# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8b7e6d7-57a1-54ec-985f-371ed864f33e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.05.2016 200 2015 108
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-108_2016-05-11.pdf

## Full Text

200 15 108 IV
SCP/SHE/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Mai 2016

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 17. Dezember 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1956 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich am 23. Mai 2012 mit Hinweis auf eine seit 
Dezember 2011 bestehende Depression bei der IV-Stelle Bern (nachfol-
gend IVB oder Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (Akten der 
IVB, Antwortbeilage [AB] 2). Diese tätigte in der Folge Abklärungen medizi-
nischer und erwerblicher Art. Insbesondere sprach sie dem Versicherten 
Integrationsmassnahmen (Aufbautraining [AB 34, 38] sowie Wirtschaftsna-
he Integration mit Support am Arbeitsplatz [WISA; AB 44, 50]) und Taggel-
der (AB 36) zu. Weiter liess sie den Versicherten durch Gutachter der 
C.________ (nachfolgend MEDAS) untersuchen. Gestützt auf deren neu-
ropsychologisch-psychiatrisches Gutachten vom 9. Juli 2014 (AB 64.1/2) 
sowie den Abklärungsbericht Haushalt vom 8. September 2014 (AB 71/2) 
stellte die IVB mit Vorbescheid vom 17. September 2014 (AB 72) bei einem 
Invaliditätsgrad von 30% die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aus-
sicht. Hiergegen erhob der Versicherte (AB 73) sowie ein Sozialarbeiter 
(AB 74) und Psychiater (AB 77) der Klinik D.________ Einwände. Nach 
Einholung von Stellungnahmen von Dr. med. F.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 
vom 17. November 2014 (AB 80) sowie des Abklärungsdienstes vom 10. 
Dezember 2014 (AB 82) entschied die IVB mit Verfügung vom 17. Dezem-
ber 2014 (AB 84) wie im Vorbescheid angekündigt. 

B.

Mit Eingabe vom 2. Februar 2015 erhob der Versicherte, nun vertreten 
durch Rechtsanwalt B.________, hiergegen Beschwerde mit dem Rechts-
begehren, es seien die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sa-
che an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese den Sach-
verhalt neu abkläre und über den Leistungsanspruch neu verfüge. Der Be-
schwerde beigelegt waren Stellungnahmen und Beurteilungen der Klinik  
D.________ (Akten des Beschwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 3-5).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 3

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2. März 
2015 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 17. Dezember 2014 
(AB 84). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 4

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung 
nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 
ATSG ist die medizinische Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungs-
fähigkeit kann immer nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge 
einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei dia-
gnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 5

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Was den Gesundheitszustand betrifft, ist den Akten im Wesentli-
chen das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Der den Beschwerdeführer seit 1998 behandelnde Hausarzt Dr. 
med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, diagnosti-
zierte im Bericht vom 14. August 2012 (AB 19) mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit ein psychisches Leiden sowie eine seit 1998 bestehende 
koronare Herzkrankheit (S. 2 Ziff. 1.1). Körperlich sei der Beschwerdeführer 
ausser einer etwas verminderten Leistungsfähigkeit zur Zeit beschwerdefrei 
(S. 3 Ziff. 1.4). Vorwiegend bestünden psychische Einschränkungen (S. 4 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 6

Ziff. 1.7). Ausser, dass ihm keine schweren Arbeiten (wie Arbeiten im Bau-
gewerbe etc.) möglich seien, bestünden aus somatischer Sicht keine sons-
tigen Einschränkungen (S. 6).

3.1.2 Im Bericht der Klinik D.________ vom 21. Juni 2012 (AB 22) wurde 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine seit November 2011 beste-
hende mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-
F32.11) diagnostiziert (S. 2 Ziff. 1.1). Derzeit bestünden neben einer leicht-
gradig verminderten Konzentration und einem verminderten Antrieb eine 
erhöhte Erschöpfung durch die bestehende Durchschlafstörung. Die bishe-
rige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer in einem zeitlichen Rahmen von 
80-100% noch zumutbar. Dabei bestehe aufgrund der derzeit vorhandenen 
depressiven Symptomatik eine verminderte Leistungsfähigkeit um ca. 20% 
(S. 7 Ziff. 1.7). Nach Erreichen der Remission der depressiven Symptoma-
tik könne wieder mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit zu 
100% gerechnet werden (S. 8 Ziff. 1.9).

Im Bericht der Klinik D.________ vom 17. Januar 2014 (AB 53) wurden 
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:

- rezidivierende endogene Depression (ICD-10 F33.1) seit 20 Jahren, aktuell zu-
nehmende Symptomatik

- anankastische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.5), Differentialdiagnose 
Zwangsstörung mit Zwangsgedanken (ICD-10 F42.0) seit der Präpubertät 

- Status nach akutem Myokardinfarkt (ICD-10 I21) 1998, koronare Herzkrankheit
- arterielle Hypertonie (ICD-10 I10) seit über 20 Jahren
- Hypercholesterinämie (ICD-10 E78) seit ca. 20 Jahren (S. 1 Ziff. 1.1).

Durch die ausgeprägte Störung der Aufmerksamkeit/Vigilanz im Rahmen 
der Kombination aus rezidivierender endogener Depression und anankasti-
scher Persönlichkeitsstörung bzw. Zwangsstörung würden sich Hindernisse 
des Arbeitsgedächtnisses dahingehend ergeben, dass der Beschwerdefüh-
rer längerdauernde Arbeiten nur unzureichend vollenden könne. Ursächlich 
hierfür seien manifeste Zwangsgedanken. Weiter sei zu bedenken, dass 
die körperliche Leistungsfähigkeit bei einem Stand nach Herzinfarkt einge-
schränkt sei. Die bisherige Arbeit sei nur noch zu 50% zumutbar. Er könne 
einen Arbeitsblock täglich leisten. Der anschliessende Nachmittag wäre zu 
viel (S. 3 Ziff. 1.7).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 7

3.1.3  Dr. med. F.________ führte im RAD-Bericht vom 26. März 2014 
(AB 59) aus, obwohl die in den medizinischen Unterlagen jetzt ausgewie-
senen Diagnosen nicht völlig zu überzeugen vermöchten, würden die 
psychiatrischen Einschätzungen dennoch weitgehend mit den in der beruf-
lichen Abklärung gemachten Erfahrungen bezüglich einer eingeschränkten 
Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers korrelieren. Die 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei anhand der Diagnose gemischte 
Zwangsstörung (ICD-10 F42.2) nachvollziehbar begründet. Rolle und Um-
fang der postulierten, aber nicht umfassend abgeklärt erscheinenden, neu-
rokognitiven Defizite könnten im Hinblick auf die Einschränkung der Belast-
barkeit und Arbeitsfähigkeit nicht ohne weiteres abschliessend eingeschätzt 
werden. Dagegen könne die Frage nach aktuell vorliegenden somatisch 
begründeten Einschränkungen der Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit aufgrund der fehlenden Belege für eine 
Verschlechterung und bei subjektiver Beschwerdefreiheit als unplausibel 
verneint werden. Zur Klärung der offenen Fragen sei eine psychiatrisch-
neuropsychologische Abklärung angezeigt (S. 4 f.). 

3.1.4 Im neuropsychologisch-psychiatrischen MEDAS-Gutachten vom 
9. Juli 2014 (AB 64.1/2) wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine 
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen, unsicheren und 
zwanghaften Anteilen (ICD-10 F61.0) diagnostiziert (AB 64.1/14 Ziff. 5.1). 
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden die Diagnosen einer 
leichten depressiven Episode (ICD-10 F32.0) sowie eines Status nach 
Opiatabhängigkeit (ICD-10 F11.2) gestellt (Ziff. 5.2). Beim Beschwerdefüh-
rer liege durch die Persönlichkeitsstörung eine Umständlichkeit und 
Zwanghaftigkeit vor, welche ihn in seinem Arbeitstempo und seiner Ar-
beitsbeweglichkeit verlangsame. Dadurch resultiere eine Einschränkung 
der Leistungsfähigkeit von 30%. Tatsächlich weise die Arbeitsanamnese 
nach, dass er seit Jahrzehnten schon nur in diesem reduzierten Ausmass 
arbeite, sodass sich erkläre, dass die mässig ausgeprägte Persönlich-
keitsstörung nicht zum langjährigen Arbeitsleben des Beschwerdeführers 
kontrastiere. Die leichte depressive Episode sei niederschwellig und beein-
flusse nicht zusätzlich die Arbeitsfähigkeit. Die ergänzend durchgeführte 
neuropsychologische Untersuchung bestätige die Einschätzung aus psych-
iatrischer Sicht, dass keine weitergehende kognitive Einbusse vorhanden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 8

sei. Neuropsychologisch bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. 
Zusammenfassend resultiere aus bidisziplinärer Sicht, dass beim Be-
schwerdeführer für leichte bis mittelschwere, kognitiv nicht beanspruchen-
de Arbeiten eine 70%-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe. Das 
Pensum könne vollschichtig umgesetzt werden mit einem verlangsamten 
Arbeitstempo. Die Verminderung der Arbeitsfähigkeit sei wahrscheinlich 
seit jeher anzunehmen (AB 64.1/15 Ziff. 6).

3.1.5 Die Klinik D.________ führte in der Stellungnahme vom 28. Oktober 
2014 (AB 77) zum Vorbescheid aus, die Depression bestehe schon seit 
vielen Jahren und sei Ursache für den Drogenkonsum, im Sinne eines 
Selbstbehandlungsversuchs, gewesen. Der Beschwerdeführer sei nun seit 
vielen Jahren drogenfrei. Jedoch seien die Spuren einer langjährigen De-
pression zusammen mit einer zwanghaften Persönlichkeitsstruktur und 
einiger sich wieder manifestierenden posttraumatischen Belastungssym-
ptomen heute noch deutlich zu sehen, nicht zuletzt deswegen, weil der 
Beschwerdeführer erst sehr spät eine adäquate Behandlung der Depressi-
on bekommen habe. Die nicht mehr vollständig therapierbare depressive 
Symptomatik sowie die zwanghafte Persönlichkeitsstruktur würden auf-
grund des angstbedingten Perfektionismus und einer Verlangsamung, was 
unter Stress noch zunehme, zu quantitativen Leistungseinbussen führen. 
Jede Neuorientierung, also auch die Annahme einer neuen Arbeitsstelle, 
bedinge für den Beschwerdeführer eine exponentielle Zunahme von Stress, 
was zu vermehrter quantitativer Leistungsabnahme führe und nicht mit sei-
nen früheren, auf über Jahre aufgebauten Routinetätigkeiten basierenden 
Arbeitsstellen zu vergleichen sei. Weiter scheine die Aufrechterhaltung des 
Leistungsniveaus auf einen halben Tag (vier Stunden) beschränkt zu sein, 
was wiederum vom aktuellen Arbeitgeber beurteilt worden sei und werde. 
Es bestehe eine 50%-ige Invalidität und dementsprechend betrage die Ar-
beitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt maximal 50%.

3.1.6 Dr. med. F.________ führte in der RAD-Beurteilung vom 17. No-
vember 2014 (AB 80) aus, das bidisziplinäre MEDAS-Gutachten sei umfas-
send und in Kenntnis der Vorakten erstellt worden, beruhe auf allseitigen 
Untersuchungen, berücksichtige die geklagten Beschwerden, diskutiere IV-
fremde Faktoren und Diskrepanzen mit anderen medizinischen Einschät-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 9

zungen. In der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts und bezüglich 
der daraus abgeleiteten Einschätzung der Einschränkung von Arbeitsun-
fähigkeit/Arbeitsfähigkeit seien weitgehend nachvollziehbar. Die in der Stel-
lungnahme der Klinik D.________ vom 28. Oktober 2014 (AB 77) genann-
ten medizinischen Gesichtspunkte seien teilweise bereits als im Gutachten 
plausibel widerlegt anzusehen (bspw. das Vorliegen einer rezidivierenden 
depressiven Störung) oder aber auch anhand der anamnestischen Anga-
ben kaum nachvollziehbar (posttraumatische Störung, Drogenkonsum als 
Selbstbehandlung einer Depression; S. 2 f.). 

3.1.7 Gemäss dem psychodiagnostischen Abklärungsbericht der Klinik  
D.________ vom 29. Januar 2015 (BB 5) sind die DSM-IV-Kriterien für die 
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) er-
füllt. Die bestehende depressive Symptomatik mit Störungen der Affektre-
gulation, negativem Selbstkonzept, interpersonellen Problemen sowie die 
Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafstörungen seien als Symptomatik 
der posttraumatischen Störung zu verstehen. Im Hinblick auf die jahrelang 
von der Mutter verübte psychische Misshandlung, welche mit dem Auffin-
den seines in der Badewanne ertrunkenen Vaters den Höhepunkt erreicht 
habe, handle es sich um ein komplexes Trauma (Typ-II Traumata), welches 
sich durch ausgeprägte dysfunktionale Grundüberzeugungen und oftmals 
diffuse, wenig klare Wiedererinnerungen an Traumatisierung auszeichne, 
wobei frühe traumatische Ereignisse oder Belastung in der Kindheit und 
Jugend mit schweren psychischen und physischen Erkrankungen sowie 
einer schlechten Therapieprognose assoziiert würden. Es bleibe noch ab-
zuklären, inwieweit eine Diagnose der andauernden Persönlichkeitsverän-
derung nach Extrembelastungen, nicht anderweitig bezeichnet (ICDE-10 
F62.0) vergeben werden könne (S. 2).

In der Stellungnahme vom 30. Januar 2015 (BB 4) nahm die Klinik 
D.________ Stellung zum bidisziplinären MEDAS-Gutachten. Es sei hin-
sichtlich der Depressionsanamnese unvollständig. Biographische Details 
seien nicht wahrheitsgemäss erfasst worden. Die Arbeitsfähigkeit des Be-
schwerdeführers werde nur testtheoretisch begründet. Alle praktischen 
Erfahrungswerte würden vollständig ignoriert. Das Diagnosespektrum sei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 10

um die posttraumatische Belastungsstörung bzw. Persönlichkeitsverände-
rung nach schwerer Belastung zu ergänzen (S. 2).

In der der Beschwerde beigelegten undatierten Stellungnahme äusserten 
sich die Klinik D.________ zum bidisziplinären MEDAS-Gutachten sowie 
zum RAD-Bericht vom 17. November 2014. Der Tod des Vaters und die 
Dauerbelastung im Verhältnis mit der Mutter würden die Kriterien einer 
posttraumatischen Belastungsstörung erfüllen. Die bestätigte depressive 
Störung dürfte jedoch von erheblich stärkerem Gewicht für die Leistungs-
fähigkeit sein, als die mittelgradige, reaktive Depression, welche vom 
psychiatrischen Gutachter diagnostiziert worden sei. Weiter würde im Gut-
achten über keinen Konzentrationsabbau während des Gesprächs berich-
tet, wobei ihres (Klinik D.________) Erachtens hier der Hauptgrund für eine 
50%-ige Arbeitsunfähigkeit liege. Was die neuropsychologische Begutach-
tung betreffe, seien diverse Fehler bei den Tests erfolgt, weshalb diese 
oder ähnliche Test zu wiederholen seien. Dr. med. F.________ folge im 
Bericht vom 13. November 2014 (AB 80) ausschliesslich dem bidiszi-
plinären MEDAS-Gutachten.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 11

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von 
externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und 
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist 
bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 
125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3). Eine von 
anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beur-
teilung vermag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es 
gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem 
Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung 
abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist 
eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage 
der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

3.3

3.3.1 Unter den Parteien ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer zu-
folge der durchgemachten koronaren Herzkrankheit (Myocardinfarkt 1998; 
vgl. u.a. Bericht der Klinik G.________ vom 31. August 2007 [AB 19/7]) in 
der vorliegend interessierenden Beurteilungsperiode beschwerdefrei war 
und ihm deswegen einzig schwere körperliche Tätigkeiten, wie etwas im 
Baugewerbe, nicht mehr möglich sind (vgl. AB 19/2). 

3.3.2 Unter den in E. 3.3.1 hiervor genannten Umständen lässt sich nicht 
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einzig hinsichtlich der geltend 
gemachten psychisch-neuropsychologischen Beeinträchtigungen eine bi-
disziplinäre Abklärung veranlasst hat. Dies wird denn vom Beschwerdefüh-
rer zu Recht nicht kritisiert. Aus medizinischer Sicht stützt sich die Be-
schwerdegegnerin in der Verfügung vom 17. Dezember 2014 (AB 84) im 
Wesentlichen auf das bidisziplinäre MEDAS-Gutachten der C.________ 
vom 9. Juli 2014 (AB 64.1/2). Dieses erfüllt die von der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens ge-
stellten Anforderungen (vgl. E. 3.2. hiervor), weshalb ihm uneingeschränkte 
Beweiskraft zukommt. Die Gutachter haben sich in ihren Beurteilungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 12

sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen auseinandergesetzt 
sowie ihre Schlussfolgerungen und Einschätzungen gestützt auf ihre Un-
tersuchung sowie die Akten in schlüssiger und nachvollziehbarer Weise 
dargelegt. Sie hatten Kenntnis von allen Vorakten und würdigten in ihrer 
Beurteilung sämtliche ihnen zur Verfügung stehenden Informationen. Die 
Ausführungen in den Beurteilungen der medizinischen Zusammenhänge 
sind einleuchtend sowie die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesund-
heitszustand überzeugend begründet und werden durch die RAD-
Stellungnahme von Dr. med. F.________ vom 17. November 2014 (AB 80) 
bestätigt. Daran ändern die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Einwän-
de, dem Gutachten seien wegen Fehlern in den biographischen Angaben 
sowohl die nötige Sorgfalt als auch Beweiskraft abzusprechen (Beschwer-
de S. 5 f. Ziff. 4.2), nichts, zumal diese Punkte wie die Beschwerdegegnerin 
zu Recht vorbringt (vgl. Beschwerdeantwort S. 2), für die Beurteilung der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht relevant waren. Dass die psychiatri-
sche Untersuchung lediglich 80 Minuten gedauert hat (vgl. Beschwerde S. 
6 Ziff. 4.3, act. II 64.1 S. 8), hat ebenfalls keine Minderung des Beweiswer-
tes des MEDAS-Gutachtens zur Folge. Denn gemäss höchstrichterlichen 
Rechtsprechung (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 30. Juli 
2009, 8C_925/2008, E. 3.3) kommt es für den Aussagegehalt eines Arztbe-
richtes nicht auf die Dauer der Untersuchung an. Massgeblich ist vielmehr, 
ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist. Diese 
Kriterien erfüllt das psychiatrisch-neuropsychologische MEDAS-Gutachten 
sehr wohl und es kann zudem entgegen der Ansicht des Beschwerdefüh-
rers keine Rede von einer mangelnden Struktur des Gutachtens sein. Von 
weiteren medizinischen Abklärungen kann entgegen dem Antrag des Be-
schwerdeführers (Beschwerde S. 7 Ziff. 4.7) abgesehen werden, zumal es 
sich um einen bereits erstellten medizinischen Sachverhalt handelt und von 
weiteren Abklärungen keine neuen wesentlichen Erkenntnisse zu erwarten 
sind.

Aufgrund des voll beweiskräftigen psychiatrisch-neuropsychologischen 
MEDAS-Gutachtens ist der Beschwerdeführer für leichte bis mittelschwere, 
kognitiv nicht beanspruchende Arbeiten zu 70% arbeits- und leistungsfähig. 
Das Pensum kann vollschichtig umgesetzt werden mit einem verlangsam-
ten Arbeitstempo. Die Verminderung der Arbeitsfähigkeit besteht seit jeher. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 13

An diesen Schlussfolgerungen vermögen, wie nachfolgend gezeigt wird, 
weder die beschwerdeweise vorgebrachten Einwendungen noch die mit 
der Beschwerde eingereichten Berichte der Klinik D.________ (BB 3-5) 
etwas zu ändern.

3.3.3 Aus psychiatrischer Sicht besteht Einigkeit darüber, dass der Be-
schwerdeführer an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit ängstli-
chen, unsicheren und zwanghaften Anteilen (ICD-10 F61.0) leidet, die sein 
funktionelles Leistungsvermögen zu beeinträchtigen vermag. Als Entste-
hungsbedingung dieser Störung wird denn auch - in Übereinstimmung mit 
den anamnestisch erhobenen Angaben - eine übertriebene Ordentlichkeit 
und Strenge in der Erziehung sowie Frustrierung kindlicher Triebbedürfnis-
se genannt (AB 53 S. 2 Ziff. 1.4). Dies überzeugt und es ist davon auszu-
gehen, dass diese Störung auch aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht 
invalidisierenden Ausmasses ist. Sie äussert sich darin, dass der Be-
schwerdeführer seine Rituale abhalten muss, für ihn alles ordentlich sein 
muss, er genau arbeitet und sich keine Fehler erlaubt, was zu einer Ver-
langsamung des Arbeitsprozesses führt (AB 64.1/7-8 Ziff. 3.1.2), was im 
Grundsatz in den Ergebnissen der beruflichen Abklärungs- und Eingliede-
rungsmassnahmen auch seine Bestätigung findet (vgl. u.a. Berichte der 
H.________ vom 13. September 2013 [AB 45 S. 10] und vom 20. Februar 
2014 [AB 56 S. 3]). 

3.3.4 Soweit die D.________ nach Erlass des Vorbescheids erstmals 
posttraumatische Belastungssymptome nennen (vgl. AB 77) bzw. im Rah-
men des Beschwerdeverfahrens eine posttraumatische Belastungsstörung 
erstmals diagnostizieren (BB 3-5), kann dem nicht gefolgt werden.

Eine posttraumatische Belastungsstörung gemäss ICD-10 F43.1 setzt 
rechtsprechungsgemäss voraus, dass sie mit einer Latenz von wenigen 
Wochen bis Monaten nach dem Ereignis mit aussergewöhnlicher Bedro-
hung und katastrophenartigem Ausmass auftritt, das bei fast jedem eine 
tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Prädisponierende Faktoren können 
die Schwelle zur Entwicklung dieses Syndroms zwar senken und den Ver-
lauf erschweren, sind aber weder notwendig noch ausreichend, um dessen 
Auftreten erklären zu können (DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, Internationale 
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapital V [F], Klinisch-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 14

diagnostische Leitlinien, 9. Aufl. 2014, S. 208). Eine weniger einschränken-
de Formulierung des Belastungskriteriums und damit die Berücksichtigung 
von Ereignissen, die weder eine aussergewöhnliche Bedrohung noch eine 
Katastrophe darstellen, dennoch aber im Erleben einer versicherten Person 
eine Traumatisierung auslösen können, mag therapeutisch Sinn machen. 
Dasselbe gilt für eine weniger einschränkende Formulierung der zeitlichen 
Latenz mit Berücksichtigung von einem erst lange nach den traumatischen 
Ereignissen beginnenden Krankheitsverlauf. Hingegen verlangt die Leis-
tungsberechtigung in der Invalidenversicherung zwangsläufig eine gewisse 
Objektivierung, weshalb solche Konstellationen ausser Betracht bleiben 
müssen (vgl. u.a. Entscheid des BGer vom 26. Juni 2013, 9C_228/2013 E. 
4.1.2 f.). An dieser Rechtsprechung hat das Bundesgericht festgehalten, im 
Wissen, dass in der Fachliteratur darauf hingewiesen wird, in gewissen 
Fällen trete die Symptomatik einer posttraumatischen Belastungsstörung 
erst mit erheblicher, zum Teil mehrjähriger Verzögerung auf (vgl. BGer 
9C_228/2013, E. 4.1.2).

Wie im Bericht der Klinik D.________ vom 29. Januar 2015 (BB 5) einlei-
tend ausgeführt wird, basiert die Diagnose der posttraumatischen Belas-
tungsstörung im vorliegenden Fall auf den Kriterien der DSM-IV. Im Unter-
schied zur vorliegend einzig relevanten Diagnostik der ICD-10 basiert die 
auf den DSM-IV basierende Diagnose einer posttraumatischen Belas-
tungsstörung auf subjektiven Empfindungen und stellt nicht auf die objekti-
ve Schwere der erlittenen Bedrohung ab. Ein derart ausschliesslich subjek-
tives Empfinden kann jedoch nicht massgebend sein für die Frage des An-
spruchs auf Leistungen der Invalidenversicherung. Zudem würde auch die 
Diagnose nach DSM-IV bei einer posttraumatischen Belastungsstörung 
einen extremem Belastungsfaktor voraussetzen (vgl. u.a. Entscheid des 
BGer vom 18. August 2009, 9C_554/2009, E. 6). Ein solches Ereignis liegt 
hier jedoch nicht vor. Bereits aus diagnostischer Sicht erweist sich somit 
die Schlussfolgerung der psychodiagnostischen Abklärung, wonach die 
Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung im Sinne von ICD-10 
F43.1 erfüllt seien, als fachlich nicht korrekt. Selbst wenn der Beschwerde-
führer seinen Vater tot in der Badewanne aufgefunden haben sollte, ver-
mag dies allenfalls ein Schreckereignis darzustellen, nicht jedoch eine Be-
drohungssituation im Sinne der F43.1-Diagnostik zu begründen. Ebenso 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 15

wenig vermögen dies die Erlebnisse mit der als überstreng dominierend 
und kontrollierend beschriebenen Mutter (AB 64.1/7). Auffallend ist diesbe-
züglich, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung bei der 
Erhebung der Familienanamnese offenbar sachlich Auskunft erteilte, ohne 
hierbei für einen Psychiater in wahrnehmbarer Weise offenbar Erregungen 
oder andere vegetative Zeichen zu zeigen. Ebenso wird im Bericht der Kli-
nik G.________ vom 31. August 2007 (AB 19/7) über den Krankheitsver-
lauf des Vaters sachlich berichtet. 

Weiter ist festzuhalten, dass die im vorliegenden Fall diagnostizierte post-
traumatische Belastungsstörung im Wesentlichen auf die von der Mutter 
des Beschwerdeführers jahrelang auf ihn „verübte psychische Misshand-
lung, welche ihren Höhepunkt mit dem Auffinden seines in der Badewanne 
ertrunkenen Vaters den Höhepunkt erreichte“ (vgl. BB 5 S. 2) basiert. Eine 
diesbezügliche längere Arbeitsunfähigkeit bis Dezember 2011 ist medizi-
nisch nicht belegt. Somit fehlen im Zeitraum zwischen den geltend gemach-
ten Vorfällen bis zu seinem Auszug mit 18.5 Jahre von zu Hause während 
rund 37 Jahren rechtsgenügliche Hinweise auf eine regelmässige, wegen 
der psychischen Belastung der Mutter erforderlich gewordenen psychiatri-
schen Behandlung. Hiervon ausgenommen ist die nach dem Drogenentzug 
während zehn Sitzungen durchgeführte psychotherapeutische Behandlung 
(vgl. AB 64.1/7). Zudem war es dem Beschwerdeführer in dieser Zeit auch 
möglich, erfolgreich die Ausbildung zum … zu absolvieren und die … abzu-
schliessen. Der Beschwerdeführer vermochte schliesslich auch über Jahre 
hinweg ein leistungsbezogenes Arbeitspensum von 70% zur vollen Zufrie-
denheit seines Arbeitgebers zu erfüllen (AB 3 S. 4). Damit erweist sich die 
ausschliesslich auf die anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers 
gestützte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung gemäss 
ICD-10 als nicht ausgewiesen.

3.3.5 Was der Beschwerdeführer gegen den vom psychiatrischen Gut-
achter postulierten fehlenden Konzentrationsabbau (AB AB 64.1/9 Ziff. 3.2) 
vorbringt (Beschwerde S. 6 Ziff. 4.3), überzeugt nicht und muss auch in 
Anbetracht der Ergebnisse der beruflichen Abklärungsmassnahmen ver-
neint werden. So zeigte er während der 80-minütigen psychiatrischen Ex-
ploration nie Zeichen von Konzentrationsschwäche. Würden bei ihm Kon-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 16

zentrationsschwierigkeiten vorliegen, wäre nicht anzunehmen, dass er an-
lässlich der neuropsychologischen Testung derart gute Resultate erzielt 
hätte (AB 64.1/10-12 Ziff. 4.2). Auch beurteilte die Abklärungsstelle 
H.________ in ihrem Abschlussbericht betreffend die vom 24. Juni bis 15. 
September 2013 bei einem 80%-igen Arbeitspensum ausgeführten Tätig-
keiten (AB 45) die Konzentrationsfähigkeit als gut. Sie bestätigte sodann, 
dass sich der Beschwerdeführer auch bei monotonen Arbeiten über einen 
längeren Zeitraum konzentrieren kann und eine solide Leistung erbringt (S. 
5). 

3.3.6 Soweit die Klinik D.________ die Diagnose einer depressiven Epi-
sode infrage stellen und eine eigentliche depressive Störung nicht mehr 
therapierbarem Ausmasses postulieren (AB 77 und BB 4), vermag dies 
ebenfalls nicht zu überzeugen. Gleich verhält es sich mit den vom Be-
schwerdeführer gemachten Aussagen, wonach er bereits nach Abschluss 
der … und nach dem Herzinfarkt je eine depressive Phase erlitten habe 
(Beschwerde S. 7 Ziff. 4.5). Anlässlich der MEDAS-Begutachtung gab der 
Beschwerdeführer unmissverständlich an, er sei erstmals in psychiatrischer 
Behandlung, hiervon ausgenommen sei der einmalige Besuch bei einem 
Psychiater betreffend Dienstuntauglichkeitsschreibung für den Militärdienst 
(AB 64.1/6 E. 3.1.2). Zudem war er anscheinend nach bzw. während dem 
Drogenentzug während zehn Sitzungen in psychotherapeutischer Behand-
lung (AB 64.1/7). Dass er bereits früher an einem relevanten - d.h. nicht 
bloss reaktiven - depressiven Leiden gelitten haben soll, wird erstmals im 
Rahmen des Vorbescheidverfahrens und alsdann im Beschwerdeverfahren 
geltend gemacht (AB 77 und BB 4). Gegen die Annahme, dass er nach 
dem erfolgreichen Abschluss der … in eine Depression gefallen sei, spre-
chen die sachlich begründeten Angaben des Beschwerdeführers, wonach 
er damals zum Schluss gekommen sei, dass er keine Führungsrolle wahr-
nehmen wolle (AB 64.1/7). So hinderte es ihn denn auch nicht, weiterhin im 
… zu arbeiten. Schliesslich ist auch dem Bericht der Klinik G.________ 
vom 31. August 2007 (AB 19/7) nicht zu entnehmen, dass der Beschwerde-
führer im Zuge der Herzerkrankung in eine Depression gefallen wäre. 

Was die Ausprägung der depressiven Episode betrifft, wird im MEDAS-
Gutachten nachvollziehbar begründet, dass das depressive Geschehen nur 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 17

leichten Ausmasses ist. Weiter ist davon auszugehen, dass das depressive 
Geschehen nicht als eigenständiges psychisches Leiden mit dauerhaften 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit betrachtet werden kann. Vielmehr ist 
davon auszugehen, dass es sich dabei um Begleitsymptome der sich auf 
die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Persönlichkeitsstörung handelt. Somit ist 
mit den Gutachtern davon auszugehen, dass es sich bei dem 2011 aufge-
tretenen psychischen Leiden um eine leichte depressive Episode und nicht 
um eine rezidivierende depressive Störung handelt, was im Übrigen durch 
den früheren Bericht der Klinik D.________ vom 21. Juni 2012 (AB 22/2 
Ziff. 1.1) bestätigt wird. 

3.3.7 Die Vorbringen des Beschwerdeführers gegen den neuropsycholo-
gischen Teil des MEDAS-Gutachtens (Beschwerde S. 6 Ziff. 4.4) überzeu-
gen nicht. So bedurfte es mit Blick auf die Tatsache, dass die Konzentrati-
onsfähigkeit nicht beeinträchtigt war (vgl. E. 3.3.5 hiervor), vorliegend kei-
ner Testung der Daueraufmerksamkeit. Dass die neuropsychologische Un-
tersuchung erhebliche Fehler aufweist, ist nicht nachvollziehbar, ist doch 
nichts daran auszusetzen, dass der Aufmerksamkeits-Belastungstest, 
nachdem ihn der Beschwerdeführer anfänglich sehr langsam und ohne 
Fehler ausführte, unterbrochen wurde um den Beschwerdeführer anzuwei-
sen, die Arbeitsgeschwindigkeit auf Kosten der Arbeitsqualität zu steigern, 
womit er immer noch eine gut durchschnittliche Arbeitsqualität von 75% 
erzielte (AB 64.1/12). In diesem Rahmen wurde das verminderte Arbeits-
tempo bei der Konsensbeurteilung der MEDAS bei der Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit von 70% umfassend berücksichtigt. 

3.3.8 Was die Arbeits- und Leistungsfähigkeit betrifft, kann dem Be-
schwerdeführer nicht gefolgt werden, dass die anlässlich der beruflichen 
Abklärung gewonnen Erkenntnisse von der Beschwerdegegnerin „in keins-
ter Weise“ gewürdigt worden seien (Beschwerde S. 8 f. Ziff. 5). Im Gegen-
teil. So lagen den MEDAS-Gutachtern für die Erstellung des Gutachtens 
sämtliche diesbezüglichen Unterlagen (Berichte der Abklärungsstelle 
H.________ vom 4. Juli 2013 [AB 40], 13. September 2013 [AB 45], 5. De-
zember 2013 [AB 51] und 20. Februar 2014 [AB 56]) vor. Dass die MEDAS 
nun zu einem anderen Schluss als die Abklärungsstelle H.________ 
kommt, ändert daran nichts. Dem MEDAS-Gutachten ist denn auch nach-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 18

vollziehbar zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer zu 70% arbeitsfähig 
ist. Die Beschwerdegegnerin hat, wie dies gemäss Rechtsprechung (SVR 
2013 IV Nr. 6 S. 15 E. 2.3.2; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.3.2) bei offensichtlicher und erheblicher 
Diskrepanz zwischen der medizinischen Einschätzung und einer Leistung, 
wie sie während einer ausführlichen beruflichen Abklärung bei einwandfrei-
em Arbeitsverhalten/-einsatz des Versicherten effektiv realisiert und 
gemäss Einschätzung der Berufsfachleute objektiv realisierbar ist, verlangt 
wird, eine klärende medizinische Stellungnahme beim RAD-Arzt Dr. med. 
F.________ vom 17. November 2014 (AB 80) eingeholt. Dieser legte nach-
vollziehbar dar, warum auf die medizinische gutachterliche Einschätzung 
einer 30%-igen Einschränkung abzustellen ist. So ist denn auch zu beach-
ten, dass der Beschwerdeführer während Jahren in der Lage war, zur vol-
len Zufriedenheit seines Arbeitgebers (vgl. u.a. AB 3/4) ein leitungsbezoge-
nes Arbeitspensum von 70% zu erfüllen, wozu er allerdings - um seinen 
Zwang zum Perfektionismus nachzulegen - auch noch seine Freizeit bean-
spruchte (AB 71 S. 4) und damit effektiv ein höheres Arbeitspensum mit 
einem Rendement von 70% leistete. Dass Dr. med. F.________ noch an-
lässlich des vom ihm am 26. März 2014 (AB 59) verfassten Berichts zum 
Schluss kam, dem Beschwerdeführer sei eine Erwerbstätigkeit nur noch im 
Umfang von 50% zumutbar (S. 5), ändert daran nichts, lagen zum damali-
gen Zeitpunkt doch die Erkenntnisse der MEDAS-Begutachtung noch nicht 
vor. 

4.

In der Folge ist der Invaliditätsgrad zu bestimmen:

Aufgrund des massgeblichen bidsizplinären MEDAS-Gutachtens vom 
9. Juli 2014 (AB 64.1/2) ist der Beschwerdeführer wegen der kombinierten 
Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen, unsicheren und zwanghaften Antei-
len (ICD-10 F61.0) in seiner Leistungsfähigkeit zu 30% eingeschränkt. Er 
ist für leichte bis mittelschwere, kognitiv nicht beanspruchende Arbeiten zu 
70% arbeits- und leistungsfähig. Das Pensum kann vollschichtig umgesetzt 
werden mit einem verlangsamten Arbeitstempo (AB 61.1/14-15 Ziff. 6). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 19

Diese Einschätzung steht denn auch nicht im Widerspruch zu den Ergeb-
nissen der H.________-Abklärung, war der Beschwerdeführer doch dort in 
der Lage, bei einem Pensum von 50% eine Leistung von 40% zu erbringen 
(AB 56 S. 3 Ziff. 6). 

4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 
133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsscha-
dens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätig-
keit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BfS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 
593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Es gilt zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 
5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 20

4.3 Unter Berücksichtigung, dass der Beschwerdeführer seit jeher in 
seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist (AB 64.1/15 i.V.m. Art. 28 Abs. 1 
lit. b IVG) sowie der sechsmonatigen Karenzfrist (Art. 29 Abs. 1 IVG) seit 
Einreichung der IV-Anmeldung vom 23. Mai 2012 (AB 2) liegt der Zeitpunkt 
des frühest möglichen Rentenbeginns im Oktober 2012. Somit ist der Ein-
kommensvergleich auf das Jahr 2012 hin vorzunehmen.

4.4 Im Lichte der bereits getätigten Ausführungen hat die Beschwerde-
gegnerin zu Recht angenommen, der Beschwerdeführer wäre bei guter 
Gesundheit zu 100% erwerbstätig. Nach der Aktenlage ist denn auch er-
stellt, dass der Beschwerdeführer bei der I.________ den von ihm bei ei-
nem 70%-igen Pensum erzielten Leistungslohn nur deshalb zu erreichen in 
der Lage war, weil er auch noch Arbeit zum Erledigen nach Hause nahm 
(AB 71 S. 4). 

Ist davon auszugehen, dass sich die Persönlichkeitsstörung bereits bei 
Eintritt ins Berufsleben manifestierte, hat die Beschwerdegegnerin für die 
Bestimmung des hypothetischen Valideneinkommens zu Unrecht auf den 
Tabellenlohn für Hilfsarbeiter abgestellt. Vielmehr ist aufgrund der abge-
schlossenen Berufsausbildung als … und der absolvierten … davon aus-
zugehen, der Beschwerdeführer wäre im … in leitender Position tätig. Ab-
zustellen ist damit auf den Wert 55-56 (Gastgewerbe/Beherbergung und 
Gastronomie) der Tabelle TA1 der LSE 2012 und hier auf das Kompetenz-
niveau 3 (komplexe praktische Tätigkeiten welche ein grosses Wissen in 
einem Spezialgebiet voraussetzen). Damit fällt der monatliche Tabellen-
Ausgangslohn von Fr. 5‘362.-- nur unwesentlich höher aus, als derjenige 
des Totalwertes im Kompetenzniveau 1 (Fr. 5‘210.--). Aufgerechnet auf ein 
Jahr angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 42.4 
Stunden (vgl. Tabelle „Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei-
lungen in Stunden pro Woche“ des BfS, Ziff. 55-56) ergibt sich ein massge-
bendes Valideneinkommen von Fr. 68‘204.65 (Fr. 5‘362.-- x 12 Monate / 40 
Stunden x 42.4 Stunden). 

4.5 Was das Invalideneinkommen betrifft, ist aufgrund der Erkenntnisse 
im beweiskräftigen MEDAS-Gutachten vom 9. Juli 2014 (AB 64.1/2) erstellt, 
dass der Beschwerdeführer seine verbleibende Restarbeitsfähigkeit mit 
einem Arbeitspensum zwischen 10 und 50% (vgl. Beschwerde S. 9 Ziff. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 21

6.2) nicht optimal umsetzt. Daher und entgegen den Ausführungen des 
Beschwerdeführers (vgl. Beschwerde S. 9 f. Ziff. 6) ist das Invalidenein-
kommen aufgrund der LSE-Tabellenlöhne zu bestimmen. Gestützt auf den 
Totalwert im Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder 
handwerklicher Art) der LSE 2012 könnte er ein monatliches Einkommen 
von Fr. 5‘210.-- erzielen. Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche 
Arbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. Totalwert der Tabelle „Betriebsübliche 
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche“ des BfS) 
und unter Berücksichtigung der gutachterlich bestätigten Einschränkung 
von 30% in einer leidensbedingten Verweistätigkeit, ergibt sich ein Invali-
deneinkommen von Fr. 45‘623.95 (Fr. 5‘210.-- x 12 Monate / 40 Stunden x 
41.7 Stunden x 70%). Hiervon ist gemäss den nachfolgenden Erläuterun-
gen kein Abzug zu tätigen. Der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis 
mittelschwere Tätigkeiten ausgeführt werden können, rechtfertigt keinen 
Abzug vom Tabellenlohn, umfasst der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 
doch bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten 
(Entscheid des BGer vom 5. April 2013, 8C_99/2013, E. 4.1.3). Der Leis-
tungseinbusse von 30% hat die Beschwerdegegnerin zudem mit einer 
Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit von 70% genügend Rechnung getra-
gen. Auch der Beschäftigungsgrad rechtfertigt keinen Abzug vom Tabellen-
lohn, zumal der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit 
vollschichtig einsetzbar ist. Die sonstigen Einzelfallkriterien (vgl. E. 4.2) 
begründen keinen zusätzlichen Abzug, ist er doch Schweizer Bürger, 
kommen fehlenden Dienstjahren im untersten Kompetenzniveau im priva-
ten Sektor keine grosse Bedeutung zu (Entscheid des BGer vom 16. Juli 
2014, 8C_97/2014, E. 4.2) und werden Hilfsarbeiten auf dem massgeben-
den hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersun-
abhängig nachgefragt (Entscheid des BGer vom 6. Mai 2008, 
8C_321/2007, E. 8.2.2).

4.6 Stellt man das Valideneinkommen von Fr. 68‘204.65 dem Invaliden-
einkommen von Fr. 45‘623.95 gegenüber, resultiert eine invaliditätsbeding-
te Erwerbseinbusse von Fr. 22‘580.70 (Fr. 68‘204.65 - Fr. 45‘623.95) bzw. 
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von gerundet 33% 
(Fr. 22‘580.70 x 100 / Fr. 68‘204.65).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 22

4.7 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung nicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Für die obsiegende Beschwerdegegnerin besteht nicht Anspruch 
auf eine Parteientschädigung (Art. 104 Abs. 3 VRPG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (mit Eingabe vom 14. April 2016)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2016, IV/15/108, Seite 23

- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.