# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a4fe0524-1602-5f92-96d6-d7ef1aee5c55
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.05.2007 A-1587/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1587-2006_2007-05-14.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1587/2006
{T 0/2}

Urteil vom 14. Mai 2007

Mitwirkung: Richter Markus Metz (Vorsitz), Pascal Mollard, Lorenz Kneu-
bühler (Abteilungspräsident). Gerichtsschreiber Johannes 
Schöpf.

X._______, ...,
Beschwerdeführer, vertreten durch ...

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarz-
torstrasse 50, 3003 Bern,
Vorinstanz

betreffend
Mehrwertsteuer (MWSTV 1. Quartal 1999 bis 4. Quartal 2000 / Vorsteuer-
abzug).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

2

Sachverhalt:

A. X._______ betreibt seit dem Herbst 1997 in ... ein Ingenieurbüro. Aufgrund 
einer am 4. und 5. August 2004 bei diesem Unternehmer durchgeführten 
Kontrolle wurde er durch die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) als 
Mehrwertsteuerpflichtiger  in  das  von  der  Verwaltung  geführte  Register 
rückwirkend per 1. Januar 1999 eingetragen (Mehrwertsteuernummer ...). 
Nachdem  die  ESTV  gravierende  Mängel  in  der  Buchhaltung  von 
X._______ festgestellt  hatte, musste sie die Umsätze der Steuerperioden 
1.  Quartal  1999  bis  1. Quartal  2004  mittels  einer  Schätzung  festlegen. 
Daraus resultierte  für  die Steuerperioden 1.  Quartal  1999 bis  4.  Quartal 
2000  (Zeitraum  vom  1. Januar  1999  bis  31.  Dezember  2000)  eine 
Nachforderung gemäss Ergänzungsabrechnung (EA) Nr. ... vom 5. August 
2004  von  Fr. 28'520.--  zuzüglich  5%  Verzugszins  ab  30.  Juni  2002 
(mittlerer  Verfall).   Am  7.  September  2004  erfolgten  durch  den 
Mehrwertsteuerpflichtigen  Zahlungen  über  die  Beträge  von  Fr. 12'284.90 
und Fr. 33'275.70.

Die  ESTV  erliess  auf  Ersuchen  von  X._______ am  9.  November  2004 
unter Berücksichtigung der aus anerkannten Vorsteuerabzügen stammen-
den  Gutschriftsanzeige  (GS)  Nr.  ...  vom  28. September  2004  über  Fr. 
3'273.--  einen förmlichen Entscheid  über eine Mehrwertsteuerschuld  von 
Fr.  25'247.--,  zuzüglich  Verzins.  Gleichzeitig  wurde  der  Beginn  der 
Mehrwertsteuerpflicht von X._______ per 1. Januar 1999 bestätigt.

B. X._______ reichte gegen diesen Entscheid am 17. November 2004 bei der 
ESTV  eine  Einsprache  ein  mit  dem  Begehren,  die  Mehrwertsteuer-
forderung  sei  "den  tatsächlichen  Verhältnissen  anzupassen",  namentlich 
um Fr. 12'901.15 bzw. Fr. 5'090.30 zu reduzieren.

Im  Einspracheentscheid  vom  24.  April  2006  erkannte  die  ESTV  in  teil-
weiser Gutheissung wie folgt:

"1./2. ...

3. Die Einsprache wird für die Steuerperioden 1. Quartal 1999 – 4. Quartal 
2000  im Betrage  von  Fr.  2'000.--  ...  teilweise  gutgeheissen,  im Übrigen 
aber abgewiesen.

4. X._______ schuldet der ESTV für die Steuerperioden 1. Quartal 1999 – 
4. Quartal 2000 (Zeit vom 1. Januar 1999 – 31. Dezember 2000) noch:

  Fr. 25'247.-- gemäss Entscheid vom 9. November 2004,

- Fr.  2'000.--  teilweise Gutheissung,

  Fr. 23'247.-- Mehrwertsteuer zuzüglich Verzugszins ab 30. Juni 2002.

Die  Zahlung  vom  7.  September  2004  über  Fr.  12'284.90  wird  an  die 
Steuerschuld angerechnet.

5. ...

6. ..."

3

Zur Begründung führte die ESTV insbesondere aus,  X._______ habe für 
die Jahre 1998 bis 2003 sowie für das 1. Quartal 2004 keine Buchhaltung 
geführt,  Bank-  und Postkontobelege,  Quittungen von Barauslagen sowie 
Lieferantenrechnungen  seien  nicht  vollständig  vorhanden  gewesen.  Zu 
den von ihm eingereichten Mehrwertsteuerabrechnungen seien keine De-
tails  vorhanden gewesen.  Es sei  nicht  klar  wie sich die deklarierten  Be-
träge zusammensetzten. Die Umsatzschätzung der Verwaltung habe sich 
auf den Erfahrungszahlen der ESTV abgestützt.

C. Mit Eingabe vom 5. Mai 2006 liess  X._______ (Beschwerdeführer) gegen 
den Einspracheentscheid  der ESTV vom 24.  April  2006 Beschwerde bei 
der  Eidgenössischen  Steuerrekurskommission  (SRK)  mit  dem  Begehren 
erheben,  die  Mehrwertsteuerschuld  der  Jahre  1999  und  2000  sei  um 
Fr. 5'097.95 auf Fr.  18'149.05 zu korrigieren. Er begründete dies im We-
sentlichen  damit,  dass  von  einem Vorsteuerabzug  für  Drittleistungen  für 
diese beiden Jahre von je Fr. 4'125.--, statt einem solchen von Fr. 3'152.05 
für beide Jahre zusammen, auszugehen sei.

D. Die ESTV beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 17. Juli  2006, die Be-
schwerde  sei  kostenpflichtig  abzuweisen.  Die  Verwaltung  brachte  insbe-
sondere vor, der Beschwerdeführer habe es verabsäumt, durch eine ord-
nungsgemäss  geführte  Buchhaltung  alles  zu  unternehmen,  um  die  Vor-
steuern  geltend  zu  machen.  Das Unvermögen,  rechtsgenügliche  Belege 
vorzuweisen, welche zum Vorsteuerabzug berechtigten, habe sich der Un-
ternehmer selbst zuzuschreiben. Dem Beschwerdeführer sei von der Ver-
waltung  am 5.  August  2004  unter  Fristansetzung  die  Möglichkeit  einge-
räumt worden,  die fehlenden Vorsteuerjournale zusammen mit den Bele-
gen einzureichen.  Davon habe dieser  Gebrauch gemacht  und die ESTV 
habe ihm die GS Nr. ... über den Betrag von Fr. 3'273.-- ausgestellt. Dass 
durch  diese  Gutschrift  möglicherweise  nicht  sämtliche  mit  Vorsteuer 
belasteten Drittleistungen abgedeckt würden, habe er wegen seiner unge-
nügend geführten Aufzeichnungen sich selbst anzulasten.

E. Mit  Schreiben vom 9. Februar  2007 teilte  das Bundesverwaltungsgericht 
den Parteien mit, dass es das hängige Beschwerdeverfahren übernommen 
hat.

Auf  die  weiteren  Begründungen  der  Eingaben  wird  –  soweit  entscheid-
wesentlich – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes-
verwaltungsgericht  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes 
vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Eine 
solche liegt nicht vor und die Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 

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33 VGG. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Es übernimmt am 1. Januar 2007 die 
Beurteilung des bei der SRK hängigen Rechtsmittel und wendet das neue 
Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.2 Streitgegenstand  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren  ist  lediglich  die 
Steuerschuld  des  Beschwerdeführers  für  die  Steuerperioden  1.  Quartal 
1999 – 4. Quartal 2000 (Zeit vom 1. Januar 1999 – 31. Dezember 2000), 
wogegen die Steuerschuld des Beschwerdeführers für die Steuerperioden 
1. Quartal  2001 – 1. Quartal  2004 (Zeit  vom 1. Januar 2001 – 31. März 
2004) im Umfang von Fr. 19'875.-- zuzüglich Verzugszins ab 30. Juni 2002 
gemäss Ziffer 5 des Einspracheentscheids vom 24. April 2006 in Rechts-
kraft erwachsen ist.

1.3 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Einsprache-
entscheid grundsätzlich in vollem Umfange überprüfen. Der Beschwerde-
führer kann neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) 
und  der  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des  rechtserheb-
lichen  Sachverhalts  (Art.  49  Bst.  b  VwVG)  auch  die  Rüge  der  Unange-
messenheit  erheben  (Art.  49  Bst.  c  VwVG;  vgl.  ANDRÉ MOSER,  in  ANDRÉ 
MOSER/PETER UEBERSAX,  Prozessieren  vor  eidgenössischen 
Rekurskommissionen, Basel und Frankfurt am Main 1998, Rz. 2.59; ULRICH 
HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Auf-
lage,  Zürich  2006,  Rz.  1632 ff.).  Das Bundesverwaltungsgericht  hat  den 
Sachverhalt  von  Amtes  wegen  festzustellen  und  ist  dabei  nicht  aus-
schliesslich  an  die  Parteibegehren  gebunden.  Grundsätzlich  hat  die  Be-
schwerdestanz das Recht von Amtes wegen anzuwenden. Sie ist  an die 
vorgebrachten rechtlichen Überlegungen der Parteien nicht gebunden (vgl. 
Art. 62 Abs. 4 VwVG; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren und 
Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2.  Auflage,  Zürich  1998,  S.  39 
Rz. 112).

2.

2.1 Die  Verordnung  vom  22.  Juni  1994  über  die  Mehrwertsteuer  (MWSTV, 
AS 1994  1464)  stellte –  als  selbständige,  das heisst  direkt  auf  der  Ver-
fassung beruhende Verordnung – bis zur Regelung des Mehrwertsteuer-
rechts  durch  den  ordentlichen  Gesetzgeber  gesetzesvertretendes  Recht 
dar. Das Bundesgesetz vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer 
(MWSTG,  SR  641.20)  ist  am  1.  Januar  2001  in  Kraft  getreten,  woraus 
folgt,  dass  die  Mehrwertsteuerverordnung  aufgehoben  wurde.  Indessen 
bleiben  nach  Art. 93  Abs.  1  MWSTG  die  aufgehobenen  Bestimmungen, 
unter Vorbehalt von Art. 94 MWSTG, weiterhin auf alle während deren Gel-
tungsdauer  eingetretenen  Tatsachen  und  entstandenen  Rechtsverhält-
nisse  anwendbar.  Vorliegend  kommt  Art. 94  MWSTG  nicht  zur  An-
wendung.  Die  hier  in  Frage  stehende  Mehrwertsteuerforderung  betrifft 
Sachverhalte,  welche  in  den Jahren  1999  und 2000  verwirklicht  worden 
sind.  Somit  finden die Bestimmungen der Mehrwertsteuerverordnung auf 
den vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt weiterhin Anwendung.

2.2 Art. 4 Bst. a und b MWSTV bestimmt, dass der Mehrwertsteuer die gegen 

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Entgelt erbrachten Lieferungen und Dienstleistungen eines nach Art. 17 ff. 
MWSTV  Steuerpflichtigen  unterliegen,  soweit  die  Umsätze  nicht  nach 
Art. 14 MWSTV von der Steuer ausgenommen oder nach Art. 15 MWSTV 
von  ihr  befreit  sind.  Als  Dienstleistung  gilt  jede  Leistung,  die  keine 
Lieferung  eines  Gegenstandes  ist;  eine  solche  liegt  auch  vor,  wenn 
immaterielle Werte und Rechte überlassen werden, gleichgültig, ob sie in 
einer  Urkunde  verbrieft  sind  oder  nicht  und  wenn  eine  Handlung  unter-
lassen oder  wenn eine Handlung oder  ein Zustand geduldet  wird (Art. 6 
Abs. 1 und 2 MWSTV).

2.3 Die  Veranlagung  und  Entrichtung  der  Mehrwertsteuer  erfolgt  nach  dem 
Selbstveranlagungsprinzip  (Art.  35  MWSTV;  vgl.  ERNST BLUMENSTEIN/PETER 
LOCHER, System des Steuerrechts, 6. Auflage, Zürich 2002, S. 421 ff.; ALOIS 
CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A.  VALLENDER,  Handbuch  zum  Mehrwert-
steuergesetz (MWSTG), Bern 2003, Rz. 1731 ff.;  ISABELLE HOMBERGER GUT, 
in: DIEGO CLAVADETSCHER/PIERRE-MARIE GLAUSER/GERHARD SCHAFROTH, mwst.com, 
Basel/Genf/München 2000, Art. 46 Rz. 1). Dies bedeutet, dass der Mehr-
wertsteuerpflichtige nach Art. 37 MWSTV selbst und unaufgefordert  über 
seine Umsätze und Vorsteuern abzurechnen und innerhalb von 60 Tagen 
nach Ablauf  der  Abrechnungsperiode den geschuldeten Mehrwertsteuer-
betrag  (Steuer  vom  Umsatz  abzüglich  Vorsteuern)  an  die  ESTV  abzu-
liefern  hat.  Ein  Verstoss  des  Mehrwertsteuerpflichtigen  gegen  diesen 
Grundsatz ist als schwerwiegend anzusehen, da durch die Nichteinhaltung 
dieser  Vorschrift  der  Unternehmer  die  ordnungsgemässe  Erhebung  der 
Mehrwertsteuer  und damit  das  Steuersystem als  solches  gefährdet  (vgl. 
Entscheide  der  SRK vom 5.  Januar  2000,  veröffentlicht  in  Verwaltungs-
praxis der Bundesbehörden [VPB] 64.83 E. 2; vom 19. Mai 2004, veröffent-
licht  in  VPB 68.131 E.  2b;  vom 24.  Oktober  2005,  veröffentlicht  in  VPB 
70.41 E. 2a/bb).

2.4 Reicht  der Steuerpflichtige seine Mehrwertsteuerabrechnungen nicht  ein, 
ist  die  ESTV  berechtigt,  eine  Ermessenseinschätzung  vorzunehmen 
(Art. 48  MWSTV;  CAMENZIND/  HONAUER/VALLENDER,  a.a.O.,  Rz.  1680  ff.;  UELI 
MANSER,  in:  mwst.com,  a.a.O.,  Art.  60  Rz.  1).  Sie  hat  dabei  diejenige 
Schätzungsmethode zu wählen, die den individuellen Verhältnissen im Be-
trieb des Mehrwertsteuerpflichtigen soweit als möglich Rechnung trägt, auf 
plausiblen  Angaben  beruht  und  deren  Ergebnis  der  wirklichen  Situation 
möglichst nahe kommt (Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 61 
S. 819 E. 3a, ASA 52 S. 238 E. 4). In Betracht fallen einerseits Methoden, 
die  auf  eine  Ergänzung  oder  Rekonstruktion  der  ungenügenden  Buch-
haltung  hinauslaufen,  andererseits  Umsatzschätzungen  aufgrund  unbe-
strittener  Teil-Rechnungsergebnisse  in  Verbindung  mit  Erfahrungssätzen 
(ASA 73 S. 233 f. E. 2c/aa, ASA 63 S. 239, ASA 52 S. 239 E. 4;  MANSER, 
a.a.O., Rz. 4).

2.5 Im  Beschwerdeverfahren  kann  der  Mehrwertsteuerpflichtige  die  vorge-
nommene Schätzung der Ausgangsumsatzsteuer als solche bestreiten und 
er hat die Möglichkeit, die erforderlichen Beweismittel einzureichen, um die 
Unrichtigkeit der durch die Verwaltung vorgenommenen Schätzung nach-
zuweisen. Sind die Voraussetzungen einer Ermessenstaxation erfüllt,  ob-

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liegt es ihm, den Beweis für die Unrichtigkeit der Schätzung zu erbringen 
(vgl. ASA 61 S. 819, 58 S. 384, 50 S. 432 E. 1b; BGE 105 Ib 186; Ent-
scheide der SRK vom 15. Oktober 1999, veröffentlicht in VPB 64.47 E. 5b; 
vom 29. Oktober 1999 i.S. H. [SRK 1998-102 und SRK 1998-103] E. 5, be-
stätigt  durch Urteil  des Bundesgerichts  2A.580/1999 vom 21. Juni  2000; 
Entscheid der SRK vom 6. April 2005, veröffentlicht in VPB 69.109 E. 49 
ff.).  Erst wenn der Mehrwertsteuerpflichtige den Nachweis dafür erbringt, 
dass die Vorinstanz mit  der Ermessensveranlagung Bundesrecht  verletzt 
bzw.  dass ihr  dabei  erhebliche  Ermessensfehler  unterlaufen sind,  nimmt 
das  Bundesverwaltungsgericht  eine  Korrektur  der  vorinstanzlichen 
Schätzung vor (vgl. die entsprechenden Entscheide der SRK vom 5. Janu-
ar 2000, veröffentlicht in VPB 64.83 E. 2, vom 25. August 1998, veröffent-
licht in VPB 63.27 E. 5c, und vom 21. Juni 1999 i.S. S. [SRK 1998-138], 
E. 4c).

2.6

2.6.1 Der Vorsteuerabzug nach Art. 29 ff. MWSTV ist ein wesentliches Element 
der  schweizerischen  Mehrwertsteuer,  welche  von  ihrem  System  her  als 
Nettoallphasensteuer  ausgestaltet  ist.  Er  ermöglicht  es,  dass  der  Unter-
nehmer  nur  seinen  effektiven  "Mehrwert"  zu  versteuern  hat.  Praktisch 
funktioniert  der  Vorsteuerabzug  so,  dass  der  Mehrwertsteuerpflichtige – 
bei  gegebenen  (insbesondere  formellen)  Voraussetzungen –  von  der 
Steuer auf seinem Ausgangsumsatz (= Ausgangsumsatzsteuer) diejenige 
Steuern  abziehen  darf,  welche ihm von seinen  Lieferanten  und Auftrag-
nehmern überwälzt  wurden.  Damit  reduziert  die Vorsteuer seine Zahllast 
gegenüber  der  ESTV.  Der  Vorsteuerabzug  ist  das  Gegenstück  zur Aus-
gangsumsatzsteuer.  Beide  Bereiche  sind  deshalb  auseinanderzuhalten 
und es ist die Steuer auf dem Ausgangsumsatz von der Vorsteuer getrennt 
zu ermitteln (vgl. CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER, a.a.O., Rz. 1362). Damit ein 
Vorsteuerabzug geltend gemacht werden kann, ist grundsätzlich vorausge-
setzt,  dass  die  bezogene  Lieferung  oder  Dienstleistung  für  Zwecke  ge-
mäss Art. 29 Abs. 2 Bst. a-d MWSTV verwendet wird (STEPHAN KUHN/PETER 
SPINNLER, Mehrwertsteuer, Muri/Bern 1994, S. 100). Die Durchführung des 
Vorsteuerabzugs verlangt insbesondere auf der Seite der Verwaltung nach 
Belegen, die eine rasche, einfache und effiziente Kontrolle der Selbstver-
anlagung zulassen und Missbräuche ausschliessen.  Art. 29 Abs. 1 Bst. a 
MWSTV sieht daher vor, dass zum Vorsteuerabzug nur berechtigt ist, wer 
die geltend gemachten Beträge mit Belegen nach Art. 28 Abs. 1 MWSTV 
nachweisen  kann.  Demnach  muss  ein  Mehrwertsteuerpflichtiger,  um die 
ihm von einem anderen Mehrwertsteuerpflichtigen in  Rechnung gestellte 
Mehrwertsteuer  von  seiner  Ausgangsumsatzsteuer  abziehen  zu  dürfen, 
Belege  beibringen  (Art. 28  Abs.  1  MWSTV;  BLUMENSTEIN/LOCHER,  a.a.O., 
S. 415, 453 f.; Urteile des Bundesgerichts 2A.247/2000 vom 20. April 2001 
E. 2c und 2A.642/2004 vom 14. Juli 2005 E. 5.4). Eine genaue Anwendung 
dieser  Anordnungen  durch  die  ESTV liegt  im  Interesse  einer  gerechten 
und missbrauchsfreien Erhebung der  Mehrwertsteuer.  Die einzelnen An-
forderungen an mehrwertsteuerkonforme Belege sind von den Mehrwert-
steuerpflichtigen ohne übermässigen Aufwand erfüllbar  und können auch 

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vom  Empfänger  einer  Lieferung  oder  Dienstleistung  einfach  und  rasch 
überprüft werden.

2.6.2 Vom Wortlaut  der Verordnung her ist  nicht  eindeutig,  ob die Verwaltung 
bloss  den  Ausgangsumsatz  schätzen  soll,  oder  ob  sie  auch  eine 
Schätzung  der  Vorsteuern  vornehmen  muss.  Die  SRK hat  sich  dazu  in 
mehreren Entscheiden mit  der Lehre ausführlich auseinandergesetzt  und 
ist zum Schluss gekommen, dass die  ESTV nicht verpflichtet ist, bei feh-
lenden Belegen auch die Vorsteuer  nach pflichtgemässem Ermessen zu 
schätzen (vgl. Entscheide der SRK vom 15. Oktober 1999, veröffentlicht in 
VPB 64.47 E. 5b und vom 1. April 2003, veröffentlicht in VPB 67.127 E. 4a 
mit Hinweisen zur Lehre). Das Bundesverwaltungsgericht sieht keinen An-
lass, von dieser Rechtsprechung der SRK abzuweichen.

3.

3.1 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Vorinstanz den Umsatz des 
Beschwerdeführers für die Zeit vom 1. Januar 1999 bis zum 31. Dezember 
2000 einer Ermessenschätzung unterziehen musste, da der Unternehmer 
für  die  fragliche  Zeit  keine  Buchhaltung  vorlegen  konnte,  keine  Kassa-
bücher geführt hatte und Bank-, Postkontobelege und Quittungen von Bar-
auslagen sowie Lieferantenrechnungen nicht vollständig vorhanden waren. 
Die ESTV hat dabei diejenige Schätzungsmethode gewählt, die den indivi-
duellen  Verhältnissen  im  Betrieb  des  Unternehmers  soweit  als  möglich 
Rechnung trägt, auf plausiblen Angaben beruht und deren Ergebnis in Ver-
bindung  mit  Erfahrungssätzen  der  wirklichen  Situation  möglichst  nahe 
kommt. Der Beschwerdeführer bestreitet denn zu Recht die im angefochte-
nen  Einspracheentscheid  zu  seinen  Gunsten  revidierte  Schätzung  der 
ESTV seines Bruttoumsatzes von je Fr. 188'125.-- für das Jahr 1999 und 
das Jahr  2000 nicht.  Er  macht  lediglich  geltend,  es hätten ihm die Vor-
steuern auf den durch die Verwaltung geschätzten Drittleistungen von je 
Fr.  55'000.--  für  das  Jahr  1999  und  das  Jahr  2000  im  Umfang  von 
Fr. 8'250.--, statt lediglich der auf Grund der vorhandenen und eingereich-
ten Belege errechneten Vorsteuern von Fr. 3'152.05 gemäss der GS Nr. ... 
vom  28. September  2004  angerechnet  werden  müssen.  Die  Differenz 
daraus ergebe den Betrag zu seinen Gunsten von Fr. 5'097.95.

3.2 Nach dem unter E. 2.6.2 Ausgeführten hat die ESTV den Vorsteuerabzug 
nicht zu schätzen, sondern muss sich für dessen Berechnung auf die vor-
handenen Belege abstützen. Der Beschwerdeführer hat nachträglich, aber 
fristgerecht  seine Vorsteuerjournale für die Perioden 1. Quartal  1999 bis 
4. Quartal  2000 (Zeitraum vom 1.  Januar  1999 bis  31.  Dezember  2000) 
eingereicht.  Die ESTV hat in der Folge sämtliche vom Beschwerdeführer 
vorgelegten Belege (mit  Ausnahme der  Rechnung der Firma  ... über  Fr. 
895.--, für welche auf der Kostenzusammenstellung keine Mehrwertsteuer 
ausgewiesen wurde) für den Vorsteuerabzug anerkannt, was zur GS Nr. ... 
vom  28.  September  2004  im  Umfang  von  Fr. 3'273.--  geführt  hat.  Der 
Beschwerdeführer  macht  zu  Recht  nicht  geltend,  die  Berechnung  der 
Vorsteuer  durch  die  ESTV  auf  Grund  seiner  eingereichten  Belege  sei 
falsch. Weitere Unterlagen zur Berechnung des Vorsteuerabzugs hat der 

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Beschwerdeführer  weder  im Verlaufe  des  Einsprache-  noch im Rahmen 
des  Beschwerdeverfahrens  eingereicht.  Aus  der  von  ihm  eingereichten 
Jahresrechnung für das Jahr 2005 lassen sich keine Rückschlüsse auf den 
Umsatz  und den Vorsteuerabzug  für  die Jahre  1999 und 2000 ableiten. 
Der  Beschwerdeführer  hat  das  Unvermögen,  rechtsgenügliche  Belege 
vorzulegen, nur sich selbst zuzuschreiben. In einem solchen Fall hat das 
Bundesgericht darauf verzichtet, die Frage der Schätzung der Vorsteuern 
durch  die  Verwaltung  näher  zu  prüfen  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.558/2005 vom 8. Mai 2006 i.S. E. 2.3). Gleich verhält es sich  auch in 
casu.  Bereits  aus  Kontakten  mit  der  ESTV,  die  auf  das  Jahr  1997 
zurückgehen, als seine Mehrwertsteuerpflicht oder seine freiwillige Unter-
stellung  unter  die  Mehrwertsteuerpflicht  in  Frage  stand  und  abgeklärt 
wurde,  wusste  der  Beschwerdeführer  um  die  Pflichten  eines  Mehrwert-
steuerpflichtigen. Er hätte aus diesem Grund schon lange allen Anlass ge-
habt,  für  eine  vollständige,  auch den Erfordernissen  der  Mehrwertsteuer 
nachkommende  Buchhaltung  zu  sorgen.  Der  Beschwerdeführer  war 
ausserdem auf Grund seines Umsatzes von mehr als Fr. 100'000 jährlich 
ohnehin verpflichtet, sich im Handelsregister eintragen zu lassen und da-
mit  seine  Bücher  ordnungsgemäss  zu  führen  (Art.  957  des  Bundesge-
setzes vom 30. März 1911 betreffend die Ergänzung des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches  [Fünfter  Teil:  Obligationenrecht;  OR,  SR 220]  in  Ver-
bindung mit Art.  52 und 54 Handelsregisterverordnung vom 7. Juni 1937 
[HRegV, SR 221.411]).

3.3 Es bleibt  deshalb  auch kein  Raum für  die  Anwendung  des Art.  45a der 
Verordnung  vom 29.  März  2000  zum Bundesgesetz  über  die  Mehrwert-
steuer (MWSTGV, SR 641.201), wonach allein aufgrund von Formmängeln 
keine Mehrwertsteuerforderung erhoben wird, wenn erkennbar ist oder die 
mehrwertsteuerpflichtige  Person  nachweist,  dass  durch  die  Nichtein-
haltung einer Formvorschrift des Gesetzes oder dieser Verordnung für die 
Erstellung  von  Belegen  für  den  Bund  kein  Steuerausfall  entstanden  ist. 
Diese Vorschrift  kann nur dort  greifen,  wo zwar  Belege vorhanden sind, 
diese  aber  nicht  in  einer  vom Gesetz  oder  der  Verordnung  geforderten 
Form  erstellt  wurden  (vgl.  Praxismitteilung  der  ESTV  vom  31. Oktober 
2006  zur  „Behandlung  von  Formmängeln“,  online  auf: 
www.estv.admin.ch/d/mwst/dokumentation/praxis/2006.htm  ; Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1365/2006 vom 19. März 2007 E. 2.3). Sie 
ist jedoch nicht anwendbar, soweit der Mehrwertsteuerpflichtige überhaupt 
keine Belege vorweisen kann.

3.4 Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.

4. Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  hat  der  Beschwerdeführer  nach 
Art. 63  Abs.  1  VwVG  die  Verfahrenskosten  zu  tragen.  Die  Ver-
fahrenskosten  werden  in  Anwendung  des  Art.  4  des  Reglements  vom 
11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2)  auf Fr. 1'000.-- festgesetzt 
und mit  dem vom Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher  Höhe  verrechnet.  Eine  Parteientschädigung  an  den  Beschwerde-
führer wird im Umkehrschluss zu Art. 7 Abs. 1 VGKE nicht ausgerichtet.

http://www.estv.admin.ch/d/mwst/dokumentation/praxis/2006.htm
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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 1'000.-- werden X._______ aufer-
legt und mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- ver-
rechnet.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Dieses Urteil wird eröffnet:

- dem Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)

- der Vorinstanz (Gerichtsurkunde)

Der Abteilungspräsident: Der Gerichtsschreiber:

Lorenz Kneubühler Johannes Schöpf

Rechtsmittelbelehrung 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts können innert  30 Tagen seit  Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne angefochten werden. Die Be-
schwerde ist unzulässig gegen Entscheide über die Stundung oder den Erlass 
von Abgaben. Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die 
Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift 
zu enthalten. Sie muss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht 
eingereicht  oder  zu  dessen  Handen  der  Schweizerischen  Post  oder  einer 
schweizerischen  diplomatischen  oder  konsularischen  Vertretung  übergeben 
werden (Art. 42, 48, 54, 83 Bst. m und Art. 100 des Bundesgesetzes vom 17. 
Juni  2005  über  das  Bundesgericht  [Bundesgerichtsgesetz,  BGG, 
SR 173.110]).Rechtsmittelbelehrung  Dieses  Urteil  kann  innert  dreissig  Tagen 
seit  Eröffnung beim Schweizerischen Bundesgericht  in Lausanne angefochten 
werden.

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