# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e09c9aed-d276-5ab2-b31f-b988330805d0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.02.2023 200 2022 720
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-720_2023-02-06.pdf

## Full Text

200 22 720 ALV
KNB/ISD/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Februar 2023

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Isliker

A.________ GmbH
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern 
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 25. Oktober 2022 (ER RD ...)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/720, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die A.________ GmbH wurde am 17. Dezember 2019 gegründet und be-
zweckt den Betrieb eines ...- und ... und ...arbeiten sowie alle damit zu-
sammenhängenden Arbeiten (vgl. Akten des Amts für Arbeitslosenversi-
cherung des Kantons Bern [AVA bzw. Beschwerdegegner], act. IIA/6; 
SHAB-Nr. ... vom TT. MM 2019). Mit E-Mail vom 22. Dezember 2022 (Ak-
ten des AVA im Verfahren ALV/2022/551, act. IIA [nachfolgend: 
ALV/2022/551–act. IIA]/498) reichte sie ein Gesuch um Ausrichtung von 
Kurzarbeitsentschädigung vom 1. Januar bis 31. März 2022 für sämtliche 
Angestellten ein (ALV/2022/551–act. IIA/495-497). Nach entsprechenden 
Abklärungen und wiederholter Mahnung erhob die Kantonale Amtsstelle 
(KAST) mit Entscheid vom 26. Januar 2022 (ALV/2022/551–act. IIA/484-
487) Einspruch gegen die beantragte Ausrichtung von Kurzarbeitsentschä-
digung mit der Begründung, die A.________ GmbH habe ihre Mitwirkungs-
pflicht verletzt. Dagegen erhob die A.________ GmbH am 25. Februar 
2022 Einsprache und reichte die vormals fehlenden Unterlagen ein (vgl. 
ALV/2022/551–act. IIA/464-476). Mit Einspracheentscheid vom 9. März 
2022 (ALV/2022/551–act. IIA/459-462) hiess das AVA die Einsprache gut 
und erwog, dass eine Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung vorge-
nommen werden könne, sofern die übrigen Anspruchsvoraussetzungen 
erfüllt seien. 

Mit E-Mail vom 24. Juni 2022 (ALV/2022/551–act. IIA/101-103) reichte die 
A.________ GmbH ein Gesuch um Kurzarbeitsentschädigung ab 1. Juli 
2022 für sämtliche Angestellten ein (ALV/2022/551–act. IIA/97-99). Dage-
gen erhob die KAST mit Entscheid vom 28. Juli 2022 (act. IIA/102-105) 
Einspruch. Ferner kam die KAST nach weiteren Abklärungen zu den ange-
gebenen Arbeitsausfällen ab Januar 2022 mit "Wiedererwägungs-
Entscheid" vom 3. August 2022 (act. IIA/125-127) auf ihren Einspracheent-
scheid vom 9. März 2022 (ALV/2022/551–act. IIA/459-462) betreffend die 
Zeit von Januar bis März 2022 zurück und erhob wiederum Einspruch ge-
gen die Ausrichtung von Kurzarbeitsentschädigung während dieser Zeit. 
Die zwei dagegen von der A.________ GmbH erhobenen separaten Ein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/720, Seite 3

sprachen vom 14. September 2022 (act. IIA/98-101 [betreffend Kurzar-
beitsentschädigung ab 1. Juli 2022] und act. IIA/118-124 [betreffend Kurza-
rbeitsentschädigung von 1. Januar bis 31. März 2022]) wies das AVA ver-
einigt mit Einspracheentscheid vom 25. Oktober 2022 ab (act. II/73-78).

B.

Hiergegen erhob die A.________ GmbH, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 25. November 2022 Beschwerde und bean-
tragte die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 25. 
Oktober 2022 sowie die Ausrichtung von Kurzarbeitsentschädigung vom 
1. Januar bis 31. März 2022 sowie vom 1. Juli 2022 bis auf weiteres.

Mit prozessleitender Verfügung vom 1. Dezember 2022 forderte der In-
struktionsrichter den Beschwerdegegner auf, mitsamt der Beschwerdeant-
wort die Verwaltungsakten – soweit nicht bereits im dieselben Parteien be-
treffenden Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, 
ALV/2022/551, ediert – ergänzend einzureichen.

Mit Beschwerdeantwort vom 12. Dezember 2022 beantragte der Be-
schwerdegegner die Abweisung der Beschwerde und reichte aufforde-
rungsgemäss die ergänzenden Verwaltungsakten ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-

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anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung vom 31. August 
1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven-
zentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist insoweit auf die Be-
schwerde einzutreten, als Kurzarbeitsentschädigung für die Monate Januar 
bis März und Juli bis September 2022 strittig ist (vgl. E. 1.2 hiernach).

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 25. Oktober 
2022 (act. II/73-78). Dieser trat an die Stelle des Wiedererwägungsent-
scheids vom 3. August 2022 (act. IIA/125-127) bzw. des Entscheids vom 
28. Juli 2022 (act. IIA/102-105), auch wenn er diese bloss bestätigt (BGE 
119 V 347 E. 1b S. 350; SVR 2020 AHV Nr. 9 S. 25 E. 1; RKUV 1998 U 
308 S. 454 E. 2a). Die Beschwerdeführerin machte mit Voranmeldung vom 
20. Juni 2022 (ALV/2022/551–act. IIA/101-103) einen Anspruch auf Kurza-
rbeitsentschädigung ab 1. Juli 2022 bis auf weiteres geltend (vgl. 
ALV/2022/551–act. IIA/97-99; Beschwerde S. 2 Ziff. I/2.), wogegen der Be-
schwerdegegner mit Entscheid vom 28. Juli 2022 (act. IIA/102-105) Ein-
spruch erhob. Wenn die Kurzarbeit länger als drei Monate dauert, ist die 
Voranmeldung zu erneuern (Art. 36 Abs. 1 AVIG). Folglich hier streitig und 
zu prüfen ist der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung für die Monate 
Januar bis März sowie Juli bis September 2022. Soweit in der Beschwerde 
mehr beantragt wird, liegt dies ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes, 
sodass diesbezüglich nicht auf die Beschwerde einzutreten ist (vgl. BGE 
131 V 164 E. 2.1 S. 165; SVR 2010 BVG Nr. 14 S. 56 E. 4.1).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 

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offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen sind in 
zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die 
bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 
210 E. 4.3.1 S. 213). Vorliegend ist der Anspruch auf Kurzarbeitsentschä-
digung einerseits für die Zeit vom 1. Januar bis 31. März 2022 (vgl. dazu 
hinten E. 3) und andererseits für die Zeit vom 1. Juli bis 30. September 
2022 (vgl. dazu hinten E. 4) umstritten. Es gelangen folglich die in den je-
weiligen Zeiträumen in Kraft stehenden Gesetzes- und Verordnungsbe-
stimmungen zur Anwendung.

2.2 Im Rahmen der durch das SARS-CoV-2-Virus (Coronavirus bzw. 
COVID-19) verursachten Pandemiesituation wurden für den Bereich des 
Sozialversicherungsrechts verschiedene Verordnungen erlassen, welche 
der Linderung der sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie-
massnahmen dienen. Dazu gehört auch die Verordnung vom 20. März 
2020 über Massnahmen im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Zu-
sammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19-Verordnung Arbeitslosen-
versicherung; SR 837.033; in der hier massgebenden Fassung vom 1. Ja-
nuar bzw. vom 1. Juli 2022 [AS 2022 39]), mit welcher unter anderem di-
verse Erleichterungen in Bezug auf die Kurzarbeitsentschädigung einge-
führt wurden. An der Anspruchsvoraussetzung des anrechenbaren Arbeits-
ausfalls (vgl. dazu hinten E. 2.3) änderte sich jedoch nichts.

2.3 Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung besteht, wenn der Arbeits-
ausfall anrechenbar sowie voraussichtlich vorübergehend ist und erwartet 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/720, Seite 6

werden darf, dass durch Kurzarbeit die Arbeitsplätze erhalten werden kön-
nen (Art. 31 Abs. 1 lit. b und d AVIG).

Der Zweck der Kurzarbeitsentschädigung besteht darin, einerseits den ver-
sicherten Personen einen angemessenen Ersatz für Erwerbsausfälle we-
gen Kurzarbeit zu garantieren und Ganzarbeitslosigkeit, d.h. Kündigung 
und Entlassung, zu verhindern. Anderseits dient die Kurzarbeitsentschädi-
gung der Erhaltung der Arbeitsplätze im Interesse sowohl der Arbeitnehmer 
als auch der Arbeitgeber, indem die Möglichkeit der Erhaltung eines "intak-
ten Produktionsapparates" über die Zeit der Kurzarbeit hinweg geboten 
wird (BGE 121 V 371 E. 3a S. 375).

2.4

2.4.1 Ein Arbeitsausfall ist unter anderem anrechenbar, wenn er auf wirt-
schaftliche Gründe zurückzuführen und unvermeidbar ist (Art. 32 Abs. 1 
lit. a AVIG). Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein (BGE 
121 V 371 E. 2a S. 373). Der Rückgang der Nachfrage nach den norma-
lerweise von einem Betrieb angebotenen Gütern oder Dienstleistungen ist 
für das Vorliegen eines wirtschaftlichen Grundes kennzeichnend (ARV 
1985 S. 112 E. 3a). Der Bundesrat regelt für Härtefälle die Anrechenbarkeit 
von Arbeitsausfällen, die unter anderem auf behördliche Massnahmen 
zurückzuführen sind (Art. 32 Abs. 3 Satz 1 AVIG).

Ein auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführender und darum grundsätzlich 
anrechenbarer Arbeitsausfall gilt jedoch dann nicht als anrechenbar, wenn 
er durch Umstände verursacht wird, die zum normalen Betriebsrisiko des 
Arbeitgebers gehören (vgl. Art. 33 Abs. 1 lit. a AVIG). Der Begriff "normales 
Betriebsrisiko" darf nicht nach einem für alle Unternehmensarten allgemein 
gültigen Massstab bemessen werden, sondern ist in jedem Einzelfall auf-
grund der mit der spezifischen Betriebstätigkeit verbundenen besonderen 
Verhältnisse zu bestimmen. Mit dem normalen Betriebsrisiko sind die "ge-
wöhnlichen" Arbeitsausfälle gemeint, mithin jene Ausfälle, die erfahrungs-
gemäss regelmässig und wiederholt auftreten, demzufolge vorhersehbar 
und in verschiedener Weise kalkulatorisch erfassbar sind (BGE 138 V 333 
E. 4.2.2 S. 337; ARV 2004 S. 128 E. 1.3).

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2.4.2 Gestützt auf Art. 83 Abs. 1 lit. e i.V.m. Abs. 3 AVIG hat das hierfür 
zuständige Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) unter anderem Wei-
sungen zur Handhabung von Arbeitsausfällen im Zusammenhang mit Co-
ronavirus-Pandemie erlassen. So etwa sah die bis 31. Dezember 2021 
gültige Fassung der Weisung des SECO vom 1. Oktober 2021: Aktualisie-
rung "Sonderregelungen aufgrund der Pandemie" (SECO Weisung 
2021/16) S. 10 Ziff. 2.2 vor, dass Arbeitsausfälle aufgrund rückläufiger 
Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, die auf die Pandemie 
zurückzuführen sind, in Anwendung von Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG anre-
chenbar seien. Der Arbeitgeber muss jedoch glaubhaft darlegen können, 
dass die in seinem Betrieb zu erwartenden Arbeitsausfälle auf die Pande-
mie zurückzuführen sind. Der einfache Hinweis auf die Pandemie genügt 
als Begründung nicht. Ebenso sind durch Behörden ergriffene Massnah-
men im Zusammenhang mit der Pandemie als aussergewöhnliche Um-
stände zu betrachten, so dass Arbeitsausfälle aufgrund solcher Massnah-
men unter die Sonderregelung von Art. 32 Abs. 3 AVIG fallen (vgl. SECO 
Weisung 2021/16 S. 11 Ziff. 2.3). Diese Bestimmungen waren bis zum 31. 
Dezember 2021 befristet und wurden mit der aktualisierten Weisung des 
SECO vom 17. Dezember 2021, Aktualisierung "Sonderregelungen auf-
grund der Pandemie" (SECO Weisung 2021/21, S. 1, 3 Ziff. 2.2 bzw. 2.3) 
nicht verlängert.

2.5 Der Versicherungsträger kann auf formell rechtskräftige Verfügun-
gen oder Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos 
unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist 
(Art. 53 Abs. 2 ATSG). Die Wiedererwägung dient der Korrektur einer an-
fänglich unrichtigen Rechtsanwendung einschliesslich unrichtiger Feststel-
lung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts (BGE 148 V 195 E. 5.3 
S. 202).

2.5.1 Nach der Rechtsprechung kann die Wiedererwägung rechtskräftiger 
Verfügungen bzw. Einspracheentscheide nur in Betracht kommen, wenn es 
sich um die Korrektur grober Fehler der Verwaltung handelt (ZAK 1988 
S. 555 E. 2b). Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zwei-
fel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einzi-
ger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung – denkbar. In 

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diesem Sinne qualifiziert unrichtig ist eine Verfügung, wenn die notwendi-
gen Abklärungen überhaupt nicht oder nicht mit der erforderlichen Sorgfalt 
durchgeführt wurden, oder wenn eine Leistung aufgrund falscher Rechtsre-
geln bzw. ohne oder in unrichtiger Anwendung der massgeblichen Bestim-
mungen zugesprochen wurde. Zurückhaltung bei der Annahme zweifelloser 
Unrichtigkeit ist stets dann geboten, wenn der Wiedererwägungsgrund eine 
materielle Anspruchsvoraussetzung betrifft, deren Beurteilung massgeblich 
auf Schätzungen oder Beweiswürdigungen und damit auf Elementen be-
ruht, die notwendigerweise Ermessenszüge aufweisen. Eine vor dem Hin-
tergrund der seinerzeitigen Sach- und Rechtslage einschliesslich der 
Rechtspraxis vertretbare Beurteilung der Anspruchsvoraussetzungen kann 
nicht zweifellos unrichtig sein (vgl. BGE 141 V 405 E. 5.2 S. 414; SVR 2021 
UV Nr. 1 S. 4 E. 6.1, 2019 IV Nr. 47 S. 153 E. 2.1). 

2.5.2 Die Wiedererwägung setzt voraus, dass die Berichtigung der zwei-
fellos unrichtigen Verfügung von erheblicher Bedeutung ist. Massgebend 
für die Beantwortung dieser Frage sind nach der Rechtsprechung die ge-
samten Umstände des Einzelfalls, zu denen auch die Zeitspanne gehört, 
die seit der zu Unrecht erfolgten Leistungsgewährung verstrichen ist. Eine 
allgemeingültige betragliche Grenze lässt sich allerdings nicht festlegen. 
Die Höhe des unrechtmässig ausbezahlten Betrages ist dabei insofern von 
Bedeutung, als das Interesse der Verwaltung an der richtigen Durchführung 
des objektiven Rechts gegenüber demjenigen an der Rechtssicherheit in 
der Regel umso weniger ins Gewicht fällt, je geringer die zu Unrecht ausge-
richteten Leistungen sind. Bei periodischen Leistungen wird die Erheblich-
keit praktisch immer bejaht, während bei punktuellen Leistungen die Gren-
ze praxisgemäss bei einigen hundert Franken liegt. Die Voraussetzung der 
Erheblichkeit der Berichtigung dient im Übrigen der Verwaltungs- und Pro-
zessökonomie (BGE 107 V 180 E. 2b S. 182; ARV 2000 S. 211 E. 3b; Ent-
scheid des Bundesgerichts vom 4. Mai 2017, 8C_18/2017, E. 3.2.2).

3.

Zu prüfen ist zunächst der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung vom 
1. Januar und 31. März 2022 (vgl. act. IIA/125-127; act. II/75-77). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/720, Seite 9

3.1 Die Beschwerdeführerin bestreitet vorab die grundsätzliche Mög-
lichkeit eines Zurückkommens des Beschwerdegegners auf seinen vorma-
ligen Einspracheentscheid vom 9. März 2022 (ALV/2022/551–act. IIA/459-
462; vgl. Beschwerde S. 5 ff. Rz. 14). Anders als von der Beschwerdefüh-
rerin angenommen (vgl. Beschwerde S. 6 f.), hat sich die Verwaltung nicht 
auf den Rückkommenstitel der prozessualen Revision (Art. 53 Abs. 1 
ATSG) berufen. Es kann daher offen bleiben, ob dessen Voraussetzungen 
erfüllt sind. Weiter hat das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil 
vom 25. Januar 2023, ALV/2022/628, E. 3.1, erwogen, dass Verfügungen 
der KAST nach Art. 36 Abs. 4 AVIG der Wiedererwägung gemäss Art. 53 
Abs. 2 ATSG zugänglich sind. Vorliegend besteht kein Anlass, anders zu 
entscheiden.

3.2

3.2.1 Die Beschwerdeführerin gab zur Begründung für die Kurzarbeit für 
die Monate Januar bis März 2022 im Wesentlichen an, das Unternehmen 
habe sich schriftlich und telefonisch beworben und auch andere Unterneh-
men für Subunternehmeraufträge angefragt. Leider gebe es wegen der 
Coronavirus-Pandemie weder bei angefragten Kunden noch bei anderen 
Unternehmen genügend Aufträge (vgl. ALV/2022/551–act. II/245, 274). 

3.2.2 Zwischen Januar und März 2022 galten gemäss den Beschlüssen 
des Bundesrates vom 8. September 2021 (AS 2021 542) und vom 3. De-
zember 2021 (AS 2021 813) bis zum 16. Februar 2022 unter anderem im 
Innenbereich von Restaurations- und Barbetrieben, bei kulturellen und 
sportlichen Aktivitäten in der Freizeit, bei Veranstaltungen im Innenbereich 
und bei Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen mit Innenbereichen eine 
Beschränkung des Zugangs ab 16 Jahren auf Personen mit gültigem Co-
vid-Zertifikat (sog. Zertifikatpflicht; vgl. Medienmitteilung des Bundesrats 
vom 8. September 2021, abrufbar: www.admin.ch, Rubrik: Dokumentati-
on/Medienmitteilungen "Coronavirus: Bundesrat dehnt Zertifikatspflicht aus 
und startet Konsultation zu neuen Einreisebestimmungen") sowie eine aus-
geweitete Pflicht zum Tragen einer Gesichtsmaske sowie eine Zugangsbe-
schränkung auf Personen mit einem Zertifikat (vgl. Medienmitteilung des 
Bundesrates vom 3. Dezember 2021, abrufbar: www.admin.ch, Rubrik: 
Dokumentation/Medienmitteilungen "Coronavirus: Bundesrat verstärkt die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/720, Seite 10

Massnahmen gegen die Pandemie"; zum Verlauf der behördlichen Mass-
nahmen vgl. Bundesamt für Gesundheit [BAG], Änderungen der nationalen 
Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in der Schweiz seit De-
zember 2020, S. 7 f., abrufbar: www.bag.admin.ch, Rubrik: Krankhei-
ten/Infektionskrankheiten: Ausbrüche, Epidemien, Pandemien/Aktuelle 
Ausbrüche und Epidemien/Coronavirus/ Massnahmen und Verordnungen). 
Ab dem 17. Februar 2022 hat der Bundesrat die zuvor angeordneten Mass-
nahmen schrittweise bis zum 1. April 2022 aufgehoben und auf diesen 
Zeitpunkt hin die Rückkehr zur "normalen Lage" beschlossen (vgl. Medi-
enmitteilungen des Bundesrates vom 16. Februar 2022 bzw. vom 30. März 
2022, je abrufbar: www.admin.ch, Rubrik: Dokumentation/Medienmitteil-
ungen/Medienmitteilungen des Bundesrates "Coronavirus: Bundesrat hebt 
Massnahmen auf – einzig Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und in 
Gesundheitseinrichtungen sowie Isolation bleiben noch bis Ende März" 
bzw. "Coronavirus: Rückkehr in die normale Lage und Planung der Überg-
angsphase bis Frühling 2023").

Dabei ist nicht ansatzweise ersichtlich und wurde von der Beschwerdefüh-
rerin weder auf konkrete Rückfrage der Verwaltung (vgl. ALV/2022/551–
act. IIA/86) noch beschwerdeweise dargelegt, inwieweit ihr Betrieb auf-
grund dieser, insbesondere das gesellschaftliche Leben im Sozial- und 
Freizeitbereich betreffenden, Massnahmen direkt bzw. unmittelbar mass-
geblich eingeschränkt worden wäre. Der geltend gemachte hohe Arbeits-
ausfall von jeweils über 80 % (vgl. ALV/2022/551–act. IIA/87, 91; 
ALV/2022/551–act. II/225) kann daher klar nicht auf die vormals geltenden 
behördlichen Massnahmen (vgl. Art. 32 Abs. 3 Satz 1 AVIG) zurückgeführt 
werden.

3.2.3 Auch in Bezug auf die branchenspezifische Wirtschaftslage zwi-
schen Januar und März 2022 bestehen keine Anhaltspunkte, dass ausser-
halb des normalen Betriebsrisikos (vgl. vorne E. 2.3) der Beschwerdeführe-
rin liegende Umstände für den geltend gemachten anhaltenden Auftrags-
mangel verantwortlich gewesen wären. So wurden etwa in den vom SECO 
publizierten Konjunkturtendenzen für Winter 2021/2022 bzw. für das Früh-
jahr 2022 eine fortgesetzte Verbesserung der Stimmungsindikatoren, eine 
Stabilisierung der Auftragsbestände auf hohem Niveau und eine weitere 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/720, Seite 11

Aufhellung der Erwartungen für die Bauaktivität in den kommenden Mona-
ten beschrieben. Dabei werde vor allem im Hoch- und Ausbaugewerbe die 
Auftragslage positiv bewertet (vgl. SECO, Konjunkturtendenzen, Winter 
2021/2022 S. 5 bzw. Frühjahr 2022 S. 5; abrufbar: www.seco.admin.ch, 
Rubrik: Publikationen & Dienstleistungen/Publikation en/"Konjunkturtenden-
zen").

Weiter ist dem vom Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) und der 
Credit Suisse AG quartalsweise herausgegebenen "Bauindex Schweiz" für 
das vierte Quartal 2021 zu entnehmen, dass sich die Umsätze des Bau-
hauptgewerbes nicht zuletzt nach einem überraschend starken dritten 
Quartal 2021 vollständig vom pandemiebedingten Rückgang des Vorjahres 
erholt hätten. Im ersten Quartal 2022 verzeichne der Bauindex zwar einen 
leichten Rückgang, jedoch werde für den weiteren Jahresverlauf unter an-
derem aufgrund der intakten Auftragslage, des hohen Arbeitsvorrats und 
der positiven Impulse aus dem Wohnungsbau mit einem steigenden Um-
satztrend gerechnet (vgl. SBV/Credit Suisse AG, Bauindex Schweiz, 
Bauindex 2021, 4. Quartal S. 1 bzw. Bauindex 2022, 1. Quartal S. 1, abruf-
bar: www.baumeister.swiss, Rubrik: Baumeister 5.0/Konjunktur & Statisti-
ken/
Bauindex/Bauindex 2021 bzw. 2022).

Branchenspezifisch wurden durch den C.________ im Oktober 2021 die 
Erwartungen zur künftigen Geschäfts- und Auftragslage zusehends opti-
mistischer beurteilt, namentlich die Nachfrage, die Auftragsbestände und 
die Ertragslage hätten sich in den letzten drei vorangegangenen Monaten 
positiv entwickelt. Zudem hätten sich die Erwartungen über die Geschäfts-
entwicklung und die Entwicklung der Nachfrage weiter aufgehellt (vgl. 
www.....ch, Rubrik: ...: "..." [12. November 2021]). Zudem waren Material 
und Vorprodukte im Spätherbst 2021 wieder besser erhältlich (vgl. 
www.....ch, Rubrik: ...: "..." [21. November 2021]).

3.2.4 Angesichts der allgemein im Baugewerbe sowie spezifisch in der ...- 
und ...branche zwischen Januar und März 2022 insgesamt sehr guten Kon-
junktur- und Auftragslage sowie mit Blick auf eine fehlende spezifische Be-
gründung ist nicht erstellt, dass der Betrieb der Beschwerdeführerin – an-
ders als die mit ihr konkurrierenden Betriebe – aufgrund anderweitiger, 

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ausserordentlicher und nicht mehr unter das normale Branchen- und Be-
triebsrisiko fallender Umstände besonders betroffen gewesen wäre. Die als 
unzureichend angegebene Auftragslage ist vielmehr auf eine verschärfte 
Konkurrenzsituation sowie andere wiederkehrende Marktschwankungen 
(Investitionsverhalten, Materialkosten, Verfügbarkeit von Fachkräften, Zins-
entwicklungen, öffentliche Bautätigkeit) zurückzuführen. Hierbei handelt es 
sich um unter das ordentliche Branchen- und Betriebsrisiko fallende Aspek-
te. Daran ändert auch nichts, dass sich das erst im Dezember 2019 ge-
gründete Unternehmen der Beschwerdeführerin im hier zu beurteilenden 
Zeitraum noch in der Anlaufphase (vgl. dazu AVIG-Praxis KAE Rz. D4, 
abrufbar: www.arbeit.swiss, Rubrik: Publikationen/Weisungen Kreisschrei-
ben/AVIG-Praxis) befand, da dies nichts an den allgemeinen Anspruchs-
voraussetzungen ändert (vgl. vorne E. 2.3). Ebenso vermag die Beschwer-
deführerin angesichts der intakten Konjunkturlage auch aus dem Umstand, 
dass sich die ...- und ...branche am Ende der Produktions- bzw. Wert-
schöpfungskette im Bau- und Nebenbaugewerbe befindet, keine spezifi-
sche Betroffenheit hinsichtlich des geltend gemachten Arbeitsausfalls zu 
begründen. In der Folge sind die Anspruchsvoraussetzungen für Kurzar-
beitsentschädigung für die Monate Januar bis März 2022 nicht erfüllt.

3.3 Mit Entscheid vom 9. März 2022 (ALV/2022/551–act. IIA/459-462) 
bejahte der Beschwerdegegner – unter der Voraussetzung, dass die übri-
gen Anspruchsvoraussetzungen nach Art. 39 AVIG erfüllt sind – für die 
Monate Januar bis März 2022 einen Anspruch auf Kurzarbeitsentschädi-
gung mit der Begründung, die Beschwerdeführerin erleide weiterhin einen 
Arbeitsausfall aufgrund der Coronavirus-Pandemie und der diesbezügli-
chen behördlichen Massnahmen. Wie voranstehend dargelegt (vgl. E. 3.2 
hiervor), vermögen indes weder die damals bestehenden Auswirkungen 
der Coronavirus-Pandemie bzw. die behördlichen Massnahmen zu deren 
Bekämpfung noch eine anderweitige ausserordentliche Betroffenheit durch 
branchenspezifische wirtschaftliche Gegebenheiten den geltend gemach-
ten Arbeitsausfall zu begründen. Vielmehr war er eindeutig dem normalen 
Betriebsrisiko der Beschwerdeführerin zuzuordnen, womit kein Anspruch 
auf Kurzarbeitsentschädigung bestand (Art. 33 Abs. 1 lit. a AVIG; vgl. dazu 
vorne E. 2.3). Der ursprüngliche Entscheid 9. März 2022 (ALV/2022/551–
act. IIA/459-462) erfolgte daher in falscher Rechtsanwendung und war da-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/720, Seite 13

mit zweifellos unrichtig (vgl. vorne E. 2.5 und 2.5.1). Seine Berichtigung ist 
zudem angesichts der Höhe der geltend gemachten Kurzarbeitsentschädi-
gung (vgl. ALV/2022/551–act. IIA/87, 91; ALV/2022/551–act. II/225) von 
erheblicher Bedeutung (vgl. vorne E. 2.5.2). Der Beschwerdegegner durfte 
somit auf seine ursprünglichen Verfügungen zurückkommen und Einspruch 
gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung für die Monate Janu-
ar bis März 2022 erheben.

Unter diesen Umständen kann sodann offen bleiben, ob die Beschwerde-
führerin – wie vom Beschwerdegegner vertreten (vgl. act. IIA/126; Be-
schwerdeantwort S. 4) – im Zusammenhang mit der Abklärung der An-
spruchsvoraussetzungen respektive der Einstellung von weiterem Personal 
trotz gleichzeitigem Bezug von Kurzarbeitsentschädigung ihre Schaden-
minderungspflicht verletzte (vgl. dazu etwa ALV/2022/551–act. IIA/381 f.) 
und der Beschwerdegegner auch aus diesem Grund seine vormaligen Ver-
fügungen hätte in Wiedererwägung ziehen können.

3.4 Zusammenfassend ist der zwischen Januar und März 2022 geltend 
gemachte Arbeitsausfall weder auf die damals in Kraft gewesenen behörd-
lichen Massnahmen im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Coronavi-
rus-Pandemie noch auf anderweitige ausserhalb der normalen Risikosphä-
re der Beschwerdeführerin liegende wirtschaftliche Gründe zurückzuführen. 
Er ist daher nicht anrechenbar, weshalb für die Monate Januar bis März 
2022 kein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung besteht. Der angefoch-
tene Einspracheentscheid ist insoweit nicht zu beanstanden.

4.

Zu prüfen ist weiter der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung zwischen 
1. Juli und 30. September 2022 (vgl. vorne E. 1.2; siehe dazu act. IIA/102-
105; act. II/73-78).

4.1 Mit Voranmeldung vom 24. Juni 2022 (ALV/2022/551–act. IIA/101-
103) ersuchte die Beschwerdeführerin um Kurzarbeitsentschädigung ab 
1. Juli 2022 für die gesamte Belegschaft. Zur Begründung gab sie mit 
E-Mail vom 25. Juli 2022 (ALV/2022/551–act. IIA/83 f.) an, die Situation 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/720, Seite 14

habe sich noch immer nicht vollständig stabilisiert und das Coronavirus 
sowie die Coronavirus-Pandemie hätten "wieder begonnen". Um die Aus-
fallstunden und die Arbeitsplätze zu sichern, werde Kurzarbeit angemeldet. 
Die vorhandenen Aufträge würden die Stunden des Unternehmens nicht 
decken; es habe nicht genügend Aufträge wegen der Coronavirus-
Pandemie.

Mit Einsprache vom 14. September 2022 (act. IIA/90-93) respektive mit 
Beschwerde (S. 5 Rz. 13) machte die Beschwerdeführerin weiter geltend, 
anders als vom Beschwerdegegner vertreten, befinde sich nicht die gesamt 
Bau- und Nebenbaubranche in einer soliden Konjunkturphase. Insbesonde-
re Unternehmen, die wie die Beschwerdeführerin erst am Ende der Hand-
lungskette stünden, seien abgesehen vom Zurückhalten von Investoren 
ungleich stärker von Lieferverzögerungen und angestiegenen Einkaufsprei-
sen für Materialen betroffen als andere Unternehmen. Der geltend gemach-
te Arbeitsausfall seit deshalb auch nach Wegfall der behördlichen Mass-
nahmen seit dem 1. April 2022 auf die Corona-Krise zurückzuführen und 
als ausserordentliches und nicht als normales Betriebsrisiko zu qualifizie-
ren.

4.2

4.2.1 Wie bereits voranstehend dargelegt, bestand zwischen Januar und 
März 2022 mit der ausgedehnten Zertifikatspflicht sowie den weiteren, vor-
nehmlich das gesellschaftliche Leben im Sozial- und Freizeitbereich betref-
fenden Massnahmen keine erheblich einschränkenden Umstände, auf-
grund derer eine direkte bzw. unmittelbare Einschränkung des – ohnehin 
nicht einer Zertifikatspflicht unterliegenden – Betriebs der Beschwerdefüh-
rerin erstellt wäre (vgl. vorne E. 3.2.2). Dies hat folglich umso mehr für den 
hier zu beurteilenden Zeitraum ab 1. Juli 2022 zu gelten, zumal dieser be-
reits drei Monate nach der vollständigen Aufhebung der verbliebenen
Massnahmen und der vom Bundesrat beschlossenen schrittweisen Aufhe-
bung der verbleibenden Massnahmen und Rückkehr zur epidemiologisch 
"normalen Lage" liegt (vgl. Medienmitteilungen des Bundesrates vom 16. 
Februar 2022 bzw. vom 30. März 2022, je abrufbar: www.admin.ch, Rubrik: 
Dokumentation/Medienmitteilungen/Medienmitteilungen des Bundesrates 
"Coronavirus: Bundesrat hebt Massnahmen auf – einzig Maskenpflicht im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/720, Seite 15

öffentlichen Verkehr und in Gesundheitseinrichtungen sowie Isolation blei-
ben noch bis Ende März" bzw. "Coronavirus: Rückkehr in die normale Lage 
und Planung der Übergangsphase bis Frühling 2023"). Es lagen damit of-
fenkundig längst keine behördlichen Massnahmen (mehr) vor, mit welchen 
eine allfällige Anrechenbarkeit von Arbeitsausfällen nach dem 1. Juli 2022 
hätte begründet werden können.

4.2.2 Sodann bestehen – wie bereits in Bezug auf den Zeitraum vom 
1. Januar bis 31. März 2022 aufgezeigt (vgl. vorne E. 3.2.3) – auch auf-
grund der individuellen für die Tätigkeit der Beschwerdeführerin massge-
benden wirtschaftlichen Gegebenheiten keine ausserhalb des branchen- 
und betriebsüblichen Risikos liegende Umstände, die den geltend gemach-
ten Arbeitsausfall zu begründen vermöchten. So befand sich die Bau- und 
Nebenbaubranche in der Schweiz gemäss dem "Bauindex Schweiz" im 
gesamten Jahr 2022 in einer sehr soliden Konjunkturlage mit wiederholt 
hohen Auftragseingängen, wobei in sämtlichen Quartalen die Vorjahres-
werte übertroffen wurden (vgl. SBV/Credit Suisse AG, Bauindex Schweiz, 
Bauindex 2022, 1. bis 4. Quartal, jeweils S. 1; abrufbar: www.baumeister. 
swiss, Rubrik: Baumeister 5.0/Konjunktur & Statistiken/Bauindex/Bauindex 
2022). In den vom SECO publizierten Konjunkturtendenzen für Sommer 
bzw. Herbst 2022 wurde trotz einer zuletzt beobachteten Eintrübung der 
Aussichten eine im historischen Vergleich hohe und gute Auftragslage, vor 
allem im Hochbau- und Ausbaugewerbe, mit noch immer stark ausgelaste-
ten Kapazitäten beschrieben (vgl. SECO, Konjunkturtendenzen, Sommer 
2022, S. 5, bzw. Herbst 2022, S. 5; abrufbar: www.seco.admin.ch, Rubrik: 
Publikationen & Dienstleistungen/Publikationen/"Konjunkturtendenzen"). 
Schliesslich wurden auch branchenspezifisch durch den C.________ die 
Erwartungen zur künftigen Geschäfts- und Auftragslage im Frühling bzw. 
Herbst 2022 als gedämpft optimistisch respektive stabil bewertet (vgl. 
www.....ch, Rubrik: ... "..." [17. Mai 2022] und "S..." [5. September 2022]).

4.2.3 Die Konjunkturlage und Auftragssituation im Baugewerbe bzw. in 
der ...- und ...branche präsentierten sich folglich im hier zu beurteilenden 
Zeitraum weiterhin als gut, wobei eine davon abweichende besondere Be-
troffenheit der Beschwerdeführerin aufgrund ausserordentlicher und nicht 
mehr unter das normale Branchen- bzw. Betriebsrisiko fallender Umstände 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/720, Seite 16

weder ersichtlich ist noch glaubhaft dargetan wurde. Die als unzureichend 
angegebene Auftragslage ab Juli 2022 liegt folglich – wie auch im Zeitraum 
von Januar bis März 2022 (vgl. vorne E. 3.2.4) – in der Risikosphäre der 
Beschwerdeführerin.

4.3 Zusammenfassend ist der ab Juli 2022 geltend gemachte Arbeits-
ausfall weder auf vormals geltende behördliche Massnahmen im Zusam-
menhang mit der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie noch auf ander-
weitige ausserhalb der normalen Risikosphäre der Beschwerdeführerin 
liegende wirtschaftliche Umstände zurückzuführen. Er ist daher nicht anre-
chenbar, weshalb für die Monate Juli bis September 2022 kein Anspruch 
auf Kurzarbeitsentschädigung besteht.

5.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
25. Oktober 2022 (act. II/73-78) nicht zu beanstanden. Die dagegen erho-
bene Beschwerde ist als offensichtlich unbegründet abzuweisen, soweit 
darauf einzutreten ist.

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben.

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Feb. 2023, ALV/22/720, Seite 17

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

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fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.