt.mm.jjjj zu entnehmen ist. Es 

bestand somit ein genügender Anfangsverdacht gegen den Genannten und ein milderes Mittel, 

mit welchem das angestrebte Ermittlungsziel gleichermassen hätte erreicht werden können, ist 

nicht ersichtlich (vgl. Art. 197 Abs. 1 StPO). Hinzu kommt, dass sich der Bericht vom tt.mm.jjjj 

auf die Auswertung der Mobiltelefondaten vom tt.mm.jjjj im Zeitraum zwischen 23:00 Uhr und 

24:00 Uhr beschränkte (vgl. act. 5069 ff.). Die weiteren Auswertungsberichte, datierend vom 

tt.mm.jjjj (act. 3235 ff.), tt.mm.jjjj (act. 5079 ff.) und tt.mm.jjjj (act. 3301 ff.), konzentrierten sich 

sodann primär auf den Threema-Chat "X.____gruppe". Da Q.____ ab dem tt.mm.jjjj Teil dieses 

Chats war, wurde derselbe ab diesem Zeitpunkt ausgewertet (vgl. act. 3235). Es ging dabei im 

Wesentlichen darum, zu ermitteln, wer möglicherweise an der Auseinandersetzung im Restau-

rant R.____ noch beteiligt und allenfalls nicht auf dem Gruppenbild der Partyfotografin abgebil-

det war. Anhand möglicher Chatnachrichten galt es ferner herauszufinden, wie die Beteiligten 

zueinanderstehen, wobei dafür naturgemäss weiterzurückliegende Textnachrichten untersucht 

werden müssen. Angesichts der ersten Auswertungsberichte wird zudem klar, dass zwar die 

fiktiven Namen der Threema-Chatteilnehmer festgestellt werden konnten (vgl. z.B. act. 5069 ff. 

und 3235 ff.), anhand derselben aber nicht in jedem Fall Rückschlüsse auf die tatsächliche 

Identität des Teilnehmers gezogen werden konnten, sodass unklar war, von wem welche Nach-

richt stammte (etwa stand nicht fest, wer sich hinter dem Pseudonym "Y.____" oder "Z.____" 

oder "AA.____" verbarg, vgl. act. 3235 und act. 5083). Hinweise auf die wahren Identitäten der 

Chatteilnehmer ergaben sich u.a. erst aufgrund der Durchsicht des Threema-Chatverlaufs (vgl. 

etwa die Nachrichten vom tt.mm.jjjj, wo von einem "BB.____" die Rede ist, act. 5083 f.). Dass 

die Strafbehörden zwecks Identitätsfeststellung der Teilnehmer den Threema-Chatverlauf ab 

dem Mobiltelefon von Q.____ ab dem tt.mm.jjjj bis am tt.mm.jjjj ausgewertet haben, ist aufgrund 

dieses Umstandes nicht zu beanstanden. Erstellt ist damit auch, dass nicht Jahre zurückliegen-

de Daten ausgewertet wurden, wie dies beim Instagram-Chat von D.____ der Fall gewesen 

sein könnte. Das Ziel der Auswertung dieser Chatnachrichten bestand folglich nicht darin, aufs 

Geratewohl Zufallsfunde zu generieren, sondern Anhaltspunkte zu den Identitäten möglicher 

weiterer Beteiligter in Zusammenhang mit dem Vorfall im Restaurant R.____ aufzufinden sowie 

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Seite 23   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

verdächtige Nachrichtenaustäusche den entsprechenden Absendern zuordnen zu können. Die-

se wurden indes an einem "Ort" gesucht, an welchem sie von den Strafverfolgungsbehörden 

vernünftigerweise auch vermutet werden durften. Sodann erweisen sich die angeordneten 

Zwangsmassnahmen angesichts des Umstandes, dass das Verfahren zu Beginn noch wegen 

Angriffs und evtl. schwerer Körperverletzung geführt wurde, als gerechtfertigt und verhältnis-

mässig (vgl. dazu auch E. III.A.3.3 vorstehend). Im Übrigen erklärte sich Q.____ – in Anwesen-

heit seines Verteidigers und unter Hinweis auf das Siegelungsrecht (act. 6255) – mit der Durch-

suchung seines Mobiltelefons einverstanden und gab die entsprechenden Codes bekannt. Die 

beiden Anordnungen der Durchsuchung des Mobiltelefons von Q.____ sowie die erfolgten 

Auswertungen waren somit rechtmässig. Damit steht fest, dass es sich bei dem aufgefundenen 

Threema-Chatverlauf ab dem tt.mm.jjjj um einen verwertbaren Zufallsfund handelt. Das Mobilte-

lefon von Q.____ wurde nicht aufs Geratewohl durchsucht. Es lag ein konkreter Tatverdacht 

und eine konkret abzuklärende Straftat – nämlich die Auseinandersetzung im Restaurant 

R.____ vom tt.mm.jjjj – vor. Im Übrigen erachtete auch das Zwangsmassnahmengericht Basel-

Landschaft die aufgrund der Auswertung des sichergestellten Mobiltelefons von Q.____ ge-

wonnenen Erkenntnisse mit Entscheid vom tt.mm.jjjj zu Recht als Zufallsfund im Sinne von 

Art. 243 StPO (act. 2271).  

 

Weiter gilt es zu prüfen, ob eine entsprechende Durchsuchung des Mobiltelefons von Q.____ 

auch für die neu entdeckten Delikte hätte angeordnet werden dürfen. Einen Anfangsverdacht 

hinsichtlich des Vorfalls am V.____ muss dabei erklärtermassen nicht gegeben sein – obwohl 

der Umstand, dass sich bereits früh im Ermittlungsverfahren die Vermutung manifestiert hat, die 

Männergruppe könnte mit der Hooliganszene zu tun haben, alarmierend war (vgl. z.B. die Aus-

sagen von O.____, act. 6033 und A.____, act. 6113). Die Verhältnismässigkeitsfrage gemäss 

Art. 197 Abs. 1 lit. c und d StPO tritt gemäss herrschender Lehre und Rechtsprechung bei Zu-

fallsfunden in den Hintergrund, weshalb dies vorliegend nicht vertiefter geprüft bzw. darauf ein-

gegangen werden muss. Das Vorliegen eines Beschlagnahmeverbots im Sinne von Art. 264 

Abs. 1 StPO, das sich aufgrund der Beziehung zum nunmehr relevanten Tatverdächtigen 

C.____ ergeben würde (z.B. allfällige Berufsgeheimnisse) ist ebenfalls nicht ersichtlich. Die 

Durchsuchung des Mobiltelefons von Q.____ hätte somit auch in Bezug auf den Vorfall am 

V.____ angeordnet werden dürfen. Der Beweisantrag ist folglich in Bezug auf die ausgewerte-

ten Mobiltelefondaten von Q.____ abzuweisen; dieselben sind verwertbar. 

 

4.3.3 In Bezug auf die Mobiltelefonauswertung von D.____ ist in Übereinstimmung mit der 

Vorinstanz aufgrund des Cloud Analyzer Reports zu vermuten, dass sämtliche Daten seines 

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Instagram-Accounts vom 6. Oktober 2010 bis tt.mm.jjjj ausgelesen und ausgewertet wurden 

(act. 3559). Anders als bei der Mobiltelefonauswertung von Q.____ ergibt sich angesichts der 

Auswertungsunterlagen (act. 3553 ff.) keine sachliche oder zeitliche Einschränkung der Daten. 

Da das Kantonsgericht bei der Beweiswürdigung indes nicht auf diesen aufgefundenen Insta-

gram-Chat abstellt und sich daraus auch nichts Entlastendes zu Gunsten der Betroffenen 

ergibt, kann die Frage nach der Verwertbarkeit desselben an dieser Stelle offen gelassen wer-

den. 

 

B. Vorfall am V.____ (C.____) 

1. Sachverhalt und Beweiswürdigung 

1.1 Grundsätze der Beweiswürdigung 

1.1.1 (…)  

 

1.1.2 (…) 

 

1.1.3 (…) 

 

1.2 Anklagevorwurf 

Mit Anklageschrift vom 4. August 2020 (Ziffer 1) wird dem Beschuldigten C.____ vorgeworfen, 

er habe am tt.mm.jjjj um ca. 18:00 Uhr im Vorfeld des Fussballspiels des CC.____ gegen den 

DD.____ zusammen mit einer grösseren Anzahl teils vermummter CC.____ Fans in EE.____ im 

Bereich des V.____ die dortigen Zuggeleise überquert. Anschliessend habe er sich zum V.____ 

begeben, wo sich ebenfalls eine grössere Anzahl von DD.____ Fans befunden habe, welche 

aus dem Zug ausgestiegen seien, nachdem dieser kurz zuvor (…) durch nicht näher bekannte 

Personen zum Stillstand gebracht worden sei. Beim Aufeinandertreffen der CC.____ Fans, wo-

runter sich der Beschuldigte C.____ befunden habe, und der DD.____ Fans auf dem V.____ 

seien diese wechselseitig gegeneinander tätlich geworden, wobei der Beschuldigte C.____ ak-

tiv und tätlich an der Auseinandersetzung teilgenommen habe. Dabei habe ein DD.____ Fan 

diverse Verletzungen (offener Unterkieferfraktur, Hirnerschütterung und Rissquetschwunden) 

erlitten. Ein weiterer DD.____ Fan habe sich Schwellungen am Kopf und eine Schürfung im 

Nacken zugezogen. Zudem habe es weitere, nicht näher bekannte verletzte Personen gege-

ben. C.____ sei spätestens beim Aufeinandertreffen mit den DD.____ Fans auf dem V.____ 

bewusst gewesen, dass er an einer Zusammenrottung mit friedensstörender Ausrichtung teil-

nehmen würde. Indem er sich dieser Zusammenrottung angeschlossen und in dieser verblieben 

sei, habe er die darin ausgeübten Gewalttätigkeiten gegen Personen gebilligt und sei jederzeit 

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Seite 25   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

als Bestandteil der Zusammenrottung zu betrachten gewesen. Zudem habe er sich aktiv am 

Raufhandel beteiligt, indem er gegenüber DD.____ Fans tätlich geworden sei. 

 

1.3 Parteistandpunkte 

1.3.1 (…) 

 

1.3.2 (…) 

 

1.3.3 (…)  

 

1.4 Erstellter Sachverhalt 

1.4.1 Da sich C.____ jeweils auf sein Aussageverweigerungsrecht berufen und keine per-

sönlichen Einlassungen zur Sache getätigt hat (vgl. act. 4749 ff., act. S195 sowie S. 42 ff. 

Prot. Hauptverhandlung Kantonsgericht), liegen dem Berufungsgericht lediglich verschiedene 

objektive Beweismittel vor; unter anderem der Threema-Chatverlauf (act. 3389 ff.), die Auswer-

tungsberichte der Laptops von GG.____ (3859 ff.) und HH.____ (act. 4015 ff.), das rechtsmedi-

zinische Gutachten der Universität Basel betreffend II.____ (act. 4055 ff.) sowie einen entspre-

chenden Arztbericht (act. 4081 f.), die privat erstellte Videoaufnahme der Auseinandersetzung 

sowie die anlässlich der Hausdurchsuchung bei C.____ sichergestellten Gegenstände 

(act. 3103 ff. und act. 3115 ff.). Zudem wurden diverse Personen in Zusammenhang mit diesem 

Ereignis befragt (als Auskunftspersonen, Beschuldigte oder Zeugen, vgl. act. 2244 – 4857). 

 

1.4.2 Aufgrund der von einer Privatperson – vermutlich einem Anwohner aus dem sich in 

unmittelbarer Nähe des V.____ befindlichen Hochhauses (vgl. act. 2893) – vom Wohnungsbal-

kon aus angefertigten Videoaufnahme der Auseinandersetzung sowie der Anzeige der Polizei 

Basel-Landschaft vom tt.mm.jjjj (act. 2863 ff.) ist ohne Weiteres erstellt, dass am tt.mm.jjjj, um 

ca. 18:00 Uhr, Ausschreitungen zwischen zwei Gruppierungen, welche den Fanlagern des 

CC.____ und des DD.____ zuzuschreiben sind, stattgefunden haben. Darauf ist ersichtlich, 

dass sich die gesamte in CC.____manier gekleidete und sehr kompakt zueinanderstehende 

Gruppierung (CC.____ Fans) am Gefecht beteiligt hat (vgl. ca. Minute 00:50 bis 1:11 der priva-

ten Videoaufzeichnung). Ausserdem wurde Pyrotechnik gezündet (vgl. ca. Minute 00:59 der 

privaten Videoaufnahme). Ferner ist der Videoaufzeichnung zu entnehmen, dass die teilweise 

vermummten Beteiligten beider Fanlager gegenseitig auf sich eingeschlagen, sich getreten, 

geschubst/gestossen und geschrien haben sowie aufeinander los- oder einander hinterherge-

rannt sind. Erstellt ist im Weiteren, dass es im Rahmen dieses Ereignisses zu erheblichen Ver-

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Seite 26   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

letzungen einer Person, II.____, gekommen ist (vgl. Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin 

vom tt.mm.jjjj, act. 4055 ff.). Gemäss Austrittsbericht vom tt.mm.jjjj erlitt der Genannte einen 

offenen Unterkieferbruch, eine commotio cerebri [Gehirnerschütterung], Rissquetschwunden 

und weitere Verletzungen an Ellenbogen und Unterschenkel (act. 4081 f.). Gemäss rechtsmedi-

zinischem Gutachten entstanden die Verletzungen im Gesicht von II.____ durch stumpfe Ge-

walteinwirkung gegen das Gesicht, wobei am ehesten ein Faustschlag als spezifischer Verlet-

zungsmechanismus in Betracht falle. Hinweise für eine Selbstbeibringung lägen keine vor. 

 

1.5 Bestrittener Sachverhalt 

1.5.1 Demgegenüber zeigt sich angesichts der Ausführungen des Beschuldigten C.____, 

dass er sowohl seine Anwesenheit als auch jegliche Beteiligung an der Auseinandersetzung am 

V.____ in EE.____ vom tt.mm.jjjj bestreitet. Wie die Verteidigung von C.____ zwar zutreffend 

darlegt, stehen in dieser Hinsicht keine direkten Beweismittel zur Disposition. Bedeutendster 

Indizienbeweis ist in diesem Zusammenhang jedoch ein Nachrichtenaustausch auf der App 

Threema, wobei der entsprechende Gruppenchat den Namen "JJ.____chat" trägt und über 

mehrere Teilnehmer – teils unter Verwendung von Pseudonymen wie beispielsweise "Y.____" – 

verfügt.  

 

1.5.2 Bevor nun die einzelnen Threema-Chatnachrichten gewürdigt werden, ist zunächst die 

Frage zu klären, ob sich hinter dem Pseudonym "Y.____" tatsächlich C.____ verbirgt, wie dies 

die Staatsanwaltschaft geltend macht. Dem Ermittlungsbericht der Polizei Basel-Landschaft 

vom tt.mm.jjjj ist diesbezüglich zu entnehmen, dass "Y.____" im Rahmen des Chatverlaufs auch 

"KK.____", "BB.____" oder "JJ.____" genannt wird (act. 3329 und act. 3407). Auf Facebook 

bezeichnet sich C.____ damit übereinstimmend als "JJ.____". D.____ hat darüber hinaus in 

seiner Einvernahme vom tt.mm.jjjj angegeben, C.____ habe sich ihm mit dem Namen "JJ.____" 

vorgestellt (act. 6961, Z. 195 ff.). Ferner ergab die Auswertung des Natels von P.____, dass 

dieser C.____s Handynummer unter dem Namen "JJ.____" gespeichert hatte (act. 3607). 

Ebenso hatte D.____ einen Kontakt unter der Bezeichnung "JJ.____" registriert, dessen Ruf-

nummer jener von C.____ entsprach, wobei auch B.____ ebendiese Nummer in seinen Kontak-

ten als "JJ.____" abgespeichert hatte (act. 5349). "JJ.____" war darüber hinaus auch als 

WhatsApp- und Snapchat-Kontakt vorhanden, wobei der Username von "JJ.____" auf der App 

Snapchat "Y.____" lautete (act. 5233). Nach dem Gesagten ist eindeutig erstellt, dass C.____ 

sich selbst "JJ.____" nannte, was sich im Übrigen auch aus dem Strafregisterauszug vom 

9. Februar 2023 unter der Rubrik "Falschpersonalien" ergibt. Weiter verwendete C.____ alias 

"JJ.____" im Rahmen der Apps Threema sowie Snapchat das Pseudonym "Y.____". Die Zahl 

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Seite 27   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

"94" korrespondiert dabei mit C.____s Geburtsjahr 1994 (vgl. Strafregisterauszug vom 

9. Februar 2023). Hinzu kommt, dass C.____ angesichts der diversen sich in den Akten befind-

lichen Gruppenfotos von seiner Körpergrösse her oftmals der Kleinste einer jeweiligen Gruppe 

ist (vgl. etwa das Gruppenbild der Partyfotografin des T.____ gemäss Bericht der Polizei Basel-

Landschaft vom 20. August 2021 oder die Gruppenbilder gemäss act. 3327, act. 3343 und 

act. 3879). In Anbetracht dessen, dass der amerikanische Boxer MM.____ für einen Schwer-

gewichtskämpfer ebenfalls wegen seiner geringen Körpergrösse bekannt ist, erscheint das von 

C.____ gewählte Pseudonym "Y.____" umso passender. Schliesslich bestritt C.____ zu keinem 

Zeitpunkt im laufenden Verfahren, "Y.____" zu sein (vgl. S. 28 Prot. Hauptverhandlung Kan-

tonsgericht). Die Berufungsinstanz hat nach dem Dargelegten keinerlei Zweifel daran, dass sich 

hinter dem Aliasnamen "Y.____" der Threema-Chatteilnehmer C.____ verbirgt. 

 

1.5.3  

a) In einem nächsten Schritt ist der entsprechende Nachrichtenaustausch im Chat 

"JJ.____chat" auf der App Threema zu würdigen. Um zunächst die Stimmung und die Tonalität 

dieses Chats abbilden zu können, werden nachfolgend die massgeblichen Textstellen im Zeit-

raum vom tt.mm.jjjj aufgeführt (act. 3389 ff.; fett hervorgehoben wurden die Nachrichten von 

"Y.____"): 

"(…)" 

 

Bei der nachfolgenden Würdigung dieser Chatnachrichten sind insbesondere die private Video-

aufzeichnung der Auseinandersetzung sowie die Medienberichte von 20 Minuten und telebasel 

zu beachten. Dies aufgrund des Umstandes, dass die Verteidigung von C.____ vorbringt, die 

von ihm getätigten Chat-Äusserungen könnten auf Hörensagen basieren.  

 

Auf der sich in den Akten befindlichen zweiminütigen Videoaufnahme der Auseinandersetzung 

ist zunächst zu erkennen, dass es sich beim Tatort am V.____ in EE.____ um einen für jeder-

mann zugänglichen Platz (…) handelt. Der besagte V.____ grenzt teilweise an den Bahnhof 

EE.____, an Industriegebäude sowie sich unmittelbar in der Nähe befindliche Wohnhäuser 

(act. 2863 ff. und act. 2887 ff.; vgl. auch Google Maps). Im Weiteren ist der Aufzeichnung zu 

entnehmen, dass sich eine in DD.____manier gekleidete Gruppe (unbekannter Anzahl, schät-

zungsweise zwischen 30 und 50 Personen) bei den Geleisen vor einem angehaltenen Zug be-

findet. Eine in CC.____manier gekleidete Gruppe (ebenfalls unbekannter Anzahl, schätzungs-

weise zwischen 30 und 40 Personen) marschiert auf den Geleisen zunächst auf die in 

DD.____manier gekleidete Gruppe zu, bevor Erstere sich unvermittelt von den Geleisen weg-

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bewegt und auf den Platz daneben rennt. Die in DD.___manier gekleidete Gruppe tut dies 

ebenfalls, wobei einige dieser Personen in Geleisnähe zurückbleiben. Beide Gruppen nähern 

sich stetig an bis sie schliesslich aufeinander zu rennen und es zu tätlichen Auseinanderset-

zungen zwischen diesen Personen kommt. Die in DD.____manier gekleidete Gruppierung rennt 

kurz darauf weg, bevor eine Polizeieinheit schliesslich anrückt. Die in CC.___manier gekleide-

ten CC.____ Fans wirkten bei diesem Aufeinandertreffen gut organisiert und standen kompakt 

beieinander, wohingegen die Aufstellung der in DD.___manier gekleideten DD.____ Fans eher 

ungeordnet erscheint. Der Videoaufzeichnung kann entnommen werden, dass keiner der 

CC.____ Fans im Hintergrund blieb, sondern alle als geschlossene Einheit auf die gegnerische 

Gruppierung zu rannten und sich in der Anfangsphase heftig schubsten/stiessen, bevor dann 

aufeinander eingeschlagen und eingetreten wurde (vgl. dazu auch E. III.B.1.4.2 vorstehend).  

 

Nach dem Gesagten erhellt, dass der Beschuldigte C.____ basierend auf dieser Videoaufnah-

me befunden haben könnte, die DD.____ Fans seien dorthin "getrottet, wie eine Fasnachtsgug-

ge beim Einstehen für den Umzug" oder dass sie lange Zeit gehabt hätten, sich zu formieren 

und auf sie [gemeint: CC.____ Fans] hätten zukommen können. Die Schilderung, wonach ein 

DD.____ Fan drei Zähne verloren, den Kiefer gebrochen, eine Platzwunde auf der Stirn sowie 

eine Schnittwunde am Hals habe, hätte C.____ zudem tatsächlich von jemand anderem erfah-

ren können. Die Rede ist in diesem Zusammenhang von "P.____s DD.____ Fotze" [gemeint: 

NN.____], mit welcher P.____ ein intimes Verhältnis gepflegt und welche sich bei den DD.____ 

Fans aufgehalten hat (vgl. act. 3651). Dies ergibt sich aus den aufgefundenen WhatsApp-

Nachrichten zwischen ihr und P.____ (vgl. act. 3603 ff. und 3663 ff.; insbesondere act. 3687 ff.). 

Sie könnte folglich erfahren haben, welche Verletzungen II.____ erlitten hat und dies P.____ 

erzählt haben, der diese Information wiederum C.____ weitergegeben haben könnte. Auch die 

Einschätzung C.____s, wonach derjenige, welcher die genannten Verletzungen davongetragen 

hat, "anscheinend" ein komplett Unerfahrener gewesen sei, nicht einmal einen Zahnschutz da-

beigehabt habe und selber schuld sei, dass er gegen CC.____ in die erste Reihe reingehüpft 

sei sowie sich komplett überschätzt habe, spricht noch nicht für eine Anwesenheit oder Beteili-

gung an diesem Ereignis, zumal es sich aufgrund der gewählten Formulierung ("anscheinend") 

um reine Mutmassungen seitens C.____ handelt. Demgegenüber ist die Äusserung, wonach 

C.____ etwas "komplett Anderes erwartet" habe und sie so "einfach wie am Samstag nie mehr 

über die Zürcher drüber laufen" würden, von der Tonalität und Intention her anders. C.____ 

spricht augenscheinlich von seiner persönlichen Erwartung an diese Auseinandersetzung, was 

er nicht hätte tun können, wenn er nicht anwesend und an diesem Vorfall beteiligt gewesen wä-

re. Seiner Beurteilung nach war es "einfach" über die DD.____ Fans "drüber zulaufen". Um eine 

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solche Einordnung machen zu können, musste C.____ zwingend vor Ort gewesen sein, denn 

anhand der blossen Videoaufzeichnung lässt sich eine solche individuelle Lagebeurteilung nicht 

mit dieser Klarheit vollziehen. Ferner deutet die Formulierung "drüber laufen" klar darauf hin, 

dass C.____ sich aktiv an dieser Schlägerei beteiligt hat. Ausserdem konnte den Presseberich-

ten von 20 Minuten und telebasel keineswegs entnommen werden, dass die CC.____ Gruppie-

rung als Siegerin dieses Aufeinandertreffens hervorgegangen wäre (vgl. act. 3275 – 3285). 

Weiter wird der Vorfall in den Medien nur in allgemeiner Weise beschrieben. Die zitierten 

Äusserungen des Beschuldigten zeugen augenscheinlich von eigens Erlebtem. C.____ teilte 

den anderen Chatteilnehmern sodann eine weitere persönliche Einschätzung mit, namentlich, 

dass die DD.____ Fans auch auf den Geleisen nicht entschlossen gewesen seien, sie ["wir"] 

auch dort gut gewonnen hätten und ihr Mob einfach nicht gut gewesen oder sie ["wir"] zu über-

motiviert gewesen seien. Um die Kampfentschlossenheit der gegnerischen Gruppierung sowie 

die (Über-) Motivation der eigenen Gruppe einschätzen zu können, muss C.____ zwangsläufig 

und bereits von Beginn an vor Ort gewesen sein. Als weiteres belastendes Element kommt hin-

zu, dass der Beschuldigte in Zusammenhang mit seinen eigenen Beurteilungen mehrfach von 

"wir" oder "uns" spricht ("wir hätten gut gewonnen", "wir einfach zu übermotiviert", "hätten uns 

entgegenkommen können"). Denkbar ist zwar, dass am Geschehen nicht unmittelbar beteiligte 

Personen von "wir" sprechen, wenn sie die "Heldentaten" ihrer Gruppierung beschreiben, ent-

gegen der Auffassung der Vorinstanz bezeichnet sich C.____ in casu aber nicht in grundsätzli-

cher Weise als zu den CC.____ Fans zugehörig, sondern zählt sich selbst spezifisch zu den in 

CC.____manier gekleideten Männern, welche am tt.mm.jjjj am V.____ in EE.____ anwesend 

waren. Ein anderer Schluss lässt seine persönliche Situationsbewertung resp. das eigentliche 

auf der App Threema durchgeführte "debriefing" im Anschluss an das Ereignis nicht zu. Dazu 

kommt, dass der Chatteilnehmer "s.i." beispielsweise schreibt "ihr wart noch in unterzahl" und 

somit zwischen den CC.____ Fans allgemein und der Gruppe, welche sich am tt.mm.jjjj am 

V.____ in EE.____ befand, klar differenziert. Ferner bejahte C.____ als einziger Chatteilnehmer 

die Frage von "s.i.", ob OO.____ auch dort gewesen sei, und führte aus, dieser sei der Erste 

gewesen, der wieder reingehüpft sei. Diese Erläuterungen deuten anschaulich auf eine persön-

liche Anwesenheit des Beschuldigten C.____ in EE.____ am tt.mm.jjjj hin. Logischerweise 

muss es sich dabei um eine eigene Wahrnehmung seinerseits gehandelt haben. Anders ist 

nicht zu erklären, woher der Beschuldigte sonst gewusst haben könnte, dass "OO.____ der 

Erste war, der wieder reingehüpft" ist. Ferner antwortete C.____ auf die Frage, ob "OO.____ 

gefallen" sei, mit "Ja, erste mal rennen sehn". Der Beschuldigte hat folglich gesehen, wie 

"OO.____" – dessen Anwesenheit in EE.____ er zuvor bestätigt hatte – das erste Mal gerannt 

ist. Dabei handelt es sich klarerweise um ein von C.____ erlebtes Geschehen sowie eine eige-

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Seite 30   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ne Beobachtung vor Ort. In Übereinstimmung mit der Staatsanwaltschaft erachtet es das Kan-

tonsgericht im Übrigen als evident, dass C.____ auf eine allfällige Abwesenheit seinerseits von 

den Chatteilnehmern angesprochen worden wäre, zumal beispielsweise die An- oder Abwe-

senheit von "MM.____" thematisiert wurde. Für eine Anwesenheit des Beschuldigten am V.____ 

spricht ferner, dass der Chatteilnehmer "y.s.", der sich damals im Ausland aufgehalten hat, nicht 

auf die mediale Berichterstattung setzt, um sachkundige Informationen über die Geschehnisse 

vor Ort in Erfahrung zu bringen, sondern sich auf eine andere "gute Quelle" stützt: den Bericht 

gewisser vor Ort anwesender Chatteilnehmer. Auf diese – wozu zweifelsohne auch C.____ ge-

hört – ist er "richtig stolz" und motiviert sie entsprechend "so" weiterzumachen (act. 3407). Die 

Hypothese, dass C.____ sämtliche dieser dargelegten Information von Dritten oder z.B. von 

"OO.____" selbst gehört haben könnte, ist darüber hinaus ohne Zweifel zu verwerfen. Dies be-

sonders deshalb, da im Rahmen des aufgeführten Chatverlaufs klar unterschieden wurde, von 

wem gewisse Informationen stammten und man sich in dieser Szene folglich offenbar zu ken-

nen scheint (etwa, dass die Information über die Verletzungen eines DD.____ Fans von 

"P.____s DD.____ Fotze" und nicht von "OO.____" komme). Zudem bezeichnete sich C.____ 

im Chat selbst als CC.____ Hooligan, wozu auch die bei ihm anlässlich der Hausdurchsuchung 

vom 14. März 2017 aufgefundenen Utensilien passen (T-Shirts mit entsprechenden Logos, 

Sturmhauben, Zahnschutz, Schal, etc.; act. 3103 ff. und act. 3115 ff.). C.____s Nachricht, wo-

nach man "als Hooligan immer etwas zu tun" habe, deutet darüber hinaus eindeutig darauf hin, 

dass C.____ sich am Vortag aktiv an der Auseinandersetzung beteiligt hat. Dies ist nämlich 

genau das, was Hooligans "immer zu tun" haben: sich beim Aufeinandertreffen mit Hooligans 

gegnerischer Fussballvereine regelmässig körperlich zu messen. Diese Chatnachrichten bele-

gen in ihrer Gesamtheit somit indiziell bzw. mit der erforderlichen Sicherheit die Anwesenheit 

und aktive Beteiligung des Beschuldigten C.____ an den Ereignissen vom tt.mm.jjjj. Er war Teil 

der in CC.___manier gekleideten, strategisch gut aufgestellten und kompakt aufgereihten 

CC.____ Fangruppierung am V.____, von welcher sich sämtliche Mitglieder zumindest in der 

Anfangsphase physisch an der Auseinandersetzung beteiligt haben (vgl. ca. ab Minute 00:43 

des privaten Videos). Auf dem privaten Videomaterial ist nämlich nicht ersichtlich, dass eine der 

in CC.____manier gekleideten Personen ihre "Kampfformation" bis zum Aufeinandertreffen auf 

die in DD.____manier gekleideten DD.____ Fans verlassen hat oder stehen geblieben ist. Ein 

Blick auf die Videoaufnahme zeigt weiter, dass keine einzige in CC.___manier gekleidete Per-

son als bloss unbeteiligter Zuschauer zugegen war, die eine derart klare Sicht auf die Ge-

schehnisse hätte haben können, als dass sie einzelne Personen zweifellos hätte erkennen und 

im Threema-Chat benennen können, wie der Beschuldigte dies tat ("OO.____ war dort"). Auch 

um eine dermassen bestimmte Lage- und Geschehnisbeurteilung vornehmen zu können, be-

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Seite 31   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

durfte es einer direkten Anwesenheit beim V.____ – und zwar just im Zeitpunkt der Videoauf-

nahme. C.____ macht im Übrigen auch nicht geltend, er habe die im Threema-Chatverlauf ge-

äusserten Einschätzungen als blosser Beobachter wahrgenommen. Zudem geht das Kantons-

gericht davon aus, dass C.____ nicht nur mit seinen in CC.____manier gekleideten Kumpanen 

auf dem V.____ stand, sondern darüber hinaus selbst in einer der ersten Reihen des CC.____ 

Kampftrupps aufgestellt gewesen sein musste – ansonsten er unter anderem nicht hätte beur-

teilen können, dass "OO.____" der Erste war, der "reingehüpft" sei. Angesichts der durch die 

CC.____ Fans gebildete "Kampfformation" wäre es zudem völlig lebensfremd davon auszuge-

hen, C.____ habe nicht aktiv und tätlich am Geschehen teilgenommen und sich lediglich passiv 

oder abwehrend verhalten. Unter Berücksichtigung der privaten Videoaufzeichnung ist eindeutig 

erstellt, dass die Anwesenheit der CC.____ Fans nicht darauf ausgerichtet war, lediglich physi-

sche Gewalttätigkeiten abzuwehren, Streitende zu trennen oder schlichtend einzugreifen. Die 

Präsenz von C.____ im "CC.____ Kampftrupp" hat zumindest in der Anfangsphase die Intensi-

tät der Ausschreitungen, die Streitfreudigkeit und das Gewaltpotential der Beteiligten gesteigert 

sowie die auf der Videoaufzeichnung ersichtliche Auseinandersetzung gefördert. 

 

b) Zum vorstehend vorläufigen Beweisergebnis kommen weitere den Beschuldigten 

C.____ belastende Indizien hinzu: Bei der Auswertung des Laptops von GG.____ konnte ein 

Foto sichergestellt werden, welches eine Gruppe zeigt, die gemeinsam vor dem PP.____ Pub 

posiert (act. 3863). Dieses Foto wurde ebenfalls am tt.mm.jjjj am späteren Abend (um 21:36 

Uhr) aufgenommen. C.____ ist auf diesem Foto deutlich zu sehen und trägt passenderweise 

ein CC.____-T-Shirt. Auf dieser Fotografie sind zudem weitere Personen abgebildet, die eben-

falls immer wieder auf diversen sichergestellten Gruppenfotos auftauchen (z.B. GG.____, 

P.____ oder B.____, act. 3863 und 3871). Insbesondere GG.____ gab im Rahmen einer 

WhatsApp-Unterhaltung mit seiner Freundin QQ.____ an, an der Auseinandersetzung in 

EE.____ beteiligt gewesen zu sein (act. 3871). Dass C.____ kurz nach dem Ereignis in 

EE.____ in einem CC.____-T-Shirt gekleidet und mit GG.____ unterwegs war, verstärkt indiziell 

die Vermutung, dass Erstgenannter am Vorfall am V.____ anwesend und beteiligt war. 

GG.____ und C.____ sind darüber hinaus mutmassliche Mitglieder der Gruppierung RR.____ 

und/oder "SS.____". Diese Gruppen betreiben gemeinsam Kampfsport, was die aktenkundigen 

Fotografien und Abbildungen von Formationsübungen belegen (vgl. act. 3879 und 4025 ff.). 

Einerseits untermauert dies die Fanaktivität C.____s weiter, andererseits deutet das Kampftrai-

ning auf eine gewisse Gewaltbereitschaft hin – andernfalls man, um Fussballspiele zu schauen, 

keine Kampfformationen trainieren müsste. 

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c) Schliesslich ist festzustellen, dass gegen C.____ ein schweizweit gültiges Stadionver-

bot betreffend Fussball sowie Eishockey vom tt.mm.jjjj bis zum tt.mm.jjjj ausgesprochen wurde 

(act. 27 f.). Ferner wurde ein Rayonverbot betreffend TT.____ vom tt.mm.jjjj bis tt.mm.jjjj ver-

hängt. Daraus ist zu schliessen, dass sich der Beschuldigte in Zusammenhang mit Fussball-

spielen und seiner aktiv gelebten Rolle als Vereinsanhänger wiederholt nicht regelkonform ver-

halten hat. Hinzu kommt, dass dieses Stadion- und Rayonverbot bereits am tt.mm.jjjj Geltung 

hatte. Dies bedeutet, dass das bereits erwähnte Gruppenfoto vor dem PP.____ Pub kaum im 

Anschluss an ein von C.____ besuchtes Fussballspiel des CC.____ geschossen worden sein 

konnte.  

 

d) Anhand der privaten Videoaufzeichnung ist im Übrigen beweismässig erstellt, dass es 

sich um eine geplante Auseinandersetzung gehandelt haben muss. Zu erkennen ist, dass sich 

die CC.____ Fans bereits auf dem Areal des V.____ in EE.____ aufgehalten haben, als die 

DD.____ Fans (…) heraussprangen. Insbesondere die farblich abgestimmte Kleidung, die spe-

zifische Örtlichkeit, (…) sowie das Abwarten der CC.____ Fans auf die DD.____ Fans sprechen 

für ein organisiertes Aufeinandertreffen. Weiter kann auf den WhatsApp-Chat zwischen P.____ 

und NN.____ verwiesen werden, worin bereits Tage vor dem Ereignis thematisiert wurde, wie 

die Letztgenannte, die ein Fan des DD.____ Clubs ist, anreisen werde (act. 3663 ff.).  

 

1.5.4 Nach Würdigung der objektiven Indizienbeweise ist schliesslich festzustellen, dass 

C.____ hinsichtlich dieses Vorfalls stets von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch 

gemacht hat.  

 

Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist es mit der Unschuldsvermutung unter gewissen 

Umständen vereinbar, das Aussageverhalten der beschuldigten Person in die Beweiswürdigung 

miteinzubeziehen. Dies ist dann der Fall, wenn sich die beschuldigte Person weigert, zu ihrer 

Entlastung erforderliche Angaben zu machen – bzw. es unterlässt, entlastende Behauptungen 

näher zu substantiieren, obschon eine Erklärung angesichts der belastenden Beweiselemente 

vernünftigerweise erwartet werden darf (vgl. BGer 6B_1/2013 vom 4. Juli 2013 E. 1.5; BGer 

6B_299/2020 vom 13. November 2020 E. 2.3.3). Das Schweigen der beschuldigten Person darf 

in Situationen, die – wie hier – nach einer Erklärung rufen, bei der Gewichtung belastender 

Elemente mitberücksichtigt werden, es sei denn, die beschuldigte Person berufe sich zu Recht 

auf ein Zeugnisverweigerungsrecht (vgl. BGer 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014 E. 4.4). Dies 

führt nicht zu einer Beweislastumkehr, sondern lediglich dazu, dass auf die belastenden Bewei-

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se – trotz allfälliger entlastender Behauptungen der beschuldigten Person – abgestellt werden 

darf (vgl. BGer 6B_299/2020 vom 13. November 2020 E. 2.3.3).  

 

In Anbetracht des sich aus den vorstehenden Erwägungen ergebenden Beweisergebnisses ist 

offenkundig, dass die den Beschuldigten erheblich belastenden Indizien nach einer Erklärung 

rufen. Dies tut er in casu allerdings nicht einmal ansatzweise. Es stand C.____ frei, darzulegen, 

weshalb und woher er beispielsweise wusste, dass "OO.____" an diesem Ereignis zugegen 

war, wieso er von "wir/uns" sprach oder wie seine persönlichen Lagebeurteilungen anders auf-

zufassen wären, als dass es sich dabei um eigene Wahrnehmungen vor Ort handelt. Auch 

stand es ihm frei, offenzulegen, von wem er von den konkreten Einschätzungen und eigentli-

chen "Gruppeninternas" (z.B. betreffend die Übermotivation der eigenen Gruppe oder die Un-

entschlossenheit der gegnerischen Partei) erfahren hatte. Anders kann sodann auch die Äusse-

rung, wonach sie [gemeint: die CC.____ Fans] mehr über die DD.____ Fans "drüberlaufen" 

würden, nicht verstanden werden, als dass C.____ sich einerseits selber zur in CC.____manier 

gekleideten Gruppierung gezählt und andererseits selbst Gewalttätigkeiten ausgeübt hat. In 

Anbetracht dieser belastenden Beweiselemente hätte C.____ zumindest darlegen können, ob 

er konkret von jemandem (auch ohne Namensnennung) wann, wie und welche Informationen 

erhalten haben will. Eine pauschale Behauptung der Verteidigung, wonach die Chatnachrichten 

auf Hörensagen beruhten, genügt bei dieser C.____ eindeutig belastenden Beweislage nicht. 

Unter diesen Umständen darf und muss in Anbetracht des Gesamtbildes der Schluss gezogen 

werden, es gibt keine andere mögliche ernsthafte Erklärung, als dass der Beschuldigte vereint 

mit seiner Gruppe bzw. als Teil der "CC.____ Kampfformation" an der inkriminierten Auseinan-

dersetzung zwischen zwei Gruppierungen aktiv teilgenommen hat. 

 

1.6 Fazit 

Angesichts der vorstehenden Ausführungen erhellt somit, dass neben dem erheblichen Indiz für 

die Teilnahme des Beschuldigten an den Tumulten, nämlich der zitierte Threema-Chatverlauf, 

eine Vielzahl weiterer Indizien vorliegen, welche durchwegs dessen Teilnahme am fraglichen 

Ereignis untermauern. Demgegenüber liegen keine den Beschuldigten ernsthaft entlastende 

Indizien oder Beweise vor. Schliesslich vermag ihn der Umstand, dass er durchgängig seine 

Aussage in Bezug auf die Auseinandersetzung der beiden Gruppierungen vom tt.mm.jjjj ver-

weigerte, offenkundig nicht zu entlasten. Bei objektiver Betrachtung bestehen in casu daher 

keine erheblichen und nicht zu unterdrückenden Zweifel an der aktiven Teilnahme des Be-

schuldigten (als Teil der CC.____ Fangruppe) an der Auseinandersetzung am V.____ vom 

tt.mm.jjjj. Der angeklagte Sachverhalt erweist sich demzufolge als erstellt. 

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2. Rechtliche Würdigung 

2.1 Landfriedensbruch 

2.1.1 Des Landfriedensbruchs gemäss Art. 260 Abs. 1 StGB macht sich schuldig, wer an 

einer öffentlichen Zusammenrottung teilnimmt, bei der mit vereinten Kräften gegen Menschen 

oder Sachen Gewalttätigkeiten begangen werden. Charakteristisch für den Tatbestand des 

Landfriedensbruchs ist die friedenstörende Grundstimmung, die sich auch aus der Art des Auf-

rufs zur Teilnahme oder den mitgeführten Hilfsmitteln ergeben kann (GERHARD FIOLKA, Basler 

Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, Art. 260 N 14). Als öffentliche Zusammenrottung gilt die An-

sammlung von einer je nach den Umständen mehr oder weniger grossen Zahl von Personen, 

die nach aussen als vereinte Macht erscheint und die von einer für die bestehende Friedens-

ordnung bedrohlichen Grundstimmung getragen wird. Öffentlich ist die Zusammenrottung dann, 

wenn sich ihr eine unbestimmte Zahl beliebiger Personen anschliessen kann, wobei auch ein 

bestimmter Personenkreis (z.B. Studenten) den Kern bilden kann (STEFAN TRECHSEL/HANS 

VEST, Praxiskommentar StGB, 4. Aufl. 2021, Art. 260 N 3). Es kann nicht abstrakt bestimmt 

werden, ab welcher Anzahl von Personen von einer Zusammenrottung auszugehen ist. Eine 

Gruppe von "zirka 20" Eishockey-Anhängern stellt nach höchstrichterlicher Rechtsprechung 

beispielsweise eine Zusammenrottung dar (BGer 6B_630/2018 vom 8. März 2019 E. 1.3.2). Es 

ist sodann unerheblich, ob sich die Menge spontan oder auf Einberufung hin versammelt hat. 

Die Ansammlung muss auch nicht von Anfang an zum Ziel haben, den öffentlichen Frieden zu 

stören (BGE 124 IV 269 E. 2b; BGer 6B_630/2018 vom 8. März 2019 E. 1.2.2 und E. 1.3.2; 

BGer 6B_926/2020 vom 20. Dezember 2022 E. 1.3). Schliesslich bilden die mit vereinten Kräf-

ten gegen Menschen oder Sachen begangenen Gewalttätigkeiten objektive Strafbarkeitsvo-

raussetzung. Diese Gewalttätigkeiten müssen symptomatisch für die Grundhaltung sein, welche 

die Menge antreibt und als Tat der Zusammenrottung erscheinen. Gewalt setzt eine angreifen-

de Handlung gegen Menschen oder Sachen voraus, aber nicht notwendigerweise den Ge-

brauch von besonderer physischer Kraft. Um auf Landfriedensbruch zu erkennen, genügt es, 

dass ein Teilnehmer der Zusammenrottung Gewalttätigkeiten begeht, die für die Grundhaltung 

der Gruppe charakteristisch sind (BGE 124 IV 269 E. 2b; BGer 6B_1217/2017 vom 

17. Mai 2018 E. 4.1). Das tatbestandsmässige Verhalten besteht bereits in der freiwilligen Teil-

nahme an der Zusammenrottung und setzt nicht voraus, dass der Teilnehmende selber Ge-

walthandlungen vollbringt. In objektiver Hinsicht reicht es, dass er sich nicht als bloss passiver, 

distanzierter Zuschauer gebärdet, sondern sich durch seine Anwesenheit solidarisch zeigt (BGE 

124 IV 269 E. 2; BGE 108 IV 33 E. 3a; BGer 6B_1217/2017 vom 17. Mai 2018 E. 4.1; BGer 

6B_862/2017 vom 9. März 2018 E. 1.3.2). Das Gewicht der von der Ansammlung ausgehenden 

Friedensbedrohung wird schliesslich mit jeder zusätzlich teilnehmenden Person erhöht. Der 

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Mitläufer wird sich indessen keine Gewaltausübung strafrechtlich anrechnen lassen müssen, 

wenn er die Ansammlung vorher rechtzeitig wieder verlassen hat. Grundsätzlich fällt er somit 

nur unter Art. 260 StGB, wenn er im Zeitpunkt der Verübung von Gewalttätigkeiten noch an der 

Zusammenrottung teilnimmt. Freilich ist Gleichzeitigkeit nicht absolut nachzuweisen; es genügt, 

wenn die erstellte Anwesenheit den erwähnten ausreichenden zeitlichen und örtlichen Zusam-

menhang mit den Ausschreitungen aufweist (Urteil 6B_862/2017 vom 9. März 2018 E. 1.3.2).  

 

Subjektiv muss der Teilnehmer um den Charakter der Ansammlung als einer Zusammenrottung 

wissen. Es genügt, wenn er sich wissentlich und willentlich der Zusammenrottung anschliesst 

oder in ihr verbleibt (BGE 124 IV 269 E. 2b; 108 IV 33 E. 3a; Urteil 6B_1217/2017 vom 

17. Mai 2018 E. 4.1); denn wer solches tut, muss mit Gewaltakten rechnen (108 IV 33 E. 3a). 

Dass er den Gewalthandlungen zustimmt oder sie billigt, ist nicht erforderlich (BGE 124 IV 269 

E. 2b; 108 IV 33 E. 3a; Urteil 6B_1217/2017 vom 17. Mai 2018 E. 4.1). Der Vorsatz entfällt, 

wenn jemand eine Versammlung nicht verlassen kann, in die er zufällig hineingeraten ist, oder 

deren zunächst friedliche Stimmung umgeschlagen hat (GERHARD FIOLKA, a.a.O., Art. 260 

N 35). 

 

2.1.2 In casu ist dem erstellten Sachverhalt zu entnehmen, dass es am tt.mm.jjjj, um ca. 

18:00 Uhr, zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppierungen, welche den Fanlagern 

des CC.____ und des DD.____ angehörig sind, gekommen ist. Dabei sind die beiden Gruppie-

rungen mit vereinten Kräften in gewalttätiger Art und Weise aufeinander losgegangen. Dies 

zeigt die private Videosequenz eindeutig: Es wurden Faustschläge und Fusstritte ausgetauscht, 

es wurde geschubst, gestossen und geschrien, aufeinander losgestürmt und einander nachge-

rannt sowie Pyrotechnik angezündet. Einige Personen waren zudem vermummt. Insbesondere 

II.____ erlitt bei diesen Ausschreitungen erhebliche Verletzungen (vgl. act. 4055 ff. und 

act. 4081 f.). Gewalttätigkeiten im Sinne von Art. 260 Abs. 1 StGB wurden somit begangen, 

wobei es beim Tatbestand des Landfriedensbruchs keine Rolle spielt, ob eruiert werden kann, 

wer konkret diese Gewalttätigkeiten verübt hat (BGE 145 IV 433 E. 3.5.3). Getragen war die 

Auseinandersetzung von einer friedensstörenden Grundstimmung. Diese tangierte die öffentli-

che Friedensordnung, zumal die Scharmützel ohne weiteres geeignet waren, das Sicherheits-

gefühl der Anwohnenden zu erschüttern. Da sich überdies eine unbestimmte Zahl beliebiger 

Personen der Auseinandersetzung hätte anschliessen können, ist das objektive Tatbestandse-

lement der öffentlichen Zusammenrottung zweifellos erfüllt. Entgegen der Auffassung der Ver-

teidigung konnte sich zu jedem Zeitpunkt eine beliebige Anzahl weiterer Personen – aufgrund 

der Örtlichkeit insbesondere weitere CC.____ Fans resp. Gesinnungsgenossen sowie andere 

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Personen aus den sich in unmittelbarer Nähe befindlichen Wohnhäusern oder dem UU.____ 

Pub (vgl. Google Maps) und weitere DD.____ Fans (…) (zumindest behaupteten dies einige 

anwesende DD.____ Fans, vgl. act. 4157, 4139, 4179) – anschliessen. Die Ansammlung war 

folglich öffentlich. Die Gewalttätigkeiten und Provokationen fanden in einem äusserst span-

nungsgeladenen Kontext statt, da zwei gewaltbereite gegnerische Fangruppen geplanterweise 

vor Ort aufeinandertrafen. Der Beschuldigte seinerseits hat sich zusammen mit den der Grup-

pierung des CC.____ zuzuordnenden Personen auf die der Gruppierung des DD.____ angehö-

renden Personen zubewegt und beim Zusammentreffen haben Personen dieser beiden Grup-

pierungen gegenseitig Gewalttätigkeiten ausgeübt. Der Beschuldigte C.____ brachte im Rah-

men des Threema-Chats klar zum Ausdruck, dass er zur Zeit der Gewalttätigkeiten anwesend 

war und selbst aktiv wurde ("so einfach werden wir nie mehr über die DD.____ Fans drüber 

laufen", "OO.____ war auch dort", "einer der ersten der wieder reingehüpft ist" etc.). Demnach 

ist er kraft seines Gehabens derart im Zusammenhang mit der Menge gestanden, dass er für 

den unbeteiligten Beobachter als deren Bestandteil erschienen ist. Dabei genügt, dass er sich 

nicht als bloss passiver, von der Ansammlung distanzierter Zuschauer gebärdet hat. Wie auf 

der privaten Videoaufzeichnung eindeutig ersichtlich ist (vgl. ca. ab Minute 00:44), stand die in 

CC.____manier angezogene CC.____ Fangruppe sehr kompakt, scheinbar organisiert und ge-

schlossen beieinander, sodass – anders als bei der DD.____ Fangruppierung – keine einzelnen 

Personen zurückblieben und das Geschehen am Rande beobachteten. Die Stimmung innerhalb 

beider Gruppierungen war von Beginn an feindlicher Natur und es wurden praktisch sofort Ge-

walttätigkeiten gegeneinander ausgeübt (vgl. private Videoaufnahme). Im Übrigen ist für die 

Erfüllung des Tatbestands auch nicht gefordert, dass C.____ selbst Gewalthandlungen ausge-

übt hat (GERHARD FIOLKA, a.a.O., Art. 260 N 18). Folgerichtig hat der Beschuldigte an der öf-

fentlichen Zusammenrottung teilgenommen, weshalb der objektive Tatbestand des Landfrie-

densbruchs gegeben ist. 

 

In subjektiver Hinsicht hat sich der Beschuldigte C.____ wissentlich und willentlich der öffentli-

chen Zusammenrottung angeschlossen bzw. ist in ihr