# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 409a35b0-cbfd-5ed0-819c-934cf8310ea2
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB220635-O1
**Docket/Reference:** SB220635-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB220635-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB220635-O/U/ad

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Bertschi, Präsidentin, Oberrichter lic. iur. Spiess 

und Oberrichter Dr. iur. Bezgovsek sowie Gerichtsschreiberin MLaw 

Boese 

Urteil vom 24. Februar 2025

in Sachen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 

Anklägerin und Berufungsklägerin

sowie

1.

2.

A._____, 

B._____, 

Privatkläger und Berufungskläger

2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

C._____, 

Beschuldigter, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungsbeklagter

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____

betreffend fahrlässige Tötung (Rückweisung des Schweizerischen Bundes-

gerichtes)

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelgericht, vom 

12. Oktober 2020 (GG200017); Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich, 

-  2  -

II. Strafkammer, vom 9. November 2021 (SB200478); Urteil des Schweizeri-

schen Bundesgerichtes vom 29. November 2022 (6B_171/2022)

-  3  -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 23. März 

2020 (Urk. 47) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:

1.

Der Beschuldigte ist nicht schuldig und wird vom Vorwurf der fahrlässigen 

Tötung nach Art. 117 StGB freigesprochen.

2.

3.

Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 1 wird abgewiesen.

Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers 2 betreffend Genugtuung für 

den Tod von †D._____ im Umfang von Fr. 65'000.– zzgl. Zins wird 

abgewiesen.

4.

Im Übrigen werden die Zivilansprüche des Privatklägers 2 auf den Zivilweg 

verwiesen.

5.

Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Referenz-

Nr. K170630-061 / G-Nr. 70150173 aufbewahrten Gegenstände, Spuren und 

Spurenträger

















Daten aus dem Digitalen Fahrtschreiber des Sattelschleppers ZH 
748278 (A010'583'876),

Daten aus dem Digitalen Fahrtschreiber des Lieferwagens ZH 795949 
(A010'583'898),

Mikrospuren - Klebbandasservat ab Sattelschlepper ZH 748278 
(A010'584'960),

Mikrospuren - Klebbandasservat ab Pw ZH 1 Ford Kuga 
(A010'584'971),

Mikrospuren - Klebbandasservat ab Pw ZH 654163 Seat Ibizia 
(A010'584'982),

Mikrospuren - Klebbandasservat ab Lieferwagen ZH 795949 
(A010'584'993),

Mikrospuren - Klebbandasservat ab Lieferwagen SO 130348 
(A010'585'010),

Mikrospuren - Klebbandasservat ab Pw ZH 138783 Subaru XV 
(A010'585'145),

-  4  -













Mikrospuren - Klebbandasservat ab der Fahrbahn (A010'585'178),

Bestandteil/Zubehör für Fahrzeug: schwarze Kunststoffverschalung 
(Zierleiste Kotflügel links, zu Mercedes-Benz Sprinter) (A010'585'258),

Bestandteil/Zubehör für Fahrzeug: schwarze Kunststoffabdeckung (Ab-
deckung vor linkem Seitenspiegel, zu Mercedes-Benz Sprinter) 
(A010'585'281),

Bestandteil/Zubehör für Fahrzeug: Eigenmaterial Scheibenglas und 
Bruchstück der Felge ab Pw ZH 1 Ford Kuga (A010'587'016),

Sicherheitsgurt ab Fahrersitz des Pw ZH 1 Ford Kuga (A010'587'049),

Sicherheitsgurt ab Beifahrersitz des Pw ZH 1 Ford Kuga 
(A010'587'072),

sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Kantonspolizei Zü-

rich zu vernichten.

6.

Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Referenz-

Nr. K170630-061 / G-Nr. 70150173 aufbewahrten Gegenstände,





Datenträger für Computer: USB-Stick "applanix", Nr. 10004858, aus 
dem Lieferwagen SO 130348 Mercedes-Benz (A010'563'436),

Laufwerk (Computer): Wechselrahmen (Rack) mit Festplatte, HDD_15, 
aus dem Lieferwagen SO 130348 Mercedes-Benz,

werden der E._____ AG nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen 

herausgegeben. Werden die Gegenstände nicht innerhalb von 90 Tagen 

nach Eintritt der Rechtskraft herausverlangt, so sind sie durch die Kantons-

polizei Zürich zu vernichten.

7.

Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz. Die übrigen Kosten betragen

Fr.
Fr.
Fr.
Fr.
Fr.

3'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung

28'960.25   Auslagen (Gutachten)

611.50   Auslagen (Legalinspektion)

4'295.05   Obduktion

150.–   Auslagen (Gutachten)

und werden auf die Gerichtskasse genommen.

8.

Dem Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 13'947.35 (inkl. 

Mehrwertsteuer) für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zuge-

sprochen.

-  5  -

9.

Dem Privatkläger 1 wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.

10. Dem Privatkläger 2 wird keine Prozessentschädigung zugesprochen.

Berufungsanträge:

a)

Der Vertretung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland:

(Urk. 156 S. 2)

1.

Der Beschuldigte sei im Sinne der Anklageschrift vom 23. März 2020 

schuldig zu sprechen.

2.

Der Beschuldigte sei mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 

Fr. 100.– (entsprechend Fr. 12'000.–) sowie mit einer Busse von 

Fr. 3'000.– zu bestrafen.

3.

Es sei dem Beschuldigten der bedingte Vollzug der Geldstrafe unter 

Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren zu gewähren.

4.

Dem Beschuldigten sei bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 30 Tagen festzusetzen.

5.

Dem Beschuldigten seien die gesamten Kosten aufzuerlegen.

b)

Des Privatklägers 1 (A._____):

Keine Anträge.

c)

Der Vertretung des Privatklägers 2 (B._____):

(Urk. 152 S. 2)

Es sei unter Aufhebung der entsprechenden Dispositivziffern des vorinstanz-

lichen Urteils vom 12. Oktober 2020

1.

der Beschuldigte C._____ der fahrlässigen Tötung schuldig zu spre-

chen und dafür angemessen zu bestrafen,

-  6  -

2.

der Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger 2 eine Genugtu-

ungssumme im Umfang von Fr. 65'000.– zu bezahlen nebst Zins von 

5 % p.a. ab 30. Juni 2017,

3.

eventualiter festzustellen, dass der Privatkläger 2 dem Grundsatze 

nach zu Lasten des Beschuldigten Anspruch auf eine Genugtuung hat,

4.

subeventualiter die Sache für die Beurteilung der Genugtuungsforde-

rung (zusammen mit den übrigen Schadenersatzforderungen im Zu-

sammenhang mit dem Unfallereignis) auf den Zivilweg zu verweisen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschuldigten bzw. 

der Staatskasse.

d)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 148 S. 2; Urk. 163 S. 2)

1.

2.

Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

Allfällige Zivilforderungen der Privatkläger seien abzuweisen, eventuali-

ter auf den Zivilweg zu verweisen.

3.

Die Verfahrens- und Gerichtskosten seien den Privatklägern aufzuerle-

gen, eventualiter auf die Staatskasse zu nehmen.

4.

Der erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsentscheid sei zu be-

stätigen. Dem Beschuldigten sei für den ersten Teil des Berufungsver-

fahrens eine Entschädigung entsprechend dem angefochtenen Urteil 

(Dispositivziffer 5) zuzusprechen und für die Aufwendungen im Rück-

weisungsverfahren eine Entschädigung nach Massgabe der einge-

reichten Kostennoten.

-  7  -

Erwägungen:

I. Verfahrensgegenstand

1.

Prozessverlauf

Mit Urteil des Bezirksgerichtes Bülach vom 12. Oktober 2020 wurde der Beschul-

digte vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen (Urk. 100). 

Gegen dieses Urteil erhoben die Staatsanwaltschaft und die beiden Privatkläger 

Berufung an das Obergericht des Kantons Zürich, welches mit Urteil vom 9. No-

vember 2021 den Freispruch bestätigte (Urk. 130).

Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich reichte gegen das Berufungsurteil 

vom 9. November 2021 Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht ein. Das 

Bundesgericht hiess die Beschwerde mit Urteil vom 29. November 2022 gut, hob 

das Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 9. Novem-

ber 2021 auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung an das hiesige Gericht 

zurück (Urk. 139).

Nachdem sich die Parteien mit der schriftlichen Durchführung des Berufungsver-

fahrens einverstanden erklärt hatten (Urk. 141/1-6), wurde mit Präsidialverfügung 

vom 22. Februar 2023 das schriftliche Verfahren angeordnet  und anschliessend 

der Schriftenwechsel durchgeführt (Urk. 142 ff.).

Der Privatkläger 2 (B._____) und die Staatsanwaltschaft stellten den Beweisan-

trag auf Einholung einer Ergänzung des unfallanalytischen Gutachtens (Urk. 152 

S. 2; Urk. 156 S. 2). Mit Beschluss vom 30. Oktober 2023 wurde dieser Beweisan-

trag gutgeheissen und die Einholung eines weiteren Ergänzungsgutachtens des 

Forensischen Instituts Zürich angeordnet (Urk. 178). Dieses wurde am 26. März 

2024 erstattet (Urk. 188). Danach wurde den Parteien Gelegenheit zur Stellung-

nahme zum Ergänzungsgutachten eingeräumt. Nachdem auch der diesbezügli-

che Schriftenwechsel abgeschlossen wurde (Urk. 190 ff.), erweist sich das Ver-

fahren als spruchreif.

-  8  -

2.

Gegenstand der materiellen Prüfung

2.1. Begründung im Rückweisungsentscheid des Bundesgerichtes

Das Bundesgericht hat in seinem Urteil vom 29. November 2022 den Sachverhalt 

wiedergegeben, welcher gemäss dem aufgehobenen Urteil des Obergerichtes 

des Kantons Zürich vom 9. November 2021 erstellt wurde und nicht angefochten 

wurde (Urk. 139 S. 3). Gemäss diesen Erwägungen ist kurz zusammengefasst er-

stellt, dass der Beschuldigte am 30. Juni 2017 sein Fahrzeug um die Mittagszeit 

auf der F._____-strasse in G._____ Richtung H._____ lenkte, während der Fahrt 

auf dem Fahrradweg drei Fahrzeuge und ein Polizeifahrzeug erblickte und kurz 

hinschaute. Als er seinen Blick wieder nach vorne in Fahrrichtung wandte, wurde 

er durch eine nicht eruierbare Lichtquelle oder Reflektion geblendet. Nachdem er 

nach einer unbekannten Zeitspanne seine Sicht wiedererlangt hatte, bemerkte er, 

dass vor ihm ein Fahrzeug fuhr. Zur Vermeidung einer Kollision leitete er eine 

Vollbremsung ein. Als er realisierte, dass er trotz eingeleiteter Vollbremsung nicht 

mehr rechtzeitig würde anhalten können, lenkte er sein Fahrzeug nach rechts. 

Trotz dieses Ausweichmanövers stiess er bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h 

bis 60 km/h mit seiner rechten Front gegen das linke Heck des vom Privatkläger 2 

(B._____) gelenkten Fahrzeugs, welches bereits stillstand oder sich zumindest 

unmittelbar vor dem Stillstand befand und seinerseits durch die Kollision nach 

vorne geschoben wurde und mit der rechten Front in das linke Heck des vor ihm 

stillstehenden Fahrzeugs von I._____ prallte. Durch diesen Aufprall wurde das 

Fahrzeug des Privatklägers 2 auf die Gegenfahrbahn abgelenkt, wo es mit einem 

korrekt entgegenkommenden Sattelschlepper kollidierte. Infolge dieser Kollision 

wurde es rückwärts zurück auf die Fahrspur in Richtung H._____ geschleudert, 

wo es mit dem von J._____ korrekt in Fahrtrichtung gelenkten Personenwagen 

kollidierte. Die hochschwangere Ehefrau des Privatklägers 2 sass im Zeitpunkt 

der Kollisionen als Beifahrerin des von ihm gelenkten Fahrzeugs auf dem Becken-

gurt und war nur durch den Schultergurt gesichert. Sie zog sich durch diesen Un-

fall schwere Verletzungen zu und verstarb noch auf der Unfallstelle.

Das Bundesgericht hat ferner festgehalten, unangefochten geblieben und für das 

Bundesgericht daher verbindlich sei die Feststellung des Obergerichtes, die kurze 

Ablenkung durch den Blick des Beschuldigten auf die am rechten Strassenrand 

-  9  -

stehenden Fahrzeuge habe keinen Einfluss darauf gehabt, dass es zur Kollision 

gekommen sei, da die Kollision auch bei einer sofortigen Vollbremsung ohne Ver-

zögerung nicht vermeidbar gewesen wäre (Urk. 139 S. 5). Von diesem erstellten 

Sachverhalt ist folglich auch im vorliegenden Verfahren weiterhin auszugehen. 

Betreffend den seitens der Anklagebehörde im Berufungsverfahren vorgebrachten 

Vorwurf der Einhaltung eines zu geringen Abstands hat das Bundesgericht bestä-

tigt, die Vorinstanz sei zutreffend davon ausgegangen, dass dem Beschuldigten in 

der Anklage einzig vorgeworfen werde, er habe seine Aufmerksamkeit während 

der Fahrt auf das Geschehen rechts der Strasse gerichtet, wo vier Fahrzeuge auf 

dem Fahrradweg gestanden seien, und er habe weiter die aufgrund einer voraus-

sehbaren möglichen Blendung durch Sonnenstrahlreflektionen erhöhte Sorgfalts-

pflicht zur Verschaffung eines Überblicks über den vorausfahrenden Verkehr ver-

letzt. Der Vorwurf, dass der Beschuldigte trotz übersichtlicher Strassenführung 

nicht rechtzeitig auf den Kolonnenverkehr reagiert und/oder zu wenig Abstand 

zum Fahrzeug des Privatklägers 2 eingehalten habe, finde sich in der Anklage-

schrift hingegen nicht. Dass dem Beschuldigten eine weitere Sorgfaltspflichtverlet-

zung vorgeworfen werde, sei nicht erkennbar (Urk. 139 S. 8 f.). Das Bundesge-

richt hat auch klargestellt, dass eine Anklageänderung gestützt auf Art. 333 Abs. 1 

StPO nicht in Betracht kommt, wenn die Anklage (wie vorliegend) innerhalb des 

angeklagten Straftatbestands geändert werden soll, weil in der Anklageschrift 

nicht alle tatsächlichen Umstände aufgeführt sind, aus denen sich die Pflichtwid-

rigkeit des vorgeworfenen Verhaltens (möglicherweise) ergeben könnte (Urk. 139 

S. 13). Gestützt auf die Erwägungen des Bundesgerichtes ist demzufolge vorlie-

gend nur der Vorwurf des verzögerten Bremsens aufgrund abgelenkter Aufmerk-

samkeit auf das Geschehen rechts der Strasse und der Missachtung erhöhter 

Sorgfaltspflicht aufgrund voraussehbarer möglicher Blendung durch Sonnen-

strahlreflektionen Gegenstand der Überprüfung. 

Das Bundesgericht hat ferner betreffend die Kausalität der Sorgfaltspflichtverlet-

zung ausgeführt, das Obergericht habe festgehalten, die angeklagten Sorgfalts-

pflichtverletzungen (kurzer Blick auf die am rechten Strassenrand stehenden 

Fahrzeuge und darauf folgende Blendung) hätten zu einer Verzögerung des 

Bremsvorgangs geführt, die nicht kausal für die Kollision gewesen sei. Der Zu-

-  10  -

sammenprall wäre auch ohne diese Verzögerung von 0,5 s bis 0,7 s eingetreten 

bzw. die Kollision hätte auch ohne diese verzögerte Reaktion nicht vermieden 

werden können. Das Bundesgericht kam zum Schluss, diesen Ausführungen des 

Obergerichtes könne insofern nicht gefolgt werden, als der Umstand, dass die 

erste Kollision auch ohne die Verzögerung von 0,5 s bis 0,7 s eingetreten wäre, 

nicht ausschliesse, dass die dem Beschuldigten angelastete Sorgfaltspflichtverlet-

zung eine Mitursache gewesen sein könne, wie denn das Gutachten und das Er-

gänzungsgutachten des Forensischen Instituts Zürich nahezulegen scheinen wür-

den. Der Täter, der durch sein Verhalten eine Bedingung für den Eintritt eines Er-

folgs gesetzt habe, könne sich nicht damit entlasten, dass der Erfolg – wie in den 

Konstellation der "Doppelkausalität" – auch ohne die von ihm gesetzte Bedingung 

gleichwohl eingetreten wäre. Massgebend für die objektive Zurechnung sei, dass 

der Täter durch sein Verhalten eine Bedingung für den Erfolg in seiner konkreten 

Gestalt gesetzt habe. Hinzu komme, dass selbst wenn die Kausalität der Verzö-

gerung beim Bremsen infolge des Blicks nach rechts und der darauf folgenden 

Blendung als solche verneint würde, gleichwohl zu prüfen sei – allenfalls mit er-

neuter Ergänzung des Gutachtens –, ob der Verkehrsunfall nicht anders verlaufen 

wäre, wenn die Geschwindigkeit im Zeitpunkt der Kollision aufgrund eines frühe-

ren Bremsbeginns geringer gewesen wäre. Die vorinstanzliche Entscheidbegrün-

dung erweise sich daher als mangelhaft, weshalb das angefochtene Urteil aufge-

hoben und die Sache zur neuen Entscheidung an das Obergericht zurückgewie-

sen werde (Urk. 139 S. 16 f.). 

2.2. Gutachten und Ergänzungsgutachten des Forensischen Instituts Zürich 

(FOR)

Wie vorstehend dargelegt, hat das Bundesgericht erwogen, das Gutachten und 

das erste Ergänzungsgutachten des Forensischen Instituts Zürich scheinen nahe-

zulegen, dass die Bremsverzögerung von 0,5 s bis 0,7 s eine Mitursache für die 

erste Kollision gewesen sei (Urk. 139 S. 16). Dem Gutachten ist zu entnehmen, 

dass der Beschuldigte 0,5 s bis 0,7 s nach dem Aufleuchten der Bremslichter des 

Personenwagens des Privatklägers 2 reagiert habe (Urk. 27.11 S. 17). Ferner 

wird sowohl im Gutachten wie auch im ersten Ergänzungsgutachten eindeutig 

festgehalten, dass das Fahrzeug des Beschuldigten auch bei Vollbremsung ohne 

-  11  -

diese Verzögerung von 0,5 s bis 0,7 s nicht hinter dem Personenwagen des Pri-

vatklägers 2 hätte anhalten können (Urk. 27.11. S. 17; Urk. 27.16 S. 5). Die An-

klage wirft dem Beschuldigten vor, wenn er seiner Pflicht nachgekommen wäre, 

seine Aufmerksamkeit stets auf die Strasse zu richten, wäre für ihn das Abbrem-

sen des vor ihm fahrenden Lenkers, d.h. des Privatklägers 2 rechtzeitig erkennbar 

gewesen. Zudem hätte er sein Fahrzeug rechtzeitig abbremsen und eine Kollision 

sowie die tödlichen Verletzungen der Ehefrau des Privatklägers 2 vermeiden kön-

nen. Dieser Vorwurf lässt sich aufgrund der klaren gutachterlichen Feststellung, 

dass es auch bei einer sofortigen Vollbremsung des Beschuldigten ohne zeitliche 

Verzögerung zur Kollision mit dem vor ihm fahrenden Personenwagen des Privat-

klägers 2 gekommen wäre, nicht erstellen. Für den Fall, dass die Kausalität der 

Verzögerung beim Bremsen infolge des inkriminierten Verhaltens (Blick nach 

rechts und Blendung) für die Kollision als solche verneint würde, ist gemäss den 

verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichtes gleichwohl zu prüfen – allenfalls 

mit einer Ergänzung des Gutachtens –, ob der Verkehrsunfall nicht anders verlau-

fen wäre, wenn die Geschwindigkeit im Zeitpunkt der Kollision aufgrund eines frü-

heren Bremsbeginns geringer gewesen wäre (Urk. 139 S. 17). Diesen Erwägun-

gen des Bundesgerichtes folgend wurde im vorliegenden Verfahren eine zweite 

Ergänzung des Gutachtens des FOR eingeholt zur Frage, ob der Verkehrsunfall 

anders verlaufen wäre, wenn die Geschwindigkeit im Zeitpunkt der Kollision auf-

grund eines früheren Bremsbeginns geringer gewesen wäre.

3.

Rechtskraftbeschluss

Das Bundesgericht hat mit seinem Rückweisungsentscheid vom 29. November 

2022 lediglich das Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich, II. Strafkammer, 

vom 9. November 2021 aufgehoben, nicht jedoch den gleichentags ergangenen 

Rechtskraftbeschluss. Dennoch erscheint es im Sinne der Klarheit angezeigt, den 

Rechtskraftbeschluss im vorliegenden Berufungsurteil erneut zu fällen.

-  12  -

II. Materielle Prüfung

1.

Unfallverlauf bei früherem Bremsbeginn

1.1. Ergänzungsgutachten des Forensischen Instituts Zürich (FOR) vom 

26. März 2024

Das zweite Ergänzungsgutachten des FOR vom 26. März 2024 (Urk. 188) hält 

fest, ein 0,5 s bis 0,7 s früherer Bremsbeginn hätte dazu geführt, dass die Kollisi-

onsgeschwindigkeit des Fahrzeugs des Beschuldigten auf den stillstehenden Per-

sonenwagen des Privatklägers 2 ca. 26 km/h bis ca. 30 km/h betragen hätte. Aus 

der reduzierten Kollisionsgeschwindigkeit resultiere eine geringere Beschädi-

gungsenergie (Urk. 188 S. 3). Wie sich die tiefere Kollisionsgeschwindigkeit auf 

die nachfolgenden Kollisionen ausgewirkt hätte, sei weitgehend spekulativ. Die 

Komplexität des Unfalls würde eine lückenlose Simulation von der ersten Kollision 

durchgehend bis zur vierten Kollision kaum erlauben bzw. einen entsprechenden 

Aufwand nicht rechtfertigen. Durch die niedrigere Kollisionsgeschwindigkeit des 

Fahrzeugs des Beschuldigten bei der ersten Kollision wäre das Fahrzeug des Pri-

vatklägers 2 in der Simulation weniger stark abgedreht worden als bei der tat-

sächlichen Kollision und wäre bei der zweiten Kollision mit seiner Front mehr mit-

tig gegen das Heck des Personenwagens von I._____ kollidiert. Das Fahrzeug 

des Privatklägers 2 wäre leicht nach links auf die Gegenfahrbahn abgelenkt wor-

den (Urk. 188 S. 4). Da es nach der zweiten Kollision noch eine geringe Ge-

schwindigkeit zwischen 9 km/h bis ca. 10 km/h innegehabt hätte und die kollisi-

onsbedingte Auslaufbewegung ebenfalls in Richtung Gegenfahrbahnstreifen er-

folgt sei, wird von den Gutachtern gefolgert, dass sich das Fahrzeug des Privat-

klägers 2, falls überhaupt, lediglich wenig auf die Gegenfahrbahn bewegt hätte. 

Nach der zweiten Kollision seien die Unsicherheiten der verschiedenen Einfluss-

faktoren jedoch derart gross, dass keine Aussagen zum weiteren Verlauf gemacht 

werden könnten. Wie sich der Personenwagen des Privatklägers 2 ab der zweiten 

Kollision weiterbewegt hätte und ob es zu einer Kollision mit dem von Urs Bach-

mann gelenkten Sattelschlepper gekommen wäre, könne nicht abschliessend ge-

sagt werden. Zu einer Kollision mit dem Personenwagen von J._____ könnten 

folglich auch keine abschliessenden Aussagen gemacht werden (Urk. 188 S. 5 

ff.). 

-  13  -

1.2. Würdigung der gutachterlichen Ausführungen

Gemäss den schlüssigen Ausführungen im Ergänzungsgutachten des Forensi-

schen Institutes Zürich vom 26. März 2024 ist davon auszugehen, dass bei frühe-

rem Bremsbeginn die Kollisionsgeschwindigkeiten bei der ersten und zweiten Kol-

lision geringer ausgefallen wären als mit der angenommenen Bremsverzögerung 

von 0,5 s bis 0,7 s. Bei der zweiten Kollision wäre es dennoch zu einer Abdrehung 

des Fahrzeugs des Privatklägers 2 in Richtung Gegenfahrbahn gekommen. Ge-

mäss den sachverständigen Gutachtern sind die Unsicherheiten der verschiede-

nen Einflussfaktoren nach der zweiten Kollision jedoch derart gross, dass keine 

verlässlichen Aussagen zum weiteren Verlauf gemacht werden können. Wie sich 

der Personenwagen des Privatklägers 2 ab der zweiten Kollision weiterbewegt 

hätte und ob es zu einer Kollision mit dem von Urs Bachmann gelenkten Sattel-

schlepper gekommen wäre, kann nicht abschliessend gesagt werden. Gestützt 

auf die Ausführungen im zweiten Ergänzungsgutachten kann jedoch davon aus-

gegangen werden, dass die Kollisionsgeschwindigkeiten bei den ersten beiden 

Kollisionen ohne Bremsverzögerung deutlich tiefer gewesen wären. Ohne Brems-

verzögerung wäre die Geschwindigkeit bei der ersten Kollision ca. 26 km/h bis 

30 km/h, bei der zweiten Kollision ca. 17 km/h bis ca. 19 km/h gewesen (Urk. 188 

S. 5 f.). Demgegenüber haben die Kollisionsgeschwindigkeiten mit einer Brems-

verzögerung von 0,5 s bis 0,7 s gemäss gutachterlichen Feststellungen bei der 

ersten Kollision 50 km/h bis 60 km/h und bei der zweiten Kollision 31 km/h bis 

39 km/h betragen (Urk. 27.11. S. 21). Diese deutlichen Unterschiede in den Kolli-

sionsgeschwindigkeiten lassen die Feststellungen im zweiten Ergänzungsgutach-

ten ohne Weiteres als nachvollziehbar erscheinen, wonach bei einer früheren Ein-

leitung der Vollbremsung eine geringere Beschädigungsenergie vorgelegen hätte 

als mit einer Bremsverzögerung. Die ersten beiden Kollisionen wären demzufolge 

weniger heftig ausgefallen. Zum weiteren Verlauf der Kollisionen lassen sich ge-

mäss Ergänzungsgutachten keine zuverlässigen Angaben machen, weshalb im 

vorliegenden Strafverfahren zulasten des Beschuldigten nicht auf Spekulationen 

darüber abgestellt werden kann, wie die dritte Kollision mit dem Sattelschlepper 

verlaufen wäre und ob es ohne Bremsverzögerung auch noch zu einer vierten 

Kollision mit dem von J._____ gelenkten Personenwagen gekommen wäre. 

-  14  -

Rechtsgenüglich erstellt ist einzig, dass die ersten beiden Kollisionen ohne Verzö-

gerung des Bremsvorgangs weniger heftig ausgefallen wären als mit der zeitli-

chen Verzögerung von 0,5 s bis 0,7 s.

Wie das Bundesgericht festhält, ist eine Voraussetzung der Fahrlässigkeitshaf-

tung, dass der Erfolg vermeidbar gewesen wäre, wobei für die Zurechnung des 

Erfolgs genügt, wenn das Verhalten des Täters mindestens mit einem hohen 

Grad an Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolgs bildete (Urk. 139 S. 16). Zu 

prüfen ist folglich, ob die dem Beschuldigten anzulastende Sorgfaltspflichtverlet-

zung eine Mitursache für den Erfolgseintritt gewesen sein kann. Ferner kann sich 

der Beschuldigte nach den Erwägungen des Bundesgerichtes nicht damit entlas-

ten, dass der Erfolg auch ohne die von ihm gesetzte Bedingung gleichwohl einge-

treten wäre (Urk. 139 S. 17). Dies bedeutet, dass sich der Beschuldigte nicht da-

mit entlasten kann, dass die verstorbene Beifahrerin nicht korrekt angegurtet war, 

sondern auf dem Beckengurt sass, was zum Todeseintritt beigetragen hat. Es 

kann dazu auf die Erwägungen im aufgehobenen Urteil des erkennenden Gerich-

tes vom 9. November 2021 verwiesen werden, welche vom Bundesgericht nicht 

bemängelt wurden (Urk. 130 S. 20 ff.). Es ist gestützt auf die Ausführungen im 

biometrischen Gutachten vom 15. Oktober 2019 zwar davon auszugehen, dass 

die Verstorbene die tödlichen Verletzungen am Herzen nicht erlitten hätte, wenn 

sie den Sicherheitsgurt korrekt getragen hätte. Wie bereits im Urteil vom 9. No-

vember 2021 unter Bezugnahme auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur 

Unterbrechung des Kausalzusammenhangs dargetan, handelt es sich bei der Tat-

sache, dass die Verstorbene nicht korrekt angegurtet war, nicht um einen Um-

stand, welcher derart aussergewöhnlich erscheinen würde, dass er das Verhalten 

des Beschuldigten in den Hintergrund drängen könnte. Das Fehlverhalten des 

Opfers vermag vorliegend den Kausalzusammenhang zwischen dem Schaden 

und der Handlung des Beschuldigten nicht zu unterbrechen. Aufgrund der gros-

sen Differenz zwischen den Kollisionsgeschwindigkeiten mit und ohne Bremsver-

zögerung ist davon auszugehen, dass die Bremsverzögerung mit einem hohen 

Grad an Wahrscheinlichkeit eine Mitursache des Erfolgseintrittes bildete.

Der Beschuldigte lässt geltend machen, die Gutachten des FOR würden davon 

ausgehen, dass das Fahrzeug des Privatklägers 2 im Kollisionszeitpunkt stillge-

-  15  -

standen sei. Diese Annahme sei jedoch aufgrund der Aussagen des Privatklä-

gers 2 nicht korrekt (Urk.148 S. 5). Dieses Vorbringen des Beschuldigten wird 

durch die Feststellungen im Ergänzungsgutachten vom 24. Januar 2019 entkräf-

tet. Es trifft zwar zu, dass im Gutachten des FOR vom 24. September 2018 fest-

gehalten wird, die Personenwagen von I._____ und des Privatklägers 2 seien auf-

grund der Angaben der Unfall-Lenker stillgestanden (Urk. 27.11 S. 17). Im Ergän-

zungsgutachten vom 24. Januar 2019 führten die Gutachter auf die Frage, ob sich 

aufgrund der Fahrzeugschäden zweifelsfrei erhärten lasse, dass der Personenwa-

gen des Privatklägers 2 im Zeitpunkt der Auffahrkollision stillgestanden sei, aus, 

sowohl der Beschuldigte als auch der Privatkläger 2 hätten ausgesagt, dass das 

Fahrzeug Terzic bei der ersten Kollision stillgestanden sei. Bei dieser Ausgangs-

lage (stehender Personenwagen des Privatklägers 2) stimmen gemäss Gutachten 

die Bewegungen der Fahrzeuge des Beschuldigten und des Privatklägers 2 nach 

der ersten Kollision mit der Endlage des Fahrzeugs des Beschuldigten und den 

nachfolgenden Kollisionen überein. Hätte der Personenwagen des Privatklägers 2 

bei der ersten Kollision eine Geschwindigkeit aufgewiesen, hätte die Kollisionsge-

schwindigkeit des Fahrzeugs des Beschuldigten erhöht sein müssen, um die glei-

chen Beschädigungen hervorzurufen (Urk. 27.16 S. 4). Diese Ausführungen der 

Gutachter sind nachvollziehbar. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass 

nicht darauf abgestellt werden könnte. Solche werden denn auch vom Beschul-

digten nicht geltend gemacht. Die Feststellungen im Gutachten stützen daher die 

Aussage des Privatklägers 2, wonach sein Fahrzeug im Zeitpunkt der ersten Kolli-

sion stillgestanden sei. Die Annahme der Gutachter, dass das Fahrzeug des Pri-

vatklägers 2 im Kollisionszeitpunkt gestanden sei, lässt sich in Übereinstimmung 

bringen mit den weiteren Fahrzeugbewegungen, den Kollisionen und der Endlage 

der in den Unfall involvierten Fahrzeuge. 

Zusammenfassend ist zu schliessen, dass der hypothetische Unfallhergang ohne 

Bremsverzögerung deutlich vom tatsächlichen Unfallhergang abgewichen wäre. 

Die Bremsverzögerung von 0,5 s bis 0,7 s hat aufgrund der unterschiedlichen Kol-

lisionsgeschwindigkeiten bei den ersten beiden Kollisionen im Sinne der Recht-

sprechung mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit zum eingetretenen Erfolg 

beigetragen. Der adäquate Kausalzusammenhang als Voraussetzung für die 

-  16  -

Fahrlässigkeitshaftung ist zu bejahen. Da entgegen dem aufgehobenen Entscheid 

des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 9. November 2021 nunmehr von einer 

Vermeidbarkeit des Erfolgseintritts ohne Bremsverzögerung auszugehen ist, ist 

nachfolgend auch zu prüfen, ob die Bremsverzögerung auf einer Sorgfaltspflicht-

verletzung seitens des Beschuldigten beruht.

2.

Sorgfaltspflichtverletzung

2.1. Anklagevorwurf

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, er habe seine Aufmerksamkeit sorg-

faltspflichtwidrig auf das Geschehen rechts der Strasse gerichtet, wo drei Fahr-

zeuge und ein Polizeifahrzeug gestanden seien, und habe damit seine Aufmerk-

samkeit weg von der Strasse gewendet. Ausserdem sei für den Beschuldigten 

voraussehbar gewesen, dass er durch allfällige Sonnenstrahlreflektion geblendet 

werden könnte und hätte ihn deshalb eine erhöhte Sorgfaltspflicht getroffen zur 

Verschaffung eines Überblicks über den vorausfahrenden Verkehr (Urk. 47 S. 3 

f.). Die angeklagten Sorgfaltspflichtverletzungen beziehen sich auf die Vorausseh-

barkeit einer Blendung sowie auf die Abwendung der Aufmerksamkeit von der 

Strasse durch einen Blick nach rechts.

Wie bereits erwähnt, hat sich das Obergericht des Kantons Zürich im aufgehobe-

nen Urteil vom 9. November 2021 zur Frage der Blendung, deren Bedeutung für 

die Bremsverzögerung und zur angeklagten Sorgfaltspflichtverletzung durch Blick-

abwendung nach rechts nicht geäussert. Diese Fragen konnten offen gelassen 

werden, da der Freispruch damit begründet wurde, dass die Kollision auch ohne 

Bremsverzögerung eingetreten wäre. Es ist daher nach erfolgter Rückweisung 

durch das Bundesgericht zulässig, diese Fragen neu zu prüfen.

2.2. Standpunkt des Beschuldigten

Der Beschuldigte machte dazu geltend, die kurze Blickabwendung nach rechts sei 

nicht mit einem Drehen des Kopfes begleitet gewesen und sei durch die Front-

scheibe erfolgt. Es sei davon auszugehen, dass er ohne Blendung in der Lage ge-

wesen wäre, zumindest aus dem Augenwinkel auf den Verkehr vor ihm zu achten. 

-  17  -

Auch der Privatkläger 2 und der Lenker Weiss hätten eingeräumt, kurz nach 

rechts geschaut zu haben (Urk. 148 S. 5 f.). Die Bremsverzögerung von 0,5 s bis 

0,7 s sei nicht dem Blick auf das Polizeifahrzeug zuzuschreiben, sondern der zeit-

lich nachfolgenden Blendung (Urk. 148 S. 7).

2.3. Würdigung

2.3.1.  Blendung

Das Ergänzungsgutachten vom 24. Januar 2019 äussert sich zur Frage der Blen-

dung dahingehend, dass aufgrund des Sonnenstandes im Unfallzeitpunkt keine 

direkte Sichtbehinderung des Beschuldigten durch die Sonne bestanden habe. 

Eine indirekte Sichtbehinderung durch Reflektionen der Sonnenstrahlen an den 

vorausfahrenden Fahrzeugen wäre hingegen denkbar. Die erforderlichen Einfalls-

winkel der Sonnenstrahlen auf das Fahrzeug Terzic für eine Blendung nach hin-

ten in Richtung des Personenwagens des Beschuldigten seien im Bereich des 

Möglichen, so dass eine Reflektion der Sonnenstrahlen am Heck des Fahrzeugs 

Terzic mit Abstrahlung in Richtung des Beschuldigten denkbar sei. Auch eine 

kurzzeitige indirekte Sichtbehinderung des Beschuldigten durch Reflektion der 

Sonnenstrahlen an den entgegenkommenden Fahrzeugen sei nicht auszuschlies-

sen. Zusammenfassend können nach den Ausführungen der Gutachter Sichtbe-

hinderungen durch Sonnenstrahlreflektionen mithin nicht ausgeschlossen werden. 

Wie eine denkbare Sichtbehinderung des Beschuldigten zustande gekommen sei, 

wann sie aufgetreten sei oder wie lange eine solche hätte dauern können bzw. 

wie schnell sich der Beschuldigte von dem Zustand einer möglichen Sichtbehin-

derung hätte befreien können, lässt sich gemäss dem Gutachten indes nicht ver-

lässlich darlegen (Urk. 27.16 S. 5 f.). 

Aufgrund der schlüssigen Ausführungen im Gutachten bestand keine direkte 

Sichtbehinderung durch Sonnenstrahlen. Eine indirekte Blendung des Beschuldig-

ten dagegen ist möglich. Die Darstellung des Beschuldigten, dass er geblendet 

worden sei, kann somit nicht widerlegt werden und hat entsprechend auch Ein-

gang in die Anklage gefunden. Aufgrund welcher Umstände eine indirekte Blen-

dung für den Beschuldigten voraussehbar gewesen wäre und ihn deshalb gemäss 

Anklagevorwurf eine erhöhte Sorgfaltspflicht zur Verschaffung eines Überblicks 

-  18  -

über den vorausfahrenden Verkehr getroffen hätte, ist nicht erkennbar. Es ist zu-

dem fraglich, ob das Anklageprinzip bezüglich des Vorwurfs der Sorgfaltspflicht-

verletzung im Zusammenhang mit der Blendung gewahrt ist, wird doch pauschal 

vorgeworfen, es sei für den Beschuldigten voraussehbar gewesen, dass er durch 

allfällige Sonnenstrahlreflektionen geblendet werden könnte. Offen bleibt, was er 

hätte vorkehren müssen (wohl eben gerade genügend Abstand zu halten 

und/oder die Geschwindigkeit zu reduzieren, was beides nicht Gegenstand der 

Anklage bildet). Entsprechend hat das Bundesgericht bindend festgehalten, eine 

Unaufmerksamkeit oder Fehleinschätzung der Verkehrssituation vor dem inkrimi-

nierten Blick nach rechts, d.h. eine bereits zuvor bestehende Nichtanpassung der 

Geschwindigkeit an die Verkehrssituation werde dem Beschuldigten nicht vorge-

worfen und sei nicht Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Urk. 139 S. 9 f.). Dem-

zufolge kann auch der Vorwurf, es hätte ihn aufgrund einer vorhersehbaren Blen-

dung durch Reflektion eine erhöhte Sorgfaltspflicht zur Verschaffung eines Über-

blicks über den vorausfahrenden Verkehr getroffen, nicht Gegenstand des vorlie-

genden Verfahrens bilden, zumal diese ebenfalls schon vor dem Blick nach rechts 

hätte eingehalten werden müssen. Unabhängig davon ist jedenfalls nicht darge-

tan, dass eine indirekte Blendung durch Reflektion für den Beschuldigten voraus-

sehbar war. Darauf abstellend, dass der Beschuldigte nach dem Blick nach rechts 

durch eine Sonnenstrahlreflektion geblendet wurde, muss davon ausgegangen 

werden, dass die Blendung mindestens eine Mitursache für die Bremsverzöge-

rung darstellen kann, indem der Beschuldigte das Aufleuchten der Bremslichter 

des vorausfahrenden Fahrzeugs nicht rechtzeitig erkannte und erst nach dem 

Nachlassen des Effekts der Blendung bemerkte, dass das Fahrzeug vor ihm ab-

gebremst hatte. Es kann daher nicht mit rechtsgenüglicher Sicherheit angenom-

men werden, dass die Bremsverzögerung allein durch eine Blickabwendung nach 

rechts eingetreten ist. Sie kann vielmehr auch oder allein auf die Blendung zu-

rückzuführen sein und würde folglich nicht auf einer Pflichtverletzung basieren. 

Daraus folgt, dass der Beschuldigte mangels erstellter Sorgfaltspflichtverletzung 

vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freizusprechen ist. 

-  19  -

Die nachfolgenden Erwägungen zur vorgeworfenen Abwendung der Aufmerksam-

keit von der Strasse weg auf das Geschehen am rechten Strassenrand erfolgen 

mithin lediglich ergänzend im Sinne einer Eventualbegründung. 

2.3.2.  Abwendung der Aufmerksamkeit von der Strasse

Zu prüfen ist, ob die von den Gutachtern errechnete Bremsverzögerung von 0,5 s 

bis 0,7 s eingetreten sein kann, weil der Beschuldigte seine Aufmerksamkeit von 

der Strasse weg auf das Geschehen rechts der Strasse richtete und ob dieser 

Blick nach rechts zum Polizeifahrzeug unter den gegebenen Umständen als 

pflichtwidrige Abwendung der Aufmerksamkeit von der Strasse zu werten ist.

Dem unfallanalytischen Gutachten ist zu entnehmen, dass sich der Blickwinkel, in 

welchem der Beschuldigte aus dem Lieferwagen auf den Polizeieinsatz schaute, 

nachträglich nicht bestimmen lässt, und eine Blickzuwendung zum Polizeieinsatz 

mangels objektiver Anknüpfungspunkte nicht bestimmbar ist (Urk. 27.16 S. 9, zur 

Ergänzungsfrage 3). Es bestehen somit keine objektiven Anhaltspunkte dafür, wie 

dieser Blick des Beschuldigten nach rechts erfolgte. 

Die Aussagen des Beschuldigten dazu sind im Kern gleichbleibend. In der ersten 

polizeilichen Befragung nach dem Unfall sagte er am 30. Juni 2017 aus, er habe 

von weitem her gesehen, dass ein Polizeiauto geblinkt habe. Es habe den Pan-

nenblinker eingeschaltet gehabt, der Kofferraumdeckel sei geöffnet gewesen und 

an diesem hätten noch gelbe Lichter aufgeleuchtet. Beim Näherkommen habe er 

nochmals kurz nach rechts geschaut, ohne den Kopf abzudrehen. Als er wieder 

nach vorne geblickt habe, habe ihn irgendetwas geblendet. Einen Moment lang 

habe er nichts gesehen, und als er seine Sicht wieder erlangt habe, habe er be-

merkt, dass die Fahrzeuge vor ihm wahrscheinlich bereits stillgestanden seien. Er 

habe weder ein Rücklicht noch ein Bremslicht aufleuchten sehen (Urk. 5.1 S. 1 

und S. 3). Sein Blick sei keine halbe Sekunde abgewendet gewesen. Er habe nur 

ganz kurz nach rechts geschaut und danach wieder auf die Strasse (Urk. 5.1 

S. 4). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 10. Januar 2018 führte er 

erneut aus, er habe das Polizeiauto und zwei oder drei weitere Autos rechts auf 

dem Veloweg gesehen. Er habe kurz aus dem Augenwinkel durch die Front-

-  20  -

scheibe dort hingeschaut. Er glaube nicht, dass er den Kopf nach rechts gedreht 

habe. Er schätze das Hinschauen auf ca. eine Sekunde. Als er wieder nach vorne 

geschaut habe, habe ihn etwas geblendet. Er wisse nicht mehr, wie lange er ge-

blendet worden sei und ob er vom Gas gegangen sei oder gebremst habe 

(Urk. 5.2 S. 4). In der Befragung vor Vorinstanz am 9. Oktober 2020 sagte der Be-

schuldigte aus, er habe aus dem Augenwinkel schnell hinüber zum Polizeifahr-

zeug geschaut, welches die Warnlichter eingeschaltet gehabt habe (Prot. I S. 11). 

Er habe wahrscheinlich aus der Frontscheibe geschaut, es sei aber zu lange her 

für eine bestimmte Aussage. Er wisse nicht mehr, ob sich bei diesem Blick die Po-

sition seines Kopfes verändert habe. Wegen den Warnlichtern habe er seinen 

Blick auf die Fahrzeuge gerichtet (Prot. I S. 13). Auch anlässlich seiner Befragung 

im ersten Berufungsverfahren sagte er am 9. November 2021 aus, er habe die 

Warnlichter des Polizeiautos gesehen und sei geblendet worden, als er wieder auf 

die Strasse geschaut habe. Er habe vielleicht eine Sekunde zu den Warnlichtern 

geschaut. Das habe er getan, weil es geblinkt habe, was bedeute, dass dort et-

was Gefährliches sei oder sein könnte (Prot. II S. 14).

Der Beschuldigte sagte somit konstant aus, dass er kurz nach rechts zum Polizei-

fahrzeug geblickt habe, wobei er die Dauer der Blickabwendung unmittelbar nach 

dem Unfall auf eine halbe Sekunde, in späteren Einvernahmen auf eine Sekunde 

schätzte. Er sagte ferner gleichbleibend aus, er habe zum Polizeiauto geschaut, 

weil dieses den Warnblinker eingeschaltet gehabt habe. Die konstanten Aussa-

gen des Beschuldigten erscheinen glaubhaft. Insbesondere lässt sich eine län-

gere Blickabwendung als die vom Beschuldigten erwähnten 0,5 s bis 1 s nicht er-

stellen. Vielmehr wird seine Darstellung durch die Ausführungen der Gutachter 

gestützt. Sie führen aus, wenn sich für den Beschuldigten eine Gefahr ausserhalb 

des zu erwartenden Blickfeldes befunden hätte und er zur Gefahr hätte hinblicken 

müssen, hätte die Blickzuwendung 0,32 s bis 0,55 s gedauert und müsste bei ei-

nem Weg- und Zurückschauen von zwei Blickzuwendungszeiten ausgegangen 

werden. Mit Bezug auf das vorliegende Ereignis sei die Dauer der Blickabwen-

dung nicht näher bestimmbar (Urk. 27.16 S. 7). Aus den Darlegungen der Gutach-

ter geht hervor, dass allein die Blickzuwendung auf eine Gefahr ausserhalb des 

Blickfeldes und wieder zurück 0,64 s bis 1,1 s gedauert hätte, was mit der errech-

-  21  -

neten Reaktionsverzögerung von 0,5 s bis 0,7 s grundsätzlich vereinbar ist. Es ist 

jedoch hervorzuheben, dass die zu erwartende Dauer für eine Abwendung des 

Blickes nach rechts und ein Zurückschauen nach vorne in Fahrtrichtung weitge-

hend über die zeitliche Verzögerung bei der Einleitung der Vollbremsung hinaus-

geht, was verdeutlicht, wie kurz die Blickzuwendung des Beschuldigten zum Poli-

zeifahrzeug auf dem Veloweg rechts neben der Fahrbahn gewesen sein muss. 

Mit der Vorinstanz sind die Aussagen des Beschuldigten glaubhaft, wonach das 

Polizeifahrzeug die blinkenden Warnlichter eingeschaltet gehabt habe. Der Vorin-

stanz kann auch darin gefolgt werden, dass eingeschaltete Warnlichter bezwe-

cken, die Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer auf sich zu ziehen, und 

dass es einer natürlichen Reaktion entspricht, den Blick den blinkenden Warnlich-

tern zuzuwenden bzw. eine kurze Blickzuwendung sogar geboten war, um ein-

schätzen zu können, ob eine Gefahr für die eigene Fahrbahn von dort ausgeht 

(Urk. 100 S. 13). Dass es kein längeres Hinüberschauen oder gar ein eigentliches 

Gaffen war, ergibt sich aus der von den Gutachtern errechneten Reaktionsverzö-

gerung um 0,5 s bis 0,7 s. Wie soeben dargelegt, hätte eine Blickzuwendung auf 

eine mögliche Gefahr ausserhalb des zu erwartenden Blickfeldes und wieder zu-

rück 0,64 s bis 1,1 s gedauert. Unter diesen Umständen stellt die kurze Blickzu-

wendung zum Polizeifahrzeug keine Sorgfaltspflichtverletzung dar, weshalb der 

Freispruch der Vorinstanz auch unter diesem Aspekt zu bestätigen ist.

III. Zivilforderungen

Hinsichtlich der rechtlichen Grundlagen für die adhäsionsweise Geltendmachung 

von Zivilansprüchen kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz ver-

wiesen werden (Urk. 100 S. 16 f.).

Die Privatkläger 1 und 2 machen Genugtuungsforderungen geltend. Die Vorin-

stanz hat die Genugtuungsbegehren der beiden Privatkläger mit der Begründung 

abgewiesen, dass der Beschuldigte vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freige-

sprochen werde und deshalb die Voraussetzung der Widerrechtlichkeit fehle 

(Urk. 100 S. 18 und S. 19). Diese Begründung greift zu kurz. Vielmehr ist festzu-

halten, dass zwar aufgrund des vorliegenden Anklagesachverhalts bzw. mit Be-

zug auf die angeklagten Sorgfaltspflichtverletzungen ein Freispruch ergeht, dies 

-  22  -

jedoch nicht ausschliesst, dass die Privatkläger im Rahmen eines Zivilverfahrens 

im Zusammenhang mit dem Unfallgeschehen gestützt auf eine andere als die der 

Anklage zugrundeliegende Sorgfaltspflichtverletzung eine Genugtuungsforderung 

gegenüber dem Beschuldigten geltend machen könnten. Zudem ist der Vertre-

tung des Privatklägers 2 zuzustimmen, wenn sie darauf hinweist, dass der Be-

schuldigte vor Vorinstanz lediglich beantragen liess, dass die Zivilansprüche der 

Privatkläger auf den zivilen Rechtsweg zu verweisen seien bzw. eventualiter fest-

zustellen sei, dass die Privatkläger dem Grundsatze nach Anspruch auf eine Ge-

nugtuung hätten und im Übrigen deren Ansprüche auf den zivilen Rechtsweg zu 

verweisen seien. Eine Abweisung der geltend gemachten Zivilansprüche der Pri-

vatkläger verletzt somit auch die Dispositionsmaxime gemäss Art. 58 ZPO. Aus 

diesen Gründen sind die Privatkläger mit ihren Genugtuungsforderungen gestützt 

auf Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO auf den Zivilweg zu verweisen.

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die vorinstanzliche Regelung der Kosten- 

und Entschädigungsfolgen (Dispositivziffern 7 teilweise bis 9) zu bestätigen 

(Art. 428 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 426 Abs. 2 StPO e contrario). Die 

Kosten für das erste Berufungsverfahren fallen ausser Ansatz und den unterlie-

genden Privatklägern sind für das erste Berufungsverfahren keine Prozessent-

schädigungen zuzusprechen (Art. 428 Abs. 1 StPO, Art. 436 Abs. 1 StPO in Ver-

bindung mit Art. 433 Abs. 1 StPO e contrario). Dem obsiegenden Beschuldigten 

steht für die Kosten seiner Wahlverteidigung eine Prozessentschädigung zu 

(Art. 436 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). Seine Vertei-

digung machte für das erste Berufungsverfahren einen Aufwand von Fr. 6'382.65 

geltend (Urk. 127), wobei für die Berufungsverhandlung noch kein definitiver Auf-

wand vorgesehen war. In Anbetracht dessen, dass die Verhandlung ohne Weg 

und Nachbesprechung bereits fast fünf Stunden dauerte, erscheint eine pau-

schale Entschädigung von insgesamt Fr. 10'000.– (inkl. MWST) für das erste Be-

rufungsverfahren angemessen. Da das vorinstanzliche Urteil unter der Herrschaft 

des alten Prozessrechts erging, kommt dieses zur Anwendung (Art. 453 Abs. 1 

StPO) und ist die Prozessentschädigung für die Kosten seiner erbetenen Verteidi-

gung dem Beschuldigten zuzusprechen. 

-  23  -

Die Kosten für das zweite Berufungsverfahren sind aufgrund der Rückweisung 

durch das Bundesgericht entstanden, weshalb die Gerichtsgebühr ausser Ansatz 

fällt und die weiteren Kosten auf die Staatskasse zu nehmen sind. Für das zweite 

Berufungsverfahren macht der Beschuldigte unter Einreichung von zwei Honorar-

noten seiner Wahlverteidigung eine Prozessentschädigung für die Kosten seiner 

anwaltlichen Vertretung von insgesamt Fr. 12'423.85 geltend (Urk. 149 und 

Urk. 208). Angesichts des Umstandes, dass sich die Verteidigung nach der länge-

ren Zeit, welche nach dem ersten Berufungsverfahren verstrich, wieder neu in den 

Fall einlesen und sich zudem mit dem Ergänzungsgutachten auseinandersetzen 

musste, erscheint die geltend gemachte Entschädigung angemessen. Dem Be-

schuldigten ist daher für seine anwaltliche Vertretung im zweiten Berufungsver-

fahren eine Prozessentschädigung von gerundet Fr. 12'500.– (inkl. MWST) aus 

der Gerichtskasse zuzusprechen. Unter Hinzurechnung des vorstehend festge-

setzten Betrags von Fr. 10'000.– resultiert für beide Berufungsverfahren eine Ent-

schädigung im Sinne von Art. 436 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 429 Abs. 1 

lit. a StPO von insgesamt Fr. 22'500.–. 

Bezüglich der Kosten der Rechtsvertretung der beiden Privatkläger im zweiten 

Berufungsverfahren besteht keine Rechtsgrundlage für die Zusprechung einer 

Entschädigung aus der Gerichtskasse.

-  24  -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, Einzelge-

richt, vom 12. Oktober 2020 bezüglich der Dispositivziffern 4 (Zivilansprüche 

des Privatklägers 2 teilweise), 5 und 6 (Sicherstellungen) sowie 7 teilweise 

(Festsetzung der übrigen Kosten) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte C._____ ist der fahrlässigen Tötung im Sinne von Art. 117 

StGB nicht schuldig und wird freigesprochen.

2.

Die Privatkläger 1 (A._____) und 2 (B._____) werden mit ihren Genugtu-

ungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.

3.

Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziffern 7 teil-

weise bis 10) wird bestätigt.

4.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt für beide Berufungsverfahren (Ge-

schäfts-Nr. SB200478 und SB220635) ausser Ansatz. Die weiteren Kosten 

betragen Fr. 7'090.– (zweites Ergänzungsgutachten des FOR vom 26. März 

2024).

5.

Die Kosten für das zweite Ergänzungsgutachten des Forensischen Instituts 

Zürich vom 26. März 2024 werden auf die Gerichtskasse genommen.

6.

Dem Beschuldigten wird für beide Berufungsverfahren (Geschäfts-

Nr. SB200478 und SB220635) eine Prozessentschädigung von Fr. 22'500.– 

(inkl. 7,7 resp. 8,1 % MWST) für seine anwaltliche Vertretung aus der Ge-

richtskasse zugesprochen.

7.

Den Privatklägern 1 (A._____) und 2 (B._____) wird für beide Berufungsver-

fahren (Geschäfts-Nr. SB200478 und SB220635) keine Prozessentschädi-

gung zugesprochen.

-  25  -

8.

Schriftliche Mitteilung an









die erbetene Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland

den Privatkläger 1 (A._____) persönlich

die Vertretung des Privatklägers 2 im Doppel für sich und zuhanden 
des Privatklägers 2 (B._____)

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an











die Vorinstanz

die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG)

das Strassenverkehrsamt des Kantons Luzern, Massnahmen, Post-
fach 3970, 6002 Luzern, unter Hinweis auf die PIN …

das Strassenverkehrsamt des Kantons Aargau, Administrativmassnah-
men, Postfach, 5001 Aarau

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA zur Entfernung der Daten ge-
mäss Art. 32 Abs. 1 StReG mittels Kopie von Urk. 216.

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-

chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

-  26  -

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 24. Februar 2025

Die Präsidentin:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichterin lic. iur. Bertschi

MLaw Boese