# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a43c5298-9290-587f-ad03-031ab32d7b60
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-10-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 29.10.2003 SB 2003 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2003-42_2003-10-29.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 29. Oktober 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 03 42 (mündlich eröffnet)

03 45

(Eine gegen diese Entscheidung erhobene staatsrechtliche Beschwerde und 
Nichtigkeitsbeschwerde ist beim Bundesgericht hängig.)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Schäfer und Vital
Aktuarin ad hoc Wacker

——————

In den strafrechtlichen Berufungen

der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n, Sennhofstrasse 17, 7001 
Chur, Berufungsklägerin,

und

der Y., Adhäsionsklägerin und Berufungsklägerin,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Hinterrhein vom 25. März 2003, mitgeteilt am 7. Juli 
2003, in Sachen des X., Angeklagter und Berufungsbeklagter, amtlich verteidigt 
durch Rechtsanwalt lic. iur. Anton Hidber, Postfach 459, Tittwiesenstrasse 29, 7001 
Chur, 

betreffend Veruntreuung,

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hat sich ergeben:

A. X. wurde am 20. Dezember 1951 in A. geboren und wuchs zusammen 
mit drei Geschwistern bei seinen Eltern in B. auf. In B. und C. besuchte er während 
sechs Jahren die Primar- und während drei Jahren die Sekundarschule. Anschlies-
send absolvierte er in D. eine dreijährige Lehre als Bauzeichner und bei der Bau-
firma E. in F. eine zweijährige Zusatzlehre als Maurer. Nach der Rekrutenschule 
besuchte X. während zwei Jahren die Bauführerschule in St. Gallen, wo er sich zum 
Baupolier ausbilden liess. Im Jahre 1975 machte er sich mit der Einzelfirma X. 
selbständig. 1981 gründete er die G. AG, in welcher er als einzelzeichnungsberech-
tigter Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer amtete. Von 1988 an konnte 
das Unternehmen rund 35 Mitarbeiter beschäftigen. Im Jahre 1999 jedoch musste 
nach diversen Schwierigkeiten die Nachlassstundung beantragt werden, die dann 
vom Bezirksgerichtsausschuss Heinzenberg am 6. Dezember 1999 bewilligt wurde. 
Am 14. März 2001 genehmigte die Mehrheit der Gläubiger der G. AG einen Nach-
lassvertrag mit Vermögensabtretung. X. arbeitet zurzeit zu einem Pensum von 25 
% bei der Kirchgemeinde H. als Messmer. Zusätzlich verrichtet er für die Kirchge-
meinde verschiedene Kunden- und Planungsarbeiten im Baubereich. 

Im Jahre 1980 verheiratete sich X. mit I.. Aus dieser Ehe gingen sechs Kinder 
hervor, welche heute zwischen zehn und zweiundzwanzig Jahre alt sind. Zurzeit 
lebt X. von seiner Frau getrennt.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. nicht verzeichnet. Gemäss 
Auskunft der kantonalen Steuerverwaltung vom 12. April 2001 wurde X. für die 
Jahre 1999/2000 mit einem Reineinkommen von Fr. 2'300.— und einem Reinver-
mögen von Fr. 252'000.-- veranlagt.

Der Leumundsbericht der Kantonspolizei Graubünden vom 23. Oktober 2002 
bezeichnet den Leumund von X. als in Ordnung. Seine Lebensführung habe bis 
anhin zu keinen Klagen Anlass gegeben. Allerdings weise X. gemäss Auskunft des 
Betreibungsamtes J. vom 28. Oktober 2002 insgesamt sechs Betreibungen im Ge-
samtbetrag von Fr. 948'953.35 auf. Beim Betreibungsamt H. – wo X. als Wochen-
aufenthalter gemeldet ist – sei eine weitere Betreibung im Betrag von Fr. 26'267.90 
vermerkt. 

B. Am 5. April 2001 reichte die Y. (Y.) Strafanzeige und eventualiter Straf-
antrag gegen X. ein, woraufhin die Staatsanwaltschaft Graubünden am 10. April 

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2001 eine Strafuntersuchung wegen Veruntreuung eröffnete. Die Schlussverfügung 
erging am 16. April 2002. Am 6. Mai 2002 reichte die Y. bei der Staatsanwaltschaft 
ein Gesuch um Ergänzung der Strafuntersuchung in Verbindung mit einer Adhäsi-
onsklage ein. Dabei stellte sie folgende Anträge: 

„1. Die Strafuntersuchung gegen den Angeschuldigten sei bezüglich 
der Rückforderung eines an die Y. abgetretenen Darlehens bzw. 
bezüglich des Verkaufs unter Wert von Maschinen der G. AG 
während laufender Nachlassstundung ohne Zustimmung des 
Sachwalters zu ergänzen.

2. Der Angeschuldigte sei zu verpflichten, der Y. CHF 175'322.90 
aus Doppelabtretungen sowie CHF 263'051.30 aus Rückführung 
des an die Y. abgetretenen Darlehens bis zur Höhe der Y.-Kredit-
forderungen gegen die G. AG in Nachlassliquidation zu erstatten.

3. Eventualiter sei der Angeschuldigte zu verpflichten, der Y. den 
Betrag zu restituieren, welcher nach Beendigung der Nachlassli-
quidation der G. AG als Totalverlust aus dem Gesamtengagement 
G. AG in Nliq. für die Y. resultieren wird.

4. Subeventualiter sei der Angeschuldigte zu verpflichten, der Y. 
mindestens den Betrag zu restituieren, welcher nach Beendigung 
der Nachlassliquidation der G. AG als Verlust auf dem ursprüng-
lich bewilligten Kontokorrentkredit CK 079.308.600, lautend auf 
die G. AG in Nliq. resultieren wird.

5. Der Angeschuldigte sei schliesslich zu verpflichten, der Nachlass-
masse G. AG den Differenzbetrag zwischen Marktwert und Ver-
kaufswert aus den Verkäufen von Maschinen der G. AG während 
laufender Nachlassstundung zu vergüten.

6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge, letztere zuzüglich 
7.6% Mehrwertsteuer zulasten des Angeschuldigten.“

Als Begründung machte die Adhäsionsklägerin geltend, dass X. im Jahre 
1999 trotz eines zuvor unterzeichneten Globalzessionsvertrags zugunsten den Y. 
mit Wissen und Willen den Kontakt zu seinen Bauherren gesucht und von diesen 
Zweitabtretungen habe unterzeichnen lassen. Durch diese Doppelabtretungen 
habe die Y. ihr Besicherungssubstrat verloren. Eine genaue Bezifferung des Scha-
dens sei indessen erst nach Abschluss der Nachlassliquidation der G. AG möglich. 
X. habe überdies ein im Jahre 1997 der Y. abgetretenes, privates Darlehen von Fr. 
568'664.70 um Fr. 263'051.30 auf Fr. 304'948.70 reduziert und dadurch sich oder 
einen Drittempfänger ungerechtfertigt bereichert. Schliesslich habe X. anfangs De-
zember 2000 ohne Zustimmung des Sachwalters verschiedene Fahrzeuge der X. 
AG verkauft, zu Preisen weit unter dem jeweiligen Marktwert. Auch dadurch sei der 
Gläubigerschaft der G. AG, unter ihnen auch der Y., ein Schaden entstanden.

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C. Mit Schreiben vom 8. Mai 2002 hiess die Staatsanwaltschaft Graubün-
den das von der Y. gestellte Gesuch um Ergänzung der Strafuntersuchung gut. In 
der Folge erliess sie am 4. Dezember 2002 eine Teil-Einstellungs-verfügung. Auf-
grund der Jahresrechnungen 1996 bis 1998 sei es erstellt, dass X. sein der G. AG 
gewährtes privates Darlehen von ca. Fr. 568'000.— auf rund Fr. 305'000.— redu-
ziert habe. Damit habe er zweifellos gegen die vertragliche Abmachung mit der Y. 
vom 12. Mai 1997 verstossen. Trotz dieser Vertragsverletzung habe er indessen 
weder gegen den Straftatbestand der Veruntreuung noch gegen jenen der unge-
treuen Geschäftsführung verstossen. Fest stehe auch, dass X. während laufendem 
Nachlassverfahren verschiedene Fahrzeuge der G. AG veräussert habe. Da X. in-
dessen nicht nachgewiesen werden könne, eine Benachteiligung seiner Gläubiger 
in Kauf genommen zu haben, bzw. da er sich auf einen Sachverhaltsirrtum in Bezug 
auf eine erhaltene Einwilligung berufen könne, sei er nicht wegen Gläubigerschädi-
gung zu bestrafen. Das Strafverfahren sei daher auch in diesem Punkt einzustellen. 

D. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 9. Dezember 
2002 wurde X. wegen mehrfacher Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB 
in den Anklagezustand versetzt. Diese zu Handen des Bezirksgerichts Hinterrhein 
erhobene Anklage stützte sich auf folgenden Sachverhalt: 

 „X. wird angeklagt

der mehrfachen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB.

Am 7. Mai 1987 trat X. zur Sicherung eines der G. AG gewährten Be-
triebskredites namens der G. AG mit Sitz in B. sämtliche damaligen 
und zukünftigen Forderungen aus dem Geschäftsbetrieb mit allen da-
mit verbundenen Rechten in Form einer Globalzession der Darlehens-
geberin Y. (Y.) ab. Trotz dieser unterzeichneten Globalzessionsver-
einbarung zedierte X. zwischen August und Oktober 1999 in acht Fäl-
len die gegen verschiedene Bauherren bestehenden Werklohnforde-
rungen in Höhe von mindestens CHF 220'574.05 an die K. AG (K. AG), 
an die L. AG und an die M. AG. Effektiv ausbezahlt wurden den Zweit-
zessionaren insgesamt CHF 234'535.55.“

E. Das Bezirksgericht Hinterrhein erkannte mit Urteil vom 25. März 2003, 
mitgeteilt am 7. Juli 2003, wie folgt:

„1. X. wird von der Anklage der Veruntreuung freigesprochen.

2. Die Adhäsionsklage der Y. wird auf den Zivilweg verwiesen.

3. a). Die Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubün-
den, bestehend aus:

- Barauslagen Fr. 20.—

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- Untersuchungsgebühren Fr. 2'285.—

total Fr. 2'305.—

gehen zu Lasten des Kantons Graubünden.

b). Die Kosten des Bezirksgerichtes Hinterrhein, bestehend aus:

- Gerichtsgebühr Fr. 3‘190.—

- Schreibgebühr Fr. 220.—

total Fr. 3'410.—

gehen zu Lasten der Gerichtskasse.

4. Das Honorar der amtlichen Verteidigung in der Höhe von Fr. 
2'834.— wird von der Gerichtskasse ausbezahlt und dem Kanton 
Graubünden im Sinne von Art. 21 Abs. 4 der Verordnung über die 
Gebühren im Strafverfahren (BR 350.230) in Rechnung gestellt. 

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilungen).“

Das Bezirksgericht Hinterrhein kam im wesentlichen zum Schluss, dass der 
objektive Tatbestand der Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfüllt 
sei, die subjektiven Tatbestandsvoraussetzungen Vorsatz und Bereicherungsab-
sicht hingegen nicht nachgewiesen werden könnten. Die behauptete Unkenntnis 
vom Abtretungsverbot entlaste den Angeklagten nicht, zumal er den Globalzessi-
onsvertrag eigenhändig unterzeichnet und am 6. Mai 1997 bestätigt habe. Auch die 
Zeugenaussage des Treuhänders O., wonach er selbst keine Kenntnis vom Abtre-
tungsverbot gehabt habe, sei nicht glaubhaft, zumal O. eigenen Aussagen zufolge 
den Rechtsvertreter der K. AG, Rechtsanwalt N., auf den Globalzessionsvertrag 
aufmerksam gemacht habe. Ein Vorsatz in Bezug auf die Unrechtmässigkeit der 
Verwendung des Empfangenen hingegen müsse bei X. verneint werden. So habe 
die Y. durch ihr Verhalten anlässlich verschiedener Gespräche den Anschein er-
weckt, mit den Zweitzessionen einverstanden zu sein. Ausserdem habe sie gedul-
det, dass die Bank P. der G. AG im Jahre 1992 einen Blankokredit gewährte, wie-
wohl laut Globalzessionsvertrag die Aufnahme solcher Kredite untersagt gewesen 
wäre. Schliesslich liege auch keine Bereicherungsabsicht des Angeklagten vor. Es 
sei vielmehr nachvollziehbar, dass X. zur Rettung seiner Baufirma in der ihm vorge-
worfenen Art gehandelt habe. 

F. a). Gegen dieses Urteil reichte die Staatsanwaltschaft Graubünden am 
22. Juli 2003 beim Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden Berufung ein, mit 
folgenden Rechtsbegehren:

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„1. Das Urteil sei aufzuheben.

2. X. sei der mehrfachen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 
2 StGB schuldig zu sprechen.

3. Dafür sei er mit zwölf Monaten Gefängnis zu bestrafen.

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben, unter Anset-
zung einer Probezeit von zwei Jahren.

5. Gesetzliche Kostenfolge.“

Als Begründung wurde im wesentlichen angeführt, dass die Gespräche mit 
der Y. bereits im ersten Halbjahr 1999 stattgefunden hätten. Die Abtretungsverträge 
über die frühestens im Juli 1999 fällig gewordenen Forderungen der Kreditoren der 
G. AG indessen seien erst zwischen August und Oktober 1999 geschlossen wor-
den. Die Besprechungen mit der Y. hätten also in einem Zeitraum stattgefunden, 
als die Forderungen der Kreditoren der G. AG noch gar nicht bekannt gewesen 
seien. Es sei demnach gar nicht möglich gewesen, bei besagten Gesprächen de-
tailliert über die Abtretungen zu sprechen. Die Y. könne also nicht den Anschein 
erweckt haben, mit Zweitzessionen einverstanden zu sein. Vielmehr sei sich X. der 
Unrechtmässigkeit seines Tuns bewusst gewesen. Dies gehe unter anderem aus 
der Tatsache hervor, dass er es unterlassen habe, die Y. über die abgeschlossenen 
Abtretungsverträge zu orientieren. Durch diese Zweitzessionen seien die Lieferan-
ten der G. AG unter Verletzung vertraglicher Pflichten und damit unrechtmässig be-
reichert worden, womit auch dieses Tatbestandserfordernis erfüllt sei.

Mit Berufungsantwort vom 13. August 2003 ersuchte X., amtlich verteidigt 
durch Rechtsanwalt lic. iur. Anton Hidber, um kostenfällige Abweisung der Beru-
fung. Das gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erforderliche unrechtmässige Ver-
wenden von Vermögenswerten impliziere eine Vermögensschädigung. Diese trete 
vorliegend erst dann ein, wenn der gewährte Kredit durch das Unternehmen nicht 
zurückbezahlt werden könne. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sei der Umfang der Ver-
mögensschädigung nicht ausgewiesen, weshalb sich nicht bestimmen lasse, in wel-
chem Umfang Forderungen veruntreut worden sein sollten. Der objektive Tatbe-
stand der Veruntreuung sei folglich nicht erfüllt. Gleiches gelte für den subjektiven 
Tatbestand. X. habe nicht gewusst, dass er keine Abtretungsverträge hätte schlies-
sen dürfen zumal er von der Y. nie darauf aufmerksam gemacht worden sei. Zudem 
habe er seinen Beratern, insbesondere seinem Treuhänder O., vertraut. Letzterer 
habe denn auch im Rahmen der Sanierungsbemühungen mit der Y. verhandelt. Ein 
Unrechtsbewusstsein habe bei dieser Sachlage gar nicht entstehen können. Auch 
das Erfordernis einer Bereicherungsabsicht fehle. So hätten sowohl die Warenliefe-

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ranten als auch die Bauherren Vorleistungen erbracht und damit ein Anrecht auf 
eine Gegenleistung gehabt. X. sei stets davon ausgegangen, mit den Abtretungen 
seine vertraglichen Pflichten zu erfüllen. Überdies sei X. im Zeitpunkt der Abtretung 
Willens und in der Lage gewesen, der Y. den erhaltenen Kredit zurückzubezahlen. 
Seine Ersatzfähigkeit werde unter anderem durch die Tatsache belegt, dass er in 
jenem Zeitraum privat rund Fr. 300'000.— in die G. AG eingeschossen habe.

b). Auch die Y. reichte gegen das Urteil des Bezirksgerichts Hinterrhein 
vom 25. März 2003 Berufung ein. In ihrer Eingabe vom 28. Juli 2003 stellte sie fol-
gende Rechtsbegehren:

„1. Das angefochtene Urteil sei aufzuheben.

2. X. sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen und gemäss 
Anklage zu bestrafen.

3. Die Adhäsionsklage der Y. sei gutzuheissen.

4. Unter gesetzlicher Kostenfolge.“

Die Y. macht im wesentlichen geltend, dass X. während 24 Jahren ein erfolg-
reicher Geschäftsmann gewesen sei. Seit Abschluss des Globalzessionsvertrags 
hätten jeweils im Nachgang zu den eingereichten Jahresrechnungen jährlich wie-
derkehrende Bilanzbesprechnungen mit ihm stattgefunden. Gegenstand dieser Be-
sprechungen sei stets auch die Besicherung der Bankkredite gewesen. Zudem sei 
X. wiederholt aufgefordert worden, der Y. Debitorenlisten einzureichen. Als ge-
schäftserfahrener Kreditnehmer habe X. somit gewusst, dass er die der Bank abge-
tretenen Debitorenforderungen nicht weiter abtreten durfte. Zudem treffe es nicht 
zu, dass die Vertreter der Y. auf bestehende oder bevorstehende Doppelzessionen 
hingewiesen wurden oder dazu ihr Einverständnis gegeben hätten. Die Vorinstanz 
stütze sich zu diesem Punkt denn auch einzig auf die Aussage des Zeugen O., 
wiewohl dieser als Treuhänder den Angeklagten in der heiklen Phase der Doppelab-
tretungen beraten habe. Die Aussagen O.s hätten vor diesem Hintergrund entspre-
chend gewertet werden müssen. Im Frühjahr 1999 habe die Y. nichts von anste-
henden Abtretungsverträgen gewusst. Hätte eine Information an die Y. wirklich vor-
gelegen, so hätte sie O. schon zum Selbstschutz protokolliert oder von der Bank 
rückbestätigen lassen. Auch könne aus der Tatsache, dass die Y. eine kleine Kre-
ditlimite der Bank P. toleriert habe, nicht auf eine Tolerierung von Zweitabtretungen 
geschlossen werden. So sei es schlechthin undenkbar, dass eine Kreditgeberin auf 
ihr Besicherungssubstrat verzichte. Der Angeklagte habe folglich die der Y. abge-
tretenen Debitorenforderungen mit Wissen und Willen und wider den vertraglichen 

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Abmachungen zweckentfremdet, und dadurch sowohl die G. AG als auch deren 
Lieferanten unrechtmässig bereichert. 

X. wies mit Berufungsantwort vom 3. September 2003 nochmals auf seine 
Ersatzfähigkeit hin und ersuchte unter Hinweis auf seine Berufungsantwort vom 13. 
August 2003 um vollständige Abweisung der Berufung.

G. Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgerichtsausschuss 
Graubünden vom 29. Oktober 2003 waren anwesend der Untersuchungsrichter Dr. 
iur. Maurus Eckert sowie der Angeklagte X. mit seinem amtlichen Verteidiger 
Rechtsanwalt lic. iur. Anton Hidber. Auf Befragen äusserte sich Caviezel dahinge-
hend, dass das im Bericht der kantonalen Steuerverwaltung für das Jahr 1999 aus-
gewiesene Reinvermögen aus drei privaten Liegenschaften und einer Lebensversi-
cherungspolice bestanden habe. Zwei dieser Liegenschaften, ein Wohnhaus und 
eine Baulandparzelle, seien jedoch mit Hypotheken in der Höhe von insgesamt Fr. 
970'000.— belastet gewesen. Weiter führte X. aus, dass er sich in Buchhaltung nicht 
besonders habe ausbilden lassen. Einzig während seiner Ausbildung zum Baupolier 
habe er im ersten Semester eine Wochenstunde Buchhaltungsunterricht besucht. 
Während seiner späteren Geschäftstätigkeit habe er sich stets auf seine Treuhän-
der verlassen. Angesprochen auf die ihm von der Y. auferlegte Verpflichtung zur 
Einreichung von Debitorenlisten meinte X., dass diese der Bank eine Übersicht über 
die Ausstände und Eingänge ermöglicht hätten. Anhand der Debitorenlisten habe 
sie ihre Forderungen kontrollieren können. Den Inhalt des Globalzessionsvertrags 
vom 7. Mai 1987 habe er nicht verstanden. Die Vertreter der Y. hätten ihm lediglich 
gesagt, dass dies ein internes, für ihn unwichtiges Papier sei. Sein Treuhänder O. 
habe zudem gemeint, dass alles in Ordnung sei. Im Mai 1997, anlässlich der Unter-
zeichnung der Betriebskrediterhöhungs-Vereinbarung, habe er von den Vertretern 
der Y. die gleiche Auskunft („nur internes Papier“) erhalten. Die Abtretungsverträge 
habe er in der Folge alle selber unterzeichnet. Befragt auf seine Unternehmung 
meinte Caviezel, dass er die Bilanzen nicht als negativ empfunden habe, da die 
Preisstrukturen damals derart schlecht gewesen seien. Im Jahre 1997 jedoch habe 
er seine Firma verkaufen wollen, wovon ihm aber sein Treuhänder O. abgeraten 
habe. Im Mai 1999 dann habe die Revisionsstelle Sanierungsmassnahmen emp-
fohlen. 

Der Untersuchungsrichter Dr. iur. Maurus Eckert führte in seinem Plädoyer 
ergänzend zur Berufungsschrift vom 22. Juli 2003 aus, dass sich die Staatsanwalt-
schaft der schwierigen finanziellen Lage von X. durchaus bewusst sei. Dies ändere 

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jedoch nichts daran, dass Caviezel im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB anver-
traute Forderungen unrechtmässig verwendet habe. So liege das erforderliche Tat-
bestandsmerkmal des „Vermögensschadens“ auch dann vor, wenn die Tathandlung 
die Verwirklichung des obligatorischen Anspruchs des Treugebers gefährde. Die 
Veruntreuung sei mit anderen Worten vollendet worden, als X. die ihm wirtschaftlich 
fremden Geldwerte – die gegenüber Bauherrn bestehenden Forderungen – an 
Dritte zediert und dadurch den Anspruch der Y. als Treugeberin gefährdet habe. 
Der subjektive Tatbestand sei ebenfalls erfüllt. Dafür spreche insbesondere der Um-
stand, dass X. die Abtretungen ohne Orientierung der Y. vorgenommen habe. Diese 
habe weder in genereller Weise noch in Bezug auf Einzelfälle eine Einwilligung zu 
Zweitabtretungen gegeben. Die Formulierung des Globalzessionskreditvertrags sei 
derart klar, dass niemand ernsthaft glauben könne, nach Unterzeichnung dieser 
Vereinbarung noch Forderungen an Dritte abtreten zu dürfen. X. berufe sich auf das 
Vertrauen in die Auskünfte seines Treuhänders und damit sinngemäss auf Rechts-
irrtum. O. sei möglicherweise kein guter Berater gewesen. X. müsse sich aber des-
sen ungeachtet vorwerfen lassen, nicht gewissenhaft gehandelt zu haben. So sei er 
verpflichtet gewesen, sich selber bei der Y. nach dem korrekten Vorgehen zu er-
kundigen. Das Tatbestandselement des Vorsatzes sei damit gegeben. Gleiches 
gelte für die vom Gesetz geforderte Bereicherungsabsicht. Das Handlungsmotiv von 
X. sei allenfalls bei der Strafzumessung zu berücksichtigen, ändere jedoch nichts 
daran, dass durch die Zweitabtretungen in erster Linie die Lieferanten begünstigt 
worden seien. Auch sei X. zum Tatzeitpunkt nicht ersatzfähig gewesen. Zum einen 
sei sein Wohnhaus und die Bauparzelle zu jenem Zeitpunkt bereits belastet gewe-
sen, zum anderen seien an den jeweiligen Fälligkeitsterminen keine Zahlungen auf 
das Konto der Y. eingegangen. Angesichts des grossen Schadens wiege das Ver-
schulden von X. nicht leicht. Strafmindernd seien ihm der gute Leumund und seine 
Vorstrafenlosigkeit zugute zu halten. Strafmilderungs- und Straferhöhungsgründe 
würden fehlen, hingegen müsse die mehrfache Strafbegehung strafschärfend 
berücksichtigt werden. Eine Gefängnisstrafe von 12 Monaten erscheine daher als 
angemessen, wobei ihm der bedingte Strafvollzug zu gewähren sei. 

Der amtliche Verteidiger von X., Rechtsanwalt lic. iur. Anton Hidber, bezwei-
felte vorab das Vorliegen des objektiven Tatbestandes. Ein Zusammenhang zwi-
schen dem tatbestandsmässigen Verhalten und der Vermögensschädigung sei 
nicht erstellt. Überdies sei der geltend gemachte Schaden nicht ausgewiesen. Im 
vorliegenden Fall sei das Darlehen ohne bestimmten Verwendungszweck gewährt 
worden, weshalb X. nach der Praxis auch nicht zur Werterhaltung verpflichtet ge-
wesen sei. Auch der subjektive Tatbestand der Veruntreuung sei nicht erfüllt. X. 

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habe nicht gewusst, wie er sich hätte verhalten müssen. Zudem habe sich die Y. 
widersprüchlich verhalten, indem sie beispielsweise die vertragswidrige Aufnahme 
eines Kredites bei der Bank P. toleriert habe. Überdies habe die Y. stets mit dem 
Treuhänder O. verhandelt. X. habe sich darauf verlassen, dass die Bank und der 
Treuhänder in seinem Interesse handelten. O. habe offensichtlich vom Globalzes-
sionsvertrag gewusst und trotz dieses Wissens Abtretungsverträge aufgesetzt. X. 
habe daher keinen Grund gehabt, am korrekten Vorgehen zu zweifeln. Eine Berei-
cherungsabsicht schliesslich sei ebenfalls nicht ausgewiesen, da die Lieferanten ei-
nen vertraglichen Anspruch auf Geldleistungen gehabt hätten und Caviezel nieman-
den bereichern wollte. Die laufenden Sanierungsbemühungen würden überdies 
seine Ersatzfähigkeit belegen. 

In seiner Replik betonte der Untersuchungsrichter Eckert nochmals, dass 
sich X. nicht auf seinen Treuhänder hätte verlassen dürfen und sich bei seiner Ver-
tragspartnerin hätte informieren müssen. Zudem schliesse ein Vertragsanspruch 
eine Bereicherung – welche auch in einer nicht eingetretenen Entreicherung beste-
hen könne – nicht aus. Rechtsanwalt Hidber machte daraufhin in seiner Duplik gel-
tend, dass X. gewissenhaft gehandelt habe, auch wenn er sich nicht bei der Y. in-
formiert habe. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Berufungsschriften und im Rahmen 
der Plädoyers sowie auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil wird, soweit er-
forderlich, im Folgenden eingegangen. 

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse können der 
Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsausschuss Berufung erhe-
ben (Art. 141 Abs. 1 StPO). In gleicher Weise können solche Entscheide über Ad-
häsionsklagen angefochten werden (Art. 133 StPO). Die Berufung ist innert zwanzig 
Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des angefochtenen Entscheides einzurei-
chen. Sie ist zu begründen und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen 
Entscheides oder Gerichtsverfahrens gerügt werden und ob das ganze Urteil oder 
lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforde-
rungen vermögen die vorliegenden Berufungen zu genügen. Auf sie ist daher ein-
zutreten. 

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In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Y. als Adhäsi-
onsklägerin nicht berechtigt ist, in der Strafsache selbst Berufung einzulegen. Die-
ses Recht steht – allerdings beschränkt auf den Schuldpunkt – nur jenen Adhäsi-
onsklägern zu, welche zugleich dem Opferbegriff von Art. 2 OHG entsprechen (vgl. 
Willy Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden 
(StPO), 2. Aufl. Chur 1996, S. 334 f.). Als Opfer im Sinne des OHG sind indessen 
nur jene Personen zu betrachten, welche durch eine Straftat in ihrer körperlichen, 
sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt wurden (vgl. Art. 2 
Abs. 1 OHG). Dies trifft auf die Y. offensichtlich nicht zu, so dass nachfolgend auf 
ihren im Rahmen der Berufungsschrift gestellten Antrag zum Strafpunkt nicht näher 
einzugehen ist. 

2. Im Zusammenhang mit der hier zu beurteilenden Streitigkeit liegen 
dem Kantonsgerichtsausschuss zwei Rechtsschriften vor: Die Berufung der Staats-
anwaltschaft Graubünden vom 22. Juli 2003 gegen das Urteil des Bezirksgerichts 
Hinterrhein vom 25. März 2003 (SB 03 42; nachstehend „Berufung“ genannt. Ent-
sprechend wird die Staatsanwaltschaft in der Folge als „Berufungsklägerin“ bezeich-
net), sowie die Berufung der Y. gegen dieses Urteil (SB 03 45). Der Kantonsge-
richtsausschuss von Graubünden wird sich nachfolgend erst mit dem Strafpunkt des 
vorinstanzlichen Urteils beschäftigen und erst anschliessend über die Adhäsions-
klage der Y., beziehungsweise über die Berufung SB 03 45 befinden.

3. Das Bezirksgericht Hinterrhein sprach X. von der Anklage der mehrfa-
chen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB frei. Die Staatsanwaltschaft 
beantragt demgegenüber einen Schuldspruch, weshalb der vorinstanzliche Frei-
spruch zu überprüfen ist. Dabei gilt es zu beachten, dass dem Kantonsgerichtsaus-
schuss als Berufungsinstanz zwar eine umfassende, uneingeschränkte Kognition 
zukommt (Art. 146 StPO), er jedoch das vorinstanzliche Urteil grundsätzlich nur im 
Rahmen der in der Berufung gestellten Anträge überprüft (vgl. W. Padrutt, a.a.O., 
S. 375). 

a). Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht gemäss 
Art. 144 Abs. 2 StPO in Verbindung mit Art. 125 Abs. 2 StPO nach freier Überzeu-
gung. Dieser Grundsatz der freien Beweiswürdigung ergibt sich bereits aus Art. 249 
des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechtspflege (BStP). So hat das Gericht 
von Bundesrechts wegen frei von gesetzlichen Beweisregeln und nur nach seiner 
persönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung der vorliegenden Be-
weise darüber zu entscheiden, ob es eine Tatsache für bewiesen hält oder nicht 

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(vgl. BGE 115 IV 268 f.). Freie Beweiswürdigung gilt auch dort, wo Aussage gegen 
Aussage steht. Ist für die Urteilsfindung wie im vorliegenden Fall die materielle 
Wahrheit wegleitend, so kann für diese Beurteilung einzig die freie Meinung des 
Gerichts massgebend sein (vgl. Robert Hauser/ Erhard Schweri, Schweizerisches 
Strafprozessrecht, 4. Auflage, Basel 1999, § 54 N 2, S. 215). 

b). Neben der Würdigung der Beweise stellt sich dem Richter die Frage, 
wann er eine bestimmte Tatsache als erwiesen betrachten darf und wann nicht. 
Lehre und Rechtsprechung führen hierzu aus, dass eine blosse Wahrscheinlichkeit 
für eine Verurteilung nicht genüge, eine absolute Sicherheit aber auch nicht erfor-
derlich sei. Entsprechend rechtfertige eine theoretisch entfernte Möglichkeit eines 
anderen Sachverhalts aber auch noch keinen Freispruch (vgl. Hauser /Schweri, 
a.a.O., § 54 N 11, S. 217). An den Beweis der zur Last gelegten Tat sind mit anderen 
Worten hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahr-
scheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Aufgabe des Ge-
richts ist es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu über-
winden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entschei-
den, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein 
muss. Die Schuld des Angeklagten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und 
Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen 
vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; W. Padrutt, a.a.O., S. 307; Niklaus Schmid, Straf-
prozessrecht, 3. Auflage, Zürich 1997, N 289). Bei Zeugen interessiert nicht in erster 
Linie deren persönliche Glaubwürdigkeit, sondern vielmehr die sachliche Glaubhaf-
tigkeit einer konkreten Aussage (vgl. Robert Hauser, Der Zeugenbeweis im Straf-
prozess mit Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 311 ff.). Die Aus-
sage muss dabei auf ihre Übereinstimmung mit den Lebenserfahrungen und dem 
Ergebnis der übrigen Beweiserhebungen geprüft werden. Kriterien des glaubhaften 
Aussageinhalts sind der Grad der Detaillierung und der inhaltlichen Besonderheit 
sowie die Homogenität der Aussage (vgl. Friedrich Arntzen / Else Michaelis-Arnt-
zen, Psychologie der Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. 
Auflage, München 1993, S. 15 ff.).

Schliesslich darf sich der Strafrichter nach der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 
6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel "in dubio pro reo" nicht von der 
Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhalts überzeugt erklären, 
wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen ei-
nes verurteilenden Erkenntnisses bestehen (vgl. BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoreti-
sche und abstrakte Zweifel sind nicht massgebend, da solche immer möglich sind 

13

und eine absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr 
um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln; Zweifel, welche sich 
nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 120 Ia 37). Es ist also stets anhand 
sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Umstände zu untersuchen, ob die Dar-
stellung der Staatsanwaltschaft oder jene des Angeklagten den Richter zu überzeu-
gen vermag. Erst wenn eine solche Überzeugung weder in der einen noch in der 
anderen Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss dem Grundsatz "in dubio pro reo" 
der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt angenommen werden (PKG 1978 
Nr. 31; W. Padrutt, a.a.O., S. 307 f.). Die dem Kantonsgerichtsausschuss vorliegen-
den Beweismittel und Indizien sind daher einer eingehenden Prüfung und Würdi-
gung zu unterziehen, um abzuklären, ob der X. zur Last gelegte Sachverhalt be-
weismässig erstellt ist.

4. a). Den Tatbestand der Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB 
erfüllt, wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig in seinem oder eines 
anderen Nutzen verwendet. 

„Anvertraut“ ist nach der Definition des Bundesgerichtes, was jemand mit der 
Verpflichtung empfängt, es in bestimmter Weise im Interesse eines anderen zu ver-
wenden, insbesondere es zu verwahren, zu verwalten oder abzuliefern (vgl. BGE 
80 IV 55; St. Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auf-
lage, Zürich 1997, N 4 zu Art. 138 StGB). Empfängt also jemand etwas mit der Ver-
pflichtung, es an Dritte weiterzuleiten oder dem Treugeber zurückzugeben, wobei 
dieser gleichzeitig seine Verfügungsmacht aufgibt, handelt es sich um ein „anver-
trauen“ im Sinne des Gesetzes. Aus dieser Definition wird deutlich, dass mit dem 
Anvertrauen eine Pflicht des Treuhänders zur Erhaltung des Wertes des Empfan-
genen enthalten ist (vgl. Marcel A. Niggli / Christof Riedo, Basler Kommentar, Basel 
2003, N 41 ff. zu Art. 138 StGB). Der Begriff der „Vermögenswerte“ umfasst nach 
Lehre und Praxis obligatorische Ansprüche. Folglich stellen insbesondere Forde-
rungen „Vermögenswerte“ dar, welche anvertraut werden können (vgl. Niggli / 
Riedo, a.a.O., N 27 ff. zu Art. 138 StGB und N 55 zu Art. 137 StGB; BGE 109 IV 29; 
118 IV 33). Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn jemand auf seinem eigenen 
Konto Gelder einnehmen soll, welche für einen anderen (Treugeber) bestimmt sind. 
Dem Empfänger der Gelder, dem also ein Verfügungsrecht über die dem Treugeber 
zustehenden Guthaben eingeräumt wurde, obliegt diesfalls die Pflicht zur ständigen 
Werterhaltung (vgl. Jörg Rehberg / Niklaus Schmid / Andreas Donatsch, Strafrecht 
III, 8. Auflage, Zürich 2003, S. 118). 

14

Tathandlung ist das unrechtmässige Verwenden in eigenem oder eines Drit-
ten Nutzen. Da unter den Begriff der „Vermögenswerte“ wie eben ausgeführt obli-
gatorische Ansprüche des Treugebers (wie beispielsweise ihm zustehende Forde-
rungen) fallen, besteht die Tathandlung in einem Verhalten des Täters, durch wel-
ches er eindeutig den Willen bekundet, solch obligatorische Ansprüche des Treu-
gebers zu vereiteln. Diesen Willen gibt der Täter beispielsweise dann kund, wenn 
er die ihm anvertrauten Vermögenswerte veräussert, verbraucht oder verpfändet 
(vgl. Niggli / Riedo, a.a.O., N 98 ff. zu Art. 138 StGB; Rehberg / Schmid / Donatsch, 
a.a.O., S. 118 i.V.m. S. 114, St. Trechsel, a.a.O., N 15 zu Art. 138 StGB; BGE 118 
IV 30). Das „unrechtmässige Verwenden“ impliziert demzufolge einen Vermögens-
schaden beim Treugeber. Solch ein Schaden kann vorab im Falle einer tatsächli-
chen Schädigung (beispielsweise bei Verminderung der Aktiven) vorliegen, aber 
auch dann, wenn das Vermögen in einem Masse gefährdet wird, dass es in seinem 
wirtschaftlichen Wert vermindert wird. Ungenügend gesicherte Kredite beispiels-
weise führen dazu, dass der Kreditgeber das Darlehen nicht mehr zum Nennwert 
bilanzieren wird (vgl. Art. 669 Abs. 1 OR). In diesem Sinne bedeutet eine Unsicher-
heit bezüglich der Einbringlichkeit eines Darlehens für den Kreditgeber eine wirt-
schaftliche Wertverminderung und damit einen Schaden im Sinne von Art. 138 StGB 
(vgl. BGE 122 IV 279; Niggli / Riedo, a.a.O., N 103 f).

b). aa). X. unterzeichnete am 7. Mai 1987 namens der G. AG und zugunsten 
der Y. einen Globalzessionskreditvertrag. Darin verpflichtete sich die G. AG, der Y. 
sämtliche gegenwärtigen und künftigen Forderungen aus dem Geschäftsbetrieb ab-
zutreten, als Sicherheit für einen erhaltenen Kredit (vgl. Ziff. 1 des Globalzessions-
vertrags, act. 3.2.). Der Einzug der abgetretenen Forderungen wurde X. bzw. der G. 
AG überlassen, wobei sich die Y. eine allfällige spätere Notifikation an die Schuldner 
vorbehielt (vgl. Ziff. 3 und 4 des Globalzessionsvertrags, act. 3.2.). In Ziffer 2 des 
Globalzessionsvertrags hielt die Y. fest, dass sie die bei ihr eingehenden Zahlungen 
an die abgetretenen Forderungen laufend mit ihrem Guthaben gegenüber der G. 
AG verrechnen werde. Diese habe daher ihre Schuldner zur Zahlung auf das Konto 
bei der Y. aufzufordern. Die dennoch nicht bei der Y. eingehenden Zahlungen habe 
die G. AG unverzüglich zu überweisen (vgl. Ziff. 3 des Globalzessionsvertrags, act. 
3.2.).

Durch Unterzeichnung des Globalzessionsvertrags hat X. somit die der G. 
AG zustehenden Forderungen an die Y. abgetreten und dadurch einen Gläubiger-
wechsel herbeigeführt. Die (bestehenden und künftigen) Forderungen der G. AG 
gingen mit anderen Worten auf die Y. als neue Gläubigerin über. Die Y. verzichtete 

15

jedoch vorerst darauf, den Schuldnern den Gläubigerwechsel anzuzeigen und über-
liess das Inkasso der G. AG. Durch diesen Verzicht auf Notifikation vertraute die Y. 
ihre Forderungen der G. AG, beziehungsweise X. an. Dieser hatte denn auch die 
Pflicht, die ihm anvertrauten Forderungen zu erhalten respektive die entsprechen-
den Geldwerte der Y. zukommen zu lassen. Das Tatbestandserfordernis des An-
vertrauens von Vermögenswerten ist somit zweifellos erfüllt.

bb). Unter Ziffer 4 des Globalzessionsvertrages verpflichtete sich die G. 
AG schliesslich, keine Forderungen aus dem Geschäftsbetrieb an Dritte abzutreten, 
keine vertragliche Abreden, die eine Zession dieser Forderungen ausschliessen 
würden, einzugehen und bei keinem anderen Bankinstitut Blankokredite aufzuneh-
men (vgl. act. 3.2.). Trotz dieser Vereinbarung zedierte die G. AG zwischen August 
und Oktober 1999 an verschiedene Lieferanten Werklohnforderungen in der Höhe 
von insgesamt Fr. 220'574.05. Alle diese Abtretungsverträge wurden von X. als ein-
zelzeichnungsberechtigten Verwaltungsrat der G. AG unterzeichnet (vgl. act. 3.3. 
bis 3.10.). Indem X. die ihm lediglich anvertrauten Forderungen Drittpersonen 
abtrat, verstiess er gegen die vertragliche Vereinbarung mit der Y.. Das 
Tatbestandserfodernis des „unrechtmässigen Verwendens“ ist somit ebenfalls 
erfüllt, zumal X. mit seinem Verhalten das Besicherungssubstrat der Y. gefährdete. 
Mit anderen Worten musste das Verhalten von X. dazu führen, dass die Y. im 
Rahmen einer sorgfältigen Bilanzierung das der G. AG gewährte Darlehen nicht 
mehr zum Nennwert einsetzen konnte und so eine wirtschaftliche 
Wertverminderung beziehungsweise einen Vermögensschaden im Sinne von Art. 
138 StGB erlitt (vgl. BGE 122 IV 279). 

cc). Zusammengefasst ist somit festzuhalten, dass X. durch die 
verschiedenen Zweitabtretungen ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig 
verwendete und dadurch den objektiven Tatbestand der Veruntreuung nach Art. 138 
Ziff. 1 Abs. 2 StGB mehrfach erfüllte. Zu prüfen bleibt der subjektive Tatbestand.

5. a). In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz gefordert. Der Täter muss um das 
Anvertrautsein des Empfangenen wissen und dieses in seinem eigenen Nutzen 
oder in demjenigen eines Dritten verwenden wollen (vgl. Rehberg / Schmid / 
Donatsch, a.a.O., S. 119 in Verbindung mit S. 115). Der Vorsatz muss sich mit 
anderen Worten auf die wirtschaftliche Fremdheit der Vermögenswerte und auf die 
Unrechtmässigkeit der Verwendung des Empfangenen beziehen (vgl. Niggli/Riedo, 
a.a.O., N 105 zu Art. 138 StGB). 

16

b). X. stellte anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 
14. November 2001 nicht in Abrede, den Globalzessionsvertrag vom 7. Mai 1987 
zu kennen. Er sei sich jedoch nicht bewusst gewesen, künftig keine Forderungen 
mehr abtreten zu dürfen, zumal von einem diesbezüglichen Verbot anlässlich der 
Vorbesprechung zur Vertragsunterzeichnung nicht die Rede gewesen sei. Auch 
später habe ihn niemand auf das Abtretungsverbot aufmerksam gemacht (vgl. act. 
3.21., S. 3 f.). Diese Aussagen ergänzte X. anlässlich der Hauptverhandlung vor 
dem Kantonsgerichtsausschuss. Bei der Unterzeichnung des Globalzessionsver-
trags hätten ihn die Vertreter der Y. mit den Worten beschwichtigt, dass dies ein 
internes, für ihn unwichtiges Papier sei. Die gleiche Auskunft habe er anlässlich der 
Unterzeichung der Betriebskrediterhöhung vom Mai 1997 erhalten. Rechtsanwalt 
Hidber betonte schliesslich das fehlende Unrechtbewusstsein seines Mandanten. 
Mit den Belangen der Gesellschaft sei einzig der Treuhänder O. betraut gewesen. 
Dieser hätte trotz seines Wissens um den Globalzessionsvertrag Zweitabtretungs-
verträge aufgesetzt. X. habe folglich keine Veranlassung gehabt, an der Zulässigkeit 
dieses Vorgehens zu zweifeln.

c). aa). X. vermag sich trotz dieser Ausführungen nicht auf fehlenden Vorsatz 
zu berufen. So führte er während 24 Jahren die G. AG als quasi Alleinaktionär und 
einziger, einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat. Als Geschäftsführer war er 
überdies zuständig für das Offertwesen, gewisse Bereiche der Administration und 
die Kundenbetreuung (vgl. act. 3.21., S. 3 f.). Mit anderen Worten war X. während 
langer Zeit als Geschäftsmann tätig. Als solcher war ihm zweifellos bekannt, dass 
die Abtretung von Forderungen einen Gläubigerwechsel zu Folge hat. Mit anderen 
Worten wusste X., dass ihm die der Y. abgetretenen Forderungen nach 
Unterzeichnung des Globalzessionsvertrages lediglich anvertraut wurden und ihm 
damit wirtschaftlich fremd waren. Sein Wissen um die wirtschaftliche Fremdheit der 
Vermögenswerte ist damit ohne weiteres ausgewiesen.

bb). Auch das Wissen um die Unrechtmässigkeit der Verwendung und 
damit um das Vorliegen eines Abtretungsverbotes kann X. nicht glaubhaft 
bestreiten. So ist die Ziffer 4 des von ihm unterzeichneten Globalzessionsvertrags 
derart klar formuliert („Der Kreditnehmer ..... verpflichtet sich, ...keine Forderungen 
an Dritte abzutreten...“), dass deren Bedeutung selbst für Laien, geschweige denn 
für einen erfahrenen Geschäftsmann ohne weiteres verständlich ist (vgl. act. 3.2.). 
Gleiches gilt für einen in der Vereinbarung vom 6. Mai 1997 enthaltenen Passus. 
Mit dieser Vereinbarung erhöhte die Y. unter Verweis auf die Bestimmungen des 
Globalzessionsvertrags den der G. AG gewährten Betriebskredit auf Fr. 700'000.--. 

17

Dabei wurde ausdrücklich festgehalten, dass die Kreditnehmerin nach wie vor keine 
Forderungen aus dem Geschäftsbetrieb zu Gunsten Dritter abgetreten habe und 
sich verpflichte, dies so lange nicht zu tun, als ihr bei der Y. ein Globalzessionskredit 
zur Verfügung stehe. Auch diese Vereinbarung wurde von X. unterzeichnet (vgl. act. 
3.25). Angesichts des wiederum äusserst klaren Wortlauts scheint es als 
unglaubwürdig, dass der Berufungsbeklagte den Inhalt dieser Vereinbarung nicht 
verstanden haben will. Dies gilt umso mehr, als X. seine generelle Sachkenntnis in 
finanziellen Belangen sowohl anlässlich der untersuchungsrichterlichen 
Einvernahme (vgl. act. 3.21.) als auch im Rahmen der Befragung vor dem 
Kantonsgerichtsauschuss deutlich zum Ausdruck brachte (vgl. dazu auch die von 
X. geleitete ordentliche Generalversammlung vom 11. November 1999, act. 4.8.). 
Sollte der Berufungsbeklagte den Inhalt der Vereinbarungen dennoch nicht 
verstanden oder davon schlicht nicht Kenntnis genommen haben, hat er es sich 
selber zuzuschreiben, die Verträge in Unkenntnis ihres Inhalts unterzeichnet zu 
haben. Selbst wenn Vertreter der Y. und insbesondere O. angeblich 
unbefriedigende Auskünfte bezüglich der Bedeutung der Verträge erteilt haben 
sollten, so hätten ihn diese – sollten sie denn tatsächlich so erfolgt sein – nicht 
zufrieden stellen dürfen. 

Nebst dem deutlichen Wortlaut der Vereinbarungen muss auch aus der 
Tatsache, dass sich X. im Rahmen des Globalzessionsvertrags verpflichtete, der 
Bank viermal jährlich ein Verzeichnis der Debitorenguthaben einzureichen (vgl. act. 
3.2.), auf sein Wissen bezüglich eines Abtretungsverbots geschlossen werden. Als 
erfahrender Geschäftsmann wusste X. um die Bedeutung dieser 
Debitorenverzeichnisse. So führte er denn auch anlässlich der Hauptverhandlung 
von dem Kantonsgerichtsausschuss in korrekter Weise aus, dass diese 
Verzeichnisse der Y. eine Übersicht über ihre Ausstände und Eingänge 
ermöglichten. X. hatte somit zweifellos Kenntnis vom Abtretungsverbot. Daran 
vermag auch die Tatsache nichts zu ändern, dass O. offenbar in Kenntnis dieses 
Verbotes (vgl. act. 3.32., S. 4) Abtretungsverträge abschliessen liess. Rechtsanwalt 
N. war übrigens Parteienvertreter der K. AG und als solcher um die Einbringlichkeit 
derer Forderungen bemüht. Aus der Zustimmung N.s zu den Abtretungen – sollte 
er denn tatsächlich über das Abtretungsverbot informiert worden sein – vermag der 
Berufungsbeklagte daher nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. In Bezug auf den 
Treuhänder der G. AG, O., stellt sich demgegenüber die Frage, ob sich X. dessen 
offensichtliches Wissen um das Abtretungsverbot (vgl. act. 3.32., S. 4) anrechnen 
lassen müsste. Diese Frage kann indessen offen bleiben, da der 

18

Berufungsbeklagte, wie eben ausgeführt, selber auch um das Abtretungsverbot und 
damit um die Unrechtmässigkeit seines Verhaltens wusste. 

cc). Aus dem Gesagten ergibt sich, dass X. sowohl um die wirtschaftliche 
Fremdheit der ihm von der Y. anvertrauten Forderungen als auch um die 
Unrechtsmässigkeit seines Verhaltens wusste. Das subjektive 
Tatbestandserfordernis des Vorsatzes ist damit erfüllt.

6. Nebst dem subjektiven Tatbestandselement des Vorsatzes erfordert 
Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB – wiewohl das Gesetz dies nicht ausdrücklich erwähnt 
– die Absicht unrechtmässiger Bereicherung. Darunter ist die Absicht des Täters zu 
verstehen, sich oder einem Dritten im Widerspruch zu Rechtsnormen einen 
Vermögensvorteil zu verschaffen (vgl. Rehberg / Schmid / Donatsch, a.a.O., S. 119 
i.V.m. S. 88 ff.; St. Trechsel, a.a.O., N 16 zu Art. 138 StGB i.V.m. N 14 zu vor Art. 
137 StGB). Streitig ist vorliegend sowohl das Vorliegen einer Bereicherung als auch 
die diesbezügliche Absicht des Berufungsbeklagten.

a). X. gab anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 
14. November 2001 zu Protokoll, dass die Zweitabtretungen an seine Lieferanten 
erfolgt seien, um die Baustellen abschliessen zu können. Die Lieferanten hätten 
zuvor grossen Druck ausgeübt und ihm mit der Einstellung der Lieferungen gedroht 
(vgl. act. 3.21., S. 4). X. hat demzufolge mit den Zweitabtretungen erreicht, dass 
seine Lieferanten bezahlt wurden und dadurch weiterhin bereit waren, die 
Baustellen der G. AG zu beliefern. Bereichert wurden damit vorab die Lieferanten. 
Diese mussten ihre Forderungen nun nicht mehr bei der verschuldeten G. AG 
eintreiben und konnten so einen möglichen Verlust abwenden. Mit anderen Worten 
bedeuteten die Zweitabtretungen für die Lieferanten erhebliche wirtschaftliche 
Vorteile, indem sie zumindest vorübergehend – mithin bis Abschluss des 
Nachlassverfahrens der G. AG – bereichert wurden. Solch eine vorübergehende 
Bereicherung ist für die Erfüllung des Tatbestandes ausreichend (vgl. auch BGE 91 
IV 130). Damit kann offen bleiben, wieviel die Lieferanten rein hypothetisch aus dem 
Nachlassverfahren erhalten würden bzw. erhalten hätten. Daraus folgt aber auch, 
dass die vertraglichen Leistungsansprüche der Lieferanten entgegen den 
Ausführungen des Berufungsbeklagten eine unrechtmässige Bereicherung nicht 
ausschliessen. Bereichert wurde aber auch die G. AG, welche dank dem 
vertragswidrigen Verhalten des Berufungsbeklagten von ihren Lieferanten weiterhin 
beliefert wurde und dadurch den Weiterbestand der Unternehmung vorübergehend 
sichern konnte. 

19

Das Verhalten des Berufungsbeklagten führte also dazu, dass sowohl die G. 
AG wie auch deren Lieferanten - unter gleichzeitiger Nichtablieferung der 
Geldbeträge an die Y. - ungerechtfertigt bereichert wurden. Zu prüfen bleibt, ob X. 
diese Bereicherungen mit Absicht herbeiführte.

b). An der „Absicht“ unrechtmässiger Bereicherung fehlt es insbesondere 
dann, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat den Willen hatte, fristgerecht Ersatz zu 
leisten, und darüber hinaus auch fähig war, dies zu tun. Unbeachtlich ist dagegen, 
ob sich der Täter subjektiv sicher war, Ersatz leisten zu können (vgl. Niggli / Riedo, 
a.a.O. N 109 und 119 zu Art. 138 StGB; BGE 119 IV 127). 

Die Ersatzbereitschaft besteht also im Willen und in der tatsächlichen 
Möglichkeit des Täters, seine Treuepflicht zeitgerecht zu erfüllen. Der massgebliche 
Zeitpunkt hierfür ergibt sich jeweils aus dem Inhalt der ursprünglichen Vereinbarung 
zwischen Täter und Treugeber. Muss der Täter das Anvertraute gemäss dieser 
Vereinbarung jederzeit herausgeben können, so muss er auch jederzeit ersatzbereit 
sein (vgl. St. Trechsel, a.a.O., N 17 zu Art. 138 StGB; Niggli / Riedo, a.a.O., N 112 
zu Art. 128 StGB). Die G. AG war laut Globalzessionsvertrag verpflichtet, sämtliche 
Forderungen einzuziehen und die entsprechenden Gelder ihrem Konto bei der Y. 
zuzuführen. Im Gegenzug dazu wurde die Y. ermächtigt, diese Zahlungen laufend 
mit ihrem Guthaben gegenüber der X. AG zu verrechnen (vgl. Ziffer 2 und 3 des 
Globalzessionsvertrags; act. 3.2.). Mit anderen Worten musste die G. AG die ihr 
anvertrauten Forderungen, beziehungsweise die entsprechenden Geldwerte 
jederzeit der Y. zur Verfügung halten. Zum Zeitpunkt der Zweitabtretungen – mithin 
im Herbst 1999 – war die Unternehmung jedoch zweifellos nicht in der Lage, der Y. 
die unrechtmässig verwendeten Forderungen zu ersetzen. So musste die G. AG an 
ihrer ordentlichen Generalversammlung vom 11. November 1999 einen totalen 
Kapitalverlust sowie eine offensichtliche Überschuldung feststellen und in der Folge 
dem Bezirksgerichtsausschuss Heinzenberg ein Gesuch um Nachlassstundung 
unterbreiten (vgl. act. 4.8., S. 4 ff. siehe auch Bericht der Revisionsstelle vom 21. 
Mai 1999 unter act. 3.47). Die G. AG war also zum Zeitpunkt der Tat nicht 
ersatzfähig. Daran vermag auch die Tatsache nichts zu ändern, dass X. zu jener 
Zeit private Gelder in die Unternehmung einschoss. So liegt nach der 
Rechtsprechung Ersatzfähigkeit nur dann vor, wenn das Geld für den Täter 
griffbereit ist, und nicht, wenn er es erst noch bei Dritten, welche ihm gegenüber zu 
keiner Leistung verpflichtet sind, beschaffen muss. Wer auf den guten Willen Dritter 
angewiesen sei, könne nicht als ersatzfähig gelten (vgl. BGE 91 IV 130; St. 
Trechsel, a.a.O., N 17 zu Art. 138 StGB). Die Gelder, welche X. der Unternehmung 

20

zukommen liess, stammten eigenen Aussagen zufolge allesamt aus Darlehen, 
welche ihm privat gewährt worden waren. Sie vermögen daher eine Ersatzfähigkeit 
nicht zu belegen (vgl. SB 03 42; act. 06, S. 7). Der Berufungsbeklagte selber besass 
im Jahre 1999 nur mit Hypotheken belastete Liegenschaften und keine flüssigen 
Mittel. Eine Ersatzfähigkeit war somit auch in dieser Hinsicht nicht gegeben. 

c). X. hat sich folglich - ohne zum Zeitpunkt der Tat ersatzfähig zu sein - 
vertragswidrig verhalten, um die G. AG und deren Lieferanten unrechtmässig zu 
bereichern. Das Tatbestandselement der unrechtmässigen Bereicherung ist damit 
ebenfalls erfüllt.

7. Aus den vorstehenden Erwägungen (vgl. Erwägung 4 bis 6) kann 
zusammengefasst festgehalten werden, dass X. sowohl die objektiven als auch die 
subjektiven Tatbestandselemente der Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 
StGB mehrfach erfüllt hat. Entsprechend schuldig zu sprechen ist er indessen nur, 
wenn sein Verhalten als rechtswidrig anzusehen ist, beziehungsweise wenn er sich 
nicht auf einen Rechtfertigungsgrund berufen kann. 

a). X. macht in Übereinstimmung mit der Vorinstanz geltend, dass sich 
die Y. widersprüchlich verhalten und zumindest den Anschein erweckt habe, die 
Zweitzessionen zu tolerieren. So habe die G. AG die Vertreter der Y. anlässlich 
verschiedener Gespräche auf die bevorstehenden Forderungsabtretungen 
aufmerksam gemacht. Die Vertreter der Y. hätten dies, ohne auf das 
Abtretungsverbot hinzuweisen, zur Kenntnis genommen. Zudem habe die Y. die 
Aufnahme eines Blankokredits bei der Bank P. geduldet, wiewohl dies der G. AG 
laut Globalzessionsvertrag ebenfalls untersagt gewesen wäre (vgl. act. 1.28., S. 8 
f.; act. 3.21., S. 3 ff. und SB 03 42, act. 06, S. 4 ff.). Mit dieser Argumentation berufen 
sich Vorinstanz und Berufungsbeklagter auf den aussergesetzlichen 
Rechtfertigungsgrund einer Einwilligung.

b). Eine Einwilligung des Berechtigten liegt dann vor, wenn sie vor der 
Tat, in Kenntnis aller Umstände ausdrücklich oder stillschweigend geäussert wurde 
(vgl. St. Trechsel, a.a.O., N 10 zu Art. 32 StGB). X. und O. gaben übereinstimmend 
zu Protokoll, im Frühling, Sommer und Herbst 1999 mit Vertretern der Y. Gespräche 
geführt zu haben. Dabei sei unter anderem von den bevorstehenden 
Werklohnabtretungen die Rede gewesen (vgl. act. 3.21., S. 5 und act. 3. 32., S. 3). 
Der bei diesen Sitzungen anwesende Mitarbeiter der Y., Q., bestreitet 
demgegenüber unter Berufung auf die Herren R. und S., über die 

21

Doppelabtretungen informiert worden zu sein (vgl. act. 3.39., S. 3 und act. 3.40., S. 
1). 

Vorab ist festzuhalten, dass anlässlich der im Frühjahr 1999 stattfindenden 
Sitzungen mit der Y. noch nicht konkret von den erst im Herbst 1999 erfolgten 
Abtretungen die Rede sein konnte, da die Forderungen der Lieferanten zu jenem 
Zeitpunkt noch gar nicht fällig waren. Überdies wies O. in jenem Zeitraum den 
Vertreter der K. AG offenbar darauf hin, dass der Globalzessionsvertrag den 
Zweitabtretungen widersprechen könnte (vgl. act. 3.32., S. 4), was ebenfalls gegen 
eine Einwilligung der Y. spricht. Dass die Y. im Herbst 1999 über die 
Doppelabtretungen informiert wurde, erscheint nicht glaubhaft. So finden sich, 
abgesehen von der Aussage des Treuhänders O., keinerlei Angaben über 
diesbezügliche Gespräche bei den Akten. Die Aussage O.s muss jedoch vorsichtig 
gewertet werden, zumal er während der heiklen Phase der Doppelabtretungen 
Berater der G. AG war. Das Verhalten der Y. zeigt aber deutlich ihr Interesse an der 
Aufrechterhaltung des Abtretungsverbotes. So reagierte sie nach Bekanntwerden 
der Doppelzessionen umgehend (vgl. Notifikationen im blauen Ordner) und reichte 
alsdann der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige gegen X. ein (vgl. act. 3.1.). Aber 
auch vor diesem Zeitpunkt bekundete die Bank ihr Interesse am Fortbestand des 
Abtretungsverbots. Beispielsweise nahm sie in die Vereinbarung betreffend 
Erhöhung des Betriebskredits die bereits erörterte (vgl. Erwägung 5 c) bb), 
unmissverständliche Klausel auf. Zudem erklärte sie in ihrem Begleitschreiben vom 
5. Mai 1997 den Globalzessionsvertrag explizit als integrierender Bestandteil der 
Kreditvereinbarung (vgl. act. 3.25). All diese Umstände weisen klar darauf hin, dass 
die Y. – weder in genereller Weise noch in Bezug auf einzelne Forderungen – eine 
Einwilligung zu Doppelabtretungen kundtat. Eine diesbezügliche Zustimmung 
erscheint denn auch nicht glaubhaft. So brachte die Y. der G. AG bereits durch ihren 
bei Vertragsabschluss erklärten Verzicht auf Notifikation ein grosses Stück 
Vertrauen entgegen. Die Bank verzichtete dadurch nämlich freiwillig auf eine 
bessere Sicherung des gewährten Kredites. Mit einer Zustimmung zu 
Doppelabtretungen hätte die Y. dann gar gänzlich auf ihr Besicherungssubstrat 
verzichtet. Dies erscheint angesichts ihres Wissens um die Liquiditätsprobleme der 
G. AG undenkbar.  So forderte sie 1998 und auch am 26. April 1999 Aufstellungen 
über ausstehende Debitoren und angefangene Arbeiten an. Die Y. war somit 
äusserst besorgt um die Einbringlichkeit des der G. AG gewährten Kredites, was 
sich insbesondere dadurch manifestierte, dass sie die Höhe dieses Darlehens im 
Frühjahr 1999 zu kürzen begann (vgl. act. 3.39., S. 2 und act. 3.21., S. 3 und blauen 
Ordner). 

22

X. konnte sich demzufolge nicht guten Glaubens darauf berufen, von der Y. 
eine Einwilligung zu Doppelabtretungen erhalten zu haben. Daran ändert auch der 
Umstand nichts, dass die Y. die vertragswidrige Aufnahme eines Kredites bei der 
Bank P. duldete. So kann aus der Tolerierung dieser Kreditaufnahme nicht der 
Analogieschluss einer Tolerierung von Zweitabtretungen gezogen werden. Der 
Rechtfertigungsgrund der Einwilligung ist demzufolge nicht ausgewiesen und X. ist 
wegen mehrfacher Veruntreuung schuldig zu sprechen. Damit bleibt die Regelung 
der Strafzumessung.

8. a). Gemäss Art. 63 StGB hat der Richter die Freiheitsstrafe innerhalb des 
für den betreffenden Tatbestand geltenden Strafrahmens nach dem Verschulden 
des Täters zu bemessen. Der Begriff des Verschuldens bezieht sich nach bundes-
gerichtlicher Rechtsprechung auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der 
konkreten Straftat (vgl. BGE 117 IV 113 f.).

Grundlage für die Bemessung der Schuld bildet die Schwere der Tat. Bei den 
Strafzumessungsgründen kann im weiteren zwischen der Tat- und der Täterkom-
ponente unterschieden werden. Bei der Tatkomponente sind insbesondere das 
Ausmass des verschuldeten Erfolgs, die Art und Weise seiner Herbeiführung, die 
Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt hat, und die Beweggründe zu be-
achten (BGE 117 IV 112 ff.). Die Täterkomponente umfasst demgegenüber das Vor-
leben, insbesondere auch allfällige Vorstrafen, die persönlichen Verhältnisse, sowie 
das Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht 
und Strafempfindlichkeit (mit Hinweis auf Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht 
AT II, Bern 1989, § 7 N 7 ff.; BGE 127 IV 101 ff.; vgl. zu den einzelnen Strafzumes-
sungsgründen Hans Wiprächtiger, Basler Kommentar, StGB I, Basel/Genf/München 
2003, N 49 ff.; zu den Tatkomponenten N 51 ff. und zu den Täterkomponenten N 
72 ff.). Diese, den Täter belastenden oder entlastenden Umstände sind jeweils in-
nerhalb des ordentlichen Strafrahmens als Straferhöhungs- bzw. Strafminderungs-
gründe zu berücksichtigen. Im weiteren sieht das Gesetz eine Strafrahmenerweite-
rung vor, wenn einer oder mehrere der besonders aufgeführten Strafschärfungs- 
oder Strafmilderungsgründe (z.B. Art. 64 bis Art. 68 StGB) erfüllt sind.

Nachstehend ist vorab von den Tatkomponenten auszugehen, indem die An-
wendung der möglichen Strafminderungs- und Erhöhungsgründe überprüft und 
dann der Beizug von Strafmilderungs- oder Schärfungsgründen geprüft wird. Glei-
ches Vorgehen gilt in der Folge ausgehend von den Täterkomponenten.

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b). Ausgehend von den Tatkomponenten fällt das erhebliche Verschulden 
von X. ins Gewicht. Er missbrauchte das Vertrauen der kreditgebenden Bank für 
eigene Interessen, indem er ihm anvertraute Forderungen gleich mehrfach in ver-
tragswidriger Weise Dritten zedierte. Strafmindernd ist der Beweggrund des Beru-
fungsbeklagten zu berücksichtigen. Einziges Motiv für seine Handlungen war die 
Befriedigung seiner Gläubiger und damit letztlich die Rettung der G. AG. Angesichts 
der desolaten finanziellen Lage seiner Unternehmung stand der Berufungsbeklagte 
unter grossem psychischen Druck, was schliesslich zu den untersagten Zweitzessi-
onen führte. Weiter ist strafmindernd zu berücksichtigen, dass X. offensichtlich auf 
die Empfehlungen und Informationen seines Treuhänders O. vertraute. So liess er 
sich Anfang des Jahres 1997 von seinem Vorhaben abbringen, die G. AG wegen 
derer finanziellen Probleme zu veräussern (vgl. act. 4.2. und act. 3.21., S. 2). Die 
Revisionsstelle musste indessen bereits per Ende Dezember 1998 eine ungenü-
gende Deckung des Eigenkapitals feststellen (vgl. act. 3.47.). Zudem betonte X. 
wiederholt, dass O. die Abtretungsverträge mit dem Vertreter der K. AG ausgehan-
delt habe, weshalb er an deren Zulässigkeit nicht gezweifelt habe (vgl. SB 03 42, 
act. 06, S. 5). In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass das Verhalten von 
O. hier nicht zu beurteilen ist.

Straferhöhende Faktoren sind keine ersichtlich. Auch Strafmilderungsgründe 
liegen bei den Tatkomponenten keine vor. Insbesondere kann das Handlungsmotiv 
des Berufungsbeklagten nicht mit einer ethisch derart hochstehenden Gesinnung 
begründet werden, dass der Strafmilderungsgrund der „achtungswerten Beweg-
gründe“ gemäss Art. 64 Al. 1 StGB anwendbar wäre (vgl. St. Trechsel, a.a.O., N 3 
zu Art. 64 StGB). Gleiches gilt für den in Art. 64 Al. 2 StGB erwähnten Strafmilde-
rungsgrund der „schweren Bedrängnis“, die in der Lehre als dem Notstand nahe 
Situation umschrieben wird. Nur wenn die Abhilfe nicht auf andere Weise möglich 
war und dabei verhältnismässig blieb, sei Strafmilderung wegen schwerer Bedräng-
nis zulässig (vgl. St. Trechsel, a.a.O., N 9 f. zu Art. 64 StGB). Im vorliegenden Fall 
erfolgten die Veruntreuungen zur Erleichterung von finanziellem Druck, was mit Si-
cherheit keine „schwere Bedrängnis“ im Sinne von Art. 64 Al 2 StGB darstellt. Straf-
schärfend muss aber im Sinne von Art. 68 StGB die mehrfache Tatbegehung 
berücksichtigt werden. 

c). Bei den Täterkomponenten kann X. der gute Leumund und seine 
Vorstrafenlosigkeit strafmindernd zugute gehalten werden. Hinzu kommt die zur 
Tatzeit schwierige familiäre Situation des Berufungsbeklagten, dessen Ehefrau im 
Jahre 1999 eine – inzwischen wieder zurückgezogene – Scheidungsklage 

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einreichte (vgl. act. 2.3., S. 1). X. befand sich im Jahre 1999 offensichtlich sowohl 
in finanzieller als auch in familiärer Hinsicht in einer Phase grosser Belastung, was 
bei der Strafzumessung als strafmindernder Faktor mitzuberücksichtigen ist. 
Straferhöhungs-, Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe liegen bei den 
Täterkomponenten nicht vor.

d). Zusammengefasst und ausgehend vom erheblichen Verschulden des 
Berufungsbeklagten sind demnach folgende strafmindernde Faktoren in die Straf-
zumessung miteinzubeziehen: das Handlungsmotiv von X., sein Vertrauen in die 
Auskünfte des Treuhänders, der gute Leumund, die Vorstrafenlosigkeit und die 
schwierige familiäre Situation. Die mehrfache Tatbegehung fällt demgegenüber 
strafschärfend in Gewicht. 

Der Kantonsgerichtsausschuss gelangt angesichts dieser 
Strafzumessungsfaktoren zur Überzeugung, dass die von der Staatsanwaltschaft 
beantragte Freiheitsstrafe um die Hälfte zu kürzen und X. mit sechs Monaten 
Gefängnis zu bestrafen ist.

9. a). Zu prüfen bleibt, ob dem Berufungsbeklagten der bedingte Strafvoll-
zug gewährt werden kann. Die diesbezüglichen Anforderungen bestimmen sich 
nach Art. 41 StGB. Danach kann der Richter den Vollzug einer Freiheitsstrafe von 
nicht mehr als 18 Monaten aufschieben, wenn die objektiven und subjektiven Vor-
aussetzungen hierfür gegeben sind. Die objektive Voraussetzung, wonach der Ver-
urteilte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat wegen eines vorsätzlich began-
genen Verbrechens oder Vergehens keine Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe von 
mehr als drei Monaten verbüsst haben darf, ist im vorliegenden Fall erfüllt. 

Subjektiv ist erforderlich, dass Vorleben und Charakter des Verurteilten er-
warten lassen, dass er durch den Aufschub der Freiheitsstrafe von weiteren Verbre-
chen oder Vergehen abgehalten werde. Es ist mit anderen Worten zu prüfen, ob 
ihm eine günstige Prognose für künftiges Wohlverhalten gestellt werden kann (vgl. 
Stefan Trechsel, a.a.O., N 12 f. zu Art. 41 StGB). Bei dieser Prognosestellung sind 
alle rechtlich massgeblichen Gesichtspunkte des Vorlebens, des Charakters und 
des Leumunds des Täters, die konkreten Tatumstände und alle weiteren Tatsachen, 
die Rückschlüsse auf die Bewährungsaussichten zulassen, abwägend in die Beur-
teilung miteinzubeziehen. In einer Gesamtwürdigung ist hernach zu entscheiden, 
ob beim Verurteilten Aussicht für zukünftige und dauerhafte, über eine Probezeit 
hinausgehende Besserung besteht (PKG 1993 Nr. 24). 

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Im vorliegenden Fall führte einzig die Verzweiflung über die desolate finanzi-
elle Lage der G. AG dazu, dass der Berufungsbeklagte straffällig wurde. Dieser 
musste mitansehen, wie das Unternehmen, welches er während vieler Jahre gelei-
tet hatte, zugrunde ging. Die konkreten Tatumstände, aber auch Vorleben, Charak-
ter und Leumund des Berufungsbeklagten weisen nach Ansicht des Kantonsge-
richtsausschusses klar darauf hin, dass ihm eine günstige Prognose für künftiges 
Wohlverhalten gestellt werden kann. Das Gericht gelangt überdies zur Überzeu-
gung, dass die gesamten Ereignisse, insbesondere auch das Strafverfahren, bei X. 
grossen Eindruck hinterlassen haben. Es kann daher davon ausgegangen werden, 
dass er sich in Zukunft wohlverhalten und nicht weiter delinquieren wird. Die Rechts-
wohltat des bedingten Strafvollzuges kann X. damit ohne weiteres gewährt werden.

b). Die Dauer der Probezeit ist nach den Umständen des Einzelfalles, ins-
besondere nach der Persönlichkeit und dem Charakter des Verurteilten sowie der 
Gefahr seiner Rückfälligkeit zu bemessen (BGE 95 IV 122). Sie kann zwischen zwei 
und fünf Jahren festgesetzt werden (Art. 41 Ziffer 1 Abs. 3 StGB). Vorliegend er-
scheint angesichts der gesamten Umstände die gesetzliche Minimaldauer einer 
Probezeit von zwei Jahren als angemessen und gerechtfertigt.

10. a).Am 6. Mai 2002 reichte die Y. bei der Staatsanwaltschaft Graubünden 
eine mit einem Gesuch um Ergänzung der Strafuntersuchung verbundene 
Adhäsionsklage ein. Darin stellte sie unter anderem den Antrag, X. zu verpflichten, 
ihr aus den Doppelabtretungen Fr. 175'322.90 zu bezahlen. Die unter Ziffer 2 und 3 
der Klage gestellten Eventualbegehren lauteten dahingehend, dass X. zur 
Bezahlung desjenigen Betrages zu verpflichten sei, welcher nach Beendigung der 
Nachlassliquidation der G. AG als Totalverlust, beziehungsweise als Verlust auf 
dem ursprünglich bewilligten Kontokorrentkredit resultieren werde. Der Schaden der 
Y. beziffere sich auf diejenigen Beträge, welche zweitabgetreten und von den 
Bauherren den Lieferanten auch tatsächlich bezahlt worden seien. Eine genaue 
Bezifferung dieses Schadens sei indessen erst nach Abschluss der 
Nachlassliquidation der G. AG möglich (vgl. act. 1.14.). 

Die Vorinstanz verwies die Adhäsionsklage mit dem Hinweis auf den 
erklärten Freispruch auf den Zivilweg. Bei einem solchen Verfahrensausgang habe 
das Gericht die Zivilforderung nicht zu beurteilen (vgl. act. 1.28., S. 10).

Die Y. reichte daraufhin mit Eingabe vom 28. Juli 2003 beim 
Kantonsgerichtsausschuss Berufung gegen dieses Urteil ein. Ihre Ausführungen 

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bezogen sich dabei ausschliesslich auf den beantragten Schuldspruch von X.. 
Nähere Angaben zum geltend gemachten Vermögensschaden erfolgten nicht (vgl. 
SB 03 45, act. 01).

b). Nach Art. 130 StPO kann ein Geschädigter seine zivilrechtliche For-
derung gegenüber dem Angeklagten beim Strafgericht adhäsionsweise geltend ma-
chen. Unter den Begriff „zivilrechtliche Forderung“ sind unter anderem Schadener-
satzansprüche nach Art. 41 OR oder Genugtuungsansprüche nach Art. 47 und 49 
OR zu verstehen. Der Adhäsionsprozess bleibt daher trotz seiner Einbettung in das 
Strafverfahren ein Zivilprozess und richtet sich folglich subsidiär nach den Regeln 
der ZPO (vgl. W. Padrutt, a.a.O., S. 328). Der Adhäsionskläger hat deshalb bei sei-
ner Eingabe die zivilprozessualen Formerfordernisse zu beachten. Zudem ist es – 
wie beim ordentlichen Zivilprozess – grundsätzlich Sache der Parteien, dem Gericht 
den Tatbestand darzulegen und zu beweisen. In diesem Sinne hält Art. 131 Abs. 3 
StPO fest, dass das Gericht über die Adhäsionsklagen nur dann zu entscheiden hat, 
wenn es die Akten zur Beurteilung des Zivilpunktes als ausreichend erachtet. Ist 
dies nicht der Fall, wird die Adhäsionsklage an den ordentlichen Richter verwiesen. 
Dieser Weg sollte jedoch nur beschritten werden, wenn bei Spruchreife der Strafsa-
che zusätzliche zivilrechtliche Beweiserhebungen das Verfahren zeitlich schwerwie-
gend benachteiligen (vgl. W. Padrutt, a.a.O., S. 331 f.). Das Gericht hat diesfalls – 
sofern der Zivilkläger zusätzlich unter den Opferbegriff des OHG fällt - zumindest 
dem Grundsatze nach und damit mit einem Feststellungsurteil über die Haftung zu 
entscheiden (vgl. Art. 9 Abs. 3 OHG, Peter Gomm / Peter Stein / Dominik Zehnter, 
Kommentar zum Opferhilfegesetz, Bern 1995, N 9, 12 f. und 15 zu Art. 9 OHG). Die 
Y. stellt wie erwähnt (vgl. vorstehend Erwägung 1) kein Opfer im Sinne des OHG 
dar. Die vorliegend zu beurteilende Adhäsionsklage richtet sich demnach einzig 
nach der Regelung von Art. 131 Abs. 3 StPO.

Die Y. fordert von X. einen Betrag von Fr. 175'322.90, ohne diese Forderung 
näher zu substanziieren. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich indessen der Vermö-
gensschaden nicht beziffern. Denkbar ist zwar, dass die Y. nach Abschluss des 
Liquidationsverfahrens den der G. AG gewährten Kredit nicht in vollem Umfang 
zurückbezahlt erhält. Dieser Vermögensschaden wäre überdies eine direkte Folge 
des Verhaltens des Berufungsbeklagten, welcher das Besicherungssubstrat der 
Bank durch die Zweitzessionen schmälerte. Das Nachlassverfahren der G. AG ist 
indessen noch nicht abgeschlossen. Am 14. März 2001 genehmigten die Gläubiger 
der G. AG einen Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung (vgl. Art. 317 ff. SchKG). 
Seither tat sich laut Aussagen des Berufungsbeklagten wenig, eine Verteilung der 

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Vermögenswerte sei noch nicht erfolgt. Ein allfälliger Schaden der Y. lässt sich so-
mit zum heutigen Zeitpunkt nicht konkret beziffern, weshalb deren Zivilforderung 
vom Kantonsgerichtsausschuss nicht beurteilt werden kann. Mit anderen Worten 
kann das Gericht die Spruchreife der Zivilsache nicht selber herbeiführen. Eine Sis-
tierung des Strafprozesses fällt zufolge der Zeitverzögerung von vornherein ausser 
Betracht. Die Adhäsionsklage der Y. ist daher im Sinne von Art. 131 Abs. 3 StPO 
auf den Zivilweg zu verweisen. 

11. a).Zusammenfassend und abschliessend kann damit festgehalten wer-
den, dass die Berufung der Staatsanwaltschaft (SB 03 42) wohl in Bezug auf den 
beantragten Schuldspruch, nicht aber bezüglich des Strafmasses gutzuheissen ist. 
Die Berufung der Y. (SB 03 45) ist - soweit darauf eingetreten werden kann - abzu-
weisen. 

b). Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten der Staatsan-
waltschaft Graubünden von Fr. 2'305.—, die Kosten des Bezirksgerichts Hinterrhein 
von Fr. 3'410.—, sowie das Honorar der amtlichen Verteidigung im erstinstanzlichen 
Verfahren von Fr. 2'834.-- zu Lasten von X. (Art. 158 Abs. 1 StPO, Art. 155 Abs. 2 
und 5 StPO). 

Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'000.— werden in Anwendung 
von Art. 160 StPO zur Hälfte X. und je zu einem Viertel dem Kanton Graubünden 
und der Y. auferlegt. Die im Berufungsverfahren entstandenen Kosten der amtlichen 
Verteidigung von Fr. 3'604.30 sind als Teil der Verfahrenskosten ebenfalls zur Hälfte 
X. und je zu einem Viertel dem Kanton Graubünden und der Y. zu überbinden. Diese 
Kosten werden vorschussweise vom Kanton Graubünden übernommen (vgl. Art. 
155 Abs. 1 StPO).

Die Kosten eines allfälligen Strafvollzuges gehen zu Lasten des Kantons 
Graubünden (Art. 188 StGB).

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29

Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung der Staatsanwaltschaft Graubünden wird teilweise gutgeheis-
sen und das angefochtene Urteil wird aufgehoben. Die Berufung der Y. wird 
- soweit darauf eingetreten werden kann - abgewiesen.

2. X. ist schuldig der mehrfachen Veruntreuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 
StGB.

3. Dafür wird er bestraft mit sechs Monaten Gefängnis.

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer 
Probezeit von zwei Jahren.

5. Die Adhäsionsklage wird auf den Zivilweg verwiesen.

6. Die Kosten der Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 2'305.— sowie die 
Kosten des Bezirksgerichtes Hinterrhein von Fr. 3'410.— gehen zu Lasten 
von X..

Das Honorar der amtlichen Verteidigung im erstinstanzlichen Verfahren von 
Fr. 2'834.— geht zu Lasten von X..

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'000.— gehen zur Hälfte zu 
Lasten von X. und je zu einem Viertel zu Lasten des Kantons Graubünden 
und der Y..

Die Kosten der amtlichen Verteidigung von Fr. 3'604.30 gehen zur Hälfte zu 
Lasten von X. und je zu einem Viertel zu Lasten des Kantons Graubünden 
und der Y.. Sie werden vorschussweise vom Kanton Graubünden übernom-
men.

8. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

9. Mitteilung an:

30

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident  Die Aktuarin ad hoc