# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47e64bcc-76c7-5910-b821-673901aaf482
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-10
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 10.03.2025 SK 2024 39
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2024-39_2025-03-10.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 24 39 + 40

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 10. März 2025 

Besetzung Oberrichter Knecht (Präsident i.V.)
Oberrichter Horisberger 
Oberrichterin Bochsler
Gerichtsschreiberin Imboden

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer 1

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin 2

und

C.________
a.v.d. Rechtsanwältin D.________

Straf- und Zivilklägerin 1/Berufungsführerin 3

und

E.________
a.v.d. Rechtsanwältin F.________

Straf- und Zivilklägerin 2/Anschlussberufungsführerin

Gegenstand qualifizierte Vergewaltigung, mehrfache qualifizierte sexuelle 
Nötigung, Schändung etc. sowie Widerruf

2

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 24. August 2023 
(PEN 22 628/629)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland (Kollegialgericht; nachfolgend: Vor-
instanz) fällte am 24. August 2023 folgendes Urteil (pag. 1736 ff.; Hervorhebungen 
im Original):

I.

Das Strafverfahren gegen A.________

wegen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, angeblich begangen 
am 28.03.2021, um ca. 03:45 - 04:25 Uhr, in H.________ (Ortschaft), beim Parkplatz des Restaurants 
J.________, z.N. von E.________ (Ziff. 5 AKS);

wird mangels Vorliegens eines gültigen Strafantrags eingestellt,

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten.

II.

A.________ wird freigesprochen:

von der Anschuldigung der Schändung, evtl. versuchten Schändung, evtl. versuchten Vergewal-
tigung, angeblich begangen am 28.05.2018, um ca. 03:30 Uhr, I.________ (Ortschaft), z.N. von 
C.________ (Ziff. 1 AKS);

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten von ½ an den Kanton Bern (werden mit 
separater Verfügung betragsmässig festgesetzt).

unter Ausrichtung einer Entschädigung an A.________ von ½ der durch die Verteidigung angefalle-
nen Aufwendungen (wird mit separater Verfügung betragsmässig festgesetzt).

III.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der qualifizierten Vergewaltigung, begangen am 28.03.2021, um ca. 03:45 - 04:25 Uhr, in 
H.________ (Ortschaft), beim Parkplatz des Restaurants J.________, z.N. von E.________ 
(Ziff. 2 AKS);

2. der qualifizierten sexuellen Nötigung, mehrfach begangen am 28.03.2021, um ca. 03:45 - 
04:25 Uhr, in H.________ (Ortschaft), beim Parkplatz des Restaurants J.________, z.N. von 
E.________ (Ziff. 3 AKS);

3. der Gefährdung des Lebens, begangen am 28.03.2021, um ca. 03:45 - 04:25 Uhr, in 
H.________ (Ortschaft), beim Parkplatz des Restaurants J.________, z.N. von E.________ 
(Ziff. 4 AKS);

4. des Hausfriedensbruchs, begangen am 28.05.2018, um ca. 03:30 Uhr, I.________ (Ortschaft), 
z.N. von C.________ (Ziff. 6 AKS);

5. der Pornografie begangen am 28.03.2021 und in der Zeit davor vom 02.01.2021 bis zum 
10.03.2021 (Ziff. 7 AKS);

4

und in Anwendung der

Art. 190 Abs. 1 und 3 StGB (Ziff. 1 hiervor)
Art. 189 Abs. 1 und 2 StGB (Ziff. 2 hiervor)
Art. 129 StGB (Ziff. 3 hiervor)
Art. 186 StGB (Ziff. 4 hiervor)
Art. 197 Abs. 4 StGB (Ziff. 5 hiervor)
Art. 40, 41 Abs. 1 Bst. a und b, 47, 49 Abs. 1, 51, 63, 66a Abs. 1 Bst. b und h StGB, 
Art. 426 Abs. ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren und 9 Monaten.

Die Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft vom 11.06.2020 (1 Tag) sowie vom 28.03.2021 
bis am 11.05.2022 (410 Tage) werden im Umfang von 411 Tagen auf die Freiheitsstrafe ange-
rechnet und es wird festgestellt, dass die Strafe am 12.05.2022 vorzeitig angetreten worden ist.

Es wird eine ambulante therapeutische Behandlung nach Art. 63 StGB angeordnet.

2. Zu einer Landesverweisung von 10 Jahren.

3. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten von ½ (werden mit separater 
Verfügung betragsmässig festgesetzt).

IV.

1. Die auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die 
amtliche Verteidigung von A.________ durch Fürsprecherin G.________ (vom 28.03.2021 bis 
07.04.2021) werden mit separater Verfügung betragsmässig bestimmt.

2. Die auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung von ½ und das volle Honorar für 
die amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt B.________ werden mit sepa-
rater Verfügung betragsmässig festgesetzt.

3. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
C.________ durch Rechtsanwältin D.________ werden mit separater Verfügung betragsmäs-
sig festgesetzt (ohne Rückerstattungspflicht durch A.________).

4. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
E.________ durch Rechtsanwältin F.________ sowie die auf den Schuldspruch entfallende 
Rückzahlungspflicht durch A.________ werden mit separater Verfügung betragsmässig festge-
setzt.

V.

1. Der A.________ mit Urteil der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 08.06.2020 für eine 
Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu CHF 30.00 gewährte bedingte Vollzug wird widerrufen. Die 
Strafe ist zu vollziehen.

2. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 werden A.________ aufer-
legt.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduzieren sich die Verfahrenskosten um 
CHF 150.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 150.00.

5

VI.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 und 49 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO weiter verur-
teilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 1’000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 28.05.2018 an die 
Straf- und Zivilklägerin C.________.

2. Zur Bezahlung von CHF 4'571.25 Schadenersatz zuzüglich 5 % Zins seit dem 01.01.2022 an 
die Straf- und Zivilklägerin E.________.

3. Zur Bezahlung von CHF 25’000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 28.03.2021 an die 
Straf- und Zivilklägerin E.________.

Betreffend Zivilpunkt wird in Anwendung von Art. 41 und 49 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO er-
kannt:

1. Die Genugtuungsforderung der Straf- und Zivilklägerin C.________ wird soweit weiterge-
hend abgewiesen.

2. Die Forderung der Straf- und Zivilklägerin E.________ auf Schadenersatz wird soweit weiter-
gehend dem Grundsatz nach gutgeheissen und auf den Zivilweg verwiesen.

3. Die Genugtuungsforderung der Straf- und Zivilklägerin E.________ wird soweit weiterge-
hend abgewiesen.

4. Das beantragte Kontaktverbot der Straf- und Zivilklägerin E.________ wird abgewiesen.

5. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden.

VII.

Weiter wird verfügt:

1. A.________ geht in den vorzeitigen Strafvollzug zurück.

2. Folgende Gegenstände werden nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zur Ver-
nichtung eingezogen (Art. 69 StGB):

 3 Walkie Talkie, Marke Baofeng, schwarz mit zwei orangen Knöpfen auf der linken Seite

 Festplatte aus Laptop ACER (Seagate 750 GB, S/N ST750LM022 HNM750MBBS)

 Mobiltelefon SM-G965F Galaxy S9 Plus, schwarz

3. Dem Fachbereich Digitale Forensik FDF der Kantonspolizei Bern wird nach Eintritt der Rechts-
kraft des vorliegenden Urteils der Auftrag zur Löschung sämtlicher elektronisch sichergestellten 
und als Archivkopien gespeicherten Daten sowie zur Vernichtung der damit zusammenhängen-
den Originaldatenträger erteilt (FDF-Nr. ________ [Computer] und ________ [Mobilgeräte]).

4. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung (Einreise- und Aufenthaltsverweigerung) im 
Schengener Informationssystem angeordnet.

5. Das DNA-Profil und die erfassten biometrischen erkennungsdienstlichen Daten (PCN ________) 
sind nach Ablauf der gesetzlichen Frist von 30 Jahren zu löschen (Art. 16 Abs. 2 Bst. h i.V.m. 
Art. 16 Abs. 3 DNA-ProfilG und Art. 354 Abs. 4 Bst. a StGB).

6. [Eröffnungs- und Mitteilungsformel]

6

2. Erstinstanzliche Verfügung betreffend Verfahrenskosten, amtliche Entschä-
digungen sowie Rück- und Nachzahlungspflichten

Mit Verfügung vom 30. August 2023 erkannte die Vorinstanz betreffend Verfah-
renskosten, amtliche Entschädigungen sowie Rück- und Nachzahlungspflichten 
das Nachstehende (pag. 1755 ff.; Hervorhebungen im Original):

1. Die auf den Freispruch entfallenden, mit Ziff. II. Urteilsdispositiv vom 24.08.2023 dem Kanton 
Bern auferlegten Verfahrenskosten von 1/2 (inklusive Anteil von 2/5 der Entschädigung, welche 
auf das obergerichtliche Beschwerdeverfahren BM 21 247 fällt sowie inklusive Kosten für die 
Übersetzung und unentgeltliche Rechtspflege der Straf- und Zivilklägerin C.________ werden 
betragsmässig wie folgt festgesetzt: 

[Tabelle Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf CHF 52'666.40]

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1'250.00. Die 
reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 51'416.40 (ohne Kosten für die amtliche 
Verteidigung und Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft 
CHF 26'493.05).

2. Die auf den Schuldspruch entfallenden, mit Ziff. III.3. Urteilsdispositiv vom 24.08.2023 dem Be-
schuldigten A.________ auferlegten Verfahrenskosten von 1/2 (inklusive die vollen Kosten für 
die amtliche Verteidigung von Fürsprecherin G.________ sowie die vollen Kosten für die unent-
geltliche Rechtspflege der Straf- und Straf- und Zivilklägerin[recte Straf- und Zivilklägerin] 
E.________; ohne Übersetzungskosten und ohne Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege der 
Straf- und Straf- und Zivilklägerin[recte Straf- und Zivilklägerin] C.________) werden betrags-
mässig wie folgt festgesetzt:

[Tabelle Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf CHF 56'482.40]

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1'250.00. Die 
reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 55'232.40 (ohne Kosten für die amtliche 
Verteidigung und Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft 
CHF 26'384.30).

3. Die auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die 
amtliche Verteidigung von A.________ durch Fürsprecherin G.________ (vom 28.03.2021 bis 
am 07.04.2021; für den Vorfall vom 28.03.2021 z.N. von E.________) wurden mit Verfügung der 
regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 14.04.2021 wie folgt bestimmt: 

[Tabelle amtliche Entschädigung und volles Honorar]

Der Kanton Bern hat Fürsprecherin G.________ für die amtliche Verteidigung von A.________ 
die Entschädigung von CHF 2'059.85 bereits ausgerichtet. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
und Fürsprecherin G.________ die Differenz von CHF 511.60 zwischen der amtlichen Entschä-
digung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse er-
lauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

4. Für die auf den Freispruch entfallende amtliche Verteidigung von A.________ wird Rechtsanwalt 
B.________ eine anteilsmässige Entschädigung (1/2) von CHF 12'174.30 (inkl. Auslagen und 
MWST) ausgerichtet. 

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5. Die auf den Schuldspruch entfallende (1/2) amtliche Entschädigung und das volle Honorar für 
die amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt B.________ (ohne Anteil von 2/5 
der Entschädigung, welche auf das obergerichtliche Beschwerdeverfahren BM 21 247 fällt) wer-
den wie folgt bestimmt: 

[Tabelle amtliche Entschädigung]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 12'392.95. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
und Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 4'120.35 zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

6. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
C.________ durch Rechtsanwältin D.________ werden wie folgt bestimmt: 

[Tabelle amtliche Entschädigung und volles Honorar]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin D.________ für die unentgeltliche Rechtsvertre-
tung von C.________ mit CHF 12'749.05.

Vom amtlichen Honorar ist der mit Verfügung der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-
Seeland vom 26.08.2021 (pag. 2388) bevorschusste Betrag von CHF 3'744.20 abzuziehen. 
Rechtsanwältin D.________ ist demzufolge für die amtliche Rechtsvertretung von 
C.________ vom Kanton Bern noch ein Betrag von CHF 9'004.85 auszurichten. 

C.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen 
und Rechtsanwältin D.________ die Differenz von CHF 4'138.90 zwischen der amtlichen Ent-
schädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse er-
lauben (Art. 138 Abs. 1 i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO). 

7. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
E.________ durch Rechtsanwältin F.________ werden wie folgt bestimmt: 

[Tabelle amtliche Entschädigung und volles Honorar]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin F.________ für die unentgeltliche Rechtsvertre-
tung von E.________ mit CHF 14'395.30.

Der Kanton Bern kann von A.________ die Erstattung der amtlichen Entschädigung für die un-
entgeltliche Rechtsvertretung von E.________ verlangen, wenn er sich in günstigen wirtschaftli-
chen Verhältnissen befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 4 StPO). 

A.________ wird verpflichtet, E.________ zuhanden von Rechtsanwältin F.________ als Diffe-
renz zwischen der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege und dem vollen 
Honorar CHF 4'586.21 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). Rechtsanwältin F.________ hat in 
diesem Umfang gegen über ihrer Klientschaft ein Nachforderungsrecht (Art. 42a KAG). 

3. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft am 29. August 2023 Berufung 
an (pag. 1769). Mit jeweiligem Schreiben vom 30. August 2023 meldeten sodann 
A.________ (nachfolgend: Beschuldigter), amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt 
B.________ (pag. 1773), und C.________ (nachfolgend: Straf- und Zivilklägerin 1), 

8

vertreten durch ihre unentgeltliche Rechtsvertreterin Rechtsanwältin D.________ 
(pag. 1774), Berufung an.

Mit Verfügung vom 17. Januar 2024 stellte die Vorinstanz den Parteien die schriftli-
che Urteilsbegründung, datierend vom selben Tag, zu (pag. 1798 ff., pag. 1896 ff.). 

In der Berufungserklärung vom 19. Januar 2024 beschränkte die Generalstaatsan-
waltschaft ihre Berufung auf die Einstellung des Strafverfahrens wegen Verletzung 
des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, den Freispruch von der 
Anschuldigung der Schändung, die Strafzumessung und die Dauer der Landesver-
weisung (pag. 1911 ff.).

Die Straf- und Zivilklägerin 1 begrenzte ihre Berufung mit Berufungserklärung vom 
1. Februar 2024 auf den Freispruch von der Anschuldigung der Schändung und auf 
die Höhe der ihr zugesprochenen Genugtuung (pag. 1914 ff.).

Der Beschuldigte beschränkte seine Berufung mit Berufungserklärung vom 2. Fe-
bruar 2024 auf die Schuldsprüche wegen qualifizierter Vergewaltigung, qualifizier-
ter sexueller Nötigung (mehrfach begangen), Gefährdung des Lebens, Hausfrie-
densbruchs und Pornografie inkl. der entsprechenden Sanktions-, Massnahmen-, 
Kosten- und Entschädigungsfolgen sowie auf die Landesverweisung, den Widerruf 
inkl. Kostenfolgen, den Zivilpunkt (ausgenommen die Abweisung des Kontaktver-
bots betreffend E.________ [nachfolgend: Straf- und Zivilklägerin 2] und der Ver-
zicht auf Kostenausscheidung) und die weiteren Verfügungen (pag. 1921 ff.).

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte am 15. Februar 2024 mit, kein Nichteintreten 
auf die Berufungen des Beschuldigten und der Straf- und Zivilklägerin 1 zu bean-
tragen und infolge eigenständiger Berufung auf eine Anschlussberufung zu verzich-
ten (pag. 1933 f.). Die Straf- und Zivilklägerin 1 machte in ihrer Eingabe vom 
1. März 2024 ebenfalls kein Nichteintreten auf die Berufungen des Beschuldigten 
und der Generalstaatsanwaltschaft geltend (pag. 1936).

Die Straf- und Zivilklägerin 2, vertreten durch ihre unentgeltliche Rechtsvertreterin 
Rechtsanwältin F.________, teilte am 4. März 2024 mit, sie beantrage kein Nicht-
eintreten auf die Berufung des Beschuldigten, der Generalstaatsanwaltschaft und 
der Straf- und Zivilklägerin 1. Jedoch erkläre sie Anschlussberufung betreffend die 
Einstellung des Strafverfahrens wegen Verletzung des Geheim- oder Privatbe-
reichs durch Aufnahmegeräte und die Höhe der ihr zugesprochenen Genugtuung 
(pag. 1938 f.).

Der Beschuldigte teilte am 5. März 2024 mit, kein Nichteintreten auf die Berufungen 
der Generalstaatsanwaltschaft und der Straf- und Zivilklägerin 1 zu beantragen. 
Aufgrund der Berufungserklärungen der Generalstaatsanwaltschaft und der Straf- 
und Zivilklägerin 1 änderte er die in seiner Berufungserklärung gestellten Anträge 
insoweit ab, als er anstatt der zuvor beantragten Feststellung der Rechtskraft der 
erstinstanzlich erfolgten Einstellung und des erstinstanzlich ausgesprochenen Frei-
spruchs neu die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils beantragte (pag. 1941 f.).

Die Generalstaatsanwaltschaft teilte am 8. März 2024 mit, kein Nichteintreten auf 
die Anschlussberufung der Straf- und Zivilklägerin 2 zu beantragen (pag. 1951). 

9

Der Beschuldigte und die Straf- und Zivilklägerin 1 liessen sich diesbezüglich nicht 
vernehmen. 

4. Oberinstanzliches Beweisergänzungsverfahren

Mit Berufungserklärung vom 1. Februar 2024 ersuchte die Straf- und Zivilklägerin 1 
um Edition aller Fotos, welche der Kriminaltechnische Dienst (KTD) und das Institut 
für Rechtsmedizin (IRM) im Rahmen ihrer Strafanzeige vom 28. Mai 2018 erstellt 
hatten (pag. 1915). Nach durchgeführtem Schriftenwechsel hiess der Verfahrens-
leiter den Beweisantrag am 7. März 2024 gut (pag. 1944 f.). Mit Verfügung vom 
5. April 2024 nahm und gab er Kenntnis von den edierten Fotos (pag. 2012 f.).

Von Amtes wegen wurden oberinstanzlich über den Beschuldigten ein Strafregis-
terauszug (datierend vom 20. Februar 2025; pag. 2404 f.), ein Vollzugsbericht bei 
der Justizvollzugsanstalt (JVA) N.________ (datierend vom 19. Februar 2025; 
pag. 2399 ff.) sowie ein ergänzender Bericht beim Migrationsdienst der Stadt 
I.________ (Ortschaft) hinsichtlich der Prüfung der strafrechtlichen Landesverwei-
sung eingeholt (datierend vom 15. Januar 2025; pag. 2062 ff.). 

An der Berufungsverhandlung wurden der Beschuldigte (pag. 2423 ff.), die Straf- 
und Zivilklägerin 1 (pag. 2411 ff.) und die Straf- und Zivilklägerin 2 (pag. 2417 ff.) 
ergänzend einvernommen.

5. Anträge der Parteien

5.1 Generalstaatsanwaltschaft

Staatsanwältin P.________ beantragte und begründete an der Berufungsverhand-
lung folgende Anträge (pag. 2430 f., pag. 2444 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ sei schuldig zu erklären: 

1. der Schändung, begangen am 28. Mai 2018 in I.________ (Ortschaft) zum Nachteil von 
C.________ (Ziff. 1 AKS); 

2. der qualifizierten Vergewaltigung, begangen am 28. März 2021 in H.________ (Ortschaft) 
zum Nachteil von E.________ (Ziff. 2 AKS); 

3. der qualifizierten sexuellen Nötigung, mehrfach begangen am 28. März 2021 in H.________ 
(Ortschaft) zum Nachteil von E.________ (Ziff. 3 AKS); 

4. der Gefährdung des Lebens, begangen am 28. März 2021 in H.________ (Ortschaft) zum 
Nachteil von E.________ (Ziff. 4 AKS); 

5. der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, begangen am 
28. März 2021 in H.________ (Ortschaft) zum Nachteil von E.________ (Ziff. 5 AKS); 

6. des Hausfriedensbruchs, begangen am 28. Mai 2018 in I.________ (Ortschaft) zum Nachteil 
von C.________ (Ziff. 6 AKS); 

7. der Pornographie, begangen am 28. März 2021 und in der Zeit davor vom 2. Januar 2021 bis 
10. März 2021 (Ziff. 7 AKS);

II.

10

A.________ sei in Anwendung von Art. 40, 41, 47, 49 Abs. 1, 50, 51, 63, 66a Abs. 1 lit. b und h, 129 
Abs. 4, 179quater, 186, 189 Abs. 1 und 2, 190 Abs. 1 und 3, 191, 197 Abs. 4 StGB 

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 9 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs- 
und Sicherheitshaft von 411 Tagen und mit vorzeitigem Strafantritt am 12. Mai 2022;

2. zu einer vollzugsbegleitenden ambulanten Massnahme; 

3. zu einer Landesverweisung von 12 Jahren (mit Ausschreibung im Schengener Informations-
system);

4. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

III.

Der A.________ mit Urteil der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 8. Juni 2020 für eine 
Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu CHF 30.00 gewährte bedingte Vollzug sei zu widerrufen und die 
Strafe sei zu vollziehen; unter Auferlage der Verfahrenskosten an den Beschuldigten.

IV.

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. A.________ sei zurück in den vorzeitigen Strafvollzug zu schicken. 

2. Die beschlagnahmten Gegenstände (3 Walkie-Talkie, eine Festplatte aus Laptop ACER und ein 
Mobiltelefon) seien zur Vernichtung einzuziehen (Art. 69 StGB).

3. Dem Fachbereich Digitale Forensik FDF der Kantonspolizei Bern sei nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils der Auftrag zur Löschung sämtlicher elektronisch sichergestellten und als Ar-
chivkopien gespeicherten Daten sowie zur Vernichtung der damit zusammenhängenden Origi-
nalträger zu erteilen.

4. Das DNA-Profil und die erfassten biometrischen erkennungsdienstlichen Daten seien nach Ab-
lauf der gesetzlichen Frist von 30 Jahren zu löschen (Art. 16 Abs. 2 Bst. h i.V.m. Art. 16 Abs. 3 
DNA-ProfilG und Art. 354 Abs. 4 Bst. a StGB).

5. Die Honorare des amtlichen Verteidigers und der amtlichen Vertreterinnen der Privatklägerinnen 
seien gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

5.2 Beschuldigter 

Rechtsanwalt B.________ beantragte und begründete an der Berufungsverhand-
lung was folgt (pag. 2429 f., pag. 2439 f.; Hervorhebungen im Original):

I. Das Verfahren gegen Herrn A.________ betreffend den Vorwurf der Verletzung des Geheim- 
oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, angeblich begangen am 28. März 2021 in 
H.________ (Ortschaft) zum Nachteil von E.________ (Ziffer I.5. AKS) sei einzustellen. 

Eventualantrag: Freispruch, vgl. nachfolgend unter Ziffer II.

II. Herr A.________ sei vollumfänglich frei zu sprechen von den Anschuldigungen

a. der Schändung, evtl. versuchte Schändung, evtl. versuchte Vergewaltigung, angeblich 
begangen am 28. Mai 2018 in I.________ (Ortschaft) zum Nachteil von C.________ (Zif-
fer I.1. AKS);

11

b. der qualifizierten Vergewaltigung, evtl. einfachen Vergewaltigung, angeblich begangen 
am 28. März 2021 in H.________ (Ortschaft) zum Nachteil von E.________ (Zif-
fer I.2. AKS);

c. der qualifizierten sexuellen Nötigung, evtl. einfachen sexuellen Nötigung, angeblich mehr-
fach begangen am 28. März 2021 in H.________ (Ortschaft) zum Nachteil von 
E.________ (Ziffer I.3. AKS); 

d. der Gefährdung des Lebens, angeblich begangen am 28. März 2021 in H.________ 
(Ortschaft) zum Nachteil von E.________ (Ziffer I.4. AKS); 

e. Eventualantrag falls keine Einstellung (vgl. Ziffer I.) 
der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte angeblich be-
gangen am 28. März 2021 in H.________ (Ortschaft) zum Nachteil von E.________ (Zif-
fer I.5. AKS);

f. des Hausfriedensbruchs, angeblich begangen am 28. Mai 2018 in I.________ (Ortschaft) 
zum Nachteil von C.________ (Ziffer I.6. AKS); 

g. der Pornografie, angeblich begangen am 28. März 2021 und in der Zeit davor (Zif-
fer I.7. AKS).

III. Das Widerrufsverfahren betreffend der mit Urteil der Staatsanwaltschaft Berner Jura Seeland 
vom 08. Juni 2020 bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu CHF 30.00 
sei einzustellen und die diesbezüglichen Verfahrenskosten dem Kanton Bern zur Tragung auf-
zuerlegen. 

IV. Herr A.________ sei am Tag der oberinstanzlichen Urteilsfällung aus dem vorzeitigen Straf-
vollzug zu entlassen. 

V. Die Zivilforderungen der Privatklägerinnen seien vollumfänglich abzuweisen. 

VI. Herrn A.________ sei für jeden ausgestandenen Tag in Polizei und Untersuchungshaft sowie 
im vorzeitigen Strafvollzug eine Entschädigung im Betrag von je CHF 200.00 zuzusprechen.

VII. Es sei festzustellen, dass das an Frau Rechtsanwältin G.________ ausgerichtete amtliche 
Honorar gemäss Verfügung vom 14. April 2012 nicht der Rückerstattungspflicht gemäss 
Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO unterliegt. 

VIII. Es sei festzustellen, dass das an Herrn Rechtsanwalt B.________ ausgerichtete amtliche Ho-
norar für das erstinstanzliche Verfahren nicht der Rückerstattungspflicht gemäss Art. 135 
Abs. 4 lit. a StPO unterliegt. 

IX. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien vollumfänglich dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

X. Es sei festzustellen, dass das Honorar für die amtliche Verteidigung von Herrn A.________ 
durch Rechtsanwalt B.________ für das oberinstanzliche Verfahren – festzusetzen gemäss 
Kostennoten vom 06. März 2025 – nicht der Rückerstattungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 
lit. a StPO unterliegt. 

XI. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien vollumfänglich dem Kanton Bern aufzuerlegen.

XII. Allfällige weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu erlassen.

5.3 Straf- und Zivilklägerin 1

Rechtsanwältin D.________ beantragte und begründete an der Berufungsverhand-
lung das Nachstehende (pag. 2432, pag. 2446; Hervorhebungen im Original):

12

I. Reconnaître le prévenu coupable: 

 d'actes d'ordre sexuel sur une personne incapable de discernement ou de résistance, 
éventuellement, sous la forme de la tentative, infraction commise au préjudice de la 
plaignante, le 28 Mai 2018, dans son appartement, situé I.________ (Ortschaft), selon les 
circonstances de fait, de lieu et de temps telles que décrites au chiffre 1 de l'acte 
d'accusation du 6 septembre 2022. 

 de violation de domicile, infraction commise le 28 Mai 2018, en pénétrant dans 
l'appartement de la plaignante, situé à I.________, selon les circonstances de fait, de 
temps et de lieu, telles que décrites au chiffre 6 de l'acte d'accusation du 6 
septembre 2022.

II. Partant, en application des dispositions légales pertinentes, condamner le prévenu:

1. à une peine privative de liberté à dire de justice. 

2. à une mesure thérapeutique au sens des Art. 56ss CP. 

3. statuer sur l'expulsion du prévenu au sens de l'Art. 66a CP. 

4. Mettre les frais de procédure de première instance, comprenant notamment les frais et les 
honoraires de la mandataire de la partie plaignante en sa qualité d'avocate d'office, qui 
s'élèvent à CHF 12749.05 (selon le ch. 6 de l'ordonnance du 30.08.2023 du tribunal de 
première instance), à la charge du prévenu et préciser que la partie plaignante n'a pas 
l'obligation de remboursement compte tenu de sa qualité de victime au sens de l'Art. 30 
al. 3 LAVI ;

5. Mettre les frais de procédure d'appel, comprenant notamment les frais et les honoraires de 
la mandataire de la partie plaignante en sa qualité d'avocate d'office, selon la note 
d'honoraires de ce jour, à la charge du prévenu, sans obligation de remboursement de la 
partie plaignante compte tenu de sa qualité de victime LAVI selon l'Art. 30 al. 3 LAVI.

III. Action civile: 

1. Condamner le prévenu à payer à la plaignante une indemnité de tort moral d'un montant à 
dire de justice, Mais d'au moins CHF 8'000.00, avec intérêts à 5% depuis le 28 Mai 2018.

2. Sans distraction de frais et dépens pour l'action civile.

IV. À titre d'ordonnance: 

Taxer les honoraires de l'avocate d'office de la plaignante, dans l'hypothèse où ils ne pourraient 
être encaissés auprès du prévenu condamné, selon la note d'honoraires de ce jour, sans 
obligation de remboursement par la victime (Art. 30. al. 3 LAVI).

5.4 Straf- und Zivilklägerin 2

Rechtsanwältin F.________ beantragte und begründete an der Berufungsverhand-
lung folgende Anträge (pag. 2433, pag. 2450 ff.; Hervorhebungen im Original):

I. Reconnaître le prévenu A.________ coupable de:

 Viol qualifié, infraction commise le 28 mars 2021 aux environs de 3h45 - 4h25, à 
H.________ (Ortschaft), vers le parking du Restaurant J.________ au préjudice de la 
plaignante, selon les circonstances de fait, de lieu et de temps telles que décrites au chiffre 
I. 2 de l'acte d'accusation du 6 septembre 2022.

13

 Contrainte sexuelle qualifiée, infraction commise à réitérées reprises le 28 mars 2021 
aux environs de 3h45 - 4h25, à H.________ (Ortschaft), vers le parking du Restaurant 
J.________ au préjudice de la plaignante, selon les circonstances de fait, de lieu et de 
temps telles que décrites au chiffre I. 3 de l'acte d'accusation du 6 septembre 2022. 

 Mise en danger de la vie d'autrui, infraction commise le 28 mars 2021 aux environs de 
3h45 - 4h25, à H.________ (Ortschaft), vers le parking du Restaurant J.________ au 
préjudice de la plaignante, selon les circonstances de fait, de lieu et de temps telles que 
décrites au chiffre I. 4 de l'acte d'accusation du 6 septembre 2022. 

 Violation du domaine secret ou du domaine privé au moyen d'un appareil de prises 
de vues, infraction commise le 28 mars 2021 aux environs de 3h45 - 4h25, à H.________ 
(Ortschaft), vers le parking du Restaurant J.________ au préjudice de la plaignante, selon 
les circonstances de fait, de lieu et de temps telles que décrites au chiffre I. 5 de l'acte 
d'accusation du 6 septembre 2022.

II. Partant, en application des dispositions légales pertinentes,

1. Condamner le prévenu A.________ à une peine privative de liberté et à une mesure 
thérapeutique à dire de justice. 

2. Statuer sur la question de l'expulsion selon les Art. 66a ss CP. 2 

3. Mettre les frais de procédure de première instance, comprenant notamment les frais et les 
honoraires de la mandataire de la partie plaignante E.________ en sa qualité d'avocate 
d'office, qui s'élèvent à CHF 14'395.30 (selon le ch. 7 de l'ordonnance du 30.08.2023 du 
tribunal de première instance), à la charge du prévenu A.________.

4. Condamner le prévenu A.________ à payer à la partie plaignante E.________ pour la 
procédure de première instance, une indemnité de dépens, correspondant à la différence 
entre l'indemnité allouée pour le mandat d'office et les honoraires que sa mandataire aurait 
touchés comme mandataire privée, à savoir un montant de CHF 4586.21 (selon le ch. 7 de 
l'ordonnance du 30.08.2023 du tribunal de première instance). 

5. Mettre les frais de procédure d'appel, comprenant notamment les frais et les honoraires de 
la mandataire de la partie plaignante E.________ en sa qualité d'avocate d'office, selon la 
note d'honoraires de ce jour, à la charge du prévenu A.________. 

6. Condamner le prévenu A.________ à payer à la partie plaignante E.________, une 
indemnité de dépens pour la procédure d'appel, correspondant à la différence entre 
l'indemnité allouée pour le mandat d'office et les honoraires que sa mandataire aurait 
touchés comme mandataire privée, selon la note d'honoraires de ce jour.

III. Action civile

A. Dommages-intérêts

1. Condamner le prévenu A.________ à verser à la partie plaignante E.________, à titre 
de dommages-intérêts, la somme de CHF 4'571.25 avec intérêts à 5% depuis le 1 er 
janvier 2022 (échéance moyenne). 

2. Pour le surplus, s'agissant des dommages et intérêts à compter de janvier 2023, 
comprenant notamment les frais médicaux et thérapeutiques, adjuger l'action civile 
dans son principe en reconnaissant une responsabilité entière du prévenu 
A.________ et renvoyer la partie plaignante E.________ à agir devant les tribunaux 
civils.

B. Tort moral

14

Condamner le prévenu A.________ à payer à la partie plaignante E.________ une 
indemnité de tort moral d'un montant de CHF 45'000.00 avec intérêts à 5% depuis le 28 
mars 2021. 

C. Sans distraction de frais et dépens pour l'action civile.

IV. À titre d'ordonnances 

1. Ordonner la confiscation du téléphone portable SM-G965F Galaxy S9 PLUS noir, en vue 
de sa destruction.

2. Taxer les honoraires de l'avocate d'office de la plaignante selon la note d'honoraires de ce 
jour, sans obligation de remboursement par la victime (Art. 30 al. 3 LAVI).

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). Mit Blick auf den Umfang der (Anschluss-)Berufungen hat die Kammer 
die Einstellung, den Freispruch, sämtliche Schuldsprüche inkl. Sanktions-, Mass-
nahmen-, Kosten- und Entschädigungsfolgen, die Landesverweisung, den Wider-
ruf, den Zivilpunkt (ohne Kontaktverbot und ohne Kostenpunkt) sowie die weiteren 
Verfügungen zu prüfen. Dabei verfügt sie über volle Kognition (Art. 398 
Abs. 3 StPO). Soweit die Generalstaatsanwaltschaft und die Straf- und Zivilkläge-
rinnen (Anschluss-)Berufung erhoben haben, ist sie in den betreffenden Punkten 
nicht an das Verschlechterungsverbot gebunden. Im Übrigen darf sie das erstin-
stanzliche Urteil nicht zum Nachteil des Beschuldigten abändern (Art. 391 
Abs. 2 StPO).

Die Punkte des erstinstanzlichen Urteils, die von keiner Partei (zumindest indirekt) 
angefochten wurden, sind in Rechtskraft erwachsen. Es sind dies namentlich die 
Höhe der amtlichen Entschädigungen von Rechtsanwalt B.________, Rechtsan-
wältin D.________ und Rechtsanwältin F.________ sowie die Abweisung des be-
antragten Kontaktverbots der Straf- und Zivilklägerin 2 und der Verzicht auf die 
Ausscheidung von Verfahrenskosten für die Beurteilung des Zivilpunkts. Die Höhe 
der amtlichen Entschädigung von Fürsprecherin G.________, die den Beschuldig-
ten vom 28. März 2021 bis 7. April 2021 amtlich verteidigt hat, wurde bereits mit 
Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 14. April 2021 rechtskräftig festgesetzt 
(pag. 1352 ff.).

Nicht der Rechtskraft zugänglich ist die Verfügung der Vorinstanz betreffend die 
Löschung des erstellten DNA-Profils und der erhobenen biometrischen erken-
nungsdienstlichen Daten des Beschuldigten.

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung wird auf die Ausführungen 
der Vorinstanz verwiesen (pag. 1807 ff.). Ergänzend und teilweise wiederholend ist 
folgendes festzuhalten:

15

Es ist das Recht jeder beschuldigten Person, sich nicht selbst belasten zu müssen 
und namentlich die Aussage und Mitwirkung im Strafverfahren zu verweigern 
(Art. 113 Abs. 1 StPO). Entsprechend ist es unzulässig, ihr Schweigen als Indiz für 
ihre Schuld zu werten. Hingegen ist es nicht ausgeschlossen, das Aussageverhal-
ten der beschuldigten Person in die freie Beweiswürdigung miteinzubeziehen. So 
insbesondere, wenn sie sich weigert, zu ihrer Entlastung erforderliche Angaben zu 
machen, resp. es unterlässt, entlastende Behauptungen näher zu substantiieren, 
obschon eine Erklärung angesichts der belastenden Beweiselemente vernünftiger-
weise erwartet werden darf. Folglich darf in Situationen, die nach einer Erklärung 
rufen, das Schweigen der beschuldigten Person bei der Gewichtung belastender 
Elemente mitberücksichtigt werden, es sei denn, die beschuldigte Person berufe 
sich zu Recht auf ein Zeugnisverweigerungsrecht (Urteil des Bundesgerichts 
6B_129/2024 vom 22. April 2024 E. 2.3.2).

Der in Art. 10 Abs. 2 StPO normierte Grundsatz in dubio pro reo ist erst nach er-
folgter Gesamtwürdigung heranzuziehen, falls relevante Zweifel verbleiben. Die 
mehrfache Würdigung von Beweismitteln zu einzelnen Sachverhaltsteilen zuguns-
ten der beschuldigten Person ergäbe ein zu deren Gunsten verzerrtes Bild, das bei 
objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses offensichtlich unhaltbar 
und damit willkürlich wäre (Urteil des Bundesgerichts 6B_160/2022 vom 5. Okto-
ber 2022 E. 2.4).

8. Vorfall vom 28. Mai 2018 (Ziff. I.1 und Ziff. I.6 AKS)

8.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Betreffend den 28. Mai 2018 wird dem Beschuldigten unter Ziff. I.1 und Ziff. I.6 der 
Anklageschrift vom 6. September 2022 vorgeworfen, sich der Schändung (ev. ver-
suchten Schändung, ev. versuchten Vergewaltigung) und des Hausfriedensbruchs 
zum Nachteil der Straf- und Zivilklägerin 1 schuldig gemacht zu haben. Die Ankla-
geschrift umschreibt den Sachverhalt wie folgt (pag. 1481 ff.; Hervorhebungen im 
Original):

1. Schändung, evtl. versuchte Schändung, evtl. versuchte Vergewaltigung 

begangen am 28.05.2018, ca. 03:30 Uhr, in I.________ (Ortschaft), z.N. von C.________, 

indem der Beschuldigte sich ans Bett von C.________ schlich, wo diese mit ihren beiden Töch-
tern schlief, unbemerkt die Bettdecke von ihr entfernte, ihre Shorts und Unterwäsche zur Seite 
schob und sie in sexueller Absicht an der Vulva berührte. Als der Beschuldigte sich über den 
Körper von C.________ beugte und sich mit einem Knie auf dem Bett abstützte erwachte 
C.________, worauf der Beschuldigte das Schlafzimmer sowie die Wohnung von C.________ 
fluchtartig verliess. 

Evtl. versuchte Schändung 

indem der Beschuldigte sich ans Bett von C.________ schlich, wo diese mit ihren beiden Töch-
tern schlief, unbemerkt die Bettdecke von ihr entfernte, ihre Shorts und Unterwäsche zur Seite 
schob, um sie in sexueller Absicht an der Vulva zu berühren. Als der Beschuldigte sich über den 
Körper von C.________ beugte und sich mit einem Knie auf dem Bett abstützte erwachte 
C.________, worauf der Beschuldigte ohne C.________ an den Genitalien zu berühren das 
Schlafzimmer sowie die Wohnung von C.________ fluchtartig verliess. 

16

Evtl. versuchte Vergewaltigung 

indem der Beschuldigte sich in der Absicht C.________ zu vergewaltigen an ihr Bett schlich, wo 
diese mit ihren beiden Töchtern schlief, unbemerkt die Bettdecke von ihr entfernte, ihre Shorts 
und Unterwäsche zur Seite schob und sie in sexueller Absicht an der Vulva berührte. Als der 
Beschuldigte sich über den Körper von C.________ beugte und sich mit einem Knie auf dem 
Bett abstützte erwachte C.________, worauf der Beschuldigte das Schlafzimmer so wie die 
Wohnung von C.________ fluchtartig verliess, ohne den Geschlechtsverkehr mit C.________ 
vollzogen zu haben.

6. Hausfriedensbruch 

begangen am 28.05.2018, ca. 03:30 Uhr, in I.________ (Ortschaft), z.N. von C.________, 

indem der Beschuldigte die Wohnung im von C.________ ohne ihre Einwilligung betrat und sich 
in ihr Schlafzimmer schlich, währendem die Privatklägerin am Schlafen war (vgl. vorstehend An-
klageziffer 1).

8.2 Beweismittel

Auf eine Zusammenfassung der Beweismittel wird verzichtet. Soweit für das vorlie-
gende Verfahren notwendig, wird direkt im Rahmen der nachfolgenden Beweis-
würdigung darauf eingegangen. Im Übrigen wird vollumfänglich auf die Zusammen-
fassung der Vorinstanz (pag. 1810 ff.) und die amtlichen Akten verwiesen.

8.3 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte anerkennt, in den frühen Morgenstunden des 28. Mai 2018 ohne 
die Einwilligung der Straf- und Zivilklägerin 1 deren Wohnung betreten und sich in 
deren Schlafzimmer aufgehalten zu haben, während jene mit ihren zwei Töchtern 
im selben Bett schlief. Er anerkennt ferner, die Wohnung fluchtartig verlassen zu 
haben, als die Straf- und Zivilklägerin 1 erwachte. 

Der Beschuldigte bestreitet hingegen, die Wohnung der Straf- und Zivilklägerin 1 
gezielt betreten zu haben, um sich an der Straf- und Zivilklägerin 1 zu vergehen. 
Namentlich streitet er ab, der Straf- und Zivilklägerin 1 in sexueller Absicht die Un-
terwäsche zur Seite geschoben und sie im Intimbereich berührt resp. dies beab-
sichtigt zu haben (eingehend zu den Vorbringen der Verteidigung: pag. 1691 ff. und 
pag. 2437).

Die Kammer hat somit beweismässig zu klären, aus welchem Grund der Beschul-
digte die Wohnung der Straf- und Zivilklägerin 1 betreten und was sich in deren 
Schlafzimmer zugetragen hat, namentlich ob der Beschuldigte die Unterwäsche der 
Straf- und Zivilklägerin 1 zur Seite geschoben und sie an den Genitalien berührte 
resp. berühren wollte.

8.4 Erwägungen der Kammer

8.4.1 Aussagen des Beschuldigten 

Der Beschuldigte berief sich über alle Einvernahmen hinweg weitgehend auf sein 
Aussageverweigerungsrecht. Einzig an der ersten Einvernahme vom 11. Juni 2020 
machte er einige rudimentäre Angaben zum Anklagesachverhalt. Er führte aus, die 
Straf- und Zivilklägerin 1 zu kennen (pag. 520 Z. 45 ff.). Sie lebe in der Wohnung 
unter ihm, auf der rechten Seite (pag. 521 Z. 52 ff.). Er sei schon einmal in ihrer 
Wohnung gewesen (pag. 521 Z. 91 ff.), wolle aber nicht sagen, wann das gewesen 

17

sei (pag. 521 Z. 95 ff.). Auf Erkundigung, ob er sexuelle Kontakte zur Straf- und Zi-
vilklägerin 1 gehabt habe, antwortete er: «Nein». Laut Verbal im Einvernahmepro-
tokoll wirkte er dabei in sich gekehrt und nachdenklich und sprach mit leiser Stim-
me (pag. 521 Z. 67 ff.). Die weiteren Fragen – namentlich ob er am 28. Mai 2018 
das Schlafzimmer der Straf- und Zivilklägerin 1 betreten und jene im Intimbereich 
berührt habe, ob das in der Wohnung gefundene Walkie-Talkie ihm gehöre und wie 
er sich erkläre, dass darauf seine DNA gefunden worden war – beantwortete er 
nicht (pag. 522 Z. 126 ff.). An der staatsanwaltlichen Schlusseinvernahme vom 
17. Mai 2022 führte er im Zusammenhang mit der ihm von Dr. med. K.________ at-
testierten, relativ hohen Rückfallgefahr für erneute Gewalt- und Sexualstraftaten 
aus: «Bei Frau C.________ sind Aussagen gegen Aussagen. Frau C.________… 
wie soll ich sagen… es ist nicht klar. Man hat nichts gegen mich in der Hand, dass 
ich das, was mir vorgeworfen wird, gemacht habe. Man hat einfach ein Walkie-
Talkie mit meinen Spuren gefunden» (pag. 557 Z. 239 ff.). Wie die Vorinstanz zu-
treffend erwog (pag. 1815), tragen diese wenigen, kargen Aussagen des Beschul-
digten, die keine eigene Sachverhaltsdarstellung enthalten, nicht zur Sachverhalts-
aufklärung bei. Es fällt jedoch auf, dass er den Anklagesachverhalt gegenüber Dr. 
med. K.________ nicht explizit bestritt, sondern lediglich erklärte, man könne ihm 
die Tat nicht nachweisen.

Gesprächiger als gegenüber den Strafverfolgungsbehörden zeigte sich der Be-
schuldigte gegenüber Dr. med. K.________ und L.________, dem Ex-Freund der 
Straf- und Zivilklägerin 1. Ersterem berichtete er am Explorationsgespräch vom 
6. April 2022, die Straf- und Zivilklägerin 1 vom Sehen her zu kennen. Er habe bei 
deren Partner «L.________» Cannabis gekauft. Am 28. Mai 2018 sei er «völlig 
dicht» gewesen, habe viel Alkohol konsumiert. Er habe sich schlicht in der Woh-
nung geirrt und sich auf das Bett gelegt. Irgendwann habe er gemerkt, dass etwas 
nicht stimme. Insbesondere als die Straf- und Zivilklägerin 1 geschrien habe, sei 
ihm klar geworden, dass er gehen müsse. Dann sei er geflohen. Die Straf- und Zi-
vilklägerin 1 passe nicht in sein «Beuteschema». Zudem habe er damals eine Part-
nerin und es nicht nötig gehabt, mit einer anderen Frau Sex zu haben (pag. 1165). 
Zweiterem erzählte der Beschuldigte im Sommer 2020 – zufolge der diesbezüglich 
glaubhaften Aussagen von L.________ vom 2. Juli 2020 und 17. Dezember 2020 
–, er habe sich am Abend des 28. Mai 2018 «Pilze» eingeworfen und ein Walkie-
Talkie geschenkt erhalten. Auf dem Weg nach Hause sei er in die falsche Woh-
nung gegangen, habe das Walkie-Talkie im langen Gang auf einem Vorsprung ab-
gelegt und sei geradeaus weiter ins Schlafzimmer rechts gegangen, wo er sich in 
das Bett gelegt habe. Als er erwacht und langsam zu sich gekommen sei und sich 
«abgetastet» habe, habe er bemerkt, dass er in der falschen Wohnung sei. Als er 
sich «abgetastet» habe, sei die Straf- und Zivilklägerin 1 erwacht und habe zu 
schreien begonnen. Er sei in Panik geraten und nach draussen gerannt (pag. 503 
Z. 111 ff., pag. 511 Z. 101 ff.).

Mit der die Vorinstanz (pag. 1815 f.) erachtet die Kammer die vom Beschuldigten 
gegenüber Dr. med. K.________ und L.________ gemachten Sachverhaltsdarstel-
lungen – er habe sich infolge alkoholisierten Zustands resp. unter Drogeneinfluss in 
der Wohnung geirrt und sich versehentlich in das Bett der Straf- und Zivilklägerin 1 
gelegt – als unglaubhaft resp. als Schutzbehauptung. Nicht nur machte er gegenü-

18

ber ihnen widersprüchliche Angaben betreffend die Ursache der angeblichen Ver-
wechslung/Verwirrtheit (Alkohol- vs. Drogenkonsum), sondern sind auch die örtli-
chen Gegebenheiten, die glaubhaften Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 1 (ein-
gehend dazu E. II.8.4.2 hiernach) und die allgemeine Lebenserfahrung nicht mit 
seinen Angaben vereinbar. So befindet sich die Wohnung der Straf- und Zivilkläge-
rin 1 im 1. Stock rechts, während sich die Wohnung der Grosseltern des Beschul-
digten im 2. Stock links befindet (pag. 489 Z. 250 ff., pag. 516 Z. 294 ff., pag. 520 
Z. 48 ff.), was eine Verwechslung der Wohnungen unwahrscheinlich macht. Gegen 
eine Verwechslung der Wohnungen spricht ferner das Nachtatverhalten des Be-
schuldigten. Hätte er sich tatsächlich bloss in der Wohnung geirrt, wäre zu erwarten 
gewesen, dass er sich noch vor Ort oder in den Folgetagen bei der Straf- und Zivil-
klägerin 1 für das versehentliche Betreten der Wohnung entschuldigt und sich 
diesbezüglich erklärt bzw. seinen Irrtum spätestens gegenüber den Strafverfol-
gungsbehörden kundtut. Ohnehin dürfte der Beschuldigte – sofern er überhaupt un-
ter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand – nicht derart verwirrt gewesen sein, dass er 
nicht mehr wusste, wo er sich befindet und was er tut. Andernfalls hätte er nach 
dem unvermittelten Erwachen der Straf- und Zivilklägerin 1 kaum derart rasch re-
agieren, zielgerichtet die Wohnungstür ansteuern und die Wohnung fluchtartig ver-
lassen können. Auch hätte er gegenüber L.________ mehr als zwei Jahre nach 
dem Vorfall kaum mehr benennen können, wo er das Walkie-Talkie in der ihm 
fremden Wohnung abgelegt hatte (siehe zum Ablageort des Walkie-Talkies auch 
die diesbezüglich mit den Angaben des Beschuldigten übereinstimmende Auskunft 
der Straf- und Zivilklägerin 1 auf pag. 486 Z. 119 ff.). Anders als mit einem bewuss-
ten Einschleichen in die Wohnung und in das Schlafzimmer lässt sich auch nicht 
plausibel erklären, weshalb der Beschuldigte weder die Straf- und Zivilklägerin 1 
und deren Kinder weckte noch deren Cousine, die im Kinderzimmer einen Film 
schaute (pag. 493 Z. 73 ff.; pag. 496 Z. 169 ff.), ihn hörte. Das Bett war zudem be-
reits mit der Straf- und Zivilklägerin 1 und deren beiden Töchtern belegt, so dass 
sich der Beschuldigte nicht oder jedenfalls nicht unbemerkt daneben zum Schlafen 
hätte hinlegen können. Ohnehin steht das geltend gemachte Sich-ins-Bett-legen im 
Widerspruch zur glaubhaften Aussage der Straf- und Zivilklägerin 1, wonach sich 
der Beschuldigte auf ihrer Seite neben dem Bett befunden habe, als sie erwacht 
sei, und der Beschuldigte ein Knie auf die Matratze gelegt und sich die Matratze 
unter seinem Gewicht abgesenkt habe. Es kann somit ausgeschlossen werden, 
dass der Beschuldigte zuvor neben ihr im Bett schlief. Untermauert wird dies nicht 
zuletzt von der im polizeilichen Nachtrag vom 6. August 2020 festgehaltenen Be-
merkung, wonach der Beschuldigte gegenüber dem Schreibenden vor der Einver-
nahme vom 11. Juni 2020 mündlich angegeben habe, «dass er im Mai 2018, 
nachts, die Wohnung von C.________ durch die unverschlossene Wohnungstüre 
betreten und sich zu ihr ins Schlafzimmer begeben habe. C.________ habe dabei 
auf ihrem Bett geschlafen und sei erwacht, als er in ihrem Schlafzimmer neben 
dem Bett gestanden sei» (Hervorhebung durch die Kammer; pag. 38). Abschlies-
send und bezugnehmend auf die Aussage des Beschuldigten gegenüber Dr. med. 
K.________, wonach er zum Tatzeitpunkt in einer Beziehung gewesen sei, ist ein-
zig anzumerken, dass er gemäss eigenen Angaben nicht treu ist (pag. 653 Z. 56 ff.) 
und auch im Zeitpunkt der zum Nachteil der Straf- und Zivilklägerin 2 begangenen 

19

Sexualdelikte in einer Beziehung war (pag. 20 Z. 81 ff., pag. 636 Z. 228 ff.). Somit 
kann er aus der zum Tatzeitpunkt bestehenden Beziehung nichts zu seinen Guns-
ten ableiten.

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die wenigen, vom Beschuldigten gemachten An-
gaben zum angeklagten Sachverhalt unglaubhaft sind, weshalb beweiswürdigend 
darauf nicht abzustellen ist. 

8.4.2 Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 1

Weil die Aussagen des Beschuldigten nichts zur Sachverhaltsaufklärung beitragen, 
kommt den Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 1 zentrale Bedeutung zu. 

Die Straf- und Zivilklägerin 1 schilderte anlässlich ihrer ersten Einvernahme vom 
28. Mai 2018, tatnah um 05:52 Uhr, in freier Rede was folgt: «J'étais en train de 
dormir et je sais pas, il y a quelque chose qui m'a réveillé. J'ai ouvert les yeux et j'ai 
vu quelqu'un qui était à côté du lit, comme ça... Il a dû voir que j'avais ouvert les 
yeux et il est parti en courant. Je n'avais plus la couverture sur moi. Moi je n'ai pas 
pu voir à quoi il ressemblait, il faisait nuit. J'ai couru après, mais je ne n'ai pas pu le 
rattraper et j'ai eu peur qu'ils soient plusieurs et je me suis arrêtée. J'ai crié, crié, 
crié, pour que quelqu'un mette la lumière, mais personne n'a allumé. Quand j'étais 
vers la porte, j'ai vu que ma culotte était mise de côté. Pour vous répondre, mes 
parties génitales étaient découverte» (pag. 479 Z. 43 ff.). Auf Nachfrage, wo sich 
der Mann befunden habe, als sie aufgewacht sei, ergänzte sie: «Il était à côté du lit, 
pas tout près de ma tête, plus bas. Je crois qu'il était appuyé contre le lit mais je ne 
suis pas sûre» (pag. 479 Z. 56 ff.; ferner pag. 479 Z. 72 : «Elles se trouvait dans le 
lit avec moi. Du côté opposé à l'homme»). Auf Erkundigung, ob er sie berührt habe, 
meinte sie: «Oui, je suis sûre qu'il m'a touchée dans les parties. Vous vous 
répondre, je suis sûre de cela parce que je suis humide en bas. Mais je n'ai rien 
senti...» (pag. 479 Z. 61 ff.). Der Beschuldigte habe wissen müssen, dass die Woh-
nungstür Lärm mache, denn sie habe ihn nicht gehört (pag. 480 Z. 84 ff.).

An der Untersuchung durch das IRM vom 28. Mai 2018 um 10:40 Uhr, an den Ein-
vernahmen vom 12. Juni 2020 und 17. November 2020 sowie an der erst- und obe-
rinstanzlichen Hauptverhandlung vom 21. August 2023 resp. 6. März 2025 schilder-
te die Straf- und Zivilklägerin 1 das Kerngeschehen weitgehend identisch, detail-
liert, differenziert und stimmig. Auch Jahre später nach dem Vorfall berichtete sie, 
sie habe mit ihren beiden Töchtern im Bett gelegen und geschlafen (pag. 486 
Z. 76 ff., pag. 491 Z. 73 ff., pag. 2413 Z. 12 ff.). Sie habe ein bisschen auf der Seite 
und auf dem Rücken gelegen (pag. 1663 Z. 4 ff.). Weil es heiss gewesen sei, habe 
sie mit einem Bein unter der Bettdecke und mit einem Bein ausserhalb der Decke 
geschlafen. Als sie erwacht sei, sei die Bettdecke entfernt gewesen (pag. 488 
Z. 206 ff.). Sie sei erwacht, weil sich das Bett gesenkt resp. die Matratze nachge-
geben habe (pag. 485 Z. 76 ff., pag. 494 Z. 94 ff., pag. 1662 Z. 24 ff., pag. 2413 
Z. 18 ff., pag. 2414 Z. 19 f. und Z. 35 ff.). Sie habe die Augen geöffnet und rechts 
neben sich einen Mann gesehen, der sie angeschaut habe. Sie habe Augen gese-
hen (pag. 1662 Z. 24 ff., pag. 2413 Z. 18 ff., pag. 2414 Z. 1 ff.). Der Mann sei recht 
nahe, rund 30 cm von ihr entfernt, resp. «presque sur moi» gewesen (pag. 583, 
pag. 485 Z. 76 ff., pag. 493 Z. 73 ff., pag. 1662 Z. 42 ff.). Er habe sich auf Höhe ih-

20

res Rumpfs befunden und ein Knie auf der Matratze gehabt (pag. 488 Z. 220 ff., 
pag. 1664 Z. 27 ff.). Deshalb habe sich auch das Bett resp. die Matratze zur Seite 
geneigt (pag. 494 Z. 101 ff.). Als sie die Augen geöffnet habe, sei der Mann sofort 
zurückgewichen (pag. 488 Z. 220 ff.). Sie habe gedacht, er sei ihr Ex-Freund, wes-
halb sie «L.________» gesagt habe. Daraufhin sei der Mann weggerannt (pag. 485 
Z. 76 ff., pag. 1662 Z. 24 ff., pag. 2413 Z. 18 ff., pag. 2414 Z. 19 ff.). Sie sei ihm bis 
zur Wohnungstür gefolgt. Dort habe sie angehalten, weil sie nicht gewusst habe, ob 
es mehrere Personen seien und was noch passiere (pag. 493 Z. 73 ff., pag. 2413 
Z. 27 ff.). Bei der offenstehenden Wohnungstür habe sie gemerkt, dass ihre Unter-
bekleidung im Genitalbereich verschoben sei (pag. 584, pag. 1663 Z. 18 f., 
pag. 494 Z. 105 ff.). Sie habe die kalte Luft gespürt und bemerkt, dass die «Boxer» 
verschoben (pag. 1664 Z. 35 ff., pag. 2415 Z. 35 ff.) und ihr Intimbereich feucht sei 
(pag. 584, pag. 2414 Z. 22 ff.). 

Auf Vorhalt, der Beschuldigte habe angegeben, die Wohnungen verwechselt zu 
haben, führte die Straf- und Zivilklägerin 1 wiederholt aus, sie könne sich das nicht 
vorstellen. Zur Begründung erklärte sie nachvollziehbar, sie habe im ersten Stock 
links gewohnt und der Beschuldigte im zweiten Stock rechts; auch seien die Woh-
nungen nicht identisch (pag. 489 Z. 250 ff., pag. 1663 Z. 44 ff., pag. 2415 Z. 7 ff.). 
Zudem sei alles dunkel, d.h. kein Licht eingeschaltet, gewesen und habe der Mann 
ein Walkie-Talkie dabeigehabt (pag. 486 Z. 113 f., pag. 495 Z. 146 ff.). Auf Nach-
frage, ob der Mann etwas gemacht resp. sie berührt habe, gab die Straf- und Zivil-
klägerin 1 jeweils offen und ohne den Beschuldigten über Gebühr zu belasten an, 
sie wisse nicht, was jener getan habe. Sie könne sich nicht erinnern, was er ge-
macht habe oder nicht (pag. 1663 Z. 9 ff., pag. 2414 Z. 35 ff.). Weil ihre «Boxer» 
zur Seite geschoben gewesen sei, glaube sie, dass er sie berührt habe (pag. 494 
Z. 113 ff., pag. 494 Z. 120 ff.). Sie habe jedoch keine Berührung gespürt (pag. 494 
Z. 117, pag. 2414 Z. 22 ff.).

Wie die Vorinstanz auf pag. 1816 eingehend darlegte, weisen die Aussagen der 
Straf- und Zivilklägerin 1 zahlreiche Realitätsmerkmale auf. Gewisse Unstimmigkei-
ten in ihren Aussagen – etwa als sie angab, die Wohnungstür sei abgeschlossen 
gewesen (pag. 488 Z. 210 ff.) und sie habe «un petit short noir, comme un boxer. 
Et une culotte noire» getragen (pag. 485 Z. 91 f.) – betreffen entweder nicht das 
Kerngeschehen oder lassen sich mit dem Zeitablauf erklären. Die Straf- und Zivil-
klägerin 1 hatte nie die Absicht, den Beschuldigten zu Unrecht zu belasten, erfolgte 
die Anzeige doch gegen Unbekannt und stellte sich erst zwei Jahre später heraus, 
dass es sich beim nächtlichen Eindringling um den Nachbarn resp. den Beschuldig-
ten handelt. Es fehlen mithin jegliche Anhaltspunkte dafür, dass ihre Sachverhalts-
darstellung nicht auf Selbsterlebtem basiert und erfunden sein könnte. Im Ergebnis 
ist beweiswürdigend darauf abzustellen. 

8.4.3 Zu Ziff. I.6 AKS im Besonderen

Wie unter E. II.8.4.1 hiervor ausgeführt, ist aufgrund der Gesamtumstände – erster 
vs. zweiter Stock, Wohnung rechts vs. links, geräuschloses Betreten der Wohnung 
und des Schlafzimmers, kein Betätigen des Lichtschalters, Zur-Seite-Schieben der 
Unterhose der Straf- und Zivilklägerin 1 (siehe dazu E. II.8.4.4 hiernach), fluchtarti-
ges Verlassen der Wohnung, ausbleibende Entschuldigung, etc. – widerlegt, dass 

21

sich der Beschuldigte bloss in der Wohnung irrte. Für die Kammer steht beweis-
mässig zweifelsfrei fest, dass der Beschuldigte gezielt die Wohnung der Straf- und 
Zivilklägerin 1 betrat und sich in deren Schlafzimmer schlich – dies in sexueller Ab-
sicht (vgl. hierzu die nachfolgenden Erwägungen unter E. II.8.4.4).

8.4.4 Zu Ziff. I.1 AKS im Besonderen

Gestützt auf die diesbezüglich sehr bestimmten Aussagen der Straf- und Zivilkläge-
rin 1 und angesichts des Schnitts, der von ihr in der Tatnacht getragenen Unterho-
se, geht die Kammer beweismässig davon aus, dass der Beschuldigte die Unter-
hose der schlafenden Straf- und Zivilklägerin 1 – wie von ihr ausgesagt – zur Seite 
geschoben hat, und sich diese nicht – wie von der Vorinstanz angenommen 
(pag. 1818) und seitens der Verteidigung geltend gemacht (pag. 1691, pag. 2437) 
– von selbst resp. während des Verfolgens des Beschuldigten verschoben hat.

Die Straf- und Zivilklägerin 1 sagte anlässlich ihrer ersten Einvernahme aus, «ma 
culotte était mise de côté» (Hervorhebung durch die Kammer; pag. 479 Z. 51 f.). 
Auch anlässlich der zweiten Einvernahme zeigte sie sich überzeugt davon, dass ih-
re Unterhose vom Beschuldigten zur Seite geschoben worden war. Andernfalls 
hätte sie auf die Frage «Avez-vous le sentiment que l’auteur vous a touchée dans 
la zone de vos parties intimes?» kaum geantwortet: «Je pense oui. Pourquoi il m’a 
mis la culotte de côté?» (Hervorhebung durch die Kammer; pag. 487 Z. 179 ff.). 
Desgleichen anlässlich der dritten Einvernahme, als sie auf die Frage «Est-ce que 
l’inconnu vous a touché?» mit «Oui je pense» antwortete und auf die Ergänzungs-
frage «À quel moment? Quand vous dormiez ou après quand vous vous êtes 
réveillée» präzisierte: «Je ne peux pas vous dire, mais je pense quand je dormais 
car mon boxer ne peut pas se mettre de côté tout seul […] Et mon boxer était de 
côté, c’est pour cela que je le sais, car il était de côté» (Hervorhebung durch die 
Kammer; pag. 494 Z. 110 ff.). Neben der Straf- und Zivilklägerin 1 haben auch die 
dazumal einvernehmenden Mitarbeiter der Strafverfolgungsbehörden nie in Be-
tracht gezogen, dass sich die Unterhose von selbst resp. beim Rennen verschoben 
haben könnte, haben sie die Straf- und Zivilklägerin 1 doch nie mit dieser Alternati-
verklärung konfrontiert. Diese Alternativerklärung wurde erstmals an der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung aufgeworfen, indem die Straf- und Zivilklägerin 1 
danach gefragt wurde, ob es sein könnte, dass sich die Kleidung beim Rennen ver-
schoben habe. Die Straf- und Zivilklägerin 1 antwortete hierauf bestimmt mit: 
«Nein, es klebte richtig an meinem Körper» (pag. 1663 Z. 21 f.). Dass die Straf- 
und Zivilklägerin 1 stets überzeugt und ohne Zweifel zu äussern angab, der Be-
schuldigte habe ihre Unterhose zur Seite geschoben, ist bezeichnend: Ansonsten 
wies sie jeweils darauf hin, wenn sie etwas nur vermutete (vgl. beispielhaft: 
pag. 479 Z. 58 f., pag. 487 Z. 176 f. und Z. 181 ff., pag. 494 Z. 111 und Z. 114 f.), 
und zeigte sie sich betreffend die Ursache der von ihr im Intimbereich festgestellten 
Feuchtigkeit offen für Alternativerklärungen: So berichtete sie an der zweiten Ein-
vernahme auf die Frage, ob sie weitere Veränderungen an ihrem Körper und/oder 
an ihrer Kleidung festgestellt habe: «Non part que c'était humide. Mais à Berne on 
m'a dit que ça pouvait être dû à la peur, que j'avais pu avoir des pertes. Mais ça, on 
me l'a expliqué après» (pag. 494 Z. 125 ff.; ferner: «Le fait est que j’ai senti que 
c’était humide mais le médecin m’a dit que sous le stress il y avait eu peut-être un 

22

relâchement», pag. 487 Z. 182 ff.). Sie beharrte mithin nicht darauf, dass die fest-
gestellte Feuchtigkeit auf eine Berührung ihres Intimbereichs durch den Beschul-
digten zurückzuführen ist. Auch sonst belastete sie den Beschuldigten nicht un-
nötig. Namentlich verneinte sie, eine Berührung im Intimbereich gespürt zu haben 
(pag. 494 Z. 117) und vom Beschuldigten bedroht oder bestohlen worden zu sein 
(pag. 480 Z. 84 ff. und Z. 122 ff.). Auch stellte sie nie Mutmassungen darüber an, 
was der Beschuldigte getan haben könnte, während sie und ihre Töchter schliefen 
(pag. 494 Z. 117, pag. 1664 Z. 13 ff., pag. 2414 Z. 35 ff.). Im Gegenteil: Sie betonte 
wiederholt und namentlich auch anlässlich der Berufungsverhandlung, sie wolle 
wissen, warum der Beschuldigte in ihre Wohnung gelangt sei und was er gemacht 
habe (pag. 2414 Z. 35 ff., pag. 2415 Z. 39 ff.).

Die Straf- und Zivilklägerin 1 trug zum Tatzeitpunkt eine Herrenunterhose in Grös-
se M (vgl. pag. 567 resp. pag. 1993 ff. sowie pag. 2415 Ziff. 1 ff.). An der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung gab sie an, es sei ihre «Boxershorts» gewesen und 
diese habe ihrer Grösse entsprochen (pag. 1664 Z. 32 ff.). Auf Erkundigung, ob es 
noch Platz dazwischen gehabt habe, präzisierte sie: «Die Boxershorts waren sehr 
eng» (pag. 1664 Z. 35 ff.). Die Nachfrage, ob es in den letzten fünf Jahren nach 
dem Vorfall nochmals vorgekommen sei, dass ihre Unterwäsche verschoben ge-
wesen sei, verneinte sie (pag. 1664 Z. 39 ff.). Auch an der Berufungsverhandlung 
antwortete sie auf die Ergänzungsfrage von Rechtsanwältin D.________, wie die 
Unterhose anlag, mit «eng» (pag. 2415 Z. 26 ff.), und fügte erklärend an: «Es war 
eine Boxer» (pag. 2415 Z. 32 ff.). Aufgrund des Schnitts der fraglichen Unterhose 
erachtet es die Kammer als nicht denkbar, dass sich diese während der Verfolgung 
des Beschuldigten derart zur Seite verschoben hat, wie von der Straf- und Zivilklä-
gerin geschildert. Entgegen den Ausführungen der Verteidigung (pag. 1691, 
pag. 2347) trug die Straf- und Zivilklägerin 1 keine übergrosse, ausgeleierte Unter-
hose, die im Schritt lose sitzt, wie dies bei klassischen, d.h. breiten und formlos ge-
schnittenen Herren-Boxershorts der Fall ist. Vielmehr handelt es sich um eine eng 
geschnittene Herrenunterhose, vergleichbar mit einer Damen-Pantie, die eng an-
liegt. Wie Rechtsanwältin D.________ anlässlich der Berufungsverhandlung zu 
Recht zu bedenken gab, verrutscht eine solche beim Rennen – wenn überhaupt –
beim Gesäss und zieht sich dort mittig zusammen.

Während es somit als erstellt gelten kann, dass der Beschuldigte die Unterhose der 
Straf- und Zivilklägerin 1 zur Seite geschoben hat, kann ihm ein Berühren des In-
timbereichs nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Die von der Straf- und Zivil-
klägerin 1 wahrgenommene Feuchtigkeit im Intimbereich legt ein Berühren zwar 
nahe, jedoch könnte die Feuchtigkeit laut Auskunft des medizinischen Personals 
gegenüber der Straf- und Zivilklägerin 1 auch auf eine Angst-/Stressreaktion 
zurückzuführen sein (pag. 487 Z. 182 ff., pag. 494 Z. 125 ff.). Zu Gunsten des Be-
schuldigten ist deshalb beweismässig davon auszugehen, dass er die Straf- und 
Zivilklägerin 1 im Intimbereich nicht berührt hat.

Das Verhalten des Beschuldigten – d.h. nachts in das Schlafzimmer der schlafen-
den Straf- und Zivilklägerin 1 schleichen, sich auf Rumpfhöhe über sie beugen und 
ihren Intimbereich freilegen – lässt keinen anderen Schluss zu, als dass er sexuelle 
Handlungen an der Straf- und Zivilklägerin 1 vornehmen wollte. Anders als die Vor-

23

instanz (pag. 1818) schliesst die Kammer andere Absichten klar aus. Sexuell über-
griffiges Verhalten ist dem Beschuldigten denn auch nicht fremd. So beging er drei 
Jahre später einen nochmals deutlich schwereren sexuellen Übergriff zum Nachteil 
der Straf- und Zivilklägerin 2 (eingehend dazu E. II.9 hiernach), besass er verbote-
ne Pornografie (eingehend dazu E. II.10 hiernach) und beschrieb ihn Dr. med. 
K.________ im Gutachten vom 9. April 2022 im Zusammenhang mit der Prüfung 
einer Störung der sexuellen Präferenz nach ICD-10 F65 – unter Vorbehalt, dass 
sich die Tat entsprechend den Angaben der Straf- und Zivilklägerin 2 ereignet hat – 
als einen Menschen, der sich bei Bedarf nimmt, was er braucht resp. will 
(pag. 1181). Die Kammer erachtet es deshalb beweismässig zweifelsfrei als er-
stellt, dass der Beschuldigte in sexueller Absicht handelte; konkret, dass er die 
Straf- und Zivilklägerin 1 (mindestens) im Intimbereich mit der Hand bzw. mit sei-
nen Händen ausgreifen wollte. Dass er beabsichtigte, den Geschlechtsverkehr zu 
vollziehen, wie ihm in der Anklage eventualiter vorgeworfen wird, kann ihm hinge-
gen nicht nachgewiesen werden.

8.5 Beweisergebnis

Nach dem Gesagten erachtet die Kammer den Sachverhalt gemäss Ziff. I.1 im Sin-
ne der Eventualanklage «versuchte Schändung» und denjenigen gemäss Ziff. I.6 
der Anklageschrift als erstellt. Die Kammer geht mithin von folgendem erstellten 
Sachverhalt aus:

Der Beschuldigte betrat am 28. Mai 2018 gegen 03:30 Uhr wissentlich und willent-
lich in sexueller Absicht und ohne Einwilligung der Straf- und Zivilklägerin 1 deren 
Wohnung. Er schlich in das Schlafzimmer, wo die Straf- und Zivilklägerin 1 ge-
meinsam mit ihren beiden Töchtern im Bett schlief. Unbemerkt entfernte er die 
Bettdecke von der Straf- und Zivilklägerin 1 und schob deren Unterhose zur Seite, 
um sie im Intimbereich mit seiner Hand bzw. mit seinen Händen auszugreifen. Als 
er sich auf Rumpfhöhe über den Körper der Straf- und Zivilklägerin 1 beugte und 
sich mit einem Knie auf dem Bett abstützte, erwachte die Straf- und Zivilklägerin 1, 
weil sich die Matratze aufgrund seines Gewichts senkte. Die Straf- und Zivilkläge-
rin 1 öffnete die Augen und nannte den Namen ihres Ex-Partners «L.________», 
woraufhin der Beschuldigte fluchtartig aus dem Schlafzimmer rannte. Er verliess 
das Schlafzimmer und anschliessend die Wohnung, ohne die Straf- und Zivilkläge-
rin 1 im Intimbereich mit seiner Hand bzw. mit seinen Händen ausgegriffen zu ha-
ben.

9. Vorfall vom 28. März 2021 (Ziff. I.2 bis Ziff. I.5 AKS)

9.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Betreffend den 28. März 2021 wird dem Beschuldigten unter Ziff. I.2 bis Ziff. I.5 der 
Anklageschrift vom 6. September 2022 vorgeworfen, sich der qualifizierten Verge-
waltigung (ev. einfachen Vergewaltigung), der mehrfachen qualifizierten sexuellen 
Nötigung (ev. mehrfachen einfachen sexuellen Nötigung), der Gefährdung des Le-
bens und der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte 
alles zum Nachteil der Straf- und Zivilklägerin 2 schuldig gemacht zu haben. Die 
Anklageschrift umschreibt die Sachverhalte wie folgt (pag. 1482 ff.; Hervorhebun-
gen im Original):

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2. Qualifizierte Vergewaltigung, evtl. einfache Vergewaltigung 

begangen am 28.03.2021, ca. 03:45 - 04:25 Uhr, in H.________ (Ortschaft), beim Parkplatz des 
Restaurants J.________, z.N. von E.________, 

indem der Beschuldigte sich E.________ von hinten näherte, sie überraschend packte bzw. in 
den Schwitzkasten nahm und würgte (vgl. nachfolgend Anklageziffer 4), ihr drohte, sie mit einem 
unbekannten spitzigen Gegenstand, welchen er in der Hand hielt, zu stechen bzw. zu erstechen 
wenn sie schreien sollte, ihr den Mund zuhielt und versuchte sie eine kleine Seitenstrasse zu 
zerren. Aufgrund der Gegenwehr von E.________ kamen in der Folge beide zu Fall, worauf sich 
E.________ mit einem zuvor behändigten abgebrochenen Hals einer Flasche zu wehren ver-
suchte und dem Beschuldigten dadurch verschiedene Schnittverletzungen an den Händen zu-
fügte. Danach packte der Beschuldigte E.________ erneut und zog sie zu einem Auto und ver-
langte von ihr, ihn oral zu befriedigen (vgl. nachfolgend Anklageziffer 3) ehe er E.________ ge-
gen das Auto drückte, so dass sie mit dem Gesicht zum Auto hin positioniert war, ihr die Hose 
und Unterhose runterzog und sie anschliessend gegen ihren verbal und körperlich explizit und 
implizit geäusserten Willen erst anal (vgl. nachfolgend Anklageziffer 3) und danach vaginal pe-
netrierte.

Der Beschuldigte handelte grausam, indem er E.________ mit einem unbekannten spitzigen 
Gegenstand bedrohte, dass er sie stechen bzw. erstechen würde, wenn sie schreie, während 
dem er sie gleichzeitig von hinten in den Würgegriff nahm, ihr den Mund zuhielt und sie in der 
Folge mehrfach stark würgte, so dass E.________ fast schwarz vor Augen wurde und sie Mühe 
beim Atmen sowie Schmerzen und Todesangst hatte. Durch sein Handeln fügte der Beschuldig-
te E.________ psychische und physische Qualen zu, die deutlich über das hinausgehen, was 
erforderlich ist, um ein Opfer zur Duldung von sexuellen Handlungen bzw. des Geschlechtsver-
kehrs zu nötigen.

3. Qualifizierte sexuelle Nötigung, evtl. einfache sexuelle Nötigung

mehrfach begangen am 28.03.2021, ca. 03:45 - 04:25 Uhr, in H.________ (Ortschaft), beim 
Parkplatz des Restaurants J.________, z.N. von E.________, 

indem der Beschuldigte sich E.________ von hinten näherte, sie überraschend packte bzw. in 
den Schwitzkasten nahm und würgte (vgl. nachfolgend Anklageziffer 4), ihr drohte, sie mit einem 
unbekannten spitzigen Gegenstand, welchen er in der Hand hielt, zu stechen bzw. zu erstechen 
wenn sie schreien sollte, ihr den Mund zu hielt und versuchte sie eine kleine Seitenstrasse zu 
zerren. Aufgrund der Gegenwehr von E.________ kamen in der Folge beide zu Fall, worauf sich 
E.________ mit einem zuvor behändigten abgebrochenen Hals einer Flasche zu wehren ver-
suchte und dem Beschuldigten dadurch verschiedene Schnittverletzungen an den Händen zu-
fügte. Danach packte der Beschuldigte E.________ erneut und zog sie zu einem Auto und ver-
langte von ihr, ihn oral zu befriedigen, was sie widerwillig tat wobei sie mehrfach verbal äusserte, 
dass sie das nicht möchte, ehe er E.________ gegen das Auto drückte, so dass sie mit dem 
Gesicht zum Auto hin positioniert war, ihr die Hose und Unterhose runterzog und sie anschlies-
send gegen ihren verbal und körperlich explizit und implizit geäusserten Willen anal penetrierte. 

Der Beschuldigte handelte grausam, indem er E.________ mit einem unbekannten spitzigen 
Gegenstand bedrohte, dass er sie stechen bzw. erstechen würde, wenn sie schreie, während 
dem er sie gleichzeitig von hinten in den Würgegriff nahm, ihr den Mund zuhielt und sie in der 
Folge mehrfach stark würgte, so dass E.________ fast schwarz vor Augen wurde und sie Mühe 
beim Atmen sowie Schmerzen und Todesangst hatte. Durch sein Handeln fügte der Beschuldig-
te E.________ psychische und physische Qualen zu, die deutlich über das hinausgehen, was 
erforderlich ist, um ein Opfer zur Duldung von sexuellen Handlungen zu nötigen.

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4. Gefährdung des Lebens

begangen am 28.03.2021, ca. 03:45 - 04:25 Uhr, in H.________ (Ortschaft), beim Parkplatz des 
Restaurants J.________, z.N. von E.________, 

indem der Beschuldigte sich E.________ von hinten näherte, sie überraschend packte bzw. in 
den Schwitzkasten nahm und ihr gleichzeitig den Mund zuhielt um sie am Schreien zu hindern, 
und sie in der Folge während längerer Zeit derart würgte, dass ihr fast schwarz vor Augen wurde 
und sie Mühe beim Atmen sowie Schmerzen hatte und eine kleine Punktblutung im rechten Au-
ge davontrug, und sie – ihr drohend, sie mit einem unbekannten spitzigen Gegenstand, welchen 
er in der Hand hielt, zu stechen bzw. zu erstechen wenn sie schreien sollte – in eine kleine Sei-
tenstrasse zu zerren versuchte, wobei aufgrund der Gegenwehr von E.________ schliesslich 
beide zu Boden gestürzt sind. 

Der Beschuldigte wusste um den Umstand, dass man einen Menschen in Lebensgefahr bringen 
kann, wenn man ihm das Atmen verunmöglicht bzw. die Luft- und Blutzufuhr zum Gehirn ab-
schneidet. Durch das überraschende, von hinten erfolgte Packen und in den Würgegriff bzw. 
Schwitzkasten nehmen von E.________, die vom nächtlichen Überfall geschockt war und Panik 
hatte, so dass sie beinahe bewusstlos wurde, und den Umstand, dass der Beschuldigte ihr zu-
sätzlich noch den Mund zu hielt und sie in eine kleine Seitenstrasse zu zerren versuchte, führte 
der Beschuldigte wissentlich und willentlich eine unmittelbare Lebensgefahr für E.________ her 
bei und handelte überdies skrupellos, indem er eine durch nichts zu rechtfertigende Hemmungs- 
und Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Leben von E.________ offenbarte.

5. Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte

begangen am 28.03.2021, ca. 03:45 - 04:25 Uhr, in H.________ (Ortschaft), beim Parkplatz des 
Restaurants J.________, z.N. von E.________, 

indem der Beschuldigte E.________ während des von ihm erzwungenen Oralverkehrs (vgl. vor-
stehend Anklageziffer 3) ohne deren Wissen und Einverständnis mit der Kamera seines Handys 
filmte.

9.2 Beweismittel

Auf eine Zusammenfassung der Beweismittel wird verzichtet. Soweit für das vorlie-
gende Verfahren notwendig, wird direkt im Rahmen der nachfolgenden Beweis-
würdigung darauf eingegangen. Im Übrigen wird vollumfänglich auf die Zusammen-
fassung der Vorinstanz (pag. 1822 ff.) und die amtlichen Akten verwiesen. Dies gilt 
namentlich für die Aussagen der einvernommenen Drittpersonen, denen zwar kei-
ne ausschlaggebende Bedeutung zukommt, die das Gesamtbild jedoch abrunden 
und auf die nachfolgend nur am Rande eingegangen wird.

9.3 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte anerkennt, dass es am 28. März 2021 zu einer Begegnung zwi-
schen ihm und der Straf- und Zivilklägerin 2 mit oraler Stimulation seines Penis 
(Fellatio) kam und er dies mit seinem Mobiltelefon filmte. Unbestritten ist ferner, 
dass ihn die Straf- und Zivilklägerin 2 mit einem abgebrochenen Hals einer Wein-
flasche mehrere Schnittverletzungen an den Händen zufügte. 

Der Beschuldigte bestreitet demgegenüber, dass die Fellatio gegen den Willen der 
Straf- und Zivilklägerin 2 erfolgte und es zu Anal- und Vaginalverkehr kam. Zudem 
streitet er ab, die Straf- und Zivilklägerin 2 mehrfach gewürgt und mit einem spitzen 
Gegenstand bedroht zu haben. Bestritten ist ferner, dass durch das Würgen eine 

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unmittelbare Lebensgefahr geschaffen wurde (eingehend zu den Vorbringen der 
Verteidigung: pag. 1692 ff. und pag. 2437).

In Anbetracht dessen und mit Blick auf die rechtliche Würdigung der Anklagesach-
verhalte hat die Kammer beweismässig zu klären, ob die Fellatio gegen den Willen 
der Straf- und Zivilklägerin 2 erfolgte, ob der Beschuldigte die Straf- und Zivilkläge-
rin 2 anal und vaginal mit seinem Penis penetrierte sowie ob er Gewalt gegen die 
Straf- und Zivilklägerin 2 anwandte, namentlich ob er sie lebensbedrohlich würgte 
und mit einem spitzen Gegenstand bedrohte.

9.4 Erwägungen der Kammer

9.4.1 Aussagen des Beschuldigten

Laut Anzeigerapport vom 19. Oktober 2021 und dazugehörigem Berichtsrapport 
vom 6. April 2021 wurde der Beschuldigte am 28. März 2021 mit einer Schnittver-
letzung an der linken Hand im Spitalzentrum I.________ (Ortschaft) eingeliefert. 
Auf die Frage der beigezogenen Polizei, wie er sich die Verletzung zugezogen ha-
be, habe er angegeben, diese stamme von einem Sturz auf eine Glasflasche. Auf 
Vorhalt, es bestehe der Verdacht, dass die Verletzung von einer Auseinanderset-
zung mit einer anderen Person stamme, habe der Beschuldigte zunächst ge-
schwiegen/überlegt. Schliesslich habe er angegeben, sich die Verletzung bei einer 
Auseinandersetzung mit einer Frau zugezogen zu haben, mit welcher er Ge-
schlechtsverkehr habe vollziehen wollen. Diese habe den Geschlechtsverkehr aber 
nicht gewollt, woraufhin er sofort von ihr abgelassen habe. Kurz darauf sei die Frau 
jedoch durchgedreht und habe ihn mit einer zerschlagenen Glasflasche angegrif-
fen, woraufhin er sich verteidigt habe (pag. 596 f., pag. 608 f.).

An der darauffolgenden formellen Einvernahme erzählte der Beschuldigte gleichen-
tags und in freier Rede, er habe in Q.________ (Ortschaft) beim Bahnhof eine jun-
ge Frau gesehen, die ebenfalls zu Fuss unterwegs gewesen sei. Er habe sie ange-
sprochen, ihr gesagt, dass er sie hübsch finde, und sie «angemacht». Daraufhin 
habe sie ihn gefragt, ob er zu ihr nach Hause kommen wolle, und sie seien ge-
meinsam weitergelaufen. Sie seien zu einer Brücke («R.________ (Brücke)», 
pag. 638) gekommen, wo es eine dunkle Ecke habe. Dort sei «alles» passiert 
(pag. 632 Z. 27 ff.). Die Frau habe ihn gefragt, ob sie ihm «einen blasen» dürfe, 
was er bejaht habe. Sie seien in die dunkle Ecke gegangen, wo die Frau vor ihm 
hingekniet sei und er sie am Kopf gepackt habe. Dann sei die Frau aggressiv ge-
worden, weil er anscheinend ihren Kopf zu fest gepackt habe. Sie sei aufgesprun-
gen und habe ihn angeschrien, er solle sie nicht so fest packen. Sie habe ein Stück 
Glas oder eine Glasflasche genommen. Er habe auf seiner Hand einen Stich ge-
spürt und bemerkt, dass er blute. Daraufhin sei er mit dem Körper zurückgegangen 
und habe mit den Händen abgewehrt, damit sie ihn nicht am Körper stechen kön-
ne. Dann seien sie wieder auf dem Weg zwischen der dunklen Ecke und dem 
Parkplatz gewesen. Die Frau habe bemerkt, dass er an der Hand blute und Angst 
bekommen. Sie habe seine Hand genommen und diese mit Wasser und einem 
«Lumpen», d.h. einem ganz normalen Taschentuch, geputzt. Dann habe sie wort-
wörtlich gesagt: «Los zue, i blase dir jez eine und du machsch ke Azeig gäge mi. 
Jede geit när si eiget Wäg». Er habe zugestimmt und sie seien rüber zum Parkplatz 

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(vor dem Restaurant J.________, pag. 638) gegangen (pag. 632 Z. 41 ff.). Er habe 
auf seinem Handy noch Videos, welche die Frau beim «Blasen» zeigten. Darauf sei 
zu sehen, dass sie es freiwillig tue und er sie nicht gezwungen habe. Danach habe 
ihn die Frau gefragt, ob sie gehen könne, was er bejaht habe. Er sei dann zurück 
zum Bahnhof gegangen, wo er zwei Männer gebeten habe, die Ambulanz zu avi-
sieren, um seine Hand behandeln zu lassen (pag. 632 Z. 56 ff.). Auf Nachfrage, 
über welche Themen er mit der Straf- und Zivilklägerin 2 beim Kennenlernen beim 
Bahnhof in Q.________(Ortschaft) gesprochen habe, blieb der Beschuldigte ober-
flächlich und detailarm und gab einzig an, sie hätten sich gegenseitig vorgestellt. Er 
könne nicht mehr sagen, wie die Frau geheissen habe, etwas mit «A». Er habe sie 
gefragt, was sie mache, und sie habe gesagt, sie gehe nach Hause. Er habe sie 
gefragt, ob er sie begleiten könne, was sie bejaht habe (pag. 632 Z. 68 ff.). Auf 
Vorhalt der Anschuldigung der Straf- und Zivilklägerin 2, er habe sie von hinten ge-
packt und mit einem nicht identifizierbaren Gegenstand bedroht, zeigte er sich auf-
fallend wortkarg: «Ich habe bereits alles gesagt, was ich wollte und was ich muss-
te» (pag. 633 Z. 107 ff.). Auch auf Vorhalt des von der Straf- und Zivilklägerin 2 ge-
schilderten erzwungenen Oral-, Anal- und Vaginalverkehrs reagierte der Beschul-
digte wortkarg und ohne eine eigene Sachverhaltsdarstellung abzugeben (beispiel-
haft: «Nein», pag. 634 Z. 37 ff.; «Nein, das stimmt alles nicht», pag. 634 Z. 121 ff.; 
«Nein, wie gesagt, auf den Bildern der Videos sieht man, dass ich nichts gemacht 
habe», pag. 634 Z. 125 ff.; «Keine Ahnung, was sie für einen Film sich montieren 
will. Sie kann ihre Sicht erzählen. Ich habe keine Ahnung», pag. 634 Z. 145 ff.; 
«Nein, gar nicht», pag. 634 Z. 165 ff.). Die Initiative zum Oralverkehr sei von der 
Straf- und Zivilklägerin 2 gekommen (pag. 635 Z. 199 ff.). Er habe diesen gefilmt, 
weil er «Bock» darauf gehabt habe (pag. 635 Z. 205 f.). Die Straf- und Zivilkläge-
rin 2 habe mitbekommen, dass er sie filme (pag. 644 Z. 105 ff.). Auf die Frage, ob 
er während der Fellatio zum Orgasmus gekommen sei, antwortete er: «Ja. Auf den 
Boden des Parkplatzes» (pag. 633 Z. 97 f.). Zu analem oder vaginalem Ge-
schlechtsverkehr sei es nicht gekommen, er habe «dies» auch nicht probiert 
(pag. 633 Z. 97 f., pag. 634 Z. 265 ff.). Er verneinte, die Straf- und Zivilklägerin 2 
bedroht, geschlagen und/oder genötigt zu haben (pag. 634 Z. 168 f.). Auch habe er 
weder eine Waffe noch einen gefährlichen Gegenstand auf sich getragen (pag. 635 
Z. 211 ff.). 

An der gleichentags erfolgten Hafteinvernahme bestätigte der Beschuldigte seine 
Erstaussagen als richtig (pag. 20 Z. 50 f.) und hielt weitgehend an seiner zuvor ab-
gegebenen Sachverhaltsdarstellung fest. Der einzige Kontakt zwischen ihm und 
der Straf- und Zivilklägerin 2 sei gewesen, «quand elle m'a sucé et ensuite quand 
elle a pris la bouteille et qu'elle m'a tapé». Sie habe ihn gefragt, ob sie ihm einen 
«blasen» dürfe, woraufhin sie in die dunkle Ecke gegangen seien. Er habe sie mit 
beiden Händen hinten am Kopf gehalten, woraufhin sie gesagt habe: «Ne me tou-
che pas à la tête, je n'aime pas cela». Sie sei aggressiv geworden und habe zur 
Glasflasche gegriffen (pag. 22 Z. 126 ff.). Zu weiteren sexuellen Handlungen mit 
der Straf- und Zivilklägerin 2 sei es nicht gekommen (pag. 23 Z. 177 f.). 

An der Einvernahme vom 12. August 2021, der staatsanwaltlichen Schlusseinver-
nahme vom 17. Mai 2022, der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 21. Au-
gust 2023 sowie an der Berufungsverhandlung vom 6. März 2025 machte der Be-

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schuldigte keine Aussagen zur Sache (pag. 652 Z. 17 ff., pag. 693 ff., pag. 1675 
Z. 1 ff., pag. 2424 Z. 11 ff.). Dies ist sein strafprozessuales Recht. Gleichwohl fällt 
auf, dass er zu keiner Erklärung mehr bereit war, nachdem die Ergebnisse der 
Spurenauswertungen vorlagen und er damit konfrontiert wurde, dass diese im Wi-
derspruch zu seinen bisherigen Aussagen stehen. Aufgrund der ihn belastenden 
objektiven Beweislage – namentlich hinsichtlich des Würgens: Einblutung in der 
Bindehaut des rechten Auges der Straf- und Zivilklägerin 2 (eingehend dazu 
E. II.9.4.5 hiernach); und hinsichtlich des vaginalen Geschlechtsverkehrs: Y-Profil 
ab dem hinteren Scheidegewölbe und dem äusseren Muttermund der Straf- und 
Zivilklägerin 2 stimmt mit demjenigen des Beschuldigten überein (eingehend dazu 
E. II.9.4.4 hiernach) – hätte vernünftigerweise erwartet werden dürfen, dass der 
Beschuldigte dazu beiträgt, allfällig erklärbare Widersprüche zwischen seinen Aus-
sagen und den objektiven Beweismitteln soweit möglich aufzulösen. Dass er dies 
nicht getan hat, kann als weiteres Indiz dafür gewertet werden, dass seine Sach-
verhaltsdarstellung nicht der Wahrheit entspricht (siehe zur Zulässigkeit der 
Berücksichtigung des Schweigens trotz Aussageverweigerungsrechts die in E. II.7 
hiervor zitierte bundesgerichtliche Rechtsprechung). 

Auf Frage des Gutachters, Dr. med. K.________, weshalb die Straf- und Zivilkläge-
rin 2 sage, die sexuellen Handlungen seien gegen ihren Willen erfolgt, antwortete 
der Beschuldigte anlässlich des Explorationsgesprächs vom 6. April 2022, er habe 
sich dies auch schon etliche Male gefragt. Zufolge Alkoholkonsums habe er deutli-
che Erinnerungsdefizite. Er sei am See alternierend bei drei Gruppen gewesen, bei 
denen er jeweils sehr viel Alkohol getrunken habe. Daher sei er sich sicher, im 
mutmasslichen Tatzeitraum betrunken gewesen zu sein. An den videografierten 
Oralverkehr habe er sich zunächst auch nicht mehr wirklich erinnern können. Erst 
nachdem er im Spital das entsprechende Video angeschaut habe, sei ihm bewusst 
geworden, dass dieser offenbar wenige Stunden zuvor passiert sei. Zufolge seiner 
Erinnerungsdefizite könne er insgesamt auch nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, 
was in den zur Diskussion stehenden frühen Morgenstunden alles abgelaufen sei. 
Insofern könne er auch nicht gänzlich ausschliessen, dass die Angaben der Straf- 
und Zivilklägerin 2 zutreffen könnten (pag. 1166 f.). Den geltend gemachten Erinne-
rungsdefiziten steht jedoch entgegen, dass der rund eine Stunde nach dem Vorfall 
durchgeführte Atemalkoholtest einen Wert von lediglich 0.2 mg/l ergab (pag. 609; 
siehe auch pag. 826 f.). Seine Aussage, wonach er zufolge Alkoholkonsums deutli-
che Erinnerungsdefizite habe, stellt mithin eine klar widerlegte Schutzbehauptung 
dar.

Mit der Vorinstanz (pag. 1830 f.) erachtet die Kammer die Sachverhaltsdarstellung 
des Beschuldigten, wonach es sei zwei Mal (zunächst bei der dunklen Ecke und 
später beim Parkplatz des Restaurants J.________) auf Initiative der Straf- und Zi-
vilklägerin 2 zur freiwilligen Fellatio, nicht aber zu weiteren sexuellen Handlungen 
gekommen sei, als nicht glaubhaft. Soweit er Aussagen machte, schilderte er das 
Kerngeschehen zwar konstant. Darüber hinaus weisen seine Aussagen jedoch kei-
ne Realitätsmerkmale auf, dafür diverse Lügensignale. Seine Aussagen sind äus-
serst ausweichend, detailarm, knapp und ohne jegliche Gefühlsäusserungen. Be-
zeichnend ist, dass er selbst betreffend Nebenpunkte und das Rahmengeschehen 
widersprüchliche und unwahre Angaben machte. So kam er namentlich nicht von 

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U.________ (Ortschaft) her, sondern hat er zuvor mit seiner damaligen Freundin 
T.________ deren Geburtstag am See gefeiert (pag. 716 Z. 119 ff.). Kommt hinzu, 
dass der Beschuldigte gegenüber den Strafverfolgungsbehörden nie Erinnerungs-
lücken geltend machte, vor dem Explorationsgespräch bereits mehrfach eingehend 
befragt worden war und ein nicht alltäglicher Vorfall zur Diskussion stand, weshalb 
der Beschuldigte die Geschehnisse vom 28. März 2021 auch am 6. April 2022 noch 
präsent gehabt haben wird. Damit einhergehend kommt die Äusserung des Be-
schuldigten gegenüber dem Gutachter, Dr. med. K.________, er könne «nicht 
gänzlich ausschliessen», dass die Angaben der Straf- und Zivilklägerin 2 zutreffen, 
implizit einem Geständnis gleich. Im Übrigen ist nicht plausibel, weshalb zwischen 
den zwei Fellatio, die der Beschuldigte geltend machte und von der Straf- und Zivil-
klägerin 2 jeweils freiwillig vorgenommen worden sein sollen, der Standort hätte 
gewechselt werden müssen. Auch das vom Beschuldigten erwähnte Taschentuch, 
mit welchem die Straf- und Zivilklägerin 2 angeblich seine blutige Hand reinigte, 
wurde nicht aufgefunden. Insgesamt sind die Sachverhaltsdarstellungen des Be-
schuldigten nicht nur als lebensfremd und teilweise sogar abstrus zu bezeichnen, 
sondern stehen sie zugleich im diametralen Widerspruch zu den durchwegs glaub-
haften Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 2 (eingehend dazu E. II.9.4.2 hier-
nach). 

Nach dem Gesagten sind die Beteuerungen des Beschuldigten, wonach die Initiati-
ve zur Fellatio von der Straf- und Zivilklägerin 2 ausgegangen und einvernehmlich 
gewesen sei, er die Straf- und Zivilklägerin 2 weder gewürgt noch verbal oder mit 
einem spitzen Gegenstand unter Druck gesetzt habe und es zu keinem Anal- und 
Vaginalverkehr gekommen sei, nicht glaubhaft. Auf seinen Aussagen kann nicht 
abgestellt werden. 

9.4.2 Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 2

Laut Anzeigerapport vom 19. Oktober 2021 und dazugehörigem Berichtsrapport 
vom 28. März 2021 machte die Straf- und Zivilklägerin 2 ihre Erstaussage in den 
frühen Morgenstunden des 28. März 2021 bei sich zuhause im Elternhaus, nach-
dem ihr Vater die Polizei informiert hatte. Sie gab an, nach dem Ausgang in 
I.________ (Ortschaft) allein nach Hause gelaufen zu sein, als sie beim 
«R.________(Brücke)» eine Person hinter sich bemerkt habe. Auf Höhe des Park-
platzes des Restaurants J.________ sei die Person von hinten an sie herangetre-
ten und habe sie mit dem Ellenbogen/Unterarm während rund dreissig Sekunden 
derart in den Würgegriff genommen, dass sie nicht mehr habe atmen können; 
schwarz vor Augen sei ihr dabei nicht geworden. Zum Selbstschutz habe sie auf 
dem Nachhauseweg die ganze Zeit über einen zerbrochenen Flaschenhals in der 
Hand gehalten. Mit diesem habe sie sich gegen den Angriff verteidigt. Sie habe ge-
schrien und wild mit den Armen um sich geschlagen, wobei sie sich selbst und den 
Angreifer mit dem Flaschenhals verletzt habe. Dank des Flaschenhalses habe sie 
sich aus dem Würgegriff befreien und in Richtung Allmendstrasse fliehen können 
(pag. 604 f.).

An den Einvernahmen vom 28. März und 14. Juli 2021, während der Untersuchung 
durch das IRM vom 28. März 2021 sowie an der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung vom 21. August 2023 und der Berufungsverhandlung vom 6. März 2025 mach-

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te die Straf- und Zivilklägerin 2 ergänzende Angaben. Sie sagte dabei durchwegs 
differenziert, stringent und widerspruchsfrei sowie authentisch und detailreich aus. 
Zusammengefasst berichtete sie, sie sei in I.________ (Ortschaft) im Ausgang ge-
wesen. Weil sie allein zu Fuss unterwegs gewesen sei und einen langen Nachhau-
seweg vor sich gehabt habe, habe sie am Bahnhof I.________ (Ortschaft) einen 
Flaschenhals behändigt (pag. 616 Z. 39 ff.). Nachdem sie das 
«R.________(Brücke)» passiert habe, sei sie auf Höhe des Restaurants 
J.________ von einem Mann von hinten gepackt worden (pag. 616 Z. 40 ff.). Die-
ser habe sie von hinten in den Schwitzkasten genommen; ihr Hals sei in seiner lin-
ken Armbeuge gewesen (pag. 619 Z. 173 ff., pag. 625 Z. 62 ff.). Sie habe nicht ge-
wusst, was er von ihr wolle, resp. gedacht, es sei ein Raubüberfall. Daher habe sie 
ihm Geld, Handy und Wertsachen angeboten. Er habe jedoch nicht darauf reagiert 
(pag. 616 Z. 43 f., pag. 625 Z. 68 f.). In der rechten Hand habe er einen spitzen 
Gegenstand gehalten, der wie die Klinge in der Grösse eines Sackmessers ausge-
sehen habe. Er habe sie damit bedroht und ihr gesagt, dass er sie umbringe resp. 
(er-)steche, wenn sie abermals schreie. Er habe ihr den Gegenstand nicht an den 
Körper gehalten, sondern ihr nur gezeigt (pag. 616 Z. 44 ff., pag. 618 Z. 152 ff., 
pag. 625 Z. 65 ff., pag. 1671 Z. 30 ff., pag. 1672 Z. 1 ff., pag. 1673 Z. 9 ff.). Darauf-
hin habe er ihr mit der Hand den Mund zugehalten und versucht, sie in eine Hinter-
gasse zu ziehen (pag. 616 Z. 46 ff., pag. 625 Z. 66 ff., pag. 808). Weil er ihr noch 
immer den Mund zugehalten habe, habe sie nicht schreien können. Sie habe wei-
terhin versucht, sich zu wehren (pag. 616 Z. 48 ff.). Der Mann sei nicht sehr gross 
gewesen, knapp grösser als sie, weshalb sie eine kleine Chance gesehen habe, zu 
entkommen (pag. 617 Z. 81 f.). Sie seien dann beide zu Fall gekommen. In diesem 
Moment habe sie sich mit dem Flaschenhals gewehrt und den Mann an der Hand 
verletzt (pag. 616 Z. 50 ff.). Er habe von ihr abgelassen und sie habe versucht, auf-
zustehen. Sie sei völlig unter Schock gestanden und habe nicht davonrennen kön-
nen. Der Mann habe sie dann wieder gepackt (pag. 616 Z. 51 ff., pag. 625 
Z. 70 ff.). Die ganze Zeit über habe sie versucht, mit dem Mann zu kommunizieren, 
um aus der Situation zu kommen und ihn zu überzeugen, «es» nicht zu tun. Zeit-
weise habe sie mit ihm sprechen und ihn beruhigen können (pag. 616 Z. 52 ff.). 
Dann habe er sie jedoch wieder gepackt und zu einem Auto gezogen. Er habe sie 
«sehr stark» gewürgt («Unterarmwürgegriff», pag. 808). Sie habe Atemnot verspürt 
und ihr sei fast schwarz vor Augen geworden resp. sie habe kurzzeitig ein «Schwa-
rz vor Augen»-Sehen bemerkt. Es habe sehr geschmerzt (pag. 619 Z. 176 ff., 
pag. 808). In dem Moment sei ihr bewusst geworden, dass es kein Raubüberfall 
sei. Sie habe gedacht, er wolle sie töten (pag. 625 Z. 76 f.). Dieser Moment sei der 
Schlimmste gewesen. Sie habe Todesangst verspürt, dissoziiert und sei in einen 
Überlebensmodus verfallen (pag. 1672 Z. 19 ff., pag. 2419 Z. 15 ff.). Hinter dem 
Auto habe der Mann seine Hose heruntergezogen und sie gezwungen, ihn oral zu 
befriedigen, was sie auch gemacht habe (pag. 808). Denn sie habe aus der Situati-
on rauskommen wollen. Sie habe beim ersten Angriff irgendeinen spitzen Gegen-
stand gesehen und Angst gehabt, dass er sie damit absteche (pag. 616 Z. 55 ff., 
pag. 617 Z. 97 ff., pag. 625 Z. 84 ff., pag. 635 Z. 82 ff.). Sie habe einfach gewollt, 
dass «es» vorbei gehe, dass sie halbwegs unversehrt da rauskomme. Sie habe 
mehrmals gesagt, dass sie «das» nicht wolle (pag. 616 56 f., pag. 617 Z. 103 f.). Er 

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habe sie teilweise, d.h. ab und zu, am Kopf festgehalten (pag. 616 Z. 57, pag. 625 
Z. 89, pag. 627 Z. 142 ff.) und immer mit dem Mobiltelefon nach unten geleuchtet 
(pag. 625 Z. 89 f.). Sie könne sich schlecht daran erinnern, wie lange das Leuchten 
resp. Filmen gedauert habe (pag. 626 Z. 92 ff.). Sie sei zu diesem Zeitpunkt in ei-
ner sehr schwachen Position gewesen und habe ihre Unversehrtheit wahren wol-
len. Deshalb habe sie sich nicht heftig gewehrt und habe der Beschuldigte sie auch 
nicht durchgehend am Kopf halten müssen (pag. 627 Z. 144 ff.). Irgendwann habe 
sie dann aufstehen können. Um wegzukommen, habe sie wiederum versucht, mit 
dem Mann zu kommunizieren (pag. 616 Z. 58 ff.). Sie habe auch zu flüchten ver-
sucht. Doch der Mann habe sie erneut gepackt und gegen ein Auto gedrückt, mit 
dem Kopf hin zum Auto (pag. 616 Z. 59 f., pag. 626 Z. 94 ff.). Daraufhin habe er ih-
re Hose und Unterhose runtergezogen und sie anal und anschliessend vaginal pe-
netriert (pag. 616 Z. 61 ff., pag. 626 Z. 96 ff., pag. 627 Z. 180 ff., pag. 808, 
pag. 2418 Z. 43 ff.), jeweils ohne ein Kondom zu verwenden (pag. 618 Z. 132 f.) 
und «ohne zu kommen». Auch beim vorangegangenen Oralverkehr sei er «nicht 
gekommen» (pag. 626 Z. 107 ff.). «Das Ganze» habe nicht lange gedauert resp. 
sei recht kurz gewesen (pag. 616 Z. 62, pag. 627 Z. 182). Sie habe die ganze Zeit 
über «Nein, Nein, Nein» gesagt (pag. 616 Z. 62 f.). Plötzlich habe der Mann auf-
gehört und sich ein wenig entfernt (pag. 616 Z. 63). Er habe sich von selbst 
zurückgezogen (pag. 626 Z. 98). Offenbar sei er sich seiner Tat bewusst gewor-
den. Er habe begonnen, sich zu entschuldigen. Das sei der Moment gewesen, in-
dem sie ihn habe überzeugen können, sie gehen zu lassen (pag. 617 Z. 64 f., 
pag. 1672 Z. 8 ff.). Er habe gemeint: «Das kann ich nicht machen, ich bin nicht ein 
solcher». Auch habe er gesagt, am nächsten Tag sowieso sterben zu müssen, weil 
er Schulden bei Leuten habe, die ihn am nächsten Tag umbrächten (pag. 618 
Z. 138 ff., pag. 626 Z. 98 ff.). Sie sei nicht darauf eingegangen, habe aber gesagt, 
dass sie nicht zur Polizei gehe, wenn er sie gehen lasse. Das habe er dann auch 
getan (pag. 626 Z. 101 ff.). Zu Hause habe sie umgehend ihre Eltern informiert, 
woraufhin ihr Vater die Polizei alarmiert habe (pag. 620 Z. 214 ff., pag. 626 
Z. 102 ff., pag. 2418 Z. 36 f.). Neben der Schnittverletzung durch den Flaschenhals 
habe sie Verletzungen infolge des Würgens (Nackenschmerzen, raue Stimme, 
Schluckbeschwerden) und der Vergewaltigung davongetragen (pag. 619 Z. 169 ff., 
pag. 808, pag. 2419 Z. 28 ff.). 

Mit der Sachverhaltsdarstellung des Beschuldigten konfrontiert, führte die Straf- 
und Zivilklägerin 2 jeweils aus, diese sei falsch. Sie legte nachvollziehbar und re-
flektiert dar: «Also das Verhalten, dass er hier anspricht, so etwas würde ich nie 
machen. Ich war bereits damals in einer Beziehung mit einer Person. Ich würde nie 
sexuelle Handlungen mit einer anderen Person ausserhalb dieser Beziehung ha-
ben. Das käme für mich nie in Frage. Ich hatte an diesem Abend nicht vor, mit an-
deren Leuten zu reden. Ich wollte einfach nur nach Hause. Und ich würde auch den 
Tag durch nicht mit anderen Menschen solche Gespräche führen. Das ist einfach 
etwas, das ich nicht mache, schon gar nicht um 4 Uhr morgens» (pag. 626 
Z. 115 ff.; siehe auch pag. 626 Z. 126 ff., pag. 627 Z. 184 ff.).

Wie die Vorinstanz auf pag. 1832 ff. ausführlich darlegte, sind die Aussagen der 
Straf- und Zivilklägerin 2 äusserst eindrücklich und weisen sie zahlreiche Rea-
litätsmerkmale und keine Lügensignale auf. Es fehlen jegliche Anhaltspunkte dafür, 

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dass ihre Sachverhaltsdarstellungen nicht auf Selbsterlebtem basieren und erfun-
den sein könnten. Schon nur die Tatsache, dass sie trotz der Schwere des geschil-
derten Übergriffs den Beschuldigten nicht über Gebühr belastete und stattdessen 
aussagte, die anale und vaginale Penetration habe «nicht lange» resp. «nur kurz» 
gedauert, der Beschuldigte habe von sich aus von ihr abgelassen und sich am En-
de bei ihr entschuldigt, sagt viel über die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen aus. Ent-
sprechend hilflos mutet der Versuch der Verteidigung an, die Glaubhaftigkeit der 
Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 2 – mit teilweise aktenwidrigen Behauptun-
gen – in Frage zu stellen. Entgegen deren Vorbringen (pag. 1692 f., pag. 2437) ist 
es durchaus verständlich, dass die damals 19-jährige Straf- und Zivilklägerin 2 ge-
genüber ihren Eltern und während der informellen Befragung im Elternhaus durch 
die Polizei lediglich von einem «Angriff» sprach und den ihr widerfahrenen sexuel-
len Übergriff zunächst unerwähnt liess. Wie die Straf- und Zivilklägerin 2 an der 
Einvernahme vom 28. Mai 2021 nachvollziehbar erläuterte, befand sie sich zu die-
sem Zeitpunkt in einem zu grossen Schockzustand, um «es» sagen zu können 
(pag. 620 Z. 219 ff.). Auch an der Berufungsverhandlung betonte sie, wie scham-
behaftet es für sie sei, mit ihr nahestehenden Personen über das Erlebte zu reden 
(pag. 2420 Z. 30 ff.). Entgegen den Ausführungen der Verteidigung (pag. 1693, 
pag. 2437) wird die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Straf- und Zivilklägerin 2 
auch nicht dadurch geschmälert, dass sie vor ihrer zweiten Einvernahme ihre vor-
angegangenen Aussagen durchgelesen hatte (pag. 625 Z. 49 ff.). Hätte sie eine 
Falschaussage machen wollen, hätte sie das vorgängige Durchlesen kaum von 
sich aus erwähnt. Kommt hinzu, dass ihre an der zweiten Einvernahme gemachten 
Aussagen nicht einstudiert wirken und sich nicht wortwörtlich mit ihren früheren 
Aussagen decken. Vielmehr schilderte sie das Vorgefallene nochmals in freier Er-
zählweise mit teilweise anderen Wörtern und Schwerpunkten sowie weiteren De-
tails, Nebensächlichkeiten, Präzisierungen und Ergänzungen.

Nach dem Gesagten ist beweiswürdigend vollumfänglich auf die glaubhaften Sach-
verhaltsdarstellungen der Straf- und Zivilklägerin 2 abzustellen, die durch die weite-
ren Beweismittel untermauert werden (eingehend dazu E. II.9.4.3 ff. hiernach).

9.4.3 Zu Ziff. I.3 (erzwungene Fellatio) und Ziff. I.5 AKS im Besonderen

Der Beschuldigte filmte die Fellatio mit der Kamera seines Mobiltelefons. Akten-
kundig sind sechs per Snap-Chat erstellte Videos à je rund zehn Sekunden. Auf 
diesen ist die Straf- und Zivilklägerin 2 zu sehen, die den Beschuldigten oral befrie-
digt, wobei sie dessen Penis mit der rechten, blutverschmierten und mit Schnitt-
wunden versehenen Hand hält (pag. 607). 

Die Straf- und Zivilklägerin 2 macht auf den Videoaufzeichnungen einen einge-
schüchterten und hilflosen Eindruck. Auf hartnäckiges Nachfragen des Beschuldig-
ten, verneinte sie gleich mehrfach, ihn gerne oral zu befriedigen. Auch bat sie ihn 
wiederholt in flehendem Ton, die «Lampe» auszumachen und sie nicht zu filmen. 
Der Beschuldigte gab denn auch selbst zu: «Elle a dit à trois reprises qu’il fallait 
éteindre la lampe, ensuite j’ai éteint et j’ai rangé mon téléphone» (Hervorhebungen 
durch die Kammer; pag. 644 Z. 106 f.). Wenngleich sich die Straf- und Zivilkläge-
rin 2 nicht aktiv zur Wehr setzte, geht aus dem Inhalt der Videos (namentlich aus 

33

dem Gesprächsinhalt und dem flehenden Tonfall der Straf- und Zivilklägerin 2) 
deutlich hervor, dass sie die Fellatio nicht freiwillig vornahm.

Augenfällig sind auch die verletzten und blutverschmierten Hände der Straf- und 
Zivilklägerin 2 (pag. 773 ff.), welche die von ihr geschilderte vorgängige Abwehr ob-
jektiveren. Es ist lebensfremd, dass sie dem Beschuldigten spontan Oralverkehr 
angeboten haben soll, nur um ihn kurz darauf mit dem abgebrochenen Flaschen-
hals (vgl. pag. 786 f.) zu attackieren und ihm die dokumentierten Schnittverletzun-
gen (vgl. pag. 779 ff.) zuzufügen, weil er sie zu fest am Kopf gepackt haben soll. 
Eine solch heftige Reaktion lässt sich nicht ansatzweise mit einer freiwillig angebo-
tenen Fellatio und einem lediglich etwas zu festen Packen des Kopfes in Einklang 
bringen. Wäre die Initiative tatsächlich von der Straf- und Zivilklägerin 2 ausgegan-
gen und die Fellatio freiwillig erfolgt, hätte sie jederzeit aufhören oder den Beschul-
digten bitten können, ihren Kopf nicht so fest zu packen. Weshalb er dieser Bitte 
nicht nachgekommen wäre, wäre es tatsächlich freiwillig gewesen, ist nicht sinnvoll 
erklärbar. Der Angriff mit dem Flaschenhals weist somit mit aller Deutlichkeit auf 
ein unfreiwilliges Handeln der Straf- und Zivilklägerin 2 hin sowie darauf, dass sie 
sich gegen das nötigende Verhalten des Beschuldigten zur Wehr setzte. 

Weiter erscheint es geradezu absurd, dass die Straf- und Zivilklägerin 2, die zum 
Tatzeitpunkt frisch in einer Beziehung war (pag. 705 Z. 51 f., pag. 709 Z. 66 ff.), 
und vorsorglich beim Bahnhof I.________ (Ortschaft) den abgebrochenen Fla-
schenhals behändigt hatte, mitten in der Nacht einem ihr fremden Mann auf der 
Strasse eine Fellatio anbietet. Die von der Straf- und Zivilklägerin 2 getroffene Vor-
sichtsmassnahme («Bewaffnung» mit einem Flaschenhals zur Selbstverteidigung) 
illustriert eindrücklich, dass sie keine Sexualkontakte mit ihr fremden Männern auf 
offener Strasse suchte, sondern sich vielmehr dafür wappnete, allfällige übergriffige 
Kontaktversuche abzuwehren. Bestärkt wird dieser Eindruck durch die Aussagen 
ihrer einvernommenen Bekannten. Diese attestierten der Straf- und Zivilklägerin 2 
ein «sehr vorsichtiges und bedachtes Verhalten» (pag. 724 Z. 167) und gaben an, 
die Sachverhaltsdarstellung des Beschuldigten passe nicht zum Bild, das sie von 
der Straf