# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 040c0f01-e743-5d3d-bf0b-a8bb038ca762
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP ARGVP 2005 1426
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_ARGVP-2005-1426_nodate.pdf

## Full Text

A. Verwaltungsentscheide 1426 

 

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beendet werden kann. Zudem gilt es hervorzuheben, dass es mit ge-
ringem technischen Aufwand möglich wäre, nach Vollendung des 
Neubaus „E.“ ein zusätzliches Fenster in der Südfassade zu erstellen. 
Sollte das Verwaltungsgericht zum Schluss kommen, dass die Anord-
nung eines zusätzlichen Fensters zum Schutz des Ortsbildes notwen-
dig sei, wäre eine Behebung dieses Mangels ohne grossen Aufwand 
durchführbar. Insofern würde der Einbau eines zusätzlichen Fensters 
nach der Bauvollendung die Rekurrentin weit weniger treffen, als 
wenn der Baustopp für die ganze Südfassade aufrechterhalten würde. 
In diesem Sinne erscheint die Aufrechterhaltung des Baustopps nicht 
als sachgerecht und als unverhältnismässig. 

Entscheid Departement Bau und Umwelt vom 06.09.2005 

1426 

Bauen ausserhalb der Bauzone. Fuss- und Wanderweg. Auf einer 
Flurstrasse, auf der sich ein Fuss- und Wanderweg befindet, kann in 
der Regel kein vollflächiger Belag bewilligt werden. 

 4. a) Ein Eingriff in das Wanderwegnetz bedarf einer umfassen-
den Interessenabwägung, wobei nebst den genannten Interessen der 
Wanderweggesetzgebung auch die Interessen von Natur, Landschaft, 
Land- und Forstwirtschaft zu berücksichtigen sind (Art. 9 des Bundes-
gesetzes über Fuss- und Wanderwege, FWG, SR 704; Art. 17 Abs. 3 
VO FWG). Dabei ist zu beachten, dass nicht leichthin von der Zielset-
zung von Verfassung und Gesetz, die weitere Asphaltierung/Betonie-
rung zu verhindern sowie die Wanderwege zu erhalten, abgewichen 
werden darf. Dabei darf auch die Gefahr der präjudizierenden Wir-
kung einer Bewilligung zum Belagseinbau auf einer gewissen Strecke 
nicht unbeachtet bleiben. Daher ist es zum vornherein nur in Einzel-
fällen zulässig, aus wichtigen Gründen vom Grundsatz der unein-
geschränkten Erhaltung des Wanderwegnetzes abzuweichen (BVR 
1992, S. 332). Der Länge des betroffenen Strassenstücks soll in die-
sem Zusammenhang keine allein entscheidende Bedeutung beige-
messen werden, da sich die zunehmende Asphaltierung gerade infol-
ge mehrerer kürzerer mit Vollbelag versehener Teilstücke ergibt (vgl. 

A. Verwaltungsentscheide 1426 

 

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AR GVP 1991 Nr. 1213, S. 21; Entscheid der Baudirektion vom 6. 
Dezember 2004 i.S. K. u. H. F., Erw. 8). Diese Grundsätze müssen 
somit im Rahmen des Bewilligungsverfahrens gemäss Art. 18 VO 
FWG in die Beurteilung einbezogen werden. 
 b) Dass die „B.strasse“ für die Erschliessung der beanspruchten 
Grundstücke oder die land- oder forstwirtschaftliche Nutzung nicht 
genügen würde, wird von der Rekurrentschaft zu Recht nicht vorge-
bracht. Die Rekurrentschaft begründet die Notwendigkeit ihres Vorha-
bens jedoch und einzig damit, dass die Strasse bei heftigen Nieder-
schlägen immer wieder ausgeschwemmt werde, was zu unzumutba-
ren Unterhaltskosten geführt habe und auch zukünftig führen werde. 
Im Gegensatz zur Lösung mit zwei Fahrspuren, bei dem der Mittels-
streifen bei einem gleichen Unwetter wie im Sommer 2004 unweiger-
lich wieder aus- und unterspült würde, sei das geplante Bauvorhaben 
über Jahre unterhaltsfrei. Dem ist zwar insoweit zuzustimmen, als 
Strassen mit einem Naturbelag gegenüber vollständig asphaltierten 
oder betonierten Strassen erfahrungsgemäss einen erhöhten Unter-
halt erfordern. Dieser ist arbeits- und personalintensiv und muss lau-
fend erfolgen. Vor allem bei grösseren Niederschlägen können Natur-
strassen ausgeschwemmt werden, was bis zur Reparatur dieser 
Schäden zu einer Benutzungsbeeinträchtigung führen kann; zudem ist 
die Behebung solcher Schäden mit teils erheblichen Kosten verbun-
den. Solche Nachteile genügen jedoch grundsätzlich nicht, um die 
vom Fuss- und Wanderweggesetz und den Ausführungserlassen ge-
setzten Prioritäten umzustossen. Indem der Gesetzgeber der fort-
schreitenden Asphaltierung von Wanderwegen Einhalt gebieten woll-
te, nahm er bewusst auch in Kauf, dass sich der Unterhalt auf Stras-
sen und Wegen mit Naturbelag aufwendiger gestaltet. Den Interessen 
der Allgemeinheit an der Erhaltung eines mit Naturbelag versehenen 
Wanderwegnetzes wurde gegenüber den Vorteilen eines vereinfach-
ten Unterhalts auf asphaltierten Strassen somit von Gesetzes wegen 
ein Übergewicht eingeräumt. Dieser gesetzlichen Lösung des Interes-
senskonflikts kann daher im Einzelfall mit der Begründung des erhöh-
ten Unterhaltsbedarfes auf Naturstrassen vom Grundsatz her nicht 
begegnet werden (vgl. AR GVP 1991 Nr. 1213, S. 22).  

Entscheid Departement Bau und Umwelt vom 15.08.2005