# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c4948fca-8b3f-51dd-96f7-010606cd36c2
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-11-29
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 29.11.2021 CA.2021.12
**Docket/Reference:** CA.2021.12
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_CA-2021-12_2021-11-29

## Full Text

Mehrfache unbefugte Datenbeschaffung (Art. 143 Abs. 1 StGB) und Versuch dazu (Art. 143 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), mehrfacher gewerbsmässiger betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage (Art. 147 Abs. 2 StGB), mehrfache bandenmässige Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 2 StGB);;Mehrfache unbefugte Datenbeschaffung (Art. 143 Abs. 1 StGB) und Versuch dazu (Art. 143 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), mehrfacher gewerbsmässiger betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage (Art. 147 Abs. 2 StGB), mehrfache bandenmässige Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 2 StGB);;Mehrfache unbefugte Datenbeschaffung (Art. 143 Abs. 1 StGB) und Versuch dazu (Art. 143 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), mehrfacher gewerbsmässiger betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage (Art. 147 Abs. 2 StGB), mehrfache bandenmässige Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 2 StGB);;Mehrfache unbefugte Datenbeschaffung (Art. 143 Abs. 1 StGB) und Versuch dazu (Art. 143 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), mehrfacher gewerbsmässiger betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage (Art. 147 Abs. 2 StGB), mehrfache bandenmässige Geldwäscherei (Art. 305bis Ziff. 2 StGB)

Urteil vom 29. November 2021 
Berufungskammer 

Besetzung  Richter Olivier Thormann, Vorsitzender, 

Beatrice Kolvodouris Janett und Barbara Loppacher,  

Gerichtsschreiber Sandro Clausen  

Parteien  A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Andrea Jang-

gen,     

Berufungsführerin / Beschuldigte  

 

gegen 

 

BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsanwalt 

des Bundes Carlo Bulletti,  

     

Berufungsgegnerin / Anklagebehörde 

 

sowie 

 

1. BANK B., vertreten durch Rechtsanwalt Kaspar 

R. Lang,     

Privatklägerschaft  

 

 

 

2. FINANZINSTITUT C., vertreten durch Roland Kur-

mann,     

Privatklägerschaft  

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  CA.2021.12 

- 2 - 

3. D. AG,     

Privatklägerschaft  

 

4. E.,  

Privatklägerschaft  

 

5. F.,    

Privatklägerschaft  

 

6. G.,    

Privatklägerschaft  

 

7. H.,    

Privatklägerschaft  

 

8. I.,    

Privatklägerschaft  

 

9. J.,     

Privatklägerschaft  

 

10. K.,     

Privatklägerschaft  

 

 

11. L.,    

Privatklägerschaft  

 

12. M.,    

Privatklägerschaft  

 

13. N. GmbH,    

Privatklägerschaft  

 

14. O.,    

Privatklägerschaft  

 

- 3 - 

15. D.,    

Privatklägerschaft  

 

16. Q,     

Privatklägerschaft  

 

17. R.,   

Privatklägerschaft  

 

18. S.,    

Privatklägerschaft  

 

 

 

 

   

 

Gegenstand 

 

Mehrfache unbefugte Datenbeschaffung und Versuch 

dazu, mehrfacher gewerbsmässiger betrügerischer 

Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage, mehrfa-

che bandenmässige Geldwäscherei 

 

Berufung (teilweise) vom 1. Februar 2021 gegen das 

Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 

SK.2020.35 vom 22. Januar 2021 

  

- 4 - 

Sachverhalt: 

A. Prozessgeschichte und erstinstanzliches Urteil  

A.1 Am 11. Februar 2013 übermittelte die Meldestelle für Geldwäscherei der Bun-

desanwaltschaft eine Verdachtsmeldung im Zusammenhang mit betrügerischen 

Aktivitäten (BA pag. 05-03-0001 f.). Das von der Bundesanwaltschaft daraufhin 

wegen Geldwäscherei und betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbei-

tungsanlage eröffnete Strafverfahren (BA pag. 01-00-0001) wurde mit Verfügung 

vom 12. Mai 2015 auf A. (nachfolgend: Beschuldigte) sowie auf T. ausgedehnt 

(BA pag. 01-00-0002 und BA pag. 01-00-0003). Die Beschuldigte wurde am 

22. Juni 2015 in Y. verhaftet und mit Verfügung des Kantonalen Zwangsmass-

nahmengerichts Bern vom 25. Juni 2015 in Untersuchungshaft versetzt (BA 

pag. 06-01-0001; BA pag. 06-01-00-0023). Die Untersuchungshaft wurde einmal 

verlängert (BA pag. 06-01-00-0069), bevor die Beschuldigte am 13. November 

2015 aus der Untersuchungshaft entlassen wurde (BA pag. 06-01-00-0072; BA 

pag. 06-01-00-0077). Am 5. Juli 2018 wurde die Strafuntersuchung auf die Straf-

tatbestände der unbefugten Datenbeschaffung und des gewerbsmässigen betrü-

gerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage ausgedehnt (BA 

pag. 01-00-0004). Im Zuge der Ermittlungen erfolgten umfangreiche Überwa-

chungen des Fernmeldeverkehrs sowie diverse Überwachungen mit technischen 

Überwachungsgeräten (vgl. BA pag. 09-01-0059 ff.). 

A.2 Am 17. August 2020 klagte die Bundesanwaltschaft die Beschuldigte beim Bun-

desstrafgericht wegen mehrfacher, teilweise versuchter, unbefugter Datenbe-

schaffung, mehrfachen gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Da-

tenverarbeitungsanlage und mehrfacher bandenmässiger Geldwäscherei an 

(TPF pag. 19.100.001.029). Nach durchgeführter Hauptverhandlung (TPF 

pag. 19.720.001 ff.) fällte die Strafkammer des Bundesstrafgerichts das nachfol-

gende Urteil (TPF pag. 19.930.001 ff.): 

I. 

1. A. wird freigesprochen: 

 – vom Vorwurf der mehrfachen versuchten unbefugten Datenbeschaffung im 

Sinne von Art. 143 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB; 

 – vom Vorwurf der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 

und 2 lit. b StGB in den Anklagepunkten 1.3.1.1 und 1.3.1.2. 

2. A. wird schuldig gesprochen: 

– des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungs-

anlage im Sinne von Art. 147 Abs. 1 und 2 StGB; 

- 5 - 

– der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB im Anklagepunkt 

1.3.1.3. 

3. A. wird bestraft mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten, wovon 10 

Monate vollziehbar und 20 Monate bedingt vollziehbar, sowie mit einer bedingten 

Geldstrafe von 90 Tagessätzen à Fr. 80.--, jeweils mit einer Probezeit von 2 Jah-

ren. 

   Die Untersuchungshaft von 156 Tagen wird auf die Strafe angerechnet. 

4. Als Vollzugskanton wird der Kanton Y. bestimmt. 

5. Von einer Ersatzforderung zulasten von A. und zugunsten der Eidgenossenschaft 

wird abgesehen. 

6.  

6.1 A. wird verpflichtet, den untenstehenden Privatklägern folgende Beträge als Scha-

denersatz zu bezahlen: 

 Name Betrag 

  
 D. AG Fr. 22'885.34 
 
 E. Fr.   7'173.84 
 
 F. Fr. 10'745.65 
 
 G. Fr. 16'000.00 
 
 I. Fr.   5'170.42 
 
 J. Fr. 11'757.85 
 
 K. Fr.   2'550.-- 
 
 L. Fr. 18’000.-- 
 
 N. GmbH 
 
 Fr.   2'650.-- 
 
 O. Fr. 19’850.-- 
 

6.2 Die Zivilklagen der Bank B. und Finanzinstitut C. gegen A. werden auf den Zivilweg 

verwiesen. 

6.3 Die Genugtuungsforderungen von E., F., I., K. und O. gegen A. werden abgewie-

sen. 

7. Die Verfahrenskosten von Fr. 175'564.00 (Vorverfahren: Gebühr Fr. 20'000.--, 

Auslagen Fr. 140'314.--; Gerichtsgebühr Fr. 15'000.--, Auslagen des Gerichts 

Fr. 250.00) werden A. im reduzierten Umfang von Fr. 30'000.-- auferlegt. 

8. Rechtsanwalt Andrea Janggen wird für die amtliche Verteidigung von A. durch die 

Eidgenossenschaft mit Fr. 36'297.90 (inkl. MWST) entschädigt. 

- 6 - 

A. wird verpflichtet, hierfür einen Betrag von Fr. 32'668.10 der Eidgenossenschaft 

zurückzubezahlen, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

9. A. wird keine Entschädigung ausgerichtet. 

Die Strafkammer eröffnete und begründete ihr Urteil am 22. Januar 2021 und 

händigte es den anwesenden Parteien im Dispositiv aus (TPF 

pag. 19.720.007 ff.). Den übrigen Parteien wurde das Urteilsdispositiv schriftlich 

zugestellt (TPF pag. 19.930.004; TPF pag. 19.930.006 ff.). Mit Eingabe vom 

1. Februar 2021 meldete die Beschuldigte Berufung gegen das Urteil der Straf-

kammer an (TPF pag. 19.940.001). Das begründete Urteil wurde dem Verteidiger 

der Beschuldigten in der Folge am 1. Juli 2021 zugestellt (CAR pag. 1.100.097). 

B. Verfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

B.1 Am 16. Juli 2021 (Aufgabe Post am 15. Juli 2021) ging die Berufungserklärung 

des Verteidigers der Beschuldigten bei der Berufungskammer ein (CAR 

pag. 1.100.098 ff.). Mit Verfügung vom 21. Juli 2021 wurde der Bundesanwalt-

schaft und der Privatklägerschaft die Berufungserklärung zugestellt und eine 20-

tägige Frist zur Anschlussberufung, zur Beantragung des Nichteintretens und zur 

Stellung von Beweisanträgen angesetzt (CAR pag. 2.100.001 f.). Die Bundesan-

waltschaft verzichtete mit Eingabe vom 2. August 2021 auf die Erklärung der An-

schlussberufung und stellte weder Antrag auf Nichteintreten noch weitere Be-

weisanträge (CAR pag. 2.100.003). Mit hierorts am 9. August 2021 eingegange-

nem Schreiben erklärte der Privatkläger K. Anschlussberufung mit dem Antrag, 

es sei ihm Schadenersatz von Fr. 2'550.00 zuzusprechen (CAR pag. 2.100.005). 

Die übrigen Verfahrensbeteiligten liessen sich nicht vernehmen. Nach telefoni-

scher Rücksprache mit dem Privatkläger K. und einigen Erläuterungen zur pro-

zessualen Ausgangslage im Berufungsverfahren (CAR pag. 2.100.006 f.) zog er 

die Anschlussberufung zurück und erklärte, an den ihm als Privatkläger zu-

stehenden Rechten im Berufungsverfahren festzuhalten (CAR pag. 2.100.010). 

Mit Beschluss vom 30. September 2021 schrieb die Berufungskammer die An-

schlussberufung des Privatklägers K. als durch Rückzug erledigt ab (CAR 

pag. 10.100.001 ff.). In der Folge wurde zur Berufungsverhandlung vorgeladen 

(CAR pag. 6.301.001 ff.). Im Rahmen der Prozessvorbereitung wurden von Am-

tes wegen ein aktueller Strafregisterauszug sowie die erforderlichen Auskünfte 

und Unterlagen zu den persönlichen und finanziellen Verhältnissen der Beschul-

digten eingeholt (CAR pag. 6.401.001 ff.). 

B.2 Zur Berufungsverhandlung am 29. November 2021 erschienen die Beschuldigte 

in Begleitung ihres amtlichen Verteidigers und der zuständige Leitende Staats-

anwalt des Bundes als Vertreter der Bundesanwaltschaft (CAR pag. 7.200.002). 

An der Berufungsverhandlung wurden weder Vorfragen aufgeworfen noch 

- 7 - 

weitere Beweisanträge gestellt (CAR pag. 7.200.003). Nach der Befragung der 

Beschuldigten zur Person und zur Sache hielten der amtliche Verteidiger der Be-

schuldigten sowie die Bundesanwaltschaft die Parteivorträge (CAR 

pag. 7.200.003; CAR pag. 7.401.001 ff.; CAR pag. 7.200.003 ff.). Rechtsanwalt 

Andrea Janggen stellte namens der Beschuldigten die folgenden Anträge (CAR 

pag. 7.300.016 ff.): 

I. [Feststellung Rechtskraft des Urteils der Strafkammer] 

II. A. sei freizusprechen 

1. vom Vorwurf des gewerbsmässigen betrügerischen Missbrauchs einer Daten-

verarbeitungsanlage im Sinne von Art. 147 Abs. 1 und 2 StGB in den Fällen 1-

39, 41, 45-48, 52, 54-58 und 61 der Anklageschrift; 

2. vom Vorwurf der Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB im An-

klagepunkt 1.3.1.3, 

unter Auferlegung der darauf entfallenden erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens-

kosten an die Eidgenossenschaft und unter Ausrichtung einer Entschädigung für die 

erst- und zweitinstanzlichen Verteidigungskosten gemäss Honorarnote. 

III. A. sei hingegen schuldig zu erklären 

1. des mehrfachen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage 

im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StGB in den Fällen 40, 42-44, 49-50, 53, 59 und 

60 der Anklageschrift; 

2. des versuchten betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage 

im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StGB i.V.m Art. 22 Abs. 1 StGB im Fall 51 der 

Anklageschrift, 

und sie sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen zu verurteilen: 

1. Zu einer bedingten Freiheitsstrafe in Höhe von 10 Monaten, unter Ansetzung 

einer Probezeit von 2 Jahren; 

2. zur Zahlung der auf die Schuldsprüche entfallenden Verfahrenskosten. 

IV. Sämtliche Privatklagen seien abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungs-

folgen. 

- 8 - 

V. Weiter sei zu verfügen 

1. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gestützt auf die einge-

reichte Honorarnote zu bestimmen. 

2. Es seien die weiteren Verfügungen von Amtes wegen zu treffen. 

Die Bundesanwaltschaft beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Ur-

teils und die kostenfällige Abweisung der Berufung der Beschuldigten (CAR 

pag. 7.200.004; CAR pag. 7.300.023 f.). 

B.3 Das vorliegende Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung und 

wurde den Parteien zunächst im Dispositiv schriftlich eröffnet (CAR 

pag. 11.100.001 ff.). 

Die Berufungskammer erwägt: 

I. Formelle Erwägungen 

1. Eintreten / Fristen 

Die Beschuldigte hat ihre Berufung fristgerecht angemeldet und erklärt (Art. 399 

Abs. 1-3 StPO). Sie ist durch die vorinstanzliche Verurteilung beschwert und hat 

ein rechtlich geschütztes Interesse an deren Aufhebung (vgl. Art. 104 Abs. 1 lit. 

a und c, Art. 111 Abs. 1; Art. 381 Abs. 1 und Art. 382 Abs. 1 StPO). Die Beru-

fungskammer ist in der Besetzung mit drei Richterpersonen für die Beurteilung 

der vorliegenden Berufung örtlich und sachlich zuständig (Art. 21 Abs. 1 lit. a 

StPO; Art. 33 Iit. c, Art. 38a und 38b des Bundesgesetzes über die Organisation 

der Strafbehörden des Bundes [Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG; SR. 

173.71]). Die übrigen Rechtsmittelvoraussetzungen sind erfüllt. Auf die Berufung 

der Beschuldigten ist einzutreten. 

2. Verfahrensgegenstand und Kognition 

 Nach Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des 

angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Das Berufungsge-

richt überprüft somit das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten 

(Art. 404 Abs. 1 StPO). Die Berufung der Beschuldigten richtet sich gegen den 

Schuldspruch wegen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage in den Ankla-

gesachverhalten «Fälle 1-39», «Fall 41», Fälle 45-48», «Fall 52», «Fälle 54-58» 

und «Fall 61» einschliesslich der rechtlichen Qualifikation als gewerbsmässiges 

Delikt und wegen Geldwäscherei im Anklagepunkt 1.3.1.3 (Dispositiv-Ziffer I.2 

- 9 - 

des vorinstanzlichen Urteils), die Bemessung der Strafe und die Anordnungen 

zum Vollzug der Strafe (Dispositiv-Ziffern I.3-I.4 des vorinstanzlichen Urteils), ge-

gen die Gutheissung einzelner Zivilansprüche bzw. deren Verweisung auf den 

Zivilweg (Dispositiv-Ziffern I.6.1-I.6.2 des vorinstanzlichen Urteils) sowie gegen 

die Kostenfolgen samt Umfang des Rückforderungsvorbehalts für die Entschädi-

gung der amtlichen Verteidigung (Dispositiv-Ziffern I.7-I.8 des vorinstanzlichen 

Urteils). Bezüglich der Freisprüche vom Vorwurf der mehrfachen unbefugten Da-

tenbeschaffung im Sinne von Art. 143 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Dispo-

sitiv-Ziffer I.1 erster Spiegelstrich des vorinstanzlichen Urteils) und vom Vorwurf 

der qualifizierten Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 und 2 lit. b StGB 

in den Anklagepunkten 1.3.1.1 und 1.3.1.2 (Dispositiv-Ziffer I.1 zweiter Spiegel-

strich des vorinstanzlichen Urteils) blieb das vorinstanzliche Urteil unangefoch-

ten. Das Gleiche gilt für die von der Bundesanwaltschaft nicht beanstandeten 

Freisprüche in den Anklagesachverhalten «Fall 26» und «Fall 27» im Anklage-

komplex gewerbsmässiger Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage, hin-

sichtlich derer die Vorinstanz den Sachverhalt als nicht erstellt erachtete, was sie 

indessen im Urteilsdispositiv nicht zum Ausdruck gebracht hat. Dies gilt es nach-

zuholen, wobei die im Ergebnis bereits erstinstanzlichen Freisprüche in den An-

klagesachverhalten «Fall 26» und im «Fall 27» der berufungsgerichtlichen Über-

prüfung nicht mehr unterliegen. Unangefochten geblieben und in Rechtskraft er-

wachsen ist der vorinstanzliche Urteilsspruch auch insofern, als von einer Ersatz-

forderung zulasten der Beschuldigten abgesehen wurde (Dispositiv-Ziffer I.5 des 

vorinstanzlichen Urteils) und die Genugtuungsansprüche der Privatkläger E., F., 

I., K. und D. abgewiesen wurden (Dispositiv-Ziffer I.6.3 des vorinstanzlichen Ur-

teils). Im dargestellten Umfang hat der vorinstanzliche Entscheid als angefochten 

zu gelten und wird er im Rahmen der Berufung zu überprüfen sein. 

3. Verschlechterungsverbot («reformatio in peius») 

Gemäss dem Verschlechterungsverbot im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO darf 

der Entscheid der Vorinstanz nicht zum Nachteil der beschuldigten oder verur-

teilten Person abgeändert werden, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten 

eingereicht wurde. Nachdem die Bundesanwaltschaft und die Privatkläger das 

vorinstanzliche Urteil durch ihren Verzicht auf Berufung und Anschlussberufung 

nicht angefochten haben, ist dieses einzig hinsichtlich der von der Vorinstanz 

gefällten Schuldsprüche und gutgeheissenen Zivilansprüche zu prüfen, die von 

der Beschuldigten angefochten worden sind. Unabhängig vom Ausgang des 

Rechtsmittelverfahrens im Schuldpunkt darf das Berufungsgericht die aus-

schliesslich appellierende Beschuldigte sodann nicht mit einer höheren als der 

von der Vorinstanz ausgesprochenen Strafe bestrafen. Vorbehalten bleibt eine 

Erhöhung des Tagessatzes nach Art. 391 Abs. 2 Satz 2 StPO gestützt auf nach 

- 10 - 

dem erstinstanzlichen Urteil verbesserte finanzielle Verhältnisse, welche das 

Verschlechterungsverbot nicht verletzt (BGE 144 IV 201 E. 5.4.3). 

II. Materielle Erwägungen 

A) Schuldpunkt 

1. Gewerbsmässiger betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungs-

anlage (Art. 147 Abs. 1 und 2 StGB [Anklageziffer 1.2]) 

1.1 Anklagevorwurf und Standpunkt der Beschuldigten 

1.1.1 Die Anklage wirft der Beschuldigten im vorliegend zunächst noch interessieren-

den Anklagepunkt 1.2 gewerbsmässiger Missbrauch einer Datenverarbeitungs-

anlage vor. Im Einzelnen wird der Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen, 

zwischen 2. November 2012 und 19. Juni 2015 gemeinsam mit unbekannten Mit-

tätern in mindestens 57 Fällen durch unbefugte Verwendung von Daten auf elekt-

ronische Datenverarbeitungsvorgänge eingewirkt und dadurch Vermögensver-

schiebungen im Gesamtbetrag von mindestens Fr. 1'585'768.22 zu veranlassen 

versucht zu haben. Dabei soll die Beschuldigte die bei Bankkunden telefonisch 

erfragten E-Banking-Zugangsdaten an die anwesenden Mittäter weitergegeben 

haben, wobei diese die Daten zeitgleich dazu verwendet hätten, um am Compu-

ter den E-Banking-Zahlungsauftrag zugunsten des jeweiligen «Mule-Kontos» zu 

erteilen. Das telefonische Beschaffen der E-Banking-Zugangsdaten durch die 

Beschuldigte und deren Weitergabe seien für die Tatausführung derart wesent-

lich gewesen, dass die Beschuldigte als Mittäterin zu betrachten sei. Tatsächlich 

seien unbefugt erteilte Zahlungsaufträge im Gesamtbetrag von Fr. 616'685.56 

ausgeführt und von den Konten der geschädigten Personen auf «Mule-Konten» 

überwiesen worden, wobei die geschädigten Personen durch diese Geldüberwei-

sungen in der Höhe der jeweiligen Deliktsumme am Vermögen geschädigt wor-

den seien. Andere unbefugt erteilte Zahlungsaufträge seien entweder nicht aus-

geführt oder nach der Ausführung noch gestoppt worden, wobei das Vermögen 

der geschädigten Personen durch die erteilten Zahlungsaufträge in einer Weise 

gefährdet worden seien, dass es unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zumin-

dest vorübergehend als vermindert erschiene. Die Beschuldigte habe wissentlich 

und willentlich sowie in der Absicht gehandelt, sich unrechtmässig zu bereichern. 

Schliesslich habe die Beschuldigte gewerbsmässig gehandelt, indem sie sich da-

rauf eingerichtet habe, mit ihrer deliktischen Tätigkeit relativ regelmässige Ein-

nahmen zu erzielen, die einen namhaften Beitrag an ihren Lebensunterhalt dar-

gestellt hätten (TPF pag. 19.100.014 ff.). 

- 11 - 

1.1.2 Die Beschuldigte bestreitet nicht, dass sie sich mehrfach an sogenannten 

«Phishing»-Angriffen beteiligt hat, indem sie gestützt auf zuvor über eine 

«Phishing-Website» beschaffte Telefonnummern und Bankkundendaten und un-

ter dem Vorwand, ein E-Banking-Update durchführen zu müssen, telefonisch bei 

den geschädigten Personen die geheimen E-Banking-Zugangsdaten erfragt und 

diese an ihre Mittäter weitergegeben habe, welche diese zeitgleich dazu verwen-

det hätten, unbefugte Zahlungsaufträge zu erteilen. In der Anklageschrift werden 

der Beschuldigten in tabellarischer Form insgesamt 56 Fälle zur Last gelegt (TPF 

pag. 19.100.003 ff.). Die Beschuldigte anerkannte im Vorverfahren sowie an der 

Hauptverhandlung vor Vorinstanz und an der Berufungsverhandlung, als «Tele-

fonistin» in den Anklagesachverhalten «Fall 40», «Fall 42», «Fall 43», «Fall 44», 

«Fall 49», «Fall 50», Fall 51», «Fall 53», «Fall 59» und «Fall 60» bei den 

«Phishing»-Angriffen mitgewirkt zu haben (BA pag. 13-01-0109 ff.; BA pag. 13-

01-0136; TPF pag. 19.721.027; CAR pag. 1.100.101; CAR pag. 7.300.008; CAR 

pag. 7.401.014). Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde der Beschuldigten 

betreffend Anklagesachverhalt «Fall 61» ein aufgezeichnetes Telefongespräch 

vorgehalten, während dem eine geschädigte Person ihre Zugangsdaten für das 

E-Banking bekannt gab (CAR pag. 7.401.015). Die Beschuldigte führte dazu aus, 

dass sie schon glaube, die Anruferin gewesen zu sein (CAR pag. 7.401.015). 

Seitens der Verteidigung wurde zudem im Parteivortrag ausgeführt, es bestehe 

eine «gewisse Wahrscheinlichkeit» bzw. eine «gewisse Möglichkeit», dass die 

Stimme der Beschuldigten zu hören sei und die Beschuldigte dieses Telefonat 

geführt habe (CAR pag. 7.200.004). Mit diesen Vorbringen scheint die Beschul-

digte die Täterschaft im betreffenden Fall anzuerkennen bzw. zumindest nicht 

mehr bestreiten zu wollen. Angesichts dieser Aussagen ist auch bezüglich dieses 

Anklagesachverhaltes von einem Geständnis der Beschuldigten auszugehen. In 

Bezug auf die übrigen Anklagesachverhalte hat die Beschuldigte die Täterschaft 

über das ganze Verfahren hinweg bestritten. Dabei blieb die Beschuldigte auch 

im Berufungsverfahren (CAR pag. 7.300.008). Ausserdem bestreitet die Beschul-

digte eine gewerbsmässige Tatbegehung (CAR pag. 7.300.009; CAR 

pag. 7.300.017). 

1.2 Sachverhaltserstellung 

1.2.1 Allgemeine Beweisregeln 

 Im Berufungsverfahren zu klären bleibt nach dem vorstehend Gesagten einer-

seits die von der Vorinstanz als erstellt erachtete Täterschaft der Beschuldigten 

in den von ihr nicht anerkannten Fällen («Fall 1» / «Fall 2» / «Fall 3» / «Fall 4» / 

«Fall 5» / «Fall 6» / «Fall 7» / «Fall 8» / «Fall 9» / «Fall 10» / «Fall 11» / «Fall 12» 

/ «Fall 13» / «Fall 14» / «Fall 15» / «Fall 16» / «Fall 17» / «Fall 18» / «Fall 19» / 

«Fall 20» / «Fall 21» / «Fall 22» / «Fall 23» / «Fall 24» / «Fall 25» / «Fall 28» / 

- 12 - 

«Fall 29» / «Fall 30» / «Fall 31» / «Fall 32» / «Fall 33» / «Fall 34» / «Fall 35» / 

«Fall 36» / «Fall 37» / «Fall 38» / «Fall 39» / «Fall 40» / «Fall 41» / «Fall 42» / 

«Fall 43» / «Fall 44» / «Fall 45» / «Fall 46» / «Fall 47» / «Fall 48» / «Fall 49» / 

«Fall 50» / «Fall 51» / «Fall 52» / «Fall 53» / «Fall 58» / «Fall 59» / «Fall 60»). 

Nach beweiswürdigender Feststellung der der Beschuldigten zuzurechnenden 

Anklagesachverhalte wird die Frage zu beantworten sein, ob der Beschuldigten 

die gewerbsmässige Tatbegehung rechtsgenüglich nachgewiesen werden kann. 

Insofern ist der massgebliche Sachverhalt nach den allgemein gültigen Beweis-

regeln zu erstellen. Die Regeln zur Sachverhaltserstellung und die Grundsätze 

der Beweiswürdigung einschliesslich des Grundsatzes «in dubio pro reo (im 

Zweifel für die Beschuldigte)» hat die Vorinstanz zutreffend wiedergegeben (Ur-

teil SK.2020.35 E. 4.4.1). Darauf kann verwiesen werden. Wie die Vorinstanz des 

Weiteren richtig festgehalten hat (Urteil SK.2020.35 E. 4.4.4), liegen keine direk-

ten Beweise für die Eruierung der Täterschaft in den bestrittenen Anklagesach-

verhalten vor. Die Täterschaft der Beschuldigten ist daher anhand von Indizien 

zu ermitteln. Auf die grundsätzlichen Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil zur 

Indizienbeweisführung kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen eben-

falls verwiesen werden (Urteil SK.2020.35 E. 4.4.2). 

1.2.2 Beweismittel 

 Zur Erstellung des Sachverhalts stehen im Wesentlichen die nachfolgend aufge-

führten Beweismittel zur Verfügung: 

- Aussagen der Beschuldigten 

- Aussagen von Geschädigten 

- technische Erhebungen zu Antennenstandorten / IP-Adressen / Gerätekonfiguratio-

nen 

 - diverse Überwachungsmassnahmen (Telefonüberwachung mehrerer Anschlüsse / 

Audio- und Videoüberwachung von Räumlichkeiten) 

 - Auswertung von elektronischen Datenträgern der Beschuldigten (Mobiltelefon / iPad) 

 Auf alle diese Beweismittel kann bei der Beweiswürdigung auch zulasten der Be-

schuldigten abgestellt werden, zumal Unverwertbarkeitsgründe weder ersichtlich 

sind noch geltend gemacht wurden. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Be-

schuldigten im Vorverfahren sowie anlässlich der Befragung vor Vorinstanz zu-

sammengefasst (Urteil SK.2020.35 E. 4.3.1), worauf zu verweisen ist. Auf eine 

integrale Wiedergabe der Aussagen der Beschuldigten wird hier ebenso verzich-

tet wie auf eine umfassende Darstellung der übrigen Beweismittel. Auf deren In-

halt und beweisrechtliche Relevanz wird im jeweiligen Sachzusammenhang ein-

zugehen sein. 

- 13 - 

1.2.3 Allgemeine Tatumstände und Ausgangslage 

 Hinsichtlich des grundsätzlichen Tatgeschehens steht fest und wird nicht bestrit-

ten, dass es sich bei allen der eingeklagten Vorfälle um sogenannte «Phishing»-

Angriffe (vgl. zu diesem Phänomen die entsprechenden Ausführungen zum «Mo-

dus Operandi» und zur «Aufgabenteilung» im angefochtenen Urteil [Urteil 

SK.2020.35 E. 2] gegen Kunden der Finanzinstitute Bank B. und Finanzinstitut 

C. gehandelt hat. Es ist aufgrund der umfassenden technischen Auswertungen 

(Logfiles der betroffenen E-Banking-Sessionen / Transaktionsdetails) sodann er-

stellt, dass die Täterschaft sich an den jeweils in der Anklageschrift umschriebe-

nen Zeitpunkten unberechtigten Zugang zu den E-Banking-Systemen der be-

troffenen Kunden verschafft und unbefugt Zahlungsaufträge veranlasst hat. Be-

treffend den Deliktszeitraum ist weiter erstellt, dass von August 2012 bis im Juni 

2015 eine Vielzahl von nach identischer Vorgehensweise durchgeführten 

«Phishing»-Angriffen zu verzeichnen waren, von denen auch die genannten 

schweizerischen Finanzinstitute betroffen waren (vgl. die zusammenfassenden 

Ermittlungsberichte der Bundeskriminalpolizei und von kantonalen Polizei- und 

Strafuntersuchungsbehörden [BA pag. B10-02-01-0001 ff.; BA pag. B10-02-01-

0001 ff.; BA pag. 10-01-0006 ff.; BA pag. 10-02-0001 ff.]). Die Gegenstand des 

vorliegenden Strafverfahrens bildenden Anklagesachverhalte fallen allesamt in 

diesen Zeitraum. Die Beschuldigte anerkennt grundsätzlich, sich innerhalb der 

gleichen Tätergruppierung als «Telefonistin» an «Phishing»-Angriffen beteiligt zu 

haben. In Bezug auf die zentrale Frage des tatsächlichen Ausmasses der täter-

schaftlichen Mitwirkung der Beschuldigten nimmt die Vorinstanz die Sachver-

haltserstellung anhand von Indizien vor und geht beweiswürdigend so vor, dass 

sie zunächst auf allgemeine Tatumstände eingeht (Urteil SK.2020.35 E. 4.4.5.1 

«Allgemeines») und anschliessend für jeden der bestrittenen Anklagesachver-

halte eine fallbezogene Erörterung der einzelnen Indizien vornimmt (Urteil 

SK.2020.35 E. 4.4.5.2 «Zu den einzelnen vorgeworfenen Phishing-Fällen»). Ana-

log der vorinstanzlichen Vorgehensweise ist zunächst in genereller Weise zu er-

örtern, ob und inwiefern sich gestützt auf vorhandenen Indizien relevante Er-

kenntnisse bezüglich der beweisbedürftigen Frage der Täterschaft der Beschul-

digten ergeben. In diesem Rahmen wird auch auf grundsätzliche Aspekte der 

Kritik der Beschuldigten an der vorinstanzlichen Beweiswürdigung einzugehen 

sein. In einem zweiten Schritt wird zu prüfen sein, ob die Akten- und Beweislage 

den zweifelsfreien Schluss erlauben, die Beschuldigte habe an den angeklagten 

«Phishing»-Angriffen täterschaftlich mitgewirkt. 

 

 

- 14 - 

1.2.4 Art und Beweiswert der verschiedenen Indizien 

1.2.4.1 Aussagen der Beschuldigten 

 a) Die Vorinstanz befasst sich als Erstes kurz mit den Aussagen der Beschul-

digten. Dabei scheint die Vorinstanz den Ausführungen der Beschuldigten wenig 

Glauben zu schenken. Als unglaubhaft erachtete die Vorinstanz etwa, dass die 

Beschuldigte teilweise Geständnisse widerrufen habe und die Namen ihrer Mit-

täter nicht habe kennen wollen. Gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Be-

schuldigten wird im angefochtenen Urteil zudem angeführt, diese habe ihre Aus-

sagen stets zielgerichtet deponiert und im Lauf des Verfahrens ständig der Be-

weislage angepasst. Darüber hinaus hält die Vorinstanz fest, aufgrund der Aus-

sagen der Beschuldigten zum «modus operandi» könne als erstellt gelten, dass 

die Tätergruppierung durch die unbefugte Verwendung von Bankdaten auf elekt-

ronische Datenverarbeitungsanlagen eingewirkt und dadurch Vermögensver-

schiebungen zulasten von Bankkunden ausgelöst bzw. auszulösen versucht 

habe (Urteil SK.2020.35 E. 4.4.3). Weitere konkrete Schlüsse zieht die Vo-

rinstanz aus der Analyse der Aussagen der Beschuldigten nicht. Es ist der Vo-

rinstanz im Ergebnis darin zu folgen, dass die Ausführungen der Beschuldigten 

nicht überzeugen. Namentlich das taktische und anpasserische Aussageverhal-

ten lässt sich wiederholt beobachten und anhand von Aussagen wie «Wenn sie 

das Telefon abgehört haben, dann stimmt es, dass ich es war» (BA pag. 13-01-

0111) oder Gegenfragen wie «Haben Sie Beweise?» (BA pag. 13-01-0003) be-

legen. Ob zutrifft, dass die Beschuldigte – wie die Vorinstanz ausserdem ausführt 

– nur diejenigen Sachverhalte eingestanden habe, bei denen eine erdrückende 

Beweis- bzw. Indizienlage vorgelegen habe, kann und muss wohl ganz am An-

fang der Beweiswürdigung offenbleiben. Gewiss trifft jedoch zu, dass die Be-

schuldigte sich mehrheitlich nur auf Vorhalt von belastenden Beweismitteln zu 

Zugeständnissen durchringen konnte. Wie in den nachfolgenden Erwägungen 

zur Beweiswürdigung noch im Einzelnen aufzuzeigen sein wird, verstrickte sich 

die Beschuldigte ausserdem wiederholt in inhaltliche Widersprüche. Auf die be-

streitenden Aussagen der Beschuldigten kann nicht abgestellt werden, zumal sie 

bezüglich einzelner Sachverhalte eine Täterschaft nicht etwa kategorisch ausge-

schlossen, sondern vielmehr Erinnerungslücken geltend gemacht hat. Da im 

Strafprozess Beweisbedürftigkeit besteht, kann selbst unglaubhaften Aussagen 

bei der Beweiswürdigung keine weitergehende Bedeutung zukommen. Nicht die 

Beschuldigte hat ihre Unschuld zu beweisen, sondern der verfolgende Staat hat 

der Beschuldigten den rechtlich relevanten Sachverhalt in objektiver und subjek-

tiver Hinsicht nachzuweisen. Aus einem unglaubhaften Aussageverhalten alleine 

lässt sich noch nicht rechtsgenügend schliessen, ein Anklagesachverhalt sei be-

wiesen. 

- 15 - 

 b) Die Beschuldigte hat der Bundeskriminalpolizei einen handschriftlich ver-

fassten Zettel übergeben, in dem sie zeitliche Angaben zu ihrer deliktischen Tä-

tigkeit gemacht hat. Gemäss ihren Angaben war die Beschuldigte ungefähr zwi-

schen Januar und Februar 2013, im August 2013 sowie im März 2015 an 

«Phishing»-Angriffen beteiligt (BA pag. 10-02-0096). Diesen Aussagen kommt 

bei der Beweiswürdigung erhöhtes Gewicht zu, weil sie in einem frühen Verfah-

rensstadium gemacht wurden, als die Beschuldigte die ihr vorgeworfenen Delikte 

noch nicht in ihrer Gesamtheit kennen und ihr Aussageverhalten daher noch nicht 

taktisch geprägt sein konnte. Die Angaben decken sich im Wesentlichen mit den 

sonstigen Aussagen der Beschuldigten. So führte die Beschuldigte in einer an 

die Bundeskriminalpolizei delegierten Einvernahme vom 19. August 2015 aus, 

sie sei im Jahre 2015 Ende März / Anfang April, im Mai und im Juni als 

«Phishing»-Anruferin tätig gewesen (BA pag. 13-01-0031). Weiter gab die Be-

schuldigte im Vorverfahren anlässlich der delegierten Einvernahme vom 31. Au-

gust 2015 an, im Jahre 2013 ein paar Mal «gephist» und ungefähr im März/April 

2015 wieder damit begonnen zu haben (BA pag. 13-01-0057; bezüglich Anfangs-

zeitpunkt der «Phishing»-Aktivitäten leicht anders anlässlich der Einvernahme 

vom 5. Juli 2018: «Ich kam wahrscheinlich erst Ende 2012 dazu.» [BA pag. 13-

01-0106]). Bei der Befragung zur Sache anlässlich der Berufungsverhandlung 

erklärte die Beschuldigte, dass sie glaube, Anfang des Jahres 2013 mit dem 

«Phishing» angefangen zu haben (CAR pag. 7.401.007). 

1.2.4.2 Zeitlicher Konnex zwischen einzelnen «Phishing»-Vorfällen (Deliktsserien) 

 a) Mit Blick auf die mutmasslichen Tatzeitpunkte fällt auf, dass sich eine grös-

sere Anzahl von «Phishing»-Angriffen gehäuft an einzelnen oder an mehreren 

aufeinanderfolgenden Tagen ereignet haben. Die Beschuldigte hat in dieser Hin-

sicht im Vorverfahren jeweils von sogenannten «Sessionen» gesprochen (vgl. 

BA pag. 13-01-0107). Was Regelmässigkeit und Dauer von solchen «Sessio-

nen» anbelangt, machte die Beschuldigte hingegen grossmehrheitlich unspezifi-

sche Aussagen. Konkret äusserte sie sich im Vorverfahren zunächst betreffend 

«Phishing»-Tätigkeiten, die vom Ausland aus unternommen wurden. Diesbezüg-

lich gab die Beschuldigte an, «meistens» sei sie von Montag bis Mittwoch in Hol-

land an einer «Session» gewesen (BA pag. 13-01-0108). Angesprochen auf 

«Phishing»-Anrufe im Juni 2015, als sich die Beschuldigte ebenfalls in Holland 

aufgehalten hatte, erwähnte sie ebenfalls, sie glaube, es seien zwei Tage gewe-

sen, an denen sie solche Anrufe gemacht habe (BA pag. 13-01-0058). Daneben 

erklärte die Beschuldigte im Zusammenhang mit «Phishing»-Angriffen im Zeit-

raum Mai 2015, dass sie mehrere «Phishing»-Anrufe «an diesen beiden Tagen» 

getätigt habe (BA pag. 13-01-0031 f.). An wie vielen der von der Beschuldigten 

so bezeichneten «Sessionen» sie insgesamt beteiligt war, konnte die Beschul-

digte weder im Vorverfahren noch in den gerichtlichen Befragungen angeben. 

- 16 - 

Auf entsprechende Frage antwortete die Beschuldigte während der Berufungs-

verhandlung, dass sie das nicht sagen könne (CAR pag. 7.401.021). Jedoch 

räumte die Beschuldigte ein, es könne vorgekommen sein, dass sie in einer Wo-

che «an zwei Tagen» im Rahmen von «Phishing»-Angriffen entsprechende Te-

lefonate geführt habe (CAR pag. 7.401.021). Es könne sein, dass sie an einzel-

nen Tagen während mehrerer Stunden zwischen zwei und fünf Personen ange-

rufen habe (CAR pag. 7.401.021). Dass die Beschuldigte vereinzelt auch an 

mehreren aufeinanderfolgenden Tagen an «Phishing»-Angriffen mitgewirkt hat, 

ergibt sich nicht zuletzt aus den Tatzeitpunkten der von ihr anerkannten Ankla-

gesachverhalte. So hat die Beschuldigte die Täterschaft im Anklagesachverhalt 

«Fall 40» (BA pag. 13-01-0143) sowie im Anklagesachverhalt «Fall 42» (BA 

pag. 13-01-0110; BA pag. 13-01-0143) und im Anklagesachverhalt «Fall 43» (BA 

pag. 13-01-0111; BA pag. 13-01-0143) eingeräumt, welche sich am 24. März 

2015 und am 25. März 2015 ereignet haben (TPF pag. 19.100.008). Für sich ge-

nommen mag ein enger zeitlicher Zusammenhang zwischen den Einzeltaten we-

nig aussagekräftig sein. Der Vorinstanz ist aber darin beizupflichten, dass die 

zeitliche Häufung von «Phishing»-Vorfällen durchaus eine beweisrelevante Aus-

sage bezüglich der Täterschaft gestattet, sofern sich diese anhand der weiteren 

Tatumstände als Deliktsserie erkennen und der Tätergruppierung um die Be-

schuldigte zurechnen lassen. 

 b) Die Beschuldigte hat über das ganze Verfahren hinweg wiederholt ausge-

sagt, sie habe sich häufig mit der Täterschaft getroffen, ohne dabei «Phishing»-

Anrufe zu machen (BA pag. 13-01-0114; BA pag. 13-01-0116; TPF 

pag. 19.721.024; TPF pag. 19.731.014; CAR pag. 7.401.019; CAR 

pag. 7.300.005). In diesem Zusammenhang wies die Beschuldigte überdies da-

rauf hin, dass sie «diesen Leuten» freundschaftlich verbunden gewesen sei (vgl. 

TPF pag. 19.721.023; TPF pag. 19.731.007). Es lässt sich nicht widerlegen, dass 

es sich bei den Komplizen der Beschuldigten um Personen aus ihrem Kollegen-

kreis gehandelt hat. Ebenfalls ist auch aufgrund von entsprechenden Hinweisen 

in den Akten denkbar, dass die Beschuldigte mit einem Mitglied der Tätergruppe 

eine amouröse Beziehung unterhalten habe (vgl. TPF pag. 19.721.023; TPF 

pag. 19.731.007). Indessen muss festgestellt werden, dass die Aussagen der Be-

schuldigten zur Art ihrer Beziehung zu ihren Komplizen und zur Intensität des 

gegenseitigen Kontaktes uneinheitlich und insgesamt nicht richtig fassbar sind. 

Namentlich fällt auf, dass die Schilderungen der Beschuldigten je nach spezifi-

schem Fragehintergrund variierten. Zunächst beschrieb die Beschuldigte das 

Verhältnis zu einzelnen Mittätern eher unspezifisch als Bekanntschaften, mit de-

nen sie sich «ein paar Mal» hauptsächlich privat getroffen habe (BA pag. 13-01-

0018; BA pag. 13-01-0033; BA pag. 13-01-0057). Als die Beschuldigte dann mit 

Nachrichten zu vereinbarten Treffpunkten und weiteren Anhaltspunkten für ihre 

Anwesenheit an mutmasslichen Tatorten konfrontiert wurde, gab sie an, sie habe 

- 17 - 

sich «oft» mit diesen Leuten getroffen (BA pag. 13-01-0114; BA pag. 13-01-

0116). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung wurde das Verhältnis 

von der Beschuldigten zunächst erneut als «kollegial» bzw. «freundschaftlich» 

bezeichnet (TPF pag. 19.731.007). Auf Frage, weshalb sie die Namen ihrer 

«Freunde» nicht mehr wisse, gab die Beschuldigte dann zu Protokoll, es seien 

eigentlich gar nicht ihre richtigen Freunde gewesen, sie habe immer eine gewisse 

Distanz zu «diesen Leuten» gehabt (TPF pag. 19.731.007). An der Berufungs-

verhandlung hat die Beschuldigte wiederum beschrieben, wie sie über ihren Be-

kanntenkreis mit «diesen Leuten» in Kontakt gekommen ist und sich nach und 

nach auch selbstständig mit ihnen verabredet hat (CAR pag. 7.401.005 f.). Sie 

würde sagen, dass sie sich mit «diesen Leuten» zu 80 Prozent freundschaftlich 

getroffen habe und in 20 Prozent der Treffen «Phishings» gemacht worden seien 

(CAR pag. 7.401.006). Gefragt wurde die Beschuldigte auch nach ihrem Verhält-

nis zu ihren Komplizen im Jahre 2014, als sie an keinen «Phishing»-Angriffen 

beteiligt war. Dazu erklärte die Beschuldigte, sie habe sich von ihnen distanziert 

und geschaut, dass sie sich mit ihnen auch privat nicht mehr treffe. Sie habe nur 

noch wenig Kontakt gehabt und habe sie vielleicht noch alle drei Monate einmal 

getroffen. Sie sei dann aber nicht mehr gross in Hotelzimmer oder Wohnungen 

gegangen, wo die «Phishings» stattgefunden hätten (CAR pag. 7.401.008). Das 

deckt sich insofern zwar mit Aussagen der Beschuldigten im Vorfahren, gemäss 

welchen sie sich im Jahre 2014 auch privat nicht mehr mit «diesen Leuten» ge-

troffen habe (BA pag. 13-01-0118). Im offensichtlichen Widerspruch zu diesen 

Aussagen führte die Beschuldigte aber in der Berufungsverhandlung auch aus, 

sie sei auch während der Zeit, in der sie selber nicht «gephisht» habe, mit «die-

sen Leuten» auf Reisen gewesen (CAR pag. 7.401.010). Auf entsprechendes 

Nachfragen musste auch die Beschuldigte die Unstimmigkeit ihrer Aussagen be-

merkt haben und meinte, diese auflösen zu können, indem sie kurzerhand be-

hauptete, sie habe sich eigentlich hauptsächlich mit Freundinnen von «diesen 

Leuten» getroffen (CAR pag. 7.401.010). Das nicht kohärente Aussageverhalten 

der Beschuldigten zu ihrer persönlichen Beziehung zu ihren Komplizen soll bei 

der Beweiswürdigung keineswegs überbewertet werden. Die Beschuldigte hat 

nun aber auffallend häufig auf dieses Erklärungsmuster zurückgegriffen. Sofern 

sich eine zeitlich konzentrierte und in Verbindung mit der Beschuldigten zu set-

zende Tatausführung durch die Tätergruppierung erstellen lässt, besteht wenig 

Grund, stets pauschal zugunsten der Beschuldigten von einem bloss kollegialen 

Zusammentreffen auszugehen. In Verbindung mit anderen auf die Beschuldigte 

als Täterin hindeutenden Beweisanzeichen kann ein allfällig erstellbares Zusam-

mentreffen mit der Täterschaft gegebenenfalls den Indizienwert von zeitlichen 

Kontexten zwischen einzelnen Delikten durchaus erhöhen. Die Vorstellung, dass 

sich die Beschuldigte über mehrere Jahre hinweg zuweilen tagelang mit einzel-

nen Exponenten der Tätergruppierung in Hotelzimmern aufgehalten haben sollte, 

- 18 - 

während diese «Phishing»-Angriffe ausführten, und dafür erst noch Ferien- oder 

sonstige Freitage bezogen haben sollte, erscheint denn auch geradezu abwegig.  

1.2.4.3 Arbeitszeitnachweise der SSSS. (frühere Arbeitgeberin der Beschuldigten) 

 a) Als hinsichtlich der bestrittenen Täterschaft beweisrelevant erachtet die Vo-

rinstanz die bei der damaligen Arbeitgeberin der Beschuldigten erhobenen Ar-

beitszeitnachweise. Ein Vergleich der Deliktszeitpunkte mit den Arbeitszeitnach-

weisen ergebe, dass die «Phishing»-Telefonate in 60 Fällen erfolgt seien, als die 

Beschuldigte arbeitsfrei gehabt habe. Es sei lebensfremd anzunehmen, dass es 

eine Koinzidenz sein solle, dass die Beschuldigte bis auf einen Fall immer am 

Deliktszeitraum arbeitsfrei gehabt habe. Es sei vielmehr naheliegend, dass die 

Beschuldigte nach der jeweiligen Ankündigung der «Sessions» jeweils für die 

betreffenden Termine freigenommen habe (Urteil SK.2020.35 E. 4.4.5.1 a). Die 

Arbeitszeitnachweise der Beschuldigten können dahingehend gewürdigt werden, 

dass sie die Täterschaft der Beschuldigten mindestens nicht im Sinne eines Ali-

bibeweises ausschliessen. Alleine im Hinblick auf das koinzidente Ereignis als 

solches bewertet, lassen sich daraus jedoch keine gesicherten Schlüsse auf die 

Täterschaft der Beschuldigten ziehen. Ansonsten würde letztlich von der Be-

schuldigten der Nachweis ihrer Unschuld verlangt und wären die von der Vertei-

digung diesbezüglich mitunter angebrachten Vorbehalte (vgl. CAR 

pag. 7.300.006) grundsätzlich nicht unberechtigt. Eine solche eingeschränkte 

Betrachtungsweise würde jedoch ohnehin den Blick verstellen für den gesamten 

indiziellen Gehalt der aus den Arbeitszeitnachweisen der Beschuldigten zu ge-

winnenden Erkenntnissen. Dieser liegt nämlich nicht (nur) darin, dass die ange-

klagten «Phishing»-Angriffe fast ausschliesslich an Tagen stattgefunden haben, 

an denen die Beschuldigte nachweislich nicht gearbeitet hat. Es ist damit an sich 

unerheblich, dass dies entgegen der Auffassung der Vorinstanz (Urteil 

SK.2020.35 E. 4.4.5.1 a) nicht nur bei einem «Phishing»-Angriff nicht der Fall 

war. Bedeutsamer als die zeitliche Übereinstimmung von Freitagen und mut-

masslichen Deliktszeitpunkten sind die Modalitäten, unter denen diese Freitage 

von der Beschuldigten in gewissen Phasen bezogen wurden. Bei der Durchsicht 

der edierten Arbeitszeitnachweise lässt sich feststellen, dass die Beschuldigte 

während den anklagerelevanten Deliktszeiträumen jeweils häufig unter der Wo-

che, namentlich an Dienstag, Mittwoch und Donnerstagen - teilweise auch an 

zwei aufeinanderfolgenden Tagen unter der Woche - frei genommen hat (BA 

pag. 07.04.00.0004 ff. und BA pag 07.04.00.0066 ff.). In den Zeitphasen, in de-

nen die Beschuldigte nach eigenen Angaben keine «Phishing»-Anrufe getätigt 

hat, lässt sich hingegen keine solche spezifische Arrangierung der Frei- und Pi-

kettruhetage finden. Dort hat die Beschuldigte die zusätzlichen Freitage – wie 

dies im Übrigen gemeinhin zu erwarten wäre – entweder unmittelbar vor oder 

aber unmittelbar nach den Wochenenden bezogen. Dabei handelt es sich nicht 

- 19 - 

etwa um eine sporadisch auftretende Eigenheit, welche auch an zufällige Gege-

benheiten denken liesse. Vielmehr kann die Platzierung der Freitage für beide 

der von der Beschuldigten genannten, jeweils mehrere Monate umfassenden De-

liktszeiträume in gleicher Weise beobachtet werden. 

 b) Die Beschuldigte wurde im Verlauf des Verfahrens mehrfach mit diesen 

Auffälligkeiten konfrontiert. Die Beschuldigte hat dazu ausgesagt, dass sie für die 

Ausübung der «Phishing»-Tätigkeit in der Regel frei genommen habe (TPF 

pag. 19.731.015: «Ich streite nicht ab, dass ich wirklich frei genommen habe, um 

das zu machen. Manchmal wurde mir genug im Voraus gesagt, ich solle frei neh-

men.»; TPF pag. 19.731.017: «Aber ich habe natürlich auch frei genommen, um 

das zu machen.»). Die Beschuldigte führte weiter aus, sie habe pro Monat «si-

cher» während einer oder zweier Wochen Pikettdienst gehabt, und zwar sowohl 

unter der Woche als auch an den Wochenenden. Sie habe immer mehrere Tage 

unter der Woche frei gehabt. Es sei also regelmässig vorgekommen, dass sie 

unter der Woche immer einen oder zwei Tage frei gehabt habe, weil sie am Wo-

chenende gearbeitet habe. Sie habe nicht jedes Mal frei genommen, um mit die-

sen Leuten zu «phishen». Sie habe auch frei genommen für Arzttermine oder 

sonstige Termine. Sie habe wirklich regelmässig auch unter der Woche frei ge-

habt. Wenn an diesen Tagen «Phishings» gemacht worden seien, sei das auch 

bloss Zufall gewesen (CAR pag. 7.401.011 f.). Die Aussagen der Beschuldigten 

mögen zwar nachvollziehbar erklären, weshalb einige der bezogenen Freitage 

auf einen Wochentag fallen. Erklärungsbedürftig bleiben hingegen sowohl die 

sich ändernde Art und Weise der Verlegung der Freitage als auch die konkreten 

Zeitpunkte, in dem sie das tat. Darauf angesprochen, führte die Beschuldigte an-

lässlich der Berufungsverhandlung aus, dass sie «diese Leute» auch sonst privat 

getroffen habe, wenn sie in Y. oder sonst irgendwo in der Schweiz gewesen 

seien. Oftmals habe sie frei genommen, um sich mit ihnen oder deren Freundin-

nen zu treffen, die auch ihre Freundinnen gewesen seien. Wenn «diese Leute» 

daneben noch «Phishings» gemacht hätten, sei das wirklich ein Zufall gewesen 

(CAR pag. 7.401.013 f.). Diese Einlassungen beantworten die gestellte Frage 

nicht und wirken ausweichend. Das Gleiche gilt für die Vorbringen der Beschul-

digten, wonach sie im ersten Anstellungsjahr noch keine Pikettdienste geleistet 

habe und gegen Ende ihrer Anstellung bei der SSSS. einige ältere Frauen be-

schäftigt gewesen seien, die kein Interesse an Pikettdiensten gehabt hätten, wel-

che sie übernommen habe (CAR pag. 7.401.012). Im Vordergrund des Interes-

ses stehen nicht die Anzahl der geleisteten Piketttage und die sie kompensieren-

den Freitage, sondern die terminliche Inanspruchnahme der zusätzlichen Frei-

tage. Aufgrund der Aussagen der Beschuldigten bleibt unklar, weshalb der Bezug 

der Freitage über die ganze Anstellungsdauer betrachtet gerade in den beiden 

Zeitphasen unterschiedlich erfolgten, in denen sie gemäss eigenen Aussagen 

Delikte begangen hat. Anlässlich der vorinstanzlichen Befragung führte die 

- 20 - 

Beschuldigte aus, dass sie «vielleicht» unter der Woche habe frei nehmen «müs-

sen», weil sie die freien Tage dem Team habe anpassen müssen (TPF 

pag. 19.731.017). An der Berufungsverhandlung gab sie an, dass entweder ihr 

Vorgesetzter oder sie selber über den Bezug der Freitage entschieden habe 

(CAR pag. 7.401.012). Mit keiner dieser Aussagen lässt sich plausibel erklären, 

weshalb die Beschuldigte gerade in zwei rund ein Jahr auseinanderliegenden 

Phasen bei der Auswahl der Freitage über einen im Vergleich zur übrigen Anstel-

lungsdauer nur eingeschränkten Handlungsspielraum gehabt haben soll. Dass 

diese beiden Zeiträume ziemlich exakt mit den beiden von der Beschuldigten be-

zeichneten Deliktsphasen übereinstimmen, kann entgegen den Beteuerungen 

der Beschuldigten kein blosser Zufall gewesen sein. Dass die Beschuldigte an 

nahezu ausschliesslich allen Tattagen nicht gearbeitet hat, erscheint insofern in 

einem indiziell besonders belastenden Licht. Im Ergebnis ist der Vorinstanz des-

halb darin zu folgen, dass den Arbeitszeitnachweisen auch als täterinnenbezo-

genes Indiz ein nicht unerheblicher Beweiswert zukommt. 

1.2.4.4 Verwendung von gleichen Computern und IP-Adressen 

 Im Vorverfahren wurde bezüglich aller der Beschuldigten zur Last gelegten 

«Phishing»-Angriffe versucht, die technischen Eigenschaften der eingesetzten 

Computer (Gerätekonfiguration) und der ihnen bei den inkriminierten Zugriffen 

auf die Online-Banking-Systeme beigeordneten IP-Adresse möglichst vollständig 

zu erheben. Bei der sogenannten Gerätekonfiguration handelt es sich um die von 

den betroffenen Finanzinstituten beim Logingvorgang gespeicherten Beschrei-

bungen des Betriebssystems und zahlreicher Angaben zum verwendeten 

Webbrowser (vgl. BA pag. 10-02-0130). Die sogenannte «IP-Adresse» be-

schreibt eine im Internet eindeutig vermittelbare Andresse eines Gerätes, welche 

von den Netzwerkknoten zur Weiterleitung und Versendung von Datenpaketen 

benutzt werden (vgl. BA pag. 10-02-0128). Die Ermittlungen haben ergeben, 

dass bei diversen «Phishing»-Angriffen identische Gerätekonfigurationen 

und/oder identische IP-Adressen verzeichnet wurden (BA pag. 10-02-0129; BA 

pag. 10-02-0130 f.). Darauf wird in der vorinstanzlichen Entscheidbegründung 

sowohl betreffend die allgemeine Indizienlage (Urteil SK.2020.35 E. 4.4.5.1 c) als 

auch bezüglich den einzelnen Anklagesachverhalten wiederholt Bezug genom-

men. Die Beschuldigte hat mit Recht darauf hingewiesen (TPF pag. 19.721.024; 

CAR pag. 7.300.004) und die Vorinstanz hat auch nicht übersehen, dass sich 

anhand solcher technischer Detailangaben letztlich einzig valide Aussagen über 

die übereinstimmende Beschaffenheit der verwendeten Gerätschaften treffen 

lassen. Bezüglich der Frage der konkreten Täterschaft handelt es sich damit um 

wenig gewichtige Indizien. Im Zusammenspiel mit einschlägigeren Indizien sowie 

zur Identifizierung gewisses Deliktszusammenhänge sind sie jedoch nicht ausser 

Acht zu lassen. 

- 21 - 

1.2.4.5 Ermittlung der Tatorte (Antennenstandorte) 

 Im Zusammenhang mit den der Beschuldigten angelasteten «Phishing»-Anrufen 

wurden seitens der Bundesanwaltschaft diverse Antennenstandorterhebungen 

der der Täterschaft zugewiesenen Mobiltelefone veranlasst. Teilweise wurden 

die aufgezeichneten Antennenstandortungen mit denjenigen des von der Be-

schuldigten privat benutzten Mobiltelefons abgeglichen. Auch betreffend diese 

Ermittlungsergebnisse gilt, was bereits zuvor hinsichtlich der Gerätekonfiguratio-

nen und IP-Adressen ausgeführt wurde. Es lassen sich zwar Rückschlüsse auf 

die Tatorte und gegebenenfalls auch auf den Standort der Beschuldigten zu den 

Tatzeitpunkten ziehen. Bei der Beweiswürdigung kann diesen Befunden aller-

dings höchstens zusammen mit weiteren Indizien ein erhöhter Stellenwert einge-

räumt. Wie die Beschuldigte zutreffend eingewendet hat (TPF pag. 19.721.023), 

ergäbe sich daraus allenfalls, dass sich die Beschuldigte in der Nähe von Orten 

aufgehalten hat, von welchem die «Phishing»-Anrufe getätigt wurden. Ein Indiz 

für die unmittelbare Täterschaft der Beschuldigten sind die Auswertungen der 

Antennenstandorte nicht. Selbst wenn im Übrigen zutreffend wäre, dass die An-

wesenheit der Beschuldigten zum Tatzeitpunkt am Tatort – wovon die Vorinstanz 

ausgeht (Urteil SK.2020.35 E. 4.4.5.1 c) – nachgewiesen wäre, wäre damit nicht 

gleichzeitig gesagt, dass die Beschuldigte auch in «Phishing»-Aktivitäten invol-

viert war. Die Ortungen der von den Tätern und der Beschuldigten verwendeten 

Mobiltelefone vermögen insofern nur einen beschränkten Bezug zu ihrer Beteili-

gung an den «Phishing»-Angriffen herzustellen, können jedoch die Indizwirkung 

von aussagekräftigeren Indizien ergänzen und verstärken. 

1.2.4.6 Aliasnamen und Dialekt der «Telefonistin» 

 a) Als gewichtiges Indiz für die Täterschaft der Beschuldigten wertete die Vo-

rinstanz, wenn sich die «Telefonistin» mit dem Aliasnamen «Frau Meier» bei den 

Bankkunden gemeldet habe und die Geschädigten, welche sich an diesen Alias-

namen hätten erinnern können, den gesprochenen Dialekt als «[…]deutsch» be-

schrieben hätten, was dem Dialekt der Beschuldigten entsprochen habe. Ausser-

dem gebe es keinen Fall, bei welchem sich die Geschädigten an den Namen 

«Meier» hätten erinnern können und gleichzeitig Hinweise vorlägen, welche ge-

gen die Täterschaft der Beschuldigten sprächen. Die überwachten Telefonge-

spräche hätten zudem keine Hinweise darauf ergeben, dass andere «Telefonis-

tinnen» den gleichen Dialekt gesprochen hätten. Aus diesen Gründen erachtete 

die Vorinstanz den Einwand der Beschuldigten, der Aliasnamen «Meier» sei auch 

von anderen «Telefonistinnen» benutzt worden, als unglaubhaft und schloss, 

dass sich ausschliesslich die Beschuldigte mit diesem Aliasnamen gemeldet 

habe (Urteil SK.2020.35 E. 4.4.5.1 b). In der vorinstanzlichen Beweiswürdigung 

zu den einzelnen Anklagevorwürfen nimmt dieses Indiz in der Folge sehr breiten 

- 22 - 

Raum ein. Wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren (vgl. TPF pag. 19.721.022) 

macht die Beschuldigte auch im Berufungsverfahren geltend, ihre Täterschaft 

dürfe nicht einfach bei allen «Phishing»-Angriffen unterstellt werden, bei denen 

sich die Anruferin als «Frau Meier» ausgegeben und mit «[…]Dialekt» gespro-

chen habe. Der Vorinstanz wirft die Beschuldigte in diesem Kontext aktenwidrige 

Feststellungen und einseitige Beweiswürdigung vor (CAR pag. 7.300.003 f.). 

 b) Der von der Täterschaft bei den «Phishing»-Anrufen verwendete Name 

«Meier» (oder «Meyer» [vgl. BA pag. 15-11-0003]) und eine «[…]deutsch» spre-

chende «Telefonistin» gerieten im Zusammenhang mit den vorliegend zu beur-

teilenden «Phishing»-Angriffen bereits früh in den Fokus der Ermittlungen (vgl. 

BA pag. 10-02-0102). Auch die Beschuldigte erwähnte diesen Namen in ihren 

Erstaussagen, erklärte sie doch schon anlässlich der Hafteinvernahme, dass ihr 

Aliasname immer «Frau Meier» gewesen sei. Der Name «Meier» sei ihr vorge-

geben wurden (BA pag. 13-01-0009). In einer späteren Einvernahme gab die Be-

schuldigte dann an, es stimme nicht, dass nur sie den Namen «Meier» benutzt 

habe. Sie sei auch schon dabei gewesen, als jemand anders den Namen «Meier» 

benutzt habe (BA pag. 13-01-0130). Weiter gab die Beschuldigte zu Protokoll, 

dass alle den Namen «Meier» benutzt hätten und auch der Name «Müller» be-

nutzt worden sei (BA pag. 13-01-107). Diese Aussage bestätigte die Beschul-

digte später insofern, als sie erklärte, der Name «Meier» sei nicht speziell für sie 

gewesen, sondern auch von anderen benutzt worden und sie habe neben diesem 

Namen auch den Namen «Müller» benutzt (BA pag. 13-01-0129; vgl. auch BA 

pag. 13-01-0115: «Ich war nicht die einzige ‘Frau Meier’.). Mit den anderslauten-

den früheren Angaben konfrontiert, führte die Beschuldiget aus, es könne sein, 

dass sie auch den Namen «Müller» benutzt habe (BA pag. 13-01-129; vgl. auch 

BA pag. 13-01-0130: «Ich kann mich nur an ‘Meier’ und ‘Müller’ erinnern.»). An-

lässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung gab sie zunächst an, sie wisse 

nicht mehr, ob sie am Telefon den Namen «Meier» oder den Namen «Müller» 

benutzt habe (TPF pag. 19.731.012). Später erklärte die Beschuldigte wiederum, 

sie habe nicht nur unter dem Namen «Meier» telefoniert, sondern auch den Na-

men «Müller» verwendet (TPF pag. 19.731.015). Auch an der Berufungsver-

handlung gab die Beschuldigte zu Protokoll, ihrer Erinnerung zufolge nicht nur 

den Namen «Meier», sondern auch den Namen «Müller» verwendet zu haben. 

Sie hätten ihr gesagt, sie solle den Namen «Meier» oder den Namen «Müller» 

benutzen (CAR pag. 7.401.010). Die Aussagen der Beschuldigten zu den bei den 

«Phishing»-Telefonaten benutzen Falschnamen erweisen sich als nicht durch-

wegs konsistent und widersprechen sich bisweilen. So ist etwa schwer verständ-

lich, weshalb die Beschuldigte sich in der tatnächsten Befragung unmittelbar 

nach ihrer Verhaftung auf den Namen «Meier» festgelegt haben sollte, wenn sie 

auch auf andere Scheinidentitäten zurückgegriffen hätte. Ihre ursprüngliche Aus-

sage wird schliesslich durch die Tatsache gestützt, dass sich die Beschuldigte in 

- 23 - 

den aufgezeichneten und anerkanntermassen von ihr geführten «Phishing»-Ge-

sprächen – soweit objektivierbar – ausnahmslos als «Frau Meier» vorgestellt hat. 

 c) Angesichts der Aktenlage zweifelhaft ist auch die Darstellung der Beschul-

digten, wonach alle «Telefonistinnen» unter Verwendung des Aliasnamens 

«Meier» operiert haben. Die Auswertung der diesbezüglich relevanten Ermitt-

lungsergebnisse spricht deutlich für das Gegenteil. Wenn zutreffend wäre, dass 

mehrere «[…]deutsch» sprechende «Telefonistinnen» unter dem Aliasnamen 

«Meier» tätig gewesen wären, wäre zu erwarten gewesen, dass diese im Laufe 

der intensiven Ermittlungsbemühungen der Strafverfolgungsbehörden entspre-

chende Spuren hinterlassen hätten. Das ist aber nicht der Fall. Insbesondere bei 

den sich auf zahlreiche Rufnummern erstreckenden und längere Zeiträume um-

fassenden Überwachungsmassnahmen (vgl. BA pag. 09-01-0059) hätten solche 

Täterinnen auffallen müssen. Das gilt erst recht, wenn es sich – wie von der Be-

schuldigten beschrieben (vgl. BA pag. 13-01-0112) – tatsächlich so zugetragen 

hätte, dass diese Täterinnen mitunter gleichzeitig aktiv gewesen wären und sich 

sozusagen «den Hörer in die Hand gegeben» (CAR pag. 7.300.004) hätten. Über 

den gesamten Deliktszeitraum hinweg wurden mehrere Rufnummern teilweise 

während Monaten auch aktiv überwacht (vgl. BA pag. 09-01-0059). Die Ermitt-

lungsabteilung der Bank B. zeichnete im November/Dezember 2012 zudem vier 

«Phishing»-Telefonate auf (BA pag. 05-01-0028; BA pag. 13-01-0028). Nie ist 

eine andere weibliche Person als die Beschuldigte in Erscheinung getreten, die 

den gleichen Dialekt sprach und den identischen Aliasnamen verwendete wie sie. 

Auch in den von nicht bekannten Täterinnen geführten «Phishing»-Telefonaten, 

die aufgezeichnet werden konnten, wurde der Name «Meier» nie genannt (BA 

pag. 10-02-0167). Wenn gemäss den Aussagen der Beschuldigten «mindestens 

zwei weitere» «Telefonistinnen» mit «[…]Dialekt» (BA pag. 13-01-0107; BA 

pag. 13-01-0130) beteiligt gewesen wären und alle den Namen «Meier» benutzt 

hätten, liessen sich diese Ermittlungsergebnisse schlechterdings nicht erklären. 

Selbst im relativ langen Zeitraum von anderthalb Jahren, indem die Beschuldig-

ten nicht in «Phishing»-Aktivitäten verstrickt war, fiel keine solche «Telefonistin» 

auf. Soweit die Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung gar andeu-

tete, die «Telefonistinnen» hätten sogar mehrheitlich «[…]deutsch» gesprochen 

(CAR pag. 7.401.022: «Die Telefonistinnen sprachen aber sowieso hauptsäch-

lich […Dialekt.»), wäre das von den Ermittlungsbehörden mit Sicherheit bemerkt 

worden. Gegen die Glaubhaftigkeit der Schilderungen der Beschuldigten spricht 

schliesslich, dass zwar zumindest zu Beginn der anklagerelevanten Deliktsserie 

zwei «[…]deutsch» sprechende «Telefonistinnen» aufgetreten sind, diese jedoch 

die Aliasnamen «Fuchs» und «Hofer» benutzt haben (BA pag. 10-02-0168). Zu-

sammenfassend ergibt sich einerseits, dass trotz jahrelangen und aufwändigen 

Ermittlungen keine «Telefonistin» ausser der Beschuldigten identifiziert werden 

konnte, die «[…]Dialekt» gesprochen und den Aliasnamen «Meier» verwendet 

- 24 - 

hat. Anderseits konnten mehrere weitere «Telefonistinnen» eruiert werden, die 

aber allesamt gerade unter anderen «Aliasnamen» tätig waren. 

 d) Die Möglichkeit, dass eine andere Täterin unter Benutzung des gleichen 

Tarnnamens und mit gleichem Sprachdialekt agiert haben könnte, erscheint aus 

den angeführten Gründen von bloss theoretischer Natur. Daran vermag der an 

sich berechtigte Einwand der Beschuldigten nichts zu ändern, wonach die vo-

rinstanzliche Feststellung, alle von einer «Frau Meier» angerufenen Geschädig-

ten hätte deren Dialekt als «[…]deutsch» beschrieben (vgl. Urteil SK.2020.35 

E. 4.4.5.1 b) unzutreffend sei (CAR pag. 7.300.003). Der angesprochene 

«Phishing»-Angriff (Anklagesachverhalt «Fall 8») ereignete sich im Dezember 

2012 und damit zu einem Tatzeitpunkt, als sich auch nach polizeilicher Einschät-

zung noch verschiedene Schweizerdeutsch sprechende «Telefonistinnen» als 

Mitarbeiterinnen von Bankinstituten ausgegeben haben (vgl. BA pag. 10-02-

0101; BA pag. 10-02-0168). Für die spätere Deliktsphase lässt sich der Beweis-

wert der Verwendung des Aliasnamens «Meier» dadurch nicht massgeblich rela-

tivieren und bleiben die Aussagen der Beschuldigten unglaubhaft. Die entspre-

chenden Behauptungen können jedenfalls nicht zum Anlass genommen werden, 

um schon gestützt darauf unter Berufung auf den Grundsatz «in dubio pro reo» 

zu einem Freispruch zu gelangen. Die Beweisgrundsätze gebieten es dem Ge-

richt nicht, zugunsten der Beschuldigten auch von Annahmen auszugehen, für 

deren Vorliegen das Beweisergebnis keine substantiellen tatsächlichen Anhalts-

punkte erbracht hat. Es müsste insgesamt schlicht zu viele Zufälle gegeben ha-

ben und von einer Art Ermittlungspech ausgegangen werden, damit von den an-

geblich mehreren unter dem Namen «Meier» auftretenden Täterinnen über einen 

derart langen Zeitraum hinweg alle ausser der Beschuldigten gänzlich unent-

deckt hätten bleiben können. Die Beschuldigte wäre nicht nur die einzige «Tele-

fonistin» gewesen, die durch technische Überwachungsmassnahmen überführt 

werden konnte. Die Beschuldigte wäre überdies die einzige «Telefonistin» gewe-

sen, die auch nachweislich persönlich mit den die «Phishing»-Angriffe orchest-

rierenden Haupttätern in Erscheinung getreten wäre. Als die beiden Komplizen 

QQQQ. und RRRR. am 15. April 2015 bei der Einreise in die Schweiz einer poli-

zeilichen Kontrolle unterzogen wurden, war es die Beschuldigte, die in einem Ho-

tel in Y. auf sie gewartet hat (BA pag. 10-02-0106). Als die Kantonspolizei Y. am 

26. Mai 2015 wegen unbezahlter Rechnungen in ein Hotel in der Stadt Y. aus-

rückte, wurden dort QQQQ. und RRRR. in Begleitung der Beschuldigten ange-

troffen (BA pag. 10-02-0106). Bei allen diesen Vorzeichen ist der Vorinstanz bei-

zupflichten, dass es sich bei der Verwendung des Aliasnamens «Meier» und des 

von der «Telefonistin» gesprochen Dialektes um unmittelbar täterschaftsbezo-

gene Indizien handelt, die für die Beweiswürdigung von hoher Bedeutung sind. 

1.2.4.7 Bei den «Phishing»-Angriffen registrierte Rufnummern (SIM-Karten) 

- 25 - 

 a) Ein übergeordnetes Indiz für die Täterschaft der Beschuldigten erblickt die 

Vorinstanz schliesslich darin, dass die den angeklagten «Phishing»-Angriffen zu-

zuordnenden Rufnummern gemäss polizeilicher Auswertung mit einer Ausnahme 

einzig von der Beschuldigten verwendet worden seien. Der Einwand der Beschul-

digten, sie habe keine SIM-Karten gekauft und andere «Telefonistinnen» hätten 

diese auch gebraucht, sei daher als Schutzbehauptung einzustufen (Urteil 

SK.2020.35 E. 4.4.5.1 d). Die Beschuldigte lässt die verzeichneten Rufnummern 

nicht als wesentliches Indiz gelten. Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptver-

handlung brachte sie unter Verweis auf Aussagen im Vorverfahren vor, dass die 

Mobiltelefone und SIM-Karten, mit welchen die «Phishing»-Anrufe getätigt wor-

den seien, unter den «Telefonistinnen» weitergegeben worden seien. Es dürfe 

deshalb nicht leichtfertig angenommen werden, dass sie, sofern sie zugegeben 

habe, eine bestimmte Rufnummer für «Phishing»-Anrufe benutzt gehabt zu ha-

ben, für alle «Phishing»-Anrufe verantwortlich sei, welche von dieser Rufnummer 

aus getätigt worden seien (TPF pag. 19.721.023). An dieser Auffassung hielt die 

Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung fest. In der Einvernahme zur 

Sache sagte sie diesbezüglich aus, dass «diese Leute» ihr die SIM-Karten gege-

ben und ihr wieder entzogen hätten, sobald sie die «Phishing»-Anrufe gemacht 

gehabt habe. Sobald sie die «Phishing»-Anrufe gemacht gehabt habe, habe sie 

die SIM-Karten wieder abgegeben (CAR pag. 7.401.015; vgl. auch CAR 

pag. 7.401.018; BA pag. 13-01-0134; BA pag. 13-01-0147). Im Rahmen des Par-

teivortrages liess die Beschuldigte ergänzend ausführen, dass die «Telefonistin-

nen» sich in schneller zeitlicher Abfolge abgewechselt hätten (CAR 

pag. 7.300.005). Somit weise auch die Verwendung bestimmter Rufnummern 

nicht unmittelbar auf die Täterschaft der Beschuldigten hin (CAR 

pag. 7.300.003). 

 b) Vorab hat die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen, dass gemäss poli-

zeilichen Erkenntnissen von den in einer grösseren Anzahl in den Kontext mit 

«Phishing»-Angriffen zu stellenden Rufnummern (vgl. BA pag. 10-02-0108 ff.) mit 

einer Ausnahme alle ausschliesslich von der Beschuldigten verwendet worden 

seien (BA pag. 10-02-0112). Dieses Ermittlungsergebnis wird von der Beschul-

digten mehrheitlich ausgeklammert. Es ist weder ersichtlich noch schlüssig dar-

getan, dass und weshalb die entsprechenden Interpretationen der Polizei nicht 

zutreffend sein sollten. Nicht stichhaltig ist namentlich der Einwand, der Geschä-

digte Q. (Anklagesachverhalt «Fall 37») habe ausgesagt, er sei innerhalb von 

weniger als zwei Stunden von zwei verschiedenen «Telefonistinnen» angerufen 

worden, wobei eine davon mit «hochdeutschem Akzent» gesprochen habe (CAR 

pag. 7.300.005). Es trifft zu, dass der Geschädigte Q. berichtet hat, er habe in-

nerhalb kurzer Zeit zwei verdächtige Anrufe erhalten (BA pag. 15-37-0023). In-

dessen haben die bei den Telekommunikationsanbietern eingeholten Abonnen-

tauskünfte ergeben, dass diese beiden Anrufe nicht von der gleichen Rufnummer 

- 26 - 

aus erfolgten (BA pag. B10-02-02-0065). Weder die eine noch die andere Ruf-

nummer wurde sodann der Beschuldigten zugeordnet (vgl. BA pag. B10-02-02-

0065; BA pag. 10-02-0108 ff.). Damit lassen sich die Erkenntnisse über die Ver-

wendung der eingesetzten Rufnummern nicht als unzuverlässig ausweisen. Im 

Übrigen kann bezüglich der Einwände der Beschuldigten wiederholt werden, was 

bereits zu Aliasnamen und Dialekt der «Phishing»-Anruferin gesagt wurde. Es 

erscheint ausgeschlossen, dass eine andere Benutzerin der von den Überwa-

chungsmassnahmen betroffenen Rufnummern nicht ebenfalls identifiziert wor-

den wäre. Abgesehen davon erscheinen die Aussagen der Beschuldigten einmal 

mehr wenig glaubhaft. Wenn die verwendeten SIM-Karten, so die Behauptung 

der Beschuldigten, stets wieder zurückgegeben worden wären, ist nicht erklärbar, 

wie es kommen konnte, dass die Beschuldigte am 1. Mai 2015 ohne jeden Bezug 

zu «Phishing»-Anrufen unter Verwendung einer angeblich retournierten SIM-

Karte einen Kartenlegeservice angerufen hat (vgl. BA pag. B10-02-03-0098; BA 

pag. B10-02-04-0009 f.). Es bleibt abschliessend festzuhalten, dass diverse Ruf-

nummern schlüssig der Beschuldigten zugeordnet werden können und deren all-

fällige Verwendung als gewichtiges Indiz für ihre Täterschaft bewertet werden 

muss. 

1.2.4.8 Weitere Beweismittel und Indizien 

 Als weitere Beweismittel liegen zahlreiche aufgezeichnete Telefongespräche und 

die Aufzeichnungen aus der akustischen Überwachung von Wohn- und Hotelräu-

men sowie diverse auf dem Mobiltelefon der Beschuldigten sichergestellte Doku-

mente und Dateien bei den Akten. Darauf hat die Vorinstanz in den allgemeinen 

Erwägungen ebenfalls teilweise Bezug genommen (Urteil SK.2020.35 E. 4.4.5.1 

e). Da diesen Beweismitteln und Indizien indessen keine über den Einzelfall hin-

ausgehende Bedeutung zukommt, sei nicht weiter darauf eingegangen. Im Übri-

gen betreffen diese Beweismittel ohnehin Anklagesachverhalte, die von der Be-

schuldigten anerkannt wurden. 

1.2.5 Beweiswürdigung zu den bestrittenen Anklagevorwürfen 

 Nach Massgabe des vorstehend dargelegten Beweiswertes der vorhandenen In-

dizien sowie unter Berücksichtigung der skizzierten allgemeinen Tatumstände ist 

nunmehr im Einzelnen die Frage zu klären, ob es sich bei der Beschuldigten um 

diejenige Person handelt, die in den in der Anklage aufgeführten «Phishing»-An-

griffen als «Telefonistin» fungiert hat. Sofern zur Ausleuchtung relevanter Delikts-

relationen angezeigt, wird dabei punktuell von den vorinstanzlich vorgenomme-

nen Tatgruppierungen abgewichen. 

 

- 27 - 

1.2.5.1 Anklagesachverhalte «Fälle 1 und 2» 

 a) In den Anklagesachverhalten «Fall 1» und «Fall 2» wird der Beschuldigten 

vorgeworfen, am 22. November 2012 an «Phishing»-Angriffen auf Konten der 

Geschädigten D.AG und CC. mitgewirkt zu haben (TPF pag. 19.100.003). Die 

Beschuldigte hat ihre Täterschaft bei diesen beiden «Phishing»-Angriffen nicht 

anerkannt (BA pag. 13-01-0117; BA pag. 13-01-0144). Geständig war die Be-

schuldigten insoweit, als sie im Verlauf des Verfahrens einräumte, am 22. No-

vember 2012 ein «Phishing»-Telefonat mit einem Mitarbeiter des Sicherheits-

dienstes der Bank B. (Anklagesachverhalt «Fall 59») geführt zu haben (BA 

pag. 13-01-0016; BA pag. 13-01-0144). Nach Ansicht der Vorinstanz wird die Be-

schuldigte durch die Beweislage der Täterschaft bezüglich der nicht anerkannten 

Anklagevorwürfe überführt. Als gewichtiges Indiz bewertet die Vorinstanz den 

Umstand, dass die Beschuldigte zum Tatzeitpunkt am 22. November 2012 von 

ihrer Arbeit frei genommen habe. Der Geschädigte CC. habe sich im «Fall 2» an 

den Namen «Meier» der angeblichen Bankangestellten am Telefon erinnern kön-

nen. Erstellt sei somit die Täterschaft in diesem Fall, weil nur die Beschuldigte 

diesen Aliasnamen verwendet habe. Da die Gerätekonfiguration des für die un-

befugten Geldüberweisungen verwendeten Computers in den «Fällen 1 und 2» 

identisch gewesen sei und die «Phishings» zeitnah erfolgt seien, sei der Beschul-

digten auch «Fall 1» anzurechnen. Die Annahme, dass eine andere «Telefonis-

tin» «gephisht» habe, sei lebensfremd (Urteil SK.2020.35 E. 4.4.5.2 «Fälle 1 und 

2»). 

 b) Der Vorinstanz ist zuerst darin beizupflichten, dass die beiden Anklagesa-

chverhalte «Fall 1» und «Fall 2» in einem engen zeitlichen und sachlichen Zu-

sammenhang stehen. Die unautorisierten Transaktionen wurden am 22. Novem-

ber 2012 um 09:55 Uhr (Geschädigte D. AG [«Fall 1»]) und um 18:06 Uhr (Ge-

schädigter CC. [«Fall 2»]) in Auftrag gegeben (BA pag. B10-02-01-0003; BA 

pag. B10-02-01-0009; BA pag. B10-02-01-0017). Die erhobenen technischen 

Daten belegen, dass beide «Phishing»-Angriffe von der gleichen Täterschaft be-

gangen worden sein müssen. Sowohl die bei den Taten verwendeten Computer 

als auch die bei den Zugriffen auf das Onlinebanking-System der Bank B. zuge-

teilten IP-Adressen waren in beiden Fällen identisch (BA pag. B10-02-01-0002; 

BA pag. B10-02-01-0006; BA pag. 10-02-0129; BA pag. 10-02-0130). Das kann 

nur heissen, dass die gleichen Täter die beiden «Phishing»-Angriffe mit gleicher 

Gerätschaft und während der nämlichen Internet-Session verübt hat. Zwischen 

den beiden «Phishing»-Angriffen hat ausserdem auch das aufgezeichnete Tele-

fonat zwischen der Beschuldigten und einem einen ahnungslosen Kunden imitie-

renden Bankmitarbeiter stattgefunden. Dadurch ist mit aller erdenklichen Klarheit 

erstellt, dass die Beschuldigte am Tattag des 22. November 2012 tatsächlich mit 

ihren Mittätern zusammen in «Phishing»-Aktivitäten involviert war. Wie im 

- 28 - 

angefochtenen Urteil zutreffend erwogen, hat die Beschuldigte im Tatzeitpunkt 

Ferien bezogen und nicht gearbeitet (BA pag. 07-04-00-0010). Desgleichen hat 

die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen, dass der Geschädigte CC. (Ankla-

gesachverhalt «Fall 2») ausgesagt hat, er sei von einer «Frau Meier» von der 

Bank. B angerufen worden (Polizeirapport Kantonspolizei Graubünden vom 

28. Dezember 2012 [BA pag. 15.02.0003]; Einvernahme durch die Kantonspoli-

zei Graubünden vom 30. November 2012 [BA pag. 15-02-0008]). Die Aussagen 

des Geschädigten waren klar und detailliert, sodass an deren Glaubhaftigkeit 

nicht zu zweifeln ist. Das Auftreten unter der Namenslegende einer «Frau Meier» 

ist ein starkes Indiz für die Täterschaft der Beschuldigten. 

 c) Die Aussagen der Beschuldigten bezüglich der zur Diskussion stehenden 

Anklagesachverhalte sind uneinheitlich und eher konfus. Ein eigentliches Ge-

ständnis hat sie nie abgelegt. Gleichwohl vermitteln ihre Aussagen den Eindruck, 

als könne sie die eigene Täterschaft nicht mit Gewissheit ausschliessen. So er-

wähnte sie einerseits, es könne sein, dass sie am 22. November 2012 in einem 

Hotel in Deutschland ein Telefon gemacht habe (BA pag. 13-01-0117). In einer 

anderen Einvernahme sprach sie wiederum von Deutschland, konnte sich aber 

an ein bestimmtes Datum nicht mehr erinnern (BA pag. 13-01-0144). Es wirkt 

nicht besonders authentisch, dass die Beschuldigte in ihren Befragungen zwar 

namensmässig angeben konnte, in welchem Hotel in Deutschland sie sich und 

in welchem anderen Hotel sich andere Täter aufgehalten haben, und auch noch 

wusste, dass damals Schnee gelegen sei (vgl. BA pag. 13-01-0117), sich indes-

sen nicht mehr daran erinnern will, ob sie damals abgesehen von der eingestan-

denen Tatbeteiligung noch an weiteren «Phishing»-Angriffen mitgewirkt hat. Ob-

wohl sie aufgrund des tatsächlichen Zusammentreffens mit der Täterschaft an 

sich darüber hätte Auskunft geben können, war von der Beschuldigten nichts zu 

vernehmen, was als konkreter Hinweis auf die Person der eingesetzten «Telefo-

nistin» hätte verstanden werden können. Die Beschuldigte hat insgesamt nichts 

vorgebracht, was dazu veranlassen könnte, die angeführten Indizien anders zu 

werten. Bei realistischer Betrachtung wird die Hypothese einer möglichen Dritttä-

terschaft durch nichts gestützt. Wie die im vorliegenden Verfahren gewonnenen 

Erfahrungssätze und nicht zuletzt auch entsprechende Aussagen der Beschul-

digten illustrieren, sind mitunter Dutzende von Anläufen nötig, bis eine 

«Phishing»-Attacke tatsächlich gelingt. Genau so unwahrscheinlich ist es im um-

gekehrten Sinne, dass das von der Beschuldigten angeblich einzig geführte 

«Phishing»-Telefonat während des ganzen Tages gerade dasjenige ist, das zu-

fälligerweise vom Sicherheitsdienst der Bank B. mitgeschnitten wird. Mit der Vo-

rinstanz ist deshalb festzuhalten, dass eine andere Täterschaft als diejenige der 

Beschuldigten zwar nicht mit Absolutheit, wohl aber mit einem nach der Le-

benserfahrung ausreichenden Mass an Sicherheit ausgeschlossen werden kann. 

- 29 - 

 d) Nach dem Vorstehenden kommen keine vernünftigen Zweifel an der Täter-

schaft der Beschuldigten in den Anklagesachverhalten «Fall 1» und «Fall 2» auf. 

Der Sachverhalt ist mithin rechtsgenügend erstellt. 

1.2.5.2 Anklagesachverhalte «Fälle 3-7» 

 a) Gemäss Anklageschrift war die Beschuldigten an zahlreichen «Phishing»-

Angriffen beteiligt, die sich am Dienstag, 18. Dezember 2012 ereignet und gegen 

Kunden der Bank B. gerichtet haben (TPF pag. 19.100.004). Die Beschuldigte 

hat den Vorwurf der Täterschaft von sich gewiesen (BA pag. 13-01-0116 f.; BA 

pag. 13-01-0144; CAR pag. 7.401.015). Am 18. Dezember 2012 wurde zudem 

ein «Phishing»-Anruf vom Sicherheitsdienst der Bank B. aufgezeichnet (BA 

pag. 10-02-0170). Die Vorinstanz schenkte den Bestreitungen der Beschuldigten 

keinen Glauben und sieht die Täterschaft der Beschuldigten in allen Anklage-

punkten als erstellt. So hat die Beschuldigte denn auch anlässlich der Berufungs-

verhandlung anerkannt, dass sie dieses Telefongespräch geführt hat (BA pag. 7-

401-015; vgl. auch BA pag. 13-01-0017; BA pag. 13-01-0144, CAR 

pag. 7.401.015). Die Vorinstanz führt aus, es sei erwiesen, dass der «Boss» bzw. 

Komplize der Beschuldigten, QQQQ., am 17. Dezember 2012 im Hotel EE. in  Y. 

eingecheckt habe. Die «Phishing»-Fälle seien unmittelbar nach dessen Ankunft 

am 18./19. Dezember 2012 in Y. begangen worden. Es sei auffällig, dass die 

Beschuldigte an diesen Tagen Ferien gehabt habe. Aufgrund der zeitlichen Koin-

zidenz könne als erstellt gelten, dass die Beschuldigte den arbeitsfreien Tag ge-

nutzt habe, um mit QQQQ. in Y. zu «phishen». Ein Geschädigter habe sich so-

dann an den Namen «Meier» der angeblichen Bankangestellten am Telefon er-

innern können, welcher der Beschuldigten zuzuordnen sei. Somit sei die Täter-

schaft der Beschuldigten in all denjenigen Fällen erstellt, welche einen Konnex 

zu diesem Fall aufwiesen. Aufgrund der übereinstimmenden Konfigurationen des 

für die unbefugten Geldüberweisungen verwendeten Computers und der IP-Ad-

ressen sei dies in den «Fällen 3-5» und im «Fall 7» der Fall (Urteil SK.2020.35 

E. 4.4.5.2 «Fälle 3-7»). 

 b) Grundlage der hier zu untersuchenden Anklagevorwürfe bildet zunächst die 

Tatsache, dass sich sämtliche «Phishing»-Angriffe innerhalb von zwei Tagen 

(18. Dezember 2012 und 19. Dezember 2012) ereignet haben. Das ist aktenmäs-

sig ausreichend dokumentiert und wird von der Beschuldigten auch nicht in Ab-

rede gestellt. Der Vorinstanz ist im Weiteren darin zu folgen, dass in Anbetracht 

der für die einzelnen Vorfälle ermittelten Tatumstände von einer Tatserie auszu-

gehen ist. Übereinstimmungen hinsichtlich der einzelnen Tatmerkmale konnten 

in einem qualitativen und quantitativen Ausmass ermittelt werden, das diese 

Schlussfolgerung geradezu aufdrängt. Die Vorinstanz hat sich dazu einlässlich 

geäussert und zu Recht darauf hingewiesen, dass entweder die Konfiguration 

- 30 - 

der eingesetzten Computer oder die ihnen im Internet vermittelte IP-Adressen 

oder gleich beide Eigenschaften in zahlreichen «Phishing»-Vorfällen identisch 

waren. Besonders hervorzuheben ist, dass die am 18. Dezember 2012 zwischen 

11:27 Uhr und 14:15 Uhr durchgeführten «Phishing»-Angriffe von einem Compu-

ter mit der gleichen Konfiguration aus erfolgten (BA pag. 10-02-0130), wobei in 

zwei Fällen beim Login in das Online-Banking-Portal der Bank die gleiche IP-

Adresse registriert wurde (BA pag. 10-02-0123). Als relevant wirkt sich sodann 

aus, dass die beim «Phishing»-Angriff am 19. Dezember 2012 («Fall 7») in Form 

der IP-Adresse gespeicherte Verbindung mit derjenigen von zwei «Phishing»-

Angriffen übereinstimmte, die einen Tag zuvor am 18. Dezember 2012 begangen 

wurden (BA pag. 10-02-0129). Damit steht fest, dass die einzelnen «Phishing»-

Angriffe von den selben Tätern begangen worden sein müssen. Es ist durch die 

Erkenntnisse aus der von der Kantonspolizei Y.-Stadt durchgeführten Hotelkon-

trolle zudem nachgewiesen, dass am 17. Dezember 2012 und damit noch vor 

dem fraglichen Deliktzeitraum mit QQQQ. ein Komplize der Beschuldigten im Ho-

tel «EE.» in Y. eingecheckt hatte (BA pag. 10-02-0106). Demnach ist davon aus-

zugehen, dass die als Anklagesachverhalte «Fälle 3-7» zu beurteilenden 

«Phishing»-Angriffe der Tätergruppierung beizuordnen sind, welcher die Be-

schuldigte angehörte. 

 c) Es ist unbestritten und anhand der entsprechenden Tonaufnahme auch 

nicht zu bestreiten, dass die Beschuldigte am Dienstag, 18. Dezember 2012 ei-

nen «Phishing»-Anruf mit einem Mitarbeiter der Bank B. geführt hat, der sich als 

vermeintlicher Bankkunde ausgab (BA pag. 10-02-0170; Anklagesachverhalt 

«Fall 61»). Nach diesem Telefonat wurde um 09:35 Uhr ein Zugriff auf das von 

der Bank B. erstellte fiktive Konto festgestellt (BA pag. 10-02-0170). Es handelte 

sich dabei um den zeitlich frühesten «Phishing»-Vorfall, der sich am 18. Dezem-

ber 2012 zugetragen hat. Damit ist erstellt, dass die Beschuldigte sich an jenem 

Tag zusammen mit mindestens einem ihrer Komplizen am Tatort aufgehalten hat. 

Der Geschädigte JJ.  (Anklagesachverhalt «Fall 6») erklärte gegenüber den 

Strafverfolgungsbehörden, dass er von einer unbekannten Frau angerufen wor-

den sei, die sich als «Frau Meier» vom Sicherheitsdienst der Bank B. ausgege-

ben und mit «[…]dialekt» gesprochen habe (Rapport der Kantonspolizei Bern 

vom 18. Dezember 2012 [BA pag. 15-02-0002; BA pag. B10-02-01-0060]). Mit 

der Vorinstanz ist aufgrund der zuverlässigen und die Beschuldigten identifizie-

renden Angaben des Geschädigten zu schliessen, dass sie den entsprechenden 

«Phishing»-Anruf gemacht hat. Gemäss den Logfile-Daten der Bank B. wurde 

von der Täterschaft um 11:27 Uhr auf den Account zugegriffen und um 11:36 Uhr 

eine Überweisung veranlasst (BA pag. B10-02-01-0062). Der zeitliche Konnex 

zum rund eine Stunde zuvor von der Beschuldigten geführten Telefongespräch 

mit dem Sicherheitsmitarbeiter der Bank B. ist evident. Angesichts der Dauer die-

ses der Beschuldigten an der Berufungsverhandlung erneut vorgehaltenen 

- 31 - 

Gesprächs (CAR pag. 7.401.015) verkürzt sich der zeitliche Abstand zum 

«Phishing»-Angriff auf den Geschädigten JJ. noch weiter. In ähnlicher Kadenz 

erfolgte dann bereits der nächste «Phishing»-Angriff, wurde doch bereits um 

12:00 Uhr vom Konto des Geschädigten GG. (Anklagesachverhalt «Fall 3) eine 

unautorisierte Transaktion ausgelöst (BA pag. B10-02-01-0027). Die weiteren 

«Phishing»-Angriffe ereigneten sich am 18. Dezember 2012 in einem zeitlichen 

Abstand von höchstens einer Stunde (BA pag. B10-02—01-0031 [Anklagesach-

verhalt «Fall 4»]; BA pag. B10-02-01-0039 [Anklagesachverhalt «Fall 5»]). 

 d) Aus den vorstehenden Überlegungen ergibt sich, dass die «Phishing»-An-

griffe vom Dienstag, 18. Dezember 2012 und vom Mittwoch, 19. Dezember 2012 

aufgrund ihres engen Sachkonnexes und der direkt zu ihr als Täterin führenden 

Indizien der Beschuldigten anzurechnen sind. An diesem Beweisergebnis ver-

mögen auch die Aussagen der Beschuldigten nichts zu ändern. Sie führte an der 

Berufungsverhandlung etwa aus, dass sich auf den angeblich zwischen den «Te-

lefonistinnen» zirkulierenden Anruflisten zahlreiche Bemerkungen (erfolgte An-

rufe und Anrufversuche / gewünschte Termine für Anrufe) befunden hätten. Nach 

dieser Darstellung müsste somit im Grund innert kürzester Zeit die Übergabe an 

die nachfolgende «Telefonistin» bewerkstelligt worden sein, wobei dabei auch 

noch diverse Angaben auf der Liste der anzurufenden Personen hätten aktuali-

siert werden müssen. Es erscheint als völlig unrealistisches Szenario, dass in 

derart geringer zeitlicher Abfolge eine andere «Telefonistin» als die Beschuldigte 

operiert haben könnte, auf welche darüber hinaus noch die identischen Charak-

teristika zutreffen. Die Beschuldigte hat denn auch keinerlei konkrete Angaben 

dazu gemacht, um wen es sich bei dieser angeblichen Drittperson gehandelt ha-

ben könnte. Dass sie stets angegeben hat, sich nie im Hotel «EE.» in Y. aufge-

halten zu haben (vgl. BA pag. 13-01-0117) könnte sie selbst dann nicht wesent-

lich entlasten, wenn das zutreffend wäre. Es konnte nicht rekonstruiert werden, 

von welchem Tatort genau die «Phishing»-Angriffe verübt wurden. Unbehelflich 

sind auch ihre Schilderungen, wonach sie im November/Dezember 2012 sich 

einmal mit «diesen Leuten» getroffen habe, um zunächst zuzuhören und dann 

ihr erstes «Phishing»-Telefon zu machen (BA pag. 13-01-0117). Nachdem fest-

steht, dass die Beschuldigte bereits im November 2012 in «Phishing»-Aktivitäten 

verwickelt war, kann sich diese Aussage nicht auf die im Dezember 2012 erfolg-

ten «Phishing»-Angriffe bezogen haben. 

 e) Würdigt man die angeführten Indizien und Sachumstände gesamthaft, be-

stehen keine im Sinne von Art. 10 Abs. 3 StPO unüberwindlichen Zweifel an der 

Täterschaft der Beschuldigten bezüglich der Anklagevorwürfe «Fälle 3-7». Die 

Anklagesachverhalte sind rechtsgenügend erstellt. 

 

- 32 - 

1.2.5.3 Anklagesachverhalt «Fall 8» 

 a) Der Anklagesachverhalt «Fall 8» befasst sich mit dem Vorwurf, die Be-

schuldigte habe sich am Donnerstag, 27. Dezember 2012 an einem «Phishing»-

Angriff zum Nachteil der Geschädigten LL. und MM. beteiligt (TPF 

pag. 19.100.004). Die Beschuldigte hat ihre Täterschaft weder anerkannt noch 

kategorisch verneint, sondern dem Sinne nach angegeben, dass sie sich nicht 

mehr erinnern könne (BA pag. 13-01-0144; CAR pag. 7.401.016). Im angefoch-

tenen Urteil wird der Sachverhalt zusammen mit den als «Fall 9» und «Fall 10» 

zur Anklage gebrachten «Phishing»-Angriffen geprüft und unter Querbezügen zu 

weiteren Anklagevorwürfen als erstellt erachtet. Soweit den vorliegend zu beur-

teilenden Anklagesachverhalt betreffend, erwägt die Vorinstanz, dass die Be-

schuldigte zum Tatzeitpunkt von der Arbeit frei genommen habe. Die Geschä-

digte TTTT. habe sich explizit an den Namen «Meier» der angeblichen Bankan-

gestellten am Telefon erinnern können. Dies spreche für die Täterschaft der Be-

schuldigten, da ausschliesslich sie sich mit diesem Aliasnamen gemeldet habe. 

Aufgrund der zusätzlich übereinstimmenden Gerätekonfiguration der bei diesem 

«Phishing»-Angriff und demjenigen vom 19. Dezember 2012 verwendeten Com-

puter sei die Täterschaft der Beschuldigten zweifelsfrei erstellt (Urteil SK.2020.35 

E. 4.4.5.2 «Fälle 8-10»). 

 b)  Betreffend den Anklagevorwurf «Fall 8» fielen in der Strafuntersuchung 

vergleichsweise wenig aufschlussreiche Erkenntnisse an. Der «Phishing»-Angriff 

vom 27. Dezember 2012 präsentiert sich aus zeitlicher Perspektive als isolierter 

Vorfall, der sich in keine eigentliche Deliktsserie einreihen lässt. Sowohl am 

27. Dezember 2012 wie auch an unmittelbar vorangehenden und nachfolgenden 

Tagen wurden keine weiteren «Phishing»-Angriffe verzeichnet. Damit lässt sich 

von Vornherein auch kein enger Konnex feststellen, der allenfalls indiziell für die 

Täterschaft der Beschuldigten sprechen würde. Fest steht im Grunde nur, dass 

die Täterschaft sich am 27. Dezember 2012 in missbräuchlicher Weise in das E-

Banking-Konto der Geschädigten LL. und MM. eingeloggt und eine unbefugte 

Überweisung in Auftrag gegeben hat (BA pag. B10-02-01-0120). Verschiede we-

sentliche Tatumstände sind unbekannt geblieben. Weder konnte der Ort lokali-

siert werden, wo die Täter gehandelt haben, noch konnte zweifelsfrei eine Ruf-

nummer eruiert werden, von welcher aus der «Phishing»-Anruf erfolgt sein soll. 

Durch die Geschädigten konnte bei ihrem Telekommunikationsanbieter zwar 

eine Rufnummer in Erfahrung gebracht werden (BA pag. B10-02-01-0101; BA 

pag. B10-02-01-0111), doch wurden in dieser Hinsicht – soweit ersichtlich – 

keine weiteren Ermittlungen getätigt. Festgestellt werden konnte die Konfigura-

tion des Computers, der im Rahmen des «Phishing»-Angriffs verwendet wurde 

(BA pag. B10-02-01-0120). Die Vorinstanz weist zutreffend darauf hin, dass 

diese Gerätekonfiguration identisch ist mit derjenigen des Computers, der bei 

- 33 - 

einem «Phishing»-Angriff am 19. Dezember 2012 (Anklagesachverhalt «Fall 7») 

zum Einsatz kam. Inwiefern dieser technische Befund jedoch spezifisch auf die 

Täterschaft der Beschuldigten hindeuten müsste, wird nicht begründet und er-

scheint angesichts des zeitlichen Abstandes zwischen den beiden Vorfällen von 

mehr als einer Woche auch nicht auf der Hand zu liegen. Die von der Vorinstanz 

im Übrigen thematisierten Übereinstimmungen bezüglich Rufnummern und An-

tennenstandorten bei den «Phishing»-Angriffen vom 9. Januar 2013 (Anklagesa-

chverhalt «Fall 9») und vom 15. Januar 2013 (Anklagesachverhalt «Fall 10») so-

wie die Inbezugsetzung zu einem zeitlich noch späteren «Phishing»-Vorfall (An-

klagesachverhalt «Fall 22» [begangen am 12. Februar 2013]) sind hinsichtlich 

der Täterschaft des vorliegend in Frage stehenden «Phishing»-Angriffs wenig 

aussagekräftig und daher kaum hilfreich. Die von der Vorinstanz herangezoge-

nen Argumente sind insofern nicht überzeugend. 

 c)  Was die weiteren belastenden Aspekte betrifft, wird in der vorinstanzlichen 

Entscheidbegründung auf die Verwendung des Aliasnamens «Meier» und darauf 

hingewiesen, dass die Beschuldigte zum Tatzeitpunkt am 27. Dezember 2012 

nicht gearbeitet habe. Im Berufungsverfahren wendet die Beschuldigte dazu ein-

mal ein, dass die Geschädigte MM. von einer sich als «Frau Meier» ausgebenden 

und «Zürcher Dialekt» sprechenden Person berichtet habe (CAR 

pag. 7.300.003). Der Einwand ist berechtigt, wenngleich der Verteidigung bei der 

Referenzierung der verwiesenen Aktenstelle (BA pag. 15-08-0004) ein Versehen 

unterlaufen sein dürfte. In der Sache ist jedenfalls zutreffend, dass die Geschä-

digte MM. betreffend den «Phishing»-Vorfall vom 27. Dezember 2012 in ihrer 

Einvernahme durch die Zuger Polizei angegeben hat, sie sei von einer «Frau 

Meier» angerufen worden, welche einen «Zürcher Dialekt» gesprochen habe (BA 

pag. 15-08-0029 f.). Dies wurde auch im Nachtragsbericht der Bundeskriminal-

polizei vom 15. August 2019 so festgehalten (BA pag. 10-02-0167). Die von der 

Verteidigung darauf aufmerksam gemachte Vorinstanz (vgl. TPF 

pag. 19.721.022) schweigt sich dazu aus. Dass die Geschädigte – wie im zitier-

ten Ermittlungsbericht vermutet wird (BA pag. 10-02-0167) – bloss einer Ver-

wechslung unterlegen sein könnte, ist eine nur spekulativ zu treffende Annahme. 

Es muss gegenteils als entlastend gewürdigt werden, dass die Geschädigte die 

von der Anruferin gesprochene Mundart gerade nicht als «[…]deutsch» beschrie-

ben hat. Ebenfalls nicht nachvollziehbar ist, weshalb die Vorinstanz ausführt, die 

Beschuldigte habe sich für den Tatzeitpunkt von der Arbeit frei genommen, und 

wie sie diese Feststellung bei der Beweiswürdigung zu ihren Ungunsten berück-

sichtigt. Aus der bei der Arbeitgeberin SSSS. edierten Zeitnachweisliste ergibt 

sich, dass die Beschuldigte am 27. Dezember 2012 zwischen 09:30 Uhr und 

12:00 Uhr sowie von 12:38 Uhr bis 18:17 Uhr gearbeitet hat (BA pag. 07-04-00-

0012). Gemäss den zur fraglichen Session erhobenen Login-Daten erfolgte der 

unautorisierte Zugriff auf das E-Banking-System am 27. Dezember 2012 um 

- 34 - 

09:23:56 (BA pag. B10-02-01-0092 [Angabe unter der Rubrik «Open Session»). 

Angesichts der ihr vorgeworfenen Funktion müsste die Beschuldigte zu diesem 

Zeitpunkt noch am Tatort anwesend gewesen sein. Aufgrund der zeitlichen Ver-

hältnisse müsste die Beschuldigte danach den Tatort verlassen und nur rund 6 

Minuten später am Arbeitsort eingetroffen sein. Da der Tatort nicht exakt be-

stimmt werden konnte («Umgebung von Y.» [TPF pag. 19.100.004]), muss zu-

gunsten der Beschuldigten angenommen werden, dass es ihr nicht möglich war, 

die Distanz zwischen Tatort und Arbeitsort innert dieser kurzen Zeit zurückzule-

gen. Mehr oder andere belastende Erkenntnisse, die zum Nachweis der Täter-

schaft der Beschuldigten ausreichen würden, liegen nicht vor. 

 d)  Insgesamt verbleiben bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu 

unterdrückende Zweifel an der Täterschaft der Beschuldigten im als «Fall 8» an-

geklagten «Phishing»-Angriff. In Anwendung des Grundsatzes «in dubio pro reo» 

ist die Beschuldigte von diesem Vorwurf freizusprechen. 

1.2.5.4 Anklagesachverhalte «Fälle 9-20» 

 a) Der Beschuldigten wird in den Anklagesachverhalten «Fälle 9-18» einer-

seits vorgeworfen, sich am Dienstag, 9. Januar 2013 sowie am Dienstag, 15. Ja-

nuar 2013 und am Mittwoch, 16. Januar 2013 an einer Vielzahl von «Phishing»-

Angriffen auf Konten von mehreren Kunden der Bank B. beteiligt zu haben (TPF 

pag. 19.100.004). Die der Beschuldigten weiter angelasteten Anklagesachver-

halte «Fälle 19 und 20» beinhalten andererseits zwei «Phishing»-Angriffe, wel-

che durch eine am Mittwoch, 23. Januar 2013 («Fall 19») und am Donnerstag, 

31. Januar 2013 («Fall 20») ausgelöste Geldüberweisung abgeschlossen wur-

den (TPF pag. 19.100.005 f.). Die Beschuldigte hat diesbezüglich jede Schuld 

von sich gewiesen (BA pag. 13-01-0116; BA pag. 13-01-0144). Die Vorinstanz 

hat diese Anklagevorwürfe separat behandelt und als Erstes den als «Fall 10» 

rubrizierten Anklagesachverhalt zusammen mit dem als «Fall 9» zur Anklage ge-

brachten «Phishing»-Angriff geprüft. Diesbezüglich hält die Vorinstanz im We-

sentlichen fest, die Antennenstandorte hätten im «Fall 9» und im «Fall 10» über-

eingestimmt. Zudem seien die im «Fall 10» und im «Fall 11» verwendete SIM-

Karte ausschliesslich von der Beschuldigten benutzt worden, weshalb ihre Täter-

schaft zweifelsfrei erstellt sei (Urteil SK.2020.35 E. 4.4.5.2 «Fälle 8-10»). An-

schliessend wendet sich die Vorinstanz den Anklagesachverhalten «Fälle 11-18» 

zu und verweist darauf, dass die Beschuldigte zum Tatzeitpunkt am Mittwoch, 

16. Januar 2013 von der Arbeit frei genommen habe. Die Geschädigten im 

«Fall 11» und im «Fall 12» hätten sich an den Aliasnamen «Meier» erinnern kön-

nen, welchen nur die Beschuldigte verwendet habe. Deshalb seien der Beschul-

digten auch alle übrigen Fälle zuzurechnen, welche einen Konnex zu diesen bei-

den Fällen aufweisen würden. In sämtlichen Fällen seien die gleiche SIM-

- 35 - 

Karte/Rufnummer benutzt worden, welche ausschliesslich von der Beschuldigten 

verwendet worden sei. Ausserdem sprächen die identischen IP-Adressen im 

«Fall 11», im «Fall 12» und im «Fall 16» dafür, dass die Beschuldigte als «Tele-

fonistin» tätig gewesen sei. Zudem seien die Gerätekonfigurationen in den «Fäl-

len 11, 12 und 15-17» identisch wie im «Fall 20», bei welchem sich die Beschul-

digten beim «Voice-Phishing» mit «Frau Meier» gemeldet habe. Überdies sei in 

den «Fällen 9-10» und im «Fall 26» die für die telefonische Beschaffung der E-

Banking-Zugangsdaten verwendete Rufnummer «Tel.nr. 2» identisch, welche 

ausschliesslich von der Beschuldigten verwendet worden sei. Diese fallübergrei-

fende Übereinstimmung der Indizien spreche klar für die Täterschaft der Beschul-

digten (Urteil SK.2020.35 E. 4.4.5.2 «Fälle 11-18»). Für die Täterschaft der Be-

schuldigten in den Anklagesachverhalte «Fälle 19 und 20» schliesslich spreche, 

dass sie zum Tatzeitpunkt am 23. Januar 2013 sowie am 31. Januar 2012 Ferien 

bzw. arbeitsfrei gehabt und sich im «Fall 20» als «Frau Meier» gemeldet habe. 

Sie habe die gleiche Rufnummer verwendet, wie in den «Fällen 9-18», bei wel-

chem ihre (Mit-)Täterschaft nachgewiesen sei. Die im «Fall 19» verwendete SIM-

Karte/Rufnummer sei ausserdem ausschliesslich von der Beschuldigten benutzt 

worden. Ein weiteres gewichtiges Indiz zum Nachweis ihrer «Phishing»-Anrufe 

sei zudem, dass die Gerätekonfiguration im «Fall 19» die gleiche sei wie im 

«Fall 24», bei welchem sie mit dem Aliasnamen «Frau Meier» als «Telefonistin» 

agiert habe, welche ihr zuzuordnen sei. Die Gerätekonfiguration im «Fall 20» sei 

dieselbe wie im «Fall 12», bei welchem sich die Beschuldigte ebenfalls mit «Frau 

Meier» gemeldet habe. Beweismässig sei daher zweifelsfrei erstellt, dass die Be-

schuldigte in den «Fällen 19 und 20» «gephisht» habe (Urteil SK.2020.35 

E. 4.4.5.2 «Fälle 19 und 20»). 

 b) In Bezug auf den vorliegend zu betrachtenden Anklagekomplex fällt zu-

nächst auf, dass von den insgesamt elf «Phishing»-Attacken deren neun («Fälle 

10-18») an zwei aufeinanderfolgenden Tagen (Dienstag, 15. Januar 2013 und 

Mittwoch, 16. Januar 2013) begangen wurden. Alleine für den 16. Januar 2013 

wurden den Strafverfolgungsbehörden insgesamt zehn «Phishing»-Angriffe zur 

Kenntnis gebracht, die sich zwischen 09:58 Uhr und 17.09 Uhr ereignet haben. 

Anhand der Erkenntnisse aus den rückwirkend erhobenen Verbindungsnachwei-

sen lässt sich unschwer nachzeichnen, dass alle Geschädigten in den Anklage-

sachverhalten «Fälle 9-19» von der Rufnummer «Tel.nr. 2» aus angerufen wur-

den (BA pag. 10-02-0108). Alle diese Anrufe lassen sich von ihrer Dauer her als 

«Phishing»-Anrufe erkennen, wobei beim Abgleich mit der unbefugten Auslö-

sung der Kontoüberweisung stets eine zeitliche Parallelität festzustellen ist (BA 

pag. B10.02-01-0124; BA pag. B10-02-01-0140; BA pag. B10-02-01-0146; BA 

pag. B10-02-01-0155; BA pag. B10-02-01-0159; BA pag. B10-02-01-0174; BA 

pag. B10-02-01-0192; BA pag. B10-02-01-0196; BA pag. B10-02-01-0217; BA 

pag. B10-02-01-0239; Datei «[…].xls» in den rückwirkenden Verbindungsdaten). 

- 36 - 

Die verwendeten Rufnummern sind schliesslich auch der Schlüssel zum Ver-

ständnis des zeitlichen Konnexes zu den Anklagesachverhalten «Fall 9» und 

«Fall 10» sowie von «Fall 19» und «Fall 20». Vom Tätertelefon mit der Rufnum-

mer «Tel.nr. 2» erfolgte am 9. Januar 2013 um 12:04 Uhr ein Anruf auf den Fest-

netzanschluss des Geschädigten NN. (BA pag. 15-09-0001; BA pag. B10-02-01-

0124; Datei «[…].xls» in den rückwirkenden Verbindungsdaten). Bereits um 

12:09 Uhr loggte sich die Täterschaft am 9. Januar 2013 im Online-Banking-Ac-

count ein (BA pag. B10-02-01-0124). Am 15. Januar 2013 um 08:21 Uhr wurde 

die Geschädigte OO. angerufen, wobei unbefugter Zugriff und betrügerische 

Transaktion wenige Minuten später erfolgten (BA pag. 15-10-0001; BA pag. B10-

02-01-0128; Datei «[…].xls» in den rückwirkenden Verbindungsdaten). Von der 

gleichen Rufnummer aus wurde am 16. Januar 2013 um 09:25 Uhr die Rufnum-

mer des Geschädigten BBB. («Fall 19») angewählt (Datei «[…].xls» in den rück-

wirkenden Verbindungsdaten). Auch wenn die betrügerische Transaktion von 

dessen E-Banking-Account erst am 23. Januar 2013 veranlasst wurde (BA 

pag. B10-02-01-0244), muss der «Phishing»-Angriff in den gleichen zeitlichen 

Zusammenhang gestellt werden. Auch der Geschädigte I. («Fall 20») wurde am 

16. Januar 2013 um 12:07 Uhr von der von der Täterschaft benutzten Rufnum-

mer aus angerufen (Datei «[…].xls» in den rückwirkenden Verbindungsdaten). 

Am 31. Januar 2013 um 17:12 Uhr wurde der Geschädigte sodann von der eben-

falls von der Täterschaft benutzten Rufnummer «Tel.nr. 3» angerufen (Datei 

«[…].xls» in den rückwirkenden Verbindungsdaten). An eben diesem Tag er-

folgte um 17:17 Uhr von dessen Konto eine unbefugte Überweisung (BA 

pag. B10-02-01-0258). Deshalb lässt sich die Urheberschaft für diesen 

«Phishing»-Angriff ebenfalls eindeutig der Tätergruppierung um die Beschuldigte 

zuschreiben. Damit stehen auch die Anklagesachverhalte «Fall 10», «Fall 19» 

und «Fall 20» in einem direkten zeitlichen Bezug zu den übrigen Fällen. 

 c) Darüber hinaus hat die Vorinstanz in korrekter Weise eine Vielzahl von In-

dizien angeführt, welche den Schluss bekräftigen, dass mit den «Phishing»-An-

griffen vom 15. Januar 2016 und vom 16. Januar 2016 eine eigentliche Delikts-

serie vorliegt. Dazu zählt vorab der Umstand, dass die von der Täterschaft be-

nutzten Mobiltelefone während allen «Phishing»-Anrufen mit der gleichen Mobil-

funkantenne verbunden waren (BA pag. 10-02-0172 f.). Daraus ist ohne Weite-

res zu folgern, dass die Delikte am gleichen Ort begangen wurden. Sodann ist 

auf die Verwendung von identischem Computergeräten bei der Verschaffung des 

unautorisierten Zugangs zu den verschiedenen Onlinebanking-Accounts hinzu-

weisen. Lediglich in zwei der zu beurteilenden Fälle (Anklagesachverhalte 

«Fall 10» und «Fall 13») wiesen die Geräte eine Konfiguration auf, die mit derje-

nigen von anderen «Phishing»-Angriffen nicht übereingestimmt hat. Bei einem 

«Phishing»-Angriff (Anklagesachverhalt «Fall 19») waren die benutzten Compu-

ter nach deren Konfiguration die gleichen, wie sie bei zwei rund einen Monat 

- 37 - 

später durchgeführten «Phishing»-Angriffen (Anklagesachverhalte «Fall 21» 

vom 12. Februar 2013 und «Fall 24» vom 13. Februar 2013) festgestellt wurden. 

Überwiegend wurden die hier zu betrachtenden Delikte jedoch unter Verwen-

dung der gleichen Geräte begangen. Eine identische Gerätekonfiguration wurde 

bei sechs «Phishing»-Angriffen registriert (Anklagesachverhalte «Fall 11», 

«Fall 12», «Fall 15», «Fall 16», «Fall 17» und «Fall 20» [BA pag. 10-02-0130]). 

Zwei weiteren «Phishing»-Angriffen konnte eine weitere übereinstimmende Ge-

rätekonfiguration zugeordnet werden (Anklagesachverhalte «Fall 14» und 

«Fall 19» [BA pag. 10-02-0130]). Die am häufigsten verwendete Gerätekonfigu-

ration fiel bereits bei einer zeitlichen früheren Deliktsserie auf (Anklagesachver-

halte «Fälle 3-6» [BA pag. 10-02-0130]; vgl. dazu die vorstehende Erwägung 

II./A.1.5.2.1). Überdies wurde bei der technischen Auswertung der «Phishing»-

Angriffe anhand der erhobenen IP-Adresse festgestellt, dass mehrere Zugriffe 

auf das Online-Banking-Portal der betroffenen Bank vom gleichen Anschluss er-

folgt sind. Bei den «Phishing»-Angriffen vom 16. Januar 2013 um 09:58 Uhr (An-

klagesachverhalt «Fall 11») und vom 16. Januar 2013 um 10:17 Uhr (Anklage-

sachverhalt «Fall 12») wurde ebenso der gleiche Nutzer identifiziert wie bei den 

gleichentags um 15:08 Uhr (Anklagesachverhalt «Fall 16») und um 17:09 Uhr 

(Anklagesachverhalt «Fall 18») durchgeführten «Phishing»-Angriffen (BA 

pag. 10-02-0129; insofern unzutreffend die vorinstanzliche Erkenntnis, wonach 

die IP-Adresse auch beim «Phishing»-Angriff vom 16. Januar 2013 um 15:35 Uhr 

identisch gewesen sei). Angesichts der eher kurzen zeitlichen Abstände zwi-

schen diesen «Phishing»-Angriffen müssen diese innerhalb der gleichen Inter-

netsession und damit von der gleichen Täterschaft begangen worden sein. Es 

kann als ausgeschlossen gelten, dass innerhalb von solchen Zeiträumen die glei-

che IP-Adresse bereits an einen anderen Internetnutzer vergeben wurde, der 

dann seinerseits auf das Online-Banking-System der Bank B. zugegriffen hat. 

 d) Im Lichte des vorstehend Ausgeführten steht fest, dass die «Phishing»-An-

griffe in den Anklagesachverhalten «Fälle 10-20»