# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a6020405-6711-50fe-8ac9-5f62adba5045
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-07-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.07.2019 E-1928/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1928-2017_2019-07-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1928/2017 

 

 
 Und  

  U r t e i l  v o m  1 8 .  J u l i  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richterin Roswitha Petry (Vorsitz), 

Richterin Muriel Beck Kadima,  

Richterin Gabriela Freihofer,    

Gerichtsschreiberin Regina Seraina Goll. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 2. März 2017. 

 

 

 

E-1928/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am (…) Mai 2015 in der Schweiz um Asyl 

nach. Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 28. Mai 2015 und 

der Anhörung vom 31. August 2016 machte er im Wesentlichen Folgendes 

geltend:  

Er sei eritreischer Staatsbürger, tigrinischer Ethnie und in B._______ ge-

boren, wo er bis ins Jahr (…) gelebt und sich bis zur Ausreise im (…) 2013 

jeweils an den Wochenenden aufgehalten habe. Er habe zu Hause oft sei-

nem Vater in der Landwirtschaft geholfen und sei aufgrund der grenznahen 

Lage seines Dorfes immer wieder mit Soldaten in Konflikt geraten, welchen 

er Namen von Ausreisewilligen hätte angeben sollen und die ihn der illega-

len Ausreise verdächtigt hätten. Einmal sei er für einen Tag festgehalten 

worden. Eine Woche später hätten sie ihn erneut festgenommen und wäh-

rend zwei Wochen in einem Schützengraben festgehalten und geschlagen. 

Aus diesen Gründen sei er danach nach C._______ in die Schule gegan-

gen. Dort habe er keine Probleme mehr gehabt, bis er im (…) 2013 verhaf-

tet und während drei Tagen festgehalten und wieder geschlagen worden 

sei. Sie hätten ihn nach seinen ausgereisten (…) gefragt und ihm vorge-

worfen, Leuten beim Ausreisen zu helfen beziehungsweise selbst ausrei-

sen zu wollen. (…) hätten am dritten Tag eine Bürgschaft über Nakfa 

50‘000. bezahlt und ihn abgeholt. Eine Woche später hätte er sich wieder 

bei den Behörden melden müssen. Zwei Tage vor diesem Termin sei er 

jedoch aus Eritrea ausgereist. Mittlerweile seien auch seine beiden jünge-

ren Schwestern ausgereist.  

Als Beleg seiner Identität reichte er Kopien der Identitätskarten seiner El-

tern und ein Schulzeugnis im Original zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 2. März 2017  eröffnet am 4. März 2017  verneinte 

die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers und 

lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig ordnete es seine Wegweisung aus 

der Schweiz und den Vollzug an.  

C.  

Mit Beschwerde vom 30. März 2017 an das Bundesverwaltungsgericht be-

antragte der Beschwerdeführer die Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von 

Asyl. Eventualiter sei ihm die vorläufige Aufnahme zu gewähren.   

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Seite 3 

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

sowie um die Beiordnung des rubrizierten Rechtsvertreters als unentgeltli-

chen Rechtsbeistand.  

D.  

Mit Verfügung vom 31. März 2017 bestätigte das Bundesverwaltungsge-

richt den Eingang der Beschwerde und stellte fest, der Beschwerdeführer 

dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 4. April 2017 hiess das Bundesverwaltungs-

gericht das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses und setzte den rubrizierten Rechtsvertreter als amtlichen Rechts-

beistand ein. 

F.  

Am 18. Oktober 2017 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

ein ärztliches Zeugnis von Dr. med. D._______ ein. Nach Auffassung des 

Rechtsvertreters geht die Ärztin davon aus, dass die Narben des Be-

schwerdeführers durchaus durch die geltend gemachten Misshandlungen 

(…) 2010 und 2013 verursacht worden sein könnten.  

Mit dieser Eingabe reichte der Rechtsvertreter seine Kostennote ein.  

G.  

Mit Eingabe vom 27. April 2018 reichte der Beschwerdeführer über seinen 

Rechtsvertreter Fotos (…) bei einer Demonstration in E._______ im (…) 

sowie einen Brief (…) vom (…) 2018 als Beweismittel zu den Akten.  

H.  

Mit Schreiben vom 17. Dezember 2018 teilte das Bundesverwaltungsge-

richt dem Beschwerdeführer den Wechsel des zuständigen Instruktions-

richters mit.  

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 26. Juni 2019 wies die Instruktionsrichterin 

den Beschwerdeführer darauf hin, dem ihn betreffenden Eintrag im Zent-

ralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) könne entnommen werden, 

dass er seit dem (…) 2019 für die F._______ tätig sei. Das Gericht gehe 

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folglich davon aus, dass sich seine finanziellen Verhältnisse verändert hät-

ten und er nicht mehr bedürftig sei. Zur Abklärung seiner Bedürftigkeit for-

derte die Instruktionsrichterin den Beschwerdeführer auf, das beiliegende 

Formular «Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege» innert Frist ausgefüllt 

einzureichen und wies ihn darauf hin, dass bei ungenutzter Frist vom Weg-

fall der Voraussetzungen der Bedürftigkeit auszugehen sei. 

J.  

Dieser Aufforderung kam der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 11. Juli 

2019 fristgerecht nach. Dem ausgefüllten Formular «Gesuch um unentgelt-

liche Rechtspflege» legte er eine Unterstützungsbestätigung der Asyl (…) 

vom 5. Juli 2019 mit entsprechenden Belegen sowie eine Gehaltsabrech-

nung der F._______ betreffend den Juni 2019 bei.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes 

vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorlie-

gende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbe-

stimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015 [SR 

142.31]). 

1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember 

2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und 

Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge-

setzesartikel (Art. 83 Abs. 1-4) ist unverändert vom AuG ins AIG übernom-

men worden, weshalb das Gericht nachfolgend die neue Gesetzesbezeich-

nung verwenden wird. 

1.3 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend - endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

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Seite 5 

1.4 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.5 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründete den ablehnenden Asylentscheid mit der Un-

glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers. Er habe an der BzP 

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erklärt, die Soldaten hätten ihn bei der ersten eintägigen Festnahme in sei-

nem Heimatort mit dem Hinweis entlassen, er müsse ihnen in Zukunft 

Leute melden, welche Eritrea illegal verlassen wollten. An der Anhörung 

habe er hingegen gesagt, er sei damals zwei Wochen lang in einem Schüt-

zengraben festgehalten worden. Ferner habe er an der BzP betreffend die 

Haft im (…) 2013 zu Protokoll gegeben, sie hätten ihn mit dem Tod bedroht 

und ihn schliesslich mit der Auflage freigelassen, die Reisepässe und Kon-

taktdaten (…) zu bringen. An der Anhörung habe er erwähnt, aufgrund der 

Bürgschaft in der Höhe von Nakfa 50‘000. entlassen worden zu sein. Eine 

Todesdrohung habe er hier nicht vorgebracht. Er habe sich auch nicht ge-

nau zu den Haftdaten, der Behandlung während der Haft, dem Haftort, dem 

Tagesablauf, den stattgefundenen Gesprächen und Verhören zu äussern 

vermocht. Seine diesbezüglichen Aussagen würden nicht den Eindruck 

von persönlich Erlebtem vermitteln. Er habe daher nicht glaubhaft machen 

können, dass er wegen des Vorwurfs der versuchten illegalen Ausreise o-

der wegen seiner bereits aus Eritrea geflohenen (…) den besagten Verfol-

gungsmassnahmen ausgesetzt gewesen sei. Er sei übrigens nie zum Mili-

tärdienst aufgeboten oder diesbezüglich kontaktiert worden. Schliesslich 

vermöchten auch seine Aussagen zur angeblich illegal erfolgten Ausreise 

aus Eritrea nicht zu überzeugen. So habe er das genaue Ausreisedatum 

nicht nennen können. Zur Planung, Organisation und Durchführung der an-

geblich illegal erfolgten Ausreise sowie der Reisebeschreibung zwischen 

der Ortschaft G._______ und der Grenze habe er sich ebenso ungenau 

geäussert. Auch vor dem Hintergrund des Koordinationsurteils                       

D-7898/2015 des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. Januar 2017 wür-

den ihm aufgrund der  ohnehin unglaubhaften  illegalen Ausreise nicht 

Sanktionen drohen, die ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 Abs. 2 AsylG 

darstellen würden. Andere Anknüpfungspunkte, welche ihn in den Augen 

des eritreischen Regimes als missliebige Person erscheinen lassen könn-

ten, seien ebenfalls nicht ersichtlich, da er keinen Behördenkontakt vor sei-

ner Ausreise im Zusammenhang mit dem Nationaldienst glaubhaft habe 

nachweisen können. Die illegale Ausreise allein vermöge keine Furcht vor 

künftiger asylrelevanter Verfolgung zu begründen. 

5.2 In seiner Rechtsschrift macht der Beschwerdeführer geltend, die Vor-

instanz habe der herabgesetzten Beweisanforderung von Art. 7 AsylG nicht 

hinreichend Rechnung getragen. Sie habe betreffend die Probleme in sei-

nem Heimatdorf unberücksichtigt gelassen, dass er bereits anlässlich der 

BzP ausgeführt habe, er sei eine Woche nach der eintägigen Haft erneut 

festgenommen worden und habe den ganzen Tag einen Graben ausheben 

müssen, wobei er keine Angaben zur Dauer dieser Tätigkeit gemacht habe. 

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In Übereinstimmung damit habe er auch an der Anhörung erzählt, er sei in 

einem Schützengraben festgehalten worden, und diesbezüglich viele De-

tails genannt. Auch die Probleme des (…) und dessen längere Abwesen-

heit habe er an der Anhörung erneut erwähnt. Er habe sehr ausführlich und 

anschaulich erzählt, wohin er mit seinen Tieren gegangen sei, habe diverse 

Personen mit Namen genannt und berichtet, wie die Leute ihn immer wie-

der nach allfälligen Ausreiseplänen gefragt hätten. Sowohl anlässlich der 

BzP als auch an der Anhörung habe man ihn jeweils unterbrochen, was 

nicht zu seinen Lasten fallen dürfe. Betreffend die Haft in H._______ habe 

er ebenfalls bereits an der BzP erwähnt, dass er nach dem Kontakt zu (…) 

gefragt worden sein. Auch wenn er nicht die exakt gleiche Aussage getätigt 

habe und beispielsweise anlässlich der BzP nicht erwähnt habe, dass 

seine Familie für ihn eine Bürgschaft geleistet habe, seien seinen Aussa-

gen keine Widersprüche zu entnehmen. Vielmehr habe er anlässlich der 

Anhörung von seinen Fluchtgründen gesprochen, was auch erkläre, wes-

halb er die Bürgschaft an der BzP nicht erwähnt habe. Schliesslich habe er 

sich auch nicht aktiv um die Bürgschaft bemüht, sondern sei von (…) ab-

geholt worden, die ihm mitgeteilt hätten, dass sie diese bezahlt hätten. 

Überdies hätten die beiden Anhörungen über ein Jahr auseinandergele-

gen. Wenn er in unterschiedlichen Worten von seiner Flucht gesprochen 

habe und teilweise unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt habe, dann 

handle es sich dabei um ein Indiz, dass er das Geschilderte selbst erlebt 

und nicht etwas auswendig Gelerntes wiedergegeben habe. Dies gelte 

auch für die an der BzP erwähnte Todesdrohung. Er habe an der Anhörung 

bestätigt, dass er mit dem Tod bedroht worden sei. Auch bezüglich der In-

haftierung und des Haftortes könne den Ausführungen der Vorinstanz nicht 

gefolgt werden. Er habe anschaulich erklärt, wie man ihn in der Nacht an 

einem Freitag zu Hause abgeholt habe und wie er in den Raum mit zwei 

Türen geführt worden sei, wo man ihn befragt und geschlagen habe. Er 

habe erzählt, dass er sich leer gefühlt und als Last für seine Familie emp-

funden habe, welche eine Bürgschaft für ihn habe bezahlen müssen. Da er 

noch zur Schule gegangen sei, sei er nie für den Militärdienst aufgeboten 

worden. Durch seine Ausreise im Alter von (…) Jahren habe er sich aber 

klar der obligatorischen Militärdienstpflicht entzogen. Er sei dem eritrei-

schen Regime überdies bereits als Oppositioneller aufgefallen, da er der 

illegalen Ausreise und als Schlepper verdächtigt worden sei und zudem 

(…) illegal ausgereist seien. Seine Ausführungen zur illegalen Ausreise 

seien in sich stimmig und würden verschiedene Details aufweisen. Eine 

legale Ausreise sei bereits aufgrund der praktisch ausgeschlossenen Vi-

sumserteilung nicht möglich. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz seien 

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seine Ausführungen nachvollziehbar und überwiegend glaubhaft ausgefal-

len und es könne klar davon ausgegangen werden, dass er im (…) 2013 

die eritreische Grenze nach Äthiopien illegal passiert habe. Aufgrund der 

Ausreise (…) müsse überdies bei einer Rückkehr in sein Heimatland von 

einer Reflexverfolgung ausgegangen werden und er hätte mit drakoni-

schen Strafen zu rechnen. Dies habe sich durch die erwähnte Inhaftierung 

bereits bestätigt.  

5.3 In der Beschwerdeergänzung vom 27. April 2018 wies der Beschwer-

deführer auf die exilpolitische Tätigkeit (…) hin, welcher aus diesem Grund 

in der Schweiz als Flüchtling anerkannt worden sei. Dies belege abermals, 

dass die Familie des Beschwerdeführers aufgrund der illegalen Ausreise 

und der Opposition gegenüber dem eritreischen Regime im Visier der erit-

reischen Regierung stehe. Da (…) in Eritrea aufgrund dieser politischen 

Tätigkeiten aufgesucht, belästigt und bedroht worden sei, habe (…) des 

Beschwerdeführers damit aufgehört. 

6.  

6.1 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des 

Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der 

gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder 

nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine wesent-

liche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschick-

sals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substanziierte, im Wesent-

lichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vor-

kommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlich erlitte-

nen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinrei-

chende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine 

Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, widersprüch-

lichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der Beurtei-

lung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Ele-

mente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Sub-

stanziiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit 

usw.), die für oder gegen den Gesuchsteller sprechen. Glaubhaft ist eine 

Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die 

Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vor-

bringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte we-

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sentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachver-

haltsdarstellung sprechen (vgl. Urteil des BVGer D-5779/2013 vom 23. 

Februar 2015 E. 5.6.1 [als Referenzurteil publiziert] m.w.H.).  

6.1.1 Die Vorinstanz bezweifelt, dass der Beschwerdeführer aufgrund der 

Flucht seiner Geschwister und des Vorwurfs der illegalen Ausreise verfolgt 

worden ist. Nachfolgend wird auf die von der Vorinstanz angeführten Un-

glaubhaftigkeitselemente und die vom Beschwerdeführer diesbezüglich 

entgegneten Argumente beziehungsweise seine Aussagen anlässlich der 

Befragung und Anhörung eingegangen.   

6.1.2 Der Auffassung der Vorinstanz, wonach die zwei Verhaftungen im 

(…) 2009 nicht glaubhaft seien, kann nicht gefolgt werden. Entgegen ihrer 

Ansicht sieht das Gericht in den Aussagen des Beschwerdeführers keinen 

Widerspruch. Wie dieser in seiner Beschwerdeschrift darlegt, hat er wäh-

rend der BzP erklärt, er sei ungefähr eine Woche nach der eintägigen Fest-

haltung wieder verhaftet worden und habe einen Graben ausheben müs-

sen (vgl. A7 Ziff. 7.01). Wie in der Beschwerdeschrift zutreffend ausgeführt, 

geht aus dieser Aussage nicht hervor, wie lange er beim zweiten Mal fest-

gehalten worden ist, sondern lediglich, dass er einen ganzen Tag lang ei-

nen Graben habe ausheben müssen. Bevor er sich weiter dazu äussern 

konnte, wurde er von der befragenden Person unterbrochen (vgl. A7 Ziff. 

7.01). Seine Aussage widerspricht daher nicht seinen Ausführungen an-

lässlich der Anhörung, wonach er ungefähr zwei Wochen in einem Schüt-

zengraben festgehalten worden sei (vgl. A17 F49). Ausserdem war er 

durchaus im Stande, einige Details zu diesem Zeitraum vorzubringen, wie 

etwa den Ort des Schützengrabens, die Stationierung der (…) KS an die-

sem Ort, dass er zum Zeitpunkt der Verhaftung in einem anderen Stall ge-

wesen sei, den Namen des Freundes, welcher kurz vor seiner Anhaltung 

zusammen mit weiteren Personen ausgereist sei, den Namen und Spitz-

namen der Person, welche ihn immer wieder auf den Verbleib seines (…) 

(der damals in Haft war) und auf seine allfälligen Ausreisepläne angespro-

chen habe oder auch, dass sie ab der „dritten Invasion“ die Felder nicht 

mehr hätten bewirtschaften können (vgl. A17 F48 f., F65 und F67). Es er-

scheint auch plausibel, dass diese Ereignisse ihn zum Umzug nach 

C._______  weiter Weg von der Landesgrenze und den dort stationierten 

Soldaten  bewegt haben. Es besteht daher kein Anlass, seine Vorbringen 

in Zusammenhang mit den Verhaftungen im (…) 2009 anzuzweifeln. 

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6.1.2.1 Auch bezüglich der Haft im (…) 2013 schilderte der Beschwerde-

führer  entgegen der Ansicht der Vorinstanz  nachvollziehbar und reali-

tätsnah, wie er in der Nacht geweckt und verhaftet worden ist (vgl. A17 

F53). Die Beschreibung des Haftorts, des Tagesablaufs und seiner Befrei-

ung durch (…) ist detailliert und mit Realkennzeichen versehen (vgl. bei-

spielsweise A17 F54 [fehlende Schuhe beim Eintreten in den Raum]; vgl. 

auch F77 ff., F85 ff., F91, F99, F100, F111 ff. [Festnahme Freitagnacht, 

Mitbewohner nicht zu Hause, Soldaten hatten Kalaschnikows dabei, Öff-

nen zweier Türen bei Eintreten in Befragungsraum mit Säulen, Angebot 

Anwesenheitsliste der Schule zu kontrollieren, um Schlepper-Vorwurf zu 

entgegnen, Raum aus Wellblech, Namen der Soldaten/Priester aus dem-

selben Dorf, etc.]). Überdies stimmt es mit diversen im Internet zugängli-

chen Landkarten überein, dass man von C._______ nach H._______ mit 

dem Auto ungefähr 30 Minuten unterwegs ist (vgl. A17 F53). Allerdings ist 

der Vorinstanz dahingehend zuzustimmen, dass die Aussagen betreffend 

die Misshandlungen eher dürftig ausgefallen sind, erst spät vorgebracht 

wurden und es merkwürdig erscheint, dass er die angebliche Todesdro-

hung in der Anhörung nicht weiter beziehungsweise erst auf Nachfrage an-

gesprochen hat, zumal davon auszugehen ist, dass diese einen sehr ein-

schneidenden Teil der dreitägigen Haft darstellen dürfte (vgl. A17 F165; in 

der Zusammenfassung unter A17 F54 wurden auch die Schläge noch nicht 

erwähnt). Trotz der schlechten Beleuchtung wäre zu erwarten gewesen, 

dass er eine genauere Beschreibung über den Ort und die Art der Schläge 

hätte geben können, zumal er dazu in Zusammenhang mit der Verhaftung 

im Jahr 2009 durchaus in der Lage war (vgl. A17 F67). Auch gegenüber 

der Ärztin hat er genaue Angaben machen müssen, damit diese den ein-

gereichten Bericht verfassen konnte. Es ist folglich davon auszugehen, 

dass die Narben eher von den Misshandlungen im Jahr 2009 stammen, 

welche für die Ausreise jedoch nicht kausal waren und somit nicht unmit-

telbar asylrelevant sind. Wie der Rechtsvertreter darlegt, hatte der Be-

schwerdeführer aber durchaus an beiden Anhörungen dargelegt, dass er 

nach den Kontakten zu (…) gefragt worden ist (vgl. A7 Ziff. 7.01; A17 F56 

und F58). Zudem gab er an, dass er an allen drei Abenden befragt, aber 

nur in der ersten Nacht  während einigen Minuten  geschlagen worden 

sei. Für die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spricht ebenso, dass er jegli-

che Übertreibung unterlässt und sogar einräumt, am zweiten Abend „nur“ 

geohrfeigt und am letzten Abend überhaupt nicht mehr geschlagen worden 

zu sein (vgl. A17 F105 ff.) oder dass er in B._______ nicht der einzige ge-

wesen sei, der Probleme mit den Soldaten gehabt habe (vgl. A17 F63). 

Aufgrund der mehrmaligen Ermahnung der befragenden Person, er solle 

sich kurz fassen (vgl. A7 Ziff. 7.01 [zwei Mal] sowie A9, Aktennotiz vom 28. 

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Mai 2015), kann ihm nicht entgegengehalten werden, dass er die Bürg-

schaft nicht früher erwähnt hat, zumal diese  wie dargelegt  nicht in sei-

ner Handlungsmacht gestanden hat, sondern für ihn erledigt worden war. 

Überdies ist darauf hinzuweisen, dass der genannte Betrag mit den ent-

sprechenden Kenntnissen der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) 

übereinstimmt (vgl. SFH, Eritrea: Reflexverfolgung, Rückkehr und 

„Diaspora-Steuer“, Auskunft der SFH-Länderanalyse, Bern, 30. September 

2018, S. 7). Sowohl an der BzP als auch an der Anhörung hat er überein-

stimmend dargelegt, nicht zum angegebenen Termin erschienen zu sein, 

da er vorher ausgereist sei (vgl. A7 Ziff. 7.01, A17 F109 und F117). So 

scheint auch das Datum seiner Verhaftung für den Wahrheitsgehalt seiner 

Aussagen zu sprechen, da (…) offenbar im (…) 2013 aus Eritrea geflohen 

und der Beschwerdeführer in diesem Monat verhaftet worden ist (vgl. Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts E-7261/2015 vom 9. Dezember 2015, Bst. 

A). Diese Übereinstimmung ist nicht unwesentlich, zumal der Beschwerde-

führer behauptete, nicht gewusst zu haben, wann (…) geflohen sei, und er 

sich nicht erklären könne, warum seine Verhaftung genau in diesem Mo-

ment erfolgte (vgl. A17 F57, F59, F61 und F104). Ausserdem erscheint es 

durchaus plausibel, dass die Behörden seinen Wegzug aus B._______ 

nicht nachvollziehen konnten und davon ausgingen, er nutze seine Orts-

kenntnisse, um Personen, welche über C._______ zu fliehen versuchen, 

zu unterstützen. Dies leuchtet umso mehr ein, als den Behörden womög-

lich aufgefallen ist, dass der Beschwerdeführer immer zwischen 

C._______ und dem grenznahen B._______ hin und her fuhr (vgl. A17 

F104). Letztlich ist auch die Dauer, welche seit der Ausreise aus Eritrea bis 

zu den Anhörungen vergangen ist, zu berücksichtigen.  

6.1.2.2 Hinsichtlich der illegalen Ausreise ist anzumerken, dass die Aussa-

gen des Beschwerdeführers tatsächlich etwas knapp ausfallen (vgl. etwa 

A17 F134). Seine Angaben sind allerdings mehrheitlich überzeugend, ins-

besondere in der Antwort zu Frage A17 F123, wonach er die Reise nicht 

geplant habe, da er wohl sonst nicht bereits drei Monate Miete im Voraus 

bezahlt hätte. Dasselbe gilt für seinen Verbleib in C._______, anstatt seine 

Mutter nach B._______ zu begleiten, da er zur Schule habe gehen wollen 

(vgl. A17 F117, F119 f. und F124 f.). An der Anhörung führte der Beschwer-

deführer aus, dass er ungefähr am (…) 2013 verhaftet und drei Tage fest-

gehalten worden sei; dann habe er eine mündliche Vorladung bekommen, 

laut welcher er eine Woche später wieder hätte erscheinen sollen, indes 

sei er vorher ausgereist. Er müsste demnach (…) 2013 ausgereist sein, 

was mit seinen Aussagen an der BzP übereinstimmt (vgl. A7 Ziff. 2.01 und 

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Ziff. 5.01; A17 F55, F89 und F109). Überdies scheint eine eingehende Pla-

nung der Flucht auch nicht nötig gewesen zu sein, wenn der Beschwerde-

führer  wie er geltend gemacht hat  jedes Wochenende nach Hause in 

die grenznahe Gegend um B._______ gefahren ist und das Gebiet dort gut 

kennt (vgl. A17 F9 und F139). Die Beschreibung der Gegend an der 

Grenze fällt dann auch relativ detailliert aus (vgl. A17 F140 ff.). 

6.1.3 Die protokollierten Angaben zeichnen sich insgesamt durch eine 

Fülle detailreicher und lebhaft beschriebener Erfahrungen aus. So ver-

mochte der Beschwerdeführer die diversen Verhaftungen substanziiert und 

überzeugend darzulegen. Er untermauerte seine Erzählungen mit Emotio-

nen und Gesten, welche insbesondere betreffend seine Entlassung auffal-

len, zumal er vorbringt, sich nicht erleichtert, sondern eher beschämt ge-

fühlt zu haben (vgl. A17 F114 und F150). Die einzelnen Schilderungen der 

Ereignisse weisen zwar nicht immer gleich viele Details, Interaktionen und 

inhaltliche Besonderheiten auf, weshalb die Gewaltanwendung während 

der dreitägigen Haft fraglich ist. Generell erweisen sich die Vorbringen aber 

als übereinstimmend und nachvollziehbar dargetan. Allfällige Wissens- o-

der Erinnerungslücken gestand er frei ein. Trotz der teilweise verwirrenden 

und nicht chronologischen Abfolge der Fragen und auf mögliche Wider-

sprüche angesprochen, liess sich der Beschwerdeführer nicht beirren, son-

dern blieb kohärent in seinen Aussagen. Die Gründe, welche für die Rich-

tigkeit der vorgebrachten Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen, 

weshalb vom eingangs geschilderten Sachverhalt (Bst. A) auszugehen ist.  

6.2 Der Beschwerdeführer macht zu keinem Zeitpunkt geltend, je zum Mi-

litär aufgeboten worden zu sein oder den Dienst angetreten zu haben. Er 

gibt jedoch an, (…) seien ausgereist und zum Teil desertiert. Deshalb habe 

er eine Reflexverfolgung zu befürchten beziehungsweise schon erlitten.  

6.2.1 Unter Reflexverfolgung sind behördliche Belästigungen oder Behelli-

gungen von Angehörigen aufgrund des Umstandes zu verstehen, dass die 

Behörden einer gesuchten, politisch unbequemen Person nicht habhaft 

werden oder schlechthin von deren politischer Exponiertheit auf eine sol-

che auch bei Angehörigen schliessen. Der Zweck einer solchen Reflexver-

folgung kann insbesondere darin liegen, Informationen über effektiv ge-

suchte Personen zu erlangen beziehungsweise Geständnisse von Inhaf-

tierten zu erzwingen. Eine Reflexverfolgung kann flüchtlingsrechtlich im 

Sinne von Art. 3 AsylG relevant sein, allerdings hängen deren Wahrschein-

lichkeit und Intensität stark von den konkreten Umständen des Einzelfalls 

ab. Es muss also aufgrund der Umstände des Einzelfalls ermittelt werden, 

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ob die Furcht vor Verfolgung begründet ist. Die erlittene Verfolgung bezie-

hungsweise die begründete Furcht vor zukünftiger (Reflex-)Verfolgung 

muss ferner sachlich und zeitlich kausal für die Ausreise aus dem Heimat- 

oder Herkunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asylentschei-

des noch aktuell sein. Dieser Nachweis muss durch die entsprechende 

Partei erbracht werden. 

6.2.2 In Eritrea soll es insbesondere in ländlicheren Gegenden nach wie 

vor zu unangekündigten Hausbesuchen der Behörden kommen, bei denen 

Familienmitglieder bedroht, inhaftiert und zum Aufenthalt von Desertierten  

befragt oder Familienväter ohne Erklärung mitgenommen würden. Willkür-

lich Inhaftierte, welche zum Teil auch gefoltert würden, würden dabei nur 

gegen eine Bürgschaft von Nakfa 50‘000. entlassen werden (vgl. US De-

partment of State, Country Report on Human Rights Practices 2017 - Eri-

trea, 20. April 2018,  www.ecoi.net/en/document/1430113.html; UN Human 

Rights Council, Report of the detailed findings of the Commission of Inquiry 

on Human Rights in Eritrea, 5. Juni 2015, Ziffer 1244: www.ecoi.net 

/en/file/local/1231861/1930_1434451802_a-hrc-29-crp-1.doc, beide abge-

rufen am 12. Februar 2019). Solche Bestrafungen würden allerdings inkon-

sistent angewendet und seien abhängig von der Region, wobei sich die 

meisten Vorfälle in Asmara und der Zoba Debub ereignet hätten, die Zahl 

der Vorfälle jedoch schwinde (vgl. European Asylum Support Office 

(EASO), Bericht über Herkunftsländer-Informationen, Länderfokus Eritrea, 

Mai 2015, S.43; vgl. zur gesamten Erwägung 6.3.2 auch SFH, Eritrea: Re-

flexverfolgung, Rückkehr und „Diaspora-Steuer“, a.a.o.).  

6.2.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, insgesamt drei Mal von Solda-

ten verhaftet worden zu sein. Zwei Mal davon in der Nähe seines Heimat-

dorfes B._______  und einmal in C._______. Zunächst sei ihm vorgewor-

fen worden, Ausreisewillige zu unterstützen und selbst ausreisen zu wol-

len. Zwar ist (…) im Jahr 2009 aus Eritrea ausgereist, der Beschwerdefüh-

rer bringt im Zusammenhang mit seinen damaligen Verhaftungen aber nie 

diesen Grund vor (vgl. A17 F60). Erst vor seiner Ausreise sei er schliesslich 

unter anderem in Zusammenhang mit der Ausreise (…) verhaftet worden. 

(…) sei dann auch nicht vorgeworfen worden, dass  zu diesem Zeitpunkt 

 bereits (…) illegal ausgereist seien, sondern, dass er als Schlepper tätig 

gewesen sei beziehungsweise ohne (…) errichtet habe (vgl. A17 F69 f. und 

F118). Das Bundesverwaltungsgericht kommt daher in Würdigung des vor-

liegenden Sachverhalts zum Schluss, dass zwar Indizien für eine Re-

flexverfolgung des Beschwerdeführers vorliegen, die erforderliche Intensi-

tät einer Reflexverfolgung aber nicht glaubhaft gemacht werden konnte. 

http://www.ecoi.net/en/document/1430113.html
http://www.ecoi.net/en/file/local/1231861/1930_1434451802_a-hrc-29-crp-1.doc
http://www.ecoi.net/en/file/local/1231861/1930_1434451802_a-hrc-29-crp-1.doc

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Mangels dauerhaft erfolgten Behelligungen ist auch nicht von einer konkre-

ten begründeten Furcht vor künftigen asylrechtlich relevanten Nachteilen 

auszugehen, zumal kein konkreter Hinweis darauf besteht, dass er bei 

Nichtbefolgung der angeblichen Meldepflicht weiter behelligt worden wäre. 

6.3 Zusammenfassend liegen daher keine asylrelevanten Vorfluchtgründe 

vor.  

7.  

7.1 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise 

aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat – etwa durch ein illegales Verlassen 

des Landes – eine Gefährdungssituation erst geschaffen worden ist, macht 

sogenannte subjektive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 AsylG gel-

tend. Diese begründen die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 

AsylG, führen jedoch gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls. 

Stattdessen werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nach-

weisen oder glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenom-

men (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1).  

7.2 Zur illegalen Ausreise des Beschwerdeführers ist festzuhalten, dass 

das Bundesverwaltungsgericht im Referenzurteil D-7898/2015 vom 30. Ja-

nuar 2017 nach einer eingehenden quellengestützten Lageanalyse 

(E. 4.6–4.11) zum Schluss kam, dass die bisherige Praxis, wonach eine 

illegale Ausreise per se zur Flüchtlingseigenschaft führte, nicht mehr auf-

rechterhalten werden könne (E. 5.1). Es sei nicht mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit davon auszugehen, dass einer Person einzig aufgrund ihrer 

illegalen Ausreise aus Eritrea eine asylrelevante Verfolgung drohe. Für die 

Begründung der Flüchtlingseigenschaft im eritreischen Kontext bedürfe es 

neben der illegalen Ausreise zusätzlicher Anknüpfungspunkte, welche zu 

einer Verschärfung des Profils und dadurch zu einer flüchtlingsrechtlich re-

levanten Verfolgungsgefahr führen könnten (E. 5.1 f.). 

7.3 Wie aus den vorstehenden Erwägungen hervorgeht, konnte der Be-

schwerdeführer zum Zeitpunkt seiner Ausreise aus Eritrea keine beste-

hende, asylrechtlich relevante Gefährdung beziehungsweise Reflexverfol-

gung nachweisen oder glaubhaft machen. Indes ist zu prüfen, ob aufgrund 

seines Profils Anknüpfungspunkte im Sinne des genannten Referenzurteils 

vorliegen. Unbestrittenermassen hat er Eritrea illegal verlassen. Wie dar-

gelegt, hat er glaubhaft dargetan, bereits mehrmals im Fokus der eritrei-

schen Behörden gestanden zu haben. So wurde er aufgrund seines grenz-

nahen Aufenthalts verdächtigt, illegal Ausreisenden behilflich zu sein und 

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selbst ausreisen zu wollen. In diesem Zusammenhang ist er zwei Mal in-

haftiert worden. Kurz vor seiner Ausreise ist er im gleichen Zusammenhang 

nochmals verhaftet und während drei Tagen festgehalten worden, wobei 

ihm zudem Fragen zu seinen im Ausland lebenden (…) gestellt worden 

sind. Mittlerweile sind (…) illegal aus Eritrea ausgereist oder desertiert und 

auch (…) ist bereits mehrmals inhaftiert worden. Zudem ist die exilpoliti-

sche Tätigkeit (…) in der Schweiz offenbar den eritreischen Behörden zur 

Kenntnis gebracht worden. Damit sind mehrere konkrete Indizien gegeben, 

die den Beschwerdeführer in den Augen des eritreischen Regimes als 

missliebige Person erscheinen lassen, ihm anlässlich seiner Rückkehr 

nach Eritrea vorgeworfen werden und zusätzlich zur illegalen Ausreise 

flüchtlingsrechtlich relevante Nachteile ergeben könnten. 

7.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass neben der glaubhaft gemach-

ten illegalen Ausreise zusätzliche Gefährdungselemente vorliegen, auf-

grund derer von einer relevanten Verfolgungsgefahr im Sinne von Art. 3 

respektive Art. 54 AsylG auszugehen ist. Die Vorinstanz hat somit die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Unrecht verneint. 

8.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde betreffend die Flüchtlingseigen-

schaft und den Wegweisungsvollzug gutzuheissen, die Dispositivziffern 1, 

4 und 5 der angefochtenen Verfügung der Vorinstanz vom 2. März 2017 

sind aufzuheben und der Beschwerdeführer als Flüchtling zu anerkennen. 

Die Vorinstanz ist anzuweisen, ihn als Flüchtling vorläufig aufzunehmen 

(Art. 83 Abs. 8 AIG). Die Asylverweigerung ist indessen zu bestätigen und 

insoweit ist die Beschwerde abzuweisen, nachdem keine asylrelevanten 

Vorfluchtgründe bestehen und die Flüchtlingseigenschaft sich aus Nach-

fluchtgründen ergibt, die eine Asylgewährung ausschliessen. 

9.  

9.1 Die Kosten des Beschwerdeverfahrens und die Parteientschädigung 

sind grundsätzlich nach dem Verhältnis von Obsiegen und Unterliegen auf-

zuerlegen beziehungsweise zuzusprechen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Be-

schwerdeführer ist bezüglich seiner Anträge auf Feststellung der Asylge-

währung und der Aufhebung der Wegweisung unterlegen. Bezüglich der 

Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Anordnung des Wegwei-

sungsvollzugs hat er obsiegt. Praxisgemäss bedeutet dies ein hälftiges Ob-

siegen, weshalb die Verfahrenskosten grundsätzlich zur Hälfte dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der seit dem 

1. März 2019 erwerbstätige Beschwerdeführer legte mit Schreiben vom 

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11. Juli 2019 dar, er erziele zwar ein monatliches Nettoeinkommen von 

(…), sei aber weiterhin auf die Unterstützung durch die Sozialhilfe ange-

wiesen. Es ist folglich an der Zwischenverfügung vom 4. April 2017, mit 

welcher das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen wurde, festzuhalten und 

von einer teilweisen Kostenauflage abzusehen. 

9.2 Soweit der Beschwerdeführer  hälftig  obsiegt, ist ihm zu Lasten der 

Vorinstanz eine Parteientschädigung (Art. 64 VwVG; Art. 7 ff. des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) zuzusprechen. 

Der Rechtsvertreter hat gemäss den eingereichten Auflistungen der Auf-

wendungen vom 18. Oktober 2017 einen Aufwand von 12.55 Stunden aus-

gewiesen, wobei er insgesamt Kosten von Fr. 2‘725.50 geltend macht. Der 

veranschlagte Stundensatz von Fr. 200. bewegt sich im gemäss Art. 10 

Abs. 2 VGKE vorgesehenen Rahmen und der Zeitaufwand sowie die Aus-

lagen in der Höhe von Fr. 13.60 erscheinen angemessen. Die Vorinstanz 

ist demnach anzuweisen, dem Beschwerdeführer eine Parteientschädi-

gung in der Höhe von Fr. 1369. (d.h. 6.3 Stunden zuzüglich die Hälfte der 

Auslagen und Mehrwertsteuerzuschlag) auszurichten.  

9.3 Soweit der Beschwerdeführer demgegenüber  hälftig  unterliegt, ist 

seinem Rechtsvertreter, der mit Zwischenverfügung vom 4. April 2017 als 

amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet worden ist, für seine Aufwendungen 

im Beschwerdeverfahren ein Honorar zu Lasten der Gerichtskasse auszu-

richten. 

Bei amtlicher Vertretung geht das Gericht in der Regel von einem Stunden-

ansatz von Fr. 100. bis Fr. 150. für nicht-anwaltliche Vertreterinnen und 

Vertreter aus (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE), wobei nur der not-

wendige Aufwand zu entschädigen ist (vgl. Art. 8 Abs. 2 VGKE). Der in der 

Kostennote angegebene Stundenansatz von Fr. 200. ist entsprechend 

auf Fr. 150. zu reduzieren. Dem Rechtsvertreter ist demnach ein amtli-

ches Honorar in der Höhe von (gerundet) Fr. 1028. zulasten der Gerichts-

kasse auszurichten (inkl. Mehrwertsteuerzuschlag und die Hälfte der Aus-

lagen). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

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Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird betreffend die Flüchtlingseigenschaft und den Voll-

zug der Wegweisung (Dispositivziffern 1, 4 und 5 der angefochtenen Ver-

fügung) gutgeheissen. Im Übrigen wird sie abgewiesen. 

2.  

Die Ziffern 1, 4 und 5 des Dispositivs der Verfügung des SEM vom 2. März 

2017 werden aufgehoben. Das SEM wird angewiesen, den Beschwerde-

führer als Flüchtling vorläufig aufzunehmen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1369. 

auszurichten. 

5.  

Das Honorar des amtlichen Rechtsbeistands wird auf Fr. 1028. festge-

setzt und durch die Gerichtskasse vergütet.  

6.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Regina Seraina Goll 

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