# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7cd93dc7-c3f5-55a7-8f6b-c2e8f0a64e55
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 01.11.2023 SB220535
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB220535_2023-11-01.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Geschäfts-Nr.: SB220535-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, und lic. iur. B. Amacker, 

Ersatzoberrichter lic. iur. K. Vogel sowie der Gerichtsschreiber 

MLaw J. Stegmann

Urteil vom 1. November 2023

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Dr. iur. X1._____

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. U. Krättli,

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend versuchte schwere Körperverletzung etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 9. Juni 2022 
(DG220010)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 4. Februar 

2022 (Urk. D1/16/4) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 63 S. 120 ff.)

"Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig

 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 6),

 der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB (Dossier 3),

 der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 StGB (Dossier 1 und 6) sowie

 der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB (Dossier 6).

2. Der bedingte Vollzug bezüglich der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-

Sihl vom 13. Mai 2019 ausgefällten Freiheitsstrafe von 6 Monaten wird widerrufen.

3. Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe bestraft mit einer 

Freiheitsstrafe von 32 Monaten als Gesamtstrafe, wovon bis und mit heute 441 Tage 

durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft (unter Berücksichtigung der 2 erstande-

nen Hafttage aus der widerrufenen Strafe) erstanden sind.

4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. b und lit. h StGB für die Dauer 

von 6 Jahren des Landes verwiesen.

6. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird 

angeordnet.

7. Von der Anordnung eines lebenslänglichen Tätigkeitsverbots im Sinne von Art. 67 

Abs. 3 lit. d Ziff. 2 StGB wird abgesehen.

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8. Die folgenden, sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage, 

unter der Geschäfts-Nr. 78822410 lagernden Gegenstände werden dem Privat-

kläger 2 (B._____) nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgegeben 

oder nach unbenutztem Ablauf einer dreimonatigen Frist von der Lagerbehörde ver-

nichtet:

 1 Jacke (A014'250'169)
 1 Glasflasche «Gold Label» (A014'250'227)

9. Die folgenden, sichergestellten Gegenstände, Aufnahmen und Datenträger werden 

eingezogen und der jeweiligen Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft zur 

Vernichtung überlassen:

a) bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-Triage, unter der Geschäfts-
Nr. 78068889 lagernd: 

 1 Mobiltelefon Samsung (A013'886'072)
 SIM-Karte (A014'066'525)
 Datenauslesung (A014'066'514)
 Datenauslesung (A014'066'536)
 1 DVD mit Aufnahmen der Überwachungskameras (A013'949'832)
 IRM-Fotografie – Übersichts- und Detailaufnahmen (A013'883'346)
 IRM-Fotografie – Übersichts- und Detailaufnahmen (A013'886'130)

b) beim Bezirksgericht Winterthur lagernd:

 1 Holzpfahl gesplittert (A014'250'307)
 1 Holzsplitter von Holzpfahl (A014'252'676)

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 (C._____) eine Genugtuung 

von Fr. 1'000.– zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren 

abgewiesen.

11. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 2 (B._____) 

aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur 

genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der Privat-

kläger 2 auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses verwiesen.

12. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 2 (B._____) eine Genugtuung 

von Fr. 1'500.– zuzüglich 5 % Zins ab 1. Oktober 2020 zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.

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13. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 4'200.00; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 5'400.00 Gebühr Vorverfahren;

Fr. 2'003.05 Auslagen (Gutachten / Expertisen);

Fr. 30.40 Zeugenentschädigung;

Fr. 80.00 diverse Kosten (Bericht KSW);

Fr. 34'908.90 Entschädigung amtliche Verteidigung (Akontozahlungen an RAin Dr. iur. X1._____ und MLaw X2._____; bereits bezahlt);

Fr. 3'689.25 Entschädigung amtliche Verteidigung, RAin Dr. iur. X1._____ (Restbetrag; inkl. MwSt. und Barauslagen);

Fr. 6'840.90 Entschädigung unentgeltliche Rechtsvertretung,RA lic. iur. Y._____ (inkl. MwSt. und Barauslagen);

Fr. 57'152.50 Total

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.

14. Die Kosten werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Vertei-

digung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers 2 werden einst-

weilen auf die Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO sowie Art. 138 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 426 Abs. 4 StPO 

bleibt vorbehalten.

15. Die mit Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich vom 15. September 2021 

(Geschäfts-Nr. UB210136-O) festgesetzte Gebühr für das Beschwerdeverfahren in 

der Höhe von Fr. 1'200.– wird dem Beschuldigten auferlegt.

16. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 1 (C._____) für das gesamte 

Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 6'059.10 (inkl. Barauslagen und MwSt.) 

zu bezahlen.

17. Auf den Antrag des Privatklägers 2 (B._____) auf Zusprechung einer Umtriebsent-

schädigung von Fr. 100.– wird nicht eingetreten.

18. [Mitteilungen]

19. [Rechtsmittel]"

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Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 64; Urk. 83 S. 1 ff.; Prot. II S. 6):

«1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 9. Juni 2022, 
Dispositiv-Ziffern 1-6 und Dispositiv-Ziffern 10-16, aufzuheben und 
neu wie folgt zu entscheiden:

2. Es sei A._____ von den Vorwürfen der Anklage vom 4. Februar 2022 
der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 
i.V.m. Art. 22 StGB, der Pornografie i.S.v. Art. 197 Abs. 4 Satz 2 
StGB sowie der Drohung i.S.v. Art. 180 StGB und der versuchten Nö-
tigung i.S.v. Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil 
des Privatklägers 2 freizusprechen.

3. Es sei das Verfahren in Bezug auf den Vorwurf der Drohung i.S.v. 
Art. 180 StGB gegenüber der Privatklägerin 1 einzustellen; eventua-
liter sei A._____ von diesem Vorwurf freizusprechen; subeventualiter 
sei das Verfahren zu sistieren gemäss Art. 55a StGB.

4. Es sei vom Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 
Zürich-Sihl vom 13. Mai 2019 ausgefällten bedingten Freiheitsstrafe 
von 6 Monaten abzusehen.

5. Es sei von der Anordnung einer Landesverweisung und der Aus-
schreibung im Schengener Informationssystem abzusehen.

6. Es seien die Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Privat-
kläger abzuweisen; eventualiter seien diese auf den Zivilweg zu ver-
weisen.

7. Es sei A._____ eine Genugtuung in der Höhe von CHF 87'800.– zzgl. 
Zins von 5 % ab 18. Januar 2021 für zu Unrecht erlittene Haft zuzu-
sprechen.

8. Es sei das Entschädigungsbegehren der Privatklägerin 1 abzuwei-
sen soweit darauf einzutreten ist; eventualiter seien diese Kosten auf 
die Gerichtskasse zu nehmen.

9. Es seien die Kosten der Untersuchung sowie des erst- und zweitin-
stanzlichen gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen der 
amtlichen Verteidigung (zzgl. MwSt.), auf die Gerichtskasse zu 
nehmen.»

b) Der Privatklägerin 1 (Urk. 76, sinngemäss):

1. Es sei von der Desinteresseerklärung und vom Rückzug sämtlicher 
Strafanträge der Privatklägerin 1 Kenntnis zu nehmen.

2. Es sei vom Rückzug sämtlicher Zivilforderungen der Privatklägerin 1 
Vormerk zu nehmen.

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c) Des Privatklägers 2 (Urk. 70; Urk. 78):

«1. Es sei das erstinstanzliche Urteil des Bezirksgerichts Winterthur 
vom 9. Juni 2022 grundsätzlich zu bestätigen, insbesondere betref-
fend Dossier 6, wie folgt:

1.1. Der Beschuldigte / Berufungskläger sei betreffend Dossier 6
 der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,
 der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB sowie
 der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB
schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen.

1.2. Es sei festzustellen, dass der Beschuldigte / Berufungskläger 
gegenüber dem Privatkläger 2 (B._____) aus dem eingeklagten Er-
eignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig sei. Zur ge-
nauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches 
sei der Privatkläger 2 auf den Weg des ordentlichen Zivilprozesses 
zu verweisen.

1.3. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger 2 (B._____) 
eine Genugtuung von CHF 10'000.00, mindestens CHF 1'500.00 
zuzüglich Zins zu 5 % seit 1. Oktober 2020 zu bezahlen.

2. Die Kosten des Vorverfahrens sowie diejenigen der Verfahren vor 
Bezirksgericht Winterthur und vor Obergericht des Kantons Zürich, 
u.a. einschliesslich der Kosten der unentgeltlichen Rechtsvert-
retung des Privatklägers 2 B._____, seien dem Beschuldigten / Be-
rufungskläger vollumfänglich aufzuerlegen.»

Erwägungen:

I.  Verfahrensgang und Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten, A._____, mit Urteil vom 9. Juni 

2022 der versuchten schweren Körperverletzung, der Pornografie, der mehrfachen 

Drohung und der versuchten Nötigung schuldig. Im Rahmen der Sanktionierung 

widerrief die Vorinstanz den bedingten Aufschub einer Vorstrafe von 6 Monaten 

Freiheitsstrafe und fällte unter deren Einbezug eine nunmehr unbedingte Freiheits-

strafe von 32 Monate aus, wovon 441 Tage bereits durch Haft erstanden seien. 

Ausserdem wurde der Beschuldigte für sechs Jahre des Landes verwiesen. Die 

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übrigen Entscheidungen der Vorinstanz lassen sich dem eingangs wiedergegebe-

nen Urteilsdispositiv entnehmen (Urk. 72 S. 60 ff.). Gleichentags wurde der Be-

schuldigte aus der bis dahin bestehenden Sicherheitshaft entlassen (Urk. 49 und 

51) und auf freien Fuss gesetzt (Urk. 54).

1.2. Gegen das zunächst mündlich und schriftlich im Dispositiv eröffnete Urteil 

(Prot. I S. 60, Urk. 47) liess der Beschuldigte anderntags und damit fristgerecht 

Berufung anmelden (Urk. 55). Am 14. September 2022 wurde das schriftlich 

begründete Urteil (Urk. 57 = Urk. 62) an die Parteien versandt, welche es in den 

darauffolgenden Tagen zugestellt bekamen (Urk. 58/1–4).

1.3. Die Berufungserklärung des Beschuldigten erfolgte am 30. September 2022 

(Datum Poststempel) und damit innert der Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO (Urk. 64).

Mit Präsidialverfügung vom 28. Oktober 2022 wurde je eine Kopie der Berufungs-

erklärung den Privatklägern sowie der Staatsanwaltschaft zugestellt und Frist an-

gesetzt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten 

auf die Berufung zu beantragen (Urk. 67). Die Staatsanwaltschaft teilte darauf am 

10. November 2022 mit, dass auf Anschlussberufung und die Stellung von An-

trägen verzichtet werde (Urk. 69). Auch der Privatkläger B._____ verzichtete aus-

drücklich auf Anschlussberufung (Urk. 70).

Am 14. Juli 2023 wurde zur heutigen Berufungsverhandlung vorgeladen. Der 

Staatsanwaltschaft wurde das persönliche Erscheinen freigestellt; den Privat-

klägern wurde Kenntnis von der Verhandlung gegeben (Urk. 72, Urk. 74).

Mit Eingabe vom 27. Oktober 2023 liess die Privatklägerin C._____ mitteilen, dass 

sie ihr Desinteresse am Strafverfahren erkläre sowie die entsprechenden, damit 

zusammenhängenden Anträge und Forderungen zurückziehe (Urk. 76). Ebenfalls 

schriftlich, mit Eingabe vom 28. Oktober 2023, stellte der Privatkläger 2 seine An-

träge für das Berufungsverfahren und begründete diese (Urk. 78). Es erschienen 

heute einzig der Beschuldigte in Begleitung seiner amtlichen Verteidigerin (Prot. II 

S. 3 ff.).

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Vorfragen und Beweisanträge waren keine zu behandeln und – abgesehen von der 

Einvernahme des Beschuldigten – auch keine Beweise abzunehmen (Prot. II 

S. 5 ff.).

Das Verfahren ist spruchreif.

2. Umfang der Berufung

2.1. Gemäss der Berufungserklärung vom 30. September 2022 richtet sich die 

Berufung des Beschuldigten gegen die vorinstanzlich ergangenen Schuldsprüche

(Dispositiv-Ziffer 1) sowie gegen alle damit zusammenhängenden Sanktionsfolgen 

(Strafen [Dispositiv-Ziffern 2 bis 4], Landesverweisung [Dispositiv-Ziffern 5 und 6]; 

damit formell auch gegen das Absehen von der Anordnung eines lebenslänglichen 

Tätigkeitsverbots [Dispositiv-Ziffer 7]), die Zusprechung von Genugtuungen 

(Dispositiv-Ziffer 10 und 12), die Feststellung der Schadenersatzpflicht dem 

Grundsatz nach gegenüber dem Privatkläger B._____ (Dispositiv-Ziffer 11) sowie 

gegen die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositiv-Ziffern 14 bis 16; Urk. 64, 

Urk. 83, vgl. auch Prot. II S. 3 f.).

2.2. In Rechtskraft erwachsen sind damit einzig die Entscheide über die 

sichergestellten Asservate (Dispositiv-Ziffern 8 und 9), die Kostenfestsetzung 

(Dispositiv-Ziffer 13) und das Nichteintreten auf den Antrag des Privatklägers 2 auf 

Zusprechung einer Umtriebsentschädigung (Dispositiv-Ziffer 17).

Der Eintritt der Rechtskraft dieser Anordnungen ist vorab mittels Beschluss festzu-

stellen (Art. 399 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 402 und 437 StPO sowie 

Art. 404 StPO).

In den übrigen Punkten steht der angefochtene Entscheid unter Vorbehalt des Ver-

schlechterungsverbotes (Art. 391 Abs. 2 StPO) grundsätzlich zur Disposition. In 

den angefochtenen Punkten überprüft das Berufungsgericht das erstinstanzliche 

Urteil umfassend (Art. 398 Abs. 2 und 3 StPO).

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3. Strafantragserfordernis

3.1. Ist eine Tat gemäss Gesetz nur auf Antrag strafbar, so kann nach Art. 30 

StGB jede Person, die durch sie verletzt worden ist, die Bestrafung des Täters 

beantragen. Bei Antragsdelikten ist das Vorliegen eines gültigen Strafantrags 

Prozessvoraussetzung und somit von Amtes wegen zu prüfen (Art. 30 f. StGB, 

Art. 303 StPO, vgl. auch Art. 329 Abs. 1 lit. b und Art. 339 Abs. 2 lit. b StPO).

3.2. Bei den in Frage kommenden Straftatbeständen handelt es sich mehrheitlich 

um Offizialdelikte (Art. 122 bzw. Art. 123 Ziff. 2, Art. 180 Abs. 2 lit. a, Art. 181 und 

Art. 197 StGB), sodass diesbezüglich keine Strafanträge erforderlich sind. Entspre-

chend zeitigen auch Rückzüge (vgl. Urk. 76) von gestellten Strafanträgen bezüglich 

Offizialdelikte keine Wirkungen.

Um ein Antragsdelikt handelt es sich einzig bei dem in der Anklage unter Dossier 6 

aufgeführten Vorwurf der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB zum Nachteil 

von B._____ (Privatkläger 2). B._____ als mutmasslich bedrohte Person ist ohne 

Weiteres zum Stellen des Strafantrages legitimiert. Seine schriftliche Erklärung da-

tierend vom 2. Oktober 2020 erfüllt die gesetzlichen Form- und Fristerfordernisse 

(Art. 303 Abs. 1 StPO, Art. 31 StGB), sodass ein gültiger Strafantrag vorliegt (so 

auch die Vorinstanz in Urk. 62 E. II S. 6).

4. Desinteresseerklärung der Privatklägerin 1

Kurz vor der Berufungsverhandlung, am 27. Oktober 2023, erklärte die Privat-

klägerin 1 noch ihr Desinteresse am Strafverfahren (vgl. Art. 120 StPO). Auch ihre 

Zivilforderung zog sie zurück (Urk. 76). Als Begründung gab sie zusammengefasst 

an, dass seit dem Vorfall viel Zeit vergangen sei und sich die familiären Verhältnisse 

inzwischen stabilisiert hätten; der Beschuldigte könne seine Gefühle nun viel bes-

ser kontrollieren; sie würden heute als Eltern gut kooperieren, und der Beschuldigte 

pflege eine vertrauensvolle, gute Beziehung zur gemeinsamen Tochter.

Wenn bei Offizialdelikten Desinteresse erklärt wird, bleibt die Verpflichtung der 

Strafbehörden, die für die Straftat verantwortliche Person zu verfolgen und zu be-

strafen, grundsätzlich unberührt weiterbestehen (vgl. BSK StGB-MAZZUCCHELLI/ 

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POSTIZZI, Art. 120 N 2, m.H.). Bezüglich der Verfahrensgegenstand bildenden 

vorgeworfenen Drohung zum Nachteil der Privatklägerin 1 handelt es sich wegen 

ihrer (im Tatzeitpunkt) bestehenden Ehe zum Beschuldigten um ein Offizialdelikt 

(vgl. Art. 180 Abs. 2 lit. a StGB).

An sich wäre theoretisch denkbar, im Sinne von Art. 55a StGB um eine Verfahrens-

sistierung und -einstellung zu ersuchen. Als Gesuch darum im Sinne von Art. 55a 

Abs. 1 lit. c StGB ist die Eingabe der Privatklägerin 1 aber nicht zu verstehen. 

Ohnehin wäre fraglich, inwiefern eine Sistierung noch geeignet erschiene, die 

Situation der Privatklägerin 1 zu stabilisieren oder zu verbessern (vgl. Art. 55a 

Abs. 1 lit. c StGB). Gleichwohl ist selbstverständlich als positiv zu werten, wenn 

sich die Situation der Familie beruhigt hat. Demgegenüber ist auf das subeventua-

liter gestellte Gesuch der Verteidigung um Sistierung des Verfahrens im Sinne von 

Art. 55a StGB betreffend den Tatvorwurf der Drohung zulasten der Privatklägerin 1 

nicht einzutreten (Urk. 83 S. 2), da der Beschuldigte und dessen Verteidigung nicht 

zur Stellung eines solchen Gesuchs legitimiert sind (vgl. Art. 55a StGB).

5. Formelles

5.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO (vgl. dazu BGer 6B_570/2019 vom 23. Sep-

tember 2019 E. 4.2 m.w.H.), auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung findet.

5.2. Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 3 Abs. 2 

lit. c StPO) folgt die Pflicht des Gerichts, seinen Entscheid zu begründen. Die 

Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich 

das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich 

aber auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht aus-

drücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand aus-

einandersetzen und diese widerlegen. Es kann sich mithin auf die für den Entscheid 

wesentlichen Punkte beschränken. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 EMRK in 

der Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument gefordert 

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würde (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7, BGE 143 III 65 E. 5.2, BGE 141 IV 249 E. 1.3.1, 

BGer 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2, je mit Hinweisen).

II.  Schuldpunkt

1. Ausgangslage

1.1. Verfahrensgegenstand des vorliegenden Berufungsverfahren bilden die drei 

nachstehend kurz umrissenen Tatvorwürfe (vgl. im Detail Urk. D1/16/4 S. 2-5, 

diesem Urteil beigeheftet).

Dossier 6: Der Beschuldigte sei am Donnerstagabend, 1. Oktober 2020, im 
D._____ Stadtpark auf B._____ (Privatkläger 2) getroffen, welcher sich dort zu-
sammen mit weiteren Personen aufgehalten habe. Der Beschuldigte habe den 
Privatkläger 2 mit angeblichen Schulden konfrontiert, welcher dieser bei ihm 
habe. Deren Zahlung habe der Privatkläger 2 verweigert. Da habe der erboste 
Beschuldigte einen in der Nähe herumliegenden Holzpfahl (ca. 150 cm Länge 
und 3,5 cm Durchmesser) ergriffen und diesen mehrmals mit Wucht von oben in 
Richtung des Kopfes des Privatklägers 2 geschlagen. Zuerst seien noch zwei 
Personen dazwischen gestanden, sodass die ersten zwei Schläge über diese 
Personen hinweg erfolgt seien und nicht mit voller Wucht auf die linke Kopf- und 
Gesichtshälfte des Privatklägers 2 getroffen seien. Sodann, als die zwei Perso-
nen nicht mehr dazwischen gestanden seien, habe der Beschuldigte noch min-
destens drei weitere Schläge, wiederum mit Wucht von oben herab Richtung 
Kopf des Privatklägers 2 ausgeführt. Der Privatkläger 2 habe sich durch das An-
heben der Hände und Unterarme vor das Gesicht respektive den Kopf zu schüt-
zen versucht. Diese Schläge seien im Wesentlichen auf dem linken Unterarm des 
Privatklägers 2 aufgeprallt. Während der Schlagausführung sei der Holzpfahl 
durch die Wucht der Schläge beim Aufprall eines Schlages auseinandergebro-
chen. Bei seinem Tun sei sich der Beschuldigte der hohen Gefahr einer schweren 
Körperverletzung oder auch Gesichtsentstellung bewusst gewesen und habe 
diese Gefahr billigend in Kauf genommen (eingeklagt als versuchte schwere Kör-
perverletzung). 

Bei seiner gewaltsamen Attacke habe der Beschuldigte den Privatkläger 2 auch 
mit Worten in Spanisch bedroht, nämlich dass er ihm den Kopf abreissen werde 
bzw. ihn umbringen werde. Dies und die damit verbundenen Schläge habe beim 
Privatkläger 2 grosse Furcht bis hin zu Todesangst ausgelöst (eingeklagt als 
Drohung).

Der Beschuldigte habe durch sein gewaltsames Vorgehen den Privatkläger 2 
dazu bringen wollen, ihm die angeblichen Schulden von ca. 500 Franken zurück-

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zubezahlen. Dabei sei ihm bewusst gewesen, dass er nicht berechtigt war, die 
seiner Meinung nach bestehende Geldforderung mit Gewalt durchzusetzen (ein-
geklagt als versuchte Nötigung).

Dossier 3: Bereits rund ein halbes Jahr vor dem vorstehend beschriebenen 
Gewaltübergriff, nämlich am 29. März 2020, soll der Beschuldigte laut Anklage 
auf seinem Mobiltelefon einen ca. 30 Sekunden langen Videoclip besessen 
haben, welcher zeigt, wie zwei Kleinkinder im Alter von zwei bis vier Jahren den 
Penis eines Erwachsenen masturbieren und Oralsex an diesem vollziehen. Den 
betreffenden Videoclip habe der Beschuldigte am selben Tag willentlich auf 
seinem WhatsApp-Profil im Status hochgeladen, sodass der Clip einer grösseren 
Zahl von Menschen zugänglich gewesen sei (eingeklagt als harte Pornografie im 
Sinne von Art. 197 Abs. 4 Satz 2 StGB).

Dossier 1: Am Freitagabend, 9. Juli 2021, sei es zudem zwischen dem Beschul-
digten und seiner Ehefrau C._____ (Privatklägerin 1) in der ehelichen Wohnung 
zu einer Diskussion gekommen. Sie habe ihm dabei eröffnet, dass sie bei einer 
Anwältin gewesen sei und die Scheidung einreichen wolle. Da habe der Beschul-
digte gesagt, dass er wisse, was dann passiere; und zwar müsse er dann zurück 
in die Dominikanische Republik und könne seine Tochter E._____ nicht mehr 
sehen. Er lasse aber E._____ nicht in der Schweiz bei diesen Rassisten. Als die 
Privatklägerin 1 erwidert habe, sie unterschreibe keine Einwilligung zur Mitnahme 
der Tochter, habe er gesagt, sie werde sehen, es gäbe da verschiedene Mög-
lichkeiten. Er habe bekräftigt, dass er nicht ohne E._____ gehen würde. Gege-
benenfalls würde er Vodoo machen, und dann sei E._____ innert drei Tagen so 
tot wie seine Mutter. Wenn er E._____ nicht haben könne, könne auch die Pri-
vatklägerin 1 sie nicht haben.

Darüber hinaus habe der Beschuldigte zur Privatklägerin 1 gesagt, dass, wenn 
sie noch einmal die Polizei alarmiere, er einen Polizisten mit dem grossen Dolch 
in der Küche umbringen werde und es ihm egal sei, wenn er danach 30 Jahre ins 
Gefängnis müsse. Sie wisse ja, dass sein erster Job in F._____ [Staat in 
Südamerika] gewesen sei, Leute umzubringen.

Durch all diese Aussagen und im Wissen darum, dass er auch schon (unter an-
derem wegen eines Gewaltdeliktes) in Haft gewesen sei, sei die Privatklägerin 1 
in grosse Furcht um ihr Wohl und dasjenige des gemeinsamen Kindes E._____ 
geraten.

Der Beschuldigte habe mit seinen Äusserungen zu erreichen versucht, dass sie 
sich nicht von ihm scheiden lässt und er damit die Schweiz nicht verlassen muss 
(eingeklagt als versuchte Nötigung).

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1.2. Wie auch schon vor Vorinstanz bestreitet der Beschuldigte in wesentlichen 

Teilen, was ihm die Anklage vorwirft (Urk. 82 S. 14 ff.). Entsprechend fordert die 

Verteidigung einen vollumfänglichen Freispruch (Urk. 44 S. 1, Urk. 83 S. 1 ff.).

Was die Auseinandersetzung mit dem Privatkläger 2 betrifft, lässt der Beschuldigte 

geltend machen, dass sich diese nicht so wie eingeklagt zugetragen habe. Er habe 

den Holzstock bloss zur Abwehr eines tätlichen Angriffs durch den Privatkläger 1 

verwendet. Namentlich habe er den Holzstock nicht mit Wucht in die Richtung des 

Kopfs des Privatklägers 2 geschlagen, und der Stock sei auch nicht bei der Aus-

einandersetzung zerborsten. Aufgrund des Sachverhalts lasse sich die Inkauf-

nahme einer schweren Körperverletzung nicht erstellen. Zwar habe die Auseinan-

dersetzung ihren Ursprung in einer Geldforderung gehabt; er habe mit dem Einsatz 

des Stocks aber nicht die Eintreibung seiner Geldforderung bezweckt, sondern sich 

bloss gewehrt. Auch gedroht habe er nicht (Urk. 44 Rz 45 ff., Urk. 83 Rz 2 ff.).

In Bezug auf den Vorwurf der Pornografie anerkennt der Beschuldigte den 

Sachverhalt zwar, macht indes einen unvermeidbaren Verbotsirrtum geltend 

(Urk. 44 Rz 23 f., Urk. 83 Rz 44 ff.).

Auch den Vorwurf häuslicher Gewalt (Drohung, versuchte Nötigung) weist der 

Beschuldigte von sich. Nach der Verteidigung lässt sich der Sachverhalt bloss 

gestützt auf die Aussagen der Privatklägerin 1, welche nicht glaubhaft seien, nicht 

rechtsgenügend erstellen (Urk. 44 Rz 23 f., Urk. 83 Rz 52 ff.).

Die Anklagesachverhalte sind damit überwiegend bestritten, und es ist vor der 

rechtlichen Würdigung jeweils näher zu untersuchen, ob sich die vorgeworfenen 

Übergriffe dem Beschuldigten trotz seiner Bestreitungen nachweisen lassen.

2. Grundsätze der Sachverhaltserstellung und Beweiswürdigung

Die Anforderungen an einen rechtsgenügenden Schuldbeweis und die allgemeinen 

Grundsätze der Beweiswürdigung wurden von der Vorinstanz zutreffend dargelegt 

(Urk. 62 E. III/2 S. 7 f.). Die Erwägungen der Vorinstanz vertiefend werden der 

Grundsatz «in dubio pro reo» (im Zweifel für den Angeklagten) und der Indizien-

beweis nachfolgend etwas näher beleuchtet:

- 14 -

Gemäss der in Art. 10 Abs. 3 StPO verankerten Maxime «in dubio pro reo» ist bis 

zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, dass der einer strafbaren 

Handlung Beschuldigte unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 StPO; BGE 138 V 74 E. 7, 

BGE 127 I 38 E. 2a). Aus der Unschuldsvermutung – als Beweislastregel – ergibt 

sich, dass es Sache der Anklagebehörde ist, die Schuld des Beschuldigten zu 

beweisen, und dass nicht dieser seine Unschuld nachweisen muss (ZK StPO-

WOHLERS, Art. 10 N 6; SCHMID/JOSITSCH, Handbuch StPO, 4. Aufl., 2023, N 216 f.; 

BSK StPO-TOPHINKE, Art. 10 N 19, 80; BGE 127 I 40; BGE 120 Ia 37). Der Grund-

satz «in dubio pro reo» ist verletzt, wenn das Strafgericht einen Beschuldigten 

(einzig) mit der Begründung verurteilt, er habe seine Unschuld nicht nachgewiesen 

(BGE 127 I 38 E. 2a mit Hinweis). Als Beweiswürdigungsregel besagt der Grund-

satz «in dubio pro reo» ausserdem, dass sich das Strafgericht nicht von einem für 

den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären darf, wenn bei 

objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel bestehen, 

ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (BGer 6B_1168/2020 vom 11. Oktober 

2022 E. 1.1 mit Hinweisen).

Wenn – wie vorliegend und eigentlich nahezu immer – für die zentralen Punkte 

keine direkten Beweise vorliegen resp. möglich sind, ist der Nachweis der Tat mit 

Indizien, das heisst mit indirekten, mittelbaren Beweisen, zu führen. Der Indizien-

beweis ist dem direkten Beweis gleichwertig, wobei die Gesamtheit der einzelnen 

Indizien, deren «Mosaik» (den Begriff hat die Vorinstanz eher beiläufig erwähnt in 

Urk. 62 E. III/C/1.11.2 S. 39), zu würdigen ist. Da ein Indiz immer nur mit einer 

gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweist, lässt es, 

einzeln betrachtet, die Möglichkeit des Andersseins offen, enthält es daher auch 

den Zweifel. Es ist jedoch zulässig, aus der Gesamtheit der verschiedenen Indizien, 

welche je für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf 

eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen las-

sen, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat und/oder Täter zu schlies-

sen. Der Indizienprozess als solcher verletzt weder die Unschuldsvermutung noch 

die aus ihr abgeleiteten Teilrechte. Der Grundsatz «in dubio pro reo» findet auf das 

einzelne Indiz keine Anwendung (BGer 6B_360/2016 vom 1. Juni 2017 E. 2.4, nicht 

publ. in BGE 143 IV 361; BGer 6B_605/2016 vom 15. September 2016 E. 2.8 und 

- 15 -

BGer 6B_1021/2016 vom 20. September 2017 E. 4.1 mit Hinweisen). Er entfaltet 

seine Wirkung bei der Beweiswürdigung als Ganzes. Massgebend ist nicht eine 

isolierte Betrachtung der einzelnen Beweise, welche für sich allein betrachtet nur 

eine gewisse Wahrscheinlichkeit begründen und insofern Zweifel offenlassen, son-

dern deren gesamthafte Würdigung (BGer 6B_90/2019 vom 7. August 2019 E. 4.3; 

BGer 6B_699/2018 vom 7. Februar 2019 E. 2.3.2; ZK StPO-WOHLERS, Art. 10 N 27; 

OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Aufl. 2020, Rz. 1090).

Wenn für den Tatvorwurf eine überzeugend sprechende Indizienlage besteht, für 

die der Beschuldigte keine annähernd plausiblen Erklärungen zu liefern vermag 

oder wenn Anhaltspunkte für die Richtigkeit seiner entlastenden Behauptungen 

fehlen, darf das Gericht in freier Beweiswürdigung zum Schluss kommen, seine 

Vorbringen seien unglaubhaft (vgl. hierzu BGer 6B_1302/2020 vom 3. Februar 

2021 E. 1.4.4 [nicht publ. in BGE 147 IV 176]; BGer 6B_678/2013 vom 3. Februar 

2014 E. 4.4; BGer 6B_453/2011 vom 20. Dezember 2011 E. 1.6 [nicht publ. in 

BGE 138 IV 47]; BGer 6B_30/2010 vom 1. Juni 2010 E. 4.1 mit Hinweisen; 

BGer 1P.641/2000 vom 24. April 2001, publ. in: Pra 90/2001 Nr. 110, E. 3; SCHMID/ 

JOSITSCH, Handbuch StPO, 4. Aufl., 2023, N 231; Entscheid des EGMR vom 8. Fe-

bruar 1996, Murray gegen Vereinigtes Königreich, in: EuGRZ 1996, S. 587, Nr. 47; 

MEYER-LADEWIG/HARRENDORF/KÖNIG, EMRK, Handkommentar, 4. Aufl., 2017, 

Art. 6 N 138 mit Hinweisen).

3. Zu den Vorwürfen im Zusammenhang mit B._____ (Dossier 6)

3.1. Vorliegende Beweismittel

Die Vorinstanz hat die wesentlichsten Beweismittel genannt (Urk. 62 E. III/1.2 

S. 10). Es sind dies vor allem Einvernahmen, nämlich jene

 des Beschuldigten: Urk. D6/2/1, D6/2/2, D6/2/3, D1/2/2 (F/A 38), D6/2/4, D6/2/ 
5, D1/2/4, Prot. I S. 26 ff., Urk. 82;

 des Privatklägers 2: Urk. D6/3/1 und D6/3/3;

 des Zeugen G._____: Urk. D6/4/1;

 des Zeugen H._____: Urk. D6/4/2,

 des Zeugen I._____: Urk. D6/4/3 und

- 16 -

 des Zeugen J._____: Urk. D6/4/5 (samt Skizze des Tatorts [Urk. D6/4/6]).

Hinzu kommen weitere Beweismittel:

 zu den Sachumständen:

 der Polizeirapport vom 2. Oktober 2020 (Urk. D6/1/1) und
 die Fotodokumentation der Polizei zum Ort der Auseinandersetzung und 

zum Holzstock (Urk. D6/1/2; Fotos 1, 2 und 10–12),
 der sichergestellte Holzstock samt abgesplittertem Stück (Urk. D6/5, 

Asservaten-Nrn. A014'250'307 und A014'252'676),

 betreffend die Folgen der Gewalteinwirkung:

 die bereits erwähnte Fotodokumentation zu Verletzungen des Privat-
klägers 2 (Urk. D6/1/2; Fotos 3–9),

 die ärztlichen Unterlagen zum Privatkläger 2 (Urk. D6/9/3, D6/9/6–8),
 ein ärztlicher Befund über den Beschuldigten vom 23. Oktober 2021 zu 

Schmerzen an dessen Handgelenk (Urk. D6/8/2),

 betreffend allfälligen Einfluss von Substanzen das pharmakologisch-toxikologi-
sche Gutachten betreffend den Privatkläger 2 vom 2. November 2021 (Urk. D6/ 
7/6, samt Beilagen [Urk. D6/7/1 und 7/7]).

Die Vorinstanz hat die Ergebnisse und den Inhalt der massgeblichen Beweismittel 

umfassend und richtig wiedergegeben, worauf zur Vermeidung von Wiederholun-

gen verwiesen werden kann (Urk. 62 E. III/C/1.3–1.9 S. 10–25).

3.2. Tatsachenfundament

3.2.1. Die Vorinstanz erachtete den zur Anklage gebrachten Sachverhalt als voll-

umfänglich erstellt (Urk. 62 E. III/C/1.11.5 S. 41). Der Beschuldigte habe gestan-

den, dass er gegenüber dem Privatkläger 2 tätlich geworden sei; die in die Anklage 

aufgenommene Mindestanzahl an Schlägen mit dem Holzstock habe er anerkannt 

(Urk. 62 E. III/C/1.11.1 S. 38). Dass er demgegenüber nicht in Richtung des Kopfes 

des Privatklägers 2 geschlagen habe, wie er behauptet, könne durch die Aussagen 

des Privatklägers 2 und der Zeugen sowie auch durch das Verletzungsbild (Schnitt-

verletzung an der linken Wange) widerlegt werden. Daraus gehe namentlich hervor, 

dass es sich um ein dynamisches Geschehen gehandelt habe, während welchem 

der Beschuldigte von oben herab in Richtung des Kopfes eingeschlagen habe, 

- 17 -

wobei zwei Schläge über zwei dazwischen stehende Personen erfolgt seien und 

sich der Privatkläger 2 bei den weiteren Schlägen durch das Anheben seiner Arme 

vor das Gesicht bzw. den Kopf zu schützen versucht habe. Schliesslich sei auch 

gestützt auf die ärztlichen Unterlagen erstellt, dass der Privatkläger 2 durch die 

Schläge eine Prellung des Unterarms links, eine Schnittverletzung der linken 

Wange sowie eine starke Prellung des Brustbeins erlitten habe (Urk. 62 

E. III/C/1.11.1 S. 38 f.). Was die vom Beschuldigten geltend gemachte Notwehr-

situation betrifft, sah die Vorinstanz eine solche gestützt auf das Indizien- bzw. 

Beweismosaik als widerlegt an (Urk. 62 E. III/C/1.11.2 S. 39). Vielmehr sei erstellt, 

dass der Beschuldigte auf den Privatkläger 2 losging, um das angeblich von diesem 

geschuldete Geld einzufordern (Urk. 62 E. III/C/1.11.3 S. 40). In Bezug auf den 

Vorwurf der Todesdrohungen glaubte die Vorinstanz dem Privatkläger 2; auch die 

Zeugen hätten immerhin angegeben, dass es einen Streit gegeben habe und dass 

geschrien worden sei. Nachvollziehbar sei auch, dass dieser infolgedessen in 

grosse Furcht geraten sei (Urk. 62 E. III/C/1.11.4 S. 40).

3.2.2. Dass es zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger 2 am fraglichen 

Abend zu einer Auseinandersetzung kam, im Rahmen derer der Beschuldigte 

Schläge mit dem bei den Verfahrensakten liegenden Holzstock gegen den Privat-

kläger 2 verübte, steht ausser Frage. Klärungsbedürftig sind der genaue Ablauf und 

die Umstände im Einzelnen.

3.2.3. Das massgebliche Fundament der vorliegenden Anklage bilden nebst der 

Aussagen der Direktbeteiligten die Aussagen der Zeugen. Diese werden deshalb 

vor der Würdigung nochmals auszugsweise in Erinnerung gerufen:

3.2.3.1. Der Zeuge G._____ wurde zwei Monate nach dem Vorfall von der Staats-

anwaltschaft einvernommen (Urk. D6/4/1): Er sei dort im Stadtpark gesessen und 

habe gesehen, wie Tumult war – so wie es halt sei, wenn Alkis (Alkoholiker) getankt 

hätten und eine aggressive Stimmung sei. Er selber (der Zeuge) trinke nicht mehr, 

rauche nicht mehr und nehme nur seine Medikamente (F/A 10); das gesamte Jun-

kie-Gehabe, das sei nicht mehr seine Welt (F/A 27 a.E.). Am fraglichen Abend habe 

er aus etwa 50-70 m Entfernung (F/A 7, 19) gesehen, dass ein Streit war – vor und 

zurück; er wisse nicht mehr, ob der andere auch etwas in der Hand gehalten habe 

- 18 -

und es deshalb vor und zurück gegangen sei (F/A 10, 12). Er (der Zeuge) habe 

gesehen, dass einer umherging und einen Stock wie einen Baseball-Schläger im 

Anschlag hatte (F/A 8). Der Mann habe den Stock in der Hand gehalten, wie genau 

wisse er nicht; und er (der Zeuge) gehe davon aus, dass der Mann dann zugeschla-

gen habe (F/A 15 f.). Er habe dann nämlich ein Geräusch (klacksender Schlag, als 

würde Holz brechen) gehört und angenommen, das sei ein Schlag gewesen (F/A 8, 

10). Es sei dann auch kurz ruhig gewesen, bis die Leute gerufen hätten (F/A 27). 

Er habe nur gesehen, dass einer einen Stock in der Hand gehalten habe; er gehe 

davon aus, dass der zugeschlagen habe, er habe ihn ausholen sehen und dann ein 

berstendes Geräusch gehört; den Aufprall selber aber habe er nicht gesehen 

(F/A 17 ff.). Die Polizei habe später wissen wollen, ob der Täter ausgeholt, ob er 

durchgezogen habe – darum sei es denen gegangen (F/A 7, 13).

3.2.3.2. Ebenfalls zwei Monate nach dem Ereignis wurde der Zeuge H._____ ein-

vernommen (Urk. D6/4/2): Er sei mit zwei drei eritreischen Landsleuten dort gewe-

sen, auf einer Bank gesessen (F/A 11). Der geschlagene Mann sei mit einer Frau 

und einem Mann dort gesessen, ca. 10 m entfernt; dann sei der gekommen, der 

später geschlagen habe (F/A 4 und 28). Sie seien dann weitergegangen, und es 

sei hörbar zum Streit gekommen. Er habe gesehen, wie der eine geschlagen habe; 

er habe noch zu ihm gesagt: «Lass ihn bitte, schlage ihn nicht». Er habe gesehen, 

wie der Mann sieben Mal geschlagen habe. Sie seien aber am Ende gekommen 

und hätten gefragt, weshalb er ihn schlage, er solle ihn in Ruhe lassen (F/A 4). Der 

Schlagende habe ihm gesagt, der andere habe sein Geld geklaut. Die Stange sei 

kaputtgegangen, er habe diese weggeworfen und er (der Zeuge) habe sie wegge-

tan zur Seite. Später habe er sie der Polizei gegeben. Der Mann habe viele Male 

geschlagen, auf die Schulter und den Rücken, nicht auf den Kopf. Der andere habe 

eine Whisky-Flasche gehabt; dieser habe aber nicht geschlagen (F/A 4). Er (der 

Täter) habe auf die Schulter geschlagen, viele Male, und auf den Rücken, aber 

nicht auf den Kopf und nicht auf den Hals (F/A 20). Während er geschlagen habe, 

hätten sie Latino gesprochen. Er (der Täter) habe den fragenden Leuten gesagt: 

«He stole my money» (F/A 22). Es seien ungefähr sieben Schläge gewesen 

(F/A 23). Die Holzstange sei bei einem Schlag auf den Körper des andern kaputt-

gegangen, ein Teil sei abgebrochen (F/A 26). Er (der Täter) habe ihn (den Geschä-

- 19 -

digten) «nur auf die Schulter geschlagen»; er habe gewusst, «wenn er ihn auf den 

Kopf schlagen würde, könnte er tot sein» (F/A 32). Der Geschlagene habe die 

Whisky-Flasche nur gehalten; er habe diese nicht geworfen oder sonst etwas damit 

gemacht (F/A 39). Was mit der Flasche war, als der Streit losging, habe er nicht 

gesehen; da habe er noch nicht geschaut (F/A 40).

3.2.4. Am selben Tag wie die vorgenannten Zeugen, zwei Monate nach dem Vorfall, 

wurde auch I._____ als Zeuge befragt (Urk. D6/4/3): Er sei dort mit Kollegen auf 

einer Bank gesessen, dort wo die Alkohol- und Drogenszene verkehre, und sei am 

Biertrinken gewesen (F/A 8 f.). Durch den Lärm sei er auf die beiden Personen 

aufmerksam geworden; einer der beiden habe geschrien und habe kurz darauf 

etwa zwei Mal mit einem weissen Stock dem andern über den Kopf geschlagen. 

Den Stock habe der Täter darauf weggeworfen und sei in Richtung Bahnhof weg-

gegangen (F/A 8, 10). Der Täter habe zwei Mal «so richtig von oben runter geschla-

gen»; er sei ziemlich erschrocken, als er das gesehen habe (F/A 13). Der Stock sei 

in Richtung Kopf runter; er (der Zeuge) wisse nicht, ob der andere mit den Armen 

noch habe abwehren können; er wisse einfach, dass es gegen den Kopf ging 

(F/A 15). Er habe nicht genau gesehen, wo der Stock den andern getroffen habe, 

ob auf den (zum Schutz hochgehaltenen) Arm oder auf den Kopf; das könne er 

nicht mehr sagen (F/A 16, 26). An den Tatort seien die beiden hintereinander her 

gekommen; sie hätten da schon geschrien und gestritten. Worum es gegangen sei, 

habe er nicht verstanden, auch nicht ob es in deutscher Sprache war (F/A 20 ff.). 

Er (der Zeuge) sei geschätzte 50 Meter vom Tatort entfernt gewesen (F/A 23). Der 

Geschlagene habe ängstlich auf die Schläge reagiert, er sei körperlich unterlegen 

gewesen, und der andere habe mit dem Stecken wirklich «reingebengelt» (FA 29). 

Er (der Zeuge) habe nicht gesehen, dass der Geschlagene auch etwas in den 

Händen gehabt habe (F/A 30). Er (der Zeuge) habe die beiden durch ein Loch im 

Gebüsch gut sehen können (F/A 35). Dass ihm etwas aufgefallen wäre, als der 

Schläger den Stock weggeworfen habe, könne er nicht sagen: Gefragt, ob der 

Stock noch an einem Stück gewesen sei, könne er nicht mit 100 % Sicherheit 

sagen, er glaube aber schon (F/A 36 f.). Sein Eindruck sei gewesen, dass der 

Geschlagene ängstlich und der andere irgendwie fast etwas überdreht gewesen 

sei; er hätte da nicht dazwischen gehen wollen (F/A 41). Auf Nachfrage, ob es auch 

- 20 -

gegen den Rücken oder die Schulter gezielt und geschlagen gewesen sein könnte, 

nachdem der Zeuge zum Auftreffen der Schläge zuvor nichts Genaues gesehen 

haben wolle, meinte der Zeuge, dass es auch möglich sei, dass es gegen die Schul-

ter gezielt gewesen sei, aber nicht gegen den Rücken; denn diesen habe der Ge-

schlagene dem Schläger nicht zugedreht. Es sei am Eindunkeln gewesen, er könne 

es nicht zu 100 Prozent sagen; er würde eher sagen, Kopf, Arm oder Schulter 

(F/A 43).

3.2.5. Schliesslich, mehr als ein Jahr nach dem Vorfall, wurde nach polizeilicher 

Vorführung auch noch J._____ als Zeuge befragt (Urk. D6/4/5): Er sei damals auf 

einem Bänkchen gesessen, es sei schon dunkel gewesen. Da seien zwei Personen 

um die Ecke gekommen. Der eine davon habe den anderen mit einem Stock ge-

schlagen. Der Stock sei dann irgendwann fortgeflogen (F/A 9). Es sei ein Gerangel 

und ein Hin und Her gewesen (F/A 12). Er glaube, nur einer von den beiden Män-

nern habe geschlagen; dieser habe mit dem Stock zugeschlagen, der andere habe 

eine Abwehrbewegung mit dem Arm gemacht. Die beiden hätten geredet resp. ge-

schrien – in welcher Sprache wisse er nicht; sie hätten gestritten (F/A 15 f.). Es 

habe «schon ein bisschen hart ausgesehen. So normal, wie man halt schlägt. Von 

oben herab. So wie die Stockkämpfe in Afrika» (F/A 17). Der Mann habe Richtung 

Kopf geschlagen (F/A 18). Ob er den andern am Kopf getroffen habe, wisse er (der 

Zeuge) nicht. Dieser habe sich gewehrt. Es habe nicht so ausgesehen, als habe 

der Geschlagene Verletzungen gehabt; er sei normal zurückgelaufen (F/A 19).

3.2.6. Aussagen des Privatklägers 2

Die Vorinstanz unterzog die Aussagen des Privatklägers 2 einer sorgfältigen 

Würdigung und ging auf die einzelnen kleineren Inkonsistenzen, Widersprüche und 

Holprigkeiten ein (Urk. 62 E. III/C/1.10.2 lit. c S. 31 f.). Ihre Ausführungen überzeu-

gen und können übernommen werden. Mit der Vorinstanz können die Aussagen 

des Privatklägers 2 grundsätzlich als glaubhaft gewertet werden, wobei eine 

gewisse Neigung zu Übertreibungen unübersehbar ist (vgl. dazu näher unten 

E. II/3.3).

- 21 -

3.2.7. Aussagen des Beschuldigten

Sehr sorgfältig untersuchte die Vorinstanz auch die Aussagen des Beschuldigten; 

namentlich schälte sie die darin zum Vorschein kommenden Auffälligkeiten, Wider-

sprüche und Unstimmigkeiten heraus (Urk. 62 E. III/C/1.10.2 lit. b S. 28 ff.). Anläss-

lich der heutigen Berufungsverhandlung verwies der Beschuldigte auf seine zuvor 

gemachten Aussagen (Urk. 82 S. 14 f.). In der Tat vermochte der Beschuldigte den 

Tatverdacht gegen ihn nicht wesentlich zu entkräften mit seinen Aussagen. Zwar 

kann auch von ihm nicht erwartet werden, dass er in mehreren, zeitlich recht weit 

auseinander liegenden Einvernahmen ein so dynamisches Geschehen selbst in 

Details konstant schildern kann. Von daher sind einzelne Widersprüche und 

Holprigkeiten auch bei ihm zu erwarten, ohne dass es sich um eigentliche Lügen 

handeln muss. Insgesamt muss aber schon konstatiert werden, dass er seine 

Aussagen offensichtlich dem jeweiligen Beweisergebnis anpasste und seine Rolle 

eindeutig beschönigend darstellt.

3.3. Schlüsse

Über den genauen Ablauf der tätlichen Auseinandersetzung ist letztlich wenig 

bekannt. Bezüglich der Augenzeugenberichte bestehen einige Divergenzen. Bei 

dynamischen Geschehen wie dem vorliegend zu beurteilenden ist das nicht 

verwunderlich. Die Zeugen berichten offensichtlich nicht alle von genau der 

gleichen Sequenz der Auseinandersetzung. Es herrschte bereits Abenddäm-

merung. Jeder hatte einen anderen Blickwinkel – unmittelbar daneben stand keiner 

der Zeugen.

Einhellig aber sprechen sich die Zeugen dafür aus, dass sie den Beschuldigten als 

Aggressor wahrnahmen, dass (hauptsächlich) er schrie und er ausser sich vor Wut 

mit dem Holzstock auf den Privatkläger 2 losging. Dessen Verhalten wiederum wird 

als ängstlich, abwehrend beschrieben. Für ein Komplott bestehen keinerlei Anhalts-

punkte. Entscheidend hinzu kommt nun noch, dass der Zeuge H._____ nachvoll-

ziehbar schilderte, wie die herumstehenden Leute danach den Beschuldigten nach 

dem Grund seines Tuns gefragt hätten und dieser geantwortet habe: «He stole my 

money» (Urk. D6/4/2 F/A 22). Hätte sich der Beschuldigte zuvor mit dem Stock 

bloss gegen Übergriffe des Privatklägers 2 verteidigt gehabt, hätte er kaum so ge-

- 22 -

antwortet. Dass der Beschuldigte vom Privatkläger 2 Geld gefordert hatte, ent-

spricht auch seiner eigenen Darstellung. Gegen seine Version spricht auch, dass 

er den Tatort verliess (dazu zutreffend die Vorinstanz in Urk. 62 E. III/C/1.10.2 lit. a 

S. 27 f.). Damit kann – mit der Vorinstanz – kein Zweifel bestehen, dass die körper-

lichen Übergriffe vom Beschuldigten ausgingen und nicht etwa umgekehrt. Gut 

denkbar ist zwar, dass der Privatkläger 2 den Beschuldigten mit seinen Äusserun-

gen verärgerte oder gar beleidigte, sodass dieser erzürnte. Dass indes vom Privat-

kläger 2 zuerst körperliche Gewalt ausging, dafür bestehen keinerlei objektiven An-

haltspunkte. In Bezug auf die geltend gemachte Notwehrsituation muss vielmehr 

mit der Vorinstanz von einer reinen Schutzbehauptung des Beschuldigten ausge-

gangen werden.

Aus den mehreren, eher vagen Berichten über den genauen Ablauf ergibt sich 

immerhin das nachstehende, insoweit klare Bild: Der Privatkläger 2 wurde nicht völ-

lig unvermittelt, überraschend geschlagen mit dem Stock; er sah den Beschuldigten 

wutentbrannt mit dem Stock auf sich zulaufen (so auch seine Schilderung in 

Urk. D6/3/1 F/A 6, Urk. D6/3/3 F/A 11, 18, 19). Der Angriff hatte sich gewisser-

massen angebahnt. Es muss dann zu mehreren starken Schlägen mit dem Holz-

stock gekommen sein, welche im Wesentlichen auf den zum Schutz erhobenen 

linken Unterarm des Privatklägers 2 aufprallten.

Nicht klären lässt sich anhand der vorliegenden Beweise der genaue Hergang, wie 

es zur Schnittverletzung an der linken Wange des Privatklägers 2 kam. Dass diese 

im Zuge der Auseinandersetzung vom Beschuldigten zugefügt wurde und nicht 

etwa wegen eines Stolperns, daran kann kein Zweifel bestehen. Diesbezüglich 

kann auf die sorgfältige und überzeugende Würdigung der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 62 E. III/C/1.10.2 lit. e S. 34–36).

Auch daran, dass der Holzstock im Zuge eines der mehreren Schläge, beim Auf-

prall gebrochen sein muss, verbleibt angesichts des Fundorts des abgesplitterten 

Stücks und der Aussagen des Privatklägers 2 (Urk. D6/3/1 F/A 40, Urk. D6/3//3 

F/A 11, 68), welche sich mit den Aussagen des Zeugen H._____ (Urk. D6/4/2 

F/A 24–26) decken, kein Zweifel.

- 23 -

Wie genau die Schläge ausgeführt wurden – die genaue Schlagrichtung, ob auf die 

Schultern oder den Torso zielend, ob gegen die bereits ersichtlich zum Schutz 

erhobenen Arme oder aber gezielt in Richtung des ungeschützten Kopfs, ob sie 

(alle) unkontrolliert mit durchgezogenem Stock mit voller Wucht oder (teils) eher 

gezielt erfolgten – all das lässt sich anhand der vorliegenden Beweise nicht mehr 

im Detail klären. Nicht zu übersehen ist in diesem Zusammenhang, dass es bei den 

befragten Personen gut zu Erinnerungsfehlern gekommen sein könnte dort wo sich 

nachträglich nicht mehr auseinanderhalten lässt, was effektiv wahrgenommen 

worden ist und was nachträglich (unbewusst) hinzugedacht worden ist, um Erinne-

rungslücken zu schliessen. In diesem Zusammenhang lässt denn auch aufhorchen, 

wenn der Zeuge G._____ erwähnt, dass es der Polizei vor Ort vor allem darum 

gegangen sei zu klären, ob der Beschuldigte voll durchgezogen habe beim Schla-

gen (Urk. D6/4/1 F/A 7, 27). Es ist nur menschlich, dass man sich das dann als 

Augenzeuge selber fragt und sich das Bild des Geschehens in Erinnerung ruft. Man 

bespricht es auch mit andern Leuten, die etwas mitbekamen, man tauscht sich aus. 

Wenn man dann erst zwei Monate später, im Falle von J._____ sogar erst ein Jahr 

später erstmals einvernommen wird, dann ist die Erinnerung an den genauen Ab-

lauf ein Stück weit verblasst resp. vom Gehirn verändert, jedenfalls nicht mehr sehr 

zuverlässig. 

Nicht übersehbar ist sodann (mit der Vorinstanz) eine gewisse Neigung des Privat-

klägers 2 zu übertreiben, so namentlich bezüglich der Anzahl Schläge (Urk. D6/3/3 

F/A 22) und auch bezüglich der Dauer seiner Arbeitsunfähigkeit (Urk. D6/3/3 

F/A 73; vgl. aber Urk. D6/9/2 und D6/9/7). Der Privatkläger 2 erlitt am linken Unter-

arm, wo die Schläge auftrafen, sodann auch nur eine Prellung (Urk. D6/9/8). Ange-

sichts des erlittenen Gewaltakts sind solche Übertreibungen den Emotionen 

geschuldet und in gewisser Hinsicht menschlich. In der Tendenz aber wird die 

allgemeine Glaubhaftigkeit der Belastungen in umstrittenen Details so geschmälert.

3.4. Vom äusseren Sachverhalt gemäss der Anklage (Urk. 16/4) lässt sich mit 

dem gegebenen Beweisfundament nicht rechtsgenügend erstellen, dass die Schlä-

ge von oben herab in Richtung des Kopfes des Geschädigten, zunächst über zwei 

dazwischen stehende Personen hinweg und danach weiter in Richtung des Kopfs 

- 24 -

erfolgten. Auch nicht restlos erstellt ist, ob der Beschuldigte mit voller Wucht 

zuschlug. Immerhin brach der Holzstock, was zwar für ein intensives Zuschlagen, 

aber gegen einen soliden, schweren Holzpfahl spricht. Abgesehen davon kann der 

äussere Sachverhalt gemäss Anklage als erstellt erachtet werden.

3.5. Was den inneren Sachverhalt angeht, besteht vorliegend die Schwierigkeit, 

dass den Aussagen des Beschuldigten aufgrund seiner Bestreitung, in Richtung 

des Kopfes geschlagen zu haben mit dem Holzstock, keine aufschlussreichen 

Angaben zu seiner Vorgehensweise entnommen werden können. Die für seinen 

inneren Willen massgeblichen äusseren Umstände bleiben nach dem Gesagten 

teils im Dunkeln. Dass der Beschuldigte einen völligen Impulsdurchbruch hatte und 

den Holzstock bewusst unablässig mit voller Wucht in die Richtung des Kopfs 

zielend schlug, lässt sich nicht erstellen. Darauf wird bei der rechtlichen Würdigung 

zurückzukommen sein (vgl. unten E. II/3.8.2.7).

3.6. Die Vorinstanz ging detailliert auf das Motiv des Beschuldigten für seinen 

Gewaltakt ein. Abstellend auf die im Kern weitgehend übereinstimmenden Schilde-

rungen der beiden Direktbeteiligten, dass der Beschuldigte Geld vom Privatkläger 2 

forderte, das er zugute zu haben glaubte, verglich die Vorinstanz diese Grund-

thematik mit den weiteren Indizien, namentlich mit der zeitlichen Abfolge (Schläge, 

gemeinsam zur Bank gehen) und der Zeugenaussage von H._____, wonach der 

Beschuldigte am Tatort erklärt habe: «He stole my money» (Urk. D6/4/2 F/A 18). 

Den daraus gezogenen Schlüssen, nämlich dass der Beschuldigte auf den Privat-

kläger 2 losgegangen sein muss, um das angeblich von ihm geschuldete Geld ein-

zutreiben (Urk. 62 E. III/C/1.11.3 S. 39 f.), kann ohne Weiterungen gefolgt werden.

3.7. Ebenfalls als erstellt zu erachten ist mit der Vorinstanz (Urk. 62 E. III/C/ 

1.11.4 S. 40 f.), dass die Ausrufe des Beschuldigten, welche mit den körperlichen 

Übergriffen einhergingen, die eingeklagten verbalen Todesdrohungen enthielten. 

Dass im Zuge des körperlichen Übergriffs laute Ausrufe des Beschuldigten in die 

Richtung des Privatklägers 2 fielen, schilderten die Zeugen klar; ebenso dass diese 

sehr bedrohlich wirkten. Vernünftige Zweifel, dass die dem Privatkläger 2 deutlich 

- 25 -

in Erinnerung gebliebenen Todesdrohungen fielen, verbleiben nicht.

3.8. Rechtliche Würdigung

3.8.1. Die Staatsanwaltschaft würdigt das Verhalten des Beschuldigten als 

versuchte schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB, als versuchte Nötigung im Sinne von Art. 181 i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB sowie als Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB (Urk. 43 S. 1 

i.V.m. Urk. D1/16/4 S. 5).

3.8.2. Körperverletzung

3.8.2.1. Was die Körperverletzung betrifft, kam die Vorinstanz zum Schluss, dass 

sich der Privatkläger 2 letztlich zwar keine schweren Verletzungen zugezogen 

habe, dass die Schläge mit dem Holzstock aber mit derartiger Kraft bzw. Wucht 

ausgeführt und den Oberkörper- als auch den Kopfbereich betroffen hätten, dass 

sie nicht hätten gezielt gesteuert werden können. Angesichts des dynamischen 

Geschehens sowie auch der aggressiven und schnellen Vorgehensweise sei es 

bloss dem Zufall überlassen gewesen, ob der Beschuldigte den Kopf des Privat-

klägers 2 mit Wucht direkt treffen und schwere Verletzungen verursachen würde 

(Urk. 62 E. III/C/2.2.6 S. 45 f.). Dem Beschuldigten habe klar sein müssen, dass er 

mit Schlägen in Richtung des Kopfes des Privatklägers 2 die Gefahr einer lebens-

gefährlichen Verletzung begründen würde (Urk. 62 E. III/C/2.2.5 S. 45). Das 

Verhalten sei daher als versuchte schwere Körperverletzung zu werten (Urk. 62 

E. III/C/2.2.9 S. 47).

3.8.2.2. Die Verteidigung rügt, nebst dem Vorliegen einer Notwehrsituation sei der 

Sachverhalt als einfache Körperverletzung zu qualifizieren. Zudem sei der subjek-

tive Tatbestand für eine schwere Körperverletzung nicht gegeben (Urk. 83 Rz 43).

3.8.2.3. Gemäss Art. 122 StGB macht sich der schweren Körperverletzung schul-

dig, wer einen Menschen lebensgefährlich verletzt (früher Abs. 1, neu lit. a); wer 

den Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt oder ein 

wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen bleibend arbeits-

unfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht, das Gesicht eines Menschen arg 

- 26 -

und bleibend entstellt (Abs. 2 bzw. lit. b); oder wer eine andere schwere Schädi-

gung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines 

Menschen verursacht (Abs. 3 bzw. lit. c). Nach Art. 123 StGB wird wegen einfacher 

Körperverletzung bestraft, wer einen Menschen in anderer Weise an Körper oder 

Gesundheit schädigt. Eine qualifizierte einfache Körperverletzung liegt vor, wenn 

der Täter Gift, eine Waffe oder einen gefährlichen Gegenstand gebraucht (Art. 123 

Ziff. 2 Abs. 2 StGB).

3.8.2.4. Beim Versuch einer Straftat bleibt es unter anderem, wenn der Täter die 

Tat mit Wissen und Willen ausführt, der subjektive Tatbestand daher erfüllt ist, 

indessen der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt (vgl. Art. 22 

StGB).

Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und 

Willen ausführt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Eventualvorsatz ist gegeben, wenn der Täter 

den Eintritt des Erfolgs bzw. die Verwirklichung des Tatbestandes für möglich hält, 

aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, 

sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3, 

BGer 6B_304/2021 vom 2. Juni 2022 E. 1.3.2). Ob der Täter die Tatbestandsver-

wirklichung in diesem Sinne in Kauf genommen hat, muss das Gericht bei Fehlen 

eines Geständnisses des Beschuldigten aufgrund der Umstände entscheiden. 

Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsver-

wirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe des 

Täters und die Art der Tathandlung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tat-

bestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, 

desto eher darf gefolgert werden, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in 

Kauf genommen (BGE 135 IV 12 E. 2.3.2). Das Gericht darf vom Wissen des 

Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der Eintritt des Erfolgs als 

so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, ihn als Folge hinzunehmen, 

vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann 

(BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; BGer 6B_759/2021 vom 16. Dezember 2021 E. 1.2; je mit 

Hinweisen). Eventualvorsatz kann indessen auch vorliegen, wenn der Eintritt des 

tatbestandsmässigen Erfolgs nicht in diesem Sinne sehr wahrscheinlich, sondern 

- 27 -

bloss möglich war. Doch darf nicht allein aus dem Wissen des Täters um die 

Möglichkeit des Erfolgseintritts auf dessen Inkaufnahme geschlossen werden. 

Vielmehr müssen weitere Umstände hinzukommen (BGE 133 IV 9 E. 4.1; BGE 133 

IV 1 E. 4.5; je mit Hinweisen). Solche Umstände liegen namentlich vor, wenn der 

Täter das ihm bekannte Risiko nicht kalkulieren und dosieren kann und das Opfer 

keine Abwehrchancen hat (BGE 133 IV 9 E. 4.1; BGer 6B_759/2021 vom 

16. Dezember 2021 E. 1.2; je mit Hinweisen).

3.8.2.5. Das Bundesgericht musste sich in jüngerer Zeit wiederholt mit Körper-

verletzungen in Folge von Schlägen oder Fusstritten gegen den Kopf des Opfers 

befassen und behandelte dabei auch die Abgrenzung der einfachen zur versuchten 

schweren Körperverletzung. In solchen Fällen hängt die rechtliche Qualifikation von 

den konkreten Tatumständen ab. Massgeblich sind insbesondere die Heftigkeit des 

Schlages und die Verfassung des Opfers (BGer 6B_321/2023 vom 16. Juni 2023 

E. 3.2.5; BGer 6B_1424/2020 vom 31. Januar 2022 E. 1.3.5; je mit Hinweisen). Die 

Rechtsprechung bejahte verschiedentlich eine (versuchte) schwere Körperver-

letzung, dies insbesondere bei wiederholten Faustschlägen, bei einem heftigen 

Schlag ins Gesicht von körperlich beeinträchtigten bzw. in ihrem Reaktionsver-

mögen eingeschränkten Opfern sowie beim (sich verwirklichten) Risiko eines 

unkontrollierten Sturzes auf den Boden (vgl. BGer 6B_1424/2020 vom 31. Januar 

2022 E. 1.3.5; BGer 6B_1314/2020 vom 8. Dezember 2021 E. 1). In anderen 

Fällen blieb es bei einem Schuldspruch wegen einfacher Körperverletzung 

(vgl. BGE 119 IV 25 E. 2a S. 26 f.; BGer 6B_822/2020 vom 13. April 2021 

E. 3; BGer 6B_176/2020 vom 2. Juli 2020 E. 2; OGer ZH SB160176-O/U vom 

20. September 2016). Faustschläge, Fusstritte oder Schläge mit gefährlichen 

Gegenständen (beispielsweise einer Glasflasche) gegen den Kopf eines Menschen 

sind an sich geeignet, schwere Körperverletzungen oder sogar den Tod des Opfers 

herbeizuführen, wobei dieses Risiko umso grösser ist, wenn das Opfer ohne 

Reaktions- oder Abwehrmöglichkeit am Boden liegt (vgl. BGE 135 IV 152 

E. 2.3.2.2; BGer 6B_1314/2020 vom 8. Dezember 2021 E. 1.2.2; je mit Hinweisen). 

Für die Erfüllung des Tatbestandes der versuchten schweren Körperverletzung 

setzt die bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht voraus, dass neben den eigent-

lichen Fusstritten oder Schlägen gegen den Kopf ein aggravierendes Moment, etwa 

- 28 -

eine besondere Heftigkeit der Tritte, die Wehrlosigkeit des Opfers, die Traktierung 

mit weiteren Gegenständen oder die Einwirkung mehrerer Personen hinzutreten 

muss (BGer 6B_553/2021 vom 17. August 2022 E. 3.3; 6B_1314/2020 vom 

8. Dezember 2021 E. 1.2.2; je mit Hinweisen).

3.8.2.6. Die dem Privatkläger 2 effektiv zugefügten körperlichen Schädigungen 

– eine schwere Kontusion am Unterarm, eine starke Prellung am Brustbein, eine 

oberflächliche Schnittverletzung an der Wange sowie anhaltende Schmerzen an 

der linken Schulter – stellen eine Körperverletzung dar, welche noch nicht schwer 

im Sinne von Art. 122 StGB ist, aber auch nicht mehr blosse Tätlichkeiten im Sinne 

von Art. 126 StGB darstellen. Gemäss den ärztlichen Berichten bestand keine 

unmittelbare Lebensgefahr (Urk. D6/9/6 und D6/9/7, sinngemäss). Zusammen-

fassend ist davon auszugehen, dass der objektive Tatbestand der einfachen, nicht 

hingegen der schweren Körperverletzung erfüllt ist.

3.8.2.7. Was den subjektiven Tatbestand angeht, besteht vorliegend die Schwierig-

keit, dass – wie bereits zum Tatsachenfundament ausgeführt (oben E. II/3.5) – un-

klar bleibt, was sich dem Beschuldigten für ein Bild präsentierte beim Zuschlagen, 

wie genau er schlug, wie die Schlagabfolge war, ob alle Schläge ungefähr gleich 

stark ausfielen. Mit Blick auf seinen inneren Willen ist damit unklar, wozu er sich 

vor dem bzw. beim Schlagen entschloss. Klar ist nur aber immerhin, dass er mehr-

mals zuschlug mit dem Holzstock – gegen die obere Körperhälfte des Privat-

klägers 2, und zwar so stark, dass der Holzstock bei einem der Schläge borst. Ihm 

gegenüber stand ein kräftiger Mann (vgl. Urk. D6/1/2 Fotos 3 ff.), auf den die 

Schläge nicht völlig unvermittelt aufprallten, der sich mit den Armen ein Stück weit 

schützen konnte. Im Sinne der Vorinstanz und der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung kann vorausgeschickt werden, dass es sich beim Bereich in der Nähe 

des Kopfs, (dabei vor allem natürlich beim Kopf selber) um einen sensiblen Bereich 

des menschlichen Körpers handelt und wuchtige Schläge mit einem Holzstock 

zweifellos zu Verletzungen mit gravierenden Folgen führen können. Diese 

Umstände sind auch dem Beschuldigte bekannt (Prot. I S. 34). Dies allein kann 

indessen noch nicht zur Bejahung des Eventualvorsatzes für eine schwere Körper-

verletzung führen, hiesse dies doch, dass unabhängig von den konkreten Um-

- 29 -

ständen stets eine solche bei bewussten starken Schlägen mit einem Holzstock in 

Kopfnähe anzunehmen wäre. Dass die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsver-

wirklichung einer schweren Körperverletzung (Verstümmelung eines Organs, 

Entstellung etc.) vorliegend so gross war, dass davon ausgegangen werden darf, 

der Beschuldigte habe diesen Erfolg gebilligt und daher in Kauf genommen, lässt 

sich nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit annehmen. Auch das Motiv des 

Beschuldigten – er wollte den Privatkläger 2 durch Gewaltanwendung zum Gang 

zur Bank und zur Geldzahlung bewegen – spricht dagegen, dass er diesen komplett 

ausser Gefecht setzen wollte. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz kann daher 

nicht mit Bestimmtheit angenommen werden, es habe sich dem Beschuldigten bei 

seinen Schlägen die Gefahr einer schweren Körperverletzung als so wahrschein-

lich aufgedrängt, dass diese vernünftigerweise nur als Inkaufnahme einer schweren 

Schädigung und damit als gewollt ausgelegt werden können, gleichwohl ihm das 

Risiko einer solchen durchaus bewusst gewesen sein musste. Aus diesen Gründen 

sind die Voraussetzungen für eine versuchte schwere Körperverletzung im Sinne 

von Art. 122 StGB in subjektiver Hinsicht vorliegend nicht erfüllt.

3.8.2.8. Demgegenüber ist der subjektive Tatbestand der einfachen Körperver-

letzung gegeben. Der Beschuldigte schlug den Holzstock wissentlich und willentlich 

und damit direktvorsätzlich im Sinne von Art. 12 Abs. 2 erster Satz StGB auf den 

Privatkläger 2 und musste damit rechnen, die vorliegend dokumentierten Verlet-

zungen zu verursachen.

3.8.2.9. Die Qualifikation als gefährlicher Gegenstand gemäss Art. 123 Ziff. 2 

Abs. 2 StGB setzt voraus, dass die konkrete Art und Weise seiner Verwendung die 

Gefahr einer schweren Schädigung nach Art. 122 StGB mit sich bringt (BGE 101 

IV 286). Dieses Erfordernis ist vorliegend zu bejahen. Zwar handelt es sich bei 

einem Holzstock grundsätzlich nicht um einen gefährlichen Gegenstand. Der 

Beschuldigte verwendete diesen jedoch bewusst als Schlaginstrument, schlug 

damit mit Wucht an die obere Körperhälfte des Privatklägers 2 und traf denn auch 

dessen Unterarm und die Brustgegend.

3.8.2.10. Eine rechtfertigende Notwehr im Sinne von Art. 15 StGB lag nicht vor. 

Auch sonst sind keine Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe ersicht-

- 30 -

lich. Zusammenfassend ist der Beschuldigte der einfachen (qualifizierten) Körper-

verletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 2 StGB 

schuldig zu sprechen.

3.8.3. Drohung

Hinsichtlich der rechtlichen Würdigung kann vollumfänglich auf die zutreffenden 

und einlässlichen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 62 

E. II/C/ 2.3 S. 47 f.). Mit seinen Ausrufen während der Auseinandersetzung, dass 

er dem Privatkläger 2 den Kopf abreissen und ihn umbringen werde (auf Spanisch: 

«Te voy a arrancar la cabeza» und «Te voy a amadar») hat er direktvorsätzlich den 

Tatbestand der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB erfüllt. Rechtferti-

gungs- und/oder Schuldausschlussgründe sind auch hier nicht ersichtlich.

3.8.4. Versuchte Nötigung

Dasselbe gilt für die rechtliche Würdigung der Zwangssituation, in welche der 

Beschuldigte den Privatkläger 2 durch Anwendung von Gewalt brachte, um seine 

Geldforderung einzutreiben. Auch hier kann auf die zutreffenden und einlässlichen 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 62 E. II/C/2.4 S. 48 f.). Die 

Gewalt durch die Schläge mit dem Holzstock hätten den Privatkläger 2 zwingen 

sollen, das vom Beschuldigten geforderte Geld zu zahlen. Der Erfolg (die Geld-

zahlung) blieb letztlich zwar aus; der Beschuldigte handelte aber mit Wissen und 

Willen und damit direktvorsätzlich. Die Anwendung von Gewalt ist unerlaubt und 

damit ein rechtswidriges Mittel zur Eintreibung behaupteter Geldforderungen. 

Damit hat der Beschuldigte den Tatbestand der Nötigung im Sinne von Art. 181 

StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB erfüllt. Wiederum sind keine Recht-

fertigungs- und/ oder Schuldausschlussgründe ersichtlich.

4. Zum Vorwurf der Pornografie (Dossier 3)

4.1. Vorliegende Beweismittel

Als Beweismittel für diesen Tatvorwurf liegen im Wesentlichen vor:

 zu den Umständen, wie die Ermittlung durch eine Anzeigeerstatterin in Gang 
kam, der Polizeirapport vom 27. April 2020 (Urk. D3/1/1),

- 31 -

 Screenshots von einer WhatsApp-Kommunikation (Urk. D3/1//2), worin Bezug 
genommen wird auf einen Videoclip, sowie

 die Einvernahmen des Beschuldigten: Urk. D3/2/1, D2/2/2 (F/A 79 ff.), D3/2/2, 
D1/2/4 (F/A 17 ff.), Prot. I S. 20 ff., Urk. 82.

4.2. Tatsachenfundament

4.2.1. Wie bereits erwähnt, hat der Beschuldigte eingestanden, dass er entspre-

chend der Anklage und dem übrigen Untersuchungsergebnis den ca. 30 Sekunden 

dauernden Videoclip, auf welchem zwei Kleinkinder den Penis eines Erwachsenen 

masturbieren und Oralsex an ihm vollziehen, wissentlich und willentlich in seinem 

WhatsApp-Profil im Status teilte (Urk. D2/2/2 F/A 79, Urk. D1/2/4 F/A 17 ff., Prot. I 

S. 21 f.). Der Beschuldigte schilderte auch, wie es dazu gekommen sei: Einer seiner 

Bekannten habe das Video einer WhatsApp-Gruppe gesandt, welcher er (der 

Beschuldigte) angehöre. In seinem Heimatland sei es üblich, dass man, wenn so 

etwas passiere, den Clip auf seinen Status stelle und so viral mache mit dem Ziel, 

dass die Leute besser auf ihre Kinder aufpassten (Prot. I S. 22; Urk. D1/2/4 F/A 27).

4.2.2. Als allgemein bekannt gelten kann, dass Statusmeldungen in WhatsApp-

Profilen standardmässig mit allen Kontakten im Adressbuch des Telefons geteilt 

werden. Über den Status kann man unter anderem Fotografien und Videos teilen, 

die nach 24 Stunden wieder verschwinden (vgl. faq.whatsapp.com). Dieser Funk-

tionsweise war sich der Beschuldigte bewusst, wie er einräumte (Prot. I S. 22).

4.2.3. Der Beschuldigte lässt von seiner Verteidigung geltend machen, er habe sich 

in einem unvermeidbaren Irrtum über die Rechtswidrigkeit im Sinne von Art. 21 

StGB befunden (Urk. 44 Rz 22). Für ihn, der in der Dominikanischen Rechts-

gemeinschaft aufgewachsen und von dieser geprägt sei, sei es völlig normal, dass 

Leute an den Pranger gestellt würden, welche Unrecht begehen. Als Unrecht gälten 

im Verständnis des Beschuldigten zwar sexuelle Handlungen mit Kindern, nicht 

aber das Verbreiten solcher Videoaufnahmen zum Zweck des Sichtbarmachens. 

Im Gegenteil gelte es als richtig und wichtig, dass die Täter so an den Pranger 

gestellt würden, da sie von den Strafverfolgungsbehörden nicht verfolgt würden, 

sodass die Bürger dies selbst übernähmen (Urk. 44 Rz 23).

Ob der Täter weiss, dass sein Verhalten der Rechtsordnung widerspricht bzw. er 

- 32 -

ein unbestimmtes Empfinden hat, etwas Unrechtes zu tun, ist eine Sachverhalts-

frage. Rechtsfrage ist, ob der Irrtum vermeidbar war (BGE 141 IV 336 E. 2.4.3; 

BGer 6B_76/2023 vom 4. Mai 2023 E. 1.3.1).

Der Beschuldigte wuchs in der Dominikanischen Republik auf und lebte bis zum 

26. Altersjahr mehrheitlich dort. Im Frühjahr 2018 reiste er in die Schweiz ein, nach-

dem er knapp ein Jahr zuvor, im April 2017 die Schweizer Staatsbürgerin C._____ 

geheiratet hatte (Urk. D1/11/4 S. 17 und S. 118). Seither lebte er in ehelicher Ge-

meinschaft hier, wo er verschiedene berufliche Anstellungen hatte, unter anderem 

als Strassenbauer (Urk. D3/2/1 S. 1 und F/A 51; Urk. D2/2/2 F/A 98; Prot. I S. 39 

f.). Es liegt auf der Hand, dass sich der Beschuldigte in die hiesige Gesellschaft mit 

deren Rechtsvorstellungen integrieren wollte und gewisse Integrationsbemühun-

gen bereits vollbracht hatte.

Zu Recht unbestritten ist, dass in der Dominikanischen Republik Kinderpornografie 

ebenfalls verboten ist. Der Beschuldigte gab denn auch an der erstinstanzlichen 

Hauptverhandlung bestätigend zu Protokoll, dass Kinderpornografie nach seinem 

Wissen in keinem Land legal sei (Prot. I S. 25). Zutreffend weisen die Staatsanwalt-

schaft (Urk. 43 S. 7) und die Vorinstanz (Urk. 62 E. III/D/2.2.4 S. 52) darauf hin, 

dass die Dominikanische Republik Vertragsstaat des Fakultativprotokolls zum 

Übereinkommen über die Rechte des Kindes betreffend unter anderem die Kinder-

pornografie (SR 0.107.2) ist und sich gemäss dessen Art. 3 Ziff. 1 lit. c verpflichtet 

hat, dass das Verbreiten von Kinderpornografie von ihrem Strafrecht erfasst ist. 

Dem Beschuldigten muss bewusst gewesen sein, dass es sich um äusserst heikles 

Material handelte. So erklärte er, dass ihn das Bildmaterial «sehr betroffen und 

bewegt» und ihn «sehr wütend» gemacht habe, als er es gesehen habe 

(Urk. D2/2/2 F/A 79, 87). Nur, er habe nicht gewusst, dass es in der Schweiz ein 

Delikt sei, so etwas viral zu machen (Urk. D2/2/2 F/A 79, 85; vgl. auch Prot. I S. 23). 

In der Dominikanischen Republik passiere nichts, wenn man dies tue (Urk. D2/2/2 

F/A 86).

Es ist nicht zu sehen, dass der sittliche Massstab in Bezug auf sexuelle Handlungen 

mit Kindern und/oder Kinderpornografie erheblich divergieren würde zwischen der 

Dominikanischen Republik und der Schweiz. Der inkriminierte Videoclip steht im 

- 33 -

klaren Widerspruch zu den vorherrschenden ethischen, sittlichen Wertvorstellun-

gen in beiden Ländern. Folglich liegt die Möglichkeit in beiden Rechtsgemeinschaf-

ten nahe, dass das Weiterverbreiten solcher Darstellungen gegen die Rechtsord-

nung verstossen könnte, weil es sich nach wie vor um Kinderpornografie handelt.

Es mag zwar sein, dass die Rechtswirklichkeit in der Dominikanischen Republik 

unterschiedlich zur hiesigen ist. Möglicherweise wird eine solche Handlung dort 

nicht so strikt geahndet oder wird teils Selbstjustiz geübt mit einer Art Pranger. Dass 

man so Präventionsarbeit gegen sexuellen Missbrauch von Kindern leisten würde, 

ist indes geradezu abwegig. Ganz gleich aber, ob ein vermeintlich hehres Motiv 

dahinter steht, verletzt eine Weiterverbreitung solcher Bildaufnahmen das durch 

den Straftatbestand geschützte Rechtsgut klarerweise erneut, indem sich nämlich 

die Verbreitung so perpetuiert und die Persönlichkeitsrechte der missbrauchten 

Kinder letztlich noch gravierender verletzt werden. Es braucht nicht besonders viel 

Einfühlungsvermögen, um sich vorstellen zu können, dass die missbrauchten 

Kinder eine solche Weiterverbreitung kaum befürworten würden, wenn sie später 

rückblickend gefragt würden. Dass das auch dem Beschuldigten hätte in den Sinn 

kommen müssen, darf ihm durchaus zugetraut werden. Dass er zur Reflexion 

effektiv fähig ist, zeigt denn auch seine spontane Aussage bei der ersten polizei-

lichen Befragung zu diesem Vorwurf, als er zu Protokoll gab, dass er mit Kindern 

eigentlich sehr vorsichtig sei, da er ja selber Kinder habe (Urk. D3/2/1 F/A 46). 

Gerade dies zeigt ein gewisses vorbestehendes Verständnis für die Problematik. 

Wissend um das Verbot von Kinderpornografie musste er damit ein Unrechts-

empfinden gehabt haben bei seinem Handeln, musste er sich bewusst gewesen 

sein, dass er sich auf illegalem Terrain bewegt.

Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung brachte der Beschuldigte – wie 

bereits anlässlich früherer Einvernahmen – vor, dass er den Vater der betroffenen 

Kinder kenne (Urk. 82 S. 16). Erstmals erklärte der Beschuldigte heute jedoch, 

dass er – bevor er das Video hochgeladen habe – mit dem Vater der Kinder 

gesprochen habe. Dieser habe zu ihm gesagt, dass wenn er möchte, er das Video 

hochladen könne, damit die Leute vorsichtiger seien (Urk. 82 S. 17). Es ist nicht 

plausibel, dass ein Vater – so quasi zur Prävention – seine Zustimmung zur weite-

ren Verbreitung des Videomaterials vom sexuellen Missbrauch seiner Kinder geben 

- 34 -

würde. So bestätigte der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung selber, 

dass wenn er in dieser Situation stecken würde, ihn die Veröffentlichung des Videos 

nicht so interessieren würde (Urk. 82 S. 17). Daraus ergibt sich, dass diese Aus-

sagen des Beschuldigten lebensfremd und als Schutzbehauptung zu qualifizieren 

sind.

Zusammenfassend ist nach dem Gesagten vom Tatsächlichen her davon auszu-

gehen, dass der Beschuldigte zumindest ein unbestimmtes Empfinden hatte, dass 

das Verbreiten solchen Materials etwas Unrechtes sein könnte, und er eine innere 

Hemmschwelle überwand, bevor er den Clip in seinem Status teilte.

4.3. Rechtliche Würdigung

4.3.1. Was die Vorinstanz zunächst zur Erfüllung des Straftatbestands von Art. 197 

Abs. 4 zweiter Satz StGB ausführte, ist zutreffend (Urk. 62 E. III/D/2.1 S. 50). Der 

Beschuldigte besass auf seinem Mobiltelefon die inkriminierte Videodatei mit einer 

Dauer von ca. 30 Sekunden, auf welchem zu sehen ist, wie zwei reale Kleinkinder 

tatsächlich den Penis eines Erwachsenen masturbieren und Oralsex an ihm voll-

ziehen. Dabei handelt es sich klarerweise um Kinderpornografie im Sinne von 

Art. 197 Abs. 1 und 4 StGB. In der Folge teilte der Beschuldigte die Datei wissent-

lich und willentlich in seinem WhatsApp-Status mit einer grösseren Anzahl Perso-

nen, welchen er die pornografischen Bildaufnahmen so zugänglich machte. Damit 

erfüllte er direktvorsätzlich den Tatbestand von Art. 197 Abs. 4 zweiter Satz StGB.

4.3.2. Zur Frage des Verbotsirrtums hat sich bereits die Vorinstanz einlässlich und 

zutreffend geäussert (Urk. 62 E. III/D/2.2.3–2.2.5 S. 51 ff.). Die nachfolgenden Aus-

führungen sind als Ergänzungen und Verdeutlichungen zu verstehen.

Ein Irrtum über die Rechtswidrigkeit nach Art. 21 StGB liegt vor, wenn der Täter bei 

der Begehung der Tat nicht weiss und nicht wissen kann, dass er sich rechtswidrig 

verhält. Gegenstand des Irrtums ist die Verbotenheit eines bestimmten Verhaltens. 

Auf Verbotsirrtum kann sich nur berufen, wer zureichende Gründe zur Annahme 

hatte, er tue überhaupt nichts Unrechtes, und nicht schon, wer die Tat bloss für 

straflos hielt. Für den Ausschluss eines solchen Irrtums genügt schon das 

unbestimmte Empfinden, dass das in Aussicht genommene Verhalten gegen das 

- 35 -

verstösst, was Recht ist; dabei sind die Auffassungen der Rechtsgemeinschaft 

massgebend, welcher der Täter angehört (OFK/StGB-DONATSCH, Art. 21 N 3). 

Der Irrtum muss zudem unvermeidbar sein, wobei das Bundesgericht diesbe-

züglich hohe Anforderungen stellt. So begründet die Unkenntnis der rechtlichen 

Normierungen grundsätzlich keine Unvermeidbarkeit. Der Rechtsirrtum muss 

vielmehr auf Tatsachen beruhen, durch die sich auch ein gewissenhafter Mensch 

hätte in die Irre führen lassen (OFK/StGB-DONATSCH, Art. 21 N 6, a.a.O., 

BGer 6B_1207/2018 vom 17. Mai 2019 E. 3.3 [nicht publ. in BGE 145 IV 185]; 

BGer 6B_782/2016 vom 27. September 2016 E. 3.1; BGE 104 IV 217 E. 3a). Aus 

dieser Formel ergibt sich, dass der Massstab der Vermeidbarkeit nicht nach dem 

stärkeren oder schwächeren Rechtsbewusstsein des Einzelnen variieren kann. 

Vielmehr ist jedermann gehalten, das eigene Verhalten auf seine Rechtsmässigkeit 

hin zu überprüfen, insbesondere wenn der Täter selbst Zweifel hinsichtlich der 

Rechtmässigkeit seines Verhaltens hat oder hätte haben müssen. Dies ist zum 

Beispiel dann der Fall, wenn der Täter zwar weiss, dass sein Verhalten rechtlichen 

Regelungen unterliegt, sich aber nicht näher über deren Inhalt und Reichweite 

informiert. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt der Verbotsirrtum auch 

dann als vermeidbar, wenn der Täter sich bewusst ist bzw. sein müsste, dass sein 

Verhalten in schwerwiegender Weise gegen allgemein übliche Verhaltenssitten 

verstösst.

Da in tatsächlicher Hinsicht davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte zumin-

dest ein unbestimmtes Empfinden hatte, dass sein in Aussicht genommenes 

Verhalten gegen das verstösst, was Recht ist, kann er sich nicht im Nachhinein auf 

einen Verbotsirrtum berufen. Das Vorliegen eines solchen ist mit der Vorinstanz zu 

verneinen. 

4.3.3. Mangels Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründen ist der 

Beschuldigte demnach der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 zweiter Satz 

StGB schuldig zu sprechen. 

- 36 -

5. Zu den Vorwürfen im Zusammenhang mit C._____ (Dossier 1)

5.1. Vorliegende Beweismittel

Als Beweismittel für diesen Tatvorwurf liegen im Wesentlichen vor:

 zu den Umständen, wie die Ermittlungen durch die Privatklägerin 1 in Gang 
gebracht wurden, der Polizeirapport vom 12. Juli 2021 (Urk. D1/1/1),

 die Einvernahmen der Privatklägerin 1: Urk. D1/3/1 und D1/3/2 (samt den ihren 
Aussagen zugrunde gelegten Notizen zum Ablauf des inkriminierten Dialogs) 
sowie

 die Einvernahmen des Beschuldigten: Urk. D1/2/1, D1/2/2, D1/2/3, D1/2/4, 
Prot. I S. 12 ff., Urk. 82.

Die Vorinstanz hat die wesentlichen Aussagen adäquat und korrekt wiedergege-

ben; darauf kann verwiesen werden (Urk. 62 E. III/E/1.3–1.4 S. 53–59).

5.2. Tatsachenfundament

5.2.1. Die Vorinstanz erachtete den zur Anklage gebrachten Sachverhalt insoweit 

als erstellt an, als sich das Gespräch der beiden Eheleute vom 9. Juli 2021 so wie 

von ihr geschildert abgespielt haben müsse und der Beschuldigte dabei die in der 

Anklage aufgeführten Aussagen getätigt habe. Ebenso als erstellt erachtete die 

Vorinstanz, dass die Privatklägerin 1 aufgrund ebendieser Aussagen Angst bekom-

men habe (Urk. 62 E. III/E/1.6 S. 68). Als nicht erstellt sah die Vorinstanz hingegen, 

dass der Beschuldigte sich so geäussert habe, weil er – wie in der Anklage 

beschrieben – habe erreichen wollen, dass sich die Privatklägerin 1 nicht von ihm 

scheiden lasse, damit er die Schweiz nicht verlassen müsse. Vielmehr – so die 

Vorinstanz – sei von der Privatklägerin 1 vorgebracht worden, dass er mit seinen 

Drohungen angestrebt habe, dass sie ihm eine Wohnung suche, dass sie für diese 

bürge und er bei ihr angemeldet bleibe. Dieser angestrebte Taterfolg sei aber nicht 

in die Anklage aufgenommen worden und stelle damit nicht Gegenstand der 

Anklage dar. Entsprechend sei der in der Anklage aufgeführte Sachverhalt in 

diesem Punkt nicht erstellbar (Urk. 62 E. III/E/1.6 S. 68).

5.2.2. Der Vorinstanz ist zuzustimmen, dass die Anklägerin den vom Beschuldigten 

angestrebten Nötigungserfolg nicht präzis so in die Anklage übernahm, wie er den 

Angaben der Privatklägerin 1 entsprach. Aufgrund des Verschlechterungsverbotes 

- 37 -

(Art. 391 Abs. 2 StPO) – die Anklägerin sah von einer Berufung ab – kommt ein 

Schuldspruch wegen versuchter Nötigung (Art. 181 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) nun 

ohnehin nicht mehr in Frage, sodass sich eine Prüfung erübrigt, ob sich der 

entsprechende Sachverhalt erstellen liesse.

5.2.3. Zur Glaubwürdigkeit der Direktbeteiligten erwog die Vorinstanz unter ande-

rem, dass der Beschuldigte nicht der Wahrheitspflicht im Sinne von Art. 163 Abs. 2 

StPO unterliege. Als vom Verfahren direkt Betroffener habe er ein – insofern legiti-

mes – Interesse daran, die Geschehnisse in einem für ihn günstigen Licht darzu-

stellen. Seine Aussagen seien daher grundsätzlich mit Vorsicht zu würdigen. Eine 

abweichende Aussage des Beschuldigten alleine könnte – so die Vorinstanz – je-

denfalls nicht ausreichen, als glaubhaft eingestufte Schilderungen der Privatkläge-

rin 1 zu relativieren (Urk. 62 E. III/E/1.5.1 a S. 59 f.). Und hinsichtlich der Privatklä-

gerin 1 erwähnte die Vorinstanz unter anderem die an sie bei den Einvernahmen 

als Auskunftsperson in Nachachtung von Art. 181 Abs. 2 StPO ergangenen 

Hinweise (Urk. 62 E. III/E/1.5.1 b S. 60). Solche häufig so oder ähnlich in Strafent-

scheiden verwendeten Formulierungen, welche aus der prozessualen Stellung 

Schlüsse für die Glaubwürdigkeit ziehen, halten genauerer Betrachtung nicht stand 

resp. sind veraltet. Zur Unterscheidung von wahren und erfundenen Aussagen ist 

die prozessuale Stellung ein untaugliches Kriterium – mit Blick auf den Beschuldig-

ten, weil ein Unschuldiger dasselbe Interesse hat; oder es ist ein Zirkelschluss, 

indem von vornherein – tendenziell zumindest – von der Schuld des Beschuldigten 

ausgegangen wird. Ausserdem ist das Recht tangiert, sich nicht selbst belasten zu 

müssen (Art. 113 Abs. 1 StPO). Die prozessuale Stellung einer Partei vermag für 

die Sachverhaltserstellung nie etwas beizutragen, weder im positiven noch im 

negativen Sinne (vgl. Urteil der erkennenden Kammer SB180079-O/U vom 

18. Oktober 2018 E. 3.1 S. 9). Korrekt ist stattdessen, dem Beschuldigten und auch 

der Privatklägerin 1grundsätzlich Glaubwürdigkeit zu attestieren. Es handelt sich 

hier aber wohlgemerkt um ein untergeordnetes Detail; im Vordergrund steht – mit 

der Vorinstanz (Urk. 62 E. III/E/1.5.1 a S. 60) – die Überzeugungskraft der Aus-

sagen selbst, deren Glaubhaftigkeit.

Die Vorinstanz geht zu Recht näher auf die Motivlage der beiden Direktbeteiligten 

ein und dabei namentlich auf ihren Ehekonflikt (Urk. 62 E. III/E/1.5.1 b S. 60 ff.). 

- 38 -

Von der Privatklägerin 1 und vom Beschuldigten wird übereinstimmend beschrie-

ben, dass ihre eheliche Beziehung in der fraglichen Zeit stark konfliktbehaftet war, 

dass eine Scheidung im Raum stand. In dieser Situation einer tiefen Ehekrise 

besteht die konkrete Gefahr, dass Betroffene unter der starken emotionalen 

Belastung – manchmal bewusst, öfters aber unbewusst – zu Übertreibungen 

neigen und auch dazu, ihren eigenen Anteil an der Auseinandersetzung nicht oder 

nur verzerrt wahrzunehmen. Es ist notorisch, dass einem in einer solchen Situation 

die Objektivität ein Stück weit verloren geht. Insofern erscheint es rechtsstaatlich 

als problematisch, im Rahmen eines akuten Beziehungskonfliktes Anklagesach-

verhalte ausschliesslich aufgrund der Aussagen einer der Parteien als erwiesen zu 

betrachten. Eine gewisse Zurückhaltung bei der Würdigung der betreffenden 

Aussagen ist daher angezeigt. Andererseits würde es nicht angehen, unkritisch 

anzunehmen, die Privatklägerin 1 belaste den Beschuldigten wohl bewusst zu 

Unrecht, weil sie sich so Vorteile im Trennungsstreit ausrechne. Die Vorinstanz ist 

den diesbezüglichen Befürchtungen der Vorinstanz sehr sorgfältig nachgegangen 

und widerlegte diese überzeugend (Urk. 62 E. III/E/1.5.1 b S. 60–63). Darauf ist 

zustimmend zu verweisen. Zwar ist offensichtlich, dass die Privatklägerin 1 im 

Zeitpunkt ihrer Anzeige und ihren Befragungen noch stark geprägt war vom 

Scheitern der Ehe. Für eine bewusste falsche Anschuldigung bestehen aber keine 

Anhaltspunkte.

5.2.4. Es kann vorweggenommen werden, dass den von der Vorinstanz aus dem 

Beweismaterial gezogenen Schlüssen zur Sachverhaltserstellung im Ergebnis zu 

folgen ist. Sorgfältig, schlüssig und zutreffend hat die Vorinstanz die Aussagen der 

Beteiligten gewürdigt. Sie hat die Realitätskriterien in den Aussagen der Privat-

klägerin 1 präzise geortet und prägnant umschrieben und sich auch mit den 

Einwänden der Verteidigung befasst (Urk. 62 E. III/E/1.5.2 S. 63 ff.). Die nach-

stehenden Erwägungen sollen die vorinstanzliche Beweiswürdigung nur noch ver-

deutlichen und ergänzen:

5.2.4.1. Vor allem die Aussagen der Privatklägerin 1 vor der Staatsanwaltschaft 

sind in der Ablaufschilderung, der Geschlossenheit und vom Inhalt her von hoher 

Qualität. Sie hat bereits zu Befragungsbeginn auf entsprechende Aufforderung 

- 39 -

eigenständig, sehr detailliert, bildhaft und in stimmiger Abfolge einen Grossteil des 

inkriminierten Geschehens, einschliesslich damit einhergehender eigener Gedan-

ken und Gefühle sowie Gespräche und Reaktionen der Beteiligten und darüber hin-

aus prägnante Nebensächlichkeiten, zu Protokoll gegeben (Urk. D1/3/2 F/A 12-14). 

Dabei handelt es sich um lauter Realkennzeichen. Ihre Schilderungen blieben dann 

auch in den anschliessenden Detailbefragungen beständig, anschaulich und nach-

vollziehbar. Die Aussagen der Privatklägerin 1 enthalten eine Fülle von lebens-

nahen Details. Sie schilderte das Geschehen gleichbleibend und weitestgehend 

widerspruchsfrei. Die Aussagen wirken spontan und in keiner Weise gesteuert, 

vielmehr authentisch. Strukturbrüche fehlen, und auch im Vergleich zur vorange-

gangenen polizeilichen Befragung (Urk. D1/3/1) blieben ihre Aussagen, jedenfalls 

was das Kerngeschehen betrifft, konstant. Ausserdem weisen gerade die rechtlich 

relevanten Belastungen – die Androhung der Tötung eines Polizisten mit dem Dolch 

in der Küche, aber vor allem die Geschichte mit dem Vodoo – das Realkennzeichen 

der Originalität auf. So etwas Skurriles würde die Privatklägerin 1 kaum erfinden, 

wenn sie den Beschuldigten falsch anschuldigen wollte. Es gibt keinerlei Anzeichen 

dafür, dass die Privatklägerin 1 irgendetwas erfunden oder Unwahres hinzugefügt 

haben könnte.

Dass die Aussagen bei der Staatsanwaltschaft erheblich präziser ausfielen als bei 

der Anzeigeerstattung, weckt im Übrigen (mit der Vorinstanz [Urk. 62 E. III/E/1.5.2 

S. 63 f.]) keine Zweifel an deren Validität. Es ist allgemein bekannt, dass sich nach 

einem schockartig aufwühlenden Erlebnis oftmals die noch frischen Erinnerungs-

fetzen zuerst setzen müssen im Hirn, um präzis geschildert werden zu können. 

Ausserdem dürfte die Befragungssituation eine ruhigere gewesen sein, und die 

Privatklägerin 1 konnte sich gedanklich vorbereiten, was sie denn auch mittels 

Notizen tat (Urk. D1/3/3).

5.2.4.2. Die Aussagen des Beschuldigten demgegenüber fallen, was die rechtlich 

relevanten Punkte betrifft, kurz aus. Er bestreitet die Vorwürfe, bezeichnet sie als 

Lügen. Die Kürze per se ist an sich nicht verdächtig, denn man kann nicht detailliert 

über etwas berichten, wenn es nicht stattgefunden hat. Gleichzeitig fällt aber auf, 

dass der Beschuldigte kein gutes Haar an der Privatklägerin 1 und ihren Eltern lässt 

und in Vorwürfe gegen sie verfiel, welche letztlich nichts oder nur wenig mit den 

- 40 -

Anschuldigungen an ihn zusammenhängen. Anstatt sich zu diesen zu äussern, 

beklagte sich der Beschuldigte wortreich, dass ihm die Tochter E._____ vorenthal-

ten werde, dass seine Ehefrau eifersüchtig sei, ihn provoziere etc. (Urk. D1/2/1 

F/A 13 ff., Urk. D1/2/3 F/A 30 ff.). Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung 

verwies der Beschuldigte wiederum auf seine zuvor gemachten Aussagen (Urk. 82 

S. 17 f.). Solche für das Strafverfahren letztlich unerheblichen Herabsetzungen der 

Gegenpartei wecken den Eindruck, dass der Befragte konkreten Vorwürfen 

ausweichen und eigenes Fehlverhalten rechtfertigen will und den Sachverhalt nicht 

objektiv schildert. Zu entlasten vermag sich der Beschuldigte mit seinen Aussagen 

jedenfalls nicht.

5.2.4.3. Insgesamt bestehen keine vernünftigen Zweifel daran, dass die angeklag-

ten Worte seitens des Beschuldigten gefallen sind und dass diese bei der Privat-

klägerin 1 vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen mit dem Beschuldigten grosse 

Angst auslösten – einerseits um ihr eigenes Wohl, namentlich aber um das Wohl 

der gemeinsamen Tochter E._____. Daran ändert auch die kurz vor der Berufungs-

verhandlung von der Privatklägerin 1 eingereichte Desinteresseerklärung und die 

Tatsache, dass die Privatklägerin 1 und der Beschuldigte mit der gemeinsamen 

Tochter E._____ wieder zusammenleben, nichts (vgl. Urk. 76, 86/1-2, 88; Urk. 82 

S. 1 ff., S. 13 f.).

5.3. Rechtliche Würdigung

Hinsichtlich der rechtlichen Würdigung kann vollumfänglich auf die zutreffenden 

und einlässlichen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 62 

E. III/E/2.2 S. 69 ff.). Der Tatbestand der Drohung im Sinne von Art. 180 StGB 

wurde vom Beschuldigten direktvorsätzlich im Sinne von Art. 12 Abs. 2 erster Satz 

StGB erfüllt. Rechtfertigungs- und/oder Schuldausschlussgründe sind nicht ersicht-

lich. 

6. Fazit

Zusammenfassend ist der Beschuldigte der einfachen (qualifizierten) Körperver-

letzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 2 StGB 

(Dossier 6), der Pornografie im Sinne von Art. 197 Abs. 4 zweiter Satz StGB 

- 41 -

(Dossier 3), der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 StGB (Dossier 1 und 6) 

sowie der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 6) schuldig zu sprechen.

III.  Sanktion

1. Ausgangslage, Grundsätze, Strafrahmen

1.1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten – unter Einbezug des widerrufe-

nen bedingten Vollzugs einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe – mit einer unbeding-

ten Freiheitsstrafe von 32 Monaten als Gesamtstrafe (Urk. 62 S. 120). Da einzig 

der Beschuldigte Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil erhob, fällt aufgrund 

des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) eine strengere Bestrafung 

von vornherein ausser Betracht.

1.2. An der heutigen Berufungsverhandlung machte die Verteidigung zusam-

mengefasst folgende Vorbringen zum Strafpunkt: Da von der Verteidigung ein voll-

umfänglicher Freispruch bzw. teilweise die Einstellung des Verfahrens beantragt 

werde, sei keine Strafe auszufällen. Zur von der Vorinstanz vorgenommenen 

Strafzumessung gebe es zu bemerken, dass im Rahmen der Täterkomponente die 

Vorstrafe als erheblich straferhöhend – und dies gleich mehrfach bei jedem Delikts-

vorwurf – berücksichtigt worden sei. Dadurch werde dieses straferhöhende 

Element ungerechtfertigterweise wiederholt gewichtet. Überdies sei die familiäre 

und berufliche Situation des Beschuldigten nicht instabil (Prot. II S. 6 f. i.V.m. 

Urk. 83 Rz 60 ff.).

1.3. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB, namentlich der Gesamtstrafenbildung nach Art. 49 Abs. 1 StGB in Anwen-

dung des Asperationsprinzips, sowie die Begründungsanforderungen wiederholt 

dargelegt (siehe z.B. BGE 144 IV 313 E. 1; 142 IV 365 E. 2.4.3; 141 IV 61 E. 6.1.1; 

136 IV 55 E. 5.4 ff.; BGer 6B_676/2022 vom 27. Dezember 2022, E. 2.2; je mit 

Hinweisen). Darauf kann vorab verwiesen werden. Auch im vorinstanzlichen Urteil 

finden sich zutreffende Erwägungen zur Festsetzung der Strafe (Urk. 62 E. IV/1.1, 

1.2, 2.1, 2.2, 3.1 S. 73 ff.). Auch diese brauchen nicht wiederholt zu werden.

- 42 -

1.4. Als einschlägige Straftatbestände sind vorliegend zu beurteilen:

 einfache (qualifizierte) Körperverletzung (Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB),

 Drohung (Art. 180 StGB),

 Nötigung (Art. 181 StGB),

 Pornografie (Art. 197 Abs. 4 zweiter Satz StGB).

Die Pornografie ist von all diesen die schwerste Straftat, denn schwerste Tat im 

Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB ist primär diejenige, welche unter den mit der höchs-

ten Strafe bedrohten Tatbestand fällt (OFK/StGB-HEIMGARTNER, Art. 49 N 3; 

BGE 116 IV 304). Der ordentliche Strafrahmen bei realer harter Pornografie er-

streckt sich bei von einer Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf 

Jahren, während bei den andern Delikten die Strafrahmenobergrenze bei drei 

Jahren liegt. Für dieses schwerste Delikt ist somit die Strafe – die Einsatzstrafe – 

zu bestimmen, wobei sämtliche Tat- und Täterkomponenten zu berücksichtigen 

sind. Für die weiteren Delikte sind (gedanklich) Einzelstrafen zu bestimmen. 

2. Die Pornografie als Hauptdelikt

2.1. Tatverschulden

In objektiver Hinsicht ist zu beachten, dass der Beschuldigte einen Videoclip auf 

seinen WhatsApp-Status lud, welchen zwei Kleinkinder (ungefähr zwei oder drei 

Jahre alt [vgl. Urk. D2/2/2 F/A 79]) zeigt, wie sie im Badzimmer den Penis eines 

Erwachsenen masturbieren und Oralsex an ihm praktizieren. Verstörend ist vor 

allem dass die Kleinkinder überhaupt sexuelle Praktiken vollziehen und so quasi 

als Sexspielzeug missbraucht werden. Als Betrachter wird man gleichsam Zeuge, 

wie gerade zwei Kleinkinder gravierend in ihrer sexuellen Entwicklung gefährdet 

werden. Im gesamten Spektrum möglicher realer Kinderpornografie sind die Bilder 

(soweit überhaupt aktenkundig) keineswegs harmlos. Indem der Beschuldigte sie 

potentiell all seinen Kontakten (unbekannter Zahl) auf dem Mobiltelefon während 

24 Stunden zur Einsicht offenbarte, verletzte er die Persönlichkeitsrechte der miss-

brauchten Kleinkinder bereits erheblich. Mit der Vorinstanz (Urk. 62 E. IV/3.3.1 a 

S. 81) ist zu Gunsten des Beschuldigten immerhin davon auszugehen, dass die 

Bilder effektiv nur kurz einsehbar waren, vermutlich weil sich eine Betrachterin 

- 43 -

erbost bei ihm meldete und er die Statusmeldung sogleich änderte. Ein systema-

tisches oder von langer Hand geplantes Vorgehen ist nicht ersichtlich. Insgesamt 

ist das objektive Verschulden des Beschuldigten innerhalb der ganzen Spannbreite 

solcher Fälle im unteren Bereich anzusiedeln.

Betreffend das subjektive Tatverschulden gilt es zu beachten, dass der Beschul-

digte beim Weiterverbreiten des Videoclips vorsätzlich handelte, wie er eingestand. 

Ihm ist zu Gute zu halten, dass nicht die sexuelle Aufreizung im Vordergrund 

gestanden zu sein scheint. Es ist zwar schwer zu glauben, dass der Beweggrund 

effektiv war, Eltern zu warnen respektive den oder die erwachsenen Täter des 

Kindsmissbrauchs im Film an den Pranger zu stellen. Widerlegt werden kann ihm 

dieses Motiv aber nicht, zumal nicht einzuleuchten vermag, wie man überhaupt auf 

die Idee kommen kann, so etwas auf den Status zu stellen. Die sich manifestie-

rende kriminelle Energie scheint jedenfalls noch gering. Insgesamt relativiert das 

subjektive Verschulden das objektive in moderatem Umfang.

In Anbetracht des Dargelegten und des gesamten Spektrums möglicher Verbrei-

tungshandlungen realer Kinderpornografie liegt ein leichtes Verschulden vor. Als 

hypothetische verschuldensangemessene Strafe für das Hauptdelikt wären drei 

Monate (bzw. 90 Tagessätze) angemessen.

2.2. Täterkomponente

2.2.1. Was die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten anbelangt, kann auf 

die Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 62 E. IV/3.2.2 a S. 79 f.) verwiesen werden. 

Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung ergab sich, dass der Beschuldigte 

wieder zusammen mit der Privatklägerin 1 und der gemeinsamen Tochter E._____ 

an der K._____-strasse … in L._____ wohnhaft ist. Der Beschuldigte und die Pri-

vatklägerin 1 würden ihre Ehe wieder fortführen und der Beschuldigte übernehme 

zusammen mit der Privatklägerin 1 die Betreuung der gemeinsamen Tochter 

E._____. Der Beschuldigte verfüge über eine Aufenthaltsbewilligung B, welche ver-

längert werden sollte. Allerdings sei das Verlängerungsverfahren so lange pendent, 

wie das vorliegende Strafverfahren hängig sei. Das Migrationsamt habe dem Be-

schuldigten jedoch eine Bestätigung ausgestellt, dass er während des laufenden 

Strafverfahrens in der Schweiz aufenthalts- und erwerbsberechtigt sei. Aktuell ar-

- 44 -

beite der Beschuldigte temporär auf dem Bau und erziele damit ein monatliches 

Einkommen von etwas über Fr. 3'000.–. Zuvor habe er als Personal Trainer in ei-

nem Fitnessstudio gearbeitet und ungefähr Fr. 5'000.– pro Monat verdient. Eigent-

lich habe das Fitnessstudio mit ihm einen langen Arbeitsvertrag abschliessen wol-

len, dies sei jedoch aufgrund der Unklarheiten in Bezug auf seinen Aufenthaltssta-

tus nicht zustande gekommen. Die Kosten des Zusammenlebens – Miete, Kran-

kenkasse, Unterhalt von E._____ etc. – teile er sich mit der Privatklägerin 1. Seine 

ebenfalls in der Schweiz lebende Tochter M._____ sehe er ungefähr einmal pro 

Monat für ca. fünf Stunden. Er bezahle für diese ungefähr Fr. 800.– bis Fr. 900.– 

monatliche Unterhaltsbeiträge. Zu seinen drei in der Dominikanischen Republik le-

benden Kinder habe er telefonischen Kontakt und überweise für diese einen Unter-

haltsbeitrag von insgesamt ca. Fr. 1'300.– pro Monat. Der Beschuldigte verfüge in 

der Schweiz über viele Schulden in unbekannter Höhe. In der Dominikanischen 

Republik habe er sich eine Wohnung gekauft, weshalb er eine diesbezügliche Hy-

pothekarschuld in der Höhe von Fr. 25'000.– habe. (Urk. 82 S. 1 ff.; Prot. II S. 6 ff.; 

vgl. auch Urk. 86/1-2 und 88). Eine gesteigerte Strafempfindlichkeit weist der Be-

schuldigte nicht auf. Es ist nicht ersichtlich, weshalb die Lebensgeschichte oder der 

Werdegang des Beschuldigten Auswirkungen auf die Strafzumessung zeitigen soll-

ten. Aus der Biografie und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten las-

sen sich keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten.

2.2.2. Vorstrafen kommt bei der Strafzumessung allgemein eine wichtige Rolle zu 

(BSK StGB-WIPRÄCHTIGER/KELLER, Art. 47 N 130). Wer ungeachtet früherer Verur-

teilungen wiederum straffällig wird, erscheint als unbelehrbar und als uneinsichtig. 

Die Gültigkeit der Rechtsnormen ist dem Beschuldigten bereits persönlich verdeut-

licht worden. Als Wiederholungstäter kennt er die Schädlichkeit seines Tuns wie 

auch die entsprechende soziale Missbilligung. Dies gilt umso mehr für einschlägige 

Vorstrafen. Erneute Delinquenz auf dem gleichen Gebiet indiziert eine besondere 

Unbelehrbarkeit und Uneinsichtigkeit (MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl., 

Basel 2019, N 320 und 322, mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Recht-

sprechung).

Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 

13. Mai 2019 wegen einer einfachen (qualifizierten) Körperverletzung (Zufügung ei-

- 45 -

ner oberflächlichen Stichverletzung am Oberkörper mit einem Essbesteck-Messer 

im Rahmen einer Auseinandersetzung) zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 

sechs Monaten verurteilt (Urk. 66 und 80). Der Beschuldigte beging das hier zu 

beurteilende Delikt gegen Ende des ersten Jahres der laufenden zweijährigen 

Probezeit.

2.2.3. Die Vorstrafe des Beschuldigten, die neuerliche Delinquenz während laufen-

der Probezeit ist spürbar straferhöhend zu berücksichtigen. Deren Ausmass hat 

sich vornehmlich nach der bisherigen Strafe zu richten, welche ihre Wirkung offen-

kundig verfehlt hat (MATHYS, a.a.O., N 325). Auch zu berücksichtigen gilt, dass der 

Beschuldigt mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

6. Juni 2023 wegen Führens eines Motorfahrzeugs ohne erforderlichen Führeraus-

weis erneut und während laufendem Strafverfahren (rechtskräftig) verurteilt wurde 

(Urk. 80 und 80A; vgl. auch nachfolgend E. III/10.5). Gerechtfertigt erscheint eine 

Erhöhung der Strafe um 1 Monat.

2.2.4. In Bezug auf das Nachtatverhalten ist festzuhalten, dass der Beschuldigte in 

der Untersuchung nicht aussergewöhnlich kooperativ war und vorwiegend das 

nicht Bestreitbare gestand. Ein vollumfängliches, aufrichtiges Geständnis, welches 

als Bekundung von Einsicht und Reue bezüglich subjektiver Elemente praxisge-

mäss bis zu rund einem Drittel strafmindernd berücksichtigt werden könnte 

(BGE 121 IV 202 E. 2d/cc; vgl. aber auch BGer 6B_1278/2020 vom 27. August 

2021 E. 5.4.3 mit Hinweisen), liegt damit nicht vor. Dem Beschuldigten ist jedoch 

immerhin zu Gute zu halten, dass er den objektiven Sachverhalt eingestand. Ent-

sprechend fällt unter dem Titel Geständnis mit der Vorinstanz eine Strafminderung 

in Betracht, welche mit einem (1) Monat die Straferhöhungsgründe wettmacht.

2.2.5. Zwischenfazit

In Anbetracht aller relevanten Strafzumessungsgründe erscheint in Würdigung der 

objektiven und subjektiven Komponenten der begangenen Straftat sowie in Berück-

sichtigung der Täter