# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee732484-253b-572c-a1a8-1af8924a5c3b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-08-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.08.2023 D-4234/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4234-2021_2023-08-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4234/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  A u g u s t  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richter Simon Thurnheer (Vorsitz), 

Richterin Esther Marti,  

Richter Thomas Segessenmann;    

Gerichtsschreiberin Sarah Rutishauser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Laura Heimgartner-Castelnovi,  

Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 19. August 2021 / N (…). 

 

 

 

D-4234/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein afghanischer Staatsangehöriger aus Nad-

desh, Distrikt Malistan, Provinz Ghazni – suchte am 23. Juli 2020 in der 

Schweiz um Asyl nach.  

B.  

Er wurde am 28. Juli 2020 zu seiner Person und zu seinem Reiseweg be-

fragt sowie am 4. August 2020 im persönlichen Dublin-Gespräch, am 

9. November 2020 (Art. 26 Abs. 3 AsylG) summarisch und am 30. Novem-

ber 2020 einlässlich (Art. 29 AsylG) zu seinen Asylgründen angehört. 

Zu seinem Reiseweg gab der Beschwerdeführer an, am 9. Juni 2019 von 

seinem Dorf in Richtung Kabul für die Ausstellung eines Reisepasses ge-

reist zu sein. Er habe sich alsdann mit einem iranischen Visum für ungefähr 

einen Monat legal im Iran und alsdann gleich lange in der Türkei aufgehal-

ten. Danach sei er für sechs Wochen nach Griechenland gegangen und 

von dort innert zwei Tagen in die Schweiz gereist. 

Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte er im Wesentlichen vor, er 

habe sein Heimatland aus Angst vor der Todesstrafe verlassen müssen, 

weil er im Jahr 2013 in Pakistan durch eine Taufe Christ geworden sei, 

seinen Glauben versteckt ausgeübt und missioniert habe. Am 8. Juni 2019 

habe der Rat der Geistlichen eine Art Drohbrief an die «Weissbärtigen» 

gesandt. Darin hätten sie ihn als Abtrünnigen bezeichnet und damit seine 

Konversion bekannt gemacht. Im Weiteren habe er vom 1. Juli 2015 bis 

zum 31. Dezember 2018 für die Nichtregierungsorganisation «ORCD» als 

Krankenpfleger gearbeitet. In der Schweiz nehme er an Gottesdiensten 

teil.  

Zum Nachweis seiner Identität und zur Stützung seiner Vorbringen reichte 

der Beschwerdeführer folgende Unterlagen in Kopie ein: die Personalien-

seite seines Passes, ein Schulzeugnis (2005/2006), ein Krankenpfleger-

Diplom aus dem Jahr 2015, einen Taufschein vom Januar 2013 und Tauf-

fotos, ein Arbeitszertifikat vom 31. Dezember 2018, ein Foto seiner Tochter, 

ärztliche Unterlagen seiner Ehefrau, ein Schreiben des religiösen Rates, 

Kirchenfotos und ein Empfehlungsschreiben des Zürcher Grossmünster-

pfarrers.  

D-4234/2021 

Seite 3 

C.  

Am 25. September 2020 wurde das zunächst eingeleitete Dublin Verfahren 

beendet und das nationale Asylverfahren eingeleitet.  

D.  

Dem SEM lagen am 29. November 2023 diverse Auszüge von Facebook-

Accounts des Beschwerdeführers vor. 

E.  

Der Beschwerdeführer wurde am 9. Dezember 2020 dem erweiterten Ver-

fahren zugeteilt und am 14. Dezember 2020 dem Kanton Bern zugewiesen.  

F.  

Das Mandatsverhältnis der vormaligen Rechtsvertretung wurde am 14. De-

zember 2020 beendet. Am 19. Januar 2021 zeigte der Beschwerdeführer 

beim SEM ein neues Mandatsverhältnis (Berner Rechtsberatungsstelle für 

Menschen in Not) an.   

G.  

Mit am 20. August 2021 eröffneter Verfügung vom 19 August 2021 stellte 

das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz. Gleichzeitig ordnete es infolge Unzumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs die vorläufige Aufnahme an.  

H.  

Mit Eingabe vom 22. September 2021 erhob der Beschwerdeführer durch 

seine Rechtsvertretung gegen die vorinstanzliche Verfügung Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte die Aufhebung der ange-

fochtenen Verfügung im Asylpunkt (Dispositivziffern 1 – 3) und unter Fest-

stellung der Flüchtlingseigenschaft die Asylgewährung. Eventualiter sei die 

angefochtene Verfügung im Flüchtlingspunkt aufzuheben und unter Aner-

kennung der Flüchtlingseigenschaft die vorläufige Aufnahme zu gewähren, 

subeventualiter sei die angefochtene Verfügung im Asylpunkt aufzuheben 

und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In 

prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

und um unentgeltliche Beiordnung der aktuellen Rechtsvertretung. 

Der Beschwerde lagen unter anderem vier Referenzschreiben bei. 

D-4234/2021 

Seite 4 

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 29. Oktober 2021 forderte der Instruktionsrich-

ter den Beschwerdeführer mangels rechtsgenüglicher Vertretungsvoll-

macht auf, eine Beschwerdeverbesserung einzureichen. Gleichzeitig wur-

de er im Falle der fristgerechten Nachreichung einer solchen dazu aufge-

fordert, entweder eine Fürsorgebestätigung einzureichen oder den erhobe-

nen Kostenvorschuss zu bezahlen. Beide Aufforderungen waren verbun-

den mit der Androhung, im Unterlassungsfall nicht auf die Beschwerde ein-

zutreten. 

J.  

Der Beschwerdeführer reichte fristgerecht am 4. November 2021 eine (wei-

tere) Vollmacht der Rechtsvertretung vom 1. September 2021 sowie eine 

Fürsorgebestätigung vom 2. November 2021, jeweils im Original, ein.  

K.  

Der Instruktionsrichter hiess mit Zwischenverfügung vom 10. November 

2021 unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses die Gesu-

che um unentgeltliche Prozessführung und amtliche Rechtsverbeistän-

dung gut und ordnete Laura Heimgartner-Castelnovi, Berner Rechtsbera-

tungsstelle für Menschen in Not, dem Beschwerdeführer amtlich bei. 

Gleichzeitig wurde die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung 

bis am 25. November 2021 eingeladen.  

L.  

Die Vorinstanz liess sich mit Eingabe vom 17. November 2021 zur Be-

schwerde vernehmen.  

M.  

Der Instruktionsrichter gewährte dem Beschwerdeführer mit Zwischenver-

fügung vom 22. November 2021 Gelegenheit zur Replik, welche dieser mit 

Eingabe vom 21. Dezember 2021 wahrnahm. 

N.  

Der Beschwerdeführer erkundigte sich am 10. Mai 2022 nach dem Stand 

des Verfahrens und reichte gleichzeitig die Tazkira im Original sowie einen 

Arztbericht vom 9. September 2021 ein.  

O.  

Mit Zwischenverfügung vom 17. Juli 2023 forderte der Instruktionsrichter 

den Beschwerdeführer auf, bis zum 2. August 2023 seine allenfalls weiter-

hin bestehende Bedürftigkeit zu belegen, verbunden mit der Androhung, im 

D-4234/2021 

Seite 5 

Unterlassungsfall werde vom Wegfall der Bedürftigkeit ausgegangen und 

die gewährte unentgeltliche Prozessführung und amtliche Rechtsverbei-

ständung wiedererwägungsweise aufgehoben. 

P.  

Der Beschwerdeführer reichte innert erstreckter Frist am 24. August 2023 

seine Lohnabrechnung des Monats Juli 2023, einen Beleg der Kranken-

kassenkosten sowie ein rudimentär ausgefülltes Gesuchsformular um un-

entgeltliche Rechtspflege ein. Gleichzeitig erkundigte er sich nach dem 

Stand des Verfahrens. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 sowie Art. 52 Abs. 1 

VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

3.1 In der Beschwerde wird die Verletzung der Begründungspflicht und 

(sinngemäss) des rechtlichen Gehörs gerügt. Diese Rügen sind vorab zu 

beurteilen, da sie gegebenenfalls geeignet sind, eine Kassation der vorin-

stanzlichen Verfügung zu bewirken.  

So habe der Beschwerdeführer keine Stellung zum Vorwurf nehmen kön-

nen, er habe keine konkreten Aussagen dazu gemacht, wie die Geistlichen 

von seiner Konversion Kenntnis erlangt hätten. Als Grund dafür gab er an, 

es handle sich in der hierzu von der Vorinstanz angegebenen Zitatstelle 

«A45/22, F86» um eingereichte Beweismittel und es sei kein Zusammen-

hang zum Vorwurf ersichtlich (Beschwerde, S. 9). Im Weiteren sei die An-

hörungsatmosphäre in der Befragung vom 9. November 2021 aufgrund der 

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Seite 6 

Konfrontation mit seinem Facebook-Profil von Beginn weg angespannt ge-

wesen. Es seien ihm trotz Aufforderung der damaligen Rechtsvertretung 

keine offenen Fragen gestellt worden und es sei zu einem «Time Out» ge-

kommen, zu welchem der Vorgesetzte des Fachspezialisten beigezogen 

worden sei. Im Weiteren seien die Befragungen von zwei verschiedenen 

Fachpersonen geführt und der Entscheid von einer dritten geschrieben 

worden. Daraus dürfe dem Beschwerdeführer kein Nachteil erwachsen 

(Beschwerde, S. 5 f.). Zudem sei die Fachspezialistin, welche Fragen über 

das Christentum gestellt habe, keine Christin gewesen. Alsdann habe die 

Vorinstanz die eingereichten Beweismittel weder gewürdigt noch übersetzt 

und sei pauschal von einer Fälschung ausgegangen.  

3.2  Der Beschwerdeführer zeigte gerade mit seinen Beschwerdeausfüh-

rungen zur Bekanntmachung der Konversion auf, dass er trotz der von der 

Vorinstanz falsch zitierten Fundstelle im Anhörungsprotokoll in der Lage 

war, Stellung dazu zu nehmen (Beschwerde, S. 10). Zudem ist die korrekte 

Fundstelle trotz des offensichtlichen Redaktionsfehlers (zweiter Teil der An-

hörung anstelle der zweiten Anhörung; falsche Zahlenangabe) leicht zu fin-

den (erste Anhörung, zweiter Teil, A28/1, F88 f.). Das Argument des Be-

schwerdeführers, der daraus eine Verletzung des rechtlichen Gehörs mit-

hin der Begründungspflicht ableitet, vermag jedenfalls nicht zu überzeu-

gen.  

Hinsichtlich der Beschwerdeausführungen zur Anhörungsatmosphäre ist 

mit dem SEM in der Stellungnahme festzuhalten (act. 7), dass einerseits 

ein Vergleich der Aussagen des Beschwerdeführers mit seinen Eingaben 

im Facebook-Konto angesichts der Untersuchungspflicht angezeigt er-

scheint und ohnehin kein Nachteil darin erblickt werden kann, dass ihm 

Gelegenheit gegeben wurde, sich zu diesbezüglich sich stellenden konkre-

ten Fragen zu äussern, zumal dem Beschwerdeführer gemäss dem Befra-

gungsprotokoll genügend Raum für weitere, eigene Angaben gegeben 

wurde (A28/18, F 8 ff, F127 ff.).  Andererseits geht aus dem Anhörungspro-

tokoll deutlich hervor, dass die damalige Rechtsvertretung (durch wieder-

holtes Unterbrechen der Befragung) die Erstellung des Sachverhaltes er-

schwerte und die Anhörung deswegen zwecks Unterredung («Time Out») 

des Vorgesetzten des Fachspezialisten mit ihr unterbrochen wurde 

(A28/18, F21). Die Verantwortung für die vom Beschwerdeführer empfun-

dene «angespannte Atmosphäre», welche offensichtlich durch das Verhal-

ten seiner damaligen Rechtsvertretung zumindest mitverursacht wurde, 

der Vorinstanz anlasten zu wollen, schlägt fehl. Alsdann ist aus den Akten 

weder ein Nachteil aus der Involvierung unterschiedlicher Fachpersonen 

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Seite 7 

für den Beschwerdeführer ersichtlich noch wird ein solcher von ihm sub-

stantiiert vorgebracht (Beschwerde, S. 6). Der Beschwerdeführer kann im 

Weiteren aus der nicht-christlichen Religionszugehörigkeit der Fachspezi-

alistin nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die Vorinstanz hält zutreffend 

fest, dass es in der Anhörung um die Feststellung des Sachverhaltes und 

nicht um einen geistigen Austausch über das Christentum an sich ging 

(act. 7, S. 2).  

Im Weiteren ist hinsichtlich der Würdigung und Übersetzung der Beweis-

mittel auf die zutreffende Stellungnahme der Vorinstanz hinzuweisen, wel-

che die Haltlosigkeit der Behauptung des Beschwerdeführers darlegt 

(act. 7, S. 2; Beweiswert, Irrelevanz von Fotos; vgl. auch nachstehend 

E. 5.1 zu den Beweismitteln). Insbesondere ist hervorzuheben, dass der 

mutmassliche Drohbrief zwar nicht amtsintern übersetzt, jedoch der Inhalt 

vom Beschwerdeführer selbst in der Anhörung wiedergegeben wurde 

(A45/22, F71) und auch in der Beschwerde festgehalten wird, dass es ihm 

«ohne Weiteres möglich gewesen sei, den Inhalt des Drohbriefes wieder-

zugeben» (Beschwerde, S. 10). Die Vorinstanz hat in der angefochtenen 

Verfügung insgesamt nachvollziehbar und hinreichend differenziert aufge-

zeigt, dass sie sich mit sämtlichen zentralen Vorbringen des Beschwerde-

führers eingehend auseinandergesetzt hat, entgegen seiner Behauptung 

auch mit den angeblichen Bedrohungen seiner Familie aufgrund der Kon-

version (Beschwerde, S. 10; vi-Entscheid Ziff. II/1 Bst. a, S. 6). Der blosse 

Umstand, dass der Beschwerdeführer die Beurteilung durch die Vorinstanz 

nicht teilt, weist nicht auf eine Verletzung des rechtlichen Gehörs hin, son-

dern beschlägt die Frage der materiellen Würdigung. Insgesamt ist weder 

eine Verletzung des rechtlichen Gehörs noch der Begründungspflicht er-

sichtlich.  

Alsdann kann der Beschwerdeführer aus den blossen Wiederholungen be-

ziehungsweise der Bekräftigung seiner formellen Rügen in der Replik 

(act. 11) nichts zu seinen Gunsten ableiten.    

3.3 Die Rügen erweisen sich demnach als unbegründet und es besteht 

keine Veranlassung, die Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben 

und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, 

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Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder we-

gen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 

sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu wer-

den (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die 

Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft gemacht, wenn die Be-

hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-

ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.3 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und 

folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden 

(vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

4.4 Subjektive Nachfluchtgründe sind anzunehmen, wenn eine asylsu-

chende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat 

oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung im Sinne 

von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Wesentlich ist, ob die heimatlichen Be-

hörden das Verhalten des Asylsuchenden als staatsfeindlich einstufen und 

dieser deswegen bei einer Rückkehr eine Verfolgung befürchten muss. 

Personen mit subjektiven Nachfluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, wer-

den aber als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 

2009/28 E. 7.1). 

5.   

5.1 Ihren ablehnenden Entscheid begründete die Vorinstanz im 

Wesentlichen damit, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den 

Anforderungen an das Glaubhaftmachen nicht standhalten. So seien seine 

zum Teil oberflächlichen und stereotypen Kenntnisse des christlichen 

Glaubens auch ohne religiöses Interesse leicht anzueignen (Bibel, Altes 

und Neues Testament). Seine Informationsquellen basierten auf dem 

Internet, jedoch habe er auf Nachfrage keine spezifischen Seiten nennen 

können. In den Anhörungen habe er ebenso keine detaillierten und 

konkreten Angaben machen können, wie er die Leute über den christlichen 

Glauben informiert habe (Missionierung), sondern einzig wiederholt betont, 

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Seite 9 

es sei seine Aufgabe gewesen, sie zu «bekehren und zu informieren». 

Alsdann habe er nebst der Nennung seiner Ehefrau und der Mutter sowie 

allgemein «einiger Leute» – nicht konkret erklären können, welche und 

wieviele Personen über seine Konversion Bescheid gewusst hätten, und 

einzig generelle Aussagen gemacht sowie die allgemeinen Aufgaben eines 

Christen wiederholt (Glauben weitergeben, die Leute auf den richtigen 

Weg bringen). Trotz vorgebrachter sechsjähriger Aktivität habe er 

ebensowenig detailliert Auskunft zum Ort der Missionierung gegeben, 

sondern nur dargelegt, sie habe bei ihm zu Hause oder bei Freunden 

stattgefunden. Er habe jedoch zur Organisation, der Anzahl der 

Versammlungen und der Teilnehmer keine Details genannt und sich mit 

der Beschreibung der letzten Versammlung mit der Nennung einer «guten 

Atmosphäre» begnügt.  

 

Im Weiteren sei der Beschwerdeführer in beiden Anhörungen nicht in der 

Lage gewesen nachvollziehbar zu erklären, wie der Rat der Geistlichen 

über seinen christlichen Glauben informiert worden sei. So habe er hierzu 

einzig dargelegt, immer mehr Aktivitäten ausgeführt zu haben, vorsichtig 

gewesen zu sein und eben nicht genau zu wissen, wie der Rat Kenntnis 

davon erlangt habe. Es seien vielleicht zwanzig Personen über seine 

Konversion informiert gewesen und eine ihm vertraute Person müsse die 

Information an den Rat weitergeleitet haben. In Anbetracht der Gefahr 

einer Konversion sei vom Beschwerdeführer zu erwarten gewesen, 

ausführlichere Angaben über die von ihm benachrichtigten Personen 

machen zu können.  

 

Den wohlgesinnten Weissbärtigen (Schulleiter), welcher in die Hände des 

Drohbriefes gelangt sei, habe er insgesamt mit allgemeinen, spärlichen 

und oberflächlichen Angaben beschrieben. Der Beschwerdeführer habe im 

Weiteren das Vorgehen des Rates mit der Begründung, das erste Mal mit 

einer solchen Situation konfrontiert gewesen zu sein, nicht erklären können 

und dazu einzig wiederholt pauschal angegeben, für das Missionieren als 

Abtrünniger mit dem Tod bestraft zu werden und es sei «ja klar, was mit 

ihm geschehen würde».  

 

Gleich verhalte es sich mit den Facebook-Auszügen, denn abgesehen von 

der Seite «Afghanistan Christians Community», bei der es sich um eine 

Gruppe zum katholischen Glauben übertretener Auslandafghanen handle, 

gebe es darin weder Hinweise auf eine Konversion noch auf 

Missionarstätigkeiten noch – obwohl der Beschwerdeführer sich als 

Protestant bezeichne – auf protestantische Organisationen, Kirchen oder 

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Seite 10 

Missionen. Es erstaune hierzu, dass er am 21. September 2015 einen 

Beitrag zum islamischen Opferfest hochgeladen habe (Darstellung 

Abrahams/Ibrahims, der seinen Sohn opfere, mit einer Abbildung der 

Kabaa in Mekka). Angesichts der unglaubhaften Angaben seien die 

Erklärungen, seine Ehefrau habe diesen Beitrag auf Facebook 

hochgeladen, er sei im Internet nicht «so» aktiv und habe keine religiösen 

Gruppen abonniert, um seine Angehörigen nicht zu gefährden, als 

Schutzbehauptungen zu betrachten. Vor diesem Hintergrund könne auch 

nicht geglaubt werden, dass seine Angehörigen nach seiner Ausreise 

Schwierigkeiten oder Drohungen ausgesetzt worden seien.  

 

Die eingereichten Beweismittel hätten alsdann teilweise keinen 

Zusammenhang mit den Asylvorbringen und seien irrelevant und jene 

betreffend die Taufe (Taufschein, Fotos der Taufe, Fotos in einer 

griechischen Kirche) und den Drohbrief seien als untauglich 

zurückzuweisen, zumal solche Dokumente leicht käuflich zu erwerben oder 

selbst herzustellen und Fotos zu inszenieren seien.  

 

Somit müsse die Asylrelevanz angesichts der fehlenden Glaubhaftigkeit 

der Vorbringen (Konversion, Missionierung, Bedrohung beziehungsweise 

Verfolgungsgefahr) nicht geprüft werden.  

 

Was seine Tätigkeit als Krankenpfleger für die ORCD anbelange (Juli 2015 

bis Dezember 2018), sei mangels erhöhten Interesses an seiner Person 

nicht mit einem gezielten Angriff der Taliban zu rechnen. Er verfüge als 

Krankenpfleger über ein niederschwelliges Profil, habe lediglich über zwei 

Jahre für die genannte Organisation gearbeitet und zudem keine 

Gefährdung durch die Taliban geltend gemacht. Aufgrund des fehlenden 

Risikoprofils sei bei einer Rückkehr nach Afghanistan nicht von einem 

Verfolgungsinteresse der Taliban auszugehen.  

 

Bei der vorgebrachten Teilnahme an Gottesdiensten in der Schweiz sei 

angesichts der unglaubhaften Asylvorbringen von einer Taktik des 

Beschwerdeführers auszugehen, um ein Aufenthaltsrecht zu erlangen. 

Selbst bei Annahme einer christlichen Glaubensausübung, würde diese 

nur dann zur Flüchtlingseigenschaft im Sinne von subjektiven 

Nachfluchtgründen führen, wenn davon ausgegangen werden müsste, die 

Aktivitäten hätten im Falle einer Rückkehr nach Afghanistan mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit ernsthafte Massnahmen für den 

Betroffenen zur Folge. Hierzu müssten die afghanischen Staats- oder 

Lokalbehörden konvertierte Personen tatsächlich verfolgen. Aktivitäten wie 

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Seite 11 

der Besuch eines Sonntagsgottesdienstes in Zürich vermöchten jedoch 

keine Furcht bei einer Rückkehr nach Afghanistan im Sinne des Gesetzes 

objektiv zu begründen. Aus den Akten würden sich keine konkreten 

Hinweise ergeben, dass der Beschwerdeführer sich in qualifizierter Weise 

religiös betätige oder jemand in seinem Heimatland über die 

Sonntagsgottesdienstbesuche Bescheid wisse. Aus dem eingereichten 

Empfehlungsschreiben des Pfarrers lasse sich weder eine exponierte 

religiöse Tätigkeit ableiten noch die Kenntnis der afghanischen Behörden, 

weshalb es an seiner Einschätzung nichts zu ändern vermöge. Das 

Verhalten des Beschwerdeführers in der Schweiz sei insgesamt nicht 

geeignet, ein ernsthaftes Vorgehen der afghanischen Behörden zu 

bewirken, zumal auch keine Anhaltspunkte bestünden, dass deswegen in 

seinem Heimatstaat behördliche Massnahmen gegen ihn eingeleitet 

worden wären. Ebenso wenig ändere die Machtübernahme der Taliban an 

dieser Einschätzung etwas, da einerseits von den fehlenden nötigen 

Mitteln der neuen Behörden andererseits von mangelndem aktuellen 

Interesse an der Überwachung von exil-Afghanen auszugehen sei. Der 

Beschwerdeführer verfüge über kein religiöses Profil und die subjektiven 

Nachfluchtgründe würden den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft nicht genügen. 

5.2 Dem hält der Beschwerdeführer betreffend Glaubhaftigkeit der Konver-

sion in seiner Beschwerdeschrift im Wesentlichen entgegen, es sei kein 

vertieftes Wissen zur christlichen Religion erfragt worden. Er habe, entge-

gen der Meinung der Vorinstanz und, was etlichen Protokollstellen zu ent-

nehmen sei sowie durch die eingereichten Beweismittel untermauert 

werde, solide Kenntnisse des Christentums. In Berücksichtigung seiner 

persönlichen Verhältnisse sei plausibel, dass ihm die konsultierten Inter-

netquellen keine fundierten christlich-theologischen Kenntnisse vermittelt 

hätten. Zudem habe der Beschwerdeführer ausgeführt, er habe zunächst 

Selbststudium betrieben und erst sechs bis sieben Monate später missio-

niert. Dazu habe er eine vertrauenswürdige Atmosphäre schaffen müssen, 

um nicht verraten zu werden. Innert sechs Jahren habe er acht Personen 

bekehren können, einige weitere Personen hätten den christlichen Glau-

ben nicht angenommen. Als Vorsichtsmassnahme hätten die Teilnehmer 

sich immer an verschiedenen Orten getroffen und der Beschwerdeführer 

habe zwar nicht die Anzahl der Versammlungen, jedoch deren zeitlichen 

Abstände nennen können. Zudem habe er eine variierende Anzahl Teilneh-

mer angegeben (zwei bis fünf, zehn oder elf Personen) und erklärt, er 

könne keine exakte Anzahl Personen mit Kenntnis von der Konversion 

nennen, wobei er auch gar nicht zu näheren Angaben aufgefordert worden 

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Seite 12 

sei. Seine Inaktivität auf Facebook habe er mit dem Schutz seiner Familie 

begründet, genauso wie das Teilen einiger Social Media-Beiträge seiner 

Ehefrau.  

Im Weiteren seien seine Angaben, wie er vom Drohbrief erfahren habe, 

nicht oberflächlich und allgemein. Es sei zudem bei der zu erwartenden 

Bestrafung nicht von einem festgelegten Schema auszugehen, welches er 

als Konsequenz seines Handelns hätte schildern können. Seine Darlegun-

gen würden Glaubhaftigkeitselemente enthalten und in einer Gesamtbe-

trachtung sei die geltend gemachte Verfolgungssituation im Heimatland im 

Zusammenhang mit der Konversion zum Christentum glaubhaft, weshalb 

die Asylrelevanz – entgegen der Vorinstanz – im Sinne des Referenzurteils 

BVGer D-4952/2014 vom 23. August 2017 zu prüfen sei. Demgemäss er-

fülle er die Flüchtlingseigenschaft. 

Was subjektive Nachfluchtgründe anbelange, so wisse das familiäre und 

soziale Umfeld des Beschwerdeführers in Afghanistan über seine Konver-

sion Bescheid, weil er an seinem christlichen Glauben festhalte und ihn 

nach seiner Ausreise aktiv und öffentlich ausübe. Dies würden die Refe-

renzschreiben (Beschwerdebeilagen) beweisen. Durch die Machtüber-

nahme der Taliban habe sich die Bedrohungssituation des Beschwerdefüh-

rers zusätzlich verschärft.  

5.3 In der Vernehmlassung hielt die Vorinstanz an ihrem Standpunkt fest 

und liess sich im Wesentlichen zu den formellen Rügen vernehmen (Anhö-

rungsatmosphäre, Würdigung und Übersetzung der Beweismittel, Religion 

der Fachspezialistin; vgl. vorstehend E. 3.2).  

5.4 In seiner Replik wiederholte der Beschwerdeführer eben diese formel-

len Rügen und hielt an ihnen fest (vgl. vorstehend E. 3.2). 

6.   

6.1 Die Vorinstanz hat die Vorbringen des Beschwerdeführers in der ange-

fochtenen Verfügung mit ausführlicher und überzeugender Begründung als 

teilweise unglaubhaft (Konversion, Missionierung, Bedrohung beziehungs-

weise Verfolgungsgefahr) und im Übrigen als nicht asyl- beziehungsweise 

flüchtlingsrechtlich relevant (Tätigkeit als Krankenpfleger in Afghanistan; 

Teilnahme an Gottesdiensten in der Schweiz) qualifiziert. Die Ausführun-

gen auf Beschwerdeebene und die eingereichten Beweismittel führen zu 

keiner anderen Betrachtungsweise. Zur Vermeidung von Wiederholungen 

kann auf die angefochtene Verfügung, die Vernehmlassung sowie E. 5.1 

D-4234/2021 

Seite 13 

und 5.3 hiervor verwiesen werden. In Ergänzung und Präzisierung dazu ist 

das Folgende festzustellen:  

6.2  

6.2.1 Was die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Konversion zum 

Christentum und die deshalb befürchteten Übergriffe in Afghanistan betrifft, 

ist vorab festzustellen, dass die Glaubhaftigkeit einer Hinwendung zu einer 

neuen Religion praktisch nur anhand der eigenen Aussagen der asylsu-

chenden Person beurteilt werden kann. Es können zwar gewisse Schlüsse 

aus allfälligen externen Anhaltspunkten wie Besuchen von Gottesdiensten, 

Bescheinigungen und Aussagen privater Dritter gezogen werden. Solche 

Anhaltspunkte vermögen in der Regel für sich alleine aber die Konversion 

nicht glaubhaft zu machen. Vielmehr sind sie im Gesamtkontext zusammen 

mit den Aussagen der asylsuchenden Person zu würdigen. Mithin muss die 

asylsuchende Person in jedem Fall mit ihren Aussagen glaubhaft machen 

können, dass sie sich aufgrund ihrer inneren Überzeugung einer neuen 

Religion zugewandt hat. Eine bloss formelle Konversion (etwa durch eine 

Taufe) ohne Hinweise auf eine innere Überzeugung reicht für die Glaub-

haftmachung in der Regel nicht aus (vgl. Urteil des BVGer D-4952/2014 

vom 23. August 2017 E. 6.2 [als Referenzurteil publiziert]).  

 

Selbst wenn der Beschwerdeführer formell konvertiert ist und heute christ-

liche Veranstaltungen besucht, fällt bei der Durchsicht der Akten auf, dass 

es an einer substantiierten Darlegung der inneren Überzeugung bezie-

hungsweise einer nachvollziehbaren Schilderung derselben fehlt. Daran 

vermögen auch die Ausführungen in der Beschwerde nichts zu ändern. Die 

Vorinstanz hat eine ausführliche und korrekte Glaubhaftigkeitsprüfung der 

Aussagen des Beschwerdeführers vorgenommen (vgl. auch vorstehend 

E. 3.2). Seinen Schilderungen ist keine vertiefte Auseinandersetzung mit 

dem Grund für die Hinwendung zum neuen christlichen Glauben zu ent-

nehmen. So erklärte er zu seinem – gemäss eigenen Angaben – einzigen 

Grund (A45/22, F6) seines Asylgesuchs, dem Glaubenswechsel, praktisch 

ausschliesslich technische Merkmale und formelle Begriffe (Unterschied 

von Protestanten zu Katholiken, Anzahl Bücher, Neues und Altes Testa-

ment; A28/18, F94 ff) oder pauschal, er habe von einer Person ein «paar 

Regeln und gute Sachen» über das Christentum gehört (A45/22, F39 ff.). 

Diese – wie in der Beschwerde bezeichneten – «soliden Kenntnisse des 

Christentums» überzeugen in einer Gesamtbetrachtung nicht (Be-

schwerde, Ziff. 3.2 Bst. a). Der Beschwerdeführer kann nichts zu seinen 

Gunsten aus seinen Angaben ableiten, dass er seine Informationen über 

das Christentum von «Google» habe, zumal er keine konkrete Internetseite 

D-4234/2021 

Seite 14 

als Quelle zu nennen vermag (A45/22, F41ff.). Das Gesagte spricht nicht 

für eine verinnerlichte Überzeugung eines Glaubens, sondern bloss für 

(auswendig) gelernte, der groben Übersicht dienenden Merkmale einer Re-

ligion. Insgesamt ist weder den Akten noch der Beschwerde eine differen-

zierte Darlegung eines inneren Konversionsprozesses zu entnehmen, son-

dern nur unsubstantiierte oder oberflächliche Gründe für den Glaubens-

wechsel, wie Probleme mit dem Islam, das Christentum heile Menschen, 

stelle eine Verbindung zu Gott her und verheisse ewiges Leben (A28/18, 

F88 ff.; A45/22, F39, F57). Ebenso sind seine Erzählungen zur Ausübung 

der Religion mehrheitlich genereller (unpersönlicher) Natur (A45/22, 

F59 ff.). Seine Angaben lassen eine persönliche Beziehung zum Christen-

tum und den Grund für sein Zweifeln am Islam vermissen. Dem Beschwer-

deführer wurde mehrmals die Möglichkeit eingeräumt, sich ausführlich 

über seine Konversion und zum Christentum zu äussern (A28/18, F89, 

F128; A45/22, F13 f ff). Entgegen der Behauptung in der Beschwerde ist 

gerade aufgrund des persönlichen Hintergrundes des Beschwerdeführers 

anzunehmen, dass er zur Äusserung von plausiblen und substantiierten 

Angaben betreffend den angeblichen Glaubenswechsel und die Informati-

onsaneignung in der Lage wäre (zwölf Schuljahre, zwei Jahre Studium der 

Soziologie und Archäologie; dreijährige Ausbildung zum Krankenpfleger, 

A28/18, F47 ff.; Beschwerde, Ziff. 3.2 Bst. a). Bei einem solch bedeutsa-

men Ereignis im Leben einer Person wären bedeutend mehr Schilderun-

gen zum Konversionsprozess sowie konkret zu Überlegungen, Gedanken 

und auch zu Zweifeln beim Glaubenswechsel zu erwarten gewesen. Es ist 

dem Beschwerdeführer nicht gelungen, ein echtes Interesse am Christen-

tum sowie die Ernsthaftigkeit seiner Konversion glaubhaft zu machen. 

 

6.2.2 Vor diesem Hintergrund ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die 

Bekehrung einiger Personen zum christlichen Glauben (Missionierung) in 

der Folge ebenso unglaubhaft ist. Der Beschwerdeführer konnte – wie in 

der Beschwerde von ihm bestätigt – weder die Anzahl solcher Versamm-

lungen nennen noch – entgegen den Beschwerdeausführungen – deren 

zeitlichen Abstände, da er diesbezüglich bloss unterschiedliche Zeiten wie-

derum mutmasst (A45/22, F30; keine Kenntnis, einmal pro Woche, alle 15 

Tage, monatlich). Ebenso mangelt es bei der Angabe von «variierenden» 

Teilnehmerzahlen nach wie vor an einer Substantiierung (zwei bis fünf, 

zehn oder elf Personen) und es ist auch nicht erstaunlich, wenn die Vorin-

stanz keine diesbezüglich näheren Angaben fordert, nachdem der Be-

schwerdeführer trotz Nachfrage keine konkrete Zahl nennen konnte 

(A45/22, F33; Beschwerde, Ziff. 3.2 Bst. b). 

 

D-4234/2021 

Seite 15 

6.2.3 Im Weiteren ist der Erklärungsversuch in der Beschwerde zu den von 

der Vorinstanz festgestellten mangelnden Hinweisen auf eine Konversion 

oder auf missionarische Tätigkeiten des Beschwerdeführers in den Face-

book-Accounts nicht nachvollziehbar, indem der Beschwerdeführer einer-

seits seine Inaktivität auf Social Media explizit bestätigt und andererseits 

gleichzeitig ebensolche Hinweise daraus ableiten will (Beschwerde, 

Ziff. 3.2 Bst. b). Diese Erklärung ist unbehelflich. 

 

6.2.4 Der Beschwerdeführer hat im Weiteren erklärt, vor der Ausreise keine 

Probleme mit dem Staat oder Dritten gehabt zu haben (A28/18, F111, 

F115 ff.). Es wurde alsdann in der Beschwerde nichts Neues vorgebracht, 

was über die Teilnahme an Gottesdiensten hinausgeht (Beschwerde, 

Ziff. 5). Gleiches bestätigen auch die der Beschwerde beigelegten Refe-

renzschreiben, welche ohnehin als Gefälligkeitsschreiben mit wenig Be-

weiskraft zu werten sind. Anderweitige regelmässige religiöse Aktivitäten 

werden nicht geltend gemacht, hingegen – wie erwähnt – die Inaktivität auf 

Social Media bestätigt. Insbesondere ist der Beschwerdeführer in der 

Schweiz nicht missionarisch tätig, bekennt sich nicht an öffentlichen Ver-

anstaltungen zu seinem christlichen Glauben und äussert sich auch nicht 

öffentlich in kritischer Weise zum Islam. Dies deutet vielmehr daraufhin, 

dass er – wenn überhaupt – seinen Glauben in der Schweiz in diskreter 

Weise lebt. Selbst unabhängig von der Asylrelevanz wäre es ihm unter die-

sen Umständen wohl zumutbar, einen solchen Glauben auch bei einer 

Rückkehr nach Afghanistan in ähnlich diskreter Weise auszuleben. Somit 

besteht kein unerträglicher psychischer Druck. Die asylrechtliche Relevanz 

kann jedoch aufgrund der unglaubhaften Ernsthaftigkeit der Konversion, 

Missionierung und Verfolgung offengelassen werden. Die Vorinstanz hat 

aufgrund der Feststellungen in vorstehenden Erwägungen die angeblichen 

Schwierigkeiten der Angehörigen nach der Ausreise des Beschwerdefüh-

rers zu Recht in Zweifel gezogen und diese auch nicht ohne Weiteres als 

Ursache des (mutmasslich) verlorenen Kindes der Ehefrau in Zusammen-

hang bringen müssen (vgl. vi-Entscheid, Ziff. 2/1 Bst. b; Beschwerde, 

Ziff. 3.2 Bst. d). Es ist festzustellen, dass auch die geltend gemachten sub-

jektiven Nachfluchtgründe nicht geeignet sind, eine flüchtlingsrechtlich re-

levante Verfolgungsgefahr im Sinne von Art. 3 AsylG beziehungsweise 

eine entsprechende Verfolgungsfurcht glaubhaft zu machen. 

 

6.2.5 Soweit der Beschwerdeführer auf die Machtübernahme durch die Ta-

liban verweist, ist festzustellen, dass die daraus resultierenden Nachteile 

keine gezielten, individuellen Verfolgungshandlungen darstellen und daher 

grundsätzlich nicht asylrelevant sind. Auch diesbezüglich kann auf die 

D-4234/2021 

Seite 16 

überzeugenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, denen er 

mit der blossen und unsubstantiierten Behauptungen (Beschwerde, Ziff. 5) 

nichts Stichhaltiges entgegenzusetzen vermag. 

 

6.3 Schliesslich ist den vorinstanzlichen Erwägungen betreffend Beweis-

mittel beizupflichten (vgl. vi-Entscheid, Ziff. II/1 Bst. b und vorstehend 

E. 5.1), wobei auch die auf Beschwerdeebene eingereichten Dokumente 

(Beschwerdebeilagen: vier Referenzschreiben; act. 12: Arztbericht vom 

9. September 2021) nichts an dieser Einschätzung ändern. Es ist aus dem 

eingereichten Arztbericht vom 9. September 2021 weder ein konkreter Zu-

sammenhang mit den vorgebrachten Asylgründen ersichtlich noch wird ein 

solcher vom Beschwerdeführer geltend gemacht (Diagnose: depressive 

Episode, Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung [PTBS] 

hauptsächlich bei schwieriger Biografie, Sorge um die Familie, Auswirkun-

gen aufgrund der Lage in Afghanistan). 

6.4 Dementsprechend ist nicht davon auszugehen, dass dem Beschwer-

deführer im Heimatstaat ernsthafte Nachteile drohen würden, welche über 

die Gefährdungslage hinausgehen, die im Rahmen der Zumutbarkeitsprü-

fung des Wegweisungsvollzugs von der Vorinstanz berücksichtigt wurde. 

6.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die Asylvor-

bringen des Beschwerdeführers zu Recht als unglaubhaft respektive nicht 

als asylrelevant erachtet, die Flüchtlingseigenschaft folgerichtig verneint 

und das Asylgesuch abgelehnt hat. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG).  

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

D-4234/2021 

Seite 17 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem mit Zwischenver-

fügung vom 10. November 2021 das Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen wor-

den ist und nach Berücksichtigung der Eingabe vom 23. August 2023 keine 

wesentliche Veränderung seiner finanziellen Verhältnisse ersichtlich ist, 

sind keine Kosten zu erheben. 

 

9.2 Ebenfalls mit Zwischenverfügung vom 10. November 2021 wurde das 

Gesuch um amtliche Rechtsverbeiständung gutgeheissen und Laura 

Heimgartner-Castelnovi, Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in 

Not, als amtliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eingesetzt. Bei 

amtlicher Vertretung ist praxisgemäss in der Regel von einem Stundenan-

satz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nicht-anwaltliche Vertreterinnen und 

Vertreter auszugehen (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und nur der notwendige 

Aufwand zu entschädigen (vgl. Art. 8 Abs. 2 VGKE).  

Mit der Beschwerde reichte die amtliche Rechtsvertreterin eine Honorar-

note über Fr.  2'860.97 (Beilage 9; Zeitaufwand 14,5 Stunden, Stundenan-

satz Fr. 180.–, Mehrwertsteuer, Spesenpauschale Fr. 50.–) ein, welche 

nicht nur im Stundenansatz sondern auch unter Berücksichtigung des Auf-

wandes für den Schriftenwechsel hinsichtlich des Zeitaufwands zu hoch 

angesetzt und angemessen herabzusetzen ist. Die Entschädigung ist dem-

gemäss auf Fr. 2’000.– (einschliesslich Mehrwertsteuer und Auslagen) 

festzusetzen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-4234/2021 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der amtlichen Rechtsvertreterin wird zulasten der Gerichtskasse ein amtli-

ches Honorar von Fr. 2'000.– entrichtet.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Sarah Rutishauser 

 

 

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