# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 48b01bbb-1b2c-594c-bfdc-d665ce250e64
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 19.05.2021 IV 2019/196
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2019-196_2021-05-19.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/10

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/196

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 17.11.2021

Entscheiddatum: 19.05.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 19.05.2021
Art. 16 ATSG. Art. 28 IVG. Invalidenrente. Selbständige Erwerbstätigkeit. 
Bemessung der Invalidität. Einkommensvergleich. Massgeblichkeit der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem allgemeinen und ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt mit und ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Mai 2021, IV 
2019/196).

Entscheid vom 19. Mai 2021

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2019/196

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Alexander Bartl, Bartl Egli & Partner, 

Berneckerstrasse 26, Postfach, 9435 Heerbrugg,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Juli 2017 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Er gab an, er habe eine Berufslehre zum 

Bauschreiner absolviert. Seit März 2011 sei er selbständig erwerbstätig. Das 

zuständige Steueramt teilte der IV-Stelle im August 2017 mit (IV-act. 8), der Versicherte 

habe ein Erwerbseinkommen aus der selbständigen Erwerbstätigkeit von 77’514 

Franken im Jahr 2013, von 7’027 Franken im Jahr 2014 und von 23’164 Franken im 

Jahr 2015 deklariert. Der Auszug aus dem individuellen Beitragskonto (IK) wies für die 

Jahre 2013 und 2014 jeweils ein leicht höheres Erwerbseinkommen und für die Jahre 

2005–2010 einen Lohn von durchschnittlich 110’770 Franken aus (IV-act. 10–1). Das 

Spital E.___ hatte am 20. Dezember 2016 berichtet (IV-act. 11), der Versicherte sei am 

17. Dezember 2016 in den Notfall eingetreten, nachdem er bei der Arbeit von einer 

Leiter gestürzt sei. Beim Sturz habe er eine Luxatio subtalare medial am linken Fuss 

erlitten. Unter Sedation sei die Reposition nicht möglich gewesen, weshalb diese dann 

unter Vollnarkose im Operationssaal habe durchgeführt werden müssen. Der 

postinterventionelle Verlauf habe sich komplikationslos gestaltet. Das am Folgetag 

durchgeführte CT habe zahlreiche kleine osteoligamentäre Ausrissfragmente aus dem 

Talus, aber keine grösseren Frakturen gezeigt. In einem Bericht vom Mai 2017 hatte 

das Spital E.___ festgehalten (IV-act. 15), fünf Monate nach dem Eingriff habe der 

Versicherte noch immer über Beschwerden im linken Fuss geklagt. Er habe 

angegeben, dass der Fuss im Verlauf des Tages anschwelle und schmerze, weshalb er 

teilweise nachmittags Gehstöcke zur Hilfe nehmen müsse. Er arbeite zu zehn Prozent 

im Büro und zu zehn Prozent auf der Baustelle. Im Januar 2018 erteilte die IV-Stelle 

A.a. 

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dem Versicherten eine Kostengutsprache für einen 3D-Zeichnungskurs als 

Frühinterventionsmassnahme (vgl. IV-act. 33). Ende Mai 2018 wurde eine 

durchgehende Längsruptur des Peroneus brevis operativ genäht; der peri- und 

postoperative Verlauf gestaltete sich problemlos (IV-act. 36). Im Oktober 2018 

berichtete der Orthopäde Dr. med. B.___ über einen grundsätzlich günstigen 

Rehabilitationsfortschritt bei einer objektiv regelrechten Funktion der Peronealsehnen, 

aber immer noch zunehmenden Schwellungen und Schmerzen bei einer vermehrten 

Belastung (IV-act. 45). Im November 2018 notierte Dr. med. C.___ vom IV-internen 

regionalen ärztlichen Dienst (RAD), er zweifle an der langfristigen Zumutbarkeit der 

angestammten, fussbelastenden Tätigkeit, woran der Umstand nichts ändere, dass der 

Versicherte diese nach wie vor zeitweise ausübe (IV-act. 46).

Am 16. Januar 2019 wurde der Versicherte vom Suva-Kreisarzt Dr. med. D.___ 

orthopädisch untersucht. Der Kreisarzt hielt fest (Fremdakten), der Versicherte leide an 

einer persistierenden mittel- bis hochgradigen Bewegungseinschränkung und 

Funktionsbeeinträchtigung des linken oberen und unteren Sprunggelenks mit einer 

residuellen Belastungs- und Koordinationsproblematik, persistierenden Balance-

Störungen infolge eines gestörten Abrollvorgangs, einer residuellen Dystrophie des 

linken Rückfusses, Weichteilverklebungen und Muskelkontrakturen sowie 

persistierenden Sensibilitätsstörungen. Repetitive schwere körperliche Belastungen, 

das ausschliessliche Arbeiten im Stehen und Gehen, das Arbeiten auf einem unebenen 

Untergrund oder auf Dachschrägen, das repetitive Besteigen von Leitern oder 

Gerüsten, Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen, das repetitive Treppensteigen 

sowie das repetitive Heben von schweren Lasten seien nicht mehr zumutbar. Leichte 

und mittelschwere sowie gelegentlich schwere körperliche Arbeiten seien dem 

Versicherten bei Gewährung von zusätzlichen Arbeitspausen von je eineinhalb Stunden 

pro Halbtag vollschichtig zumutbar. Dieses Zumutbarkeitsprofil entspreche einem 

Pensum von 60 Prozent in der angestammten Tätigkeit als selbständiger Bauschreiner, 

wobei zehn Prozent auf administrative und 50 Prozent auf handwerkliche Tätigkeiten 

entfielen. Eine Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle notierte am 22. Januar 2019 

(IV-act. 55–6 f.), der Versicherte arbeite zu 60 Prozent in seinem Betrieb, wobei er zu 

zehn Prozent administrativ und zu 50 Prozent handwerklich tätig sei. Die Suva werde 

die Zusprache einer Invalidenrente prüfen. An sich bestehe ein Umschulungsanspruch, 

A.b. 

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B.  

da der Versicherte in seinem erlernten Beruf zu mehr als 20 Prozent arbeitsunfähig sei. 

Für den Versicherten komme eine Geschäftsaufgabe aber nicht in Frage. Er wolle sich 

nicht umschulen lassen und er wolle auch keine anderen beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen in Anspruch nehmen. Die berufliche Eingliederung werde 

deshalb abgeschlossen. Mit einer Mitteilung vom 22. Januar 2019 wies die IV-Stelle 

das Begehren des Versicherten um berufliche Massnahmen ab (IV-act. 57). Die Suva 

sprach dem Versicherten mit einer Verfügung vom 17. Mai 2019 eine Invalidenrente bei 

einem Invaliditätsgrad von 40 Prozent zu (Fremdakten).

Eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle verglich das im IK-Auszug für das Jahr 2016 

ausgewiesene, an die Nominallohnentwicklung 2016–2018 angepasste Erwerbsein­

kommen von 114’712 Franken mit jenem Erwerbseinkommen, das der Versicherte im 

Jahr 2018 effektiv erzielt hatte (83’328 Franken); das ergab einen Invaliditätsgrad von 

27,36 Prozent (IV-act. 61). Mit einem Vorbescheid vom 24. Mai 2019 teilte die IV-Stelle 

dem Versicherten mit, dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens mangels eines 

rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 63). Der Versicherte reagierte 

nicht auf diesen Vorbescheid, weshalb die IV-Stelle das Rentenbegehren mit einer 

Verfügung vom 11. Juli 2019 wie angekündigt abwies (IV-act. 64).

A.c. 

Am 9. August 2019 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 11. Juli 2019 erheben (act. G 1). Sein 

Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die 

Rückweisung der Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zur 

erneuten Berechnung des Invaliditätsgrades. Zur Begründung führte er aus, das 

Valideneinkommen belaufe sich nicht auf 114’472 Franken, sondern auf 105’000 

Franken. Die Vergleichseinkommen müssten gemäss einem Merkblatt der 

Beschwerdegegnerin anhand des Durchschnitts der zwischen dem 21. Altersjahr und 

dem 31. Dezember im Jahr vor dem Eintritt des Versicherungsfalles erzielten 

Erwerbseinkommens ermittelt werden. Angesichts des unsteten Einkommensverlaufs 

stelle der letzte Lohn lediglich eine zufällige Grösse dar. Am 13. September 2019 liess 

der Beschwerdeführer die Steuererklärung für das Jahr 2019 einreichen (act. G 4.1.1).

B.a. 

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Erwägungen

1.

Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung 

auf deren Rechtmässigkeit. Sein Gegenstand muss deshalb jenem des 

vorangegangenen Verwaltungsverfahrens entsprechen, das sich auf die Prüfung des 

Rentenbegehrens des Beschwerdeführers beschränkt hat. Zu prüfen ist folglich in 

diesem Beschwerdeverfahren ausschliesslich, ob der Beschwerdeführer einen 

Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung gehabt hat.

2.  

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 7. Oktober 2019 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie an, das Bundesgericht habe 

festgehalten, dass bei selbständig Erwerbstätigen grundsätzlich auf den IK-Auszug 

abzustellen sei. Vorliegend sei kein Grund ersichtlich, der eine Abweichung von dieser 

Regel rechtfertigen würde.

B.b. 

Der Beschwerdeführer liess am 4. November 2019 die Zusprache mindestens 

einer Viertelsrente ab dem 1. Juni 2019 sowie eventualiter die Rückweisung an die 

Beschwerdegegnerin zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung beantragen (act. G 9).

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 11 f.).B.d. 

Laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder 

verbessern kann, die während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem 

Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, einen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung. Als Invalidität wird im Art. 8 Abs. 1 ATSG eine länger 

dauernde Erwerbsunfähigkeit definiert, worunter gemäss dem Art. 7 Abs. 1 ATSG der 

durch eine Gesundheitsbeeinträchtigung verursachte und nach der zumutbaren 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verstehen ist. Wenn die Erwerbsunfähigkeit als 

versicherter „Schaden“ dem Verlust an Erwerbsmöglichkeiten auf dem allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt entspricht, muss die Erwerbsfähigkeit als versichertes 

2.1. 

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„Gut“ den Erwerbsmöglichkeiten auf dem allgemeinen und ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung entsprechen. Für die Bemessung 

der Invalidität müssen folglich die Erwerbsmöglichkeiten ohne die 

Gesundheitsbeeinträchtigung (sog. Validenkarriere) mit den Erwerbsmöglichkeiten trotz 

der Gesundheitsbeeinträchtigung (sog. Invalidenkarriere) verglichen werden. Da sich 

diese Erwerbsmöglichkeiten respektive Karrieren nicht quantifizieren lassen, müssen 

geeignete Messgrössen herangezogen werden, nämlich jene Erwerbseinkommen, die 

die versicherte Person mit ihren Erwerbsmöglichkeiten – mit und ohne die 

Gesundheitsbeeinträchtigung – erzielen könnte (sog. Validen- und 

Invalideneinkommen; vgl. Art. 16 ATSG). Die Invalidität wird also nicht medizinisch, 

sondern (strikt) ökonomisch definiert. Weil letztlich der Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten ausschlaggebend sein muss, dürfen sich weder die Bestimmung 

der Validen- und der Invalidenkarriere noch die Bemessung der Vergleichseinkommen 

allein daran orientieren, was die versicherte Person in einem bestimmten Beruf oder an 

einem bestimmten Arbeitsplatz verdienen könnte, denn das hätte zur Folge, dass nicht 

die Invalidität im Sinne des Art. 8 ATSG, sondern eine Arbeitsplatz-„Invalidität“ ermittelt 

würde. Vielmehr muss danach gefragt werden, mit welcher Karriere die versicherte 

Person ihre Erwerbsmöglichkeiten – mit und ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung – 

strikt ökonomisch betrachtet sinnvoll ausgenutzt hätte respektive wie hoch das 

Validen- und das Invalideneinkommen unter Berücksichtigung der konkreten 

Erwerbsmöglichkeiten sein könnten. Massgebend sind dabei nicht die Verhältnisse auf 

dem tatsächlichen Arbeitsmarkt, sondern jene auf dem (fiktiven) allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt, der sich durch ein Gleichgewicht zwischen dem Angebot 

an und der Nachfrage nach Arbeitsstellen sowie dadurch auszeichnet, dass ein breiter 

Fächer von Arbeitsstellen zur Verfügung steht.

Der Beschwerdeführer hat eine Berufsausbildung zum Bauschreiner absolviert. In 

den Jahren 2005–2010 hat er als Bauschreiner einen Lohn von durchschnittlich 

110’770 Franken erzielt. Das entspricht ziemlich genau dem statistischen Zentralwert 

der Löhne – allerdings nicht im Jahr 2010, sondern im Jahr 2018 – jener Arbeitnehmer, 

die im Baugewerbe Tätigkeiten verrichtet haben, die die Lösung von komplexen 

Problemen und die Entscheidfindung in komplexen Situationen umfasst sowie ein 

grosses Fach- und theoretisches Wissen in einem Spezialgebiet erfordert haben 

(Kompetenzniveau 4 gemäss LSE; Tabelle A1, Branchen 41–43). Unter 

Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung in den Jahren 2010–2018 hat der 

Beschwerdeführer folglich einen Lohn erzielt, der selbst für einen hoch qualifizierten 

Berufsmann im Baugewerbe, der hoch anforderungsreiche Arbeiten verrichtet hat, 

überdurchschnittlich hoch gewesen ist. Diesen Lohn hätte er mit seiner Ausbildung und 

2.2. 

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Berufserfahrung auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt aber für solche 

Tätigkeiten auch bei jedem anderen Arbeitgeber erzielen können. Damit liegt auf der 

Hand, dass die ökonomisch sinnvollste Validenkarriere in einer Weiterführung dieser 

Tätigkeit bestanden hätte; das Valideneinkommen hätte sich folglich weiterhin in dieser 

Höhe bewegt. Der Wechsel in eine selbständige Erwerbstätigkeit als Bauschreiner im 

Jahr 2011 hat daran aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nichts geändert, denn 

mit Blick auf die massgebenden Erwerbsmöglichkeiten des Beschwerdeführers auf 

dem (fiktiven) allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt ist es irrelevant, ob der 

Beschwerdeführer auf dem invalidenversicherungsrechtlich nicht massgebenden 

tatsächlichen Arbeitsmarkt als angestellter Bauschreiner oder als selbständiger 

Bauschreiner gearbeitet hat. Die Beschwerdegegnerin hat zwar formal nicht die nach 

der bundesgerichtlichen Auffassung für Selbständigerwerbende angeblich mass­

gebende Invaliditätsbemessungsmethode des gewichteten Betätigungsvergleichs 

angewendet, aber ihr Einkommensvergleich hat sich offenkundig an der 

bundesgerichtlichen Auffassung orientiert, wonach sich die Invalidität eines 

Selbständigerwerbenden allein an der Einschränkung am konkreten Arbeitsplatz 

orientiere (Arbeitsplatz-„Invalidität“). Diese Auffassung ist nach dem oben Angeführten 

als gesetzwidrig zu verwerfen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin ist 

deshalb die Höhe des Erwerbseinkommens, das der Beschwerdeführer mit seiner 

selbständigen Erwerbstätigkeit effektiv erzielt hat, für die Bestimmung des 

Valideneinkommens irrelevant, zumal dieser Betrag nicht nur von der Erwerbsfähigkeit 

des Beschwerdeführers, sondern auch von konjunkturellen Umständen, von der 

Rendite der in das eigene Unternehmen getätigten Investitionen, vom ökonomischen 

Mehrwert, den die angestellten Mitarbeiter für den Beschwerdeführer generiert haben, 

und weiteren invalidenversicherungsrechtlich nicht massgebenden Faktoren abhängig 

gewesen ist und deshalb offensichtlich kein Mass für die Erwerbsfähigkeit (Validität) 

sein kann. Die Arbeitsleistung des Beschwerdeführers für seine eigene Unternehmung 

hat strikt ökonomisch betrachtet genau denselben Wert gehabt, den sie auch für einen 

Arbeitgeber gehabt hätte. Der dieser Arbeitsleistung angemessene Lohn hat jenem 

Lohn entsprechen müssen, den der Beschwerdeführer von einem sich strikt 

ökonomisch verhaltenden Arbeitgeber erhalten hätte. Hätte der Beschwerdeführer 

nicht selbst in seiner Unternehmung mitgearbeitet, sondern einen Dritten angestellt, der 

seine Arbeit verrichtet hätte, hätte er diesem einen Lohn für einen hoch qualifizierten, 

leicht überdurchschnittlich leistungsfähigen Bauschreiner ausrichten müssen. Dieser 

Lohn hätte bei einer rein ökonomischen Betrachtung jenem Lohn entsprochen, den der 

Beschwerdeführer erzielt hätte, wenn er seine Arbeit für einen anderen Arbeitgeber 

verrichtet hätte. Der genaue Betrag, der als Valideneinkommen anzurechnen ist, lässt 

sich weder den Akten noch den einschlägigen Statistiken entnehmen, denn die 

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Statistiken weisen keinen Zentralwert für jene Löhne aus, die ein Arbeitnehmer (mit der 

Ausbildung und der Berufserfahrung des Beschwerdeführers) erzielen könnte, wenn er 

jene Tätigkeiten verrichten würde, die der Beschwerdeführer verrichtet hat. Die 

angefochtene Verfügung beruht diesbezüglich auf einem nicht mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehenden Sachverhalt, 

weshalb sie als in Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen 

und damit als rechtswidrig aufzuheben ist. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Diese wird ihre Berufsberatung damit beauftragen, den der 

Ausbildung, der Berufserfahrung und der ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung 

ausgeübten Tätigkeit des Beschwerdeführers entsprechenden Lohn zu ermitteln, der 

bei der Invaliditätsbemessung als Valideneinkommen zu berücksichtigen sein wird.

Auch bezüglich des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens erweist 

sich der Sachverhalt als ungenügend abgeklärt. Die Vorgehensweise der 

Beschwerdegegnerin, die darin bestanden hat, eine als Einkommensvergleich 

„getarnte“ Arbeitsplatz-„Invalidität“ zu ermitteln und das trotz der 

Gesundheitsbeeinträchtigung erzielte Betriebsergebnis als Invalideneinkommen 

heranzuziehen, überzeugt schon deshalb nicht, weil eine „Hochrechnung“ dieses 

Betrages von 60 Prozent (als angeblich zumutbares Pensum) auf 100 Prozent ein weit 

über 110’000 Franken liegendes Valideneinkommen ergeben müsste. Auch bei der 

Ermittlung des Invalideneinkommens muss sorgfältig untersucht werden, welchen Lohn 

ein potentieller Arbeitgeber dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der 

Ausbildung, der Berufserfahrung für eine spezifische Arbeit ausrichten würde, wobei 

hier aber natürlich die gesundheitsbedingten Einschränkungen in Bezug auf die in 

Frage kommenden Tätigkeiten zu berücksichtigen sind. Eine sich nicht am objektiven 

ökonomischen Wert der (verbleibenden) Arbeitsleistung des Beschwerdeführers auf 

dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt orientierende Bemessung des 

Invalideneinkommens hätte zur Folge, dass bei der Berechnung des Invaliditätsgrades 

zwei auf völlig unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen basierende und deshalb nicht 

miteinander vergleichbare Einkommen einander gegenüber gestellt würden, was 

augenscheinlich kein valides Ergebnis zeitigen könnte. In den Akten findet sich weder 

ein detailliertes Anforderungsprofil bezüglich der in Frage kommenden berufstypischen 

Tätigkeiten noch eine spezifische, sich rein an den objektiven klinischen Befunden 

orientierende Arbeitsfähigkeitsschätzung. Die Beurteilung des Suva-Kreisarztes hat 

sich nämlich primär an den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers orientiert, der 

angegeben hatte, dass er zu zehn Prozent administrative und zu 50 Prozent 

handwerkliche Tätigkeiten verrichten könne, was vom Kreisarzt unkritisch als 

überzeugend qualifiziert worden ist. Die Berichte der behandelnden Ärzte enthalten 

2.3. 

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keine überzeugendere Arbeitsfähigkeitsschätzung, weshalb sich der Sachverhalt 

diesbezüglich als ungenügend abgeklärt erweist. In den Akten fehlt aber nicht nur eine 

überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung, sondern auch berufsberaterische 

Ausführungen zur erwerblichen Komponente der zumutbaren Invalidenkarriere. Die 

Beschwerdegegnerin hat es versäumt zu prüfen, ob es eine leidensadaptierte Tätigkeit 

gibt, in der der Beschwerdeführer seine Berufskenntnisse nutzen und einen mit dem 

Valideneinkommen vergleichbaren Lohn erzielen könnte. Sie hat auch nicht ermittelt, 

ob der Beschwerdeführer, wenn er seinen erlernten handwerklichen Beruf tatsächlich 

nur noch im Umfang von etwa 50 Prozent ausüben könnte, in der Lage wäre, zusätzlich 

einer anderen, leidensadaptierten Erwerbstätigkeit nachzugehen, mit der er ein 

zusätzliches Einkommen erzielen könnte. Wäre der Beschwerdeführer im erlernten 

Beruf tatsächlich zu 50 Prozent arbeitsfähig und könnte ihm zusätzlich beispielsweise 

eine leidensadaptierte Hilfsarbeit im Umfang von 50 Prozent zugemutet werden, dürfte 

wohl ein Invaliditätsgrad von weniger als 40 Prozent resultieren. Zudem dürfte es für 

einen medizinischen Sachverständigen gar nicht möglich sein, sich hinreichend genau 

zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit zu äussern, 

wenn er gar nicht weiss, welche körperlichen Belastungen diese Tätigkeit mit sich 

bringt. Die Sache ist deshalb zur weiteren Sachverhaltsermittlung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese wird zunächst ihre Berufsberatung damit 

beauftragen, Stellung zu möglichen leidensadaptierten Tätigkeiten im angestammten 

Berufsfeld zu nehmen und zusätzlich ein detailliertes Anforderungsprofil für die 

Tätigkeit des Beschwerdeführers in dessen eigener Unternehmung zu erstellen, das 

heisst aufzuzeigen, mit welchen konkreten Belastungen diese Tätigkeit verbunden ist 

(z.B. Gewichtsbelastungen, Anforderungen an die Steh- und Gehfähigkeit, Umfang und 

Intensität von ungünstig belastenden Arbeitshaltungen etc.). Dieses Anforderungsprofil 

wird die Grundlage für eine in einem zweiten Schritt in Auftrag zu gebende 

orthopädische Begutachtung des Beschwerdeführers bilden. Der orthopädische 

Sachverständige wird sich eingehend mit den Anforderungen der konkreten Tätigkeit 

auseinandersetzen und aufzeigen müssen, in welchem Umfang und Ausmass diese 

dem Beschwerdeführer trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung zumutbar sind. Zudem 

wird der orthopädische Sachverständige Stellung zur Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers für eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit und zur medizinischen 

Zumutbarkeit der Ausübung sowohl der angestammten als auch einer ideal 

leidensadaptierten Tätigkeit je in einem Teilpensum nehmen. Sollten diese weiteren 

Abklärungen ergeben, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im erlernten 

Beruf objektiv in einem wesentlichen Umfang eingeschränkt ist, bestünde die 

Invalidenkarriere in der Weiterführung der bisherigen Berufstätigkeit im medizinisch 

möglichen und zumutbaren Umfang, verbunden mit der Ausübung einer 

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3.

Die Rückweisung einer Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung gilt 

rechtsprechungsgemäss als ein vollständiges Obsiegen der beschwerdeführenden 

Partei. Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 Franken 

festzusetzenden Gerichtskosten sind deshalb der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

Dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken 

zurückerstattet. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine 

Parteientschädigung auszurichten. Der erforderliche Vertretungsaufwand ist als leicht 

unterdurchschnittlich zu qualifizieren, weil der Aktenumfang geringer als bei einem 

durchschnittlich aufwendigen IV-Rentenfall gewesen ist und weil deshalb der Aufwand 

für das Aktenstudium entsprechend tiefer gewesen ist. Die Parteientschädigung ist 

deshalb auf 3’000 Franken (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) 

festzusetzen.

Entscheid

1. Die angefochtene Verfügung vom 11. Juli 2019 wird aufgehoben und die Sache 

wird zur Fortsetzung des Verwaltungsverfahrens im Sinne der Erwägungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; 

dem Beschwerdeführer wird der von ihm geleistete Kostenvorschuss von 600 Franken 

zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit 3’000 Franken zu 

entschädigen.

leidensadaptierten Hilfsarbeit, soweit eine solche medizinisch möglich und zumutbar 

wäre. Das Invalideneinkommen würde sich diesfalls aus dem Teilzeitlohn aus der 

Berufstätigkeit und dem Teilzeitlohn aus der leidensadaptierten Hilfsarbeit 

zusammensetzen. Sollte sich ergeben, dass der Beschwerdeführer ohne eine 

Umschulung in einem rentenbegründenden Ausmass invalid ist, wird die 

Beschwerdegegnerin ihn wohl nicht gestützt auf den Art. 21 Abs. 4 ATSG zur Erfüllung 

seiner rentenspezifischen Schadenminderungspflicht in der Form einer Umschulung 

anhalten können, weil sie eine Umschulung bereits formell rechtskräftig und damit 

verbindlich verweigert hat.

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