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**Case Identifier:** 0961ff0c-e6a0-584d-b264-f65ea7252021
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-20
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 20.05.2021 720 19 163/137
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-163-137_2021-05-20.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 20. Mai 2021 (720 19 163 / 137) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Gestützt auf das überzeugende psychiatrische Gerichtsgutachten erfolgt die Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der Angelegenheit an die IV-Stelle 

zur weiteren Sachverhaltsabklärung 

 

 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Anouck Zehntner, Ad-
vokatin, Indemnis Rechtsanwälte, Spalenberg 20, Postfach 1460, 
4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 

 
 
 
A. A.____, geboren 1987, meldete sich mit Gesuch vom 18. August 2014 zum Bezug von 
Leistungen der Schweizerischen Invalidenversicherung (IV) an. In der Folge führte die IV-Stelle 
Basel-Landschaft (IV-Stelle) zunächst Eingliederungsmassnahmen durch. Nach Abschluss der 
Eingliederungsmassnahmen klärte sie den medizinischen Sachverhalt ab, insbesondere holte sie 

 

 
 
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ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein. 
Mit Verfügung vom 23. April 2019 sprach sie der Versicherten vom 1. März 2015 bis 28. Februar 
2017 eine ganze Invalidenrente, vom 1. März 2017 bis 31. August 2017 eine halbe Invalidenrente 
und vom 1. September 2017 bis 31. März 2018 wiederum eine ganze Invalidenrente zu. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Anouck Zehntner, beim Kantonsge-
richt Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, mit Eingabe vom 21. Mai 2019 Be-
schwerde und beantragte unter o/e-Kostenfolge, in Abänderung der angefochtenen Verfügung 
sei ihr über den 31. März 2018 hinaus weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten. Zur 
Begründung führte sie zusammenfassend aus, dass das Gutachten von Dr. B.____ die Voraus-
setzungen an den Beweiswert eines Gutachtens nicht erfülle, da er sich nicht mit den abweichen-
den Einschätzungen der behandelnden Ärzte und der Eingliederungsstätte auseinandergesetzt 
habe, seine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit widersprüchlich sei und er seine Einschätzung weder 
auf nachvollziehbare noch auf schlüssige Weise begründet habe. Daher könne nicht darauf ab-
gestellt werden. Der Beweis einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands zum 
Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. B.____ sei damit gescheitert, weshalb weiterhin eine ganze 
Invalidenrente auszurichten sei. 
 
C. Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 8. Juli 2019 die Ab-
weisung der Beschwerde. 
 
D. Nach einem zweiten Schriftenwechsel fand am 12. März 2020 eine erste Urteilsberatung 
statt. Das Kantonsgericht gelangte zur Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der 
Angelegenheit gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage nicht möglich sei. Es stellte 
den Fall aus und beschloss, zur abschliessenden Klärung der medizinischen Sachlage ein Gut-
achten bei PD Dr. med. C.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in Auftrag zu 
geben. Nachdem sich die Parteien zur Gutachterperson sowie zum Fragekatalog geäussert hat-
ten, wurde PD Dr. C.____ am 19. Juni 2020 der Auftrag zur Begutachtung der Beschwerdefüh-
rerin erteilt. In der Folge erstattete er das Gutachten am 9. Oktober 2020. Mit Verfügung vom 20. 
Oktober 2020 wurde den Parteien die Gelegenheit eingeräumt, zum dazu und zum strittigen An-
spruch Stellung zu nehmen. 
 
E. Die Beschwerdegegnerin teilte mit Eingabe vom 5. November 2020 mit, dass das Ge-
richtsgutachten nachvollziehbar sei. Ausgehend von der vollständigen Arbeitsunfähigkeit ab März 
2014 sei der Beschwerdeführerin nach Ablauf der einjährigen Wartezeit kein Invalideneinkommen 
mehr anzurechnen. Es sei aber fraglich, ob die Beschwerdeführerin nach Geburt ihrer Tochter im 
Dezember 2018 weiterhin in einem 100 % Pensum gearbeitet oder ob sie nicht viel eher ihr Ar-
beitspensum reduziert hätte, womit die gemischte Methode zur Anwendung gelangen würde.  
 
F. Die Beschwerdeführerin erklärte sich in ihrer Stellungnahme vom 9. November 2020 mit 
dem Gerichtsgutachten einverstanden.  
 
G. Mit Instruktionsverfügung vom 18. Dezember 2020 wurde die Angelegenheit der Dreier-
kammer erneut zur Beurteilung überwiesen. 

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Auf die frist- und formgerecht beim örtlich wie sachlich zuständigen Kantonsgericht er-
hobene Beschwerde vom 21. Mai 2019 ist einzutreten. 
 
2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teil-
weise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So-
zialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein-
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 
ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Fol-
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu-
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 
 
2.2 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 sowie Art. 3 Abs. 1 und 
Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifika-
tionssystems abgestützte Diagnose voraus (BGE 145 V 215 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen). Eine 
fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleich-
bedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der 
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der 
Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem 
weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu-
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2 mit weiteren Hinweisen; 
vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). 
 
2.3 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG versicherte Personen, die: 
a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können; b. 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeits-
unfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % in-
valid (Art. 8 ATSG) sind. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf 
eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei 
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditäts-
grad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Der Rentenanspruch ent-
steht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendma-
chung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der 
auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt. Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbe-
zahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3). 
3.1 Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin umstritten.  
 

 

 
 
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3.2 Anlässlich der ersten Urteilsberatung vom 12. März 2020 erachtete es das Kantonsge-
richt als erforderlich, bei PD Dr. C.____ ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag zu geben. Im 
gleichentags erlassenen Beschluss wird ausführlich dargelegt, weshalb die umstrittenen Fragen 
gestützt auf die von der Beschwerdegegnerin getroffenen medizinischen Abklärungsmassnah-
men nicht haben entschieden werden können. In Bezug auf die Würdigung der medizinischen 
Berichte, insbesondere das Gutachten von Dr. B.____ vom 15. Dezember 2017, ist deshalb auf 
den vorerwähnten Beschluss zu verweisen.  
 
3.3 PD Dr. C.____ untersuchte die Beschwerdeführerin am 22. September 2020. Im Gut-
achten vom 9. Oktober 2020 folgt nach Darstellung der Ausgangslage und der Vorakten eine 
ausführliche Anamneseerhebung, wobei zunächst die familiären, schulischen und beruflichen As-
pekte aufgezeigt werden und eine Alkohol- und Drogenanamnese erhoben wird, gefolgt von einer 
Darlegung der aktuellen Leiden und psychischen Verfassung anhand der subjektiven Angaben 
der Beschwerdeführerin. Ebenfalls werden die eigene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch 
die Beschwerdeführerin und der geschilderte Tagesablauf detailliert festgehalten (S. 13-22). Ab 
S. 22 werden die objektiven Untersuchungsbefunde beschrieben, unter anderem auch das Re-
sultat der Laboruntersuchungen vom 22. September 2020. Gestützt auf diese Exploration diag-
nostiziert PD Dr. C.____ mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional instabile Per-
sönlichkeitsstörung, Boderline-Typ (ICD-10 F60.31), eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hy- 
peraktivitätsstörung (ICD-10 F90.0) sowie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/F33.1). Ab S. 25 begründet er die Diagnosen und 
führt eine differenzialdiagnostische Diskussion durch. So legt er dar, die Explorandin habe über 
anhaltende schwere systemische Belastungen in der Ursprungsfamilie berichtet. Die Beziehung 
zu den Eltern sei eine Katastrophe gewesen. Die Mutter sei in der elterlichen Beziehung der Chef 
gewesen, der dem Vater befohlen habe, was er zu tun habe. Sie habe von ihm auch gefordert, 
die Explorandin zu schlagen, wenn sie auf diese wütend gewesen sei. Emotionale Zuwendung 
habe sie durch die Mutter keine erfahren, durch den Vater nur selten. Von der Mutter sei sie stets 
abgewertet worden und habe immer wieder hören müssen, wie dumm sie sei. Die Explorandin 
habe bald die Gewissheit entwickelt, dass in den Augen der Mutter alles, was sie mache, falsch 
und schlecht sei. Auch durch die Geschwister habe sie keine emotionale Unterstützung erfahren. 
Aufgrund dieser Umstände sei die Explorandin nie in der Lage gewesen, verlässliche, stabile und 
liebevolle Elternbilder zu internalisieren, sodass sie nie einen stabilen Narzissmus habe entwi-
ckeln können, der es ihr ermöglicht hätte, sich in späteren Lebensabschnitten in Belastungs- und 
Konfliktsituationen mit einem sicheren und unterstützenden inneren Objekt zu identifizieren. Sie 
habe nie einen soliden Selbstwert entwickeln können (S. 26). Aufgrund dieser systemischen Be-
lastungen könne auch ohne weiteres postuliert werden, dass sie eine regelrechte Bindungsstö-
rung entwickelt habe. Es liege zudem eine erhebliche narzisstische Leere vor, die bedeute, dass 
die Explorandin zur narzisstischen Aufwertung und zur Stärkung ihres eigenen Selbstwerts auf 
äussere Zuwendung angewiesen sei, mit der sie aber kaum adäquat umgehen könne. Dabei 
gehe es nicht darum, eine eigentliche narzisstische Persönlichkeitsstörung festzuhalten, sondern 
es sei aufzuzeigen, dass der Kern der innerpsychischen Struktur eine schwere und frühe narziss-
tische Störung darstelle. Mobbing- und Ausgrenzungserfahrungen in der Schulzeit hätten diese 
narzisstische Instabilität zusätzlich fixiert. Auch in der Berufsanamnese hätten sich wiederholt 
Konflikte mit Vorgesetzten und Mitarbeitenden gezeigt. PD Dr. C.____ legt auf S. 28 sodann dar, 

 

 
 
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weshalb es nicht notwendig gewesen sei, fremdanamnestische Angaben einzuholen. Er gelangt 
schliesslich zum Schluss, dass es sich zweifellos um eine regelrechte Persönlichkeitsstörung 
handle. Es bestehe eine ausgesprochene Schwierigkeit in der Impulskontrolle. Die Explorandin 
habe zudem teilweise extreme Stimmungsschwankungen. Es liege eine deutlich defizitäre Durch-
haltefähigkeit vor. In Berücksichtigung der diagnostischen Kriterien gemäss ICD-10 gelangt er 
zum Schluss, dass eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ zu diag-
nostizieren sei. Weiter bestehe eine erhebliche und negative Interferenz mit der ebenfalls zu di-
agnostizierenden Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung, wobei eine Überlappung bestehe. 
Mit Blick auf die Kindheitsanamnese und die medizinischen Vorakten, die Impulsivität, die Un-
konzentriertheit und die festgestellte Hyperaktivität bestehe diese auch noch im Erwachsenenal-
ter. In Bezug auf die Affektpathologie führt PD Dr. C.____ auf S. 33 aus, dass die depressive 
Symptomformation ein Sekundärphänomen auf dem Boden der primären Persönlichkeitsstörung 
darstelle. Zu diagnostizieren sei aufgrund der objektiven Untersuchungsbefunde ein leicht- bis 
mittelgradiger Ausprägungsgrad des depressiven Erlebens. Betreffend die Arbeitsfähigkeit sei 
diese Affektpathologie im Vergleich zur primären Persönlichkeitspathologie von untergeordneter 
Relevanz. Aktuell liege kein Cannabiskonsum vor. Auch im Zeitraum der beruflichen Massnah-
men habe die Explorandin kein Cannabis konsumiert. In Bezug auf die Häufigkeit des Konsums 
stellt er mit Blick auf die Vorakten fest, dass keine Abhängigkeit vorgelegen habe. Die Explorandin 
habe einen täglichen Konsum verneint. Sie habe auch keinerlei Hinweise für relevante kognitive 
Einbussen oder gar für eine Wesensveränderung gezeigt (S. 34). Psychosoziale Faktoren wür-
den vorliegen, indem die Explorandin lediglich auf eine insgesamt eher kurze Berufsanamnese 
zurückblicken könne. Zudem sei sie alleinerziehende Mutter einer knapp zweijährigen Tochter, 
die offenbar sehr hyperaktiv sei. 
 
Ab S. 41 des Gutachtens nimmt PD Dr. C.____ Stellung zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdefüh-
rerin und legt dar, dass die qualitativen Funktionsfähigkeiten in relevanten Aspekten deutlich be-
einträchtigt seien, sodass im ersten Arbeitsmarkt keine Arbeitsfähigkeit bestehe. In Bezug auf die 
ICF-Kriterien würden sich schwere Beeinträchtigungen in der Fähigkeit, sich an Regeln und Rou-
tinen anzupassen und zu halten, in der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, in der Flexibilität und 
Umstellungsfähigkeit und auch in der Fähigkeit, Aufgaben zu planen und zu strukturieren, zeigen. 
Auch die Durchhaltefähigkeit und die Selbstbehauptungsfähigkeit seien schwer beeinträchtigt. 
Die Fähigkeit zur Selbstversorgung sei nicht, die Wegefähigkeit teilweise beeinträchtigt. Inkon-
sistenzen hätten sich nicht ergeben. PD Dr. C.____ hält schliesslich fest, dass die Explorandin 
seit März 2014 keine Arbeitsfähigkeit mehr aufweise. 
 
4.1 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Be-
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wor-
den ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizi-
nischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). Bei Gerichtsgutachten weicht das 
Gericht nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachperson ab, 
deren Aufgabe es ist, dem Gericht ihre Fachkenntnisse zur Verfügung zu stellen, um einen be-
stimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn 

 

 
 
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die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in 
überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung 
kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexper-
ten als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei 
es, dass die Überprüfung durch einen Oberexperten für angezeigt gehalten wird, sei es, dass 
ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen ge-
zogen werden (BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). 
 
4.2 Das Gutachten von PD Dr. C.____ genügt sowohl formal wie inhaltlich vollumfänglich 
den bundesgerichtlichen Vorgaben an ein beweistaugliches Gutachten und liefert eine zuverläs-
sige Grundlage zur Beurteilung des Rentenanspruchs in der relevanten Zeitspanne. Der Beweis-
wert des Gerichtsgutachtens wird von den Parteien denn auch nicht bestritten. Die Herleitung der 
Diagnostik gestützt auf die erhobenen objektiven Befunde und die Begründung der entsprechen-
den Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind überzeugend und in jeder Hinsicht nachvollzieh-
bar. Der Gutachter nimmt Stellung zu den psychosozialen Belastungsfaktoren und zu allfälligen 
Inkonsistenzen und äussert sich zur Funktionsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Auch die rück-
wirkende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mit Blick auf die Aktenlage ist ohne weiteres nach-
vollziehbar. Die Beschwerdeführerin hatte am 30. März 2014 ihren letzten Arbeitstag.  
 
4.3 Es ist daher gestützt auf das Gutachten von PD Dr. C.____ vom 9. Oktober 2020 davon 
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin seit März 2014 zu 100 % arbeitsunfähig ist. In Anwen-
dung von Art. 29 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG sowie unter Berücksichti-
gung der Einreichung des Leistungsgesuchs am 18. August 2014 hat die Beschwerdeführerin 
deshalb ab dem 1. März 2015 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. 
 
5.1 Zu prüfen bleibt die von der Beschwerdegegnerin aufgeworfene Frage, ob der Einkom-
mensvergleich bei der Bemessung der Invalidität für den gesamten Zeitraum zur Anwendung 
gelangt oder ab Geburt der Tochter im Dezember 2018 die gemischte Methode heranzuziehen 
ist. 
 
5.2.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen versicherten Personen ist Art. 16 
ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades 
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), 
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Valideneinkommen). Bei versicherten Personen, die nur zum Teil erwerbstätig 
sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG (Einkommensvergleich) festgelegt. 
Waren sie daneben auch im Haushalt tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a 
Abs. 2 IVG (Betätigungsvergleich) ermittelt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
und der Anteil der Tätigkeit im Haushalt zu bestimmen und der IV-Grad in beiden Bereichen zu 
bemessen (gemischte Methode der Invaliditätsbemessung; Art. 28a Abs. 3 IVG). 
 

 

 
 
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5.2.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nicht er-
werbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten 
Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit 
nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zuge-
mutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 
V 507 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juli 2012, 9C_335/2012, E. 3.1). 
Bei im Haushalt tätigen versicherten Personen im Besonderen sind die persönlichen, familiären, 
sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufga-
ben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die per-
sönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt sich praxis-
gemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung (vorliegend: 23. April 
2019) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausge-
übten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 137 V 338 E. 3.2, 125 V 150 E. 2c, je mit Hin-
weisen). 
 
5.3 Die Beschwerdeführerin gebar im Dezember 2018 eine Tochter. Hierbei handelt es sich 
um eine wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse im Sinne von Art. 17 ATSG, die 
noch vor Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung eintrat und damit bei der Prüfung des 
Rentenanspruchs zu berücksichtigen ist. In der Regel führen die IV-Stellen eine Haushaltsabklä-
rung durch, bei der im Rahmen des persönlichen Gesprächs mit der versicherten Person auch 
die Statusfrage geklärt wird. Eine Haushaltsabklärung wurde vorliegend bislang nicht durchge-
führt. Dies bedeutet, dass noch keine Befragung der Beschwerdeführerin mit Blick auf ein mögli-
ches reduziertes Pensum ab Geburt der Tochter im Dezember 2018 erfolgt ist. Der Sachverhalt 
zeigt sich deshalb als nicht umfassend abgeklärt und die Angelegenheit ist in diesem Punkt an 
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie unter Berücksichtigung der Mitwirkungs-
rechte der Beschwerdeführerin eine allfällige Statusänderung per Dezember 2018 überprüft. 
 
6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin ab März 2015 An-
spruch auf eine ganze Invalidenrente hat. Für die Zeit ab Dezember 2018 sind durch die Be-
schwerdegegnerin ergänzende Abklärungen und allenfalls eine angepasste Berechnung des In-
validitätsgrads vorzunehmen. Die Beschwerde wird in diesem Sinne gutgeheissen. Die angefoch-
tene Verfügung vom 23. April 2019 wird aufgehoben und die Angelegenheit wird zu weiteren 
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 
 
7.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Da es vorliegend um die Bewilli-
gung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts-
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 
Abs. 1bis IVG) und praxisgemäss auf Fr. 800.-- anzusetzen. Dem Verfahrensausgang entspre-
chend sind sie von der Beschwerdegegnerin zu tragen. Der von der Beschwerdeführerin geleis-
tete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- wird ihr zurückerstattet. 
 

 

 
 
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7.2 Wie im Beschluss des Kantonsgerichts vom 12. März 2020 ausführlich dargelegt, lag der 
angefochtenen Verfügung ein in medizinischer Hinsicht ungenügend abgeklärter Sachverhalt zu-
grunde. Das Gutachten von Dr. B.____, auf das sich die Beschwerdegegnerin berief, erscheint 
im Lichte der Darlegungen von PD Dr. C.____ als untauglich. Er hält dazu ab S. 35 fest, dass 
sich Dr. B.____ mit den Auswirkungen der Persönlichkeitspathologie deutlich zu wenig auseinan-
dergesetzt habe, sodass er den Schweregrad der Persönlichkeitsstörung nicht erfasst habe. Dr. 
B.____ habe dem Cannabiskonsum zu viel Gewicht beigemessen. Die Explorandin habe nicht im 
von ihm beschriebenen Ausmass Cannabis konsumiert. Während er den Cannabiskonsum auch 
als Grund für das häufige Zuspätkommen und die Absenzen im Berufsleben in den Vordergrund 
rücke, übersehe er die zahlreichen negativen Urin-Drogenscreenings. Es sei gerade typisch für 
Persönlichkeitsstörungen vom Borderline-Typ, dass die betroffenen Personen wiederholt zu spät 
kommen und häufige Absenzen aufweisen würden. Somit rechtfertigt es sich aufgrund des man-
gelhaft abgeklärten Sachverhalts und der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 
43 ATSG, die Kosten für das Gerichtsgutachten von PD Dr. C.____ in der Höhe von insgesamt 
Fr. 6'309.10 der Beschwerdegegnerin zu auferlegen (BGE 140 V 75 E. 6.1 und 139 V 502 E. 4.4). 
 
7.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist der Beschwerdeführerin deshalb 
eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Die Rechtsvertre-
terin der Beschwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 30. Dezember 2020 für das vorlie-
gende Beschwerdeverfahren einen Zeitaufwand von insgesamt 17 Stunden und 20 Minuten gel-
tend gemacht, was angesichts der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie des 
Aktenumfangs angemessen ist. Dasselbe gilt für die geltend gemachten Auslagen in der Höhe 
von insgesamt Fr. 124.20. Praxisgemäss sind die Bemühungen nach dem für durchschnittliche 
Fälle in Sozialversicherungsprozessen zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 
Fr. 250.-- zu entschädigen. Damit ist der Beschwerdeführerin für das vorliegende Beschwerde-
verfahren eine Parteientschädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 4'800.55 (17 Std. und 20 Min. 
à Fr. 250.-- und plus Auslagen von Fr. 124.20 zuzüglich Mehrwertsteuer von 7,7 %) zu Lasten 
der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
8.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a 
BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und 
damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er-
sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt 
es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und 
anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2).  

 

 
 
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8.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
8.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher Praxis die in einem Rückweisungs-
entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelung – wie die Rückweisung im Haupt-
punkt selbst – einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG) darstellt, der in der Regel keinen 
nicht wiedergutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit 
nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit 
Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet die Instanz, an welche die Sache 
zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten der Beschwerde führenden Person, 
so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückweisungsentscheid direkt innerhalb 
der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentscheids mit ordentlicher Beschwerde beim 
Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil des Bundesge-
richts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2 - 4; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 19. 
Februar 2008, 9C_748/2007). 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung vom 23. April 2019 aufgehoben und die Angelegenheit zur 
weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer 
neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten im Umfang von Fr. 800.-- sowie die Kosten für das 
Gutachten von PD Dr. C.____ vom 9. Oktober 2020 in der Höhe von 
insgesamt Fr. 6'309.10 werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.  

 3. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- wird ihr zurückerstattet. 

 4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von insgesamt Fr. 4'800.55 (inkl. Auslagen und 
7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht