# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 78f3e83a-94f6-501b-83e3-50af0eab75df
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.05.2021 SB200277
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200277_2021-05-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB200277-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, lic. iur. S. Volken und 

Ersatzoberrichter lic. iur. M. Weder sowie der Gerichtsschreiber 

M.A. HSG M. Wolf-Heidegger 

 

Urteil vom 3. Mai 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. M. Stammbach, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfache einfache Körperverletzung etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 30. Januar 2020 
(DG190020)  

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 10. Septem-

ber 2019 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 48).  

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 72 S. 89 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte, A._____, ist schuldig  

− des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in Verbindung mit 

Art. 172ter Abs. 1 StGB; 

− der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 

Abs. 1 in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB; 

− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB; 

− der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB; 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 in Verbindung mit 

Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB;  

− der versuchten Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 in Verbindung mit 

Art. 180 Abs. 2 lit. b und Art. 22 Abs. 1 StGB; 

− des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB; 

− der mehrfachen Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung mit 

Art. 126 Abs. 2 lit. c StGB; 

− des mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne von 

Art. 292 StGB; 

− der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB; 

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG.  

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2. Vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 in 

Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB (Dossier 6, Teil 1, Vorfall von Anfang 

Juli 2019) wird der Beschuldigte freigesprochen.  

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit 

heute 289 Tage durch Haft erstanden sind) und einer Busse von Fr. 1'500.–.  

4. Die Freiheitsstrafe wird im Umfang von 10 Monaten vollzogen. Im Umfang der rest-

lichen 20 Monate wird der Vollzug aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

5. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen. 

6. Für die Dauer der Probezeit wird dem Beschuldigten im Sinne einer Weisung nach 

Art. 94 StGB untersagt, mit der Privatklägerin (B._____) in irgendeiner Weise (per-

sönlich, telefonisch, schriftlich, SMS, Mail etc.) Kontakt aufzunehmen oder durch 

Drittpersonen aufnehmen zu lassen (Kontaktverbot).  

Missachtet der Beschuldigte die Weisung, so erstattet die zuständige Behörde den 

Strafvollzugsbehörden oder dem Gericht Bericht. Das Gericht kann in diesem Fall 

unter anderem die bedingte Strafe widerrufen (Art. 95 Abs. 5 StGB). 

7. Die von der Kantonspolizei Zürich am 8. Mai 2019 sichergestellte Glasflasche (As-

servat Nr. A012'608'321) sowie die Damenunterwäsche (Asservat-

Nr. A012'858'865, Asservat-Nr. A012'859'040) werden der Lagerbehörde nach Ein-

tritt der Rechtskraft zur gutscheinenden Verwendung überlassen.  

8. Die unter der Referenznummer K180725-011 (Geschäfts-Nr. 73294094), K190508-

068 (Geschäfts-Nr. 75346893) und K190726-036 (Geschäfts-Nr. 75956046) sicher-

gestellten und beim Forensischen Institut Zürich lagernden Spuren, Spurenträger 

und Fotografien (Asservaten-Nrn. A012'610'796, A012'610'809, A012'610'843, 

A012'610'865, A012'610'887, A012'611'039, A012'611'040, A012'858'763, 

A012'858'796, A012'858'810, A012'859'017, A011'694'738, A011'694'749, 

A011'694'750, A011'694'761, A011'699'744, A011'699'755, A011'694'727, 

A011'699'733, A012'858'672, A012'858'729, A012'859'880, A012'610'729, 

A012'621'679) werden eingezogen und der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechts-

kraft zur gutscheinenden Verwendung überlassen. 

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9. Die unter den Referenznummern K180725-011 (Geschäfts-Nr. 73294094) und 

K190508-068 (Geschäfts-Nr. 75346893) sichergestellten und beim Forensischen 

Institut Zürich lagernden Kleider (Poloshirt [Asservat-Nr. A011'699'506], Herrenho-

se [Asservat-Nr. A011'699'517], Pullover [Asservat-Nr. A012'611'062]) werden dem 

Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgeben.  

Sollte innerhalb von 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids die 

Herausgabe nicht verlangt werden, so bleiben die Gegenstände der Lagerbehörde 

zur gutscheinenden Verwendung überlassen. 

10. Die unter den Referenznummern K190508-068 (Geschäfts-Nr. 75346893) und 

K190726-036 (Geschäfts-Nr. 75956046) sichergestellten und beim Forensischen 

Institut Zürich lagernden Kleider (Damenjacke [Asservat-Nr. A012'610'978], Shirt 

[Asservat-Nr. A012'611'017]) werden der Privatklägerin (B._____) nach Eintritt der 

Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgeben.  

Sollte innerhalb von 60 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids die 

Herausgabe nicht verlangt werden, so bleibt der Gegenstand der Lagerbehörde zur 

gutscheinenden Verwendung überlassen. 

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin (B._____) Schadenersatz in 

der Höhe von Fr. 2'743.15 zuzüglich 5 % Zins ab 30. Januar 2020 zu bezahlen. 

Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen.  

12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin (B._____) Fr. 2'500.– zuzüg-

lich 5 % Zins ab 22. Januar 2019 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird 

das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

13. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 5'500.–.  

14. Die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'500.– Gebühr für das Vorverfahren 

Fr. 11'888.80 Auslagen (Gutachten)  

15. Die Entscheidgebühr und die weiteren Kosten werden dem Beschuldigten auferlegt. 

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16. Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten mit insgesamt Fr. 29'551.– (inklusive Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.  

Es wird vorgemerkt, dass bereits eine Akontozahlung in der Höhe von Fr. 8'984.45 

(act. D1 27) an Rechtsanwältin lic. iur. X2._____ als amtliche Verteidigerin 

ausbezahlt wurde.  

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. 

17. Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ wird für seine Bemühungen als unentgeltlicher 

Geschädigtenvertreter der Privatklägerin mit Fr. 8'150.– (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt.  

Die Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung werden auf die Gerichts-

kasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung beim Beschuldigten 

gemäss Art. 138 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 135 Abs. 4 StPO.  

18. [Mitteilungen] 

19. [Rechtsmittel]." 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 4 f.) 

a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 90 S. 1) 

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster, 

Strafgericht, vom 30. Januar 2020 bezüglich Dispositivziffer 1 al. 9 

(Schuldspruch wegen mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche 

Verfügungen) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Von allen übrigen Vorwürfen sei der Beschuldigte freizusprechen, 

soweit das Strafverfahren nicht einzustellen ist. 

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3. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Busse von CHF 500.00. 

4. Dem Beschuldigten sei für die erstandene Untersuchungs- und 

Sicherheitshaft eine angemessene Genugtuung zuzusprechen. 

5. Die Zivilforderungen der Privatklägerin seien abzuweisen. 

6. Die Kosten des Untersuchungs- und des erstinstanzlichen Hauptver-

fahrens sowie des Berufungsverfahrens, inklusive derjenigen der 

amtlichen Verteidigung, seien auf die Staatskasse zu nehmen, soweit 

sie ohnehin nicht ausser Ansatz fallen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 78, sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) Der Privatklägerin B._____: 

(Urk. 80 S. 1, sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte/Prozessuales 

1. Verfahrensgang 

1.1. Hinsichtlich des Verfahrensgangs bis zum vorinstanzlichen Urteil kann auf 

die entsprechenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden 

(Urk. 72 S. 3 f.). 

1.2. Gegen das vorstehend wiedergegebene schriftlich eröffnete Urteil meldete 

die amtliche Verteidigung innert Frist Berufung an (Urk. 68). Das begründete Ur-

teil wurde dem Verteidiger, der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (im Fol-

genden: Staatsanwaltschaft) und der Privatklägerin am 28. Mai 2020 resp. 2. Juni 

2020 zugestellt (Urk. 71). Mit Schreiben vom 18. Juni 2020 ging die Berufungser-

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klärung der Verteidigung fristgerecht am hiesigen Gericht ein. Seitens der Vertei-

digung wurden dieselben Beweisanträge wie bereits im Rahmen der Untersu-

chung und vor Vorinstanz gestellt (Urk. 74). Mit Präsidialverfügung vom 22. Juni 

2020 wurde der Staatsanwaltschaft und der Privatklägerin Frist angesetzt, um 

Anschlussberufung zu erklären oder begründet ein Nichteintreten auf die Beru-

fung zu beantragen sowie um zu den Beweisanträgen der Verteidigung Stellung 

zu nehmen (Urk. 76). Die Staatsanwaltschaft wie auch die Privatklägerin verzich-

teten auf Anschlussberufung wie auch auf die Stellung von Beweisanträgen. Be-

züglich der Beweisanträge der Verteidigung beantragten sie deren Abweisung 

(Urk. 78 und 80). Durch Präsidialverfügung vom 23. Juli 2020 wurden die Beweis-

anträge der Verteidigung abgewiesen (Urk. 82). 

1.3. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschien der Beschuldigte in Begleitung 

seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ (Prot. II S. 4). Der 

amtliche Verteidiger des Beschuldigten erneuerte anlässlich der Berufungs-

verhandlung seine bereits zuvor gestellten Beweisanträge (Prot. II S. 6). Das Ur-

teil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung, da auf eine mündliche Ur-

teilseröffnung verzichtet wurde, wurde dieses den Parteien jedoch schriftlich im 

Dispositiv eröffnet (Prot. II S. 7 ff.). 

2. Umfang der Berufung 

2.1 Der Beschuldigte verlangt berufungsweise die Aufhebung sämtlicher 

Schuldsprüche mit Ausnahme desjenigen wegen mehrfachen Ungehorsams ge-

gen amtliche Verfügungen im Sinne von Art. 292 StGB. Entsprechend werden 

auch die seitens der Vorinstanz ausgesprochene Strafe, die angeordnete Wei-

sung nach Art. 94 StGB, die Regelung der Zivilansprüche der Privatklägerin und 

die Auferlegung der Kosten an den Beschuldigten angefochten (Urk. 74 S. 3).  

2.2 Von der Berufung nicht umfasst sind somit nebst des Schuldspruchs wegen 

mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen im Sinne von Art. 292 

StGB (Dispositiv-Ziffer 1 alitera 9) die vorinstanzlichen Entscheide betreffend 

Verwendung diverser beschlagnahmter Gegenstände (Dispositiv-Ziffern 7 bis 10), 

die vorinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziffern 13 und 14) und die 

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vorinstanzliche Festsetzung der Entschädigungen des amtlichen Verteidigers und 

des unentgeltlichen Vertreters der Privatklägerin (Dispositiv Ziffer 16 Abs. 1 und 2 

sowie Dispositiv-Ziffer 17 Abs. 1). Unangefochten blieb entsprechend auch sei-

tens der Staatsanwaltschaft und der Privatklägerin, dass die Vorinstanz unter 

Dossier 1 zu einer für den Beschuldigten milderen rechtlichen Würdigung gelang-

te, indem statt auf Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB auf einfa-

che Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB erkannt wurde, wobei 

dies zu keinem formellen Freispruch führte (Urk. 72 S. 26). Zudem nicht ange-

fochten seitens der Staatsanwaltschaft und der Privatklägerin wurde der vo-

rinstanzliche Freispruch des Beschuldigten vom Vorwurf der einfachen Körperver-

letzung im Zusammenhang mit dem Dossier 6 (Dispositiv-Ziffer 2). Das Urteil des 

Bezirksgerichts Uster vom 30. Januar 2020 ist somit bezüglich der Dispositiv-

Ziffern 1 alitera 9, 2, 7 bis 10, 13, 14, 16 Abs. 1 und Abs. 2 sowie 17 Abs. 1 in 

Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels Beschluss festzustellen ist (Art. 404 

StPO). 

3. Formelles 

3.1.  Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 

des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 

BV; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). Das 

Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden 

(Immutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die An-

klagebehörde (vgl. Art. 350 StPO). Die Anklage hat die der beschuldigten Person 

zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass 

die Vorwürfe im objektiven und subjektiven Bereich genügend konkretisiert sind. 

Das Anklageprinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte der 

beschuldigten Person und dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Informa-

tionsfunktion; BGE 143 IV 63 E. 2.2 mit Hinweisen).  

Die amtliche Verteidigung macht betreffend die Dossiers 1 und 3 jeweils eine 

Verletzung des Anklagegrundsatzes geltend (Urk. 90 N 26 und N 46). Auf die 

entsprechenden Vorbringen wird bei der Sachverhaltserstellung der einzelnen 

Dossier nachfolgend eingegangen. 

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3.2. Es ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz 

nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes 

einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (vgl. BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 

mit Hinweisen). Die Berufungsinstanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid 

wesentlichen Punkte beschränken. 

4. Beweisanträge der Verteidigung 

4.1. Anträge 

Die Verteidigung erneuerte anlässlich der Berufungsverhandlung, wie erwähnt, 

die bereits im Rahmen der Untersuchung, vor Vorinstanz und mit der Berufungs-

erklärung gestellten Beweisanträge. Verlangt wurde die Einholung eines psychiat-

rischen Gutachtens über die Privatklägerin (Beweisantrag 1), die Einholung eines 

medizinischen Gutachtens über die Privatklägerin (Beweisantrag 2) und die 

Zeugeneinvernahme des Bruders des Beschuldigten, E._____ (Beweisantrag 3; 

Urk. 74 S. 2 i.V.m. Prot. II S. 6). 

4.2. Rechtliche Grundlagen 

a) Die Strafbehörden klären von Amtes wegen alle für die Beurteilung der Tat 

und der beschuldigten Person bedeutsamen Tatsachen ab. Sie untersuchen die 

belastenden und entlastenden Umstände mit gleicher Sorgfalt (Art. 6 Abs. 1 und 2 

StPO). Über Tatsachen, die unerheblich, offenkundig, der Strafbehörde bekannt 

oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, wird nicht Beweis geführt (Art. 139 

Abs. 2 StPO; vgl. auch Art. 318 Abs. 2 StPO). Der Verteidigung steht ein Beweis-

antragsrecht zu (Art. 107 Abs. 1 lit. e, Art. 318 Abs. 2, Art. 331 Abs. 2 und 3 sowie 

Art. 345 StPO), welches die Verpflichtung der Strafbehörden und Gerichte zur 

Ermittlung des relevanten Sachverhalts flankiert (GLESS, in: Nig-

gli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar StPO, 2. Aufl., Basel 2014, N 11 

zu Art. 139). Die beweisantragstellende Person hat zumindest dazulegen, inwie-

fern von ihr genannte, nicht bereits bei den Akten liegende Beweismittel geeignet 

wären, zusätzliche Erkenntnisse zu Tage zu fördern und das Beweisergebnis in 

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Zweifel zu ziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_918/2016 vom 28. März 

2017 E. 5). 

b) Die Verfahrensleitung prüft, ob: a. die Anklageschrift und die Akten ord-

nungsgemäss erstellt sind; b. die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind; c. 

Verfahrenshindernisse bestehen (Art. 329 Abs. 1 StPO). Ergibt sich aufgrund die-

ser Prüfung oder später im Verfahren, dass ein Urteil zurzeit nicht ergehen kann, 

so sistiert das Gericht das Verfahren. Falls erforderlich, weist es die Anklage zur 

Ergänzung oder Berichtigung an die Staatsanwaltschaft zurück (Art. 329 Abs. 2 

StPO). Das Gericht entscheidet, ob ein sistierter Fall bei ihm hängig bleibt 

(Art. 329 Abs. 3 StPO). Die summarische Prüfung der Anklage erlaubt keine ei-

gentliche Würdigung der Beweismittel. Wenn diese erste Prüfung allerdings 

ergibt, dass ein wesentliches (unverzichtbares) Beweismittel nicht erhoben wor-

den ist oder eine Beweisabnahme fehlerhaft ist, muss das Gericht gemäss bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung dennoch ohne Zuwarten die Sache an die 

Staatsanwaltschaft zurückweisen. Das Bundesgericht schränkt diese Möglichkeit 

aber insofern ein, als eine Rückweisung nur zulässig sein soll, wenn das Fehlen 

eines notwendigen Beweismittels die materielle Beurteilung der Sache verhindert 

(STEPHENSON/ZALUNARDO, Basler Kommentar StPO, a.a.O., N 10a zu Art. 329; 

m.H.a. Urteil des Bundesgerichts 1B_302/2011 vom 26. Juli 2011 = Pra 2012 Nr. 

54). 

c) Gemäss Art. 343 Abs. 1 StPO erhebt das Gericht neue und ergänzt unvoll-

ständig erhobene Beweise. Aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs folgt die 

Pflicht zur Berücksichtigung rechtzeitig und formrichtig gestellter Beweisanträge, 

soweit die Strafverfolgungsbehörden den Sachverhalt nicht ohnehin schon von 

Amtes wegen abzuklären haben. Das bedeutet indessen nicht, dass sämtliche 

angebotenen Beweise abgenommen werden müssen. Das rechtliche Gehör wird 

nicht verletzt, wenn das Gericht auf die Abnahme beantragter Beweismittel ver-

zichtet, weil es sich aufgrund der bereits abgenommenen Beweise seine Über-

zeugung gebildet hat und ohne Willkür in antizipierter Beweiswürdigung anneh-

men kann, dass seine Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht ge-

ändert würde. Hierfür muss es das derzeit bestehende vorläufige Beweisergebnis 

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hypothetisch um die Fakten des Beweisantrages ergänzen und würdigen. Auf die 

Abnahme von (weiteren) Beweisen darf beispielsweise dann verzichtet werden, 

wenn die behauptete Tatsache unerheblich ist oder wenn die zu beweisende Tat-

sache als wahr unterstellt wird (zum Ganzen BGE 136 I 229 E. 5.3; BGE 134 I 

140 E 5.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_416/2012 vom 26. Oktober 2012 

E. 1.1.2, Urteil des Bundesgerichts 6B_793/2010 vom 14. April 2011 E. 2.3; 

GUT/FINGERHUTH, in: Donatsch/ Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur 

Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, N 12 zu 

Art. 343). Abgelehnte Berufungsanträge können an der Berufungsverhandlung 

erneut gestellt werden (Art. 331 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 379 StPO). 

d) Die Beweiswürdigung ist Sache der Strafbehörde, insbesondere des Rich-

ters. Folglich sind Fragen von der Art, ob der Beschuldigte oder der psychisch 

auffällige Zeuge generell glaubwürdig oder ob dem Beschuldigten die Tat zuzu-

trauen sei, auf keinen Fall zulässig (DONATSCH, in: Kommentar zur Schweizeri-

schen Strafprozessordnung, a.a.O., N 21 zu Art. 184, m.w.H.; HEER, in; Basler 

Kommentar StPO, a.a.O., N 12 zu Art. 184). 

4.3. Würdigung 

a) Vorab ist hierzu auf die zutreffenden Ausführungen der Staatsanwaltschaft 

im Entscheid betreffend Beweisergänzungen vom 2. September 2019 (Urk. D5 

14/9), die Verfügung der Vorinstanz vom 9. Dezember 2019 (Urk. 51) und die 

Präsidialverfügung des Vorsitzenden der erkennenden Kammer vom 23. Juli 2020 

(Urk. 82) zu verweisen. Die nachfolgenden Ausführungen sind daher teilweise 

Wiederholungen und Präzisierungen jener Erwägungen.  

b) Die Beweisanträge 1 und 2 der Verteidigung beziehen sich beide auf den 

gesundheitlichen Zustand der Privatklägerin und die Frage, inwieweit ihre Fähig-

keit, eigene Wahrnehmungen zu machen und diese gegenüber Polizei, Staats-

anwaltschaft und Gericht zu schildern, aufgrund ihrer Alkoholerkrankung ein-

geschränkt war. Dazu ist zu bemerken, dass die Würdigung der Aussagen einer 

Aussageperson – wie nachfolgend im Rahmen der Sachverhaltswürdigung zu 

zeigen ist – Aufgabe des Gerichts ist und grundsätzlich nicht an Gutachter dele-

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giert werden kann. Ausnahmen hiervon drängen sich lediglich auf, wenn bruch-

stückhafte oder schwer interpretierbare Äusserungen zu beurteilen sind oder 

wenn ernsthafte Anzeichen geistiger Störungen bestehen, welche die 

Aussageehrlichkeit eines Zeugen beeinträchtigen könnten (BGE 129 IV 179 E. 

2.4). Weder das eine noch das andere ist vorliegend der Fall: Der Umstand, dass 

die Privatklägerin im fraglichen Zeitraum regelmässig stark Alkohol konsumierte 

und dadurch in ihrer Wahrnehmung und/oder Erinnerung gegebenenfalls teilweise 

eingeschränkt gewesen sein könnte reicht für die Annahme einer eigentlichen 

geistigen Störung nicht aus, ist jedoch in die Aussagewürdigung miteinzubezie-

hen, wobei ihre Aussagen dabei jeweils im Einzelfall zu prüfen sind. Jedenfalls 

kann kein automatischer Schluss gezogen werden, dass die Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen generell eingeschränkt wäre. Hinzu kommt, dass betreffend mehrere 

Vorwürfe auch Zeugenaussagen und Sachbeweismittel für die Sachverhaltserstel-

lung beigezogen werden können, und damit nicht lediglich auf die Aussagen der 

Privatklägerin abgestellt werden muss. Auch was die von der Verteidigung vorge-

brachten angeblichen Halluzinationen von rund der Hälfte der Patienten mit Nar-

kolepsie angeht (Urk. 90 N 6 f.), ist nicht alleine aufgrund des Umstands, dass die 

Privatklägerin angab wegen einer "atypischen Narkolepsie" in Behandlung zu 

sein, davon auszugehen, dass ihre Glaubhaftigkeit grundsätzlich eingeschränkt 

wäre: Einerseits ergeben sich hierzu keinerlei Anhaltspunkte in den Aussagen der 

Direktbeteiligten; der Beschuldigte sprach in seinen Aussagen jeweils die angebli-

che Alkohol-, Drogen- bzw. Medikamentenabhängigkeit der Privatklägerin an, 

welche seiner Meinung nach deren Aussagen beeinträchtigt haben könnten. An-

dererseits kann aufgrund des atypischen Charakters der bei der Privatklägerin 

angeblich behandelten Narkolepsie auch nicht zwangsläufig auf eine Beeinträch-

tigung und mögliche Halluzinationen geschlossen werden, welche vorliegend eine 

Begutachtung aufdrängen würden. Anzumerken ist im Übrigen, dass eine psychi-

atrische oder sonstige medizinische Begutachtung im heutigen Zeitpunkt rund 

zwei- bis zweieinhalb Jahre nach den zu beurteilenden Vorfällen kaum sachdien-

liche Hinweise auf den damaligen Zustand der Privatklägerin bringen könnte.  

c) Hinsichtlich er beantragen Einvernahme von E._____ als Zeuge ist – wie 

auch die Verteidigung einräumt – festzuhalten, dass er bei keinem der zu beur-

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teilenden Vorfälle vor Ort war und eigene Wahrnehmungen machte. Auch wenn 

E._____ zweifellos bestätigten könnte, dass die Privatklägerin damals unter der 

betreffenden Suchtmittelproblematik litt, so ist dem entgegenzuhalten, dass diese 

unbestritten ist. Relevant könnte eine Einschätzung einer Drittperson höchstens 

sein, wenn sie sich auf den Zustand der Privatklägerin exakt in einem der 

relevanten Tatzeitpunkte bezöge. Gerade das ist vorliegend aber nicht der Fall, 

war E._____ doch bei den vorgeworfenen Tathandlungen nie vor Ort. Dass eine 

Einvernahme seinerseits als Zeuge etwas zur Würdigung der Aussagen der Pri-

vatklägerin beizutragen vermag, ist daher auszuschliessen. 

d) Die seitens der Verteidigung im Rahmen ihrer Berufungserklärung gestellten 

und eingangs der Berufungsverhandlung wiederholten Beweisanträge sind daher 

abzuweisen. 

5. Verwertbarkeit der Aussagen der Privatklägerin in den Dossiers 2, 3 und 4 

5.1. Einwand der Verteidigung 

a) Die Verteidigung machte vor Vorinstanz geltend, die Vorwürfe gemäss 

Dossier 2 würden ausschliesslich auf den Aussagen der Privatklägerin im Rah-

men der polizeilichen Einvernahme vom 22. September 2018 basieren, die nicht 

verwertbar seien. Dieser polizeilichen Einvernahme der Privatklägerin habe der 

Beschuldigte nicht beiwohnen dürfen und er sei mit dieser nicht konfrontiert 

worden. Es sei folglich keine verlässliche und noch dazu verwertbare Aussage 

der Privatklägerin auszumachen, weshalb sich der Sachverhalt nicht erstellen las-

se (Urk. 60 N 26 f. und Urk. 90 N 32).  

b) Bezüglich Dossier 3 bringt die Verteidigung vor, es könne nicht davon aus-

gegangen werden, dass es sich bei der Hundebox, welche der Beschuldigte der 

Privatklägerin angeworfen haben soll, um eine Box mit Metallrahmen handle. Bei 

der entsprechenden handschriftlichen Ergänzung des polizeilichen Einvernahme-

protokolls vom 11. Oktober 2018 ("mit Metall Rahmen"; Urk. D1 5/2 S. 3) sei nicht 

klar, wer diese Ergänzung wann angebracht habe, da diese nicht infidiert worden 

sei, weshalb diese unverwertbar sei (Urk. 90 N 40). 

- 14 - 

c) Bezüglich Dossier 4 wurde seitens der Verteidigung ebenfalls geltend 

gemacht, die anklagegegenständlichen Vorwürfe würden ausschliesslich auf den 

Aussagen der Privatklägerin basieren, welche nicht verwertbar seien. Der polizei-

lichen Einvernahme der Privatklägerin habe der Beschuldigte nicht beiwohnen 

dürfen. Bei der staatsanwaltschaftlichen Konfrontation – welche ohne Vorankün-

digung und ohne Gewährung vorgängiger Akteneinsicht an den Beschuldigten 

erfolgt sei – habe sich die Privatklägerin kaum mehr erinnern können und sie ha-

be die Vorwürfe nicht aus eigenem Antrieb wiederholt (Urk. 60 N 43 und Urk. 90 

N 50). 

5.2. Rechtliche Grundlagen 

Bezüglich der zitierten Rechtsprechung von EGMR und Bundesgericht kann auf 

die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 72 S. 27). 

5.3. Würdigung 

a) Wie seitens der Vorinstanz zu Dossier 2 zutreffend ausgeführt wird (Urk. 72 

S. 27), hatte der Beschuldigte anlässlich der Hauptverhandlung, an der er vom 

Inhalt besagter polizeilicher Einvernahme der Privatklägerin Kenntnis hatte, die 

Gelegenheit, ihr hinsichtlich jenes Vorfalles Ergänzungsfragen zu stellen (Prot. I 

S. 41 ff.). Sodann liegen nebst der Aussagen der Privatklägerin als weitere Be-

weismittel die Aussagen des Beschuldigten (Urk. D2 4/4 und 4/5; Prot. I S. 19 f.) 

und diverse Fotos (act. D2 3) vor. Nicht nur sind damit ausreichend kompensie-

rende Faktoren vorhanden, sondern der Anspruch auf rechtliches Gehör in Form 

der Möglichkeit zur Stellung von Ergänzungsfragen des Beschuldigten und seiner 

Verteidigung an die Privatklägerin wurde anlässlich deren Einvernahme vor 

Vorinstanz gewahrt. Damit ist auch bei Verwertung der betreffenden polizeilichen 

Einvernahme der Privatklägerin ein faires Verfahren bezüglich der Tatvorwürfe 

gemäss Dossier 2 gegeben. 

b) An der polizeilichen Einvernahme vom 11. Oktober 2018 waren die Privat-

klägerin und eine einvernehmende Polizeibeamtin anwesend (D1 5/2 S. 1). Nach 

Abschluss der Einvernahme wurde das Einvernahmeprotokoll rechtsgenüglich 

- 15 - 

von der einvernehmenden und der einvernommenen Person auf jeder Seite infi-

diert. Es ist üblich und kommt aufgrund der standardisierten Vorgehensweise bei 

der Protokollierung im Untersuchungsverfahren oft vor, dass die einvernommene 

Person beim erneuten Durchlesen der festgehaltenen Aussagen handschriftliche 

Ergänzungen anbringt. Solche handschriftliche Ergänzungen der einvernomme-

nen Person müssen insbesondere nicht gesondert infidiert werden, sofern sie 

nicht nach Unterzeichnung des gesamten Protokolls stattfinden. Vielmehr genügt 

die Bestätigung des Inhalts der jeweiligen Seite mittels Unterzeichnung der jewei-

ligen einzelnen Seiten. Dass die Ergänzung auf dem besagten Einvernahmepro-

tokoll von einer anderen als den anwesenden Personen nachträglich angebracht 

worden sein soll behauptet sodann auch die Verteidigung nicht direkt und hierfür 

bestehen auch keinerlei Anhaltspunkte. Entsprechend ist die Ergänzung "mit Me-

tall Rahmen" im polizeilichen Einvernahmeprotokoll vom 11. Oktober 2018 ohne 

Weiteres zulasten des Beschuldigten verwertbar. 

c) Unter Dossier 4 ist ebenfalls mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die 

Depositionen der Privatklägerin in der polizeilichen Einvernahme vom 3. Januar 

2019 (Urk. D1 5/6) nicht alle deshalb unverwertbar sind, weil der Beschuldigte 

keine Gelegenheit hatte, der Einvernahme beizuwohnen und Fragen zu stellen. 

Zwar hatten der Beschuldigte und sein Verteidiger anlässlich der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme der Privatklägerin vom 15. August 2019 

(Urk. D5 4/5 S. 13 ff.) noch keine vollständige Akteneinsicht gehabt. Ergänzungs-

fragen konnten dennoch bereits gestellt werden. Im Zeitpunkt der Hauptverhand-

lung vor Vorinstanz war der Verteidigung zuvor aber vollständige Akteneinsicht 

gewährt worden (Urk. 36 S. 4). Dort hatten Beschuldigter und Verteidigung – 

diesmal in Kenntnis sämtlicher Akten – die Gelegenheit der Einvernahme beizu-

wohnen und der Privatklägerin hinsichtlich des betreffenden Vorfalles erneut Er-

gänzungsfragen zu stellen (Prot. I S. 51 ff.). Sodann liegen wiederum neben den 

Aussagen der Privatklägerin als weitere Beweismittel die Aussagen des Beschul-

digten (Urk. D1 4/8 und D1 4/9), Fotos (Urk. D4 3) und ein E-Mail von 

Dr. med. F.______ (Urk. D5 9/3) in den Akten. Nicht nur sind damit ausreichend 

kompensierende Faktoren gegeben, sondern der Anspruch auf rechtliches Gehör 

in Form der Möglichkeit zur Stellung von Ergänzungsfragen des Beschuldigten 

- 16 - 

und seiner Verteidigung an die Privatklägerin wurde spätestens anlässlich deren 

Einvernahme vor Vorinstanz gewahrt. Damit ist auch bei Verwertung der betref-

fenden polizeilichen Einvernahme der Privatklägerin ein faires Verfahren bezüg-

lich der Tatvorwürfe gemäss Dossier 4 gegeben. 

II. Sachverhalt / Rechtliche Würdigung 

1. Einleitung 

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten abgesehen von der eingangs erwähn-

ten milderen rechtlichen Würdigung anklagegemäss schuldig. Der Beschuldigte 

fordert demgegenüber mit Ausnahme des ankerkannten Vorwurfs des mehrfa-

chen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen von sämtlichen Vorwürfen frei-

gesprochen zu werden. Vorliegend ist vorab eine kurze Würdigung der Glaubwür-

digkeit, des Aussageverhaltens und der Glaubhaftigkeit der Aussagen des Be-

schuldigten und der Privatklägerin zu machen. Darauf ist der Anklagesachverhalt 

der jeweiligen Dossiers zu prüfen, wobei aufgrund der Vielzahl einzelner Vorfälle 

je die rechtliche Würdigung im Anschluss an die Prüfung des Sachverhalts der 

einzelnen Dossiers vorzunehmen ist. 

2. Rechtliche Grundlagen der Sachverhaltswürdigung 

Betreffend die rechtlichen Grundlagen der Sachverhaltswürdigung kann zur 

Vermeidung unnötiger Wiederholungen auf die Ausführungen im vorinstanzlichen 

Entscheid verwiesen werden (Urk. 72 S. 4 ff.).  

3. Würdigung der Aussagepersonen 

3.1. Beschuldigter 

a) Der Beschuldigte hat schon von seiner prozessualen Stellung her natürlich 

ein grosses Eigeninteresse am Verfahrensausgang. Indessen kann daraus kei-

neswegs der Schluss gezogen werden, seine allgemeine Glaubwürdigkeit sei 

schon allein deshalb geringer als diejenige anderer Aussagepersonen, welche 

kein oder ein geringeres Interesse am Prozessausgang haben als er. Vielmehr ist 

anhand seiner konkreten Aussagen zu prüfen, ob diese glaubhaft sind. 

- 17 - 

b) Wie im Rahmen der Prüfung der einzelnen Dossiers zu zeigen sein wird, 

bestritt der Beschuldigte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe mit Ausnahme einiger 

Tätlichkeiten und Beschimpfungen praktisch durchgehend und stellte die jeweili-

gen Auseinandersetzungen als von der Privatklägerin verursacht bzw. verschuldet 

dar oder bagatellisierte sie schlicht. Dabei verstrickte er sich in zahlreiche Wider-

sprüche und seinen Depositionen gebrach es auch häufig an innerer Logik und 

Plausibilität. Seine Aussagen sind daher, worauf im Anschluss anlässlich der 

einzelnen Dossiers einzugehen sein wird, weitgehend als Schutzbehauptungen 

zu qualifizieren. Soweit er allerdings Zugeständnisse machte, kann durchaus 

auch auf seine Aussagen abgestellt werden, zumal nicht davon auszugehen ist, 

dass er sich fälschlicherweise selbst belasten würde. 

3.2. Privatklägerin 

a) Die Privatklägerin hat angesichts ihrer prozessualen Stellung mit gestellten 

Zivilansprüchen wie auch aufgrund ihrer unbestritten im Streit auseinandergegan-

gen Beziehung mit dem Beschuldigten ein Eigeninteresse am Verfahrensaus-

gang. Wie beim Beschuldigten kann jedoch daraus keineswegs der Schluss ge-

zogen werden, ihre allgemeine Glaubwürdigkeit sei schon allein deshalb geringer 

als diejenige anderer Aussagepersonen, welche kein oder ein geringeres Interes-

se am Prozessausgang haben als sie. Sodann kann auch aufgrund der unbestrit-

tenen Tatsache, dass die Privatklägerin im Tatzeitraum unter einer Suchtproble-

matik hinsichtlich Alkohols und/oder anderer Rauschmittel litt, nicht der Rück-

schluss gezogen werden, sie sei als Aussageperson generell nicht verlässlich 

bzw. habe von Vorneherein keine verlässlichen Wahrnehmungen und damit Aus-

sagen machen können. Vielmehr ist anhand ihrer jeweiligen konkreten Aussagen 

zu prüfen, ob diese glaubhaft und überzeugend sind, so dass darauf abgestellt 

werden kann. 

b) Wie im Rahmen der Würdigung der einzelnen Dossiers zu zeigen sein wird, 

vermochte die Privatklägerin insbesondere in ihren jeweils ersten Einvernahmen 

und häufig auch in den jeweiligen zweiten Einvernahmen zu den Vorfällen durch-

aus plausible Schilderungen zu machen. Diese decken sich auch, wie zu zeigen 

sein wird, häufig mit ärztlichen Berichten über erlittene Verletzungen oder im Fall 

- 18 - 

von Dossier 1 mit den Schilderungen zweier unbeteiligter Personen. Soweit sie 

sich – was mit ihrer erwähnten Suchtproblematik zu tun haben dürfte – in späte-

ren Einvernahmen bei der Staatsanwaltschaft und vor Vorinstanz nicht mehr im 

Detail an die Ereignisse zu erinnern vermochte, wies sie jeweils darauf hin. Ihre 

jeweils ersten und teilweise auch späteren Einvernahmen können aber grundsätz-

lich durchaus als glaubhaft bezeichnet werden, wobei hierzu auf die nachfolgende 

konkrete Würdigung der jeweiligen Aussagen zu verweisen ist. 

3.3. Zeugen 

a) Der Zeuge G._____ und die Zeugin H._____ wurden zu ihren Wahrneh-

mungen bezüglich des Sachverhalts gemäss Dossier 1 durch Polizei und Staats-

anwaltschaft befragt. Als unbeteiligte Personen haben sie kein Eigeninteresse am 

Prozessausgang und es ist auch kein Grund ersichtlich, weswegen sie den Be-

schuldigten wider besseres Wissens belasten sollten. Zudem sagten sie als Zeu-

gen unter Hinweis auf die Strafbarkeit wissentlich falscher Zeugenaussagen ge-

mäss Art. 307 StGB aus. Ihre Glaubwürdigkeit ist daher in keiner Hinsicht einge-

schränkt. 

b) Hinsichtlich der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Zeugen ist auf die nach-

folgenden Ausführungen zu Dossier 1 zu verweisen. 

4. Dossier 1 (Anklageschrift S. 3 f.) 

4.1. Sachverhalt 

4.1.1. Anklagegrundsatz 

a) Die amtliche Verteidigung moniert eine Verletzung des Anklagegrundsatzes, 

da im Zusammenhang mit dem Vorwurf der einfachen Körperverletzung aufgrund 

der Anklageschrift (Urk. 48 S. 4 Ziff. 5) offen bleibe, welche der angeblichen 

Einwirkungen des Beschuldigten die angeführten Verletzungen der Privatklägerin 

konkret ausgelöst haben sollen (Urk. 90 N 26). 

b) Der entsprechende Vorwurf im Zusammenhang mit der einfachen Körper-

verletzung wahrt die Umgrenzungsfunktion und das Immutabilitätsprinzip. Mit 

- 19 - 

Blick auf die Informationsfunktion war für den Beschuldigten zudem hinreichend 

klar ersichtlich, was ihm vorgeworfen wird. Es ist zudem auch deutlich erkennbar, 

welche Verletzungen von welcher Handlung des Beschuldigten hergerührt haben 

sollen, ohne dass diese den einzelnen Handlungen explizit zugewiesen wurden. 

Dass und inwiefern ihm eine wirksame Verteidigung nicht möglich gewesen sein 

sollte, ist weder aufgezeigt noch erkennbar. 

4.1.2. Beweismittel 

Hinsichtlich der relevanten Beweismittel ist auf die Ausführungen im vorinstanz-

lichen Entscheid zu verweisen (Urk. 72 S. 9). 

4.1.3. Aussagen Beschuldigter 

a) Die Vorinstanz fasste die Aussagen des Beschuldigten korrekt zusammen, 

weswegen darauf verwiesen werden kann (Urk. 72 S. 9 f.). 

b) Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass sich die Darstellung des betreffen-

den Sachverhalts seitens des Beschuldigten widersprüchlich und wenig plausibel 

präsentiert und er zudem zugegebenes eigenes Verhalten bagatellisierte. Befragt 

danach, wie sie beide draussen zu Boden gekommen seien, machte er in der ers-

ten Einvernahme bei der Polizei noch geltend, sie seien beide zu Boden gefallen, 

wobei er nicht wisse, ob er sie geschubst habe (Urk. D1 4/1 Antwort 26). Noch 

gleichentags führte er dazu bei der Staatsanwaltschaft aus, er habe gehen wollen, 

worauf sie gekommen sei, ihn gepackt, getreten, geschlagen und zu Boden geris-

sen habe (Urk. D1 4/2 Antwort 5). In der Hauptverhandlung vor Vorinstanz änder-

te er die diesbezügliche Schilderung des Handlungsablaufs dann erneut, indem er 

geltend machte, die Privatklägerin habe ihn nach vorne, über ein Beet gezogen, 

weswegen er auf sie draufgefallen sei (Prot. I S. 16). Zudem mangelt es jeder 

dieser Varianten an innerer Schlüssigkeit. Dass der Beschuldigte noch am selben 

Tag nicht mehr wissen würde, ob er die Privatklägerin zu Boden gestossen habe 

oder ob es sich genau umgekehrt verhielt, ist nicht anzunehmen. Ebenso wenig 

ist davon auszugehen, dass es der Privatklägerin hätte gelingen sollen, den Be-

- 20 - 

schuldigten – wie von ihm in den späteren Aussagen geschildert – zu Boden zu 

bringen.  

Hinsichtlich der Frage des bei diesem Dossier als Kern der Anklage zu bezeich-

nenden Vorwurfs des Würgens räumte er ein solches in der Untersuchung noch 

ein. So sagte er bei der Polizei aus, er habe die Privatklägerin als sie am Boden 

gelegen sei, am Hals gepackt und habe vielleicht fünf Sekunden lang zugedrückt 

habe (Urk. D1 4/1 S. 4). Vor Vorinstanz schwächte er dies dann ab und räumte 

ein, möglicherweise den Hals der Privatklägerin umfasst, jedoch nicht zugedrückt 

zu haben (Prot. I S. 17). Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung stritt er 

ein mögliches Halten des Halses der Privatklägerin mit den Händen sodann gänz-

lich ab (Urk. 89 S. 8 f.). Abgesehen von der Widersprüchlichkeit der Aussagen ist 

hier eine starke Bagatellisierungstendenz festzustellen. Letztere zeigt sich auch 

darin, dass er geltend machte, es könne schon sein, dass die Privatklägerin durch 

sein "Festhalten am Hals" keine Luft mehr bekommen habe, er gehe jedoch nicht 

davon aus, dass sie alleine wegen ihm keine Luft mehr bekommen habe. Viel-

mehr habe sie bereits Probleme mit dem Atmen gehabt habe, da sie eine starke 

Raucherin sei. Auf Vorhalt der Aussagen der Privatklägerin, ihr sei zudem 

schwindlig geworden, es habe ihr vor den Augen geflimmert und sie habe "Ster-

ne" gesehen, erklärte er, dies müsse vom Wodka- und Marihuana-Konsum der 

Privatklägerin herrühren (Urk. D1 4/1 Antwort 33). 

Widersprüchlich sind weiter seinen Angaben dazu, wann und weswegen das 

Nasenbluten der Privatklägerin begonnen habe. Räumte er bei der Polizei noch 

ein, die Privatklägerin habe bereits aus der Nase geblutet, als sie aus dem Haus 

gegangen sei, da er ihr möglicherweise noch drinnen eine Ohrfeige verpasst ha-

be, machte er in der Hauptverhandlung vor Vorinstanz und in der Berufungsver-

handlung geltend, dies müsse draussen passiert sein, als sie ihn zu Boden gezo-

gen habe und er auf sie draufgefallen sei (act. D1 4/1 Antwort 24; Prot. S. 16; 

Urk. 89 S. 8). Ebenso widersprüchlich sind seine Aussagen bezüglich der seitens 

der Privatklägerin in der Wohnung gegen ihn verübten Tätlichkeiten. Bei der Poli-

zei machte er noch geltend, die Privatklägerin sei immer lauter geworden und ha-

be ihm dann eine Ohrfeige gegeben. Nachdem die Privatklägerin ihn erneut ge-

- 21 - 

schlagen habe, habe er ihr eine Ohrfeige gegeben (Urk. D1 4/1 Antwort 23). Vor 

Vorinstanz behauptete er dann, die Privatklägerin habe ihn nebst mehreren Ohr-

feigen auch in die Genitalien geschlagen (Prot. I S. 17). 

Zuletzt widerspricht sich der Beschuldigte auch, wenn er zuerst angibt, die Privat-

klägerin habe ihn beschimpft und ihm gesagt, er solle verschwinden, nur um 

danach anzugeben, dass sie ihm aus der Wohnung nachgerannt sei und ihn über 

das Blumenbeet zu sich gezogen habe, weil sie ihn nicht gehen lassen wollte 

(Urk. 89 S. 7 f.). 

Weitere Bagatellisierungstendenzen finden sich in den Aussagen des Beschuldig-

ten zu den vergleichsweise geringfügigeren Tatvorwürfen in diesem Dossier, die 

er zwar einräumte, aber als nicht ernst gemeint bezeichnete. So erklärte er vor 

Vorinstanz und im Berufungsverfahren, es könne schon sein, dass er zur Privat-

klägerin "ich lah die um, du Schlampe" gesagt habe. Er habe das mit dem Um-

bringen aber sicher nicht ernst gemeint, sondern das sei halt seine Umgangs-

sprache gewesen (Prot. I S. 16; Urk. 89 S. 9). Seltsam mutet dabei auch die Be-

hauptung des Beschuldigten an, die Angst der Privatklägerin habe wahrscheinlich 

daher gerührt, das er ihr "wüst" gesagt habe (Prot. I S. 38 f.), zumal er – mindes-

tens vor Vorinstanz – auch einräumte, sie geschlagen und ihr an den Hals gefasst 

zu haben. 

Gleicht man die Sachverhaltsdarstellungen des Beschuldigten mit den Beurteilun-

gen in den Gutachten zur körperlichen Untersuchung der Privatklägerin und des 

Beschuldigten ab (Urk. D1 7/6 und 7/7), so lassen sich diese nicht vereinbaren. 

Beim Beschuldigten fanden sich für den Tatzeitpunkt keine Spuren, die darauf 

hindeuten, dass er – wie behauptet – selbst gewürgt worden wäre. Dabei wurden 

mit dem Ereigniszeitpunkt in Einklang stehende Hautabschürfungen an Kopf und 

Hals sowie an den Extremitäten des Beschuldigten festgestellt, bei denen eine 

Entstehung durch Kratzen, Kontakt mit rauen Oberflächen usw. möglich er-

scheinen, nicht jedoch Blutergüsse, die bei einem Würgen zu erwarten wären 

(Urk. D1 7/7 S. 4). Hätte die Privatklägerin den Beschuldigten effektiv wie von ihm 

geltend gemacht am Hals gepackt, hätte dieses Zupacken jedenfalls nicht kraftvoll 

sein können. Im Gegensatz dazu stehen die bei der Privatklägerin festgestellten 

- 22 - 

Verletzungsspuren. Ein vom Beschuldigten geltend gemachtes reines Festhalten 

des Halses der Privatklägerin ohne zuzudrücken hätte kaum zu derartigen Blut-

ergüssen am Hals, Schluckbeschwerden sowie Kehlkopfdruckschmerzen bei der 

Privatklägerin geführt, wie sie seitens der untersuchenden Ärztin festgestellt 

wurden (Urk. D1 7/6 S. 6).  

In ihrer Gesamtbetrachtung sind die Aussagen des Beschuldigten zu Dossier 1 

als widersprüchlich, wenig plausibel und durchzogen von Bagatellisierungen zu 

bezeichnen. Ihre Glaubhaftigkeit ist daher gering. 

4.1.4. Aussagen Privatklägerin 

a) Die Vorinstanz fasste die Aussagen der Privatklägerin korrekt zusammen, 

weswegen darauf verwiesen werden kann (Urk. 72 S. 12 f.). 

b) Die Aussagen der Privatklägerin zum Tatablauf sind als durchaus klar, de-

tailliert, plausibel und in sich schlüssig zu bezeichnen, was insbesondere bezüg-

lich ihrer ersten Einvernahme am 25. Juli 2018 bei der Polizei gilt, die lediglich ei-

nen halben Tag nach dem Vorfall erfolgte (Urk. D1 5/1). Aber auch die späteren 

Einvernahmen – jene bei der Staatsanwaltschaft erfolgte rund einen Monat später 

und die Einvernahme vor Vorinstanz rund eineinhalb Jahre danach – weisen kei-

ne relevanten Widersprüche dazu auf, die sich nicht durch den Zeitablauf und 

damit verbundene Verblassung der Erinnerung erklären liessen. Im Kerngesche-

hen des Sachverhalts, dem Würgen durch den Beschuldigten, sind sie im We-

sentlichen konstant. Einzig bei der Frage, inwieweit sie konkret Atemprobleme 

gehabt habe aufgrund des Würgens, sind Abweichungen festzustellen, indem sie 

vor Vorinstanz – den Beschuldigten entlastend – geltend machte, sie habe trotz 

des Würgens noch normal atmen können (Prot. I S. 44). Angesichts des zeitlichen 

Abstands zum Vorfall, der Vielzahl letztlich zu beurteilender Vorfälle und der ins-

gesamt sehr belastenden Situation der Privatklägerin ist es nachvollziehbar, dass 

sie anlässlich der Hauptverhandlung Schwierigkeiten hatte, sich an Details zu er-

innern. Ob dabei die Suchtproblematik der Privatklägerin und/oder ein ebenso 

nachvollziehbarer Verdrängungsmechanismus eine Rolle spielten, kann offenge-

lassen werden. Jedenfalls finden sich in ihren Aussagen zum betreffenden Vorfall 

- 23 - 

keine Anhaltspunkte, dass sie aufgrund einer Suchtproblematik nicht in der Lage 

gewesen wäre, klare Wahrnehmungen zu machen und diese hernach zu schil-

dern. 

Ihre Schilderungen werden sodann durch die Beurteilung im Gutachten zu ihrer 

körperlichen Untersuchung vom 16. August 2018 gestützt (Urk. D1 9/1). So sind 

gemäss Gutachten etwa die Blutergüsse an den Oberarmen der Privatklägerin mit 

dem von ihr geschilderten "Zupacken" des Beschuldigten vereinbar. Der Bluter-

guss über dem rechten Schulterblatt ist mit dem Sturz zu Boden zu erklären und 

die Blutergüsse am Hals der Privatklägerin korrespondieren mit dem von ihr ge-

schilderten Angriff gegen den Hals in der Art eines Würgens (Urk. D1 7/6 S. 6). 

Zudem decken sich ihre Aussagen zu den Ereignissen ausserhalb des Hauses 

mit denjenigen der Zeugen G._____ und H._____, worauf nachfolgend einzuge-

hen ist. 

Anzumerken ist, dass sich die die Privatklägerin auch selbst belastete. So räumte 

sie in ihrer Schilderung ohne Weiteres ein, dem Beschuldigten zu Beginn der 

Auseinandersetzung eine Ohrfeige gegeben habe (Urk. D1 5/1 Antwort 27; 

5/2 Antwort 18). Zudem hätten sie sich gegenseitig beleidigt, also auch sie habe 

den Beschuldigten beschimpft bei der Auseinandersetzung (Urk. D1 5/2 Ant-

wort 11).  

Insgesamt sind die Aussagen der Privatklägerin zum Vorfall gemäss Dossier 1 als 

glaubhaft und überzeugend zu bezeichnen. 

4.1.5. Aussagen Zeuge G._____ 

a) Die Vorinstanz fasste die Aussagen des Zeugen G._____ korrekt zusam-

men, weswegen darauf verwiesen werden kann (Urk. 72 S. 14 f.). 

b) Die Aussagen des Zeugen G._____ zum von ihm beobachteten Teil des 

Tatablaufs sind als klar, detailliert, plausibel und in sich schlüssig zu bezeichnen, 

was insbesondere bezüglich seiner ersten Einvernahme am 25. Juli 2018 bei der 

Polizei gilt, die lediglich einen halben Tag nach dem Vorfall erfolgte (Urk. D1 6/1). 

Aber auch die spätere Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft weist keine 

- 24 - 

relevanten Widersprüche dazu auf, die sich nicht durch den Zeitablauf und damit 

verbundener Verblassung der Erinnerung erklären liessen (Urk. D1 6/2). Im 

Kerngeschehen des Sachverhalts sind sie konstant. Seine Aussagen sind daher 

als glaubhaft und überzeugend zu bezeichnen. 

4.1.6. Aussagen Zeugin H._____ 

a) Die Vorinstanz fasste die Aussagen der Zeugin H._____ korrekt zusammen, 

weswegen darauf verwiesen werden kann (Urk. 72 S. 15). 

b) Die Aussagen der Zeugin H._____ zum von ihr beobachteten Teil des 

Tatablaufs sind als klar, detailliert, plausibel und in sich schlüssig zu bezeichnen, 

was insbesondere bezüglich ihrer ersten Einvernahme am 25. Juli 2018 bei der 

Polizei gilt, die lediglich einen halben Tag nach dem Vorfall erfolgte (Urk. D1 6/3). 

Aber auch die spätere Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft weist keine rele-

vanten Widersprüche dazu auf, die sich nicht durch den Zeitablauf und damit ver-

bundener Verblassung der Erinnerung erklären liessen (Urk. D1 6/4). Im Kernge-

schehen des Sachverhalts sind sie konstant. Ihrer Aussagen sind daher als 

glaubhaft und überzeugend zu bezeichnen. 

4.1.7. Erstellung Sachverhalt 

Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann hierzu grundsätzlich auf die 

Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 72 S. 15 f.). 

Basierend auf den überzeugenden Ausführungen der Privatklägerin, den sie 

stützenden Aussagen der Zeugen G._____ und H._____ sowie der ärztlichen 

Gutachten bezüglich der Verletzungsbilder beider Parteien ist der Anklagesach-

verhalt in Übereinstimmung mit den überzeugenden Erwägungen der Vorinstanz 

(Urk. 72 S. 15 f.) mit Ausnahme der zufolge des Würgens erlittenen Atemproble-

me der Privatklägerin – in letzterem Punkt relativierte sie ihre früheren Aussagen 

doch entscheidend zu Gunsten des Beschuldigten – im beurteilungsrelevanten 

Umfang erstellt. Anzumerken ist, dass dadurch eine konkrete Lebensgefahr der 

Privatklägerin nicht erstellt ist.  

- 25 - 

4.2. Rechtliche Würdigung Dossier 1 

Die Vorinstanz würdigte das Tatverhalten des Beschuldigten unter Dossier 1 als 

Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 126 Abs. 2 lit. c 

StGB, versuchte Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 180 

Abs. 2 lit. b StGB und Art. 22 Abs. 1 StGB, Beschimpfung im Sinne von Art. 177 

Abs. 1 StGB und mehrfache einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB. Der Vorwurf der Ge-

fährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 StGB wurde aufgrund der fehlenden 

konkreten Lebensgefahr als nicht erfüllt erachtet und stattdessen auf besagte ein-

fache Körperverletzung erkannt (Urk. 72 S. 17 – 26). Auf die überzeugenden 

Ausführungen der Vorinstanz kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen 

verwiesen werden. Einzig betreffend die ihm im Dossier 1 vorgeworfene Be-

schimpfung ist festzuhalten, dass aufgrund der Aussagen der Privatklägerin da-

von auszugehen ist, dass auch sie gegenüber dem Beschuldigten Beschimpfun-

gen ausgesprochen hat (Urk. D1 5/3 S. 3 "Es hat sich dann immer mehr hochge-

schaukelt […]").  Der Beschuldigte ist daher dennoch der Beschimpfung im Sinne 

von Art. 177 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen; es ist jedoch in Anwendung von 

Art. 177 Abs. 3 von einer Bestrafung abzusehen. Insbesondere kann auch auf die 

vorinstanzlichen Erwägungen zum Bestehen eines Konkubinats zwischen dem 

Beschuldigten und der Privatklägerin verwiesen werden (Urk. 72 S. 17 ff.). Ergän-

zend ist anzumerken, dass der Beschuldigte nach dem Kennenlernen in die Woh-

nung der Privatklägerin gezogen ist und dort nach eigenen Angaben auch alle 

seine Kleider deponiert hatte (Urk. 89 S. 7, S. 19 und S. 29). Eingangs der Befra-

gung stellte er sich sodann noch auf den Standpunkt, dass er lediglich auf einen 

Schlafplatz aus gewesen sei (Urk. 89 S. 6). Auf spätere Nachfrage hin erklärte er 

jedoch, dass auch von seiner Seite Gefühle im Spiel gewesen seien und er auf 

die Privatklägerin eifersüchtig gewesen sei, da sie ihn während seinen Inhaftie-

rungen mehrmals betrogen haben solle (Urk. 89 S. 14). Dass er mit der Privatklä-

gerin emotional verbunden war zeigt sich auch aus entsprechenden im Recht lie-

genden Nachrichten, bei welchen er sich ihr stark zugewandt zeigte und sich auch 

um sie sorgte (Urk. D5 5/1 S. 5). Es bestehen somit keine einigermassen haltba-

ren Zweifel daran, dass der Beschuldigte und die Privatklägerin im relevanten 

- 26 - 

Zeitpunkt Lebenspartner mit auf unbestimmte Zeit geführtem gemeinsamem 

Haushalt waren. Entsprechend ist der Beschuldigte in Dossier 1 der mehrfachen 

einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit 

Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB, der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Ver-

bindung mit Art. 126 Abs. 2 lit. c StGB, der versuchten Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB und Art. 22 Abs. 1 

StGB und der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB schuldig zu spre-

chen, wobei bei Letzterem von einer Bestrafung in Anwendung von Art. 177 

Abs. 3 StGB abzusehen ist. 

5. Dossier 2 (Anklageschrift S. 5) 

5.1. Sachverhalt 

5.1.1. Beweismittel 

Hinsichtlich der relevanten Beweismittel ist auf die Ausführungen im vorinstanz-

lichen Entscheid zu verweisen (Urk. 72 S. 27 f.). 

5.1.2. Aussagen Beschuldigter 

a) Die Vorinstanz fasste die Aussagen des Beschuldigten korrekt zusammen, 

weswegen darauf verwiesen werden kann (Urk. 72 S. 28). 

b) Die Aussagen des Beschuldigten präsentieren sich auch zu diesem Dossier 

widersprüchlich. In der polizeilichen und der staatsanwaltschaftlichen Einvernah-

me bestritt er noch klar, die Privatklägerin anlässlich jenes Vorfalls geschlagen zu 

haben. Er habe sich lediglich gewehrt, als er sie geschubst habe (Urk. D1 4/4 

S. 2 ff.; Urk. Urk. D1 4/5 S. 2 f.). In der Hauptverhandlung vor Vorinstanz und 

anlässlich der Berufungsverhandlung räumt er dann ein, der Privatklägerin wohl 

auch eine Ohrfeige verpasst zu haben, womit er sich insoweit geständig zeigte 

(Prot. I S. 19; Urk. 89 S. 12). Im Übrigen blieben seine Aussagen zum betreffen-

den Vorfall vage. Auch wenn seine Aussagen dazu insgesamt doch als wenig 

glaubhaft erscheinen, so ist nicht anzunehmen, dass er sich fälschlicherweise 

selbst belastet hätte. Insofern kann auf die betreffende Zugabe abgestellt werden. 

- 27 - 

5.1.3. Aussagen Privatklägerin 

a) Die Vorinstanz fasste die Aussagen der Privatklägerin korrekt zusammen, 

weswegen darauf verwiesen werden kann (Urk. 72 S. 28 f.). 

b) Die Aussagen der Privatklägerin anlässlich deren polizeilichen Einvernahme 

zum diesbezüglichen Tatablauf sind als durchaus klar, detailliert, plausibel und in 

sich schlüssig zu bezeichnen. So vermochte sie lebensnah darzulegen, was der 

Auslöser des Streits gewesen sei, nämlich die Finanzen (Urk. D1 5/3 Antwort 21). 

Auch Beschrieb sie den vor den eingeklagten Ohrfeigen wechselseitig geführten 

tätlichen Streit sehr anschaulich und räumte dabei auch ihren eigenen Anteil da-

ran in Form eines Schlags mit der flachen Hand ins Gesicht des Beschuldigten 

ein (Urk. D1 5/3 Antwort 25). Ebenso räumte sie bereits zu Beginn der Einver-

nahme ein, am fraglichen Abend stark alkoholisiert gewesen zu sein, und dass 

der Beschuldigte und sie sich anfangs gegenseitig geohrfeigt hätten (Urk. D1 5/3 

Antwort 20). Aufgrund des anschliessenden Sturzes der Privatklägerin vom Bal-

kon lassen sich aus von ihr eingereichten Fotos (Urk. D2 3) keine Rückschlüsse 

auf möglicherweise erlittene Verletzungen ziehen, da sich diese nicht zuordnen 

lassen. Dass sich die Privatklägerin anlässlich der mehr als ein Jahr nach den be-

treffenden Vorfällen erfolgten Einvernahme vor Vorinstanz nicht mehr an die frag-

lichen Vorfälle zu erinnern vermochte (Prot. I S. 48), spricht keineswegs gegen 

die Richtigkeit ihrer Aussagen bei der Polizei. Dies gilt umso mehr, als dass der 

Beschuldigte wie dargelegt dort einräumte, der Privatklägerin nach wechselseitig 

geführter Auseinandersetzung wohl noch eine Ohrfeige verpasst zu haben, womit 

seine eigene Zugabe die Aussagen der Privatklägerin gegenüber der Polizei zu-

mindest teilweise stützt. Jedenfalls finden sich in ihren Aussagen zum betreffen-

den Vorfall keine Anhaltspunkte, dass sie aufgrund einer Suchtproblematik nicht 

in der Lage gewesen wäre, klare Wahrnehmungen zu machen und diese hernach 

zu schildern. Insgesamt sind die Aussagen der Privatklägerin zum betreffenden 

Vorfall als glaubhaft und überzeugend zu bezeichnen.  

- 28 - 

5.1.4. Erstellung Sachverhalt 

Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann hierzu grundsätzlich auf die 

Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 72 S. 29 f.). 

Basierend auf den überzeugenden Ausführungen der Privatklägerin und den 

wenigstens teilweise stützenden Zugaben des Beschuldigten ist der Sachverhalt 

gemäss Dossier 2 im beurteilungsrelevanten Umfang erstellt. 

5.2. Rechtliche Würdigung Dossier 2 

Die Vorinstanz würdigte das Tatverhalten des Beschuldigten unter Dossier 2 als 

Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 126 Abs. 2 lit. c 

StGB (Urk. 72 S. 30 f.). Auf die überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz 

kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen grundsätzlich verwiesen werden. 

Auch kann betreffend die Würdigung der Beziehung der beiden Direktbeteiligten 

als auf unbestimmte Dauer geführtes Konkubinat auf die obenstehenden Erwä-

gungen hierzu verwiesen werden (E. II.4.2.). Aus diesem Umstand ergibt sich so-

dann auch, dass eine allfällige Desinteresseerklärung der Privatklägerin einer 

Strafverfolgung nicht entgegenstehen würde, wie die Verteidigung vorbringt 

(Urk. 90 N 30), da Tätlichkeiten gegen Konkubinatspartner aufgrund der bekann-

ten gesetzlichen Bestimmung von Amtes wegen zu verfolgen sind. Vorliegend ist 

aber auch nicht von einer solchen Desinteresseerklärung der Privatklägerin aus-

zugehen: Sie hat sich am vorliegenden Strafverfahren als Strafklägerin konstitu-

iert und überdies auch im erstinstanzlichen Hauptverfahren einen entsprechenden 

Schuldspruch beantragen lassen (Urk. 57 S. 1). Entsprechend ist der Beschuldig-

te in Dossier 2 der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung mit 

Art. 126 Abs. 2 lit. c StGB schuldig zu sprechen. 

- 29 - 

6. Dossier 3 (Anklageschrift S. 5 f.) 

6.1. Sachverhalt 

6.1.1. Anklagegrundsatz 

a) Die amtliche Verteidigung moniert betreffend Dossier 3 eine Verletzung 

des Anklagegrundsatzes, da die bei der Privatklägerin verursachten Beulen, 

Hämatome, Kopfschmerzen und Schwellung in der Anklageschrift (Urk. 48 S. 6) 

keiner konkreten Handlung des Beschuldigten zugeordnet würden sondern ledig-

lich pauschal festgehalten werde, dass diese "anlässlich des geschilderten Vor-

falls" entstanden seien. Dies habe sodann nichts mit der Wahrung einer wirksa-

men Verteidigung zu tun, da dem Beschuldigten nicht eine Vielzahl an Handlun-

gen zu unterstellen und als deren Pauschalfolge gewisse Verletzungen zu be-

haupten seien (Urk. 90 N 46). 

b) Der entsprechende Vorwurf im Zusammenhang mit der einfachen Körper-

verletzung wahrt die Umgrenzungsfunktion und das Immutabilitätsprinzip. Sollte 

eine angeklagte Straftat sodann aufgrund des umschriebenen Sachverhalts in ob-

jektiver und subjektiver Hinsicht nicht präzise genug umschrieben sein, so ist es 

Sache des Gerichts, die Anklagebehörde um Ergänzung oder Berichtigung der 

Anklageschrift zu ersuchen (Art. 329 Abs. 2 StPO) oder dies bei der Sachver-

haltserstellung bzw. rechtlichen Würdigung zu berücksichtigen. Mit Blick auf die 

Informationsfunktion war für den Beschuldigten hinreichend klar ersichtlich, was 

ihm vorgeworfen wird. Es ist zudem auch deutlich erkennbar, welche Verletzun-

gen von welcher Handlung des Beschuldigten hergerührt haben sollen, ohne dass 

diese den einzelnen Handlungen explizit zugewiesen wurden. Dass und inwiefern 

ihm eine wirksame Verteidigung nicht möglich gewesen sein sollte, ist weder auf-

gezeigt noch erkennbar und wurde überdies auch nicht geltend gemacht. 

6.1.2. Beweismittel 

Hinsichtlich der relevanten Beweismittel ist auf die Ausführungen im vorinstanz-

lichen Entscheid zu verweisen (Urk. 72 S. 32). 

- 30 - 

6.1.3. Aussagen Beschuldigter 

a) Die Vorinstanz fasste die Aussagen des Beschuldigten korrekt zusammen, 

weswegen darauf verwiesen werden kann (Urk. 72 S. 32 f.). 

b) Die Aussagen des Beschuldigten zum vorliegenden Tatvorwurf erweisen 

sich wiederum als von Widersprüchen im Kernbereich der Anklage durchzogen 

und zudem weist sein Aussageverhalten eine starke Tendenz zur Anpassung an 

die ihm gemachten Vorhalte bezüglich des Verletzungsbilds der Privatklägerin 

auf. Zu Beginn der polizeilichen Einvernahme führte er aus, dass er die Privatklä-

gerin am Shirt gepackt und daran geschüttelt habe, wodurch sie dann zu Boden 

gefallen sei. Es sei möglich, dass sie dabei den Kopf irgendwo angeschlagen ha-

be (Urk. D1 4/6 Antwort 25 und 34). Kurze Zeit später in derselben Einvernahme 

führte er aus, sie "gepackt und herumgeschwungen" zu haben (Urk. D1 4/6 Ant-

wort 52), was auf eine doch deutlich stärkere Intensität schliessen lässt. Im kras-

sen Widerspruch zu dieser Einräumung angewandter körperlicher Gewalt gegen 

die Privatklägerin steht seine eigene Aussage in derselben Einvernahme, bei 

Streitigkeiten zwar böse Worte zu verwenden, aber keine körperliche Gewalt an-

zuwenden. Kurz darauf räumte er dann wieder ein, sie vor ca. drei Wochen – da-

bei hätte es sich wohl um den Vorfall gemäss Dossier 2 gehandelt – einmal ge-

schlagen zu haben (Urk. D1 4/6 Antwort 39 und 46). Sodann machte er geltend, 

an genau jenem Abend seien keine Wörter wie "Schlampe" oder "Saufuze" gefal-

len, nur um kurz später wieder einzuräumen, es sei doch möglich sei, dass Be-

schimpfungen erfolgt seien (Urk. D1 4/6 Antwort 50 und 54). Auffällig ist auch, 

dass er – wie bereits bezüglich Dossier 1 – wiederum in der Hauptverhandlung 

vor Vorinstanz erstmals behauptete, die Privatklägerin habe ihn in die Genitalien 

getreten (Prot. I S. 20), was sowohl einen Widerspruch als auch eine Dramatisie-

rung deren Vorgehens darstellt. Abgesehen davon sind seine Aussagen vage und 

detailarm. Die Aussagen des Beschuldigten zum Kerngehalt des Anklagesach-

verhalts gemäss Dossier 3 sind daher als wenig glaubhaft zu bezeichnen. 

- 31 - 

6.1.4. Aussagen Privatklägerin 

a) Die Vorinstanz fasste die Aussagen der Privatklägerin korrekt zusammen, 

weswegen darauf verwiesen werden kann (Urk. 72 S. 34 f.). 

b) Die Aussagen der Privatklägerin zum diesbezüglichen Tatablauf sind grund-

sätzlich als durchaus klar, detailliert, plausibel und in sich schlüssig zu bezeich-

nen. Festzustellen ist aber dennoch, dass sie die Ereignisse hinsichtlich deren 

chronologischen Ablaufs bei der Polizei und der Staatsanwaltschaft je umgekehrt 

schilderte. Während sie bei der Polizei noch geltend machte, der Wurf der Hun-

debox mit darin befindlichem Hund in ihr Gesicht habe zuerst stattgefunden 

(Urk. D1 5/4), fand gemäss Aussagen bei der Staatsanwaltschaft das mehrmalige 

Schlagen des Kopfs auf den Boden zuerst statt (Urk. 1 D1 5/5). Diese Sprunghaf-

tigkeit in ihren Schilderungen spricht aber nicht gegen deren Glaubhaftigkeit, son-

dern diese Abweichung ist durchaus mit dem Zeitablauf von rund drei Wochen 

zwischen den Einvernahmen sowie der mittlerweile Vielzahl an Gewaltvorfällen 

zwischen den Parteien erklärbar. Sie schilderte denn wie erwähnt auch beide 

Handlungen je in sich schlüssig und plausibel. Der Umstand, dass sie sich selbst 

mehr als ein Jahr nach den betreffenden Vorfällen noch an die beiden doch eher 

ungewöhnlichen Tatvarianten – Verwendung einer Hundebox samt Hund als 

Wurfgegenstand und mehrfaches Schlagen des Kopfs auf den Boden – zu erin-

nern vermochte, spricht zudem für die Richtigkeit ihrer Darstellungen. Hinsichtlich 

der Intensität des Schlagens des Kopfs auf den Boden relativierte sie ihre Aussa-

gen in der Untersuchung vor Vorinstanz indessen entscheidend. Dazu machte sie 

geltend, der Beschuldigte habe ihren Kopf "nicht so genommen und auf den Bo-

den geschlagen", wobei sie zur Veranschaulichung mit den Händen ihren Kopf 

links und rechts umfasste und Schlagbewegungen gegen den Tisch mimte (Prot. I 

S. 64 f.). Was genau sie damit ausdrücken wollte, muss offengelassen werden, 

doch kann – mit der Vorinstanz – kein allzu heftiges Schlagen des Kopfs gegen 

den Boden angenommen werden. Diese Relativierung ihrer Aussagen zugunsten 

des Beschuldigten spricht indessen nicht gegen deren Richtigkeit. 

Sodann werden die Depositionen der Privatklägerin durch die in den Akten lie-

genden Fotos gestützt. Auf den Tatortfotos ist erkennbar, dass sich nach dem 

- 32 - 

Tatablauf die Hundebox und diverse weitere Gegenstände auf dem Bett der Pri-

vatklägerin befanden (Urk. D3 3 S. 1). Dass die Privatklägerin diese Gegenstände 

alle so drapiert hätte, wie der Beschuldigte auf Befragung an der Berufungsver-

handlung zumindest andeutete (Urk. 89 S. 18), ist nicht anzunehmen. Ein auf ei-

nem Foto der Privatklägerin erkennbares Hämatom unterhalb ihres linken Auges 

ist vereinbar mit dem Wurf diverser Gegenstände ins Gesicht (Urk. D3 3 S. 6). Ein 

auf einem weiteren Foto erkennbarer länglicher Abdruck am Nacken der Privat-

klägerin stellt einen Hinweis darauf dar, dass wie von ihr geschildert mit gewisser 

Kraft und Gewalt an ihrer Halskette gerissen wurde (Urk. D3 3 S. 6). Jedenfalls 

finden sich auch in ihren Aussagen zum betreffenden Vorfall keine Anhaltspunkte, 

dass sie aufgrund einer Suchtproblematik nicht in der Lage gewesen wäre, klare 

Wahrnehmungen zu machen und diese hernach zu schildern. 

Die Aussagen der Privatklägerin, die von den betreffenden Beweismitteln gestützt 

werden, sind insgesamt als glaubhaft und überzeugend zu bezeichnen, wobei mit 

der Vorinstanz und entgegen der Anklage nicht von einem besonders harten 

Schlagen des Kopfs auf den Boden ausgegangen werden kann. 

6.1.5. Erstellung Sachverhalt 

Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann hierzu grundsätzlich auf die 

Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 72 S. 35 f.). 

Basierend auf den überzeugenden Ausführungen der Privatklägerin, den sie 

stützenden erwähnten weiteren Beweismitteln und den wenigstens teilweise 

stützenden Zugaben des Beschuldigten ist der Sachverhalt gemäss Dossier 3 im 

beurteilungsrelevanten Umfang mit Ausnahme des Vorwurfs, wonach der Be-

schuldigte den Kopf der Privatklägerin mehrmals mit voller Wucht gegen den Bo-

den geschlagen hätte, erstellt. Zugunsten des Beschuldigten ist davon auszuge-

hen, dass sein Schlagen des Kopfes der Privatklägerin gegen den Boden mit 

nicht allzu grosser Kraft erfolgte. 

- 33 - 

6.2. Rechtliche Würdigung Dossier 3 

Die Vorinstanz würdigte das Tatverhalten des Beschuldigten unter Dossier 3 als 

Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. b 

StGB, Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB sowie mehrfache einfa-

che Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 123 

Ziff. 2 Abs. 6 StGB (Urk. 72 S. 37 ff.). Auf die überzeugenden Ausführungen der 

Vorinstanz kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen grundsätzlich ver-

wiesen werden. Auch kann betreffend die Würdigung der Beziehung der beiden 

Direktbeteiligten als auf unbestimmte Dauer geführtes Konkubinat auf die oben-

stehenden Erwägungen hierzu verwiesen werden (E. II.4.2.). Entsprechend ist der 

Beschuldigte in Dossier 3 der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 in Verbin-

dung mit Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB, der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 

Abs. 1 StGB sowie der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB schuldig zu spre-

chen.  

7. Dossier 4 (Anklageschrift S. 7) 

7.1. Sachverhalt 

7.1.1. Beweismittel 

Hinsichtlich der relevanten Beweismittel ist auf die Ausführungen im vorinstanz-

lichen Entscheid zu verweisen (Urk. 72 S. 42). 

7.1.2. Aussagen Beschuldigter 

a) Die Vorinstanz fasste die Aussagen des Beschuldigten korrekt zusammen, 

weswegen darauf verwiesen werden kann (Urk. 72 S. 42 f.). 

b) Die Aussagen des Beschuldigten zum vorliegenden Tatvorwurf erweisen 

sich wiederum als von Widersprüchen im Kernbereich der Anklage durchzogen 

und zudem weist sein Aussageverhalten eine Tendenz zur Anpassung an die ihm 

gemachen Vorhalte auf. Konstant sind seine Aussagen insofern, als dass er 

behauptete, die Privatklägerin habe zuerst ihn angegriffen und er habe sie weg-

- 34 - 

gestossen. Dabei gebricht es seinen Aussagen aber an Plausibilität. Dass die 

Privatklägerin den ihr körperlich offensichtlich überlegenen Beschuldigten von 

sich aus angreifen würde, ist kaum anzunehmen, nachdem er sie in den Monaten 

zuvor anlässlich diverser Streitereien mehrmals zum Teil heftig verprügelt hatte. 

Bei der Polizei räumte er noch ein, die Privatklägerin möglicherweise geohrfeigt 

zu haben (Urk. D1 4/8 Antwort 71), woran er sich später nicht mehr zu erinnern 

vermochte (Urk. D1 4/9 S. 4 f.). Angesichts der Vielzahl ähnlicher Auseinander-

setzungen ist eine fehlende Erinnerung allerdings nicht auszuschliessen. Bei der 

Staatsanwaltschaft erwähnte er einen Tritt der Privatklägerin in seine Genitalien, 

wovon er bei der Polizei nur zwei Tage zuvor nichts erwähnte. In der Hauptver-

handlung gut ein Jahr später sowie in der Berufungsverhandlung erwähnte er die-

sen Tritt dann aber nicht mehr (Prot. I S. 23 ff.; Urk. 89 S. 19 f.). Auffallend ist 

wiederum die Tendenz zur Verharmlosung seiner Handlungen. Den von der Pri-

vatklägerin geschilderten Faustschlag erklärte er mit seinem Stossen bzw. 

"Schupfen", das von der Privatklägerin vielleicht als Faustschlag gegen den 

Brustkorb empfunden worden sei (Prot. I S. 23; Urk. 89 S. 20). Seine Darstellun-

gen korrespondieren allerdings nicht mit den in den Akten liegenden weiteren 

Beweismitteln. So ist auf einem Foto der Privatklägerin ein starkes Hämatom er-

kennbar, das kaum mit einem blossen Wegstossen vereinbar ist (Urk. D4 3). So-

dann wurde ärztlich eine Kontusion der Rippen und des Brustbeins der Privatklä-

gerin festgestellt (Urk. D5 9/3 S. 2). Dieses Verletzungsbild weist deutlich stärker 

auf einen heftigen Schlag hin als auf ein blosses Wegstossen einer Person. Ins-

gesamt sind die Aussagen des Beschuldigten zu diesem Vorfall als wenig glaub-

haft zu bezeichnen. 

7.1.3. Aussagen Privatklägerin 

a) Die Vorinstanz fasste die Aussagen der Privatklägerin korrekt zusammen, 

weswegen darauf verwiesen werden kann (Urk. 72 S. 43 f.). 

b) Die Aussagen der Privatklägerin zum diesbezüglichen Tatablauf sind insbe-

sondere in ihrer ersten polizeilichen Einvernahme grundsätzlich als klar, detailliert, 

plausibel und in sich schlüssig zu bezeichnen. Sie vermochte dabei sehr lebens-

nah und detailliert zu schildern, wie der Beschuldigte vom Sozialamt stinksauer 

- 35 - 

nach Hause gekommen sei, da er dort nicht die von ihm erhofften Antworten er-

halten habe (Urk. D1 5/6 S. 2). Ihre Beschreibung, dass die Ohrfeige des Be-

schuldigten dazu geführt habe, dass sie geblutet habe, weil sie einen Ohrring ge-

tragen habe, wirkt sehr detailreich und es ist kaum anzunehmen, dass sie dies 

einfach so erfinden würde. Auch ihre Schilderung, wie sie sich mittels Stossens 

und in den Gaumen Kneifens verteidigt habe (Urk. D1 5/6 S. 3), ist sehr detail-

reich, wobei sie auch eigenes tätliches Verhalten einräumte.  

Dass die Privatklägerin sich anlässlich der Einvernahme bei der Staatsan-

waltschaft, die mehr als sieben Monate nach dem Vorfall stattfand, kaum mehr zu 

erinnern vermochte (Urk. D5 4/5 S. 14), ist angesichts der Vielzahl solcher Vorfäl-

le zwischen den Parteien nicht erstaunlich. Ihr Nichterinnern ist daher durchaus 

plausibel. Dasselbe gilt für die Einvernahme vor Vorinstanz gut ein Jahr nach dem 

Vorfall (Prot. I S. 51). Auch wenn ihre Aussagen daher nicht gut bezüglich deren 

Konstanz überprüft werden können, so spricht das noch nicht gegen deren Rich-

tigkeit. Ihre Beschreibung der Tathandlungen korrespondiert mit der auf den Fotos 

erkennbaren blauen Verfärbung am Brustbein, der Abschürfung am linken Ohr, 

oberhalb ihres Ohrsteckers und dem Hämatom an ihrer linken Wange (Urk. D1 

4/3). Sodann korrespondieren sie mit den gemäss E-Mail von Dr. med. F._____ 

anlässlich der Untersuchungen vom 4. und 14. Januar 2019 bei der Privatklägerin 

festgestellten Verletzungen ("Kontusion der Rippen dorsal", "Kontusion Sternum"; 

Urk. D5 9/3). Die Aussagen der Privatklägerin werden durch das erstellte Verlet-

zungsbild mithin gestützt. Jedenfalls finden sich auch in ihren Aussagen zum be-

treffenden Vorfall keine Anhaltspunkte, dass sie aufgrund einer Suchtproblematik 

nicht in der Lage gewesen wäre, klare Wahrnehmungen zu machen und diese 

hernach zu schildern. Sie sind mithin als glaubhaft und überzeugen zu qualifizie-

ren.  

7.1.4. Erstellung Sachverhalt 

Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann hierzu grundsätzlich auf die 

Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 72 S. 45). 

Basierend auf den überzeugenden Ausführungen der Privatklägerin, den sie stüt-

zenden erwähnten weiteren Beweismitteln und den teilweise stützenden Zugaben 

- 36 - 

des Beschuldigten ist der Sachverhalt gemäss Dossier 4 im beurteilungsrelevan-

ten Umfang mit Ausnahme einer dritten Ohrfeige – so auch die Vorinstanz 

(Urk. 72 S. 45) – erstellt.  

7.2. Rechtliche Würdigung Dossier 4 

Die Vorinstanz würdigte das Tatverhalten des Beschuldigten unter Dossier 4 als 

Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 126 Abs. 2 lit. c 

StGB, einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbin-

dung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB und mehrfachen Ungehorsam gegen amtli-

che Verfügungen im Sinne von Art. 292 StGB (Urk. 72 S. 45 ff.), wobei letzterer 

Vorwurf mangels Anfechtung nicht mehr zu prüfen ist. Auf die überzeugenden 

Ausführungen der Vorinstanz kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen 

grundsätzlich verwiesen werden. Auch kann betreffend die Würdigung der Bezie-

hung der beiden Direktbeteiligten als auf unbestimmte Dauer geführtes Konkubi-

nat auf die obenstehenden Erwägungen hierzu verwiesen werden (E. II.4.2.). An-

zufügen ist indessen, dass dem Beschuldigten einerseits Tätlichkeiten vorgewor-

fen werden, andererseits erstellt ist, dass seine diversen anlässlich des betreffen-

den Vorfalls verübten Tätlichkeiten zu den betreffenden Verletzungen der Privat-

klägerin führten, wobei letztlich offengelassen werden kann und muss, welche 

Handlungen des Beschuldigten genau welche Verletzungen der Privatklägerin 

verursachten. Für die Anwendung des Tatbestands der Tätlichkeiten bleibt nebst 

demjenigen der mehrfachen einfachen Körperverletzung kein Raum. Entspre-

chend ist der Beschuldigte in Dossier 4 nebst des nicht mehr zu prüfenden mehr-

fachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen der einfachen Körperverlet-

zung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 

StGB schuldig zu sprechen.  

- 37 - 

8. Dossier 5, 1. Teil (Anklageschrift S. 8) 

8.1. Sachverhalt 

8.1.1. Beweismittel 

Hinsichtlich der relevanten Beweismittel ist auf die Ausführungen im vorinstanz-

lichen Entscheid zu verweisen (Urk. 72 S. 48). 

8.1.2. Aussagen Beschuldigter 

a) Die Vorinstanz fasste die Aussagen des Beschuldigten korrekt zusammen, 

weswegen darauf verwiesen werden kann (Urk. 72 S. 42 f.). 

b) Die Aussagen des Beschuldigten zum vorliegenden Tatvorwurf erweisen 

sich wiederum als von Widersprüchen im Kernbereich der Anklage durchzogen 

und zudem weist sein Aussageverhalten eine Tendenz zur Anpassung an die ihm 

gemachen Vorhalte auf. Anlässlich der polizeilichen Einvernahme gestand er ein, 

zu ihr "ich lasse dich um, du Schlampe" gesagt zu haben (Urk. D5 3/1 Antwort 

36). In der gleichentags erfolgten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme bestritt er 

dies indessen eingangs. So habe er anlässlich des Streits vom 7. Mai 2019 zur 

Privatklägerin gesagt, er werde sie umbringen, "am Samstag [4. Mai 2019] war 

von mir aus gar nichts". Gleichzeitig gestand er aber ein, der Privatklägerin im 

Streit eine "Flättere" gegeben zu haben (Urk. D5 3/2 S. 3 f.), womit er sich selbst 

widerlegte. Abschliessend der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme änderte er 

dann seine Aussagen bezüglich der Drohung und erklärte: "Die Drohungen 

stammen vom Samstag [4. Mai 2019], am Dienstag [7. Mai 2019] habe ich ihr ge-

genüber keine Drohungen ausgesprochen." (Urk. D5 3/2 S. 6). Die Einvernahme 

bei der Staatsanwaltschaft fand lediglich zwei Tage nach dem Vorfall vom 7. Mai 

2019 statt, so dass die Erinnerungen noch frisch sein mussten. Die Widersprüche 

sind deshalb nicht mit dem Zeitablauf zwischen Vorfall und Einvernahme erklär-

bar. Dies zieht den Schluss nach sich, dass der Beschuldigte die betreffenden 

Aussagen stets so machte, wie sie ihm jeweils am besten erschien, selbst wenn 

er sich damit selbst belastete.  

- 38 - 

Entsprechend diesem Aussageverhalten erklärte der Beschuldigte zu den auf den 

Fotos der Privatklägerin erkennbaren Verletzungen an der linken Seite des Tor-

sos (Urk. D5 6/1), er habe die Privatklägern so geschubst, dass sie auf die Bett-

kante "geflogen" sei. Sodann sagte er aus: "Vielleicht ist sie auch bei der Wasch-

maschine in der Küche an den Ecken geprallt." (Urk. D5 3/1 S. 7). Er suchte somit 

stets nach Erklärungen, wie die Privatklägerin ihre Verletzungen anders als unmit-

telbar durch ihn bewirkt erlitten haben könnte. Dies gilt insbesondere vor dem Hin-

tergrund, wonach er behauptete, diese Verletzungen der Privatklägerin seien erst 

am Dienstag, 7. Mai 2019, entstanden (Urk. D1 3/1 S. 7). Die betreffende Zuord-

nung steht aber der Beurteilung im Gutachten zur körperlichen Untersuchung der 

Privatklägerin entgegen. Die Gutachterin gelangte bei der Untersuchung am 

8. Mai 2019 zum Ergebnis, die übrigen Blutergüsse inklusive diejenigen am linken 

Rippenbogen, seien älteren Datums und daher mit dem Ereignis am 4. Mai 2019 

zu vereinbaren (Urk. D5 9/1 S. 5). Die Begründungen des Beschuldigten für die 

Verletzungen am linken Rippenbogen der Privatklägerin werden damit als 

Schutzbehauptungen entlarvt. Seine Aussagen zum Kerngeschehen gemäss 

Dossier 5, erster Vorfall, sind daher wenig glaubhaft. 

8.1.3. Aussagen Privatklägerin 

a) Die Vorinstanz fasste die Aussagen der Privatklägerin korrekt zusammen, 

weswegen darauf verwiesen werden kann (Urk. 72 S. 50 f.). 

b) Die Aussagen der Privatklägerin zum diesbezüglichen Tatablauf sind grund-

sätzlich als klar, detailliert, plausibel und in sich schlüssig zu bezeichnen. Sie führ-

te dabei gleichbleibend in allen Einvernahmen aus, wie der Beschuldigte sie mit 

einer Adilette ins Gesicht geschlagen habe (Urk. D5 4/1 S. 4 ff.; Urk. Urk. D5 4/2 

S. 5; Urk. Urk. D5 4/3 S. 6; Prot. I S. 52). Lebensnah erscheint dabei, wie sie wie-

derum ein eher ungewöhnliches Schlagobjekt des Beschuldigten beschrieb, das 

sie kaum erwähnt hätte, wenn es sich nicht so zugetragen hätte. Der Detailreich-

tum in ihren Aussagen zeigt sich auch darin, dass sie selbst ein dreiviertel Jahr 

nach dem Vorfall anlässlich der Hauptverhandlung noch zu schildern vermochte, 

dass, während dem er sie "verdreschte", ein Bild kaputt ging, und sie am Schluss 

in den Scherben gelegen sei (Prot. I S. 52). Jedenfalls finden sich auch in ihren 

- 39 - 

Aussagen zum betreffenden Vorfall keine Anhaltspunkte, dass sie aufgrund einer 

Suchtproblematik nicht in der Lage gewesen wäre, klare Wahrnehmungen zu ma-

chen und diese hernach zu schildern. 

Sodann korrespondieren auch bezüglich des vorliegend zu beurteilenden Vorfalls 

ihre Aussagen mit dem gemäss Gutachten vom 8. Mai 2019 festgestellten Ver-

letzungsbild. So fanden sich anlässlich jener Untersuchung zahlreiche Blutergüs-

se am Gesicht, am vorderseitigen Rumpf, am rechten Oberschenkel, am linken 

Unterschenkel und eine Schwellung im Bereich der Stirn rechts. Die Blutergüsse 

sowie die Schwellung an der Stirn der Privatklägerin sind gemäss Gutachten als 

Folge einer stumpfen Gewalteinwirkung zu interpretieren und könnten zum Bei-

spiel durch Schläge oder Tritte im Rahmen einer körperlichen Auseinanderset-

zung entstanden sein. Mit Ausnahme der Blutergüsse im Gesicht, an der rechten 

Halsseite und am linken Unterarm – welche wundmorphologisch frisch gewirkt 

hätten und am 7. Mai 2019 entstanden sein könnten – seien die übrigen Bluter-

güsse älteren Datums und mit dem geltend gemachten Ereignis am 4. Mai 2019 

zu vereinbaren. Hinsichtlich der Verletzung über dem linken Rippenbogen legte 

die Gutachterin dar, dass der Bluterguss geformt imponiere und die Morphologie 

der Verletzung an den Abdruck eines kantigen Gegenstandes erinnere. Es sei 

möglich, dass dieser Abdruck – wie von der Privatklägerin angegeben – durch ein 

Feuerzeug entstanden sei (Urk. D5 9/1).  

Ebenso korrespondieren mit ihren Aussagen die Erkenntnisse gemäss von der 

Privatklägerin anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme eingereichtem 

Arztzeugnis von Dr. med. I._____. Darin wird ausgeführt, die Privatklägerin weise 

"eine schwere Kontusion der Rippen links lateral" auf (Urk. D5 16/4). Wenn 

Dr. med. I._____ in seinem Zeugnis erwähnte, die Privatklägerin habe "am 

04.09.2019 einen Faustschlag durch den Ehemann gegen den Rippenhorax late-

ral links bekommen", handelt es sich bezüglich des Datums um einen offensichtli-

chen Tippfehler, reichte sie das Zeugnis doch bereits am 27. Mai 2019 bei der 

Staatsanwaltschaft ein. Und mit der Bezeichnung "Ehemann" konnte nur der Be-

schuldigte, mit dem die Privatklägerin unbestritten eine Beziehung führte, gemeint 

sein, zumal die Privatklägerin weder verheiratet war, noch mit irgendjemand an-

- 40 - 

ders in einer Beziehung war im fraglichen Zeitpunkt. Wenn die Verteidigung darin 

Hinweise auf eine anderweitige Täterschaft sehen will (Urk. 60 N 52; Urk. 90 

N 58), kann dies nur als lebensfremd bezeichnet werden. 

Weiter werden ihre Aussagen gestützt durch den bezüglich des vorliegend zu 

beurteilenden Vorfalls im Recht liegenden Chatverlaufs der Parteien vom 5. Mai 

2019. Die Privatklägerin teilte dem Beschuldigten mit, dass sie Schmerzen habe 

(Urk. D5 5/1 S. 5: Nachricht vom "05.05.2019, 14:22 – B._____: Ich ha anderst 

schmerzä") und der Beschuldigte sich in der Folge mit mehreren Nachrichten bei 

ihr entschuldigte (Urk. D5 5/1 S. 5: Nachrichten vom "05.05.19, 14:23 –A._____: 

Sorrtryyyyyy", "05.05.19, 14:25 – A._____: Tuetmer würkli leid grosse kuss vo dim 

sch", "05.05.19, 14:36 – A._____: Es tuetmer leid dasi so grastetbi" [kein vollstän-

diger Auszug der Nachrichten]). Der betreffende Chatverlauf zeigt, dass sich der 

Beschuldigte durchaus bewusst war, die Privatklägerin verletzt zu haben und sich 

entsprechend entschuldigte. 

Insgesamt ist festzustellen, dass die Aussagen der Privatklägerin durch sämtliche 

weiteren in den Akten liegenden Beweismittel gestützt werden, weswegen sie als 

glaubhaft und überzeugend zu bezeichnen sind. 

8.1.4. Erstellung Sachverhalt 

Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann hierzu grundsätzlich auf die 

Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 72 S. 52 f.). 

Basierend auf den überzeugenden Ausführungen der Privatklägerin, den sie 

stützenden erwähnten weiteren Beweismitteln und den teilweise stützenden Zu-

gaben des Beschuldigten ist der Sachverhalt gemäss Dossier 5, 1. Teil, im be-

urteilungsrelevanten Umfang mit Ausnahme, dass sich die Privatklägerin nicht 

aufgrund der Worte des Beschuldigten davon abhalten liess die Polizei zu be-

nachrichtigen – so auch die Vorinstanz (Urk. 72 S. 53) –, erstellt.  

8.2. Rechtliche Würdigung Dossier 5, 1.Teil 

Die Vorinstanz würdigte das Tatverhalten des Beschuldigten unter Dossier 5, 

1. Teil, als Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB, mehrfache einfache 

- 41 - 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 

Abs. 6 StGB und versuchte Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung 

mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Urk. 72 S. 54 ff.). Auf die überzeugenden Ausführungen 

der Vorinstanz kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen grundsätzlich 

verwiesen werden. Auch kann betreffend die Würdigung der Beziehung der bei-

den Direktbeteiligten als auf unbestimmte Dauer geführtes Konkubinat auf die 

obenstehenden Erwägungen hierzu verwiesen werden (E. II.4.2.). Entsprechend 

ist der Beschuldigte in Dossier 5, 1. Teil der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 

Abs. 1 StGB, der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB und der versuchten Nötigung 

im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu 

sprechen.  

9. Dossier 5, 2. Teil (Anklageschrift S. 9) 

9.1. Sachverhalt 

9.1.1. Beweismittel 

Hinsichtlich der relevanten Beweismittel ist auf die Ausführungen im vorinstanz-

lichen Entscheid zu verweisen (Urk. 72 S. 57). 

9.1.2. Aussagen Beschuldigter 

a) Die Vorinstanz fasste die Aussagen des Beschuldigten korrekt zusammen, 

weswegen darauf verwiesen werden kann (Urk. 72 S. 57 f.). 

b) Die Aussagen des Beschuldigten zum vorliegenden Tatvorwurf weisen zwar 

nur wenige relevante Widersprüche auf. Im Kernbereich der Anklage präsentieren 

sie sich jedoch als ausgesprochen detailarm. Sodann weist sein Aussageverhal-

ten wiederum eine Tendenz zur Anpassung an die ihm gemachen Vorhalte auf. 

Seine Aussagen präsentieren sich insofern konstant, als er über alle Befragungen 

hinweg bestritt, der Privatklägerin ein Messer ans Ohr gehalten zu haben. Auf 

Vorhalt des Fotobogens der Privatklägerin (Urk. D5 6/1) erklärte er die Verletzung 

an ihrem Ohr mit einer von ihm verabreichten Ohrfeige (Urk. D5 3/1 Antwort 58), 

- 42 - 

wodurch er sich vordergründig selbst belastete. Dazu ist zu bemerken, dass auf 

dem Foto, das das linke Ohres der Privatklägerin zeigt, eine oberflächliche längli-

che Verletzung zwischen Ohr und Wange sowie eine kleine dreieckförmige ober-

flächliche Verletzung innerhalb der Ohrmuschel erkennbar ist (Urk. D5 6/1 S. 2). 

Diese Verletzung kann gemäss Beurteilung im Gutachten zur körperlichen Unter-

suchung der Privatklägerin am ehesten von einem scharfen Gegenstand entstan-

den sein (Urk. D5 9/1). Dagegen ist die Erklärung des Beschuldigten, diese Ver-

letzung rühre von einer Ohrfeige her, als unwahrscheinlich zu qualifizieren.  

Ein gewisser Strukturbruch ist sodann insofern in seinem Aussageverhalten 

festzustellen, als er anlässlich der polizeilichen Einvernahme auf die Frage, wann 

er und die Privatklägern sich an diesem Tag gesehen hätten, sehr ausführlich 

schilderte, was er nach dem Mittag, als er von der Privatklägerin weggegangen 

sei, gemacht habe sowie wann und wie oft er die Privatklägerin in dieser Zeit an-

gerufen und was er hernach gemacht habe, als er zu ihr nach Hause gegangen 

sei (Urk. D5 3/1 Antwort 43). Zum Kerngeschehen sagte er dagegen sehr zurück-

haltend aus: "Es ging eigentlich alles sehr kurz: Sie hat mich getreten. Ich habe 

ihr eine Ohrfeige auf die linke Seite gegeben. Nachher lief sie durch die offene 

Wohnungstüre nach draussen." (Urk. D5 3/1 Antwort 43). Mithin machte er um-

fassende und detailreiche Angaben über die Geschehnisse vor der Tat, während 

seine Ausführungen zum Kerngeschehen ausgesprochen kurz angebunden und 

zurückhaltend ausfielen.  

Anlässlich der Hauptverhandlung vor Vorinstanz und an der Berufungsverhand-

lung räumte er dann in Widerspruch zu seinen bisherigen Einvernahmen ein, es 

könne sein, dass er während der Auseinandersetzung mit der Privatklägerin ein 

Messer in der Hand gehabt habe (Prot. I S. 28; Urk. 89 S. 23 f.). In der polizeili-

chen Einvernahme bestritt er noch ausdrücklich, dass irgendwelche Messer im 

Spiel gewesen seien (Urk. D5 3/1 S. 7). Hierbei handelte es sich offensichtlich um 

ein Anpassen seiner Aussagen, um eine Erklärung vorzubringen, wieso die Pri-

vatklägerin ein Messer erwähnte. 

Die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschuldigten, insbesondere im Kerngeh-

alt, ist mithin stark eingeschränkt, soweit er nicht selbst Zugaben machte. 

- 43 - 

9.1.3. Aussagen Privatklägerin 

a) Die Vorinstanz fasste die Aussagen der Privatklägerin korrekt zusammen, 

weswegen darauf verwiesen werden kann (Urk. 72 S. 59 f.). 

b) Die Aussagen der Privatklägerin – insbesondere jene im Rahmen der Unter-

suchung – zum diesbezüglichen Tatablauf sind grundsätzlich als klar, detailliert, 

plausibel und in sich schlüssig zu bezeichnen. So schilderte sie hinsichtlich des 

Kerngeschehens bezüglich der Messer das Tatgeschehen auch in der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme immerhin zwanzig Tage nach dem Vorfall präzi-

se und lebensnah (Urk. D5 4/3 S. 11 f.). Auch neun Monate später anlässlich der 

Hauptverhandlung vor Vorinstanz vermochte sie sich noch daran zu erinnern, 

dass die Tathandlung mit dem Rüstmesser bei der Haustüre stattgefunden habe 

(Prot. I S. 54). Dass sie sich dort nicht mehr in derselben Klarheit an den vorlie-

gend zu beurteilenden Sachverhalt erinnern und diesen schildern konnte, ist an-

gesichts der Vielzahl solcher Auseinandersetzungen zwischen den Parteien nicht 

erstaunlich und spricht nicht gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Schilderungen in der 

Untersuchung. Jedenfalls finden sich auch in ihren Aussagen zum betreffenden 

Vorfall keine Anhaltspunkte, dass sie aufgrund einer Suchtproblematik nicht in der 

Lage gewesen wäre, klare Wahrnehmungen zu machen und diese hernach zu 

schildern. 

Sodann ist festzustellen, dass ihre Aussagen mit der Beurteilung gemäss Gut-

achten zur körperlichen Untersuchung (Urk. D5 9/1 S. 5) und den auf dem Foto 

erkennbaren Verletzungen inner- und ausserhalb ihres Ohres (Urk. D5 6/1 S. 2) 

korrespondieren. Insgesamt sind die Depositionen der Privatklägerin zum vor-

liegend zu beurteilenden Vorfalls als glaubhaft und überzeugend zu bezeichnen. 

9.1.4. Erstellung Sachverhalt 

Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann hierzu grundsätzlich auf die 

Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 72 S. 60 f.). 

Basierend auf den überzeugenden Ausführungen der Privatklägerin, den sie 

stützenden erwähnten weiteren Beweismitteln und den teilweise stützenden Zu-

- 44 - 

gaben des Beschuldigten ist der Sachverhalt gemäss Dossier 5, 2. Teil, im beur-

teilungsrelevanten Umfang erstellt.  

9.2. Rechtliche Würdigung Dossier 5, 2.Teil 

Die Vorinstanz würdigte das Tatverhalten des Beschuldigten unter Dossier 5, 

2. Teil, als mehrfache Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung 

mit Art. 126 Abs. 2 lit. c StGB, Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB 

und Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. b 

StGB, wobei die Anwendbarkeit des Tatbestands der mehrfachen einfachen Kör-

perverletzung verneint wurde (Urk. 72 S. 61 ff.). Auf die überzeugenden Ausfüh-

rungen der Vorinstanz kann zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen grund-

sätzlich verwiesen werden. Auch kann betreffend die Würdigung der Beziehung 

der beiden Direktbeteiligten als auf unbestimmte Dauer geführtes Konkubinat auf 

die obenstehenden Erwägungen hierzu verwiesen werden (E. II.4.2.). Entspre-

chend ist der Beschuldigte in Dossier 5, 2. Teil der mehrfachen Tätlichkeiten im 

Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 126 Abs. 2 lit. c StGB, der Be-

schimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB und der Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB schuldig zu sprechen.  

10. Dossier 6, 1. Teil (Anklageschrift S. 10) 

Der Beschuldigte wurde unter diesem Anklagesachverhalt mit Ausnahme des 

Vorwurfs des mehrfachen Ungehorsams gegen amtlichen Verfügungen freige-

sprochen (Urk. 72 S. 65 f.). Beides blieb unangefochten und ist damit nicht mehr 

zu überprüfen. 

11. Dossier 6, 2. Teil (Anklageschrift S. 11 f.) 

11.1. Sachverhalt 

11.1.1. Beweismittel 

Hinsichtlich der relevanten Beweismittel ist auf die Ausführungen im vorinstanz-

lichen Entscheid zu verweisen (Urk. 72 S. 66 f.). 

- 45 - 

11.1.2. Aussagen Beschuldigter 

a) Die Vorinstanz fasste die Aussagen des Beschuldigten korrekt zusammen, 

weswegen darauf verwiesen werden kann (Urk. 72 S. 67 f.). 

b) Die Aussagen des Beschuldigte zum vorliegenden Tatvorwurf weisen diver-

se Widersprüche auf. Im Kernbereich der Anklage präsentieren sie sich zudem 

als detailarm. Im Rahmen der Untersuchung bestritt er noch, sich am 22. Juli 

2019 bei der Privatklägerin aufgehalten oder sie an diesem Tag überhaupt gese-

hen zu haben. Er habe sie am 20. Juli 2019 zuletzt gesehen, wobei er für jenes 

Datum eine verabreichte Ohrfeige eingestand. Anlässlich der Hauptverhandlung 

vor Vorinstanz räumte er dann ein, er habe sich am vorgeworfenen Datum in ihrer 

Wohnung aufgehalten und es sei zu gewalttätigen Handlungen gekommen (Prot. I 

S. 32), um an der Berufungsverhandlung erneut zu bestreiten, dass er die 

Wohnung an besagtem Datum betreten habe (Urk. 89 S. 26 ff.). Eine Bagatelli-

sierungs- bzw. Anpassungstendenz ist in seinen Aussagen insofern festzustellen, 

als er bestätigte, die Privatklägerin zwar im Badezimmer geschüttelt, aber sicher 

nicht gegen eine Wand geschlagen zu haben (Prot. I S. 33 f.). Dabei fügte er –

 erstmals im Verfahren – als Erklärung für deren Kopfverletzungen an, er vermute, 

sie sei nach dem Schütteln nach hinten gefallen und habe sich dabei den Kopf 

angestossen (Prot. I S. 34; Urk. 89 S. 27)). Die von der Privatklägerin geschilder-

ten Faustschläge erklärte er – wie bereits bezüglich früheren Vorfällen – damit, er 

habe sie manchmal gestossen und dieses Stossen habe sie vermutlich als Faust-

schlag empfunden. Hierbei handelt es sich – einmal mehr – um Schutzbehaup-

tungen. Insgesamt sind die Aussagen des Beschuldigten zum Kernbereich der 

Anklage bezüglich des Vorfalls vom 22. Juli 2019 als wenig glaubhaft zu bezeich-

nen. 

11.1.3. Aussagen Privatklägerin 

a) Die Vorinstanz fasste die Aussagen der Privatklägerin korrekt zusammen, 

weswegen darauf verwiesen werden kann (Urk. 72 S. 68 f.). 

- 46 - 

b) Die Aussagen der Privatklägerin – insbesondere jene anlässlich der ersten 

polizeilichen Einvernahme – zum diesbezüglichen Tatablauf sind grundsätzlich als 

klar, detailliert, plausibel und in sich schlüssig zu bezeichnen. So vermochte sie 

sehr detailliert die jeweiligen Orte der Handlungen zu schildern, wobei ihre Aus-

führungen mit den Fotos der Wohnung (Urk. D6 5 S. 2) korrespondieren. Auch 

anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme knapp einen Monat nach 

dem Vorfall vermochte sie sich noch an viele Details zu erinnern, wobei sie das 

Kerngeschehen sinngemäss gleich wie in der ersten Einvernahme schilderte. An-

gesichts des zeitlichen Abstandes von einem halben Jahr, der Vielzahl an solchen 

Vorfällen zwischen den Parteien und der belastenden Situation der Privatklägerin 

ist nachvollziehbar, dass sich die Privatklägerin anlässlich der Hauptverhandlung 

vor Vorinstanz nicht mehr detailliert an den Vorfall erinnern und die Tatgescheh-

nisse zeitlich nicht mehr einordnen konnte. Dies spricht daher nicht gegen die 

Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen im Rahmen der Untersuchung. Jedenfalls finden 

sich auch in ihren Aussagen zum betreffenden Vorfall keine Anhaltspunkte, dass 

sie aufgrund einer Suchtproblematik nicht in der Lage gewesen wäre, klare Wahr-

nehmungen zu machen und diese hernach zu schildern. 

Sodan ist festzustellen, dass ihre Aussagen mit der Beurteilung im Gutachten zur 

körperlichen Untersuchung, die am 26. Juli 2019 erfolgte (Urk. D5 9/2), sowie den 

Fotos ihrer Verletzungen am Kopf und am rechten Oberschenkel (Urk. D6 5 S. 4) 

korrespondieren.  

Insgesamt sind die Aussagen der Privatklägerin, insbesondere diejenigen in der 

Untersuchung, als glaubhaft und überzeugend zu qualifizieren. 

11.1.4. Erstellung Sachverhalt 

Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann hierzu grundsätzlich auf die 

Erwägungen im vorinstanzlichen Entscheid verwiesen werden (Urk. 72 S. 69 f.). 

Basierend auf den überzeugenden Ausführungen der Privatklägerin, den sie 

stützenden erwähnten weiteren Beweismitteln und den teilweise stützenden Zu-

gaben des Beschuldigten ist der Sachverhalt gemäss Dossier 6, 2. Teil, im beur-

teilungsrelevanten Umfang erstellt.  

- 47 - 

11.2. Rechtliche Würdigung Dossier 6, 2.Teil 

Die Vorinstanz würdigte das Tatverhalten des Beschuldigten unter Dossier 6, 

2. Teil, als Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen im Sinne von Art. 292 

StGB, Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB, Hausfriedensbruch 

im Sinne von Art. 186 StGB, einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB, Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB und Diebstahl im Sin-

ne von Art. 139 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB (Urk. 72 S. 70 

ff.), wobei ersterer Vorwurf mangels Anfechtung nicht mehr zu prüfen ist. Auf die 

im Wesentlichen überzeugenden Ausführungen der Vorinstanz kann zur Vermei-

dung unnötiger Wiederholungen grundsätzlich verwiesen werden. Auch kann be-

treffend die Würdigung der Beziehung der beiden Direktbeteiligten als auf unbe-

stimmte Dauer geführtes Konkubinat auf die obenstehenden Erwägungen hierzu 

verwiesen werden (E. II.4.2.). Anzumerken ist, dass der erstellte Sachverhalt be-

züglich Körperverletzung entgegen der Staatsanwaltschaft wie auch der Vo-

rinstanz als mehrfache einfache Körperverletzung zu qualifizieren wäre, da durch 

mehrere Tathandlungen des Beschuldigten mehrere Verletzungen der Privatklä-

gerin bewirkt wurden. Indessen wurde dies nicht angefochten und ist daher nicht 

zu überprüfen. Für die Gesamtqualifikation bleibt es allerdings unerheblich. Auch 

liegt entgegen den Vorbringen der Verteidigung (Urk. 90 N 86) ein Strafantrag der 

Privatklägerin betreffend die Verfolgung eines Diebstahls im Recht (Urk. D6 2), 

welcher zweifelsohne auch die Verfolgung eines geringfügigen Diebstahls um-

fasst. Entsprechend ist der Beschuldigte in Dossier 6, 2. Teil, der einfachen Kör-

perverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 

Abs. 6 StGB, des geringfügigen Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in Verbin-

dung mit Art. 172ter Abs. 1 StGB, der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 

Abs. 1 StGB, der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 2 in Verbindung mit 

Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB und des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 

StGB, schuldig zu sprechen.  

- 48 - 

12. Mehrfache Übertretung des BetmG (Anklageschrift S. 12) 

Die Erwägungen der Vorinstanz zu diesem Tatvorwurf (Urk. 72 S. 74) sind über-

zeugend und bedürfen keiner Ergänzung, weswegen darauf verwiesen werden 

kann. Der Beschuldigte ist daher der mehrfachen Übertretung des Betäubungs-

mittelgesetzes im Sinne von Art. 19a BetmG schuldig zu sprechen. 

13. Zusammenfassung 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte nebst dem bereits rechtskräftigen 

Schuldspruch gemäss Urteil des Bezirksgerichts Uster vom 30. Januar 2020 wie 

folgt schuldig zu sprechen: 

− der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 

Abs. 1 in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 6 StGB (Dossier 1, 3, 4, 5 und 

6); 

− der mehrfachen Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 in Verbindung mit 

Art. 126 Abs. 2 lit. c StGB (Dossier 1, 2 und 5); 

− des geringfügigen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 in Verbindung mit 

Art. 172ter Abs. 1 StGB (Dossier 6); 

− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Dossier 6); 

− der mehrfachen Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB (Dossier 

1, 3 und 5); 

− der mehrfachen, teilweise versuchten Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 

in Verbindung mit Art. 180 Abs. 2 lit. b StGB und teilweise in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 1, 3, 5 und 6);  

− der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB (Dossier 5); 

− des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB (Dossier 6) und  

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

- 49 - 

III. Strafzumessung 

1. Einleitung 

Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 

30 Monaten und einer Busse von Fr. 1'500.– (Urk. 72 S. 81). Aufgrund des Ver-

bots der reformatio in peius (Art. 391 Abs. 2 StPO) stellt dies vorliegend somit die 

obere Grenze dar. 

2. Theoretischer Strafrahmen 

2.1. Asperationsprinzip 

2.1.1. Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraus-

se