# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 15d26e3a-e948-5d28-bc83-877891e7dc77
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.02.2012 D-914/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-914-2012_2012-02-24.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­914/2012
law/rep

U r t e i l   v om   2 4 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Walter Lang,
mit Zustimmung von Richterin Contessina Theis;
Gerichtsschreiber Philipp Reimann.

Parteien A._______, geboren am (…),
Äthiopien,
vertreten durch lic. iur. Dominik Löhrer,
Zürcher Beratungsstelle für Asylsuchende (ZBA),
(…),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung
(Dublin­Verfahren);
Verfügung des BFM vom 6. Februar 2012 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge ihren Heimatstaat 
am 8. Februar 2010 verliess, über den Sudan, Libyen und Italien, wo sie 
von den italienischen Behörden von Sizilien nach Bari geflogen wurde, 

dass sie, bevor dort die Daktyloskopierung erfolgen konnte, nach Mailand 
weiterreiste  und  schliesslich  am  8. Mai  2011  illegal  in  die  Schweiz 
gelangte, wo sie am selben Tag ein erstes Mal um Asyl nachsuchte,

dass sie anlässlich der Kurzbefragung  im Transitzentrum Altstätten vom 
26. Mai 2011 geltend machte, sie habe für die Ethiopia Hezb Arbenjotch 
Genbar  (EHAG)  Flugblätter  verteilt,  sei  im  Juni/Juli  2009  vom 
Sicherheitsdienst  dabei  erwischt,  mitgenommen  und  von  einem 
Sicherheitsbeamten vergewaltigt worden,

dass  dieser  sie  unter  der  Androhung,  ihre  illegale  Flugblattverteilaktion 
zur  Anzeige  zu  bringen,  wiederholt  zu  sexuellen  Handlungen  genötigt 
habe,

dass sie aus diesen Gründen ihr Heimatland verlassen habe,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  25. August  2011  in  Anwendung  von 
Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31)  auf  das  erste  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  nicht 
eintrat, die Wegweisung nach Italien verfügte und die Beschwerdeführerin 
aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der 
Beschwerdefrist zu verlassen,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  D­4851/2011  vom 
13. September 2011 ihre am 2. September 2011 gegen diese Verfügung 
erhobene Beschwerde abwies,

dass  die  Beschwerdeführerin  am  24. Oktober  2011  nach  Italien 
zurückgeführt wurde,

dass  sie  am 8. November  2011  in  der Schweiz  ein  zweites Asylgesuch 
einreichte,

dass  das  BFM  der  Beschwerdeführerin  am  22. November  2011  im 
Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) Basel das rechtliche Gehör zur 
beabsichtigten Rücküberstellung nach Italien gewährte,

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dass  das  BFM  in  diesem  Zusammenhang  feststellte,  die 
Beschwerdeführerin  habe  sich  laut  ihren  Aussagen  im  Rahmen  ihres 
ersten Asylgesuchs  in der Schweiz zuvor  in Italien aufgehalten, weshalb 
Italien  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens 
zuständig sei und auf ihr zweites Asylgesuch nicht eingetreten werde,

dass  die  Beschwerdeführerin  diesbezüglich  erwiderte,  sie  sei  vor  ihrem 
ersten Asylgesuch  in  der  Schweiz weder  in  Italien  gewesen  noch  habe 
sie dort einen Asylantrag gestellt,

dass  sie  im  Übrigen  auch  deswegen  nicht  nach  Italien  zurückkehren 
könne, weil sie dort auf der Strasse landen und jeglicher Art von Gewalt 
ausgesetzt sein würde,

dass das BFM die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 28. November 
2011 für die Dauer des vorliegenden Verfahrens dem Kanton B._______ 
zuwies,

dass  das  BFM  am  13. Dezember  2011  Italien  um  Übernahme  der 
Beschwerdeführerin ersuchte,

dass  Italien  das  Ersuchen  des  BFM  bis  zum  Ablauf  der  Frist  am 
14. Januar 2012 unbeantwortet liess,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  6. Februar  2012  –  eröffnet  am 
10. Februar 2012 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das 
neuerliche  Asylgesuch  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  nach  Italien 
verfügte, die Beschwerdeführerin – unter Androhung von Zwangsmitteln 
im Unterlassungsfall – aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach 
Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  feststellte,  der  Kanton 
B._______ sei verpflichtet, die Wegweisungsverfügung zu vollziehen, der 
Beschwerdeführerin  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss 
Aktenverzeichnis  aushändigte  und  feststellte,  eine  allfällige Beschwerde 
gegen die vorliegende Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung,

dass das Bundesamt  zur Begründung anführte,  die Beschwerdeführerin 
habe im Rahmen ihres ersten Asylverfahrens in der Schweiz zu Protokoll 
gegeben, dass sie Ende März 2011 illegal nach Italien eingereist sei und 
sich  dort  sogar  in  Asylunterkünften  aufgehalten  habe,  weshalb  gestützt 
auf die Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 
zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedsstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 

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Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig  ist  (Dublin­II­VO)  Italien  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und 
Wegweisungsverfahrens zuständig sei,

dass  die  Tatsache,  dass  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  der 
Gewährung des rechtlichen Gehörs am 22. November 2011 beim zweiten 
Asylverfahren  im  Widerspruch  zu  ihren  früheren  Aussagen  behauptet 
habe, sie sei vor ihrem ersten Asylgesuch direkt in die Schweiz eingereist 
beziehungsweise  nie  in  Italien  gewesen,  nicht  geeignet  sei,  die 
Zuständigkeit Italiens in Frage zu stellen,

dass,  da  die  italienischen  Behörden  das  Gesuch  um  Aufnahme  der 
Beschwerdeführerin  innerhalb  der  festgelegten  Frist  nicht  beantwortet 
hätten, die Zuständigkeit gemäss dem Abkommen vom 26. Oktober 2004 
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen, 
SR 0.142.392.689)  und  unter  Anwendung  von  Art. 20  Abs. 1  Bst. c 
Dublin­II­VO am 14. Januar 2012 auf Italien übergegangen sei,

dass auf ihr Asylgesuch daher nicht einzutreten sei,

dass  die  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und  Möglichkeit  des  Vollzugs  zu 
bejahen seien,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  ihres  Rechtsvertreters  vom 
17. Februar 2012 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die 
Verfügung  des  BFM  vom  6. Februar  2012  einreichen  und  beantragen 
liess, die Verfügung des BFM sei aufzuheben, das Amt sei anzuweisen, 
sein  Recht  zum  Selbsteintritt  auszuüben  und  sich  für  das  vorliegende 
Asylgesuch  für  zuständig  zu  erklären,  es  sei  im  Sinne  vorsorglicher 
Massnahmen  die  aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen  und  die 
Vollzugsbehörden  anzuweisen,  von  einer  Überstellung  nach  Italien 
abzusehen,  bis  das  Bundesverwaltungsgericht  über  die  vorliegende 
Beschwerde entschieden habe,

dass sie  ferner  in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragen  liess, es sei 
auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  zu  verzichten  und  ihr  die 
unentgeltliche Prozessführung zu gewähren,

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dass  in  der  Beschwerde  im  Wesentlichen  geltend  gemacht  wird,  die 
italienischen Behörden hätten ihr gegenüber nach ihrer Rücküberstellung 
nach Italien den Standpunkt vertreten, nicht für sie zuständig zu sein, was 
nachvollziehbar  sei,  da  sie  ja  zuvor  ein  halbes  Jahr  in  der  Schweiz 
verweilt habe und nur in der Schweiz daktyloskopisch erfasst worden sei,

dass  im  vorliegenden  Fall  der  einzige  Kontakt  zwischen  den  beiden 
Mitgliedstaaten  Italien  und  Schweiz  in  zwei  nicht  beantworteten 
Übernahmeersuchen  der  Schweiz  an  Italien  bestünde,  wobei  aufgrund 
der Akten davon auszugehen sei,  dass beide Länder  ihre Zuständigkeit 
verneinen würden, womit das Dublinsystem versagt habe,

dass  das Dublinverfahren  nämlich  verhindern  solle,  dass  Asylsuchende 
sinnlos  zwischen  den  Staaten  hin­  und  hergeschoben würden,  sondern 
vielmehr bezwecke, möglichst schnell die Zuständigkeit eines Staates für 
die Durchführung eines Asylverfahrens festzustellen,

dass demnach vorliegend unter Berücksichtigung der Situation  in  Italien 
und  der  grossen  Verletzlichkeit  der  Beschwerdeführerin  der 
Wegweisungsvollzug nach  Italien als nicht  zumutbar bezeichnet werden 
müsse  und  die  Schweizer  Asylbehörden  ausnahmsweise  von  ihrem 
Selbsteintrittsrecht Gebrauch zu machen hätten,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  20. Februar  2012  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der 
Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen 
Verfügungen  (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 ­ 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 
17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

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dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  die  vorliegende  Beschwerde  –  wie  nachfolgend  aufgezeigt – 
offensichtlich  unbegründet  ist,  weshalb  darüber  in  einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG),

dass  gleichzeitig  auf  einen  Schriftenwechsel  zu  verzichten  und  der 
Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 
und 2 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 43 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl.  BVGE  2007/8  E. 2.1  S. 73  mit  Hinweis  auf 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass sich aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin anlässlich ihrer 
Anhörung im Transitzentrum Altstätten vom 26. Mai 2011 ergibt, dass sie 
Ende März  2011  nach  Italien  gelangte,  von  den  italienischen Behörden 
von Sizilien nach Bari geflogen wurde und dort etwa 27 Tage lang blieb, 
bevor  sie  nach Mailand  weiterreiste,  nachdem  sie  erfahren  habe,  dass 
man ihr Fingerabdrücke nehmen wolle,

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dass sie anschliessend am 8. Mai 2011 in die Schweiz einreiste und dort 
am selben Tag um Asyl nachsuchte,

dass in der Beschwerde zwar die Ansicht vertreten wird, Italien verneine 
im  Ergebnis  seine  Zuständigkeit,  da  die  Beschwerdeführerin  dort  nicht 
daktyloskopiert worden sei und auch kein Asylgesuch gestellt habe,

dass,  wird  auf  der  Grundlage  von  Beweismitteln  oder  Indizien  gemäss 
den  beiden  in  Art. 18  Abs. 3  Dublin­II­VO  genannten  Verzeichnissen, 
einschliesslich  der  Daten  nach  Kapitel  III  der  Verordnung  (EG) 
Nr. 2725/2000  festgestellt,  dass  ein  Asylbewerber  aus  einem  Drittstaat 
kommend  die  Land­,  See­  oder  Luftgrenze  eines  Mitgliedstaats  illegal 
überschritten  hat,  dieser  Mitgliedstaat  für  die  Prüfung  des  Asylantrags 
zuständig ist (Art. 10 Abs. 1 Dublin­II­VO),

dass die mündlichen Ausführungen der Beschwerdeführerin, wonach sie 
sich  vor  ihrer  erstmaligen  Einreise  in  die  Schweiz  illegal  in  Italien 
aufgehalten habe, ein klares  Indiz dafür bilden, dass  Italien gestützt auf 
Art. 10  Abs. 1 Dublin­II­VO  als Mitgliedstaat  des Dublin­Abkommens  für 
die  Behandlung  des  vorliegenden  Asylgesuchs  –  ungeachtet  eines 
EURODAC­Treffers  oder  einer  Asylantragstellung  in  Italien  –  zuständig 
ist,

dass  das BFM  bei  dieser  Sachlage  und  der  innert  Frist  seitens  Italiens 
unbeantwortet  gebliebenen  Anfrage  um  Aufnahme  der 
Beschwerdeführerin  vom  21. Juni  2011  beziehungsweise  vom 
13. Dezember  2011  Italien  zu  Recht  als  für  die  Durchführung  des 
Asylverfahrens zuständig erachtet hat,

dass  somit  Italien  für  die  Prüfung  ihres  am  8. November  2011  in  der 
Schweiz  neuerlich  eingereichten  Asylantrags  zuständig  ist  (vgl.  DAA 
sowie  die Dublin­II­Verordnung  und  die Verordnung  [EG] Nr. 1560/2003 
der  Kommission  vom  2. September  2003  mit 
Durchführungsbestimmungen  zur  Verordnung  [EG]  Nr. 343/2003  des 
Rates [DVO Dublin]),

dass  die  italienischen  Behörden  das  Ersuchen  des  BFM  vom 
13. Dezember  2011  um  Übernahme  der  Beschwerdeführerin  bis  am 
14. Januar  2012  unbeantwortet  liessen, womit  die  Zuständigkeit  Italiens 
gemäss  Dubliner  Verfahrensregelung  aufgrund  Art. 20  Abs. 1  Bst. c 
Dublin­II­Verordnung auf Italien überging,

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dass  in  der  Beschwerde weiter  geltend  gemacht  wird,  Italien  überlasse 
einen Grossteil der Dublin­Rückkehrer der Obdachlosigkeit,

dass Italien unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 
1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30)  und 
der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ist,  das 
Übereinkommen  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  ratifiziert  hat  und  keine  konkreten  Hinweise  dafür 
bestehen,  Italien  würde  sich  nicht  an  die  sich  daraus  resultierenden 
Verpflichtungen halten,

dass zwar das italienische Fürsorgesystem für Asylsuchende in der Kritik 
steht,  in  den  Aufenthalts­  und  Verfahrensbedingungen  für  Personen, 
welche  sich  im  Rahmen  eines  Asylverfahrens  in  Italien  aufhalten,  aber 
insgesamt kein Vollzugshindernis zu erkennen ist,

dass  Italien  gehalten  ist,  unter  anderem  die  Richtlinie  2005/85/EG  des 
Rates vom 1. Dezember 2005 über Mindestnormen für Verfahren  in den 
Mitgliedstaaten  zur  Zuerkennung  und  Aberkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft  (sog.  Verfahrensrichtlinie)  und  die  Richtlinie 
2003/9/EG  des  Rates  vom  27. Januar  2003  zur  Festlegung  von 
Mindestnormen  für  die  Aufnahme  von Asylbewerbern  in Mitgliedstaaten 
(sog. Aufnahmerichtlinie) anzuwenden respektive umzusetzen,

dass  Dublin­Rückkehrende  betreffend  Unterbringung  von  den 
italienischen Behörden  in der Regel bevorzugt behandelt werden und 
sich  zudem  –  neben  den  staatlichen  Strukturen  –  auch  zahlreiche 
private  Hilfsorganisationen  der  Betreuung  von  Asylsuchenden 
annehmen,

dass  unter  diesen  Umständen  entgegen  der  in  der  Beschwerde 
vertretenen  Ansicht  nicht  angenommen  werden  kann,  die 
Beschwerdeführerin gerate im Falle einer Rückkehr nach Italien in eine 
existenzielle Notlage,

dass  die  in  der  Beschwerde  vom  17. Februar  2012  geltend  gemachte 
Traumatisierung  der  Beschwerdeführerin  als  Folge  ihrer  angeblichen 
mehrfachen Vergewaltigung  in  Äthiopien  (a.a.O.  S. 3)  nicht  belegt  wird, 
und  keine  Gründe  ersichtlich  sind,  die  einen  Selbsteintritt  der  Schweiz 
gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO rechtfertigen könnten,

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Seite 9

dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu Recht  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  nicht  eingetreten 
ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf Erteilung einer  solchen besteht  (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb 
die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet 
wurde,

dass es sich beim Dublin­Verfahren um ein Überstellungsverfahren in den 
für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zuständigen  Staat  handelt,  weshalb 
das  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  regelmässig  bereits 
Voraussetzung (und nicht erst Regelfolge) des gestützt auf Art. 34 Abs. 2 
Bst. d  AsylG  erfolgenden  Nichteintretensentscheides  ist  (vgl.  BVGE 
2010/45 E. 10.2 S. 645), 

dass mithin allfällige völkerrechtliche und humanitäre Vollzugshindernisse 
im  Rahmen  der  eventuellen  Anwendung  der  sogenannten 
Souveränitätsklausel (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO i.V.m. Art. 29a Abs. 3 der 
Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen  (AsylV 1, 
SR 142.311)  zu  prüfen  sind  und  folglich  kein  Raum  für 
Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 
1­4  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) besteht,

dass  in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung nach 
Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtete,

dass die Beschwerdeführerin demnach nicht darzutun vermag,  inwiefern 
die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen 
Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist 
(Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,

dass die Gesuche, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu 
erteilen  und  es  sei  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  zu 
verzichten,  angesichts  des  vorliegenden  Entscheids  in  der  Hauptsache 
gegenstandslos werden,

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Seite 10

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.– 
(Art. 16  Abs. 1  Bst. a  VGG  i.V.m.  Art. 2  und  3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  der 
Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

D­914/2012

Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Philipp Reimann

Versand: