# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f5bae84-c931-56f1-8e17-34578a4609ac
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 13.01.2015 S 2014 110
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2014-110_2015-01-13.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 14 110

2. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Vizepräsidentin Moser als Vorsitzende, Präsident Meisser und 

Verwaltungsrichter Racioppi, Baumann-Maissen als Aktuarin

URTEIL 
vom 13. Januar 2015

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Karin Caviezel, 

Beschwerdeführer

gegen 

B._____ AG, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Martin Schmid, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

- 2 -

1. A._____ ist selbständiger Landwirt und arbeitete in den vergangenen 

Jahren während der Wintermonate jeweils als Skilehrer bei der Schweizer 

Schneesportschule X._____. Am 18. und 19. Oktober 2012 wurde er im 

Kantonsspital Graubünden am Rücken operiert. In der Folge war er 

während mehrerer Wochen in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Ende 

Januar 2013 hatte sich seine gesundheitliche Verfassung insoweit 

verbessert, dass er wieder als Skilehrer bei der Schweizer 

Schneesportschule X._____ arbeiten konnte. Laut der Schadenmeldung 

der Schweizer Schneesportschule X._____ vom 11. März 2013 erlitt er 

am 20. Februar 2013 eine Rückenverletzung, als er beim Melken einem 

Schlag einer Kuh auswich. Die B._____ AG anerkannte, für die Folgen 

dieses Vorfalles leistungspflichtig zu sein und erbrachte bis zum 

31. August 2013 die kurzfristigen Versicherungsleistungen.

2. Mit Schreiben vom 3. Februar 2014 teilte die B._____ AG A._____ mit, 

der Vertrauensarzt habe festgestellt, der Vorzustand, wie er sich ohne 

das Ereignis vom 20. Februar 2013 verwirklicht hätte, sei drei Monate 

nach dem Unfallereignis eingetreten. Unter diesen Umständen stelle sie 

die Versicherungsleistungen per 31. August 2013 ein. An dieser 

Auffassung hielt die B._____ AG in der Verfügung vom 9. April 2014 

grundsätzlich fest, schloss den Fall infolge Eintritts des Status quo ante 

ab und stellte die Versicherungsleistungen ein. Die dagegen erhobene 

Einsprache wies sie mit Einspracheentscheid vom 22. Juli 2014 ab.

3. Gegen diesen Einspracheentscheid reichte A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 8. September 2014 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ein. Darin beantragte er, 

der Einspracheentscheid vom 22. Juli 2014 sei aufzuheben und die 

B._____ AG sei anzuweisen, über den 31. August 2013 hinaus 

Leistungen gemäss dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung 

- 3 -

(insbesondere Taggelder, Übernahme der Kosten für die Heilbehandlung) 

zu übernehmen. Eventualiter sei über die Frage des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ein medizinisches Gutachten einzuholen. Unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der B._____ AG. In 

beweisrechtlicher Hinsicht begehrte der Beschwerdeführer, die Akten der 

B._____ AG beizuziehen sowie die Krankengeschichte des 

Beschwerdeführers, samt bildgebenden Materials, vom Kantonsspital 

Graubünden und der Klinik Gut edieren zu lassen.

4. Die B._____ AG (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte in der 

Vernehmlassung vom 16. September 2014 die Abweisung der 

Beschwerde. Mit der Beschwerdeschrift reichte sie ihre chronologisch 

geordneten und nummerierten Verfahrensakten, einschliesslich eines 

Aktenverzeichnisses, ein.

5. In der Replik vom 22. September 2014 hielt der Beschwerdeführer an den 

gestellten Anträgen fest und vertiefte seine Argumentation. Die 

Beschwerdegegnerin erneuerte in der Duplik vom 30. September 2014 

ihre Anträge und setzte sich mit den Vorbringen des Beschwerdeführers 

auseinander.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten 

Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 22. Juli 2014. Gegen solche Entscheide 

- 4 -

kann beim Versicherungsgericht desjenigen Kantons Beschwerde 

erhoben werden, in dem die versicherte Person zur Zeit der 

Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat (Art. 1 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20] i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Der 

Beschwerdeführer wohnt in X._____, weshalb das Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde örtlich zuständig ist. Dessen sachliche und funktionelle 

Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach 

das Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht 

Beschwerden gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in 

Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss Bundesrecht der 

Beschwerde unterliegen. Als formeller und materieller Adressat des 

angefochtenen Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer von 

diesem überdies berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an 

dessen Aufhebung oder Abänderung auf (Art. 59 ATSG). Folglich ist 

dessen Beschwerdelegitimation zu bejahen. Auf die vom 

Beschwerdeführer zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde 

(Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) ist somit einzutreten.

2. Der Beschwerdeführer wurde am 18. und 19. Oktober 2012 im 

Kantonsspital Graubünden am Rücken operiert. In der Folge war er 

während mehrerer Wochen in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Ende 

Januar 2013 hatte sich sein Gesundheitszustand insoweit verbessert, 

dass er bei der Schweizer Schneesportschule X._____ in einem 

Teilzeitpensum von über 20 % als Skilehrer tätig sein konnte (vgl. 

Lohnabrechnung Januar 2013 vom 5. Februar 2013 [Beilagen der 

Beschwerdegegnerin (Bg-act.) 6/1] und Bg-act. 7). Aufgrund dieses 

- 5 -

Arbeitsverhältnisses versicherte ihn die Schweizer Schneesportschule 

X._____ bei der Beschwerdegegnerin gegen die Folgen von Berufs- und 

Nichtberufsunfällen (vgl. dazu Art. 8 Abs. 2 und 7 Abs. 2 UVG i.V.m. 

Art. 13 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; 

SR 832.202]). Dieser Sachverhalt ist unbestritten geblieben und kann 

aufgrund der Akten als erstellt gelten. Demzufolge war der 

Beschwerdeführer, als er sich um den 20. Februar 2013 eine 

Rückenverletzung zuzog, bei der Beschwerdegegnerin obligatorisch 

unfallversichert. Vor diesem Hintergrund ist nachfolgend zu prüfen, ob der 

Beschwerdeführer von der Beschwerdegegnerin über den 31. August 

2013 hinaus kurzfristige Versicherungsleistungen in Form von 

Heilbehandlung sowie Taggeldern beanspruchen kann.

3. a) Gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf 

zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen. Ist er infolge des Unfalls voll 

oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat er Anspruch auf ein 

Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Der Anspruch auf ein Taggeld entsteht am 

dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der 

vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod des 

Versicherten (Art. 16 Abs. 2 UVG). Als Unfall gilt die plötzliche, nicht 

beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren 

Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur 

Folge hat (Art. 4 ATSG). Ein Gesundheitsschaden ist für die 

Unfallversicherung demnach nur von Bedeutung, wenn er einem Unfall 

zugeordnet werden kann (BGE 129 V 177 E.3.1 und 3.2; vgl. ACKERMANN, 

Kausalität, in: SCHAFFHAUSER / KIESER [Hrsg.], Unfall und 

Unfallversicherung, St. Gallen 2009, S. 29 ff.). 

- 6 -

b) Laut der Schadenmeldung der Schweizer Schneesportschule X._____ 

vom 11. März 2013 hat der Beschwerdeführer am 20. Februar 2013 

(genauer Unfallzeitpunkt unbekannt) eine Rückenverletzung erlitten, als 

er beim Melken einem Schlag einer Kuh auswich (Beilagen der 

Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 1). In gleicher Weise wird dieser Vorfall in 

den Arztberichten vom 11. April 2013 (Bg-act. 4), 5. August 2013 (Bg-

act. 13) sowie 23. August 2013 (Bg-act. 15) geschildert, wobei aus dem 

erstgenannten Bericht überdies hervorgeht, dass der Beschwerdeführer 

am 20. Februar 2013 wegen akuter Rückenschmerzen in der Kreisspital 

Y._____ behandelt wurde. Unter diesen Umständen erscheint es als 

glaubhaft, dass sich das schädigende Ereignis in der vom 

Beschwerdeführer geltend gemachten Weise zugetreten hat. 

c) Damit gilt als erstellt, dass der Beschwerdeführer um den 20. Februar 

2013 einem Schlag einer Kuh ausgewichen ist. Durch diesen 

programmwidrigen Bewegungsablauf hat er sich eine Rückenverletzung 

zugezogen. Nicht klar ist, ob es sich hierbei um eine unfallähnliche 

Körperschädigung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) handelt, wovon sowohl der 

Beschwerdeführer (Muskelzerrung [Art. 9 Abs. 2 lit. e UVV]) als auch die 

Beschwerdegegnerin (Verrenkungen von Gelenken [Art. 9 Abs. 2 lit. b 

UVV]) ausgehen. Diese Frage kann jedoch dahingestellt bleiben, da das 

fragliche Ereignis sämtliche Kriterien eines Unfalls im Sinne von Art. 4 

ATSG erfüllt. Demnach ist die Beschwerdegegnerin aufgrund dieses 

Vorfalles leistungspflichtig, ungeachtet dessen, ob sich der 

Beschwerdeführer dadurch eine Listenverletzung zugezogen hat oder 

nicht (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 8C_1029/2009 vom 

26. Juli 2011 E.8 [nur eigentliche Verrenkungen]; BGE 116 V 145 E.5c 

[Muskelriss/Muskelzerrungen]; PATRICK THOMANN, in: STEIGER-SACKMANN / 

MOSIMANN [Hrsg.], Recht der Sozialen Sicherheit, Basel 2014, Rz. 16.52 

- 7 -

und 16.54). Dies hat denn auch die Beschwerdegegnerin nicht in Abrede 

gestellt und stets anerkannt, für die Folgen dieses Nichtberufsunfalles 

leistungspflichtig zu sein.

d) Entsprechend dieser Überzeugung richtete sie dem Beschwerdeführer bis 

zum 31. August 2013 kurzfristige Versicherungsleistungen in Form von 

Heilbehandlung und Taggeldern aus. Mit Verfügung vom 9. April 2014 

teilte sie dem Beschwerdeführer alsdann mit, ihre Leistungen per 

31. August 2013 einzustellen und ab diesem Zeitpunkt für das Ereignis 

vom 20. Februar 2013 keine Leistungen mehr auszurichten. Die dagegen 

erhobene Einsprache wies sie im angefochtenen Einspracheentscheid ab. 

Eine solche rückwirkend angeordnete Leistungseinstellung ist nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch ohne Vorliegen eines 

Wiedererwägungs- oder Revisionsgrunds zulässig, wenn der Versicherte 

dadurch nicht Gefahr läuft, erbrachte Versicherungsleistungen 

zurückerstatten zu müssen (BGE 133 V 57 E.6.8, 130 V 380E.2.3.1; 

ALEXANDRA RUMO-JUNGO / ANDRÉ PIERRE HOLZER, in: MURER/STAUFFER 

[Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, S. 123 und 

S. 30). Dass Letzteres der Fall ist, macht der Beschwerdeführer nicht 

geltend und kann aufgrund der Akten ausgeschlossen werden. Damit 

erweist sich die angefochtene Leistungseinstellung als rechtens, wenn 

der Beschwerdeführer aufgrund des interessierenden Nichtberufsunfalls 

keine Versicherungsleistungen (mehr) beanspruchen kann, was zwischen 

den Verfahrensparteien strittig ist.

4. a) Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich vor, am 20. Februar 2013 

eine Rückenverletzung erlitten zu haben, als er beim Melken einem 

Schlag einer Kuh ausgewichen sei. Der Vertrauensarzt der 

Beschwerdegegnerin gehe davon aus, dass sich der Beschwerdeführer 

- 8 -

dabei eine Distorsion der Lendenwirbelsäule bzw. eine Verrenkung von 

Gelenken zugezogen habe. Diese Diagnose stehe im Widerspruch zur 

Beurteilung der Klinik Gut, wo von einer Zerrung in der paravertebralen 

rechtsseitigen Rückenmuskulatur mit Einblutung in die Muskulatur die 

Rede sei. Welche dieser beiden Diagnosen zutreffen würde, sei 

vorliegend insofern von Bedeutung, als die Beschwerdegegnerin ihre 

Leistungspflicht im angefochtenen Einspracheentscheid mit der 

Begründung verneint habe, die gesundheitliche Verfassung des 

Beschwerdeführers würde sich ab dem 31. August 2013 ohne das 

Unfallereignis gleich präsentieren wie sie sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf des krankhaften Vorzustandes entwickelt 

hätte (Status quo sine). Der von der Beschwerdegegnerin angesprochene 

Vorzustand betreffe jedoch die Wirbelsäule und nicht die 

Rückenmuskulatur. Aber selbst wenn der Gesundheitsschaden auch im 

Zusammenhang mit der Rückenoperation stünde, sei zu beachten, dass 

die Beschwerdegegnerin als zuständige Unfallversicherungsgesellschaft 

solange leistungspflichtig bleibe, als die gesundheitlichen Beschwerden 

auch nur teilweise auf das Unfallereignis vom 20. Februar 2013 

zurückzuführen seien. Erst wenn ausgeschlossen sei, dass die 

bestehende gesundheitliche Beeinträchtigung dem in Frage stehenden 

Unfallereignis zuzuordnen sei, stelle sich überhaupt die Frage nach dem 

Status quo sine vel ante. Im Übrigen kranke die Beurteilung der 

Beschwerdegegnerin an nicht nachvollziehbaren Widersprüchen. Dies 

angesichts der Tatsache, dass durch das Ereignis vom 20. Februar 2013 

die Wirbelsäule nicht verletzt worden sei und der Beschwerdeführer bis 

zum 20. Februar 2013 weder präoperativ noch postoperativ 

Muskelbeschwerden beklagt habe. Die Beurteilung der 

Beschwerdegegnerin basiere ausserdem auf einem unvollständig 

erhobenen Sachverhalt (fehlendes Gutachten trotz widersprüchlicher 

medizinischer Beurteilung durch die behandelnden Ärzte und den 

- 9 -

Vertrauensarzt). Bereits aus diesem Grunde sei der angefochtene 

Einspracheentscheid aufzuheben und die Beschwerdegegnerin 

anzuweisen, ein Gutachten einzuholen. Auch die Behauptung der 

Beschwerdegegnerin, wonach ein Muskelfaserriss mit Einblutung 

regelmässig innert längstens sechs Monaten abheile, finde in den Akten 

keine Stütze und sei gutachterlich abzuklären. Da der Beschwerdeführer 

vor dem Unfall vom 20. Februar 2013 trotz der im Oktober durchgeführten 

Operation bereits wieder zu 50 % arbeitsfähig gewesen sei, sei davon 

auszugehen, dass der Vorzustand keinen relevanten Einfluss auf die 

Entwicklung nach dem Unfall gehabt habe. Damit stelle sich die Frage 

nach dem status quo ante vel sine überhaupt nicht. Die 

Beschwerdegegnerin habe die begehrten Versicherungsleistungen 

folglich weiterhin auszurichten.

b) Dieser Argumentation hält die Beschwerdegegnerin entgegen, die 

Beurteilung des hinzugezogenen Vertrauensarztes sei klar und 

unmissverständlich. Dieser sei Facharzt für orthopädische Chirurgie und 

damit befähigt, die rechtserheblichen medizinischen Zusammenhänge 

abschliessend zu beurteilen. Unter diesen Umständen habe die 

Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid zu Recht 

auf die vertrauensärztliche Beurteilung abgestellt. Danach sei der Status 

quo "ante" (recte: sine) spätestens sechs Monate nach dem Ereignis 

eingetreten. Einem solchen Aktengutachten komme nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern ein 

lückenloser Befund vorliege und es im Wesentlichen nur um die 

fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen 

Sachverhalts gehe. Diese Voraussetzungen seien im vorliegenden Fall 

erfüllt. Ausserdem würden weitere Untersuchungen zu keinem anderen 

Ergebnis führen. Denn die Rehabilitationszeit unfallbedingter 

Verletzungen bei vorbestehender Schädigung lasse sich nur ausgehend 

- 10 -

von Erfahrungswerten bestimmen. Um einen Erfahrungswert zu 

bestätigen, sei keine medizinische Begutachtung erforderlich. Die 

medizinischen Akten seien damit vollständig und ergäben, dass über 

sechs Monate nach dem Ereignis vom 20. Februar 2013 der Status quo 

sine eingetreten sei. Demzufolge habe die Beschwerdegegnerin ihre 

Leistungen im angefochtenen Einspracheentscheid zu Recht per 

31. August 2013 eingestellt.

5. a) Die Parteien sind sich darin einig, dass der Beschwerdeführer über den 

31. August 2013 hinaus an Rückenbeschwerden leidet, die medizinischer 

Behandlung bedürfen und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

beeinträchtigen. Hierfür hat die Beschwerdegegnerin jedoch nur 

aufzukommen, wenn sie durch den um den 20. Februar 2013 erlittenen 

Nichtberufsunfall verursacht wurden (vgl. E.3a). Als Ursache in diesem 

Sinne sind alle Umstände anzusehen, ohne deren Vorhandensein der 

eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 

Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 

Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige 

oder unmittelbare Ursache einer gesundheitlichen Störung ist. Es genügt, 

dass er als schädigendes Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen 

die körperliche, geistige oder psychische Gesundheit des Versicherten 

beeinträchtigt hat; der Unfall also nicht weggedacht werden kann, ohne 

dass die eingetretene gesundheitliche Beeinträchtigung entfiele (BGE 129 

V 177 E.3.1). Ein solcher natürlicher Kausalzusammenhang zwischen 

einem schädigenden Ereignis und der gesundheitlichen Beeinträchtigung 

begründet indessen nur dann eine Leistungspflicht der zuständigen 

Unfallversicherungsgesellschaft, wenn überdies ein adäquater 

Kausalzusammenhang zwischen diesen Ereignissen besteht. Die 

Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

- 11 -

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung der 

Unfallversicherungsgesellschaft spielt im Bereich organisch objektiv 

ausgewiesener Unfallfolgen allerdings praktisch keine Rolle, da sich hier 

die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 117 V 

359 E.6). 

b) Ist die Unfallkausalität zwischen einem schädigenden Ereignis und einer 

gesundheitlichen Beeinträchtigung einmal mit der erforderlichen 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, so entfällt die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und 

adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also 

Letzterer nur noch auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, 

wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand erreicht ist, wie er 

unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (sog. status quo ante) oder aber 

derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf 

eines krankhaften Vorzustandes auch ohne den Unfall früher oder später 

eingestellt hätte (sog. status quo sine; RKUV 1994 Nr. U 206 E.3b S. 328; 

RUMO-JUNGO / HOLZER, a.a.O., S. 54). 

c) Die Verwaltung und das im Streitfall angerufene 

Sozialversicherungsgericht haben den rechtserheblichen Sachverhalt von 

Amtes wegen festzustellen (Art. 43 und Art. 61 lit. c ATSG). Diese 

Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des 

streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit 

besteht oder die zur Verfügung stehenden Beweismittel ausgeschöpft 

sind (SVR 2010 AlV Nr. 2 S. 3, Urteil des Bundesgerichts 8C_269/2009 

E.2.2 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und 

einer gesundheitlichen Beeinträchtigung ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage. Dagegen handelt es 

sich beim diesbezüglich erforderlichen natürlicher Kausalzusammenhang 

- 12 -

um eine Tatfrage, die mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen ist 

(BGE 129 V 177 E.3.1). Dasselbe gilt für den von der zuständigen 

Unfallversicherungsgesellschaft zu beweisenden Wegfall des natürlichen 

Kausalzusammenhangs. Während bei der Frage, ob eine 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang besteht, der 

Versicherte beweisbelastet ist, trägt die objektive Beweislast für einen 

behaupteten Wegfall der Kausalität als anspruchsaufhebende Tatsache 

die Versicherungsgesellschaft (Urteil des Bundesgerichts 8C_101/2008 

vom 6. August 2008 E.2.2; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f.; RUMO-JUNGO / 

HOLZER, a.a.O., S. 54).

d) Um beurteilen zu können, welche Verletzungen sich der 

Beschwerdeführer durch das gemeldete schädigende Ereignis zugezogen 

hat und wie lange diese medizinisch behandelt werden müssen und/oder 

das funktionelle Leistungsvermögen des Beschwerdeführers 

beeinträchtigen, hat die Beschwerdegegnerin ihren Vertrauensarzt, 

Dr. med. C._____, Facharzt (FMH) für orthopädische Chirurgie, 

hinzugezogen, der den Beschwerdeführer nicht persönlich untersucht hat. 

Den Beweiswert solcher Aktenbeurteilungen hat das Bundesgericht mit 

der Begründung relativiert, ärztliche Beurteilungen müssten sich 

grundsätzlich auf eine persönliche Untersuchung abstützen. Die direkte 

ärztliche Auseinandersetzung mit der zu begutachtenden Person rückt 

jedoch in den Hintergrund, wenn es im Wesentlichen nur um die 

Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts geht und 

sich neue Untersuchungen erübrigen (Urteile des Bundesgerichts 

8C_476/2011 vom 5. Dezember 2011 E.7.1, Urteil 8C_325/2009 vom 23. 

September 2009 E.3.4.1, I 1094/06 vom 14. November 2007 E.3.1.1). In 

einem solchen Fall kann auch eine reine Aktenbeurteilung voll 

beweiskräftig sein, wenn sie für die streitigen Belange umfassend ist, die 

- 13 -

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben wurde, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und in 

den Schlussfolgerungen zu überzeugen vermag (vgl. zu diesen 

allgemeinen Anforderungen BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E1b, 

112 V 30 E.1a mit Hinweisen). Beweisrechtlich wertlos sind dagegen 

medizinische Beurteilungen, die auf einer reinen "post ergo propter hoc"-

Argumentation beruhen, mithin die Kausalität einzig aufgrund des 

Umstandes bejahen, dass der Schaden zeitlich nach dem Unfallereignis 

eingetreten ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2009 vom 9. November 

2009 E.3.2,  8C_178/2010 vom 22. Juni 2010 E.4.1). 

aa) Dr. med. C._____ stellte in seiner Beurteilung vom 25. April 2013 fest, der 

Beschwerdeführer habe durch das gemeldete schädigende Ereignis eine 

Distorsion der Lendenwirbelsäule mit Einblutung in die 

Paravertebralmuskulatur erlitten. Hierbei handle es sich um eine 

Verrenkung an den Gelenken im Sinne von Art. 9 Abs. 2 lit. b UVV. Der 

Status quo werde in drei Monaten erreicht werden (Bg-act. 7). In der 

medizinischen Beurteilung vom 30. Januar 2014 führte Dr. med. C._____ 

alsdann aus, der Beschwerdeführer habe sich um den 20. Februar 2013 

eine Distorsion der Lendenwirbelsäule mit Einblutung in die 

Paravertebralmuskulatur zugezogen, die in natürlichem 

Kausalzusammenhang zum schädigenden Ereignis stehe. Als 

unfallfremder Vorstand bestehe eine extraforaminale und mediale 

Dekompression und Mikrodiskektomie L4/5 rechts. Der Status quo ante 

sei nach sechs Monaten erreicht worden, somit spätestens per 31. August 

2013 (Bg-act. 16).

bb) Dr. med. C._____ beantwortet in den vorangehend wiedergegebenen 

Beurteilungen, die insgesamt gerade einmal eine halbe Seite umfassen, 

- 14 -

die ihm gestellten Fragen nur stichwortartig. Dabei nimmt er auf die ihm 

zur Verfügung stehenden medizinischen Unterlagen keinen Bezug. Es ist 

daher nicht ersichtlich, ob die entsprechenden Beurteilungen auf den 

gesamten medizinischen Vorakten beruhen. Ausserdem hat Dr. med. 

C._____ seine Beurteilung insofern geändert, als er am 25. April 2013 

angenommen hat, der Status quo werde drei Monate nach dem 

Unfallereignis eingetreten sein, während er am 30. Januar 2014 bei 

unveränderter Diagnose die Auffassung vertritt, der Status quo ante läge 

spätestens sechs Monate nach dem Unfallereignis vor. Weshalb er zu 

dieser unterschiedlichen Einschätzung gelangt, ist nicht erkennbar, da er 

weder in der Beurteilung vom 25. April 2013 noch in jener vom 30. Januar 

2014 darlegt, wie er zu seinen Schlussfolgerungen gekommen ist. Nicht 

bekannt ist ausserdem die Grundlage für den angenommenen 

regelgerechten Heilungsverlauf von zunächst drei, alsdann sechs 

Monaten nach dem gemeldeten Unfallereignis. Der Beschwerdeführer 

weist in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, dass sich Dr. med. 

C._____ in seiner Beurteilung vom 30. Januar 2014 auf den status quo 

ante, also den Zustand bezieht, wie er vor dem Unfall bestand. Diese 

Aussage ist möglicherweise dadurch bedingt, dass der 

Beschwerdeführer, soweit aktenkundig, vor dem interessierenden 

Nichtberufsunfall infolge der Rückenoperationen vom 18. und 19. Oktober 

2012, soweit aktenkundig, erst zu 50 % arbeitsfähig war. In den Akten 

finden sich indessen keine Hinweise, die darauf schliessen lassen, dass 

sich der Beschwerdeführer ohne den zu beurteilenden Nichtberufsunfall in 

den kommenden Wochen nicht vollends von den Folgen der fraglichen 

Rückenoperationen erholt hätte. Mit den Verfahrensbeteiligten ist daher 

davon auszugehen, dass die Beurteilung vom 30. Januar 2014 trotz 

anderslautender Bezeichnung den Zustand betreffen dürfte, der nach 

Auffassung von Dr. med. C._____ nach dem schicksalhaften Verlauf der 

Vorerkrankung des Beschwerdeführers auch ohne den interessierenden 

- 15 -

Unfall eingetreten wäre (status quo sine). Die Notwendigkeit solcher 

spekulativer Überlegungen zeigt exemplarisch, dass die Beurteilungen 

von Dr. med. C._____ als reine Behauptungen im Raum stehen, deren 

Plausibilität mangels argumentativer Basis nicht ansatzweise überprüft 

werden kann. Die Beurteilungen von Dr. med. C._____ erweisen sich 

daher weder als schlüssig noch nachvollziehbar, weshalb sie nicht 

beweiskräftig sind.

e) Die Beurteilungen von Dr. med. C._____ vom 25. April 2013 (Bg-act. 7) 

und vom 30. Januar 2014 (Bg-act. 16) stimmen jedoch insoweit mit den 

übrigen aktenkundigen ärztlichen Stellungnahmen überein, als der 

Beschwerdeführer danach um den 20. Februar 2013 eine 

Rückenverletzung erlitt, als er beim Melken einer Kuh einem Schlag 

auswich (vgl. Bg-act. 4, 8, 11, 13, 12, 14, 15 und E.3b). Damit ist die 

Unfallkausalität zwischen dem gemeldeten schädigenden Ereignis und 

der erlittenen Rückenverletzung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen. Zu prüfen bleibt, ob das interessierende Unfallereignis 

(vgl. E.3c hiervor) mit überwiegender Wahrscheinlichkeit per August 2013 

jede – auch nur teilweise – kausale Bedeutung für die darüber hinaus 

geklagten und behandelten Rückenbeschwerden verloren hat. 

Diesbezüglich liegen dem Verwaltungsgericht folgende ärztlichen Berichte 

und Stellungnahmen vor, welche für die Beurteilung der vorliegenden 

Streitigkeit von Bedeutung sind:

- Dr. med. D._____, Arztpraxis Kreisspital Y._____, hielt im 
Unfallzeugnis vom 11. April 2013 fest, der Beschwerdeführer sei am 
20. Februar 2013 im Spital Y._____ behandelt worden. Er habe über 
erneut aufgetretene, starke Rückenschmerzen ohne Ausstrahlung in 
die Extremitäten berichtet. Festgestellt worden sei eine verhärtete und 
dolente Rückenmuskulatur lumbal bei uneingeschränkter Kraft und 
Sensibilität. Aufgrund dieses Befundes diagnostizierte Dr. med. 
D._____ eine Distorsion der Lendenwirbelsäule mit Einblutung in die 
Paravertebralmuskulatur. Diese Verletzung sei ausschliesslich auf das 

- 16 -

Unfallereignis zurückzuführen und es bestünden keine Umstände, die 
den Heilungsverlauf ungünstig beeinflussen würden. Der 
Beschwerdeführer sei infolge dieser Unfallverletzung ab dem 20. März 
2013 zu 100 % arbeitsunfähig (Bg-act. 4). Dieselbe Diagnose findet 
sich in den Arztberichten vom 2. Mai 2013 (Bg-act. 8), 27. Juni 2013 
(Bg-act. 11) und 12. September 2013 (Bg-act. 14), ergänzt jeweils 
durch die Vorerkrankung des Beschwerdeführers in Form einer 
Spinalkanalstenose L4/5 und foraminaler bis extraforaminaler 
Diskushernie L4/5 rechts, mediale Dekompression und 
Mikrodiskektomie L4/5 rechts.

- Im Bericht der Klinik Gut vom 1. März 2013 führte Dr. med. E._____, 
FMH für Radiologie, in Analysierung des von ihm am 1. März 2013 
angefertigten MRI LWS (Ilosakralgelenk, os sacrum, paravertebrale 
Weichteile) sodann aus, in der paravertebralen Muskulatur rechts 
zwischen Oberkante L4 und mittlerem Sacrum fände sich eine 
längsverlaufende Flüssigkeitskollektion mit faseriger Struktur. Die 
Wirbelsäule weise eine normale Lordose auf mit korrektem Alignement 
der Wirbelkörperhinterkanten. Im operierten Segment L4/5 fände sich 
ein Metallartefakt extraforaminial rechts und eine freie Abgrenzbarkeit 
der Nervenwurzeln, normale Verhältnisse links, normale übrige 
Segmente und Bandscheiben, normaler ossärer Spinalkanal und conus 
medullaris und cauda equina. Aufgrund dieser Befunde diagnostizierte 
Dr. med. E._____ eine Zerrung nach forcierter Bewegung in der 
paravertebralen rechtsseitigen Rückenmuskulatur zwischen L4 und S5 
mit Einblutung in die Muskulatur. Bei Status nach Mikrodiskektomie 
L4/5 rechts fände sich ein extraforaminaler Metallartefakt bei im 
Übrigen postoperativ regulären Verhältnissen und ohne Anhaltspunkte 
für eine discogene oder narbige Nervenwurzeleinengung (Bg-act. 12).

- Dr. med. F._____, Facharzt für Neurologie, hielt im Arztbericht vom 
5. August 2013 fest, nach der Mikrodiskektomie im Oktober 2012 sei 
der Beschwerdeführer zunächst vollständig beschwerdefrei gewesen. 
Er habe lediglich während des Melkens ein leichtes lumbales Ziehen 
bemerkt. Am 20. Februar 2012 habe die Kuh beim Melken 
ausgeschlagen, den Beschwerdeführer jedoch nicht getroffen. Dieser 
habe indessen eine abrupte Drehbewegung nach rechts ausgeführt, 
worauf es erneut zu lumbovertebralen Schmerzen ohne Ausstrahlung 
gekommen sei. Am Folgetag hätten sich die Schmerzen beim 
Skifahren verstärkt. Nach einer Talfahrt auf hartem Untergrund sei es 
einige Tage später abermals zu starken Rückenschmerzen gekommen. 
Diesmal mit Ausstrahlung in die Trochanter- und Femurregion rechts, 
zu diesem Zeitpunkt erstmals Einknicken des rechten Beines. Aktuell 
stehe die atrophischen Quadricepsparese rechts im Vordergrund. 
Dabei komme es vor allem beim Bergaufgehen und Treppensteigen zu 

- 17 -

einem Einknicken. Rückenschmerzen träten weiterhin bei Belastung 
auf. Klinisch liege eine atrophische Parese des rechten Muskels 
quadriceps femoris vor. Die Nadelmyopgraphie zeige reichlich akute 
Denervationszeichen, welche mit einer Läsion der motorischen 
Radixanteile L4 rechts vereinbar sei. Die vereinzelten Fibrillationen des 
Muskels tibialis anterier dürften auf die Mitinnervation des Muskels 
durch Anteile von L4 zurückzuführen sein. Nach der Entlastung 
kompromittierter Radices könnten Denervationszeichen noch während 
mehrerer Monate persistieren. Die Tatsache, dass präoperativ keine 
Quadricepsparese bestanden habe, spreche indessen dafür, dass die 
Läsion neu sei (Bg-act. 13).

- Im Bericht des Kantonsspitals Graubünden führte Dr. med. G._____, 
Leitender Arzt, aus, der Beschwerdeführer berichte, Ende Februar 
2013 beim Melken einer Kuh eine abrupte Drehbewegung gemacht zu 
haben, worauf er an Rückenschmerzen gelitten habe. In den nächsten 
Tagen habe er jedoch Skiunterricht gegeben, was zunächst gut 
gegangen sei, dann jedoch lumbale Blockaden mit 
Schmerzausstrahlung bis in die Hüfte verursacht habe. Es sei dabei ein 
Taubheitsgefühl im Bereich des Schienbeins aufgefallen. Ausserdem 
habe er subjektiv einen Kraftverlust im rechten Bein verspürt. Deshalb 
sei Ende April in der Klinik Gut ein MRI durchgeführt worden, welches 
nach Angaben des Beschwerdeführers regelrechte postoperative 
Verhältnisse gezeigt hätte mit Nachweis eines Muskelrisses. Aufgrund 
dieser Angaben gelangte Dr. med. G._____ nach eingehender 
Untersuchung des Beschwerdeführers zum Schluss, im MRI vom 
5. August 2013 sei kein Diskushernien-Rezidiv erkennbar. Periradikulär 
fände sich Narbengewebe. Klinisch berichte der Beschwerdeführer 
über eine gewisse Besserung der Beinschwäche. Die 
Nervendehnungszeichen seien negativ. Klinisch bestehe keine 
Indikation für ein erneutes chirurgisches Vorgehen. Eine Weiterführung 
der physiotherapeutischen Massnahmen werde empfohlen (Bg-
act. 15). 

Aus diesen auszugsweise wiedergegebenen Arztberichten wird 

ersichtlich, dass die Rückenverletzung, welche der Beschwerdeführer um 

den 20. Februar 2013 erlitt, von den behandelnden Ärzten unterschiedlich 

charakterisiert wird. Während die Ärzte der Kreisklinik Y._____ von einer 

Distorsion der Lendenwirbel mit Einblutung in die 

Paravertebralmuskulatur ausgehen, diagnostizierte Dr. med. E._____ 

aufgrund des MRI vom 1. März 2013 eine Muskelzerrung mit Einblutung. 

- 18 -

Von derselben Diagnose dürften sodann Dr. med. F._____ und Dr. med. 

G._____ (Muskelriss) ausgehen, wobei nicht klar ist, ob sie diese 

Rückenverletzung dem interessierenden Nichtberufsunfall zuordnen oder 

die spätere Skifahrt, bei der erstmals Lähmungserscheinungen auftraten, 

als ursächlich ansehen. Die vorliegenden Arztberichte erlauben es daher 

nicht, die Art der durch das interessierende Unfallereignis erlittenen 

Rückenverletzung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festzustellen. 

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die fragliche 

Rückenverletzung zunächst nur durch die Einnahme von Dafalgan 

behandelt wurde und der Beschwerdeführer vorerst weiterhin als 

Skilehrer tätig sein konnte. Erst ab dem 20. März 2013, mithin mindestens 

einen Monat nach dem Unfallereignis, stufte ihn Dr. med. D._____ als zu 

100 % arbeitsunfähig ein (Bg-act. 4). Diese zeitliche Abfolge lässt daran 

zweifeln, dass der um den 20. Februar 2013 erlittenen Rückenverletzung 

über den 31. August 2013 hinaus – auch nur teilweise – kausale 

Bedeutung für die fortdauernden Rückenbeschwerden zukommt. Zu 

dieser Frage äussert sich indessen keiner der vorgenannten Arztberichte. 

Dr. med. D._____ hält im Unfallzeugnis vom 11. April 2013 zwar fest, die 

Verletzung sei ausschliesslich auf das Unfallereignis zurückzuführen und 

es bestünden keine Umstände, die den Heilungsverlauf beeinflussen 

würden (Bg-act. 4). Diese Beurteilung bezieht sich jedoch auf die bis und 

mit April 2013 bestehende Sachlage, womit sie für den strittigen Zeitraum 

ab dem 1. September 2013 nicht aussagekräftig ist. Die Akten erlauben 

es demnach weder die durch das interessierende Unfallereignis erlittene 

Rückenverletzung zuverlässig zu bestimmen noch zu beurteilen, ob diese 

Rückenverletzung im strittigen Zeitraum für die fortdauernden 

Rückenbeschwerden des Beschwerdeführers zumindest mitursächlich ist. 

Die Beschwerdegegnerin hat es folglich versäumt, den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen hinreichend abzuklären. 

- 19 -

f) Bei diesem Ergebnis ist die vorliegende Beschwerde im Eventualantrag 

gutzuheissen, der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und 

die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit 

diese den Beschwerdeführer durch einen neutralen, bisher nicht mit der 

Sache befassten Facharzt begutachten lässt. Dabei wird einerseits 

abzuklären sein, welche Verletzungen sich der Beschwerdeführer durch 

das interessierende Unfallereignis zugezogen hat, wobei bei dieser 

Beurteilung nicht nur das interessierende Unfallereignis, sondern auch die 

späteren Skifahrten mit einzubeziehen sein werden. Andererseits wird zu 

prüfen sein, ob und gegebenenfalls wann sich mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit derjenige Zustand eingestellt hat, wie er vor dem 

interessierenden Unfall bestanden hat (status quo ante), oder sich nach 

dem schicksalsmässigen Verlauf des krankhaften Vorzustandes des 

Beschwerdeführers und einer allfälligen interkonkurrenten Erkrankung 

(Skifahrt) auch ohne den interessierenden Unfall früher oder später mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit verwirklicht hätte (Status quo sine). 

Zudem wird sich der Gutachter – bis zu dem zu bestimmenden Zeitpunkt 

des Erreichens des Status quo ante vel sine – zu Verlauf und Ausmass 

der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten 

Tätigkeit zu äussern haben. Schliesslich dürfte es sich aufdrängen, den 

Gutachter zur Frage Stellung nehmen zu lassen, ob der Heilungsprozess 

nach den Rückenoperationen bereits derart weit fortgeschritten war, dass 

die behandelnden Ärzte den Beschwerdeführer im Zeitpunkt des 

Unfallereignisses bezüglich des Melkens von Kühen als arbeitsfähig 

erachteten. Sobald das entsprechende fachärztliche Gutachten vorliegt, 

wird die Beschwerdegegnerin alsdann abermals über die 

beschwerdeweise angefochtene Einstellung der kurzfristigen 

Versicherungsleistungen per 31. August 2013 zu entscheiden haben. Bei 

diesem Verfahrensausgang erweist sich die vom Beschwerdeführer im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren beantragte Edition der 

- 20 -

Krankengeschichte des Beschwerdeführers, samt bildgebenden 

Materials, vom Kantonsspital Graubünden und der Klinik Gut, als 

entbehrlich, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet 

werden kann.

6. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen, abgesehen von vorliegend ausser Betracht 

fallenden Ausnahmen, kostenlos, weshalb für das vorliegende Verfahren 

keine Kosten erhoben werden. Die Rückweisung der Sache an die 

Beschwerdegegnerin zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung und 

neuem Entscheid mit noch offenem Ausgang gilt hinsichtlich der Kosten- 

und Entschädigungsfolgen als volles Obsiegen des Beschwerdeführers. 

Folglich hat die Beschwerdegegnerin als unterliegende Partei dem 

anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer eine Parteientschädigung zu 

entrichten (Art. 61 lit. f ATSG). Die Anwältin des Beschwerdeführers 

beziffert den Aufwand für das vorliegende Verfahren ausgehend von 

einem vereinbarten Honorar von Fr. 250.-- und einem Arbeitsaufwand von 

insgesamt 9.333 Stunden zuzüglich Barauslagen und Mehrwertsteuer in 

der Honorarnote vom 3. Oktober 2014 mit Fr. 2'595.60. Dieser Aufwand 

erscheint dem Gericht ohne weiteres als angemessen. Demzufolge ist die 

Beschwerdegegnerin zu verpflichten, den Beschwerdeführer 

aussergerichtlich mit Fr. 2'595.60, inkl. Barauslagen und MWST, zu 

entschädigen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird im Eventualantrag gutgeheissen und der 

Einspracheentscheid der B._____ AG vom 22. Juli 2014 wird aufgehoben. 

- 21 -

Die Angelegenheit wird zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen 

und zum neuen Entscheid an die B._____ AG zurückgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die B._____ AG wird verpflichtet, A._____ aussergerichtlich mit 

Fr. 2'595.60, inkl. Barauslagen und MWST, zu entschädigen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]