# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a3e0d91a-de59-5824-afac-2d8d1b332292
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 10.07.2023 RT230072
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RT230072_2023-07-10.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: RT230072-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

Dr. D. Scherrer und Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos Würgler  

sowie Gerichtsschreiber lic. iur. A. Baumgartner 

Beschluss vom 10. Juli 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsgegnerin und Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 

Staat Zürich und Gemeinde B._____ und Reformierte Kirchgemeinde,  
Gesuchsteller und Beschwerdegegner 

 

vertreten durch Steueramt B._____  

 

betreffend Rechtsöffnung 
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen  
Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 4. Mai 2023 (EB230064-E) 
  

- 2 - 

 
Erwägungen: 

 1. a) Mit Urteil vom 4. Mai 2023 erteilte die Vorinstanz den Gesuchstellern 

und Beschwerdegegnern (fortan Gesuchsteller) in der Betreibung Nr. … des Be-

treibungsamtes Hinwil (Zahlungsbefehl vom 7. Februar 2023) gestützt auf den 

Einschätzungsentscheid des Steueramtes B._____ für die Staats- und Gemein-

desteuer des Steuerjahres 2021 vom 5. August 2022 (Urk. 2/2) sowie auf die 

"Schlussrechnung 2021 Staats- und Gemeindesteuern" der Gemeinde B._____, 

Abteilung Steuern, vom 5. August 2022 (Urk. 2/3) definitive Rechtsöffnung für 

Fr. 1'377.– zuzüglich 4.5% Zins seit dem 1. Februar 2023 sowie für Fr. 27.85 

(Zins bis zum 31. Januar 2023; Urk. 9 = Urk. 12). 

 b) Innert Frist (Art. 321 Abs. 2 ZPO i.V.m. Art. 251 lit. a ZPO; Urk. 10 S. 1) 

erhob die Gesuchsgegnerin und Beschwerdeführerin (fortan Gesuchsgegnerin) 

mit Eingabe vom 27. Mai 2023 Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, es sei 

das angefochtene Urteil aufzuheben und die Rechtsöffnung abzuweisen (Urk. 11). 

 c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (vgl. Urk. 1-10). Da sich 

die Beschwerde – wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird – sogleich als offen-

sichtlich unzulässig bzw. unbegründet erweist, erübrigt sich das Einholen einer 

Beschwerdeantwort (Art. 322 Abs. 1 ZPO). Aus demselben Grund kann davon 

abgesehen werden, der Gesuchsgegnerin Frist zur Verbesserung ihrer ungebühr-

lichen Beschwerdeschrift anzusetzen (vgl. Art. 132 Abs. 1 und 2 ZPO). Auf die 

Ausführungen der Gesuchsgegnerin in der Beschwerdeschrift ist nachfolgend nur 

insoweit einzugehen, als sich dies für die Entscheidfindung als notwendig erweist. 

 2. Gemäss Art. 326 Abs. 1 ZPO sind im Beschwerdeverfahren neue Tatsa-

chenbehauptungen ausgeschlossen. Dies wird mit dem Charakter der Beschwer-

de begründet, die sich als ausserordentliches Rechtsmittel auf die Rechtskontrolle 

beschränkt und nicht das erstinstanzliche Verfahren fortsetzen soll. Das Noven-

verbot ist umfassend (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-

Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-Komm., Art. 326 N 3 f.). 

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 Die Gesuchsgegnerin macht in der Beschwerdeschrift vom 27. Mai 2023 

geltend, sie habe bei der Freischützgasse – wohl beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Zürich – schon lange ein Gesuch um Erlass der Steuern gestellt, wel-

ches seit dem 1. Februar 2023 nicht beantwortet worden sei (Urk. 11 S. 2). Diese 

Behauptung brachte die Gesuchsgegnerin erstmals im Beschwerdeverfahren vor 

(vgl. Prot. Vi S. 4 f.), weshalb sie aufgrund von Art. 326 Abs. 1 ZPO im Beschwer-

deverfahren nicht mehr berücksichtigt werden kann. 

 3. a) Die beschwerdeführende Partei hat im Einzelnen darzulegen, an wel-

chen Mängeln (unrichtige Rechtsanwendung, offensichtlich unrichtige Feststel-

lung des Sachverhalts; Art. 320 ZPO) der angefochtene Entscheid ihrer Ansicht 

nach leidet (Freiburghaus/Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, 

ZPO Komm., Art. 321 N 15). Unerlässlich ist, dass die Beschwerde auf die Be-

gründung des angefochtenen Entscheids eingeht. Die beschwerdeführende Partei 

soll in der Beschwerdeschrift mit ihrer Kritik an den als fehlerhaft erachteten Er-

wägungen der Vorinstanz ansetzen. Die Begründung hat in der Beschwerdeschrift 

selbst zu erfolgen (vgl. Art. 321 Abs. 1 ZPO; vgl. zum diesbezüglich analogen 

bundesgerichtlichen Verfahren BGer 4A_498/2021 vom 21. Dezember 2021, 

E. 2.1 m.w.H.). 

 Erfüllt die Beschwerde grundlegende Inhaltsanforderungen nicht, fehlt es an 

einer Eintretensvoraussetzung und die Rechtsmittelinstanz hat darauf nicht einzu-

treten. Inhaltliche Nachbesserung der Begründung ist nach Ablauf der Beschwer-

defrist nicht zulässig (BGer 5D_215/2015 vom 16. März 2016, E. 3.1 m.w.H.; 

BGer 5A_822/2022 vom 14. März 2023, E. 3.3.1 m.w.H.). 

 b) Die Beschwerdeschrift (Urk. 11) genügt den genannten Anforderungen 

nicht. Die Gesuchsgegnerin setzt sich darin mit den Erwägungen der Vorinstanz 

im angefochtenen Urteil (Urk. 12) nicht auseinander. Sie unterlässt es demnach 

auch, sich mit der vorinstanzlichen Erwägung, zwei Bescheinigungen würden die 

Vollstreckbarkeit des Einschätzungsentscheides vom 5. August 2022 (unter Hin-

weis auf Urk. 2/2) und der Schlussrechnung vom 5. August 2022 (unter Hinweis 

auf Urk. 2/3) ausweisen (Urk. 12 S. 3 E. 3), auseinanderzusetzen. Ebenfalls nicht 

kritisiert hat die Gesuchsgegnerin die Erwägung der Vorinstanz, sie habe weder 

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Tilgung, Stundung noch Verjährung geltend gemacht, weshalb den Gesuchstel-

lern für den Betrag von Fr. 1'377.– definitive Rechtsöffnung zu erteilen sei 

(Urk. 12 S. 3 E. 3). Da somit von Seiten der Gesuchsgegnerin keine genügende 

Auseinandersetzung mit dem angefochtenen Urteil erfolgte, ist auf ihre Be-

schwerde nicht einzutreten. 

 Daran ändert auch nichts, dass die Gesuchsgegnerin in dem von ihr der be-

schliessenden Kammer eingereichten Exemplar des Urteils zu den Erwägungen 

betreffend die Kostenfolgen handschriftliche Bemerkungen anbrachte (Urk. 12 

S. 4 E. 6.1 und S. 5 Dispositivziffer 3). Auch diese, nicht in der Beschwerdeschrift 

selber getätigten Äusserungen stellen keine genügende Auseinandersetzung mit 

den Erwägungen der Vorinstanz dar. 

 4. Die Gesuchsgegnerin stellte für das Beschwerdeverfahren sinngemäss 

ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 11 S. 1 und 

S. 3). 

 Ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege setzt neben der Mittellosigkeit 

auch voraus, dass das Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 117 lit. b 

ZPO). Das Beschwerdeverfahren war jedoch – wie vorstehend aufgezeigt – von 

vornherein als aussichtslos anzusehen, weshalb das Gesuch der Gesuchsgegne-

rin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Beschwerdeverfah-

ren abzuweisen ist. 

 5. Die Prozesskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt. Bei Nicht-

eintreten gilt die klagende Partei bzw. die Partei, welche das Rechtsmittel erho-

ben hat, als unterliegend (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO), weshalb der Gesuchsgegne-

rin die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens aufzuerlegen sind. Die Spruch-

gebühr ist gestützt auf Art. 48 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 GebV SchKG auf Fr. 300.– 

festzusetzen. Mangels wesentlicher Umtriebe ist den Gesuchstellern für das Be-

schwerdeverfahren keine Entschädigung zuzusprechen (vgl. Art. 95 Abs. 3 ZPO). 

Die Gesuchsgegnerin ihrerseits hat als unterliegende Partei keinen Anspruch auf 

Entschädigung (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

- 5 - 

Es wird beschlossen: 

1. Auf die Beschwerde der Gesuchsgegnerin wird nicht eingetreten. 

2. Das Gesuch der Gesuchsgegnerin um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen. 

3. Die Spruchgebühr des Beschwerdeverfahrens wird auf Fr. 300.– festgesetzt. 

4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden der Gesuchsgegnerin aufer-

legt. 

5. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchsteller unter Beilage ei-

ner Kopie der Urk. 11, sowie an das Betreibungsamt Hinwil und die Vorin-

stanz, je gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 1'377.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 

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Zürich, 10. Juli 2023 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer 

 
Der Gerichtsschreiber: 

 
 
 

lic. iur. A. Baumgartner 
 

versandt am:  
ip 

	Beschluss vom 10. Juli 2023
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Auf die Beschwerde der Gesuchsgegnerin wird nicht eingetreten.
	2. Das Gesuch der Gesuchsgegnerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen.
	3. Die Spruchgebühr des Beschwerdeverfahrens wird auf Fr. 300.– festgesetzt.
	4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden der Gesuchsgegnerin auferlegt.
	5. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Gesuchsteller unter Beilage einer Kopie der Urk. 11, sowie an das Betreibungsamt Hinwil und die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...