# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e982872a-2f03-5e69-96e2-9c7d021d5625
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.09.2023 SB230296
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230296_2023-09-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230296-O/U/jv

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, lic. iur. C. Maira und 

Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Keller sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Sieber

Urteil vom 25. September 2023

in Sachen

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Fürsprecher X1._____

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 
vertreten durch Staatsanwalt MLaw D. Aepli, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 6. Abteilung, 
vom 14. März 2023 (DG220230)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 14. Dezember 2022 

(Urk. 14) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 45 S. 21 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des Verbrechens gegen das Betäubungsmittelgesetz 

im Sinne von dessen Art. 19 Abs. 1 lit. b, d und g in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a.

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 48 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 

312 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden sind.

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB für 8 Jahre des Landes verwiesen.

5. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 14. Dezember 2022 

beschlagnahmten und bei der Kasse der Staatsanwaltschaft Zürich, Stauffacherstrasse 55, 

Postfach 8036 Zürich lagernden Barschaften werden eingezogen und zur teilweisen Deckung 

der Verfahrenskosten verwendet:

 Bargeld Fr. 110.– (Asservat-Nr. A016'143'661),

 Bargeld Fr. 1'900.– (Asservat-Nr. A016'143'887).

6. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl am 14. Dezember 2022 be-

schlagnahmten und bei der Stadtpolizei Zürich unter der BM Lager-Nr. S00818-2022 und bei 

der Kantonspolizei Zürich unter der BM Lager-Nr. S00815-2022 lagernden Betäubungsmittel 

werden eingezogen und der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zur 

Vernichtung überlassen:

 2 Blöcke Kokain (Asservat-Nr. A016'143'752),

 2 Säckchen Kokain (Asservat-Nr. A016'143'638).

7. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 14. Dezember 2022 be-

schlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben und andernfalls nach unbenutztem Ablauf einer 

Frist von 30 Tagen der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:

 1 Navigationsgerät Tomtom mit Ladekabel (Asservat-Nr. A016'143'672),

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 1 USB Stick mit Ladevorrichtung (Asservat-Nr. A016'143'683),

 1 Notizzettel (Asservat-Nr. A016'143'741),

 Diverse Notizen (Asservat-Nr. A016'143'774),

 1 Mobiltelefon, weiss, mit Hülle (Asservat-Nr. A016'143'810),

 1 Schlüssel (Asservat-Nr. A016'143'821),

 Diverse Notizen (Asservat-Nr. A016'143'843),

 5 SIM-Karten, Lycamobile (Asservat-Nr. A016'143'854),

 3 Schlüssel (Asservat-Nr. A016'143'876),

 Diverse Bankkarten (Asservat-Nr. A016'143'898),

 2 Flugtickets (Asservat-Nr. A016'143'912),

 1 Schlüssel (Asservat-Nr. A016'143'923).

Es wird davon Vormerk genommen, dass die Staatsanwaltschaft mit der sofortigen Heraus-

gabe der Schlüssel (vor Eintritt der Rechtskraft) einverstanden ist. Entsprechend wird die 

Lagerbehörde angewiesen, diese Schlüssel (Asservat-Nr. A016'143'821, A016'143'876 und 

A016'143'923) dem Beschuldigten auf erstes Verlangen vor Ablauf der Rechtsmittelfrist 

herauszugeben.

8. Die beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer LBZH007296, 

ZZALLU2Q32-R0065FD05 (Asservate ZAL 1 Compactus) lagernden DNA-Spuren bzw. 

Spurenträger werden der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zur 

Vernichtung überlassen.

9. Die beim Forensischen Institut Zürich auf dem Bild-Ton-Datenbank\XMedia FOR (Server) 

lagernde Atelier-Fotografie (Asservat-Nr. A016'150'473) wird der Lagerbehörde nach Eintritt 

der Rechtskraft dieses Urteils zur Vernichtung überlassen.

10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'900.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 3'000.–   Gebühr für das Vorverfahren;

Fr. 660.–   Auslagen FOR-Zürich;

Fr. 1'028.–   Auswertung Datenträger;

Fr. 650.–   Gerichtsgebühr Siegelung GT220054-L;

Fr. 969.30   amtliche Verteidigung RA X2._____;

Fr. 16'300.–   amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und Mwst.).

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

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11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine 

Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

12. (Mitteilung)

13. (Rechtsmittel)"

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 68 S. 1)

" 1. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 14. März 2023 sei in den

Dispositivziffern 2 und 4 aufzuheben.

2. In Abänderung von Dispositivziffer 2 sei der Berufungskläger zu einer 

Freiheitsstrafe von 30 Monaten unter Anrechnung der erstandenen Haft 

zu verurteilen.

3. In Abänderung von Dispositivziffer 4 sei der Berufungskläger im Sinne 

von Art. 66a Abs. 1 StGB für 5 Jahre des Landes zu verweisen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen."

b) Der Staatsanwaltschaft:

(schriftlich; Urk. 56)

Verzicht auf Anschlussberufung und Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

Erwägungen:

1. Prozessgeschichte

1.1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil meldete der amt-

liche Verteidiger des Beschuldigten, Fürsprecher X1._____, am 15. März 2023 Be-

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rufung an (Urk. 37). Das begründete Urteil wurde ihm am 8. Mai 2023 zugestellt 

(Urk. 44/2), worauf er am 26. Mai 2023 die Berufungserklärung einreichte (Urk. 47 

und Urk. 48/1-3; innert angesetzter Nachfrist gültig digital signiert, vgl. Urk. 50, 

Urk. 52 und Urk. 53/1-3). 

1.2. Innert angesetzter Frist gemäss Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO erklärte die 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (fortan Staatsanwaltschaft) den Verzicht auf Er-

hebung einer Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung des erstinstanz-

lichen Urteils (Urk. 56). 

1.3. Bereits am 7. Mai 2023 sowie erneut am 15. September 2023 wurde je ein 

neuer Strafregisterauszug über den Beschuldigten eingeholt (Urk. 46 und Urk. 66). 

Sodann wurden am 15. August 2023 die Akten des Migrationsamtes Zürich über 

den Beschuldigten beigezogen (Urk. 61) und ein Führungsbericht der Justizvoll-

zugsanstalt Pöschwies eingeholt (Urk. 63-64).

1.4. Am 12. Juli 2023 wurde zur heutigen Berufungsverhandlung vorgeladen 

(Urk. 57), zu welcher der Beschuldigte sowie sein amtlicher Verteidiger erschienen 

sind (Prot. II S. 4). Der Staatsanwaltschaft war das Erscheinen freigestellt worden. 

2. Umfang der Berufung

Der Beschuldigte beschränkte seine Berufung auf das Strafmass (Dispositivziffer 2) 

sowie die Dauer der Landesverweisung (Dispositivziffer 4; vgl. Urk. 47 bzw. Urk. 52 

und Urk. 68). 

Da die Vollzugsfrage gemäss Art. 399 Abs. 4 lit. b StPO unter den Strafpunkt 

zu  subsumieren ist (BGE 144 IV 385; Zimmerlin, in: Donatsch/Lieber/Summers/ 

Wohlers, StPO Komm., 3. Aufl., Art. 399 N 20), gilt vorliegend auch Dispositiv-

ziffer 3 als mitangefochten. 

Entsprechend ist vorzumerken, dass der Schuldpunkt (Dispositivziffer 1) sowie die 

weiteren Anordnungen der Vorinstanz (Dispositivziffern 5-11) in Rechtskraft er-

wachsen sind.

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3. Strafzumessung

3.1. In Übereinstimmung mit der amtlichen Verteidigung (vgl. Urk. 68 S. 2 f.) ist 

vom eingestandenen Sachverhalt und mithin vom Anklagesachverhalt auszuge-

hen. Gemäss unbestrittenem Anklagesachverhalt bewahrte der Beschuldigte vom 

3. bis 7. Mai 2022 für eine Drittperson (B._____) bei sich zuhause 1'598.9 Gramm 

Kokaingemisch (netto 1'261.5 Gramm reines Kokain) auf, wobei er anlässlich sei-

ner Verhaftung am 7. Mai 2022 davon 19.9 Gramm (15.5 Gramm Reinsubstanz) 

auf sich trug, um dieses Warenmuster einem möglichen Abnehmer zu übergeben 

(bei den abweichenden Angaben in der Anklageschrift handelt es sich um das 

jeweilige Bruttogewicht der sichergestellten Drogen samt Verpackung [1'743 sowie 

25.3 Gramm, vgl. Urk. 1/1 sowie Urk. 6/4 S. 2], anderseits enthält die Angabe 

der  Totalmenge des Kokaingemischs einen offensichtlichen Zahlenverdreher 

[1'589.9 Gramm statt 1'598.9 Gramm, vgl. Urk. 6/4 S. 2]). Für seine Dienste sollte 

er mit Fr. 2'000.– entlohnt werden (vgl. Urk. 2/3 S. 4). 

Die Vorinstanz würdigte das Verhalten des Beschuldigten zutreffend als quali-

fizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. b, d und g in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, was – wie oben 

festgestellt – in Rechtskraft erwachsen und von Gesetzes wegen mit einer Frei-

heitsstrafe von einem bis 20 Jahren zu sanktionieren ist (vgl. den massgebenden 

Strafrahmen gemäss Art. 19 Abs. 2 BetmG in der seit 1. Juli 2023 gültigen 

Fassung). Im Berufungsverfahren ist zusätzlich das Verschlechterungsverbot ge-

mäss Art. 391 Abs. 2 StPO zu berücksichtigen, nachdem einzig der Beschuldigte 

Berufung erhoben hat.

3.2. Innerhalb des massgebenden Strafrahmens misst das Gericht die Strafe 

nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt dabei das Vorleben und 

die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Tä-

ters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung 

oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Han-

delns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit 

der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefähr-

dung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Für die Zumessung der 

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Strafe ist zwischen Tat- und Täterkomponente zu unterscheiden. Das Gericht ist 

dabei nicht gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen 

Strafzumessungsgründe innerhalb der Einzelstrafe gewichtet (BGE 136 IV 55, 

E. 5.6.). Jedoch ist grundsätzlich zu begründen, in welchem Grad die einzelnen 

Faktoren strafmindernd oder straferhöhend in die Waagschale geworfen werden 

(vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 6B_475/2011 vom 30. Januar 2020, 

E. 1.4.3.1.). 

Bei der Tatkomponente ist als Ausgangspunkt die objektive Schwere des Delikts 

festzulegen. Dabei ist anhand des Ausmasses des Erfolgs sowie aufgrund der Art 

und Weise des Vorgehens zu beurteilen, wie stark das strafrechtlich geschützte 

Rechtsgut beeinträchtigt wurde. Ebenfalls von Bedeutung ist die kriminelle Energie, 

wie sie durch die Tat und die Tatausführung offenbart wurde. Bei allen Umständen 

ist zu fragen, ob sie vom Täter gewollt oder in Kauf genommen bzw. als möglich 

vorausgesehen wurden. Andernfalls können sie für die Verschuldensbewertung 

nicht herangezogen werden. In einem nächsten Schritt ist eine Bewertung des sub-

jektiven Verschuldens vorzunehmen. Es stellt sich somit die Frage, wie dem Täter 

die objektive Tatschwere tatsächlich anzurechnen ist. Dazu gehören auch die 

Frage der Schuldfähigkeit, das Motiv, der unvollendete Versuch sowie einige der in 

Art. 48 StGB aufgeführten Strafzumessungsgründe. Bei Drogendelikten bemisst 

sich das Verschulden des Täters zu einem massgeblichen Teil nach Art und Menge 

des gehandelten oder verschobenen Stoffes. Je grösser die Menge und je schäd-

licher die Art des Betäubungsmittels ist, umso schwerer fällt die vom Täter in Kauf 

genommene gesundheitliche Gefährdung von Menschen ins Gewicht. Zu beachten 

ist weiter, wie der Täter in den Besitz der Drogen gelangte und welche Tat-

handlungen er ausführte, ob er selbst süchtig ist und ob er in einer grösseren 

Organisation tätig war und welche Funktion er sachlich und hierarchisch ausübte.

Die Täterkomponente umfasst zum einen die persönlichen Verhältnisse und das 

Vorleben des Täters, wobei hier vor allem frühere Strafen zu berücksichtigen sind. 

Zum anderen ist das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, insbesondere 

gezeigte Reue und Einsicht oder ein abgelegtes Geständnis, zu berücksichtigen 

(BSK StGB-Wiprächtiger/Keller, 2019, Art. 47 N 120 ff.).

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3.3. Tatkomponenten

Der Beschuldigte bewahrte einmalig eine grosse Menge Kokaingemisch (ca. 

1,6 kg) leicht unterdurchschnittlicher Qualität (vgl. Urk. 6/4 S. 2: 78 % bzw. 79 % 

reines Kokain, entsprechend dem unteren Quartil der 2022 durch die Schweizeri-

schen Gesellschaft für Rechtsmedizin [SGRM] gemessenen Werte), mithin eine so-

genannt harte, da äusserst gefährliche Droge, für (bloss) wenige Tage bei sich zu-

hause auf und transportierte zusätzlich ein Drogenmuster zu einem möglichen Käu-

fer, wobei er vor Zielerreichung verhaftet wurde. Diese Handlungen siedeln ihn ei-

nerseits im Drogengrosshandel an, anderseits führte er aber lediglich eine unterge-

ordnete Hilfstätigkeit aus, indem er das Kokaingemisch bei sich versteckt aufbe-

wahrte. Allerdings darf nicht ausser Acht gelassen werden, dass er es bei der Auf-

bewahrung nicht bewenden liess, sondern sich weiter im Hinblick auf einen Verkauf 

dieser grossen Menge einspannen liess und ein Drogenmuster zu einem Abnehmer 

transportieren wollte, was einzig aufgrund seiner Verhaftung scheiterte. Damit 

spielte er in der Drogenhandelshierarchie eine nicht zu vernachlässigende – wenn 

auch leicht austauschbare – Rolle. Die objektive Tatschwere ist aber insgesamt, 

trotz der x-fachen Überschreitung des massgebenden Grenzwerts, im umfassen-

den Strafrahmen des qualifizierten Tatbestands als noch eher leicht zu qualifizie-

ren.

Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte sinngemäss an, aus 

einer Notlage gehandelt zu haben, um das für die Beerdigung seines Grossvaters 

aufgenommene Darlehen von Fr. 2'000.– begleichen zu können (Urk. 67 S. 2 f. 

und 8). Vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte gemäss eigenen Aussagen 

mit seinem Einkommen bei der Reinigungsfirma C._____ über eine monatliche 

Sparquote von mindestens Fr. 500.– bis Fr. 1'000.– verfügte, gar ein Hausbau in 

Santo Domingo finanzieren konnte (Urk. 2/3 S. 18), kann von keiner finanziellen 

Notlage gesprochen werden. Der selbst nicht drogenkonsumierende Beschuldigte 

handelte aus Gewinnsucht und direktvorsätzlich. Konkret wollte er durch sein Han-

deln innert weniger Tage auf schnelle Art Fr. 2'000.– verdienen, was das Verschul-

den nicht zu relativieren vermag. Dem noch eher leichten Verschulden entspre-

chend ist die Einsatzstrafe auf rund 33 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen.

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3.4. Täterkomponenten

Zu den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten kann der heutigen Be-

fragung zur Person (Urk. 67) sowie den Akten (Urk. 2/2 S. 5 ff., Urk. 2/3 S. 18, 

Urk. 2/11 S. 6 f., Urk. 61 S. 1, 14, 153 ff., 231 ff. und 264 ff. sowie Prot. I S. 7 ff.) 

folgendes entnommen werden: Der Beschuldigte ist in der Dominikanischen Repu-

blik geboren, deren Staatsbürger er weiterhin ist und wo bis heute seine Mutter und 

seine drei Schwestern leben. Er besuchte dort die Schulen und absolvierte ein 

Hochschulstudium, das er mit einem Marketingdiplom abschloss. Nachdem er 2003 

eine in der Schweiz eingebürgerte Dominikanerin geheiratet hatte, übersiedelte er 

in die Schweiz, die er indes nach der Scheidung 2006 wieder verliess. Danach lebte 

er in Spanien, wo er am 4. März 2013 eingebürgert wurde. Seit dem 11. April 2013 

lebt er wieder in der Schweiz, wo er verschiedene Arbeitsstellen, zuletzt als Mit-

arbeiter einer Reinigungsfirma innehatte und über eine Aufenthaltsbewilligung B 

(EU/EFTA) verfügt, deren Gültigkeit allerdings nur bis 10. April 2023 aktenkundig 

ist. Seine Ehefrau, D._____, die er am tt. Juni 2014 in Spanien geheiratet hatte, 

verblieb zunächst in Spanien, während der Beschuldigte in der Schweiz mit 

E._____ zusammenlebte und zwei Söhne (geboren am tt.mm.2014 und am 

tt.mm.2017) zeugte. Ein weiterer Sohn aus einer früheren Beziehung, geboren 

2001, der in Santo Domingo bei seiner Mutter aufgewachsen ist, lebt heute in Spa-

nien. Nachdem sich der Beschuldigte von E._____ getrennt hatte, nahm ca. im Au-

gust 2021 seine Ehefrau Wohnsitz bei ihm in der Schweiz. Sie stammt, wie der 

Beschuldigte, ursprünglich aus der Dominikanischen Republik, wurde später in 

Spanien eingebürgert und verfügt in der Schweiz über eine Aufenthaltsbewilli-

gung B (EU/EFTA). Sie arbeitet, ebenfalls wie der Beschuldigte bis zu seiner Ver-

haftung, in der Reinigungsbranche. Das Paar hat keine gemeinsamen Kinder. 

Seine minderjährigen Söhne leben bei der Kindsmutter und verfügen – wie auch 

die Mutter – als Bürger von Spanien über eine Aufenthaltsbewilligung C. Soweit 

ersichtlich besteht weder ein Unterhaltsvertrag noch eine formelle Betreuungsrege-

lung, jedoch beteiligte sich der Beschuldigte gemäss eigenen Angaben in der Ver-

gangenheit an den Kinderkosten und pflegte auch eine enge persönliche Bezie-

hung zu seinen Söhnen. Am 9. August 2017 wurde der Beschuldigte durch das Re-

gionalgericht Berner Jura-Seeland wegen Verbrechen, Vergehen und Übertretung 

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des Betäubungsmittelgesetzes zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten und einer 

Busse von Fr. 200.– verurteilt, wobei der Vollzug der Freiheitsstrafe unter Anset-

zung einer Probezeit von zwei Jahren bedingt aufgeschoben wurde. Im Rahmen 

der damaligen Strafuntersuchung hatte er 66 Tage in Haft verbracht. Sodann wurde 

er mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 25. Oktober 2019 wegen 

Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen am 20. September 2019 

und damit nur rund einen Monat nach Ablauf der Probezeit gemäss erster Verurtei-

lung, zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt, welche für vollziehbar 

erklärt, woraus er jedoch am 18. März 2020 bei einem Strafrest von 60 Tagen unter 

Ansetzung einer einjährigen Probezeit bedingt entlassen wurde. Offenbar hatte er 

die Strafe durch gemeinnützige Arbeit geleistet. 

Auf die Strafzumessung hat dieser Lebenslauf – mit Ausnahme der einschlägigen 

Vorstrafen, vgl. sogleich – keinen Einfluss.

Nachdem die massgebende Drogenmenge bereits aufgrund der Verhaftung bzw. 

der Hausdurchsuchung feststand und das Geständnis samt Schilderung der Um-

stände, wie der Beschuldigte in den Besitz des Kokains gekommen war, eher spät 

im Verfahren, nachdem bereits umfangreiche Untersuchungsmassnahmen vorge-

nommen worden waren, erfolgte und keine weitergehenden Belastungen zu Tage 

brachte, vereinfachte der Beschuldigte das Verfahren in keiner Hinsicht. Immerhin 

ist eine gewisse Reue des Beschuldigten ersichtlich, was marginal im Umfang von 

drei Monaten strafmindernd berücksichtigt werden kann. Demgegenüber sind die 

beiden einschlägigen Vorstrafen deutlich straferhöhend anzurechnen, zeugen sie 

doch von einer ausgeprägten Geringachtung des hiesigen Rechtssystems, die sich 

auch durch vollziehbare Strafen nicht beeinflussen lässt, und einer Gleichgültigkeit 

gegenüber der von Kokain ausgehenden gesundheitlichen Gefährdung der Öffent-

lichkeit. Dem Vorbringen der Verteidigung, dem Beschuldigten sei zugute zu halten, 

dass er bei den früheren Verurteilungen zwei Probezeiten zu bestehen und keine 

eigentliche Freiheitsstrafe zu vollbüssen hatte (Urk. 68 S. 7), kann nicht gefolgt 

werden, zumal der Beschuldigte im Rahmen der Strafuntersuchung im 2017 

drei Monate im Freiheitsentzug verbracht hatte, was ihn offensichtlich nicht be-

eindruckt hat.

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Seit 9. Dezember 2022 befindet sich der Beschuldigte im vorzeitigen Strafvollzug, 

wo er sich gemäss Führungsbericht der Justizvollzugsanstalt Pöschwies bisher ta-

dellos verhält (Urk. 63). Solches darf allerdings erwartet werden, weshalb sich dies 

– entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 59 und Urk. 68 S. 6) – nicht straf-

mindernd auswirkt (Urteile des Bundesgerichts 6B_27/2020 vom 20. April 2020, 

E. 3.3.2; 6B_974/2009 vom 18. Februar 2010, E. 5.5).

Insgesamt überwiegen die straferhöhenden Faktoren deutlich, weshalb die Einsatz-

strafe aufgrund der Täterkomponenten insgesamt auf 42 Monate zu erhöhen ist. 

Auf die Strafe anzurechnen sind 507 Tage, die der Beschuldigte bis und mit heute 

in Untersuchungshaft und vorzeitigem Strafvollzug erstanden hat (Art. 51 StGB). 

3.5. Bereits aufgrund der Strafhöhe ist ein bedingter Vollzug ausgeschlossen 

(vgl. Art. 42 f. StGB). Allerdings käme ein Solcher – mit der Vorinstanz (Urk. 45 

S. 10 f.) – angesichts der einschlägig belasteten Vorgeschichte des Beschuldigten 

auch bei einer tieferen Strafe nicht in Frage, da dem Beschuldigten die diesfalls 

hinsichtlich der Legalprognose nötigen "besonders günstigen Umstände" gemäss 

Art. 42 Abs. 2 StGB jedenfalls abzusprechen wären. Im Übrigen hat auch die Ver-

teidigung angesichts der Vorstrafen auf einen Antrag um Ausfällung einer be-

dingten oder teilbedingten Strafe verzichtet (Urk. 68 S. 8).

4. Landesverweisung

4.1. Der Beschuldigte, Inhaber einer Aufenthaltsbewilligung B für die Schweiz 

(Urk. 11/4 bzw. Urk. 61 S. 273, gültig bis 10. April 2023), ist spanischer und 

dominikanischer Staatsbürger und hat gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB mit der 

qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz eine Katalogtat 

begangen, die grundsätzlich zu einer obligatorischen Landesverweisung führt. 

Hiervor kann nur abgesehen werden, wenn dies für den Täter eine schwere per-

sönliche Härte bedeuten würde und eine Abwägung zwischen seinen persönlichen 

Interessen an einem Verbleib in der Schweiz und den Interessen der Öffentlichkeit 

an einer Wegweisung zu seinen Gunsten ausfällt (Art. 66a Abs. 1 StGB; vgl. hierzu 

auch die Erwägungen der Vorinstanz in Urk. 45 S. 12 f.). Allenfalls kann auch das 

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Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der 

Europäischen Union und ihrem Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit 

(Freizügigkeitsabkommen; FZA) der Landesverweisung eines Bürgers eines EU-

Staates entgegenstehen (vgl. hierzu die Ausführungen der Vorinstanz in Urk. 45 

S. 15 ff.). 

4.2. Die Vorinstanz erkannte in einer Landesverweisung keinen persönlichen 

schweren Härtefall und keinen Verstoss gegen das FZA und verwies den Beschul-

digten entsprechend für eine Dauer von acht Jahren aus der Schweiz. Mit der 

Verteidigung (Urk. 68 S. 8) ist festzuhalten, dass in der Urteilsbegründung der 

Vorinstanz von einer Dauer von sieben Jahren gesprochen wurde, das Dispositiv 

sodann acht Jahre nannte. Hierzu ist festzuhalten, dass grundsätzlich nur das 

Urteilsdispositiv, nicht dagegen die Urteilsbegründung in materielle Rechtskraft 

erwächst (BSK StPO-Sprenger, 2023, Art. 437 N 10). Es ist auf das Entscheid-

dispositiv und nicht auf die wohl fehlerhafte Erwägung der Vorinstanz abzustellen.

Der Beschuldigte anerkannte, dass er sich nicht auf die Härtefallklausel berufen 

kann, beantragte jedoch – wie bereits vor Vorinstanz (Urk. 32 S. 10) – vor dem 

Hintergrund, dass seine zwei minderjährigen Kinder in der Schweiz leben und 

unter  Bezugnahme auf Art. 8 EMRK, dass die Dauer der Landesverweisung auf 

fünf Jahre zu beschränken sei (Urk. 68 S. 8 f.). 

4.3. Hinsichtlich des bisherigen Werdegangs des heute 47 Jahre alten Beschul-

digten kann zunächst auf die Ausführungen zu den Täterkomponenten (Ziff. 3.4 

hiervor) verwiesen werden. Hieraus ergibt sich zusammengefasst, dass der Be-

schuldigte seit 2013 (wieder) in der Schweiz lebt und sich beruflich eine selbst-

tragende Existenz aufbauen konnte. Sprachlich konnte er sich in diesen mittlerweile 

zehn Jahren nicht hinreichend integrieren, spricht er doch kaum Deutsch und war 

er anlässlich der Gerichtsverhandlungen auf Übersetzung angewiesen. Er lebte vor 

seiner Verhaftung mit seiner Frau, nicht aber mit seinen beiden ausserehelichen 

Söhnen, geboren im 2014 und 2017, zusammen. Eine verpflichtende Betreuungs- 

und Unterhaltsregelung besteht nicht, allerdings hat sich der Beschuldigte offenbar 

in der Vergangenheit soweit möglich finanziell an den Kinderkosten beteiligt und 

pflegte auch regelmässigen Kontakt zu seinen Kindern. Seit seiner Inhaftierung hat 

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er gemäss eigenen Angaben die Kinder zunächst nicht mehr persönlich gesehen, 

da er ihnen einen Besuch im Gefängnis nicht zumuten wollte, und lediglich brieflich 

und fernmündlich den Kontakt gepflegt, ohne die Kinder über den wahren Grund 

seiner Abwesenheit zu informieren (Urk. 32 S. 7, vgl. auch Urk. 9/41 Briefe vom 

11. Mai 2022 und Prot. I S. 21; so auch dem neu beigezogenen Führungsbericht 

der Justizvollzugsanlage Pöschwies zu entnehmen, vgl. Urk. 63 S. 3). Anlässlich 

der heutigen Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte – entgegen des Füh-

rungsberichts sowie des Insassenstammblatts (Urk. 63 S. 3 und Urk. 64 S. 2) – an, 

dass ihn seine Kinder seit April oder Mai dieses Jahres einmal wöchentlich am 

Sonntag zusammen mit der Kindsmutter sowie seiner Ehefrau im vorzeitigen Straf-

vollzug in der JVA Pöschwies besuchen würden, wobei sie die Kinder im Glauben 

beliessen, ihren Vater bzw. den Beschuldigten an seiner Arbeitsstelle besuchen zu 

kommen. Ausserdem schilderte er, dass er nach Möglichkeit täglich mehrmals mit 

seinen Kindern telefonieren und mit der Kindsmutter kontinuierlich Gespräche über 

sämtliche Belange der Kinder sprechen würde (Urk. 67 S. 4 und 7 sowie Urk. 68 

S. 6 f.). 

Der Kontakt zu seinen Kindern wird – wenn zwar erschwert – auch bei einer 

Landesverweisung möglich sein. Gemäss eigenen Aussagen beabsichtigt der Be-

schuldigte, nach seiner Landesverweisung so nahe wie möglich bei seinen Kindern 

zu sein und möglicherweise nach Süddeutschland ins grenznahe Konstanz zu 

ziehen (Urk. 67 S. 5). Somit würden dann auch persönliche Besuche im nahen 

europäischen Ausland im Rahmen von Feiertagen und Ferien oder sogar von 

Wochenenden in Frage kommen. Seine Ehefrau, die er 2014 in Spanien geheiratet 

hatte, verblieb zunächst dort und zog erst 2021 zu ihm in die Schweiz, wo ihr 

ebenfalls eine Aufenthaltsbewilligung B (EU/EFTA) erteilt wurde. Eine Rückkehr 

nach Spanien (oder in die Dominikanische Republik, deren Staatsbürgerin sie 

ebenfalls ist), wo sie in der Vergangenheit lebte und arbeitete, scheint ohne 

weiteres zumutbar, sofern sie nicht wieder – wie in den Jahren 2014 bis 2021, 

einfach mit umgekehrten Vorzeichen – eine Fernbeziehung führen will.

In Spanien, wo der Beschuldigte mehrere Jahre lebte und arbeitete, verfügt er über 

die Staatsbürgerschaft. Sodann ist er weiterhin auch Bürger der Dominikanischen 

- 14 -

Republik, wo seine Herkunftsfamilie lebt, die er regelmässig besucht und wo er 

offenbar für sich ein Haus baut und sich zuhause fühlt. Eine Reintegration scheint 

vor diesem Hintergrund in beiden Ländern ohne weiteres möglich und auch zumut-

bar, wovon auch die Verteidigung ausgeht, indem sie sich nicht gegen die Landes-

verweisung als Solche zur Wehr setzt. 

Insgesamt hat die Vorinstanz zu Recht keinen Härtefall angenommen. Selbst bei 

Annahme eines Härtefalls würde die Interessenabwägung zu Ungunsten des Be-

schuldigten ausfallen, überwiegt doch das Interesse der Öffentlichkeit, vor (bereits 

mehrfach rückfällig gewordenen) Drogendelinquenten geschützt zu werden, 

jedenfalls sein Interesse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz. In diesem 

Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte im Nachgang 

zu seiner ersten Verurteilung im Januar 2018 durch das Migrationsamt ausdrück-

lich verwarnt und auf mögliche ausländerrechtliche Entfernungsmassnahmen, 

insbesondere auch auf eine Landesverweisung als Folge von Betäubungsmittel-

delikten, hingewiesen wurde (Urk. 61 S. 264 ff.). Im Rahmen des ihm vorgängig 

hierzu gewährten rechtlichen Gehörs hatte er unter Hinweis auf seine Kinder 

ausdrücklich um Entschuldigung gebeten und erklärt, "so etwas" nicht wieder zu 

machen. Jeder Mensch könne Fehler machen. "Eine Wiederholung würde aber 

schwer wiegen. Ich verspreche hier, dass dies nicht wieder passieren wird". Er habe 

zwei wichtige Gründe, um solche Machenschaften nicht zu wiederholen, seine 

Kinder und seine Mutter, die vor Kummer fast gestorben sei, als sie erfahren habe, 

dass er im Gefängnis sei (Urk. 61 S. 249). Gleichwohl kam es in der Folge jedoch 

zu zwei weiteren Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz, was zeigt, dass 

sich der Beschuldigte durch frühere Strafen und selbst durch die Androhung einer 

Landesverweisung nicht von neuen Taten hat abschrecken lassen, und zwar auch 

nicht mit Blick auf eine mögliche Trennung von seinen Söhnen. Entsprechend ist 

beim Beschuldigten weiterhin trotz Beteuerung zukünftigen Wohlverhaltens 

von  einer reellen Rückfallgefahr auszugehen, hat sich doch seither an seiner 

(familiären) Situation nichts Wesentliches verändert. Aus dem gleichen Grund 

(andauernde Gefährdung der öffentlichen Ordnung) verstösst eine Landesver-

weisung vorliegend auch nicht gegen das Freizügigkeitsgesetz (vgl. zum Ganzen 

auch die überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz, Urk. 45 S. 15 ff.).

- 15 -

4.4. Gemäss Art. 66a StGB ist die Landesverweisung für fünf bis 15 Jahre aus-

zusprechen. Die Bemessung der Dauer liegt im Ermessen des Gerichts, welches 

sich dabei insbesondere am Verhältnismässigkeitsgrundsatz zu orientieren hat 

(Botschaft vom 26. Juni 2013 zur Änderung des Strafgesetzbuchs und des Militär-

strafgesetzes, BBl 2013 5975 ff., S. 6021), wobei das Verschulden und die Gefähr-

dung der öffentlichen Sicherheit in die Beurteilung miteinzubeziehen sind.

Der Beschuldigte hat sich einen qualifizierten Verstoss gegen das Betäubungs-

mittelgesetz zu Schulden kommen lassen. Auch wenn diesbezüglich von einem 

eher noch leichten Verschulden auszugehen ist, darf nicht ausser Acht gelassen 

werden, dass diese Qualifikation vor dem Hintergrund eines bis zu 20 Jahre 

Freiheitsstrafe reichenden Strafrahmens zu lesen ist und effektiv eine Strafe von 

dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe resultierte, weshalb konkret von einem schweren 

Verstoss gegen eine die öffentliche Gesundheit und Sicherheit schützende Norm 

auszugehen ist. Bei dieser Sachlage ist von vornherein ausgeschlossen, auf eine 

bloss minimale Dauer der Landesverweisung zu erkennen. Vielmehr ist zu be-

achten, dass das Fernhalteinteresse gegenüber dem – zumal bereits mehrfach 

rückfälligen – Beschuldigten aufgrund der Gemeingefährlichkeit seines Handelns 

als hoch einzustufen ist. Auf der anderen Seite ist jedoch die familiäre Bindung des 

Beschuldigten zu seinen in der Schweiz lebenden Kindern in Betracht zu ziehen, 

die durch die Landesverweisung beeinträchtigt wird. Allerdings wohnten die Kinder 

bereits vor seiner Verhaftung getrennt vom Vater bei der Kindsmutter und bestand 

kein geregeltes Betreuungsregime, wie eine gemeinsame Obhut oder dergleichen. 

Zudem hat er sich bewusst entschieden, bereits während der Haftzeit auf per-

sönliche Kontakte zu verzichten und zunächst lediglich brieflich/fernmündlich in 

Beziehung zu bleiben, was sich die Kinder entsprechend gewohnt sind und dem 

Beschuldigten und ihnen auch während der Landesverweisung weiterhin möglich 

sein wird. Ergänzend wird er sie dann aber auch zu sich oder mit sich im Ausland 

auf Besuch nehmen können. Wenn die Vorinstanz in Würdigung dieser Umstände 

auf eine Landesverweisung von acht Jahren und damit im unteren Bereich des 

Möglichen erkannte, trägt dies den massgebenden Faktoren wohlwollend Rech-

nung und kann somit bestätigt werden, zumal eine Verlängerung aufgrund des 

Verschlechterungsverbots ausgeschlossen ist. 

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5. Kosten- und Entschädigungsfolgen

5.1. Für das Berufungsverfahren ist eine Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.– zu er-

heben (§ 14 Abs. 1 lit b GebV OG in Verbindung mit § 16 Abs. 1 GebV OG). Sodann 

ist die Entschädigung des amtlichen Verteidigers, ausgehend von der eingereichten 

Honorarnote (Urk. 69), auf Fr. 4'949.05 (inkl. Mwst. und Barauslagen) festzusetzen 

(§ 23 in Verbindung mit § 17 f. AnwGebV).

5.2. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind den Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Nachdem 

der Beschuldigte lediglich im Strafpunkt bezüglich der Strafhöhe teilweise obsiegt, 

sind ihm die Kosten, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, zu 

sieben Achteln aufzuerlegen und im Übrigen zu einem Achtel auf die Gerichtskasse 

zu nehmen. 

Die Verteidigungskosten sind einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, unter 

Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 6. Abteilung, 

vom 14. März 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:          

 1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des Verbrechens gegen das Betäubungsmittel-

gesetz im Sinne von dessen Art. 19 Abs. 1 lit. b, d und g in Verbindung mit Art. 19 

Abs. 2 lit. a.

 2. (…)

 3. (…)

 4. (…)

 5. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 14. Dezember 

2022 beschlagnahmten und bei der Kasse der Staatsanwaltschaft Zürich, Stauffacher-

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strasse 55, Postfach 8036 Zürich lagernden Barschaften werden eingezogen und zur 

teilweisen Deckung der Verfahrenskosten verwendet:

 Bargeld Fr. 110.– (Asservat-Nr. A016'143'661),

 Bargeld Fr. 1'900.– (Asservat-Nr. A016'143'887).

 6. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl am 14. Dezember 

2022 beschlagnahmten und bei der Stadtpolizei Zürich unter der BM Lager-

Nr. S00818-2022 und bei der Kantonspolizei Zürich unter der BM Lager-Nr. S00815-

2022 lagernden Betäubungsmittel werden eingezogen und der Lagerbehörde nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zur Vernichtung überlassen:

 2 Blöcke Kokain (Asservat-Nr. A016'143'752),

 2 Säckchen Kokain (Asservat-Nr. A016'143'638).

 7. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 14. Dezember 

2022 beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben und andernfalls nach 

unbenutztem Ablauf einer Frist von 30 Tagen der Lagerbehörde zur Vernichtung über-

lassen:

 1 Navigationsgerät Tomtom mit Ladekabel (Asservat-Nr. A016'143'672),

 1 USB Stick mit Ladevorrichtung (Asservat-Nr. A016'143'683),

 1 Notizzettel (Asservat-Nr. A016'143'741),

 Diverse Notizen (Asservat-Nr. A016'143'774),

 1 Mobiltelefon, weiss, mit Hülle (Asservat-Nr. A016'143'810),

 1 Schlüssel (Asservat-Nr. A016'143'821),

 Diverse Notizen (Asservat-Nr. A016'143'843),

 5 SIM-Karten, Lycamobile (Asservat-Nr. A016'143'854),

 3 Schlüssel (Asservat-Nr. A016'143'876),

 Diverse Bankkarten (Asservat-Nr. A016'143'898),

 2 Flugtickets (Asservat-Nr. A016'143'912),

 1 Schlüssel (Asservat-Nr. A016'143'923).

Es wird davon Vormerk genommen, dass die Staatsanwaltschaft mit der sofortigen 

Herausgabe der Schlüssel (vor Eintritt der Rechtskraft) einverstanden ist. Ent-

sprechend wird die Lagerbehörde angewiesen, diese Schlüssel (Asservat-Nr. 

A016'143'821, A016'143'876 und A016'143'923) dem Beschuldigten auf erstes Ver-

langen vor Ablauf der Rechtsmittelfrist herauszugeben.

 8. Die beim Forensischen Institut Zürich unter der Referenznummer LBZH007296, 

ZZALLU2Q32-R0065FD05 (Asservate ZAL 1 Compactus) lagernden DNA-Spuren 

- 18 -

bzw. Spurenträger werden der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Urteils zur Vernichtung überlassen.

 9. Die beim Forensischen Institut Zürich auf dem Bild-Ton-Datenbank\XMedia FOR 

(Server) lagernde Atelier-Fotografie (Asservat-Nr. A016'150'473) wird der Lager-

behörde nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils zur Vernichtung überlassen.

10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'900.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 3'000.–   Gebühr für das Vorverfahren;

Fr. 660.–   Auslagen FOR-Zürich;

Fr. 1'028.–   Auswertung Datenträger;

Fr. 650.–   Gerichtsgebühr Siegelung GT220054-L;

Fr. 969.30   amtliche Verteidigung RA X2._____

Fr. 16'300.–   amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und Mwst.).

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich der-

jenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen; vor-

behalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

12. (Schriftliche Mitteilung)

13. (Rechtsmittel)"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte wird bestraft mit 42 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

507 Tage durch Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden 

sind.

2. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB für 8 Jahre des 

Landes verwiesen.

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3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 4'949.05   amtliche Verteidigung (inkl. Mwst.).

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amt-

lichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu sieben Achteln auferlegt 

und zu einem Achtel auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amt-

lichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im Umfang von sieben Achteln 

gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (versandt)
 das Migrationsamt des Kantons Zürich (versandt)
 das Bundesamt für Polizei, fedpol (versandt)
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
 das Bundesamt für Polizei, fedpol

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste
 das Migrationsamt des Kantons Zürich
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des 

DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung 
der Vernichtungs- und Löschungsdaten.

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6. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen 

erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 Lau-

sanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen 

Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 25. September 2023

Der Präsident:

lic. iur. B. Gut

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw A. Sieber