# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f99b09e7-2dca-558f-a813-e452ae6c3115
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-19
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 19.01.2023 735 22 4 / 12 (735 2022 4 / 12)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_735-22-4---12_2023-01-19.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 19. Januar 2023 (735 22 4 / 12) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Berufliche Vorsorge 

 

 

Zeitlicher Zusammenhang zwischen der Invalidität und der während der Dauer des Vor-

sorgeverhältnisses eingetretenen Arbeitsunfähigkeit bejaht 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Kläger, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, Neu-
arlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach 

  
 
gegen 
 
 

 Sammelstiftung BVG der Allianz Suisse Lebensversicherungs-
Gesellschaft, c/o Allianz Suisse, Rechtsdienst LRD, Postfach, 
8010 Zürich, Beklagte 
 
 
Basellandschaftliche Pensionskasse, Mühlemattstrasse 1B, Post-
fach, 4410 Liestal, Beklagte, vertreten durch Laurence Uttinger, 
Rechtsanwältin, Advokatur für Vorsorge- und Sozialversicherungs-
recht, Alpenstrasse 4, 6300 Zug 
 
 

  
  
Betreff Invalidenrente 

 
 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
A.1 Der 1978 geborene A.____ leidet an einer perinatalen Hirnschädigung. Die IV-Stelle des 
Kantons Solothurn erbrachte diverse Leistungen (medizinische Massnahmen, Hilfsmittel, berufli-
che Massnahmen) und sprach ihm ab 1. Januar 1999 bei einem Invaliditätsgrad von 76 % eine 
ganze Invalidenrente zu (Verfügung vom 6. September 1999). Diese wurde auf Begehren von 
A.____ und mit der Begründung, dass er als Bürofachangestellter uneingeschränkt arbeitsfähig 
sei, per 30. April 2004 aufgehoben (Verfügung vom 18. März 2004). 
 
A.2 Vom 1. Juni 2005 bis 31. Januar 2008 war A.____ im Alters- und Pflegeheim B.____ in 
X.____ als Küchenmitarbeiter angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Basellandschaftlichen 
Pensionskasse (BLPK) berufsvorsorgeversichert. Daran anschliessend arbeitete er bis 28. Feb-
ruar 2008 im Seniorenzentrum C.____ in Y.____ und war ebenfalls bei der BLPK versichert. Her-
nach war er ab dem 23. Oktober 2009 bei der D.____AG in Z.____ in einem Teilzeitpensum als 
Call-Agent tätig und dadurch bei der Sammelstiftung BVG der Allianz Suisse Lebensversiche-
rungs-Gesellschaft (Allianz) für die berufliche Vorsorge versichert. Mit Verfügung vom 5. Novem-
ber 2010 lehnte die IV-Stelle des Kantons Solothurn das Rentengesuch von A.____ vom 13. 
August 2008 bei einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 30 % und einem Invaliditätsgrad 
von 28 % ab. Ab dem 1. September 2011 wurde A.____ bei der D.____AG in einem Vollzeitpen-
sum als Call-Agent angestellt (Arbeitsvertrag vom 29. August 2011). Ab dem 25. Juni 2012 war 
er zu 100 % arbeitsunfähig, worauf die D.____AG das Arbeitsverhältnis per 30. November 2012 
auflöste. 
 
A.3 Am 13. Februar 2013 meldete sich A.____ ein weiteres Mal bei der IV zum Leistungsbe-
zug an. Auf dieses Begehren trat die nunmehr zuständige IV-Stelle des Kantons Basel-Land-
schaft (IV-Stelle) mit der Begründung nicht ein, dass keine erhebliche Veränderung des Gesund-
heitszustands glaubhaft gemacht worden sei (Verfügung vom 25. Juni 2013). Die hiergegen beim 
Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), erho-
bene Beschwerde vom 12. August 2013 zog A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Alter-
matt, am 5. November 2013 zurück, worauf das Beschwerdeverfahren abgeschrieben wurde (Be-
schluss des Präsidenten des Kantonsgerichts 6. November 2013). 
 
A.4 Am 19. März 2014 meldete sich A.____ abermals bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug 
an. Nach Abklärungen, insbesondere Einholung eines polydisziplinären Gutachtens (Expertise 
der asim vom 31. Dezember 2014), sprach ihm die IV-Stelle mit Verfügung vom 13. Mai 2015 bei 
einem Invaliditätsgrad von 100 % rückwirkend ab 1. September 2014 eine ganze Invalidenrente 
zu. 
 
B. Mit Eingabe vom 30. Dezember 2021 erhob A.____, weiterhin vertreten durch Rechts-
anwalt Daniel Altermatt, beim Kantonsgericht Klage gegen die Allianz (Beklagte 1) und die BLPK 
(Beklagte 2). Unter o/e-Kostenfolge liess er beantragen, es sei die Beklagte 1 zu verpflichten, ihm 
mit Wirkung ab 1. Januar 2014 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die Be-
klagte 2 zu verpflichten, ihm rückwirkend ab 1. Juli 2014 eine ganze Invalidenrente zu bezahlen. 
 

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

C.1 Mit Klagantwort vom 17. März 2022 beantragte die Beklagte 1 unter Kostenfolge zu Las-
ten des Klägers, es sei die Klage gegen sie vollumfänglich abzuweisen. Sie vertrat dabei im We-
sentlichen die Auffassung, der Kläger sei nachweislich im Umfang von 28 % invalid und damit 
über 20 % arbeitsunfähig gewesen bevor er in die berufliche Vorsorge der Beklagten 1 aufge-
nommen worden sei, weshalb der Kläger ihr gegenüber keinen Leistungsanspruch besitze. 
 
C.2 Am 18. März 2022 beantragte die Beklagte 2, vertreten durch Rechtsanwältin Laurence 
Uttinger, die Klage sei, soweit sie ihre Leistungspflicht betreffe, vollumfänglich abzuweisen. Zur 
Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass der Kläger während seines Arbeitsver-
hältnisses für die D.____ AG während mehr als 3 Monaten zu über 80 % arbeitsfähig gewesen 
sei. Die hernach eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustands sei nicht auf die peri-
natale Hirnschädigung zurückzuführen, sondern auf die psychiatrische Symptomatik wegen 
schweren Dauermobbings am Arbeitsplatz im Call-Center. 
 
D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren Rechtsbegeh-
ren und im Wesentlichen auch an ihren Begründungen fest (Replik vom 7. Juni 2022, Dupliken 
vom 20. Juni 2022 [Beklagte 2] und vom 11. August 2022 [Beklagte 1]). 
 
E. Nach Beizug der IV-Akten überwies die instruierende Präsidentin der Abteilung Sozial-
versicherungsrecht des Kantonsgerichts mit Verfügung vom 18. August 2022 die Angelegenheit 
der Dreierkammer zur Beurteilung.  
 
F. Mit Eingabe vom 25. August 2022 merkte die Beklagte 1 an, dass der Kläger keine Zins-
forderung gestellt habe. Der Verzugszins würde gemäss den reglementarischen Vorgaben 1 % 
betragen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 73 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- 
und Invalidenvorsorge (BVG) vom 25. Juni 1982 bestimmt sich der Gerichtsstand nach dem 
schweizerischen Sitz oder Wohnsitz der beklagten Partei oder dem Ort des Betriebs, bei dem die 
versicherte Person angestellt worden war, wobei die klagende Partei den Gerichtsstand wählen 
kann (BGE 133 V 488 E. 2.1). Da die Beklagte 2 ihren Sitz in U.____ hat, ist das angerufene 
Kantonsgericht örtlich und – gestützt auf § 54 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die Verfassungs- 
und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 – auch sachlich für die Klage 
vom 30. Dezember 2021 gegen die Beklagte 2 zuständig. In Bezug auf die Klage gegen die Be-
klagte 1 stellt sich die Frage, ob das Kantonsgericht ebenfalls örtlich zuständig ist. Die Beklagte 
1 hat ihren Sitz in V.____, womit sich eine örtliche Zuständigkeit nicht direkt aus Art. 73 Abs. 3 
BVG ergibt. Da die passive subjektive Klagenhäufung nach Art. 15 der Schweizerischen Zivilpro-
zessordnung (ZPO) vom 19. Dezember 2008 im Rahmen der Gerichtsstandsregelung von Art. 
73 Abs. 3 BVG zulässig ist (BGE 133 V 488 E. 4), und sich namentlich bei Streitigkeiten über die 
Abgrenzung der Leistungspflicht mehrerer Vorsorgeeinrichtungen gestützt auf Art. 23 BVG ein 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

einheitlicher Gerichtsstand aufdrängt, ist die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts betref-
fend die Klage gegen die Beklagte 1 zu bejahen. Die örtliche Zuständigkeit des hiesigen Versi-
cherungsgerichts sowie die weiteren formellen Eintretensvoraussetzungen sind denn auch zu 
Recht von den Beklagten nicht bestritten worden. Auf die Klage ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 ist die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) sowie der entsprechenden Bestimmungen des BVG 
in Kraft getreten. In zeitlicher Hinsicht sind vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege-
lungen grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ord-
nenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 
144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Die vorliegend mit Klage vom 30. Dezember 2021 ab 1. 
Januar 2014 resp. 1. Juli 2014 geltend gemachten Rentenleistungen sind entsprechend nach den 
bis 31. Dezember 2021 in Kraft gestandenen Bestimmungen zu beurteilen, welche nachfolgend 
auch in dieser Fassung zitiert werden. 
 
2.1 Nach Art. 23 lit. a BVG haben Personen Anspruch auf Invalidenleistungen, die im Sinne 
der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, 
deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach Art. 24 Abs. 1 BVG hat die 
versicherte Person Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn sie im Sinne der Invalidenversi-
cherung mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine 
halbe Rente, wenn sie mindestens zur Hälfte und auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 
40 % invalid ist. Im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge ist der Begriff der Invalidität 
somit grundsätzlich derselbe wie in der Invalidenversicherung.  
 
2.2 Tritt die Invalidität erst nach Beendigung eines Vorsorgeverhältnisses ein, so setzt die 
Leistungspflicht der betreffenden Vorsorgeeinrichtung einen engen sachlichen und zeitlichen Zu-
sammenhang zwischen der Invalidität und der während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses 
(einschliesslich Nachdeckungsfrist nach Art. 10 Abs. 3 BVG) eingetretenen Arbeitsunfähigkeit 
voraus (BGE 136 V 65 E. 3.1). Der sachliche Konnex ist gegeben, wenn der Gesundheitsscha-
den, der zur Arbeitsunfähigkeit führte, im Wesentlichen auch der Erwerbsunfähigkeit zugrunde 
liegt (BGE 134 V 20 E. 3.2). Die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs setzt voraus, 
dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität 
führte, nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig war. Eine Unterbrechung des zeitlichen 
Zusammenhangs ist dann anzunehmen, wenn während mehr als drei Monaten eine Arbeitsfähig-
keit von über 80 % in einer angepassten Erwerbstätigkeit gegeben ist (Urteil des Bundesgerichts 
vom 28. Mai 2018, 9C_533/2017, E. 2.1.2). Anders verhält es sich, wenn die fragliche, allenfalls 
mehr als dreimonatige Tätigkeit als Eingliederungsversuch zu werten ist oder massgeblich auf 
sozialen Erwägungen des Arbeitgebers beruhte und eine dauerhafte Wiedereingliederung un-
wahrscheinlich war (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Mai 2019, 9C_765/2018, E. 3.2). Diese 
Grundsätze gelten sinngemäss auch, wenn eine Vorsorgeeinrichtung ihre Leistungspflicht mit der 
Begründung verneinen will, eine berufsvorsorgerechtlich bedeutsame Arbeitsunfähigkeit habe 
bereits vor Beginn des Vorsorgeverhältnisses bestanden und ohne wesentliche Unterbrechung 
bis zum Beginn der Versicherungsdeckung angedauert (Urteil des Bundesgerichts vom 20. No-
vember 2012, 9C_273/2012, E. 4.1.2 mit Hinweis). 

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
2.3 Für den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 23 lit. a BVG ist die Einbusse an 
funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf zu verstehen; sie ist relevant, wenn sie 
mindestens 20 % beträgt und sich auf das Arbeitsverhältnis sinnfällig auswirkt oder auswirkte 
(Urteil des Bundesgerichts vom 28. Dezember 2012, 9C_536/2012, E. 2.1.3 mit weiteren Hinwei-
sen). Zwar bedarf es zum (rechtsgenüglichen) Nachweis einer vorsorgerechtlich relevanten Ein-
busse an funktionellem Leistungsvermögen nicht zwingend einer echtzeitlich attestierten Arbeits-
unfähigkeit, es darf aber nicht auf einen hinreichend klaren Nachweis verzichtet werden. Nach-
trägliche Annahmen und spekulative Überlegungen, so beispielsweise eine erst nach Jahren 
rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit, reichen nicht aus. Von einer 
echtzeitlichen ärztlichen Bestätigung kann insbesondere dann abgesehen werden, wenn andere 
Umstände – zum Beispiel eine prozentmässige zeitliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit, 
ein Abfall der Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers 
oder gehäufte aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle – den Schluss 
nahelegen, dass objektiv betrachtet gesundheitliche Gründe für eine arbeitsrechtlich in Erschei-
nung getretene (sinnfällige) Leistungseinbusse zu bejahen sind (Urteile des Bundesgerichts vom 
25. Januar 2019, 9C_333/2018, E. 6.2.1, und vom 6. Mai 2019, 9C_765/2018, E. 3.3.2). In die-
sem Zusammenhang ist gemäss bundesgerichtlicher Praxis eine zuverlässige Einschätzung des 
zeitlichen Zusammenhangs nur möglich, wenn die Entwicklung gesamthaft betrachtet wird, wobei 
die Frage, ob eine nachhaltige Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit möglich war, auch im Lichte 
von Erkenntnissen zu beurteilen ist, die erst später gewonnen werden (Urteil des Bundesgerichts 
vom 21. Juni 2018, 9C_100/2018, E. 4.2.2).  
 
2.4 Praxisgemäss sind die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvor-
sorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsun-
fähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrads) gebunden, wenn die Vor-
sorgeeinrichtung rechtzeitig ins invalidenversicherungsrechtliche Verfahren einbezogen und ihr 
die IV-Rentenverfügung eröffnet wurde und die IV-rechtliche Beurteilung des Sachverhalts auf-
grund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (Urteil 
des Bundesgerichts vom 31. August 2016, 9C_246/2016, E. 5.2). 
 
3.1 Schliesslich ist auf folgende verfahrensrechtliche Grundsätze hinzuweisen: Zur Beurtei-
lung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässlicher medizinischer 
Entscheidungsgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis). Das Gericht hat diese nach dem 
für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung – wie alle 
anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Pro-
zess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des 
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfas-
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 
Schlussfolgerungen begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a). 
 
3.2 Gemäss dem im Sozialversicherungsverfahren geltenden Untersuchungsgrundsatz ha-
ben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen und ohne Bindung 
an die Parteibegehren für die richtige und vollständige Feststellung des Sachverhaltes zu sorgen 
(Art. 73 Abs. 2 BVG; BGE 125 V 193 E. 2, 122 V 157 E. 1a). Dabei schliesst der Untersuchungs-
grundsatz die Beweislast im Sinne einer Beweisführungspflicht begriffsnotwendig aus. Die Par-
teien tragen in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Ent-
scheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 
Rechte ableiten will. Demzufolge liegt die Beweislast bei anspruchsbegründenden Tatfragen bei 
jener Partei, die den Anspruch geltend macht (Urteil des Bundesgerichts vom 3. September 2018, 
9C_523/2018, E. 1.2). Diese Beweisregel kommt allerdings erst dann zur Anwendung, wenn es 
sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweis-
würdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahrscheinlichkeit 
für sich hat, der Wahrheit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b mit Hinweisen). 
 
4.1 Aus den vorliegenden Unterlagen ergibt sich Folgendes: 
 
4.2 Die IV-Stelle des Kantons Solothurn liess den Kläger durch den Regionalen Ärztlichen 
Dienst (RAD) untersuchen. Im Bericht vom 8. Juni 2010 führte der RAD-Arzt dipl. med. E.____, 
Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, aus, der Versicherte gebe an, seit 
Oktober 2009 in einem neu gegründeten Call-Center zu arbeiten. Anfänglich sei nicht viel zu tun 
gewesen. Mittlerweile arbeite er von Montag bis Samstag zwischen fünf bis sieben Stunden pro 
Tag. Er sei für die Datenerfassung und für die Beratung von verschiedensten Unternehmen zu-
ständig. Bei dieser Arbeit komme er zeitweise unter Druck und es würden bei längerer Arbeit 
Konzentrationsprobleme auftreten. lnsgesamt sei man mit ihm zufrieden. Er brauche jedoch et-
was länger, um neue Dinge zu erlernen. Der RAD-Arzt hielt weiter fest, dass aufgrund der peri-
natalen Hirnschädigung leichte Konzentrationsstörungen, eine leichte Verlangsamung, leichte 
Auffassungsschwierigkeiten und eine leichte Lernbehinderung vorhanden seien. Zusätzlich sei 
eine gewisse Affektlabilität festzustellen, wobei es bei psychischer Überlastung zu einer Gereizt-
heit und zu depressiven Verstimmungen kommen könne. Schwerwiegende psychiatrische Stö-
rungen seien aber nicht eruierbar. Dem Versicherten sei eine leichte bis mittelschwere Bürotätig-
keit bei vollem Pensum zumutbar. Bei längerer Belastung würden sich Zeichen der Erschöpfung, 
eine Verlangsamung und eine erhöhte Fehlerquote zeigen. Insgesamt könne bei ganztägiger 
Präsenz von einer etwa 30%igen Leistungsminderung ausgegangen werden. Auf ausreichende 
Pausenzeiten und ein wohlwollendes, möglichst stressarmes Arbeitsumfeld sei zu achten.  
 
4.3 Am 16. November 2009 unterzeichnete der Kläger einen unbefristeten Arbeitsvertrag auf 
Abruf mit der D.____AG. Sodann unterschrieb er am 29. August 2011 einen weiteren Arbeitsver-
trag. Darin wurde eine am 1. September 2011 beginnende Anstellung als Call Agent mit einem 
100%igen Beschäftigungsgrad bei einer Soll-Arbeitszeit von 42 Stunden pro Woche und einem 
monatlichen Basissalär von Fr. 3'760.-- vereinbart.  

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
4.4 Am 14. März 2014 bestätigte der behandelnde Arzt Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie 
und Psychotherapie, den Kläger seit dem 25. Juni 2012 wegen einer schweren Depression zu 
behandeln. Dieser habe bei der D.____AG eine Anstellung gefunden und sei den Anforderungen 
zunächst gut gewachsen gewesen. Mit der Zeit hätten dessen Leistungen die Arbeitgeberin aber 
nicht mehr zufrieden gestellt. Der Druck habe zugenommen, worauf der Kläger Überstunden ge-
leistet und auf Ferien verzichtet habe. Dennoch sei seitens der Arbeitgeberin im Juni 2012 die 
Kündigung erfolgt. Dr. F.____ bescheinige seit dem 25. Juni 2012 eine vollständige Arbeitsunfä-
higkeit. 
 
4.5 Die IV-Stelle liess den Kläger durch die asim bidisziplinär (rheumatologisch/psychiatrisch 
[inkl. neuropsychologische Abklärungen]) begutachten. Am 31. Dezember 2014 diagnostizierten 
die medizinischen Experten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische Belas-
tungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1), eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symp-
tome (ICD-10 F32.2), einen Status nach perinataler Hirnschädigung mit Entwicklungsverzöge-
rung, ein grenzwertiges intellektuelles Leistungsvermögen, eine mittelschwere neurologische 
Störung und eine idiopathische thorako-lumbale Skoliose seit der Kindheit (ICD-10 M41.0). Im 
psychiatrischen Teilgutachten wurde ausgeführt, dass beim Kläger eine Cerebralparese aufgrund 
einer perinatalen Hirnschädigung mit mittelschwerem psychomotorischem Entwicklungsrück-
stand und kognitiven Störungen bestünden, welche bereits im Vorschulalter Fördermassnahmen 
notwendig gemacht hätten. Diese seien über den gesamten Verlauf der Primar- und Sekundar-
schule sowie Berufsausbildung weitergeführt worden. Ein Lehrabschluss als Koch sei gescheitert. 
Mit zusätzlichem Stützunterricht und Nachhilfe habe der Kläger die Ausbildung als Kochfachan-
gestellter abschliessen können. Er sei jedoch für ein Praktikum oder eine Anstellung in der freien 
Wirtschaft als nicht vermittelbar eingeschätzt worden. Zu jenem Zeitpunkt sei seine Leistung mit 
maximal 25 % eingeschätzt worden. Es seien kurzzeitige Anstellungen an geschützten Arbeits-
plätzen erfolgt, welche aber aufgrund ungenügender Leistungen seitens der Arbeitgeber beendet 
worden seien. Der Kläger habe mit intensiver Förderung ein Bürofachdiplom abgeschlossen und 
sich um Arbeitsstellen auf dem ersten Arbeitsmarkt bemüht. Dabei sei er immer wieder wegen 
unzureichenden Leistungen gescheitert. Das längste Arbeitsverhältnis von zweieinhalb Jahren 
im Alters- und Pflegeheim B.____ habe Ende Januar 2008 geendet. Die Anstellung bei der 
D.____AG sei wegen ungenügender Leistungen am 25. Juni 2012 gekündigt worden. Während 
der Exploration würden sich eine deutliche kognitive Verlangsamung sowie eine reduzierte Auf-
merksamkeits- und Konzentrationsleistung zeigen, welche zum einen durch die schwere depres-
sive Symptomatik und zum anderen durch das Vorliegen eines primär vorliegenden Geburtsge-
brechens erklärbar sei. In der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung sei eine mittel-
schwere neuropsychologische Störung mit Minderleistung in allen geprüften Funktionsbereichen 
festzustellen. Die Befunde seien im Rahmen der psychiatrischen Symptomatik erklärbar. Die ak-
tuellen Testergebnisse seien überlagert durch die mittelschwere Depression und die PTBS. Die 
kognitiven Einschränkungen und die schwere depressive Symptomatik würden zu einer perma-
nenten Überforderung des Klägers in Alltag und Beruf führen. Die PTBS stehe in einem direkten 
Zusammenhang mit der Arbeit im Call-Center seit Januar 2012. Ab diesem Zeitpunkt sei es zu 
einer zunehmenden Isolation, sozialen Vermeidungssituation und einer zunehmenden depressi-

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ven Symptomatik gekommen. Die eingeschränkte Funktionalität des Klägers stünde im Zusam-
menanhang mit der PTBS, der schweren depressiven Symptomatik sowie den kognitiven Störun-
gen. Die Dekompensation des Klägers falle in die Zeit der Kündigung durch die letzte Arbeitge-
berin. Er sei seit Januar 2012 vollständig arbeitsunfähig (vgl. Gutachten, S. 5). Im psychiatrischen 
Teilgutachten vom 3. November 2014 wird ab Juni 2012 eine vollständige Arbeitsfähigkeit attes-
tiert (vgl. ebenda, S. 8). 
 
5.1 Zu prüfen ist zunächst, ob die Beklagte 1 eine Leistungspflicht trifft. Diese verweist auf die 
Verfügung der IV-Stelle des Kantons Solothurn vom 5. November 2010 und macht gestützt darauf 
geltend, dass der Kläger bereits bei Antritt des Arbeitsverhältnisses mit der D.____AG in einem 
Umfang von 28 % invalid und damit mehr als 20 % arbeitsunfähig gewesen sei. Dies wird vom 
Kläger nicht grundsätzlich in Abrede gestellt. Vielmehr räumt er ein, zu Beginn des Arbeitsver-
hältnisses lediglich in einem Teilzeitpensum tätig gewesen zu sein. Er macht aber geltend, auf-
grund einer Verbesserung seines Gesundheitszustands während mehr als drei Monaten in einem 
Vollpensum bei der D.____AG gearbeitet zu haben, womit der zeitliche Konnex unterbrochen 
worden sei. 
 
5.2 Der Sichtweise des Klägers ist beizupflichten. Zwar litt er aufgrund der perinatalen Hirn-
schädigung seit jeher unter Einschränkungen (leichte Konzentrationsstörungen, leichte Verlang-
samung, leichte Auffassungsschwierigkeiten, leichte Lernbehinderung, Affektlabilität, vgl. E. 4.2 
hiervor). Sodann wurde im neuropsychologischen Teilgutachten der asim vom 25. November 
2014 das intellektuelle Leistungsvermögen – nur, aber immerhin – als "grenzwertig" eingeordnet. 
Entscheidend fällt jedoch ins Gewicht, dass der Kläger gemäss Arbeitsvertrag vom 29. August 
2011 ab 1. September 2011 bis zum Eintritt der Arbeitsunfähigkeit am 25. Juni 2012 (vgl. Bericht 
von Dr. F.____ vom 14. März 2014 und das entsprechende psychiatrische Teilgutachten der asim 
vom 3. November 2014) bei der D.____ AG in einem Vollzeitpensum tätig war. Dabei ist von 
Bedeutung, dass aufgrund der vorliegenden Akten vor dem Eintritt der ärztlich bescheinigten Ar-
beitsunfähigkeit am 25. Juni 2012 weder echtzeitlich attestierte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigun-
gen noch eine prozentmässige zeitliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit noch ein Abfall der 
Leistungen mit entsprechender Feststellung oder gar Ermahnungen des Arbeitgebers noch ge-
häufte aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle ausgewiesen sind, die 
den Schluss nahelegen, dass objektiv betrachtet bereits vor dem 25. Juni 2012 gesundheitliche 
Gründe für eine arbeitsrechtlich in Erscheinung getretene (sinnfällige) Leistungseinbusse zu be-
jahen wären. Sodann ist aufgrund der Tatsache, dass die Kündigung der Arbeitsstelle durch die 
Arbeitgeberin (erst) im Juni 2012 erfolgte, davon auszugehen, dass der Kläger zunächst die von 
ihm erwartete Leistung erbrachte. Andernfalls hätte die D.____AG das Arbeitsverhältnis überwie-
gend wahrscheinlich schon früher aufgelöst. Auch dem Bericht von Dr. F.____ vom 14. März 
2014 ist zu entnehmen, dass der Kläger im Vollpensum den Anforderungen "zunächst gut ge-
wachsen" gewesen sei, seine Leistungen dann aber "mit der Zeit" den Arbeitgeber nicht mehr 
zufrieden gestellt hätten. Ab welchem Zeitpunkt der Arbeitgeber mit den Leistungen des Klägers 
nicht mehr zufrieden war, resp. ob bereits vor dem 25. Juni 2012 gesundheitliche Gründe arbeits-
rechtlich in Erscheinung traten, ergibt sich aus den vorliegenden Akten nicht. Hierzu hatte auch 
die bereits im Jahr 2012 (vgl. Antwortbeilage 4) involvierte Beklagte 1 keine zeitnahen Abklärun-
gen bei der D.____AG vorgenommen. Da das Arbeitsverhältnis mit der D.____AG vor mehr als 

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

zehn Jahren aufgelöst wurde, ist nicht zu erwarten, dass von zusätzlichen Abklärungen bei der 
ehemaligen Arbeitgeberin zuverlässige neue Erkenntnisse zu erwarten wären, weshalb, darauf 
verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b). Demnach bestand 
gestützt auf die vorliegenden Akten vor dem 25. Juni 2012 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
keine relevante Arbeitsunfähigkeit. Selbst wenn aufgrund der Angaben im asim-Gutachten vom 
31. Dezember 2014 davon ausgegangen würde, dass sich der Gesundheitszustand des Klägers 
bereits ab Januar 2012 zunehmend verschlechterte und sich Einbussen in der Leistungsfähigkeit 
manifestiert hätten, verfügte dieser mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens seit 1. Sep-
tember 2011 (Anstellung als Call-Agent in einem 100%-Pensum) bis 31. Dezember 2011 und 
damit jedenfalls während mehr als drei Monaten über eine Arbeitsfähigkeit von mehr als 80 %. 
Im Weiteren wird weder behauptet noch ist ersichtlich, dass es sich beim Lohn, den der Kläger 
für seine Arbeit bei der D.____AG erhielt, um einen Soziallohn handelte. Gesicherte Anhalts-
punkte dafür, dass die Tätigkeit für die D.____AG ein blosser Arbeitsversuch war, sind ebenfalls 
nicht erkennbar. Selbst wenn aufgrund der Berufsbiographie des Beschwerdeführers der Cha-
rakter eines Arbeitsversuchs zu bejahen wäre, würde dies nichts daran ändern, dass der Kläger 
spätestens ab 1. September 2011 während mehrerer Monate über eine höher als 80 % liegende 
Arbeitsfähigkeit verfügte und deren Verwertung nicht zum Vornherein zum Scheitern verurteilt 
war. Denn hätten bezüglich der Arbeitsfähigkeit von Beginn an Zweifel bestanden, wäre die 
D.____AG kaum zur Anstellung des Klägers in einem Vollzeitpensum mit einem fixen Monatssa-
lär bereit gewesen. 
 
5.3 Nach dem Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass 
der enge zeitliche Konnex zwischen der vorbestehenden Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit 
und der Arbeitsunfähigkeit, die zur Invalidität geführt hat, unterbrochen wurde. Aufgrund des mas-
sgebenden Gutachtens der asim vom 31. Dezember 2014 ist weiter erstellt, dass die einge-
schränkte Funktionalität des Klägers im Zusammenanhang mit der PTBS und der schweren de-
pressiven Symptomatik steht und die neuropsychologischen Befunde primär im Rahmen der psy-
chiatrischen Symptomatik erklärbar sind. Die aktuellen Testergebnisse in Bezug auf die perina-
tale Hirnschädigung sind nach Auffassung der medizinischen Experten überlagert durch die mit-
telschwere Depression und die PTBS (vgl. E. 4.5 hiervor). Damit steht fest, dass die vollständige 
Arbeitsunfähigkeit, welche zur Zusprache der Invalidenrente führte, auf die psychiatrischen Diag-
nosen zurückzuführen ist. Der Kläger begab sich erstmals am 25. Juni 2012 zu Dr. F.____ in 
psychiatrische Behandlung. Dieser attestierte wegen einer schweren Depression ab Behand-
lungsbeginn eine dauerhafte vollständige Arbeitsunfähigkeit (vgl. Bericht von Dr. F.____ vom 14. 
März 2014 und das entsprechende psychiatrische Teilgutachten der asim vom 3. November 
2014). Folglich ist die Beklagte 1 für die – gemäss asim Gutachten vom 31. Dezember 2014 – 
während der Anstellung bei der D.____AG infolge der PTBS sowie der depressiven Symptomatik 
eingetretenen Leistungseinbusse von 100 %, die als erheblich im berufsvorsorgerechtlichen Sinn 
zu qualifizieren ist, leistungspflichtig, da der Kläger bei ihr seit 1. Mai 2010 (vgl. S. 3 Ziff. 2 der 
Klagantwort vom 17. März 2022) vorsorgeversichert war. 
 
5.4 Damit steht fest, dass der Kläger gegenüber der Beklagten 1 aus der beruflichen Vorsorge 
Anspruch auf eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % hat. Die Allge-
meinen Reglementsbestimmungen (ARB) der Beklagten 1 sehen in Ziffer 4.3.4 vor, dass der 

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Anspruch auf Ausrichtung von Renten mit Ablauf der in den besonderen Reglementsbestimmun-
gen (BRB) festgelegten Wartefrist entsteht. Er wird aufgeschoben, solange die versicherte Per-
son den vollen Lohn oder Taggelder aus der Kranken-, Invaliden- oder Unfallversicherung in der 
Höhe von 80 % des entgangenen Lohns bezieht. Nach Ziffer 1.4 BRB beträgt die Wartefrist 24 
Monate. Vorliegend beginnt die Wartefrist gemäss den Reglementen der Vorsorgestiftung (spä-
testens) ab dem 25. Juni 2012 zu laufen. Unter Anrechnung der Wartefrist und unter Berücksich-
tigung, dass die maximale Leistungsdauer der Lohnausfallversicherung per 24. Juni 2014 erreicht 
war (vgl. Klagebeilage 20), entsteht der Rentenanspruch ab 1. Juli 2014. Weitere gesetzliche 
bzw. reglementarische Leistungen (Befreiung von der Beitragszahlungspflicht, Verzugszinsen) 
beantragt der Kläger in diesem Verfahren nicht. Nach dem Gesagten ist die Klage in dem Sinne 
teilweise gutzuheissen ist, als die Beklagte 1 verpflichtet wird, dem Kläger ab 1. Juli 2014 eine 
Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % auszurichten. Demzufolge ist die 
gegen die Beklagte 2 gerichtete Klage abzuweisen. 
 
6.1 Gemäss Art. 73 Abs. 2 BVG i.V.m. § 20 Abs. 2 VPO ist das Verfahren vor dem kantona-
len Versicherungsgericht in der Regel kostenlos. Es sind deshalb keine Verfahrenskosten zu er-
heben. 
 
6.2 Der Kläger ist mit seinem Rechtsbegehren durchgedrungen. Damit ist ihm eine Partei-
entschädigung zu Lasten der Beklagten 1 zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Klägers wurde 
mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 18. August 2022 aufgefordert, innert unerstreckbarer 
Frist bis zum 1. September 2022 seine aktualisierte Honorarnote nach Zeitaufwand einzureichen. 
Gleichzeitig wurde er darauf hingewiesen, dass das Honorar nach Ermessen festgesetzt werde, 
falls bis zum genannten Termin keine Honorarnote eingehen sollte. In der Folge liess der Rechts-
vertreter dem Kantonsgericht keine Kostennote zukommen, weshalb die Parteikosten durch das 
Kantonsgericht festgelegt werden, wobei die Bemühungen zu dem in Sozialversicherungsprozes-
sen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von 
Fr. 250.-- (vgl. 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte) zu entschädigen sind. In 
Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen sowie des doppelten Schriften-
wechsels erscheint es angemessen, einen Aufwand von insgesamt 10 Stunden und eine Ausla-
genpauschale von insgesamt Fr. 50.-- zu entschädigen. Dem Kläger ist deshalb eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 2'746.35 (10 Stunden à Fr. 250.-- und Auslagen von Pauschal 
Fr. 50.-- zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beklagten 1 zuzusprechen. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. In teilweiser Gutheissung der Klage wird die Sammelstiftung BVG der 
Allianz Suisse Lebensversicherungs-Gesellschaft verpflichtet, dem Klä-
ger ab 1. Juli 2014 eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditäts-
grad von 100 % auszurichten. Die gegen die Basellandschaftliche Pen-
sionskasse gerichtete Klage wird abgewiesen. 

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Sammelstiftung BVG der Allianz Suisse Lebensversicherungs-Ge-
sellschaft hat dem Kläger eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 
2'746.35 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 

Gegen diesen Entscheid hat die Sammelstiftung BVG der Allianz Suisse Lebensversicherungs-
Gesellschaft am 23. März 2023 Beschwerde beim Bundesgericht erhoben (siehe nach Vorlie-
gen des Urteils: Verfahrens-Nr. 9C_226/2023). 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht