# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 74dc859b-2c40-5a8a-81b2-3eae14555f5f
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-12-07
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 07.12.2017 RR.2017.23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_RR-2017-23_2017-12-07.pdf

## Full Text

Entscheid vom 7. Dezember 2017 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Cornelia Cova,  

Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 

Parteien 

  

1. A., für sich selbst sowie als wirtschaftlich Berech-

tigter an den aufgelösten Gesellschaften B. S.A., C., 

D., E., 

2. F. FOUNDATION,  

3. G. FOUNDATION,  

4. H. LTD.,  

5. I. LTD. S.A., 

alle vertreten durch die Rechtsanwälte Kurt Bli-

ckenstorfer und/oder Silvia Renninger,  

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

 

Beschwerdegegnerin 

 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen 

an das Sultanat Oman 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummern: RR.2017.23, RR.2017.24, RR.2017.25, 

RR.2017.62, RR.2017.63, RR.2017.64,  RR.2017.74 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Strafverfolgungsbehörden des Sultanats Oman führen ein Strafverfahren 

gegen J., A. und K. wegen des Verdachts der Bestechung, der Geldwäsche-

rei und des Amtsmissbrauchs (vgl. Akten BA, pag. 1.01 0001). In diesem 

Zusammenhang richtete die Generalstaatsanwaltschaft des Sultanats Oman 

am 21. Januar 2014 ein Rechtshilfeersuchen an die hiesigen Justizbehör-

den. Darin ersuchte sie nebst anderem um detaillierte Offenlegung der Kon-

ten der genannten Beschuldigten sowie jeglicher Konten von Firmen in deren 

Besitz. Aus diesen Informationen sollten die Quellen sowie die Adressaten 

jeglicher Überweisungen hervorgehen. Weiter verlangt wurde die Einfrierung 

der Privatkonten der Beschuldigten sowie jeglicher auf diese lautenden Fir-

menkonten (Akten BA, pag. 1.01 0001 ff.). 

 

 

B. Mit Schreiben vom 11. Februar 2014 übertrug das Bundesamt für Justiz 

(nachfolgend «BJ») die Durchführung des Verfahrens der Bundesanwalt-

schaft (Akten BA, pag. 2.01 0001 f.). Am 28. März 2014 verfügte die Bun-

desanwaltschaft, dem Rechtshilfeersuchen werde entsprochen (Akten BA, 

pag. 3.01 0001 ff.). 

 

 

C. Die Bankunterlagen der auf L. lautenden Geschäftsbeziehung der Bank M. 

mit der Stammnummer 1 (Inhaber A.) waren für den Zeitraum seit 1. Januar 

2003 bis 13. September 2013 bereits im Rahmen der von der Bundesanwalt-

schaft geführten Strafuntersuchung SV.11.0100 bei der Bank M. erhoben 

worden (vgl. Akten BA, pag. 7.2 0001). Da das eingangs erwähnte Rechts-

hilfeersuchen auch auf Herausgabe der Bankunterlagen zur Geschäftsbe-

ziehung der Bank M. mit der Stammnummer 1 abzielt, zog die Bundesan-

waltschaft diese – soweit bereits vorhanden – am 15. April 2014 in das 

Rechtshilfeverfahren bei (Akten BA, pag. 7.2 0001 ff.). Die Bank M. wurde 

am 26. Oktober 2016 über diesen Aktenbeizug informiert (Akten BA, 

pag. 7.2 0004 f.). Mit Zwischenverfügung II vom 28. November 2016 forderte 

die Bundesanwaltschaft die Bank M. auf, ihr die seit 13. September 2013 

neu angefallenen Unterlagen zum erwähnten Konto herauszugeben. Zudem 

beschlagnahmte sie die auf der Geschäftsbeziehung mit der Stammnum-

mer 1 liegenden Vermögenswerte (Akten BA, pag. 7.2 0006 ff.). Die Bank M. 

sperrte daraufhin die entsprechenden Vermögenswerte und übermittelte der 

Bundesanwaltschaft die gewünschten Unterlagen (Akten BA, pag. 7.2 0014). 

Mit Zwischenverfügung IIa vom 23. Februar 2017 hob die Bundesanwalt-

schaft die Vermögenssperre wieder auf (Akten BA, pag. 7.2 0019 ff.). 

 

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Mit Schlussverfügung II vom 1. März 2017 verfügte die Bundesanwaltschaft 

die Herausgabe der die Geschäftsbeziehung Nr. 1 der Bank M. (Inhaber A.) 

betreffenden Bankunterlagen an die ersuchende Behörde (Akten BA, 

pag. 4.02 0001 ff.). 

 

 

D. Die Bankunterlagen der auf die wirtschaftlich A. zuzurechnende D. mit Sitz 

in Liechtenstein lautenden Konten Nr. 2 (inkl. Unterkonto mit der Nr. 3) bei 

der Bank N. sowie Nr. 4 bei der Bank M. waren für den Zeitraum seit 1. Ja-

nuar 2003 bis 13. September 2013 bereits im Rahmen der von der Bundes-

anwaltschaft geführten Strafuntersuchung SV.11.0100 bei der jeweiligen 

Bank erhoben worden (vgl. Akten BA, pag. 7.3 0001 f.). Da das eingangs 

erwähnte Rechtshilfeersuchen auch auf Herausgabe dieser Bankunterlagen 

abzielt, zog die Bundesanwaltschaft diese – soweit bereits vorhanden – am 

9. Mai 2014 in das Rechtshilfeverfahren bei (Akten BA, pag. 7.3 0001 ff.). 

Die beiden Banken wurden am 26. Oktober 2016 über diesen Aktenbeizug 

informiert (Akten BA, pag. 7.3 0005 ff.). Mit Zwischenverfügung III vom 

28. November 2016 forderte die Bundesanwaltschaft die Bank N. auf, ihr die 

seit 13. September 2013 neu angefallenen Unterlagen zum Konto Nr. 2 (inkl. 

Unterkonto mit der Nr. 3) herauszugeben (Akten BA, pag. 7.3 0009 ff.). Die 

Bank N. übermittelte daraufhin der Bundesanwaltschaft die gewünschten 

Unterlagen (Akten BA, pag. 7.3 0015).  

 

Mit Schlussverfügung III vom 14. Februar 2017 verfügte die Bundesanwalt-

schaft die Herausgabe der Bankunterlagen der auf die D. lautenden Ge-

schäftsbeziehungen Nr. 2 (inkl. Unterkonto mit der Nr. 3) bei der Bank N. 

sowie Nr. 4 bei der Bank M. an die ersuchende Behörde (Akten BA, 

pag. 4.03 0001 ff.). 

 

 

E. Die Bankunterlagen der auf die wirtschaftlich A. zuzurechnende B. S.A. mit 

Sitz in Panama lautenden Geschäftsbeziehung Nr. 5 bei der Bank M. waren 

für den Zeitraum seit 31. Dezember 2003 bis 13. September 2013 bereits im 

Rahmen der von der Bundesanwaltschaft geführten Strafuntersuchung 

SV.11.0100 bei der Bank M. erhoben worden (vgl. Akten BA, 

pag. 7.4 0001 f.). Da das eingangs erwähnte Rechtshilfeersuchen auch auf 

Herausgabe dieser Bankunterlagen abzielt, zog die Bundesanwaltschaft 

diese – soweit bereits vorhanden – am 27. Mai 2014 in das Rechtshilfever-

fahren bei (Akten BA, pag. 7.4 0001 ff.). Die Bank M. wurde am 25. Okto-

ber 2016 über diesen Aktenbeizug informiert (Akten BA, pag. 7.4 0004 f.). 

Mit Zwischenverfügung IV vom 23. November 2016 forderte die Bundesan-

waltschaft die Bank M. auf, ihr die seit 13. September 2013 neu angefallenen 

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Unterlagen zur erwähnten Geschäftsbeziehung herauszugeben. Zudem be-

schlagnahmte sie die auf dieser Geschäftsbeziehung liegenden Vermögens-

werte (Akten BA, pag. 7.4 0006 ff.). Die Bank M. übermittelte daraufhin der 

Bundesanwaltschaft die gewünschten Unterlagen und wies darauf hin, dass 

die Geschäftsbeziehung zwischenzeitlich saldiert worden sei (Akten BA, 

pag. 7.4 0013). 

 

Mit Schlussverfügung IV vom 9. Januar 2017 verfügte die Bundesanwalt-

schaft die Herausgabe der Bankunterlagen der auf die B. S.A. lautenden Ge-

schäftsbeziehung Nr. 5 bei der Bank M. an die ersuchende Behörde (Akten 

BA, pag. 4.04 0001 ff.). 

 

 

F. Die Bankunterlagen der auf die wirtschaftlich A. zuzurechnende H. Ltd. mit 

Sitz auf den Bahamas lautenden Geschäftsbeziehung Nr. 6 bei der Bank M. 

waren für den Zeitraum seit 22. September 2004 bis 13. September 2013 

bereits im Rahmen der von der Bundesanwaltschaft geführten Strafuntersu-

chung SV.11.0100 bei der Bank M. erhoben worden (vgl. Akten BA, 

pag. 7.5 0001). Da das eingangs erwähnte Rechtshilfeersuchen auch auf 

Herausgabe dieser Bankunterlagen abzielt, zog die Bundesanwaltschaft 

diese – soweit bereits vorhanden – am 28. Juli 2014 in das Rechtshilfever-

fahren bei (Akten BA, pag. 7.5 0001 ff.). Die Bank M. wurde am 26. Okto-

ber 2016 über diesen Aktenbeizug informiert (Akten BA, pag. 7.5 0005 f.).  

 

Mit Schlussverfügung V vom 14. Februar 2017 verfügte die Bundesanwalt-

schaft die Herausgabe der Bankunterlagen der auf die H. Ltd. lautenden Ge-

schäftsbeziehung Nr. 6 bei der Bank M. an die ersuchende Behörde (Akten 

BA, pag. 4.05 0001 ff.). 

 

 

G. Die Bankunterlagen der auf die wirtschaftlich A. zuzurechnende G. Founda-

tion mit Sitz in Liechtenstein lautenden Geschäftsbeziehung Nr. 7 bei der 

Bank M. waren für den Zeitraum seit 1. Januar 2003 bis 13. September 2013 

bereits im Rahmen der von der Bundesanwaltschaft geführten Strafuntersu-

chung SV.11.0100 bei der Bank M. erhoben worden (vgl. Akten BA, pag. 7.6 

0001). Da das eingangs erwähnte Rechtshilfeersuchen auch auf Heraus-

gabe dieser Bankunterlagen abzielt, zog die Bundesanwaltschaft diese – so-

weit bereits vorhanden – am 28. August 2014 in das Rechtshilfeverfahren 

bei (Akten BA, pag. 7.6 0001 ff.). Die Bank M. wurde am 25. Oktober 2016 

über diesen Aktenbeizug informiert (Akten BA, pag. 7.6 0004 f.). 

 

- 5 - 

 

 

Mit Schlussverfügung VI vom 8. Dezember 2016 verfügte die Bundesanwalt-

schaft die Herausgabe der Bankunterlagen der auf die G. Foundation lau-

tenden Geschäftsbeziehung Nr. 7 bei der Bank M. an die ersuchende Be-

hörde (Akten BA, pag. 4.06 0001 ff.). 

 

 

H. Die Bankunterlagen der auf die wirtschaftlich A. zuzurechnende E. mit Sitz 

in Liechtenstein lautenden Geschäftsbeziehung Nr. 8 bei der Bank N. waren 

für den Zeitraum seit 1. Januar 2003 bis 13. September 2013 bereits im Rah-

men der von der Bundesanwaltschaft geführten Strafuntersuchung 

SV.11.0100 bei der Bank N. erhoben worden (vgl. Akten BA, pag. 7.7 0001). 

Da das eingangs erwähnte Rechtshilfeersuchen auch auf Herausgabe die-

ser Bankunterlagen abzielt, zog die Bundesanwaltschaft diese – soweit be-

reits vorhanden – am 29. September 2014 in das Rechtshilfeverfahren bei 

(Akten BA, pag. 7.7 0001 ff.). Die Bank N. wurde am 26. Oktober 2016 über 

diesen Aktenbeizug informiert (Akten BA, pag. 7.7 0004 f.). 

 

Mit Schlussverfügung VII vom 14. Februar 2017 verfügte die Bundesanwalt-

schaft die Herausgabe der Bankunterlagen der auf die E. lautenden Ge-

schäftsbeziehung Nr. 8 bei der Bank N. an die ersuchende Behörde (Akten 

BA, pag. 4.07 0001 ff.). 

 

 

I. Die Bankunterlagen der auf O. lautenden Geschäftsbeziehung Nr. 9 bei der 

Bank N. (Inhaber A.) waren für den Zeitraum seit 10. Januar 2003 bis 13. 

September 2013 bereits im Rahmen der von der Bundesanwaltschaft ge-

führten Strafuntersuchung SV.11.0100 bei der Bank N. erhoben worden (vgl. 

Akten BA, pag. 7.8 0001). Da das eingangs erwähnte Rechtshilfeersuchen 

auch auf Herausgabe dieser Bankunterlagen abzielt, zog die Bundesanwalt-

schaft diese – soweit bereits vorhanden – am 31. Oktober 2014 in das 

Rechtshilfeverfahren bei (Akten BA, pag. 7.8 0001 ff.). Die Bank N. wurde 

am 26. Oktober 2016 über diesen Aktenbeizug informiert (Akten BA, pag. 7.8 

0005 f.). 

 

Mit Schlussverfügung VIII vom 28. Februar 2017 verfügte die Bundesanwalt-

schaft die Herausgabe der Bankunterlagen der auf O. lautenden Geschäfts-

beziehung Nr. 9 bei der Bank N. (Inhaber A.) an die ersuchende Behörde 

(Akten BA, pag. 4.08 0001 ff.). 

 

 

J. Die Bankunterlagen der auf P. lautenden Geschäftsbeziehung Nr. 10 bei der 

Bank N. (Inhaberin I. Ltd. S.A. mit Sitz in Panama) waren für den Zeitraum 

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seit 18. November 2003 bis 26. September 2013 bereits im Rahmen der von 

der Bundesanwaltschaft geführten Strafuntersuchung SV.11.0100 bei der 

Bank N. erhoben worden (vgl. Akten BA, pag. 7.9 0001). Da das eingangs 

erwähnte Rechtshilfeersuchen auch auf Herausgabe dieser Bankunterlagen 

abzielt, zog die Bundesanwaltschaft diese – soweit bereits vorhanden – am 

22. Dezember 2014 in das Rechtshilfeverfahren bei (Akten BA, 

pag. 7.9 0001 ff.). Die Bank N. wurde am 26. Oktober 2016 über diesen Ak-

tenbeizug informiert (Akten BA, pag. 7.9 0004 f.). 

 

Mit Schlussverfügung IX vom 23. Februar 2017 verfügte die Bundesanwalt-

schaft die Herausgabe der Bankunterlagen der auf P. lautenden Geschäfts-

beziehung Nr. 10 bei der Bank N. (Inhaberin I. Ltd. S.A.) an die ersuchende 

Behörde (Akten BA, pag. 4.09 0001 ff.). 

 

 

K. Die Bankunterlagen der auf Q. lautenden Geschäftsbeziehung Nr. 11 bei der 

Bank N. (Inhaberin F. Foundation mit Sitz in Liechtenstein) waren für den 

Zeitraum seit 1. Januar 2003 bis 28. September 2013 bereits im Rahmen der 

von der Bundesanwaltschaft geführten Strafuntersuchung SV.11.0100 bei 

der Bank N. erhoben worden (vgl. Akten BA, pag. 7.10 0001 f.). Da das ein-

gangs erwähnte Rechtshilfeersuchen auch auf Herausgabe dieser Bankun-

terlagen abzielt, zog die Bundesanwaltschaft diese – soweit bereits vorhan-

den – am 9. Februar 2015 in das Rechtshilfeverfahren bei (Akten BA, 

pag. 7.10 0001 ff.). Die Bank N. wurde am 25. Oktober 2016 über diesen 

Aktenbeizug informiert (Akten BA, pag. 7.10 0004 f.). 

 

Mit Schlussverfügung X vom 9. Januar 2017 verfügte die Bundesanwalt-

schaft die Herausgabe der Bankunterlagen der auf Q. lautenden Geschäfts-

beziehung Nr. 11 bei der Bank N. (Inhaberin F. Foundation) an die ersu-

chende Behörde (Akten BA, pag. 4.10 0001 ff.). 

 

 

L. Die Bankunterlagen der auf die wirtschaftlich A. zuzurechnende C. mit Sitz 

in Liechtenstein lautenden Geschäftsbeziehung Nr. 12 bei der Bank N. wa-

ren für den Zeitraum seit 2. März 2009 bis 28. September 2013 bereits im 

Rahmen der von der Bundesanwaltschaft geführten Strafuntersuchung 

SV.11.0100 bei der Bank N. erhoben worden (vgl. Akten BA, 

pag. 7.11 0001 f.). Da das eingangs erwähnte Rechtshilfeersuchen auch auf 

Herausgabe dieser Bankunterlagen abzielt, zog die Bundesanwaltschaft 

diese – soweit bereits vorhanden – am 23. Februar 2015 in das Rechtshilfe-

verfahren bei (Akten BA, pag. 7.11 0001 ff.). Die Bank N. wurde am 25. Ok-

tober 2016 über diesen Aktenbeizug informiert (Akten BA, pag. 7.11 0004 f.). 

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Mit Schlussverfügung XI vom 9. Januar 2017 verfügte die Bundesanwalt-

schaft die Herausgabe der Bankunterlagen der auf die C. lautenden Ge-

schäftsbeziehung Nr. 12 bei der Bank N. an die ersuchende Behörde (Akten 

BA, pag. 4.11 0001 ff.). 

 

 

M. Am 9. Februar 2017 liess A. als wirtschaftlich Berechtigter an den aufgelös-

ten Gesellschaften B. S.A. und C. gemeinsam mit der F. Foundation und der 

G. Foundation bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gegen 

die Schlussverfügungen IV, VI, X und XI Beschwerde erheben (RR.2017.23-

25, act. 1). Sie beantragen Folgendes: 

 

1. Die Schlussverfügung IV der Bundesanwaltschaft vom 9. Januar 2017 (…) sei vollumfäng-

lich aufzuheben und das Rechtshilfeersuchen der Generalstaatsanwaltschaft des Sultanats 

Oman vom 21. Januar 2014 sei vollständig abzuweisen und es sei anzuordnen, dass die 

Beschwerdegegnerin die in Ziffer 2 des Dispositivs der Schlussverfügung IV genannten Bank-

unterlagen der Bank M. wieder retourniert. 

2. Eventualiter sei die Schlussverfügung IV der Bundesanwaltschaft vom 9. Januar 2017 (…) 

soweit aufzuheben, als sie auch die Übermittlung der in Beilage 67 enthaltenen Bankunterla-

gen anordnet, die den Zeitrahmen des Tatgeschehens sprengen, und es sei anzuordnen, 

dass die Beschwerdegegnerin die Bankunterlagen gemäss Beilage 67 der Bank M. retour-

niert. 

3. Die Schlussverfügung VI der Bundesanwaltschaft vom 8. Dezember 2016 (…) sei vollum-

fänglich aufzuheben und das Rechtshilfeersuchen der Generalstaatsanwaltschaft des Sulta-

nats Oman vom 21. Januar 2014 sei vollständig abzuweisen und es sei anzuordnen, dass die 

Beschwerdegegnerin die in Ziffer 2 des Dispositivs der Schlussverfügung VI genannten Bank-

unterlagen der Bank M. wieder retourniert. 

4. Eventualiter sei die Schlussverfügung VI der Bundesanwaltschaft vom 8. Dezember 2016 

(…) soweit aufzuheben, als sie auch die Übermittlung der in Beilage 68 enthaltenen Bankun-

terlagen anordnet, die den Zeitrahmen des Tatgeschehens sprengen, und es sei anzuordnen, 

dass die Beschwerdegegnerin die Bankunterlagen gemäss Beilage 68 der Bank M. retour-

niert. 

5. Die Schlussverfügung X der Bundesanwaltschaft vom 9. Januar 2017 (…) sei vollumfäng-

lich aufzuheben und das Rechtshilfeersuchen der Generalstaatsanwaltschaft des Sultanats 

Oman vom 21. Januar 2014 sei vollständig abzuweisen und es sei anzuordnen, dass die 

Beschwerdegegnerin die in Ziffer 2 des Dispositivs der Schlussverfügung X genannten Bank-

unterlagen der Bank N. wieder retourniert. 

6. Eventualiter sei die Schlussverfügung X der Bundesanwaltschaft vom 9. Januar 2017 (…) 

soweit aufzuheben, als sie auch die Übermittlung der in Beilage 69 enthaltenen Bankunterla-

gen anordnet, die den Zeitrahmen des Tatgeschehens sprengen, und es sei anzuordnen, 

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dass die Beschwerdegegnerin die Bankunterlagen gemäss Beilage 69 der Bank N. retour-

niert. 

7. Die Schlussverfügung XI der Bundesanwaltschaft vom 9. Januar 2017 (…) sei vollumfäng-

lich aufzuheben und das Rechtshilfeersuchen der Generalstaatsanwaltschaft des Sultanats 

Oman vom 21. Januar 2014 sei vollständig abzuweisen und es sei anzuordnen, dass die 

Beschwerdegegnerin die in Ziffer 2 des Dispositivs der Schlussverfügung XI genannten Bank-

unterlagen der Bank N. wieder retourniert. 

8. Eventualiter sei die Schlussverfügung XI der Bundesanwaltschaft vom 9. Januar 2017 (…) 

soweit aufzuheben, als sie auch die Übermittlung der in Beilage 70 enthaltenen Bankunterla-

gen anordnet, die den Zeitrahmen des Tatgeschehens sprengen, und es sei anzuordnen, 

dass die Beschwerdegegnerin die Bankunterlagen gemäss Beilage 70 der Bank N. retour-

niert. 

9. Es seien die Kosten für dieses Beschwerdeverfahren auf die Staatskasse zu nehmen und 

den Beschwerdeführern eine Parteientschädigung zuzusprechen. 

 

Daneben stellen sie folgende prozessuale Anträge:  

 

1. Es seien die Beschwerdeverfahren gegen die Schlussverfügung IV vom 9. Januar 2017 

(…), gegen die Schlussverfügung VI vom 8. Dezember 2016 (…), gegen die Schlussverfü-

gung X vom 9. Januar 2017 (…) und gegen die Schlussverfügung XI vom 9. Januar 2017 (…) 

vor dem Bundesstrafgericht gemeinsam zu behandeln.  

2. Es seien die künftigen Beschwerdeverfahren gegen die noch zu erlassenden Schlussver-

fügungen betreffend A. als Inhaber und/oder wirtschaftlich Berechtigter von Schweizer Bank-

konten mit diesem Verfahren zu vereinigen. 

 

Mit Beschwerdeantwort vom 28. März 2017 beantragt die Bundesanwalt-

schaft Folgendes (RR.2017.23-25, act. 11): 

 

1. Auf die Beschwerden gegen die Schlussverfügungen IV, VI und XI sei nicht einzutreten. 

Eventualiter seien sie abzuweisen. 

2. Die Beschwerde gegen die Schlussverfügung X sei abzuweisen. 

3. Die Kosten seien den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit aufzuerlegen. 

 

In seiner Vernehmlassung vom 30. März 2017 schliesst das BJ auf kosten-

fällige Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei 

(RR.2017.23-25, act. 13). 

 

Im Rahmen ihrer Replik vom 12. Juni 2017 halten A., die F. Foundation und 

die G. Foundation an ihren Beschwerdeanträgen fest. Neu stellen sie den 

folgenden prozessualen Antrag (RR.2017.23-25, act. 18): 

 

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Das beiliegende Rechtsgutachten von R. und S. vom 1. Juni 2017 (Beilage 13) sei als Be-

weismittel zu betrachten oder – falls es nicht als Beweismittel zugelassen werden sollte – als 

integrierende Parteibehauptung der Beschwerdeführer dieser Eingabe. Falls das Gericht eine 

deutsche Übersetzung von Beilage 13 benötigt, insbesondere im Falle der integrierenden 

Parteibehauptung, sei den Beschwerdeführern eine Frist von 30 Tagen für die Beibringung 

einer deutschen Übersetzung anzusetzen. 

 

Die Bundesanwaltschaft hält in ihrer Duplik vom 3. Juli 2017 an ihren frühe-

ren Anträgen fest (RR.2017.23-25, act. 20). Das BJ teilte am 3. Juli 2017 mit, 

auf eine Duplik zu verzichten (RR.2017.23-25, act. 21).  

 

A., die F. Foundation und die G. Foundation nahmen mit Schreiben vom 

13. Juli 2017 unaufgefordert Stellung zu den letzten Eingaben der Bundes-

anwaltschaft und des BJ (RR.2017.23-25, act. 23). Das entsprechende 

Schreiben wurde der Bundesanwaltschaft und dem BJ am 14. Juli 2017 zur 

Kenntnis gebracht (RR.2017.23-25, act. 24). 

 

 

N. Am 17. März 2017 liess A. als wirtschaftlich Berechtigter an den aufgelösten 

Gesellschaften D. und E. gemeinsam mit der H. Ltd. und der I. Ltd. S.A. bei 

der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gegen die Schlussverfü-

gungen III, V, VII und IX Beschwerde erheben (RR.2017.62-64, act. 1). De-

ren Beschwerdebegehren gleichen im Wesentlichen denjenigen in der Be-

schwerde vom 9. Februar 2017. In prozessualer Hinsicht beantragen sie, es 

seien die Beschwerdeverfahren gegen die Schlussverfügung III vom 

14. Februar 2017, gegen die Schlussverfügung V vom 14. Februar 2017, ge-

gen die Schlussverfügung VII vom 14. Februar 2017 und gegen die Schluss-

verfügung IX vom 23. Februar 2017 vor dem Bundesstrafgericht gemeinsam 

zu behandeln und mit dem beim Bundesstrafgericht bereits unter 

RR.2017.23-25 hängigen Beschwerdeverfahren zu vereinigen. 

 

Mit Beschwerdeantwort vom 3. Mai 2017 beantragt die Bundesanwaltschaft 

Folgendes (RR.2017.62-64, act. 6): 

 

1. Auf die Beschwerden gegen die Schlussverfügungen III und VII sei nicht einzutreten. Even-

tualiter seien sie abzuweisen. 

2. Die Beschwerden gegen die Schlussverfügungen V und IX seien abzuweisen. 

3. Die Kosten seien den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit aufzuerlegen. 

 

Die weiteren von den Parteien gestellten Eingaben und Anträge orientieren 

sich im Wesentlichen an denjenigen aus dem Beschwerdeverfahren 

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RR.2017.23-25 (RR.2017.62-64, act. 8, 13, 15, 16 und 18). Die letzte unauf-

geforderte Eingabe der Beschwerdeführer wurde der Bundesanwaltschaft 

und dem BJ am 14. Juli 2017 zur Kenntnis gebracht (RR.2017.62-64, 

act. 19). 

 

 

O. Am 3. April 2017 liess A. bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts gegen die ihn persönlich betreffenden Schlussverfügungen II und VIII 

Beschwerde erheben (RR.2017.74, act. 1). Dessen Beschwerdebegehren 

gleichen im Wesentlichen denjenigen in den Beschwerden vom 9. Feb-

ruar 2017 bzw. vom 17. März 2017. In prozessualer Hinsicht beantragt er die 

gemeinsame Behandlung der Beschwerdeverfahren gegen die Schlussver-

fügung II vom 1. März 2017 und gegen die Schlussverfügung VIII vom 

28. Februar 2017 vor dem Bundesstrafgericht und deren Vereinigung mit 

den beim Bundesstrafgericht bereits unter RR.2017.23-25 bzw. RR.2017.62-

64 hängigen Beschwerdeverfahren. 

 

Sowohl die Bundesanwaltschaft als auch das BJ schliessen diesbezüglich 

auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde (RR.2017.74, act. 6 und 8). 

 

Der weitere Fortgang des Beschwerdeverfahrens RR.2017.74 bzw. die von 

den Parteien gestellten Anträge gleichen im Wesentlichen wiederum denje-

nigen aus den Beschwerdeverfahren RR.2017.23-25 und RR.2017.62-64 

(RR.2017.74, act. 13, 15, 16 und 18). Die letzte unaufgeforderte Eingabe von 

A. wurde der Bundesanwaltschaft und dem BJ am 14. Juli 2017 zur Kenntnis 

gebracht (RR.2017.74, act. 19). 

 

 

P. Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genommen. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Für die vorliegend zur Diskussion stehende Rechtshilfe zwischen der 

Schweiz und dem Sultanat Oman sind die Art. 43 ff. des Übereinkommens 

vom 31. Oktober 2003 der Vereinten Nationen gegen Korruption (UNCAC; 

SR 0.311.56) massgebend, soweit diese direkt anwendbar sind. 

 

- 11 - 

 

 

1.2 Im Übrigen gelangen das Bundesgesetz vom 20. März 1981 (Rechtshilfege-

setz, IRSG; SR 351.1) und die Verordnung vom 24. Februar 1982 über in-

ternationale Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfeverordnung, IRSV; 

SR 351.11) zur Anwendung (Art. 1 Abs. 1 lit. b IRSG). Das innerstaatliche 

Recht gelangt nach dem Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, 

wenn dieses geringere Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (BGE 142 IV 

250 E. 3; 140 IV 123 E. 2 S. 126; 137 IV 33 E. 2.2.2 S. 40 f.). Vorbehalten 

bleibt die Wahrung der Menschenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 

E. 7c S. 617; TPF 2016 65 E. 1.2). Auf Beschwerdeverfahren in internatio-

nalen Rechtshilfeangelegenheiten sind zudem die Bestimmungen des Bun-

desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Ver-

waltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) anwendbar (Art. 39 Abs. 2 

lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes 

bestimmt (siehe Art. 12 Abs. 1 IRSG). 

 

 

2.  

2.1 Die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen oder der ausführenden 

Bundesbehörde unterliegt zusammen mit den vorangehenden Zwischenver-

fügungen der Beschwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts (Art. 80e Abs. 1 IRSG). Die entsprechende Beschwerdefrist beträgt 

30 Tage (Art. 80k IRSG). Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer persön-

lich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b 

IRSG). Als persönlich und direkt betroffen im Sinne des Art. 80h lit. b IRSG 

gilt namentlich der Kontoinhaber bei der Erhebung von Kontoinformationen 

(Art. 9a lit. a IRSV). Bejaht wird die Legitimation des Kontoinhabers auch für 

Bankunterlagen, welche bereits zuvor im Rahmen eines nationalen Strafver-

fahrens erhoben worden sind und sich daher bereits im Besitz der ausfüh-

renden Behörde befinden (Entscheide des Bundesstrafgerichts 

RR.2016.338 vom 20. März 2017, E. 1.6.1 und 1.6.2; RR.2015.261 vom 

4. Februar 2016, E. 2.1 und 2.2; RR.2014.106 vom 3. November 2014, 

E. 1.5 und 1.5.1; RR.2013.228 vom 25. Februar 2014, E. 2.2.2). 

 

2.2 Bloss wirtschaftlich an einem Bankkonto, Banksafe oder Wertschriftendepot 

Berechtigte sind im Gegensatz zu deren Inhaber grundsätzlich nicht legiti-

miert, Rechtshilfemassnahmen anzufechten, welche die Bankverbindung 

betreffen (BGE 139 II 404 E. 2.1.1 S. 411 f. m.w.H.; Urteil des Bundesge-

richts 1C_764/2013 vom 27. September 2013, E. 2.1; TPF 2008 172 E. 1.3). 

Eine Ausnahme lässt die Praxis zu, falls einzige Kontoinhaberin eine juristi-

sche Person war, die aufgelöst worden ist, und zudem keine Anhaltspunkte 

dafür bestehen, dass die Liquidation dieser Gesellschaft nur vorgeschoben 

http://links.weblaw.ch/BGE-123-II-595

- 12 - 

 

 

wird bzw. rechtsmissbräuchlich erfolgte (BGE 137 IV 134 E. 5.2.1 S. 138 

m.w.H.). In einem solchen Falle muss der wirtschaftlich an einer erloschenen 

Gesellschaft Berechtigte insbesondere nachweisen, dass er Begünstigter 

des Erlöses aus der Liquidation dieser Gesellschaft war. Die wirtschaftliche 

Berechtigung am fraglichen Konto alleine reicht zur Bejahung der Beschwer-

delegitimation nicht aus (Urteil des Bundesgerichts 1C_370/2012 vom 3. Ok-

tober 2012, E. 2.3; TPF 2009 183 E. 2.2.1; Entscheid des Bundesstrafge-

richts RR.2014.244 vom 9. Januar 2015, E. 1.3.1). 

 

2.3  

2.3.1 Der Beschwerdeführer 1 persönlich ist Inhaber der von der Schlussverfü-

gung II vom 1. März 2017 betroffenen Geschäftsbeziehung Nr. 1 der Bank 

M. (Akten BA, pag. 7.4.2.1 00001). Ebenso ist er persönlich der Inhaber der 

von der Schlussverfügung VIII vom 28. Februar 2017 betroffenen Geschäfts-

beziehung Nr. 9 bei der Bank N. (Akten BA, pag. 7.3.3.1 00001, 

pag. 7.3.5.1 00002). Diese beiden Schlussverfügungen wurden den Vertre-

tern des Beschwerdeführers 1 am 2. März 2017 zugestellt (RR.2017.74, 

act. 1, Rz. 8 und Beilage 8). Der Beschwerdeführer 1 ist damit ohne Weiteres 

zur am 3. April 2017 frist- und formgerecht erhobenen Beschwerde legitimiert 

(RR.2017.74, act. 1). Auf diese ist einzutreten. 

 

2.3.2 Bei der Beschwerdeführerin 4 handelt es sich um eine juristische Person mit 

Sitz auf den Bahamas (vgl. u. a. Akten BA, pag. 7.4.7.1 00033). Sie ist Inha-

berin der von der Schlussverfügung V vom 14. Februar 2017 betroffenen 

Geschäftsbeziehung Nr. 6 bei der Bank M. (Akten BA, pag. 7.4.7.1 00001). 

Diese Schlussverfügung wurde den Vertretern der Beschwerdeführerin 4 am 

15. Februar 2017 zugestellt (vgl. RR.2017.62-64, act. 1, Rz. 12). Die Be-

schwerdeführerin 4 ist demnach zur am 17. März 2017 frist- und formgerecht 

erhobenen Beschwerde legitimiert (RR.2017.62-64, act. 1), soweit sie sich 

gegen die Schlussverfügung V richtet. In diesem Umfang ist auf deren Be-

schwerde einzutreten.  

 

2.3.3 Bei der Beschwerdeführerin 5 handelt es sich um eine juristische Person mit 

Sitz in Panama (Akten BA, pag. 7.3.9.1 00081 ff.). Sie ist Inhaberin der von 

der Schlussverfügung IX vom 23. Februar 2017 betroffenen Geschäftsbezie-

hung Nr. 10 bei der Bank N. (Akten BA, pag. 7.3.9.1 00003). Diese Schluss-

verfügung wurde den Vertretern der Beschwerdeführerin 5 am 24. Feb-

ruar 2017 zugestellt (vgl. RR.2017.62-64, act. 1, Rz. 12). Die Beschwerde-

führerin 5 ist demnach zur am 17. März 2017 frist- und formgerecht erhobe-

nen Beschwerde legitimiert (RR.2017.62-64, act. 1), soweit sie sich gegen 

die Schlussverfügung IX richtet. In diesem Umfang ist auf deren Beschwerde 

einzutreten. 

- 13 - 

 

 

 

2.3.4 Bei der Beschwerdeführerin 2 handelt es sich um eine Stiftung mit Sitz in 

Liechtenstein (RR.2017.23-25, act. 1, Beilage 8). Sie ist Inhaberin der von 

der Schlussverfügung X vom 9. Januar 2017 betroffenen Geschäftsbezie-

hung Nr. 11 bei der Bank N. (Akten BA, pag. 7.3.10.1 00002). Diese Schluss-

verfügung wurde vorerst der Bank N. eröffnet (Akten BA, pag. 4.10 0008, 

Rz. 17) und den Vertretern der Beschwerdeführerin 2 am 24. Januar 2017 

übermittelt (RR.2017.23-25, act. 1, Beilage 15). Die Beschwerdeführerin 2 

ist demnach zur am 9. Februar 2017 frist- und formgerecht erhobenen Be-

schwerde legitimiert (RR.2017.23-25, act. 1), soweit sie sich gegen die 

Schlussverfügung X richtet. In diesem Umfang ist auf deren Beschwerde ein-

zutreten. 

 

2.3.5 Bei der Beschwerdeführerin 3 handelt es sich um eine Stiftung mit Sitz in 

Liechtenstein (RR.2017.23-25, act. 1, Beilage 9). Sie ist Inhaberin der von 

der Schlussverfügung VI vom 8. Dezember 2016 betroffenen Geschäftsbe-

ziehung Nr. 7 bei der Bank M. (Akten BA, pag. 7.4.5.1 00001). 

 

Die Bundesanwaltschaft eröffnete diese Schlussverfügung direkt der Bank 

M., nachdem die Beschwerdeführerin 3 in der Schweiz kein Zustellungsdo-

mizil bezeichnet habe (RR.2017.23-25, act. 1, Beilage 11, Rz. 17). Die Be-

schwerdegegnerin macht unter Hinweis auf die «Banklagernd-Vereinba-

rung» zwischen der Beschwerdeführerin 3 und der Bank M. (Akten BA, 

pag. 7.4.5.1 00001) geltend, die der Bank zugestellte Schlussverfügung vom 

8. Dezember 2016 gelte als der Bankkundin rechtsgültig eröffnet, weshalb 

sich die erst am 9. Februar 2017 erhobene Beschwerde als verspätet er-

weise (RR.2017.23-25, act. 11, Rz. 6 ff.; vgl. zur Thematik BGE 143 II 136 

E. 6.4.3 S. 160; 130 IV 43 E. 1.3 S. 46; 124 II 124 E. 2d/aa S. 128; Urteil des 

Bundesgerichts 1C_299/2011 vom 19. August 2011, E. 3.4; Entscheid des 

Bundesstrafgerichts RR.2012.238 vom 14. März 2013, E. 2.1). Den Akten 

kann hierzu entnommen werden, dass die aktuellen Vertreter der Beschwer-

deführerin 3 der Beschwerdegegnerin bereits mit Schreiben vom 22. Ja-

nuar 2014 mitgeteilt haben, auch die Beschwerdeführerin 3 zu vertreten. Da 

zum damaligen Zeitpunkt der Beschwerdegegnerin offenbar noch kein 

Rechtshilfeersuchen des Sultanats Oman vorlag, ersuchten sie lediglich um 

Vormerkung dieses Vertretungsverhältnisses für den Fall des Eingangs ei-

nes solchen Ersuchens. Im Hinblick auf die Beschwerdeführerin 3 ersuchten 

sie um nochmalige Prüfung und Mitteilung, ob der ebenfalls durch sie vertre-

tene A. als direkter und/oder – u. a. über die Beschwerdeführerin 3 – wirt-

schaftlich Berechtigter Kontoinhaber von Schweizer Bankkonten in eine 

Strafuntersuchung und/oder ein Rechtshilfeverfahren der Beschwerdegeg-

- 14 - 

 

 

nerin involviert sei (Akten BA, pag. B 14.1.2 0013 ff.). Die Beschwerdegeg-

nerin ersuchte die Vertreter daraufhin um Zustellung der noch fehlenden 

Vollmachten der von diesen vertretenen Gesellschaften (darunter die Be-

schwerdeführerin 3), bevor sie die Anfrage gesamthaft beantworten könne 

(Akten BA, pag. B 14.1.2 0049). Die Vertreter liessen der Beschwerdegeg-

nerin daraufhin eine Reihe von Vollmachten zugehen, jedoch keine der Be-

schwerdeführerin 3, da diese ihren Informationen zufolge keine Bankkonten 

gehalten haben solle. Für den Fall, dass gegen die Beschwerdeführerin 3 

ein Strafverfahren eingeleitet werden sollte, würden sie die noch notwendige 

Vollmacht einholen (Akten BA, pag. B 14.1.2 0050 ff.). Am 6. Februar 2014 

hielt die Beschwerdegegnerin diesbezüglich fest, bis dato sei die Mandant-

schaft der Vertreter betreffend kein Rechtshilfeersuchen des Sultanats  

Oman eingegangen. Für den Fall eines solchen Ersuchens seien die Vertre-

ter bereits um Nachreichung der erforderlichen Vollmachten ersucht worden. 

Soweit sich die Vertreter bisher zur Vertretung von verschiedenen Gesell-

schaften legitimiert hätten, könne die Beschwerdegegnerin mitteilen, dass 

diese (teilweise) in ihrem Geschäftsverwaltungssystem als Beteiligte und 

nicht als Beschuldigte erfasst worden seien. Sie fügte an: «Gegen die weite-

ren von Ihnen erwähnten Gesellschaften ist ebenfalls kein Strafverfahren 

eingeleitet worden» (Akten BA, pag. B 14.1.2 0065 f.). Am 7. Februar 2014 

führten die Vertreter gegenüber der Beschwerdegegnerin u. a. aus: «Aus 

Ihrem Schreiben geht nun immer noch nicht hervor, ob die Bankkonten der 

von uns vertretenen Betroffenen in einer in der Schweiz geführten Untersu-

chung oder in einem internationalen Rechtshilfeverfahren von Interesse oder 

Bedeutung sind. In beiden Fällen haben unsere Mandanten Anspruch auf 

eine entsprechende Information und in beiden Fällen können sie sich am 

Verfahren beteiligen (…)» (Akten BA, pag. B 14.1.2 0067 f.). In einer weite-

ren Korrespondenz mit den Vertretern vom 21. März 2014 ging die Be-

schwerdegegnerin nicht mehr auf die Beschwerdeführerin 3 ein (Akten BA, 

pag. B 14.1.2 0073 ff.), auch nicht nachdem sie am 28. August 2014 schliess-

lich auch die Unterlagen zur auf die Beschwerdeführerin 3 lautenden Ge-

schäftsbeziehung Nr. 7 bei der Bank M. in das Rechtshilfeverfahren beizog 

(Akten BA, pag. 7.6 0001 ff.).  

 

Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, sie habe den Ver-

tretern am 6. Februar 2014 Auskunft über die allfällige Betroffenheit von Ge-

sellschaften erteilt, bezüglich welchen sich diese als Vertreter legitimiert hat-

ten. Das sei ihnen auch explizit so mitgeteilt worden. Es verstehe sich von 

selbst, dass es der Beschwerdegegnerin nicht möglich sei, den Anwalt be-

treffend Gesellschaften, für welche er sich nicht als Vertreter legitimiert habe, 

Auskünfte zu erteilen (RR.2017.23-25, act. 11, Rz. 6). Dies mag zwar zutref-

fen, steht aber im Widerspruch zur von der Beschwerdegegnerin gemachten 

- 15 - 

 

 

Äusserung im erwähnten Schreiben vom 6. Februar 2014, wonach «gegen 

die weiteren von Ihnen erwähnten Gesellschaften ebenfalls kein Strafverfah-

ren eingeleitet worden sei». Bei diesen weiteren Gesellschaften handelte es 

sich um diejenigen, für welche sich die Vertreter gerade noch nicht mittels 

Vollmacht legitimiert hatten. Mit diesem widersprüchlichen Verhalten und der 

damit verbundenen Aussage, dass die Beschwerdeführerin 3 zum damali-

gen Zeitpunkt nicht an irgendwelchen Verfahren der Beschwerdegegnerin 

beteiligt sei, begründete sie auf Seiten der Beschwerdeführerin 3 das be-

rechtigte Vertrauen, keine weiteren Vorkehren treffen bzw. keine Vollmacht 

einreichen zu müssen. Erst durch den nachträglich erfolgten Beizug von Ak-

ten aus einer Strafuntersuchung ins Rechtshilfeverfahren wurde die Be-

schwerdeführerin 3 im Rechtshilfeverfahren zur betroffenen Person. Ange-

sichts der vorangehenden Schilderungen wäre die Beschwerdegegnerin im 

Anschluss daran gehalten gewesen, von den Vertretern für das Rechtshilfe-

verfahren auch eine Vollmacht der Beschwerdeführerin 3 zu verlangen. Dass 

diese die Beschwerdeführerin 3 in einem solchen Verfahren auch vertreten 

wollten, haben sie von allem Anfang hinreichend deutlich gemacht. Inwiefern 

die Vertreter der Beschwerdeführerin 3 aufgrund der ihnen am 21. März 2014 

für die anderen Parteien gewährten Akteneinsicht hätten erahnen sollen, 

dass die Beschwerdeführerin 3 möglicherweise ebenfalls betroffen sein 

könnte, ist nicht nachvollziehbar (vgl. RR.2017.23-25, act. 1, Rz. 6). Die den 

Parteien damals zur Kenntnis gebrachten Editionsverfügungen sind – ge-

rade was die Betroffenen angeht – weitgehend anonymisiert (Akten BA, 

pag. B 14.1.2 0073 ff.). 

 

Auf Grund dieser besonderen Konstellation ist für den Beginn der Beschwer-

defrist auf die Zustellung der Schlussverfügung VI an die Vertreter der Be-

schwerdeführerin 3 und nicht auf die bereits zuvor schon erfolgte Zustellung 

an die Bank abzustellen. Diese Zustellung erfolgte mit Schreiben vom 24. Ja-

nuar 2017 (RR.2017.23-25, act. 1, Beilage 15). Auf die von der Beschwer-

deführerin 3 am 9. Februar 2017 erhobene Beschwerde ist daher einzutre-

ten, soweit sich diese gegen die Schlussverfügung VI richtet. 

 

2.3.6 Die Schlussverfügung III vom 14. Februar 2017 betrifft die D., eine Anstalt 

mit Sitz in Liechtenstein. Diese wurde mit Beschluss des obersten Organs 

vom 10. Januar 2014 aufgelöst und am 17. Dezember 2014 gelöscht 

(RR.2017.62-64, act. 1, Beilage 7). Der Beschwerdeführer 1 macht geltend, 

an ihrer Stelle als wirtschaftlich Berechtigter zur Beschwerde legitimiert zu 

sein (RR.2017.62-64, act. 1, Rz. 2 ff., 20 ff.). Er verweist dabei auf die ent-

sprechenden Erklärungen, namentlich auf das jeweilige Formular A, bei der 

Eröffnung der jeweiligen Bankkonten (RR.2017.62-64, act. 1, Beilagen 2, 3, 

4 und 6). Weiter legt er Zahlungsbelege vor, welche die Überweisung des 

- 16 - 

 

 

Restsaldos der betroffenen Konten dokumentieren (RR.2017.62-64, act. 13, 

Rz. 8 ff.; act. 13.1-13.5; act. 18.1-18.7). Entgegen den Ausführungen des 

Beschwerdeführers 1 vermögen diese Unterlagen den Nachweis, dass er 

Begünstigter des Erlöses aus der Liquidation der erwähnten Gesellschaft ge-

wesen sein soll, gerade nicht zu erbringen. Die von ihm vorgelegten Doku-

mente vermögen allenfalls die wirtschaftliche Berechtigung des Beschwer-

deführers 1 an den auf den betroffenen Konten liegenden Vermögenswerten 

zum Zeitpunkt der Kontoeröffnung sowie die Tatsache zu belegen, dass zu-

mindest Teile des Liquidationserlöses an ihn bzw. an ihm zuzurechnende 

Gesellschaften geflossen sind. Die für die Beurteilung der Beschwerdelegiti-

mation wesentliche Tatsache, dass die Gesellschaft zu Gunsten des wirt-

schaftlich Berechtigten liquidiert worden sei (vgl. hierzu auch das Urteil des 

Bundesgerichts 1C_370/2012 vom 3. Oktober 2012, E. 2.5 m.w.H.), geht aus 

den Akten jedoch nicht hervor. Bezüglich des auch vom Beschwerdeführer 1 

mehrfach angeführten Urteils des Bundesgerichts 1C_370/2012 vom 3. Ok-

tober 2012 ist an dieser Stelle noch anzufügen, dass das Formular A dort – 

anders als im vorliegenden Fall – lediglich als mögliches Beweismittel für die 

Frage nach der wirtschaftlichen Berechtigung an der Empfängerin des Liqui-

dationserlöses aus der aufgelösten und gelöschten Aktiengesellschaft disku-

tiert wurde (E. 2.4 und 2.7). Für den vorliegenden Fall vermag der Beschwer-

deführer 1 daher nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Vermag der Be-

schwerdeführer 1 seine Beschwerdelegitimation bezüglich der angefochte-

nen Schlussverfügung III nicht hinreichend darzutun, so ist auf seine diesbe-

zügliche Beschwerde grundsätzlich nicht einzutreten. Ob darüber hinaus die 

Auflösung der Gesellschaft rechtsmissbräuchlich erfolgt ist, wie dies die Be-

schwerdegegnerin geltend macht (RR.2017.62-64, act. 6, Rz. 1 ff.), bedarf 

angesichts des erwähnten Zwischenfazits keiner weiteren Erörterung. 

 

2.3.7 Entsprechendes wie für die die D. betreffenden Konten gilt auch für die von 

den Schlussverfügungen IV, VII und XI betroffenen, aufgelösten und ge-

löschten B. S.A., E. und C. und deren Konten. Keines der vom Beschwerde-

führer 1 vorgelegten Dokumente äussert sich zur entscheidenden Frage 

nach der Stellung als wirtschaftlich Berechtigter am Liquidationserlös der 

entsprechenden Gesellschaften (siehe RR.2017.23-25, act. 1, Beilagen 2, 4, 

6 und 7 sowie act. 18.1-18.4 betreffend die B. S.A.; siehe RR.2017.23-25, 

act. 1, Beilagen 3 und 5 sowie act. 18.5 und 23.1 betreffend die C.; siehe 

RR.2017.62-64, act. 1, Beilagen 5 und 8 sowie act. 13.6-13.9 betreffend die 

E.). Vermag der Beschwerdeführer 1 seine Beschwerdelegitimation bezüg-

lich der angefochtenen Schlussverfügungen IV, VII und XI nicht hinreichend 

darzutun, so ist auf seine diesbezüglichen Beschwerden grundsätzlich nicht 

einzutreten. 

 

- 17 - 

 

 

 

3. Die Beschwerdekammer ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden 

(Art. 25 Abs. 6 IRSG). Sie prüft die bei ihr erhobenen Rügen grundsätzlich 

mit freier Kognition. Sie ist aber nicht verpflichtet, nach weiteren der Gewäh-

rung der Rechtshilfe allenfalls entgegenstehenden Gründen zu forschen, die 

aus der Beschwerde nicht hervorgehen (BGE 132 II 81 E. 1.4; 130 II 337 

E. 1.4; Urteil des Bundesgerichts 1A.1/2009 vom 20. März 2009, E. 1.6; 

TPF 2011 97 E. 5). 

 

 

4. Die Beschwerdeführer beantragen übereinstimmend die Vereinigung der Be-

schwerdeverfahren RR.2017.23-25, RR.2017.62-64 und RR.2017.74 

(RR.2017.23-25, act. 1, Rz. 39 ff.; RR.2017.62-64, act. 1, Rz. 26 ff.; 

RR.2017.74, act. 1, Rz. 16 ff.). Dieses Ersuchen ist gutzuheissen, werden 

doch alle Beschwerdeführer durch dieselben Rechtsanwälte vertreten und 

es betreffen alle Beschwerdeverfahren dasselbe Rechtshilfeverfahren. Zu-

dem hängen die Schlussverfügungen inhaltlich eng zusammen und die ver-

schiedenen Beschwerden weisen im Wesentlichen übereinstimmende Be-

gründungen vor. Die eingangs erwähnten Beschwerdeverfahren sind zu ver-

einigen und die Beurteilung der verschiedenen Beschwerden hat im Rahmen 

des vorliegenden Entscheids zu erfolgen. 

 

 

5.  

5.1 Die Beschwerdeführer kritisieren vorab in verschiedener Hinsicht Form und 

Inhalt des vorliegenden Rechtshilfeersuchens (vgl. z. B. RR.2017.23-25, 

act. 1, Rz. 48 ff.). 

 

5.2 Rechtshilfeersuchen bedürfen grundsätzlich der Schriftform (Art. 46 Abs. 14 

UNCAC; Art. 28 Abs. 1 IRSG). Es hat gemäss Art. 46 Abs. 15 UNCAC nebst 

anderem die folgenden Angaben zu enthalten: die Bezeichnung der Be-

hörde, von der das Ersuchen ausgeht (lit. a), Gegenstand und Art der Ermitt-

lung, der Strafverfolgung oder des Gerichtsverfahrens, auf die oder das sich 

das Ersuchen bezieht, sowie Namen und Aufgaben der Behörde, welche die 

Ermittlung, die Strafverfolgung oder das Gerichtsverfahren durchführt (lit. b), 

eine zusammenfassende Sachverhaltsdarstellung, ausser bei Ersuchen um 

Zustellung gerichtlicher Schriftstücke (lit. c), soweit möglich, Identität, Auf-

enthaltsort und Staatsangehörigkeit jeder betroffenen Person (lit. e) und den 

Zweck, zu dem die Beweismittel, Informationen oder Massnahmen erbeten 

werden (lit. f). Art. 28 Abs. 2 und 3 IRSG und Art. 10 Abs. 2 IRSV stellen 

entsprechende Voraussetzungen an das Rechtshilfeersuchen (Urteil des 

- 18 - 

 

 

Bundesgerichts 1C_126/2014 vom 16. Mai 2014, E. 4.2). Der ersuchte Ver-

tragsstaat kann ergänzende Angaben anfordern, wenn dies für die Erledi-

gung des Ersuchens nach seinem innerstaatlichen Recht erforderlich er-

scheint oder die Erledigung erleichtern kann (Art. 46 Abs. 16 UNCAC). 

 

Es kann indes von den Behörden des ersuchenden Staates nicht verlangt 

werden, dass sie den Sachverhalt, der Gegenstand der Strafuntersuchung 

in ihrem Land bildet, lückenlos und ohne einen Widerspruch darstellen. Das 

wäre mit dem Sinn und Zweck des Rechtshilfeverfahrens unvereinbar, er-

sucht doch ein Staat einen andern gerade deswegen um Mithilfe, damit er 

die bisher im Dunkeln gebliebenen Punkte klären kann aufgrund von Unter-

lagen, die im Besitz des ersuchten Staates sind. Es reicht daher unter dem 

Gesichtspunkt der erwähnten Vorschriften aus, wenn die Angaben im Ersu-

chen den schweizerischen Behörden die Prüfung ermöglichen, ob und allen-

falls in welchem Umfang dem Ersuchen entsprochen werden muss oder ob 

ein Verweigerungsgrund vorliegt (BGE 136 IV 4 E. 4.1; 117 Ib 64 E. 5c S. 88; 

110 Ib 173 E. 4d S. 179 f.; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2011.61 

vom 28. Juli 2011, E. 4.1.1). 

 

Die schweizerische Behörde hat sich hierbei nicht über das Bestehen der 

angeführten Tatsachen auszusprechen. Sie ist an die Darstellung des Sach-

verhalts im Rechtshilfeersuchen gebunden, soweit diese nicht offensichtliche 

Fehler, Lücken oder Widersprüche enthält (BGE 110 Ib 173 E. 4d S. 180; 

vgl. zum Ganzen auch die Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2013.169 

vom 25. Februar 2014, E. 5.1; RR.2007.211 vom 30. Juni 2009, E. 2.2). 

 

5.3 In formeller Hinsicht machen die Beschwerdeführer erstmals im Rahmen der 

Beschwerde vom 17. März 2017 geltend, das Rechtshilfeersuchen sei nicht 

von der zuständigen Stelle des ersuchenden Staates gestellt worden. Hierfür 

zuständig sei der Generalstaatsanwalt des Sultanats Oman bzw. der «Attor-

ney General». Der das Ersuchen unterzeichnende Staatsanwalt habe keine 

Befugnis, das Sultanat Oman gegenüber dem Ausland zu vertreten 

(RR.2017.62-64, act. 1, Rz. 62 f.). Die Beschwerdeführer übersehen dabei 

jedoch, dass das fragliche Rechtshilfeersuchen von eben diesem «Attorney 

General Office» mit separatem Schreiben vom 4. Februar 2014 dem BJ 

übermittelt worden ist (Akten BA, pag. 5.01 0001). Ihre diesbezügliche Kritik 

erweist sich daher als unbegründet. 

 

5.4 Ebenfalls in der Beschwerde vom 17. März 2017 bringen die Beschwerde-

führer unter Hinweis auf die vom Mitbeschuldigten K. erhobene Beschwerde 

(RR.2017.62-64, act. 1, Beilage 36, Rz. B.6 ff.) erstmals vor, in der arabi-

schen Version des Rechtshilfeersuchens sei der Name des Mitbeschuldigten 

- 19 - 

 

 

K. falsch geschrieben worden. Auch sei die Übersetzung des Ersuchens ins 

Deutsche mangelhaft (RR.2017.62-64, act. 1, Rz. 64 ff.). Dazu ist festzuhal-

ten, dass selbst bei allfälligen Redaktionsfehlern untergeordneter Natur in 

der Originalversion des Ersuchens nicht grundsätzlich an der Aussagekraft 

der deutschen Übersetzung des Ersuchens zu zweifeln ist. 

 

5.5 Gemäss den Ausführungen der Beschwerdeführer betreffe die Mangelhaf-

tigkeit des Ersuchens auch dessen Beilagen. Diese würden teilweise fehlen 

oder nur in arabischer Sprache vorliegen (RR.2017.23-25, act. 1, Rz. 84). 

Bei den erwähnten Beilagen handelt es sich um von der ersuchenden Be-

hörde beigegebene Beweismittel (Akten BA, pag. 1.01 0015 ff.). Sie ist je-

doch grundsätzlich nicht gehalten, dem Rechtshilfeersuchen solche Beweis-

mittel beizugeben (Art. 46 Abs. 15 UNCAC). Auf die entsprechenden Rügen 

der Beschwerdeführer ist daher nicht weiter einzugehen. 

 

5.6  

5.6.1 In formeller Hinsicht bringen die Beschwerdeführer schliesslich vor, die 

Sachdarstellung im Rechtshilfeersuchen sowie die darin enthaltene Darstel-

lung der Prozessgeschichte leide in mehrfacher Hinsicht an offensichtlichen 

inneren Widersprüchen und sei unvollständig (RR.2017.23-25, act. 1, 

Rz. 75 ff.). 

 

5.6.2 Das Rechtshilfeersuchen (Akten BA, pag. 1.01 0001 ff.) enthält zusammen-

gefasst dargestellt die folgende Schilderung der Anklage: Die Unternehmung 

T. stand im Besitz der AA., dem indischen Frachtunternehmen BB. und der 

CC. und verfügte über den Gas-Tanker «DD.». Die T. stand vor der Insolvenz 

und der Zwangsversteigerung ihrer Anteile, als sie den Beschuldigten J. 

dazu bewegen konnte, eine Partnerschaft mit dem Sultanat Oman zu ermög-

lichen. Er habe hierzu einen Vertrag unterzeichnet, mit welchem das Sulta-

nat Oman 40 % der Anteile der T. übernommen habe. J. habe auch eine 

Vereinbarung zu den Hauptbedingungen dieser Partnerschaft unterzeichnet. 

Das Sultanat Oman habe die Anteile an der T. «zum marktüblichen Preis» 

gekauft, hätte diese aber wegen der bevorstehenden Insolvenz zu einem 

günstigeren Preis erwerben können. Das Sultanat Oman habe im Übrigen 

auch nicht die Absicht gehabt, sich in diesem Sektor überhaupt zu betätigen. 

Eine weitere Einigung mit der AA. habe dazu geführt, dass diese und das 

Sultanat Oman schliesslich je über 50 % der Anteile an der T. verfügten. 

 

Der erwähnte Gas-Tanker «DD.» sei in der Folge für 19 Jahre und zu einem 

Preis von USD 73‘000.– pro Tag der EE. vermietet worden. Der Beschuldigte 

J. habe in diesem Zusammenhang seine Position ausgenutzt und gemein-

sam mit den beiden Mitbeschuldigten K. und dem Beschwerdeführer 1 von 

- 20 - 

 

 

der AA. Bestechungsgelder in der Höhe von 5 % des Gesamtvertrags ver-

langt. Die drei Beschuldigten hätten diese Gelder in der Folge entsprechend 

ihrer jeweiligen Rolle unter sich aufgeteilt. Der Beschwerdeführer 1 habe auf 

Ersuchen von J. den Prozess der Beteiligung an der AA. erleichtert und für 

die Weiterleitung der Gelder an die Mitbeschuldigten gesorgt. K. wiederum 

habe die Vertretung der AA. im Sultanat Oman wahrgenommen. 

 

Laut einem weiteren Abkommen aus dem Jahre 2002 sei J. für die Finanzie-

rung und Vermietung des Tankers «FF.» verantwortlich gewesen. Dazu 

habe sich das Sultanat Oman mit 75 % an der Unternehmung GG. beteiligt, 

welche im Besitz der AA. sei. Das Schiff sei für drei Jahre zu einem Preis 

von USD 69‘000.– pro Tag vermietet worden. 

 

Im Jahre 2003 sei das omanische Frachtunternehmen gegründet worden. 

Es gehöre vollständig dem Sultanat Oman und beschäftige sich im Namen 

von dessen Regierung mit Projekten in den Bereichen Kauf, Vermietung, An-

mietung und Weitervermietung von Schiffen sowie mit Investitionen in Fir-

men in diesem Bereich. J. habe den Posten des Generaldirektors bekleidet 

und sei Mitglied des Aufsichtsrats gewesen. Er habe alle Handlungen und 

Gespräche mit der AA. bezüglich den Handelsabkommen im Zusammen-

hang mit den beiden Schiffen «DD.» und «FF.» als Repräsentant des Staa-

tes übernommen. 

 

Entsprechend dem Abkommen zwischen der AA. und J. betreffend die er-

wähnte Provision seien im Zeitraum von 2007 bis 2008 Schecks der genann-

ten Unternehmung zu Gunsten eines Kontos von einem der drei Beschuldig-

ten in der Schweiz ausgestellt und eingelöst worden. Danach seien die Gel-

der teilweise den Beschuldigten J. und K. weitergeleitet worden. 

 

5.6.3 Diese Sachverhaltsdarstellung vermag den Anforderungen von Art. 46 

Abs. 15 lit. c UNCAC bzw. Art. 28 Abs. 3 lit. a IRSG sowie der diesbezügli-

chen oben erwähnten Rechtsprechung (vgl. E. 5.2) zu genügen und ist we-

der mit offensichtlichen Fehlern noch mit Lücken oder Widersprüchen behaf-

tet. 

 

In der Tat bestehen die von den Beschwerdeführern erwähnten offensichtli-

chen Widersprüche (vgl. hierzu RR.2017.23-25, act. 1, Rz. 83, 89 ff.) fast 

ausschliesslich zwischen der Darstellung des Sachverhalts im Rechtshilfeer-

suchen und der von den Beschwerdeführern vorgetragenen eigenen Schil-

derung des Sachverhalts (vgl. insbesondere RR.2017.23-25, act. 1, 

Rz. 53 ff). Mit dieser sind sie jedoch nicht zu hören. Der Rechtshilferichter 

hat nämlich weder Tat- noch Schuldfragen zu prüfen und grundsätzlich auch 

- 21 - 

 

 

keine Beweiswürdigung vorzunehmen (BGE 142 IV 250 E. 6.3; 136 IV 4 

E. 4.1; 133 IV 76 E. 2.2; TPF 2011 194 E. 2.1 S. 196). Entsprechend ist die 

ersuchende Behörde auch nicht gehalten, hinsichtlich der von ihr formulier-

ten Tatvorwürfe Beweise vorzulegen, wie dies die Beschwerdeführer zu ver-

langen scheinen (vgl. RR.2017.23-25, act. 1, Rz. 97). 

 

5.7  

5.7.1 Die Beschwerdeführer rügen in formeller Hinsicht schliesslich, dem Rechts-

hilfeersuchen sei in Verletzung von Art. 76 lit. c IRSG keine Bestätigung bei-

gelegt, dass die beantragten Rechtshilfemassnahmen im Sultanat Oman zu-

lässig seien (RR.2017.23-25, act. 1, Rz. 263 ff.; act. 18, Rz. 39 ff.). 

 

5.7.2 Gemäss Art. 76 lit. c IRSG sind Anträgen auf Durchsuchung von Personen 

oder Räumen, Beschlagnahme oder Herausgabe von Gegenständen eine 

Bestätigung beizufügen, dass diese Massnahmen im ersuchenden Staat zu-

lässig sind. Der von einer ausländischen Behörde dem Ersuchen beigefügte 

Durchsuchungs- oder Beschlagnahmebefehl gilt als Bestätigung der Zuläs-

sigkeit der Massnahme (Art. 31 Abs. 2 IRSV). Eine solche Bestätigung ist im 

UNCAC nicht ausdrücklich vorgesehen (vgl. Art. 46 Abs. 15 UNCAC). Je-

doch kann der ersuchte Vertragsstaat ergänzende Angaben anfordern, wenn 

dies für die Erledigung des Ersuchens nach seinem innerstaatlichen Recht 

erforderlich erscheint oder die Erledigung erleichtern kann (Art. 46 Abs. 16 

UNCAC). Eine Bestätigung der genannten Art wird in der Praxis jedoch nur 

dann verlangt, wenn ernsthafte Zweifel über die Zulässigkeit der verlangten 

Rechtshilfemassnahmen bestehen (BGE 128 II 407 E. 5.3.3; 123 II 161 

E. 3b). 

 

5.7.3 Solche Zweifel liegen bezüglich der hier nachgesuchten Rechtshilfe nicht 

vor, zumal Zwangsmassnahmen der in Frage stehenden Art im hier mass-

geblichen UNCAC ausdrücklich vorgesehen sind (vgl. Art. 46 Abs. 3 lit. c, e 

und f UNCAC). Die entsprechende Rüge erweist sich als unbegründet. 

 

 

6.  

6.1 Die Beschwerdeführer machen geltend, die Gewährung der verlangten 

Rechtshilfe an die ersuchende Behörde verletze den Grundsatz der beidsei-

tigen Strafbarkeit (vgl. u. a. RR.2017.23-25, act. 1, Rz. 252 ff.).  

 

6.2 Gemäss Art. 46 Abs. 9 lit. b UNCAC können die Vertragsstaaten die Rechts-

hilfe nach diesem Artikel unter Berufung auf das Fehlen beidseitiger Straf-

barkeit verweigern. In diesem Sinne sieht Art. 64 Abs. 1 IRSG für die ak-

- 22 - 

 

 

zessorische Rechtshilfe vor, dass prozessuale Zwangsmassnahmen nur an-

gewendet werden dürfen, wenn aus der Darstellung des Sachverhalts im Er-

suchen hervorgeht, dass die im Ausland verfolgte Handlung die objektiven 

Merkmale eines nach schweizerischem Recht strafbaren Tatbestandes auf-

weist (vgl. auch die konventionsrechtliche Definition der beidseitigen Straf-

barkeit in Art. 43 Abs. 2 UNCAC, welche sich indessen, soweit hier relevant, 

nicht von derjenigen des IRSG unterscheidet; Urteil des Bundesgerichts 

1C_126/2014 vom 16. Mai 2014, E. 4.4). 

 

Für die Frage der beidseitigen Strafbarkeit nach schweizerischem Recht ist 

der im Ersuchen dargelegte Sachverhalt so zu subsumieren, wie wenn die 

Schweiz wegen des gleichen Sachverhalts ein Strafverfahren eingeleitet 

hätte (BGE 142 IV 250 E. 5.2; 132 II 81 E. 2.7.2 S. 90; 129 II 462 E. 4.4). Er 

muss dabei die objektiven Tatbestandsmerkmale einer Strafbestimmung des 

schweizerischen Rechts erfüllen. Bei der Beurteilung der beidseitigen Straf-

barkeit beschränkt sich der Rechtshilferichter auf eine Prüfung prima facie 

(BGE 142 IV 250 E. 5.2 m.w.H.). 

 

6.3 Dem Rechtshilfeersuchen kann hinreichend klar entnommen werden, dass 

der Beschuldigte J. als Repräsentant des Sultanats Oman (vgl. Akten BA, 

pag. 1.01 0003) im Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss betreffend 

Miete des Gas-Tankers «DD.» von der AA. Bestechungszahlungen verlangt 

und entgegen genommen habe. Diese Gelder seien in der Folge unter den 

Beteiligten, darunter dem Beschwerdeführer 1, aufgeteilt worden. Dieser 

Sachverhalt lässt sich ohne Weiteres unter die Straftatbestände des Beste-

chens (Art. 322ter StGB) und des sich bestechen Lassens (Art. 322quater StGB) 

subsumieren. Der von J. für das Sultanat Oman abgeschlossene Vertrag be-

treffend Erwerb von Anteilen an der T. zu einem überhöhten Preis dürfte zu-

dem primär unter den Tatbestand der ungetreuen Amtsführung (Art. 314 

StGB) fallen. Die meisten der vom Beschwerdeführer 1 dagegen erhobenen 

Einwände stützen sich wiederum auf dessen eigene abweichende Schilde-

rung vom Sachverhalt. Wie bereits erwähnt, ist er damit jedoch nicht zu hö-

ren (siehe oben E. 5.6.3). Was die vom Beschwerdeführer 1 geltend ge-

machte, angeblich fehlende Subsumtion der Sachverhaltsdarstellung unter 

die Straftatbestände des ersuchenden Staates angeht (RR.2017.74, act. 1, 

Rz. 62), ist festzuhalten, dass die schweizerischen Rechtshilfebehörden 

durch Art. 64 IRSG unter Vorbehalt missbräuchlicher Ersuchen nicht zu de-

ren Überprüfung verpflichtet sind (BGE 126 II 409 E. 6.c/bb S. 421 f.; 126 II 

212 E. 6c/bb S. 215; Urteil des Bundesgerichts 1A.257/2003 vom 28. Ja-

nuar 2004, E. 7; TPF 2013 97 E. 5.2 S. 100; vgl. auch HEIMGARTNER, Basler 

Kommentar Internationales Strafrecht, Basel 2015, Art. 64 IRSG N. 15; ZIM-

MERMANN, La coopération judiciaire internationale en matière pénale, 

https://www.swisslex.ch/AssetDetail.mvc/Show?assetGuid=090a3643-8acf-46cf-b4a2-2acb92730b7b#cons_2_7_2
http://links.weblaw.ch/BGE-132-II-81

- 23 - 

 

 

4. Aufl., Bern 2014, N. 584). Das Erfordernis der beidseitigen Strafbarkeit ist 

vorliegend erfüllt und die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als un-

begründet. 

 

6.4 Ist die beidseitige Strafbarkeit zu bejahen, so kann offen bleiben, ob diese 

hinsichtlich der Schlussverfügungen V, VI, VIII, IX und X überhaupt eine 

Rechtshilfevoraussetzung darstellt oder nicht (ablehnend die Beschwerde-

gegnerin in RR.2017.23-25, act. 20, Rz. 7; RR.2017.62-64, act. 15, Rz. 7; 

RR.2017.74, act. 15, Rz. 2). 

 

 

7.  

7.1 Die Beschwerdeführer machen weiter geltend, bezüglich der den Beschul-

digten vorgeworfenen Delikte sei die Verjährung eingetreten, weshalb die 

ersuchte Rechtshilfeleistung gestützt auf Art. 5 Abs. 1 lit. c IRSG zu verwei-

gern sei (vgl. u. a. RR.2017.23-25, act. 1, Rz. 242 ff.). 

 

7.2 Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang Art. 46 Abs. 21 lit. d UN-

CAC, wonach die Rechtshilfe verweigert werden kann, wenn es dem Rechts-

hilferecht des ersuchten Vertragsstaats zuwiderliefe, dem Ersuchen stattzu-

geben (vgl. hierzu BGE 140 IV 123 E. 5.2 S. 128). Gemäss Art. 5 Abs. 1 lit. c 

IRSG wird einem Ersuchen nicht entsprochen, wenn seine Ausführung 

Zwangsmassnahmen erfordert und die Strafverfolgung oder die Vollstre-

ckung nach schweizerischem Recht wegen absoluter Verjährung ausge-

schlossen wäre. Massgeblich ist damit, wie es sich hinsichtlich der Verjäh-

rung verhielte, wenn die Tat in der Schweiz verübt worden wäre. Art. 5 Abs. 1 

lit. c IRSG will nach seinem Sinn und Zweck in einem schweizerischen 

Rechtshilfeverfahren Zwangsmassnahmen ausschliessen, wenn sie – wäre 

die Tat in der Schweiz verübt worden – auch in einem hiesigen Strafverfah-

ren wegen Verjährung nicht mehr möglich wären (BGE 137 IV 25 E. 4.4.3.1 

S. 30 m.w.H.). 

 

Die Verjährung beurteilt sich nach dem im Zeitpunkt der Schlussverfügung 

geltenden schweizerischen Recht, unter Einbezug des Grundsatzes der lex 

mitior gemäss Art. 389 Abs. 1 StGB (BGE 130 II 217 E. 11.2 S. 235; Ent-

scheid des Bundesstrafgerichts RR.2009.284 vom 19. November 2009, 

E. 4.2). Gemäss Rechtsprechung ist für die Frage des Verjährungseintritts 

jedoch auf den Zeitpunkt der Anordnung der Zwangsmassnahme abzustel-

len und nicht auf den Abschluss des Rechtshilfeverfahrens im Sinne von 

Art. 80d IRSG (BGE 137 IV 25 E. 4.4.3.3 S. 32; 136 IV 4 E. 6.2; 126 II 462 

E. 4c; Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2013.236 vom 2. Mai 2014, 

E. 3.3 in fine). Dieses Vorgehen erlaubt es, die Gewährung von Rechtshilfe 

- 24 - 

 

 

zu begünstigen und insbesondere zu vermeiden, dass ein zunächst als zu-

lässig beurteiltes Rechtshilfeersuchen in der Folge (allein) wegen der Dauer 

des Rechtshilfeverfahrens abgewiesen werden muss (BGE 136 IV 4 E. 6.2 

m.w.H.). 

 

7.3 Dem Rechtshilfeersuchen kann entnommen werden, dass im Zeitraum von 

2007 bis 2008 Bestechungsgelder in Form einer Provision hinsichtlich einer 

zuvor schon geschlossenen Vereinbarung geflossen sein sollen. Die 

Zwangsmassnahme im Sinne von Art. 5 Abs. 1 lit. c IRSG erging spätestens 

im Rahmen der Zwischenverfügung II vom 28. November 2016 (Akten BA, 

pag. 7.2 0006 ff.). Zumindest bezüglich der untersuchten Handlungen in den 

Jahren 2007 und 2008 ist die Verfolgungsverjährung im massgebenden Zeit-

punkt noch nicht eingetreten, da nicht nur das Versprechen bzw. Verspre-

chen lassen, sondern auch die Gewährung bzw. die Annahme von Beste-

chungsgeldern den Tatbestand der Art. 322ter und 322quater StGB erfüllt. Die 

entsprechende Verjährungsfrist beträgt nach Art. 97 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 98 

StGB 15 Jahre. 

 

 

8.  

8.1 Die Beschwerdeführer bringen vor, die herauszugebenden Bankunterlagen 

seien grundsätzlich unerheblich (RR.2017.23-25, act. 1, Rz. 272 ff.). Etwas 

konkreter machen sie diesbezüglich geltend, sie seien unerheblich, soweit 

sie nicht den behaupteten Tatzeitraum beträfen bzw. soweit es ihnen an ei-

nem sachlichen Konnex zur Strafuntersuchung fehle (RR.2017.23-25, act. 1, 

Rz. 275 ff.). 

 

8.2 Rechtshilfemassnahmen haben generell dem Prinzip der Verhältnismässig-

keit zu genügen (ZIMMERMANN, a.a.O., N. 717 ff., mit Verweisen auf die 

Rechtsprechung; DONATSCH/HEIMGARTNER/MEYER/SIMONEK, Internationale 

Rechtshilfe, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, S. 92 ff.; POPP, Grundzüge der 

internationalen Rechtshilfe in Strafsachen, Basel 2001, N. 404; siehe statt 

vieler den Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2011.193 vom 9. Juli 2012, 

E. 8.2). Die internationale Zusammenarbeit kann nur abgelehnt werden, 

wenn die verlangten Unterlagen mit der verfolgten Straftat in keinem Zusam-

menhang stehen und offensichtlich ungeeignet sind, die Untersuchung vo-

ranzutreiben, so dass das Ersuchen nur als Vorwand für eine unzulässige 

Beweisausforschung («fishing expedition») erscheint (BGE 142 II 161 

E. 2.1.2 S. 166 f.; 139 II 404 E. 7.2.2 S. 424; 136 IV 82 E. 4.1 S. 85). Ob die 

verlangten Auskünfte für das Strafverfahren im ersuchenden Staat nötig oder 

nützlich sind, ist eine Frage, deren Beantwortung grundsätzlich dem Ermes-

sen der Behörden dieses Staates anheimgestellt ist. Da der ersuchte Staat 

- 25 - 

 

 

im Allgemeinen nicht über die Mittel verfügt, die es ihm erlauben würden, 

sich über die Zweckmässigkeit bestimmter Beweise im ausländischen Ver-

fahren auszusprechen, hat er insoweit die Würdigung der mit der Untersu-

chung befassten Behörde nicht durch seine eigene zu ersetzen und ist ver-

pflichtet, dem ersuchenden Staat alle diejenigen Aktenstücke zu übermitteln, 

die sich auf den im Rechtshilfeersuchen dargelegten Sachverhalt beziehen 

können; nicht zu übermitteln sind nur diejenigen Akten, die für das ausländi-

sche Strafverfahren mit Sicherheit nicht erheblich sind (sog. potentielle Er-

heblichkeit; BGE 128 II 407 E. 6.3.1 S. 423; 122 II 367 E. 2c; TPF 2009 161 

E. 5.1 S. 163 m.w.H.). Hierbei ist auch zu beachten, dass für das ausländi-

sche Strafverfahren nicht nur belastende, sondern auch entlastende Beweis-

mittel von Bedeutung sein können, um einen bestehenden Verdacht allen-

falls zu widerlegen (TPF 2011 97 E. 5.1 S. 106 m.w.H.). Dabei darf die er-

suchte Rechtshilfebehörde über ein im Rechtshilfeersuchen gestelltes Be-

gehren nicht hinausgehen (Übermassverbot; BGE 136 IV 82 E. 4.1 S. 85 f.). 

Die Rechtsprechung hat diesen Grundsatz derweil insofern präzisiert, als 

das Rechtshilfeersuchen nach Massgabe des Zwecks der angestrebten 

Rechtshilfe weit ausgelegt werden kann, solange alle Voraussetzungen für 

die Gewährung der Rechtshilfe erfüllt sind. Auf diese Weise kann eine an-

dernfalls notwendige Ergänzung des Rechtshilfeersuchens vermieden wer-

den (BGE 136 IV 82 E. 4.1 S. 86; vgl. zum Ganzen auch TPF 2009 161 E. 5.1 

S. 164). Zielt das Rechtshilfeersuchen auf die Ermittlung ab, auf welchem 

Weg Geldmittel möglicherweise strafbarer Herkunft verschoben worden 

sind, so sind die Behörden des ersuchenden Staates grundsätzlich über alle 

Transaktionen zu informieren, die von Gesellschaften und über Konten ge-

tätigt worden sind, welche in die Angelegenheit verwickelt sind (BGE 129 II 

462 E. 5.3 S. 468; TPF 2011 97 E. 5.1 S. 106 m.w.H.). 

 

8.3 (…) Dementsprechend besteht auch ein ausreichender personeller und 

sachlicher Zusammenhang zwischen den herauszugebenden Bankunterla-

gen und den im Sultanat Oman untersuchten Straftaten. Die Beschwerde-

führer bringen dagegen vor, im Rechtshilfeersuchen werde beschrieben, 

Provisionen der AA. seien im Zeitraum von 2007 bis 2008 zu Gunsten eines 

Kontos in der Schweiz ausgestellt und eingelöst worden. Die Bankunterlagen 

seien nur für diesen Zeitraum von Relevanz (vgl. z. B. RR.2017.23-25, act. 1, 

Rz. 276). Dem ist zu entgegnen, dass der Vertrag zur Miete des Gas-Tan-

kers «DD.», bezüglich welcher Bestechungsgelder verlangt worden seien, 

bereits im Jahr 2001 abgeschlossen worden sei. Zudem betrage die Laufzeit 

des Vertrags gemäss dem Rechtshilfeersuchen 19 Jahre. Der von den Be-

schwerdeführern erhobene Einwand, die Bankunterlagen seien nur betref-

fend den Zeitraum von 2007 bis 2009 herauszugeben, erweist sich demnach 

als unbegründet. 

  

- 26 - 

 

 

9.  

9.1 Die Beschwerdeführer machen weiter geltend, es bestünden ernst zu neh-

mende Gründe zur Annahme, das Verfahren im ersuchenden Staat entspre-

che nicht den Verfahrensgrundsätzen der Konvention vom 4. Novem-

ber 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; 

SR 0.101) und des Internationalen Pakts vom 16. Dezember 1966 über bür-

gerliche und politische Rechte (UNO-Pakt II; SR 0.103.2), weshalb die 

Rechtshilfe gestützt auf Art. 2 lit. a IRSG nicht gewährt werden könne 

(RR.2017.23-25, act. 1, Rz. 111 ff.; act. 18, Rz. 47 ff., 66 ff.). Sie verweisen 

dabei hauptsächlich auf einen vom Beschwerdeführer 1 handschriftlich ver-

fassten Bericht, in dem er selbst erlittene, schwerwiegende Menschenrechts-

verletzungen geltend macht (RR.2017.23-25, act. 1, Beilage 43). 

 

9.2 Das BJ führt aus, im Verhältnis zum Sultanat Oman habe die Schweiz bereits 

mehrere Rechtshilfeersuchen erfolgreich vollzogen. Im Jahre 2014 habe das 

Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (nachfolgend 

«EDA») im Auftrag des BJ in einem Falle Abklärungen der Menschenrechts-

situation im Sultanat Oman vorgenommen und es nicht als nötig erachtet, 

die Leistung der Rechtshilfe an Bedingungen zu knüpfen. In einigen vom BJ 

angeführten Menschenrechtsberichten würden zudem keine Foltervorwürfe 

erhoben (RR.2017.23-25, act. 13, Ziff. II.2, S. 5). Die Beschwerdegegnerin 

kommt im Rahmen ihrer Beschwerdeantwort zu einer ähnlichen Beurteilung 

(RR.2017.74, act. 6, Rz. 7 f.). 

 

9.3  

9.3.1 Gemäss Art. 46 Abs. 21 lit. d UNCAC kann die Rechtshilfe verweigert wer-

den, wenn es dem Rechtshilferecht des ersuchten Vertragsstaats zuwider-

liefe, dem Ersuchen stattzugeben. Ausschlussgründe nach Art. 2 IRSG stel-

len Rechtshilfeverweigerungsgründe im Sinne von Art. 46 Abs. 21 lit. d UN-

CAC dar (so ausdrücklich in der Botschaft vom 21. September 2007 zum 

UNO-Übereinkommen gegen Korruption, BBl 2007 S. 7402 Fn 144). 

 

Der Beschwerdeführer 1 ist in Bezug auf die ihn persönlich als Kontoinhaber 

betreffenden Schlussverfügungen II und VIII als Beschuldigter, der sich im 

Land der ersuchenden Behörde aufhält, ohne Weiteres befugt, sich auf den 

Ausschlussgrund nach Art. 2 lit. a IRSG zu berufen (vgl. hierzu zuletzt u. a. 

den Entscheid des Bundesstrafgerichts RR.2016.206 vom 26. Mai 2017, 

E. 6.2.1 m.w.H.). Das wird auch vom BJ nicht bestritten (RR.2017.74, act. 8, 

Ziff. II.2.2., S. 3). 

 

9.3.2 Einem Ersuchen um Zusammenarbeit in Strafsachen wird gemäss Art. 2 lit. a 

IRSG nicht entsprochen, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass das 

- 27 - 

 

 

Verfahren im Ausland den in der EMRK oder dem UNO-Pakt II festgelegten 

Verfahrensgrundsätzen nicht entspricht. Art. 2 IRSG soll verhindern, dass 

die Schweiz die Durchführung von Strafverfahren unterstützt, in welchen den 

verfolgten Personen die ihnen in einem Rechtsstaat zustehenden und insbe-

sondere durch die EMRK und den UNO-Pakt II umschriebenen Minimalga-

rantien nicht gewährt werden oder welche den internationalen Ordre public 

verletzen. Dies ist von besonderer Bedeutung im Auslieferungsverfahren, gilt 

aber grundsätzlich auch für andere Formen von Rechtshilfe (BGE 130 II 217 

E. 8.1; 129 II 268 E. 6.1 S. 270 f.; TPF 2010 56 E. 6.3.2 S. 62). 

 

Die Prüfung des genannten Ausschlussgrundes setzt ein Werturteil über das 

politische System des ersuchenden Staates, seine Institutionen, sein Ver-

ständnis von den Grundrechten und deren effektive Gewährleistung sowie 

über die Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der Justiz voraus. Der Rechts-

hilferichter muss in dieser Hinsicht besondere Zurückhaltung walten lassen. 

Dabei genügt es freilich nicht, dass sich der im ausländischen Verfahren Be-

schuldigte darauf beruft, seine Rechte würden durch die allgemeinen politi-

schen oder rechtlichen Verhältnisse im ersuchenden Staat verletzt. Vielmehr 

muss der im ausländischen Strafverfahren Beschuldigte glaubhaft machen, 

dass objektiv und ernsthaft eine schwerwiegende Verletzung der Menschen-

rechte im ersuchenden Staat zu befürchten ist (BGE 130 II 217 E. 8.1; 129 II 

268 E. 6.1 S. 271; TPF 2010 56 E. 6.3.2 S. 62). Unsicherheiten über die 

allgemeine Menschenrechtssituation im ersuchenden Staat rechtfertigen 

noch keine Verweigerung der Rechtshilfe. Sie können hingegen die Einho-

lung von Zusicherungen hinsichtlich der Einhaltung von menschenrechtli-

chen Garantien gebieten (BGE 123 II 161 E. 6f S. 171 ff.). 

 

Zur Frage, in welchem Fall Zusicherungen vom ersuchenden Staat einzuho-

len sind, hat das Bundesgericht im Zusammenhang mit Auslieferungen eine 

Dreiteilung vorgenommen (BGE 135 I 191 E. 2.3; 134 IV 156 E. 6.7 S. 169 f.), 

welche auch im Rahmen der kleinen Rechtshilfe zur Anwendung kommt: Bei 

Ländern mit bewährter Rechtsstaatskultur – insbesondere jenen Westeuro-

pas – bestehen regelmässig keine ernsthaften Gründe für die Annahme, 

dass der Verfolgte bei einer Auslieferung dem Risiko einer Art. 3 EMRK ver-

letzenden Behandlung ausgesetzt sein könnte. Deshalb wird hier die Auslie-

ferung ohne Auflagen gewährt. Dann gibt es Fälle, in denen zwar ernsthafte 

Gründe für die Annahme bestehen, dass der Verfolgte im ersuchenden Staat 

einer menschenrechtswidrigen Behandlung ausgesetzt sein könnte, dieses 

Risiko aber mittels diplomatischer Garantien behoben oder jedenfalls auf ein 

so geringes Mass herabgesetzt werden kann, dass es als nur noch theore-

tisch erscheint. Ein solches theoretisches Risiko einer menschenrechtswid-

rigen Behandlung kann, da es praktisch immer besteht, für die Ablehnung 

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- 28 - 

 

 

der Auslieferung nicht genügen. Sonst wären Auslieferungen überhaupt 

nicht mehr möglich und könnten sich Straftäter durch Grenzübertritt vor der 

Verfolgung schützen. Schliesslich gibt es Fälle, in denen das Risiko einer 

menschenrechtswidrigen Behandlung auch mit diplomatischen Zusicherun-

gen nicht auf ein Mass herabgesetzt werden kann, dass es als nur noch the-

oretisch erscheint (vgl. auch TPF 2010 56 E. 6.3.2 S. 63; Entscheid des Bun-

desstrafgerichts RR.2017.127 vom 25. Juli 2017, E. 5.5.1). 

 

Für die Beantwortung der Frage, in welche Kategorie der Einzelfall gehört, 

ist eine Risikobeurteilung vorzunehmen. Dabei ist zunächst die allgemeine 

menschenrechtliche Situation im ersuchenden Staat zu würdigen. Sodann – 

und vor allem – ist zu prüfen, ob der Verfolgte selber aufgrund der konkreten 

Umstände seines Falles der Gefahr einer menschenrechtswidrigen Behand-

lung ausgesetzt wäre (BGE 134 IV 156 E. 6.8. m.w.H.). 

 

9.4  

9.4.1 Die Menschenrechtssituation im Sultanat Oman war bis zum heutigen Zeit-

punkt noch nie Gegenstand der Beurteilung des Bundesstrafgerichts oder 

des Bundesgerichts. Zumindest in der veröffentlichten Rechtsprechung sind 

hierzu keine Entscheide oder Urteile zu finden. Was den Beitritt zu internati-

onalen Menschenrechtskonventionen angeht, so fällt auf, dass das Sultanat 

Oman keines der auch den Bereich der Strafverfolgung berührenden Über-

einkommen unterzeichnet hat. Das betrifft insbesondere den UNO-Pakt II 

aber auch das Übereinkommen vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und 

andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe (CAT; SR 0.105)1). Im Rahmen der Universellen Periodischen Über-

prüfung durch den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen empfahl u. a. 

auch die Vertretung der Schweiz dem Sultanat Oman, den UNO-Pakt II und 

das CAT ohne Vorbehalte zu ratifizieren (vgl. UN Human Rights Council, 

«Report of the Working Group on the Universal Periodic Review – Oman» 

(6. Januar 2016), UN Doc A/HRC/31/11, Ziff. 129.5 und 129.29). Die Emp-

fehlung zur Ratifizierung des UNO-Pakts II wurde vom Sultanat Oman bis 

dato jedoch nicht angenommen, sondern lediglich zur Kenntnis genommen 

(vgl. UN Human Rights Council, «Report of the Working Group on the Uni-

versal Periodic Review – Oman, Addendum» (8. März 2016), UN Doc 

A/HRC/31/11/Add.1). Dieser Umstand lässt zumindest daran zweifeln, dass 

das Verfahren im Sultanat Oman den im UNO-Pakt II festgelegten Verfah-

rensgarantien entspricht. Dementsprechend drängt sich vorliegend eine um-

fassendere Analyse der Menschenrechtssituation im Sultanat Oman auf, 

dies vor allem mit Blick auf den Bereich der Strafverfolgung. Hierzu ist nach-

- 29 - 

 

 

folgend auf eine Reihe von öffentlich zugänglichen, von internationalen Or-

ganisationen, Drittstaaten und Menschenrechtsorganisationen verfassten 

Berichten zurückzugreifen. 

 

9.4.2 Im internationalen Fokus stehen nebst anderem die Einschränkungen der 

Meinungsäusserungsfreiheit durch die Behörden des Sultanats Oman. Auch 

das Recht auf Versammlungsfreiheit ist nicht gewährleistet. Dies räumen 

auch das BJ (RR.2017.74, act. 8, Ziff. II.2.2, S. 4, sowie act. 8.1-8.3) und die 

Beschwerdegegnerin ein (RR.2017.74, act. 6, Rz. 8). Zu diesem Zweck 

scheinen die Behörden des Sultanats Oman auch verbreitet auf die Mittel 

der Einschüchterung und der psychologischen Folter (Schlafentzug) zurück-

zugreifen. So seien beispielsweise Aktivisten für längere Zeit in Einzelhaft 

genommen und rund um die Uhr lauter Musik ausgesetzt worden. Gelegent-

lich sei das Licht in den Zellen 24 Stunden am Tag eingeschaltet geblieben 

(vgl. die Äusserung vom 13. September 2014 des Sonderberichterstatters 

der Vereinten Nationen für Versammlungs- und Vereinsfreiheit nach seinem 

Besuch im Sultanat Oman2) sowie dessen anschliessenden Bericht [UN Hu-

man Rights Council, «Report of the Special Rapporteur on the rights to free-

dom of peaceful assembly and of association, Maina Kiai, Addendum – Mis-

sion to Oman» (27. April 2015), UN Doc A/HRC/29/25/Add.1, Rz. 21]). Sol-

che und andere Formen von Folter wie Prügel, das Überziehen von Hauben 

über den ganzen Kopf (hooding), Vortäuschen von (bevorstehenden) Hin-

richtungen (mock execution) werden auch in zwei verschiedenen Berichten 

von Amnesty International aus dem Jahre 2014 denunziert3) 4). Von Vorwür-

fen, in der Untersuchungshaft werde gefoltert, berichtet auch die Organisa-

tion Human Rights Watch in ihrem World Report 20155). Konkrete Beispiele 

hierzu finden sich in einem Bericht derselben Organisation vom 18. Dezem-

ber 20146): so soll beispielsweise einem Beschuldigten gedroht worden sein, 

ihm seine Medikamente gegen Herz- und Rückenprobleme bzw. gegen ho-

hen Blutdruck zu verweigern. Zahlreiche Berichte über Folter und unmensch-

liche Behandlung bzw. regelmässigen und weitverbreiteten Einsatz von Fol-

ter erwähnen auch die Bertelsmann Stiftung in ihrem BTI 2016 Oman 

Country Report7) oder das Gulf Center for Human Rights in seiner Eingabe 

im Rahmen der Universellen Periodischen Überprüfung durch den Men-

schenrechtsrat der Vereinten Nationen vom 23. März 20158). Bereits am 

29. Januar 2014 publizierte das Gulf Center for Human Rights einen umfang-

reichen Bericht mit zahlreichen konkreten Foltervorwürfen an die Behörden 

des Sultanats Oman9). Schliesslich wies auch das U.S. Department of State 

in seinen Menschenrechtsberichten zum Sultanat Oman in den Jahren 2016, 

2015 und 2014 stets darauf hin, dass das Landesrecht zwar Folter sowie 

unmenschliche und erniedrigende Behandlung verbieten würde, Gefangene 

- 30 - 

 

 

jedoch von Schlafentzug, Aussetzung an extreme Temperaturen, Prügel und 

Einzelhaft berichten würden10). 

 

Verbreitet sind auch Berichte, wonach den Inhaftierten regelmässig und über 

längere Dauer von Tagen und Wochen verweigert werde, ihre Familienan-

gehörigen oder ihre Anwälte über die Inhaftierung zu unterrichten (incommu-

nicado detention; vgl. u. a. den Oman 2014 Human Rights Report des U.S. 

Department of State10), die erwähnten Berichte von Amnesty International 

aus dem Jahre 20143) 4), die Eingabe von Human Rights Watch im Rahmen 

der Universellen Periodischen Überprüfung durch den Menschenrechtsrat 

der Vereinten Nationen vom 23. März 201511) sowie den erwähnten BTI 2016 

Oman Country Report der Bertelsmann Stiftung7)). Zudem sollen Inhaftierte 

verschiedentlich auch an geheime Orte bzw. in geheime Hafteinrichtungen 

verbracht worden sein6) 8). Der Sonderberichterstatter der Vereinten Natio-

nen für Folter wies diesbezüglich in seinem Bericht vom 29. Februar 2012 

darauf hin, dass länger anhaltende incommunicado Inhaftierung oder Inhaf-

tierung an geheimen Orten die Anwendung von Folter bzw. unmenschlicher 

und erniedrigender Behandlung erleichtern und damit selbst eine solche Be-

handlung darstellen könne. Der Sonderberichterstatter drängte die Regie-

rung des Sultanats Oman ausdrücklich dazu, die Praxis der incommunicado 

Inhaftierung zu beenden (UN Human Rights Council, «Report of the Special 

Rapporteur on torture and other cruel, inhuman or degrading treatment or 

punishment, Juan E. Méndez – Addendum» (29. Februar 2012), UN Doc 

A/HRC/19/61/Add.4, Rz. 122). 

 

9.4.3 In den verschiedenen Quellen findet sich weitere Kritik am Handeln der Straf-

verfolgungsbehörden des Sultanats Oman, welche im Lichte der vom UNO-

Pakt II gewährten Verfahrensgarantien ebenfalls zu berücksichtigen ist. So 

wird verschiedentlich der Vorwurf erhoben, den inhaftierten Beschuldigten 

sei (teilweise während mehrerer Tage und Wochen) der Zugang zum eige-

nen Anwalt verweigert worden4) 5) (vgl. auch den jeweiligen World Report von 

Human Rights Watch für die Jahre 2016 und 201712) 13)). Im jeweiligen Oman 

Human Rights Report des U.S. Department of State für die Jahre 2014 und 

2015 wird demgegenüber festgehalten, Inhaftierten sei in der Regel rascher 

Zugang zu einem Anwalt nach Wahl gewährt worden. In einzelnen Fällen 

hätten die Behörden jedoch Besprechungen der Inhaftierten mit ihrem An-

walt nur in Anwesenheit eines Vertreters der Strafverfolgungsbehörde er-

laubt10). In einzelnen Fällen seien Inhaftierte nicht sofort mit den ihnen ge-

genüber erhobenen Tatvorwürfen konfrontiert worden (Oman 2014 Human 

Rights Report des U.S. Department of State10)). 

 

- 31 - 

 

 

9.4.4 Zu Besorgnis Anlass geben auch die Haftbedingungen im Sultanat Oman 

bzw. vielmehr das Fehlen diesbezüglicher Berichte. Im bereits erwähnten 

Bericht von Human Rights Watch vom 18. Dezember 2014 wird ausgeführt, 

der Beschuldigte Said al-Jaddad sei zusammen mit 15 anderen Gefangenen 

in eine 12 m2 grosse Gefängniszelle mit ungenügender Lüftung und ungenü-

genden hygienischen Zuständen versetzt worden6). Das Fehlen von Informa-

tionen zu den Haftbedingungen im Sultanat Oman findet beispielsweise Er-

wähnung in einem Bericht des Ausschusses der Vereinten Nationen für die 

Rechte des Kindes (UN Committee on the Rights of the Child, «Concluding 

observations on the combined third and fourth periodic reports of Oman» 

(14. März 2016), UN Doc CRC/C/OMN/CO/3-4, Rz. 65a). Das Fehlen von 

regelmässigen und unabhängigen Inspektionen der Gefängnisse und Haft-

anstalten im Sultanat Oman wird konstant kritisiert in den erwähnten Jahres-

berichten des U.S. Department of State. Im Oman 2014 Human Rights Re-

port wird hierzu ausgeführt, ausländischen Offiziellen sei seit über einem 

Jahrzehnt kein Besuch in einem Gefängnis zwecks Überprüfung der dortigen 

Bedingungen erlaubt worden10). Auch die Bertelsmann Stiftung stellt in ihrem 

Bericht fest, die Gefängnisse stünden nicht für unabhängige Kontrollen of-

fen7). 

 

9.4.5 Thematisiert wird verschiedentlich auch das Fehlen einer landesinternen In-

stanz, welche Menschenrechtsverletzungen untersucht und allenfalls auch 

sanktioniert. Das Sultanat Oman hat zwar eine National Human Rights Com-

mission ins Leben gerufen. Diese sei jedoch nicht unabhängig vom Regime7) 

und es fehle ihr dementsprechend an Glaubwürdigkeit2). Sofern Miss-

brauchsvorwürfe (überhaupt) untersucht werden, werden die Ergebnisse 

dieser Ermittlungen offenbar nicht publiziert10). In einem Dokument der Ver-

einten Nationen wird die Kommission denn auch als «Marketingübung» ab-

getan (public relations gimmick2)). Unabhängige im Sultanat Oman aktive 

Menschenrechtsorganisationen gibt es offenbar keine10). 

 

9.4.6 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass das Sultanat Oman bis heute 

– zum Teil auch trotz entsprechender Aufforderung durch Vertreter der 

Schweiz – zentrale Menschenrechtskonventionen wie den UNO-Pakt II oder 

das CAT nicht unterzeichnet hat. Die Meinungsäusserungs-, Versammlungs- 

und Vereinigungsfreiheit wird im Sultanat Oman sehr stark eingeschränkt. 

Entsprechend erschwert bzw. verunmöglicht wird damit die Arbeit von Men-

schenrechtsorganisationen im Land. In sämtlichen erwähnten Berichten fin-

den sich Vorwürfe der Folter an die Behörden des Sultanats Oman; vor allem 

aber eben nicht nur im Zusammenhang mit der Verfolgung von Menschen-

rechtsaktivisten und Dissidenten. Die Beschreibung der angewandten Me-

thoden deckt sich in den verschiedenen Quellen (insbesondere betreffend 

- 32 - 

 

 

Schlafentzug). Diese stellen einen Verstoss gegen Art. 7 UNO-Pakt II dar. 

Wiederholt erhoben wird der Vorwurf des verweigerten oder nur einge-

schränkten Zugangs zum eigenen Anwalt, was einen Verstoss gegen Art. 14 

Abs. 3 lit. b UNO-Pakt II bedeutet. Besorgniserregend ist zudem das totale 

Fehlen von Informationen zu den Haftbedingungen im Sultanat Oman. Ver-

schiedentlich wird auch festgehalten, dass die staatlichen Behörden gegen 

menschenrechtswidrige Praktiken nichts unternähmen. Art. 13 CAT bei-

spielsweise räumt einem Folteropfer ein Recht auf Anrufung der zuständigen 

Behörden und auf umgehende unparteiische Prüfung seines Falles durch 

diese Behörden ein (BGE 138 IV 86 E. 3.1.1; vgl. auch UN Office of the High 

Commissioner for Human Rights, «CCPR General Comment No. 20: Ar-

ticle 7 [Prohibition of Torture or Other Cruel, Inhuman oder Degrading Trea-

tment or Punishment]» (10. März 1992), Rz. 14). Die Nichtbeachtung dieses 

Rechts stellt ebenfalls eine Menschenrechtsverletzung dar. Aufgrund dieser 

Analyse bestehen in allgemeiner Hinsicht ernst zu nehmende Gründe zur 

Annahme, dass das Verfahren im Sultanat Oman den im UNO-Pakt II fest-

gelegten Verfahrensgrundsätzen nicht entspricht. 

 

9.5 Für die Beurteilung der Frage, ob der Beschwerdeführer 1 selber aufgrund 

der konkreten Umstände seines Falles der Gefahr einer menschenrechts-

widrigen Behandlung ausgesetzt wäre, ist die von ihm handschriftlich ver-

fasste Schilderung seiner Erlebnisse im Strafverfahren zu würdigen 

(RR.2017.23-25, act. 1, Beilage 43). Dieser berichtet, 105 Tage Untersu-

chungshaft in beinahe vollständiger Isolation verbracht zu haben (Rz. 20, 

22). Er sei auf Medikamente angewiesen. Dieser Umstand sei benutzt wor-

den, um auf ihn Druck auszuüben. Der Nachschub an Medikamenten sei erst 

mit Verzögerung ausgehändigt worden; bisweilen erst als sein körperlicher 

Zustand auf ernsthafte Probleme habe schliessen lassen (Rz. 26 ff.). Er sei 

wegen Nierensteinen auf hohe Flüssigkeitszufuhr angewiesen, was ihm ver-

unmöglicht worden sei (Rz. 30). Er leide zudem an Unterzuckerung, habe 

aber keinen Orangensaft für Notfälle erhalten. Ein extra aufgespartes Stück 

Brot sei ihm wieder abgenommen worden (Rz. 35). Rufe und Signale aus 

der Zelle (zum Beispiel für einen Besuch der Toilette) seien von den Wärtern 

ignoriert oder erst nach einer halben Stunde beantwortet worden (Rz. 23). 

Er schildert schliesslich die verschiedenen eingesetzten Methoden, mit wel-

chen er um den Schlaf gebracht worden sei (Rz. 32 f.). Drei bis vier Mal pro 

Nacht sei die Zellentüre lautstark geöffnet und wieder geschlossen worden. 

In der Zelle habe an 24 Stunden am Tage künstliches Licht gebrannt. Die 

Klimaanlage sei abwechselnd heiss oder kalt eingestellt worden. Er habe auf 

dem Betonboden schlafen müssen und es habe in der Zelle weder Matratze 

noch Kissen, sondern nur drei Bettdecken gehabt. Zusätzlich sei er mehrfach 

nachts aufgeweckt und in den Verhörraum gebracht worden. Dort habe man 

- 33 - 

 

 

ihn stundenlang stehen lassen und ohne Verhör in die Zelle zurückgebracht. 

Einige Male nachts sei es zu mehrstündigen Transporten an einen angeblich 

neuen Ort gekommen (Rz. 34). Bei jedem dieser Transporte oder Gang in 

den Verhörraum sei ihm eine Haube über den Kopf gestülpt worden 

(Rz. 12 ff., 34, 39 ff.). Während einer Einvernahme seien aus dem Neben-

raum Schläge zu hören gewesen. Viele Mitinsassen hätten von gravierender 

Gewalt berichtet (Rz. 45). 

 

Der Beschwerdeführer 1 berichtet, die Zelle sei dreckig gewesen. Die Toi-

lette habe nur schlecht funktioniert. Es sei weder Seife noch Toilettenpapier 

zur Verfügung gestanden (Rz. 21). Nachdem ihm die Wärter den Gang auf 

die Toilette verweigert hätten, habe er in der Zelle in eine Plastiktüte stuhlen 

müssen. Nach einem Stuhlgang während einer Phase der Bewusstlosigkeit 

sei er erst nach Stunden auf die Toilette gelassen worden, habe aber keine 

neuen Kleider erhalten (Rz. 29). Er habe bis zu 15 Tage ohne Zahnbürste, 

Dusche oder neuen Overall auskommen müssen (Rz. 24 f.). Zum Essen sei 

ihm kein Besteck abgegeben worden (in Verbindung mit fehlender Seife und 

Toilettenpapier auf der Toilette). Ein abgegebener Löffel sei ihm wieder ent-

fernt worden (Rz. 31). Die Zelle habe weder über Fenster noch über natürli-

ches Licht verfügt (Rz. 32 f.). 

 

Seine erste Bitte um Kontakt zu seinem Rechtsanwalt sei abgelehnt worden 

(Rz. 14). Zum ersten Kontakt mit diesem sei es erst nach elf Tagen Haft 

gekommen (Rz. 36). Sämtliche Unterredungen mit dem Rechtsanwalt hätten 

entweder in einem Raum mit Audio-/Videoüberwachung stattgefunden und 

seien mutmasslich überwacht worden (Rz. 36, 38), seien durch ein- und aus-

gehendes Gefängnispersonal unterbrochen worden (Rz. 38) oder hätten in 

Gegenwart von Strafverfolgern stattgefunden (Rz. 52, 55, 80). Trotz entspre-

chenden Ersuchen seien die Einvernahmen ohne Anwesenheit des Rechts-

anwalts durchgeführt worden (Rz. 39 ff.). Auch der erste Termin vor einem 

Gericht zwecks Haftverlängerung rund 50 Tage nach der Verhaftung sowie 

ein weiterer Haftprüfungstermin seien in Abwesenheit des Rechtsanwalts er-

folgt (Rz. 51, 53). Während solcher Einvernahmen seien ihm schriftliche Ge-

ständnisse oder Erklärungen in arabischer Sprache abgenötigt worden. Er 

selber sei der arabischen Sprache jedoch nicht mächtig (Rz. 47 f.). 

 

Schliesslich seien die Gerichte auf Rügen, dass sämtliche Einvernahmen in 

Abwesenheit des Rechtsanwalts durchgeführt worden seien, gar nicht erst 

eingegangen (Rz. 50). 

 

9.6 Das BJ führt in seiner Vernehmlassung aus, im Interesse der Verbrechens-

bekämpfung könne die Rechtshilfe nicht mit all jenen Staaten ausgesetzt 

- 34 - 

 

 

werden, die nicht den gleich hohen Haftstandard und die gleichen rechtlichen 

Möglichkeiten bieten wie die Schweiz. Bei den vom Beschwerdeführer 1 an-

geprangerten Verfahrensmängeln handle es sich um nicht überprüfbare Par-

teibehauptungen. Dass der Beschwerdeführer 1 Kontakt mit seinem Rechts-

vertreter haben durfte, aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden zwei-

mal in ein ziviles Spital eingewiesen worden und schliesslich auf Kaution frei-

gelassen worden sei, zeige dass das Rechtssystem im Sultanat Oman 

grundsätzlich zu funktionieren scheine. Eine Einmischung durch die Schweiz 

bezüglich der Haftbedingungen im Sultanat Oman erscheine nicht ange-

bracht (RR.2017.74, act. 8, Ziff. II.2.2, S. 3 f.).  

 

9.7 Als kritisch erscheint vorab der vom Beschwerdeführer 1 geltend gemachte 

Entzug ausreichender medizinischer Versorgung. Er selber berichtet zwar 

davon, während der Untersuchungshaft hospitalisiert worden zu sein. Der 

Umstand, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 1 eine Hos-

pitalisierung erforderlich machte, ist aber in erster Linie auf die tagelange 

Verweigerung von notwendigen Arzneimitteln durch die Gefängnisbediens-

teten zurückzuführen. Eine solche Behandlung stellt offensichtlich einen 

Verstoss gegen Art. 7 und 10 Abs. 1 UNO-Pakt II dar. Art und Weise der 

Unterbringung des Beschwerdeführers 1 (ungeeigneter Schlafplatz, Verwei-

gerung der Notdurft, mangelhafte Hygiene, dauernde Beleuchtung der Zelle, 

Aussetzung an Kälte) erscheint ebenfalls als kritisch. Das mehrfache Über-

ziehen einer Haube (auch während der Einvernahme) zur Einschüchterung 

stellt einen Verstoss gegen Art. 7 UNO-Pakt II dar (vgl. hierzu UN General 

Assembly, «Torture and other cruel, inhuman or degrading treatment and 

punishment – Note by the Secretary-General» (5. August 2016), UN Doc 

A/71/298, Rz. 45 m.w.H.). Kritisch zu sehen sind ebenfalls der dem Be-

schwerdeführer 1 von den Strafbehörden offenbar verweigerte freie Zugang 

zu einem Rechtsanwalt. Zum Bericht des Beschwerdeführers 1 kann gesagt 

werden, dass sein teilweise hoher Detaillierungsgrad auf ein gewisses Mass 

an Glaubwürdigkeit schliessen lässt. Diese wird erhöht dadurch, dass genau 

dieselben vom Beschwerdeführer 1 gerügten Verstösse gegen Menschen-

rechte und Verfahrensmängel oftmals auch in den oben erwähnten Berichten 

zur allgemeinen Menschenrechtslage im Sultanat Oman thematisiert werden 

(namentlich Schlafentzug und nicht gewährter freier Zugang zum Rechtsan-

walt). Die Würdigung der gesamten Umstände sowie die Schilderungen des 

Beschwerdeführers 1 lassen demnach auch die Befürchtung, dass der Be-

schwerdeführer 1 im ersuchenden Staat objektiv und ernsthaft schwerwie-

genden Verletzungen der Menschenrechte ausgesetzt sein könnte, als 

glaubhaft erscheinen. Damit stellt sich im Anschluss die Frage, was dieser 

Befund für die Gewährung der Rechtshilfe an das Sultanat Oman bedeutet. 

 

- 35 - 

 

 

10.  

10.1 Die vom BJ angeführte Einschätzung des EDA, wonach es nicht nötig sei, 

die Leistung von Rechtshilfe an das Sultanat Oman an Bedingungen zu 

knüpfen (RR.2017.74, act. 8, Ziff. II.2.2, S. 4), kann nach dem oben Ausge-

führten auf jeden Fall nicht geteilt werden. Es ist vielmehr zu prüfen, ob das 

festgestellte Risiko menschenrechtswidriger Behandlung mittels diplomati-

scher Garantien behoben oder zumindest auf ein so geringes Mass herab-

gesetzt werden kann, dass es als nur noch theoretisch erscheint. Wie bereits 

erwähnt bestehen zumindest in der gerichtlichen Praxis betreffend das Sul-

tanat Oman bislang keine Erfahrungswerte (siehe oben E. 9.4.1). Art. 46 

Abs. 26 UNCAC schreibt diesbezüglich vor, dass der ersuchte Vertragsstaat 

vor einer Ablehnung des Ersuchens nach Art. Art. 46 Abs. 21 UNCAC oder 

einem Aufschub des Ersuchens nach Art. 46 Abs. 25 UNCAC den ersuchen-

den Vertragsstaat konsultiert, um festzustellen, ob die Rechtshilfe unter den 

von ihm als erforderlich erachteten Bedingungen geleistet werden kann. 

Nimmt der ersuchende Vertragsstaat die Rechtshilfe unter diesen Bedingun-

gen an, so muss er sich an diese halten. Mit Blick auf die festgestellten Men-

schenrechtsverletzungen und Verfahrensmängel sind nachfolgend gestützt 

auf Art. 46 Abs. 26 UNCAC bzw. auf Art. 80p Abs. 1 IRSG die vom Sultanat 

Oman einzuhaltenden Bedingungen zu formulieren, unter denen die nach-

gesuchte Rechtshilfe geleistet werden kann. Aufgrund der oben gemachten 

Ausführungen (vgl. E. 9) stehen dabei die in den Art. 7, 9, 10 und 14 UNO-

Pakt II festgelegten Garantien im Vordergrund. Zur Konkretisierung der Ga-

rantien zur Behandlung von im Rahmen des Strafverfahrens festgenomme-

nen Personen dienen dabei die Mindestgrundsätze der Vereinten Nationen 

für die Behandlung der Gefangenen, die sog. Nelson-Mandela-Regeln (UN 

General Assembly, «Resolution adopted by the General Assembly on 17 De-

cember 2015 – United Nations Standard Minimum Rules for the Treatment 

of Prisoners [the Nelson Mandela Rules]» (8. Januar 2016), UN Doc 

A/RES/70/175). 

 

10.2 Die vom ersuchenden Staat im vorliegenden Fall einzuholenden Mindestga-

rantieerklärungen lauten im Einzelnen wie folgt: 

 

I. aus Art. 7 und 10 UNO-Pakt II 

a. Alle Gefangenen sind mit der Achtung zu behandeln, die der Würde und 

dem Wert gebührt, die ihnen als Menschen innewohnen. Kein Gefangener 

darf der Folter und anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender 

Behandlung oder Strafe unterworfen werden. Namentlich ist zu garantieren, 

dass Gefangene nicht geschlagen werden und ihnen auch keine Schläge 

oder andere körperliche Beeinträchtigungen angedroht werden (beispiels-

weise durch Scheinexekutionen). Den Gefangenen sind keine Hauben über 

den Kopf zu ziehen. 

- 36 - 

 

 

 

b. Alle für Gefangene, insbesondere für deren nächtliche Unterbringung, vor-

gesehenen Räume haben allen Erfordernissen der Gesundheit zu entspre-

chen; dabei sind die klimatischen Verhältnisse und insbesondere die verfüg-

bare Luftmenge, eine Mindestbodenfläche, Beleuchtung, Heizung und Be-

lüftung zu berücksichtigen. 

 

c. Die sanitären Einrichtungen müssen so beschaffen sein, dass Gefangene 

ihre Notdurft umgehend und in einer hygienisch annehmbaren Weise ver-

richten können. 

 

d. Von den Gefangenen ist persönliche Reinlichkeit zu fordern. Zu diesem 

Zweck sind ihnen Wasser und die für die Gesundheit und Reinlichkeit erfor-

derlichen Toilettenartikel zur Verfügung zu stellen. 

 

e. Alle Kleidungsstücke der Gefangenen müssen sauber sein und in ordentli-

chem Zustand gehalten werden. Die Leibwäsche ist so oft zu wechseln und 

zu waschen, wie es die Wahrung der Hygiene erfordert. 

 

f. Allen Gefangenen ist ein eigenes Bett mit ausreichendem, eigenem Bett-

zeug zur Verfügung zu stellen, das bei der Ausgabe sauber sein muss, in 

gutem Zustand zu halten und oft genug zu wechseln ist, um den Erfordernis-

sen der Sauberkeit zu genügen. 

 

g. Allen Gefangenen muss Trinkwasser zur Verfügung stehen, wann immer 

sie es benötigen. 

 

h. Den Gefangenen ist umgehend Zugang zur notwendigen ärztlichen Be-

treuung zu gewähren. Sie haben Anspruch auf regelmässige, rechtzeitige 

und nicht von ihrem Verhalten abhängige Verabreichung ärztlich verordneter 

Medikamente. Sie haben Anspruch auf umgehende Hospitalisierung, sofern 

der Arzt ohne diese eine Lebensgefährdung oder das konkrete Risiko einer 

dauernden, schweren gesundheitlichen Schädigung bejaht. Medizinische 

Entscheidungen dürfen nur von den zuständigen Gesundheitsfachkräften 

getroffen und von nicht-medizinischen Bediensteten weder aufgehoben noch 

ausser Acht gelassen werden. 

 

i. Den Gefangenen ist zu gestatten, unter der notwendigen Aufsicht in regel-

mässigen Abständen mit ihren Familienangehörigen zu verkehren, indem sie 

schriftlich korrespondieren und indem sie Besuche empfangen (mindestens 

einmal alle zwei Wochen nach einer Inhaftierung von mehr als 30 Tagen). 

 

- 37 - 

 

 

j. Den Gefangenen sind ausreichende Gelegenheit, Zeit und Möglichkeiten 

zu geben, damit sie von einem Rechtsberater (Anwalt) ihrer Wahl oder einem 

Anbieter rechtlicher Unterstützung aufgesucht werden, mit diesem verkehren 

und sich von ihm beraten lassen können, und zwar ohne Verzug, Abhören, 

Abfangen oder Zensur und in vollständiger Vertraulichkeit in jeder Rechtssa-

che. Die Beratungsgespräche können in Sicht- aber nicht in Hörweite von 

Vollzugsbediensteten stattfinden. Dem Rechtsberater (Anwalt) ist tagsüber 

nach kurzer Voranmeldung jederzeit Zugang zum Gefangenen zu gewähren. 

 

 

II. aus Art. 9 UNO-Pakt II 

a. Die Untersuchungsgefangenen haben das Recht, umgehend in einer 

ihnen verständlichen Sprache über die Gründe ihrer Festnahme und über 

die gegen sie erhobenen Vorwürfe unterrichtet zu werden. 

 

b. Die Untersuchungsgefangenen müssen unverzüglich (spätestens 96 

Stunden nach ihrer Festnahme) einem Richter oder einer anderen gesetzlich 

zur Ausübung richterlicher Funktionen ermächtigten Amtsperson vorgeführt 

werden. Die Untersuchungsgefangenen dürfen sich hierbei durch einen 

Rechtsberater (Anwalt) verteidigen lassen. Zudem können sie die unentgelt-

liche Beiziehung eines Dolmetschers verlangen, wenn sie die Verhandlungs-

sprache des Gerichts nicht verstehen oder sprechen. 

 

c. Die Untersuchungsgefangenen haben jederzeit das Recht, ein Verfahren 

vor einem Gericht zu beantragen, damit dieses unverzüglich über die Recht-

mässigkeit der Freiheitsentziehung entscheiden und ihre Entlassung anord-

nen kann, falls die Freiheitsentziehung nicht rechtmässig ist. Die Untersu-

chungsgefangenen dürfen sich hierbei durch einen Rechtsberater (Anwalt) 

verteidigen lassen. Das Verfahren kann auch schriftlich durchgeführt wer-

den. 

 

 

III. aus Art. 14 UNO-Pakt II 

a. Vor Beginn von Einvernahmen (durch die Polizei, die Staatsanwaltschaft 

oder das Gericht) sind die einzuvernehmenden Personen in einer ihr ver-

ständlichen Sprache umfassend über ihre Rechte und Pflichten zu belehren. 

Die entsprechende Information ist im Protokoll der Einvernahme festzuhal-

ten. 

 

b. Die beschuldigten Personen haben bei allen Einvernahmen das Recht, 

dass ihre Verteidigung anwesend sein kann. 

 

- 38 - 

 

 

c. Die beschuldigten Personen und deren Verteidiger dürfen mindestens ein-

mal im Verfahren Fragen an die Belastungszeugen bzw. an die sie belasten-

den Mitbeschuldigten stellen oder stellen lassen. Sie dürfen das Erscheinen 

und die Vernehmung von Entlastungszeugen unter den für die Belastungs-

zeugen geltenden Bedingungen erwirken. 

 

d. Die beschuldigten Personen haben Anspruch auf ein von Weisungen an-

derer Behörden unabhängiges, haftanordnendes und urteilendes Gericht. 

 

e. Die beschuldigten Personen haben Anspruch darauf, bis zu dem im ge-

setzlichen Verfahren erbrachten Nachweis ihrer Schuld als unschuldig zu 

gelten. Insbesondere ist es Sache der staatlichen Behörden, die Schuld des 

Angeklagten zu beweisen. Es liegt nicht am Angeklagten, seine Unschuld zu 

beweisen. 

 

f. Niemand darf wegen einer strafbaren Handlung, wegen der er bereits nach 

dem Gesetz und dem Strafverfahrensrecht des jeweiligen Landes rechtskräf-

tig verurteilt oder freigesprochen worden ist, erneut verfolgt oder bestraft 

werden. 

 

g. Aussagen, die nachweislich durch Folter herbeigeführt worden sind, dür-

fen im Verfahren gegen die beschuld