# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3859eb36-fd1d-5b7a-b3d5-1267d9ad6a62
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-12-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.12.2014 BVGE 2014/41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2014-41_2014-12-08.pdf

## Full Text

Asylgesuch aus dem Ausland/Familienasyl 2014/41 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 717 

 

41 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung IV 
i.S. A., B. und C. gegen Bundesamt für Migration 

D‒1590/2014 vom 8. Dezember 2014 

Familienasyl. Intertemporale Geltung von Art. 51 aAbs. 2 AsylG. 

Auslegung der Übergangsbestimmungen. Grundsatzurteil. 

Art. 51 aAbs. 2 AsylG. 

1. Abs. 1 der UeB zur am 1. Februar 2014 in Kraft getretenen Asyl-
gesetz-Revision vom 14. Dezember 2012 gilt für sämtliche damals 

hängigen Verfahren, mithin auch für Beschwerdeverfahren 

(E. 6.4.1‒6.4.4).  

2. In Bezug auf die intertemporale Geltung von Art. 51 aAbs. 2 
AsylG liegt keine Gesetzeslücke in den UeB vor (E. 6.4.5, 6.5, 

6.5.1 und 6.5.2). 

3. Die Aufhebung von Art. 51 aAbs. 2 AsylG per 1. Februar 2014 
stellt keine unzulässige Rückwirkung dar (E. 6.6 und 6.6.1‒6.6.3). 

4. Ein im Rahmen eines Asylgesuchs aus dem Ausland gestelltes 
Familiennachzugsgesuch gemäss Art. 51 aAbs. 2 AsylG unterliegt 

nicht den übergangsrechtlichen Bestimmungen für Ausland-

gesuche. Es handelt sich vielmehr um ein Verfahren sui generis 

mit eigenen übergangsrechtlichen Bestimmungen (E. 6.7.1‒6.7.3). 

Asile accordé aux familles. Application dans le temps de l'art. 51 

anc. al. 2 LAsi. Interprétation des dispositions transitoires. Arrêt de 

principe. 

Art. 51 anc. al. 2 LAsi. 

1. Le premier alinéa des dispositions transitoires de la modification 
du 14 décembre 2012 de la loi sur l'asile, entrée en vigueur le 

1er février 2014, s'applique à toutes les procédures alors 

pendantes, dès lors également aux procédures de recours 

(consid. 6.4.1‒6.4.4). 

2. En ce qui concerne l'application dans le temps de l'art. 51 
anc. al. 2 LAsi, les dispositions transitoires ne comportent aucune 

lacune (consid. 6.4.5, 6.5, 6.5.1 et 6.5.2). 

2014/41 Asylgesuch aus dem Ausland/Familienasyl 

 

 

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3. L'abrogation au 1er février 2014 de l'art. 51 anc. al. 2 LAsi ne 
viole pas le principe de la non-rétroactivité (consid. 6.6 et 

6.6.1‒6.6.3). 

4. Une demande de regroupement familial au sens de l'art. 51 
anc. al. 2 LAsi déposée dans le cadre d'une demande d'asile à 

l'étranger n'est pas soumise aux dispositions transitoires appli-

cables aux demandes d'asile déposées à l'étranger. Il s'agit d'une 

procédure sui generis qui obéit à des dispositions transitoires 

spécifiques (consid. 6.7.1‒6.7.3). 

Asilo concesso alle famiglie. Applicazione intertemporale dell'art. 51 

vcpv. 2 LAsi. Interpretazione delle disposizioni transitorie. Sentenza 

di principio. 

Art. 51 vcpv. 2 LAsi. 

1. Il cpv. 1 delle disposizioni transitorie relative alla modifica del 
14 dicembre 2012 della legge sull'asilo, entrata in vigore il 

1o febbraio 2014, si applica a tutte le procedure pendenti al mo-

mento della sua entrata in vigore, e quindi anche alle procedure 

di ricorso (consid. 6.4.1‒6.4.4). 

2. Per quanto riguarda l'applicazione intertemporale dell'art. 51 
vcpv. 2 LAsi, le disposizioni transitorie non presentano lacune 

(consid. 6.4.5, 6.5, 6.5.1 e 6.5.2). 

3. L'abrogazione dell'art. 51 vcpv. 2 LAsi, effettiva dal 1o febbraio 
2014, non viola il principio della non retroattività (consid. 6.6 e 

6.6.1‒6.6.3). 

4. Una richiesta di ricongiungimento familiare ai sensi dell'art. 51 
vcpv. 2 LAsi presentata nell'ambito di una domanda d'asilo 

all'estero non soggiace alle disposizioni transitorie applicabili alle 

domande d'asilo presentate all'estero. Si tratta piuttosto di una 

procedura sui generis retta da disposizioni transitorie proprie 

(consid. 6.7.1‒6.7.3). 

 

Die Tochter beziehungsweise Schwester der Beschwerdeführenden ‒ seit 

dem 19. Januar 2012 anerkannter Flüchtling in der Schweiz mit Asyl ‒ 

stellte am 3. September 2012 für die Beschwerdeführenden ein Asylge-

such aus dem Ausland. Eventualiter sei diesen gestützt auf Art. 51 Abs. 2 

Asylgesuch aus dem Ausland/Familienasyl 2014/41 

 

 

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AsylG (SR 142.31) die Einreisebewilligung in die Schweiz zwecks 

Familienvereinigung zu gewähren. 

Mit Verfügung vom 18. Februar 2014 ‒ eröffnet am 24. Februar 2014 ‒ 

verweigerte das Bundesamt für Migration (BFM) den Beschwerde-

führenden die Einreise in die Schweiz und lehnte ihre Asylgesuche ab. 

Gleichzeitig lehnte die Vorinstanz auch das gestützt auf Art. 51 aAbs. 2 

AsylG eingereichte Familiennachzugsgesuch ab. 

Mit an das Bundesverwaltungsgericht adressierter Eingabe vom 25. März 

2014 beantragten die Beschwerdeführenden, es sei die Verfügung des 

BFM vom 18. Februar 2014 aufzuheben und ihnen gestützt auf aArt. 20 

AsylG die Einreise in die Schweiz zu bewilligen. Eventualiter sei die 

angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Verfügung des 

BFM vom 18. Februar 2014 aufzuheben und ihnen gestützt auf Art. 51 

aAbs. 2 AsylG die Einreise in die Schweiz zu bewilligen. 

Das Bundesverwaltungsgericht weist die Beschwerde hinsichtlich des 

Asylgesuchs aus dem Ausland ab. In Bezug auf die Gewährung von 

Familienasyl nach Art. 51 aAbs. 2 AsylG tritt es auf die Beschwerde 

nicht ein. 

Aus den Erwägungen: 

6.3 Die Bestimmung von Art. 51 aAbs. 2 AsylG wurde mit der am 
1. Februar 2014 in Kraft getretenen Asylgesetz-Revision vom 14. De-

zember 2012 aufgehoben (AS 2013 4375, 5357). Im Folgenden ist des-

halb unter Heranziehung der Übergangsbestimmungen zur Änderung 

(des Asylgesetzes) vom 14. Dezember 2012 (nachfolgend: UeB) näher zu 

untersuchen, ob in Fällen, wo ein Familiennachzugsgesuch gestützt auf 

Art. 51 aAbs. 2 AsylG vor dem 1. Februar 2014 eingereicht worden ist, 

auch nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung eine materielle Prüfung 

nach bisherigem Recht möglich bleibt oder nicht. 

6.4 Die in Kapitel III Asylgesetz, Änderung vom 14. Dezember 
2012 enthaltenen Übergangsbestimmungen lauten wie folgt: 

1 Für die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 14. De-

zember 2012 dieses Gesetzes hängigen Verfahren gilt mit Aus-

nahme der Absätze 2‒4 das neue Recht. 

2 Bei Wiedererwägungs- und Mehrfachgesuchen gilt für die im Zeit-

punkt des Inkrafttretens der Änderung vom 14. Dezember 2012 die-

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ses Gesetzes hängigen Verfahren bisheriges Recht in der Fassung 

vom 1. Januar 2008. Für die Artikel 43 Absatz 2 und 82 Absatz 2 

gilt Absatz 1. 

3 Die Flughafenbetreiber sind verantwortlich, innerhalb von zwei Jah-

ren seit dem Inkrafttreten der Änderung vom 14. Dezember 2012 

dieses Gesetzes, die Unterkünfte an den Flughäfen nach Artikel 22 

Absatz 3 bereitzustellen. 

4 Für die Asylgesuche, die vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 

14. Dezember 2012 dieses Gesetzes eingereicht worden sind, gelten 

die Artikel 17 und 26 des bisherigen Rechts. Artikel 26bis ist nicht 

auf die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 14. De-

zember 2012 hängigen Asylverfahren anwendbar. Artikel 110a ist 
nicht auf die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 

14. Dezember 2012 hängigen Beschwerdeverfahren anwendbar. 

5 Der Asylwiderruf oder die Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft 

erstreckt sich nicht auf die Personen, die nach Artikel 51 des bis-

herigen Rechts als Flüchtlinge anerkannt wurden. 

6.4.1 Einleitend stellt sich die Frage, wie der in Abs. 1 UeB enthaltene 
Begriff « hängige Verfahren » zu interpretieren ist. Die Materialien selbst 

liefern dazu keine klaren Anhaltspunkte. So äusserte sich Ständerätin 

Christine Egerszegi-Obrist während der parlamentarischen Debatte im 

Ständerat einzig dahingehend, Abs. 1 beinhalte den Grundsatz, dass das 

neue Recht auch bei Verfahren zur Anwendung gelange, die im Zeitpunkt 

des Inkrafttretens der vorliegenden Änderungen hängig seien, während 

die Ausnahmen von diesem Grundsatz durch die nachfolgenden Abs. 2‒5 

bestimmt würden (AB 2011 S 1133; vgl. auch Urteil des BVGer 

E‒662/2014 vom 17. März 2014 E. 2.4.2). 

6.4.2 Die Schweizerische Asylrekurskommission hat allerdings be-
züglich einer identisch formulierten früheren Übergangsbestimmung 

(Art. 121 Abs. 1 AsylG: « Für die im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses 

Gesetzes hängigen Verfahren gilt das neue Recht. ») in einem Grund-

satzurteil entschieden, dieser Begriff beziehe sich auf alle im Zeitpunkt 

des Inkrafttretens des neuen Rechts hängigen beziehungsweise noch 

nicht rechtskräftig gewordenen Verfahren (vgl. Entscheidungen und Mit-

teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 

Nr. 8 E. 4b am Anfang). Auf Abs. 1 UeB übertragen, würde dies be-

deuten, dass der Begriff « hängige Verfahren » sich auf am 1. Februar 

2014 sowohl erstinstanzlich als auch auf Beschwerdeebene hängige Ver-

fahren bezieht (vgl. auch Urteil des BVGer E‒662/2014 E. 2.4.2.1). 

Asylgesuch aus dem Ausland/Familienasyl 2014/41 

 

 

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6.4.3 Zum selben Ergebnis führt eine systematische Auslegung der in 
Abs. 1 UeB enthaltenen Grundnorm unter Heranziehung der Ausnahme-

bestimmungen von Abs. 2‒4 UeB. Letztere enthalten in Bezug auf ein-

zelne materiell- wie verfahrensrechtliche Bestimmungen des bisherigen 

beziehungsweise neuen Asylrechts Regelungen, welche vom Grundsatz 

der in Abs. 1 UeB statuierten sofortigen Wirksamkeit neuen Rechts für 

sämtliche hängigen Fälle abweichen. 

So bestimmt das Gesetz in Abs. 2 UeB beispielsweise, dass bei Wieder-

erwägungs- und Mehrfachgesuchen für die im Zeitpunkt des Inkraft-

tretens des neuen Rechts (per 1. Februar 2014) hängigen Verfahren bis-

heriges Recht gilt. Diese Bestimmung macht klar, dass der Gesetzgeber 

bezüglich der Stellung von Wiedererwägungs- und Mehrfachgesuchen 

beabsichtigt hat, diese generell unter altes Recht zu stellen, also von der 

sofortigen Wirksamkeit der neuen Bestimmungen (von Art. 111b‒111d 

AsylG) im Sinne von Abs. 1 UeB auszunehmen. Entsprechend hat der 

Bundesrat in seiner Botschaft vom 26. Mai 2010 zur Änderung des Asyl-

gesetzes (BBl 2010 4455) hinsichtlich Abs. 2 UeB wörtlich festgehalten, 

« dass die neuen Bestimmungen bei Verfahren nach den Artikeln 111b ff. 

nur auf Wiedererwägungs- und Mehrfachgesuche zur Anwendung ge-

langen sollen, die nach Inkrafttreten der vorliegenden Änderungen des 

AsylG eingereicht werden. Auf Wiedererwägungs- und Mehrfachge-

suche, welche vor dem Inkrafttreten der vorliegenden Änderungen des 

AsylG eingereicht wurden, sind die Bestimmungen des AsylG in der 

Fassung vom 1. Januar 2008 anwendbar » (vgl. BBl 2010 4455, 4508). 

In Abs. 4 UeB wird unter anderem festgestellt, dass Art. 110a AsylG 

nicht auf die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der letzten Änderung des 

Asylgesetzes hängigen Beschwerdeverfahren anwendbar sein soll. Diese 

Regelung bezweckt im Ergebnis zu verhindern, dass das Bundesverwal-

tungsgericht zufolge des Eintritts des neuen Rechts am 1. Februar 2014 

gezwungen wäre, bei bereits früher anhängig gemachten und instruierten 

Beschwerdeverfahren abermals über ein Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu befinden und über dieses nun-

mehr teilweise nicht mehr wie bisher nach Massgabe von Art. 65 Abs. 2 

VwVG (Nicht-Aussichtlosigkeit der Beschwerdebegehren, Bedürftigkeit 

und Notwendigkeit), sondern allein unter dem Gesichtspunkt des neuen 

spezialgesetzlichen Art. 110a AsylG (Nicht-Aussichtslosigkeit und Be-

dürftigkeit) urteilen zu müssen. Unter systematischen Gesichtspunkten 

zeigt diese Regelung exemplarisch auf, dass der Gesetzgeber für die Ge-

setzesbestimmung von Art. 110a AsylG ‒ entgegen dem in Abs. 1 UeB 

2014/41 Asylgesuch aus dem Ausland/Familienasyl 

 

 

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statuierten Grundsatz ‒ die Anwendbarkeit des neuen Rechts für auf Be-

schwerdeebene hängige Verfahren ausschliessen wollte (vgl. auch Urteil 

des BVGer E‒662/2014 E. 2.4.2.2). 

6.4.4 Aus dem Gesagten folgt, dass sich das in Abs. 1 UeB legiferierte 
Grundprinzip sowohl auf erstinstanzliche als auch auf Beschwerdeebene 

hängige Verfahren im Zeitpunkt des Inkrafttretens des neuen Rechts (am 

1. Februar 2014) bezieht, während die Ausnahmen von diesem Prinzip in 

den Abs. 2‒4 UeB festgehalten sind (vgl. auch Urteil des BVGer 

E‒662/2014 E. 2.4.3). 

6.4.5 Die Übergangsbestimmungen weisen allerdings insofern Män-
gel auf, als sie nicht allen Konstellationen gerecht zu werden vermögen: 

So hat der Gesetzgeber beispielsweise mit der Änderung vom 14. De-

zember 2012 per 1. Februar 2014 auch die Nichteintretenstatbestände 

von aArt. 32‒35a AsylG aufgehoben, diese indessen nicht durchwegs 

durch neue entsprechende Nichteintretenstatbestände ersetzt. So sind 

etwa die früheren Nichteintretenstatbestände von aArt. 32 Abs. 2 Bst. a 

(Nichteintreten wegen vorenthaltener Reise- oder Identitätspapiere), 

aArt. 32 Abs. 2 Bst. b (Nichteintreten wegen Identitätstäuschung) und 

aArt. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG (Nichteintreten wegen schuldhafter und 

grober Verletzung der Mitwirkungspflicht) ersatzlos gestrichen worden. 

Der Gesetzgeber hat es indessen unterlassen, in den Abs. 2‒4 UeB fest-

zuhalten, dass in derartigen Fällen für auf Beschwerdeebene hängige 

Verfahren ausdrücklich die Anwendbarkeit alten Rechts, also jenes der 

zwischenzeitlich dahingefallenen Nichteintretenstatbestände, anzuwen-

den ist. Diese Unterlassung hätte nun aber zur Folge, dass die Anwen-

dung neuen Rechts auf hängige Beschwerdeverfahren zur Kassation der 

angefochtenen Verfügung führen müsste, da die entsprechenden Ge-

setzesbestimmungen im Zeitpunkt des Beschwerdeurteils dahingefallen 

sind. Eine Kassation derartiger Fälle müsste gleichzeitig dazu führen, 

dass das BFM gezwungen wäre, über diese Fälle ein zweites Mal ‒ und 

nunmehr materiell ‒ zu befinden. Eine derartige Situation würde freilich 

dem erklärten gesetzgeberischen Willen, durch die Straffung der Nicht-

eintretenstatbestände das Asylverfahren zu vereinfachen und damit im 

Ergebnis zu beschleunigen, diametral zuwiderlaufen. Aus diesem Grund 

hat das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil E‒662/2014 vom 

17. März 2014 denn auch entschieden, dass bei nachträglich auf Be-

schwerdeebene dahingefallenen Nichteintretenstatbeständen Abs. 1 UeB 

im Sinne einer Lückenfüllung wegen « planwidriger Unvollständigkeit » 

restriktiv interpretiert werden muss: Mithin ist bei auf Beschwerdeebene 

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unter neuem Recht hängigen Verfahren auf das alte Recht im Zeitpunkt 

des erstinstanzlichen Entscheides abzustellen (vgl. hierzu Urteil des 

BVGer E‒662/2014 E. 2.4.1.3 i.V.m. E. 2.4.4‒2.4.5 m.w.H.). 

6.5 Mit Blick auf die soeben dargelegten gesetzgeberischen Nach-
lässigkeiten bei der Normierung des Übergangsrechts stellt sich nachfol-

gend die Frage, ob auch in Bezug auf Art. 51 aAbs. 2 AsylG von einer 

Lücke im erwähnten Sinn auszugehen ist. 

6.5.1 In diesem Zusammenhang ist Abs. 5 UeB von Bedeutung. Die-
ser hält im Ergebnis fest, dass die Gesetzesänderung für Personen, die 

vor dem 1. Februar 2014 gestützt auf Art. 51 aAbs. 2 AsylG Asyl erhal-

ten haben, unter neuem Recht zufolge Wegfalls dieser Norm nicht zu 

einem Asylwiderruf oder zur Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft 

führen darf (vgl. Urteil des BVGer D‒1719/2014 vom 8. Mai 2014 S. 3 

Abs. 8). Diese Norm ergibt insofern keinen Sinn, als die Vorausset-

zungen, die für einen Widerruf des Asylstatus und/oder der Flüchtlings-

eigenschaft vorliegen müssen, in Art. 63 AsylG und Art. 1 C des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 1951 (SR 

0.142.30) abschliessend geregelt sind. Diese sehen gerade nicht vor, dass 

eine neue Rechtslage im Aufnahmestaat zu einem Asylwiderruf bezie-

hungsweise der Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft führen kann 

(vgl. BVGE 2013/20 E. 3.2.6.2). Ungeachtet dessen weist Abs. 5 UeB 

untrüglich darauf hin, dass sich der Gesetzgeber des Umstands der Kon-

sequenzen des Wegfalls von Art. 51 aAbs. 2 AsylG per 1. Februar 2014 

durchaus bewusst war (Urteil des BVGer D‒1719/2014 S. 3 Abs. 8). Aus 

diesem Grund ist zu folgern, dass das Fehlen entsprechender über-

gangsrechtlicher Bestimmungen zur intertemporalen Anwendbarkeit von 

Art. 51 aAbs. 2 AsylG vom Gesetzgeber gewollt war, mithin von einem 

qualifizierten Schweigen desselben auszugehen ist. 

6.5.2 Unter Bezugnahme auf die intertemporale Grundregel von 
Abs. 1 UeB bedeutet diese Schlussfolgerung nicht mehr und nicht weni-

ger, als dass die Bestimmung von Art. 51 aAbs. 2 AsylG für am 1. Fe-

bruar 2014 hängige Verfahren nicht mehr zur Anwendung gelangt bezie-

hungsweise entsprechende Gesuche um Familiennachzug von diesem 

Zeitpunkt an dahinfallen beziehungsweise gegenstandslos werden (so im 

Ergebnis auch Urteil des BVGer D‒1719/2014 S. 3 Abs. 9). 

6.6 Es bleibt in einem nächsten Schritt zu prüfen, ob dieser Lö-
sungsansatz in Bezug auf die intertemporale Anwendbarkeit von Art. 51 

aAbs. 2 AsylG eine unzulässige Rückwirkung darstellt. 

2014/41 Asylgesuch aus dem Ausland/Familienasyl 

 

 

724 BVGE / ATAF / DTAF 

 

6.6.1 Unter einer Rückwirkung versteht man die Anwendung neuen 
Rechts auf Sachverhalte, die sich noch unter altem Recht zugetragen ha-

ben (vgl. BVGE 2009/3 E. 3.2). Dabei ist zwischen echter und unechter 

Rückwirkung zu unterscheiden. Bei der echten Rückwirkung handelt es 

sich um Fälle, in denen eine Gesetzesregel auf Sachverhalte angewendet 

wird, die sich abschliessend vor Inkrafttreten des neuen Rechts ereignet 

haben (vgl. BVGE 2009/3 E. 3.2; 2013/20 E. 3.2.3). Demgegenüber liegt 

eine unechte Rückwirkung vor, wenn Sachverhalte zu beurteilen sind, die 

zwar vor Inkrafttreten neuen Rechts eingetreten sind, aber über den Zeit-

punkt des Inkrafttretens hinaus andauern (vgl. BVGE 2009/3 E. 3.2; 

2013/20 E. 3.2.3). Liegt eine rückwirkende Übergangsregelung vor, ist 

diese im Falle der echten Rückwirkung nur zulässig, wenn fünf Voraus-

setzungen kumulativ erfüllt sind. So muss die Bestimmung erstens vom 

Gesetzgeber ausdrücklich vorgesehen sein, zweitens mit öffentlichem In-

teresse begründbar sein, drittens darf sie wohlerworbenen Rechten nicht 

entgegenstehen, viertens muss sie zeitlich beschränkt gelten und fünftens 

darf sie nicht zu schockierender Ungleichheit führen (vgl. hierzu 

EMARK 2000 Nr. 8 E. 4c S. 65 f. m.w.H.; BVGE 2009/3 E. 3.4 m.w.H.). 

Demgegenüber darf ein Gesetz die unechte Rückwirkung in der Regel 

ohne Weiteres vorsehen, ein kantonaler Erlass oder eine Bundesverord-

nung indessen nur, wenn keine wohlerworbenen Rechte dagegen spre-

chen (vgl. BGE 122 V 6 E. 3). 

6.6.2 Die bis am 1. Februar 2014 geltende Bestimmung von Art. 51 
aAbs. 2 AsylG setzte unter anderem voraus, dass die um Familiennach-

zug ersuchende Person in einem dauerhaften Abhängigkeitsverhältnis zu 

in der Schweiz wohnhaften nahen Familienangehörigen wegen Krankheit 

oder wegen körperlicher und geistiger Gebrechen stehen muss (vgl. 

EMARK 2000 Nr. 4 E. 5b S. 42). Es handelt sich somit um einen 

Zustand, der auch unter der Geltung neuen Rechts andauern muss, wes-

halb vorliegend von einem Anwendungsfall unechter Rückwirkung (Wir-

kung « ex nunc et pro futuro ») auszugehen ist. 

Wie Fälle zu beurteilen wären, in denen Asylsuchende aufgrund altrecht-

licher Vorgaben nach Treu und Glauben Dispositionen getroffen haben, 

braucht an dieser Stelle nicht abschliessend beantwortet zu werden. Zu 

denken ist dabei etwa an Personen, die eine Einreisebewilligung erhalten 

haben und hierauf beruhend in die Schweiz eingereist sind, sich dann 

aber vorgängig ihres formellen Einbezugs in die Flüchtlingseigenschaft 

eines Familienangehörigen mit der Tatsache konfrontiert sehen, dass das 

bestehende Recht einen Einbezug in das Familienasyl nach Art. 51 

Asylgesuch aus dem Ausland/Familienasyl 2014/41 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 725 

 

aAbs. 2 AsylG nicht mehr zulässt. Im Falle einer derartigen Konstellation 

liesse sich indes sagen, dass mit der erfolgten Einreise in die Schweiz ein 

Sachverhaltsmoment geschaffen worden ist, das in sich abgeschlossen 

ist, weshalb in derartigen Fällen nicht mehr von einem eigentlichen 

Dauersachverhalt gesprochen werden könnte. Entsprechend müssten für 

die Beurteilung derartiger Fälle wohl die Kriterien der echten Rück-

wirkung, also insbesondere auch die Beachtung des verfassungsmässig 

garantierten Prinzips von Treu und Glauben, herangezogen werden. 

6.6.3 Nach dem Gesagten steht die Auslegung der Übergangsregeln in 
Bezug auf Art. 51 aAbs. 2 AsylG (vgl. E. 6.3‒6.5) auch im Einklang mit 

den Regeln über die Zulässigkeit einer Rückwirkung. 

6.7  
6.7.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat in BVGE 2007/19 erwogen, 
ein aus dem Ausland gestelltes Familiennachzugsgesuch, in dem auch 

eine persönliche Gefährdung der im Ausland befindlichen Person geltend 

gemacht werde, sei nach Treu und Glauben in erster Linie nach den Ge-

sichtspunkten eines Asylgesuchs aus dem Ausland und erst in zweiter Li-

nie als Familiennachzugsgesuch zu prüfen. Es stellt sich also die Frage, 

ob Familiennachzugsgesuche, die im Rahmen eines Asylgesuchs aus dem 

Ausland gestellt worden und bis heute unbeurteilt geblieben sind, allen-

falls analog zu den übergangsrechtlichen Bestimmungen für die Asyl-

gesuche aus dem Ausland behandelt werden müssen. Diese sehen für 

Asylgesuche, die im Ausland vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 

28. September 2012 dieses Gesetzes gestellt worden sind, vor, dass die 

Art. 12, 19, 20, 41 Abs. 2, Art. 52 und 68 in der bisherigen Fassung 

gelten (AS 2012 5359; BBl 2010 4455; 2011 7325). Eine analoge 

Anwendung dieser Übergangsbestimmungen auf Familiennachzugsge-

suche im Rahmen eines Auslandgesuches hätte zur Folge, dass vor dem 

29. September 2012 eingereichte Familiennachzugsgesuche, die am 

1. Februar 2014 noch rechtshängig sind, weiterhin materiell beurteilt 

werden müssten. 

6.7.2 Eine diesbezügliche Sonderbehandlung im Rahmen eines Asyl-
gesuchs aus dem Ausland gestellter Familiennachzugsgesuche erscheint 

indessen nicht opportun, handelt es sich dabei doch im Verhältnis zu 

Asylgesuchen aus dem Ausland um Verfahren sui generis. Darüber hin-

aus wäre auch nicht plausibel, weshalb für Familiennachzugsgesuche 

nach Art. 51 aAbs. 2 AsylG, welche im Rahmen von Asylgesuchen aus 

dem Ausland gestellt worden sind, andere übergangsrechtliche Bestim-

mungen gelten sollten als für eigenständig gestellte Familiennachzugs-

2014/41 Asylgesuch aus dem Ausland/Familienasyl 

 

 

726 BVGE / ATAF / DTAF 

 

gesuche (aus dem Ausland oder in der Schweiz), für die klarerweise 

Abs. 1 UeB gilt. 

6.7.3 Aufgrund des Gesagten ist somit zu schliessen, dass im Rahmen 
von Asylgesuchen aus dem Ausland eingereichte Familiennachzugsge-

suche nach Art. 51 aAbs. 2 AsylG ab dem 1. Februar 2014 einer mate-

riellen Beurteilung nicht mehr zugänglich sind.