# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85e6c3e9-4b58-5aa8-9eee-c2ce17c8abe5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 27.03.2012 R 2011 109
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2011-109_2012-03-27.pdf

## Full Text

R 11 109
5. Kammer 

URTEIL
vom 27. März 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. Nachdem sie ein erstes Baugesuch zurückgezogen hatten, reichten …. und … 

am 11. Mai 2011 das Gesuch um Abbruch des Stalls und den Neubau der 

Kelterei mit zwei Wohnungen auf Parzelle 440 in … (Dorfkernzone) ein. Am 29. 

Juni 2011 reichten sie ein Projektänderungsgesuch ein. Zum ersten Baugesuch 

hatte auch der Bauberater der Gemeinde … am 14. März 2011 Stellung 

genommen. Er führte aus, dass die gewählte Positionierung des 

Neubaukörpers mit seiner leicht gegen Südwesten ausgedrehten Längsfassade 

sich selbstverständlich in den bestehenden baulichen Kontext einfüge. Der 

hoch aufstrebende, klar geschnittene Kubus mit traufständigem, steilem 

Satteldach bilde einen neuen Volumetrieschwerpunkt und gleichzeitigen 

Abschluss gegen Westen des Ensembles im Oberdorf. Trotz des 

überzeugenden ortsbaulichen Vorschlags bewegten sich die vorgeschlagenen 

Trauf- und Firsthöhen am Limit einer für das Ensemble verträglichen 

Gebäudehöhe. Es sei zu überprüfen, inwieweit die Messweise in den 

Baueingabeplänen den Vorgaben des Baugesetzes (BG) entspreche. Es sei 

sicherzustellen, dass die relativ grossen Volumina für den Keltereibetrieb im 

Untergeschoss mit einer grossen Erdüberdeckung (mindestens 50 cm) 

überlagert würden und der natürliche, bestehende Hangverlauf 

wiederhergestellt werde. So gut das Projekt in Bezug auf Volumen, Stellung, 

Ausrichtung und Dachform des Hauptbaukörpers zu überzeugen vermöge, sei 

die gewählte architektonische Ausformulierung in Frage zu stellen. Die vielen 

unterschiedlichen Fensterformate, ihre unterschiedliche Positionierung im 

Mauerquerschnitt und die Kombination mit grossen, rückspringenden 

Terrasseneinschnitten vermöchten weder in der Anordnung noch in der 

Ausformulierung zu überzeugen. Die projektierte Gaube auf der Südfassade sei 

aus gestalterischen Gründen abzulehnen. Art. 46 (recte: 47) BG lasse hier 

keine Spielräume. Der Bauberater empfahl der Baukommission, das Projekt 

trotz des guten ortsbaulichen Vorschlags aus architektonischen 

(gestalterischen) Gründen zurückzuweisen.

Auch gegen das zweite Baugesuch erhob … am 4. Juni 2011 Einsprache. Er 

monierte, dass das gewachsene Terrain im Bereich der massgebenden vier 

Gebäudeecken nicht mehr zu erkennen sei, demgegenüber aber der natürlich 

gewachsene Geländeverlauf von der Oberdorfstrasse bis zum Küng 

festzustellen wäre. Am Schnittpunkt dieser Geländelinie mit den massgeblichen 

Ecken des Bauobjekts sei die Höhe des natürlich gewachsenen Terrains 

festzulegen und zur Bestimmung der Gebäude- und Firsthöhe heranzuziehen. 

An der Ostseite des Gebäudes seien Abgrabungen vorgenommen worden, 

weswegen die Gebäudehöhe dort vom neugestalteten Terrain aus zu messen 

sei, vor allem bei der nordöstlichen Hauptgebäudeecke. Das geplante Objekt 

hebe sich in seiner Höhe unnatürlich von der bestehenden Umgebung ab. Die 

Fassade sei unruhig gestaltet. Die Dachneigung sei zu steil.

In ihrer Vernehmlassung vom 14. Juni 2011 nahm die Bauherrschaft Stellung. 

Sie erklärte sich bereit, das gewachsene Terrain wie vom Einsprecher verlangt, 

neu zu bestimmen. Betreffend ästhetische Umsetzung verwies sie auf die 

Stellungnahme des Bauberaters. Das Projekt passe sich mit seiner Form sehr 

gut in die bestehende Häusergruppe ein. Die Baukommission erteilte dem 

Vorhaben am 7., mitgeteilt am 19. Juli 2011, die Bewilligung unter Bedingungen 

und Auflagen. Gemäss Ziff. 6. der Auflagen sind die konstruktiven Details der 

Ausführung gemäss Absprache mit dem Bauberater vor Baubeginn 

einzureichen. Die von … am 4. Juni dagegen erhobene Einsprache hiess sie 

insoweit gut, als dass die Gebäude- und Firsthöhenberechnung des 

vorliegenden Neubaus anhand der mittleren Terrainhöhe zwischen …strasse 

und  ..strasse ermittelt worden sei. Die restlichen Einsprachepunkte wies sie ab. 

Dagegen erhob … am 2. August 2011 Einsprache beim Gemeindevorstand … 

und beanstandete, dass die Abweisung seiner Einsprache im Entscheid der 

Baukommission nicht oder nur teilweise kommentiert oder begründet worden 

seien. Dies betreffe den Ortsbildschutz, die Dachfenster, die Dachneigung und 

die Abgrabungen. Neu beschwere er sich betreffend der neuen Parkplätze 1 

und 2. Die Profilierung hätte während hängigem Baueinspracheverfahren nicht 

entfernt werden dürfen. Die Begründung entspricht im Wesentlichen derjenigen 

der Einsprache vom 4. Juni 2011, abgesehen von den beiden neuen Punkten. 

Die Ergebnisse der Beurteilung des Bauberaters seien in einer anfechtbaren 

Verfügung offen zu legen, wie schon in der Einsprache an die Baukommission 

gefordert. Die Vorschriften des Baugesetzes im vorliegenden Bauprojekt seien 

einzuhalten.

Am 25. August 2011 nahm der Bauberater Stellung zum zweiten Baugesuch. Er 

habe beim ersten Gesuch die ortsbaulichen Qualitäten gewürdigt, gleichzeitig 

aber die gewählte architektonische Ausformulierung in Frage gestellt. Auch 

habe er angemerkt, dass die Gebäudehöhe nicht einer baupolizeilichen 

Überprüfung standhalte und der Baukommission empfohlen, entsprechende 

Abklärungen zur Messweise einzufordern. Dem Architekten habe er empfohlen, 

das Projekt entsprechend zu überarbeiten. Die Einreichung sei ohne 

entsprechende Änderungen am 23. Februar 2011 erfolgt. Er habe in der 

Stellungnahme zum Baugesuch vom 14. März 2011 der Baukommission 

empfohlen, das Gesuch zurückzuweisen. Anschliessend habe am 7. April 2011 

eine Besprechung mit Vertretern von Gemeinde und Bauherrschaft 

stattgefunden. Nochmals seien die kritischen Punkte des Bauprojektes 

(Gestaltung der Dachflächenfenster, Gestaltung der Fassaden, insbesondere 

der Fensterformate und deren Verteilung, Gebäudehöhe etc.) diskutiert worden. 

In der Folge sei das Projekt überarbeitet und die Pläne nachgereicht worden. In 

seiner zweiten Stellungnahme vom 27. April 2011 habe er der Baukommission 

empfohlen, das überarbeitete Gesuch zu bewilligen, aber darauf hingewiesen, 

dass für eine abschliessende Beurteilung der Dachgaube noch Detailpläne 

einzufordern seien (die Gaubenfront müsse gegenüber der Fassadenflucht 

zurückstehen) und bezüglich der Gebäudehöhe eine nachvollziehbare 

Höhenberechnung vorliegen müsse. An der Beurteilung der Positionierung des 

Neubaukörpers inklusive Dach ändere sich nichts. Obwohl die Dachneigung 

steiler sei als die der unmittelbar umgebenden Bauten, sei sie aus 

gestalterischen Gründen zu befürworten. Im Ortskern seien viele prägnante 

Bauten mit vergleichbaren Neigungen vertreten. Im Gegensatz zum ersten 

Baugesuch weise die nördliche Dachfläche neu drei statt ein 

Dachflächenfenster auf. Dies sei eine unerwünschte Massierung. Die 

Ausformulierung der Gaube auf der Südseite müsse durch Nachliefern von 

Detailplänen präzisiert werden und es sei insbesondere darauf zu achten, dass 

die Vorderkante der Gaube gegenüber der Fassadenflucht zurückversetzt und 

gegenüber der Traufe deutlich abgesetzt werde.

Nachdem am 30. August 2011 ein Augenschein durchgeführt worden war und 

der Einsprecher noch einmal Gelegenheit zur Replik erhalten hatte - wovon er 

am 12. September 2011 Gebrauch machte - hiess der Gemeindevorstand am 

21. September 2011 die Einsprache vom 2. August 2011 insoweit gut, als dass 

die Anzahl Dachfenster auf der nordseitigen Dachfläche von bisher drei auf neu 

zwei Dachflächenfenster im maximalen Ausmass von je 1 m² zu reduzieren sei. 

Für das Badezimmer und das Zimmer sei je ein Dachflächenfenster zulässig, 

wobei die beiden Dachflächenfenster optisch auf dieselbe Flucht zu setzen 

seien, die diesbezügliche Planänderung von der Baukommission abschliessend 

genehmigt werde, der korrigierte Parkplatznachweis gemäss Plan vom 24. 

August 2011 durch den Gemeindevorstand genehmigt werde, die korrigierte 

Gebäude- (+12 m) und Firsthöhe (+16 m) gemäss Plan vom 24. August 2011 

durch den Gemeindevorstand genehmigt werde und die Bauherrschaft 

angewiesen werde, gestützt auf Art. 43 Abs. 3 der Raumplanungsverordnung 

für den Kanton Graubünden (KRVO) die Bauprofile bis zum Eintritt der 

Rechtskraft des Einspracheentscheides und Baubescheides stehen zu lassen. 

Die restlichen Einsprachepunkte wies der Gemeindevorstand ab. Der Entscheid 

wurde am 29. September 2011 mitgeteilt. 

2. Dagegen erhob … am 27. Oktober 2011 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht und beantragte, der Entscheid vom 21. September 2011 sei 

aufzuheben und die Baubewilligung für den geplanten Neubau auf Parzelle 440 

zu verweigern. Die Gebäudehöhe und die Firsthöhe seien überschritten, weil an 

der nordöstlichen Gebäudeecke auf das gewachsene Terrain auf Niveau + 2.02 

m abgestellt werde und nicht auf die vorgenommene Abgrabung auf Niveau 

0.00 m, wie dies Art. 13 Abs. 1 BG vorschreibe. Zudem entspreche die 

gewählte Dachneigung nicht Art. 47 Abs. 2 BG. So überrage der neue Bau die 

umgebenden Gebäude und die homogen gewachsene Dachlandschaft werde 

gestört. Dies sei am 23. Februar (recte: 2011) auch die Auffassung des 

Bauberaters gewesen. Hier werde die Gebäude- und Firsthöhe dadurch 

beeinflusst, dass ein niedriger überdeckter Anbau (Velounterstand und 

Flaschenlager) vor eine Hauptgebäudeecke gestellt werde, um dieser dann als 

Basis für die Ermittlung der Gebäudehöhe zur Verfügung zu stehen. So könnten 

die Vorschriften über die Ermittlung von Gebäude- und Firsthöhe beliebig 

umgangen werden. Die maximale Firsthöhe und die maximale Gebäudehöhe 

würden ausgenützt. Dies ergebe eine Dachneigung von 40°, womit Art. 47 BG 

verletzt werde. Die umliegenden Häuser hätten alle geringere Dachneigungen. 

Das Projekt sei 85 % steiler als der Durchschnitt der umgebenden Gebäude 

und immerhin noch mehr als 20 % steiler als das steilste Dach. Gemäss Art. 47 

BG seien Dachöffnungen zur Belichtung von Dachräumen in der Regel als 

bescheidene Nebenlichtquellen u.a. in Form von Schleppgauben möglich. Bei 

einer so grossen Gaube könne nicht von einer bescheidenen Nebenlichtquelle 

gesprochen werden. Fenster zur Belichtung des Dachgeschosses seien auf der 

östlichen Hauptgebäudeseite und der gegenüberliegenden Westfassade 

anzuordnen. Das "Dachfenster" auf der Südseite des Gebäudes sei zudem 

keine Schleppgaube, sondern ein Fassadenaufbau. Es habe keinen 

Rücksprung gegenüber der Fassade. 

3. In seiner Vernehmlassung vom 16. November 2011 beantragte …die 

Abweisung der Beschwerde. Bei den vorliegend zur Diskussion stehenden 

Bestimmungen des BG über Gebäudehöhe, Dachneigung und Schleppgauben 

handle es sich um autonomes Gemeinderecht (Art. 24 des 

Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden [KRG]). Der Gemeinde 

stehe somit ein geschützter Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu. Im 

Bereich der nordöstlichen Gebäudeecke sei eine leichte Aufschüttung des 

gewachsenen Terrains vorgesehen. Rund 2.5 m von dieser Gebäudeecke 

entfernt solle eine das natürliche und das leicht aufgeschüttete Terrain 

abstützende Stützmauer realisiert werden. Dabei handle es sich um eine für die 

Gebäudehöhenmessung nicht massgebliche Mauer, d.h. bis zum gewachsenen 

Terrain um eine gewöhnliche Stützmauer und im darüberliegenden, geringfügig 

aufgeschütteten Bereich um eine hinterfüllte Stützmauer. Hier gebe es also eine 

Aufschüttung, keine Abgrabung. Daran ändere nichts, dass hinter der 

Stützmauer ein nach aussen nicht erkennbarer Raum (Veloraum) realisiert 

werden solle. Weil die Geländeaufschüttung für die Ermittlung der Höhe der 

nordöstlichen Gebäudeecke gemäss Art. 13 Abs. 1 BG unbeachtlich sei, habe 

die Gemeinde zu Recht auf das gewachsene Terrain abgestellt. Würde man - 

entgegen seiner Auffassung - die Geländeaufschüttung als Gebäude 

qualifizieren, müsste man eine gegliederte Baute gemäss Art. 13 Abs. 3 BG 

anerkennen. Somit wäre die Gebäudehöhe pro Baukörper separat zu messen 

(Art. 13 Abs. 3 BG). Auch dann wäre für die nordöstliche Gebäudeecke auf das 

gewachsene Terrain abzustellen, weil keine nach aussen sichtbare Abgrabung 

bestehe, auf welche abgestellt werden könnte. Das gewachsene Terrain sei auf 

Wunsch des Einsprechers neu ermittelt worden. Eigentlich wäre gemäss Praxis 

des Verwaltungsgerichtes auf das heute effektiv vorhandene Terrain (während 

der letzten 10 Jahre keine baulichen Veränderungen auf der Bauparzelle) 

abzustellen gewesen. Dieses sei vom Geometer ermittelt worden. Wenn man 

auf diese korrekte Messweise abstellte, ergäbe sich eine Gebäudehöhe von 

9.87 m. Stelle man auf die vom Einsprecher gewünschte Messweise ab, ergebe 

sich eine solche von 10 m. Somit sei die Beschwerde in diesem Punkt ohnehin 

abzuweisen. Der Begriff der angepassten Dachneigung in Art. 47 Abs. 2 Satz 1 

BG sei nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ zu verstehen. Die 

Dachneigung müsse sich auch gut in die Umgebung einordnen. Der Bauberater 

habe die steile Dachform befürwortet. Obwohl sie steiler sei als die der 

unmittelbaren umgebenden Bauten, sei sie aus gestalterischen Gründen zu 

befürworten. Zudem habe man zu Recht auf eine parzellenübergreifende, 

gebietsbezogene Betrachtung für die Beurteilung der guten Gesamtwirkung 

abgestellt. Art. 73 Abs. 1 KRG und Art. 47 Abs. 2 BG seien nicht verletzt. Beim 

Dachaufbau handle es sich um eine Schleppgaube. Wenn  die Gemeinde die 

Gaube als Schleppgaube im Sinne von Art. 47 Abs. 3 BG qualifiziere, könne ihr 

keine willkürliche Rechtsanwendung vorgeworfen werden. Die 1 m²-Restriktion 

für Fenster sei gemäss Art. 47 Abs. 3 BG nicht auf Schleppgauben 

anzuwenden. Die Gemeinde habe die Gaube gestützt auf ihre Praxis bewilligt. 

Dies sei auch mit Blick auf die Vorschriften anderer Gemeinden üblich und 

sachgerecht. 

4. Die Gemeinde beantragte in ihrer Vernehmlassung ebenfalls die Abweisung der 

Beschwerde. Auf Wunsch des Einsprechers habe die Bauherrschaft das 

Gebäude um 14 cm herabgesetzt. Bei den beanstandeten unterirdischen 

Räumen Lager, Veloraum und Degustation handle es sich klar um Keller bzw. 

Garagen, welche an der Ostseite des Hauses an eine hinterfüllte Stützmauer 

grenzten. Gemäss Art. 15 Ziff. 2 BG liege eine Unterniveaubaute vor, wenn 

diese im Durchschnitt nicht mehr als 60 cm über dem gewachsenen oder 

abgegrabenen Terrain liege und wenn sie maximal 2.5 m aus dem 

gewachsenen oder abgegrabenen Terrain hinausrage. Diese Werte würden hier 

eingehalten, selbst dann, wenn man vom gewachsenen Terrain gemäss 

Angaben des Beschwerdeführers aus rechne. Rechne man nach den Angaben 

der Baukommission, würden die Voraussetzungen noch klarer eingehalten. Die 

geplanten Räume hätten keine Fassade, keine Fensteroberlichter und lägen 

vollumfänglich unter einer mindestens 50 cm dicken, begrünten Humusschicht. 

Diese liege nur minimal über dem gewachsenen Terrain und sei dessen Verlauf 

angepasst. Somit liege ein Gebäudeteil vor, welcher sich nicht von üblichen 

Tiefgaragen oder anderen Kellergeschossen, welche sehr häufig nicht 

unterhalb der Hausfassade endeten, sondern sich bis an die Parzellengrenzen 

erstrecken dürften, unterscheide. Müsste bei all diesen Räumlichkeiten vom 

abgegrabenen Terrain aus gemessen werden, wäre ein Grossteil der Häuser im 

ganzen Kanton zu hoch. Daran ändere nichts, dass das Lager von aussen her 

mit einem Tor erschlossen werde, dies sei bei Tiefgaragen üblich. Für die 

Gemeinde sei wichtig gewesen, dass die Gebäude von aussen her nicht 

sichtbar seien. Von Osten her sehe man lediglich eine hinterfüllte Stützmauer 

sowie ein Tor und vor der Stützmauer eine Treppe. Die Stützmauer selber 

könne nicht als Fassade der Unterniveaubaute gewertet werden, sei mit dem 

BG vereinbar und präsentierte sich gleich, wenn dahinter statt des Veloraums 

Erdreich läge. Wäre der Veloraum mit Erdreich gefüllt, könnte der Status der 

Unterniveaubaute überhaupt nicht mehr in Frage gestellt werden. Es sei weder 

sichtbar noch nutzungsrelevant, ob hinter der Stützmauer ein Raum oder 

Erdreich liege. Von der Nord- und Westseite her sei nichts zu sehen, was auf 

den Bestand von Räumlichkeiten unter der zum Teil leicht aufgeschütteten 

Grünfläche schliessen liesse. Auch der Bauberater sei in seinen Berichten von 

unterirdischen Räumlichkeiten ausgegangen. Zudem spreche die Höhe des 

Bauprojekts nicht dagegen, dass der Baukubus sehr gelungen sei. Dies sei die 

Meinung des Bauberaters und dieser Meinung schliesse sich die Gemeinde an. 

Der Bauberater lobe die Dachgestaltung ausdrücklich. Die Gemeinde habe im 

Ortskern mehrere Gebäude, welche über ein ebenso steiles Dach verfüge wie 

das Bauprojekt. Die Ausführungen des Beschwerdeführers beschränkten sich 

wohl auf die unmittelbar benachbarten Gebäude oder seien unvollständig und 

würden bestritten. Für Schleppgauben ergebe sich aus Art. 47 Abs. 3 BG keine 

klare Definition. Die Konkretisierung der Bewilligungsfähigkeit von 

Schleppgauben sei Sache der Gemeinde. In den letzten Jahren habe sich die 

Praxis herauskristallisiert, dass nur Schleppgauben bewilligt würden, welche 

höchstens einen Drittel der Dachfläche ausmachten. Früher sei die Praxis 

weniger restriktiv gewesen. Die Bauherrschaft habe die Dachgaube auf dieses 

Mass verkleinert. Sie überschreite die Grösse von einem Drittel der Dachfläche 

nicht mehr. Die Gaube sei gegenüber der Fassade leicht zurückversetzt (15 

cm). Dies gehe aus der Ansicht West hervor. Allenfalls könnte die Gaube noch 

deutlicher zurückversetzt werden. Es sei somit unbestritten, dass die Gaube 

soweit zurückversetzt gebaut werde, dass sie sich klar gegenüber der Traufe 

absetze, mindestens um die aus den Plänen ersichtlichen 15 cm. 

5. Der Beschwerdeführer hielt in seiner Replik an seinen Anträgen fest. Die 

Gegenparteien verzichteten auf eine Duplik. 

Am 23. März 2012 führte das Verwaltungsgericht einen Augenschein an Ort 

und Stelle durch, an welchem der Beschwerdeführer, Mitglieder der 

Gemeindebehörden mit ihrem Anwalt sowie der Beschwerdeführer mit seinem 

Anwalt teilnahmen. Allen Anwesenden wurde dabei Gelegenheit erteilt, sich 

anhand der Örtlichkeiten auch noch mündlich zu den aufgeworfenen Fragen zu 

äussern. 

Auf das Ergebnis des Augenscheines sowie die weiteren Ausführungen der 

Parteien in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Wie das Bundesgericht in den letzten Jahren wiederholt entschieden hat, fällt 

das öffentliche Baurecht im Kanton Graubünden grundsätzlich in den 

Autonomiebereich der Gemeinden. In Bezug auf all jene Fragen, die im 

kantonalen Gesetz keine abschliessende Regelung gefunden haben und bei 

denen den Gemeinden eine relativ erhebliche Gestaltungsfreiheit zusteht, 

stellen die Vorschriften der kommunalen Bauordnungen autonomes 

Gemeinderecht dar (BGE 128 I 3 E. 2b S. 8). Die Gemeindeautonomie bezieht 

sich dabei nicht nur auf die Rechtsetzung, sondern auch auf die 

Rechtsanwendung und -auslegung, wenn die anwendbare Bestimmung dem 

selbständigen Gemeinderecht angehört. Das Verwaltungsgericht hat sich dann 

bei der Anwendung und Auslegung solcher Normen Zurückhaltung 

aufzuerlegen, wenn ein Zweifelsfall vorliegt, die Auslegung schwierig ist oder in 

besonderem Masse örtliche Verhältnisse zu würdigen sind. Die Überprüfung 

durch das Verwaltungsgericht ist zwar grundsätzlich frei im Sinne von Art. 51 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG). Das bedeutet, dass die 

Ermessensausübung auf Missbrauch oder Überschreitung zu prüfen ist. Den 

Gemeinden kommt demnach im Sinne der konstanten Rechtsprechung ein 

geschützter Beurteilungs- und Ermessensspielraum zu, in welchen das Gericht 

nur eingreift, wenn die Gemeinde diesen Spielraum missbraucht oder 

überschritten hat (statt vieler: VGU R 11 21; R 07 114). 

2. Gemäss Art. 9 BG (Zonenschema) beträgt die Gebäudehöhe in der 

Dorfkernzone 10 m, die Firsthöhe 14 m. Gemäss Art. 13 BG gilt als 

Gebäudehöhe das Mittel aller Hauptgebäudeecken, gemessen vom 

gewachsenen Boden bis zum Schnittpunkt mit der Oberkante der 

Dachkonstruktion. Bei Abgrabungen ist die Gebäudehöhe vom neu gestalteten 

Terrain aus zu messen. Die Firsthöhe wird ab Niveaupunkt bis Oberkant First 

gemessen. Der Niveaupunkt entspricht dem Mittel aller Hauptgebäudeecken, 

gemessen beim gewachsenen oder abgegrabenen Terrain.

Der Beschwerdeführer rügt die Nichteinhaltung von Gebäude- und Firsthöhe 

einzig noch mit dem Argument, bei der Nordostecke wäre infolge der dort 

vorgenommenen Abgrabung vom Niveau 0.00 m aus zu messen und nicht vom 

gewachsenen Terrain (Niveau + 2.02 m). Er stellt auch die Höhe des 

gewachsenen Terrains nicht in Frage. Seine Argumentation ist falsch. 

Massgebend ist das Resultat, welches an der Nordostecke des Hauptgebäudes 

entsteht. Im Endeffekt entsteht dort eine Aufschüttung, welche leicht über dem 

gewachsenen Terrain liegt und folglich ist dort für die Bemessung von 

Gebäude- und Firsthöhe vom gewachsenen Terrain auszugehen (Art. 13 Abs. 1 

und Abs. 2 BG). Es verhält sich im Resultat für den Beschwerdeführer genau 

gleich, wie wenn dort nur eine Aufschüttung mit Stützmauer (ohne 

dahinterliegenden Hohlraum) geschaffen würde. Auch dann müsste bei der 

Nordostecke des Hauptgebäudes vom gewachsenen Terrain aus gemessen 

werden. Die Bemessung von Gebäude- und Firsthöhen ist demgemäss korrekt 

erfolgt. Auch der Beschwerdeführer behauptet – abgesehen vom vorstehend 

abgehandelten Argument – nicht, die zulässigen Höhenmasse seien nicht 

eingehalten. Er stösst sich nur daran, dass sie ausgenützt werden, was aber 

höchstens für die Beurteilung der Verträglichkeit des Bauvorhabens mit den 

Ästhetikbestimmungen, insbesondere Art. 47 Abs. 2 BG, massgebend sein 

kann (dazu gleich nachstehend).

3. Gemäss Art. 47 Abs. 1 und 2 BG ist bei der Dachgestaltung auf die ortsüblichen 

Formen, Farben und Materialien Bezug zu nehmen. In der Dorfkernzone sind 

nur Giebel- und Walmdächer zulässig, deren Neigung jener für das 

Bauvorhaben umgebenden Gebäude angepasst sind. 

Der Beschwerdeführer stösst sich einmal daran, dass das Dach viel steiler sei 

als diejenigen der das Bauvorhaben umgebenden Gebäude. Dies führe im 

Endeffekt dazu, dass ein im Vergleich zu den umliegenden Gebäuden viel zu 

hohes Haus erstellt werde. Sodann stört ihn, dass die Baubehörde 

fälschlicherweise nicht nur die "das Bauvorhaben umgebenden Gebäude" 

berücksichtigt, sondern den ganzen Dorfkern. 

Im Gegensatz zu der vom Beschwerdeführer vertretenen Meinung ist in den 

Augen des Bauberaters und der Baubehörde das  projektierte Dach nicht zu 

steil und sie betrachten es als legitim, auch einen weiteren Umkreis von 

Gebäuden zum Vergleich heranzuziehen. Dies ist angesichts der recht offenen 

Formulierung in Art. 47 Abs. 2 BG (Neigung angepasst; das Bauvorhaben 

umgebende Gebäude) und angesichts des anerkannt grossen 

Ermessensspielraums der Gemeinde vertretbar. Auf jeden Fall ist davon 

auszugehen, dass Art. 47 Abs. 2 BG neben Art. 73 Abs. 1 KRG Bestand hat, 

indem er Ästhetikvorschriften in Bezug auf die Dachneigung konkretisiert. Der 

Augenschein hat nun klar gezeigt, dass die von der Gemeinde und dem 

Bauberater vertretene Auffassung über die ästhetische Qualität der Baute nicht 

zu beanstanden ist. Zwar tritt das Gebäude mit seinem steilen Dach markant in 

Erscheinung. Das heisst aber nicht, dass es den umliegenden Gebäuden nicht 

angepasst ist. Vielmehr bildet es einen hervorragenden Abschluss des 

Ensembles, wie vom Standort Degenstrasse aus gesehen werden konnte und 

wie sich letztlich auch der vom Beschwerdeführer am Augenschein 

eingereichten Fotomontage entnehmen lässt. 

4. Gemäss Art. 47 Abs. 3 BG sind Dachöffnungen zur Belichtung von 

Dachräumen in der Regel als bescheidene Nebenlichtquellen in Form von 

Dachflächenfenstern bis maximal 1 m² Fensterfläche pro Fenster oder 

Schleppgauben auszugestalten.

Einmal ist festzustellen, dass hier auf jeden Fall eine Schleppgaube vorliegt. 

Der Beschwerdeführer  beanstandet, dass die Gemeinde für die Definition der 

Schleppgaube auf Wikipedia abstellt. Dagegen habe er ein Fachbuch zitiert. 

Dies spielt jedoch keine grosse Rolle, da die Definitionen hier wie dort im 

Wesentlichen gleich sind. Es handelt  sich nicht um einen Fassadenaufbau, da 

die Gaube gegenüber der Hausfassade zumindest leicht zurückversetzt ist 

(nach Angaben der Gemeinde 15 cm). Vor Baubeginn muss gemäss Auflage 6. 

in der Baubewilligung der entsprechende Detailplan von der Bauherrschaft vor 

Baubeginn noch geliefert werden. Damit ist sichergestellt, dass die 

Rückversetzung auch realisiert wird.

Störend ist, dass die Gemeinde ihre Bewilligungspraxis für Dachgauben im 

Einspracheverfahren anders umschreibt als im Beschwerdeverfahren. Im 

Einspracheverfahren wurde ausgeführt, dass die Dachgaube nicht länger als 

ein Drittel der Dachlänge sein darf, im Beschwerdeverfahren dagegen, dass die 

Dachgaube nicht mehr als einen Drittel der Dachfläche beanspruchen darf. 

Vorliegend wird beides eingehalten, weshalb die Frage, was gilt, offengelassen 

werden kann. Fraglich ist immerhin, ob diese Praxis gesetzeskonform ist. 

Angesichts der sehr offenen Formulierung in Art. 47 Abs. 3 BG (in der Regel als 

bescheidene Nebenlichtquellen in Form von Schleppgauben) und angesichts 

des anerkannt grossen Ermessensspielraums der Gemeinde kann diese Praxis 

als baurechtskonform bezeichnet werden. Die Beschwerde ist daher unter allen 

Gesichtspunkten abzuweisen.

5. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten des 

Beschwerdeführers.

Gemäss Art. 78 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG) 

wird die unterliegende Partei in der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei 

alle durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. Der 

Beschwerdeführer hat daher die private Gegenpartei aussergerichtlich zu 

entschädigen. In Berücksichtigung der Kostennote und der Teilnahme am 

Augenschein erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 5‘000.-- als 

angemessen.

Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben 

betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG in der Regel keine 

Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis 

obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein Anlass.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3‘000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 352.--

zusammen Fr. 3‘352.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. …. bezahlt … eine Parteientschädigung von Fr. 5‘000.-- (inkl. MWST).