# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0d16b6f2-7323-5419-bbb4-175159a50e37
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-06-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.06.2020 C-718/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-718-2020_2020-06-29.pdf

## Full Text

3  B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-718/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  J u n i  2 0 2 0   

Besetzung 
 Richter Michael Peterli (Vorsitz), 

Richter Daniel Stufetti,  

Richter Christoph Rohrer,    

Gerichtsschreiber Lukas Schobinger. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, Serbien,  

per Zustelladresse,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Nichteintreten auf Anmeldung,  

Verfügung vom 10. Januar 2020. 

 

 

 

C-718/2020 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder  

Vorinstanz) mit Verfügung vom 10. Januar 2020 auf das vierte Leistungs-

begehren von A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) nicht eintrat, 

weil sie der Auffassung war, dass nicht hätte glaubhaft gemacht werden 

können, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheb-

lichen Weise geändert habe (BVGer act. 1, Beilage; vgl. Art. 87 Abs. 2 und 

3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung 

[IVV, SR 831.201]),  

dass der Beschwerdeführer gegen die Verfügung vom 10. Januar 2020 am 

31. Januar 2020 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhob, in 

der er sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die 

materielle Prüfung des Leistungsbegehrens vom 3. September 2018 bean-

tragte (BVGer act. 1),  

dass der Beschwerdeführer medizinische Unterlagen (unter anderem) aus 

den Jahren 2018 und 2019 einreichte, ein Zustelldomizil in der Schweiz 

bezeichnete und mit Eingabe vom 16. März 2020 um unentgeltliche Pro-

zessführung ersuchte, nachdem er mit Zwischenverfügung vom 11. März 

2020 zur Bezahlung eines Kostenvorschusses von Fr. 800.- aufgefordert 

worden war (BVGer act. 1, 3, 4, 7, 8, 12),  

dass die Vorinstanz mit Vernehmlassung vom 14. Mai 2020 beantragte, die 

Beschwerde sei insoweit gutzuheissen, als die Sache an die Vorinstanz zur 

materiellen Abklärung zurückzuweisen sei (BVGer act. 10),  

dass das Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 31 des Verwaltungsge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerden gegen 

Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 

über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beurteilt, sofern 

keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt,  

dass die IV-Stelle für Versicherte im Ausland als Vorinstanz gemäss Art. 33 

Bst. d VGG zu gelten hat und vorliegend keine Ausnahme von der Zustän-

digkeit im Sinne von Art. 32 VGG auszumachen ist (vgl. auch Art. 69 Abs. 

1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversi-

cherung [IVG, SR 831.20]),  

dass demnach das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vorlie-

genden Beschwerde zuständig ist,  

C-718/2020 

Seite 3 

dass der Beschwerdeführer im Sinne von Art. 59 des Bundesgesetzes vom 

6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG, SR 830.1) beschwerdelegitimiert ist,  

dass die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht wurde 

(Art. 60 ATSG; Art. 52 VwVG), sodass auf die Beschwerde einzutreten ist,  

dass eine erneute IV-Anmeldung nach Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV nur dann 

materiell geprüft wird, wenn der Versicherte glaubhaft gemacht hat, dass 

sich der Invaliditätsgrad seit der früheren Leistungsverweigerung in einer 

anspruchserheblichen Weise geändert hat,  

dass bei der Beurteilung der Frage, ob die Vorbringen des Versicherten 

glaubhaft sind, zu berücksichtigen ist, ob die frühere Verfügung nur kurze 

oder schon längere Zeit zurückliegt (BGE 109 V 108 E. 2.b),  

dass dementsprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger 

hohe Anforderungen zu stellen sind (BGE 109 V 108 E. 2.b), 

dass der Vorinstanz insofern ein gewisser Beurteilungsspielraum zusteht, 

den der Richter grundsätzlich zu respektieren hat (BGE 109 V 108 E. 2.b),  

dass der Richter die Behandlung der Eintretensfrage durch die Verwaltung 

nur zu überprüfen hat, wenn das Eintreten streitig ist (BGE 109 V 108 E. 

2.b), 

dass die Vorinstanz in der Vernehmlassung ausführte, dass es angesichts 

der Tatsache, dass die letzte materielle Prüfung vor acht Jahren stattge-

funden habe und es sowohl aus orthopädischer als auch aus psychiatri-

scher Sicht Anhaltspunkte für einen verschlechterten Gesundheitszustand 

gebe, gerechtfertigt sei, auf das Leistungsbegehren einzutreten und den 

Sachverhalt materiell zu prüfen (BVGer act. 10), 

dass diese Ausführungen – auch in Anbetracht der vorgelegten medizini-

schen Unterlagen (unter anderem) aus den Jahren 2018 und 2019 (BVGer 

act. 1, Beilage) – nachvollziehbar sind,  

dass nach Einsicht in die Akten keine Anhaltspunkte ersichtlich sind, wes-

halb dem (sinngemäss) übereinstimmenden Antrag der Parteien nicht ent-

sprochen werden sollte,  

dass die Beschwerde somit in dem Sinne gutzuheissen ist, als die ange-

fochtene Verfügung der IVSTA vom 10. Januar 2020 aufgehoben wird und 

C-718/2020 

Seite 4 

die Sache zur materiellen Prüfung des Leistungsgesuchs vom 3. Septem-

ber 2018 und zur anschliessenden Neuverfügung an die Vorinstanz zu-

rückgewiesen wird,  

dass die materielle Prüfung des Rentenanspruchs der Vorinstanz obliegt 

(Art. 53 ff. IVG),  

dass daher von der Vorinstanz zu entscheiden ist, ob sie im vorliegenden 

Fall eine Begutachtung durch «unabhängige Ärzte» für erforderlich hält 

(vgl. BVGer act. 1),  

dass eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der Beschwerde füh-

renden Partei gilt (BGE 132 V 215 E. 6),  

dass bei diesem Verfahrensausgang keine Verfahrenskosten zu erheben 

sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG),  

dass das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mithin gegenstandslos 

geworden ist (BVGer act. 4, 7, 8, 12),  

dass keine Parteientschädigung zuzusprechen ist (Art. 7 Abs. 3 und 4 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

  

C-718/2020 

Seite 5 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 

Verfügung der IVSTA vom 10. Januar 2020 aufgehoben wird. Die Sache 

wird zur materiellen Prüfung des Leistungsgesuchs vom 3. September 

2018 und zur anschliessenden Neuverfügung an die Vorinstanz zurückge-

wiesen.  

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Michael Peterli Lukas Schobinger 

 

 

C-718/2020 

Seite 6 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, 

wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundes-

gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 

einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung 

übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Be-

gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

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