# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cf82df67-0bac-5267-b8da-7f1056c5ce47
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-06-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.06.2023 D-2267/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2267-2023_2023-06-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2267/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  J u n i  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 

mit Zustimmung von Richterin Susanne Bolz-Reimann;   

Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Syrien,   

vertreten durch MLaw Gianluca Schlaginhaufen,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 24. März 2023 / N (…). 

 

 

 

D-2267/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.a  

Der Beschwerdeführer – ein Staatsangehöriger von Syrien kurdischer Eth-

nie – reiste am 29. November 2022 über den Flughafen Genf in die 

Schweiz ein. Am 8. Dezember 2022 ersuchte er im Bundesasylzentrum 

(BAZ) B._______ um die Gewährung von Asyl.  

A.b Das Asylverfahren wurde im BAZ C._______ geführt, wo der Be-

schwerdeführer am 14. Dezember 2022 die zugewiesene Rechtsvertre-

tung mandatierte und wo am 16. Dezember 2022 die Personalienauf-

nahme (PA) stattfand. Im Rahmen der PA gab der Beschwerdeführer unter 

anderem an, dass sein Bruder D._______ (N […]) in der Schweiz lebe. Am 

7. März 2023 wurde er im Beisein seiner damaligen Rechtsvertreterin zu 

seinen Gesuchsgründen angehört.  

A.c Im Rahmen der PA und der Anhörung brachte der Beschwerdeführer 

zur Hauptsache das Folgende vor: Er stamme aus der Stadt E._______ 

(arabisch: […]) und er habe seine Heimat am 26. Juli 2022 in Richtung der 

Türkei verlassen, nachdem er von einem Parteikollegen respektive von ei-

nem Mitglied des Geheimdienstes der F._______ ([…]) erfahren habe, 

dass er von den syrischen Behörden gesucht werde. Nach seinem heuti-

gen Kenntnisstand werde er zum einen deshalb gesucht, weil er im Juli 

2022 nicht in den Militärdienst eingerückt sei, zum anderen aber auch des-

halb, weil er sich politisch betätigt habe, indem er schon seit 2015 für die 

F._______ aktiv sei. Davon wisse er, weil nach seiner Ausreise ein von sei-

ner Familie beauftragter Anwalt bei den Behörden in Erfahrung gebracht 

habe, dass er am 24. Juli 2022 zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt 

worden sei. Zum Beleg seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer 

ein angebliches syrisches Militärdienstbüchlein, einen angeblichen 

Marschbefehl per 21. Juli 2022 (datierend vom 13. Juli 2022) und die Kopie 

eines angeblichen Strafregisterauszuges (datierend vom 31. Juli 2022) zu 

den Akten.  

A.d Am 9. März 2023 verwies das SEM die Behandlung des Gesuches in 

das erweiterte Verfahren, worauf die damalige Rechtsvertreterin des Be-

schwerdeführers ihr Mandat als beendet erklärte.  

B.  

Mit Verfügung vom 24. März 2023 (eröffnet am 27. März 2023) stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

und lehnte sein Asylgesuch ab, verbunden mit der Anordnung der 

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Seite 3 

Wegweisung aus der Schweiz. Wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzuges ordnete das SEM gleichzeitig die vorläufige Aufnahme des Be-

schwerdeführers in der Schweiz an.  

C.  

Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer am 25. April 2023 

– handelnd durch den rubrizierten Rechtsvertreter – beim Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerde. In seiner Eingabe beantragte er, die angefoch-

tene Verfügung sei aufzuheben und zwecks weiterer Abklärungen für eine 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, eventualiter sei ihm Asyl 

zu gewähren oder jedenfalls seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen. In 

prozessualer Hinsicht ersuchte er um Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses, Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Bei-

ordnung seines Rechtsvertreters als amtlicher Rechtsbeistand. Mit der Be-

schwerde reichte er als neue Beweismittel die Kopie eines Bestätigungs-

schreibens der F._______ ([…]) und die Kopie eines Bestätigungsschrei-

bens eines syrischen Anwalts ein, zusammen mit einer Übersetzung des 

anwaltlichen Bestätigungsschreibens. 

D.  

Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. Mai 2023 

wurden die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

(im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG), um Befreiung von der Kostenvor-

schusspflicht (gemäss Art. 63 Abs. 4 VwVG) und um amtliche Verbeistän-

dung (nach Art. 102m Abs. 1 und 3 AsylG [SR 142.31]) wegen mutmassli-

cher Aussichtslosigkeit der Beschwerde abgewiesen. Der Beschwerdefüh-

rer wurde gleichzeitig aufgefordert, bis zum 14. Juni 2023 einen Kosten-

vorschuss von Fr. 750.– einzuzahlen, unter Androhung des Nichteintretens 

im Unterlassungsfall (Art. 63 Abs. 4 VwVG).  

E.  

Der einverlangte Kostenvorschuss wurde am 5. Juni 2023 eingezahlt.  

F.  

Die vorinstanzlichen Akten liegen dem Bundesverwaltungsgericht seit dem 

26. April 2023 in elektronischer Form vor (Art. 109 Abs. 2 AsylG). 

  

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Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Be-

handlung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM; dabei entschei-

det das Gericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vor-

liegend – endgültig (vgl. dazu Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG und 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG oder das 

AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG; Art. 6 und 105 ff. AsylG).  

1.3 Die Kognition des Gerichts und die zulässigen Rügen richten sich im 

Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (BVGE 2014/26 E. 5). 

1.4 Der Beschwerdeführer ist legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und die Be-

schwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 2 AsylG; 

Art. 52 Abs. 1 VwVG), womit auf die Beschwerde einzutreten ist. 

1.5 Die Beschwerde erweist sich indes – wie nachfolgend aufgezeigt – als 

offensichtlich unbegründet, weshalb über diese im Verfahren einzelrichter-

licher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer 

zweiten Richterin, ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit 

summarischer Begründung zu entscheiden ist (vgl. Art. 111 Bst. e sowie 

Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1 Das SEM gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, dass 

die Vorbringen des Beschwerdeführers über seine angebliche Bedro-

hungslage vonseiten der syrischen Sicherheitskräfte als insgesamt un-

glaubhaft zu erkennen seien. Dabei verweist es in seinen Erwägungen zu-

nächst auf eine weitgehend mangelnde Substanziierung der Sachverhalts-

schilderungen des Beschwerdeführers, insbesondere soweit es dessen 

angebliches Engagement für die F._______ betrifft. Es geht sodann im 

Rahmen einer detaillierten Auseinandersetzung auf eine ganze Reihe von 

Widersprüchen und Ungereimtheiten in den Angaben und Ausführungen 

des Beschwerdeführers ein. Den vom Beschwerdeführer vorgelegten Be-

weismitteln spricht es schliesslich die Beweiskraft ab, da entsprechende 

Dokumente in Syrien nicht nur leicht zu kaufen seien, sondern der Be-

schwerdeführer namentlich zum angeblichen Militärdienstbüchlein auch 

Angaben gemacht habe, welche sachlich nicht haltbar seien oder in kon-

kretem Widerspruch zum Inhalt des Dokuments ständen. 

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2.2 Vom Beschwerdeführer werden die vorinstanzlichen Schlüsse in jeder 

Hinsicht bestritten. Gleichzeitig hält er an seinen Gesuchsvorbringen voll-

umfänglich fest. Dabei rügt er namentlich eine ungenügende Sachverhalts-

feststellung durch das SEM, welches seinen Anspruch auf das rechtliche 

Gehör verletzt habe, indem es sowohl seiner Untersuchungs- als auch sei-

ner Begründungspflicht nicht nachgekommen sei. In dieser Hinsicht mo-

niert er insbesondere, dass seine Anhörung weniger als drei Stunden ge-

dauert habe, und er macht im Weiteren geltend, dass das SEM auf der 

Grundlage von blossen Mutmassungen sachlich nicht haltbare Schlüsse 

gezogen habe. Dabei verweist er auf den Inhalt von drei Länderberichten 

der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH), welche seine Schilderungen 

stützen würden, welche vom SEM jedoch nicht gewürdigt worden sei. Vor 

diesem Hintergrund hält er dafür, es seien weitere Abklärungen und insbe-

sondere eine ergänzende Anhörung notwendig. Seine Gesuchsvorbringen 

seien im Weiteren aber auch aufgrund der bereits bestehenden Aktenlage 

als glaubhaft zu erkennen, zumal diese mittlerweile auch durch die Bestä-

tigungen seines syrischen Anwalts und der F._______ belegt seien. Seine 

Vorbringen seien im Weiteren aber gerade auch deshalb als glaubhaft zu 

erkennen, da er in der Anhörung vom 7. Marz 2023 detailliert, substanziiert 

und in sich schlüssig Auskunft über seine Asylgründe geben habe, indem 

er genau Auskunft über seine Aktivitäten für die F._______, zu seinem Par-

teieintritt, zum Mitgliedsausweis und den Strukturen der Partei gegeben 

habe. Im Verlauf des Asylverfahrens habe er zudem sein Original-Mili-

tärheft, das Original seiner Einberufung zum Militärdienst und eine Kopie 

eines Strafregisterauszugs eingereicht. Da diese Beweismittel alle mit sei-

nen Schilderungen übereingingen, seien seine Vorbringen als glaubhaft zu 

erkennen, zumal diese auch mit der Quellenlage zu seiner Herkunftsregion 

übereinstimmten. Von der Vorinstanz werde ihm jedoch in verschiedener 

Hinsicht entgegengehalten, dass seine Angaben nicht plausibel oder wi-

dersprüchlich seien. Die entsprechenden Vorhalte seien allerdings unbe-

gründet, da die angeblichen Widersprüche bei genauerer Betrachtung der 

Akten entweder nicht beständen oder sich erklären liessen.  

3.  

Der Vorhalt betreffend eine angeblich ungenügende Anhörung respektive 

den angeblichen Bedarf an einer ergänzenden Anhörung überzeugt nicht, 

weil sich das SEM, wie aus den Akten ersichtlich, im Rahmen der Anhörung 

vom 7. März 2022 stark darum bemüht hat, vom Beschwerdeführer sub-

stanziierte Angaben zu den von ihm vorgebrachten Sachverhaltselemen-

ten zu erhalten. Dass er dabei trotz mehrfacher Fragen und Nachfragen 

vonseiten des SEM zu keinen substanziierten und in sich schlüssigen 

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Angaben und Ausführungen in der Lage war (vgl. dazu auch nachfolgend), 

ist nicht von der Vorinstanz, sondern vom Beschwerdeführer zu vertreten. 

Eine Gehörsrechtsverletzung ist damit nicht ersichtlich. Da gleichzeitig 

auch kein Bedarf an weiteren Abklärungen hervorgeht (Art. 33 Abs. 1 

VwVG), fällt ein kassatorischer Entscheid – wie vom Beschwerdeführer 

vorab verlangt – ausser Betracht (Art. 61 VwVG).  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Nach Durchsicht der Akten kommt das Gericht zum Schluss, dass die 

vorinstanzliche Verfahrensführung nicht zu bemängeln ist und das SEM 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers in der Sache zu Recht und mit 

insgesamt zutreffender Begründung abgelehnt hat. Die anders lautenden 

Beschwerdevorbringen finden in den Akten keine überzeugende Stütze.  

5.2 Es ist mit der Vorinstanz darin einig zu gehen, dass die Angaben und 

Ausführungen des Beschwerdeführers über seine angebliche Bedrohungs-

lage weder einzeln für sich noch in ihrer Gesamtheit zu überzeugen ver-

mögen. In dieser Hinsicht kann – anstelle einer Wiederholung (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG) – vorab auf die sowohl umfassenden als auch insgesamt 

schlüssigen Erwägungen des SEM zu den klaren Mängeln im Sachver-

haltsvortrag verwiesen werden, welchen der Beschwerdeführer nichts von 

Gehalt entgegenzusetzen vermag. Zwar macht er unter Verweis auf den 

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Inhalt von drei SFH-Länderberichten insbesondere geltend, seine Vorbrin-

gen gingen durchaus mit der Quellenlage zu seiner Heimat überein, woge-

gen sich das SEM in seinen Erwägungen im Wesentlichen auf blosse Mut-

massungen stütze. Die Berufung auf die drei SFH-Berichte überzeugt al-

lerdings nicht, da der Beschwerdeführer aus der (…) Stadt E._______ 

([…]) stammt, wo sich die Lage massgeblich anders darstellt als in den 

Städten al-Hasaka und Qamishli (auf welche sich die Berichte zur Haupt-

sache beziehen), was sich im Übrigen auch aus den von ihm angerufenen 

Berichten ergibt. Schliesslich hat der Beschwerdeführer im Rahmen der 

Anhörung auch selbst bestätigt, dass die syrischen Behörden in E._______ 

schon seit Jahren gar nicht mehr präsent sind. Das Vorbringen, es sei ihm 

dort dennoch ein Marschbefehl der syrischen Armee zugestellt worden, 

kann bereits von daher nicht überzeugen.   

5.3 In entscheidrelevanter Hinsicht bleibt sodann festzuhalten, dass seine 

weitgehend unsubstanziierten Angaben und Ausführungen über seine an-

geblichen Aktivitäten für F._______ nicht auf ein relevantes politisches En-

gagement schliessen lassen. Seine Ausführungen dazu, wie und wann er 

von der angeblichen Suche nach seiner Person erfahren habe, und dazu, 

wie und wann er von seiner angeblichen Verurteilung erfahren habe, las-

sen ebensowenig auf ein persönliches Erleben schliessen, da der diesbe-

zügliche Vortrag sehr wohl mit deutlichen Widersprüchen behaftet ist. Zum 

bereits Gesagten kommt hinzu, dass sich der Beschwerdeführer seinen 

Angaben zufolge im Alter von 18 Jahren freiwillig nach Qamishli zur dort 

befindlichen Verwaltung der syrischen Armee begeben haben will, um sich 

von dieser ein Militärbüchlein ausstellen zu lassen. Vor diesem Hintergrund 

wären zumindest betreffend diesen Vorgang nachvollziehbare Detailanga-

ben zu erwarten gewesen. Der Beschwerdeführer hat jedoch auch zu die-

sem Grundelement seines Sachverhaltsvortrages keine Angaben ge-

macht, welche in sich überzeugen könnten. Das SEM weist in dieser Hin-

sicht denn auch zu Recht darauf hin, dass er beispielswiese ausdrücklich 

verneint hat, eine militärische Musterung durchlaufen zu haben, dass eine 

entsprechende Musterung aber die Grundvoraussetzung dafür ist, damit 

ein Militärdienstbüchlein überhaupt ausgestellt wird. In dem vom Be-

schwerdeführer vorgelegten Büchlein ist denn auch vermerkt, dass er an-

lässlich der ärztlichen Musterung vom (…) 2018 als für den Felddienst 

tauglich befunden wurde. Der Beschwerdeführer geht daher nur schon mit 

Blick darauf fehl, wenn er geltend macht, die von ihm vorgelegten Beweis-

mittel gingen jedenfalls mit seinen Schilderungen überein.  

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Seite 8 

5.4 Nachdem die Angaben und Ausführungen des Beschwerdeführers ei-

ner näheren Betrachtung nicht standhalten, ist auch den von ihm im erst-

instanzlichen Verfahren vorgelegten Beweismitteln – aus dem vom SEM 

erwähnten Gründen – die Beweiskraft abzusprechen. In diesem Zusam-

menhang bleibt gleichzeitig festzuhalten, dass im Kontext von Syrien – mit-

hin nach Jahren des Bürgerkrieges – nahezu jedes amtliche Dokument ge-

gen Bezahlung erhältlich gemacht werden kann. Aufgrund der grassieren-

den Korruption sind nicht nur Fälschungen unterschiedlichster Qualität er-

hältlich, sondern es können in Syrien gegen Bezahlung auch formell echte 

amtliche Dokumente beschafft werden. Daher ist selbst einem formell ech-

ten amtlichen Dokument nur dann eine relevante Beweiskraft beizumes-

sen, wenn dieses im Kontext eines hinreichend schlüssigen Sachverhalts-

vortrages eingereicht wird. Vorliegend ist diese Voraussetzung offenkundig 

nicht erfüllt. Die auf Beschwerdeebene nachgereichten Bestätigungs-

schreiben sind schliesslich als blosse Gefälligkeitsschreiben zu erkennen, 

welchen keine relevante Beweiskraft beizumessen ist.  

5.5 Nach dem Gesagten besteht kein Anlass zur Annahme, dass der Be-

schwerdeführer seine Heimat aufgrund einer konkreten Bedrohungssitua-

tion vonseiten der syrischen Sicherheitskräfte verlassen hätte. Da er auch 

unter keinem anderen Gesichtspunkt ein individuelles, flüchtlingsrechtlich 

relevantes Gefährdungsprofil erkennen lässt, hat das SEM zu Recht die 

Flüchtlingseigenschaft verneint und sein Asylgesuch abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

6.3 Nachdem das SEM den Beschwerdeführer mit der angefochtenen Ver-

fügung wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der Schweiz 

vorläufig aufgenommen hat, stellt sich die Frage nach dem Vorliegen der 

weiteren Voraussetzungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Wegwei-

sung – Unzulässigkeit und Unmöglichkeit – im vorliegenden Fall nicht, da 

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Seite 9 

diese Vollzugshindernisse alternativer Natur sind; ist eines erfüllt, gilt der 

Vollzug der Wegweisung als undurchführbar (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4). 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und auch sonst nicht zu 

beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer die Kos-

ten des Verfahrens aufzuerlegen, welche bei vorliegender Verfahrenskons-

tellation auf Fr. 750.– festzusetzen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der am 5. Ju-

ni 2023 in gleicher Höhe geleistete Vorschuss ist zur Deckung dieser Kos-

ten zu verwenden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Vorschuss wird zur Deckung dieser 

Kosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer 

 

 

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