# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5834dd24-0471-5cca-8802-e8a0c2540687
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-21
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2013 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2013
**Docket/Reference:** DB.2015.194
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2015_194_ij.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2015.194 
2 ST.2015.240 

Entscheid 

 21. März 2016 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsidentin Micheline Roth, Steuerrichter Marcus Thalmann, Steuerrich-
ter Alexander Widl und Gerichtsschreiberin Andrea Schmid 

1.  A,    

2.  B,    

vertreten durch C, 

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2013 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2013 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige) erhielt von der D AG vom 1. Januar 2013 bis 

2. Mai  2013  einen  Bruttolohn  von  total  Fr. 65'268.-  und  vom  3. Mai 2013  bis 

31. Dezember 2013 von der E AG einen solchen von Fr. 346'901.65. Letzterer enthielt 

eine  "Abfindung  (Restruc.)"  in  Höhe  von  Fr. 230'000.-,  welche  dem  Pflichtigen  in  Zu-

sammenhang mit der Auflösung seines Arbeitsverhältnisses ausbezahlt worden ist. Der 

Pflichtige wurde zusammen mit B (nachfolgend die Pflichtigen)  vom kantonalen Steu-

eramt  am  2. April  2015  bzw.  5. Mai  2015  deklarationsgemäss  mit  einem  steuerbaren 

Einkommen von Fr. 306'300.- (direkte Bundessteuer 2013) bzw. Fr. 299'000.- (Staats- 

und Gemeindesteuern 2013) und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 81'000.- veran-

lagt bzw. eingeschätzt. 

B. Am 4. Juni 2015 erhoben die Pflichtigen Einsprache und stellten die Anträ-

ge,  die  Kapitalleistung  von  Fr. 230'000.-  sei  als  Vorsorgeleistung  anzuerkennen  und 

separat zu besteuern. Eventualiter beantragten sie, die Kapitalleistung in Abhängigkeit 

von der Dauer des Arbeitsverhältnisses zum Satz einer jährlichen Leistung zu besteu-

ern; subeventualiter  diese  als  Ergänzungseinkommen  bis  zum  ordentlichen  Rentenal-

ter von 65 Jahren zum Satz einer jährlichen Leistung zu besteuern. 

Das  kantonale  Steueramt  wies  die  Einsprache  am  10. August  2015  ab.  Die 

Voraussetzungen  für  eine  separate  Besteuerung  der  Kapitalleistung  gemäss  Art. 37 

und  38  des  Bundesgesetzes über  die direkte Bundessteuer  vom  14.  Dezember  1990 

(DBG) bzw. §§ 36 und 37 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) seien nicht er-

füllt. Es handle sich bei der Kapitalleistung um eine Abgangsentschädigung in Zusam-

menhang  mit  der  Beendigung  des  Arbeitsverhältnisses.  Aufgrund  der  Akten  ergebe 

sich nicht, dass es sich um eine Vorsorgeleistung gehandelt habe. 

C. Mit Beschwerde/Rekurs vom 7. September 2015 stellten die Pflichtigen den 

Antrag,  die  Kapitalleistung  von  Fr. 230'000.-  als  Vorsorgeleistung  anzuerkennen  und 

diese  separat  zu  besteuern.  Eventualiter  sei  die  Kapitalleistung  als  Ergänzungsein-

kommen  bis  zum  ordentlichen  Rentenalter  von  65  Jahren  zum  Satz  einer  jährlichen 

Leistung zu besteuern. Des Weiteren verlangten sie eine Parteientschädigung.  

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Das kantonale Steueramt schloss am 21. September 2015 auf Abweisung der 

Rechtsmittel.  Die  eidgenössische  Steuerverwaltung  (ESTV)  führte  in  ihrer  Stellung-

nahme aus, dass die Voraussetzungen zur Anerkennung der Kapitalabfindung als Vor-

sorgeleistung nicht erfüllt seien, sodass die Beschwerde abzuweisen sei.  

In der Replik und der Duplik hielten die Parteien an ihren Rechtsauffassungen 

fest. Am 7. Dezember 2015 äusserten sich die Pflichtigen nochmals. 

Mit Auflage vom 29. Januar 2016 forderte das Steuerrekursgericht die Pflichti-

gen auf, diverse Unterlagen einzureichen, was am 5. Februar 2016 erfolgte. Das kan-

tonale Steueramt nahm dazu nicht mehr Stellung. 

Auf die weiteren Parteivorbringen wird – soweit rechtserheblich – in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Gemäss Art. 17 Abs. 1 DBG bzw. § 17 StG sind alle Einkünfte aus einem 

privat-  oder  öffentlichrechtlichen  Arbeitsverhältnis  mit  Einschluss  der  Nebeneinkünfte, 

wie  Entschädigungen  für  Sonderleistungen,  Provisionen,  Zulagen,  Dienstalters-  und 

Jubiläumsgeschenke,  Gratifikationen,  Trinkgelder,  Tantiemen  und  andere  geldwerte 

Vorteile steuerbar. Dazu gehören auch Kapitalabfindungen aus einer mit dem Arbeits-

verhältnis  verbundenen  Vorsorgeeinrichtung  oder  gleichartige Kapitalabfindungen  des 

Arbeitgebers,  die  nach  Art. 38  DBG  bzw.  § 37  StG  zu  besteuern  sind  (Art. 17  Abs. 2 

DBG  bzw.  § 17  Abs. 2 StG).  Die genannten  Bestimmungen  sehen für  solche  Kapital-

leistungen insoweit eine Privilegierung vor, als diese separat zum Steuersatz besteuert 

werden,  der  sich  ergäbe,  wenn  anstelle  der  einmaligen  eine  jährliche  Leistung  von 

einem Fünftel (direkte Bundessteuer) bzw. einem Zehntel (Staats- und Gemeindesteu-

ern)  der  Kapitalleistung  ausgerichtet  würde.  Dabei  beträgt  die  einfache  Staatssteuer 

jedoch  mindestens  2%  und  es  wird  stets  eine  volle  Jahressteuer  erhoben.  Ebenfalls 

privilegiert  besteuert  werden  unter  Art. 17  Abs. 1  DBG  bzw.  § 17  Abs. 1  StG  fallende 

Kapitalzahlungen, welche wiederkehrende Leistungen abgelten; diesfalls wird die Ein-

kommenssteuer gemäss  Art. 37  DBG  bzw.  § 36  StG  unter  Berücksichtigung  der  übri-

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gen Einkünfte zu dem Steuersatz berechnet, der sich ergäbe, wenn anstelle der einma-

ligen Leistung eine entsprechende jährliche Leistung ausgerichtet worden wäre. Soweit 

keine Privilegierung Platz greift, richtet sich die Besteuerung ordentlicher Einkünfte im 

Sinn  von  Art. 17  Abs. 1  DBG  bzw.  § 17  Abs. 1  StG  in  tariflicher  Hinsicht  nach  

Art. 36 DBG bzw. § 35 StG.  

b)  Zur  Abgrenzung  der  verschiedenen  Besteuerungsvarianten  hat  die  ESTV 

am  3. Oktober  2002  ein  Kreisschreiben  verfasst  (Kreisschreiben  Nr. 1,  Direkte  Bun-

dessteuer Steuerperiode 2003 über die Abgangsentschädigung resp. Kapitalabfindung 

des Arbeitgebers, ASA 71, 532, nachfolgend ESTV-Kreisschreiben), welches vom kan-

tonalen Steueramt auch im Bereich der Staats- Gemeindesteuern beachtet wird. Wenn 

diesem Kreisschreiben auch keine rechtsverbindliche Wirkung zukommt, so ist es doch 

als Auslegungshilfe dienlich. 

c)  Wurden  Abgangsentschädigungen  früher  gemäss  Art. 339b  OR  vor  allem 

älteren langjährigen Mitarbeitern entrichtet, um ihnen eine minimale Altersvorsorge zu 

gewährleisten,  werden diese  heute  auch  Arbeitnehmern  und insbesondere Führungs-

kräften mit bereits guter Altersvorsorge ausbezahlt. Dabei können die vom Arbeitgeber 

bei  vorzeitiger  Beendigung  des  Arbeitsverhältnisses  ausgerichteten  Abgangsentschä-

digungen  verschiedene  Gründe  haben,  z.B.  "Schmerzensgeld"  für  die  Entlassung, 

Treueprämie  für  langjährige  Dienstverhältnisse,  "Risikoprämie"  für  die  persönliche 

Sicherheit  und  berufliche  Zukunft,  Entgelt  für  erbrachte  Arbeitsleistungen,  Vorruhe-

standsregelungen,  d.h.  Ausgleich  allfällig  entstehender  Lücken  oder  langfristiger  Ein-

bussen  in  der  beruflichen  Vorsorge  usw.  Oft  handelt  es  sich  um  pauschale  Abfin-

dungssummen,  deren  Zweckbestimmung  unklar  und  gegebenenfalls  näher  zu 

untersuchen ist (ESTV-Kreisschreiben Ziff. 1).  

d)  Je  nachdem,  was  der  Arbeitgeber  mit  der  Kapitalabfindung  bezweckt  hat, 

sind  nach  Massgabe der  oben  stehenden gesetzlichen Auslegeordnung folgende  Be-

steuerungslösungen  in  Betracht  zu  ziehen:  Soweit  Abfindungen  normalen  Einkom-

menscharakter  haben  (z.B.  Schmerzensgeld für  die  Entlassung  ["golden handshake"] 

oder  Treueprämie  für  ein  langjähriges  Dienstverhältnis),  kommt  es  als  Regelfall  zur 

ordentlichen Besteuerung gemäss Art. 17 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 DBG bzw. § 17 Abs. 1 

i.V.m. § 35 StG. Liegt im Sinn eines Sonderfalls in einer solchen Abfindung ein Ersatz 

für  vergangene  oder  zukünftige  wiederkehrende  Leistungen,  erfolgt  die  privilegierte 

Besteuerung von ordentlichem Einkommen zum Rentensatz (Art. 17 Abs. 1 DBG i.V.m. 

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Art. 37 DBG bzw. § 17 Abs. 1 i.V.m. § 36 StG). Hat eine dem ausscheidenden Arbeit-

nehmer  ausbezahlte Abfindung  Vorsorgecharakter,  ist  die  Besteuerung  im  Sinn  eines 

weiteren  Sonderfalls  nach  Massgabe  von  Art. 17  Abs. 2  i.V.m.  Art. 38  DBG  bzw. 

§ 17 Abs. 2 StG i.V.m. § 37 StG privilegiert vorzunehmen.  

e)  Die  privilegierte  Besteuerung  gemäss  Art. 17  Abs. 2  i.V.m.  Art. 38  DBG 

bzw.  § 17 Abs. 2  StG  i.V.m.  § 37  StG  setzt  voraus,  dass  eine  Kapitalabfindung  aus 

einer mit dem Arbeitsverhältnis verbundenen Vorsorgeeinrichtung oder eine "gleichar-

tige Kapitalabfindung des Arbeitgebers" vorliegt.  

aa)  Unter  gleichartigen  Kapitalabfindungen  des  Arbeitgebers  sind  nach  der 

Rechtsprechung  solche Leistungen  zu verstehen,  die objektiv  dazu  dienen,  die durch 

Alter,  Invalidität  oder  Tod  des  Arbeitnehmers  verursachte  oder  wahrscheinliche  Be-

schränkung  seiner  gewohnten  Lebenshaltung  bzw.  derjenigen  seiner  Hinterlassenen 

zu mildern. "Gleichartig" ist also die Leistung vorab, wenn sie bei den nämlichen Gele-

genheiten  wie  Kapitalabfindungen  von  Vorsorgeeinrichtungen  ausgerichtet  wird,  d.h. 

beim  Eintritt  eines  Vorsorgefalls  (Pensionierung,  Invalidität  oder  Tod  des  Arbeitneh-

mers; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 38 

N 12 DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 37 N 17 StG, mit 

Hinweisen).  Gleichartigkeit  der  Kapitalabfindung  liegt  aber  auch  dann  vor,  wenn  bei 

Beendigung  des  Arbeitsverhältnisses  vom  bisherigen  Arbeitgeber  eine  Kapitalleistung 

erbracht wird, die dazu dient, beim Empfänger die finanziellen Folgen eines künftigen 

Vorsorgeausfalls ganz oder teilweise zu beheben (StRK I, 24. November 1998 = ZStP 

1999, 348 ff., auch zum Folgenden).  

Für  die  Beurteilung  der  Frage,  ob  die  Kapitalzahlung  des  Arbeitgebers 

"gleichartig" sei wie Kapitalzahlungen der beruflichen Vorsorge, kann demzufolge dem 

Alter des Arbeitnehmers allein keine entscheidende Bedeutung beigemessen werden. 

Immerhin ist  aber  davon  auszugehen,  dass  eine  solche  Geldleistung  desto eher  Vor-

sorgecharakter  aufweist,  je  älter  der  damit  bedachte  Arbeitnehmer  im  Zeitpunkt  der 

Auszahlung ist bzw. je weniger Jahre bis zum Erreichen des ordentlichen Pensionsal-

ters verbleiben. Im Übrigen aber müssen die gesamten Umstände des Einzelfalls in die 

Beurteilung  miteinbezogen  werden.  Zu  berücksichtigen  ist  in  diesem  Zusammenhang 

sodann, ob die Kapitalleistung auf einer vertraglichen Pflicht des Arbeitgebers beruht, 

denn  eine  solche  spräche  von  vornherein  gegen  einen  Vorsorgecharakter.  Auch  sind 

die berufliche Situation des Steuerpflichtigen, der Stand seiner Altersvorsorge und die 

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Erklärungen der Beteiligten in Betracht zu ziehen. Dabei ist stets auf die Verhältnisse 

abzustellen,  wie  sie sich  im  Zeitpunkt  der  Entrichtung  der fraglichen Kapitalabfindung 

präsentiert haben (RB 1998 Nr. 142, StE 1999 B 26.13 Nr. 14 = ZStP 1999, 121).  

bb)  In  Anwendung  dieser  Kriterien  hat  das  Verwaltungsgericht  die  einer  

51-jährigen  Mitarbeiterin  im  Zusammenhang  mit  dem  Verlust  ihrer  langjährigen 

Arbeitsstelle  ausgerichtete  Kapitalabfindung  der  gesonderten  milderen  Besteuerung 

unterworfen  mit  der  Begründung,  die  Zahlung  habe  dazu  gedient,  der  Empfängerin 

–  welche  angesichts  ihres  Alters  nicht  damit  habe  rechnen  können,  ohne  Weiteres 

wieder  eine  Stelle  zu  finden – beim  (späteren)  Eintritt  eines  Vorsorgefalls  die  wahr-

scheinliche  Beschränkung  ihrer  gewohnten  Lebenshaltung  abzufedern  (VGr,  4. Juli 

1995,  SB.94.00052).  Mit  weiterem  Entscheid  hat  das  Verwaltungsgericht  einem  im 

Zuflusszeitpunkt  54-jährigen  Steuerpflichtigen  die  privilegierte  Besteuerung  der  erhal-

tenen Abgangsentschädigung mit der Begründung gewährt, im Rahmen der gebotenen 

vorausschauenden Beurteilung  sei  entscheidend,  dass  dieser  mit  einer Wiederanstel-

lung  zu  vergleichbaren  Salär-  und  Versicherungsbedingungen  im  Zeitpunkt  der  Kapi-

talzahlung  objektiv  nicht  habe  rechnen  können.  Dabei  verwies  das  Gericht  auf  das 

Alter  und  die  spezialisierungsbedingt  beschränkte  Vermittelbarkeit  des  Steuerpflichti-

gen; zudem sei nicht davon auszugehen, dass dieser den hohen Stand seiner durch 22 

Beitragsjahre erworbenen Vorsorgeansprüche auch nur annähernd werde beibehalten 

können (RB 1998 Nr. 142, StE 1999 26.13 Nr. 14 = ZStP 1999, 121). Sodann hat die 

Steuerrekurskommission  I  (heute  Steuerrekursgericht)  einer  Abgangsentschädigung 

von  Fr. 100'000.-,  die  einem  50-jährigen  Steuerpflichtigen  nach  24  Dienstjahren  aus-

bezahlt  wurde,  den  Vorsorgecharakter  zugesprochen.  Dies  mit  der  Begründung,  man 

habe  bei  der  vorzeitigen  Beendigung  des  Arbeitsverhältnisses  annehmen  müssen, 

dass dieser nicht ohne Weiteres wieder eine gleichwertige Stelle finden oder aber ge-

genüber dem bisherigen Erwerbseinkommen zumindest eine Einbusse erleiden werde. 

Die  Möglichkeit,  eine  solche  Gehaltseinbusse  durch spätere Gehaltserhöhungen  aus-

gleichen  zu  können,  habe  ebenfalls  als  gering  eingestuft  werden  müssen.  Dass  sich 

die dergestalt reduzierten Erwerbserwartungen und damit einhergehend die inskünftig 

tieferen  Beiträge  an  die berufliche  Vorsorge  auch  auf  die Höhe dieser künftigen Leis-

tungen  auswirkten, 

leuchte  ohne  Weiteres  ein  (StRK 

I,  24. November  1998 

=  ZStP  1999,  348  ff.).  Demgegenüber  hat  die  Steuerrekurskommission  I  einem 

54-jährigen  Staatsangestellten  unter  Würdigung  aller  Umstände  die  privilegierte  Be-

steuerung  der  diesem  im  Rahmen  eines  "management  buyouts"  ausbezahlten  Aus-

trittsentschädigung  versagt;  ausschlaggebend  war  dabei  insbesondere,  dass  der  Ar-

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beitnehmer  nahtlos eine  neue  Stelle  antreten  konnte.  Die im  Rahmen  der  Neuanstel-

lung  anfänglich  resultierende  Lohneinbusse  und  die  damit  verbundene  Verschlechte-

rung der Vorsorgesituation erachtete die Steuerrekurskommission aufgrund des Alters 

des 

Steuerpflichtigen 

und 

dessen 

Berufsaussichten 

als 

bis 

zum 

ordentlichen Pensionszeitpunkt durchaus noch kompensierbar (StRK I, 16. Juni 2003, 

1 ST.2002.454). Weiter hat das Steuerrekursgericht den Vorsorgecharakter einer Ent-

schädigung  von  Fr.  60'000.-  bejaht,  welche  einem  in  der  Verwaltung  institutioneller 

Gelder  tätigen,  knapp  54-jährigen  Bankangestellten  bei  der  Entlassung  ausgerichtet 

wurde, weil diesem keine gute berufliche Prognose gestellt werden konnte, er tatsäch-

lich  auch noch  keine Weiterbeschäftigung gefunden und eine  –  wenn  auch  knappe  – 

Vorsorgelücke zu beklagen hatte (StRG, 29. Mai 2009, 1 ST.2008.304/1 DB.2008.185, 

www.strgzh.ch). Schliesslich hat das Steuerrekursgericht den Vorsorgecharakter einer 

Abfindung  von  Fr.  105'000.-  bei  der  Entlassung  einer  55-jährigen  Angestellten  abge-

sprochen, da diese nahtlos eine neue Stelle antreten konnte, den diesbezüglichen Ar-

beitsvertrag  im  Zeitpunkt  der  Ausrichtung  der  Abfindung  schon  abgeschlossen  hatte, 

an der neuen Stelle nur eine unwesentliche Lohneinbusse erlitt und in der beruflichen 

Vorsorge nicht nachweislich eine gewichtige Verschlechterung in Kauf nehmen muss-

te.  Zwar  konnte  nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  die  Arbeitgeberin  die  Abfindung 

trotzdem  auch  zwecks  Kompensation  einer  möglichen  Verschlechterung  in  der  beruf-

lichen  Vorsorge  ausgerichtet  hat,  diese  Motivation  war  jedoch  nicht  nachgewiesen 

(StRG, 29. Mai 2015, 1 DB.2014.191/1 ST.2014.240, www.strgzh.ch). 

cc)  Neben  dieser  Rechtsprechung  ist  für  die  Frage,  ob  die  hier  streitige  Ab-

gangsentschädigung  als  "gleichartig"  im  Sinn  von  Art.  17  Abs.  2  DBG  bzw.  § 17 

Abs. 2 StG qualifiziert werden kann, auch das ESTV-Kreisschreiben als Abgrenzungs-

hilfe heranzuziehen. Danach können gleichartige Kapitalabfindungen des Arbeitgebers 

in diesem Sinn steuerlich als Vorsorgeleistung betrachtet werden, wenn nachfolgende 

Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind: 

  die  steuerpflichtige  Person  verlässt  das  Unternehmen  ab  dem  vollendeten 

55. Altersjahr;  

  die (Haupt-) Erwerbstätigkeit wird definitiv aufgegeben oder muss aufgegeben 

werden; 

  durch  den  Austritt  aus  dem  Unternehmen  und  dessen  Vorsorgeeinrichtung 

entsteht  eine  Vorsorgelücke.  Diese  ist  durch  die  Vorsorgeeinrichtung  zu  be-

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rechnen.  Dabei  dürfen  nur  künftige  Vorsorgelücken  im  Umfang  der  ordentli-

chen  Arbeitgeber-  und  Arbeitnehmerbeiträge  zwischen  dem  Austritt  aus  der 

Vorsorgeeinrichtung  bis  zum  Erreichen  des  ordentlichen  Terminalters  auf-

grund des bisher versicherten Verdienstes berücksichtigt werden. Ein im Zeit-

punkt  des  Austritts  bereits  bestehender  Einkaufsbedarf  darf  nicht  in  die  Be-

rechnung einbezogen werden. 

f) Eine vom Regelfall der ordentlichen Besteuerung abweichende privilegierte 

Besteuerung  ist  steuermindernder  Natur,  weshalb  das  Vorliegen  der  entsprechenden 

Voraussetzungen  vom  Steuerpflichtigen  darzutun  und  nachzuweisen  ist  (RB 1975 

Nr. 64). 

2. a) Der Pflichtige, geboren am …1963, arbeitete seit August 19.. bei der D, 

zuletzt  als  "F".  Nachdem  die  D  zu  Beginn  des  Jahres  2013  von  der  E  übernommen 

wurde,  eröffnete  man 

ihm 

im  August  2013,  dass  sein  Arbeitsverhältnis  per 

31. Dezember  2013  aufgelöst  werde.  Ende  Dezember  zahlte  die  E  dem  Pflichtigen 

eine  Kapitalleistung  in  Höhe  von  Fr. 230'000.-  aus,  um  ihn  für  den  Verlust  seiner  Ar-

beitsstelle zu entschädigen. 

Der  Pflichtige  ist  der  Ansicht,  dass  dieser  Kapitalleistung  Vorsorgecharakter 

zukomme, da er im Zeitpunkt der Kündigung nicht mehr mit einer Wiederanstellung zu 

vergleichbaren  Salär-  und  Versicherungsbedingungen  habe  rechnen  können.  Infolge 

seines Alters habe er nämlich schlechte Aussichten auf dem Arbeitsmarkt gehabt und 

es sei schwierig, wenn nicht sogar unmöglich gewesen, eine Stelle zu finden. Die Ver-

antwortlichen  der  Personalabteilung  hätten  ihm  anlässlich  des  Kündigungsgesprächs 

mitgeteilt, "in Erfüllung der gesetzlichen Pflichten sowie zur Minderung der finanziellen 

Folgen in Zukunft" erhalte er eine Kapitalzahlung von Fr. 230'000.-. Zudem erinnere er 

sich  an  Äusserungen  wie  "sozialverträglich",  "vorerst  einmal  Ferien  machen",  "keine 

finanziellen  Sorgen  in  Zukunft  haben",  zukünftige  finanzielle  Nachteile  grosszügig 

kompensiert". Ein Schriftstück, welches über die Zweckbestimmung der ausgerichteten 

Kapitalleistung Auskunft gebe, existiere nicht. 

b) Der Pflichtige war am 31. Dezember 2013 erst 50 Jahre und 8 Monate alt. 

Damit hatte er die im ESTV Kreisschreiben geforderte Altersgrenze von 55 Jahren kla-

rerweise noch nicht erreicht. Wie bereits erwähnt, kann nach der Rechtsprechung der 

Altersbestimmung  von  55  Jahren  gemäss  ESTV-Kreisschreiben  keine  entscheidende 

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Bedeutung  beigemessen  werden 

(StRK 

I,  29. Mai  2009,  1  DB.2008.185/1 

ST.2008.304, E. 2 b; www.strgzh.ch). Vielmehr ist im Rahmen der Würdigung der Ge-

samtumstände  zu  prüfen,  ob  mit  Bezug  auf  die  Berufsaussichten  und  die  bisherige 

Lohn- bzw. Vorsorgesituation auf einen Vorsorgecharakter der Leistung des Arbeitge-

bers geschlossen werden kann, wenn der Arbeitnehmer im Zeitpunkt der Auszahlung 

das 55. Altersjahr noch nicht vollendet hat. Dem Pflichtigen standen noch gut 14 Jahre 

bis zum ordentlichen Pensionsalter von 65 für eine weitere Erwerbstätigkeit in seinem 

Beruf als G zur Verfügung. Entscheidend ist dabei, wie sich die Arbeitsaussichten des 

Pflichtigen per Ende Dezember 2013 darstellten. Aus den wenigen Angaben über sei-

ne langjährige Berufstätigkeit "F" bei der D bzw. E ergibt sich nicht, dass der Pflichtige 

über ein dermassen spezialisiertes Fachwissen verfügte, aufgrund dessen er nur unter 

sehr grossen Schwierigkeiten eine Arbeitsstelle auf dem H- bzw. I-sektor finden würde. 

Vielmehr sprach für ihn, dass er sich in dem Gebiet der I wohl bestens auskannte und 

eine  langjährige  Berufserfahrung  hatte.  Zwar  hatte  er  bereits  ein  Alter  von  50  Jahren 

erreicht,  dennoch  konnte  er  weitere  14  Jahre  tätig  sein  und  zwar  nicht  nur  im  

H-bereich, sondern in der gesamten J. Es konnte im Dezember 2013 also nicht davon 

ausgegangen werden, dass der Pflichtige wegen seines Alters und seiner Arbeitstätig-

keit bei der H auf dem Arbeitsmarkt keine Stelle mehr finden werde und seine Berufstä-

tigkeit  deshalb  aufgeben  müsse.  Die  Aussichten  auf  eine  weitere  Berufstätigkeit  sind 

damit  sicher  besser  als  diejenigen  eines  55-jährigen  Piloten,  welcher  bereits  mit  60 

Jahren  pensioniert  wird 

(vgl.  dazu  VGr,  6. Juni  2007,  SB.2007.00028, 

E. 3.2, www.vgrzh.ch). 

c) Der Pflichtige bringt vor, dass er nach seiner Kündigung bzw. nach Aufgabe 

seiner  Tätigkeit  bei  der  D  bzw.  der  E  eine  neue  Stelle  gesucht  habe.  In  diesem  Zu-

sammenhang führt  er  zwar  aus,  dass  sich eine  Arbeitssuche als  schwierig  herausge-

stellt  habe,  allerdings  ohne  dies  mit  entsprechenden  Unterlagen  wie  Bewerbungs-

schreiben  und/oder  -absagen  oder  Ähnlichem  zu  belegen.  Tatsächlich  konnte  er 

nämlich schon am … 2014 eine neue Stelle bei der K AG antreten. Diese verlor er je-

doch infolge einer stressbedingten Erkrankung bereits nach zwei Monaten. Seit dem … 

2015 sei er als einfacher L bei der M angestellt, allerdings nur noch mit einem Arbeits-

pensum von 60%. Es liegt somit auch keine Aufgabe der Erwerbstätigkeit vor. 

Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang, dass die "stressbedingte Erkran-

kung" des Pflichtigen während der Anstellung bei der K AG sowie die Auflösung dieses 

Arbeitsverhältnisses nach knapp zwei Monaten für die vorliegend zu beurteilende Fra-

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ge nicht relevant sind, da lediglich die Verhältnisse massgebend sind, wie sie sich im 

Zeitpunkt der Entrichtung der Kapitalzahlung präsentiert haben.  

d)  Im  Rahmen  des  Auflageverfahrens  vor  Steuerrekursgericht  reichten  die 

Pflichtigen weitere Unterlagen ein. Laut der Bestätigung der E vom 25. August 2015 sei 

die  Kapitalleistung  nach  freiem  Ermessen  der  E  erfolgt  und  sollte  den  Pflichtigen  für 

den  Verlust  seiner  langjährigen  Arbeitsstelle  entschädigen.  Diese  Ausführungen  der 

ehemaligen  Arbeitgeberin  deuten  eher  darauf  hin,  dass  es  sich  um  eine  Art  "Treue-

prämie" für die langjährige Arbeitstätigkeit im Sinne eines "golden handshakes" gehan-

delt  hat.  Zudem  wurde  die  Abfindung  im  Lohnausweis  unter  Ziff.  3  "Unregelmässige 

Leistungen" aufgeführt und nicht unter Ziff. 4 "Kapitalleistungen", was ebenfalls gegen 

eine Abgangsentschädigung mit Vorsorgecharakter spricht. Denn gemäss der Weglei-

tung zum Ausfüllen des Lohnausweises bzw. der Rentenbescheinigung sind Abgangs-

entschädigungen mit Vorsorgecharakter unter Ziff. 4 des Lohnausweises aufzuführen. 

Trotz ergänzender Untersuchung im vorliegenden Verfahren bleibt die Motiva-

tion der Arbeitgeberin zur Ausrichtung der Kapitalleistung unklar. Mangels Hinweisen in 

den Akten scheint die Vorsorgesituation nicht im Vordergrund gestanden zu sein. Die 

Aktenlage spricht eher dafür, dass mit der Kapitalleistung eine Treueprämie abgegolten 

werden sollte.  

e) Der Pflichtige macht im Weiteren das Vorliegen einer Vorsorgelücke durch 

den Austritt bei der bei der D bzw. der E geltend. 

Nach  dem  ESTV-Kreisschreiben,  Ziff. 3.2  Abs. 4  lit. c,  ist  für  die  Annahme 

einer Kapitalabfindung mit Vorsorgecharakter erforderlich, dass mit der Kapitalleistung 

eine  durch  den  Austritt  aus  dem  Arbeitsverhältnis  entstandene  Versicherungslücke 

geschlossen wird.  

Der Pflichtige bringt vor, dass das rentenbestimmende Alterskapital bei der D 

im ordentlichen Pensionsalter von 65 bei Fr. 1'482'000.- gelegen hätte. Laut dem Vor-

sorgeausweis  der  heutigen  Arbeitgeberin  M  werde  er  nur  noch  ein  Alterskapital  von 

Fr. 976'000.- erreichen, was zu einer Vorsorgelücke von Fr. 506'000.- führe. Selbst bei 

einem Pensum von 100% würde die Vorsorgelücke sich auf mehrere Fr. 100'000.- be-

laufen. Mit diesem Vorbringen dringt der Pflichtige nicht durch, da für die Beurteilung, 

ob eine Vorsorge-lücke vorliegt oder nicht, die Vorsorgesituation vor und die prognosti-

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zierte  Vorsorge-situation  nach  dem  Stellenwechsel  von  massgebender  Bedeutung 

sind. Den Akten sind jedoch keine Hinweise zu entnehmen, welche im Dezember 2013 

auf eine prognostizierte Vorsorgelücke bei Stellenwechsel hätten schliessen lassen.  

f) Diese Erwägungen führen dazu, dass die Kapitalleistung der E in Höhe von 

Fr. 230'000.-  nicht  als  eine  Abgangsentschädigung  mit  Vorsorgecharakter  im  Sinne 

von Art. 17 Abs. 2 i.V.m. § 38 DBG bzw. § 17 Abs. 3 i.V.m. 37 StG angesehen werden 

kann.  

3. Die Pflichtigen beantragen vor Steuerrekursgericht, von der E als ehemali-

ge Arbeitgeberin weitere Unterlagen einzufordern. 

Wie bereits  dargelegt,  obliegt  es dem  Steuerpflichtigen,  die geltend gemach-

ten  steuermindernden  Umstände  nachzuweisen.  Diese  Beweisleistung  setzt  in  erster 

Linie und in jedem Fall eine – spätestens vor Steuerrekursgericht abzugebende – sub-

stanziierte  Sachdarstellung  voraus.  Substanziiert  ist  die  Sachdarstellung  dann,  wenn 

aus  ihr  im  Einzelnen  Art,  Motiv  und  Rechtsgrund  der  geltend  gemachten  steuermin-

dernden  Umstände  so  dargelegt  werden,  dass  bereits  gestützt  darauf  –  aber  unter 

Vorbehalt  einer  Beweiserhebung  –  ihre  rechtliche  Beurteilung  möglich  ist  (VGr, 

26. Januar 1988, SB 87/0044; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 123 N 77 DBG und 

§ 132 N 90 StG, je mit Hinweisen). Fehlt es an einer in diesem Sinn genügenden Sub-

stanziierung  –  welche  im  Beweisverfahren  nicht  nachgeholt  werden  kann  (RB 1973 

Nr. 35, 1980 Nr. 69) –, so hat das Steuerrekursgericht von sich aus grundsätzlich keine 

Untersuchung  zu  führen,  um  sich  die  erforderlichen  Grundlagen  zu  beschaffen 

(RB 1975 Nr. 64), und muss eine Beweisabnahme unterbleiben mit der Wirkung, dass 

der  Nachweis  der  fraglichen Aufwendung  zu Ungunsten des  hierfür  beweisbelasteten 

Steuerpflichtigen als gescheitert zu betrachten ist. Für die von ihm verfochtene, hinrei-

chend  substanziierte  Sachdarstellung  hat  der  Steuerpflichtige  sodann  von  sich  aus 

beweiskräftige  Unterlagen  einzureichen  oder  die  Beweismittel  wenigstens  unter  ge-

nauer Bezeichnung anzubieten (vgl. RB 1975 Nr. 55; 1987 Nr. 35).  

In der Beschwerde bzw. im Rekurs bringen die Pflichtigen lediglich vor, dass 

gemäss mündlicher Äusserung der Arbeitgeberin anlässlich des Kündigungsgesprächs 

diese  die Kapitalleistung  zur  Minderung  der finanziellen  Folgen  in der  Zukunft  ausge-

richtet habe. Dies ist vorliegend jedoch nicht umstritten.  Einzig strittig und nicht nach-

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gewiesen  ist,  ob  der  Kapitalleistung  der  Arbeitgeberin  Vorsorgecharakter  zukommt 

oder  nicht.  Dem  Beweisantrag  der  Pflichtigen  fehlt  es  somit  an  der  Substanziierung 

und deshalb ist diesem nicht stattzugeben. Schon aus diesem Grund ist das Begehren, 

das  Steuerrekursgericht  solle  weitere  Unterlagen  bei  der  ehemaligen  Arbeitgeberin 

einfordern, abzuweisen, zumal es allein dem Steuerpflichtigen obliegt, steuermindern-

de oder -aufhebende Tatsachen zu substanziieren und nachzuweisen. 

4. a) Gehören zu den Einkünften Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leis-

tungen,  so  wird  die  Einkommenssteuer  unter  Berücksichtigung  der  übrigen  Einkünfte 

und der zulässigen Abzüge zu dem Steuersatz berechnet, der sich ergäbe, wenn an-

stelle der einmaligen Leistung eine entsprechende jährliche Leistung ausgerichtet wor-

den wäre (Art. 37 DBG; im Wesentlichen gleich: § 36 StG).  

Art. 37  DBG  bzw.  § 36  StG  sollen  verhindern,  dass  der  Steuerpflichtige,  der 

für wiederkehrende und somit periodisch zu besteuernde Leistungen mit einer einmali-

gen Kapitalzahlung abgefunden wird, deswegen sein gesamtes Einkommen mit einem 

seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nicht entsprechenden überhöhten Steuersatz 

zu versteuern hätte. Da die Einkommenssteuertarife mit ihrer progressiven Ausgestal-

tung  auf  regelmässig  zufliessende  Einkünfte  zugeschnitten sind,  würde eine  uneinge-

schränkte  Besteuerung  der  Kapitalabfindungen  für  wiederkehrende  Leistungen  zu 

einer  Verzerrung  und  damit  zu  einer  Verletzung  des  Grundsatzes  der  Besteuerung 

nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit führen.  

b) Kapitalabfindungen sind einmalige Vermögenszugänge, die dazu bestimmt 

sind, einen Anspruch auf wiederkehrende Leistungen zu tilgen (StE 2000 B 29.2 Nr. 6 

=  ZStP  2000,  114;  RB 1998  Nr. 138,  StE 1998  B 29.2  Nr. 5  =  ZStP  1998,  235;  ZStP 

1996, 216; StE 1994 B 29.2 Nr. 2; RB 1985 Nr. 40 = StE 1986 B 26.13 Nr. 7). Die ab-

gegoltenen Ansprüche müssen sich auf mehr als eine Steuerperiode erstrecken, damit 

sie als wiederkehrend bezeichnet werden können. Mit Kapitalabfindungen können  so-

wohl  zukünftige  wiederkehrende  Leistungen  (Vorauszahlungen  von  künftig  entgehen-

den Löhnen, Einmalzahlungen für Baurechtszinsen oder Kiesausbeutung, Rentenaus-

käufe, Vorauszahlungen von Mehrjahresmieten etc.) oder auch vergangene Leistungen 

abgegolten  werden  (BGr,  5. Oktober  2000,  Pra  2001  Nr. 28,  ASA 70,  210,  StE 2001 

B 29.2  Nr. 7  =  StR  2001,  23).  Bei  einmaligen  Vermögenszugängen,  mit  denen  keine 

wiederkehrenden Leistungen abgegolten werden, handelt es sich (neutral) um Kapital-

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zahlungen.  So  werden  z.B.  mit  Dienstaltersgeschenken  keine  wiederkehrenden  Leis-

tungen  (Arbeitsleistungen)  vergütet,  sondern  die  Treue  des  Arbeitnehmers  belohnt 

(StE 2004 A 23.1 Nr. 8). 

c)  Einmalleistungen,  mit  denen  aufgelaufene  Teilleistungen  abgegolten  wer-

den, sind aber nur dann als Kapitalabfindungen einzustufen, wenn – dem Wesen der 

betreffenden  Leistungen  entsprechend  –  ordentlicherweise  eine  periodische  Ausrich-

tung vorgesehen gewesen wäre, und dies ohne Zutun des berechtigten Steuerpflichti-

gen unterblieben ist. Diesen Grundsatz hat das Bundesgericht im erwähnten Entscheid 

vom  5. Oktober  2000  in  Bezug  auf  die  direkte  Bundessteuer  klar  festgehalten.  Dem-

nach kann das etwa der Fall sein bei Rentenleistungen im Bereich der Sozialversiche-

rungen, bei unbezahlt gebliebenen Unterhaltsbeiträgen (Art. 125 ZGB) oder bei Lohn-

nachzahlungen,  die  sich  auf  Art. 8  Abs. 3  der  Bundesverfassung  vom  18. April  1999 

(BV)  stützen.  Sind  derart  geschuldete Teilleistungen  vorenthalten  worden,  sodass  sie 

gar nicht periodengerecht versteuert werden konnten, wäre es unbillig, die nachträgli-

che Kapitalabfindung zusammen mit dem übrigen Einkommen zum vollen Satz zu be-

steuern  und  den  berechtigten  Empfänger  dadurch  steuerrechtlich  zu  bestrafen.  Dem-

gegenüber  wäre  eine  Steuersatzermässigung  dort  nicht  gerechtfertigt  und  auch  nicht 

sachgerecht,  wo die Ausrichtung  einer  Kapitalabfindung anstelle periodischer Teilleis-

tungen und der Auszahlungszeitpunkt von der Wahl der Beteiligten abhängen. Deshalb 

ist eine Anwendung von Art. 37 DBG beispielsweise ausgeschlossen bei der Realisie-

rung stiller Reserven, bei Entschädigungen für hingegebenes Kapital, bei Abgangsent-

schädigungen  (vgl.  hierzu  Art. 17  Abs. 2  DBG)  oder  auch  bei  auf  Vereinbarung  beru-

henden  Lohnzahlungen  in  einem  langfristigen  Arbeitsverhältnis  (vgl.  etwa  ASA 48,  

72 ff.). Es besteht keine Veranlassung, diese vom Bundesgericht im Bereich der direk-

ten  Bundessteuer  entwickelten  Grundsätze  nicht  auch  in  Bezug  auf  die  Staats-  und 

Gemeindesteuern anzuwenden.  

d)  Aus  der  am  6. Februar  2016  eingereichten  Bestätigung  der  E  ergibt  sich, 

dass  es  sich  bei  der  Kapitalzahlung  um  eine  nach  freiem  Ermessen  erfolgte  Einmal-

zahlung  handelt,  die  den  Pflichtigen  für  den  Verlust  seiner  langjährigen  Arbeitsstelle 

entschädigen  sollte.  Die  Zuwendung  ist  somit kein  Ersatzeinkommen für  einen künfti-

gen Erwerbsausfall oder eine Lohnvorauszahlung.  

Damit  ist  die  Kapitalzahlung  nicht  als  Ersatzeinkommen  für  einen  künftigen 

Erwerbsausfall anzusehen, sodass der Eventualantrag ebenfalls abzuweisen ist. 

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5. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens den Pflichtigen aufzuer-

legen (Art. 144 Abs. 1 DBG bzw. § 151 Abs. 1 StG) und ist ihnen keine Parteientschä-

digung zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundesgeset-

zes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20. Dezember  1968  sowie  § 152  StG  in 

Verbindung  mit  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom  24. Mai 

1959/6. September 1987).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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