# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 31311185-d7c2-5630-8f40-ec0f6786f5ea
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 14.08.2018 110 2018 83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2018-83_2018-08-14.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2018/83 Bern, 14. August 2018

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Herrn B.________
Beschwerdeführer 2

Herrn C.________
Beschwerdeführer 3

D.________verein
Beschwerdeführer 4

und

Einwohnergemeinde Niederhünigen, Gemeindeverwaltung, Dorfstrasse 14, 
3504 Niederhünigen
Beschwerdegegnerin

sowie

Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, Poststrasse 25, 3071 Ostermundigen

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland vom 16. Mai 2018 
(bbew 555/2017; Teilsanierung E.________strasse inkl. Strassenentwässerung, Fällen 
einer geschützten Linde mit Ersatzpflanzung)

I. Sachverhalt

RA Nr. 110/2018/83 2

1. Die Beschwerdegegnerin will ein Teilstück der E.________strasse sanieren. Dabei 

soll der Einmündungsbereich der E.________strasse in die F.________strasse 

(Kantonsstrasse) umgestaltet werden. Auf der heutigen Strassenkreuzung steht eine alte 

Linde, die als Einzelbaum kommunal geschützt ist.1 Diese Linde soll gefällt und durch eine 

junge Linde an der gleichen Stelle ersetzt werden. Am 5. Dezember 2017 reichte die 

Beschwerdegegnerin bei der Gemeindeverwaltung Niederhünigen ein Baugesuch ein für 

die Teilsanierung der E.________strasse inkl. Strassenentwässerung sowie für das Fällen 

der geschützten Linde mit Ersatzpflanzung. Das Bauvorhaben (Parzellen Niederhünigen 

Grundbuchblatt Nrn. G.________, H.________, I.________) liegt im 

Ortsbilderhaltungsgebiet und in der Landwirtschaftszone. 

 

 

2. Die Gemeindeverwaltung Niederhünigen leitete das Baugesuch zuständigkeitshalber 

an das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland weiter, welches das Bauvorhaben 

publizierte. Gegen das Bauvorhaben gingen keine Einsprachen ein. Gestützt auf die 

Beurteilung der Denkmalpflege passte die Beschwerdegegnerin die Platzgestaltung an und 

reichte am 16. April 2018 eine Projektänderung ein. 

3. Am 16. Mai 2018 erteilte das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland für das 

umschriebene Bauvorhaben die Gesamtbaubewilligung sowie die Ausnahmebewilligung für 

das Fällen eines kommunal geschützten Einzelbaumes.  

4. Dagegen reichten die Beschwerdeführer 1 bis 3 am 15. Juni 2018 und der 

Beschwerdeführer 4 am 14. Juni 2018 Beschwerde bei der Justiz-, Gemeinde- und 

Kirchendirektion des Kantons Bern (JGK) ein. Die JGK leitete die Beschwerden an die 

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) weiter. Beide Beschwerden 

richten sich gegen die Ausnahmebewilligung für das Fällen der geschützten Linde. Zur 

Begründung machen die Beschwerdeführer insbesondere geltend, es handle sich um eine 

550-jährige Dorflinde, die zu den zehn grössten Linden der Schweiz gehöre. Die Rinde und 

1 Zonenplan 2 (Landschaft) i.V.m. Art. 515 Baureglement der Gemeinde Niederhünigen, vom Amt für 
Gemeinden und Raumordnung genehmigt am 12. Januar 2012

RA Nr. 110/2018/83 3

das Blattwerk zeigten, wie vital der Baum noch sei. Mit einem korrekten Pflegeschnitt 

könne diese markante Linde erhalten werden. 

5. Weil beide Beschwerden den gleichen Gegenstand betreffen, vereinigte das 

Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet2, die Verfahren unter RA 

Nr. 110/2018/83. Es beschränkte das Verfahren auf die Frage der Beschwerdelegitimation. 

Das Rechtsamt gab den Verfahrensbeteiligten Gelegenheit, sich hierzu zu äussern und 

holte die Vorakten ein. Mit gemeinsamer Stellungnahme vom 7. Juli 2018 äusserten sich 

die Beschwerdeführer 1 bis 3 und der Beschwerdeführer 4 zu ihrer 

Beschwerdelegitimation. Der Beschwerdeführer 4 reichte zudem seine Vereinsstatuten ein. 

Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Eingabe vom 26. Juni 2018, auf die 

Beschwerden sei nicht einzutreten. Mit Schreiben vom 5. Juli 2018 verzichtete das 

Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland auf das Einreichen einer förmlichen 

Vernehmlassung und verwies auf die Vorakten.

6. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Formelle Eintretensvoraussetzungen

a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG3. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann 

er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
3 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)

RA Nr. 110/2018/83 4

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG4 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerden gegen 

den Gesamtentscheid zuständig. Die Beschwerden vom 14. Juni und vom 15. Juni 2018 

wurden form- und fristgerecht eingereicht. 

b) Nach Art. 40 Abs. 2 BauG5 sind die Baugesuchsteller, die Einsprecher sowie die 

zuständige Gemeindebehörde beschwerdebefugt. Die Beschwerdelegitimation setzt 

demnach voraus, dass sich die Beschwerdeführer bereits als Einsprecher am 

vorinstanzlichen Verfahren beteiligt haben und mit ihrer Einsprache nicht durchgedrungen 

sind. 

Die Beschwerdeführer 1 bis 3 und der Beschwerdeführer 4 haben am vorinstanzlichen 

Verfahren nicht teilgenommen. Sie machen geltend, sie hätten nie die Gelegenheit zur 

Einreichung einer Einsprache erhalten, wären aber einsprachebefugt gewesen. Aus 

diesem Grund sei ihre Beschwerdebefugnis zu bejahen. 

c) Beschwerdebefugt ist auch, wer sich ohne eigenes Verschulden nicht am 

Baubewilligungsverfahren beteiligen konnte (vgl. Art. 40 Abs 5 BauG i.V.m. Art. 65 Abs. 1 

Bst. a VRPG6). Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn die erforderliche 

Bekanntmachung des Bauvorhabens unterblieben ist.7 Das Regierungsstatthalteramt Bern-

Mittelland hat das Bauvorhaben in den Ausgaben des Amtsanzeigers Konolfingen vom 

4. Januar 2018 und 11. Januar 2018 gemäss Art. 26 BewD8 publizieren lassen. Die 

Projektänderung vom 16. April 2018 betraf die Umgestaltung des Platzes; die Fällung der 

Linde war unter den Fachpersonen hingegen unbestritten geblieben und bildete nicht 

Gegenstand der Projektänderung. Die Einsprachefrist gegen das Fällen der geschützten 

Linde lief somit am 5. Februar 2018 ab. In der Publikation wurde das Fällen des 

geschützten Baumes als Bauvorhaben genannt. Die Bekanntmachung war demnach 

aussagekräftig, so dass betroffene Personen oder Organisationen Einsprache hätten 

erheben können. Wird das Baugesuch publiziert, besteht für die Behörden keine Pflicht, 

4 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
5 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
6 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
7 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 40-
41 N. 4; Markus Müller, Bernische Verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 2011, S. 164
8 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)

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auswärtige Grundeigentümer oder private Organisationen zu benachrichtigen. Von diesen 

wird erwartet, dass sie die örtlichen Publikationen selber verfolgen oder damit eine 

Drittperson beauftragen.9 Aufgrund der erfolgten Publikation hätten die Beschwerdeführer 1 

bis 3 und der Beschwerdeführer 4 grundsätzlich über die Möglichkeit verfügt, vom 

Bauvorhaben Kenntnis zu nehmen und fristgerecht dagegen Einsprache zu erheben. Die 

Beschwerdeführer machen keine Gründe geltend, die sie an der Teilnahme am 

Baubewilligungsverfahren gehindert hätten. Solche Gründe sind auch nicht ersichtlich. Auf 

die Beschwerden ist bereits aus diesem Grunde nicht einzutreten. 

d) Selbst wenn die Beschwerdeführer rechtzeitig Einsprache erhoben hätten, würde 

dies noch nicht heissen, dass sie sich zulässigerweise am Baubewilligungsverfahren 

beteiligt hätten.10 Neben der formellen Beschwer bedarf es auch einer speziellen 

Beziehungsnähe zum Bauvorhaben (materielle Beschwer). Die ideelle 

Verbandsbeschwerde ist an spezifische Voraussetzungen geknüpft. 

 

2. Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführer 1 bis 3 

a) Beschwerdebefugt ist nur, wer durch das Bauvorhaben unmittelbar in eigenen 

schutzwürdigen Interessen betroffen ist (Art. 40 Abs. 2 BauG i.V.m. Art. 35 Abs. 2 Bst. a 

BauG). Das Rechtsschutzinteresse ist gegeben, wenn die tatsächliche oder rechtliche 

Situation der Einsprecher bzw. Beschwerdeführer durch den Ausgang des Verfahrens 

beeinflusst werden kann. Es ist erforderlich, dass die Beschwerdeführer persönlich vom 

Bauvorhaben in höherem Mass als jedermann berührt sind. Diese Betroffenheit muss 

direkt sein und eine gewisse beachtenswerte Intensität erreichen. Darin liegt die 

Abgrenzung zur unzulässigen Popularbeschwerde. Ein bloss allgemeines ideelles 

Interesse an der Sache genügt nicht. Als wichtiges Kriterium zur Beurteilung der 

Betroffenheit dient die räumliche Distanz zum Bauvorhaben. In einer besonders nahen 

Beziehung zur Streitsache stehen naturgemäss die Nachbarn des Baugrundstücks.11 

9 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum bernischen BauG, 4. Aufl. 2013, Art. 35–35c N. 7
10 BVR 2008 S. 396 E. 1.2
11 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35–35c N. 16 - 17 

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b) Die Beschwerdeführer 1 bis 3 bestreiten nicht, dass ihnen eine nahe räumliche 

Beziehung fehlt. Die Wohnorte der Beschwerdeführer 1 bis 3 liegen über 110 km von der 

Bauparzelle bzw. von der geschützten Linde entfernt.12 Die Beschwerdeführer 1 bis 3 

machen geltend, die Voraussetzung der räumlichen Beziehung sei anhand der konkreten 

Umstände des Einzelfalls zu beurteilen. Es handle sich nicht um ein Bauvorhaben mit 

beschränkter räumlicher Auswirkung, sondern um ein solches mit überregionaler 

Bedeutung. Es gehe um die Fällung einer der zehn grössten Linden der Schweiz. Die 550-

jährige Linde stehe zudem in einer schweizweit einmaligen Dorfplatzsituation. Von der 

geplanten Fällung dieses einmaligen Landschafts- und Kulturdenkmals seien nicht nur die 

unmittelbaren Nachbarn betroffen.  

c) Das Bundesgericht hat in Zusammenhang mit Bauvorhaben, die Immissionen 

verursachen, auch einen grösseren Kreis von Personen zur Beschwerde zugelassen und 

festgehalten, es dürfe für die Beschwerdebefugnis nicht schematisch auf bestimmte 

Distanzwerte abgestellt werden. Vielmehr sei eine Gesamtwürdigung anhand der 

konkreten Verhältnisse erforderlich.13 Die persönliche Betroffenheit muss aber auch in 

diesen Fällen grösser sein als diejenige der Allgemeinheit, die allfälligen nachteiligen 

Auswirkungen des Vorhabens müssen dargelegt werden. Dies gilt insbesondere auch bei 

Beeinträchtigungen ideeller Interessen.14 

Die Beschwerdeführer machen keine persönlichen Nachteile geltend, sondern verfolgen 

mit ihrer Beschwerde explizit ideelle, sprich öffentliche Interessen am Schutz dieses 

Baumes. Auch wenn sich die Beschwerdeführer persönlich und / oder beruflich für den 

Erhalt von Bäumen engagieren, resultiert daraus keine besondere Beziehungsnähe zur 

geschützten Linde in Niederhünigen. Die Beschwerdeführer sind von der Fällung nicht 

stärker als die Allgemeinheit betroffen. Beschwerden, mit denen ausschliesslich allgemeine 

öffentlichen Interessen geltend gemacht werden, ohne dass im Falle des Obsiegens der 

beschwerdeführenden Person ein Vorteil entsteht, sind nicht zulässig.15 Die 

Beschwerdeführer 1 bis 3 sind somit nicht zur Beschwerde legitimiert. 

12 Verkehrsstrecke, Herausgemessen aus Google Maps
13 Vgl. BGE 136 II 274 E. 2.3.2 S. 285 f.
14 Vgl. Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 35-35c N. 17 Bst. b mit Hinweisen auf die Rechtsprechung; BGer 1C_124/2016 vom 7. Juli 2016 E. 3.3.1
15 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35–35c N. 16, 16a

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3. Verbandsbeschwerde 

a) Der Beschwerdeführer 4 macht in seiner Stellungnahme vom 7. Juli 2018 geltend, er 

sei als Verein nach Art. 35a BauG beschwerdelegitimiert. Der Verein verfolge ideelle 

Zwecke; namentlich gehe es darum, den Bäumen eine Stimme zu geben. Die 

Verhinderung der Fällung des schweizweit einmaligen Baumes stelle ein zentrales 

Anliegen des Vereins dar. 

b) Art. 35a BauG lässt private Organisationen zur Erhebung von Einsprachen auch 

ohne Nachweis eines besonderen Berührtseins zu, wenn sie die Rechtsform einer 

juristischen Person aufweisen und rein ideelle Zwecke verfolgen (sogenannte ideelle 

Verbandsbeschwerde).16 Gemäss Art. 35c Abs. 3 BauG können die Organisationen nur 

Rügen in Rechtsbereichen erheben, die seit mindestens zehn Jahren Gegenstand ihres 

statutarischen Zwecks bilden. 

c) Der Beschwerdeführer 4 ist als Verein nach den Art. 60 ff. ZGB17 und damit als 

juristische Person konstituiert. Auch bei der ideellen Verbandsbeschwerde ist 

Voraussetzung, dass sich die Organisation zuvor am Einspracheverfahren beteiligt hat.18 

Daran fehlt es vorliegend (siehe vorne Erwägung 1). Der Verein D.________ besteht erst 

seit dem 1. März 2018 und erfüllt daher auch die Voraussetzung des mindestens 10-

jährigen Bestehens nach Art. 35 c Abs. 3 BauG nicht. Der Beschwerdeführer 4 bezweifelt, 

dass Art. 35c Abs. 3 BauG bundesrechtskonform sei, da diese Bestimmung den Kreis 

potentieller Einspracheberechtigter unverhältnismässig stark einschränke. Die Bedeutung 

der ideellen Verbandsbeschwerde im Baubewilligungs- und Baubeschwerdeverfahren liegt 

einerseits darin, dass die Organisationen damit ein wirksames Mittel zur Wahrung 

bestimmter öffentlicher Interessen erhalten. Andererseits bringen die Organisationen 

spezifische Fachkenntnisse in die Verfahren ein, die von den Behörden unterstützend 

genutzt werden können. Die Einsprache- und Beschwerdebefugnis ist daher beschränkt 

auf Organisationen, die sich dauernd und ernsthaft mit den Anliegen des Bau- und 

Planungsrechts auseinandersetzen.19 Würde beim statutarischen Zweck auf das zeitliche 

Erfordernis verzichtet, könnten angesichts der Einfachheit einer Vereinsgründung (vgl. Art. 

16 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35–35c N. 23
17 Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 210)
18 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35–35c N. 24
19 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 35–35c N. 22 f. und 28

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60 ZGB) kurzfristig Vereine im Hinblick auf bestimmte Bauvorhaben gegründet werden. 

Dies entspricht nicht Sinn und Zweck des Verbandsbeschwerderechts und würde faktisch 

Popularbeschwerden ermöglichen. Die Bestimmungen von Art. 35a und Art. 35c Abs. 3 

BauG über die Einsprachebefugnis privater Organisationen sind im Übrigen denjenigen 

von Art. 12 NHG20 und Art. 55 USG21 nachgebildet. Auch nach Art. 12 Abs. 2 NHG steht 

die Beschwerdelegitimation nur ideellen Organisationen zu, die den betreffenden 

statutarischen Zweck seit mindestens zehn Jahren verfolgen.22 

d) Als Verein kann der Beschwerdeführer 4 ausserdem wie ein Privater Einsprache 

erheben, wenn er selber betroffen ist (z.B. als Grundeigentümer) oder wenn er nach seinen 

Statuten die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten hat und die Mehrheit oder doch eine 

Grosszahl der Mitglieder durch das Bauvorhaben in solchen Interessen berührt sind und 

selbst zur Einsprache legitimiert wären (sog. egoistische Verbandsbeschwerde). 

Schliesslich muss der Verein am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen haben.23 Dies 

war nicht der Fall. Der statutarische Sitz des Vereins liegt in Zürich. Es ist nicht ersichtlich 

und wird auch nicht geltend gemacht, dass der Beschwerdeführer 4 selber oder eine 

grosse Anzahl seiner Mitglieder die erforderliche Beziehungsnähe zum Bauvorhaben 

aufweisen würde. Dazu kann auf Erwägung 2 verwiesen werden. Hinzu kommt, dass in 

den Statuten des Beschwerdeführers 4 das Ergreifen von Rechtsmitteln zur Wahrung von 

entsprechenden Mitgliederinteressen nicht als Vereinsaufgabe genannt ist.24 Auch die 

Eintretensvoraussetzungen einer egoistischen Verbandsbeschwerde sind daher nicht 

erfüllt.

e) Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde des Beschwerdeführers 4 mangels 

Beschwerdelegitimation nicht einzutreten.

4. Zusammenfassung und Kosten

20 Bundesgesetz vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451)
21 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01)
22 Fahrländer/Keller/Zufferey, in Kommentar NHG, Zürich 1997, Art. 12 N 7
23 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, 
Art. 35–35c N. 16 und 21; Markus Müller, Bernische Verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 2011, S. 167 f.
24 Vgl. Statuten des Vereins D.________, Beilage zur Stellungnahme vom 7. Juli 2018

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a) Das Bauvorhaben wurde ordnungsgemäss bekannt gemacht. Die Beschwerdeführer 

1 bis 3 und der Beschwerdeführer 4 haben sich nicht am vorinstanzlichen Verfahren 

beteiligt und sind formell nicht beschwert. Den Beschwerdeführern 1 bis 3 fehlt ausserdem 

die für die Beschwerdelegitimation erforderliche Beziehungsnähe; beim Beschwerdeführer 

4 sind weder die Voraussetzungen einer ideellen noch diejenigen einer egoistischen 

Verbandsbeschwerde erfüllt. Im Übrigen vermöchte auch eine gegebene materielle 

Beschwerdebefugnis die verpasste Einsprache nicht zu heilen. Die 

Eintretensvoraussetzungen sind in mehrfacher Hinsicht nicht erfüllt. 

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführer 1 bis 3 und 

der Beschwerdeführer 4. Laut Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die Verfahrenskosten der 

unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei 

gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen Umstände rechtfertigten, keine 

Verfahrenskosten zu erheben. Vorliegend ist keiner der Gründe gegeben, die ein 

Abweichen von der Regel rechtfertigen würden. Die Beschwerdeführenden haben somit 

die gesamten Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt 

auf eine Pauschalgebühr von Fr. 450.‒ pro Beschwerde (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. 

Art. 19 Abs. 1 GebV25). Werden in einem einzigen Entscheid mehrere Beschwerden 

beurteilt, so kann die Pauschalgebühr für die einzelnen Beschwerdeführenden 

angemessen reduziert werden (Art. 21 Abs. 3 GebV). Die Pauschalgebühr wird daher auf 

Fr. 300.‒ pro Beschwerde festgesetzt. Die Beschwerdeführer 1 bis 3 haften solidarisch für 

den gesamten auf sie entfallenden Betrag.

c) Der Beschwerdegegnerin sind keine ersatzfähigen Parteikosten entstanden (Art. 108 

Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG). Es werden keine Parteikosten gesprochen 

III. Entscheid

1. Auf die Beschwerden wird nicht eingetreten. 

25 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21).

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2. Den Beschwerdeführern 1 bis 3 werden Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 300.‒ 

zur Bezahlung auferlegt. Sie haften solidarisch für den gesamten Betrag. 

Dem Beschwerdeführer 4 werden Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 300.‒ 

auferlegt. 

Separate Zahlungseinladungen folgen, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft 

erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

IV. Eröffnung

- Herrn A.________, eingeschrieben

- Herrn B.________, eingeschrieben

- Herrn C.________, eingeschrieben 

- D.________, eingeschrieben 

- Einwohnergemeinde Niederhünigen, Gemeindeverwaltung, eingeschrieben 

- Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, A-Post

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungspräsident