# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 29db5dd1-4eb5-58ec-8769-546e3f27b96a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.11.2011 A-8136/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-8136-2010_2011-11-01.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung I
A­8136/2010

U r t e i l   v om   1 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Daniel Riedo (Vorsitz),
Richter Michael Beusch, Richter Pascal Mollard,
Gerichtsschreiber Urban Broger.

Parteien A._________ AG,
Beschwerdeführerin,

gegen

Oberzolldirektion (OZD),
Hauptabteilung Recht und Abgaben,
Vorinstanz.

Gegenstand Einfuhrsteuer; Wartung im Ausland.

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Sachverhalt:

A. 
Die  A._______  AG  bezweckt  gemäss  Eintrag  im  Handelsregister  den 
Betrieb  eines  gewerbsmässigen  Taxiflugunternehmens,  die 
gewerbsmässige  Ein­  und  Vercharterung  sowie  die  Haltung  und  den 
Vertrieb  von  Flugzeugen. Mit  Verfügung  vom  20. Mai  2010  forderte  die 
Zollkreisdirektion Schaffhausen von ihr Mehrwertsteuern (Einfuhrsteuern) 
in der Höhe von Fr. 71'769.50 nach, was die Oberzolldirektion (OZD) mit 
Beschwerdeentscheid  vom  21. Oktober  2010  bestätigte.  Die 
Nachforderung betraf die Jahre 2002, 2004, 2006 und 2007. In der Sache 
ging es um Einfuhrsteuern,  die  nach Ansicht  der Zollverwaltung bei  der 
Wiedereinfuhr der Luftfahrzeuge HB­_______ (Falcon 2000EX) und HB­
_______  (Falcon  900EX)  nach  im  Zollausland  erfolgten 
Instandhaltungsarbeiten  angefallen  waren.  Die  beiden  Luftfahrzeuge 
standen  im  Eigentum  der  B._______  AG  bzw.  der  C._______  AG  und 
wurden von der A._______ AG geleast. Die Zollverwaltung stellte sich auf 
den Standpunkt, dass gemäss den Operations­ und Leasingverträgen die 
A._______ AG die beiden Luftfahrzeuge für die Eigentümerinnen und für 
Charterkunden  verwaltete,  bereithielt  und  betrieb  (sog.  Aircraft­
Management), nicht aber eine generelle Vermietung oder Vercharterung 
der Luftfahrzeuge an die A._______ AG stattfand. Dies jedoch hätte nach 
Ansicht  der  OZD  die  Voraussetzung  dafür  gebildet,  dass  die 
Wiedereinfuhr  der  Luftfahrzeuge  nach  im  Ausland  durchgeführten 
Instandhaltungsarbeiten von der Einfuhrsteuer befreit gewesen wäre.

B. 
Gegen den Beschwerdeentscheid der OZD vom 21. Oktober 2010 erhob 
die A._______ AG (Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 22. November 
2010  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragte,  der 
angefochtene  Beschwerdeentscheid  sei  unter  Kosten­  und 
Entschädigungsfolgen  zu  Lasten  der  OZD  aufzuheben.  Die  Vorinstanz 
habe  verkannt,  dass  ihr,  der  Beschwerdeführerin,  das  exklusive 
Nutzungsrecht  an  den  streitbetroffenen  Luftfahrzeugen  zugestanden 
habe.  Die  Luftfahrzeuge  seien  in  den  Jahren  2006  bis  2009 
durchschnittlich  zu  70  bis  80%  für  Flüge  zu  Gunsten  von 
Drittcharterkunden eingesetzt und damit für Personen verwendet worden, 
die  mit  den  Eigentümerinnen  der  Luftfahrzeuge  nicht  eng  verbunden 
gewesen  seien.  Sämtliche  Voraussetzungen  für  die  Befreiung  von  der 
Einfuhrsteuer  seien  erfüllt  gewesen.  Im  Übrigen  beschlage  der 
vorliegende  Sachverhalt  im  Grunde  eine  Warenbewegung  über  die 

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Grenze. Die Frage, ob diese Warenbewegung im Rahmen eines Aircraft­
Management­Vertrages erfolgt sei, stelle sich gar nicht. Entscheidend sei 
vielmehr, dass die Lieferungen der Flugzeuge durch die Eigentümerinnen 
(B._______ AG bzw. der C._______ AG) an die Beschwerdeführerin zum 
Zwecke  der  gewerbsmässigen  Vercharterung  an  Kunden  der 
Beschwerdeführerin  erfolgt  sei;  nur  solches  sei  von  der  einschlägigen 
Befreiungsbestimmung verlangt und dies sei vorliegend denn auch erfüllt.

C. 
Mit  Vernehmlassung  vom  27. Januar  2011  hielt  die  OZD  an  ihrer 
Rechtsauffassung  fest und stellte den Antrag, die Beschwerde sei unter 
Kostenfolgen  zu  Lasten  der  Beschwerdeführerin  abzuweisen.  Gemäss 
den  vorgelegten  Verträgen  habe  die  Beschwerdeführerin  die  Aufgabe 
gehabt,  die  Luftfahrzeuge  auf  Kosten  der  jeweiligen  Eigentümerinnen 
bestmöglich zu vermarkten und zu verchartern. Bei Aircraft­Management­
Verträgen  sei  der  Einsatz  des  Luftfahrzeuges  zu  Gunsten  von 
Drittpersonen zumindest im Vertragstext in der Regel immer vorgesehen. 
Deshalb  könne  der  Einsatz  des  Luftfahrzeuges  für  vom  Eigentümer 
unabhängige Drittpersonen kein Ausschlussgrund für das Vorliegen eines 
Aircraft­Management­Vertrages sein. Im Wesentlichen unter Berufung auf 
das  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_904/2008  vom  22. Dezember  2009 
E. 5  hielt  die  OZD  fest,  eine  Vercharterung  sei  nur  zu  bejahen,  soweit 
tatsächlich Dritte befördert worden seien. Das Bundesgericht selber gehe 
nämlich  bei  der  Übergabe  eines  Luftfahrzeuges  an  ein 
Luftverkehrsunternehmen  ins  Aircraft­Management  nicht  von  einer 
generellen  Vermietung  des  Luftfahrzeuges  an  das 
Luftverkehrsunternehmen aus.

D. 
Auf  weitere  Eingaben  und  Vorbringen  der  Parteien  wird  –  soweit 
entscheidwesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss  Art. 31  des  Bundesgesetzes  vom  17. Juni  2005  über  das 
Bundesverwaltungsgericht  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 
des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Der  angefochtene 

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Beschwerdeentscheid der OZD vom 21. Oktober 2010 stellt  eine solche 
Verfügung  dar.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  zuständige 
Beschwerdeinstanz (Art. 32 VGG e contrario und Art. 33 Bst. d VGG). Auf 
die form­ und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

1.2.  Am  1. Januar  2010  ist  ein  neues  Mehrwertsteuergesetz  in  Kraft 
getreten  (Bundesgesetz  vom  12. Juni  2009  über  die  Mehrwertsteuer 
[MWSTG,  SR 641.20]).  Gemäss  Art. 112  Abs. 1  MWSTG  bleiben  die 
bisherigen  gesetzlichen  Bestimmungen  sowie  die  darauf  gestützt 
erlassenen  Vorschriften  grundsätzlich  weiterhin  auf  alle  während  ihrer 
Geltungsdauer  eingetretenen  Tatsachen  und  entstandenen 
Rechtsverhältnisse anwendbar. Der vorliegende Sachverhalt verwirklichte 
sich  in  den  Jahren  2002  bis  2007.  Er  ist  damit  noch  nach  dem 
Bundesgesetz  vom  2. September  1999  über  die  Mehrwertsteuer 
(aMWSTG, AS 2000 1300) zu beurteilen.

1.3.  Die  Beschwerdeführerin  machte  in  ihrer  Eingabe  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  geltend,  sie  behalte  sich  vor,  weitere 
Beweismittel  beizubringen.  Nach  höchstrichterlicher  Rechtsprechung 
kann das Beweisverfahren geschlossen werden, wenn die noch im Raum 
stehenden Beweisanträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder 
offensichtlich untauglich sind, etwa weil ihnen die Beweiseignung abgeht 
oder  umgekehrt  die  betreffende  Tatsache  aus  den  Akten  bereits 
genügend  ersichtlich  ist  (BGE  131 I 153  E. 3  mit  Hinweisen;  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  N 3.144  mit  Hinweisen).  Das 
Bundesverwaltungsgericht  erachtet  aufgrund  der  ihm  vorliegenden 
Beweise  den  Sachverhalt  für  genügend  geklärt.  Auf  die  Erhebung 
weiterer Beweise wird verzichtet.

2. 
2.1.  Der  Bund  erhebt  eine  allgemeine  Verbrauchssteuer  nach  dem 
System der Netto­Allphasensteuer mit Vorsteuerabzug  (Mehrwertsteuer; 
Art. 130  der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; Art. 1 Abs. 1 aMWSTG). Gemäss Art. 5 
aMWSTG  unterliegen  der  Mehrwertsteuer  (Inlandsteuer)  u.a.  im  Inland 
durch steuerpflichtige Personen gegen Entgelt erbrachte Dienstleistungen 
und  Lieferungen  von  Gegenständen.  Damit  eine  steuerbare  Leistung 
vorliegt, muss sie  im Austausch mit einer Gegenleistung, gegen Entgelt, 
erfolgen. Die Entgeltlichkeit stellt – vom Eigenverbrauch abgesehen – ein 
unabdingbares Tatbestandsmerkmal einer mehrwertsteuerlichen Leistung 

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dar.  Besteht  zwischen  Leistungserbringer  und  ­empfänger  kein 
Austauschverhältnis  in  erwähntem  Sinne,  ist  die  Aktivität 
mehrwertsteuerlich  irrelevant  und  fällt  nicht  in  den  Geltungsbereich  der 
Mehrwertsteuer  (anstelle  zahlreicher:  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A­5745/2008  vom  11. Juni  2010  E. 2.3  mit 
Hinweisen).

2.2.  Die  Annahme  eines  Leistungsaustauschs  setzt  voraus,  dass 
zwischen  Leistung  und  Gegenleistung  eine  innere  wirtschaftliche 
Verknüpfung  gegeben  ist  (BGE  126 II 443  E. 6a  mit  Hinweisen;  IVO  P. 
BAUMGARTNER,  in  mwst.com,  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  die 
Mehrwertsteuer,  Basel  et  al.  2000  [hiernach:  mwst.com],  N 6  und  8  zu 
Art. 33 Abs. 1 und Abs. 2). Die Beantwortung der Frage nach der inneren 
Verknüpfung  erfolgt  nicht  in  erster  Linie  nach  zivilrechtlichen,  sondern 
nach  wirtschaftlichen,  tatsächlichen  Kriterien.  Insbesondere  ist  für  die 
Annahme  eines  Leistungsaustauschs  das  Vorliegen  eines 
Vertragsverhältnisses nicht zwingend erforderlich (BGE 126 II 249 E. 4a). 
Vielmehr  genügt,  dass  Leistung  und  Gegenleistung  innerlich  derart 
verknüpft  sind,  dass  die  Leistung  eine  Gegenleistung  auslöst. 
Ausreichend  kann  folglich  sein,  wenn  einer  Leistung  eine  erwartete 
(Üblichkeit)  oder  «erwartbare» Gegenleistung  (nach  den Umständen  ist 
«erwartbar»,  dass  eine  Leistung  die  Gegenleistung  auslöst) 
gegenübersteht,  d.h.  dass nach den Umständen davon auszugehen  ist, 
die Leistung löse eine Gegenleistung aus (anstelle zahlreicher und auch 
zum Folgenden: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­5745/2008 vom 
11. Juni 2010 E. 2.3 mit Hinweisen). Bei der Beurteilung der Frage nach 
dem  wirtschaftlichen  Zusammenhang  zwischen  Leistung  und 
Gegenleistung  ist  primär  auf  die  Sicht  des  Leistungsempfängers 
abzustellen, was der Konzeption der Mehrwertsteuer als Verbrauchsteuer 
entspricht (DANIEL RIEDO, Vom Wesen der Mehrwertsteuer als allgemeine 
Verbrauchsteuer  und  von  den  entsprechenden  Wirkungen  auf  das 
schweizerische Recht, Bern 1999, S. 230 ff.).

2.3.  Die  Luftfahrzeugmiete  wie  auch  der  «Mietcharter»  sind 
mehrwertsteuerlich  als  Lieferungen  zu  qualifizieren  (Art. 6  Abs. 2  Bst. b 
aMWSTG).  Hingegen  qualifiziert  das  Bundesgericht  das  sogenannte 
Aircraft  Management  als  Dienstleistung  (Urteile  des  Bundesgerichts 
2A.40/2007  vom  14. November  2007  E. 2.5  und  2C_904/2008  vom  22. 
Dezember  2009  E. 5.2).  In  Anlehnung  an  eine  Branchenbroschüre  der 
Eidgenössischen Steuerverwaltung  (ESTV) definierte das Bundesgericht 
in den erwähnten Urteilen das Aircraft Management als ein Verwalten und 

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Betreiben von Luftfahrzeugen, die einer anderen Person oder Firma bzw. 
einem  anderen  Eigentümer  gehören.  War  die  Betreibergesellschaft 
jedoch  berechtigt,  das  Luftfahrzeug  zur  Durchführung  von  Flügen  mit 
Dritten  zu  verwenden  und  machte  sie  davon  Gebrauch,  nahm  das 
Bundesgericht  (im  Verhältnis  zwischen  Eigentümergesellschaft  und 
Betreibergesellschaft) eine Vercharterung oder Vermietung und nicht ein 
Aircraft  Management  an  (Urteil  des  Bundesgerichts  2C_904/2008  vom 
22. Dezember 2009 E. 5.4).

2.4. Art. 19  aMWSTG  enthält  eine  Liste  mit  Steuerbefreiungen.  Zudem 
kann  der  Bundesrat  gemäss  Art. 19  Abs. 3  aMWSTG  zur Wahrung  der 
Wettbewerbsneutralität  Beförderungen  im  grenzüberschreitenden  Luft­ 
und  Eisenbahnverkehr  von  der  Steuer  befreien,  was  er  mit  Erlass  von 
Art. 6  der  Verordnung  vom  29. März  2000  zum  Bundesgesetz  über  die 
Mehrwertsteuer  (aMWSTGV,  AS 2000 1347)  für  gewisse 
Beförderungsleistungen im Luftverkehr getan hat. Obwohl  in diesem Fall 
die  Ausgangsumsätze  (z.B.  Beförderungsleistungen  im  Luftverkehr) 
befreit sind, können die Steuern auf den Lieferungen und den Einfuhren 
von  Gegenständen  sowie  auf  den  Dienstleistungen,  welche  für  die 
genannte Tätigkeit verwendet werden, als Vorsteuern abgezogen werden 
(Art. 19 Abs. 1 aMWSTG; Art. 38 Abs. 3 aMWSTG).

2.5.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  mit  Urteil  A­5745/2008  vom 
11. Juni  2010  E. 2.5  betreffend  die  gemäss  Art. 19  Abs. 2  Ziff. 2 
aMWSTG  befreiten  Vermietungen  und  Vercharterungen  von 
Luftfahrzeugen festgehalten, es sei nicht zu übersehen, dass dadurch für 
Personen,  die  überwiegend  im  Ausland  ein  Privatflugzeug  nutzen,  ein 
erhebliches  Interesse  besteht,  dieses  Luftfahrzeug  über  eine  in  der 
Schweiz mehrwertsteuerpflichtige Drittperson zu halten. Dadurch entsteht 
grundsätzlich  ein  Leistungsaustausch  zwischen  der  Betreiberin  des 
Luftfahrzeuges  und  der  Privatperson  und  es  entstehen  damit  Umsätze, 
die  von  der  Mehrwertsteuer  befreit  sind,  aber  zum  Vorsteuerabzug 
berechtigen  (echte  Befreiung).  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  auch 
festgehalten, dass solche Gestaltungen grundsätzlich hinzunehmen sind, 
es  sei  denn,  es  liege  eine  Steuerumgehung  vor,  deren  Vorkommen  im 
Bereich  der  Mehrwertsteuer  das  Bundesgericht  ausdrücklich  anerkennt 
(Urteil des Bundesgerichts 2C_632/2007 vom 7. April 2008, veröffentlicht 
in Archiv für schweizerisches Abgaberecht [ASA] 77 S. 354 ff. E. 4.2).

2.6. Ein Durchgriff durch die Betreibergesellschaft auf den Alleinaktionär 
(hier die Privatperson) rechtfertigt sich mit anderen Worten dort, wo eine 

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Steuerumgehung  vorliegt  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A­5745/2008  vom  11. Juni  2010  E. 2.6;  Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_742/2008  vom  11. Februar  2009,  veröffentlicht  in  ASA 79  S. 260  ff. 
E. 5.5  und  5.6;  BGE 132 III 489  E. 3.2;  PASCAL  MOLLARD/XAVIER 
OBERSON/ANNE  TISSOT  BENEDETTO,  Traité  TVA,  Basel  2009,  S. 433  f.). 
Wird  solcherart  durch  die  bisher  mehrwertsteuerpflichtige  Gesellschaft 
auf  die  dahinter  stehende  Person  durchgegriffen,  entfällt  der 
Leistungsaustausch  zwischen  Gesellschaft  und  Privatperson  und  damit 
der  (steuerbare)  Umsatz,  womit  unter  Umständen  die 
Mehrwertsteuerpflicht  wegfällt,  da  diese  regelmässig  an  die  Höhe  des 
Umsatzes  anknüpft  (nachfolgend  E. 3.1;  Art. 21  Abs. 1  aMWSTG  und 
Art. 25 Abs. 1 Bst. a aMWSTG).

2.7. 
2.7.1.  Nicht  folgen  kann  das  Bundesverwaltungsgericht  hingegen  der 
(isolierten)  Aussage  des  Bundesgerichts,  dass  dort,  wo  die  Nutzung 
ausschliesslich  durch  den  wirtschaftlichen  Eigentümer  für  seinen 
Privatbereich oder durch Personen, die diesem zuzurechnen sind, erfolgt, 
es  einen  Leistungsaustausch  regelmässig  verneine  (vgl.  Urteil  des 
Bundesgerichts 2C_904/2008 vom 22. Dezember 2009 E. 7.1, allerdings 
zum  liechtensteinischen  Mehrwertsteuerrecht  und  erst  noch  zu 
verbundenen Gesellschaften). Lediglich aufgrund der Tatsache, dass der 
wirtschaftliche  Eigentümer  das  sich  in  einer  separaten 
Betreibergesellschaft  befindende  Luftfahrzeug  privat  und  als  einziger 
nutzt,  kann das Vorliegen eines Leistungsaustauschs zwischen  ihm und 
der  Betreibergesellschaft  nicht  generell  verneint  werden.  Für  das 
Vorliegen eines Leistungsaustauschs  ist  nämlich nicht  entscheidend,  an 
wen und in welchem Umfang geleistet wird, sondern ob die Leistung und 
die Gegenleistung innerlich wirtschaftlich verknüpft sind, wobei primär die 
Sicht des Leistungsempfängers einzunehmen ist (oben E. 2.2).

2.7.2.  Zur  Stützung  der  eben  zitierten  Aussage  berief  sich  das 
Bundesgericht  auf  seine  Urteile  2C_463/2008  vom  27. Januar  2009 
E. 2.1 und 2A.748/2005 vom 25. Oktober 2006 E. 3.2. In letztgenanntem 
Entscheid ging es um die Frage, ob die Steuerverwaltung zur Abklärung 
der  Steuerpflicht  von  der  betroffenen  Person  weitere  Unterlagen, 
insbesondere solche zur Identität der Leistungsbezüger, einfordern kann. 
Das  Bundesgericht  hielt  fest,  dies  sei  zulässig,  denn  nur  so  könne  die 
Steuerverwaltung  prüfen,  ob  zu  erwarten  sei,  dass  das  Luftfahrzeug 
durch unabhängige Dritte genutzt werde und damit die Voraussetzungen 
für  die  Begründung  eines  Leistungsaustauschs  gegeben  seien.  Unter 

http://links.weblaw.ch/2C_742/2008

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Verweis  auf  ALOIS  CAMENZIND/NIKLAUS  HONAUER/KLAUS  A. VALLENDER, 
Handbuch  zum Mehrwertsteuergesetz, Bern  2003,  2. Aufl., N 171,  fügte 
das Bundesgericht bei, der Leistungsgegenstand müsse die betriebliche 
Sphäre  verlassen  und  sich  an  einen  Leistungsempfänger  richten,  damit 
von  einer  Leistung  und  mithin  von  einem  steuerbaren  Umsatz 
gesprochen  werden  könne.  Hieraus  kann  allerdings  nicht  geschlossen 
werden,  dass  –  wo  die  Nutzung  ausschliesslich  durch  den 
wirtschaftlichen  Eigentümer  für  seinen  Privatbereich  oder  durch 
Personen, die diesem zuzurechnen sind, erfolgt – ein Leistungsaustausch 
generell verneint werden muss.

2.7.3.  Im Urteil des Bundesgerichts 2C_463/2008 vom 27. Januar 2009, 
auf welches ebenfalls verwiesen wird, war nicht der Leistungsaustausch, 
sondern die Vorsteuerabzugskürzung strittig. Die betroffene Gesellschaft 
diente  einem  verdeckten  Zweck,  nämlich  der  Liebhaberei  ihres 
Alleinaktionärs. Die umstrittenen Eingangsleistungen dienten mit anderen 
Worten  privaten  Bedürfnissen  des  Aktionärs  und  flossen  damit  nicht  in 
steuerbare  Ausgangsumsätze,  was  zu  einer  entsprechenden  Kürzung 
des  Vorsteuerabzuges  führte  (Urteil  des  Bundesgerichts  2C_463/2008 
vom  27. Januar  2009  E. 2.2;  vgl.  auch  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A­1630/2006 vom 13. Mai 2008 E. 3.5).

2.7.4.  Im  Übrigen  bejahte  das  Bundesgericht  in  einer  Konstellation,  in 
welcher  eine  Aktiengesellschaft  ihrem  Alleinaktionär 
Beförderungsleistungen  im Bereich der Luftfahrt erbrachte und dafür ein 
Entgelt erhielt, das Vorliegen eines Leistungsaustauschs ausdrücklich. Es 
hielt  fest,  ein  Leistungsaustausch  liege  unabhängig  davon  vor,  ob  die 
Flüge  zu  geschäftlichen  oder  zu  privaten  Zwecken  des 
Dienstleistungsempfängers  erfolgten  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_632/2007  vom  7. April  2008,  ASA 77  S. 354 ff.  E. 2).  Hingegen 
bejahte  es  im  konkreten  Fall  eine  Steuerumgehung  (Urteil  des 
Bundesgerichts 2C_632/2007 vom 7. April  2008, ASA 77 S. 354 ff. E. 4; 
kritisch  hierzu:  XAVIER  OBERSON/JACQUES  PITTET,  La  jurisprudence  du 
Tribunal  fédéral en matière de TVA, ASA 79 S. 149 ff., S. 164; vgl. auch 
das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­5745/2008  vom  11. Juni 
2010 E. 2.6).

2.8.  Demnach  ist  festzuhalten,  dass  der  Leistungsaustausch  nicht 
generell  verneint  werden  kann,  wo  die  Nutzung  des  Luftfahrzeuges 
ausschliesslich  durch  den  wirtschaftlichen  Eigentümer  für  seinen 
Privatbereich erfolgt. Ebenfalls ist festzuhalten, dass das Bundesgerichts 

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solches  in  Tat  und Wahrheit  auch  nicht  tut,  obschon  es  dies  im  Urteil 
2C_904/2008 vom 22. Dezember 2009 so apodiktisch zu verstehen gibt.

3. 
3.1.  Die  Steuer  auf  dem  Umsatz  im  Inland  (Inlandsteuer;  2. Titel  des 
aMWSTG)  wird  ergänzt  durch  eine  Steuer  auf  den  Einfuhren 
(Einfuhrsteuer;  3. Titel  des  aMWSTG).  Die  Einfuhrsteuer  unterscheidet 
sich von der  Inlandsteuer  in wesentlichen Punkten,  insbesondere gilt  für 
sie gemäss Art. 72 aMWSTG die Zollgesetzgebung, soweit die Art. 73 ff. 
aMWSTG  nichts  anderes  anordnen.  Zuständig  für  die  Erhebung  der 
Einfuhrsteuer  ist  die  Eidgenössische  Zollverwaltung  (Art. 82  Abs. 1 
aMWSTG)  und  nicht  die  ESTV,  die  jedoch  für  die  Erhebung  der 
Inlandsteuer  zuständig  ist  (Art. 52  aMWSTG).  Steuerobjekt  der 
Einfuhrsteuer  sind  nicht  Umsätze,  sondern  ist  die  Einfuhr  von 
Gegenständen (Art. 73 Abs. 1 aMWSTG). Im Gegensatz zur Inlandsteuer 
und  zum  Bezug  von  Dienstleistungen  aus  dem  Ausland  ist  bei  der 
Einfuhrsteuer  keine  Entgeltlichkeit  vorausgesetzt 
(CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER,  a.a.O.,  N 1839).  Weiter  hat  sie  ein 
anderes Steuersubjekt als die Inlandsteuer. Inlandsteuerpflichtig wird, wer 
eine  mit  der  Erzielung  von  Einnahmen  verbundene  gewerbliche  oder 
berufliche  Tätigkeit  selbständig  ausübt  –  auch wenn  die Gewinnabsicht 
fehlt  –  sofern  seine  Lieferungen,  seine  Dienstleistungen  und  sein 
Eigenverbrauch  im  Inland  jährlich  gesamthaft  Fr. 75'000.­­  übersteigen 
(Art. 21 Abs. 1  aMWSTG).  Steuersubjekt  der Einfuhrsteuer  hingegen  ist 
nicht  der  Leistungserbringer,  sondern  der  Zollzahlungspflichtige  (Art. 75 
Abs. 1 aMWSTG). Während schliesslich bei der Inlandsteuer das Entgelt 
Bemessungsgrundlage  bildet  (Art. 33  Abs. 1  aMWSTG),  wird  die 
Einfuhrsteuer,  wenn  der Gegenstand  in  Erfüllung  eines Veräusserungs­ 
oder  Kommissionsgeschäfts  eingeführt  wird,  zwar  ebenfalls  auf  dem 
Entgelt erhoben (Art. 76 Abs. 1 Bst. a und Bst. c ff. aMWSTG), ansonsten 
jedoch  und  getreu  der  Tatsache,  dass  die  Entgeltlichkeit  keine 
Voraussetzung  der  Einfuhrsteuer  ist,  auf  dem Marktwert  (Art. 76  Abs. 1 
Bst. b aMWSTG).

3.2.  Allerdings  kennt  auch  das  Einfuhrsteuersteuerrecht  verschiedene 
Steuerbefreiungstatbestände  (vgl.  Art. 74  aMWSTG;  zum  Ganzen: 
CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER,  a.a.O.,  N 1861 ff.).  Von  der  Steuer 
befreit  ist u.a. die Einfuhr von Gegenständen, die nachweislich aus dem 
freien inländischen Verkehr zur Instandsetzung oder zur Lohnveredelung 
im Rahmen eines Werkvertrages vorübergehend ausgeführt und an den 
Absender in der Schweiz zurückgesandt werden. Ausnahme bildet dabei 

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das Entgelt für die im Ausland besorgten Arbeiten an den Gegenständen 
(Art. 74  Ziff. 7  aMWSTG  [in  der  per  1. Januar  2001  in  Kraft  getretenen 
Fassung, AS 2000 1336] und Art. 74 Abs. 1 Ziff. 6 aMWSTG  [in der auf 
den 1. Mai 2007  in Kraft getretenen Fassung, AS 2007 1457],  jeweils  in 
Verbindung  mit  Art. 76  Abs. 1  Bst. f  aMWSTG; 
CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER, a.a.O., N 1884 ff.).

Weiter  sind Gegenstände  von  der Einfuhrsteuer  befreit,  deren Umsätze 
im Inland nach Art. 19 Abs. 2 Ziff. 7 aMWSTG von der Steuer befreit sind 
(Art. 74 Ziff. 11 aMWSTG  [in der per 1. Januar 2001  in Kraft getretenen 
Fassung, AS 2000 1336] und Art. 74 Abs. 1 Ziff. 10 aMWSTG [in der auf 
den 1. Mai 2007 in Kraft getretenen Fassung, AS 2007 1458]). Unter die 
verwiesene  Steuerbefreiung  von  Art. 19  Abs. 2  Ziff. 7  aMWSTG  fallen 
Lieferungen, Umbauten,  Instandsetzungen, Wartungen, Vercharterungen 
und Vermietungen von Luftfahrzeugen, die von Unternehmen verwendet 
werden,  die  gewerbsmässige  Luftfahrt  im  Beförderungs­  oder 
Charterverkehr betreiben und deren Umsätze aus internationalen Flügen 
jene  aus  dem  Binnenluftverkehr  überwiegen.  Auch  sind  Lieferungen, 
Vermietungen,  Instandsetzungen  und  Wartungen  der  in  diese 
Luftfahrzeuge eingebauten Gegenstände oder der Gegenstände für ihren 
Betrieb  von  der  Steuer  befreit,  sodann  Lieferungen  von  Gegenständen 
zur Versorgung dieser Luftfahrzeuge sowie Dienstleistungen, die für den 
unmittelbaren Bedarf dieser Luftfahrzeuge und  ihrer Ladungen bestimmt 
sind.

3.3. Erfüllt  demnach ein Unternehmen die  subjektiven Voraussetzungen 
von  Art. 19  Abs. 2  Ziff. 7  aMWSTG  (1. Betreiben  von  gewerbsmässiger 
Luftfahrt  im  Beförderungs­  oder  Charterverkehr;  2. Die  Umsätze  aus 
internationalen  Flügen  überwiegen  jene  aus  dem  Binnenluftverkehr), 
können  ihm  gewisse  Leistungen,  insbesondere  Instandsetzungen  und 
Wartungen  von  Luftfahrzeugen, mehrwertsteuerfrei  erbracht werden.  Zu 
beachten  ist,  dass  trotz  der  Verweisung  auf  eine  Bestimmung  des 
Inlandsteuerrechts bei der Einfuhrsteuer Gegenstände und nicht Umsätze 
bzw. Leistungen befreit werden (Art. 74 aMWSTG spricht denn auch von 
Gegenständen,  nicht  von  Leistungen).  Die  Befreiung  von  der 
Einfuhrsteuer setzt – anders an jene von der Inlandsteuer – nicht voraus, 
dass  die  einfuhrsteuerpflichtige  Person  Umsätze  erzielt  hätte  bzw.  gar 
inlandsteuerpflichtig  wäre.  Denn  die  Verweisung  aus  dem  Einfuhr­  ins 
Inlandsteuerrecht  erfolgt  nicht  zum  Zwecke,  das  Steuersubjekt  der 
Einfuhrsteuer  zu  umschreiben,  sondern  um eine Art  von Gegenständen 
zu  bestimmen,  welche  von  der  Einfuhrsteuer  befreit  sein  soll.  Insofern 

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wäre  es  sachwidrig,  würde  bei  der  Frage,  ob  ein  Gegenstand  von  der 
Einfuhrsteuer  befreit  sei,  zusätzlich  geprüft,  ob  die  betroffene  Person 
auch  die  Voraussetzungen  der  Steuersubjektivität  der  Inlandsteuer 
erfülle. Dies zeigt sich im Übrigen auch darin, dass die Bestimmungen zur 
Steuerpflicht der  Inlandsteuer  (Art. 21 ff.  aMWSTG) von der Verweisung 
in  Art. 74  aMWSTG  nicht  erfasst  sind.  Das  bedeutet  nichts  weiter,  als 
dass  im  Rahmen  von  Art. 19  Abs. 2  Ziff. 7  aMWSTG  auch  ein 
Unternehmen  von  der  Einfuhrsteuer  befreit  sein  kann,  das  nicht 
inlandsteuerpflichtig ist.

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4. 
4.1.  Vorliegend  ist  nicht  strittig,  dass  die  Beschwerdeführerin  zur 
fraglichen Zeit  in dem vom Bundesamt  für Zivilluftfahrt  (BAZL) geführten 
Luftfahrzeugregister  als  Halterin  der  Luftfahrzeuge  HB­_______  und 
HB­_______  eingetragen  war.  Nicht  strittig  ist  auch,  dass  sie  über  ein 
sogenanntes  Air  Operator  Certificate  (AOC)  und  seit  1988  über  eine 
Betriebsbewilligung  des  BAZL  (gemäss  Art. 27  ff.  des  Bundesgesetzes 
vom  21. Dezember  1948  über  die  Luftfahrt  [Luftfahrtgesetz,  LFG, 
SR 748.0]) verfügte, was sie zur Durchführung gewerbsmässiger Luftfahrt 
berechtigte. Unbestritten ist auch, dass die Beschwerdeführerin am Markt 
auftrat und gewerbsmässig Charterflüge anbot. Letzteres ergibt sich nicht 
nur aus den ins Recht gelegten Broschüren, sondern lässt sich auch den 
(von  der  OZD  nicht  bestrittenen)  Geschäftszahlen  der 
Beschwerdeführerin  entnehmen,  wonach  seit  dem  Jahre  2006  rund  70 
bis 80% des mit den betroffenen Luftfahrzeugen erzielten Umsatzes auf 
Drittkunden  zurückzuführen  war.  Die  Beschwerdeführerin  hat  zudem 
glaubwürdig  dargelegt,  dass  in  den  früheren  Jahren  der  Anteil  an 
Drittkunden  gleich  hoch  oder  höher  gewesen  war.  Nicht  strittig  ist 
schliesslich,  dass  die Beschwerdeführerin  in  den  Jahren  2002  bis  2007 
beide  Luftfahrzeuge  zum  Teil  im  Ausland  in  Stand  setzen  liess,  für  die 
Wiedereinfuhr  der  Luftfahrzeuge  zollzahlungspflichtig  und  damit 
Steuersubjekt der Einfuhrsteuer war.

4.2.  Während  die  Einfuhrsteuerbefreiung  der  zur  Instandsetzung 
vorübergehend  ausgeführten  Luftfahrzeuge  nicht  in  Frage  steht  (oben 
E. 3.2  erster  Absatz),  ist  umstritten,  ob  die  im  Ausland  an  den 
Luftfahrzeugen  besorgten  Wartungsleistungen  ebenfalls 
einfuhrsteuerbefreit  waren  (oben  E. 3.2  zweiter  Absatz).  Die  OZD 
verneinte  dies  mit  dem  Argument,  die  Beschwerdeführerin  habe 
sogenanntes  Aircraft  Management  betrieben.  Die  Hinweise  der 
Beschwerdeführerin  auf  luftfahrtrechtliche  Vorgaben  des  BAZL, 
internationale Vorschriften,  ihr Nutzungsrecht  an beiden Luftfahrzeugen, 
ihre  Tätigkeit  als  Taxiflugunternehmen  im  gewerbsmässigen 
internationalen  Nichtlinienverkehr,  ihr  Interesse  an  einem  ertragreichen 
Einsatz  der  Luftfahrzeuge,  ihre  Verwendung  der  Luftfahrzeuge  für 
internationale  Beförderungen  und  Vercharterungen  und  der  Einsatz 
derselben sowohl für Drittpersonen als auch für die Eigentümerinnen und 
diesen  nahe  stehende  Personen  vermöchten  am  Ergebnis  nichts  zu 
ändern.  Massgebend  sei  der  Kerngehalt  der  Verträge,  mit  denen  die 
Luftfahrzeuge  der  Beschwerdeführerin  übergeben worden  seien.  Es  sei 
unbestritten,  dass  die  Überlassung  der  Luftfahrzeuge  durch  die 

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Eigentümerinnen an die Beschwerdeführerin  für Flüge mit Drittpersonen 
als  Vermietung  und  damit  als  Lieferung  im  Sinne  des 
Mehrwertsteuergesetztes  gelte.  Es  liege  in  solchen  Fällen  jedoch  keine 
generelle Vermietung des Luftfahrzeuges an die Beschwerdeführerin vor, 
sondern immer nur eine Vermietung oder Vercharterung für die konkrete 
Flugleistung,  welche  die  Beschwerdeführerin  gegenüber  der Drittperson 
erbringe. Diese Lieferungen  im Einzelfall hätten keine Auswirkungen auf 
die  Einfuhrsteuer,  sondern  allenfalls  auf  die  Inlandsteuer,  sofern  eine 
Inlandlieferung vorliege. Für die Einfuhrsteuer sei allein massgebend, ob 
die  Eigentümerinnen  ihre  Luftfahrzeuge  seit  der  Überführung  in  den 
zollrechtlich freien Verkehr generell an die Beschwerdeführerin vermietet 
bzw. verchartert hätten.

Die Begründung  der OZD  rechtfertigt  Ausführungen  zu  zwei  Bereichen. 
Der erste betrifft die Ein­ und Ausgangsumsätze der Beschwerdeführerin 
(E. 4.3),  der  zweite  deren Einfuhrsteuerpflicht  bzw.  die Befreiung  davon 
(E. 4.4).

4.3.  Bezüglich  den  Umsätzen  der  Beschwerdeführerin  ist  vorab 
festzuhalten,  dass  die  OZD  einzig  für  die  Erhebung  und  damit  für  die 
Beurteilung  der  Einfuhrsteuer,  nicht  aber  für  die  Erhebung  der 
Inlandsteuer  und  damit  grundsätzlich  auch  nicht  für  die  Beurteilung,  ob 
Leistungsaustausche  vorlagen,  zuständig  ist  (oben  E. 3.1).  Mit  ihrer 
Argumentation,  die  Eigentümerinnen  hätten  der  Beschwerdeführerin  die 
Luftfahrzeuge  zum  Verwalten  und  Betreiben  übergeben  und  nicht 
generell vermietet oder verchartert, begründet die OZD ihren Standpunkt, 
das  heisst  die  Verweigerung  der  Einfuhrsteuerbefreiung,  jedoch 
sinngemäss  mit  einem  fehlenden  Leistungsaustausch  bei  den 
Eingangsumsätzen  der  Beschwerdeführerin.  Abgesehen  davon,  dass  in 
erster Linie die ESTV und nicht die OZD solcherlei Fragen hätte abklären 
müssen,  könnte  das  Bundesverwaltungsgericht  dieser  Argumentation 
auch aus folgenden Gründen nicht folgen:

 Das  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_904/2008  vom  22. Dezember 
2009,  auf  das  sich  die  OZD  in  ihrer  Begründung  beruft,  erging  im 
Zusammenhang mit der Inland­ und nicht der Einfuhrsteuer. Es betraf 
sodann die Ausgangsumsätze einer Gesellschaft, die eine andere im 
Rahmen  eines  «Rent  and  Operation  Agreement»  mit  dem  Betrieb 
eines  Flugzeuges  betraute.  Vorliegend  aber  ist  nicht  eine 
Eigentümer­, sondern eine Betreibergesellschaft betroffen.

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 Zudem erachtet das Bundesverwaltungsgericht eine Rechtsprechung 
ohnehin  für  fraglich,  bei  welcher  der  mehrwertsteuerliche 
Leistungsaustausch  bei  einer  Nutzung  des  Luftfahrzeuges 
«ausschliesslich  durch  den  wirtschaftlichen  Eigentümer  für  seinen 
Privatbereich  oder  für  Personen,  die  diesem  zuzurechnen  sind», 
generell aberkannt wird  (oben E. 2.7). Gemäss der Rechtsprechung 
des  Bundesverwaltungsgerichts  fällt  der  Leistungsaustausch 
allenfalls  dann  in  sich  zusammen,  wenn  aufgrund  des  Vorliegens 
einer Steuerumgehung ein Durchgriff durch die Betreibergesellschaft 
auf  die  dahinter  stehende  Person  stattfindet  (oben  E. 2.6)  oder 
mangels  rechtsgenügender  Verknüpfung  von  Leistung  und 
Gegenleistung  der  mehrwertsteuerliche  Leistungsaustausch  zu 
verneinen ist (oben E. 2.8).

 Sodann  ist  der  Sachverhalt  des  vorliegenden  Verfahrens  (die 
Beschwerdeführerin  erbrachte  unbestrittenermassen  Leistungen  an 
Dritte und fakturierte auch dort zu Drittpreisen, wo sie Leistungen an 
nahe stehende Personen erbrachte) nicht mit  jenem zu vergleichen, 
welcher dem erwähnten Urteil des Bundesgerichts 2C_904/2008 vom 
22. Dezember 2009 zu Grunde lag, und dies selbst dann nicht, wenn 
es  dort  ebenfalls  um  die  Einfuhr­  und  nicht  die  Inlandsteuer 
gegangen  wäre.  Im  vom  Bundesgericht  beurteilten  Fall  liess  sich 
nämlich  den  ins  Recht  gelegten  Passagierlisten  kein  einziger  Flug 
entnehmen,  bei  welchem  die  Betreibergesellschaft  unabhängige 
Dritte befördert hätte. Ohnehin verfügte sie zuerst nicht über ein AOC 
und  als  sie  eines  hatte,  konnte  sie  noch  immer  keine  Flüge  für 
Drittpersonen  nachweisen  (Urteil  des  Bundesgerichts  2C_904/2008 
vom 22. Dezember 2009 E. 5.4 und E. 6.2).

Damit ist Folgendes festzuhalten: Auch wenn die Beschwerdeführerin im 
hier  zu beurteilenden Fall  einen Teil  ihrer Umsätze mit  nahe stehenden 
Personen  erzielte,  zwingt  dies  nicht  zum  Schluss,  dass  kein 
Leistungsaustausch vorlag (betrifft ohnehin die Ausgangsumsatzseite der 
Beschwerdeführerin).  Und  selbst  im  Fall,  da  auf  der 
Ausgangsumsatzseite  kein  Leistungsaustausch  vorgelegen  hätte,  wäre 
daraus  für  die hier  zu beurteilende Frage der Einfuhrsteuerpflicht  nichts 
abzuleiten  (oben  E. 3.3  in  fine).  Ebenso  wenig  von  Belang  ist  für  den 
vorliegenden Fall die mehrwertsteuerliche Qualifikation des Verhältnisses 
zwischen  den  Eigentümergesellschaften  und  der  Beschwerdeführerin 
(betrifft  die  Eingangsumsatzseite  der  Beschwerdeführerin).  Dazu  ist 
immerhin  festzuhalten,  dass  entgegen  der  Auffassung  der  OZD  kein 

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Aircraft Management  im Sinne der  bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
(oben  E. 2.3)  vorlag,  und  zwar  schon  deshalb  nicht,  weil  die 
Beschwerdeführerin  die  Luftfahrzeuge  nicht  für  die  Eigentümerinnen, 
sondern für ihre eigenen Kunden (Drittkunden) verwaltete, bereithielt und 
betrieb  und  die  Eigentümerinnen  dann,  wenn  sie  die  Luftfahrzeuge 
verwenden wollten, keine Vorrechte geltend machen konnten.

4.4. Für die Frage nach der Befreiung von der Einfuhrsteuerpflicht kommt 
es  hingegen  –  wie  bereits  mehrfach  erwähnt  –  auf  zwei  subjektive 
Eigenschaften  der  Beschwerdeführerin  an:  Vorausgesetzt  ist,  dass  sie 
(1.)  gewerbsmässige  Luftfahrt  im  Beförderungs­  oder  Charterverkehr 
betrieb  und  (2.)  ihre Umsätze  aus  internationalen Flügen  jene  aus  dem 
Binnenluftverkehr  überwogen  (oben  E. 3.2  und  3.3).  Beide 
Tatbestandsmerkmale  sind  vorliegend  erfüllt.  Die  Beschwerdeführerin 
setzte  die  Luftfahrzeuge HB­_______  und HB­_______  nachweislich  zu 
mehr als 70% für Flüge mit Personen ein, die von ihr – aber auch von den 
jeweiligen  Eigentümergesellschaften  –  unabhängig  waren.  Selbst 
Kunden, die der Beschwerdeführerin bzw. den Eigentümergesellschaften 
nahe  standen,  mussten  eine  marktkonforme  «Charter  Fee»  bezahlen. 
Der Auftritt am Markt, die Organisation der Beschwerdeführerin aber auch 
das  gültige  AOC  bzw.  die  Betriebsbewilligung  des  BAZL  zwingen  zum 
Schluss,  dass  die  Beschwerdeführerin  gewerbsmässige  Luftfahrt  im 
Beförderungs­ oder Charterverkehr betrieb, wie dies Art. 19 Abs. 2 Ziff. 2 
aMWSTG verlangt (vgl. oben E. 4.1). Dass ein Grossteil des finanziellen 
Risikos  bei  den  Eigentümerinnen  lag,  dass  diesen  praktisch  sämtliche 
Kosten weiter belastet wurden und sie  im Gegenzug auch den Grossteil 
des  mit  den  Luftfahrzeugen  erzielten  Umsatzes  erhielten,  ist  nicht 
relevant, denn dies alles betrifft die Frage, wer das wirtschaftliche Risiko 
trug  und  nicht  die  hier  einzig  relevante  Frage  der  Gewerbsmässigkeit. 
Dass  schliesslich  die  Umsätze  der  Beschwerdeführerin  aus 
internationalen  Flügen  jene  aus  dem  Binnenluftverkehr  überwogen,  wie 
dies  Art. 19  Abs. 2  Ziff. 2  aMWSTG  als  zweites  Kriterium  verlangt,  wird 
von der OZD nicht bestritten.  Im Übrigen hatte die ESTV mit Schreiben 
vom  15. Juni  2001  der  Beschwerdeführerin  ausdrücklich  bestätigt,  sie 
gelte  als  Luftverkehrsunternehmen  im  Sinne  von  Art. 19  Abs. 2  Ziff. 2 
aMWSTG  (vgl.  Aktenverzeichnis  zur  Vernehmlassung  der  Vorinstanz, 
act. 18). Die streitbetroffenen Wartungsleistungen sind in Anwendung von 
Art. 74  Ziff. 11  aMWSTG  [in  der  per  1. Januar  2001  in  Kraft  getretenen 
Fassung, AS 2000 1336] und Art. 74 Abs. 1 Ziff. 10 aMWSTG [in der auf 
den  1. Mai  2007  in  Kraft  getretenen  Fassung,  AS 2007 1458]  von  der 
Einfuhrsteuer zu befreien.

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5. 
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vollumfänglich gutzuheissen und 
es  erübrigt  sich,  auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin, 
etwa  bezüglich  der  Verletzung  von  Treu  und  Glauben  durch  die  OZD, 
einzugehen.  Der  angefochtene  Beschwerdeentscheid  der  OZD  vom 
21. Oktober  2010  ist  aufzuheben.  Ausgangsgemäss  sind  der 
obsiegenden  Beschwerdeführerin  und  der  unterliegenden  Vorinstanz 
keine  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  (Art. 63  VwVG).  Der  geleistete 
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 4'000.— ist der Beschwerdeführerin 
zurückzuerstatten.  Die  Vorinstanz  hat  der  obsiegenden 
Beschwerdeführerin  eine  Parteientschädigung  auszurichten  (Art. 64 
Abs. 1 und 2 VwVG). Sie wird praxisgemäss auf gesamthaft Fr. 6'000.— 
(MWST inbegriffen) festgesetzt

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Seite 17

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2. 
Der  Beschwerdeentscheid  der  Oberzolldirektion  vom  21. Oktober  2010 
wird aufgehoben.

3. 
Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben.  Der  von  der 
Beschwerdeführerin  einbezahlte  Kostenvorschuss  in  der  Höhe  von 
Fr. 4'000.— wird ihr zurückerstattet.

4. 
Die  Vorinstanz  wird  verpflichtet,  der  Beschwerdeführerin  eine 
Parteientschädigung  in  der  Höhe  von  gesamthaft  Fr. 6'000.—  zu 
bezahlen.

5. 
Dieses Urteil geht an:

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Ref­Nr. _______; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Riedo Urban Broger

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Seite 18

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen 
Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 
deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu 
enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 
sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

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