# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eef0937c-3406-5d6e-a4c4-922e98e0d9f2
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 19.10.2020 B 2020/78
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2020-78_2020-10-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2020/78

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 26.11.2020

Entscheiddatum: 19.10.2020

Entscheid Verwaltungsgericht, 19.10.2020
Förderungsbeitrag nach Energiegesetz, Art. 16 Abs. 2 Ziff. 1 EnG. Die der 
Abweisung des Förderungsgesuchs der Beschwerdeführerin 
zugrundeliegende Auslegung und Anwendung der anspruchsbegründenden 
Normen, insbesondere der Begriffe "Bauteil", "Gebäudehülle" und "Dach" 
durch die Beschwerdegegnerin, ist sachlich nachvollziehbar und vertretbar 
(Verwaltungsgericht, B 2020/78).

Entscheid vom 19. Oktober 2020

Besetzung

Abteilungspräsident Zürn; Verwaltungsrichterin Zindel, Verwaltungsrichter Steiner; 

Gerichtsschreiber Scherrer

Verfahrensbeteiligte

X.__ AG,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Bürki, Bürki Bolt Rechtsanwälte, 

Auerstrasse 2, Postfach 91, 9435 Heerbrugg,

gegen

Baudepartement des Kantons St. Gallen, Lämmlisbrunnenstrasse 54, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

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und

Energieagentur St. Gallen GmbH, Vadianstrasse 6, 9000 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Kantonales Energieförderungsprogramm (Ablehnung Beitragsgesuch)

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

Die X.__ AG beantragte am 13. August 2018 bei der Energieagentur St. Gallen GmbH 

einen Förderungsbeitrag für die Sanierung eines Dachabschnitts ihres Sitzgebäudes an 

der A.__-strasse 00 in Y.__ mittels Wärmedämmung (act. 10/1; das Fördergesuch 

selbst ist in den Akten nicht vorhanden). Das Gebäude verfügt über ein Sheddach. 

Dessen einzelne Abschnitte bestehen je aus einem verglasten kurzen und einem im 

rechten Winkel dazu verlaufenden, als Holzfachwerk konstruierten langen Schenkel. 

Die Binderkonstruktion trägt das Dach und läuft in einem spitzen Winkel am oberen 

Ende des Schenkels zusammen. Am unteren Ende beträgt der Abstand zwischen Dach 

und unterer Ebene der Fachwerkkonstruktion rund 1,2 Meter. Die Wärmedämmung 

wurde an der unteren Ebene des Fachwerks angebracht. Der darüber liegende nicht 

beheizte und sich nach oben verengende Luftraum zum Dach dient der Hinterlüftung; 

er ist weder begehbar noch benutzbar (vgl. act. 6 III. E. 2). Die X.__ AG hatte bereits 

zuvor einzelne Dachabschnitte derselben Liegenschaft in der beschriebenen Art 

gedämmt und dafür jeweils Förderungsbeiträge erhalten.

Mit Verfügung vom 13. November 2018 lehnte die Energieagentur St. Gallen GmbH 

den Anspruch auf Förderungsbeiträge ab. Es handle sich bei der gedämmten Fläche 

um einen "Bauteil gegen unbeheizt". Die Massnahme sei deshalb nicht förderberechtigt 

(act. 10/1).

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Das Baudepartement wies den gegen diese Verfügung erhobenen Rekurs mit 

Entscheid vom 22. April 2020 ab. Zur Begründung führt es im Wesentlichen aus, das 

vormals geltende "Harmonisierte Fördermodell der Kantone 2009" habe im 

Zusammenhang mit der "Sanierung von Einzelbauteilen der Gebäudehülle zur 

Verbesserung der Wärmedämmung" explizit auch noch die "Decke gegen unbeheizt" 

als förderungsberechtigt vorgesehen. Das Fördermodell sei indes 2015 angepasst 

worden. Wärmedämmungen von Estrichboden und Keller seien nunmehr ausdrücklich 

nicht mehr Teil des Modells. Weil auf die einzelnen Sanierungsetappen 

unterschiedliche Fördermodelle zur Anwendung kämen, könne aus früheren 

Förderzusagen kein Anspruch auf einen Beitrag abgeleitet werden. Bei der Prüfung von 

Fördergesuchen könne keine bautechnische Beurteilung im Einzelfall vorgenommen 

werden. Vielmehr müsse – auch zur Gewährleistung der Rechtsgleichheit – auf klare 

allgemeine Kriterien abgestellt werden. Dagegen, dass der Begriff "Dach" im neuen 

Förderungsmodell nun als "Aussenhülle" interpretiert werde und auf die Dicke einer 

allenfalls zwischen Dach und Dämmung liegenden Luftschicht abgestellt werde, sei 

nichts einzuwenden. Wie bei der Dämmung des Bodens eines belüfteten Estrichs 

komme dem Dach als Gebäudehülle nur mehr die Funktion eines Witterungsschutzes 

zu. Die Förderung ziele aber auf die Dämmung der Aussenhülle selbst. Die Festsetzung 

einer klaren ziffernmässigen Grenze diene dazu, zwischen dem eindeutigen Fall des 

Estrichbodens und dem Fall, da eine vernachlässigbare Luftschicht zwischen 

Dämmung und Aussenhülle liege, zu unterscheiden. Die Auslegung, die Grenze bei 300 

Millimetern zu ziehen, scheine nachvollziehbar, zumal die Wärmeleitfähigkeit ab dieser 

Dicke markant erhöht und die Dämmwirkung damit entsprechend heruntergesetzt sei.

B.

Die X.__ AG (Beschwerdeführerin) erhob gegen den Entscheid des Baudepartements 

(Vorinstanz) vom 22. April 2020 mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 6. Mai 2020 

und Ergänzung vom 4. Juni 2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den 

Anträgen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid 

aufzuheben und das Fördergesuch der Beschwerdeführerin sei zu bewilligen, eventuell 

sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 16. Juni 2020, die 

Beschwerdegegnerin mit Vernehmlassung vom 10. Juli 2020 die Abweisung der 

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Beschwerde. Die Beschwerdeführerin äusserte sich dazu am 28. August 2020 und hielt 

an ihren Anträgen fest.

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie 

die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.

Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59  Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführerin, 

die mit ihren Begehren im Rekursverfahren unterlag, ist zur Erhebung der Beschwerde 

befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerde gegen den 

Rekursentscheid vom 22. April 2020 wurde mit Eingabe vom 6. Mai 2020 rechtzeitig 

erhoben und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 4. Juni 2020 formal und 

inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (vgl. Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 

und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

Unbestritten ist die formelle Rechtmässigkeit der Abweisung des Fördergesuchs der 

Beschwerdeführerin durch die Energieagentur St. Gallen GmbH: An der Energieagentur 

sind einerseits der Kanton St. Gallen und die St. Galler Gemeinden und anderseits die 

SAK AG – ihrerseits vollständig im Besitz der Kantone St. Gallen sowie Appenzell 

Ausser- und Innerrhoden – beteiligt. Sie setzt sich für die Förderung der 

Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energieträger im Sinn der Vision und 

Ziele der Energiepolitik des Kantons St. Gallen und der Gemeinden des Kantons St. 

Gallen ein. Sie berät in allgemeinen Energiefragen und setzt im Auftrag der 

Gesellschafter Förderungsprogramme unter anderem mittels Prüfung von Gesuchen 

um (vgl. Internetinformation aus dem kantonalen Handelsregister). Diesem 

privatrechtlichen Verwaltungsträger hat die Regierung gestützt auf Art. 17 des 

Energiegesetzes (sGS 741.1, EnG) den Vollzug der Vorschriften über die 

Förderungsbeiträge übertragen (vgl. dazu IV. Nachtrag zum Energiegesetz, Botschaft 

und Entwurf der Regierung vom 26. Juni 2011, in: ABl 2011 S. 1856 ff.; Art. 19 der 

Verordnung über Förderungsbeiträge nach dem Energiegesetz, sGS 741.12, EnFöV).

Umstritten ist, ob die Isolationsmassnahme der Beschwerdeführerin beitragsberechtigt 

ist. Die Beteiligten gehen stillschweigend davon aus, es bestehe ein Rechtsanspruch 

auf die umstrittene Finanzhilfe. Ein Anspruch auf einen Beitrag ist nach der 

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Rechtsprechung anzunehmen, wenn das einschlägige Recht die Bedingungen 

umschreibt, unter denen ein Beitrag zu gewähren ist, ohne dass es im Ermessen der 

rechtsanwendenden Behörde läge, ob sie einen Beitrag gewähren will oder nicht (vgl. 

BGer 2C_735/2014 vom 7. August 2015 E. 1.2.2 mit Hinweis unter anderem auf BGE 

117 Ib 225 E. 2a). Ein Rechtsanspruch auf eine Finanzhilfe kann unter Umständen 

selbst dann bestehen, wenn diese gemäss der einschlägigen Gesetzgebung lediglich 

im Rahmen der bewilligten Kredite gewährt wird (vgl. BGer 2A.453/1996 vom 

18. August 1997 E. 1b, in: ZBl 100/1999 S. 166 ff.). Doch ist eine solche Formulierung 

ein gewichtiges Indiz gegen einen Rechtsanspruch, weil in diesem Fall die 

Subventionsgewährung unter dem Vorbehalt der Budgethoheit des Parlaments steht 

(vgl. BGer 2C_735/2014 vom 7. August 2015 E. 1.2.2). Das "Harmonisierte 

Fördermodell der Kantone 2009" empfahl, keinen Rechtsanspruch auf Förderbeiträge 

einzuräumen (vgl. Ziffer 6 HFM 2009), das Modell 2015 enthält diesbezüglich keine 

Empfehlung mehr. Art. 16 Abs. 2 EnG ist – im Gegensatz zu Art. 16 Abs. 1 EnG – nicht 

als "Kann"-Bestimmung formuliert. Die Bestimmung legt fest, dass der Kanton im 

Rahmen von Förderungsprogrammen Beiträge von insgesamt 5,4 Millionen Franken 

leistet. Der Betrag wurde damit nicht vom Parlament in Ausübung seiner Budgethoheit, 

sondern vom Gesetzgeber festgelegt. Gleichzeitig hat der Gesetzgeber aber das 

Parlament beauftragt, ein für mehrere Jahre geltendes Beitragsvolumen festzulegen, 

das "im Durchschnitt wenigstens 5,4 Millionen Franken je Jahr beträgt" (Art. 16 

Abs. 2  EnG). Die Voraussetzungen für die Gewährung der Finanzhilfe sind in den 

Weisungen der Regierung und mit dem zu deren Auslegung beizuziehenden 

"Harmonisierten Fördermodell der Kantone" weitgehend konkretisiert. Anhaltspunkte 

dafür, dass Beiträge mit der Begründung, die Budgetposition sei ausgeschöpft, 

abgewiesen wurden, sind nicht ersichtlich. Damit überwiegen die Hinweise darauf, 

dass der Gesetzgeber einen Rechtsanspruch auf den umstrittenen Förderbeitrag 

statuieren wollte. Die Frage kann allerdings offenbleiben, da – wie darzulegen ist – die 

Beschwerde selbst dann abzuweisen ist, wenn ein Rechtanspruch auf den 

Förderungsbeitrag besteht.

Die Beschwerdeführerin anerkennt, dass ihre Massnahme die von der Energieagentur 

St. Gallen GmbH gesetzten Kriterien für die Beitragsberechtigung nicht erfüllt. Sie 

macht allerdings geltend, das herangezogene Kriterium sei absolut ungeeignet, um die 

Sinnhaftigkeit der Sanierungsmassnahme im Grundsatz zu bewerten.

3.

Das Energiegesetz des Kantons St. Gallen bezweckt gemäss dessen Art. 1 Abs. 1 

Ingress lit. a die Umsetzung einer nachhaltigen Energiepolitik durch Förderung einer 

ausreichenden, wirtschaftlichen, umweltschonenden und sicheren Energieversorgung. 

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Dafür leistet der Kanton im Rahmen von Förderungsprogrammen Beiträge an 

Massnahmen unter anderem zu sparsamer und rationeller Energienutzung, 

insbesondere zur Steigerung der Energieeffizienz (Art. 16 Abs. 2 Ingress Ziff. 1 EnG). 

Die Regierung regelt die Voraussetzungen für Ausrichtung und Rückforderung von 

Beiträgen durch Verordnung (Art. 16 Abs. 3 EnG).

Die Regierung ist dieser Verpflichtung mit dem Erlass der Verordnung über 

Förderungsbeiträge nach dem Energiegesetz (sGS 741.12, EnFöV) nachgekommen. 

Förderungsbeiträge für Massnahmen an Bauten und Anlagen können gemäss Art. 4 

Abs. 1 EnFöV im Rahmen von Förderungsprogrammen gewährt werden. Im 

Förderungsprogramm werden insbesondere die Förderungsmassnahmen und die 

besonderen Voraussetzungen für die Gewährung von Förderungsbeiträgen geregelt 

(Art. 2 Abs. 2 Ingress lit. a und b EnFöV).

Die Regierung erliess am 15. Dezember 2014 das "Förderungsprogramm Energie 2015 

bis 2020" mit Vollzugsbeginn am 1. Januar 2015. Für die Auslegung wurde auf das 

jeweils aktuelle "Harmonisierte Fördermodell der Kantone" (HFM) verwiesen (ABl 2014 

S. 3555 ff.). Mit dem III. Nachtrag vom 15. November 2016 wurde die 

"Wärmedämmung mit Einzelmassnahme" – M21, in Vollzug ab 1. Januar 2017 – ins 

Programm aufgenommen (ABl 2016 S. 3449 ff., S. 3450 f. und S. 3466). Danach wird 

die Wärmedämmung der Bauteile Fassade, Dach, Wand sowie Boden gegen Erdreich 

gefördert (Ziffer 1). Der gedämmte Bauteil muss nach der Umsetzung der Massnahme 

einen Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) von höchstens 0,20 W/m K aufweisen und 

der U-Wert muss nach Umsetzung der Massnahme wenigstens 0,07 W/m K tiefer sein 

(Ziffern 5 und 6). Die U-Werte werden an Bauteilquerschnitten im gedämmten Zustand 

des Bauteils nach der Norm SN EN ISO 6946 (siehe zum Beispiel SIA-Norm 180) 

berechnet (Ziffer 7). An diesen Vorgaben hat sich mit dem IV. Nachtrag vom 

15. November 2018 – in Vollzug ab 1. Dezember 2018 – nichts geändert (ABl 2019 

S. 4235 ff., S. 4251 f.).

Das "Harmonisierte Fördermodell der Kantone 2009" (revidierte Fassung vom August 

2012) unterschied bei den Sanierungen von Einzelbauteilen der Gebäudehülle zwischen 

Fenster, Wand und Boden gegen aussen und Dach sowie Wand, Boden und Decke 

gegen unbeheizt (Ziff. 8.4 HFM 2009). Demgegenüber umfasst das "Harmonisierte 

Fördermodell der Kantone 2015" (revidierte Fassung vom September 2016) bei den 

Einzelmassnahmen an der Gebäudehülle ausschliesslich noch die Wärmedämmung 

von Fassaden, Dächern sowie Wänden und Böden gegen Erdreich. Der reine 

Fensterersatz sowie die Wärmedämmung von Estrichboden und Kellerdecke sind nicht 

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mehr Teil des Förderprogramms. Im Zusammenhang mit der Auswahl der Massnahmen 

wird ausgeführt, um weiterhin einen wirksamen Beitrag an die energie- und 

klimapolitischen Ziele zu leisten, müsse die finanzielle Förderung stark fokussiert 

werden. Das neue Fördermodell sei ein erster Schritt von einer möglichst breiten 

finanziellen Förderung in Richtung einer konzentrierten Förderung (Ziff. 1.3 HFM 2015). 

Das Modell soll einfach im Vollzug sein (Ziff. 5.1 HFM 2009).

Die Rechtsmittelbehörde hat einen (eigenständigen) Beurteilungsspielraum der 

Verwaltungsbehörden anzuerkennen, wenn es bei der Auslegung offener Normen um 

technische, wissenschaftliche oder andere Spezialfragen geht, welche diese aufgrund 

ihrer örtlichen, sachlichen oder persönlichen Nähe zum Streitgegenstand 

sachgerechter zu beurteilen vermögen. Dieser Spielraum wird nicht nur überschritten, 

wenn ein Entscheid sachlich nicht mehr vertretbar und damit willkürlich ist, sondern 

namentlich auch dann, wenn die Verwaltungsbehörde sich von unsachlichen, dem 

Zweck der Reglung fremden Erwägungen leiten lässt oder die Grundsätze der 

Rechtsgleichheit und Verhältnismässigkeit verletzt oder das übergeordnete 

Gesetzesrecht missachtet (vgl. BGE 145 I 52 E. 3.6; BGer 1C_138/2019 vom 

25. August 2020 E. 5.3).

4.

Die Beschwerdeführerin anerkennt, dass seit 1. Januar 2017 im Rahmen von 

Einzelmassnahmen nur noch Wärmedämmungen des "Daches", nicht aber 

Wärmedämmungen einer "Decke gegen unbeheizt" – wie sie noch den Beurteilungen 

der Gesuche der früheren Sanierungsetappen zugrunde lagen – beitragsberechtigt 

sind. In tatsächlicher Hinsicht sind sich die Verfahrensbeteiligten einig, dass der Raum 

zwischen der Dämmung und der Aussenhülle des Daches nicht nutzbar ist. Er ergibt 

sich – was den Plänen ohne Weiteres zu entnehmen ist – aus der Dachkonstruktion. 

Streitig ist, ob es sich bei der von der Beschwerdeführerin getroffenen Massnahme 

(noch) um eine Wärmedämmung des Daches als Bauteil im Sinn des kantonalen 

Förderungsprogramms und des "Harmonisierten Fördermodells der Kantone 2015" 

handelt.

Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass lediglich Flächen, die direkt gegen 

aussen gedämmt werden, förderberechtigt sind. Gedämmt werde der untere Teil des 

Fachwerkes. Dieser grenze nicht gegen aussen, sondern gegen einen – unbeheizten – 

Luftraum. Die SIA-Norm 279 (Baustoffkennwerte, 2018) mache Angaben für Luftströme 

bis dreissig Zentimeter. Grössere Lufträume sehe die Praxis deshalb nicht als "ein 

Bauteil" an, sondern als unbeheizten Luftraum (act. 10/6-3). Die Vorinstanz hält fest, ab 

einer Dicke von dreissig Zentimetern steige die Wärmeleitfähigkeit von Luftschichten 

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markant an. Der von der Beschwerdeführerin angeführte b-Wert weise einen 

Wärmeverlust von 99 Prozent aus und bestätige, dass die Temperatur im Luftraum 

kaum über der Aussentemperatur liege. Deshalb dürfe von einer Dämmung gegen 

unbeheizt ausgegangen werden. Die Praxis stütze sich auf allgemeine technische 

Werte und sei damit sowohl nachvollziehbar als auch energietechnisch begründet und 

nicht willkürlich (act. 9).

Welche Elemente einer Dachkonstruktion noch zum Dach als Bauteil im Sinn der 

Massnahme M21 gehören, legt weder das kantonale Förderungsprogramm noch das 

"Harmonisierte Fördermodell der Kantone" konkret fest. Bei der Beschreibung der 

Massnahmenauswahl zur Wärmedämmung stellt das "Harmonisierte Fördermodell der 

Kantone 2015" die Einzelmassnahmen an den Bauteilen Fassaden, Dächer, Wände und 

Böden unter den Oberbegriff der "Gebäudehülle" (Ziff. 13 HFM 2015). Ein Dach kann 

funktionsbedingt über eine Luftschicht verfügen. Bei einem solchen, zweischalig 

aufgebauten Dach führt die zwischen der Dachhaut und der Dämmung liegende 

Belüftung die durch die Decke aus dem Gebäude diffundierende Feuchtigkeit ab (vgl. 

de.wikipedia.org/wiki/Kaltdach). Indem vorliegend die Dämmung an der unteren Ebene 

des das Dach tragenden Fachwerkes angebracht wurde, entstand nicht eine 

funktionsbedingte Luftschicht im Aufbau der Aussenhülle, sondern ein 

konstruktionsbedingter Luftraum. Dass die Beschwerdegegnerin deshalb die 

Wärmedämmung an der unteren Seite des Holzfachwerkes, welches das Dach trägt, 

nicht mehr zum Bauteil "Dach" und damit zur Gebäudehülle rechnete, ist 

nachvollziehbar.

Dieses Ergebnis steht im Übrigen auch im Einklang mit dem Zweck des kantonalen 

Förderungsprogramms. Mit dem Wegfall der Förderung von Wärmedämmungen gegen 

unbeheizte Räume im "Harmonisierten Fördermodell der Kantone 2015" sollten 

weniger effiziente Einzelmassnahmen nicht mehr mit Finanzhilfen unterstützt werden. 

Die Beschränkung der Förderung von wärmedämmenden Massnahmen auf die 

Aussenhülle bestehender Gebäude – und damit der Wegfall der Unterstützung von 

Massnahmen gegen unbeheizte Räume innerhalb eines Gebäudes – trägt dem Ziel 

Rechnung, möglichst wirksame Massnahmen mit öffentlichen Mitteln zu unterstützen. 

Die Beschwerdegegnerin geht deshalb in nachvollziehbarer Weise davon aus, dass nur 

noch energietechnisch effiziente Wärmedämmungen an der Aussenhülle finanziell 

gefördert werden sollen. Unbestritten ist zwischen den Verfahrensbeteiligten, dass die 

Dämmwirkung einer Luftschicht mit deren Mächtigkeit abnimmt. Dies gilt sowohl für 

ruhende als auch – in erhöhtem Mass – für Luftschichten, welche der Belüftung dienen. 

Ruhende Luftschichten gelten als wärmedämmend, schwach belüftete Luftschichten 

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als geringfügig und stark belüftete Luftschichten als nicht wärmedämmend. Dass die 

Dämmwirkung bei Luftschichten mit einer Mächtigkeit von mehr als dreissig 

Zentimetern markant abnimmt, lässt sich jedenfalls den vorliegenden Akten nicht direkt 

entnehmen. Aus dem Umstand, dass das Register mit den Baustoffkennwerten zur 

SIA-Norm 297 Wärmedämmende Baustoffe Luftschichten nur bis dreissig Zentimeter 

aufführt, kann immerhin geschlossen werden, dass mächtigeren Schichten – zumindest 

üblicherweise – keine wärmedämmende Funktion mehr zukommt. Die 

Dachkonstruktion beim Gebäude der Beschwerdeführerin führt zu einer "Hinterlüftung" 

mit einer "Luftschicht" von mehr als einem Meter an der breitesten Stelle. Die 

Feststellung in der vorinstanzlichen Vernehmlassung, die Luft in dem durch das das 

Dach tragende Holzfachwerk bestimmten Raum habe nahezu Aussentemperatur, blieb 

unwidersprochen. Sie ist im Übrigen angesichts der Dimension des Raumes und dem 

unbestrittenen Umstand, dass es sich nicht um eine ruhende, sondern mit der 

Aussenluft zirkulierende Luftmasse handelt, ohne Weiteres nachvollziehbar. Auch aus 

diesem Grund ist nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin die Wärmedämmung 

an der Unterseite des Fachwerks als Isolation "gegen unbeheizt" beurteilt hat.

5.

Die der Abweisung des Förderungsgesuchs der Beschwerdeführerin zugrundeliegende 

Auslegung und Anwendung der anspruchsbegründenden Normen, insbesondere der 

Begriffe "Bauteil", "Gebäudehülle" und "Dach" durch die Beschwerdegegnerin, ist 

sachlich nachvollziehbar und vertretbar. Die Vorinstanz hat den Rekurs deshalb zurecht 

abgewiesen und die Beschwerde erweist sich daher denn auch als unbegründet. Sie ist 

abzuweisen.

6.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die amtlichen Kosten von der 

Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von 

CHF 3'000 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 

941.12). Sie ist mit dem von der Beschwerdeführerin in der gleichen Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss zu verrechnen. Ausseramtliche Kosten sind für das 

Beschwerdeverfahren nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und Art. 98  VRP).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

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2.

Die Beschwerdeführerin bezahlt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von 

CHF 3'000 unter Verrechnung mit dem von ihr in der gleichen Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss.

3.

Ausseramtliche Kosten werden für das Beschwerdeverfahren nicht entschädigt.

 

 

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