# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 544395ec-a329-5730-8dcd-0a85bb47cd9c
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-20
**Language:** de
**Title:** Abweisung des Anspruchs auf die beantragte Umschulung, weil diese nicht geeignet ist, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin deutlich zu erhöhen, und weil diese nicht eingliederungswirksam und daher in sachlicher Hinsicht nicht angemessen ist.
**Docket/Reference:** IV.2014.00080
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00080.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00080
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiber Volz
Urteil
vom
20. Juni 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
,
geboren
1987
,
erwarb
am 3
0.
Juni 2006 das Bürofachdiplom VSH
(
Urk.
6/15/21) und
schloss am 2
4.
Juni 2008 die
kaufmännische Ausbildung
mit dem Fähigkeitsausweis als Kauffrau ab (Urk. 6/15/20).
In der Folge war die Versicherte ab September 2008 bis Oktober 2012 bei verschiede
nen Arbeitgebern für jeweils einige
wenige
Monate als
kaufmännische Mitar
beiterin
(
Urk.
6/15/9-10), zuletzt vom
3.
Januar bis Oktober 2012 bei der
Y.___
GmbH
beschäftigt
(Urk.
6/15/9-10,
Urk.
6/15/11,
Urk.
6/10 S.
2). Am
1
2.
Februar 2013
meldete sich die Versicherte
unter Hinweis auf
eine Persönlichkeitsstörung und ein Borderline Syndrom
bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk.
6/5
Ziff.
6
.2)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die medizinisc
he und erwerbliche Situation ab und
zog Akten
beim Krankentaggeldversicherer der
Y.___
GmbH, der Visana Services AG
,
bei (
Urk.
6/42/1-17).
Am 1
1.
Juni 2013 ersuchte die Versicherte die IV-Stelle um Ausrichtung von beruflichen Eingliederungsmassnahmen im Sinne einer Umschulung zur Mode
designerin (
Urk.
6/16).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk.
6/25-26
;
Urk.
6/28
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
6.
Dezember 2013 (
Urk.
6/38 =
Urk.
2) einen Anspruch der Versicherten auf berufliche Eingliede
rungsma
ssnahmen im Sinne einer Umschulung zur Modedesignerin, da die Erwerbsfähigkeit der Versicherten
dadurch nicht verbessert werden
würde.
Mit Mitteilung vom
2.
Dezember 2013 (
Urk.
6/36) teilte die IV-Stelle der Ver
sicherten mit, dass
sie
die Arbeitsvermittlung abgeschlossen
habe
.
2.
Die
Versicherte erhob am
1
9.
Januar
2014
Beschwerde (
Urk.
1) gegen die Verfü
gung vom
6.
Dezember 2013
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es
seien ihr die gesetzlichen Leistungen
auszurichten
; eventuell sei die Sache an die IV-Stelle zur
Abklärung durch eine geeignete
Psychiaterin zurück
zuweisen;
eventuell sei durch das hiesige Gericht bei einer Psychiaterin ein Gut
achten einzuholen; eventuell sei das Verfahren bis zum Entscheid der IV-Stelle über den Rentenanspruch einzustellen
(Urk. 1
S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
1.
Februar 2014
(
Urk.
5
) die Abweisun
g der Beschwerde. Dies wurde der
Beschwerdeführer
in
am
8.
beziehungsweise am 1
6.
April 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8,
Urk.
9
).
Mit Eingabe vom 2
3.
April 2014 (
Urk.
10) nahm die
Beschwerdeführerin
zur Beschwerdeantwort
vom 2
1.
Februar 2014 Stellung und reichte weitere Unter
lagen (
Urk.
1
1
/1-5) ein. Mit Eingabe vom 1
9.
Mai 2014 (
Urk.
13) verzichtete die
Beschwerdegegnerin auf eine weitere Stellungnahme, wovon der Beschwerde
führerin am 2
1.
Mai 2014 eine Kopie zugestellt wurde (
Urk.
14).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Er
werbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern, und soweit die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Die Eingliederungsmass
nahmen bestehen unter anderem in Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung und in den Massnahmen beruflicher Art selber (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsver
mitt
lung, Kapitalhilfe;
Art.
8
Abs.
3 lit. a
bis
und lit. b IVG).
1.2
Die
Eingliederungsmassnahme
n
haben nach der Rechtsprechung nicht nur den in
Art.
8
Abs.
1 IVG ausdrücklich genannten Anspruchsvoraussetzungen der Geeignetheit und
der
Notwendigkeit
,
sondern auch
der Angemessenheit (Ver
hältnismässigkeit im engeren Sinne) als drittem Teilgehalt des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes zu genügen. Die versicherte Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwen
digen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen best
möglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist. Ferner muss der voraussichtliche Erfolg einer Eingliederungsmassnahme in einem ver
nünftigen Verhältnis zu ihren Kosten stehen. Diese Vorgabe ist Ausdruck des Verhältnismässigkeitsprinzips als Forderung nach einem angemessenen Ver
hältnis zwischen Leistungsaufwand und angestrebtem Eingliederungsziel (BGE 124 V 108 E. 2a, 121 V 258 E. 2c; Urteil
e des Bundesgerichts 8C_812/2007 vom
6.
Oktober 2008 E. 2.3 und
I 128/07 vom 1
6.
Januar 2008, E. 6.2). Eine Kostenbeteiligung der Invalidenversicherung setzt demnach voraus, dass die berufliche Eingliederungsmassnahme in sachlicher, zeitlicher, finanzieller und persönlicher Hinsicht angemessen ist: Die Massnahme muss daher ein bestimmtes Mass an Eingliederungswirksamkeit aufweisen,
das heisst
die versicherte Person muss in die Lage versetzt werden, wenigstens einen Teil ihres Unterhaltes selbst zu decken (sachliche
Angemessenheit); der Eingliederungserfolg muss sodann von Dauer sein (zeitliche Angemessenheit) und in einem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten der Massnahme stehen (finanzielle Angemessenheit) und schliesslich muss die Massnahme der versicherten Person unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Verhältnisse zumutbar sein (persönliche Angemessenheit; zum Ganzen: BGE 132 V 215 E. 3.2.2
und Urteil des Bundesgerichts 8C_812/2007 vom
6.
Oktober 2008 E. 2.3 je mit Hinweisen)
.
Wird eine zwar grundsätzlich geeignete, zur Eingliederung aber nicht uner
läss
li
che Ausbildung gewählt, hat die versicherte Person für die dabei entstehen
den Mehrkosten selber aufzukommen. Auch wenn die subjektiven Neigungen, Fähigkeiten und Begabungen der versicherten Person bei der primär nach objektiven Gesichtspunkten zu beurteilenden Frage, ob eine notwendige und geeig
nete Eingliederungsmassnahme beruflicher Art gegeben ist, mitzuberücksichtigen sind, ist in erster Linie ausschlaggebend, welche erwerblichen Mög
lichkeiten ihr aufgrund einer bestimmten beruflichen Eingliederungsmassnahme konkret offen stehen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_812/2007 vom
6.
Oktober 2008 E. 2.3 mit Hinweis
).
1.
3
Nach Art. 16 Abs. 1 IVG haben Versicherte, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz die
ser Kosten, sofern die Ausbildung den Fähigkeiten der Versicherten entspricht. Als erstmalige berufliche Ausbildung gilt gemäss Art. 5 Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
jede Berufslehre oder Anlehre sowie, nach Abschluss der Volks- oder Sonderschule, der Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hochschule und die berufliche Vorbereitung auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte. Der erstmaligen beruflichen Ausbil
dung gleichgestellt ist laut Art. 16 Abs. 2 lit. b IVG die berufliche Neuausbil
dung invalider Versicherter, die nach dem Eintritt der Invalidität eine ungeeig
nete und auf die Dauer unzumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen haben.
Andererseits hat die versicherte Person nach Art. 17 Abs. 1 IVG Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich er
halten oder wesentlich verbessert werden kann. Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit gleichgestellt ist laut Abs. 2 derselben Bestimmung die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf. Als Umschulung gelten gemäss Art. 6 IVV Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vor
gängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung
oder wesentlichen Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen (Abs. 1). Als Umschulungsmassnahmen gelten auch Ausbildungsmassnahmen, die zu einer höher
wertigen als die vorhandene Ausbildung führen, sofern si
e zur Erhaltung
oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit notwendig sind (
Abs.
1
bis
).
Musste eine erstmalige berufliche Ausbildung wegen Invalidität abgebrochen werden, so ist eine neue berufliche Ausbildung der Umschulung gleichgestellt, wenn das während der abgebrochenen Ausbildung zuletzt erzielte Erwerbseinkommen höher war als das Taggeld nach
Art.
23
Abs.
2 IVG (Abs. 2).
Für die Abgrenzung der beiden Leistungsarten kommt es entscheidend darauf an, ob die versicherte Person vor Eintritt der Invalidität - im Sinne des für die
Eingliederungsmassnahme spezifischen Versicherungsfalles (Ulrich Meyer-Blaser,
Zum Verhältnismässigkeitsgrundsatz im staatlichen Leistungsrecht, Diss. Bern 1985, S. 168, Fussnote 734) - in ökonomisch bedeutsamem Ausmass er
werbs
tätig gewesen ist oder nicht (BGE 121 V 186 E. 5b, 118 V 7, AHI 2000 S. 189, Urteil des Bundesgerichts I 147/04 vom 1
9.
August 2004). Nur auf diese Weise wird - vorbehältlich
Art.
6
Abs.
2 IVV, welcher bei invaliditätsbedingtem Ab
bruch einer erstmaligen beruflichen Ausbildung die neue berufliche Ausbildung unter den dort näher beschriebenen Voraussetzungen der Umschulung gleich
stellt - eine Abgrenzung erreicht zwischen der Umschulung gemäss
Art.
17 IVG und der gemäss
Art.
16
Abs.
2 lit. b IVG einer erstmaligen beruflichen Ausbil
dung gleichgestellten beruflichen Neuausbildung invalider Versicherter, die nach dem Eintritt der Invalidität eine ungeeignete und auf die Dauer unzumut
bare Erwerbstätigkeit aufgenommen haben (BGE 118 V 7 E. 1c/cc, Urteile des Bundesgerichts I 147/04 vom 1
9.
August 2004 und I 159/05 vom 16. März 2006 E. 2).
1.4
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmög
lichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleich
wertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebe
nen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliede
rung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2). Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des
Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20
%
erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 f. E. 2a und b mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S. 439 E.
3).
Massnahmen im Sinne von
Art.
17 IVG setzen subjektive und objektive Eingliederungsfähigkeit voraus (AHI 1997 S. 82 E. 2b/aa; ZAK 1991 S. 179 unten f.
E. 3). Nicht unter Umschulung fallen Massnahmen der sozialberuflichen Re
habilitation (wie Gewöhnung an den Arbeitsprozess, Aufbau der Arbeitsmotivation, Stabilisierung der Persönlichkeit, Einüben der sozialen Grundelemente) mit dem primären Ziel, die Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person zu errei
chen oder wieder herzustellen (ZAK 1992 S. 367 E. 2b; Urteil des Bundesge
richts I 527/00 vom 30. April 2001).
2
.
2
.1
Wie vorstehend (E.
1.3
) erwähnt, kommt es bei der Abgrenzung der erstmaligen beruflichen Ausbildung von der Umschulung entscheidend darauf an, ob die versicherte Person vor Eintritt der Invalidität in ökonomisch bedeut
samem Ausmass erwerbstätig gewesen ist oder nicht. Nach der Rechtsprechung liegt ein ökonomisch massgebliches Erwerbseinkommen als Voraussetzung für einen Umschulungsanspruch vor, wenn die versicherte Person
bereits während sechs Monaten drei Viertel der minimalen vollen einfachen ordentlichen Invaliden
rente erzielte und dieses Einkommen invaliditätsbedingt verlor (BGE
110 V 263
, 118 V 7 E. 1c/aa
)
. Ein solches ökonomisch bedeutsames Erwer
bseinkommen dieser Höhe muss von der v
ersicherten
Person
tatsächlich vorgängig erzielt worden sein
(Ulrich Meyer,  Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG),
2.
Auflage, Zürich 2010, S. 193).
2
.2
Den Akten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin nach Abschluss der Berufsausbildung zur Kauffrau im Juni 2008 (Urk. 6/15/20) in der Zeit vom September 2008 bis zum Eintritt einer allenfalls invaliditätsrelevanten Arbeits
fähigkeit am
1
3.
August 2012 (Urk. 6/42/17) während einer Zeit von mehr als drei Jahren bei insgesamt sieben verschiedenen Arbeitgebern als Sekretärin, Sachbearbeiterin und Kundenbetreuerin erwerbstätig war (Urk. 6/15/9-10, Urk. 6/10).
Aus dem Auszug aus dem individuellen Konto ist
sodann
er
sicht
lich, dass
die Beschwerdeführerin
jedenfalls in den Jahren 2009, 2010, 2011 und 2012
einen höheren Verdienst als drei Viertel der minimalen vollen einfachen ordent
lichen Invalidenrente erzielte. Demnach war
sie
bei der An
meldung zum
Leistungsbezug vom
1
2.
Februar 2013
(Urk.
6/5
) bereits in öko
no
misch bedeut
sa
mem Umfang erwerbstätig gewesen
, weshalb e
in
Anspruch auf erst
malige berufliche Ausbildung im Sinne von Art. 16 IVG nicht mehr in Betracht
fällt
.
3
.
3
.1
Im Folgenden
gilt es
vorerst
zu prüfen, ob es sich bei der beantragten
Umschu
lung zur Modedesignerin um eine zur Erreichung des Eingliederungszwecks geeignete Massnahme handelt,
und ob die beantragte
Umschulung zur Modede
signerin in genügendem Umfang eingliederungswirksam
und damit in sachli
cher Hinsicht angemessen
ist
oder nicht
.
3
.2
Dr.
med. Z.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 2
7.
August 2012 (
Urk.
6/13/8-9) eine emotional instabile Persönlichkeit, Borderline, Ängste, somatische Beschwerden und eine Essstörung und erwähnte, dass
die Beschwerdeführerin ambivalente und konfliktreiche Beziehungen zu Familienangehörigen, in der Partnerschaft und am Arbeitsplatz pfleg
te. Die von der Beschwerdeführerin unterhaltenen
in
tensiven aber unbeständigen Beziehungen
würden
immer wi
eder zu emotiona
len Krisen führ
en.
Auf diese Krisen
reagiere
die Beschwerdeführerin impulsiv,
mit Selbstzweifeln,
mit
depressiven Verstimmungen,
mit
Ängs
ten und somati
schen Beschwerden
(
Urk.
6/13/9).
3
.3
Die Ärzte der Privatklinik
A.___
für
Psychiatrie und Psychotherapie
diagnostizierten in ihrem Bericht vom 2
0.
September 2012 (Urk. 6/13/10-11) eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typus und erwähnten, dass die Beschwerdeführerin im Alter von drei Jahren unter einem gewalttätigen Übergriff ihres Vaters und im Alter von 16 Jahren unter der psy
chotischen Dekompensation ihrer Mutter gelitten habe. Zu dieser Zeit habe sie eine sexuelle Beziehung mit einem Freund ihrer Mutter unterhalten
. Dadurch
sei
sie
mit dem Milieu der Pro
stitution in Berührung gekommen
.
Gegenwärtig
be
reit
e
es ihr
Schwierigkeiten
,
diese Lebensphase zu akzeptieren und sie empfinde Rachegefühle gegenüber
Männern
. Es sei eine stationäre Behandlung mit dem Fokus Schematherapie indiziert (
Urk.
6/13/11).
3
.4
In ihrem Bericht vom 2
1.
Mai 2013 (
Urk.
6/42
/11-13) erwähnten die Ärzte der
Privatklinik
B.___
für Psychiatrie und Psychotherapie, dass
sich
die Beschwerdeführerin auf Grund ihrer Lebensgeschichte anderen Men
schen
gegenüber
und
insbesondere Männern
gegenüber sehr misstrauisch und abweisend-distanziert
verhalte
. Sie fühle sich schnell kritisiert und nicht ernst genommen und reagiere oft mit heftigen verbalen Ausbrüchen. Durch ihr
Interaktions- und Verhaltensmuster habe
sie
Mühe
,
Kontakte zu knüpfen und Bezie
hungen aufrecht zu erhalten. Ab Ende Mai 2013 sei der Beschwerde
führerin die Aufnahme einer angepassten Tätigkeit mit einem klar definierten Aufgaben- und Verantwortungsbereich und mit einer direkten Ansprechperson bei
Schwie
rigkeiten im Umfang eines Arbeitspensums von 50 % bis 60
%
zuzumuten (S. 2).
3
.5
Mit Bericht vom
3.
Juni 2013 (
Urk.
6/13
/1-5
) erwähnte
Dr.
Z.___
, dass die Beschwerdeführerin durch häufige Konflikte mit Mitarbeitern und Vorgesetzten in der Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeiten beeinträchtigt sei
(
Ziff.
1.7). Zur
aktuellen Arbeitsfähigkeit
könne er indes
nicht Stellung nehmen, da die Beschwerdeführerin die Behandlung
bei ihm
am 1
9.
Dezember 2012 abgebro
chen habe (
Ziff.
1.2)
.
3
.6
Die Ärzte de
r Privatklinik B.___
diagnostizierten in ihrem Bericht vom
5.
Juli 2013 (
Urk.
6/20) eine seit dem Jugendalter bestehende emotional insta
bile Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typus
(
Ziff.
1.1) und erwähnten, dass die Beschwerdeführerin in Bezug auf den gewalttätigen Übergriff ihres Vaters im Kindheitsalter und die
sexuelle Beziehung zu einem Freund ihrer Mutter im Jugendalter nicht unter spezifischen posttraumatischen Symptomen, wie Flashbacks, Albträumen und Vermeidungsverhalten bezüglich traumaassoziierter Stimuli leide. Sie leide jedoch unter einer inneren Unruhe, unter Ge
reiztheit, Affektlabilität und gelegentlichen Wutausbrüchen. Zeitweise fühle sich die Beschwerdeführerin bedrückt, könne sich aber ablenken. Die Beschwerde
führerin glaube, dass sie in ihren bisherigen Tätigkeiten Mühe gehabt habe mit zwischenmenschlichen Interaktionen
,
und
dass sie
Vorgesetzten teilweise keine
n
Respekt entgegen gebracht habe (
Ziff.
1.4). In
der Ausübung der
bisherigen Tätigkeiten sei die Beschwerdeführerin durch eine erhöhte Kränkbarkeit und Instabilität und durch
eine
Neigung, in zwischenmenschlichen Konflikten und bei Frustration impulsiv und gereizt zu reagieren
, beeinträchtigt gewesen. Die Beschwerdeführerin leide unter einer ausgeprägten Ich-Syntonie in ihren Ver
haltens- und Denkmustern. Dadurch werde eine adäquate zwischenmenschliche Interaktion erschwert. Diese Gesundheitsbeeinträchtigung wirke sich bei der Arbeit durch eine Einschränkung des Durchhaltevermögens, der Belastbarkeit und der Fähigkeiten, sich an Regeln und Strukturen anzupassen und Konflikte konstruktiv zu bewältigen, aus (Ziff. 1.7).
Aus diesen Gründen bestehe in der bisherigen Tätigkeit als kaufmännische Angestellte eine vollständige Arbeits
unfähigkeit (
Urk.
6/20).
3
.7
In ihrer Stellungnahme vom 2
7.
September
2013
(
Urk.
6/31)
nahmen die Ärzte de
r Privatklinik B.___
in Ergänzung ihres Berichts vom
5.
Juli 2013 zu verschiedenen Fragen der Beschwerdegegnerin Stellung und erwähnten, dass die Beschwerdeführerin eine erhöhte Kränkbarkeit und Instabilität aufweise und dazu neige, in zwischenmenschlichen Konflikten und bei Frustration impulsiv und gereizt zu reagieren. Auf Grund einer ausgeprägten Ich-Syntonie in ihren Ver
haltens- und Denkmustern würden adäquate zwischenmenschliche Interakti
o
nen erschwert. Eine Umschulung in einen kreativ-individuellen Bereich mache insofern Sinn, als dass die Beschwerdeführerin dabei weniger Interaktionen ausgesetzt sein würde
und
ihre
vorhandenen Ressourcen und Fähigkeiten opti
mal
nutzen könnte
.
Auf Grund der schwerwiegenden Persönlichkeitsstörung sei der Krankheitsverlauf nur eingeschränkt einschätzbar. Eine Auswirkung der Symptomatik im be
ruflichen Umfeld könne nicht ausgeschlossen werden.
3
.8
Der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Beschwerdegegnerin (RAD),
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Neurologie und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
führte in seiner Stellungnahme vom 2
5.
November 2013 (Urk. 6/37/2) aus, dass die Beschwerdeführerin an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leide, welche sich in allen Lebensbereichen durch immer wieder
kehrende Verhaltensmuster auswirke.
Diese
Persönlichkeits
störung
würde sich
auch im neuen Beruf als Modedesignerin auswirke
n. Zudem erscheine
die Be
rufswahl als unrealistisch, weil
der Beruf der Modedesignerin
ein hohes Mass an Flexibilität
,
Anpassungsfähigkeit
und
Interaktionen erforder
e. Aus diesen Grün
den
sei eine Umschulung als Modedesignerin aus medizinischer Sicht nicht ge
eignet, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin deutlich zu erhöhen.
3
.9
Med. pract.
D.___
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
diagnostizierte in ihrer Stellungnahme vom 1
7.
Januar 2014
(Urk. 3/4)
eine post
trauma
tische Belastungsstörung mit andauer
nder teilweiser Persönlichkeits
änderung nach multipler, sequentieller Traumatisierung seit frühester Kindheit und eine Borderlinepersönlichkeitsstörung und erwähnte, dass die Beschwerde
führerin auf Grund der Traumatisierung bei Autoritätspersonen und insbeson
dere bei Vorgesetz
ten das Gefühl habe, dass diese
ihr schaden, sie schikanieren
oder
demütigen wollten.
Im
Sinne einer Überlebensstrategie
teile sie zudem an
deren Personen mit,
was sie von ihnen erwart
e und weise sie
auf Versäumnisse hin. Bei Vorgesetzten
seien
die Verbesserungsvorschläge der Beschwerdeführe
rin
indes
meistens nicht gut aufgenommen worden
. Diese hätten sie
für ihre Direktheit büssen lassen. Der Beschwerdeführerin werde empfohlen
,
in einem hierarchisch flachen Umfeld zu
arbeiten.
Bei den bisherigen Tätigkeiten der Beschwerdeführerin als kaufmännische Angestellte habe es sich indes nicht um solche Tätigkeiten gehandelt. Solche Tätigkeiten seien im kaufmännischen Be
reich
auch
nicht zu finden.
Bei den kaufmännischen Tätigk
e
iten
handle es sich a priori
nur
um ausführende, nicht selbstbestimmte Tätigkeiten in untergeord
neter Stellung (S. 2).
Auf Grund der sexuellen Traumatisierungen habe
die Beschwerdeführerin
Mühe im Umgang mit Männern, insbesondere mit solchen in vorgesetzter Stellung. Es
würden
bei ihr auch flashbacks von sexuell gewaltvollen Misshandlungen durch Männer auf
treten
. Eine kreative Tätigkeit mit weitgehender Eigenständigkeit oder eine selbstbestimmte zwischenmenschliche Tätigkeit, wie beispielswiese die Tätigkeit als Sozio- oder Psychotherapeutin
,
könnte die Beschwerdeführerin ausüben (
S. 3).
3
.10
Mit Bericht vom
2.
März 2014 (
Urk.
11/1) diagnostizierte med. pract.
D.___
eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typus sowie mul
tiple, prägende,
negative Kindheitserfahrungen (Z 60-62;
Ziff.
1). Die Beschwer
deführerin werde in
der
Arbeitsfähigkeit durch Ängste
vor
Arbeitssituation
en
und
vor allem
vor dem Verhalten
von Männern beeinträchtigt. Sie reagiere ab
wehrend und aggressiv und sei gleichzeitig verletzt und verzweifelt bei an sich sehr guten kognitiven, künstlerischen Ressourcen (
Ziff.
6). Bei einer Wiederauf
nahme einer kaufmännischen Tätigkeit sei mit dem Auftreten von psychischen Krisen zu rechnen (
Ziff.
7). In einem eigenständigen Aufgabenbereich mit Verständnis für die Problematik der Beschwerdeführerin sei eine berufliche Eingliederung langsam a
ufbauend wahrscheinlich möglich (
Ziff.
8). Der Be
schwer
de
führerin sei die Ausübung einer angepassten Tätigkeit abhängig vom menschlichen Milieu im Umfang eines Arbeitspensums von 50
%
zuzumuten (
Ziff.
9).
4
.
4
.1
Den obenerwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die beteiligten Ärzte grundsätzlich darin übereinstimm
t
en, dass die Beschwerdeführerin
unter einer
emotional instabile
n
Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typus
leidet
. Aus diesem Grunde reagiere sie
gegenüber anderen Menschen und
insbesondere
Männern
misstraui
sch und abweisend-distanziert
. Dadurch
sowie auf Grund einer
erhöhten Kränkbarkeit und Instabilität in zwischenmenschlichen Konflik
ten
sei sie
in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt.
Die beteiligten Ärzte gingen sodann übereinstimmend davon aus, dass die Beschwerdeführerin
aus psychi
schen Gründen
in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit als kaufmännische Mitarbeiterin in gewissem Umfang in der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
ist
.
4
.2
Die beteiligten Ärzte
wichen in ihren
Beurteilung
en
der mutmasslichen Beein
trächtigung der Beschwerdeführerin in der Ausübung der Tätigkeit als Modede
signerin nach Abschluss einer diesbezüglichen Umschulung teilweise voneinan
der ab.
Während die Ärzte de
r Privatklinik B.___
in ihrer Stellungnahme vom 2
7.
September 2013 (vorstehende E.
3.7
) davon ausgingen, dass die Be
schwerdeführer
in
, welche
in
zwischenmenschliche
n
Interaktionen
beeinträchtigt sei,
in der Ausübung einer Tätigkeit im
kreativ-individuellen Bereich
wie bei
spielsweise in der Tätigkeit als Modedesignerin im Vergleich zu einer kaufmän
nischen Tätigkeit in einem geringeren Masse beeinträchtigt sei,
weil
sie dabei
weniger
zwischenmenschlichen
Interaktionen ausgesetzt
wäre
und
ihrer
Res
sour
cen und Fähigkeiten
besser nutzen könnte, ging
der RAD-Arzt
Dr.
C.___
in seiner Stellungnahme vom 2
5.
November 2013 (Urk. 6/37/2)
davon
aus, dass
die
Borderline-Persönlichkeitsstörung
, unter welcher die Beschwerdeführerin
leide, sich in allen Lebensbereichen durch immer
wiederkehrende Verhaltens
muster
und insbesondere auch im
Beruf als Modedesignerin auswirke
. Da zu
dem
davon auszugehen
sei
, dass der Beruf als Modedesignerin
ein hohes Mass an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in Interaktionen
erfordere, sei
eine Umschulung als Modedesignerin aus medizinischer Sicht nicht geeignet, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin deutlich zu erhöhen.
Demgegenüber vertrat
med
.
pract.
D.___
die Meinung, dass die Beschwerdeführerin auf Grund der Persönlichkeitsstörung vom Borderline Typus Schwierigkeiten im Umgang mit Mitarbeitenden und Vorgesetzten habe und daher auf Arbeitsstellen
in einem hierarchisch flachen Umfeld
angewiesen sei. Solche Tätigkeiten seien
indes nicht
im kaufmännischen Bereich
,
sondern in kreativen Tätigkeiten mit weit
ge
hen
der Eigenständigkeit oder in selbstbestimmten zwischenmenschlichen Tätig
keit
en
, wie beispielswiese in den Tätigkeiten als Sozio- oder Psychothera
peutin zu finden.
4
.3
Vorliegend vermag die nachvollziehbare Beurteilung durch
Dr.
C.___
, wonach die Beschwerdeführer
in
bei der Ausübung der Tätigkeit als Modedesignerin durch ihre psychische Gesundheitsbeeinträchtigung im Sinne einer Persönlich
keits
störung vom Borderline Typus in gleichem Masse wie bei Ausübung der bisherigen Tätigkeit im kaufmännischen Bereich
beeinträchtigt wäre
,
zu über
zeugen. Insbesondere
ist nachvollziehbar
, dass sich die Borderline-Persönlichkeitsstörung der Beschwerde
führerin in allen Lebensbereichen durch immer wiederkehrende Verhaltensmuster auswirk
t
, dass der
Beruf als Modedesignerin ein hohes Mass an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in
zwischenmensch
li
chen Interaktionen erfordere, und dass eine Umschulung der
Beschwerdeführe
rin als Modedesignerin nicht geeignet sei, deren Arbeitsfähigkeit deutlich zu erhöhen.
Denn dem von der Beschwerdeführerin eingereichten Auszug aus dem Ausbildungskonzept der Mode Design Schule Zürich (
Urk.
11/5) ist zu entneh
men, dass die beruflichen Perspektiven
der Modedesignerin neben
einer
selbst
ständige
n Erwerbstätigkeit als Modedesi
g
n
erin insbesondere
die
Tätigkeiten als Assistentin in einem Designerteam, als Modedesignerin in der Planung und Realisierung von Kollektionskonzepten, als Schnittechnikerin im Erstellen von Erst- und Produktionsschritten, als Mitarbeiterin in einem Trendbüro, als Ein
käu
ferin für Kollektionen und Accessoires, als Modeagentin im Zwischenhandel, als Moderedakteurin, als journalistische Mitarbeiterin bei Modezeitschriften, als Kostümgestalterin im Theater, Film und Eventmarketing und als
Fachlehrperson in Mode- und Textilfachschulen umfassen. Mit Ausnahme der selbstständigen Tätigkeit Modedesignerin handelt es bei
diesen
Tätigkeiten, welche einer ausge
bildeten Modedesignerin offenstehen,
indes
nicht vorwiegend
um selbstbestimmte
Tätigkeiten mit weitgehender Eigenständigkeit
,
sondern
es handelt sich dabei zu einem grossen Teil um
untergeordnete beziehungsweise ausführende Tätigkeiten, welche
sich zudem
in hohem Masse
durch
zwischen
menschliche Interaktionen
auszeichnen
und eine Anpassung an Regeln und Strukturen er
fordern.
4
.4
Demgegenüber vermag die Beurteilung durch med. pract.
D.___
insofern
nicht zu überzeugen, als
diese
davon ausging, dass Tätigkeiten in einem hierarchisch flachen Umfeld im kaufmännischen Bereich nicht zu finden seien, und dass es sich
bei den kaufmännischen Tätigkeiten
ausschliesslich um ausführende und nicht selbstbestimmte Tätigkeiten in untergeordneter Stellung handle.
Denn es ist vorliegend vielmehr als bekannt vorauszusetzen, dass
Versicherten mit einer kaufmännischen Ausbildung ein sehr grosser Bereich möglicher Tätigkeiten offen
steht, und dass d
arunter auch Tätigkeiten in einem flachen hierarchischen Umfeld
sowie
Tätigkeiten mit einer grossen Eigenständigkeit beziehungsweise Eigenverantwortung
zu finden sind
. Bei Tätigkeiten in einem flachen hie
rarchischen Umfeld ist etwa an administrative Tätigkeiten bei gemeinnützigen, sozialen oder kirchlichen Institutionen zu denken.
Sodann ist davon auszuge
hen, dass auch unter den administrativen Tätigkeiten, welche der Beschwerde
führerin offen stehen, durchaus auch Tätigkeiten mit einer gewissen
Eigenstän
digkeit
und Eigenverantwortung
und
mit nur geringen zwischenmenschlichen Interaktionen
finden lassen
.
Im Gegensatz zum Beruf
sfeld
Modedesign, welche
s
in der Regel in einem nicht unbedeutenden Ausmass von Kommunikation und Kontakten zu Menschen geprägt ist,
stehen der Beschwerdeführerin
im kauf
männischen Bereich
daher genügend
geeignete
Tätigkeiten
offen
, welche
sich
durch ein flaches hierarchischen Umfeld auszeichnen, welche
nur wenige Kon
takte mit Menschen
erfordern und welche eine gewisse Eigenständigkeit
und Eigenverantwortung beinhalten
.
4
.5
Des Gleichen vermag die Beurteilung durch die Ärzte de
r Privatklinik B.___
nicht zu überzeugen, wenn diese in ihrer Stellungnahme vom 2
7.
September 2013 (vorstehende E.
3.7
) davon ausgingen, dass die Beschwerdeführerin in der Ausübung einer Tätigkeit im kreativ-individuellen Bereich wie beispielsweise in der Tätigkeit als Modedesignerin im Vergleich zu einer kaufmännischen Tätig
keit insofern in einem geringeren Masse beeinträchtigt sei,
weil
sie dabei
gerin
geren
zwischenmenschlichen Interaktionen ausgesetzt
sei
und
ihre
Ressourcen und Fähigkeiten besser nutzen könnte
. Denn auf Grund des erwähnten
Auszug
s
aus dem Ausbildungskonzept der Mode Design Schule Zürich ist vielmehr
davon auszugehen,
dass die Tätigkeit
als Modedesignerin in hohem Masse zwi
schen
menschliche Interaktionen
sowie
eine Anpassung an Regeln und Struktu
ren erfordert. Mangels einer nachvollziehbaren Begründung kann in Bezug auf die Beurteilung der Geeignetheit und Angemessenheit der beantragten Umschulungsmassnahme auf die Beurteilungen durch
med
.
pract.
D.___
und die Ärzte de
r Privatklinik B.___
vorliegend daher nicht abgestellt werden.
4
.6
Schliesslich gilt es hinsichtlich der Angaben durch
med
.
pract.
D.___
und durch die Ärzte de
r Privatklinik B.___
auch zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc; Urteil des Bundesgerichts 8C_8§12/2007 vom
6.
Oktober 2008 E. 8.2).
5
.
5
.1
Nach Gesagtem ist gestützt auf die nachvollziehbare Beurteilung durch
Dr.
C.___
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nach einer allfälli
gen Umschulung zur Modedesignerin auf Grund ihres psychischen Leidens
in einem vergleichbaren Umfang wie in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als Kauffrau
in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
wäre
.
Bei einer Umschulung zur Modedesignerin handelt es sich daher nicht um eine Massnahme, welche im Sinne von
Art.
8 lit. a IVG geeignet wäre, d
ie Erwerbsfähigkeit
der Beschwer
deführerin
wieder herzustellen,
zu erhalten oder zu verbessern.
Da
eine
Um
schulung der Beschwerdeführerin zur Modedesignerin zudem
nicht eingliederungswirksam wäre
,
ist auch die sachliche
Angemessenheit
dieser Massnahme zu verneinen
.
Der
gegenteiligen
Auffassung der Beschwerdeführerin
kann daher nicht gefolgt werden.
Es bleibt ihr jedoch unbenommen, sich für berufliche Massnahmen bei der Beschwerdegegnerin anzumelden (vgl.
Urk.
5).
5
.2
Entgegen des diesbezüglichen Eventualvorbringens der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 2)
ist sodann
von der Anor
dnung zusätzlicher Sachverhalts
abklärungen und insbesondere der Einholung eines psychiatrischen Gutachtens bezie
hungsweise der Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Einho
lung eines solchen
abzusehen, da ergänzende Beweismassnahmen an diesem Ergebnis nichts mehr ändern würden
(antizipierte Be
weiswürdigung;
122 V 157 E. 1d mit Hinweis; RKUV 2006 Nr. U 578 S. 176 E. 3.6; SVR 2001 IV Nr. 10 E.
4b S. 28
).
6
.
Demnach ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit der ange
fochtenen Verfügung vom
6.
Dezember 2013 (
Urk.
2) einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Kostengutsprache für eine Umschulung zur Modedesig
nerin verneinte, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
7
.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert innerhalb des gesetzlichen Rah
mens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf F
r.
6
00.-- fest
zusetzen und der
unterlie
genden Beschwerde
führer
in
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
6
00
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannVolz