# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c9edae19-4d49-5603-bc14-c46965ae074d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-12-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.12.2011 UE110088
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE110088_2011-12-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: UE110088-O/U/br 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. K. Balmer, Präsident, lic. iur. W. Meyer und 

Ersatzoberrichter lic. iur. A. Schärer sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. M. Wetli 

 
 

Beschluss vom 14. Dezember 2011 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 
Beschwerdegegnerin 

 

betreffend Einstellung der Untersuchung 
 
 
Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur / Un-
terland vom 18. April 2011, C-2/2010/260 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte 

Am tt. November 2009 verstarb der 68 Jahre alt gewordene †B._____ im Kan-

tonsspital C._____, nachdem er am Vortag im …, D._____, aus dem Rollstuhl ge-

fallen war. In der Folge ermittelte die Kantonspolizei Zürich wegen aussergewöhn-

lichem Todesfall (unklare Ursache) (Urk. 6/1; Urk. 6/3). Am 11. Januar 2010 liess 

der Sohn des Verstorbenen, A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer), bei der 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) Straf-

anzeige gegen Ärzte und Pflegepersonal der D._____ wegen fahrlässiger Tötung 

einreichen (Urk. 6/2). Mit Verfügung vom 18. April 2011 stellte die Staatsanwalt-

schaft die Untersuchung ein (Urk. 3). Mit Eingabe vom 9. Mai 2011 erhob der Be-

schwerdeführer gegen diese Einstellungsverfügung innert Frist Beschwerde und 

beantragte sinngemäss die Aufhebung der Einstellungsverfügung der Staatsan-

waltschaft vom 18. April 2011 (Urk. 2).  

Mit Verfügung vom 12. Mai 2011 wurde der Staatsanwaltschaft Frist zur freige-

stellten Stellungnahme angesetzt (Urk. 7; Prot. S. 2). Mit Eingabe vom 16. Mai 

2011 beantragte die Staatsanwaltschaft die Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). 

Die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft wurde dem Beschwerdeführer am 

19. Mai 2011 zur Kenntnisnahme übermittelt (Urk. 10).  

 

II. Materielle Beurteilung  

1. Der Strafanzeige zugrunde liegender Sachverhalt  

Der Beschwerdeführer liess in seiner Strafanzeige vom 11. Januar 2010 Folgen-

des ausführen: Angehörige hätten †B._____ am tt. November 2009 besucht und 

festgestellt, dass dieser zwar aufgrund seiner gelähmten Beine nach wie vor nicht 

in der Lage gewesen sei, sich aus dem Rollstuhl zu erheben oder gar zu gehen, 

dass sich seine Verfassung im Übrigen aber gebessert habe. Am tt. November 

2009 sei der Familie mitgeteilt worden, er sei in der D._____ gestürzt und habe 

sich dabei am Kopf schwer verletzt. Am tt. November 2009 sei im …-Spital 

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C._____, wohin er notfallmässig transportiert worden sei, sein Tod festgestellt 

worden. Den Angehörigen sei mitgeteilt worden, †B._____ sei gestürzt und sei 

dabei mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen, was zu einer Hirnblutung und 

letztlich zum Tod geführt habe.  

Nachdem †B._____ nicht in der Lage gewesen sei, sich aus eigener Kraft vom 

Rollstuhl zu erheben, bestehe der Verdacht, dass er von einem Mitarbeiter bzw. 

einer Mitarbeiterin in der D._____ aus dem Rollstuhl gehoben worden sei, etwa, 

um ihn zu duschen oder zu waschen, und dass er dabei aufgrund eines pflichtwid-

rig unsorgfältigen und nachlässigen Vorgehens des Personals zu Boden gestürzt 

sei und dabei die tödliche Verletzung erlitten habe.  

In diesem Zusammenhang sei die Todesursache gerichtsmedizinisch festzustel-

len. Sodann sei im Einzelnen abzuklären, wie es zu diesem Sturz gekommen sei 

und wer dafür verantwortlich sei. Hiezu seien die Mitarbeiter der D._____ zu be-

fragen, welche sich unmittelbar vor dem Sturz und im Zusammenhang damit mit 

†B._____ befasst hätten (Urk. 6/2).  

2. Rechtliches und Folgerungen 

2.1. Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO besteht der Zweck der Untersuchung darin, 

den Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht so weit abzuklären, dass 

das Vorverfahren abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks 

steht der Staatsanwaltschaft ein gewisser Ermessensspielraum zu. Insbesondere 

hat sie diejenigen Vorkehrungen zu treffen, die zur Klärung des Falles Wesentli-

ches beizutragen vermögen. Sie ist aber nicht verpflichtet, alle erdenklichen Er-

mittlungshandlungen vorzunehmen. Nach Beendigung des Untersuchungsverfah-

rens entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob ein Strafbefehl zu erlassen, Anklage 

zu erheben oder das Verfahren einzustellen sei (Art. 318 StPO). Eine vollständige 

oder teilweise Einstellung erfolgt nach Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO, wenn sich ein 

Tatverdacht nicht in einem Mass erhärten lässt, das eine Anklage rechtfertigt. Ei-

ne Anklage ist in der Regel nur dann zu erheben, wenn genügend Anhaltspunkte 

vorliegen, welche es rechtfertigen, das Verfahren weiterzuführen, und die Staats-

anwaltschaft die Tatbeteiligung sowie eine Strafe bzw. Massnahme im Zeitpunkt 

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der Anklageerhebung für wahrscheinlich hält. Keine Anklage ist zu erheben, wenn 

mit Sicherheit oder grosser Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch zu rechnen 

ist. Des Weiteren hat eine Einstellung nach Art. 319 Abs. 1 StPO zu ergehen, 

wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (lit. b), Rechtfertigungsgründe bzw. Schuld-

ausschlussgründe einen Straftatbestand unanwendbar machen (lit. c), Prozessvo-

raussetzungen definitiv nicht erfüllt werden können bzw. Prozesshindernisse auf-

getreten sind (lit. d) oder nach gesetzlicher Vorschrift auf eine Strafverfolgung o-

der Bestrafung verzichtet werden kann (lit. e). Sinn und Zweck des Art. 319 StPO 

ist es, die beschuldigte Person vor Anklagen zu schützen, die mit einiger Sicher-

heit zu Freisprüchen führen müssten. Da die Staatsanwaltschaft nicht dazu beru-

fen ist, über Recht und Unrecht zu richten, darf sie jedoch nicht allzu rasch, ge-

stützt auf eigene Bedenken, zu einer Einstellung schreiten. In Zweifelsfällen be-

weismässiger oder rechtlicher Natur soll tendenziell Anklage erhoben werden. Der 

Grundsatz "in dubio pro reo" nach Art. 10 Abs. 3 StPO spielt hier nicht (vgl. zum 

Ganzen: Niklaus Schmid, Handbuch des schweiz. Strafprozessrechts, Zürich/St. 

Gallen 2009, N 1247 ff.; Niklaus Schmid, StPO Praxiskommentar, Zürich/St. Gal-

len 2009, Art. 319 N 1 ff., insbesondere N 5; Nathan Landshut, in: Do-

natsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur StPO, Zürich 2010, Art. 308 N 1 f., 

Art. 319 N 1 ff., insbesondere N 15). 

2.2. Wer fahrlässig den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe 

bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 117 StPO).  

Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder ein Vergehen, wer die Folge seines Ver-

haltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rück-

sicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht 

beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhält-

nissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). 

Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung oder Körperverletzung setzt somit 

voraus, dass der Täter den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verur-

sacht hat. Sorgfaltswidrig ist ein Verhalten, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat 

aufgrund der Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit be-

wirkte Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müs-

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sen und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat. 

Wo besondere Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das 

Mass der zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften. Dies 

schliesst nicht aus, dass der Vorwurf der Fahrlässigkeit auch auf allgemeine 

Rechtsgrundsätze wie etwa den Gefahrensatz gestützt werden kann. Denn einer-

seits begründet nicht jeder Verstoss gegen eine gesetzliche oder für bestimmte 

Tätigkeiten allgemein anerkannte Verhaltensnorm den Vorwurf der Fahrlässigkeit, 

und andererseits kann ein Verhalten sorgfaltswidrig sein, auch wenn nicht gegen 

eine bestimmte Verhaltensnorm verstossen wurde. Die Vorsicht, zu der ein Täter 

verpflichtet ist, wird letztlich durch die konkreten Umstände und seine persönli-

chen Verhältnisse bestimmt, weil naturgemäss nicht alle tatsächlichen Gegeben-

heiten in Vorschriften gefasst werden können (BGer., Urteil vom 12. Juni 2009, 

6B_175/2009 E.2).  

2.3. Die Staatsanwaltschaft führte zur Begründung der Einstellungsverfügung im 

Wesentlichen zusammengefasst und sinngemäss gestützt auf das Obduktions-

gutachten des IRM Zürich vom 31. März 2011 aus, Hinweise auf eine ärztliche 

Sorgfaltspflichtverletzung oder Fehlbehandlung hätten sich im Rahmen der ge-

richtsmedizinischen Abklärungen nicht ergeben. Die Untersuchung habe sodann 

im Ergebnis keine Hinweise auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten beim Tode 

von †B._____ ergeben (Urk. 3).  

2.4. Der Beschwerdeführer machte zur Begründung der Beschwerde geltend, 

während des Unfalls habe über †B._____ keine Aufsicht bestanden. Da er ge-

lähmt gewesen sei, habe keine Möglichkeit bestanden, dass er die Kraft gehabt 

habe, sich selbst zu erhöhen und somit den Sturz zu verursachen. Er habe auch 

nicht die Kraft dazu gehabt, den Rollstuhl-Gürtel selbst zu öffnen, weshalb er (der 

Beschwerdeführer) davon ausgehe, dass †B._____ nicht an einem verschlosse-

nen Gurt angemacht gewesen sei. Er (der Beschwerdeführer) sei in diesen Punk-

ten mit dem IRM-Gutachten nicht einverstanden und wünsche sich, dass die ver-

antwortlichen Personen festgestellt und zur Verantwortung gezogen würden 

(Urk. 2).  

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2.5. Die Staatsanwaltschaft führte in ihrer Stellungnahme im Wesentlichen aus, 

das Obduktionsgutachten des IRM Zürich vom 31. März 2011, welches die 

Grundlage der Einstellungsverfügung darstelle, sei während mehr als einem Jahr 

sorgfältig und minutiös erarbeitet worden und beziehe sodann umfassend Stel-

lung zu den Verantwortlichkeiten der behandelnden Ärzte und Pflegefachperso-

nen (Urk. 9).  

2.6. Das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich (IRM) 

hält fest, der 68 Jahre alt gewordene †B._____, habe im Jahre 1984 und 2001 je 

einen Hirnschlag gehabt. Seit dem ersten Vorfall habe er eine leichte spastische 

Lähmung des rechten Armes bzw. nach dem zweiten Ereignis eine Gehhilfe-

pflichtige beinbetonte Halbseitenlähmung links gehabt (Urk. 11 S. 4). Am 15. Juli 

2009 habe er einen Herzinfarkt erlitten, welcher die Einsetzung eines Bypasses 

erforderlich gemacht habe. Am 27. Juli 2009 habe †B._____ eine Beatmungska-

nüle eingelegt werden müssen und am 17. September 2009 eine Magensonde 

(Urk. 11 S. 4 f.). Am tt. November 2009 sei es nach komplikationsloser Körper-

pflege beim Versuch, aus seinem Rollstuhl aufzustehen, zum Sturz auf die rechte 

Kopfseite mit Todesfolge am tt. November 2009 im …-Spital C._____ gekommen. 

†B._____ sei an einer traumatisch bedingten, z.B. im Rahmen eines Sturzes mit 

Anschlagen des Kopfes auf dem Boden, linksseitigen Blutung unter der harten 

Hirnhaut mit folgendem hochgradigen Masseneffekt und Einklemmung der Hirn-

masse und Gefässkompressionen infolge des erhöhten Hirndruckes mit Infarktfol-

ge gestorben.  

Gemäss Gutachten war die Medikation mit Blutverdünnungsmitteln aufgrund der 

Krankengeschichte lege artis. Das Risiko einer spontanen Hirnblutung, d.h. auch 

ohne Impact von aussen sei unter Abwägung des Risiko-Nutzen-Verhältnis auch 

vorbestehend sehr hoch gewesen.  

Das Gutachten hält weiter fest, die Fotodokumentation zeige, dass der mit einer 

herkömmlichen Gürtelschnalle an der Rückenlehne des Rollstuhls fixierte Gurt 

auch von einem einseitig Gelähmten ohne Weiteres geöffnet werden könne und 

damit grundsätzlich die Gefahr des Umkippens bestanden habe. Ein Umkippen 

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des Rollstuhls sei im vorliegenden Fall aufgrund der richtigen Auswahl des Roll-

stuhls verhindert worden (Urk. 11 S. 10 f.).  

Das Gutachten hält zusammenfassend fest, dass es mehrere Situationen gege-

ben habe, in denen sich †B._____ inadäquat und nicht einschätzbar präsentiert 

habe. Trotzdem sei er selbständig mit dem Rollstuhl auf der Überwachungsstation 

umhergefahren. Angesichts der ärztlicher- und pflegerischerseits dokumentierten 

eingeschränkten kognitiven Hirnleistung mit streckenweise unkontrollierbarem 

Verhalten von †B._____ (er dekonektiere medizinische Installationen [Beat-

mungskanüle, Venenverweilkanülen etc.], versuche selbständig aus Bett und 

Rollstuhl aufzustehen) wäre möglicherweise der Sturz von †B._____ nur durch 

eine weitreichende Einschränkung der Mobilität zu verhindern gewesen. Ob aber 

ein derartiger Eingriff in die individuelle Bewegungsfreiheit von †B._____ von ihm 

selber oder seiner Umgebung akzeptiert worden wäre, könne aus rechtsmedizini-

scher Sicht nicht beantwortet werden. Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die be-

handelnden Kräfte eine zwingend notwendige Sicherungsmassnahme nicht um-

gesetzt hätten, ergäben sich nach Einschätzung der Gutachter nicht. Die Todesart 

sei daher als Unfall zu bezeichnen (Urk. 11 S. 6 und S. 12).  

2.7. Zieht das Gericht mangels eigener Fachkenntnis einen Experten bei, ist es 

bei der Würdigung des Gutachtens grundsätzlich frei. Nach dem Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung entscheiden die Organe der Strafrechtspflege frei von 

Beweisregeln und nur nach ihrer persönlichen Ansicht aufgrund gewissenhafter 

Prüfung darüber, ob sie eine Tatsache für erwiesen halten (vgl. Art. 249 aBStP 

und Art. 10 Abs. 2 StPO). Das Gericht darf aber in Fachfragen nicht ohne triftige 

Gründe vom eingeholten Gutachten abrücken und muss Abweichungen begrün-

den. Umgekehrt kann das Abstellen auf ein nicht schlüssiges Gutachten gegen 

das Verbot willkürlicher Beweiswürdigung verstossen (Art. 9 BV; BGer., Urteil vom 

20. Oktober 2011, 6B_87/2011 E.2.2.2; BGer., Urteil vom 20. Oktober 2011, 

6B_352/2011 E.2.4).  

Die Gutachter erstellten das Gutachten in Kenntnis der Strafdrohung von 

Art. 307 StGB für ein falsches Gutachten (Urk. 11 S. 12). Das Gutachten des IRM 

beruht auf etlichen Arztberichten, auf den Befunden der Obduktion und berück-

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sichtigt auch die Richtlinien betreffend Rollstuhlhandhabung und Sturzprävention 

des D._____. Das Gutachten erscheint sorgfältig erarbeitet und ist schlüssig. Es 

bestehen keine triftigen Gründe, um von den Feststellungen in diesem Gutachten 

abzuweichen.  

2.8. Aus dem Gutachten ergibt sich, dass der mit einer herkömmlichen Gürtel-

schnalle an der Rückenlehne des Rollstuhls fixierte Gurt auch von einem einseitig 

Gelähmten ohne Weiteres geöffnet werden konnte. Ebenso ergibt sich aus dem 

Gutachten, dass †B._____ mehrmals versuchte, medizinische Installationen [Be-

atmungskanüle, Venenverweilkanülen etc.] zu entfernen. Dies sei ihm auch 

mehrmals gelungen (Urk. 11 S. 6). Weiter habe er versucht, selbständig aus Bett 

und Rollstuhl aufzustehen. †B._____ sei selbständig auf der Überwachungsstati-

on umhergefahren. Daher drängt sich der Schluss auf, dass †B._____ durchaus 

in der Lage war, die Gürtelschnalle des Fixiergurtes zu lösen, und versuchte, 

selbständig aus dem Rollstuhl aufzustehen, wobei er stürzte und den Kopf am 

Boden anschlug.  

Das Gutachten hält sodann gestützt auf Arztberichte fest, es sei nach komplikati-

onsloser Körperpflege beim Versuch aus seinem Rollstuhl aufzustehen zum Sturz 

auf die rechte Kopfseite gekommen (Urk. 11 S. 7). Die Körperpflege war damit be-

reits komplikationslos abgeschlossen und es bestehen keinerlei Hinweise dafür, 

dass †B._____ aus dem Rollstuhl gehoben wurde, etwa um ihn zu duschen oder 

zu waschen und dass er dabei stürzte. Dies machte der Beschwerdeführer denn 

auch in seiner Beschwerdeschrift nicht mehr geltend.  

Mit dem Gutachten darf davon ausgegangen werden, dass keine konkreten An-

haltspunkte dafür bestehen, die behandelnden Kräfte hätten eine zwingend not-

wendige Sicherungsmassnahme nicht umgesetzt. Es darf daher davon ausge-

gangen werden, dass den Ärzten und dem Pflegepersonal des D._____ keine 

Sorgfaltspflichtverletzung nachgewiesen werden könnte. Es kann damit auf die 

Vornahme weiterer Untersuchungen verzichtet werden.  

Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass sich ein strafrechtlich relevantes 

Verschulden der Ärzte und des Pflegepersonals der D._____ am Tod von 

- 9 - 

†B._____ nicht nachweisen liesse. Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung 

demnach zu Recht eingestellt, weshalb die Beschwerde gegen die Einstellungs-

verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 18. April 2011 abzu-

weisen ist.  

 

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Ausgangsgemäss wird der mit seinen Anträgen unterliegende Beschwerdeführer 

für das vorliegende Verfahren kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO).  

 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.– und dem Beschwerde-

führer auferlegt.  

3. Schriftliche Mitteilung an: 

− den Beschwerdeführer (per Gerichtsurkunde) 
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (gegen Empfangsschein)  
sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 
Rechtsmittel an:  
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (unter Rücksendung der bei-

gezogenen Akten [Urk. 6], gegen Empfangsschein)  

4. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 

14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise 

schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

- 10 - 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Zürich, 14. Dezember 2011 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. K. Balmer 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. M. Wetli 
 

	Beschluss vom 14. Dezember 2011
	
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte
	Mit Verfügung vom 12. Mai 2011 wurde der Staatsanwaltschaft Frist zur freigestellten Stellungnahme angesetzt (Urk. 7; Prot. S. 2). Mit Eingabe vom 16. Mai 2011 beantragte die Staatsanwaltschaft die Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Die Stellungnahme ...
	II.  Materielle Beurteilung

	1. Der Strafanzeige zugrunde liegender Sachverhalt
	Der Beschwerdeführer liess in seiner Strafanzeige vom 11. Januar 2010 Folgendes ausführen: Angehörige hätten †B._____ am tt. November 2009 besucht und festgestellt, dass dieser zwar aufgrund seiner gelähmten Beine nach wie vor nicht in der Lage gewese...
	Nachdem †B._____ nicht in der Lage gewesen sei, sich aus eigener Kraft vom Rollstuhl zu erheben, bestehe der Verdacht, dass er von einem Mitarbeiter bzw. einer Mitarbeiterin in der D._____ aus dem Rollstuhl gehoben worden sei, etwa, um ihn zu duschen ...
	In diesem Zusammenhang sei die Todesursache gerichtsmedizinisch festzustellen. Sodann sei im Einzelnen abzuklären, wie es zu diesem Sturz gekommen sei und wer dafür verantwortlich sei. Hiezu seien die Mitarbeiter der D._____ zu befragen, welche sich u...

	2. Rechtliches und Folgerungen
	2.1. Gemäss Art. 308 Abs. 1 StPO besteht der Zweck der Untersuchung darin, den Sachverhalt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht so weit abzuklären, dass das Vorverfahren abgeschlossen werden kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks steht der Staats...
	2.2. Wer fahrlässig den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 117 StPO).
	Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder ein Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachte...
	2.3. Die Staatsanwaltschaft führte zur Begründung der Einstellungsverfügung im Wesentlichen zusammengefasst und sinngemäss gestützt auf das Obduktionsgutachten des IRM Zürich vom 31. März 2011 aus, Hinweise auf eine ärztliche Sorgfaltspflichtverletzun...
	2.4. Der Beschwerdeführer machte zur Begründung der Beschwerde geltend, während des Unfalls habe über †B._____ keine Aufsicht bestanden. Da er gelähmt gewesen sei, habe keine Möglichkeit bestanden, dass er die Kraft gehabt habe, sich selbst zu erhöhen...
	2.5. Die Staatsanwaltschaft führte in ihrer Stellungnahme im Wesentlichen aus, das Obduktionsgutachten des IRM Zürich vom 31. März 2011, welches die Grundlage der Einstellungsverfügung darstelle, sei während mehr als einem Jahr sorgfältig und minutiös...
	2.6. Das Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich (IRM) hält fest, der 68 Jahre alt gewordene †B._____, habe im Jahre 1984 und 2001 je einen Hirnschlag gehabt. Seit dem ersten Vorfall habe er eine leichte spastische Lähmung des...
	Gemäss Gutachten war die Medikation mit Blutverdünnungsmitteln aufgrund der Krankengeschichte lege artis. Das Risiko einer spontanen Hirnblutung, d.h. auch ohne Impact von aussen sei unter Abwägung des Risiko-Nutzen-Verhältnis auch vorbestehend sehr h...
	Das Gutachten hält weiter fest, die Fotodokumentation zeige, dass der mit einer herkömmlichen Gürtelschnalle an der Rückenlehne des Rollstuhls fixierte Gurt auch von einem einseitig Gelähmten ohne Weiteres geöffnet werden könne und damit grundsätzlich...
	Das Gutachten hält zusammenfassend fest, dass es mehrere Situationen gegeben habe, in denen sich †B._____ inadäquat und nicht einschätzbar präsentiert habe. Trotzdem sei er selbständig mit dem Rollstuhl auf der Überwachungsstation umhergefahren. Anges...
	2.7. Zieht das Gericht mangels eigener Fachkenntnis einen Experten bei, ist es bei der Würdigung des Gutachtens grundsätzlich frei. Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung entscheiden die Organe der Strafrechtspflege frei von Beweisregeln und nu...
	Die Gutachter erstellten das Gutachten in Kenntnis der Strafdrohung von Art. 307 StGB für ein falsches Gutachten (Urk. 11 S. 12). Das Gutachten des IRM beruht auf etlichen Arztberichten, auf den Befunden der Obduktion und berücksichtigt auch die Richt...
	2.8. Aus dem Gutachten ergibt sich, dass der mit einer herkömmlichen Gürtelschnalle an der Rückenlehne des Rollstuhls fixierte Gurt auch von einem einseitig Gelähmten ohne Weiteres geöffnet werden konnte. Ebenso ergibt sich aus dem Gutachten, dass †B....
	Das Gutachten hält sodann gestützt auf Arztberichte fest, es sei nach komplikationsloser Körperpflege beim Versuch aus seinem Rollstuhl aufzustehen zum Sturz auf die rechte Kopfseite gekommen (Urk. 11 S. 7). Die Körperpflege war damit bereits komplika...
	Mit dem Gutachten darf davon ausgegangen werden, dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür bestehen, die behandelnden Kräfte hätten eine zwingend notwendige Sicherungsmassnahme nicht umgesetzt. Es darf daher davon ausgegangen werden, dass den Ärzten un...
	Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass sich ein strafrechtlich relevantes Verschulden der Ärzte und des Pflegepersonals der D._____ am Tod von †B._____ nicht nachweisen liesse. Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung demnach zu Recht eingest...
	III.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.– und dem Beschwerdeführer auferlegt.
	3. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Beschwerdeführer (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (gegen Empfangsschein)
	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (unter Rücksendung der beigezogenen Akten [Urk. 6], gegen Empfangsschein)

	4. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. ...