# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 60f6e524-96bc-563a-86f8-5d9e5fc78512
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-06
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Fürsorgerechtliche Kammer 06.05.2022 F 2020 29
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_003_F-2020-29_2022-05-06.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

FÜRSORGERECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: Dr. iur. Diana Oswald, Vorsitz 
Dr. iur. Aldo Elsener und lic. iur. Ivo Klingler
Gerichtsschreiberin: lic. iur. Claudia Meier

U R T E I L  vom 6. Mai 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA Dr. iur. B.________

gegen

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB), Bahnhofstrasse 12, 
Postfach 27, 6301 Zug
Beschwerdegegnerin 

weiter verfahrensbeteiligt:
C.________, Beiständin, Mandatszentrum Zug, Artherstrasse 25, 6300 Zug

betreffend

Erwachsenenschutzrecht 
(Beistandschaft)

F 2020 29

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Urteil F 2020 29

A.
A.a Die 1998 geborene A.________ erlitt im Juli 2016 eine Hirnblutung und musste in 
der Folge mehrfach operiert werden. Mit Entscheid Nr. 2016/1771 vom 20. Dezember 
2016 errichtete die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Zug für sie eine 
Vertretungsbeistandschaft mit Vermögensverwaltung in den Bereichen Administration, 
Finanzen, Wohnen und Ausbildung. Gleichzeitig ernannte sie D.________ zur Beiständin. 
Die von A.________ hiergegen geführte Verwaltungsgerichtsbeschwerde wies das hiesige 
Gericht mit Urteil F 2017 2 vom 13. Juni 2017 ab.

A.b Weiter entzog die KESB A.________ mit Entscheid Nr. 2017/1025 vom 27. Juni 
2017 (KESB-Act. 13) den Zugriff auf einzelne Vermögenswerte. Mit E-Mail vom 20. Januar 
2020 beantragte die Verbeiständete bei der KESB die Aufhebung der Beistandschaft 
(KESB-act. 11). Die Verfahrensleitung der KESB lud A.________ am 4. Mai 2020 im 
Zusammenhang mit ihrem Antrag zu einem Standortgespräch auf den 11. Mai 2020 ein. 
Die Verbeiständete erklärte indes am 7. Mai 2020 per E-Mail, dass sie der Behörde nicht 
mehr zur Verfügung stehe (KESB-act. 5). Mit Entscheid Nr. 2020/0731 vom 23. Juni 2020 
wies die KESB den Antrag auf Aufhebung der Beistandschaft ab (KESB-act. 2). Mit 
Entscheid Nr. 2020/0852 vom 28. Juli 2020 entliess sie D.________ per 31. Juli 2020 aus 
ihrem Amt als Beiständin und ernannte per 1. August 2020 C.________ zur neuen 
Beiständin (KESB-act. 1).

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 18. Juli 2020 (Poststempel) beantragt 
A.________ die Aufhebung der Beistandschaft und ihre Anhörung durch das Gericht (act. 
1). Die ehemalige Beiständin D.________ sowie die KESB liessen sich am 24. Juli bzw. 
11. August 2020 vernehmen, wobei letztere auf Abweisung der Beschwerde schloss (act. 
3, 6).

C. Am 19. August 2020 zeigte Rechtsanwalt Dr. iur. B.________ dem Gericht an, 
dass er A.________ neu vertrete. Er beantragte unter anderem die unentgeltliche 
Prozessführung und die Bewilligung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands in seiner 
Person (act. 10), was die Vorsitzende der fürsorgerechtlichen Kammer mit Verfügung vom 
21. August 2020 bewilligte (act. 11). 

D. Mit Replik vom 24. September 2020 präzisiert A.________ – nunmehr anwaltlich 
vertreten – ihre Rechtsbegehren dahingehend, dass Ziffer 1 des KESB-Entscheids vom 
23. Juni 2020 (Abweisung des Antrags auf Aufhebung der bestehenden 

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Urteil F 2020 29

Erwachsenenschutzmassnahmen) aufzuheben sei (act. 15 S. 2). Ausserdem sei sie 
gestützt auf Art. 447 ZGB von den Mitgliedern des Verwaltungsgerichts anzuhören (act. 15 
S. 4). Die KESB hält in ihrer Duplik vom 14. Oktober 2020 an ihrem Antrag auf Abweisung 
der Beschwerde fest (act. 17). 

E. Nach mehrmaliger Aufforderung (Schreiben des Verwaltungsgerichts vom 12. und 
22. Februar 2021, act. 19, 21) reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 
4. März 2021 den Bericht über eine neuropsychologische Untersuchung vom 17. April 
2019 ein (BF-act. 7) und stellte den Antrag, es sei in einem Zwischenentscheid über die 
Anhörung der Beschwerdeführerin zu entscheiden (act. 22). Diese Akten wurden der 
KESB und der ehemaligen Beiständin zur Kenntnis und allfälligen Stellungnahme 
zugestellt (act. 23), worauf beide verzichteten (act. 24).  

F. Mit Schreiben vom 10. Mai 2021 stellte das Verwaltungsgericht eine Begutachtung 
der Beschwerdeführerin in Aussicht (act. 27). Die ihr damit zugestellte 
Entbindungserklärung von der Schweigepflicht retournierte sie am 19. Mai 2021 (act. 28, 
BF-act. 8). Nach Rücksprache mit dem Kantonsspital E.________ (act. 29, 32) und 
Gewährung des rechtlichen Gehörs bezüglich des Fragenkatalogs (act. 38) konnte die 
Begutachtung am 4. August 2021 in Auftrag gegeben werden (act. 39). Am 5. August 
2021, mithin nach Ablauf der Einwandfrist, teilte die Beschwerdeführerin telefonisch mit, 
mit einer Begutachtung durch den Nachfolger ihres damals behandelnden Arztes nicht 
einverstanden zu sein und machte geltend, von der laufenden Frist nichts gewusst zu 
haben (Aktennotiz vom gleichen Tag, act. 40). Am 18. Oktober 2021 äusserte sie ebenfalls 
telefonisch den Wunsch, die Entbindung von der Schweigepflicht "aufheben" zu wollen, 
wovon sie indes in der Folge Abstand nahm (Aktennotiz vom selben Tag, act. 41). In der 
Folge partizipierte sie ohne weitere diesbezügliche Vorbehalte an der Begutachtung (act. 
50). 

G. Mit Eingabe vom 24. Februar 2022 (Poststempel) reichte die Beschwerdeführerin 
verschiedene Akten ein (act. 49; Akten A.________ 1-6).

H. Am 23. November 2021 wurde A.________ am Kantonsspital E.________ 
neurochirurgisch begutachtet durch PD Dr. med. F.________, Facharzt für Neurochirurgie 
(assistiert von G.________, Assistenzarzt Neurochirurgie). Am 21. und 28. Januar 2022 
erfolgte – verzögert aufgrund falschen Eintragens eines ersten Begutachtungstermins 
durch die Beschwerdeführerin und deren anschliessende Covid-19-Infektion (act. 50 S. 2) 

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– die neuropsychologische Begutachtung, ebenfalls am Kantonsspital E.________, durch 
Dr. phil. H.________, Fachpsychologin für Neuropsychologie und zertifizierte 
neuropsychologische Gutachterin SIM (Swiss Insurance Medicine). Die Experten 
erstatteten ihr Gutachten in den Disziplinen Neuropsychologie und Neurochirurgie am 
25. Februar 2022 (act. 50). Dieses ging am 3. März 2022 beim hiesigen Gericht ein und 
wurde den Parteien gleichentags zur Stellungnahme zugestellt (act. 51). KESB und 
Beiständin verzichteten auf weitere Stellungnahmen (act. 52). Die Beschwerdeführerin hält 
an ihren Anträgen fest (Stellungnahme vom 31. März 2022, act. 53).

I. Auf Nachfrage des Gerichts hin (act. 54) teilte der Rechtsvertreter der 
Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 8. April 2022 mit, dass seine Klientin keine 
Rechtsschutzversicherung besitze (act. 56).

J. Am 20. April 2022 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin seine 
Honorarnote ein (act. 57).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) 
i.V.m. § 58 Abs. 1 lit. a des Gesetzes betreffend die Einführung des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches für den Kanton Zug (EG ZGB; BGS 211.1) kann gegen Entscheide der 
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben 
werden. Die Beschwerdefrist beträgt dreissig Tage seit Mitteilung des Entscheids 
(Art. 450b Abs. 1 ZGB). Örtlich zuständig ist im Verfahren betreffend Erwachsenenschutz-
massnahmen die Erwachsenenschutzbehörde bzw. im Beschwerdefall das Gericht am 
Wohnsitz der betroffenen Person (Art. 442 Abs. 1 ZGB, Art. 450 Abs. 1 ZGB, § 58 Abs. 2 
EG ZGB). Das Verwaltungsgericht verfügt über volle Kognition, also auch über die 
Ermessenskontrolle (vgl. Art. 450a ZGB). Für das Verfahren gelten die Bestimmungen der 
Art. 450 ff. ZGB. Im Übrigen sind gemäss Art. 450f ZGB die Bestimmungen der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) anwendbar, soweit die Kantone 
nichts anderes bestimmen. Nach § 56 EG ZGB ist – unter Vorbehalt abweichender 
Bestimmungen des EG ZGB und des Bundesrechts – auf das Verfahren vor dem 

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Verwaltungsgericht das Gesetz über den Rechtsschutz in Verwaltungssachen 
(Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRG; BGS 162.1) anwendbar.

1.1 Vorab ist auf die örtliche Zuständigkeit der KESB einzugehen. Wie bereits 
erwähnt, ist nach Art. 442 Abs. 1 Satz 1 ZGB die Erwachsenenschutzbehörde am 
Wohnsitz der betroffenen Person zuständig. Ist ein Verfahren rechtshängig, so bleibt die 
Zuständigkeit bis zu dessen Abschluss auf jeden Fall erhalten (Art. 442 Abs. 1 Satz 2 
ZGB). Im Übrigen gilt: Wechselt eine Person, für die eine Massnahme besteht, ihren 
Wohnsitz, so übernimmt die Behörde am neuen Ort die Massnahme ohne Verzug, sofern 
keine wichtigen Gründe dagegen sprechen (Art. 442 Abs. 5 ZGB). 

Die Beschwerdeführerin lebt seit dem 1. Dezember 2018 im Kanton I.________. Eine 
Übergabe an die KESB J.________ war im Zeitpunkt des Antrags auf Aufhebung der 
Massnahme noch nicht erfolgt (act. 3 S. 3). Gemäss Art. 442 Abs. 1 Satz 2 ZGB wurde 
deshalb die örtliche Zuständigkeit der KESB Zug für den Entscheid über die Aufhebung 
der Massnahme für den Zeitraum der Verfahrenshängigkeit perpetuiert. 

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet der KESB-Entscheid Nr. 2020/0731 vom 23. Juni 
2020, so dass das Verwaltungsgericht – unter Verweis auf die vorstehenden 
Erwägungen – örtlich und sachlich zur Beurteilung der Beschwerde zuständig ist. Als von 
der Massnahme betroffene Person ist die Beschwerdeführerin ohne Weiteres zur 
Erhebung der Beschwerde gemäss Art. 450 Abs. 2 Ziff. 1 ZGB legitimiert. Mit der 
Postaufgabe am 19. Juli 2020 wurde die Beschwerdeschrift rechtzeitig eingereicht. Sie 
entspricht auch den übrigen formellen Voraussetzungen, weshalb sie vom 
Verwaltungsgericht zu prüfen ist. Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss 
§ 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

2.
2.1 Die behördlichen Massnahmen des Erwachsenenschutzes stellen das Wohl und 
den Schutz hilfsbedürftiger Personen sicher (Art. 388 Abs. 1 ZGB). Sie sollen die Selbst-
bestimmung der betroffenen Person so weit wie möglich erhalten und fördern (Art. 388 
Abs. 2 ZGB). Gemäss Art. 389 ZGB unterstellt der Gesetzgeber alle behördlichen 
Massnahmen des Erwachsenenschutzes den beiden Maximen der Subsidiarität und der 
Verhältnismässigkeit. Subsidiarität (Art. 389 Abs. 1 ZGB) heisst, dass behördliche 
Massnahmen nur dann anzuordnen sind, wenn die Betreuung der hilfsbedürftigen Person 
auf andere Weise nicht angemessen sichergestellt ist. Ist die gebotene Unterstützung auf 

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andere Art – etwa durch Familie, andere nahestehende Personen oder (private oder 
öffentliche) Dienste – bereits gewährleistet, ordnet die Erwachsenenschutzbehörde keine 
Massnahme an (Art. 389 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Kommt die Erwachsenenschutzbehörde 
demgegenüber zum Schluss, die vorhandene Unterstützung der hilfsbedürftigen Person 
sei nicht ausreichend oder von vornherein ungenügend, trifft sie behördliche 
Massnahmen. Diese müssen erforderlich und geeignet sein (Art. 389 Abs. 2 ZGB). Es sind 
"Massnahmen nach Mass" zu treffen, d.h. solche, die den Bedürfnissen der betroffenen 
Person entsprechen (Art. 391 Abs. 1 ZGB); es gilt der Grundsatz "so viel staatliche 
Fürsorge wie nötig, so wenig staatlicher Eingriff wie möglich". Das gilt auch für die 
Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft (vgl. zum Ganzen etwa BGE 140 III 49 E. 
4.3.1; Urteil 5A_770/2018 vom 6. März 2019 E. 6.3.2, je mit Hinweisen). 

2.2 Als Voraussetzung für die Anordnung behördlicher Massnahmen müssen 
Schwächezustand und Unvermögen (als soziale Voraussetzung) zusammen eine 
relevante Gefährdung des Wohls der betroffenen Person bewirken, zu deren Behebung 
ein Eingreifen der Erwachsenenschutzbehörde auch unter den Aspekten 
Selbstbestimmung (Art. 388 Abs. 2 ZGB), Subsidiarität und Verhältnismässigkeit (Art. 389 
ZGB) unumgänglich erscheint. Schwächezustand sowie Unvermögen können auch 
lediglich punktueller Natur sein, der Schwächezustand also lediglich einzelne Bereiche 
betreffen bzw. das Unvermögen sich nur hinsichtlich einzelner Angelegenheiten auswirken 
(Biderbost/Henkel, in: Basler Kommentar ZGB I, 6. Aufl. 2018, Art. 390 N 4). Eine 
Vertretungsbeistandschaft wird errichtet, wenn die hilfsbedürftige Person bestimmte 
Angelegenheiten nicht erledigen kann und deshalb vertreten werden muss (Art. 394 Abs. 1 
ZGB). Errichtet die Erwachsenenschutzbehörde eine Vertretungsbeistandschaft für die 
Vermögensverwaltung, so bestimmt sie die Vermögenswerte, die vom Beistand oder von 
der Beiständin verwaltet werden sollen. Sie kann Teile des Einkommens oder das gesam-
te Einkommen, Teile des Vermögens oder das gesamte Vermögen oder das gesamte 
Einkommen und Vermögen unter die Verwaltung stellen (Art. 395 Abs. 1 ZGB). Ohne die 
Handlungsfähigkeit der betroffenen Person einzuschränken, kann ihr die 
Erwachsenenschutzbehörde den Zugriff auf einzelne Vermögenswerte entziehen (Art. 395 
Abs. 3 ZGB).

3.
3.1 In formeller Hinsicht beantragt die Beschwerdeführerin, sie sei gestützt auf 
Art. 447 Abs. 1 ZGB vom Gericht anzuhören (act. 15 S. 4). Dabei übersieht sie, dass diese 
Bestimmung bereits nach der Systematik des Gesetzes nur auf das Verfahren vor der 

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Erwachsenenschutzbehörde anwendbar ist. Hingegen schreibt das ZGB für das Verfahren 
vor der gerichtlichen Beschwerdeinstanz (vgl. Art. 450 ff. ZGB) eine persönliche Anhörung 
nicht vor, mit Ausnahme der hier nicht interessierenden Bestimmungen bei fürsorgerischer 
Unterbringung. Ausserhalb letzteren Bereichs bestimmt sich nach dem kantonalen 
Verfahrensrecht oder nach der – ggf. als kantonales Recht anwendbaren – 
eidgenössischen Zivilprozessordnung, ob eine persönliche Anhörung geboten ist (Art. 450f 
ZGB; vgl. etwa BGer 5A_543/2014 vom 17. März 2015 E. 2.1; 5A_706/2017 vom 
12. Februar 2018 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Im Kanton Zug erklärt § 56 EG ZGB auf das 
Verfahren vor der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde und vor Verwaltungsgericht – 
unter Vorbehalt abweichender Bestimmungen des EG ZGB und des Bundesrechtes – das 
VRG für anwendbar. Letzteres schreibt in seinem § 68 vor, dass den Parteien Gelegenheit 
zur schriftlichen Vernehmlassung zu geben ist, wobei die Anordnung weiterer 
Schriftenwechsel oder einer mündlichen Verhandlung im konkreten Fall in das Ermessen 
des Verwaltungsgerichts gestellt wird. Ein Anspruch auf persönliche Anhörung ergibt sich 
weiter weder aus Art. 6 Ziff. 1 EMRK (der im Wesentlichen den Anspruch einer Partei auf 
eine mündliche, öffentliche Verhandlung statuiert unter Publikums- und 
Presseanwesenheit, nicht aber einen Anspruch auf Abnahme bestimmter Beweise wie 
etwa einer persönlichen Anhörung, vgl. etwa BGer 9C_260/2021 vom 6. Dezember 2021 
E. 3.2 mit Hinweisen) noch aus Art. 29 Abs. 1 BV (der ebenfalls keinen 
verfassungsmässigen Anspruch auf mündliche Anhörung statuiert, sondern eine 
schriftliche Äusserungsmöglichkeit genügen lässt, vgl. statt vieler BGer 2C_658/2021 vom 
3. März 2022 E. 3.3.3). 

Vorliegend ist nicht ersichtlich, welcher zusätzliche Erkenntnisgewinn von der persönlichen 
Anhörung der Beschwerdeführerin durch das Gericht zu erwarten wäre. Ein umfassendes 
Bild von deren Gesundheitszustand, kognitiven Fähigkeiten sowie Verhalten im Alltag, 
insbesondere im Umgang mit ihren Finanzen, vermittelt bereits das Gutachten vom 
25. Februar 2022 (act. 50). Damit, in Verbindung mit den bereits vorhandenen Akten sowie 
unter Berücksichtigung des Verhaltens der Beschwerdeführerin im Rechtsmittelverfahren, 
ist der massgebliche Sachverhalt hinreichend abgeklärt. Welche zusätzlichen Fragen des 
Gerichts im Rahmen einer mündlichen Anhörung der Beschwerdeführerin einen 
zusätzlichen Erkenntnisgewinn bringen sollten ist weder ersichtlich noch wird es dargelegt. 
Entsprechend ist in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. dazu etwa BGE 122 V 157 E. 1d) 
auf eine persönliche Anhörung der Beschwerdeführerin zu verzichten. Aus demselben 
Grund ist auch auf eine Zeugenbefragung der neuropsychologischen Gutachterin Dr. phil. 

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H.________ zu verzichten (act. 15 S. 5 f.): Deren Gutachten sind klar, einleuchtend und 
geben dem Gericht zu keinen weiteren Fragen Anlass. 

Mit Blick auf das Begehren der Beschwerdeführerin um Erlass eines Zwischenentscheids 
bezüglich ihrer Anhörung durch das Gericht ist darauf hinzuweisen, dass die 
Prozessleitung beim Gericht liegt. Die Parteien haben im 
Verwaltungsrechtspflegeverfahren – vorbehältlich hier weder ersichtlicher noch geltend 
gemachter Gefahr im Verzug – grundsätzlich keinen Anspruch auf umgehende Abnahme 
oder Ablehnung jeglicher angebotener Beweise nach einem von ihnen diktierten Zeitplan. 
Vorliegend bestand umso weniger Anlass, vorab über die Anhörung der 
Beschwerdeführerin zu entscheiden, als das Gericht deren Notwendigkeit endgültig erst 
nach Erhalt des erneuten Gutachtens vom 25. Februar 2022 sowie der Stellungnahmen 
der Parteien hierzu ausschliessen konnte.  

3.2 Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin will zwar – zu Unrecht, wie soeben 
aufgezeigt wurde – einen Anspruch auf mündliche Parteianhörung unter anderem aus 
Art. 6 Ziff. 1 EMRK ableiten. Jedoch stellt sie unmissverständlich (zuletzt mit 
Stellungnahme vom 31. März 2022, act. 53) Antrag einzig auf ihre persönliche Anhörung 
durch die Mitglieder des Verwaltungsgerichts, und nicht etwa auf eine öffentliche 
Schlussverhandlung. Auf die Durchführung einer solchen darf das Gericht demnach in 
Ausübung seines Ermessens gemäss § 70 Abs. 2 VRG verzichten. Weiterungen dazu 
erübrigen sich. 

3.3 Der Vollständigkeit halber wird schliesslich darauf hingewiesen, dass die KESB als 
Vorinstanz kein Recht verletzt hat, indem sie gestützt auf die Aktenlage entschied. Zwar 
gelangt auf sie der angerufene Art. 447 Abs. 1 ZGB zur Anwendung. Indes steht auch im 
Verfahren vor der KESB der Grundsatz der persönlichen Anhörung unter dem Vorbehalt 
der Unverhältnismässigkeit (etwa: BGer 5A_611/2017 vom 31. Januar 2018 E. 7.2). Diese 
ist insbesondere zu bejahen, wenn die betroffene Person sich der persönlichen Anhörung 
verweigert (vgl. Maranta/Auer/Marti, in: Basler Kommentar ZGB I, 6. Aufl. 2018, Art. 447 
N 19 f.), was hier aktenkundig der Fall war: Aus den Akten erhellt, dass die KESB die 
Beschwerdeführerin am 4. Mai 2020 für ein Standortgespräch mit dem fallverantwortlichen 
Behördenmitglied und der Leiterin der unterstützenden Dienste am 11. Mai 2020 
eingeladen hat. Mit E-Mail vom 7. Mai 2020 bestätigte die Beschwerdeführerin den Erhalt 
der Einladung. Sie erklärte, sich nicht weiter der "Willkür" von KESB und Beiständin 
aussetzen zu wollen und der KESB nicht mehr zur Verfügung zu stehen (zum Ganzen: 

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KESB-act. 5). Entgegen ihrer Auffassung (act. 15 Ziff. 10) verzichtete sie somit im 
vorinstanzlichen Verfahren auf eine Anhörung. Eine solche gegen ihren ausdrücklichen 
Willen durchzusetzen, wäre weder zielführend noch verhältnismässig gewesen. 

3.4 Zusammengefasst ist der (Beweis-)Antrag der Beschwerdeführerin auf ihre 
persönliche Anhörung abzuweisen. Ihr Antrag auf Zwischenentscheid hierüber ist mit dem 
Entscheid in der Hauptsache gegenstandslos geworden. 

4. Materiell ist strittig und zu prüfen das Vorliegen einer Gefährdung des Wohls der 
Beschwerdeführerin (E. 5.1 nachfolgend) sowie die Notwendigkeit und 
Verhältnismässigkeit der durch die KESB ergriffenen Schutzmassnahmen (unten E. 5.2). 
Aus den vorliegenden Akten ergibt sich im Wesentlichen das Folgende:

4.1 In seinem Urteil F 2017 2 vom 13. Juni 2017 bejahte das hiesige Gericht – 
bezogen auf den Zeitpunkt des dazumal angefochtenen Entscheids vom 20. Dezember 
2016 – das Vorliegen eines Schwächezustands im Sinne von Art. 390 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB 
und damit eine Gefährdung des Wohls der Beschwerdeführerin und eines dringenden 
Handlungsbedarfs (a.a.O. E. 5.1). Weiter erachtete es die von der KESB errichtete 
Vertretungsbeistandschaft gemäss Art. 394 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 395 Abs. 1 ZGB auch 
unter dem Blickwinkel der Subsidiarität und Verhältnismässigkeit als gerechtfertigt (a.a.O. 
E. 5.2).

4.2 In ihrer Stellungnahme vom 24. Juli 2020 (act. 3) führt die ehemalige Beiständin 
aus, die finanzielle Situation der Beschwerdeführerin sei sehr knapp. Den finanziellen 
Verpflichtungen könne nur nachgekommen werden, indem das Budget extrem eng 
kalkuliert werde, was zwischen der Beschwerdeführerin und ihr regelmässig zu heftigen 
Diskussionen führe. Ein Antrag auf Ergänzungsleistungen sei abgelehnt worden, da der 
Höchstbetrag für die Miete nach deren Richtlinien einiges niedriger sei als der Mietzins der 
von der Verbeiständeten aktuell bewohnten Wohnung. Die Beschwerdeführerin habe 
Mühe zu akzeptieren, dass ihre finanziellen Mittel keinen Spielraum zulassen würden. 
Wiederholt sei sie ohne Rücksprache Verpflichtungen eingegangen, die ihr Budget 
gesprengt hätten. Die Rechnungen dafür, sowie etwa auch Belege für Rückerstattungen 
durch die Krankenkasse, habe sie oft mit grosser Verspätung und unvollständig gebracht. 
Es sei daher bereits zu Betreibungen und teilweise zu Forderungen via Inkassobüros 
gekommen. Seit Monaten müssten die Rechnungen priorisiert werden. Um Betreibungen 
zu verhindern, würden die dringendsten Rechnungen bezahlt und andere, soweit 

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vertretbar, etwas zurückgestellt. Budget, Kontostand, offene Forderungen etc. würden der 
Beschwerdeführerin in jedem Gespräch offengelegt und erklärt. Dennoch gelinge es nicht, 
ihr die prekäre finanzielle Situation begreiflich zu machen. Wenn weiterhin zusätzliche 
finanzielle Verpflichtungen hinzukämen, werde es zukünftig nicht mehr möglich sein, 
diesen nachzukommen und Betreibungen könnten nicht verhindert werden. Um die 
finanzielle Situation etwas zu entschärfen, habe die Beiständin letztes Jahr drei 
Spendengesuche gestellt. Zwei Organisationen hätten das Gesuch abgelehnt, eine 
Organisation habe bis anhin nicht reagiert. Dieses Jahr habe sie bei einer Organisation 
mündlich nach den Bedingungen für eine Spende angefragt und sofort eine abschlägige 
Antwort erhalten. Die Organisation habe auf die Richtlinien der Sozialhilfe hingewiesen, 
wonach das Einkommen der Beschwerdeführerin genügend, aber die Wohnung zu teuer 
sei. Die Beschwerdeführerin sei über diese Absagen ebenso informiert worden wie 
darüber, dass die Beiständin keine weiteren Möglichkeiten für Spendengesuche mehr 
sehe. Sie habe die Meinung vertreten, die Beiständin wolle nur nicht und würde sich zu 
wenig bemühen.

Gemäss der Beiständin habe die Beschwerdeführerin ihre administrativen und finanziellen 
Kompetenzen noch ungenügend entwickelt. Ihre Vorstellungen in Bezug auf die 
Möglichkeiten und Grenzen im Umgang mit ihrem Einkommen seien lebensfremd. Es sei 
begrüssenswert, dass es ihr wichtig sei, Betreibungen zu verhindern. Was es dazu 
brauche, welche konkreten Konsequenzen dies für sie habe, scheine sie jedoch nicht 
erfassen zu können. Es gelinge ihr nicht, ihre finanzielle Lage sachlich und realistisch 
einzuschätzen. Weder das wiederholte Besprechen ihres Budgets, das Aufzeigen der 
regelmässigen finanziellen Verpflichtungen noch die Ermahnung, keine neuen finanziellen 
Verpflichtungen mehr einzugehen, schienen zu ihr durchzudringen. Sie blende wiederholt 
ihre regelmässigen monatlichen finanziellen Verpflichtungen aus und beschuldige die 
Beiständin, sie würde Misswirtschaft mit ihrem Geld betreiben. Aufgrund ihrer 
ablehnenden Haltung und ihrem Misstrauen der Beiständin gegenüber habe bis anhin 
keine konstruktive Zusammenarbeit entstehen können. Nach Auffassung der Beiständin 
zeige das Verhalten der Beschwerdeführerin im administrativen/finanziellen Bereich klar 
einen Schwächezustand auf. Wenn die Beistandschaft weitergeführt werden solle, 
empfehle sich die Prüfung einer Verstärkung. Zudem lehne die Beschwerdeführerin die 
Massnahme generell ab, verhalte sich uneinsichtig und zeige kaum 
Kooperationsbereitschaft. Aus diesem Grund erachte sie eine blosse Weiterführung 
tendenziell als nicht zielführend.

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4.3 Dem ambulanten Bericht von Prof. Dr. med. K.________, Neurochirurgie FMH, 
damals Chefarzt, Neurozentrum, Klinik für Neurochirurgie, Kantonsspital E.________ 
(KSA), vom 14. Mai 2019 (KESB-act. 11) ist zu entnehmen, es bestehe eine leicht 
eingeschränkte Funktionsfähigkeit unter der meistens beruflichen/schulischen Anforderung 
(unter Verweis auf neuropsychologische Untersuchungen vom 30. April 2018 sowie vom 
17. April 2019 am Kantonsspital E.________). In Bezug zur Beistandschaft habe aufgrund 
der kognitiven Befunde eine positive Entwicklung bestätigt werden können; gemäss 
Angaben der Neuropsychologen könne sich die Beschwerdeführerin nach entsprechender 
Einführung um ihre finanziellen Angelegenheiten kümmern.

Auf Verlangen des Gerichts reichte die Beschwerdeführerin den angesprochenen Bericht 
über die neuropsychologische Untersuchung vom 17. April 2019 nach (BF-act. 7, 
vorstehend Sachverhalt lit. E). Dieser wurde verfasst von Dr. phil. H.________, 
Neuropsychologin, und Dr. med. L.________, Oberarzt, Neurozentrum Bewegungsstörung 
und Kognition, Kantonsspital E.________. Gemäss deren Untersuchung waren bei der 
Patientin eine mittelgradige bis schwere mnestische Störung (d.h. Störung des Denkens, 
der Auffassung und der Aufmerksamkeit), leicht- bis mittelgradige Einschränkungen in 
frontal-exekutiven und attentionalen Teilfunktionen (etwa: betreffend Flexibilität, 
Motivation, Planung und Entscheidfindung) sowie eine leichte bis mittelgradige 
neuropsychologische Störung (d.h. nach Verletzungen und Schädigungen auftretende 
Veränderungen der kognitiven und affektiven Funktionen) feststellbar. Es sei nach wie vor 
von einer leicht eingeschränkten Funktionsfähigkeit unter den meisten 
beruflichen/schulischen Anforderungen auszugehen. Im Prinzip könne aufgrund der 
kognitiven Befunde davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin nach einer 
entsprechenden Einführung (mit gegebenenfalls erhöhtem Zeitbedarf) in der Lage sei, sich 
– mit niederschwelliger Unterstützung/Kontrolle bei weiterhin verminderter 
Krankheitseinsicht – um ihre finanziellen Angelegenheiten zu kümmern. Insgesamt müsse 
aber von anderer Stelle entschieden werden, ob die Befunde mit einer Aufhebung der 
Beistandschaft zu vereinbaren seien.

4.4 Gemäss Gerichtsgutachten Neuropsychologie und Neurochirurgie vom 25. Febru-
ar 2022 (act. 50) bestand im Untersuchungszeitpunkt Ende Januar 2022 nach wie vor eine 
leichte bis mittelgradige neuropsychologische Störung mit Betroffenheit der Bereiche 
Gedächtnis, Exekutiv-, Aufmerksamkeits- und Sprachfunktionen. Retrospektiv wie 
prospektiv sei von einem relativ stabilen kognitiven Profil auszugehen (a.a.O. S. 20 f.). Auf 
Basis der Befunde auf Verhaltens- sowie kognitiver Ebene sei von massgeblichen 

12

Urteil F 2020 29

Einschränkungen der Funktionsfähigkeit im Alltag auszugehen. Die Beschwerdeführerin 
habe insbesondere Mühe, komplexe Informationen zu erfassen, vorausschauend zu 
denken und zu planen; es mangle auch an der Fähigkeit, eigene Schwächen und 
Einschränkungen zu erkennen oder sich mit diesen auseinanderzusetzen. Vielmehr 
versuche sie wiederholt, manipulativ von diesen abzulenken. Das erkläre auch, weshalb 
sie trotz testbasiert guten Fähigkeiten im Bereich des logischen Denkens nicht in der Lage 
sei, diese Fähigkeiten auf ihre eigene Situation anzuwenden. In der Zusammenschau der 
Befunde sei davon auszugehen, dass sie primär in denjenigen Bereichen eingeschränkt 
sei, in welchen die Fähigkeit zum vorausschauenden Denken und Handeln sowie zur 
adäquaten Einschätzung der Realität und der eigenen Schwächen/Stärken nötig sei, also 
Administration, Finanzen und Gesundheit. Hingegen seien in den Bereichen Wohnen, 
soziale Kontakte und Tagesstruktur keine weitergehenden Einschränkungen zu erwarten 
(a.a.O. S. 21 f.). Die Verbeiständete habe bereits Beachtliches geschafft und verfüge über 
grosse Ressourcen im Bereich des logischen Denkens, so dass sie an sich kognitiv 
weiterhin in der Lage sein sollte, sich mit niederschwelliger Unterstützung/Kontrolle um 
ihre finanziellen Angelegenheiten kümmern zu können. Da indes gleichzeitig nur wenig 
Einsicht in ihre Einschränkungen bestehe und sie ihre Ressourcen in der Vergangenheit 
nicht mit Hilfe von aussen habe stärken und nutzen können, vermöchten die relativen 
Stärken die ausgeprägten Schwächen nicht aufzuwiegen. Entsprechend sei die 
Beschwerdeführerin in allen Bereichen, welche ein hohes Mass an Planung, 
vorausschauendem Denken, Behalten des Überblicks und Abwägen von Vor- und 
Nachteilen verlangten, in ihrem Urteilsvermögen zumindest vorläufig nach wie vor 
erheblich eingeschränkt (Administration und Finanzen, Gesundheit). In diesen Bereichen 
raten die Gutachter zur Aufrechterhaltung der Beistandschaft, allenfalls unter Ausbau des 
Mitspracherechts und der Eigenständigkeit der Verbeiständeten, sofern diese hierfür ein 
angemessenes Mass an Kooperation aufzubringen vermöge (a.a.O. S. 23). 

5.
5.1 In gesundheitlicher Hinsicht bestanden und bestehen bei der Beschwerdeführerin 
gemäss nachvollziehbaren gutachterlichen Einschätzungen aus den Jahren 2019 sowie 
2022 recht stabile kognitive Defizite. Die Verbeiständete habe Mühe mit dem Erfassen 
komplexer Informationen, der vorausschauenden Planung, und es gelinge ihr auch nicht, 
die eigenen Schwächen und Einschränkungen zu erkennen oder sich mit diesen 
auseinanderzusetzen. Das wirke sich primär in den Bereichen Administration und 
Finanzen sowie Gesundheit aus (vgl. ausführlich E. 4.3 f. hiervor). Diese attestierten 
Defizite lassen sich aus der aktenkundigen Korrespondenz der Beschwerdeführerin mit 

13

Urteil F 2020 29

der KESB ohne Weiteres veranschaulichen und traten auch im Rechtsmittelverfahren 
zutage: 

5.1.1 Aus der Korrespondenz mit der KESB erhellt etwa, dass die Beschwerdeführerin 
weder gewillt noch in der Lage war, sich selbständig darum zu kümmern, ihre Einkünfte 
und Ausgaben ins Gleichgewicht zu bringen. So erwartete die Beschwerdeführerin bspw. 
mit E-Mail vom 9. April 2020 an die KESB, dass diese das Problem ihrer unbezahlten 
Rechnungen löse, ohne selber Lösungsvorschläge zu unterbreiten (KESB-act. 6); gemäss 
E-Mail-Korrespondenz mit der Beiständin im September/Oktober 2020 verlangte sie 
wiederholt Überweisungen, ohne auf das von der Beiständin erläuterte Fehlen 
ausreichender Mittel oder die Priorisierung der Rechnungen einzugehen (KESB-act. 12). 
Zu erwähnen sind schliesslich eine E-Mail der Verbeiständeten vom 20. Januar 2022 an 
ihre Beiständin, worin diese ausführte: "Im Bezug auf Ihr heutiges Schreiben nehmen Sie 
zur Kenntnis das ich mit Ihrer Entscheidung und Androhung Betreff Sozialamt absolut 
nicht einverstanden bin. Freudig nehme ich von Ihnen  Künftigen veranlassten 
Sozialleistungen entgegen  somit könnte ich mir meine Kranke Prämien   Und reguläre 
Zahnarzt Behandlungen leisten" (act. A.________ 3) sowie ein Schreiben der 
Beschwerdeführerin an die IV-Stelle Zug vom 17. Februar 2022, woraus hervorgeht, dass 
sie auch an dieser Stelle offenbar zum eigenen Schaden als unkooperativ wahrgenommen 
wurde (act. A.________ 6). 

5.1.2 Im Rechtsmittelverfahren ist der Schwächezustand etwa darin zutage getreten, 
dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage war, sich den ursprünglichen Termin für die 
neuropsychologische Begutachtung korrekt einzutragen (act. 50 S. 2). Sodann vermochte 
sie selbst die offenbar intensive Betreuung durch den Rechtsvertreter (vgl. unten E. 7.2) 
nicht daran zu hindern, schliesslich ohne Koordination mit diesem selber Akten 
einzureichen, die ihrem Rechtsstandpunkt nicht dienlich waren (vgl. Eingabe vom 
24. Februar 2022 [Poststempel], act. 49 sowie act. A.________ 1-6).

5.1.3 Zu keinem anderen Schluss führt, dass es der Beschwerdeführerin 
zwischenzeitlich offenbar gelungen ist, sowohl den schulischen Teil ihrer kaufmännischen 
Ausbildung (mit Nachteilsausgleich) als auch den Praktikumsteil erfolgreich zu 
absolvieren. Wie sich aus dem Gerichtsgutachten ergibt, verfügt die Beschwerdeführerin 
durchaus über gewisse Stärken, etwa im Bereich des logischen Denkens. Diese vermag 
sie aber aufgrund der aufgezeigten Schwächen – etwa der deutlich verminderten 
Erkenntnisfähigkeit – nicht im nötigen Ausmass für sich zu nutzen, zumal sie auch die 

14

Urteil F 2020 29

dazu notwendige (niederschwellige) Unterstützung und Hilfe nicht anzunehmen bereit ist 
(act. 50 S. 23). Das Vorliegen eines Schwächezustandes im Sinne von Art. 390 Abs. 1 
Ziff. 1 ZGB und somit auch eine Gefährdung des Wohls der Beschwerdeführerin und eines 
dringenden Handlungsbedarfs ist daher jedenfalls mit Bezug auf die Bereiche 
Administration und Finanzen nach wie vor klar zu bejahen. Hingegen ist mit Blick auf die 
positive Entwicklung in den Bereichen Arbeit/Tagesstruktur/Bildung sowie Wohnen ein 
hinreichender Schwächezustand nicht mehr ausgewiesen, zumal auch gemäss der 
Beiständin die Beschwerdeführerin offenbar "zur Ruhe gekommen" sei seit sie allein 
wohne und sich schulisch nun besser organisieren könne (vgl. angefochtener Entscheid 
vom 23. Juni 2020, KESB-act. 2 Ziff. 4 S. 6). Zu Gunsten der Beschwerdeführerin ist dabei 
auch ihr Unvermögen, die Anmeldung zur Aufnahmeprüfung für die Berufsmaturität 
fristgerecht abzuschliessen und Dokumente für den diesbezüglichen Nachteilsausgleich 
beizubringen (act. A.________ 6) als isoliertes Versäumnis, und nicht als Ausdruck eines 
hinreichenden Schwächezustands zu werten. Was die Wohnsituation angeht, so ist zwar 
aktenkundig, dass die Beschwerdeführerin eine Wohnung angemietet hat, die mit Blick auf 
ihre finanziellen Verhältnisse eigentlich zu teuer erscheint (Fr. 1'780.–, vgl. act. 50 S. 10). 
Abgesehen von der dadurch bewirkten Einschränkung ihres finanziellen Spielraums ist 
indes nicht aktenkundig, dass sich im Bereich Wohnen seit dem Bezug dieser Wohnung 
Ende 2018 nennenswerte Probleme gezeigt hätten, die einen Schwächezustand in diesem 
Bereich offenbaren würden. Allein die Belastung ihres Budgets mit der hohen 
Wohnungsmiete stellt für sich allein jedenfalls so lange keine hinreichende Gefährdung 
dar, als die Beschwerdeführerin – auch dank der vorausschauenden Planung ihrer 
Beiständin im Bereich Finanzen – ihre Miete jeweils zu bezahlen und die Wohnung zu 
halten vermag, wobei sie offenbar zumindest punktuell auch Unterstützung von ihrer 
Familie erhält (act. 50, a.a.O). Die Beistandschaft in diesem Bereich wurde denn auch 
errichtet in der Annahme, die Beschwerdeführerin werde ein betreutes Wohnen benötigen 
(KESB-Entscheid Nr. 2016/1771 vom 20. Dezember 2016 Ziff. 5), was sich in der Folge 
als unzutreffend erwies. Es kommt hinzu, dass – unabhängig vom Vorliegen eines 
Schwächezustands im Bereich Wohnen – die aktuelle Beistandschaft nicht als geeignet 
erscheint, hinsichtlich der zu teuren Wohnung eine Veränderung zu bewirken, wurde doch 
der Beschwerdeführerin die Handlungsfähigkeit zum Abschluss von Mietverträgen gerade 
nicht entzogen, und erfolgte die Anmietung der Wohnung denn auch Ende 2018, mithin als 
sie bereits verbeiständet war. Sollten sich die Verhältnisse künftig ändern, insbesondere 
die Beschwerdeführerin ihre aktuelle Wohnung nicht mehr halten können und sich die 
Suche nach einer neuen Wohngelegenheit aufdrängen, wird selbstredend die zuständige 
KESB erneute Schutzmassnahmen im Bereich Wohnen zu prüfen und der 

15

Urteil F 2020 29

Beschwerdeführerin nötigenfalls auch die Handlungsfähigkeit für den Abschluss von 
Mietverträgen zu entziehen haben. 

5.1.4 Nach dem Gesagten ist in den Bereichen Wohnen und Arbeit/Tagesstruktur/Bil-
dung die Vertretungsbeistandschaft aufzuheben. 

5.2 Zu prüfen ist sodann, ob die Schutzmassnahmen in den Bereichen Finanzen und 
Administratives nach wie vor erforderlich sind und ob es sich dabei um die mildest 
möglichen Massnahmen handelt. Es bleibt somit zu prüfen, ob die KESB die Grundsätze 
der Subsidiarität und Verhältnismässigkeit im Sinne von Art. 389 ZGB gewahrt hat.

Angesichts der zu bejahenden Gefährdung des Wohls der Beschwerdeführerin in den 
Bereichen Administration und Finanzen ist die Erforderlichkeit von Schutzmassnahmen in 
diesen Bereichen weiterhin gegeben. Mit Blick auf deren Verhältnismässigkeit trifft es – mit 
der Beschwerdeführerin (vgl. etwa act. 53 S. 3) – zwar zu, dass gemäss gutachterlicher 
Einschätzung sowohl im Jahr 2019 als auch 2022 eine selbständige Bewältigung etwa der 
Finanzen mit niederschwelliger Unterstützung und Kontrolle sowie einlässlicher Anleitung 
grundsätzlich als realistisch angesehen wurde bzw. wird. Ausschlaggebend ist indes, dass 
die Verbeiständete den bestehenden Unterstützungsbedarf nicht zu erkennen vermag und 
infolgedessen auch nicht bereit ist, die nötige niederschwellige Unterstützung 
anzunehmen (vgl. zum Ganzen E. 4.2 ff. hiervor). Angesichts dessen erscheinen die 
angeordneten Massnahmen jedenfalls so lange als die mildest möglichen, als die 
Beschwerdeführerin nicht gewillt ist, mit ihrer Beistandsperson zusammenzuarbeiten. Dies 
gilt auch hinsichtlich des Entzugs des Zugriffs auf einzelne Vermögenswerte, ist diese 
Massnahme doch geeignet und – jedenfalls vorläufig – offensichtlich notwendig um eine 
priorisierte Begleichung der Rechnungen sicherzustellen und damit negative Folgen für die 
Beschwerdeführerin zu vermeiden, gleichzeitig aber milder als ein gänzlicher Entzug der 
Handlungsfähigkeit mit Bezug auf die Finanzen. Angesichts fehlender Kooperation der 
Beschwerdeführerin (bekräftigt zuletzt mit Stellungnahme vom 31. März 2022, act. 53) 
kommt hier die noch mildere Begleitbeistandschaft im Sinne von Art. 393 ZGB nicht in 
Frage. Die bestehenden Massnahmen in den Bereichen Administration und Finanzen 
erscheinen damit unter dem Blickwinkel der Subsidiarität und Verhältnismässigkeit als 
gerechtfertigt. Sie sind zur Wahrung des Wohls der Beschwerdeführerin erforderlich, 
geeignet und auch verhältnismässig, sodass sich die Beschwerde diesbezüglich als 
unbegründet erweist.

16

Urteil F 2020 29

5.3 Anzufügen bleibt, dass selbstredend die Notwendigkeit der Beistandschaft auch in 
den verbleibenden Bereichen im Sinne der Subsidiarität neu zu beurteilen sein wird, 
sofern es der Beschwerdeführerin inskünftig gelingt, Hilfe anzunehmen und damit ihre 
Schwächen auszugleichen. Darauf ist hier nicht näher einzugehen. Die entsprechende 
Prüfung wird – ebenso wie eine allfällig zunächst zu prüfende Verschärfung der 
Massnahmen, wie sie die frühere Beiständin angeregt hat (act. 3 S. 3) – zu gegebenem 
Zeitpunkt voraussichtlich der neu zuständigen KESB J.________ obliegen, nach erfolgter 
Übertragung der Massnahme nach Abschluss des vorliegenden Verfahrens (E. 1.1 vorne).

6. Zusammenfassend ist die Vertretungsbeistandschaft gemäss Art. 394 Abs. 1 ZGB 
i.V.m. Art. 395 Abs. 1 ZGB hinsichtlich der Bereiche Wohnen sowie Arbeit/Tagesstruk-
tur/Bildung aufzuheben (oben E. 5.1.3 f.). Die Vertretungsbeistandschaft erweist sich 
hingegen – ebenso wie der Entzug des Zugriffsrechts auf das Zahlungsverkehrskonto 
nach Art. 395 Abs. 3 ZGB – zur Wahrung des Wohls der Beschwerdeführerin als 
erforderlich, geeignet und verhältnismässig, soweit die Bereiche Administration und 
Finanzen betreffend. Ziffer 1 des KESB-Entscheids Nr. 2020/0731 vom 23. Juni 2020 ist 
demnach dahingehend anzupassen, dass der von A.________ am 20. Januar 2020 
gestellte Antrag auf Aufhebung der für sie bestehenden Erwachsenenschutzmassnahmen 
insoweit gutzuheissen ist, als die Vertretungsbeistandschaft in den Bereichen Wohnen und 
Arbeit/Tagesstruktur/Bildung aufzuheben ist (KESB-Entscheid Nr. 2016/1771 vom 20. De-
zember 2016 Ziff. 2 lit. c) und d)). Im Übrigen ist der Antrag abzuweisen. 

7.
7.1 Gemäss § 57 Abs. 1 EG ZGB richten sich die Gebühren für Amtshandlungen im 
Kindes- und Erwachsenenschutz unter Vorbehalt von Abs. 2 und 3 nach dem VRG und 
dem Verwaltungsgebührentarif. Das Verwaltungsgericht erhebt eine Spruchgebühr 
zwischen Fr. 400.– und Fr. 15'000.– (§ 22 Abs. 2 VRG i.V.m. § 1 Abs. 1 der Verordnung 
über die Kosten im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht; BGS 162.12). Diese ist unter 
anderem nach dem Zeit- und Arbeitsaufwand des Gerichtes, der Wichtigkeit und 
Schwierigkeit der Sache sowie nach dem Streitwert oder den sonstigen Interessen der 
Parteien an der Beurteilung der Angelegenheit festzusetzen (§ 1 Abs. 2 der Verordnung 
über die Kosten im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht). Im Verfahren vor dem 
Verwaltungsgericht trägt die unterliegende Partei die Kosten (§ 23 Abs. 1 Ziff. 3 VRG).

Vorliegend rechtfertigt sich bereits angesichts der durchgeführten Begutachtung sowie des 
dadurch verursachten Aufwandes die Festlegung der Spruchgebühr ermessensweise auf 

17

Urteil F 2020 29

Fr. 1’000.–, d.h. am oberen Rande der praxisgemäss auf einen Betrag zwischen Fr. 400.– 
und 1’000.– festzusetzenden Kosten für Verfahren im Erwachsenenschutzrecht (§ 1 
Abs. 4 der Kostenverordnung sowie Ziffer III der Richtlinien des Verwaltungsgerichts für 
die Festlegung der Gerichtskosten). Die antragsgemässe Aufhebung der Beistandschaft in 
zwei der vier betroffenen Bereiche ist als hälftiges Obsiegen der Beschwerdeführerin zu 
werten, die im Übrigen unterliegt. Entsprechend ist ihr die Hälfte der Spruchgebühr 
aufzuerlegen. Ihr Anteil von Fr. 500.– ist auf die Staatskasse zu nehmen, da ihr die 
unentgeltliche Rechtspflege bewilligt wurde. Der KESB sind keine Kosten zu belasten (§ 
24 Abs. 1 VRG). 

7.2 Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat gemäss § 28 Abs. 2 VRG nach 
Massgabe ihres Obsiegens Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der KESB. 
Die Parteientschädigung umfasst eine angemessene Entschädigung für das Honorar und 
die notwendigen Barauslagen, die unmittelbar mit der Vertretung im Verfahren zusammen-
hängen (§ 8 der Verordnung über die Kosten im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht). 
Im Umfang ihres Unterliegens hat ihr Rechtsbeistand gegenüber der ihn bestellenden 
Behörde Anspruch auf eine angemessene Entschädigung, soweit der Aufwand für die 
Vertretung nicht aus einer zugesprochenen Parteientschädigung gedeckt werden kann (§ 
27 Abs. 3 VRG). 

7.2.1 Mit Honorarnote vom 20. April 2022 (act. 57) macht der Rechtsvertreter der 
Beschwerdeführerin für seine Bemühungen im vorliegenden Gerichtsverfahren einen 
Zeitaufwand von 19 Stunden und 50 Minuten bei einem Stundenansatz von Fr. 220.– 
sowie Spesen von 150.– für Kopien und 25.– für Portokosten geltend, zuzüglich 
Mehrwertsteuer, ausmachend total Fr. 4'887.60. 

7.2.2 Nicht durch die Gegenpartei oder das Gericht zu entschädigen sind davon 
folgende Aufwände, die als unangemessen zu qualifizieren und mithin zu kürzen bzw. zu 
streichen sind: 

- 45 Minuten für das Ausarbeiten des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege 
(anrechenbar: maximal 30 Minuten bei sehr einfachen, liquiden Verhältnissen); 

- 20 Minuten für die Durchsicht und Weiterleitung der Verfügung über die 
Genehmigung der unentgeltlichen Rechtspflege (anrechenbar: 10 Minuten); 

- 35 Minuten für diverse Telefonate mit dem Gericht am 12. und 13. Januar sowie am 
9. Februar 2021 (zu entschädigen: 5 Minuten; nicht zu entschädigen ist 
telefonisches Bedrängen der Verfahrensleitung); 

18

Urteil F 2020 29

- 50 Minuten für Schreiben an das Gericht vom 19. sowie Kenntnisnahme von 
Schreiben des Gerichts am 23. Februar 2021 (das Schreiben vom 19. Februar 2021 
erschöpft sich in der Zustellung eines anderen als des vom Gericht angeforderten 
Berichts sowie in der Rüge überlanger Verfahrensdauer bei gerade einmal 
viermonatigem Zeitablauf seit Eingang der letzten Stellungnahmen; das Schreiben 
des Gerichts vom 22. Februar 2021 war folglich repetitiv und einzig nötig, weil der 
bereits zuvor verlangte Bericht durch den Rechtsvertreter nicht eingereicht wurde); 

- 30 Minuten für Schreiben an das Gericht vom 4. März 2021 (notwendig: 10 Minuten 
zwecks Einreichung des angeforderten Berichts; nicht entschädigungspflichtig ist 
die Wiedergabe von Gesetz und Rechtsprechung sowie die erneute Rüge 
überlanger Verfahrensdauer, die nachgerade rechtsmissbräuchlich erscheint 
angesichts nicht zuletzt durch die Beschwerdeführerin und ihren Rechtsanwalt 
verursachter Verzögerungen); 

- 10 Minuten zur Durchsicht der Mitteilung der KESB bzgl. Verzicht auf 
Stellungnahme (anrechenbar: 5 Minuten); 

- 20 Minuten für Telefonate mit dem Verwaltungsgericht am 11. Mai 2021 
(anrechenbar: 5 Minuten; telefonisches Bedrängen der Verfahrensleitung ist nicht 
zu entschädigen); 

- total 50 Minuten für Schreiben an das Gericht vom 19. Mai 2021 (erneute Rüge 
überlanger Verfahrensdauer, die angesichts laufender Bemühungen um 
Begutachtung erneut rechtsmissbräuchlich erscheint) sowie "Durchsicht Dossier zu 
den Prozesshandlungen" in diesem Zusammenhang (letzteres ist bereits deshalb 
nicht zu entschädigen, da dem Anwalt die Prozesshandlungen bereits bekannt 
waren); 

- 5 Minuten für Kenntnisnahme eines Schreibens des Gerichts am 8. April 2022 
(Doppelerfassung); 

- total ca. 400 Minuten bzw. 6 Stunden und 40 Minuten zur Betreuung von und zum 
Austausch mit der Klientin (anrechenbar: angesichts der kognitiven 
Beeinträchtigung der Klientin ein immer noch aussergewöhnlich hoher Umfang von 
5 Stunden). 

7.2.3 Die angemessene Entschädigung des Rechtsvertreters ist demnach ausgehend 
von einem Stundenaufwand von total rund 15 Stunden zu bemessen. Davon ist die Hälfte 
von der KESB als Gegenpartei im Umfang ihres Unterliegens zu tragen, ausmachend 7.5 
Stunden à Fr. 220.– zuzüglich Spesenpauschale von 3 % sowie der Mehrwertsteuer von 
7.7 %, d.h. der Betrag von insgesamt Fr. 1'830.35. Im Umfang des Unterliegens der 

19

Urteil F 2020 29

Beschwerdeführerin ist ihr Rechtsvertreter aus der Staatskasse zu entschädigen, wobei 
praxisgemäss ein Stundenansatz von Fr. 220.– inkl. Spesen und Mehrwertsteuer zum 
Tragen kommt (§ 27 Abs. 3 VRG; vgl. ausserdem etwa VGer S 2019 124 E. 2.2). RA Dr. 
iur. B.________ ist demnach aus der Gerichtskasse mit Fr. 1'650.– (7.5 Stunden à Fr. 
220.–) zu entschädigen. 

20

Urteil F 2020 29

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen teilweise gutgeheissen. 
Ziffer 1 des KESB-Entscheids Nr. 2020/0731 vom 23. Juni 2020 wird abgeändert 
wie folgt: "Der von A.________ am 20. Januar 2020 gestellte Antrag auf 
Aufhebung der für sie bestehenden Erwachsenenschutzmassnahmen wird 
insoweit gutgeheissen, als die Vertretungsbeistandschaft in den Bereichen 
Wohnen und Arbeit/Tagesstruktur/Bildung aufzuheben ist (KESB-Entscheid Nr. 
2016/1771 vom 20. Dezember 2016 Ziff. 2 lit. c) und d)). Im Übrigen wird der 
Antrag abgewiesen." 
Darüber hinaus wird die Beschwerde abgewiesen.  

2. Die Spruchgebühr von Fr. 1000.– wird zur Hälfte der Beschwerdeführerin auferlegt 
(Fr. 500.–), indes im Rahmen der unentgeltlichen Rechtspflege auf die 
Staatskasse genommen. 

3. Der Beschwerdegegnerin werden keine Kosten auferlegt. 

4. Die Beschwerdegegnerin schuldet der Beschwerdeführerin eine 
Parteientschädigung von Fr. 1'830.35 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer).

5. RA Dr. iur. B.________ ist aus der Gerichtskasse mit Fr. 1'650.– (inkl. Auslagen 
und Mehrwertsteuer) zu entschädigen. 

6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in Zivilsachen 
eingereicht werden.

7. Mitteilung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die 
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Kantons Zug (KESB) und an 
C.________ (je unter Beilage einer Kopie der Stellungnahme der 
Beschwerdeführerin vom 8. April 2022) sowie zum Vollzug der Ziffern 2-5 im 
Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug. 

Zug, 6. Mai 2022

Im Namen der
FÜRSORGERECHTLICHEN KAMMER
Die Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am