# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f09ccb12-0b10-5e18-aaf1-c3a49f39e9c4
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-01-30
**Language:** de
**Title:** Umschulung nicht Gegenstand der angefochtenen Rentenverfügung. Kein Abzug vom Tabellenlohn. Nichtrentenbegründender IV-Grad rechtens.
**Docket/Reference:** IV.2014.00863
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00863.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00863
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Hübscher
Urteil
vom
30. Januar 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Markus Bischoff
Schifflände
22, Postfach 126, 8024 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
,
geboren 1965,
gelernter Bäcker,
reiste im Jahre 1986 aus
Y.___
in die Schweiz ein (
Urk.
7/1
/1,
Urk.
7/1/4), wo er
namentlich
seit 1989
als Bäcker
bei der
Z.___
und
von
1.
Oktober 2010
bis
2
0.
September 2013
als Mitarbeiter in einer Pizzeria
arbeitete
(
Urk.
7/8,
Urk.
7/16
,
Urk.
3
)
. Am 2
9.
Mai 2012 meldete er sich unter Hinweis auf gesund
heitliche Beeinträchtigungen nach der operativen Entfernung eines Ganglions an der lin
ken Hand
vom 2
2.
September 2011
(
Urk.
7/1/4) bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1,
Urk.
7/5). Die IV-Stelle führte mit dem Versicherten am 1
1.
Juni 2012 ein Ge
spräch zur beruflichen Situation (
Urk.
7/5-6) und eine Eingliederungs
beratung (
Urk.
7/19)
durch.
Sie tätigte Abklärungen in beruflich-erwerblicher (
Urk.
7
/8
, Urk.
7/16
) und
medizinischer
(
Urk.
7/11,
Urk.
7/17
,
Urk.
7/25
-26,
Urk.
7/30
)
Hinsicht und zog
die Akten der Krankentaggeldversicherung (
Urk.
7/9) bei.
Am 1
5.
Juli 2013 teilte
sie dem Versicherten mit, dass der Arbeitsplatzerhalt abge
schlossen sei (
Urk.
7/18).
Mit Vorbescheid vom 3.
Februar 2014 kündigte die IV-Stelle
X.___
die Ausrichtung einer halben Rente vom 1.
September bis
3
1.
Dezember 2012
sowie einer ganzen Rente von
1.
Januar 2013 bis 2
8.
Febru
ar
2014 an (
Urk.
7/35).
Dagegen erhob der Versicherte am 17. April 2014 Einwand (
Urk.
7/41)
.
Nach der Prüfung des Einwandes
sprach
die IV-Stelle
dem Versi
cher
ten mit
Verfügung vom
1.
Juli 2014
eine
halbe Rente von
1.
November 2012
(sechs Monate nach der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 2
9.
Mai 2012, vgl.
Urk.
7/50
)
bis 31.
Dezember 201
2
und eine ganze Rente von 1.
Januar 2013 bis 2
8.
Februar 2014
zu
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X.___
am
4.
September 2014 Beschwerde und bean
tragte, in teilweiser Aufhebung der Verfügung vom
1.
Juli 2014 seien ihm ab
1.
März 2014 Eingliederungsmassnahmen in Form einer Umschulung etc. zu gewähren. Eventualiter sei ihm ab
1.
März 2014 mindestens eine
Viertelsrente
der
Eidg
. Invalidenversicherung auszurichten (
Urk.
1 S.
2).
Mit
Beschwerde
ant
wort
vom 1
3.
Oktober 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der
Beschwerde (
Urk.
6, unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
7/1-59]), was dem Be
schwer
deführer mit Mitteilung vom 1
3.
Oktober 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Der Beschwerdeführer beantragt die Zusprechung von Eingliederungsmassnah
men, insbesondere
von
Umschulung (
Urk.
1 S. 2).
1.2
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen b
eziehungsweise
zu beurteil
en, zu denen die zustän
dige Ver
waltungsbehörde vorgängig verbind
lich – in Form einer Verfü
gung
– Stell
ung genommen hat. Die Verfügung bestimmt den beschwerdeweise
weiter
zieh
baren
Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem
An
fech
tungs
gegenstand
und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und inso
weit keine Verfügung ergangen ist (BGE 125 V 413
E.
1a, mit weiteren Hin
wei
sen).
1.3
D
er Beschwerdeführer
bringt
vor, die Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht den Anspruch auf Umschulung nicht geprüft (
Urk.
1 S. 4). Nach
der Recht
sprechung des Bundesgerichts
gehören zum Anfechtungsgegenstand nicht nur diejenigen Rechtsverhältnisse, über welche die Verwaltung in der Verfügung tatsächlich
eine Anordnung getroffen hat. Vielmehr bilden
auch jene Rechtsverhältnisse
Teil des beschwerdeweise an
fechtbaren Verfügungsgegenstandes, hinsichtlich derer
es die Verwaltung zu Unrecht – in Verletzung des
Untersuchungsgrund
satzes
sowie des Prinzips der Rechtsanwendung von Amtes wegen – unterlassen hat, zu verfügen, obwohl dazu nach der Aktenlage oder den Parteivorbringen hinreichender Anlass bestanden hätte (Urteil des Bundes
gerichts I 848/02 vom 1
8.
August 2003 E. 3.2
mit weiteren Hinweis
en
).
Dies ist vorliegen
d bezüglich der beantragten Eingliederungsmassnahmen
nicht der Fall, denn
die
Beschwer
degegnerin
führte eine Eingliederungsberatung
(vgl.
Urk.
7/19)
durch, prüfte – in Kenntnis der diesbezüglichen Empfehlung von
Dr.
med.
A.___
,
Spezialarzt FMH Handchirurgie
(
Urk. 7/11,
Urk.
7/25) – den
Eingliede
rungs
bedarf
des Be
schwerdeführers (
Urk.
7/6,
Urk.
7/19
,
Urk.
7/32/5-6
) und ging her
nach zur Rentenprüfung über (vgl. Feststellungsblatt für den Beschluss vom
3.
Februar 2014,
Urk.
7/32/5-6). Dem Beschwerdeführer wurde
dabei
mehrfach
mit
geteilt, dass er ein Gesuch um Eingliederungs
massnahmen
beziehungsweise
Um
schulung stellen könne (
Urk.
7/19, Vorbescheid vom 3.
Februar 2014 [
Urk.
7/35/3]
)
, wo
rauf
hin
er aber
keine
Um
schulungsmassnahmen
beantragte
.
Im Übrigen waren auch anderweitige Eingliederungsmassnahmen ausdrücklich nicht erwünscht (Urk. 7/19/3). Angesichts dieser Aktenlage bestand für die
Be
schwerdegegnerin
weder Anlass, weitere Massnahmen in beruflicher Hinsicht zu prüfen noch darüber zu verfügen.
In der Folge erging die ange
foch
tene
Rentenverfügung vom 1. Juli 2014 (Urk.
2).
Eingliederungsmassnahmen sind unbestrittenermassen nicht Ge
gen
stand dieser
Verfügung, womit auf den entsprechenden
Antrag des Be
schwerde
führers man
gels
Anfechtungsobjekt nicht einzutreten
ist
.
2.
Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer auch ab
1.
März 2014 Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
3
.
3.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundes
gesetz
es
über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Er
werbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Be
ein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
3.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Drei
vier
tels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
[IVG]).
3.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer
Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Lei
s
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt vor
aus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wo
be
i
der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog
an
wendbaren (AHI 1998 S.
121 E.
1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E.
6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Ab
stu
fung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungs
weise Herabsetzung der Rente
(BGE 125 V 413 E.
2d am Ende, 369 E.
2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E.
4a, je mit
Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5). Spricht die Verwaltung der ver
sicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
bestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E.
2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr
den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und
damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen
(Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E.
2.3 mit Hinweisen).
3.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommens
ver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
3.
5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit
ver
richteten und nach Eintritt des
Gesundheits
scha
dens
auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wir
kungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht
automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Ein
zelfall Anhalts
punkte da
für
bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merk
male ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeits
fähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallen
den Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des
Tabel
lenlohnes
zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
4
.
Gestützt auf die von der Beschwerdegegnerin eingeholten Arztberichte hielt RAD-Arzt
Dr.
med.
B.___
,
FMH Orthopädische Chirurgie, in
seiner Stellungnahme vom 1
9.
Dezember 2013 fest, es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der zuletzt ausgeübten
und in angepasster Tätig
keit
ab 2
2.
September 2011 zu 100
%
, ab 1
6.
Januar 20
12
zu 50
% und ab 21.
Okto
ber 2012 wieder zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei. Ab dem 17.
No
vember 2013 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Dr.
B.___
formulierte das Belastungsprofil
wie folgt
: körperlich sehr leicht, kein kraft
volle
s
Zupacken, keine ausdauernden Haltearbeiten, keine besonderen sensomoto
ri
sche
n Ansprüche
, Mei
dung feuchtkalter Arbeitsmedien
(
Urk.
7/32/7).
Der Beschwerdeführer erhebt keine Einwendungen zum medizinischen Sach
ver
halt
und der Arbeitsfähigkeit
. Weiterungen hierzu können unterbleiben.
5
.
5
.1
5
.1.1
Demgegenüber rügt der Beschwerdeführer in erwerblicher Hinsicht
, dass das
Va
lideneinkommen
von
Fr.
82‘222.-- zu tief bemessen sei (
Urk.
1 S.
4).
Statt
dessen sei auf die Angaben im Arbeitgeberfragebogen abzustellen, wonach der Beschwerdeführer bei voller Gesundheit ab 2012
Fr.
91‘299.-- pro Jahr verdient hätte (
Urk.
1 S. 4).
5
.1.2
Die Beschwerdegegnerin stellte nicht auf die Lohnangaben im
am 2
2.
August
2012
ausgefüllten
Arbeitgeberfragebogen (
Urk.
7/16) ab. Si
e begründete dies da
mit, dass der Beschwerdeführer seine Stelle im Familienbetrieb erst im Okto
ber 2010 – wenige Monate vor Eintritt des Gesundheitsschadens – angetreten habe (Urk.
7/31). Dies blieb unbestritten, und laut Akten
war in der fraglichen Zeit
die Ehefrau
die Arbeitgeberin des Beschwerdeführers (
Urk.
7/19).
Hinsicht
lich der Frage, wie viel der Beschwerdeführer vor Eintritt des
Gesundheitsscha
dens
verdient hätte, ist zu berücksichtigen, dass
gemäss Arztbericht von
Dr.
A.___
vom 1
3.
Juli 2012
das dorsale Handgelenksganglion seit zwei bis drei Jahren
be
stand
(
Urk.
7/
11/5
).
Dr.
A.___
attestierte dem Besc
hwerdeführer indes erst ab dem
22.
September 2011 (Operationsdatum) bis zum 1
5.
Januar 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
und ab
dem 1
6.
Januar 2012
eine
50
%
ige Ar
beitsfähigkeit
(
Urk.
7/9/2
,
Urk.
7/9/6
,
Urk.
7/11/5
).
De
n
Lohnausweis
en
2010
und 2011
seiner
damaligen
Arbeitgeberin
ist ein
Bruttolohn des Beschwerde
führers
für die Mo
nate
Oktober bis Dezember 2010
von
insgesamt
Fr.
18‘300.
--
und
von
Fr.
70‘919.-- (inkl. Taggelder im Betrag von Fr.
13‘989.--)
im Jahr 2011 zu ent
nehmen
. Die
damalige
Arbeitgeberin des Beschwerde
führers
hielt im
Arbeitge
berfragebogen
(
Urk.
7/16/1-7)
fest
, dass dessen Lohn ab 1
6.
Januar 2012 bei ei
nem 50
%-Pen
sum
Fr.
45‘650.-- pro
Jahr betragen habe
(
Urk.
7/16/2). Ohne
Gesundheits
scha
den
hätte
der Beschwerde
führer
Fr.
91‘299.--
–
mithin rund das Doppelte
–
ver
dient
. Es
bestünden
zu 50
% Lohnfortzahlung und zu 50
%
Kran
kentag
gelder
(
Urk.
7/16/3).
Die
da
malige
Arbeitgeberin des Beschwerdeführers bestätig
te zwar, dass der Lohn nach Ein
tritt des Gesundheitsschadens von
Fr.
45‘650.-- pro Jahr (50
%-Pensum) der Ar
beitsleistung des Beschwerdeführers entspreche (
Urk.
7/16/2).
Indes
kön
nen n
ach der Rechts
prechung des Bundesge
richts ver
wandtschaftliche Be
ziehungen zwischen dem
Arbeitgeber und der ver
sicherten Person ein Indiz für eine freiwil
lige Sozialleistung darstellen (Urteil des Bun
des
gericht
s
9C_622/2012 vom 18. März 2013 E.
2.4).
Ob die Ehefrau des Beschwer
de
führers beziehungsweise der Familienbetrieb diesem ab 1
6.
Januar 2012 – trotz der gegenteiligen
Beantwortung
im Arbeitgeberfragebogen (
Urk.
7/16/2) – Soziallohn ausrichtete,
kann offen bleiben
.
Jedenfalls bleibt unklar und ist nicht
nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer nach der Operation vom Septem
ber 2011
–
mithin nach Eintritt des Gesundheitsschadens
–
ein erheblich höheres Einkommen (Fr. 45‘650.-- jährlich bzw. monatlich rund Fr. 3‘500.-- bei einem Pensum von 50 %) in einer angepassten Tätigkeit (Urk. 7/16/2) erzielt haben soll, als in den Monaten zuvor (vgl. vorstehend). Bei dieser Aktenlage lässt sich eine derartige Lohnerhöhung nicht überzeugend rechtfertigen. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin dem
Validenein
kommen
die in den Jahren 2008 bis 2010 erzielten Einkommen zugrunde gelegt und
–
zu Gun
sten des Beschwerdeführers
–
auch die im Jahr 2009 ausgerichtete Treueprämie von Fr. 6‘100.-- (Urk. 7/16/10) berücksichtigt hat. Bereinigt um die
Nominal
lohn
entwicklung
(für Männer; 2009: 2136, 2013: 2204; vgl. die Volkswirtschaft, 12-2014, Tabelle B10.3, S.
93) führt dies zu einem hypothetischen
Validenein
kommen
von Fr. 82‘753.-- für das Jahr 2013.
5
.2
5
.2.1
Hinsichtlich des Invalideneinkommens macht der Beschwerdeführer geltend, dass
ihm ein Abzug von 20
%
vom Tabellenlohn gemäss Schweizerischer Lohn
struk
turerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zu gewähren sei. Er be
grün
det
dies mit den
gemäss Belastungsprofil
von RAD-Arzt
Dr.
B.___
in einer an
ge
passten Tätigkeit bestehenden
Einschränkungen
und seinen nur ru
dimentären Deutschkenntnissen (
Urk.
1 S. 5).
5
.2.2
Mit Bezug auf den
behin
derungs
- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist
zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum
zeitlich zumutbaren
Arbeitspen
sum
tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeits
fähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerb
lichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berück
sich
tigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der ver
si
cherten
Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unter
schei
den ist die
Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausge
glichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewer
ber nur bei In
kaufnahme einer
Lohneinbusse
reale Chancen für eine An
stellung bestehen. Lediglich wenn – auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt (zu diesem Be
griff
BGE 110
V
273
E. 4b
) – unter Berücksichtigung solcher Ein
schränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein können, kein ge
nü
gend breites Spek
trum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten mehr be
steht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Abzug vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1
mit Hinweisen).
5
.
2.
3
Der Beschwer
deführer bringt unter Hinweis auf das
Belastungsprofil von
Dr.
B.___
vor, dass
der Arbeitsmarkt
für ihn
äusserst beschränkt
sei (Urk.
1
S.
5)
.
Dass beziehungsweise gegebenenfalls inwiefern der Beschwerde
führer seine
Restarbeitsfähigkeit gemäss Belastungsprofil von Dr.
B.___
auf dem aus
geglichen Arbeitsmarkt nur noch eingeschränkt verwerten könnte, ist allerdings w
eder aus den IV-Akten ersichtlich noch wird
dies substantiiert
dargetan
.
Es ist
demnach nicht zu beanstanden, dass
die
Beschwerdegegnerin, wel
che
in der Ver
f
ügung vom
1.
Juli 2014 auf Einsatzmöglichkeit
en
in der internen
Postbear
bei
tung
von Grossbetrieben mit Schwergewicht auf einfache
administ
rative Aufga
ben, bei Kontroll- wie auch Abfüllarbeiten in der indust
riellen Pro
duktion und
in der Lagerbewirtschaftung leichtgewichtiger Konsum
güter hin
gewiesen hat (
Urk.
2
, Verfügungsteil 2, S.
2), keinen leidensbedingten Abzug vom
Ta
bellen
lohn
vornahm
, zumal der Beschwerdeführer Rechtshänder ist (Urk. 7/9/4), ge
sund
heitliche Einschränkungen aber nur an der linken Hand aktenkundig sind.
Ein Abzug vom Tabellenlohn wegen sprachlichen Schwierigkeiten ist im Hin
blick auf die dem Be
schwerde
führer zumutbare Er
werbstätigkeit im
Anforde
rungs
niveau
4 (
vgl.
Urk.
2
,
Verfügungs
teil
2, S. 2) nicht gerechtfertigt (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_594/2011 vom 2
0.
Oktober 2011 E.
5 mit Hinweis). In die
sem Zusam
men
hang ist ferner z
u be
rücksichtigen, dass der Be
schwerdeführer
mit seinen sprachlichen Fähigkeiten gemäss den Angaben seiner
damaligen
Ar
beit
geber
in
bislang in der Lage war, in einer Pizzeria in der Stadt
C.___
im
Bereich Einkauf und Bestellungen
sowie
am Buffet
zu arbeit
en (Urk.
7/16/6-7)
.
Anhaltspunkte, welche unter einem anderen Titel einen Abzug rechtfertigen, sind nicht ersichtlich.
Es ist
demnach
vom in
der
LSE 2010 (S. 2
6
, Tabelle TA1) für Arbeitnehmer des
An
for
derungsniveaus
4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im Privaten Sektor
(Total
Ziff.
02-96) angegebenen Bruttomonatslohn von Fr. 4'901
.--
(Lohn, über dem
beziehungsweise unter dem sich 50 % aller Lo
hnangaben befinden [soge
nannter Zentralwert], unter
anteilsmässiger
Berücksichtigung des 13. Monats
loh
nes und standardisiert auf 40 Woche
nstunden
) auszugehen.
Unter Berück
sich
tigung der im Jahr 20
13
geltenden betrieb
süb
lichen wöchentlichen Arbeits
zeit von
41.7
Stunden so
wie der Nominallohnentwicklung/Männer
von 2
150
Punk
ten im Jahr 20
10
auf 2
204
Punkte im Jahr 20
13
(Die Volkswirtschaft 1
2
-201
4
, Tabelle B9.2 und B10.3, S. 9
2
f.) resultiert ein
hypothetisches
Invaliden
ein
kommen
2013
von Fr. 6
2
’
851
.
--
(Pensum 100 %).
5
.3
Beim
Einkommensvergleich
(
Valideneinkommen
:
Fr.
82
‘
753
.
--
;
Invalidenein
kommen
:
Fr. 62’851.
--
)
resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
1
9
‘
902
.
--
be
ziehungsweise ein Invaliditätsgrad von
24 %
.
Damit
be
steht ab
1.
März 2014 (drei Monate nach Verbesserung de
r
Er
werbsfähigkeit;
Art.
88a
Abs.
1 IVV) kein An
spruch auf eine Invalidenrente mehr (E. 3.2).
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie eingetreten wird.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht,
ist das Verfahren kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Ausgangsgemäss sind di
e
Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- dem unterliegenden Beschwerde
füh
rer
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen, soweit auf sie eingetreten wird.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Markus Bischoff
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstHübscher