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**Case Identifier:** 650c11bf-cda0-5a65-838d-67e4e057e605
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-11
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 11.08.2020 I 2020 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2020-10_2020-08-11.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2020 10

Entscheid vom 11. August 2020

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
MLaw Joëlle Sigrist, Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic.iur. B.________,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Einstellung der Rente)

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Sachverhalt:

A. A.________ (geb. ________1971) hat eine Lehre als Textilverkäuferin in 
C.________ absolviert (mit Fähigkeitsausweis). Nach Büroarbeiten arbeitete sie 
im Aussendienst einer Westschweizer D.________-Firma, rund 1 Jahr als 
Büroangestellte für die Firma S.________, ab 1995 bei der T.________ und in 
der Folge im Aussendienst der Firma U.________ Am 11. September 1996 erlitt 
sie auf der V.________ (Strasse) einen Autounfall. Nach der Wiederaufnahme 
der Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiterin und einer 40%-Anstellung als 
kaufmännische Angestellte in einem Treuhandbüro (von Mai 1998 bis März 
1999) arbeitete sie als Allrounderin im W.________ ihrer Mutter in X.________ 
(bis 2001). 

Ihre erste Ehe wurde im Februar 1997 geschieden. Am 19. August 1997 kam 
Y.________ zur Welt. Seit dem 1. Mai 2001 war A.________ wieder verheiratet. 
Am 12. Juni 2001 (= Eingangsdatum) meldete sie sich zum Bezug von IV-
Leistungen an. In der Folge erlitt sie am 7. Mai 2002 beim Inline-Skaten einen 
weiteren Unfall.

Nach Abklärungen (Gutachten Z.________ vom 7.2.2003, IV-act. 26) verfügte 
die IV-Stelle am 22. August 2003, dass ausgehend von der gemischten Methode 
(Erwerbstätigkeit von 80% und Haushaltbereich von 20%) der Invaliditätsgrad 
29% betrage, weshalb kein Rentenanspruch bestehe und deswegen das 
Leistungsbegehren abgewiesen werde (IV-act. 33). Im anschliessenden (damals 
möglichen) Einspracheverfahren gelangte die IV-Stelle mit Entscheid vom 20. 
April 2007 zum Ergebnis, dass A.________ mit Wirkung ab 1. Dezember 2004 
Anspruch auf eine halbe IV-Rente habe (IV-Grad 56%; vgl. IV-act. 58). 

Dagegen beschwerte sich A.________ beim Verwaltungsgericht. Mit Entscheid I 
2007 152 vom 30. November 2007 hat das Verwaltungsgericht die Beschwerde 
insoweit teilweise gutgeheissen, als ab 1. Dezember 2004 eine Dreiviertelsrente 
gewährt wurde (IV-Grad 66%, siehe IV-act. 79). Hinsichtlich der massgebenden 
Arbeitsfähigkeit folgte das Gericht der Beurteilung der IV-Stelle, wonach in 
Würdigung sämtlicher medizinischen Berichte grundsätzlich von einer 
Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen sei, indes für einen vermehrten, von 
Dr.med. E.________ (FMH Arbeitsmedizin und Psychosomatik) attestierten 
Pausenbedarf ein Abzug von 10% vorzunehmen sei, mithin die massgebende 
Arbeitsfähigkeit auf 40% festzulegen sei (vgl. IV-act. 79-16/26, Erw. 4.2 in fine 
i.V.m. IV-act. 58-12/15 Ziff. 9.4). Des Weiteren nahm das Gericht beim 
Einkommensvergleich gewisse Korrekturen vor (vgl. IV-act. 79-16ff./26). 

Am 8. März 2010 folgte die Geburt von AA.________ (IV-act. 142-4/9).

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B. Am 8. April 2011 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen eine Rentenrevision 
ein (IV-act. 91). Mit Schreiben vom 24. November 2011 teilte die IV-Stelle mit, 
dass eine medizinische Begutachtung beim AB.________ vorgenommen werde 
(IV-act. 100). Diese Gutachterstelle meldete am 11. September 2012 der IV-
Stelle, dass auch eine neurochirurgische Abklärung nötig sei, welche von dieser 
Gutachterstelle nicht angeboten werde, weshalb die interdisziplinäre 
Begutachtung von A.________ nicht mehr möglich sei (IV-act. 111). Der neue 
Begutachtungsauftrag wurde der AC.________ zugelost (IV-act. 117), welche 
das interdisziplinäre Gutachten am 10. April 2013 erstattete (Eingang am 
23.4.2013, IV-act. 121). Am 3. Oktober 2013 war eine neue Haushaltabklärung 
durchgeführt worden (mit Bericht vom 22.1.2014, IV-act. 148). 

Mit Vorbescheid vom 20. Juni 2014 kündigte die IV-Stelle an, gestützt auf einen 
ermittelten IV-Grad von noch 19% die bisherige Dreiviertelsrente aufzuheben (IV-
act. 135). Dagegen liess A.________ am 24. Juli 2014 Einwände erheben (IV-
act. 139). Mit Eingabe vom 9. September 2014 ersuchte die Rechtsvertreterin 
von A.________ um Sistierung des Verfahrens (IV-act. 140). Der Einzelrichter 
des Bezirksgerichts AD.________ bewilligte im pendenten Eheschutzverfahren 
mit Verfügung vom 7. Oktober 2014 das Getrenntleben der Gatten. Die beiden 
Kinder (Y.________ und AA.________) wurden unter der gemeinsamen 
elterlichen Sorge belassen (mit Hauptwohnsitz der Kinder bei der Kindsmutter, 
IV-act. 144-5/10).

C.  Mit Eingabe vom 7. April 2017 ersuchte die Rechtsvertreterin von 
A.________ um Durchführung einer neuropsychologischen Abklärung (IV-act. 
146). Mit Schreiben vom 1. Juni 2017 teilte die IV-Stelle mit, dass das Gutachten 
der AC.________ vom 10. April 2013 zwar weiterhin als schlüssig erachtet 
werde, indessen bereits mehr als 4 Jahre vergangen seien, weshalb eine neue 
polydisziplinäre medizinische Untersuchung nötig sei (IV-act. 150). Der 
Begutachtungsauftrag wurde der AE.________ zugelost (IV-act. 152). Der bei 
der Gutachterstelle zuständige Mitarbeiter berichtete am 7. August 2017 der IV-
Stelle, dass er mit der involvierten Rechtsanwältin zusammengearbeitet habe, 
weshalb der Begutachtungsauftrag nicht ausgeführt werden könne (IV-act. 156). 
Daraufhin wurde die Gutachterstelle AF.________ ausgelost (IV-act. 157). Mit 
Eingabe vom 19. Januar 2018 übermittelte die Rechtsvertreterin der IV-Stelle ein 
Arztzeugnis der Hausärztin Dr.med. F.________ wonach A.________ aufgrund 
des aktuellen sehr schlechten psychischen Zustandes nicht in der Lage sei, für 
den IV-Untersuch nach AG.________ zu fahren (IV-act. 165). Vom 27. Februar 
2018 bis zum 9. Mai 2018 hielt sich A.________ wegen einer rezidivierenden 

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depressiven Störung sowie einer anhaltenden familiären Belastungssituation in 
der Privatklinik AH.________ auf (IV-act. 168, 173). 

D. Mit Beschluss vom 8. August 2018 hat die KESB AI.________ A.________ 
verbeiständet und AJ.________ als Beiständin eingesetzt (u.a. mit den 
Aufgaben, für das gesundheitliche Wohl zu sorgen und A.________ beim 
Erledigen der finanziellen Angelegenheit zu vertreten, v.a. ihr gesamtes 
Einkommen und Vermögen sorgfältig zu verwalten, IV-act. 176).

Das interdisziplinäre AF.________-Gutachten wurde am 16. Oktober 2018 
erstattet (IV-act. 178). Der RAD-Arzt empfahl am 23. November 2018, auf die 
Ergebnisse des neuen MEDAS-Gutachtens abzustellen (IV-act. 179-13/13). 
Daraufhin kündigte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 4. Dezember 2018 an, die 
bisherige Dreiviertelsrente auf den nächstmöglichen Zeitpunkt aufzuheben (IV-
act. 180). Dr.med. G.________ teilte der IV-Stelle am 11. Januar 2019 mit, dass 
A.________ am 18. Oktober 2018 operiert worden sei (Implantation einer 
medialen Hemischlittenprothese links bei medialseitiger Gonarthrose, IV-act. 
183).

Am 25. Januar 2019 ging bei der IV-Stelle eine Stellungnahme der behandelnden 
Psychiaterin Dr.med. H.________ (Privatklinik AH.________) ein, welche Kritik 
am MEDAS-Gutachten übte (IV-act. 184). Mit Eingabe vom 28. Januar 2019 liess 
A.________ Einwände gegen den Vorbescheid erheben (IV-act. 185). 
Mit Eingabe vom 9. April 2019 beantragte die Rechtsvertreterin von A.________, 
dass das neuropsychologische Teilgutachten inklusive alle Testauswertungen 
herauszugeben seien (IV-act. 189). Diesbezüglich folgten weitere 
Schriftenwechsel (IV-act. 190-205). Vom 24. Juni 2019 bis zum 24. Juli 2019 war 
A.________ zum 2. Mal in der Klinik AH.________ hospitalisiert (IV-act. 207). 
Nach einer Würdigung des RAD-Psychiaters Dr.med. I.________ vom 14. 
November 2019 (IV-act. 209-16f./17) sowie einer Stellungnahme des RAD-Arztes 
Dr.med. J.________ (orthopäd. Chirurgie und Traumatologie des Be-
wegungsapparates) vom 12. Dezember 2019 (IV-act. 211-17/17) verfügte die 
IV-Stelle am 30. Dezember 2019, dass die Dreiviertelsrente nach Zustellung der 
Verfügung auf Ende des folgenden Monats aufgehoben werde (IV-act. 213).

E. Gegen diese am 3. Januar 2020 eingegangene Verfügung liess 
A.________ rechtzeitig am 3. Februar 2020 (= Montag/ Datum der Postaufgabe) 
beim Verwaltungsgericht Beschwerde einreichen mit den folgenden 
Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 30. Dezember 2019 sei aufzu-
heben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der 
Beschwerdeführerin die ¾-IV-Rente weiterhin auszurichten;

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Eventualantrag:
2. Es seien der Beschwerdeführerin berufliche 

Wiedereingliederungsmassnahmen zu gewähren und im Anschluss daran sei 
der Anspruch auf weitere Rentenleistungen neu zu überprüfen.

3. Während der Dauer der Eingliederungsmassnahmen, sowie während der 
Wartezeit, sei die bisherige Rente unverändert auszurichten.

Verfahrensmässige Anträge:

4. Es sei vorab die aufschiebende Wirkung der vorliegenden Beschwerde 
wiederherzustellen.

5. Es sei das Gutachten der AF.________ zufolge Befangenheit des Leiters der 
Gutachterstelle, Prof. Dr. Q.________ und des neuropsychologischen 
Gutachters Dr. P.________ aus dem Recht zu weisen. 

6. Es sei die Gutachterstelle AF.________ anzuweisen, das Original des neuro-
psychologischen Teilgutachtens innert einer Frist von 20 Tagen 
herauszugeben.

7. Es sei die MEDAS-Gutacherstelle AF.________ aufzufordern, innert einer Frist 
von 20 Tagen Auskunft über alle gegen die Ärzte Prof. Dr. Q.________ und 
Dr. P.________ eingereichten Strafanzeigen, sowie den Stand der jeweiligen 
Verfahren, zu geben.

8. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.

F. Mit Vernehmlassung vom 16. März 2020 beantragte die IV-Stelle, die 
Beschwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zulasten der 
Beschwerdeführerin. Die Replik der Beschwerdeführerin folgte am 17. Juni 2020. 
Mit Schreiben vom 10. Juli 2020 verzichtete die IV-Stelle auf Erstattung einer 
Duplik.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Voraussetzung für eine Rentenrevision bildet die Änderung des 
Invaliditätsgrads einer rentenbeziehenden Person in einer für den Anspruch 
erheblichen Weise (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Die Frage der wesentlichen Änderung 
in den tatsächlichen Verhältnissen beurteilt sich durch Vergleich des 
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung 
bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 
125 V 369 Erw. 2 mit Hinweis). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im 
Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt keine revisionsbegründende 
Tatsachenänderung dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_894/2015 vom 
25.4.2016 Erw. 3 mit Verweis auf BGE 112 V 371 Erw. 2b S. 372).

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1.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsäch-
lichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Für eine 
Rentenanpassung genügt daher nicht bereits irgendeine Veränderung im 
Sachverhalt. Eine hinzugetretene oder weggefallene Diagnose stellt somit nicht 
per se einen Revisionsgrund dar, da damit das quantitative Element der 
(erheblichen) Gesundheitsverbesserung oder -verschlechterung nicht zwingend 
ausgewiesen ist. Eine weitere Diagnosestellung bedeutet nur dann eine 
revisionsrechtlich relevante Gesundheitsverschlechterung oder eine 
weggefallene Diagnose eine verbesserte gesundheitliche Situation, wenn diese 
veränderten Umstände den Rentenanspruch berühren. An einem Revisionsgrund 
nach Art. 17 Abs. 1 ATSG mangelt es daher beispielsweise, wenn die 
Sachverhaltsänderung lediglich in einer Reduktion oder Erhöhung des 
erwerblichen Arbeitspensums liegt und dieser Umstand für sich allein nicht 
anspruchsrelevant ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_357/2019 vom 
17.12.2019 Erw. 2 mit Verweis auf BGE 141 V 9 Erw. 2.3 S. 10 und Erw. 5.2 S. 
12f mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_42/2019 vom 16.8.2019 
Erw. 5.2).

1.3 Zu ergänzen ist, dass der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision 
erstellten Gutachtens wesentlich davon abhängt, ob es sich ausreichend auf das 
Beweisthema - erhebliche Änderung des Sachverhalts - bezieht. Einer für sich 
allein betrachtet vollständig nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen 
Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der 
Rentenberechtigung beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel am 
rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren 
abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, 
inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden 
hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass die 
gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 9C_113/2019 vom 29.8.2019 Erw. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 
9C_418/2010 vom 29.8.2011 Erw. 4.2, in: SVR 2012 IV Nr. 18 S. 81).  

2.1 Die ursprüngliche Rentenzusprechung basiert zusammengefasst auf 
folgenden Elementen. Die Beschwerdeführerin (Jahrgang 1971) hatte am 11. 
September 1996 einen Autounfall (Frontalkollision) erlitten. Zudem verletzte sie 
sich am 7. Mai 2002 beim Inline-Skating. Im interdisziplinären Gutachten des 
AB.________ vom 5. April 2005 wurden folgende Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit festgehalten (IV-act. 78-11/26):

1. Status nach Autounfall am 11.9.96 mit

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 Schädel-Hirntrauma, Thoraxtrauma, Ruptur des rechten Herzvorhofs
2. Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion
3. Neuropsychologische Defizite betreffend Aufmerksamkeit, Konzentrations-

fähigkeit, Gedächtnis
4. Distorsion des linken Sprunggelenkes 5/2002 mit

 Operativer Revision 13.6.02, Status nach Sudeckdystrophie, 
Chondromalazie Grad IV, Arthrofibrose

Im Einspracheentscheid vom 20. April 2007 gelangte die IV-Stelle in Würdigung 
sämtlicher medizinischen Berichte zum Ergebnis, dass grundsätzlich von einer 
Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen sei, indes für einen vermehrten, von 
Dr.med. E.________ (FMH Arbeitsmedizin und Psychosomatik) attestierten 
Pausenbedarf ein Abzug von 10% vorzunehmen sei, mithin die massgebende 
Arbeitsfähigkeit auf 40% festzulegen sei (vgl. IV-act. 58-12/15 Ziff. 9.4; dieses 
Ergebnis beruhte auf einer Einschätzung der RAD-Ärztin Dr.med. K.________, 
welche somatische Einschränkungen des linken Sprunggelenkes sowie 
psychiatrische Einschränkungen aufgrund mittelgradiger Depressionen sowie 
neuropsychologische Defizite mitberücksichtigte, vgl. IV-act. 57). Dieser 
gesamthaften Arbeitsfähigkeitsbeurteilung pflichtete das Verwaltungsgericht im 
Entscheid vom 30. November 2007 (I 2007 152) bei (vgl. IV-act. 79-16/26). Im 
genannten Entscheid nahm das Gericht beim Einkommensvergleich noch 
gewisse Korrekturen vor, so dass ein IV-Grad von 66% resultierte (IV-act. 79-
24/26). 

2.2 Bei dieser Ausgangslage ist die Frage einer wesentlichen Änderung durch 
einen Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Erlasses des Einsprache-
entscheides vom 20. April 2007 einerseits und im Zeitpunkt des Erlasses der 
angefochtenen Renteneinstellungsverfügung vom 30. Dezember 2019 
andererseits zu beantworten. Dies wird von den Parteien ausdrücklich anerkannt 
(vgl. Beschwerdeschrift, S. 8, Ziff. 21; siehe auch Vernehmlassung der IV-Stelle, 
S. 2, Ziff. 3). 

3.1.1  Die Vorinstanz begründete die revisionsweise Aufhebung der bisherigen 
Dreiviertelsrente in der angefochtenen Verfügung sinngemäss u.a. damit, dass 
sich gemäss MEDAS-Gutachten vom 10. April 2013 aus interdisziplinärer Sicht 
nur noch eine leichte kognitive Störung ergeben habe und gemäss AF.________-
Gutachten vom 16. Oktober 2018 die Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte, 
wechselbelastende oder überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeiten "nicht als 
anhand konsistenter objektiver Störungsbefunde limitiert anzusehen" sei.

3.1.2  Nachdem das erste MEDAS-Gutachten mehr als 7 Jahre zurückliegt, kann 
es nach so langer Zeitdauer für die in der angefochtenen Verfügung vom 30. 

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Dezember 2019 angenommene Verbesserung des Gesundheitszustandes (mit 
verfügter Rentenaufhebung ab Ende Februar 2020) nicht von relevanter 
Bedeutung sein, weshalb hier darauf nicht weiter einzugehen ist, zumal die IV-
Stelle davon abgesehen hat, in den beiden Jahren nach Kenntnisnahme des 
MEDAS-Gutachtens vom 10. April 2013 eine entsprechende Revisionsverfügung 
zu erlassen.

Von ausschlaggebender Bedeutung ist somit grundsätzlich das zusätzliche 
interdisziplinäre Gutachten vom 16. Oktober 2018, welches nachfolgend zu 
prüfen ist.

3.2.1  Am vorliegenden MEDAS-Gutachten vom 16. Oktober 2018 wirkten 
folgende Sachverständige mit (vgl. IV-act. 178-93f./108):

- Dr.med. L.________ (Allgem. Innere Medizin)
- Dr.med. M.________ (Neurologie FMH)
- Dr.med. N.________ (Orthopäd. Chirurgie und Traumatologie des Be-

wegungsapparates FMH/ Manuelle Medizin [SAMM])
- Dr.med. O.________ (Psychiatrie und Psychotherapie FMH/ zertifiz. mediz. 

Gutachter SIM)
- Dr.med. P.________ (Psychiatrie und Psychotherapie FMH/ 

Neuropsychologie)
- Prof. Dr.med. Q.________ (medizinische Leitung)

3.2.2  Diese vorstehend aufgeführten Gutachter stellten folgende Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 178-90/108):

- OSG-Arthrose links bei Status nach mehreren Operationen

- Gonarthrose bei Status nach Teilmeniskektomie links

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnten die Gutachter 
(IV-act. 178-90/108 unten): 

- Schädelhirntrauma mit extraaxialer Blutung am 11.09.1996 ohne sichere 
verbliebene neurologische Folgeschäden

- Präadipositas

- Rezidivierend depressive Störung, weitgehend remittiert, ICD-10: F33.1

- Agoraphobie, ICD-10: F40.00

3.2.3  Aus den orthopädischen Diagnosen leiteten die Gutachter eine reduzierte 
Belastbarkeit hinsichtlich Tätigkeiten mit ständigem Gehen und Stehen ab (vgl. 
IV-act. 178-88/108 Ziff. 1 und 2). Insgesamt beurteilten die Gutachter die Ver-
sicherte für körperlich leichte, wechselbelastende oder überwiegend sitzend aus-
geübte Tätigkeiten als 100% arbeitsfähig (IV-act. 178-93/108). 

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3.3.1  Hinsichtlich der psychiatrischen Einschränkungen und der neuropsycholo-
gischen Defizite, welche für die damalige Rentenzusprechung im Vordergrund 
standen, wurde im MEDAS-Gutachten vom 16. Oktober 2018 im Rahmen der 
zusammenfassenden Konsensbeurteilung u.a. was folgt ausgeführt (vgl. IV-
act. 178-81/108):

Der aktenkundigen vorangehenden Einschätzung einer psychiatrisch oder neuro-
psychologisch begründeten, invalidisierenden Gesundheitsstörung können sich die 
Gutachter nicht anschliessen, da der jetzige psychiatrische Befund keine erheb-
liche Depressivität (mehr) ausweist und die neuropsychologische Testung und wei-
tere Untersuchung keine von einem Testartefakt (mangelhafte Mitarbeit) abgrenz-
bare Störung ausweist, zudem bei näherer Prüfung des bislang als gesundheits-
störungsbegründend angenommenen Unfallereignisses auch keine Hirnsubstanz-
schädigung zu belegen ist (siehe jetziger MRI des Kopfes). Auch ist aktenkundig 
bereits auf eine "Selbstlimitierung" im Rahmen einer neuropsychologischen Tes-
tung und die Notwendigkeit einer "Performanzvalidierung" hingewiesen worden. 
Die Gutachter bewerten hier also den neuropsychologischen Status lediglich an-
ders als die Vorbewerter. Hinsichtlich der vorangehend attestierten depressiven 
Erkrankung ist angesichts des jetzigen Befunds eher eine Besserung anzuneh-
men.

Die gutachterlichen Vorbewertungen seit 2003 resultierten letztlich in einer aus 
psychiatrischen Gründen formulierten generellen Minderung der Arbeitsfähigkeit 
(50%) und einer qualitativen Einschränkung aufgrund der orthopädischen Verlet-
zung. In 2009 (Dr. AK.________) wurde nochmals eine dauerhafte traumatische 
Hirnverletzung als zweifelsfrei gegeben angesehen, wobei auch hier keine nähere 
Auseinandersetzung mit dem Erstbericht aus dem Jahr 1996 und den seinerzeiti-
gen Bildbefundberichten des Kopfes sowie der klinischen Verlaufsberichtserstat-
tung (Besserung) zu erkennen ist. (…)

3.3.2  Demgegenüber hatte eine ambulante neuropsychologische Standort-
bestimmung vom 15. Mai 2018 (und mithin kurz vor der MEDAS-Begutachtung) 
am AL.________ (Spital) (Klinik für Neurologie) u.a. was folgt ergeben (vgl. IV-
act. 173-7ff./10):

Formal neuropsychologisch imponiert eine schwergradige allgemeine Verlang-
samung, welche sich in sämtlichen geschwindigkeitssensitiven Aufgaben manifes-
tiert. Darüber hinaus bestehen mittelschwere modalitätsübergreifende, mnestische 
Defizite (verbal > nonverbal). Des Weiteren sind im Bereich der exekutiven Funk-
tionen leichte Minderleistungen in der Ideenproduktion sowie im Arbeitsgedächtnis 
konstatierbar. (…)
Wir vermuten, dass der vorliegende Befund multifaktoriell bedingt ist. So ist ein 
leistungsmindernder Einfluss der traumatischen Hirnverletzung im R. des Auto-
unfalls 1996 sowie der psychiatrischen Auffälligkeiten anzunehmen. (…)

3.3.3  Sodann ist dem Bericht von Dr.med. H.________ (Leitende Ärztin der Pri-
vatklinik AH.________) vom 30. Juli 2019 zu entnehmen, dass die Versicherte 
vom 24. Juni 2019 bis zum 24. Juli 2019 zum zweiten Mal in dieser Klinik hospi-
talisiert war mit folgenden psychiatrischen Diagnosen (IV-act. 207):

10

F33.1 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
Z73 bei anhaltender psychosozialer Belastungssituation

In ihrer Beurteilung führte diese behandelnde Fachärztin aus, dass eine erneute 
stationäre Aufnahme bei Erschöpfungsdepression mittelschwerer Ausprägung 
vorliege sowie eine Überforderung mit der Alltagsbewältigung, erhöhter Reizbar-
keit, zeitweilig auch Suizidalgedanken. Die Versicherte habe sich diesmal gut auf 
die stationäre Behandlung eingelassen. Bei Austritt sei sie psychisch einigermas-
sen gefestigt, jedoch noch rasch entmutigt durch allfällige Konflikte im familiären 
Umfeld. Insgesamt sei sie vermindert belastbar bei erhöhtem Rückzugsbedürfnis 
und Reizempfindlichkeit. Eine berufliche Belastbarkeit sei aktuell nicht gegeben, 
auch nicht für eine geringfügige selbständige Tätigkeit (IV-act. 207-1/7).

Analog berichtete auch die Psychotherapeutin lic.phil. R.________ in einem Be-
richt vom 12. Dezember 2019 an den Krankenversicherer, dass die Versicherte 
in den letzten Jahren psychisch nicht stabil gewesen und häufig nicht in der Lage 
gewesen sei, sich emotional mit ihrem Sohn AA.________ zu befassen, was 
beim Sohn zu einer Störung des Sozialverhaltens geführt habe (F91.0, vgl. Bf-
act. 5).

3.3.4  Mit der Replik hat die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin ein 
Schreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen vom 13. Dezember 2019 
an die AF.________-Gutachterstelle eingereicht, wonach Dr. Q.________ und 
Dr. P.________ die erforderlichen fachlichen Anforderungen für die Erstellung 
von neuropsychologischen Gutachten nicht erfüllen und für solche Begutachtun-
gen nicht mehr in Frage kommen. Auch wenn das Bundesamt im genannten 
Schreiben den Ausschluss dieser Gutachter für neuropsychologische Abklärun-
gen auf hängige und künftige Gutachtensaufträge beschränkt hat, ist nicht einzu-
sehen, weshalb diese fehlende fachliche Eignung im vorliegend zu beurteilenden 
Gutachten auszuklammern sei. Wenn die fachliche Eignung aktuell fehlt, fehlte 
sie offenkundig auch schon bei der Abfassung des Gutachtens vom 18. Oktober 
2018. Bei dieser Sachlage kann aus dem genannten Gutachten mangels einer 
verwertbaren psychiatrisch-neuropsychologischen Abklärung grundsätzlich keine 
Verbesserung hinsichtlich der ursprünglich für die Rentenzusprechung gesamt-
haft berücksichtigten psychiatrisch-neuropsychologischen Einschränkungen/ De-
fizite hergeleitet werden.

3.4  Für dieses Ergebnis sprechen sodann auch die nachfolgend dargelegten 
Aspekte:

3.4.1  Es fällt auf, dass bei der psychiatrisch-neuropsychologischen Abklärung 
im Rahmen des MEDAS-Gutachtens vom 18. Oktober 2018 (mit neuropsycholo-

11

gischen Untersuchungen vom 16.7.2018 und vom 22.8.2018, vgl. IV-act. 178-
3/108 unten) die im gleichen Zeitraum vorgenommene Verbeiständung der Ver-
sicherten auch nicht ansatzweise thematisiert wurde. Aktenkundig ist, dass die 
zuständige Erwachsenenschutzbehörde mit Beschluss vom 8. August 2018 die 
Versicherte verbeiständet und die Beiständin u.a. beauftragt hatte, die Versicher-
te beim Erledigen der administrativen und finanziellen Angelegenheiten zu ver-
treten, insbesondere auch ihr gesamtes Einkommen und Vermögen sorgfältig zu 
verwalten. Es ist gerichtsnotorisch, dass ein solcher KESB-Beschluss eine vor-
gängige Abklärungsphase von einer nicht unerheblichen Zeitdauer beinhaltet. 
Eine lege artis vorgenommene psychiatrisch-neuropsychologische Abklärung 
hätte offenkundig auch beinhaltet, eine damals geprüfte und angeordnete Ver-
beiständung einzubeziehen. Zwar erwähnt der psychiatrische Gutachter die Bei-
standschaft (vgl. IV-act. 178-60/1708), eine substantiierte Auseinandersetzung 
damit fehlt indessen. Anzufügen ist, dass gemäss den Ausführungen in der 
Beschwerde (S. 29f.) zwischenzeitlich die Beschwerdeführerin mit ihrem neuen 
Lebenspartner, einem Finanzfachmann, zusammengezogen ist und die zustän-
dige Behörde am neuen Wohnort offenbar anstelle der Wahl einer neuen Bei-
standsperson der faktischen Unterstützung durch den (neuen) Lebenspartner der 
Beschwerdeführerin zustimmte.

3.4.2  Des Weiteren fällt bei der Durchsicht des neuropsychologischen Teilgut-
achtens besonders auf, dass bei der Testreihe zur Prüfung der Verarbeitungs-
geschwindigkeit die Auswertung des Subtests "Symbolsuche" wie folgt zusam-
mengefasst wurde (IV-act. 178-76/108 oben).

Auswertung und Interpretation:
AM.________ erreichte in diesem Subtest einen Rohwert von 10 Punkten. Dieses 
Ergebnis entspricht einem Prozentrang von 1. Es handelt sich hierbei um ein 
formal unterdurchschnittliches Ergebnis.

Daraus ergibt sich offenkundig eine unsorgfältige Arbeitsweise des neuropsycho-
logischen Gutachters, und zwar ungeachtet dessen, ob er bei der Auswertung 
lediglich (irrtümlich) einen falschen Namen im Teilgutachten erwähnte (wofür 
gewisse nachgereichte Kopien der Testunterlagen sprechen könnten, siehe IV-
act. 201), oder ob tatsächlich ein falsches Testergebnis (einer anderen Proban-
din) berücksichtigt wurde.

3.4.3  Wie in der Beschwerde (S. 21) überzeugend ausgeführt wurde, ergeben 
sich Zweifel an der Qualität des psychiatrischen Gutachtens aus der Tatsache, 
dass der psychiatrische Gutachter unter der Sozialanamnese ausführte, die 
Kindheit der Versicherten sei normal gewesen, Probleme mit häuslicher Gewalt 
oder Missbrauch habe es nicht gegeben (vgl. IV-act. 178-62/108 unten). Demge-

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genüber führte die begutachtende Psychiaterin im Rahmen des interdisziplinären 
Gutachtens vom 5. April 2005 (basierend auf den Untersuchungsbefunden vom 
7.12.2004) u.a. aus, dass die Versicherte im Alter von rund 11 oder 12 Jahren 
unter der Alkoholabhängigkeit ihres Vaters und darunter litt, "wenn der Vater die 
Mutter schlug, diese mit seiner Freundin hinterging oder im betrunkenen Zustand 
auf den Boden statt in die Toilette urinierte" (vgl. IV-act. 51-16/39; siehe auch im 
MEDAS-Gutachten vom 10.4.2013, IV-act. 121-23/72 oben).

3.4.4  Aber auch die grundsätzlich glaubhaften Ausführungen der Tochter der 
Versicherten vom 15. Januar 2019 und ihrer Mutter vom 27. Januar 2019 doku-
mentieren, dass von einer Verbesserung des psychischen Zustandes der Ver-
sicherten bzw. einer im Vergleich zur Rentenzusprechung deutlich gesteigerten 
Belastbarkeit nicht gesprochen werden kann (vgl. IV-act. 186-1f./2).

3.4.5  Sodann kann auch aus den von der Vorinstanz durchgeführten Internet-
Recherchen (namentlich via facebook) und den Aktivitäten der Versicherten im 
Zusammenhang mit "AN.________" im Vergleich zur ursprünglichen Rentenzu-
sprechung keine relevante Verbesserung abgeleitet werden. Wie in der Replik 
(S. 13ff.) nachvollziehbar ausgeführt wurde, gibt es lediglich 3 Seiten Posts, wel-
che von der Facebook-Seite der Beschwerdeführerin stammen, derweil die wei-
teren Einträge bzw. Bilder vom Facebook-Profil eines AO.________ stammen, 
welcher hauptberuflich für "AN.________" tätig ist. Vorab ist vor Augen zu halten, 
dass der Versicherten bei der Rentenzusprechung eine verbliebene Arbeits- bzw. 
Leistungsfähigkeit von 40% angerechnet wurde. Eine solche Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit ist mit den von der Vorinstanz recherchierten, wenig umfang-
reichen Tätigkeiten im Zusammenhang mit "AN.________" ohne weiteres verein-
bar. Abgesehen davon legte die Beschwerdeführerin im Einzelnen dar, dass die 
betreffenden Einträge teilweise andere Personen betreffen und die Teilnahme 
der Versicherten an einigen Veranstaltungen dieses AO.________ im Verlaufe 
mehrerer Jahre keine markant höhere Arbeitsfähigkeit zu begründen vermag. 
Dies gilt erst recht, wenn man das Businesskonzept "AN.________" berücksich-
tigt, wonach eine interessierte Person als Vertriebspartner (nachfolgend A) ein-
steigt, eine jährliche Franchise-Lizenz von Fr. 150.-- bezahlt und in der Folge 
versucht, einerseits das Produkt zu verkaufen (namentlich an Familienangehöri-
ge und Freunde/ Bekannte), sowie andererseits neue Vertriebspartner (B) anzu-
werben. Dabei erzielt A Boni auf dem Umsatz seiner eigenen Bestellungen, dem 
Umsatz seiner Kunden und den Umsätzen seines Teams (= angeworbene Ver-
triebspartner bzw. B). Mit anderen Worten beinhaltet das Businesskonzept ein 
sogenanntes Pyramidensystem, bei welchem nach Anwerbung einer bestimmten 
Anzahl Kunden und Vertriebspartner (B) die in der Pyramide höher platzierte 

13

Person an den Umsätzen der unter ihr platzierten Personen partizipiert (ohne 
dass persönlich erneut viel Arbeit und Zeit eingesetzt werden muss). Diese in der 
Replik substantiiert relativierten Aktivitäten der Versicherten für den Vertrieb 
"AN.________", welche den Rahmen einer 40%igen Erwerbstätigkeit bei weitem 
nicht zu erreichen vermögen (zumal ein Grossteil der erzielten Boni glaubhaft 
Bestellungen aus dem Umfeld der Versicherten betreffen, vgl. Replik, S. 17), 
wurden von der Vorinstanz nach der Kenntnisnahme der Replik nicht in Frage 
gestellt. Vielmehr anerkannte die Vorinstanz bereits in der Vernehmlassung 
(Ziff. 35), dass es sich dabei um bescheidene Einkünfte handelt.

4. Zusammenfassend vermögen die von der Vorinstanz getätigten Abklärun-
gen und namentlich das MEDAS-Gutachten vom 16. Oktober 2018 im Vergleich 
zur ursprünglichen Rentenzusprechung keine relevante Verbesserung des Ge-
sundheitszustandes zu begründen. In Anbetracht der ausgesprochen langen 
Zeitdauer der Rentenrevision, welche von der Vorinstanz am 8. April 2011 von 
Amtes wegen eröffnet wurde, fällt es derzeit ausser Betracht, die Sache zur Vor-
nahme einer erneuten interdisziplinären Begutachtung an die Vorinstanz zurück-
zuweisen. Die vorliegende Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die ange-
fochtene Verfügung vom 30. Dezember 2019 ersatzlos aufgehoben wird. Damit 
hat die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.

5. Diesem Ergebnis entsprechend werden die Verfahrenskosten der IV-Stelle 
auferlegt. 

Zudem wird der beanwalteten Beschwerdeführerin zu Lasten der Vorinstanz eine 
Parteientschädigung zugesprochen, welche in Beachtung des kantonalen Ge-
bührentarifs für Rechtsanwälte (GebTRA; SRSZ 280.411), der für das Honorar im 
Verfahren vor Verwaltungsgericht in § 14 einen Rahmen von Fr. 300.-- bis 
Fr. 8'400.-- vorsieht, sowie unter Beachtung der in § 2 des Gebührentarifs ent-
haltenen Kriterien (Wichtigkeit der Streitsache, ihre Schwierigkeit, Umfang und 
Art der Arbeitsleistung sowie notwendiger Zeitaufwand) und in Ausübung des 
pflichtgemässen Ermessens auf Fr. 3'000.-- (inkl. MwSt und Auslagen) festgelegt 
wird.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. Die ange-
fochtene Verfügung vom 30. Dezember 2019 wird ersatzlos aufgehoben. 
Damit hat die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine Dreiviertels-
rente (IV-Grad 66%).

2. Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) 
werden auf Fr. 500.-- festgelegt und der Vorinstanz auferlegt. Dies wird 
zahlungsverkehrsmässig so umgesetzt, dass das Gericht den von der Be-
schwerdeführerin bezahlten Kostenvorschuss einbehält und die Vorinstanz 
der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin noch Fr. 500.-- zu bezahlen 
hat.

3. Für das vorliegende Obsiegen wird der beanwalteten Beschwerdeführerin 
zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- zuge-
sprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

5. Zustellung an:
- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (2/R)
- die Vorinstanz (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen (3003 Bern/ A).

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Vizepräsident:

Die Gerichtsschreiberin:

*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 
Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 19. August 2020