# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c965af70-064e-5f7d-963a-89aa55ec0942
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-31
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 31.10.2008 BH.2008.18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BH-2008-18_2008-10-31.pdf

## Full Text

Entscheid vom 31. Oktober 2008  
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, 
Tito Ponti und Alex Staub, 
Gerichtsschreiberin Tanja Inniger 

   
 
Parteien 

  
A., amtlich verteidigt durch Fürsprecher Alexander 
Feuz,  
 

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
 
 
 
 

  
BUNDESANWALTSCHAFT, 
 

Beschwerdegegnerin 
 

Vorinstanz  EIDGENÖSSISCHES UNTERSUCHUNGSRICH-
TERAMT, 
 

Gegenstand  Abweisung des Haftentlassungsgesuchs  
(Art. 52 Abs. 2 BStP) 

 

x B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BH.2008.18 
(Nebenverfahren: BP.2008.51)  
 
 

 

 

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Sachverhalt: 
 

A. Im Zusammenhang mit dem Sprengstoffanschlag vom 1. August 2007 auf 
dem Rütli eröffnete die Bundesanwaltschaft am 7. August 2007 ein ge-
richtspolizeiliches Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt. Sie erweiterte 
dieses bald auf drei, am 4. September 2007 in Z., Y. und X. verübte 
Sprengstoffanschläge auf die Briefkästen von Personen, die mit der Rütli-
feier in Zusammenhang standen. 
 
Am 21. September 2007 dehnte die Bundesanwaltschaft das Verfahren auf 
A. aus. Im Laufe der Untersuchung erfolgten in Bezug auf A. mehrere Aus-
dehnungen auf verschiedene weitere Tatkomplexe, wobei mit Verfügung 
vom 19. Mai 2008 auch ein Militärstrafverfahren und mit Vereinigungsver-
fügung vom 18. Juni 2008 auch diverse Delikte in kantonaler Zuständigkeit 
mit dem Bundesverfahren vereinigt wurden. Das Verfahren, welches sich 
seit dem 26. September 2008 beim Eidgenössischen Untersuchungsrich-
teramt (nachfolgend „Untersuchungsrichteramt“) in der Voruntersuchung 
befindet, beinhaltet bislang folgende Vorwürfe gegen A.: 
 
-  Gefährdung durch Sprengstoffe in verbrecherischer Absicht (Art. 224 

StGB), begangen in W. (Rütliwiese) am 1. August 2007 
 
- Mehrfache Gefährdung durch Sprengstoffe in verbrecherischer Absicht 

(Art. 224 StGB) und mehrfache Sachbeschädigung (Art. 144 StGB), be-
gangen am 4. September 2007 in Z., Y. und X. (in X.: nur Art. 224 StGB) 

 
- Mehrfache versuchte Gefährdung durch Sprengstoffe in verbrecheri-

scher Absicht (Art. 224 i.V.m. Art. 22 StGB) und/oder mehrfache ver-
suchte Brandstiftung (Art. 221 i.V.m. Art. 22 StGB), Drohung (Art. 180 
StGB) und Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB), begangen am 5. März 
2007 und 18./19. Juli 2007 in V. 

 
- Brandstiftung (Art. 221 StGB), begangen am 22. Dezember 2007 in U. 
 
- Mehrfache, evtl. versuchte Gewalt und Drohung gegen Behörden und 

Beamte (Art. 285 StGB), begangen am 18. Oktober 2007 und 6. No-
vember 2007 in ZZ. und YY. und andernorts 

 
- Vorschubleisten zum fremden Militärdienst (Art. 94 Abs. 3 MStG), be-

gangen ca. im Frühjahr 2007 an diversen Orten in der Schweiz 

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- Mehrfache Drohung (Art. 180 StGB) und/oder Beschimpfung (Art. 177 
StGB), begangen am 27. September 2007 und 29. September 2007 im 
Raum XX., Aargau und andernorts 

 
A. wurde am 29. Januar 2008 von der Bundeskriminalpolizei verhaftet. Der 
zuständige Untersuchungsrichter verfügte mit Entscheid vom 1. Februar 
2008 die Untersuchungshaft wegen Kollusions- und Fluchtgefahr. 
 
 

B. Die Abweisung des ersten Haftentlassungsgesuchs, welches A. am 
19. Februar 2008 eingereicht hatte, wurde vom Bundesstrafgericht mit Ent-
scheid vom 16. April 2008 (BH.2008.6) rechtskräftig bestätigt. 

 
Das zweite Haftentlassungsgesuch vom 19. Mai 2008 wies der zuständige 
Untersuchungsrichter mit Entscheid vom 24. Juni 2008 ab. Dieser blieb un-
angefochten. 

 
 
C. Mit Eingabe vom 28. August 2008 an das Untersuchungsrichteramt ersuch-

te A. erneut um Haftentlassung (act. 8.1). 
 

Die Bundesanwaltschaft beantragte am 5. September 2008 die Abweisung 
dieses Haftentlassungsgesuchs (act. 8.2). 
 
Mit Entscheid vom 12. September 2008 bzw. der Verfügung vom 15. Sep-
tember 2008 wies das Untersuchungsrichteramt das Haftentlassungsge-
such aufgrund von Kollusions- und Fluchtgefahr ab (act. 1.1; act. 1.2). 

 
 
D. Gegen diesen Entscheid bzw. diese Verfügung erhob A. mit Eingabe vom 

22. September 2008 Beschwerde bei der I. Beschwerdekammer des Bun-
desstrafgerichts mit folgenden Anträgen (act. 1): 
 
1. Der Entscheid des eidgenössischen Untersuchungsrichters vom 12.09.2008 

resp. 15.09.2008 sei aufzuheben. 
 
2. A. sei mit sofortiger Wirkung aus der Untersuchungshaft zu entlassen; even-

tualiter unter Auferlegung von richterlich zu bestimmenden Ersatzmassnah-
men (Schriftensperre, ev. Meldeauflagen, ev. andere gerichtlich noch zu be-
stimmende Massnahmen, ev. Sicherheitsleistung) mit sofortiger Wirkung aus 
der Untersuchungshaft zu entlassen. 

 

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 eventualiter 
 A. sei unter Auferlegung von richterlich zu bestimmenden Ersatzmassnahmen 

(Schriftensperre, ev. Meldeauflagen, ev. andere gerichtlich noch zu bestim-
mende Massnahmen, ev. Sicherheitsleistung) nach richterlich zu bestimmen-
der Frist, aber spätestens am 30.11.2008 aus der Untersuchungshaft zu ent-
lassen. 

 
3. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung für das Haftbe-

schwerdeverfahren zu erteilen. 
 
  unter Kosten- und Entschädigungsfolge 
 
 
Das Untersuchungsrichteramt verzichtete am 25. September 2008 auf die 
Einreichung einer Beschwerdeantwort (act. 3). 
 
Mit Schreiben vom 29. September 2008 verzichtete die Bundesanwalt-
schaft auf eine Stellungnahme und beantragte die kostenpflichtige Abwei-
sung der Beschwerde (act. 4). 
 
Mit Replik vom 2. Oktober 2008 hielt A. an den in der Beschwerde gestell-
ten Anträgen fest (act. 5). 
 
 

E. Mit Verfügung des Präsidenten der I. Beschwerdekammer vom 24. Sep-
tember 2008 (BP.2008.51) wurde A. für das vorliegende Verfahren die un-
entgeltliche Rechtspflege gewährt. 
 
Auf die Ausführungen der Parteien sowie die eingereichten Akten wird so-
weit erforderlich in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen. 
 
 
 
Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Gemäss Art. 52 Abs. 1 BStP kann der Beschuldigte jederzeit ein Haftent-

lassungsgesuch einreichen. Gegen dessen Abweisung durch den Untersu-
chungsrichter kann bei der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 
Beschwerde geführt werden (Art. 52 Abs. 2 BStP i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. a 
SGG i.V.m. Art. 9 Abs. 2 des Reglements für das Bundesstrafgericht vom 
20. Juni 2006, SR 173.710). Die Beschwerde steht den Parteien und einem 

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jeden zu, der durch eine Verfügung oder durch die Säumnis des Untersu-
chungsrichters einen ungerechtfertigten Nachteil erleidet (Art. 214 Abs. 2 
BStP). Ist die Beschwerde gegen eine Amtshandlung des Untersuchungs-
richters gerichtet, so ist sie innert fünf Tagen, nachdem der Beschwerde-
führer von der Amtshandlung Kenntnis erhalten hat, einzureichen (Art. 217 
BStP). 

 
1.2 Aufgrund der Abweisung des Haftentlassungsgesuchs durch die Vorinstanz 

muss der Beschwerdeführer weiterhin in Untersuchungshaft verbleiben. Er 
ist somit beschwert und als Partei zur Beschwerde legitimiert. Der ange-
fochtene Entscheid der Vorinstanz wurde am 12. September 2008 erlassen 
(act. 1.1). Die fristgerechte Stellungnahme des Beschwerdeführers vom 
11. September 2008 (act. 1.3) ging jedoch erst am 15. September 2008 bei 
der Vorinstanz ein. Nach Berücksichtigung dieser Stellungnahme bestätigte 
die Vorinstanz mittels Verfügung vom 15. September 2008 den bereits er-
gangenen Entscheid und setzte die Rechtsmittelfrist erneut an (act. 1.2). 
Diese Verfügung ging dem Beschwerdeführer am 15. September 2008 per 
Fax zu. Die Beschwerde wurde am 22. September 2008 (Poststempel) ein-
gereicht und erfolgte daher unter Anwendung von Art. 99 Abs. 1 BStP 
i.V.m. Art. 45 Abs. 1 BGG fristgerecht. Auf die Beschwerde ist somit einzu-
treten. 

 
 

2. Die Anordnung bzw. Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft setzt ge-
mäss Art. 44 BStP voraus, dass gegen den Beschuldigten ein dringender 
Tatverdacht wegen eines Verbrechens oder Vergehens besteht und dass 
zusätzlich einer der besonderen Haftgründe der Kollusions- oder Fluchtge-
fahr gegeben ist. Die Untersuchungshaft hat sodann dem Verhältnismäs-
sigkeitsprinzip zu genügen (TPF BH.2006.23 vom 7. September 2006 
E. 2.1). 

 
2.1  
2.1.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, der Tatverdacht habe sich entgegen den 

Aussagen der Beschwerdegegnerin nicht verdichtet, sondern aufgrund ent-
lastender Elemente zumindest in Bezug auf diverse Vorfälle sogar ent-
scheidend abgeschwächt. Dies reiche nicht mehr aus, um den Beschwer-
deführer in Untersuchungshaft zu belassen (act. 1, S. 9-11). 

 
2.1.2 Ein dringender Tatverdacht liegt dann vor, wenn erstens nach dem gegen-

wärtigen Stand der Ermittlungen oder Untersuchungen aufgrund konkreter 
Anhaltspunkte eine hohe Wahrscheinlichkeit für ein bestimmtes strafbares 
Verhalten des Beschuldigten besteht und zweitens keine Umstände ersicht-

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lich sind, aus denen schon zum Zeitpunkt der Anordnung der Untersu-
chungshaft oder deren Fortsetzung geschlossen werden kann, dass eine 
Überführung und Verurteilung scheitern werde. Die Beweislage und damit 
die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung muss bezogen auf das jeweilige 
Verfahrensstadium beurteilt werden. Während zu Beginn eines Strafverfah-
rens eine noch wenig präzise Verdachtslage ausreicht, um Haft anzuord-
nen oder aufrecht zu erhalten, hat sich diese mit zunehmender Verfahrens-
dauer zu konkretisieren (TPF BH.2007.11 vom 11. Oktober 2007 E. 2; TPF 
BH.2006.20 vom 24. August 2006 E. 3.2; TPF BH.2006.19 vom 10. August 
2006 E. 2.1; TPF BH.2006.12 vom 14. Juni 2006 E. 2.1; TPF BH.2006.11 
vom 6. Juni 2006 E. 2.1; TPF BH.2006.8 vom 24. April 2006 E. 2.1; TPF 
BH.2005.29 vom 3. Oktober 2005 E. 2.1 und BK_H 232/04 vom 26. Januar 
2005 E. 2, je m.w.H.). 

 
Das gerichtspolizeiliche Ermittlungsverfahren wurde am 7. August 2007 er-
öffnet, am 21. September 2007 gegen den Beschwerdeführer ausgedehnt 
und am 26. September 2008 in die Voruntersuchung übergeben, wobei der 
Beschwerdeführer am 1. Februar 2008 in Untersuchungshaft genommen 
wurde. Insgesamt befinden sich die Ermittlungen demnach nicht mehr im 
Frühstadium. 

 
2.1.3 Bezüglich der Konkretisierung der Verdachtslage dürfen die Anforderungen 

nicht überspannt werden, sodass es zu weit ginge, bei Zwangsmassnah-
men in jedem Stadium des Verfahrens eine in Relation zu einem früheren 
Stadium verdichtete Verdachtslage verlangen zu wollen. Dies trifft insbe-
sondere dann zu, wenn bereits in einem relativ frühen Stadium des Verfah-
rens ein eindeutiger Verdacht für eine bestimmte strafbare Handlung be-
steht (TPF BH.2007.11 vom 11. Oktober 2007 E. 2; TPF BH.2006.20 vom 
24. August 2006 E. 3.2; TPF BB.2006.11 vom 10. Mai 2006 E. 4.1). 

 
Die I. Beschwerdekammer hatte im Fall des Beschwerdeführers bereits in 
ihrem Entscheid vom 16. April 2008 die zum damaligen Zeitpunkt vorlie-
gende Verdachtslage analysiert und bejahte den dringenden Tatverdacht 
bezüglich des Tatkomplexes um den versuchten Sprengstoffbrandanschlag 
vom 18./19. Juli 2007 in V. Dabei stützte sich die I. Beschwerdekammer 
insbesondere auf DNA-Spuren des Beschwerdeführers, welche sowohl an 
zwei PET-Flaschen des Sprengkörpers wie auch an einer Mütze in der na-
hen Umgebung des Tatortes sichergestellt worden waren. Zudem konnten 
beim Beschwerdeführer, welcher Kenntnisse im Umgang mit Sprengstoffen 
und Pyrotechniken sowie als Elektromonteur entsprechende technische 
Fähigkeiten besitzt, und bei einigen seiner Kollegen Materialien sicherge-
stellt werden, die als wesentliche Bestandteile der unbekannten Spreng-/ 

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Brandvorrichtung verwendet worden waren. Der Beschwerdeführer hatte 
die Materialien seinen Kollegen zur Aufbewahrung übergeben (TPF 
BH.2008.6 vom 16. April 2008 E. 2.1.3). Somit steht fest, dass der Tatver-
dacht gegen den Beschwerdeführer bereits in einem relativ frühen Verfah-
rensstadium, nämlich nach wenigen Monaten des Ermittlungsverfahrens, 
sehr konkret war. Eine erhebliche Verdichtung des Tatverdachtes im weite-
ren Verlauf der Untersuchung kann daher nicht mehr erwartet werden. Vor 
diesem Hintergrund gilt es zu eruieren, ob sich seit dem besagten Ent-
scheid weitere Verdachtselemente gegen den Beschwerdeführer ergeben 
haben. 
 

2.1.4 Zusätzlich zur bereits erfolgten Übereinstimmung des Beschwerdeführers 
mit den (inkompletten) DNA-Spuren an den PET-Flaschen sowie derjeni-
gen (Mischprofil) an der Mütze ergaben die Beweiswertberechnungen des 
Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich, dass bei jeder DNA-Spur 
der Beweiswert beim Beschwerdeführer als Spurengeber mehrere Milliar-
den Mal grösser ist, als wenn ein Unbekannter als Spurengeber in Betracht 
gezogen wird (act. 8.3, S. 2-3). Im Hinblick auf seine DNA-Spuren an den 
PET-Flaschen und der Mütze hält der Beschwerdeführer jedoch daran fest, 
dass jemand aus seinem Umfeld – möglicherweise ein „Kommando-Kurs“-
Teilnehmer oder ein Teilnehmer am Swiss Raid Commando – , der seine 
eigenen Spuren verwischen könne und wisse, wie man Spuren lege und 
wie solche auch übertragen werden, ihn bewusst belastet habe, oder dass 
jemand aus diesem Kreis unbewusst Gegenstände, mit denen der Be-
schwerdeführer in Kontakt gekommen war, verwendet habe (act. 1, S. 15; 
act. 9.2, S. 4, Z. 78-89, S. 5, Z. 116-120). Diese Theorien können seitens 
des Beschwerdeführers nicht weiter substanziiert bzw. untermauert wer-
den; sie sprechen deshalb vor allem für dessen eigene kriminelle Phantasie 
bzw. Energie. 

 
Im Weiteren enthält die DVD des Beschwerdeführers mit dem Titel „Spren-
gen/Fallen/Schiessen/Gewalt“, welche bei der Hausdurchsuchung von B. 
am 11. Februar 2008 sichergestellt wurde, Filmsequenzen, welche den Be-
schwerdeführer in Anwesenheit einiger seiner Kollegen beim Basteln von 
Rohr- bzw. Brandbomben zeigen. Anschliessend sind diverse Explosionen 
zu sehen. Unter anderem werden auch mit brennbarer Flüssigkeit gefüllte 
Cola-Flaschen gesprengt (act. 8.4). Einer der Beteiligten hat ausgesagt, 
dass das Material für die Sprengungen und die Idee dafür vom Beschwer-
deführer stammten (act. 8.5, S. 6, Z. 2-5). Dieser berichtete auch von der 
Sprengung eines Fernsehers und erläuterte, dass der Beschwerdeführer 
dabei zwecks Verzögerung einen Wecker benutzen wollte. Beim Losgehen 
des Weckersignals sollte der Fotoblitz ausgelöst werden, um die Lunte zu 

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zünden, funktioniert habe es jedoch nicht. Nur deshalb habe der Be-
schwerdeführer die Zündschnur damals von Hand gezündet (act. 8.5, S. 5, 
Z. 8-16). Die Konstruktionen mit dem Wecker zwecks „ferngesteuerter 
Zündung auf Zeit“ und mit den mit brennbarer Flüssigkeit gefüllten Fla-
schen sei ebenfalls die Idee des Beschwerdeführers gewesen (act. 8.5, 
S. 6, Z. 6-7). Diese Ereignisse liegen zwar mehr als zehn Jahre zurück, 
doch zeigen sie auf, dass sich der Beschwerdeführer schon lange mit die-
sen Vorgehensweisen, wie sie auch in V. erkennbar sind, beschäftigt hat 
und damit vertraut war. Wie bereits bekannt hat der Beschwerdeführer un-
ter anderem dem Ehepaar C. ihm gehörendes Material zur Aufbewahrung 
übergeben. D. hat anlässlich ihrer Einvernahme am 15. Juli 2008 von ei-
nem merkwürdigen Verhalten des Beschwerdeführers am 19. Juli 2007, al-
so gerade nach der Nacht des versuchten Sprengstoffanschlages in V., be-
richtet. Der Beschwerdeführer habe sie am Abend in ihrem Geschäft auf-
gesucht, er sei wegen der verweigerten Einbürgerung ziemlich durch den 
Wind und hässig gewesen. Als sie ihn schliesslich nach Hause gefahren 
habe, habe er sich im hinteren Teil ihres Autos versteckt. Der Beschwerde-
führer habe davon gesprochen, dass er beobachtet werde, und habe auch 
ein Verfahren gegen sich wegen einer Morddrohung gegen einen höheren 
Beamten erwähnt. Er habe auch davon gesprochen, dass er sich rächen 
wolle gegen die ihm widerfahrende Ungerechtigkeit. D. kam es bekannt 
vor, dass der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang auch einmal 
den Statthalter von WW., gegen den sich die versuchten Sprengstoffan-
schläge vom 5. März und 18./19. Juli 2007 richteten, angesprochen habe 
(act. 8.6, S. 4, Z. 8-27; act. 8.7). Die vorgenannten Indizien erweisen sich 
als zusätzliche belastende Anhaltspunkte, womit bezüglich des Tatkomple-
xes V. vom 18./19. Juli 2007 eine weitere Verdichtung des Tatverdachts 
gegeben ist. 
 
Ausserdem konnten vom Wissenschaftlichen Forschungsdienst der Stadt-
polizei Zürich wesentliche materialtechnische Zusammenhänge und Zu-
sammenhänge im modus operandi zwischen den Anschlagversuchen in V. 
und den Anschlägen in W. (Rütli), Z., Y. und X. festgestellt werden 
(act. 8.2, S. 3). Obwohl nicht bei jedem Anschlag bzw. –versuch genau die-
selben Materialien oder dieselben Warenmarken verwendet wurden, wes-
halb gemäss dem Beschwerdeführer bedeutsame Unterschiede bestünden 
und was für eine unterschiedliche Täterschaft spreche (act. 1, S. 17), stim-
men trotzdem markante Elemente beim Material und in der Vorgehenswei-
se überein: Digitalschaltuhr bzw. elektronische Zeitschaltuhr zur Zeitverzö-
gerung, Batterien als Energiequelle für die Zündung der Vorrichtung und 
zum Betrieb der Uhr, modus operandi bezüglich Anzündlitze, baugleiche 
Pyro-Knallpatronen, modus operandi bezüglich Kabelbinder. Schliesslich 

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wurden beim Beschwerdeführer und einigen seiner Kollegen teilweise bau-
gleiche Materialien sichergestellt, die dem Beschwerdeführer gehören 
(act. 8.8; act. 8.9; act. 8.10, S. 2). 

 
Zusammenfassend haben sich sowohl bezüglich der obgenannten wie 
auch bezüglich anderer Tatkomplexe weitere konkrete Verdachtselemente 
gegen den Beschwerdeführer ergeben (act. 5.3, S. 38; act. 8.11; act. 8.2, 
S. 2; act. 8.12 – act. 8.19). 
 

2.2  
2.2.1 Kollusionsgefahr besteht, wenn bestimmte Umstände befürchten lassen, 

der Beschuldigte beseitige Spuren der strafbaren Handlung oder verleite 
Zeugen oder Mitbeschuldigte zu Falschaussagen. Diese Gefahr muss kon-
kret sein und durch präzise Tatsachen untermauert werden (Urteil des 
Bundesgerichts 1S.3/2005 vom 7. Februar 2005 E. 3.1.1; PIQUEREZ, Traité 
de procédure pénale suisse, 2. Aufl., Zürich 2006, N. 848f.; HAUSER/ 
SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 
2005, S. 329 f. N. 13; TPF BH.2007.10 vom 7. August 2007 E. 4.2). 

 
2.2.2 Gemäss der Vorinstanz besteht nach wie vor Kollusionsgefahr. Sie bringt in 

ihrem Entscheid vom 12. September 2008 vor, dass sich die Auswertungen 
aufwändiger als erwartet gestalten und daher noch nicht abgeschlossen 
werden konnten, jedoch immer noch Anzeichen für die Beteiligung Dritter 
bzw. für allfällige weitere Täterschaft bestünden, mit denen der Beschwer-
deführer kolludieren könnte. Konkret lägen DNA- sowie daktyloskopische 
Spuren einer derzeit noch unbekannten Person bezüglich des Deliktes in V. 
am 18./19. Juli 2007 vor. Zudem sei die Auswertung einer bisher unbe-
kannten Spur bezüglich des Anschlages in Y. vom 4. September 2007 noch 
im Gange (act. 1.1, S. 6). Dem ist entgegen zu halten, dass die Drittspuren 
aus V. bereits im Rahmen des Haftentscheides vom April 2008 zur Be-
gründung der Kollusionsgefahr herangezogen wurden, und seither kein Mit-
täter ermittelt werden konnte. Bestanden in diesem früheren Stadium des 
Verfahrens bezüglich eines möglichen Mittäters sowie aufgrund des sicher-
gestellten Filmmaterials noch zu weiteren Personen Kollusionsmöglichkei-
ten (TPF BH.2008.6 vom 16. April 2008 E. 2.2.2), kann dies zum heutigen 
Zeitpunkt im technischen Sinne nicht mehr bejaht werden: Die aufgrund 
des Filmmaterials identifizierten Kollegen des Beschwerdeführers wurden 
seither wie seine übrigen Kollegen bzw. Bekannten mindestens einmal ein-
vernommen, und es liegen Zeugenaussagen vor. Seit kurzem hat auch der 
Beschwerdeführer begonnen, Aussagen zu machen und – wenn auch nicht 
ausführlich – zu den einzelnen Vorwürfen Stellung genommen. Was die 
Familienangehörigen (Eltern, Bruder, Schwester) des Beschwerdeführers 

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betrifft, nimmt die Vorinstanz ebenfalls Kollusionsgefahr an, da seine Fami-
lie ihm bezüglich des Vorfalls vom 22. Dezember 2007 ein zweifelhaftes A-
libi geliefert habe, welches noch näher abzuklären sei (act. 1, S. 6). Auch 
hier muss die Kollusionsmöglichkeit verneint werden, da die Familienmit-
glieder bereits zu Gunsten des Beschwerdeführers ausgesagt haben. 
 
Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer Material, welches im Zusam-
menhang mit allen ihm vorgeworfenen Delikten beweisrelevant sein kann, 
seit ca. Ende 2006 einigen Kollegen bzw. Bekannten zur Aufbewahrung 
übergeben hatte, führte im letzten Haftentscheid zur Annahme der Kollusi-
onsbereitschaft bzw. –neigung. Damals bestand auch noch die Möglichkeit, 
dass er eventuelle weitere Beweismittel zu Dritten verbringen oder diese 
von dort beiseite schaffen würde (TPF BH.2008.6 vom 16. April 2008 
E. 2.2.3). Im heutigen Zeitpunkt hat jedoch eine umfassende Beweismittel-
erhebung beim Beschwerdeführer, bei dessen Verwandten, Kollegen und 
Bekannten stattgefunden, und entsprechende Kollusionsmöglichkeiten sind 
nicht mehr vorhanden. 
 
Gesamthaft ist die Kollusionsgefahr zu verneinen, da sich dieser Haftgrund 
im heutigen fortgeschritteneren Stadium des Verfahrens allein gestützt auf 
völlig unbestimmte, möglicherweise noch zu identifizierende Personen nicht 
aufrecht erhalten lässt. 

 
2.3  
2.3.1 Fluchtgefahr besteht, wenn es aufgrund der persönlichen Situation des Be-

schuldigten und der Gesamtheit der Umstände wahrscheinlich ist, dass 
dieser sich der Strafverfolgung entzieht, falls er in Freiheit gelassen wird 
(Urteil des Bundesgerichts 1B_307/2007 vom 21. Januar 2008 E. 4.1 mit 
Hinweis auf BGE 125 I 60 E. 3a und BGE 117 Ia 69 E. 4a, jeweils m.w.H.; 
PIQUEREZ, a.a.O., N. 846 f.; HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, a.a.O., S. 329 
N. 12; TPF BH.2007.11 vom 11. Oktober 2007 E. 4.1 m.w.H.). 

 
2.3.2 Die Vorinstanz erachtet auch den Haftgrund der Fluchtgefahr als gegeben 

und weist dabei vor allem auf den bedeutenden Auslandbezug des Be-
schwerdeführers hin. Dieser besitzt drei Staatsbürgerschaften: die japani-
sche, die kanadische sowie die irische (act. 8.20). Der Beschwerdeführer 
verfügt in der Schweiz über eine kürzlich verlängerte Aufenthaltsbewilligung 
C, die Einbürgerung wurde ihm jedoch bereits zweimal verweigert (act. 8.2, 
S. 5). Gemäss seinem Lebenslauf verbrachte der Beschwerdeführer einen 
Teil seiner Jugend (1987-1991) im Ausland (act. 8.21), vorwiegend in Ja-
pan und Kanada (act. 9.3, S. 2, Z. 19-24). Da der Vater des Beschwerde-
führers aus Japan stammt, hat der Beschwerdeführer in Japan ebenfalls 

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Verwandte und Bekannte (act. 1, S. 24). Auch später hat sich der Be-
schwerdeführer einmal während sechs Monaten (1999) und einmal wäh-
rend neun Monaten (2004) aus beruflichen Gründen im Ausland aufgehal-
ten. Daher verfügt er auch über gute Fremdsprachenkenntnisse: Nebst 
Deutsch ist Englisch seine Muttersprache, in Japanisch und Französisch 
besitzt er mündliche Kenntnisse (act. 8.21). Der Beschwerdeführer hat zu-
dem sechs Monate in der französischen Fremdenlegion gedient und habe 
gemäss mehreren Aussagen in der Legion noch ein paar Kontakte 
(act. 8.22, S. 9, Z. 9-11; act. 8.23, S. 5, Z. 22-25). Der Beschwerdeführer 
selbst bestätigt, in VV. (Frankreich) Kollegen zu haben (act. 9.2, S. 7, 
Z. 156-157). Ein ausgeprägtes ausländisches Kontaktnetz muss deshalb 
als gegeben erachtet werden. 
 
Mit Bezug auf die Fluchtwahrscheinlichkeit ist festzuhalten, dass gemäss 
der Aussage von E. der Beschwerdeführer schon einmal nach England ge-
reist sei aus Angst, dass ihm „der Boden in der Schweiz zu heiss“ werde 
(act. 8.2, S. 6). Der Beschwerdeführer benutzt in der Schweiz zudem meh-
rere Namen. Um militärische Kurse besuchen zu können, gab er sich als F. 
aus (act. 8.23, S. 4, Z. 26-28, S. 6, Z. 3-4, Z. 31-33). E. sagte aus, dass 
sich der Beschwerdeführer auch G. nannte, da ihm dieser Name in der 
französischen Fremdenlegion gegeben wurde (act. 8.22, S. 3, Z. 10-11). 
Der Beschwerdeführer verwendet auch den Namen H., den Namen seiner 
von ihm geschiedenen Frau. Bezüglich seines Aufenthalts im Restaurant I. 
in UU. / SZ in 2007 steht zumindest fest, dass er Mieter eines Zimmers war 
(act. 8.24, S. 2, Z. 26), jedoch nicht als A./J. oder H., noch als F. registriert 
war (act. 8.25). Die Wirtin erinnert sich den Beschwerdeführer betreffend 
an den Namen „K.“ (act. 8.24, S. 3, Z. 24, S. 4, Z. 20-21). Der Beschwerde-
führer hatte in den letzten Jahren (seit 2000) auch keine Festanstellung, 
sondern hat temporär gearbeitet und deshalb oft die Stelle gewechselt 
(act. 8.21; act. 9.3, S. 2-3, Z. 26-36). Im Jahr 2007 war er für einige Monate 
arbeitslos. Seine letzte Temporärstelle verlor er aufgrund der Untersu-
chungshaft. Dies alles spricht für eine erhöhte Fluchtwahrscheinlichkeit. Auf 
der anderen Seite bringt der Beschwerdeführer glaubhaft zum Ausdruck, 
dass trotz der Scheidung eine sehr enge Beziehung zu seiner Tochter be-
steht und er mit seiner Familie in der Schweiz fest verbunden ist (act. 1, 
S. 24). Ausser während der Ehe hatte er seinen Wohnsitz immer bei den 
Eltern (act. 9.3, S. 2, Z. 16, 28-29). Die intensive Bindung zur Tochter wird 
von mehreren Seiten in seinem Umfeld bestätigt (z.B. act. 8.26, S. 4, Z. 2, 
16-17; act. 8.27, S. 4, Z. 11-12; act. 8.5, S. 11, Z. 10). Der Beschwerdefüh-
rer wendet zudem ein, dass er sich dem bisherigen Verfahren gestellt habe 
und nach der ersten Hausdurchsuchung bei ihm zu Hause am 11. Januar 
2008 nicht geflüchtet sei (act. 1, S. 10). 

- 12 - 

 

 

Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände kann die Fluchtgefahr 
zwar nicht verneint werden, deren Intensität ist aber durch die enge Bezie-
hung zur Tochter und zur Familie in der Schweiz als reduziert zu erachten. 

 
 

3.  
3.1 Der Beschwerdeführer beantragt eventualiter die Entlassung aus der Un-

tersuchungshaft unter Auferlegung von Ersatzmassnahmen und stellt diese 
ins Ermessen der I. Beschwerdekammer (act. 1, S. 2). Dagegen könnten 
nach Ansicht der Vorinstanz auch Ersatzmassnahmen die Fluchtgefahr 
nicht entsprechend bannen (act. 1.1, S. 6). 

 
3.2 Ersatzmassnahmen ersetzen eine Untersuchungshaft, und entsprechend 

müssen die Voraussetzungen für die Untersuchungshaft (Art. 44 BStP) er-
füllt sein. Die Massnahmen bezwecken, einer denkbaren Flucht des Be-
schuldigten entgegenzuwirken und können bei Fluchtgefahr von geringerer 
Intensität angeordnet werden (TPF BK_B 015A/04 vom 30. August 2004 
E. 3.1; TPF 2006 313 E. 2.1 S. 314). Nach dem Subsidiaritätsgrundsatz 
bzw. Übermassverbot ist der zu bannenden Fluchtgefahr wenn möglich mit 
weniger einschneidenden Mitteln als mit der Untersuchungshaft zu begeg-
nen (SCHMID, Strafprozessrecht, 4. Aufl., Zürich 2004, N. 717). 

 
Wie in den vorangehenden Erwägungen ausgeführt bestehen in casu so-
wohl der dringende Tatverdacht wie auch Fluchtgefahr, diese ist jedoch von 
geringerer Intensität, weshalb vorliegend anstelle der Untersuchungshaft 
Ersatzmassnahmen möglich sind. 
 

3.3. 
3.3.1 Der Beschuldigte kann gemäss Art. 53 BStP bei Fluchtgefahr in Freiheit ge-

lassen werden gegen Bestellung einer Sicherheit dafür, dass er sich jeder-
zeit vor der zuständigen Behörde oder zur Erstehung einer Strafe stellen 
werde. Die Sicherheitsleistung wird durch Hinterlegung von barem Geld 
oder von Wertgegenständen bei der Gerichtskasse oder durch Bürgschaft 
geleistet, wobei der Betrag und die Art der Sicherheit vom Richter nach der 
Schwere der Beschuldigung und nach den Vermögensverhältnissen des 
Beschuldigten bestimmt wird (Art. 54 Abs. 1 und 2 BStP). Der Zweck dieser 
Massnahme besteht darin, dem Beschuldigten einen Anreiz zu schaffen, 
sich dem Verfahren zu stellen, indem der Erbringer seine Sicherheitsleis-
tung wieder zurückerstattet bekommt, wenn er die Bedingungen einhält 
(KELLER, Untersuchungshaft im Kanton St. Gallen – vom alten zum neuen 
Strafprozessgesetz, AJP/PJA 8/2000, S. 936 ff., 951). 
 

- 13 - 

 

 

Vorliegend haben sich die Eltern des Beschwerdeführers bereit erklärt, eine 
Sicherheitsleistung bis maximal Fr. 10'000.-- für ihren Sohn aufzubringen 
(act. 10, S. 2). Die Abklärung der finanziellen Verhältnisse der Eltern (vgl. 
TPF BK_H178_04 vom 9. November 2004 E. 6; vgl. TPF BH.2005.26 vom 
23. September 2005 E. 6.2; vgl. HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, a.a.O., 
S. 339 N. 44) hat für das Jahr 2006 ein steuerbares Einkommen von 
Fr. 190'900.-- und ein Vermögen von 13'000.-- ergeben (act. 10, S. 4.), das 
Einkommen soll sich jedoch aufgrund der Pensionierung seither auf ca. 
Fr. 160'000.-- reduziert haben, bei gleich bleibendem Vermögen (act. 10, 
S. 1). Zu berücksichtigen ist, dass die Eltern die monatlichen Alimente von 
Fr. 1'000.-- für die Tochter des Beschwerdeführers sowie die Krankenkasse 
und weitere Versicherungen für den Beschwerdeführer bezahlen. Daneben 
unterstützen sie noch ihre eigene Tochter, welche sich noch im Studium 
befindet, mit monatlich ca. Fr. 3'000.-- (act. 10, S. 1-2). Die Tatsache, dass 
die Eltern des Beschwerdeführers bereits für seine Tochter wie auch für ihn 
sorgen, und auch seine enge Beziehung zu den Eltern, die nun noch ein-
mal zusätzlich finanziell für ihn einstehen, sollten auf ihn als hinreichende 
Fluchthemmung wirken. Dies auch im Hinblick darauf, dass den Eltern der 
Kautionsbetrag erhalten bleibe (vgl. KELLER, a.a.O., S. 951). 
 
Unter Berücksichtigung aller Umstände erscheint eine Kaution in der Höhe 
von Fr. 10'000.-- als angemessen. Die Eltern des Beschwerdeführers ha-
ben diesen Betrag der Bundesstrafgerichtskasse zu überweisen. 
 

3.3.2 Die unter den gegebenen Umständen beschränkten Möglichkeiten für die 
Leistung einer Kaution machen es erforderlich, dem Beschwerdeführer wei-
tere Ersatzmassnahmen aufzuerlegen. Angebracht ist vorliegend eine 
Passsperre für sämtliche Pässe des Beschwerdeführers mit entsprechen-
den Auflagen an die ausstellenden Behörden (vgl. SCHMID, a.a.O., N. 718). 
Der Beschwerdeführer hat seinen japanischen, kanadischen und irischen 
Pass der Vorinstanz abzugeben. Diese wird zudem die Notifikation der ent-
sprechenden Botschaften vornehmen inklusive der Auflage, kein Duplikat 
auszustellen. Ausserdem ist dem Beschwerdeführer die Pflicht aufzuerle-
gen, sich wöchentlich bei einer von der Vorinstanz zu bestimmenden Stelle 
zu melden (vgl. SCHMID, a.a.O., N. 718a). 
 
 

4. Der Beschwerdeführer macht in seiner sehr umfangreichen Beschwerde-
schrift an verschiedenen Stellen geltend, die Vorinstanz nehme entlastende 
Momente bzw. Vorbringen der Verteidigung nicht zur Kenntnis und diese 
flössen in keiner Weise in die Entscheidfindung ein (act. 1, S. 7, 9,10). Die 
Vorinstanz werde von nun an als befangen angesehen (act. 1, S. 7). Diese 

- 14 - 

 

 

Vorbringen des Beschwerdeführers erfolgen insbesondere im Zusammen-
hang mit der Rüge, es sei Beweisanträgen nicht stattgegeben worden, und 
der vollumfängliche Aktenzugang sei dem Beschwerdeführer verweigert 
bzw. dieser sei verzögert worden. Zu diesen Vorbringen ist ganz allgemein 
zu bemerken, dass im Stadium der gerichtspolizeilichen Ermittlungen bzw. 
der Voruntersuchung der Untersuchungszweck im Vordergrund steht und 
deshalb Einschränkungen des rechtlichen Gehörs wie beispielsweise des 
Aktenzugangs und der Berücksichtigung der Anträge und Vorbringen des 
Beschuldigten insbesondere aus untersuchungstaktischen Gründen zumin-
dest temporär in Kauf genommen werden müssen. Eine vollumfängliche 
Berücksichtigung und Abwägung sämtlicher belastender und entlastender 
Sachverhaltsmomente ist im Untersuchungs- bzw. Beschwerdeverfahren 
noch nicht gefordert, wie der Beschwerdeführer unter Hinweis auf die 
Rechtsprechung der Beschwerdekammer selbst zutreffend ausführt (act. 1, 
S. 8). In diesem Zusammenhang ist insbesondere darauf hinzuweisen, 
dass der Beschwerdeführer trotz des umfangreichen belastenden Materials 
nach wie vor die meisten Tatvorwürfe bestreitet und erst vor kurzer Zeit 
gewisse rudimentäre Aussagen machte (act. 9.2). Eventuelle temporäre 
verfahrensrechtliche Einschränkungen ihm gegenüber waren bzw. sind 
deshalb vollkommen gerechtfertigt. 

 
 

5.  
5.1 Die volle Gerichtsgebühr für das vorliegende Verfahren sowie das Neben-

verfahren betreffend unentgeltliche Rechtspflege (BP.2008.51) wäre auf 
Fr. 1'800.-- zu veranschlagen (Art. 245 Abs. 2 BStP i.V.m. Art. 3 des Reg-
lements über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht, 
SR 173.711.32). Angesichts des lediglich teilweisen Unterliegens des Be-
schwerdeführers wird diese jedoch auf den reduzierten Betrag von  
Fr. 600.-- festgesetzt (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG). 
Aufgrund der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (BP.2008.51) 
ist der Beschwerdeführer jedoch zumindest vorläufig von der Bezahlung 
der Gerichtskosten befreit (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 64 Abs. 1 
BGG). 

 
5.2 Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer im Umfang seines 

teilweisen Obsiegens mit einer reduzierten Parteientschädigung von 
Fr. 1'200.-- zu entschädigen (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 68 Abs. 1 und 
2 BGG).  

 
5.3 Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers wird auf Fr. 1'800.-- (inkl. 

Auslagen, exkl. MwSt) festgelegt (Art. 38 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 3 des 

- 15 - 

 

 

Reglements über die Entschädigungen in Verfahren vor dem Bundesstraf-
gericht, SR 173.711.31). Der Verteidiger ist aus der Bundesstrafgerichts-
kasse zu entschädigen, soweit zur Parteientschädigung eine Differenz be-
steht (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 64 Abs. 2 BGG). Die Bundesstrafge-
richtskasse ist daher anzuweisen, dem amtlichen Verteidiger den Diffe-
renzbetrag von Fr. 600.-- zu bezahlen (Art. 5 Abs. 1 desselben Regle-
ments).  

 
5.4 Für die aufgrund der unentgeltlichen Rechtspflege von der Bundesstrafge-

richtskasse übernommenen Beträge hat der Beschwerdeführer Ersatz zu 
leisten, wenn er später dazu in der Lage ist (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. 
Art. 64 Abs. 4 BGG).  

 
 

 
 

- 16 - 

 

 

Demnach erkennt die I. Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Beschwerdeführer wird un-

ter Anordnung von Ersatzmassnahmen aus der Untersuchungshaft entlas-
sen.  

 
2. Ersatzmassnahmen: 

- Die Sicherheitsleistung (Art. 53 ff. BStP) wird auf Fr. 10'000.-- festgesetzt. 
- Der Beschwerdeführer hat seinen japanischen, kanadischen und irischen 

Pass der Vorinstanz abzugeben. Die Vorinstanz wird angewiesen, die No-
tifikation der entsprechenden Botschaften mit der Auflage, kein Duplikat 
auszustellen, vorzunehmen. 

- Der Beschwerdeführer wird verpflichtet, sich wöchentlich bei einem von 
der Vorinstanz zu bestimmenden Polizeiposten zu melden. Der Polizei-
posten ist anzuweisen, die Vorinstanz bei Nichtbefolgen der Meldepflicht 
zu benachrichtigen. 

 
3. Die reduzierte Gerichtsgebühr wird auf Fr. 600.-- festgesetzt. Der Beschwer-

deführer wird aufgrund der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
(BP.2008.51) vorläufig von der Bezahlung befreit. Er hat der Bundesstrafge-
richtskasse Ersatz zu leisten, wenn er später dazu in der Lage ist. 

 
4. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

der I. Beschwerdekammer im reduzierten Umfang von Fr. 1'200.-- zu ent-
schädigen. 

 
5. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers wird auf Fr. 1'800.-- (inkl. Aus-

lagen, exkl. MwSt) festgesetzt. Die unter Anrechnung der Parteientschädi-
gung gemäss Ziffer 4. bestehende Differenz von Fr. 600.-- wird dem amtli-
chen Verteidiger durch die Bundesstrafgerichtskasse bezahlt. Der Be-
schwerdeführer hat der Bundesstrafgerichtskasse Ersatz zu leisten, wenn er 
später dazu in der Lage ist. 

 
 

- 17 - 

 

 

Bellinzona, 31. Oktober 2008 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 
i.V. Tito Ponti, Bundesstrafrichter 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Fürsprecher Alexander Feuz 
- Bundesanwaltschaft 
- Eidgenössisches Untersuchungsrichteramt 
 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der I. Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen 
nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). 
Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der 
Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).