# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 634759a1-8aa7-5985-adae-7bdc60e65811
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 04.04.2013 725 2012 162 / 68 (725 12 162 / 68)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2012-162---68_2013-04-04.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom  4. April 2013 (725 12 162 / 68) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Verletzung der Mitwirkungs- und Schadenminderungspflichten: Durchführung des ge-

setzlichen Mahn- und Bedenkzeitverfahrens, Rechtsfolgen 

 

 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Markus Schmid, Rechts-
anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 AXA Versicherungen AG, General Guisan-Strasse 40, Postfach 
357, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Dr. Kath-
rin Hässig, Rechtsanwältin, Löwenplatz / Dorfstrasse 18, 8630 Rüti 
ZH 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A.1 Der 1946 geborene A.____ betrieb als Selbstständigerwerbender bis zum 
23. September 2009 ein Modellflugzeuggeschäft und war für diese Tätigkeit bei der AXA Versi-
cherungen AG (AXA Winterthur) freiwillig gegen Unfälle versichert. Am 22. August 2007 verun-
fallte A.____, als er mit dem Motorrad mit einem Auto, dessen Lenker ihn beim Abbiegen bzw. 
Überqueren der Gegenfahrbahn übersah, kollidierte. Er zog sich dabei Verletzungen an der 

 
 
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rechten Schulter und am linken Fuss zu. A.____ wurde am 16. Februar 2009 zur Restabilisie-
rung der Clavicula eine Balser-Platte an der Schulter eingesetzt. Beim Herunterholen einer Ja-
cke von einem Kleiderhaken verspürte der Versicherte ein akutes Knacken in der rechten 
Schulter. In der Folge wurde festgestellt, dass die Platte ausgehängt war, so dass am 13. März 
2009 eine Revision der Schulter mit Entfernung der Platte vorgenommen wurde. Die AXA Win-
terthur erbrachte seit dem Unfall die gesetzlichen Leistungen. 
 
A.2 Am 14. September 2009 stellte der behandelnde Arzt eine deutliche Atrophie des 
Musculus supraspinatus fest. Die AXA Winterthur bat daraufhin um eine Magnetresonanz-
Arthrographie (MR-Arthrographie) des rechten Schultergelenks, um die Unfallkausalität der 
Muskelatrophie abzuklären. Die Untersuchung wurde vom Versicherten mit Verweis auf eine 
vorbestehende Klaustrophobie abgelehnt. Daran hielt er fest, nachdem die AXA Winterthur ihn 
auf seine Mitwirkungspflichten hingewiesen und zur Stellungnahme aufgefordert hatte. Eine 
daraufhin angeordnete Begutachtung durch die B.____ ergab am 23. August 2010, dass 
A.____ an einer subacromialen Impingement-Symptomatik leide. Die B.____ empfahl ein 
arthroskopisches Débridement mit eventueller Erweiterung des subacromialen Raums mit 
arthroskopischen Inaugenscheinnahme des Zustands der Rotatorenmanschette und der 
Supraspinatussehne. Nach Einholung einer Stellungnahme durch den behandelnden Orthopä-
den lehnte der Versicherte mit Schreiben vom 9. März 2011 den empfohlenen Eingriff ab. Die 
AXA Winterthur holte in der Folge eine ergänzende Stellungnahme der B.____ ein und wies 
den Versicherten mit Schreiben vom 7. Juli 2011 und 1. September 2011 erneut auf seine Mit-
wirkungspflichten hin, wobei sie ihm androhte, bei einer weiteren Verweigerung diagnostischer 
Massnahmen anhand der Akten über seinen Leistungsanspruch zu entscheiden. 
 
A.3 Mit Verfügung vom 3. Oktober 2011 stellte die AXA Winterthur fest, dass der Versi-
cherte durch seine wiederholten Weigerungen, sich den von ihr angeordneten diagnostischen 
Abklärungen zu unterziehen, sowohl seine Mitwirkungspflicht als auch seine Schadenminde-
rungspflicht verletzt habe. Ein unfallkausaler Befund als Grundlage für die Einschränkungen 
und die Behandlungsbedürftigkeit sei somit nicht mehr überwiegend wahrscheinlich belegbar, 
bzw. die Atrophie sei im Zusammenhang mit der Verletzung aus medizinischer Sicht nicht er-
klärbar. Aus diesem Grund würden sämtliche Leistungen rückwirkend auf den 31. Dezember 
2010 eingestellt. Eine gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die AXA Winterthur 
mit Entscheid vom 17. April 2012 ab. In den Erwägungen führte sie aus, dass der Versicherte 
die MR-Arthrographie grundlos verweigerte, da die Untersuchung unter Sedierung und in einem 
offenen Gerät hätte durchgeführt werden können. Für die von den Gutachtern empfohlene Be-
handlung der Impingement-Symptomatik habe eine gute Prognose bestanden. Im Übrigen stell-
ten diagnostische und therapeutische Massnahmen grundsätzlich keine Gefahr für Leben oder 
Gesundheit dar, weshalb der Versicherte mit seiner Weigerung, sich dieser diagnostischen 
Massnahme zu unterziehen, seine Mitwirkungspflicht klar verletzt habe. Die Behandlung mittels 
einer Schulterarthroskopie sei ferner zumutbar, da es sich um einen minimalinvasiven Eingriff 
handle und dessen Folge eine mögliche Beschwerdefreiheit sei. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Markus Schmid, mit Eingabe vom 
16. Mai 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantons-

 
 
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gericht), und beantragte, es sei der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und die 
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm über den 31. Dezember 2010 hinaus die gesetzlichen 
Leistungen auszurichten; unter o/e Kostenfolge. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, 
dass sich eine Leistungseinstellung nicht auf eine Verletzung der Mitwirkungs- und Schaden-
minderungspflichten stützen lasse. Der Gesundheitsschaden sei unbestritten und die Vernei-
nung der Kausalität durch die Beschwerdegegnerin nicht nachvollziehbar. Weder die verlangte 
MR-Arthrographie noch das arthroskopische subacromiale Débridement seien dem Beschwer-
deführer zumutbar.  
 
C. Die Beschwerdegegnerin schloss mit Vernehmlassung vom 21. August 2012 auf 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Mit seiner Weigerung, sich einer zweiten MRT-
Untersuchung zu unterziehen, habe der Beschwerdeführer klar seine gesetzliche Mitwirkungs-
pflicht verletzt. Der vorgeschlagene Eingriff des arthroskopischen subacromialen Débridements 
sei indiziert und medizinisch zumutbar. Die Ablehnung dieses Eingriffs durch den Beschwerde-
führer stelle eine Verletzung der Schadenminderungspflicht dar. Entsprechend ihrer Androhung 
habe die Beschwerdegegnerin deshalb aufgrund der Akten entschieden. Da aufgrund der Akten 
kein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bestehender unfallkausaler Befund belegbar sei, 
seien die Taggeldleistungen zu Recht eingestellt worden.  
 
D. Mit Replik vom 8. November 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinem Rechtsbe-
gehren fest und beantragte im Eventualfall die Einholung eines gerichtlichen Gutachtens zur 
Frage der Indikation und Zumutbarkeit der empfohlenen Arthroskopie sowie zur Frage, ob durch 
den Eingriff eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands herbeigeführt werden 
könne.  
 
E. In ihrer Duplik vom 10. Januar 2013 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren Rechts-
begehren fest. Zum Eventualantrag auf Einholung eines gerichtlichen Gutachtens führte sie 
ergänzend aus, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Verletzung seiner Mitwirkungspflich-
ten im Verwaltungsverfahren seinen Anspruch auf weitere medizinische Abklärungen verwirkt 
habe. Es sei aufgrund der vorliegenden Akten zu entscheiden. Der Beschwerdeführer sei im 
Übrigen unbestrittenermassen in einer angepassten Tätigkeit vollschichtig 100% arbeitsfähig. 
Unabhängig von der Unfallkausalität sei es ihm folglich seit Längerem zumutbar und möglich 
gewesen, mit einer angepassten Tätigkeit ein taggeld- und rentenausschliessendes Einkommen 
zu erzielen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1, Art 4 Abs. 1 und Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 
Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann 
gegen Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versiche-
rungsgericht Beschwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versiche-

 
 
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rungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhe-
bung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend befindet sich dieser in Schönenbuch, weshalb die örtliche 
Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des 
Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 
1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des 
Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 
ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf 
die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des Versicherten ist demnach 
einzutreten. 
 
2. In ihrer Verfügung vom 3. Oktober 2011, die sie mit dem angefochtenen Einsprache-
entscheid vom 17. April 2012 bestätigt hat, hat die Beschwerdegegnerin die Einstellung ihrer 
Versicherungsleistungen per 31. Dezember 2010 beschlossen. Streitig und zu prüfen ist, ob der 
Beschwerdeführer über dieses Datum hinaus weiterhin Anspruch auf Leistungen aus der obli-
gatorischen Unfallversicherung hat. 
 
3.1 Gemäss Art. 6 UVG hat der Unfallversicherer, soweit das Gesetz nichts anderes be-
stimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrank-
heiten zu gewähren. 
 
3.2 Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige 
Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles 
voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Tag-
geld. Der Anspruch entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag und erlischt mit der Wiederer-
langung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versi-
cherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindes-
tens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erlei-
det sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen 
Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsent-
schädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch be-
steht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). 
 
3.3 Für Leistungen nach UVG hat der Unfallversicherer grundsätzlich nur unter der Voraus-
setzung aufzukommen, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen 
Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und 
adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusam-
menhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge-
dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursa-
che gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein-
trächtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch 
die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob 

 
 
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zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher 
Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die 
Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung 
nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begrün-
dung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Adäquanz 
als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden 
Haftung des Unfallversicherers spielt im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen 
praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt 
(BGE 127 V 103 E. 5b/bb mit Hinweisen). 
 
3.4 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu-
standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person sowie der Feststellung natürlicher 
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin und der angezeigten Untersuchungs- und Be-
handlungsmethoden – ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig auf Unterlagen ange-
wiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 158 f. 
E. 1b mit zahlreichen Hinweisen). Das Gericht hat diese medizinischen Unterlagen nach dem 
für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. 
Art. 61 lit. c ATSG)  – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be-
weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozial-
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 
und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung 
des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechen-
den medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial 
zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi-
zinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach ent-
scheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur-
teilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin 
oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
3.5 Gemäss dem im Sozialversicherungsverfahren geltenden Untersuchungsgrundsatz ha-
ben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen und ohne Bindung 
an die Parteibegehren für die richtige und vollständige Feststellung des Sachverhaltes zu sor-
gen (vgl. THOMAS LOCHER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Auflage, Bern 2003, 
S. 443 f. Rz 2 ff.). Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob 
über die Rechte und Pflichten so oder anders zu entscheiden ist. Besteht aufgrund der Partei-
vorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass, 
haben die Verwaltungsbehörden beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht stets zusätz-
liche Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 117 V 283 E. 4a). Es liegt im Ermessen des Rechts-
anwenders, also des Versicherungsträgers oder des Gerichts, darüber zu befinden, mit welchen 
Mitteln der Sachverhalt abzuklären ist. Es sind bloss jene Untersuchungen zu tätigen, die not-
wendig sind, um eine taugliche Entscheidbasis zu erhalten. Grundsätzlich kommt der Behörde 

 
 
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jedoch ein grosser Ermessenspielraum in Bezug auf Notwendigkeit, Umfang und Zweckmäs-
sigkeit der Erhebungen und Abklärungen zu (MARKUS FUCHS, Rechtsfragen im Rahmen des 
Abklärungsverfahrens bei Unfällen, in: Schweizerische Zeitschrift für Sozialversicherungsrecht 
und berufliche Vorsorge [SZS] 2006, S. 288). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Be-
weislast im Sinne einer Beweisführungspflicht begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungs-
prozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der 
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen ge-
bliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will (LOCHER, a.a.O., S. 451 Rz 41). Nach der Praxis des 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG, seit 1. Januar 2007: Bundesgericht, Sozialrecht-
liche Abteilungen) liegt die Beweislast bei anspruchsbegründenden Tatfragen demzufolge bei 
der Partei, welche den Anspruch geltend macht. Bei anspruchsaufhebenden Tatfragen liegt sie 
bei der Partei, welche sich auf das Dahinfallen des Anspruches beruft (vgl. Kranken- und Un-
fallversicherung –  Rechtsprechung und Verwaltungspraxis [RKUV] 1994 Nr. U 206 S. 328 
E. 3b). Diese Beweisregeln kommen allerdings erst dann zur Anwendung, wenn es sich als 
unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdi-
gung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahrscheinlichkeit für 
sich hat, der Wahrheit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). 
 
3.6 Der Untersuchungsgrundsatz wird durch die Mitwirkungspflichten der Parteien ergänzt 
(vgl. BGE 121 V 210 E. 6c mit Hinweisen; FUCHS, a.a.O., S. 292). Die versicherte Person hat 
sich im Rahmen ihrer Pflicht zur Mitwirkung an der Abklärung des Sachverhalts namentlich ärzt-
lichen und fachlichen Untersuchungen zu unterziehen, die für die Beurteilung ihres Leistungs-
anspruchs notwendig und zumutbar sind (Art. 43 Abs. 2 ATSG; Art. 55 Abs. 2 der Verordnung 
über die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 [UVV]; vgl. auch: UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2009, Rz 44 f zu Art. 43). Notwendig heisst, dass die 
Untersuchungen rechtserheblich, d.h. von entscheidender Bedeutung für die Abklärung des 
Gesundheitszustands, der Arbeitsfähigkeit und der Eingliederungsmöglichkeiten, sind (FUCHS, 
a.a.O., S. 293). Zumutbar sind in der Regel alle diagnostischen Massnahmen, ausser sie wären 
mit einem aussergewöhnlich hohen und somit nicht zu rechtfertigenden Risiko verbunden (vgl. 
GABRIELA RIEMER-KAFKA [Hrsg.] Versicherungsmedizinische Gutachten, Bern 2007, S. 54). Die 
Zumutbarkeit ist stets anhand der konkreten subjektiven und objektiven Umständen des Einzel-
falls zu beurteilen (vgl. FUCHS, a.a.O., S. 293). Die Art der Durchführung einer medizinischen 
Untersuchung im Einzelnen liegt in der Verantwortung der untersuchenden Ärzte, die sich dabei 
an den Stand der ärztlichen Wissenschaft zu halten haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
3. November 2009, 8C_528/2009, E. 7.2 mit Hinweisen). Verweigert die versicherte Person die 
notwendige und zumutbare Mitwirkung an Abklärungen in unentschuldbarer Weise, so kann der 
Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen einstellen und Nichtein-
treten beschliessen (Art. 43 Abs. 3 Satz 1 ATSG). Die Verletzung der Mitwirkungspflicht ist un-
entschuldbar, wenn die Weigerung der versicherten Person nicht mehr nachvollziehbar ist, 
wenn also ein Rechtfertigungsgrund nicht erkennbar oder das Verhalten schlechthin unver-
ständlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2009, 8C_528/2009, E. 7.2; Urteil 
des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, I 166/06, E. 5.1; KIESER, a.a.O., Rz 51 zu Art. 43). 
 

 
 
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3.7 Im Rahmen der Schadenminderungspflicht ist die versicherte Person gehalten, sich me-
dizinischen und sonstigen Massnahmen zu unterziehen, die geeignet sind, die gesundheitliche 
Beeinträchtigung oder deren nachteilige Folgen zu mildern oder zu beheben (Urteil des EVG 
vom 22. April 2005, U 417/04, E. 4.5). Gemäss Art. 48 UVG ist der Versicherungsträger er-
mächtigt, unter angemessener Rücksichtnahme auf den Versicherten und seine Angehörigen 
die nötigen Anordnungen zur zweckmässigen Behandlung zu treffen. Der Unfallversicherer darf 
folglich die vorzunehmenden medizinischen Massnahmen festlegen. "Rücksichtsnahme" bedeu-
tet in diesem Zusammenhang, dass lediglich verhältnismässige, d.h. zumutbare Behandlungen 
angeordnet werden dürfen (FUCHS, a.a.O., S. 303). Die Zumutbarkeit einer Operation ist zu be-
jahen, wenn es sich um einen erfahrungsgemäss unbedenklichen, nicht mit Lebensgefahr ver-
bundenen Eingriff handelt, der mit Sicherheit oder überwiegender Wahrscheinlichkeit völlige 
Heilung oder doch erhebliche Besserung des Leidens und damit verbunden eine wesentliche 
Erhöhung der Erwerbsfähigkeit erwarten lässt, der ferner nicht zu einer normalerweise sichtba-
ren Entstellung führt und nicht übermässige Schmerzen verursacht. Die Frage der Zumutbarkeit 
ist dabei aufgrund der konkreten Umstände und mit Blick auf die betroffene Person zu beurtei-
len (Urteil des EVG vom 1. März 2005, U 287/03, E. 2.1 mit Hinweisen; vgl. auch: LOCHER, 
a.a.O., S. 270 Rz 34). Behandlungen und Eingliederungsmassnahmen, die eine Gefahr für Le-
ben und Gesundheit darstellen, sind nie zumutbar (Art. 21 Abs. 4 Satz 3 ATSG). Entzieht oder 
widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung oder Eingliederung ins 
Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Er-
werbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu 
bei, so können ihr gemäss Art. 21 Abs. 4 Satz 1 ATSG die Leistungen vorübergehend oder 
dauernd gekürzt oder verweigert werden. Ergänzend bestimmt Art. 61 UVV, dass einer versi-
cherten Person, die sich ohne zureichenden Grund weigert, sich einer zumutbaren Behandlung 
oder Eingliederungsmassnahme zu unterziehen, nur die Leistungen gewährt werden, die beim 
erwarteten Erfolg dieser Massnahmen wahrscheinlich gewährt werden müssten.  
 
3.8 Sowohl die Rechtsfolgen bei Verletzung der Mitwirkungspflichten gemäss Art. 43 Abs. 3 
ATSG (Nichteintreten, Aktenentscheid) wie auch diejenigen bei Verletzung der Schadenminde-
rungspflichten gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG bzw. Art. 61 UVV (Kürzung oder Verweigerung von 
Leistungen) können erst nach Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens eintreten 
(Art. 43 Abs. 3 Satz 2 ATSG; Art. 21 Abs. 4 Satz 2 ATSG; BGE 134 V 194 E. 2.2). Dazu muss 
der Versicherungsträger die versicherte Person vorher schriftlich mahnen, sie über die rechtli-
chen Konsequenzen einer weiteren Verweigerung informieren und ihr eine angemessene Be-
denkzeit einräumen (vgl. BGE 134 V 195 E. 3.1). Diese Vorgehensweise ist zwingend einzuhal-
ten. Sinn und Zweck des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens ist es, die versicherte Person auf die 
möglichen nachteiligen Folgen ihres Widerstandes gegen die vorgesehenen Abklärungen und 
Massnahmen aufmerksam zu machen und sie so in die Lage zu versetzen, in Kenntnis der we-
sentlichen Faktoren ihre Entscheidung zu treffen. Die versicherte Person soll nicht Folgen eines 
Verhaltens tragen, über dessen Auswirkungen sie sich möglicherweise keine Rechenschaft 
abgelegt hat (vgl. BGE 134 V 194 E. 2.3, 122 V 218 ff.; Sozialversicherungsrecht - Rechtspre-
chung [SVR] 2005 IV Nr. 30 E. 2.2). Aus dem Grundsatz von Treu und Glauben ergibt sich aus-
serdem, dass bloss die angedrohte Rechtsfolge eintreten kann (vgl. Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 der 

 
 
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Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV], LOCHER, 
a.a.O., S. 446 Rz 13 mit Verweis auf Art. 40 Abs. 2 ATSG). 
 
4. Die Beschwerdegegnerin begründet die Einstellung sämtlicher Leistungen in erster Linie 
mit dem fehlenden bzw. nicht nachgewiesenen Kausalzusammenhang zwischen der Atrophie 
des Musculus supraspinatus und dem Unfallereignis vom 22. August 2007. Dieser Entscheid 
habe aufgrund der Aktenlage so gefällt werden müssen, da sich der Beschwerdeführer wieder-
holt die Mitwirkung an einer zweiten MRT-Untersuchung verweigert habe, die für die Klärung 
der Kausalitätsfrage von massgeblicher Bedeutung sei. Ergänzend bringt die Beschwerdegeg-
nerin vor, dass sich eine Leistungseinstellung auch aufgrund der aktenkundigen Arbeitsfähigkeit 
des Beschwerdeführers rechtfertige. Der Aktenentscheid stützt sich auf Art. 43 Abs. 3 ATSG 
und sanktioniert eine Verletzung der Mitwirkungspflicht der Versicherten an (medizinischen) 
Abklärungsmassnahmen. In einem ersten Schritt ist demnach zu prüfen, ob die Beschwerde-
gegnerin das vorgeschriebene Mahn- und Bedenkzeitverfahren eingehalten hat. Weiter ist zu 
beurteilen, ob die Beschwerdegegnerin wegen der unentschuldbaren fehlenden Mitwirkung des 
Beschwerdeführers an einer MR-Arthroskopie anhand der Akten entscheiden durfte und gege-
benenfalls, ob aufgrund der vorliegenden Aktenlage ein Kausalzusammenhang zwischen den 
vorliegend geklagten Schulterbeschwerden und dem Unfallereignis verneint werden muss bzw. 
die Möglichkeit eines taggeld- und rentenausschliessendes Einkommens anzunehmen ist.  
 
4.1 Betreffend die Mitwirkungspflicht hinsichtlich der MRT-Untersuchung hat die Beschwer-
degegnerin das vorgeschriebene Mahn- und Bedenkzeitverfahren korrekt durchgeführt. So hat 
sie den Beschwerdeführer erstmals mit Schreiben vom 24. November 2009 auf seine Mitwir-
kungspflicht gemäss Art. 28 ATSG in Verbindung mit Art. 43 Abs. 2 und 3 ATSG hingewiesen, 
ihm Frist zur Stellungnahme gegeben und ihm angedroht, bei fehlendem Einverständnis auf-
grund der vorliegenden Akten zu entscheiden. In späteren Schreiben erläuterte die Beschwer-
degegnerin, weshalb eine MRT-Untersuchung aus ihrer Sicht notwendig sei, und berief sich 
diesbezüglich insbesondere auf die Ausführungen ihres Vertrauensarztes Dr. med. C.____, 
FMH Chirurgie, vom 11. Februar 2010, wonach die Atrophie des Musculus supraspinatus nicht 
überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 22. August 2007 zurückzuführen sei. Mit 
Schreiben vom 2. Juni 2010 wies die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer erneut auf 
seine Pflicht hin, an diagnostischen Massnahmen mitzuwirken, und ordnete eine orthopädische 
Begutachtung durch die B.____ an. Mit Schreiben vom 7. Juni 2011 und 1. September 2011 
stellte die Beschwerdegegnerin fest, dass der Beschwerdeführer wiederholt seine Pflicht zur 
Mitwirkung an diagnostischen Untersuchungen verletzte und kündigte an, den Sachverhalt auf-
grund der vorliegenden Akten zu entscheiden. Aufgrund des korrekt durchgeführten Mahn- und 
Bedenkzeitverfahrens ist die Beschwerdegegnerin nach dem Ausgeführten grundsätzlich be-
rechtigt, bei einer schuldhaften Verletzung der Mitwirkungspflicht die angedrohte Rechtsfolge, 
namentlich einen Entscheid aufgrund der Akten, eintreten zu lassen. Ob die angeordnete Un-
tersuchung zumutbar ist, was der Beschwerdeführer bestreitet, kann im Hinblick auf die nach-
folgenden Überlegungen offen gelassen werden.  
 
4.2 Für die Beurteilung des vorliegenden Falls und insbesondere der Unfallkausalität sind 
folgende medizinische Unterlagen von Bedeutung: 

 
 
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4.2.1 Mit Stellungnahme vom 11. Februar 2010 hielt der Vertrauensarzt Dr. C.____ fest, dass 
die isolierte Atrophie des Musculus supraspinatus gegen einen Kausalzusammenhang mit dem 
Unfall vom 22. August 2007 spreche. Bei einer Schonung des Schultergürtels müssten auch die 
restlichen Muskeln der Schulter betroffen sein. Weiter sei 14 Monate nach dem Unfall in einem 
MRI keine Muskelatrophie festgestellt worden, obwohl der Patient in dieser Zeit nicht schmerz-
frei gewesen sei. Die Rotatorenmanschette sei bei beiden Operationen nicht tangiert worden. 
Dass der Beschwerdeführer am 7. März 2009 seine Jacke von einer Garderobe herunter holen 
konnte, spreche ebenfalls dafür, dass die Abduktion des rechten Armes zu diesem Zeitpunkt 
gut funktionierte.  
 
4.2.2 Das Gutachten der B.____ vom 23. August 2010 diagnostizierte beim Beschwerdeführer 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Impingement-Syndrom der Schulter rechts subac-
romial, eine posttraumatische AC-Gelenkarthrose rechts sowie eine knöchern konsolidierte Me-
tatarsale III – V-Fraktur links. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien die Diagnosen 
der arteriellen Hypertonie, der Hypercholesterinämie und des Diabetes mellitus Typ II anzuse-
hen. Nach dem Unfall sei in der MR-Arthrographie eine Tendinose der Supraspinatussehne im 
Ansatzbereich ohne Nachweise der Rotatorenmanschettenruptur oder muskulären Atrophie 
gesehen worden. Gemäss der im Rahmen der Begutachtung durchgeführten Computertomo-
graphie bestehe nach wie vor ein Claviculahochstand gegenüber dem Acromion von knapp hal-
ber Schaftbreite mit unregelmässiger knöcherner Begrenzung und Callusbildung bei Status 
nach der in den Akten beschriebenen Ermüdungsfraktur der Acromion. Es lägen keine indirek-
ten Zeichen einer relevanten Rotatorenmanschettenruptur vor, allerdings seien aufgrund der 
gewählten Methode Partialrupturen oder Tendinopathien nicht auszuschliessen. Es liege keine 
relevante fettige Atrophie der Rotatorenmanschettenmuskulatur vor. Die Gutachter stellten fest, 
dass es im Verlauf einer Operation zur Behebung des Unfallsschadens mit dem Versagen des 
Osteosynthesematerials zu einer Komplikation gekommen sei. Konsekutiv sei es zu einer Ein-
engung des Subacromialraums gekommen. Aus diesem Grund stellten die vom Beschwerde-
führer geklagten Impingement-Beschwerden über die postoperative Komplikation eine mittelba-
re Konsequenz des Unfalls vom 22. August 2007 dar. Als Heilbehandlung empfiehlt die Ärzte-
schaft der B.____ ein arthroskopisches subacromiales Débridement, gegebenenfalls mit Erwei-
terung des subacromialen Raums im Sinne einer Acromioplastik bei Inaugenscheinnahme des 
Zustands der Rotatorenmanschette und gegebenenfalls Behandlung allfälliger Schäden. Das 
entsprechende Vorgehen werde als erfolgversprechend und prognostisch gut angesehen.  
 
4.3 Aufgrund der nachvollziehbaren, schlüssigen und unbestrittenen gebliebenen Aussagen 
des orthopädischen Gutachtens vom 23. August 2010 ist davon auszugehen, dass die vom Be-
schwerdeführer geklagten Beschwerden und die erhobenen Befunde auf den Unfall vom 
22. August 2007 bzw. auf die im Zusammenhang mit diesem Unfall aufgetretenen postoperati-
ven Komplikationen zurückzuführen sind. Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, wonach ent-
gegen den Schlussfolgerungen des Gutachtens auf die ältere, aufgrund von Akteneinsicht ver-
fasste Stellungnahme des Vertrauensarztes abzustellen wäre. Dr. C.____ selbst gibt in einer 
Stellungnahme vom 5. Oktober 2010 an, dass das Gutachten der B.____, auch in Bezug auf die 
Beurteilung der natürlichen Kausalität, schlüssig und nachvollziehbar sei. Zwar äussern sich die 

 
 
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Gutachter zur Unfallkausalität der umstrittenen Atrophie nicht; festzustellen ist jedoch, dass das 
Gutachten auch keinen entsprechenden Befund erhebt. Die Beschwerden des Beschwerdefüh-
rers werden vielmehr auf die Diagnosen des festgestellten Impingement-Syndroms, der post-
traumatischen AC-Gelenkarthrose und der knöchern konsolidierten Metatarsale III – V-Fraktur 
links zurückgeführt, welche allesamt als unfallkausal angesehen werden. Die von der Be-
schwerdegegnerin angeordnete MRT-Untersuchung zur Feststellung der Unfallkausalität hat 
sich mit dem Gutachten der B.____ wohl erübrigt. Die Beschwerdegegnerin selbst verlangte die 
Durchführung dieser diagnostischen Massnahme nach Vorliegen des Gutachtens vom 
23. August 2010 nicht mehr, sondern ordnete das arthroskopische subacromiale Débridement 
an. Dabei handelt es sich aber gemäss dem empfehlenden Gutachten nicht um eine diagnosti-
sche Massnahme, sondern um eine Heilbehandlung, die weder neue Erkenntnisse zur (festge-
stellten) Unfallkausalität verspricht, noch im Hinblick auf die Mitwirkungspflicht von Art. 43 
ATSG erfasst wird (vgl. FUCHS, a.a.O., S. 306). Nach dem Ausgeführten ist festzustellen, dass 
gemäss den vorliegenden Akten der (mittelbare) Kausalzusammenhang zwischen den Be-
schwerden des Beschwerdeführers und dem versicherten Unfallereignis zu bejahen ist. Eine 
Leistungseinstellung aufgrund fehlender oder weggefallener Kausalität kommt somit nicht in 
Betracht. 
 
4.4 Ob die von der Beschwerdegegnerin erstmals in der Vernehmlassung vom 21. August 
2012 vorgebrachte aktenkundige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten 
Tätigkeit im vorliegender Verfahren Streitgegenstand bildet, was vom Beschwerdeführer bestrit-
ten wird, kann letztlich ebenfalls offen gelassen werden. Dieser Punkt ist von der Beschwerde-
gegnerin in verschiedener Hinsicht nicht genügend abgeklärt worden. Namentlich hat sich die 
Beschwerdegegnerin – wie aus den Akten ersichtlich wird – nicht mit der Zumutbarkeit einer 
angepassten Tätigkeit bzw. Verwertbarkeit einer Restarbeitsfähigkeit beim Beschwerdeführer, 
der bereits das Pensionsalter erreicht hat, auseinander gesetzt. Fraglich ist ausserdem die Ein-
haltung der prozessualen Vorgaben zu Art. 6 Satz 2 ATSG, namentlich die Aufforderung zu 
einem Berufswechsel und die Einräumung einer Übergangsfrist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
vom 20. August 2008, 8C_173/2008, E. 2.3). Zu prüfen wäre ausserdem – aufgrund Ziffer 9 des 
Gutachtens vom 23. August 2010 – die allfällige Ausrichtung einer Integritätsentschädigung, 
gegebenenfalls unter Berücksichtigung einer hypothetischen Annahme gemäss Art. 61 UVV. 
Eine Verweigerung oder Kürzung weiterer Leistungen aufgrund der Möglichkeit eines taggeld- 
und rentenausschliessenden Einkommens bedürfte somit weiterer vorgängiger Abklärungen 
durch die Beschwerdegegnerin.  
 
5. Bei der Einstellung ihrer Leistungen stützt sich die Beschwerdegegnerin des Weiteren 
auf Art. 21 Abs. 4 ATSG. Der Beschwerdeführer habe die Behandlung eines arthroskopischen 
Débridements verweigert, obwohl der Eingriff minimalinvasiv und nicht überdurchschnittlich risi-
kobehaftet und somit in Anbetracht der Folge einer möglichen Beschwerdefreiheit als zumutbar 
zu erachten sei. Damit beruft sich die Beschwerdegegnerin auf eine Verletzung der Schaden-
minderungspflicht. Auch bezüglich dieses Punktes ist vorab zu prüfen, ob das zwingende Mahn- 
und Bedenkzeitverfahren rechtsgenüglich eingehalten worden ist. Bejahendenfalls ist umstrit-
ten, ob die angeordnete Behandlung zumutbar und die (dauerhafte) Einstellung der Leistungen 
rechtmässig ist. 

 
 
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5.1 Wie unter Erwägung 4.1 hiervor ausgeführt, hat die Beschwerdegegnerin den Be-
schwerdeführer seit November 2009 zunächst im Hinblick auf die angeordnete MRT-
Untersuchung, danach fälschlicherweise auch im Hinblick auf die Heilbehandlung eines 
arthroskopischen subacromialen Débridements, mehrfach auf seine Mitwirkungspflicht hinge-
wiesen. In den Schreiben vom 8. September 2011 erwähnt sie in Zusammenhang mit der an-
geordneten Heilbehandlung auch die Schadenminderungspflicht, welche dem Beschwerdefüh-
rer obliegt. Hingegen fehlt in allen Schreiben ausser dem vom 2. Juni 2010, welches sich je-
doch noch auf die diagnostische Massnahme der MR-Arthroskopie bezog, ein Hinweis auf die 
korrekte gesetzliche Bestimmung. In sämtlichen Schreiben betreffend die Heilbehandlung – und 
damit die Schadenminderungspflicht – fehlt es ausserdem an der Androhung einer in Art. 21 
Abs. 4 ATSG vorgesehenen Rechtsfolge. Die Androhung der konkreten Rechtsfolge bildet je-
doch massgeblicher Bestandteil des zwingenden Mahn- und Bedenkzeitverfahrens, da sich die 
versicherte Person nur so der Folgen ihrer Weigerung vollumfänglich bewusst werden kann 
(vgl. Erwägung 3.8 hiervor). Somit ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin in Bezug auf 
die Sanktionen bei Verletzung der Schadenminderungspflicht das zwingend vorgeschriebene 
Mahn- und Bedenkzeitverfahren nicht korrekt durchgeführt hat. Der angefochtene Entscheid ist 
bereits aus diesem Grund aufzuheben. Sollte die Beschwerdegegnerin weiterhin eine Kürzung 
oder Einstellung der Leistungen wegen Verletzung der Schadenminderungspflicht anstreben, so 
hat sie vorgängig das in Art. 21 Abs. 4 Satz 2 ATSG vorgeschriebene Mahn- und Bedenkzeit-
verfahren durchzuführen.  
 
5.2 Ergänzend ist festzustellen, dass die Eignung des angeordneten arthroskopischen su-
bacromialen Débridements, eine vollständige Heilung oder zumindest erhebliche Besserung 
des Leidens des Beschwerdeführers herbeizuführen und – damit zusammenhängend – die Zu-
mutbarkeit dieses Eingriffs unter den Parteien weiterhin umstritten ist, was möglicherweise An-
lass zu weiteren Abklärungen geben könnte. Zu bedenken ist in diesem Zusammenhang insbe-
sondere auch, dass gemäss Art. 61 UVV der Unfallversicherer bei Verweigerung von Heilbe-
handlungen weiterhin diejenigen Leistungen zu gewähren hat, die beim erwarteten Erfolg der 
Massnahmen wahrscheinlich gewährt werden müssten. Der Umfang der allenfalls zu erwarten-
den Verbesserung ist von der Beschwerdegegnerin bisher nicht beurteilt worden. Zu dieser 
Frage wären demnach von der Beschwerdegegnerin gegebenenfalls weitere Abklärungen vor-
zunehmen.  
 
6. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die vorliegende Beschwerde in dem Sinne 
gutzuheissen ist, dass der angefochtene Einspracheentscheid vom 17. April 2012 aufzuheben 
und die Angelegenheit zu allfälligen weiteren Abklärungen sowie zum weiteren Vorgehen im 
Sinne der vorstehenden Ausführungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen ist. 
 
7. Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz-
lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene 
Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägun-
gen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurück, so gilt in pro-

 
 
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zessualer Hinsicht die beschwerdeführende Partei als (vollständig) obsiegende und die Be-
schwerdegegnerin als unterliegende Partei (vgl. BGE 137 V 61 f. E. 2.1, 132 V 235 E. 6.2, je mit 
Hinweisen). Gestützt auf Art. 61 lit. a ATSG sind für das vorliegende Verfahren keine ordentli-
chen Kosten zu erheben. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende 
Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem Beschwerdeführer als obsiegende Partei ist 
demnach eine Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der in 
der Honorarnote vom 4. Februar 2013 für das vorliegende Verfahren geltend gemachte Zeit-
aufwand von 14 Stunden erweist sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und 
Rechtsfragen als angemessen. Nicht zu beanstanden sind sodann – auch im Hinblick auf den 
vorliegenden doppelten Schriftenwechsel – die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen in 
der Höhe von Fr. 738.–. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädigung in der 
geltend gemachten Höhe von Fr. 4'577.05 (14 Stunden à Fr. 250.– + Auslagen von Fr. 738.00 
zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
8. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig 
gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide 
sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbe-
gehren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an-
fechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 
Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid her-
beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Be-
weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur 
Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um 
einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei-
sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen 
Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2).  
 
Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischenentscheid 
im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angele-
genheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzun-
gen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechts-
mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochte-
ne Einspracheentscheid vom 17. April 2012 aufgehoben und die Ange-
legenheit zur weiteren Abklärung und zum weiteren Vorgehen im Sinne 
der Erwägungen sowie zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vor-
instanz zurückgewiesen wird.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 4'577.05 (inkl. Auslagen und 8 % 
Mehrwertsteuer) zu entrichten. 

 
 
Gegen dieses Urteil wurde am 16. September 2013 Beschwerde beim Bundesgericht (siehe 
nach Vorliegen des Urteils: Verfahrens-Nr. 8C_662/2013) erhoben.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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