# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4194e125-cb7d-55fc-9005-f0a17b734937
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-23
**Language:** de
**Title:** Strittige Statusfrage, eine Erwerbstätigkeit von über 40 % erscheint nicht als überwiegend wahrscheinlich, keine Einschränkung im Erwerbsbereich, die Einschränkung im Aufgabenbereich ist nicht invaliditätsbegründend. (BGE 9C_521/2015)
**Docket/Reference:** IV.2014.00847
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00847.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00847
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Gerichtsschreiberin Gohl Zschokke
Urteil
vom
23. Juni 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch
Y.___
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1950, ist verheiratet und Mutter zweier 1978 und 1984 geborener Kinder
(
Urk.
7/1/3
,
7/3
und 7/10/2
)
.
Ab 1994
arbeitete sie
in einem Pensum von 80 %
als Verkäuferin
in einem Bekleidungsgeschäft
.
Dieses Arbeitsverhältnis wurde A
nfang 2009 beendet, da die Filiale, in welcher die Versicherte
tätig war
, geschlossen wurde
(
Urk.
7/10/2,
7/12
und 7/22/3
)
. Danach
bezog die Versicherte
während rund eineinhalb Jahren
Arbeitslosenentschädi
gung. A
nschliessend
war sie
mit Unterbrüchen
bei drei verschiedenen Arbeitge
bern nacheinander angestellt
, wobei keines dieser Arbeitsverhältnisse länger als zwei Monate dauerte
(Urk.
7/10/2
,
7/12/5
und 7/22/2
).
Zuletzt war
die Versi
cherte
ab dem 11.
Januar 2011 in einem Pensum von 30 bis 40 % als
Aushilfs
verkäuferin
im Stundenlohn
eines Schuh- und Modegeschäfts
erwerbstätig
(Urk. 7/1/5
,
7/10/2,
7/12/2 und
7/17
)
.
Im Dezember 2011 traten Schmerzen in der Lendenwirbelsäule und in den Beinen auf, weswegen sich die Versicherte am 11. Dezember 2011 in ärztliche Behandlung begab
(
Urk.
7/2/3 und
7/8/1)
.
A
b diesem Zeitpunkt
wurde ihr
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
(
Urk.
7/2)
.
Vom 11. bis zum 26. Januar
2012
hielt
sie sich
im
Spital Z.___
auf, wo sie sich am
17.
Januar 2012
wegen einer Spinalkanalverengung einem operativen Eingriff unterziehen musste
(
Urk.
7/8/5)
.
Darauf folgte ein stationärer Aufenthalt in der
Rehaklinik Z.___
,
d
er vom 26. Januar bis zum 15. Februar 2012 dauerte
(Urk.
7/2/5)
.
Hernach
absolvierte
die Versicher
te ambulante Therapien. Vom 31.
März bis zum 7. April 2012 liess sie sich auf eigene Kosten in einem Thermalbad in Kroatien behandeln (
Urk.
7/8/2).
Es wurden ihr
Krankentaggeldversicherungs
leistungen ausgerichtet
(
Urk.
7/1/4,
7/6
,
7/79
, 7/8/11 und 7/9
)
.
1.2
Am 26. Mai 2012 meldete
sich
die Versicherte
bei der Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1/7).
Diese zog darauf die Unterlagen des
Krankentaggeldversicherers
bei
(
Urk.
7/8)
und
führte mit der Versicherten am 14. Juni 2012 ein Standortgespräch durch (
Urk.
7/10).
Darauf zog
sie weitere mediz
inische (Urk.
7/11
, 7/15
und
7/19
) und erwerbliche (
Urk.
7/12)
Unterlagen bei
. Überdies
liess
sie
die beeinträchtigte Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt abklären (
Urk.
7/22). Am 30. Mai 2013 erliess
die IV-Stelle
einen ne
gativen Vorbescheid (
Urk.
7/26). Dagegen erhob
die
Versic
herte Einwand (
Urk.
7/27), den ihr
Rec
htsvertreter ergänzend begründete
(
Urk.
7/29). Die IV-Stelle
holte
darauf
bei
d
er
Rehaklinik A.___
einen Bericht über die arbeitsbezogene
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
vom
1. Mai 2014
ein
(
Urk.
7/40).
Nachdem der Rechtsvertreter
der Versicherten
dazu
schriftlich Stell
ung genommen hatte (Urk.
7/42), verneinte die IV-Stelle mit
Verfügung vom 30. Juli 2014 einen Rentenanspruch (
Urk.
2 = 7/
45
).
2.
Gegen die Verfügung vom 30. Juli 2014 liess die Versicherte mit Eingabe vom 28. August 2014 (
Urk.
1) Beschwerde erheben.
Ihr Rechtsvertreter beantragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und der Beschwerdeführerin ab dem 1.
Dezember
2012 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss am 2. Oktober 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Die Replik wurde am 13. Oktober 2014 erstattet (
Urk.
12). Auf das Einreichen einer Duplik wurde verzichtet (
Urk.
12), wovon der Gegenpartei mit Schreiben vom 24. November 2014 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
13).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforder
lich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise - bei Versicherten, die vor der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit nicht erwerbstätig waren - die Unmög
lichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig und daneben im Aufgabenbe
reich tätig sind, wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs.
2 IVG festgelegt. Danach wird darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist,  ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne Gesund
heitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (Art. 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV
).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in fine).
Wäre sie gesundheit
lich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Aus
übung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/bb mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a).
1.4
Die von einer qualifizierten Person
durchgeführte Abklärung vor Ort
stellt für gewöhnlich die geeignete und genügende Vorkehr zur Bestimmung der gesund
heitlichen Einschränkung im Haushalt
dar (Urteil 9C_201/2011
vom 5.
September 2011 E. 2, in: SVR 2012 IV Nr. 19 S. 86).
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61
E. 6.2 und 128 V 93 E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts
8C_817/2013 vom 28. Mai 2014 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
zog
in der angefochtenen Verfügung
vom 3
0.
Juli 2014
in Betracht
, dass die Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Einschrän
kungen zu 80 % als Verkäuferin erwerbstätig und zu 20 % im Aufgabenbereich tätig wäre.
Der
Regional
e
Ärztliche
Dienst
habe zur Evaluation der funktionel
len Leistungsfähigkeit
Stellung genommen
. Demnach sei der Beschwerdeführe
rin eine angepasste Tätigkeit, darunter auch
die angestammte
als Verkäuferin, zu mindestens 50 % zumutbar. Ein leidensbedingter Abzug sei nicht vor
zuneh
men,
weil
beim Wegfall der Selbstlimitierung von einer höheren Belastbarkeit ausgegangen werden könne. Die Beschwerdegegnerin
ermittelte einen Invalidi
tätsgrad von
31,2 % im Erwerbsbereich und einen solchen von 5,39 % im Auf
gabenbereich. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 37 %, welcher keinen Rentenanspruch zu begründen vermöge
(
Urk.
2)
.
In der Beschwerdeantwort vertrat die Beschwerdegegnerin neu die Auffassung,
dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 40 % im Erwerbsbereich und zu 60 % im Haushalt tätig wäre. Es bestehe somit keine Einschränkung im erwerblichen Bereich. Unter Berücksichtigung der Einschränkung im Haushalts
bereich ergebe sich ein Invaliditätsgrad von lediglich 16 % (
Urk.
6).
2.2
Demgegenüber
lässt die Beschwerdeführerin geltend machen, dass
die neue Beur
teilung der Statusfrage falsch sei (
Urk.
10). Sie könne kein Invalidenein
kommen mehr erzielen. Selbst wenn ihre Restarbeitsfähigkeit verwertbar wäre, so wäre
zu berücksichtigen, dass
ein leidensbedingter Abzug von 20 %
getätigt und
im Haushaltbereich von einer Einschränkung von mindestens 50 % aus
ge
gangen werden müsse (
Urk.
1 und 10)
.
3.
A
ufgrund der medizinischen Unterlagen
steht fest
, dass
bei der
Beschwerdeführe
rin
ein Status nach mikrochirurgischer Dekompression L3/4/5/S1 beidseits von links am 1
7.
Januar 2012
,
eine persistierende Para
parese ab L4
und eine schwere Lendenwirbelsäulendegeneration
bestehen
(
Urk.
7/8/9
, 7/11/1
, 7/11/5 und
7/15/3
).
4.
4.1
Es ist strittig und vorab zu prüfen, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre
.
4.2
Gemäss Haushaltabklärungsbericht vom
3
0.
Mai 2013 (
Urk.
7/22)
fand die Abklä
rung
der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt
am
27. März 2013
zu Hause bei der Beschwerdeführerin im Beisein
ihres Eheman
nes
statt (
Urk.
7/
22/1
).
Bei dieser Gelegenheit erklärte die Beschwerdeführerin, dass sie bei guter Gesundheit in einem Pensum von 80 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Sie sei ihr Leben lang erwerbstätig gewesen und die letzten Jahrzehnte auch immer in einem Pensum von 80 %. Sie habe stets gerne gear
beitet
,
und auch aus finanziellen Gründen würde sie wieder in einem Pensum von 80 % arbeiten. Nach der Geburt ihres ersten Kindes habe sie weiter in einem Pensum von 100 % gearbeitet und nach der Geburt des zweiten Kindes
ihre Arbeitstätigkeit
auf ein solches von 80 % reduziert.
Ihre
Anstellung im Verkauf von 1994 bis Februar 2009
habe ebenfalls ein Pensum von 80 % umfasst. Es sei ihr aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt worden. Sie habe nach Arbeit gesucht und dann ab März 2010 drei Monate bei der
Firma B.___
in einem Pensum von 80 % gearbeitet. Sie habe die Kündigung erhalten, wisse jedoch nicht genau warum. Zum Schluss habe man ihr gesagt, es sei nicht gut gewesen, ihr zu kündigen. Sie habe dann im August 2010 bei der
Firma C.___
versucht zu arbeiten, jedoch die Arbeitsstelle nicht erhalten. Danach habe sie im Oktober 2010 eine Arbeitsstelle bei
der Firma D.___
mit einem Pensum von 80 %
gefunden
. Man habe ihr dort jedoch in der Probezeit gekündigt. Sie habe sich weiter um Arbeit bemüht und Bewerbungen geschrieben für ein Pensum von 80 bis 90 %. Sie sei schon beinahe 63 Jahre alt und es sei
in ihrem Alter
nicht einfach, eine Arbeitsstelle zu finden. Sie habe sich alle Mühe gegeben. Sie habe dann mit grosser Anstrengung ihre letzte Arbeitsstelle mit einem Pensum von zwischen 20 und 40 % gefunden.
Dort habe sie
ein bis zwei Tage pro Woche arbeiten können. Man habe sie nach Hause geschickt, wenn es zu wenig Arbeit gehabt habe. Sie habe diese Arbeit ange
nommen, weil sie gedacht habe, sie könne dann mit der Zeit in einem höheren Pensum arbeiten. Das sei aber nicht möglich gewesen. Sie habe weiterhin nach Arbeit in einem Pensum von 80 bis 90 % gesucht, aber
keine andere Arbeit mehr gefunden. Sie habe sich beworben bei
E.___, F.___
usw., man habe sie wegen ihres Alters jedoch nicht eingestellt (
Urk.
7/22/3).
4.
3
Es steht ausser
Frage
, dass auf die Angaben der Beschwerdeführerin abzustellen ist, welche als sogenannte Aussagen der ersten Stunde im Abklärungsbericht festgehalten wurden (vgl. das Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_406/2011 vom 9.
Juli 2012 E. 5.5). Damit steht fest, dass
die
Beschwerdeführerin
im Gesund
heitsfall dazu bereit gewesen wäre, eine 80%ige Erwerbstätigkeit auszuüben.
Dafür sprechen auch ihre
Erwerbsbiographie sowie
ihre persönlichen und finan
zielle Verhältnisse
(vgl.
Urk.
7/10/2, 7/12 und 7/22/2)
.
Gleichzeitig ist mit den Schilderungen der Beschwerdeführerin aber auch erstellt, dass es ihr trotz vor
handener Motivation und zahlreicher Bemühungen
(inklusive Arbeitsversuchen)
ab März 2009 bis zum Auftreten ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung im Dezember 2011 nicht gelungen ist, eine Anstellung mit einem höheren Pensum als 40 % zu
be- bzw.
erhalten. Wie die Beschwerdeführerin im
Rahmen des Standortgespräches vom 1
4.
Juni 2012
selbst richtig erkannte, hatte
die Reduk
tion des
(ursprünglich 80%igen)
Arbeitspensums nichts mit ihrem Gesundheits
zustand zu tun (
Urk.
7/10/2).
Vielmehr ist diese auf invaliditätsfremde Faktoren
zurückzuführen
, welche unberücksichtigt zu bleiben haben
.
Es kann deshalb auch offen bleiben, ob das
fortgeschrittene Alter,
wie
von
d
er
Beschwerdefüh
rerin vermutet, oder andere Gründe, namentlich
die generelle Arbeitsmarktsitu
ation
,
ursächlich waren.
Jedenfalls erscheint es nach den
erfolglosen stetigen
Bemühungen
während rund dreier Jahre
und der letzten rund einjährigen maximal 40%igen Arbeitstätigkeit
nicht als überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde im Zeitpunkt des Erlasses der angefochte
nen Verfügung vom
3
0.
Juli 2014
wieder eine Erwerbstätigkeit im Umfang von
80
% ausgeübt hätte. Vielmehr ist
im Einklang mit der Beschwerdegegnerin
davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin
unverändert maximal 40 %
weitergearbeitet
hätte.
5.
5.1
Prof.
Dr.
med.
G.___
, Facharzt FMH für Neurochirurgie, beurteilte die Beschwerdeführerin in seinem Bericht vom
4.
Oktober 2012 als
in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
Textil- und Schuhverkäuferin im Teilzeitpensum ab dem
1.
Januar 2012 als zu 100 % arbeitsunfähig. Dies gelte mutmasslich auch für
die nächsten ein bis zwei Jahre;
es sei in zwei Jahren eine Neubeurteilung angezeigt. Die Restarbeitsfähigkeit müsse mit einem Belastungsprofil festgelegt werden. Er vermute, dass eine solche im Umfang von 50 bis 75 % zumutbar sei. Zu denken sei zum Beispiel an eine Tätigkeit an einer
K
asse (
Urk.
7/15/5).
Am
7.
Januar 2013 erklärte er wiederum, es sei gegebenenfalls ein Belastungs
test vorzunehmen (
Urk.
7/19).
5.2
Aus dem Bericht der
Rehaklinik A.___
zur Evaluation der funktionellen Leis
tungsfähigkeit (EFL) vom
1.
Mai 2014 (
Urk.
7/40) geht hervor, dass die Resultate der physischen Leitungstest
s
infolge erheblicher Symptomausweitung, Selbst
-
limitierung und Inkonsistenz für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar seien. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem Effort eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als bei den Leistungstests gezeigt worden sei. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb auch auf medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse sich medizinisch-theoretisch nicht begründen.
Die
Tätigkeit als Verkäuferin sei halbtags, maximal vier Stunden pro Tag
,
zumut
bar. Andere berufliche Tätigkeiten mit sehr leichter Arbeit seien ebenfalls
während
maximal vier Stunden pro Tag zumutbar (
Urk.
7/40/4).
5.3
Es ist der Beschwerdeführerin beizupflichten, dass auf den Bericht zur Evalua
tion der funktionellen Leistungsfähigkeit vom
1.
Mai 2014 abzustellen ist (
Urk.
1 S. 2). Ebenso trifft es zu, dass die darin abgegebene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit die vorhandene Selbstlimitierung bereits berücksichtigt (
Urk.
1 S. 2).
Da die Beschwerdeführerin sowohl in angestammter als auch in ange
passter Tätigkeit in einem Umfang arbeitsfähig ist, welcher das zuletzt von ihr ausgeübte Pensum von maximal 40 % übersteigt, ist sie im erwerblichen Bereich nicht eingeschränkt. Dementsprechend besteht auch kein Anlass für den geforderten Leidensabzug von 20 % (
Urk.
1 S. 3
). Ebenso wenig stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerin aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters eine allfällige Restarbeitsfähigkeit
noch
verwerten kann
(
Urk.
1 S. 3 f.)
.
6.
6.1
Zur Einschränkung im Aufgabenbereich ist festzuhalten, dass d
ie von der Abklä
rungsperson vorgenommene und im Haushaltabklärungsbericht vom
30. Mai 2013 (
Urk.
7/22)
festgehaltene Gewichtung der einzelnen Tätigkeitsbe
reiche zu Recht von keiner Seite in Frage gestellt
wurde
. Ebenso wenig wurden die
in den einzelnen Bereichen
ermittelten Einschränkungen
von insgesamt 26,96 % konkret
beanstandet.
6.2
In der Beschwerdeschrift wird einzig geltend gemacht, i
m Vorbescheid
vom 3
0.
Mai 2013 (
Urk.
7/26)
habe die Beschwerdegegnerin noch mit einer Ein
schränkung von 18,24 % im Erwerbsbereich gerechnet. Aufgrund des
nach dem Einwand
gegen den Vorbescheid
eingeholten
EFL-G
utachtens gehe sie nun auf einmal von einer Einschränkung von 39 % aus, d.h. die Einschränkung habe sich verdoppelt. Deshalb könne auch davon ausgegangen werden, dass die Ein
schränkung im Haushalt höher sei als die eingeschätz
t
en 26,96 %. Es sei min
destens von einer Einschränkung von 50 % auszugehen (
Urk.
1 S. 4).
6.3
Dem ist entgegen zu halten, dass der eingeholte Abklärungsbericht für die Invali
ditätsbemessung im Haushalt eine geeignete und genügende Grundlage darstellt
.
Die Kompetenz der zuständigen Abklärungsperson steht ausser Zwei
fel.
Es ist insbesondere auch nicht ansatzweise ersichtlich, dass der Abklärungs
bericht bezüglich der Fähigkeiten der Beschwerdeführerin falsche Feststellungen enthalten könn
t
e.
Auch dem
Bericht der
Rehaklinik A.___
zur Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit vom
1.
Mai 2014 (
Urk.
7/40)
lässt sich nichts in dieser Hinsicht
entnehmen
. Schliesslich genügt der Abklärungsbericht den Erfordernissen bezüglich Plausibilität, Begründetheit und Detailliertheit in allen Punkten.
Es besteht daher kein Anlass, um davon abzuweichen.
Demzufolge ist von einer Einschränkung im Aufgabenbereich von 26,96 % auszugehen. Dieser ist mit mindestens 60 % (bei einer Erwerbstätigkeit von 40 %) und maximal 80 % (bei einer Erwerbstätigkeit von 20 %) zu gewichten. Der Invaliditätsgrad in diesem Bereich liegt somit zwischen 16,17 und 21,56 %.
7.
Der Gesamtinvaliditätsgrad würde folglich maximal 21,56 betragen, was keinen Rentenanspruch zu begründen vermag. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Y.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigGohl Zschokke