# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2dd6109c-7b6f-5775-8d0b-58e89769824a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 16.02.2022 UH210337
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UH210337_2022-02-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: UH210337-O/U/MUL

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. A. Flury, Präsident, und lic. iur. D. Oehninger, 

Oberrichterin lic. iur. K. Eichenberger sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Ch. Negri 

Beschluss vom 16. Februar 2022

in Sachen

A._____, 
Beschwerdeführer

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Dr. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,
Beschwerdegegnerin

betreffend Erstellen eines DNA-Profils 

Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zü-
rich vom 21. September 2021

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Erwägungen:

I.

1. Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (nachfolgend: Staatsanwalt-

schaft) führt ein Strafverfahren gegen A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) 

betreffend sexuelle Handlungen mit Kindern etc. (vgl. Urk. 9). Am 21. September 

2021 verfügte sie die Erstellung eines DNA-Profils vom bereits vorhandenen 

Wangenschleimhautabstrich bzw. die Verlängerung von dessen Löschfrist (Urk. 3/

1).

2. Hiergegen liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. September 

2021 innert Frist Beschwerde erheben und Folgendes beantragen (Urk. 2 S. 2):

"1. Die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 21.09.2021 sei aufzu-
heben und es sei davon abzusehen, vom bereits vorhandenen 
Wangenschleimhautabstrich des Beschuldigten ein DNA-Profil zu 
erstellen, bzw. dessen Löschfrist zu verlängern.

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatsan-
waltschaft."

In prozessualer Hinsicht wurde zudem folgender Antrag gestellt (Urk. 2 S. 2):

"Dem Beschuldigten sei auch für das Beschwerdeverfahren die amtli-
che Verteidigung, bzw. unentgeltliche Vertretung zu gewähren und es 
sei davon abzusehen, ihn für das Beschwerdeverfahren zu kautionie-
ren."

3. Mit Verfügung vom 6. Oktober 2021 wurde der Staatsanwaltschaft Frist zur 

Stellungnahme angesetzt. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass nach 

ständiger Praxis der Beschwerdekammer eine im Vorverfahren gewährte und 

noch andauernde amtliche Verteidigung auch für das Beschwerdeverfahren gelte. 

Zudem wurde festgehalten, dass eine Kautionierung des Beschwerdeführers im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht in Frage komme, da er in der Strafunter-

suchung beschuldigte Person sei und Art. 383 StPO die Möglichkeit einer Kautio-

nierung der Privatklägerschaft vorsehe, nicht hingegen der beschuldigten Person 

(Urk. 5).

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Die Staatsanwaltschaft liess sich mit Eingabe vom 11. Oktober 2021 vernehmen 

und beantragte die Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen zulasten des Beschwerdeführers (Urk. 7). Nach entsprechender 

Fristansetzung (vgl. Urk. 10) liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 18. Ok-

tober 2021 auf eine Replik verzichten (Urk. 12). Am 19. Oktober 2021 reichte der 

Beschwerdeführer persönlich ein weiteres Schreiben ein (Urk. 14), welches für 

das vorliegende Verfahren jedoch unbeachtlich ist (vgl. Urk. 16, Urk. 17).

II.

1. Die Staatsanwaltschaft erwägt in der angefochtenen Verfügung, der Be-

schwerdeführer werde eines Verbrechens oder Vergehens beschuldigt, wobei ihm 

insbesondere vorgeworfen werde, ein 13-jähriges Mädchen an den Brüsten und 

im Genitalbereich ausgegriffen zu haben, wobei er um deren Alter gewusst habe 

und vorgängig mit diesem Mädchen Nacktfotos ausgetauscht habe. Dem Be-

schwerdeführer würden weitere Straftaten vorgeworfen, welche allerdings alle-

samt Vermögensdelikte, namentlich Bestellbetrüge, betreffen würden. Es bestehe 

die erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer sich an unaufgeklär-

ten oder künftigen Verbrechen oder Vergehen beteiligt habe bzw. sich beteiligen 

werde, weil die "Art" des Opfers (minderjährig) beim Beschwerdeführer auf einen 

Handlungsdrang schliessen lasse (Urk. 3/1 S. 1).

2. Der Beschwerdeführer lässt hierzu im Wesentlichen zusammengefasst Fol-

gendes vorbringen: Die Annahme der Staatsanwaltschaft finde keinerlei Rückhalt 

in den Akten. Im Übrigen sei noch nicht rechtsgenüglich geklärt, was dem Be-

schwerdeführer im Zusammenhang mit dem minderjährigen Opfer vorgeworfen 

werden könne. Der von der Staatsanwaltschaft dargestellte Sachverhalt sei nicht 

bewiesen, sondern stelle eine blosse Annahme dar. Das Opfer sei noch nicht 

staatsanwaltlich befragt worden. Es bestehe die Möglichkeit, dass es die Aussa-

gen bei der Polizei unter einem gewissen Druck ihrer Eltern, bzw. um vor ihren El-

tern als Opfer und nicht als "Mitbeteiligte" dazustehen, getätigt habe. Ferner seien 

die Darlegungen des Opfers widersprüchlich, jedenfalls nicht gleichlautend. 

B._____, der am Freitag, 24. September 2021, als Zeuge befragt worden sei, sei 

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stets dabei gewesen und habe nicht beobachtet, dass der Beschwerdeführer das 

Opfer im Genitalbereich ausgegriffen hätte (Urk. 2 S. 3 f.). Lediglich auf nicht be-

wiesene Annahmen ein DNA-Profil zu erstellen bzw. dessen Löschfrist zu verlän-

gern, sei vor dem gegebenen Hintergrund unverhältnismässig. Es sei nicht nach-

vollziehbar, wie die Staatsanwaltschaft auf einen "Handlungsdrang" komme. Das 

Opfer habe den Beschwerdeführer über eine Chat-Plattform (Instagram) kennen-

gelernt. Sie habe sich dabei zunächst älter gemacht, als sie tatsächlich gewesen 

sei. Dass sie erst 13 Jahre alt sei, habe der Beschwerdeführer erst nach dem ers-

ten Treffen von ihrer Mutter erfahren. Der Beschwerdeführer habe keine Tendenz, 

sich mit sehr jungen Frauen bzw. Frauen im Schutzalter einzulassen. Seine 

Freundinnen seien jeweils ungefähr gleichaltrig wie er (gewesen). Auch aus den 

Akten gehe nichts hervor, dass der Beschwerdeführer ein Interesse an sehr jun-

gen Frauen bzw. Mädchen hätte. Dass dem Beschwerdeführer anderseits noch 

Vermögensdelikte vorgeworfen würden, welche er zumindest teilweise auch aner-

kenne, stelle keinen Grund dar, ein DNA-Profil von ihm zu erstellen bzw. dessen 

Löschfrist zu verlängern (Urk. 2 S. 4). Die angefochtene Verfügung sei unverhält-

nismässig und greife in unzulässiger Weise in die Persönlichkeitsrechte des Be-

schwerdeführers ein (Urk. 2 S. 5).

3. Die Staatsanwaltschaft führt in der Vernehmlassung im Wesentlichen zu-

sammengefasst aus, im Kanton Zürich werde standardmässig bei der Verhaftung 

einer Person eine DNA-Probe abgenommen. Die Proben seien nach Art. 9 DNA-

Profil-Gesetz nach drei Monaten zu vernichten, wenn keine Analyse veranlasst 

worden sei. Bei der Profilerstellung handle es sich um eine Zwangsmassnahme, 

die einen hinreichenden Tatverdacht voraussetze. Dieser setze sich aus sämtli-

chen, im Zeitpunkt der Erstellung der Verfügung bekannten Indizien zusammen. 

Die aufgrund dieser Voraussetzungen formulierten Sachverhalte seien in aller Re-

gel noch nicht bewiesen und oftmals beruhe der Tatverdacht auf Aussagen, deren 

Beweiswert oftmals sehr viel später durch ein Sachgericht beurteilt werde. Die 

mangelnde Beweisbarkeit des Sachverhalts mache die Erstellung des DNA-Pro-

fils nicht unverhältnismässig. Ein hinreichender Tatverdacht reiche aus. Vorlie-

gend gebe es keinen Grund, die Aussagen des Opfers von Dossier 1 per se als 

unglaubhaft abzutun. Auch könne aus dem Umstand, dass der in der fraglichen 

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Nacht anwesende Zeuge, B._____, keine sexuellen Handlungen beobachtet 

habe, nicht geschlossen werden, dass nichts passiert sei. Das Zwangsmass-

nahmengericht Zürich habe in der Verfügung vom 24. August 2021 das Vorliegen 

eines dringenden Tatverdachts bezüglich der sexuellen Handlungen mit Kindern 

denn auch bejaht. Im Weiteren ergebe sich der Handlungsdrang des Beschwer-

deführers daraus, dass das minderjährige Opfer von Dossier 1 dem Beschwerde-

führer zunächst angegeben habe, 16 Jahre alt zu sein. Später und vor den hier zu 

behandelnden Vorwürfen habe es dem Beschwerdeführer gestanden, dass es 

erst 15 Jahre alt sei. Dies habe zwar immer noch nicht der Wahrheit entsprochen, 

aber für den Beschwerdeführer sei nun erkennbar gewesen, dass das Opfer im 

Schutzalter gewesen sei (Urk. 7 S. 2 f.). Eine entsprechende Nachricht habe das 

Opfer dem Beschwerdeführer am 4. März 2021, 22:07 Uhr, gesandt. Am gleichen 

Tag um 23:49 Uhr habe der Beschwerdeführer das Opfer um ein "Oben-ohne-

Foto" ersucht. Trotz Kenntnis des wahren Alters habe der Beschwerdeführer fort-

gefahren, mit dem Opfer zu kommunizieren und erst rund eine Woche später, am 

12. März 2021, soll es zu den inkriminierten Vorfällen gekommen sein. Der Hand-

lungsdrang des Beschwerdeführers – welcher gerade bei Sexualdelikten regel-

mässig gegeben sein dürfte – sei damit als Begründung ausreichend, um die 

Wahrscheinlichkeit der Begehung weiterer Delikte als erhöht zu erachten. Unab-

hängig von der Klärung der Frage, ob Vermögensdelikte für sich alleine ausrei-

chen würden, ein DNA-Profil erstellen zu lassen, sei die mehrfache Deliktsbege-

hung für sich allein immer auch ein Anhaltspunkt für mögliche zukünftige Strafta-

ten (Urk. 7 S. 3).

III.

1. Gemäss Art. 255 Abs. 1 lit. a StPO kann von der beschuldigten Person zur 

Aufklärung eines Verbrechens oder eines Vergehens eine Probe genommen und 

ein DNA-Profil erstellt werden. Aus diesem Wortlaut könnte zwar abgeleitet wer-

den, dass ein solches Vorgehen nur möglich sei zur Abklärung bereits begange-

ner und den Strafverfolgungsbehörden bekannter Delikte, deren die beschuldigte 

Person verdächtigt wird. Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

entspricht eine derartige enge Auslegung jedoch nicht Sinn und Zweck der Be-

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stimmung. Wie aus Art. 259 StPO i. V. m. Art. 1 Abs. 2 lit. a DNA-Profil-Gesetz 

klarer hervorgeht, muss die Erstellung eines DNA-Profils auch die Identifizierung 

eines Täters von Delikten, die den Strafverfolgungsbehörden noch unbekannt 

sind, erlauben. Hierbei kann es sich um vergangene oder zukünftige Delikte han-

deln (BGE 145 IV 263 E. 3.3). 

Erkennungsdienstliche Massnahmen und die Aufbewahrung von Daten können 

das Recht auf persönliche Freiheit (Art. 10 Abs. 2 BV) und auf informationelle 

Selbstbestimmung (Art. 13 Abs. 2 BV und Art. 8 EMRK) tangieren. Dabei ist ge-

mäss bisheriger bundesgerichtlicher Rechtsprechung von einem leichten Grund-

rechtseingriff auszugehen (BGE 145 IV 263 E. 3.4 m.H.). In einem neueren Ent-

scheid hat es das Bundesgericht offengelassen, ob der Eingriff in die informatio-

nelle Selbstbestimmung allenfalls als schwer zu bezeichnen ist (Urteil des Bun-

desgerichts 1B_285/2020 vom 22. April 2021 [zur Publikation vorgesehen] 

E. 2.3.3). Einschränkungen von Grundrechten bedürfen nicht nur einer gesetzli-

chen Grundlage, sondern müssen auch durch ein öffentliches Interesse gerecht-

fertigt und verhältnismässig sein (Art. 36 Abs. 1-3 BV). Art. 255 StPO erlaubt 

keine routinemässige Entnahme von DNA-Proben und deren Analyse. Art. 197 

Abs. 1 StPO konkretisiert dies. Danach können Zwangsmassnahmen nur ergriffen 

werden, wenn ein hinreichender Tatverdacht vorliegt (lit. b), die angestrebten 

Ziele nicht durch mildere Massnahmen erreicht werden können (lit. c) und die Be-

deutung der Straftat die Zwangsmassnahme rechtfertigt (lit. d). Nach der Recht-

sprechung ist die Erstellung eines DNA-Profils, welches nicht der Aufklärung der 

Straftaten eines laufenden Strafverfahrens dient, nur dann verhältnismässig, 

wenn erhebliche und konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die beschul-

digte Person in andere – auch zukünftige – Delikte verwickelt sein könnte. Dabei 

muss es sich um Delikte einer gewissen Schwere handeln. Zu berücksichtigen ist 

auch, ob die beschuldigte Person vorbestraft ist; trifft dies nicht zu, schliesst das 

die Erstellung eines DNA-Profils jedoch nicht aus, sondern es fliesst als eines von 

vielen Kriterien in die Gesamtabwägung ein und ist entsprechend zu gewichten. 

Dass es bezüglich allfälliger künftiger Straftaten keinen hinreichenden Tatver-

dacht im Sinne von Art. 197 Abs. 1 StPO geben kann, steht der Erstellung eines 

DNA-Profils im Hinblick auf derartige Delikte nicht entgegen. Ein solcher Verdacht 

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muss zwar hinsichtlich der Tat bestehen, die Anlass zur Probenahme oder Profil-

erstellung gibt. Bezüglich allfälliger künftiger Straftaten genügen aber Anhalts-

punkte im genannten Sinn (BGE 145 IV 263 E. 3.4 m. H.).

2. C._____ führte in der Einvernahme bei der Kantonspolizei Aargau vom 

13. März 2021 bezüglich sexueller Handlungen zwischen ihr und dem Beschwer-

deführer im Wesentlichen aus, sie und der Beschwerdeführer hätten ein bisschen 

geküsst und gekuschelt (Urk. 9/1.3.1 S. 4). Er habe ihre Oberweite angefasst und 

ihr zwischen die Beine gefasst. Sie habe sich darauf eingelassen, weil sie ge-

dacht habe, er sei 16 Jahre alt. Sie seien angezogen gewesen, aber er habe un-

ter ihre Kleidung, auch unter den BH, gefasst (Urk. 9/1.3.1 S. 8).

3. Der Beschwerdeführer bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe betref-

fend sexuelle Handlungen mit Kindern. In der Einvernahme bei der Kantonspolizei 

Aargau vom 13. März 2021 führte er betreffend sexuelle Handlungen mit C._____ 

aus, sie hätten sich nur geküsst, wobei sie damit angefangen habe. Da habe er 

noch nicht gewusst, dass sie 13 Jahre alt sei. Weiter sei es nur zu einer Umar-

mung gekommen (Urk. 9/1.2.1 S. 6). Bei ihrem Kennenlernen habe C._____ an-

gegeben, sie sei 16, bald 17 Jahre alt (Urk. 9/1.2.1 S. 5). Ihre Mutter habe ihm am 

Telefon gesagt, dass C._____ 13 Jahre alt sei (Urk. 9/1.2.1 S. 4). In der Haftein-

vernahme vom 23. August 2021 bestritt er, C._____ unter den Kleidern an den 

Brüsten und zwischen den Beinen ausgegriffen zu haben. Er gab im Wesentli-

chen zu Protokoll, sie hätten sich einen Begrüssungskuss auf die Lippen gege-

ben. Sie habe ihm gesagt, dass sie 17 Jahre alt sei. Auf ihrem Insta-Profil sei je-

doch 15 gestanden. Von ihrer Mutter habe er am Telefon erfahren, dass sie 13-

jährig sei. Als sie zu ihm gekommen sei, sei er davon ausgegangen, dass sie 17-

jährig sei (Urk. 9/1.2.2 S. 2). Darauf angesprochen, dass auf seinem Natel eine 

Whatsapp-Konversation mit C._____ vom 4. März 2021 gefunden worden sei, in 

welcher sie ihm geschrieben habe, dass sie nicht 16, sondern 15 Jahre alt sei, er-

klärte er, er habe immer noch gedacht, dass sie 17 Jahre alt sei. Auf Nachfrage 

erklärte er, er wisse auch nicht, weshalb er gesagt habe, er habe gedacht, dass 

sie 17 Jahre alt sei (Urk. 9/1.2.2 S. 4 f.). Auch in der Einvernahme beim Zwangs-

massnahmengericht des Bezirks Zürich vom 24. August 2021 bestritt er, C._____ 

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angefasst zu haben. Zudem habe sie ihm gesagt, sie sei 15, bald 16 Jahre alt 

(Urk. 9/1.10.16 S. 3 f.).

4. Die Erstellung des DNA-Profils bezweckt gemäss den Erwägungen der 

Staatsanwaltschaft nicht die Aufklärung der dem Beschwerdeführer im aktuellen 

Strafverfahren vorgeworfenen Delikte, sondern die Aufklärung früherer oder künf-

tiger Verbrechen oder Vergehen. Zu prüfen ist daher, ob aufgrund der Aktenlage 

konkrete und erhebliche Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Beschwerdefüh-

rer mit erhöhter Wahrscheinlichkeit in andere – auch künftige – Delikte gewisser 

Schwere verwickelt sein könnte.

5. Beim Straftatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss 

Art. 187 Ziff. 1 StGB handelt es sich um ein Verbrechen im Sinne von Art. 10 

Abs. 2 StGB. Die Staatsanwaltschaft begründet die erhöhte Wahrscheinlichkeit 

weiterer Delikte einer gewissen Schwere zusammengefasst damit, dass die "Art" 

des Opfers (minderjährig) auf einen Handlungsdrang schliessen lasse (Urk. 3/1 

S. 1), wobei dieser gerade bei Sexualdelikten regelmässig gegeben sein dürfte 

(Urk. 7 S. 3). Aus der pauschalen Begründung der Staatsanwaltschaft lassen sich 

keine konkreten Hinweise ableiten, dass der Beschwerdeführer mit erhöhter 

Wahrscheinlichkeit in der Vergangenheit in Delikte von einer gewissen Schwere 

involviert gewesen wäre oder es in Zukunft sein könnte. Wenn auch die Aussagen 

des Beschwerdeführers bezüglich des Alters von C._____ widersprüchlich sind 

und davon auszugehen ist, dass er sich auf sie eingelassen hat, obwohl er ge-

wusst hat, dass C._____ noch nicht 16 Jahre alt ist, kann daraus nicht auf eine er-

höhte Wahrscheinlichkeit für andere – auch künftige – Delikte gewisser Schwere 

geschlossen werden. Ferner weist der Beschwerdeführer in der Schweiz keine 

Vorstrafen auf (vgl. Urk. 9/1.12.9). Im Zusammenhang mit den ihm aktuell vorge-

worfenen Taten ist dies ein gewichtiges Kriterium mit Blick auf die inskünftige De-

liktswahrscheinlichkeit. Die Tatsache alleine, dass dem Beschwerdeführer im pen-

denten Strafverfahren die erwähnten Delikte vorgeworfen werden, vermag bei der 

hier gegebenen Sachlage die Wahrscheinlichkeit für Delikte gewisser Schwere 

nicht zu begründen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_381/2015 vom 23. Februar 

2016 E. 3.5). Auch aus dem Umstand, dass dem Beschwerdeführer im vorliegen-

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den Strafverfahren mehrfache Deliktsbegehung zur Last gelegt wird, kann nichts 

Entsprechendes abgeleitet werden, zumal sich die Vorwürfe auf einen kurzen 

Zeitraum und dieselbe Geschädigte beziehen. Es bestehen keine konkreten An-

haltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer generell sexuelle Präferenzen für 

pubertierende Mädchen hat. Dass aufgrund der ihm im pendenten Strafverfahren 

ebenfalls vorgeworfenen Vermögensdelikte, die er teilweise anerkannt hat (vgl. 

Urk. 9/1.10.15 S: 5, Urk. 9/1.10.16 S. 3), entsprechende Anhaltspunkte vorliegen 

würden, hat die Staatsanwaltschaft nicht vorgebracht und ist auch nicht ersicht-

lich.

6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorbringen der Staatsanwalt-

schaft bzw. die derzeitige Aktenlage gesamthaft gesehen eine genügende Wahr-

scheinlichkeit, dass der Beschwerdeführer in der Vergangenheit in andere Delikte 

einer gewissen Schwere, zu deren Aufklärung eine DNA-Profilerstellung erforder-

lich wäre, involviert war oder dies in Zukunft sein könnte, nicht zu begründen ver-

mögen. Die von der Staatsanwaltschaft verfügte DNA-Profilerstellung erweist sich 

folglich als nicht verhältnismässig und damit als unrechtmässiger Grundrechtsein-

griff.

7. Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und die angefochtene Verfügung 

aufzuheben. Der beim Beschwerdeführer abgenommene Wangenschleimhautab-

strich und ein allenfalls erstelltes DNA-Profil sind zu vernichten. Ein entsprechen-

der Eintrag im Informationssystem wäre – sollte dieser bereits erfolgt sein – un-

verzüglich zu löschen.

IV.

1. Da der Beschwerdeführer obsiegt, sind die Kosten für das Beschwerdever-

fahren, einschliesslich der Kosten der amtlichen Verteidigung für diesen Verfah-

rensabschnitt, auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 1 StPO).

2. Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung für ihre Aufwendungen im 

Beschwerdeverfahren wird durch die das Verfahren abschliessende Behörde fest-

zusetzen sein (Art. 135 Abs. 2 StPO).

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Es wird beschlossen:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Staatsanwaltschaft I 

des Kantons Zürich vom 21. September 2021, …, aufgehoben. Der beim Be-

schwerdeführer abgenommene Wangenschleimhautabstrich und ein allen-

falls erstelltes DNA-Profil sind zu vernichten. Ein allfällig bereits erfolgter 

Eintrag im Informationssystem ist unverzüglich zu löschen.

2. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren, einschliesslich der Kosten der 

amtlichen Verteidigung für diesen Verfahrensabschnitt, werden auf die Ge-

richtskasse genommen. Die Festsetzung der Entschädigung für die amtliche 

Verteidigung erfolgt durch die das Verfahren abschliessende Behörde.

3. Schriftliche Mitteilung an:

 die amtliche Verteidigerin des Beschwerdeführers, zweifach, für sich 
und den Beschwerdeführer (per Gerichtsurkunde)

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (gegen Empfangsbestäti-
gung).

4. Rechtsmittel:

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 

14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise 

schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht 
eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen 

diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.

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Zürich, 16. Februar 2022

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer

Präsident:

lic. iur. A. Flury

Gerichtsschreiberin:

lic. iur. Ch. Negri