# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30535aa0-9295-5ff8-95ca-af72cd9cb94c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.09.2025 E-5105/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5105-2025_2025-09-16.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 
 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5105/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Markus König, 

mit Zustimmung von Richter Lukas Müller;   

Gerichtsschreiber Nicholas Swain. 

   

Parteien 

 
1. A._______, geboren am (…), 

2. B._______, geboren am (…), 

3. C._______, geboren am (…), 

Kolumbien,   

alle vertreten durch MLaw Fabienne Edelmann, Rechtsanwältin, 

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 5. Juni 2025 / N (…). 

 

 

 

E-5105/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden reisten am (…) März 2024 in die Schweiz ein 

und stellten am 8. März 2024 im Bundesasylzentrum Region D._______ 

Asylgesuche. Am 15. März 2024 wurden ihre Personalien aufgenommen 

und am 3. Mai 2024 fanden Anhörungen zu den Asylgründen statt. 

A.a Mit Entscheid des SEM vom 8. Mai 2024 wurden die Beschwerdefüh-

renden in das erweiterte Verfahren zugeteilt. 

A.b Mit Schreiben vom 13. März 2025 wurde der Beschwerdeführerin 2 

Gelegenheit eingeräumt, schriftlich Ergänzungen zu ihren Asylgründen zu 

machen. 

A.c Die Beschwerdeführerin 2 reichte mit Eingabe ihrer Rechtsvertretung 

vom 14. April 2025 ergänzende Angaben zu ihren Asylgründen zu den  

Akten. 

B.  

B.a Der Beschwerdeführer 1 brachte zur Begründung seines Asylgesuchs 

vor, er sei seit etwa 2009 als "lider social" (sinngemäss: gesellschaftliche 

Führungspersönlichkeit) in verschiedenen Bereichen seiner Wohn- 

gemeinde E._______ tätig gewesen. Etwa ab Februar 2021 habe die Gue-

rillaorganisation "Ejército de Liberación Popular" (ELP) in der Region Droh-

briefe in an die allgemeine Bevölkerung verfasst und Graffitis gesprayt. 

Durch seine Kontakte zu hochgestellten Beamten auf Gemeindeebene und 

bei der Polizei habe er erwirkt, dass (…) professionelle Soldaten für (…) 

Tage in der Gegend stationiert worden seien, um die Sicherheit zu garan-

tieren. Einen Tag nach deren Abzug sei ihm am 27. April 2021 über einen 

Nachbarn ein Drohbrief der ELP ausgehändigt worden, in welchem er als 

Kollaborateur der Polizei und der Armee bezeichnet und aufgefordert wor-

den sei, die Gegend zu verlassen. Er habe sich direkt an die Staatanwalt-

schaft gewandt und eine Anzeige erstattet. Am 5. Mai 2021 frühmorgens 

hätten sich bewaffnete Männer eine Zeit lang vor seinem Haus aufgehal-

ten. Daraufhin hätten er und seine Familie sich während etwa neun Mona-

ten bei seiner Schwester in F._______ aufgehalten. Nach Verbesserung 

der allgemeinen Sicherheitslage in seinem Herkunftsort G._______ seien 

sie wieder dorthin zurückgekehrt. In der Folge habe er sich wieder im Si-

cherheitsbereich engagiert. Namentlich habe er am 12. Januar 2022 bei 

der Festnahme dreier mutmasslicher Diebe und eines Entführers mitgehol-

fen, bei welchen es sich gemäss Berichten um Mitglieder der "Fuerzas 

E-5105/2025 

Seite 3 

Armadas Revolucionarias de Colombia" (FARC) gehandelt habe. Etwa im 

Juni 2023 habe er einen Drohanruf von Unbekannten erhalten, bei dem 

seine Lebenspartnerin und seine Tochter mit dem Tod bedroht worden 

seien. Im Juli 2023 habe er erneut eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft 

erstattet, nachdem Unbekannte nach ihm und seinem Aufenthaltsort ge-

fragt hätten. Jedoch sei ihm der staatliche Schutz, den er habe erreichen 

wollen, nicht gewährt worden. Nachdem er im Januar und Februar 2024 

erneut Drohanrufe von Unbekannten – mutmasslich seitens der EPL – er-

halten habe und ihm klar geworden sei, dass das Militär und die Polizei 

seine Sicherheit nicht garantieren könnten, habe er sich zur Ausreise ent-

schieden.  

B.b Die Beschwerdeführerin 2 bestätigte die Angaben ihres Lebens- 

partners zu seinem Engagement als "lider social" und zu den Vorfällen im 

Jahr 2021.  

B.c In der ergänzenden Eingabe vom 14. April 2025 wurde vorgebracht, 

die Beschwerdeführerin 2 sei ebenfalls als "lider social" in E._______ tätig 

gewesen. Die Gemeinde E._______ sei im Jahr 2023 von der kolumbiani-

schen "Defensoria del Pueblo" in die offizielle Liste von Gemeinden mit 

mittlerem Risikoniveau aufgenommen worden. Damit werde das Bestehen 

von strukturellen, systematischen und anhaltenden Risiken gegenüber so-

zialen Führungspersönlichkeiten (lideres sociales) anerkannt, ebenso wie, 

dass der kolumbianische Staat nicht über die institutionelle Kapazität ver-

füge, um die "lideres sociales" wirksam zu schützen. Die Nachbarn der Be-

schwerdeführenden hätten sie jüngst informiert, dass erneut bewaffnete 

Männer mit Armbinden der ELP in der Gegend gesichtet worden seien und 

dass auch FARC-Dissidenten in der Gemeinde E._______ aktiv seien. Die 

bewaffneten Männer hätten sich nach ihrem Aufenthaltsort erkundigt und 

erklärt, dass ein Befehl zu ihrer Hinrichtung wegen Verrats vorliege.  

B.d Zum Beleg ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführenden fol-

gende Beweismittel ein: 

‒ Drohbrief der EPL vom 27. April 2021 sowie Mitteilung der EPL für die 

gesamte Bevölkerung der Gemeinde E._______, vom April 2021; 

‒ Warnschreiben der EPL und FARC an die Bevölkerung vom Mai 2021; 

‒ Schreiben der Personeria Municipal de E._______ vom 28. Mai 2021; 

‒ Strafanzeigen an die Staatsanwaltschaft der Gemeinde E._______ vom 

27. April 2021 und 28. Juli 2023; 

‒ Dokument betreffend Verfahrensstand der Strafanzeige vom 27. April 

2021, archiviert am 31. Oktober 2022; 

E-5105/2025 

Seite 4 

‒ Dokument betreffend Verfahrensstand der Strafanzeige vom 15. Juni 

2023; 

‒ Schreiben des Beschwerdeführers 1 an das Regierungssekretariat 

H._______ vom November 2023; 

‒ Anfrage des Beschwerdeführers 1 an die Nationalpolizei am 11. Januar 

2024; 

‒ Bescheinigung über Aufnahme der Beschwerdeführenden in ein Regis-

ter für Konfliktopfer (Registro Unico de Victimas, RUV); 

‒ Bestätigungen über die Stellung der Beschwerdeführerin 2 als lider 

social als Koordinatorin der (…); 

‒ Fotos der Graffiti-Bilder der EPL-Gruppe, Fotos von Soldaten und nicht 

weiter spezifizierter anderer Personen, Einkaufsliste, Anrufliste. 

C.  

Das SEM verneinte mit Verfügung vom 5. Juni 2025 (eröffnet am 10. Juni 

2025) die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführenden, lehnte ihre 

Asylgesuch ab und ordnete ihre Wegweisung aus der Schweiz sowie den 

Vollzug derselben an. 

D.  

D.a Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 10. Juli 2025 erhoben die 

Beschwerdeführenden gegen die vorinstanzliche Verfügung beim Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerde und beantragten, dieser Entscheid sei auf-

zuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, ihre Flüchtlingseigenschaft 

festzustellen und ihnen Asyl zu gewähren. In weiteren Begehren wurde 

eventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme wegen Unzulässig-

keit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, sube-

ventualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurtei-

lung beantragt. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten die Be-

schwerdeführenden die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, 

die Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als unentgeltliche Rechtsbeiständin 

sowie den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

D.b In der Beschwerdebeilage wurden ein Entscheid der Unidad Nacional 

de Protección (Nationale Schutzeinheit, UNP) vom (…) 2024 betreffend 

den Beschwerdeführer 1, ein Ausschnitt der Zeitung "Extra'' vom (…) 2025 

inklusive notarielle Beglaubigung, die beglaubigte Erklärung einer Freundin 

der Beschwerdeführenden vom 24. Juni 2025, sowie eine notarielle Erklä-

rung vom 2. Juli 2025 eingereicht. 

 

E-5105/2025 

Seite 5 

E.  

E.a Mit Zwischenverfügung vom 15. Juli 2025 wies der Instruktionsrichter 

die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses unter Hinweis auf die Aussichtslosigkeit der Beschwerde ab 

und forderte den Beschwerdeführenden zur Leistung eines Kostenvor-

schusses bis zum 30. Juli 2025 auf. 

E.b Der Kostenvorschuss wurde am 30. Juli 2025 geleistet. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten, nachdem auch der Kostenvorschuss frist-

gerecht geleistet worden ist. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

E-5105/2025 

Seite 6 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Das SEM führte zur Begründung seiner Verfügung aus, bei den von 

den Beschwerdeführenden vorgebrachten Problemen handle es sich um 

eine Verfolgung durch Dritte. Es könne davon ausgegangen werden, dass 

der kolumbianische Staat grundsätzlich über eine funktionierende Schutz-

infrastruktur, insbesondere über einen funktionierenden Polizeiapparat, so-

wie über ein Rechts- und Justizsystem verfüge. Namentlich verdeutliche 

die Aufnahme der Strafanzeigen der Beschwerdeführenden durch die 

Staatsanwaltschaft in E._______ sowie die Aufnahme von entsprechenden 

Untersuchungen, dass sie durchaus Zugang zu den kolumbianischen Be-

hörden und Organisationen gehabt hätten. Alleine der Umstand, dass es 

keine unmittelbaren Fortschritte bezüglich ihrer Anzeigen gegeben habe, 

und sie das Gefühl bekommen hätten, von den örtlichen Sicherheitsbehör-

den keinen Schutz zu erhalten, vermöge noch nicht eine fehlende Schutz-

infrastruktur in ihrem Heimatstaat zu begründen. Somit sei auch im vorlie-

genden Fall von der Schutzfähigkeit und Schutzwilligkeit der kolumbiani-

schen Behörden auszugehen; es könne von den Beschwerdeführenden 

verlangt werden, sich zwecks Schutzes vor der geltend gemachten Dritt-

verfolgung (erneut) an die heimatlichen Behörden zu wenden. Darüber hin-

aus seien die von ihnen geltend gemachten Nachteile als lokal respektive 

regional beschränkte Verfolgungsmassnahmen zu qualifizieren. Es stehe 

ihnen somit offen, sich allenfalls an einem anderen Ort in Kolumbien nie-

derzulassen.  

Ferner erweise sich der Wegweisungsvollzug als zulässig, zumutbar und 

möglich. Namentlich würden die Beschwerdeführenden 1 und 2 über lang-

jährige Arbeitserfahrung sowie ein soziales Beziehungsnetz im Heimat-

staat verfügen, das ihnen die Reintegration erleichtern werde. 

4.2  

4.2.1 Die Beschwerdeführenden bringen in ihrer Beschwerde vor, die Vor-

instanz sei zu Unrecht von der Schutzfähigkeit der kolumbianischen Be-

hörden ausgegangen. Dies könne nicht schon aufgrund einer blossen Auf-

nahme in ein Register oder der Entgegennahme einer Anzeige angenom-

men werden. Kernproblem des vorliegenden Falls sei, dass ihre beiden 

Anzeigen nicht weiterverfolgt und keine staatlichen Schutzmassnahmen 

getroffen worden seien. Angesichts der akuten Bedrohung sei es ihnen 

nicht zuzumuten, abzuwarten, bis von behördlicher Seite Massnahmen ge-

troffen würden. Sie hätten sich überdies auch erfolglos an verschiedene 

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Seite 7 

andere staatliche Institutionen gewendet. Das Verhalten der kolumbiani-

schen Behörden sei als Unwilligkeit und Unfähigkeit zur Schutzgewährung 

zu interpretieren. Die staatlichen Organe könnten der Macht der Guerillas 

nicht mehr standhalten und hätten sich aus den ländlichen Regionen, zu 

denen G._______ gehöre, zurückgezogen. Die allgemeine Sicherheitslage 

an ihrem Herkunftsort habe sich massiv verschlechtert, was dadurch illus-

triert werde, dass ihre Namen auf einer Liste von Mitgliedern einer krimi-

nellen Gruppierung gesuchter Personen verlesen worden seien. Sie seien 

zu militärischen Zielen erklärt worden, nachdem sie illegale Praktiken wie 

Zwangsrekrutierungen und territoriale Kontrolle in dieser Region angepran-

gert hätten. Aus der Frühwarnung der "Defensoria del Pueblo" im Jahr 

2023 betreffend die Gemeinde E._______ sowie aus zahlreichen Berichten 

in den kolumbianischen Medien gehe hervor, dass der kolumbianische 

Staat nicht über die institutionelle Kapazität verfüge, um die "lideres socia-

les" wirksam zu schützen. Die von der Vorinstanz getroffene Annahme der 

bestehenden Schutzfähigkeit entbehre somit jeder Grundlage. Sie seien 

aufgrund ihres Profils individuell und stärker als andere Bürger von Kolum-

bien von Verfolgung und Vergeltungsmassnahmen betroffen. Im Weiteren 

habe die Vorinstanz verkannt, dass die bewaffneten Guerillagruppen lan-

desweit verknüpft und organisiert seien und überall operieren würden. Mit 

einem Aufenthalt in einer anderen Gemeinde könnten sie sich der Bedro-

hung durch diese nicht entziehen. Während ihres Aufenthalts in F._______ 

hätten sie sich versteckt; ihre Bewegungsfreiheit sei damit auf unzumut-

bare Weise eingeschränkt gewesen. 

4.2.2 Im Übrigen werde die knappe Argumentation der Vorinstanz dem An-

spruch auf rechtliches Gehör nicht gerecht. Insbesondere sei auf ihre be-

sondere Stellung als "lideres sociales" nicht eingegangen worden, obwohl 

dieser Umstand für die Prüfung der Frage der Erhältlichkeit eines ange-

messenen und wirksamen Schutzes von zentraler Bedeutung sei. 

5.  

5.1 Der Grundsatz des rechtlichen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 

VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) verlangt, dass die verfügende Behörde die 

Vorbringen der Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft 

und in der Entscheidungsfindung berücksichtigt, was sich in der Entscheid-

begründung niederschlagen muss (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begrün-

dung eines Entscheids muss so abgefasst sein, dass die Betroffenen ihn 

gegebenenfalls sachgerecht anfechten können, was nur der Fall ist, wenn 

sich sowohl die von der Verfügung Betroffenen als auch die Rechtsmitte-

linstanz über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. 

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Seite 8 

5.2 Die Vorinstanz hat sich mit den wesentlichen Vorbringen der Beschwer-

deführenden in erforderlichem Umfang sowie mit genügender Differenziert-

heit auseinandergesetzt und mit nachvollziehbarer Begründung unter Be-

rücksichtigung ihres individuellen Profils die Asylrelevanz ihrer Vorbringen 

verneint. Eine sachgerechte Anfechtung der Verfügung war den Beschwer-

deführenden offenkundig ohne Weiteres möglich.  

5.3 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die angefochtene 

Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache ans SEM 

zurückzuweisen. Das entsprechende Eventualbegehren ist abzuweisen. 

6.  

6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

6.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

7.  

7.1 Ohne die geltend gemachte – in verschiedenen Gegenden Kolumbiens 

bisweilen prekäre – Sicherheitslage in Abrede stellen zu wollen, geht das 

Bundesverwaltungsgericht in seiner Rechtsprechung grundsätzlich von der 

Schutzfähigkeit und Schutzwilligkeit der kolumbianischen Strafverfol-

gungs- und Justizbehörden aus (vgl. etwa Urteile des BVGer D-3463/2025 

vom 30. Juli 2025 E. 7.6 und E-2126/2025 vom 6. Juni 2025 S. 8, je 

m.w.H.). Insbesondere genügt die Tätigkeit als "líder social" in Kolumbien 

praxisgemäss nicht, um eine begründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen 

zu begründen (vgl. etwa Urteil des BVGer E-4503/2024 vom 30. August 

2024 E. 5.2 f. m.w.H.).  

E-5105/2025 

Seite 9 

7.2 Vorliegend besteht keine Veranlassung von dieser konstanten Recht-

sprechung abzuweichen. Den Beschwerdeführenden war es gemäss eige-

nen Angaben möglich, Strafanzeigen zu erstatten und die heimatlichen Be-

hörden haben gemäss ihrer Darstellung auch andere Schutzmassnahmen 

ergriffen. Aus dem beschriebenen Verhalten der kolumbianischen Behör-

den kann nicht auf eine grundsätzliche Verweigerung der Schutzgewäh-

rung geschlossen werden. Überdies ist davon auszugehen, dass die ELP, 

von welcher die Beschwerdeführenden gemäss ihrer Darstellung bedroht 

wurden, nicht über landesweite Strukturen verfügt und ihnen daher eine 

zumutbare innerstaatliche Fluchtalternative in anderen Teilen ihres Heimat-

staates offensteht.  

7.3 Weder der Umstand, dass die Beschwerdeführenden sich sofortige und 

umfassendere Schutzmassnahmen gewünscht hätten, noch die von ihnen 

eingereichten Beweismittel und zitierten Links rechtfertigen eine andere 

Einschätzung. Insbesondere vermag die schriftliche Zeugenaussage einer 

Freundin keine landesweite Gefährdung relevanten Ausmasses der Be-

schwerdeführenden zu belegen. Dass im Entscheid der UNP das Risikoni-

veau des Beschwerdeführers 1 als "ordinario'' (gewöhnliches Risiko) ein-

gestuft wurde, weist nicht ohne Weiteres auf einen fehlenden Schutzwillen 

hin, sondern kann auch als Hinweis auf eine tatsächlich niedrige Gefähr-

dung bewertet werden. 

7.4 Nach dem Gesagten ist es den Beschwerdeführenden nicht gelungen, 

eine relevante Verfolgungsgefahr im Sinn von Art. 3 AsylG darzutun. Das 

SEM hat folglich zu Recht ihre Flüchtlingseigenschaft verneint und ihre 

Asylgesuche abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

  

E-5105/2025 

Seite 10 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2  

9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

9.2.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

9.2.3 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

9.2.4 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den 

Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden 

in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG recht-

mässig. 

E-5105/2025 

Seite 11 

9.2.5 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerde- 

führenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall 

einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-

handlung ausgesetzt wären. Gemäss der Praxis des Europäischen Ge-

richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folter-

ausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete Gefahr 

("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer 

Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. 

Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kam-

mer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführun-

gen gelingt ihnen dies nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation 

im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt 

nicht als unzulässig erscheinen.  

9.2.6 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

9.3  

9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.2 In Kolumbien herrscht weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine Situ-

ation allgemeiner Gewalt. Der Vollzug von Wegweisungen dorthin ist pra-

xisgemäss als generell zumutbar zu erachten (vgl. statt vieler Urteil des 

BVGer E-5012/2025 vom 31. Juli 2025 E. 8.4.2 m.w.H.). 

9.3.3 Überdies besteht kein Grund zur Annahme, dass die Beschwerdefüh-

renden bei einer Rückkehr in den Heimatstaat aus wirtschaftlichen, sozia-

len oder gesundheitlichen Gründen in eine existenzbedrohende Situation 

geraten werden. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich auch mit Blick 

auf die Beschwerdeführerin 3 – die heute (…) Jahre alt ist – respektive das 

Kindeswohl vertretbar, zumal die Jugendliche sich erst seit rund eineinhalb 

Jahren in der Schweiz aufhält. 

9.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

E-5105/2025 

Seite 12 

9.4 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zustän-

digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerde-

führenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.‒ festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss 

ist für die Begleichung dieser Kosten zu verwenden. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-5105/2025 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.‒ werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird für die Be-

gleichung dieser Kosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Markus König Nicholas Swain 

 

 

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