# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ddf95b74-f243-522b-9eac-78b5e277ebb7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.10.2023 200 2023 620
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-620_2023-10-09.pdf

## Full Text

200 23 620 ALV
MAK/BOC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 9. Oktober 2023

Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 6. Juli 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2023, ALV/23/620, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1989 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) war seit dem 1. März 2022 bei der B.________ AG als 
Mitarbeiter … in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis angestellt (Akten der 
Arbeitslosenkasse … [act. II] 119 f.). Diese Anstellung kündigte der Versi-
cherte mit Schreiben vom 22. November 2022 per 28. Februar 2022 (rich-
tig: 2023; act. II 118). Am 28. Februar 2023 (act. II 74 f.) meldete er sich zur 
Arbeitsvermittlung an und am 2. März 2023 (act. II 124 - 127) stellte er ei-
nen Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 1. März 2023. 

Mit Schreiben vom 9. März 2023 (act. II 83 f.) gab die Arbeitslosenkasse … 
dem Versicherten u.a. Gelegenheit, sich zum Kündigungsgrund zu äus-
sern, doch liess dieser sich nicht vernehmen. In der Folge stellte die Ar-
beitslosenkasse … den Versicherten mit Verfügung vom 12. April 2023 
(act. II 76 - 78) ab dem 1. März 2023 wegen selbstverschuldeter Arbeitslo-
sigkeit für 36 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Dagegen erhob der 
Versicherte mit E-Mail vom 20. April 2023 (act. II 58 f., 69 f.) Einsprache. 
Daraufhin holte der Rechtsdienst des Amtes für Arbeitslosenversicherung 
(nachfolgend: AVA bzw. Beschwerdegegner) bei der ehemaligen Arbeitge-
berin des Versicherten eine Stellungnahme ein, welche am 13. Juni 2023 
beim AVA einging (act. II 32, 49), und forderte den Versicherten auf, eine 
ärztliche Bestätigung betreffend Unzumutbarkeit des Verbleibens an der 
letzten Arbeitsstelle einzureichen (act. II 39 f., 48). Im Zusammenhang mit 
dem entsprechenden Arztzeugnis von Dipl. med. C.________, Praktische 
Ärztin, vom 2. Juni 2023 (act. II 39 f.) holte der Rechtsdienst am 8. Juni 
2023 bei der besagten Ärztin telefonisch ergänzende Auskünfte ein (act. II 
34). Mit Schreiben vom 14. Juni 2023 (act. II 31) gewährte das AVA dem 
Versicherten zum Ergebnis der vorgenommenen Abklärungen das rechtli-
che Gehör, wovon der Versicherte mit Schreiben vom 21. bzw. 22. Juni 
2023 (act. II 28 - 30) Gebrauch machte. In der Folge hiess das AVA die 
Einsprache mit Einspracheentscheid vom 6. Juli 2023 (act. II 13 - 17) teil-
weise gut und reduzierte das Einstellmass von 36 auf 31 Tage; soweit wei-
tergehend wies es die Einsprache ab.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2023, ALV/23/620, Seite 3

B.

Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 5. September 2023 Be-
schwerde. Sinngemäss beantragt er die Aufhebung des angefochtenen 
Entscheides. 

Mit Beschwerdeantwort vom 20. September 2023 beantragt der Beschwer-
degegner die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 und Art. 119 Abs. 1 der Verordnung 
vom 31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und 
die Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmun-
gen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 
1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Ver-
waltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde einzutreten. 

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1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 6. Juli 2023 (act. II 13 
- 17). Streitig und zu prüfen ist die Einstellung in der Anspruchsberechti-
gung für 31 Tage wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit. 

1.3 Bei 20 Taggeldern à Fr. 133.95 im April 2023 und 11 Taggeldern à 
Fr. 267.95 im Mai 2023 – im März 2023 war der Beschwerdeführer zu 
100 % und im April 2023 zu 50 % arbeitsunfähig und bezog Taggelder der 
Unfallversicherung im entsprechenden Umfang – (act. II 8, 38, 51 - 54, 79 
f.) liegt der Streitwert unter Fr. 20'000.--, weshalb die Beurteilung der Be-
schwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist die versicherte Person in der 
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden 
arbeitslos ist. Der Tatbestand der selbst verschuldeten Arbeitslosigkeit er-
fasst Verhaltensweisen der versicherten Person, die eine Verletzung der 
Pflicht, Arbeitslosigkeit zu vermeiden, bedeuten (ARV 2014 S. 147 E. 3.1). 
Die Arbeitslosigkeit gilt insbesondere dann als selbstverschuldet, wenn die 
versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne 
dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Ver-
bleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 
lit. b AVIV). 

2.2 Nach der Rechtsprechung ist bei der Prüfung der Frage, ob der ver-
sicherten Person ein Verbleiben am bisherigen Arbeitsplatz nicht mehr zu-
mutbar gewesen sei, ein strenger Massstab anzulegen (SVR 1997 ALV Nr. 
105 S. 323 E. 1). Dass die Art der Beschäftigung oder das Betriebsklima 
den Wünschen der versicherten Person nicht entsprochen haben, genügt 
zur Annahme der Unzumutbarkeit nicht (ARV 1986 S. 95 E. 2). Auch ein 
gespanntes Verhältnis zu Vorgesetzten oder Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
tern des früheren Arbeitgebers begründet für sich allein keine Unzumutbar-

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keit (BGE 124 V 234 E. 4b bb S. 239; ARV 1986 S. 92 E. 2b; Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 9. Juni 2017, 8C_66/2017, E. 2). Unzumutbar-
keit aus gesundheitlichen Gründen muss durch ein eindeutiges ärztliches 
Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel) belegt sein, 
wobei die Zumutbarkeit zum Verbleiben strenger beurteilt wird als die Zu-
mutbarkeit zum Antritt einer neuen Stelle (BGE 124 V 234 E. 4b bb S. 238; 
ARV 2009 S. 265 E. 2.2; Entscheid des BGer vom 9. Juni 2017, 
8C_66/2017, E. 2 und E. 4.3).

3.

3.1 Der Beschwerdeführer hat ohne Zusicherung einer neuen Anstel-
lung die Stelle bei der B.________ AG per 28. Februar 2023 gekündigt 
(act. II 118). Er macht geltend (Beschwerde S. 1 f.), ein Verbleib an der 
bisherigen Stelle sei unzumutbar gewesen. Er habe sowohl während seiner 
vormaligen Anstellung als … in … als auch während jener bei der 
B.________ AG von Anfang an in Behandlung gestanden (Akupunktur, 
Osteopathie und Zentrum D.________). Mittlerweile lasse er sich sogar 
psychiatrisch behandeln. Als … sei der Stress auf Dauer einfach zu hoch 
gewesen. Bei der B.________ AG habe man hingegen die Arbeit suchen 
müssen. Das Nichtwissen, was man mit der Zeit noch anfangen sollte, ha-
be ihn genau in die andere Richtung als zuvor bei der Gemeinde … belas-
tet. 

Demgegenüber bringt der Beschwerdegegner im Wesentlichen vor (Be-
schwerdeantwort S. 3 III./Art. 3), eine Unzumutbarkeit der Fortsetzung des 
Arbeitsverhältnisses sei nicht rechtsgenüglich nachgewiesen, da kein Arzt-
zeugnis vorliege, aus welchem klar hervorgehe, dass dem Beschwerdefüh-
rer aufgrund seiner gesundheitlichen Situation empfohlen worden sei, die 
Stelle zu kündigen. 

3.2 In medizinischer Hinsicht ist den Akten im Wesentlichen das Fol-
gende zu entnehmen:

3.2.1 Auf die Frage, ob der Beschwerdeführer gesundheitliche Probleme 
geschildert habe, die aufgrund der Tätigkeit beim Arbeitgeber entstanden 

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seien oder die ihn bei der Arbeit beeinträchtigt hätten, gab Dipl. med. 
C.________ im Arztzeugnis vom 2. Juni 2023 an: "Stress in der Arbeit" 
(act. II 39 f.). Der Beschwerdeführer habe sie diesbezüglich erstmals am 1. 
November 2022 konsultiert. Die Frage, ob sie aufgrund ihrer eigenen Un-
tersuchungen und ihrer medizinischen Einschätzung zum Schluss komme, 
dass es dem Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr 
zumutbar sei, am bisherigen Arbeitsplatz zu verbleiben, beantwortete sie 
mit "Sehr wahrscheinlich". Weiter gab Dipl. med. C.________ an, der Be-
schwerdeführer sei nicht arbeitsunfähig und er könne alle Tätigkeiten aus-
üben. 

3.2.2 Eine telefonische Abklärung am 8. Juni 2023 (act. II 34) bei Dipl. 
med. C.________ im Zusammenhang mit dem Arztzeugnis vom 2. Juni 
2023 (act. II 39 f.) ergab das folgende Ergebnis: Den "Stress in der Arbeit" 
habe der Beschwerdeführer erst anlässlich einer Konsultation im April 2023 
erwähnt. Dem Beschwerdeführer sei von ärztlicher Seite her nicht geraten 
worden, das Arbeitsverhältnis aufzulösen, dies habe er für sich selber so 
entschieden. 

3.3 Die B.________ AG hat die vom Beschwerdegegner mit Schreiben 
vom 15. Mai 2023 (act. II 49 f.) gestellten Fragen am 13. Juni 2023 (act. II 
32) wie folgt beantwortet: 

Frage 1: Treffe die Aussage des Beschwerdeführers zu, dass mit ihm meh-
rere Gespräche bezüglich seiner mangelnden Arbeitsauslastung/Unterfor-
derung stattgefunden hätten? – Der Beschwerdeführer habe bereits im 
Oktober 2022 geäussert, dass die Stelle grundsätzlich nicht seinen Vorstel-
lungen entspreche und er sich eine neue Herausforderung suchen wolle 
und habe dann im November 2022 die Kündigung eingereicht.

Frage 2: Falls Ja, seien Massnahmen geprüft worden, ihm zusätzliche Auf-
gaben zu übertragen oder einen Abteilungswechsel vorzunehmen? Wie 
habe er allenfalls auf diese Vorschläge reagiert? – Eine andere Aufga-
be/Funktion habe man dem Beschwerdeführer nicht übergeben können.

Frage 3: Hätten Sie Ihrerseits ebenfalls das Arbeitsverhältnis aufgelöst und 
falls ja, aus welchen Gründen und auf welchen Zeitpunkt? – Eine Arbeitge-
berkündigung sei zu diesem Zeitpunkt nicht geplant gewesen.

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3.4 Der Auffassung des Beschwerdeführers, wonach ein Verbleib an 
der bisherigen Stelle bei der B.________ AG nicht zumutbar war, kann 
nicht gefolgt werden. Zwar gab Dipl. med. C.________ am 2. Juni 2023 
(act. II 39 f.) an, der Beschwerdeführer habe sie am 1. November 2022 – 
also noch vor der Kündigung am 22. November 2022 (act. II 118) – erst-
mals wegen "Stress in der Arbeit" aufgesucht. Anlässlich des Telefonge-
sprächs vom 8. Juni 2023 (act. II 34) erklärte sie hingegen, der 
Beschwerdeführer habe erst anlässlich einer Konsultation im April 2023 
"Stress in der Arbeit" erwähnt. Letztlich kann offen bleiben, wann genau der 
Beschwerdeführer gegenüber seiner Ärztin erstmals Probleme bei der Ar-
beit thematisiert hat. Denn Dipl. med. C.________ hielt den Verbleib an der 
betreffenden Arbeitsstelle nur "sehr wahrscheinlich" für unzumutbar (act. II 
39 f.) und am 8. Juni 2023 (act. II 34) führte sie mündlich aus, sie habe 
dem Beschwerdeführer von ärztlicher Seite nicht geraten, das Arbeitsver-
hältnis aufzulösen, dies habe er für sich selber so entschieden. Es liegt 
somit weder ein eindeutiges ärztliches Zeugnis für die Unzumutbarkeit vor 
noch ist diese durch andere Beweismittel belegt (vgl. E. 2.2 hiervor). Aus 
der Stellungnahme der ehemaligen Arbeitgeberin vom 13. Juni 2023 (act. II 
32) ergibt sich ebenfalls, dass der Beschwerdeführer die Stelle als unbe-
friedigend empfand, was jedoch noch keine Unzumutbarkeit zu begründen 
vermag (vgl. E. 2.2 hiervor). 

Es wäre dem Beschwerdeführer somit zumutbar gewesen, mit der Kündi-
gung zuzuwarten, bis eine neue Anstellung gefunden war. 

Ob dem Beschwerdeführer ein Verbleib an seiner vormaligen Stelle als … 
in … zumutbar war (vgl. Beschwerde S. 1), ist für die vorliegend streitige 
Frage nicht von Bedeutung; ebenso wenig der Umstand, dass er sich in-
zwischen in psychiatrischer Behandlung befindet. Die Einholung einer Stel-
lungnahme des nun behandelnden Psychiaters ist nicht erforderlich (vgl. 
Beschwerde S. 2), da die Behandlung erst nach der fraglichen Kündigung 
aufgenommen wurde und der Behandler somit keine echtzeitlichen Anga-
ben machen kann. 

3.5 Nach dem Dargelegten ist die Einstellung in der Anspruchsberechti-
gung dem Grundsatz nach zu Recht erfolgt. Zu prüfen bleibt das Einstell-
mass. 

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4.

4.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Ver-
schuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und nicht nach der tatsächlichen 
Dauer der Arbeitslosigkeit (BGE 113 V 154; SVR 2006 ALV Nr. 20 S. 71 E. 
3.1 f.). Massgebend ist das Gesamtverhalten der versicherten Person, das 
unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls, d.h. 
der objektiven und subjektiven Gegebenheiten zu würdigen ist (BGE 141 V 
365 E. 4.1 S. 369). Die Dauer der Einstellung beträgt 1 bis 15 Tage bei 
leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei 
schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV). Ein schweres Ver-
schulden liegt insbesondere vor, wenn die versicherte Person ohne ent-
schuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer 
neuen aufgegeben oder eine zumutbare Arbeit abgelehnt hat (Art. 45 Abs. 
4 lit. a und b AVIV). Die Einstellung gilt nur für Tage, für die die arbeitslose 
Person die Voraussetzungen der Anspruchsberechtigung erfüllt (Art. 30 
Abs. 3 Satz 1 AVIG).

Innerhalb dieses Rahmens entscheiden die Organe der Arbeitslosenversi-
cherung nach pflichtgemässem Ermessen. Das Sozialversicherungsgericht 
darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der Ver-
waltung setzen; die Rekursbehörde muss sich somit auf Gegebenheiten 
abstützen können, welche ihre abweichende Ermessensausübung als na-
heliegender erscheinen lassen (BGE 123 V 150 E. 2 S. 152; SVR 2020 
ALV Nr. 11 S. 36 E. 3.3; ARV 2020 S. 95 E. 4.2).

4.2 In der Verfügung vom 12. April 2023 (act. II 76 - 78) wurde ur-
sprünglich ein Einstellmass von 36 Tagen festgesetzt. Im angefochtenen 
Einspracheentscheid vom 6. Juli 2023 (act. II 13 - 17) reduzierte der Be-
schwerdegegner unter Berücksichtigung der nachvollziehbaren Schilderung 
der belastenden Situation am Arbeitsplatz des Beschwerdeführers und der 
geäusserten gesundheitlichen Probleme die Sanktion auf 31 Tage, was 
einem schweren Verschulden im untersten Grenzbereich entspricht (vgl. 
Art. 45 Abs. 3 lit. c AVIV; E. 4.1 hiervor). Dies trägt den Umständen ange-
messen Rechnung. Denn wenn – wie hier – eine zumutbare Arbeitsstelle 
ohne Zusicherung einer neuen aufgegeben wird, liegt ein schweres Ver-
schulden gemäss Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV vor. Es besteht kein triftiger 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2023, ALV/23/620, Seite 9

Grund, in das Ermessen der Verwaltung einzugreifen (vgl. E. 4.1. hiervor), 
womit die Einstelldauer von 31 Tagen zu bestätigen ist.

4.3 Nach dem Dargelegten ist die Einstellung in der Anspruchsberechti-
gung sowohl grundsätzlich als auch in masslicher Hinsicht nicht zu bean-
standen. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst 
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Okt. 2023, ALV/23/620, Seite 10

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.