# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a3ac78eb-797d-51c9-b19d-845559ed1648
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 02.02.2015 IV 2013/17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-17_2015-02-02.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/17

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.05.2020

Entscheiddatum: 02.02.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 02.02.2015
Qualifikation der Versicherten als zu 100% erwerbstätig. Rückweisung zur 
ergänzenden medizinischen Abklärung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Februar 2015, IV 
2013/17).

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Evelyn Heiniger

Entscheid vom 2. Februar 2015

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.

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A.a  A.___ wurde am 7. Juli 2011 durch die Krankentaggeldversicherung bei der IV-

Stelle zur Früherfassung angemeldet (IV-act. 1). Aufgrund einer Gonarthrose sei sie seit 

dem 8. Dezember 2010 zu 100% arbeitsunfähig. Am 12. August 2011 erfolgte ein 

Gespräch bei der Versicherten zu Hause, wobei ihr das Formular für die Anmeldung 

abgegeben wurde (IV-act. 8). Die Versicherte unterzeichnete das Anmeldeformular am 

13. August 2011; es ging am 16. August 2011 bei der IV-Stelle ein (IV-act. 7). Am 

5. Oktober 2011 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass keine beruflichen 

Massnahmen einzuleiten seien, da sie seit jeher grösstenteils als Hausfrau tätig 

gewesen sei (IV-act. 18).

A.b  Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt gab die 

Versicherte an, sie wäre ohne gesundheitliche Einschränkung zu 100% erwerbstätig; 

sie habe sich auch an verschiedenen Orten beworben (IV-act. 19). Die Versicherte 

wurde aufgefordert zu ergänzen, aus welchen Gründen sie in diesem Ausmass 

erwerbstätig wäre und vermerkte dazu auf dem Fragebogen: "Um die Familie zu 

unterhalten" (IV-act. 23-2).

A.c  In den Akten findet sich ein Gutachten zu Handen der Krankentaggeldversicherung 

(IV-act. 26-8). Die Versicherte war am 19. September 2011 durch Dr. med. B.___, 

Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, untersucht worden. Er 

hatte folgende Diagnosen gestellt (IV-act. 26-13):

"- mittelschwere Pangonarthrose rechts

  - intermittierend aktiviert, derzeit klinisch ohne Erguss

  - Bakerzyste, St. n. Ruptur möglich

  - grössere mediale Meniskusläsion

  - Chondromalazie Grad III bis IV der Patella, Patella Typ Wiberg Typ III

  - femoro-tibiales mediales Knochenmarksoedem

  - mehrere kleine freie Gelenkskörper

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- Varicosis cruris

- Spreizfüsse, Hallux valgus rechts

- Adipositas, BMI 39.0".

Bei der von ihr zuvor ausgeübten landwirtschaftlichen Tätigkeit im Rahmen des Ge­

müseanbaus bleibe die Versicherte vorläufig arbeitsunfähig. Aus somatischer Sicht sei 

eine Tätigkeit mit Wechselbelastung stehend, sitzend, gehend und mit einer 

Gewichtslimitierung bei 7.5 kg im Rahmen eines 50%igen Pensums beziehungsweise 

während 4 Stunden pro Tag ohne Leistungseinbusse zumutbar. Eine ganztägige 

Tätigkeit sei der Versicherten wegen den ungünstigen trophischen Verhältnissen am 

rechten Unterschenkel und der krankheitsbedingten Strukturveränderungen am rechten 

Knie mit belastungsmodulierter Gonalgie nicht zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt bei angepasster Tätigkeit betrage ab dem 1. Juni 2011 50%. 

Es sei wenig wahrscheinlich, dass unter einer entsprechenden medizinischen 

Behandlung und bei einem optimalen natürlichen Verlauf eine Verbesserung der 

Arbeitsfähigkeit erzielt werden könne. Die Prognose bezüglich einer Steigerung der 

Teilarbeitsfähigkeit sei ungünstig.

A.d  Am 7. Februar 2012 berichtete der behandelnde Arzt, med. pract. C.___, Facharzt 

für Allgemeine Innere Medizin FMH, ob eine 50%ige Arbeitsleistung in sitzender 

Tätigkeit mit allerhöchstens kurzen Unterbrechungen mit Aufstehen und Gehen 

machbar sei, werde sich in Zukunft zeigen. Die chronisch venöse Insuffizienz könne 

ebenfalls zu massiven Beschwerden führen. Aus seiner Sicht sei eine Teilzeitarbeit mit 

voller Leistung eher wünschenswert, da sich die Versicherte danach erholen könne (IV-

act. 26-7).

A.e  In den von der IV-Stelle eingeholten Akten des Regionalen Arbeitsvermittlungs­

amtes (RAV) befinden sich zwei unterschiedliche Formulare. Am 5. Mai 2010 war ein 

Beschäftigungsgrad von 50% angegeben worden (IV-act. 30-9). Auf einem undatierten 

Blatt war ein Beschäftigungsgrad von 100% aufgeführt (IV-act.  30-7). Auf einem 

Fragebogen zur Arbeitslosigkeit wurde am 15. Juni 2012 angegeben, dass die 

Versicherte eine 50%ige Arbeitsstelle suche. Zur Frage, welche Vermittlungsfähigkeit 

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die versicherte Person selbst angegeben habe, wurde vermerkt, es seien zwei Anträge 

vorhanden, nämlich ab 01.05.2010 100% und ab 03.02.2012 50% (IV-act. 30-2).

A.f Am 6. Juni 2012 erfolgte eine Haushaltsabklärung (IV-act. 34). Im entsprechenden 

Bericht vermerkte die Abklärungsperson, dass aufgrund der schlechten 

Deutschkenntnisse der mittlere Sohn die Übersetzung übernommen habe. Die 

Versicherte habe angegeben, sie würde gerne in einem 100% Pensum arbeiten. Sie 

habe bereits seit 2009 eine Vollzeitstelle gesucht und sei während dieser Zeit beim RAV 

gemeldet gewesen. Der Sohn habe mitgeteilt, dass es seiner Mutter aufgrund der 

Sprachbarriere und des fehlenden Führerscheins nicht möglich gewesen sei, eine 

Vollzeitstelle zu finden. Die Versicherte gab an, sie habe immer gerne gearbeitet und 

ihre Söhne seien alle schon länger selbständig und bräuchten längst keine Betreuung 

mehr. Im Abklärungsbericht wurde vermerkt, anhand der Unterlagen könne nicht 

nachvollzogen werden, dass die Versicherte heute voll arbeitstätig wäre. Seit ihrer 

Einreise in die Schweiz habe sie maximal 30% gearbeitet. Die Söhne seien schon 

länger in einem Alter, das ein höheres Pensum zuliesse. Die Beschwerdeführerin könne 

im Zeitraum von Februar 2009 bis Oktober 2010 lediglich sieben Bewerbungen 

vorweisen. Es liesse sich maximal eine 50%ige Erwerbstätigkeit nachvollziehen. Dies 

werde auch durch die Auskunft der zuständigen Arbeitslosenkasse untermauert, dass 

die Versicherte zu 50% vermittelbar gemeldet gewesen sei.

A.g  Mit Vorbescheid vom 26. September 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, 

sie beabsichtige, das Rentengesuch bei einem Invaliditätsgrad von 9% abzulehnen (IV-

act. 41). Am 21. November 2012 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid 

(IV-act. 45).

B.

B.a  Am 10. Januar 2013 erhob die Versicherte Beschwerde mit dem Antrag, die Ver­

fügung vom 21. November 2012 sei aufzuheben; es sei ein neuer Einkommensvergleich 

vorzunehmen und ihr sei eine angemessene Rente zuzusprechen (act. G 1). Zur 

Begründung machte die Beschwerdeführerin geltend, es komme nicht die gemischte 

Methode zur Bemessung des Invaliditätsgrades zur Anwendung. Sie bestreite, dass sie 

bei voller Gesundheit lediglich einer 50%igen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. 

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Nachdem sie im Juni 2002 in die Schweiz gezogen sei, habe sie bei der Firma D.___ 

auf Abruf gearbeitet. Danach habe sie im Hotel E.___ als Küchenhilfe und 

Zimmermädchen 4 bis 9 Stunden pro Tag gearbeitet. Später sei sie in 

Landwirtschaftsbetrieben und in einer Reinigungsfirma tätig gewesen. Aus 

wirtschaftlichen Gründen habe man ihr bei ihrer letzen Arbeitsstelle nur eine saisonale 

Tätigkeit anbieten können. Von November bis April/Mai sei sie dort jeweils zu 100% 

beschäftigt gewesen. Sie habe durchschnittlich einen Arbeitseinsatz von ca. 180 

Stunden pro Monat geleistet. Der dabei erzielte Lohn von Fr. 12.50 sei tief angesetzt 

gewesen. Nach Beendigung des saisonalen Arbeitseinsatzes habe sie sich beim RAV 

gemeldet und erneut eine 100% Stelle gesucht. Aufgrund des schwierigen 

wirtschaftlichen Umfeldes, der ungenügenden Sprachkenntnisse und des niedrigen 

Ausbildungsstandes sei die Arbeitssuche beschwerlich gewesen. Die knappen 

finanziellen Verhältnisse der Familie hätten eine Vollzeitbeschäftigung erfordert und das 

fortgeschrittene Alter der Kinder hätte eine 100%ige Beschäftigung zugelassen. Im 

Fragebogen Erwerbstätigkeit/Haushalt habe sie in aller Deutlichkeit festgehalten, dass 

sie zu 100% arbeiten würde, um die Familie zu unterstützen.

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 22. Februar 2013 beantragte die IV-Stelle die Ab­

weisung der Beschwerde (act. G 4). Die Beschwerdeführerin habe seit ihrer Einreise in 

die Schweiz rund Fr. 50'000.-- verdient. Die Abklärungspersonen hätten es nicht für 

glaubwürdig gehalten, dass die Beschwerdeführerin zu 100% erwerbstätig wäre und 

hätten sie daher als zu 50% im Haushalt tätig eingestuft. Es müsse zudem festgehalten 

werden, dass aufgrund der gestellten Diagnosen nicht von einer 50%igen 

Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausgegangen werden könne. Die 

Begründung, dass eine ganztägige Tätigkeit der Beschwerdeführerin nicht zumutbar 

sei, vermöge nicht zu überzeugen. Es sei nicht einzusehen, weshalb die 

Beschwerdeführerin in einer adaptierten sitzenden Tätigkeit nicht ganztägig 

arbeitsfähig sein sollte. Die vorliegenden Diagnosen würden die Beschwerdeführerin 

höchstens qualitativ und nicht quantitativ einschränken. Sämtliche Fakten würden 

ausserdem gegen eine volle Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall sprechen. Die 

Beschwerdeführerin habe seit ihrer Einreise in die Schweiz maximal zu 30% gearbeitet. 

Ihre Söhne seien in einem Alter, das längst eine höhere Erwerbstätigkeit der 

Beschwerdeführerin zugelassen hätte. Es sei nicht plausibel, dass sie aufgrund der 

mangelnden Deutschkenntnisse und des fehlenden Führerscheins keine Vollzeitstelle 

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gefunden habe. So habe sie im Zeitraum Februar 2009 bis Oktober 2010 lediglich 

sieben Bewerbungen vorweisen können. Sie habe offenkundig nicht ernsthaft versucht, 

eine ganztägige Stelle zu finden. Laut Auskunft der Arbeitslosenkasse sei sie auch 

lediglich als zu 50% vermittelbar gemeldet gewesen.

B.c  Mit Replik vom 16. April 2013 machte die Beschwerdegegnerin geltend, das 

Gutachten vom 10. Dezember 2011 attestiere ihr eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit und 

es gebe keinen Grund, davon abzuweichen (act. G 6). Bei der Invaliditätsbemessung 

sei zudem ein angemessener leidensbedingter Abzug von 10% vom Tabellenlohn vor­

zunehmen. Sie sei gemäss ärztlicher Einschätzung lediglich in der Lage, eine sitzende 

Tätigkeit auszuüben. Es sei damit zu rechnen, dass sie aufgrund ihrer schlechten 

Deutschkenntnisse gegenüber Mitbewerbern einen gewissen Lohnnachteil in Kauf zu 

nehmen habe.

B.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik.

Erwägungen:

1. 

1.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit, es sei denn eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen, und es habe ihr auch nicht 

zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt 

gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

als Invalidität.

1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40% auf eine Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die 

Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die 

ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

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Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).

1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei nichterwerbstätigen Versicherten 

im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird 

hingegen für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine 

Behinderung besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 

IVG). Als Aufgabenbereich einer im Haushalt tätigen versicherten Personen gilt unter 

anderem die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV). 

Bei einer versicherten Person, die nur zum Teil erwerbstätig wäre, wird die Invalidität 

diesbezüglich nach Art. 16 ATSG festgelegt. Wäre die versicherte Person daneben in 

einem Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a 

Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind die Anteile der Erwerbstätigkeit und der 

Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich festzustellen und der Invaliditätsgrad ist 

entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG). 

Diese Art der Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss als gemischte Methode 

bezeichnet. Gemäss Art. 27  IVV ist nur der Einkommensvergleich anzustellen, wenn 

anzunehmen ist, dass die versicherte Person im Zeitpunkt der Prüfung des 

Rentenanspruchs ohne den Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wäre. In 

ständiger Rechtsprechung prüft das Bundesgericht die Frage, ob und gegebenenfalls 

in welchem Ausmass eine versicherte Person auch ohne den Gesundheitsschaden im 

Aufgabenbereich tätig wäre, anhand der hypothetischen Verhaltensweise der 

versicherten Person. Nach Ansicht des Bundesgerichts ist dazu abzuklären, ob die 

versicherte Person ohne den Gesundheitsschaden mit Rücksicht auf die gesamten 

Umstände (persönlicher, familiärer, sozialer und erwerblicher Art) erwerbstätig oder im 

Aufgabenbereich tätig wäre. Dabei sollen die finanzielle Notwendigkeit der Aufnahme 

oder der Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, allfällige Erziehungs- und 

Betreuungsaufgaben, das Alter der versicherten Person, deren berufliche Fähigkeiten, 

Neigungen und Begabungen massgebend sein. Abzustellen sei auf die hypothetischen 

Verhältnisse in tatsächlicher Hinsicht, wie sie sich bis zum massgebenden Zeitpunkt 

entwickelt haben würden (vgl. etwa BGE 125 V 150).

bis

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2.  Zwischen den Parteien ist streitig, zu wieviel Prozent die Beschwerdeführerin heute 

ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung erwerbstätig wäre. Die Beschwerdeführerin hat 

geltend gemacht, sie wäre zu 100% erwerbstätig. Die Beschwerdegegnerin hat 

lediglich eine Erwerbstätigkeit im Umfang von 50% anerkannt. Die Beschwerdeführerin 

hat argumentiert, sie wäre zu 100% erwerbstätig, da sie die Familie unterstützen 

müsse. Sie habe sich auch beim RAV angemeldet und nach einer Vollzeitstelle gesucht. 

Es sei aber sehr schwierig gewesen und sie habe jeweils nur saisonal eine Vollzeitstelle 

erhalten. Die Beschwerdegegnerin hat argumentiert, die Beschwerdeführerin habe seit 

ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 2002 maximal zu 30% gearbeitet. Diese 

Argumentation überzeugt nicht, denn es ist nicht zulässig eine "Mischrechnung" über 

die Jahre hinweg vorzunehmen. Die Beschwerdeführerin arbeitete bei ihrer letzten 

Tätigkeit zu einem tiefen Stundenansatz von Fr. 12.50 und konnte diese Arbeit jeweils 

nur saisonal ausüben (vgl. IV-act. 4 und 11). Auf ein Jahr hochgerechnet ergibt sich 

dabei natürlich ein entsprechend tiefes Jahreseinkommen. Dies darf der 

Beschwerdeführerin indes nicht entgegen gehalten werden, denn sie hat immer, wenn 

sie die Gelegenheit dazu hatte, zu 100% gearbeitet. Überdies hat die 

Beschwerdeführerin auch stets angegeben, dass sie zu 100% erwerbstätig wäre, 

sowohl im Fragebogen zur Rentenabklärung als auch bei der Haushaltsabklärung. 

Auch aufgrund ihrer finanziellen Situation ist es glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin 

zu 100% einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Ihr Ehemann ist zwar voll 

erwerbstätig, erzielt aber ein relativ tiefes Einkommen (vgl. act. 34-3). Die 

Beschwerdeführerin muss keinen Betreuungspflichten mehr nachkommen und auch 

sonst spricht nichts gegen eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin. 

Dass die Beschwerdeführerin gewillt ist, eine 100%ige Erwerbstätigkeit auszuüben, hat 

sie dadurch bewiesen, dass sie, als sich ihr die Gelegenheit bot, zu 100% zu arbeiten, 

dies stets getan hat. So hat sie im Gemüsebau jeweils ein 100%-Pensum geleistet, nur 

war dort die Arbeit jeweils von November bis April oder Mai befristet. Bei dieser 

Sachlage erscheint es plausibel, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 

100% erwerbstätig wäre. Da die Beschwerdeführerin damit als Vollerwerbstätige zu 

qualifizieren ist, ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin anhand eines reinen 

Einkommensvergleiches zu ermitteln.

3. 

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3.1 Der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin ist anhand eines 

Einkommensvergleichs zu ermitteln. In der Regel wird für die Bestimmung des 

Valideneinkommens auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt. Von diesem 

Grundsatz ist aber in begründeten Fällen abzuweichen, zum Beispiel wenn der von der 

versicherten Person erzielte Verdienst aufgrund von äusseren Umständen nicht der 

eigentlichen wirtschaftlichen Erwerbsfähigkeit entspricht. In der Invalidenversicherung 

bildet nämlich nicht der zuletzt erzielte Verdienst, sondern die Erwerbsfähigkeit einer 

Person den Versicherungsgegenstand. Es besteht zwar eine Vermutung dafür, dass der 

zuletzt erzielte Verdienst die Erwerbsfähigkeit abbildet. Im vorliegenden Fall trifft dies 

indessen nicht zu, da es sich bei der letzten Stelle der Beschwerdeführerin lediglich um 

eine saisonale Stelle gehandelt hat, die sehr tief entlöhnt worden ist. Es sind keine 

Hinweise darauf ersichtlich, dass dieses unterdurchschnittliche Einkommen in der 

Person der Beschwerdeführerin begründet gewesen wäre. Vielmehr ist mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass äussere Umstände wie 

arbeitsmarktliche Zwänge und Standortnachteile dazu geführt haben, dass die 

Beschwerdeführerin eine Stelle annehmen musste, bei der sie nur saisonal arbeiten 

konnte und sehr wenig verdiente. Die Beschwerdegegnerin hat dementsprechend das 

Valideneinkommen zu Recht anhand des Tabellenlohnes gemäss der 

Lohnstrukturerhebung (LSE) ermittelt, in dem sie für den massgeblichen Lohn auf das 

Anforderungsniveau 4 für Frauen abgestellt hat.

3.2 Die Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, es sei ihr ein angemessener 

leidensbedingter Abzug vom Lohn zu gewähren. Sie sei nur in der Lage, vorwiegend 

sitzende Tätigkeiten auszuüben und zudem habe sie auch aufgrund ihrer schlechten 

Deutschkenntnisse im Vergleich mit Mitbewerbern einen Lohnnachteil in Kauf zu 

nehmen. Dazu ist festzuhalten, dass, falls ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen 

sein wird, dieser nicht durch die schlechten Deutschkenntnisse der 

Beschwerdeführerin begründet wäre. Massgebend ist vielmehr, dass die 

Beschwerdeführerin als nicht vollständig gesunde Arbeitnehmerin gegenüber gesunden 

Arbeitnehmern mit gewissen indirekten Wettbewerbsnachteilen zu rechnen hätte und 

diesen mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen wäre.

3.3 Da vorliegend aber, wie nachfolgend zu zeigen sein wird, nicht feststeht, in 

welchem Ausmass die Beschwerdeführerin invalid ist, kann die Frage nach der Höhe 

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eines allfälligen Abzuges vom Tabellenlohn noch nicht beantwortet werden. Gleich 

verhält es sich mit dem allfälligen Rentenbeginn, der erst wird festgelegt werden 

können, wenn der IV-Grad der Beschwerdeführerin bekannt ist.

4. 

4.1 Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin an einer Kniegelenks­

arthrose bei varicosis cruris und an einer Adipositas leidet. Der rheumatologische 

Gutachter hat die Beschwerdeführerin daher ab Juni 2011 als nur noch zu 50% 

arbeitsfähig eingeschätzt. Eine Tätigkeit mit Wechselbelastung stehend, sitzend, 

gehend, wäre ihr nach Ansicht des Gutachters für 4 Stunden pro Tag ohne 

Leistungseinbusse zumutbar. Auch der behandelnde Arzt vertrat die Ansicht, dass ein 

Teilzeitpensum bei voller Leistung eher wünschenswert wäre, da sich die 

Beschwerdeführerin danach erholen könne. Da die Beschwerdeführerin aber immer 

noch über Dauerschmerzen im Kniegelenk berichtet hatte, hielt er sie in seinem Bericht 

vom 7. Februar 2012 noch nicht für arbeitsfähig. Ob eine 50%ige Arbeitsleistung 

machbar sei, werde erst die Zukunft zeigen.

4.2 Sowohl der Gutachter als auch der behandelnde Arzt vertreten die Auffassung, 

dass der Beschwerdeführerin maximal eine 50%ige Tätigkeit zumutbar sei. Zudem 

müsse das Pensum halbtags gleistet werden, da der Beschwerdeführerin lediglich eine 

Belastung von ca. 4 Stunden pro Tag zumutbar sei. Der Gutachter führte dazu aus, ein 

ganztägige Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin wegen "den ungünstigen trophischen 

Verhältnissen am rechten Unterschenkel und der krankheitsbedingten 

Strukturveränderungen am rechten Knie mit belastungsmodulierter Gonalgie nicht 

zuzumuten" (IV-act. 26-14). Der Hausarzt schloss sich dieser Beurteilung an und wies 

zudem noch auf eine chronisch venöse Insuffizienz hin (IV-act. 26-7). Der RAD-Arzt 

hatte keine Bemerkungen zur gutachterlichen Einschätzung gemacht (IV-act. 35). Erst 

im Beschwerdeverfahren äusserte der Rechtsdienst der Beschwerdegegnerin Zweifel 

an der medizinischen Einschätzung einer nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ 

eingeschränkten Arbeitsfähigkeit. Aus den medizinischen Akten ist nicht klar 

ersichtlich, aus welchen Gründen es der Beschwerdeführerin nicht möglich sein soll, 

bei einer optimal adaptierten Tätigkeit ganztags zu arbeiten. Der Gutachter zeigte nicht 

auf, aufgrund welcher Symptome und welcher Beschwerden die Beschwerdeführerin 

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nach 4 Stunden nicht mehr arbeitsfähig wäre. Es ist damit fraglich, ob die 

Beschwerdeführerin tatsächlich auch in einer optimal adaptierten Tätigkeit zu 50% 

eingeschränkt ist. Der Sachverhalt erweist sich daher als ungenügend abgeklärt. 

Dementsprechend ist die Sache zur ergänzenden Abklärung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die 

Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu 

bezahlen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss wird ihr 

zurückerstattet.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 21. November 

2012 aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung im 

Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.  Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu tragen; der

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzu­

erstatten.

bis

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