# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9ee2e875-dfa5-50c7-86eb-9627ce528c35
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.01.2012 D-6941/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6941-2011_2012-01-04.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6941/2011/sps

U r t e i l   v om   4 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Bendicht Tellenbach,
mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;  
Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer.

Parteien A._______, geboren am … , und 
B._______, geboren am,
Serbien, 
Beschwerdeführende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 20. Dezember 2011 / N … .

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführenden – Staatsangehörige von Serbien, welche 
sich  der  ethnischen  Minderheit  der  Roma  zurechnen  und  aus  dem 
südserbischen Städtchen X._______  stammen –  am 5. Dezember  2011 
in der Schweiz um Asyl ersuchten, 

dass am gleichen Tag auch  ihr Sohn C._______ (N … ) sowie  ihr Sohn 
D._______  und  dessen  Ehefrau  (N  …  )  Asylgesuche  in  der  Schweiz 
einreichten, 

dass diese Personen – mit gültigen Reisepässen und eigenen Angaben 
zufolge mit einem Touristenbus von Serbien über Ungarn und Österreich 
kommend – in die Schweiz eingereist waren, 

dass einen Monat früher bereits die Eltern des Beschwerdeführers (N …) 
in der Schweiz Asylgesuche eingereicht hatten, 

dass  die  Beschwerdeführenden  vom  BFM  am  12.  Dezember  2011 
summarisch  befragt  und  am  19. Dezember  2011  einlässlich  zu  ihren 
Gesuchsgründen angehört wurden, 

dass sie dabei vorbrachten, sie hätten sich ab 1991 als Asylsuchende in 
Deutschland aufgehalten, seien aber 2004 von Deutschland nach Serbien 
zurückgeschickt  worden,  worauf  sie  an  ihrem  Heimatort  X._______ 
zurückgekehrt seien, wo sie mit ihren Söhnen und ihrer Schwiegertochter 
das Haus des Vaters des Beschwerdeführers bewohnt hätten,

dass der Beschwerdeführer  die  nächsten  Jahre mit  seinen Söhnen und 
zwei  Kollegen  in  der  Region  von  Vranje  (dem  Hauptort  des 
südserbischen Bezirks Pčinja) als Musiker tätig gewesen sei, 

dass sie im November 2010 ein zweites Mal nach Deutschland gegangen 
und  dort  nochmals  ein  Asylgesuch  eingereicht  hätten,  welches  jedoch 
abgelehnt worden  sei,  worauf  sie  im  Juli  2011  von Deutschland wieder 
nach Serbien zurückgeschickt worden seien, 

dass sie ihren Heimatort X._______ jedoch am 3. Dezember 2011 erneut 
verlassen hätten, da sie befürchtet hätten, der Beschwerdeführer werde 
– vor  dem  Hintergrund  der  aktuellen  Auseinandersetzungen  um  den 
Nordkosovo – demnächst zum Militärdienst eingezogen, 

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dass  er  seinen  Militärdienst  zwar  bereits  …  [Ende  der  1980er­Jahre] 
absolviert habe, er aber als Reservist  jederzeit wieder von Beamten des 
Innenministerium  eingezogen  und  im  Konflikt  um  den  Nordkosovo 
eingesetzt  werden  könnte,  da  es  in  Serbien  –  gemäss  seinen 
Erfahrungen  aus  den  1990er­Jahren  –  jederzeit  wieder  zu 
Masseneinberufungen kommen könnte,  

dass sie daneben vorbrachten, als Roma würden sie von den Serben als 
Staatsangehörige  zweiter  Klasse  behandelt  und  als  Zigeuner 
benachteiligt, beleidigt und beim Einkaufen beschimpft, 

dass  es  beispielsweise  vor  drei  oder  vier  Jahren  respektive  im  Jahre 
2010  bei  ihnen  zuhause  zu  einem  Einbruchsversucht  gekommen  sei, 
worauf ihnen die Polizei trotz ihrer Bitte nicht zu Hilfe geeilt sei, 

das die Beschwerdeführerin zudem kürzlich …. auf eigenen Kosten einen 
Privatarzt  habe  aufsuchen  müssen,  da  sich  der  zuständige  Kassenarzt 
geweigert  habe,  sie  an  einen  …  [Spezialisten]  respektive  in  eine 
Erholungskur zu überweisen, 

dass  sich  schliesslich  die  Verhältnisse  in  letzter  Zeit  generell 
verschlechtert  hätten,  da  der  Beschwerdeführer  und  seine  Söhne  als 
Musiker  viel  häufiger  als  früher  in  Gaststätten  beschimpft  oder  gar 
weggejagt  worden  seien,  was  sie  kommentarlos  hätten  hinnehmen 
müssen, ansonsten ihnen Prügel gedroht hätten, 

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  20.  Dezember  2011  –  eröffnet  am 
gleichen Tag –  in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  die  Asylgesuche  der 
Beschwerdeführenden  nicht  eintrat  und  deren  Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete,

dass  das  Bundesamt  zur  Begründung  seines  Entscheides  im 
Wesentlichen  ausführte,  gemäss  Beschluss  des  Bundesrates  vom  6. 
März  2009  handle  es  sich  bei  Serbien  um  einen  verfolgungssicheren 
Staat und weder mit der geltend gemachten Furcht vor einer angeblichen 
Einberufung in den Militärdienst, was aufgrund der heutigen Verhältnisse 
in  Serbien  als  haltlos  zu  erkennen  sei,  noch  mit  den  Vorbringen  über 
Benachteiligungen  als Roma gelinge  es  den Beschwerdeführenden,  die 
Vermutung fehlender Verfolgung zu widerlegen,

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dass das Bundesamt  in seinen diesbezüglichen Erwägungen vereinzelte 
Benachteiligungen  und  Schikannen  gegenüber  Roma  nicht  ausschloss, 
im Übrigen aber auf eine grundsätzliche Verbesserung der Lage  für die 
Angehörigen der ethnischen Minderheit der Roma in Serbien verweis, 

dass  das  Bundesamt  abschliessend  den  Wegweisungsvollzug  als 
zulässig, zumutbar und möglich erkannte,

dass  die  Beschwerdeführenden  am  23.  Dezember  2011  (Poststempel) 
gegen diesen Entscheid Beschwerde erhoben, wobei sie in ihrer Eingabe 
sinngemäss  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft,  eventualiter  die 
Gewährung  von  Zuflucht  nach Art.  3  der  Konvention  vom  4. November 
1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 
0.101) beantragten sowie um Erlass der Verfahrenskosten ersuchten, 

dass sie in ihrer Eingabe geltend machten, an ihrem Heimatort X.______ 
sei  es  seit  dem  Krieg  zu  verhängnisvollen  politischen  Veränderungen 
gekommen,  indem  die  Albaner  und  die  Roma  von  dort  durch 
verschiedenste Massnahmen systematisch vertrieben würden, 

dass ihnen alleine aufgrund ihrer ethnischen Herkunft sowie überhaupt in 
jeder  Hinsicht  die  Lebensgrundlage  entzogen  worden  sei  und  ihren 
Kindern der Besuch der Schule verunmöglicht worden sei, 

dass  der  Beschwerdeführerin  zudem  eine  notwendige  medizinische 
Behandlung  verwehrt  worden  sei,  worauf  sie  an  furchtbaren 
Rückenschmerzen habe leiden müssen, 

dass zudem dem einen Sohn die Behandlung wegen einer … Erkrankung 
verweigert  und  der  andere  Sohn  von  extremistischen  Jugendlichen 
spitalreif geprügelt worden sei, 

dass schliesslich  in der Nähe  ihres Heimatdorfes X._______ Barrikaden 
aufgebaut  worden  seien,  da  es  sich  hier  um  das  Grenzgebiet  zum 
Kosovo handle, und es zu schweren Ausschreitungen gekommen sei, 

dass sie vor diesem Hintergrund als Roma in ihrer Heimat davon bedroht 
seien, einer "ethnischen Säuberungsaktion" zum Opfer zu fallen, weshalb 
sie auf den Schutz der Schweiz angewiesen seien, 

dass  am  27.  Dezember  2011  die  vorinstanzlichen  Akten  in  Kopie  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen des BFM entscheidet, ausser bei 
Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (vgl.  dazu  Art. 105  AsylG 
i.V.m.  Art.  31  und  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  [VGG,  SR  173.32]  sowie  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20.  Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) richtet, soweit 
das VGG oder  das AsylG  nichts  anderes  bestimmen  (vgl.  Art.  37 VGG 
sowie Art. 6 und 105 AsylG),

dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung 
von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass die Beschwerdeführenden legitimiert sind und sich ihre Eingabe als 
frist­  und  formgerecht  erweist  (vgl. Art.  48 Abs.  1 VwVG sowie Art. 108 
Abs.  2  AsylG  und  Art. 52  Abs.  1  VwVG),  weshalb  auf  die  Beschwerde 
– unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten ist, 

dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide 
nach Art. 32 ­ 35 AsylG, mit denen es das BFM ablehnt, ein Asylgesuch 
auf  seine materielle  Begründetheit  hin  zu  überprüfen,  grundsätzlich  auf 
die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf 
das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  dementsprechend  –  sofern  es 
den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer 
selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung 
aufhebt und die Sache zur neuen Entscheidung ans BFM zurückweist,

dass  demzufolge  die  Frage  der  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
respektive  einer  allfälligen  Asylgewährung  nicht  Gegenstand  des 
Verfahrens bildet, weshalb auf das diesbezügliche Beschwerdebegehren 
nicht einzutreten ist, 

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dass  demgegenüber  hinsichtlich  der  Frage  der Wegweisung  und  deren 
Vollzuges  die  Beurteilungszuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts 
nicht  beschränkt  ist,  da  sich  das  BFM  diesbezüglich  auch materiell  zur 
Sache zu äussern hatte, 

dass sich die vorliegende Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – als 
offensichtlich unbegründet erweist, weshalb darüber  in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG), 

dass  auf  einen  Schriftenwechsel  zu  verzichten  und  der  Entscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),

dass gemäss Art. 34 Abs. 1 AsylG auf Gesuche oder Beschwerden von 
Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten nach Art. 6a Abs. 2 Bst. 
a AsylG  (sogenannte  "safe  countries")  nicht eingetreten wird,  ausser es 
gebe Hinweise auf Verfolgung,

dass der Bundesrat mit Beschluss vom 6. März 2009  (in Kraft  seit dem 
1. April  2009) Serbien  zum  "safe  country"  (im Sinne  von Art.  6a Abs.  2 
Bst. a  AsylG)  erklärt  hat,  in  welchem  nach  seinen  Feststellungen 
Sicherheit vor Verfolgung besteht,

dass  bei  dieser  Sachlage  die  Grundvoraussetzung  für  einen 
Nichteintretensentscheid  in Anwendung  von Art.  34 Abs.  1 AsylG erfüllt 
ist,

dass somit  auf das Gesuch der Beschwerdeführenden nicht einzutreten 
ist,  es  sei  denn,  ihren  Vorbringen  wären  Hinweise  auf  Verfolgung  zu 
entnehmen,  mithin  die  fehlende  Verfolgung  im  Herkunftsland  lediglich 
vermutet wird und diese Vermutung widerlegt werden kann,

dass bei der Prüfung, ob Hinweise auf Verfolgung vorliegen, erstens ein 
weiter  Verfolgungsbegriff  gilt,  der  alle  erlittenen  oder  befürchteten 
Nachteile umfasst, die von Menschenhand zugefügt werden, und zweites 
nur einem tiefen Beweismass Genüge getan werden muss, weshalb auf 
ein Gesuch  einzutreten  ist, wenn Verfolgungshinweise  geltend  gemacht 
werden, die nicht bereits auf den ersten Blick als unglaubhaft erkennbar 
sind  (vgl.  dazu  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 5 m.w.H.),

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dass  die  Beschwerdeführenden  ihre  Asylgesuche  vorab  mit  der 
angeblichen  Furcht  des  Beschwerdeführers  vor  einer  Einberufung  zum 
Militärdienst – angeblich zwecks Einsatz im Konflikt um den Nordkosovo 
– begründet haben, 

dass  ihre  diesbezüglichen  Vorbringen  jedoch  aufgrund  der  heutigen 
Verhältnisse  in  Serbien  als  haltlos  zu  bezeichnen  sind,  wobei  in  dieser 
Hinsicht  –  anstelle  einer  Wiederholung  –  auf  die  zutreffenden 
Erwägungen des BFM verwiesen werden kann (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 
welchen  von  den  Beschwerdeführenden  nichts  stichhaltiges  entgegen 
gesetzt wird, 

dass sich die Beschwerdeführenden im Weiteren zwar darauf berufen, als 
Angehörige der ethnischen Minderheit der Roma seien sie in ihrer Heimat 
benachteiligt und des Öfteren auch behelligt oder beleidigt worden, 

dass sie sich in diesem Zusammenhang jedoch durchwegs auf Nachteile 
bloss  allgemeiner  Natur  berufen,  welchen  sie  als  Roma  ausgesetzt 
gewesen  seien,  ohne  ein  konkretes  Erlebnis  von  relevanter  Bedeutung 
substanziiert schildern zu können, 

dass  alleine  die  geltend  gemachten  Schwierigkeiten  des 
Beschwerdeführers  in  seiner Tätigkeit  als Musiker  sowie eine angeblich 
nicht genügende respektive zu Unrecht nicht kostenfreie Behandlung der 
Beschwerdeführerin  nicht  darauf  schliessen  lassen,  sie  hätten  ihre 
Heimat deswegen verlassen respektive verlassen müssen, 

dass die Beschwerdeführenden vielmehr nicht in der Lage waren, ein mit 
der Ausreise aus ihrer Heimat in einem zeitlich kausalen Zusammenhang 
stehendes  Ereignis  nachvollziehbar  zu  konkretisieren,  womit  die 
Vermutung  der  Verfolgungssicherheit  in  Serbien  –  mangels  konkretem 
Verfolgungshinweis – auch nicht ansatzweise widerlegt ist, 

dass sich die allgemeine Lage für Angehörige der ethnischen Minderheit 
der Roma in Serbien – wie vom BFM zu Recht erwogen – in den letzten 
Jahren grundsätzlich verbessert hat, auch wenn sich die Verhältnisse für 
Roma  in  sozialer  und  insbesondere  wirtschaftlicher  Hinsicht  zum  Teil 
nach wie vor als sehr schwierig darstellen, 

dass  diese  Umstände  jedoch  die  grundsätzliche  Feststellung  der 
Verfolgungssicherheit  nicht  umzustossen  vermögen, weshalb alleine die 

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Berufung auf eine angeblich schwierige allgemeine Lage nicht als Ersatz 
für einen konkreten Verfolgungshinweis dienen kann, 

dass  schliesslich  die  Beschwerdevorbringen  betreffend  eine  angebliche 
Zuspitzung  der  Lage  gerade  in  X._______  und  eine  dort  angeblich 
drohende  "ethnische  Säuberungsaktion"  als  reine  Schutzbehauptungen 
zu  erkennen  sind,  da  sich  die  Ortschaft  noch  hinter  Vranje  und  damit 
relativ  weit  entfernt  von  der  kosovarisch­serbischen  Grenze  befindet, 
weshalb  es  dort  auch  zu  keinen  Auseinandersetzungen, 
Barrikadenbauten  oder  anderen  Vorfällen  im  behaupteten 
Zusammenhang gekommen ist, 

dass zusammenfassend im Falle der Beschwerdeführenden – auch unter 
Berücksichtigung  eines  weiten  Verfolgungsbegriffes  und  eines  tiefen 
Beweismasses  –  kein  konkretes,  ausreiserelevantes  Ereignis  und 
insbesondere keine rechtserheblichen Hinweise auf Verfolgung ersichtlich 
sind,  weshalb  der  Nichteintretensentscheid  in  Anwendung  von  Art.  34 
Abs. 1 AsylG zu bestätigen ist,

dass  die Anordnung der Wegweisung  im Einklang mit  den gesetzlichen 
Bestimmungen steht und zu bestätigen ist (vgl. dazu Art. 44 Abs. 1 AsylG 
sowie BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 m.w.H.),

dass  somit  zu  prüfen  bleibt,  ob  es  Gründe  gibt,  die  dem  Vollzug  der 
Wegweisung entgegenstehen, da das BFM eine vorläufige Aufnahme von 
Ausländern  anzuordnen  hat,  wenn  der  Vollzug  der  Wegweisung  als 
unzulässig, unzumutbar oder unmöglich zu erkennen ist (vgl. Art. 44 Abs. 
2  AsylG  i.V.m.  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass im Falle der Beschwerdeführenden aufgrund der Akten jedoch keine 
Gründe  ersichtlich  sind,  die  in  rechtserheblicher Weise  gegen  den  vom 
BFM  angeordneten  Vollzug  der  Wegweisung  sprechen  würden,  mithin 
von  der  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und  Möglichkeit  des 
Wegweisungsvollzuges auszugehen ist (Art. 83 Abs. 2 ­ 4 AuG), 

dass sich der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen 
völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig erweist, da die 
Beschwerdeführenden  keine  Hinweise  auf  eine  konkrete 
Verfolgungssituation  darzulegen  vermochten  und  –  entgegen  ihren 
anders lautenden Beschwerdevorbringen – auch keine Anhaltspunkte für 

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Seite 9

eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  EMRK 
ersichtlich sind,

dass im Weiteren auch von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges 
auszugehen  ist,  da  im  Falle  der  Beschwerdeführenden  –  ein  Ehepaar, 
welches  in  X._______  seit  Jahren  über  ein  eigenes  Haus  verfügt  und 
welches soweit ersichtlich aufgrund der Tätigkeit des Beschwerdeführers 
als  Musiker  auch  ein  selbständiges  Auskommen  hatte  –  keine 
individuellen Vollzugshindernisse zu erblicken sind, 

dass  sie  zudem  mit  ihrem  Sohn  C._______  (N  …  )  in  die  Heimat 
zurückkehren  können,  da  dessen  Asylverfahren  mit  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  D­6943/2011  vom  heutigen  Tag  ebenfalls 
beendet wird, 

dass  letztlich  auch  ohne  weiteres  von  der  Möglichkeit  des 
Wegweisungsvollzugs nach Serbien auszugehen ist, 

dass  zusammenfassend  die  Anordnung  einer  vorläufigen  Aufnahme  in 
der Schweiz aufgrund der Akten ausser Betracht fallen muss, womit auch 
die Anordnung des Wegweisungsvollzuges zu bestätigen ist,

dass  nach  vorstehenden  Erwägungen  die  angefochtene  Verfügung  zu 
bestätigen  und  die  eingereichte  Beschwerde  als  offensichtlich 
unbegründet abzuweisen ist,

dass  aufgrund  der  gesamten  Aktenlage  die  Beschwerdeanträge  als 
aussichtslos bezeichnet werden müssen, weshalb das Gesuch um Erlass 
der Verfahrenskosten – unbesehen der geltend gemachten prozessualen 
Bedürftigkeit – abzuweisen ist (vgl. Art. 65 Abs. 1 VwVG),

dass  demnach  die  Kosten  des  Verfahrens  von  Fr.  600.–  den 
Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs.  1  VwVG  sowie 
Art. 1  ­  3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 10

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird – soweit darauf einzutreten ist – abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten wird abgewiesen.  

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Lorenz Mauerhofer

Versand: