# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 098dfc70-019b-587d-b46d-34d813219490
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-11-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 16.11.2010 R 2010 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2010-42_2010-11-16.pdf

## Full Text

R 10 42

5. Kammer 

URTEIL
vom 16. November 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. Nachdem ein von der … AG (Bauherrschaft) am 13. Dezember 2007 

eingereichtes Baugesuch für die Erstellung des Mehrfamilienhauses E auf 

Parzellen Nrn. 894, 943 und 944, … gegenstandslos geworden war, reichte 

diese am 20. Oktober 2008 ein abgeändertes Projekt ein. Dagegen erhob … 

Einsprache. Am 12. März 2009 wies die Baubehörde diese Einsprache ab und 

erteilte die Baubewilligung mit Auflagen (Stamm-Baubewilligung). Diese 

Bewilligung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

 

Im Herbst 2009 stellte das Bauamt … fest, dass der zwischenzeitlich gestützt 

auf die Stammbaubewilligung erstellte Rohbau Haus E stark von den 

bewilligten Plänen abwich, weshalb es im November 2009 einen Baustopp 

erliess. Am 3./13. November 2009 reichte die Bauherrschaft eine dem bereits 

ausgeführten Rohbau entsprechende Projektänderung zur Baubewilligung 

vom 12. März 2009 ein. Mit Entscheid vom 28. Januar 2008 entscheid die 

Gemeinde über das Baugesuch und die Einsprache.

Ohne den schriftlichen Bauentscheid abzuwarten, überarbeitete die 

Bauherrschaft die Pläne erneut und reichte am 22. Februar 2010 ein weiteres 

Projektänderungsgesuch zur Stammbaubewilligung vom 12. März 2009 ein. 

Dieses beinhaltete im Wesentlichen das Zurückversetzen der ursprünglich 

fassadenbündig bewilligten Glasfassade im EG, das Realisieren eines 

geschlossenen Wohnraums in der südöstlichen Gebäudeecke im 1. OG 

anstelle eines ursprünglich vorgesehenen, gedeckten, innenliegenden 

Balkons, eine geänderte Anordnung der Fenster im UG, die als Auflage in der 

Baubewilligung vom 12. März 2009 verlangte Reduktion der seitlichen 

Abgrabungen sowie die Anbauten an der West- und Ostfassade. Im Innern 

des Gebäudes wurden die Raumaufteilungen geändert und die innere 

Erschliessung entsprechend angepasst. Dagegen erhob … am 15. März 2010 

Einsprache und beantragte, das Baugesuch sei abzuweisen, die ohne 

Baubewilligung erstellten Bauten zu beseitigen und das gewachsene Terrain 

wieder herzustellen. Am 8./16. April 2010 wies der Gemeindevorstand … die  

Einsprache im Sinne der Erwägungen ab und bewilligte gleichzeitig die 

Projektänderungen unter Auflagen.

2. Dagegen erhob … beim Verwaltungsgericht am 17. Mai 2010 Beschwerde. 

Sie beantragte unter anderem die Aufhebung der Verfügung vom 8. April 2010 

samt Baubewilligung, die Abweisung des Baugesuchs unter Gutheissung 

ihrer Einsprache und die Anordnung der Beseitigung der ohne Baubewilligung 

erstellten Bauten sowie die Wiederherstellung des gewachsenen Terrains. 

Der Beschwerde sei ferner mit sofortiger Wirkung aufschiebende Wirkung 

zuzuerkennen. Sie brachte im Wesentlichen vor, die Bauherrschaft habe nicht 

bloss einen Rohbau in starker Abweichung von den bewilligten Plänen, 

sondern ein völlig anderes Gebäude erstellt. So enthielten die inzwischen 

eingereichten nachträglichen Baugesuche gegenüber der ursprünglich 

bewilligten Baute  eine Vielzahl weiterer Abweichungen (Verzicht auf 

Wintergarten, Verzicht auf südseitige Aussentreppe, Änderungen Sitzplätze, 

Verzicht auf Fluchtröhre, Verzicht auf Kaminzug etc.). Es müsse daher davon 

ausgegangen werden, dass die Bauherrschaft unter Verzicht auf das 

bewilligte Projekt ein neues Baugesuch und nicht nur eine Projektänderung 

eingereicht habe. Daher hätte die Baubehörde das Gesuch denn auch 

gesamthaft auf seine Übereinstimmung mit den Bauvorschriften überprüfen 

müssen. Weil diese aber auf die notwendige umfassende Prüfung verzichtet 

habe und sich dem angefochtenen Entscheid entsprechend auch keinerlei 

Begründungen entnehmen liessen, vermöge die angefochtene 

Baubewilligung den formellen und materiellen Vorgaben nicht zu genügen und 

müsse bereits zufolge Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör 

aufgehoben werden. Aufzuheben sie die Baubewilligung aber auch deshalb, 

weil das Bauvorhaben in mannigfacher Art und Weise gegen materielles 

Baurecht verstosse. So würde es weder die in der fraglichen Zone geltenden 

Bestimmungen über die maximal zulässige Gebäudelänge noch die dort 

vorgesehenen Gebäude- und Firsthöhen entsprechen. Zu bemängeln sei 

ferner, dass ihr als Einsprecherin der Nachtrag zum AZ-Transport erst mit 

Mitteilung des Einspracheentscheides zur Kenntnis gebracht worden.

3. Die … AG. beantragte die Abweisung der Beschwerde, soweit auf diese 

eingetreten werden könne. Die streitige Projektänderung verändere bezüglich 

der Gebäudehöhe, der Firsthöhe, der Gebäudelänge und der Gebäudebreite 

gegenüber der Bewilligung vom 12. März 2009 nichts. In der äusseren 

Erscheinung weiche die bewilligte Projektänderung gegenüber der 

Bewilligung vom 12. März 2009 lediglich insofern ab, als die ursprünglich im 

EG vorgesehene bündige Glasfassade leicht zurückversetzt erstellt werde. Im 

ersten OG werde in der südöstlichen Gebäudeecke anstelle des 

vorgesehenen gedeckten, innen liegenden Balkons ein Wohnraum erstellt. Im 

UG würden die Fenster gemäss dem ursprünglichen Projekt in der Höhe leicht 

anders angeordnet und wobei die ursprünglich vorgesehenen Abgrabungen 

reduziert. Die seitlich vorgesehenen Abgrabungen würden entsprechend der 

Auflage in der ursprünglichen Baubewilligung auf 5 m reduziert; gleichzeitig 

werde auf die vormals noch vorgesehenen Wintergärten und Anbauten 

verzichtet. Ebenso würden die Abgrabungen an der West- und Ostfassade 

auflagegemäss verringert; an der Südfassade seien sodann gar keine 

wesentlich grösseren Abgrabungen feststellbar. Die Änderungen im Bereich 

der Fassade im EG/1. OG, mithin die dort geplante Erweiterung des 

Wohnraums zulasten des ursprünglich vorgesehenen Balkons, hätten auf das 

äussere Erscheinungsbild einen unwesentlichen Einfluss. Durch das 

Weglassen der ursprünglich vorgesehenen seitlichen Anbauten ergebe sich 

im Gesamten gar eine Verbesserung des Erscheinungsbildes. Die 

umschriebenen Änderungen seien als Projektänderung zu werten. Entgegen 

der Darstellung der Beschwerdeführerin sei das mit Verfügung vom 12. März 

2009 bewilligte Projekt dadurch nicht zurückgezogen worden. Die Gemeinde 

habe daher auch nur prüfen müssen, ob die verschiedenen 

Projektänderungen bewilligungsfähig seien. Die geklagte Gebäudelänge von 

27 m sei bereits rechtskräftig bewilligt worden und entspreche im Übrigen 

auch den andern, im Quartierplangebiet erstellten Häusern. Die Sitzplätze 

müssten, da sie offen erstellt und eine Höhe von 2,8 m vom abgegrabenen 

Terrain bis OK Betondach erreichen würden, nicht an die Gebäudelänge 

angerechnet werden. Gegenüber dem rechtskräftig bewilligten Projekt 

unverändert geblieben seien die  Gebäude- und Firsthöhe. Die Bauherrschaft 

sei denn auch verpflichtet worden, das Gebäude entsprechend den 

bewilligten Plänen fertig zu stellen. Weil die provisorisch erstellte Rückwand 

nach Abschluss der Bauarbeiten wieder vollständig überdeckt werde, dürfe 

für die Bestimmung der Gebäudehöhe auf das gewachsene Terrain abgestellt 

werden. Nach entsprechender Prüfung habe die Gemeinde im angefochtenen 

Entscheid festgehalten, die Gebäudehöhe entspreche den gesetzlichen 

Vorschriften. Betreffend der notwendigen Übertragung von 37,7 m2 

Ausnützung sei festzuhalten, dass die am 22. Februar 2010 eingereichte 

ergänzte Erklärung zwar einen Schreibfehler aufgewiesen habe, welcher mit 

der Einreichung eines Nachtrags am 4. März 2010 korrigiert worden sei. 

Dieser ändere aber nichts daran, dass der erforderliche AZ-Transport von 

37,7 m2 bereits am 22. Februar 2010 vorgelegen habe, welcher gar noch eine 

Nutzungsreserve von 1 m² enthalte.

4. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 8. Juni 2010 verweigerte der 

Instruktionsrichter dem Verfahren die verlangte aufschiebende Wirkung.

5. Die Gemeinde … beantragte ebenfalls die Abweisung der Beschwerde, 

soweit auf diese überhaupt eingetreten werden dürfe. Zur Begründung stützte 

sie sich im Wesentlichen auf dieselben Überlegungen wie die Bauherrschaft.

6. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels erhielten die Parteien die 

Gelegenheit, die von ihnen eingenommenen Rechtsstandpunkte zu ergänzen 

und zu vertiefen.

7. Am 12. November 2010 führte die 5. Kammer des Verwaltungsgerichts im 

Beisein der Parteien und ihrer Rechtsvertreter vor Ort einen Augenschein 

durch. Allen Anwesenden wurde dabei an verschiedenen Standorten 

ausserhalb und innerhalb des sich im Endausbau befindlichen 

Mehrfamilienhauses die Gelegenheit geboten, sich auch noch mündlich zu 

allen aufgeworfenen Fragen zu äussern.

Auf die Ausführungen der Parteien Augenschein, wie auch auf deren weiteren 

Darlegungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) In formeller Hinsicht ist zunächst zu prüfen, auf welche Begehren der 

Beschwerdeführerin materiell eingetreten werden kann. Auch im 

Verwaltungsgerichtsprozess bestimmen die Parteien über den 

Streitgegenstand. Dieser ergibt sich im Anfechtungsstreitverfahren daraus, 

inwiefern nach dem Rechtsbegehren der Beschwerde das im Entscheid 

geordnete Rechtsverhältnis, genauer die im Entscheiddispositiv angeordnete 

Rechtsfolge, bestritten ist. Streitgegenstand ist mithin das in der Beschwerde 

enthaltene Begehren auf Änderung oder Aufhebung des angefochtenen 

Entscheides. Der Richter kann nur über Begehren urteilen, die die 

Beschwerdeführer förmlich stellen. Der Entscheid als Anfechtungsobjekt 

bildet dabei nicht nur den Ausgangspunkt des Beschwerdeverfahrens, 

sondern zugleich den Rahmen und die Begrenzung des Streitgegenstandes. 

Ausserhalb des in der Verfügung geregelten Rechtsverhältnisses liegende 

Rechtsbegehren sind grundsätzlich unzulässig (VGU R 07 4 und 5, mit 

weiteren Hinweisen).

b) Nach dem Gesagten kann daher vorliegend nur Beschwerdegegenstand sein, 

was die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid vom 8. April 2010 

entschieden hat. Nicht mehr materiell behandelt werden können dagegen 

Anordnungen einer Gemeinde, die sie bereits in einem früheren Verfahren, 

i.c. in der Stammbaubewilligung vom 12. März 2009, rechtskräftig getroffen 

hat. 

2. a) Die Beschwerdeführerin stellt sich nun vorweg auf den Standpunkt, auf die 

Stammbaubewilligung vom 12. März 2009 dürfe nicht mehr abgestellt werden, 

weil die Bauherrschaft mit dem am 22. Februar 2010 eingereichten 

Baugesuch auf die Realisierung des bewilligten Projekts verzichtet habe. Dem 

Gesuch liege ein total neues Bauprojekt zugrunde, das nicht mehr als 

Projektänderung betrachtet werden dürfe. Die Gemeinde habe daher zu 

Unrecht von einer Prüfung des Baugesuchs in allen Teilen abgesehen. Der 

Einwand geht fehl. Dies bereits deshalb, weil die Bauherrschaft längst gestützt 

auf die rechtkräftige Stammbaubewilligung vom 12. März 2009 mit der 

Realisierung des Bauprojektes begonnen und das Gebäude denn auch in den 

wesentlichen Abmessungen im bewilligten Rahmen im Rohbau erstellt hat. 

Damit hat sie ihr Interesse an der Realisierung des bewilligten Projekts zum 

Ausdruck gebracht und die Stammbaubewilligung ist entsprechend sowohl 

formell als auch materiell in Rechtskraft erwachsen. Grund und Anlass für das 

streitige Projektänderungsgesuch bildeten denn auch verschiedene, in 

Abweichung des ursprünglich bewilligten Projekts realisierte Bauteile. Diesen 

ist aber gemein, dass sie sich allesamt noch innerhalb des Kubus des 

rechtkräftig bewilligten Projektes bewegen. Das Gebäude ist gegen aussen 

hin in den wesentlichen Abmessungen, so insbesondere hinsichtlich 

Gebäudelängen und Gebäudehöhen, gleich geblieben, hat diesbezüglich also 

keine Veränderungen erfahren. Die gegenüber der Stammbaubewilligung 

leicht modifizierten Fassaden und entsprechend den rechtskräftigen Auflagen 

geänderten Abgrabungen und Sitzplätze sind in diesem Zusammenhang 

ebenso wenig entscheidend, wie die im Innern des Gebäudes, also hausintern 

oder unterirdisch, vorgesehenen Änderungen und Neueinteilungen. Auch 

insgesamt betrachtet sprengen die Änderungen den Rahmen einer 

Projektänderung nicht. Hingegen musste aufgrund des Baufortschrittes für 

diese (formell baurechtswidrigen) Bauteile nachträglich ein Baugesuch 

eingereicht werden, damit dann diese (und nur diese) von der Gemeinde 

nachträglich auf ihre Bewilligungsfähigkeit, d.h. auf ihre Übereinstimmung mit 

dem materiellen Baurecht hin, geprüft werden konnten. Dass bei dieser 

Ausgangslage von einem Verzicht auf die Realisierung des bewilligten 

Projekts keine Rede sein kann, ist offenkundig. Ebenso lässt der Umfang der 

baulichen Abweichungen, welche sich - wie erwähnt - noch innerhalb des 

Kubus des ursprünglich bewilligten Bauprojekts bewegen, deren Qualifikation 

als nachträgliche „Projektänderung“ zur Stammbaubewilligung ohne weiteres 

zu. 

Damit steht fest, dass die gemeindliche Argumentation, wonach die 

Stammbewilligung vom 12. März 2009 unverändert Gültigkeit erheische, 

soweit sie durch die vorliegend streitige Projektänderung nicht abgeändert 

worden sei, zutrifft. Entsprechend erstreckte sich ihre Überprüfungspflicht 

auch lediglich auf die gegenüber dem rechtskräftig bewilligten Projekt 

abgeänderten Bauteile. Nur diese waren daher auf ihre Übereinstimmung mit 

dem materiellen Recht hin zu überprüfen. Soweit die Beschwerdeführerin 

daher die Rechtswidrigkeit von bereits mit der Stammbaubewilligung vom 12. 

März 2009 bewilligten und zwischenzeitlich längst erstellten Bau- und 

Anlageteilen rügt, kann auf die Beschwerde zufolge Verspätung nicht mehr 

eingetreten werden.

b) Erheischt die Stammbaubewilligung unverändert Gültigkeit, erweist sich die 

von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Rüge der Verletzung des 

rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV] i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG]) zufolge unvollständiger 

Prüfung (z.B. hinsichtlich Schutzraumerstellung, Werkpläne, 

Feuerpolizeibewilligung, Energienachweis, Pflichtparkplätze, etc.) wie auch 

diesbezüglich ungenügender Begründung im angefochtenen Entscheid als 

unzutreffend. 

Auch im Umstand dass der Beschwerdeführerin die (korrigierte) 

Ausnützungsübertragung erst mit dem angefochtenen Entscheid zur Kenntnis 

gebracht worden ist, kann noch keine relevante Verletzung des rechtlichen 

Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV i.V.m. Art. 16 f. VRG, Recht auf Akteneinsicht und 

Stellungnahme; VGU U 10 99) erblickt werden. Dies bereits deshalb, weil die 

Bauherrschaft mit der Baueingabe vom 22. Februar 2010 eine Erklärung zum 

erforderlichen AZ-Transport eingereicht hatte, welche entsprechend bereits 

Gegenstand der aufgelegten Baugesuchsakten bildete. Die mit Nachtrag vom 

4. März 2010 eingebrachte  Korrektur bezog sich lediglich auf die der 

Übertragung zu Grunde liegende Landfläche, wohingegen die zugunsten des 

Bauprojekts erforderliche und zur Übertragung vorgesehene AZ von 37,7 m2 

unverändert übernommen wurde. Damit liegt diesbezüglich keine rechtlich 

relevante Verletzung des rechtlichen Gehörs vor. Selbst wenn im Übrigen ein 

solcher Mangel bejaht werden müsste, wäre dieser angesichts seiner 

Geringfügigkeit einer nachträglichen Heilung im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren zugänglich (BGE 134 I 335, E. 3.1). Dies umso mehr, 

als der Beschwerdeführerin daraus kein Nachteil entstanden ist und sie sich 

zudem im Rahmen eines doppelten Schriftenwechsels sowie eines 

Augenscheins ausführlich dazu äussern konnte. Damit ist auch gesagt, dass 

der geklagte Mangel - auch bei den Kostenfolgen - im vorliegenden Verfahren 

so oder anders nicht zu berücksichtigen ist.

c) Angesichts der rechtskräftigen Stammbewilligung kann auf die Rügen, das 

Bauvorhaben halte die zonengemässen Bestimmungen über die 

Gebäudelänge und Gebäudehöhe nicht ein, ebenso wie die weiteren in 

diesem Zusammenhang aufgeworfenen Fragen, nicht mehr eingetreten 

werden. Wie ausgeführt, wurde der Kubus des Gebäudes, u.a. hinsichtlich der 

Gebäudelängen und der Gebäudehöhe, entsprechend jener Bewilligung und 

damit innerhalb des dadurch gesetzten Rahmens realisiert. Im Rahmen des 

streitigen Projektänderungsgesuches hat der Kubus, und mit ihm das 

Gebäude, diesbezüglich keine rechtlich relevanten Änderungen erfahren, 

weshalb auf die entsprechenden Rügen nicht einzutreten ist. 

d) Mangels Beschwer i.S. von Art. 50 VRG nicht eingetreten werden kann auf 

die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Einwände betreffend 

Verletzung der kantonalen und kommunalen Ästhetikvorschriften. Die von ihr 

zur Stützung ihrer Überlegungen angeführten Änderungen an der Fassade 

befinden sich allesamt auf der ihr abgewandten Südseite. Weshalb sie durch 

diese Änderungen mehr als jedermann in ihren schutzwürdigen Interessen 

betroffen sein sollte, ist nicht ersichtlich und wurde von ihr auch nicht 

dargelegt. Im Übrigen hat der Augenschein gezeigt, dass sich sowohl das 

Gebäude an sich, als auch zusammen mit den geringfügigen Änderungen an 

der (Süd-)Fassade gut in die Umgebung einfügt, den bereits erstellten Bauten 

in der Umgebung entspricht und insgesamt den Anforderungen an eine gute 

Gesamtwirkung (Art. 73 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton 

Graubünden [KRG]) ohne weiteres gerecht wird. - Zu prüfen bleiben damit 

noch die materiellen Einwände gegen die von der Gemeinde bewilligten 

Änderungen.

3. a) Wie das Bundesgericht in den letzten Jahren wiederholt entschieden hat, fällt 

das öffentliche Baurecht im Kanton Graubünden grundsätzlich in den 

Autonomiebereich der Gemeinden. In Bezug auf all jene Fragen, die im 

kantonalen Gesetz keine abschliessende Regelung gefunden haben und bei 

denen den Gemeinden eine relativ erhebliche Gestaltungsfreiheit zusteht, 

stellen die Vorschriften der kommunalen Bauordnungen autonomes 

Gemeinderecht dar (BGE 128 I 3 E. 2b S. 8). Die Gemeindeautonomie bezieht 

sich dabei nicht nur auf die Rechtsetzung, sondern auch auf die 

Rechtsanwendung und -auslegung, wenn die anwendbare Bestimmung dem 

selbständigen Gemeinderecht angehört. Das Verwaltungsgericht hat sich 

dann bei der Anwendung und Auslegung solcher Normen Zurückhaltung 

aufzuerlegen, wenn ein Zweifelsfall vorliegt, die Auslegung schwierig ist oder 

in besonderem Masse örtliche Verhältnisse zu würdigen sind. Den 

Gemeinden steht in solchen Fällen ein geschützter Beurteilungs- und 

Ermessensspielraum zu, in welchen das Verwaltungsgericht nur eingreifen 

kann, sofern die Gemeinde diesen Bereich missbraucht oder überschritten 

hat. Die Kognition des Verwaltungsgerichtes beschränkt sich damit praktisch 

auf eine Willkürprüfung, d.h. das Verwaltungsgericht kann nur dann 

eingreifen, wenn sich der gestützt auf autonomes Gemeinderecht erlassene 

Entscheid als sachlich unvertretbar erweist oder gegen allgemeine 

Rechtsgrundsätze verstösst. Das Gericht hat insbesondere dann keinen 

Anlass einzugreifen, wenn sich die Gemeinde bei der Anwendung und 

Auslegung ihres autonomen Rechtes an den klaren Wortlaut einer 

Bestimmung hält unzulässig (VGU R 07 4 und 5, mit weiteren Hinweisen). Bei 

der vorliegend zur Diskussion stehenden Bestimmung von Art. 56 BG über 

die Gebäudelänge handelt es sich fraglos um autonomes Gemeinderecht, 

überlässt es auch das KRG doch ausdrücklich den Gemeinden, wie sie auf 

diesem Gebiet legiferieren wollen (Art. 24 ff. KRG). 

b) Die Beschwerdeführerin stellt sich nun auf den Standpunkt, dass die teilweise 

überdeckten Sitzplätze auf der Ost- und Westseite in die Ermittlung der 

Gebäudelänge einbezogen werden müssten. Die Gemeinde bringt unter 

Hinweis auf Art. 56 Abs. 2 BG dagegen vor, dass die Sitzplätze nicht an die 

Gebäudelänge angerechnet werden müssten, weil selbst der überdeckte Teil 

eine „Gebäudehöhe“ von weniger als 3 m erreiche, eine Fläche von weniger 

als 40 m2 beschlage und keine Wohn- oder Arbeitsräume enthielten. Die 

gemeindliche Auffassung lässt sich nicht beanstanden. Auch die von ihr in 

diesem Zusammenhang angeführte Messweise (abgetragenes Terrain = OK 

Sitzplatz - OK Betonplatte) lässt sich ohne weiteres vertreten. Hält man sich 

sodann noch vor Augen, dass auf die ursprünglich unter den Sitzplätzen 

vorgesehene Erstellung von Nebenräumen verzichtet worden ist, erhellt, dass 

die Gemeinde zu Recht von der Anrechnung der Sitzplätze an die 

Gebäudelänge abgesehen hat.

c) Nachdem die in der Projektänderung aufgeführten Koten jenen des 

Gegenstand der Stammbaubewilligung bildenden Projektes entsprechen, 

zielen die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Einwände betreffend 

Messweise der Gebäude- und Firsthöhe ins Leere. Währenddessen nämlich 

die Gebäudehöhen 1, 2 und 3 ab dem abgegrabenen Terrain zu messen sind, 

ist für die Gebäudehöhe 4 das gewachsene Terrain massgebend, weil der 

Schnittpunkt der Fassade mit dem Terrain auf der Linie des gewachsenen 

Terrains erfolgt. Auch aus dieser Sicht lässt sich der angefochtene Entscheid 

nicht beanstanden. 

d) Hinsichtlich der Organisation des Ablaufs der Bauarbeiten ist die 

Bauherrschaft, wie bereits die Gemeinde zutreffend erkannt hat, grundsätzlich 

frei. Entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Auffassung 

besteht keine Rechtsgrundlage (Art. 90 KRG e contrario) für eine Vorgabe, 

dass die Bauarbeiten erst nach Erstellung der rückwärtigen Stützmauer auf 

der Ostseite in Angriff genommen werden dürften.

e) Ohne Belang ist sodann der Umstand, dass als Folge der Projektänderung 

neu sieben, statt sechs, Wohnungen realisiert werden. Insgesamt werden 

nämlich 13 Pflichtparkplätze ausgewiesen, wodurch den Vorgaben von Art. 

39 Abs. 2 des kommunalen Baugesetzes (BG) korrekt Rechnung getragen 

worden ist. - Die Beschwerde erweist sich demnach als unbegründet und ist 

daher abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann.

4. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten der 

Beschwerdeführerin (Art. 73 VRG), welche überdies zu verpflichten ist, der 

obsiegenden privaten Beschwerdegegnerin 2 alle durch den Rechtsstreit 

verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen (Art. 78 Abs. 1 VRG). 

Ausgehend von dem von ihrem Rechtsvertreter mit Kostennote vom 21. 

September 2010 geltend gemachten Betrag von Fr. 4'506.85 (inkl. MWST), 

ergänzt um die notwendigen Aufwendungen für die Teilnahme am 

Augenschein, wird die Parteientschädigung auf Fr. 5'200.-- (inkl. MWST) 

festgelegt. Der Beschwerdegegnerin 1 steht demgegenüber keine 

Parteientschädigung zu (Art. 78 Abs. 2 VRG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 5'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 314.--

zusammen Fr. 5'314.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. ... hat der … AG eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 5'200.-- (inkl. 

MWST) zu bezahlen.