# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 67a2bba4-0153-5358-91ff-8c1111166072
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.04.2017 200 2016 1046
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1046_2017-04-25.pdf

## Full Text

200 16 1046 IV
SCJ/JAP/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. April 2017

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 28. September 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. April 2017, IV/16/1046, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Nach einer durch die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) ab-
schlägig beschiedenen ersten Anmeldung der 1990 geborenen 
A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) wegen einer Kiefer-
anomalie (Akten der IVB, Antwortbeilagen [AB] 1, 7), meldete sich diese 
am 7. Januar 2015 unter Hinweis auf eine psychische Erkrankung erneut 
zum Leistungsbezug an (AB 8). Die IVB veranlasste daraufhin eine 
Arbeitsmarktliche-Medizinische Abklärung (AMA; AB 22, 32) und stellte ihr 
nach dem Abbruch von beruflichen Massnahmen (AB 37, 50, 87) mit Vor-
bescheid vom 17. August 2016 (AB 90) mangels eines invalidisierenden 
Gesundheitsschadens die Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht. 
Nach erhobenem Einwand (AB 92, 94) und Rücksprache mit dem Regiona-
len Ärztlichen Dienst (RAD; AB 95) verneinte die IVB mit Verfügung vom 
28. September 2016 (AB 98) entsprechend dem Vorbescheid einen An-
spruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.

B.

Mit Eingabe vom 27. Oktober 2016 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde und beantragte, die angefochtene 
Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und ihr sei mindestens eine Viertels-
rente zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur weiteren medizinischen 
Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Gleichzeitig er-
suchte sie um unentgeltliche Rechtspflege. Am 7. November 2016 legte sie 
einen zusätzlichen Arztbericht ins Recht (Akten der Beschwerdeführerin, 
Beschwerdebeilage [BB] 14).

In ihrer Beschwerdeantwort vom 28. Dezember 2016 schloss die Be-
schwerdegegnerin, unter Verweis auf eine RAD-Stellungnahme vom 
23. Dezember 2016 (AB 106), auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. April 2017, IV/16/1046, Seite 3

Replicando hielt die Beschwerdeführerin am 6. Februar 2017 an ihren 
Rechtsbegehren fest, legte einen weiteren Bericht auf (BB 15), und äusser-
te sich aufforderungsgemäss zur Versicherungsdeckung der bestehenden 
Rechtsschutzversicherung.

In ihrer Duplik vom 23. März 2017 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihren 
Antrag und reichte eine neuerliche RAD-Stellungnahme vom 21. März 2017 
(in den Gerichtsakten) ein.

Am 27. März 2017 hiess der Instruktionsrichter das Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege gut und ordnete der Beschwerdeführerin deren Rechts-
vertreter als amtlichen Anwalt bei.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. April 2017, IV/16/1046, Seite 4

rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 28. September 2016 
(AB 98). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Invali-
denversicherung, insbesondere auf eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. April 2017, IV/16/1046, Seite 5

gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch 
nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierender Charakter hat. Ob dies 
zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Ein-
fluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 
gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsscha-
dens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten 
Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge-
hend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 
S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern 
es der versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, 
die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehen-
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesell-
schaft tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab 
zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. April 2017, IV/16/1046, Seite 6

Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die angefochtene Verfügung vom 28. September 2016 (AB 98) ba-
siert in medizinischer Hinsicht auf der Einschätzung der RAD-Ärztin Dr. 
med. C.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie 
Fachärztin für Neurologie. Diese führte in ihrer Aktenbeurteilung vom 
15. August 2016 (AB 89) die folgenden Diagnosen auf:

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1. Persönlichkeit vom emotional-instabilen Typus; Differentialdiagnose: 

Persönlichkeitsstörung, wiederkehrende emotionale Krisen in Tren-
nungssituationen (ICD-10: F60.31)

2. Schädlicher Gebrauch polyvalenter, vor allem psychoaktiver Sub-
stanzen (Amphetamine, Methylphenidat, Alkohol, Benzodiazepine; 
ICD-10: F19.1)

ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1. Narben an beiden Unterschenkeln nach selbstbeigefügten Schnitt-

verletzungen

Dr. med. C.________ erklärte, noch vor Abschluss der Persönlichkeitsent-
wicklung sei bei der Beschwerdeführerin seitens der behandelnden Ärzte 
die Diagnose einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Bor-
derline-Typus gestellt worden. Für eine Borderline-Persönlichkeit sprächen 
die wiederkehrenden emotionalen Krisen in zeitnahem Zusammenhang zur 
Trennung von Bezugspersonen, das manipulative Verhalten der Be-
schwerdeführerin, ihre Tendenz zu selbstverletzenden Handlungen, ihre 
oberflächliche therapeutische Bündnisfähigkeit sowie ihre oberflächliche 
ambivalente Behandlungseinsicht. Eine quantitative Leistungseinschrän-
kung ergebe sich aus diesen Denk- und Verhaltensmustern jedoch nicht. 
Die seitens der behandelnden Ärzte in Betracht gezogene Aufmerksam-
keitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sei nicht objektiv nachvollzieh-
bar begründet und die Diagnosekriterien für eine rezidivierende depressive 
Störung lägen nicht vor. Des Weiteren seien bisher keine Beeinträchtigun-
gen der kognitiven oder körperlichen Leistungsfähigkeit festgestellt worden. 
Als Ressourcen bestünden ein hohes Autonomiebestreben und aufmerk-
samkeitssuchendes Verhalten, eine abgeschlossene Schul- und Berufs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. April 2017, IV/16/1046, Seite 7

ausbildung sowie ein höherer sozioökonomischer Status. Die (seitens der 
behandelnden Ärzte) seit 17. Juli 2014 fortlaufend attestierte Arbeitsun-
fähigkeit sei nicht objektiv nachvollziehbar begründet. Vielmehr bestehe 
spätestens seit dem Abschluss der AMA per 8. Mai 2015 sowohl für die 
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als auch für andere leidensadaptierte Tätigkei-
ten (Frauenarbeit beliebiger körperlicher Schwere und mit betriebsüblichen 
Pausen, zufolge des Substanzgebrauchs aber ohne Überwachungs- und 
Steuerungsaufgaben) eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.

Nachdem sich die Beschwerdeführerin, unterstützt durch den behandeln-
den Oberarzt Dr. med. D.________ von den Psychiatrischen Diensten 
E.________, im Einwand vom 20. September 2016 (AB 94) mit der RAD-
Beurteilung nicht einverstanden erklärt hatte, bestätigte Dr. med. 
C.________ in einem Sprechstundenbericht vom 27. September 2016 
(AB 95) ihre Einschätzungen. 

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3 Die Einschätzungen der RAD-Ärztin genügen den vorerwähnten 
höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor) nicht. 

3.3.1 Vorab sprach sich Dr. med. C.________ für das Vorliegen einer 
Borderline-Persönlichkeit aus und zog differentialdiagnostisch eine Border-
line-Persönlichkeitsstörung (ICD-10: 60.31; vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT 
[Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel 
V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 280) in Betracht, 
wobei sie beide Diagnosen als solche mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. April 2017, IV/16/1046, Seite 8

keit qualifizierte (AB 89/12). Im Widerspruch dazu fanden die damit einher-
gehenden Symptome weder in quantitativer (Präsenzzeit/Rendement) noch 
in qualitativer Hinsicht (Zumutbarkeitsprofil) Niederschlag in der Schätzung 
der Arbeitsfähigkeit. Vielmehr postulierte die RAD-Ärztin eine medizinisch-
theoretisch 100%ige Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit, wobei als einzige 
Einschränkung ein mit dem multiplen Substanzgebrauch (ICD-10: F19.1) 
begründeter Ausschluss von Überwachungs- und Steuerungsaufgaben 
formuliert wurde. Ob das Suchtverhalten Ursache oder Folge der Borderli-
ne-Problematik ist und insoweit im Rahmen des medizinischen Zumutbar-
keitsprofils überhaupt Berücksichtigung finden muss (vgl. BGE 124 V 265 
E. 3c S. 268; SVR 2016 IV Nr. 3 S. 7 E. 2.2.1), wurde dabei nicht näher 
erläutert.

3.3.2 In der im Beschwerdeverfahren aufgelegten neuerlichen Stellung-
nahme vom 23. Dezember 2016 (AB 106) verwarf die RAD-Ärztin die 
zunächst noch als mögliche Ursache der Beschwerden in Betracht gezo-
gene Persönlichkeitsstörung (AB 89/12) explizit, wogegen sämtliche ande-
ren involvierten Ärzte im hier relevanten Zeitraum einhellig von einer emoti-
onal instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10: 
F60.31) mit – soweit sie sich dazu äusserten – Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit ausgingen (AB 13.2/4 Ziff. 5, 32/11 Ziff. 6, 57/12 Ziff. 4, 57/2 Ziff. 
1.1, 57/14, 73.2/1 Ziff. 4, 73.2/24, 77/2 Ziff. 1, 84/2 Ziff. 1.1, 84/9, 85/2 Ziff. 
1.1; BB 14). Zwar beruht die Auffassung von Dr. med. C.________ auf ei-
ner Auseinandersetzung mit den divergierenden diagnostischen Einschät-
zungen der behandelnden Ärzte, was prinzipiell für ihren Beweiswert 
spricht. Indes hat sie die Beschwerdeführerin nie persönlich untersucht, 
während die übrigen Ärzte sich auf klinische Explorationen im Rahmen von 
stationären Therapiesettings (AB 13.2/4-6, 77/2-4), ambulanten Behand-
lungen (AB 57/12 f., 57/2-9, 57/14-16, 73.2/1-3, 73.2/24 f., 84/18, 84/2-7, 
85/2-7) oder Gesprächen anlässlich der AMA (AB 32/11 Ziff. 6) stützten 
konnten. Wohl können selbst nicht auf eigenen Untersuchungen beruhende 
RAD-Berichte und -Stellungnahmen beweiskräftig sein, sofern ein lücken-
loser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines 
an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte 
fachärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund 
rückt (vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 4. November 2016, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. April 2017, IV/16/1046, Seite 9

9C_558/2016; SVR 2010 UV Nr. 17 S. 68 E. 7.2), diese Voraussetzungen 
sind vorliegend jedoch nicht erfüllt. Denn die Akten ergeben – wie in Be-
schwerde (S. 7 Ziff. III Art. 6) zutreffend ausgeführt wurde – kein stimmiges 
und vollständiges Bild. So gingen einige Ärzte von einer rezidivierenden 
depressiven Störung (ICD-10: F33) bzw. einer rezidivierenden ausgepräg-
ten depressiven Symptomatik aus (AB 57/12 Ziff. 4, 57/14, 73.2/2 Ziff. 4), 
während insbesondere Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, im AMA Abklärungsbericht vom 27. Mai 2015 keine Dia-
gnose aus dem Spektrum der affektiven Störungen stellte (AB 32/11 Ziff. 
6). Sodann wurde das Vorliegen einer unter die hyperkinetischen Störun-
gen (ICD-10: F90) zu subsumierende Diagnose nicht abschliessend, son-
dern teilweise lediglich im Sinne von Hinweisen oder Verdachtsdiagnosen 
diskutiert (AB 57/8 Ziff. 3, 85/2 Ziff. 1.1; vgl. aber AB 84/2 Ziff. 1.1, 84/9). 
Bei dieser Ausgangslage konnte Dr. med. C.________ nicht ohne eigene 
Untersuchung schlüssig beurteilen, ob es – wie sie vermutete – der Be-
schwerdeführerin tatsächlich am nötigen Arbeitswillen fehlt und diese nach 
dem «Lust-Unlustprinzip» vorgehe (AB 89/12 f.), oder ob ihr nicht etwa auf-
grund einer Borderline-Persönlichkeitsstörung bzw. eines allfälligen de-
pressiven Geschehens die Aufnahme einer Arbeit nicht bzw. bloss teilweise 
möglich ist. Hätte sich die RAD-Ärztin ein persönliches Bild von der Be-
schwerdeführerin verschafft, hätte sie im Übrigen auch deren Ausdrucks-
vermögen medizinisch würdigen können und dafür nicht auf den schriftli-
chen Einwand vom 20. September 2016 (AB 94) zurückgreifen müssen 
(AB 95/2), welcher die Beschwerdeführerin notabene gar nicht selbst for-
muliert hatte (BB 14/1; Beschwerde S. 5 Ziff. III Art. 4).

3.3.3 Hinzu kommt, dass sich die Beschwerdeführerin – wenngleich sie 
dies angeblich mittlerweile die meiste Zeit unter Kontrolle haben soll 
(AB 94/1) – noch während des hier massgebenden Zeitraums (vgl. Art. 28 
Abs. 1 lit. b IVG i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG) massiv Selbstverletzungen zu-
führte, welche eine chirurgische Versorgung notwendig machten 
(AB 84/18) und zu einer fürsorgerischen Unterbringung (FU) im … führte 
(AB 77/2-4). Die RAD-Ärztin vermochte nicht nachvollziehbar und überzeu-
gend aufzuzeigen, wie dieses Verhalten psychopathologisch einzuordnen 
ist bzw. ob diese Symptomatik einzig mit einer emotional-instabilen Persön-
lichkeit, dem Substanzgebrauch oder psychosozialen Faktoren zu erklären 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. April 2017, IV/16/1046, Seite 10

ist. Ebenso findet ihre Behauptung, wonach die behandelnden Ärzte stets 
einen normalen Psychostatus erhoben hätten (AB 106/10), in den Akten 
insofern keinen Rückhalt, als im Bericht des PZM einzig der Status beim 
Austritt am 22. Juli 2014 eingehend wiedergegeben wurde (AB 77/3) und 
die Ärzte der Privatklinik Wyss die Beschwerdeführerin beim Eintritt am 4. 
September 2014 als affektiv schlecht spürbar, nicht schwingungsfähig, la-
tent suizidal, nicht absprachefähig und psychomotorisch phasenweise sehr 
angetrieben bzw. laut beschrieben (AB 13.2/4 Ziff. 3).

3.3.4 Was die von Dr. med. C.________ als nicht objektiv ausgewiesen 
beurteilte ADHS anbelangt (AB 95/3), reichte die Beschwerdeführerin im 
Beschwerdeverfahren einen fachärztlich visierten Bericht von dipl. psych. 
H.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie sowie für Psychothe-
rapie, vom 14. Dezember 2016 (BB 15) nach. Darin wurde gestützt auf eine 
Untersuchung vom 27. Oktober 2016 der vorbestehende Verdacht auf eine 
ADHS (AB 57/8 Ziff. 3, 85/2 Ziff. 1.1) bestätigt und eine ADHS in Form des 
kombinierten Typs (DSM-V: 314.01) mit mittelschwerer Ausprägung dia-
gnostiziert. In einer ergänzenden Stellungnahme vom 21. März 2017 (in 
den Gerichtsakten) legte Dr. med. C.________ dar, weshalb diese Diagno-
se objektiv nicht gesichert sei. Auch diese Einschätzung der RAD-Ärztin 
überzeugt nicht vollständig, da sie wiederum nicht auf einer persönlichen 
Untersuchung beruht, während sich die Fachpsychologin H.________ auf 
die Erkenntnisse aus der durchgeführten psychometrischen Testung stütz-
te.

3.4 Nach dem Gesagten bestehen zumindest geringe Zweifel an der 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der verwaltungsinternen Feststellungen 
von Dr. med. C.________, weshalb nicht abschliessend darauf abgestellt 
werden kann (vgl. BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 122 
V 157 E. 1d S. 162). Auch die Einschätzungen der übrigen involvierten Ärz-
te können nicht ohne weiteres als medizinische Entscheidgrundlage heran-
gezogen werden. In der Kurzbeurteilung von Dr. med. F.________ im 
Rahmen der AMA (AB 32/11 f. Ziff. 6) fehlt eine sorgfältige und kritische 
Auseinandersetzung mit den Vorakten sowie eine überzeugende Herleitung 
der Diagnosen. Auch ist unklar, inwiefern das nur teilweise situations-
adäquate Verhalten anlässlich der AMA (ganz oder teilweise) mit dem fest-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. April 2017, IV/16/1046, Seite 11

gestellten Gesundheitsschaden zusammenhing. Des Weiteren hat die 
RAD-Ärztin ihrerseits beachtliche Zweifel an den Beurteilungen der behan-
delnden Ärzte aufgeführt. Insbesondere kontrastiert das teilweise postulier-
te Bestehen einer 100%ige Arbeitsunfähigkeit (AB 73.2/2 Ziff. 5, 85/4 Ziff. 
1.7; BB 14/2) mit den durchaus vorhandenen Ressourcen (AB 89/12) sowie 
dem aktiven Freizeitverhalten (AB 89/13, 106/10) der Beschwerdeführerin.

3.5 Da sich der medizinische Sachverhalt als nicht rechtsgenüglich ab-
geklärt erweist, ist die Sache in Gutheissung der Beschwerde an die Ver-
waltung zurückzuweisen, damit sie in Nachachtung der Untersuchungsma-
xime (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ein Gutachten eines unabhängigen Sachver-
ständigen einholt und danach über den Anspruch auf Invalidenversiche-
rungsleistungen erneut befindet. In diesem Zusammenhang wird (mangels 
näherer Dokumentation in den amtlichen Akten) zusätzlich abzuklären sein, 
wie die ab 3. August 2015 erfolgte Erarbeitung von fachlichen Kompeten-
zen im Rahmen der Arbeitsvermittlung durch den G.________ (AB 37) ver-
lief und weshalb diese Massnahme vorzeitig abgebrochen wurde (AB 47 f., 
50; IV-Protokoll [in den Gerichtsakten] S. 8). Ebenso ist zu erheben, wie es 
sich mit der Einschätzung im Bericht der Psychiatrischen Dienste 
E.________ vom 4. April 2016 (AB 85) verhält, wonach die Beschwerde-
führerin in zwei bis drei Monaten für die Aufnahme einer Rehabilitations-
Tagesklinikbehandlung motiviert werden und auf diesem Weg erneut an 
den Arbeitsmarkt herangeführt werden könne (AB 85/4 Ziff. 1.9). Je nach 
Ausgang dieser ergänzenden Abklärungen wird die Beschwerdegegnerin 
erneut Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art anzuordnen haben, wo-
bei die Beschwerdeführerin gegebenenfalls unter Hinweis auf ihre Scha-
denminderungspflicht zur Mitwirkung anzuhalten sein wird (vgl. Art. 21 
Abs. 4 und Art. 28 Abs. 1 ATSG). 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. April 2017, IV/16/1046, Seite 12

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Die prozessleitend am 
27. März 2017 der Beschwerdeführerin gewährte unentgeltliche Rechts-
pflege kommt folglich nicht zum Tragen.

4.2 Angesichts ihres Unterliegens hat die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin die Parteikosten zu ersetzen. Diese werden ohne 
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach 
der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). 

In der Kostennote vom 30. März 2017 hat Rechtsanwalt B.________ ein 
Honorar von Fr. 3‘000.-- sowie Auslagen von Fr. 360.90 und die Mehrwert-
steuer von Fr. 268.85 geltend gemacht, was nicht zu beanstanden ist. Der 
gesamte Parteikostenersatz wird somit auf Fr. 3‘629.75 (inkl. Auslagen und 
MWSt.) festgesetzt.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 28. September 2016 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit sie – nach Vor-
nahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘629.75 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. April 2017, IV/16/1046, Seite 13

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.