# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 56048536-f982-584a-9425-ce810c16d961
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-12-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 13.12.2006 SF 2006 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2006-30_2006-12-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Ref.: Chur, 13. Dezember 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 06 30 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Riesen-Bienz, Giger und Zinsli
Aktuarin ad hoc Honegger Droll

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In der Strafsache

des Z., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fry-
berg, Postfach 731, Vazerolgasse 2, 7002 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 23. Oktober 2006, 

betreffend Vergewaltigung etc.,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. Z. wurde am 2. März 1983 in A. in B. geboren. Als er drei Jahre alt 
war, verstarb seine Mutter, worauf er - zusammen mit einer Schwester - bei seinem 
Vater und seinem Onkel aufwuchs. In A. besuchte der Angeklagte während vier 
Jahren die Volksschule. Nach der Schulentlassung absolvierte er keine weitere Aus-
bildung, sondern betätigte sich zusammen mit seinem Vater und seinem Onkel als 
Händler. Am 24. Dezember 2001 reiste er via Italien in die Schweiz ein und stellte 
ein Asylgesuch, welches sechs Monate später abgewiesen wurde. Seit er sich in 
der Schweiz befindet, war er lediglich ein Monat lang erwerbstätig, nämlich im Jahre 
2002 in einem Restaurant in C.. Vom 27. Mai 2003 bis 2. April 2005 verbüsste Z. in 
verschiedenen Strafanstalten in D. und E. mehrere Freiheitsstrafen. Vom 2. April 
2005 bis 1. November 2005 befand er sich in P. in Ausschaffungshaft. Eine Aus-
schaffung aus der Schweiz war nicht möglich, weil mangels Kooperation des Ange-
klagten kein heimatlicher Reisepass beschafft werden konnte. Danach logierte er 
bis zum Beginn der Untersuchungshaft im Durchgangsheim für Asylbewerber in F.. 
Für die Verpflegung erhielt er - nebst unentgeltlicher Logis - vom Sozialamt Fr. 7.-- 
pro Tag. Der Angeklagte besitzt nach seinen Angaben kein Vermögen und hat auch 
keine Schulden.

Im Schweizerischen Strafregister ist Z. mit folgenden sieben Verurteilungen 
verzeichnet:

- 15.03.2002, Bezirksanwaltschaft T-3 Zürich

  Hinderung einer Amtshandlung

  14 Tage Gefängnis, 2 Jahre Probezeit (bedingter Strafvollzug widerrufen 
am 25.06.2002)

- 29.05.2002, Juge d'instruction Genève

  Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG

  30 Tage Gefängnis, 3 Jahre Probezeit (bedingter Strafvollzug widerrufen 
am 14.03.2003)

- 25.06.2002, Kreispräsident P.

  Mehrfache Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG etc.

  3 Monate Gefängnis, 3 Jahre Probezeit (bedingter Strafvollzug widerrufen 
am 14.03.2003)

- 23.09.2002, Chambre pénale Genève

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  Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 und 2 BetmG

  16 Monate und 16 Tage Gefängnis, 5 Jahre Probezeit (bedingter Strafvoll-
zug widerrufen am 12.12.2003)

- 14.03.2003, Kreispräsident P.

  Mehrfache Widerhandlung gegen Art. 23a ANAG etc.

  3 Monate Gefängnis

- 07.04.2003, Kreispräsident P.

  Widerhandlung gegen Art. 23a ANAG

  10 Tage Gefängnis

- 12.12.2003, Bezirksgerichtsausschuss F.

  Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG sowie Art. 23a ANAG etc.

  12 Monate Gefängnis, 5 Jahre Landesverweisung

Gemäss dem Leumundsbericht der Kantonspolizei D. vom 8. Juni 2006 und 
namentlich aufgrund der mehreren Vorstrafen des Angeklagten ist sein Leumund 
als erheblich getrübt zu bezeichnen. Die Strafanstalt Sennhof stellt ihm jedoch ein 
gutes Führungszeugnis aus.

Z. wurde am 5. Mai 2006 in G. festgenommen und befindet sich seither in 
Untersuchungshaft.

B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 23. Oktober 
2006 wurde Z. wegen Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB, unrechtmäs-
siger Aneignung gemäss Art. 137 Ziff. 2 Abs. 1 StGB, Verweisungsbruchs gemäss 
Art. 291 Abs. 1 StGB, mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 23a ANAG sowie 
mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG in Anklagezustand ver-
setzt. Dieser Anklage liegt nach Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden 
vom 23. Oktober 2006 der folgende Sachverhalt zu Grunde:

"1. der Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB

Am 5. Mai 2006, kurz nach 02.00 Uhr, suchte Z. in P. das O. auf. 
Dort unterhielt er sich an der Bar mit H., welche er ca. 2 bis 3 Monate 
zuvor im Ausgang kennen gelernt hatte. Ca. um 04.00 Uhr verliessen 
sie gemeinsam dieses Lokal und fuhren mit einem Kollegen von Z., I., 
mit dessen Wagen nach G., wo sie eine Wohnung in der Liegenschaft 
J. aufsuchten. Dort begaben sich der Angeklagte und H. in das Schlaf-
zimmer, wo sie sich gegenseitig küssten und streichelten. Z. zog hierauf 

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H. bis auf den BH und danach sich selbst nackt aus. Er streifte ein Kon-
dom über und begann im Einverständnis mit H. den Geschlechtsver-
kehr. Als H. feststellte, dass der Angeklagte das Kondom abgestreift 
hatte und den Verkehr ohne Kondom fortsetzen wollte, erklärte sie ihm, 
dass er aufhören solle und versuchte, ihn wegzustossen. Der Ange-
klagte hielt jedoch eine Hand des Opfers fest und legte sich mit vollem 
Gewicht so auf sie, dass er trotz Gegenwehr des Opfers den Ge-
schlechtsverkehr fortsetzen konnte. Unmittelbar nach Beendigung des 
Geschlechtsverkehrs zwischen dem Angeklagten und dem Opfer betrat 
I. das Schlafzimmer und legte sich sofort nackt auf das Opfer. Obwohl 
H. sich nach Kräften wehrte, schrie und weinte, unterliess es der Ange-
klagte, I. von der Vergewaltigung des Opfers abzuhalten.

Das bei einem Untersuch gesicherte Spurenmaterial wurde durch das 
Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen einer DNA-Ana-
lyse unterzogen. Im Gutachten vom 8. Juni 2006 wird festgehalten, dass 
unter anderem in der Scheide des Opfers Spermaspuren des Angeklag-
ten und von I. nachweisbar waren.

Am 4. August 2006 konnte die Kantonspolizei D. am Tatort ein gerisse-
nes Kondom sicherstellen. Gemäss dem Bericht des Institutes für 
Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen vom 12. September 2006 
konnten an diesem Kondom DNA-Spuren von H. und - sowohl an der 
Aussen- wie an der Innenseite Spermien von Z. nachgewiesen werden.

Mit Eingabe vom 5. Oktober 2006 macht H. adhäsionsweise Schaden-
ersatz für Medikamente und Spitalkosten von total Fr. 2'513.20 sowie 
eine Genugtuung im Betrag von Fr. 2'000.-- geltend.

2. der unrechtmässigen Aneignung gemäss Art. 137 Ziff. 2 Abs. 1 StGB

Ca. am 6. Februar 2006, etwa in der Zeit zwischen 05.00 Uhr und 06.00 
Uhr, fand Z. nach seinen Angaben beim Postautodeck beim Bahnhof in 
P. ein Mobiltelefon "Motorola" im Wert von ca. Fr. 300.--. Er eignete sich 
dieses Natel, das sich im Eigentum von K. befand, an. Das Natel wurde 
am 10. Februar 2006 durch die Polizei beim Angeklagten in seiner Un-
terkunft im Durchgangszentrum Ried in F. sichergestellt und in der Folge 
der Eigentümerin erstattet.

K. stellte am 23. Mai 2006 gegen den Angeklagten einen Strafantrag wegen 
unrechtmässiger Aneignung.

3. des Verweisungsbruchs gemäss Art. 291 Abs. 1 StGB

Mit Urteil des Bezirksgerichtsausschusses F. vom 12. Dezember 2003 
wurde Z. für die Dauer von fünf Jahren des Landes verwiesen. Unge-
achtet dieser ihm bekannten Landesverweisung reiste er bis zu seiner 
am 5. Mai 2006 erfolgten Festnahme durch die Polizei nie aus der 
Schweiz aus.

4. der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 23a ANAG

Mit Verfügung des Amtes für Polizeiwesen D. vom 9. April 2002 wurde 
Z. auf unbestimmte Zeit untersagt, das Gebiet der Stadt P. zu betreten. 
Ungeachtet dieser ihm bekannten Verfügung hielt er sich ab November 
2005 bis zum 5. Mai 2006 mehrmals auf dem Gebiet der Stadt P. auf.

5. der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG

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In der Zeit von Dezember 2005 bis ca. 26. oder 27. April 2006 konsu-
mierte Z. hie und da an einem Wochenende Marihuana, das er von Kol-
legen unentgeltlich erhalten hatte. Sodann konsumierte er in der Zeit 
vom 16. bis 19. Februar 2006 sowie in der Zeit vom 2. bis 5. Mai 2006 
je einmal Kokain. Zwei am 19. Februar 2006 und am 5. Mai 2006 durch-
geführte Urinproben auf Kokain ergaben ein positives Ergebnis.

Bei Z. wurden während des Strafverfahrens unter drei verschiedenen Malen 
zur Sicherstellung einer allfälligen Busse und von Verfahrenskosten Depositen im 
Gesamtbetrag von Fr. 2'840.-- erhoben (Fr. 270.--, Fr. 1'070.-- und Fr. 1'500.--).

Mit Verfügung vom 24. Oktober 2006 wurde durch das Kantonsgerichtsprä-
sidium die Sicherheitshaft bis zur Hauptverhandlung angeordnet.

C. Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht von 
Graubünden vom 13. Dezember 2006 waren der Angeklagten persönlich, dessen 
amtliche Verteidiger, ein Dolmetscher und der Staatsanwalt, Dr.iur. Alex Zindel zu-
gegen. 

a) Der Staatsanwalt, Dr.iur. Alex Zindel, stellte und begründete die fol-
genden Anträge:

"1. Der Angeklagte sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit 3 ½ Jahren Zuchthaus unter Abzug der Untersuchungs-
haft zu bestrafen.

3. Die erhobenen Deposita im Gesamtbetrag von Fr. 2'480.- seien zur De-
ckung der Kosten zu verwenden.

4. Die beiden sichergestellten Natels seien nach rechtskräftiger Erledigung 
der Sache dem Angeklagten herauszugeben.

5. Gesetzliche Kostenfolge."

b) Der amtliche Verteidiger von Z., Rechtsanwalt lic.iur. et oec. Pius Fry-
berg, beantragte, dass der Angeklagte von der Anklage der Vergewaltigung freizu-
sprechen sei. Aus dem Aussageverhalten des Opfers ergebe sich, dass es unter 
der Voraussetzung der Benutzung eines Kondoms mit dem Geschlechtsverkehr ein-
verstanden gewesen sei. Nach dem Spurenauswertungsbericht über das später 
aufgefundene Kondom seien sowohl im Innen- als auch im Aussenbereich Sper-
mien des Angeklagten festgestellt worden. Es sei damit davon auszugehen, dass 
der Angeklagte das Kondom während des Geschlechtsverkehrs nicht abgestreift 
habe, es aber wahrscheinlich gerissen sei. In Anwendung des Grundsatzes in dubio 
pro reo sei der Angeklagte freizusprechen. Im Weiteren führte der amtliche Vertei-
diger aus, dass Z. den Kokainkonsum bestreite. Insgesamt plädierte er für eine 

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Strafe von wenigen Monaten unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungs-
haft.

c) In seinem Schlusswort beteuerte Z. erneut, dass sowohl die erste Aus-
sage des Opfers, dass er kein Kondom benutzt habe, sowie die zweite, wonach er 
das Kondom während des Geschlechtsverkehrs abgestreift habe, nicht wahr seien.

Auf die Ausführungen in den mündlichen Vorträgen wird, soweit erforderlich, 
in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. Gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB wird mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren 
bestraft, wer eine Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, 
namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck 
setzt oder zum Widerstand unfähig macht. Das dem Opfer abgenötigte Verhalten 
besteht in der Duldung des Beischlafes. Während das Opfer notwendigerweise eine 
Frau sein muss, kommt als Täter in aller Regel nur ein Mann in Betracht. Geschützt 
ist die sexuelle Selbstbestimmung der Frau. Als hauptsächliche Anwendungsfälle 
von Nötigungsmitteln erwähnt das Gesetz, dass der Täter die betreffende Person 
bedroht, ihr gegenüber Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder 
zum Widerstand unfähig macht. Die ersten drei im Gesetz genannten Nötigungs-
mittel brauchen nicht zu einer vollständigen Widerstandsunfähigkeit des Opfers zu 
führen. Die Gewalteinwirkung braucht in keiner Weise schwer zu sein. Sie ist bereits 
dann gegeben, wenn der Täter ein grösseres Mass an körperlicher Kraft anwendet 
als unter gewöhnlichen Umständen zum Vollzug des Aktes notwendig ist. Das Opfer 
muss sich insbesondere während des Aktes nicht bis zur Erschöpfung wehren und 
damit bisweilen zusätzliche Schmerzen auf sich nehmen. Unter Umständen gibt es 
auf, weil es weitere Abwehr für zwecklos hält. Es genügt mithin die Gewalt, die nötig 
wäre, das konkrete Opfer gefügig zu machen, den Beischlaf gegen seinen Willen 
zu dulden (vgl. Trechsel, Kurzkommentar StGB, 2. Auflage, N. 5 zu Art. 189 StGB 
in Verbindung mit N. 3 zu Art. 190 StGB mit zahlreichen Hinweisen). Möglich ist 
auch die Tatbestandsvariante eines "unter psychischen Druck setzen". Die tatbe-
standsmässige Ausweglosigkeit der Situation kann sich auch ergeben, ohne dass 
der Täter eigentliche Gewalt anwendet. Vom Opfer wird nicht ein Widerstand ver-
langt, der über eine mögliche und zumutbare Abwehr hinausgehen würde. Erforder-
lich ist eine ausweglose Situation, in welcher dem Opfer eine Widersetzung nicht 
zuzumuten ist, es mit anderen Worten ausserstande gesetzt wird, sich zu wehren 

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(BGE 126 IV 130, 124 IV 158f.). Zwischen dem Einsatz von Nötigungsmitteln und 
der Duldung des Geschlechtsverkehrs ist Kausalität erforderlich. Ob die tatsächli-
chen Verhältnisse die tatbeständlichen Anforderungen eines Nötigungsmittels erfül-
len, lässt sich erst nach einer umfassenden Würdigung der relevanten und konkre-
ten Umstände entscheiden. Es ist mithin eine individualisierende Beurteilung not-
wendig, die sich auf hinlänglich typisierbare Merkmale stützen muss (BGE 126 IV 
129). Die betroffene Frau muss durch die Nötigung zur Erduldung des Beischlafs 
gezwungen werden. Dieser Zwang kann beim Vollzug des Beischlafs fortwirken, sei 
es, dass der Täter den Widerstand der Frau gebrochen hat, sei es, dass sie es nicht 
wagt, sich weiterhin zu wehren (BGE 118 IV 54f., 115 IV 217, 107 IV 180; Straten-
werth, Schweizerisches Strafrecht, Besonderer Teil 1, 5. Auflage, Bern 1995, N. 10 
zu §8; Philipp Maier, Die Nötigungsversuche im neuen Sexualstrafrecht, S. 316). 
Vollendet wird die Tat damit, dass der Täter sein Glied in die Scheide des Opfers 
einführt, wenn auch nur vorübergehend oder bloss in den Vorhof. Eine Ejakulation 
ist nicht erforderlich. In subjektiver Hinsicht setzt der Tatbestand der Vergewaltigung 
Vorsatz voraus. Der Täter muss daher insbesondere wissen oder zumindest mit der 
Möglichkeit rechnen, dass der Wille des Opfers seinem Ansinnen entgegensteht. 
Sodann muss der Täter mit der Nötigungshandlung den Widerstand des Opfers bre-
chen beziehungsweise es veranlassen wollen, seinem Ansinnen nachzukommen 
(vgl. Jörg Rehberg/Niklaus Schmid, Strafrecht III, Delikte gegen den Einzelnen, 6. 
Auflage, Zürich 1994, § 57).

a) Gemäss Art. 125 Abs. 2 StPO entscheidet das Gericht bei der Würdi-
gung der Beweismittel nach freier Überzeugung. Dieser Grundsatz der freien Be-
weiswürdigung ergibt sich bereits aus Art. 249 des Bundesgesetzes über die Bun-
desstrafrechtspflege (BStP). Der Richter hat danach von Bundesrechts wegen frei 
von gesetzlichen Beweisregeln und nur nach seiner persönlichen Überzeugung auf-
grund gewissenhafter Prüfung der vorliegenden Beweise darüber zu entscheiden, 
ob er eine Tatsache für bewiesen hält oder nicht (vgl. BGE 115 IV 268 f.). Ist für die 
Urteilsfindung wie im vorliegenden Fall die materielle Wahrheit wegleitend, so kann 
für diese Beurteilung nur die freie Meinung des Richters massgebend sein (vgl. Hau-
ser/Schweri, Schweizerisches Strafprozessrecht, 4. Auflage, Basel 1999, § 54 N 2, 
S. 215). Allein auf diese Weise kann der Richter ein für jeden Einzelfall zutreffendes 
Urteil fällen. Neben der Würdigung der Beweise stellt sich dem Richter die Frage, 
wann er eine bestimmte Tatsache als erwiesen betrachten darf und wann nicht. 
Lehre und Rechtsprechung gehen zutreffend davon aus, blosse Wahrscheinlichkeit 
dürfe für eine Verurteilung nicht genügen, absolute Sicherheit sei für eine solche 
aber auch nicht erforderlich und eine theoretisch entfernte Möglichkeit, dass der 

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Sachverhalt anders sein könnte, rechtfertige keinen Freispruch (vgl. Hau-
ser/Schweri, a.a.O., § 54 N 11, S. 217). Trotzdem sind an den Beweis der zur Last 
gelegten Tat hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als blosse Wahr-
scheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 der 
Bundesverfassung und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel "in 
dubio pro reo" darf sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Be-
schuldigten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei objektiver Be-
trachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat, oder mit 
anderen Worten Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilen-
des Erkenntnis bestehen (BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoretische Zweifel sind indes-
sen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit 
nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu un-
terdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven 
Sachlage aufdrängen (BGE 120 Ia 37). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung 
an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit Über-
zeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der 
Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Beschul-
digten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, die vernünftige 
Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; 
Willi Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons D., 2. Auflage, 
1996, S. 307). Diese allgemeine Regel kommt im Übrigen nicht schon dann zur 
Anwendung, wenn Aussage gegen Aussage steht. Es ist vielmehr anhand sämtli-
cher sich aus den Akten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob die Darstellung 
der Staatsanwaltschaft oder jene des Angeklagten den Richter zu überzeugen ver-
mag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der einen noch in der anderen 
Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz "in dubio pro reo" der für 
den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenommen werden (PKG 1978 Nr. 31; 
Willi Padrutt, a.a.O., S. 307).

Zu den verschiedenen Beweismitteln ist anzuführen, dass der Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet. Insbesondere sind die Aussa-
gen von Zeugen, Auskunftspersonen und Angeschuldigten voll gültige Beweismittel 
mit derselben Beweiseignung. Der Begriff des Zeugen ist entsprechend der Recht-
sprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte autonom und ohne 
formelle Bindung an das nationale Recht auszulegen. Als Aussagen von Zeugen 
gelten all jene, die formell zugelassen sind, dem Gericht zur Kenntnis kommen und 
von ihm verwendet werden können. Auch in der Voruntersuchung gemachte Aus-
sagen vor Polizeiorganen werden als Zeugenaussagen betrachtet (BGE 125 I 129 

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S. 32 mit Hinweisen). Bei der Würdigung der Beweise ist weniger die Form, sondern 
vielmehr der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der Bekundung sowie 
die Überzeugungskraft massgebend. Entscheidend ist mit anderen Worten allein 
die Beweiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall (Schmid, Strafprozess-
recht, 3. Auflage, Zürich 1997, N 290, S. 83 f., Hauser/Schweri, a.a.O., § 54 N 5, S. 
216). Im Rahmen des Gerichtsverfahrens interessiert nicht in erster Linie die per-
sönliche Glaubwürdigkeit des Zeugen, sondern vielmehr die sachliche Glaubhaftig-
keit seiner konkreten Aussage (vgl. Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess mit 
Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 311 ff.). Als Kennzeichen 
wahrheitsgetreuer Aussagen sind dabei die innere Geschlossenheit sowie die kon-
krete und anschauliche Wiedergabe des Erlebnisses und die Konstanz in der Aus-
sage bei verschiedenen Befragungen zu werten. Bei wahrheitswidrigen Bekundun-
gen fehlen diese Kennzeichen regelmässig. Indizien für bewusst oder unbewusst 
falsche Aussagen sind Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen 
Aussagen, Zurücknahme, erhebliche Abschwächungen oder Übersteigerungen im 
Verlaufe mehrerer Einvernahmen, unklare, verschwommene oder ausweichende 
Antworten und gleichförmige, eingeübt wirkende Aussagen. Die Richtigkeit einer 
Deposition muss alsdann auf ihre Übereinstimmung mit den Lebenserfahrungen 
und dem Ergebnis der übrigen Beweiserhebungen geprüft werden. Auch im System 
der Glaubwürdigkeitskriterien von Arntzen (Arntzen/Michaelis-Arntzen, Psychologie 
der Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Auflage, München 
1993) steht an erster Stelle die Aussage selbst. Kriterien der glaubhaften Aussage 
sind der Grad der Detaillierung und der inhaltlichen Besonderheit sowie die Homo-
genität der Aussage. Die Glaubhaftigkeit aus dem Verlauf der Aussageentwicklung 
ergibt sich aus der relativen Konstanz einer Aussage in zeitlich auseinander liegen-
den Befragungen sowie die Ergänzbarkeit der Deposition bei nachfolgenden Befra-
gungen. Nacherlebende Gefühlsbeteiligung und ungesteuerte Aussageweise spre-
chen im Bereich der Aussageweise für einen hohen Wahrheitsgehalt. Der Grad der 
Objektivität ist schliesslich massgebend für den Grad der Glaubhaftigkeit, der sich 
aus dem Motivationsumfeld ergibt (vgl. Arntzen/Michaelis-Arntzen, a.a.O., S. 15 ff.).

b) H. erstattete am 05. Mai 2006, um 6.19 Uhr, beim Polizeiposten G. die 
Anzeige, dass in der Nacht vom 4. auf den 5. Mai 2006 zwei Schwarzafrikaner ge-
gen ihren Willen den Geschlechtsverkehr mit ihr vollzogen hätten. In der Folge 
konnten die beiden identifiziert werden. Es handelt sich um Z. und I. (gegen den ein 
separates Verfahren geführt wird; SF 06 31). Der Tatort konnte vorerst jedoch nicht 
eruiert werden (act. 4.1).

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H. wurde am selben Morgen des angezeigten Übergriffs, um 8.30 Uhr im 
Frauenspital Fontana in P. gynäkologisch untersucht. In ihrer Scheide konnten 
Spermien gesichert werden (act. 4.5). Dieses Spurenmaterial wurde dem Institut für 
Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen zur spurenkundlichen Untersuchung 
zugestellt. Das Institut erhielt den Auftrag, die bei H. gesicherten Spuren mit den 
DNA-Profilen der tatverdächtigen Personen zu vergleichen (Z. PCN 20 503462 88, 
I. PCN 20 503589 64). Im Gutachten vom 8. Juni 2006 stellte das Institut für Rechts-
medizin fest, dass in der Scheide und am Scheideneingangsbereich sowie in der 
Afterregion Spermaspuren nachweisbar waren, die ein DNA-Profil aufweisen, das 
einer DNA-Mischung der beiden Personen PCN 20 503462 88 und PCN 20 503589 
64 entspricht (act. 4.11).

Gemäss Polizeirapport (act. 4.1) gab H. anlässlich der verschiedenen Ein-
vernahmen zu Protokoll, dass sie sich am Abend des 4. Mai 2006 um 20.45 Uhr mit 
ihrer Kollegin L. im Lokal M. in P. verabredet hatte. Nachdem man die Lokalitäten 
nochmals gewechselt hatte, habe man sich zirka ab 23.30 Uhr im Lokal N. in P., 
zusammen mit einem unbekannten Schweizer und einem unbekannten Österrei-
cher, aufgehalten. Dort seien ihr vermutlich auch die beiden Täter (Z. und I.) zum 
ersten Mal aufgefallen. Sie habe Z. unter dem Namen Max bereits seit 3-4 Monaten 
gekannt, aber es habe keine eigentliche Freundschaft bestanden. Am 5. Mai 2006, 
zirka 02.00 Uhr, habe sie zusammen mit L., dem Schweizer und dem Österreicher 
ins O. in P. gewechselt. Z. und I. seien ihnen ins O. gefolgt. An der Bar habe sie 
sich in der Folge mit Z. unterhalten, nicht aber mit ihm getanzt. Während des ganzen 
Abends habe sie immer wieder alkoholische Getränke konsumiert, sei angetrunken 
gewesen, könne sich aber an alles erinnern, was um sie herum vorgefallen sei. Z. 
habe dann den Vorschlag gemacht, dass man nach G. fahren könnte, um dort noch 
etwas zu trinken und miteinander zu reden. L. sei nicht mitgekommen, sondern nach 
Hause gegangen. In der Folge sei sie allein mit den beiden Schwarzafrikanern nach 
G. gefahren. Der Personenwagen sei von I. gelenkt worden. Vermutlich habe I. über 
einen Schlüssel zur Wohnung in G. verfügt. In dieser Wohnung habe sie zusammen 
mit Z. das Schlafzimmer aufgesucht, wo sie sich ausgezogen hätten. Sie sei mit 
dem Geschlechtsverkehr zwischen ihr und Z. einverstanden gewesen, unter der 
Voraussetzung, dass er ein Kondom verwende. Sie habe nur noch den BH getra-
gen, Z. sei ganz nackt gewesen. Während des Geschlechtsverkehrs habe Z. das 
Kondom nach ihrer Auffassung plötzlich abgestreift, worauf sie sich verbal und 
durch Wegstossen erfolglos gegen ihn zu wehren versucht habe. Z. habe ihr aber 
eine Hand festgehalten und sei mit vollem Gewicht auf ihr gelegen. Er habe weiter-
gemacht und sei dann zum Samenerguss gekommen. Danach habe I. von einem 

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Nebenzimmer aus plötzlich das Schlafzimmer betreten. Sie habe sofort bemerkt, 
dass er mit ihr Geschlechtsverkehr haben wollte. I. sei dann in nacktem Zustand, 
vermutlich ohne Kondom über seinem Penis, auf sie gelegen und mit dem Penis in 
ihre Scheide eingedrungen. Sie habe geschrien, geweint und mit ihren Fäusten ge-
gen sein Gesicht und gegen den Oberkörper sowie gegen die Brust geschlagen, 
was ihn jedoch nicht beeindruckt habe. Wie lange dieser Vorfall mit I. dauerte, könne 
sie nicht sagen. Ebenfalls wisse sie nicht, ob es zum Samenerguss gekommen sei. 
Danach habe sie die Wohnung in G. fluchtartig verlassen. 

Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 5. Mai 2006 (act. 5.1) sagte H. 
aus, dass sie in G. in eine sich im ersten Stock gelegene Wohnung eines ihr unbe-
kannten Hauses gegangen seien. Sie sei mit Max (Z.) in ein Zimmer gegangen; der 
andere habe sich in der Stube aufgehalten. Max und sie seien auf dem Bett geses-
sen, als er begonnen habe, sie zu küssen. Sie habe keine Gegenwehr geleistet. 
Dann habe er das Licht ausgemacht. Er habe sie bis auf den BH ausgezogen. Hier-
auf habe er sich ebenfalls ausgezogen. Danach sei es zum Geschlechtsverkehr 
zwischen Max und ihr gekommen. Er habe ein Kondom zur Verhütung verwendet. 
Sie habe ihm gesagt, dass er aufhören solle. Er habe nach ihrer Auffassung jedoch 
das Kondom abgestreift und weiter gemacht. Sie habe nochmals gesagt, dass er 
aufhören solle. Sie habe erfolglos versucht, ihn wegzustossen. Nachdem er einen 
Samenerguss gehabt habe, habe er von ihr abgelassen und sei vom Bett wegge-
gangen. Am 9. Mai 2006 erfolgte eine Konfronteinvernahme zwischen H. und Z. 
(act. 5.4). Zu den Vorfällen in G. gab H. zu Protokoll, dass sie mit Max (Z.) das 
Schlafzimmer aufgesucht habe, während sich der andere Mann (I.) ins Wohnzimmer 
begeben habe. Im Schlafzimmer hätten sie sich liebkost und sie sei anfänglich mit 
dem Geschlechtsverkehr einverstanden gewesen. Max habe ein Kondom getragen, 
welches er nach ihrer Auffassung während des Geschlechtsverkehrs plötzlich ab-
gestreift habe. Sie habe das deutlich gemerkt. Max sei dann - auch wiederum nach 
ihrer Auffassung - ohne Kondom in sie eingedrungen, worauf sie ihm gesagt habe, 
dass er aufhören solle. Er habe jedoch nicht sofort aufgehört und sei rasch zum 
Samenerguss gekommen. Sie habe das gespürt, weil der Samen über ihre Beine 
hinunter geronnen sei. Sie habe versucht, Max wegzustossen. Er habe sie jedoch 
an der Hand festgehalten und sei mit vollem Gewicht auf ihr gelegen. Z. erklärte 
demgegenüber, dass der Geschlechtsverkehr im gegenseitigen Einverständnis er-
folgt sei. H. habe vor Beginn des Geschlechtsverkehrs ausdrücklich gesagt, dass 
sie diesen nur bei Benutzung eines Kondoms wolle, was er eingehalten habe. Er 
habe das Kondom während des Geschlechtsverkehrs nicht abgestreift. Er habe das 
Kondom bis zum Samenerguss getragen. Z. bestreitet, dass H. während des Ge-

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schlechtsverkehrs gesagt habe, dass er aufhören solle. Er gab noch zu Protokoll, 
dass er das Kondom nach dem Geschlechtsverkehr abgezogen und irgendwo hin-
gelegt habe. Es könne immer noch im Schlafzimmer sein. Anlässlich der untersu-
chungsrichterlichen Einvernahme vom 1. Juni 2006 (act. 5.8) wurde Z. mit dem Un-
tersuchungsbefund des Instituts für Rechtsmedizin des Kantons St. Gallen konfron-
tiert, wonach in der Scheide von H. ihm zuzuordnende Spermaspuren festgestellt 
werden konnten. Z. blieb dabei, dass er das Kondom während des Geschlechtsver-
kehrs nicht abgestreift habe. Er erklärte, dass es seiner Überzeugung widerspreche, 
ohne Kondom Geschlechtsverkehr zu haben. Er meinte, dass das Kondom während 
des Geschlechtsverkehrs möglicherweise gerissen sei. 

Auf Grund eines Hinweises konnte in der Folge der Tatort ermittelt werden. 
In der fraglichen Wohnung konnte in einer Papiertasche ein gebrauchtes Kondom 
sichergestellt werden (act. 4.23, 4.24). Das Kondom wurde zur spurenkundlichen 
Untersuchung an das Institut für Rechtsmedizin des Kantons St. Gallen geschickt. 
Gemäss dessen Bericht vom 12. September 2006 (act. 4.27) konnten am sicherge-
stellten Kondom ein weibliches DNA-Profil, das mit demjenigen von H. überein-
stimmt, und ein männliches DNA-Profil, das mit demjenigen von Z. übereinstimmt, 
nachgewiesen werden. Zudem konnten am Kondom sowohl an der Aussen- wie 
auch an der Innenseite Spermien nachgewiesen werden, welche dasselbe DNA-
Profil zeigen, wie dasjenige von Z.. Die Gutachterin folgerte aus der Tatsache, dass 
Spermien nachweisbar waren, dass dies dafür spreche, dass das Kondom mit 
Sperma in Kontakt gekommen war. Dies sei am ehesten im Rahmen eines Ge-
schlechtsverkehrs mit Samenerguss der Fall gewesen.

c) Auf Grund der Spurenauswertung steht fest, dass ein dem Angeklag-
ten zuzuordnender Samenerguss in die Scheide von H. erfolgt ist. Es kann gemäss 
Gutachten (act. 4.11) davon ausgegangen werden, dass die Spermien durch Ge-
schlechtsverkehr mit Samenerguss in die Scheide gelangt sind, da sowohl im Mut-
termundsbereich wie auch in der Scheide Spermien nachgewiesen worden sind. Mit 
anderen Worten: es hat eine Penetration durch den Angeklagten stattgefunden, was 
aber unbestritten ist. Unbestritten ist ebenfalls, dass der Geschlechtsverkehr im Ein-
verständnis mit H. begonnen wurde. Nach den Aussagen von H. habe der Ange-
klagte während des Geschlechtsverkehrs das Kondom abgestreift und diesen ge-
gen ihren Willen - sie habe ihm gesagt, dass er aufhören solle - und trotz ihrer Ge-
genwehr fortgesetzt. Nach Aussagen des Angeklagten habe er das Kondom bis 
zum Samenerguss getragen und der Geschlechtsverkehr sei während der gesam-
ten Dauer einvernehmlich erfolgt. H. soll auch während des Geschlechtsverkehrs 

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nicht gesagt haben, dass er aufhören solle; sie soll sich auch nicht gewehrt haben. 
Sowohl der Angeklagte als auch H. haben während der Strafuntersuchung in meh-
reren Einvernahmen im Kerngehalt stets dieselbe Aussage gemacht. Beide haben 
stets an ihrer Version festgehalten und sich nicht in Widersprüche verwickelt. Die 
Aussagen von H. und des Angeklagten stimmen bis zu den Ereignissen im Schlaf-
zimmer überein. Die divergierenden Aussagen bestehen darin, ob Z. das Kondom 
während des Geschlechtsverkehrs abgezogen hat und ob H. während des Ge-
schlechtsverkehrs gesagt hat, dass Z. aufhören solle, sowie darin, ob er gleichwohl 
weiter gemacht hat, das heisst, den Geschlechtsverkehr trotz entsprechender Auf-
forderung nicht sofort abgebrochen hat. Der amtliche Verteidiger stellt sich auf den 
Standpunkt, dass nur abzuklären sei, ob der Angeklagte während des Geschlechts-
verkehrs das Kondom abgezogen und weiter gemacht habe oder ob er das Kondom 
bis zum Schluss getragen habe, da H. mit dem Geschlechtsverkehr unter der Vor-
aussetzung der Benutzung eines Kondoms einverstanden gewesen sei. Der Nach-
weis, dass der Angeklagte das Kondom während des Geschlechtsverkehrs abge-
streift habe, könne indes nicht erbracht werden. Beim sichergestellten Kondom 
seien sowohl in der Innen- als auch in der Aussenseite Spermaspuren des Ange-
klagten festgestellt worden. Folglich sei das Kondom beim Geschlechtsverkehr be-
nutzt worden, wobei es gerissen sein müsse. Der Angeklagte sei in dubio pro reo 
von der Anklage der Vergewaltigung freizusprechen. Es geht vorliegend indes nicht 
allein um die Frage, ob der Angeklagte das Kondom bis zum Samenerguss benutzte 
oder nicht. Von Bedeutung ist auch die Frage, ob H. den Angeklagten aufgefordert 
hat, den Geschlechtsverkehr abzubrechen. Die Gründe dafür, wie zum Beispiel, ob 
der Angeklagte das Kondom abgestreift hatte oder nicht, wären grundsätzlich irre-
levant. Wie der Staatsanwalt in seinem Vortrag zu Recht ausführte, ist es schwer 
nachvollziehbar, weshalb H. nur in einem Punkt, nämlich bezüglich ihrer Aufforde-
rung an den Angeklagten, er solle mit dem Geschlechtsverkehr aufhören, nicht die 
Wahrheit gesagt haben soll. Andererseits muss zu Gunsten des Angeklagten fest-
gestellt werden, dass er - wie er es stets ausgesagt hat - mit höchster Wahrschein-
lichkeit mit Kondom zum Samenerguss gekommen sein muss. Dies hat die Spuren-
auswertung des sichergestellten Kondoms deutlich ergeben. Am Kondom konnten 
sowohl im Innen- als auch im Aussenbereich Spermaspuren des Angeklagten fest-
gestellt werden. Das von der Polizei aufgefundene Kondom war gerissen (act. 4.27). 
Auf Grund der Spurenauswertung kann folglich nicht mit Sicherheit ausgeschlossen 
werden, dass das Kondom während der ganzen Dauer des Geschlechtsverkehrs 
benutzt worden und dabei gerissen war. Es ist durchaus möglich, dass das Kondom 
in der Scheide von H. geplatzt ist. Hinweise dafür, dass der Angeklagte das Kondom 
während des Geschlechtsverkehrs abgestreift hätte, bestehen keine. Es ist vorstell-

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bar, dass H. infolge des gerissenen Kondoms während des Geschlechtsverkehrs 
Ejakulat des Angeklagten spürte und deshalb glaubte, dass er das Kondom abge-
zogen habe. Entsprechend wollte sie, dass er den Geschlechtsverkehr abbrach. 
Der Angeklagte sagte aber aus, dass H. ihn nicht aufgefordert habe, aufzuhören, 
und sie sich auch nicht gewehrt habe. Auf Grund der Spurenauswertung und der 
Angabe von H., dass der Angeklagte nicht sofort aufgehört habe, aber sehr rasch 
zu einem Samenerguss gekommen sei (act. 5.4), erscheint es nachvollziehbar, 
dass der Angeklagte nicht bemerkt hat, dass H. von ihm verlangt hat, aufzuhören. 
Auf Grund des zeitlichen Faktors - er soll rasch zum Samenerguss gekommen sein 
- ist es durchaus möglich, dass er unmittelbar vor dem Höhepunkt gestanden hatte, 
als H. ihn aufforderte, aufzuhören. Es ist vorstellbar, dass der Angeklagte nicht mehr 
realisierte, dass H. das Aufhören wollte, zumal sie nicht massiven Widerstand ge-
leistet hatte. In subjektiver Hinsicht kann dem Angeklagten nicht mit der notwendi-
gen Sicherheit nachgewiesen werden, dass er H. vorsätzlich oder zumindest even-
tualvorsätzlich gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen hat, wes-
halb er von der Anklage der Vergewaltigung nach dem Grundsatz in dubio pro reo 
freizusprechen ist.

2. Wer sich eine fremde bewegliche Sache aneignet, um sich oder einen 
andern damit unrechtmässig zu bereichern, wird, wenn nicht die besonderen Vor-
aussetzungen der Artikel 138–140 zutreffen, mit Gefängnis oder mit Busse bestraft 
(Art. 137 Ziff. 1 StGB). Hat der Täter die Sache gefunden oder ist sie ihm ohne 
seinen Willen zugekommen, handelt er ohne Bereicherungsabsicht oder handelt er 
zum Nachteil eines Angehörigen oder Familiengenossen, so wird die Tat nur auf 
Antrag verfolgt (Art. 137 Ziff. 2 StGB).

Der Angeklagte ist überführt und geständig, zirka am 6. Februar 2006 beim 
Postautodeck beim Bahnhof in P. ein Mobiltelefon "Motorola" im Wert von rund Fr. 
300.-- gefunden und sich dieses Natel, das sich im Eigentum von K. befand, ange-
eignet zu haben. Damit hat sich der Angeklagte der unrechtmässigen Aneignung 
gemäss Art. 137 Ziff. 2 Abs. 1 StGB schuldig gemacht.

3. Gemäss Art. 291 Abs. 1 StGB wird mit Gefängnis bestraft, wer eine 
von einer zuständigen Behörde auferlegte Landes- oder Kantonsverweisung bricht.

Der Angeklagte ist ungeachtet der mit Urteil des Bezirksgerichtsausschusses 
F. vom 12. Dezember 2003 ausgesprochenen Landesverweisung für die Dauer von 
fünf Jahren bis zu seiner Festnahme am 5. Mai 2006 nie aus der Schweiz ausge-

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reist, womit er sich des Verweisungsbruchs gemäss Art. 291 Abs. 1 StGB schuldig 
gemacht hat.

4. Wer Massnahmen nach Artikel 13e - wonach die zuständige kantonale 
Behörde einem Ausländer, der keine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung 
besitzt und der die öffentliche Sicherheit und Ordnung stört oder gefährdet, insbe-
sondere zur Bekämpfung des widerrechtlichen Betäubungsmittelhandels, die Auf-
lage machen kann, ein ihm zugewiesenes Gebiet nicht zu verlassen oder ein be-
stimmtes Gebiet nicht zu betreten - nicht befolgt, wird mit Gefängnis bis zu einem 
Jahr oder mit Haft bestraft, falls sich erweist, dass der Vollzug der Weg- oder Aus-
weisung aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen undurchführbar ist (Art. 23a 
i.V.m. Art. 13e ANAG).

Dadurch, dass sich der Angeklagte ab November 2005 bis zum 5. Mai 2006 
in Missachtung der fremdenpolizeilichen Verfügung vom 9. April 2002 mehrmals auf 
dem Gebiet des Stadt P. aufgehalten hat, hat er sich der mehrfachen Widerhand-
lung gegen Art. 23a ANAG schuldig gemacht.

5. Wer unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich konsumiert oder wer zum 
eigenen Konsum eine Widerhandlung im Sinne von Artikel 19 begeht, wird mit Haft 
oder mit Busse bestraft (Art. 19a Ziff. 1 BetmG).

In der Zeit von Dezember 2005 bis zirka 26. oder 27. April 2006 konsumierte 
der Angeklagte unbestritten hie und da an einem Wochenende Marihuana, das er 
von Kollegen unentgeltlich erhalten hatte. Sodann wird ihm in der Anklageschrift 
vorgehalten, in der Zeit vom 16. bis 19. Februar 2006 sowie in der Zeit vom 2. bis 
5. Mai 2006 je einmal Kokain konsumiert zu haben, was er jedoch bestreitet. Eine 
am 5. Mai 2006 durchgeführte Urinprobe auf Kokain ergab ein positives Ergebnis 
(act. 9.2, 9.3). Ein Kokainkonsum in der Zeit vom 16 bis 19. Februar 2006 ist jedoch 
nicht ausgewiesen. Es findet sich diesbezüglich kein Untersuchungsbericht bei den 
Akten; einzig die Feststellungen der Polizei (act. 8.1) genügen nicht. Damit ist der 
Angeklagte lediglich in einem Fall des Kokainkonsums überführt. Er hat sich insge-
samt der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig ge-
macht.

6. a) Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es 
berücksichtigt die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse 
des Schuldigen (vgl. Art. 63 StGB). Der Begriff des Verschuldens bezieht sich dabei 
auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat. Bei der Tat-

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komponente sind insbesondere das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art 
und Weise der Herbeiführung dieses Erfolges, die Willensrichtung, mit der der Täter 
gehandelt hat und die Beweggründe des Täters zu beachten. Die Täterkomponente 
umfasst das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der 
Tat und im Strafverfahren wie zum Beispiel Reue, Einsicht und Strafempfindlichkeit 
(vgl. BGE 127 IV 101; 117 IV 113 mit Hinweisen; vgl. zu den einzelnen Strafzumes-
sungsgründen Hans Wiprächtiger, Basler Kommentar, StGB I, Basel 2003, N. 49 ff. 
zu Art. 63 StGB, N. 51 ff. zu den Tatkomponenten, N. 72 ff. zu den Täterkomponen-
ten). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder straf-
erhöhend, wobei in der Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des 
Richters nachvollziehbar sein müssen (vgl. BGE 121 IV 56). Liegen keine Strafmil-
derungs- oder Strafschärfungsgründe vor, hat sich der Richter an den vom Gesetz-
geber vorgesehenen Strafrahmen zu halten.

b) Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Frei-
heitsstrafen verwirkt hat, so verurteilt ihn der Richter nach dem Asperationsprinzip 
zu der Strafe der schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Er kann 
jedoch das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte über-
schreiten (Art. 68 Ziff. 1 StGB). An das gesetzliche Höchstmass der Strafart ist das 
Gericht gebunden. Bei der Bildung der Gesamtstrafe ist vom Strafrahmen auszuge-
hen, der für die schwerste Tat vorgesehen ist. Als schwerste Tat gilt dabei jene, 
welche gemäss abstrakter Strafdrohung des Gesetzes mit der höchsten Strafe be-
droht ist (vgl. BGE 116 IV 300 E. 2c/bb; Jürg-Beat Ackermann, Basler Kommentar, 
StGB I, Basel 2003, N. 32 zu Art. 68 StGB mit weiteren Hinweisen; BGE 127 IV 101, 
104). Ist einer oder sind mehrere der im Gesetz besonders aufgeführten Strafschär-
fungs- oder Strafmilderungsgründe erfüllt (vgl. Art. 64-68 StGB), so sieht das Gesetz 
eine Strafrahmenerweiterung vor (vgl. zum Ganzen BGE 116 IV 300 E. 2a; Hans 
Wiprächtiger, Basler Kommentar, StGB I, a.a.O., N. 8 f. zu Art. 65 StGB).

c) Bei der Begründung des Urteils muss der Richter die wesentlichen 
schuldrelevanten Tat- und Täterkomponenten so erörtern, dass festgestellt werden 
kann, ob alle rechtlich massgebenden Gesichtspunkte berücksichtigt und wie sie 
gewichtet wurden. Dasselbe gilt für die im Gesetz genannten Strafschärfungs- und 
Strafmilderungsgründe. Das Gericht ist aber grundsätzlich nicht verpflichtet, im Ur-
teil in absoluten Zahlen oder in Prozenten anzugeben, inwieweit es bestimmte straf-
zumessungsrelevante Tatsachen straferhöhend oder strafmindernd berücksichtigt 
hat. Es muss auch nicht eine „Einsatzstrafe“ beziffern, die bei Fehlen bestimmter 
Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe sowie anderer gewichtiger Faktoren 

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ausgefällt worden wäre. Es kommt allein darauf an, dass die gefundene Strafe ins-
gesamt, das heisst unter gesamter Berücksichtigung aller massgeblicher Strafzu-
messungsgründe, im Ergebnis vertretbar ist (vgl. BGE 121 IV 49 E. 2a/aa).

d) Grundlage für die Strafzumessung ist im vorliegenden Fall der in Art. 
291 Abs. 1 StGB vorgesehene Strafrahmen von Gefängnis bis zu drei Jahren. Der 
Gesetzgeber hat damit zu erkennen gegeben, dass der Verweisungsbruch nicht zu 
bagatellisieren ist. Zum Verweisungsbruch treten noch die unrechtmässige Aneig-
nung, die mehrfache Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über Aufenthalt und 
Niederlassung der Ausländer und der mehrfache Verstoss gegen das Betäubungs-
mittelgesetz hinzu. Das Zusammentreffen der mehreren Straftatbestände und die 
mehrfache Tatbegehung bei mehreren Delikten wirken sich strafschärfend aus, zu-
mal auch das Tatverschulden bei den mehrfachen Verstössen gegen das Bundes-
gesetz über den Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer schwer wiegt. Der 
Angeklagte foutiert sich völlig um die Ausländergesetzgebung der Schweiz. Die 
diesbezüglich zahlreichen Vorstrafen weisen auf die Gleichgültigkeit des Angeklag-
ten hin. Strafschärfend ist ferner zu veranschlagen, dass der Angeklagte erneut 
rückfällig geworden ist, obwohl er unlängst eine einjährige Gefängnisstrafe zu ver-
büssen hatte. Straferhöhend wirken sich sodann der getrübte Leumund aber auch 
die etlichen Vorstrafen aus. Positiv zu vermerken ist einzig das von der Strafanstalt 
Sennhof ausgestellte gute Führungszeugnis (act. 3.8). Andere Strafminderungs- 
oder gar Strafmilderungsgründe liegen keine vor. Unter Berücksichtigung sämtlicher 
Strafzumessungsgründe erweist sich eine Freiheitsstrafe von 8 Monaten Gefängnis 
als dem Verschulden und der Verhaltensweise des Angeklagten angemessen. Weil 
der Angeklagte die Untersuchungshaft durch sein Verhalten nach der Tat weder 
herbeigeführt noch verlängert hat, um den Strafvollzug zu verkürzen oder zu umge-
hen, ist ihm die Untersuchungs- und Sicherheitshaft von 223 Tagen gestützt auf Art. 
69 StGB in Verbindung mit Art. 110 Ziff. 7 StGB anzurechnen (vgl. BGE 117 IV 404). 
Die Gewährung des bedingten Strafvollzugs fällt angesichts des Rückfalles bereits 
aus objektiven Gründen ausser Betracht (vgl. Art. 41 Ziff. 1 Abs. 2 StGB).

7. Gemäss Art. 130 Abs. 1 StPO kann der Geschädigte seine zivilrecht-
liche Forderung gegenüber dem Angeschuldigten beim Strafgericht adhäsions-
weise geltend machen. Nach Abs. 2 der genannten Bestimmung ist die Klage 
während des Untersuchungsverfahrens, spätestens jedoch bis zum zwanzigsten 
Tag nach Eingang der Schlussverfügung durch schriftlich formuliertes Begehren bei 
der Staatsanwaltschaft einzureichen, die sie dem zuständigen Gericht übermittelt. 
Kommt das Gericht zum Schluss, dass die Strafakten für die abschliessende Beur-

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teilung des Zivilpunktes nicht ausreichen, wird die Adhäsionsklage an den ordentli-
chen Richter verwiesen (vgl. Art. 131 Abs. 3 2. Satz StPO). Da der Angeklagte von 
der Anklage der Vergewaltigung freigesprochen worden ist, ist es der Strafkammer 
nicht möglich, die von H. am 5. Oktober 2006 gestellte Adhäsionsklage zu beurtei-
len; sie ist auf den Zivilweg zu verweisen (vgl. auch Art.131 Abs. 6 StPO).

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens können die Verfahrenskosten nur 
teilweise dem Angeklagten auferlegt werden (Art. 158 Abs. 2 StPO). Da der weitaus 
grössere Teil der Kosten auf die Abklärung des Vergewaltigungsvorwurfes entfällt, 
rechtfertigt es sich, die Verfahrenskosten zu einem Viertel dem Angeklagten zu 
überbinden und zu Dreivierteln auf die Staatskasse zu nehmen. Die Kosten der 
Übersetzung wie auch der Polizei-, Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie des 
Strafvollzuges trägt der Kanton D. (Art. 158 Abs. 3 StPO i.V.m. Art. 188 StPO).

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Demnach erkennt die Strafkammer:

1. Z. wird von der Anklage der Vergewaltigung gemäss Art. 190 Abs. 1 StGB 
freigesprochen.

2. Z. ist schuldig der unrechtmässigen Aneignung gemäss Art. 137 Ziff. 2 Abs. 
1 StGB, des Verweisungsbruchs gemäss Art. 291 Abs. 1 StGB, der mehrfa-
chen Widerhandlung gegen Art. 23a ANAG sowie der mehrfachen Wider-
handlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

3. Dafür wird er bestraft mit 8 Monaten Gefängnis, abzüglich der erstandenen 
Untersuchungshaft von 223 Tagen.

4. Die Adhäsionsklage von H. wird auf den Zivilweg verwiesen.

5. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft
  Graubünden von Fr. 4'535.65
- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft
  Graubünden von Fr. 2'700.00
- der Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.00
- und dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 3'535.20
total somit Fr. 14'770.85

gehen zu ¼ Lasten von Z. und zu ¾ zu Lasten des Kantons D..

Das Honorar der amtlichen Verteidigung von total Fr. 3'535.20 (inkl. des Vier-
tels im Betrage von Fr. 883.80) wird vorschussweise vom Kanton Graubün-
den bezahlt.

Das geleistete Depositum von Fr. 2'840.-- wird an die von Z. zu tragenden 
Kosten (Fr. 3'692.70) angerechnet.

Die Kosten der Übersetzung sowie die Kosten der angerechneten Untersu-
chungshaft und des allfälligen Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden.

6. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-

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pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

7. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden
Der Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: