# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9c2c25ba-b689-5699-b03d-70e690ddf73e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 18.09.2023 HG210124
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG210124_2023-09-18.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG210124-O U/ei 

 

Mitwirkend: Oberrichter Roland Schmid, Vizepräsident, und Oberrichter Dr. Da-

niel Schwander, Handelsrichter Andreas Bertet, Handelsrichterin 

Astrid Fontana und Handelsrichter Ruedi Kessler sowie die Ge-

richtsschreiberin Nadja Maurer 
 

Urteil und Beschluss vom 18. September 2023 

 
in Sachen 

 
A._____ AG,  
Klägerin und Widerbeklagte 

 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 
gegen 

 
B._____ GmbH,  
Beklagte und Widerklägerin 

 
vertreten durch Rechtsanwalt M.A. HSG in Law Y._____ 

 
sowie 

 
C1._____ AG in Liquidation,  
Nebenintervenientin 

 
vertreten durch Konkursamt des Kantons St. Gallen 

 

betreffend Forderung 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2) 

"1. 
Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin SFr. 127'949.38 (inkl. Mwst 
von 7.7%) Zins zu 5% seit 16. März 2021 zu bezahlen. 

2. 
Es sei festzustellen, dass die Beklagte die Klägerin für den Betrag von 
SFr. 74'425.17 (inkl. MwSt von 7.7%) schadlos zu halten hat; 

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.7% MwSt) zu-
lasten der Beklagten." 

 
Rechtsbegehren Widerklage: 

(act. 12 S. 2 f.) 

1.a) Es sei ein nach Abschluss des Verfahrens um vorsorgliche Beweis-
aufnahme zu beziffernden Betrag, derzeit geschätzt auf 
CHF 200'000.00 als Minderwert vom Werklohn der Widerbeklagten 
abzuziehen. Unter Vorbehalt der Klageerhöhung sowie der Nachkla-
ge. 

1.b) Eventualiter sei die Widerbeklagte zu verpflichten der Widerklägerin 
einen nach Abschluss des Verfahrens um vorsorgliche Beweisauf-
nahme zu beziffernden Betrag, derzeit geschätzt auf CHF 
200'000.00 inkl. MWST von 7.7% zurückzubezahlen. Unter Vorbe-
halt der Klageerhöhung sowie der Nachklage. 

2. Die Widerbeklagte sei zu verpflichten, die auf dem widerklägerischen 
Stockwerkeigentum Nr. 1, Nr. 2, Grundbuch D._____ lastenden 
Bauhandwerkerpfandrechte vollumfänglich abzulösen. Namentlich 
seien die nachfolgend aufgeführten Bauhandwerkerpfandrechte un-
ter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zulasten der 
Klägerin vollumfänglich abzulösen: 
2.1 zu Gunsten der E._____ AG auf dem Alleineigentum der 

B._____ GmbH stehenden Stockwerkeigentum Nr. 1, Grund-
buch D._____, für den Betrag von CHF 76'320.85 nebst Zins 
zu 5% seit 18. Dezember 2020 auf CHF 67'150.91 und zu 5% 
seit 11. März 2021 auf CHF 9'169.92; 

2.2. zu Gunsten der E._____ AG auf dem im Alleineigentum der 
B._____ GmbH stehenden Stockwerkeigentum Nr. 2, Grund-
buch D._____, für den Betrag von CHF 47'095.54 nebst Zins 
zu 5% seit 18. Dezember 2020 auf CHF 41'437.02 und zu 5% 
seit 11. März 2021 auf 5'658.51; 

2.3. zu Gunsten der F._____ AG auf dem im Alleineigentum der 
B._____ GmbH stehenden Stockwerkeigentum Nr. 1, Grund-

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buch D._____, für den Betrag von CHF 13'074.05 nebst 5% 
Zins seit 05. Februar 2021; 

2.4. zu Gunsten der F._____ AG auf dem im Alleineigentum der 
B._____ GmbH stehenden Stockwerkeigentum Nr. 2, Grund-
buch D._____, für den Betrag von CHF 21'187.15 nebst 5% 
Zins seit 05. Februar 2021; 

2.5. zu Gunsten der G._____ GmbH auf dem im Alleineigentum der 
B._____ GmbH stehenden Stockwerkeigentum Nr. 1, Grund-
buch D._____, für den Betrag von CHF 8'407.45 nebst Zins zu 
5% seit 17. Dezember 2020 

2.6. zu Gunsten der G._____ GmbH auf dem im Alleineigentum der 
B._____ GmbH stehenden Stockwerkeigentum Nr. 2, Grund-
buch D._____, für den Betrag von CHF 5'188.00 nebst Zins zu 
5% seit 17. Dezember 2020 

2.7. zu Gunsten der H._____ AG auf dem im Alleineigentum der 
B._____ GmbH stehenden Stockwerkeigentum Nr. 1, Grund-
buch D._____, für den Betrag von CHF 29'713.70 nebst Zins 
zu 5% seit 8. Januar 2021 

2.8. zu Gunsten der H._____ AG auf dem im Alleineigentum der 
B._____ GmbH stehenden Stockwerkeigentum Nr. 2, Grund-
buch D._____, für den Betrag von CHF 18'335.50 nebst Zins 
zu 5% seit 8. Januar 2021 

2.9. zu Gunsten der C2._____ AG auf dem im Alleineigentum der 
B._____ GmbH stehenden Stockwerkeigentum Nr. 1, Grund-
buch D._____, für den Betrag von CHF 31'263.95 nebst Zins 
zu 5% seit 22. Januar 2021 

2.10. zu Gunsten der C2._____ AG auf dem im Alleineigentum der 
B._____ GmbH stehenden Stockwerkeigentum Nr. 2, Grund-
buch D._____, für den Betrag von CHF 360.00 nebst Zins zu 
5% seit 22. Januar 2021 

3. Die Widerbeklagte sei zu verpflichten, die auf dem Stockwerkeigen-
tum der Gesellschafter der Widerklägerin, I._____ und J._____, Nr. 
3, Grundbuch D._____ lastenden Bauhandwerkerpfandrechte voll-
umfänglich abzulösen. Namentlich seien die nachfolgend aufgeführ-
ten Bauhandwerkerpfandrechte unter Kosten- und Entschädigungs-
folgen (zzgl. MWST) zulasten der Klägerin vollumfänglich abzulösen: 
3.1. zu Gunsten der E._____ AG auf dem im hälftigen Miteigentum 

von I._____ und J._____ stehenden Stockwerkeigentum Nr. 3, 
Grundbuch D._____, für den Betrag von CHF 62'732.00 nebst 
Zins zu 5% seit 18. Dezember 2020 auf CHF 55'194.77 und zu 
5% seit 11. März 2021 auf 7'537.23. 

3.2. zu Gunsten der F._____ AG auf dem im hälftigen Miteigentum 
von I._____ und J._____ stehenden Stockwerkeigentum Nr. 3, 
Grundbuch D._____, für den Betrag von 17'414.80 nebst 5% 
Zins seit 05. Februar 2021 

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3.3. zu Gunsten der G._____ GmbH auf dem im hälftigen Miteigen-
tum von I._____ und J._____ stehenden Stockwerkeigentum 
Nr. 3, Grundbuch D._____, für den Betrag von CHF 6'910.50 
nebst Zins zu 5% seit 17. Dezember 2020 

3.4. zu Gunsten der H._____ AG auf dem im hälftigen Miteigentum 
von I._____ und J._____ stehenden Stockwerkeigentum Nr. 3, 
Grundbuch D._____, für den Betrag von CHF 24'423.20 nebst 
Zins zu 5% seit 8. Januar 2021 

3.5. zu Gunsten der C2._____ AG auf dem im hälftigen Miteigen-
tum von I._____ und J._____ stehenden Stockwerkeigentum 
Nr. 3, Grundbuch D._____, für den Betrag von CHF 63'563.46 
nebst Zins zu 5% seit 22. Januar 2021 

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7.7% 
MWST) zulasten der Klägerin. 

Rechtsbegehren Widerklagereplik: 
(act. 39 S. 2 f.) 

1.a) Es sei ein Betrag von CHF 115'865.00 als Minderwert vom Werklohn 
der Widerbeklagten abzuziehen. Unter Vorbehalt der Nachklage. 

1.b) Eventualiter sei die Widerbeklagte zu verpflichten, der Widerklägerin 
einen Betrag von CHF 115'865.00 inkl. MWST von 7.7% zurückzu-
bezahlen. Unter Vorbehalt der Nachklage. 

2. […] 
2.1- 2.4 […] 
2.5. Rechtsbegehren 2.5 wird zurückgezogen 
2.6. Rechtsbegehren 2.6 wird zurückgezogen  
2.7. - 2.10 […] 

3. […] 
3.1. - 3.2. […] 
3.3. Rechtsbegehren 3.3 wird zurückgezogen 
3.4. - 3.5 […] 

4. […] 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

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Die Klägerin und Widerbeklagte (nachfolgend stets die Klägerin) ist eine Aktien-

gesellschaft mit Sitz in K._____. Sie verfolgt als Zweck die Konstruktion, Entwick-

lung, Herstellung sowie den Handel mit Waren und Gütern, insbesondere Planung 

und Verkauf von Industriehallen sowie das Erbringen von damit zusammenhän-

genden Service-, Wartungs- und Beratungsdienstleistungen. Sie existiert unter ih-

rer aktuellen Firma und Rechtsform seit dem tt.mm.2020 und entstand zufolge 

Umwandlung aus der am tt.mm.2019 eingetragenen A._____ GmbH mit Sitz in 

L._____ (Handelsregister des Kantons Zürich, abrufbar unter zh.chregister.ch, zu-

letzt besucht am 18. September 2023).  

Bei der Beklagten und Widerklägerin (nachfolgend stets die Beklagte) handelt es 

sich um eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in D._____. Sie be-

zweckt … (act. 13/2). 

b. Prozessgegenstand 

Die Parteien schlossen am 4. September 2019 einen Werkvertrag im Sinne von 

Art. 363 OR über den Neubau einer Gewerbe- und Industriehalle mit einem 

Wohnbereich für die Geschäftsinhaber der Beklagten auf der Liegenschaft Nr. 4 

an der M._____-strasse … in D._____ ab. Bei der Werkausführung vergab die 

Klägerin diverse Arbeiten an verschiedene Subunternehmer (act. 1 S. 3 f. Ziff. II.1; 

act. 12 S. 9 Ziff. IV.1.a; vgl. act. 3/1).  

Die Klägerin macht mit der vorliegenden Klage geltend, über die im Werkvertrag 

vereinbarte globale Pauschalsumme hinaus noch Ansprüche gegenüber der Be-

klagten aufgrund von Mehrleistungen zu haben (act. 1 S. 4 ff.). Zudem klagt sie 

auf Feststellung der Schadloshaltung (act. 1 S. 2). Die Beklagte bestreitet, dass 

der Klägerin ein zu entschädigender Mehraufwand angefallen sei. Sie erhebt 

überdies Widerklage und beantragt in deren Rahmen die Feststellung, dass sie 

der Klägerin nichts schulde. Ferner ist sie der Ansicht, gegenüber der Klägerin 

noch diverse Ansprüche zu haben, wozu insbesondere die Minderung des Wer-

klohnes aufgrund von Mängeln und Schäden gehört (vgl. act. 12 S. 9 Ziff. IV.2 f.). 

Des Weiteren macht sie einen im Werkvertrag vereinbarten Anspruch auf Ablö-

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sung von mehreren auf dem streitgegenständlichen Grundstück eingetragenen 

Bauhandwerkerpfandrechten geltend (act. 12 S. 29 f. Ziff. Ad.II.3.2).  

B. Prozessverlauf  

Mit Eingabe vom 5. Juni 2021 (Datum Poststempel: 6. Juni 2021) reichte die Klä-

gerin die vorliegende Klage ein (act. 1). Mit Verfügung vom 9. Juni 2021 wurde 

der Klägerin Frist zur Leistung eines Gerichtskostenvorschusses in der Höhe von 

CHF 12'000.– sowie zur Nachreichung einer fehlenden Beilage und zur Ergän-

zung ihres Beweismittelverzeichnisses angesetzt (act. 4). Diesen Aufforderungen 

kam die Klägerin nach (act. 6, act. 7, act. 8). Mit Verfügung vom 13. Juli 2021 

wurde der Beklagten Frist zur Erstattung der Klageantwort angesetzt (act. 9). Mit 

Eingabe vom 16. Oktober 2021 erhob die Beklagte gleichzeitig mit Erstattung der 

Klageantwort Widerklage; zudem stellte sie einen Antrag auf vorsorgliche Beweis-

führung  (act. 12). Mit Verfügung vom 20. Oktober 2021 wurde der Klägerin Frist 

zur Stellungnahme zum Antrag betreffend vorsorgliche Beweisführung und der 

Beklagten zur Leistung eines Gerichtskostenvorschuss in der Höhe von 

CHF 13'000.– angesetzt (act. 14). Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht geleis-

tet (act. 16). Nach Eingang der klägerischen Stellungnahme vom 23. November 

2021 wurde mit Beschluss vom 6. Dezember 2021 der beklagtische Antrag auf 

vorsorgliche Beweisführung abgewiesen (act. 17; act. 18). 

Mit Verfügung vom 8. Februar 2022 wurde die Streitverkündung der Beklagten an 

die N._____ AG, die H._____ AG, die G._____ GmbH, die E._____ AG, die 

O._____ GmbH, die P._____ GmbH, die Q._____ GmbH, die C1._____ AG und 

die R._____ GmbH vorgemerkt und die Prozessleitung an Oberrichter Dr. iur. Da-

niel Schwander als Instruktionsrichter delegiert (act. 20). Mit Verfügung vom 

10. März 2022 wurde von der Nebenintervention der C1._____ AG Vormerk ge-

nommen (act. 30). Am 29. März 2022 fand die Vergleichsverhandlung statt, an-

lässlich welcher keine Einigung erzielt werden konnte (Prot. S. 12 f.). Mit Verfü-

gung vom nächsten Tag wurde der Klägerin Frist zur Erstattung der Replik und 

Widerklageantwort angesetzt (act. 33). Diese datiert vom 17. Juni 2022 (act. 35). 

Die Duplik und Widerklagereplik ging mit Eingabe vom 29. September 2022 ein 

(act. 39). Die darauffolgende Widerklageduplik vom 6. Dezember 2022 wurde der 

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Beklagten und der Nebenintervenientin unter Hinweis auf den Aktenschluss mit 

Verfügung vom 9. Dezember 2022 zugestellt (act. 45; act. 47). Die Beklagte nahm 

mit Eingabe vom 10. Januar 2023 Stellung (act. 49). Die Klägerin nahm mit Ein-

gabe vom 23. Februar 2023 Stellung (act. 52).  

Am 19. Mai 2023 wurde dem Gericht die Konkurseröffnung der Nebenintervenien-

tin per 9. Mai 2023 mitgeteilt (act. 55). Der Sistierungsantrag der Nebeninterveni-

entin vom 3. August 2023 wurde mit Verfügung vom 4. August 2023 abgewiesen 

(act. 60; act. 61). Nach Erhalt der Verfügung vom 17. Juli 2023 erklärte die Be-

klagte, auf die Hauptverhandlung zu verzichten. Die Klägerin und die Nebeninter-

venientin liessen sich nicht vernehmen, was androhungsgemäss als Verzicht zu 

werten ist (act. 57; act. 63). Weitere Eingaben ergingen nicht. Das Verfahren ist 

spruchreif, weshalb ein Urteil zu fällen ist (Art. 236 Abs. 1 ZPO). 

Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Zuständigkeit 

Die örtliche Zuständigkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich für die vorlie-

gende Klage sowie die Widerklage beruht unbestrittenermassen auf der im Werk-

vertrag enthaltenen Gerichtsstandklausel (act. 1 S. 2; act. 12 Rz. 4; act. 3/1 

Ziff. 28). Diese Vereinbarung ist nach Art. 17 Abs. 1 ZPO zulässig und gültig ge-

schlossen worden. Die sachliche Zuständigkeit des Handelsgerichts ergibt sich 

aus Art. 6 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG.  

1.2. Zeitpunkt der Rechtshängigkeit 

Die Klägerin erachtet den 16. April 2021 als Zeitpunkt der Rechtshängigkeit, da 

sie die vorliegende Klage innert Monatsfrist seit dem Nichteintretensentscheid des 

Bezirksgerichts Winterthur einreichte (act. 1 S. 2 f. Ziff. I). Die Rückdatierung nach 

Art. 63 Abs. 1 ZPO setzt voraus, dass die gleiche Rechtsschrift wie die ursprüng-

lich eingegebene im Original eingereicht wird (BGE 145 III 428 E. 3.5; BGE 141 III 

481 E. 3.2.4), worauf die Klägerin mit Verfügung vom 9. Juni 2021 aufmerksam 

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gemacht wurde (act. 4 S. 2). Da die Klägerin dies unterliess und stattdessen eine 

neue Klage einreichte, begründet erst deren Eingabe mit Poststempel vom 6. Juni 

2021 Rechtshängigkeit (Art. 62 ZPO; act. 1 S. 1).  

1.3. Aufbau der Rechtsschriften 

1.3.1. Die Klageschrift (act. 1) ist in die beiden Abschnitte "Formelles" und "Mate-

rielles" gegliedert, wobei der Abschnitt "II. Materielles" wiederum drei Unterab-

schnitte ("1. Vorbemerkungen", "2. Zu den einzelnen Positionen", 

"II.3. Rechtliches") aufweist. Eine Unterteilung nach den beiden Klagen (Rechts-

begehren Ziffer 1 und 2) fehlt. Bei der Gliederung der einzelnen Positionen (Ab-

schnitt II.2.) unterteilt die Klägerin den Text wiederum mit Zahlen und Buchstaben, 

allerdings ohne Titel. Diese Unterteilung ist nicht zweckdienlich, werden doch 

nicht die Ausführungen den unterschiedlichen Ansprüchen zugeordnet, sondern 

diese des Öfteren miteinander vermengt. Beispielhaft ist Ziffer 2.1 d) auf Seite 5 f. 

anzuführen, in welcher die Klägerin zunächst zwei Abschnitte lang die unter Zif-

fer 2.1 c) begonnenen Ausführungen zu den Kosten für Füll- und Pumpbeton fort-

setzt, um dann im dritten, vierten und fünften Abschnitt Ausführungen zur nächs-

ten Rechnungsposition, der Pfählung aus Holz zu machen (act. 1 S. 5 f.). Dies 

wiederholt sich u.a. auch betreffend die Positionen "weitere Türe im Bereich des 

gedeckten Eingangsbereich", Anfertigung eines "Tritt bzw. Podest in der Woh-

nung vor der Terrasse" (beide auf S. 8) und "2. Stahltreppe und Treppengeländer" 

(S. 9). Überdies orientiert sich die Begründung der verschiedenen Mehrvergü-

tungsansprüche im Wesentlichen an einer von der Klägerin an die Beklagte ge-

stellte Rechnung Nr. 4006 vom 13. März 2021 (act. 3/6; vgl. act. 1 S. 5 

Ziff. II.2.1.a). Darin sind 35 Positionen aufgeführt. In den klägerischen Rechts-

schriften werden diese – soweit aus dem Aufbau ersichtlich, denn eine diesbezüg-

liche Erläuterung fehlt – aber nur zu 20 verschiedenen Positionen zusammenge-

fasst. In der Bezugnahme auf die Rechnung Nr. 4006 ist kein Mehrwert erkenn-

bar.  

1.3.2. Auch in der Replik und Widerklageantwort der Klägerin (act. 35) wurde kei-

ne übersichtliche Darstellung der einzelnen Positionen gewählt. Stattdessen folgt 

sie augenscheinlich der Struktur der Klageantwort und Widerklage, indem sie auf 

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deren Randziffern Bezug nimmt. Eine klar erkennbare Unterteilung zwischen den 

Tatsachenbehauptungen zur Klage und jenen zur Widerklage erfolgt nicht. Auf-

grund der Systematik (der Aufbau folgt jenem der Klageantwort und Widerklage) 

handelt es sich bis und mit Seite 13 mutmasslich um die Widerklageantwort, ab 

Seite 14 um die Replik. Auch im Übrigen erfolgt keine Gliederung der Rechts-

schrift, beispielsweise nach der abgehandelten Thematik oder den geltend ge-

machten Ansprüchen. Tatsachenbehauptungen und Argumente zu einzelnen 

Themen sind vielmehr über die gesamten Rechtsschriften verstreut. Es finden 

sich auch immer wieder Tatsachenbehauptungen, die zwar mit dem Werkvertrag 

zusammenhängen, deren Relevanz für die vorliegenden Rechtsbegehren aber 

unklar bleibt, beispielsweise die Schilderung der Begehung auf den Seiten sechs 

bis acht (act. 35 S. 6 ff.).  

1.3.3. Die Klageantwort und Widerklage der Beklagten ist in die Abschnitte 

"III. Formelles", "IV. Bemerkungen zum Sachverhalt", "V. Materielles" und "Ad. 

II.3: Rechtliches" unterteilt (act. 12). Weitere Untertitel gibt es nicht. Gleich wie die 

Klägerin unterscheidet auch sie nicht zwischen dem Sachverhalt der Klage und 

jenem der Widerklage. Immerhin geht in der ersten Rechtsschrift aufgrund der 

Kennzeichnung der Aussagen mit "ad" noch hervor, dass die Beklagte unter dem 

Titel "Materielles" die Ausführungen der Klage beantwortet (vgl. act. 12 S. 17 ff.). 

In der Duplik und Widerklagereplik kann eine solche Unterscheidung nicht mehr 

abgeleitet werden, denn diese orientiert sich nur am Aufbau der Replik und Wi-

derklageantwort. Exemplarisch für deren fehlende Übersichtlichkeit steht die sug-

gerierte Unterteilung des (fast die gesamte Rechtsschrift einnehmenden) III. Teils 

"Zur Begründung" durch die Verwendung des Untertitels "A. Vorbemerkungen" 

auf Seite 4. Ein weiterer Untertitel der gleichen Stufe ("B") sucht man jedoch ver-

geblich. Gleich wie bei der Klägerin unterlässt es die Beklagte auch, ihre Tatsa-

chenbehauptungen den einzelnen (Wider)Klagebegehren zuzuordnen.  

1.3.4. Zusammengefasst lassen die Rechtsschriften beider Parteien – trotz ihres 

geringen Umfangs – grundlegende Anforderungen an Gestaltung und Aufbau 

vermissen. Teilweise sind sie derart unübersichtlich, dass deren Inhalt nicht mehr 

verständlich ist. Insoweit sich Tatsachenbehauptungen und Bestreitungen den 

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konkret zu beurteilenden Tatsachenelementen nicht zuordnen lassen, sind die 

Parteien ihrer Behauptungs- bzw. Bestreitungslast nicht rechtsgenügend nachge-

kommen. Dies gilt dort umso mehr, wo nicht einmal die Zuordnung einer Behaup-

tung zum zu beurteilenden Anspruch möglich ist. Überdies führt die mangelhafte 

Gliederung auch zu einer umständlichen Zitierweise der Parteibehauptungen.  

1.4. Widerklage, objektive Klagehäufung und teilweiser Widerklagerückzug 

Die beklagte Partei kann in der Klageantwort Widerklage erheben, wenn der gel-

tend gemachte Anspruch nach der gleichen Verfahrensart wie die Hauptklage zu 

beurteilen ist (Art. 224 Abs. 1 ZPO). Die Beklagte hat die Widerklage in der Kla-

geantwort und damit rechtzeitig erhoben. Die geltend gemachten Ansprüche sind 

ebenfalls im ordentlichen Verfahren zu behandeln. Auf die Widerklage ist somit 

grundsätzlich einzutreten. 

Mit den Rechtsbegehren Ziffer 2 und 3 der Widerklage vom 16. Oktober 2021 

klagt die Beklagte auf Ablösung von insgesamt 15 Bauhandwerkerpfandrechten. 

Dies ist nach Art. 90 ZPO zulässig. Insoweit die Beklagte die Rechtsbegehren Zif-

fer 2.5, 2.6 und 3.3 in der Widerklagereplik vom 29. September 2022 zurückzieht, 

ist das Verfahren als dadurch erledigt abzuschreiben (vgl. act. 39 S. 2 f.). 

1.5. Rechtsbegehren, Streitgegenstand 

1.5.1. Rechtliches  

1.5.1.1. Die Klage hat unter anderem das Rechtsbegehren und die Tatsachenbe-

hauptungen zu enthalten (Art. 221 Abs. 1 lit. b und lit. d ZPO). Zusammen bilden 

sie den Streitgegenstand, also das Prozessthema (BGE 143 III 254 E. 3.1; 139 III 

126 E. 3.2.3). Das Rechtsbegehren muss so bestimmt sein, dass es im Falle der 

Gutheissung der Klage unverändert zum Urteil erhoben werden kann (BGE 142 III 

102 E. 5.3.1; 137 III 617 E. 4.3). Die Gegenpartei muss wissen, gegen was sie 

sich verteidigen muss (Wahrung des rechtlichen Gehörs), und für das Gericht 

muss klar sein, was aufgrund des Dispositionsgrundsatzes Streitgegenstand ist 

(Urteil des BGer 4A_686/2014 vom 3. Juni 2015 E. 4.3.1; vgl auch Urteil des 

HGer des Kantons Zürich HG150130 vom 2. März 2017 E. 1.3 m.w.H.). Unklare 

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Rechtsbegehren sind nach Treu und Glauben und unter Berücksichtigung des 

Wortlauts des Begehrens und der Klagebegründung auszulegen. Bleibt es unklar 

oder unbestimmt, ist auf das Begehren nicht einzutreten (BGE 137 III 617 E. 6.2; 

Urteil des BGer 5A_1048 vom 4. Dezember 2018 E. 2.2). Die Darlegung des einer 

Klage zugrunde liegenden Tatsachenfundaments ist Aufgabe der Parteien (Art. 55 

Abs. 1 ZPO). 

1.5.1.2. Mit der Feststellungsklage verlangt die klagende Partei die gerichtliche 

Feststellung, dass ein Recht oder ein Rechtsverhältnis besteht oder nicht besteht 

(Art. 88 ZPO). Jede Feststellungsklage setzt ein Feststellungsinteresse voraus, 

welches von der klagenden Partei darzutun ist. Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung ist es namentlich dann gegeben, wenn die Rechtsbeziehungen 

der Parteien ungewiss sind und die Ungewissheit durch die richterliche Feststel-

lung behoben werden kann. Dabei genügt nicht jede Ungewissheit; erforderlich ist 

vielmehr, dass ihre Fortdauer der klagenden Partei nicht mehr zugemutet werden 

darf, weil sie sie in ihrer Bewegungsfreiheit behindert (statt vieler: Urteil des BGer 

4A_282/2020 vom 5. August 2020 E. 2.1 f.).  

1.5.1.3. Prozesshandlungen der Parteien sind im Allgemeinen bedingungsfeind-

lich. Eine Ausnahme besteht nur insoweit, als Tatsachen zu Bedingungen erho-

ben werden, deren Eintritt oder Nichteintritt sich im Verlauf des Verfahrens ohne 

weiteres ergibt, so dass durch die Bedingung keine Unklarheit entsteht. So kön-

nen Eventualbegehren gestellt werden für den Fall, dass ein Hauptbegehren nicht 

geschützt wird (BGE 134 III 332 E. 2.2). Es ist zwischen echten und unechten 

Eventualklagen zu entscheiden, je nachdem ob es für das Unterliegen mit dem 

Hauptbegehren oder für dessen Gutheissung erhoben wird (HUBER-LEHMANN, Tü-

cken der eventuellen Klagehäufung, in: AJP 2019, S. 900–912, S. 902).  

1.5.2. Rechtsbegehren Ziffer 2 der Klägerin 

1.5.2.1. Ausgehend vom Wortlaut und der Darstellung des Rechtsbegehrens 

scheint die Klägerin eine Leistungsklage (Rechtsbegehren Ziffer 1) mit einer Fest-

stellungsklage auf "Schadloshaltung" (Rechtsbegehren Ziffer 2) zu häufen. Aus 

der Begründung ergibt sich, dass die Klägerin mit ihrem Rechtsbegehren Ziffer 1 

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von der Beklagten zur vereinbarten globalen Pauschalsumme hinzukommende 

Mehrvergütungen fordert (vgl. act. 1 S. 4 Ziff. II.2.1.a und S. 17 Ziff. II.3.a,b). Was 

die Klägerin mit ihrem Rechtsbegehren Ziffer 2 will, ergibt sich aus den Rechts-

schriften nicht eindeutig.  

1.5.2.2. Die Klägerin macht einzig im rechtlichen Teil ihrer Klageschrift Ausfüh-

rungen, welche sich klar ihrem Rechtsbegehren Ziffer 2 zuordnen lassen. Diese 

sind letztlich nicht verständlich. Grundsätzlich scheint sie sich auf den Standpunkt 

zu stellen, dass dieselben Subunternehmen, die auch von ihr selbst zur Werker-

stellung beigezogen wurden, eigenständige Werkverträgen mit der Beklagten ab-

geschlossen hätten ("direkt «Werk-beauftragt»"), die Rechnungen über diese 

Mehrleistungen aber der Klägerin zugestellt hätten (act. 1 S. 17 Ziff. II.3.c; vgl. 

act. 35 S. 13 [Zu IV. Zu Rz. 10]). Im Tatsachenvortrag der Klägerin finden sich 

dagegen keine Behauptungen oder Ausführungen, die sich dem Rechtsbegehren 

Ziffer 2 zuordnen lassen würden. Der Grossteil der Tatsachenbehauptungen be-

findet sich unter dem Titel "2. Zu den einzelnen Positionen" auf den Seiten 4 bis 

16 (von insgesamt 19 Seiten). In diesen macht die Klägerin Ausführungen zu den 

Positionen der von ihr an die Beklagte gestellten Rechnung vom 13. März 2023, 

mit welcher sie die Vergütung von Mehrleistungen fordert (vgl. act. 1 S. 4 ff.). Aus-

führungen zu den ihr durch Subunternehmen fälschlicherweise gestellten Rech-

nungen und damit auch zur Zusammensetzung der dem Rechtsbegehren Ziffer 2 

zugrundeliegenden CHF 74'000.– fehlen dagegen vollständig. In der Replik wie-

derholt die Klägerin einzig die Behauptung, wonach die Beklagte eigene Werkver-

träge ohne Zustimmung der Klägerin geschlossen habe (act. 35 S. 5 [Zu IV. Zu 

Rz. 1b]). Weitere damit im Zusammenhang stehende Ausführungen macht sie 

nicht. Der mit dem Rechtsbegehren Ziffer 2 geltend gemachten Klage fehlt es 

damit an einem Tatsachenfundament. Zur Bestimmung des Streitgegenstandes 

müsste ein solches aber in zumindest rudimentärer Form vorhanden sein. Liegt 

einem Rechtsbegehren kein ersichtlicher Streitgegenstand zugrunde, kann jedoch 

kein Rechtsschutz gewährt werden. Auf das Rechtsbegehren Ziffer 2 der Klägerin 

ist daher nicht einzutreten. 

- 13 - 

1.5.3. Rechtsbegehren Ziffer 2 der Beklagten "zur Klage"  

1.5.3.1. Die Beklagte unterteilt ihr Rechtsbegehren in die beiden Kategorien "Zur 

Klage" und "Zur Widerklage". Unter dem Titel "Zur Klage" beantragt sie die voll-

umfängliche Abweisung der Klage (Ziffer 1) sowie die Feststellung, dass sie der 

Klägerin "nichts schulde" (Ziffer 2; act. 12 S. 2). Soweit die Beklagte damit nicht 

nur die Abweisung der mit Rechtsbegehren Ziffer 1 der Klägerin geltend gemach-

ten Mehrvergütungsansprüche verlangt, sondern auch die Feststellung, dass sie 

ihrer Pflicht zur Bezahlung des Werklohnes aus dem Werkvertrag vom 

4. September 2019 vollumfänglich nachgekommen sei (vgl. act. 12 S. 12 

Ziff. IV.8a), kommt dem Antrag eine über die Beantragung der Klageabweisung 

hinausgehende, eigenständige Bedeutung zu. Es handelt sich – trotz Platzierung 

unter dem Titel "zur Klage" – um eine negative Feststellungsklage, welche wider-

klageweise erhoben wird. Diese setzt ein Feststellungsinteresse voraus (siehe 

oben. E. 1.5.1.2).  

1.5.3.2. Die Beklagte äussert sich nur am Ende ihrer ersten Rechtsschrift zu ih-

rem Feststellungsinteresse. Sie zählt zunächst mehrere Ansprüche auf, welche 

ihr gegenüber der Beklagten zukämen und schliesst daraus, dass kein Raum für 

die von der Klägerin geforderten Zusatzentschädigungen bestehe und die Beklag-

te stattdessen ein Interesse an der Feststellung habe, dass sie der Klägerin nichts 

schulde (act. 12 S. 29 Ziff. Ad. II.3.2.c ff.). Die Beklagte führt konkret aus, dass 

sich der Wert der Werkleistungen aufgrund nicht fertiggestellter Teile des Baupro-

jekts reduziere, die Klägerin für die Überschreitung der vertraglich vorgesehenen 

Frist für die Werkausführung hafte und aufgrund von Mängeln ein Minderwert vom 

Werklohn abzuziehen sei. Überdies habe die Beklagte der Klägerin 

CHF 37'976.81 zu viel an Werklohn überwiesen und offene Forderungen von 

Subunternehmern in der Höhe von CHF 53'322.00 direkt bezahlt. Ferner sei die 

Klägerin ihrer vertraglich vereinbarten Pflicht zur Ablösung von Bauhandwerker-

pfandrechten nicht nachgekommen (act. 12 S. 29 Ziff. Ad. II.3.2.c ff.). Mit diesen 

Ausführungen ist aber weder dargetan, inwiefern eine – über den Inhalt der Klage 

hinausgehende – durch die Klägerin verursachte Ungewissheit in der Rechtsbe-

ziehung der Parteien vorliegen würde, noch dass deren Fortbestand der Beklag-

- 14 - 

ten nicht zuzumuten wäre. Es gibt zudem keine Anhaltspunkte, dass die Beklagte 

von einer Teilklage seitens der Klägerin ausgeht und ihre Feststellungsklage in 

Reaktion darauf erheben würde. Damit ist kein Interesse der Beklagten an der 

Feststellung ersichtlich, dass sie ihrer Pflicht zu Bezahlung des Werklohnes be-

reits nachgekommen ist. Auf das Rechtsbegehren Ziffer 2 der Beklagten "zur Kla-

ge" ist nicht einzutreten. 

1.5.4. Rechtsbegehren Ziffer 1.a) der Beklagten "zur Widerklage"  

Sowohl mit ihrem Rechtsbegehren 1.a) der Widerklage vom 16. Oktober 2021 wie 

auch mit ihrem Rechtsbegehren 1.a) der Widerklagereplik vom 29. September 

2022 erhebt die anwaltlich vertretene Beklagte eine Gestaltungsklage ("Es sei ein 

[…] Betrag […] als Minderlohn vom Werklohn der Widerbeklagten abzuziehen."; 

act. 12 S. 2; act. 39 S. 2). Aus dem Rechtsbegehren selbst und aus der Begrün-

dung ergibt sich, dass die Beklagte damit die Minderung des Werklohnes im Sin-

ne von Art. 368 Abs. 2 OR verlangt (act. 12 S. 30 Ziff. Ad. II.3. 2.i). Bei der Minde-

rung handelt es sich um ein Gestaltungsrecht, welches durch Willenserklärung 

des Bestellers auszuüben ist, und nicht um ein Gestaltungsklagerecht (GAUCH, 

Der Werkvertrag, 6. Aufl. 2019, N 1621). Demnach kann keine Gestaltungsklage 

im Sinne von Art. 87 ZPO erhoben werden. Auf das Rechtsbegehren 1.a) der Wi-

derklage ist nicht einzutreten.  

1.5.5. Rechtsbegehren Ziffer 1.b) der Beklagten "zur Widerklage" 

1.5.5.1. Die Beklagte verlangt mit ihrem Rechtsbegehren Ziffer 1.b) "zur Wider-

klage" die Verpflichtung der Klägerin, ihr einen Geldbetrag zurückzubezahlen, er-

hebt also eine Leistungsklage. Nachdem sie den geforderten Geldbetrag in der 

Widerklage noch nicht bestimmte, bezifferte sie ihn mit der Widerklagereplik auf 

CHF 115'865.– inkl. MWST von 7.7 % (act. 12 S. 2; act. 39 S. 2). Ausgehend vom 

Wortlaut scheint es sich um ein Eventualbegehren zu handeln ("Eventualiter sei 

[…]"). Die Bezeichnung als Rechtsbegehren Ziffer 1.b) legt zudem einen Zusam-

menhang zu dem die Minderung der Werklohnforderung betreffenden Rechtsbe-

gehren Ziffer 1.a) nahe. Welcher Art dieser Zusammenhang ist – ob es also für 

den Fall der Abweisung oder der Gutheissung des Rechtsbegehrens Ziffer 1.a) 

- 15 - 

gestellt wird – geht weder aus der Darstellung noch aus den beklagtischen Aus-

führungen hervor. Ein eindeutiges Ergebnis ergibt auch die genauere Betrachtung 

des der Klage zugrunde liegenden Tatsachenfundaments nicht. Aus diesem lässt 

sich zwar ableiten, dass das Begehren die Vergütung gemäss Werkvertrag vom 

4. September 2019 betrifft. Als Grund für eine Rückzahlung eines Teils der globa-

len Pauschalsumme kommen sämtliche von der Beklagten angesprochenen An-

sprüche in Frage (siehe oben E. 1.5.3.2 und act. 12 S. 29 f. Ziff. Ad.II.3.2). Sollte 

die Beklagte das Rechtsbegehren in Zusammenhang mit der Werklohnminderung 

aufgrund von Mängeln gestellt haben, würde es sich um ein unechtes Eventual-

begehren handeln, welches für den Fall gestellt wurde, dass der Werklohn ent-

sprechend dem Rechtsbegehren Ziffer 1.a) gemindert würde (zur Unzulässigkeit 

eines solches Rechtsbegehrens siehe oben E. 1.5.4). Sollte die Klägerin hinge-

gen die weiteren Ansprüche geltend machen, käme sowohl ein echtes wie auch 

ein unechtes Eventualbegehren in Frage.  

1.5.5.2. Gegen das Vorliegen eines Eventualbegehrens spricht die Ausführung 

der Beklagten, dass sie das Eventualbegehren für den Fall stelle, "dass sich im 

Laufe des vorliegenden Verfahrens herausstellen sollte, dass die Beklagte der 

Klägerin letztlich bereits zu viel überwiesen haben sollte" (act. 12 S. 30 

Ziff. Ad. II.3.2.i). Dies erweckt Zweifel, ob das Rechtsbegehren Ziffer 1.b) über-

haupt vom Rechtsbegehren Ziffer 1.a) abhängig sein soll. Die Formulierung legt 

nahe, dass die Beklagte ihr Rechtsbegehren Ziffer 1.b) nicht vom Entscheid über 

das Rechtsbegehrens Ziff. 1.a abhängig machen wollte, sondern von der gericht-

lichen Sachverhaltsfeststellung und rechtlichen Würdigung. Die Erhebung einer 

Klage kann aber nicht von der Bedingung abhängig gemacht werden, ob ein Ge-

richt zu Schluss kommt, dass eine Partei der anderen "zu viel überwiesen" hat.  

1.5.5.3. Letztlich bleibt unklar, ob es sich beim Rechtsbegehren Ziffer 1.b) der Be-

klagten "Zur Widerklage" überhaupt um ein Eventualbegehren handelt und falls ja, 

ob dieses für den Fall der Gutheissung oder Abweisung des Rechtsbegehrens Zif-

fer 1.a) gestellt wurde. Dies kann aber nicht in das Belieben des Gerichts gestellt 

werden, sondern wäre von der Rechtsschutz beanspruchenden Partei darzule-

- 16 - 

gen. Vorliegend unterliess die Beklagte dies. Auf das Rechtsbegehren Ziffer 1.b) 

der Beklagten "zur Widerklage" ist nicht einzutreten. 

1.6. Streitverkündung/Nebenintervention 

Die Beklagte hat – wie in der Prozessgeschichte bereits erwähnt wurde – diver-

sen Dritten den Streit verkündet, was entsprechend vorgemerkt worden ist. Einzig 

die C1._____ AG (aktuell die C1._____ AG in Liquidation) erklärte, sich als Nebe-

nintervenientin am vorliegenden Verfahren beteiligen zu wollen (act. 27). Die übri-

gen Streitberufenen liessen sich nicht vernehmen oder erklärten, sich nicht am 

vorliegenden Verfahren beteiligen zu wollen (act. 24; act. 29). Der Prozess wurde 

entsprechend Art. 79 Abs. 2 ZPO ohne Rücksicht auf Letztere fortgesetzt. 

Die Nebenintervenientin liess sich im vorliegenden Verfahren abgesehen von ih-

rer Teilnahmeerklärung sowie der Teilnahme an der Vergleichsverhandlung nicht 

vernehmen. Mit Anzeige vom 19. Mai 2023 wurde dem hiesigen Gericht die Kon-

kurseröffnung über die Nebenintervenientin per 9. Mai 2023 angezeigt (act. 55). 

Da die Nebenintervenientin keine Partei des vorliegenden Verfahrens ist, erübrigt 

sich eine Einstellung des Verfahrens nach Art. 207 Abs. 1 SchKG.  

1.7. Eingaben nach Aktenschluss 

1.7.1. Beide Parteien haben nach Abschluss des ordentlichen, zweifachen Schrif-

tenwechsels und damit nach Eintritt des Aktenschlusses (vgl. Art. 229 ZPO) je ei-

ne weitere unaufgeforderte Eingabe eingereicht (act. 49; act. 52). Aufgrund des 

unbedingten Replikrechts steht den Parteien zwar das Recht zu, sich zu jeder 

Eingabe der Gegenpartei nochmals zu äussern. Allerdings führt das unbedingte 

Replikrecht nicht dazu, dass auch Noven nochmals unbeschränkt vorgebracht 

werden können, sondern diesbezüglich gelten ebenfalls die Voraussetzungen von 

Art. 229 Abs. 1 ZPO. Dabei obliegt es der Partei, die ein Novenrecht beansprucht, 

im Einzelnen darzutun, dass bzw. inwiefern die entsprechenden Voraussetzungen 

erfüllt sind (Urteil des HGer des Kantons Zürich HG190089 vom 3. Mai 2021 

E. 2.2). Dieser prozessualen Obliegenheit kommen beide Parteien nicht nach. Die 

- 17 - 

von ihnen vorgebrachten Noven sind im Übrigen aber auch nicht entscheidrele-

vant.  

1.8. Übrige Prozessvoraussetzungen 

Die übrigen Prozessvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf 

die Klage und die Widerklage ist – insoweit nicht bereits auf ein Nichteintreten ge-

schlossen wurde – einzutreten. Auf die Parteibehauptungen wird nachfolgend so-

weit für die Entscheidfindung notwendig eingegangen.  

2. Zivilprozessuale Grundsätze 

2.1. Nach Art. 55 Abs. 1 ZPO haben unter der Geltung des Verhandlungs-

grundsatzes die Parteien dem Gericht die Tatsachen darzulegen, auf die sie ihre 

Begehren stützen, und die Beweismittel anzugeben.  Eine Tatsachenbehauptung 

hat nicht alle Einzelheiten zu enthalten. Es genügt, wenn die Tatsachen, die unter 

die das Begehren stützenden Normen zu subsumieren sind, in einer den Ge-

wohnheiten des Lebens entsprechenden Weise in ihren wesentlichen Zügen oder 

Umrissen behauptet werden. Immerhin muss die Tatsachenbehauptung so konk-

ret formuliert sein, dass ein substantiiertes Bestreiten möglich ist oder der Gegen-

beweis angetreten werden kann. Behauptungen sind hinreichend, wenn sie unter 

der Annahme, sie seien bewiesen, einen Sachverhalt ergeben, den das Gericht 

den entsprechenden Gesetzesnormen zuordnen und gestützt darauf die Forde-

rung zusprechen kann. Ein solchermassen vollständiger Tatsachenvortrag wird 

als schlüssig bezeichnet, da er bei Unterstellung, er sei wahr, den Schluss auf die 

anbegehrte Rechtsfolge zulässt (statt vieler: Urteil des BGer 4A_601/2020 vom 

11. Mai 2021 E. 4.1). Ein schlüssiger Tatsachenvortrag setzt damit Vollständigkeit 

und Widerspruchsfreiheit der Behauptungen voraus (HURNI, in: HAUSHEER/WALTER 

[Hrsg.], Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Bd. 1 Art. 1–

149, N 20 zu Art. 55).  

2.2. Nur soweit der Prozessgegner den schlüssigen Tatsachenvortrag der be-

hauptungsbelasteten Partei bestreitet, greift eine über die Behauptungslast hin-

ausgehende Substanziierungslast. Die Vorbringen sind diesfalls nicht nur in den 

https://app.legalis.ch/legalis/document-view.seam?documentId=m5pxu4dpl5yf6ylsorptkni

- 18 - 

Grundzügen, sondern in Einzeltatsachen zergliedert so umfassend und klar dar-

zulegen, dass darüber Beweis abgenommen oder dagegen der Gegenbeweis an-

getreten werden kann. Bestreitungen sind so konkret zu halten, dass sich be-

stimmen lässt, welche einzelnen Behauptungen des Klägers damit bestritten wer-

den; die Bestreitung muss ihrem Zweck entsprechend so konkret sein, dass die 

Gegenpartei weiss, welche einzelne Tatsachenbehauptung sie beweisen muss 

(Urteil des BGer 4A_377/2021 vom 29. Juni 2022 E. 3.1).  

2.3. Der Behauptungs- und Substanziierungslast ist im Prinzip in den Rechts-

schriften nachzukommen. Der blosse pauschale Verweis auf Beilagen genügt in 

aller Regel nicht. Eine Ausnahme davon kann gemacht werden, wenn die Über-

nahme der Informationen einer Beilage in die Rechtsschrift einen blossen Leerlauf 

darstellen würde. Ein Verweis auf die Akten darf aber nicht dazu führen, dass die 

Gegenpartei und das Gericht die Tatsachen aus der Beilage selbst zusammensu-

chen müssen. Daher genügt es nicht, dass in den Beilagen die verlangten Infor-

mationen in irgendeiner Form vorhanden sind. Es muss auch ein problemloser 

Zugriff darauf gewährleistet sein, und es darf kein Interpretationsspielraum ent-

stehen. Der entsprechende Verweis in der Rechtsschrift muss spezifisch ein be-

stimmtes Aktenstück nennen und aus dem Verweis muss selbst klar werden, wel-

che Teile des Aktenstücks als Parteibehauptung gelten sollen. Ein problemloser 

Zugriff ist gewährleistet, wenn eine Beilage selbsterklärend ist und genau die ver-

langten (beziehungsweise in der Rechtsschrift bezeichneten) Informationen ent-

hält. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, kann ein Verweis nur genügen, 

wenn die Beilage in der Rechtsschrift derart konkretisiert und erläutert wird, dass 

die Informationen ohne weiteres zugänglich werden und nicht interpretiert und zu-

sammengesucht werden müssen (Urteil des BGer 4A_377/2021 vom 29. Juni 

2022 E. 3.2; Urteil des Handelsgericht des Kantons Zürich HG200047 vom 

15. Dezember 2022 E. 2.3.4.17).   

2.4. Ist das Vorbringen einer Partei unklar, widersprüchlich, unbestimmt oder 

offensichtlich unvollständig, so gibt ihr das Gericht durch entsprechende Fragen 

Gelegenheit zur Klarstellung und zur Ergänzung (Art. 56 ZPO). Nach der Ver-

handlungsmaxime tragen aber grundsätzlich die Parteien die Verantwortung für 

- 19 - 

die Beibringung des Tatsachenfundaments. Der Zweckgedanke der allgemeinen 

gerichtlichen Fragepflicht nach Art. 56 ZPO besteht darin, dass eine Partei nicht 

wegen Unbeholfenheit ihres Rechts verlustig gehen soll, indem das Gericht bei 

klaren Mängeln der Parteivorbringen helfend eingreifen soll. Die Ausübung der 

gerichtlichen Fragepflicht darf keine Partei einseitig bevorzugen und nicht zu einer 

Verletzung des Grundsatzes der Gleichbehandlung der Parteien führen. Vor allem 

dient die gerichtliche Fragepflicht nicht dazu, prozessuale Nachlässigkeiten der 

Parteien auszugleichen. Wie weit das Gericht eingreifen soll, hängt von den Um-

ständen des Einzelfalls ab, namentlich von der Unbeholfenheit der betroffenen 

Partei. Bei anwaltlich vertretenen Parteien hat die richterliche Fragepflicht nur ei-

ne sehr eingeschränkte Tragweite (statt vieler BGer 4A_601/2020 vom 11. Mai 

2021 E. 4.3.2 m.w.H.).  

3. Mehrvergütung für Zusatzleistungen (Rechtsbegehren Ziffer 1 der Klägerin) 

3.1. Unbestrittener Sachverhalt 

3.1.1. Die Parteien stimmen darin überein, dass die zu erbringenden Werkleistun-

gen in Ziffer 3.a) des Werkvertrages geregelt sind. Zusammengefasst hatte die 

Klägerin Planungs- und Baumeisterarbeiten zu besorgen, um die Lieferung und 

Montage der Industriehalle besorgt zu sein sowie innere Ausbauarbeiten und 

Umgebungsarbeiten gemäss Planung und Baubeschrieb auszuführen. Relevanter 

Baubeschrieb ist jener vom 23. August 2019 (act. 12 S. 9 Ziff. IV.2; act. 35 S. 5 

Ziff. III. [Zu IV. Zu Rz. 2]; act. 39 S. 8 f. Ziff. III.A.4 und S. 25 Ziff. III.A.23, 23a; 

vgl. act. 3/1 S. 2; act. 13/10). Die Parteien sind sich überdies einig, dass sämtliche 

Änderungen der Werkleistungen entsprechend Ziffer 4.d) des Werkvertrages nur 

nach vorgängiger schriftlicher Zustimmung beider Parteien durchgeführt werden 

(act. 12 S. 17 Ziff. V Rz.1; act. 35 S. 14 Ziff. III [Zu V. Zu Rz. 1]; act. 39 S. 27 

Ziff. III.A.23.d, 24). Keine der Parteien behauptet, dass sie SIA-Normen in den 

Vertrag übernommen hätten.  

3.1.2. Die Parteien vereinbarten als Vergütung eine "globale Pauschalsumme" in 

der Höhe von CHF 2'720'207.25 (act. 1 S. 17 Ziff. II.3.b; act. 12 S. 12 f. 

Ziff. IV.8.a; act. 39 S. 26 Ziff. III.A.23 f). Die Parteien sind sich – abgesehen von 

- 20 - 

zwei von der Klägerin behaupteten Ausnahmen – einig, dass damit sämtliche 

Leistungen gemäss Baubeschrieb sowie die Kosten für die Bau- und Projektlei-

tung abgegolten werden sollten (act. 35 S. 19 f. [Zu V. Zu Rz. 6]; act. 39 S. 26 

Ziff. III.A.23f). Die genaue rechtliche Einordnung der globalen Pauschalsumme 

kann vorliegend offen bleiben. Es handelt sich jedenfalls um einen festen Preis 

(siehe unten E. 3.3.1). 

3.2. Streitpunkte  

3.2.1. Die Klägerin macht geltend, aus verschiedenen Gründen einen Anspruch 

auf Mehrvergütungen gegenüber der vertraglich vereinbarten globalen Pauschal-

summe zu haben. Einerseits seien Aufwendungen für Auflagen durch die Behör-

den sowie Aufwendungen für Unvorhergesehenes nicht in der vereinbarten globa-

len Pauschalsumme inbegriffen, sondern nach Ziff. 16 d) des Werkvertrages ge-

sondert abzurechnen (act. 1 S. 17 Ziff. II.3.b; act. 35 S. 19 f. [Zu V. Zu Rz. 6]). 

Andererseits führt die Klägerin aus, dass Mehrkosten "[…] nicht Bestandteil des 

Werkvertrages oder nur in kleinerem Umfang oder gar explizit davon ausge-

schlossen, jedoch vom Besteller und Beklagten verursacht worden [seien], ohne 

jedoch den Unternehmer Vorschläge zu unterbreiten. Infolgedessen sind diese 

Mehrkosten erst recht vom Besteller zu vergüten, selbst wenn er wegen dieses 

Vorgehens einen Verstoss gegen 4.d) des Werkvertrags begeht". (act. 1 S. 4 

Ziff. II.2.1.a uns S. 17 Ziff. II.3.a). Was sie damit meint, ergibt sich nicht ohne Wei-

teres. Darauf ist in der nachfolgenden Vorbemerkung einzugehen (siehe E. 3.4.1). 

3.2.2. Die Beklagte ist dagegen der Ansicht, dass sie die Klägerin bereits voll-

ständig bezahlt habe (act. 12 S. 12 Ziff. IV.6, 8.a). Sie stellt zwar nicht in Abrede, 

dass sie die Klägerin für einen Mehraufwand gestützt auf schriftlich vereinbarte 

Änderungen der Werkleistungen zu entschädigen hätte. Sie bestreitet aber einer-

seits, dass die Parteien jegliche Änderungen von Werkleistungen vereinbart hät-

ten und andererseits, dass der Klägerin überhaupt ein zu entschädigender Mehr-

aufwand angefallen sei (act. 12 S. 19 Ziff. V.4.; act. 39 S. 10 Ziff. III.A.5). Die Klä-

gerin habe das Bauprojekt vielmehr eigenmächtig und ohne schriftliches Einver-

ständnis der Beklagten abgeändert (act. 12 S. 12 Ziff. IV.6). Zugleich macht die 

Beklagte geltend, dass die Klägerin ihren Substantiierungsanforderungen nicht 

- 21 - 

nachgekommen sei, da sie nicht darlege, wie sich der geltend gemachte Aufwand 

konkret zusammensetze, welche Tätigkeiten damit abgegolten werden sollen und 

wieviel Zeit sie bzw. die Subunternehmer für welche Tätigkeit verwendet haben 

sollen (act. 12 S. 20 Ziff. V.6).  

3.2.3. Anzumerken bleibt noch, dass die Klägerin in zwei Sätzen der Klage Mehr-

kosten in unbekannter Höhe aus dem Beizug schweizerischer Subunternehmer 

im Lockdown im Frühling 2020 für Arbeiten ableitet, welche eigentlich teilweise 

von nichtschweizerischen Baufirmen hätten durchgeführt werden sollen (act. 1 

S. 4 Ziff. II.1). Weitere Ausführungen dazu, insbesondere eine Bezifferung der 

Mehrkosten, erfolgen nicht. Dass die Klägerin gestützt darauf einen konkreten 

Anspruch geltend machen will, lässt sich aus ihren Rechtsschriften mithin nicht 

schliessen. 

3.3. Rechtliches 

3.3.1. Soweit die Parteien – wie vorliegend – feste Preise (Pauschal-, Global- 

und/oder Einheitspreise) vereinbart haben, ist der Unternehmer prinzipiell ver-

pflichtet, das übernommene Werk gegen Bezahlung der vereinbarten Vergütung 

herzustellen. Die Bindung an vereinbarte Festpreise ist jedoch nicht absolut, son-

dern kennt gesetzliche und vertraglich vereinbarte Ausnahmen (SCHUMA-

CHER/KÖNIG, Die Vergütung im Bauwerkvertrag, 2. Aufl. 2017, Rz. 322 ff.; GAUCH, 

a.a.O. N 904 ff.) . Damit überhaupt eine Forderung auf Mehrvergütung entstehen 

kann, bedarf es einer Anspruchsgrundlage (SCHUMACHER/KÖNIG, a.a.O. Rz. 325). 

Für seinen Mehrvergütungsanspruch, und damit auch für den Mehraufwand, ist 

der Unternehmer beweispflichtig im Sinne von Art. 8 ZGB, was bedeutet, dass er 

(i) die Existenz und den Umfang des Mehraufwandes zu beweisen hat, (ii) dass 

die Ursache in den Risikobereich des Bauherrn fällt und dass der geltend ge-

machte Mehraufwand nicht zum ursprünglich vereinbarten Leistungsinhalt gehört 

sowie (iii) den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen Ursache und Folgen 

(SCHUMACHER/KÖNIG, a.a.O., Rz. 624 ff.). 

3.3.2. Ein Mehrvergütungsanspruch kann insbesondere bei einer Bestellungsän-

derung begründet sein (vgl. zum Ganzen SCHUMACHER/KÖNIG, a.a.O., Rz. 337 ff.). 

- 22 - 

Wird der vertragliche Leistungsinhalt durch rechtsgeschäftliche oder einseitige 

Bestellungsänderung modifiziert, hat der Unternehmer grundsätzlich Anspruch auf 

eine angemessene Mehrvergütung, falls ihm infolge der Projektänderung Mehr-

aufwand anfällt. Der bei Vertragsschluss ausgehandelte Pauschalpreis ist nur für 

das in diesem Zeitpunkt vorgesehene Werk massgebend, ohne von der Bestelle-

rin genehmigte qualitative und quantitative Änderungen. Dabei trägt der Unter-

nehmer die Beweislast dafür, welche Leistungen zum Pauschalpreis zu erbringen 

sind und welche Leistungen Mehraufwand darstellen, die Anspruch auf Mehrver-

gütung geben (Urteil des BGer 4A_35/2021 vom 15. November 2022 E. 3.1.1.). 

Auf die Vergütung unbestellter Leistungen hat der Unternehmen hingegen keinen 

Anspruch (GAUCH, a.a.O., N 1310 ff.). Untersteht die konsensuale Bestellungsän-

derung einer vertraglichen Formvorschrift, weil die Parteien hierfür eine besonde-

re Form vorbehalten haben, so wird nach Massgabe des Art. 16 Abs. 1 OR (wi-

derlegbar) vermutet, dass die Parteien bei Nichterfüllung der Form keine Ände-

rung vereinbaren wollten. Insbesondere gelten Zusatzleistungen nicht schon des-

halb als stillschweigend vereinbart, weil sie für die Ausführung des Werkes erfor-

derlich waren (GAUCH, a.a.O. N 770 f.). 

3.3.3. SCHUMACHER/KÖNIG führen nebst der Bestellungsänderung noch weitere 

Anspruchsgrundlagen an, welche den Unternehmer zu einer Mehrvergütung be-

rechtigten. Hierzu gehören Mehraufwand verursacht durch mangelhafte Mitwir-

kungshandlungen oder mangelhafte Angaben der Bauherrin, Beeinträchtigungen 

des entstehenden Bauwerkes durch die Bauherrin, Zahlungsverzug der Bauherrin 

und natürlich individuell vereinbarte Mehrvergütungsklauseln (SCHUMA-

CHER/KÖNIG, a.a.O., Rz. 332 ff.).  

3.4. Subsumtion 

3.4.1. Vorbemerkung zur Anspruchsgrundlage/Schlüssigkeit des Tatsachenvor-

trags 

3.4.1.1. Vorliegend ist der Tatsachenvortrag der Klägerin zu jenen Mehrvergü-

tungsansprüchen genauer zu betrachten, welche nicht Aufwendungen für Aufla-

gen durch die Behörden oder Aufwendungen für Unvorhergesehenes betreffen. In 

- 23 - 

Bezug auf diese Mehrkosten behauptet die Klägerin wie erwähnt, dass sie "[…] 

nicht Bestandteil des Werkvertrages oder nur in kleinerem Umfang oder gar expli-

zit davon ausgeschlossen, jedoch vom Besteller und Beklagten verursacht wor-

den [sind], ohne jedoch den Unternehmer Vorschläge zu unterbreiten. Infolgedes-

sen sind diese Mehrkosten erst recht vom Besteller zu vergüten, selbst wenn er 

wegen dieses Vorgehens einen Verstoss gegen 4.d) des Werkvertrags begeht". 

(act. 1 S. 4 Ziff. II.2.1.a und S. 17 Ziff. II.3.a). Eine klare Behauptung, gestützt auf 

welche (gesetzliche oder vertragliche) Anspruchsgrundlage die Klägerin einen 

Entschädigungsanspruch geltend macht, ergibt sich daraus nicht. 

3.4.1.2. Naheliegend erscheint das Vorliegen von Bestellungsänderungen. Die 

Klägerin behauptet denn auch in Bezug auf eine Vielzahl der Mehrleistungen, 

dass diese "auf Wunsch der Beklagten" erbracht worden seien (act. 1 S. 8 ff.; vgl. 

dazu die nachfolgenden Ausführungen zu den einzelnen Positionen). Dies könnte 

sowohl einseitige wie auch konsensuale Bestellungsänderungen indizieren. In 

Bezug auf erstere Möglichkeit behauptet die Klägerin aber nicht, dass der Beklag-

ten ein Recht zur einseitigen Bestellungsänderung zukommen würde, obwohl ein 

solches vertraglich zu vereinbaren wäre. Sie weist einzig auf Ziffer 4.a) des Werk-

vertrages hin, wonach der Besteller dem Unternehmer jederzeit Änderungen der 

Werkleistungen vorschlagen könne und allfällige Mehrkosten vom Besteller zu 

vergüten seien (act. 1 S. 17 Ziff. II.3.a; act. 35 S. 14 [Zu V. Zu Rz. 1]). Ob die Klä-

gerin daraus ein Recht der Beklagten zur einseitigen Bestellungsänderung herlei-

tet und ihre Mehrvergütungsansprüche damit begründet, führt sie aber nicht aus. 

Dagegen spricht, dass sie – übereinstimmend mit den Ausführungen der Beklag-

ten – davon ausgeht, dass Änderungen der Werkleistungen nur nach schriftlicher 

Zustimmung beider Parteien möglich seien (act. 35 S. 14 [Zu. V Zu Rz. 1] und 

S. 30 [Zu V. Zu Rz. 28 und 29]). Dies schliesst die widerspruchsfreie Behauptung 

eines einseitigen Rechts der Beklagten zur Bestellungsänderung aus. Die weite-

ren Ausführungen der Klägerin legen nahe, dass sie auch keine konsensuale Be-

stellungsänderung als Anspruchsgrundlage betrachtet. So führt sie aus, dass die 

Parteien keine schriftlichen Änderungen des Werkvertrages vereinbart hätten und 

die Klägerin den Mehrleistungen nicht schriftlich zugestimmt bzw. diese nicht ge-

nehmigt hätte (act. 1 S. 17 Ziff. II.3.a ; act. 35 S. 19 [Zu V. Zu Rz. 6] und S. 17 [Zu 

- 24 - 

V. Zu Rz. 4]). Stimmig damit ist, dass in ihrem Tatsachenvortrag jegliche Behaup-

tungen zu einem (konkludenten) Verzicht auf das gemäss übereinstimmenden 

Parteibehauptungen vereinbarte Schriftlichkeitserfordernis fehlen. Nicht zur Klä-

rung trägt bei, dass die Klägerin sich an anderer Stelle dennoch zu den finanziel-

len Folgen einer Bestellungsänderung äussert. Ihre diesbezüglichen Vorbringen 

sind allerdings widersprüchlich: Während sie an einer Stelle eine Vergütungs-

pflicht der Beklagten bei konsensualen Bestellungsänderungen ableitet, geht sie 

an anderer Stelle davon aus, dass dann sie selbst die entsprechenden Mehrkos-

ten zu tragen habe (act. 35 S. 14 [Zu. V. Zu Rz. 1]; act. 35 S. 15 [Zu V. Zu Rz. 2]). 

Zusammengefasst kann aus den allgemeinen Vorbringen der Klägerin kein Mehr-

vergütungsanspruch aufgrund von Bestellungsänderungen hergeleitet werden. 

3.4.1.3. Aus ihren Ausführungen lässt sich aber auch nicht auf eine andere An-

spruchsgrundlage schliessen (siehe oben E. 3.3.3). Vielmehr scheint die Klägerin 

ihre Mehrvergütungsansprüche – zumindest teilweise – damit begründen zu wol-

len, dass die Beklagte eigenständige Werkverträge mit den gleichen Subunter-

nehmern abschloss, welche auch die Klägerin zur Vertragsausführung beigezo-

gen hatte. (act. 1 S. 17 f. Ziff. II.3.c,d); act. 35 S. 13 [Zu IV. Zu Rz. 10] und S. 17 

[Zu V. Zu Rz. 4]). Entsprechendes behauptet die Klägerin auch im Rahmen der 

Ausführungen zum widerklageweise geltend gemachten Anspruch auf Ablösung 

der Bauhandwerkerpfandrechte, nämlich dass die Beklagte "in Eigenregie und 

ohne schriftliche Zustimmung der Kl[ägerin] Werkverträge an Subunternehmer 

vergeben" habe (act. 35 S. 13 [Zu IV. Zu Rz. 10]). Die Klägerin führt diesbezüglich 

aus, dass die Beklagte die Leistungen zu bezahlen habe, welche sie allein in Auf-

trag gegeben habe (act. 35 S. 30 [Zu V. Zu Rz. 27]) und die Klägerin die Subun-

ternehmer "in Vorleistung" bezahlt habe (act. 35 S. 11 [Zu IV. Zu Rz. 6]). Gestützt 

auf welche Anspruchsgrundlage sie aus einem Vertragsschluss zwischen der Be-

klagten und Dritten eine Mehrvergütung an sich selbst geltend machen will, legt 

sie aber nicht dar. Die Klägerin behauptet weder die Voraussetzungen einer Le-

galzession, einer Abtretung der Gläubigerrechte durch die Subunternehmer noch 

eine entsprechende vertragliche Vereinbarung. Auch den Eintritt eines Schadens 

behauptet sie nicht (vgl. Art. 97 bzw. 41 ff. OR). Die allgemeinen klägerischen 

- 25 - 

Ausführungen zu ihren Mehrvergütungsansprüchen sind daher als nicht schlüssig 

zu beurteilen. 

3.4.1.4. Die Klägerin macht in ihren Rechtsschriften – soweit aus dem Aufbau er-

sichtlich, denn eine diesbezügliche Erläuterung fehlt – 20 verschiedene Positio-

nen sowie die Aufrechnung eines Skontoabzuges geltend (act. 1 S. 5 ff.; act. 35 

S. 14 ff.). Die Klägerin führt nicht aus, ob sich die soeben behandelten allgemei-

nen Ausführungen auf sämtliche oder nur einzelne dieser Positionen beziehen. 

Nicht ausgeschlossen werden kann sodann, dass sich diese auf die mit dem 

Rechtsbegehren Ziffer 2 geltend gemachte und vorliegend nicht mehr relevante 

Feststellungsklage beziehen. Folglich kann aus diesen allgemeinen Ausführungen 

nicht geschlossen werden, in Bezug auf welche Mehrvergütungsansprüche die 

Klägerin von welcher Anspruchsgrundlage ausgeht. Entsprechend ist im Folgen-

den jeweils auf die einzelnen Positionen einzugehen, wobei bei Bedarf auf die 

soeben gemachten Ausführungen verwiesen wird.  

3.4.2. Vorbemerkung zu den Behauptungs- und Substantiierungsanforderungen  

Bereits an der jetzigen Stelle ist festzuhalten, dass die von der Klägerin häufig 

verwendete Wendung, eine Mehrleistung sei "auf Wunsch der Beklagten" erfolgt, 

zu unbestimmt bzw. mehrdeutig ist, um ohne weitere Ausführungen als Behaup-

tung einer (einseitigen oder konsensualen) Bestellungsänderung zu genügen. 

Ferner begründet die Klägerin den von ihr geltend gemachten Mehraufwand in 

der Regel einzig durch einen Verweis auf den ihr vom entsprechenden Subunter-

nehmen in Rechnung gestellten Betrag. Dies genügt für sich nicht als Behauptung 

eines Mehraufwandes. Spätestens nach der Bestreitung durch die Beklagte wäre 

die Klägerin zudem gehalten gewesen, ausführlich darzulegen, aus welchen Ar-

beiten sich der Mehraufwand zusammensetzt. Auch der Ausführungszeitpunkt 

und der Umfang der Teilarbeiten wäre zu nennen gewesen, so dass darüber der 

Beweis hätte abgenommen werden können. Dieser Behauptungs- und Substanti-

ierungsobliegenheit hätte sie grundsätzlich in den Rechtsschriften selbst nachzu-

kommen (siehe oben E. 2.3). Soweit sie dies nicht tut, sind die entsprechenden 

Behauptungen mangels ausreichender Behauptung bzw. – sofern bestrittenen – 

mangels Substantiierung nicht zu berücksichtigen.  

- 26 - 

3.4.3. Füllbeton Betonhohldielen und S._____ ...-beton 

Unter den Titeln "Füllbeton Betonhohldielen" sowie "S._____ ...-beton" macht die 

Klägerin Ansprüche in der Höhe von CHF 12'839.75 respektive CHF 1'015.– gel-

tend, zuzüglich eines darauf entfallenden Generalunternehmer-Zuschlags von je 

10 % (act. 1 S. 5 Ziff. II.2.1c, d; act. 35 S. 22 f. [Zu IV. Zu Rz 8 und 9] Nebst der 

Existenz und des Umfangs des Mehraufwandes hätte die Klägerin als beweisbe-

lastete Partei insbesondere darzulegen, dass dieser nicht zum ursprünglich ver-

einbarten Leistungsinhalt gehört (siehe oben E. 3.3.1). Die Vorbringen der Kläge-

rin zu dieser Voraussetzung gestalten sich aber alles andere als schlüssig. Wäh-

rend sie an einer Stelle behauptet, dass es sich diesbezüglich um zusätzliche, 

nicht im Werkvertrag enthaltene Leistungen handle (act. 1 S. 5 Ziff. II.2.1.c), beruft 

sie sich an anderer Stelle darauf, dass sich daraus keine Änderung des Werkver-

trages ergebe (act. 35 S. 21 [Zu V. Zu Rz. 7 und 9]). Ebenfalls widersprüchlich ist 

die Aussage der Klägerin, dass die mit der Ausfüllung der Betonholdielen in Zu-

sammenhang stehenden Arbeiten unter die BKP 583 des Baubeschriebs (welcher 

die zu erbringenden Werkleistungen definiert, vgl. act. 1 S. 3 Ziff. II.1) zu subsu-

mieren, aber nicht in der globalen Pauschalsumme enthalten seien (act. 1 S. 5 

Ziff. II.2.1.d). Infolge dieser Widersprüche liegen keine zu beachtenden Behaup-

tungen und damit kein schlüssiger Tatsachenvortrag vor. Der geltend gemachte 

Anspruch ist abzuweisen. 

3.4.4. Pfählung aus Holz 

Die Klägerin macht einen Mehraufwand von CHF 400.– zuzüglich eines General-

unternehmer-Zuschlags von 10 % für die Kosten von Baustämmen für eine Pfäh-

lung aus Holz für die Kanalisationsleitungen und den Strassenschacht geltend 

(act. 1 S. 5 f. Ziff. II.2.1.c). Obwohl die Beklagte sowohl den Aufwand wie auch 

dessen Erforderlichkeit bestreitet, führt die Klägerin nur aus, dass ein geologi-

sches Gutachten die Notwendigkeit ergeben habe (act. 1 S. 5 f. Ziff. II.2.1.c; 

act. 12 S. 19 Ziff. V.4.; act. 35 S. 21 [Zu V. Zu Rz. 8 und 9]). Es wäre aber an ihr, 

die Ursache des Mehraufwandes und dessen Zusammensetzung zu substantiie-

ren und sich zum Inhalt dieses geologischen Gutachtens zu äussern. Im Übrigen 

würde die Zusatzleistung nicht bereits als stillschweigend vereinbart gelten, nur 

- 27 - 

weil sie für die Ausführung des Werkes erforderlich war (vgl. GAUCH, a.a.O., 

N 770 f.). Der geltend gemachte Anspruch ist abzuweisen.  

3.4.5. Umgebungsarbeiten 

Unter dem Titel "Umgebungsarbeiten" macht die Klägerin CHF 15'020.45 zuzüg-

lich eines Generalunternehmer-Zuschlags von 10 % für das Versetzen von Park-

plätzen sowie die Erstellung eines Grills und Sitzplatzes geltend. Für die Zusam-

mensetzung der Mehrkosten verweist sie auf eine Zusammenstellung der 

E._____ AG (act. 1.S. 6 Ziff. II.2.1.e; act. 35 S. 22 [Zu V. Zu Rz  10]). Aus dieser 

geht der konkret angefallene Mehraufwand nicht selbsterklärend hervor (vgl. 

act. 3/14). Ein Verweis darauf kann entsprechende Behauptungen in der Rechts-

schrift nicht ersetzen (siehe oben E. 2.3). Damit ist der Tatsachenvortrag der Klä-

gerin unvollständig und der geltend gemachte Anspruch bereits aus diesem 

Grund abzuweisen.  

3.4.6. Unterlagsböden in der Halle 02 

Die Klägerin macht CHF 2'045.70 zuzüglich eines Generalunternehmer-

Zuschlags von 10 % an Mehrkosten für Unterlagsböden für die Halle 02 im 

1. Obergeschoss geltend. Diese seien aus technischer Sicht notwendig gewesen 

und der Beklagten mündlich mitgeteilt worden. Diese Kosten würden sowohl zum 

Unvorhergesehen wie auch zu den Mehrwünschen der Beklagten gehören (act. 1 

S. 7 Ziff. II.2.1.e; act. 35 S. 23 [Zu V. Zu Rz 11]). Auch bei dieser Position führt die 

Klägerin nicht ansatzweise aus, welcher konkrete Mehraufwand in diesem Zu-

sammenhang angefallen sein soll. Der Beklagten ist überdies darin zuzustimmen, 

dass es widersprüchlich ist, wenn die Klägerin einerseits behauptet, dass der Bo-

den technisch notwendig gewesen sei, aber andererseits davon ausgeht, dass 

dessen Einbau nicht vorhersehbar gewesen sei und überdies gleichzeitig ein 

"Mehrwunsch" der Beklagten vorliege (vgl. act. 39 S. 37 Ziff. III.A.37). Die blosse 

Behauptung eines Mehrwunsches genügt zudem nicht, um auf eine Bestellungs-

änderung schliessen zu können (siehe oben E. 3.4.2). Zuletzt genügt der blosse 

Hinweis auf die Erforderlichkeit einer Zusatzleistung nicht, um eine Entschädi-

- 28 - 

gungspflicht zu begründen (vgl. GAUCH, a.a.O., N 770 f.). Der geltend gemachte 

Anspruch ist abzuweisen.  

3.4.7. Kernbohrung für Kamin/Ofen 

Für eine Kernbohrung für den Kamin/Ofen macht die Klägerin Mehrkosten in Hö-

he von CHF 350.– zuzüglich eines Generalunternehmer-Zuschlags von 10 % gel-

tend, welche gemäss Werkvertrag durch die Bauherrschaft zu übernehmen seien. 

Die Klägerin habe die entsprechende Rechnung der E._____ AG in Vorleistung 

übernommen (act. 1 S. 7 f. Ziff. II.2.1.g). Gestützt auf welche Grundlage die Klä-

gerin einen Vergütungsanspruch geltend machen will, ergibt sich nicht (siehe 

oben E. 3.4.1). Ob die Kernbohrung Teil der werkvertraglich vereinbarten Leistun-

gen war oder nicht, ergibt sich aus dem klägerischen Tatsachenvortrag ebenso-

wenig. Der geltend gemachte Anspruch ist mangels eines schlüssigen Tatsa-

chenvortrages abzuweisen.  

3.4.8. Einbau einer weiteren Türe im Eingangsbereich 

Die Klägerin behauptet, auf Wunsch der Beklagten in Eigenregie eine weitere Tü-

re im Bereich des gedeckten Eingangsbereichs eingebaut zu haben. Für die Höhe 

ihres Mehrvergütungsanspruches verweist sie auf mehrere Positionen in der be-

reits erwähnte Rechnung Nr. 4006, ohne jedoch auszuführen, weshalb die Nen-

nung des Betrages in der Rechtsschrift einem Leerlauf gleichkommen sollte 

(act. 1 S. 8 Ziff. II.2.2.a; act. 35 S. 24 [Zu V. Zu Rz. 13]). Aufgrund des unzulässi-

gen Verweises liegt kein vollständiger Tatsachenvortrag vor. Der geltend gemach-

te Anspruch ist abzuweisen.  

3.4.9. Anfertigung eines Tritts bzw. eines Podests 

Die Klägerin macht Mehrkosten in Höhe von CHF 2'490.– exkl. MWST für die An-

fertigung eines Tritts bzw. eines Podests in der Wohnung vor der Terrasse gel-

tend. Sie habe die Rechnung des Subunternehmens hierfür in Vorleistung bezahlt 

und fordere diesen Betrag zuzüglich ihrer Eigenleistung zurück (act. 1 S. 8 f. 

Ziff. II.2.2.a, c; act. 35 S. 24 [Zu V. Zu Rz. 14 u. 15]). Erneut beschränkt sich die 

Klägerin darauf, für den angefallenen Aufwand auf eine Rechnung zu verweisen 

- 29 - 

(siehe oben E. 3.4.2). Aus den Vorbringen der Klägerin geht weiter nicht hervor, 

gestützt auf welche Anspruchsgrundlage diese Kosten durch die Beklagte vergü-

tet werden sollten (siehe oben E. 3.4.1). Die Klägerin verweist einzig auf die "de-

taillierten Unterlagen zum Tritt oder Podest auf Wunsch von der Bk [Beklagten]". 

Um welche Unterlagen es sich dabei handeln soll, ergibt sich weder aus den 

Rechtsschriften noch den Beweisofferten. Der geltend gemachte Anspruch ist 

mangels eines schlüssigen Tatsachenvortrages ebenfalls abzuweisen. Insoweit 

die Klägerin überdies ihre Eigenleistung geltend macht, ist ihr geltend gemachter 

Anspruch bereits mangels dessen Bezifferung abzuweisen.  

3.4.10. Stahltreppe und zwei Staketengeländer 

Die Klägerin macht CHF 6'625.– für eine zusätzliche Stahltreppe sowie 

CHF 7'287.– für zwei Staketengeländer, je zuzüglich eines Generalunternehmer-

Zuschlags von 10 %, geltend, welche auf Wunsch der Beklagten erstellt worden 

und nicht Teil des Werkvertrags gewesen seien. Die Beklagte habe die Stahltrep-

pen ursprünglich selbst erstellen wollen, aus Zeitmangel habe dies aber die Klä-

gerin übernommen. Die entsprechende Rechnung des Subunternehmens habe 

die Klägerin in Vorleistung bezahlt (act. 1 S. 9 Ziff. II.2.3.a; act. 35 S. 25 [Zu V. Zu 

Rz. 16]). Die blosse Behauptung, eine Mehrleistung sei auf Wunsch der Beklag-

ten erfolgt, genügt jedoch nicht als Behauptung einer Bestellungsänderung (siehe 

oben E. 3.4.1). Mangels Anspruchsgrundlage ist der geltend gemachte Anspruch 

abzuweisen. 

3.4.11. Brandschutztüre Ei 30 

Die Klägerin verlangt CHF 6'534.82 zuzüglich eines Generalunternehmer-

Zuschlags von 10 % als Mehrvergütung für eine zusätzliche Brandschutztüre 

Ei 30, welche eine nachträgliche Auflage des Brandschutzes sei. Gleichzeitig führt 

sie aus, dass die Kosten zu den 2% Vorbehalt für Mehrkosten auf Grund von Auf-

lagen gemäss BKP 582 gehörten (act. 1 S. 10 Ziff. II.2.4.a). Es ist widersprüchlich 

und daher nicht schlüssig, wenn die Klägerin einen Mehrvergütungsanspruch zur 

globalen Pauschalsumme geltend macht, gleichzeitig aber behauptet, dass dieser 

unter den mit der Pauschalsumme bereits abgegoltenen Baubeschrieb fällt (siehe 

- 30 - 

oben E. 3.4.3). Im Übrigen bestreitet die Klägerin nicht, dass die falsche Türe ge-

liefert und verbaut wurde (act. 12 S. 24 Ziff. V.17; act. 35 S. 25 [Zu Rz. 17]). Der 

geltend gemachte Anspruch der Klägerin ist mangels eines schlüssigen Tatsa-

chenvortrages abzuweisen.  

3.4.12. Kunststeinboden im Lift 

Nach klägerischer Darstellung habe die Beklagte für den Boden des Lifts einen 

Kunststeinboden als Mehrleistung ausgewählt, wofür Mehrkosten im Umfang von 

CHF 450.– zuzüglich eines Generalunternehmer-Zuschlags von 10 % angefallen 

seien (act. 1 S. 10 Ziff. II.2.5). Worin der ursprüngliche Leistungsinhalt bestand 

und wofür die höheren Mehrkosten (veränderter Materialaufwand oder Arbeits-

aufwand) hätten anfallen sollen, führt die Klägerin nicht aus (siehe oben E. 3.3.1 

und E. 3.4.2). Die Aussage, dass ursprünglich "wohl Kautschuk" vereinbart gewe-

sen wäre, stellt keine einem Beweis zugängliche Tatsachenbehauptung, sondern 

eine blosse Mutmassung dar. Gleiches gilt für die Aussage, dass Kunststeinbo-

den "offenbar verlegt" worden sei, nachdem die Beklagte dies nicht zugesteht. 

Damit liegen weder rechtsgenügende Behauptungen zur Existenz des Mehrauf-

wandes noch zum ursprünglich vereinbarten Leistungsinhalt vor. Der geltend ge-

machte Anspruch ist mangels eines schlüssigen Tatsachenvortrages abzuweisen.  

3.4.13. Epoxidharz-Versiegelung des Bodens in der Halle 2 

Die Klägerin macht CHF 1'924.– zuzüglich eines Generalunternehmer-Zuschlags 

von 10 % für die Versiegelung des Bodens in der Halle 2 mit Epoxidharz geltend. 

Diese sei im Werkvertrag nicht vorgesehen gewesen, aber "auf Wunsch der Be-

klagten" durch die Subunternehmerin T._____ AG nachgeholt worden (act. 1 

S. 10 f. Ziff. II.2.6.a). Die Beklagte gesteht zu, dass eine Versiegelung der Böden 

nicht zum ursprünglich vereinbarten Leistungsinhalt gehört, aber notwendig wur-

de, weil die Klägerin die vertraglich vereinbarte Bodenqualität nicht habe liefern 

können (act. 12 S. 25 Ziff. V.20). Die Klägerin widerspricht dieser Darstellung 

pauschal und beruft sich erneut auf einen "Spezialwunsch" der Beklagten (act. 35 

S. 26 [Zu V. Zu Rz. 20]). Damit sind keine Tatsachenbehauptungen vorhanden, 

aus denen sich auf eine Bestellungsänderung oder eine andere Anspruchsgrund-

- 31 - 

lage schliessen liesse (siehe oben E. 3.4.1). Eine andere Anspruchsgrundlage ist 

nicht ersichtlich.  

Die Klägerin listet in diesem Zusammenhang noch weitere Kosten der T._____ 

AG in der Höhe von insgesamt CHF 14'969.00 (CHF 5'394.00 + CHF 1'075.00 + 

8'500.00) zuzüglich eines Generalunternehmer-Zuschlags von 10 % auf, von de-

nen sie aber nicht behauptet, dass sie nicht Teil des ursprünglich vereinbarten 

Leistungsinhalt gewesen wären. Es bleibt ohnehin unklar, ob diese von der Kläge-

rin auch geltend gemacht werden oder nur der Erläuterung der Rechnung dienen 

(vgl. act. 1 S. 11 Ziff. II.2.6.b). Der unter dieser Position behauptete Mehrvergü-

tungsanspruch ist abzuweisen.  

3.4.14. Glasmosaik- und Feinsteinzeugplatten 

Die Klägerin macht insgesamt CHF 11'093.80 zuzüglich eines Generalunterneh-

mer-Zuschlags von 10 % dafür geltend, dass die U._____ sowie die V._____ 

GmbH die Wände anstatt mit Keramikplatten mit Glasmosaik und Feinsteinzeug 

geplättelt hätten. Während die Klägerin in der Klage ausführt, dass es sich um Ar-

beiten im Bad/WC im ersten Dachgeschoss, im Erdgeschoss, in der Wohnung im 

ersten Dachgeschoss sowie im WC des ersten Obergeschosses gehandelt habe, 

spricht sie in der Replik an einschlägiger Stelle plötzlich von den Wänden und 

Stufen des Treppenhauses, welche in Sichtbeton vorgesehen gewesen seien. 

Zudem nennt sie neu die E._____ AG als Subunternehmerin (act. 1 S. 12 

Ziff. II.2.7; act. 35 S. 27 [Zu V. Zu. Rz. 21]). Aus den Ausführungen geht nicht ein-

deutig hervor, ob es sich nicht um zwei verschiedene Ansprüche handelt. Ferner 

unterlässt die Klägerin es, eine Anspruchsgrundlage für ihren Mehrvergütungsan-

spruch anzuführen. Die Ausführung, dass dies auf Wunsch der Beklagten ge-

schehen sei, genügt hierfür nicht (siehe oben E. 3.4.2), und wäre im Übrigen auch 

bestritten. Damit ist der geltend gemachte Anspruch abzuweisen.  

3.4.15. Sockelbleche aus Edelstahl 

Die Klägerin beansprucht CHF 3'547.85 zuzüglich eines Generalunternehmer-

Zuschlags von 10 % für die Verarbeitung eines Sockels mit Sockelblechen aus 

- 32 - 

Edelstahl, obschon Verputz vorgesehen gewesen sei. Dies sei der "Sonder-

wunsch – ausserhalb des Werkvertrags – der Bk" gewesen (act. 1 S. 12 

Ziff. II.2.8.a; act. 35 S. 28 [Zu Rz. 22]). Es ist unverständlich, welche Behauptung 

die Klägerin damit aufstellen will. Eine Anspruchsgrundlage für eine Mehrvergü-

tung kann darin jedenfalls nicht gesehen werden. Überdies behauptet die Klägerin 

einzig einen Geldbetrag, ohne jedoch den hierfür angefallenen Aufwand darzule-

gen (siehe oben E. 3.4.2). Auch dieser geltend gemachte Anspruch ist mangels 

eines vollständigen Tatsachenvortrages abzuweisen.  

3.4.16. Flachdacharbeiten, Kamin 

Die Klägerin macht Mehrkosten für Flachdacharbeiten geltend, da eine Carport 

Schutz-Nutzschicht mit Begrünung nicht Teil des ursprünglichen Leistungsinhalt 

gewesen sei. Aus ihrem Tatsachenvortrag ist jedoch nicht ersichtlich, in welcher 

Höhe sie einen Mehrvergütungsanspruch geltend macht. Im Abschnitt 2.8b) ver-

weist sie auf die Rechnung Nr. 11847 der Subunternehmerin H._____ AG wonach 

der Aufwand CHF 2'296.80 betrage. Ob der von der Klägerin beanspruchte Gene-

ralunternehmer-Zuschlag von 10 % darin bereits enthalten ist oder nicht, geht aus 

ihrem Tatsachenvortrag nicht hervor. Im folgenden Abschnitt 2.8.c) verweist die 

Klägerin auf dieselbe Rechnung der H._____ AG, macht jedoch einen Betrag von 

CHF 5'267.35 (inklusive Generalunternehmerzuschlag von 10 %) für "diese Mehr-

kosten" geltend. Ob sich der Verweis der Klägerin auf die eben gemachten Aus-

führungen zu den Flachdacharbeiten bezieht oder sie eine zusätzliche Mehrleis-

tung geltend machen will, ohne diese jedoch zu benennen, bleibt unklar. Ein Zu-

sammenhang zur im nachfolgenden Satz geltend gemachten Mehrvergütung für 

mit einem Kamin in Zusammenhang stehenden Spenglerarbeiten ist zwar denk-

bar, allerdings nennt sie hierfür einen weiteren Betrag, nämlich CHF 751.35 zu-

züglich eines Generalunternehmer-Zuschlags von 10 % (act. 1 S. 13 Ziff. II.2.8.b, 

c). In der Replik wird an einschlägiger Stelle von einer Wärmepumpe gesprochen, 

jedoch ohne dass diese einem Mehrvergütungsanspruch zugeordnet würde 

(act. 35 S. 28 [Zu V. Zu. Rz 23 u. 24]). Es ist nicht am Gericht zu mutmassen, ob 

die Klägerin zwei oder drei Mehrvergütungspositionen geltend machen will. Es 

liegt kein verständlicher und damit kein schlüssiger Tatsachenvortrag vor.  

- 33 - 

3.4.17. Privater Transportaufwand 

Die Klägerin macht CHF 199.– für einen Transportauftrag durch die W._____ gel-

tend, bei welchem eine Stunde für private Belange der Beklagten aufgewendet 

worden sei (act. 1 S. 13 Ziff. II.2.9). Die Beklagte gesteht zu, dass es sich bei ei-

ner halben Stunde um privaten Aufwand gehandelt habe und wendet nichts da-

gegen ein, dass sie die Klägerin hierfür zu entschädigen habe (act. 12 S. 27 

Ziff. V.25). In diesem Umfang gilt der Anspruch als anerkannt. Im übersteigenden 

Umfang (weitere 30 Minuten) substantiiert die Klägerin ihre Behauptung zum 

Aufwand nicht, weshalb ihr diesbezüglicher Anspruch auf Mehrvergütung abzu-

weisen ist. Der von der Klägerin unter Verweis auf die durch die W._____ gestell-

te Rechnung behauptete Stundenaufwand in der Höhe von CHF 199.– wird von 

der Beklagten nur pauschal und damit ungenügend bestritten (act. 12 S. 27 

Ziff. V.25). Entsprechend ist der geltend gemachte Anspruch der Klägerin im Um-

fang von CHF 99.50 [CHF 199.00/2] grundsätzlich ausgewiesen (zur Fälligkeit 

siehe unten E. 3.4.24). 

3.4.18. Anschlussgebühren Wasserleitung 

Die Klägerin beansprucht von der Beklagten die Bezahlung einer Mehrvergütung 

von CHF 3'216.90 zuzüglich eines Generalunternehmer-Zuschlags von 10 % für 

den Anschluss einer Wasserleitung durch die Erdgasversorgung AA._____ AG. 

Während sie in der Klage ausführt, dass diese im Werkvertrag enthalten, aber un-

ter die "5 % Zusatzkosten bauseits" gemäss Baubeschrieb zu subsumieren seien, 

behauptet sie in der Replik, dass die Anschlussgebühren nicht im Werkvertrag 

enthalten seien (act. 1 S. 14 Ziff. 2.10; act. 35 S. 29 [Zu. Rz. 26]). Damit gelingt es 

ihr nicht, schlüssig zu behaupten, dass diese nicht zum ursprünglich vereinbarten 

Leistungsinhalt gehören würden. Ferner äussert sie sich auch nicht zur Zusam-

mensetzung des Mehraufwandes (siehe oben E. 3.4.1). Der geltend gemachte 

Anspruch ist abzuweisen. 

- 34 - 

3.4.19. Brandschutzarbeiten in der Halle 02 

Die Klägerin beansprucht eine Mehrvergütung im Umfang von CHF 21'900.– zu-

züglich eines Generalunternehmer-Zuschlags von 10 % für die Brandschutzarbei-

ten, die notwendig geworden seien, nachdem die Beklagte die Halle 02 nachträg-

lich einer Person vermietet habe. Entsprechend seien die Mehrkosten durch die 

Beklagte verursacht worden (act. 1 S. 14 Ziff. II.2.11; act. 35 S. 29 [Zu. Rz. 27]). 

Die Klägerin legt nicht näher dar, wie sich der zu entschädigende Mehraufwand 

zusammensetzt, sondern verweist hierfür einzig auf eine Rechnung der Subun-

ternehmerin C2._____ AG. Bereits aus diesem Grund ist der entsprechende An-

spruch abzuweisen. Überdies behauptet die Klägerin auch keine Anspruchs-

grundlage, gestützt auf welche ein Mehrvergütungsanspruch gesprochen werden 

könnte (siehe oben E. 3.4.1).  

3.4.20. Weissputz und Abrieb in der Attikawohnung 

Die Klägerin macht CHF 5'014.– für Weissputz in der Attikawohnung, 

CHF 4'438.– für Abrieb an Wänden sowie CHF 186.– und CHF 465.– für "Wohn-

zimmer, Leibung, Platten kleben, verspachtelt", alles zuzüglich eines Generalun-

ternehmer-Zuschlags von 10 % geltend. Von den ersten beiden Positionen be-

hauptet die Klägerin, dass diese im Baubeschrieb nicht vorgesehen gewesen sei-

en. Was stattdessen ursprünglich vereinbart gewesen wäre, sagt sie nicht. Von 

den letzten beiden Positionen behauptet die Klägerin nicht einmal, dass diese 

nicht zum ursprünglich vereinbarten Leistungsinhalt gehören würden (act. 1 S. 15 

Ziff. II. 2.11c). Für den Mehraufwand verweist die Klägerin einzig auf den von der 

Subunternehmerin in Rechnung gestellte Position und als Anspruchsgrundlage 

nennt die Klägerin einzig, dass die Aufwendungen "auf Wunsch der Beklagten" 

erfolgt seien. Damit liegen in Bezug auf sämtliche Positionen keine schlüssigen 

Tatsachenvorträge vor (siehe oben E. 3.4.1 und E. 3.4.2). Die geltend gemachten 

Ansprüche sind abzuweisen.  

- 35 - 

3.4.21. Brandschutzverkleidungen Garage/Garage Brandschutz Träger 

Die Klägerin macht in ihrer nächsten Position eine Mehrvergütung im Umfang von 

CHF 4'500.– zuzüglich eines Generalunternehmer-Zuschlags von 10 % geltend. 

Aus ihrer Begründung ergibt sich einzig, dass diese einen Zusammenhang zu 

"Brandschutzverkleidungen und dgl." sowie zu einem "Garage Brandschutz Trä-

ger" aufweisen (act. 1 S. 15 Ziff. 2.11 e). Damit ist weder der Mehraufwand darge-

legt noch ist ersichtlich, welche Anspruchsgrundlage einem Mehrvergütungsan-

spruch zugrunde liegen sollte. Nicht ersichtlich wird zudem, ob ein Zusammen-

hang zu den bereits erwähnten Brandschutzarbeiten in der Halle 02 besteht oder 

nicht. Der geltend gemachte Mehrvergütungsanspruch ist mangels eines schlüs-

sigen Tatsachenvortrages abzuweisen. 

3.4.22. Elektroarbeiten 

Die Klägerin macht CHF 4'589.55 für Elektroarbeiten im Zusammenhang mit der 

Aufteilung von Büroräumen, CHF 2'724.90 für einen zusätzlichen Steckdosenver-

teiler sowie CHF 3'491.45 für Kameras, alle zuzüglich eines Generalunternehmer-

Zuschlags von 10 %, geltend. Sämtliche dieser Elektroarbeiten habe die Beklagte 

direkt beim entsprechenden Subunternehmer in Auftrag gegeben (act. 1 S. 15 

Ziff. 2.12a). Diesbezüglich kann auf die Vorbemerkung verwiesen werden und die 

entsprechenden geltend gemachten Ansprüche sind mangels Behauptung einer 

Anspruchgrundlage und damit Schlüssigkeit abzuweisen (siehe oben E. 3.4.1).  

3.4.23. Skontoabzug 

Zuletzt macht die Klägerin die Aufrechnung des Skontoabzugs in der Höhe von 

2 % auf zwei Rechnungen geltend, ohne ihn jedoch zu beziffern (act. 1 S. 16 

Ziff. 2.13). Der geltend gemachte Anspruch ist daher abzuweisen. 

3.4.24. Fälligkeit 

Vorbehältlich anderer Abreden hat der Besteller die Vergütung bei der Ablieferung 

des Werks zu bezahlen (Art. 372 OR). Unstrittig ist, dass die Parteien in Ziffer 15 

des Werkvertrages vom 4. September 2019 eine von der gesetzlichen Regelung 

- 36 - 

abweichende Definition der Abnahme getroffen haben: diese sieht einen gemein-

samen Abnahmetermin und ein von beiden Parteien zu unterzeichnendes Ab-

nahmeprotokoll vor. In Übereinstimmung mit dieser Definition gehen beide Partei-

en grundsätzlich davon aus, dass das streitgegenständliche Werk weder fertig 

gestellt noch abgeliefert bzw. abgenommen wurde (act. 12 S. 11 f. Ziff. IV.5; 

act. 35 S. 5 [Zu V. Zu Rz. 3 u. 4 f.] und S. 11 [Zu V. Zu Rz. 5]; act. 39 S. 11 

Ziff. III. A. 7.]und S. 20 Ziff. III.A.14; vgl. act. 3/1 S. 8 Ziff. 15). Die Klägerin macht 

keinerlei Ausführungen zu einem vom vertraglichen Ablieferungszeitpunkt abwei-

chenden Fälligkeitszeitpunkt. Damit ist ihr geltend gemachte Anspruch – obwohl 

ausgewiesen – mangels Fälligkeit abzuweisen. 

3.5. Fazit 

3.5.1. Der Klägerin gelingt es – mit Ausnahme eines zugestandenen Betrages in 

der Höhe von CHF 99.50 – nicht, die Voraussetzungen von über die vereinbarte 

globale Pauschalsumme hinausgehenden Mehrvergütungen schlüssig bzw. sub-

stantiiert zu behaupten. Was den zugestandenen Betrag betrifft, kann die Klägerin 

dessen Fälligkeit nicht darlegen, so dass auch dieser Anspruch abzuweisen ist.  

4. Ablösung der Bauhandwerkerpfandrechte (Widerklage) 

4.1. Unbestrittener Sachverhalt und Streitpunkte 

Die Beklagte beantragt von der Klägerin, dass diese mehrere von Subunterneh-

mern auf ihrem Grundstück resp. auf jenem ihrer Gesellschafter eingetragene 

Bauhandwerkerpfandrechte abzulösen habe. Die Klägerin gesteht zu, dass sie 

nach Ziffer 8 des Werkvertrages vom 4. September 2019 verpflichtet ist, allfällige 

von Subunternehmern eingetragene Bauhandwerkerpfandrechte abzulösen 

(act. 12 S. 16 Rz. 10; act. 35 S. 13 [Zu Rz. 10]). Sie entgegnet aber, dass die re-

levanten Pfandrechte keinen Zusammenhang zum Werkvertrag aufwiesen, son-

dern die Beklagte diese in Eigenregie und ohne schriftliche Zustimmung der Klä-

gerin an die Subunternehmer vergeben habe (act. 35 S. 13 [Zu IV. Zu Rz. 10]). 

- 37 - 

4.2. Subsumtion 

4.2.1. Bestand und Höhe der eingetragenen Pfandrechte sind ebenso unstrittig 

wie der Bestand der vertraglich vereinbarten Ablösungspflicht der Klägerin. Die 

Beklagte ist mithin einzig behauptungs- und beweispflichtig dafür, dass die einge-

tragenen Arbeiten im Rahmen des Werkvertrages vom 4. September 2019 erfolg-

ten. Sie führt diesbezüglich aus, dass sie selbst keinen einzigen Werkvertrag mit 

Subunternehmern abgeschlossen habe, sondern dass die Aufträge einzig von 

AB._____ und damit von der Klägerin erteilt worden seien (act. 39 

S. 29 f. Ziff. III.A.26). Ferner verweist sie auf diverse Urkunden. Es ist zu prüfen, 

inwieweit die Beklagte damit ihrer Substantiierungsobliegenheit nachkommt.  

4.2.2. Zunächst verweist die Beklagte auf ein Gesuch betreffend vorläufige Ein-

tragung eines Bauhandwerkerpfandsrechts der E._____ AG (act. 40/38). Die Be-

klagte führt jedoch nicht aus, welcher Teil des vollständig eingereichten, aus acht 

Seiten bestehenden Gesuchs den Vertragsschluss zwischen der Klägerin und der 

E._____ AG belegen soll. Die Urkunde wurde auch nicht selbsterklärend ge-

macht, beispielsweise durch Hervorhebungen. Es ist jedoch nicht Aufgabe des 

Gerichts, die entsprechenden Informationen in der Beilage zusammenzusuchen 

(siehe oben E. 2.3). Selbsterklärend ist dagegen die durch die Klägerin unter-

zeichnete, einseitige Auftragsbestätigung an die E._____ Bauunternehmung vom 

15. November 2019 über Arbeiten im Umfang von insgesamt CHF 379'982.50 

(act. 40/39). Dieser lässt sich eindeutig die substantiierte Behauptung des Ver-

tragsschlusses zwischen der Klägerin und der E._____ Bauunternehmung ent-

nehmen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um die E._____ AG, welche nach 

Darstellung der Beklagten die abzulösenden Bauhandwerkerpfandrechte eintra-

gen liess. Welche Behauptungen die Beklagte aus den Regierapporten der 

E._____ AG in Bezug auf deren Vertragspartei ableiten will, erschliesst sich nicht 

von selbst, womit ein Verweis darauf unzulässig ist (act. 40/41). Damit sind die 

Rechtsbegehren Ziffern 2.1., 2.2. und 3.1. betreffend Ablösung der von der 

E._____ AG eingetragenen Bauhandwerkerpfandrechte mangels substantiierter 

Behauptung des Vertragsschlusses mit der Klägerin abzuweisen.  

- 38 - 

4.2.3. In Bezug auf die die F._____ AG betreffenden Rechtsbegehren Ziffern 2.3., 

2.4. und 3.2. substantiiert die Beklagte den Vertragsschluss weder direkt in ihren 

Rechtsschriften noch durch einen Verweis auf eine Beilage. Entsprechend sind 

auch diese Begehren abzuweisen. 

4.2.4. In Bezug auf das aus 19 Seiten bestehende Gesuch der H._____ AG kann 

auf die soeben gemachten Ausführungen betreffend dem Gesuch der E._____ 

AG verwiesen werden (siehe oben E. 4.2.2; act. 40/41). Aus der zugehörigen, 

einseitigen Auftragsbestätigung an die H._____ AG vom 2. Juli 2020 lassen sich 

keine klaren Informationen ableiten, die ohne weitere Konkretisierung in der 

Rechtsschrift als substantiierte Tatsachenbehauptungen dienen könnten. Die Auf-

tragsbestätigung ist sowohl an die Beklagte wie auch die Klägerin adressiert und 

die Unterschrift lässt keinen Schluss auf die Person des Unterzeichnenden zu. 

Zwar ist der vorgedruckte Name der Beklagten durchgestrichen und ein Stempel 

der Klägerin unter der Unterschrift angebracht (act. 40/42). Ohne weitere Ausfüh-

rungen in den Rechtsschriften kann daraus aber nicht eine klare Behauptung ab-

geleitet werden. Es liegt kein zulässiger Verweis vor (vgl. oben E. 2.3). Ferner 

verweist die Beklagte auf eine als Auftragsbestätigung an die H._____ AG be-

zeichnete E-Mail, welche an AB._____ und damit die Klägerin adressiert wurde 

und gemäss Betreffzeile eine Offerte für Sockelbleche betrifft (act. 40/43). Auch 

daraus kann mangels Erläuterung in der Rechtsschrift keine substantiierte Be-

hauptung in Bezug auf einen tatsächlichen Konsens zwischen der Klägerin und 

der H._____ AG abgeleitet werden. Auch die Rechtsbegehren Ziffern 2.7., 2.8. 

und 3.4. sind demgemäss abzuweisen.  

4.2.5. Unklar ist, was die Beklagte mit ihren Ausführungen und Verweisen auf Ur-

kunden betreffend die AC._____ AG und die Q._____ GmbH in Bezug auf das 

durch die C2._____ AG eingetragene Bauhandwerkerpfandrecht ableiten will 

(act. 40/44; act. 40/45). Die als Auftragsbestätigung an die C2._____ bezeichnete 

Urkunde stellt einen dreiseitigen E-Mail-Verkehr zwischen AB._____ und dem of-

fenbar für die C2._____ handelnden AD._____ dar (act. 40/46). Es wird nicht klar, 

welcher Teil davon als für den Vertragsschluss relevante Parteibehauptung gelten 

soll; sollte es die Bitte um Zusendung einer Offerte durch AB._____ sein, so hätte 

- 39 - 

die Beklagte dies entsprechend zu erläutern gehabt. Damit liegt kein zulässiger 

Verweis auf eine Beilage dar, welcher die Substantiierung in der Rechtsschrift er-

setzen könnte. Auch die Rechtsbegehren Ziffern 2.9. und 2.10. sowie 3.5. sind 

entsprechend abzuweisen.  

4.2.6. Die Verweise der Beklagten auf Urkunden können die Übernahme der ent-

sprechenden Behauptungen vorliegend nicht ersetzen. Eine Beweisabnahme und 

damit auch ein Entscheid über den beantragten Beizug der Verfahrensakten 

(act. 12 S. 16 Rz. 10) bzw. die beantragten Zeugeneinvernahmen erübrigt sich 

dementsprechend (act. 39 S. 30 Rz. 26). 

5. Zusammenfassung der Tat- und Rechtsfragen 

5.1. Der Klägerin gelingt es – mit Ausnahme eines zugestandenen Betrages in 

der Höhe von CHF 99.50 – nicht, die Voraussetzungen von über die vereinbarte 

globale Pauschalsumme hinausgehenden Mehrvergütungen schlüssig bzw. sub-

stantiiert zu behaupten. Ihr Rechtsbegehren Ziffer 1 ist entsprechend abzuweisen. 

Was den zugestandenen Betrag betrifft kann die Klägerin dessen Fälligkeit nicht 

darlegen, so dass dieser geltend gemachte Anspruch ebenfalls abzuweisen ist. 

Auf das Rechtsbegehren Ziffer 2 der Klägerin ist mangels eines ersichtlichen Tat-

sachenfundamentes in ihren Rechtsschriften nicht einzutreten. 

5.2. Die Beklagte beantragt über die Klageabweisung hinaus auch die Feststel-

lung, dass sie der Klägerin nichts schuldet. Auf diese negative Feststellungsklage 

ist mangels eines Feststellungsinteresses nicht einzutreten. Auch auf ihre beiden 

widerklageweise gestellten Rechtsbegehren Ziffer 1.a) und 1.b) ist aus formellen 

Gründen nicht einzutreten. Auf ihre Rechtsbegehren Ziffern 2 und 3 ist zwar ein-

zutreten, sie sind jedoch abzuweisen, da sich den Rechtsschriften der Beklagten 

ebensowenig wie den Beilagen die substantiierte Behauptung entnehmen lässt, 

wonach die relevanten Arbeiten im Rahmen des streitgegenständlichen Werkver-

trages erfolgten.  

- 40 - 

6. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

6.1. Streitwert 

6.1.1. Der Streitwert wird durch das Rechtsbegehren bestimmt. Zinsen und Kos-

ten des laufenden Verfahrens oder einer allfälligen Publikation des Entscheides 

sowie allfällige Eventualbegehren werden nicht hinzugerechnet (Art. 91 Abs. 1 

ZPO). Bei einer Widerklage werden die Streitwerte zur Bestimmung der Prozess-

kosten zusammengerechnet, sofern sich Klage und Widerklage nicht gegenseitig 

ausschliessen (Art. 94 Abs. 2 ZPO). Vorliegend schliessen sich Klage und Wider-

klage mit Ausnahme der negativen Feststellungswiderklage nicht gegenseitig aus. 

Massgebend sind die Verhältnisse im Zeitpunkt der Klageeinreichung. Eine nach-

trägliche Beschränkung der Klage hat für die Festsetzung des relevanten Streit-

wertes unberücksichtigt zu bleiben (Urteil des BGer 4A_401/2019 vom 

9. Dezember 2019 E. 5.3.2.). 

6.1.2. Die Klägerin klagt einen Betrag in der Höhe von gesamthaft 

CHF 202'374.55 (CHF 127'949.38 + CHF 74'425.17) ein, behauptet aber einen 

Streitwert in der Höhe von CHF 182'108.– und erklärt die Diskrepanz mit der 

Nichtberücksichtigung der Mehrwertsteuer (act. 1 S. 3). Ihre Berechnung legt die 

Klägerin nicht dar. Sie ergibt sich auch nicht von selbst, denn nach Berücksichti-

gung eines Mehrwertsteuersatzes von 7.7 % ergäbe sich ein Streitwert von 

CHF 187'905.80. Damit ist die Streitwertangabe der Klägerin nicht nachvollzieh-

bar. Ohnehin ist aber kein Grund ersichtlich, die auf einer Forderung geschuldete 

Mehrwertsteuer bei der Berechnung des Streitwertes nicht zu berücksichtigen. Sie 

bildet genauso Teil des nach Art. 91 Abs. 1 ZPO massgeblichen Rechtsbegeh-

rens wie der übrige Forderungsbetrag und weist keinerlei Ähnlichkeiten zu den in 

Art. 91 Abs. 2 S. 2 ZPO genannten Ausnahmen auf. Damit ist in Bezug auf die 

Klage von einem Streitwert von CHF 202'374.55 auszugehen.  

6.1.3. Die Beklagte schätzt den Streitwert ihrer Widerklage auf ca. CHF 200'000.– 

(act. 12 S. 9 Ziff. III.5), was ihrem Rechtsbegehren 1a) gemäss Klageant-

wort/Widerklage vom 16. Oktober 2021 entspricht. In der Duplik/Widerklagereplik 

bezifferte die Beklagte das Rechtsbegehren 1a) mit noch CHF 115'865.– (act. 39 

- 41 - 

S. 2). Analog zur unbezifferten Forderungsklage ist für den Streitwert des Rechts-

begehrens 1a) von letzterem Betrag auszugehen. Beim Rechtsbegehren 1b) ist – 

für die Streitwertberechnung – davon auszugehen, dass es sich um ein den 

Streitwert nicht erhöhendes Eventualbegehren handelt (Art. 91 Abs. 1 ZPO; siehe 

oben E. 1.5.5). Streitwerterhöhend wirken sich die beiden selbständigen Recht-

begehren Ziffer 2 und Ziffer 3 aus, mit welchen die Beklagte die Ablösung von 

Bauhandwerkerpfandrechten in der Höhe von CHF 250'946.19 und 

CHF 175'043.96 beantragt (act. 12 S. 2 f.). Damit beläuft sich der Streitwert des 

gesamten Widerklage auf CHF 541'855.15 [CHF 115'865.00 + CHF 250'946.19 

+CHF 175'043.96]. Für das vorliegende Verfahren ist von einem Streitwert von 

gesamthaft CHF 744'229.70 [CHF 202'374.55 + CHF 541'855.15] auszugehen.  

6.2. Gerichtskosten 

6.2.1. Die Höhe der Gerichtskosten bestimmt sich nach der Gebührenverordnung 

des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG; Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 

Abs. 1 GOG). Sie richtet sich in erster Linie nach dem Streitwert (§ 2 Abs. 1 lit. a 

GebV OG). Vorliegend beträgt die ordentliche Gebühr gestützt auf den vorste-

hend erwähnten Streitwert CHF 25'635.00 (§ 4 Abs. 1 GebV OG). Die Rechtsbe-

gehren Ziffer 2 der Klage sowie die Rechtsbegehren Ziffer 1a und 1b) und Zif-

fer 2.5, 2.6 und 3.3 der Widerklage wurden materiell nicht beurteilt. Im Hinblick auf 

deren Anteil an der Gerichtsgebühr (28 %) rechtfertigt sich eine Reduktion um ei-

nen Viertel (§ 10 Abs. 1 GebV OG). Damit beträgt die Gerichtsgebühr gerundet 

CHF 23'800.00 [72/100*CHF 25'635.00 + 28/100*CHF 25'635.00*3/4].  

6.2.2. Die Verteilung der Gerichtskosten erfolgt nach Obsiegen und Unterliegen 

der Parteien (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO). Die Klägerin unterliegt mit ihrer Klage 

vollumfänglich (CHF 202'374.55), was einem Anteil am Streitwert von rund 27 % 

(CHF 202'374.55/744'229.70) entspricht. Die Beklagte unterliegt im Umfang der 

Abweisung bzw . des Nichteintretens auf ihre Widerklage sowie dem Rückzug ih-

rer Rechtsbegehren Ziffer 2.5, 2.6. und 3.3, was einem Anteil am Streitwert von 

73 % (CHF 541'855.15/744'229.70) entspricht. Entsprechend ist die Gerichtsge-

bühr im Umfang von gerundet CHF 6'426.00 (27 % von CHF 23'800.00) der Klä-

- 42 - 

gerin, im Umfang von CHF 17'374.00 (73 % von CHF 23'800.00) der Beklagten 

aufzuerlegen.  

6.2.3. Die Klägerin hat CHF 12'000.–, die Beklagte CHF 13'000.– an Vorschüssen 

für die Gerichtskosten geleistet (act. 8; act. 16). Die Gerichtskosten sind mit den 

geleisteten Vorschüssen der Parteien zu verrechnen, wobei sie vorab aus dem 

Vorschuss der Beklagten und ihm Mehrbetrag aus jenem der Klägerin zu decken 

sind (Art. 111 Abs. 1 Satz 1 ZPO). Der Klägerin ist im Umfang der Differenz zwi-

schen den der Beklagten auferlegten Kosten und dem von dieser geleisteten Kos-

tenvor-schuss, mithin von CHF 4'374.00 [CHF 17'374.00 abzgl. CHF 13'000.00] 

das Rückgriffsrecht auf die Beklagte einzuräumen (Art. 111 Abs. 2 ZPO).  

6.3. Parteientschädigungen 

6.3.1. Bei berufsmässig vertretenen Parteien richtet sich die Höhe der Parteient-

schädigung nach der Verordnung über die Anwaltsgebühren (AnwGebV). Die Par-

teientschädigung richtet sich in erster Linie nach dem Streitwert (§ 2 Abs. 1 lit. a 

AnwGebV). Bei einem Streitwert von CHF 744'229.70 beträgt die nach § 4 Abs. 1 

AnwGebV ermittelte Grundgebühr CHF 27'563.00. Diese deckt den Aufwand für 

die Erarbeitung des ersten Schriftenwechsels und die Teilnahme an der Haupt-

verhandlung ab (§ 11 Abs. 1 AnwGebV). Für den zweiten Schriftenwechsel und 

die Noveneingaben (act. 42; act. 44) ist ein Zuschlag von insgesamt 35 %, mithin 

CHF 9'647.05, zu berechnen (§ 11 Abs. 2 AnwGebV). Für die Vergleichsverhand-

lung rechtfertigt sich praxisgemäss ein Zuschlag von 15 %, mithin CHF 4'134.45. 

Damit resultiert eine Parteientschädigung von insgesamt gerundet 

CHF 41'350.00.  

6.3.2. Auch die Parteientschädigung ist entsprechend Obsiegen und Unterliegen 

zuzusprechen. Der Klägerin ist eine reduzierte Parteientschädigung von gerundet 

CHF 19'000.00 [46 % von CHF 41'350.00] zuzusprechen. Der von der Klägerin 

beantragte Mehrwertsteuerzusatz ist dieser nicht zuzusprechen, da die fehlende 

Berechtigung zum Vorsteuerabzug nicht nachgewiesen ist (Kreisschreiben der 

Verwaltungskommission des Obergerichts vom 17. Mai 2006 Ziff. 2.1.1 S. 3; Urteil 

BGer 4A_552/2015 vom 25. Mai 2016 E. 4.5). 

- 43 - 

Das Handelsgericht beschliesst: 

1. Auf das Rechtsbegehren Ziffer 2 der Klägerin und Widerbeklagten wird nicht 

eingetreten. 

2. Die Rechtsbegehren Ziffer 2.5, 2.6 und 3.3 "zur Widerklage" der Beklagten 

und Widerklägerin werden zufolge Klagerückzugs als erledigt abgeschrie-

ben.  

3. Auf das Rechtsbegehren Ziffer 2 der Beklagten und Widerklägerin "zur Kla-

ge" wird nicht eingetreten. 

4. Auf das Rechtsbegehren Ziffer 1.a) der Beklagten und Widerklägerin "zur 

Widerklage" wird nicht eingetreten. 

5. Auf das Rechtsbegehren Ziffer 1.b) der Beklagten und Widerklägerin "zur 

Widerklage" wird nicht eingetreten. 

6. Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss nachfolgendem Erkenntnis. 

7. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit dem nachfolgenden 

Erkenntnis. 

und erkennt sodann: 

1. Die Klage wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die Widerklage wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.  

3. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 23'800.00.  

4. Die Kosten werden der Klägerin und Widerbeklagten im Betrag von 

CHF 6'426.00 und der Beklagten und Widerklägerin im Betrag von 

CHF 17'374.00 auferlegt. Die auferlegten Kosten werden aus den von den 

Parteien geleisteten Kostenvorschüssen gedeckt. Der Klägerin und Wider-

beklagten wird im Umfang von CHF 4'374.00 das Rückgriffsrecht auf die Be-

klagte und Widerklägerin eingeräumt. 

- 44 - 

5. Die Beklagte und Widerklägerin wird verpflichtet, der Klägerin und Widerbe-

klagten eine reduzierte Parteientschädigung von CHF 19'000.00 zu bezah-

len. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und an die Nebenintervenientin.  

7. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 
von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 

113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 und 

90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streitwert 

der Hauptklage beträgt CHF 202'374.55. Der Streitwert der Widerklage be-

trägt CHF 521'349.20. 

 
Zürich, 18. September 2023 

 
Handelsgericht des Kantons Zürich 

 
Vorsitzender: 

 
 
 

Roland Schmid 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

Nadja Maurer 
 
 

	Urteil und Beschluss vom 18. September 2023
	Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
	Rechtsbegehren Widerklage: (act. 12 S. 2 f.)
	Rechtsbegehren Widerklagereplik: (act. 39 S. 2 f.)
	Sachverhalt und Verfahren
	A. Sachverhaltsübersicht
	a. Parteien und ihre Stellung
	b. Prozessgegenstand

	B. Prozessverlauf
	Erwägungen
	1. Formelles
	1.1. Zuständigkeit
	1.2. Zeitpunkt der Rechtshängigkeit
	1.3. Aufbau der Rechtsschriften
	1.4. Widerklage, objektive Klagehäufung und teilweiser Widerklagerückzug
	1.5. Rechtsbegehren, Streitgegenstand
	1.5.1. Rechtliches
	1.5.2. Rechtsbegehren Ziffer 2 der Klägerin
	1.5.3. Rechtsbegehren Ziffer 2 der Beklagten "zur Klage"
	1.5.4. Rechtsbegehren Ziffer 1.a) der Beklagten "zur Widerklage"
	1.5.5. Rechtsbegehren Ziffer 1.b) der Beklagten "zur Widerklage"

	1.6. Streitverkündung/Nebenintervention
	1.7. Eingaben nach Aktenschluss
	1.7.1. Beide Parteien haben nach Abschluss des ordentlichen, zweifachen Schriftenwechsels und damit nach Eintritt des Aktenschlusses (vgl. Art. 229 ZPO) je eine weitere unaufgeforderte Eingabe eingereicht (act. 49; act. 52). Aufgrund des unbedingten R...
	1.8. Übrige Prozessvoraussetzungen

	2. Zivilprozessuale Grundsätze
	3. Mehrvergütung für Zusatzleistungen (Rechtsbegehren Ziffer 1 der Klägerin)
	3.1. Unbestrittener Sachverhalt
	3.2. Streitpunkte
	3.3. Rechtliches
	3.4. Subsumtion
	3.4.1. Vorbemerkung zur Anspruchsgrundlage/Schlüssigkeit des Tatsachenvortrags
	3.4.2. Vorbemerkung zu den Behauptungs- und Substantiierungsanforderungen
	3.4.3. Füllbeton Betonhohldielen und S._____ ...-beton
	3.4.4. Pfählung aus Holz
	3.4.5. Umgebungsarbeiten
	3.4.6. Unterlagsböden in der Halle 02
	3.4.7. Kernbohrung für Kamin/Ofen
	3.4.8. Einbau einer weiteren Türe im Eingangsbereich
	3.4.9. Anfertigung eines Tritts bzw. eines Podests
	3.4.10. Stahltreppe und zwei Staketengeländer
	3.4.11. Brandschutztüre Ei 30
	3.4.12. Kunststeinboden im Lift
	3.4.13. Epoxidharz-Versiegelung des Bodens in der Halle 2
	3.4.14. Glasmosaik- und Feinsteinzeugplatten
	3.4.15. Sockelbleche aus Edelstahl
	3.4.16. Flachdacharbeiten, Kamin
	3.4.17. Privater Transportaufwand
	3.4.18. Anschlussgebühren Wasserleitung
	3.4.19. Brandschutzarbeiten in der Halle 02
	3.4.20. Weissputz und Abrieb in der Attikawohnung
	3.4.21. Brandschutzverkleidungen Garage/Garage Brandschutz Träger
	3.4.22. Elektroarbeiten
	3.4.23. Skontoabzug
	3.4.24. Fälligkeit

	4. Ablösung der Bauhandwerkerpfandrechte (Widerklage)
	4.1. Unbestrittener Sachverhalt und Streitpunkte
	4.2. Subsumtion

	5. Zusammenfassung der Tat- und Rechtsfragen
	5.1. Der Klägerin gelingt es – mit Ausnahme eines zugestandenen Betrages in der Höhe von CHF 99.50 – nicht, die Voraussetzungen von über die vereinbarte globale Pauschalsumme hinausgehenden Mehrvergütungen schlüssig bzw. substantiiert zu behaupten. Ih...
	5.2. Die Beklagte beantragt über die Klageabweisung hinaus auch die Feststellung, dass sie der Klägerin nichts schuldet. Auf diese negative Feststellungsklage ist mangels eines Feststellungsinteresses nicht einzutreten. Auch auf ihre beiden widerklage...

	6. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	6.1. Streitwert
	6.2. Gerichtskosten
	6.3. Parteientschädigungen

	Das Handelsgericht beschliesst:
	1. Auf das Rechtsbegehren Ziffer 2 der Klägerin und Widerbeklagten wird nicht eingetreten.
	2. Die Rechtsbegehren Ziffer 2.5, 2.6 und 3.3 "zur Widerklage" der Beklagten und Widerklägerin werden zufolge Klagerückzugs als erledigt abgeschrieben.
	3. Auf das Rechtsbegehren Ziffer 2 der Beklagten und Widerklägerin "zur Klage" wird nicht eingetreten.
	4. Auf das Rechtsbegehren Ziffer 1.a) der Beklagten und Widerklägerin "zur Widerklage" wird nicht eingetreten.
	5. Auf das Rechtsbegehren Ziffer 1.b) der Beklagten und Widerklägerin "zur Widerklage" wird nicht eingetreten.
	6. Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss nachfolgendem Erkenntnis.
	7. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit dem nachfolgenden Erkenntnis.
	und erkennt sodann:
	1. Die Klage wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
	2. Die Widerklage wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
	3. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 23'800.00.
	4. Die Kosten werden der Klägerin und Widerbeklagten im Betrag von CHF 6'426.00 und der Beklagten und Widerklägerin im Betrag von CHF 17'374.00 auferlegt. Die auferlegten Kosten werden aus den von den Parteien geleisteten Kostenvorschüssen gedeckt. De...
	5. Die Beklagte und Widerklägerin wird verpflichtet, der Klägerin und Widerbeklagten eine reduzierte Parteientschädigung von CHF 19'000.00 zu bezahlen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und an die Nebenintervenientin.
	7. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff...