# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 06d98c8c-57db-5388-87a3-374116c47e51
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-21
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 21.09.2023 715 2023 80 / 208 (715 23 80 / 208)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-2023-80---208_2023-09-21.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 21. September 2023 (715 23 80 / 208) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung aufgrund selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit 
 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung 

 
 
 
A. A.____ arbeitete vom 1. November 2003 bis 31. März 2022 als Redaktor bei einer Zei-
tung. Am 21. April 2022 meldete er sich zur Arbeitsvermittlung an und beantragte die Ausrichtung 
von Arbeitslosenentschädigung ab 1. April 2022. Mit Verfügung vom 16. Mai 2022 stellte die Öf-
fentliche Arbeitslosenkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) A.____ ab 1. April 2022 für 36 Tage 
in der Anspruchsberechtigung ein. Als Grund führte die Arbeitslosenkasse an, aufgrund der lau-
fenden Strafanzeige und den Unterlagen sei davon auszugehen, dass der Versicherte die Ar-
beitslosigkeit zumindest zum Teil selbst verschuldet habe. Die vom Versicherten am 18. Mai 2022 
erhobene Einsprache wies die Arbeitslosenkasse mit Einspracheentscheid vom 13. Februar 2023 
ab.  

 

 
 
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B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____ mit Eingabe vom 9. März 2023 Be-
schwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, und be-
antragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheids. 
 
C. Die Beschwerdegegnerin schloss mit Vernehmlassung vom 26. Mai 2023 auf Abweisung 
der Beschwerde. 
 
D. Mit Instruktionsverfügung vom 2. Juni 2023 wurde die Angelegenheit dem Präsidium zur 
Beurteilung überwiesen. 
 
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akten wird – soweit für die Entscheidung not-
wendig – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 
 
 
Der Präsident zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Die formellen Voraussetzungen (Einhaltung von Form und Frist, örtliche, sachliche und 
funktionelle Zuständigkeit des angerufenen Kantonsgerichts, Beschwerdelegitimation) sind er-
füllt. Damit ist auf die Beschwerde vom 9. März 2023 einzutreten. 
 
1.2 Gemäss § 55 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozi-
alversicherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- 
durch Präsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Beschwer-
deführer zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für die Dauer von 36 Tagen in der 
Anspruchsberechtigung einstellte. Bei einem Taggeld von Fr. 163.30 liegt der Streitwert von Fr. 
5'878.80 (36 Tage à Fr. 163.30) unter diesem Grenzbetrag. Über die Beschwerde ist demnach 
präsidial zu entscheiden. 
 
2.1 Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver-
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 ist die versicherte Person 
in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. 
Die Arbeitslosigkeit gilt namentlich dann als selbst verschuldet, wenn die versicherte Person 
durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten, dem Arbeit-
geber Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gab (Art. 44 Abs. 1 lit. a der Verordnung 
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV] vom 31. 
August 1983). 
 
2.2 Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter Arbeitslosig-
keit gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt keine 
Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus wichtigen Gründen gemäss Art. 337 beziehungsweise 
Art. 346 Abs. 2 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetz-
buches (Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR) vom 30. März 1911 voraus. Es genügt, dass das 

 

 
 
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allgemeine Verhalten der versicherten Person Anlass zur Kündigung respektive Entlassung ge-
geben hat; Beanstandungen in beruflicher Hinsicht müssen nicht vorgelegen haben (Urteil des 
Bundesgerichts vom 1. April 2019, 8C_19/2019, E. 2.3). Mithin gehören dazu auch charakterliche 
Eigenschaften im weiteren Sinne, welche die Arbeitnehmerin oder den Arbeitnehmer für den Be-
trieb als untragbar erscheinen lassen. Eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung kann je-
doch nur verfügt werden, wenn das der versicherten Person zur Last gelegte Verhalten klar fest-
steht (Urteil des Bundesgerichts vom 31. Oktober 2018, 8C_476/2018, E. 2.2 f.). Der im Sozial-
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit genügt beim Ein-
stellungsgrund nach Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 26. April 2006, 
C 6/06, E. 3.2). 
 
2.3 Das vorwerfbare Verhalten muss zudem nach Art. 20 lit. b des Übereinkommens Nr. 168 
der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über Beschäftigungsförderung und den Schutz ge-
gen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (SR 0.822.726.8) vorsätzlich erfolgt sein, wobei Eventu-
alvorsatz genügt (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Februar 2009, 8C_842/2008, E. 3.2). Even-
tualvorsatz ist gegeben, wenn die betroffene Person wissen konnte und musste, dass sie durch 
ihr Verhalten womöglich eine Kündigung bewirkt, und sie eine solche dennoch in Kauf nimmt 
(Urteile des Bundesgerichts vom 14. August 2014, 8C_326/2014, E. 2, und vom 6. Juni 2012, 
8C_872/2011, E. 4.1). 
 
2.4 Bei Differenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmenden darf nicht ohne weiteres 
auf ein fehlerhaftes Verhalten der Arbeitnehmerin oder des Arbeitnehmers geschlossen werden, 
wenn der Arbeitgeber nur unbestimmte Gründe geltend zu machen vermag, für welche er keine 
Beweise anführen kann (Urteile des Bundesgerichts vom 22. Juni 2017, 8C_99/2017, E. 5.4, und 
vom 3. Februar 2009, 8C_842/2008, E. 3.2, je mit Hinweis auf BGE 112 V 242 E. 1; zum Ganzen 
vgl. auch THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Schindler/Tanque- 
rel/Tschannen/Uhlmann, Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, 3. Aufl., 
Basel 2016, Rz. 837). 
 
3. Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anlass zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses 
gab und in diesem Zusammenhang die Folgen einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit im 
Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in Verbindung mit Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV zu tragen hat. 
 
4.1 Der Sachverhalt stellt sich wie folgt dar: 
 
4.2 Mit Schreiben vom 14. Dezember 2021 erklärte der Beschwerdeführer gegenüber sei-
nem Arbeitgeber, dass er in Anbetracht der Umstände und aufgrund der schweren Erkrankungen 
per sofort und bis zu einer allfälligen definitiven rechtsgültigen Urteilsverkündung von allen medi-
alen Aufgaben zurücktrete. Er fungiere nicht mehr als Chefredaktor, sondern nur noch als Privat-
person. 
 
4.3 Der Arbeitgeber hielt im Schreiben vom 7. Januar 2022 (Betreff "Kündigung") fest, dass 
im Oktober 2021 mündlich besprochen worden sei, die gegenseitige Zusammenarbeit per Ende 
Januar 2022 zu beenden. Weiter liegt bei den Akten das Kündigungsschreiben des Arbeitgebers 

 

 
 
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vom 2. Februar 2022, worin er mitteilte, dass die gegenseitige Zusammenarbeit statt per Ende 
Januar 2022 neu per Ende März 2022 beendet werde.  
 
4.4 Im Antragsformular auf Arbeitslosenentschädigung hielt der Beschwerdeführer am 
21. April 2022 fest, dass der Arbeitgeber im Dezember 2021 per 31. März 2022 gekündigt habe. 
Grund für die Kündigung sei gewesen, dass eine ihm bestens bekannte junge Frau gegen ihn 
eine Strafanzeige wegen sexueller Belästigung eingereicht habe. Das Verfahren laufe jedoch un-
ter "Diffamierung im privaten Rahmen". Sie sei über den eigenen Arbeitgeber (Fernsehsender 
B.____) an die Öffentlichkeit gegangen. 
 
4.5 Im Fragebogen/rechtliches Gehör (Kündigung durch den Arbeitnehmer) vom 24. April 
2022 hielt der Beschwerdeführer fest, dass nicht er gekündigt habe. Stattdessen sei ihm vom 
Arbeitgeber die Kündigung aufgrund des Strafverfahrens nahegelegt worden. In der gleichentags 
verfassten Email führte der Beschwerdeführer aus, dass der Arbeitgeber gekündigt habe. Nach-
dem eine junge Frau im April 2021 eine Strafanzeige gegen ihn eingereicht habe, die der Öffent-
lichkeit zugänglich gemacht worden sei, sei er durch die Region gehetzt, gejagt und getrieben 
worden und er sei er von seiner Funktion als Chefredaktor zurückgetreten. Der Druck seitens der 
Gemeinden, Behörden und des Arbeitgebers sei zu gross gewesen, um ihn in der Funktion zu 
behalten. Diese Vorverurteilung, das "Gegen-ihn-Treten" und die öffentlichen Diffamierungen, die 
Zerstörung der Existenz und das Berufsverbot würden dazu führen, dass er zum gegebenen Zeit-
punkt eine Strafanzeige einreichen werde. 
 
4.6 Mit Email vom 27. April 2022 hielt der Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerde-
gegnerin erneut fest, dass er aufgrund des öffentlichen Drucks als Chefredaktor zurückgetreten 
sei, ihm aber im neuen Jahr vom Arbeitgeber gekündigt worden sei. Ein Rücktritt sei keine Kün-
digung. In seinem Schreiben werde das Wort künden nie erwähnt. Er hätte aus eigenem Antrieb 
nie gekündigt. Er lasse sich nicht für etwas büssen, was er nicht begangen habe. Mit Email vom 
6. Mai 2022 legte der Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin dar, dass er im 
Januar 2022 per 31. März 2022 gekündigt worden sei. Einen schriftlichen Arbeitsvertrag mit dem 
Arbeitgeber habe er nie gehabt. 
 
4.7 Im Rückantwortblatt vom 16. Mai 2022 führte der Arbeitgeber aus, dass der Arbeitneh-
mer die Initiative zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses ergriffen habe. Auf die Frage, warum 
dem Arbeitnehmer nahegelegt worden sei zu kündigen, wurde ausgeführt, dass es Anschuldi-
gungen betreffend sexueller Belästigung gegeben habe. Der öffentliche und mediale Druck sei 
immer grösser geworden. Der Arbeitnehmer sei nicht mehr tragbar gewesen. Mit dem Arbeitneh-
mer seien vorher keine Gespräche geführt worden und es seien keine Verwarnungen ausgespro-
chen worden, da man von den Anschuldigungen gegen den Arbeitnehmer überrascht worden sei.  
 
4.8 Der Beschwerdeführer hielt in seiner Einsprache vom 18. Mai 2022 fest, dass er am 
14. Dezember 2021 funktional als Chefredaktor zurückgetreten sei, um den Arbeitgeber und 
seine eigene Person vor der Öffentlichkeit zu schützen. Von einer Kündigung seinerseits könne 
keine Rede sein. Es sei aber allen Beteiligten klar gewesen, dass eine weitere Zusammenarbeit 
aufgrund der Strafanzeige, des medialen Drucks und des Drucks der Gemeinden nicht möglich 

 

 
 
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sei. Das Strafverfahren sei als "Diffamierung" angelegt worden. Die von D.____ eingereichte An-
zeige vom April 2022 (recte 2021) sei weiterhin pendent. Er habe zusammen mit seinem Rechts-
vertreter im Januar 2022 schriftlich zu zehn Fragen der Staatsanwaltschaft Stellung genommen. 
Der Rechtsvertreter plädiere auf Einstellung des Verfahrens, da keine strafrechtlichen Delikte 
vorliegen würden. Die seit Dezember 2021 dauernde Hetz- und Treibjagd gegen ihn, die von der 
Klägerin gekonnt medial inszeniert worden sei, ertrage er nicht. In den Medien werde er als Mann, 
der sexuelle Belästigungen begangen habe, verkauft. Gerne hätte er beim Arbeitgeber andere 
Aufgaben übernommen, teils inkognito, was leider nicht möglich gewesen sei. Er sei seiner Exis-
tenz beraubt worden. Die Klägerin habe Rufmord und Persönlichkeitsverletzung in der Öffentlich-
keit begangen. Und sie habe ein Verfahren, das zwar angelegt, aber nicht weiterverfolgt worden 
sei, werbewirksam publik gemacht. Er werde gegen D.____ mit diversen Strafanzeigen aufwar-
ten. Die 36 Sperrtage seien unberechtigt. Ohne das missbräuchliche Publizieren der Anzeige 
wäre er nicht in dieser Situation. Es sei ein Affront, dass er nun nach 41 Arbeitsjahren auch noch 
für eine Versicherungsleistung gesperrt werde. Es sei ihm bewusst, dass Gerechtigkeit und Recht 
zwei Paar Schuhe seien. 
 
4.9 Mit Strafbefehl vom 19. August 2022 wurde der Beschwerdeführer der Verleumdung 
(mehrfache Begehung) für schuldig erklärt und zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 40 
Tagessätzen zu Fr. 30.-- sowie zu einer Busse von Fr. 300.-- verurteilt. Zusammenfassend stellte 
die Untersuchungsbehörde fest, der Beschuldigte habe einer Arbeitskollegin von D.____ Ende 
des Jahres 2018 erzählt, dass D.____ mit ihm eine Affäre gehabt habe, er ihr Unterwäsche ge-
schenkt habe und er mit ihr Sex gehabt habe. In Tat und Wahrheit sei es zwischen dem Beschul-
digten und D.____ zu keiner Zeit zu sexuellen oder vergleichbaren Kontakten jedweder Art ge-
kommen. Derartige Kontakte hätte D.____, die mit dem Beschuldigten keinen über das Berufliche 
hinausgehenden Kontakt gepflegt habe, im Übrigen auch strikt abgelehnt. Durch die gegenüber 
einer Drittperson wider besseres Wissen geäusserte, ein unehrenhaftes Verhalten implizierende 
Unterstellung, wonach sie mit ihrem Vorgesetzten den Geschlechtsverkehr vollzogen habe, habe 
der Beschuldigte den Ruf von D.____ geschädigt. Weiter habe der Beschuldigte durch die ge-
genüber einer Drittperson wider besseres Wissen getätigten Aussagen mit der implizierenden 
Unterstellung, wonach D.____ im beruflichen Kontext mit einem Interviewpartner den Ge-
schlechtsverkehr vollzogen habe, statt ihrer Arbeit nachzugehen, was in Tat und Wahrheit zu 
keiner Zeit erfolgt sei, den Ruf von D.____ geschädigt. Weiter habe er den Ruf von D.____ ge-
schädigt, indem er D.____ gegenüber einer Drittperson wider besseres Wissen als Lustobjekt 
beschrieben habe und diese einen von ihm beschriebenen Geschlechtsverkehr habe vollziehen 
lassen, was in Tat und Wahrheit eine reine Fantasievorstellung des Beschuldigten gewesen sei. 
Weiter habe er den Ruf von D.____ geschädigt, indem er gegenüber einer Drittperson wider bes-
seres Wissen ein unehrenhaftes Verhalten implizierende Unterstellung geäussert habe, wonach 
D.____ über einen exzessiven Sexualtrieb verfüge, was in Tat und Wahrheit eine reine Fantasie-
vorstellung des Beschuldigten gewesen sei.  
 
4.10 Mit Email vom 24. August 2022 liess der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin 
den Strafbefehl vom 19. August 2022 zukommen und bemerkte, dass er wegen Verleumdung zu 
einer Busse verurteilt worden sei. Von einem Sexualdelikt sei keine Rede, obwohl er genau des-
halb seine Existenz verloren habe. Er akzeptiere das Urteil und die Busse. Er behalte sich aber 

 

 
 
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rechtliche Schritte der massiven Art gegen die Klägerin und gegen den Fernsehsender B.____ 
vor. Diese hätten ihn noch viel mehr verleumdet und ihn medial vorverurteilt, was ihn die Existenz 
gekostet habe. Er ersuche deshalb erneut um Überprüfung der Einstelltage.  
 
5.1 Gestützt auf diesen Sachverhalt führte die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Ein-
spracheentscheid aus, nach Sichtung des Strafbefehls sei erstellt, dass sich der Versicherte bei 
seinem ehemaligen Arbeitgeber gegenüber D.____ mehrfach fehlverhalten habe, indem er 
D.____ mehrfach verleumdete, womit er dem ehemaligen Arbeitgeber einen gewichtigen Grund 
zur Kündigung gegeben habe. Eine Verleumdung könne rechtstechnisch betrachtet nur vorsätz-
lich begangen werden. Das Verschulden des Versicherten stehe daher klar fest und sei durch 
den rechtskräftigen Strafbefehl bewiesen. Er sei daher durch sein eigenes Verschulden arbeitslos 
geworden, weshalb die Einstelltage zu Recht verfügt worden seien. Auf eine reformatio in peius 
im Sinne einer Erhöhung der Einstelldauer werde unpräjudiziell verzichtet.  
 
5.2 Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde vom 9. März 2023 geltend, dass 
er seit fast 40 Jahren Medienschaffender gewesen sei. Ausserdem sei er 23 Jahre lang Chefre-
daktor gewesen. D.____ sei für ihn als Freelancerin tätig gewesen. Sie sei nie Praktikantin ge-
wesen und schon gar nicht minderjährig. Er habe sie auch nicht sexuell belästigt. Sie habe am 9. 
April 2021 eine Anzeige eingereicht. Nachdem sie sich öffentlich geäussert habe und ihn der 
sexuellen Belästigung bezichtigt habe, sei eine ungeheure Dynamik in den Fall gekommen. Er 
sei gejagt, getrieben, gehetzt und längst verurteilt worden. Sein Vergehen sei gewesen, dass er 
mit D.____ einen erotischen Schriftverkehr unterhalten habe. Dass er dabei in seiner Fantasie 
gewisse Grenzen überschritten, viel Fiktion in diese Schreiben hineingebracht und Drittpersonen 
tangiert habe, sei sein Vergehen. Dafür sei er wegen Verleumdung mit einer Busse von Fr. 300.-
- gebüsst worden. Der Schaden sei aber längst angerichtet gewesen. Er sei in den Medien und 
in der "Vox populi" als Sexualtriebtäter dargestellt worden. Bereits einen Tag nach der Publikation 
seines Falles sei er auf Druck des Arbeitgebers und der Gemeinden als Chefredaktor zurückge-
treten. Er habe aber nie selbst gekündigt. Ein Rücktritt vom Amt sei keine Kündigung. Der Arbeit-
geber habe ihm am 2. Februar 2022 gekündigt. Ob sein Vergehen sehr schwerwiegend und gra-
vierend gewesen sei, habe die Justiz bestimmt und entschieden. Die Staatsanwaltschaft habe 
nie wegen sexueller Belästigung ermittelt, diese habe es nie gegeben. Mit dem Verlust des Ar-
beitsplatzes habe er seine Existenz verloren. Er sei ausserdem krank und werde wohl arbeitslos 
bleiben. 
 
6.1 Der Beschwerdeführer bestreitet den Sachverhalt, wie er sich aus den vorgenannten 
Dokumenten ergibt und wie er auch von der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid 
wiedergegeben wurde, nicht. Er stellt sich einzig auf den Standpunkt, nicht selbst gekündigt zu 
haben. Aufgrund der Akten kann nicht restlos geklärt werden, ob das Arbeitsverhältnis im Oktober 
2021 in gegenseitigem Einverständnis aufgelöst wurde oder ob der Arbeitgeber dem Beschwer-
deführer kündigte. Letztlich spielt es im vorliegenden Fall aber keine Rolle, wie die Beendigung 
des Arbeitsverhältnisses zustande kam, denn die Beschwerdegegnerin geht wie der Beschwer-
deführer davon aus, dass der Arbeitgeber kündigte. Sie stützt sich damit auf den Einstellungstat-
bestand von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV und hält dem Beschwerdeführer vor, durch eigenes Ver-
schulden arbeitslos geworden zu sein, indem er dem Arbeitgeber durch sein Verhalten Anlass 

 

 
 
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zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gab. Sie wirft ihm aber nicht vor, das Arbeitsverhältnis 
von sich aus aufgelöst zu haben, ohne dass ihm eine andere Arbeitsstelle zugesichert gewesen 
wäre (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). 
 
6.2 D.____ reichte am 8. April 2021 eine Strafanzeige ein. In der Folge leiteten die Strafver-
folgungsbehörden ein Verfahren ein, das im nun rechtskräftigen Strafbefehl vom 19. August 2022 
endete und zu einer Verurteilung des Beschwerdeführers wegen Verleumdung führte. Der mas-
sgebende Tatvorgang ist demgemäss erstellt. Die Beschwerdegegnerin hält in der Vernehmlas-
sung richtigerweise fest, dass die abweichenden und verharmlosenden Schilderungen des Be-
schwerdeführers an diesem Fehlverhalten nichts zu ändern vermögen. Vor diesem Hintergrund 
ist nicht zu beanstanden, dass der Arbeitgeber im Herbst 2021 die Auflösung des Arbeitsvertra-
ges anstrebte. Ihm war die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nach Treu und Glauben nicht 
mehr zumutbar, denn der Beschwerdeführer war als Arbeitnehmer nicht mehr tragbar. Wie in 
Erwägung 2.2 hiervor dargelegt, muss das Verhalten der versicherten Person nicht zwingend 
eine Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten darstellen, sondern es genügt, dass sie durch ihr 
sonstiges Verhalten innerhalb und ausserhalb des Betriebs berechtigten Anlass zur Kündigung 
gab. Ein derartiges Verhalten ist vorliegend erstellt, auch wenn es dem Beschwerdeführer dies-
bezüglich an Unrechtsbewusstsein fehlt.  
 
6.3 Mit seinem Verhalten nahm der Beschwerdeführer das Risiko, arbeitslos zu werden, zu-
mindest eventualvorsätzlich in Kauf. Er musste sich bewusst sein, dass ein derartiges Verhalten 
vom Arbeitgeber unter keinen Umständen toleriert werden und zur Kündigung führen kann. Dem-
nach ist das Verschulden des Beschwerdeführers an seiner Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 30 
Abs. 1 lit. a AVIG und Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV zu bejahen. Die Arbeitslosigkeit des Beschwerde-
führers ist nicht objektiven Faktoren zuzuschreiben, sondern liegt in einem Verhalten, das er hätte 
verhindern können und für das die Arbeitslosenversicherung und damit die Allgemeinheit keine 
Haftung übernehmen muss. Die von der Beschwerdegegnerin verfügte Einstellung in der An-
spruchsberechtigung erweist sich als rechtmässig. 
 
7. Zu prüfen bleibt, ob die Anzahl der Einstelltage korrekt ermittelt wurde. Die Dauer der 
Einstellung in der Anspruchsberechtigung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens und 
beträgt je Einstellungsgrund höchstens 60 Tage (vgl. Art. 30 Abs. 3 AVIG). Nach Art. 45 Abs. 2 
AVIV wird die Einstellung in der Anspruchsberechtigung abgestuft; sie dauert 1-15 Tage bei leich-
tem (lit. a), 16-30 Tage bei mittelschwerem (lit. b) und 31-60 Tage bei schwerem (lit. c) Verschul-
den. Bei der individuellen Verschuldensbeurteilung im Bereich des schweren Verschuldens in-
nerhalb der von 31 bis 60 Tagen reichenden Skala ist zunächst grundsätzlich vom Mittelwert 
auszugehen, das heisst von einer durchschnittlichen Dauer von 45 Einstellungstagen. Unter Be-
rücksichtigung der gegebenen Umstände des konkreten Einzelfalls ermöglicht diese Vorgehens-
weise einerseits eine Verschärfung der verwaltungsrechtlichen Sanktion, wenn das Verschulden 
der versicherten Person besonders schwer wiegt, anderseits beim Vorliegen von Milderungsgrün-
den eine angemessene Reduktion. Sachgerechte Ermessensbetätigung erfordert, den gesamten 
Ermessensspielraum nach oben und unten in einer dem jeweiligen Verschulden entsprechenden 
Weise zu nutzen (BGE 123 V 150 E. 3c). Den Verfügungsinstanzen wird dabei ein grosser Er-
messenspielraum zugestanden, weshalb bei der Beurteilung der Einstellungsdauer durch das 

 

 
 
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kantonale Versicherungsgericht Zurückhaltung geboten ist. Nach § 57 lit. c VPO hat die sozial-
versicherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts die angefochtene Verfügung auch auf de-
ren Angemessenheit zu überprüfen. Es darf aber sein Ermessen nicht ohne triftige Gründe an die 
Stelle desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss sich bei der Korrektur auf Gegebenheiten 
abstützen können, welche eine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen 
lassen (BGE 123 V 150 E. 2 mit weiteren Hinweisen, vgl. auch BGE 126 V 353 E. 5d). Die von 
der Beschwerdegegnerin im unteren Bereich des schweren Verschuldens auf 36 Tage festge-
setzte Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist nicht zu beanstanden, da nicht gesagt wer-
den kann, die Beschwerdegegnerin habe ihr Ermessen missbraucht, unter- oder überschritten. 
Es liegt ein schweres Verschulden vor, da der Beschwerdeführer aufgrund seines Verhaltens mit 
einer Kündigung rechnen musste.  
 
8. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene 
Einstellung des Beschwerdeführers in der Anspruchsberechtigung in der Höhe von 36 Einstellta-
gen nicht zu beanstanden ist, weshalb die vorliegende Beschwerde abzuweisen ist. 
 
9. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kosten-
pflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Sieht das Einzelgesetz keine Kos-
tenpflicht vor, kann das Gericht einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, Gerichts-
kosten auferlegen. Da das AVIG keine Kostenpflicht vorsieht und sich die Parteien weder mutwil-
lig noch leichtsinnig verhalten haben, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe-
ben. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird keine Parteientschädigung ausgerichtet 
(Art. 61 lit. g ATSG). 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 
 

 
 
 
 
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