# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2bcfbc0-e13a-5312-83bc-e1740a6dfd9d
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-12
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Zivilabteilung 12.05.2022 Z1 2020 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_001_Z1-2020-40_2022-05-12.pdf

## Full Text

20220405_094035_ANOM.docx

I. Zivilabteilung Z1 2020 40

Oberrichter lic.iur. P. Huber, Abteilungspräsident
Oberrichter Dr.iur. F. Horber
Oberrichter Dr.iur. A. Staub
Gerichtsschreiber MLaw Chr. Kaufmann

Urteil vom 12. Mai 2022

in Sachen

A.________,
vertreten durch RA Dr.iur. B.________,

Klägerin und Berufungsklägerin,

gegen

1. C.________,
vertreten durch RA Dr.iur. D.________,
2. E.________,
vertreten durch RA Dr.iur. F.________ und/oder RA M.A. HSG G.________, 
3. H.________, 
4. I.________ AG, 
vertreten durch RA Dr.iur. H.________, 
5. J.________,

Beklagte und Berufungsbeklagte,

betreffend

Ungültigkeit eines Erbvertrags
(Berufung gegen das Urteil des Kantonsgerichts Zug, 3. Abteilung, vom 15. Oktober 2020)

Seite 2/40

Rechtsbegehren

Klägerin und Berufungsklägerin

1. In Gutheissung der Berufung sei der Entscheid des Kantonsgerichts Zug vom 15. Oktober 2020 im 
Verfahren A3 2019 4 vollumfänglich aufzuheben und die Klage sei im Hauptantrag vollumfänglich 
gutzuheissen, wonach der Erbvertrag mit letztwilliger Verfügung vom 19. Juli 2017 (nachfolgend: 
Erbvertrag) zwischen der Berufungsklägerin und O.________, geb. tt.mm.1945, von ________, 
verstorben am tt.mm.2017, zuletzt wohnhaft in ________ (nachfolgend: Erblasser), für ungültig zu 
erklären sei.

2. Eventualiter sei in Gutheissung der Berufung der Entscheid des Kantonsgerichts Zug vom 15. 
Oktober 2020 im Verfahren A3 2019 4 vollumfänglich aufzuheben und die Klage sei im Eventualantrag 
vollumfänglich gutzuheissen, wonach

a) der Erbverzicht der Berufungsklägerin in der Ziffer II.A.2 im Erbvertrag mit letztwilliger Verfügung 
vom 19. Juli 2017 und

b) die Stiftungserrichtung der ________ Stiftung gemäss den Ziffern II.A.4.1-12 im Erbvertrag mit 
letztwilliger Verfügung vom 19. Juli 2017 zwischen der Berufungsklägerin und dem Erblasser und

c) die Einsetzung des Willensvollstreckers und der Ersatzwillensvollstreckerin gemäss der Ziffer III des 
Erbvertrags mit letztwilliger Verfügung vom 19. Juli 2017

für ungültig zu erklären seien.

3. Subeventualiter sei die Berufung gutzuheissen, der Entscheid des Kantonsgerichts Zug vom 15. 
Oktober 2020 im Verfahren A3 2019 4 vollumfänglich aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung im 
Sinne nachstehender Anträge im Beweis sowie nachstehender Begründung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

4. Der Entscheid des Referenten des Kantonsgerichts Zug vom 10. Dezember 2019 und das Protokoll der 
Zeugenbefragung von P.________ vom 27. September 2019 seien aus dem Recht zu weisen und im 
Beweis sei:

4.1 eine ergänzende Beweisverfügung zu erlassen;

4.2 folgende Beweisergänzungen vorzunehmen:

Editionen:

- Original des Erbvertrags vom 19. August 2017 und

- angebliche Entwürfe des Erbvertrags vom 19. August 2017 (siehe Zivilklage [act. 1 Ziff. II.1 
Rz 11 und Ziff. II.2 Rz 6 und 7], Replik [act. 49 Rz 7 und 19], Klageantwort Berufungsbeklagte 2 
[act. 18, zu edierende Urkunden]);

4.3 es sei ein Gutachten einzuholen und dem ausgewiesenen, durch das Gericht zu bezeichnenden 
Sachverständigen der Begutachtungsauftrag unter der Auflage zu erteilen, die Echtheit des 
Erbvertrags vom 19. August 2017 unter dem Gesichtspunkt der formellen Ungültigkeit zu 
beurteilen.

Es sei durch diesen Sachverständigen unverzüglich, jedenfalls schnellstmöglich, mittels 
Gutachtens Beweis zu folgenden Beweisfragen der Berufungsklägerin abzunehmen:

- Wann wurde die öffentliche Urkunde des Erbvertrags erstellt und unterzeichnet?

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- War der Text der öffentlichen Urkunde des Erbvertrags bei der Unterzeichnung der Parteien 
vollständig aufs Papier gedruckt?

- Falls nein, welche Teile des Erbvertrags wurden nachträglich – d.h. nach dessen 
Unterzeichnung – mittels Schreibmaschine oder Drucker erstellt?

- Sind die Unterschriften der Parteien auf der öffentlichen Urkunde des Erbvertrags echt und 
authentisch?

Ergänzungsfragen bleiben vorbehalten;

4.4 es sei zwischen der richterlichen Befragung und der Parteibefragung/Beweisaussage klar zu 
unterscheiden, diese vom Verfahrensablauf her voneinander zu trennen und nicht miteinander zu 
vermischen.

5. Subsubeventualiter sei Dispositiv Ziff. 4 des Entscheids des Kantonsgerichts Zug vom 15. 
Oktober 2020 im Verfahren A3 2019 4 aufzuheben und der Betrag der Parteientschädigungen der 
Berufungsbeklagten 1-4 wie folgt festzusetzen: CHF 8'250.00 (MWST inbegriffen) für die 
Berufungsbeklagte 1, CHF 8'250.00 (MWST inbegriffen) für die Berufungsbeklagte 2, CHF 
8'250.00 (MWST inbegriffen) für den Berufungsbeklagten 3 und CHF 8'250.00 (MWST inbegriffen) 
für die Berufungsbeklagte 4.

6. Unter solidarischen Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWST) sowohl für das erstinstanz-
liche als auch für das zweitinstanzliche Verfahren zulasten der Berufungsbeklagten.

Beklagte 1 und Berufungsbeklagte 1

1. Die Berufung sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zulasten der Berufungsklägerin.

Beklagte 2 und Berufungsbeklagte 2

1. Die Berufung sei abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist, und das Urteil der Vorinstanz sei zu 
bestätigen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zulasten der Berufungsklägerin.

Beklagte 3 und 4 und Berufungsbeklagte 3 und 4

1. Auf die Berufung sei nicht einzutreten.

2. Eventualiter sei die Berufung abzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MWST) zulasten der Berufungsklägerin.

Beklagte 5 und Berufungsbeklagte 5 (sinngemäss)

Die Berufung sei abzuweisen.

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Sachverhalt

1. Die am tt.mm.1967 in ________ geborene A.________ (vormals: ________) und der am 
tt.mm.1945 geborene O.________ heirateten am tt.mm.2017 in Cham ZG (act. 1/7). 
O.________ verstarb nach schwerer Krebserkrankung am tt.mm.2017. 

2.1 Nach einer Vorbesprechung, die am 11. Juli 2017 stattgefunden hatte, schlossen 
A.________ und O.________ (nachfolgend: Erblasser) am 19. Juli 2017 – d.h. knapp eine 
Woche vor der Heirat und einen Monat vor dem Tod des Erblassers – einen öffentlich 
beurkundeten "Erbvertrag mit letztwilliger Verfügung" ab (nachfolgend: Erbvertrag; act. 1/5 
bzw. 17/11). Errichtet wurde die Urkunde von der Aargauischen Urkundsperson Dr.iur. 
H.________. An der Beurkundung, die in der Kanzlei der Urkundsperson in ________ 
stattfand, war auch P.________, ein Grossneffe des Erblassers, anwesend. Der Erbvertrag 
lautet im Wesentlichen wie folgt:

"Die Vertragsparteien haben der unterzeichneten Aargauischen Urkundsperson ihren 
 Willen mitgeteilt und ihn beauftragt, darüber diese Urkunde als Erbvertrag zu verfassen.

 Der gemeinsame, übereinstimmende Wille der Vertragsparteien lautet:

 I. Feststellungen

 1. Wir leben seit mehr als 5 Jahren in einer umfassenden Lebensgemeinschaft.

 2. Wir beabsichtigen demnächst zu heiraten. Dieser Vertrag gilt ab Eheabschluss.

 3. Mit der Gültigkeit dieses Erbvertrages sind sämtliche bisherigen Verfügungen von 
Todes wegen aufgehoben. 

 II. Erbrechtliche Vereinbarung

 Wir vereinbaren:

 A. Beim Tode des künftigen Ehemannes

 1. Sterbe ich, O.________, vor meiner künftigen Ehefrau, entziehe ich meiner 
Tochter, E.________, die Erbenstellung. Ich bin über das Verhalten meiner Tochter 
derart enttäuscht, dass ich mich zu dieser Massnahme gezwungen fühle. Sie erhält 
somit ihren Pflichtteil in Form eines Vermächtnisses (3/8 des Nachlasses). Dazu 
stelle ich fest, dass die Tochter bereits einen Vorbezug von CHF 1'000'000.00 
(Franken eine Million) erhalten hat.

 2. Meiner künftigen Ehefrau richte ich in Abgeltung ihrer erbrechtlichen Ansprüche 
folgende Vermächtnisse aus:

- Sämtliche Vermögenswerte (Grundeigentum in ________)
- CHF 200'000.00 (Franken zweihunderttausend) steuerfrei, um das Tierheim 

________ fertigzustellen
- Das Fahrzeug 'Range Rover'
- Das unentgeltliche Wohnrecht in der Attikawohnung am ________, inkl. 

Nebenräumen und 2 Garagenboxen
- Das gesamte Mobiliar und Inventar in der Wohnung und den Nebenräumen

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Mit ihrer Unterschrift verzichtet meine künftige Ehefrau zu Gunsten der zu 
gründenden Stiftung (Ziff. II./A./4. hienach) auf weitergehende Ansprüche. Sie 
akzeptiert somit ausdrücklich die Verletzung ihres Pflichtteils und leistet zu 
Gunsten der Stiftung einen teilweisen Erbverzicht.

 3. [Vermächtnisse an J.________]

 4. Erbeinsetzung/Stiftung

Für das gesamte übrige Vermögen setze ich letztwillig als Erbin die nachstehend 
aufgeführte Stiftung [= Beklagte 1] mit folgendem Zweck und folgender Organisa-
tion ein: 

 1. Errichtung

 Unter dem Namen wird gemäss Art. 80 ff. ZGB die

 'C.________'

 errichtet.

 [2. Sitz und Dauer]

 3. Widmung

 Der Stifter widmet der Stiftung sein gesamtes sowie das nach Ausrichtung der
 Vermächtnisse, Bezahlung der Todesfallkosten und der laufenden Schulden
 verbleibende Vermögen.

 […]

 4. Zweck

 Die Stiftung bezweckt die Sanierung, Fertigstellung und den Betrieb des Gnadenhofes
 in ________.

 Sie unterstützt diverse Tierhilfeprojekte insbesondere im Bereich 'Gnadenhof'.

 […]

 [5. Organe]

 6. Stiftungsrat

 a) Zusammensetzung

 […]

 Bei Stiftungsgründung gehören dem Stiftungsrat mindestens folgende Mitglieder an:

 Präsident
 Der Willensvollstrecker

 […]

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 [7. Revisionsstelle; 8. Aufsicht; 9. Jahresrechnung; 10. Handelsregister- und 
 Grundbucheintrag; 11. Auflösung der Stiftung]

12. Besondere Auflagen

 Ich mache der Stiftung die Auflage, dass sie für A.________ eine monatliche
 Unterstützung von CHF 3'000.00 (Franken dreitausend) ausrichtet, solange sie sich
 in der Schweiz aufhält und für den Gnadenhof arbeitet.

 B. Beim Tode der künftigen Ehefrau

Sterbe ich, A.________, vor, gemeinsam mit oder nach meinem künftigen 
Ehemann, gilt die gesetzliche Erbfolge, d.h. es erbt meine Tochter. Der künftige 
Ehemann leistet einen umfassenden Erbverzicht.

 III. Willensvollstrecker

 Als Willensvollstrecker und Erbschaftsliquidator mit allen ihm durch das Gesetz und
 Rechtsprechung zustehenden Rechten und Pflichten setzen wir je letztwillig ein:

 Dr. H.________, ________

 oder im Verhinderungsfall die I.________ AG mit Sitz in ________

 IV. Schlussbestimmungen

 Das Original dieses Erbvertrages wird bei der Urkundsperson hinterlegt. Beide Ver-
 tragsparteien erhalten je eine beglaubigte Kopie dieses Erbvertrages. Eine weitere 
 Kopie wird von der Aargauischen Urkundsperson aufbewahrt.

 Dieser Erbvertrag mit letztwilliger Verfügung ist von den beiden Vertragsparteien in 
 Gegenwart der Aargauischen Urkundsperson gelesen und unmittelbar darauf vor ihr 
 und den zwei Zeugen unterzeichnet worden.

 [Ort, Datum, Unterschrift von Dr. H.________, des Erblassers und der Klägerin ]

ZEUGENBESCHEINIGUNG

 Die unterzeichneten Zeugen

 1. Q.________ […]

 2. R.________ […]

 auf die Vorschriften des Art. 503 ZGB aufmerksam gemacht,

bestätigen:

 1. Dass die Erbvertragsparteien […] die vorstehende Urkunde vor ihnen und der
Aargauischen Urkundsperson, Dr. H.________, unterzeichnet haben.

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 2. Dass sie ihnen unmittelbar danach und nachdem die Urkunde auch durch die 
Aargauische Urkundsperson datiert und unterzeichnet worden ist, in Gegenwart der 
Aargauischen Urkundsperson erklärten, dass sie die Urkunde gelesen haben und 
dass diese ihren übereinstimmenden Willen, d.h. den von ihnen abgeschlossenen 
Erbvertrag enthalte.

 3. Dass nach ihrer Wahrnehmung die Erbvertragsparteien sich bei diesem Vorgang im 
Zustande der Verfügungsfähigkeit befunden haben.

 [Ort, Datum, Unterschriften der Zeugen]

BEURKUNDUNG

 Der unterzeichnete Dr. H.________, Aargauische Urkundsperson, […]

beurkundet:

 1. Dass er diesen Erbvertrag nach den Vorschriften des Art. 512 ZGB und in der Form 
gemäss Art. 499 bis 501 ZGB getreu nach dem Willen der Parteien verfasst hat.

 2. Dass die Erbvertragsparteien diese Urkunde in seiner Gegenwart gelesen haben.

 3. Dass die Erbvertragsparteien ihm erklärt haben, diese Urkunde enthalte ihren mit-
geteilten Willen.

 4. Dass sowohl die handlungsfähigen Erbvertragsparteien […] wie auch die beiden 
handlungsfähigen und ihm persönlich bekannten Zeugen die vorstehende Urkunde in 
seiner Gegenwart eigenhändig unterzeichnet haben.

 [Ort, Datum, Unterschrift der Aargauischen Urkundsperson Dr. H.________]"

2.2 Zwischen den Parteien ist strittig, ob A.________ den Erbvertrag an der 
Beurkundungssitzung vom 19. Juli 2017 gelesen und verstanden hat. Ebenso ist im 
Zusammenhang mit der in Ziff. II.A.4.12 des Erbvertrags enthaltenen monatlichen 
Unterstützung/Entschädigung von CHF 3'000.00 zugunsten von A.________ umstritten, wer – 
ob A.________ oder P.________ – die Erhöhung des offenbar ursprünglich angedachten 
Betrags von CHF 2'000.00 auf CHF 3'000.00 initiiert hat.

3. Gleichentags liess der Erblasser bei Dr.iur. H.________ ein Testament beurkunden, welches 
nur Gültigkeit erlangen sollte, falls der Erblasser vor Abschluss der geplanten Ehe versterben 
sollte (act. 1/6 bzw. 17/10). Im Weiteren finden sich bei den Akten ein handschriftliches 
Testament des Erblassers vom 6. August 2016 (act. 17/8, 18/6 bzw. 19/11) sowie ein öffentlich 
beurkundetes Testament des Erblassers vom 20. April 2006 (act. 39/1).

4. Nach dem Tod des Erblassers stellte sich A.________ auf den Standpunkt, der Erbvertrag sei 
wegen qualifizierter Formmängel und Willensmängeln ungültig. Nachdem das mit Gesuch vom 
17. Juli 2018 eingeleitete Schlichtungsverfahren ohne Einigung geendet hatte (act. 1/2 und 
18/8), reichte A.________ (nachfolgend: Klägerin) mit Eingabe vom 25. Januar 2019 beim 
Kantonsgericht Zug gegen die C.________ (nachfolgend: Beklagte 1), E.________ 
(nachfolgend: Beklagte 2), H.________ (nachfolgend: Beklagter 3), die I.________ AG 

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(nachfolgend: Beklagte 4) und J.________ (nachfolgend: Beklagte 5) eine Klage mit folgendem 
Rechtsbegehren ein (act. 1):

1. Es sei der Erbvertrag mit letztwilliger Verfügung vom 19. Juli 2017 zwischen der 
Klägerin und Herrn O.________, geb. tt.mm.1945, von ________, verstorben am 
tt.mm.2017, zuletzt wohnhaft in ________ (nachfolgend: Erblasser), für ungültig zu 
erklären.

2. Eventualiter seien

a) der Erbverzicht der Klägerin in der Ziffer II.A.2 im Erbvertrag mit letztwilliger Ver-
fügung vom 19. Juli 2017 und

b) die Stiftungserrichtung der C.________ gemäss den Ziffern II.A.4.1-12 im 
Erbvertrag vom 19. Juli 2017 zwischen der Klägerin und dem Erblasser und

c) die Einsetzung des Willensvollstreckers und der Ersatzwillensvollstreckerin 
gemäss der Ziffer III des Erbvertrags vom 19. Juli 2017

für ungültig zu erklären.

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MWST zulasten der 
Beklagten 1-5.

5. In den Klageantworten vom 14. Februar, 10. Mai und 13. Mai 2019 schlossen die 
Beklagten 1-5 auf Abweisung der Klage (vgl. act. 8, 17, 18 und 19).

6. Am 27. September 2019 wurden P.________ (nachfolgend auch: Zeuge) sowie R.________ 
und Q.________ (nachfolgend auch: Beurkundungszeugen) als Zeugen sowie die Klägerin 
und der Beklagte 3 persönlich zur Sache befragt. Im Anschluss an diese Befragungen fand 
eine Instruktionsverhandlung mit Ergänzung des Sachverhalts und Versuchs einer Einigung 
gemäss Art. 226 ZPO statt. Im Rahmen dieser Instruktionsverhandlung reichte die Klägerin 
eine Replik ein, zu welcher die Beklagten duplizierten. Dabei hielten beide Seiten an ihren 
Standpunkten fest; eine Einigung kam nicht zustande (act. 45-50, 68 und 81).

7. Am 10. Dezember 2019, 20. Januar 2020 und 12. Februar 2020 reichte die Klägerin die 
Resultate ihrer nicht bestandenen Deutsch-Prüfungen "Goethe-Zertifikat B1" vom 25. 
November 2019 (Module "Hören und Sprechen"; act. 71/1 und 71/2), Informationen zur 
Prüfung (act. 82/1-5) sowie eine Bestätigung der Prüfungsstelle vom 11. Februar 2020 zu 
den Akten, wonach sie auch die am 8. Februar 2020 abgehaltene Wiederholungsprüfung des 
Moduls "Hören" (im Unterschied zum Modul "Sprechen") nicht bestanden habe (act. 86/1).

8. Mit Eingaben vom 7., 8., 11. und 26. Mai 2020 bzw. vom 3., 6. und 7. Juli 2020 reichten die 
Klägerin und die Beklagten 1-4 ihre ersten und zweiten schriftlichen Schlussvorträge ein 
(act. 93 und 101-104 sowie 114-117). Die Beklagte 5 reichte weder einen ersten noch einen 
zweiten schriftlichen Schlussvortrag ein.

9. Mit ihrem zweiten Schlussvortrag reichte die Klägerin die von ihr gegen P.________ wegen 
Verdachts auf falsches Zeugnis bei der Staatsanwaltschaft Zug (nachfolgend: 
Staatsanwaltschaft) eingereichte Strafanzeige vom 25. Juni 2020 zu den Akten (act. 116/4). 
In weiteren Eingaben übermittelte die Klägerin dem Gericht die Vorladung der 

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Staatsanwaltschaft vom 30. Juli 2020 (act. 123/1) und das Protokoll der staatsanwaltlichen 
Einvernahme von P.________ vom 2. September 2020 (act. 124/1) sowie ihre 
Stellungnahme zum Einvernahmeprotokoll vom 24. September 2020 (act. 125/4). Zudem 
reichte die Klägerin die Korrespondenz mit K.________ [________], ihrer angeblichen 
ehemaligen Übersetzerin (act. 124/2-16), den Entscheid des Gemeinderats ________ 
betreffend superprovisorische Massnahmen vom 23. September 2020 in dem gegen den 
Beklagten 3 geführten Aufsichtsbeschwerdeverfahren (act. 125/1-3) sowie ihre 
Stellungnahme im dortigen Verfahren vom 8. Oktober 2020 (act. 126/1) ein.

10. Am 15. Oktober 2020 erliess das Kantonsgericht Zug, 3. Abteilung, folgenden Entscheid 
(act. 128; Verfahren A3 2019 4):

"1. Die Klage wird abgewiesen.

 2. Die Gerichtskosten werden wie folgt festgesetzt:

CHF 59'331.25  Entscheidgebühr
CHF 300.00  Kosten der Beweisführung
CHF 368.75  Kosten für die Übersetzung
CHF 60'000.00  Total

Die Gerichtskosten werden der Klägerin auferlegt und mit dem von der Klägerin 
geleisteten Kostenvorschuss von CHF 60'000.00 verrechnet.

 3.1 Die Klägerin hat der Beklagten 1 eine Parteientschädigung von CHF 87'995.20 
(MWST inbegriffen) zu bezahlen.

 3.2 Die Klägerin hat der Beklagten 2 eine Parteientschädigung von CHF 87'995.20 
(MWST inbegriffen) zu bezahlen.

 3.3 Die Klägerin hat dem Beklagten 3 eine Parteientschädigung von CHF 33'000.00 
(MWST inbegriffen) zu bezahlen.

 3.4 Die Klägerin hat der Beklagten 4 eine Parteientschädigung von CHF 33'000.00 
(MWST inbegriffen) zu bezahlen.

 4. [Rechtsmittelbelehrung]"

11.1 Gegen diesen Entscheid liess die Klägerin mit Eingabe vom 16. November 2020 beim 
Obergericht des Kantons Zug innert Frist Berufung mit dem eingangs erwähnten 
Rechtsbegehren einreichen (act. 129). In den Berufungsantworten vom 19. und 22. Februar 
2021 stellten die Beklagten 1-5 ihrerseits die eingangs erwähnten Rechtsbegehren (act. 135-
138). In der Berufungsreplik und den Berufungsdupliken hielten die Klägerin bzw. die 
Beklagten 1-4 an ihren Standpunkten fest (act. 141 und 145-147). Die Beklagte 5 reichte 
keine Berufungsduplik ein.

11.2 In der Zwischenzeit wurde die aufgrund der Strafanzeige der Klägerin gegen P.________ 
eingeleitete Strafuntersuchung betreffend falsches Zeugnis von der Staatsanwaltschaft mit 
Verfügung vom 23. November 2020 eingestellt. Die von der Klägerin gegen diese Verfügung 
erhobene Beschwerde wies die I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts mit Beschluss vom 
23. Juni 2021 ab (Verfahren BS 2020 89; act. 149/1). Dagegen reichte die Klägerin beim 

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Bundesgericht Beschwerde ein (act. 157/1 und 157/2). Zu diesen Vorgängen reichte die 
Klägerin am 5. Juli und 31. August 2021 jeweils eine Noveneingabe ein (act. 151-153), zu 
denen die Beklagten 1-4 schriftlich Stellung nahmen (act. 159-161); die Beklagte 5 reichte 
keine Stellungnahme ein.

Mit Urteil vom 21. Februar 2022 trat das Bundesgericht auf die von der Klägerin eingereichte 
Beschwerde gegen den Beschluss der I. Beschwerdeabteilung vom 23. Juni 2021 (Verfahren 
BS 2020 89) nicht ein (Verfahren 6B_936/2021; act. 163).

11.3 Es wurde keine Berufungsverhandlung durchgeführt.

Erwägungen

1. In prozessualer Hinsicht ist vorab Folgendes festzuhalten:

1.1 Die zutreffenden Ausführungen des Kantonsgerichts zur örtlichen und sachlichen 
Zuständigkeit der Zuger Gerichte sind zu Recht unbestritten geblieben, weshalb ohne 
Weiteres darauf verwiesen werden kann (vgl. act. 128 E. 1).

1.2 Die Berufung ist bei der Rechtsmittelinstanz innert 30 Tagen seit Zustellung des begründeten 
Entscheids schriftlich und begründet einzureichen (vgl. Art. 311 Abs. 1 ZPO).

1.2.1 Das Berufungsverfahren ist als eigenständiges Verfahren ausgestaltet. Es dient nicht der 
Vervollständigung des vorinstanzlichen Verfahrens, sondern der Überprüfung und Korrektur 
des erstinstanzlichen Entscheids im Lichte konkret dagegen vorgebrachter Beanstandungen. 
Entsprechend ist die Berufung nach Art. 311 Abs. 1 ZPO begründet einzureichen. Dabei muss 
die Berufungsklägerin aufzeigen, inwiefern und weshalb sie den angefochtenen Entscheid in 
tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht als fehlerhaft erachtet bzw. weshalb (zulässige) Noven 
oder neue Beweismittel einen anderen Schluss aufdrängen. Um diesen Anforderungen 
nachzukommen, genügt es nicht, wenn die Berufungsklägerin lediglich auf ihre Vorbringen vor 
erster Instanz verweist, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zufriedengibt oder 
den angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert. Vielmehr muss sie im Einzelnen 
die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnen, die sie beanstandet, sich mit ihnen argumentativ 
auseinandersetzen und die Aktenstücke nennen, auf denen ihre Kritik beruht. Die Begründung 
muss hinreichend explizit sein, sodass sie von der Berufungsinstanz einfach nachvollzogen 
werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_72/2021 vom 28. September 2021 E. 7.3.2 
m.w.H., insbesondere auf BGE 142 III 413 E. 2.2.2; 138 III 374 E. 4.3.1). 

Die Begründung ist eine gesetzliche, von Amtes wegen zu prüfende Zulässigkeitsvoraus-
setzung für die Berufung. Lässt die Berufung insgesamt oder hinsichtlich eines bestimmten 
Streitpunkts eine (hinreichende) Begründung vermissen, so tritt die Berufungsinstanz darauf 
nicht ein. Die gerichtliche Fragepflicht nach Art. 56 ZPO entbindet nicht von einer gehörigen 
Begründung der Rechtsmitteleingabe. Ebenso wenig besteht eine Pflicht des 
Berufungsgerichts, die Berufung zur Verbesserung zurückzuweisen. Dabei handelt es sich 
nicht um einen verbesserlichen Mangel im Sinne von Art. 132 Abs. 1 ZPO (vgl. Urteile des 

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Bundesgerichts 5A_350/2019 vom 26. Oktober 2020 E. 4.1 und 5A_342/2020 vom 4. März 
2021 E. 3.3, je m.w.H.).

1.2.2 Die vorliegende Berufung ist – wie die Beklagten 1, 3 und 4 zu Recht monieren (act. 135 Rz 10; 
act. 138 Rz 4) – nicht in allen Punkten hinreichend begründet. So beschränkt sich die Klägerin 
verschiedentlich darauf, ihre eigenen Standpunkte zu wiederholen und pauschal auf ihre 
Vorbringen vor Kantonsgericht zu verweisen, wobei sie es bei einer appellatorischen Kritik 
belässt, ohne sich mit den erstinstanzlichen Erwägungen argumentativ auseinanderzusetzen. 
Den Ausführungen der Klägerin lässt sich daher bisweilen nicht (ohne Weiteres) entnehmen, 
inwiefern die Vorinstanz das Recht falsch angewendet oder den Sachverhalt falsch festgestellt 
haben soll (Art. 310 ZPO). Darauf ist in den nachfolgenden Erwägungen an den 
entsprechenden Stellen näher einzugehen (vgl. insbesondere hinten E. 2.3.2, 4.5.4 f. und 7.3); 
hingegen rechtfertigt es sich nicht, von vornherein auf die gesamte Berufung nicht einzutreten.

1.3 Nach Art. 229 Abs. 1 ZPO werden in der Hauptverhandlung neue Tatsachen und Beweis-
mittel nur noch berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und (a.) erst nach 
Abschluss des Schriftenwechsels oder nach der letzten Instruktionsverhandlung entstanden 
sind (echte Noven) oder (b.) bereits vor Abschluss des Schriftenwechsels oder vor der letzten 
Instruktionsverhandlung vorhanden waren, aber trotz zumutbarer Sorgfalt nicht vorher vor-
gebracht werden konnten (unechte Noven). 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann sich jede Partei nur zweimal 
unbeschränkt äussern: Ein erstes Mal im Rahmen des ersten Schriftenwechsels; ein zweites 
Mal entweder im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels oder – wenn kein solcher 
durchgeführt wird – an einer Instruktionsverhandlung (Art. 226 Abs. 2 ZPO) oder "zu Beginn 
der Hauptverhandlung" vor den ersten Parteivorträgen (Art. 229 Abs. 2 ZPO). Vorliegend 
wurde im erstinstanzlichen Verfahren nach dem ersten Schriftenwechsel eine 
Instruktionsverhandlung durchgeführt, an der sich die Parteien ein zweites Mal unbeschränkt 
äussern konnten (vgl. vorne Sachverhalt Ziff. 6). Mithin ist der Aktenschluss an dieser 
Instruktionsverhandlung eingetreten (vgl. BGE 144 III 67 E. 2.1 m.w.H.), worauf der Referent 
die Parteien ausdrücklich hingewiesen hat (vgl. act 48 S. 24 a.E.; s. auch act. 128 E. 2).

1.4 Im Weiteren ist zu beachten, dass der Berufungsinstanz in der Regel der erstinstanzlich 
festgestellte Sachverhalt als Grundlage dient, sofern und soweit dagegen keine begründeten 
Sachverhaltsrügen erhoben worden sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_187/2021 vom 
22. September 2021 E. 2 m.w.H.). Neue Tatsachen und Beweismittel werden im 
Berufungsverfahren nur noch im Rahmen von Art. 317 Abs. 1 ZPO berücksichtigt, d.h. wenn 
sie ohne Verzug vorgebracht wurden und wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor 
erster Instanz vorgebracht werden konnten (BGE 138 III 625 E. 2.2; Urteil des 
Bundesgerichts 5A_763/2018 vom 1. Juli 2019 E. 2.1.3.3). Mit dieser Regelung hat der 
Gesetzgeber für das Berufungsverfahren ein Novenrecht statuiert, das nur unter restriktiven 
Voraussetzungen ausnahmsweise Noven zulässt. Denn der ZPO liegt die Idee zugrunde, 
dass alle Tatsachen und Beweismittel in erster Instanz vorzubringen sind und der Prozess 
vor dem erstinstanzlichen Richter grundsätzlich abschliessend zu führen ist. Das 
Berufungsverfahren dient nicht der Vervollständigung des vorinstanzlichen Verfahrens, 
sondern der Überprüfung und Korrektur des erstinstanzlichen Entscheids im Lichte konkret 
dagegen vorgebrachter Beanstandungen (BGE 142 III 413 E. 2.2.2).

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Will eine Partei im Berufungsverfahren unechte Noven vortragen, obliegt es ihr präzise 
aufzuzeigen, dass sie im erstinstanzlichen Verfahren die ihr zumutbare Sorgfalt hat walten 
lassen. Sie hat namentlich präzise darzulegen, aus welchen Gründen sie nicht in der Lage 
gewesen sein soll, die neu behaupteten Tatsachen und Beweismittel bereits in erster Instanz in 
den Prozess einzubringen. Bei echten Noven ist das Kriterium der Neuheit (Art. 317 Abs. 1 lit. b 
ZPO) ohne Weiteres gegeben. Folglich hat die novenwillige Partei darzutun, dass sie die neue 
Tatsache im Sinn von Art. 317 Abs. 1 lit. a ZPO "ohne Verzug" vorgebracht hat (Urteil des 
Bundesgerichts 5A_763/2018 vom 1. Juli 2019 E. 2.1.3.3 m.w.H.).

2. Die Klägerin macht im Wesentlichen geltend, sie habe den Erbvertrag vom 19. Juli 2017 weder 
gelesen noch eine Ahnung gehabt, was sie unterschrieben habe. Gestützt auf diese 
Behauptungen will sie den Erbvertrag infolge Willensmängeln und Beurkundungsfehlern im 
vorliegenden Verfahren für ungültig bzw. unwirksam erklären lassen. Dieser Auffassung 
widersprach das Kantonsgericht und schloss in seinem Entscheid auf Gültig- und Wirksamkeit 
des Erbvertrags.

2.1 Die erstinstanzlichen Erwägungen zu den von der Klägerin geltend gemachten Willensmängeln 
lassen sich wie folgt zusammenfassen (act. 128 E. 5-5.6):

2.1.1 Gemäss Art. 23 OR sei der Vertrag für denjenigen unverbindlich, der sich beim Abschluss in 
einem wesentlichen Irrtum befunden habe [Erklärungsirrtum gemäss Art. 24 Abs. 1 Ziff. 1-3 OR 
oder Grundlagenirrtum gemäss Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR]. Die Beweislast hinsichtlich des 
geltend gemachten Irrtums treffe jene Partei, welche aus dem Vorliegen des Irrtums Rechte ab-
leite. Der Ungültigkeitskläger, der eine Verfügung von Todes wegen aufgrund von 
Willensmängeln anfechte, habe folglich das Vorliegen des Irrtums darzutun. Auch obliege ihm 
der Nachweis der Kausalität zwischen der falschen Vorstellung und der Verfügung. Eine 
hinreichende Kausalität werde dann bejaht, wenn als wahrscheinlich dargetan sei, dass die 
irrende Erbvertragspartei bei Kenntnis der Sachlage vorgezogen hätte, die angefochtene 
Verfügung aufzuheben, statt sie unverändert fortbestehen zu lassen. Mithin obliege vorliegend 
der Klägerin der Hauptbeweis für die Ungültigkeit des Erbvertrags wegen Irrtums.

2.1.2 Gestützt auf die vorliegenden Unterlagen und die übereinstimmenden Aussagen des 
Beklagten 3 und des Zeugen P.________ sei zu schliessen, dass der schwerkranke 
Erblasser ein absoluter Tierfreund gewesen sei, welcher vor dem Abschluss des Erbvertrags 
nur noch wenige Tage zu leben gehabt habe. Er habe versucht, seine Tochter zu einem 
Erbverzicht zu bewegen, damit er einen möglichst grossen Teil seines Vermögens einer 
Stiftung zum Tierwohl zukommen lassen könne. Als diese Bemühungen gescheitert seien, 
sei die Idee aufgekommen, die Klägerin zu heiraten, um damit den Pflichtteil der Tochter zu 
schmälern und mit der Klägerin einen Erbverzichtsvertrag abzuschliessen, der die Klägerin 
aber immerhin hätte absichern sollen. Zunächst sei es am 11. Juli 2017 zu einer 
Vorbesprechung in den Büroräumlichkeiten des Beklagten 3 gekommen. Das grösste 
Anliegen des Erblassers sei es gewesen, eine Stiftung zu realisieren, mit der Tiere hätten 
begünstigt werden sollen. Gemäss dem Willen des Erblassers hätte daher einerseits 
möglichst viel von seinem Vermögen einer Stiftung für Tiere zukommen sollen; andererseits 
habe er die Klägerin vor allem mit einem Wohnrecht absichern wollen. Die Absicherung der 
Klägerin habe er bereits im handschriftlichen Testament vom 6. August 2016 festgehalten 

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(act. 19/11), welches er dem Beklagten 3 beim Vorbesprechungstermin als Grundlage für die 
Abfassung des Erbvertrags überreicht habe. Am 19. Juli 2017 habe der Beurkundungstermin 
stattgefunden, wobei sich die Klägerin – entgegen ihren Behauptungen – nicht passiv 
verhalten habe. Im Gegenteil sei erstellt, dass der Erbverzichtsvertrag auf Verlangen der 
Klägerin insoweit abgeändert worden sei, als sie von der Stiftung eine monatliche 
Unterstützung von CHF 3'000.00 statt der ursprünglich vorgesehenen CHF 2'000.00 erhalten 
werde (vgl. hierzu vorne Sachverhalt Ziff. 2.1 f. sowie hinten E. 4.5.5).

2.1.3 Die Beurkundung verdeutliche, dass es das Anliegen des Erblassers gewesen sei, die 
Stiftung bestmöglich zu begünstigen. Hätte er einfach die Klägerin maximal begünstigen 
wollen, hätte er sich die Beschwerlichkeiten einer Beurkundung ersparen und ein 
handschriftliches Testament ohne Mitwirkung der Klägerin und des Notars abfassen können. 
Ein Testament, in welchem er die Absicherung der Klägerin vorgesehen habe, habe bereits 
seit dem 6. August 2016 bestanden (act. 19/11). Nur die Stiftungserrichtung sowie der 
Erbverzicht der Klägerin im Fall der Heirat hätten die Beurkundung des Erbvertrags erfordert. 
Beim Notar seien ein Testament für den Fall der Nichtheirat errichtet und ein Erbvertrag mit 
Gültigkeit ab Eheabschluss geschlossen worden. Beide Dokumente hätten darauf abgezielt, 
die Stiftung grösstmöglich zu begünstigen, jedoch auch die Klägerin abzusichern. Wenn es 
das Ziel des Erblassers gewesen wäre, nur die Klägerin grösstmöglich zu begünstigen, hätte 
dies alles keinen Sinn gemacht. Die Behauptung der Klägerin, dass der Erblasser sie 
finanziell über die Vermächtnisse hinaus hätte absichern und grösstmöglich begünstigen 
wollen, sei somit unglaubhaft. Das Testament vom 6. August 2016, das Testament vom 19. 
Juli 2017 und der Erbvertrag vom 19. Juli 2017 sähen alle die Stiftung (d.h. die Beklagte 1) 
als Meistbegünstigte vor. Demgegenüber habe der Erblasser der Klägerin seit August 2016 
unverändert ausgewählte Vermächtnisse zukommen lassen wollen. Hätte er seine Meinung 
geändert und die Klägerin meistbegünstigen wollen, hätte er dies insbesondere im Testament 
vom 19. Juli 2017 festgehalten, mache es doch keinen Sinn, dass er ihr im Fall der 
Nichtheirat weniger hätte zukommen lassen wollen als im Fall der Heirat. Der Wille des 
Erblassers sei aus der Vorgeschichte, den Zeugenaussagen und der Parteibefragung des 
Beklagten 3 klar erstellt. Auf der anderen Seite sei die Klägerin mit dem Erbverzichtsvertrag 
nicht benachteiligt worden, habe sie zum Zeitpunkt des Abschlusses des Erbvertrags doch 
nicht einmal Erbenstellung gehabt.

2.1.4 Die befragten Zeugen, die alle von der Klägerin zum Beweis aufgerufen worden seien, und 
der Beklagte 3 hätten einhellig bestätigt, dass die Klägerin sowohl sprachlich wie auch 
inhaltlich verstanden habe, worum es im Erbvertrag gegangen sei. Es sei davon auszugehen, 
dass die Klägerin genau gewusst habe, dass Sinn und Zweck des Erbvertrags die 
Meistbegünstigung der Stiftung gewesen sei und sie verstanden habe, was sie 
unterschrieben habe. Die Ausführungen der Klägerin an der Parteibefragung erschienen 
wenig glaubhaft, habe sie sich doch immer wieder in Widersprüche verstrickt und 
unglaubwürdig gewirkt. Ihre Antworten seien ausweichend, beliebig und widersprüchlich. So 
sei in der Klageschrift noch die Rede von einem zu unterzeichnenden Erbvertrag gewesen, 
während sie gemäss ihren Aussagen an der Parteibefragung einerseits gar keinen Vertrag 
und andererseits einen "Partnerschaftsvertrag" unterzeichnet haben wolle. Abwegig seien 
auch ihre Ausführungen, wonach an der Besprechung vom 11. Juli 2017 lediglich Tierbücher 
betrachtet worden seien und das Konzept des Erbvertrags mit keinem Wort besprochen 
worden sei und der Beklagte 3 dann am 19. Juli 2017 den Erbvertragsentwurf ohne 

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Instruktion den Erbvertragsparteien vorgelegt habe. Wäre die Klägerin sodann wirklich davon 
ausgegangen, dass der Erbvertrag sie maximal begünstige, wäre sie auf einen Schlag 
Multimillionärin geworden und wären die Diskussionen um die Erhöhung der Unterstützung 
der Klägerin an der Beurkundungssitzung nicht notwendig gewesen. Vielmehr deute ebendies 
darauf hin, dass die Klägerin verstanden habe, dass sie ausser den Vermächtnissen nichts 
erhalte. Aufgrund des Beweisverfahrens sei mithin davon auszugehen, dass sie den Inhalt 
des Erbvertrags verstanden und irrtumsfrei unterzeichnet habe; Gegenteiliges habe sie 
jedenfalls nicht beweisen können. Sie habe den Beweis für ihren Irrtum, dessen 
Wesentlichkeit sowie die Kausalität zwischen Irrtum und Erklärung nicht erbracht und nicht 
nachgewiesen, dass sie den Erbvertrag im Zeitpunkt der Unterzeichnung tatsächlich nicht 
gewollt oder dessen Inhalt und Bedeutung missverstanden habe (act. 128 E. 5.3.1-5.4.4 und 
5.6).

2.1.5 Selbst wenn jedoch die Klägerin den Inhalt des Erbvertrags nicht oder anders hätte 
verstanden haben sollen, wäre ihr nicht geholfen. Da sie den Vertrag – falls sie dessen Inhalt 
denn wirklich nicht verstanden habe – im Bewusstsein der Unkenntnis des Inhalts des 
Erklärten unterzeichnet und sich allem unterworfen habe, was der Erblasser gewollt habe, 
und gleichzeitig die Anordnungen im Erbvertrag nicht unerwartet gewesen seien, komme 
eine Anfechtung wegen Erklärungsirrtums nicht in Frage. Daneben falle auch ein 
Grundlagenirrtum ausser Betracht. Hierzu bedürfte es der subjektiven und objektiven 
Wesentlichkeit [des Irrtums] sowie deren Erkennbarkeit für den Erklärungsgegner. Vorliegend 
scheitere ein Grundlagenirrtum zumindest an letzterer Voraussetzung (act. 128 E. 5.4.1 und 
5.5-5.5.3).

2.2 Die Klägerin hält dem im Wesentlichen Folgendes entgegen:

2.2.1 Die Vorinstanz habe sich äusserst detailliert mit dem letzten Willen des Erblassers 
auseinandergesetzt, doch sei auch der "angebliche letzte Wille und der angebliche 
Erbverzicht" der Klägerin Inhalt des angefochtenen Erbvertrags. Die Klägerin halte nach wie 
vor an ihren Tatsachenbehauptungen fest, wonach der Erblasser sie mit seinem Testament 
und – infolge zeitlicher Bedenken hinsichtlich einer Eheschliessung – mit einer 
"eingetragenen Partnerschaft" habe meistbegünstigen wollen. So habe dies die Klägerin 
damals verstanden und diesen Sachverhaltsbehauptungen sei sie immer treu geblieben (act. 
48 Ziff. 15). Sie sei bekannterweise juristische Laiin und äusserst unerfahren, was die 
rechtlichen Vorgänge (inkl. Beurkundung) in der Schweiz betreffe; dies gebe jedoch keinen 
Anlass dazu, ihre Behauptungen als abwegig zu qualifizieren, wie dies die Vorinstanz 
unrichtigerweise getan habe. Es dürfe nicht ausser Acht gelassen werden, dass nicht nur der 
Erblasser, sondern auch die Klägerin im Zeitpunkt der Beurkundung in einer schlechten 
körperlichen und psychischen Verfassung gewesen sei. Dies ergebe sich naturgemäss aus 
dem Sachverhalt, habe sie doch den Erblasser aufopfernd Tag und Nacht gepflegt. Unter 
diesen Umständen sei es nicht erstaunlich, dass sie die Geschehnisse rund um die 
Beurkundung nicht wirklich realitätstreu habe wahrnehmen können. Die Schlussfolgerung der 
Vorinstanz, wonach die an der Beurkundung geführte Diskussion um die Erhöhung der 
Unterstützung der Klägerin nicht notwendig gewesen wäre, wenn sie der Erbvertrag maximal 
begünstigt hätte, träfen nicht zu. Diese Diskussion sei nicht von der Klägerin, sondern vom 
Zeugen P.________ initiiert worden. Sie habe nur rudimentär verstanden, dass es bei der 
Diskussion um sie gehe, und habe wegen der Hunde [des Erblassers] nachgefragt, was 

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überhaupt nicht zum Thema gepasst habe. Auch dies beweise, dass sie eigentlich nicht 
gewusst habe, was Gegenstand der Diskussion zwischen P.________ und dem Erblasser 
gewesen sei und welche Konsequenzen dies für sie überhaupt habe. Somit sei die 
Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach die Klägerin den Inhalt des Erbvertrags verstanden 
und irrtumsfrei unterzeichnet habe, nicht richtig (act. 129 Rz 181-183).

2.2.2 Im Weiteren könne sich die Vorinstanz nicht einerseits auf den Standpunkt stellen, dass die 
Klägerin anlässlich der Beurkundung für ihre höhere Unterstützung gekämpft habe, und 
andererseits behaupten, sie habe sich allem unterworfen, was der Erblasser gewollt habe. 
Dies sei widersprüchlich. Vielmehr sei die Klägerin zur Annahme verleitet worden, dass das 
Dokument, welches sie unterschreiben solle, etwas sehr Positives für sie sei, ohne dass sie 
gewusst habe, was das ganz genau sei. Somit treffe es sehr wohl zu, dass der Erbvertrag 
Bestimmungen – so den Erbverzicht – enthalten habe, mit denen die Klägerin nicht habe 
rechnen müssen. Sodann habe die Klägerin bewiesen, dass sie sich in einem wesentlichen 
Grundlagenirrtum befunden habe (act. 129 Rz 184-187). 

2.3 Den Ausführungen der Klägerin kann nicht gefolgt werden.

2.3.1 Gestützt auf den Grundsatz, dass das Gericht das Recht von Amtes wegen anwendet 
(Art. 57 ZPO), ist vorab festzuhalten, dass (eigene) Willensmängel der Klägerin im Rahmen 
der Ungültigkeitsklage nicht geltend gemacht werden können, ist doch die Ungültigkeitsklage 
auf Willensmängel des Erblasser beschränkt (und auf solche der anderen Vertragsparteien 
nicht anwendbar; vgl. Hrubesch-Millauer, Der Erbvertrag: Bindung und Sicherung des [letzten] 
Willens des Erblassers, 2008, N 830; Forni/Piatti, Basler Kommentar, 6. A. 2019, Art. 519/520 
ZGB N 6). Gemäss der herrschenden Lehre richtet sich die Anfechtung des Erbvertrags 
infolge eigener Willensmängel einer Vertragspartei nach den Irrtumsregeln des OR (Art. 23-
31 OR; vgl. Breitschmid, Basler Kommentar, 6. A. 2019; Art. 469 ZGB N 21; Grundler, 
Willensmängel des Gegenkontrahenten beim entgeltlichen Erbvertrag, 1998, S. 345 ff. und 
360 ff.; Schmid, Struktur des entgeltlichen Erbverzichts gemäss Art. 495 Abs. 1 ZGB, 1991, 
S. 100; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 5A_635/2010 vom 29. Oktober 2010 E. 2.3.1). 
Somit sind die in der Klage innert der Jahresfrist von Art. 31 Abs. 2 OR fristgerecht 
behaupteten Willensmängel der Klägerin vorliegend im Rahmen der sog. Anfechtungsklage 
näher zu prüfen (vgl. Schwenzer/Fountoulakis, Basler Kommentar, 7. A. 2020, Art. 31 OR 
N 3).

Die Klägerin hat vor Kantonsgericht einzig einen Erklärungsirrtum gemäss Art. 24 Abs. 1 
Ziff. 1 OR behauptet. Mit Bezug auf einen solchen Geschäftsirrtum, bei welchem die irrende 
Partei angeblich einen anderen Vertrag eingehen wollte als denjenigen, für den sie ihre 
Zustimmung erklärt hat (vgl. act. 1 Rz 23 und Rz 26 sowie act. 49 Rz 19), hat die sich irrende 
Partei nachzuweisen, etwas anderes gewollt zu haben als das, was sie erklärt hat. Dem-
gegenüber werden die objektive und subjektive Wesentlichkeit des Irrtums – mithin die 
Unzumutbarkeit des Gebundenseins an die nicht gewollte Erklärung nach allgemeiner 
Verkehrsanschauung und aus Sicht der erklärenden Person – vermutet (vgl. Schmidlin, 
Berner Kommentar, 2013, Art. 23/24 OR N 211; Walter, Berner Kommentar, 2012, Art. 8 ZGB 
N 506; Schwenzer/Fountoulakis, a.a.O., Art. 23 OR N 4 und Art. 24 OR N 9).

Seite 16/40

2.3.2 Die Vorinstanz gelangte mit einlässlicher und zutreffender Begründung zum Schluss, dass 
der Klägerin dieser Beweis misslungen ist. Auf die diesbezüglichen Erwägungen kann vorab 
ohne Weiteres verwiesen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_369/2016 vom 27. 
Januar 2017 E. 3.1 m.H.).

Was die Klägerin dagegen vorbringt (act. 129 Rz 181-183), vermag den Anforderungen an 
die Begründung einer Berufung nicht zu genügen (vgl. vorne E. 1.2). Die Klägerin beschränkt 
sich weitestgehend auf eine blosse Wiederholung ihrer erstinstanzlichen Ausführungen, ohne 
sich mit der Begründung der Vorinstanz argumentativ auseinanderzusetzen. Inwiefern das 
Kantonsgericht das Recht falsch angewendet und/oder den Sachverhalt falsch festgestellt 
haben soll, lässt sich ihren Ausführungen nicht entnehmen. Sie stellt in ihrer Berufung zwar 
in Abrede, dass ihre Behauptungen abwegig seien, führt aber nicht näher aus, weshalb die 
vorinstanzlichen Feststellungen nicht zutreffen sollen. Entgegen ihren Ausführungen hat sie 
eben gerade nicht stets behauptet, sie habe gemeint, dass sie zum Notar gehe, um ihre 
"Partnerschaft einzutragen". Im Übrigen ist nicht bewiesen, dass die Klägerin im Zeitpunkt 
der Beurkundung in einer schlechten körperlichen und psychischen Verfassung war. 
Unerheblich ist schliesslich, dass die Diskussion um die Entschädigung nicht von ihr initiiert 
wurde bzw. sich dies beweismässig nicht erstellen liess (vgl. dazu hinten E. 4.5.5). Allein aus 
dem Umstand, dass bei dieser Diskussion allenfalls auch die Hunde des Erblassers zum 
Thema wurden, kann jedenfalls nicht geschlossen werden, die Klägerin habe das Konzept 
des Erbvertrags nicht verstanden. Die Berufung ist – wie erwähnt – offensichtlich nicht 
hinreichend begründet, weshalb diesbezüglich nicht darauf einzutreten ist.

2.3.3 Damit erübrigt es sich, näher auf die Eventualbegründungen der Vorinstanz einzugehen (vgl. 
vorne E. 2.1.5). Immerhin bleibt zu erwähnen, dass ihre Erwägungen zum Grundlagenirrtum 
schon deshalb nicht erforderlich gewesen wären, weil die Klägerin einen solchen im 
erstinstanzlichen Verfahren gar nie behauptet hat.

2.3.4 Soweit sich die Klägerin in der Berufung – wie bereits in ihrem ersten Schlussvortrag 
(act. 103 Rz 32) – erneut auf einen wesentlichen Grundlagenirrtum des Erblassers beruft 
(act. 129 Rz 188), ist ihr entgegenzuhalten, dass diese Tatsachenbehauptungen – wie 
bereits vor der Vorinstanz – nicht mehr berücksichtigt werden können (vgl. vorne E. 1.3 und 
1.4; s. auch act. 128 E. 2 hinsichtlich des vor der Vorinstanz verspätet behaupteten 
Erklärungsirrtums [und Grundlagenirrtums] des Erblassers).

3. In der Berufung macht die Klägerin weiter geltend, der Erbvertrag sei nicht gültig zustande 
gekommen. Bevor auf ihre diesbezüglichen Rügen näher eingegangen wird, ist zur öffent-
lichen Beurkundung und zum Beurkundungsverfahren vorab Folgendes festzuhalten:

3.1 Der Erblasser kann gemäss Art. 495 Abs. 1 ZGB mit einem Erben einen Erbverzichtsvertrag 
abschliessen. Dieser stellt einen Erbvertrag und damit eine Verfügung von Todes wegen 
dar (vgl. BGE 53 II 101 E. 1; Breitschmid/Bornhauser, Basler Kommentar, 6. A. 2019, Vor 
Art. 494-497 ZGB N 6 und 10 sowie Art. 495 ZGB N 2; Hrubesch-Millauer, in: Breitschmid/ 
Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 3. A. 2016, Art. 495 ZGB N 1). 
Dieser bedarf zu seiner Gültigkeit der Form der öffentlichen Beurkundung (Art. 512 Abs. 1 
i.V.m. Art. 499 ff. ZGB).

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3.2 Bestimmungen zum Beurkundungsverfahren finden sich sowohl im Bundesrecht wie auch im 
kantonalen Recht. Gemäss Art. 55 Abs. 1 SchlT ZGB bestimmen die Kantone, in welcher 
Weise auf ihrem Gebiet die öffentliche Beurkundung hergestellt wird. Demnach ist das 
Beurkundungsverfahren grundsätzlich im kantonalen Recht – im Kanton Aargau im 
Beurkundungs- und Beglaubigungsgesetz des Kantons Aargau (BeurG; SAR 295.200) – 
geregelt; vorbehalten bleiben die sog. ZGB-Beurkundungsverfahren sowie die Mindest- und 
Maximalanforderungen des Bundesrechts an die öffentliche Beurkundung (vgl. Wolf, Berner 
Kommentar [BK], 2012, Art. 9 ZGB N 34; Brückner, Schweizerisches Beurkundungsrecht, 
1993, N 1488 f.).

3.2.1 Die ZGB-Beurkundungsverfahren finden von Bundesrechts wegen bei der öffentlichen 
Beurkundung von letztwilligen Verfügungen und Erbverträgen zwingend Anwendung. Die 
Rechtsfolgen von Formfehlern im Rahmen der öffentlichen Beurkundung von Verfügungen 
von Todes wegen richten sich nach Art. 520 Abs. 1 ZGB. Die fehlerhaft beurkundete 
Verfügung von Todes wegen ist demnach nicht etwa nichtig, sondern bloss mit der 
Ungültigkeitsklage anfechtbar (vgl. BGE 118 II 273 E. 3b; Wolf/Genna, Die 
Beurkundungsverfahren des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, in: Schmid [Hrsg.], 
Ausgewählte Fragen zum Beurkundungsverfahren, 2007, S. 86 m.H.).

3.2.2 In den übrigen Bereichen regelt das kantonale Recht das Beurkundungsverfahren, wobei es 
die (ungeschriebenen) Minimal- und Maximalanforderungen des Bundesrechts zu beachten 
hat. Die bundesrechtlichen Minimalanforderungen sollen sicherstellen, dass die vom 
Bundesrecht mit der öffentlichen Beurkundung angestrebten Zwecke – Belegfunktion, Schutz 
vor Unbedacht und Verfahrenskontrolle (vgl. Brückner, a.a.O., N 239 ff.) – auch tatsächlich 
erfüllt werden. Entsprechend den Maximalanforderungen dürfen die Kantone die 
Zugänglichkeit der öffentlichen Beurkundung nicht ungebührlich erschweren oder gar 
vereiteln (vgl. Schmid, Basler Kommentar, 6. A. 2019, Art. 55 SchlT ZGB N 7; Brückner, 
a.a.O., N 1488).

3.3 Beim Erbvertrag lauten die für das ZGB-Beurkundungsverfahren massgebenden Gesetzes-
bestimmungen wie folgt:

3.3.1 Nach Art. 512 Abs. 1 ZGB bedarf der Erbvertrag zu seiner Gültigkeit der Form der öffentlichen 
letztwilligen Verfügung. Die öffentliche letztwillige Verfügung erfolgt gemäss Art. 499 ZGB 
unter Mitwirkung von zwei Zeugen vor dem Beamten, Notar oder einer anderen 
Urkundsperson, die nach kantonalem Recht mit diesen Geschäften betraut sind. Nach 
Art. 512 Abs. 2 i.V.m. Art. 500 ZGB haben die Vertragschliessenden dem Beamten 
gleichzeitig ihren Willen zu erklären und die Urkunde vor ihm und den zwei Zeugen – d.h. in 
Anwesenheit dieser Personen – zu unterschreiben. Der Beamte hat die Urkunde zu datieren 
und ebenfalls zu unterschreiben (BGE 76 II 273 E. 2).

3.3.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung besteht die freie Wahl zwischen dem Selbst-
lesungsverfahren nach Art. 500 f. ZGB und dem Vorlesungsverfahren gemäss Art. 502 ZGB 
(BGE 66 II 99 E. 2; Jeitziner, Basler Kommentar, 6. A. 2019, Art. 512 ZGB N 1 f.).

Beim im vorliegenden Fall angewandten Selbstlesungsverfahren haben die Parteien des 
Erbvertrags unmittelbar nach der Datierung und Unterzeichnung (durch den Beamten) den 

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zwei Zeugen in Gegenwart des Beamten zu erklären, dass sie die Urkunde gelesen haben 
und diese ihren Willen enthalte (Art. 512 Abs. 2 i.V.m. Art. 501 Abs. 1 ZGB). Die Zeugen 
haben auf der Urkunde mit ihrer Unterschrift zu bestätigen, dass die Parteien vor ihnen diese 
Erklärung abgegeben und sie sich nach ihrer Wahrnehmung dabei im Zustande der 
Verfügungsfähigkeit [bzw. Urteilsfähigkeit] befunden haben (Art. 512 Abs. 2 i.V.m. Art. 501 
Abs. 2 ZGB). Es ist nicht erforderlich, dass die Zeugen vom Inhalt der Urkunde Kenntnis 
erhalten (Art. 501 Abs. 3 ZGB).

3.4 Im Allgemeinen werden bei der öffentlichen Beurkundung die Verfahrensschritte Vor-, Haupt- 
und Nachverfahren unterschieden. Während die Urkundsperson im Vorverfahren die 
Beurkundung vorbereitet, wird im Hauptverfahren – als dem eigentlichen Akt der öffentlichen 
Beurkundung – die öffentliche Urkunde errichtet. Das Nachverfahren betrifft die Registrierung 
und Aufbewahrung der Urkunde (vgl. Genna, in: Büchler/Jakob [Hrsg.], Kurzkommentar ZGB, 
2. A. 2018, Art. 55 SchlT ZGB N 3).

3.4.1 Das Bundesrecht regelt grundsätzlich nur das Hauptverfahren der öffentlichen Beurkundung 
abschliessend, wobei es im Selbstlesungsverfahren folgende Schritte zu durchlaufen gilt 
(vgl. Wolf/Genna, a.a.O., S. 68, 70, 74 f. und 77 f.):

1. Kenntnisnahme (Rekognition) des Inhalts des Erbvertrags durch die Vertragsparteien 
mittels Selbstlesung der Urkunde in Gegenwart der Urkundsperson (Art. 512 Abs. 1 
i.V.m. Art. 500 Abs. 1 ZGB);

2. Vergewisserung durch die Urkundsperson, dass die Vertragsparteien die Urkunde 
vollständig gelesen und verstanden haben und diese ihrem Willen entspricht (Art. 512 
Abs. 2 ZGB);

3. Genehmigung des Inhalts der Urkunde mittels Unterzeichnung durch die Vertrags-
parteien vor der Urkundsperson und zwei Zeugen (Art. 512 Abs. 2 i.V.m. Art. 500 
Abs. 2 ZGB);

4. Datierung und Unterzeichnung der Urkunde durch die Urkundsperson (Art. 512 Abs. 1 
i.V.m. Art. 500 Abs. 3 ZGB);

5. Ausdrückliche Erklärung der Vertragsparteien vor den zwei Zeugen in Anwesenheit 
der Urkundsperson, dass sie die Urkunde gelesen haben und diese ihren Willen enthält 
(Art. 512 Abs. 1 i.V.m. Art. 501 Abs. 1 ZGB);

6. Zeugenbescheinigung: unterschriftliche Bestätigung der beiden Zeugen auf der 
Urkunde, dass die Vertragsparteien die Erklärung gemäss Ziff. 5 abgegeben und sie 
sich dabei im Zustand der Verfügungsfähigkeit [bzw. Urteilsfähigkeit] befunden haben 
(Art. 512 Abs. 1 i.V.m. Art. 501 Abs. 2 ZGB).

3.4.2 Im Hauptverfahren, welches mit der Selbstlesung der Urkunde beginnt, gilt der Grundsatz der 
"Einheit des Aktes". Demnach müssen die Urkundsperson und die Urkundsparteien während 
der ganzen Dauer des Hauptverfahrens im Beurkundungsraum anwesend sein. Das 
Hauptverfahren ist ohne wesentliche Unterbrechung durchzuführen. Sodann ist die 
Beurkundung eines Geschäfts für jede beteiligte Person vollständig durchzuführen, ohne dass 
gleichzeitig ein anderes, weiteres Geschäft beurkundet wird (vgl. Brückner, a.a.O., N 2047-
2061; Wolf/Genna, a.a.O., S. 70 f.; Wolf, Zu den kantonalen Beurkundungsverfahren als 
Ausgangslage für einen bundesrechtlichen Notariatsprozess […], in: Schweizerischer 

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Notarenverband [Hrsg.], Aktuelle Themen zur Notariatspraxis [Themen Notariatspraxis], 2018, 
S. 43).

3.4.3 Die Kenntnisnahme (Rekognition) des Urkundeninhalts mittels Selbstlesung ist (vollwertige) 
Gültigkeitsvoraussetzung. Der Hauptzweck des Lesens der Urkunde liegt darin, den Vertrags-
parteien den mit dem Text umschriebenen Geschäftsinhalt (nochmals) bewusst zu machen. 
Das Lesen zielt nicht darauf ab, dass die Urkunde "stimmt" oder die Urkunde "kontrolliert" 
wurde, sondern auf das Bekenntnis, dass das (nochmals) bewusst gemachte Geschäft 
gewollt wird. Die Urkundsperson hat sich zu vergewissern, dass die Vertragsparteien die Ur-
kunde (bzw. die Entwürfe oder Fotokopien der Urkunde) lesen, wozu sie ihnen die nötige Zeit 
einzuräumen hat (vgl. BGE 65 II 214, Jeitziner, a.a.O., Art. 500 ZGB N 9; Schmid, a.a.O., 
Art. 55 SchlT ZGB N 35; Brückner, a.a.O., N 1894 f., 1907-1909 und 1912; Staehelin, 
Entscheidbesprechung von BGE 125 III 131, AJP 1999 S. 1165 ff., 1169). Die 
Vertragsparteien haben dabei diejenigen Textteile zu lesen, welche ihre individuellen 
Willenserklärungen betreffen (vgl. Brückner, a.a.O., N 1900). Jedoch entzieht sich der 
notariellen Kontrolle, ob die Vertragsparteien bei der (stillen) Selbstlesung den Text effektiv 
vollständig Wort für Wort gelesen oder einzelne Passagen übersprungen haben. Es kann 
deshalb einzig die objektive Tatsache der möglichen Selbstlesung, nicht aber die "subjektive 
Wachheit" oder "Aufmerksamkeit" der Beteiligten während der Selbstlesung rechtserheblich 
sein. Entscheidend ist daher ausschliesslich, dass die Beteiligten den Urkundeninhalt 
aufgrund der äusseren Umstände während des Beurkundungsvorgangs zur Kenntnis nehmen 
konnten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_483/2014 vom 23. April 2015 E. 4.2.2; Brückner, 
a.a.O., N 1913 und 1917 f.; Hrubesch-Millauer/Bürki, Ausgewählte Entscheide des 
Bundesgerichts aus dem Jahr 2015 zum Erbrecht, AJP 2016 S. 513 ff., 523; Staehelin, 
a.a.O., AJP 1999 S. 1169).

Der Beizug von zwei Zeugen soll garantieren, dass die Vertragsparteien vom Inhalt der 
Urkunde tatsächlich Kenntnis genommen haben und der Text der öffentlichen Urkunde dem 
Willen der Vertragsparteien entspricht, auch wenn die Zeugen nicht dafür einstehen können, 
dass der Inhalt tatsächlich gewollt ist (vgl. BGE 118 II 273 E. 5a).

3.4.4 Der Beurkundungsvermerk gemäss § 52 Abs. 4 BeurG enthält das notarielle Zeugnis, dass 
die Vertragsparteien (1.) die Urkunde in der Gegenwart der Urkundsperson gelesen haben, 
sie (2.) erklärt haben, die Urkunde enthalte ihren mitgeteilten Willen und sie (3.) die Urkunde 
in Gegenwart der Urkundsperson unterzeichnet haben (Brückner, a.a.O., N 2217; Jeitziner, 
a.a.O., Art. 499 ZGB N 27).

3.5 Gemäss § 64 Abs. 1 BeurG wird für die Abfassung der Urkunde und für den Beurkundungsakt 
eine Übersetzerin oder ein Übersetzer beigezogen, wenn die Urkundsperson mit einer 
verwendeten Sprache nicht genügend vertraut ist oder es eine Urkundspartei verlangt.

Das kantonale Übersetzungsverfahren hat – im Sinne einer Minimalanforderung des 
Bundesrechts (vgl. vorne E. 3.2.2) – Gewähr für ein hinreichendes sprachliches Verstehen 
des Urkundeninhalts zu bieten, sonst ist dieses in das bundesrechtliche 
Beurkundungsverfahren zu integrierende kantonale Verfahren bundesrechtswidrig und die 
Beurkundung ungültig (vgl. Jeitziner, a.a.O., Art. 499 ZGB N 5 und 12; Ruf, Notariatsrecht, 
1995, N 163 und 1426). Es ist jedoch nicht nötig, dass die Vertragsparteien die 

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Urkundssprache "beherrschen"; ihre Sprachkenntnisse müssen aber für das sprachliche 
Verständnis der Urkunde ausreichen, was auch vom sprachlichen Schwierigkeitsgrad der 
Urkunde abhängt. Wenn eine Vertragspartei eine Übersetzung verlangt, ist das 
Übersetzungsverfahren durchzuführen. Der Notar hat dieses Verfahren auch einzuschlagen, 
wenn die Vertragsparteien zwar behaupten, sie könnten sprachlich folgen, er jedoch Zweifel 
daran hat. Er hat sich vor dem Hauptverfahren zu vergewissern, ob die Vertragsparteien die 
Urkundssprache hinreichend verstehen (vgl. Marti, Notariatsprozess, 1989, § 24 Rz 5f S. 113; 
Ruf, a.a.O., N 1327; Brückner, a.a.O., N 1979 mit Verweis auf Marti, Bernisches 
Notariatsrecht, 1983, S. 150).

3.6 Die Klägerin hat die Ungültigkeit des Erbvertrags – mithin die geltend gemachten 
Formmängel – zu beweisen (Art. 8 ZGB). Demgegenüber haben die Beklagten lediglich die 
"Existenz" des Erbvertrags (gemäss seiner äusseren Erscheinung; ohne die Einhaltung der 
Formvorschriften) nachzuweisen (vgl. Forni/Piatti, a.a.O., Art. 519/520 ZGB N 27; Abt, Die 
Ungültigkeitsklage im schweizerischen Erbrecht, 2002, S. 166; Breitschmid, Formvorschriften 
im Testamentsrecht, 1982, N 410-412 [analog auf den Erbvertrag anwendbar]; Kummer, 
Berner Kommentar, 1966, Art. 8 ZGB N 239 und 310 sowie Art. 9 ZGB N 40). Letzteres ist mit 
dem Erbvertrag (act. 1/5 bzw. 17/11) ohne Weiteres belegt. 

Gemäss Art. 9 Abs. 1 ZGB bzw. Art. 179 ZPO erbringen öffentliche Urkunden für die durch sie 
bezeugten Tatsachen vollen Beweis, solange nicht die Unrichtigkeit ihres Inhalts nachgewiesen 
ist. Diese verstärkte Beweiskraft gilt auch für die in der öffentlichen Urkunde festgehaltenen 
Beurkundungsmodalitäten, so z.B. hinsichtlich der vorliegend strittigen Selbstlesung durch die 
Urkundsparteien (vgl. Wolf, BK, a.a.O., Art. 9 ZGB N 40; Mooser, Commentaire romand, 2010, 
Art. 9 ZGB N 24). Es liegt mithin auch in diesem Zusammenhang an der Klägerin, diese 
Beweisregel umzustossen bzw. die nicht erfolgte Selbstlesung nachzuweisen 
(vgl. Lardelli/Vetter, Basler Kommentar, 6. A. 2018, Art. 9 ZGB N 31; Schmid/Baumgartner, 
Kurzkommentar ZPO, 3. A. 2021, Art. 179 ZPO N 10; Schweizer, Commentaire romand, 2. A. 
2019, Art. 179 ZPO N 11; Mooser, a.a.O., Art. 9 ZGB N 31 f.; Kummer, a.a.O., Art. 9 ZGB 
N 40).

4. Das Kantonsgericht erachtete es in seinem Entscheid als erstellt, dass die Vertragsparteien 
den Erbvertrag gelesen und unterzeichnet haben.

4.1 Zur Begründung führte es zusammengefasst Folgendes aus (act. 128 E. 4.3-4.5.8):

4.1.1 Gemäss Art. 9 Abs. 1 ZGB erbrächten öffentliche Urkunden für die durch sie bezeugten 
Tatsachen vollen Beweis, solange nicht die Unrichtigkeit ihres Inhalts nachgewiesen sei. Die 
"Schlussformel" [d.h. der Beurkundungsvermerk; vgl. vorne E. 3.4.4] eines von einer Ur-
kundsperson errichteten Erbvertrags erbringe den Beweis für die eingehaltenen 
Gültigkeitsvorschriften. Damit obliege die Beweislast für die Unrichtigkeit des Inhalts der 
Urkunde der Klägerin. Nach deren Auffassung hätten weder der Erblasser noch sie selber 
den Erbvertrag durchgelesen – weder in Gegenwart des Beklagten 3 noch überhaupt. Der 
Beweis, dass die Erbvertragsparteien den Vertrag nicht durchgelesen hätten, sei der Klägerin 
jedoch nicht gelungen.

Seite 21/40

4.1.2 Die beiden Beurkundungszeugen R.________ und Q.________ hätten an ihrer gerichtlichen 
Befragung bekräftigt, dass die Parteien ihnen gegenüber bestätigt hätten, den Vertrag 
gelesen zu haben (act. 46 Ziff. 24; act. 47 Ziff. 21). Weiter habe der Zeuge P.________ 
ausgeführt, die Parteien hätten den Erbvertrag vor der Unterzeichnung gelesen, worauf der 
Beklagte 3 bestanden habe (act. 45 Ziff. 28 f.). Diesen Vorgang habe auch der Beklagte 3 
bestätigt (act. 48 Ziff. 72). Diesen übereinstimmenden Aussagen stünden die Aussagen der 
Klägerin, wonach sie den Erbvertrag weder gelesen noch unterzeichnet habe, diametral 
gegenüber.

4.1.3 Die Aussagen der Klägerin seien allerdings völlig unglaubhaft. Während sie in der Klage 
noch ausgeführt habe, ihr seien ein Erbvertrag bzw. einzelne Seiten zur Unterzeichnung 
vorgelegt worden, die sie einzig mit der Vorstellung unterzeichnet habe, dass der Inhalt 
ihrem Interesse entspreche, wolle sie nun gemäss ihren widersprüchlichen Aussagen an der 
Parteibefragung gar kein solches Dokument mehr bzw. höchstens eine "eingetragene 
Partnerschaft" unterzeichnet haben. Es sei jedoch kein Grund ersichtlich, weshalb ein 
erfahrener Erbrechtsspezialist (Fachanwalt Erbrecht SAV) und Notar, wie es der Beklagte 3 
sei, derart grobe Beurkundungsfehler hätte machen und der Klägerin falsche Dokumente zur 
Erlangung einer Unterschrift unter einen Erbvertrag hätte vorlegen oder fälschlicherweise 
hätte bestätigen sollen, dass die Parteien den Erbvertrag vor ihm durchgelesen hätten. Dem 
Beklagten 3 fehle jegliches Interesse daran, eine Falschbeurkundung vorzunehmen und 
seinen beruflichen Ruf aufs Spiel zu setzen. Seine Ausführungen an der Parteibefragung 
seien plausibel und konsistent und würden sowohl mit den Darlegungen in seinen eigenen 
Rechtsschriften als auch mit den Darlegungen in den Rechtsschriften der anderen Beklagten 
übereinstimmen. Weshalb auf die überzeugenden und widerspruchsfreien Aussagen des 
glaubwürdigen Beklagten 3, welche zusammen mit den vorhandenen und erstellten 
Urkunden ein stimmiges Bild ergäben, nicht abgestellt werden solle, sei nicht ersichtlich.

4.1.4 Ebenso wenig sei ein Interesse von R.________ und Q.________ ersichtlich, als Zeugen 
beim Beurkundungsvorgang etwas Falsches zu bestätigen. Sie würden nichts aus dem 
Nachlass des Erblassers erhalten und hätten keine eigenen Interessen am Bestand des 
Erbvertrags. Ausserdem ergebe sich die Glaubwürdigkeit der Beurkundungszeugen auch aus 
ihrem Aussageverhalten im vorliegenden Prozess. Sie hätten sich nur zu eigenen 
Wahrnehmungen geäussert und gesagt, wenn sie etwas nicht mehr gewusst hätten. Sie 
hätten nicht spekuliert und beispielsweise eingeräumt, dass sie die Deutschkenntnisse der 
Klägerin zu jenem Zeitpunkt nicht hätten beurteilen können. Jedenfalls aber – so die Zeugen 
– habe die Klägerin bestätigt, dass sie alles verstanden habe und der Vertrag ihrem Willen 
entspreche. R.________ habe auch zu Protokoll gegeben, dass das meiste bereits 
besprochen gewesen sei, als sie in den Besprechungsraum gekommen sei. Sie habe sich nur 
zum Ablauf der Beurkundung während ihrer Anwesenheit geäussert und namentlich nicht 
sagen können, ob die Klägerin die Urkunde vor der Unterzeichnung gelesen habe. Gleiches 
gelte für den Zeugen Q.________. Beide Zeugen hätten nicht selber wahrgenommen, wie die 
Klägerin den Erbvertrag durchgelesen habe, aber sie hätten explizit ausgeführt, dass die 
Klägerin ihnen gegenüber bestätigt habe, dass sie die Urkunde gelesen habe und damit 
einverstanden sei (act. 46 Ziff. 10 ff., 16, 19 und 26; act. 47 Ziff. 6, 10, 12, 21 und 31).

4.1.5 Entgegen den Vorbehalten der Klägerin spreche vorliegend auch nichts gegen eine 
Berücksichtigung der Aussagen des Zeugen P.________. Die Klägerin erachte dessen 

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Aussagen zwar als unglaubwürdig und widersprüchlich und habe am 25. Juni 2020 bei der 
Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige wegen Verdachts auf falsches Zeugnis gemäss 
Art. 307 StGB eingereicht. Der Zeuge werde jedoch – unabhängig von der (Un-)Gültigkeit 
des Erbvertrags – nichts erben. An seiner Glaubwürdigkeit ändere auch der Umstand nichts, 
dass er den Erblasser in der letzten Phase intensiv juristisch beraten habe. Abgesehen 
davon lägen auch keine Falschaussagen des Zeugen vor, wenn er zu Themen, nach denen 
er nicht gefragt worden sei, keine Ausführungen gemacht habe. Seine Aussagen deckten 
sich sodann mit den Aussagen des Beklagten 3. Selbst wenn aber seine Aussagen nicht 
berücksichtigt werden könnten, würde sich vorliegend nichts am Beweisergebnis ändern, 
könne doch in jedem Fall auf die deckungsgleichen und glaubhaften Parteiaussagen des 
Beklagten 3 abgestellt werden.

4.1.6 Dass die Klägerin den Erbvertrag nicht einfach "blind" unterzeichnet habe, ergebe sich aus 
der weiteren Tatsache, dass die Parteien den Erbvertrag noch an der Beurkundung 
zugunsten der Klägerin angepasst und die monatliche Unterstützung der Klägerin durch die 
Stiftung von CHF 2'000.00 auf CHF 3'000.00 erhöht hätten (vgl. act. 1/5 Ziff. II.12 
"Besondere Auflagen"). P.________ habe ausgeführt, beim Lohn der Klägerin für die Arbeit 
auf dem Gnadenhof habe es Diskussionen gegeben. In der ersten Version des Erbvertrags 
seien dafür CHF 2'000.00 vorgesehen gewesen. Die Klägerin habe gesagt, sie brauche 
mehr, worauf der Erblasser schliesslich den Betrag von CHF 3'000.00 vorgeschlagen habe 
und der Erbvertrag entsprechend angepasst worden sei (act. 45 Ziff. 24). Diesen Vorgang 
habe auch R.________ bestätigt, welche für die Ergänzung des Vertrags zuständig gewesen 
sei. Gemäss ihrer Aussage habe der Beklagte 3 nach ihr gerufen, worauf sie den 
gewünschten Absatz ergänzt und angepasst und den Vertrag wieder zurückgebracht habe 
(act. 46 Ziff. 12 ff.). Der Beklagte 3 habe dazu ausgeführt, es habe eine "riesige Diskussion" 
zwischen P.________ und dem Erblasser gegeben. Ebenfalls sehr aktiv habe sich zudem die 
Klägerin eingebracht und für einen höheren Betrag gekämpft (act. 48 Ziff. 21). Die Klägerin 
habe sodann selber bestätigt, dass der Betrag zu ihrer Unterstützung auf Veranlassung von 
P.________ erhöht worden sei (act. 48 Ziff. 19 ff. und 61 f.; act. 68 S. 4). Dieser Ablauf 

widerlege die Behauptungen der Klägerin, wonach sie den Vertrag nicht gelesen und keine 
Ahnung gehabt habe, was sie unterschrieben habe. Vielmehr sei davon auszugehen, dass 
sie sich (ebenfalls) mit den Bestimmungen des Erbvertrags auseinandergesetzt habe und der 
Inhalt des Erbvertrags im Einzelnen durchgegangen worden sei.

4.1.7 Im Ergebnis sei davon auszugehen, dass die Parteien den Erbvertrag – wie beurkundet – vor 
dem Beklagten 3 gelesen und unterzeichnet hätten.

4.2 Die vorinstanzliche Feststellung, dass die Klägerin die Urkunde unterzeichnet (und jede Seite 
"visiert") hat, war vor Kantonsgericht nicht bestritten (act. 1 S. 7 Rz 11 und S. 8 Rz 13; act. 49 
Rz 8 a.E.) und blieb im Übrigen unangefochten, weshalb die Unterzeichnung als erstellt gilt. 
Auf die diesbezüglichen, von der Klägerin in der Berufung verspätet gestellten Beweisanträge 
(vgl. Ziff. 4.3 des Rechtsmittelbegehrens) ist daher nicht weiter einzugehen (vgl. vorne E. 4.1). 
Hingegen macht die Klägerin in der Berufung nach wie vor geltend, dass sowohl der 
Erblasser wie auch sie selber den Erbvertrag am Beurkundungstermin nicht gelesen hätten. 
Dies hätten die Beklagten nicht bestritten bzw. anerkannt, weshalb die Vorinstanz hierüber 
nicht hätte Beweis abnehmen dürfen (act. 129 Rz 58, 60-62, 91-101, 108 f. und 141 f.).

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Diese Rüge ist unbegründet. Entgegen der Auffassung der Klägerin haben die (von ihr in der 
Berufung unvollständig zitierten) Beklagten 3 und 4 sehr wohl behauptet, dass der Erblasser 
und die Klägerin den Erbvertrag am Beurkundungstermin durchgelesen hätten (act. 19 S. 15 
Zu Ziff. 5 und S. 17 Zu Ziff. 14; vgl. zu den entsprechenden Behauptungen der übrigen 
Beklagten: act. 8 [sinngemäss]; act. 17 Rz 42; act. 18 Rz 63 f. und 71). Im Weiteren haben 
die Beklagten die klägerische Gegenbehauptung, wonach die Vertragsparteien den 
Erbvertrag nicht durchgelesen hätten, ausdrücklich bestritten (act. 8; act. 17 Rz 61; act. 18 Rz 
96; act. 19 S. 16 Zu Ziff. 6 und S. 20 Zu Ziff. 19). Ebenso wenig haben die Beklagten 3 und 4 
– entgegen der klägerischen Auffassung – anerkannt, dass die Klägerin vom Inhalt des 
Erbvertrags erst im Oktober 2017 [erstmals] Kenntnis erlangt habe (und damit den Vertrag am 
Beurkundungstermin unmöglich selbst gelesen haben könne). Sie führten in der Klageantwort 
zwar aus, dass die Klägerin "nach eigener Angabe […] spätestens" am 25. Oktober 2017 in 
voller Kenntnis über den Inhalt des Erbvertrags und den vorgebrachten Grund für dessen 
angebliche Ungültigkeit gewesen sei, weshalb die relative Verwirkungsfrist für die Erhebung 
der Ungültigkeitsklage gemäss Art. 521 Abs. 1 ZGB von einem Jahr am 27. Oktober 2018 
abgelaufen sei (act. 19 S. 4 f. Zu Ziff. 5). Wie die Beklagten 3 und 4 zu Recht vorbringen 
(act. 138 Rz 47 und 80-84), lässt sich daraus aber nicht ableiten, dass sie – entgegen ihren 
eigenen, anderslautenden Behauptungen (vgl. sogleich) – anerkannt hätten, dass die 
Klägerin den Erbvertrag am Beurkundungstermin nicht durchgelesen habe: Zum einen 
erfolgte die Behauptung der Beklagten 3 und 4 nicht im Zusammenhang mit den 
Beurkundungsvoraussetzungen, sondern im Zusammenhang mit der Einhaltung der Frist für 
die Ungültigkeitsklage und der mit dem Schlichtungsgesuch erfolgten Fixierung des 
Streitgegenstands; zum anderen bezogen sich die Beklagten 3 und 4 lediglich auf die "eigene 
Angabe" der Klägerin und sprachen gestützt darauf von einer "spätesten" Kenntnis der 
Klägerin, ohne die Richtigkeit dieser Angabe zu anerkennen. Vielmehr behaupteten sie, dass 
die Frist am Beurkundungstermin vom 19. Juli 2017 zu laufen begonnen habe (act. 19 S. 19 
Zu Ziff. 18). Von einer Anerkennung der fehlenden Selbstlesung kann mithin keine Rede sein. 

4.3 Im Weiteren beanstandet die Klägerin die vorinstanzliche Feststellung, dass der 
Beurkundungsvermerk eines von einer Urkundsperson errichteten Erbvertrags den Beweis für 
die darin festgehaltene Einhaltung der Gültigkeitsvorschriften erbringe. Ausserdem habe sie 
die Echtheit der öffentlichen Urkunde im vorinstanzlichen Verfahren konsequent und 
substanziiert bestritten. Die Beklagten hätten die Echtheit jedoch nicht bewiesen (act. 129 Rz 
103-106).

4.3.1 Der erste Einwand der Klägerin trifft insoweit zu, als der Beweis für die Einhaltung der 
Gültigkeitsvorschriften mit der Urkunde alleine noch nicht zwingend erbracht ist. Für die in der 
Urkunde festgehaltene Selbstlesung durch die Urkundsparteien gilt aber bis zum Beweis des 
Gegenteils die entsprechend erhöhte Beweiskraft gemäss Art. 9 Abs. 1 ZGB bzw. Art. 179 
ZPO (vgl. vorne E. 3.6; Schweizer, a.a.O., Art. 179 ZPO N 8; Weimar, Berner Kommentar, 
2009, Art. 501 ZGB N 6). Dieser Beweis des Gegenteils ist der Klägerin – wie sich im 
Weiteren zeigen wird – nicht gelungen.

4.3.2 Der zweite Einwand kann im Berufungsverfahren nicht mehr gehört werden, hat doch die 
Klägerin – entgegen ihren Vorbringen (act. 129 Rz 105) – die Echtheit der öffentlichen Urkunde 
im vorinstanzlichen Verfahren – weder bestritten noch hat sie Zweifel an der Echtheit der sich bei 
den Akten befindlichen beglaubigten Kopie des Erbvertrags geäussert (vgl. Art. 178 und 

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180 ZPO i.V.m. Art. 229 Abs. 1 und 317 Abs. 1 ZPO). Die in der Berufung verspätet gestellten 
Beweisanträge zur Echtheit des Erbvertrags sowie die verspätet beantragte Edition des Originals 
des Erbvertrags (vgl. Ziff. 4 des Rechtsmittelbegehrens) können mithin nicht mehr berücksichtigt 
werden (vgl. vorne E. 1.4 sowie im Übrigen auch bereits act. 70 und 89). Mangels rechtzeitiger 
Anträge liegt – entgegen der Auffassung der Klägerin (act. 129 Rz 195) – somit auch keine 
Verletzung des rechtlichen Gehörs vor.

4.4 Ferner stellt sich die Klägerin auf den Standpunkt, dass die angebliche Selbstlesung von zwei 
öffentlichen Urkunden [Erbvertrag und Testament] bereits aus rein zeitlichen Gründen nicht 
möglich gewesen sei. Die Klägerin habe detailliert ausgeführt, dass gemäss der 
Lebenserfahrung und dem gewöhnlichen Lauf der Dinge die Beurkundung von zwei, je 
einzeln zehn Seiten langen öffentlichen Urkunden von zwei Parteien und von einer 
Urkundsperson in ein und demselben Beurkundungsverfahren in der Form der angeblichen 
Selbstlesung durch die Parteien und nur je einem Original bei gegebener Sitzordnung innert 
netto ca. 20-25 Minuten (inkl. Vorbesprechung, Beratung, Änderung und Rekognition, 
Zeugenerklärungen und Unterschriften) nicht möglich gewesen sei, was die Beklagten im 
vorinstanzlichen Verfahren nie bestritten hätten. Ausserdem sei eine gleichzeitige 
Beurkundung des Erbvertrags und des Testaments nicht zulässig. Dies hätten die Beklagten 
ebenfalls nicht bestritten. Sodann habe der Notar während der Beurkundungssitzung das 
Sitzungszimmer wegen anderer Kunden mehrmals verlassen. Dass diese Unterbrechungen in 
der Phase der Vorbesprechung stattgefunden hätten, werde bestritten (act. 129 Rz 64-89, 
108 und 143).

4.4.1 Auch diesen Ausführungen kann aus mehreren Gründen nicht gefolgt werden.

4.4.2 So haben die Beklagten entgegen der Behauptung der Klägerin bestritten, dass die Selbst-
lesung aus zeitlichen Gründen nicht möglich gewesen sei (act. 1 S. 7 Rz 11 und S. 10 Rz 6; 
act. 8; act. 17 Rz 29 und 42; act. 18 Rz 61 und 71-76; act. 19 S. 10 Zu Ziff. 11 lit. a und S. 16 
Zu Ziff. 6). Ferner haben sie auch bestritten, dass der Erbvertrag und das Testament 
gleichzeitig beurkundet worden seien (act. 1 S. 7 Rz 11; act. 8; act. 17 Rz 29, act. 18 Rz 61; 
act. 19 S. 10 Zu Ziff. 11 lit. a).

4.4.3 Zur zeitlichen Komponente ist sodann festzuhalten, dass die Sitzung – entgegen den 
klägerischen Behauptungen vor Kantonsgericht (act. 1 S. 7 Rz 11 und S. 10 Rz 6; act. 49 Rz 
12) – nicht nur 20 Minuten, sondern – entsprechend den Behauptungen der Beklagten 1 (act. 
17 Rz 22, 29 und 43) – ca. 45-60 Minuten dauerte (act. 45 Ziff. 23; act. 48 Ziff. 51 [so selbst 
die Klägerin]). Bei den in der Berufung vorgetragenen Sachverhaltsdarstellung hinsichtlich 
des Zeitablaufs der Sitzung, der Sitzordnung und der gemeinsamen Lesung nur eines 
Originals handelt es sich – wie die Beklagten zu Recht vorbringen (act. 135 Rz 98; act. 137 
Rz 39, 69, 74, 88, 90 und 101; act. 138 Rz 60 f. und 72) – sodann um neue 
Tatsachenbehauptungen, welche die Klägerin bei zumutbarer Sorgfalt bereits vor 
Kantonsgericht hätte vorbringen können und daher im Berufungsverfahren nicht mehr zu 
berücksichtigen sind (vgl. vorne E. 1.4). Unzutreffend ist im Weiteren die Auffassung der 
Klägerin, wonach es sich bei den Zeitverhältnissen um offenkundige, weder zu behauptende 
noch zu beweisende Tatsachen handle (Art. 151 ZPO; act. 129 Rz 107 f.): Hierzu bedürfte es 
Tatsachen, welche bereits zum Vornherein zur vollen Überzeugung des Gerichts sicher 

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feststünden, ohne dass hierüber ein Beweisverfahren durchzuführen wäre (vgl. BGE 135 III 
88 E. 4.1). Dies ist vorliegend nicht der Fall.

Abgesehen davon war es der Klägerin während der ca. 45-60 Minuten dauernden Sitzung – 
selbst unter Berücksichtigung der Hypotonie des Erblassers, der Vorbesprechung sowie der 
Erläuterung und Vertragsabänderung – zweifellos möglich, den Erbvertrag durchzulesen, 
zumal sie in der Berufung anerkannt hat, dass dafür lediglich ca. 10 Minuten benötigt werden 
(act. 129 Rz 80; act. 137 Rz 82; act. 138 Rz 64; vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_33/2015 
vom 9. Juni 2015 E. 6.2.2). Hinzu kommt, dass die Klägerin grundsätzlich nur die sie 
betreffenden Textteile – d.h. ihren Erbverzicht (inkl. den ihr zustehenden Vermächtnissen) 
und die Regelung bei ihrem Tod (vgl. Ziff. II.A.2 und II.B des Erbvertrags) – durchzulesen 
hatte (vgl. vorne E. 3.4.3; act. 104 Rz 39).

4.4.4 Im Weiteren führt die Klägerin zwar zutreffend aus, dass nach dem Grundsatz der "Einheit des 
Aktes" nicht gleichzeitig mehrere Geschäfte beurkundet werden dürfen (vgl. vorne E. 3.4.2). Sie 
verkennt jedoch, dass die von ihr behauptete, gleichzeitige Beurkundung des Erbvertrags und 
des Testaments unbewiesen geblieben ist. Für eine diesbezügliche Beweisabnahme wäre 
erforderlich gewesen, dass sich die hierzu von der Klägerin offerierten Partei- und 
Zeugenbefragungen vorab eindeutig einer zu beweisenden Tatsachenbehauptung zuordnen 
liessen, was – wie die Beklagte 2 bereits vor der Vorinstanz einwandte (act. 18 Rz 61; act. 147 
Rz 22) – nicht ohne Weiteres möglich ist (vgl. act. 1 S. 7 f. Rz 11; BGE 144 III 67 E. 2.1). Im 
Übrigen wäre der Klägerin der diesbezügliche Beweis selbst dann nicht gelungen, wenn sie die 
Befragungen hinreichend als Beweismittel offeriert hätte, nachdem sich weder die Parteien 
noch die Zeugen zu einer gleichzeitigen Beurkundung mehrerer Geschäfte geäussert haben 
und die Klägerin dazu auch keine entsprechenden Ergänzungsfragen gestellt hat (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 4A_443/2016 vom 17. Oktober 2016 E. 4.1.4). Da die Klägerin für ihre 
Behauptungen beweisbelastet ist, hat sie die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (vgl. vorne 
E. 3.6.; Urteil des Bundesgerichts 5A_763/2018 vom 1. Juli 2019 E. 4.2), weshalb vorliegend 
davon auszugehen ist, dass der Erbvertrag und das Testament nicht gleichzeitig im selben 
Verfahren beurkundet worden sind.

4.4.5 Dasselbe gilt auch für die bestrittene Behauptung der Klägerin, wonach der Notar (d.h. der 
Beklagte 3) während des Hauptverfahrens bzw. beim Lesevorgang der Urkunde nicht 
durchgehend anwesend gewesen sei (act. 49 Rz 12 und 17; act. 48 S. 24). Diesbezüglich ist 
die Klägerin den erforderlichen Beweis ebenfalls schuldig geblieben, weshalb auch in diesem 
Zusammenhang kein Verstoss gegen den Grundsatz der "Einheit des Aktes" nachgewiesen 
ist. Im Übrigen hat die Klägerin nicht rechtzeitig vor Aktenschluss (sondern erst verspätet im 
Berufungsverfahren; act. 129 Rz 75) bestritten, dass der Beklagte 3 lediglich während der 
Vorbereitungsgespräche das Sitzungszimmer verlassen habe (act. 17 Rz 29 und 43; act. 19 
S. 10 Zu Ziff. 11a; act. 129 Rz 75).

4.5 Schliesslich richtet sich die Klägerin gegen die von der Vorinstanz vorgenommene 
Beweiswürdigung. Die Vorinstanz habe den Sachverhalt unrichtig festgestellt, indem sie als 
erstellt erachtet habe, dass sowohl der Erblasser wie auch die Klägerin den Erbvertrag am 
Beurkundungstermin selbst gelesen hätten (act. 129 Rz 57 und 109). Die Behauptung des 
Beklagten 3 an der Parteibefragung, wonach beide Parteien den Erbvertrag gelesen hätten 
(act. 48 Ziff. 72 f.), sei als Schutzbehauptung zu qualifizieren. Die Aussagen des Zeugen 

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P.________ seien im Lichte der durch die staatsanwaltschaftliche Einvernahme ergänzten 
Aussagen auszulegen; dieser habe die angebliche Selbstlesung durch die Parteien weder 
widerspruchsfrei noch glaubwürdig bestätigen können. Sodann seien – wie die Vorinstanz 
richtigerweise festgehalten habe – die Beurkundungszeugen bei der angeblichen 
Selbstlesung nicht anwesend gewesen, weshalb diese die angebliche Selbstlesung nicht 
bezeugen könnten (act. 129 Rz 59 f., 63 und 99).

4.5.1 Auch diese Rügen sind unbegründet.

4.5.2 Entgegen der Auffassung der Klägerin (act. 129 Rz 110-115) kann sehr wohl auf die plausiblen, 
konsistenten und widerspruchsfreien Aussagen des Beklagten 3 abgestellt werden. Daran 
ändert offenkundig auch der Umstand nichts, dass der Beklagte 3 im Rahmen einer 
Aufsichtsbeschwerde im Zusammenhang mit seinem Mandat als Willensvollstrecker mit 
superprovisorischer Verfügung vom 23. September 2020 von der Gemeinde N.________ 
angehalten wurde, "umgehend die notwendigen Massnahmen zur Behebung des 
Organisationsmangels zur Abwendung der Zwangsliquidation der Gesellschaft L.________ zu 
treffen (act. 125/3). Wie die Beklagten 1-4 zu Recht vorbringen (act. 135 Rz 86 f.; act. 137 
Rz 105 f.; act. 138 Rz 38-41 und 92), führt diese Massnahme vorliegend – insbesondere auch 
unter Berücksichtigung seiner Stellungnahmen (act. 138/1 und 138/2) – nicht dazu, dem 
Beklagten 3 eine sorgfaltswidrige Mandatsführung vorwerfen zu können. Im Übrigen könnte 
daraus ohnehin nicht auf eine fehlerhafte Beurkundung geschlossen werden.

4.5.3 Ebenso wenig gelingt es der Klägerin, mit ihren Ausführungen (act. 129 Rz 117-138) die 
glaubhaften Aussagen des Zeugen P.________ in Zweifel zu ziehen. Namentlich führen auch 
die von ihm bei der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft gemachten Aussagen – soweit 
diese novenrechtlich überhaupt noch zu berücksichtigen sind (act. 135 Rz 98; act. 137 Rz 14 f. 
und 109; act. 152 S. 2) – nicht zu einem anderen Schluss. Vielmehr ergeben sie zusammen mit 
seinen Aussagen vor Kantonsgericht ein stimmiges Gesamtbild, was sich den zutreffenden 
Erwägungen des (inzwischen) rechtskräftigen Beschlusses des Obergerichts Zug BS 2020 89 
vom 23. Juni 2021 (act. 149/1) ohne Weiteres entnehmen lässt. Ferner vermag auch der 
Umstand, dass der Erblasser dem Zeugen zu Lebzeiten einen Ferrari geschenkt hat (act. 45 
Ziff. 38 f.), die Glaubwürdigkeit des Zeugen nicht zu beeinträchtigen. Die Klägerin behauptet 
dies zwar, versäumt es aber – wie die Beklagte 1 zu Recht bemerkt (act. 135 Rz 95) –, ihr 
Argument nachvollziehbar zu begründen. Entscheidend ist letztlich, dass der Zeuge vom 
Ausgang des vorliegenden Verfahrens in keiner Art und Weise profitiert (vgl. vorne E. 4.1.5), 
weshalb ohne Weiteres auf seine glaubhaften Aussagen abgestellt werden kann.

P.________ führte aus, dass die Klägerin mit ihrem Erbverzicht einverstanden gewesen sei, 
um so der Stiftung möglichst viel Geld zukommen zu lassen. Dies sei unzählige Male 
besprochen worden, als er dabei gewesen sei. Auch die Klägerin habe gesagt, dass dies das 
Ziel des Erbvertrags gewesen sei (act. 45 Ziff. 13 f.). Sowohl der Erblasser wie auch die 
Klägerin hätten den Erbvertrag vor dessen Unterzeichnung gelesen (act. 45 Ziff. 28 f.). Der 
Notar habe sich vergewissert, dass die Klägerin den Vertrag verstanden und dessen Inhalt 
ihrem Willen entsprochen habe. Dabei habe die Klägerin den Ausführungen des Notars folgen 
können, zumal es nichts Neues gewesen und im Vorfeld unzählige Male besprochen worden 
sei (act. 45 Ziff. 31 f.; vgl. auch den Beschluss des Obergerichts Zug BS 2020 89 vom 23. 
Juni 2021 E. 6.4 f. [act. 149/1]). Sodann hat der Zeuge – wie die Beklagte 1 zu Recht festhält 

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(act. 135 Rz 103) – nicht behauptet, dass mehrere Originale vorgelegen hätten oder das 
Vorlesungsverfahren angewandt worden sei. Vielmehr hatten die Parteien bei der 
Vorbesprechung offensichtlich je einen Entwurf vor sich, während sie danach im 
Hauptverfahren nacheinander das (spätere) Original Seite für Seite durchlasen. Daneben 
erläuterte ihnen der Notar den Inhalt der Urkunde mündlich, wobei er wohl auch (einzelne) 
Passagen wörtlich vorlas (vgl. act. 45 Ziff. 27 f.; act. 46 Ziff. 14 f.; act. 48 Ziff. 64 und S. 24; 
vgl. auch den Beschluss des Obergerichts Zug BS 2020 89 vom 23. Juni 2021 E. 5.3 
[act. 149/1]). Ebenso wenig hat der Zeuge – entgegen den klägerischen Behauptungen (act. 
129 Rz 129) – ausgesagt, dass die Beurkundungszeugen während des ganzen 
Beurkundungsvorgangs anwesend gewesen seien (act. 45 Ziff. 26 und 30). Schliesslich bringt 
die Klägerin zwar vor, dass der Zeuge und der Beklagte 3 ihre Aussagen untereinander 
abgesprochen hätten, was sie "ganz allgemein" mit dem "hohen Deckungsgrad" der 
Aussagen begründet (act. 129 Rz 121). Auch dieses Argument überzeugt indessen nicht. 
Zum einen nennt die Klägerin keine konkreten Hinweise, die ihre Behauptung stützen 
könnten. Zum anderen lässt sich – wie die Beklagte 1 zu Recht bemerkt – der "hohe 
Deckungsgrad" auch ohne Weiteres damit erklären, dass der Beklagte 3 und der Zeuge 
derselben Beurkundung beigewohnt und dasselbe beobachtet haben (act. 135 Rz 97). 

4.5.4 Im Weiteren haben beide Beurkundungszeugen an ihren gerichtlichen Befragungen 
(nochmals) übereinstimmend erklärt, die Parteien hätten ihnen gegenüber bestätigt, dass sie 
den Vertrag gelesen hätten und dieser den übereinstimmenden Willen der Parteien enthalte 
(act. 46 Ziff. 23 f.; act. 47 Ziff. 10, 19 und 21 f.). In der Berufung bestreitet die Klägerin zwar 
allgemein die Glaubwürdigkeit der Beurkundungszeugen und macht geltend, dass sie bei der 
Lesung des Erbvertrags nicht anwesend gewesen seien (act. 129 Rz 139 f.). Letzteres trifft 
zwar zu und ist unbestritten. Entscheidend ist jedoch, dass die Beurkundungszeugen ihre in 
der Zeugenbescheinigung enthaltene Erklärung vorbehaltlos bestätigt haben. Die Klägerin 
ficht dies in der Berufung nicht an, weshalb entgegen ihrer Auffassung auch auf die Aussagen 
der Beurkundungszeugen abgestellt werden kann (vgl. vorne E. 1.2). Im Übrigen nimmt der 
Inhalt der Zeugenbescheinigung ebenfalls an der verstärkten Beweiskraft teil (vgl. vorne 
E. 3.6; Jeitziner, a.a.O., Art. 501 ZGB N 15; Weimar, a.a.O., Art. 501 ZGB N 7; Ruf, a.a.O., 
N 1551).

4.5.5 Mit der Klägerin ist schliesslich festzuhalten (act. 129 Rz 157 f.), dass wegen der unterschied-
lichen Aussagen der Klägerin (act. 48 Ziff. 19-22 und 61), des Beklagten 3 (act. 48 Ziff. 21 
und 65), von P.________ (act. 45 Ziff. 24) und von R.________ (act. 46 Ziff. 12) nicht 
hinreichend klar ist, ob die Entschädigung der Klägerin für ihre Tätigkeit beim Gnadenhof 
bereits im Urkundenentwurf enthalten war oder nicht bzw. wer die Erhöhung von CHF 2'000.00 
auf CHF 3'000.00 pro Monat initiiert hat (vgl. auch den Beschluss des Obergerichts Zug 
BS 2020 89 vom 23. Juni 2021 E. 5.3 a.E. [act. 149/1]). Dies bedeutet jedoch nicht, dass 
die Klägerin den Vertrag nicht gelesen hat. Mit Bezug auf die weitere Feststellung der Vor-
instanz, wonach infolge der Diskussion davon auszugehen sei, dass die Klägerin sich ebenfalls 
mit den Bestimmungen des Erbvertrags auseinandergesetzt habe und dessen Inhalt im 
Einzelnen durchgegangen worden sei (act. 128 E. 4.5.7), bringt die Klägerin nämlich lediglich 
vor, dies sei nicht richtig (act. 129 Rz 158). Dieser Einwand vermag den Anforderungen an die 
Begründung einer Berufung klarerweise nicht zu genügen, weshalb darauf nicht einzutreten ist 
und die erstinstanzlichen Feststellungen nicht weiter zu prüfen bzw. als erstellt zu betrachten 
sind. Dasselbe gilt auch für die Bemerkung der Klägerin, die Vorinstanz sei unrichtigerweise 

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davon ausgegangen, dass ihre Aussagen "völlig unglaubhaft" seien (act. 129 Rz 115). Eine 
argumentative Auseinandersetzung mit dem vorinstanzlichen Entscheid fehlt vollumfänglich, 
weshalb es auch diesbezüglich an einer hinreichenden Berufungsbegründung mangelt (vgl. 
BGE 142 III 413 E. 2.2.4; vorne E. 1.2). Mithin vermag die Klägerin aus ihren unglaubhaften 
und widersprüchlichen Aussagen nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, weshalb nicht weiter 
darauf einzugehen ist.

4.6 Nach dem Gesagten ist erwiesen, dass sowohl die Klägerin wie auch der Erblasser den 
Erbvertrag an der Beurkundungssitzung vom 19. Juli 2017 gelesen haben. In diesem 
Zusammenhang bleibt nochmals darauf hinzuweisen, dass der Notar letztlich nicht 
kontrollieren kann, ob die Vertragsparteien bei der (stillen) Selbstlesung den Text effektiv 
vollständig Wort für Wort gelesen oder einzelne Passagen übersprungen haben. 
Entscheidend ist daher ausschliesslich, dass die Beteiligten den Urkundeninhalt aufgrund der 
äusseren Umstände während des Beurkundungsvorgangs zur Kenntnis nehmen können (vgl. 
vorne E. 3.4.3) und sie die Selbstlesung gegenüber dem Notar und den Zeugen bestätigen. 
Alles andere würde – wie die Beklagte 2 zu Recht bemerkt – das Institut des Erbvertrags und 
der öffentlichen Urkunde ad absurdum führen, stünde es doch sonst im freien Ermessen einer 
Vertragspartei, durch eine falsche Bestätigung gegenüber dem Notar und den 
Beurkundungszeugen den Erbvertrag nach dem Tod des Erblassers dahinfallen zu lassen 
(act. 137 Rz 56 a.E.). 

5. Die Klägerin wendet im Weiteren ein, dass sie der deutschen Sprache nicht mächtig gewesen 
sei und somit den Erbvertrag ohne Übersetzung nicht habe verstehen können (act. 129 
Rz 160).

5.1 Die Vorinstanz kam in ihrem Entscheid zum gegenteiligen Schluss, was sie wie folgt 
begründete (act. 128 E. 4.6-4.6.6):

5.1.1 Der Beklagte 3 habe an der Parteibefragung zu den Deutschkenntnissen der Klägerin 
glaubhaft ausgeführt, dass es für ihn überhaupt gar keine Frage gewesen sei, dass die 
Klägerin alles verstehe. Der Erblasser und seine künftige Frau hätten sich ganz normal 
unterhalten. Sie seien bereits vororientiert gewesen und hätten gewusst, worum es gegangen 
sei. Er habe sich wirklich die Mühe genommen, diesen Erbverzicht ganz genau zu erklären. 
Er habe ganz klar und mehrmals auf Hochdeutsch erklärt, dass mit dem Erbverzicht mehr 
Geld an die Stiftung gehe. Der Beizug eines Dolmetschers sei kein Thema gewesen. Er sei 
da wirklich sehr heikel; wenn er den Eindruck habe, dass irgendetwas nicht verstanden 
werde, dann organisiere er einen Dolmetscher (act. 48 Ziff. 53 ff.). Es sei ganz klar gewesen, 
dass die Klägerin gewusst habe, was sie unterschreibe: nämlich einen Erbverzicht im Fall der 
Heirat, um der Stiftung möglichst viel Geld zuzuführen. Dies sei [ihr] nicht nur einmal, sondern 
mehrmals "eingehämmert" worden (act. 48 Ziff. 63 ff.). Er habe den Eindruck gehabt, dass die 
Klägerin den Inhalt der Urkunde verstanden und gewusst habe, was sie unterschreibe (act. 48 
Ziff. 73).

Die Aussagen des Beklagten 3 würden sich mit den Aussagen von P.________ decken, der 
als Zeuge ebenfalls ausgeführt habe, dass die Klägerin immer alles verstanden habe. Er habe 
mit ihr so gesprochen, wie er jetzt gerade spreche: auf Schweizerdeutsch. Es sei nie 
irgendeine Sprachbarriere da gewesen; die Klägerin habe auch nie etwas nachgefragt. Es 

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habe absolut keine Verständigungs- oder Verständnisprobleme gegeben. Die Klägerin habe 
auch nie den Beizug eines Dolmetschers gewünscht. Mit dem Erblasser und Zeugen habe sie 
deutsch gesprochen. Sie habe zwar einen Akzent, wenn sie spreche; es sei aber immer 
deutsch gesprochen worden (act. 45 Ziff. 15 ff.).

5.1.2 Diesen Ausführungen stünden wiederum die Aussagen der Klägerin entgegen. Auf die Frage, 
wie sich die Klägerin mit dem Erblasser verständigt habe, habe sie ausgeführt: auf Deutsch. 
Aber dazu müsse man wissen, dass diese Sprache genügt habe, um in der Küche und zu 
Hause zu kommunizieren. Sie sei keine Analphabetin; so viel habe sie schon gekonnt. Aber 
solch ein Dokument hätte sie innert weniger als einer Stunde nicht einmal in Ungarn 
unterzeichnen können. An den Sitzungen vom 11. und 19. Juli 2017 habe sie mit dem 
Beklagten 3 nicht gesprochen, ausser ihn gegrüsst. Sie denke, dass sich die [anderen] 
Parteien auf Schweizerdeutsch verständigt hätten. Auf die Frage, ob sie den Beizug eines 
Dolmetschers verlangt habe, habe sie gefragt, wozu sie das gebraucht hätte. Sie habe nur 
ihren Mann gefragt, ob es nicht ein Problem sei, wenn bei der Eheschliessung kein 
Dolmetscher dabei sei. Ihr Mann habe gesagt, dass sie keinen Dolmetscher bräuchten, und 
das habe genügt; es habe keinen Dolmetscher gebraucht. Es sei dort "nicht solches" 
gewesen, was ihr jemand vorgelesen hätte oder was sie hätte verstehen müssen. Nachdem 
der Referent nachgehakt und die Klägerin darauf hingewiesen habe, dass sie ja etwas habe 
unterzeichnen müssen und sie vier Seiten unterzeichnet habe, habe die Klägerin 
geantwortet, dass sie so etwas nicht unterzeichnet habe. Sie habe das unterzeichnet, was ihr 
ihr Mann gesagt habe; sie habe die "eingetragene Partnerschaft" bejaht und unterzeichnet 
(act. 48 Ziff. 51 f., 56 ff.; act. 68 S. 6 f.).

Diese Aussagen seien widersprüchlich und wenig plausibel. Auf der einen Seite habe die 
Klägerin mit dem Erblasser anerkanntermassen deutsch gesprochen und sich im Alltag gut 
mit ihm verständigen können. Völlig unwahrscheinlich wirkten dann aber auf der anderen 
Seite die Ausführungen, wonach sie geglaubt habe, einen Partnerschaftsvertrag 
eingegangen zu sein. Nicht dazu passe wiederum, dass sie erwiesenermassen Diskussionen 
über die ihr zustehende Unterstützung vom Gnadenhof habe führen können (vgl. vorne E. 
4.1.6) und sie bei der gemeinsamen Vorbesprechung am 11. Juli 2017 gewusst habe, dass 
sie den Beklagten 3 wegen erbrechtlicher Anordnungen aufgesucht hätten (act. 48 Ziff. 32). 
In der Klageantwort habe der Beklagte 3 ausgeführt, die Klägerin habe sich in seiner 
Gegenwart mit dem Erblasser unterhalten, zu dem sie im Zusammenhang mit dem 
diskutierten Erbverzicht wörtlich gesagt habe: "Du weisst, dass ich für die Tiere alles mache." 
(act. 19 S. 6 Zu Ziff. 6 lit. c). Dieses Zitat habe der Beklagte 3 auch an der Parteibefragung 
wieder vorgebracht (act. 48 Ziff. 34). In der Replik habe die Klägerin diese Aussage nicht 
bestritten (act. 49 Rz 7). Wenn sie aber solche Bekenntnisse vor dem Notar geäussert habe, 
habe er jedenfalls davon ausgehen dürfen, dass sie ihn und die Anordnungen im Erbvertrag 
verstanden habe. Es möge zwar zutreffen, dass die Klägerin nicht sämtliche juristischen 
Fachausdrücke "in einem Vertragsdokument" verstanden habe; der für sie wesentliche Inhalt, 
nämlich der Erbverzicht zugunsten der Stiftung, sei aber leicht verständlich gewesen und sei 
ihr gemäss den glaubhaften Ausführungen des Beklagten 3 einlässlich erläutert worden. Wer 
im Alltag zu Hause und in der Küche gut auf Deutsch kommunizieren könne, verstehe es 
auch, wenn ihm von mehreren Personen – insbesondere auch vom Beklagten 3 – ein 
Erbverzicht "ganz genau" und "mehrmals" erklärt bzw. "eingehämmert" werde.

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5.1.3 Unbehelflich seien im Übrigen die Sprachtests, welche die Klägerin nach Aktenschluss als 
Noven ins Recht gelegt habe und mit welchen sie ihre mangelnden Deutschkenntnisse nach-
weisen wolle. Gemäss diesen Unterlagen habe die Klägerin am 25. November 2019 die 
Prüfung "Goethe-Zertifikat B1" absolviert und diese nicht bestanden. Auch die 
Wiederholungsprüfung vom 8. Februar 2020 habe sie nicht bestanden.

Noven, deren Entstehung vom Willen der Partei abhängen würden, seien als unechte Noven 
zu qualifizieren. Es widerspreche "dem ersten Aspekt der Eventualmaxime" [wonach 
Tatsachen konzentriert vorgebracht werden müssen], wenn nachträglich von einer Partei 
geschaffene Noven, die – abhängig vom Entscheid dieser Partei – bereits vor Aktenschluss 
hätten existieren können (sog. Potestativ-Noven), als echte Noven qualifiziert würden. Deren 
Zulässigkeit entscheide sich demnach danach, ob sie trotz zumutbarer Sorgfalt im Sinne von 
Art. 229 Abs. 1 lit. b ZPO nicht vorher hätten vorgebracht werden können (vgl. BGE 146 III 
416 E. 5.3). Bei den vorliegenden Sprachtests handle es sich um nachträglich von der 
Klägerin selbst geschaffene Noven, die bereits vor Aktenschluss hätten existieren können, da 
es der Klägerin ohne Weiteres zumutbar gewesen wäre, bereits vorher einen Sprachtest zu 
absolvieren. Somit seien die Sprachtests unbeachtlich. Abgesehen davon fehle diesen 
Urkunden aber auch jeglicher Beweiswert, habe doch die Klägerin den Ausgang der Prüfung 
selber steuern und ohne Weiteres absichtlich schlecht abschneiden können.

5.1.4 Ebenfalls unbeachtlich sei die Korrespondenz mit K.________ [________], der [angeblichen] 
ehemaligen Übersetzerin der Klägerin. Die eingereichten Dokumente, welche die Klägerin von 
ihrer Übersetzerin habe übersetzen lassen, stammten aus der Zeit zwischen dem 22. 
November 2017 und dem 18. Januar 2018. Einige der E-Mails stammten sogar von den 
eigenen Rechtsvertretern der Klägerin und hätten ohne Weiteres vor Aktenschluss mit den 
Rechtsschriften eingereicht werden können. Namentlich sei nicht ersichtlich, weshalb die 
Klägerin erst mit den Whatsapp vom 3. Juni 2019 und vom 25. November 2019 (act. 124/1 und 
124/2) versucht habe, die Unterlagen von der Übersetzerin erhältlich zu machen, sei doch die 
Frage, ob bei der Beurkundung ein Übersetzer hätte beigezogen werden sollen, seit Beginn 
des vorliegenden Verfahrens umstritten gewesen. Abgesehen davon vermöge der Umstand, 
dass die Klägerin für verschiedene Angelegenheiten Übersetzungsdienstleistungen in 
Anspruch genommen habe, nicht zu beweisen, dass sie den ihr genau erläuterten Erbverzicht 
nicht verstanden habe. Vielmehr habe sie nicht plausibel darlegen können, wieso sie gerade in 
dieser Sache nicht den Beizug eines Dolmetschers gewünscht habe, wenn sie doch gar nichts 
verstanden haben wolle und [im Zeitpunkt der Beurkundung] offenbar in regem Kontakt mit 
Übersetzern gestanden habe.

5.1.5 Somit habe die Klägerin nicht beweisen können, dass sie den Erbvertrag sprachlich nicht 
habe verstehen können bzw. der Beklagte 3 Veranlassung gehabt hätte, einen Dolmetscher 
beizuziehen. Ein Formmangel bei der Beurkundung liege folglich auch nicht wegen 
mangelnder Deutschkenntnisse der Klägerin vor.

5.2 Die Klägerin bringt demgegenüber vor, sie habe den Satz: "Du weisst, dass ich für die Tiere 
alles mache." entgegen den vorinstanzlichen Ausführungen an der Parteibefragung und im 
zweiten Schlussvortrag bestritten und ihn nicht im Zusammenhang mit dem angeblich dis-
kutierten Erbverzicht gesagt. Im Übrigen sei diese Behauptung nicht bewiesen. Selbst wenn 

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sie den Satz jedoch so gesagt hätte, wäre das Versprechen, einen Erbvertrag 
abzuschliessen, nichtig (act. 129 Rz 151-156).

5.2.1 Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, hat die Klägerin die vom Beklagten 3 in der 
Klageantwort vorgebrachte Behauptung, sie habe gegenüber dem Erblasser im 
Zusammenhang mit dem diskutierten Erbverzicht gesagt: "Du weisst, dass ich für die Tiere 
alles mache." (act. 19 S. 6 Zu Ziff. 6 lit. c), in der Replik nicht bestritten. 

Behauptungen und Bestreitungen haben in den Rechtsschriften zu erfolgen (vgl. Art. 221 
Abs. 1 lit. d ZPO und Art. 222 Abs. 2 ZPO; BGE 144 III 519 E. 5.2.1 und 5.2.2.1 [= Pra 2019 
Nr. 87]). Eine Bestreitung in der Parteibefragung, welche ein Beweismittel darstellt (Art. 168 
Abs. 1 lit. f ZPO), ist mithin weder möglich noch zulässig. Vielmehr hätte die Klägerin die 
Bestreitung in der Replik vortragen müssen, was jedoch nicht geschehen ist. Das erstmalige 
Bestreiten im zweiten Schlussvortrag (act. 116 Rz 57) erfolgte sodann verspätet und kann 
nicht mehr berücksichtigt werden (vgl. Art. 229 Abs. 1 ZGB, vorne E. 1.3). Damit gilt der 
behauptete Satz als unbestritten und ist – ohne darüber Beweis führen zu müssen – als 
erstellt zu betrachten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_446/2020 vom 8. März 2021 E. 3.2). 

5.2.2 Im Übrigen trifft es zwar zu, dass das Versprechen, zukünftig einen Erbvertrag 
abzuschliessen, nichtig ist (vgl. BGE 108 II 405 E. 2 f.). Diese Feststellung hilft der Klägerin 
allerdings nicht weiter. Die Vorinstanz hat aus dem Satz: "Du weisst, dass ich für die Tiere 
alles mache." nämlich nicht auf ein derartiges Versprechen geschlossen. Vielmehr würdigte 
sie diese Aussage dahingehend, dass der Beklagte 3 davon habe ausgehen dürfen, die 
Klägerin habe ihn und die Anordnungen im Erbvertrag verstanden. Dieser Schlussfolgerung 
kann ohne Weiteres zugestimmt werden.

5.3 Im Weiteren macht die Klägerin geltend, die Vorinstanz habe zwar richtigerweise erkannt, 
dass sie (die Klägerin) nicht sämtliche juristischen Fachausdrücke "in einem 
Vertragsdokument" verstanden habe. Unrichtig sei jedoch die Feststellung, dass der für die 
Klägerin wesentliche Inhalt – nämlich der Erbverzicht zugunsten der Stiftung – leicht 
verständlich und ihr einlässlich erläutert worden sei. Insbesondere sei die Schlussfolgerung 
der Vorinstanz unrichtig, wonach eine Person, die im Alltag zu Hause und in der Küche gut 
kommunizieren könne, es auch verstehe, wenn ihr von mehreren Personen ein Erbverzicht 
"ganz genau" und "mehrmals" erklärt bzw. "eingehämmert" werde. Denn wenn jemand etwas 
einmal nicht verstehe, weil schon grundlegend und insbesondere auch bezüglich der 
Fachsprache und der Fachausdrücke eine Sprachbarriere bestehe, dann werde er es auch 
beim zweiten oder dritten Mal nicht verstehen, auch wenn es ihm "eingehämmert" werde. Die 
Formulierung des Erbverzichts sei alles andere als leicht verständlich. Der Erbverzicht – ein 
juristischer Fachausdruck – sei nicht so formuliert, dass ihn die Klägerin hätte verstehen 
können oder müssen. Unklar sei schon, wie der im Erbvertrag erwähnte "teilweise 
Erbverzicht" überhaupt zu verstehen sei, zumal RA Dr.iur. M.________ von der I.________ 
AG im Schreiben vom 9. April 2020 selber zugestanden habe, dass die Formulierung 
"teilweiser Erbverzicht" unglücklich gewählt worden sei. Auch für "Fachexperten" sei die 
Formulierung eines Erbverzichts ziemlich komplex. Hinzu komme, dass der Erbverzicht gar 
nicht von der Klägerin, sondern vom Erblasser erklärt worden sei: Im Erbvertrag habe der 
Erblasser erklärt, dass seine zukünftige Frau zu Gunsten der Stiftung einen Erbverzicht leiste 

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(vgl. Ziff. II.A.2 des Erbvertrags). Im Text fehle jedoch eine Zustimmung der Klägerin, weshalb 
der Erbverzicht bereits aus diesem Grund ungültig sei (act. 129 Rz 161-168).

5.3.1 Auch diese Einwände vermögen die erstinstanzlichen Erwägungen nicht umzustossen. Wie 
das Kantonsgericht – unter Berücksichtigung der glaubhaften Aussagen des Beklagten 3 und 
des Zeugen P.________ sowie des unbestrittenermassen im Zusammenhang mit dem 
Erbverzicht von der Klägerin geäusserten Satzes, dass sie alles für die Tiere mache – 
zutreffend ausführte, ist davon auszugehen, dass die Klägerin den von ihr im Erbvertrag 
erklärten "teilweisen Erbverzicht" (richtig) verstanden hat. Daran ändert – wie die Beklagten 2-
4 zu Recht vorbringen (act. 137 Rz 148; act. 138 Rz 112) – auch der Umstand nichts, dass 
die Klägerin gemäss Formulierung im Erbvertrag einen "teilweisen Erbverzicht" geleistet hat, 
war damit doch eindeutig gemeint, dass sie nebst den auszurichtenden Vermächtnissen auf 
weitere Vermögenswerte des Nachlasses verzichtet. Da sie mit den Vermächtnissen 
entsprechende Vermögenswerte aus dem Nachlass erhalten sollte, war der Verzicht – 
untechnisch gesprochen – jedoch nur ein teilweiser. Abgesehen davon zeigt die von der 
Beklagten 1 eingereichte Korrespondenz (act. 17/3-5), dass sich die Klägerin auch schriftlich 
in verständlicher Weise auf Deutsch auszudrücken vermag. 

5.3.2 Ebenfalls unbegründet ist der Einwand, dass der Erbverzicht nicht von der Klägerin, sondern 
vom Erblasser erklärt worden sei. Unter dem Titel "Wir