# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a033fb38-13df-52a4-b06c-04a70cef77cf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 07.12.2023 IV 2023/105
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2023-105_2023-12-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/105

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 01.02.2024

Entscheiddatum: 07.12.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 07.12.2023
Art. 8 IVG; Art. 43 Abs. 1 ATSG: Berufliche Massnahmen. Rückweisung zur 
weiteren Abklärung. Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Dezember 2023, IV 
2023/105).

Entscheid vom 7. Dezember 2023

Besetzung

Präsidentin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichterin Tanja Petrik-Haltiner 

und Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

IV 2023/105

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Dina Raewel, Raewel Advokatur, 

Gotthardstrasse 52, 8002 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

berufliche Massnahmen

Sachverhalt

A.  

Am 24. Mai 2022 meldete sich A.___ (nachfolgend: Versicherte) bei der IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) für berufliche Massnahmen und 

Rentenleistungen an (IV-act. 7; zur Früherfassung vgl. IV-act. 3 ff.). Zuletzt war sie vom 

16. Mai bis 31. Dezember 2019 als Mitarbeiterin Assembly über die B.___ AG angestellt 

gewesen (IV-act. 18-2). Nach einem Unfall vom 30. November 2019 (act. G 5.2-2), bei 

welchem sie sich eine mehrfragmentäre, gering dislozierte Humeruskopffraktur links 

sowie eine mehrfragmentäre, nach dorsal abgekippte Fraktur der proximalen Phalanx 

von Dig. IV und eine eingestauchte, nahezu undislozierte Fraktur der Basis der mittleren 

Phalanz von Dig. IV des linken Fusses mit Subluxationsfehlstellung im PIP von Dig. IV 

zugezogen hatte (act. G 5.2-18), war sie ab dem 1. Dezember 2019 zu 100 % 

arbeitsunfähig geschrieben worden (act. G 5.2-5). Die Schweizerische 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) war für die Kosten der Heilbehandlung des 

Unfallereignisses aufgekommen und hatte Taggelder erbracht (vgl. act. G 5.2-11). Nach 

einer kreisärztlichen Untersuchung vom 8. November 2021 (act. G 5.2-198) und einer 

ergänzenden Aktenbeurteilung vom 25. November 2021 (act. G 5.2-205) hatte die Suva 

mit Schreiben vom 9. Dezember 2021 ihre Versicherungsleistungen für Heilbehandlung 

mit sofortiger Wirkung und ab dem 1. Februar 2022 ihre Taggeldleistungen eingestellt. 

Zur Begründung hatte sie angeführt, dass gemäss der kreisärztlichen Beurteilung der 

medizinische Endzustand erreicht sei, womit die Versicherungsleistungen enden 

würden. Die Versicherte gelte ab sofort als zu 100 % arbeitsfähig. Auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt sehe das Belastungsprofil einen ganztägigen Arbeitseinsatz vor ohne 

Belastungslimite bis zur Schulterhöhe. Darüber hinaus sollten ausschliesslich repetitive 

Ausführungen körperfern mit Gewichtsbelastungen von über 5 kg nicht mehr 

durchgeführt werden. Gelegentliche Arbeitsverrichtungen körperfern bis zu 10 kg sowie 

A.a. 

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das gelegentliche Besteigen von Leitern oder Gerüsten seien jedoch zumutbar. 

Vibrationsbelastende Tätigkeiten und Kälteexpositionen sollten vermieden werden (act. 

G 5.2-209-1 f.).

In einem ärztlichen Bericht an die IV-Stelle vom 10. Juni 2022 hielt Dr. med. C.___, 

FMH Innere Medizin, Ärztehaus D.___, fest, dass die Versicherte an einer proximalen 3-

Fragment-Humerusfraktur links mit sekundärer Traumatisierung vom 7. Dezember 2019 

nach einem tätlichen Angriff und einer subjektiven Kraftminderung sowie einer 

Sensorikstörung im linken Arm (DD Somatisierungsstörung), einer mehrfragmentären 

Fraktur des Caput der proximalen Phalanz von Dig. IV sowie einer primär biliären 

Cholangitis mit Leberzirrhose leide. Als Funktionsausfälle mit Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit nannte er eine Kraftlosigkeit, eine Bewegungseinschränkung und das 

Fallenlassen von Gegenständen aus der linken Hand. Er attestierte der Versicherten bis 

zum 1. April 2022 eine 100%ige und seither eine 65 bis 70%ige Arbeitsunfähigkeit. 

Eine leichte Arbeit ohne Überkopfarbeit hielt er für möglich, ohne die zumutbare Dauer 

abschätzen zu können. Er verneinte das Vorliegen von Gründen, die gegen einen 

sofortigen Beginn der Wiedereingliederung sprechen würden. Laufende oder geplante 

Behandlungsmassnahmen bestünden nicht (IV-act. 19-1 f.; zu den beigelegten 

Facharztberichten, laut denen sich keine Hinweise auf eine neurogene Ursache der 

beklagten Beschwerden finden liessen; vgl. IV-act. 19-3 ff.).

A.b. 

In einer Aktenbeurteilung vom 18. Juli 2022 kam der regionale ärztliche Dienst 

(RAD) zum Schluss, dass die seitens Dr. C.___ attestierte Arbeitsunfähigkeit von 70 % 

nicht nachvollziehbar sei. Aus arbeitsmedizinischer und versicherungsmedizinischer 

Sicht sei spätestens seit dem 2. August 2021 (Bericht Handchirurgie) eine volle Präsenz 

von acht bis neun Stunden täglich an fünf Tagen in der Woche medizinisch theoretisch 

möglich, wobei maximal eine 20%ige Einschränkung der Leistung wegen einer 

verminderten allgemeinen körperlichen Belastbarkeit bei dekompensierter 

Leberzirrhose bestehe. Während allfälliger Operationen des dritten und vierten Fingers 

links wäre zweimalig eine Arbeitsunfähigkeit von vier bis sechs Wochen plausibel 

erklärbar. Gemäss der Suva sei spätestens seit der kreisärztlichen Untersuchung vom 

9. (recte: 8.) November 2021 eine volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 

gegeben. Eine weitere medizinische Abklärung sei nur angezeigt, wenn die 

Eingliederung nicht möglich sei. Sofern Dr. C.___ im Gegensatz zu den Einschätzungen 

A.c. 

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der Suva und des RAD auf der hohen, attestierten Arbeitsunfähigkeit von 65-70 % 

bestehe, sollte eine Rückfrage an ihn erfolgen. Eine Eingliederung könne auch ohne 

weitere Berichte gestartet werden (IV-act. 20-4).

Aufgrund einer entsprechenden Rückfrage durch die IV-Stelle (IV-act. 21) erklärte 

Dr. C.___ am 29. August 2022, dass er der Versicherten weiterhin eine 

Arbeitsunfähigkeit von 70 % attestiere. In der kreisärztlichen Beurteilung vom 9. 

November 2021 seien die Beschwerden der Versicherten bezüglich des linken Arms 

und der linken Hand ausführlich beschrieben worden. Daran habe sich bis zum 

aktuellen Tag nichts geändert. Vielmehr gebe die Versicherte an, dass die Schwäche 

eher zunehme und ihr noch immer Gegenstände aus der linken Hand fallen würden. Die 

Versicherte sei seines Wissens vor ihrem Unfall in der Paketlogistik tätig gewesen. 

Dabei habe sie auch Überkopfarbeiten leisten müssen. Diese Tätigkeit sei seines 

Erachtens zurzeit nicht möglich. Seit November 2021 sei keine weitere Diagnostik 

veranlasst worden. Die Leberzirrhose beeinflusse seines Erachtens die Arbeitsfähigkeit 

nicht (IV-act. 26-1).

A.d. 

In einer Aktenbeurteilung vom 29. November 2022 hielt der RAD fest, dass von Dr. 

C.___ für die angestammte Tätigkeit eine hohe Arbeitsunfähigkeit wegen der 

Beschwerden im linken Arm attestiert werde, die dieser klinisch nicht beschreibe und 

auch nicht objektiviere, sondern dabei einzig auf die Angaben der Versicherten 

abstelle. Die Differenz zwischen der Einschätzung von Dr. C.___ und derjenigen des 

RAD bzw. der Suva bestehe in der unterschiedlichen Einschätzung des beruflichen 

Belastungsprofils und dem Zeitpunkt, ab dem die von Dr. C.___ als möglich 

eingeschätzte leichte Tätigkeit ohne Arbeit über Kopfhöhe möglich sei. Aus Sicht des 

RAD könne weiterhin auf die Beurteilung der Suva abgestellt werden, wonach 

spätestens seit dem 8. November 2021 eine volle Arbeitsfähigkeit in der angestammten 

Tätigkeit vorliege, sofern mit dem linken Arm keine Lasten über 5 kg regelmässig 

gehoben werden müssten. Eine Bewegungseinschränkung der beiden Finger an der 

linken Hand, die bei der Versicherten nur als Assistenzhand diene, spiele keine 

massgebliche Rolle, da keine feinmotorischen Arbeiten ausgeführt würden. Ausserdem 

könne diese Bewegungseinschränkung durch einen operativen Eingriff mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit mit nur kurzer Arbeitsunfähigkeit behoben werden. 

Die Widersprüche im geschilderten Belastungsprofil könnten aufgrund der vorliegenden 

A.e. 

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Akten nicht aufgelöst werden, weshalb das Belastungsprofil eingeholt werden sollte. 

Auch sollten von Dr. C.___ sämtliche aktuellen neurologischen, chirurgischen und 

unfallchirurgischen Berichte zur Verfügung gestellt werden. Wenn die Differenz in der 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit zwischen Suva/RAD einerseits sowie Dr. C.___ 

andererseits bestehen bleibe, sei eine orthopädische und neurologische Begutachtung 

angezeigt. Die Eingliederung könne auch ohne weitere Berichte gestartet werden (IV-

act. 29-2 f.).

In einem Telefonat mit dem RAD vom 30. November 2022 erklärte Dr. C.___, dass 

die letzte Tätigkeit der Versicherten diejenige im E.___ gewesen sei. Er habe diese 

Paketlogistik genannt, da er keine Detailkenntnisse über diese Tätigkeit habe. Er 

verfüge über keine weiteren Berichte. Er habe die Versicherte bei Fachärzten abklären 

lassen wollen, was diese aufgrund des hohen Selbstbehaltes abgelehnt habe. 

Allgemein sei die Kommunikation mit der Versicherten eher schwierig (IV-act. 30). In 

einer gleichentags erstellten Aktennotiz der IV-Stelle über ein Telefonat mit dem RAD 

wurde festgehalten, dass der Widerspruch betreffend die Tätigkeit nun geklärt sei. Es 

müsse daher kein Belastungsprofil eingeholt werden. Da Dr. C.___ auch keine weiteren 

Berichte vorlägen und die Mediziner der Suva sowie der RAD einstimmig von einer 

vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgehen würden, würden 

berufliche Massnahmen und Rentenleistungen abgewiesen (IV-act. 31).

A.f. 

Mit Vorbescheid vom 1. Dezember 2022 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Ablehnung des Gesuchs um berufliche Massnahmen in Aussicht, da keine 

gesundheitliche Beeinträchtigung festgestellt worden sei, welche zu anhaltenden 

Funktionseinschränkungen führe und eine Arbeitsunfähigkeit begründe (IV-act. 33).

A.g. 

Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 

D. Raewel, Zürich, am 17. Januar 2023 einen Einwand (IV-act. 40), worin sie die IV-

Stelle unter anderem darüber informierte, dass sie am 28. August 2022 einen weiteren 

Unfall erlitten habe, bei welcher ein Holzbrett auf ihre Schulter gestürzt sei (zur 

diesbezüglichen Schadenmeldung UVG vgl. act. G 5.1-1 und 5.2-238). Es sei somit zu 

einer Retraumatisierung ihrer Schulter gekommen. Seit dem Unfall sei sie aktuell bis auf 

Weiteres wieder zu 100 % arbeitsunfähig. Sie beziehe im Zusammenhang mit dem 

erneuten Unfall seit dem 1. September 2022 wiederum Taggelder der Suva (IV-act. 40). 

A.h. 

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Die IV-Stelle holte in der Folge die Suva-Akten ein (vgl. IV-act. 42, 47, 51 und 53; act. G 

9.2).

In einer von der Suva veranlassten versicherungsmedizinischen Beurteilung vom 

23. März 2023 (act. G 5.1-43, 5.2-233 und 9.2-263) kam Dr. med. F.___, Fachärztin 

Allgemeine Innere Medizin, zum Schluss, dass die Gesundheit der Versicherten in der 

vom Unfall vom 28. August 2022 betroffenen Körperregion mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit schon vor dem Unfallereignis beeinträchtigt gewesen sei. Es hätten 

degenerative Veränderungen der Rotatorenmanschette mit Tendinopathie der 

Supraspinatus-, Infraspinatus- und Subscapularissehne sowie eine AC-

Gelenksarthrose bestanden (vgl. dazu die MRT-Untersuchung vom 27. Februar 2023; 

act. G 5.1-37). Wider Erwarten sei es entgegen ihrer kreisärztlichen Einschätzung vom 

9. November 2021 (act. G 5.2-208) zur Ausbildung einer mässigen Omarthrose links 

gekommen infolge Einstauchung, Dezentrierung und Fehlbelastung des Gelenks. Diese 

mässige Omarthrose sei retrospektiv auf das Ereignis vom 30. November 2019 

zurückzuführen. Durch das aktuelle Unfallereignis vom 28. August 2022 sei es zu einer 

Aktivierung dieser Omarthrose gekommen ohne zusätzliche objektivierbare strukturelle 

Unfallfolgen. Die MRT-Untersuchung vom 27. Februar 2023 (act. G 5.1-37) zeige 

diesbezüglich blande Befunde. Gemäss Reintegrationsleitfaden sei bei Prellungen 

leichten Grades von keiner Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Aufgrund des Vorschadens 

an der linken Schulter dürfe jedoch von einer dreimonatigen Arbeitsunfähigkeit 

ausgegangen werden. Darüber hinaus anhaltende Beschwerden wären wieder auf den 

früheren Schadenfall (Unfallereignis vom 30. November 2019) zu nehmen. Im früheren 

Schadenfall habe sie eine neue Einschätzung des Integritätsschadens vorzunehmen 

(act. G 9.2-263; 5.1-43 und 5.2-233). In einer kreisärztlichen Beurteilung vom 24. März 

2023 schätzte Dr. F.___ den Integritätsschaden aufgrund der Omarthrose auf 10 % 

(act. G 9.2-266 und 5.2-237). Mit gleichentags verfasstem Schreiben informierte die 

Suva die Versicherte darüber, dass die Folgen des Unfallereignisses vom 28. August 

2022 gemäss dem versicherungsmedizinischen Dienst spätestens per 31. März 2023 

im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung eines Vorzustandes abgeheilt seien. 

Die noch verbleibenden Beschwerden an der linken Schulter seien auf das Ereignis 

vom 30. November 2019 zurückzuführen, weshalb die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen unter der früheren Schadennummer weiterhin übernommen 

A.i. 

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würden (act. G 5.1-47 und 5.2-239). Mit Verfügung vom 29. März 2023 sprach die Suva 

der Versicherten für das Unfallereignis vom 30. November 2019 eine 

Integritätsentschädigung basierend auf einem Integritätsschaden von 10 % zu (act. G 

5.2-244).

In einer Aktenbeurteilung vom 1. Mai 2023 kam der RAD zum Schluss, dass es 

durch das Unfallereignis vom 28. August 2022 zu einer Aktivierung der Omarthrose 

links gekommen sei. Die Suva-Kreisärztin gehe nachvollziehbar davon aus, dass 

danach wohl für maximal drei Monate eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

bestanden habe. Es lägen keine objektiven Befunde und Funktionsstörungen vor, die 

eine weitergehende Arbeitsunfähigkeit hinreichend plausibel begründen könnten. Der 

Hausarzt der Versicherten stütze sich wohl ganz überwiegend auf das subjektiv 

vorgetragene Beschwerdebild der Versicherten. Seine Einschätzungen der 

Arbeitsfähigkeit könnten aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht hinreichend 

plausibel nachvollzogen werden. Der RAD empfehle das Abstützen auf die von der 

Suva anerkannten Arbeitsunfähigkeiten. Soweit die linke Schulter keinen wesentlichen 

Zug-, Druck- und Vibrationsbelastungen ausgesetzt sei, keine Tätigkeiten über der 

Horizontalen verrichtet und keine Lasten über 10 kg getragen werden müssten, handle 

es sich um eine adaptierte Tätigkeit, in welcher eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit 

bestehe. Sofern in der angestammten Tätigkeit diese Adaptationskriterien eingehalten 

seien, sei ebenfalls eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben (IV-act. 53-3).

A.j. 

Mit Verfügung vom 4. Mai 2023 wies die IV-Stelle das Gesuch um berufliche 

Massnahmen im Sinne des Vorbescheids ab. Das Unfallereignis vom 28. Februar 2022 

habe lediglich vorübergehend, aus versicherungsmedizinischer Sicht maximal für drei 

Monate, zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt. Demnach könne nicht von 

einem in den vergangenen Monaten erheblich veränderten Gesundheitszustand 

ausgegangen werden, sodass am Vorbescheid festgehalten werde (IV-act. 55).

A.k. 

Am 8. Mai 2023 wurde die Versicherte auf Zuweisung von Dr. C.___ durch Dr. med. 

G.___, Facharzt für Neurologie, neurologisch untersucht (IV-act. 59). Dieser hielt in 

seiner Beurteilung vom 10. Mai 2023 fest, dass die bisherigen klinisch neurologischen 

und bildgebenden Untersuchungen ohne wegweisende pathologische Auffälligkeiten 

gewesen seien. Auch vom Verhalten der Versicherten her zeige sich keine 

A.l. 

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B.  

Funktionseinschränkung des linken Armes. Der linke Arm werde gleichmässig wie der 

rechte Arm durchbewegt. Er gehe daher, wie bereits die Kollegen vor ihm, von einer 

Somatisierungsstörung bei Status nach initialem Treppensturzereignis aus. 

Erwähnenswert sei, dass in dem Bericht des Spitals H.___ vom 10. Dezember 2019 ein 

Erlebnis einer sekundären Traumatisierung nach einem tätlichen Angriff vom 7. 

Dezember 2019 beschrieben werde (vgl. dazu act. G 5.2-19-3, oben). Möglicherweise 

sei dies ein Grund für die Somatisierungsstörung. Im Rahmen der IV-Beurteilung sei 

sicher eine psychiatrische Mitbeurteilung notwendig (IV-act. 59-3).

Mit zwei Eingaben vom 15. Mai 2023 erklärte sich die auch im 

unfallversicherungsrechtlichen Verfahren durch Rechtsanwältin Raewel vertretene 

Versicherte mit dem Schreiben der Suva vom 24. März 2023 (act. G 5.1-47 und 

5.2-239) sowie der Verfügung der Suva vom 29. März 2023 (act. G 5.2-244) nicht 

einverstanden (act. G 5.1-53 und 5.2-251).

A.m. 

Mit Verfügung vom 24. Mai 2023 stellte die Suva ihre Versicherungsleistungen für 

das Unfallereignis vom 28. August 2022 entsprechend ihrem Schreiben vom 24. März 

2023 (act. G 5.1-47) per 31. März 2023 ein, wobei sie gleichzeitig festhielt, dass die 

noch verbleibenden Beschwerden an der linken Schulter auf den Unfall vom 30. 

November 2019 zurückzuführen seien, sodass die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen unter der damaligen Schadennummer weiterhin übernommen 

würden (act. G 5.1-59).

A.n. 

Gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 4. Mai 2023 betreffend berufliche 

Massnahmen (IV-act. 55) erhob die weiterhin durch Rechtsanwältin Raewel vertretene 

Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 5. Juni 2023 Beschwerde (act. G 1). 

Sie beantragte, die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei 

aufzuheben, das Verfahren um Gewährung von beruflichen Massnahmen sei zu 

sistieren und ihre effektive Arbeitsfähigkeit sei zu evaluieren. Eventualiter sei sie in 

neurologischer, orthopädischer, neuropsychologischer und psychiatrischer Hinsicht zu 

begutachten. Subeventualiter sei die Ausrichtung einer Invalidenrente zu prüfen. Alles 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1 

S. 2). Weiter beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und der 

B.a. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist die Rechtsmässigkeit der angefochtenen Verfügung 

vom 4. Mai 2023, mit welcher die Beschwerdegegnerin einen Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf berufliche Massnahmen abgelehnt hat (IV-act. 55).

2.

Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) haben Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte Anspruch auf 

Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder 

herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a); und die Voraussetzungen für den 

Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor Versicherungsgericht (act. 

G 1 S. 2; G 8 und 8.1).

In ihrer Beschwerdeantwort vom 19. Juli 2023 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und, falls notwendig, den Beizug 

von RAD-Arzt Dr. med. I.___, Facharzt für Chirurgie (act. G 9).

B.b. 

Am 7. August 2023 entsprach das Versicherungsgericht dem Gesuch um 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor 

Versicherungsgericht (act. G 10).

B.c. 

In der Replik vom 14. September 2023 beantragte die Beschwerdeführerin die 

Gutheissung ihrer Beschwerde vom 5. Juni 2023 und die Abweisung der Anträge der 

Beschwerdegegnerin; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 

Beschwerdegegnerin (act. G 14).

B.d. 

Mit Schreiben vom 3. Oktober 2023 hielt die Beschwerdegegnerin an dem in der 

Beschwerdeantwort gestellten Antrag vollumfänglich fest und verzichtete auf die 

Erstattung einer ausführlichen Duplik (act. G 16).

B.e. 

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Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Massnahmen beruflicher Art 

(Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).

3.  

Die Beschwerdegegnerin hat die Ablehnung des Leistungsbegehrens um 

Gewährung beruflicher Massnahmen damit begründet, dass keine gesundheitliche 

Beeinträchtigung festgestellt worden sei, welche zu anhaltenden 

Funktionseinschränkungen führe und eine Arbeitsunfähigkeit begründe (IV-act. 55). In 

medizinischer Hinsicht hat sie sich einerseits auf die Aktenbeurteilung des RAD vom 

29. November 2022 (IV-act. 29-2 f.) sowie das Telefongespräch mit dem RAD vom 30. 

November 2022 (IV-act. 31) gestützt. Vor diesem Hintergrund hat sie angenommen, 

dass nach dem Unfallereignis vom 30. November 2019 spätestens seit der von der 

Suva veranlassten kreisärztlichen Beurteilung vom 8. November 2021 in angestammter 

und leidensangepasster Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Aufgrund der 

Aktenbeurteilung des RAD vom 1. Mai 2023 (IV-act. 53-3), die sich ihrerseits auf die 

kreisärztliche Beurteilung vom 23. März 2023 stützt, ist sie überdies davon 

ausgegangen, dass das Unfallereignis vom 28. August 2022 längstens zu einer 

dreimonatigen Arbeitsunfähigkeit geführt habe (IV-act. 53-3). In der Annahme, es fehle 

an einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit, hat sie folglich einen Anspruch auf berufliche 

Massnahmen abgelehnt (vgl. IV-act. 55).

3.1. 

Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, dass sie am 1. Dezember 

(recte: 30. November) 2019 einen mehrfachen Schulterbruch links sowie am 28. August 

2022 eine Retraumatisierung durch ein auf die Schulter und den Hals fallendes 

schweres Holzbrett erlitten habe. Sie leide unter andauernden starken Schmerzen in 

der linken Schulter, die in den gesamten Arm ausstrahlen würden, weshalb sie diesen 

kaum nutzen könne. Ausserdem bestehe eine Kraftlosigkeit in der linken Hand, die 

dazu führe, dass sie Gegenstände nicht halten könne. Sie sei noch immer 

therapiebedürftig und vollständig arbeitsunfähig. Die kreisärztliche Beurteilung, wonach 

sie nach dem Unfall vom 30. November 2019 wieder vollständig arbeitsfähig geworden 

sei, werde bestritten. Ihr Hausarzt habe ihr nach dem Unfall vom 1. Dezember (recte: 

30. November) 2019 zunächst eine 100%ige und ab April 2022 eine 65-70%ige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert. Seit dem retraumatisierenden Unfall vom August 2022 sei 

sie bis auf weiteres wieder zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Die 

versicherungsmedizinische Beurteilung vom 23. März 2023 statuiere, dass der Unfall 

vom 28. August 2022 zu einer Aktivierung der Omarthrose im betroffenen linken 

Schultergelenk geführt habe, wobei diese durch Einstauchung, Dezentrierung und 

Fehlbelastung des Gelenks als Folge des Unfallereignisses vom 1. Dezember (recte. 

3.2. 

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30. November) 2019 entstanden sei. Diese Beurteilung korreliere mit den permanenten 

Schmerzen im Arm. Gleichzeitig sei offensichtlich, dass die ständigen Schmerzen und 

die Kraftlosigkeit des Arms bzw. der Hand auf die Aktivierung der Osteochondrose in 

den Wirbeln C5/C6 zurückzuführen seien. Zwar liessen sich entsprechend der 

aktuellsten neurologischen Untersuchung keine diesbezüglichen Pathologien 

feststellen. Dennoch wiesen die radiologischen Berichte vom 27. Februar 2023 auf 

degenerative zervikale Wirbelsäulenveränderungen sowie eine aktivierte 

Osteochondrose und leichte Diskusprotrusion mit Nervenwurzelberührung der HWS 

hin. Im Arztbericht der J.___ AG vom 10. Mai 2023 sei mangels pathologischer 

Auffälligkeiten in neurologischer Hinsicht zudem die Verdachtsdiagnose einer 

Somatisierungsstörung des linken Arms gestellt worden. Da sie noch immer die 

Physiotherapie besuche und auch noch immer Taggelder der Unfallversicherung 

erhalte, sei die Angelegenheit versicherungsmedizinisch noch nicht abgeschlossen. 

Angesichts der noch immer möglichen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei eine 

Beurteilung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen noch nicht möglich gewesen. 

Vielmehr hätte das Verfahren betreffend berufliche Massnahmen sistiert werden 

müssen, bis die effektive Arbeitsfähigkeit bzw. das Ausmass der Arbeitsfähigkeit 

evaluiert sei (act. G 1).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweis). Auch Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des 

Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärztinnen und Ärzten einholen, können 

beweistauglich sein. Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit 

und Schlüssigkeit der versicherungsinternen Feststellungen, so sind ergänzende 

3.3. 

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Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 f. E. 4.4 und 4.6; bestätigt etwa im Urteil 

des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3).

Die versicherungsmedizinischen Beurteilungen der Suva, auf welche sich der RAD 

im Wesentlichen stützt, sind nicht ausreichend, um den 

invalidenversicherungsrechtlichen Anspruch der Beschwerdeführerin auf berufliche 

Massnahmen abzulehnen. Sie äussern sich nicht zu einer allfälligen psychischen 

Erkrankung. Gerade die Beurteilung einer psychischen Problematik ist aber angesichts 

des Berichts von Dr. G.___ vom 10. Mai 2023 (IV-act. 59), in welchem dieser, wie schon 

die Ärzte des KSSG anlässlich der Sprechstunde vom 26. Mai 2021 (IV-act. 19-10), von 

einer Somatisierungsstörung bei Status nach initialem Treppensturzereignis 

ausgegangen ist, angezeigt. Dr. G.___ hat denn auch explizit festgehalten, dass zur 

Beurteilung der invalidenversicherungsrechtlichen Ansprüche eine psychiatrische 

Beurteilung notwendig sei (IV-act. 59-3). Aus dem Umstand allein, dass sich die 

Schmerzen der Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht möglicherweise nicht 

vollständig erklären lassen, kann nicht auf eine volle Arbeitsfähigkeit geschlossen 

werden. Vielmehr ist eine psychiatrische Mitbeurteilung angezeigt.

3.4. 

Aber auch die somatische Situation steht aufgrund der Suva-Akten nicht 

ausreichend fest. Zwar hat die Suva ihre Leistungen für das Unfallereignis vom 28. 

August 2022 per 31. März 2023 eingestellt, in der Einstellungsverfügung jedoch 

festgehalten, dass sie die gesetzlichen Leistungen unter der alten Schadennummer 

weiterhin übernehmen könne (act. G 5.1-59). Sie ist mithin nicht von einer vollständigen 

Abheilung der unfallkausalen Leiden ausgegangen. Vielmehr hat sie angenommen, es 

handle sich bei den über den 31. März 2023 hinaus persistierenden Beschwerden – 

zumindest teilweise – um solche, die im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 

30. November 2019 stehen würden. Im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung im Juni 

2023 (act. G 1) hat sie noch immer Taggelder für eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % 

erbracht (vgl. act. G 8.1). Folglich ist eine im Zeitpunkt der Ablehnung der beruflichen 

Massnahmen durch die Beschwerdegegnerin, mithin eine am 4. Mai 2023 (IV-act. 55), 

bestehende volle Arbeitsfähigkeit gestützt auf die Suva-Akten nicht erstellt.

3.5. 

Schliesslich sind die in der MR-Arthrographie der linken Schulter vom 27. Februar 

2023 dargestellten degenerativen Veränderungen (act. G 5.1-37) sowie die 

gleichentags in der MRT-Untersuchung der HWS festgestellte leichte aktivierte 

Osteochondrose im Segment C5/C6 mit leichter diskaler Berührung der C6 

Nervenwurzel rechts foraminal (act. G 5.1-36) in den kreisärztlichen, auf die 

unfallkausalen Aspekte fokussierten, Beurteilungen nicht umfassend beleuchtet 

worden. Sie könnten durchaus Auswirkungen auf die Schulter-, Arm- und 

3.6. 

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4.  

Handbeschwerden haben, sodass auch diesbezüglich in 

invalidenversicherungsrechtlicher Hinsicht weiterer Abklärungsbedarf besteht, zumal 

sich der RAD mit den degenerativen Veränderungen in seiner Beurteilung vom 1. Mai 

2023 ebenfalls nicht ausreichend auseinandergesetzt hat (IV-act. 53).

Nach dem Gesagten erweist sich die vorliegende Aktenlage als ungenügend, um 

die Arbeitsfähigkeit, Erwerbsfähigkeit und Eingliederungsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin und damit deren Anspruch auf berufliche Massnahmen mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beurteilen zu können. Daran 

vermöchte auch die von der Beschwerdegegnerin beantragte (act. G 9 S. 2) Rückfrage 

beim RAD-Arzt Dr. I.___ nichts zu ändern, zumal dieser als Facharzt für Chirurgie keine 

psychiatrische Beurteilung abgegeben hat und für eine solche auch fachlich nicht 

qualifiziert ist. Auf die beantragte Rückfrage kann demnach in antizipierter 

Beweiswürdigung verzichtet werden. Im Übrigen hat der RAD-Arzt Dr. med. K.___, 

Facharzt Arbeitsmedizin, in seiner Beurteilung vom 29. November 2022 selber eine 

Begutachtung angeregt für den Fall, dass die Differenzen in der Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit zwischen Hausarzt und Versicherungsmediziner bestehen bleiben 

sollten (IV-act. 29-3, unten). Ob der RAD-Arzt diese Begutachtung angesichts der bei 

Dr. C.___ erfolgten Rückfrage (IV-act. 30) dann tatsächlich nicht mehr als notwendig 

erachtet hat und welches die Gründe dafür gewesen sind, geht aus der in den IV-Akten 

enthaltenen Telefonnotiz vom 30. November 2022 nur ungenügend hervor. Denn aus 

ihr wird nicht deutlich, welche Aussagen der RAD-Arzt wörtlich getätigt hat und bei 

welchen Aussagen es sich um Schlussfolgerungen des entsprechenden IV-

Mitarbeitenden handelt (IV-act. 31).

3.7. 

Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung 

demnach in Verletzung ihrer Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) erlassen, 

weshalb sie als rechtswidrig aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung zurückzuweisen ist. Da bisher noch kein 

Administrativgutachten eingeholt worden ist, drängt sich die Anordnung einer 

Begutachtung durch das Gericht zum aktuellen Zeitpunkt nicht auf.

3.8. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 4. 

Mai 2023 aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

4.2. 

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 4. 

Mai 2023 aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung 

im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

4'000.-- zu bezahlen.

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die 

Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als volles Obsiegen der 

Beschwerdeführerin zu werten (vgl. BGE 132 V 215 E. 6.2). Dementsprechend ist die 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur 

weiteren Abklärung als volles Obsiegen der Beschwerdeführerin zu betrachten ist. Die 

Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht 

auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt 

das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung 

(HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden, 

durchschnittlich aufwändigen Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von 

Fr. 4'000.-- als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin 

deshalb mit Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

4.3. 

Die bereits bewilligte unentgeltliche Rechtspflege wird bei diesem 

Verfahrensausgang gegenstandslos.

4.4. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 07.12.2023
	Art. 8 IVG; Art. 43 Abs. 1 ATSG: Berufliche Massnahmen. Rückweisung zur weiteren Abklärung. Teilweise Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Dezember 2023, IV 2023/105).

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