# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 771ba91f-06b4-5a33-b9a4-90ab107587da
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-28
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 28.03.2025 VBE.2024.215
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-215_2025-03-28.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

VBE.2024.215 / lm / GM 
Art. 35 

 

Urteil vom 28. März 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichter Kathriner  

Oberrichterin Fischer  

Gerichtsschreiber Schweizer 

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____,  

vertreten durch lic. iur. Kaspar Gehring, Rechtsanwalt, Ulrichstrasse 14, 

8032 Zürich  

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern  

vertreten durch MLaw Nadine Berchtold-Suter, Rechtsanwältin, 

Schwanenplatz 4, 6004 Luzern  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 21. März 2024) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1989 geborene Beschwerdeführer war seit 2016 als Mitarbeiter 

Vorfabrikation angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Beschwerdegeg-

nerin obligatorisch gegen die Folgen von Nichtberufs- und Berufsunfällen 

sowie Berufskrankheiten versichert, als er gemäss Schadenmeldung am 

31. Mai 2017 beim Fussballspielen für einen Kopfball aufsprang und bei der 

Landung mit dem rechten Bein bzw. Knie einknickte und sich dabei eine 

Verletzung zuzog. In der Folge anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre 

Leistungspflicht für das Ereignis vom 31. Mai 2017 und richtete die 

vorübergehenden gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) 

aus, welche mit Schreiben vom 19. September 2017 eingestellt wurden.  

 

1.2. 

Am 20. August 2019 meldete der Beschwerdeführer einen Rückfall vom 

13. August 2019 und am 25. November 2019 einen weiteren Rückfall vom 

19. November 2019 zum Unfall vom 31. Mai 2017. Die Beschwerdegeg-

nerin richtete hierfür wiederum vorübergehende Leistungen aus. Nach 

verschiedenen Abklärungen und Durchführung einer kreisärztlichen 

Untersuchung teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit 

Schreiben vom 11. April 2022 mit, dass durch weitere Behandlungen keine 

wesentliche Besserung der unfallbedingten Beschwerden mehr erreicht 

werden könne, unfallbedingt als Dauerheilkosten weiterhin die benötigten 

Schmerzmittel sowie je nach Schmerzexazerbation und Belastung zwei bis 

drei Serien Physiotherapie pro Jahr übernommen würden und die 

Taggeldleistungen nach einer Übergangsfrist bis 31. Juli 2022 per 

1. August 2022 definitiv eingestellt würden. Mit Verfügung vom 16. Mai 

2022 verneinte die Beschwerdegegnerin sodann einen Rentenanspruch 

sowie einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Die dagegen 

erhobene Einsprache wies die Beschwerdegegnerin mit Einsprache-

entscheid vom 21. März 2024 ab.  

 

2. 

2.1. 

Mit Eingabe vom 26. April 2024 erhob der Beschwerdeführer fristgerecht 

Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Der Einspracheentscheid vom 21. März 2024 sei aufzuheben. 
 
2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 

die gesetzlich geschuldeten Leistungen auch nach dem 31. Juli 2022 
auszurichten, insbesondere weiterhin Taggelder und Heilbehandlungs-
kosten zu übernehmen, später allenfalls weitere Leistungen (Invaliden-
rente, Integritätsentschädigung usw.). 

 

 - 3 - 

 

 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerde-
gegnerin (inkl. 8.1 % MwSt.)." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 1. Juli 2024 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit Eingabe vom 23. August 2024 reichte der Beschwerdeführer eine Kopie 

seiner gegen die Verfügung der IV-Stelle, Aargau, vom 21. Juni 2024 

betreffend Rente erhobenen Beschwerde vom 22. August 2024 ein. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Der Beschwerdeführer bringt vor, die Beschwerdegegnerin habe sein 

rechtliches Gehör verletzt, indem sie sich nicht mit den mit der "Einsprache-

ergänzung" vom 26. Mai 2023 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 373) 

erfolgten Hinweisen auf die Verfahrensfairness, der Ergänzung des bereits 

eingereichten Gutachtens mit dem Verlauf bis 2. November 2022 und dem 

Hinweis auf die Koordination mit der IV hinsichtlich der Eingliederungs-

massnahmen auseinandergesetzt habe (Beschwerde S. 4 ff.). 

 

1.2. 

Einspracheentscheide sind gemäss Art. 52 Abs. 2 ATSG zu begründen, 

was sich auch aus dem allgemeinen Anspruch auf rechtliches Gehör 

(Art. 29 Abs. 2 BV) ergibt. Die Begründung muss wenigstens kurz die 

Überlegungen nennen, von denen sich die Behörde leiten liess und auf 

welche sich ihr Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich 

ausdrücklich mit jeder Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 

auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid 

wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 124 V 180 E. 1a S. 181). 

 

1.3. 

Der "Einsprachespracheergänzung" vom 26. Mai 2023 (VB 373) lassen 

sich keine Ausführungen betreffend die Verfahrensfairness entnehmen, 

weshalb unklar bleibt, womit sich die Beschwerdegegnerin in diesem 

Zusammenhang hätte auseinandersetzen sollen. Weiter hat sich die 

Beschwerdegegnerin zum Privatgutachten vom 2. November 2022 sowie 

zu den von der IV-Stelle Aargau durchgeführten Eingliederungsmass-

nahmen im angefochtenen Einspracheentscheid geäussert (vgl. VB 381 

S. 6). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist nicht ersichtlich. 

 

 - 4 - 

 

 

2. 

Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Einsprache-

entscheid vom 21. März 2024 (VB 381) zu Recht den Fallabschluss per 

31. Juli 2022 vorgenommen sowie einen Anspruch des Beschwerdeführers 

auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung verneint hat. 

 

3. 

Der Unfallversicherer hat Heilbehandlung und Taggeldleistungen nur so-

lange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann. 

Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden 

Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden-

rente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (vgl. Art. 19 

Abs. 1 UVG; vgl. auch: BGE 144 V 354 E. 4.1 S. 357 mit Hinweisen). Unter 

namhafter Besserung ist die zu erwartende Steigerung oder Wieder-

herstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beeinträchtigt, zu 

verstehen. Dabei muss die zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen, 

während unbedeutende Verbesserungen nicht genügen (BGE 134 V 109 

E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_87/2021 vom 15. Juni 2021 E. 2.2). 

 

4. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einsprache-

entscheid in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf den Unter-

suchungsbericht von Kreisärztin Dr. med. B._____, Fachärztin für 

Chirurgie, vom 1. März 2022 über die am 28. Februar 2022 durchgeführte 

Untersuchung. Die Kreisärztin stellte folgende Diagnosen (VB 316 S. 11): 

 

"Rechtes Kniegelenk 
Persistierende Restbeschwerden im Bereich des rechten Kniegelenks mit 
ausgeprägter Quadrizepsatrophie bei Status nach Patellarsehnenaug-
mentation und Quadrizepssehnentransfer November 2020 bei Status 
nach vorderer Kreuzbandrekonstruktion mittels Patellarsehnentrans-
plantat November 2019 bei Status nach vorderer Kreuzbandruptur 2017. 
 
Linkes Kniegelenk 
Status nach arthroskopischer Teilmeniskektomie April 2019, zurzeit be-
schwerdefrei." 

 

Kreisärztin Dr. med. B._____ führte aus, die bisherige Tätigkeit als 

Fabrikarbeiter, was eine rein stehende Tätigkeit sei, sei nicht mehr 

zumutbar. In einer optimal angepassten leichten wechselbelastenden 

Tätigkeit, wobei Gehen über 300-500 Meter repetitiv eingeschränkt sei, 

Sitzen in Zwangshaltung für das rechte Knie nicht zumutbar sei, häufige 

Stellungswechsel am Arbeitsplatz möglich sein müssten, ohne 

kniende/kauernde Tätigkeiten, ohne Treppensteigen, ohne Arbeiten auf 

Leitern und Gerüsten, ohne Gehen auf unebener Unterlage, liege eine volle 

Arbeitsfähigkeit vor (VB 316 S. 12 f.). 

 

 - 5 - 

 

 

Mit Stellungnahme vom 11. April 2022 führte Kreisärztin Dr. med. B._____ 

zum Vorliegen eines allfälligen unfallbedingten Integritätsschadens aus, 

am rechten Kniegelenk sei in Zusammenschau der klinischen Befunde 

anlässlich der versicherungsmedizinischen Untersuchung vom 28. Februar 

2022 und aktueller Bildgebung die Erheblichkeitsgrenze nicht erreicht. Es 

liege keine mässige Arthrose und keine Instabilität vor. Bezüglich des 

linken Kniegelenks habe der Beschwerdeführer angegeben, dass er völlig 

beschwerdefrei sei. Im Gesamtkontext sei davon auszugehen, dass auch 

bezüglich des linken Kniegelenks die Erheblichkeitsgrenze nicht erreicht 

sei (VB 327). 

 

5. 

5.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beur-

teilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des 

Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a 

S. 352). 

 

5.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner 

medizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 

V 465 E. 4.4 S. 469 f. und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

6. 

6.1. 

6.1.1. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, es habe sich keine Medizinerin mit 

den Parteigutachten von Dr. med. C._____, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 18. Februar 

2022 und vom 2. November 2022 auseinandergesetzt. Die Beschwerde-

gegnerin versuche, dies einfach mit der Behauptung zu umgehen, darin 

seien unfallfremde Beschwerden berücksichtigt. Das sei aber nicht der Fall 

und es gebe auch keine medizinische Würdigung im Einspracheentscheid, 

 - 6 - 

 

 

welche Befunde und welche Schlussfolgerung darin unfallfremd sein sollten 

(Beschwerde S. 6 f.). 

 

6.1.2. 

Mit Parteigutachten vom 18. Februar 2022 stellten Dr. med. C._____ und 

med. pract. D._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato-

logie des Bewegungsapparates, folgende Diagnose mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit (VB 352 S. 24): 

 

"1. Belastungs- und Bewegungsabhängiges Schmerzsyndrom des rechten 
Kniegelenkes bei neurologisch diagnostiziertem neuromuskulären 
Defizit mit leichter Athrophie der Quadrizepsmuskulatur  

 (…)". 

 

Aus orthopädischer Sicht bestehe aufgrund der erhobenen Befunde eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % im angestammten Beruf als ungelernter 

Arbeiter im Sanitärgewerbe. Im Beruf als Buschauffeur, für die der 

Beschwerdeführer aktuell eine Umschulung absolviere, bestehe zum 

jetzigen Zeitpunkt ebenso eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (VB 352 

S. 27). 

 

In einem weiteren Parteigutachten vom 2. November 2022 führten 

Dr. med. C._____ und med. pract. D._____ aus, im Beruf als Buschauffeur 

werde eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % perspektivisch in einem Zeitraum 

von sechs bis zwölf Monaten angenommen. Es sei jedoch von einer 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit im weiteren Verlauf auszugehen. Zu Beginn 

könne ein Arbeitsversuch im reduzierten Arbeitspensum gestartet werden. 

Der Arbeitsversuch könne im reduzierten Stundenpensum durchaus schon 

zu einem früheren Zeitpunkt als dem Zeitraum von 0-12 Monaten 

durchgeführt werden. Für mögliche andere Verweistätigkeiten könne das 

mögliche Belastungsprofil wie folgt nach dem oben genannten Zeitraum 

definiert werden: Es könnten überwiegend körperlich leichte Arbeiten 

ausgeübt werden. Lasten bis zu fünf Kilogramm könnten gelegentlich 

gehoben und getragen werden. Gelegentliche Arbeiten im Gehen, Stehen, 

wechselweise im Gehen und Sitzen seien möglich. Ein Wechsel der 

Körperhaltung müsse nicht garantiert sein. Die Tätigkeit solle bevorzugt 

sitzend erfolgen. Arbeiten mit gelegentlichem Knien und Bücken könnten 

nicht durchgeführt werden. Arbeiten in Zwangshaltungen seien nicht 

möglich. Überkopfarbeiten seien möglich. Es dürften keine Arbeiten auf 

Gerüsten, Leitern, Regalleitern ausgeführt werden; Treppensteigen sei 

überwiegend möglich. Arbeiten mit besonderer Einwirkung von Nässe, 

Kälte, Zugluft und Temperaturwechsel seien zu vermeiden (VB 369 

S. 40 f.). 

 

 - 7 - 

 

 

6.1.3. 

Dr. med. C._____ und med. pract. D._____ stellten fest, es würden unter 

anderem Beeinträchtigungen aufgrund einer Insertionstendinose im Be-

reich der rechten Hüfte mit leicht verminderten Beweglichkeiten der rechten 

Hüfte sowie eine Knicksenkfussdeformität mit einer leicht valgischen 

Beinachse bestehen (vgl. VB 352 S. 25; 369 S. 38). Somit berücksichtigen 

sie in ihrer Beurteilung auch Beschwerden, welche nicht unfallkausal sind, 

worauf auch die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 

21. März 2024 hinwies (vgl. VB 382 S. 9). Im Übrigen ist das Partei-

gutachten in verschiedener Hinsicht nicht schlüssig begründet, wie nach-

folgend aufgezeigt wird. 

 

Dr. med. C._____ und med. pract. D._____ legten nicht dar, aufgrund 

welcher funktionellen Auswirkungen der erhobenen Befunde eine 

Arbeitsunfähigkeit auch in angepassten Tätigkeiten resultieren soll. Es 

wurden insbesondere die subjektiven Schmerzangaben des 

Beschwerdeführers wiedergegeben (vgl. VB 369 S. 9). Die subjektiven 

Schmerzangaben der versicherten Person allein genügen für die 

Begründung einer Arbeitsunfähigkeit jedoch nicht. Vielmehr muss im 

Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt 

werden, dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich 

schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind. Dabei müssen 

die Schmerzangaben zuverlässiger medizinischer Feststellung und Über-

prüfung zugänglich sein (BGE 143 V 124 E. 2.2.2, mit Hinweis auf 

BGE 130 V 396 E. 5.3.2 S. 398; vgl. auch BGE 139 V 547 E. 5.4 S. 556). 

Dr. med. C._____ und med. pract. D._____ erhoben jedoch im 

Wesentlichen unauffällige Untersuchungsbefunde des rechten Knies 

(VB 369 S. 9 f.) und sie hielten fest, die bestehenden belastungs- und 

bewegungsbedingten Beschwerden würden aufgrund des neurologisch 

diagnostizierten neuromuskulären Defizits und der feststellbaren Atrophie 

der rechten Oberschenkelmuskulatur resultieren (VB 369 S. 39). Den 

gesamten medizinischen Akten lässt sich jedoch kein neuromuskuläres 

Defizit entnehmen. So wurde insbesondere im Bericht von 

Prof. Dr. med. E._____, Facharzt für Neurologie, über das neurologische 

Konsilium vom 4. Juni 2021 festgehalten, dass klinisch, radiologisch und 

elektrophysiologisch kein Anhalt für eine peripher-neurogene Läsion 

bestehe, welche zu einer Atrophie der Oberschenkelmuskulatur hätte 

beitragen können. Der Unterschied [zwischen dem Umfang des rechten 

und des linken Oberschenkels] wäre am ehesten durch postoperative 

Inaktivität bzw. postoperativ ungleichmässige Belastung zu erklären, sofern 

die Asymmetrie präoperativ nicht schon vorbestehend gewesen sei 

(VB 244 S. 2), worauf auch Kreisärztin Dr. med. B._____ verwies (vgl. 

VB 316 S. 12). Zudem erweist sich die Beurteilung von Dr. med. C._____ 

und med. pract. D._____ als widersprüchlich, denn diese stellten fest, dass 

Arbeiten in Zwangshaltungen nicht möglich seien (vgl. VB 369 S. 41). 

Zugleich hielten sie jedoch prognostisch die Tätigkeit als Buschauffeur für 

 - 8 - 

 

 

zumutbar, obwohl bei dieser Tätigkeit offensichtlich das Einnehmen von 

Zwangshaltungen erforderlich wäre. Im Übrigen stimmt das von 

Dr. med. C._____ und med. pract. D._____ festgelegte Belastungsprofil im 

Wesentlichen mit den von Kreisärztin Dr. med. B._____ formulierten Anfor-

derungen an eine angepasste Tätigkeit überein, wobei Kreisärztin 

Dr. med. B._____ gar davon ausging, dass häufige Stellungswechsel 

möglich sein müssten (VB 316 S. 12 f.). Folglich erübrigte sich die Vorlage 

des Parteigutachtens an die Kreisärztin Dr. med. B._____. 

 

6.2. 

Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, es treffe nicht zu, dass kein 

Anspruch auf Durchführung weiterer konservativer therapeutischer 

Massnahmen bestehe, weil keine Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu 

erwarten wäre. Dr. med. C._____ habe auf verschiedene Massnahmen 

verwiesen, welche ärztlich überwacht und je nach Erfolg ausgebaut, 

abgebrochen oder durch andere Massnahmen ersetzt werden müssten. So 

habe er am 2. November 2022 ausgeführt, die inzwischen getroffenen 

Massnahmen seien durch Ärzte koordiniert worden und in der Zwischenzeit 

habe sich auch dank der Massnahmen ein positiver Trend abgezeichnet, 

die Arbeitsfähigkeit könne aber durch weitere ärztlich koordinierte 

Massnahmen noch weiter erhöht werden (vgl. Beschwerde S. 8 f.). 

 

Der Beschwerdeführer steht ausweislich der Akten jedoch gar nicht mehr 

in medizinischer Behandlung. Der behandelnde Arzt Dr. med. F._____, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-

apparates, schloss nämlich die ärztliche Behandlung am 14. Dezember 

2021 mangels weiterer Behandlungsoptionen respektive sinnvoller weiter-

führender Abklärungen ab und bat die Beschwerdegegnerin um eine 

abschliessende Beurteilung (vgl. VB 294 S. 2). Die Vorbringen des Be-

schwerdeführers sind daher nicht nachvollziehbar. Die Parteigutachter 

empfahlen sodann im Wesentlichen eine weitere Kräftigung der Muskulatur 

und eine konsequente Therapie der Fehlbelastungssyndrome (vgl. VB 352 

S. 28). Rechtsprechungsgemäss steht die Annahme, dass der Beschwer-

deführer weiter von Physiotherapie profitieren kann, dem Fallabschluss 

aber nicht entgegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_496/2023 vom 

22. Februar 2024 E. 5.2 mit Hinweisen). 

 

6.3. 

6.3.1. 

Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, der Fallabschluss setze den 

Abschluss der Eingliederungsmassnahmen voraus. Die Beschwerdegeg-

nerin habe den Fallabschluss verfügt, ohne sich überhaupt um die Einglie-

derung gekümmert zu haben und ohne im Einspracheverfahren dazu 

irgendwelche Akten eingeholt zu haben (vgl. Beschwerde S. 12 ff.).  

 

 - 9 - 

 

 

6.3.2. 

Der Invaliditätsgrad und damit der Rentenanspruch kann dann noch nicht 

beurteilt werden, wenn zwar der medizinisch-therapeutische Endzustand 

erreicht ist, aber noch Eingliederungsmassnahmen der Invalidenver-

sicherung im Gange sind. Das Ergebnis solcher Massnahmen ist 

abzuwarten, wenn sie Unfallfolgen betreffen und geeignet sind, den der 

Invalidenrente der Unfallversicherung zugrunde zu legenden Invaliditäts-

grad zu beeinflussen. Relevante Massnahmen sind insbesondere die 

Umschulung gemäss Art. 17 IVG und die erstmalige berufliche Ausbildung 

nach Art. 16 Abs. 1 IVG, nicht jedoch eine Arbeitsvermittlung im Sinne von 

Art. 18 IVG (vgl. THOMAS FLÜCKIGER, in: Frésard-Fellay/Leuzinger/Pärli 

[Hrsg.], Basler Kommentar, Unfallversicherungsgesetz, 2019, N. 18 zu 

Art. 19 UVG mit Hinweisen, unter anderem auf Urteil des Bundesgerichts 

8C_657/2012 vom 18. Oktober 2012 E. 2.2.2). Vorliegend handelte es sich 

bei der durch die IV-Stelle, Kanton Aargau, durchgeführten Eingliederungs-

massnahme um eine Arbeitsvermittlung (vgl. VB 358 S. 1), welche dem 

Fallabschluss somit nicht entgegenstand. Die Beschwerdegegnerin hatte 

demnach die Ergebnisse der beruflichen Eingliederung nicht abzuwarten 

und war demnach auch nicht verpflichtet, die diesbezüglichen Akten von 

der IV-Stelle einzuholen.  

 

Soweit der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang geltend macht, 

dass er im Rahmen der Eingliederungsmassnahme lediglich ein 75%iges 

Pensum erreicht habe und die Erkenntnisse der Eingliederungsbe-

mühungen der kreisärztlichen Einschätzung diametral entgegenstehen 

würden (Beschwerde S. 14 f.), ist darauf hinzuweisen, dass eine 

Arbeitsvermittlung und damit keine "ausführliche berufliche Abklärung" im 

Sinne der vom Beschwerdeführer zitierten Rechtsprechung (vgl. Be-

schwerde S. 14; vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 9C_462/2022 

vom 31. Mai 2023 E. 4.2.2.1) durchgeführt wurde. Der Bericht der G AG 

(VB 375 S. 1 f.) enthält denn auch keine objektiven Feststellungen zur 

Leistungsfähigkeit, sondern es werden im Wesentlichen die subjektiven 

Angaben des Beschwerdeführers wiedergegeben. Ein Bericht über einen 

Arbeitsversuch lässt per se ohnehin keine zuverlässigen Rückschlüsse 

bezüglich des Gesundheitszustandes der versicherten Person bzw. deren 

Arbeitsfähigkeit zu, weil es sich dabei nicht um eine medizinische 

Einschätzung handelt und die im Rahmen eines entsprechenden 

Arbeitsversuchs von der versicherten Person gezeigte Leistungsfähigkeit 

nicht ohne Weiteres gleichgesetzt werden kann mit deren – 

unfallversicherungsrechtlich massgebendem – medizinisch-theoretisch 

bestehendem Leistungsvermögen. Eine ärztliche Auseinandersetzung mit 

den Feststellungen im Bericht der G AG erübrigte sich somit. 

 

6.4. 

Zusammenfassend bestehen an der Beurteilung der Kreisärztin 

Dr. med. B._____ keine auch nur geringen Zweifel, weshalb darauf 

 - 10 - 

 

 

abzustellen ist (Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, vgl. 

BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1 

S. 181). Der anspruchsrelevante medizinische Sachverhalt erweist sich vor 

diesem Hintergrund als vollständig abgeklärt, weshalb in antizipierter 

Beweiswürdigung auf weitere Abklärungen zu verzichten ist (vgl. BGE 137 

V 64 E. 5.2 S. 69, 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f.; Urteil des Bundesgerichts 

8C_280/2015 vom 8. August 2015 E. 2.3). Die Beschwerdegegnerin hat 

somit den Fallabschluss zu Recht per 31. Juli 2022 vorgenommen. 

Gestützt auf die Beurteilung von Kreisärztin Dr. med. B._____ ist daher 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten 

Tätigkeit als Fabrikarbeiter vollständig arbeitsunfähig ist. In einer optimal 

angepassten leichten wechselbelastenden Tätigkeit liegt hingegen eine 

volle Arbeitsfähigkeit vor (vgl. VB 316 S. 13). 

 

7. 

7.1. 

Im Rahmen der Prüfung des Rentenanspruchs setzte die Beschwerde-

gegnerin das Valideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne der 

Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Jahres 2020 des 

Bundesamtes für Statistik (BFS), Tabelle TA1, Ziff. 10-33 Verarbeitendes 

Gewerbe/Herst. v. Waren, Kompetenzniveau 1, Männer, auf Fr. 67'940.00 

fest. Das Invalideneinkommen setzte sie anhand der LSE 2020, 

Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1, Männer, sowie unter Berück-

sichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 5 % auf Fr. 62'770.00 fest. 

Gestützt auf diese Vergleichseinkommen ging sie davon aus, dass keine 

erhebliche unfallbedingte Einschränkung der Erwerbsfähigkeit resultiere 

(VB 381 S. 9 ff.). 

 

7.2. 

7.2.1. 

Der Beschwerdeführer beanstandet das von der Beschwerdegegnerin 

errechnete Valideneinkommen und macht geltend, dieses errechne sich 

aufgrund des statistischen Werts gemäss Ziff. 25 als Schweisser/Isoleur 

mit einem Ausgangsbetrag von Fr. 5'917.00 (Beschwerde S. 16). 

 

7.2.2. 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des Beginns eines 

allfälligen Rentenanspruchs nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (BGE 131 

V 51 E. 5.1.2 S. 53; 128 V 174; Urteil des Bundesgerichts 9C_488/2008 

vom 5. September 2008 E. 6.4). Dabei wird in der Regel am zuletzt 

erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensent-

wicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die 

bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. 

Ausnahmen von diesem Erfahrungssatz müssen mit überwiegender 

 - 11 - 

 

 

Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59; vgl. auch 

BGE 135 V 297 E. 5.1 S. 300 f.; 134 V 322 E. 4.1 S. 325 f.; 129 V 222 

E. 4.3.1 S. 224). 

 

7.2.3. 

Für die Bemessung des Valideneinkommens ist unumstritten auf die 

Tabellenlöhne der LSE abzustellen, denn die ehemalige Arbeitgeberin des 

Beschwerdeführers ging Konkurs (VB 104; vgl. dazu statt vieler Urteil des 

Bundesgerichts 8C_314/2019 vom 10. September 2019 E. 6.1 mit 

Hinweisen).  

 

Der Beschwerdeführer beantragt sinngemäss die Anwendung des Tabel-

lenlohns des Kompetenzniveaus 2. Er hat jedoch nur die obligatorische 

Schule in Italien absolviert und arbeitete als Ungelernter in der vor Eintritt 

des invalidisierenden Gesundheitsschadens ausgeübten Tätigkeit als 

Schweisser und Isoleur (VB 79 S. 1; 117 S. 1). Zudem übte er diese 

Tätigkeit lediglich rund vier Jahre aus; zuvor war er unter anderem in der 

Gastronomie tätig gewesen (VB 150 S. 4; 369 S. 2). Gerade auch vor dem 

Hintergrund, dass der Beschwerdeführer zuletzt ein Einkommen von 

lediglich maximal Fr. 50'694.00 jährlich (VB 150 S. 4) erzielte, rechtfertigt 

sich die Anwendung von Kompetenzniveau 2 nicht. Die Beschwerdegeg-

nerin hat jedoch zu Unrecht auf die (allgemeinen) Ziffern 10 bis 33, 

Verarbeitendes Gewerbe/Herstellung von Waren, abgestellt (vgl. VB 381 

S. 11 f.), denn die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Schweisser ist den Ziffern 

24-25, Herstellung von Metallerzeugnissen, zuzuordnen (vgl. 

https://www.kubb-tool.bfs.admin.ch/de/noga/2025). Es resultiert daher 

unter Anwendung der im Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheids 

aktuellsten Tabellenwerte (LSE 2020,TA1_tirage_skill_level, Metallerzeu-

gung; Herst. v. Metallerzeugnissen, Ziff. 24-25, Kompetenzniveau 1, 

Männer), angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit (BfS, 

Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, in Stunden pro 

Woche; 2004-2022, Ziff. 24-25, 2022=41.3 h) und an die Nominallohnent-

wicklung der Jahre 2020 bis 2022 (vgl. Tabelle T 1.2.10, "Nominallohn-

index, Männer 2011-2022" des BfS, Total), ein Valideneinkommen von 

Fr. 67'470.00 (Fr. 5'465.00 x 12 x 41.3/40 x 
106.3/106.7). 

 

7.3. 

7.3.1. 

Die Beschwerdegegnerin gewährte aufgrund der festgestellten unfall-

bedingten Einschränkungen sowie der "persönlichen Situation" des 

Beschwerdeführers einen leidensbedingten Abzug von 5 % (vgl. VB 381 

S. 10 f.). Der Beschwerdeführer bringt vor, es sei ein leidensbedingter 

Abzug von mindestens 20 % vorzunehmen, u.a. da er selbst bei leichten 

körperlichen Tätigkeiten eingeschränkt sei (Beschwerde S. 16 f.).  

 

 - 12 - 

 

 

7.3.2. 

Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von lohnstatistischen 

Angaben ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu 

kürzen. Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herab-

zusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen 

Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, 

Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs-

grad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen 

sind. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, 

wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte 

Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich 

bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit 

unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung 

der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale 

auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall 

gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des 

Tabellenlohnes zu begrenzen (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 134 V 322 

E. 5.2 S. 327 f.; 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481; 126 V 75 [insbesondere E. 5 

S. 78 ff.]). 

 

7.3.3. 

Soweit der Beschwerdeführer beantragt, es sei ihm ein pauschaler Abzug 

von 10 %, wie es für das Invalidenversicherungsrecht der per 1. Januar 

2024 in Kraft getretene Art. 26bis Abs. 3 IVV vorsehe, zu gewähren (vgl. 

Beschwerde S. 17), ist darauf hinzuweisen, dass in der Unfallversicherung 

keine Art. 26bis Abs. 3 IVV entsprechende Norm existiert. Die ergänzenden 

Regeln zur Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung (Art. 25 bis 

27bis IVV) sind in der Unfallversicherung zudem nicht direkt und 

grundsätzlich auch nicht analog anwendbar (vgl. zum Ganzen THOMAS 

FLÜCKIGER, a.a.O., N. 13 zu Art. 18 UVG, und Erläuternder Bericht zur 

Eröffnung des Vernehmlassungsverfahrens betreffend die Änderung der 

IVV – Umsetzung der Motion SGK-N 22.3377 «Invaliditätskonforme Tabel-

lenlöhne bei der Berechnung des IV-Grads» des Eidgenössischen 

Departements des Innern [EDI] vom 5. April 2023, S. 15). Es besteht denn 

auch keine Bindungswirkung bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades im 

Verhältnis Invalidenversicherung und Unfallversicherung (vgl. MADELEINE 

RANDACHER, in: Kieser/Kradolfer/Lendfers [Hrsg.], Kommentar zum 

Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 

5. Aufl. 2024, N. 6 zu Art. 16 ATSG). Der im Bereich des Invaliden-

versicherungsrechts bei der Bestimmung des Invalideneinkommens 

gestützt auf statistische Werte pauschal zu gewährende Abzug von 10 % 

gemäss der seit dem 1. Januar 2024 in Kraft stehenden Fassung von 

Art. 26bis Abs. 3 IVV ist damit im vorliegenden Fall nicht (analog) an-

zuwenden. 

 

 - 13 - 

 

 

Hinsichtlich des Merkmals der leidensbedingten Einschränkungen ist 

festzuhalten, dass gemäss beweiskräftiger (vgl. E. 6.4. hiervor) Beurteilung 

von Kreisärztin Dr. med. B._____ in einer optimal angepassten leichten 

wechselbelastenden Tätigkeit, wobei Gehen über 300-500 Meter repetitiv 

eingeschränkt ist, Sitzen in Zwangshaltung für das rechte Knie nicht 

zumutbar ist, häufige Stellungswechsel am Arbeitsplatz möglich sein 

müssen, ohne kniende/kauernde Tätigkeiten, ohne Treppensteigen, ohne 

Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne Gehen auf unebener Unterlage, 

eine volle Arbeitsfähigkeit besteht (vgl. VB 316 S. 12 f.). Anders als beim 

vom Beschwerdeführer zitierten (vgl. Beschwerde S. 16) Urteil des 

Bundesgerichts 8C_74/2022 vom 22. September 2022 zugrunde liegenden 

Sachverhalt (vgl. dortige E. 4.4.2) bestehen vorliegend jedoch keine 

Einschränkungen der Leistungsfähigkeit und auch kein erhöhter 

Pausenbedarf. Der LSE-Tabellenlohn umfasst zudem auch im tiefsten 

Kompetenzniveau eine Vielzahl von leichten Tätigkeiten, weshalb selbst 

bei Verweisung auf lediglich leichte Tätigkeiten nicht grundsätzlich 

Veranlassung für einen leidensbedingten Abzug besteht (vgl. statt vieler 

SVR 2021 IV Nr. 8 S. 23, 8C_393/2020 E. 4.2, SVR 2018 IV Nr. 45 S. 144, 

9C_833/2017 E. 5.1 und Urteil des Bundesgerichts 8C_250/2020 vom 

8. November 2022 E. 5.3.2). Weiter ist hinsichtlich des Merkmals der 

Nationalität/Aufenthaltskategorie festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 

über eine Niederlassungsbewilligung C verfügt (VB 364 S. 1), was, 

statistisch gesehen, eine leicht lohnsenkende Wirkung hat (BfS, LSE 2020, 

Tabelle T12_b, monatlicher Bruttolohn, Schweizer/innen und 

Ausländer/innen, nach beruflicher Stellung und Geschlecht, ohne Kader-

funktion, Männer, Median, Total und Niedergelassene [Kat. C]). Die 

weiteren Merkmale wirken sich ausweislich der Akten nicht weiter 

lohnsenkend aus. Gesamthaft ist daher der von der Beschwerdegegnerin 

gewährte leidensbedingte Abzug von 5 % nicht zu beanstanden. Das von 

der Beschwerdegegnerin gestützt darauf errechnete Invalideneinkommen 

von Fr. 62'770.00 wird vom Beschwerdeführer nicht weiter bemängelt und 

gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Bei Gegenüberstellung der 

Vergleichseinkommen ergibt sich somit ein Invaliditätsgrad von 7 % 

(Fr. 67'470.00 - Fr. 62'770.00 / Fr. 67'470.00). Die Beschwerdegegnerin 

hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente mangels 

rentenbegründenden Invaliditätsgrades von mindestens 10 % (Art. 18 

Abs. 1 UVG) damit zu Recht verneint.  

 

8. 

Hinsichtlich der Integritätsentschädigung bringt der Beschwerdeführer 

schliesslich sinngemäss vor, die Beschwerdegegnerin habe den Anspruch 

auf eine Integritätsentschädigung verfrüht geprüft, da die medizinische 

Behandlung nicht abgeschlossen sei und der Endzustand nicht erreicht sei 

(vgl. Beschwerde S. 11). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die 

Beschwerdegegnerin – wie dargelegt – den Fallabschluss zu Recht per 

31. Juli 2022 vorgenommen hat (vgl. E. 6.4. hiervor), weshalb sich die 

 - 14 - 

 

 

Prüfung der Integritätsentschädigung nicht als verfrüht erweist. Die 

Beurteilung der Integritätsentschädigung durch Kreisärztin 

Dr. med. B._____ vom 11. April 2022 (VB 327) wird vom 

Beschwerdeführer sodann nicht konkret gerügt und ist ausweislich der 

Akten nicht zu beanstanden, womit der angefochtene Einspracheentscheid 

vom 21. März 2024 zu bestätigen ist. 

 

9. 

9.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

9.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

9.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein 

Anspruch auf Parteientschädigung zu.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom 

siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar (Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

 - 15 - 

 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 

Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie 

in Händen hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 28. März 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Schweizer