# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad2c26f9-f6b6-5098-9322-adaa2e54d21c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.08.2010 D-5610/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5610-2007_2010-08-26.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5610/2007
law/mam/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  A u g u s t  2 0 1 0

Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richter Martin Zoller, Richter Robert Galliker;
Gerichtsschreiber Martin Maeder.

A.__________, geboren (...),
Syrien,
vertreten durch lic. iur. Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt, (...)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 20. Juli 2007 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5610/2007

Sachverhalt:

A.
A.a Der Beschwerdeführer suchte am 31. Januar 2007 im Empfangs- 
und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel um Asyl nach. Dabei wies er sich 
mit  einer  am  5.  Dezember  1994  in  B.__________  (Stadt  im 
gleichnamigen Distrikt des Gouvernements C.___________ [Anm. des 
Gerichts]) ausgestellten syrischen Identitätskarte aus.

Das  BFM  befragte  den  Beschwerdeführer  am  23. Februar  2007  im 
Transitzentrum  Altstätten  summarisch  zum  Reiseweg  und  zu  den 
Gründen der Ausreise aus dem Heimatland. Bei der Aufnahme seiner 
Personalien hielt er fest, er gehöre der kurdischen Volksgruppe an, sei 
sunnitischen  Glaubens  und  stamme aus  Damaskus,  wo  er  bis  zum 
Umzug in die Stadt C.___________ vor zehn oder elf Jahren zusam-
men mit seiner Familie im Quartier D._________ gelebt habe. Weiter 
gab er zu Protokoll, er verständige sich am besten in der arabischen 
Sprache  und  verfüge  lediglich  über  passive  Kenntnisse  des 
Kurdischen (Dialekt Badini). Auf Fragen zu seinem Reiseweg erwiderte 
der Beschwerdeführer, er habe sein Heimatland am 28. Januar 2007 
mit  einem  sein  Bild  und  seinen  Namen  aufweisenden  türkischen 
Reisepass  in  Begleitung  eines  Schleppers  über  den  Flughafen  von 
C.___________  verlassen.  Weil  sein  Bruder  im  Fundbüro  des 
Flughafens arbeite und im damaligen Zeitpunkt vor Ort gewesen sei, 
sei er bei der Ausreise gar nicht kontrolliert worden. Nach der Landung 
in Mailand habe sein Schlepper den gefälschten türkischen Reisepass 
bei sich behalten. Die Person, welcher er in Mailand anvertraut worden 
sei, sei dafür besorgt gewesen, dass man ihn am 31. Januar 2007 mit 
einem Personenwagen nach Basel gefahren habe.

Das BFM wies den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1. März 2007 
für  die  Dauer  des  Asylverfahrens  dem  Kanton  E.________  zu.  Am 
13. März  2007  führte  es  mit  ihm die  Anhörung  zu den Asylgründen 
durch.

A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdefüh-
rer  in  den beiden Befragungen geltend,  er  sei  am 16. März 2004 in 
C.___________ im Zuge der Unruhen von Qamishli von Beamten des 
Sicherheitsdienstes  festgenommen und  auf  den  Posten  der  "(...)"  in 
Damaskus verbracht worden, wo man ihn bis am 24. März 2005 unter 
sporadischer  Folter  gefangen  gehalten  habe. In  seiner  Geburtsstadt 

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Damaskus habe er während fünf Jahren die Schule besucht. In dieser 
Zeit  sei  es  ihm  nicht  gelungen,  das  Schreiben  und  das  Lesen  zu 
erlernen.  Wegen  seiner  schlechten  Leistungen  habe  er  die  Schule 
schliesslich ganz bleiben lassen, so dass er heute Analphabet sei. Im 
Alter von elf oder zwölf Jahren beziehungsweise zehn bis elf Jahre vor 
der Ausreise sei er mit seinen Eltern und Geschwistern von Damaskus 
nach C.___________ umgezogen. In einer ersten Phase habe er dort 
weder  die  Schule  besucht  noch  sei  er  einer  Arbeit  nachgegangen. 
Sein – im Jahre 2001 nach Krankheit – verstorbener Vater sei vermö-
gend gewesen und habe sich nicht an seiner Untätigkeit gestört. Bevor 
er  im Alter  von 19 Jahren für  die Dauer von zweieinhalb Jahren ins 
Militär einberufen worden sei, habe er während vier Jahren in dersel -
ben Strasse, in der er gewohnt habe, in einer F.__________ an einer 
Maschine gearbeitet. Nach Beendigung des Militärdienstes sei er nur 
noch  unregelmässig  für  diese  G.__________  tätig  gewesen.  "Über 
drei-  oder  viermal"  habe ihn sein  Chef auch als  Tagelöhner  an eine 
andere  G.__________  vermittelt,  welche  sich  im  Ort  H.__________ 
befunden  habe  und  von  einem  (...)  namens  J.__________  geführt 
worden sei. Am 12. März 2004 sei es in Qamishli (Gouvernement Al-
Hasaka  [Anm.  des  Gerichts])  im  Rahmen  eines  Fussballspiels  zu 
schweren Tumulten zwischen kurdischen und arabischen Anhängern 
gekommen.  Die  Unruhen  hätten  sich  zu  einem  Aufstand  der 
kurdischen Bevölkerung ausgeweitet, gegen welchen die Sicherheits-
kräfte  mit  Waffengewalt  und  Massenverhaftungen  ("Festnahme-
kampagnen") vorgegangen seien. Am Morgen des 16. März 2004, um 
sechs Uhr, sei er auf dem Heimweg von der Nachtschicht von zivilen 
Beamten des Sicherheitsdienstes ohne Erklärung in ein Auto gezerrt 
und auf  den  Posten "K.__________"  überführt  worden. Nachdem er 
drei Stunden in einer Einzelzelle habe verbringen müssen, sei er nach 
Damaskus auf den Posten "(...)" verlegt worden. In den folgenden fünf 
oder sechs Monaten sei er zusammen mit 35 anderen Inhaftierten in 
einer Zelle im Untergeschoss eingekerkert  gewesen. Im Intervall  von 
drei oder vier Tagen sei er insgesamt sieben Mal in ein Verhörzimmer 
hinaufgeführt  worden. Mit verbundenen Augen habe er immer wieder 
den haltlosen Vorwurf zu hören bekommen, dass er am Aufstand von 
Qamishli  beziehungsweise  an  Demonstrationen  in  C.___________ 
beteiligt gewesen sei und der kurdischen Arbeiterpartei angehöre. Weil 
er kategorisch abgestritten habe, selber politisch interessiert  zu sein 
oder einer politisch engagierten Familie zu entstammen, habe man ihn 
der  Lüge  bezichtigt  und  mehrmals  unter  Anwendung  verschiedener 
Methoden der Folter ausgesetzt. Im ersten Monat hätten nicht einmal 

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seine  Angehörigen  gewusst,  wo  er  sich  aufhalte.  Danach  habe  er 
einmal  in  der  Woche  Besuch  von seiner  Mutter  und  seinem Bruder 
erhalten. Nach  fünf  Monaten sei  er  in  einen Raum im Erdgeschoss 
verlegt  worden,  in  welchem  immerhin  jeder  der  ungefähr  50 
Gefangenen  sein  eigenes  Bett  gehabt  habe.  Ohne  jemals  einem 
Richter  vorgeführt  worden  zu  sein,  und  nachdem  er  wie  befohlen 
seinen  Fingerabdruck  unter  ein  Papier  unbekannten  Inhalts  gesetzt 
gehabt  habe,  sei  er  am 24. März  2005  freigelassen  worden. In  der 
Folge  seien  dreimal  –  letztmals  sieben  Monate  vor  der  Ausreise  – 
Sicherheitsbeamte an seiner Wohnadresse erschienen, um sich nach 
ihm zu erkundigen. Was sie  von ihm gewollt  hätten,  wisse  er  nicht, 
doch habe sein Bruder mit Schmiergeldzahlungen dafür gesorgt, dass 
sie locker gelassen hätten. Aus Angst vor einer erneuten Verhaftung 
habe er sich nach diesen drei Vorfällen jeweils während einer Woche 
bei seinem Grossvater in B.__________ versteckt gehalten, genauer 
bei seiner Grossmutter, weil sein Grossvater verstorben sei. Ein Onkel 
von  ihm  sei  am  12. September  2005  im  Anschluss  an  Ausein-
andersetzungen  zwischen  Kurden  und  den  Sicherheitskräften  eben-
falls verhaftet worden. Zwischen dieser Verhaftung und seiner eigenen 
bestehe jedoch kein Zusammenhang. In den letzten sieben Monaten 
vor der Ausreise habe er sich zuhause in C.___________ aufgehalten, 
ohne  dass  etwas  vorgefallen  sei.  Er  habe  das  Land  nicht  früher 
verlassen können,  weil  er  zuerst  mit  der  Hilfe  eines  Schleppers  die  
Papiere habe organisieren müssen. Drei Monate vor der Ausreise ha-
be er auf Anraten seines Bruders seine Arbeit  in der G.__________ 
aufgegeben.

B.
Mit Verfügung vom 20. Juli 2007 – eröffnet am 23. Juli 2007 – stellte 
das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 
nicht, lehnte dessen Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der 
Schweiz und ordnete den Wegweisungsvollzug an.  Als Grund für die 
Nichtzuerkennung der Flüchtlingseigenschaft  führte das BFM zusam-
menfassend an, der  Beschwerdeführer vermöge mit seinen Aussagen 
in den Befragungen bereits die Vorbedingung des Glaubhaftmachens 
nicht zu erfüllen, weshalb sich eine Prüfung der Frage erübrige, ob die 
materiellrechtlichen Kriterien für die Anerkennung als Flüchtling erfüllt 
seien.

C.
Mit Beschwerde vom 22. August 2007 liess der Beschwerdeführer die 

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Verfügung des BFM vom 20. Juli  2007 durch seinen Rechtsvertreter 
beim Bundesverwaltungsgericht anfechten. Im Einzelnen stellte er die 
Begehren, es sei die angefochtene Verfügung vollumfänglich aufzuhe-
ben, die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewäh-
ren. Im Eventualpunkt beantragte er die Feststellung der Unzulässig-
keit  "oder  zumindest"  der  Unzumutbarkeit  des Vollzugs der  Wegwei-
sung und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme. In formel ler Hin-
sicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, 
Bestellung des von ihm bevollmächtigten Rechtsvertreters zum unent-
geltlichen  Rechtsbeistand  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses.

Zusammen  mit  der  Beschwerdeschrift  reichte  der  Beschwerdeführer 
als Beweismittel diverse Dokumente ein. Gemäss Bezeichnung im Bei-
lagenkatalog der Beschwerde handelt es sich dabei um ein Gutachten 
betreffend Unruhen am 12. März (2004 [Anm. des Gerichts]) in Syrisch 
Kurdistan (Beilage 3), Fotos der Demonstration am 12. März 2007 vor 
der  US-Botschaft  in  Bern,  organisiert  von  Yekiti  (Beilage  4),  Fotos 
einer  Veranstaltung  vom  9.  Juni  2006  in  Bern  mit  dem  Sohn  des 
I.__________  (Beilage  5),  Fotos  der  Demonstration  am  13.  August 
2007 in Genf vor der UNO gegen die Vertreibung der Kurden in Syrien 
(Beilage  6)  und  um  ein  Gutachten  betreffend  die  Überwachung 
exilpolitischer Aktivitäten von Kurden (Beilage 7).

D.
Mit  Zwischenverfügung vom 30. August  2007 bestätigte  der  Instruk-
tionsrichter die Berechtigung des Beschwerdeführers zur Anwesenheit 
in der Schweiz bis zum Abschluss des Verfahrens. Gleichzeitig wies er 
das  Gesuch  um  Bestellung  eines  amtlichen  Anwalts  nach  Art.  65 
Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-
tungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ab, verlegte den Entscheid über 
das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen späteren Zeitpunkt, verzichtete 
antragsgemäss auf die Erhebung eines Verfahrenskostenvorschusses 
und  ordnete  die  Überweisung  der  Akten  an  die  Vorinstanz  zur  Ver-
nehmlassung an.

E.  
E.a In  seiner  Vernehmlassung  vom 14.  September  2007  beantragte 
das BFM die Abweisung der Beschwerde.

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E.b Mit verfahrensleitender Verfügung vom 18. September 2007 stellte 
der  Instruktionsrichter  dem  Beschwerdeführer  eine  Kopie  der  Ver-
nehmlassung  zu  und  gewährte  ihm  das  Recht,  bis  zum 3.  Oktober 
2007 darauf zu replizieren.

E.c Mit Eingabe vom 3. Oktober 2007 nahm der Beschwerdeführer zur 
Vernehmlassung  des  BFM Stellung  und  hielt  vollumfänglich  an  den 
Begehren und Gegenargumenten in der Beschwerde fest. Gleichzeitig 
reichte er eine Fürsorgebestätigung vom 13. September 2007 zu den 
Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.  
1.1 Als  eine  der  Beschwerdeinstanzen  im  Verwaltungsverfahren  des 
Bundes (vgl. Art. 47 Abs. 1 Bst. b VwVG) beurteilt das Bundesverwal-
tungsgericht  gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  Beschwerden  gegen  Verfügungen 
nach Art. 5 VwVG. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genann-
ten Behörden, zu welchen auch das BFM (Art. 33 Bst. d VGG) zählt. 
Im Ausnahmenkatalog von Art. 32 VGG sind Beschwerden gegen Ver-
fügungen auf  dem Gebiet  des  Asyls  nicht  aufgeführt,  womit  die Zu-
ständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts als Beschwerdeinstanz im 
Asylverfahren  gegeben  ist  (Art.  105  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998 [AsylG, SR 142.31]). Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110]) bestätigt diese Zustän-
digkeit  und  schliesst  gleichzeitig  die  Weiterzugsmöglichkeit  an  das 
Bundesgericht aus.

1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).  Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Ent-
scheid jedoch ungeachtet der erhobenen Rügen grundsätzlich in vol-
lem Umfang überprüfen. Es stellt  den Sachverhalt  von Amtes wegen 
fest  (Art.  12  VwVG)  und  wendet  das  Recht  von  Amtes  wegen  an 
(Art. 62 Abs. 4 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht ist demzufolge 
verpflichtet, auf den festgestellten Sachverhalt jene Rechtsnormen an-
zuwenden, die es als zutreffend erachtet, und ihnen jene Auslegung zu 

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geben, von der es überzeugt ist (vgl. Entscheide des Schweizerischen 
Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2007/41 E. 2 S. 529 f.).

2.  
2.1 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor dem Bundesamt teil-
genommen, ist durch die am 20. Juli  2007 ergangene Verfügung be-
sonders  berührt  und kann sich  auf  ein  schutzwürdiges Interesse an 
deren Aufhebung beziehungsweise Änderung berufen. Damit ist er zur 
Einreichung der dagegen gerichteten Beschwerde legitimiert  (Art. 105 
AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG).

2.2 Die Eingabefrist sowie die Anforderungen an Form und Inhalt der 
Beschwerdeschrift  sind  gewahrt  (Art.  105  AsylG  i.V.m. Art.  37  VGG 
und Art. 50 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 
somit einzutreten.

3.
3.1
Die  Schweiz  gewährt  Flüchtlingen  unter  Vorbehalt  von  Ausschluss-
gründen auf Gesuch hin Asyl (vgl. Art. 2 Abs. 1 und Art. 49 AsylG). Wer 
um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder 
zumindest glaubhaft machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Die Flüchtlingsei -
genschaft  erfüllen  Personen,  welche  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im 
Land, wo sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali -
tät,  Zugehörigkeit  zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen 
ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt 
sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu 
werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung 
von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträg-
lichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Die Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3 AsylG erfüllt  eine asyl-
suchende  Person  nach  Lehre  und  Rechtsprechung  dann,  wenn  sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründe-
terweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter 
Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nicht-
staatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu 
werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37, EMARK 2006 Nr. 18 
E. 7 und 8 S. 190 ff.,  EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193). Aufgrund der 
Subsidiarität  des  flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  setzt  die  Zuerken-
nung der  Flüchtlingseigenschaft  ausserdem voraus,  dass  die  betrof-

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fene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz finden 
kann  (vgl.  BVGE 2008/12  E. 7.2.6.2  S. 174  f.,  BVGE 2008/4  E. 5.2 
S. 37 f.,  EMARK  2006  Nr. 18  E. 10  S. 201  ff.,  EMARK  2005  Nr. 21 
E. 7.3 S. 194 und E. 11.1 S. 201 f.). Ausgangspunkt für die Beurteilung 
der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Aus-
reise vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer sol-
chen.  Die  Situation  im  Zeitpunkt  des  Asylentscheides  ist  jedoch  im 
Rahmen der Prüfung nach der Aktualität der Verfolgungsfurcht eben-
falls  wesentlich.  Veränderungen  der  objektiven  Situation  im  Heimat-
staat  zwischen  Ausreise  und  Asylentscheid  sind  deshalb  zugunsten 
und  zulasten  der  das  Asylgesuch  stellenden  Person  zu  berücksich-
tigen  (vgl.  BVGE  2008/4  E. 5.4  S. 38  f.,  EMARK  2000  Nr. 2  E. 8a 
S. 20, WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], 
Ausländerrecht, Basel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18).

3.3 Begründete Furcht vor Verfolgung liegt vor, wenn konkreter Anlass 
zur Annahme besteht,  eine Verfolgung hätte sich – aus der Sicht im 
Zeitpunkt  der  Ausreise  –  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in 
absehbarer Zeit verwirklicht beziehungsweise werde sich – auch aus 
heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zu-
kunft  verwirklichen. Eine bloss  entfernte  Möglichkeit  künftiger  Verfol-
gung genügt nicht; es müssen konkrete Indizien vorliegen, welche den 
Eintritt der erwarteten – und aus einem der vom Gesetz aufgezählten 
Motive erfolgenden – Benachteiligung als wahrscheinlich und dement-
sprechend  die  Furcht  davor  als  realistisch  und  nachvollziehbar  er-
scheinen lassen (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193 f., EMARK 2004 
Nr. 1 E. 6a S. 9).

3.4 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich 
dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel 
sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in we-
sentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik 
entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Er fah-
rung widersprechen. Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person 
persönlich glaubwürdig erscheinen, was insbesondere dann nicht der 
Fall ist, wenn sie ihre Vorbringen auf gefälschte oder verfälschte Be-
weismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tatsachen un-
terdrückt oder bewusst falsch darstellt,  im Laufe des Verfahrens Vor-
bringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet  nachschiebt,  man-
gelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mitwirkung ver-
weigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Gegensatz zum strik-

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ten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt  durchaus Raum 
für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstel-
lers.  Entscheidend  ist,  ob  im  Rahmen  einer  Gesamtwürdigung  die 
Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Asylsu-
chenden sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objekti -
vierte Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG; EMARK 
2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.).

4.  
4.1 Vorliegend gelangte das BFM in der angefochtenen Verfügung zur 
Einschätzung,  dass  der  Beschwerdeführer  mit  seinen  Auskünften  in 
den Befragungen zu den im Heimatland erlittenen Nachteilen den ge-
lockerten Beweisanforderungen des Glaubhaftmachens nicht zu genü-
gen vermag. Zur Begründung führte es aus, Vorbringen seien dann als 
unglaubhaft zu beurteilen, wenn sie in wesentlichen Punkten der allge-
meinen Erfahrung oder der Logik des Handelns widersprächen. Dies 
treffe auf sämtliche Vorbringen des Beschwerdeführers zu. So sei es 
logisch  nicht  nachzuvollziehen,  warum  die  syrischen  Sicherheitsbe-
hörden  vier  Tage nach  den  Ereignissen  von  Qamishli  im  entfernten 
C.___________  ausgerechnet  den  völlig  apolitischen,  nicht  einmal 
kurdisch  sprechenden  Beschwerdeführer  verhaften,  ein  Jahr  lang 
festhalten  und  beschuldigen  sollten,  am  "Aufstand  von 
C.___________" teilgenommen zu haben und Mitglied der kurdischen 
Arbeiterpartei  zu  sein,  während  die  übrigen  Familienmitglieder,  so 
insbesondere der im sicherheitssensiblen Flughafen tätige Bruder, un-
behelligt geblieben seien und ihn wöchentlich im Gefängnis hätten be-
suchen  können.  Selbst  wenn  sich  die  geschilderten  Ereignisse 
tatsächlich  so  zugetragen  hätten,  sei  davon  auszugehen,  dass  die 
syrischen Behörden relativ rasch festgestellt hätten, dass es sich beim 
Beschwerdeführer um eine politisch völlig unbedarfte Person handle, 
so dass weder die lange Haftdauer noch die angeblich späteren Nach-
fragen der Sicherheitsbehörden bei ihm zu Hause bei Ereignissen mit 
kurdischem Hintergrund einen Sinn machten. Ebensowenig nachvoll-
ziehbar sei,  dass die Behörden den Beschwerdeführer zunächst ent-
gegen aller Logik über ein Jahr lang festgehalten hätten, während sie 
sich  später  jeweils  mit  einer  bescheidenen  Zahlung  eines  Schmier-
geldes prompt von ihrem Interesse an ihm abgehalten lassen hätten. 
Im Übrigen seien die Vorbringen, insbesondere die Festnahme und der 
rund einjährige Gefängnisaufenthalt  viel  zu  wenig  konkret,  detailliert 
und  differenziert  dargelegt  worden,  um  den  Eindruck  zu  vermitteln, 
dass der Beschwerdeführer das Geschilderte tatsächlich selbst erlebt 

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habe. Die Schilderungen seien derart  einfach, abstrakt und stereotyp 
gehalten und enthielten praktisch keine persönlichen Erlebniselemen-
te, so dass sie auf den ersten Blick als erfunden und konstruiert  er-
schienen. Hinzu komme, dass sie sich in verschiedenen Punkten wi-
dersprächen.  Beispielsweise  habe  der  Beschwerdeführer  in  der 
Erstbefragung erklärt, er sei auch nach der Verlegung in eine Zelle im 
Erdgeschoss fünf bis sechs Monate nach der Festnahme weiterhin zu 
Verhören geholt und geschlagen worden. Im Unterschied hierzu habe 
er in der direkten Bundesanhörung verlauten lassen, dass es nach der 
Verlegung in das Erdgeschoss nach fünf Monaten keine Einvernahmen 
mehr  gegeben  habe.  Bei  einer  Person,  die  so  Einschneidendes 
tatsächlich  erlebt  habe,  seien  derartige  Widersprüche  und 
Ungereimtheiten auszuschliessen. Weil somit die Vorbringen des Be-
schwerdeführers den Anforderungen an die Glaubwürdigkeit  gemäss 
Art. 7 AsylG nicht standhielten, müsse ihre Asylrelevanz nicht geprüft  
werden.

4.2 In der Beschwerde beziehungsweise in der Replik vom 3. Oktober 
2007, welche in diesem Punkt (1.) aus nichts anderem als einer wort -
wörtlichen Wiederholung eines Teils der Beschwerdebegründung be-
steht, wird demgegenüber der Standpunkt vertreten, die Erwägungen 
des BFM zur fehlenden Glaubhaftigkeit  der Vorbringen könnten nicht 
nachvollzogen  werden,  fielen  nicht  überzeugend  aus  oder  beruhten 
auf lückenhaften oder falschen Informationen. Insbesondere die Argu-
mentation, wonach die Aussagen des Beschwerdeführers zum Ablauf 
der Festnahme und zur Dauer der Inhaftierung der Logik entbehrten, 
halte einer genaueren Überprüfung nicht stand. Zunächst müsse klar-
gestellt werden, dass der Beschwerdeführer zu Protokoll gegeben ha-
be,  man  habe  ihm  vorgeworfen,  am  Aufstand  von  Qamishli  bezie-
hungsweise  an  den  Folgedemonstrationen  in  C.___________ 
teilgenommen zu  haben. Von einem "Aufstand  von C.___________" 
wie ihn die Vorinstanz nenne, habe er nie gesprochen. Es sei deshalb 
fragwürdig,  wie  genau  sich  die  Vorinstanz  mit  den  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  überhaupt  auseinandergesetzt  habe.  Abgesehen 
davon entbehre die Meinung der Vorinstanz, es sei unlogisch, dass der 
apolitische  Beschwerdeführer  nach  den  Aufständen  in  Qamishli  im 
entfernten C.___________ festgenommen worden sei, jeglichem Ver-
ständnis für die Situation im März 2004 in Syrien. So sei bekannt, dass 
sich  die  Demonstrationen  nicht  nur  auf  Qamishli  beschränkt  hätten. 
Vielmehr  sei  es  nach  den  Tumulten  bei  einem  Fussballspiel  in 
Qamishli am 12. März 2004 in zahlreichen anderen Städten, darunter 

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Damaskus,  Amuda,  Derik  und  auch  C.___________,  dem  Wohnort 
des  Beschwerdeführers zu  kurdischen Protestkundgebungen gekom-
men. Am 15. und 16. März 2004 seien in C.___________ hunderte von 
Personen, überwiegend Studenten, verhaftet worden. Die überwiegend 
kurdisch  bewohnten  Stadtviertel,  vor  allem  L.__________  und 
M.__________,  wo  der  Beschwerdeführer  gewohnt  habe,  seien  von 
den  Sicherheitskräften  abgeriegelt  worden.  In  Anbetracht  dieser 
Situation, insbesondere des Ausmasses der Unruhen im ganzen Land, 
erscheine das Vorbringen des Beschwerdeführers in keiner Weise als 
unlogisch. Die Möglichkeit, dass auch der zwar apolitische, aber kurdi-
sche Beschwerdeführer in Mitleidenschaft  gezogen worden sei, habe 
klar  bestanden.  Die  Verhaftungen  durch  den  syrischen  Sicherheits-
dienst seien teilweise zufällig beziehungsweise unkoordiniert und will-
kürlich erfolgt. Der Beschwerdeführer sei so, wohl aufgrund seines jun-
gen Alters und der Tatsache, dass er sich als Kurde zur frühen Mor-
genstunde in seinem kurdischen Quartier aufgehalten habe, Opfer die-
ser  Verhaftungswelle  geworden. Sein  Bruder  und die  anderen Fami-
lienangehörigen  hätten  demgegenüber  offenbar  das  Glück  gehabt, 
während dieser willkürlichen Verhaftungswelle nicht "zur falschen Zeit 
am falschen Ort" gewesen zu sein und der Verdächtigung der Teilnah-
me an den Demonstrationen unterworfen zu werden. Im Weiteren sei 
es nicht unlogisch, dass der Beschwerdeführer erst über ein Jahr lang 
festgehalten worden sei und die Sicherheitsbeamten sich danach be-
reits gegen ein Schmiergeld von ihrem Interesse an ihm hätten abhal-
ten lassen. Wie gerichtsnotorisch sei und im Übrigen auch die Vorin-
stanz nicht bestreite, seien in Syrien Bestechungen an der Tagesord-
nung. Dass sodann die Vorbringen des Beschwerdeführers keine per-
sönlichen  Erlebniselemente  enthielten  und  erfunden  und  konstruiert 
wirkten,  wie  die Vorinstanz erwäge, treffe nicht  zu. In  der  Erstbefra-
gung habe der Beschwerdeführer,  nach seinen Asylgründen gefragt, 
einen freien zusammenfassenden Bericht seiner Verfolgungsgeschich-
te dargelegt. Die darauf folgenden Fragen seien äusserst knapp und 
eng formuliert gewesen und hätten zum Teil nur ein Wort als Antwort  
erheischt. Eine allgemeine Frage zu der Verhaftung, zu der Zelle oder 
zu den Folterungen sei nicht gestellt worden. In der einlässlichen An-
hörung seien die Fragen dann etwas offener formuliert  worden, wes-
halb der Beschwerdeführer auch ausführlich auf die genauen Umstän-
de der Folterungen eingegangen sei. Auch die Haftbedingungen habe 
er ausführlicher beschrieben. Zusammenfassend sei also festzuhalten, 
dass die Ausführungen des Beschwerdeführers den Umständen ent-
sprechend detailliert gewesen seien, weshalb nicht daran zu zweifeln 

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sei,  dass  er  die  geschilderten  Geschehnisse  selbst  erlebt  habe. 
Schliesslich gehe die Vorinstanz auch fehl,  insoweit  sie  den Vorwurf 
der  Widersprüchlichkeit  bestimmter  Vorbringen  erhebe.  Bei  näherer 
Betrachtung der Protokolle zeige sich sogleich, dass die Widersprüche 
konstruiert  seien oder als solche gar nicht existierten, weil die Vorin-
stanz die konkreten Umstände der vom Beschwerdeführer durchlebten 
Situationen ausser Acht lasse, so beispielsweise ignoriere, dass er un-
terirdisch festgehalten worden sei, wo er wegen des fehlenden Tages-
lichts das Zeitgefühl und die Orientierung verloren habe. Ein anderer 
vermeintlicher  Widerspruch  sei  auf  ein  leicht  erkennbares  Missver-
ständnis zurückzuführen, wie es durch eine unexakte Übersetzung je-
derzeit entstehen könne.

4.3 Ob das BFM bezüglich der vom Beschwerdeführer für die Zeit vor 
dem Verlassen des Heimatlandes geltend gemachten Vorkommnisse 
die Beweisregel von Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG zu restriktiv angewandt 
hat, ist im Rahmen einer Gesamtwürdigung zu prüfen, in welcher das 
Gericht  die  für  und  die  gegen  die  Glaubhaftigkeit  sprechenden  Ele-
mente zueinander in Beziehung setzt und angemessen gewichtet (vgl. 
EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.).

4.3.1 Dass das BFM in der Entscheidbegründung im Zusammenhang 
mit den gegen den Beschwerdeführer erhobenen Anschuldigungen un-
korrekterweise eine Teilnahme am "Aufstand von C.___________" statt 
einer  Teilnahme  am  "Aufstand  von  Qamishli"  erwähnt,  beruht 
offensichtlich auf einem singulären Versehen in der Bezeichnung und 
nicht auf einem falschen Sachverständnis oder einer generell unsorg-
fältigen Wiedergabe des Akteninhalts. Dies ergibt sich ohne weiteres 
aus  der  angegebenen  Protokollstelle  (act.  A1/15  S.  5  und  6),  den 
übrigen  Begründungselementen  und  insbesondere  aus  der  den  Er-
wägungen  vorangestellten  Sachverhaltszusammenfassung.  Letztere 
weist  den für  sich selbst  sprechenden Passus auf,  wonach sich aus 
den Aussagen des Beschwerdeführers ergebe, dass man ihm in den 
Verhören vorgeworfen habe, der kurdischen Arbeiterpartei anzugehö-
ren  und  "den  Aufstand  in  Qamishli"  mitorganisiert  zu  haben.  Der 
alleine aus diesem Versehen abgeleitete Einwand in der Beschwerde, 
wonach  fragwürdig  sei,  wie  genau  sich  die  Vorinstanz  mit  den 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  überhaupt  auseinandergesetzt 
habe, erweist sich unter diesen Umständen als polemisch.

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Vorbehaltlos beizupflichten ist dem BFM darin, dass gerade im soeben 
erörterten Punkt (Inhalt der behördlichen Anschuldigungen) das Aus-
sageverhalten des Beschwerdeführers deutliche Kennzeichen für eine 
einstudierte, nicht auf wahren Gegebenheiten beruhende Geschichte 
aufweist (vgl. Vernehmlassung des BFM vom 1. September 2007 S. 1 
unten). In der Tat ist von einem Menschen, der über aussergewöhnli-
che und zwangsläufig einprägsame Erlebnisse wie eine von Gewaltan-
wendung geprägte  Inhaftierung berichtet,  natürlicherweise  zu  erwar-
ten, dass er das Naheliegende in den Vordergrund stellt. Demnach ist  
es schlechterdings nicht nachvollziehbar, wenn der Beschwerdeführer 
anlässlich  der  – vergleichsweise  ausführlichen  –  Summarbefragung 
(act. A1/15 S. 5, 6 und 8 unten) sowie auch noch im freien Bericht in 
der  drei  Wochen  später  durchgeführten  Direktanhörung  (act. A13/13 
F 73 und 74) die angeblichen behördlichen Anschuldigungen und die 
von  ihm  unternommenen  Beteuerungs-  und  Entkräftungsversuche 
ausschliesslich auf eine Beteiligung am Aufstand und an den Demon-
strationen in Qamishli sowie auf eine Mitgliedschaft bei der kurdischen 
Arbeiterpartei bezieht, ein ihm in den Verhören vorgeworfenes regime-
feindliches  Verhalten  im  Wohn-,  Arbeits-  und  Verhaftungsort 
C.___________ hingegen mit keinem Wort erwähnt. Erst auf die Frage 
hin,  wie  er  selber  sich  den  gegen  ihn,  der  nicht  einmal  Kurdisch 
spreche, erhobenen Verdacht  erkläre, führte er  seine Verhaftung auf 
die in C.___________ und insbesondere in dem von ihm bewohnten 
(...)  abgehalteten  Demonstrationen  zurück  (act. A13/13  F  83). Wenn 
aber in der Nähe des Verhaftungsortes abgehaltene Demonstrationen 
die  eigentliche  Ursache  für  die  Verdächtigung  waren,  bleibt 
unerklärlich, warum der Beschwerdeführer dies nicht von Beginn weg 
unaufgefordert  in  seinen  Sachvortrag  hat  einfliessen  lassen.  Dazu 
hätte  er  allen  Anlass  gehabt,  um  wenigstens  versuchsweise  zu 
erklären,  warum der syrische Sicherheitsdienst  ausgerechnet ihn als 
politisch  gänzlich  desinteressierten  Menschen  der  Teilnahme  an 
prokurdischen  Manifestationen  und  der  Mitgliedschaft  bei  der  kurdi-
schen  Arbeiterpartei  hätte  verdächtigen  und  über  ein  Jahr  in 
Gewahrsam  behalten  sollen,  um  ihn  dann  in  der  Erkenntnis 
freizulassen, dass er mit den Problemen nichts zu tun habe (vgl. act. 
A1/15  S. 9  oben).  Das  Argument  des  BFM in  der  Vernehmlassung, 
wonach eine tatsächlich mit  diesem Vorwurf konfrontierte Person die 
für sie eindeutig näherliegende – weil realistischere und ernstzuneh-
mendere – Anschuldigung in erster Linie erwähnen würde, erweist sich 
insofern als stichhaltig. Nicht als Erklärung für das geschilderte Aus-
sageverhalten kann dagegen gelten, dass der Beschwerdeführer nicht 

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gezielt  nach Demonstrationen in seinem Wohnquartier gefragt wurde 
(vgl. act. A13/13 F 99).

4.3.2 Über das soeben dargelegte Beispiel hinaus ist im Aussagever-
halten  des  Beschwerdeführers  das  Grundmuster  zu  erkennen,  erst 
nach etwelchen Rückfragen schliesslich bei einer Version zu "landen", 
die im Wahrheitsfall von ihm selbst von Anfang an unmissverständlich 
als  solche  geschildert  worden  wäre. Besonders  deutlich  zeigte  sich 
dieses Muster bei der Offenlegung der konkreten Umstände, unter de-
nen sich seine Verhaftung am frühen Morgen des 16. März 2004 abge-
spielt  haben soll. Seiner zeitlich letzten Aussage nach zu schliessen 
befand  sich  der  Beschwerdeführer  auf  dem Nachhauseweg von der 
Arbeit  bei  J.__________,  dem in  der  Ortschaft  H.__________  eine 
G.__________ betreibenden Freund seines Chefs, als er gegen sechs 
Uhr in C.___________ von Sicherheitsbeamten in Zivil ohne Erklärung 
festgenommen wurde (act. A13/13 F 85). Dass er jedoch in der Nacht 
zuvor nicht an seiner Maschine in der G.__________ in unmittelbarer 
Nähe seiner  Wohnadresse (act. A13/13 F 69: "Wenn ich jeweils das 
Haus  verliess,  hatte  ich  nur  ein  paar  Schritte  zu  machen,  um  die 
G.__________  zu  erreichen.")  gearbeitet  hat,  hatte  er  in  seinen 
früheren Äusserungen nicht erwähnt oder durchblicken lassen. Ebenso 
wenig  hatte  er  erahnen  lassen,  dass  er  bei  J.__________  in 
H.__________ überhaupt jemals Nachtschicht geschoben hat und von 
den "über drei oder vier" Aufenthalten als Taglöhner, die er in dessen 
G.__________ in H.__________ zugebracht hat,  einer gerade in der 
Nacht  vor  seiner  Verhaftung  stattfand.  Bezeichnenderweise  hatte  er 
erklärt  gehabt,  er  wisse für  jene "über drei  oder vier  Male",  da sein 
Arbeitgeber  ihn  zu  J.__________  geschickt  habe,  das  Datum  nicht 
(vgl. act. A13/13 F 70).

4.3.3 Unter  den  dargelegten Umständen  ist  es  vollkommen unwahr-
scheinlich, dass der Beschwerdeführer von einem tatsächlichen Erleb-
nis sprach, als er die Verhaftung durch Sicherheitsbeamte am Morgen 
des 16. März 2004 beschrieb. Folgerichtig ist hinlänglich auszuschlies-
sen,  dass  er  in  der  behaupteten  Weise  gefangen  gehalten  und  der 
Folter ausgesetzt wurde. Wie das BFM richtig festgestellt hat, war der 
Beschwerdeführer  denn auch nicht  in der Lage, die Abläufe und Er-
lebnisse in der Haft aus der persönlichen Perspektive heraus zu schil -
dern.  Die  Sichtweise  in  der  Beschwerde,  wonach  die  Ausführungen 
des  Beschwerdeführers  den  Umständen  entsprechend  detailliert  ge-
wesen  seien,  findet  in  den  Protokollen  keine  Bestätigung.  Der  Be-

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schwerdeführer  zählte zwar auf  Rückfrage hin verschiedene Formen 
der  Gewaltanwendung  auf  (Stock-  und  Faustschläge,  Fusstritte,  Zu-
sammenbinden der Unterschenkel  mit  den Händen beziehungsweise 
einem Stock), liess aber klar umrissene Aussagen, durch welche die 
jeweiligen Interaktionen und seine eigene Teilnahme am Geschehen 
wie insbesondere körperliche Empfindungen und psychische Vorgänge 
widerspiegelt worden wären, komplett vermissen (vgl. act. A1/15 S. 8, 
A13/13 F 74 und 97).

4.3.4 Der Vollständigkeit halber bleibt anzufügen, dass der Beschwer-
deführer in seinen Aussagen eine einleuchtende Erklärung dafür, dass 
für  ihn  in  Syrien  ein  sicheres  Leben  nach  seiner  persönlichen  Ein-
schätzung nicht mehr möglich war, schuldig blieb. So beantwortete er 
etwa  die  Frage,  ob  es  nach  seiner  (vermeintlichen)  Haftentlassung 
noch andere Ereignisse gegeben habe, in denen er gesucht worden 
sei,  auf Anhieb mit  "Nein"; lediglich als Ergänzung fügte er an, "sie" 
seien aber ab und zu zu ihm gekommen, als er nicht zu Hause gewe-
sen sei (vgl. act. A1/15 S. 9). In welchem Monat oder in welchem Jahr 
es  zu  diesen  Suchaktionen  gekommen  ist,  vermochte  er  zunächst 
nicht anzugeben. Auch stellte er von sich aus keinen Zusammenhang 
zwischen  diesen  Suchaktionen  und  den  im  freien  Bericht  (vgl. 
act. A1/15 S. 6) erwähnten Aufenthalten beim Grossvater beziehungs-
weise  bei  der  Grossmutter  in  B.__________  her.  Erst  nach 
wiederholtem Nachfragen legte  er  sich  auf  die  Version fest,  dass er 
sich letztmals sieben Monate vor der Ausreise während einer Woche 
bei  seinem Grossvater  versteckt  habe und  danach  zu  Hause  nichts 
mehr vorgefallen sei (vgl. act. A1/15 S. 9). Auf die Anschlussfrage hin, 
welches Ereignis ihn sieben Monate vor der Ausreise zum Ausweichen 
nach  B.__________  veranlasst  habe,  musste  er  jedoch  abermals 
eingestehen, dass er es nicht wisse (vgl. act. A1/15 S. 9).

4.4 Aufgrund des Erwogenen ist im Sinne eines Zwischenergebnisses 
festzuhalten, dass der Beschwerdeführer eine einjährige Inhaftierung 
und eine Gefahr erneuter Festnahmen wegen Teilnahme an prokurdi-
schen Manifestationen und Mitgliedschaft bei der kurdischen Arbeiter-
partei weder nachzuweisen noch glaubhaft im Sinne von Art. 7 Abs. 2 
und 3 AsylG zu machen vermag. Bei gesamthafter Betrachtung seiner 
diesbezüglichen  Aussagen  in  den  durchgeführten  Befragungen  und 
der im Laufe des Verfahrens eingereichten Beweismittel lässt sich ein 
Übergewicht an Hinweisen, die für deren Wirklichkeit sprechen, im Ver-
gleich zu solchen, die für deren blosse Inszenierung sprechen, klarer-

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weise nicht  erkennen. Die Vorinstanz durfte dementsprechend  davon 
absehen, diese Teile der Gesuchsbegründung auf  ihre asylrechtliche 
Relevanz hin zu überprüfen (vgl. Art. 7 Abs. 1 AsylG).

5.
5.1
Wie  aus  den  vorstehenden  Erwägungen  hervorgeht,  ist  es  dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu 
machen, dass er vor seiner Ausreise aus Syrien verfolgt wurde oder 
ihm Verfolgung drohte. Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlings-
eigenschaft ist jedoch die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides 
(BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f., BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f.  WALTER 
STÖCKLI,  Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländer-
recht, Basel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18). Es ist dem-
nach zu prüfen, ob der Beschwerdeführer die Voraussetzungen für die 
Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft aufgrund seiner illegalen Aus-
reise aus Syrien beziehungsweise seines exilpolitischen Verhaltens in 
der Schweiz und damit – wie in der Beschwerde geltend gemacht wird 
– aufgrund von subjektiven Nachfluchtgründen erfüllt.

5.2 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Aus-
reise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat – insbesondere durch poli-
tische Exilaktivitäten – eine Gefährdungssituation erst geschaffen wor-
den  ist,  sich  somit  auf  das  Vorliegen  subjektiver  Nachfluchtgründe 
(Art. 54 AsylG) beruft, hat begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger 
Verfolgung,  wenn  der  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  mit  erheblicher 
Wahrscheinlichkeit  von  den  Aktivitäten  im  Ausland  erfahren  hat  und 
die Person deshalb bei einer Rückkehr in flüchtlingsrechtlich relevanter 
Weise verfolgt würde (BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f., BVGE 2009/28 
E. 7.1  S. 352,  EMARK 2006  Nr. 1  E. 6.1  S. 10,  UNHCR,  Handbuch 
über  Verfahren  und  Kriterien  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigen-
schaft, Genf 1993).

5.3 Vorliegend wird in diesem Zusammenhang geltend gemacht, dass 
aus Zweifeln an den Fluchtgründen nicht ohne weitere Begründung auf 
eine legale Ausreise geschlossen werden dürfe. Der Beschwerdeführer 
habe in den Anhörungen angegeben, mit einem gefälschten türkischen 
Pass illegal  aus  Syrien ausgereist  zu  sein. Bezweifle  die  Vorinstanz 
dieses  Vorbringen,  müsse  sie  dies  im  Rahmen  ihrer  Begründungs-
pflicht  motivieren. Anderenfalls  sei  davon auszugehen,  dass der  Be-

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schwerdeführer illegal ausgereist sei. Weiter habe sich der Beschwer-
deführer  nach  der  grundlosen  Inhaftierung  und  Folterung  in  seinem 
Heimatland aktiv für die Anliegen der Kurden in Syrien einsetzt. So ha-
be er in der Schweiz – wie mit den eingereichten Fotos von einer De -
monstration am 12. März 2007 vor der US-Botschaft in Bern, einer Ver-
anstaltung am 9. Juni 2006 in Bern und von einer Demonstration am 
13. August 2007 in Genf dokumentiert werde – an verschiedenen De-
monstrationen  und  Veranstaltungen  für  das  Anliegen  der  syrischen 
Kurden teilgenommen, darunter eine Veranstaltung mit dem Sohn des 
I.__________,  dem  Sohn  des  inzwischen  ermordeten  geistlichen 
Oberhaupts der syrischen Kurden. Die Fotos der Demonstration vom 
12. März  2007  in  Bern  und vom 13. August  2007 in  Genf  seien im 
Internet publiziert  worden, worauf der syrische Sicherheitsdienst den 
Bruder  des  Beschwerdeführers  erneut  aufgesucht  und  nach  dem 
Beschwerdeführer  gefragt  habe. Die syrischen Behörden hätten also 
Kenntnis von den politischen Aktivitäten des Beschwerdeführers in der 
Schweiz. Da die syrische Regierung ein grosses Interesse daran habe, 
Regimegegner frühzeitig auszumachen, um gegen diese vorgehen zu 
können, könne davon ausgegangen werden, dass gezielt Spitzel und 
regimetreue Syrier in Organisationen und Vereinen im In- und Ausland 
eingeschleust  würden.  So  hätten  die  syrischen  Behörden  die 
Möglichkeit,  mit  verhältnismässig geringem Aufwand die Vielzahl von 
Regimekritikern, besonders die aktivsten unter ihnen, schnell zu lokali-
sieren  und  zu  identifizieren.  Diesbezüglich  werde  im  eingereichten 
Gutachten vom 16. Januar 2005 festgehalten, dass seit März 2004 die 
Kontrollen respektive Verhöre ehemaliger Asylsuchender bei ihrer An-
kunft auf dem Flughafen verschärft worden seien. Besonders die Stür-
mung und Besetzung  der  syrischen Botschaft  in  der  Schweiz  durch 
kurdische Exilsyrier  habe zu einer  verstärkten Überwachung solcher 
Kreise geführt. Auch würden nun noch intensiver als bisher zurückkeh-
rende syrische Kurden unter  Generalverdacht  gestellt  und  es  werde 
entsprechend hart versucht, mit den bekannten notorischen Folterme-
thoden Informationen über die exilpolitische Szene in der Schweiz zu 
erhalten. Zusammenfassend sei also festzuhalten,  dass sich der Be-
schwerdeführer mehrere Male in der Öffentlichkeit gegen Menschen-
rechtsverletzungen  in  Syrien  engagiert  und  die  syrische  Behörde 
Kenntnis davon erhalten habe. Es drohten ihm nun bei einer allfälligen 
Rückkehr ins Heimatland Verhaftung und Folter, weshalb er nicht nach 
Syrien zurückgeführt werden dürfe.

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5.3.1 Betreffend die in der Beschwerde erwähnte Einschleusung von 
Informanten  des  syrischen  Geheimdienstes  ist  bei  realistischer  Be-
trachtung davon auszugehen, dass eine solche Spitzeltätigkeit sich auf 
die Erfassung von Personen konzentriert, welche im Ausland Funktio-
nen wahrnehmen und Aktivitäten entwickeln, die sie als ernsthafte und 
potentiell gefährliche Regimegegner erscheinen lassen. Dass die syri -
schen Sicherheitsbehörden ihrerseits  bei  der  Auswertung zugetrage-
ner Informationen zwischen tatsächlich politisch engagierten Regime-
kritikern  und Exilaktivisten,  die mit  ihren Aktionen in erster  Linie die 
Chancen auf ein Aufenthaltsrecht im Ausland zu erhöhen versuchen, 
zu unterscheiden vermögen, darf vorausgesetzt werden.

5.3.2 Gerade  jenes  qualifizierte  Profil,  welches  Personen  mit  einer 
erstzunehmenden  regimefeindlichen  Haltung  und  einem  erheblichen 
agitatorischen  Potential  von  opportunistischen  Mitläufern  unterschei-
det, geht dem Beschwerdeführer jedoch offensichtlich ab. Zur Verdeut-
lichung  dessen  ist  mit  der  Vorinstanz  (vgl.  Vernehmlassung  vom 
14. September 2007 S. 2) darauf hinzuweisen, dass der Beschwerde-
führer laut eigener Aussage in seinem Heimatland keinerlei Bezug zur 
Politik  hatte,  einer  gänzlich  apolitischen  Familie  entstammt,  des  Le-
sens und Schreibens unkundig ist und sich im Alltag nicht etwa in der  
kurdischen, sondern in der arabischen Sprache verständigt. Dass er 
die hierzulande angeblich entdeckte Affinität  für  die Anliegen seines 
Volkes in Syrien als Reaktion auf die "grundlose Inhaftierung und Fol-
terung" in seinem Heimatland darzustellen versucht (vgl. Beschwerde 
S. 8), lässt ihn aus den vorne dargelegten Gründen nicht glaubwürdi-
ger erscheinen.  Im konkreten Fall ist davon auszugehen, dass insge-
samt  keine  subjektiven  Nachfluchtgründe  bestehen,  die  bei  einer 
Rückkehr des Beschwerdeführers nach Syrien zu einer für die Flücht-
lingseigenschaft  relevanten  Verfolgung  führen  würden.  Dieser  Ein-
schätzung liegt  die Erkenntnis zugrunde, dass  nicht  primär das Her-
vortreten im Sinne einer optischen Erkennbarkeit, sondern die Fähig-
keit zu einem Verhalten in der Öffentlichkeit massgebend ist, welches 
aufgrund der  Persönlichkeit  des  Asylsuchenden,  der  äusseren  Form 
seines Auftretens und nicht  zuletzt  aufgrund des Inhaltes  der  abge-
gebenen Erklärungen den Eindruck erweckt, er stelle eine Gefahr für 
das von der Baath-Partei und dem Präsidenten Baschar al-Assad do-
minierte politische System in Damaskus dar. Ein dermassen erhöhter 
Exponierungsgrad kann dem Beschwerdeführer klarerweise nicht be-
scheinigt  werden. In  seinem Fall  fehlt  es  an  hinreichenden Anhalts-
punkten dafür,  dass die Aktivitäten ihre primäre Motivation  in  einem 

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ernsthaften  persönlichen  Bedürfnis  und  einer  gefestigten  politischen 
Gesinnung hatten. Inwiefern er aus der Masse der exilpolitisch aktiven 
Kurden hervorgetreten  sein  und dadurch wahrscheinlich  eine Regis-
trierung durch die syrischen Behörden bewirkt haben sollte (vgl. Replik 
vom 3. Oktober 2007 S. 2), ist nicht einzusehen. Durch die blosse Teil-
nahme an den erwähnten Kundgebungen im Jahr 2007 hebt  er  sich 
nicht von der breiten Mehrheit der exilpolitisch tätigen Kurden ab. Dass 
er seither sein Engagement erheblich ausgebaut hat, macht er selbst 
nicht geltend.

5.3.3 Vor diesem Hintergrund lässt die im vorliegenden Verfahren do-
kumentierte Beteiligung des Beschwerdeführers an exilpolitischen Ak-
tivitäten insgesamt nicht das Gefährdungspotenzial ersehen, welches 
dieser daraus zu ziehen versucht. Es ist somit nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im 
Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat befürchten müsste, dort we-
gen  seines  im  Ausland  gezeigten  politischen  Verhaltens  ernsthafte 
Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu erleiden. Dass die syrischen 
Behörden von seinen Exilaktivitäten soweit  Notiz  genommen haben, 
dass sie diese als konkrete und ernsthafte Bedrohung für das politi-
sche System empfinden würden, ist nicht wahrscheinlich.

5.4 Zu erörtern bleibt die Frage, ob der Beschwerdeführer allein we-
gen  seiner  Ausreise  aus  Syrien  und  der  Asylbeantragung  in  der 
Schweiz  bei  einer  Rückkehr  in  seine  Heimat  asylrechtlich  relevante 
Nachteile zu befürchten hätte. Mit Bezug auf den geltend gemachten 
Ablauf der Ausreise ist  im Einklang mit dem BFM festzuhalten, dass 
auch in  dieser  Hinsicht  die Aussagen des Beschwerdeführers selbst 
den gelockerten Beweisanforderungen von Art. 7 AsylG nicht genügen. 
Deutliche Ungereimtheiten haften insbesondere den Angaben zur Rol-
le des Bruders an, die dieser bei der Ausreise über den Flughafen von 
C.___________  gespielt  haben  soll.  Die  Angaben  sind  dermassen 
vage und konturenlos gehalten, dass nicht klar wird, worin genau die 
Einflussnahme des  Bruders  bestand,  und  warum es  angesichts  des 
gefälschten  Passes  und  der  Präsenz  des  Schleppers  dessen  Hilfe 
überhaupt  noch  bedurft  haben  sollte.  Dass  gegen  den 
Beschwerdeführer  eine  Ausreisesperre  bestand,  welche  umgangen 
werden  musste  (vgl.  act. A13/13  F  16),  ist  aus  den  dargelegten 
Gründen nicht plausibel. Andererseits ist es unverständlich, warum der 
Beschwerdeführer  einen  beträchtlichen  Aufwand  in  Form  einer 
Beschaffung  eines  gefälschten  Passes  mit  seinem Namen  und  Bild 

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und einem Visum respektive einer Arbeitsbewilligung hätte betreiben 
sollen,  wenn  er  gleichzeitig  der  Überzeugung  war,  dass  er  bei  der 
Passkontrolle  angehalten würde, sobald die Beamten seinen Namen 
im  Computer  eingegeben  hätten.  In  einer  allfälligen  Kenntnisnahme 
der syrischen Behörden von der Einreichung des Asylgesuchs in der 
Schweiz ist  schliesslich kein Risikofaktor  in  dem Sinne zu erblicken, 
dass  der  Beschwerdeführer  allein  deswegen bei  einer  Rückkehr  mit 
asylrechtlich relevanten Nachteilen zu rechnen hätte.

6.
Angesichts  der  aufgezeigten  Sachlage  erübrigt  es  sich,  auf  weitere 
Einwendungen in der Beschwerde und in der Replik auf die vorinstanz-
liche Vernehmlassung einzugehen, da diese nicht geeignet sind, einen 
anderen Entscheid in der Fragen der Flüchtlingseigenschaft  und des 
Asyls herbeizuführen. Aus demselben Grund kann auf weitergehende 
Erörterungen zu den eingereichten Beweismitteln  verzichtet  werden. 
Der rechtserhebliche Sachverhalt wurde ausreichend ermittelt, und es 
ist demnach absehbar, dass aus zusätzlichen Abklärungen keine neu-
en  entscheidwesentlichen  Erkenntnisse  gewonnen  werden  könnten. 
Damit ist nach Würdigung der gesamten Umstände als Ergebnis fest-
zuhalten, dass der Beschwerdeführer die Voraussetzungen der Flücht-
lingseigenschaft im Sinne der Definition von Art. 3 AsylG nicht erfüllt. 
Folgerichtig  bleibt  ihm eine Gewährung des Asyls  durch die schwei-
zerischen Behörden versagt (Art. 2 Abs. 1 und Art. 49 AsylG). Die Ab-
lehnung des entsprechenden Gesuchs durch die Vorinstanz ist zu be-
stätigen.

7.
7.1
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 
so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord-
net den Vollzug an; dabei ist der Grundsatz der Einheit der Familie zu 
berücksichtigen (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2 Vorliegend hat  der  Kanton dem Beschwerdeführer  keine  Aufent-
haltsbewilligung  erteilt  (Art. 32  Bst. a  der  Asylverordnung  1  vom 
11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]). Dieser kann sich auch nicht 
auf einen dahingehenden Anspruch berufen (vgl. EMARK 2001 Nr. 21). 
Die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz steht somit 
im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen.

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7.3 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht möglich, nicht zulässig oder 
nicht zumutbar, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis 
nach den gesetzlichen Bestimmungen über  die  vorläufige Aufnahme 
(Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. De-
zember 2005 über Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Der Vollzug ist nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer 
weder in den Herkunfts- oder in den Heimatstaat noch in einen Dritt-
staat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann. Er ist nicht zuläs-
sig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterrei-
se  der  Ausländerin  oder  des Ausländers  in  den Heimat-,  Herkunfts- 
oder in einen Drittstaat entgegenstehen. Der Vollzug kann für Auslän -
derinnen oder Ausländer unzumutbar sein, wenn sie in Situationen wie 
Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage im 
Heimat- oder Herkunftsstaat konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 2-4 
AuG).

Bei der Prüfung der drei genannten Kriterien ist auf die im Entscheid-
zeitpunkt bestehenden Verhältnisse abzustellen (EMARK 1997 Nr. 27 
E. 4f S. 211).

7.4  
7.4.1 Zum Kriterium der Zulässigkeit ist vorab festzuhalten, dass das 
in Art. 5 AsylG in Anlehnung an Art. 33 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30)  sta-
tuierte  flüchtlingsrechtliche  Rückschiebungsverbot  (vgl.  auch  Art.  25 
Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) nur Flüchtlingen im Sinne von Art. 3 
AsylG beziehungsweise Art. 1 A FK Schutz bietet. Vorliegend kommt 
daher  die Anwendung dieser  Bestimmungen von vornherein  nicht  in 
Betracht, nachdem aus den zuvor dargelegten Gründen der Beschwer-
deführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt.

7.4.2 Gleichzeitig sind in den Akten auch keine genügenden Anhalts-
punkte für die Annahme vorhanden, dass der  Beschwerdeführer sich 
für den Fall einer Rückschiebung in den Heimatstaat daselbst mit be-
achtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt sehen würde. Nach dem Wortlaut 
von Art. 3 EMRK darf  niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender  Strafe oder  Behandlung  ausgesetzt  werden. Der  sol-
chermassen garantierte  Schutz kommt dabei  in  jedem Fall  zum Tra-
gen: Das Interesse des Individuums, von erheblichen Eingriffen in die 

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körperliche und psychische Integrität verschont zu bleiben, darf nicht 
zu anderen Interessen in Bezug gesetzt  werden,  selbst  in  extremen 
Fällen nicht, da etwa besondere Eigenschaften der sich darauf beru-
fenden Person und/oder das Gebot der Verhältnismässigkeit eine Gü-
terabwägung nahe legen mögen. Von Art. 3 EMRK werden sodann nur 
Formen von Misshandlungen erfasst, die eine bestimmte Intensität er-
reichen. Zusätzlich muss eine konkrete Gefahr ("real risk") vorliegen, 
dass die betroffene Person solchen Beeinträchtigungen auch wirklich 
ausgesetzt  wird. Durch den Geltungsbereich von Art. 3 EMRK abge-
deckt sind sowohl drohende staatliche Übergriffe als auch Handlungen 
von privaten Akteuren. Geht die konkrete Gefahr einer gegen die ma-
teriellen Garantien von Art. 3 EMRK verstossenden Beeinträchtigung 
von Zivilpersonen aus, muss die Gewährung eines wirksamen Schut-
zes („protéction appropriée“) durch die Behörden ausgeschlossen er-
scheinen  (vgl.  JENS MEYER-LADEWIG,  Europäische  Menschenrechtskon-
vention, Handkommentar, 2. Aufl., Baden-Baden, 2006, Rz. 21 und 22 
zu  Art. 3;  Europäischer  Gerichtshof  für  Menschenrechte  [EGMR], 
Saadi gegen Italien, Urteil der grossen Kammer vom 28. Februar 2008 
[Beschwerde Nr. 37201/06], §§ 124-149; EMARK 2002 Nr. 22 E. 4d.aa 
S. 179 f. und EMARK 2001 Nr. 16 E. 6a S. 122, jeweils mit  weiteren 
Hinweisen).

Aus den unglaubhaften Angaben des Beschwerdeführers zu den Ge-
schehnissen vor der Ausreise und den geltend gemachten Exilaktivitä-
ten in der Schweiz lassen sich insgesamt keine ernsthaften und siche-
ren (wörtlich: erwiesenen, bewahrheiteten, bestätigten) Gründe („mo-
tifs sérieux et avérés“, vgl. erwähntes Urteil des EGMR § 128) für die 
Annahme einer konkreten Gefahr im erwähnten Sinn herleiten. Insbe-
sondere wird nicht ausreichend substanziiert, dass für den Beschwer-
deführer im heutigen Zeitpunkt eine tatsächliche Gefahr besteht, vom 
syrischen Staat  bei  der  Wiedereinreise  in  einer  gegen  Art.  3  EMRK 
verstossenden Weise belangt zu werden. Alleine aus der allgemeinen 
Menschenrechtssituation in Syrien kann nicht auf ein reales Risiko sol-
cher  Beeinträchtigungen  geschlossen  werden.  Selbst  das  Vorliegen 
einer allgemein schlechten Menschenrechtslage genügt nämlich noch 
nicht  für die Annahme einer drohenden Verletzung von Art. 3 EMRK 
(vgl. EMARK 2001 Nr. 16 E. 6a S. 122, mit zahlreichen Hinweisen).

7.4.3 Andere  völkerrechtliche  Wegweisungshindernisse  –  so  etwa 
Art. 7 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rech-
te sowie Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

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Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Be-
handlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) – gehen in ihrer Tragweite nicht 
über Art. 3 EMRK hinaus (vgl. dazu BGE 124 I 235 f., Erw. 2a).

7.5 Was den  Teilaspekt  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
betrifft, so wird die massgebliche Bestimmung von Art. 83 Abs. 4 AuG 
vor allem bei  Gewaltflüchtlingen angewendet,  das heisst  bei Auslän-
derinnen und Ausländern, die mangels persönlicher Verfolgung weder 
die Voraussetzungen der Flüchtlingseigenschaft noch jene des völker-
rechtlichen Non-Refoulement-Prinzips erfüllen, jedoch wegen der Fol-
gen  von  Krieg,  Bürgerkrieg  oder  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt 
nicht in ihren Heimatstaat zurückkehren können. Daneben können sich 
namentlich diejenigen Personen auf Art. 83 Abs. 4 AuG berufen, wel -
che nach ihrer Rückkehr ebenfalls einer konkreten Gefahr ausgesetzt 
wären, weil sie die absolut notwendige medizinische Versorgung nicht 
erhalten  könnten  oder  –  aus  objektiver  Sicht  –  wegen  der  vorherr-
schenden Verhältnisse mit  grosser Wahrscheinlichkeit  unwiederbring-
lich in völlige Armut gestossen würden, dem Hunger und somit einer 
ernsthaften Verschlechterung ihres Gesundheitszustands, der Invalidi-
tät oder sogar dem Tod ausgeliefert wären (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.5, 
BVGE 2009/41 E. 7.1,  BVGE 2009/28 E. 9.3.1,  jeweils  mit  weiteren 
Hinweisen).

7.5.1 Eine Situation generalisierter  Gewalt,  die sich  noch dazu über 
das ganze Staatsgebiet oder weite Teile desselben erstrecken würde, 
liegt in Syrien nicht vor. Eine gänzlich unsichere, von bewaffneten Kon-
flikten oder permanent drohenden Unruhen dominierte Lage, aufgrund 
derer  der  Beschwerdeführer  sich  bei  einer  Rückkehr  unvermeidlich 
einer konkreten Gefährdung ausgesetzt  sehen würde, besteht mithin 
nicht. Sodann ist in Erinnerung zu rufen, dass blosse soziale und wirt -
schaftliche Schwierigkeiten, von denen die ansässige Bevölkerung im 
Allgemeinen  betroffen  ist,  keine  Gefährdung  im  Sinne  von  Art. 83 
Abs. 4 AuG darstellen (vgl. EMARK 2005 Nr. 24 E. 10.1. S. 215).

7.5.2 Ferner sind auch keine individuellen Gründe ersichtlich, welche 
die Rückkehr des Beschwerdeführers nach Syrien als unzumutbar er-
scheinen  lassen.  In  den  Akten  deutet  nichts  darauf  hin,  dass  der 
31-jährige  Beschwerdeführer  aus  Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer 
oder gesundheitlicher Natur bei einer Rückkehr in eine existenzbedro-
hende Situation geraten würde. So beklagt er von sich aus keine ge-
sundheitlichen  Probleme,  verfügt  über  Berufserfahrung  als  Ange-

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stellter in einer F.__________ und verwendet das Arabische als seine 
Muttersprache. Weiter ist zu bedenken, dass in C.___________ seine 
Mutter, sein Bruder und vier Schwestern leben. Im Bedarfs fall könnte 
er  somit  auf  ein  soziales  Beziehungsnetz  innerhalb  seiner  näheren 
Verwandtschaft  zurückgreifen.  Im  Weiteren  liess  er  selber 
durchblicken,  aus  einer  vermögenden Familie  zu  stammen. Es  kann 
somit  bei  einer  Gesamtbetrachtung  mit  hinreichender  Sicherheit 
ausgeschlossen  werden,  dass  der  Beschwerdeführer  sich  bei  einer 
Rückkehr in seinen Heimatstaat mit einer Situation konfrontiert sehen 
würde, die eine Gefährdung in existenzieller Hinsicht befürchten lies-
se.

7.5.3 Nach  dem  Gesagten  ist  der  Vollzug  der  gegenüber  dem  Be-
schwerdeführer verfügten Wegweisung nicht als unzumutbar im Sinne 
von Art. 83 Abs. 4 AuG zu bezeichnen.

7.6 Schliesslich  obliegt  es  dem Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.7 Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Vorinstanz  den  Vollzug 
der Wegweisung zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet 
hat. Die Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt deshalb nicht in Be-
tracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist demnach abzuweisen.

9.  
9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die gesamten Kosten 
dem mit seinen Begehren unterlegenen Beschwerdeführer aufzuerle-
gen (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG).  Gleichzeitig mit 
der Beschwerde hat der Beschwerdeführer jedoch ein Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG  eingereicht,  dessen  Beurteilung  aussteht  (vgl.  Prozessge-
schichte Bst. C und D).

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9.2 Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG befreit die Beschwerdeinstanz nach 
Einreichung der Beschwerde eine Partei, die nicht über die erforderli-
chen Mittel verfügt, auf Antrag von der Bezahlung der Verfahrenskos-
ten, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint. Aus den hiervor 
aufgezeigten Gründen kann dem Beschwerdeführer nicht vorgehalten 
werden, seiner Beschwerde habe es im Zeitpunkt der Beantragung der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  mit  Blick  auf  die  Erfolgsaussichten  an 
der nötigen Ernsthaftigkeit gefehlt (vgl. BGE 125 II 265 E. 4b S. 275). 
Die  Beschwerdebegehren  erschienen  mit  anderen  Worten  bei  retro-
spektiver Betrachtung nicht aussichtslos. Bei den Akten befindet sich 
eine Bestätigung vom 13. September 2007, gemäss welcher der Be-
schwerdeführer vollumfänglich fürsorgeabhängig ist. Hinweise auf eine 
wesentliche Veränderung seiner Einkommens- und Vermögensverhält-
nisse  wurden  seither  nicht  aktenkundig.  Folgerichtig  kann  der  Be-
schwerdeführer als prozessual bedürftig im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG gelten. Beide kumulativ erforderlichen Bedingungen für die Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG sind somit erfüllt. Das darauf abzielende Gesuch ist somit gut-
zuheissen, und der Beschwerdeführer ist von der Pflicht zur Kostentra-
gung zu befreien.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Martin Maeder

Versand: 

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