# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2c0bf5d1-e1f2-52de-9313-75f060ae12ed
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 16.08.2017 AVI 2016/31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2016-31_2017-08-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2016/31

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 16.08.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 16.08.2017
Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG; Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV. Einstellung in der 
Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitgeberkündigung. 
Der Beschwerdeführer wurde vorangehend mehrfach verwarnt (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. August 2017, AVI 
2016/31).

Entscheid vom 16. August 2017

 

Besetzung                                                                      

Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen

Michaela Machleidt Lehmann und Marie-Theres Rüegg Haltinner;

a.o. Gerichtsschreiberin Melissa Traber             

Geschäftsnr.                                                                                                                 

AVI 2016/31             

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

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Kantonale Arbeitslosenkasse, Geltenwilenstrasse 16/18, 9001 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Einstellung in der Anspruchsberechtigung (Arbeitgeberkündigung)

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ meldete sich am 30. Oktober 2015 beim Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Stellenvermittlung an (act. G 5.1/55 S. 134) und 

stellte bei der kantonalen Arbeitslosenkasse per 1. Januar 2016 Antrag auf 

Arbeitslosenentschädigung (act. G 5.1/45 S. 115). Mit Schreiben vom 1. September 

2015 hatte die Arbeitgeberin, die Spitalregion B.___ (nachfolgend: Arbeitgeberin), das 

Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist per 31. Dezember 

2015 aufgelöst. Als Begründung brachte sie vor, der Versicherte sei gegenüber 

anderen Mitarbeitenden bereits mehrfach handgreiflich geworden. Sie habe ihn 

verschiedentlich schriftlich und mündlich darauf aufmerksam gemacht, dass ein 

solches Verhalten eine Kündigung nach sich ziehen könne (act. G 5.1/54 S. 132). In der 

Arbeitgeberbescheinigung gab die ehemalige Arbeitgeberin an, dass sich der 

Versicherte am Arbeitsplatz wiederholt unkorrekt gegenüber anderen Mitarbeitenden 

verhalten habe respektive handgreiflich geworden sei (act. G 5.1/43 S. 112). Auslöser 

für die Kündigung sei ein Vorfall vom 2. Juli 2015 gewesen, bei welchem der 

Versicherte einem anderen Mitarbeiter, C.___, eine Kaffeekanne habe an den Kopf 

schlagen wollen (act. G 5.1/31 S. 63 und 48 S. 122).

A.b  Im Rahmen der Verschuldensabklärung vom 18. Januar 2016 machte der 

Versicherte zum Vorfall vom 2. Juli 2015 gegenüber der Arbeitslosenkasse geltend, 

vom besagten Mitarbeiter mehrfach beleidigt worden zu sein. Dieser habe ihn am Hals 

gepackt und ihm gedroht. Er habe sich in Notwehr dagegen verteidigt. Die Vorwürfe 

der Arbeitgeberin seien bezüglich des Kündigungsgrundes teilweise korrekt. Er sei vor 

ca. drei Jahren bereits verwarnt worden (act. G5.1/34 S. 76).

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A.c  Auf Rückfrage der Arbeitslosenkasse reichte die Arbeitgeberin sämtliche 

Unterlagen im Zusammenhang mit der Vertragsauflösung – darunter Aktennotizen und 

Stellungnahmen der letzten Jahre – ein (act. G5.1/32 S. 73).

A.d  Mit Verfügung vom 12. Februar 2016 stellte die Arbeitslosenkasse den 

Versicherten für 36 Tage in der Anspruchsberechtigung ab 1. Januar 2016 ein. Er sei 

durch die Arbeitgeberin verwarnt worden und auch darauf aufmerksam gemacht 

worden, dass er bei weiteren Vorkommnissen mit der Auflösung des 

Arbeitsverhältnisses rechnen müsse. Der Versicherte habe seine Arbeitslosigkeit selbst 

verschuldet (act. G5.1/28 S. 57).

B.     

B.a  Dagegen erhob der Versicherte am 1. März 2016 Einsprache. Er sei langjähriger 

Angestellter gewesen und habe gute Arbeitszeugnisse erhalten. Dass er handgreiflich 

geworden sei, stimme nicht. Er sei provoziert worden wegen seines Bartes und seiner 

Religion. Er habe sich anschliessend aber beruhigt und sich nicht bei den Vorgesetzten 

beschwert. Er habe sich verteidigen müssen gegen die Beleidigungen und 

Beschimpfungen der anderen Mitarbeiter. Es sei jedoch nicht zu Handgreiflichkeiten 

gekommen. Die Arbeitgeberin habe ihn nach dem Vorfall versucht davon zu 

überzeugen selbst zu kündigen, worauf er nicht eingegangen sei. Er habe somit alles 

unternommen, um die Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Sein Verschulden sei nicht als 

schwer einzustufen. Der Versicherte beantragte die Reduktion der Einstelltage (act. 

G5.1/25 S. 48).

B.b  Die Arbeitslosenkasse wies die Einsprache mit Einspracheentscheid vom 9. Mai 

2016 ab und verwies hierbei auf das durch die Arbeitgeberin geltend gemachte 

Fehlverhalten des Versicherten (act. G5.1/7 S. 16).

C.    

C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 24. Mai 

2016 (Datum der Postaufgabe). Der Beschwerdeführer bringt vor, dass ihm aus 

unwahren Gründen gekündigt worden sei. Es sei am 2. Juli 2015 zu keinen 

Handgreiflichkeiten gekommen. Er sei provoziert und auch am Hals gepackt worden, 

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da habe er die leere Kaffeekanne geworfen, aber nicht gezielt gegen den erwähnten 

Mitarbeiter. Er sei des Öfteren durch einige Mitarbeiter provoziert worden, damit ihm 

gekündigt werde. Der Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Einstelltage seien 

auf ein Minimum zu reduzieren (act. G1).

C.b In der Beschwerdeantwort vom 28. Juni 2016 macht die Beschwerdegegnerin 

geltend, der Beschwerdeführer sei bereits in den Jahren 2010 und 2013 verwarnt und 

darauf aufmerksam gemacht worden, dass ein Verhalten, wie er es an den Tag lege, 

nicht toleriert werden könne. Es sei entsprechend dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei dem erneuten 

Vorfall am 2. Juli 2015 eine gefüllte Kaffeekanne genommen habe und von hinten 

einem Mit¬arbeiter an den Kopf schlagen wollte und dabei den Hals getroffen habe 

(act. G5).

C.c Der Beschwerdeführer betonte mit Replik vom 9. August 2016 erneut, dass es sich 

nicht um eine vorsätzliche Handlung seinerseits gehandelt habe. Auch habe er sich im 

Nachhinein entschuldigt. Zurzeit absolviere er ein Praktikum als Pflegefachmann. Um 

sein Verhalten und seine Arbeitsbemühungen ersichtlich zu machen, reichte der 

Beschwerdeführer eine Arbeitsbestätigung der Praktikumsstelle ein (act. G8 und G10).

Erwägungen

1.     

1.1  Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR  837.0) ist die 

versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes 

Verschulden arbeitslos ist. Selbstverschuldet ist die Arbeitslosigkeit namentlich dann, 

wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Verletzung 

arbeitsvertraglicher Pflichten, dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des 

Arbeitsverhältnisses gegeben hat (Art. 44 Abs. 1 lit. a der Verordnung über die 

obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 

837.02]). Zu den arbeitsvertraglichen Verpflichtungen eines Arbeitnehmers gehört es, 

die allgemeinen Anordnungen des Arbeitgebers und die ihm erteilten besonderen 

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Weisungen nach Treu und Glauben zu befolgen (Art. 321d Abs. 2 des Schweizerischen 

Obligationenrechts [OR; SR 220]).

1.2  Am 17. Oktober 1991 ist für die Schweiz das Übereinkommen Nr. 168 der 

Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsförderung und den 

Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (nachfolgend: Übereinkommen; SR 

0.822.726.8) in Kraft getreten. Gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens können 

Leistungen verweigert, entzogen, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden, wenn die 

zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person vorsätzlich zu ihrer 

Entlassung beigetragen hat. Da diese Bestimmung inhaltlich hinreichend bestimmt und 

klar ist, ist sie im Einzelfall direkt anwendbar und geht damit allfällig widersprechendem 

Landesrecht vor (BGE 124 V 236 f. E. 3c). Eine Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung setzt somit voraus, dass die versicherte Person vorsätzlich zu 

ihrer Entlassung beigetragen hat (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

[EVG; ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 26. 

April 2006, C 6/06, E. 1.1 und C 11/06, E. 1, je mit Hinweisen auf BGE 124 V 236 E. 

3b). Im Sozialversicherungsrecht handelt vorsätzlich, wer eine Tat mit Wissen und 

Willen begeht, oder mindestens im Sinne des Eventualvorsatzes in Kauf nimmt 

(JACQUELINE CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 

1998, S. 52). Eine zumindest eventualvorsätzliche Herbeiführung der Arbeitslosigkeit 

liegt beispielsweise dann vor, wenn die versicherte Person auf Grund einer Verwarnung 

weiss, dass ein bestimmtes Verhalten vom Arbeitgeber nicht - oder nicht mehr - 

toleriert und zu einer Kündigung führen wird, sie aber dennoch die ihr nach den 

persönlichen Umständen und Verhältnissen zumutbare Anstrengung zu einer Änderung 

des beanstandeten Verhaltens nicht aufbringt (vgl. BVR 1999 S. 379 E. 5c). Hat eine 

versicherte Person nur grob fahrlässig zur Kündigung durch den Arbeitgeber 

beigetragen, ist eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 20 lit. b des 

Übereinkommens nicht zulässig.

1.3  Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Danach hat die 

Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Beim 

Einstellungsgrund nach Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV genügt der im 

Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

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nicht, sondern das der versicherten Person zur Last gelegte Verhalten muss klar 

feststehen (vgl. THOMAS NUSSBAUMER; Arbeitslosenversicherung, in: 

Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Rz 829 

mit Hinweisen). Bei Differenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vermögen 

blosse Behauptungen des Arbeitgebers den Nachweis für ein schuldhaftes Verhalten 

der versicherten Person nicht zu erbringen, wenn sie von dieser bestritten werden und 

nicht durch andere Beweise oder Indizien bestätigt erscheinen (BGE 112 V 245 E. 1 mit 

Hinweisen; ARV 1993/94 Nr. 26 S. 183 f. E. 2a; NUSSBAUMER, a.a.O., Rz 831 mit 

Hinweisen).

2.     

2.1  Streitig und vorliegend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den 

Beschwerdeführer zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit in der 

Anspruchsberechtigung eingestellt hat.

2.2  Betreffend die Sachverhaltsfeststellungen bezieht sich die Beschwerdegegnerin 

auf die durch die Arbeitgeberin beigebrachten Aktennotizen. Aus der Aktennotiz vom 

12. August 2015, welche den Vorfall vom 2. Juli 2015 beschreibt, geht hervor, dass der 

Beschwerdeführer dem beteiligten Mitarbeiter, C.___, befohlen haben soll, die 

Speisewagen nicht so zu machen (act. G5.1/31 S. 63). Dies stimmt mit der 

Stellungnahme des Beschwerdeführers zum Vorfall überein, wonach er den 

Mitarbeitenden auf sein unsorgfältiges Verhalten hingewiesen habe (act. G5.1/29 S. 

61). In den übrigen Ausführungen weichen die gemachten Sachverhaltsfeststellungen 

zum Vorfall voneinander ab.

2.3  Gemäss der Aktennotiz der Arbeitgeberin habe C.___ daraufhin noch etwas 

geantwortet und sich abgedreht. Der Beschwerdeführer sei anschliessend dabei 

beobachtet worden, wie er diesem mit einer gefüllten Kaffeekanne an den Kopf 

schlagen wollte. Er habe aber nur dessen Hals getroffen. Der Beschwerdeführer habe 

dann drei volle Kaffeekannen – nicht auf Anwesende zielend – durch die Küche 

geworfen. C.___ habe die Hände des Beschwerdeführers genommen und ihn zur Rede 

gestellt, woraufhin ihm der Beschwerdeführer habe ins Gesicht schlagen wollen. 

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Danach habe man wieder weitergearbeitet. Der Beschwerdeführer habe sich später für 

den Vorfall mehrfach entschuldigt (act. G5.1/31 S. 63).

2.4  Abweichend davon führte der Beschwerdeführer zum weiteren Geschehen 

zunächst gegenüber der Arbeitgeberin aus, dass C.___ ihn nach dessen Hinweis am 

Hals gepackt habe und ihm daher die Kaffeekannen unkontrolliert aus den Händen 

gefallen seien. Danach habe er die Situation mit ihm klären können, wobei dieser sich 

bei ihm entschuldigt habe (act. G5.1/29 S. 61). In der Einsprache vom 1. März 2016 

erklärte der Beschwerdeführer, er sei aufgrund seines Bartes und seiner Religion 

mehrmals provoziert worden. Er habe sich dann aber wieder beruhigt und es toleriert. 

Er habe sich zu verteidigen versucht nach den Beleidigungen und Beschimpfungen. Es 

sei aber nicht zu Handgreiflichkeiten gekommen (act. G5.1/25 S. 48). In der 

Beschwerde führte der Beschwerdeführer wiederum aus, er habe, nachdem ihn der 

andere Mitarbeiter mehrmals provoziert hatte, ungezielt eine leere Kaffeekanne 

geworfen (act. G1).

2.5  Die Sachverhaltsdarstellung des Beschwerdeführers weicht in wesentlichen 

Punkten von derjenigen der Beschwerdegegnerin ab. Nebst den Aktennotizen und 

Stellungnahmen der Arbeitgeberin sowie den Ausführungen des Beschwerdeführers 

bestehen keine weiteren Unterlagen, welche Aufschluss über den konkreten 

Sachverhalt geben würden. Welche Version letztlich zutrifft, lässt sich inzwischen nicht 

mehr restlos klären. Die Beschwerdegegnerin hat im Wesentlichen auf die Darstellung 

der Arbeitgeberin abgestellt und ist der umstrittenen Frage, ob seitens des 

Beschwerdeführers ein Angriff auf den Mitarbeiter erfolgte oder ob dieser ihn am Hals 

packte, nicht weiter nachgegangen. Entgegen den Ausführungen der 

Beschwerdegegnerin (act. G5.1/7 S. 16) reicht im Rahmen der Beweislast von Art. 30 

Abs. 1 lit. a AVIG der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht aus, 

vielmehr muss der Sachverhalt klar feststehen (ARV 1999 Nr. 8 S. 39 E. 7b; Urteil des 

Versicherungsgerichts St. Gallen vom 4. Dezember 2015, AVI 2014/56 E. 1.3; Urteil des 

Versicherungsgerichts St. Gallen vom 6. Juli 2004, AVI 2004/50 E. 1c). Aufgrund der 

geschilderten Aktenlage steht immerhin fest, dass es zwischen dem Beschwerdeführer 

und einem Mitarbeitenden am 2. Juli 2015 zu einer ernsthaften Auseinandersetzung 

gekommen ist, in deren Verlauf der Beschwerdeführer eine Kaffeekanne geworfen 

hatte.

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2.6  Wie den Akten zu entnehmen ist, kam es bereits im Juni 2010 sowie Juni 2013 zu 

ähnlichen Auseinandersetzungen (act. G5.1/31 S. 67f. und 71f.). Eine Aktennotiz 

berichtet davon, dass der Beschwerdeführer am 11. Juni 2010 mit einem Mitarbeiter 

aneinander geraten und es zu Handgreiflichkeiten gekommen sei. Der Streit sei am 14. 

Juni 2010 erneut eskaliert, wobei der Beschwerdeführer ein blaues Auge und der 

beteiligte Mitarbeiter einen Kratzer an der Schläfe davon getragen habe (act. G5.1/31 

S. 71). Dieses Verhalten veranlasste die Arbeitgeberin zu einer erstmaligen Verwarnung. 

In dieser führte sie aus, es sei nicht das erste Mal, dass der Beschwerdeführer sehr 

aufgebracht und aggressiv reagiert habe. Schon in zwei weiteren Fällen sei er mündlich 

gerügt und auf die Folgen eines solchen Verhaltens aufmerksam gemacht worden (act. 

G5.1/31 S. 70). Der Beschwerdeführer hat zum Vorfall keine Stellung bezogen. Es ist 

somit davon auszugehen, dass sich dieser so zugetragen hat. Entsprechend kann auch 

dem Zwischenarbeitszeugnis vom 11. November 2010 entnommen werden, dass sich 

der Beschwerdeführer gegenüber Mitarbeitenden „meistens kollegial“ verhielte (act. 

G5.1/25 S. 51).

2.7  Beim Vorfall vom 12. Juni 2013 – welcher zu einer weiteren Verwarnung führte – sei 

es abermals zu einem tätlichen Angriff seitens des Beschwerdeführers gegenüber 

einem Mitarbeiter gekommen, was durch zwei weitere Mitarbeitende beobachtet 

worden sei (act. G5.1/31 S. 68f.). In seiner Stellungnahme dazu führte der 

Beschwerdeführer aus, der beteiligte Mitarbeiter habe seine Hand gewalttätig von der 

Abwaschmaschine weggezogen, als er diese habe betätigen wollen. Als er ihn darauf 

angesprochen habe, habe der Mitarbeiter ihn an seiner Arbeitskleidung gepackt. Er 

habe daraufhin aus Notwehr gehandelt, um sich aus dieser Situation zu befreien (act. 

G5.1/31 S. 67).

2.8  Ähnlich scheint sich der Vorfall vom 2. Juli 2015 zugetragen zu haben. Gemäss der 

übereinstimmenden Ausführungen zum Sachverhalt ist es zwischen dem 

Beschwerdeführer und C.___ zum Streit gekommen. Dabei hat der Beschwerdeführer 

zumindest eine Kaffeekanne geworfen (act. G1 und G5.1/31 S. 63). Der Aktennotiz zum 

Vorfall vom 2. Juli 2015 zufolge, habe sich der Beschwerdeführer anschliessend bei 

C.___ mehrmals entschuldigt, was auf ein Tätlich Werden durch den Beschwerdeführer 

schliessen lässt (act. G5.1/31 S. 64). Einem weiteren Eintrag der Aktennotiz vom 2. Juli 

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2015 kann entnommen werden, dass sich einige Mitarbeitende der Küche durch den 

Beschwerdeführer bedroht fühlten, wenn dieser aufgebracht sei (act. G5.1/31 S. 64).

2.9  Der Beschwerdeführer wusste aufgrund der zwei vorangegangenen Verwarnungen 

um den Umstand, dass jegliche tätliche Auseinandersetzung nicht mehr toleriert und 

weitere Vorkommnisse zu einer Kündigung führen würden (act. G5.1/31 S. 66 und 70). 

Ein neuerlicher offensichtlich eskalierter Streit mit einem Mitarbeiter vermag somit eine 

Kündigung zu rechtfertigen, auch wenn dieser für sich alleine betrachtet noch keine 

Kündigung nach sich gezogen hätte. Der Beschwerdeführer stand mit seiner 

Arbeitgeberin in einem öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnis (act. G5.1/54 S. 132f.). 

Dieses erfordert bei Kündigung einen ausreichenden sachlichen Grund sowie die 

vorangehende Anhörung des Mitarbeitenden; so gab die Arbeitgeberin denn auch an, 

den Beschwerdeführer wegen unbefriedigenden Verhaltens zu kündigen (Art. 21 Abs. 2 

Bst. c und Art. 77 Personalgesetz des Kantons St. Gallen [PersG; sGS 143.1]).

2.10       Gegen eine unrechtmässig ergangene Kündigung hätte der Beschwerdeführer 

sodann gemäss Art. 84 Bst. b PersG ein Schlichtungsbegehren einreichen können. 

Dieses Rechtsmittel hat der Beschwerdeführer im Vorliegenden nicht ergriffen. Es ist 

somit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer durch sein Verhalten die 

Kündigung des Arbeitsverhältnisses verursacht hat. Angesichts der mehrfachen 

schriftlichen Verwarnungen musste dem Beschwerdeführer sodann bewusst gewesen 

sein, dass ein weiterer Streit mit Arbeitskollegen zur Kündigung führen wird, weshalb 

ihm eventualvorsätzliches Verhalten vorzuwerfen ist. Eine Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit erfolgte somit zu 

Recht. Insofern kann der Beschwerdegegnerin in der Annahme gefolgt werden, dass 

der Beschwerdeführer nicht alles unternommen hat, um die Arbeitslosigkeit zu 

vermeiden und diese somit zumindest eventualvorsätzlich selbst verschuldet hat.

3.     

3.1  Zu prüfen bleibt, ob die von der Beschwerdegegnerin verfügten 36 Einstelltage 

angemessen sind.

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3.2  Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 

Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei 

mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 2 AVIV). 

Zweck der Einstellung in der Anspruchsberechtigung als versicherungsrechtliche 

Sanktion ist die angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person am Schaden, den 

sie durch ihr pflichtwidriges Verhalten der Arbeitslosenversicherung verursacht hat.

3.3  Die Beschwerdegegnerin geht im Einspracheentscheid vom 9. Mai 2016 aufgrund 

der Entlassung durch die Arbeitgeberin beim Beschwerdeführer von einem 

Verschulden im unteren Bereich des schweren Verschuldens aus. Nachdem der 

Beschwerdeführer trotz Verwarnungen durch sein Verhalten eventualvorsätzlich eine 

Kündigung des Arbeitsverhältnisses verursacht hat, erscheint die verfügte Einstellung 

in der Anspruchsberechtigung in der Höhe von 36 Tagen als angemessen (vgl. 

Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 34 Tagen in einem ähnlich 

gelagerten Sachverhalt: Urteil des Bundesgerichts vom 12. Januar 2015, 8C_582/2014, 

E. 7). Damit wurde der Umstand, dass keine fristlose Kündigung vorlag und der 

Beschwerdeführer wohl auch durch den Mitarbeitenden provoziert worden war, 

ausreichend berücksichtigt.

4.   

4.1  Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen und der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 9. Mai 2016 im Ergebnis zu bestätigen.

4.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

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Es werden keine Gerichtskosten erhoben

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