# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4a0f6de2-2164-57ae-bc4b-76c28a846d28
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-24
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 24.04.2025 3-RV.2024.23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2024-23_2025-04-24.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2024.23       
P 64 
 

 

 

 

Urteil vom 24. April 2025 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Fischer  

Richter Loser  

Richter Senn  

Gerichtsschreiber Fäs          

 

 
 

   

Rekurrent   A._____  

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission Q._____ 

vom 20. November 2023 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2021 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 20. Juni 2023 wurde A._____ von der Steuerkom-

mission Q._____ für das Jahr 2021 zu einem steuerbaren Einkommen von 

CHF 86'100.00 veranlagt. In Abweichung von der Selbstdeklaration wurde 

kein Kinderabzug gewährt. Der Veranlagung liegen Unterhaltsbeiträge für 

minderjährige Kinder von CHF 3'000.00 sowie der Tarif A zu Grunde. 

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 20. Juni 2023 erhob A._____ mit Schreiben vom 

30. Juni 2023 Einsprache und stellte den folgenden Antrag: 

 

"Die Steuerveranlagung vom 20.06.2023 sei aufzuheben und neu zu beurtei-

len." 

 

3. 

Mit Entscheid vom 20. November 2023 wies die Steuerkommission 

Q._____ die Einsprache ab. 

 

4. 

Den Einspracheentscheid vom 20. November 2023 (Zustellung am 15. De-

zember 2023) hat A._____ mit unter Berücksichtigung der Gerichtsferien 

rechtzeitigem Rekurs vom 26. Januar 2024 (Übermittlung per E-Mail vom 

29. Januar 2024) an das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Steuern, 

weitergezogen. Er stellt die folgenden Anträge: 

 

"Die Zahlungen an B._____ sind nicht als Unterhalt anzusehen. Es sei der 

Kinderabzug sowie Tarif B zu gewähren. 

 

Die Kosten des Rekursverfahrens seien dem Rekursgegner aufzuerlegen." 

 

Auf die Begründung wird, soweit für die Entscheidung erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen.  

 

5. 

Die Steuerkommission Q._____ und das Kantonale Steueramt beantragen 

die Abweisung des Rekurses. 

 

6. 

A._____ hat eine Replik erstattet. 

 

  

 - 3 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2021. 

Massgebend für die Beurteilung sind das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG) und die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September 

2000 (StGV). 

 

2. 

2.1. 

Der Rekurrent und B._____ sind die Eltern von C._____, geboren am 

tt.mm. 2016. Sie haben ihre Konkubinatsbeziehung per Ende 2020 

beendet.  

 

Der Rekurrent hat B._____ in den Monaten August bis Dezember 2021 je 

CHF 600.00 überwiesen (vgl. Kontotransaktionen der D._____ AG vom 

15. Juli 2022). Er hat in der Steuererklärung 2021 einen "Unter-

stützungsabzug" (Ziff. 22.2 der Steuererklärung) von (irrtümlich nur) 

CHF 300.00 (statt CHF 3'000.00) deklariert, mit dem folgenden Zusatz: 

 

"Kindsmutter hat Pensum reduziert. Freiwillige Ausgleichszahlung ab 08.2021 

mtl. 600.00"  

 

Die Steuerkommission Q._____ hat in der Veranlagung "Unterhaltsbeiträge 

für minderjährige Kinder" (Ziff. 12.2) von CHF 3'000.00 zum Abzug zuge-

lassen, aber keinen Kinderabzug gewährt und den Tarif A angewendet. 

 

2.2. 

Der Rekurrent und B._____ haben während des laufenden 

Einspracheverfahrens am 9. September 2023 die folgende "Erklärung zur 

steuerlichen Behandlung der Fürsorge von C._____, geb. tt.mm. 2016" 

abgegeben: 

 

"Hiermit bestätigen wir gemeinschaftlich folgende Sachverhalte: 

 

1. Die Konkubinats-Beziehung, aus der die gemeinsame Tochter C._____ 

hervorging, wurde einvernehmlich im tt.mm. 2020 beendet. Es herrschte 

Einigkeit, dass keine Trennungsvereinbarung vonnöten sei, da wir das Kind 

zu je 50% in der Obhut behalten wollten. Eine andere Lösung stand nie im 

Raum und war für beide Parteien selbstverständlich. 

2. Dieses Wechselmodell wurde schriftlich vereinbart, um die Betreuungszei-

ten klar zu definieren und dem Kind einen stabilen Plan gewährleisten zu 

können. Diese Vereinbarungen liegen vor.  

3. Bei der Trennung wurde vereinbart, dass aufgrund des Wechselmodells 

50/50 in keine Richtung ein Unterhalt geschuldet sei. 

 - 4 - 

 

 

4. Der Vater übernahm aufgrund der besseren wirtschaftlichen Situation die 

Kosten der Fremdbetreuung vollumfänglich, auch das war nie Grund für 

eine Diskussion. Alle anderen Unterhaltskosten für das Kind wurden seither 

vom jeweils betreuenden Elternteil übernommen. 

5. Per August 2021 wurde einvernehmlich beschlossen, dass B._____ ihr 

Arbeitspensum auf 80% reduziert, um dem Kind zwei Nachmittage zuhause 

gewähren zu können. Dieses ausschliesslich zum Wohle des Kindes, die 

Vereinbarung 50/50 blieb bestehen. 

6. Die dadurch eingesparten Fremdbetreuungskosten wurden seither vom 

Vater an die Mutter gezahlt, um die Pensumreduktion zu ermöglichen. Da-

her wurden diese auch als Kinderbetreuung in der erklärt. Zwischenzeitlich 

aber seitens des Vaters auf die Abzugsmöglichkeit verzichtet. Für diese 

Ausgleichszahlungen wurde nie eine Unterhaltsvereinbarung errichtet, 

noch wurde in diesem Zusammenhang je über Unterhalt gesprochen. 

Grundsätzlich sind sie als Goodwill zwischen zwei Expartnern zu betrach-

ten, die beide nur das Kindeswohl im Sinn haben. 

7. Wie schon in Punkt 1 angedeutet, es gibt keine Trennungsvereinbarung, da 

diese nicht nötig war und ist." 

 

2.3. 

Der Rekurrent stellt im Rekurs den folgenden Antrag: 

 

"Die Zahlungen an B._____ sind nicht als Unterhalt anzusehen. Es sei der 

Kinderabzug sowie Tarif B zu gewähren." 

 

3. 

3.1. 

Von den Einkünften werden abgezogen die Unterhaltsbeiträge an den ge-

schiedenen, gerichtlich oder tatsächlich getrennt lebenden Eheteil sowie 

die Unterhaltsbeiträge an einen Elternteil für die unter dessen elterlicher 

Sorge stehenden Kinder, nicht jedoch Leistungen in Erfüllung anderer fa-

milienrechtlicher Unterhalts- oder Unterstützungspflichten (§ 40 Abs. 1 lit. c 

StG). 

 

3.2. 

Der Unterhalt eines Kindes wird durch Pflege, Erziehung und Geldzahlung 

geleistet (Art. 276 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 

10. Dezember 1907 [ZGB]). Für diese drei Unterhaltskomponenten sorgen 

die Eltern gemeinsam, ein jeder nach seinen Kräften, wobei das Kind An-

spruch auf gebührenden Unterhalt hat (Art. 276 Abs. 2 ZGB). Der Begriff 

des gebührenden Unterhalts trat bislang im Kindesunterhaltsrecht nicht in 

Erscheinung. Das Gesetz erwähnte ihn einzig beim ehelichen und nach-

ehelichen Unterhalt (Art. 163 Abs. 1 bzw. Art. 125 Abs. 1 ZGB). Dort gibt er 

den Umfang der Geldmittel vor, auf welche die Ehegatten während der Ehe 

bzw. bei einer sog. lebensprägenden Ehe auch nach der Scheidung grund-

sätzlich Anspruch haben. Im Zuge der auf den 1. Januar 2017 in Kraft ge-

tretenen Revision des Kindesunterhaltsrechts wurde der Begriff nunmehr 

auch in Art. 276 Abs. 2 ZGB aufgenommen. Er beschlägt die Komponente 

 - 5 - 

 

 

des Geldunterhalts und bezieht sich sowohl auf den Bar- als auch auf den 

mit der Revision neu eingeführten Betreuungsunterhalt. In Bezug auf den 

Barunterhalt soll damit gemäss der Botschaft zum Ausdruck kommen, dass 

durch die Geldleistungen der Eltern nicht nur der unmittelbare Lebensun-

terhalt des Kindes, sondern auch spezifische Bedürfnisse eines jeden Kin-

des wie beispielsweise sportliche, künstlerische oder kulturelle Tätigkeiten 

abzudecken sind. Sodann gehört neu auch der sog. Betreuungsunterhalt, 

mit welchem die zur erforderlichen persönlichen Betreuung eines Kindes 

notwendige physische Präsenz des betreffenden Elternteils sichergestellt 

werden soll, zum gebührenden Unterhalt des Kindes (vgl. Art. 276 Abs. 2 

ZGB und Art. 285 Abs. 2 ZGB; Bundesgerichtsurteil vom 11. November 

2020 [5A_311/2019] E. 5.1 ff. = BGE 147 III 265). 

 

3.3. 

3.3.1. 

Mit dem Betreuungsunterhalt soll die Differenz zwischen dem eigenen Ein-

kommen und den anfallenden Lebenshaltungskosten abgegolten werden, 

die einem Elternteil dadurch entstehen, dass er aufgrund einer persönli-

chen Betreuung des Kindes davon abgehalten wird, durch Arbeitserwerb 

für seinen Lebensunterhalt aufzukommen (Bundesgerichtsurteil vom 

2. September 2022 [5A_447/2022] E. 2.3.2 mit Hinweis auf BGE 144 III 481 

E. 4.3). 

 

3.3.2. 

Der Betreuungsunterhalt ist zwar als Anspruch des Kindes ausgestaltet, 

wirtschaftlich jedoch dem betreuenden Elternteil zugedacht (Bundesge-

richtsurteil vom 5. Dezember 2022 [5A_60/2022] E. 3.4.1 mit Hinweis auf 

BGE 145 III 393 E. 2.7.3; 144 III 481 E. 4.3). Er zählt zu den rechtlich ge-

schuldeten Unterhaltsbeiträgen (Bundesgerichtsurteil vom 14. Mai 2020 

[2C_274/2020] E. 4.2.). 

 

3.3.3. 

Nicht vorausgesetzt wird das Bestehen einer gerichtlichen Anordnung oder 

eines entsprechenden Vertrags zwischen den Ehegatten, hingegen müs-

sen die Leistungen unmittelbar familienrechtlich geschuldet sein, das heisst 

in Erfüllung einer Rechtspflicht erbracht werden, wohingegen freiwillig ge-

leistete Beträge nicht zum Abzug berechtigen (Bundesgerichtsurteil vom 

27. Dezember 2022 [2C_160/2022] = StE 2023 B 27.2 Nr. 58). Dies muss 

analog auch für Konkubinatspaare gelten. 

 

3.4. 

Die vom Rekurrenten an B._____ entrichteten CHF 3'000.00 für deren 

zwecks (zusätzlicher) Kinderbetreuung vorgenommenen Pensumreduktion 

stellen gemäss der dargelegten bundesgerichtlichen Rechtsprechung aus 

rechtlicher Sicht einen Teil der Kinderunterhaltsbeiträge dar, obwohl der 

Betreuungsunterhalt zur Finanzierung des Lebensunterhalts von B._____ 

 - 6 - 

 

 

dient. Die Steuerkommission Q._____ hat beim Rekurrenten daher zu 

Recht "Unterhaltsbeiträge für minderjährige Kinder" (Ziff. 12.2) von 

CHF 3'000.00 zum Abzug zugelassen.  

 

3.5. 

Der Rekurs erweist sich in diesem Punkt somit als unbegründet und ist ab-

zuweisen. 

 

4. 

4.1. 

Für jedes Kind unter elterlicher Sorge bis zum vollendeten 14. Altersjahr 

können als Kinderabzug CHF 7'100.00 vom Reineinkommen abgezogen 

werden (§ 42 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 StG).  

 

Die steuerpflichtige Person kommt für ein Kind zur Hauptsache auf, wenn 

sie mehr als die Hälfte des Unterhaltes bestreitet (§ 27 Abs. 1 StGV). 

 

Wer für das gleiche Kind bereits einen Abzug nach § 40 lit. c StG vorneh-

men kann, hat keinen Anspruch auf den Kinderabzug (§ 42 Abs. 1 lit. a 

Ziff. 4 StG). 

 

Die Sozialabzüge werden nach den Verhältnissen am Ende der Steuer-

periode oder der Steuerpflicht festgelegt (§ 42 Abs. 2 StG). 

 

4.2. 

Die Leistung des Betreuungsunterhalts und dessen steuerlicher Abzug 

beim Rekurrenten steht somit der Gewährung eines Kinderabzuges entge-

gen. Der Rekurrent kann aufgrund des klaren Wortlauts von § 42 Abs. 1 

lit. a Ziff. 4 StG nicht freiwillig auf den Abzug der Unterhaltsbeiträge ver-

zichten und stattdessen den Kinderabzug beanspruchen (Bundesgerichts-

urteil vom 25. Juli 2024 [9C_110/2024] E. 4.2; SGE vom 27. Juni 2024       

[3-RV.2023.72]). 

 

4.3. 

Der Rekurs erweist sich in diesem Punkt somit als unbegründet und ist ab-

zuweisen. 

 

5. 

5.1. 

Für Verheiratete, die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe leben, 

sowie für verwitwete, getrenntlebende, geschiedene und ledige Steuer-

pflichtige, die mit Kindern im gleichen Haushalt zusammenleben und deren 

Unterhalt zur Hauptsache bestreiten, ist der Steuersatz des halben steuer-

baren Einkommens anzuwenden (§ 43 Abs. 2 StG; in der Praxis als "Tarif 

B" bzw. "Elterntarif" bezeichnet). 

 

 - 7 - 

 

 

5.2. 

Für die Gewährung des Elterntarifs wird gemäss § 43 Abs. 2 StG zunächst 

vorausgesetzt, dass die steuerpflichtige Person mit dem Kind im selben 

Haushalt zusammenlebt. Beim Zusammenleben wird primär auf den Wohn-

sitz gemäss Art. 25 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 

10. Dezember 1907 (ZGB) abgestellt, womit der Wohnsitz der Eltern als 

Wohnsitz des Kindes unter elterlicher Sorge gilt oder, wenn die Eltern kei-

nen gemeinsamen Wohnsitz haben, der Wohnsitz des Elternteils, unter 

dessen Obhut das Kind steht. Bei paritätisch alternierender Obhutsrege-

lung lässt sich der zivilrechtliche Wohnsitz des Kindes indessen nicht an-

hand der Obhutsregelung ermitteln. In diesen Fällen kann der (steuerrecht-

liche) Wohnsitz des Kindes alternierend am Wohnsitz der beiden Elternteile 

liegen. Bei dieser Ausgangslage erfüllen grundsätzlich beide Elternteile die 

Voraussetzung des Zusammenlebens mit dem Kind für die Gewährung des 

Elterntarifs.  

 

5.3. 

5.3.1. 

Als zweite Voraussetzung für die Gewährung des Elterntarifs hat die steu-

erpflichtige Person den Unterhalt für das Kind zur Hauptsache zu bestrei-

ten. Die steuerpflichtige Person hat zunächst einen finanziellen Beitrag an 

die Lebenshaltungskosten des Kindes zu leisten. Wer den grösseren finan-

ziellen Beitrag an die Lebenshaltungskosten des Kindes leistet, gilt als der-

jenige Elternteil, welcher zur Hauptsache für den Unterhalt des Kindes auf-

kommt. Sodann kann der Elterntarif für dasselbe Kind nur einer steuer-

pflichtigen Person gewährt werden, da nur eine steuerpflichtige Person den 

Unterhalt für dasselbe Kind zur Hauptsache bestreiten kann. Der Elterntarif 

gilt als unteilbar und kann nicht beiden geschiedenen oder getrenntleben-

den Elternteilen gewährt werden. 

 

5.3.2. 

Bei der Beurteilung, wer hauptsächlich für den Kinderunterhalt aufkommt, 

kommt es nach der geltenden Praxis zu einer Umverteilung der Ressour-

cen, wenn ein Elternteil für ein Kind Unterhaltsbeiträge an den anderen El-

ternteil zahlt. Wer Kinderunterhaltsbeiträge leistet, kann diese von den 

steuerbaren Einkünften abziehen (§ 42 Abs. 1 lit. b StG), weshalb die Un-

terhalt leistende Person diese Beiträge an den Kinderunterhalt steuerlich 

betrachtet nicht selbst trägt. Hingegen hat der den Kinderunterhalt empfan-

gende Elternteil diese Beiträge zu versteuern (§ 32 Abs. 1 lit. f StG) und 

trägt aus steuerlicher Sicht somit die entsprechenden Kosten des Kinderun-

terhalts. Die von einem Elternteil an den anderen Elternteil bezahlten Kin-

derunterhaltsbeiträge sind beim empfangenden Elternteil als eigene Res-

sourcen anzurechnen. 

 

 

 

 - 8 - 

 

 

5.3.3. 

Die Kinderzulagen sind bei den Ressourcen des empfangenden steuer-

pflichtigen Elternteils anzurechnen (vgl. zum Ganzen: VGE vom 5. Novem-

ber 2024 [WBE.2023.268]). 

 

5.4. 

C._____ steht unter gemeinsamer elterlicher Sorge des Rekurrenten und 

B._____ (vgl. "Erklärung über die gemeinsame elterliche Sorge nach der 

Geburt" vom tt.mm. 2016) und der alternierenden Obhut beider Elternteile, 

welche abwechslungsweise in ihrer Wohnung je ungefähr hälftig die 

Betreuung übernehmen (vgl. "Betreuungsplan"). Vorliegend erfüllt der 

Rekurrent somit unbestrittenermassen die Voraussetzung des 

Zusammenlebens mit der Tochter.  

 

5.5. 

5.5.1. 

Aus der "Erklärung zur steuerlichen Behandlung der Fürsorge von 

C._____" geht hervor, dass mit Ausnahme der Kosten der Fremdbetreuung 

alle Lebenshaltungskosten von C._____ vom jeweils diese betreuenden 

Elternteil übernommen werden.  

 

5.5.2. 

Die Steuerkommission Q._____ führt im Einspracheentscheid das 

Folgende aus (S. 2): 

 

"Am 11. April 2023 hat A._____ die unterzeichnete Betreuungsvereinbarung 

per tt.mm. 2020 und den Nachtrag dazu eingereicht. Gemäss dem Pflichtigen 

sei dies ein Nachweis für eine 50% Betreuung durch beide Elternteile. Das 

Steueramt hat die Unterlagen geprüft und beurteilt. Der Vereinbarung kann 

entnommen werden, dass die Betreuung am Dienstag und Mittwoch ab 13.15 

Uhr bis 18.30 Uhr immer durch die Mutter erfolgt. Die restlichen Wochentage 

ist das Kind in der Freizeit fremdbetreut. Somit ist eine 50% Betreuung durch 

beide Elternteile nicht möglich. Zudem wird die Nachtbetreuung steuerrechtlich 

nicht gleich stark gewichtet wie die Tagesbetreuung. Insgesamt konnte der 

Nachweis für eine 50% Betreuung nicht nachgewiesen werden." 

 

Und weiter (S. 3): 

 

"Die 50% Betreuung konnte nicht nachgewiesen werden, da u.a. der Vater eine 

100% Festanstellung bei H._____ AG hat. Massgebend sind die Verhältnisse 

am 31. Dezember 2021." 

 

5.5.3. 

Es trifft nicht zu, dass bei der Beurteilung, welcher Elternteil hauptsächlich 

für den Kinderunterhalt aufkommt, auf die Verhältnisse am Stichtag 31. De-

zember 2021 abgestellt wird. Massgebend ist vielmehr, welcher Elternteil 

 - 9 - 

 

 

während dem fraglichen Steuerjahr hauptsächlich für die Lebenshaltungs-

kosten eines Kindes aufkommt. 

 

5.5.4. 

B._____ hat ihre Tochter von Januar bis Juli jeweils am Mitt-

wochnachmittag (13.15 Uhr – 18.30 Uhr) und ab August zusätzlich noch 

am Dienstagnachmittag (13.15 Uhr – 18.30 Uhr) betreut. An den übrigen 

Wochentagen war die Tochter entweder in der Schule oder sie wurde 

fremdbetreut. Für die restliche Zeit (ab 18.30 Uhr [Essen] – 08.00 Uhr) inkl. 

die Wochenenden bestand zwischen den beiden Elternteilen eine exakt 

hälftige Aufteilung. 

 

Da der Rekurrent an den Werktagen tagsüber keine Kinderbetreuung leis-

tete, erfolgte die Kinderbetreuung nicht exakt hälftig, sondern gemäss der 

"Betreuungsvereinbarung" zu 53 % (bis Juli) bzw. 54 % (ab August) durch 

B._____ und zu 47 % (bis Juli) bzw. 46 % (ab August) durch den 

Rekurrenten. Es kann unter diesen Umständen ohne Weiteres davon 

ausgegangen werden, dass die beiden Elternteile ungefähr denselben An-

teil der Lebenshaltungskosten von C._____ tragen, weshalb diese Kosten 

für die Frage, welcher Elternteil zur Hauptsache für den Kinderunterhalt 

aufkommt, ausgeklammert werden können (VGE vom 5. November 2024 

[WBE.2023.268]), denn bei B._____ fallen durch die Kinderbetreuung am 

Nachmittag kaum zusätzliche Auslagen an. 

 

5.6. 

Der Rekurrent und B._____ haben vereinbart, dass Letztere per August 

2021 ihr Arbeitspensum auf 80 % reduziert, damit sie C._____ an zwei 

Nachmittagen zu Hause hüten kann (vgl. "Erklärung über die gemeinsame 

elterliche Sorge nach der Geburt" vom tt.mm. 2016, Ziff. 5). B._____ wurde 

dafür vom Rekurrenten mit CHF 3'000.00 (5 x CHF 600.00) entschädigt. 

Diese Unterhaltsbeiträge kann der Rekurrent in der Steuerperiode 2021 

zum Abzug bringen und B._____ muss sie versteuern. Es kommt deshalb 

zu einer Umverteilung der Ressourcen (vgl. E. 5.3.2.). Für die Beurteilung, 

welcher Elternteil zur Hauptsache für den Kinderunterhalt aufkommt, sind 

den Ressourcen von B._____ die vom Rekurrenten geleisteten Kin-

derunterhaltsbeiträge von CHF 3'000.00 anzurechnen. In diesem Umfang 

kommt B._____ für den Unterhalt von C._____ auf. 

 

5.7. 

Aus der "Erklärung zur steuerlichen Behandlung der Fürsorge von 

C._____" geht weiter hervor, dass der Rekurrent – neben den Kinderunter-

haltsbeiträgen – vollumfänglich für die Kosten der Fremdbetreuung aufzu-

kommen hat. Diese beliefen sich im Jahr 2021 auf CHF 12'373.00 (vgl. die 

diversen aktenkundigen Rechnungen der Tagesmutter und der Abteilung 

Finanzen der Einwohnergemeinde Q._____). Anders als beim vom Rekur-

renten an B._____ entrichteten Betreuungsunterhalt von CHF 3'000.00 

 - 10 - 

 

 

kommt es bei den Kinderdrittbetreuungskosten von CHF 12'373.00 zu 

keiner Umverteilung der Ressourcen, weil gemäss § 40 Abs. 1 lit. n StG in 

Verbindung mit § 26a StGV davon CHF 9'279.00 (= 75 %) vom steuerbaren 

Einkommen des Rekurrenten abgezogen werden können (vgl. Ziff. 15 der 

Veranlagung) und von B._____ nicht als Einkommen versteuert werden 

müssen. Für die Beurteilung, welcher Elternteil zur Hauptsache den 

Unterhalt von C._____ bestreitet, sind die Kinderdrittbetreuungskosten 

somit beim Rekurrenten zu berücksichtigen. 

 

5.8. 

Den vom Rekurrenten in der Steuerperiode 2021 getragenen Kinderdritt-

betreuungskosten von CHF 12'373.00 stehen die B._____ 

anzurechnenden Kinderunterhaltsbeiträge von CHF 3'000.00 gegenüber. 

Selbst wenn für die Kinderbetreuung am Nachmittag bei B._____ noch 

Auslagen angefallen wären, würden sie mit Sicherheit zusammen mit den 

CHF 3'000.00 weit unter den CHF 12'373.00 liegen. Demzufolge gilt der 

Rekurrent als derjenige Elternteil, welcher zur Hauptsache den Unterhalt 

für C._____ bestreitet. Daran würde sich auch nichts ändern, wenn 

B._____ für C._____ Kinderzulagen entrichtet worden sein sollten. Somit 

erfüllt der Rekurrent auch die zweite Voraussetzung für die Anwendung des 

Elterntarifs. B._____ erfüllt diese zweite Voraussetzung hingegen nicht, da 

sie nicht zur Hauptsache für den Unterhalt von C._____ aufkommt. 

 

5.9. 

Der Rekurs ist somit in diesem Punkt gutzuheissen und beim Rekurrenten 

ist antragsgemäss der Tarif B anzuwenden. 

 

6. 

Bei diesem Verfahrensausgang obsiegt der Rekurrent zu ca. 85 %. Er hat 

daher 15 % der Kosten des Rekursverfahrens zu tragen (§ 189 Abs. 1 StG). 

Dem nicht vertretenen Rekurrenten ist keine Parteikostenentschädigung 

auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG). 

 

 

 

  

 - 11 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung des Rekurses wird festgestellt, dass der Tarif B 

anzuwenden ist. 

 

2. 

Im Übrigen wird der Rekurs abgewiesen. 

 

3. 

Der Rekurrent hat die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Staatsge-

bühr von CHF  700.00, der Kanzleigebühr von CHF  130.00 und den Aus-

lagen von CHF 100.00, zusammen CHF 930.00, zu 15 % mit CHF 139.50 

zu bezahlen. 

 

4. 

Es wird keine Parteikostenentschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Rekurrenten 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt Q._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Obere Vorstadt 37, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

  

 - 12 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 24. April 2025 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Fischer Fäs