# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c0184b46-22c0-5ddc-9e0f-aaa79b021719
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-09-25
**Language:** de
**Title:** Auf die RAD-Aktenbeurteilung kann abgestellt werden; befristete Rentenzusprechung erweist sich als korrekt.
**Docket/Reference:** IV.2018.00441
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2018.00441.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2018.00441
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiber Würsch
Urteil
vom
2
5.
September 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Aurelia Jenny
schadenanwaelte.ch AG
Alderstrasse
40, Postfach, 8034 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1958,
hat keine berufliche Ausbildung absolviert und war
seit ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 1988 überwiegend als Produktions
mitarbeiterin angestellt, zuletzt vom
1.
Februar 2008 bis 3
0.
Juni 2012 bei der
Y.___
AG (
Urk.
7/2, 7/10 und 7/30).
Am
8.
Juni 2014 erlitt sie bei einem Fahrradsturz Verletzungen an den Rippen sowie an der Schulter links (
Urk.
7/9/85, 7/9/96), worauf die Suva Leistungen erbrachte (vgl.
Urk.
7/9/94 f., 7/36).
Unter Hinweis auf
die
se
Schulterverletzung sowie Armbeschwerden mel
dete
sich die Versicherte
am 2
3.
Januar 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog insbesondere die Akten der Suva bei (
Urk.
7/5, 7/9 und 7/14) und holte einen Auszug aus dem individuellen Konto ein (IK-Auszug,
Urk.
7/12).
Mit Schreiben vom 3
0.
Juni 2015 teilte sie der Versicherten mit, dass keine beruf
lichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien und der Rentenanspruch geprüft werde (
Urk.
7/15).
Nach Eingang weiterer Akten des Unfallversicherers (
Urk.
7/27, 7/29 und 7/37), Berichten der behandelnden Ärzte (
Urk.
7/18/5 ff., 7/26/6 ff.) sowie eines Arbeitgeberberichts (
Urk.
7/30)
,
holte die IV-Stelle beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) eine Stellungnahme ein (
Urk.
7/39/4 f.).
Mit Vorbescheid vom 2
6.
Oktober 2017 stellte sie der Versicherten die Zusprechung einer halben Rente ab dem
1.
Juli 2015 sowie eine
r ganzen Rente vom
1.
April 2017
bis 3
0.
November 2017 in Aussicht (
Urk.
7/41). Am
9.
April 2018 verfügte sie im angekündigten Sinne (
Urk.
7/47, 7/60 und 7/65 [=
Urk.
2/1 f.]).
2.
Dagegen erhob
X.___
am
8.
Mai 2018 Beschwerde (
Urk.
1) mit dem sinngemässen Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und
ihr sei auch ab dem
1.
Dezember 2017 weiterhin eine ganze Rente der Invaliden
versicherung zuzusprechen.
Eventualiter sei die angefochtene Verfügung
aufzu
heben und die Angelegenheit zur
rechtsgenüglichen
Abklärung des medizi
nischen Sachverhalts an die IV-Stelle
zurückzuweisen.
Im Weiteren sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren sowie eine unentgeltliche Rechtsver
tretung zu bestellen.
Mit Beschwerdeantwort vom 1
4.
Juni 2018 schloss die
IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Eingabe vom 1
5.
Juni 2018 hielt die Versicherte – nun vertreten durch Rechtsanwältin Aurelia Jenny
–
an ihren Rechtsbegehren fest
(
Urk.
8 S. 2
)
und reichte ärztliche Zeugnisse (Urk. 9/2) sowie Unterlagen zur Darlegung ihrer finanz
iellen Verhältnisse ein (
Urk.
1
1/1-11
)
.
Mit Schreiben vom 1
1.
Juli 2018
(Urk. 13)
verzichtete die IV-Stelle auf eine Stellungnahme zur Eingabe der Versi
cherten vom 1
5.
Juni 2018
, worüber jene mit Verfügung vom 1
9.
Juli 2018
in Kenntnis gesetzt wurde
(Urk.
14). Gleich
zeitig wurde ihr Gesuch um unentgeltliche Prozessführung bewilligt und ihr wurde Rechtsanwältin Aurelia Jenny als unentgeltliche Rechts
vertreterin bestellt.
Mit Schreiben vom 21. Februar 2019
reichte die Versicherte weit
ere Unterlagen ein (
Urk.
16 und
17/1-5
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung; IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl.
Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50
/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streit
gegenständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügun
gen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundes
gerichts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.4
Die
RAD
stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzun
gen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenver
sicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgaben
bereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzun
gen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung
und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen,
wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
In der Begründung der
angefochtenen Verfügung
en vom
9.
April 2018 (
Urk.
2/
2
S.
3
f.
) zog die Beschwerdegegnerin zusammengefasst in Erwägung,
dass der Rentenanspruch frühestens ab Juli 2015 entstanden sei. Aus medizinischer Sicht habe damals eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Hilfs
arbeiten vorgelegen.
Dieser Prozentsatz entspreche dem Invaliditätsgrad, weshalb ab dem
1.
Juli 2015 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bestehe. Nach einem operativen Eingriff am
6.
Januar 2017 habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin über längere Zeit verschlechtert und es sei keine Erwerbs
tätigkeit mehr zumutbar gewesen. Bei einem 100%igen Invaliditätsgrad sei der Beschwerdeführerin ab April 2017 — drei Monate nach Eintritt der gesundheit
lichen Verschlechterung — eine ganze Rente zuzusprechen. Ende August 2017 habe sich die Beschwerdeführerin von den Folgen der Operation erholt. Seither seien ihr leichte bis mittelschwere Tätigkeiten wieder vollumfänglich zumutbar.
Ab dem 1. Dezember 2017 bestehe daher unter Berücksichtigung der Dreimonats
frist kein Rentenanspruch mehr.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerdeschrift vom
8.
Mai 2018 (Urk. 1) im Wesentlichen geltend,
dass sie entgegen der Darstellung in der ange
fochtenen Verfügung nach wie vor gänzlich arbeitsunfähig sei. Aufgrund der dauerhaften 100%igen Erwerbsunfähigkeit stehe ihr auch ab dem
1.
Dezember 2017 weiterhin eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu.
Mit Eingabe vom 1
5.
Juni 2018 führte die Beschwerdeführerin
des
Weiteren aus, dass sie im Verfügungszeitpunkt beinahe 60 Jahre alt gewesen sei, über keine Berufsausbildung verfüge und im angestammten Tätigkeitsbereich nicht mehr arbeitsfähig sei. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit könne sie ihre Arbeits
kraft auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt daher nicht mehr verwerten, weshalb das Invalideneinkommen Null betrage und
folglich
auch über den 30.
November 2017 hinaus Anspruch auf eine gan
ze Invalidenrente bestehe (Urk.
8 S. 6). Sollte dieser Argumentation nicht gefolgt werden können, sei zu beachten, dass der RAD die Einschränkungen an den Händen bei der Beurteilung der Arbeitsfähig
keit unzureichend berücksichtigt habe. Gemäss den behandelnden Ärzten bestehe aufgrund dieser Beschwerden
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, weshalb auch vor diesem Hintergrund weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente bestehe (
Urk.
8
S. 7 f.).
Sofern
sich das Gericht
auch dieser Auffassung nicht anschliessen könne, sei die Beschwerdegegnerin eventualiter
anzuweisen
, weitere medizinische Abklärungen in Bezug auf die Handbeschwerden vorzunehmen (
Urk.
8 S. 8 f.).
3.
3.1
Anlässlich eines Sturzes mit dem Fahrrad zog sich die Beschwerdeführerin am 8. Juni 2014
auf der linken Körperseite
eine Rippenfraktur
Costa 7
sowie eine
Acromioclaviculargelenksluxation
Tossy
III
zu
, weswegen sie vom Unfalltag bis zum 1
1.
Juni 2014 im Spital
Z.___
hospitalisiert war (
Urk.
7/9/85).
Von ärztlicher Seite wurde für mehrere Monate eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl.
Urk.
7/9/56 ff.).
3.2
Aufgrund
anhaltender
starker Restbeschwerden im Bereich der linken Schulter wurde am 1
6.
Dezember 2014
in der Universitätsklinik
A.___
eine therapeu
tische Infiltration des AC-Gelenks durchgeführt
(
Urk.
7/9/37). Mit Bericht vom 17. Dezember 2014 wies
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, darauf hin, dass im Falle der Beschwerdepersistenz ein operatives Vorgehen zu diskutieren sei. Bis zum 25. Januar 2015 bestehe eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit, welche gegebenen
falls zu verlängern sei (
Urk.
7/9/39 f.).
3.3
In seiner Funktion als Kreisarzt der Suva hielt
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappara
tes, in seiner Beurteilung vom
6.
Januar 2015 fest,
dass von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne. Eine volle Arbeitsunfähigkeit sei nicht indiziert. Insbesondere Überkopfarbeiten und Gewichtsbelastungen über fünf Kilogramm seien zu vermeiden (
Urk.
7/9/33).
3.4
Da die Beschwerdeführerin nur kurzzeitig positiv auf die Infiltrationstherapie reagiert hatte, wurde am
2.
Juli 2015
in der Universitätsklinik
A.___
eine Schul
terarthroskopie
mit AC-Gelenksresektion
durchgeführt. Gemäss Austrittsbericht sei sie am
4.
Juli 2015 mit reizlosen Wundverhältnissen und in gutem Allgemein
zustand nach Hause entlassen worden. Bis zum
9.
August 2015 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
7/26/19 f.).
3.5
Im weiteren Verlauf klagte die Beschwerdeführerin nach wie vor über Schmerzen und deutliche Einschränkungen im Bereich der linken Schulter
, namentlich beim Hochheben schwerer Gegenstände (
Urk.
7/26/13, 7/26/15).
Mit Bericht vom 30.
November 2015 hielten die behandelnden Ärzte der Universitätsklinik
A.___
fest, dass die Beschwerdeführerin für Arbeiten unterhalb der Horizontalen mittel- bis langfristig uneingeschränkt arbeitsfähig sei. Repetitives Überkopfarbeiten solle dagegen vermieden werden (
Urk.
7/18/7 f.).
Dem Verlaufsbericht vom 20. Mai 2016 ist zu entnehmen, dass sich zehn Monate nach der AC-Gelenksresektion nach initial protrahiertem Verlauf eine spontane Besserung der Beschwerden gezeigt habe. Schmerzen seien nach wie vor bei Belastung sowie nachts vorhanden.
Seit kurzem seien zudem eine Schwellung am linken Klein
finger
,
Schmerzen im rechten Daumengrundgelenk
sowie Kribbelparästhesien aller Finger rechts vorhanden.
Magnetresonanz
-
tomographisch habe kein Korre
lat für die Beschwerden
an der Schulter
gefunden werden können.
Angesichts des guten
Spontanverlauf
s
sei ein abwartendes Verhalten angezeigt (
Urk.
7/26/11 f.).
3.6
Am 1
0.
August 2016 wurde die Beschwerdeführerin durch
Dr.
C.___
kreis
ärztlich untersucht.
Gemäss Bericht gleichen Datums habe
die Beschwerdeführe
rin
zuletzt bis Juli 2016 mittels Physiotherapie deutliche Fortschritte gemacht. Der
Endzustand
sei jedoch
noch nicht erreicht.
Wegen eines Verdachts auf ein Carpaltunnelsyndrom beidseits und auf ein
Supinatorlogensyndrom
rechts sei eine elektroneurografische Untersuchung anzuraten, wobei diese Erkrankungen unfallfremd seien (
Urk.
7/29/13).
3.7
Aufgrund persistierender Schulterschmerzen wurde die Beschwerdeführerin am
6.
Januar 2017 erneut in der Universitätsklinik
A.___
operiert
(
Urk.
7/37/18
f.
)
. Gemäss Austrittsbericht vom 1
0.
Januar 2017 habe sich der intra- und postope
rative Verlauf bei gut therapierbaren Schmerzen komplikationslos gestaltet.
Die Beschwerdeführerin
habe in gutem Allgemeinzustand, mit intakter Senso
motorik und reizlosen Wundverhältnissen nach Hause entlassen werden können (
Urk.
7/37/16).
Im weiteren Verlauf berichtete die Beschwerdeführerin über weiterhin bestehende AC-Gelenksbeschwerden, insbesondere bei Bewegungen über 90°-Flexion beziehungsweise bei Überkopfbewegungen (vgl.
Urk.
7/37/24, 7/37/33), weshalb eine therapeutische Infiltration durchgeführt wurde
(
Urk.
7/37/34).
In der Folge berichtete die Beschwerdeführerin am 2
6.
Juli 2017 von einer deutlichen Besserung mit Schmerzfreiheit über zwei Monate. Im Vordergrund stünden aktuell Schmerzen im Bereich des
ulnaren
Handgelenks im Verlauf der Strecksehnen des Kleinfingers der rechten dominanten Hand
, wobei in diesem Zusammenhang weitere Abklärungen geplant seien
(
Urk.
7/37/41 f.).
3.8
Am 2
9.
August 2017 wurde die Beschwerdeführerin erneut kreisärztlich unter
sucht.
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Radiologie, äusserte sich dahingehend, dass
nun ein medizinisch stabiler Zustand
erreicht sei. Der Beschwerdeführerin seien ganztags leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar, bei denen die linke obere Extremität und die linke Schulter weder Schlägen noch Vibrationen ausge
setzt werden sollte. Der Einsatz der linken oberen Extremität oberhalb der Schul
terhöhe oder stammfern sei ebenso zu vermeiden wie kraftvolle Bewegungen in der linken Schulter. Das Gewicht der zu tragenden Lasten sei beidhändig auf zehn und einhändig auf vier Kilogramm zu begrenzen. Die seit kurzer Zeit geklagten Schmerzen in der linken Hand und im linken Handgelenk seien am ehesten auf eine Tendovaginitis des Kleinfingers zurückzuführen und unfallfremd (
Urk.
7/37/54 f.).
3.9
Infolge belastungsabhängiger Beschwerden an der linken Schulter sowie
ulnar
seitig
am rechten Handgelenk wu
rde die Beschwerdeführerin am 18
. September 2017 ambulant in der Universitätsklinik
A.___
untersucht. Gemäss ärztlichem Bericht gleichen Datums bestehe der Verdacht auf eine Tendovaginitis de
Quervain
beziehungsweise eine Tendovaginitis des sechsten Strecksehnenfachs. Zudem sei auch die Mobilisation bei
Rhizarthrose
schmerzhaft. Als erster Schritt sei eine diagnostische Infiltration ins sechste Strecksehnenfach durchgeführt worden, worauf die Beschwerdeführerin von einer leichten Beschwerdeminde
rung berichtet habe. Ferner sei eine Ergotherapie veranlasst worden. Eine klinische Verlaufskontrolle sei in zwei Monaten geplant. Bei persistierenden Beschwerden sollte eine sequentielle Infiltration durchgeführt werden (
Urk.
7/37/68 f.).
3.10
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Chirurgie sowie Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, des RAD führte in seiner Stellung
nahme vom
6.
Oktober 2017
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf:
-
Funktionseinschränkung des linken Arms bei
-
Status nach AC-Gelenksluxation
Rockwood
III links (Unfall vom 8. Juni 2014)
-
Status nach Schulterarthroskopie
,
subakromialer
Dekompression
und AC-Gelenksresektion links wegen posttraumatischer AC-Gelenks
arthrose links (Operation vom
2.
Juli 2015)
-
Status nach Nachresektion des AC-
Gelenks links (Operation vom 6.
Januar 2017
)
-
Funktionseinschränkung der rechten Hand bei
Ulnaplusvariante
sowie Tendovaginitis ECU rechts
Dem Belastungsprofil angepasst seien leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Heben, Tragen und Transportieren von schweren Lasten, ohne (beidseitiges) Arbeiten in Armvorhalteposition und Überkopfarbeiten, ohne Vibrationseinwir
kungen und ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten. Unter Berücksichtigung der
Vorakten
sei eine leidensadaptierte Tätigkeit vom
8.
Juni 2014 bis
5.
Januar 2015 nicht zumutbar gewesen. Danach habe bis zum
1.
Juli 2015 eine 50%ige Arbeits
fähigkeit vorgelegen. Aufgrund des am
2.
Juli 2015 durchgeführten operativen Eingriffs habe sodann bis zum
9.
August 2015 wieder eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit bestanden. Für den Zeitraum bis zur nächsten Operation vom
6.
Januar 2017 könne aus medizinisch-theoretischer Sicht von einer 50%igen Arbeitsfähig
keit ausgegangen werden.
Eine gänzliche Arbeitsunfähigkeit habe danach wiede
rum bis zum 1
8.
August 2017 vorgelegen. Seit dem 3
0.
August 2017 liege auf Dauer eine voll
e Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte
Tätigkeiten vor (
Urk.
7/39/4 f.).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin legte die Berichte der behandelnden Ärzte sowie der Kreisärzte der Suva
Dr.
E.___
vom RAD vor, welcher über die
konkret
not
wendige fachliche Qualifikation verfügt und am
6.
Oktober 2017 Stellung bezog (Urk. 7/39/4 f.). Dabei handelt es sich um eine Aktenbeurteilung, da die Beschwer
deführerin nicht untersucht wurde. Ihr kann trotzdem voller Beweiswert zukom
men, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_281/2018 vom 2
5.
Juni 2018 E. 3.2.2 mit Hinweisen). Anhand der ihm zur Verfügung gestellten
Vorakten
konnte sich
Dr.
E.___
ein vollständiges Bild über die Anamnese, den Krankheitsverlauf sowie den gegenwärtigen gesundheitlichen Status der Beschwerdeführerin verschaffen. Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass er auf eine persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin verzichtet hat.
4.2
Näher zu prüfen bleibt, ob die RAD-Stellungnahme auch in Bezug auf die Beur
teilung der medizinischen Situation sowie der Arbeitsfähigkeit überzeugt.
Die Beschwerdeführerin stellt infrage,
dass
nach dem 3
0.
August 2017
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangep
assten Tätigkeit vorgelegen hat
. Insbeson
dere habe
der RAD die zu den Schulterbeschwerden hinzugetretenen Einschrän
kungen an den Händen nur unzureichend berücksichtigt
. Mit Blick auf die Berichte der behandelnden Ärzte sei auch
über das genannte Datum
hinaus eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Eventualiter seien immerhin weitere medizinische Abklärungen angezeigt
(
Urk.
8 S. 7 f
f
.).
Die Beschwerdeführerin stützt ihre Argumentation insbesondere auf
Z
eugnisse der behandelnden Ärzte, welche ihr eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheini
gen (
Urk.
3,
9/2
und 17/4
).
Dabei lässt sie allerdings ausser Acht, dass diese
Dokumente
erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung ausgestellt wurden. Für die richterliche Beurteilung eines Falls sind allerdings grundsätzlich
nur
die tatsächlichen Verhältnisse
bis zum
Abschluss des Verwaltungsverfahrens mass
gebend
(BGE 121 V 362 E. 1b; 99 V 98).
Abgesehen davon, dass die erst im Beschwerdeverfahren eingereichten Zeugnisse daher prinzipiell unbeachtlich sind, vermögen sie die Beurteilung von
Dr.
E.___
nicht in Zweifel zu ziehen.
So
wurde der Beschwerdeführerin nur ab dem 2
0.
April 2018 für 24 Tage
(
Urk.
3),
vom 1. bis 1
5.
Mai 2018 (
Urk.
9/2
/1
)
sowie vom 1
8.
Februar bis 1
8.
März 2019 (
Urk.
17/4)
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Unklar bleibt darüber hinaus, aus welchem Grund die Arbeitsunfähigkeit bescheinigt wurde. Das Zeug
nis von
Dr.
med.
F.___
(
Urk.
9/2
/2
)
, Fachärztin für Chirurgie und Hand
chirurgie, legt zwar nahe, dass die
bereits früher geklagten
Handbeschwerden
dabei
eine Rolle spielten. Der Umstand, dass
Dr.
F.___
jedoch bloss für einen Tag eine Arbeitsunfähigkeit attestierte,
lässt nicht auf ein schwerwiegende
s
Beschwerdebild
mit wesentlichen Funktionseinschränkungen schliessen.
Ent
sprechende Anhaltspunkte lassen sich im Übrigen auch dem Bericht der Univer
sitätsklinik
A.___
vom 1
9.
September 2017 nicht entnehmen, welcher nur einige Tage vor der RAD-Stellungna
hme
verfasst
wurde (
Urk.
7/37/68 f.).
Im Anschluss an die
damals durchgeführte Infiltration in das sechste Strecksehnen
fach
trat eine leichte Beschwerdeminderung ein.
Es ist weder ersichtlich noch wird geltend gemacht, dass in der Folge bis zum massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung
aufgrund persistierender Schmerzen
weitere
fachärztliche Behandlungen wie
Infiltrationen oder gar ein operativer Eingriff notwendig wurde
n
.
Da es sich im Weiteren um belastungsabhängige Beschwerden hande
lte (
Urk.
7/37/68
),
erweist es sich
als nachvollziehbar, dass Dr.
E.___
namentlich das regelmässige Heben, Tragen und Transportieren von mittelschweren und schweren Lasten sowie Arbeiten mit Vibrationseinwirkungen
für nicht mehr zumutbar erachtete (
Urk.
7/39/4).
Weshalb demgegenüber entge
gen seiner Einschätzung insbesondere auch die Ausübung leichter, leidensadap
tierter Tätigkeiten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr möglich sein soll, erschliesst sich nicht.
Dr.
E.___
trug den Funktionseinschränkungen an der rechten Hand in detaillierter Kenntnis der diesbezüglich relevanten
Vorakten
hinreichend Rechnung.
Soweit die Beschwerdeführerin weitere medizinische Abklärungen für notwendig erachtet, kann ihr ebenfalls nicht beigepflichtet werden. Zwar
trifft zu, dass anlässlich der ersten kreisärztlichen Untersuchung vom 1
0.
August 2016
in Bezug auf die unfallfremden
Handb
eschwerden die Überweisung an einen Neurologen empfohlen wurde (
Urk.
7/29/13).
Es ist indes nicht ersichtlich, inwiefern neuro
logische Abklärungen
zu
entscheidrelevanten
Erkenn
tnissen führen sollten. Dies gilt umso mehr in Anbetracht des Umstands, dass die Beschwerdeführerin bereits in der Universitätsklinik
A.___
in der Abteilung für Handchirurgie untersucht und behandelt wurde. Weitere medizinische Abklärungen wurden von Seiten der behandelnden Ärzte
ebenfalls
nicht
für
e
rforderlich erachtet (vgl. Urk.
7/37/68 f.)
und von der Beschwerdeführerin nach Lage der Akten auch nicht angestrebt
.
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf weitere Abklärungen verzichtet hat, zumal ihr im Rahmen der Verfahrensleitung ein grosser Ermessensspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweck
mässigkeit von medizinischen Erhebungen zukommt. Gestützt auf den Unter
suchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit entschieden werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_815/2012 vom 2
1.
Oktober 2013 E. 3.2.1 mit Hinweisen). D
em
ist die Beschwerdegegnerin
rechtsgenü
glich
nachgekommen
.
4.3
Nach dem Gesagten kann auf die Beurteilung von
Dr.
E.___
abgestellt werden.
Auf dieser Basis ging die Beschwerdegegnerin zu Recht davon aus, dass
eine leidensangepasste Tätigkeit seit dem 3
0.
August 2017 wieder zu 100
%
zumutbar
war,
wo
zu
auch die angestammte Tätigkeit als Produktionsmit
arbeiterin
für Herzkatheter
zähl
t
, welche insbesondere nur selten mit dem Heben oder Tragen von leichten Lasten
einherging
und keine Überkopfarbeiten oder Tätig
keiten mit Vibrationseinwirkungen umfasste (vgl.
Urk.
7/30/3).
Hervo
rzu
heben ist denn auch, dass das Arbeitsverhältnis zwischen der
Beschwerdeführerin
und der
Y.___
AG
nicht aus gesundheitlichen Gründen
aufgelöst wurde
(vgl. Urk.
7/30
/1
, 7/37/67 und 7/37/72).
In Nachachtung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV, wonach eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen ist, sobald sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat, hat die Beschwerde
gegnerin somit
die der Beschwerdeführerin ab dem
1.
April 2017 zugesprochene ganze Invalidenrente korrekterweise
per
1.
Dezember
2017
aufgehoben
.
Soweit die Beschwerdeführerin bestreitet, ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch verwerten zu können (vgl.
Urk.
8 S. 5 f.), ist darauf hinzuweisen, dass
allein angesichts de
s fortgeschrittene
n
Alter
s
der Schluss auf eine Unverwertbarkeit der verbliebenen Arbe
itsfähigkeit nicht zulässig ist
(vgl.
BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen
und
statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Da die Beschwerdeführerin
einer
ihrer angestammten
vergleichbaren
Tätigkeit seit dem 3
0.
August 2017 aus medizinischer Sicht wieder in einem 100%-Pensum nach
gehen
konnte
und
zuvor nur vorübergehend gänzlich arbeitsunfähig war
und somit
kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt,
kann nicht von einer Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ausgegangen werden.
Eine
solche
ist in denjenigen Fällen anzunehmen, in denen die zumutbare Tätigkeit
bloss
in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt prak
tisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechen
den Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundes
gerichts 9C_485/2014 vom 28. November 2014 E. 3.3.1 mit Hinweisen).
Diese Voraussetzungen sind vorliegend nicht erfüllt.
4.4
In Bezug auf die seitens der Beschwerdegegnerin für den Zeitraum vom
1.
Juli 2015 bis 3
0.
November 2017
zugesprochene
halbe beziehungsweise ganze
Inva
lidenr
ente bleibt anzumerken, dass diese unbestritten gebliebenen Bezugszeiten nicht von der gerichtlichen Beurteilung auszuklammern sind (vgl.
E. 1.3 vorstehend
). Es besteht indes kein Anlass, die angefochtene
n
Verfügung
en
unter diesem Gesichtspunkt zu beanstanden.
S
ie stützen
sich auf die schlüssige retro
spektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch den RAD, welche wiederum mit den Einschätzungen der behandelnden Ärzte
sowie der Kreisärzte der Suva
in Einklang steht (vgl. Urk.
7/39/5
f.
). Die attestierte
vollständige
respektive
50%ige
Arbeitsunfähigkeit
ist
darüber hinaus
insbesondere mit Blick auf die wiederholt notwendig gewordenen operativen Eingriffe
an der linken Schulter
sowie die damit verbundenen
Hospitalisationen
und Phasen der
Rekonvaleszenz
nachvoll
ziehbar. In Nachachtung der einschlägigen rechtlichen Grundlagen (Art. 29 Abs. 1 IVG, Art. 88a Abs. 1
und 2
IVV) hat die Beschwerdegegnerin demnach zu Recht für den genannten Zeitraum
den Rentenanspruch bejaht.
5.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin in den angefochtenen Verfügungen vom
9.
April 2018
(
Urk.
2/1 f.)
zu Recht
vom 1. Juli 2015 bis 3
1.
März 2017 eine halbe
Invalidenrente
und
vom
1.
April 201
7
bis 30.
November 2017
eine ganze
Rente
zu
gesprochen
. Seit dem 3
0.
August 2017 liegt
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
kein invalidisierender Gesundheits
schaden mehr vor, weshalb
in A
nwendung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV
seit dem
1.
Dezember 2017 auch kein Rentenanspruch mehr besteht. Da entgegen der Argumentation der Beschwerdeführerin auch keine weiteren medizinischen
Abklärungen angezeigt sind
, erweist sich die Beschwerde als unbegründet und sie ist
folglich
abzuweisen.
6
.
6
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen, infolge der ihr gewähr
ten unentgeltlich
en Prozessführung (vgl.
Urk.
14
) jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6
.2
Mit Verfügung vom 1
9.
Juli 2018 (
Urk.
14) wurde der Beschwerdeführerin Rechtsanwältin Aurelia Jenny als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt.
Da diese von der Möglichkeit, eine Honorarnote einzureichen, keinen Gebrauch gemacht hat, ist die Entschädigung ermessensweise ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozes
ses festzulegen (vgl.
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht;
GSVGer
).
Die Rechtsvertreterin hat keine Kostennote eingereicht (vgl.
Urk.
14 Dispositiv-Ziffer 3), weshalb unter
Berücksichtigung der genannten Kriterien
die
Ents
chädigung
von Amtes wegen auf
Fr.
1'7
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen ist
.
Die Beschwerdeführerin ist abschliessend auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigung an die unentgeltliche Rechtsvertreterin verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
7
00
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Rechtsanwältin Aurelia Jenny, Zürich,
wird mit
Fr.
1’700
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Aurelia Jenny
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage je einer Kopie von
Urk.
16-17
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
FehrWürsch