# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e30bdecd-932b-547a-ac82-ab5349823706
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LZ250010-O3
**Docket/Reference:** LZ250010-O3
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LZ250010-O3.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LZ250010-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. Ch. von Moos und Oberrichter lic. iur. K. Vogel 

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. M. Reuss Valentini

Beschluss und Urteil vom 15. Mai 2025

in Sachen

A._____,

Beklagter und Berufungskläger

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

gegen

B._____,

Klägerin und Berufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____,

sowie

C._____,

Verfahrensbeteiligte

vertreten durch lic. iur. Z._____, 

- 2 -

betreffend Abänderung Kinderbelange (vorsorgliche Massnahmen)

Berufung gegen eine Verfügung im summarischen Verfahren des 

Einzelgerichts am Bezirksgericht Zürich, 1. Abteilung, vom 6. Februar 2025 

(FK210024-L)

- 3 -

Verfügung des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Zürich, 1. Abteilung, 
vom 6. Februar 2025:
(Urk. 2 S. 14)

"1. Die Dispositiv-Ziffer 2 Abs. 4 und 5 des Entscheids des Obergerichts vom 
9. Oktober 2023 (Geschäfts-Nummer LZ220010-O) werden für die weitere 
Dauer des Verfahrens wie folgt abgeändert:

'[…]

-

nach den Sommerferien 2024 in geraden Kalenderwochen von Freitag, 
18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr.'

'Unter der Woche entfällt die Betreuung des Beklagten.'

Die weiteren Anträge werden abgewiesen.

Die Kosten für diesen Entscheid werden im Endentscheid geregelt.

(Schriftliche Mitteilung) 

(Rechtsmittel: Berufung, Frist: 10 Tage, Hinweis kein Fristenstillstand)"

2.

3.

4.

5.

Berufungsanträge:

des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 1 S. 2 f.):

"1. Ziff. 1 der Verfügung des Bezirksgerichts Zürich vom 6. Februar 2025 sei 

aufzuheben.

2. Es sei das Bezirksgericht Zürich anzuweisen, ein Gutachten über die Erzie-

hungsfähigkeit der Eltern erstellen zu lassen.

3. Es sei Ziff. 1 der Berufung mit Bezug auf die Anordnung, dass das Besuchs-

recht nach den Sommerferien 2024 in geraden Kalenderwochen von Freitag, 
18.00 Uhr beginnen soll, die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Diesbezüg-
lich sei die aufschiebende Wirkung bereits superprovisorisch bis zum ent-
sprechenden Entscheid zu gewähren.

4.

(Antrag unentgeltliche Rechtspflege)

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungsbeklag-
ten."

- 4 -

Erwägungen:

A.

Sachverhalt / Prozessgeschichte

1.

Die Klägerin und Berufungsbeklagte (fortan Klägerin) sowie der Beklagte und 

Berufungskläger  (fortan  Beklagter)  sind  die  unverheirateten  Eltern  der  am 

tt.mm.2018 geborenen C._____ (Verfahrensbeteiligte), die seit der Trennung bzw. 

dem Umzug der Klägerin von Spanien in die Schweiz unter der gemeinsamen el-

terlichen Sorge der Parteien und der alleinigen Obhut der Klägerin steht. Im vorlie-

genden  Massnahmenverfahren  ist  die  Ausgestaltung  des  persönlichen  Verkehrs 

des Beklagten mit C._____ strittig.

2.

Das  Amtsgericht  Nr. 2  von  Alcobendas  (Spanien)  stellte  C._____  mit  Urteil 

Nr. 547/2018  vom  10. Oktober  2018  vorsorglich  unter  die  gemeinsame  elterliche 

Sorge  und  unter  die  Obhut  der  Klägerin  (Urk. 6/3/3  S.  4).  Seit  Ende  2018  lebt 

C._____ mit der Klägerin in der Schweiz (Urk. 6/3/4 S. 2). Mit Urteil vom 9. April 

2019 regelte das Amtsgericht Nr. 2 von Alcobendas unter anderem den persönli-

chen Verkehr zwischen dem Beklagten und C._____ (Urk. 6/3/6 S. 8 f.). Die gegen 

dieses Urteil erhobene Berufung des Beklagten wies das Provinzgericht für Zivilsa-

chen von Madrid mit Urteil vom 23. September 2020 ab (Urk. 6/3/10 S. 13). In der 

Zwischenzeit leitete der Beklagte am 29. April 2019 ein Verfahren bei der Kindes- 

und  Erwachsenenschutzbehörde  der  Stadt  Zürich  (fortan  KESB)  ein  (Urk  6/3/4 

S. 1). Diese erachtete das Urteil des Amtsgerichts Nr. 2 von Alcobendas mangels 

Zuständigkeit  betreffend  den  persönlichen  Verkehr  vorfrageweise  als  nicht  aner-

kennungsfähig (Urk. 6/3/4 S. 20 ff.). Mit Beschluss vom 3. September 2020 regelte 

die KESB u.a. ein erweitertes Besuchsrecht des Beklagten (Urk. 6/3/4 S. 32). Die 

gegen diese Betreuungsregelung am 29. September 2020 seitens des Beklagten 

erhobene  Beschwerde  wies  der  Bezirksrat  Zürich  mit  Urteil  der  Kammer  II  vom 

25. März 2021 ab (Urk. 6/32/180 S. 5 und 36). Seit dem 19. Februar 2021 ist vor 

Vorinstanz ein Abänderungsverfahren hängig (Urk. 6/1 ff.). 

Mit Urteil der hiesigen Kammer vom 9. Oktober 2023 (Geschäfts-Nr.: LZ220010-O 

= Urk. 6/225) wurde das Besuchsrecht des Beklagten detailliert geregelt und er un-

ter anderem berechtigt und verpflichtet, C._____ für die Dauer des Verfahrens aus-

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serhalb  der  Schulferien  und  Feiertage  nach  den  Sommerferien  2024  in  geraden 

Kalenderwochen von Freitag, nach Kindergarten-/Schulschluss bzw. ab 12.00 Uhr, 

bis Sonntag, 18.00 Uhr, sowie ab dem 10. April 2024 an jedem Mittwochnachmittag, 

Kindergarten-/Schulschluss bzw. 12.00 Uhr, bis Donnerstagmorgen, Kindergarten-

/Schulbeginn bzw. 8.00 Uhr, zu betreuen. Zudem wurde C._____ eine – wenn mög-

lich  Spanisch  sprechende  –  Fachperson  als  Übergabebegleitperson  beigegeben 

(Urk. 6/225 Dispositiv-Ziffern 2 und 4). 

Mit  Eingabe  vom  1. Februar  2024  reichte  die  Kindsvertreterin  bei  der  Vorinstanz 

ein Begehren um superprovisorische Massnahmen ein und beantragte, die ober-

gerichtlich festgelegte Betreuungsregelung sei bezüglich der Übergaben zu präzi-

sieren (Urk. 6/243). Im weiteren Prozessverlauf schlossen die Parteien am 18. Juni 

2024  eine  Vereinbarung  betreffend  vorsorgliche  Massnahmen  (Urk. 6/296).  Ge-

stützt darauf änderte bzw. präzisierte die Vorinstanz mit Verfügung vom 8. Juli 2024 

Dispositivziffer 4 des Entscheids der Kammer vom 9. Oktober 2023 dahingehend, 

dass  die  Übergabebegleitperson  C._____  an  einem  neutralen  Ort  (nicht  bei  den 

Wohnungen der Eltern) von einem Elternteil in Empfang nimmt und etwas später 

dem anderen Elternteil übergibt (Urk. 6/299-A). Der (detaillierte) weitere Prozess-

verlauf kann dem angefochtenen Entscheid entnommen werden (Urk. 2 S. 2 f.). Un-

term 6. Februar 2025 erliess die Vorinstanz die eingangs erwähnte Verfügung be-

treffend vorsorgliche Massnahmen (Urk. 2 S. 14 = Urk. 6/325 S. 14). 

3.

Dagegen erhob der Beklagte mit Eingabe vom 24. Februar 2025 Berufung mit 

den eingangs zitierten Anträgen. Gleichzeitig ersuchte er um Gewährung der auf-

schiebenden Wirkung hinsichtlich des Beginns des alle zwei Wochen stattfinden-

den  Wochenendbesuchsrechts  (Urk. 1  S. 2  f.).  Nach  Einholung  der  Stellungnah-

men der Klägerin vom 7. März 2025 und der Verfahrensbeteiligten vom 12. März 

2025 (vgl. Urk. 7, Urk. 8 und Urk. 11) wurde das Gesuch des Beklagten um Ertei-

lung der aufschiebenden Wirkung mit Präsidialverfügung vom 14. März 2025 abge-

wiesen  (Urk. 12).  Die  vorinstanzlichen  Akten  wurden  beigezogen  (Urk. 6/1–331). 

Weil sich die Berufung als offensichtlich unbegründet erweist, kann auf die Einho-

lung von Berufungsantworten der Klägerin und der Verfahrensbeteiligten verzichtet 

werden (vgl. Art. 312 Abs. 1 ZPO). 

- 6 -

B.

Prozessuales

1.

Die Berufung hemmt die Rechtskraft des angefochtenen Entscheids nur im 

Umfang  der  Anträge  (Art. 315  Abs.  1  ZPO).  Nicht  angefochten  wurde  die  vor-

instanzliche Abweisung der beantragten vorsorglichen Obhutsumteilung über die 

gemeinsame Tochter an den Beklagten mitsamt den damit einhergehenden weite-

ren beklagtischen Anträgen (Urk. 2 S. 6, S. 14 Dispositivziffer 2). Diesbezüglich ist 

die (Teil-)Rechtskraft der angefochtenen Verfügung vorzumerken. 

Betreffend die bei den vorliegend strittigen Kinderbelangen herrschende un-

eingeschränkte Offizial- und Untersuchungsmaxime (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO) 

kann  vollumfänglich  auf  die  zutreffenden  erstinstanzlichen  Ausführungen  verwie-

sen werden. Ebenso hinsichtlich der summarischen Natur des Massnahmeverfah-

rens und des damit einhergehenden Erfordernisses der blossen Glaubhaftmachung 

der  tatsächlichen  Gegebenheiten  (sog.  Beweisstrengebeschränkung,  vgl.  Urk. 2 

S. 3 f.). 

3.

Das  Berufungsverfahren  stellt  keine  Fortsetzung  des  erstinstanzlichen  Ver-

fahrens dar, sondern ist nach der gesetzlichen Konzeption als eigenständiges Ver-

fahren ausgestaltet (BGE 142 III 413 E. 2.2.1 m.w.H. auf die Botschaft zur Schwei-

zerischen ZPO, BBl 2006, S. 7374). Mit der Berufung können unrichtige Rechtsan-

wendung  und  unrichtige  Feststellung  des  Sachverhalts  geltend  gemacht  werden 

(Art. 310 ZPO). In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinrei-

chend  genau  aufzuzeigen,  inwiefern  der  erstinstanzliche  Entscheid  in  den  ange-

fochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten 

Mängel leidet. Dazu hat sich der Berufungskläger inhaltlich mit den vorinstanzlichen 

Erwägungen  auseinanderzusetzen  und  mittels  genügend  präziser  Verweisungen 

auf die Akten aufzuzeigen, woraus sich der geltend gemachte Berufungsgrund er-

geben soll. Pauschale Verweisungen auf frühere Rechtsschriften oder Vorbringen 

genügen hierfür nicht (vgl. BGE 141 III 569 E. 2.3.3 = Pra 105/2016 Nr. 99; BGE 

138 III 374 E. 4.3.1 = Pra 102/2013 Nr. 4; BGer 5A_164/2019 vom 20. Mai 2020 

E. 5.2.3). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderun-

gen entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz 

nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen von offensichtlichen Män-

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geln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstandungen zu beschränken, die 

in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid 

erhoben  werden  (vgl.  BGE 142  III  413  E. 2.2.4  m.H.;  BGer  5A_164/2019  vom 

20. Mai  2020  E. 5.2.3).  Insofern  erfährt  der  Grundsatz  "iura  novit  curia"  (Art. 57 

ZPO) im Berufungsverfahren eine Relativierung (BK ZPO I-Hurni, Art. 57 N 21 und 

N 39 ff.; Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22). 

4.

Angesichts  der  vorliegend  geltenden  umfassenden  Untersuchungsmaxime 

können die Parteien im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel bis 

zur Urteilsberatung unbeschränkt vorbringen (Art. 317 Abs. 1bis ZPO). Die Parteien 

tragen indes auch bei Geltung der Untersuchungsmaxime die Last, die relevanten 

Tatsachenbehauptungen aufzustellen, zu bestreiten und wenn nötig zu substanti-

ieren (z.B. OGer ZH LE150023 vom 30. September 2015 E. II.4.3).

C.

Persönlicher Verkehr des Beklagten mit C._____

1.

Betreuung unter der Woche

a)

Die Vorinstanz erwog, die Kammer habe dem Beklagten im Entscheid vom 

9. Oktober 2023 ab dem 10. April 2024 ausserhalb der Schulferien ein Besuchs-

recht unter der Woche eingeräumt, und zwar an jedem Mittwochnachmittag (Kin-

dergartenschluss) bis Donnerstagmorgen (Kindergartenbeginn). Dies sei damit be-

gründet  worden,  dass  C._____  eine  innige  und  vertraute  Beziehung  zum  Vater 

pflege und dieser eine wichtige Bezugsperson für sie darstelle. Die Wechsel zwi-

schen den Eltern seien für C._____ kaum aushaltbar. Bis die Übergabesituationen 

für  sie  erträglich  würden,  seien  sie  in  Übereinstimmung  mit  den  gutachterlichen 

Empfehlungen  auf  dem  Minimum  zu  belassen.  Abweichend  von  den  gutachterli-

chen  Empfehlungen  seien  die  Besuchsrechte  unter  der  Woche  indes  nach  einer 

Angewöhnungsphase wieder zu installieren. C._____ würde allmählich lernen, mit 

Wechseln umzugehen und werde alters- und entwicklungsbedingte Veränderungen 

immer  besser  bewältigen  können.  Nach  ungefähr  einem  halben  Jahr  würde 

C._____ zur Besuchsübergabebegleitperson ein stabiles Vertrauensverhältnis auf-

gebaut haben können und die begleiteten Übergaben sollten für C._____ keinen 

Risikofaktor mehr darstellen. C._____ werde so auch genügend Zeit vor der nächs-

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ten grossen Veränderung in ihrem Leben, dem Übertritt in die erste Klasse und den 

Schulalltag, haben, um sich wieder an das Besuchsrecht unter der Woche zu ge-

wöhnen (Urk. 6/225 S. 38 ff.). Zwar treffe weiterhin zu, dass C._____ zum Beklag-

ten eine innige und vertraute Beziehung pflege und er eine wichtige Bezugsperson 

für  sie  verkörpere.  Leider  würden  die  Wechsel  zwischen  den  Eltern  für  C._____ 

jedoch immer noch – entgegen der Prognose des Obergerichts – eine grosse Her-

ausforderung  und  Belastung  darstellen  und  seien  für  sie  schwer  aushaltbar.  Sie 

scheine noch nicht gelernt zu haben, mit diesen Wechseln umzugehen und diese 

besser bewältigen zu können. Dies könnte auch damit zusammenhängen, dass es 

bei den Übergabebegleitpersonen einen stetigen Wechsel gegeben habe, wodurch 

kein stabiles Vertrauensverhältnis habe aufgebaut werden können. Die Übergaben 

an einem neutralen Ort (aktuell McDonald's) schienen zu funktionieren. Es sei aber 

viel Zeit miteinzuberechnen, damit C._____ der Übergabebegleitperson von einem 

Elternteil übergeben werden und später dem anderen Elternteil in Abwesenheit des 

anderen  Elternteils  anvertraut  werden  könne.  Sogar  in  dieser  Konstellation  be-

kunde C._____ oft Mühe, sich von ihren Eltern zu lösen und sie gehen zu lassen 

(vgl.  Urk. 6/305/10).  Die  Kindergartenlehrperson  von  C._____  habe  dem  Gericht 

mitgeteilt, dass C._____ jegliche Übergänge sehr viel Mühe bereiten würden, egal 

von wem verursacht (Mutter, Vater oder Begleitperson). C._____ sei dann jeweils 

sehr gestresst, unsicher und ziehe sich zurück (Urk. 6/279). Es sei dem Beklagten 

zuzustimmen, dass C._____s Verhalten nicht einem solchen eines gleichaltrigen 

Kindes im Kindergarten entspreche und sie inzwischen hätte gelernt haben sollen, 

sich besser von den Eltern loszulösen. Offenbar könne sie nicht anders, was wohl 

der konfliktreichen Familienkonstellation und nicht – wie der Beklagte meine – der 

Klägerin  anzulasten  sei.  C._____  habe  der  Kindsvertreterin  gesagt,  dass  sie 

manchmal Mühe habe, von ihrer Mutter wegzugehen. Auf die Frage, warum dies 

so sei, habe C._____ wörtlich gesagt: "Es isch immer schwierig vom Mami wägz-

gah. Ich blibe richtig a ihre chläbe" (Urk. 6/295 S. 8). Es komme auch vor, dass sich 

C._____ bei den Übergaben sehr stark an ihren Vater klammere (Prot. I S. 107). 

Das kinderpsychologische Gutachten des Marie Meierhofer Instituts für das Kind 

vom  22. Dezember  2022  habe  sich  ausdrücklich  dafür  ausgesprochen,  dass  der 

Beklagte C._____ unter der Woche nicht betreuen solle, um C._____ den für sie 

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ohnehin nicht einfachen Schulalltag zu erleichtern. Häufige Wechsel seien mit einer 

Paardynamik, wie sie in diesem Fall vorliege, nicht vereinbar und für ein vulnerables 

Kind  wie  C._____  unzumutbar.  C._____  benötige  für  ihre  gesunde  Entwicklung 

dringend eine Beruhigung ihrer Familiensituation (Urk. 6/186 S. 32 und 35). Wenn-

gleich es C._____ und ihrem Vater zu gönnen wäre, dass sie auch unter der Woche 

Zeit miteinander verbringen könnten, scheine dies aktuell nicht dem Kindswohl zu 

entsprechen.  Wie  bereits  die  Gutachterin  festgehalten  habe,  handle  es  sich  bei 

C._____ um ein vulnerables Kind, das für seine gesunde Entwicklung dringend eine 

Beruhigung  ihrer  Familiensituation  benötige.  Die  Wechsel  zwischen  den  Eltern 

bzw. den beiden unterschiedlichen Welten sollten möglichst gering gehalten wer-

den, um C._____ nicht zusätzlich zu belasten. Die Betreuung durch den Beklagten 

unter der Woche sei daher für die weitere Verfahrensdauer aufzuheben. Im Übrigen 

sei glaubhaft dargelegt worden, dass C._____ der Wechsel unter der Woche über-

fordere und es nicht – wie vom Beklagten vorgebracht – darum gehe, dass C._____ 

am Mittwochnachmittag einen Japanisch-Kurs besuchen möchte (Urk. 2 S. 9-11). 

b) Der Beklagte kritisiert, die Vorinstanz verkenne mit ihrer Argumentation den 

Anfang des vorliegenden Massnahmeverfahrens, in welchem die Klägerin eine su-

perprovisorische  Aufhebung  des  Mittwochbesuchsrechts  beantragt  habe.  Dies 

habe sie mit dem Besuch C._____s an einem Japanisch-Kurs begründet, der halt 

nur  mittwochs  stattfinden  könne.  Die  Vorinstanz  habe  diese  Begehren  richtiger-

weise  abgewiesen,  worauf  das  Gesuch  kurze  Zeit  später  neu  mit  gleichem  Ziel, 

aber anderer Begründung gestellt worden sei. Ebenso sei die Vorinstanz daran er-

innert, dass sich das Gutachten des Marie Meierhofer Instituts gegen eine Belas-

tung  C._____s  mit  Japanisch-Kursen  ausgesprochen  habe.  Hier  spiele  das  Gut-

achten offensichtlich aber keine Rolle. Er wehre sich indessen nicht dagegen, dass 

C._____ die Sprache und Kultur der Klägerin lerne. Er wäre auch zu einem Tausch 

der  Wochentage  in  Abstimmung  mit  dem  Kurs  und  der  Schule  bereit  gewesen. 

Wenn das Obergericht entschieden habe, dass C._____ ihren Vater unter der Wo-

che sehen solle, habe das Bezirksgericht keine Rechtsgrundlage, diese Entschei-

dung ohne relevante neue Beweise aufzuheben. Insbesondere habe das Oberge-

richt in Kenntnis des Gutachtens des Marie Meierhofer Instituts vom 22. Dezember 

2022 entschieden. Dies zeige, dass dieses Gutachten kein ausschlaggebendes Ar-

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gument sein könne. Die Vorinstanz stütze sich darauf, dass C._____ den Umgang 

in der Wochenmitte verweigere, prüfe aber die Gründe nicht. Es werde nicht erör-

tert,  ob  die  Klägerin  C._____s  Beziehung  zu  ihrem  Vater  fördere  oder  ob  sie  zu 

ihrer  Ablehnung  beitrage.  Die  Ablehnung  C._____s  allein  sei  kein  hinreichendes 

Kriterium, um Besuche zu unterbinden, ohne deren Ursachen zu untersuchen. Es 

werde ignoriert, dass C._____ in allen Kontexten Übergangsprobleme habe, nicht 

nur mit dem Beklagten. Die Lösung bestehe daher nicht darin, die Besuche beim 

Beklagten zu unterbinden, sondern C._____ zu helfen, besser mit den Verände-

rungen  umzugehen.  Unklar  sei  auch  geblieben,  ob  die  Weigerung  C._____s  mit 

dem Japanisch-Kurs, den C._____ offenbar gerne besuche, in Verbindung stehe. 

Solchem könnte indessen mit einer Änderung des Wochenbesuchstages begegnet 

werden. C._____ habe den Besuch am Mittwoch nur einmal abgelehnt und dies, 

nachdem die ersten Besuche gut gegangen seien, aber der Japanisch-Kurs neu 

begonnen habe. Dabei habe die Vorinstanz zwei Dinge nicht berücksichtigt. Ers-

tens hätten viele Kinder getrennter Eltern ab und an Probleme mit Übergaben, bei 

denen  nicht  gleich  die  Besuche  über  den  Haufen  geworfen  würden.  Zweitens 

handle  es  sich  vorliegend  um  einen  schwierigen  Fall,  in  welchem  sich  C._____, 

anders als vom Gutachten erwartet, nicht vulnerabel verhalte, sondern starke Be-

ziehungen  zu  beiden  Elternteilen  pflege.  Jede  Einschränkung  der  Kontakte  zum 

Beklagten berge dagegen vom Kind aus gesehen einen grösseren Loyalitätskon-

flikt,  darin  eingeschlossen  allfällige  Schuldgefühle,  sich  nicht  richtig  verhalten  zu 

haben.  Dagegen  dürfe  das  Kind  seine  Gefühle  ausdrücken,  auch  mal  nicht  zum 

Vater oder zur Mutter gehen zu wollen. Ob das Verhalten C._____s das Normale 

überschritten habe, sei nicht untersucht worden, sondern es seien sogleich die Kon-

takte unter der Woche von der Vorinstanz superprovisorisch unterbunden worden 

(Urk. 1 S. 7-10). 

c) Was als "angemessener" persönlicher Verkehr im Sinne von Art. 273 Abs. 1 

ZGB zu verstehen ist, lässt sich grundsätzlich nur anhand der Umstände des Ein-

zelfalls unter Berücksichtigung des Zwecks des Besuchsrechts bestimmen. Bei der 

Festsetzung  des  Besuchsrechts  geht  es  nicht  darum,  einen  Interessenausgleich 

zwischen  den  Eltern  zu  finden,  sondern  den  elterlichen  Kontakt  mit  dem  Kind  in 

dessen Interesse zu regeln. Die Dauer und Häufigkeit des persönlichen Verkehrs 

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richten sich somit primär nach dem Kindswohl. Allfällige Interessen der Eltern ha-

ben zurückzustehen (OGer ZH PQ20007 vom 8. Mai 2020 S. 13 m.w.H.). 

Entgegen der Empfehlung im kinderpsychologischen Gutachten des Marie Meier-

hofer  Instituts  für  das  Kind  (fortan  Gutachten  MMI)  vom  22. Dezember  2022 

(Urk. 6/186 S. 32) gewährte die Kammer dem Beklagten im Entscheid vom 9. Ok-

tober  2023  nach  einer  Angewöhnungsphase  an  die  neuen  Übergabemodalitäten 

(mittels Übergabebegleitung) ab dem 10. April 2024 wieder ein Besuchsrecht unter 

der  Woche  an  jedem  Mittwochnachmittag,  Kindergarten-/Schulschluss  bzw. 

12.00 Uhr, bis Donnerstagmorgen, Kindergarten-/Schulbeginn bzw. 8.00 Uhr, da-

von ausgehend, dass C._____ durch die vielen Wechsel bei den Lehrpersonen all-

mählich gelernt habe, mit solchen umzugehen. Zudem könne sie auch alters- und 

entwicklungsbedingt Veränderungen immer besser bewältigen. Bei der Bemessung 

der  Angewöhnungsphase  sei  zu  berücksichtigen,  dass  sich  C._____  gegenüber 

neuen Menschen sehr scheu verhalte und lange brauche, um diesen Vertrauen zu 

schenken. Nach ungefähr einem halben Jahr sollte C._____ zur Besuchsübergabe-

begleitung ein stabiles Vertrauensverhältnis aufgebaut haben und sollten die be-

gleiteten Übergaben für sie keinen Risikofaktor mehr darstellen (Urk. 6/225 S. 39 

f., 65). 

Wie die Vorinstanz richtig gesehen hat, trifft es zwar nach wie vor zu, dass C._____ 

zum Beklagten eine innige und vertraute Beziehung pflegt und er eine wichtige Be-

zugsperson für sie darstellt (vgl. Urk. 6/186 S. 29). Allerdings hat sich die oberge-

richtliche Prognose nicht verwirklicht. Die Wechsel zwischen den beiden verschie-

denen Welten ihrer Eltern sind für C._____ immer noch eine grosse Herausforde-

rung und Belastung, welche schwer aushaltbar ist. C._____ hat noch nicht gelernt, 

mit  diesen  Wechseln  umzugehen  und  diese  besser  bewältigen  zu  können  (vgl. 

Urk. 6/305/10; Urk. 6/313/1; Urk. 6/279). Dabei ist zu bemerken, dass es aufgrund 

der fehlenden Erreichbarkeit bzw. Untätigkeit der damaligen Beiständin lange dau-

erte,  bis  die  vom  Obergericht  (bereits  im  September  2023,  vgl.  Urk. 6/225  S. 51 

m.H.) angeordnete Übergabebegleitung organisiert werden konnte und in der Folge 

die  Übergabebegleitpersonen  häufig  wechselten  (Frau  D._____,  Herr  E._____, 

Frau F._____, Frau G._____ etc.), wodurch C._____ kein stabiles Vertrauensver-

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hältnis aufbauen konnte (vgl. Urk. 6/235; Urk. 6/236 S. 6 f.; Urk. 6/238; Urk. 6/254 

S. 3; Urk. 6/255/1; Urk. 256 S. 4; Urk. 6/305/1-10; Urk. 6/313/2). 

Laut  dem  Gutachten  des  MMI  leidet  C._____  unter  ausgeprägten  Trennungs-

schwierigkeiten, vor allem wenn sie von der Klägerin zum Beklagten wechselt, teils 

auch,  wenn  sie  sich  vom  Beklagten  verabschiedet  (Urk. 6/186  S. 28).  Trotz  der 

Übergabebegleitung  und  den  Übergaben  an  einem  neutralen  Ort  (McDonald's) 

zeigt C._____ nach wie vor oft Mühe, sich von ihren Eltern zu lösen und sie gehen 

zu lassen (Urk. 6/305/10). Im persönlichen Gespräch mit der Kindsvertreterin vom 

17. Mai 2024 erklärte C._____, "Es isch immer schwierig vom Mami wägzgah. Ich 

blibe richtig a ihre chläbe". Sie glaube, dass die Mutter sehr traurig sei, wenn sie, 

C._____,  von  ihr  weggehe.  Es  sei  für  sie  nur  dann  so  schwierig,  die  Mutter  am 

Morgen  im  Kindergarten  loszulassen,  wenn  sie  wisse,  dass  ihre  Mutter  sie  nicht 

vom Kindergarten abhole (Urk. 6/295 S. 8). Vom Beklagten konnte C._____ sich 

namentlich am 22. September 2024 nicht trennen, weil dieser ihr offenbar "traurige 

Dinge" (im Herz) gesagt habe (vgl. Urk. 6/313/1; Urk. 6/316/2). Auch am Sonntag 

23. Juni  2024  sei  die  Übergabe  vom  Beklagten  zurück  zur  Klägerin  für  C._____ 

sehr schwierig gewesen. Sie habe beim Beklagten bleiben und nicht zur Klägerin 

zurückkehren wollen (Urk. 6/297). 

Die Kindergartenlehrperson äusserte am 13. Mai 2024, jegliche Übergänge würden 

C._____ sehr viel Mühe bereiten, ob von der Mutter, vom Vater oder der Begleit-

person. C._____ sei dann jeweils sehr gestresst, unsicher und ziehe sich zurück. 

Die ersten zwei Übergaben am Mittwoch hätten gut geklappt. Die dritte Übergabe 

sei gerade noch okay gewesen. Die vierte und letzte Übergabe sei für C._____ sehr 

schwierig gewesen (Urk. 6/279). Am 30. Mai 2024 schrieb die Kindergartenlehrper-

son  dem  Beklagten,  C._____  wirke  vor  allem  in  Übergangssituationen  weiterhin 

gestresst. In den Wochen, in welchen C._____ am Mittwoch nach dem Kindergar-

ten durch die Übergabeperson zum Beklagten habe kommen dürfen, sei es bedau-

erlicherweise mit am schlimmsten gewesen. Die Situation habe sich seither leider 

immer noch nicht vollständig normalisiert (Urk. 6/294/3). 

Offenbar  verweigerte  C._____  im  April/Mai  2024  Besuche  beim  Beklagten  und 

auch den Kindergartenbesuch am Morgen, weil der Beklagte sie hernach am Mittag 

- 13 -

dort abholen sollte (Urk. 6/275 S. 2 ff.; Urk. 6/276/2; Urk. 6/279; Urk. 6/281 S. 4 f.; 

Urk. 6/284/3; Urk. 6/294/1). Dadurch erscheint ihre schulische Entwicklung gefähr-

det. Unter anderem auch aufgrund der schwierigen familiären Situation mit einer 

massiven Trennungsproblematik trat C._____ im August 2024 sodann nicht in die 

erste  Primarschulklasse  über,  sondern  besucht  ein  drittes  Kindergartenentwick-

lungsjahr (vgl. Urk. 6/294/3; Urk. 6/316/1; vgl. auch Urk. 11 S. 2). C._____ selbst 

erklärte gegenüber der Kindsvertreterin im Rahmen des persönlichen Gesprächs 

vom 17. Mai 2024, dass sie den Beklagten weiterhin besuchen möchte. Sie möchte 

nur  einmal  bei  ihm  schlafen,  nicht  zweimal.  Sie  wolle  mit  dem  Beklagten  wieder 

nach  Spanien  in  die  Ferien  (Urk. 6/295  S. 8  f.;  bzw.  sie  wolle  grundsätzlich  den 

Beklagten mit Übernachtung sehen, aber unter der Woche nicht [Urk. 305/10, Ver-

laufsbericht  I._____,  Telefongespräch  der  Übergabebegleiterin  F._____  mit  der 

Kindsvertreterin vom 22. Mai 2024] bzw. C._____ habe der Kindsvertreterin ganz 

klar  mitgeteilt,  dass  sie  am  Mittwoch  ihren  Vater  nicht  mehr  besuchen  möchte. 

Gerne möchte sie jedoch weiterhin jedes zweite Wochenende bei ihrem Vater ver-

bringen [Urk. 6/289 S. 2]). Es erscheint somit hinreichend glaubhaft, dass C._____ 

mit der väterlichen Betreuung unter der Woche an jedem Mittwochnachmittag bis 

Donnerstagmorgen überfordert und ihre schulische Entwicklung gefährdet ist. Die 

Vorinstanz  hat  diesbezüglich  zu  Recht  auf  das  Gutachten  des  MMI  vom  22. De-

zember 2022 hingewiesen, welches eine Betreuung von C._____ durch den Be-

klagten unter der Woche ablehnte, um die Anforderungen, die durch die Wechsel 

an C._____ gestellt würden, zu vermindern (Urk. 6/225 S. 32). 

Die Gründe, weshalb C._____ die Besuche beim Beklagten teilweise verweigerte 

bzw. nach wie vor grosse Mühe mit den Übergaben bzw. dem Wechsel zwischen 

den beiden Welten ihrer Eltern bekundet, erscheinen vielschichtig. Offenbar kann 

sie nicht anders, wie die Vorinstanz richtig ausführte (Urk. 2 S. 10). In ihrer frühen 

Kindheit war C._____ unangemessen langen, traumatisierenden Trennungen von 

der Klägerin ausgesetzt (Inhaftierung der Klägerin und damit einhergehende Tren-

nung von der neugeborenen C._____ zufolge einer Anzeige des Beklagten in Spa-

nien,  ungewöhnlich  lange  Ferienbesuchsrechte  des  Beklagten  im  Kleinkindalter 

von C._____; vgl. Urk. 6/186 S. 2, 31 f.; Urk. 6/225 S. 28). Seit ihrer Geburt wächst 

C._____ in einer äusserst belastenden familiären Konfliktsituation auf (Urk. 6/186 

- 14 -

S. 27).  Der  massive  elterliche  Konflikt  und  der  damit  verbundene  Stress  bei  den 

Übergaben hat bei C._____ zu einer erhöhten Vulnerabilität gegenüber Verände-

rungen geführt. Die konflikthafte Familiensituation stellt ein grosses Entwicklungs-

risiko für sie dar. C._____ muss sich nach wie vor zwischen zwei Welten bewegen, 

die  von  massivem  gegenseitigem  Misstrauen  und  juristischen  Kämpfen  geprägt 

sind (vgl. Urk. 6/225 S. 27, 29). Seit der Begutachtung hat sich die Familiensituation 

nicht beruhigt und das bei der Vorinstanz pendente Verfahren wird weiterhin höchst 

strittig geführt. Hinweise, wonach die Klägerin C._____ bewusst negativ gegenüber 

dem Beklagten beeinflussen sollte, lassen sich insbesondere auch dem Gutachten 

des MMI nicht entnehmen (Urk. 6/186 S. 27 ff., insbes. S. 30). Die Klägerin hält sich 

an  die  Regelungen,  wirkt  bei  den  zeitintensiven  Übergaben  mit  und  versucht, 

C._____ positiv auf die Besuche beim Beklagten vorzubereiten (Urk. 6/305/3 /9 /10; 

Urk. 6/225 S. 50; Urk. 6/186 S. 30). Allerdings dürfte ihre Anspannung und Abnei-

gung gegenüber dem Beklagten sowie der Umstand, dass sie sich nicht im selben 

Raum mit diesem aufhalten kann (vgl. Urk. 6/225 S. 39; Prot. I S. 56, 85, 94; Urk. 1 

S. 7), C._____ nicht entgehen. So konnte oder wollte C._____ beispielsweise den 

Beklagten nicht auf dasselbe Bild wie die Klägerin zeichnen bzw. wollte überhaupt 

keinen Vater malen (vgl. Urk. 6/295 S. 7). C._____s massiver Loyalitätskonflikt ist 

evident. Sie will weder die Klägerin noch den Beklagten traurig sehen, wenn sie 

nicht bei ihnen ist. Die Parteien sind immer noch nicht in der Lage, für C._____ eine 

emotionale  Brücke  zwischen  ihren  Lebenswelten  (vgl.  Urk. 6/225  S. 32  f.)  zu 

bauen. Solches übernimmt nach wie vor die notwendige Besuchsübergabebeglei-

tung (vgl. auch Urk. 6/296). Vor diesem Hintergrund müssen die Wechsel mit Blick 

auf  das  Kindswohl  möglichst  minimiert  werden,  weshalb  die  Vorinstanz  das  Be-

suchsrecht des Beklagten unter der Woche zu Recht aufgehoben hat. Die Aufhe-

bung rechtfertigt sich im Übrigen auch im Hinblick auf den anstehenden Übertritt 

von C._____ in die erste Primarschulklasse nach den Sommerferien 2025, welcher 

eine  neuerliche  grosse  Veränderung  mit  sich  bringen  wird.  Zwar  bekunden  viele 

Kinder getrennt lebender Eltern ab und an Probleme bei den Übergaben zwischen 

ihren Eltern, entgegen der beklagtischen Ansicht ist die Übergangsproblematik vor-

liegend  jedoch  augenscheinlich  massiv  und  es  muss  ihr  zwecks  Entlastung 

C._____s durch entsprechende Verminderung der Übergaben begegnet werden. 

- 15 -

Der engen und vertrauensvollen Beziehung C._____s zum Beklagten kann mit dem 

ausgedehnten Wochenend- und Ferienbesuchsrecht hinreichend Rechnung getra-

gen werden. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass sich der Loyalitätskonflikt 

C._____s durch die Einschränkung des Kontakts zum Beklagten vergrössern wird. 

Im  Gegenteil  kann  sie  dann  von  ihrem  Lebensmittelpunkt  bei  der  Klägerin  (vgl. 

Urk. 6/186 S. 32; Urk. 2 S. 6) jedes zweite Wochenende mit gutem Gewissen zum 

Beklagten  wechseln.  Es  wurde  sodann  glaubhaft  dargetan,  dass  C._____  der 

Wechsel unter der Woche überfordert und, entgegen der Annahme des Beklagten, 

nicht etwa der Japanisch-Kurs am Mittwochnachmittag im Vordergrund steht (vgl. 

Urk. 2 S. 11). Diesbezügliche Weiterungen erübrigen sich daher. Schliesslich bleibt 

zu hoffen, dass C._____ im Rahmen der nunmehr endlich aufgegleisten Psycho-

therapie (vgl. Urk. 13) geholfen werden kann, mit diesen Wechseln zwischen den 

elterlichen Welten besser umzugehen, und das Besuchsrecht des Beklagten unter 

der Woche dereinst, zumindest alternierend zum Wochenendbesuchsrecht wieder 

aufgenommen werden kann.  

2.

Anpassung der Betreuungszeiten an den Wochenenden und der Ferienrege-

lung

a)

Die Vorinstanz zog in Betracht, aktuell betreue der Beklagte C._____ an je-

dem zweiten Wochenende von Freitag, nach Kindergarten-/Schulschluss bzw. ab 

12.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr (vgl. Urk. 6/225 Dispositiv-Ziffer 2). Die Kinds-

vertreterin mache geltend, die Zeiten seien beide auf 17.00 Uhr anzupassen, wobei 

man  die  genaue  Zeit  noch  besprechen  könne.  Sie  begründe  dies  dahingehend, 

dass C._____ damit die Sicherheit gegeben werde, dass sie immer nach dem Kin-

dergartenschluss nochmals zur Klägerin zurückkehren könne und nicht im Kinder-

garten vom Beklagten abgeholt werde. Dies könne dazu beitragen, dass C._____ 

sich am Vormittag im Kindergarten jeweils besser von der Klägerin lösen könne. 

Von zu Hause bei der Klägerin werde sie von dieser an den vereinbarten Überg-

abeort gebracht und der Besuchsbegleitung übergeben. Sollte sich C._____ auf-

grund  dieser  klaren  Regelung  so  weit  beruhigen,  dass  sie  die  Zeit  während  den 

Übergaben immer weniger benötige, könne durch die Beiständin geprüft werden, 

ob die Übergaben am Samstagvormittag durch eine Übergabebegleitung und am 

- 16 -

Montagvormittag direkt durch den Beklagten im Kindergarten stattfinden könnten. 

Es sei wichtig festzuhalten, wer diese Empfehlung abgebe und wer den Entscheid 

für die Umstellung treffe (Urk. 6/295 S. 14 und Prot. I S. 87). Der Beklagte wolle an 

den vom Obergericht festgelegten Betreuungszeiten festhalten bzw. mit C._____ 

so viel Zeit wie möglich verbringen. Der Kindergarten von C._____ ende am Frei-

tagnachmittag um 15.00 Uhr. Die Klägerin schicke sie aber in den Hort bis 16.00 

Uhr. Er würde C._____ am Wochenende am liebsten schon früher betreuen und 

sie später zurückbringen. Er sei grundsätzlich flexibel (Prot. I S. 106 f.). Die Kläge-

rin würde die Betreuungszeiten am Freitag gerne auf später verschieben, da sie 

am Freitagnachmittag arbeite und befürchte, dass sie ihre Stelle verlieren könnte, 

wenn sie früher gehen müsse. Dass der Beklagte C._____ am Sonntag um 18.00 

Uhr übergebe, wäre in Ordnung für sie (Prot. I S. 109). Im Nachgang zur Verhand-

lung (vom 18. Juni 2024) habe die Beklagte mitgeteilt, dass ihr die neue Arbeits-

stelle gekündigt worden sei (Urk. 6/318). Gestützt auf die Ausführungen der Kinds-

vertreterin erscheine es sinnvoll, die Betreuungszeiten am Freitag auf 18.00 Uhr 

anzupassen, um es C._____ zu ermöglichen, sich morgens besser von der Klägerin 

zu lösen und von dieser an den Übergabeort begleitet zu werden. Da unklar sei, ob 

die Klägerin zwischenzeitlich wieder über eine Arbeitsstelle verfüge und wie ihre 

Arbeitszeiten seien, sei von einer früheren Uhrzeit abzusehen. Die Übergabezeit 

für den Sonntagabend sei auf 18.00 Uhr zu belassen. Die Betreuungszeiten seien 

entsprechend  für  die  weitere  Dauer  des  Verfahrens  anzupassen.  Der  von  der 

Kindsvertreterin  weiter  gestellte  Antrag  auf  Regelung  der  Ferien  und  Feiertage 

(Urk. 6/295 S. 15) sei – wie vom Beklagten beantragt (Prot. I S. 98) – abzuweisen. 

Das Obergericht habe die Feiertage und Ferien detailliert geregelt. Wenn es trotz-

dem  zu  Unklarheiten  –  wie  bei  den  Herbstferien  (vgl.  Prot. I  S. 110)  –  kommen 

sollte, sollten die Parteien mit Unterstützung der Beiständin in der Lage sein, eine 

Lösung zu finden (Urk. 2 S. 11 f.). 

b) Der Beklagte argumentiert, die Vorinstanz widerspreche sich, wenn sie im Zu-

sammenhang  mit  den  Besuchen  an  den  Mittwochen  erwäge,  dass  C._____ 

Schwierigkeiten  mit  diversen  Übergaben  habe,  nicht  nur  mit  denen,  welche  den 

Beklagten betreffen würden, dann aber am Freitag noch zwei Übergaben einführe, 

nicht zuletzt ohne die Arbeitssituation der Klägerin zu klären. Falls die Klägerin frei-

- 17 -

tags arbeiten sollte, würde C._____ vom Kindergarten in den Hort gehen (1. neue 

Übergabe), um dort auf das nicht feststehende Ende der Arbeit der Klägerin warten 

zu müssen, damit sie die Klägerin noch einmal sehen könnte (2. neue Übergabe). 

Dies wiederum bringe deutlich mehr Unruhe, als wenn C._____ durch die Überg-

abeperson direkt zum Beklagten gehen dürfe. Es gebe darum keinen Grund, warum 

der Übergang um 18.00 Uhr besser sei als nach dem Kindergarten. Wenn C._____ 

Schwierigkeiten mit Trennungen habe, sei es am besten, wenn sie direkt von der 

Schule zum Beklagten gehe könne, ohne eine erneute Trennung von ihrer Mutter 

haben zu müssen. Wieder einmal werde die Betreuungszeit des Beklagten einge-

schränkt (Urk. 1 S. 11 f.).

c)

Zwar trifft es zu, dass C._____ offenbar Mühe mit sämtlichen Übergängen, 

nicht nur zum Beklagten, hat (vgl. Urk. 6/279). Allerdings verweigerte sie den Kin-

dergartenbesuch, wenn sie wusste, dass der Beklagte, und nicht die Klägerin, sie 

nach Kindergartenschluss abholen würde. Auch gab sie gegenüber der Kindsver-

treterin an, dass es nur dann so schwierig sei, am Morgen die Klägerin loszulassen, 

wenn sie wisse, dass diese sie nicht vom Kindergarten abhole (Urk. 6/295 S. 9). In 

der Vereinbarung betreffend vorsorgliche Massnahmen vom 18. Juni 2024 wurde 

vorgesehen,  dass  die  Übergabebegleitperson  C._____  an  einem  neutralen  Ort 

(nicht bei den Wohnungen der Eltern) von einem Elternteil in Empfang nimmt und 

etwas später dem anderen Elternteil übergibt (Urk. 6/296 und Urk. 6/299-A). Seit 

bald einem Jahr holt der Beklagte C._____ mithin nicht mehr direkt vom Kindergar-

ten ab bzw. es erfolgen keine begleiteten Übergaben im Kindergarten mehr. Die 

Übergaben am Freitag finden bereits seit einiger Zeit um 18.00 Uhr statt, wobei die 

Klägerin C._____ vom Hort abholt und um 17.00 bzw. 17.30 Uhr zur Übergabebe-

gleitung (im Mc Donald's) bringt (vgl. Urk. 8 S. 3; Urk. 11 S. 2). Die Vorinstanz hat 

richtig geschlossen, dass C._____ die Sicherheit braucht, nach dem Kindergarten 

(und Hort) nochmals zur Klägerin zurückzukehren, wo sie ihr Zuhause hat, und erst 

danach  mittels  Übergabebegleitung  zum  Beklagten  wechseln  soll.  Dass  solches 

weitere Wechsel nach sich zieht, ändert daran nichts. Diese Stabilität soll im Hin-

blick auf den anstehenden Übertritt C._____s in die erste Primarschulklasse nun-

mehr nicht gefährdet werden. Auch soll der Kindergartenbetrieb, wie in der Vergan-

genheit geschehen, nicht durch die Übergaben belastet bzw. gestört werden. Um 

- 18 -

der Klägerin bei der Arbeitssuche eine gewisse Flexibilität hinsichtlich der Wochen-

tage und Arbeitszeiten zu ermöglichen, zumal die Übergaben mit Hilfe der Überg-

abegleitperson nach wie vor einige Zeit in Anspruch nehmen, erscheint die von der 

Vorinstanz vorgenommene Anpassung des Übergabezeitpunkts an jedem zweiten 

Freitag auf 18.00 Uhr praktikabel und angemessen. Die Berufung erweist sich somit 

auch diesbezüglich als unbegründet. 

3. Gutachten

a)

Die Vorinstanz zog in Erwägung, der Beklagte mache geltend, dass C._____ 

unter einem Loyalitätskonflikt leide, den die Klägerin von sich aus nicht zu lösen 

imstande sei, sondern ihn vielmehr durch ihr Verhalten noch fördere. Aus diesem 

Grunde werde darum ersucht, die Erziehungsfähigkeit der Eltern abklären zu las-

sen  und  ein  entsprechendes  Gutachten  in  Auftrag  zu  geben  (Urk. 6/293  S. 20, 

Prot. I S. 98). Die Klägerin halte dafür, es bestehe bereits ein einlässliches Gutach-

ten,  das  die  Problematik  der  Familie  aufzeige  sowie  Lösungen  für  ein  möglichst 

gutes, gelingendes Aufwachsen von C._____ skizziere. Das Gutachten empfehle 

getrennte, sich möglichst nicht überschneidende Welten für C._____. Dem Beklag-

ten sei es nicht gelungen aufzuzeigen, weshalb ein weiteres Gutachten notwendig 

sei. Was sie sich vorstellen könne, sei bei der Gutachterin, H._____, eine Ergän-

zung des Gutachtens anzufordern oder sie als Fachperson zu befragen, was sie 

konkret unter paralleler Elternschaft verstehe. Grundsätzlich könne sie sich vorstel-

len, dass beide Eltern in einem erwachsenenpsychiatrischen Gutachten begutach-

tet würden (Urk. 6/315 S. 8). Die Kindsvertreterin führe aus, ein erneutes Gutachten 

scheine im Rahmen des vorsorglichen Massnahmeverfahrens nicht angebracht. Es 

sei jedoch auch aus Sicht der Verfahrensvertretung des Kindes inzwischen fraglich, 

inwiefern die Eltern (insbesondere der Beklagte) in der Lage seien, das Wohlbefin-

den ihrer Tochter richtig einzuschätzen (Urk. 6/314 S. 4). In Übereinstimmung mit 

den Ausführungen der Kindsvertreterin erscheine die Einholung eines Gutachtens 

über die Erziehungsfähigkeit der Eltern im Rahmen des vorsorglichen Massnahme-

verfahrens  nicht  angezeigt.  Dies  würde  nur  zu  einer  weiteren  Verzögerung  des 

Massnahmeverfahrens führen. Ob im weiteren Verfahrensverlauf das bereits vor-

liegende Gutachten zu ergänzen oder ob ein weiteres Gutachten einzuholen sei, 

- 19 -

könne an dieser Stelle offen gelassen werden. Der Antrag des Beklagten sei daher 

abzuweisen (Urk. 2 S. 13). 

b) Der  Beklagte  moniert,  das  Gutachten  des  MMI  sage  nichts  über  die  Erzie-

hungsfähigkeit  und  insbesondere  die  Bindungstoleranz  der  Eltern  aus.  Die 

Vorinstanz habe die (nicht angefochtene) Änderung des Obhutsrechts ohne eine 

unparteiische Analyse der aktuellen Situation abgelehnt, ein veraltetes Gutachten 

aus dem Jahr 2022 verwendet, die Rolle der Klägerin, welche nach wie vor versu-

che, den Kontakt zwischen C._____ und ihm zu unterbinden, im Loyalitätskonflikt 

nicht  bewertet  und  die  Berichte  von  I._____  ignoriert.  Damit  habe  sie  gegen  die 

Untersuchungsmaxime verstossen, weswegen sie anzuweisen sei, dies nachzuho-

len und das beantragte Gutachten in Auftrag zu geben (Urk. 1 S. 12 f. i.V.m. S. 5 

ff.).  

c)

Im summarischen Verfahren geht es darum, möglichst rasch eine kindswohl-

gerechte Regelung zu treffen. Es steht nicht eine definitive und dauerhafte Lösung 

der Kinderbelange im Vordergrund, weshalb langwierige Abklärungen durch Gut-

achten  nur  mit  gebührender  Zurückhaltung  angeordnet  werden  sollen,  wenn  be-

sondere Umstände vorliegen, aufgrund derer das Gericht an die Grenzen seiner 

Beurteilungsfähigkeit stösst, wobei dem Gericht diesbezüglich ein gewisses Ermes-

sen zukommt (vgl. betreffend Eheschutz BGer 5A_262/2019 vom 30. September 

2019 E. 5.2; BGer 5A_529/2014 vom 18. Februar 2015 E. 2.3; OGer ZH LE150049 

vom  15. August  2016  E. II.3).  Wie  bereits  erwähnt,  erscheinen  die  Gründe  für 

C._____s Weigerungshaltung und ihre Schwierigkeiten im Zusammenhang mit den 

Wechseln zwischen den elterlichen Welten vielschichtig. Es sind jedoch keine Hin-

weise ersichtlich, wonach die Klägerin das Besuchsrecht des Beklagten bewusst 

torpedieren würde und ihm C._____ zunehmend entfremden sollte. Das hinsichtlich 

der  Problematik  C._____s  (Empfindlichkeit  gegenüber  Veränderungen,  Tren-

nungsschwierigkeiten)  nach  wie  vor  aussagekräftige  Gutachten  des  MMI  vom 

22. Dezember 2022 (vgl. dazu auch Urk. 6/225 S. 17 ff., wo die Kammer die rele-

vanten beklagtischen Einwände gegen dieses Gutachten allesamt entkräftete, was 

unangefochten  blieb)  sowie  die  Verlaufsberichte  der  Übergabebegleitungen  von 

I._____ 

(Urk. 6/305/1-10)  und  die  Auskünfte  der  Kindergartenlehrperson 

- 20 -

(Urk. 6/279  und  Urk. 6/294/3)  bilden  im  vorliegenden  Massnahmeverfahren  eine 

hinreichende  Entscheidungsgrundlage.  Die  Vorinstanz  verneinte  daher  zu  Recht 

die  Notwendigkeit  der  Einholung  eines  Gutachtens  über  die  Erziehungsfähigkeit 

der Eltern im Rahmen des vorsorglichen Massnahmeverfahrens. Ob im Hauptver-

fahren ein solches Gutachten oder eine Ergänzung des bestehenden Gutachtens 

hinsichtlich der Bindungstoleranz der Parteien anzuordnen sein wird, unterliegt der 

vorinstanzlichen  Verfahrensherrschaft  (Art. 124  ZPO)  und  ist  vorliegend  nicht  zu 

entscheiden. 

4.

Zusammengefasst ist die Berufung des Beklagten somit abzuweisen und Dis-

positivziffer 1 der angefochtenen Verfügung zu bestätigen.

D. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Die Vorinstanz behielt die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen 

dem Endentscheid vor (Urk. 2 S. 14, Dispositivziffer 3; Art. 104 Abs. 3 ZPO). 

2.

Die  Kosten  des  Berufungsverfahrens  sind  auf  Fr. 2'500.–  festzulegen  (§  12 

Abs. 1 und 2 i.V.m. § 5 Abs. 1 sowie § 8 Abs. 1 GebV OG). Auch die Kosten für die 

Kindsvertretung  gehören  zu  den  Gerichtskosten  (Art. 95  Abs.  2  lit.  e  ZPO).  Die 

Kindsvertreterin ist für ihre Aufwendungen im Zusammenhang mit der aufschieben-

den Wirkung (Urk. 11) pauschal mit Fr. 450.– (einschliesslich 8.1 % Mehrwertsteu-

ern) direkt aus der Gerichtskasse zu entschädigen (Art. 95 Abs. 2 lit. e ZPO; BK 

ZPO-Sterchi, Art. 95 N 10c). 

Sämtliche  Kosten  sind  ausgangsgemäss  dem  Beklagten  aufzuerlegen  (Art. 106 

Abs. 1 ZPO). Die langjährige, auch unter der neuen eidgenössischen ZPO fortge-

führte Praxis (vgl. Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO), wonach in Kinderbelangen im engeren 

Sinn  (elterliche  Sorge,  Obhut,  Betreuungsanteile,  Besuchsrecht)  die  Kosten  den 

Parteien, unabhängig vom Verfahrensausgang, je hälftig aufzuerlegen sind, wenn 

beide Parteien gute Gründe für ihre Standpunkte hatten (ZR 84 Nr. 41), findet vor-

liegend keine Anwendung, weil sich die Berufung des Beklagten, wie eingangs er-

wähnt, als offensichtlich unbegründet erweist (Art. 312 Abs. 1 ZPO). 

- 21 -

Ferner ist der Beklagte zur Leistung einer angemessenen Parteientschädigung an 

die Klägerin für deren Aufwendungen im Berufungsverfahren (vgl. Urk. 8 [Stellung-

nahme  zum  beklagtischen  Gesuch  betreffend  Erteilung  der  aufschiebenden  Wir-

kung der Berufung]) zu verpflichten. Diese ist auf Fr. 800.– (einschliesslich 8.1 % 

Mehrwertsteuern [vgl. Urk. 8 S. 2] und Barauslagen) festzulegen (§ 5 Abs. 1, § 9 

und § 13 Abs. 1 AnwGebV). 

E. Unentgeltliche Rechtspflege

1.

Das Gesuch des Beklagten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

im Berufungsverfahren ist zufolge Aussichtslosigkeit (Art. 117 lit. b ZPO) abzuwei-

sen. 

2.

Das Begehren der Klägerin um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung im Berufungsverfahren erweist sich als gegenstandslos, da sie keine Gerichts-

kosten zu tragen hat, und ist entsprechend abzuschreiben. Weil mit Blick auf die 

knappen  finanziellen  Verhältnisse  des  Beklagten  (vgl.  Urk. 1  S.  13  f.;  Urk. 5/4-9; 

vgl.  auch  Urk. 6/225  S. 62  f.)  dessen  Zahlungsfähigkeit  zumindest  unsicher  er-

scheint, ist indessen über das Gesuch der Klägerin um Gewährung der unentgelt-

lichen Rechtsvertretung im Berufungsverfahren – ungeachtet der zuzusprechenden 

Parteientschädigung  –  zu  befinden  (vgl.  BGE  122  I  322  E.  3d).  Der  klägerische 

Prozessstandpunkt  im  Zusammenhang  mit  der  aufschiebenden  Wirkung  (Urk. 8) 

war aussichtsreich (Urk. 12). Zudem erscheint die Mittellosigkeit der Klägerin hin-

reichend glaubhaft (vgl. Urk. 8 S. 4 f. und Urk. 10/2-13). Die unentgeltliche Rechts-

vertretung  ist  ihr  für  das  Berufungsverfahren  daher  zu  bewilligen  und  es  ist  ihr 

Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ als unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen. 

Die vom Beklagten geschuldete Parteientschädigung ist direkt der unentgeltlichen 

Rechtsvertreterin  zuzusprechen  (BGer  4A_171/2017  vom  26. September  2017 

E. 1.1; BGer 5A_389/2014 vom 9. September 2014 E. 4; BGer 5A_754/2013 vom 

4. Februar  2024  E. 5).  Weil  mit  Blick  auf  die  vom  Beklagten  erwartete  Erbschaft 

seiner im November 2024 verstorbenen Mutter (vgl. Urk. 1 S. 14) jedoch noch nicht 

von einer Uneinbringlichkeit der Parteientschädigung auszugehen ist, rechtfertigt 

sich  zurzeit  noch  keine  Zusprechung  derselben  an  die  unentgeltliche  Rechtsbei-

ständin der Klägerin aus der Gerichtskasse (vgl. Art. 122 Abs. 2 ZPO). 

- 22 -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird vorgemerkt, dass die Verfügung des Einzelgerichts des Bezirksge-

richts Zürich, 1. Abteilung, vom 6. Februar 2025 betreffend Dispositivziffer 2 

in Rechtskraft erwachsen ist. 

2.

Das Begehren des Beklagten um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung und Rechtsvertretung im Berufungsverfahren wird abgewiesen.

3.

Das Begehren der Klägerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung im Berufungsverfahren wird abgeschrieben.

4.

Der Klägerin wird die unentgeltliche Rechtsvertretung im Berufungsverfah-

ren bewilligt und es wird ihr Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ als unentgeltli-

che Rechtsbeiständin bestellt. 

5.

Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Er-

kenntnis.

Es wird erkannt:

1.

Die Berufung wird abgewiesen und Dispositivziffer 1 der Verfügung des Ein-

zelgerichts des Bezirksgerichts Zürich, 1. Abteilung, vom 6. Februar 2025 

bestätigt. 

2.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird festgesetzt auf

Fr. 2'500.00;

die weiteren Kosten betragen:

Fr. 

450.00

Kosten Kindsvertretung

Fr.  2'950.00

3.

Die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren werden dem Beklagten auf-

erlegt. 

4.

Rechtsanwältin lic. iur. Z._____ wird für ihre Bemühungen als Kindsvertrete-

rin für das Berufungsverfahren mit Fr. 450.– aus der Gerichtskasse entschä-

digt. 

- 23 -

5.

Der Beklagte wird verpflichtet, der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Klä-

gerin, Rechtsanwältin lic. iur. Y._____, für das Berufungsverfahren eine Par-

teientschädigung von Fr. 800.– zu bezahlen.

6.

Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Klägerin und die Verfahrensbe-

teiligte mit dem Hinweis, dass ihnen Urk. 1, 3, 4 und 5/2-9 bereits mit Präsi-

dialverfügung vom 26. Februar 2025 (Urk. 7) zugestellt wurden sowie an die 

Vorinstanz und die KESB der Stadt Zürich, die Beiständin, J._____, … 

[Adresse], je gegen Empfangsschein.

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

7.

Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG und ein Entscheid über vorsorgli-
che Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. 

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 15. Mai 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. M. Reuss Valentini

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