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**Case Identifier:** 097dda7d-f7b6-596b-9201-f52799223fab
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.07.2019 200 2019 317
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-317_2019-07-18.pdf

## Full Text

200 19 317 IV und
200 19 318 IV (2)
SCJ/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Juli 2019

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch B.________, lic.iur. C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 22. und 26. März 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juli 2019, IV/19/317, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Mit Verfügungen vom 2. November 1999 und 29. Oktober 2004 sprach die 
IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) der … gebore-
nen A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) in 
Anerkennung der Geburtsgebrechen Ziffer 390 und 387 gemäss Anhang 
der Verordnung über Geburtsgebrechen (GgV; SR 831.232.21) medizini-
sche Massnahmen zu (Akten der IVB [act. II] 5; 17). 

Im November 2015 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine 
Autismus-Spektrum-Störung im Sinne eines Asperger-Syndroms erneut bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 
(act. II 20). Nachdem die IVB Berichte behandelnder Ärzte sowie eine Stel-
lungnahme von Dr. med. D.________, Facharzt für Psychosomatik und 
Psychotherapie (D), Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), beigezogen hatte 
(act. II 37), erteilte sie im Hinblick auf die im August 2014 bei der 
E.________ (nachfolgend E.________) begonnene Ausbildung der Versi-
cherten zur … EFZ (act. II 35 S. 2  ff.) Kostengutsprache für eine erstmali-
ge berufliche Ausbildung (act. II 38; 51) sowie ein Coaching (act. II 43; 55; 
61). Im Juli 2018 schloss die Versicherte die Lehre erfolgreich ab (act. II 
82) und trat am 1. August 2018 bei E.________ eine Arbeitsstelle im Um-
fang eines 60%-Pensums an (Beschwerde, S. 3; Protokoll, Eintrag vom 
13. Juni 2018 [in den Gerichtsakten]). In der Folge schloss die IVB die be-
ruflichen Massnahmen ab (act. II 76) und stellte – nachdem sie bei Dr. 
med. D.________ einen weiteren Bericht (act. II 80) sowie bei ihrem Ab-
klärungsdienst einen Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung eingeholt 
hatte (act. II 89 S. 2 ff.) – mit Vorbescheid vom 17. Juli bzw. 23. August 
2018 (act. II 83; 91) die Ablehnung eines Rentenanspruchs (bei einem In-
validitätsgrad von 20%) sowie eines Anspruchs auf Hilflosenentschädigung 
in Aussicht. Gegen beide Vorbescheide erhob die Versicherte Einwand 
(act. II 92 f.), wobei sie insbesondere einen zu Handen der Hausärztin der 
Versicherten, Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Me-
dizin, erstellten Bericht vom 9. Januar 2019 (act. II 101.1) von lic. phil. 
G.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, einreichen liess. 

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Hierauf holte die IVB zwei Stellungnahmen von Dr. med. D.________ ein 
(act. II 104 f.) und entschied mit Verfügung vom 22. März 2019 (betreffend 
Invalidenrente [act. II 106]) bzw. vom 26. März 2019 (betreffend Hilflosen-
entschädigung [act. II 107]) wie in den Vorbescheiden in Aussicht gestellt. 

B.

Gegen beide Verfügungen liess die Versicherte, vertreten durch lic. iur. 
C.________, mit Eingabe vom 29. April 2019 Beschwerde erheben. Sie 
stellt die folgenden Anträge: 

1. Es sei die Verfügung vom 22. März 2019 aufzuheben und der Be-
schwerdeführerin eine Rente zuzusprechen.

Eventualantrag: Es sei die Arbeitsfähigkeit psychiatrisch näher abzu-
klären.

2. Die Verfügung vom 26. März 2019 sei aufzuheben und es sei der 
Beschwerdeführerin – unter der Bedingung, dass ihr eine IV-
Viertelsrente zugesprochen wird – eine Hilflosenentschädigung leich-
ten Grades für lebenspraktische Begleitung zuzusprechen.

- Unter Entschädigungsfolge - 

Mit Beschwerdeantwort vom 29. Mai 2019 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Die beiden Verfahren IV 200.19.317 (betreffend Invalidenrente) 
und IV 200.19.318 (betreffend Hilflosenentschädigung) sind aus prozessö-
konomischen Gründen zu vereinigen (Art. 17 Abs. 1 des kantonalen Geset-
zes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 
155.21]; vgl. MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kommentar zum bernischen 
VRPG, 1997, Art. 17 N. 1 und 5). 

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1.2 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialver-
sicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 VRPG) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.3 Anfechtungsobjekte bilden die Verfügungen vom 22. und 26. März 
2019 (act. II 106 f.). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwer-
deführerin auf eine Invalidenrente sowie auf eine Hilflosenentschädigung. 

1.4 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.5 Das Gericht überprüft die angefochtenen Entscheide frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

Zu prüfen ist zunächst der Rentenanspruch.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-

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werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (vgl. E. 2.1 vorne) sind (lit. c). 
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Mit Bezug auf den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit 
präsentieren sich die Akten im Wesentlichen wie folgt:

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3.1.1 Im Bericht der Praxis H.________ vom 17. November 2015 (act. II 
23 S. 1 – 7) diagnostizierte die untersuchende lic. phil. I.________, Fach-
psychologin FSP, eine Autismus-Spektrum-Störung i.S. eines Asperger-
Syndroms (ICD-10 F84.5 [S. 7]). Die Abklärung sei auf Wunsch der Vorge-
setzten der Beschwerdeführerin erfolgt; sie befinde sich in der Ausbildung 
zur … bei E.________ und es werde der Beschwerdeführerin zurückge-
meldet, sie arbeite zu langsam und unstrukturiert. Demgegenüber seien die 
Leistungen in der Berufsschule sehr gut bis ausserordentlich (S. 2). In der 
Beurteilung hielt lic. phil. I.________ fest, aufgrund der Psychodiagnostik 
lasse sich keine eindeutige und klare Diagnose ableiten. Im Vordergrund 
des komplexen Beschwerdebildes ständen neuropsychologische Defizite 
im Bereich der exekutiven Funktionen, die ätiologisch nicht ausreichend mit 
einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung erklärt werden könnten. Vor dem Hin-
tergrund der positiven Familienanamnese, der beobachteten Auffälligkeiten 
seit der Geburt, der minimalen cerebralen Bewegungsstörung, der Rolan-
do-Epilepsie und nicht altersentsprechenden Reifung sei vielmehr eine tief-
greifende Entwicklungsstörung zu vermuten, wobei die Symptomatik auf 
eine Autismus-Spektrum-Störung hindeute. Dafür sprächen auch das Fest-
halten an Routinen, die Intoleranz gegenüber Störungen oder Unterbre-
chungen in den Abläufen, die übermässigen perfektionistischen Züge sowie 
ausgeprägte Schwierigkeiten, sich an neue oder ungewohnte Situationen 
anpassen zu können. Ferner zeige sich eine starke Diskrepanz zwischen 
den intellektuellen Fähigkeiten (Sprache, Kognition) und der praktischen 
Umsetzung sowie sozioemotionalen Reife wie sie häufig unter einer Autis-
mus-Spektrum-Störung im Sinne eines Asperger-Syndroms zu beobachten 
sei. Somit würden gemäss ICD-10 und DSM-5 die Kriterien für eine tiefgrei-
fende Entwicklungsstörung im Sinne einer Autismus-Spektrum-Störung in 
milder bis mittelgradiger Ausprägung ohne Beeinträchtigung der Sprache 
und der intellektuellen Fähigkeiten erfüllt (S. 6 f.). Vor dem Hintergrund der 
Ausbildungsschwierigkeiten sei eine IV-gestützte Begleitung durch eine 
Fachperson dringend indiziert (S. 7).

3.1.2 Mit Bericht vom 3. März 2016 (act. II 37) hielt der RAD-Arzt Dr. 
med. D.________ fest, im Bericht der Praxis H.________ werde nachvoll-
ziehbar hergeleitet, dass bei der Beschwerdeführerin eine Autismus-
Spektrum- Störung vorliege. Hieraus ergäben sich auch die geltend 

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gemachten Funktionsbeeinträchtigungen (S. 4). Im Rahmen beruflicher 
Massnahmen sei ein berufliches Coaching hinsichtlich der Fähigkeitsbeein-
trächtigungen notwendig, um die Ausbildung zur Verkäuferin zu ermögli-
chen. In Bezug auf die Ausbildung zur … EFZ beständen leistungsmässig 
Beeinträchtigungen der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit und sozialer 
Fähigkeiten. Unter den gegebenen Bedingungen sehe er – Dr. med. 
D.________ – darüber hinaus aber keine zeitlichen Beeinträchtigungen. 
Auch in einer den Leiden angepassten Tätigkeit beständen unter Beach-
tung der vorliegenden Fähigkeitsbeeinträchtigungen keine zeitlichen Ein-
schränkungen (S. 5). 

3.1.3 Im Bericht vom 20. Juni 2018 (act. II 80 S. 4 f.) hielt Dr. med. 
D.________ fest, in der Gesamteinschätzung sei aufgrund der vorliegen-
den Befundberichte, der Berichte des Coachs und der Ausbildungsstätte 
festzustellen, dass eine leichte bis mässige Beeinträchtigung der Flexibi-
litäts- und Umstellungsfähigkeit und konsekutiv der Durchhaltefähigkeit 
vorlägen. Zudem beständen leicht ausgeprägte Beeinträchtigungen hin-
sichtlich der sozialen Anpassungsfähigkeit im Rahmen des Asperger-
Syndroms. Hieraus resultiere ein verlangsamtes Arbeitstempo und eine 
eingeschränkte Stresstoleranz. Zudem müssten Aufgaben klar vorgegeben 
werden. Tätigkeiten mit ausgeprägter Eigenverantwortungsübernahme und 
unter einem ausgeprägten zeitlichen Druck sollten vermieden werden. Die 
Arbeitsfähigkeit betrage 80% (S. 5).

3.1.4 Dr. med. F.________ hielt im Bericht vom 19. Oktober 2018 (act. II 
99 S. 1) fest, seit der Einschätzung durch Dr. med. D.________ habe sich 
einiges geändert. Die Beschwerdeführerin habe eine Arbeitsstelle zu 60% 
bei E.________ an ihrem Ausbildungsstandort begonnen. Sie arbeite 25 
Stunden pro Woche. Die Arbeitszeiten seien auf halbe und ganze Tage 
verteilt. Nach jedem Arbeitstag und auch an Freitagen sei sie erschöpft, 
lege sich aufs Bett, habe keine Energie für soziale Kontakte, Hobbys, etc. 
Während der Arbeit werde von ihr eine „normale“ Leistungsfähigkeit gefor-
dert. Die Beschwerdeführerin schaffe dies nur unter grösster Konzentration 
und Anstrengung in den vorgegebenen Stunden, sie leiste viel Überzeit 
ohne dies zu deklarieren. Aufgrund dieser Erfahrung sei die von Dr. med. 

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D.________ festgehaltene Arbeitsfähigkeit von 80% nicht realistisch. Sie 
beurteile die Arbeitsfähigkeit mit 50%.

3.1.5 Im zu Handen von Dr. med. F.________ erstellten Bericht „Neuro-
psychologische Abklärung“ vom 9. Januar 2019 (act. II 101.1 S. 2 ff.) hielt 
lic. phil. G.________ fest, die objektivierten Defizite, zusammen mit den 
klinischen Auffälligkeiten, seien als leichte bis mittelschwere neuropsycho-
logische Störung zu werten. Die objektivierten Minderleistungen sowie die 
beobachteten Auffälligkeiten seien mit dem im Vorfeld diagnostizierten 
Asperger-Syndrom vereinbar. Ein möglicher, aber nicht gesicherter Einfluss 
könnten die ehemals diagnostizierte cerebrale Bewegungsstörung und die 
früher diagnostizierte Rolando-Epilepsie haben (S. 11). Verglichen mit dem 
gezeigten Leistungsprofil und den zusätzlich Asperger-assoziierten Interak-
tionsschwierigkeiten sei auf eine Leistungseinschränkung von 40% zu 
schliessen. Beim aktuellen Arbeitsplatz werde auf die Situation der Be-
schwerdeführerin bereits deutlich Rücksicht genommen, weshalb die Leis-
tungseinschränkung an diesem Arbeitsplatz etwas geringer und wohl mit 
etwa 20% zu werten sei. Deutlich einschränkend sei allerdings die reduzier-
te Belastbarkeit, welche sich mit einem hohen Schlafbedürfnis und fehlen-
den Ressourcen für innerhäusliche Tätigkeiten äussere. Gehe man davon 
aus, dass die Beschwerdeführerin übliche und altersangepasste Aufgaben 
im Haushalt in Bälde übernehme, stelle das aktuelle zeitliche Pensum von 
60% wohl die oberste Grenze, wenn nicht gar eine Überforderung dar 
(S. 13).

3.1.6 In der Stellungnahme vom 25. Januar 2019 (act. II 104 S. 3 ff.) 
hielt Dr. med. D.________ unter Berücksichtigung des Berichts von lic. phil. 
G.________ vom 9. Januar 2019 sowie der „Leistung Beurteilung“ des Ar-
beitgebers der Beschwerdeführerin vom 21. Dezember 2018 (act. II 103 S. 
1 f.) fest, in der Gesamtbeurteilung finde sich einerseits eine konstruktive, 
auf die Stärken der Beschwerdeführerin abzielende Einschätzung des Ar-
beitgebers und eher die Defizite betonenden Beurteilungen von Seiten der 
Mutter, der behandelnden Hausärztin und letztlich auch im neuropsycholo-
gischen Gutachten von lic. phil. G.________. Vergleiche man die Aus-
führungen des Arbeitgebers in seiner Leistungseinschätzung mit den 
Ausführungen zur Leistungseinschätzung hinsichtlich der angestammten 

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Tätigkeit, so könne eine grundsätzliche Beeinträchtigung der Leistungs-
fähigkeit von 20% nachvollzogen werden. Die zusätzlich durch die Unter-
suchung von lic. phil. G.________ belegten kognitiven Beeinträchtigungen 
führten zu einer Beeinträchtigung der Kompetenz- und Wissensanwendung 
im beruflichen Rahmen von 20%. Es bestehe daher für die angestammte 
Tätigkeit eine Beeinträchtigung des Pensums von 20% sowie der Leistung 
von 20%, woraus sich eine Arbeitsfähigkeit von gut 60% ergebe (S. 4).

In der „Aktennotiz RAD“ vom 8. März 2019 (act. II 105) hielt Dr. med. 
D.________ fest, die Feststellung in der Stellungnahme vom Januar 2019 
durch den RAD, wonach die Arbeitsfähigkeit gut 60% betrage, habe sich 
auf die rechnerisch sich ergebende Arbeitsfähigkeit von exakt 64% bezo-
gen, welche sich aus der Pensumsreduktion von 20% und der Leistungsre-
duktion von 20% ergebe. Diese Einschätzung beziehe sich auf die 
angestammte Tätigkeit im …. Bei einer angepassten Tätigkeit ohne über-
mässigen Publikumsverkehr sei das Pensum ebenfalls um 20% reduziert, 
wobei aufgrund der verminderten Stressauswirkungen die kognitiven 
Fähigkeiten hier nicht beeinträchtigt seien. In der Gesamtbewertung ergebe 
sich hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit daher eine Arbeitsfähigkeit 
von 80%.

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

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medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4). Soll jedoch ein 
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 
werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65). 

3.3 Die Berichte des RAD-Arztes Dr. med. D.________ vom 25. 
Januar und 8. März 2019 (act. II 104 S. 3 ff.; 105) erfüllen die Vorausset-
zungen der Rechtsprechung an den Beweiswert ärztlicher Berichte (vgl. 
E. 3.2.2 vorne) und erbringen Beweis. Die darin erfolgten Feststellungen 
und Einschätzungen sind nachvollziehbar und die Schlussfolgerungen – 
insbesondere in Bezug auf das zumutbare Leistungsvermögen – überzeu-
gen.

Daran ändern auch die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts: 

3.3.1 Zunächst schadet es entgegen ihrer noch im Vorbescheidverfah-
ren vertretenen (vgl. act. II 93 S. 1), jedoch im Beschwerdeverfahren nicht 
mehr wiederholten Auffassung dem Beweiswert der RAD-Berichte unter 
den vorliegend gegebenen Umständen nicht, dass sie allein auf den Akten 
basieren. Denn nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, 
wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegen-
wärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind, der Untersu-
chungsbefund lückenlos vorliegt und sich der Experte aufgrund 
vorhandener Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen kann 

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(RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b). Dies alles trifft 
vorliegend zu: Aus den im Recht liegenden medizinischen Berichten folgt 
und ist ärztlicherseits unbestritten, dass die Beschwerdeführerin an einer 
Autismus-Spektrum-Störung im Sinne eines Asperger-Syndroms leidet (act. 
II 23 S. 7; 37 S. 4). Sodann haben sich die behandelnden Ärzte und dabei 
insbesondere die Neuropsychologin lic. phil. G.________ im Bericht vom 
9. Januar 2019 (act. II 101.1 S. 2 ff.) ausführlich zum funktionellen Leis-
tungsvermögen geäussert. Ferner liegen diverse Berichte – namentlich 
auch eine auf der im August 2018 erfolgten Festanstellung basierende 
Leistungsbeurteilung (act. II 103 S. 1 f.) – der Arbeitgeberin vor, welche die 
funktionellen Beeinträchtigungen im erwerblichen Alltag dokumentieren. 
Gestützt darauf war es dem RAD-Arzt Dr. med. D.________, dessen fach-
liche Qualifikation zu Recht auch die Beschwerdeführerin nicht in Frage 
stellt, ohne weiteres möglich, entsprechend seiner Funktion (vgl. Art. 59 
Abs. 2bis IVG) eine zuverlässige Einschätzung der medizinisch-
theoretischen Arbeits- und Leistungsfähigkeit vorzunehmen.

3.3.2 Dr. med. D.________ bezifferte die Arbeits- und Leistungsunfähig-
keit der Beschwerdeführerin in Bezug auf die angestammte Tätigkeit als … 
EFZ mit je 20% (act. II 104 S. 4), während er in einer den Leiden ange-
passten Tätigkeit von einer Arbeitsunfähigkeit von 20% ohne zusätzliche 
Einschränkung der Leistungsfähigkeit ausging (act. II 105).

Wenn die Beschwerdeführerin insoweit geltend macht, es sei nicht 
nachvollziehbar, wie der RAD-Arzt dazu gekommen sei, „nachträglich“ von 
einer 80%-Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen, 
nachdem er selber zuvor von einer „gut 60%-Arbeitsfähigkeit“ 
ausgegangen sei (Beschwerde, S. 4 Ziff.1), braucht auf diese Kritik nicht 
näher eingegangen zu werden. Denn wie nachstehend zu zeigen ist, ändert 
sich am Ergebnis eines fehlenden Rentenanspruchs auch dann nichts, 
wenn zu Gunsten der Beschwerdeführerin bei der Ermittlung des 
Invaliditätsgrades für die Berechnung des Invalideneinkommens auf die 
angestammte Tätigkeit abgestellt wird (vgl. E. 4.4 hinten). Soweit die 
Ausführungen von lic. phil. G.________ in Bezug auf die angestammte 
Tätigkeit sodann dahingehend verstanden werden könnten, als sie eine 
Arbeits- und Leistungsunfähigkeit von gesamthaft 40% postuliert (vgl. act. II 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juli 2019, IV/19/317, Seite 12

101.1 S. 13), so erfolgte diese Einschätzung allein unter Zugrundelegung 
künftiger, nicht direkt dem erwerblichen Bereich zurechenbarer Faktoren, 
welche sich im Verfügungszeitpunkt noch nicht realisiert hatten, weshalb 
sich diese Einschätzung als spekulativ erweist. Im Übrigen ist darauf 
hinzuweisen, dass es die Aufgabe des Facharztes ist, die Arbeitsfähigkeit – 
wie hier – unter Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer Defizite 
einzuschätzen, wohingegen die neuropsychologische Abklärung lediglich 
eine Zusatzuntersuchung darstellt (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 27. Juni 2019, 9C_299/2019, E. 4). Ferner bekleidete die Be-
schwerdeführerin während der Lehre stets ein 100%- bzw. ab August 2016 
ein 90%-Pensum (vgl. act. II 35 S. 3; 45 S. 2 f.; 54 S. 3 f.), weshalb die Ein-
schätzung von Dr. med. D.________, welcher eine leicht geringere Arbeits- 
und Leistungsunfähigkeit von gesamthaft 36% (0.8 x 0.8) postuliert, auch 
vor diesem Hintergrund überzeugt. 

Schliesslich führt auch der Bericht von Dr. med. F.________ vom 19. Okto-
ber 2018 (act. II 99 S. 1) zu keiner anderen Beurteilung, verfügt sie als In-
ternistin in Bezug auf das bei der Beschwerdeführerin vorliegende 
Krankheitsbild doch nicht über die für die medizinisch-theoretische Ein-
schätzung der Arbeitsfähigkeit erforderliche Fachkompetenz. 

3.3.3 Zusammenfassend ergeben sich weder aus den Berichten der 
behandelnden Ärzte noch aus den Vorbringen der Beschwerdeführerin in 
der Beschwerde Aspekte, welche auch nur geringe Zweifel an der Zuver-
lässigkeit und Schlüssigkeit der RAD-Berichte von Dr. med. D.________ 
vom 25. Januar 2019 (act. II 104 S. 3 ff.) und vom 8. März 2019 (act. II 105) 
zu wecken vermöchten (vgl. E. 3.2.3 vorne). Der Sachverhalt erweist sich 
demnach als hinreichend abgeklärt, womit es der beschwerdeweise (even-
tualiter) beantragten medizinischen Abklärungen nicht bedarf. 

3.4 Demnach ist der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit 
als … EFZ im Umfang von 64% (bei einer Einschränkung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von je 20%) zumutbar. 

Basierend auf dieser medizinisch-theoretischen Grundlage ist nachfolgend 
der Invaliditätsgrad zu ermitteln.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juli 2019, IV/19/317, Seite 13

4.

4.1 Die Beschwerdegegnerin hat den potentiellen Rentenbeginn auf 
das Jahr 2017 festgesetzt, was die Beschwerdeführerin zu Recht nicht be-
anstandet und zu keinen Weiterungen Anlass gibt.

4.2 Der Einkommensvergleich (Art. 16 ATSG) hat in der Regel in der 
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen 
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt 
werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad be-
stimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Ein-
zelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe-
rungswerte miteinander zu vergleichen (allgemeine Methode des 
Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

4.3 Die Beschwerdegegnerin hat beide Vergleichseinkommen (Vali-
den- und Invalideneinkommen) basierend auf den Werten der vom Bun-
desamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Schweizerischen 
Lohnstrukturerhebung (LSE) ermittelt, was im Lichte der höchstrichterlichen 
Praxis grundsätzlich zulässig (vgl. BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30 [mit Bezug 
auf das Valideneinkommen] und BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297 [mit Bezug 
auf das Invalideneinkommen]) und auch vorliegend nicht zu beanstanden 
ist. 

4.4 Indem vorliegend in Anbetracht der bereits seit jeher bestehenden 
krankheitsbedingten funktionellen Einschränkungen das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht bestimmbar ist, hat die 
Beschwerdegegnerin für die Festsetzung des Valideneinkommens zu 
Recht auf Tabellenlöhne gemäss LSE abgestellt (vgl. E. 4.3 vorne). Dabei 
hat sie Position 47 ([Detailhandel], Kompetenzniveau 2, Frauen) von Tabel-
le TA1 berücksichtigt, was die Beschwerdeführerin zu Recht nicht bean-
standet. 

In Bezug auf das Invalideneinkommen ist festzuhalten, dass das seit Au-
gust 2018 bestehende Arbeitsverhältnis bei E.________ (Protokoll, Eintrag 
vom 13. Juni 2018 [in den Gerichtsakten]) im massgeblichen Zeitpunkt des 
Verfügungserlasses am 22. März 2019 (act. II 106) bei erst unterjähriger 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juli 2019, IV/19/317, Seite 14

Dauer noch nicht als besonders stabil im Sinne der Rechtsprechung (BGE 
143 V 295 E. 2.2 S. 296) qualifiziert werden konnte, so dass nicht der 
tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn zu gelten hat. Demnach sind 
für die Ermittlung des Invalideneinkommens ebenfalls statistische Werte 
gemäss LSE zu berücksichtigen (vgl. E. 4.3 vorne), wobei mit Blick auf das 
Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 3.4 vorne) auf dieselbe Tabellenposition wie 
beim Valideneinkommen abzustellen ist. Dabei ist die Berücksichtigung 
eines leidensbedingten Abzugs (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 
322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2) nicht gerechtfertigt: So-
weit das Kriterium der leidensbedingten Einschränkung betreffend, wurde 
den gesundheitlich bedingten leistungsmindernden Umständen unter Zu-
grundelegung des von Dr. med. D.________ formulierten Zumutbar-
keitsprofils hinreichend Rechnung getragen und es verbietet sich deshalb 
eine nochmalige Berücksichtigung (vgl. SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2). 
Sodann sind die invaliditätsfremden Abzugskriterien (Alter, Dienstjahre, 
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) offensichtlich 
nicht erfüllt, weshalb auch insoweit kein Abzug gerechtfertigt ist. 

Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellen-
lohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls ent-
spricht der Invaliditätsgrad nämlich dem Grad der Arbeits- und 
Leistungsunfähigkeit von hier je 20%, ausmachend 36% (80% von 80%; 
Entscheid des BGer vom 4. August 2017, 8C_358/2017, E. 2.2), womit die 
Beschwerdeführerin (bei einem Invaliditätsgrad von maximal 36%) keinen 
Anspruch auf eine Invalidenrente hat (vgl. E. 2.2 vorne). 

4.5 Zusammenfassend ist die Beschwerde, soweit den Rentenan-
spruch betreffend, abzuweisen. 

5.

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung für 
eine Hilflosigkeit leichten Grades für lebenspraktische Begleitung.

Als hilflos gilt u.a. eine Person, welche zu Hause lebt und wegen der Beein-
trächtigung der Gesundheit dauernd auf lebenspraktische Begleitung an-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juli 2019, IV/19/317, Seite 15

gewiesen ist. Ist nur die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für 
die Annahme einer Hilflosigkeit mindestens ein Anspruch auf eine 
Viertelsrente gegeben sein (Art. 42 Abs. 3 Satz 1 IVG).

Indem die Beschwerdeführerin ausschliesslich an einer psychischen Ge-
sundheitsbeeinträchtigung leidet (act. II 104 S. 4) und es zudem an der 
notwendigen Anspruchsvoraussetzung einer Viertelsrente fehlt (vgl. E. 4.4 
vorne), besteht kein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. Dass die 
Beschwerdeführerin in Bezug auf die alltäglichen Lebensverrichtungen 
(BGE 133 V 450 E. 7.2 S. 463) dauernd der Hilfe Dritter bedürfte oder eine 
dauernde persönlichen Überwachung (Art. 9 ATSG) erforderlich wäre, ist 
weder ersichtlich noch macht die Beschwerdeführerin dergleichen geltend. 

Demnach hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf Hilflosenent-
schädigung zu Recht verneint. 

6.

Zusammenfassend sind die Verfügungen vom 22. und 26. März 2019 nicht 
zu beanstanden und die dagegen gerichtete Beschwerde ist abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnom-
men. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Juli 2019, IV/19/317, Seite 16

7.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) hat die unterliegende Beschwerdeführerin keinen An-
spruch auf eine Parteientschädigung. Die obsiegende Beschwerdegegnerin 
hat als Sozialversicherungsträgerin nach allgemeinem sozialversicherungs-
rechtlichem Prozessgrundsatz ebenfalls keinen Anspruch auf eine Partei-
entschädigung (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.