# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8dc58508-e9e4-592b-bb64-5757fbc9b3d2
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-18
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 18.03.2024 VBE.2023.515
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-515_2024-03-18.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

VBE.2023.515 / pm / ks       
Art. 35 

 

Urteil vom 18. März 2024 
 
 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Jacober  

Oberrichter Kathriner  

Gerichtsschreiber Meier  

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____ 

vertreten durch lic. iur. Markus Härdi, Rechtsanwalt,  

Bachstrasse 40, Postfach, 5600 Lenzburg 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 27. Oktober 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1969 geborene Beschwerdeführer war als Haustechniker angestellt 

und aufgrund dieses Arbeitsverhältnisses bei der Beschwerdegegnerin ge-

gen Unfallfolgen versichert. Am 30. März 2022 rutschte er zu Hause aus, 

fiel auf den linken Arm bzw. auf seine linke Schulter und verletzte sich da-

bei. Die Beschwerdegegnerin erbrachte hierfür vorübergehende Leistun-

gen (Heilbehandlung/Taggeld), welche sie mit Verfügung vom 3. Mai 2023 

per 8. September 2022 einstellte. Die dagegen erhobene Einsprache wies 

sie mit Einspracheentscheid vom 27. Oktober 2023 ab. 

 

2. 

2.1. 

Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 30. November 

2023 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Es sei der Einspracheentscheid vom 27.10.2023 aufzuheben und im 
Sinne der nachfolgenden Anträge neu zu entscheiden: 

 
1. Es seien dem Beschwerdeführer nach dem 08.09.2022 Versi-

cherungsleistungen gestützt auf Art. 6 UVG im bisherigen Um-
fange von 50% zu entrichten. 

 
Eventuell: 
Es sei ein Gutachten in Auftrag zu geben, welches zur Frage 
Stellung nimmt, ob die heutigen Beschwerden des Beschwer-
deführers natürliche-adäquat kausal zum Unfallereignis vom 
30.03.2022 sind. Es sei hierbei ein weiteres MRI vorzunehmen. 

 
2. Es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen. 

 
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Be-

schwerdegegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 29. Januar 2024 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde und reichte eine versicherungsmedi-

zinische Stellungnahme datiert vom 25. Januar 2024 ein. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die vorübergehenden 

Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 30. März 2022 

mit Einspracheentscheid vom 27. Oktober 2023 (Vernehmlassungsbeilage 

[VB] 77) zu Recht per 8. September 2022 eingestellt hat. 

 - 3 - 

 

 

2. 

2.1. 

Soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, werden die Versicherungs-

leistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten 

gewährt (Art. 6 Abs. 1 UVG).  

 

2.2. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-

stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge-

treten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit ein-

getreten gedacht werden kann (BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163; 129 V 177 

E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 

129 V 402 E. 4.3.1 S. 406). 

 

2.3. 

Die Anerkennung der Leistungspflicht durch den Unfallversicherer ist in 

rechtlicher Hinsicht von Belang. Ist die Unfallkausalität einmal mit der erfor-

derlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die deswegen aner-

kannte Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht 

die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, 

wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa-

chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesund-

heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo 

ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässi-

gen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder 

später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (Urteil des Bundesge-

richts 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2). Ebenso wie der leistungs-

begründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen je-

der kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits-

schadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweis-

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die 

blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen 

des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende 

Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast – anders als bei der 

Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang 

gegeben ist – nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer 

(BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56).  

 

3. 

3.1. 

Im Hinblick auf das Unfallereignis vom 30. März 2022 ist den medizinischen 

Unterlagen im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen: 

 

 - 4 - 

 

 

3.2. 

Dr. med. univ. B._____, Praktischer Arzt, Abteilung Versicherungsmedizin 

der Beschwerdegegnerin, bejahte in seinem Bericht vom 3. August 2022 

die Frage, ob die Gesundheit des Beschwerdeführers bei der vom aktuellen 

Unfallereignis betroffenen Körperregion mit überwiegender Wahrschein-

lichkeit schon vor dem Unfall in stummer oder manifester beeinträchtigt ge-

wesen sei. Es bestünden zystische Veränderungen mit Partialruptur M. 

subscapularis und M. supraspinatus. Es sei möglich, dass der Unfall mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer Ruptur vorgeschädigter Mus-

kelfasern geführt habe. Dies lasse sich weder ausschliessen noch bewei-

sen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hätten Unfallfolgen im Be-

schwerdebild drei Monate nach dem Unfallereignis keine Rolle mehr ge-

spielt (VB 13). 

 

3.3. 

Mit Stellungnahme vom 15. Dezember 2022 hielt Dr. med. univ. B._____ 

an seiner Beurteilung vom 3. August 2022 vollumfänglich fest. Grundsätz-

lich seien die vorliegenden Befunde aufgrund der beschriebenen körperlich 

schweren Tätigkeit mit Heben und Tragen von Waschmaschinen etc. hin-

reichend degenerativ bedingt erklärt. Ein Sturz direkt auf die Schulter sei 

zudem kein geeigneter Pathomechanismus, die im MRI vorgefundenen Be-

funde zu verursachen. Von administrativer Seite sei auf eine genaue Ab-

klärung des Unfallereignisses verzichtet worden. Bei entsprechend dege-

nerativ vorgeschädigter Muskulatur mit bereits Teilruptur und anerkanntem 

Unfallereignis lasse sich versicherungsmedizinisch nicht ausschliessen, 

dass einzelne Muskelfasern anlässlich des anerkannten Ereignisses geris-

sen seien (VB 33 S. 2). 

 

3.4. 

Dr. med. C._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo-

gie des Bewegungsapparates, ging in seinem Bericht vom 13. Juni 2023 

zusammengefasst davon aus, anhand der ihm vorliegenden MR-Bildge-

bung vom 14. April 2023 erscheine die Argumentation der Beschwerdegeg-

nerin nicht schlüssig. Zwar lasse sich in der Tat eine kleine zystische For-

mation am lateralen Tuberculum minus, angrenzend zum Sulcus intertu-

bercularis nachweisen. Bei adäquatem Unfallmechanismus inkl. Verlet-

zungsmuster erscheine ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfaller-

eignis deutlich wahrscheinlicher als eine degenerative Läsion im Alter von 

52 Jahren. Die Rotatorenmanschettenmuskulatur habe sich ohne jegliche 

Anzeichen einer fettigen Infiltration oder Atrophie dargestellt. Darüber hin-

aus bestehe keine Impingementkonstellation. Somit könne mit überwiegen-

der Wahrscheinlichkeit von einem Kausalzusammenhang ausgegangen 

werden (VB 60). 

 
 

 - 5 - 

 

 

3.5. 

Dr. med. univ. B._____ nahm am 17. August 2023 erneut Stellung. Zusam-

mengefasst hielt er an seiner Einschätzung fest, wonach der Pathomecha-

nismus mit Sturz auf die linke Schulter nicht geeignet sei, eine Pulley-Lä-

sion/Subscapularisläsion zu verursachen. Dass es anlässlich eines Sturzes 

auf die linke Schulter zu einer Schmerzauslösung gekommen sei, sei 

durchaus plausibel. Die im MRI vorgefundenen Befunde seien jedoch nicht 

Folge dieses Sturzes, sondern vorbestehend degenerativer Natur und als 

"Zufallsbefund" im Rahmen der Abklärung der Beschwerdesymptomatik zu 

verstehen. Des Weiteren könne auf die Befunderhebung von Dr. med. 

C._____ verwiesen werden, welcher am 12. Juni 2023 und somit zweiein-

halb Monate nach dem Unfallereignis eine freie Beweglichkeit ohne 

Schmerzauslösung dokumentiert habe (VB 67). 

 

3.6. 

Schliesslich äusserte sich Dr. med. univ. B._____ am 25. Januar 2024 

abermals. Im Wesentlichen führte er dabei aus, aufgrund der (unbestritte-

nen) Angabe eines direkten Sturzes auf die linke Schulter sei der Patho-

mechanismus einer Kontusion (Prellung) ausgewiesen. Eine einfache Prel-

lung heile innerhalb von zwei bis drei Wochen ab. Im vorliegenden Fall 

seien keine klinisch dokumentierten Befunde für eine schwere Prellung wie 

ein Hämatom oder eine Schwellung ausgewiesen. Unter Berücksichtigung 

des degenerativen Vorzustandes könne eine vorübergehende Beschwer-

deauslösung von zwei bis längstens drei Monaten angenommen werden. 

Weder anhand der vom Hausarzt noch von Dr. med. C._____ dokumen-

tierten Befunde werde nachvollziehbar unfallbedingt eine "darüberhinaus-

gehende" Arbeitsunfähigkeit begründet (Eingabe vom 29. Januar 2024). 

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).  

 

4.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder ei-

nem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsinternen 

Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde 

 - 6 - 

 

 

Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 

V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

4.3. 

Auch eine reine Aktenbeurteilung kann voll beweistauglich sein, wenn es 

im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 

22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen 

 

5. 

5.1. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, mit der Einschätzung von Dr. med. univ. 

B._____ stehe die Sichtweise eines Allgemeinmediziners derjenigen des 

Facharztes Dr. med. C._____ gegenüber (Beschwerde S. 5). Diesbezüg-

lich ist er darauf hinzuweisen, dass Kreisärzte nach ihrer Funktion und be-

ruflichen Stellung praxisgemäss Fachärzte im Bereich der Unfallmedizin 

sind. Da sie ausschliesslich Unfallpatienten, Körperschädigungen im Sinne 

des Art. 6 Abs. 2 UVG und Berufskrankheiten diagnostisch beurteilen und 

therapeutisch begleiten, verfügen sie über besonders ausgeprägte trauma-

tologische Kenntnisse und Erfahrungen. Dies gilt unabhängig von ihrem ur-

sprünglich erworbenen Facharzttitel (Urteil des Bundesgerichts 

8C_219/2022 vom 2. Juni 2022 E. 3.2 mit Hinweisen). Umstände, wonach 

dies bei Dr. med. univ. B._____ nicht zuträfe, zeigt der Beschwerdeführer 

nicht auf und sind auch nicht ersichtlich. Nicht gefolgt werden kann dem 

Beschwerdeführer sodann, wenn er die "vielen Literaturhinweise" in den 

Berichten von Dr. med. univ. B._____ moniert und anführt, medizinische 

Probleme liessen sich "nicht lapidar durch den Beizug der Literatur behe-

ben bzw. beantworten", zumal er der Beurteilung von Dr. med. univ. 

B._____ in seiner Beschwerde selbst eine "Literaturstelle" entgegenhält 

(vgl. Beschwerde S. 8).  

 

5.2. 

Im Gegensatz zu Dr. med. univ. B._____ hielt Dr. med. C._____ in seinem 

Bericht vom 13. Juni 2023 den Unfallmechanismus (Sturz auf die linke 

Schulter) als geeignet, die vorliegenden Verletzungen zu bewirken. Ob und 

inwiefern Anpralltraumen geeignet sind, Sehnenmanschettenläsionen aus-

zulösen oder zu verursachen, wird in der neueren medizinischen Literatur 

kontrovers diskutiert. Dabei wird u.a. die Meinung vertreten, dass bei einem 

– wenn auch nur geringen – Teil der reinen Anprallverletzungen gewisse 

Transversalbelastungen des Schultergelenks abhängig vom Sturzereignis 

 - 7 - 

 

 

auftreten können. Angesichts der Tatsache, dass in vielen Fällen auch der 

genaue Unfallmechanismus aufgrund der Angaben der betroffenen Patien-

ten nicht genau rekonstruiert werden kann, wird dem Kriterium des Unfall-

mechanismus zur Beurteilung der Unfallkausalität keine übergeordnete Be-

deutung mehr beigemessen (Urteil des Bundesgerichts 8C_59/2020 vom 

14. April 2020 E. 5.4 mit Hinweis auf 8C_446/2019 vom 22. Oktober 2019 

E. 5.2.2 f. mit entsprechenden Hinweisen auf medizinische Literatur). 

 

Des Weiteren wies Dr. med. univ. B._____ in der Stellungnahme vom 

25. Januar 2024 auf die Subluxation der langen Bizepssehne infolge Pul-

leyläsion mit entsprechender Geröllzyste und Knochenmarksödem am Tu-

berculum majus hin (vgl. diesbezüglich den MRI-Bericht des Röntgeninsti-

tuts D._____ vom 14. April 2022 in VB 10), wobei es sich um typisch dege-

nerative Befunde handle. Das Vorliegen einer "kleine[n] zystischen Forma-

tion am lateralen Tuberculum minus angrenzend zum Sulcus intertuber-

cularis" wurde denn auch von Dr. med. C._____ nicht in Abrede gestellt 

(VB 60). Betreffend die degenerativen Befunde wies Dr. med. univ. 

B._____ ferner einleuchtend darauf hin, dass solche aufgrund chronischer 

Überlastung entstehen könnten. Der Beschwerdeführer habe (im Rahmen 

seiner Arbeitstätigkeit) zum Teil erhebliche Gewichte heben müssen und 

teils auch über Kopf arbeiten müssen, worauf auch sein Hausarzt hinge-

wiesen habe (vgl. den entsprechenden Bericht vom 25. November 2022 in 

VB 30 S. 1). Diese Tätigkeiten würden zu einer rezidivierenden Überlas-

tung des Pulley (Rückhalteband der Bicepssehne im Sulcus) führen, zu-

nächst mit Überdehnung und Subluxation der Bizepssehne nach ventral 

und schliesslich zu einer Ruptur des Pulley mit Luxation der Bizepssehne 

mit Druck auf die Sehne des Musculus subscapularis, welcher sich dann 

zunehmend von oben nach unten ablösen könne. Dies führe zu einem ent-

sprechenden Entzündungsreiz am Ansatz der Sehne am Tuberculum mi-

nus, was entsprechende zystische Veränderungen zur Folge habe. Auf 

eine Überbelastung weise des Weiteren auch eine im Hausarztbericht vom 

25. Juli 2022 (vgl. VB 30 S. 2) festgehaltene, vorbestehende Periarthropa-

thia humeroscapularis rechts hin. Hinsichtlich der Auffassung von Dr. med. 

C._____, es hätten weder Zeichen einer fettigen Infiltration noch einer Atro-

phie festgestellt werden können (VB 60 S. 2) äusserte sich Dr. med. univ. 

B._____ dahingehend, dass dies dadurch zu erklären sei, dass keine voll-

ständige Läsion der gesamten Subscapularissehne eingetreten sei (VB 67 

S. 5). Rechtsprechungsgemäss vermag allein das Fehlen einer Muskelver-

fettung degenerative Entwicklungen im Schulterbereich ohnehin nicht 

zwangsläufig auszuschliessen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_645/2022 vom 16. Februar 2023 E. 4.2 mit Hinweisen). 

 

Gesamthaft erweisen sich die Ausführungen von Dr. med. univ. B._____ 

als schlüssig und nachvollziehbar. Daran vermögen auch die abweichen-

den eigenen laienhaften medizinischen Würdigungen des Rechtsvertreters 

des Beschwerdeführers mangels Relevanz nichts zu ändern (vgl. Urteile 

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des Bundesgerichts 8C_806/2021 vom 5. Juli 2022 E. 5.2.3, 8C_672/2020 

vom 15. April 2021 E. 4.3, 8C_794/2017 vom 27. März 2018 E. 4.2.2 und 

9C_283/2017 vom 29. August 2017 E. 4.1.2). Auf die Beurteilung von 

Dr. med. univ. B._____ kann somit vollumfänglich abgestellt werden. Ge-

stützt darauf ist davon auszugehen, dass der status quo sine (vgl. E. 2.3.) 

drei Monate nach dem Unfallereignis vom 30. März 2022 eingetreten ist.  

 

6. 

Der Antrag, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, 

wird durch die Fällung des Urteils gegenstandslos (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 8C_806/2017 vom 28. März 2018 E. 4). 

 

7. 

7.1. 

Nach dem Dargelegten ist die von der Beschwerdegegnerin mit Ein-

spracheentscheid vom 27. Oktober 2023 per 8.September 2022 vorgenom-

mene Leistungseinstellung nicht zu beanstanden. Die dagegen erhoben 

Beschwerde ist daher abzuweisen. 

 

7.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

7.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom 

 - 9 - 

 

 

siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. 

Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. 

Januar (Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 18. März 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Meier