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**Case Identifier:** 994c65a7-1d36-5316-be0c-4e07c3ba43f4
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 07.11.2018 810 17 347
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-17-347_2018-11-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 7. November 2018 (810 17 347) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Raumplanung, Bauwesen 

 

 

Baugesuch für Um- und Anbau eines Wohnhauses 

 

 
Besetzung Vizepräsident Daniel Ivanov, Kantonsrichter Claude Jeanneret,  

Markus Clausen, Hans Furer, Stefan Schulthess, Gerichtsschreiberin 
Julia Kempfert 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Roman Zeller, Advokat 
  

 
gegen 
 
 

 Baurekurskommission des Kantons Basel-Landschaft, Rheinstras-
se 29, 4410 Liestal, Beschwerdegegnerin 
 
B.____ und C.____, Beschwerdegegner, vertreten durch Michael Blatt-
ner, Advokat 
 
 

 Einwohnergemeinde D.____, Beigeladene 
 

  
 

Betreff Baugesuch für Um- und Anbau Wohnhaus  
(Entscheid Nr. 17-013 der Baurekurskommission des Kantons Basel-
Landschaft vom 19. September 2017) 

 
 
 

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A. Am 29. Juni 2016 reichte B.____ beim Bauinspektorat Basel-Landschaft ein Bauge-
such für einen Um- und Anbau des Wohnhauses auf der Parzelle Nr. 4673, Grundbuch D.____, 
ein. Dagegen erhoben die Einwohnergemeinde D.____ und die Stockwerkeigentümer der 
Nachbarparzelle Nr. 4286, A.____ und E.____, Einsprache. Die Einsprache der Gemeinde wur-
de in der Folge zurückgezogen. 
 
B. Mit Entscheid vom 23. Mai 2017 wies das Bauinspektorat die Einsprachen ab, soweit 
darauf eingetreten wurde. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass der Grenz-
abstand nicht zu beanstanden sei. Weder die kantonale Denkmalpflege noch die Gemeinde 
D.____ oder das Bauinspektorat würden einen Verstoss gegen die Gestaltungsvorschriften er-
kennen. Weiter würden die Gebäude- und Fassadenhöhen sowie die zulässige Bebauung alle-
samt eingehalten. 
 
C. Gegen den Entscheid des Bauinspektorats erhob A.____, nachfolgend vertreten durch 
Roman Zeller, Advokat, mit Eingabe vom 1. Juni 2017 Beschwerde bei der Baurekurskommis-
sion Basel-Landschaft mit dem Antrag, es sei der Entscheid des Bauinspektorates vom 
23. Mai 2017 aufzuheben und die Baubewilligung zu verweigern; unter o/e-Kostenfolge. Zur 
Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Bestimmung von Ziffer 4.1.10 des 
Zonenreglements Siedlung der Gemeinde D.____ vom 28. Juni 2007 (ZRS) vorliegend nicht 
anwendbar sei, der Grenzabstand gemäss RBG nicht eingehalten werde und kein Ausnahme-
tatbestand gemäss RBG einschlägig sei. Das Bauprojekt verletze damit die zulässigen Grenz-
abstände. Zudem werde die Grundsubstanz der bestehenden Baute (erhaltenswerte Baute) mit 
dem Bauvorhaben nicht erhalten bzw. verbessert. Das Bauprojekt führe zu einer überdimensio-
nierten, nicht ins Ortsbild passenden Umgestaltung, die die bauliche Substanz des Hauptsub-
stanzkörpers maximal störend beeinflusse. Schliesslich sei die Dachform des Gebäudes nicht 
zulässig. In der Kernzone seien nur Satteldächer mit einer Neigung von mindestens 40° zuge-
lassen; das vorliegende Projekt weise hingegen eine Neigung von 15° auf. 
 
D. Mit Entscheid vom 19. September 2017 wies die Baurekurskommission die Beschwer-
de ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass die Gemeinden in Kernzonen wei-
tergehende Befugnisse als in anderen Zonen hätten und in diesen Gebieten besondere Vor-
schriften erlassen dürften, um auf die ortsbildtypischen Gegebenheiten ausreichend Rücksicht 
nehmen zu können. Selbst im kantonalen Muster-Teilzonenreglement Ortskern werde die Mög-
lichkeit eines als erteilt anzusehenden Grenzbaurechts explizit erwähnt. Die betreffende Norm 
im ZRS stehe im Zusammenhang mit der Erhaltung der besonderen städtebaulichen Strukturen 
des Dorfkerns, wobei eine geschlossene Bauweise bzw. eine Bauweise bis an die Parzellen-
grenze nichts Aussergewöhnliches darstelle und die typischen kleinräumigen Verhältnisse, die 
üblicherweise in Baselbieter Gemeinden anzutreffen seien, wiederspiegle. In Bezug auf die ge-
rügten Gestaltungsvorschriften sei festzuhalten, dass der Anbau als solcher in Erscheinung 
trete bzw. sich vom Hauptbau abhebe, was dafür sorge, dass der Hauptkörper nicht gestört 
werde. Weiter weise der Anbau eine zurückhaltende Gestaltung auf, insbesondere auch des-
halb, weil die möglichen Maximalmasse unterschritten würden. Hinsichtlich der Dächer statuiere 
das ZRS, dass in der Kernzone nur Satteldächer mit einer Neigung von mindestens 40° zuge-
lassen seien. Gemäss Ziffer 5.2 ZRS sei der Gemeinderat indessen befugt, in Abwägung der 

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öffentlichen und privaten Interessen sowie in Würdigung der besonderen Umstände des Einzel-
falls einen Ausnahmeantrag bei der Bewilligungsbehörde zu stellen, was er vorliegend gemacht 
habe. 
 
E. Gegen den Entscheid der Baurekurskommission vom 19. September 2017 erhob 
A.____ mit Eingabe vom 27. Dezember 2017 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-
Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht). Er beantragt, es 
sei der Entscheid der Baurekurskommission vom 19. September 2017 aufzuheben und dem 
Baugesuch Nr. 1110/2016 die Bewilligung zu verweigern; unter o/e-Kostenfolge.  
 
F. Mit Eingabe vom 2. Mai 2018 liessen sich die Beschwerdegegner, nachfolgend vertre-
ten durch Michael Blattner, Advokat, vernehmen und schliessen auf Abweisung der Beschwer-
de; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, dass § 94 Abs. 3 
RBG den Regierungsrat ermächtige, mittels Verordnung Fälle zu bestimmen, in welchen von 
der Bestellung eines Näher- oder Grenzbaurechts gänzlich abgesehen werden könne und in 
§ 94 Abs. 4 RBG habe der kantonale Gesetzgeber bereits selbst eine Reihe von Ausnahmen 
vorgesehen. In Bezug auf die Dachneigung sei festzustellen, dass lediglich für den Bereich über 
dem geplanten Anbau Richtung Westen eine Dachneigung von 15° vorgesehen sei. Die übrige 
Dachfläche weise eine Neigung von 40° auf. Zudem bestehe gegenwärtig ein Krüppelwalm-
dach, welches in der Kernzone unzulässig sei. Mit der Ausnahmemöglichkeit in Ziffer 5.2 ZRS 
i.V.m. § 7 Abs. 2 lit. b RBV könne genau in diesem Fall eine bessere Einpassung in den erhal-
tenswerten Ortskern erreicht werden. Überdies handle es sich beim projektierten Bauvorhaben 
eindeutig um einen Anbau, da das bestehende Gebäude horizontal erweitert und nicht eine 
neue, losgelöste Baute erstellt werde. Eine Überdimensionierung dieses Anbaus sei insbeson-
dere mit Blick auf die deutliche Unterschreitung der Maximalmasse zu verneinen. 
 
G. Das Bauinspektorat liess sich mit Eingabe vom 2. Mai 2018 ebenfalls vernehmen und 
schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wird hauptsächlich auf den ange-
fochtenen Entscheid verwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 

1. Gemäss § 134 Abs. 5 des Raumplanungs- und Baugesetzes (RBG) vom 8. Januar 
1998 in Verbindung mit § 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro-
zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 können Entscheide der Baurekurskommission 
durch die Betroffenen und die Gemeinden beim Kantonsgericht angefochten werden. Die Zu-
ständigkeit des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, zur Beurteilung 
der vorliegenden Beschwerde ist somit gegeben. Da die weiteren formellen Voraussetzungen 
ebenfalls erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 
 
2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können nach § 45 Abs. 1 lit. a und b 
VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer-

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den. Die Beurteilung der Angemessenheit ist dem Kantonsgericht dagegen – abgesehen von 
hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – untersagt (§ 45 Abs. 1 lit. c VPO).  
 
3. Der Beschwerdeführer macht zur Hauptsache geltend, das Bauvorhaben der Be-
schwerdegegner widerspreche den kantonalen sowie den kommunalen Bauvorschriften und 
den kommunalen Ortsbildschutzbestimmungen. 
 
4.1 Der Beschwerdeführer moniert, dass der geplante Anbau einen Abstand zur Parzellen-
grenze von rund 2,50 m aufweise und sich auf Ziffer 4.1.10 ZRS stütze, welche festhalte, dass 
für Ersatz-Neubauten oder An- und Ergänzungsbauten entlang von Grenzen das Grenz- oder 
Näherbaurecht als erteilt gelte. Diese Abstandsvorschrift widerspreche jedoch den kantonalen 
Baubestimmungen im RBG und der Verordnung zum Raumplanungs- und Baugesetz (RBV) 
vom 27. Oktober 1998, wonach der Grenzabstand vorliegend mindestens 5,5 m betragen müs-
se. Die Gemeinden seien zwar befugt, eigene Vorschriften zu erlassen, dies jedoch nur im 
Rahmen des RBG. Die Gemeinde habe sich somit an die Grenzabstände in § 90 Abs. 2 und 
§ 52 Abs. 2 RBG zu halten und dürfe diese durch eigene kommunale Bestimmungen im ZRS 
nicht umgehen. Aus diesem Grund sei Ziffer 4.1.10 ZRS nicht anwendbar. Zudem gehe es vor-
liegend nicht um einen Anbau an ein Hauptgebäude, sondern um die Ausweitung des Näher-
baurechts auf einen geplanten Neubau bzw. eine Aufstockung mit Ergänzung des Hauptbaus, 
was von Ziffer 4.1.10 ZRS nicht erfasst sei. 
 
4.2.1 In einem ersten Schritt ist somit vorab zu beurteilen, ob es sich beim geplanten Bau-
projekt um einen Anbau im Sinne von Ziffer 4.1.10 ZRS handelt. 
 
4.2.2 Der Begriff "Anbau" wird im ZRS nicht definiert. Auch enthalten weder das RBG noch 
die RBV eine Definition; er stellt mithin einen unbestimmten Rechtsbegriff dar. Das Kantonsge-
richt auferlegt sich in Übereinstimmung mit der Praxis des Bundesgerichts bei der Auslegung 
der massgeblichen unbestimmten Rechtsbegriffe Zurückhaltung, weil den kantonalen Behörden 
ein gewisser Beurteilungsspielraum zukommt, wenn der Entscheid Vertrautheit mit den tatsäch-
lichen Verhältnissen oder besondere Fachkenntnisse voraussetzt. Verfügt eine Behörde über 
besonderes Fachwissen, so ist ihr bei der Bewertung von ausgesprochenen Fachfragen ein 
gewisser Beurteilungsspielraum zu belassen, soweit sie die für den Entscheid wesentlichen 
Gesichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen sorgfältig und umfassend durchge-
führt hat (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 
7. Auflage, Zürich 2016, N 442 ff.; BGE 135 II 384 E. 2.2.2; Urteil des Kantonsgerichts, Abtei-
lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], vom 15. November 2017 [810 16 343/344] 
E. 2.2; KGE VV vom 22. Januar 2014 [810 13 264] E. 2; KGE VV vom 20. März 2013 [810 12 
97] E. 2). 
 
4.2.3 Das bestimmende Merkmal eines "Anbaus" liegt allein in der äusseren Erscheinung 
und im räumlichen Verhältnis zum Hauptgebäude. Abzustellen ist demzufolge auf die von aus-
sen wahrnehmbare Erscheinung des fraglichen Gebäudeteils, wohingegen eine funktionelle 
Selbstständigkeit nicht erforderlich ist. Es steht der Qualifikation als "Anbau" somit nicht entge-
gen, wenn der fragliche Gebäudeteil funktional mit dem Hauptgebäude verbunden ist und wie 

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dieses ebenfalls Wohnzwecken dient (Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich vom 2. September 
2002 [VB.2002.00172] E. 2b/bb). Der vorliegend fragliche Gebäudeteil wird an den bestehen-
den Hauptbau direkt an der Westfassade angebaut. Dadurch wird das bestehende Erschei-
nungsbild des Gebäudes zwar grösser, durch den Dachknick bzw. die Abflachung über dem 
Anbau ist dieser als solcher jedoch klar abgrenzbar vom bestehenden Hauptgebäude. Gestützt 
darauf haben das Bauinspektorat und die Baurekurskommission den streitbetroffenen Gebäu-
deteil zu Recht als Anbau im Sinn von Ziffer 4.1.10 ZRS qualifiziert. Der Beschwerdeführer 
bringt nichts vor, was diese Qualifikation umzustürzen vermag. Insbesondere ändert der Um-
stand, dass gleichzeitig mit dem Anbau auch das Hauptgebäude umgebaut wird, nichts daran. 
Es besteht somit kein Grund, von der Fachmeinung der Vorinstanzen, welche das vorliegende 
Bauprojekt als An- und Umbau bezeichnen, abzuweichen. 
 
4.3 Zu beurteilen ist weiter vorfrageweise, ob die Bestimmung in Ziffer 4.1.10 ZRS mit den 
kantonalen Bauvorschriften im RBG und der RBV übereinstimmt bzw. vereinbar ist. Die konkre-
te Normenkontrolle findet immer im Zusammenhang mit einem konkreten Anwendungsfall statt. 
Anfechtungsobjekt ist ein Einzelakt und es wird vorfrageweise geprüft, ob sich die Norm, auf 
welche sich dieser Einzelakt stützt, im Anwendungsfall als rechtswidrig erweist (RENÉ 
RHINOW/HEINRICH KOLLER/CHRISTINA KISS/DANIELA TURNHERR/DENIS BRÜHL-MOSER, Öffentli-
ches Prozessrecht, 3. Auflage, Basel 2014, N 708). 
 
4.4 Die Bundesverfassung gewährleistet die Gemeindeautonomie nach Massgabe des 
kantonalen Rechts (Art. 50 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft [BV] vom 18. April 1999). Nach der Rechtsprechung sind Gemeinden in einem Sachbe-
reich autonom, wenn das kantonale Recht diesen nicht abschliessend ordnet, sondern ihn ganz 
oder teilweise der Gemeinde zur Regelung überlässt und ihr dabei eine relativ erhebliche Ent-
scheidungsfreiheit einräumt. Der geschützte Autonomiebereich kann sich auf die Befugnis zum 
Erlass oder Vollzug eigener kommunaler Vorschriften beziehen oder einen entsprechenden 
Spielraum bei der Anwendung kantonalen oder eidgenössischen Rechts betreffen. Der Schutz 
der Gemeindeautonomie setzt eine solche nicht in einem ganzen Aufgabengebiet, sondern le-
diglich im streitigen Bereich voraus. Im Einzelnen ergibt sich der Umfang der kommunalen Au-
tonomie aus dem für den entsprechenden Bereich anwendbaren kantonalen Verfassungs- und 
Gesetzesrecht (BGE 141 I 36 E.5.3; BGE 139 I 169 E. 6.1; BGE 138 I 242 E. 5.2 mit Hinwei-
sen). 
 
4.5 Nach § 45 der Verfassung des Kantons Basel-Landschaft (KV) vom 17. Mai 1984 ist 
die Autonomie der Gemeinden gewährleistet. Alle kantonalen Organe achten und schützen die 
Selbständigkeit der Gemeinden (Abs. 2). Die Gemeinden sind insbesondere im Rahmen von 
Verfassung und Gesetz befugt, sich selbst zu organisieren, ihre eigenen Aufgaben nach freiem 
Ermessen zu erfüllen und ihre öffentlichen Sachen selbstständig zu verwalten (Abs. 1). Nach 
§ 116 KV stellen Kanton und Gemeinden die geordnete Besiedlung des Landes, die zweck-
mässige Nutzung des Bodens und die Erhaltung des Lebensraums sicher (Abs. 1). Dabei er-
lässt der Kanton die Richtpläne (Abs. 2) und die Gemeinden erlassen die Nutzungspläne 
(Abs. 3).  
 

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4.6.1 Das RBG weist die Kantonsplanung dem Kanton zu, die Ortsplanung den Gemeinden 
(§ 4 RBG). Dabei obliegt den Gemeinden namentlich die kommunale Richt- und Nutzungspla-
nung (§§ 14 bis 54 RBG). 
 
4.6.2 Im Bereich der kommunalen Nutzungsplanung erlassen die Gemeinden Zonenvor-
schriften für das ganze Gemeindegebiet (§ 18 Abs. 1 RBG). Die Zonenvorschriften bestehen 
aus Zonenplänen und Zonenreglementen. Die Zonenpläne unterteilen das Gemeindegebiet in 
verschiedene Nutzungszonen und ordnen diesen die Lärmempfindlichkeitsstufen zu (§ 18 
Abs. 2 RBG). Die Zonenreglemente bestimmen Art und Mass der Nutzung, insbesondere die 
Bauweise, die Gebäudemasse (Gebäudelänge, Gebäudetiefe, Gebäudehöhe oder Geschoss-
zahl), die maximal zulässige bauliche Nutzung sowie die Dachformen und ihre Ausgestaltung. 
Die maximal zulässige bauliche Nutzung wird mit der Überbauungs-, Grünflächen- und / oder 
der Ausnützungsziffer bestimmt (§ 18 Abs. 3 RBG). Die Zonenreglemente können im Interesse 
eines harmonischen Strassen-, Orts- und Landschaftsbildes Vorschriften über die Gestaltung, 
die Baumaterialien und Farbgebung der Bauten und Anlagen sowie über die Bepflanzung, den 
ökologischen Ausgleich und den Biotopverbund enthalten (§ 18 Abs. 4 RBG). Die Zonenvor-
schriften sind für jedermann verbindlich (§ 18 Abs. 5 RBG). 
 
4.6.3 Weder verfassungsrechtlich noch gesetzlich geregelt ist jedoch, ob die Gemeinden im 
Rahmen ihrer Nutzungsplanung von der kantonalen Regelung abweichende Grenzabstände in 
der Kernzone vorsehen können. Fest steht jedoch, dass der Regierungsrat die betreffende 
kommunale Bestimmung in Ziffer 4.1.10 ZRS auf ihre Rechtmässigkeit und auf ihre Zweckmäs-
sigkeit hin überprüft und sie anschliessend genehmigt hat (vgl. Art. 26 Bundesgesetz über die 
Raumplanung [RPG] vom 22. Juni 1979, § 31 Abs. 5 RBG). Die Rechtmässigkeitskontrolle um-
fasst unter anderem die Einhaltung des kantonalen Rechts sowie die Überprüfung, ob die Pla-
nungsbehörde das ihr zustehende Ermessen unterschritten, überschritten oder missbraucht hat 
(vgl. ALEXANDER RUCH, in: Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: 
Nutzungsplanung, Zürich 2016, N 38 zu Art. 26 RPG). Die Zweckmässigkeitskontrolle erlaubt 
es, einer kommunalen Planung die Genehmigung zu verweigern, wenn sie die Erfüllung der 
dem Kanton obliegenden öffentlichen Aufgaben in unzumutbarer Weise behindern würde, wenn 
sie sich aufgrund überkommunaler öffentlicher Interessen als nicht haltbar erweist oder weglei-
tenden Grundsätzen und Zielen der Raumplanung nicht entspricht (RUCH, a.a.O., N 42 zu 
Art. 26 RPG). Die Ziffer 4.1.10 ZRS wurde somit zusammen mit den anderen Bestimmungen 
des ZRS geprüft und genehmigt, was ein erstes und gewichtiges Indiz für deren Rechtmässig-
keit darstellt. Wie bereits von der Vorinstanz und den Beschwerdegegnern ausgeführt wurde, 
enthalten viele andere kommunalen Zonenreglemente im Kanton Basel-Landschaft eine ver-
gleichbare Bestimmung wie in Ziffer 4.1.10 und gehen von einem Näher- und Grenzbaurecht in 
der Kernzone aus (vgl. Art. 37 ZRS Hemmiken vom 20. März 2007, § 24 Abs. 3 ZRS Giebenach 
vom 23. Juli 2013, Art. 37 ZRS Arboldswil vom 6. Februar 2006, Art. 37 ZRS Titterten vom 
22. April 2010, Art. 32 ZRS Bretzwil vom 11. August 2009). Diese Zonenreglemente bzw. die 
besagten Bestimmungen wurden ebenfalls vom Regierungsrat auf ihre Rechtmässigkeit und 
Zweckmässigkeit hin überprüft und genehmigt. Ziffer 4.1.10 ZRS der Gemeinde D.____ stellt 
somit keine Ausnahme dar, vielmehr ist von einer bewussten Entscheidung des Regierungsra-

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tes, in den Kernzonen ein Näher- und Grenzbaurecht als rechtens und mit dem kantonalen 
Recht vereinbar anzusehen, auszugehen.  
 
4.6.4 Kernzonen stellen ferner im Bereich der Nutzungsplanung besondere Bauzonen dar. 
Sie umfassen architektonisch und städtebaulich wertvolle Stadt- und Ortskerne, die in ihrem 
Charakter erhalten oder saniert werden sollen. Zugelassen sind Wohnnutzung sowie mässig 
störende Betriebe (§ 22 Abs. 1 RBG). Kernzonen sollen zudem nicht entvölkert, sondern auch 
als Wohngebiet genutzt werden (PETER HÄNNI, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutz-
recht, 6. Auflage, Bern 2016, S. 169). Auch dies spricht dafür, den Gemeinden die Kompetenz 
zuzusprechen, Ausnahmebestimmungen zu den gesetzlichen Grenzabständen in § 90 RBG zu 
erlassen. Müssten auch in den Kernzonen ausschliesslich die kantonalen gesetzlichen Ab-
standsvorschriften gemäss RBG eingehalten werden, wäre es in den teilweise dicht bebauten 
Kernzonen kaum mehr möglich, ein Bauprojekt zu realisieren. Das RBG selber sieht in § 94 
Ausnahmen zu den Abstandsvorschriften in § 90 vor. Zum einen können Vereinbarungen über 
Näher- oder Grenzbaurechte getroffen werden (§ 94 Abs. 1 und 2 RBG) und zum anderen kann 
von der Bestellung eines solchen Näher- oder Grenzbaurechts insbesondere abgesehen wer-
den, wenn die Gemeinden im Rahmen ihrer Nutzungsplanung vorsehen, dass seitlich an die 
Grenze gebaut werden muss (§ 94 Abs. 4 lit. a, geschlossene Bauweise). Somit sieht das RBG 
explizit die Möglichkeit vor, dass Gemeinden in ihren Zonenreglementen bzw. in ihrer Nut-
zungsplanung eine geschlossene Bauweise vorsehen können und damit zwingend vorschrei-
ben können, dass an die Parzellengrenze gebaut werden muss. Gleichzeitig sieht § 94 Abs. 4 
lit. c RBG vor, dass von der Bestellung eines Grenzbaurechts bzw. von der Einhaltung der ge-
setzlichen Grenzabstände abgesehen werden kann, wenn an der Grenze bereits ein Gebäude 
steht (gesetzliches Grenzbaurecht). Diese Bestimmung stellt auf denselben Tatbestand – ein 
bereits an die Grenze gebautes Gebäude – ab wie Ziffer 4.1.10 ZRS, wonach für Ersatz-
Neubauten oder An- und Ergänzungsbauten ein Grenzbaurecht gilt. Mit Blick auf diese Aus-
nahmebestimmungen im RBG muss davon ausgegangen werden, dass die Gemeinden in ihren 
Zonenreglementen ein Grenz- und Näherbaurecht für An- und Ergänzungsbauten vorsehen 
können, ohne gegen kantonales Recht zu verstossen. In dieselbe Richtung geht auch § 113 
Abs. 1 lit. d RBG, wonach die Baubewilligungsbehörde Ausnahmen von den Grenz- und Ge-
bäudeabstandsvorschriften gestatten kann, um architektonisch und städtebaulich wertvolle Ort-
steile zu erhalten. Das RBG sieht somit in verschiedenen Zusammenhängen Ausnahmemög-
lichkeiten von den gesetzlichen Grenzabständen vor. Die Ziffer 4.1.10 ZRS, wie sie sich auch in 
vielen anderen Zonenreglementen wortgleich wiederfindet, fügt sich ohne Widerspruch in die-
sen gesetzlichen Rahmen ein. In den Musterbestimmungen Teilzonenreglement Ortskern des 
Kantons Basel-Landschaft wird in § 3 ebenfalls eine Bestimmungsvariante aufgezeigt, bei wel-
cher von den gesetzlichen Grenzabständen im RBG bzw. in der RBV abgewichen werden kann, 
und beispielhaft festgehalten, dass für Bauten, welche einer Schutzkategorie zugewiesen sind, 
das Grenz- oder Näherbaurecht im bestehenden Umfang als erteilt gelte. 
 
4.7 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass den Gemeinden beim Erlass ihrer 
Bau- und Nutzungsvorschriften für die einzelnen Zonen auf ihrem Gemeindegebiet allgemein 
eine relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit zukommt. Gründe, die Regelungskompetenz in 
Bezug auf die Grenzabstände von dieser Autonomie auszunehmen, sind aufgrund der vorste-

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henden Erwägungen nicht ersichtlich, weshalb die Gemeinden auch in diesem Bereich als au-
tonom anzusehen sind. Die Gemeinde war somit befugt, im Rahmen ihrer Gemeindeautonomie 
gemäss § 2 RBG die Ziffer 4.1.10 ZRS zu erlassen, wonach für Ersatz-Neubauten oder An- und 
Ergänzungsbauten entlang von Grenzen das Grenz- oder Näherbaurecht als erteilt gilt.  
 
5.1 Weiter moniert der Beschwerdeführer, im Bauprojekt werde ein Dach mit einer Neigung 
von 15° vorgesehen. In der Kernzone seien jedoch nur Satteldächer mit einer Neigung von 
mind. 40° zugelassen. Die vorgeschriebene Dachneigung von 40° gemäss Ziffer 4.1.7 Abs. 1 
ZRS werde nicht eingehalten und es bestehe kein Grund für eine Ausnahmebewilligung im Sin-
ne von Ziffer 5.2 ZRS. Zudem werde mit dem projektierten Bauvorhaben die Grundsubstanz der 
bestehenden Baute weder erhalten noch verbessert. Der An- bzw. Umbau – sofern es sich um 
einen solchen handle – entspreche auch nicht einer anspruchsvollen, sondern einer überdi-
mensionierten Gestaltung. 
 
5.2 Ziffer 4.1.7 ZRS bestimmt, dass in der Kernzone nur Satteldächer mit einer Neigung 
von mindestens 40° gestattet, für An- und Nebenbauten jedoch auch andere Schrägdachformen 
zulässig sind. Das ZSR enthält unter Ziffer 2 eine Zonentabelle, welche unter Verweis auf Ziffer 
4.1.7 in der Kernzone für die Hauptbauten ein Satteldach mit einer Neigung von mindestens 40° 
und für An- und Nebenbauten in Massivbauweise ein Schrägdach mit einer Neigung von min-
destens 15° vorsieht. Aus dem Baugesuch geht hervor, dass das bestehende Krüppelwalmdach 
durch ein zonenkonformes Satteldach ersetzt werden soll. Das geplante Satteldach soll eine 
Neigung von 40° aufweisen. Der geplante Anbau an der Westfassade, welcher direkt an den 
Hauptbau angebaut werden soll, weist den eingereichten Plänen zufolge ein Schrägdach mit 
einer Neigung von 15° auf (vgl. Plan Längsschnitt, Plan Nordfassade und Plan Südfassade vom 
30. Januar 2017). Die Dachneigung des geplanten Anbaus entspricht demzufolge den Vorga-
ben in der Zonentabelle des ZRS. 
 
5.3 Die Gemeinde hat zudem einen Antrag für Ausnahmen von den Zonenvorschriften 
gemäss Ziffer 5.2 ZRS i.V.m. § 7 Abs. 2 RBV bei der Baubewilligungsbehörde gestellt. Der An-
trag wurde damit begründet, dass im Bereich des Anbaus an der Westfassade die Dachneigung 
verringert werde auf 15°, um das Volumen zu reduzieren, was zu einer ortskernverträglichen, 
architektonisch besseren Lösung führe. Aufgrund der flachen Neigung von 15° werde das ge-
samte Volumen verringert. Dieser Ausnahmeantrag der Gemeinde wurde bewilligt. Das Bauin-
spektorat hielt dazu in seinem Entscheid vom 23. Mai 2017 fest, dass aus ortsbildpflegerischer 
Sicht dem Bauprojekt nichts entgegenzusetzen sei und mit dem geplanten Anbau das Ortsbild 
nicht beeinträchtigt werde. Die Asymmetrie der Fenster habe bereits während des bestehenden 
Baus bestanden und die grossen Eckfenster seien dem Bestand entlehnt und auf der strassen-
abgewandten Seite möglich. Die Gebäudeerweiterung könne aufgrund des bestehenden 
Hauptbaus, welcher durch den Dachknick noch ablesbar bleibe, der Fensteranordnung und der 
projektierten Dachform als Anbau gelesen werden. Erweiterungen von Hauptbauten seien nicht 
zwingend in einem anderen Material auszuführen. Die Dreigeschossigkeit werde auch durch 
den bestehenden Terrainverlauf erzeugt.  
 

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5.4.1 Das vorliegende Gebäude zählt gemäss Zonenplan Siedlung D.____ zu der Kategorie 
“erhaltenswerte Baute“. Die Lage und das Volumen dieser Bauten sind für das Dorfbild von Be-
deutung und ihre Grundsubstanz ist zu erhalten bzw. zu verbessern (vgl. Ziffer 4.1.5 Abs. 1 
ZRS). An- und Umbauten sind in anspruchsvoller Gestaltung auszuführen und dürfen die bauli-
che Substanz des Hauptbaukörpers nicht störend beeinflussen (vgl. Ziffer 4.1.5 Abs. 2 ZRS). 
 
5.4.2 Bei den vorstehend zitierten gesetzlichen Grundlagen, wonach sich ein Bauprojekt in 
die landschaftliche und bauliche Umgebung einzugliedern resp. einzufügen hat, handelt es sich 
um sogenannte Ästhetikvorschriften. Die Ästhetikvorschriften bezwecken allgemein den Schutz 
des Landschafts-, Orts- und Strassenbildes, der historischen Stätten sowie der Natur- und 
Kunstdenkmäler (KGE VV vom 15. November 2017 [810 16 343/344] E. 16.2; KGE VV vom 
22. September 2004 [810 04 19/222] E. 5; PETER HÄNNI, Planungs-, Bau- und besonderes Um-
weltschutzrecht, 6. Auflage, Bern 2016, S. 326). Sie sind zumeist in Form einer Generalklausel 
umschrieben, können jedoch auch detaillierte Vorschriften bezüglich einzelner Gestaltungsele-
mente der Bauten wie beispielsweise Baumaterialien, Farbgebung oder Materialauswahl bein-
halten (HÄNNI, a.a.O., S. 328). Die Ästhetikvorschriften bilden Teil des materiellen Baupolizei-
rechts, weshalb jedes Bauvorhaben der ästhetischen Beurteilung unterliegt. Die Rechtsanwen-
dung muss sich dabei auf objektive und grundsätzliche Gesichtspunkte stützen und auf einem 
Werturteil beruhen, das Auffassungen entspricht, die eine gewisse Verbreitung und Allgemein-
gültigkeit beanspruchen dürfen (BGE 114 Ia 343 E. 4b; BGE 82 I 102 E. 4; RENÉ WIEDERKEHR, 
Grundprobleme des basellandschaftlichen Bau- und Planungsrechts, in: Basler Juristische Mit-
teilungen [BJM] 2006, S. 229-259, S. 248 ff.). 
 
5.4.3 Die Gemeindeautonomie spielt auch bei ästhetischen Beurteilungen eine Rolle. So 
dürfen Beschwerdeinstanzen ihr eigenes Ermessen nicht ohne weiteres an die Stelle desjeni-
gen der untergeordneten Gemeindebehörden setzen (ELOI JEANNERAT, in: Aemisegger/ 
Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich 2016, N 88 zu 
Art. 17 RPG). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung steht den Gemeinden bei der Ausle-
gung und Handhabung von Ästhetikklauseln regelmässig ein besonderer Ermessensspielraum 
zu, der im Rechtsmittelverfahren zu beachten ist. Dies hat zur Folge, dass sich das Kantonsge-
richt bei der Überprüfung solcher Ermessensentscheide Zurückhaltung auferlegen und diese 
respektieren muss, wenn sie nachvollziehbar sind, d.h. auf einer vertretbaren Würdigung der 
massgebenden Sachumstände beruhen (Urteil des Bundesgerichts 1A.104/2006, 1P.292/2006 
vom 19. Januar 2007 E. 4.4). 
 
5.4.4 Sowohl das Bauinspektorat als auch die Baurekurskommission beziehen sich in ihren 
Entscheiden auf Fachberichte, insbesondere von der Gemeinde und der Kantonalen Denkmal-
pflege (Ortsbildpflege). Aus den Berichten geht einstimmig hervor, dass mit dem vorliegenden 
Projekt das bestehende zonenfremde Krüppelwalmdach entfernt werde, sodass mit dem Um- 
und Anbau eine Verbesserung gegenüber der heute bestehenden Situation erreicht werde. 
Ausserdem füge sich das Dach in der neuen Ausgestaltung besser in die umliegende Dach-
landschaft ein und ergebe somit ein besseres Gesamtbild. Die vom Bauinspektorat erteilte Aus-
nahme stützt sich auf Ziffer 5.2 ZRS i.V.m. § 7 Abs. 1 und 2 RBV, welcher unter anderem vor-
sieht, dass der Gemeinderat der Baubewilligungsbehörde Ausnahmen beantragen kann, sofern 

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dies in den Zonenvorschriften vorgesehen ist (Abs. 1). Sofern die Gemeinden nicht andere 
Bestimmungen erlassen, gilt dies insbesondere, wenn damit eine bessere Einpassung in den 
erhaltenswerten Ortskern erreicht wird (lit. b), wenn die Wohnhygiene von Bauten wesentlich 
verbessert werden kann (lit. c) und wenn damit in weitgehend überbauten Wohnquartieren bei 
bestehenden Bauten der Einbau zusätzlicher Wohnungen ermöglicht wird (lit. e). Wie die Bau-
rekurskommission zu Recht festhält, werden mit der Beseitigung des Krüppelwalmdachs, der 
besseren Geschossgestaltung und der Schaffung zusätzlichen Wohnraums diese Vorausset-
zungen erfüllt. 
 
5.4.5 § 7 Abs. 2 lit. a RBV sieht zudem vor, dass der Gemeinderat eine Ausnahmebewillung 
beantragen kann, wenn die Anwendung dieser Vorschriften eine architektonisch und städtebau-
lich vernünftige Lösung verunmöglicht. Den eingereichten Plänen und den unbestrittenen An-
gaben des Bauinspektorats zufolge reizen die Beschwerdegegner die maximal möglichen Mas-
se nicht aus. Insbesondere haben sie davon abgesehen, ein einheitliches Satteldach mit einer 
Neigung von 40° zu planen, welches das Hauptgebäude sowie den Anbau an der Westfassade 
überdacht. Diese Variante, welche nach Ziffer 4.1.7 ZRS für die Kernzone gestattet ist, würde 
ein sehr viel grösseres und wuchtigeres Gebäude entstehen lassen. Die von den Beschwerde-
gegnern gewählte Lösung, bei welcher das bestehende Krüppelwalmdach entfernt und nur über 
dem Hauptgebäude ein Satteldach mit einer Neigung von 40° und über dem Anbau lediglich ein 
Schrägdach mit einer Neigung von 15° errichtet wird, stellt eine geringere Beeinflussung der 
baulichen Substanz des Hauptkörpers dar. Bereits die bestehende Baute weist zwar ein zonen-
fremdes Krüppelwalmdach auf, dieses zeigt jedoch eine Dachabflachung an der West- und Ost-
fassade, was im vorliegenden Projekt durch das Schrägdach an der Westfassade mit geringerer 
Neigung aufgegriffen wird. Das bestehende Erscheinungsbild des Gebäudes wird mit dem pro-
jektierten Bauvorhaben zwar grösser, jedoch in den ursprünglichen Eigenheiten beibehalten. 
Gerade durch die Abflachung bzw. den Dachknick ist der Anbau als solcher abgrenzbar und 
das bestehende Gebäude nach wie vor erkennbar. Die Grundsubstanz bleibt erhalten und 
gleichzeitig wird die Einpassung in das Ortsbild durch die Entfernung des zonenfremden Krüp-
pelwalmdaches verbessert, Ziffer 4.1.5 Abs. 1 ZRS wird somit nicht verletzt. Zudem kann der 
Zweck eines anspruchsvollen An- und Umbaus gem. Ziffer 4.1.5 Abs. 2 ZRS bei erhaltenswer-
ten Bauten mit dem eingereichten Bauprojekt der Beschwerdegegner besser erfüllt werden, als 
mit einem in Ziffer 4.1.7 ZRS vorgesehenen einheitlichen Satteldach über das Hauptgebäude 
und den Anbau, welches das Gebäude viel höher und wuchtiger werden liesse und das Er-
scheinungsbild wesentlich verändern und es damit störend beeinflussen würde. 
 
5.5 Anzumerken ist, dass eine Ausnahmemöglichkeit entgegen der Ansicht des Beschwer-
deführers insbesondere für solche Fälle vorgesehen ist, bei welchen durch eine Ausnahme den 
einzelnen Interessen grossmehrheitlich besser begegnet werden kann, als mit einer vom Ge-
setz vorgesehenen Lösung. Es sind keine Hinweise dafür ersichtlich, dass die Beschwerdegeg-
ner bzw. die Gemeinde die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen hätten umgehen wollen 
und die Möglichkeit der Ausnahmebewilligung rechtsmissbräuchlich genutzt hätten. Im Gegen-
teil, die Beschwerdegegner haben sich bemüht, alle Vorschriften einzuhalten, und haben ihre 
Pläne nach Absprachen mit der Gemeinde und dem Bauinspektorat angepasst und die maximal 
zulässigen Masse nicht ausgenutzt. Dadurch wird auch das Grundstück des Beschwerdeführers 

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weniger beeinträchtigt bzw. nicht durch ein höheres Gebäude eingeengt, als wenn die zulässi-
gen Masse ausgeschöpft worden wären. Mit dem Bauinspektorat ist festzuhalten, dass die Be-
einträchtigungen für die benachbarten Grundstücke bei An- und Umbauten in der Kernzone 
zudem in Anbetracht der eng überbauten Siedlungsstruktur nicht von derselben Bedeutung sind 
wie in einer Wohnzone, in der An- und Umbauten aufgrund der lockeren Bebauung stärker und 
augenscheinlicher ins Gewicht fallen.  
 
5.6 Das Bauinspektorat hat demzufolge den Ausnahmeantrag der Gemeinde zu Recht 
genehmigt. Die Ausnahme ist sachgerecht und stützt sich auf eine gesetzliche Grundlage. Die 
städtebaulichen und ortsbildpflegerischen Vorteile überwiegen die privaten Interessen des Be-
schwerdeführers, zumal dieser seinerseits im Falle einer baulichen Erweiterung seiner Liegen-
schaft ebenfalls von diesen Bedingungen profitieren kann. Die Gemeinde sowie die Kantonale 
Denkmalpflege haben keine Einwände gegen das vorliegend strittige Bauprojekt geäussert und 
sehen darin keine unzulässige Beeinträchtigung des Ortsbilds. Die Fachbehörden begründen 
nachvollziehbar und vernünftig ihre Einschätzung und es gibt keinen Grund, von dieser abzu-
weichen. Es ist nicht zu beanstanden, dass sich die Vorinstanzen auf diese Fachmeinungen 
stützen und weder eine Verletzung der Rechtsetzungsbefugnis der Gemeinde noch der Ästhe-
tikklauseln bzw. der gesetzlichen Bauvorschriften sehen. Demzufolge ist die Beschwerde auf-
grund der vorstehenden Erwägungen vollumfänglich abzuweisen. 
 
6. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. 
Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und die Beweiskosten und werden in der 
Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Vor-
liegend sind die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- dem unterlegenen Beschwerde-
führer aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen. 
Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gemäss § 21 Abs. 1 VPO für den Beizug ei-
nes Anwalts oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der Gegen-
partei zugesprochen werden. Entsprechend dem Verfahrensausgang ist den privaten Be-
schwerdegegnern im vorliegenden Verfahren eine Parteientschädigung zuzusprechen, wobei 
der geltend gemachte Aufwand von 14.35 Stunden à Fr. 250.-- als angemessen erscheint. Den 
privaten Beschwerdegegnern ist somit eine Parteientschädigung in der Höhe von 5‘212.55 
(inkl. 4 Stunden Parteiverhandlung, Auslagen und 7,7 % MWST) zuzusprechen, welche dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen ist. Die übrigen Parteikosten sind wettzuschlagen. 
 
  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
   
 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'200.-- werden dem Be-

schwerdeführer auferlegt und mit dem Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
verrechnet. 

   
 3. Der Beschwerdeführer hat den privaten Beschwerdegegnern eine Par-

teientschädigung in der Höhe von 5‘212.55 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
MWST) zu bezahlen. Die übrigen Parteikosten werden wettgeschlagen. 

 
 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin