# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ace2770c-8e82-5641-90ef-9e361b9fc86c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.07.2009 E-2118/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2118-2009_2009-07-30.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2118/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  J u l i  2 0 0 9

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

A._______,
Irak,
vertreten durch 
Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende, 

Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 2. März 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2118/2009

Das Bundesverwaltungsgericht,

in Anwendung,

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), 

der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschen-
rechte und Grundfreiheiten (Europäische Menschenrechtskonvention, 
EMRK, SR 0.101), 

des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flücht-
linge (Flüchtlingskonvention, FK, SR 0.142.30), 

des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerin-
nen und Ausländer (AuG, SR 142.20), 

der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April 1999 (BV, SR 101), 

des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungs-
gericht (VGG, SR 173.32), 

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021), 

des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht 
(BGG, SR 173.110), 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2),

stellt fest,

dass das BFM mit Verfügung vom 2. März 2009 das Asylgesuch vom 
29.  Oktober  2008  abgewiesen  und  die  Wegweisung  angeordnet,  je-
doch  den  Beschwerdeführer  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegwei-
sungsvollzuges in der Schweiz vorläufig aufgenommen hat,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom 1.  April  2009  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  gegen  diesen  Entscheid  Beschwerde  er-

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hob, die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung 
von  Asyl  oder  jedenfalls  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
beantragte sowie in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Verzicht auf die 
Erhebung eines Kostenvorschusses und um Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtspflege ersuchte,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit  Verfügung vom 6. April  2009 
den Eingang der Beschwerde bestätigte,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe vom 15. April  2009 ein  als 
Haftbefehl in Kopie bezeichnetes Dokument zu den Akten reichte und 
die Nachreichung des Originals nach Erhalt in Aussicht stellte,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
21. April 2009 das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege abwies und den Beschwerdeführer aufforderte, innert  Frist  ei-
nen Kostenvorschuss im Betrage von Fr. 600.-- zu leisten,

dass der Kostenvorschuss im Betrage von Fr. 600.-- am 6. Mai 2009 
geleistet wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom 1.  Juli  2009  eine  Be-
schwerdeergänzung zu den Akten reichte,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 - 34 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten  ist  (Art. 108  Abs.  2  AsylG  sowie  Art.  6  AsylG  i.V.m. 
Art. 52 VwVG),

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dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer 
zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG),

dass es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche 
handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  be-
gründen ist,

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde, 

dass gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG die Schweiz grundsätzlich Flüchtlin-
gen Asyl gewährt und Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimat-
staat oder im Land, wo sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religi-
on,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu einer  bestimmten sozialen Gruppe 
oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen 
ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen 
ausgesetzt zu werden und als ernsthafte Nachteile namentlich die Ge-
fährdung des Leibes,  des Lebens oder  der  Freiheit  sowie  Massnah-
men,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken,  gelten 
(Art. 3 AsylG),

dass, wer um Asyl nachsucht, die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen muss und diese glaubhaft gemacht 
ist,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahr-
scheinlichkeit für gegeben hält (Art. 7 Abs. 1 und 2 AsylG),

dass bezüglich des vom Beschwerdeführer geltend gemachten Sach-
verhaltes zu seinem Asylgesuch auf die angefochtene Verfügung und 
die vorinstanzlichen Akten verwiesen werden kann,

dass die Vorinstanz zur Begründung der angefochtenen Verfügung mit 
Verweis auf die Rechtsprechung des schweizerischen Bundesverwal-
tungsgerichts im Wesentlichen ausführte, der aus dem Südirak stam-
mende Beschwerdeführer würde sich den geltend gemachten Verfol-
gungsmassnahmen  durch  einen  Wegzug  in  den  Nordirak  entziehen 

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können, da die staatlichen Behörden im Nordirak grundsätzlich in der 
Lage seien, adäquaten Schutz vor Verfolgung zu gewähren,

dass sich der Beschwerdeführer im Irak nicht exponiert habe und kein 
Profil besitze, das ihn in den Augen der kurdischen Behörden als po-
tentiellen Gegner erscheinen liesse,

dass  er  demzufolge  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle  und  das 
Asylgesuch abzulehnen sei,

dass er jedoch nicht ursprünglich aus einer der Nordprovinzen stam-
me, nicht längere Zeit dort  gelebt habe und dort  auch nicht über ein 
soziales Netz verfüge, weshalb er praxisgemäss wegen Unzumutbar-
keit des Wegweisungsvollzuges vorläufig in der Schweiz aufzunehmen 
sei,

dass die dem angefochtenen Entscheid der Vorinstanz zu Grunde lie-
genden Erwägungen als zutreffend zu bestätigen sind und die Entgeg-
nungen  in  der  Beschwerdeschrift  und  in  der  nachgereichten  Er-
gänzung der Beschwerde jene Erwägungen nicht zu entkräften vermö-
gen,

dass  in  der  Rechtsmitteleingabe  fälschlicherweise  ausgeführt  wird, 
das BFM habe in der angefochtenen Verfügung unter Ziff.II.2 erwogen, 
die gegenwärtige Sicherheitslage lasse eine innerstaatliche Wohnsitz-
alternative im Norden des Landes nicht zu und gehe davon aus, der 
Nordirak  könne  dem Beschwerdeführer  keine  Sicherheit  gewährleis-
ten,

dass das BFM unter Ziff.II.2 vielmehr erwogen hat, die Sicherheitslage 
in  der  Herkunftsprovinz  des  Beschwerdeführers,  Thi  Qar,  lasse  den 
Vollzug der Wegweisung gemäss herrschender Praxis nicht zu,

dass das BFM demgegenüber in Übereinstimmung mit der Rechtspre-
chung  des  Bundesverwaltungsgerichtes  unter  der  Ziffer  I  der  ange-
fochtenen Verfügung festgestellt  hat, es sei davon auszugehen, dass 
der Beschwerdeführer bei den kurdischen Behörden effektiven Schutz 
erlangen könne und ihm demnach zu Recht die Flüchtlingseigenschaft 
nicht zuerkannte,

dass die Frage der Zumutbarkeit des Verbleibs an einem innerstaatli-
chen  Zufluchtsort,  insbesondere  in  Bezug  auf  die  Möglichkeit,  sich 

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dort  eine  Existenzgrundlage  aufzubauen,  gemäss  geltender  Praxis 
nicht im Rahmen des Bestehens der Flüchtlingseigenschaft, sondern 
unter dem Aspekt des Vorliegens von Wegweisungsvollzugshindernis-
sen  zu  prüfen  ist  (so  bereits  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission EMARK 1996 Nr. 1),

dass das BFM diesem Aspekt durch die vorläufige Aufnahme des Be-
schwerdeführers in der Schweiz Rechnung getragen hat,

dass die Verfügung des BFM die geltende Rechtsprechung des Bun-
desverwaltungsgerichtes  zutreffend  wiedergibt  und  korrekt  auf  den 
vorliegend  relevanten Sachverhalt  umsetzt  (vgl. Entscheidungen des 
Bundesverwaltungsgerichts BVGE 2008/4 und 2008/5),

dass bezüglich der entsprechenden Begründung auf die angefochtene 
Verfügung  verwiesen  werden  kann  und  die  Entgegnungen  in  der 
Rechtsmitteleingabe und in der nachgereichten Beschwerdeergänzung 
nicht stichhaltig erscheinen,

dass das Vorbringen in der Beschwerdeergänzung, das BFM habe sich 
nicht mit der Frage auseinandergesetzt, wie die kurdischen Behörden 
einem ehemaligen arabischen (...)  aus dem Südirak entgegenstehen 
würden beziehungsweise  ob  er  auf  deren  Schutz  zählen  könne,  als 
aktenwidrig zu gelten hat,

dass daran das ohne Kommentar und unübersetzt eingereichte als Ko-
pie eines Haftbefehls bezeichnete Dokument, datiert  vom (...),  nichts 
zu  ändern  vermag,  zumal  vom  Beschwerdeführer  in  diesem 
Zusammenhang  auch  nicht  nur  ansatzweise  geltend  gemacht  wird, 
das Dokument würde an der effektiven Schutzgewährung im Nordirak 
Zweifel aufkommen lassen,

dass sich der Beschwerdeführer gegenüber den nordirakischen kurdi-
schen Behörden aufgrund der Aktenlage nichts hat zu Schulden kom-
men lassen können,

dass  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  zu 
Recht abgewiesen hat,

dass, befindet sich der Asylsuchende nicht im Besitz einer ausländer-
rechtlichen Aufenthaltsbewilligung,  die  Anordnung einer  Wegweisung 

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die  gesetzliche  Regelfolge  der  Abweisung  des  Asylgesuches  ist 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  über  keine  derartige  Bewilligung  verfügt 
und auch keinen Anspruch auf eine solche geltend machen kann, wes-
halb die von der Vorinstanz ausgesprochene Wegweisung im Einklang 
mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  zu  bestätigen  ist 
(vgl. EMARK 2001 Nr. 21),

dass  das  Bundesamt  den  Beschwerdeführer  wegen  Unzumutbarkeit 
des Wegweisungsvollzuges vorläufig aufgenommen hat und der Voll-
zug der  Wegweisung nicht  Gegenstand des vorliegenden Verfahrens 
bildet,

dass die  angefochtene Verfügung,  da diese weder  Bundesrecht  ver-
letzt noch unangemessen ist und der rechtserhebliche Sachverhalt von 
der  Vorinstanz  richtig  und  vollständig  festgestellt  wurde 
(vgl. Art. 106 AsylG), zu bestätigen und die Beschwerde daher abzu-
weisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 VGKE) dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und diese mit dem ge-
leisteten Kostenvorschuss gedeckt sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie sind mit dem geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und 
werden mit diesem verrechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zustän-
dige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

Versand: 

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