# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2c6f2f3b-1872-5b20-a894-8b4361361677
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.10.2018 200 2018 128
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-128_2018-10-10.pdf

## Full Text

200 17 1056 IV und 
200 18 128 IV (2)
KNB/SHE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. Oktober 2018

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 30. Oktober 2017 und vom 10. Januar 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1960 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im März 1994 bei der IV-Stelle ...  zum Rentenbe-
zug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB oder Beschwerdegegne-
rin], Antwortbeilage [AB] 2.1/167). Nach verschiedenen Abklärungen 
sprach die IV-Stelle ... mit Verfügung vom 26. Juni 1996 (AB 2.1/62) rück-
wirkend ab 1. März 1994 bei einem Invaliditätsgrad von 100% eine ganze 
Invalidenrente zu. Die ganze Rente wurde nach einem 1997 (AB 2.1/42) 
von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevisionsverfahren unverändert 
ausgerichtet (AB 2.1/15).

Infolge Wohnsitznahme im Kanton Bern überwies die IV-Stelle ... am 24. 
April 2001 (AB 2.1/1) die Akten an die IVB. Im Rahmen der 2001 (AB 3), 
2005 (AB 10) und 2008 (AB 23) von Amtes wegen in die Wege geleiteten 
Rentenrevisionsverfahren wurde die ganze Rente jeweils aufgrund eines 
unveränderten Invaliditätsgrads weiter ausgerichtet (AB 7, 22, 27).

B.

Anlässlich eines 2012 von Amtes wegen in die Wege geleiteten Rentenre-
visionsverfahrens (AB 35) tätigte die IVB Abklärungen. Insbesondere holte 
sie bei der MEDAS C.________ (MEDAS) ein polydisziplinäres Gutachten 
vom 13. Juli 2015 (AB 75.1), eine ergänzende MEDAS-Stellungnahme vom 
2. Februar 2016 (AB 84/2) und ein Ergänzungsgutachten vom 24. August 
2017 (AB 114.1) ein. 

C.

Mit Vorbescheid vom 18. September 2017 (AB 118) stellte die IVB der Ver-
sicherten den Abschluss der beruflichen Eingliederung in Aussicht; dement-
sprechend verfügte sie am 30. Oktober 2017 (AB 122).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 3

Mit Eingabe vom 4. Dezember 2017 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, hiergegen Beschwerde (Verfahren 
IV/2017/1056) mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 30. Oktober 2017 sei vollumfänglich aufzu-
heben.

2. a) Es sei die Beschwerdesache an die IV-Stelle Bern zur korrekten Durch-
führung des Vorbescheidverfahrens zurückzuweisen.

b) Eventualiter seien der Beschwerdeführerin berufliche Eingliederungsmass-
nahmen zuzusprechen.

3. Das vorliegende Beschwerdeverfahren sei bis zum Abschluss des Vorbescheid-
verfahrens und des Erlasses der Rentenrevisionsverfügung zu sistieren.

4. Es sei eine öffentliche Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Men-
schenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) mit zusätzlicher Parteibefragung 
durchzuführen.

5. Der Beschwerdeführerin sei die volle unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsver-
beiständung unter gleichzeitiger Einsetzung des unterzeichneten Rechtsanwalts 
als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu gewähren.

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegne-
rin.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 23. Februar 
2018 auf Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 20. März 2018 sistierte der Instrukti-
onsrichter vorläufig das Verfahren.

D.

Bereits mit Vorbescheid vom 14. September 2017 (AB 117) stellte die IVB 
der Versicherten in Aussicht, bei einem Invaliditätsgrad von 38% die Rente 
aufzuheben, wogegen Letztere, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
Einwände erheben liess (AB 119, 126). Mit Verfügung vom 10. Januar 
2018 (AB 128) hob die IVB entsprechend dem Vorbescheid die Rente per 
Ende Februar 2018 auf.

Mit Eingabe vom 12. Februar 2018 erhob die Versicherte, weiterhin vertre-
ten durch Rechtsanwalt B.________, hiergegen Beschwerde (Verfahren 
IV/2018/128) mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 10. Januar 2018 sei aufzuheben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 4

2. a) Es seien der Beschwerdeführerin weiterhin die bisherigen IV-Rentenleistun-
gen auszurichten.

b) Eventualiter: es seien ergänzende medizinische und beruflich-erwerbsbezo-
gene Abklärungen durchzuführen.

c) Subeventualiter: es sei der Beschwerdeführerin eine Invalidenrente bei einem 
Invaliditätsgrad von 40% auszurichten.

3. Der vorliegenden Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
4. Es sei nach Art. 191 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezem-

ber 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) eine gerichtliche und protokollari-
sche Befragung der Beschwerdeführerin zur bestrittenen Gefahr der Uneinbring-
lichkeit der IV-Leistungen (Beweisthema: aufschiebende Wirkung) und über den 
Eingliederungswillen (Beweisthema: Eingliederungsmassnahmen, Eingliederung 
vor Rentenaufhebung) durchzuführen.

5. Über die von der Beschwerdeführerin im vorliegenden Beschwerdeverfahren ge-
stellten Beweisanträge sei gerichtlich eine Beweisverfügung nach Art. 154 ZPO 
zu eröffnen, worin die zugelassenen Beweismittel bezeichnet werden und wo be-
stimmt wird, welche Partei zu welchen Tatsachen der Haupt- oder Gegenbeweis 
obliegt. Dabei sei der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts Rechnung zu tra-
gen, welche die Anordnung einer solchen Beweisverfügung auch im Bereich des 
Sozialversicherungsverfahrens ausdrücklich verlangt.

6. Das vorliegende Beschwerdeverfahren sei mit dem bereits vor dem angerufenen 
Gericht hängigen Beschwerdeverfahren IV/2017/1056 zu vereinigen.

7. Es sei eine öffentliche Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK mit zusätzlicher Par-
teibefragung durchzuführen.

8. Der Beschwerdeführerin sei die volle unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsver-
beiständung unter gleichzeitiger Einsetzung des unterzeichneten Rechtsanwalts 
als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu gewähren.

9. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegne-
rin.

Mit prozessleitender Verfügung vom 26. März 2018 wies der Instruktions-
richter u.a. die Rechtsbegehren betreffend gerichtliche protokollarische Be-
fragung, Erlass einer formellen Beweisverfügung sowie Wiederherstellung 
der aufschiebenden Wirkung ab. Die Verfügung blieb unangefochten.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 30. April 
2018 auf Abweisung der Beschwerde.

Die beiden Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als unentgeltlicher Rechtsbeistand (Verfahren 
IV/2017/1056 und IV/2018/128) wurden mit Schreiben vom 30. Mai 2018 
zurückgezogen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 5

E.

Mit prozessleitender Verfügung vom 3. Juli 2018 nahm der Instruktionsrich-
ter das vorläufig sistierte Verfahren IV/2017/1056 wieder auf, vereinigte die 
Verfahren IV/2017/1056 (berufliche Massnahmen) und IV/2018/128 (Ren-
tenanspruch), schrieb die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege samt 
Verbeiständung zufolge Rückzug als erledigt ab, schloss das Beweisver-
fahren und setzte die öffentliche Schlussverhandlung nach Art. 6 Ziff., 1 
EMRK auf Dienstag 18. September 2018, 14:00 Uhr an.

Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin stellte mit Schreiben vom 4. 
Juli 2018 den Antrag, es sei für die Einreichung einer Stellungnahme zur 
Beschwerdeantwort resp. Vernehmlassung vom 30. April 2018 eine ange-
messene Frist anzusetzen. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 11. Juli 2018 wurde der Antrag auf 
Fristansetzung mit der Begründung abgewiesen, dass mit prozessleitender 
Verfügung vom 3. Juli 2018 das Beweisverfahren als geschlossen erklärt 
und ein weiterer Schriftenwechsel – u.a. mit Blick auf die öffentliche 
Schlussverhandlung – als nicht angezeigt erachtet worden sei. Daran habe 
sich nichts geändert.

Anlässlich der Schlussverhandlung vom 18. September 2018 bestätigte 
Rechtsanwalt lic. iur. B.________ im Namen der Beschwerdeführerin die 
gestellten Rechtsbegehren, nahm im Rahmen des Schlussvortrags hierzu 
Stellung, reichte dem Gericht eine Kostennote ein und legte weitere Unter-
lagen ins Recht (Akten der Beschwerdeführerin, Beschwerdebeilage [BB] 
7-12).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 6

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. 
Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist in den vorinstanzlichen Verfahren mit ihren An-
trägen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
den einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet einerseits die Verfügung vom 30. Oktober 
2017 (AB 122). Diesbezüglich ist der Anspruch auf berufliche Massnahmen 
und dabei auch die Frage, ob die Beschwerdegegnerin das rechtliche 
Gehör der Beschwerdeführerin verletzt hat, streitig. Andererseits bildet die 
Verfügung vom 10. Januar 2018 (AB 128) das weitere Anfechtungsobjekt. 
Diesbezüglich ist der Anspruch auf eine Invalidenrente streitig und dabei 
namentlich, ob die ganze Rente zu Recht per 28. Februar 2018 aufgeho-
ben wurde. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 7

2.

Vorab ist in formeller Hinsicht eine allfällige Verletzung des Anspruchs auf 
rechtliches Gehör zu prüfen. Diesbezüglich macht die Beschwerdeführerin 
in der Beschwerde vom 4. Dezember 2017 geltend, die Beschwerdegegne-
rin habe den Vorbescheid betreffend beruflichen Massnahmen vom 18. 
September 2017 (AB 118) nicht erhalten, womit das Vorbescheidverfahren 
nicht korrekt durchgeführt worden sei (Beschwerde S. 4 Ziff. 3).

2.1 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche 
Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persön-
lichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Verfahrensbeteiligten beim Erlass 
von Verfügungen dar, die ihre Rechtsstellung betreffen. Dazu gehört insbe-
sondere das Recht der Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Ent-
scheides zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht 
in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden 
und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder 
sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, 
den Entscheid zu beeinflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör um-
fasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräu-
men sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Gel-
tung bringen kann (BGE 143 V 71 E. 4.1 S. 72).

2.2 Gemäss Art. 57a Abs. 1 IVG teilt die IV-Stelle der versicherten Per-
son den vorgesehenen Endentscheid über ein Leistungsbegehren oder den 
Entzug oder die Herabsetzung einer bisher gewährten Leistung mittels Vor-
bescheid mit. Die versicherte Person hat Anspruch auf rechtliches Gehör 
im Sinne von Art. 42 ATSG. Gemäss Art. 73ter Abs. 1 der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) können 
die Parteien innerhalb einer Frist von 30 Tagen Einwände gegen den Vor-
bescheid vorbringen. Diese Frist ist als behördliche Frist zu verstehen, wel-
che aus hinreichenden Gründen erstreckt werden kann (BGE 143 V 71 E. 
4.3.5 S. 75).

2.3 Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung 
des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt ungeachtet der Erfolgsaussich-
ten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 8

Entscheids. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die An-
hörung im konkreten Fall für den Ausgang der materiellen Streitentschei-
dung von Bedeutung ist, d.h. die Behörde zu einer Änderung ihres Ent-
scheides veranlasst wird oder nicht (BGE 127 V 431 E. 3d aa S. 437; SVR 
2013 IV Nr. 26 S. 75 E. 4.2).

2.3.1 Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwie-
gende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die be-
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu 
äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen 
kann. Die Heilung eines allfälligen Mangels soll aber die Ausnahme bleiben 
(BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2013 IV Nr. 
26 S. 76 E. 4.2).

2.3.2 Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen 
Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst 
bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs abzusehen, 
wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und 
damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der An-
hörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförder-
lichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E. 
2.3.2 S. 197; SVR 2013 IV Nr. 26 S. 76 E. 4.2).

2.4 Die Beschwerdegegnerin versandte den Vorbescheid vom 18. Sep-
tember 2017 bezüglich beruflicher Massnahmen nicht mit eingeschriebener 
Postsendung (AB 118). Da gemäss bundesgerichtlichem Grundsatz die 
Verwaltung die Beweislast trägt, dass die Zustellung tatsächlich erfolgt ist 
(vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 8. Februar 2017, 
8C_787/2016, E. 3.2) und die Beschwerdeführerin die Tatsache der Zustel-
lung des uneingeschrieben versandten Vorbescheids bestreitet, muss, da 
dessen Erhalt nicht anderweitig bewiesen wird, im Zweifel auf die Darstel-
lung der Empfängerin abgestellt werden (vgl. Entscheid des BGer vom 8. 
August 2016, 9C_815/2015, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen), d.h. es ist vor-
liegend nicht erstellt, dass die Beschwerdeführerin den Vorbescheid erhal-
ten hat. Trotzdem ist jedoch, wie die Beschwerdegegnerin zu Recht aus-
führt (vgl. Beschwerdeantwort S. 4 Ziff. 7), nicht von einer Verletzung des 
rechtlichen Gehörs, bzw. jedenfalls nicht von einer unheilbaren Verletzung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 9

des rechtlichen Gehörs auszugehen. Im Vorbescheidverfahren betreffend 
die Renteneinstellung (Verfahren IV/2018/128) stellte die IVB nämlich dem 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit A-Postsendung vom 13. Okto-
ber 2017 (AB 121) wunschgemäss die gesamten IV-Akten zu, was unbe-
stritten ist. Somit hatte der Rechtsvertreter auch Kenntnis vom Vorbescheid 
bezüglich der beruflichen Massnahmen vom 18. September 2017 (Verfah-
ren IV/2017/1056) und er hatte zwei Wochen Zeit, bis zum Erlass der Ver-
fügung betreffend Abschluss der beruflichen Massnahmen vom 30. Okto-
ber 2017 Einwände zu erheben oder zumindest eine Fristerstreckung zu 
beantragen (E. 2.2. hiervor). Eine solche hat er denn auch bezüglich der in 
Aussicht gestellten Rentenaufhebung beantragt (AB 123) und erhalten (AB 
124). Zudem ist zu beachten, dass die Beschwerdeführerin ihre Rügen 
uneingeschränkt vor dem Verwaltungsgericht vortragen konnte und dieses 
volle Kognition hat (vgl. E. 2.3.1 hiervor). Weiter käme eine Rückweisung 
einem formalistischen Leerlauf gleich und würde zu unnötigen Verzögerun-
gen führen, weshalb vorliegend von einer Rückweisung aus formellen 
Gründen abzusehen ist (E. 2.3.2 hiervor).

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits-
unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 
130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 10

3.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die 
Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 
S. 296). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist 
nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festge-
stellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand von 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 V 281 E. 6 S. 
308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 
S. 429).

3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

3.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

3.4.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 11

des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
An-gewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund 
ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Be-messung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung 
des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 
343 E. 3.5 S. 349).

3.4.2 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands be-standen – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

3.4.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Be-
rücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlagge-
benden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-
schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2017 IV Nr. 40 S. 122 E. 5.2.2).

3.4.4 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende Än-
derung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeit-
punkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie 
voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berück-
sichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate ange-
dauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 
IVV). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende Än-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 12

derung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung 
drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV).

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

4.

4.1 Vorliegend ist durch einen Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt 
der Verfügung vom 26. Juni 1996 (AB 2.1/62), als letztmals eine allseitige 
Überprüfung der Leistungsvoraussetzungen erfolgte, und der hier ange-
fochtenen Verfügung vom 10. Januar 2018 (AB 128) zu prüfen, ob in den 
tatsächlichen Verhältnissen eine wesentliche Änderung eingetreten ist, die 
geeignet ist, den Invaliditätsgrad in anspruchsbegründender Weise zu be-
einflussen (vgl. E. 3.4.1 hiervor). Die Mitteilung vom 21. April 1998 (AB 
2.1/15) sowie die Verfügungen vom 18. Oktober 2001 (AB 7), 17. März 
2006 (AB 22) und 15. August 2008 (AB 27), mit welchen der Invaliditäts-
grad von 100% und die Weiterausrichtung der ganzen Rente jeweils 
bestätigt wurde, stellen keine Vergleichsbasis dar, da jeweils keine umfas-
sende Überprüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver-
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens-
vergleichs er-folgte. Was die anlässlich der öffentlichen Schlussverhand-
lung vom 18. September 2018 vom Rechtsvertreter ins Recht gelegten Be-
richte der Psychiatrischen Dienste D.________ vom 5. März 2018 (BB 12), 
der Röntgeninstitut E.________ AG vom 23. Mai 2018 (BB 9), der Rheu-
matologie F.________ vom 7. Juni 2018 (BB 8) sowie die bildgebende 
Darstellung der Doppelosteotomie rechts vom 10. September 2018 (BB 10) 
betrifft, können diese im vorliegenden Verfahren nicht berücksichtigt wer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 13

den (zu den weiteren anlässlich der Verhandlung aufgelegten Berichten 
vgl. im Übrigen E. 4.5 hiernach). Allfällige Veränderungen des Gesund-
heitszustands nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 10. Januar 
2018 sind vorliegend nicht relevant, sondern können allenfalls Gegenstand 
einer Neuanmeldung sein, da das Sozialversicherungsgericht die Gesetz-
mässigkeit des angefochtenen Entscheides nach dem Sachverhalt, der zur 
Zeit seines Erlasses gegeben war, beurteilt (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 
130 V 138 E. 2.1 S. 140, SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4). Die Berichte 
werden zur gutscheinenden Behandlung an die Beschwerdegegnerin wei-
tergeleitet. 

4.2 Die rentenzusprechende Verfügung vom 26. Juni 1996 (AB 2.1/62) 
basierte im Wesentlichen auf folgenden medizinischen Berichten:

4.2.1 Die Versicherte war vom 30. März bis zum 10. April 1993 im Spital 
G.________ hospitalisiert. In dessen Bericht vom 13. April 1993 (AB 
2.1/135) wurden eine depressive Entwicklung (Somatisierungstendenz, ak-
tuell: Äusserung von suizidalen Gedanken) sowie ein generalisiertes 
Schmerzsyndrom (Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Lumbalgien, Bein-
schmerzen ohne klinisches Korrelat) diagnostiziert (S. 135). Die Versicher-
te sei wegen therapieresistenten Kopfschmerzen und Lumbalgien hospitali-
siert worden. Eindrücklich sei die Anamnese mit depressiver Entwicklung, 
beginnend nach einem Bagatellunfall 1990. Bereits damals habe sie über 
ein buntes Beschwerdebild mit Kopfschmerzen, Lumbalgien und generali-
sierten Schmerzzuständen geklagt. Die damals durchgeführte Diagnostik 
mittels neurologischer Untersuchung, EEG und kranieller CT habe abgese-
hen von einer Sinusistis maxillaris keine relevanten Befunde ergeben. Aktu-
ell leide die Versicherte erheblich an einem generalisierten Schmerzsyn-
drom mit vorwiegend Kopfschmerzen und Schmerzen des Bewegungsap-
parates. Bei gezielter Befragung werde eine psychosoziale Überforde-
rung/Überlastung erkennbar. Initial sei weiterhin über Schlafstörungen, 
Traurigkeit und vage suizidale Gedanken geklagt worden. Das Gesamtbild 
präsentiere sich hier als depressive Entwicklung mit Somatisierungsten-
denz. Ein organisches Korrelat für das generalisierte Schmerzsystem habe 
nicht gefunden werden können (S. 136). Therapeutisch sei eine antidepres-
sive Therapie eingeleitet worden, wodurch sich das Gesamtbild trotz anti-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 14

depressiver Therapie und flankierenden Massnahmen nicht wesentlich ver-
bessert habe. Bei der morgendlichen Visite am 10. April 1993 habe die Ver-
sicherte eindeutige suizidale Gedanken gezeigt, weshalb sie in die Klinik 
J.________ verlegt worden sei (S. 137). 

4.2.2 Im Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik des Spitals 
H.________ vom 9. Juni 1993 (AB 2.1/119), wo die Versicherte vom 19. 
April bis zum 19. Mai 1993 hospitalisiert war, wurde eine depressive Ent-
wicklung mit Somatisierungstendenzen diagnostiziert. Nach einem körperli-
chen Trauma hätten sich diverse somatische Beschwerden „vergesell-
schaftlicht“ mit depressiven Symptomen entwickelt. Differentialdiagnostisch 
könne es sich um eine depressive Entwicklung aufgrund einer Assimilati-
onsproblematik handeln oder um eine Konversionsneurose aufgrund der 
„konfliktuösen“ Paarbeziehung. Da sich die Bewältigungsstrategien der 
Versicherten vornehmlich auf die somatische Ebene konzentrieren würden, 
erscheine die Prognose nicht sehr günstig. Bis auf Weiteres bestehe eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit (S. 122).

4.2.3 Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, dia-
gnostizierte im Bericht vom 4. Oktober 1993 (AB 2.1/156) eine Aktualisie-
rung eines chronischen Lumbovertebralsyndroms (Ziff. 5). Es lägen ein 
bekanntes sehr ausgeprägtes depressives Syndrom sowie therapieresis-
tente chronische Kopfschmerzen vor (Ziff. 3). Ab dem 19. März 1933 beste-
he bis auf Weiteres eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 8). 

4.2.4 Im Bericht der Kantonalen Psychiatrischen Klinik J.________ vom 
9. August 1994 (AB 2.1/109) wurde eine akute Belastungsreaktion mit ge-
mischter Störung von Gefühlen und Sozialverhalten bei bekannter depres-
siver Entwicklung mit Somatisierungstendenz diagnostiziert. Die Versicher-
te sei per vorsorglichem Fürsorglichen Freiheitsentzug wegen akuter Psy-
chose bei bestehender Suizidalität eingewiesen worden (S. 109). Während 
der Untersuchung habe sie u.a. Suizidgedanken wegen der vielen Proble-
me geäussert. Ausserdem habe sie seit einem Unfall vor ca. zwei Jahren 
Schmerzen am ganzen Körper. Sie fühle sich in der familiären Situation mit 
dem arbeitslosen Ehemann und ihrer eigenen unfallbedingten Arbeitsun-
fähigkeit überfordert. Einen Tag nach der Einweisung habe sie gegen die 
Empfehlungen der Klinik das Spital wieder verlassen (S. 110).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 15

4.2.5 Dr. med. K.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im Bericht vom 9. Juni 1995 (AB 2.1/116) multiple psycho-
somatische Störungen bei Status nach Unfall mit depressiv-regressivem 
Zustandsbild am ehesten im Sinne einer posttraumatischen Belastungs-
störung (ICD-10 F43.1; S. 117 Ziff. 3). Die Versicherte leide unter Kopf-
schmerzen, Schwindel, Augenbrennen, Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Schlaf-
problemen sowie Ohren- und Bauchschmerzen. Sie beklage diese multi-
plen Beschwerden seit der Zeit kurz nach einem Unfall 1990, der von aus-
sen betrachtet als Bagatelle erscheine, in ihrem Erleben aber eine furchtba-
re „Geschichte“ darstelle (Ziff. 4.2). Seit März 1993 bestehe eine vollständi-
ge Arbeitsunfähigkeit (S. 116 Ziff. 1.5). Bezüglich einer möglichen Arbeits- 
und Eingliederungsfähigkeit bestehe wegen der Chronifizierung sowohl in 
der angestammten wie auch einer anderen Tätigkeit eine schlechte Pro-
gnose. Auch im Haushalt könne die Versicherte praktisch keine Arbeiten 
verrichten. Die Aufgaben würden von den beiden ältesten Töchtern über-
nommen (S. 118 lit. c).

4.2.6 Dr. med. I.________ diagnostizierte im Bericht vom 15. Juni 1995 
(AB 2.1/82) eine schwere Depression, wahrscheinlich konversionsneuro-
tisch bedingt, mit eindeutiger Somatisierung sowie einen Status nach Wir-
belsäulenstauchungstrauma (LWS-Bereich), seither chronisches Lumbo-
vertebralsyndrom und chronische Kopfschmerzen (S. 83 Ziff. 3). Er beur-
teilte die Versicherte als schwerst depressiv und neurotisch. Es liege eine 
Konversionsneurose, wahrscheinlich auf der Basis einer posttraumatischen 
Verarbeitungsstörung, vor, wobei der kulturelle Hintergrund, welcher hinter 
dieser massiven Reaktion stehe, nicht klar sei. Dies sei ein sprachliches, 
kulturelles Problem. Die Versicherte sei sicher nicht arbeitsfähig (S. 84). 

4.3 Seit der Verfügung vom Verfügung vom 26. Juni 1996 (AB 2.1/62) 
ergibt sich bezüglich des Gesundheitszustandes im Wesentlichen das Fol-
gende:

4.3.1 Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 13. Juli 2015 (AB 75.1) 
wurden folgende Hauptdiagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
gestellt:

- Chronische lumbovertebragene / -spondylogene Schmerzen bei
• Geringen Facettengelenksarthrosen LWK 3-5

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 16

• Status nach sekundärer perkutaner bipedikulärer Vertebroplastik LWK1 
(Operation am 25. August 2009) nach dorsaler Aufrichtungsstabilisierung 
Th11-L2 (Operation am 17. August 2009)

• LWK1-Burst-Split-Fraktur nach Autounfall (12. August 2009)
• Status nach Facetten-Infiltration L5-S1 rechts (2002)

- Histrionische Persönlichkeitsstörung (mit abhängig asthenischen Zügen; ICD-10 
F60.4; S. 44 Ziff. 7.1.1).

Ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nannten die Gutach-
ter folgende Nebendiagnosen:

- Psychogener Tremor seit 2008 bekannt
- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode ohne somati-

sches Syndrom (ICD-10 F33.00)
- Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 

F45.41)
- Dissoziative Störung (zurzeit in Remission; ICD-10 F44.9)
- Spondylogene Cervikalgie bei Uncarthrose, Spondylarthrose HWK5-7, Band-

scheibendegenerationen, muskuläre Dysbalance Nacken-/Schultergürtel
- Tendinosis calcarea rechts (Erstdiagnose 2014)
- Rhizarthrose rechts
- Leichtgradiges Karpaltunnelsyndrom rechts, konservativ behandelt
- Hallux valgus rechts, Senk-Spreizfuss beidseits mit Digitus superductus V beid-

seits
- Status nach Osteotomie nach Scarf sowie Z-Plastik, Zehenkorrektur V beidseits
- Episodisch hyperreagible Bronchialschleimhaut bei Status nach Posterior Drip-

Syndrome und operativer Nasennebenhöhlen-Sanierung (S. 44 f. Ziff. 7.1.2).

Aus gutachterlich psychiatrischer Sicht habe sich der Gesundheitszustand 
seit der erstmaligen Rentenzusprache am 26. Juni 1996 (AB 2.1/62) dahin-
gehend gebessert, dass bei der aktuellen Untersuchung keine gravierende 
psychiatrische Morbidität mehr habe festgestellt werden können, welche für 
die Arbeitsfähigkeit von grosser Bedeutung wäre. Psychisch würden die für 
die Arbeitsfähigkeit relevanten Beeinträchtigungen, welche eine quantitati-
ve Einschränkung bedingen, durch die Persönlichkeitsstörung verursacht. 
Eine Somatisierungstendenz sei vorhanden. Die geltend gemachten Be-
schwerden seien mit den gestellten Diagnosen hinreichend erklärbar. Bei 
allen Diagnosen handle es sich um eine langjährige Erkrankung. Der Ver-
lauf dieser Erkrankung sei insbesondere psychiatrisch wellenförmig. Auch 
auf somatischer Ebene habe die Versicherte berichtet, dass sie unter den 
eingeleiteten Massnahmen immer wieder eine Erleichterung gehabt hätte 
(Facetteninfiltration) und die Therapien, die in … veranlasst worden seien, 
hätten ihr immer eine gute Besserung gebracht. Aktuell berichte sie über 
wiederholt auftretende Fussbeschwerden rechts. Sie könne nicht laufen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 17

auch habe sie 2014 unter Schulterbeschwerden gelitten. Inzwischen seien 
diese zurückgegangen. Nach einer Infiltration hätten sich die Beschwerden 
im Daumensattelgelenk gebessert. Wegen eines Karpaltunnelsyndroms 
rechts trage sie zeitweise noch die verordnete Schiene (S. 46 Ziff. 7.2.2). 

Die Versicherte sei aufgrund der pathomorphologischen Störungen für 
schwere Arbeiten nicht mehr einsetzbar (S. 47 Ziff. 7.2.3). Leichte wechsel-
belastende Tätigkeiten ohne einseitige Wirbelsäulenzwangshaltung, ohne 
schweres Heben und Tragen von Lasten, selten 5-10 kg, ohne repetitiv ge-
forderte Dreh- und Seitenbewegungen der LWS und ohne Stauch- und Vi-
brationsbelastungen seien der Versicherten zumutbar (S. 49 Ziff. 8.2.2). In 
jeder rückenadaptierten Tätigkeit sei sie aus orthopädischer Sicht, ausge-
hend von einem Vollpensum, zu 10-20% eingeschränkt. Dies begründe 
sich durch die verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule nach LWK1-
Fraktur und Vertebroplastik mit Spondylodese sowie Schmerzchronifizie-
rung, die zu einer Verlangsamung und einem vermehrten Pausenbedarf 
führe. Aus psychiatrischer Sicht sei die quantitative Einschränkung Folge 
der Persönlichkeitsstruktur mit Stressintoleranz und Neigung auf Stress mit 
kurzzeitigen Krisen zu reagieren und es bestehe eine Einschränkung um 
20-30%. In optimal adaptierten Tätigkeiten müsse polydisziplinär von einer 
30%-igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden (Ziff. 8.2.1)

In der ergänzenden Stellungnahme der MEDAS vom 2. Februar 2016 (AB 
84/2) wurde dargelegt, es könne unverändert am definierten Zumutbar-
keitsprofil festgehalten werden (S. 2). 

4.3.2 Dr. med. L.________, Facharzt für Rheumatologie, führte im Bericht 
vom 20. Februar 2017 (AB 101) aus, der Gesundheitszustand habe sich 
leicht verbessert (S. 2 Ziff. 1). Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte 
er folgende Diagnosen:

- Panvertebralsyndrom
- Perioarthropathia humeroscapularis beidseits
- Depressive Entwicklung, wahrscheinlich psychosomatische Komponente
- Rhizarthrose und Fingerpolyarthrose
- Karpaltunnelsyndrom rechts
- Spreizfuss beidseits
- Coxarthrose beidseits
- Retropatellararthrose beidseits.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 18

Zudem stellt er mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit den Verdacht eines 
Sjögren-Syndroms (S. 2 Ziff. 3). Durch die starke Müdigkeit, die Myalgien 
und Anthralgien durch das Sjögren-Syndrom, aber auch durch die bekann-
ten degenerativen Veränderungen wie Rhizarthrose und Coxarthrose sei 
die Versicherte nicht in der Lage, grössere Lasten zu heben, grobmotori-
sche Tätigkeiten durchzuführen und länger als 20 Minuten in einer Position 
zu verharren (S. 3 Ziff. 12). Die bisherige Erwerbstätigkeit sei nicht mehr 
zumutbar. Für sehr leichte Arbeiten ohne Heben von Lasten, ohne grobmo-
torische Tätigkeiten und ohne Zwangshaltungen sowie der Möglichkeit zur 
Einnahme von Wechselpositionen bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 30% 
(Ziff. 13).

4.3.3 Im Bericht der Psychiatrischen Dienste D.________ vom 15. Mai 
2017 (AB 109) wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivie-
rende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode, 
mit bei einem chronischen Schmerzsyndrom (ICD-10 F33.1), einer chroni-
schen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41) und einer dissoziativen Störung bei einer Patientin mit mehrfachen 
traumatisierenden Erlebnissen (ICD-10 F44.3, F44.7) diagnostiziert (S. 1 
Ziff. 1.1). Immer wieder käme es während den Einzelsitzungen zu dissozia-
tiven Zuständen, welche bis zu 30-45 Minuten andauern würden. Die Ver-
sicherte würde sich dann vor Schmerzen biegen, mache klagende Geräu-
sche, teils schreiend und wimmernd, schlage sich selber immer wieder auf 
die Hand bzw. auf den Arm, nehme Finger in den Mund und krieche auf 
dem Boden umher (S. 2 Ziff. 1.4). Es bestünden Ganzkörperschmerzen, 
immer wiederkehrende dissoziative Zustände, ein depressives Erschei-
nungsbild mit Niedergeschlagenheit, Erschöpfungszuständen, eine An-
triebslosigkeit, Insuffizienzgefühle, eine Hoffnungslosigkeit sowie eine Nei-
gung zum sozialen Rückzug. Aufgrund der genannten körperlichen und 
psychischen Beschwerden sei die Versicherte zum jetzigen Zeitpunkt nicht 
arbeitsfähig (S. 3 Ziff. 1.7). 

4.3.4 Im polydisziplinären Verlaufsgutachten der MEDAS vom 24. August 
2017 (AB 114.1) wurden folgende Hauptdiagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit gestellt:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 19

- Histrionische Persönlichkeitsstörung (mit abhängigen, asthenischen Zügen; ICD-
10 F60.4)

- Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41)

- Chronisches lumbovertebrales Syndrom (ICD-10 M54.5) bei degenerativen Ver-
änderungen ossärer (ICD-10 M47.86) und diskogener (ICD-10 M51.8) Art

- Sjögren-Syndrom mit mässiger Sicca-Symptomatik (Erstdiagnose 2016), gutes 
Ansprechen auf Plaquenil (S. 45 Ziff. 8.1.1).

Ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nannten die Gutach-
ter folgende Nebendiagnosen:

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4)
- Dissoziative Störung (zurzeit in Remission; ICD-10 F44.9)
- Chronisches Zervikalsyndrom bei degenerativen Veränderungen ossärer und dis-

kogener Art
- Periathropathia humero-scapularis beidseits, zurzeit linksbetont
- Rhizarthrose beidseits, zurzeit linksbetont
- Karpaltunnelsyndrom beidseits
- Knick-Senk-Spreizfuss beidseits mit Hallux valgus und Digitus quintus varus beid-

seits
- Hyperreagible Bronchialschleimhaut unter Seretide problemlos
- Gelegentliche hypertensive Episoden, zurzeit normoton 
- Status nach Helicobacter pylori positiver Gastritis und Eradikation 2015 (Ziff. 

8.1.2).

Die Diagnose „dissoziative Störung bei einer Patientin mit mehrfachen 
Traumatisierungserlebnissen“ werde aufgrund von dargestellten Anfällen 
(die genau in die Dauer eines ambulanten Gesprächs passen) gegeben. 
Die beschriebenen Zustände würden jedoch nicht zu einer der im ICD-10 
beschriebenen dissoziativen Zustände passen. Es könnte sich genauso gut 
um eine Inszenierung handeln. Dies insbesondere weil solche Anfälle bis-
her wahrscheinlich ausschliesslich im Rahmen von psychiatrischen Unter-
suchungen und Behandlungen vorgekommen seien. Es werde im Text 
nicht besprochen, was die „mehrfachen traumatischen Erlebnisse“ im Le-
ben der Versicherten gewesen seien. Soweit bekannt, habe es keine trau-
matisierenden Erlebnisse im Sinne von ICD-10 oder DSM-5 im Leben der 
Versicherten gegeben. Deshalb sei die Diagnose nicht nachvollziehbar (S. 
277 f. Ziff. 5.4.2). Rheumatologisch dazugekommen sei 2016 die Diagnose 
eines Sjögren-Syndroms, dies aufgrund entsprechender rheumaserologi-
scher Werte und gemäss Angaben des behandelnden Rheumatologen 
auch mittels einer Speicheldrüsenbiopsie mit typischen Iymphozytären Infil-
traten. Die bei diesem Syndrom hauptsächlich im Vordergrund stehenden 
Sicca-Symptome seien aktuell nicht sehr ausgeprägt und würden entspre-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 20

chend nur intermittierend behandelt. Das Syndrom könne Fatiguesympto-
me und Arthro-Myalgien verursachen. Solche seien nach der jahrzehnte-
langen Anamnese mit unspezifischen myofaszialen Beschwerden kaum 
befriedigend identifizierbar (S. 48 Ziff. 9.1.1). Die Versicherte sei aus 
psychiatrischer Sicht in jeder körperlich zumutbaren Tätigkeit zu 60% ar-
beitsfähig (S. 48 Ziff.9.2.1). Die Reduktion der Arbeitsfähigkeit sei quantita-
tiv und beruhe auf der reduzierten Belastbarkeit und erhöhten Stressanfäl-
ligkeit. Dies erfordere eine Reduktion der täglichen Arbeitsstunden auf ma-
ximal fünf (S. 47 Ziff. 9.1.1). Angesichts des unveränderten Gesundheits-
zustandes seit der Begutachtung 2015 sei aus orthopädischer Sicht die 
frühere gutachterliche Einschätzung zu übernehmen, d.h. in einer gut lei-
densangepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 10-20%. 
Internistisch und rheumatologisch kämen keine zusätzlichen Einschrän-
kungen hin-zu. Polydisziplinär seien die psychiatrischen und muskuloske-
lettalen Probleme nicht zu addieren, sondern miteinander zu integrieren. 
Die Beurteilung richte sich damit vorwiegend nach der psychiatrischen Ein-
schätzung (S. 48 Ziff. 9.2.1). Aus orthopädischer Sicht sollte es sich bei 
einer angepassten Arbeit um eine wechselbelastende, körperlich leichte 
Arbeit ohne Zwangspositionen der Wirbelsäule, ohne Heben und Tragen 
von Lasten über 5 kg und ohne repetitive Dreh- und Seitenbewegungen der 
LWS sowie ohne Stauch- und Vibrationsbelastungen handeln. Rheumato-
logisch und psychiatrisch seien keine zusätzlichen Spezifikationen nötig 
(Ziff. 9.2.2).

4.3.5 Im anlässlich der Schlussverhandlung aufgelegten Bericht vom 13. 
November 2017 (BB 7) führte Dr. med. L.________ aus, bei der letzten 
Kontrolle am 31. Oktober 2017 habe die Versicherte über einen Sturz mit 
Schmerzen im rechten Knie berichtet. Zudem sei sie psychisch sehr belas-
tet. Eine Invalidenrente sei abgelehnt worden und sie müsse nun arbeiten. 
Er habe die Versicherte nicht untersuchen können. Es sei zu einem grob-
schlägigen, sehr auffälligen Tremor gekommen. Bei der Kontrolle vom 13. 
November 2017 sei die Versicherte ruhiger gewesen. Die Kniesymptomatik 
sei praktisch abgeklungen und schmerze kaum mehr. Die Fingergelenke 
seien deutlich weniger schmerzhaft als vor dem Beginn der medikamentö-
sen Behandlung. Bei grösseren Belastungen spüre sie aber noch deutliche 
Beschwerden. Aktuell stünden psychische Probleme im Vordergrund. Neu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 21

bestünden seit einigen Wochen Schmerzen plantar rechts als Anlauf-
schmerz. Die Versicherte habe die Beschwerden bereits früher verspürt. 
Klinisch zeige sich eine Druckdolenz plantar. Sehr wahrscheinlich liege 
eine Plantafaszitis vor. Es würden diesbezüglich Physiotherapie und 
Heimübungen zwecks Dehnung folgen (S. 2). 

4.3.6 Vom 22. Dezember 2017 bis zum 26. Januar 2018 befand sich die 
Versicherte in stationärer psychiatrischer Behandlung. Gemäss dem Be-
richt der Psychiatrischen Dienste D.________ vom 31. Januar 2018 (BB 
11) sei der stationäre Aufenthalt aufgrund zunehmender depressiver Sym-
ptome, der chronischen Schmerzproblematik und der dissoziativen Anfälle 
erfolgt. Gemäss den Akten bestünden dissoziative Zustände, welche bis zu 
30 Minuten dauern könnten (die Versicherte biege sich vor Schmerzen, 
mache „klagende“ Geräusche, schlage sich selber immer wieder auf die 
rechte Hand, nehme Finger in den Mund und krieche auf dem Boden). Das 
Eintrittsgespräch sei aufgrund eines solchen dissoziativen Zustandes ab-
gebrochen worden (S. 1). Im Bericht wurden als Hauptdiagnosen eine rezi-
divierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Epi-
sode, mit bei einem chronischen Schmerzsyndrom (ICD-10 F33.1), einer 
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
(ICD-10 F45.41) und einer dissoziativen Störung bei einer Patientin mit 
mehrfachen traumatisierenden Erlebnissen (ICD-10 F44.3, DD: F44.7) ge-
stellt (S. 2). Am 26. Januar 2018 habe die Versicherte in gegenseitigem 
Einverständnis und in gebessertem Zustand nach Hause entlassen werden 
können (S. 3).

4.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 22

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati-
on einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen In-
halt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von ex-
ternen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und 
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 
der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei 
der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht kon-
krete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 
V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.1).

4.5 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der rentenaufhebenden Ver-
fügung vom 10. Januar 2018 im Wesentlichen auf das polydisziplinäre ME-
DAS-Gutachten vom 13. Juli 2015 (AB 75.1), die ergänzende Stellungnah-
me der MEDAS vom 2. Februar 2016 (AB 84/2) sowie deren Verlaufsgut-
achten vom 24. August 2017 (AB 114.1). Aus dem Verlaufsgutachten ergibt 
sich, dass die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 60% 
arbeits- und leistungsfähig ist. Die MEDAS-Gutachten bzw. die ergänzende 
Stellungnahme erfüllen gesamthaft die an den Beweiswert eines me-
dizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.4 hiervor), wes-
halb ihnen volle Beweiskraft zukommt. Die Gutachter haben sich in ihren 
Beurteilungen sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen aus-
einandergesetzt sowie ihre Schlussfolgerungen und Einschätzungen ge-
stützt auf ihre Untersuchungen und die Akten in schlüssiger und nachvoll-
ziehbarer Weise dargelegt. Sie hatten Kenntnis aller Vorakten und haben 
sämtliche ihnen zur Verfügung stehenden Informationen in ihren Beurtei-
lungen gewürdigt. Die Ausführungen in den Beurteilungen der medizini-
schen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfol-
gerungen zum Gesundheitszustand überzeugend begründet. Den MEDAS-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 23

Gutachten sowie der ergänzenden Stellungnahme kommt daher uneinge-
schränkte Be-weiskraft zu und es ist in der Folge darauf abzustellen. Die 
dagegen von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Einwände sowie die 
übrigen medizinischen Berichte vermögen – wie nachfolgend gezeigt – den 
Beweiswert der MEDAS-Beurteilungen nicht zu schmälern. 

Anders als die Beschwerdeführerin beschwerdeweise (vgl. Beschwerde S. 
10 ff. Ziff. 5) sowie anlässlich der öffentlichen Schlussverhandlung vom 18. 
September 2018 vorbringt, handelt es sich bei den Gutachten und der er-
gänzenden Stellungnahme der MEDAS (AB 75.1, 84/2, 114.1) nicht um 
bloss unterschiedliche Beurteilungen eines im Wesentlichen gleich geblie-
benen Gesundheitszustandes. Vielmehr haben die Gutachter in überzeu-
gender und nachvollziehbarer Weise eine wesentliche medizinische Verän-
derung seit 1996 dargelegt. 

Damals wurde der Beschwerdeführerin bei einem Invaliditätsgrad von 
100% eine ganze Rente u.a. wegen einer schweren Depression, einem 
chronischen Lumbovertebralsyndrom sowie chronischen Kopfschmerzen 
zugesprochen (vgl. Bericht von Dr. med. I.________ vom 15. Juni1995 [AB 
2.1/82 S. 83 Ziff. 3]). Dr. med. I.________ beschrieb die Beschwerdeführe-
rin als schwerst depressiv mit Tendenz zu Hysterie und zeitweise Wahn-
vorstellungen. Sie liege tagelang im Bett, in einem dunklen Zimmer und 
schreie bei „Bedarf“ Kinder und Ehemann an bis zum Ausrasten mit Schla-
gen etc. (Ziff. 4.1). Sie habe dauernde Rückenschmerzen lumbal und kön-
ne sich kaum bewegen. Die Schmerzen seien so intensiv, dass sie nur lie-
gen und nirgends sitzen könne. Ebenso habe sie Tag und Nacht Kopf-
schmerzen (Ziff. 4.2). Gegenüber der Schweizerischen Unfallversiche-
rungsanstalt gab die Beschwerdeführerin an, sie könne kaum stehen und 
gehen (AB 2.1/90 S. 91). Diverse Male äusserte sie Suizidgedanken (AB 
2.1/135, 2.1/109). Wie Dr. med. K.________ festhielt, konnte die Be-
schwerdeführerin im Haushalt praktisch keine Arbeiten verrichten Die Auf-
gaben würden von den beiden ältesten Töchtern übernommen (AB 2.1/116 
S. 118 lit. c). 

Seit damals hat sich der Gesundheitszustand wesentlich verändert. Die Be-
schwerdeführerin weilte 2009 im ... in den Ferien und erlitt dort einen Au-
tounfall (AB 75.1 S. 21 Ziff. 2.2). Nach Abklingen der unfallbedingten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 24

Schmerzen konnte sie mit einem Gehtraining beginnen; auch heute (2015) 
versuche sie viel zu gehen und führe zwei Mal am Tag Walking durch (S. 
23 Ziff. 3.1 und 3.1.3). Anlässlich der MEDAS-Begutachtung 2017 gab sie 
gegenüber dem internistischen Gutachter an, sie gehe täglich spazieren 
(AB 114.1 S. 40 Ziff. 7.2.1). Auch ist es ihr nun möglich, im Haushalt kleine-
re Dinge (Wäsche waschen, Bügeln) zu erledigen und Einkaufen zu gehen 
(AB 75.1 S. 21 Ziff. 3.1.3, S. 24 Ziff. 3.1.4). Mühe habe sie bei schwereren 
Tätigkeiten wie Reinigung von Küche und Bad (AB 114.1 S. 21 Ziff. 3.1.4). 
Während der psychiatrischen MEDAS-Begutachtung 2015 (AB 75.1) konn-
te die Beschwerdeführerin während der 90-minütigen Exploration aufrecht 
auf dem Stuhl sitzen, ohne Zeichen von Unbehagen, Beschwerden oder 
Ermüdungszeichen. Auch konnte im Gegensatz zu früher nur noch eine 
leichtgradig depressive Störung festgestellt werden (S. 30 Ziff. 5.3.1); bei 
der Begutachtung 2017 ergab die Testung gar einen Wert, welcher keiner 
depressiven Stimmungslage mehr entsprach. Auch wurden im Gegensatz 
zu früher keine Suizidgedanken mehr geäussert (AB 114.1 S. 26 Ziff. 
5.3.1). Weiter haben sich die Kopfschmerzen deutlich gebessert, welche 
nun nur noch etwa ein- bis zweimal monatlich auftreten (AB 114.1 S. 21 
Ziff. 3.3).

Die beiden vom Rechtsvertreter anlässlich der öffentlichen Schlussver-
handlung vom 18. September 2018 dem Verwaltungsgericht eingereichten 
Berichte der Rheumatologie F.________ vom 13. November 2017 (BB 7) 
sowie der Psychiatrischen Dienste D.________ vom 31. Januar 2018 (BB 
11), welche Bezug nehmen auf die Zeit vor Verfügungserlass, vermögen 
den Beweiswert der MEDAS-Gutachten bzw. -Stellungnahme nicht zu 
schmälern und belegen auch keine wesentliche Veränderung des Gesund-
heitszustandes in der Zeit zwischen der MEDAS-Begutachtung im Juli 2017 
und der rentenaufhebenden Verfügung vom 10. Januar 2018. Wie im Be-
richt der Rheumatologie F.________ dargelegt, waren die Knieschmerzen 
rechts bei der Kontrolle am 13. November 2017 praktisch abgeklungen. 
Auch waren die Fingergelenke deutlich weniger schmerzhaft. Diesbezüg-
lich stellte Dr. med. L.________ die Diagnose einer Rhizarthrose. Eine sol-
che diagnostizierte er bereits im Bericht vom 20. Februar 2017 (AB 101/2 
S. 2). Damals führte er aus, wegen der Rhizarthrose sei die Versicherte 
nicht in der Lage, grössere Lasten zu heben und grobmotorische Tätigkei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 25

ten durchzuführen (S. 3). Dieser Bericht lag den MEDAS-Gutachtern vor 
(vgl. AB 114.1 S. 17 f.). Auch gab die Beschwerdeführerin den MEDAS-
Gutachtern die Hand-/ Fingerschmerzen an. So habe sie berichtet, im lin-
ken Daumensattelgelenk sowie am Zeige-, am Mittel- und am Kleinfinger 
der rechten Hand Schmerzen und Schwellungen aufzuweisen. Seit etwa 
einem Monat könne sie die Finger II und III nicht mehr ganz strecken (S. 33 
Ziff. 6.2.1). Die Gutachter hielten diesbezüglich fest, klinisch bestehe eine 
beidseitig Rhizarthrose, welche zurzeit links verstärkt Beschwerden verur-
sache (S. 36 Ziff. 6.4.3). Dieser massen sie jedoch keine erheblichen Aus-
wirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit bei (S. 37 Ziff. 6.5.2). 
Bezüglich der Hände ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass die Be-
schwerdeführerin bei der Testung der Handkraft der linken Hand einen 
Wert von 8 kg erzielte, was gemäss den MEDAS-Gutachtern bei fehlenden 
Atrophien der Hand- oder Vorderarmmuskulatur und/oder im alltäglichen 
Leben selbstständiger Probanden den Verdacht auf Aggravation wecke (S. 
39 Ziff. 6.11). Weiter diagnostizierte Dr. med. L.________ im Bericht vom 
13. November 2017 (BB 7) eine Plantarfasziitis rechts. Diesbezüglich wie-
sen bereits die MEDAS-Gutachter darauf hin, dass beide Füsse eine Knick-
Senk-Spreizfuss-Deformität aufweisen würden, welche zeitweise Be-
schwerden im Sinne einer Fasziitis plantaris bereiten würden und daher 
mittels Einlagen angegangen würden (S. 35 Ziff. 6.4.3). Einer Auswirkung 
auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit massen sie dem Leiden nicht bei (S. 
37 Ziff. 6.5.2). Zudem hat die Beschwerdeführerin Dr. med. L.________ 
gegenüber im Herbst 2017 mitgeteilt, bereits früher an solchen Schmerzen 
gelitten zu haben (BB 7 S. 2). Was die psychische Seite betrifft, ist seit dem 
MEDAS-Gutachten ebenfalls keine Änderung eingetreten und der Bericht 
der Psychiatrischen Dienste D.________ vom 31. Januar 2018 (BB 11) 
vermag den Beweiswert der MEDAS-Beurteilungen nicht zu schmälern. Die 
im Bericht vom 31. Januar 2018 beschriebenen dissoziativen Anfälle wur-
den bereits im Bericht der Psychiatrischen Dienst D.________ vom 15. Mai 
2017 (AB 109) erwähnt (S. 2 Ziff. 1.4). Der Bericht lag auch den MEDAS-
Gutachtern vor. Diese kamen zum überzeugenden Schluss, dass die be-
schriebenen Zustände nicht zu einer der im ICD-10 beschriebenen disso-
ziativen Zustände passen würden. Gemäss den MEDAS-Experten, könnte 
es sich genau so gut um eine Inszenierung handeln, dies insbesondere, 
weil solche Anfälle bisher wahrscheinlich ausschliesslich im Rahmen von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 26

psychiatrischen Untersuchungen und Behandlungen vorgekommen seien 
(S. 27 f. Ziff. 5.4.2). 

Weiter vermögen die Aussagen der Beschwerdeführerin, die MEDAS-Gut-
achten seien unvollständig, weil sie zu den Standardindikatoren keine Stel-
lungnahme enthalten würden (Beschwerde S. 13 Ziff. 6), nicht zu überzeu-
gen. Zwar äussern sich die Gutachter nicht konkret zu den jeweiligen Indi-
katoren, doch die umfangreichen Ausführungen in den Gutachten erlauben 
eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren.

4.6 Aufgrund des unter E. 4.5 hiervor Dargelegten ist erstellt, dass sich 
der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der erstmaligen Ren-
tenzusprechung 1996 in psychischer Hinsicht wesentlich verbessert hat, 
während somatisch eine Verschlechterung eingetreten ist. Ein medizin-
scher Revisionsgrund ist erstellt und der Rentenanspruch ist somit neu und 
ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen. 

Die MEDAS-Gutachter kamen im Gutachten vom 24. August 2017 (AB 
114.1) zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei aus psychiatrischer Sicht 
zu 40% eingeschränkt. Die Reduktion der Arbeitsfähigkeit sei quantitativ 
und beruhe auf der reduzierten Belastbarkeit und der erhöhten Stressanfäl-
ligkeit. Dies erfordere eine Reduktion der täglichen Arbeitsstunden auf fünf 
(S. 47 Ziff. 9.1.1 und S. 48 Ziff. 9.2.1). Aus orthopädischer Sicht resultiere 
in einer gut leidensangepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 10-
20%. Polydisziplinär seien die psychiatrischen und muskuloskelettalen 
Probleme nicht zu addieren, sondern miteinander zu integrieren. Die Beur-
teilung richte sich damit vorab nach der psychiatrischen Einschätzung (S. 
48 Ziff. 9.2.1). Offenbleiben kann vorliegend, ob unter Berücksichtigung der 
Indikatoren (vgl. BGE 143 V 418) versicherungsrechtlich tatsächlich (noch) 
eine psychiatrische Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit er-
stellt ist. Selbst wenn eine solche als gegeben betrachtet wird und von ei-
ner gesamtmedizinischen Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 60% in einer 
leidensangepassten Tätigkeit ausgegangen wird, besteht – wie nachfol-
gend unter E. 5 dargelegt – ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad.

5.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 27

5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs-
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Ar-
beitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom-
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

5.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 
S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. gerin-
ge Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenn-
tnisse) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist diesem Um-
stand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tra-
gen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien 
Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte. 
Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Ge-
sichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entweder überhaupt nicht 
oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleichmässig zu berücksichti-
gen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann praxisgemäss entwe-
der auf Seiten des Valideneinkommens durch eine entsprechende Herauf-
setzung des effektiv erzielten Einkommens oder durch Abstellen auf die 
statistischen Werte oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch 
eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wertes erfolgen (BGE 
141 V 1 E. 5.4 S. 3, 135 V 58 E. 3.1 S. 59; Entscheid des BGer vom 17. 
Mai 2016, 8C_141/2016, 8C_142/2016, E. 5.2.2). Weicht der tatsächlich er-
zielte Verdienst mindestens 5% vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn 
ab, ist er im Sinne der Rechtsprechung deutlich unterdurchschnittlich und 
kann – bei Erfüllung der übrigen Voraussetzungen – eine Parallelisierung 
der Vergleichseinkommen rechtfertigen. Es ist allerdings nur in dem Um-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 28

fang zu parallelisieren, in welchem die prozentuale Abweichung den Erheb-
lichkeitsgrenzwert von 5% übersteigt (BGE 135 V 297 E. 6.1.2 S. 303 und 
E. 6.1.3 S. 304).

5.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BfS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange-
zogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, 
dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfs-
arbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und 
entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind 
und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rech-
nen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn 
Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 
481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzuset-
zen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen 
des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). 
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

5.4 Aufgrund der Akten und des bereits Dargelegten ist erstellt, dass 
spätestens seit der MEDAS-Verlaufsbegutachtung 2017 (Untersuchungen 
fanden im Juli 2017 statt) eine wesentliche Verbesserung des Gesundheits-
zustandes erstellt ist. Damit ist auf diesen Zeitpunkt hin ein Einkommens-
vergleich vorzunehmen.

5.5 Die Beschwerdeführerin arbeitete ab dem 23. Januar 1989 als ... 
bzw. ... bei der M.________ AG (AB 2.1/159, 2.1/157). Das Arbeitsverhält-
nis wurde von der Arbeitgeberin aus gesundheitlichen Gründen gekündigt 
(vgl. u.a. AB 75.1 S. 23 Ziff. 3.1.2). Demnach wäre die Beschwerdeführerin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 29

ohne Gesundheitsschaden überwiegend wahrscheinlich nach wie vor bei 
der gleichen Unternehmung als … tätig und es ist in der Folge das Va-
lideneinkommen aufgrund des damals verdienten und der Nominallohnent-
wicklung angepassten Verdienstes zu berechnen und nicht wie beschwer-
deweise (vgl. Beschwerde S. 15 Ziff. 8) und anlässlich der öffentlichen 
Schlussverhandlung vom 18. September 2018 gefordert, aufgrund von Ta-
bellenlöhnen. Gemäss dem Bericht der ehemaligen Arbeitgeberin vom 14. 
April 1994 (AB 2.1/159) erzielte die Beschwerdeführerin im Jahr 1993, d.h. 
ein Jahr vor der Anmeldung bei der Invalidenversicherung, ein Jahresge-
halt von Fr. 38‘838.85 (S. 160 Ziff. 20). Angepasst an die Nominallohnent-
wicklung bis 2017 (vgl. Tabellen T1.2.93_1 und T1.2.10 [Nominallohnindex 
Frauen] des BfS, Zeilen D [verarbeitendes Gewerbe; Industrie] bzw. C [ver-
arbeitendes Gewerbe / Herstellung von Waren]) ergibt ein Einkommen von 
Fr. 53‘827.15 (Fr. 38‘838.85 / 100 [1993] x 130.5 [2010] / 100 [2010] x 
106.2 [2017]). Gemäss der Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 2014 
verdienen Frauen im verarbeitenden Gewerbe/Herstellung von Waren (Ziff. 
10-33) im Kompetenzniveau 1 monatlich Fr. 4‘411.--. Aufgerechnet auf ein 
Jahr, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.3 
Stunden (Tabelle „betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen 
in Stunden pro Woche“ des BfS, Ziff. 10-33 [verarbeitendes Gewerbe / Her-
stellung von Waren]) und der Nominallohnentwicklung bis 2017 (Tabelle 
T1.2.10 [Nominallohnindex Frauen], Ziff. 10-33 [verarbeitendes Gewerbe / 
Herstellung von Waren]) ergibt ein Jahreseinkommen von Fr. 55‘754.80 
(Fr. 4‘411.-- x 12 Monate / 40 Stunden x 41.3 Stunden / 104.1 [2014] x 
106.2 [2017]). Somit verdiente die Beschwerdeführerin Fr. 1‘927.65 bzw. 
3.45% unter dem durchschnittlichen Tabellenlohn. Damit übersteigt die pro-
zentuale Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert von 5% nicht, weshalb 
entgegen dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 
10. Januar 2018 (AB 128) keine Parallelisierung vorzunehmen ist. In der 
Folge ist von einem massgebenden Valideneinkommen von Fr. 53‘827.15 
auszugehen.

5.6 Was das Invalideneinkommen betrifft, so ist dieses anhand von Ta-
bellenlöhnen zu berechnen, da die Beschwerdeführerin ihre Restarbeits-
fähigkeit nicht optimal verwertet. Der monatliche Lohn beträgt gemäss dem 
Totalwert für Frauen in Kompetenzniveau 1 der Tabelle 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 30

TA1_tirage_skill_level der LSE 2014 Fr. 4‘300.--. Aufgerechnet auf ein 
Jahr, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 
Stunden (vgl. Totalwert der Tabelle „Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt-
schaftsabteilungen in Stunden pro Woche“ des BfS) und die Teuerung per 
2017 (Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen, des BfS, Totalwert) so-
wie unter Berücksichtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 60% er-
gibt sich ein hypothetisches Jahreseinkommen von Fr. 32‘836.60 (Fr. 
4‘300.-- x 12 Monate / 40 Stunden x 41.7 Stunden / 103.6 [2014] x 105.4 
[2017] x 60%). Hiervon hat die Beschwerdegegnerin keinen Abzug vom 
Tabellenlohn getätigt, was entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin 
(vgl. Beschwerde S. 15 f. Ziff. 8 und Ausführungen anlässlich der öffentli-
chen Schlussverhandlung vom 18. September 2018) nicht zu beanstanden 
ist. Dafür, dass die Beschwerdeführerin wegen ihrer ausländischen Natio-
nalität auf dem Arbeitsmarkt eine Lohneinbusse hinnehmen müsste, sind 
keine Anhaltspunkte ersichtlich und werden denn von ihr auch zu Recht 
nicht vorgebracht. Ihr sind wechselbelastende, körperlich leichte Tätigkei-
ten ohne Zwangspositionen der Wirbelsäule, ohne Heben und Tragen von 
Lasten über 5 kg und ohne repetitive Dreh- und Seitenbewegung der LWS 
sowie ohne Stauch- und Vibrationsbelastungen fünf Stunden am Tag zu-
mutbar (AB 114.1 S. 48 Ziff. 9.2.1). Die behinderungsbedingten Einschrän-
kungen wurden bereits bei der Formulierung des Zumutbarkeitsprofils be-
achtet, insbesondere auch indem für jede rückenadaptierte Tätigkeit eine 
Einschränkung von 10-20% berücksichtigt wurde. Dies begründeten die 
MEDAS-Gutachter mit der verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule nach 
LWK1-Fraktur und Vertebroplastik mit Spondylodese sowie der Schmerz-
chronifizierung, die zu einer Verlangsamung und vermehrtem Pausenbe-
darf führe (AB 75.1 S. 49 Ziff. 8.2.1). Zudem umfasst der Tabellenlohn im 
Kompetenzniveau 1 eine Vielzahl von leichten Arbeiten, die die Einschrän-
kungen der Beschwerdeführerin berücksichtigen. Auch die übrigen Fakto-
ren (Alter, Dienstjahre und Beschäftigungsgrad) vermögen keinen Abzug 
vom Tabellenlohn zu begründen. Da Hilfsarbeiten auf dem massgebenden 
hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig nachgefragt 
werden, wirkt sich auch der Faktor Alter nicht (zwingend) lohnsenkend, 
sondern im Kompetenzniveau 1 sogar lohnerhöhend aus (Entscheid des 
BGer vom 15. März 2017, 8C_14/2017, E. 6.3; vgl. auch Tabelle T17 der 
LSE 2014). Weiter gilt es zu beachten, dass die Bedeutung der Dienstjahre 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 31

im privaten Sektor abnimmt, je niedriger das Anforderungsprofil ist. Mit 
Blick auf das Kompetenzniveau 1 kommt dem Umstand, dass die Be-
schwerdeführerin im Rahmen einer Verweistätigkeit keine Dienstjahre und 
kein Erfahrungswissen aufweist, keine relevante Bedeutung zu (vgl. hierzu 
u.a. Entscheid des BGer vom 26. April 2018, 8C_699/2017, E. 3.2). Auch 
der Beschäftigungsgrad von 60% begründet kein Abzug von Tabellenlohn. 
Gemäss der für das Jahr 2016 aktualisierten Tabelle „monatlicher Brutto-
lohn (Zentralwert) nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Ge-
schlecht, privater und öffentlicher Sektor (Bund, Kantone, Bezirke, Ge-
meinden, Körperschaften) zusammen“ wirkt sich bei Frauen bei Arbeitsstel-
len ohne Kaderfunktion ein Teilzeitpensum von 50-74% im Gegensatz zu 
einem Vollzeitpensum sogar lohnerhöhend aus. 

5.7 Ab der MEDAS-Begutachtung vom Juli 2015 bzw. spätestens ab 
dem Zeitpunkt der MEDAS-Verlaufsbegutachtung im Juli 2017 besteht bei 
einer invaliditätsbedingen Einbusse von Fr. 20‘990.55 (Fr. 53‘827.15 – Fr. 
32‘836 60) bzw. einem Invaliditätsgrad von aufgerundet 39% (Fr. 20‘990.55 
/ Fr. 53‘827.15 x 100) kein Anspruch auf eine Invalidenrente mehr. Nach-
dem die Verbesserung drei Monate angedauert hat, hat die Beschwerde-
gegnerin – auch mit Blick auf nachfolgende Erwägung 5.8 – zu Recht in 
Anwendung von Art. 88a Abs. 2 IVV i.V.m. Art. 88bis Abs. 2 lit. a IVV diese 
berücksichtigt und die Rente per Ende Februar 2018 aufgehoben. 

5.8 Zu prüfen bleibt, ob vorgängig der Rentenaufhebung Eingliede-
rungsmassnahmen zu prüfen bzw. durchzuführen gewesen wären.

5.8.1 Die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit richtet sich gemäss Art. 7 
Abs. 2 ATSG ausschliesslich nach den gesundheitlichen Beeinträchtigun-
gen, was auch im Revisionsfall (Art. 17 Abs. 1 ATSG) gilt. Nicht gesund-
heitlich bedingte Eingliederungshindernisse haben daher bei der Invali-
ditätsbemessung auch im Revisionszusammenhang ausser Acht zu blei-
ben. Daher geht die ständige Rechtsprechung vom Regelfall aus, der darin 
besteht, dass eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähig-
keit grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist; 
praktisch bedeutet dies, dass aus einer medizinisch attestierten Verbesse-
rung der Arbeitsfähigkeit unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbs-
fähig-keit geschlossen und damit ein entsprechender Einkommensvergleich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 32

(mit dem Ergebnis eines tieferen Invaliditätsgrades) vorgenommen werden 
kann, und zwar auch bei langjährigem Rentenbezug. Diese Rechtspre-
chung entspricht dem Grundsatz "Eingliederung statt Rente", wonach 
grundsätzlich keine Invalidenrente zugesprochen oder weiterhin ausgerich-
tet werden darf, solange und sobald eine Eingliederung einen rentenan-
spruchserheblichen Erfolg verspricht (SVR 2016 IV Nr. 27 S. 82 E. 5.1, 
2011 IV Nr. 30 S. 88 E. 4.2.2).

Dennoch hat die Rechtsprechung in ganz besonderen Ausnahmefällen 
nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) ausgewiesener 
Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zugesprochen, bis mit 
Hilfe medizinisch-rehabilitativer und/oder beruflich-erwerblicher Massnah-
men das theoretische Leistungspotential ausgeschöpft werden kann, weil in 
jedem Einzelfall feststehen muss, dass die (wiedergewonnene) Erwerbs-
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (erneut) verwertbar ist (Art. 
7 Abs. 1 i.V.m. Art. 16 ATSG). Eine unmittelbare Anrechenbarkeit des Inva-
lideneinkommens ist dann zu verneinen, wenn Eingliederungsmassnahmen 
entweder aus medizinischer oder aus beruflich-erwerblicher Sicht unab-
dingbare Voraussetzung für eine Umsetzung eines (potentiellen) funktionel-
len Leistungsvermögens sind. Aus medizinischer Sicht fällt der Schluss der 
(vorläufigen) Nichtanrechenbarkeit eines auf der medizinisch-theoretischen 
Arbeitsfähigkeit beruhenden Invalideneinkommens in Betracht, wenn das 
grundsätzlich attestierte Leistungsvermögen in der ärztlichen Beurteilung 
unter den ausdrücklichen Vorbehalt der Durchführung befähigender Mass-
nahmen gestellt wird. Aus beruflich-erwerblicher Sicht können im Einzelfall 
Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vor-
handenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfal-
tung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass 
die Verwertung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige 
Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstren-
gung der versicherten Person nicht möglich ist (SVR 2016 IV Nr. 27 S. 82 
E. 5.1, 2011 IV Nr. 30 S. 88 E. 4.2.2; Entscheid des BGer vom 10. Septem-
ber 2010, 9C_768/2009, E. 4.1).

Der Ausnahmetatbestand, wonach die Verwaltung die Notwendigkeit (vor-
gängiger) befähigender beruflicher Massnahmen trotz wiedergewonnener 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 33

Arbeitsfähigkeit abzuklären hat, ist grundsätzlich auf Sachverhalte zu be-
schränken, in denen die revisions- oder wiedererwägungsweise Herabset-
zung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, 
die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren 
bezogen hat (BGE 141 V 5 E. 4.1 S. S. 7; SVR 2011 IV Nr. 73 S. 222 E. 
3.3). Für die Ermittlung, ob der Eckwert des 55. Altersjahres oder des 15-
jährigen Rentenbezugs vorliegt, ist auf den Zeitpunkt der rentenaufheben-
den Verfügung resp. auf den darin verfügten Zeitpunkt der Rentenaufhe-
bung abzustellen (BGE 141 V 5 E. 4.2.1 S. 7).

5.8.2 Es ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der renten-
aufhebenden Verfügung vom 10. Januar 2018 (AB 128) seit mehr als 15 
Jahren (Rente seit 1994 [AB 2.1/62]) eine IV-Rente bezog und 58 Jahre alt 
war (Jahrgang 1960), womit die Notwendigkeit (vorgängiger) beruflicher 
Massnahmen trotz wiedergewonnener Arbeitsfähigkeit – hier von maximal 
60%, wenn auf die polydisziplinäre Einschätzung der MEDAS abgestellt 
wird (AB 114.1) – abzuklären ist (BGE 141 V E. 4.1 S. 7).

Anlässlich der MEDAS-Begutachtung 2015 gab die Beschwerdeführerin an, 
aufgrund ihrer somatischen und psychischen Beschwerden sei sie nicht ar-
beitsbelastungsfähig (AB 75.1 S. 26 Ziff. 3.5). Sie glaube keinen berufli-
chen Einsatz mehr tätigen zu können, insbesondere wegen des langjähri-
gen Schwindels, wegen der lumbalen und zervikalen Rückenschmerzen 
und wegen der unklaren Sturzattacken (S. 40 Ziff. 6.2.2). Die Gutachter 
empfahlen ein Coaching zum beruflichen Wiedereinstieg (S. 50 Ziff. 8.3), 
führten aber gleichzeitig aus, die Beschwerdeführerin empfinde jede Dis-
kussion über die Möglichkeit eines Wiedereinstiegs in eine Berufstätigkeit 
als Zumutung. Sie begründe ihre „totale“ Arbeitsunfähigkeit nur mit somati-
schen Behinderungen. Psychische Beschwerden oder Behinderungen wür-
den in diesem Zusammenhang von ihr nicht genannt. Die Gutachter beur-
teilten den Wiedereingliederungsprozess in eine adaptierte Tätigkeit nach 
über 20 Jahren schwierig bei der verfestigten Selbsteinschätzung der Be-
schwerdeführerin (Ziff. 8.4). Anlässlich der Begutachtung 2017 wurden be-
rufliche Eingliederungsmassnahmen gutachterlich für zumutbar gehalten 
(AB 114.1 S. 31 Ziff. 5.8, S. 38 Ziff. 6.8). Von den Gutachtern wurde aber 
klar und unmissverständlich darauf hingewiesen, die Beschwerdeführerin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 34

sehe sich nicht in der Lage zu arbeiten (S. 31 Ziff. 5.9, S. 38 Ziff. 6.9, S. 44 
Ziff. 7.9, S. 47 Ziff. 8.2.4). Die Arbeitsprognose sei schlecht. Es würden da-
bei wesentlich auch soziale, IV-fremde Faktoren eine Rolle spielen: Migra-
tionsproblematik, bescheidene Schul- und Deutschkenntnisse, über zwei 
Jahrzehnte dauernde Arbeitsunfähigkeit bzw. Erwerbsabstinenz, hohe 
Selbstlimitierung, familiäre Belastungsfaktoren und subjektive Krankheits-
überzeugungen (S. 49 Ziff. 9.4). Mit Schreiben vom 4. September 2017 (AB 
115) lud die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin für den 13. Sep-
tember 2017 zu einem Gespräch ein, um mit ihr die beruflichen Eingliede-
rungsmöglichkeiten abzuklären. Anlässlich dieses Gesprächs (vgl. Protokoll 
per 30. April 2018 [in den Gerichtsakten]) wurde sie über die Ergebnisse 
der MEDAS-Begutachtung informiert und ihr mitgeteilt, die nächsten Schrit-
te seien Integrationsmassnahmen (z.B. Belastbarkeitstraining). Sie gab 
gegenüber der Eingliederungsfachperson der Beschwerdegegnerin be-
kannt, sich nicht in der Lage zu fühlen, wieder zu arbeiten und sie wolle 
auch nicht bei Integrationsmassnahmen mitmachen. Das Angebot, diese 
Entscheidung später zu fällen, schlug sie aus. Aufgrund dieses Gesprächs 
erachtete die Beschwerdegegnerin zum damaligen Zeitpunkt keine Einglie-
derungsmassnahmen für möglich und schloss deshalb mit Verfügung vom 
30. Oktober 2017 (AB 122) die berufliche Eingliederung ab.

Dieser Entscheid ist nicht zu beanstanden. Aufgrund des Dargelegten so-
wie auch mit Blick auf nachfolgende Ausführungen ist erstellt, dass ein sub-
jektiver Eingliederungswille der Beschwerdeführerin bis Ende Januar 2018 
und damit jedenfalls bis zur Verfügung vom 10. Januar 2018 (AB 128) fehl-
te, weshalb der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen entfällt, ohne 
dass zunächst ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren hätte durchgeführt wer-
den müssen (vgl. hierzu Entscheid des BGer vom 21. Juni 2017, 
9C_59/2017, E. 3.3). Daran ändert die vom Rechtsvertreter aufgesetzte 
und von der Beschwerdeführerin am 6. Dezember 2017 (AB 126/6) unter-
zeichnete Erklärung, wonach sie nunmehr bereit und willens sei, an sämtli-
chen beruflichen Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen, nichts. Allein 
durch die Unterzeichnung einer durch den Rechtsvertreter aufgesetzten 
Erklärung ist die subjektive Eingliederungsbereitschaft nicht ohne weiteres 
erstellt. Dies zumal der Rechtsvertreter anlässlich der öffentlichen Schluss-
verhandlung vom 18. September 2018 schilderte, dass er die Beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 35

führerin anlässlich der Besprechung vom 6. Dezember 2017 habe dazu 
anhalten müssen, die Erklärung, an beruflichen Massnahmen teilzuneh-
men, abzugeben. Daraus kann, mit Blick auf das bisherige Verhalten, auf 
jeden Fall nicht eine überzeugende Bereitschaft zur Teilnahme abgeleitet 
werden. Zudem befand sich die Beschwerdeführerin vom 22. Dezember 
2017 bis zum 26. Januar 2018 in stationärer psychiatrischer Behandlung. 
Von einer Eingliederungsfähigkeit und -bereitschaft ist somit bis mindes-
tens zum 26. Januar 2018 nicht auszugehen. Von einer gerichtlichen und 
protokollarischen Befragung zur Eingliederungsbereitschaft im massgebli-
chen Beurteilungszeitraum, wie dies letztmals anlässlich der öffentlichen 
Schlussverhandlung vom Rechtsvertreter beantragt wurde, kann vor die-
sem Hintergrund abgesehen werden. Zusammenfassend war die Be-
schwerdegegnerin im vorliegenden Verfahren somit befugt, neben dem 
Abschluss der beruflichen Massnahmen auch die Invalidenrente ohne Wei-
terungen aufzuheben. Sobald die Beschwerdeführerin an beruflichen Mass-
nahmen der Invalidenversicherung ernsthaft im gutachterlich als zumutbar 
attestierten Umfang interessiert und dazu bereit ist, kann sie sich diesbe-
züglich bei der Beschwerdegegnerin melden.

5.9 Aufgrund des Dargelegten erweisen sich die Verfügung vom 30. 
Oktober 2017 (AB 122) und 10. Januar 2018 im Ergebnis als rechtens und 
die dagegen am 4. Dezember 2017 und 12. Februar 2018 erhobenen Be-
schwerden sind abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin in den vorerst getrennt geführten und (erst) mit prozessleitender Ver-
fügung vom 3. Juli 2018 vereinigten Verfahren IV/2017/1056 (berufliche 
Massnahmen) und IV/2018/128 (Rentenaufhebung) die Verfahrenskosten, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 36

gerichtlich bestimmt auf insgesamt Fr. 1‘600.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 
VRPG). Diese werden den – je Verfahren – geleisteten Kostenvorschüssen 
gleicher Höhe entnommen. 

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerden werden abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘600.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und den geleisteten Kostenvorschüssen in 
gleicher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt 

Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung gemäss Art. 6 EMRK 
vom 18. September 2018)

- IV-Stelle Bern (samt Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung 
gemäss Art. 6 EMRK vom 18. September 2018 sowie den am 
18. September 2018 eingereichten Arztberichten)

- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Okt. 2018, IV/18/128, Seite 37

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.