# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e4f8bdae-0a58-5a86-a237-133d6b9e2ef4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.10.2020 200 2020 328
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-328_2020-10-02.pdf

## Full Text

200 20 328 UV
WIS/SAW/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. Oktober 2020

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Baumann

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 10. März 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2020, UV/20/328, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1964 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) ist 
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva bzw. Beschwer-
degegnerin) unfallversichert. Gemäss Unfallmeldung vom 23. April 2018 
(Akten der Suva, Antwortbeilage [AB] 1) fuhr ihm am 24. März 2018 auf der 
Autobahn das nachfolgende Fahrzeug ins Heck, als er aufgrund eines 
Staus abbremsen musste. Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und 
erbrachte in der Folge die gesetzlichen Versicherungsleistungen (vgl. u.a. 
AB 2 f., 16, 21). Nach Beizug verschiedener Arztberichte, unfalltechnischen 
Abklärungen (vgl. insbesondere das unfallanalytische Gutachten der 
B.________ GmbH vom 1. Oktober sowie die biomechanische Kurzbeurtei-
lung [Triage] vom 16. April 2019 der Abklärungsstelle C.________, AB 34, 
70 S. 2) und nach kreisärztlicher Beurteilung (vgl. Stellungnahmen des be-
ratenden Arztes, med. pract. D.________, Facharzt für Chirurgie, vom 
17. und 29. April 2019, AB 71, 74) stellte die Suva die gesetzlichen Versi-
cherungsleistungen mit Verfügung vom 17. Mai 2019 (AB 78) per Verfü-
gungsdatum ein, da die weiterhin geklagten (organisch nicht erklärbaren) 
Beschwerden in keinem adäquaten Kausalzusammenhang zum Ereignis 
vom 24. März 2018 stünden. Ferner verneinte sie einen Anspruch auf eine 
Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung. Damit zeigte sich der 
Versicherte nicht einverstanden und erhob Einsprache (AB 85, 93). Nach-
dem die Suva die Akten nochmals dem Kreisarzt vorgelegt (vgl. Beurteilung 
vom 22. Juli 2019, AB 94), ein von der Haftpflichtversicherung des Unfall-
verursachers erstelltes neurologisches Gutachten vom 28. August 2019 
(AB 100) zu den Akten genommen und der Versicherte diesbezüglich auf 
eine einlässliche Stellungnahme verzichtet hatten (AB 106), wies die Suva 
die Einsprache mit Entscheid vom 10. März 2020 (AB 109) ab.

B.

Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 11. Mai 2020 Beschwer-
de und beantragte, der angefochtene Einspracheentscheid vom 10. März 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2020, UV/20/328, Seite 3

2020 sei aufzuheben und ihm seien über den 17. Mai 2019 hinaus die ge-
setzlichen Unfallversicherungsleistungen zu gewähren.

Mit Beschwerdeantwort vom 8. Juni 2020 schloss die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 10. März 
2020 (AB 109). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdefüh-
rers auf Leistungen der Unfallversicherung über den 17. Mai 2019 hinaus.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1).

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Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.4 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

2.4.1 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1).

2.4.2 Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für die 
Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszuge-
hen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubezie-
hen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese 
Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 

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V 356 E. 3.2 S. 358, 115 V 133 E. 6c aa S. 140), während bei Schleuder-
traumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule (HWS) sowie 
Schädel-Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen und 
psychischen Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112; 
SVR 2018 UV Nr. 29 S. 101 E. 2.2). Dabei ist wie folgt zu differenzieren: Es 
ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleu-
dertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente 
Verletzung (SVR 1997 UV Nr. 95 S. 346 E. 2a, 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) 
oder ein Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 369 E. 4b S. 382; SVR 2001 UV 
Nr. 1 S. 2 E. 3) erlitten hat, wobei die Schleudertrauma-Praxis nur dann 
Anwendung findet, wenn sich innert der Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden 
Beschwerden in der Halsregion und der Halswirbelsäule manifestieren 
(SVR 2009 UV Nr. 30 S. 107 E. 5.2). Liegt keine der erwähnten Verletzun-
gen vor, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle 
mit psychischen Folgeschäden zur Anwendung.

2.4.3 Nach der Schleudertrauma-Praxis ist analog zu den bei psychi-
schen Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen (BGE 115 V 
133) für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall 
zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Er-
werbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann 
zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten 
ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Un-
fallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Gesche-
hensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (BGE 140 V 356 
E. 5.1 S. 359) – zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schwe-
ren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittle-
ren Bereich unterschieden wird. Dabei können die erlittenen Verletzungen 
Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall entwickelt haben, gestat-
ten (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 37 E. 4.2.2). Während der adäquate Kausal-
zusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres bejaht 
und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der 
Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Un-
fallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv er-
fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang 
stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine 

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Gesamtwürdigung einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126; SVR 
2019 UV Nr. 11 S. 44 E. 8.2.1). Je nach den konkreten Umständen kann 
für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges 
Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen 
Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu 
zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren 
ist. Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium 
genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Liegt im 
eigentlichen mittleren Bereich keines der Einzelkriterien in besonders aus-
geprägter oder auffallender Weise vor, so müssen für die Bejahung des 
adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kriterien erfüllt sein (SVR 2018 UV 
Nr. 3 S. 10 E. 5.1). Handelt es sich um einen mittelschweren Unfall im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen müssen für die Bejahung der 
Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2019 UV Nr. 11 S. 45 E. 8.4). 
Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt 
zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs 
(BGE 117 V 359 E. 6 S. 366, 117 V 369 E.4c S. 384). 

Der Katalog der – abschliessend aufgezählten (BGE 134 V 109 E. 10.2 
S. 127) – adäquanzrelevanten Kriterien lautet (BGE 134 V 109 E. 10.3 
S. 130; SVR 2017 UV Nr. 41 S. 143 E. 6.1):

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich-
keit des Unfalls;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
- fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
- erhebliche Beschwerden;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim-

mert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

2.5 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 
des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entwe-

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der der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 
bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich 
nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine) er-
reicht ist (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 55 f.).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 
allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender 
ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei 
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – an-
ders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu-
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern 
beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 55 f.).

2.6 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan-
des mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 
143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Besserung be-
stimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung 
oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein-
trächtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse-
rung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2019 UV Nr. 4 
S. 16 E. 3.2.3.1).

2.7 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers ist die Ver-
waltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, 
die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheits-

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zustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen (vgl. BGE 140 V 193 
E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.8 Bei einem Tinnitus, der sich keiner organisch objektiv ausgewiese-
nen Unfallfolge zuordnen lässt, kann der adäquate Kausalzusammenhang 
zum Unfall, wie bei anderen organisch nicht ausgewiesenen Beschwerde-
bildern, nicht ohne besondere Prüfung bejaht werden (BGE 138 V 248).

3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass der Be-
schwerdeführer am 24. März 2018 (AB 1) einen Unfall im Rechtssinne erlit-
ten hat (vgl. E. 2.1 hiervor) und danach unfallkausale Beschwerden aufge-
treten sind. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch entsprechende Versi-
cherungsleistungen erbracht. Umstritten ist jedoch die Rechtmässigkeit der 
Einstellung der Versicherungsleistungen per 17. Mai 2019.

3.2 In medizinischer und unfallanalytischer Hinsicht lassen sich den 
Akten im Wesentlichen die folgenden Angaben entnehmen:

3.2.1 Dr. med. E.________ diagnostizierte in dem auf den 26. März 2018 
(AB 4) datierten Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-
zervikalem Beschleunigungstrauma als Verdachtsdiagnose eine HWS-
Distorsion Grad II (Nackenbeschwerden und muskuloskelettale Befunde), 
differentialdiagnostisch ein kraniozervikales Beschleunigungstrauma (S. 3 
Ziff. 7). Ein Kopfanprall sei vom Versicherten verneint worden, ebenso eine 
Bewusstlosigkeit, eine Gedächtnislücke oder Schreck- und Angstreaktionen 
(S. 1 Ziff. 2a ff.). Ca. drei Stunden nach dem Unfall habe sich beidseits ein 
Ohrenrauschen entwickelt und nach zwölf Stunden seien Kopf- und Na-
ckenschmerzen aufgetreten (S. 2 Ziff. 4). Nach dem Unfall sei der Patient 
selber nach Hause gefahren und habe die geplanten Tätigkeiten verrichten 
können (S. 1 Ziff. 2a und 3).

3.2.2 Die MRI-Untersuchung der HWS vom 6. April 2018 (AB 10) zeigte 
keine Hinweise auf eine frische ossäre Läsion. Es lägen eine erosive Os-
teochondrose HWK 6/7 und eine multisegmentäre Pathologie mit dorsalen 

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Spondylosen und flachen, begleitenden Protrusionen der Bandscheiben 
HWK 4 bis Th1 vor. Durch unkarthrotische Veränderungen beständen fo-
raminale Stenosierungen HWK 4, 5, 6 und 7 auf der rechten Seite und 
HWK 5, 6 und 7 auf der linken Seite. Das MRI des Schädels vom 27. April 
2018 (AB 11) ergab keinen Nachweis einer Pathologie des Innenohres 
oder des Nervus vestibulocochlearis beidseits. Es seien keine Hinweise auf 
eine Ursache des Tinnitus festgestellt worden. 

3.2.3 Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht vom 
4. Juni 2018 (AB 7) Zervikozephalgien bei Zustand nach HWS-Kontusions-
/Distorsionstrauma, einen Status nach Autounfall am 24. März 2018, eine 
traumatische Diskushernie L3/4 median sowie eine chronische Lumbago 
bei degenerativer Erkrankung L3-S1 und Zustand nach durchgemachtem 
Morbus Scheuermann mit entsprechender Kyphose thoracal (S. 1). Der 
Patient stelle sich vor mit einer akuten Schmerzhaftigkeit im Nacken im 
Sinne von Zervikozephalgien aufgrund eines Zustandbildes nach HWS-
Kontusions-/Distorsionstrauma. Neurologisch habe er keine Ausfälle, die 
funktionelle Untersuchung zeige jedoch eine erhebliche Einschränkung der 
Beweglichkeit der Halswirbelsäule (S. 2). Mit Einschränkungen habe der 
Patient bisher voll gearbeitet (S. 1). 

3.2.4 Ab dem 23. Juli 2018 attestierte Dr. med. E.________ erstmals eine 
Arbeitsunfähigkeit (AB 20). Mit Bericht vom 22. August 2018 (AB 29) be-
richtete er über einen günstigen Verlauf unter der aktuellen Kraniosakral-
therapie.

3.2.5 Dem unfallanalytischen Gutachten vom 1. Oktober 2018 (AB 34 
S. 4) der B.________ GmbH ist zu entnehmen, dass die stossbedingte 
Geschwindigkeitsänderung (Delta v) des Fahrzeugs des Beschwerdefüh-
rers in Fahrtrichtung zwischen 17 und 21 km/h und entgegen der Fahrtrich-
tung zwischen 4 und 7 km/h gelegen habe.

3.2.6 Am 24. Oktober 2018 (AB 38) führte Dr. med. G.________, Fach-
arzt für Neurologie, aus, der Patient habe beim Verkehrsunfall vom 
24. März 2018 eine Distorsionsverletzung der Halswirbelsäule erlitten. Die 
seither bestehenden diversen Beschwerden seien darauf zurückzuführen. 

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Bei der aktuellen Untersuchung sei ein mässiggradiges Zervikalsyndrom 
nachweisbar. Die Symptome seien muskulär-tendinogenen Ursprungs. 
Über den Nackenmuskeln seien multiple Druckdolenzen palpabel. Anhalts-
punkte für Verletzungen neurogener Strukturen im Gebiet der Halswir-
belsäule fehlten, zervikal-radikuläre Reiz- oder Ausfall-Symptome seien 
nicht fassbar. Zeichen einer zervikalen Myopathie lägen nicht vor. Die 
Kopfschmerzen interpretiere er als chronisches Spannungskopfweh. Der 
Schwindel, die Visus-Probleme und die empfundenen kognitiven Einbussen 
seien jedenfalls auf diese Affektion der Halswirbelsäule zurückzuführen. 
Eine zusätzliche intrakranielle Pathologie sei nicht erkennbar. Der klinische 
Status sei normal. Erfreulicherweise berichte der Patient über eine gewisse 
Abnahme der Schmerzen, vor allem der Nackenschmerzen.

3.2.7 Dr. med. F.________ hielt mit Bericht vom 13. November 2018 (AB 
41) fest, der Patient habe zwischenzeitlich die Arbeit wieder zu 30% aufge-
nommen und es gehe ihm deutlich besser. 

3.2.8 Am 25. Januar 2019 (AB 60) nannte Dr. med. E.________ als Dia-
gnose ein zervikokraniales Schleudertrauma, aktuell vor allem Tinnitus. Der 
Verlauf bezüglich der Kopf-, Schulter- und Nackenschmerzen sowie betref-
fend den Schwindel sei günstig. Der Tinnitus habe jedoch zugenommen.

3.2.9 Mit Bericht vom 4. März 2019 (AB 64) teilte Dr. med. H.________, 
Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie, mit, im HNO-Status liege eine deutli-
che zervikale Verspannung vor. Der otoskopische Befund sei bland, der 
Weber mittelständig und die Rinne beidseits positiv. Der restliche HNO-
Status sei unauffällig. Die Schwindelbeschwerden seien verschwunden, 
jedoch persistiere die Tinnitussymptomatik.

3.2.10 Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, med. pract. 
D.________, gab in der Kurzbeurteilung vom 17. April 2019 (AB 71) an, 
unfallkausale strukturelle Läsionen im Kopf- und HWS-Bereich seien aus-
zuschliessen und neurologische Ausfälle lägen nicht vor. Von einer weite-
ren Behandlung der Unfallfolgen könne keine namhafte Besserung des 
Gesundheitszustandes erwartet werden. Es bestehe keine unfallkausale 
Arbeitsunfähigkeit.

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Am 29. April 2019 (AB 74 S. 3 f.) ergänzte er, der Unfall habe allenfalls zu 
einer vorübergehenden Verschlimmerung eines möglicherweise zuvor kli-
nisch stummen degenerativen Vorzustandes im Bereich der HWS geführt. 
Auffallend am radiologischen Befund der MRI-Untersuchung vom 6. April 
2018 (AB 10) seien die multiplen Unkarthrosen auf mehreren Seg-
menthöhen, welche beidseits foraminale Stenosierungen hervorrufen wür-
den (degenerativ bedingt). Ein Jahr nach dem Unfall sei der Status quo 
sine erreicht. Der Unfall spiele im Beschwerdebild des Versicherten danach 
keine Rolle mehr.

3.2.11 Im neurologischen Aktengutachten vom 28. August 2019 (AB 100) 
führte Dr. med. I.________, Facharzt für Neurologie, aus, mit dem Grad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit lägen keine unfallkausalen pathologi-
schen neurologischen Befunde vor. Es beständen schicksalsmässige, de-
generative Veränderungen der HWS und unspezifische Marklagergliosen 
des Gehirns. Eine im vorliegenden Fall anhand der Akten nachvollziehbare 
leichte HWS-Distorsion (WAD-Grad II nach QTF) heile literaturgestützt 
spätestens innerhalb von drei Monaten folgenlos aus. Das Gleiche gelte für 
eine vorübergehende Verschlimmerung infolge vorbestehender degenerati-
ver Wirbelsäulenveränderungen (S. 6). 

3.3

3.3.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2020, UV/20/328, Seite 13

nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3.2 Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn 
die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärti-
gen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersu-
chungsbefund muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund 
vorhandener Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können 
(RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.4 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 10. März 2020 (AB 109) massgeblich auf die Aktenbeur-
teilungen ihres beratenden Arztes med. pract. D.________ vom 17. und 
29. April 2019 (AB 71, 74). Diese erfüllen die von der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Berichts gestell-
ten Anforderungen (vgl. E. 3.3 hiervor) und überzeugen. Med. pract. 
D.________ hat sich in seiner ärztlichen Beurteilung in Kenntnis der medi-
zinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen 
des Beschwerdeführers auseinandergesetzt. Die Ausführungen in der Be-
urteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die 
gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand nachvollziehbar. 
Dass med. pract. D.________ auf eine klinische Exploration des Be-
schwerdeführers verzichtet hat, ist – entgegen der Ansicht des Beschwer-
deführers (vgl. Beschwerde S. 3) – nicht zu beanstanden. Dem beratenden 
Arzt lagen nebst den MRI-Ergebnissen (AB 10 f.) und den Berichten der 
behandelnden Ärzte Dres. med. E.________ und F.________ (AB 4, 7, 29, 
33, 41, 60) auch die Untersuchungsbefunde des Neurologen Dr. med. 
G.________ vom 15. bis 24. Oktober 2018 (AB 37 f.), das unfallanalytische 
Kurzgutachten vom 1. Oktober 2018 (AB 34) und die biomechanische 
Kurzbeurteilung (Triage) vom 16. April 2019 (AB 70) vor. Er konnte sich 
aufgrund der vorhandenen Unterlagen somit ein gesamthaft lückenloses 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2020, UV/20/328, Seite 14

Bild verschaffen (vgl. E. 3.3.2 hiervor). Zudem kann insbesondere (auch) 
die Kausalität im Rahmen eines Aktenberichts erörtert werden (vgl. Ent-
scheid des BGer vom 9. November 2011, 8C_383/2011, E. 4.2). Soweit der 
Beschwerdeführer geltend macht, auf die Angaben im unfallanalytischen 
Kurzgutachten vom 1. Oktober 2018 (AB 34) sei nicht abzustellen (vgl. Be-
schwerde S. 4), kann ihm nicht gefolgt werden. Es besteht kein Anlass, von 
der vom Unfallanalytiker geschätzten kollisionsbedingten Geschwindig-
keitsänderung des Fahrzeugs des Beschwerdeführers abzuweichen, wurde 
diese doch anhand des Unfallhergangs und gestützt auf die Schadengut-
achten der drei involvierten Fahrzeuge vom 27. und 29. März 2018 sowie 
vom 10. April 2018 (jeweils samt Fotodokumentation; AB 52) ermittelt. We-
der aus den medizinischen Akten noch aus der beschwerdeweise vorge-
brachten Kritik ergeben sich somit Anhaltspunkte, die geeignet wären, auch 
nur geringe Zweifel an der Vollständigkeit und Schlüssigkeit der Aktenbeur-
teilung von med. pract. D.________ zu begründen, weshalb auf diese ab-
zustellen ist.

3.4.1 Med. pract. D.________ legte einleuchtend dar, dass sich der Be-
schwerdeführer bei der Heckauffahrkollision vom 24. März 2018 ein 
Distorsionstrauma der HWS ohne unfallkausale strukturelle Läsionen im 
HWS- und Kopfbereich zugezogen hat. Weiter zeigte er schlüssig auf, dass 
es sich bei den bildgebend dokumentierten multiplen Unkarthrosen auf 
mehreren Segmenthöhen um einen degenerativen Vorzustand handelt, der 
allenfalls durch das Unfallereignis vom 24. März 2018 vorübergehend ver-
schlimmert worden ist. Daraus zog med. pract. D.________ nachvollzieh-
bar begründet den Schluss, dass der Status quo sine (vgl. E. 2.5 hiervor) 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Jahr nach dem Unfallereignis 
erreicht war. Diese Beurteilung findet in sämtlichen übrigen medizinischen 
Akten, die sich in Bezug auf die erhobenen Befunde und gestellten Diagno-
sen im Wesentlichen kohärent und widerspruchsfrei präsentieren, ihren 
Rückhalt (vgl. E. 3.2.1 ff. hiervor). So wurde in der bildgebenden Untersu-
chung der HWS vom 6. April 2018 (AB 10) keine frische ossäre Läsion 
festgestellt. In der MRI-Untersuchung des Schädels vom 27. April 2018 (AB 
11) zeigte sich kein Hinweis auf eine Pathologie des Innenohres oder des 
Nervus vestibulocochlearis beidseits, mithin kein Hinweis auf eine Ursache 
des Tinnitus. Weiter hielt Dr. med. E.________ weder im Dokumentations-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2020, UV/20/328, Seite 15

bogen vom 26. März 2018 (AB 4) noch in den Verlaufsberichten vom 
22. August 2018 (AB 29) und vom 25. Januar 2019 (AB 60) unfallbedingte 
strukturelle Läsionen fest, sondern ergänzte den Dokumentationsbogen mit 
den MRI-Ergebnissen vom 6. April 2018 (AB 10) und wies explizit auf die 
degenerativen Veränderungen der HWS hin. Am 22. August 2018 (AB 29 
S. 2 Ziff. 3) und 25. Januar 2019 (AB 60 S. 1 Ziff. 2) berichtete er sodann 
von einem günstigen Verlauf bezüglich der Kopf-, Schulter- und Nacken-
schmerzen sowie betreffend den Schwindel. Einzig der Tinnitus habe zu-
genommen. Auch Dr. med. F.________ hielt mit Bericht vom 13. November 
2018 fest, dem Patienten gehe es durch die kraniosakrale Therapie deut-
lich besser (AB 41 S. 1). Aus dem Bericht von Dr. med. G.________ vom 
24. Oktober 2018 (AB 38) ergibt sich ebenfalls, dass die geklagten Be-
schwerden organisch nicht nachweisbar sind. So führte er insbesondere 
aus, Anhaltspunkte für Verletzungen neurogener Strukturen im Gebiet der 
HWS lägen nicht vor. Zudem seien keine zervikalradikuläre Reiz- oder Aus-
fall-Symptome fassbar und Zeichen einer zervikalen Myopatie bestünden 
nicht. Dr. med. H.________ gab am 4. März 2019 (AB 64) an, die Schwin-
delbeschwerden seien verschwunden. Korrelierend mit der MRI-
Untersuchung des Schädels vom 27. April 2018 (AB 11) hielt er zudem 
einen blanden otoskopischen Befund fest, bei jedoch persistierender Tinni-
tusproblematik. Schliesslich bestätigte auch Dr. med. I.________ mit neu-
rologischer Beurteilung vom 28. August 2019 (AB 100 S. 6 f.), dass mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit keine unfallkausalen pathologischen 
neurologischen Befunde vorliegen. Unter Hinweis auf die medizinwissen-
schaftliche Literatur führte er – entsprechend der Beurteilung von med. 
pract. D.________ – nachvollziehbar aus, dass der Status quo sine erreicht 
ist. 

Aufgrund der übereinstimmenden ärztlichen Beurteilungen und medizini-
schen Abklärungsresultate steht fest, dass die vom Beschwerdeführer ge-
klagten Beschwerden organisch nicht nachweisbar sind. Unbestritten ist 
zudem, dass der Beschwerdeführer ein Schleudertrauma der HWS erlitten 
hat. Entsprechend den medizinischen Berichten ist ferner davon auszuge-
hen, dass im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nur noch die Tinnitussym-
ptomatik persistierte. Soweit der Beschwerdeführer diesbezüglich weiterhin 
unter Beschwerden leidet, welche – wie soeben dargelegt wurde – nicht auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2020, UV/20/328, Seite 16

einer organisch hinreichend nachweisbaren Unfallfolge beruhen, kann die 
Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs zum Unfall vom 24. März 
2018 offenbleiben (BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472; SVR 2017 UV Nr. 41 S. 
143 E. 5.2), da eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin jedenfalls an 
der fehlenden Adäquanz des Kausalzusammenhanges scheitert (vgl. E. 4 
hiernach).

3.4.2 Die Adäquanzbeurteilung hat in dem Zeitpunkt zu erfolgen, in dem 
von der Fortsetzung der Behandlung keine namhafte Besserung des Ge-
sundheitszustandes mehr erwartet werden kann. In der Kurzbeurteilung 
vom 17. April 2019 (AB 71 S. 1) sowie in der Stellungnahme vom 29. April 
2019 (AB 74 S. 2) kam med. pract. D.________ nachvollziehbar zum 
Schluss, dass von der weiteren Behandlung überwiegend wahrscheinlich 
keine Besserung der geklagten Beschwerden erwartet werden könne und 
in unfallkausaler Hinsicht keine Arbeitsunfähigkeit bestehe. Gestützt darauf 
hat die Beschwerdegegnerin per 17. Mai 2019 den Fallabschluss erklärt 
(AB 78). Die Beurteilung von med. pract. D.________ steht in Einklang mit 
den vorliegenden Akten und ist nicht zu beanstanden. So gab der Be-
schwerdeführer im Dezember 2018 (AB 44 S. 1) an, das Pfeifen in den 
Ohren sei gleichgeblieben und habe sich in der Intensität nicht verändert. 
Bei Umgebungsgeräuschen sei dieses leicht, wenn es ruhig sei verstärkt. 
Gemäss den Angaben von Dr. med. H.________ im Bericht vom 4. März 
2019 (AB 64) hat er den Tinnitus initial mit Stugeron und nun mit Seibellium 
behandelt und rechnet mit einer Besserung in den nächsten Wochen. In 
der Beschwerde (vgl. S. 2) führte der Beschwerdeführer sodann aus, die 
Lautstärke des Geräusches habe sich auf ein erträgliches Niveau verrin-
gert. Folglich ist med. pract. D.________ zuzustimmen, dass von der 
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Ge-
sundheitszustandes mehr erwartet werden konnte. 

Dementsprechend ist der Fallabschluss per 17. Mai 2019 (AB 78) nicht als 
verfrüht zu betrachten und die von der Beschwerdegegnerin in diesem 
Zeitpunkt vorgenommene Adäquanzprüfung nicht zu beanstanden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2020, UV/20/328, Seite 17

4.

Die Adäquanzprüfung ist hier unbestrittenermassen nach der Schleuder-
traumapraxis – d.h. ohne Differenzierung zwischen physischen und 
psychischen Komponenten des Gesundheitsschadens (vgl. E. 2.4.3 hier-
vor) – durchzuführen.

4.1 Für die Adäquanzbeurteilung ist an das (objektiv fassbare) Unfaller-
eignis anzuknüpfen (vgl. E. 2.4.3 hiervor):

4.1.1 In der Unfallmeldung vom 23. April 2018 (AB 1) wurde zum Unfall-
hergang vom 24. März 2018 ausgeführt, dass der Beschwerdeführer auf 
der Autobahn unterwegs gewesen sei und wegen einem Stau abgebremst 
habe. Das hintere Fahrzeug habe nicht abgebremst und sei ihm ins Heck 
gefahren. Dr. med. E.________ führte im auf den 26. März 2018 datierten 
Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach kranio-zervikalem Be-
schleunigungstrauma (AB 4 S. 1 Ziff. 2a) gestützt auf die Angaben des Be-
schwerdeführers aus, letzterer sei auf der Autobahn am Abbremsen gewe-
sen, als von hinten ein Personenwagen seitlich links ins Heck aufgefahren 
sei. Den Kopf des Beschwerdeführers habe es „nach vorne rechts geris-
sen“. Im Rahmen des Polizeirapports vom 3. Mai 2018 (AB 69) gab der 
Beschwerdeführer an, er sei mit ca. 40km/h auf dem Überholstreifen der 
Autobahn A1 gefahren. Zum Unfallzeitpunkt habe stockender Kolonnenver-
kehr geherrscht. Er habe verkehrsbedingt sein Fahrzeug abbremsen müs-
sen. Kurz bevor er stillgestanden sei, sei der … in sein Heck geprallt. Durch 
den Aufprall sei sein Fahrzeug nach vorne ins Fahrzeugheck des … ge-
schoben worden. Diese sich inhaltlich deckenden Angaben stellen die 
„Aussagen der ersten Stunde“ dar. Auf diese ist abzustellen und davon 
auszugehen, dass der Beschwerdeführer auf der Autobahn bei stockendem 
Kolonnenverkehr mit ca. 40km/h auf dem Überholstreifen abbremsen 
musste und das hintere Fahrzeug noch vor dem Stillstand seitlich links ins 
Heck seines Wagens fuhr. In der Folge wurde dieser in das Heck des vor-
deren Fahrzeugs geschoben. Gemäss unfallanalytischem Gutachten vom 
1. Oktober 2018 (AB 34 S. 4) ergab sich für das Fahrzeug des Beschwer-
deführers eine stossbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta v) in Fahrt-
richtung zwischen 17 und 21 km/h und entgegen der Fahrtrichtung zwi-
schen 4 und 7 km/h. Im Einsprache- und im Beschwerdeverfahren schilder-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2020, UV/20/328, Seite 18

te der Beschwerdeführer den Unfallhergang dramatischer: So gab er im 
Rahmen der Einsprache an, sein Fahrzeug sei beinahe stillgestanden und 
mehrere Meter vom vorausfahrenden Fahrzeug entfernt gewesen, als das 
nachfolgende Fahrzeug mit dem linken Heckbereich seines Autos kollidiert 
sei. Durch den heftigen, nach links versetzten Aufprall sei sein Auto auf die 
rechte Fahrspur geschoben worden und habe gedroht mit weiteren Fahr-
zeugen zu kollidieren. Nur mit einer entsprechenden Gegenlenkung sei es 
ihm möglich gewesen, sein Auto wieder auf die linke Fahrspur zurückzu-
lenken und abzubremsen. Allerdings sei die Distanz zu kurz bzw. der An-
trieb durch den Aufprall zu stark gewesen, sodass er trotz Einleitung eines 
Bremsmanövers mit dem Heck des vorausfahrenden Fahrzeugs kollidiert 
sei (AB 93 S. 1). Mit Beschwerde vom 11. Mai 2020 führte er sodann aus, 
auf der Autobahn sei der Verkehr plötzlich ins Stocken geraten. Er habe 
stark abbremsen müssen und habe den …, wie er mit hoher Geschwindig-
keit fast rennsportmässig sehr knapp hinter ihm aufgeschlossen sei, be-
merkt. Die Kolonne habe die Fahrt wieder fortgesetzt und auf ca. 80 km/h 
beschleunigt. Nach ein paar Sekunden habe er wieder abbremsen müssen, 
gar nicht so heftig. Er sei noch am Abbremsen – kurz vor dem Anhalten – 
gewesen, als es plötzlich gekracht habe. Sein Fahrzeug sei abgedreht und 
Richtung Fahrzeuge auf der rechten Fahrspur katapultiert worden. Er habe 
nur noch erschrockene Gesichter gesehen. Aus Schleuderkurs- und Motor-
sporterfahrung habe er richtig reagieren können und sein Fahrzeug wieder 
in Richtung seiner Spur abdrehen können. Der mittlerweile kürzer gewor-
dene Abstand habe jedoch nicht mehr ausgereicht, um sein Fahrzeug 
rechtzeitig anzuhalten, und er habe das vorderer Fahrzeug touchiert (vgl. 
Beschwerde S. 2). Diese Schilderungen stimmen teilweise nicht mit seinen 
früheren Angaben überein. Insbesondere hat er zuvor nie erwähnt, dass 
sein Fahrzeug auf die rechte Fahrspur katapultiert worden sei und es bei-
nahe zu weiteren Kollisionen gekommen wäre. Zudem gab er laut dem 
Polizeirapport an, er sei mit ca. 40 km/h unterwegs gewesen, was mit den 
Aussagen der übrigen Unfallbeteiligten übereinstimmt (AB 69 S. 4), und 
nicht wie beschwerdeweise vorgebracht mit ca. 80 km/h. Die zuvor getätig-
ten „Aussagen der ersten Stunde“ sind in der Regel unbefangener und zu-
verlässiger als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von 
nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art 
beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 45 E. 2a S. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2020, UV/20/328, Seite 19

47). Damit kann vorliegend den Unfallschilderungen des Beschwerdefüh-
rers im Einsprache- und Beschwerdeverfahren nicht gefolgt werden. 

4.1.2 In der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wurden die folgenden 
Fälle als mittelschwere Unfälle im Grenzbereich zu den schweren Ereignis-
sen eingestuft: Auf einer Autobahn fuhr ein Auto ungebremst auf das im 
Stau stehende Fahrzeug der versicherten Person auf, wobei dieses in das 
nächste Auto hineingeschoben wurde. Dabei verbog es im Fahrzeuginnern 
die Sitzlehnen. Der Mann der versicherten Person wurde schwer verletzt. 
Die durch die Heckkollision bedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta v) 
des Fahrzeuges der Versicherten lag oberhalb des Bereiches von 10-15 
km/h und die stossbedingte Geschwindigkeitsänderung entgegen der 
Fahrtrichtung betrug 30-35 km/h (Entscheid des BGer vom 7. Mai 2008, 
8C_633/2007, Sachverhalt und E. 6.2.2). Eine Kollision in einem Autobahn-
tunnel zwischen einem Lastwagen und dem Automobil der versicherten 
Person, wobei dieses mehrmals mit der Tunnelwand kollidierte. Die versi-
cherte Person schlug mit dem Kopf so stark gegen die Windschutzscheibe, 
dass diese barst (Entscheid des BGer vom 4. September 2008, 
8C_257/2008, E. 3.3.2). Ein Versicherter hielt infolge eines Anrufs auf sein 
Mobiltelefon auf dem Pannenstreifen an. Ein nachfolgender Wagen geriet 
bei ca. 120 km/h vom Normalstreifen nach rechts auf den Pannenstreifen 
und prallte ungebremst in das Heck des stehenden Fahrzeuges. Dabei 
wurde dieses nach rechts abgedreht und in die Böschung gestossen, wo es 
auf die linke Seite umgekippt zum Stillstand kam. Das unfallverursachende 
Fahrzeug geriet in Brand; beide Fahrzeuge erlitten Totalschaden (Ent-
scheid des BGer vom 19. August 2010, 8C_385/2010, Sachverhalt und 
E. 5.1).

Die folgenden Fälle wurden als mittelschwere Ereignisse im engeren Sinne 
eingestuft: Eine versicherte Person war in ihrem Fahrzeug mit ca. 115 km/h 
auf der Autobahn unterwegs, als sie aus unbekanntem Grund vom 
Normalstreifen abkam, den Überholstreifen überquerte und auf den 
linksseitig verlaufenden Grünstreifen geriet; bei der anschliessenden 
Lenkkorrektur nach rechts begann das Fahrzeug zu schleudern, 
traversierte den Überhol- und Normalstreifen, überschlug sich nach links 
und prallte gegen die ansteigende Böschung. Mit dem Heck stiess das 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2020, UV/20/328, Seite 20

Fahrzeug gegen die Betonumrandung eines Kontrollschachtdeckels, 
wodurch es abgehoben und zurück auf die Fahrbahn geworfen wurde. Auf 
dem Normalstreifen drehte es sich daraufhin, wieder auf den Rädern 
stehend, einmal um die Hochachse und kam zum Stillstand (Entscheid des 
BGer vom 27. Juni 2012, 8C_363/2012, E. 4.3). Ein von der versicherten 
Person gelenktes Fahrzeug wurde bei einem Überholmanöver mit ca. 100 
km/h abrupt abgebremst, geriet dabei ins Schleudern, prallte gegen einen 
Strassenwall, überschlug sich und kam auf der Fahrerseite zu liegen (Ent-
scheid des BGer vom 5. Februar 2008, 8C_169/2007, E. 4.2). Ein Fahr-
zeug touchierte einen Lastwagen beim Überholen und überschlug sich 
(Entscheid des BGer vom 14. Januar 2008, 8C_743/2007, Sachverhalt und 
E. 3). Ein Fahrzeug überschlug sich bei einer Geschwindigkeit von ca. 90 
km/h auf der Autobahn über eine Mittelleitplanke hinweg, wobei die versi-
cherte Person hinausgeschleudert wurde. Das Fahrzeug blieb mit 
Totalschaden auf der Gegenfahrbahn auf dem Dach liegen (Entscheid des 
BGer vom 16. Mai 2007, U 492/06, Sachverhalt und E. 4.2).

Einfache Auffahrkollisionen auf ein haltendes Fahrzeug werden indessen in 
der Regel als mittelschwere Unfälle im Grenzbereich zu den leichten Ereig-
nissen betrachtet (Entscheid des BGer vom 22. Februar 2016, 
8C_783/2015, E. 4.2; ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, 
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 64). 

In Anbetracht dieser Kasuistik und mit Blick auf den augenfälligen Gesche-
hensablauf ist der Unfall vom 24. März 2018 jedenfalls nicht zu den mittel-
schweren Unfällen im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen einzu-
ordnen. Vielmehr ist dieser – entgegen der Auffassung des Beschwerde-
führers (vgl. Beschwerde S. 2 f.) – entsprechend den Ausführungen im an-
gefochtenen Einspracheentscheid (AB 109 S. 6 f. Ziff. 5.2) als mittelschwer 
im Grenzbereich zu einem leichten Unfall zu qualifizieren. Das Auto hat 
sich im Unterschied zu vergleichbaren Fällen, in welchen es sich um mittel-
schwere Ereignisse im engeren Sinne handelte, weder überschlagen noch 
kam es ins Schleudern. Die stossbedingte Geschwindigkeitsänderung in 
Fahrtrichtung lag zudem ca. bei 17 bis 21 km/h und damit nur knapp über 
dem Harmlosigkeitsbereich (Delta v 10 bis 15 km/h; AB 34 S. 4, 70 S. 5 f.). 
Dem Beschwerdeführer war es denn auch möglich, nach dem Unfall mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2020, UV/20/328, Seite 21

einem Ersatzfahrzeug nach Hause zu fahren und den geplanten Tätigkei-
ten nachzugehen (AB 4 S. 1 Ziff. 2a; Beschwerde S. 2). Die adäquate 
Unfallkausalität kann demnach nur dann bejaht werden, wenn vier der 
sieben Adäquanzkriterien erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt 
vorliegt (vgl. E. 2.4.3 hiervor). Selbst wenn das Unfallgeschehen vom 24. 
März 2018 als mittelschwerer Unfall im engeren Sinne eingestuft würde, 
änderte sich – wie nachfolgend dargelegt wird (vgl. E. 4.2 f. hiernach) – das 
Ergebnis nicht. In diesem Fall müssten drei der sieben Adäquanzkriterien 
erfüllt sein oder eines besonders ausgeprägt vorliegen (vgl. E. 2.4.3 hier-
vor).

4.2 Die Prüfung der einzelnen adäquanzrelevanten Kriterien ergibt fol-
gendes Bild:

4.2.1 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder 
besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist objektiv zu beurteilen und nicht 
aufgrund des subjektiven Empfindens des Beschwerdeführers. Zudem ist 
zu berücksichtigen, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine 
gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für die Beja-
hung des Kriteriums ausreichen kann (SVR 2019 UV Nr. 11 S. 45 E. 8.5, 
2016 UV Nr. 21 S. 69 E. 5.3.2). Bei objektiver Betrachtung muss dem Un-
fallereignis vom 24. März 2018 eine besondere Eindrücklichkeit abgespro-
chen werden. Besonders dramatische Begleitumstände sind ebenfalls nicht 
auszumachen. Insbesondere hat sich der Beschwerdeführer bei der Kollisi-
on weder den Kopf angeschlagen noch verlor er das Bewusstsein. Auch 
der Airbag wurde nicht ausgelöst. Nach dem Unfall konnte der Beschwer-
deführer zudem mit einem Ersatzwagen selber nach Hause fahren und 
seinen geplanten Tätigkeiten nachgehen (AB 4 S. 1 Ziff. 2a f. und 3). Die-
ses Adäquanzkriterium ist somit nicht erfüllt.

4.2.2 Zur Bejahung des Kriteriums der Schwere oder besonderen Art der 
erlittenen Verletzungen bedarf es einer besonderen Schwere der für das 
Schleudertrauma bzw. die äquivalente Verletzung typischen Beschwerden 
oder besonderer Umstände, die das Beschwerdebild beeinflussen können. 
Es kann sich dabei z.B. um eine beim Unfall eingenommene spezielle Kör-
perhaltung und die dadurch bewirkten Komplikationen handeln (BGE 134 V 
109 E. 10.2.2 S. 127 f.). Der Beschwerdeführer gab anlässlich der Erstkon-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2020, UV/20/328, Seite 22

sultation vom 26. März 2018 (AB 4 S. 1 Ziff. 2b) an, die Kopfstellung 
während dem Unfallhergang sei gerade gewesen und die Sitzposition auf-
recht. Den Sicherheitsgurt habe er getragen. Eine spezielle Körperhaltung, 
die zu Komplikationen hätte führen können, lag demnach nicht vor. Da eine 
besondere Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden 
nicht ausgewiesen ist und der Beschwerdeführer neben der leichten HWS-
Distorsion (vgl. Beurteilung von Dr. med. I.________ vom 28. August 2019, 
AB 100 S. 6) und der geltend gemachten Tinnitusproblematik keine ande-
ren Verletzungen erlitten hat, ist dieses Kriterium ebenfalls zu verneinen.

4.2.3 Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen 
Behandlung erfordert eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässig-
keit auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgerichtete ärztli-
che Behandlung, verbunden mit einer erheblichen zusätzlichen Beeinträch-
tigung der Lebensqualität. Medikamentöse und ambulante physiotherapeu-
tische Behandlung, alternativ-medizinische Massnahmen sowie Verlaufs-
kontrollen und Abklärungen sind nicht im Sinne der Rechtsprechung als 
belastend zu qualifizieren (BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128; SVR 2019 
SVR 2019 UV Nr. 11 S. 45 E. 8.5, 2007 UV Nr. 25 S. 84 E. 8.3.3; Entscheid 
des BGer vom 16. Februar 2009, 8C_327/2008, E. 4.2). Die nach dem 
Unfall vom 24. März 2018 erfolgten Behandlungen bestanden im 
Wesentlichen aus medikamentöser Schmerzbehandlung, ambulanter 
Physiotherapie und alternativ-medizinischen Massnahmen (Osteopathie, 
Kraniosakraltherapie, Schröpfen) sowie aus den Verlaufskontrollen (AB 4 
S. 3 Ziff. 8, 6, 12, 26, 33 S. 2, 36, 44 S. 1, 45, 48, 50, 60 S. 1, 64, 68, 83, 
89, 91) und sind insoweit im Sinne der Rechtsprechung nicht als belastend 
zu qualifizieren. Ferner sind den Akten keine Anhaltspunkte zu entnehmen, 
dass der Beschwerdeführer durch die Behandlungen in seiner 
Lebensqualität erheblich eingeschränkt wäre (vgl. Beschwerde S. 2). Damit 
ist auch dieses Kriterium zu verneinen.

4.2.4 Ob das Kriterium der erheblichen Beschwerden erfüllt ist, kann 
vorliegend offen bleiben, da es – wenn überhaupt – nicht ausgeprägt 
vorliegt. Die Erheblichkeit beurteilt sich rechtsprechungsgemäss nach den 
glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verun-
fallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Okt. 2020, UV/20/328, Seite 23

109 E. 10.2.4 S. 128; SVR 2017 UV Nr. 9 S. 33 E. 9). Dieses Kriterium 
kann nur dann als erfüllt betrachtet werden, wenn die Beschwerden in In-
tensität und Ausmass von den üblicherweise bei Schleudertraumata und 
äquivalenten Verletzungen auftretenden Beeinträchtigungen abweichen, 
ansonsten das Kriterium stets erfüllt wäre (Entscheid des BGer vom 18. 
April 2011, 8C_46/2011, E. 5.2.2). Im August und September 2018 berich-
teten der Hausarzt Dr. med. E.________ bzw. Dr. med. F.________ von 
einem günstigen Verlauf (AB 29 S. 2, 33 S. 1) und mit Bericht vom 13. No-
vember 2018 (AB 41) hielt Dr. med. F.________ fest, dem Patienten gehe 
es deutlich besser. Betreffend die Tinnitussymptomatik gab der Beschwer-
deführer im Dezember 2018 an (AB 44 S. 1), das Pfeifen in den Ohren sei 
bei Umgebungsgeräuschen leicht, wenn es ruhig sei verstärkt. Beschwer-
deweise legte er dar, die Geräusche im Kopf hätten sich auf ein erträgli-
ches Niveau verringert. Bezüglich seiner Tätigkeiten und Hobbys teilte er 
zudem mit, es sei nicht weiter schlimm, diese anzupassen. Es gehe ihm 
inzwischen wieder gut und er sei zufrieden (vgl. Beschwerde S. 2). 
Demnach steht fest, dass sich die Beschwerden im Nachgang zum Unfall 
wesentlich verbessert haben und der Beschwerdeführer durch die Be-
schwerden im Lebensalltag keine erhebliche Beeinträchtigung mehr erfährt.

4.2.5 Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen 
erheblich verschlimmert hätten, finden sich in den Akten nicht. 

4.2.6 Ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sind 
nicht ersichtlich. Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der 
geklagten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungs-
verlauf und erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf 
hierzu besonderer Umstände, welche die Heilung beeinträchtigt haben 
(BGE 140 V 356 E. 5.6.3 S. 367, 134 V 109 E. 10.2.6 S. 129; SVR 2019 
UV Nr. 11 S. 85 E. 8.5, 2007 UV Nr. 25 S. 85 E. 8.5). Es genügt auch nicht 
zur Bejahung des Kriteriums, dass Beschwerden trotz medizinischer Be-
handlung anhalten (Entscheid des BGer vom 3. Juni 2009, 8C_768/2008, 
E. 4.2.4) resp. dass trotz verschiedener Therapien keine Beschwerdefrei-
heit erreicht werden kann (SVR 2010 UV Nr. 10 S. 42 E. 4.3). Eine Be-
handlungsbedürftigkeit während zwei bis drei Jahren nach einem Schleu-
dertrauma der HWS und äquivalenten Verletzungen mit ähnlichem Be-

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schwerdebild ist zudem als durchaus üblich zu betrachten (SVR 2007 UV 
Nr. 25 S. 84 E. 8.3.3; RKUV 2005 U 549 S. 239 E. 5.2.4).

4.2.7 Was das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausge-
wiesener Anstrengungen anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, 
dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS ein länge-
rer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizini-
schen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer 
der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche Ar-
beitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person 
ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die ver-
sicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeits-
fähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr 
dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille 
erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal 
in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicher-
ten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz 
allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch 
der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnah-
men zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der 
gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins 
Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 
Abs. 1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstren-
gungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (Entscheid des 
BGer vom 16. Mai 2008, 8C_252/2007, E. 7.7.1). Diesbezüglich ist festzu-
halten, dass Dr. med. E.________ dem Beschwerdeführer nach der ersten 
ambulanten Untersuchung am 26. März 2018 (AB 4) keine Arbeitsunfähig-
keit attestierte. Erst vier Monate nach dem Unfall, ab dem 23. Juli 2018, 
postulierte er eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (AB 20). Ab dem 22. Okto-
ber 2018 nahm der Beschwerdeführer seine Tätigkeit wieder zu 30% auf, 
steigerte das Pensum ab dem 20. November 2018 auf 50% und ab 12. De-
zember 2018 auf 100% (AB 39, 42, 46). Nachdem der Beschwerdeführer 
ab dem 24. Dezember 2018 wieder zu 100% arbeitsunfähig geschrieben 
worden war (AB 47), nahm er seine Tätigkeit ab 18. Februar 2019 erneut 
zu 30% auf. Damit sind berufliche Anstrengungen zur Wiedereingliederung 
aktenkundig. Weiter liegen keine Hinweise dafür vor, dass sich der 

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Beschwerdeführer den Therapiemassnahmen widersetzt hätte. Ob das 
Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit letztlich zu bejahen ist, kann 
jedoch offen bleiben, zumal dies am Ergebnis nichts ändern würde (vgl. E. 
4.3 hiernach). Jedenfalls steht fest, dass keine unfallbedingten, 
medizinischen Gründe ersichtlich sind, aufgrund derer das Kriterium als 
besonders ausgeprägt zu beurteilen wäre. 

4.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass von den sieben relevanten 
Kriterien fünf Kriterien klarerweise nicht erfüllt sind. Ob die beiden Kriterien 
„erhebliche Beschwerden“ und „erhebliche Arbeitsunfähigkeit“ erfüllt sind, 
kann letztlich offenbleiben. Diese liegen – wie dargelegt (vgl. E. 4.2.4 und 
4.2.7 hiervor) – jedenfalls nicht in besonders ausgeprägter Weise vor. 
Demnach würden zwei Kriterien nicht ausreichen, um die Adäquanz zu 
bejahen, unabhängig davon, ob der Unfall als Grenzfall zu den leichten 
Ereignissen oder im engeren Sinne als mittelschwer eingestuft wird. Die 
Adäquanz allfälliger noch vorhandener unfallbedingter Beschwerden ist 
demnach so oder anders zu verneinen.

5.

Nach dem Dargelegten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde-
gegnerin die Leistungen per 17. Mai 2019 eingestellt bzw. einen Anspruch 
auf weitere Unfallversicherungsleistungen verneint hat. Die gegen den Ein-
spracheentscheid vom 10. März 2020 (AB 109) erhobene Beschwerde ist 
folglich abzuweisen.

6.

6.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Be-
schwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Suva 
- Bundesamt für Gesundheit

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.