# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 21bed0e9-b34a-5222-bbe1-187b95f09331
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-06
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 06.02.2024 R 2022 38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2022-38_2024-02-06.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 22 38 und R 22 77

5. Kammer 

Vorsitz Brun

RichterInnen Audétat und Pedretti

Aktuar Gees

URTEIL

vom 6. Februar 2024

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ AG,

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Christian Fey,

Beschwerdeführerin

gegen

Gemeinde B._____,

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Flavio Decurtins,

Beschwerdegegnerin

und

Amt für Raumentwicklung Graubünden,
Fachstelle

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betreffend Baugesuch (BAB) und Wiederherstellung des gesetzmässigen 
Zustandes

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I. Sachverhalt:

1. Die A._____ AG hat die sich im Eigentum der C._____ GmbH befindliche 

Parzelle 1975 in B._____ unbefristet zur Nutzung ihrer betrieblichen 

Zwecke gemietet. Die Parzelle liegt im übrigen Gemeindegebiet (üG) 

sowie teilweise im Waldbereich. Am 1. April 2022 hielt die 

Gemeindepolizei B._____ in einem Bericht fest, die A._____ AG baue 

einen illegalen Lagerplatz. Es sei eine Mauer aus Quadersteinen 

aufgebaut sowie ein Belag eingebaut worden. Gleichentags erliess die 

Gemeinde einen sofortigen Baustopp, ersuchte die A._____ AG um 

Stellungnahme und wies auf ein mögliches Wiederherstellungsverfahren 

hin. Am 5. April 2022 erfolgte ein zweiter Polizeibericht, wonach die illegale 

Bautätigkeit weitergeführt, der Bau- und Lagerplatz fertiggestellt bzw. 

massiv erweitert worden sei.

2. Am 13. April 2022 beantragte die A._____ AG die Feststellung, dass die 

ausgeführten Arbeiten nicht baubewilligungspflichtig seien bzw. lediglich 

dem Meldeverfahren unterstehen würden; auf ein Wiederherstellungs- und 

Bussverfahren sei zu verzichten. Neben der Einreichung einer 

Fotodokumentation begründete sie ihre Anträge dahingehend, dass die 

gleiche Nutzung wie vor zwei Jahren vorliege und keine fest mit dem 

Boden verbundenen Bauten und Anlagen erstellt worden seien. Es handle 

sich lediglich um ein temporäres Zwischenlager für Gartenbaumaterialien.

3. Die A._____ AG reichte am 16. April 2022 ein Baugesuch für die Erstellung 

von zwei Schiffscontainern als Fahrnisbaute ein. Es handelte sich dabei 

nicht um ein BAB-Gesuch. Am 21. April 2022 teilte ihr die Gemeinde mit, 

gemäss vorläufiger Einschätzung erweise sich das – im Übrigen 

unvollständige – Baugesuch als nicht bewilligungsfähig. Die Parzelle 

befinde sich im üG, also ausserhalb der Bauzone. Sofern nicht freiwillig 

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geräumt und wiederhergestellt werde, ersuchte sie um Einreichung eines 

ordentlichen Baugesuchs inkl. BAB-Formular.

4. Am 12. Mai 2022 verlangte die A._____ AG von der Gemeinde eine 

begründete und anfechtbare Verfügung zur Frage der Bewilligungspflicht 

der auf Parzelle 1975 deponierten Materialien.

5. Mit Verfügung vom 30. Mai 2022 stellte die Gemeinde B._____ fest, die 

Nutzung der Parzelle 1975 "als Zwischenlager resp. zum Zwecke der 

Deponie und des Umschlags von Materialien und Maschinen jeglicher Art 

sowie jegliche baulichen Massnahmen" unterstehe der 

Baubewilligungspflicht. Die Durchführung eines Wiederherstellungs- und 

Bussenverfahrens bleibe explizit vorbehalten. Begründend führte sie aus, 

im Laufe der Zeit sei die Nutzung zusehends intensiviert worden. So seien 

Mulden aufgestellt, Baumaterialien deponiert und Mauern aus 

Quadersteinen gebaut worden. Diese Nutzung sei – abgesehen von einer 

auf sechs Monate befristeten Bewilligung für einen Container – nie 

bewilligt worden. Vorliegend handle es sich um eine bewilligungspflichtige 

Zweckänderung, weil eine Fläche des üG einer bestimmten Nutzung als 

Zwischenlager zugeführt werde. Diese Zweckänderung habe ausserdem 

erhebliche Auswirkungen auf die Nutzungsordnung. Entgegen der Ansicht 

der A._____ AG handle es sich nicht um ein temporäres Zwischenlager.

6. Dagegen erhob die A._____ AG (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 

22. Juni 2022 Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden (Verfahren R 22 38). Sie beantragte die Aufhebung der 

Verfügung des Gemeindevorstands vom 30. Mai 2022 und es sei 

festzustellen, dass die auf Parzelle 1975 vorgenommenen Arbeiten 

baubewilligungsfrei seien bzw. lediglich dem Meldeverfahren unterstehen. 

In prozessualer Hinsicht beantragte sie, der Beschwerde sei die 

aufschiebende Wirkung zuzuerkennen. In materieller Hinsicht wiederholte 

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und vertiefte sie ihre Ausführungen im Antrag vom 13. April 2022 an die 

Gemeinde. So habe sie keine Arbeiten ausgeführt, welche 

baubewilligungspflichtig wären, sondern lediglich lose, unbefestigte 

Blocksteine aufeinandergestapelt sowie Steine, Kies, Holzpfähle und 

Sand abgeladen. Derweil habe sie keine auf Dauer mit dem Boden 

verbundene Bauten oder Anlagen erstellt oder beabsichtigt. Das 

Materialdepot bzw. Zwischenlager für die Gartenbaumaterialien sei bloss 

temporär und die Materialien würden immer wieder wegtransportiert. 

Bereits vor ca. drei Jahren habe sie diese Fläche für den gleichen Zweck 

genutzt. Schliesslich machte die Beschwerdeführerin eine 

Ungleichbehandlung geltend, da es in der Gemeinde zahlreiche weitere 

solcher Materialdepots ausserhalb der Bauzone gebe.

7. Nachdem die Gemeinde B._____ nichts dagegen einzuwenden hatte, 

erteilte der damalige Instruktionsrichter der Beschwerde im Verfahren R 

22 38 mit prozessleitender Verfügung vom 5. Juli 2022 die aufschiebende 

Wirkung.

8. In ihrer Vernehmlassung vom 5. September 2022 beantragte die 

Gemeinde B._____ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) im Verfahren R 

22 38 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung 

verwies sie auf den angefochtenen Entscheid vom 30. Mai 2022 und 

vertiefte ihre Argumentation. So sei der von der Beschwerdeführerin auf 

Parzelle 1975 eingebaute Belag, die aufeinandergestapelten Blocksteine 

sowie die Materiallagerung unbestritten. Die aufeinandergestapelten 

Blocksteine seien fest mit dem Erdboden verbundene Bauten oder 

Anlagen. Jedoch erweise sich bereits die Nutzung der Parzelle als 

Zwischenlager, Deponie bzw. Umschlag als bewilligungspflichtig und 

unrechtmässig. Die streitgegenständliche, nicht zonenkonforme Nutzung, 

wofür keine Bewilligung vorliege, habe entgegen der Beschwerdeführerin 

sehr wohl nennenswerte Auswirkungen auf Raum und Umwelt. 

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Schliesslich verneinte die Beschwerdegegnerin eine Ungleichbehandlung 

im Zusammenhang mit weiteren Materialdepots in der Gemeinde 

ausserhalb der Bauzone, u.a. da diese keine vergleichbare Nutzung 

aufweisen würden.

9. Am 9. September 2022 erliess die Beschwerdegegnerin einen 

kombinierten negativen Feststellungs-, Wiederherstellungs- und 

Bussenentscheid, worin sie feststellte, die besagte Nutzung der Parzelle 

1975 zum Zwecke der Deponie und des Umschlags von Materialien und 

Maschinen jeglicher Art sowie jegliche baulichen Massnahmen sei 

rechtswidrig (nachfolgendes Verfahren R 22 77). Begründend hielt sie 

erneut und im Wesentlichen fest, die Nutzung sei nicht zonenkonform und 

mangels negativer Standortgebundenheit nicht bewilligungsfähig. Sie 

verpflichtete die Beschwerdeführerin sowie die Grundeigentümerin innert 

30 Tagen ab Rechtskraft des Entscheids zur Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustands. Ferner drohte sie die Anordnung einer 

Ersatzmassnahme durch Dritte auf Kosten der Beschwerdeführerin und 

der Grundeigentümerin an, falls die Wiederherstellung innert Frist nicht 

oder ungenügend erfolge. Schliesslich auferlegte sie der 

Beschwerdeführerin eine Busse in der Höhe von CHF 2'000.-- sowie 

Verfahrenskosten von CHF 2'500.--. 

10. Mit Replik vom 28. September 2022 hielt die Beschwerdeführerin im 

Verfahren R 22 38 unverändert an ihren Rechtsbegehren fest. Sie vertiefte 

ihre bisherigen Ausführungen dahingehend, dass die 

Beschwerdegegnerin offenlasse, von wem die Nutzungsintensivierung 

stamme. Sie bestritt, dass dies einzig ihr zuzuschreiben sei und verwies 

auf die Nutzung durch die Eigentümerin und ihr unbekannte Nutzer 

während der letzten Jahre vor ihrer Zeit. Die Beschwerdeführerin gestand 

den Einbau eines Belags ein, hielt jedoch fest, dass dieser wieder entfernt 

worden und heute nur noch ein reiner Naturboden ohne künstlichen Belag 

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vorhanden sei. Im Gegensatz zu den Seecontainern sei das blosse 

Abladen von Naturmaterialien (Steine, Holz, Kies, Sand, Humus) an 

diesem Ort verträglich und somit bewilligungsfrei möglich. Ihre Tätigkeiten 

würden sich nicht gross von jener der D._____ unterscheiden. Diese 

betreibe ebenfalls Ablade- bzw. Forstplätze ausserhalb der Bauzone, um 

ihren gewerblichen Tätigkeiten (Forstunternehmen) nachzukommen. Falls 

die Nutzung durch die Beschwerdeführerin nicht baubewilligungsfrei sei, 

bestehe mindestens ein Anspruch auf Erteilung einer Baubewilligung. 

Zudem nehme sie auf Parzelle 1975 keine Waldzone in Anspruch, 

sondern ihr Materialdepot beschränke sich ausschliesslich auf das übrige 

Gemeindegebiet. 

11. Am 28. September 2022 erhob die Beschwerdeführerin sodann 

Beschwerde gegen die Verfügung des Gemeindevorstands vom 9. 

September 2022 ans Verwaltungsgericht (Verfahren R 22 77). Sie 

beantragte deren Aufhebung und es sei festzustellen, dass ihr 

Materialdepot bewilligungsfrei zulässig sei. Eventualiter beantragte sie die 

Aufhebung und Rückweisung der Angelegenheit an die 

Beschwerdegegnerin zur Durchführung eines nachträglichen 

Baubewilligungsverfahrens. Wiederum beantragte sie die Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung und zudem die Vereinigung mit dem 

Beschwerdeverfahren R 22 38 sowie eventualiter – für den Fall, dass nicht 

vereinigt werden sollte – die Aktenedition aus dem Verfahren R 22 38. 

Begründend brachte sie zunächst vor, die Beschwerdegegnerin sei nicht 

befugt gewesen, trotz erteilter aufschiebender Wirkung im Verfahren R 22 

38, den angefochtenen Entscheid vom 9. September 2022 zu erlassen. 

Daher sei auch im Verfahren R 22 77 die aufschiebende Wirkung zu 

erteilen. Die Beschwerdeführerin warf der Beschwerdegegnerin im 

vorliegenden, "persönlich gefärbten" Verfahren – neben der 

Rechtswidrigkeit – ausführlich irritierendes, schikanöses, äusserst 

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forsches und aggressives Verhalten sowie mangelnde Objektivität ihr 

gegenüber vor. In Bezug auf den Sachverhalt und die geltend gemachte 

Bewilligungsfreiheit bzw. -fähigkeit des Materialdepots verwies die 

Beschwerdeführerin auf das Verfahren R 22 38 und wiederholte zum Teil 

darin Vorgebrachtes. Soweit das Verwaltungsgericht nicht ohnehin im 

Beschwerdeverfahren R 22 38 die Bewilligungsfreiheit bestätigen könne, 

sei im Rahmen einer Rückweisung die Baubewilligung zu erteilen.

12. Mit prozessleitender Verfügung vom 29. September 2022 erteilte der 

damalige Instruktionsrichter der Beschwerde R 22 77 superprovisorisch 

die aufschiebende Wirkung und vereinigte die beiden Verfahren R 22 38 

und R 22 77.

13. Mit Eingabe vom 20. Oktober 2022 (bezeichnet als Duplik im Verfahren 

R 22 38 bzw. Vernehmlassung im Verfahren R 22 77) beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der vereinigten Beschwerden. Auch 

sie bekräftigte ihre bisherigen Ausführungen, vertiefte diese punktuell und 

verwies auf den angefochtenen Entscheid vom 9. September 2022 sowie 

ihre Vernehmlassung vom 5. September 2022 (R 22 38). Die Feststellung 

der Rechtswidrigkeit der Nutzung sowie die Anordnung der 

Wiederherstellung sei zu Recht erfolgt; für eine Duldung bestehe kein 

Raum. Im Zusammenhang mit der Bewilligungsfähigkeit beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Einholung eines Amtsberichtes des Amts für 

Raumentwicklung des Kantons Graubünden (ARE), worin sich dieses 

dahingehend äussern möge, ob sich das Materialdepot in der 

vorliegenden Form im übrigen Gemeindegebiet als bewilligungsfähig 

erweise. Inwieweit das Materialdepot auch den Waldbereich tangiere, 

lasse sich nicht abschliessend feststellen. Falls das Gericht es als relevant 

erachte, beantragte sie die Einholung einer Feststellung beim Amt für 

Wald und Naturgefahren (AWN) zu den Fragen, ob das Materialdepot den 

Waldbereich tangiere und ob es dort in der vorliegenden Form 

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bewilligungsfähig sei. Schliesslich bestritt sie die von der 

Beschwerdeführerin geltend gemachte Praxis in der Gemeinde sowie den 

Vertrauensschutz, worauf sich jene sinngemäss berufe.

14. Am 11. November 2022 verwies die Beschwerdeführerin abermals auf ihre 

bisherigen Ausführungen in den Verfahren R 22 38 und R 22 77.

15. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 16. November 2022 auf die 

Einreichung einer Duplik (R 22 77).

16. Am 4. Mai 2023 ersuchte der damalige Instruktionsrichter das ARE um 

Erstattung eines Amtsberichtes zu den Fragen der Zulässigkeit einer 

Nutzungsänderung ausserhalb der Bauzone sowie der diesbezüglichen 

allfälligen Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes. 

 17. Mit Vernehmlassung vom 23. Mai 2023 beantragte das ARE die 

Abweisung der Beschwerden und verwies vollumfänglich auf die beiden 

angefochtenen Entscheide. Betreffend Feststellung der 

Baubewilligungspflicht (R 22 38) kam es zum Schluss, dass es sich um 

eine Zweckänderung mit relevanten Auswirkungen auf Umwelt und 

Erschliessung handle, welche der Baubewilligungspflicht unterliege. 

Hinsichtlich der Feststellung der Baurechtswidrigkeit und 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes (R 22 77) hielt das ARE 

fest, dass Baumateriallager respektive Materialdeponien der vorliegenden 

Art offensichtlich nicht standortgebunden seien und in der Bauzone 

realisiert werden müssen. Die beiden angefochtenen Entscheide seien 

nicht zu beanstanden. Darüber hinaus liege gemäss Stellungnahme des 

AWN keine Beeinträchtigung des Waldes vor.

18. In ihrer Stellungnahme vom 10. Juli 2023 zur Vernehmlassung des ARE 

führte die Beschwerdeführerin aus, die Parzelle 1975 werde bereits seit 

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mehreren Jahrzehnten – schon vor der Nutzung durch sie selbst – von 

anderen Unternehmen zur Ablagerung von Baumaterialien verwendet. Die 

Sachverhaltsdarstellung des ARE sei daher tatsachenwidrig. Der 

Lagerplatz sei im Vergleich zu vor dem Jahr 1972 zwar grösser, was aber 

nicht durch sie erfolgt sei. Sie wisse jedoch nicht, wer den Platz ausplaniert 

und bereitgestellt habe. Die Beschwerdeführerin bot verschiedene Zeugen 

aus der Gemeinde sowie einer Baufirma an, welche den Platz vor 20 

Jahren genutzt haben sollen. Ferner folgten Ausführungen zu 

verschiedenen, ins Recht gelegten Luftaufnahmen der letzten 20 Jahre.

19. Mit letztmaliger Eingabe äusserte sich die Beschwerdegegnerin am 3. 

August 2023 zur Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 10. Juli 

2023. Diese sei nicht geeignet, die Stellungnahme des ARE in Zweifel zu 

ziehen. Die Beschwerdeführerin könne aus einer allfälligen früheren 

Nutzung ohnehin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Im Übrigen verwies sie 

auf ihre Duplik bzw. Vernehmlassung vom 20. Oktober 2022.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden Beschwerden gegen 

Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen Instanz 

angefochten werden können oder nach kantonalem oder 

eidgenössischem Recht endgültig sind. Anfechtungsobjekt ist vorliegend 

einerseits die Verfügung vom 30. Mai 2022, mit welcher die 

Beschwerdegegnerin die Baubewilligungspflicht für die Nutzung der 

Parzelle 1975 feststellte (R 22 38). Zweites Anfechtungsobjekt ist sodann 

deren Verfügung vom 9. September 2022, mit welcher sie u.a. die 

Rechtswidrigkeit besagter Nutzung feststellte, die Beschwerdeführerin zur 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands verpflichtete und ihr eine 

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Busse auferlegte (R 22 77). Diese beiden Entscheide sind weder endgültig 

noch können sie bei einer anderen Instanz angefochten werden. Folglich 

stellen sie taugliche Anfechtungsobjekte für ein Verfahren vor dem 

Verwaltungsgericht dar. Als Adressatin der angefochtenen Entscheide ist 

die Beschwerdeführerin berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse 

an deren Aufhebung auf, weshalb sie zur Beschwerdeerhebung legitimiert 

ist (Art. 50 VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichten 

Beschwerden ist somit einzutreten (Art. 52 und 38 VRG).

1.2. Die Beschwerdeführerin beantragte in ihrer Beschwerde vom 9. 

September 2022 (R 22 77) die Vereinigung mit dem Verfahren R 22 38. 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 lit. a VRG können verschiedene Verfahren im 

Interesse der zweckmässigen Erledigung zusammengelegt werden, wenn 

mehrere Begehren den gleichen Sachverhalt betreffen und dieselben 

Rechtsfragen aufwerfen, sofern den einzelnen Beteiligten dadurch keine 

bedeutenden Nachteile erwachsen. Ein solcher Nachteil wäre 

insbesondere in einer unzumutbaren Verfahrensverzögerung zu erblicken 

(vgl. BERTSCH/PLÜSS, in: GRIFFEL [Hrsg.], Kommentar Zürcher VRG, 3. 

Aufl., Zürich 2014, Vorbemerkungen zu § 4-31 Rz 60). Die beiden 

Beschwerden weisen einen engen Zusammenhang auf und es liegen 

ihnen dem Grundsatz nach dieselben Argumentationen zugrunde. Da 

überdies keinerlei Nachteile für die Parteien ersichtlich waren und sich 

auch die Beschwerdegegnerin für eine Vereinigung aussprach, wurden die 

beiden Beschwerdeverfahren R 22 38 und R 22 77 zusammengelegt und 

sind mit einem Urteil zu entschieden.

2. In materieller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin im Wesentlichen 

geltend, die Nutzung der Parzelle 1975 als Zwischenlager bzw. als 

Materialdepot sei bewilligungsfrei zulässig bzw. unterstehe lediglich dem 

Meldeverfahren. Wenn sie nicht bewilligungsfrei sein sollte, habe sie 

jedoch Anspruch auf eine Baubewilligung (R 22 38, Beschwerde vom 22. 

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Juni 2022, Rechtsbegehren 1; Replik vom 28. September 2022 Rz. 65). 

Die Beschwerdegegnerin sowie das ARE vertreten die gegenteilige 

Auffassung. Der Streitgegenstand des Verfahrens R 22 38 bildet lediglich 

die Frage, ob die Nutzung der Parzelle 1975 durch die 

Beschwerdeführerin bewilligungspflichtig ist. Wie nachstehend zu zeigen 

sein wird, ist dies zu bejahen (E.3), weshalb anschliessend zu prüfen ist, 

ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die Bewilligungsfähigkeit verneint 

bzw. die Rechtswidrigkeit festgestellt und eine Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustandes verfügt sowie eine Busse angeordnet hat (R 22 

77, nachstehend E.4 - 7).

3. Streitig und zu prüfen ist zunächst die Frage, ob die Beschwerdegegnerin 

zu Recht mit Verfügung vom 30. Mai 2022 die Baubewilligungspflicht 

feststellte (R 22 38). Eine Bewilligung für eine Nutzung als Zwischenlager 

bzw. als Materialdepot liegt unbestrittenermassen nicht vor. Die Tatsache, 

dass die Parzelle effektiv auch als Materialdepot genutzt wird, ist ebenso 

wenig bestritten.

3.1. Bauten und Anlagen (Bauvorhaben) dürfen gemäss Art. 86 des 

Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) 

nur mit schriftlicher Baubewilligung der kommunalen Baubehörde 

errichtet, geändert, abgebrochen oder in ihrem Zweck geändert werden. 

Der Baubewilligungspflicht unterliegen auch Zweckänderungen von 

Grundstücken, sofern erhebliche Auswirkungen auf die Nutzungsordnung 

zu erwarten sind (Abs. 1). Zeitlich begrenzte Bauvorhaben sowie solche, 

die weder öffentliche noch private Interessen berühren, unterliegen nicht 

der Baubewilligungspflicht (Abs. 2 Satz 1). Damit übereinstimmend sind 

gemäss Art. 62 des Baugesetzes der Gemeinde B._____ alle Vorhaben 

für Bauten und Anlagen (inkl. u.a. Zweckänderungen) dem Bauamt 

schriftlich anzuzeigen. Dieses entscheidet, ob ein 

baubewilligungspflichtiges Vorhaben vorliegt. 

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3.2. Die Parzelle 1975 befindet sich in der Zone übriges Gemeindegebiet (üG). 

Gemäss Art. 41 KRG umfassen die Zonen üG das unproduktive Land, die 

Gewässer sowie Restflächen, für die keine andere Nutzungszone in Frage 

kommt (Abs. 1). Zulässig sind Bauvorhaben, welche die Voraussetzungen 

für eine Ausnahmebewilligung für Bauten und Anlagen ausserhalb der 

Bauzonen erfüllen (Abs. 2). Das üG gilt als Nichtbaugebiet, ist also als 

ausserhalb der Bauzone zu qualifizieren (vgl. Urteil des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] R 21 47 vom 13. 

September 2022 E.4.1 mit Verweis auf die Botschaft der Regierung an den 

Grossen Rat zur Revision des Raumplanungsgesetzes für den Kanton 

Graubünden, Heft Nr. 3/2004 - 2005, S. 318 f.). Wie die Stellungnahme 

des AWN vom 15. Mai 2023 (Beilagen ARE [ARE-act.] 3) bestätigt, 

tangiert die Fläche des Materialdepots kein Waldareal bzw. liegt keine 

Beeinträchtigung des Waldes vor (Vernehmlassung des ARE vom 23. Mai 

2023, S. 2).

3.3.1. Zu prüfen ist zunächst, ob sich die streitgegenständliche Nutzung unter 

eine Bestimmung des Ausnahmekatalogs von Art. 40 Abs. 1 der 

Raumplanungsverordnung für den Kanton Graubünden (KRVO; 801.110) 

subsumieren lässt, obschon sich die Beschwerdeführerin nicht direkt auf 

einen dieser Tatbestände beruft. Sie macht geltend, sie habe lose, 

unbefestigte Blocksteine aufeinandergestapelt sowie 

Gartenbaumaterialien (Steine, Kies, Sand, Humus und Holzpfähle) 

abgeladen. Sie habe keine dauerhaft mit dem Erdboden verbundene 

Bauten oder Anlagen errichtet oder beabsichtigt, die Blocksteine nicht fest 

installiert oder miteinander verbunden, sondern nur aufeinandergestapelt. 

Diese können jederzeit umgeschichtet oder entfernt werden. Es handle 

sich bloss um ein temporäres Zwischenlager für die Gartenbaumaterialien 

(R 22 38, Beschwerde Rz. 22 und 37 f.). Die Beschwerdegegnerin 

entgegnet dem sinngemäss, lediglich die Lagerung der Materialien sei 

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temporär, nicht aber das Zwischenlager an sich. Die Beschwerdeführerin 

räume ein, Quadersteine aufgebaut und auf einem Grossteil der Fläche 

einen Belag eingebaut sowie Material abgelagert zu haben. Dabei handle 

es sich entgegen der Beschwerdeführerin um fest mit dem Erdboden 

verbundene Bauten oder Anlagen. Diese habe auf der Fläche zudem 

Baumaterialien, Gerätschaften und Fahrzeuge deponiert (R 22 38, 

Vernehmlassung Rz. 8, 16, 20, 23; Bg-act. 12).

3.3.2. Die Mauervorrichtung aus grossen Natursteinen zur Lagerung von 

Material (vgl. R 22 38, Bf-act. 7) stellt keine bloss temporäre Baute dar. Da 

es jedoch um die Bewilligungspflicht der Nutzung der Fläche als 

Materialdepot an sich geht, kann die Frage bzw. die Uneinigkeit zwischen 

den Parteien, ob es sich dabei um eine fest mit dem Boden verbundene 

Baute oder Anlage handelt, offengelassen werden. Zwar werden die 

einzelnen Materialien nur vorübergehend gelagert und auch wieder 

abtransportiert. Die eigentliche Nutzung als Materialdepot und 

Zwischenlager ist aber offensichtlich nicht nur temporär, sondern auf 

Dauer ausgelegt und damit bewilligungspflichtig. Zu diesem Schluss 

kommt auch das ARE in seiner Vernehmlassung vom 23. Mai 2023 (S. 3 

Rz. 1.3). Weder sind die Bauten oder Anlagen für nicht länger als sechs 

Monate pro Jahr aufgestellt bzw. errichtet worden noch wird das 

Materialdepot nur einmal im Jahr für maximal vier Monate eingerichtet. Art. 

40 Abs. 1 Ziff. 6 oder 21 KRVO, welche vorliegend allenfalls in Frage 

kämen, sind folglich nicht anwendbar. Der Hinweis der 

Beschwerdeführerin auf ihr Vorgehen nach Art. 40 Abs. 3 KRVO ist 

demgegenüber korrekt (vgl. Duplik vom 20. Oktober 2022 Rz. 24 f.). Auch 

kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, wenn sie in ihrer 

Beschwerde (R 22 38, S. 9 f.) geltend macht, die Fläche sei von der 

Eigentümerin oder der Gemeinde darauf angelegt worden, dass dort 

Materialien deponiert werden können; ein anderer Nutzungszweck sei 

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nicht vorstellbar. Die Beschwerdegegnerin bestritt dies zutreffend 

dahingehend, dass man die Parzelle diesfalls nicht als üG qualifiziert hätte 

(R 22 38, Vernehmlassung vom 5. September 2022 Rz. 32). Schliesslich 

vermag die Beschwerdeführerin ebenso wenig zu überzeugen, wenn sie 

geltend macht, die Beschwerdegegnerin habe genau gewusst, welche 

Nutzungen stattgefunden hätten. Sie habe es "gebilligt und bewilligt" bzw. 

hätte einschreiten können. Sie bezieht sich dabei auf die Nutzung der 

Fläche in der Vergangenheit sowie auf die befristete Bewilligung zweier 

mittlerweile weggeräumter Container (R 22 38, Replik Rz. 55 f.). Mit der 

vorliegend streitgegenständlichen Nutzung der Parzelle bzw. der damit 

einhergehenden Zweckänderung und deren Bewilligungspflicht hat dies 

jedoch nichts zu tun.

3.4. Die Beschwerdegegnerin führt in der angefochtenen Verfügung vom 

30. Mai 2022 zutreffend aus, es handle sich bei der nicht zonenkonformen 

Nutzung als Zwischenlager, Materialdepot bzw. Umschlagsplatz um eine 

Zweckänderung, weil eine Fläche des üG einer bestimmten Nutzung 

zugeführt werde. Es erscheint nachvollziehbar und ihr ist zuzustimmen, 

wenn sie von erheblichen Auswirkungen auf die Nutzungsordnung, sowohl 

im Sinne einer Mehrbelastung der Erschliessungsinfrastruktur als auch 

einer Störung der räumlichen Ordnung, spricht (S. 3). Dass im 

vorliegenden Fall das Hin- und Abführen von Material schweres Gerät 

benötigt, welches zu einer Mehrbelastung der Erschliessungsinfrastruktur 

führt, muss nicht weiter ausgeführt werden. Das ARE bestätigt dies und 

präzisiert in seiner Vernehmlassung vom 23. Mai 2023, dass die 

Grundstückfläche vormals als Grüngutdeponie gedient habe und in den 

letzten Jahren unbewilligterweise in ein Zwischenlager für Baumaterialien 

umfunktioniert und erweitert worden sei (S. 2 Rz. 1.1 und S. 3 Rz. 1.3). 

Und selbst wenn die Zweckänderung nicht mit erheblichen Auswirkungen 

auf die Nutzungsordnung verbunden wäre, wäre sie 

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baubewilligungspflichtig: Gemäss Art. 40 Abs. 1 Ziff. 3 KRVO bedürfen 

Zweckänderungen ohne erhebliche Auswirkungen auf die 

Nutzungsordnung keiner Baubewilligung, ausgenommen ausserhalb der 

Bauzone. Da sich die Parzelle 1975 im üG befindet und dieses als 

Nichtbaugebiet zu qualifizieren ist (vgl. E.3.2 hiervor), wäre eine 

Zweckänderung vorliegend gerade nicht von der Baubewilligungspflicht 

befreit. Sofern die Beschwerdeführerin geltend macht, sie habe die Fläche 

bereits vor ca. drei Jahren für den gleichen Zweck genutzt und für die 

Materiallagerung sei nie eine Baubewilligung gefordert worden (R 22 38, 

Beschwerde S. 6 f.), kann sie daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. So 

hat die kommunale Baubehörde u.a. von Amtes wegen das 

Baubewilligungsverfahren einzuleiten, wenn Anzeichen dafür bestehen, 

dass Vorschriften des materiellen Rechts verletzt sein könnten (Art. 40 

Abs. 3 Satz 2 KRVO). Ebenso wenig kann von überspitztem Formalismus 

gesprochen werden, wenn die Beschwerdegegnerin ein Baugesuch 

verlangte (R 22 38, Beschwerde S. 9 f.). Das streitberufene Gericht kommt 

zum Schluss, dass eine bewilligungspflichtige Zweckänderung vorliegt. 

Diese Zweckänderung ist offensichtlich mit erheblichen Auswirkungen auf 

die Nutzungsordnung verbunden (Art. 86 Abs. 1 Satz 2 KRG).

3.5. Zusammengefasst erweist sich daher die Verfügung der 

Beschwerdegegnerin vom 30. Mai 2022, in welcher die 

Baubewilligungspflicht der Nutzung der Parzelle 1975 durch die 

Beschwerdeführerin festgestellt wurde, als rechtens. Die dagegen 

erhobene Beschwerde vom 22. Juni 2022 (R 22 38) ist unbegründet und 

abzuweisen.

4. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 

9. September 2022 zu Recht die Baurechtswidrigkeit der Nutzung der 

Parzelle 1975 feststellte (Ziff. 1 des Dispositivs; R 22 77). Wie bereits in 

E.3.2 ausgeführt, sind im üG Bauvorhaben zulässig, welche die 

- 17 -

Voraussetzungen für eine Ausnahmebewilligung für Bauten und Anlagen 

ausserhalb der Bauzonen erfüllen (Art. 41 Abs. 2 KRG). Demnach kann 

die Nutzung der Parzelle 1975 durch die Beschwerdeführerin nur bewilligt 

werden, wenn sie die Ausnahmebewilligungstatbestände von Art. 24 ff. 

RPG erfüllt.

4.1. Die Beschwerdegegnerin begründete die Feststellung der materiellen 

Rechtswidrigkeit damit, dass kein BAB-Ausnahmetatbestand erfüllt sei 

(Art. 41 Abs. 2 KRG i.V.m. Art. 24 ff. RPG und Art. 39 ff. RPV). Für die 

Nutzung sei keine negative Standortgebundenheit i.S.v. Art. 24 lit. a RPG 

gegeben. Das Materiallager bzw. der Umschlag sei nicht zwingend auf 

einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen, sondern könne und 

müsse in der Gewerbezone bzw. in einer anderen Bauzone erfolgen. Die 

Nutzung verletze den fundamentalen, raumplanerischen Grundsatz der 

Trennung des Baugebiets vom Nichtbaugebiet (R 22 77, angefochtene 

Verfügung Rz. 21-24). Das ARE stellt sich in seiner Vernehmlassung vom 

23. Mai 2023 (Rz. 2.1 und 2.2) auf den gleichen Standpunkt und hält fest, 

die Beschwerdegegnerin habe dem baubewilligungspflichtigen Vorhaben 

zu Recht die nachträgliche Baubewilligung verweigert. So habe die 

Beschwerdeführerin weder ersichtlich noch substantiiert dargetan, dass 

das Materiallager vor Inkrafttreten des früheren Gewässerschutzgesetzes 

am 1. Juli 1972 realisiert worden sei. Daher bestehe keine erweiterte 

Besitzstandsgarantie i.S.v. Art. 24c RPG. Folglich sei zu prüfen, ob das 

Vorhaben der Erteilung einer Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG 

zugänglich sei. Es kam zum Schluss, dass Baumateriallager respektive 

Materialdeponien vorliegender Art offensichtlich nicht standortgebunden 

i.S.v. Art. 24 lit. a RPG seien und in der Bauzone realisiert werden müssen. 

4.2. Gemäss Art. 24 RPG können Bewilligungen erteilt werden, Bauten und 

Anlagen zu errichten oder ihren Zweck zu ändern, wenn der Zweck der 

Bauten und Anlagen einen Standort ausserhalb der Bauzone erfordert 

- 18 -

(lit. a) und keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b). Die 

Voraussetzungen der Standortgebundenheit und der 

Interessenabwägung müssen kumulativ erfüllt sein. Ein Bauvorhaben 

muss entweder positiv oder negativ standortgebunden sein. Die positive 

Standortgebundenheit verlangt ein objektives Angewiesensein einer 

Baute auf eine bestimmte Lage – z.B. aus technischen oder 

betriebswirtschaftlichen Gründen oder aus Gründen der 

Bodenbeschaffenheit – sowohl im Grundsatz als auch in ihren 

Dimensionen. Subjektive Gründe, wie etwa finanzielle oder persönliche 

Gründe oder Überlegungen der Bequemlichkeit, fallen dabei nicht in 

Betracht. Art. 24 RPG umfasst auch die negative Standortgebundenheit, 

welche voraussetzt, dass sich die geplante Nutzung wegen ihrer 

Immissionen nicht bzw. nicht sinnvoll in einer Bauzone verwirklichen lässt. 

Die Standortgebundenheit muss zudem einem aktuellen und tatsächlichen 

Bedarf entsprechen. Sie fehlt, wenn sie im Hinblick auf eine künftige, sich 

nur möglicherweise realisierende Situation behauptet wird oder wenn der 

vorgebrachte Zweck der Baute nur vorgeschoben ist (vgl. statt vieler BGE 

124 II 252 E.4; PVG 2005 Nr. 29 E.7a und 7b; WALDMANN/HÄNNI, 

Handkommentar zum Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 24 Rz. 6 ff.). 

Dem standortgebundenen Vorhaben dürfen ausserdem keine 

überwiegenden Interessen entgegenstehen. In materieller Hinsicht wird 

verlangt, dass alle sich widerstreitenden räumlichen Interessen – seien sie 

öffentlicher oder privater Natur – ermittelt, gegeneinander abgewogen und 

mit sachgerechter Erwägung gewichtet werden (vgl. Art. 3 RPV). In 

formeller Hinsicht verlangt Art. 24 lit. b RPG, dass die 

Interessenabwägung durch die nämliche Behörde vorgenommen und 

nicht für ein separates Verfahren vorbehalten wird (vgl. WALDMANN/HÄNNI, 

a.a.O., Art. 24 Rz. 21 ff.; VGU R 17 75 E.4b).

- 19 -

4.3.1. Im Hinblick auf die Standortgebundenheit und die Interessenabwägung 

kann vorliegend keine Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 RPG erteilt 

werden. Es besteht kein sachlich begründetes Bedürfnis für die Errichtung 

des Materiallagers für Baumaschinen und Baumaterialien ausserhalb der 

Bauzone. Im Gegensatz zu den Forstarbeiten ist das Materiallager nicht 

standortgebunden und daher nicht zonenkonform. Etwas Gegenteiliges 

vermag die Beschwerdeführerin zumindest nicht nachzuweisen. Das ARE 

zitiert in seiner Vernehmlassung vom 23. Mai 2023 die einschlägige 

Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts 1A.224/2006 vom 25. Juni 

2007 E.2 und 2.5 m.w.H.; VGU R 2006 9 vom 28. Juni 2006 E.2). 

4.3.2. Im Zusammenhang mit der verneinten Besitzstandsgarantie stützt die 

Beschwerdeführerin ihre Argumentation nicht explizit auf Art. 24c RPG, 

macht aber geltend, der Platz sei schon seit längerer Zeit als Materialdepot 

genutzt worden. Dazu verweist sie auf eine Vielzahl von Luftbildern der 

letzten ca. 20 Jahre. Insgesamt ist den Ausführungen der 

Beschwerdegegnerin sowie des ARE zu folgen. Eine Anwendung von Art. 

24c RPG fällt ausser Betracht. Der Anwendungsbereich der 

Besitzstandsgarantie ist auf Bauten und Anlagen beschränkt, die unter 

altem Recht rechtmässig erstellt worden sind, bevor das betreffende 

Grundstück Bestandteil einer Nichtbauzone im Sinne des Bundesrechts – 

also vor dem 1. Juli 1972 – wurde (Art. 41 Abs. 1 RPV, Urteil des 

Bundesgerichts 1C_285/2021 vom 17. Dezember 2021 E.4). Zum einen 

wurde die Nutzung unbestrittenermassen nie bewilligt, andererseits 

vermag die Beschwerdeführerin nicht nachzuweisen, dass das 

Materiallager bereits vor 1972 errichtet worden ist. Es kann auf die vom 

ARE eingereichten Luftbildvergleiche 1973/2022 verwiesen werden; eine 

Konsultation der Funktion Luftbilder-Zeitreise des Bundesamtes für 

Landestopografie swisstopo bestätigt im Übrigen die eingereichten 

Unterlagen (https://www.swisstopo.admin.ch/de/zeitreise-luftbilder). Es 

- 20 -

liegt also keine rechtmässig erstellte altrechtliche Baute oder Anlage i.S.v. 

Art. 24c RPG vor. 

4.3.3. Es handelt sich auch nicht um eine Zweckänderung ohne bauliche 

Massnahmen ausserhalb der Bauzonen i.S.v. Art. 24a RPG. Sowohl die 

von der Beschwerdeführerin (R 22 38, Bf-act. 5, 7, 8, 9) als auch von der 

Beschwerdegegnerin (R 22 38, Bg-act. 3, 4, 6, 7, 12, 14, 15) ins Recht 

gelegten Fotoaufnahmen lassen unzweifelhaft erkennen, dass eine Mauer 

aus Quadersteinen errichtet sowie Koffermaterial eingebracht wurde und 

damit bauliche Massnahmen erfolgt sind. Selbst wenn man davon 

ausgehen würde, dass es sich nicht um bauliche Massnahmen handelt, 

wäre eine Bewilligung gestützt auf Art. 24a RPG, welcher die 

Zweckänderung einer Baute und Anlage ausserhalb der Bauzone als 

bewilligungsfähig erklärt, wenn sie keine baulichen Massnahmen im Sinne 

von Art. 22 RPG erfordert und dadurch keine neuen Auswirkungen auf 

Raum, Erschliessung und Umwelt entstehen (lit. a), ebenfalls 

ausgeschlossen. Bei einer Zweckänderung von der Lagerung einer 

Grüngutmulde zu einem (Bau-)

Materiallager und dem Umschlag von diversen Materialien und Maschinen 

entstehen offensichtlich erhebliche und neue Auswirkungen auf Raum, 

Erschliessung und Umwelt (vgl. E.3.3. hiervor). 

4.4. Die Beschwerdeführerin ihrerseits fasste hingegen lediglich das im 

Verfahren R 22 38 Vorgebrachte zusammen, weshalb die Nutzung einer 

Baubewilligung zugänglich sei, sofern es denn im Rahmen eines 

ordentlichen Baubewilligungsverfahrens überprüft werden müsste (vgl. R 

22 77, Beschwerde Rz. 32 ff.). Indem sie eine sachlich nicht begründete, 

unzulässige Ungleichbehandlung geltend macht (R 22 28, Beschwerde 

Rz. 35, 40-42 sowie Bf-act. 13-18), kann sie aus der Aufzählung weiterer 

Materialdepots in der Gemeinde B._____ nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

Diese befinden sich zwar ebenfalls ausserhalb der Bauzone. Allerdings 

- 21 -

sind weder aus den Luftaufnahmen noch aus der Fotodokumentation (R 

22 38, Bf-act. 13-20) Hinweise zu erkennen, welche auf eine ähnlich hohe 

Intensität wie jene des strittigen Materialdepots hinweisen würden und 

ebenfalls einer Baubewilligungspflicht unterlägen. Bezüglich der 

Sammelstelle Werkhof auf Parzelle 1108 (Bf-act. 18), auf der eine ähnliche 

Mauer aus Betonklötzen ersichtlich ist, räumt die Beschwerdeführerin 

selbst ein, dass es dafür wohl eine Baubewilligung gebe (R 22 38, 

Beschwerde Rz. 40). Dies zu prüfen ist jedoch nicht Gegenstand der 

vorliegenden Verfahren.

4.5. Zusammenfassend gelingt es der Beschwerdeführerin nicht darzulegen, 

inwiefern die Feststellung der materiellen Baurechtswidrigkeit durch die 

Beschwerdegegnerin unrechtmässig ist. Tatsache ist, dass eine 

Nutzungsänderung vorliegt, für die keine Bewilligung vorliegt. Die 

Beschwerdegegnerin verneinte die Bewilligungsfähigkeit der Nutzung der 

Parzelle 1975 zu Recht. Die Feststellung, dass die Nutzung der Parzelle 

1975 zum Zwecke der Deponie und des Umschlags von Materialien und 

Maschinen jeglicher Art sowie jegliche baulichen Massnahmen 

rechtswidrig sind, ist daher nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene 

Beschwerde im Verfahren R 22 77 ist in diesem Umfang abzuweisen.

5. Weiter stellt sich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin mit Verfügung 

vom 9. September 2022 (Ziff. 2 des Dispositivs; R 22 77) die 

Beschwerdeführerin zu Recht zur Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustands verpflichtete. 

5.1. Der Anordnung der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands 

kommt massgebendes Gewicht für den ordnungsgemässen Vollzug des 

Raumplanungsrechts zu. Werden illegal errichtete, dem RPG 

widersprechende Bauten nicht beseitigt, sondern auf unabsehbare Zeit 

geduldet, so wird der Grundsatz der Trennung von Bau- und 

- 22 -

Nichtbaugebiet in Frage gestellt und rechtswidriges Verhalten belohnt. 

Formell rechtswidrige Bauten, die auch nachträglich nicht legalisiert 

werden können, müssen daher grundsätzlich beseitigt werden (BGE 136 

II 359 E.6 m.H.; Urteil des Bundesgerichts 1C_61/2018 vom 13. August 

2018 E.3.1). Davon geht auch Art. 94 KRG aus, der besagt, dass materiell 

vorschriftswidrige Zustände auf Anordnung der zuständigen Behörde zu 

beseitigen sind, gleichgültig, ob für deren Herbeiführung ein 

Bussverfahren durchgeführt wurde. Zuständig für den Erlass und die 

Durchsetzung von Wiederherstellungsverfügungen ist grundsätzlich die 

kommunale Baubehörde (Abs. 2). Die Pflicht zur Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustands obliegt sowohl dem Eigentümer als auch den 

Personen, die den rechtswidrigen Zustand herbeigeführt haben. Kommen 

die Pflichtigen einer rechtskräftigen Wiederherstellungsverfügung innert 

Frist nicht nach, lässt die zuständige Behörde nach erfolgter Androhung 

die verfügten Massnahmen auf Kosten der Säumigen durch Dritte 

vornehmen (Abs. 3). 

5.2.1. Bevor die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes verlangt (bzw. 

der rechtswidrige Zustand geduldet) werden kann, ist bei illegal erstellten 

Bauten prinzipiell vorab deren Rechtswidrigkeit in einem nachträglichen 

Baubewilligungsverfahren zu prüfen. Die zuständige Behörde kann die 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes erst anordnen, wenn 

feststeht, dass ein materiell baurechtswidriger Zustand vorliegt (vgl. PVG 

2007 Nr. 30 E.3a; VGU R 13 227 E. 4c m.w.H.). An dieser Stelle sei 

anzumerken, dass ein solcher unabhängig davon bestehen kann, ob eine 

Baute oder eine Zweckänderung baubewilligungspflichtig ist oder nicht. 

Die Befreiung von der Baubewilligungspflicht entbindet nicht von der 

Einhaltung der Vorschriften des materiellen Rechts (Art. 40 Abs. 3 Satz 1 

KRVO).

- 23 -

5.2.2. In der Lehre wird das Vorgehen der Baubehörden, die den Sachentscheid 

über die nachträgliche Bauverweigerung mit dem Befehl zur 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes verbinden, als aus 

prozessökonomischen Gründen geboten beschrieben (vgl. FIERZ, 

Massnahmen gegen illegales Bauen, Diss., Zürich 1999, S. 130; MÄDER, 

Das Baubewilligungsverfahren, Diss., Zürich 1991, N 396). In Fällen, in 

denen die Sach- und Rechtslage klar und die Verletzung von materiellen 

Vorschriften offensichtlich ist und von vornherein feststeht, dass eine 

nachträgliche Baubewilligung nicht erteilt werden kann, muss im Hinblick 

auf die Prozessökonomie ausnahmsweise auf die Verfahrensaufteilung 

respektive auf ein separates, vor dem Verfahren betreffend der 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes durchzuführendes 

Baubewilligungsverfahren, welches sowieso zu einem abschlägigen 

Entscheid führen würde, verzichtet werden können. Die verfügende 

Baubehörde muss hier in der Wiederherstellungsverfügung auf alle 

massgeblichen Punkte eingehen und insbesondere die Frage der 

materiellen Baurechtswidrigkeit behandeln, so dass das rechtliche Gehör 

des Verfügungsadressaten auch in dieser Hinsicht gewahrt wird (vgl. statt 

vieler: VGU R 22 44 vom 11. Juli 2023 E.2.1.1; VGU R 16 3 vom 19. April 

2016 E.8c m.w.H.; ARE, Leitfaden "Umgang mit Missbräuchen im 

Bauwesen" S. 13, abrufbar unter https://www.gr.ch/DE/

institutionen/verwaltung/dvs/are/BAB/WIB-Leitfaden_de.pdf). 

5.2.3. Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom 

9. September 2022 (R 22 77, Rz. 19) aus, die Voraussetzungen für einen 

kombinierten Bau- und Wiederherstellungsentscheid seien gegeben. Dies 

wurde von der Beschwerdeführerin nicht konkret bestritten. Sie monierte 

im Rahmen ihrer Ausführungen zur Erteilung der aufschiebenden Wirkung 

lediglich die Begründung der Beschwerdegegnerin für eine (erneute) 

Verfügung als rein formalistisch (vgl. R 22 77, Beschwerde Rz. 10 ff.). Für 

- 24 -

die Beschwerdegegnerin war die Sach- und Rechtslage klar, womit für sie 

von vornherein feststand, dass eine nachträgliche Baubewilligung nicht 

erteilt werden kann. Dementsprechend konnte vorliegend auf die 

Verfahrensaufteilung respektive auf ein separates, vor dem Verfahren 

betreffend die Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes 

durchzuführendes Baubewilligungsverfahren verzichtet werden. Wie in 

E.4 hiervor ausgeführt, ist die Feststellung der Rechtswidrigkeit der 

Nutzung der Parzelle 1975 zum Zwecke der Deponie und des Umschlags 

von Materialien und Maschinen jeglicher Art sowie jeglichen baulichen 

Massnahmen durch die Beschwerdegegnerin zu Recht erfolgt. Somit ist 

erstellt, dass ein materiell baurechtswidriger Zustand vorliegt. Ein 

nachträgliches Baubewilligungsverfahren würde nur einen unnötigen 

prozessualen Leerlauf bedeuten. Der Erlass des kombinierten Entscheids 

erfolgte rechtmässig.

5.3.1. Die Beschwerdegegnerin verlangte die restlose Entfernung sämtlicher 

abgelagerter Materialien und Maschinen sowie den Rückbau sämtlicher 

baulicher Massnahmen inkl. Entfernung des eingebrachten 

Koffermaterials und der Quadersteine. Sie machte geltend, es seien keine 

Gründe ersichtlich, welche aus Gründen der Verhältnismässigkeit oder 

des Vertrauensschutzes ein Absehen von 

Wiederherstellungsmassnahmen respektive ein Dulden i.S.v. Art. 94 Abs. 

4 KRG rechtfertigen würden (R 22 77, Verfügung vom 9. September 2022 

Ziff. 2 des Dispositivs und Rz. 25 f.). Der Rückbau des Koffermaterials 

bzw. des Belags ist in der Zwischenzeit unbestrittenermassen erfolgt. 

Abgesehen davon sind gemäss der Beschwerdegegnerin die weiteren 

Massnahmen nach wie vor ausstehend (Vernehmlassung bzw. Duplik vom 

20. Oktober 2022 Rz. 35). Das ARE hielt in seiner Vernehmlassung vom 

23. Mai 2023 (Rz. 2.3) fest, die Beschwerdegegnerin habe die 

Wiederherstellung aufgrund klarer Sach- und Rechtslage verlangt, 

- 25 -

weshalb diese auch nicht zu beanstanden sei. Die Beschwerdeführerin 

ihrerseits stellt sich – wiederum im Rahmen der beantragten 

aufschiebenden Wirkung – auf den Standpunkt, es wäre 

unverhältnismässig, die Wiederherstellung zu verlangen, bis geklärt sei, 

ob die von ihr ausgeführten Tätigkeiten rechtmässig oder allenfalls sogar 

bewilligungsfrei möglich wären. Die vorsorgliche Entfernung wäre nutzlos 

und nicht wiedergutzumachen (R 22 77, Beschwerde Rz. 10). Darüber 

hinaus äusserte sich die Beschwerdeführerin nicht konkret zur 

Wiederherstellungsanordnung. Vorliegend wurde der Beschwerde in 

beiden Verfahren die aufschiebende Wirkung erteilt, womit eine 

Wiederherstellung während der Dauer des Verfahrens ausgesetzt wurde.

5.3.2. Die Anordnung der Wiederherstellungsmassnahme muss den 

Grundsätzen der Verhältnismässigkeit entsprechen sowie das öffentliche 

Interesse an der Wiederherstellung dasjenige an der Duldung des 

gesetzwidrigen Zustandes überwiegen (vgl. Art. 94 Abs. 4 KRG). Laut 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Anordnung der 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes im Einzelfall unzulässig, 

wenn sie den allgemeinen Prinzipien des Verfassungs- und 

Verwaltungsrechts zuwiderläuft. Dazu gehören insbesondere die in Art. 5 

Abs. 2 und 3 sowie in Art. 9 BV festgeschriebenen Grundsätze der 

Verhältnismässigkeit und des Vertrauensschutzes (vgl. BGE 136 II 359 

E.6; Urteil des Bundesgerichts 1C_400/2021 vom 7. Juli 2023 E.3.1). In 

Übereinstimmung mit dieser höchstrichterlichen Rechtsprechung schreibt 

Art. 94 Abs. 4 KRG vor, dass von der Anordnung einer 

Wiederherstellungsmassnahme abzusehen und stattdessen eine 

Duldungsverfügung zu erlassen ist, wenn dies aus Gründen des 

Vertrauensschutzes oder der Verhältnismässigkeit geboten erscheint. 

Letztere verlangt, dass die Massnahme geeignet, erforderlich und 

zumutbar ist. Das öffentliche Interesse an der Durchsetzung der 

- 26 -

Baugesetzgebung ist gross. Zum einen soll verhindert werden, dass die 

Verletzung von gesetzlichen Vorschriften honoriert wird und damit letztlich 

die Glaubwürdigkeit von Raumplanung und Rechtsstaat gewahrt werden 

(BGE 111 Ib 213 E.6b). Die im öffentlichen Interesse liegende 

rechtsgleiche Anwendung und Durchsetzung der Bauvorschriften sowie 

des Raumplanungsrechts sollen mittels Wiederherstellung sichergestellt 

werden.

5.4. Die Abweichung von den materiellen Bauvorschriften kann vorliegend 

nicht mehr als geringfügig bezeichnet werden, weshalb eine (weitere) 

Duldung des Materialdepots ausscheidet. Die Zweckänderung bzw. 

Nutzung der Parzelle 1975 kann weder nachträglich bewilligt werden noch 

ist die Abweichung vom Erlaubten gering. Die Beschwerdeführerin beruft 

sich sinngemäss auf den Vertrauensschutz, da die Beschwerdegegnerin 

die Lagerung des Materials über mehrere Jahre hinaus geduldet habe und 

spricht von einer Duldungs- und Bewilligungspraxis der Gemeinde (R 22 

77, Beschwerde Rz. 31 mit Verweis auf Beschwerde im Verfahren R 22 

38; vgl. darin etwa Rz. 30, 34, 37, 41 oder Replik Rz. 55-57). Darauf kann 

sich nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aber nur berufen, wer 

selbst im guten Glauben gehandelt hat (BGE 136 II 359 E.7.1 m.w.H.), d.h. 

angenommen hat und unter Anwendung zumutbarer Aufmerksamkeit und 

Sorgfalt annehmen durfte, die von ihm ausgeübte Nutzung stehe mit der 

Baubewilligung in Einklang bzw. sei rechtmässig. Die Beschwerdeführerin 

befand sich nach Ansicht des Gerichts in Bezug auf die Widerrechtlichkeit 

der Erstellung des Materialdepots nicht in gutem Glauben, zumal sie 

bereits 2014 aufgefordert werden musste, auf der benachbarten Wald-

Parzelle 1976 illegale Ablagerungen zu räumen (R 22 77; ARE-act. 3, 

S. 2). Zum vorliegend nicht anwendbaren Vertrauensschutz kann auf die 

Ausführungen der Beschwerdegegnerin in ihrer Duplik bzw. 

Vernehmlassung vom 20. Oktober 2022 (Rz. 40 ff.) verwiesen werden. 

- 27 -

Das öffentliche Interesse an der Einhaltung der baurechtlichen Ordnung 

überwiegt im vorliegenden Fall auch die entgegenstehenden Interessen 

der Beschwerdeführerin. Damit steht fest, dass die von der 

Beschwerdegegnerin verfügte Wiederherstellung auch im Hinblick auf die 

Verhältnismässigkeit und die Notwendigkeit der Massnahme rechtens ist. 

Die Beschwerde im Verfahren R 22 77 erweist sich somit in Bezug auf die 

von der Beschwerdegegnerin verfügte Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustandes als unbegründet und ist auch in diesem Umfang 

abzuweisen.

6. Mit Verfügung vom 9. September 2022 drohte die Beschwerdegegnerin 

zudem die Anordnung einer Ersatzvornahme durch Dritte auf Kosten der 

Beschwerdeführerin und der Grundeigentümerin i.S.v. Art. 94 Abs. 3 

Satz 2 KRG an, falls die Wiederherstellung nicht oder ungenügend erfolge 

(Ziff. 3 des Dispositivs). Sie behielt sich ausserdem vor, ein gesetzliches 

Pfandrecht auf der Parzelle 1975 eintragen zu lassen (Rz. 27). Nach den 

vorstehenden Erwägungen ist dieses Vorgehen nicht zu beanstanden, 

zumal im gegebenen Zeitpunkt eine entsprechende anfechtbare 

Vollstreckungsverfügung zu erlassen sein wird.

7.1. Schliesslich belegte die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin mit 

einer Busse in der Höhe von CHF 2'000. Begründend führte sie aus, die 

Baubehörde habe mehrfach einen Baustopp ausgesprochen. Die 

Beschwerdeführerin habe sich davon aber nicht beirren lassen und die 

Nutzung gar noch intensiviert. Dadurch habe sie das RPG und die RPV 

mehrfach und bewusst verletzt sowie sich mehrfach über klare 

Anweisungen und Verfügungen der Baubehörde hinweggesetzt. Ihr 

Verschulden wiege nicht leicht. Von einer Busse an die 

Grundeigentümerin – ebenfalls Adressatin der Verfügung gemäss Art. 94 

Abs. 3 KRG – werde abgesehen. Die Beschwerdeführerin habe entgegen 

der Aufforderung vom 14. Juni 2022 ihre Vermögensverhältnisse nicht 

- 28 -

offengelegt, weshalb wie angedroht von guten finanziellen Verhältnissen 

ausgegangen werde (R 22 77, angefochtene Verfügung Rz. 28 ff.).

7.2. Nach Art. 95 KRG wird mit Busse zwischen 200 Franken und 40‘000 

Franken bestraft, wer das KRG oder darauf beruhende Erlasse und 

Verfügungen des Kantons oder der Gemeinden verletzt. In besonders 

schweren Fällen, insbesondere bei Gewinnsucht, ist die zuständige 

Behörde an dieses Höchstmass nicht gebunden. Widerrechtliche Gewinne 

werden nach den Bestimmungen des Strafgesetzbuches eingezogen 

(Abs. 1). Strafbar ist die vorsätzliche oder fahrlässige Widerhandlung (Abs. 

2).

7.3. Die ausgesprochene Busse von CHF 2'000.00 bewegt sich am unteren 

Rand des Rahmens und ist nicht zu beanstanden, insbesondere 

angesichts der mehrfachen Nichtbefolgung der wiederholten 

Anordnungen durch die Gemeinde (vgl. R 22 38, Bg-act. 4 = Bf-act. 8: 

Baustopp vom 1. April 2022; Bg-act. 6: zweiter Polizeibericht vom 5. April 

2022; R 22 77, angefochtener Entscheid Rz. 11: erneute Feststellung am 

20. Mai 2022 entgegen wiederholter ausdrücklicher Anordnung). Die 

Verfahrensvorschriften, insbesondere die Gewährung des rechtlichen 

Gehörs gemäss Art. 16 VRG, wurden für das Wiederherstellungsverfahren 

eingehalten. Am 14. Juni 2022 liess die Beschwerdegegnerin der 

Beschwerdeführerin einen Entwurf der beabsichtigten Verfügung 

betreffend Feststellung der Rechtswidrigkeit und Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustandes zukommen und setzte Frist zur 

Vernehmlassung an (vgl. R 22 38, Bf-act. 5).

8. Zusammengefasst erweisen sich die angefochtenen Verfügungen der 

Beschwerdegegnerin vom 22. August und 9. September 2022 betreffend 

Feststellung Baubewilligungspflicht bzw. Feststellung rechtswidriger 

Nutzung der Parzelle 1975, Wiederherstellung des rechtmässigen 

- 29 -

Zustands, Ersatzvornahme und Busse in jeder Beziehung als recht- und 

verhältnismässig, was zu deren Bestätigung und vollumfänglicher 

Abweisung der Beschwerden in den Verfahren R 22 38 und R 22 77 führt.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerden in den Verfahren R 2022 38 und R 2022 77 werden 

abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 4'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 580.--

zusammen CHF 4'580.--

gehen zulasten der A._____ AG.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]

[Gegen diesen Entscheid wurde Beschwerde erhoben. Der Fall ist am Bundesgericht 
hängig (1C_221/2024).]