# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dbc765e5-f0a4-5207-a9be-5b07769fdf2c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** UE240309-O4
**Docket/Reference:** UE240309-O4
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/UE240309-O4.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer 

Geschäfts-Nr.: UE240309-O/U/BEE

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. D. Oehninger, Präsident, Ersatzoberrichter 

Dr. iur. T. Graf und Ersatzoberrichterin Dr. C. Schoder sowie Ge-

richtsschreiberin MLaw M. Trottmann

Beschluss vom 8. August 2025

in Sachen

A._____, 

Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, 

gegen

1.

2.

B._____,  

Staatsanwaltschaft See/Oberland, 

Beschwerdegegner

1 verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, 

betreffend Einstellung 

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft See/

Oberland vom 2. September 2024

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Erwägungen:

I.

1.

Am 19. September 2023 erstattete A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

bei der Staatsanwaltschaft See/Oberland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) Straf-

anzeige gegen Unbekannt, mutmasslich B._____ (nachfolgend: Beschwerdegeg-

ner), wegen (versuchter) Nötigung und konstituierte sich als Privatkläger im Zivil- 

und Strafpunkt (Urk. 3/2 bzw. Urk. 16/3).

Der  Beschwerdeführer  machte  zusammengefasst  geltend,  dass  eine  unbe-

kannte Täterschaft, mutmasslich der Beschwerdegegner, den Instagram-Account 

"C._____" dazu missbrauche, ihn mit falschen Behauptungen unter Druck zu set-

zen und ihn zu einem Verhalten zu zwingen, welches er nicht wolle. Konkret sei ein 

Foto  der  Partnerin  des  Beschwerdeführers,  D._____,  in  das  Profilbild  des  Insta-

gram-Accounts  "C._____  "  einkopiert  worden.  Ferner  sei  auf  diesem  Account  in 

tatsachenwidriger Weise Folgendes angekündigt worden: "DAS GROSSE INSIDE 

E._____ SPEZIAL KOMMT AM 12/23 DIE GEHEIMNISSE VON A._____&F._____ 

2021! #C._____". Gleichermassen habe eine unbekannte Täterschaft, mutmasslich 

der Beschwerdegegner, einen fiktiven Instagram-Account unter dem Namen von 

D._____  erstellt.  Dieser  Fake-Account  laufe  unter  "D'._____zh".  Das  Profilbild 

zeige D._____. Das Foto sei offensichtlich aus dem Profilbild ihres WhatsApp-Ac-

counts kopiert, bearbeitet und eingefügt worden. Zudem habe eine unbekannte Tä-

terschaft, mutmasslich der Beschwerdegegner, ein fiktives Tinder-Profil unter dem 

Namen "D._____36" erstellt. 

Der Beschwerdeführer sei vom 3. August 2021 bis zum 6. Juli 2022 Delegier-

ter  des  Verwaltungsrats  der  E._____  Holding  AG  und  überdies  Berater  von 

F._____, Präsident des Verwaltungsrats der E._____ Holding AG, gewesen. Dane-

ben sei er seit dem 7. Juli 2017 im Verwaltungsrat der G._____ SA (nachfolgend: 

G._____) tätig und sei deren Eigentümer. Der Beschwerdegegner sei vom 1. April 

2021 bis zum 31. August 2021 bei der G._____ als Mitarbeiter im Bereich Social 

Media  angestellt  und  bis  Mitte  Oktober  2021  als  Freelancer  tätig  gewesen.  Zwi-

schen  der  G._____  und  dem  Beschwerdegegner  sei  aktuell  ein  Prozess  am  Ar-

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beitsgericht Zürich hängig. Der Beschwerdegegner mache gegenüber der G._____ 

Forderungen geltend, welche diese bestreite. Darüber hinaus sei es um die Formu-

lierung des Arbeitszeugnisses gegangen.

Im Rahmen seiner Tätigkeit für die G._____ sei der Beschwerdegegner unter 

anderem  für  die  Betreuung  des  primär  von  Journalisten  und  Medienschaffenden 

beachteten Instagram-Accounts "C._____ " verantwortlich gewesen und habe als 

einziger darauf Zugriff gehabt. Wohl um Druck auf den Beschwerdeführer auszu-

üben, bzw. auch als Schikane, habe mutmasslich der Beschwerdegegner das Pro-

filbild von "C._____ " mit dem Foto von D._____ versehen. Aus dem selben Grund 

habe mutmasslich er den vorerwähnten Instagram-Account von D._____ und das 

erwähnte Tinder-Profil erstellt. Zum Instagram-Account "D'._____zh" sei zu sagen, 

dass D._____ tatsächlich Helikopter-Pilotin und Mutter zweier Kinder sei, wie dies 

auf  dem  Profil  stehe.  Dem  Beschwerdegegner,  welcher  D._____  kenne,  seien 

diese  Tatsachen  bekannt  gewesen.  Es  sei  auffällig,  dass  diese  beiden  Aktionen 

zeitlich  unmittelbar  nach  Einreichung  der  Duplik  im  erwähnten  Arbeitsrechtspro-

zess  erfolgt  seien.  Die  genannten  Aktionen  hätten  offensichtlich  dem  Zweck  ge-

dient,  Druck  auf  den  Beschwerdeführer  auszuüben,  mutmasslich  im  Hinblick  auf 

die genannte arbeitsrechtliche Streitigkeit zwischen dem Beschwerdegegner und 

der G._____. Hinzu komme, dass der Beschwerdegegner erhebliche private Schul-

den aus Lohnvorbezügen und/oder Darlehen gegenüber der im alleinigen Eigentum 

des Beschwerdeführers stehenden G._____ habe. Dafür, dass der Beschwerde-

gegner  hinter  den  Fake-Accounts  und  dem  Missbrauch  des  Accounts  "C._____" 

stecke, spreche, dass die für den Account "C._____ " hinterlegte Telefonnummer 

auf "42" ende, wie auch die Nummer des Beschwerdegegners. Die für den Account 

"C._____" hinterlegte E-Mailadresse ende auf "@o*****.com", ebenso die für den 

Fake-Account von D._____ hinterlegte.

Die  erwähnte  Vorgehensweise  stelle  in  ihrer  Gesamtheit  eine  Androhung 

ernstlicher Nachteile im Sinne von Art. 181 StGB dar, namentlich die Androhung 

der Veröffentlichung von Geheimnissen auf einem Instagram-Kanal, der vor allem 

von Journalisten und Branchenkennern frequentiert werde. Dadurch habe der Be-

schwerdeführer im Hinblick auf den laufenden arbeitsrechtlichen Prozess und die 

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offenen Schulden gefügig gemacht und zu einem bestimmten Verhalten gezwun-

gen werden sollen (Urk. 3/2 Rz. 14 ff.).

2.

Aufgrund der Strafanzeige führte die Staatsanwaltschaft Abklärungen insbe-

sondere zu den betroffenen Instagram-Accounts durch (vgl. Urk. 16/4). Am 9. Ok-

tober 2023 wurde die Kantonspolizei Zürich mit der Durchführung eines polizeili-

chen  Ermittlungsverfahrens  beauftragt  (Urk. 16/8.1).  Auftragsgemäss  nahm  sie 

daraufhin  am  Wohnort  des  Beschwerdegegners  eine  Hausdurchsuchung  vor, 

durchsuchte seine elektronischen Geräte und befragte ihn zu den Vorwürfen (vgl. 

Urk. 16/1 f. und Urk. 16/5).

3.

Am 27. Mai 2024 kündigte die Staatsanwaltschaft den Parteien den bevorste-

henden Abschluss der Untersuchung an und teilte den beabsichtigten Erlass einer 

Einstellungsverfügung mit (Urk. 16/8.3 f.). Der Beschwerdeführer beantragte dar-

aufhin mit Eingabe vom 12. Juli 2024 unter anderem die Durchführung einer par-

teiöffentlichen Einvernahme des Beschwerdegegners (Urk. 3/3 bzw. Urk. 16/7.6). 

Mit  Beweisergänzungsentscheid  vom  2. September  2024  wurden  die  Beweisan-

träge des Beschwerdeführers abgelehnt (Urk. 3/7 bzw. Urk. 16/8.7).

4.

Am  2. September  2024  verfügte  die  Staatsanwaltschaft  die  Einstellung  des 

gegen den Beschwerdegegner geführten Strafverfahrens. Eine allfällige Zivilklage 

wurde  auf  den  Zivilweg  verwiesen,  die  Verfahrenskosten  wurden  auf  die  Staats-

kasse  genommen  und  dem  Beschwerdegegner  wurden  eine  Entschädigung  von 

CHF 59.– sowie eine Genugtuung von CHF 150.– ausgerichtet (Urk. 6 bzw. Urk. 3/

4 bzw. Urk. 16/11).

Die Einstellung wurde zusammengefasst damit begründet, dass sich auf den 

durchsuchten elektronischen Datenträgern keinerlei Hinweise darauf gefunden hät-

ten, dass der Beschwerdegegner in letzter Zeit Zugriff auf den Instagram-Account 

"C._____  "  gehabt  und  dort  eine  allfällige  Ankündigung  zur  Veröffentlichung  von 

Geheimnissen zwischen dem Geschädigten und F._____ publiziert hätte. Auch das 

Profilbild mit dem E._____-Logo und der Partnerin des Beschwerdeführers im Vor-

dergrund sei auf den Geräten des Beschwerdegegners nicht gefunden worden.

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Zum  Account  "D'._____zh"  sei  festzuhalten,  dass  dieser  mit  dem  Account 

"D''._____zh" identisch zu sein scheine und der Beschwerdegegner auf seinem Mo-

biltelefon  offenbar  ein  Login  dazu  erstellt  oder  besessen  habe.  Am  7. Juni  2023 

habe der Beschwerdegegner auf WhatsApp einem "H._____" den Screenshot des 

angeblichen Tinder-Profils geschickt und dazu geschrieben: "ha ihm (gemeint: dem 

Beschwerdeführer) das gschiggt" und "quasi sini frau uf tinder (isch fake has sälber 

bastlet)".  Damit  dürfte  erstellt  sein,  dass  der  Beschwerdegegner  das  Instagram-

Profil und den mutmasslichen Screenshot vom angeblichen Tinder-Profil der Part-

nerin  des  Beschwerdeführers  tatsächlich  selbst  erstellt  habe.  Von  diesem  Insta-

gram-Account sei jedoch nichts publiziert worden, was einen – im Sinne des Ge-

setzes – nötigenden Charakter aufweise. Das in der Strafanzeige vorgebrachte Ar-

gument, dieses Profil sei erstellt worden, um Druck auf den Beschwerdeführer auf-

zubauen, lasse sich objektiv nicht festigen. Das Profil sei sodann auf "privat" gestellt 

und habe keine Follower aufgewiesen.

Zum  angeblichen  Tinder-Profil,  wie  wohl  auch  zum  Instagram-Account  sei 

festzuhalten,  dass  sich  darin höchstens  ein  unreifes  Verhalten  des  Beschwerde-

gegners  feststellen  lasse,  nicht  aber  eine  Straftat.  Ein  Anfangsverdacht  sei  zwar 

durchaus  gegeben  gewesen  und  zumindest  seine  Antworten  in  der  polizeilichen 

Befragung in Bezug auf das (Fake-)Instagram-Profil der Partnerin des Beschwer-

deführers sowie das angebliche Tinder-Profil würden eventuell noch ein paar Fra-

gen aufwerfen, zumal er dort nicht die Wahrheit gesagt zu haben scheine. Alles in 

allem  reiche  dies  indessen  nicht  aus,  einen  Sachverhalt  so  zu  erstellen  und  zur 

Anklage zu bringen, dass eine Verurteilung des Beschwerdegegners wegen ver-

suchter Nötigung wahrscheinlicher erscheine als ein Freispruch (Urk. 6 S. 1 ff.).

5. Gegen die Einstellungsverfügung vom 2. September 2024 (nachfolgend: an-

gefochtene Verfügung) liess der Beschwerdeführer am 16. September 2024 frist-

gerecht Beschwerde erheben, wobei er die Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MwSt.) zulasten der Staatsan-

waltschaft bzw. des Beschwerdegegners beantragte (Urk. 2).

Zur Begründung brachte er zusammengefasst vor, der arbeitsrechtliche Pro-

zess  zwischen  der  G._____  und  dem  Beschwerdegegner  sei  mit  Vergleich  vom 

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11. Dezember 2023 abgeschlossen worden. Der Beschwerdeführer habe sich – ge-

rade  wegen  der  in  der  Strafanzeige  geschilderten  Vorgänge  auf  Social  Media  – 

gezwungen  gesehen,  sich  im  Rahmen  dieses  Vergleichs  zu  einer  Zahlung  von 

CHF 14 000.– zugunsten des Beschwerdegegners zu verpflichten.

Die bisherige Untersuchung habe ergeben, dass der Beschwerdegegner ein 

Fake-Instagram-Profil und wohl auch ein Fake-Tinder-Profil der Partnerin des Be-

schwerdeführers erstellt habe. Dies werde von der Staatsanwaltschaft aber nicht 

als  nötigend,  sondern  als  "unreifes  Verhalten"  qualifiziert.  Auch  komme  sie  zum 

Schluss, dass der Beschwerdegegner anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme 

vom 1. Dezember 2024 nicht die Wahrheit gesagt haben dürfte und es noch offene 

Fragen im Zusammenhang mit dem Fake-Instagram-Profil und dem Fake-Tinder-

Profil gäbe. Dem wolle die Staatsanwaltschaft aber nicht nachgehen, was gegen 

den  Grundsatz  "in  dubio  pro  reo"  verstosse  und  dem  Untersuchungsgrundsatz 

(Art. 6 StPO) sowie dem Verfolgungszwang (Art. 7 StPO) widerspreche. Es sei je-

denfalls  im  Falle  einer  Anklageerhebung  weder  mit  Sicherheit  noch  mit  grosser 

Wahrscheinlichkeit mit einem Freispruch zu rechnen. Es liege auch kein vollständig 

ermittelter Sachverhalt, mithin kein spruchreifes Ergebnis, vor.

Die  Haltung  der  Staatsanwaltschaft  grenze  an  Arbeitsverweigerung,  umso 

mehr als der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 12. Juli 2024 explizit die parteiöf-

fentliche Befragung des Beschwerdegegners beantragt habe. In dubio pro duriore 

sei die Untersuchung weiterzuführen, der Beschwerdegegner sei ihm Rahmen ei-

ner parteiöffentlichen Einvernahme nochmals zu befragen und letztlich sei in dubio 

pro duriore Anklage zu erheben. Es sei nicht so, dass sich die Verdachtslage für 

den Beschwerdegegner durch die bisherige Untersuchung verbessert hätte; im Ge-

genteil hätten ihm das Fake-Instagram-Profil von D._____ wie auch das Fake-Tin-

der-Profil zugewiesen werden können. Trotzdem höre die Staatsanwaltschaft nun 

quasi mitten in der Untersuchung einfach auf und stelle sich – ohne sämtliche er-

forderlichen Beweiserhebungen durchgeführt zu haben – auf den unzutreffenden 

Standpunkt, der Sachverhalt lasse sich nicht weiter erstellen. Die Ablehnung des 

Beweisantrags vom 12. Juli 2024 stelle überdies einen Verstoss gegen die Praxis 

dieser Beschwerdekammer dar, wonach dem Beschwerdeführer in der gegebenen 

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Konstellation ein nachträgliches Konfrontationsrecht hätte eingeräumt werden müs-

sen. Zumindest implizit stelle die Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Verfü-

gung nämlich sehr wohl auf die Aussagen des Beschwerdegegners ab; dennoch 

sei dem Beschwerdeführer als Privatkläger keine Möglichkeit eingeräumt worden, 

ihm  im  Rahmen  einer  parteiöffentlichen  Einvernahme  Fragen  stellen  zu  können 

(Urk. 2 Rz. 13 ff.).

6. Mit  Verfügung  vom  26. September  2024  wurde  der  Beschwerdeführer  zur 

Leistung  einer  Prozesskaution  in  Höhe  von  CHF 2'000.–  aufgefordert  (Urk. 7). 

Nach  Eingang  der  Kaution  (vgl.  Urk. 10)  wurde  die  Beschwerdeschrift  dem  Be-

schwerdegegner  zur  freigestellten  Stellungnahme  übermittelt.  Die  Staatsanwalt-

schaft wurde zur Stellungnahme und Einreichung der Akten aufgefordert (Urk. 11).

7.

Die Staatsanwaltschaft liess sich mit Eingabe vom 27. November 2024 ver-

nehmen, wobei sie die Beschwerdeabweisung beantragte. Sie führte zusammen-

gefasst aus, der Nachweis, dass der Beschwerdegegner zum fraglichen Zeitpunkt 

den Instagram-Account "C._____ " bewirtschaftet und die Ankündigung im Zusam-

menhang mit F._____ publiziert haben solle, habe nicht erbracht werden können. 

Dies  sei  aber  für  eine  allfällige  Strafbarkeit  essenziell.  Allein  das  Erstellen  eines 

Fake-Profils, welches nicht einmal den Beschwerdeführer abbilde, könne ohne jeg-

liche  weitere  nachweislich  damit  zusammenhängende  Druckmittel  nicht  geeignet 

sein, eine Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB zu begründen. Solche Druckmittel 

scheine  der  Beschwerdeführer  in  der  Ankündigung  auf  dem  Instagram-Account 

"C._____ " zu sehen, wobei aber keine anklagegenügenden Hinweise darauf vor-

lägen, dass der Beschwerdegegner dafür verantwortlich sei. Was eine weitere Be-

fragung, ob nun parteiöffentlich oder nicht, zur Wahrheitsfindung beitragen solle, 

sei nicht ersichtlich. Sodann stelle sich generell die Frage, ob der Beschwerdefüh-

rer überhaupt berechtigt sei, bezüglich das Fake-Profil Beschwerde zu führen, da 

dieses die Persönlichkeitsrechte der darauf abgebildeten D._____ und nicht seine 

eigenen betreffe. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers sei das Ver-

fahren nicht mitten in der Untersuchung abgebrochen oder gar die Arbeit verweigert 

worden.  Gestützt  auf  die  Strafanzeige  seien  mehrere  einschneidende  Mass-

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nahmen zum Nachteil des Beschwerdegegners ergriffen worden; diese hätten je-

doch nicht zum Erfolg bzw. zur Wahrheitsfindung geführt (Urk. 13).

8.

Der Beschwerdegegner liess sich mit Eingabe vom 29. Dezember 2024 ver-

nehmen, wobei er die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerdeführers beantragte.

Zur Begründung führte er zusammengefasst aus, die Durchsuchung seines 

Mobiltelefons und Laptops wie auch die Anfrage der Staatsanwaltschaft bei Face-

book Inc. hätten keine belastenden Hinweise für einen Zugriff auf den Instagram-

Account "C._____ " bzw. allfällige durch ihn vorgenommene Datenbearbeitungen 

ergeben. In Bezug auf den Instagram-Account "D'._____zh" sowie das Tinder-Profil 

habe die Staatsanwaltschaft festgestellt, dass darüber keine Publikation stattgefun-

den habe bzw. das Profil über keine Follower verfüge und auf "privat" eingestellt 

sei. Es hätten sich keine Tatbestandsmerkmale für eine Handlung mit "nötigendem 

Charakter" erstellen lassen. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach auf 

ihn hätte Druck ausgeübt werden sollen, habe sich objektiv nicht festigen lassen. 

In der Beschwerde würden zwar die Vorbringen aus der Strafanzeige wiederholt, 

aber keine Tatsachen dargelegt, welche die staatsanwaltschaftliche Feststellung in 

Zweifel ziehen würde. Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass der Be-

schwerdegegner dem Beschwerdeführer in irgendeiner Weise ein künftiges Übel 

angekündigt  oder  in  Aussicht  gestellt  hätte;  dies  hätte  eines  aktiven  Verhaltens 

bzw. einer Androhung bedurft, welche sich klar an den Beschwerdeführer  hätten 

richten müssen. Ein solches Inaussichtstellen eines Nachteils im Sinne von Art. 181 

StGB sei im Strafverfahren nie vorgebracht, geschweige denn erstellt, worden. Die 

Strafanzeige  vom  19. September  2023  habe  sich  denn  auch  gegen  "unbekannt" 

gerichtet. Die Behauptung des Beschwerdeführers, er sei durch das blosse Beste-

hen eines Instagram Accounts bzw. eines Tinder-Profils zu einem Vergleich im ar-

beitsrechtlichen Verfahren gezwungen worden, sei unbegründet. Der angeblich un-

ter Zwang zustande gekommene Vergleich sei auch nicht angefochten worden. In 

zeitlicher  Hinsicht  erscheine  zudem  zweifelhaft,  dass  der  arbeitsrechtliche  Ver-

gleich  vom  11. Dezember  2023  (noch)  unter  dem  Eindruck  einer  vermeintlichen 

Drohung  zustande  gekommen  sei,  da  der  Beschwerdeführer  den  Instagram-Ac-

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count  bzw.  das  Tinder-Profil  wohl  kurz  vor  Einreichung  der  Strafanzeige  vom 

19. September 2023 wahrgenommen haben dürfte. Da auch weitere Ermittlungs-

handlungen keine Ergebnisse zu Tage fördern würden, welche die Strafbarkeit des 

Beschwerdegegners zu begründen vermöchten, habe die Staatsanwaltschaft das 

Strafverfahren zu Recht eingestellt (Urk. 18 Rz. 4 ff.).

9.

Die  Stellungnahmen  des  Beschwerdegegners  und  der  Staatsanwaltschaft 

wurden dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 16. Dezember 2024 zur freige-

stellten Replik zugestellt (Urk. 21). Dieser replizierte am 16. Januar 2025, wobei er 

an  den  Beschwerdeanträgen festhielt. Die Untersuchung  habe gezeigt, dass der 

Beschwerdegegner  zumindest  den  Fake-Instagram-Account  "D'._____zh"  erstellt 

habe,  was  nahelege,  dass  er  auch  hinter  den  anderen  beanzeigten

Accounts stehe. Dass damit auf den Beschwerdeführer habe Druck ausgeübt wer-

den sollen, sei die einzig mögliche Erklärung. Es sei nicht denkbar, dass der Be-

schwerdegegner in der gegebenen Konstellation (laufender Arbeitsrechtsprozess, 

offene  private  Schulden  etc.)  mit  dem  bzw.  den  Fake-Accounts  etwas  Positives 

oder Legales bezweckt habe. Seit Eröffnung der Untersuchung habe sich der Ver-

dacht  nicht  etwa  verflüchtigt,  sondern  massiv  verdichtet.  Die  Staatsanwaltschaft 

habe es aber trotz dieser erhärteten Verdachtslage unterlassen, weitere Untersu-

chungshandlungen  vorzunehmen,  obschon  auch  sie  zum  Schluss  komme,  dass 

noch offene Fragen bestünden. Zumindest müsse der Beschwerdegegner parteiöf-

fentlich befragt werden. Dem Beschwerdeführer sei zwingend das Recht zu gewäh-

ren, ihm Zusatzfragen zu stellen. Nur so lasse sich abklären, was der Beschwerde-

gegner mit den Fake-Accounts bezweckt habe (Urk. 23 Rz. 1 ff.).

10. Die  Beschwerde  ist  aus  verfahrensrechtlichen  Gründen  gutzuheissen  (vgl. 

nachstehend E. II./4.5). Da es sich um einen prozessualen Entscheid handelt, der 

auf einer gefestigten Rechtsprechung basiert und die Beurteilung in der Sache nicht 

präjudiziert, kann auf eine Fortsetzung Schriftenwechsels verzichtet werden (vgl. 

etwa  Urteile  des  Bundesgerichts  6B_714/2018  vom  14.  August  2018  E.  5  und 

6B_282/2019 vom 5. April 2019 E. 5; je m.w.H.).

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11. Aufgrund von Ferienabwesenheiten zweier Mitglieder des Spruchkörpers er-

geht der vorliegende Entscheid in Nachachtung des Beschleunigungsgebots teil-

weise in anderer Besetzung als den Parteien angekündigt wurde (vgl. Urk. 7 S. 4).

II.

1.

Angefochten ist eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft. Dagegen 

ist die Beschwerde bei der III. Strafkammer zulässig (Art. 322 Abs. 2 und Art. 393 

Abs. 1 lit. a StPO sowie § 49 GOG).

Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO kann jede Partei, die ein rechtlich geschütztes 

Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids hat, ein Rechtsmittel 

ergreifen. Partei ist namentlich, wer Privatkläger ist (Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO). Der 

Beschwerdeführer  hat  gegen  Unbekannt,  mutmasslich  den  Beschwerdegegner, 

Strafanzeige wegen (versuchter) Nötigung erstattet und sich als Privatkläger kon-

stituiert (Urk. 3/2 S. 2). Durch die angefochtene Verfügung, mit welcher die gegen 

den Beschwerdegegner geführte Strafuntersuchung eingestellt wurde, ist er unmit-

telbar in seinen Rechten betroffen, d. h. beschwert. Dass die angezeigte Nötigung 

unter anderem durch Verwendung von Fotos von D._____ sowie von auf ihren Na-

men lautenden Fake-Profilen begangen worden sein soll, ändert daran – entgegen 

dem Vorbringen der Staatsanwaltschaft (vgl. Urk. 13 S. 2) – nichts, zumal der Be-

schwerdeführer eine Nötigung zu seinem eigenen Nachteil (und nicht zum Nachteil 

von D._____) geltend macht. Damit verfügt er über ein rechtlich geschütztes Inter-

esse an der Aufhebung des Entscheids (Art. 382 Abs. 1 StPO) und ist somit zur 

Beschwerdeerhebung  legitimiert.  Die  weiteren  Eintretensvoraussetzungen  geben 

keinen Anlass zu Bemerkungen. Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

2.1 Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei Beweiser-

hebungen  durch  die  Staatsanwaltschaft  und  die  Gerichte  anwesend  zu  sein  und 

einvernommenen Personen Fragen zu stellen. Dieses spezifische Teilnahme- und 

Mitwirkungsrecht fliesst aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 107 Abs. 1 

lit. b StPO). Es darf nur in den gesetzlich vorgesehenen Fällen eingeschränkt wer-

den (Art. 101 Abs. 1, Art. 108, Art. 146 Abs. 4 und Art. 149 Abs. 2 lit. b StPO). Nach 

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Art. 147 Abs. 4 StPO dürfen Beweise, die in Verletzung von Art. 147 StPO erhoben 

worden sind, nicht zulasten der Partei verwendet werden, die abwesend war (zum 

Ganzen: Urteile des Bundesgerichts 6B_1092/2022 vom 9. Januar 2023 E. 2.3.1 

und 6B_426/2023 vom 16. August 2023 E. 2.1.1; je m. w. H.). Dies gilt auch für die 

Privatklägerschaft. Sie erfährt einen Nachteil bzw. ist negativ betroffen, wenn sie 

aufgrund der Verwertung des Beweises mit ihrer Straf- oder Zivilklage unterliegt. 

Das ist z. B. der Fall, wenn sich eine Einstellungsverfügung auf Beweise stützt, die 

unter Verletzung des Teilnahmerechts der Privatklägerschaft erhoben worden sind 

(ZR  114  [2015]  Nr.  61;  WOHLERS  in:  Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers  [Hrsg.], 

Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 147 N. 10; ferner Beschluss dieser Kammer 

UE220108-O vom 17. Januar 2023 E. II./2.1 m. w. H.).

2.2 Vor Eröffnung einer Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft besteht der 

Anspruch auf Parteiöffentlichkeit nicht. Mit anderen Worten sind die Parteien nicht 

zur Teilnahme berechtigt bei Beweiserhebungen durch die Polizei, etwa bei polizei-

lichen  Einvernahmen  von  Auskunftspersonen  gestützt  auf  Art.  306  Abs. 2  lit. b 

StPO  (Art.  147  Abs. 1  StPO  e  contrario).  Soweit  die  Polizei  nach  Eröffnung  der 

Untersuchung Einvernahmen im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchführt, stehen 

den  Verfahrensbeteiligten  die  Verfahrensrechte  zu,  die  ihnen  bei  Einvernahmen 

durch die Staatsanwaltschaft zukommen (Art. 312 Abs. 2 StPO). Daraus folgt, dass 

die Parteien das Recht haben, bei Einvernahmen, welche die Polizei im Auftrag der 

Staatsanwaltschaft  während  deren  Untersuchung  durchführt,  anwesend  zu  sein 

und  Fragen  zu  stellen  (zum  Ganzen:  Urteile  des  Bundesgerichts  6B_1092/2022 

vom 9. Januar 2023 E. 2.3.1 und 6B_426/2023 vom 16. August 2023 E. 2.1.1; je 

m. w. H.).

3.

3.1 Der  Beschwerdeführer  hat  sich  in  seiner  Strafanzeige  vom  19. September 

2023 als Privatkläger im Straf- und Zivilpunkt konstituiert (Urk. 3/2 S. 2). Im gegen 

den Beschwerdegegner geführten Strafverfahren kommt ihm daher Parteistellung 

zu (Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO). Am 9. Oktober 2023 wurde die Kantonspolizei Zü-

rich durch die Staatsanwaltschaft im Sinne von Art. 312 StPO mit der Durchführung 

eines  polizeilichen  Ermittlungsverfahrens  und  namentlich  mit  der  Befragung  des 

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Beschwerdegegners  beauftragt.  Hierbei  verfügte  die  Staatsanwaltschaft  mit  Hin-

weis auf Art. 146 Abs. 4 lit. b StPO den Ausschluss des Beschwerdeführers von 

der ersten polizeilichen Befragung des Beschwerdegegners (Urk. 16/8.1 S. 2). Ent-

sprechend  wurde  der  Beschwerdegegner  am  1. Dezember  2023  durch  die  Kan-

tonspolizei  Zürich  als  beschuldigte  Person  einvernommen,  ohne  dass  dem  Be-

schwerdeführer oder dessen Rechtsvertreter die Teilnahme daran ermöglicht wor-

den wäre (Urk. 3/2).

3.2 Nach Art. 146 Abs. 4 lit. b StPO kann die Verfahrensleitung eine Person vor-

übergehend von der Verhandlung ausschliessen, wenn sie im Verfahren noch als 

Zeuge,  Auskunftsperson  oder  sachverständige  Person  einzuvernehmen  ist.  Die 

Ausschlussmöglichkeit nach Art. 146 Abs. 4 lit. b StPO ist allerdings – wie im Ge-

setz ausdrücklich festgehalten – nur vorübergehender Natur. Will die Staatsanwalt-

schaft bei Beendigung der Strafuntersuchung in Form einer Einstellung der Straf-

untersuchung zum Nachteil der Privatklägerschaft auf die Aussagen der beschul-

digten Person abstellen, muss sie das Teilnahmerecht der Privatklägerschaft nach-

träglich  gewähren.  Das  bedeutet,  dass  eine  Wiederholung  der  Beweiserhebung 

oder eine nachträgliche Konfrontationsmöglichkeit stattfinden muss (BSK StPO-HÄ-

RING, 3. Aufl. 2023, Art. 146 N. 24; ferner Beschluss dieser Kammer UE220108-O 

vom 17. Januar 2023 E. II./2.3 m. w. H. auf die Kammerpraxis).

4.

4.1 Nachdem die Staatsanwaltschaft den Parteien am 27. Mai 2024 den bevor-

stehenden Abschluss der Untersuchung angekündigt und ihnen Frist zur Stellung 

von Beweisanträgen angesetzt hatte (vgl. Urk. 16/8.3), beantragte der Beschwer-

deführer mit Eingabe vom 12. Juli 2024 insbesondere eine parteiöffentliche Befra-

gung des Beschwerdegegners (Urk. 3/3 S. 3). Dieser Antrag wurde mit Beweiser-

gänzungsentscheid vom 2. September 2024 abgewiesen (vgl. Urk. 3/7) und glei-

chentags die angefochtene Verfahrenseinstellung verfügt (Urk. 6).

4.2 In der angefochtenen Verfügung wurden die vom Beschwerdegegner anläss-

lich der Einvernahme vom 1. Dezember 2023 gemachten Aussagen wie folgt zu-

sammengefasst: Der Beschwerdegegner habe angegeben, nichts mit den Vorwür-

fen zu tun zu haben und nicht zu wissen, was mit Geheimnissen des Beschwerde-

- 13 -

führers und von F._____ gemeint sei. Den Instagram-Account "C._____ " habe er 

angeblich ca. zwei Jahre zuvor erstellt, als er mit dem Beschwerdeführer zusam-

mengearbeitet  habe,  wobei  der  Account  von  ihm  (dem  Beschwerdegegner)  und 

I._____ bewirtschaftet worden sei. Der Beschwerdegegner habe angegeben, kei-

nen Zugriff auf diesen Account zu haben und nicht über die Login-Daten zu verfü-

gen. Seine Mobiltelefonnummer sei beim Account hinterlegt, da dieser damals von 

ihm  erstellt  worden  sei.  Betreffend  den  Instagram-Account  "D'._____zh"  habe  er 

angegeben, diesen nicht zu kennen. Das Tinder-Profil "D._____" habe er angeblich 

in  einem  Gruppenchat  erhalten  und  dem  Beschwerdeführer  geschickt  (Urk. 6 

S. 1 f.).

4.3 Die Verfahrenseinstellung wurde zwar primär mit den Ergebnissen der Durch-

suchung der elektronischen Datenträger begründet (vgl. Urk. 6 S. 2). Die Aussagen 

des  Beschwerdegegners  wurde  jedoch  in  die  Beweiswürdigung  miteinbezogen 

(vgl. insbesondere Urk. 6 S. 2 f.). Somit stützte sich die Staatsanwaltschaft in der 

angefochtenen Verfügung auch auf Beweise, die zufolge Verletzung des Teilnah-

merechts nicht zu Lasten des Beschwerdeführers hätten verwendet werden dürfen.

Unter  (Mit-)Berücksichtigung  der  Aussagen  des  Beschwerdegegners  ge-

langte die Staatsanwaltschaft zum Nachteil des Beschwerdeführers zum Schluss, 

der beanzeigte Sachverhalt liesse sich nicht anklagegenügend erstellen. Des Wei-

teren führte sie aus, dass zumindest die Angaben des Beschwerdegegners betref-

fend das auf D._____ lautende Fake-Instagram-Profil sowie das Fake-Tinder-Profil 

eventuell noch ein paar Fragen aufwerfen würden, zumal er dort scheinbar nicht 

die Wahrheit gesagt habe (Urk. 6 S. 2 f.).

4.4 Eine  zweite  Einvernahme  des  Beschwerdegegners,  an  welcher  der  Be-

schwerdeführer die Gelegenheit erhalten hätte, sein Teilnahmerecht im Sinne von 

Art. 147 Abs. 1 StPO nachträglich auszuüben und insbesondere Ergänzungsfragen 

zu stellen, fand – ungeachtet seines dahingehenden Beweisantrags (vgl. Urk. 3/3) 

–  nicht  statt.  Gerade  angesichts  der  Tatsache,  dass  das  Ergebnis  der  Durchsu-

chung der elektronischen Geräte mit den Aussagen des Beschwerdegegners nur 

teilweise übereinstimmte, hätte sich eine weitere Untersuchung bzw. zumindest die 

Durchführung einer parteiöffentlichen Einvernahme geradezu aufgedrängt. Durch 

- 14 -

die Gewährung der Teilnahme- und Mitwirkungsrechte soll einer Partei ermöglicht 

werden,  die  Beweiserhebungen  der  Staatsanwaltschaft  beeinflussen  zu  können, 

indem sie die Glaubhaftigkeit und den Beweiswert einer Aussage in kontradiktori-

scher Weise auf die Probe und in Frage stellt (BSK StPO-SCHLEIMINGER/SCHAFF-

NER, a. a. O., Art. 147 N. 3 f. m. w. H.).

4.5 Was  die  Ausübung  des  Teilnahmerechts  durch  gezielte  Ergänzungsfragen 

hätte zu Tage fördern können und ob dadurch das bisherige Beweisergebnis allen-

falls  beeinflusst  worden  wäre,  ist  offen.  Ein  dahingehender  Informationsgewinn 

kann  daher  nicht  ausgeschlossen  oder  vorweggenommen  werden.  So  gesehen 

haftet der staatsanwaltschaftlichen Begründung ohne vorgängige Gewährung des 

Teilnahme- und Mitwirkungsrechts per se etwas Unvollständiges an. Bereits dies 

führt zur Gutheissung der Beschwerde, zur Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung und zur Rückweisung der Sache zwecks Ergänzung der Untersuchung.

III.

1. Mit der Rückweisung wird das Strafverfahren nicht abgeschlossen und bleibt 

dessen Ausgang offen; diesbezüglich liegt ein Zwischenentscheid vor. Die Rege-

lung  der  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  hat  im  Endentscheid  zu  erfolgen 

(Art. 421 Abs. 1 StPO).

2.

Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren ist zuhanden der das Straf-

verfahren  abschliessenden  Strafbehörde  in  Beachtung  der  Bemessungskriterien 

von § 2 Abs. 1 lit. b-d GebV OG (Bedeutung des Falls, Zeitaufwand des Gerichts, 

Schwierigkeit des Falls) und gestützt auf § 17 Abs. 1 GebV OG auf CHF 1'500.– 

festzusetzen.

3.

Die  vom  Beschwerdeführer  geleistete  Prozesskaution  von  CHF 2'000.–  ist 

diesem  –  vorbehältlich  allfälliger  Verrechnungsansprüche  des  Staates  –  nach 

Rechtskraft dieses Beschlusses zurückzuerstatten.

- 15 -

Es wird beschlossen:

1.

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Staatsanwaltschaft 

See/Oberland vom 2. September 2024 aufgehoben und die Akten werden im 

Sinne der Erwägungen an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen.

2.

Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf CHF 1'500.– fest-

gesetzt.

3.

Die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen wird dem Endentscheid 

vorbehalten.

4.

Die vom Beschwerdeführer geleistete Prozesskaution von CHF 2'000.– wird 

diesem – vorbehältlich allfälliger Verrechnungsansprüche des Staates – nach 

Rechtskraft dieses Beschlusses zurückerstattet.

5.

Schriftliche Mitteilung an:







Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, zweifach, für sich und den Beschwerde-
führer (per Gerichtsurkunde)

Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, zweifach, für sich und den Beschwerde-
gegner (per Gerichtsurkunde);

die  Staatsanwaltschaft  See/Oberland,  ad  …  (gegen  Empfangsbestäti-
gung).

6.

Rechtsmittel:

Gegen diesen Entscheid kann unter den einschränkenden Voraussetzungen 

von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in Strafsachen erho-

ben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerech-

net, bei der gemäss Art. 35 und 35a des Reglements für das Bundesgericht 

zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes in der in Art. 42 

des  Bundesgerichtsgesetzes  vorgeschriebenen  Weise  schriftlich  einzurei-

chen.  Die  Beschwerdelegitimation  und  die  weiteren  Beschwerdevor-

aussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bun-

desgerichtsgesetzes.

- 16 -

Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-

reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.

Zürich, 8. August 2025

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. D. Oehninger

MLaw M. Trottmann