# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c6cd4e5b-7b89-5c46-9529-e264b97cb7c8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 16.08.2021 IV 2019/325
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2019-325_2021-08-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2019/325

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.01.2022

Entscheiddatum: 16.08.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 16.08.2021
Art. 28 IVG. Art. 28a IVG. Festlegung der Arbeitsfähigkeit im Verlauf. Die 
Beschwerdeführerin ist als Vollerwerbstätige zu qualifizieren und der 
Invaliditätsgrad mittels Einkommensvergleich zu bestimmen. Nach Ablauf 
des Wartejahres resultiert mit einem Unterbruch von zwei Monaten ein 
Anspruch auf eine ganze Rente. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. August 2021, IV 
2019/325).

Entscheid vom 16. August 2021

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Katja Blättler

Geschäftsnr.

IV 2019/325

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. Hardy Landolt, Schweizerhofstrasse 14, 

Postfach 1576, 8750 Glarus,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

am Verfahren beteiligt

1.    Pensionskasse G.___,

2.    Pensionskasse H.___,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Rösler, Aeplistrasse 7, Postfach, 9008 St. 

Gallen,

Beigeladene,

Gegenstand

Rente (Beginn)

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 30. September 2016 erstmals zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung, insbesondere beruflichen Eingliederungsmassnahmen, an 

(IV-act. 1 f.).

A.a. 

Aufgrund einer Myopathie bei hochgradiger Myopie mit beidseitiger Hebungs- und 

Abduktionseinschränkung und einem Status nach zwei Schieloperationen beidseits 

hatte sich die Versicherte in den Jahren 2007 und 2008 im Kantonsspital St. Gallen 

(nachfolgend: KSSG) zwei Augenoperationen unterzogen (IV-act. 12-2 f.). Nach einer 

Phakoemulsifikation und Implantation von intrasakkalen Hinterkammerlinsen beidseits 

im Juni 2015 (IV-act. 12-4 f.) war am 18. Mai 2016 aufgrund eines Nachstars im Auge 

links eine YAG-Kapsulotomie durchgeführt worden (IV-act. 12-6). Bei den Diagnosen 

ausgeprägte vitreoretinale Traktion am Auge links, Pseudophakie und Myopie beidseits 

sowie Hyperthyreose hatte sich die Versicherte am 8. Juli 2016 im KSSG einer weiteren 

A.b. 

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Augenoperation unterzogen (IV-act. 12-7 ff., IV-act. 23-19 f.). Der behandelnde Arzt des 

KSSG attestierte der Versicherten vom 8. Juli bis 14. August 2016 eine 

Arbeitsunfähigkeit. Tätigkeiten, die kein ausgeprägtes Konvergenz- oder Stereosehen 

erforderten, wären in normalem Arbeitspensum zumutbar. Lange Arbeitszeiten am 

Computer seien zu reduzieren (Bericht vom 19. Oktober 2016; IV-act. 12-14 f.).

Aufgrund der stark eingeschränkten Sehfähigkeit und der auftretenden 

Beschwerden bei Bildschirmarbeit kündigte die Versicherte ihre in einem Pensum von 

20 % ausgeübte Stelle als Fachspezialistin e-business bei der Bank I.___ per 30. 

September 2016 (IV-act. 1 f., 14). Sie war jedoch weiterhin als Gemeinderätin tätig und 

betreute ihre beiden Kinder (Jahrgänge 2002 und 2005; vgl. IV-act. 1 f., 29-3, 38, 95). 

Ab 1. Januar 2017 lebte sie getrennt von ihrem Ehemann (vgl. IV-act. 9, 26, 97).

A.c. 

Am 20. Januar 2017 unterzog sich die Versicherte im KSSG aufgrund eines 

Tuberculum sellae Meningeoms mit Chiasmakompression einer rechtsseitigen 

osteoplastischen, frontalen Kraniotomie mit leichter Ausdehnung temporal und einer 

Resektion des Meningeoms (Simpson III). Die behandelnden Ärzte attestierten der 

Versicherten vom 19. Januar bis 15. März 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (IV-

act. 23-12 ff.).

A.d. 

Am 9. Mai 2017 teilte die IV-Stelle St. Gallen der Versicherten mit, aufgrund ihres 

Gesundheitszustandes seien derzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen 

möglich (IV-act. 18).

A.e. 

Dr. med. B.___, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, hielt in seinem Bericht vom 

20. Mai 2017 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Tuberculum 

sellae Meningeom, einen Status nach Resektion eines Tuberculum sellae Meningeoms 

mit Chiasmakompression, eine Optikusatrophie links, einen Status nach YAG-

Kapsulotomie am Auge links am 1. Mai 2016, einen Status nach hoher Myopie 

beidseits, einen Status nach Pars plana Vitrektomie mit ERF und ILM Peeling am 8. Juli 

2016 bei vitreoretinaler Traktion links sowie einen rezidivierenden Eisenmangel seit 

Jahren fest. In der angestammten Tätigkeit als Betriebsökonomin bei einer Bank sei die 

Versicherte seit 1. September 2016 zu 100 % arbeitsunfähig (IV-act. 23-2 ff.).

A.f. 

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RAD-Arzt Dr. med. C.___ befand am 27. Juni 2017, die Eingliederung könne auf 

der Basis einer anfänglich 50%igen Arbeitsfähigkeit erfolgen. Die endgültige Quote 

müsse berufspraktisch ermittelt werden (IV-act. 28).

A.g. 

Die IV-Stelle St. Gallen übernahm vom 21. August 2017 bis 28. Februar 2018 

Coachingstunden, durchgeführt durch Pro Arbeit. Zudem gewährte sie der 

Versicherten Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche (IV-act. 47 f.). Am 13. 

Dezember 2017 teilte die IV-Stelle St. Gallen der Versicherten mit, die Voraussetzungen 

für die Zusprache eines Arbeitsversuchs seien erfüllt. Dieser finde vom 3. Januar bis 

30. Juni 2018 bei der IV-Stelle J.___ statt. Der Arbeitsversuch werde durch die Pro 

Arbeit in Form von Coaching begleitet (IV-act. 64). Für die Dauer der Massnahme 

entrichtete die IV-Stelle St. Gallen der Versicherten ein Taggeld (IV-act. 67).

A.h. 

Im Schlussbericht vom 20. Juni 2018 hielt der Coach von Pro Arbeit fest, der 

Arbeitsversuch bei der IV-Stelle J.___ im Bereich "Berufs-/Eingliederungsberatung" 

werde am 30. Juni 2018 beendet. Vom 9. Juli bis 14. Oktober 2018 finde dort ein RAV-

Einsatzprogramm statt und ab 15. Oktober 2018 erhalte die Versicherte bei der IV-

Stelle J.___ eine unbefristete Festanstellung mit einem Pensum von 40 % (IV-act. 81, 

vgl. IV-act. 84 f.).

A.i. 

Am 27. September 2018 teilte die IV-Stelle St. Gallen der Versicherten mit, sie 

übernehme die Kosten für das erste Modul des CAS "Interdisziplinäre Perspektiven auf 

die Arbeitswelt" vom 20. September 2018 bis 23. März 2019 im Betrag von Fr. 6'000.-- 

im Hinblick auf die Ausübung einer angepassten Erwerbstätigkeit (IV-act. 92, vgl. auch 

IV-act. 68, 70). Gleichentags wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren um (weitere) 

berufliche Massnahmen ab (IV-act. 93).

A.j. 

Am 8. November 2018 (Posteingang IV-Stelle) reichte die Versicherte den 

ausgefüllten Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt 

ein. Sie gab an, ohne Gesundheitsschaden wäre sie in einem Pensum von 100 % tätig 

(IV-act. 97).

A.k. 

Dr. med. D.___, Klinik für Neurochirurgie des KSSG, berichtete am 6. Dezember 

2018 über ein Rezidiv-Meningeom an der Clivusspitze. Es seien für den 10. Dezember 

2018 ein operativer Eingriff und im weiteren Verlauf eine Bestrahlung geplant (IV-act. 

A.l. 

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103-12 f., vgl. IV-act. 103-14 f.). Bei der Operation kam es zu einer akzidentellen Läsion 

der Arteria basilaris. Die Versicherte wurde darauf bis zum 9. Januar 2019 auf der 

Intensivstation des KSSG behandelt (IV-act. 107, 111 f., 137-7 ff.).

Vom 9. Januar bis 12. März 2019 befand sich die Versicherte stationär im 

Rehazentrum E.___. Die behandelnden Ärzte berichteten am 12. März 2019 unter 

anderem über mehrzeitige Infarkte im Thalamus beidseits, im Mesencephalon 

(Mittelhirn) und Pons, sowie multipel im Cerebellum bei Status nach akzidenteller 

Läsion der Arteria basilaris am 10. Dezember 2018. Für die Dauer des Aufenthalts und 

bis auf weiteres bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (IV-act. 137-7 ff.). Am 11. 

Februar 2019 hatte die Versicherte, vertreten durch ihren Vater, ein Gesuch um 

Hilflosenentschädigung stellen lassen (IV-act. 114). Zusätzlich liess sie im März 2019 

die Kostenübernahme eines Hilfsmittels (Rollstuhl) beantragen (IV-act. 123).

A.m. 

Ab 12. März 2019 befand sich die Versicherte stationär in der Klinik F.___. Die 

behandelnde Oberärztin hielt am 24. April 2019 fest, aufgrund eines ausgeprägten 

Hydrocephalus sei am 9. April 2019 eine VP Shunt-Implantation erfolgt. Die Versicherte 

sei im "minimally conscious state" und zeige Ansätze von nonverbaler Kommunikation 

mit Hilfe von Fussbewegungen, die noch nicht konsistent reproduzierbar seien. 

Aufgrund einer neurogenen Schluckstörung werde sie noch mit einer Trachealkanüle 

versorgt. Das Wiedererlangen einer Arbeitsfähigkeit sei aufgrund der ausgeprägten 

cerebralen Läsion nicht zu erwarten, eine Eingliederung sei nicht möglich. Auch bei den 

Aufgaben im Haushalt sei sie komplett eingeschränkt (IV-act. 144). 

A.n. 

Mit Schreiben vom 27. Mai 2019 schätzte Dr. B.___ die Arbeitsfähigkeit der 

Versicherten im Zeitraum vom 29. September 2016 bis 9. Dezember 2018 als 

Fachspezialistin e-business auf 0 %. Als IV-Berufsberaterin habe ab dem Zeitpunkt der 

Anstellung im Oktober 2018 eine Arbeitsfähigkeit von 40 %, davor eine solche von 0 % 

bestanden. Als Gemeinderätin sei die Versicherte zwischen 0 und 30 % arbeitsfähig 

gewesen, je nach dem effektiv möglichen und damit auch erfolgten Pensum. Sicherlich 

habe nach der Gehirnoperation im Januar 2017 eine mindestens dreimonatige 

Arbeitsfähigkeit von 0 % bestanden. In einer dem Leiden angepassten Tätigkeit sei die 

Arbeitsfähigkeit nicht höher als diejenige für die Tätigkeit als IV-Beraterin (IV-act. 152, 

vgl. auch IV-act. 153).

A.o. 

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Mit Verfügung vom 1. Juli 2019 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren auf eine 

Hilflosenentschädigung ab, da die Wartefrist von einem Jahr noch nicht abgelaufen sei 

(IV-act. 157).

A.p. 

RAD-Arzt Dr. med. C.___, Facharzt Innere Medizin FMH, beurteilte am 23. Juli 

2019, in der Tätigkeit als Fachspezialistin e-business bestehe seit 27. September 2016 

eine Arbeitsfähigkeit von 0 %. Als Berufsberaterin habe von Oktober bis zum 10. 

Dezember 2018 eine Arbeitsfähigkeit von 40 % vorgelegen. Als Gemeinderätin habe 

von Juni 2018 bis 10. Dezember 2018 eine Arbeitsfähigkeit von 30 % bestanden. In 

einer adaptierten Tätigkeit wäre mit keiner höheren Arbeitsfähigkeit als in den 

erwähnten Tätigkeitsfeldern zu rechnen gewesen (IV-act. 159).

A.q. 

Die behandelnden medizinischen Fachpersonen der Klinik F.___ stellten am 26. Juli 

2019 einen Antrag auf Kommunikationshilfsmittel für die Versicherte. Es sei nicht damit 

zu rechnen, dass sich die verbale Kommunikation vollständig erholen werde, weshalb 

die Versicherte dauerhaft auf entsprechende Hilfsmittel angewiesen sei (IV-act. 162). 

Die IV-Stelle erteilte eine entsprechende Kostengutsprache (IV-act. 188).

A.r. 

Mit Vorbescheid vom 19. August 2019 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Zusprache einer ganzen Rente mit Wirkung ab 1. Juli 2018 in Aussicht (IV-act. 166).

A.s. 

Dagegen liess die Versicherte am 16. September 2019 Einwand erheben und eine 

ganze Rente mit Wirkung bereits ab 1. September 2017 beantragen (IV-act. 182).

A.t. 

Am 4. November 2019 trat die Versicherte aus der Klinik F.___ aus und wurde 

stationär in ein Pflegeheim verlegt. Die behandelnden Ärztinnen der Klinik F.___ 

berichteten am 4. November 2019, im Verlauf der Rehabilitation sei es zu einer 

deutlichen neurologischen Besserung gekommen. Zum Zeitpunkt des Austritts habe 

die Versicherte verschiedene Kommunikationskanäle genutzt. Sie sei weiterhin zu 100 

% arbeitsunfähig (IV-act. 200).

A.u. 

Am 12. November 2019 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-

act. 196, vgl. IV-act. 183).

A.v. 

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B.  

 Gegen die Verfügung vom 12. November 2019 erhob die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. H. Landolt, 

Glarus, am 6. Dezember 2019 die vorliegende Beschwerde. Sie liess darin die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer ganzen 

Invalidenrente mit Wirkung ab 1. September 2017 beantragen. Eventualiter sei die 

Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit an die IV-Stelle St. Gallen (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

(act. G1).

B.a. 

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 9. Januar 2020 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G4).

B.b. 

Die Verfahrensleitung teilte Rechtsanwalt Landolt am 15. Januar 2020 mit, über 

das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (vgl. act. G5) werde mit der Hauptsache 

entschieden. Auf die Erhebung eines Gerichtskostenvorschusses verzichte sie 

umständehalber. Auch über die beantragte Beiladung der beiden 

Vorsorgeeinrichtungen (vgl. act. G1) werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden 

(act. G6).

B.c. 

Die Beschwerdeführerin liess am 20. Januar 2020 ein Schreiben der IV-Stelle J.___ 

vom 14. Januar 2020 einreichen (act. G8, G8.1).

B.d. 

Mit Replik vom 4. Februar 2020 liess die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen 

festhalten (act. G10). 

B.e. 

Die Beschwerdegegnerin liess die Frist zur Einreichung einer Duplik unbenützt 

ablaufen (act. G11).

B.f. 

Mit Eingabe vom 26. Januar 2021 reichte Rechtsanwalt Landolt diverse 

Unterlagen ein (act. G12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme 

(act. G13).

B.g. 

Am 24. Februar bzw. 25. März 2021 lud die Verfahrensleitung die Pensionskasse 

G.___ (nachfolgend: Beigeladene 1) und die Pensionskasse H.___ (nachfolgend: 

B.h. 

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Erwägungen

1.

Die Beigeladene 2 machte in ihrer Eingabe vom 15. April 2021 geltend, eine Beiladung 

sei in sozialversicherungsrechtlichen Verfahren mangels gesetzlicher Grundlage 

unzulässig (act. G25). Obwohl in den einschlägigen Bundesgesetzen keine 

Bestimmungen zur Beiladung selbst enthalten sind, ist das Institut der Beiladung im 

Sozialversicherungsprozess jedoch etabliert und entspricht gängiger Praxis (vgl. Ueli 

Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N 126 zu Art. 61, Katja Meili, Die rechtlichen 

Wirkungen der Beiladung, in Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.]: Jahrbuch zum 

Sozialversicherungsrecht 2019, S. 223; zur Beiladung im Sozialversicherungsprozess 

zudem etwa das Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2017, 9C_198/2017, 

E. 3.2). Im Übrigen hat sich die die Beigeladene 2 gegen ihre Beiladung nicht förmlich 

gewehrt und derentwegen keine anfechtbare Zwischenverfügung verlangt, sodass sich 

weitere Ausführungen zu dieser Thematik von Vornherein erübrigen.

Beigeladene 2) zum Verfahren bei (act. G14, G21; bzgl. der ursprünglich beigeladenen 

Personalvorsorgestiftung der Bank I.___ vgl. act. G14, G20).

Die Beigeladene 2 beantragte am 15. April 2021, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben und der Beschwerdeführerin ab September 2017 eine Viertelsrente, für 

Dezember 2017 und ab Juli 2018 eine Dreiviertelsrente sowie ab März 2019 eine ganze 

Rente zuzusprechen (act. G25).

B.i. 

Die Beigeladene 1 reichte am 12. Mai 2021 eine Stellungnahme ein und führte aus, 

der Entscheid der Beschwerdegegnerin sei für sie nicht nachvollziehbar. Bei voller 

Arbeitsfähigkeit ab spätestens Juli 2018 müsste die IV-Rente für die Zeit ab Juli 2018 

(resp. allenfalls Oktober 2018) bis Dezember 2018 (resp. allenfalls März 2019) 

eingestellt werden (act. G26).

B.j. 

Die Beschwerdeführerin liess am 14. Juni 2021 an ihren Anträgen festhalten (act. 

G28).

B.k. 

Die Beschwerdegegnerin liess die Frist zur Einreichung einer Stellungnahme zu den 

beiden Eingaben der Beigeladenen (vgl. act. G25 f.) unbenützt ablaufen (act. G27, 

G29).

B.l. 

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2.

In materieller Hinsicht zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist 

der Rentenbeginn. Die Beschwerdegegnerin sprach der Beschwerdeführerin eine 

ganze Rente mit Wirkung ab 1. Juli 2018 zu (IV-act. 196, vgl. IV-act. 183). Diese lässt 

jedoch eine ganze Rente bereits mit Wirkung ab 1. September 2017 beantragen (act. 

G1, G10).

Gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, 

Anspruch auf eine Rente, wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach 

Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind. Die seit vielen Jahren 

bestehende, gerichtlich bestätigte Verwaltungspraxis lässt zur Eröffnung der Wartezeit 

eine Einschränkung (Arbeitsunfähigkeit) von 20 % genügen (Ulrich Meyer/Marco 

Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, in: Hans-Ulrich Stauffer/

Basile Cardinaux [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014, 

S. 303). Laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) wird unter Invalidität die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit 

verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.1. 

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, 

auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

2.2. 

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(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG). Bei nicht erwerbstätigen 

Versicherten, die im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer 

Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, wird für die Bemessung der Invalidität 

in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, 

sich im Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG). Bei Versicherten, die nur 

zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 

festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für 

diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der 

Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 

Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; so genannte 

"gemischte Methode"). Per 1. Januar 2018 sind die neuen Bestimmungen des Art. 27

Abs. 2-4 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft 

getreten. Das dort vorgesehene Berechnungsmodell gilt ab Inkrafttreten der 

entsprechenden Verordnungsregelung. Für die Zeit bis zum 31. Dezember 2017 gilt 

nach wie vor die damals gültige Regelung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 18. 

Dezember 2017, 9C_553/2017, E. 5.2; IV-Rundschreiben Nr. 372 vom 9. Januar 2018).

bis

Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht 

und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der 

Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien 

gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben 

zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a am Schluss, BGE 117 V 282 E. 4.a).

2.3. 

Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine 

zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

2.4. 

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3.

Vorerst ist die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Verlauf zu beurteilen.

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen 

Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

Die Beschwerdeführerin unterzog sich am 8. Juli 2016 im KSSG einer 

Augenoperation (vgl. IV-act. 12-7 ff., 23-19 f.). Der behandelnde Arzt des KSSG 

attestierte ihr vom 8. Juli bis 14. August 2016 eine Arbeitsunfähigkeit. Tätigkeiten, die 

kein ausgeprägtes Konvergenz- oder Stereosehen erforderten, wären in normalem 

Arbeitspensum zumutbar. Lange Arbeitszeiten am Computer seien zu reduzieren (IV-

act. 12-14 f.). Aufgrund der stark eingeschränkten Sehfähigkeit und der auftretenden 

Beschwerden bei Bildschirmarbeit kündigte die Beschwerdeführerin darauf ihre 

20%ige Stelle als Fachspezialistin e-business bei der Bank I.___ per 30. September 

2016 (IV-act. 1 f., 14). Es ist damit davon auszugehen, dass das Wartejahr im Sinne von 

Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit per 8. Juli 2016 anlief. 

Damit fällt ein Rentenanspruch grundsätzlich frühestens ab 1. Juli 2017 in Betracht (die 

Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin erfolgte am 30. September 2016; IV-act. 1 f.). 

Im Folgenden ist jedoch auch zu prüfen, ob damals das Wartejahr bereits erfüllt war. 

Da die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns bereits 

seit einem halben Jahr von ihrem Ehemann getrennt lebte (vgl. IV-act. 9, 26, 97) und 

glaubhaft angab, sie würde ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit von 100 % 

ausüben (vgl. IV-act. 97; die beiden Kinder befanden sich damals bereits im 

Teenageralter und die – wohl nur noch geringfügig nötige – Fremdbetreuung derselben 

war gesichert), ist sie als Vollerwerbstätige zu qualifizieren. Eine Prüfung der 

Einschränkung im Aufgabenbereich erübrigt sich damit.

3.1. 

Die Beschwerdeführerin war spätestens seit der Operation vom 8. Juli 2016 

dauerhaft in ihrer angestammten Tätigkeit als Fachspezialistin e-business 

eingeschränkt. Wie RAD-Arzt Dr. C.___ am 23. Juli 2019 zutreffend ausführte, wurde 

bei der Beschwerdeführerin im Dezember 2016 ein Tuberculum sellae Meningeom 

diagnostiziert, welches jedoch schon früher aktiv war und angesichts einer 

konkomitierenden Nebenniereninsuffizienz auch mit Müdigkeit einherging. Dr. C.___ 

hielt weiter fest, das Meningeom sowie dessen erforderliche Resektion hätten zu einer 

noch komplexeren Sehstörung geführt, welche eine "computer-lastige" Tätigkeit 

verunmöglicht habe. Er datierte den Beginn einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der 

angestammten Tätigkeit entsprechend der Fragestellung der Beschwerdegegnerin auf 

den 27. September 2016 (IV-act. 159). Von Ende September 2016 bis zur Hirnoperation 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

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vom 20. Januar 2017 (IV-act. 23-12 ff.) kann aufgrund der Einschätzungen von Dr. 

C.___ und Dr. B.___ von einer Arbeitsfähigkeit von 30 % als Gemeinderätin (oder in 

einer anderen adaptierten Tätigkeit) ausgegangen werden (IV-act. 152, 159). Nach der 

Operation war die Beschwerdeführerin sodann - wie Dr. B.___ nachvollziehbar 

beurteilte - für rund drei Monate, mithin bis Ende April 2017, zu 100 % arbeitsunfähig in 

sämtlichen Tätigkeiten (IV-act. 152). Danach ist in der Tätigkeit als Gemeinderätin 

wieder von einer Arbeitsfähigkeit von 30 % auszugehen. Insgesamt bestand seit der 

erstmalig am 8. Juli 2016 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit bis zum Ablauf des 

Wartejahres per 30. Juni 2017 damit ohne Unterbruch eine Arbeitsunfähigkeit von mehr 

als 40 %. Damit ist im Folgenden die Arbeitsfähigkeit ab dem frühestmöglichen 

Rentenbeginn vom 1. Juli 2017 zu prüfen.

Dr. C.___ hielt am 23. Juli 2019 fest, er habe der Beschwerdeführerin am 27. Juni 

2017 eine Arbeitsfähigkeit von ca. 50 % attestiert, wobei er empfohlen habe, die 

"endgültige Quote berufspraktisch zu ermitteln" (vgl. IV-act. 28). In der Rückschau 

ergebe sich, dass diese Einschätzung in etwa zutreffe, da die sicher sehr kooperative 

Versicherte von diesem Zeitpunkt bis zur fatalen Arteria basilaris-Läsion als 

Gemeinderätin eine 30%ige Tätigkeit wahrgenommen habe. Dies sei eine Quote, die 

vor dem Hintergrund der zu dieser Zeit bestehenden, durch die Grundkrankheit 

bedingten funktionellen Einschränkungen als korrekt bezeichnet werden könne. Er 

gehe von einer Arbeitsfähigkeit als Gemeinderätin von "30 % von 06/2018 bis 

10.12.2018" aus (IV-act. 159-2). Angesichts der zitierten einleitenden Ausführungen Dr. 

C.___s sowie der Aktenlage ist jedoch davon auszugehen, dass es sich bei dieser 

Datumsangabe "06/2018" um einen Verschrieb handelt und Dr. C.___ Juni 2017, nicht 

2018 meinte (IV-act. 159, vgl. IV-act. 152). Aus der Aussage von Dr. C.___ kann - 

entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (vgl. IV-act. 160, 213) - nicht 

geschlossen werden, dass seit Ende Juni 2017 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % 

bestanden habe, zumal Dr. C.___ am 23. Juli 2019 seine frühere prognostische 

Einschätzung – die er überdies lediglich unter dem Vorbehalt der praktischen 

Arbeitserprobung abgegeben hatte – selbst relativierte bzw. einschränkte (IV-act. 159). 

Er pflichtete überdies explizit Dr. B.___ darin bei, dass die Beschwerdeführerin in keiner 

Tätigkeit eine höhere Arbeitsfähigkeit habe erlangen können als in jenen, die sie im 

erfragten Zeitraum (29. September 2016 bis 9. Dezember 2018, vgl. IV-act. 152) 

wahrgenommen habe (IV-act. 159-2). Ab 21. August 2017 erhielt die 

Beschwerdeführerin von der Beschwerdegegnerin finanzierte Coachingstunden, 

durchgeführt durch Pro Arbeit, sowie Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche 

(IV-act. 47 f.). Gemäss der übereinstimmenden Einschätzung von Dr. B.___ und Dr. 

C.___ bestand aber vorerst keine Arbeitsfähigkeit, welche über ihr damals ausgeübtes 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

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30%iges Pensum als Gemeinderätin hinausgegangen wäre (vgl. IV-act. 152, 159). 

Demzufolge ist im Zeitraum vom 1. Juli 2017 bis 31. Dezember 2017 von einer 

Arbeitsfähigkeit von insgesamt 30 % (als Gemeinderätin) auszugehen.

Ab Januar 2018 erfolgte sodann ein Arbeitsversuch bei der IV-Stelle J.___ mit 

zunächst einem Pensum von 40 %. Bis Ende April 2018 hatte die Beschwerdeführerin 

dieses auf 50 % gesteigert (IV-act. 81, vgl. IV-act. 73-1, 78-1). Daneben war sie 

weiterhin in einem Pensum von rund 30 % als Gemeinderätin tätig und plante eine 

Weiterbildung (diese begann erst im September 2018; vgl. IV-act. 92). Die 

Arbeitsfähigkeit während des vom 3. Januar bis 30. Juni 2018 dauernden 

Arbeitsversuches lässt sich aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten nicht exakt 

ermitteln. Es ist aber jedenfalls davon auszugehen, dass eine stabile - über das 

Pensum als Gemeinderätin hinausgehende - Arbeitsfähigkeit erst nach Ende des 

Arbeitsversuches wieder hinreichend feststand.

3.4. 

Dr. B.___ und Dr. C.___ gingen ab Oktober 2018 von einer Arbeitsfähigkeit von 40 

% als IV-Beraterin aus, zuvor von einer solche von 0 % (IV-act. 152, 159). Wie 

nachfolgend ausgeführt, ist jedoch bereits ab Juli 2018 von einer vollen Arbeitsfähigkeit 

in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen. Vom 9. Juli bis 14. Oktober 2018 war die 

Beschwerdeführerin im Rahmen eines RAV-Einsatzprogrammes bei der IV-Stelle J.___ 

tätig, bis sie dann dort ab 15. Oktober 2018 eine Festanstellung in einem Pensum von 

40 % erhielt (IV-act. 81-3). Aufgrund der vorliegenden Akten ist davon auszugehen, 

dass die vorübergehende Finanzierung durch das RAV darin begründet lag, dass die 

Festanstellung der Beschwerdeführerin ein Sonderbudget des Bundesamtes für 

Sozialversicherungen (BSV) bedingte und sich die Bewilligung des entsprechenden 

Antrages verzögerte (vgl. IV-act. 78-1, 89-9). Den Anforderungen bei der IV-Stelle J.___ 

war die Beschwerdeführerin bereits seit spätestens Juli 2018 gewachsen (vgl. IV-act. 

81-3, 89-9, act. G12.2). Abweichend von den Beurteilungen von Dr. B.___ und Dr. 

C.___ hielt der Vorgesetzte der Beschwerdeführerin bei der IV-Stelle J.___ in einer E-

Mail vom 14. Januar 2020 an Rechtsanwalt Landolt fest, ab Juli 2018 könne von einer 

Arbeitsfähigkeit von 100 % ausgegangen werden. Die Beschwerdeführerin habe ihre 

Einarbeitung mit sehr viel Einsatz und Motivation absolviert. Es sei ihr gut gelungen, die 

verschiedenen Anforderungen der Einarbeitung bei der IV-Stelle J.___, den Beginn der 

Weiterbildung und ihren zweiten Job als Gemeinderätin unter einen Hut zu bringen. Die 

Beschwerdeführerin sei ab 15. Oktober 2018 zu einem Pensum von 40 % angestellt 

gewesen. Es sei geplant gewesen, das Pensum weiter zu steigern, sodass nach der 

abgeschlossenen Ausbildung eine Tätigkeit von 80-100 % bei der IV-Stelle J.___ 

möglich gewesen wäre (act. G12.2). Der Gemeindepräsident von Walenstadt hielt 

3.5. 

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4.

anlässlich eines Telefongesprächs mit der Beschwerdegegnerin vom 20. Dezember 

2019 fest, dass die Beschwerdeführerin bis zu ihrer Operation vom 10. Dezember 2018 

in ihrer Tätigkeit als Gemeinderätin noch voll leistungsfähig gewesen sei (IV-act. 212, 

vgl. act. G12.3). Mit Schreiben vom 20. Januar 2021 bestätigten der 

Gemeindepräsident und der Gemeinderatsschreiber, dass die Beschwerdeführerin bis 

zum 9. Dezember 2018 im Rahmen ihres Pensums als Gemeinderätin vollumfänglich 

arbeitsfähig gewesen sei und ihre Aufgaben auf höchstem Niveau habe erledigen 

können (act. G12.4). Weiter liegt ein Schreiben der K.___ AG vom 19. Januar 2021 im 

Recht. Gemäss diesem war die Beschwerdeführerin dort seit 15. August 2018 als 

Verwaltungsrätin tätig und erledigte dabei ihre Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit und 

ohne Beeinträchtigung (act. G12.5). Laut den Ausführungen ihres Vaters war die 

Beschwerdeführerin massgeblich an der Gründung der Firma beteiligt (act. G12.1), 

sodass davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin einiges an Arbeitszeit 

dafür aufwendete. Schliesslich konnte die Beschwerdeführerin die Weiterbildung an der 

Hochschule L.___ ab 21. September 2018 bis zur Operation vom 10. Dezember 2018 

ohne Minderleistung und Probleme absolvieren, wie seitens des dortigen Instituts für 

M.___ mit Schreiben vom 18. Januar 2021 bestätigt wurde (vgl. act. G12.6). Die 

Weiterbildung erforderte eine Präsenzzeit von rund 20 % sowie Selbststudium (vgl. IV-

act. 53-2). Insgesamt ist damit davon auszugehen, dass ihr damaliger gesundheitlicher 

Zustand der Beschwerdeführerin erlaubt hätte, vom 1. Juli bis 10. Dezember 2018 statt 

des tatsächlich ausgeübten Pensums von 40 % bei der IV-Stelle J.___ wie bereits 

zuvor ein solches von 50 % auszuüben. Bei einem zusätzlichen Pensum von 10 bis 30 

% als Gemeinderätin, rund 10 % für das Verwaltungsratsmandat und mindestens 20 % 

für die Weiterbildung, rechtfertigt es sich, von einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 

100 % in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen. Dies erscheint stimmig mit der 

Tatsache, dass die Beschwerdeführerin ihren Hausarzt zwischen Mai 2018 und dem 

3. Dezember 2018 nie konsultiert hatte (IV-act. 152) und entspricht im Übrigen auch der 

Einschätzung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin (vgl. act. G8, G10, G28).

Zusammengefasst ist damit vom 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2018 von einer Arbeits­

fähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 30 % und vom 1. Juli bis 9. Dezember 2018 

sodann von einer solchen von 100 % auszugehen. Seit der Operation vom 10. 

Dezember 2018 besteht unbestritten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für sämtliche 

Tätigkeiten. Weitere medizinische Abklärungen erübrigen sich. Vorliegend fielen nur 

zusätzliche retrospektive ärztliche Beurteilungen in Betracht, welche ohnehin von 

beschränkter Aussagekraft wären.

3.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

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Basierend auf den vorgenannten Arbeitsfähigkeiten ist nachfolgend der Invaliditätsgrad 

zu bestimmen.

Massgebend für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund 

ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Renten­

beginns verdient hätte. Für die Bestimmung des Valideneinkommens wird 

grundsätzlich am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die 

bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 28 

E. 3.3.2, 125 V 58 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 

8C_590/2014, E. 5.1, und 21. August 2013, 8C_196/2013, E. 3.1). Die 

Beschwerdeführerin war bis Ende September 2016 in einem Pensum von 20 % als 

Fachspezialistin e-business bei der Bank I.___ tätig. Im Jahr 2015 erzielte sie dort ein 

Einkommen von Fr. 21'805.-- (IV-act. 6). Bei hypothetischer Vollerwerbstätigkeit ist für 

das Jahr 2015 von einem (hypothetischen) Einkommen von Fr. 109'025.-- (Fr. 21'805.-- 

x 100 / 20) auszugehen. Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2017 

resultiert ein massgebliches Valideneinkommen von Fr. 110'364.-- (Index 2015: 2'686, 

2017: 2'719) bzw. bis ins Jahr 2018 ein solches von Fr. 110'892.-- (Index 2015: 2'686, 

2018: 2'732). Bei dieser Betrachtungsweise rechtfertigt es sich nicht, das Einkommen 

als Gemeinderätin (vgl. IV-act. 6) zusätzlich zu berücksichtigen, zumal ein 

hypothetisches Pensum von deutlich über 100 % resultiert hätte. Wie die Beigeladenen 

zu Recht vorbringen (vgl. act. G25 f.), wäre dies der Beschwerdeführerin insbesondere 

neben der alleinigen Betreuung der beiden Kinder und der Erledigung des Haushalts 

nicht zumutbar gewesen. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass das Einkommen in den 

beiden Tätigkeiten bei der Bank I.___ und als Gemeinderätin ähnlich hoch war, zumal 

die Beschwerdeführerin für ihr rund 20%iges (abweichende Angaben von 10 bis 30 %) 

Pensum als Gemeinderätin im Jahr 2015 ein Einkommen von Fr. 24'476.-- generierte 

(vgl. IV-act. 6). Wie die Beschwerdeführerin vorbringt, war sie seit Geburt eingeschränkt 

und sie hätte möglicherweise ohne Sehstörung ein höheres Einkommen erwirtschaften 

können, als sie tatsächlich bis September 2016 erzielte (act. G1). Diese Frage kann 

jedoch insofern offenbleiben, als - wie nachfolgend ausgeführt - auch bei 

Berücksichtigung des tatsächlichen (allenfalls zu tiefen) Einkommens als 

Valideneinkommen für den Zeitraum vom 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2018 ein Anspruch 

auf eine ganze Rente resultiert. Insofern muss auch der – prima vista einleuchtende – 

Vorschlag der Beigeladenen 1, das Valideneinkommen anhand eines hypothetischen 

Pensums von 80% bei der Bank I.___ und 20% als Gemeinderätin festzusetzen (act. G 

26 Ziff. 5), nicht näher geprüft werden.

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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Art. 16 ATSG umschreibt das Invalideneinkommen als hypothetisches Einkommen. 

Nach der ständigen Verwaltungspraxis und Rechtsprechung steht der Beizug von 

Tabellen und vergleichbaren Übersichten im Vordergrund. Die Rechtsprechung lässt 

das Abstellen auf das tatsächlich erzielte Invalideneinkommen nur dann zu, wenn ein 

besonders stabiles Arbeitsverhältnis den Bezug auf den allgemeinen Arbeitsmarkt 

erübrigt, wenn die verbleibende Arbeitsfähigkeit zumutbar voll ausgeschöpft wird und 

wenn kein Soziallohn ausgerichtet wird. Die genannten Voraussetzungen müssen 

kumulativ erfüllt sein (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 66 f., 70 zu Art. 

16). Diese Bedingungen treffen im Zeitraum vom 1. Juli bis 31. Dezember 2017 (bzw. 

30. Juni 2018) auf die Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Gemeinderätin zu. Sie war 

seit 2013 in dieses Amt gewählt und die damals laufende Amtsdauer hätte noch bis 

2020 gedauert (vgl. IV-act. 1). Es kann damit als besonders stabil angesehen werden. 

Die Beschwerdeführerin schöpfte mit dieser Tätigkeit im genannten Zeitraum ihre 

Arbeitsfähigkeit von 30 % voll aus und es wurde kein Soziallohn ausgerichtet. Da die 

Einkommen als Gemeinderätin in den Jahren 2013 bis 2015 leicht geschwankt haben, 

erscheint es angezeigt, vom Durchschnitt dieser drei Jahre auszugehen. Dieser beläuft 

sich bei jeweiliger Nominallohnbereinigung bis 2017 auf Fr. 24'630.-- (2013: 

Fr. 22'005.-- [Fr. 21'430.-- / 2'648 x 2'719]; 2014: Fr. 27'109.-- [Fr. 26'650.-- / 2'673 x 

2'719]; 2015: Fr. 24'777.-- [Fr. 24'476.-- / 2'686 x 2'719]; IV-act. 6-1). Vom 1. Juli 2017 

bis 30. Juni 2018 ist damit von einem Invalideneinkommen von Fr. 24'630.-- 

auszugehen. Vom 1. Juli bis 9. Dezember 2018 war die Beschwerdeführerin sodann in 

einer adaptierten Tätigkeit voll arbeitsfähig. In ihrer adaptierten Tätigkeit bei der IV-

Stelle J.___ hätte sie bei einem hypothetischen Beschäftigungsgrad von 100 % ein 

Einkommen von Fr. 90'025.-- (Fr. 2'770.-- x 13 / 40 x 100; IV-act. 85) erzielen können. 

Selbst bei einem Pensum von lediglich 80 %, welches auch mit der Beeinträchtigung 

der Augen als bewältigbar betrachtet wurde (vgl. dazu act. G12.2), hätte sie bei der IV-

Stelle J.___ ein (nicht rentenbegründendes; vgl. E. 3.3) Einkommen von Fr. 72'020.-- 

erzielt. Zusätzlich generierte sie ab August 2018 auch noch ein Verwaltungsratshonorar 

in unbekannter Höhe. Der Verdienst als Gemeinderätin ist ab 1. Juli 2018 insofern nicht 

zu berücksichtigen, als dieser auch beim Valideneinkommen nicht einberechnet wurde. 

Zudem wäre dieser höher als das Einkommen bei der IV-Stelle J.___ (vgl. IV-act. 6, E. 

3.1) und würde aufgerechnet auf ein Vollpensum ohnehin nicht zu einem 

rentenbegründenden Invaliditätsgrad führen.

4.2. 

Für den Zeitraum vom 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2018 ergibt sich ausgehend von 

einer Arbeitsfähigkeit von 30 % in der Tätigkeit als Gemeinderätin bzw. einer 

adaptierten Tätigkeit, einem Valideneinkommen von Fr. 110'364.-- und einem 

Invalideneinkommen von Fr. 24'630.-- ein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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5.  

rund 78 %. Die Beschwerdeführerin hat daher unter Berücksichtigung der 

dreimonatigen Frist von Art. 88a IVV vom 1. Juli 2017 bis 30. September 2018 einen 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Vor diesem Hintergrund kann offenbleiben, ob 

Art. 18a Abs. 2 IVG auch bei der vorliegenden retrospektiven Rentenzusprache 

Anwendung finden würde, die Beschwerdeführerin während des Arbeitsversuchs also 

unabhängig von der konkreten Arbeitsunfähigkeit einen Rentenanspruch gehabt hätte 

(statt der ausgerichteten Taggelder; vgl. IV-act. 67, nachfolgende E. 5.1). Vom 1. 

Oktober 2018 bis 9. Dezember 2018 resultiert bei einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in 

einer adaptierten Tätigkeit, einem Valideneinkommen von Fr. 110'892.-- und einem 

Invalideneinkommen von mindestens Fr. 72'020.-- ein nicht rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von 35 %. Vom 1. Oktober bis 30. November 2018 entfällt damit ein 

Rentenanspruch. Ab 1. Dezember 2018 (bzw. der Operation vom 9. Dezember 2018) 

bestand sodann unbestritten eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % in sämtlichen 

Tätigkeiten und damit ein Invaliditätsgrad von ebenfalls 100 %. Gestützt auf Art. 29

IVV hatte die Beschwerdeführerin trotz zwischenzeitlicher Renteneinstellung damals 

das Wartejahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG nicht erneut zu erfüllen. Die 

Arbeitsunfähigkeit während der ersten Phase des Rentenanspruchs vom 1. Juli 2017 

bis 30. September 2018 war neben den Augenproblemen auch auf den Hirntumor bzw. 

dessen Entfernung am 20. Januar 2017 sowie die daraufhin notwendigen 

Behandlungen und noch bestehenden Beeinträchtigungen zurückzuführen (vgl. IV-act. 

23-2 ff., 23-12 ff.). Die am 9. Dezember 2018 aufgrund des Tumor-Rezidivs bzw. 

dessen operative Entfernung erneut eingetretene Arbeitsunfähigkeit ist damit 

ausreichend auf dasselbe Leiden zurückzuführen, sodass das Wartejahr nicht erneut zu 

erfüllen ist. Dies ist bei den Parteien denn auch unstrittig. Dementsprechend hat die 

Beschwerdeführerin ab 1. Dezember 2018 wieder einen Anspruch auf eine ganze 

Rente.

bis

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 12. November 2019 

aufzuheben und der Beschwerdeführerin vom 1. Juli 2017 bis 30. September 2018 

sowie ab 1. Dezember 2018 eine ganze Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur 

Berechnung, Verfügung und Auszahlung der Invalidenrente an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Bei der Ausrichtung der Rentenleistungen wird die 

Beschwerdegegnerin zu beachten haben, dass die Beschwerdeführerin im Zeitraum 

vom 3. Januar bis 1. Juli 2018 IV-Taggeldleistungen bezogen hat (IV-act. 67).

5.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

5.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 12. 

November 2019 aufgehoben und der Beschwerdeführerin vom 1. Juli 2017 bis 30. 

September 2018 sowie mit Wirkung ab 1. Dezember 2018 eine ganze Rente 

zugesprochen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Leistung wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Ausgangsgemäss 

hat die Beschwerdegegnerin die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Vorliegend hat die Beschwerdeführerin als 

obsiegend zu gelten, zumal ihr bereits ab 1. Juli 2017 statt wie von der 

Beschwerdegegnerin verfügt ab 1. Juli 2018 eine ganze Rente zugesprochen wird. Die 

Unterbrechung des Rentenanspruchs vom 1. Oktober bis 30. November 2018, mithin 

während lediglich zwei Monaten, ändert daran nichts. Die Parteientschädigung wird 

vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; 

sGS 963.75; in der vorliegend anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, 

siehe Art. 30  HonO) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden 

Fall erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von 

Fr. 4'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Bei diesem 

Verfahrensausgang erübrigt sich die Prüfung des Antrags der Beschwerdeführerin auf 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und -verbeiständung (vgl. act. G1, G5).

5.3. 

bis

Die Beigeladenen haben keine Entschädigungsansprüche (vgl. BGE 128 V 323). 

Die anwaltlich vertretene Beigeladene 2 macht solche denn auch nicht geltend.

5.4. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 16.08.2021
	Art. 28 IVG. Art. 28a IVG. Festlegung der Arbeitsfähigkeit im Verlauf. Die Beschwerdeführerin ist als Vollerwerbstätige zu qualifizieren und der Invaliditätsgrad mittels Einkommensvergleich zu bestimmen. Nach Ablauf des Wartejahres resultiert mit einem Unterbruch von zwei Monaten ein Anspruch auf eine ganze Rente. Gutheissung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. August 2021, IV 2019/325).

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