# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6af5e88d-881f-5da1-b650-ab016d34e1fb
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2000-05-03
**Language:** de
**Title:** Bundesgericht II. öffentlich-rechtliche Abteilung 03.05.2000 2A.388/1998
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BGer/CH_BGer_002_2A-388-1998_2000-05-03.html

## Full Text

[AZA 0/4] (B-Publikation ASA) 

2A.388/1998/mks 

 

    
            II. ÖFFENTLICHRECHTLICHE ABTEILUNG
  
 

          ********************************** 

3. Mai 2000 

 

Es wirken mit: Bundesrichter Wurzburger, Präsident der 

 

    
  II. öffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter Hartmann, Hungerbühler,
  
 

Müller, Bundesrichterin Yersin und Gerichtsschreiber Häberli. 

 

In Sachen 

 

Steueramt des Kantons A a r g a u, Beschwerdeführer, 

gegen 

V.________,......................., Spanien, Beschwerdegegner, vertreten 

durch Rechtsanwalt Dr. Marcel Buttliger, Igelweid 5, Postfach, Aarau, 

Kantonales Steueramt Z ü r i c h, 

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, 

Verrechnungssteuer, Stempelabgaben, 

betreffend 

          Art. 108 DBG (Veranlagungsort einer 

    Freizügigkeitsleistung aus beruflicher Vorsorge), 

hat sich ergeben: 

 

    A.- V.________ (geb. 1946) war im Rahmen der beruflichen Vorsorge bei 

der Versicherungskasse der Stadt Zürich versichert. Im Hinblick auf seine 

geplante definitive Ausreise aus der Schweiz im Dezember 1996 verlangte er 

die Auszahlung seines Alterskapitals in bar. Mit Formularschreiben vom 15. 

November 1996 ersuchte ihn die Vorsorgeeinrichtung um zusätzliche Angaben und 

Unterlagen; die Antwort des Versicherten traf (inkl. Zustimmungserklärung der 

Ehefrau, vgl. Art. 5 Abs. 2 Bundesgesetzes vom 17. Dezember 1993 über die 

Freizügigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und 

Invalidenvorsorge [Freizügigkeitsgesetz, FZG; SR 831.42]) am 16. Dezember 

1996 bei der Versicherungskasse ein. Per 1. Januar 1997 trat V.________ aus 

der Versicherungskasse der Stadt Zürich aus, nachdem er sich auf den 

20. Dezember 1996 bei der Einwohnerkontrolle seines Wohnorts (R.________/AG) 

definitiv "nach Mexiko" abgemeldet hatte. Die Versicherungskasse berechnete 

die Austrittsleistung von V.________ auf Fr. 169'610.30 (plus Zinsen von 

Fr. 1'083.65; Schreiben vom 5. Februar 1997); diesen Betrag zahlte sie ihm am 

17. Februar 1997 aus, abzüglich einer Quellensteuer von Fr. 11'817.05. 

    B.- Mit Verfügung vom 16. Dezember 1996 (versandt am 28. Februar 1997) 

erhob die Steuerkommission R.________ auf dem ausbezahlten Alterskapital 

Staats- und Gemeindesteuern von Fr. 13'801.50 sowie direkte Bundessteuern von 

Fr. 2'540.70 (Jahressteuer 1996). Nachdem V.________ hiergegen Einsprache 

eingereicht hatte, holte die Gemeinde eine Stellungnahme des Steueramtes des 

Kantons Aargau ein. Dieses äusserte sich am 4. Mai 1998 dahingehend, dass der 

aargauische Steueranspruch jenem des Kantons Zürich vorgehe. 

    In der Folge gelangte V.________ an die Eidgenössische Steuerverwaltung. 

Diese entsprach seinem Antrag, in Anwendung von Art. 108 des Bundesgesetzes 

vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) den 

Veranlagungsort festzulegen. Sie bezeichnete den Kanton Zürich für die 

Besteuerung der umstrittenen Kapitalleistung zuständig und hielt die 

Steuerverwaltung des Kantons Aargau (bzw. der Gemeinde R.________) an, eine 

Besteuerung zu unterlassen (Entscheid vom 30. Juni 1998). 

    C.- Hiergegen hat das Steueramt des Kantons Aargau am 3. August 1998 

beim Bundesgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht mit dem Antrag, 

den Entscheid der Eidgenössischen Steuerverwaltung aufzuheben. Gleichzeitig 

verlangt sie, es sei die Steuerkommission R.________ zur Besteuerung der 

Austrittsleistung zuständig zu erklären, welche die Versicherungskasse der 

Stadt Zürich V.________ ausbezahlt habe. 

    Das Bundesgericht heisst die Beschwerde teilweise gut, hebt den 

angefochtenen Entscheid der Eidgenössischen Steuerverwaltung auf und weist 

die Sache zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz 

zurück, 

          aus folgenden Erwägungen: 

 

    1.- a) Ist der Ort der Veranlagung im Einzelfall ungewiss oder streitig, 

wird er - wenn mehrere Kantone in Frage kommen - auf Antrag der 

Veranlagungsbehörde, der kantonalen Verwaltung für die direkte Bundessteuer 

oder des Steuerpflichtigen von der Eidgenössischen Steuerverwaltung bestimmt 

(Art. 108 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 DBG); deren Entscheid unterliegt der 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht (Art. 108 Abs. 1 Satz 2 

DBG). Da das Steueramt des Kantons Aargau gestützt auf Art. 108 Abs. 2 DBG 

befugt gewesen wäre, bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung das 

Feststellungsverfahren einzuleiten, und - in seiner Funktion als Vertretung 

des Kantons - durch den angefochtenen Entscheid in eigenen finanziellen 

Interessen betroffen wird (vgl. Art. 196 DBG), ist es nach Art. 103 lit. a 

und lit. c OG beschwerdebefugt (vgl. auch das Urteil vom 20. November 1998, 

in: StE 1999 B 92.13 5, E. 1e). Auf seine frist- und formgerecht eingereichte 

Eingabe ist demnach einzutreten. 

    2.- a) Gemäss Art. 3 Abs. 1 DBG sind natürliche Personen, die ihren 

steuerrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz haben, hier aufgrund persönlicher 

Zugehörigkeit (unbeschränkt; vgl. Art. 6 Abs. 1 DBG) steuerpflichtig; 

besteuert werden u.a. auch die Einkünfte aus beruflicher Vorsorge (vgl. Art. 

22 DBG). Ein steuerrechtlicher Wohnsitz in der Schweiz besteht insbesondere 

dann, wenn sich die betroffene Person mit der Absicht dauernden Verbleibens 

hier aufhält (Art. 3 Abs. 2 DBG). Die unbeschränkte Steuerpflicht endet, wenn 

die (natürliche) Person verstirbt oder aus der Schweiz wegzieht (Art. 8 Abs. 

2 DBG). 

    Veranlagt und bezogen wird die direkte Bundessteuer von den Kantonen 

(Art. 2 DBG); bei natürlichen Personen sind grundsätzlich die Behörden jenes 

Kantons örtlich zuständig, in dem der Steuerpflichtige zu Beginn der 

Steuerperiode seinen steuerrechtlichen Wohnsitz hat (Art. 105 Abs. 1 DBG). 

    b) Nach Art. 91 ff. DBG werden insbesondere verschiedene Gruppen von 

natürlichen Personen, die im Ausland wohnhaft sind (d.h. in der Schweiz weder 

steuerrechtlichen Wohnsitz noch Aufenthalt haben; vgl. Art. 98 DBG), einer 

Quellensteuer unterworfen. Dies betrifft einmal Rentner, welche aufgrund 

eines früheren öffentlichrechtlichen Arbeitsverhältnisses - von einer 

Vorsorgekasse mit Sitz in der Schweiz - Pensionen, Ruhegehälter oder andere 

Vergütungen erhalten (Art. 95 DBG); weiter unterliegen auch die Empfänger von 

Leistungen aus schweizerischen privatrechtlichen Einrichtungen der 

beruflichen Vorsorge oder aus anerkannten Formen der gebundenen 

Selbstvorsorge einer Quellensteuer (Art. 96 DBG). Zu deren Erhebung ist nach 

Art. 107 Abs. 2 Satz 1 DBG der Kanton zuständig, in dem der Schuldner der 

steuerbaren Leistung bei Fälligkeit seinen Sitz oder die Verwaltung (bzw. den 

steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt) hat. 

    3.- Vorliegend ist streitig, ob die direkte Bundessteuer, welche der 

Beschwerdegegner auf der bar bezogenen Freizügigkeitsleistung zu entrichten 

hat, vom Kanton Aargau oder vom Kanton Zürich zu erheben ist. Entscheidend 

für die Beantwortung dieser Frage ist, ob der Beschwerdegegner im Zeitpunkt, 

in dem die Freizügigkeitsleistung steuerbar geworden ist, noch über einen 

Wohnsitz in der Schweiz verfügt hat. Ist dies zu bejahen, so fällt die 

Freizügigkeitsleistung unter die (noch bestehende) unbeschränkte 

Steuerpflicht; gestützt auf Art. 105 Abs. 1 DBG ist dann der Kanton Aargau 

als Wohnsitzkanton örtlich zuständig für die Steuererhebung. Hatte der 

Beschwerdegegner im fraglichen Zeitpunkt nicht mehr Wohnsitz in der Schweiz, 

so ist eine Quellensteuer nach Art. 95 DBG geschuldet, die der Kanton Zürich 

- als Sitzkanton der Versicherungskasse der Stadt Zürich - zu erheben hat 

(vgl. Art. 107 Abs. 2 DBG). 

    a) Die Vorinstanz hat argumentiert, Einkommen in Geldform werde dann mit 

der direkten Bundessteuer erfasst, wenn der Pflichtige die Verfügungsgewalt 

darüber erlange. Dies sei bei der vorliegend interessierenden 

Freizügigkeitsleistung mit deren Auszahlung am 5. (recte: 17.) Februar 1997 

der Fall gewesen. Zum damaligen Zeitpunkt habe der Beschwerdegegner bereits 

in Spanien Wohnsitz gehabt, weshalb die Vorsorgeeinrichtung durch Art. 95 in 

Verbindung mit Art. 100 DBG verpflichtet gewesen sei, von der 

Austrittsleistung eine Quellensteuer zurückzubehalten; zuständig für deren 

Erhebung sei der Kanton Zürich. Demgegenüber macht das Steueramt des Kantons 

Aargau geltend, Freizügigkeitsleistungen seien im Zeitpunkt ihrer Fälligkeit 

zu besteuern. Dies ergebe sich klar aus dem Wortlaut von Art. 84 des 

Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- 

und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40). Vorliegend sei die Fälligkeit am 16. 

Dezember 1996 eingetreten, als das Barauszahlungsbegehren des 

Beschwerdegegners bei der Vorsorgeeinrichtung eingegangen sei. Weil der 

Beschwerdegegner damals noch im Kanton Aargau wohnhaft gewesen sei, stehe das 

Besteuerungsrecht diesem zu. 

    b) In welchem Zeitpunkt Leistungen aus beruflicher Vorsorge steuerbar 

sind, wird auch in der Literatur kontrovers diskutiert. 

    Ausgehend von der Tatsache, dass Ansprüche aus Vorsorgeeinrichtungen vor 

ihrer Fälligkeit steuerbefreit sind (Art. 84 BVG), wird die Meinung 

vertreten, sie seien zu besteuern, wenn sie fällig würden (Danielle Yersin, 

L'échéance des prestations provenant du 2ème pilier et du 3ème pilier A et le 

moment de leur imposition, in: StR 45/1990 S. 233 ff.; Felix Richner, 

Zeitpunkt des Zufliessens von Leistungen der beruflichen Vorsorge und der 

gebundenen Selbstvorsorge, in: ASA 62 S. 513 ff., namentlich S. 524). Dabei 

trete die Fälligkeit von Freizügigkeitsleistungen grundsätzlich am letzten 

Tag des Arbeitsverhältnisses ein. Werde ein Barauszahlungsbegehren erst 

später gestellt, so werde die Austrittsleistung am Tag fällig, an dem das 

Begehren bei der Vorsorgeeinrichtung eintreffe (Richner, a.a.O., S. 533 ff.; 

vgl. auch: Jürg Brühwiler, Die betriebliche Personalvorsorge in der Schweiz, 

Bern 1989, S. 524 f.; anderer Meinung Yersin, a.a.O., S. 235: Eintritt des 

Barauszahlungsgrundes). 

    Nach der Gegenmeinung ist für den steuerbaren Einkommenszufluss der 

Zeitpunkt massgebend, in dem die Freizügigkeitsleistung ausbezahlt wird. Dies 

wird zunächst damit begründet, dass Einkommen in der Form von Geld 

regelmässig erst dann steuerlich zuzurechnen sei, wenn es durch Barzahlung 

(oder Überweisung auf ein Konto) in das Vermögen des Steuerpflichtigen 

übergehe (Gotthard Steinmann, Aktuelle Anwendungsfälle und Entwicklungen bei 

der gebundenen und freien Vorsorge aus der Sicht der EStV, in: StR 51/1996 S. 

16 f.). Im Besonderen wird jedoch auf Gründe der Praktikabilität verwiesen 

(Wolfgang Maute/Martin Steiner/Adrian Rufener, Steuern und Versicherungen, 

Überblick über die steuerliche Behandlung von Versicherungen, 2. Auflage, 

Muri b. Bern 1999, S. 158 f.; Rainer Zigerlig/Adrian Rufener, in: 

Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, Band I/1: 

Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und 

Gemeinden, N. 26 zu Art. 35 StHG). 

    c) Grundsätzlich ist für die Einkommensbesteuerung der Zeitpunkt 

entscheidend, in welchem der Steuerpflichtige einen festen Rechtsanspruch auf 

die Leistung erwirbt, über den er tatsächlich verfügen kann (Urteil vom 13. 

Dezember 1996 in: ASA 66 S. 561 f.). Nicht massgebend ist der 

Forderungserwerb, wenn die Befriedigung des Anspruchs unsicher ist; diesfalls 

ist mit der Besteuerung bis zur tatsächlichen Erfüllung zuzuwarten (BGE 105 

Ib 238 E. 4a S. 242, mit Hinweisen). Bei Geldleistungen wird allerdings 

regelmässig auf den Zeitpunkt der Auszahlung abgestellt (so insbesondere für 

unselbständiges Erwerbseinkommen; vgl. Urteil vom 3. Juli 1974 in: ASA 44 S. 

343, wo als frühest möglicher Zeitpunkt der Realisierung nicht die 

Entstehung, sondern die Fälligkeit der Forderung bezeichnet wird). Nach den 

dargestellten Grundsätzen sind auf die Frage, wann eine bar ausbezahlte 

Freizügigkeitsleistung steuerbar wird, in der Tat verschiedene Antworten 

denkbar. Für die vom Kanton Aargau befürwortete Besteuerung bei 

Fälligkeitseintritt (der gegebenenfalls noch zeitlich festzulegen wäre) 

spricht, dass dann regelmässig ein fester Rechtsanspruch entsteht. 

Andererseits erscheint, weil es sich um Geldleistungen handelt, auch denkbar, 

die Steuer (erst) bei Auszahlung zu erheben, wie es die Vorinstanz und der 

Kanton Zürich für richtig halten. Diese Vorgehensweise wird im Übrigen durch 

Art. 84 BVG nicht ausgeschlossen: Die betreffende Bestimmung verbietet 

lediglich, Steuern auf Vorsorgeansprüchen zu erheben, bevor diese fällig 

sind; aus ihr lässt sich nicht ableiten, dass die Steuern tatsächlich im 

Zeitpunkt der Fälligkeit geschuldet sind (anders insbesondere: Richner, 

a.a.O., S. 524). 

    4.- a) Die Vorinstanz geht mit den Parteien davon aus, der 

Beschwerdegegner habe nach dem 20. Dezember 1996 keinen Wohnsitz in der 

Schweiz mehr gehabt. Trifft diese Sachverhaltsannahme zu, so ist 

ausgeschlossen, dass vorliegend der Kanton Aargau für die Steuererhebung 

zuständig ist: Die Freizügigkeitsleistung wurde nach dem 20. Dezember 1996 

fällig und kam erst am 17. Februar 1997 zur Auszahlung. Unabhängig davon, 

welcher der beiden Vorgänge für die Besteuerung massgebend ist, hätte zum 

Zeitpunkt, in welchem die Steuerbarkeit eintrat, kein Wohnsitz in der Schweiz 

mehr bestanden. Demnach wäre so oder anders eine Quellensteuer zu erheben. 

    b) Das Steueramt des Kantons Aargau, das einen anderen Standpunkt 

vertritt, verkennt, dass die Austrittsleistung vorliegend unmöglich bereits 

mit der Stellung des Barauszahlungsbegehrens fällig werden konnte: 

    Am 16. Dezember 1996 - dem Zeitpunkt, in welchem das 

Barauszahlungsbegehren des Beschwerdegegners bei der Versicherungskasse der 

Stadt Zürich eintraf - dauerten das Arbeitsverhältnis und das damit 

verbundene (obligatorische) Vorsorgeverhältnis noch an. Bis und mit dem 31. 

Dezember 1996, dem Zeitpunkt in dem die Anstellung des Beschwerdegegners 

(auch) formell beendet war, stand dieser im Genuss des Versicherungsschutzes 

aus beruflicher Vorsorge. Wäre er beispielsweise noch verstorben, bevor er am 

1. Januar 1997 aus der Versicherungskasse der Stadt Zürich ausschied, wäre 

allenfalls eine Witwen- bzw. Waisenrente für Hinterbliebene geschuldet 

gewesen (vgl. Art. 18 ff. BVG). Einen Anspruch auf die Freizügigkeitsleistung 

hätte der Beschwerdegegner (bzw. seine Erben) nicht erworben. Ein 

Freizügigkeitsfall liegt nur vor, wenn das Arbeitsverhältnis und das damit 

verbundene (obligatorische) Versicherungsverhältnis vollständig beendet sind, 

ohne dass ein Vorsorgefall (Alter, Tod oder Invalidität) eingetreten ist 

(Art. 2 Abs. 1 FZG; für das alte Recht: Art. 27 Abs. 2 BVG, in Kraft bis zum 

31. Dezember 1994; vgl. auch BGE 120 V 445 E. 5b/aa S. 452). Mithin konnte 

ein Freizügigkeitsanspruch des Beschwerdegegners gar nicht entstehen 

(geschweige denn fällig werden), bevor dieser aus der Vorsorgeeinrichtung 

ausgeschieden war. 

    Daran ändert nichts, dass der Beschwerdegegner die Barauszahlung schon 

vor Beendigung des Versicherungsverhältnisses beantragt hat. Selbst wenn die 

Austrittsleistung grundsätzlich im Moment fällig werden sollte, in dem ihre 

Auszahlung verlangt wird, kann dies nur für jene Fälle gelten, in denen der 

Steuerpflichtige das Begehren nach dem Austritt aus der Vorsorgeeinrichtung 

stellt. Solange seine Mitgliedschaft noch besteht, kann keine 

Freizügigkeitsleistung geschuldet sein. Das Barauszahlungsbegehren ist zwar - 

wie das Steueramt zu Recht bemerkt - ein Gestaltungsrecht; vor dem Austritt 

aus der Vorsorgeeinrichtung führt seine Ausübung jedoch nicht zur Entstehung 

eines Anspruchs, weil - mit dem Austritt - noch eine (Suspensiv-) Bedingung 

ihrer Erfüllung harrt. 

    5.- Die Frage, ob und wieweit Freizügigkeitsleistungen mit der 

Fälligkeit oder mit der Auszahlung zu besteuern sind, braucht indessen 

vorliegend nicht abschliessend beantwortet zu werden. Es ist nämlich nicht 

rechtsgenüglich erstellt, wann der Beschwerdegegner seinen Wohnsitz in 

R.________ (AG) aufgegeben hat. 

    a) Für eine Wohnsitzverlegung genügt nicht, dass die Verbindungen zum 

bisherigen Wohnsitz gelöst wurden; entscheidend ist vielmehr, dass nach den 

gesamten Umständen ein neuer Wohnsitz begründet worden ist. Obschon das 

Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer - anders als noch der 

Bundesratsbeschluss (BdBSt; in Kraft bis Ende 1994) - zur Umschreibung des 

steuerlichen Wohnsitzes nicht mehr (ausdrücklich) auf das Zivilgesetzbuch 

(Art. 23 - 26 ZGB) verweist, hat sich der rechtliche Gehalt dieses Begriffs 

nicht verändert: Nach wie vor gilt, dass niemand an mehreren Orten zugleich 

Wohnsitz haben kann. Gleichermassen bleibt - wie nach altem Recht - der 

einmal begründete Wohnsitz grundsätzlich bis zum Erwerb eines neuen bestehen. 

Nicht entscheidend ist deshalb, wann der Steuerpflichtige sich am bisherigen 

Wohnort abgemeldet oder diesen verlassen hat (Peter Agner/Beat Jung/Gotthard 

Steinmann, Kommentar zum Gesetz über die direkte Bundessteuer, Zürich 1995, 

N. 2 zu Art. 3 DBG; Xavier Oberson, Droit fiscal suisse, Basel 1998, S. 54; 

vgl. auch: Heinz Masshardt, Kommentar zur direkten Bundessteuer, 2. Auflage, 

Zürich 1985, N. 3 zu Art. 4 BdBSt). Begibt er sich ins Ausland, so hat er die 

direkte Bundessteuer zu entrichten, bis er nachweisbar im Ausland einen neuen 

Wohnsitz begründet (vgl. Urteil vom 15. März 1991 in: ASA 60 S. 501). 

    b) Wieweit diese Voraussetzungen vorliegend erfüllt sind, kann aufgrund 

der vorhandenen Akten nicht schlüssig beantwortet werden. Die Vorinstanz hat 

es unterlassen, abzuklären, zu welchem Zeitpunkt der Schweizer Wohnsitz des 

Steuerpflichtigen durch einen neuen ausländischen abgelöst worden ist; sie 

hat lediglich festgehalten, dass sich der Beschwerdegegner "per 20. Dezember 

resp. 31. Dezember 1996 (Beendigung des Arbeitsverhältnisses) ins Ausland 

abgemeldet" habe. Ohne weitere Begründung schloss sie, am 5. Februar habe er 

bereits über einen "Wohnsitz im Ausland (Spanien) " verfügt. Vom 

Beschwerdegegner selbst liegen nur ungenaue und widersprüchliche Angaben vor: 

Auf dem "Fragebogen für Wegzüger ins Ausland", den ihm die Gemeinde 

R.________ zugestellt hatte, erklärte er am 11. Dezember 1996 die Absicht, 

für ein Jahr nach Mexiko zu ziehen und erst später nach Spanien übersiedeln 

zu wollen; für keinen der beiden Staaten gab er eine Adresse an. Bereits 

Mitte Dezember 1996 teilte er jedoch der Versicherungskasse der Stadt Zürich 

seine jetzige Anschrift in Spanien als neue Adresse mit. Aus den Akten ist 

nicht ersichtlich, ob, für wie lange und zu welchem Zweck der 

Beschwerdegegner allenfalls in Mexiko weilte. Unklar bleibt auch, wann er 

effektiv nach Spanien umgezogen ist, wie seine dortigen Wohnverhältnisse sind 

und wie er seinen Lebensunterhalt bestreitet. Ferner sind das Schicksal der 

Liegenschaft, welche der Beschwerdegegner offenbar in R.________ besitzt 

(oder besessen hat), und die Intensität allfällig fortbestehender Beziehungen 

zur Schweiz unbekannt. 

    c) Ohne zumindest die Antwort auf einige dieser Fragen zu kennen, kann 

nicht entschieden werden, wann der Beschwerdegegner im Ausland einen neuen 

steuerlichen Wohnsitz begründet hat. Nicht auszuschliessen ist, dass sein 

Domizil in R.________ noch bis zur Fälligkeit oder sogar bis zur Auszahlung 

der Freizügigkeitsleistung fortbestand. Es wäre deshalb selbst dann nicht 

möglich, über die örtliche Zuständigkeit der kantonalen Steuerbehörden zu 

entscheiden, wenn der Zeitpunkt, an dem die Freizügigkeitsleistung zu 

besteuern ist, an sich feststünde (vgl. E. 3). 

 

 

Lausanne, 3. Mai 2000