# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 656387f5-70bb-5aeb-94d4-80bf3a55eaa7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.03.2021 IV 2019/166
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-166_2021-03-18.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/166

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 24.08.2021

Entscheiddatum: 18.03.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 18.03.2021
Art. 28 Abs. 1 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines 
polydisziplinären Gutachtens. Rentenanspruch bis zum Beginn der 
medizinischen Eingliederung (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 18. März 2021, IV 2019/166).

Entscheid vom 18. März 2021

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2019/166

Parteien

A.___

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Max Imfeld, Grand & Nisple Rechtsanwälte, 

Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Januar 2014 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er machte keine Angaben zu einer allfälligen 

Berufsausbildung und hielt fest, er habe bis zu einem Unfall im Mai 2013 als B.___-

monteur gearbeitet. Der Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie Dr. 

med. C.___ berichtete im Februar 2014 (IV-act. 16), der Versicherte leide an einer 

posttraumatischen SLAP-Läsion der rechten Schulter und an einer Epicondylitis humeri 

lateralis beider Ellbogen. Die Belastbarkeit der Schulter- und Ellbogengelenke sei 

beidseits stark reduziert. Arbeiten in und über der Horizontalen seien nur unter 

Schmerzen möglich. Das Heben von schweren Gewichten sei nicht mehr möglich. Eine 

angepasste Tätigkeit mit Arbeiten unterhalb der Schulterebene und Gewichten bis 

maximal fünf Kilogramm sei uneingeschränkt zumutbar. Der Versicherte könne sich 

momentan nicht zu einer operativen Intervention an der Schulter entschliessen. 

Aufgrund der Schmerzchronifizierung und des Arbeitsplatzverlustes sei die Prognose 

ungünstig. Eine schwere depressive Verstimmung erschwere die Rehabilitation und die 

Wiedereingliederung zusätzlich. Im Oktober 2014 wies Dr. C.___ auf ein 

zwischenzeitlich hinzugetretenes Rückenleiden cervical und lumbal hin, das schon seit 

Jahren – mit undulierendem Verlauf – bestehe, sich in den letzten Monaten aber stark 

verschlechtert habe (IV-act. 54). Im April 2015 berichtete Dr. med. D.___ (IV-act. 73), 

der Versicherte leide an einer schweren Spondylose, an Nackenschmerzen, an einer 

posttraumatischen SLAP-Läsion der rechten Schulter, an unklaren Knieschmerzen, 

(verdachtsweise) an einer mittelschweren depressiven Störung wegen fehlender Arbeit 

sowie (verdachtsweise) an einer generalisierten Angststörung, bei der es sich 

differentialdiagnostisch auch um eine posttraumatische Belastungsstörung nach einer 

„Fastbruchlandung“ eines Flugzeugs handeln könnte. Im Auftrag der IV-Stelle 

A.a. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erstattete die Swiss Medical Assessment- and Business-Center (SMAB) AG am 30. 

Oktober 2015 ein bidisziplinäres orthopädisches und psychiatrisches Gutachten (IV-

act. 94). Die Sachverständigen hielten fest, der Versicherte leide an einer mittel- bis 

schwergradigen depressiven Episode mit einem somatischen Syndrom, an einer 

mittelgradigen Funktionseinschränkung des rechten Schultergelenks bei einer operativ 

nicht versorgten SLAP-Läsion Grad II, an einer chronischen Gonalgie beidseits, links 

mehr als rechts, sowie – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einem 

lumbovertebralen Schmerzsyndrom mit einer demonstrierten Funktionseinschränkung 

ohne Zeichen einer radiculären Defizitsymptomatik, an einem chronischen cervicalen 

Schmerzsyndrom bei Myalgien und deutlich demonstrierten Funktionseinschränkungen 

ohne Zeichen einer radiculären Defizitsymptomatik, an einer chronischen Epicondylitis 

humeri radialis beidseits, an einem iatrogenen Benzodiazepin-Abhängigkeitssyndrom 

und an einer Adipositas. Aus orthopädischer Sicht sei die zuletzt ausgeübte Tätigkeit 

als B.___-monteur nicht mehr zumutbar. Für leidensadaptierte Tätigkeiten bestünden 

aus orthopädischer Sicht keine Einschränkungen. Die depressive Störung habe aus 

psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 50–60 Prozent zur Folge. In 

therapeutischer Hinsicht sei eine Intensivierung der antidepressiven Pharmakotherapie 

zu empfehlen, da die aktuelle Medikation angesichts der Schwere der Symptomatik 

nicht suffizient sei. Auch eine stationäre Behandlung sollte evaluiert werden. Unter 

einer leitliniengerechten Psycho- und Psychopharmakotherapie sollte sich die 

Arbeitsfähigkeit innert maximal eines Jahres deutlich verbessern. Auf eine Rückfrage 

des IV-internen regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) hin hielten die Sachverständigen 

der SMAB AG am 18. Dezember 2015 fest, es könne durchaus mit einer vollständigen 

Remission der depressiven Störung unter einer konsequenten Behandlung und folglich 

mit der Wiedererlangung einer aus psychiatrischer Sicht uneingeschränkten 

Arbeitsfähigkeit gerechnet werden (IV-act. 97). Der RAD-Arzt Dr. med. E.___ notierte 

am 22. August 2016 (IV-act. 113), der behandelnde Psychiater Dr. D.___ habe ihm 

gegenüber telefonisch erklärt, dass der Versicherte aufgrund seiner 

Persönlichkeitsstruktur „und teilweise im Rahmen der Erkrankung respektive der 

Unfallfolgen“ weitergehenden Therapieoptionen gegenüber sehr zurückhaltend 

beziehungsweise „richtiggehend verschlossen“ sei. Er besitze zu wenig Ressourcen, 

um von weitergehenden Therapien zu profitieren, weshalb auch eine vor Monaten 

geplante teilstationäre Therapie wieder habe storniert werden müssen. In absehbarer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zeit werde sich an der Situation des Versicherten wohl nichts Wesentliches ändern. 

Diese Ausführungen des behandelnden Psychiaters seien aus medizinischer Sicht 

nachvollziehbar, weshalb vorgeschlagen werde, auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung im 

Gutachten der SMAB AG abzustellen. Ein Mitarbeiter des Rechtsdienstes hielt in einer 

Stellungnahme vom 4. Oktober 2016 fest, aus „juristisch-psychiatrischer Sicht“ sei von 

einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 115).

Mit einem Vorbescheid vom 7. Oktober 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten 

mit, dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens mangels eines 

rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 118). Dagegen liess der 

Versicherte am 4. November 2016 einwenden (IV-act. 119 und 122), das Gutachten der 

SMAB AG belege, dass er nur zu 45 Prozent arbeitsfähig sei. Der RAD-Arzt Dr. E.___ 

habe nach einer Rücksprache mit dem behandelnden Psychiater eine Intensivierung 

der Therapie als nicht möglich qualifiziert. Die Annahme einer uneingeschränkten 

Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten habe keine medizinische Grundlage. 

Die IV-Stelle forderte den behandelnden Psychiater Dr. D.___ in der Folge auf, einen 

aktuellen Arztbericht einzureichen. Im März 2017 gab dieser allerdings telefonisch an, 

dass er seine Praxis aufgrund einer schweren Krankheit habe schliessen müssen (IV-

act. 125). Der Versicherte teilte der IV-Stelle in der Folge mit, dass er sich neu bei Dr. 

med. F.___ in Behandlung befinde; bislang sei aber nur ein Erstgespräch erfolgt (IV-act. 

126). Im Juni 2017 wies der Sohn von Dr. D.___ – Dr. med. Dr. scient. med. D.___ – die 

IV-Stelle darauf hin, dass er die Praxis seines erkrankten Vaters übernommen habe; der 

Versicherte befinde sich nun bei ihm in Behandlung (IV-act. 128). Ende Juni 2017 ging 

der IV-Stelle ein Bericht von Dr. F.___ zu, in dem eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 

wegen einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig mittelgradigen 

Episode und einem somatischen Syndrom attestiert worden war (IV-act. 130). Am 28. 

Juni 2017 berichtete Dr. Dr. D.___ (IV-act. 131), der Versicherte leide an einer 

rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig mittelgradigen Episode, an 

einer medialen Meniscusläsion links, an einer schweren Spondylose und 

Spondylarthrose, an einer posttraumatischen SLAP-Läsion Grad II sowie an einer 

Epicondylitis humeri lateralis beidseits. Er, Dr. Dr. D.___, behandle den Versicherten 

hausärztlich; die psychiatrische Behandlung erfolge durch Dr. F.___. Wegen der 

Chronizität der Beschwerden sei die Prognose der psychischen Symptome ungünstig. 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Die Prognose bezüglich der somatischen Beschwerden dürfte wegen der Fixierung auf 

die Symptome ebenfalls ungünstig sein. Eventuell wäre eine Operation der rechten 

Schulter, des Rückens und beider Knie angezeigt, aber der Versicherte lehne alle 

Operationen ab. Im August 2017 wies Dr. F.___ den Versicherten für eine stationäre 

Behandlung der Klinik G.___ zu (IV-act. 137–3 f.). Die Klinik G.___ hielt in ihrem 

Austrittsbericht vom 27. Dezember 2017 betreffend die stationäre Behandlung des 

Versicherten in der Zeit vom 2. November 2017 bis zum 6. Dezember 2017 fest (IV-act. 

145), der Versicherte leide an einer schweren depressiven Episode ohne psychotische 

Symptome, an einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 

Faktoren, an einer benignen essentiellen Hypertonie, an einem Diabetes mellitus Typ II 

sowie an einem Status nach einem Unfall. Für die Zeit bis zum 17. Dezember 2017 sei 

eine vollständige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. Mittelfristig sei mit einer reduzierten 

Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Im Verlauf der stationären Behandlung sei ein 

unterwürfiges, passives und konfliktvermeidendes Verhalten aufgefallen, was auf eine 

selbstunsichere Persönlichkeitsakzentuierung hingewiesen habe. Das multimodale 

Therapieprogramm habe schnell zu einer Stabilisierung und Verbesserung des 

Zustandsbildes sowie zu einer Teilremission der depressiven Symptomatik geführt. 

Ende März 2018 berichtete Dr. F.___ (IV-act. 148), der Versicherte sei weiterhin 

vollständig arbeitsunfähig. Er leide noch immer unter einer schwergradigen depressiven 

Episode.

Am 31. Juli 2018 beauftragte die IV-Stelle die SMAB AG mit einer 

Verlaufsbegutachtung des Versicherten (IV-act. 159). Das Verlaufsgutachten wurde am 

10. Oktober 2018 erstellt (IV-act. 162). Der orthopädische Sachverständige hielt fest, 

bei der körperlichen Untersuchung habe der Versicherte sehr inkonsistente 

Beschwerden und Funktionseinschränkungen demonstriert, die bei der 

entsprechenden Wiederholung respektive bei einer entsprechend geduldigen 

Untersuchung nicht zu objektivieren gewesen seien. Die Beweglichkeit sämtlicher 

Gelenke aller vier Extremitäten sei passiv uneingeschränkt erhalten gewesen. 

Grundsätzlich könnten die Untersuchungsbefunde und die Diagnosen des 

Vorgutachtens bestätigt werden, wobei allerdings festzuhalten sei, dass diese auch 

nicht gänzlich objektivierbar gewesen seien. Neu hinzugetreten sei ein 

Impingementsyndrom der linken Schulter. Gesamthaft sei dem Versicherten die 

A.c. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

angestammte Tätigkeit als B.___-monteur weiterhin nicht zumutbar; eine ideal 

leidensadaptierte Tätigkeit könne vom Versicherten dagegen ohne Einschränkung 

verrichtet werden. Der psychiatrische Sachverständige führte aus, in der aktuellen 

Untersuchung habe sich nur eine mässig ausgeprägte depressive Symptomatik 

gezeigt. Insbesondere habe nur eine leichte Antriebsminderung vorgelegen. Auch die 

Angstsymptomatik, auf die in den Berichten der behandelnden Ärzte aus unerfindlichen 

Gründen nicht eingegangen worden sei, sei nur mässig ausgeprägt gewesen. 

Insbesondere habe es an einem schwerwiegenden Vermeidungsverhalten mit einer 

relevanten Beeinträchtigung von wichtigen Alltagsangelegenheiten gefehlt. Die 

depressive Störung müsse sich seit der ersten Begutachtung deutlich gebessert 

haben. Diagnostisch handle es sich nur noch um eine gemischte Angst- und 

depressive Störung. Anhand der Ausführungen im Austrittsbericht der Klinik G.___ sei 

davon auszugehen, dass die Verbesserung während der stationären Behandlung 

eingetreten sei. Aus psychiatrischer Sicht sei dem Versicherten eine ganztägige 

Erwerbstätigkeit zumutbar. Allerdings bestehe aufgrund eines reduzierten Rendements 

eine Leistungsminderung von 20 Prozent. Die RAD-Ärztin Dr. med. H.___ qualifizierte 

das Verlaufsgutachten der SMAB AG als ausführlich, schlüssig und nachvollziehbar (IV-

act. 163). Ein Mitarbeiter des Rechtsdienstes notierte im Dezember 2018 (IV-act. 164), 

der Genesungsverlauf sei erst nach der stationären Behandlung in der Klinik G.___ 

abgeschlossen gewesen. Da ein Rentenanspruch nicht vor dem Abschluss der 

medizinischen Behandlung entstehen könne, habe der Versicherte keinen Anspruch auf 

eine befristete Rente für die vergangene Zeit.

Mit einem Vorbescheid vom 10. Januar 2019 teilte die IV-Stelle dem Versicherten 

mit, dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens mangels eines 

rentenbegründenden Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 167). Dagegen liess der 

Versicherte am 29. März 2019 einwenden (IV-act. 175), gemäss dem SMAB-Gutachten 

vom 30. Oktober 2015 habe spätestens seit November 2013 eine Arbeitsunfähigkeit 

von 55 Prozent für leidensadaptierte Tätigkeiten bestanden. In einer RAD-

Stellungnahme vom August 2016 sei festgehalten worden, dass weiterhin eine 

Arbeitsunfähigkeit von 50–60 Prozent bestehe. Das neue Gutachten der SMAB AG 

gehe erst für die Zeit ab dem Jahreswechsel 2017/2018 von einer Verbesserung aus. 

Folglich habe eine stabile Arbeitsunfähigkeit für die Zeit bis zur Erstellung des 

A.d. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

Verlaufsgutachtens im Oktober 2018 vorgelegen, die mindestens die Zusprache einer 

befristeten Rente rechtfertige. Für die nachfolgende Zeit sei der Invaliditätsgrad falsch 

berechnet worden. Bei richtiger Berechnung müsse ein Invaliditätsgrad von 53 Prozent 

resultieren. Mit einer Verfügung vom 27. Mai 2019 wies die IV-Stelle das 

Rentenbegehren ab (IV-act. 178).

Am 25. Juni 2019 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 27. Mai 2019 erheben (act. G 1). Sein Rechts­

vertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache 

einer Rente „rückwirkend ab November 2013, mindestens jedoch Oktober 2015“. Zur 

Begründung führte er aus, aus den Akten gehe hervor, dass der Beschwerdeführer 

zumindest in der Zeit von November 2012 bis und mit dem Jahreswechsel 2017/2018 

zu 55 Prozent arbeitsunfähig gewesen sei. Gemäss den aktuellen Berichten von Dr. 

F.___ sei nach wie vor – seit einem „massiven Rückschlag“ im August 2017 – von einer 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die vom psychiatrischen 

Sachverständigen der SMAB AG abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung sei 

aktenwidrig und überzeuge nicht. Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) 

habe den Invaliditätsgrad falsch berechnet.

B.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 5. August 2019 die teilweise Gutheissung 

der Beschwerde und die Zusprache einer Dreiviertelsrente für die Zeit von November 

2014 bis und mit März 2018 sowie einer Viertelsrente für die Zeit von April bis und mit 

Juni 2018 (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, das Verlaufsgutachten der SMAB 

AG sei in jeder Hinsicht überzeugend, weshalb auf es abzustellen sei. Rückblickend sei 

für leidensadaptierte Tätigkeiten ein Arbeitsfähigkeitsgrad von 45 Prozent ab November 

2014, von 70 Prozent ab Dezember 2017 und von 80 Prozent ab März 2018 

auszugehen. Das Valideneinkommen entspreche dem zuletzt (im Jahr 2013) erzielten 

Lohn und betrage folglich 78’000 Franken. Der Ausgangswert des zumutbarerweise 

erzielbaren Invalideneinkommens entspreche dem statistischen Zentralwert der 

Hilfsarbeiterlöhne, der sich im Jahr 2013 auf 65’654 Franken belaufen habe. Ein 

„Leidensabzug“ sei nicht zu berücksichtigen. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 45 

Prozent resultiere ein Invaliditätsgrad von 62 Prozent, bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad 

B.b. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Da dieses Beschwerdeverfahren die Überprüfung der angefochtenen Verfügung auf 

deren Rechtmässigkeit bezweckt, muss sein Gegenstand jenem des vorangegangenen 

Verwaltungsverfahrens entsprechen. Das Verwaltungsverfahren hat die Prüfung eines 

im Januar 2014 mit Hinweis auf einen im Mai 2013 erlittenen Unfall eingereichten 

Begehrens um eine Rente der Invalidenversicherung zum Inhalt gehabt. Das 

Versicherungsgericht hat folglich in diesem Beschwerdeverfahren (ohne Bindung an die 

Anträge der Parteien; Art. 61 lit. d ATSG) zu prüfen, ob die Abweisung des 

Rentenbegehrens mit der angefochtenen Verfügung vom 27. Mai 2019 rechtmässig 

gewesen ist.

2.  

von 70 Prozent resultiere ein Invaliditätsgrad von 41 Prozent und bei einem 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 80 Prozent resultiere ein Invaliditätsgrad von 33 Prozent. Die 

schrittweisen Verbesserungen des Gesundheitszustandes seien gemäss dem Art. 88a 

Abs. 1 IVV („analoge Anwendung“) mit einer Verzögerung von jeweils drei Monaten zu 

berücksichtigen.

Der Beschwerdeführer liess am 16. September 2019 an seinen Anträgen festhalten 

(act. G 7). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 11).

B.c. 

Laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person einen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung, wenn ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder hergestellt, erhalten oder verbessert werden kann, 

wenn die versicherte Person während eines Jahres ohne einen wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und 

wenn sie nach dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die 

Bemessung der Invalidität ist gemäss dem Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem 

Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen bei einer ausgeglichenen 

Arbeitsmarktlage durch eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit erzielen könnte, in 

Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen zu setzen, das sie erzielen könnte, wenn sie 

gesund geblieben wäre.

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Der Beschwerdeführer hat keine Berufsausbildung absolviert. Vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung ist er als Hilfsarbeiter im Bereich der B.___-montage tätig 

gewesen. Für diese Tätigkeit hat er einen deutlich über dem statistischen Zentralwert 

der Hilfsarbeiterlöhne liegenden Lohn von zuletzt 78’000 Franken (für das Jahr 2013; 

vgl. Fremdakten) erhalten. Die vorletzte Arbeitgeberin, für die der Beschwerdeführer 15 

Jahre lang gearbeitet hatte, hat angegeben (IV-act. 8–3), dass sich der 

Beschwerdeführer durch die regelmässigen Besuche der internen Montageschulungen 

und aufgrund seiner überaus langen Firmenzugehörigkeit sehr gute Fachkenntnisse 

angeeignet habe. Dank seiner hervorragenden Auffassungsgabe und seines 

Engagements habe er sich professionell in jeden Tätigkeitsbereich eingearbeitet. Die 

Qualität seiner Arbeit habe den hohen Erwartungen in allen Bereichen optimal 

entsprochen. Das bedeutet, dass der Beschwerdeführer nicht bloss typische 

Hilfsarbeiten verrichtet hat, sondern wie ein ausgebildeter B.___-monteur auch für 

anspruchsvollere Arbeiten eingesetzt worden ist. Das erklärt, weshalb der 

Beschwerdeführer auch einen entsprechend hohen Lohn erhalten hat. Nach dem 

Wechsel zur letzten Arbeitgeberin hat der Beschwerdeführer, obwohl er dann nicht 

mehr im Akkord gearbeitet hat, weiterhin einen hohen Lohn erhalten, nämlich 78’000 

Franken pro Jahr (vgl. Fremdakten). Das zeigt, dass er sich bei der vorherigen 

Arbeitsstelle Fertigkeiten angeeignet hatte, die er auch nach einem Stellenwechsel hat 

einsetzen können, um weiterhin einen hohen Lohn zu erhalten. Die 

Erwerbsmöglichkeiten des Beschwerdeführers haben im Zeitpunkt des Unfalls im Mai 

2013 also nicht jenen eines typischen Hilfsarbeiters, sondern jenen eines qualifizierten 

B.___-monteurs entsprochen. Das rechtfertigt es, den zuletzt erzielten Lohn von 78’000 

Franken als Valideneinkommen zu berücksichtigen.

2.2. 

Für die Beantwortung der Frage nach dem zumutbarerweise erzielbaren 

Invalideneinkommen sind die medizinischen Angaben zur Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers massgebend. Die Beschwerdegegnerin hat bei den behandelnden 

Ärzten Berichte eingeholt und sie hat die SMAB AG zweimal mit einer orthopädischen 

und psychiatrischen Begutachtung des Beschwerdeführers beauftragt, wobei es sich 

beim zweiten Gutachten um ein reines Verlaufsgutachten gehandelt hat. In 

orthopädischer Hinsicht steht gestützt auf das überzeugend begründete erste 

Gutachten der SMAB AG vom Oktober 2015 und gestützt auf das ebenso überzeugend 

begründete Verlaufsgutachten der SMAB AG vom Oktober 2018 fest, dass die zuletzt 

ausgeübte, körperlich anstrengende Tätigkeit als Mitarbeiter im Bereich der B.___-

montage seit dem Unfall im Mai 2013 bleibend nicht mehr zumutbar ist, dass dem 

Beschwerdeführer aus orthopädischer Sicht aber eine leidensadaptierte Tätigkeit 

uneingeschränkt zugemutet werden kann. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung steht in 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Übereinstimmung mit den entsprechenden Angaben des behandelnden Orthopäden 

Dr. C.___ und sie ist auch vom RAD als überzeugend qualifiziert worden, weshalb mit 

dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht, dass 

dem Beschwerdeführer im gesamten hier massgebenden Zeitraum aus rein 

orthopädischer Sicht die angestammte Tätigkeit nicht mehr, eine leidensadaptierte 

Tätigkeit dagegen uneingeschränkt zumutbar gewesen ist.

Der Beschwerdeführer hat das psychiatrische Verlaufsgutachten der SMAB AG 

vom Oktober 2018 unter anderem als aktenwidrig kritisiert. Damit ist aber nicht gemeint 

gewesen, dass der psychiatrische Sachverständige der SMAB AG relevante Akten 

übersehen oder offensichtlich falsch verstanden hätte, was als ein wesentlicher Mangel 

des Gutachtens zu qualifizieren wäre, sondern vielmehr, dass die retrospektive 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Sachverständigen nicht mit der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des behandelnden Psychiaters Dr. F.___ übereinstimme. 

Auf diesen Kritikpunkt wird nachfolgend näher eingegangen. Der psychiatrische 

Sachverständige der SMAB AG hat die medizinischen Akten (entgegen der 

missverständlichen Darstellung des Beschwerdeführers) vollständig und eingehend 

gewürdigt. Im Rahmen der Untersuchung hat er den Beschwerdeführer ausführlich zu 

den subjektiv empfundenen Beschwerden befragt und er hat den objektiven klinischen 

Befund umfassend erhoben. Damit ist ihm der für seine Beurteilung massgebende 

medizinische Sachverhalt vollständig bekannt gewesen; es besteht kein Grund zur 

Annahme, dass er einen wesentlichen Aspekt übersehen hätte. Anders als der 

behandelnde Psychiater Dr. F.___ hat der psychiatrische Sachverständige der SMAB 

AG strikt zwischen den subjektiven Schilderungen des Beschwerdeführers und dem 

versicherungsmedizinisch massgebenden objektiven klinischen Befund unterschieden. 

Er hat seine Diagnose und seine Arbeitsfähigkeitsschätzung ausschliesslich anhand 

des klinischen Befundes hergeleitet und überzeugend begründet. Das Gutachten ist 

insgesamt sehr sorgfältig erarbeitet worden. Es enthält keine Widersprüchlichkeiten 

oder Unstimmigkeiten. Die RAD-Ärztin Dr. H.___ hat es als in jeder Hinsicht 

überzeugend qualifiziert. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers wecken die 

Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. F.___ keine ernsthaften Zweifel an der 

Überzeugungskraft des Verlaufsgutachtens der SMAB AG, denn Dr. F.___ hat die von 

ihm attestierte anhaltende vollständige Arbeitsunfähigkeit nicht überzeugend mit 

objektiven klinischen Befunden begründen können. Möglicherweise hat er die Angaben 

des Beschwerdeführers unkritisch für bare Münze genommen und darauf abgestellt. 

Das verstärkt den bereits aufgrund des therapeutischen Auftrages von Dr. F.___ 

bestehenden objektiven Anschein der Befangenheit. Spätestens im Zeitpunkt der 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Begutachtung (Oktober 2018) ist der Beschwerdeführer folglich aus psychiatrischer 

Sicht überwiegend wahrscheinlich zu 80 Prozent arbeitsfähig gewesen.

Bleibt die Frage nach dem Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der Vergangenheit 

respektive im hier massgebenden Zeitraum nach dem Ablauf des sogenannten 

Wartejahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) respektive nach dem Ablauf der Sechsmonatsfrist 

ab der Anmeldung (Art. 29 Abs. 1 IVG) bis zur Verlaufsbegutachtung im Oktober 2018 

zu beantworten. Im ersten Gutachten der SMAB AG vom Oktober 2015 ist aus 

psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 50–60 Prozent respektive von 55 

Prozent (das Gutachten enthält beide Angaben; vgl. IV-act. 94–16 und 94–17) attestiert 

worden. Die psychiatrische Sachverständige hat angegeben, dass dieser 

Arbeitsunfähigkeitsgrad ausgehend von den Angaben des Beschwerdeführers seit zwei 

Jahren, also seit November 2013 (im Gutachten ist versehentlich „November 2014“ 

genannt worden) bestehe. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung überzeugt zwar nicht 

vollständig, aber weder im Gutachten selbst noch in den übrigen Akten finden sich 

konkrete Hinweise, die ernsthafte Zweifel an der Überzeugungskraft dieses ersten 

Gutachtens der SMAB AG wecken würden, weshalb gestützt auf das erste Gutachten 

überwiegend wahrscheinlich von einer psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit des 

Beschwerdeführers von 55 Prozent im Oktober 2015 und auch in der Zeit davor 

auszugehen ist. Allerdings hat sich die „Behandlung“ damals auf die Abgabe eines 

Johanniskrautpräparates beschränkt, was von der psychiatrischen Sachverständigen 

der SMAB AG überzeugend als völlig unzureichend qualifiziert worden ist. Dennoch ist 

die psychiatrische Behandlung auch nach der ersten Begutachtung zunächst über eine 

längere Zeit nicht intensiviert (respektive überhaupt erst in Angriff genommen) worden. 

Erst im August 2017 ist die damals längst überfällige stationäre psychiatrische 

Behandlung in die Wege geleitet worden, die dann im November 2017 erfolgt ist. Diese 

stationäre Behandlung hat sofortige und nachhaltige Erfolge gezeitigt. Dem 

Austrittsbericht der Klinik G.___ lässt sich entnehmen, dass sich der psychische 

Zustand des Beschwerdeführers im Rahmen dieser eher kurzen Behandlung deutlich 

verbessert hat. Diese Verbesserung hat im Verlauf angehalten, da auch bei der 

psychiatrischen Verlaufsbegutachtung durch die SMAB AG knapp ein Jahr später 

weiterhin nur leicht ausgeprägte depressive Symptome erhoben worden sind. Ein 

Rechtsdienstmitarbeiter der Beschwerdegegnerin hat in einer Aktennotiz vom 17. 

Dezember 2018 mit Verweis auf zwei Entscheide des St. Galler Versicherungsgerichtes 

(IV 2016/206 vom 20. August 2018 und IV 2016/241 vom 13. September 2018) darauf 

hingewiesen (IV-act. 164), dass eine Erwerbsunfähigkeit im Sinne des Art. 7 Abs. 1 

ATSG erst vorliege, wenn die zumutbare Behandlung (verstanden als medizinische 

Eingliederung) und die berufliche Eingliederung abgeschlossen worden sei, was mit 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

dem Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG übereinstimme, laut dem ein Rentenanspruch erst 

entstehe, wenn die Erwerbsfähigkeit nicht mehr durch zumutbare medizinische oder 

berufliche Eingliederungsmassnahmen wieder hergestellt, erhalten oder verbessert 

werden könne. Das ergibt sich nicht nur aus dem klaren Wortlaut des Art. 7 Abs. 1 

ATSG und des Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG (sowie aus dem ebenso klaren Wortlaut des Art. 

16 ATSG), sondern auch aus der systematischen und teleologischen Interpretation der 

massgebenden Gesetzesbestimmungen, namentlich aus der rentenspezifischen 

Schadenminderungspflicht, die gemeinhin als der Grundsatz „Eingliederung vor Rente“ 

bezeichnet wird (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, Vorbemerkungen N 

86 ff., mit Hinweisen). Diese rentenspezifische Schadenminderungspflicht bezieht sich 

selbstverständlich nicht nur auf die Pflicht zur Mitwirkung bei beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen, sondern auch auf die Pflicht zur Mitwirkung bei 

medizinischen Eingliederungsmassnahmen, auch wenn entsprechende medizinische 

Massnahmen nicht zum Leistungskatalog der Invalidenversicherung gehören, denn es 

muss offensichtlich irrelevant sein, von welchem Sozialversicherungsträger die 

medizinischen Massnahmen finanziert werden. Die Zusprache einer Rente für eine Zeit, 

in der sich eine versicherte Person noch in der medizinischen Eingliederung befunden 

hat, kann nichts anderes als der Versuch sein, eine Leistungslücke als Folge des 

Fehlens eines Taggeldanspruchs zu füllen. Das zeigt der Vergleich mit dem 

Unfallversicherungsrecht, das die Ausrichtung eines Taggeldes während der 

medizinischen Eingliederung und dementsprechend die Zusprache einer Invalidenrente 

erst ab dem Abschluss der medizinischen Eingliederung vorsieht. Allerdings hat das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen in einem in Anwendung des Art. 54 GerG 

ergangenen Plenarentscheid vom 7. Mai 2019 beschlossen, dass auch für länger 

dauernde Phasen einer medizinischen Eingliederung eine Rente der 

Invalidenversicherung zugesprochen werden könne. Folglich muss dem Beschwerde­

führer bis zum Zeitpunkt, ab dem die – nun endlich adäquate – medizinische 

Behandlung die Arbeitsfähigkeit in einer der körperlichen Beeinträchtigung 

angepassten Erwerbstätigkeit wieder hergestellt hat, eine befristete Invalidenrente 

zugesprochen werden.

Da kein statistischer Nachweis dafür existiert, dass körperlich leichte Hilfsarbeiten 

schlechter als anstrengende Hilfsarbeiten entlöhnt würden, entspricht der 

Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens dem 

statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne, der allenfalls um einen sogenannten 

Tabellenlohnabzug zu korrigieren ist. Ein solcher Abzug ist vorzunehmen, wenn eine 

versicherte Person mit einer Gesundheitsbeeinträchtigung die ihr aus medizinischer 

Sicht zumutbare Restarbeitsfähigkeit wegen ihrer Gesundheitsbeeinträchtigung nicht 

2.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

mit demselben betriebswirtschaftlich-ökonomischen Erfolg wie eine gesunde Person 

verwerten kann, die dieselbe Tätigkeit im selben Pensum ausübt. Das ist auf die 

Tatsache zurückzuführen, dass jeder sich strikt betriebswirtschaftlich verhaltende 

Arbeitgeber aus der Anstellung eines Arbeitnehmers einen möglichst hohen „Gewinn“ 

erzielen will. Dieser „Gewinn“ entspricht der Differenz zwischen dem ökonomischen 

Mehrwert, den der Arbeitnehmer für den Arbeitgeber generiert, und den Kosten, die 

dem Arbeitgeber durch die Anstellung des Arbeitnehmers entstehen, nämlich den 

Lohnkosten und den zusätzlichen Kosten. Diese zusätzlichen Kosten umfassen unter 

anderem die Kosten für die Einarbeitung und die Überwachung des Arbeitnehmers, 

aber auch jene betriebswirtschaftlichen Kosten, die anfallen, wenn der Arbeitnehmer 

krankheitsbedingt nicht zur Arbeit erscheint oder wenn er seine Arbeit nicht konstant 

zuverlässig verrichtet. Bei krankheitsbedingten Absenzen muss der Arbeitgeber 

nämlich kurzfristig für einen Ersatz sorgen, damit der Betriebsablauf möglichst 

ungestört bleibt. Eine unzuverlässige oder schwankende Arbeitsleistung mindert den 

Mehrwert der Arbeitsleistung, was betriebswirtschaftlich zu einer Reduktion des aus 

der Anstellung resultierenden „Gewinns“ des Arbeitgebers führt. Ein sich strikt 

betriebswirtschaftlich verhaltender Arbeitgeber wird nur Arbeitnehmer anstellen, die 

(mindestens) einen durchschnittlichen „Gewinn“ für ihn erzielen. Ist der von einem 

Arbeitnehmer geschaffene ökonomische Mehrwert unterdurchschnittlich oder sind die 

Lohnnebenkosten eines Arbeitnehmers überdurchschnittlich hoch, wird die Anstellung 

dieses Arbeitnehmers für einen sich strikt betriebswirtschaftlich verhaltenden 

Arbeitgeber nur in Frage kommen, wenn diese „Gewinneinbusse“ durch einen tieferen 

Lohn wettgemacht werden kann, wenn also der Arbeitnehmer bereit ist, seine 

Arbeitsleistung für einen unterdurchschnittlichen Lohn zu erbringen. Genau diesem rein 

betriebswirtschaftlichen Umstand trägt der sogenannte Tabellenlohnabzug Rechnung. 

Würde den betriebswirtschaftlich-ökonomischen Nachteilen, mit denen sich eine 

versicherte Person gesundheitsbedingt bei der Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit im 

konkreten Einzelfall konfrontiert sieht, nicht Rechnung getragen, würde bei der 

Festsetzung des Invalideneinkommens im Ergebnis ein Soziallohnanteil berücksichtigt, 

was eine nicht strikt ökonomische und damit klar gesetzwidrige Bemessung des 

Invaliditätsgrades zur Folge hätte. Der Beschwerdeführer hätte, solange die 

depressiven Symptome noch nicht adäquat behandelt und folglich stark ausgeprägt 

waren, an einem adaptierten Arbeitsplatz depressionsbedingt in unregelmässigen 

Abständen insgesamt in einem überdurchschnittlichen Ausmass krankheitsbedingt 

gefehlt. Zudem hätte seine Arbeitsleistung depressionsbedingt überdurchschnittlich 

starken Schwankungen unterlegen, sodass seine Arbeitsleistung für einen potentiellen 

Arbeitgeber im Voraus kaum einzuschätzen gewesen wäre, was die Planung der 

betrieblichen Abläufe behindert hätte. Diese Nachteile hätten überdurchschnittliche 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(indirekte) Lohnnebenkosten zur Folge gehabt, denen ein sich konsequent ökonomisch 

verhaltender, also keine Soziallohnkomponente übernehmender Arbeitgeber mit einem 

unterdurchschnittlichen, das heisst unter dem statistischen Durchschnittseinkommen 

liegenden Lohn Rechnung getragen hätte. Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades 

ist diesem Umstand mit einem Tabellenlohnabzug von 15 Prozent Rechnung zu tragen. 

Der psychiatrische Sachverständige der SMAB hat überzeugend aufgezeigt (vgl. IV-act. 

162–32), dass der Beschwerdeführer nicht sofort nach dem Abschluss der stationären 

Behandlung in der Klinik G.___ bereits zu 80 Prozent arbeitsfähig gewesen war, 

sondern dass erst die anschliessende integrative teilstationäre Behandlung bis Ende 

Februar 2018 zur Erlangung dieses Arbeitsfähigkeitsgrades geführt hatte. Für die Zeit 

von Ende November 2017 (bzw. Anfang Dezember 2017) bis und mit Februar 2018 hat 

der psychiatrische Sachverständige einen Arbeitsfähigkeitsgrad von 70 Prozent 

attestiert. Für diesen kurzen, vorübergehenden Zeitraum ist ein erheblich tieferer 

Tabellenlohnabzug zu berücksichtigen, weil die depressiven Symptome deutlich 

weniger stark als noch im Zeitraum vor der stationären Behandlung ausgeprägt 

gewesen sind und demnach weniger kostenrelevante Nachteile für einen Arbeitgeber 

bewirkt hätten. Ein Tabellenlohnabzug von fünf Prozent erscheint als angemessen. Für 

die Zeit nach dem erfolgreichen Abschluss der Behandlung ist kein Tabellenlohnabzug 

mehr zu berücksichtigen, weil die depressiven Symptome nur noch gering ausgeprägt 

gewesen sind und folglich bei der Lohnfestsetzung nicht ins Gewicht gefallen wären.

Das sogenannte „Wartejahr“ (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) hat im Zeitpunkt des Unfalls 

im Mai 2013 zu laufen begonnen und folglich am 30. April 2014 geendet. Der 

Beschwerdeführer hat sich aber erst im Januar 2014 zum Bezug einer Rente der 

Invalidenversicherung angemeldet. Ein allfälliger Rentenanspruch kann gemäss dem 

Art. 29 Abs. 1 IVG nicht vor dem 1. Juli 2014 entstanden sein. In jenem Zeitpunkt hatte 

gemäss dem ersten Gutachten der SMAB AG bereits eine depressionsbedingte 

Arbeitsunfähigkeit von 55 Prozent vorgelegen. Unter Berücksichtigung der 

Nominallohnentwicklung 2013/2014 im Baugewerbe hat das Valideneinkommen in 

jenem Zeitpunkt 78’000 Franken ÷ 102,3 × 102,8 (Indexbasis 2010) = 78’381 Franken 

betragen. Das Invalideneinkommen hat 66’453 Franken (vgl. den Anhang 2 der von der 

Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen Textausgabe des IVG, 10. Aufl. 2019) × 85 

Prozent × 45 Prozent = 25’418 Franken betragen. Der Vergleich dieser beiden 

Einkommen ergibt eine Erwerbseinbusse von 52’963 Franken respektive einen 

Invaliditätsgrad von 67,57 Prozent, weshalb der Beschwerdeführer gemäss dem Art. 28 

Abs. 2 IVG für die Zeit ab dem 1. Juli 2014 einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente 

hat. Beim Abschluss der stationären Behandlung per Ende November 2017 ist der 

Beschwerdeführer wieder zu 70 Prozent arbeitsfähig gewesen. Unter Berücksichtigung 

2.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

Dieser Verfahrensausgang gilt praxisgemäss als ein vollständiges Obsiegen des 

Beschwerdeführers, weil dieser mit seinem Hauptanliegen – der Korrektur der von ihm 

als rechtswidrig erachteten Verfügung – vollumfänglich durchgedrungen ist. Die 

angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 Franken 

festzusetzenden Gerichtskosten sind deshalb der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

Diese hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung auszurichten, die 

angesichts des als durchschnittlich zu qualifizierenden erforderlichen 

Vertretungsaufwandes praxisgemäss auf 3’500 Franken (einschliesslich Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.

Entscheid

der Nominallohnentwicklung 2013–2017 hätte sich sein Valideneinkommen in jenem 

Zeitpunkt auf 78’000 Franken ÷ 102,3 × 103,2 = 78’686 Franken belaufen. Das im 

selben Zeitpunkt zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen hat 67’102 Franken 

× 95 Prozent × 70 Prozent = 44’623 Franken betragen. Der Einkommensvergleich 

ergibt eine Erwerbseinbusse von 34’063 Franken beziehungsweise einen 

Invaliditätsgrad von 43,29 Prozent. An sich wäre die Rente folglich per 30. November 

2017 auf eine Viertelsrente herabzusetzen. Nach der bundesgerichtlichen Auffassung 

muss allerdings in einer analogen Anwendung des Art. 88a IVV eine dreimonatige 

„Verzögerung“ gewährt werden, was bedeutet, dass die Herabsetzung der 

Dreiviertelsrente auf eine Viertelsrente erst auf Ende Februar 2018 vorzunehmen ist. Per 

Ende Februar 2018 ist die Behandlung vollständig abgeschlossen gewesen; der 

Beschwerdeführer ist ab jenem Zeitpunkt wieder zu 80 Prozent arbeitsfähig gewesen. 

Das Valideneinkommen hätte sich auf 78’000 Franken ÷ 102,3 × 103,8 = 79’144 

Franken belaufen. Das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen hat 5’417 

Franken ÷ 40 × 41,7 × 12 × 80 Prozent = 54’213 Franken betragen. Das ergibt eine 

Erwerbseinbusse von 24’931 Franken und einen Invaliditätsgrad von 31,5 Prozent. In 

analoger Anwendung des Art. 88a IVV ist die Rente folglich per 31. Mai 2018 

aufzuheben. Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer also einen Anspruch auf 

eine Dreiviertelsrente für die Zeit vom 1. Juli 2014 bis zum 28. Februar 2018 und einen 

Anspruch auf eine Viertelsrente für die Zeit vom 1. März 2018 bis zum 31. Mai 2018. 

Die Sache ist zur Festsetzung der Rentenbeträge an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer für den Zeitraum vom 1. Juli 2014 bis 

zum 28. Februar 2018 einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und für den Zeitraum 

1. März 2018 bis 31. Mai 2018 einen Anspruch auf eine Viertelsrente der 

Invalidenversicherung hat; die Sache wird zur Ermittlung der Rentenbeträge an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit 3’500 Franken zu 

entschädigen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 18.03.2021
	Art. 28 Abs. 1 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens. Rentenanspruch bis zum Beginn der medizinischen Eingliederung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. März 2021, IV 2019/166).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T02:58:37+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen