# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4c16da80-2017-5c64-834c-4e79cf75879b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 18.06.2014 SK1 2012 45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2012-45_2014-06-18.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 11. Dezember 2013/ Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 12 45 18. Juni 2014 02. Juli 2014

Urteil 
I. Strafkammer

Vorsitz Schlenker
RichterInnen Brunner und Michael Dürst
Aktuarin ad hoc Riesen

In der strafrechtlichen Berufung

des X._____, Beschuldigter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt 
Dr. iur. et lic. oec. HSG Marco Toller, Bahnhofstrasse 7, Postfach 627, 7001 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Maloja, Erstinstanzliches Strafgericht, vom 
19./20./25. Juni 2012, im Dispositiv mitgeteilt am 26. Juni 2012, schriftlich mitge-
teilt am 11. September 2012, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  
G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, Anklägerin und Berufungsbe-
klagte, gegen den Angeschuldigten und Berufungskläger,

betreffend ungetreue Geschäftsbesorgung, Gläubigerschädigung und 
Gläubigerbevorzugung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt:

A. X._____ wurde am _____1977 in O.1_____ geboren und wuchs zusammen 
mit einer Schwester bei seinen Eltern in O.2_____ auf. Dort besuchte er sechs 
Jahre die Primar- und drei Jahre die Sekundarschule. Anschliessend absolvierte 
er bei der L._____ in O.3_____ eine dreijährige kaufmännische Berufslehre, wel-
che er im Jahre 1996 erfolgreich abschloss. Seither arbeitet er als selbständiger 
Kaufmann im Bereich Immobilien. Gemäss Aussagen anlässlich der Hauptver-
handlung vor der Vorinstanz beläuft sich sein monatliches Einkommen auf Fr. 
165‘000.--. Den eigenen Angaben gegenüber dem Untersuchungsrichter zufolge 
beträgt X._____ Vermögen mehr als Fr. 5 Mio..

Im Jahr 2013 heiratete X._____ H._____. Sie sind Eltern zweier Kinder. 

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X._____ nicht verzeichnet. Bezüglich 
seines Leumunds hat die Stadtpolizei O.3_____ nichts Negatives vermerkt. 

B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 23. November 
2010 wurde X._____ wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 
1 Abs. 3 StGB, Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung gemäss Art. 
164 Ziff. 1 StGB und Gläubigerbevorzugung gemäss Art. 167 StGB in Anklagezu-
stand versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft 
Graubünden vom 23. November 2010 folgender Sachverhalt zugrunde:

„II. A._____, B._____ und X._____ werden angeklagt

der ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB 
und der Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung gemäss Art. 
164 Ziff. 1 StGB.

1. A._____, B._____ und X._____ zum Nachteil der einfachen Gesell-
schaft ‚A._____ und B._____, Café J._____‘
Seit Ende 1995 betrieben A._____ und B._____ in O.4_____ das Café 
J._____. Gegen aussen trat der Betrieb als einfache Gesellschaft 
(‚A._____ und B._____, Café J._____‘) auf (act. B1.1.2-4, C1.2.2-5). 
Finanziert wurde der Betrieb der einfachen Gesellschaft durch die 
Graubündner Kantonalbank (nachfolgend: GKB) mittels verschiedener 
Hypothekar- und Betriebskredite (act. C1.2.2-5). Als Sicherheit für die-
se Kredite hatte B._____ der GKB von Beginn der Geschäftsbezie-
hung an eine ‚Maximal-Grundpfandverschreibung von nominell Fr. 
950‘000.-- im 1. Rang‘ auf eine an die Liegenschaft des Café J._____ 
angrenzende Parzelle in O.4_____ gewährt (act. C1.2.2, C1.2.5). Ab 
dem 7. September 2004 trat das Café J._____ gegen aussen nicht 
mehr als einfache Gesellschaft, sondern als Einzelfirma ‚Café J._____ 
A._____‘ auf (act. B.1.1, B.1.8).

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Ab dem 7. September 2004 war das Café J._____ im Handelsregister 
als Einzelfirma ‚Café J._____ A._____‘ eingetragen. Per 30. November 
2003 bewertete das Café J._____ seine Aktiven wie folgt (act. B1.1.14, 
C1.2.61, C1.2.65):

Debitoren gegenüber der K._____ AG 179‘169.80
Debitoren gegenüber Dritten 61‘620.55
Vorräte 210‘299.90
Mobile Sachanlagen 1‘331‘160.95
Total 1‘782‘251.20

Ab ca. Juli 2004 kümmerte sich X._____ im Auftrag von A._____ und 
B._____ um die finanzielle Sanierung des Café J._____ (act. A2.1.15; 
A2.1.17, S. 4; A2.2.7, S. 3). Bereits nach unmittelbarer Aufnahme die-
ser Tätigkeit stellte er fest, dass das Café J._____ (bzw. deren Gesell-
schafter A._____ und B._____) vor dem Konkurs standen (act. A2.2.7, 
S. 2; C1.2.60; C1.2.37).

Am 13. August 2004 traten A._____ und B._____ auf Anraten von 
X._____ sämtliche Debitorenguthaben des Café J._____, deren Vor-
räte sowie deren mobile Sachanlagen (Maschinen, Apparate und Ein-
richtungen) an B._____ ab. Rechtsanwalt W._____, O.7_____, beur-
kundete den entsprechenden Abtretungsvertrag zwischen A._____ 
und B._____ (act. C1.2.31). B._____ verfügte zu diesem Zeitpunkt 
über keinerlei Forderungen gegenüber der einfachen Gesellschaft 
‚A._____ und B._____, Café J._____‘.

Nachdem am 22. Februar 2005 A._____ seine Zahlungsunfähigkeit 
erklärt hatte, eröffnete das Bezirksgerichtspräsidium Maloja am 11. 
März 2005 über ihn den Konkurs (act. B1.1.9). In diesem Konkurs erlit-
ten die Gläubiger einen Verlust von CHF 779‘247.65 (act. C1.1.10, act. 
C1.2.60).

2. A._____ und X._____ zum Nachteil der K._____ [K._____ AG]

Neben der Sanierung der einfachen Gesellschaft kümmerte sich 
X._____ ab ca. Juli 2004 im Auftrag von A._____ und B._____ auch 
um die finanzielle Sanierung der K._____ (act. A2.1.15, S. 2; A2.2.7, 
S. 3). Auch in diesem Zusammenhang musste er schnell feststellen, 
dass die K._____ vor dem Konkurs stand (act. A2.2.7, S. 2; C1.2.37). 
Ab der ausserordentlichen Generalversammlung vom 10. August 2004 
war X._____ faktisch Geschäftsführer der K._____.

Per 30. November 2003 bewertete die K._____ ihre Aktiven wie folgt 
(act. B1.3.19, B1.3.21):

Forderungen (ohne interne Debitoren) +
transitorische Aktiven 132‘358.25
Vorräte 84‘343.70
Mobile Sachanlagen 521‘456.00
Total 738‘157.95

Anlässlich der ausserordentlichen Generalversammlung der K._____ 
vom 10. August 2004 in O.4_____ trat A._____ als deren Einzelzeich-
nungsbevollmächtigter und auf Anraten von X._____ sämtliche Debito-
renguthaben der K._____ sowie deren sämtliches Inventar (Maschi-
nen, Apparate, Einrichtungen und Lagerbestände) an B._____ ab (act. 

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C1.2.35.2). B._____ verfügte zu diesem Zeitpunkt über keine Forde-
rung gegenüber der K._____.

Nachdem am 22. Februar 2005 die K._____ ihre Insolvenz erklärt hat-
te, eröffnete das Bezirksgerichtspräsidium Maloja am 11. März 2005 
über die K._____ den Konkurs (act. B1.3.13). In diesem Konkurs erlit-
ten die Gläubiger einen Verlust von CHF 1‘372‘105.65 (act. B1.3.17, 
act. C1.2.60).

3. X._____ zum Nachteil der Einzelfirma ‚Café J._____‘ und der 
K._____

Am 16. August 2004 eröffnete B._____ auf Anraten des faktischen 
Geschäftsführers der K._____, X._____, bei der Banca Raiffeisen En-
giadina Val Müstair (nachfolgend: Raiffeisen) ein auf sie lautendes Pri-
vatkonto mit der Nummer Z.2_____ (act. C1.2.36). Neben B._____ 
war ab dem 10. September 2004 auch X._____ einzelzeichnungsbe-
rechtigt über dieses Konto (act. C1.2.38). Von Eröffnung dieses Kon-
tos an bis Ende des Jahres 2004 wickelte X._____ den gesamten 
Bankverkehr der Einzelfirma und der K._____ über dieses Konto ab, 
während er die bisherigen Konti dieser beiden Betriebe bei der GKB 
(Z.5_____ [act. C1.2.56], Z.6_____ [act. C1.2.55]) sowie bei der Raiff-
eisen (Nr. Z.3_____; act. C1.2.56) stilllegte. In diesem Zeitraum be-
zahlten die Schuldner der K._____ und der Einzelfirma rund CHF 1.3 
Mio. auf dieses Konto ein (act. C1.2.63).

Am 21. Oktober 2004 gab X._____ eine Überweisung vom erwähnten 
Konto in Höhe von CHF 500‘000.-- auf das auf ihn lautende Konto bei 
der Raiffeisen, Nr. Z.4_____, in Auftrag (act. C1.2.41). Von dort liess 
X._____ diesen Betrag am 26. Oktober 2004 auf das Konto der Mutter 
von B._____, C._____, bei der GKB mit der Nr. Z.7_____ überweisen 
(act. C1.2.47). Auf Veranlassung von X._____ amortisierte C._____ 
am 20. November 2004 die bei der GKB zu Lasten von A._____ und 
B._____ offenen Kredite mit den Kreditorennummern Z.6_____, 
Z.8_____, Z.9_____ vollständig bzw. die Hypothek Z.10_____ im Um-
fang von CHF 40‘435.76 (act. C1.2.47). Zudem tilgte sie ebenfalls auf 
Veranlassung von X._____ rückständige Zinsen in Höhe von CHF 
40‘584.85 (act. C1.2.46 und 64).

Im Konkurs der K._____ erlitten die Gläubiger einen Verlust von CHF 
1‘372‘105.65 (act. B1.3.17, act. C1.2.60)

III. A._____ und X._____ werden angeklagt

der Gläubigerbevorzugung gemäss Art. 167 StGB.

Gemäss einem Darlehensvertrag vom 18. Juli 2001 (act. C2.1.2) gewährte 
D._____ A._____ ein Darlehen von max. CHF 500‘000.--. Dieses war ver-
einbarungsgemäss für die Finanzierung der Einrichtung in dem durch 
A._____ betriebenen Café mit Verkaufsladen im M._____ Center in 
O.5_____ zu verwenden. Vermieter der erwähnten Lokalitäten war der Dar-
lehensgeber D._____. Die tatsächlich gewährte Darlehenssumme betrug 
CHF 485‘000.-- (act. B1.1.5, S. 3). In der Folge gelang es A._____ nicht, 
die im Darlehensvertrag vereinbarten Amortisationszahlungen zu leisten.

Ca. im August 2004 kam es zwischen X._____ als Vertreter von A._____ 
und D._____ zu einem Gespräch. Dabei ersuchte X._____ D._____, die 

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Darlehensvereinbarung vom 18. Juli 2001 sowie das damit zusammenhän-
gende Miet- und Pachtverhältnis mit A._____ aufzulösen (act. A2.1.22, S. 
3; A2.2.6, S. 2; A2.2.8, S. 7). Ergebnis dieser Besprechung war neben der 
rückwirkenden (auf 1. Januar 2004) Übertragung der Darlehens- und Miet-
forderungen von D._____ an die N._____ GmbH (act. C2.1.4) eine zwi-
schen D._____ und A._____ am 20. Oktober 2004 abgeschlossene ‚Ver-
einbarung für die vorzeitige Auflösung des Mietverhältnisses‘ (act. C2.1.3). 
Darin wurde insbesondere die vorzeitige Auflösung des Mietvertrages ‚per 
27. November 2004‘ und der Übergang des in den Geschäftsräumlichkeiten 
befindlichen ‚Gross- und Kleininventars‘ in das Eigentum der N._____ 
GmbH ‚zur Tilgung des Darlehens‘ vereinbart. Das erwähnte Inventar hatte 
zu diesem Zeitpunkt einen geschätzten Liquidationswert von CHF 
100‘000.-- (act. A1.1.15, C2.1.6).

Nachdem am 22. Februar 2005 A._____ seine Zahlungsunfähigkeit erklärt 
hatte, eröffnete das Bezirksgerichtspräsidium Maloja am 11. März 2005 
über ihn den Konkurs (act. B1.1.9). In diesem Konkurs erlitten die Gläubi-
ger einen Verlust von CHF 779‘247.65 (act. B1.1.10, act. C1.2.60). Weder 
D._____ noch die N._____ GmbH gaben in diesem Konkurs zu kollozie-
rende Ansprüche ein (act. A1.2.9).“

C. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja am 19. und 20. 
Juni 2012 waren X._____ mit seinen beiden Verteidigern, Rechtsanwalt Dr. iur. et 
lic. oec. HSG Marco Toller und Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Jann LL.M., sowie die 
ebenfalls angeklagten E._____ und A._____ in Begleitung ihrer Verteidiger anwe-
send. Die auch angeklagte B._____ war von der Teilnahme an der Hauptverhand-
lung dispensiert worden, weshalb lediglich ihr Verteidiger daran teilnahm. Die 
Staatsanwaltschaft Graubünden wurde durch einen Staatsanwalt vertreten. 

Der Staatsanwalt stellte und begründete in seinem Plädoyer folgenden Antrag:

„1.1.X._____ sei schuldig zu sprechen

- der ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 
StGB sowie 

- der mehrfachen Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung 
gemäss Art. 164 Ziff. 1 StGB

Er sei dafür zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, bedingt aufge-
schoben, bei einer Probezeit von 2 Jahren, und einer Busse von CHF 
2‘500.--, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 15 Tagen, zu verur-
teilen

1.2. [Antrag bezüglich A._____.]

1.3. [Antrag bezüglich B._____.]

1.4. [Antrag bezüglich E._____.]

2. Das Verfahren sei in Bezug auf Ziff. III der Anklageschrift einzustellen.

3. Die Verfahrenskosten seien den Beschuldigten aufzuerlegen.“

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Die Verteidigung verlangte in ihrem Plädoyer, X._____ sei von Schuld und Strafe 
vollumfänglich freizusprechen, soweit das Verfahren nicht ohnehin einzustellen 
sei. Dementsprechend seien die Verfahrenskosten der Staatskasse zu überbinden 
und X._____ sei zu Lasten der Staatskasse eine angemessene Entschädigung für 
seine Verteidigung zuzusprechen.

D. Mit Urteil vom 19./20./25. Juni 2012, nicht mündlich eröffnet, im Dispositiv 
mitgeteilt am 26. Juni 2012, schriftlich begründet mitgeteilt am 11. September 
2012, erkannte das Bezirksgericht Maloja, Erstinstanzliches Strafgericht, wie folgt:

„1. Das Strafverfahren gegen X._____ wegen Gläubigerbevorzugung 
gemäss Art. 167 StGB wird eingestellt.

2. X._____ wird vom Vorwurf der Gläubigerschädigung durch Vermö-
gensminderung gemäss Art. 164 Ziff. 1 StGB freigesprochen.

3. X._____ ist schuldig der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung 
gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB.

4. Dafür wird er mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je CHF 
3‘000.- sowie zur Bezahlung einer Busse von CHF 10‘000.-, ersatz-
weise zu einer Freiheitsstrafe von 4 Tagen, verurteilt.

5. Der Vollzug der Geldstrafe wird bedingt aufgeschoben; die Probezeit 
beträgt 2 Jahre.

6. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft CHF 2‘171.25
- Barauslagen der Staatsanwaltschaft CHF 265.75
- Gerichtsgebühr CHF 4‘550.00
Total CHF 6‘987.00

werden im Umfang von CHF 4‘658.00 X._____ auferlegt. Ein Drittel 
wird auf die Staatskasse genommen, d.h. CHF 812.35 zulasten des 
Kantons Graubünden und CHF 1‘516.65 zulasten des Bezirksgerichts 
Maloja.

7. X._____ wird im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO eine Entschädi-
gung zulasten der Gerichtskasse von CHF 30‘000.- inkl. MwSt. zuge-
sprochen.

8. (Rechtsmittelbelehrung.)

9. (Mitteilung.)“

E. Gegen dieses Urteil meldete X._____ am 27. Juni 2012 beim Bezirksgericht 
Maloja Berufung an, worauf das Bezirksgericht Maloja am 11. September 2012 
den Parteien ein begründetes Urteil zustellte. 

F. a) Am 28. September 2012 reichte X._____ die schriftliche Berufungser-
klärung beim Kantonsgericht von Graubünden ein. Darin stellte er folgende Anträ-

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ge:

„I. RECHTSBEGEHREN

1. Es seien die Ziff. 3-7 des angefochtenen Urteils aufzuheben, und es 
sei X._____ vom Vorwurf der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbe-
sorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB freizusprechen.

2. Die Kosten des Untersuchungsverfahrens, des vorinstanzlichen Ver-
fahrens sowie jene des Berufungsverfahrens seien dem Kanton 
Graubünden aufzuerlegen.

3. X._____ sei eine Entschädigung im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a 
StPO für das Untersuchungsverfahren, das erstinstanzliche Verfahren 
sowie für das Berufungsverfahren von Fr. 220‘000.-- zuzüglich 8% 
Mehrwertsteuer zuzusprechen.

[...]

III. BEWEISANTRÄGE

1. Wir berufen uns auf die im Vorverfahren und in der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung erhobenen Beweise, soweit sie rechtmässig erho-
ben wurden. Es wird somit der Beizug sämtlicher Akten des Strafver-
fahrens beantragt.

2. Weiter wird die Edition folgender Urkunden aus Händen des Bezirks-
gerichts Maloja beantragt:

a) Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 19./20./25. Juni 2012 in der 
Strafsache der B._____, geb. _____1963, betr. ungetreue Ge-
schäftsbesorgung etc.;

b) Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 19./20./25. Juni 2012 in der 
Strafsache des A._____, geb. _____1960, betr. ungetreue Ge-
schäftsbesorgung etc.;

c) Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 19./20./25. Juni 2012 in der 
Strafsache des E._____, geb. _____1956, betr. Widerhandlung 
gegen Art. 87 Abs. 3 AHVG sowie gegen Art. 76 Abs. 3 BVG;

d) Protokoll der Hauptverhandlung vom 19./20. Juni 2012 vor Be-
zirksgericht Maloja in der Strafsache der B._____;

e) Protokoll der Hauptverhandlung vom 19./20. Juni 2012 vor Be-
zirksgericht Maloja in der Strafsache des A._____;

f) Protokoll der Hauptverhandlung vom 19./20. Juni 2012 vor Be-
zirksgericht Maloja in der Strafsache des E._____.“

b) Mit Schreiben vom 12. Oktober 2012 verzichtete das Bezirksgericht Maloja auf 
eine Stellungnahme. 

c) Am 22. Oktober 2012 verzichtete auch die Staatsanwaltschaft Graubünden auf 
eine Stellungnahme gemäss Art. 400 Abs. 3 StPO zur Berufungserklärung von 
X._____. Gleichzeitig erklärte sie Anschlussberufung im Sinne von Art. 401 StPO 

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gegen das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 19./20./25. Juni 2012, mitgeteilt 
am 11. September 2012, mit folgenden Anträgen:

„1. Die Ziffern 2, 3, 4, 5, 6 und 7 des angefochtenen Urteils seien aufzu-
heben.

2. X._____ sei schuldig zu sprechen

- der ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 
StGB sowie

- der mehrfachen Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung 
gemäss Art. 164 Ziff. 1 StGB.

3. Dafür sei er zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, bedingt aufge-
schoben bei einer Probezeit von 2 Jahren, und einer Busse von CHF 
2‘500.--, ersatzweise zu einer Freiheitsstrafe von 15 Tagen, zu verur-
teilen.

4. Kostenfolge sei die gesetzliche.“

G. a) Mit Verfügung vom 17. Dezember 2012 ordnete der Vorsitzende der I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts gestützt auf Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO und Art. 
406 Abs. 3 und 4 StPO die Durchführung des schriftlichen Verfahrens an. Gleich-
zeitig ersuchte er das Bezirksgericht Maloja, die gemäss Beweisanträgen von 
X._____ in seiner Berufungserklärung zur Edition beantragten Unterlagen zu edie-
ren.

b) Am 4. Februar 2013 reichte X._____ seine schriftliche Berufungsbegründung 
mit unverändertem Rechtsbegehren ein. Mit Eingabe vom 18. März 2013 begrün-
dete die Staatsanwaltschaft ihre Anschlussberufung. Auch sie liess dabei das 
Rechtsbegehren unverändert. Am 25. März 2013 erfolgte die Berufungsantwort 
der Staatsanwaltschaft und am 28. Juni 2013 die Berufungsreplik von X._____. 
Ebenfalls am 28. Juni 2013 reichte X._____ die Anschlussberufungsantwort ein, 
worauf die Staatsanwaltschaft am 22. August 2013 sowohl die Berufungsduplik als 
auch die Anschlussberufungsreplik einreichte. Am 7. Oktober 2013 reichte 
X._____ sowohl eine Stellungnahme zur Berufungsduplik als auch die Anschluss-
berufungsduplik ein. Der Vorsitzende erklärte anschliessend den Schriftenwechsel 
für geschlossen. 

H. Auf die Ausführungen im angefochtenen Urteil und in den Rechtsschriften 
wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

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II. Erwägungen:

1. a) Gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz 
oder teilweise abgeschlossen worden ist, ist die Berufung ans Kantonsgericht von 
Graubünden zulässig (Art. 398 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 22 EGzStPO). 
Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht in-
nert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils (Art. 84 StPO) schriftlich oder mündlich zu 
Protokoll anzumelden. Die Partei, die Berufung angemeldet hat, hat sodann innert 
20 Tagen seit Zustellung des begründeten Urteils dem Berufungsgericht eine 
schriftliche Berufungserklärung einzureichen (Art. 399 Abs. 3 StPO). Vorliegend 
wurde das angefochtene Urteil am 26. Juni 2012 im Dispositiv mitgeteilt (vgl. an-
gefochtenes Urteil), womit die Rechtsmittelfrist ausgelöst wurde (Art. 384 lit. a 
StPO in Verbindung mit Art. 84 Abs. 2 StPO). Der Berufungskläger hat daraufhin 
am 27. Juni 2012 und somit innert Frist die Berufung beim Bezirksgericht Maloja 
angemeldet (act. A.1). Die Mitteilung des schriftlich begründeten Urteils erfolgte 
alsdann am 11. September 2012 (angefochtenes Urteil). In der Folge reichte der 
Berufungskläger am 28. September 2012 die schriftliche Berufungserklärung beim 
Kantonsgericht von Graubünden ein (act. A.2). Die Berufung ist somit frist- und 
formgerecht erhoben worden, weshalb darauf grundsätzlich einzutreten ist.

b) Nachdem die Berufungserklärung beim Berufungsgericht eingegangen ist, 
übermittelt die Verfahrensleitung den anderen Parteien unverzüglich eine Kopie 
derselben (Art. 400 Abs. 2 StPO). Die anderen Parteien können innert 20 Tagen 
seit Empfang der Berufungserklärung Anschlussberufung erheben (Art. 400 Abs. 3 
lit. b StPO). Die Anschlussberufung richtet sich sinngemäss nach Art. 399 Abs. 3 
und 4 StPO (Art. 401 Abs. 1 StPO). Sie ist nicht auf den Umfang der Hauptberu-
fung beschränkt, es sei denn, diese beziehe sich ausschliesslich auf den Zivil-
punkt des Urteils (Art. 401 Abs. 2 StPO). Vorliegend hat der Vorsitzende der I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts mit Verfügung vom 1. Oktober 2012 dem Be-
zirksgericht Maloja sowie der Staatsanwaltschaft Graubünden die Möglichkeit 
eröffnet, zur Berufungsbegründung des Berufungsklägers eine Stellungnahme 
gemäss Art. 400 Abs. 3 StPO einzureichen (act. D.1). Am 22. Oktober 2012 und 
damit innert Frist hat die Staatsanwaltschaft Graubünden Anschlussberufung er-
klärt. Die Rechtsschrift entspricht im Weiteren den Anforderungen von Art. 399 
Abs. 3 und 4 StPO. Auf die frist- und formgerecht erhobene Anschlussberufung 
kann daher eingetreten werden. 

Seite  10 — 77

2. a) Vorliegend ist mit Einverständnis der Parteien das schriftliche Verfahren 
(Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO) angeordnet worden (act. D.3). Zwar besteht gemäss 
Art. 6 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK) ein Anspruch des Beschuldigten auf eine mündliche Verhandlung und 
Urteilsverkündung, welcher auch in einem Rechtsmittelverfahren Bestand hat (vgl. 
Urteil der I. Strafkammer des Kantonsgerichts vom 28. Januar 2013, SK1 12 44, E 
2a; Hug, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung, Zürich 2010, N 1 zu Art. 406 StPO). Hingegen kann, na-
mentlich aus Gründer der Verfahrensökonomie, von der Durchführung eines 
mündlichen Verfahrens abgesehen werden; so kann das Berufungsgericht nach 
Art. 406 Abs. 1 lit. a StPO die Berufung beispielsweise in einem schriftlichen Ver-
fahren behandeln, wenn ausschliesslich Rechtsfragen zu beurteilen sind. Nach 
Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO kann das schriftlich Verfahren – diesfalls jedoch nur mit 
dem Einverständnis der Parteien – auch durchgeführt werden, wenn die Anwe-
senheit der beschuldigten Person nicht erforderlich ist (BGE 139 IV 290 = Pra 103 
Nr. 20 E 1.1). Betreffend den vorliegenden Fall ist festzuhalten, dass die Vor-
instanz bereits eine öffentliche Verhandlung mit Urteilsverkündung durchgeführt 
hat und sich keine Fragen zur Person des Beschuldigten oder dessen Charakter 
stellen (BGE 119 Ia 316 E 2b; Hug, a.a.O., N 1 zu Art. 406 StPO). Damit ist dem 
konventionsrechtlichen Anspruch des Berufungsklägers auf ein faires (Berufungs-) 
Verfahren trotz der schriftlichen Durchführung desselben Genüge getan, zumal er 
vorliegend auf die Anordnung des schriftlichen Verfahrens hin keine Einwände 
erhob, sich mit demselben einverstanden erklärte und damit implizit auf eine er-
neute mündliche Verhandlung verzichtete. Die Anwesenheit der beschuldigten 
Person ist gemäss Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO nach dem oben Dargelegten und in 
einer Gesamtschau der Umstände des Falles unter Berücksichtigung der Tatsa-
che, dass sich der Berufungskläger mehrmals und ausführlich zur Sache äussern 
konnte und geäussert hat, nicht erforderlich.

b) Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die 
Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsäch-
lich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtig (vgl. BGE 136 I 229 E 
5.1; BGE 134 I 49 E 3a; BGE 124 I 241 E 2, je mit Hinweisen). Daraus folgt die 
Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erfor-
derlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt 
und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf 
die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss 
so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids 

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Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz 
weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen 
genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr 
Entscheid stützt (vgl. BGE 136 I 229 E 5.1; BGE 134 I 83 E 4.1 mit Hinweisen). Im 
Rechtmittelverfahren kann das Gericht gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO für die 
tatsächliche und die rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhalts auf die 
Begründung der Vorinstanz verweisen. 

3. Der Berufungskläger stellt in der Berufung die Anträge, es seien sämtliche 
Akten des Strafverfahrens beizuziehen sowie die Urteile und Protokolle der 
Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja in der Strafsache gegen 
B._____, A._____ und E._____ zu edieren. – Erhebt die Staatsanwaltschaft An-
klage, übermittelt sie unverzüglich die Anklageschrift sowie einen allfälligen 
Schlussbericht zusammen mit den Akten dem zuständigen Gericht (Art. 327 Abs. 
1 lit. d StPO). Meldet eine Partei nach Fällung des Urteils der ersten Instanz Beru-
fung an, so übermittelt das erstinstanzliche Gericht diese nach Ausfertigung des 
begründeten Urteils zusammen mit den Akten dem Berufungsgericht (Art. 399 
Abs. 2 StPO). Die gesamten Akten des Strafverfahrens gelangen somit von Amtes 
wegen an die Berufungsinstanz. Der Antrag des Berufungsklägers auf Beizug 
sämtlicher Akten des Strafverfahrens ist folglich müssig. Im Weiteren hat der Vor-
sitzende der I. Strafkammer des Kantonsgerichts mit Verfügung vom 17. Dezem-
ber 2012 das Bezirksgericht Maloja ersucht, die Urteile und Protokolle der Haupt-
verhandlung in der Strafsache gegen B._____, A._____ und E._____ zu edieren 
(act. D.3). Das Bezirksgericht Maloja ist dieser Aufforderung am 18. Dezember 
2012 nachgekommen (act. D.4) und die Dokumente befinden sich bei den Akten 
(act. E.2). Dem entsprechenden Beweisantrag des Berufungsklägers ist mithin 
entsprochen worden.

4. In der Berufungsbegründung beanstandet der Berufungskläger, dass das 
Bezirksgericht Maloja zu seinen Lasten auf Aussagen von Mitbeschuldigten abge-
stellt habe, mit denen er nie konfrontiert worden sei. Zwar habe er anlässlich der 
Hauptverhandlung vor der Vorinstanz Gelegenheit gehabt, an den Befragungen 
der Mitbeschuldigten, soweit diese an der Hauptverhandlung überhaupt anwesend 
gewesen seien, teilzunehmen und Ergänzungsfragen zu stellen. Jedoch existiere 
darüber kein Protokoll im Sinne von Art. 78 StPO. Es bestünden bloss Zusammen-
fassungen des Gerichts. Es seien den aussagenden Personen keine Protokolle 
vorgelegt worden und sie hätten keine Gelegenheit gehabt, diese zu lesen und 
allenfalls zu berichtigen, was Gültigkeitsvoraussetzung gewesen wäre. Ein „Kon-

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front“ in den gesetzlichen Formen habe vorliegend nie stattgefunden, was dazu 
führe, dass die Aussagen der Mitbeschuldigten nicht zu seinen Lasten verwendet 
werden dürften. 

a) Nach der Verfahrensgarantie von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK hat der Beschuldigte 
Anspruch darauf, Belastungszeugen Fragen zu stellen. Dieser Anspruch ist ein 
besonderer Aspekt des Rechts auf ein faires Verfahren nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK. 
Eine belastende Zeugenaussage ist somit grundsätzlich nur verwertbar, wenn der 
Beschuldigte wenigstens einmal während des Verfahrens angemessen und hinrei-
chend Gelegenheit hatte, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den 
Zeugen zu stellen, wobei als Zeugenaussagen auch in der Voruntersuchung ge-
machte Aussagen vor Polizeiorganen gelten. Der Beschuldigte muss namentlich in 
der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer Aussage zu prüfen und den Beweiswert in 
kontradiktorischer Weise auf die Probe und in Frage zu stellen. Dem Anspruch, 
den Belastungszeugen Fragen zu stellen, kommt insofern grundsätzlich absoluter 
Charakter zu. Der Anspruch auf Befragung von Belastungszeugen erfährt in der 
Praxis insoweit jedoch eine gewisse Abschwächung, als er uneingeschränkt nur in 
all jenen Fällen gilt, bei denen dem streitigen Zeugnis ausschlaggebende Bedeu-
tung zukommt, dieses also den einzigen oder einen wesentlichen Beweis darstellt. 
Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte 
(EGMR) kann unter besonderen Umständen auf eine Konfrontation des Angeklag-
ten mit dem Belastungszeugen oder auf die Einräumung der Gelegenheit zu er-
gänzender Befragung des Zeugen ganz verzichtet werden. So etwa, wenn der 
Belastungszeuge berechtigterweise das Zeugnis verweigert, der Zeuge trotz an-
gemessener Nachforschung unauffindbar bleibt oder in der Zwischenzeit verstor-
ben ist. In solchen Fällen ist es gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. c EMRK er-
forderlich, dass der Beschuldigte zum streitigen Zeugnis hinreichend Stellung 
nehmen kann, die Aussagen sorgfältig geprüft werden und der Schuldspruch nicht 
alleine darauf abgestützt wird, das heisst, der belastenden Aussage nicht aus-
schlaggebende Bedeutung zukommt beziehungsweise sie nicht den einzigen oder 
einen wesentlichen Beweis darstellt. Im Urteil in Sachen Al-Khawaja und Tahery 
gegen Grossbritannien vom 15. Dezember 2011 hat der EGMR seine bisherige 
Rechtsprechung insofern relativiert, als unter Umständen auch ein streitiges 
Zeugnis von ausschlaggebender Bedeutung („preuve unique ou déterminant“) oh-
ne Konfrontation mit dem Belastungszeugen verwertbar sein kann, wenn ausrei-
chend kompensierende Faktoren gegeben sind, um den Anspruch des Ange-
schuldigten auf ein faires Verfahren und die Überprüfung der Verlässlichkeit des 
Beweismittels zu gewährleisten (Al-Khawaja und Tahery gegen Grossbritannien 

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vom 15. Dezember 2011, § 147, in: Plädoyer 2012/1 S. 65). Diese Rechtspre-
chung hat der EGMR im Fall Pesukic gegen die Schweiz bestätigt (Pesukic gegen 
die Schweiz vom 6. Dezember 2012, § 43 ff., in: Pra 2013 Nr. 11 S. 80 ff., Plädoy-
er 2013/1 S. 68; vgl. zum Ganzen die Urteile des Bundesgerichts vom 10. Mai 
2013, 6B_75/2013, E 3.3, und vom 6. Oktober 2009, 6B_10/2009, E 2.2.3, je mit 
zahlreichen Hinweisen). Auf das Recht der Befragung von Belastungszeugen 
kann auch verzichtet werden. Ein derartiger Verzicht führt dazu, dass die in der 
Untersuchung gemachten Aussagen der Zeugen verwendet werden dürfen (Urteil 
des Bundesgerichts vom 26. November 2008, 6B_521/2008, E 5.3.1 in fine, mit 
Hinweisen). 

b) aa) Es trifft zu, dass der Berufungskläger weder im Rahmen der Strafuntersu-
chung/Voruntersuchung noch vor der Vorinstanz mit den anderen Mitbeschuldig-
ten gesetzeskonform konfrontiert worden ist. Zwar ergibt sich aus den Protokollen 
der Hauptverhandlung in Sachen B._____, A._____ und E._____, dass A._____ 
und E._____ vom Gericht befragt worden sind (act. E.2/5 und E.2/6; B._____ war 
von der Teilnahme an der Hauptverhandlung dispensiert worden, act. E.2/1, S. 3 
lit. D). Jedoch wurden keine Befragungsprotokolle erstellt; vielmehr wurden die 
Aussagen der befragten Mitbeschuldigten lediglich in zusammengefasster Form in 
das Verfahrensprotokoll (Art. 77 StPO) aufgenommen. Eine solche Protokollierung 
entspricht in keiner Weise den Anforderungen, die von Gesetzes wegen an ein 
Befragungsprotokoll (Art. 78 StPO) gestellt werden. Zu Recht weist der Beru-
fungskläger darauf hin, dass die Befragten das Protokoll nicht unterzeichnet ha-
ben. Es ist auch davon auszugehen, dass ihnen die Protokollierung ihrer Aussa-
gen nicht vorgelesen oder zum Lesen vorgelegt wurde und sie keine Gelegenheit 
hatten, allenfalls Korrekturen anzubringen. Die zusammenfassende Protokolli-
erung der Aussagen der vom Gericht befragten Mitbeschuldigten kann daher nicht 
als Befragungsprotokoll dienen und die I. Strafkammer des Kantonsgerichts kann 
sich nicht darauf abstützen. Die Aussagen der Mitbeschuldigten vor der Vorinstanz 
können vorliegend nicht verwertet werden. Im Übrigen ergäbe sich aus den Ver-
fahrensprotokollen auch nicht, ob der Berufungskläger die Gelegenheit erhalten 
hat, in genügender Weise zu den Aussagen der Mitbeschuldigten Stellung zu 
nehmen und Fragen an die Mitbeschuldigten zu stellen. Eine verwertbare Konfron-
tation zwischen dem Berufungskläger und A._____ sowie E._____ hat daher auch 
vor der Vorinstanz nicht stattgefunden. Die Vorinstanz ist darauf hinzuweisen, 
dass sie über die Aussagen der Parteien, die im Rahmen einer Befragung durch 
das Gericht erfolgen, ein Befragungsprotokoll zu erstellen hat, das den gesetzli-
chen Anforderungen zu genügen vermag (Art. 76 Abs. 1 StPO in Verbindung mit 

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Art. 78 StPO). Ein Verhandlungsprotokoll, das lediglich in zusammengefasster 
Form die Aussagen der Parteien wiedergibt, genügt nicht. Dem steht Art. 77 lit. e 
StPO nicht entgegen.

bb) Die Staatsanwaltschaft stellt sich in der Berufungsantwort sowie in der Beru-
fungsduplik auf den Standpunkt, das Untersuchungsverfahren sei vorliegend noch 
unter der Herrschaft der bündnerischen Strafprozessordnung erfolgt, die kein um-
fassendes Teilnahmerecht sämtlicher Beteiligter an den Beweiserhebungen statu-
iert habe. Art. 87 Abs. 9 StPO-GR habe lediglich vorgesehen, dass der Untersu-
chungsrichter „in der Regel ein Konfrontverhör“ durchführe, wenn sich die Aussa-
gen von Personen „in wesentlichen Punkten“ widersprechen würden. Diese Be-
stimmung habe nur dann die uneingeschränkte Durchführung eines Konfrontver-
hörs verlangt, wenn dem streitigen Zeugnis alleinige oder ausschlaggebende Be-
deutung zugekommen sei. Der Berufungskläger zeige nicht auf, in welchen Punk-
ten welche Aussagen welcher Mitbeschuldigter seinen eigenen wesentlich wider-
sprechen würden. Zudem hätten unter der Herrschaft der bündnerischen StPO 
frühere Aussagen von Mitbeschuldigten verwertet werden dürfen, wenn der Be-
schuldigte zu den ihn belastenden Vorbringen hinreichend Stellung habe nehmen 
können. Dem Berufungskläger seien an der untersuchungsrichterlichen Befragung 
vom 16. April 2009 die massgebenden Aussagen von B._____ und A._____ vor-
gehalten worden. Ihm sei damit das rechtliche Gehör in Bezug auf die ihn belas-
tenden Aussagen der Mitbeschuldigten in ausreichendem Umfang gewährt wor-
den. – Diesen Ausführungen der Staatsanwaltschaft kann nicht zugestimmt wer-
den. Bereits in PKG 1992 Nr. 54 hat das Kantonsgericht festgestellt, dass inso-
fern, als sich die Aussagen des Angeschuldigten und der Belastungszeugen wi-
dersprechen, gestützt auf Art. 87 Abs. 9 StPO-GR ein Konfrontverhör durchzu-
führen sei (vgl. auch Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons 
Graubünden, 2. Auflage, Chur 1996, S. 199). In PKG 2000 Nr. 16 E 4b hat das 
Kantonsgericht sodann ausgeführt, zwischen Belastungszeugen und Angeschul-
digtem sei, wenn immer möglich, eine Konfronteinvernahme durchzuführen. Das 
Kantonsgericht hat damit bereits im Jahr 2000 klargestellt, dass Konfrontverhöre 
nicht nur dann durchzuführen sind, wenn sich eklatante Widersprüche in den Aus-
sagen ergeben, sondern vielmehr wenn immer möglich. Damit hat sich das Kan-
tonsgericht im Übrigen der Rechtsprechung des Bundesgerichts angeschlossen. 
Bereits unter der bündnerischen StPO herrschte mithin der Grundsatz, dass der 
Angeschuldigte im Allgemeinen mit Belastungszeugen zu konfrontieren war. Der 
Berufungskläger wäre daher vorliegend bereits im Untersuchungsverfahren mit 
den Mitbeschuldigten zu konfrontieren gewesen. Dass B._____, A._____ und 

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E._____ nicht hätten als Zeugen einvernommen werden können, weil sie ebenso 
Angeschuldigte waren, stand dem nicht entgegen. Es ist schlicht nicht nachvoll-
ziehbar, dass der Untersuchungsrichter auf die entsprechenden Konfrontverhöre 
verzichtet hat. Dies umso mehr, als sich aus den verschiedenen Befragungen 
deutlich ergibt, dass jeder der Angeschuldigten versucht hat, sein eigenes Verhal-
ten möglichst vorteilhaft darzustellen und die Schuld den anderen zuzuschieben.

cc) Umstände schliesslich, die die Verwendung der Aussagen der Mitbeschuldig-
ten trotz fehlendem Konfront rechtfertigen würden, sind nicht ersichtlich. Insbe-
sondere waren und sind B._____, A._____ und E._____ weder unauffindbar noch 
verstorben. Auch haben sie die Aussage nicht verweigert. Damit würde es von 
vornherein an einem überzeugenden Grund fehlen. Nachdem die Strafverfahren 
gegen die Mitbeschuldigten zudem mit in der Zwischenzeit rechtskräftigen Urteilen 
abgeschlossen worden sind, stünde auch einer Einvernahme als Zeugen nichts 
mehr im Wege.

c) Zusammenfassend ergibt sich, dass der Berufungskläger weder im Untersu-
chungsverfahren noch vor der Vorinstanz mit den Mitbeschuldigten gesetzeskon-
form konfrontiert worden ist, obwohl eine Konfrontation möglich und notwendig 
gewesen wäre. Es sind keine Gründe ersichtlich, die einen Verzicht auf die Kon-
frontation rechtfertigen würden. Die Aussagen der Mitbeschuldigten dürfen folglich 
nicht zu Lasten des Berufungsklägers herangezogen werden. 

5. Vorliegend stehen der Straftatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung 
gemäss Art. 158 Ziff. 1 StGB sowie der Straftatbestand der Gläubigerschädigung 
durch Vermögensminderung gemäss Art. 164 Ziff. 1 StGB zur Diskussion. Beide 
Straftatbestände setzen voraus, dass ein Schaden entstanden ist. Der Berufungs-
kläger macht geltend, es habe gar keinen Schaden geben können, weil B._____ 
Forderungen gegen die K._____ AG (nachfolgend: K._____ AG) und das Café 
J._____ gehabt habe, die den Wert der abgetretenen Vermögenswerte bei weitem 
überstiegen hätten. Es ist im Folgenden zu prüfen, inwieweit B._____ Forderun-
gen gegen die K._____ AG und das Café J._____ zugestanden sind. 

a) In einem ersten Punkt macht der Berufungskläger geltend, B._____ habe dem 
Café J._____ die Räumlichkeiten in der „Chesa B._____“ zur Verfügung gestellt, 
ohne dafür einen Mietzins zu erhalten. Auch seien die Mietzinseinnahmen aus den 
vermieteten Stockwerkeinheiten in der „Chesa B._____“, die B._____ gehört hät-
ten, vollständig ins Café J._____ geflossen. Dem ist entgegen zu halten, dass das 
Café J._____ gemäss den vorhandenen Bilanzen/Erfolgsrechnungen der Jahre 

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1995 bis 2003 die Hypothekarzinsen und Amortisationen für die durch die 
Graubündner Kantonalbank gewährte Hypothek bezahlt hat, mit welcher das 
Mehrfamilienhaus „Chesa B._____“ finanziert worden war, in welchem das Café 
J._____ seine Betriebsräume hatte (Akten der Staatsanwaltschaft, act. B.1.2 ff.). 
Die „Chesa B._____“ befand sich unbestrittenermassen von Anfang an im Allei-
neigentum von B._____. Sie gehörte daher nicht der einfachen Gesell-
schaft/Kollektivgesellschaft „A._____ und B._____, Café J._____“. Dies zeigt deut-
lich, dass auch der entsprechende Kredit nicht der Gesellschaft gehörte (dieser 
Umstand wird besonders klar mit Bezug auf eine Kollektivgesellschaft, die den 
Kredit unter eigenem Namen aufgenommen hätte; Art. 562 OR). A._____ war le-
diglich Solidarschuldner zur besseren Absicherung der Hypothek. Der Berufungs-
kläger hat in der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 17. April 2009 im 
Übrigen selbst festgestellt, dass die Hypothek fälschlicherweise als Betriebsschuld 
der Einzelfirma deklariert worden sei (Akten der Staatsanwaltschaft, act. A2.2.8, S. 
2 unten). Mit der Bezahlung der Hypothekarzinsen und Amortisationen übernahm 
die Gesellschaft daher eine Leistung, die sie eigentlich nicht hätte erbringen müs-
sen. Sie konnte diese Leistung mit den Mietzinsforderungen für die Betriebsräume 
des Café J._____ sowie den Mietzinsen aus der Vermietung der Stockwerkeinhei-
ten verrechnen. Mit Bezug auf die Höhe der Mietzinsforderungen für die Betriebs-
räume des Café J._____ ist im Übrigen der Staatsanwaltschaft zu folgen, die dar-
auf hinweist, dass mangels konkreter Vereinbarung zwischen den Parteien die von 
der Nachfolgegesellschaft O._____ AG (nachfolgend O._____ AG) für die nämli-
chen Räume bezahlten Mietzinse als Richtwert herangezogen werden können. 
Aus dem Kontoblatt „B._____, Kontokorrent“ der O._____ AG für das Geschäfts-
jahr 2004/2005 ergibt sich, dass der Mietzins für das Jahr 2006 Fr. 100‘000.-- be-
tragen hat (Akten der Staatsanwaltschaft, act. B1.2.11). Gemäss vom Berufungs-
kläger an der Hauptverhandlung vor der Vorinstanz eingereichten Kontoblättern 
desselben Kontos betrug der Mietzins für das Jahr 2005 Fr. 100‘000.--, für das 
Jahr 2006 Fr. 80‘000.-- und für das Jahr 2007 Fr. 80‘000.-- (Akten der Vorinstanz, 
act. 13/7b; vgl. auch das Kontoblatt Mietaufwand, Akten der Vorinstanz, act. 
13/7a). In den Jahren 2008 bis 2011 hat die O._____ AG offenbar weiterhin jähr-
lich Fr. 80‘000.-- an Mietzins bezahlt (Konto Mietaufwand, Akten der Vorinstanz, 
act. 13/7a). Ebenso deutlich ergibt sich im Weiteren aus diesen Dokumenten, dass 
dem Kontokorrentkonto, das die O._____ AG für B._____ geführt hat, die Hypo-
thekarzinsen und Amortisationen für die auf der „Chesa B._____“ lastende Hypo-
thek belastet worden sind (Akten der Staatsanwaltschaft, act. B1.2.11; Akten der 
Vorinstanz, act. 13/7b). Das Argument des Berufungsklägers, die O._____ AG 

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habe den Mietzins teilweise bezahlt, indem sie Hypothekarzinse und Amortisatio-
nen übernommen habe, womit er geltend machen will, dass die O._____ AG ne-
ben dem jährlichen Mietzins von Fr. 80‘000.-- auch noch die Zahlung von Hypo-
thekarzinsen und Amortisationen als Mietzins erbracht habe, trifft daher nicht zu. 
Es mag zwar so gewesen sein, dass die O._____ AG die Zahlungen an die 
Graubündner Kantonalbank jeweils veranlasst hat, jedoch wurden die Beträge 
schlussendlich ganz klar B._____ belastet. Aus dem von der O._____ AG bezahl-
ten Mietzins ergibt sich damit deutlich, dass ein jährlicher Mietzins in Höhe von 
höchstens Fr. 80‘000.-- für die Zeit von 1995 bis 2004, in welcher das Café 
J._____ die Betriebsräume in der „Chesa B._____“ gemietet hatte, angemessen 
ist. Daran vermag auch das Schreiben der S._____ AG, Treuhand und Revisions-
gesellschaft, vom 15. Mai 2012 nichts zu ändern (Akten der Vorinstanz, act. 13/6). 
Es ist insbesondere festzustellen, dass sich dieses Schreiben bei der Berechnung 
der Jahresmiete für die dem Café J._____ vermieteten Betriebsräume in der 
„Chesa B._____“ für die Jahre 1995 bis 2003 zum einen auf Kennzahlen aus den 
Jahren 2010/2011, 2009 und 2011 stützt, ohne in irgendeiner Weise zu begründen 
geschweige denn zu belegen, dass diese Zahlen auch für den Zeitraum von 1995 
bis 2003 relevant beziehungsweise repräsentativ wären. Zum andern wird der 
Umsatz aus den Jahresrechnungen (Erfolgsrechnungen) des Café J._____ als 
Grundlage der Berechnung verwendet. Aus den Akten ergibt sich jedoch, dass 
diese Jahresrechnungen auch die Ergebnisse (Ertrag und Aufwand) anderer Be-
triebsstätten (P._____, O.5_____, O.6_____) umfassen, zumindest ab dem Jahre 
2000 (Akten der Staatsanwaltschaft, act. B1.1.2 bis B1.1.5 und B1.1.12 bis 
B1.1.14). Wie gross der Umsatz alleine im Café J._____ war, steht daher nicht 
fest. Die Jahresrechnungen können folglich nicht Grundlage der Berechnung der 
Jahresmiete für die Betriebsräume in der „Chesa B._____“ sein. Auf das Schrei-
ben der S._____ AG, Treuhand und Revisionsgesellschaft, kann klarerweise nicht 
abgestellt werden. 

Es sei auch noch darauf hingewiesen, dass der Berufungskläger an anderer Stelle 
geltend macht, die Angaben in den Erfolgsrechnungen/Bilanzen des Café J._____ 
entsprächen in keiner Weise den tatsächlichen Gegebenheiten. Er widerspricht 
sich daher, wenn er für die Berechnung des Mietzinses auf die Jahresrechnungen 
zurückgreifen, in anderem Zusammenhang die Jahresrechnungen aber nicht gel-
ten lassen will. 

Aus den Akten ergibt sich, dass das Café J._____ in der Zeit vom 1. Dezember 
1995 bis zum 30. November 2003 (für das Jahr 2004 finden sich in den Akten kei-

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ne Zahlen) Hypothekarzinsen und Amortisationen im Umfang von Fr. 1‘304‘848.80 
geleistet hat. Daneben kamen noch Fr. 157‘340.70 an übrigem Liegenschaftsauf-
wand dazu, den ebenso die Eigentümerin der Liegenschaft, B._____, hätte bezah-
len müssen. Dem stehen die Mietzinse für die Betriebsräumlichkeiten von insge-
samt Fr. 640‘000.-- sowie die Einnahmen aus der Vermietung der Stockwerkein-
heiten von gesamthaft Fr. 550‘088.24 gegenüber (vgl. zu den Beträgen der einzel-
nen Jahre die Zusammenstellung der Kantonspolizei, Akten der Staatsanwalt-
schaft, act. C1.2.65, S. 2). Es zeigt sich damit deutlich, dass das Café J._____ bei 
weitem mehr geleistet hat, als B._____ aufgrund des Mietzinses für die Betriebs-
räume und aus der Vermietung der Stockwerkeinheiten zugestanden hätte. Kon-
kret hat das Café J._____ Fr. 272‘101.22 mehr geleistet, als es von B._____ er-
halten hat. B._____ stand daher aus der Vermietung der Betriebsräume und den 
Mieteinnahmen aus den Stockwerkeinheiten, die dem Café J._____ zugeflossen 
sind, keine Forderung gegen das Café J._____ zu. Im Gegenteil, das Café 
J._____ hatte eine Forderung gegen B._____.

b) In einem zweiten Punkt hält der Berufungskläger dafür, dass B._____ ein Dar-
lehen über Fr. 500‘000.-- habe übernehmen müssen, das ihre Mutter, C._____, 
B._____ und A._____ am 2. Mai 2003 gewährt habe. Bezüglich dieses Darlehens 
ist zu sagen, dass es zum einen im Zeitpunkt der Abtretungen noch nicht fällig war 
(es findet sich jedenfalls in den Akten keine Kündigung, die gemäss Darlehensver-
trag notwendig gewesen wäre, Akten der Staatsanwaltschaft, act. C1.2.13, S. 11 
Ziff. 2 Absatz 2). Zum andern stand in keiner Weise fest, ob B._____ mit Bezug 
auf dieses Darlehen überhaupt Leistungen würde erbringen müssen. Gemäss 
Ehescheidungskonvention zwischen B._____ und A._____ vom 30. September 
2004 hätte vielmehr A._____ dieses Darlehen übernehmen sollen (Akten der Vor-
instanz, act. 13/4). Im Zeitpunkt der Abtretungen gingen die Parteien folglich gar 
nicht davon aus, dass B._____ aus diesem Darlehen je eine Forderung gegen die 
J._____-Betriebe (Café J._____ und K._____ AG) erwachsen würde. Dass 
B._____ das Darlehen schliesslich im Rahmen der Erbteilung, die im Übrigen erst 
im Jahre 2009 erfolgte (Akten der Vorinstanz, act. 13/5), doch übernahm, ändert 
daran nichts. Aus dem Darlehen, welches C._____ B._____ und A._____ gewährt 
hatte, stand B._____ somit im Zeitpunkt der Abtretungen keine Forderung gegen 
die J._____-Betriebe zu.

c) Als dritten Punkt führt der Berufungskläger an, B._____ habe eine ihr gehören-
de Eigentumswohnung verkauft. Der daraus resultierende Erlös sei ebenfalls in 
das Café J._____ geflossen. Es trifft zu, dass B._____ am 3. Oktober 2003 eine 

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der Stockwerkeinheiten der „Chesa B._____“ verkauft hat (Akten der Staatsan-
waltschaft, act. C1.1.14, S. 3; Akten der Vorinstanz, act. 13/8). Ebenso ist aus der 
Erfolgsrechnung des Café J._____ für das Jahr 2003 ersichtlich, dass Geld aus 
dem Verkauf der Stockwerkeinheit tatsächlich dem Café J._____ zugeflossen ist 
(Akten der Staatsanwaltschaft, act. B1.1.14, Erfolgsrechnung S. 5., Konto 7520). 
Nachdem B._____ Gesellschafterin der Gesellschaft Café J._____ war, ist dieser 
Betrag als Einlage in die Gesellschaft zu werten, den B._____ nicht einfach her-
ausverlangen konnte. Auch bei Auflösung der Gesellschaft hätte B._____ ihre Ein-
lage nur zurückerhalten, wenn und soweit nach Befriedigung aller Gläubiger noch 
ein Überschuss vorhanden gewesen wäre (für die einfache Gesellschaft: Art. 549 
Abs. 2 OR; für die Kollektivgesellschaft: Art. 588 Abs. 1 OR). Im Zeitpunkt der Ab-
tretungen war eine Abrechnung mit den Gläubigern aber noch gar nicht erfolgt und 
die Konkurse haben gezeigt, dass ein Überschuss nicht gegeben war. B._____ 
hätte ihre Einlage daher nicht zurückverlangen können. Selbst wenn man davon 
ausgehen wollte, B._____ habe das Geld aus dem Verkauf der Stockwerkeinheit 
dem Café J._____ lediglich als Darlehen zur Verfügung gestellt, so fände sich in 
den Akten doch keine Aufforderung zur Rückzahlung dieses Darlehens und es 
wird auch keine solche geltend gemacht (Art. 318 OR; da kein Darlehensvertrag 
bei den Akten ist und nicht behauptet wird, es sei ein bestimmter Rückzahlungs-
termin, eine Kündigungsfrist oder der Verfall auf beliebige Aufforderung vereinbart 
worden, sich im Weiteren auch keine Hinweise finden, dass etwas dementspre-
chendes vereinbart worden sein könnte, wäre gemäss Gesetz die Rückzahlung 
innert sechs Wochen nach erster Aufforderung zum Zuge gekommen). Ein Darle-
hen wäre daher im Zeitpunkt der Abtretung der Vermögenswerte des Café 
J._____ an B._____ nicht fällig gewesen, weshalb B._____ auch (noch) keine 
Forderung aus einem solchen Darlehen zugestanden hätte. In jedem Fall konnte 
B._____ gegenüber dem Café J._____ im Zeitpunkt der Abtretung also noch gar 
keine Forderung aus dem Verkauf der Wohnung geltend machen. 

Selbst wenn B._____ im Übrigen bereits eine Forderung zugestanden hätte, so 
hätte diese weitestgehend mit der Forderung verrechnet werden können, die dem 
Café J._____ aus der Bezahlung der Hypothekarzinsen, Amortisationen und des 
Liegenschaftsaufwandes gegen B._____ zustand.

d) Weiter macht der Berufungskläger geltend, es habe eine Forderung des Café 
J._____ gegen die K._____ AG bestanden. Da B._____ als Kollektivgesellschafte-
rin an dieser Forderung gesamthänderisch berechtigt gewesen sei, habe sie eine 
entsprechende Forderung gegen die K._____ AG gehabt. Dem kann nicht zuge-

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stimmt werden, weil eine gesamthänderische Forderung nur allen Gesamtei-
gentümern gemeinsam zusteht und die K._____ AG daher nur zu Handen aller 
Gesamteigentümer mit befreiender Wirkung hätte leisten können und müssen. 
Auch hätten nur alle Gesamteigentümer zusammen die Forderung einfordern oder 
gar einklagen können. B._____ allein stand daher aus den Verbindlichkeiten der 
K._____ AG gegen das Café J._____ keine Forderung gegen die K._____ AG zu. 
Es sei hier der Vollständigkeit halber darauf hingewiesen, dass die Abtretung der 
Debitorenforderungen und des Inventars der K._____ AG an B._____ gemäss 
Zeitangaben in den Beurkundungen vor der Abtretung der Vermögenswerte des 
Café J._____ an B._____ vorgenommen wurde (Akten der Staatsanwaltschaft, 
act. C1.2.35.1, S. 6, und C1.2.31, S.3), weshalb die Forderungen des Café 
J._____ gegen die K._____ AG im Zeitpunkt der Abtretung der Vermögenswerte 
der K._____ AG noch im Gesamteigentum von B._____ und A._____ standen. 
Dass diese Abtretungen bereits früher vereinbart worden wären, wie es in den Ab-
tretungsurkunden und im Protokoll der ausserordentlichen Generalversammlung 
der K._____ AG vom 10. August 2004 festgehalten wird (Akten der Staatsanwalt-
schaft, act. C1.2.35.1 und 35.2) und wie es auch der Berufungskläger geltend 
macht, dafür gibt es in den Akten keinen weiteren Beleg. Entgegen den Aus-
führungen des Berufungsklägers in der Berufungsreplik geniessen die Abtretungs-
urkunden bezüglich des Inhalts der darin festgehaltenen Parteierklärungen keine 
erhöhte Glaubwürdigkeit. Die erhöhte Beweiskraft einer öffentlichen Urkunde, wie 
sie Art. 9 Abs. 1 ZGB stipuliert, erstreckt sich nämlich nur auf das, was die Ur-
kundsperson aufgrund eigener Wahrnehmung überprüfen konnte, nicht jedoch auf 
die Beurkundung blosser Parteibehauptungen (vgl. BGE 110 II 1). Der Notar hat in 
den Abtretungsurkunden offensichtlich lediglich die Behauptungen der involvierten 
Parteien beurkundet, die er nicht aufgrund eigener Wahrnehmung auf deren Rich-
tigkeit überprüfen konnte. Die in den Abtretungsurkunden enthaltenen Aussagen, 
die Abtretungen seien schon in den Jahren 1995 beziehungsweise 2001 verein-
bart worden, sind daher einfache Parteibehauptungen. Sie vermögen aufgrund der 
gesamten Situation, in der sich die J._____-Betriebe (K._____ AG und Café 
J._____) zum Zeitpunkt befunden haben, als die Abtretungen schriftlich festgehal-
ten und beurkundet worden sind, dass nämlich die Konkurse absehbar waren, und 
insbesondere aufgrund des erklärten Vorhabens des Berufungsklägers, sich ganz 
auf die Interessen von B._____ zu konzentrieren (Akten der Staatsanwaltschaft, 
act. C1.2.40, S. 3 unten), nicht zu überzeugen. Dies gilt auch für die Ausführungen 
im Protokoll der ausserordentlichen Generalversammlung der K._____ AG, das 
als Grundlage für die Beurkundung diente und praktisch wortwörtlich in die Abtre-

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tungsurkunde aufgenommen worden ist. Der Berufungskläger hat in der Beru-
fungsbegründung im Übrigen auch mehrfach und immer wieder festgestellt, dass 
er die Abtretungen (und nicht lediglich das schriftliche Festhalten bereits früher 
vereinbarter Abtretungen!) empfohlen habe (vgl. zum Beispiel Berufungsbegrün-
dung, act. A.5, S. 20 Ziff. 11, S. 33 Ziff. 17a in fine, S. 34 Ziff. 17c, S. 37 oben). 
Das Gericht gelangt daher zum Schluss, dass es sich bei den Hinweisen, die Ab-
tretungen seien bereits 1995 und 2001 vereinbart worden, um Schutzbehauptun-
gen handelt. Es ist vorliegend somit davon auszugehen, dass die Abtretungen 
zwischen der K._____ AG und B._____ sowie zwischen dem Café J._____ und 
B._____ nicht vor August 2004 vereinbart worden sind. 

e) Schliesslich hält der Berufungskläger fest, B._____ sei eine Bürgschaftsver-
pflichtung zu Gunsten der K._____ AG eingegangen, aus welcher sie durch die 
Graubündner Kantonalbank in Anspruch genommen worden sei. Er will damit wohl 
geltend machen, B._____ habe am 13. August 2004 aus dieser Bürgschaftsver-
pflichtung eine Forderung gegen die K._____ AG gehabt. Auch dem kann nicht 
zugestimmt werden. Es trifft zwar zu, dass B._____ zusammen mit A._____ am 
17. Dezember 2001 eine Solidarbürgschaft gegenüber der Graubündner Kanto-
nalbank eingegangen ist für alle Forderungen, welche die Graubündner Kantonal-
bank in jenem Zeitpunkt gegen die K._____ AG besass und in Zukunft noch erlan-
gen sollte (Akten der Staatsanwaltschaft, act. C1.2.7). Aus dieser Solidarbürg-
schaft in Anspruch genommen wurde B._____ jedoch offenbar erst im Jahre 2007 
(vgl. Abschreibungsverfügung des Kreisamtes Oberengadin vom 20. April 2007, 
Akten der Staatsanwaltschaft, act. C1.2.53). Am 10./13. August 2004, als die 
K._____ AG ihre Vermögenswerte an B._____ abtrat, hatte B._____ mithin noch 
gar keine Forderung aus Solidarbürgschaft gegen die K._____ AG. Daran ändert 
nichts, dass in diesem Zeitpunkt allenfalls absehbar war, dass die Solidarbürg-
schaft eingefordert werden würde, was der Berufungskläger geltend macht. 
B._____ stand in diesem Zeitpunkt schlicht noch keine Forderung zu. Dasselbe ist 
zu sagen bezüglich des Betrags, den B._____ im Rahmen eines Vergleichs an die 
Graubündner Kantonalbank und an die Q._____ AG bezahlt hat. Zum einen wurde 
der Vergleich offensichtlich erst im Jahre 2007 abgeschlossen (vgl. Abschrei-
bungsverfügung des Kreisamtes Oberengadin vom 20. April 2007, Akten der 
Staatsanwaltschaft, act. C1.2.53), nachdem die Graubündner Kantonalbank am 
27. Juni 2006 B._____ wegen der Begünstigung durch die K._____ AG erstmals 
angeschrieben hatte. B._____ konnte folglich im Jahre 2004 aus dem Vergleich 
noch gar keine Forderung zustehen. Zum andern kam es zu diesem Vergleich ge-
rade deshalb, weil die Graubündner Kantonalbank sowie die Q._____ AG im Kon-

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kurs der K._____ AG die erfolgten Abtretungen an B._____ nicht akzeptieren woll-
ten und Anfechtungsklagen gegen B._____ angestrengt hatten beziehungsweise 
anstrengen wollten, nachdem die Konkursmasse ihnen die Ansprüche gemäss Art. 
260 SchKG abgetreten hatte. Aus der Tatsache allein, dass B._____ diesen Ver-
gleich geschlossen hat, in welchem sie im Übrigen die Anfechtungsansprüche der 
Graubündner Kantonalbank und der Q._____ AG im Umfang von je Fr. 70‘000.-- 
ausdrücklich anerkannt hat (Akten der Staatsanwaltschaft, act. C1.2.53, S. 2 Ziff. 
3.3), kann keine Forderung für den 10./13. August 2004 abgeleitet werden. 

f) Weitere Forderungen von B._____ gegen die K._____ AG und/oder das Café 
J._____ macht der Berufungskläger nicht geltend und es sind auch keine ersicht-
lich. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass B._____ am 13. August 2004 kei-
ne Forderungen gegen die J._____-Betriebe (K._____ AG und Café J._____) zu-
standen.

6. a) aa) Die Staatsanwaltschaft Graubünden wirft dem Berufungskläger in der 
Anklageschrift vor, er habe gegen Art. 164 Ziff. 1 StGB verstossen, indem er 
B._____ und A._____ dazu veranlasst habe, am 13. August 2004 sämtliche Debi-
torenguthaben, Vorräte und Sachanlagen (Maschinen, Apparate und Einrichtun-
gen) des Café J._____ an B._____ abzutreten, obwohl B._____ zu dieser Zeit 
keinerlei Forderungen gegenüber der einfachen Gesellschaft „A._____ und 
B._____, Café J._____“ gehabt habe und obwohl der Berufungskläger bereits un-
mittelbar nach der Aufnahme seiner Tätigkeit für B._____ und A._____ ab ca. Juli 
2004 erkannt habe, dass das Café J._____ beziehungsweise dessen Gesellschaf-
ter vor dem Konkurs gestanden hätten. Am 11. März 2005 sei der Konkurs über 
A._____ eröffnet worden; in diesem Konkurs hätten die Gläubiger einen erhebli-
chen Verlust erlitten. Die Vorinstanz hat im angefochtenen Urteil verneint, dass 
sich der Berufungskläger im Zusammenhang mit der Abtretung von Vermögens-
werten des Café J._____ an B._____ einer Gläubigerschädigung durch Vermö-
gensminderung gemäss Art. 164 Ziff. 1 StGB schuldig gemacht hat, und sie hat 
ihn von diesem Vorwurf freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft wendet sich mit 
ihrer Anschlussberufung gegen diesen Freispruch. Es ist im Folgenden daher zu 
prüfen, ob der in der Anklageschrift enthaltene Vorhalt einer Verletzung von Art. 
164 Ziff. 1 StGB im Zusammenhang mit den Abtretungen von Vermögenswerten 
des Café J._____ an B._____ zutrifft.

bb) Der Schuldner, der zum Schaden der Gläubiger sein Vermögen vermindert, 
indem er Vermögenswerte unentgeltlich oder gegen eine Leistung mit offensicht-

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lich geringerem Wert veräussert, wird, wenn über ihn der Konkurs eröffnet oder 
gegen ihn ein Verlustschein ausgestellt worden ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf 
Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 164 Ziff. 1 StGB). Voraussetzung einer Verur-
teilung gemäss Art. 164 Ziff. 1 StGB ist mithin unter anderem, dass den Gläubi-
gern ein Schaden entstanden ist. Ein solcher ist durch die Abtretung zwischen 
dem Café J._____ und B._____ jedoch nicht eingetreten. Dies aus folgenden 
Gründen: B._____ und A._____ haben zusammen das Café J._____ betrieben. 
Die Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz haben aufgrund der Akten geschlos-
sen, B._____ und A._____ hätten eine einfache Gesellschaft gebildet. Der Beru-
fungskläger macht geltend, da ein nach kaufmännischer Art geführtes Gewerbe 
betrieben worden sei, habe es sich nicht um eine einfache Gesellschaft, sondern 
vielmehr um eine Kollektivgesellschaft gehandelt. Für die Beantwortung der Frage, 
ob den Gläubigern durch die Abtretung vom 13. August 2004 ein Schaden ent-
standen ist, kann dahingestellt bleiben, ob B._____ und A._____ eine einfache 
Gesellschaft oder eine Kollektivgesellschaft gebildet haben. Zentral ist in beiden 
Fällen die Frage nach der Haftung für Schulden der Gesellschaft. In der einfachen 
Gesellschaft haften für Gesellschaftschulden die Gesellschafter und zwar primär, 
ausschliesslich, unbeschränkt und solidarisch. Diese Haftung bleibt auch nach 
Auflösung der einfachen Gesellschaft mit Bezug auf Schulden der Gesellschaft 
grundsätzlich bestehen (Art. 551 OR). Bei der Kollektivgesellschaft haftet für die 
Verpflichtungen der Gesellschaft zunächst das Gesellschaftsvermögen. Reicht 
dieses zur Deckung der Gesellschaftsschulden nicht aus, dann haften subsidiär 
alle Gesellschafter persönlich, und zwar unbeschränkt und solidarisch mit ihrem 
ganzen Vermögen (vgl. Art. 568 Abs. 1 OR). Diese Haftung der Kollektivgesell-
schafter tritt aber erst ein, wenn eine der drei Belangbarkeitsvoraussetzungen von 
Art. 568 Abs. 3 OR erfüllt ist. Nach Liquidation der Kollektivgesellschaft haften die 
Gesellschafter noch fünf Jahre persönlich (Art. 591 OR). Nach Auflösung der Ge-
sellschaft haftet mithin sowohl der einfache Gesellschafter als auch der Kollektiv-
gesellschafter für Schulden der Gesellschaft weiterhin persönlich. Die Gläubiger 
können ihre Forderungen, die im Rahmen der Liquidation der Gesellschaft nicht 
gedeckt werden, somit gegenüber den Gesellschaftern geltend machen. Vorlie-
gend nun ist zweifellos davon auszugehen, dass B._____ und A._____ den Willen 
hatten und übereingekommen sind, die aus ihnen bestehende Gesellschaft auf-
zulösen. Dies geht allein schon aus der Tatsache hervor, dass A._____ am 7. 
September 2004 die Einzelfirma „Café J._____ A._____“, die fortan das Café 
J._____ betrieb, im Handelsregister eintragen liess (Akten der Staatsanwaltschaft, 
act. B1.1.1). Die gegenseitige Übereinkunft stellt sowohl für die einfache Gesell-

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schaft als auch für die Kollektivgesellschaft einen Auflösungsgrund dar (Art. 545 
Abs. 1 Ziff. 4 OR in Verbindung mit Art. 574 Abs. 1 OR). Es ist mithin davon aus-
zugehen, dass die Gesellschaft, die zwischen B._____ und A._____ bestand, auf-
gelöst worden ist. Gläubiger der Gesellschaft, die bei der Liquidation nicht befrie-
digt worden waren, konnten ihre Forderungen in der Folge gegenüber A._____ 
und/oder B._____ persönlich geltend machen. Insofern hatte sich das Haftungs-
substrat durch die Abtretung nicht verändert oder verringert. Ein Schaden für die 
Gläubiger ist daher nicht erkennbar. Dass sich Gläubiger, die Forderungen gegen 
die Gesellschaft hatten und im Konkurs von A._____ nicht befriedigt wurden, in 
der Folge nicht an B._____ gewandt haben, kann dem Berufungskläger nicht vor-
gehalten werden. Auch wenn im Übrigen davon auszugehen wäre, dass die Abtre-
tung der Vermögenswerte an B._____ nicht im Rahmen der Liquidation der Ge-
sellschaft, sondern davor erfolgt ist, hätten die Gläubiger auf das abgetretene 
Vermögen greifen können, da B._____ als einfache Gesellschafterin mit ihrem 
ganzen Vermögen gehaftet hat. Bei einer Kollektivgesellschaft hätte eine erfolglo-
se Betreibung gegen die Gesellschaft genügt, um die persönliche, unbeschränkte 
und solidarische Haftung von B._____ auszulösen (Art. 568 Abs. 3 OR). Im einen 
wie im andern Fall hat den Gläubigern nach der Abtretung folglich dasselbe Haf-
tungssubstrat zur Verfügung gestanden wie davor. Es fehlt mithin bereits an der 
Voraussetzung des Gläubigerschadens, weshalb Art. 164 Ziff. 1 StGB keine An-
wendung finden kann. Die Vorinstanz hat den Berufungskläger im Zusammenhang 
mit der Abtretung von Vermögenswerten des Café J._____ an B._____ daher zu 
Recht vom Vorwurf der Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung 
gemäss Art. 164 Ziff. 1 StGB frei gesprochen. Die Anschlussberufung ist insoweit 
abzuweisen und das vorinstanzliche Urteil in diesem Punkt zu bestätigen. 

Lediglich der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass B._____ die am 
13. August 2004 an sie abgetretenen Vermögenswerte des Café J._____ noch am 
selben Tag bis zur Höhe von Fr. 1‘450‘000.-- an ihre Mutter abgetreten hat (Akten 
der Staatsanwaltschaft, act. C1.2.34). Es stellt sich die Frage, ob die Abtretung an 
B._____ nur vorgeschoben war und die eigentliche Abtretung an C._____ erfolgen 
sollte. Diese Frage und auch eine allenfalls mögliche strafrechtliche Relevanz der 
Abtretung an C._____ brauchen jedoch nicht weiter untersucht zu werden, da die 
Anklageschrift keine entsprechenden sachverhaltlichen Feststellungen trifft, wes-
halb eine Verurteilung aufgrund der Abtretung an C._____ von der Anklageschrift 
nicht gedeckt wäre und somit einer Verletzung des Anklageprinzips (Art. 9 StPO) 
gleich käme. 

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b) Die Vorinstanz hat die Abtretung zwischen dem Café J._____ und B._____ un-
ter dem Gesichtspunkt der ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 
1 Abs. 3 StGB geprüft, die Voraussetzungen als erfüllt erachtet und den Beru-
fungskläger entsprechend verurteilt. Dagegen richtet sich die Berufung des Beru-
fungsklägers.

Aus dem Plädoyer des Staatsanwalts anlässlich der Hauptverhandlung vor der 
Vorinstanz ergibt sich, dass die Staatsanwaltschaft den Sachverhaltskomplex der 
Abtretung von Vermögenswerten des Café J._____ an B._____ ausdrücklich nicht 
unter dem Blickwinkel der ungetreuen Geschäftsbesorgung angeklagt wissen woll-
te (Akten der Vorinstanz, act. 14, S. 7, Ziff. 2.1; aus der Anklageschrift geht dies 
leider nicht mit der notwendigen Deutlichkeit hervor. Das vom damaligen Untersu-
chungsrichter gewählte Vorgehen, in der Anklageschrift alle Sachverhaltskomple-
xe unter eine Überschrift mit den Straftatbeständen zu stellen, ohne die Straftat-
bestände den einzelnen Sachverhalten zuzuordnen, erscheint daher nicht glück-
lich und es wäre vorzuziehen gewesen, dass die nach Meinung der Staatsanwalt-
schaft von den einzelnen Angeklagten erfüllten Straftatbestände jeweils jedem 
einzelnen Sachverhalt direkt vorangestellt worden wären; insgesamt vermittelt 
denn auch die Anklageschrift einen unübersichtlichen und verwirrlichen Eindruck). 
Auch in der Anschlussberufungserklärung wird festgehalten, dass die Anklage nur 
wegen einfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung erfolgt sei und nicht wegen 
mehrfacher, weshalb eine Anpassung des entsprechenden Schuldspruches bean-
tragt werde (act. A.4, S. 2). Die Staatsanwaltschaft hat daher ausdrücklich darauf 
verzichtet, die Abtretung von Vermögenswerten des Café J._____ an B._____ 
unter dem Gesichtspunkt der ungetreuen Geschäftsbesorgung anzuklagen. Damit 
aber erfolgt diesbezüglich keine Verurteilung wegen ungetreuer Geschäftsbesor-
gung, weil es an einer Anklage fehlt. Die Berufung ist insofern gutzuheissen und 
das vorinstanzliche Urteil in diesem Punkt aufzuheben. Der Berufungskläger ist 
bezüglich der Abtretung von Vermögenswerten des Café J._____ an B._____ kei-
ner ungetreuen Geschäftsbesorgung gemäss Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB schul-
dig.

7. Die Staatsanwaltschaft Graubünden wirft dem Berufungskläger im Weiteren 
vor, er habe Art. 164 Ziff. 1 StGB und Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB verletzt, indem 
er veranlasst habe, dass sämtliche Debitorenguthaben und sämtliches Inventar 
(Maschinen, Apparate, Einrichtungen und Lagerbestände) der K._____ AG an 
B._____ abgetreten worden seien, obwohl B._____ zu diesem Zeitpunkt keine 
Forderungen gegenüber der K._____ AG gehabt habe. Am 11. März 2005 sei 

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über die K._____ AG der Konkurs eröffnet worden; in diesem Konkurs hätten die 
Gläubiger insgesamt einen siebenstelligen Verlust erlitten. Die Vorinstanz hat den 
Berufungskläger auch im Zusammenhang mit den Abtretungen der K._____ AG 
an B._____ vom Vorwurf der Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung 
freigesprochen. Den Vorhalt der ungetreuen Geschäftsbesorgung hat sie jedoch 
als berechtigt erachtet, weshalb sie den Berufungskläger dementsprechend verur-
teilt hat. Der Berufungskläger wendet sich in der Berufung gegen diese Verurtei-
lung wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung, während die Staatsanwaltschaft 
Graubünden mit der Anschlussberufung den Freispruch vom Vorwurf der Gläubi-
gerschädigung durch Vermögensminderung anficht. Im Folgenden ist daher zu 
prüfen, ob der Berufungskläger mit seinem Verhalten diese beiden Straftatbestän-
de erfüllt hat oder nicht. 

a) aa) Der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung kennt gemäss bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung vier Voraussetzungen, nämlich die Eigenschaft 
als Geschäftsführer, die Verletzung einer damit zusammenhängenden Pflicht, aus 
welcher ein Vermögensschaden resultiert, sowie Vorsatz hinsichtlich dieser Ele-
mente (BGE 120 IV 190). Geschäftsführer im Sinne von Art. 158 StGB ist, „wer in 
tatsächlich oder formell selbständiger und verantwortlicher Stellung im Interesse 
eines andern für einen nicht unerheblichen Vermögenskomplex zu sorgen hat (...). 
Geschäftsführer ist nicht nur, wer Rechtsgeschäfte nach aussen abzuschliessen 
hat, sondern auch, wer entsprechend seiner Fürsorgepflicht im Innenverhältnis für 
fremde Vermögensinteressen sorgen soll, insbesondere wer darüber in leitender 
Stellung verfügt“ (Urteil des Bundesgerichts vom 2. März 2000, 6S.604/1999, E 
2c; vgl. auch BGE 129 IV 126, BGE 120 IV 192, BGE 118 IV 246). Täter im Sinne 
von Art. 158 StGB kann nur sein, wen eine Vermögensfürsorgepflicht trifft, wer 
mithin gegenüber dem Berechtigten als Garant erscheint hinsichtlich des Vermö-
gens, für das er zu sorgen hat. Denn nur dort, wo der Täter dem Berechtigten ge-
genüber zu besonderer Treue verpflichtet ist, wird durch die Verletzung dieser 
Pflichten das Unrecht der ungetreuen Geschäftsbesorgung überhaupt verwirklicht 
(Niggli, Basler Kommentar, N 1 zu Art. 158 StGB).

bb) Der Berufungskläger bestreitet, dass er Geschäftsführer gewesen sei, 
während Staatsanwaltschaft und Vorinstanz klar bejaht haben, dass er Geschäfts-
führer der K._____ AG war. Aus den Aussagen des Berufungsklägers und den 
Akten geht hervor, dass der Berufungskläger mit verschiedenen Gläubigern und 
Lieferanten Verhandlungen führte (Akten der Staatsanwaltschaft, act. A2.1.18, S. 
2; act. A2.2.7, S. 3 f.), dass im Juli/August 2004 auf seine Veranlassung hin von 

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seinem Büro aus ein Schreiben an die Gläubiger geschickt wurde mit dem Inhalt, 
dass bis Ende der Sommersaison durch ihn und sein Büro ein Bericht über die 
finanzielle Situation erstellt werde und dass bis dahin keine alten Forderungen 
beglichen, jedoch aus den laufenden Tageseinnahmen die laufenden Kosten be-
stritten würden (Akten der Staatsanwaltschaft, act. A2.1.13, S. 2), wobei er über 
diese Massnahmen selbst entschieden und sie auch selbständig angeordnet hatte 
(Akten der Staatsanwaltschaft, act. A2.2.7, S. 3), dass er am 1. August 2004 bei 
der Banca Raiffeisen Engiadina Val Müstair (nachfolgend: Banca Raiffeisen) auf 
den Namen von B._____ ein Privatkonto eröffnen liess (Akten der Staatsanwalt-
schaft, act. B1.6.2 [Schreiben der Banca Raiffeisen vom 29. Januar 2007: „Konto-
auszug 01.08.2004 (Eröffnungsdatum) bis 31.12.2004“; Hervorhebung hinzuge-
fügt] und act. B1.6.3 sowie act. C1.2.36), auf welches in der Folge gemäss seinen 
Vereinbarungen mit den Gläubigern und A._____ die Zahlungen an die J._____-
Betriebe (Café J._____ und K._____ AG) eingingen, womit er verhindern wollte, 
dass irgendjemand aus der K._____ AG Zugriff auf diese Mittel hatte (Akten der 
Staatsanwaltschaft, act. A2.2.8, S. 5), dass er von August bis Dezember 2004 für 
die Zahlungsabwicklung zuständig war, das heisst, dass die Gläubiger die Rech-
nungen an sein Büro schickten, wo die Rechnungen geprüft und bezahlt wurden 
(Akten der Staatsanwaltschaft, act. A2.1.13, S. 2 unten und S. 5 Mitte), dass er an 
der ausserordentlichen Generalversammlung der K._____ AG am 10. August 
2004 teilnahm und dort Inputs lieferte, welche Beschlüsse zu treffen seien, dass 
die relevanten Beschlüsse von Notar W._____, einem langjährigen Geschäfts-
partner des Berufungsklägers, vorformuliert worden waren, wobei der Berufungs-
kläger sicher in die Koordination der Parteien involviert war, und dass die Beur-
kundung der Beschlüsse der ausserordentlichen Generalversammlung am 13. 
August 2004 durch Notar W._____ auf Empfehlung des Berufungsklägers vorge-
nommen wurde (vgl. zu diesen Punkten die Aussagen des Berufungsklägers ge-
genüber dem Untersuchungsrichter am 16. April 2009, Akten der Staatsanwalt-
schaft, act. A2.2.7, S. 6 ff). Gemäss Berufungsreplik hat der Berufungskläger 
A._____ zu den Entscheiden vom 10. August 2004 bewogen (act. A.8, S. 14 Ziff. 
18). Gegenüber B._____ hat der Berufungskläger in einer Mail vom 10. Oktober 
2004 festgestellt, im Juli [2004] sei oft und lange über die Themen gesprochen 
worden; es sei ihm wichtig gewesen, alle Parteien in ein Boot zu setzen und der 
Crew im Boot zu vermitteln, dass sie eine Schicksalsgemeinschaft seien, der es 
am besten gehe, wenn alle in dieselbe Richtung schwämmen; die Crew sei 
B._____, A._____ und E._____ gewesen, den Job des Steuermannes habe er 
gefasst (Akten der Staatsanwaltschaft, act. C1.2.40, S. 4 oben). In der Berufungs-

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replik hat er schliesslich bestätigt, dass er keinerlei Weisungsbefugnis unterstan-
den habe (act. A.8, S. 9 oben). Ebenso hat er in der Berufungsreplik festgestellt, 
dass er B._____ den Inhalt der Abtretungsverträge erklärt hat (act. A.8, S. 7, Ziff. 
3). Aus den Aussagen des Berufungsklägers ergibt sich somit mit grosser Klarheit, 
dass er sich bezüglich der Finanzen der K._____ AG eindeutig die alleinige Ent-
scheidungsbefugnis angeeignet hat. Er hat die Eröffnung eines neuen Kontos ver-
anlasst, auf welches sämtliche Einnahmen sowohl der K._____ AG als auch des 
Café J._____ flossen. Dies hat er ausdrücklich getan, um andere davon abzuhal-
ten, über die Gelder zu verfügen. Er hat veranlasst, dass die Gläubiger die Rech-
nungen an sein Büro schickten, wo aufgrund seiner Weisungen entschieden wur-
de, welche Rechnungen wann und zu welchem Prozentsatz bezahlt wurden. Die 
Organe der K._____ AG wurden gänzlich aussen vor gelassen. Der Berufungsklä-
ger hat den Gläubigern mitgeteilt, dass nur noch laufende Rechnungen bezahlt 
würden. Er hat mit den Gläubigern über Stundungen und Zahlungen verhandelt. 
Und dies alles geschah, ohne dass er Weisungen von Seiten der Organe der 
K._____ AG unterstanden hätte. Offensichtlich hat der Berufungskläger insgesamt 
betrachtet auch Geschäfte vorgenommen, die über das normale Alltagsgeschäft 
hinausgegangen sind (Verhandlungen über Stundungen, Umleitung der Zahlun-
gen auf ein geschäftsfremdes Konto, damit niemand sonst mehr Zugriff hatte, 
etc.). Es erweist sich daher mit grosser Klarheit, dass der Berufungskläger Ge-
schäftsführer der K._____ AG war. Dabei ist dem Einwand des Berufungsklägers, 
er sei Sanierer gewesen und nicht tatsächlicher Leiter, entgegen zu halten, dass 
das eine das andere nicht ausschliesst. Der Berufungskläger hat gemäss seinen 
eigenen Aussagen bezüglich der Finanzen der K._____ AG von Beginn weg über 
eine solche Machtfülle verfügt, dass er nicht anders denn als Geschäftsführer an-
gesehen werden kann. Kommt hinzu, dass er gemäss seinen eigenen Aussagen 
auch bezüglich der ausserordentlichen Generalversammlung und der Beurkun-
dung der Beschlüsse dieser Versammlung federführend gewesen ist. Er hat den 
Organen der K._____ AG gesagt, welche Beschlüsse zu treffen sind, und er hat 
diese von seinem langjährigen Geschäftspartner sogar vorformulieren lassen. Er 
hat die Beurkundung der Beschlüsse vorgeschlagen und organisiert. Der Beru-
fungskläger ist daher klarerweise als Geschäftsführer der K._____ AG anzusehen 
und zwar sowohl im Zeitpunkt der ausserordentlichen Generalversammlung als 
auch im Zeitpunkt der Beurkundung der Beschlüsse dieser Generalversammlung. 
Es ist weiter festzustellen, dass das Vermögen der K._____ AG für den Beru-
fungskläger offensichtlich fremd war. Er konnte zudem selbständig darüber verfü-
gen, was sich deutlich aus seinen Feststellungen ergibt, er habe keinen Weisun-

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gen unterstanden (act. A.8, S. 9 oben) und bei seinem Büro seien sämtliche 
Rechnungen eingegangen, die sein Büro dann geprüft und bezahlt habe (Akten 
der Staatsanwaltschaft, act. A2.1.13, S. 2 unten und S. 5 Mitte). Schon allein die 
Tatsache, dass er veranlassen konnte, dass sämtliche Einnahmen der K._____ 
AG auf einem neuen, auf seine Weisung hin eröffneten Konto eingingen, zeigt im 
Weiteren, dass der Berufungskläger über Vermögensinteressen der K._____ AG 
von einigem Gewicht verfügen konnte. Dass er verpflichtet gewesen wäre, das 
Vermögen im Interesse der K._____ AG zu verwalten, ist offensichtlich. Der Beru-
fungskläger hat in der Berufungsbegründung selbst festgehalten, dass er Sanie-
rungsberater gewesen sei und dass das Ziel jeder Sanierung die Weiterführung 
des Unternehmens oder von Teilen desselben sei (act. A.5, S. 14 Ziff. 10b). Auch 
aus seiner Sicht musste er sich also so verhalten, dass sein Handeln für die 
K._____ AG den grösstmöglichen Nutzen ergab. Die Qualifikation des Berufungs-
klägers als Geschäftsführer der K._____ AG im Sinne von Art. 158 StGB ist daher 
augenscheinlich zu bejahen. 

Lediglich der Vollständigkeit halber sei noch festgehalten, dass die Ausführungen 
der Vorinstanz, dass es unbillig wäre, den Berufungskläger einerseits als Ge-
schäftsführer im Sinne von Art. 158 StGB und gleichzeitig als faktisches Organ im 
Sinne von Art. 164 StGB in Verbindung mit Art. 29 lit. d StGB zu qualifizieren, in 
keiner Weise zu überzeugen vermögen. Die Vorinstanz hat dabei offensichtlich 
übersehen, dass auch ein faktisches Organ Geschäftsführer im Sinne von Art. 158 
StGB sein kann. Zu Recht weist die Staatsanwaltschaft in ihrer Begründung der 
Anschlussberufung darauf hin, dass es zwischen faktischem Organ und Ge-
schäftsführer nicht ein „entweder oder“ gibt, sondern vielmehr ein „sowohl als 
auch“ (act. A.6, S. 2 Ziff. 4). Der Berufungskläger war Geschäftsführer der 
K._____ AG und zwar bereits im Zeitpunkt des Generalversammlungsbeschlusses 
über die und die Beurkundung der Abtretung der Vermögenswerte der K._____ 
AG an B._____. Er hat sich aber auch eine Machtfülle angeeignet und hat in ei-
nem Mass Einfluss auf die Willensbildung und die Beschlussfassung der K._____ 
AG genommen, wie es eigentlich nur einem Organ zusteht. Dabei hat er die for-
mellen Organe der K._____ AG in ihrer Aufgabenerfüllung deutlich zurückge-
drängt. Aus diesen Gründen war er auch faktisches Organ der K._____ AG. 

cc) Wie bereits festgestellt, ist es die Pflicht des Berufungsklägers gewesen, im 
Interesse der K._____ AG zu handeln, wovon er auch selbst ausgegangen ist. Die 
Interessen der K._____ AG konnten es nun grundsätzlich mit sich bringen, dass 
Vermögensstücke der Unternehmung veräussert werden sollten. Jedoch hat der 

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Berufungskläger vorliegend eine Veräusserung vorgenommen beziehungsweise 
vornehmen lassen, ohne dass der K._____ AG ein Gegenwert zugeflossen wäre, 
da B._____ – wie bereits einlässlich dargelegt – keine Forderungen gegen die 
K._____ AG hatte. Eine solche Veräusserung ohne Gegenwert, die einer Schen-
kung entspricht, muss offensichtlich als Verletzung der Pflichten angesehen wer-
den, die der Berufungskläger übernommen hatte, sollte er doch nach seinen eige-
nen Aussagen bei der Sanierung der K._____ AG helfen und nicht ihr Vermögen 
verschleudern. Eine Verletzung der Pflichten, die dem Berufungskläger aufgrund 
seiner Geschäftsführerstellung zukamen, ist daher zu bejahen. 

dd) Dass der K._____ AG durch das Verhalten des Berufungsklägers ein Schaden 
entstanden ist, ist offensichtlich und muss nicht weiter begründet werden, nach-
dem B._____ durch die Abtretung Vermögensstücke der K._____ AG zu Eigentum 
erhalten hat, ohne dass ihr eine Forderung gegen die K._____ AG zugestanden 
hätte. Damit aber sind die objektiven Tatbestandselemente einer ungetreuen Ge-
schäftsbesorgung erfüllt.

ee) Schliesslich stellt sich noch die Frage des Vorsatzes. Dieser muss sich auf die 
Pflichtwidrigkeit der Handlung, den Vermögensschaden und den zwischen ihnen 
bestehenden Kausalzusammenhang beziehen, wobei Eventualvorsatz genügt 
(Niggli, a.a.O., N 136 zu Art. 158 StGB). Der Berufungskläger macht selbst gel-
tend, sein Auftrag sei es gewesen, Aufgaben im Rahmen der Sanierung wahrzu-
nehmen. Geht man von dieser Aussage aus, so hatte der Berufungskläger zweifel-
los darauf hinzuarbeiten, dass wenn immer möglich die finanzielle Situation der 
K._____ AG wieder ins Lot kam und das Überleben der AG gesichert war. Dass 
die Abtretung von Vermögenswerten der K._____ AG ohne entsprechenden Ge-
genwert diesem Auftrag diametral zuwiderlief, ist augenscheinlich. Wer einer AG, 
die in der Lebensmittelbranche tätig ist, sämtliche bestehenden Debitorengutha-
ben, Apparate, Einrichtungen und Vorräte entzieht, ohne dass ein entsprechender 
Gegenwert zurückkommt, nimmt der AG weitgehend ihre Lebensgrundlage. Das 
ist so offensichtlich, dass keine vertieften betriebswirtschaftlichen oder buchhalte-
rischen Kenntnisse notwendig sind, um dies zu erkennen. Dem Berufungskläger, 
der über eine kaufmännische Ausbildung verfügt und seit Jahren in der Immobili-
enbranche tätig ist, war daher zweifellos bewusst, dass sein Handeln der K._____ 
AG jede Möglichkeit nahm, sich finanziell zu erholen. Auch wenn der Berufungs-
kläger im Übrigen schon zuvor erkannt hatte, dass die K._____ AG nicht mehr zu 
retten war, so war es doch weiterhin sein Auftrag, das Bestmögliche für die 
K._____ AG zu erreichen. Dass er dem zuwiderhandelte, wenn er ihre Betriebs-

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mittel ohne Gegenwert veräusserte, ist ebenso offensichtlich. Das Verhalten des 
Berufungsklägers offenbart deutlich, dass er die Interessen von B._____ gewahrt 
hat, anstatt im Interesse der K._____ AG zu handeln. Dies widerspricht ganz klar 
seinem Auftrag als Geschäftsführer, was dem Berufungskläger ohne weiteres klar 
sein musste. Ebenso deutlich aber zeichnete sich ein Schaden im Vermögen der 
K._____ AG ab, wenn der Berufungskläger Vermögenswerte der K._____ AG oh-
ne Gegenwert veräusserte. Auch dies ist offensichtlich und es bedarf keiner weite-
ren juristischen oder betriebswirtschaftlichen Kenntnisse, um dies zu sehen. Damit 
aber ist auch der Kausalzusammenhang zwischen dem Handeln des Berufungs-
klägers und dem Schaden offensichtlich. Nachdem sich alle diese Punkte ausge-
sprochen klar ergeben, konnten sie dem Berufungskläger nicht verborgen geblie-
ben sein. Dass er sich trotzdem dazu entschloss, auf die Abtretung der Vermö-
genswerte der K._____ AG an B._____ hinzuarbeiten, diese vorzubereiten und 
durchzuführen, kann nicht anders verstanden werden, als dass er einen Verstoss 
gegen seine Treuepflicht und den durch sein Handeln bedingten Vermögensscha-
den in Kauf nahm. Der Berufungskläger handelte mithin auch vorsätzlich.

ff) Schliesslich ist noch auf das Argument des Berufungsklägers einzugehen, er 
habe gar keine Abschlusskompetenz gehabt und auch keinen bestimmenden Ein-
fluss auf die Eheleute A.B._____. Es trifft zu, dass der Berufungskläger die Abtre-
tung von Vermögenswerten der K._____ AG an B._____ nicht selbst vorgenom-
men hat. Zweifellos hat er jedoch erkannt, dass durch die Abtretung die K._____ 
AG zu Schaden kommt, weil B._____ keine Forderung gegen die K._____ AG hat-
te. Trotzdem ist er gegen die Abtretung nicht eingeschritten. Vielmehr hat er diese 
vorgeschlagen und massiv forciert. Aufgrund der Aktenlage ist sogar davon aus-
zugehen, dass ohne sein Zutun die Abtretung nicht vorgenommen worden wäre. 
Dieses Verhalten gereicht ihm zum Vorwurf, da er damit seine Pflicht, das Vermö-
gen der K._____ AG in deren Interesse zu verwalten, verletzt hat. Ob sein Verhal-
ten nun als Bewirken oder als Zulassen einer Vermögensschädigung qualifiziert 
wird, ist unerheblich, da beide Varianten von Art. 158 Ziff. 1 StGB erfasst werden. 

gg) Die Staatsanwaltschaft wirft dem Berufungskläger schliesslich vor, er habe in 
Bereicherungsabsicht gehandelt, weshalb er Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB erfüllt 
habe. Der Berufungskläger widerspricht, indem er darauf hinweist, dass er gar 
keinen Nutzen aus der Abtretung der Vermögenswerte der K._____ AG gezogen 
habe und B._____ Forderungen gegen die K._____ AG zugestanden hätten. – 
Gemäss Absatz 3 von Art. 158 Ziff. 1 StGB kann mit Freiheitsstrafe von einem 
Jahr bis zu fünf Jahren bestraft werden, wer die ungetreue Geschäftsbesorgung in 

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der Absicht begeht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern. Wie 
bereits mehrfach festgestellt, hatte B._____ entgegen den Ausführungen des Be-
rufungsklägers keine Forderungen gegenüber der K._____ AG. Sie hatte daher 
keinen Anspruch darauf, dass die K._____ AG ihr Vermögenswerte abtrat. Durch 
den Übergang der abgetretenen Vermögenswerte der K._____ AG ins Eigentum 
von B._____ war diese daher bereichert. Da ihr jedwelcher Anspruch auf die Be-
reicherung fehlte, war diese zudem unrechtmässig. Dem Berufungskläger konnte 
nicht entgangen sein, dass B._____ Vermögenswerte erhielt, auf die sie keinen 
Anspruch hatte. Er handelte denn auch einzig im Bestreben, B._____ möglichst 
weitgehend Vermögenswerte zukommen zu lassen, was sich aus seiner Feststel-
lung im Mail vom 10. Oktober 2004 an B._____, dass er sich offen und ohne 
schlechtes Gewissen ganz auf die Interessen von B._____ habe konzentrieren 
können (Akten der Staatsanwaltschaft, act. C1.2.40, S. 3 unten), deutlich ableiten 
lässt. Der Berufungskläger handelte daher in der Absicht, B._____ eine unrecht-
mässige Bereicherung zukommen zu lassen. Dies aber genügt, um den Tatbe-
stand von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB zu erfüllen. Ob daneben auch der Beru-
fungskläger unrechtmässig bereichert war, braucht unter diesen Umständen nicht 
weiter geprüft zu werden. Festgehalten sei jedoch, dass er durchaus auch in sei-
nem Interesse gehandelt hat: Im Schreiben vom 23. August 2004 an die 
Graubündner Kantonalbank (act. C1.2.37) legte er dar, dass die Liegenschaft von 
B._____, in welcher sich das Café J._____ befand, die Parzelle Nr. Z.1_____, die 
er erwerben wollte, in mehrfacher Hinsicht (Nachbarparzelle, Zufahrts- und 
Näherbaurechte, Höherbaubeschränkungen, etc.) beeinträchtige. Man kümmere 
sich daher erhärtet um die finanzielle Situation der J._____-Betriebe, um festzu-
stellen, ob ein latentes Risiko vorhanden sei, dass diese Liegenschaft von Drittpar-
teien wie Pfandgläubigern zur Verwertung gebracht werden könne. Sinngemäss 
hielt der Berufungskläger sodann fest, dass eine Verwertung der mit Krediten der 
Graubündner Kantonalbank überschuldeten Betriebs-Liegenschaft seine persönli-
chen finanziellen Interessen massiv beeinträchtigen würde. Es war daher ganz 
klar auch im eigenen Interesse des Berufungsklägers, dass die „Chesa B._____“ 
in der Hand von B._____, mit der er in einem sehr guten Einvernehmen stand, 
weshalb er keine Baueinsprachen oder andere Hindernisse von dieser Seite be-
fürchten musste, verblieb. 

hh) Zusammenfassend ergibt sich, dass der Berufungskläger sowohl den objekti-
ven als auch den subjektiven Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung 
erfüllt hat. Ebenso hat er in der Absicht gehandelt, einen anderen unrechtmässig 
zu bereichern. Der Berufungskläger hat damit gegen Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB 

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verstossen, weshalb ihn die Vorinstanz diesbezüglich zu Recht verurteilt hat. Die 
Berufung ist in diesem Punkt folglich nicht begründet, weshalb sie abzuweisen ist. 

b) aa) Mit Bezug auf den Vorwurf der Gläubigerschädigung durch Vermögensmin-
derung gemäss Art. 164 Ziff. 1 StGB ist zunächst festzustellen, dass der Beru-
fungskläger zwar aufgrund seiner Machtfülle und seiner Einflussnahme auf die 
Willensbildung der Unternehmung als faktisches Organ der K._____ AG qualifi-
ziert werden muss, wie sich aus den Ausführungen zu seiner Stellung als Ge-
schäftsführer leicht ableiten lässt. Damit aber wäre er auch als tatsächlicher Leiter 
der K._____ AG im Sinne von Art. 29 lit. d StGB anzusehen (vgl. dazu Weissen-
berger, Basler Kommentar, N 12 zu Art. 29 StGB), so dass die von Art. 164 Ziff. 1 
StGB verlangte Schuldnereigenschaft, die vorliegend klarerweise der K._____ AG 
zukäme, dem Berufungskläger angerechnet werden könnte. Jedoch hat der Beru-
fungskläger die Abtretung von Vermögenswerten der K._____ AG an B._____ 
nicht selbst vorgenommen. Wie der Berufungskläger richtig erkannt hat, stellt sich 
daher die Frage der Teilnahme. Dabei ist vorweg festzuhalten, dass A._____ von 
der Vorinstanz mit Bezug auf die Abtretung von Vermögenswerten der K._____ 
AG an B._____ der Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung gemäss 
Art. 164 Ziff. 1 StGB schuldig gesprochen worden ist (act. E.2/2). Die Bedingung, 
dass eine strafbare Teilnahme nur möglich ist, wenn eine Straftat zumindest ver-
sucht worden ist, ist vorliegend damit erfüllt. Es besteht daher die Möglichkeit, 
dass der Berufungskläger durch sein Verhalten an der Verübung einer Straftat 
teilgenommen hat. Ob aber tatsächlich eine Teilnahme vorliegt, ist im Folgenden 
zu prüfen. Im Vordergrund steht dabei die Anstiftung gemäss Art. 24 Abs. 1 StGB.

bb) Wer jemanden vorsätzlich zu dem von diesem verübten Verbrechen oder Ver-
gehen bestimmt hat, wird nach der Strafdrohung, die auf den Täter Anwendung 
findet, bestraft (Art. 24 Abs. 1 StGB). Durch die Anstiftung wird in einem anderen 
der Entschluss zu einer bestimmten Tat hervorgerufen. Der Tatentschluss muss 
auf das motivierende Verhalten des Anstifters zurückzuführen sein. Es bedarf in-
sofern eines Kausalzusammenhangs. Nicht erforderlich ist hingegen, dass beim 
Anzustiftenden Widerstände zu überwinden wären. Auch bei demjenigen, der be-
reits zur Tat geneigt ist oder sich zur Begehung von Straftaten sogar anbietet, 
kann ein Tatentschluss noch hervorgerufen werden, und zwar so lange, als er zur 
konkreten Tat noch nicht entschlossen ist. Anstiftung fällt aber ausser Betracht, 
wenn der andere zu einer bestimmten Tat bereits entschlossen ist. Wer lediglich 
eine Situation schafft, in der sich ein anderer voraussichtlich zur Verübung einer 
Straftat entschliessen wird, ist nicht Anstifter. Erforderlich ist vielmehr eine psychi-

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sche, geistige Beeinflussung, eine unmittelbare Einflussnahme auf die Willensbil-
dung des anderen. Als Anstiftungsmittel kommt dabei jedes motivierende Tun in 
Frage, alles, was im andern den Handlungsentschluss hervorrufen kann. Auch 
eine blosse Bitte, Anregung, konkludente Aufforderung sind taugliche Anstif-
tungsmittel (BGE 128 IV 11 E 2a; BGE 127 IV 122 E 2b/aa; je mit Hinweisen). Die 
Tat, zu der angestiftet wird, muss nicht in allen Einzelheiten bestimmt sein. Die 
Einzelheiten der Ausführung können dem Angestifteten überlassen werden (BGE 
116 IV 1 E 3c). Die Anstiftung ist vollendet, wenn der Angestiftete die Tat, zu der 
er angestiftet wurde, begangen oder zumindest versucht hat. Der Haupttäter muss 
tatbestandsmässig und rechtswidrig, nicht notwendigerweise auch schuldhaft 
handeln. Ist die Haupttat aus irgendwelchen Gründen nicht zumindest versucht 
worden, kommt lediglich eine Verurteilung wegen versuchter Anstiftung in Betracht 
(Art. 24 Abs. 2 StGB; Urteil des Bundesgerichts vom 3. Oktober 2005, 
6S.448/2004, E 5.3). Die Anstiftung kann sich auch gegen mehrere bestimmte 
Personen richten. Subjektiv genügt Eventualvorsatz. Der Anstifter muss mithin 
zumindest in Kauf nehmen, dass erstens infolge seines Verhaltens der Angestifte-
te eine bestimmte Handlung vornehmen werde und dass zweitens diese Handlung 
tatbestandsmässig und rechtswidrig ist (BGE 127 IV 122 E 1).

cc) Wie sich aus den Ausführungen zur Frage der Stellung des Berufungsklägers 
als Geschäftsführer der K._____ AG ergibt, hat der Berufungskläger die Abtretung 
von Vermögenswerten an B._____ vorgeschlagen, empfohlen und eng begleitet. 
Er war an der ausserordentlichen Generalversammlung der K._____ AG anwe-
send und hat Inputs gegeben, welche Beschlüsse zu fassen waren. Er hat die Be-
schlüsse sogar von Notar W._____, seinem langjährigen Geschäftspartner, vor-
formulieren lassen. Offensichtlich war der Berufungskläger federführend. Es ist 
aufgrund der Aktenlage sogar davon auszugehen, dass die Abtretung ohne sein 
Zutun nicht vorgenommen worden wäre (dass es sich nicht nur um das Festhalten 
einer bereits Jahre zuvor beschlossenen Abtretung handelte, ist bereits erläutert 
worden). Zweifellos hat der Berufungskläger im Weiteren den Entscheidungsträ-
gern der K._____ AG gegenüber die Lage gleich geschildert, wie er es vor der 
Vorinstanz und im Berufungsverfahren getan hat, nämlich dass B._____ grosse 
finanzielle Leistungen erbracht habe und damit ein ganz erhebliches Risiko einge-
gangen sei, weshalb sie ein Anrecht auf die Abtretung habe und auch abgesichert 
werden müsse. Für eine entsprechende Darstellung des Sachverhalts durch den 
Berufungskläger spricht auch, dass an der ausserordentlichen Generalversamm-
lung neben der Abtretung ein Schuldbeitritt der K._____ AG beschlossen wurde, 
der alle Forderungen von B._____ als Vermieterin, die sie gegen A._____ hatte, 

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umfasste (Akten der Vorinstanz, act. C1.2.35.2, S. 3 Ziff. 8). Diese genannte Dar-
stellung der Sachlage hat der Berufungskläger sicherlich schon vor der ausseror-
dentlichen Generalversammlung geltend gemacht, musste die Einberufung der 
Generalversammlung, die sich nur mit der Abtretung und dem Schuldbeitritt be-
fasst hat, ja begründet und angeregt werden. Der Berufungskläger hat insgesamt 
gesehen ganz erheblich Einfluss auf die Willensbildung der Entscheidträger der 
K._____ AG genommen. Es kann mit Fug gesagt werden, dass er sie zu ihren 
Handlungen im Zusammenhang mit der Abtretung von Vermögenswerten der 
K._____ AG an B._____ bestimmt habe. Einer der Entscheidungsträger der 
K._____ AG, auf die der Berufungskläger eingewirkt hat, war A._____, Aktionär 
und Mitglied des Verwaltungsrates. Nachdem der Vorschlag, eine Abtretung vor-
zunehmen, vom Berufungskläger kam, wurde A._____ offensichtlich durch diesen 
dahin gebracht, diese Abtretung ins Auge zu fassen und schliesslich auch vorzu-
nehmen. Dabei war A._____ gemäss Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 
19./20./25. Juni 2012 (E.2/2) bewusst, dass die Abtretung zu einer Gläubigerschä-
digung führen konnte, und er nahm diese zumindest in Kauf. A._____ als Haupt-
täter handelte folglich tatbestandsmässig, rechtswidrig und auch schuldhaft, er-
folgte doch aufgrund der Abtretung der K._____ AG eine Verurteilung wegen 
Gläubigerschädigung durch Vermögensminderung gegen ihn. A._____ wurde 
durch den Berufungskläger somit zur Vornahme eines Verbrechens (Art. 164 Ziff. 
1 StGB in Verbindung mit Art. 10 Abs. 2 StGB) bestimmt. Es ist offensichtlich, 
dass der Berufungskläger bewusst und gewollt auf A._____ eingewirkt hat, damit 
dieser der Abtretung von Vermögenswerten der K._____ AG an B._____ anläss-
lich der ausserordentlichen Generalversammlung der K._____ AG zustimme und 
sie schliesslich auch vornehme.

dd) Dem Berufungskläger war im Weiteren durchaus bewusst, dass B._____ kei-
nen Anspruch gegen die K._____ AG hatte. Die Forderung des Café J._____ ge-
gen die K._____ AG war im Zeitpunkt der Beschlussfassung der K._____ AG 
(aber auch bei der Beurkundung der Abtretung der K._____ AG) noch nicht von 
A._____ an B._____ abgetreten worden, weshalb sie noch immer den beiden Ge-
sellschaftern des Café J._____ zur gesamten Hand gehörte. Nachdem der Beru-
fungskläger nach eigener Aussage immer wieder juristische Gesellschaften grün-
det (Akten der Staatsanwaltschaft, act. A2.2.9, S. 4 oben), verfügte er zweifellos 
über vertiefte Kenntnisse bezüglich juristischer Personen und Personengesell-
schaften. Ihm konnte der Umstand, dass die Forderung eben dem Café J._____ 
gehörte und nicht B._____ allein, daher nicht entgangen sein. Mit Bezug auf die 
Solidarbürgschaft, die B._____ zu Gunsten der K._____ AG eingegangen war, 

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war ebenso offensichtlich, dass diese Forderung noch nicht entstanden war, hatte 
die Graubündner Kantonalbank doch noch gar nicht auf die Solidarbürgschaft 
zurückgegriffen. Ob, wann und in welchem Umfang die Graubündner Kantonal-
bank die Solidarbürgschaft einfordern würde und wie viel von dem einverlangten 
Betrag B._____ würde tragen müssen, war noch nicht klar. Auch dies musste dem 
Berufungskläger als erfahrenem Geschäftsmann bewusst sein. Dass B._____ im 
Jahr 2007 schliesslich einen Vergleich mit der Graubündner Kantonalbank und der 
Q._____ AG schliessen würde, in welchem sie sich zu Zahlungen an diese beiden 
Unternehmungen wegen der Abtretung der K._____ AG verpflichten würde, war 
im August 2004, als die Abtretung vorgenommen wurde, noch nicht bekannt. Die-
se Forderungen waren klarerweise noch nicht entstanden und die Parteien dürften 
kaum mit ihnen gerechnet haben. Die anderen geltend gemachten Forderungen 
von B._____ betrafen grundsätzlich nur das Café J._____ und nicht die K._____ 
AG. Dass zwischen diesen beiden Gesellschaften zu unterscheiden war, braucht 
nicht weiter ausgeführt zu werden und war dem Berufungskläger als versiertem 
Kaufmann mit Sicherheit bewusst. Einen gewissen Einfluss gewann hier der 
Schuldbeitritt, der an der ausserordentlichen Generalversammlung der K._____ 
AG vom 10. August 2004 beschlossen wurde und der Forderungen betraf, die 
B._____ als Vermieterin gegen A._____ hatte (Akten der Staatsanwaltschaft, act. 
C1.2.35.1 und 35.2). Die behauptete Forderung aus dem Mietzins für die Betriebs-
räume, die dem Café J._____ in der „Chesa B._____“ zur Verfügung gestellt wur-
den, stand B._____ als Vermieterin zu. Diesbezüglich geht aus den Abschlüssen 
des Café J._____ jedoch mit absoluter Klarheit hervor, dass das Café J._____ 
Hypothekarzinsen, Amortisationen und Liegenschaftsunterhalt bezahlt hat, die 
zum einen B._____ hätte bezahlen müssen und die zum anderen den Mietzins für 
die Betriebsräume bei weitem übertrafen. Dem Berufungskläger, der über eine 
fundierte kaufmännische Ausbildung verfügt und der Einsicht in die Buchhaltung 
des Café J._____ genommen hatte, konnte dies nicht entgangen sein. Es musste 
ihm daher klar sein, dass B._____ als Vermieterin keine Forderung gegen 
A._____ hatte. Die weiteren behaupteten Forderungen – die Einnahmen aus der 
Vermietung der Stockwerkeinheiten, der Erlös aus dem Verkauf einer Eigentums-
wohnung und das Darlehen von C._____, die allesamt gänzlich in das Café 
J._____ geflossen sind – betrafen einerseits nicht B._____ als Vermieterin, wes-
halb sie vom Schuldbeitritt nicht erfasst wurden, und gingen andererseits nur das 
Café J._____ an. Das ist offensichtlich und muss auch dem Berufungskläger als 
kundigem Kaufmann klar gewesen sein. Schliesslich macht der Berufungskläger 
noch geltend, die Abtretung von Vermögenswerten der K._____ AG an B._____ 

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sei im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung der Ehepartner erfolgt, 
um B._____ einen Ausgleich für güterrechtliche Forderungen zu verschaffen, die 
sie gegen A._____ gehabt habe. Diese Argumentation vermag schon gar nicht zu 
überzeugen. Wie bereits festgestellt, gründet der Berufungskläger immer wieder 
juristische Personen und verfügt daher zweifelsohne über vertiefte Kenntnisse im 
Zusammenhang mit juristischen Personen. Er wusste daher ohne Frage, dass 
zwischen der juristischen Person und den Personen, die sie gründen und/oder 
führen, zu unterscheiden ist. Ihm war infolgedessen mit Sicherheit klar, dass das 
Vermögen der K._____ AG nicht A._____ gehörte. Forderungen, die zwischen 
den Eheleuten B._____ und A._____ aufgrund ihrer Ehe bestanden haben mögen, 
konnten daher nicht einfach ausgeglichen werden, indem auf das Vermögen der 
K._____ AG zugegriffen wurde. Die güterrechtlichen Forderungen, die B._____ 
gegen A._____ gehabt haben soll, vermochten eine Abtretung von Vermögens-
werten der K._____ AG daher nicht zu rechtfertigen. Das ist offensichtlich und 
konnte vom Berufungskläger mit seiner Ausbildung und Erfahrung nicht übersehen 
werden. Die güterrechtlichen Forderungen wären zudem auch nicht durch den 
Schuldbeitritt der K._____ AG gedeckt gewesen, bezog sich dieser doch eben nur 
auf Forderungen von B._____ als Vermieterin gegen A._____. Insgesamt gesehen 
war für den Berufungskläger somit ohne weiteres erkennbar, dass die K._____ AG 
für die abgetretenen Vermögenswerte keinen Gegenwert erhielt. Trotzdem veran-
lasste er, dass die genannte Abtretung vorgenommen wurde. Mit dem zugestan-
denen Ziel vor Augen, die Interessen von B._____ in jeder Hinsicht gänzlich oder 
zumindest möglichst weitgehend durchzusetzen, nahm der Berufungskläger au-
genscheinlich zumindest in Kauf, dass durch die von ihm initiierte Abtretung ande-
re Gläubiger zu Schaden kommen konnten, weil die abgetretenen Vermögenswer-
te ihnen in einem Konkurs der K._____ AG nicht mehr zur Deckung ihrer Forde-
rungen zur Verfügung standen. Da sich der Konkurs der K._____ AG für den Be-
rufungskläger von Anbeginn an abzeichnete – er hatte A._____ gleich nach der 
Konsultation der Bücher erklärt, dass dieser Konkurs sei (Akten der Staatsanwalt-
schaft, act. A2.2.7, S. 2) – nahm der Berufungskläger die Verwirklichung der ob-
jektiven Tatbestandselemente der Gläubigerschädigung durch Vermögensminde-
rung sehr deutlich in Kauf. Nachdem er bewusst und gewollt auf die Entscheidträ-
ger der K._____ AG, insbesondere auf A._____, einwirkte und