# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa2d9de5-3298-5df9-b1ec-5a88740bec33
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-10-04
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 04.10.2023 BV.2023.32
**Docket/Reference:** BV.2023.32
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BV-2023-32_2023-10-04

## Full Text

Hausdurchsuchung (Art. 48 f. VStrR);;Hausdurchsuchung (Art. 48 f. VStrR);;Hausdurchsuchung (Art. 48 f. VStrR);;Hausdurchsuchung (Art. 48 f. VStrR)

Beschluss vom 4. Oktober 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Miriam Forni und Nathalie Zufferey,     

Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

   
 

Parteien 

  

1. A., 

2. B., 

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESAMT FÜR KOMMUNIKATION BAKOM, 

 

Beschwerdegegner 

 

 

Gegenstand  Hausdurchsuchung (Art. 48 f. VStrR) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BV.2023.32-33 

 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- die Serafe AG (Schweizerische Erhebungsstelle für die Radio- und Fernseh-

abgabe) das Gesuch von A. um Befreiung von der Abgabepflicht für die Ra-

dio- und Fernsehabgabe nach Art. 109c des Bundesgesetzes vom 24. März 

2006 über Radio und Fernsehen (RTVG; SR 784.40) bzw. Art. 94 der Radio- 

und Fernsehverordnung vom 9. März 2007 (RTVV; SR 784.401) am 16. Juni 

2023 guthiess und ihn bis zum 31. Dezember 2023 von der Haushaltsabgabe 

befreite (act. 2.2); 

 

- am 12. Juli 2023 die Untersuchende Beamtin des Bundesamtes für Kommu-

nikation (nachfolgend «BAKOM») gestützt auf Art. 109c Abs. 3 RTVG im 

Haushalt von A. eine Kontrolle vorzunehmen beabsichtigte; sie bei ihm klin-

gelte und sich nach Aktivierung der Gegensprechanlage vorstellte, worauf 

der Bewohner die Verbindung zur Gegensprechanlage zweimal unterbrach 

und diese nach dem dritten Klingeln nicht mehr aktivierte, weshalb die Kon-

trolle nicht stattfinden konnte (act. 2.3);  

 

- das BAKOM am 13. Juli und 2. August 2023 bei Anbietern von Telekommu-

nikationsdienstleistungen Abklärungen betreffend auf A. und im gleichen 

Haushalt wohnende B. lautende Abonnemente für Internet, TV oder Smart-

phone vornahm; dem BAKOM mitgeteilt wurde, dass auf A. resp. B. zwei 

Prepaid Nummern sowie das Abonnement «C.» lauten (act. 2.3, 2.4);  

 

- die Serafe AG dem BAKOM am 2. August 2023 bestätigte, dass für den 

Haushalt von A. keine Anmeldung von Empfangsgeräten vorliegt (act. 2.6); 

 

- das BAKOM gegen A. am 10. August 2023 wegen des Verdachts der Wider-

handlung im Sinne des Art. 109c Abs. 5 RTVG eine verwaltungsstrafrechtli-

che Untersuchung eröffnete (act. 2.7); 

 

- gestützt auf den Durchsuchungsbefehl vom 11. September 2023 des Direk-

tors des BAKOM zwei Untersuchende Beamtinnen zusammen mit vier Poli-

zeibeamten der Stadtpolizei Zürich am 20. September 2023 in Gegenwart 

von A. und B. in deren Wohnung eine Hausdurchsuchung vornahmen, an-

lässlich welcher mehrere elektronische Geräte mit Internetzugang festge-

stellt wurden (act. 2.9);  

 

- A. und B. hiergegen mit Eingabe vom 26. September 2023 (Postaufgabe am 

26. September 2023) beim BAKOM Beschwerde wegen der Durchsuchung 

erhoben und diverse Feststellungsanträge stellten (act. 1); 

 

- 3 - 

 

 

- die Vizedirektorin des BAKOM die Beschwerde am 2. Oktober 2023 an die 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts überwies; sie in ihrer dazuge-

hörigen Stellungnahme beantragt, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, 

eventualiter sei diese abzuweisen (act. 2). 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- gegen Zwangsmassnahmen im Sinne der Art. 45 ff. VStrR und damit zusam-

menhängende Amtshandlungen bei der Beschwerdekammer des Bun-

desstrafgerichts Beschwerde geführt werden kann (Art. 26 Abs. 1 VStrR 

i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. b StBOG); 

 

- die Beschwerde innert drei Tagen, nachdem der Beschwerdeführer von der 

Amtshandlung Kenntnis hat, bei der zuständigen Behörde schriftlich mit An-

trag und kurzer Begründung einzureichen ist (Art. 28 Abs. 3 VStrR); 

 

- sich die Fristen im gerichtlichen Verfahren nach der StPO richten (Art. 31 

Abs. 2 VStrR); das Beschwerdeverfahren vor der Beschwerdekammer als 

gerichtliches Verfahren zu betrachten ist (TPF 2011 163 E. 1.3; vgl. zu Art. 

31 Abs. 2 VStrR in seiner bis 31. Dezember 2010 gültigen Fassung 

TPF 2008 167 E. 1.3.2. sowie u. a. den Entscheid des Bundesstrafgerichts 

BV.2008.14 vom 30. Januar 2009 E. 1.3, und zur analogen Situation der An-

klagekammer des Bundesgerichts als früher zuständige Beschwerdeinstanz 

HAURI, Verwaltungsstrafrecht, Bern 1998, S. 89 mit Hinweis auf BGE 107 IV 

72 E. 2 S. 74); 

 

- Fristen, die durch eine Mitteilung oder den Eintritt eines Ereignisses ausge-

löst werden, am folgenden Tag zu laufen beginnen (Art. 90 Abs. 1 StPO); 

 

- Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist bei der Strafbehörde abgege-

ben oder zu deren Handen der Schweizerischen Post, einer schweizerischen 

diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder, im Falle von inhaftier-

ten Personen, der Anstaltsleitung übergeben werden müssen (Art. 91 Abs. 2 

StPO), wobei gesetzliche Fristen nicht erstreckt werden können (Art. 89 

Abs. 1 StPO); 

 

- es bei der Beschwerdefrist nach Art. 28 Abs. 3 VStrR um eine gesetzliche 

und damit nicht erstreckbare Frist handelt; 

 

- 4 - 

 

 

- die dreitägige Beschwerdefrist im vorliegenden Fall am Tag nach der Haus-

durchsuchung, welcher die Beschwerdeführer persönlich beiwohnten, zu 

laufen begann und somit am 23. September 2023 (Samstag) resp. am 

nächstfolgenden Werktag, d.h. am 25. September 2023 (Montag), endete; 

 

- die Beschwerdeschrift zu Handen des Beschwerdegegners erst am 26. Sep-

tember 2023, mithin einen Tag nach Ablauf der gesetzlichen Beschwerdefrist 

der Schweizerischen Post übergeben wurde; 

 

- sich die Beschwerde somit als verspätet erweist, weshalb auf sie nicht ein-

zutreten ist; 

 

- bei diesem Ergebnis nicht zu prüfen ist, ob auf die Beschwerde aus weiteren 

Gründen nicht einzutreten wäre; 

 

- die Gerichtskosten bei diesem Ausgang des Verfahrens den Beschwerde-

führern aufzuerlegen sind (Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG 

analog, siehe dazu TPF 2011 25 E. 3); 

 

- die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 300.-- festzusetzen ist (Art. 5 und 8 

Abs. 1 BStKR). 

 

- 5 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.  

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird den Beschwerdeführern auferlegt.  

 

 

Bellinzona, 5. Oktober 2023 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- B. 

- Bundesamt für Kommunikation BAKOM 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). 
Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu 
dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 
konsularischen Vertretung übergeben werden (Art. 48 Abs. 1 BGG). Im Falle der elektronischen 
Einreichung ist für die Wahrung einer Frist der Zeitpunkt massgebend, in dem die Quittung 
ausgestellt wird, die bestätigt, dass alle Schritte abgeschlossen sind, die auf der Seite der Partei für 
die Übermittlung notwendig sind (Art. 48 Abs. 2 BGG). 

Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der 
Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).