# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6a0dc7a5-04ee-54d6-b71d-7f4108ade93f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.11.2009 C-5775/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5775-2008_2009-11-04.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5775/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  N o v e m b e r  2 0 0 9

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiber Daniel Brand.

J._______ und H._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
K._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5775/2008

Sachverhalt:

A.
Die  1989  geborene  kenianische  Staatsangehörige  K._______ 
(nachfolgend:  Gesuchstellerin  bzw.  Eingeladene)  beantragte  am 
9. Juni 2008 bei der Schweizerischen Botschaft in Nairobi die Erteilung 
eines Einreisevisums für die Dauer von drei Monaten. Als Zweck der 
beabsichtigten  Reise  gab  sie  an,  ihre  in  der  Stadt  Zug  wohnhafte 
Tante  J._______  und  deren  Ehemann  H._______  (nachfolgend:  die 
Gastgeber  bzw.  die  Beschwerdeführer)  besuchen  zu  wollen.  Nach 
formloser Verweigerung leitete die Schweizerische Vertretung das Ge-
such an die Vorinstanz zur Prüfung und zum Entscheid weiter.

B.
Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons Zug bei den Gastgebern 
ergänzende Auskünfte eingeholt und an das BFM weitergeleitet hatte, 
wies die Vorinstanz das Einreisegesuch mit Verfügung vom 28. August 
2008 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, die anstandslose 
und fristgerechte Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt kön-
ne nicht als gesichert  betrachtet werden. Die Gesuchstellerin lebe in 
einer Region, aus der als Folge der dort herrschenden wirtschaftlichen 
und soziokulturellen Verhältnisse ein anhaltend starker Zuwanderungs-
druck festzustellen sei. Viele ihrer Landsleute versuchten – einmal in 
der Schweiz – ihren Aufenthalt durch Ausschöpfung sämtlicher rechtli-
cher Mittel  zu verlängern,  um sich so in Umgehung der bundesrätli-
chen  Begrenzungsmassnahmen  eine  vermeintlich  bessere  Zukunft 
aufzubauen. Der Gesuchstellerin oblägen im Heimatland weder zwin-
gende berufliche oder gesellschaftliche Verpflichtungen noch familiäre 
Verantwortlichkeiten, die gegebenenfalls Gewähr für eine fristgerechte 
Rückkehr bieten könnten.

C.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 10. September 2008 erheben die Gast-
geber  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  und  beantragen 
sinngemäss, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und das Vi-
sum zum Besuchsaufenthalt sei zu erteilen. Zur Begründung rügen sie 
im Wesentlichen, die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, die Wie-
derausreise  wäre  nicht  gesichert. Die  Gesuchstellerin  habe in  ihrem 
Heimatland durchaus Verpflichtungen. So kümmere sie sich sehr inten-
siv und aufopfernd um ihre gesundheitlich angeschlagene Grossmut-

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ter. Ausserdem spreche sie Kikuyu, die Sprache ihres Stammes, was 
ihre kulturelle Identität und Heimat zeige.

Der  Beschwerde  beigelegt  waren  unter  anderem eine  Visumstatistik 
des BFM sowie Kopien des Schriftenwechsels zwischen den Gastge-
bern und der Vorinstanz.

D.
Die  Vorinstanz  beantragt  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  27.  Oktober 
2008  die  Abweisung  der  Beschwerde  und  weist  erneut  darauf  hin, 
dass der Gesuchstellerin in ihrem Ursprungsland keine, über das übli-
che Mass hinausgehenden persönlichen, familiären, beruflichen oder 
gesellschaftlichen Verpflichtungen oblägen. Ein Umstand, wie er sich 
ohne weiteres auch schon aus der jederzeitigen Reisebereitschaft und 
der Möglichkeit, das persönliche Umfeld für mehrere Monate verlassen 
zu können, ergäbe.

E.
In ihrer Replik vom 17. November 2008 halten die Beschwerdeführer 
an ihren Anträgen und deren Begründung vollumfänglich fest. Die Vor-
instanz unterstelle in ihrer Vernehmlassung der Eingeladenen unehrli-
che  Absichten und die  Bereitschaft,  eine  Verletzung  der  schweizeri-
schen Aufenthaltsbestimmungen in Erwägung zu ziehen oder in Kauf 
zu  nehmen. Die  beigelegten Abschlusszeugnisse der  besuchten Pri-
mar-  bzw. Sekundarschule zeichneten jedoch ein durchaus positives 
Bild der Persönlichkeit und des Charakters der Gesuchstellerin.

F.
In der Folge zog das Bundesverwaltungsgericht die kantonalen Akten 
der Gesuchstellerin sowie der Gastgeberin bei.

G.
In  einer  ergänzenden Eingabe vom 14. Oktober  2009 weist  der  Be-
schwerdeführer  unter  anderem  darauf  hin,  dass  die  Gesuchstellerin 
mittlerweile ihre Ausbildung als Krankenschwester begonnen habe. 

H.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einrei-
sebewilligung, welche vom Bundesverwaltungsgericht endgültig beur-
teilt  werden  (Art.  83  Bst. c  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Die Beschwerdeführer sind gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen Staa-
ten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Auslän-

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dern  die  Einreise  zu  gestatten.  Vorbehältlich  völkerrechtlicher  Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Aus-
länder  vom  8.  März  2002,  BBl  2002  3774;  BGE  133  I  185  E.  2.3 
S. 189).

4.
4.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz bzw. den Schengenraum für einen Aufenthalt von höchstens 
drei Monaten gültige Reisedokumente, die zum Grenzübertritt berech-
tigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. Art. 5 Abs. 1 
Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Auslän-
derinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20],  Art. 2 Abs. 1 der Verord-
nung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung 
[VEV, SR 142.204]  i.V.m. Art. 5  Abs. 1  Bst. a  und  b  der  Verordnung 
[EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex, 
SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]).

4.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres beab-
sichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende finanziel-
le Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG); 
sie  dürfen zudem nicht  im Schengener Informationssystem (SIS) zur 
Einreiseverweigerung  ausgeschrieben sein  und keine Gefahr  für  die 
öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit 
oder  die  internationalen Beziehungen eines  Mitgliedstaats  darstellen 
(Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG). Namentlich 
müssen Ausländerinnen und Ausländer für die gesicherte Wiederaus-
reise Gewähr bieten, wenn nur ein vorübergehender Aufenthalt vorge-
sehen ist (Art. 5 Abs. 2 AuG, vgl. dazu Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts C-1509/2008 vom 13. Februar 2009 E. 5.2 und E. 5.3 sowie 
C-3013/2008 vom 14. Februar 2009 E. 5.2 und E. 5.3). Hinsichtlich der 
in Frage kommenden Belege zur Glaubhaftmachung des Aufenthalts-
zwecks  verweist  Art. 5  Abs. 2  SGK  auf  den  Anhang I.  Art. 5  Abs. 3 
SGK  sowie  Art. 2  Abs. 2  und  Art. 7–11  VEV  regeln  ausführlich  das 
Einreiseerfordernis der ausreichenden finanziellen Mittel.

5.
Gemäss Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 

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15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) unterliegt die Ge-
suchstellerin der Visumspflicht. 

6.
Verfahren, die am 12. Dezember 2008 (Datum der Inkraftsetzung des 
Abkommens  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft,  der  Europäischen  Union  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Assoziierung  dieses  Staates  bei  der  Umset-
zung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands [SAA, 
SR 0.360.268.1]) hängig sind, werden nach neuem Recht fortgeführt 
(Art. 57 VEV).

7.
7.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Re-
gel  keine gesicherten Feststellungen,  sondern  lediglich Voraussagen 
machen. Dabei sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 
würdigen.

7.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Besuche-
rin  oder  des  Besuchers  ergeben.  Einreisegesuche  von  Bürgerinnen 
und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaft-
lich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können darauf hindeu-
ten,  dass  die persönliche Interessenlage in  solchen Fällen nicht  mit 
dem Ziel  und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Einreisebewilligung  in 
Einklang steht. 

7.3 Kenia ist ein typisches Entwicklungsland im subsaharischen Afri-
ka,  nimmt aber  dennoch eine herausragende Stellung innerhalb  der 
ostafrikanischen Region ein. Das Wirtschaftswachstum betrug im Jah-
re 2008 4,1% (2007: 6,3%). Knapp 60% der Bevölkerung leben aller-
dings unterhalb der Armutsgrenze (ca. 25% verfügen über weniger als 
1 USD pro Tag); 60% der Bevölkerung der Hauptstadt Nairobi leben in 
Slums. Kenias Budget ist zwar zu 95% geberunabhängig, die Verschul-
dung ist aber 2008 weiter angestiegen. Die nach den Wahlen im De-
zember 2007 eingetretene politische Krise hat die wirtschaftliche Fort-
entwicklung Kenias im ersten Halbjahr 2008 stark gehemmt. Der Tou-
rismussektor,  die  grösste  Devisenquelle,  wird  noch  längere  Zeit  am 
Imageschaden  Kenias  als  Reiseland  zu  leiden  haben  (Länder-  und 
Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes > Länder, Reisen und Si-
cherheit  >  Kenia  >  Wirtschaftspolitik,  www.auswaertiges-amt.de, 

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Stand: Mai 2009, besucht im Oktober 2009). In Kenia sind nach wie 
vor  viele  –  vornehmlich  junge  Menschen  –  arbeitslos  oder  in  un-
sicheren Verhältnissen beschäftigt. Entsprechend hoch ist  der  Anteil 
jener, die versuchen, nach Westeuropa – unter anderem auch in die 
Schweiz – zu gelangen, um sich unter günstigeren Lebensbedingun-
gen eine bessere Existenz aufzubauen. Diese Tendenz zur  Auswan-
derung zeigt sich erfahrungsgemäss besonders stark bei jüngeren und 
ungebundenen Personen, die bereits über ein minimales soziales Be-
ziehungsnetz im Ausland (Verwandte oder Freunde) verfügen. Im Falle 
der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven fremdenpolizeilichen 
Zulassungsregelung nicht  selten  zur  Umgehung ausländerrechtlicher 
Bestimmungen.

Es wäre jedoch zu schematisch und nicht haltbar, generell und ohne 
spezifische  Anhaltspunkte  ausschliesslich  aufgrund  der  allgemeinen 
Lage in der Herkunftsregion auf eine nicht hinreichend gesicherte Wie-
derausreise zu schliessen. Die eben genannten Umstände entbinden 
die Vorinstanz daher nicht von einer einzelfallbezogenen Beurteilung. 
Namentlich  können  berufliche,  gesellschaftliche  oder  familiäre  Ver-
pflichtungen die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise be-
günstigen.

8.
8.1 Bei der Eingeladenen handelt es sich um eine 20-jährige, unver-
heiratete und kinderlose Frau. Gemäss den Angaben der Beschwerde-
führer lebt sie bei ihren Eltern in Muranga, zeitweise bei ihrer Gross-
mutter im 100 km entfernten Nairobi. Die Beschwerdeführer betonen in 
diesem Zusammenhang,  dass  die Gesuchstellerin  sich sehr  intensiv 
und aufopfernd um ihre seit einem Unfall gesundheitlich angeschlage-
ne Grossmutter kümmere und überdies verschiedene (nicht näher be-
zeichnete)  Rollen und Verantwortungen gegenüber ihren beiden Ge-
schwistern und einem Pflegekind wahrzunehmen habe. Dieses Argu-
ment vermag nach Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts schon des-
halb nicht zu überzeugen, weil der Umstand, dass gleich eine dreimo-
natige  Landesabwesenheit  geplant  ist,  nicht  ohne  weiteres  darauf 
schliessen lässt, die Präsenz der Gesuchstellerin sei für die Belange 
ihrer  Familie  unverzichtbar;  aufgrund  der  Aktenlage  ist  eher  davon 
auszugehen,  die  Betreuung  der  Grossmutter  sowie  gegebenenfalls 
weiterer  Personen könne durchaus für  längere Zeit  auch auf  andere 
Weise sichergestellt werden. 

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Nach dem bisher  Gesagten kann nicht  davon ausgegangen werden, 
dass der Gesuchstellerin in ihrem Heimatland familiäre Verpflichtungen 
obliegen, die besondere Gewähr für eine Wiederausreise bieten könn-
ten. Tritt hinzu, dass in Situationen angespannter wirtschaftlicher Ver-
hältnisse regelmässig  selbst  zurückbleibende nahe Angehörige  nicht 
verlässlich davon abhalten können, den Entscheid für eine Emigration 
zu fällen. Dass sich die Eingeladene und wohl auch ihre Familienange-
hörigen nicht in besonders vorteilhaften wirtschaftlichen Verhältnissen 
befinden,  davon  muss  ausgegangen  werden.  Die  Beschwerdeführer 
machen  denn  auch  geltend,  sie  unterstützten  die  Gesuchstellerin 
schon seit  Jahren finanziell,  damit sie die Sekundarschule besuchen 
konnte. Auch während ihrer  Berufsausbildung dürfe sie weiterhin mit 
ihrer Unterstützung rechnen.

8.2 Im  Zeitpunkt  der  Gesuchseinreichung  war  die  Gesuchstellerin 
nicht  erwerbstätig. Auf  ihrem Visumantrag gab sie an,  Studentin  am 
"X._______ College"  in Nairobi  zu sein. In  den Gesuchsakten findet 
sich  diesbezüglich  eine  Bestätigung  des  besagten  Institutes  vom 
8. Mai 2008, wonach die Eingeladene ihren zweijährigen Lehrgang in 
Computer- und Informatiktechnologie voraussichtlich im Februar 2010 
abschliessen werde. Die Beschwerdeführer nahmen zu dieser Ausbil-
dung keine Stellung, sondern hielten gegenüber der kantonalen Migra-
tionsbehörde auf entsprechende Frage hin vielmehr fest, die Gesuch-
stellerin habe im Oktober/November 2007 die Sekundarschule abge-
schlossen  und  werde  sich  um  einen  Ausbildungsplatz  als  Kranken-
schwester  bemühen. Mit  Eingabe vom 14. Oktober  2009 weisen die 
Beschwerdeführer denn auch darauf hin, dass die Eingeladene mittler-
weile  die  entsprechende Berufsausbildung begonnen habe. Vor dem 
Hintergrund der schwierigen Verhältnisse vor Ort  versteht es sich je-
doch von selbst und bedarf keiner weiteren Erläuterung, dass die Tat-
sache  einer  laufenden  Berufsausbildung  allein  nicht  schon  den 
Schluss auf intakte Zukunftsaussichten und damit auf fehlenden Mig-
rationsdruck zulässt.

9.
9.1 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen durfte die Vorinstanz 
zu Recht davon ausgehen, die fristgerechte Wiederausreise sei nicht 
hinreichend gewährleistet. Zwar lässt sich diese Prognose nicht zu ei-
ner gesicherten Feststellung verdichten; sie genügt indessen, um die 
Erteilung einer Einreisebewilligung, auf welche ohnehin kein Rechts-
anspruch besteht, abzulehnen.

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An dieser Risikoeinschätzung vermag auch der Hinweis auf die offen-
bar kurz bevorstehende (erleichterte)  Einbürgerung der Beschwerde-
führerin nichts zu ändern. Die Integrität der Beschwerdeführer in ihrer 
Eigenschaft als Gastgeber wird auch gar nicht in Zweifel gezogen. In-
dessen sind bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten 
Wiederausreise  nicht  so  sehr  die  Einstellung und  die  Absichten  der 
Gastgeber, sondern in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes 
selbst von Bedeutung. Nur Letzterer ist in der Lage, hinreichend Ge-
währ für  eine fristgerechte und anstandslose Wiederausreise zu bie-
ten. Die Gastgeber können – wie dies in casu mit der Unterzeichnung 
der Verpflichtungserklärung am 10. Juli 2008 geschehen ist – zwar für 
gewisse finanzielle Risiken (Lebensunterhaltskosten während des Be-
suchsaufenthaltes,  allfällige  Kosten  für  Unfall  und  Krankheit  sowie 
Rückreisekosten)  Garantie  leisten,  nicht  aber  –  mangels  rechtlicher 
und  faktischer  Durchsetzbarkeit  –  für  ein  bestimmtes  Verhalten  des 
Gastes  (vgl.  anstelle  vieler:  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-204/2008 vom 5. März 2009 E. 8.4 und C-2618/2008 vom 26. Feb-
ruar 2009 E.11, mit weiteren Hinweisen). Insofern bezieht sich die po-
sitive  Stellungnahme  der  Einwohnerkontrolle  der  Stadt  Zug  vom 
18. Juli  2008 (vgl. Ziff. 3 der Verpflichtungserklärung), auf welche die 
Beschwerdeführer in ihrem ans BFM gerichteten Telefax vom 2. Sep-
tember 2008 offenbar Bezug nehmen, allein auf die Garantiefähigkeit 
der Gastgeber in finanzieller Hinsicht. Hingegen handelt es sich dabei 
nicht um eine (ohnehin die Vorinstanz bzw. das Bundesverwaltungsge-
richt nicht bindende) vorbehaltlose Beurteilung des Einreisegesuches 
durch die kantonale Migrationsbehörde (vgl. das Übermittlungsschrei-
ben  des  Amtes  für  Migration  des  Kantons  Zug  an  das  BFM  vom 
24. Juli 2008).

9.2 Soweit  die  Beschwerdeführer  vorbringen,  sämtliche  bisherigen 
Gäste aus Kenia seien stets fristgerecht in ihr Heimatland zurückge-
kehrt, gilt es darauf hinzuweisen, dass sich mangels näherer Angaben 
einerseits nicht eruieren lässt, unter welchen Umständen diesen Per-
sonen (Mutter, Schwester sowie beste Freundin der Beschwerdeführe-
rin) in der Vergangenheit ein Einreisevisum erteilt wurde. Andererseits 
weist  jeder Einzelfall  – wie vorliegend belegt – eine ihm eigene und 
spezifische Konstellation auf, so dass er nicht ohne weiteres mit ande-
ren, angeblich gleich gelagerten Fällen verglichen werden kann.

Der (durchaus verständliche) Wunsch der Beschwerdeführer, der Ein-
geladenen als Belohnung für die erfolgreiche Absolvierung der Sekun-

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darschule  ihr  Lebensumfeld  in  der  Schweiz  zeigen  zu  können,  hat 
demnach in den Hintergrund zu treten. Auch die weiteren Vorbringen, 
insbesondere  die  Bemerkungen  zur  Visum-Statistik  des  BFM,  sind 
nicht geeignet, zu einer von der Vorinstanz abweichenden rechtlichen 
Würdigung zu gelangen. Den Beschwerdeführern  steht  weiterhin  die 
Möglichkeit  offen,  die  Gesuchstellerin  im  Rahmen  ihrer  alljährlichen 
Ferienaufenthalte  in  Kenia  zu  besuchen.  Die  Pflege  der  verwandt-
schaftlichen Kontakte zwischen den Beteiligten dürfte somit sicherge-
stellt sein.

10.
Vor dem aufgezeigten Hintergrund erweist sich die angefochtene Ver-
fügung als rechtmässig (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher ab-
zuweisen.

11.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend werden die unterliegen-
den Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Ver-
fahrenskosten sind auf Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

Dispositiv Seite 11

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  am  24.  September  2008  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (mit den Akten Ref-Nr. ZEMIS [...])
- das Amt für Migration des Kantons Zug (mit  den Akten [...]  sowie 

[...])

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Daniel Brand

Versand: 

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