# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4a426c0f-3e05-5dff-87cd-0d5a4913567d
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-22
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 22.03.2016 460 15 136
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-15-136_2016-03-22.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

22. März 2016 (460 15 136) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafrecht 

 

 

Gewerbsmässiger Diebstahl 

 

 

Besetzung Vorsitzender Richter Niklaus Ruckstuhl, Richter Daniel Häring (Ref.), 

Richter Markus Clausen, Richter Beat Hersberger, Richterin Barbara 

Jermann Richterich; Gerichtsschreiber Dominik Haffter 

 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Allgemeine Hauptabteilung, Grenzacherstrasse 8, Postfach, 

4132 Muttenz,  

Anklagebehörde 

 

Privatklägerschaft 

  

gegen 

 

 A.____,  

vertreten durch Advokatin D.____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

 

Gegenstand Gewerbsmässiger Diebstahl etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft  

vom 15. April 2015 

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1. Mit Urteil vom 15. April 2015 sprach das Strafgericht Basel-Landschaft A.____ des 

gewerbsmässigen Diebstahls, des Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung, des mehr-

fachen Hausfriedensbruchs sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen das Ausländergesetz 

schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren, unter Anrechnung der vom 

10. März 2014 bis zum 15. April 2015 ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 

402 Tagen (Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs). Hinsichtlich der beschlagnahmten 

Gegenstände und Vermögenswerte, der Zivilforderungen, der Verlegung der erstinstanzlichen 

Verfahrenskosten sowie der Parteientschädigungen kann auf die Ziffer 2 bis 4 des vorinstanzli-

chen Urteilsdispositivs verwiesen werden. 

 

Auf die Begründung dieses vorinstanzlichen Entscheids sowie der nachfolgenden Eingaben der 

Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des vorliegenden Urteils einge-

gangen. 

 

2. Gegen obgenanntes Urteil meldete A.____ mit Eingabe vom 16. April 2015 sowie des-

sen Verteidigerin, Advokatin D.____, mit Eingabe vom 20. April 2015 Berufung an.  

 

3. Mit als Beschwerde bezeichneter Eingabe vom 18. Mai 2015 stellte der Beschuldigte 

die Anträge, es sei die Hauptverhandlung des Strafgerichts nach Massgabe von Art. 335 Abs. 2 

StPO zu wiederholen, die Kosten des Beschwerdeverfahrens auf die Staatskasse zu nehmen 

und ihm eine Umtriebsentschädigung zuzusprechen, deren Höhe von der Beschwerdeinstanz 

festzulegen sei. 

 

4. Der Präsident der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft 

nahm mit Verfügung vom 20. Mai 2015 die Eingabe des Beschuldigten vom 18. Mai 2015 als 

Berufungsanmeldung entgegen und leitete diese zuständigkeitshalber an die Verfahrensleitung 

des Strafgerichts weiter.  

 

5. Der Beschuldigte führte mit Eingabe vom 21. Mai 2015 aus, dass seine Eingabe vom 

18. Mai 2015 als Beschwerde zu behandeln sei. Mit Verfügung vom 26. Mai 2015 nahm der 

Präsident des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, diese Eingabe zur 

Kenntnis und legte sie unter Hinweis auf die Verfügung vom 20. Mai 2015 ad acta.  

 

6. Mit Urteil vom 28. Mai 2015 trat das Bundesgericht auf die Beschwerde in Strafsachen 

des Beschuldigten betreffend die Verfügung des Präsidenten des Kantonsgerichts vom 20. Mai 

2015 nicht ein.  

 

7. Der Beschuldigte führte mit Berufungserklärung vom 5. Juni 2015 an, er fechte das 

Urteil des Strafgerichts sowohl im Schuldpunkt als auch hinsichtlich der Strafzumessung an. 

Ferner begehrte der Beschuldigte, das Strafmass sei zu reduzieren und er sei zu einer teilbe-

dingten Freiheitsstrafe zu verurteilen. Ausserdem sei ein Führungsbericht der Haftanstalt einzu-

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holen, wobei auf seine Eingabe vom 28. April 2015 sowie die Verfügung des Kantonsgerichts 

vom 30. April 2015 hinzuweisen und die Haftanstalt anzuweisen sei, jegliche Falschdarstellun-

gen zu unterlassen. Des Weiteren seien sämtliche Urteile des Strafgerichts Basel-Landschaft 

aus den vergangenen 5 Jahren beizuziehen, in welchen Serien von mehr als 30 Straftaten aus 

dem Bereich Einbruchdiebstahl zu beurteilen gewesen seien. Überdies beantragte der Be-

schuldigte, es sei B.____, Leiter des Gefängnisses C.____, als Zeuge vorzuladen und zu befra-

gen, ob ihm untersagt worden sei, einen Führungsbericht über den Beschuldigten zu verfassen. 

Sodann sei die Tonaufnahme der Parteiverhandlung vom 13. April 2015 Wort für Wort schriftlich 

abzufassen und dem schriftlichen Verfahrensprotokoll gegenüber zustellen, womit aufgezeigt 

werden solle, dass dem Beschuldigten die Verteidigung verboten worden sei.  

 

8. Mit Eingabe vom 16. Juni 2015 stellte der Beschuldigte im Weiteren die Rechtsbegeh-

ren, es sei das Strafverfahren wegen krass unrechtmässigen Verfahrenshandlungen einzustel-

len und er sei umgehend aus der Haft zu entlassen. Eventualiter sei eine förmliche Erklärung 

darüber abzugeben, warum sein Antrag auf Prozesswiederholung vom 18. Mai 2015 missachtet 

worden sei. 

 

9. Die Verteidigerin des Beschuldigten beantragte mit Berufungserklärung vom 17. Juni 

2015, es sei der Beschuldigte wegen mehrfachen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung 

und mehrfachen Hausfriedensbruchs zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren zu 

verurteilen und die Verteidigerin per sofort aus der amtlichen Verteidigung zu entlassen.  

 

10. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft teilte mit Eingabe vom 22. Juni 2015 mit, 

dass sie keine Anschlussberufung erkläre und keinen Antrag auf Nichteintreten stelle. 

 

11. Mit Verfügung vom 3. August 2015 wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft das Ge-

such von Advokatin D.____ vom 17. Juni 2015 um Entlassung aus der amtlichen Verteidigung 

ab, bestätigte die amtliche Verteidigung des Beschuldigten mit Advokatin D.____ für das 

Rechtsmittelverfahren und stellte fest, dass die Staatsanwaltschaft sowie die Privatklägerschaft 

innert 20 Tagen seit Empfang der Berufungserklärungen weder begründeten Antrag auf Nicht-

eintreten gestellt noch Anschlussberufung erklärt haben.  

 

12. Der Beschuldigte begehrte mit Eingabe vom 6. August 2015 seine umgehende Entlas-

sung aus der Sicherheitshaft sowie die Ausschaffung nach Deutschland. In der Folge nahm der 

Straf- und Massnahmenvollzug mit Eingabe vom 11. August 2015 Stellung zum Haftentlas-

sungsgesuch und die Staatsanwaltschaft stellte mit Eingabe vom 13. August 2015 den Antrag, 

es sei das Haftentlassungsgesuch abzuweisen. Mit Verfügung vom 14. August 2015 wies das 

Kantonsgericht das Haftentlassungsgesuch des Beschuldigten ab.  

 

13. Mit Eingabe vom 20. August 2015 ersuchte der Beschuldigte um Wechsel der amtli-

chen Verteidigung. Advokatin D.____ ihrerseits stellte mit Rechtsschrift vom 24. August 2015 

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den Antrag, es sei dem Gesuch des Beschuldigten stattzugeben und sie aus der amtlichen Ver-

teidigung zu entlassen. Des Weiteren sei dem Beschuldigten eine neue Frist zur Einreichung 

der Berufungserklärung zu setzen. Sodann begehrte die Staatsanwaltschaft mit Stellungnahme 

vom 25. August 2015 die Abweisung des Gesuchs des Beschuldigten. In der Folge wies das 

Kantonsgericht mit Verfügung vom 31. August 2015 das Gesuch des Beschuldigten vom 

20. August 2015 um Wechsel der amtlichen Verteidigung ab.  

 

14. In seiner Berufungsbegründung vom 25. August 2015 stellte der Beschuldigte die 

Rechtsbegehren, es sei das Verfahren zufolge krasser Verfahrensfehler an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen und die erstinstanzliche Hauptverhandlung zu wiederholen, eventualiter sei das 

gesamte Verfahren einzustellen. Subeventualiter sei er in den von ihm bestrittenen Fällen frei-

zusprechen. Überdies sei die gewerbsmässige Tatbegehung zu verneinen, das Strafmass zu 

reduzieren und er zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe zu verurteilen. Des Weiteren begehrte 

der Beschuldigte, es sei Advokatin D.____ als Zeugin zu laden und zu befragen, wie B.____ sie 

bedroht habe, damit sie keinen Führungsbericht über den Beschuldigten eingeholt habe, und 

weshalb sie im erstinstanzlichen Verfahren einen wesentlichen Entlastungsbeweis verweigert 

habe.  

 

15. Mit Eingabe vom 22. September 2015 stellte die Verteidigerin des Beschuldigten die 

Begehren, es sei das vorliegende Berufungsverfahren bis zum Entscheid des Bundesgerichts 

über den beantragten Verteidigungswechsel (Verfahren 1B_319/2015) zu sistieren und nach 

Eingang dieses Entscheids eine neue Frist zur Begründung der Berufung anzusetzen. Ferner 

sei das vorliegende Berufungsverfahren bis zum Entscheid des Kantonsgerichts Basel-

Landschaft, Abteilung Strafrecht, über das vorstehende Sistierungsbegehren unter nachfolgen-

der Neuansetzung einer Frist zur Berufungsbegründung auszustellen, eventualiter sei der Un-

terzeichnenden die Frist zur Einreichung einer schriftlichen Berufungsbegründung nachperemp-

torisch angemessen zu erstrecken.  

 

16. Das Kantonsgericht wies am 25. September 2015 den Antrag der amtlichen Verteidige-

rin des Beschuldigten auf Sistierung des Berufungsverfahrens bis zum Entscheid des Bundes-

gerichts im Verfahren 1B_319/2015 ab und setzte ihr eine nachperemptorische Frist bis zum 

30. Oktober 2015 zur Begründung der Berufungserklärung vom 17. Juni 2015. 

 

17. Die amtliche Verteidigerin des Beschuldigten begehrte mit Berufungsbegründung vom 

28. Oktober 2015, es sei der Beschuldigte in Abänderung des Urteils des Strafgerichts wegen 

mehrfachen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruchs 

zu einer teilbedingt zu vollziehenden Freiheitsstrafe zu verurteilen, unter Anrechnung der seit 

dem 10. März 2014 ausgestandenen Untersuchungs- und Sicherheitshaft. Eventualiter sei die 

Angelegenheit an das Strafgericht zwecks Wiederholung der Hauptverhandlung zurückzuwei-

sen, unter o/e-Kostenfolge. Ausserdem sei dem Berufungskläger die amtliche Verteidigung zu 

bewilligen und beim Gefängnis C.____ ein Führungsbericht über den Beschuldigten einzuholen.  

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18. Mit Eingabe vom 18. November 2015 stellte der Beschuldigte die Rechtsbegehren, es 

sei bei Richterin E.____ eine Erklärung einzuholen, was der Grund für ihre Dispensierung be-

treffend den Verfahrensabschnitt Urteilsverkündung und Urteilsbegründung gewesen sei und ob 

sie verfahrensfremde Arbeit während der Verhandlung vom 13. April 2015 am Richtertisch erle-

digt habe. Ferner sei Richterin E.____ zu befragen, ob sie sich habe dispensieren lassen, weil 

ihr die Arbeit als Gemeindepräsidentin wichtiger erschienen sei als die Anwesenheit an der 

strafgerichtlichen Sitzung vom 15. April 2015 und ob sie formal korrekt an der Urteilsberatung 

teilgenommen habe, oder ob sie auch bei dieser gefehlt habe. Zudem sei bei der Strafgerichts-

vizepräsidentin F.____ eine Erklärung einzuholen, ob sie oder ein Mitglied ihrer Kanzlei beruf-

lich für jemanden tätig gewesen oder nach wie vor sei, welcher im vorliegenden Verfahren als 

geschädigte Person teilnehme. Auch soll die Strafgerichtsvizepräsidentin erklären, ob sie wis-

sentlich an Steuerhinterziehungshandlungen von G.____-Kunden während ihrer Zeit als Vize-

präsidentin eines Konzernleitungsstabs der G.____ AG mitgewirkt habe. Schliesslich seien so-

wohl die Strafgerichtsvizepräsidentin F.____ als auch die Richterin E.____ zu befragen, ob sie 

in einem wechselseitigen Dienstverhältnis stehen würden.  

 

19. Die Staatsanwaltschaft begehrte mit Berufungsantwort vom 26. November 2015 die 

Abweisung der Berufung sowie die Bestätigung des Urteils des Strafgerichts. Ausserdem seien 

die Anträge des Beschuldigten abzuweisen.  

 

20. Das Bundesgericht wies mit Urteil vom 26. November 2015 die Beschwerde in Strafsa-

chen des Beschuldigten betreffend die Verfügung des Kantonsgerichts vom 31. August 2015 

ab, soweit es auf diese eintrat.  

 

21. Am 2. Dezember 2015 verfügte der Präsident der strafrechtlichen Abteilung des Kan-

tonsgerichts Basel-Landschaft, dass über den Antrag des Beschuldigten, wonach die Tonauf-

nahme der Parteiverhandlung vom 13. April 2015 dem schriftlichen Verfahrensprotokoll gegen-

überzustellen sei, der Spruchkörper im Rahmen der Urteilsberatung entscheiden wird. Ferner 

wurde der Beweisantrag, es sei beim Gefängnis C.____ ein Führungsbericht über den Beschul-

digten einzuholen, gutgeheissen und im Übrigen die Beweisanträge des Beschuldigten abge-

wiesen.  

 

22. Mit Eingabe vom 7. Januar 2016 nahm Richterin E.____ Stellung zum Vorwurf des 

Beschuldigten, sie habe verfahrensfremde, schriftliche Arbeit während der Hauptverhandlung 

vom 13. April 2015 erledigt. Zugleich reichte sie ihre im Rahmen der damaligen Hauptverhand-

lung erstellten Notizen ein, versehen mit dem Hinweis, dass es sich bei den Notizen um ihre 

persönlichen Unterlagen handle, weshalb diese ohne ihre Zustimmung nicht an den Beschuldig-

ten herauszugeben seien.  

 

23. Mit Eingabe vom 14. Januar 2016 stellte der Beschuldigte seine mit Verfügung des 

Kantonsgerichts vom 2. Dezember 2015 abgewiesenen Beweisanträge erneut.  

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24. Der Präsident der Abteilung Strafrecht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft verfügte 

am 18. Januar 2016, dass über die erneut gestellten Beweisanträge anlässlich der kantonsge-

richtlichen Hauptverhandlung entschieden wird.  

 

25. Der Beschuldigte ersuchte mit Eingabe vom 18. Januar 2016 um vollumfängliche Ak-

teneinsicht, worauf ihm mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 20. Januar 2016 die Akten des 

Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, betreffend das Berufungsverfahren 460 

15 136 (die Verfügungen des Kantonsgerichts, der Führungsbericht betreffend den Beschuldig-

ten sowie die Parteieingaben mit Ausnahme der eigenen Eingaben des Beschuldigten) in Kopie 

zugestellt wurden.  

 

26. Mit Eingabe vom 8. Februar 2016 stellte der Beschuldigte erneut ein Gesuch um Ak-

teneinsicht, wobei sich sein Antrag insbesondere auf die ihm nicht zugestellten Notizen der 

Richterin E.____ betreffend die erstinstanzliche Hauptverhandlung bezog. 

 

27. Das Kantonsgericht legte mit Verfügung vom 11. Februar 2016 fest, dass über das 

erneute Gesuch um Akteneinsicht des Beschuldigten vom 8. Februar 2016 anlässlich der kan-

tonsgerichtlichen Hauptverhandlung entschieden wird.  

 

28. Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung erschienen der Beschuldigte, 

A.____, mit seiner Verteidigerin, Advokatin D.____, sowie der Vertreter der Staatsanwaltschaft. 

Der Beschuldigte begehrte ergänzend, es sei die erstinstanzliche Hauptverhandlung zu wieder-

holen und überdies seien die Strafgerichtsvizepräsidentin F.____ sowie die Richterin E.____ als 

Zeugen zu laden, um darüber Auskunft zu geben, was der tatsächliche Grund für die rechtswid-

rige Dispensation der Richterin E.____ gewesen sei. Des Weiteren erstatte er Strafanzeige ge-

gen die Richterin E.____ sowie die Strafgerichtsvizepräsidentin F.____ wegen Amtsmiss-

brauchs. Ferner sei das Berufungsverfahren bis zur abschliessenden Beurteilung dieser Straf-

anzeige zu sistieren. Gegebenenfalls werde er den Antrag stellen, das Berufungsgericht sei 

zufolge Besorgnis der Befangenheit abzulehnen, wenn es die vorstehenden Anträge nicht nach 

Recht und Gesetz behandle. Im Übrigen wiederholten die Parteien ihre Anträge gemäss ihren 

Rechtsschriften. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

 

Erwägungen 

A. Formelles 

1. Die Berufung ist gemäss Art. 398 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 

(StPO, SR 312.0) zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren 

ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Es können Rechtsverletzungen, die unvollstän-

dige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden, 

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wobei das Berufungsgericht das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen 

kann (Art. 398 Abs. 2 und Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst 

die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich 

oder mündlich anzumelden und danach dem Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustel-

lung des begründeten Urteils eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Das Beru-

fungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 

Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Inte-

resse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides hat, zur Berufung legitimiert. 

 

2. Vorliegend wird das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 15. April 2015 ange-

fochten, welches ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Mit Eingaben vom 16. April 2015 

bzw. 20. April 2015 (Berufungsanmeldung) sowie 5. Juni 2015 bzw. 17. Juni 2015 (Berufungs-

erklärung) haben sowohl der Beschuldigte als auch dessen Verteidigerin die Rechtsmittelfrist 

gewahrt und sind ihrer Erklärungspflicht nachgekommen. Die Zuständigkeit der Fünferkammer 

des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, als Berufungsgericht zur Beurtei-

lung der vorliegenden Berufung ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO sowie aus § 15 Abs. 1 

lit. b des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250). 

Auf die Berufung ist somit einzutreten.  

 

 

B. Materielles 

I. Vorbemerkungen 

1. […] 

 

2. […] 

 

 

II. Allgemeines 

1. Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urtei-

lende Gericht frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewon-

nenen persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob 

es eine Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von der Anzahl der 

Beweismittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Art 

des Beweismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Beweise. Massgebend soll allein deren 

Stichhaltigkeit sein (CHRISTOF RIEDO/GERHARD FIOLKA/MARCEL ALEXANDER NIGGLI, Strafpro-

zessrecht, 2011, Rz. 234; THOMAS HOFER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 

N 41 ff.). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) fliessenden und in 

Art. 6 Ziff. 2 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, 

SR 0.101) verankerten Maxime "in dubio pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld 

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zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist. Als Be-

weiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines 

für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver 

Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Beweiswürdi-

gungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an der Schuld des Beschuldigten hätte zweifeln 

müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel nicht massgebend, weil solche 

immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich um er-

hebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, dass heisst um solche, die sich nach der 

objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 87, E. 2a; mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Dem 

Sachgericht steht im Bereich der Beweiswürdigung ein erheblicher Ermessensspielraum zu 

(BGE 134 IV 132, E. 4.2; BGE 129 IV 6, E. 6.1). Das Bundesgericht greift auf Beschwerde hin 

nur ein, wenn das Sachgericht diesen missbraucht, insbesondere offensichtlich unhaltbare 

Schlüsse zieht, erhebliche Beweise übersieht oder solche willkürlich ausser Acht lässt 

(BGE 132 III 209, E. 2.1). 

 

2. Im Rahmen der Beweiswürdigung ist die Aussage auf Glaubhaftigkeitsmerkmale bzw. 

Lügensignale hin zu analysieren. Die Aussage ist gestützt auf eine Vielzahl von inhaltlichen 

Realkennzeichen zu beurteilen, wobei zwischen inhaltlichen Merkmalen (Aussagedetails, Indi-

vidualität, Verflechtung), strukturellen Merkmalen (Strukturgleichheit, Nichtsteuerung, Wider-

spruchsfreiheit bzw. Homogenität) sowie Wiederholungsmerkmalen (Konstanz, Erweiterung) 

unterschieden wird. Das Vorliegen von Realitätskriterien bedeutet, dass die betreffende Person 

mit hoher Wahrscheinlichkeit über erlebnisfundierte Geschehnisse berichtet. Zwar besitzt jedes 

Realitätskriterium für sich allein betrachtet meist nur eine geringe Validität, die Gesamtschau 

aller Indikatoren kann jedoch einen wesentlich höheren Indizwert für die Glaubhaftigkeit der 

Aussage haben, wobei sie in der Regel in solchen mit realem Erlebnishintergrund signifikanter 

und ausgeprägter vorkommen als in solchen ohne (MARTIN HUSSELS, Von Wahrheiten und Lü-

gen – Eine Darstellung der Glaubhaftigkeitskriterien anhand der Rechtsprechung, forumpoenale 

6/2012, S. 369 f.; ANDREAS DONATSCH, Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 162 N 15).  

 

 

III. Vorfragen: Beweisanträge, Gesuch um Akteneinsicht sowie Antrag auf Sistie-

rung des Berufungsverfahrens 

1. Gegenüberstellung der Audioaufnahme und des schriftlichen Protokolls der erst-

instanzlichen Hauptverhandlung  

1.1 Der Beschuldigte stellt den Antrag, es sei die Audioaufnahme der strafgerichtlichen 

Hauptverhandlung vom 13. April 2015 Wort für Wort schriftlich abzufassen und dem entspre-

chenden schriftlichen Verfahrensprotokoll gegenüberzustellen. Damit solle aufgezeigt werden, 

dass dem Beschuldigten die Verteidigung verboten worden sei.  

 

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1.2 Die Staatsanwaltschaft verzichtet auf eine Stellungnahme hinsichtlich dieses Beweis-

antrags des Beschuldigten.  

 

1.3 Das Rechtsmittelverfahren beruht auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im erst-

instanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind (Art. 389 Abs. 1 StPO). Somit dient das Be-

rufungsverfahren vor dem Kantonsgericht grundsätzlich nicht der Wiederholung des Beweisver-

fahrens, mithin erhebt die Berufungsinstanz zusätzliche Beweise nur mit Zurückhaltung (VIKTOR 

LIEBER, Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 389 N 1). Beweisabnahmen des erstin-

stanzlichen Gerichts werden gemäss Art. 389 Abs. 2 StPO nur wiederholt, wenn Beweisvor-

schiften verletzt worden sind (lit. a), die Beweiserhebungen unvollständigen waren (lit. b) oder 

die Akten über die Beweiserhebungen unzuverlässig erscheinen (lit. c). Die Rechtsmittelinstanz 

erhebt von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die erforderlichen zusätzlichen Beweise 

(Art. 389 Abs. 3 StPO). Über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde be-

kannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, wird nach Art. 139 Abs. 2 StPO nicht Beweis 

geführt. 

 

1.4 Vorliegend ergibt sich bereits aus dem Protokoll der Hauptverhandlung des Strafge-

richts vom 13. bis zum 15. April 2015, dass der Beschuldigte hinsichtlich seiner Ausführungen 

betreffend ein früheres Strafverfahren im Kanton Basel-Landschaft seitens der Strafgerichtsvi-

zepräsidentin unterbrochen wurde (act. 4431). Somit ist die vom Beschuldigten vorgebrachte 

Unterbrechung seiner Ausführungen durch die Strafgerichtsvizepräsidentin aufgrund des schrift-

lichen Protokolls offenkundig erwiesen, weshalb von einer Gegenüberstellung der Audioauf-

nahmen sowie des schriftlichen Protokolls der strafgerichtlichen Hauptverhandlung keine wei-

tergehenden Erkenntnisse zu erwarten sind. Da über Tatsachen, die bereits rechtsgenügend 

erwiesen sind, kein Beweis geführt wird (Art. 139 Abs. 2 StPO), ist der Beweisantrag abzuwei-

sen. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass der Einwand des Beschuldigten, seine Verteidi-

gungsrechte seien durch diese Unterbrechung seiner Depositionen verletzt worden, im Rahmen 

der Prüfung der formellen Einwände zu behandeln sein wird.  

 

 

2. Beizug von Urteilen des Strafgerichts Basel-Landschaft betreffend Einbruchse-

rien 

2.1 Der Beschuldigte begehrt, es seien sämtliche Urteile des Strafgerichts Basel-

Landschaft aus den vergangenen fünf Jahren beizuziehen, in denen Serien von mehr als 

30 Straftaten aus dem Bereich Einbruchdiebstahl zu beurteilen gewesen seien. Zur Begründung 

führt er aus, in vergleichbaren Fällen habe das Strafgericht in der Vergangenheit mildere Stra-

fen ausgesprochen. Dies könne mit dem Beizug der vergleichbaren Fälle der letzten fünf Jahre 

nachgewiesen werden.  

 

2.2 Die Staatsanwaltschaft verzichtet auf eine Stellungnahme hinsichtlich dieses Beweis-

antrags des Beschuldigten. 

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2.3 Der Beschuldigte will mit dem Beizug vergleichbarer Fälle darlegen, dass sich die ge-

gen ihn ausgesprochene Freiheitsstrafe als zu hoch erweist. Diesbezüglich ist allerdings darauf 

hinzuweisen, dass der Vergleich mit anderen Urteilen, bei denen tiefere Strafen ausgesprochen 

worden sind, dem Beschuldigten nicht zu helfen vermag, weil solche vermeintlichen Vergleichs-

fälle in aller Regel auch beträchtliche Verschiedenheiten aufweisen. Mithin führen der Grund-

satz der Individualisierung sowie der dem Sachrichter vom Gesetz bei der Strafzumessung ein-

geräumte weite Ermessensspielraum notwendigerweise zu einer gewissen, vom Gesetzgeber 

in Kauf genommenen Ungleichheit. Unterschiedliche Gewichtungen der massgebenden Fakto-

ren sind zudem Folge der Unabhängigkeit des Richters, der weiten Strafrahmen, der freien Be-

weiswürdigung sowie des erheblichen Ermessens des Sachrichters. Soweit die Strafe innerhalb 

des gesetzlichen Strafrahmens, gestützt auf alle wesentlichen Gesichtspunkte und im Rahmen 

des richterlichen Ermessens, festgesetzt wurde, sind Unterschiede in der Strafzumessungs-

praxis innerhalb dieser Grenzen hinzunehmen (BGer 6B_116/2008 vom 19. November 2008, 

E. 1.2; BGer 6S.378/2005 vom 20. Dezember 2005, E. 2.2). Somit zeigt sich, dass sich der Bei-

zug der Urteile des Strafgerichts der letzten fünf Jahre betreffend vergleichbare Fälle als uner-

heblich im Sinne von Art. 139 Abs. 2 StPO erweist, weshalb der entsprechende Beweisantrag 

abzuweisen ist.  

 

 

3. Befragung von B.____ 

3.1 Im Weiteren beantragt der Beschuldigte, es sei B.____, Leiter des Gefängnisses 

C.____, als Zeuge vorzuladen und zu befragen, ob ihm untersagt worden sei, einen Führungs-

bericht über den Beschuldigten zu verfassen.  

 

3.2 Mit Berufungsantwort vom 26. November 2015 bringt die Staatsanwaltschaft ihrerseits 

vor, B.____ sei als Zeuge nicht tauglich bzw. es sei keine unabhängige Aussage zu erwarten, 

da dieser durch die Anschuldigungen des Beschuldigten direkt betroffen sei.  

 

3.3 In casu ist zunächst darauf hinzuweisen, dass im vorinstanzlichen Verfahren die Par-

teien zu keinem Zeitpunkt die Einholung eines Führungsberichts beantragt haben. Ebenso we-

nig hat das Strafgericht einen solchen einverlangt, weshalb B.____ offenkundig keinen Grund 

hatte, einen Führungsbericht zu verfassen. Hinzu kommt, dass im Rahmen des Berufungsver-

fahrens ein Führungsbericht eingeholt wurde (vgl. Führungsbericht vom 17. Dezember 2015). 

Im Übrigen ist nicht ersichtlich, inwiefern die Befragung von B.____ zur Wahrheitsfindung bei-

tragen soll, zumal dieser keine Darlegungen betreffend den im vorliegenden Verfahren relevan-

ten Sachverhalt vorbringen kann. Folglich erhellt, dass der Beweisantrag des Beschuldigten 

eine unerhebliche Tatsache betrifft, weshalb dieser abzuweisen ist.  

 

 

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4. Befragung von Advokatin D.____ 

4.1 Der Beschuldigte stellt sodann den Antrag, es sei Advokatin D.____ als Zeugin zu la-

den und zu befragen, ob B.____ sie bedroht habe, damit sie keinen Führungsbericht über den 

Beschuldigten einhole, und weshalb sie im erstinstanzlichen Verfahren einen wesentlichen Ent-

lastungsbeweis nicht beantragt habe.  

 

4.2 Demgegenüber macht die Staatsanwaltschaft mit Berufungsantwort vom 26. November 

2015 geltend, Advokatin D.____ sei als Zeuge nicht tauglich bzw. es sei keine unabhängige 

Aussage zu erwarten, da diese unmittelbar im Strafverfahren involviert und ausserdem durch 

die Anschuldigungen des Beschuldigten direkt betroffen sei. 

 

4.3 Soweit der Beweisantrag des Beschuldigten die Einholung eines Führungsberichts 

betrifft, ist wiederum darauf hinzuweisen, dass im Rahmen des Berufungsverfahrens ein solcher 

eingeholt wurde (vgl. Führungsbericht vom 17. Dezember 2015). Sodann ist festzustellen, dass 

die amtliche Verteidigung nicht bloss das unkritische Sprachrohr des Mandanten ist. Mithin liegt 

es im Zweifelsfall im pflichtgemässen Ermessen der Verteidigung, zu entscheiden, welche Be-

weisanträge und juristischen Argumentationen sie als sachgerecht und geboten erachtet 

(BGer 1B_211/2014 vom 23. Juli 2014, E. 2.1). Schliesslich ergibt sich aus den Ausführungen 

des Beschuldigten nicht, inwiefern die Einvernahme von Advokatin D.____ zur Wahrheitsfin-

dung beitragen soll. Somit betrifft der Beweisantrag des Beschuldigten lediglich unerhebliche 

Tatsachen, weshalb dieser abzuweisen ist.  

 

 

5. Befragung von Richterin E.____ 

5.1 Ferner begehrt der Beschuldigte, es sei Richterin E.____ hinsichtlich des Grundes für 

ihre Dispensation betreffend die Verfahrensabschnitte der Urteilsverkündung sowie der mündli-

chen Urteilsbegründung einzuvernehmen. Ferner sei sie zu fragen, ob sie verfahrensfremde 

Arbeit während der strafgerichtlichen Hauptverhandlung vom 13. April 2015 am Richtertisch 

erledigt habe und ob sie sich habe dispensieren lassen, weil ihr die Arbeit als Gemeindepräsi-

dentin wichtiger erschienen sei als die Anwesenheit an der strafgerichtlichen Hauptverhandlung 

vom 15. April 2015. Ausserdem habe sich Richterin E.____ zu äussern, ob sie an der Urteilsbe-

ratung teilgenommen habe, oder ob sie auch bei dieser gefehlt habe. Sodann sei sie zu befra-

gen, ob sie in einem wechselseitigen Dienstverhältnis mit der Strafgerichtsvizepräsidentin 

F.____ stehe. Zur Begründung führt er an, er vermute, dass die Strafgerichtsvizepräsidentin 

F.____ in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Richterin E.____ stehe und diese daher von der 

Urteilseröffnung dispensiert habe.  

 

5.2 Die Staatsanwaltschaft bringt hingegen mit Berufungsantwort vom 26. November 2015 

vor, Richterin E.____ sei unmittelbar im Strafverfahren involviert gewesen und zudem durch die 

Anschuldigungen des Beschuldigten direkt betroffen, weshalb sie als Zeugin nicht tauglich sei.  

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5.3 In Bezug auf das Vorbringen des Beschuldigten, Richterin E.____ habe während der 

Parteiverhandlung vor dem Strafgericht verfahrensfremde Schreibarbeiten getätigt, ist auf die 

diesbezügliche Stellungnahme von E.____ vom 7. Januar 2016 zu verweisen. Somit hat sie 

sich zur Sache geäussert, weshalb sich der entsprechende Beweisantrag des Beschuldigten als 

gegenstandslos erweist. Sodann ist hinsichtlich der Frage, ob Richterin E.____ an der Urteils-

beratung teilgenommen hat, dem expliziten Wortlaut des Protokolls der Hauptverhandlung des 

Strafgerichts vom 13. bis zum 15. April 2015 zu entnehmen, dass diese einzig von der  

Urteilseröffnung vom 15. April 2015 dispensiert wurde (act. 4475), weshalb auch dieser Be-

weisantrag des Beschuldigten abzuweisen ist.  

 

5.4 Soweit der Beschuldigte eine Einvernahme von Richterin E.____ betreffend den Grund 

ihrer Dispensation sowie hinsichtlich der Frage, ob sie in einem wechselseitigen Dienstverhält-

nis mit der Strafgerichtsvizepräsidentin F.____ stehe, beantragt, ist zu konstatieren, dass für die 

Prüfung der Rechtmässigkeit der Dispensation nicht relevant ist, aus welchem Grund diese er-

folgt ist. Ebenso wenig ist massgebend, ob zwischen der Strafgerichtsvizepräsidentin und der 

Richterin des Strafgerichts ein wechselseitiges Dienstverhältnis besteht. Vielmehr handelt es 

sich bei der Prüfung der Rechtmässigkeit der Dispensation um eine rein rechtliche Beurteilung, 

wobei die Ursache für die Dispensation keine Rolle spielt. Hinzu kommt, dass der Umstand, 

dass Richterin E.____ von der Urteilseröffnung dispensiert wurde, unbestritten und überdies 

bereits rechtsgenügend erwiesen ist (act. 4475). Folglich sind die vorgenannten Beweisanträge 

aufgrund ihrer Unerheblichkeit im Sinne von Art. 139 Abs. 2 StPO abzuweisen.  

 

 

6. Befragung der Strafgerichtsvizepräsidentin F.____ 

6.1 Der Beschuldigte beantragt im Weiteren, es sei die Strafgerichtsvizepräsidentin F.____ 

zu befragen, ob sie in einem wechselseitigen Dienstverhältnis mit E.____ stehe und ob sie oder 

ein Mitglied ihrer Kanzlei beruflich für jemanden tätig gewesen oder nach wie vor sei, welcher 

im vorliegenden Verfahren als geschädigte Person teilnehme. Ausserdem sei sie in Bezug auf 

den Grund der Dispensation der Richterin E.____ einzuvernehmen und habe sich überdies zu 

erklären, ob sie während ihrer Zeit als Vizepräsidentin eines Konzernleitungsstabs der 

G.____ AG wissentlich an Steuerhinterziehungshandlungen von G.____-Kunden mitgewirkt 

habe. Zur Begründung führt er an, er vermute, dass die Strafgerichtsvizepräsidentin F.____ in 

einem Abhängigkeitsverhältnis zu Richterin E.____ stehe und diese daher von der Urteilseröff-

nung dispensiert habe. 

 

6.2 Mit Berufungsantwort vom 26. November 2015 legt die Staatsanwaltschaft dar, die 

Strafgerichtsvizepräsidentin F.____ sei unmittelbar im Strafverfahren involviert gewesen und 

zudem durch die Anschuldigungen des Beschuldigten direkt betroffen, weshalb sie als Zeugin 

nicht tauglich sei. 

 

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6.3 Zunächst ist festzustellen, dass das Begehren, wonach die Strafgerichtsvizepräsidentin 

zu befragen sei, ob sie an Steuerhinterziehungshandlungen mitgewirkt habe, mit dem vorlie-

genden Verfahren offenkundig in keinem Zusammenhang steht, weshalb der Beweisantrag 

mangels Erheblichkeit abzuweisen ist. Sodann ist nicht ersichtlich, inwiefern das Begehren, die 

Strafgerichtsvizepräsidentin sei zu befragen, ob sie oder ein Mitglied ihrer Kanzlei beruflich für 

jemanden tätig gewesen oder nach wie vor sei, welcher im vorliegenden Verfahren als geschä-

digte Person teilnehme, zur Wahrheitsfindung beitragen soll. Soweit der Beschuldigte in diesem 

Zusammenhang einen Ausstandsgrund geltend machen will, ist darauf hinzuweisen, dass Aus-

standsgesuche einer Partei gemäss Art. 58 Abs. 1 StPO ohne Verzug zu stellen sind, sobald 

die Partei vom Ausstandsgrund Kenntnis hat. Dabei sind die den Ausstand begründenden Tat-

sachen von der Partei glaubhaft zu machen. Mithin ist es nicht an der Berufungsinstanz, unbe-

gründeten Vermutungen der Parteien bezüglich allfälliger Ausstandsgründe nachzugehen. In 

casu handelt es sich um eine bloss pauschale, vage Andeutung des Beschuldigten, welche er 

in keiner Weise glaubhaft zu machen vermag. Es ist daher nicht Aufgabe des Berufungsge-

richts, hinsichtlich des unbegründeten Vorbringens des Beschuldigten Beweise zu suchen. Im 

Übrigen ist fraglich, ob ein allfälliges Ausstandsgesuch nicht ohnehin verspätet wäre. Der Be-

weisantrag ist daher abzuweisen.  

 

6.4 Schliesslich ist in Bezug auf die beantragte Einvernahme von F.____ in Bezug auf den 

Grund der Dispensation von Richterin E.____ sowie die Frage, ob sie in einem wechselseitigen 

Dienstverhältnis mit E.____ stehe, wiederum darauf hinzuweisen, dass der Grund der Dispen-

sation für die Beurteilung, ob diese zu Recht erfolgt ist, nicht massgebend ist, zumal es sich 

dabei um eine Frage von rein rechtlicher Natur handelt. Im Übrigen ist der Sachverhalt, wonach 

Richterin E.____ vom Verfahrensabschnitt der Urteilseröffnung dispensiert wurde, in casu un-

bestritten und aufgrund des Protokolls der Hauptverhandlung des Strafgerichts vom 13. bis zum 

15. April 2015 ohnehin ausreichend nachgewiesen (act. 4475). Die entsprechenden Beweisan-

träge sind daher als unerheblich abzuweisen.  

 

 

7. Führungsbericht 

Soweit der Beschuldigte mit Eingabe vom 14. Januar 2016 sämtliche Beweisanträge wiederholt 

hat, ist darauf hinzuweisen, dass der Antrag, wonach beim Gefängnis C.____ ein Führungsbe-

richt einzuholen sei, bereits mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 2. Dezember 2015 gutge-

heissen wurde. Ferner reichte das Gefängnis C.____ am 17. Dezember 2015 den entsprechen-

den Führungsbericht ein. Folglich erweist sich dieser Beweisantrag als gegenstandslos.  

 

 

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8. Gesuch um Einsicht in die von Richterin E.____ im Rahmen der erstinstanzlichen 

Hauptverhandlung erstellten Notizen 

8.1 Der Beschuldigte stellt im Weiteren das Gesuch um Akteneinsicht in Bezug auf die von 

Richterin E.____ im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erstellten Notizen, welche 

diese mit Stellungnahme vom 7. Januar 2016 eingereicht hat.  

 

8.2 Die Staatsanwaltschaft verzichtet auf eine Stellungnahme hinsichtlich dieses Gesuchs 

des Beschuldigten. 

 

8.3 Gemäss Art. 101 Abs. 1 StPO können die Parteien spätestens nach der ersten Einver-

nahme der beschuldigten Person und der Erhebung der übrigen wichtigsten Beweise durch die 

Staatsanwaltschaft die Akten des Strafverfahrens einsehen, wobei Art. 108 StPO vorbehalten 

bleibt. Abgesehen von den Beschränkungen des Akteneinsichtsrechts nach Art. 108 StPO hat 

die beschuldigte Person somit das Recht, die gesamten Akten einzusehen, ohne dass sie ein 

Interesse irgendwelcher Art nachzuweisen hat (MARKUS SCHMUTZ, Basler Kommentar StPO, 

2. Aufl. 2014, Art. 101 N 8). Gemäss Art. 108 Abs. 1 StPO können die Strafbehörden das recht-

liche Gehör einschränken, wenn der begründete Verdacht besteht, dass eine Partei ihre Rechte 

missbraucht (lit. a) oder dies für die Sicherheit von Personen oder zur Wahrung öffentlicher  

oder privater Geheimhaltungsinteressen erforderlich ist (lit. b).  

 

8.4 Gemäss Art. 69 Abs. 1 StPO sind die Verhandlungen vor dem erstinstanzlicher Gericht 

und dem Berufungsgericht sowie die mündliche Eröffnung von Urteilen und Beschlüssen dieser 

Gerichte mit Ausnahme der Beratung öffentlich. Ebenso legt Art. 348 Abs. 1 StPO fest, dass 

sich das Gericht nach dem Abschluss der Parteiverhandlungen zur geheimen Urteilsberatung 

zurückzieht.  

 

8.5 Vorliegend hat Richterin E.____ mit Stellungnahme vom 7. Januar 2016 ihre Notizen 

eingereicht, welche sie im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erstellt hat. Dem-

nach wurden diese Notizen Teil der Akten des vorliegenden Verfahrens. Soweit diese Notizen 

die Urteilsberatung betreffen, sind diese dem Beschuldigten nicht zugänglich zu machen, da die 

Urteilsberatung gemäss Art. 69 Abs. 1 StPO sowie Art. 348 Abs. 1 StPO geheim ist. Mithin be-

stehen ein Geheimhaltungsinteresse und eine Geheimhaltungspflicht, welche auch im Beru-

fungsverfahren zu wahren sind. Folglich ist das Akteneinsichtsrecht des Beschuldigten, soweit 

sein Gesuch die Notizen von E.____ bezüglich der Urteilsberatung betrifft, einzuschränken im 

Sinne von Art. 108 Abs. 1 lit. b StPO.  

 

8.6 Sodann ist in Bezug auf die Notizen von E.____, welche die Parteiverhandlung betref-

fen, grundsätzlich kein überwiegendes Geheimhaltungsinteresse ersichtlich, weshalb das Ak-

teneinsichtsrecht des Beschuldigten in dieser Hinsicht nicht zu beschränken ist. Demzufolge ist 

der Beweisantrag des Beschuldigten, soweit er die Notizen der Parteiverhandlung betrifft, gut-

zuheissen, weshalb der Beschuldigte, seine Verteidigerin sowie der Vertreter der Staatsanwalt-

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schaft im Rahmen der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung die Möglichkeit zur Einsichtnah-

me in die entsprechenden Notizen von Richterin E.____ erhalten haben (Protokoll KGer, S. 3).  

 

 

9. Antrag auf Sistierung 

9.1 Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung begehrt der Beschuldigte, das 

vorliegende Berufungsverfahren sei bis zur abschliessenden Beurteilung seiner Strafanzeigen 

gegen F.____ und E.____ wegen Amtsmissbrauchs zu sistieren. Zur Begründung macht er gel-

tend, das Berufungsverfahren könne nicht durchgeführt werden, da dieses aufgrund der Mög-

lichkeit der Ungültigkeit der erstinstanzlichen Hauptverhandlung ebenfalls ungültig werden kön-

ne.  

 

9.2 Die Staatsanwaltschaft verzichtet auf eine Stellungnahme in Bezug auf den Sistie-

rungsantrag des Beschuldigten.  

 

9.3 Gemäss Art. 29 Abs. 1 BV hat jede Person in Verfahren vor Gerichtsinstanzen An-

spruch auf Beurteilung innert angemessener Frist. Aus dieser Bestimmung ergibt sich das Be-

schleunigungsgebot, welches in Art. 5 StPO konkretisiert wird. Demnach nehmen die Strafbe-

hörden die Strafverfahren unverzüglich an die Hand und bringen sie ohne unbegründete Verzö-

gerung zum Abschluss (Abs. 1). Befindet sich eine beschuldigte Person in Haft, so wird ihr Ver-

fahren vordringlich durchgeführt (Abs. 2). Die Sistierung eines Verfahrens ist nur ausnahmswei-

se zulässig; im Zweifelsfall kommt dem Beschleunigungsgebot der Vorrang zu. Die Sistierung 

kommt namentlich in Frage, wenn der Ausgang anderer, präjudizieller Verfahren abzuwarten ist 

(BGer 1B_57/2009 vom 16. Juni 2009, E. 2.1).  

 

9.4 In casu zeigt sich, dass die Strafanzeige des Beschuldigten die Dispensation der Rich-

terin E.____ von der Urteilseröffnung betrifft, wobei diese Dispensation seitens des Beschuldig-

ten im Sinne eines formellen Einwands auch im vorliegenden Berufungsverfahren gerügt wurde. 

Gleichwohl ist festzustellen, dass die Frage, ob die Dispensation zu Recht erfolgt ist, unabhän-

gig von der Beurteilung der Strafanzeige geprüft werden kann. Vielmehr ist es Aufgabe der Be-

rufungsinstanz, über die Rechtmässigkeit der im vorinstanzlich Verfahren erfolgten Dispensati-

on zu urteilen, weshalb sich eine Sistierung des Berufungsverfahrens schon aus diesem Grund 

nicht rechtfertigt. Hinzu kommt, dass für den Beschuldigten im Falle des Fortgangs des Beru-

fungsverfahrens keine Nachteile entstehen, sondern vielmehr dem Beschleunigungsgebot in 

Haftsachen Rechnung getragen wird. Es zeigt sich daher, dass im vorliegenden Verfahren  

– namentlich unter Beachtung der vorstehenden Ausführungen, wonach von der Möglichkeit der 

Sistierung nur ausnahmsweise Gebrauch zu machen ist – eine Sistierung nicht gerechtfertigt 

wäre. Der Antrag des Beschuldigten auf Sistierung des Berufungsverfahrens ist somit abzuwei-

sen.  

 

 

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IV. Formelle Einwände 

1. Anspruch auf ein verfassungsmässiges Gericht: Dispensation einer Richterin 

1.1 Der Beschuldigte rügt die Dispensation von Richterin E.____ von der erstinstanzlichen 

Urteilseröffnung und der erstinstanzlichen mündlichen Urteilsbegründung. Zur Begründung 

bringt er vor, gemäss Art. 335 Abs. 2 StPO sei die gesamte Hauptverhandlung zu wiederholen, 

sollte eine Richterin oder ein Richter während der Verhandlung ausfallen resp. fehlen. Mithin sei 

die gesamte Verhandlung mit der gleichen Besetzung durchzuführen. Anlässlich der vorinstanz-

lichen Urteilseröffnung sowie der mündlichen Urteilsbegründung habe allerdings Richterin 

E.____ gefehlt. Demzufolge sei die strafgerichtliche Hauptverhandlung zu wiederholen.  

 

1.2 Mit Berufungsantwort vom 26. November 2015 führt die Staatsanwaltschaft aus, sie 

verzichte auf eine Stellungnahme hinsichtlich der Rüge des Beschuldigten betreffend die 

Rechtswidrigkeit der Hauptverhandlung vor dem Strafgericht.  

 

1.3 Vorliegend ist unbestritten und aufgrund des Protokolls der Hauptverhandlung des 

Strafgerichts vom 13. bis zum 15. April 2015 nachgewiesen, dass Richterin E.____ von der  

Urteilseröffnung sowie der anschliessenden mündlichen Urteilsbegründung wegen einer Ter-

minkollision dispensiert wurde (act. 4475). Im Übrigen ist anzumerken, dass E.____ offenkundig 

an der Urteilsberatung teilgenommen hat, zumal sie dem Gericht ihre diesbezüglichen Notizen 

eingereicht hat. Nachfolgend ist somit die Rechtmässigkeit dieser Dispensation betreffend  

Urteilseröffnung und mündlicher Urteilsbegründung zu prüfen. 

 

1.4 Gemäss Art. 30 Abs. 1 BV hat jede Person Anspruch auf ein durch Gesetz geschaffe-

nes, zuständiges, unabhängiges und unparteiisches Gericht. Jede Besetzung, die sich nicht mit 

sachlichen Gründen rechtfertigen lässt, verletzt die Garantie des verfassungsmässigen Rich-

ters. Besteht ein Gericht aus einer bestimmten Zahl von Mitgliedern, so müssen – unter Vorbe-

halt einer abweichenden gesetzlichen Regelung – alle am Entscheid mitwirken. Das Gericht, 

welches in unvollständiger Besetzung entscheidet, begeht eine formelle Rechtsverweigerung. 

Jeder Verfahrensbeteiligte hat Anspruch darauf, dass die Behörde in richtiger Besetzung, d.h. 

vollständig und ohne Anwesenheit Unbefugter entscheidet (BGer 6B_596/2012 vom 25. April 

2013, E. 1.3). Als Ausfluss dieser Garantie bestimmt Art. 335 Abs. 1 StPO, dass das Gericht 

während der gesamten Hauptverhandlung in seiner gesetzmässigen Zusammensetzung und im 

Beisein einer Gerichtsschreiberin oder eines Gerichtsschreibers tagt. Fällt während der Haupt-

verhandlung eine Richterin oder ein Richter aus, so wird die gesamte Hauptverhandlung wie-

derholt, es sei denn, die Parteien verzichten darauf (Art. 335 Abs. 2 StPO). Gemäss Art. 409 

Abs. 1 StPO hebt das Berufungsgericht das angefochtene Urteil auf und weist die Sache zur 

Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erst-

instanzliche Gericht zurück, wenn das erstinstanzliche Verfahren wesentliche Mängel aufweist, 

die im Berufungsverfahren nicht geheilt werden können. Als wesentlicher Mangel gilt unter an-

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derem die nicht richtige Besetzung des Gerichts (LUZIUS EUGSTER, Basler Kommentar StPO, 

2. Aufl. 2014, Art. 409 N 1).  

 

1.5 Die Regelung von Art. 335 Abs. 1 StPO ist Ausfluss des Unmittelbarkeitsprinzips, wo-

nach sich das Gericht seine Überzeugung aufgrund eigener Anschauung in der Hauptverhand-

lung bildet und alle Beweise selbst unmittelbar abnimmt. Mithin soll jeder Richter den Prozess-

stoff in der mündlichen Hauptverhandlung vollständig persönlich aufnehmen können. Ferner soll 

die Regelung die Einhaltung von Art. 351 Abs. 2 StPO sicherstellen, wonach jedes Gerichtsmit-

glied zur Stimmabgabe verpflichtet ist. Es zeigt sich somit, dass nach der Urteilsfällung durch 

das Gericht die Anwesenheit sämtlicher Richter nicht mehr zwingend notwendig ist. Namentlich 

ist durch eine Dispensation in Bezug auf die Urteilseröffnung weder das Prinzip der Unmittel-

barkeit noch Art. 351 Abs. 2 StPO verletzt. Vielmehr kommt den Richtern in Bezug auf die Ur-

teilseröffnung sowie die mündliche Urteilsbegründung keine aktive Rolle mehr zu, ausser allen-

falls sicherzustellen, dass der vorsitzende Richter in der mündlichen Begründung korrekt wie-

dergibt, was in der Urteilsberatung beschlossen wurde. In casu wurde dies – unabhängig von 

der Dispensation der Richterin E.____ – sichergestellt, zumal die übrigen Richter sowie der Ge-

richtsschreiber anwesend waren. Hinzu kommt, dass die mündliche Urteilsbegründung nicht 

konstitutiv ist für die Gültigkeit des Urteils, zumal diese unter Vorbehalt der schriftlichen Urteils-

begründung steht, deren Inhalt wiederum der vorsitzende Richter sowie der Gerichtsschreiber 

bestimmen.  

 

1.6 Dementsprechend erachtet auch die Lehre die Dispensation von der Urteilseröffnung 

als zulässig. So wird im Basler Kommentar zur Strafprozessordnung etwa festgehalten, in der 

Praxis könne es zuweilen vorkommen, dass ein Richter bei Kollegialgerichten zwar beim gan-

zen Beweisverfahren und der Urteilsberatung anwesend sei, aus nachvollziehbaren Gründen 

(z.B. berufliche Abwesenheit) an der eigentlichen Urteilseröffnung aber dispensiert werden 

möchte. Diesem Wunsch solle entsprochen werden können unter gleichzeitiger Mitteilung an 

die Parteien, denn in dieser Schlussphase des Verfahrens seien bereits sämtliche Entschei-

dungen definitiv gefallen und es gehe lediglich noch um Eröffnung und Begründung des Urteils 

(JEREMY STEPHENSON/ROBERTO ZALUNARDO-WALSER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, 

Art. 335 N 4). Des Weiteren ist auf den Bericht der Expertenkommission "Vereinheitlichung des 

Strafprozessrechts", "Aus 29 mach 1 – Konzept einer eidgenössischen Strafprozessordnung" 

vom Dezember 1997 hinzuweisen, welcher als Grundlage für die eidgenössische Strafprozess-

ordnung diente. Der Bericht legt dar, dass das Gericht "Verhandlung, Beratung und Abstim-

mung in der gleichen Besetzung" durchzuführen hat (S. 140 des Berichts der Expertenkommis-

sion "Aus 29 mach 1"). Mithin wird die Urteilseröffnung im Bericht gerade nicht genannt. Ebenso 

führt Franz Riklin im Orell Füssli Kommentar zur Strafprozessordnung aus: "Was die Besetzung 

des Gerichts anbetrifft, gilt der Grundsatz der Verhandlungseinheit. Das Gericht muss während 

der ganzen Verhandlung mit den gleichen Leuten besetzt sein. Das gilt auch für die Urteilsbera-

tung" (FRANZ RIKLIN, Orell Füssli Kommentar StPO, 2. Auf. 2014, Art. 335 N 1). Wiederum wird 

die Urteilseröffnung gerade nicht genannt.  

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1.7 Ferner ist der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu entnehmen, dass der Abwesen-

heit eines Richters nur dann Bedeutung zukommt, wenn diese von Relevanz ist. Hingegen ist 

das angefochtene Urteil dann nicht aufzuheben, wenn die Abwesenheit für das Verfahren nicht 

relevant ist, sich die Wiederholung der Verhandlung also nicht zu Gunsten des Beschuldigten 

auswirken könnte (BGer 6B_596/2012 vom 25. April 2013, E. 1.4.2). In casu war die Richterin 

E.____ einzig an der Urteilseröffnung nicht anwesend, wobei in diesem Verfahrensabschnitt die 

vollständige Anwesenheit aller Richterinnen und Richter ohne jede Relevanz ist. Entsprechend 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt daher in der Abwesenheit von Richterin E.____ 

kein wesentlicher Verfahrensmangel, welcher die Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils sowie 

die Rückweisung der Sache zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung 

eines neuen Urteils rechtfertigen würde. Die Berufung des Beschuldigten ist in diesem Punkt 

daher abzuweisen. Dessen ungeachtet ist es nach Ansicht des Kantonsgerichts wünschens-

wert, dass sämtliche urteilenden Richter im Rahmen der Urteilseröffnung anwesend sind, sei es 

auch aus rein symbolischen Gründen. Mithin ist von der Möglichkeit der Dispensation einer 

Richterin bzw. eines Richters nur mit Zurückhaltung Gebrauch zu machen.  

 

 

2. Anspruch auf ein verfassungsmässiges Gericht: Verfahrensfremde Schreib-

arbeiten einer Richterin  

2.1 Der Beschuldigte macht in formeller Hinsicht geltend, Richterin E.____ habe während 

der strafgerichtlichen Hauptverhandlung vom 13. April 2015 am Richterpult verfahrensfremde, 

schriftliche Arbeiten erledigt, zumal sie die einzige gewesen sei, die umfangreiche Schreibarbei-

ten ausgeführt habe, welche erkennbar nichts mit der Verhandlung zu tun gehabt hätten.  

 

2.2 Mit Stellungnahme vom 7. Januar 2016 führt E.____ aus, die Vorbringen des Beschul-

digten seien haltlos, zumal sie sich anlässlich der Hauptverhandlung des Strafgerichts Notizen 

von den Aussagen des Beschuldigten sowie der übrigen Anwesenden gemacht habe, welche 

sie der Stellungnahme in Kopie beilege. Folglich habe sie während der Verhandlung keinerlei 

verfahrensfremde Schreibarbeit ausgeführt.  

 

2.3 Die Staatsanwaltschaft verzichtet hinsichtlich dieses Vorbringens des Beschuldigten 

auf eine Stellungnahme. 

 

2.4 Zunächst ist auf die vorstehenden Ausführungen betreffend den Anspruch des verfas-

sungsmässigen Gerichts zu verweisen (Ziffer 1.4 des vorliegenden Urteils). Des Weiteren ergibt 

sich aus den von Richterin E.____ im vorliegenden Berufungsverfahren eingereichten Notizen 

des erstinstanzlichen Verfahrens, dass sich der formelle Einwand des Beschuldigten keines-

wegs als gerechtfertigt erweist. Vielmehr ist aufgrund der insgesamt 12 Seiten umfassenden 

Notizen ersichtlich, dass die Richterin effektiv an der Hauptverhandlung sowie der Urteilsbera-

tung teilgenommen hat. Folglich ist auch in dieser Hinsicht der Anspruch des Beschuldigten auf 

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ein verfassungsmässiges Gericht nicht verletzt, weshalb die Berufung in diesem Punkt abzu-

weisen ist.  

 

 

3. Verletzung des rechtlichen Gehörs 

3.1 Der Beschuldigte bringt sodann vor, die Strafgerichtsvizepräsidentin habe ihm anläss-

lich der erstinstanzlichen Parteiverhandlung die Verteidigung verboten. 

 

3.2 Seitens der Staatsanwaltschaft wird auf eine Stellungnahme zu diesem Vorbringen des 

Beschuldigten verzichtet.  

 

3.3 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. 

Art. 107 Abs. 1 StPO konkretisiert diesen Grundsatz in Bezug auf den Strafprozess. Demge-

mäss haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör; namentlich haben sie das Recht, 

Akten einzusehen (lit. a), an Verfahrenshandlungen teilzunehmen (lit. b), einen Rechtsbeistand 

beizuziehen (lit. c), sich zur Sache und zum Verfahren zu äussern (lit. d) sowie Beweisanträge 

zu stellen (lit. e). Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle 

Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann. Gleichwohl darf sich eine Partei bei der Ausübung ihres 

Äusserungsrechts im Sinne von Art. 107 Abs. 1 lit. d StPO nicht in alle Einzelheiten verlieren. 

Sie muss bloss Gelegenheit erhalten, zu sämtlichen Anklagepunkten in tatsächlicher und recht-

licher Hinsicht Stellung zu nehmen. Mithin muss die betroffene Person nur zu den wesentlichen 

Punkten Stellung nehmen können (BGer 6P.181/1999 vom 7. März 2000, E. 2.a.dd; Pra 2012 

Nr. 47 S. 330 f.). Das Recht, die Redezeit der Parteien zu beschränken, fliesst aus der richterli-

chen Prozessleitung. Es ist dem rechtlichen Gehör, der Wahrheitserforschung und der Mitwir-

kung der Partei an der Rechtsfindung untergeordnet. Die Beschränkung der Redezeit darf die 

freie und wirksame Verteidigung nicht beeinträchtigen. Lediglich unnötige Weitschweifigkeiten 

und Ausführungen über Gegenstände, die nicht streitig sind oder nicht zur Sache gehören, dür-

fen unterbunden werden (BGE 101 Ia 88, E. 2; BEAT GUT/THOMAS FINGERHUTH, Zürcher Kom-

mentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 346 N 1). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller  

Natur. Eine Verletzung des Anspruchs führt grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen 

Entscheids, unabhängig davon, ob die Gewährung des rechtlichen Gehörs den Ausgang der 

materiellen Streitentscheidung zu beeinflussen vermag (HANS VEST/SALOME HORBER, Basler 

Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 107 N 6; VIKTOR LIEBER, Zürcher Kommentar StPO, 

2. Aufl. 2014, Art. 107 N 2a; GEROLD STEINMANN, St. Galler Kommentar BV, 3. Aufl. 2014, 

Art. 29 N 59). 

 

3.4 Im vorliegenden Fall ist dem Protokoll der Hauptverhandlung des Strafgerichts vom 13. 

bis zum 15. April 2015 zu entnehmen, dass der Beschuldigte anlässlich der vorinstanzlichen 

Befragung zu Ziffer 1, Fall 4 der Anklage Ausführungen betreffend ein Strafverfahren, welches 

acht Jahre zurückgelegen habe, gemacht hat. In der Folge unterbrach ihn die Strafgerichtsvize-

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präsidentin mit dem Hinweis, dass er derzeit zur Anklageschrift befragt werde (act. 4431). An-

gesichts des Umstands, dass der Beschuldigte sich nicht zu Ziffer 1 Fall 4 der Anklage äusser-

te, sondern vielmehr Darlegungen zu einem acht Jahre zurückliegenden Verfahren machen 

wollte, ist die Unterbrechung sowie der Hinweis, der Beschuldigte solle sich zur Anklageschrift 

äussern, nicht zu beanstanden, zumal die Strafgerichtsvizepräsidentin in ihrer Funktion als Ver-

fahrensleiterin (Art. 61 lit. c StPO) für den Ablauf der Hauptverhandlung verantwortlich ist.  

 

3.5 Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei den Depositionen des Beschul-

digten um solche gehandelt hat, welche nicht den Verhandlungsgegenstand betrafen. Vielmehr 

sind die Vorbringen des Beschuldigten, welche seitens der Strafgerichtsvizepräsidentin unter-

brochen wurden, als Darlegungen über Gegenstände, die nicht zur Sache gehören, zu qualifi-

zieren, welche jedoch – entsprechend den vorstehenden rechtlichen Ausführungen – vom An-

spruch auf rechtliches Gehör resp. dem Äusserungsrecht der beschuldigten Person nicht mehr 

erfasst sind. Im Übrigen handelt es sich bei der vorliegend zu prüfenden Unterbrechung ohne-

hin nicht um eine Beschränkung des Äusserungsrechts des Beschuldigten im Sinne, dass seine 

Redezeit limitiert worden wäre. Im Gegenteil erhielt der Beschuldigte im Anschluss an die Par-

teivortrage das Recht auf das letzte Wort, wovon er sodann auch Gebrauch machte (act. 4473 

ff.). Dabei konnte sich der Beschuldigte absolut frei äussern und wurde in keiner Weise unter-

brochen oder anderweitig eingeschränkt. Folglich hat der Beschuldigte die Gelegenheit erhal-

ten, zu sämtlichen wesentlichen Punkten Stellung zu nehmen, weshalb der Anspruch auf recht-

liches Gehör nicht verletzt ist. Die Berufung des Beschuldigten ist in diesem Punkt daher abzu-

weisen.  

 

 

4. Pflichtverletzung durch die Staatsanwaltschaft 

4.1 Der Beschuldigte bringt zudem vor, die Staatsanwaltschaft resp. der Staatsanwalt 

H.____ habe seine Pflichten verletzt bzw. amtsmissbräuchlich gehandelt, indem er dem Leiter 

des Gefängnisses C.____ untersagt habe, einen Führungsbericht über den Beschuldigten zu 

verfassen.  

 

4.2 Die Staatsanwaltschaft hat auf eine Stellungnahme in Bezug auf die Vorwürfe des Be-

schuldigten verzichtet.  

 

4.3 Den vorliegenden Akten sind keinerlei Hinweise zu entnehmen, welche die Vorbringen 

des Beschuldigten erhärten würden. Vielmehr haben die Parteien im vorinstanzlichen Verfahren 

zu keinem Zeitpunkt die Einholung eines Führungsberichts überhaupt beantragt. Ebenso wenig 

hat das Strafgericht einen solchen einverlangt, weshalb es insoweit gar keinen Grund gab, ei-

nen Führungsbericht zu verfassen. Schliesslich ist nicht ersichtlich, inwiefern das Vorbringen 

des Beschuldigten die Gültigkeit der erstinstanzlichen Hauptverhandlung betreffen soll, zumal 

das Strafgericht – also nicht die Staatsanwaltschaft – für die korrekte Durchführung der erstin-

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stanzlichen Hauptverhandlung zuständig ist. Die Berufung des Beschuldigten ist demnach auch 

in diesem Punkt abzuweisen.  

 

 

5. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erhellt, dass sich sämtlichen formellen Ein-

wände des Beschuldigten hinsichtlich des vorinstanzlichen Verfahrens als unbegründet erwei-

sen. Demzufolge sind nachfolgend die materiellen Einwände des Beschuldigten betreffend das 

angefochtene Urteil des Strafgerichts vom 15. April 2015 zu prüfen.  

 

 

V. Sachverhaltsfeststellung 

1. Vorbemerkung 

Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil nur in 

den angefochtenen Punkten. In Bezug auf die Ausführungen des Strafgerichts zum Tatsächli-

chen bestritten und daher nachfolgend sachverhaltsmässig zu beurteilen sind lediglich die Fäl-

le 1, 2, 5, 6, 9, 10, 14, 16, 18-22, 24-30, 32 und 34 der Ziffer 1 sowie die Ziffer 2 der Anklage-

schrift. Nicht angefochten und somit nicht mehr Gegenstand des Berufungsverfahrens sind hin-

gegen die Darlegungen des Strafgerichts betreffend die Fälle 3, 4, 7, 8, 11-13, 15, 17, 23, 31, 

33 und 35 der Ziffer 1 der Anklageschrift.  

 

 

2. Ziffer 1 der Anklageschrift, Allgemeines zum Sachverhalt 

2.1 In seinem Urteil vom 15. April 2015 führt das Strafgericht aus, bei 20 Tatobjekten in 

den Kantonen Basel-Landschaft und Solothurn seien DNA-Spuren des Beschuldigten gefunden 

worden. Zudem habe er bei seiner Anhaltung Deliktsgut aus einem Einbruchdiebstahl mit sich 

geführt und die von ihm getragenen Schuhe hätten in von Einbruchdiebstählen betroffenen Lie-

genschaften Spuren hinterlassen. Sodann liege bei allen in Frage kommenden Taten ein 

grundsätzlich identischer Tatmodus vor, nämlich ein Vorgehen mittels der sogenannten Fens-

terbohrmethode mit auffällig kleinen Löchern. Sodann sei in einem Versteck in Dornach Werk-

zeug gefunden worden, welches zu diesem Tatmodus passe und aufgrund der DNA-Spuren 

eindeutig dem Beschuldigten zugeordnet werden könne. Aus diesen Umständen ergebe sich 

der Nachweis, dass der Beschuldigte auch nach seiner letzten Entlassung aus dem Strafvollzug 

wieder als Einbrecher in der Region tätig gewesen sei, zumal aufgrund der Schwierigkeiten ei-

ner manipulativen Übertragung von DNA ausgeschlossen werden könne, dass die DNA des 

Beschuldigten durch Drittpersonen an die jeweiligen Tatorte verbracht worden sei.  

 

2.2 Demgegenüber bringt der Beschuldigte vor, der Beweiswert der DNA-Spuren sei er-

heblich vermindert. Zwar hätten gewisse Spuren ihm zugeordnet werden können, jedoch zeige 

sich zum Beispiel bezüglich Fall 2, dass er als Täter ausgeschlossen werden könne. Folglich 

müsse die DNA entweder durch Manipulation oder Übertragung an den Tatort gelangt sein. 

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Aufgrund der Ausführungen der Sachverständigen erhelle, dass die DNA sowohl auf ein Werk-

zeug als auch durch ein Werkzeug übertragen werden könne. Somit sei es möglich, dass der 

Beschuldigte seine DNA auf einem von ihm benutzten Werkzeug hinterlasse und diese DNA auf 

einen Tatort übertragen worden sei, indem eine Drittperson dasselbe Werkzeug verwendet ha-

be. Davon sei in casu auszugehen, da das bei einer Antennenstation aufgefundene Werkzeug, 

auf welchem die DNA des Beschuldigten aufgefunden wurde, vor acht Jahren von ihm mitge-

bracht und an einem Ort deponiert worden sei. Allerdings habe er seinem damaligen Mithäftling 

davon erzählt. Als er im Januar 2013 das Werkzeug gesucht habe, sei dieses nicht mehr an 

demselben Ort deponiert gewesen und es hätten einige Teile gefehlt. Folglich sei anzunehmen, 

dass seine DNA durch das von ihm deponierte, aber von einem Dritten verwendete Werkzeug 

übertragen worden sei. Ferner erwähne das Strafgericht als typischen modus operandi des Be-

schuldigten das Fensterbohren mit äusserst kleinen Bohrlöchern. Gleichwohl sei davon auszu-

gehen, dass in der fraglichen Zeitspanne auch andere Einbrecher in der Region tätig gewesen 

seien, welche mit demselben modus operandi vorgegangen seien.  

 

2.3 Die Staatsanwaltschaft führt ihrerseits aus, in Bezug auf die Vorbringen des Beschul-

digten, wonach seine an den Tatorten aufgefundene DNA von Drittpersonen dort deponiert 

worden sei, könne auf die Ausführungen der Sachverständigen verwiesen werden. Demnach 

sei eine Übertragung der DNA durch eine Drittperson zwar rein theoretisch möglich, allerdings 

sei ein solches Szenario derart unwahrscheinlich, dass dieses nicht ernsthaft in Erwägung zu 

ziehen sei. Im Übrigen sei davon auszugehen, dass die DNA an den Tatort gekommen sei, in-

dem der Beschuldigte das Bohrloch habe ausblasen müssen. Ausserdem würden jeweils weite-

re Beweismittel für die Täterschaft des Beschuldigten sprechen, namentlich der modus ope-

randi sowie Schuhspuren des Beschuldigten.  

 

2.4 Hinsichtlich des modus operandi zeigt sich, dass in sämtlichen angeklagten Fällen die 

sogenannte Fensterbohrmethode verwendet wurde, wobei in der Regel Bohreinsätze mit auffal-

lend geringem Durchmesser verwendet wurden, mithin wurden meistens kleine Bohrlöcher 

festgestellt (vgl. die nachfolgenden Ausführungen betreffend die einzelnen Fälle). In diesem 

Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte bereits in früheren Strafverfah-

ren im Kanton Basel-Landschaft wegen Einbruchdiebstählen verurteilt wurde, wobei er in den 

damaligen Fällen ebenfalls grösstenteils mit der Fensterbohrmethode vorging und dabei auffal-

lend kleine Bohrlöcher (drei bis fünf Millimeter) verursacht hat (Vorakten betreffend das Urteil 

des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 18. März 2008: act. 927, 973, 1015, 1133, 1167, 1189, 

1205, 1307, 1355, 1821 ff.; Vorakten betreffend das Urteil des Kantonsgerichts Basel-

Landschaft vom 4. August 2009: act. 803 ff.). Sodann kann einzig aus dem Umstand, dass par-

tiell auch grössere Bohrlöcher festgestellt wurden, klarerweise nichts zu Gunsten des Beschul-

digten abgeleitet werden. Vielmehr kann die Grösse des Loches aufgrund unterschiedlichen 

Materials abweichen. Ausserdem ist darauf hinzuweisen, dass namentlich bei sogenannten 

Handkurbelbohrern trotz der Verwendung von kleinen Bohreinsätzen zufolge instabiler resp. 

schräger Haltung des Bohrers durch den Benutzer unterschiedlich grosse Bohrlöcher entstehen 

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können, mithin auch Bohrlöcher, welche grösser ausfallen als der Bohreinsatz selbst. Derartige 

Handkurbelbohrer werden im Rahmen der Fensterbohrmethode regelmässig als Einbruchwerk-

zeug verwendet, wobei in casu am 1. April 2014 in Dornach potentielles Einbruchwerkzeug, 

insbesondere auch ein Handkurbelbohrer, aufgefunden wurde (act. 1287 ff., 1307 ff.), auf wel-

chem DNA-Spuren des Beschuldigten festgestellt wurden. Es ist zwar nicht nachgewiesen, 

dass der Beschuldigte mit dem in Dornach beschlagnahmten Einbruchwerkzeug delinquiert hat, 

gleichwohl war er zumindest in einem früheren Zeitpunkt im Besitz dieses Werkzeugs, weshalb 

er sich mit der Verwendung eines Handkurbelbohrers auskennen muss. Aus den vereinzelt 

grösseren Bohrlöchern vermag der Beschuldigte daher nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. 

Demnach kann der Tatmodus grundsätzlich als Indiz gewertet werden, welches in den nachfol-

gend zu beurteilenden Einzelfällen die übrige Beweislage stützen kann. Im Übrigen ist anzu-

merken, dass das Strafgericht in keinem der strittigen Fälle eine Verurteilung einzig aufgrund 

des Tatvorgehens ausgesprochen hat.  

 

2.5 Der Beschuldigte bringt im Weiteren vor, die sichergestellten DNA-Spuren, welche ihm 

hätten zugeordnet werden können, seien entweder durch Manipulation oder Übertragung an 

den Tatort gelangt. Diesbezüglich ist zunächst auf das Protokoll der Hauptverhandlung des 

Strafgerichts vom 13. bis zum 15. April 2015 zu verweisen, wonach die Sachverständige 

R.____ dargelegt hat, es sei äusserst schwer, DNA-Spuren zu manipulieren. Für einen Laien 

sei es unmöglich, DNA-Spuren in der Form zu verteilen, dass dieser selber keine Spuren verur-

sache, während er gezielt DNA einer anderen Person auftrage. Dazu wäre sehr viel Know-how 

erforderlich. Beispielsweise gehöre mehr dazu, als ein gebrauchtes Taschentuch auf die fragli-

che Stelle zu reiben. Ferner bezweifle sie, dass es möglich wäre, mit einem Bohrer immer glei-

che Mengen DNA manipulativ zu übertragen (act. 4419 f.). Angesichts dieser Ausführungen der 

Sachverständigen erhellt, dass es sich bei dem Vorbringen des Beschuldigten, wonach die 

DNA-Spuren durch absichtliche Manipulation an den Tatort gelangt seien, um rein theoretische 

Überlegungen handelt, für welche allerdings keinerlei Anhaltspunkte aus den Verfahrensakten 

hervorgehen. Hinzu kommt, dass gemäss den Darlegungen der Sachverständigen neben der 

DNA-Spur des Beschuldigten überdies die DNA derjenigen Person hätte festgestellt werden 

müssen, welche die DNA des Beschuldigten bewusst an dem jeweiligen Tatort hinterlegt hat. 

Zwar wurden hie und da Mischspuren festgestellt, verwertbare DNA-Spuren Dritter konnten 

aber nicht isoliert werden, womit die Erklärung des Beschuldigten, seine DNA sei durch einen 

Dritten an den Tatort gekommen, nicht zu hören ist. 

 

2.6 Sodann macht der Beschuldigte geltend, ein anderer Einbrecher könnte sein Werkzeug 

benutzt haben, welches er vor rund acht Jahren in der Schweiz deponiert habe, zumal er wäh-

rend seines damaligen Strafvollzugs einem Mithäftling von diesem Werkzeug und dessen Ver-

steckt erzählt habe. Nach Beendigung seines Strafvollzugs sei es an einem anderen Ort depo-

niert gewesen und es hätten ausserdem einige Bestandteile gefehlt (vgl. auch act. 4461). Der 

Beschuldigte legt diesbezüglich weiter dar, aufgrund der Benutzung seines Werkzeugs durch 

einen anderen Einbrecher könne seine DNA an die jeweiligen Tatorte gelangt sein. Hinsichtlich 

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dieses Vorbringens ist exemplarisch auf den Fall 2 zu verweisen, bei welchem gemäss den 

Ausführungen des Beschuldigten seine DNA mittels Verwendung seines Werkzeugs durch ei-

nen Dritten an den Tatort gelangt sein soll. Dem kriminaltechnischen Bericht der Polizei Basel-

Landschaft vom 16. Januar 2013 ist in diesem Zusammenhang zu entnehmen, dass die am 

Tatort vorgefundene DNA-Spur ab dem rechten Schlafzimmerfensterflügel, neben der Schlag-

leiste, sichergestellt wurde (act. 1881). Daraus erhellt, dass die DNA-Spur des Beschuldigten in 

Fall 2 nicht unmittelbar ab dem Bohrloch im Fensterrahmen sichergestellt wurde und somit nicht 

durch Werkzeugübertragung an diesen Ort gelangen konnte. Folglich ist eine Übertragung der 

DNA des Beschuldigten durch den Gebrauch seines Werkzeuges durch einen Dritten offen-

sichtlich ausgeschlossen, weshalb sein diesbezügliches Vorbringen als Schutzbehauptung zu 

werten ist.  

 

2.7 Die Sachverständige führte anlässlich der strafgerichtlichen Hauptverhandlung des 

Weiteren aus, die Übertragung von DNA sei grundsätzlich möglich. Experimente hätte aller-

dings gezeigt, dass regelmässig auch die DNA des Überträgers gefunden werde (act. 4413). In 

den vorliegend zu beurteilenden Fällen, in welchen der Beschuldigte seine DNA am Tatort mit 

der Übertragung erklärt, zeigt sich aufgrund der Akten, dass kein verwertbares DNA-Profil einer 

weiteren Person festgestellt werden konnte. Unter diesen Gegebenheiten sowie in Beachtung 

der Ausführungen der Sachverständigen kann somit nicht davon ausgegangen werden, dass 

eine DNA-Übertragung durch die ehemals vom Beschuldigten verwendeten Werkzeuge stattge-

funden hat. Folglich bestehen keine erheblichen und nicht zu unterdrückenden Zweifel, dass die 

sichergestellten DNA-Spuren nicht mittels Übertragung an die Tatorte gelangt sind, sondern 

vielmehr der Beschuldigte selbst sich an den entsprechenden Tatorten befunden hat. Zwar ist 

das blosse Auffinden von DNA am Tatort grundsätzlich kein Beweis für die Täterschaft des Be-

schuldigten, allerdings ist dies als ein äusserst starkes Indiz dafür zu werten, zumal die DNA 

den Nachweis erbringt, dass der Beschuldigte sich am Tatort aufgehalten hat: Im Übrigen ist 

jeweils kein anderer Grund für seine Präsenz am Tatort ersichtlich, als die ihm vorgeworfene 

Delinquenz. Die Rüge des Beschuldigten, wonach die DNA-Spuren von erheblich vermindertem 

Beweiswert seien, erweist sich demzufolge als unbegründet.  

 

 

3. Ziffer 1 der Anklageschrift, Fall 1 

3.1 Das Strafgericht legt mit Urteil vom 15. April 2015 dar, dem Beschuldigten werde vor-

geworfen, er habe zwischen dem 23. September 2011, 17.40 Uhr, und dem 24. September 

2011, 01.20 Uhr, die Rahmen von zwei Sitzplatztüren im Erdgeschoss der Liegenschaft an der 

X.____ in Y.____ angebohrt, ohne auf diesem Weg eindringen zu können. Schliesslich sei er in 

die Liegenschaft eingedrungen, indem er über einen Abfalleimer auf den Balkon im Oberge-

schoss gelangt sei, wo er ein gekipptes Fenster aufgedrückt habe. Es seien diverse Schmuck-

stücke und Sammlermünzen entwendet worden. Ausserdem habe der Beschuldigte Waschmit-

tel am Tatort verteilt, um Spuren zu vernichten, und es sei ein abgebrochener Bohreinsatz in 

der Liegenschaft aufgefunden worden. Angesichts der DNA-Spur des Beschuldigten am Bohr-

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loch sowie des Umstands, dass die Fensterbohrmethode angewendet worden sei, dies unter 

Verwendung eines Bohreinsatzes mit geringem Durchmesser, sei von der Täterschaft des Be-

schuldigten auszugehen.  

 

3.2 Der Beschuldigte macht seinerseits geltend, der Beweiswert der DNA sei erheblich 

reduziert und der modus operandi könne weder als Indiz noch als Beweis für seine Täterschaft 

genügen, zumal auch andere Einbrecher mit der Fähigkeit zum Bohren kleiner Löcher zur frag-

lichen Zeit in der fraglichen Region tätig gewesen seien. Auch entspreche es nicht seinem Vor-

gehen, Waschmittel am Tatort zu verteilen. Hinzu komme, dass der Täter sich angeblich via 

einen Abfalleimer auf den mehr als drei Meter hohen Balkon hochgezogen habe. Der Beschul-

digte sei jedoch nicht mehr zu derartigen Kletterkünsten fähig.  

 

3.3 Vorliegend ist das Vorgehen der Täterschaft nicht bestritten, weshalb diesbezüglich auf 

die sachlich zutreffenden Ausführungen des Strafgerichts verwiesen werden kann. Strittig ist 

hingegen die Täterschaft des Beschuldigten. In dieser Hinsicht ist dem Teil-Erledigungsrapport 

der Polizei des Kantons Solothurn vom 9. November 2011 zu entnehmen, dass ab dem Bohr-

loch auf der Aussenseite des Freisitztürrahmens eine DNA-Spur des Beschuldigten gesichert 

werden konnte (act. 1827, 1833, 1839). Soweit der Beschuldigte den Beweiswert dieser DNA-

Spur in Zweifel zieht, ist auf die vorstehenden Ausführungen (Ziffern 2.5 ff. des vorliegenden 

Urteils) zu verweisen, wonach die Vorbringen des Beschuldigten keine Zweifel in Bezug auf den 

Beweiswert der DNA-Spuren zu begründen vermögen.  

 

3.4 Im Weiteren ist hinsichtlich der Rüge des Beschuldigten, er sei nicht mehr fähig, sich 

auf einen drei Meter hohen Balkon hochzuziehen, auf die Fälle 3 und 4 der Ziffer 1 der Ankla-

geschrift zu verweisen, welche seitens des Beschuldigten beide zugestanden sind. Dem Sach-

verhalt zu Fall 3 ist zu entnehmen, dass der Beschuldigte einige Gartengegenstände an die 

Fassade der zum Einfamilienhaus gehörenden Doppelgarage stellte und über diese Gegen-

stände auf das Garagendach hochstieg (act. 1901 ff.). Ebenso kletterte der Beschuldigte in 

Fall 4 via Regenabflussrohr auf die Terrasse des ersten Obergeschosses, um in die Liegen-

schaft einzudringen (act. 1961). Es kann daher keineswegs die Rede davon sein, der Beschul-

digte sei nicht ausreichend sportlich, um sich unter Verwendung eines geeigneten Gegenstands 

als Kletterhilfe auf einen Balkon hochzuziehen resp. auf diesen hochzuklettern. Hinzu kommt 

betreffend den vorliegend zu prüfenden Fall 1, dass sich die in der polizeilichen Anzeige als 

Abfalleimer betitelte Kletterhilfe in Anbetracht der Verfahrensakten vielmehr als ein grosser Ab-

fallcontainer erweist (act. 1755). Somit sind keine Zweifel gegeben, dass es dem Beschuldigten 

möglich war, sich mit Hilfe des Abfallcontainers auf den Balkon der Liegenschaft zu begeben.  

 

3.5 Sodann vermag der Umstand, wonach es nicht der üblichen Vorgehensweise des Be-

schuldigten entspricht, am Tatort Waschmittel zu verteilen, dessen Täterschaft nicht in Frage zu 

stellen. Vielmehr ist darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte wiederholt zu Protokoll gegeben 

hat, er sei sich der Gefährlichkeit von DNA bewusst (act. 4421; Protokoll KGer, S. 6). Somit ist 

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eine nachvollziehbare Erklärung für die Verwendung von Waschmittel gegeben, können mit 

dessen Verteilung in der Wohnung doch allfällige DNA-Spuren unverwertbar gemacht werden, 

was namentlich in den Fällen sinnvoll wäre, wo der Täter sich bewusst ist, dass er – sei es 

durch Niesen oder anderweitige Unvorsichtigkeiten – DNA am Tatort hinterlassen hat. Einzig 

der Umstand, dass die Verteilung von Waschmittel in der Regel nicht zum Tatmodus des Be-

schuldigten gehört, spricht daher nicht gegen dessen Täterschaft. Im Übrigen entspricht der 

modus operandi durchwegs der Vorgehensweise des Beschuldigten. Mithin wurde die Fens-

terbohrmethode an den Sitzplatztüren im Erdgeschoss angewendet, allerdings ohne den ge-

wünschten Erfolg zu erreichen (act. 1731). Während des Bohrvorgangs ist offenbar ein Bohr-

einsatz steckengeblieben und abgebrochen, welcher einen geringen Durchmesser aufweist 

(act. 1845 ff.). Diese Gegebenheiten stellen weitere Indizien dar, weshalb keine Zweifel an der 

Täterschaft des Beschuldigten vorhanden sind. Der angeklagte Sachverhalt ist dementspre-

chend als erstellt zu erachten.  

 

 

4. Ziffer 1 der Anklageschrift, Fall 2 

4.1 In seinem Urteil vom 15. April 2015 führt das Strafgericht aus, der Beschuldigte sei 

zwischen dem 24. Dezember 2012, 15.00 Uhr, und dem 27. Dezember 2012, 08.00 Uhr, an der 

X.____ in Y.____ auf den Balkon der Liegenschaft geklettert und habe dort zweifach versucht, 

den Rahmen der Balkontür aufzubohren, was misslungen sei. Sodann sei er auf der anderen 

Seite der Liegenschaft zu einem Fenster im ersten Stock gestiegen, habe ein Loch in den Fens-

terrahmen gebohrt und mit einem unbekannten Gegenstand das Fenster geöffnet. In der Lie-

genschaft habe er diverse Schmuckstücke entwendet. Im Bereich des Bohrlochs sei eine DNA-

Spur des Beschuldigten gesichert worden. Überdies spreche der für den Beschuldigten typische 

Tatmodus für dessen Täterschaft.  

 

4.2 Demgegenüber bringt der Beschuldigte vor, er könne als Täter ausgeschlossen wer-

den, da er sich zum fraglichen Zeitpunkt zu Hause in I.____ (Norddeutschland) befunden habe. 

Angesichts der von der Sachverständigen bestätigten Möglichkeit der Übertragung von DNA 

komme der Zeugenaussage seiner Ehefrau eine zuverlässigere Beweiskraft als der vorgefun-

denen DNA zu. Auch sei es ihm nicht mehr möglich, ohne Leiter auf den zwei Meter hohen Bal-

kon und von dort weiter zum 3.2 Meter hohen Schlafzimmerfenster zu klettern.  

 

4.3 In casu ist wiederum einzig die Täterschaft des Beschuldigten strittig. Demgegenüber 

wird das Tatvorgehen an sich nicht in Zweifel gezogen, weshalb auf die sachlich zutreffenden 

Ausführungen des Strafgerichts zu verweisen ist. Ferner ist dem kriminaltechnischen Bericht 

des Polizei Basel-Landschaft vom 16. Januar 2013 zu entnehmen, dass ab dem rechten 

Schlafzimmerfensterflügel, neben der Schlagleiste, eine DNA-Spur sichergestellt wurde 

(act. 1881), welche dem Beschuldigten zugeordnet werden konnte (act. 1885 ff.). Soweit der 

Beschuldigte diesbezüglich auf die Ausführungen der Sachverständigen betreffend die rein the-

oretische Möglichkeit der Übertragung von DNA durch Dritte hinweist, ist auf die vorstehenden 

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Erwägungen betreffend den Beweiswert der DNA-Spuren (Ziffern 2.5 ff. des vorliegenden Ur-

teils) zu verweisen, wonach die Vorbringen des Beschuldigten keine Zweifel in Bezug auf den 

Beweiswert der DNA-Spuren zu begründen vermögen. Insbesondere zeigt sich in Bezug auf 

den vorliegenden Fall 2, dass die DNA-Spur gerade nicht unmittelbar ab dem Bohrloch im 

Fensterrahmen sichergestellt wurde, weshalb dem Vorbringen des Beschuldigten, wonach sei-

ne DNA durch den Bohrer übertragen worden sei, offenkundig nicht gefolgt werden kann. Es ist 

daher davon auszugehen, dass sich der Beschuldigte – entgegen seinem Vorbringen – am Tat-

ort aufgehalten hat. Sodann spricht im Sinne eines weiteren Indizes für die Täterschaft des Be-

schuldigten, dass der modus operandi mit seiner Vorgehensweise übereinstimmt. Mithin hat der 

Täter mittels Fensterbohrmethode Zugang zur Liegenschaft erlangt, wobei das Bohrloch einen 

Durchmesser von bloss vier Millimeter aufweist (act. 1859). Soweit der Beschuldigte geltend 

macht, es sei ihm nicht mehr möglich, auf den zwei Meter hohen Balkon und von dort weiter 

zum 3.2 Meter hohen Schlafzimmerfenster zu klettern, ist auf die vorstehenden unter Ziffer 3.4 

des vorliegenden Urteils gemachten Erwägungen zu verweisen, wonach aufgrund der zuge-

standenen Fälle 3 und 4 ohne Weiteres ersichtlich ist, dass der Beschuldigte offensichtlich zu 

derartigen sportlichen Leistungen fähig war. Seine Depositionen, wonach es ihm nicht möglich 

gewesen sein soll, auf den Balkon bzw. zum Schlafzimmerfenster zu klettern, erweisen sich 

daher als Schutzbehauptungen.  

 

4.4 Der Beschuldigte verweist des Weiteren auf die Aussagen seiner Ehefrau, wonach er 

zur fraglichen Tatzeit zu Hause in I.____ gewesen sei. Anlässlich der Einvernahme vom 

18. November 2014 gab die Ehefrau des Beschuldigten, J.____, als Zeugin zu Protokoll, sie 

habe die Weihnachtszeit 2012 zusammen mit dem Beschuldigten zu Hause in I.____ verbracht. 

Nach Weihnachten 2012 sei der Beschuldigte tageweise weggewesen, wobei sie nicht mehr 

genau sagen könne, wann dies gewesen sei (act. 1711.7 ff.). Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit 

von J.____ ist zunächst festzustellen, dass es äusserst naheliegend ist, dass die Ehefrau des 

Beschuldigten diesen nicht belastet. Insbesondere musste es für J.____ aufgrund der Frage, 

wo sich der Beschuldigte in der Weihnachtszeit 2012 aufgehalten habe, bewusst sein, dass ihr 

Ehemann ein Alibi für diesen Zeitraum bedarf, zumal ihr bekannt ist, dass der Beschuldigte in 

der Schweiz wiederholt wegen Einbruchdiebstählen verurteilt wurde. Demnach erachtet das 

Kantonsgericht die Aussagen als nicht glaubhaft.  

 

4.5 Es zeigt sich somit, dass aufgrund der DNA-Spur des Beschuldigten am Tatort sowie 

des in indizieller Hinsicht zu berücksichtigen Tatmodus, welcher exakt der üblichen Vorgehens-

weise des Beschuldigten entspricht, keine Zweifel an der Täterschaft des Beschuldigten beste-

hen. Folglich ist der Sachverhalt im Sinne der Anklageschrift als erstellt zu erachten.  

 

 

5. Ziffer 1 der Anklageschrift, Fall 5 

5.1 Mit Urteil vom 15. April 2015 legt die Vorinstanz des Weiteren dar, dem Beschuldigten 

werde vorgeworfen, am 10. Januar 2013, zwischen 18.11 Uhr und 20.30 Uhr, an der X.____ in 

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Y.____ in eine Liegenschaft eingebrochen zu sein, indem er ein Loch mit einem Durchmesser 

von ca. sieben Millimeter in einen Fensterrahmen gebohrt und mit einem unbekannten Gegen-

stand das Fenster geöffnet habe. In der Liegenschaft habe er diverse Schmuckstücke, drei 

Goldmünzen sowie Bargeld im Betrag von Euro 250.-- entwendet. Aufgrund der Beweislage, 

insbesondere der DNA-Spur des Beschuldigten, sei die Täterschaft nachgewiesen. Im Übrigen 

bleibe die Vermutung der Polizei, dass es sich um zwei Täter gehandelt haben könnte, eine 

hypothetisch, da sämtliche Verunreinigungen auch vom Beschuldigten alleine hätten verursacht 

werden können. 

 

5.2 Der Beschuldigte macht geltend, der Beweiswert der DNA-Spur sei erheblich reduziert, 

da eine Übertragung durch das von einem anderen Täter benutzte Werkzeug nicht ausge-

schlossen werden könne. Ausserdem spreche der modus operandi gegen seine Täterschaft, da 

die Bohrlöcher mit rund 7 Millimeter als eher gross erscheinen würden. Ferner sei er Alleintäter, 

gemäss der entsprechenden Anzeige soll es sich bei der Täterschaft allerdings um zwei Perso-

nen gehandelt haben. Schliesslich vermöge die zeitliche und örtliche Nähe zu Fall 6 nichts zu 

beweisen, da auch weitere Einbrecher im fraglichen Zeitpunkt in der Region tätig gewesen sei-

en.  

 

5.3 Dem kriminaltechnischen Bericht der Polizei Basel-Landschaft vom 7. Februar 2013 ist 

zu entnehmen, dass im Bereich des Bohrlochs am Fensterrahmen eine DNA-Spur sichergestellt 

werden konnte, wobei es sich um ein inkomplettes DNA-Mischprofil handelt. Die Untersuchung 

des Hauptprofils habe eine Übereinstimmung mit dem DNA-Profil des Beschuldigten ergeben 

(act. 2035). Ferner führt das Institut für Rechtsmedizin der Universität Basel (nachfolgend: IRM) 

in seinem Gutachten vom 23. April 2014 aus, das DNA-Profil des Beschuldigten sei mit Aus-

nahme eines STR-Systems durchgehend im Mischprofil der am Tatort sichergestellten DNA-

Spur enthalten. Das inkomplette Hauptprofil dieser Mischspur stimme mit dem Profil des Be-

schuldigten überein. Unter der Annahme der Nullhypothese sei gemäss der biostatistischen 

Berechnung das inkomplette Hauptprofil der am Tatort sichergestellten DNA-Spur 54.86 Millio-

nen mal wahrscheinlicher als unter der Annahme der Gegenhypothese (act. 2047). Es zeigt 

sich somit, dass die DNA-Spur des Beschuldigten am Tatort aufgefunden werden konnte. Hin-

sichtlich des Beweiswerts dieser DNA-Spur ist auf die diesbezüglichen vorstehenden Ausfüh-

rungen (Ziffern 2.5 ff. des vorliegenden Urteils) zu verweisen, welche auch hier Geltung haben. 

Demnach ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte sich am Tatort aufgehalten hat.  

 

5.4 Der vorliegend zu beurteilende Fall weist im Weiteren eine grosse zeitliche und örtliche 

Nähe zu Fall 6 auf. Mithin befinden sich die beiden Tatorte in unmittelbarer Nähe zu einander 

(X.____ [Fall 5] sowie Y.____  [Fall 6], beide in Z.____). Sodann überschneiden sich die Tat-

zeiträume, zumal der Einbruch in Fall 5 am 10. Januar 2013, zwischen 18.11 Uhr und 

20.30 Uhr, und jener in Fall 6 ebenfalls am 10. Januar 2013, zwischen 19.15 Uhr und 

19.45 Uhr, stattgefunden haben. Diese ausgeprägte zeitliche und örtliche Nähe ist als weiteres 

Indiz für die Täterschaft des Beschuldigten zu werten, zumal auch in Fall 6 die DNA-Spur des 

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Beschuldigten am Tatort nachgewiesen werden konnte (vgl. die nachfolgenden Ausführungen 

zu Fall 6). Im Übrigen hat der Beschuldigte bezüglich Fall 4 seine Täterschaft zugestanden, 

wobei dieser Fall lediglich ein Tag zuvor in Augst stattgefunden hat. 

 

5.5 Sodann ist dem kriminaltechnischen Bericht der Polizei Basel-Landschaft vom 15. April 

2013 zu entnehmen, dass die Täterschaft mit der Fensterbohrmethode Zutritt zur Liegenschaft 

erlangt hat, wobei das Bohrloch einen Durchmesser von ca. sieben Millimeter aufwies 

(act. 2029). Folglich stimmt der modus operandi mit der Vorgehensweise des Beschuldigten 

zumindest im Grundsatz überein. Soweit der Beschuldigte rügt, dass Bohrloch sei vergleichs-

weise gross, was gegen seine Täterschaft spreche, kann auf die vorstehenden Ausführungen 

zum Tatmodus (Ziffer 2.4 des vorliegenden Urteils) verwiesen werden, wonach der Durchmes-

ser des Bohrlochs trotz Verwendung eines kleinen Bohreinsatzes aufgrund des Bohrmaterials 

sowie einer instabilen bzw. schrägen Haltung des Handkurbelbohrers grösser als der Bohrein-

satz ausfallen kann. Sodann weist der Beschuldigte hinsichtlich des Tatmodus auf den Um-

stand hin, dass er nur als Alleintäter delinquiere, in der Anzeige jedoch die Rede von zwei Tä-

tern sei. In der besagten Anzeige der Polizei Basel-Landschaft vom 15. Januar 2013 wird dar-

gelegt, dass der Täter, nachdem er durch das Fenster des Arbeitszimmers in die Liegenschaft 

eingestiegen sei, das Fenster hinter sich wieder verschlossen und die Schuhe an einem herum-

liegenden Kleidungsstück abgeputzt habe. Vermutlich habe der Täter danach die ostseitige 

Wohnzimmertür geöffnet und eine zweite Person in die Liegenschaft eingelassen. Der zweite 

Täter habe schmutzige, mit Dreck beschmierte Schuhe getragen. Dies sei anhand der Spuren 

erkennbar gewesen. Auf der Höhe des Arbeitszimmers habe aber auch der zweite Täter sich 

die Schuhe an einem weiteren Kleidungsstück abgeputzt (act. 2007). Bereits aufgrund des ex-

pliziten Wortlauts dieser Anzeige erhellt, dass es sich bei den Ausführungen der Polizei lediglich 

um rein theoretische Vermutungen handelt, welche von Schmutzspuren am Boden abgeleitet 

wurden. Weitergehende Hinweise für die Vermutung der Polizei, dass es sich um zwei Täter 

gehandelt habe, sind hingegen nicht ersichtlich. Eine anderweitige Erklärung für die Schmutz-

spuren könnte hingegen sein, dass der Beschuldigte zunächst die Wohnzimmertür öffnen woll-

te, um sich dadurch eine rasche Flucht zu ermöglichen, und sich erst im Anschluss an die  

Sicherstellung der Fluchtmöglichkeit die Schuhe an den Kleidungsstücken abgeputzt hat. Oh-

nehin sind derartige Vermutungen nicht massgebend, zumal aufgrund der der gesamten Um-

stände, namentlich der DNA-Spur des Beschuldigten, zweifellos feststeht, dass sich dieser nicht 

nur bei der entsprechenden Liegenschaft befunden hat, sondern überdies mit dem Bohrloch in 

Kontakt war. Es sind daher keine Zweifel hinsichtlich der Täterschaft des Beschuldigten gege-

ben. Die (blosse) Vermutung der Polizei, der Beschuldigte habe zusammen mit einem Mittäter 

delinquiert, ist dabei nicht von Relevanz, zumal es durchaus sein kann, dass der Beschuldigte 

in Einzelfällen mit einem Bekannten zusammengearbeitet hat. Demzufolge ist die Täterschaft 

des Beschuldigten als erstellt zu erachten.  

 

 

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6. Ziffer 1 der Anklageschrift, Fall 6 

6.1 Das Strafgericht führt mit Urteil vom 15. April 2015 aus, der Beschuldigte sei am 

10. Januar 2013, zwischen 19.15 Uhr und 19.45 Uhr, an der X.____ in Y.____ in eine Liegen-

schaft eingedrungen, indem er unter Zuhilfenahme einer Leiter auf der Höhe des Obergeschos-

ses mit einem Bohrwerkzeug von ca. vier Millimeter Durchmesser vier Löcher in einen Fenster-

rahmen gebohrt und mit einem unbekannten Gegenstand das Fenster geöffnet habe. In der 

Liegenschaft habe der Beschuldigte das Schlafzimmer durchsucht, jedoch ohne etwas zu ent-

wenden. Während dieses Geschehens sei die Bewohnerschaft zu Hause gewesen und habe im 

Erdgeschoss ferngesehen. Aufgrund der DNA-Spur des Beschuldigten, welche am Bohrloch 

habe gesichert werden können, sei dessen Täterschaft nachgewiesen. Im Sinne von weiteren 

Indizien sei auf die zeitliche und örtliche Nähe zu Fall 5 sowie den übereinstimmenden Tatmo-

dus hinzuweisen.  

 

6.2 Der Beschuldigte bestreitet in casu seine Täterschaft unter Hinweis auf die Ausführun-

gen zu Fall 5. Mithin sei der Beweiswert der DNA-Spur erheblich reduziert. Auch vermöge die 

zeitliche und örtliche Nähe zu Fall 5 seine Täterschaft nicht nachzuweisen, da weitere Einbre-

cher im fraglichen Zeitpunkt in der Region tätig gewesen seien.  

 

6.3 In tatsächlicher Hinsicht ergibt sich aus dem kriminaltechnischen Bericht der Polizei 

Basel-Landschaft vom 5. Februar 2013, dass am Aussenglas des linken Flügels des Schlaf-

zimmerfensters, durch welches die Täterschaft in die Liegenschaft eingestiegen ist, eine DNA-

Spur sichergestellt werden konnte (act. 2085). Gemäss dem Gutachten des IRM vom 23. April 

2014 habe sich aus dieser Spur DNA isolieren und ein DNA-Mischprofil erstellen lassen. Das 

DNA-Profil des Beschuldigten lasse sich in allen STR-Systemen des Mischprofils der am Tatort 

sichergestellten DNA-Spur nachweisen und das inkomplette Hauptprofil dieser Mischspur stim-

me mit dem Profil des Beschuldigten überein. Unter der Annahme der Nullhypothese sei nach 

der biostatischen Berechnung das inkomplette Hauptprofil der am Tatort sichergestellten DNA-

Spur 130.7 Trillionen mal wahrscheinlicher als unter der Annahme der Gegenhypothese 

(act. 2103). Angesichts dieser Gegebenheiten, unter Hinweis auf die vorstehenden Erwägungen 

betreffend den Beweiswert von DNA-Spuren (Ziffern 2.5 ff. des vorliegenden Urteils) sowie dem 

Umstand, dass eine Übertragung der DNA-Spur mittels Werkzeug ausgeschlossen ist, da diese 

am Aussenglas des Schlafzimmerfensters sichergestellt wurde, ist ohne Zweifel davon auszu-

gehen, dass sich der Beschuldigte am Tatort aufgehalten hat. Dieser Beweis wird sodann von 

weiteren Indizien gestützt, namentlich dem mit der Vorgehensweise des Beschuldigten überein-

stimmenden modus operandi, mithin der Fensterbohrmethode mittels kleinen Bohreinsätzen (in 

casu: Bohrlöcher mit einem Durchmesser von vier Millimeter; act. 2057), sowie der grossen 

zeitlichen und örtlichen Nähe zu Fall 5 (vgl. die diesbezüglichen Ausführungen zu Fall 5, Zif-

fer 5.4 des vorliegenden Urteils). Überdies hat der Beschuldigte seine Täterschaft betreffend 

Fall 4 zugestanden, welcher ein Tag zuvor in Augst stattgefunden hat.  

 

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6.4 In Beachtung dieser Umstände bestehen keine Zweifel in Bezug auf die Täterschaft 

des Beschuldigten, weshalb der angeklagte Sachverhalt erstellt ist.  

 

 

7. Ziffer 1 der Anklageschrift, Fall 9 

7.1 In ihrem Urteil vom 15. April 2015 legen die Vorderrichter dar, der Beschuldigte habe 

am 6. April 2013, zwischen 01.30 Uhr und 01.34 Uhr, am X.____ in Y.____ in den Türrahmen 

einer Terrassentür ein Loch mit einem Durchmesser von ca. acht Millimeter gebohrt und an-

schliessend mit einem unbekannten Gegenstand diese Tür geöffnet, worauf ein akustischer 

Alarm ausgelöst worden sei. Der Beschuldigte habe ohne Deliktsgut die Flucht ergriffen. Im 

Bereich des Bohrlochs sei die DNA-Spur des Beschuldigten gesichert worden, weshalb dessen 

Täterschaft erwiesen sei.  

 

7.2 Demgegenüber bringt der Beschuldigte vor, da eine Übertragung der DNA durch das 

von einer Drittperson verwendete Werkzeug nicht ausgeschlossen werden könne, sei der Be-

weiswert der DNA erheblich reduziert. Ausserdem spreche der modus operandi gegen eine 

Täterschaft des Beschuldigten, zumal die Bohrlöcher mit einem Durchmesser von rund acht 

Millimeter als eher gross erscheinen würden.  

 

7.3 Aus den Verfahrensakten geht hervor, dass an der Aussenseite der Sitzplatztür, im 

Bereich des Bohrlochs, eine DNA-Spur gesichert wurde (act. 2195), woraus ein inkomplettes 

DNA-Profil erstellt werden konnte, dessen Zuordnung zum Beschuldigten 194.7 Milliarden mal 

wahrscheinlicher ist als zu einer unbekannten, mit dem Beschuldigten nicht nahe verwandten 

Drittperson (act. 2215). Soweit der Beschuldigte den Beweiswert dieser DNA-Spur in Zweifel 

zieht, ist auf die vorstehenden Ausführungen (Ziffern 2.5 ff. des vorliegenden Urteils) zu verwei-

sen, wonach die Vorbringen des Beschuldigten keine Zweifel in Bezug auf den Beweiswert der 

DNA-Spuren zu begründen vermögen.  

 

7.4 Im Weiteren ist dem kriminaltechnischen Bericht der Polizei Basel-Landschaft vom 

6. August 2013 zu entnehmen, dass die Täterschaft mit der Fensterbohrmethode vorging, wo-

bei sie ein Loch mit einem Durchmesser von ca. acht Millimeter bohrte (act. 2195). Es kann 

daher festgestellt werden, dass derselbe Tatmodus angewendet wurde, wie der Beschuldigte 

jeweils verwendet, was ebenfalls für seine Täterschaft spricht. Daran vermag das Vorbringen 

des Beschuldigten, wonach er nur kleine Bohreinsätze verwende, nichts zu ändern. Wie bereits 

vorstehend dargelegt wurde (Ziffer 2.4 des vorliegenden Urteils), kann der Durchmesser des 

Bohrlochs trotz Verwendung eines kleinen Bohreinsatzes aufgrund des Bohrmaterials sowie 

einer instabilen bzw. schrägen Haltung des Handkurbelbohrers grösser als der Bohreinsatz 

ausfallen. Der Durchmesser des Bohrlochs von acht Millimeter spricht folglich keineswegs ge-

gen die Täterschaft des Beschuldigten.  

 

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7.5 Dessen ungeachtet fällt in casu auf, dass der vorliegende Fall 9 (Tatzeit: 6. April 2013) 

in zeitlicher Hinsicht zu Fall 8 (Tatzeit: 11. März 2013) sowie insbesondere zu Fall 10 (Tatzeit: 

1. September 2013) isoliert ist. Gleichwohl bestehen keine Zweifel an der Täterschaft des Be-

schuldigten, zumal dieser am 24. April 2013, und somit nur wenige Tage nach dem Tatzeit-

punkt, von Basel aus Euro 500.-- resp. Fr. 642.71 via Western Union an seine Ehefrau überwie-

sen hat (act. 1339 ff.). Der Beschuldigte hielt sich demzufolge im massgebenden Zeitpunkt 

nach wie vor in der Region Basel auf, weshalb der isolierte Tatzeitpunkt von Fall 9 keine Zweifel 

an der Täterschaft des Beschuldigten zu begründen vermag. Der angeklagte Sachverhalt ist 

daher als erstellt zu betrachten.  

 

 

8. Ziffer 1 der Anklageschrift, Fall 10 

8.1 Mit Urteil vom 15. April 2015 führt die Vorinstanz aus, dem Beschuldigten werde vor-

geworfen, am 1. September 2013, zwischen 00.01 Uhr und 00.30 Uhr, am X.____ in Y.____ auf 

einen Balkon im Obergeschoss geklettert zu sein, wo er zwei Bohrlöcher mit einem Durchmes-

ser von ca. fünf Millimeter in den Rahmen eines Fensters gebohrt habe, um mit einem unbe-

kannten Gegenstand das Fenster zu öffnen. Dies sei allerdings misslungen, weshalb er die ne-

benan befindliche, unverschlossene Balkontür geöffnet habe. In der Liegenschaft habe er Bar-

geld in der Höhe von Fr. 570.-- entwendet. Die Bewohnerschaft, die zur Tatzeit in der Liegen-

schaft anwesend gewesen sei, habe zweimal gehört, wie eine Tür zugeschlagen worden sei, 

anschliessend vor dem Haus zwei Männer miteinander geredet hätten und ein Fahrzeug da-

vongefahren sei. Im Weiteren legen die Vorderrichter dar, habe im Obergeschoss eine Schuh-

spur gesichert werden können, deren Muster auch in den Fällen 12, 14, 16, 17, 18 und 19 ge-

funden worden sei, wobei es sich um eine formaltechnische Übereinstimmung mit reduziertem 

Beweiswert handle. Ein Schuh, der diese Spur verursacht haben könnte, sei beim Beschuldig-

ten nicht gefunden worden. In drei Fällen, bei welchen die entsprechende Schuhspur gefunden 

worden sei, habe die DNA-Spur des Beschuldigten festgestellt werden können. Aufgrund der 

örtlichen und zeitlichen Nähe der sieben Fälle sowie der bei den Einbrüchen verwendeten 

Fensterbohrmethode sei ohne Zweifel davon auszugehen, dass es sich bei der Täterschaft um 

den Beschuldigten handle.  

 

8.2 Der Beschuldigte seinerseits bestreitet seine Täterschaft und macht geltend, die aufge-

fundene Schuhspur vermöge ihn nicht als Täter zu identifizieren, zumal nicht gesagt werden 

könne, ob die Schuhspur zu einem damals vom Beschuldigten getragenen Schuhpaar gehöre 

oder nicht. Es bestehe die Wahrscheinlichkeit, dass verschiedene Täter in diesem Zeitraum und 

dieser Gegend mit demselben Tatmodus Einbruchdiebstähle verübt und Schuhe mit demselben 

Tatmuster getragen hätten. Gegen seine Täterschaft spreche, dass er nur als Alleintäter delin-

quiere, wobei vorliegend die Bewohnerschaft jedoch zwei männliche Stimmen vor dem Haus 

gehört habe.  

 

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8.3 Vorliegend konnte in einem Zimmer im Obergeschoss der Liegenschaft eine Schuh-

spur sichergestellt werden (act. 2239), wobei das Muster dieser Spur im Bericht der Polizei Ba-

sel-Landschaft vom 15. Juli 2014 dem Muster C zugeordnet werden konnte (act. 1407). Dieses 

Muster C wurde ausserdem in den Fällen 12, 14, 16, 17, 18 und