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**Case Identifier:** 245766f4-94df-5000-b3ce-9b812f4dcc2f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.06.2023 200 2022 534
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-534_2023-06-15.pdf

## Full Text

200 22 534 IV
LOU/SAW/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. Juni 2023

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Baumann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. August 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juni 2023, IV/22/534, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1983 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
gelernter …, nach Ausbildungsende über mehrere Jahre unter anderem 
selbständigerwerbend in den Bereichen … und … sowie … und zuletzt 
arbeitslos (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Ant-
wortbeilage [AB]  27 S. 2), meldete sich nach verschiedenen stationären 
psychiatrischen Klinikaufenthalten (AB 14 S. 8, 15, 20, 26) im Oktober 2019 
unter Hinweis auf seit der Kindheit bestehende psychische Leiden bei der 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (AB 1). In der Folge 
tätigte die IVB medizinische sowie erwerbliche Abklärungen, gewährte Ar-
beitsvermittlung (AB 42) und erteilte Kostengutsprache für ein Aufbautrai-
ning vom 18. Januar bis 18. April 2021 im Zentrum C.________ in … (AB 
68). Nachdem letzteres frühzeitig per 29. März 2021 abgebrochen wurde 
(AB 78, 82 S. 7 Ziff. 6.1), erfolgte am 6. April 2021 (AB 80) der Abschluss 
der beruflichen Eingliederung. Im weiteren Verlauf gab die IVB u.a. ein bi-
disziplinäres orthopädisch-psychiatrisches Gutachten beim D.________ 
(MEDAS) in Auftrag, welches damit Prof. Dr. med. E.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie den für die Begutachtungsstelle 
F.________ tätige Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische Chir-
urgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, beauftragte (vgl. Ge-
samtbeurteilung vom 24. März 2022, AB 115.1; inklusive orthopädisches 
und psychiatrisches Teilgutachten, AB 115.2, 109.1). Mit Vorbescheid vom 
4. April 2022 (AB 116) stellte die IVB mangels relevanter gesundheitlicher 
Einschränkung die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Dage-
gen erhob der Versicherte am 29. April 2022 (AB 124) unter Hinweis auf 
eine Beurteilung des behandelnden Psychiaters (AB 124 S. 2) Einwand. 
Nach Einholung einer Stellungnahme des psychiatrischen Gutachters (AB 
130) verfügte die IVB am 11. August 2022 (AB 131) dem Vorbescheid ent-
sprechend.

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B.

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 13. September 2022 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der 
angefochtenen Verfügung sei ein Gerichtsgutachten der Disziplinen Or-
thopädie und Psychiatrie in Auftrag zu geben und gestützt darauf seien 
Leistungen der IV, namentlich eine ganze Invalidenrente, zuzusprechen. 
Gleichzeitig stellte er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege unter 
Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Rechtsanwalt.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 16. Novem-
ber 2022 unter Hinweis auf eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD) vom 14. November 2022 (in den Gerichtsakten) auf Abwei-
sung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 17. November 2022 gab der Instrukti-
onsrichter dem Beschwerdeführer Gelegenheit zur Replik und hiess das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut. 

Der Beschwerdeführer verzichtete in der Folge auf eine Replik (vgl. pro-
zessleitende Verfügung vom 21. Dezember 2022).

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-

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gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 11. August 2022 (AB 
131). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
IV-Leistungen, wobei namentlich die Zusprechung einer ganzen Rente be-
antragt wird.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). Vorbehältlich besonderer übergangsrecht-
licher Regelungen sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert die angefoch-
tene Verfügung vom 11. August 2022 (AB 131), womit sie nach dem In-
krafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indessen liegt der 
frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenan-
spruchs mit Blick auf die Anmeldung zum Leistungsbezug im Oktober 2019 
(AB 1) vor dem 1. Januar 2022, weshalb die Bestimmungen des IVG und 

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diejenigen der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversi-
cherung (IVV, SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung 
(fortan: aArt.) massgebend sind (vgl. auch Rz. 9100 f. des Kreisschreibens 
des Bundesamts für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente 
in der Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungswei-
sungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 
E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht 
gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-
scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-
gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 
E. 4.4 S. 110).

2.4 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). 

2.4.1 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 

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281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

2.4.2 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
klar zwischen dem Gesundheitsschaden, an dem die versicherte Person 
leidet, und der durch ihn verursachten Erwerbsunfähigkeit unterscheidet. 
Infolgedessen können psychische Störungen, welche durch soziale Um-
stände verursacht werden und bei Wegfall der Belastung wieder ver-
schwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann einer fachge-
recht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisierende Charakter 
nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psychosoziale Belas-
tungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psychosoziale und 
soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und das 
Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich 
festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein (BGE 
127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Nur wenn und 
soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren einen derart verselbst-
ständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder seine – unabhängig 
von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlim-
mern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken (BGE 
139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem 
Sinn werden Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psychisch 
manifestierenden Störungen und der sozialen Umwelt berücksichtigt, wenn 
auch bedeutend weniger stark als nach dem in der Medizin verbreiteten 
bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

2.5 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

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wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2021 gültig ge-
wesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die 
versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 
wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von min-
destens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten – soweit entscheid-
wesentlich – das Folgende entnehmen:

3.1.1 Der behandelnde Psychiater, Dr. med. H.________, Praktischer 
Arzt sowie Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gab im Verlaufsbe-
richt vom 11. Mai 2021 (AB 84 S. 2) an, es sei weiterhin von führenden 
persönlichkeitsimmanenten Beeinträchtigungen im Sinne einer kombinier-
ten Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.9) in Kombination mit einer ADHS-
Symptomatik (ICD-10 F90.0, DD überdurchschnittliche Intelligenz) auszu-
gehen. Es bestünden interaktionelle Auffälligkeiten und funktionelle Beein-
trächtigungen (S. 2 Ziff. 2). Der Patient ziehe sich weiterhin massiv zurück, 
erlebe bereits geringe Anforderungen an sich als Überforderung und sich 

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selber als depressiv, antriebs- und ideenlos, beschreibe ein Gefühl der Ge-
fühllosigkeit und eine Anhedonie. Die Erarbeitung eines weiteren (berufli-
chen) Vorgehens sei auf dem Boden des selbsterlebten Gesundheitszu-
standes nicht umsetzbar. Der Patient erlebe sich als nicht arbeitsfähig resp. 
mit der Erhaltung einer gewissen Tagesstruktur bereits vollumfänglich aus-
gelastet (S. 2 Ziff. 1). Es sei insgesamt von einem komplexen Zustandsbild 
auszugehen, das unterdessen in sich verfestigt anmute. Der Patient verfü-
ge über einen deutlich eingeschränkten/alexithymen Zugang zu eigenem 
emotional Erlebtem. Zurückliegend sei es wiederholt zu raptusartigen Ge-
fühlsausbrüchen mit auch suizidalen Handlungen, die als Ausdruck von 
Verzweiflung zu werten seien, gekommen (S. 3 Ziff. 3). Aufgrund der funk-
tionellen Beeinträchtigungen sei eine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeits-
markt nicht zumutbar (S. 4 Ziff. 9).

3.1.2 In der bidisziplinären Gesamtbeurteilung vom 24. März 2022 (AB 
115.1) wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
gestellt (S. 7 Ziff. 4.2.1). Aus integrativer Sicht wurde festgehalten, es be-
stehe weder eine Einschränkung in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit noch 
in einer allfällig adaptierten Tätigkeit (S. 11 Ziff. 4.9). 

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter die fol-
genden Diagnosen (S. 7 Ziff. 4.2.2):

- ICD-10 M23.3: Status nach am 6. Juli 2018 erfolgter Arthroskopie des 
linken Kniegelenks mit lateraler Teilmeniskektomie und arthroskopisch 
assistierter VKB-Plastik mittels vierfach gebündelter Semitendinosus-
sehne; ggw. ohne Funktionseinschränkung

- ICD-10 M54.97: Belastungsabhängig verstärkte lumbospondylogene 
Schmerzsymptomatik bei Haltungsinsuffizienz und muskulärer Dysba-
lance; ggw. ohne Funktionseinschränkung

- ICD-10 F68.0: Entwicklung körperlicher Symptome aus psychischen 
Gründen

Im orthopädisch-traumatologischen Teilgutachten vom 5. August 2021 (AB 
115.2) legte Dr. med. G.________ dar, im Rahmen der klinischen Untersu-
chung habe sich beim sportlich durchtrainierten ausgesprochen muskulö-
sen Kraft- und Kampfsportler auf orthopädisch-chirurgischem Fachgebiet in 
den einzelnen durchgeführten Testverfahren eine durchgehende Konsis-
tenz der Untersuchungsbefunde ohne Bewegungseinschränkung der ein-

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zelnen Gelenke sowie der Wirbelsäule bei allseits stabiler ligamentärer 
Gelenkführung gezeigt (S. 49). Nach eingehendem Studium der Aktenlage, 
der Bildgebung sowie anhand der klinischen Untersuchung hätten beim 
Probanden seit Antragsstellung und anhaltend zu keinem Zeitpunkt gesi-
cherte orthopädisch-chirurgische Störungsbilder mit handicapierenden 
Auswirkungen vorgelegen, welche die mittel- und langfristige Arbeitsfähig-
keit in der gegenwärtig ausgeübten Tätigkeit sowie einer allfällig adaptier-
ten Tätigkeit um mehr als 20% einschränkten (S. 52 Ziff. 8).

Im psychiatrischen Teilgutachten vom 12. Februar 2022 (AB 109.1) führte 
Prof. Dr. med. E.________ aus, aufgrund der Gesamtschau der Begutach-
tungsergebnisse, insbesondere unter Berücksichtigung der Ergebnisse der 
Authentizitätsprüfung, sei von einer deutlich geringeren Beeinträchtigung 
auszugehen, als dies aufgrund der eigenen Beschwerdeschilderungen des 
Exploranden anzunehmen wäre. Es seien eine depressive Störung sowie 
eine somatoforme Schmerzstörung in Betracht zu ziehen gewesen. Die 
Hauptsymptome einer in Frage kommenden depressiven Störung – de-
pressive Stimmung, Interessen- oder Freudeverlust und verminderter An-
trieb oder gesteigerte Ermüdbarkeit – hätten sich in der Begutachtung nicht 
feststellen lassen (S. 38 Ziff. 6.3). Der Proband habe sich während der Be-
gutachtung schwingungsfähig gezeigt. Er gehe verschiedenen Aktivitäten 
nach, zu denen Patienten mit behandlungsbedürftigen depressiven Störun-
gen mangels Antrieb und wegen des Interessensverlustes in der Regel 
nicht in der Lage seien. Er gebe an, Sport zu treiben und zu malen, habe 
Urlaub gemacht und pflege seinen Facebook-Account. Diese Aktivitäten 
seien ungewöhnlich für depressiv erkrankte Patienten, da meist nicht nur 
Antrieb und Interesse, sondern auch das Konzentrationsvermögen fehle. 
Auch in der aktuellen Untersuchung hätten sich keine Anhaltspunkte für ein 
vermindertes kognitives Leistungsvermögen oder für ein Nachlassen der 
Aufmerksamkeit gezeigt. Der Explorand sei in modischer Kleidung erschie-
nen und sei gepflegt gewesen. So ein Erscheinungsbild schliesse zwar 
eine Depression nicht aus, aber bei einem grossen Teil der Personen, die 
an einer gravierend beeinträchtigenden Depression leiden würden, lasse 
sich feststellen, dass diese keinen besonderen Wert auf ihr Erscheinungs-
bild mehr legten. Insgesamt sei die vorbeschriebene depressive Erkran-
kung als remittiert zu beurteilen. Für eine somatoforme Schmerz-

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störung/Somatisierungsstörung werde in der Rechtsprechung und in den 
Qualitätsleitlinien gefordert, dass zuvor eine Symptomausweitung bzw. 
Aggravation ausgeschlossen werden könne. Dies sei hier jedoch nicht der 
Fall. Es lägen deutliche Hinweise auf ein aggravierendes Verhalten vor (S. 
39). Beim Explorand habe zwischen den subjektiven, häufig massiven Be-
schwerdeschilderungen und dem Verhalten in der Untersuchungssituation 
eine auffällige Diskrepanz bestanden. Ferner habe die subjektiv geschilder-
te Intensität der Beschwerden in einem Missverhältnis zur Vagheit der 
Schilderung der einzelnen Symptome und zu den Angaben zur Lokalisation 
gestanden. Auch habe das Ausmass der geschilderten Beschwerden nicht 
in Übereinstimmung mit einer leidensgerechten Inanspruchnahme thera-
peutischer Hilfe gestanden. Bei der Begutachtung hätten sich verschiedene 
Auffälligkeiten gezeigt, die – insbesondere in ihrer Gesamtschau – zum 
Urteil führten, dass der Proband aggraviere (S. 45 f.). Das Folgende beste-
he beim Exploranden:

• Inkonsistenz innerhalb der Beschwerdeschilderung.
• Inkonsistenz zwischen Selbstschilderungen und fremdanamnesti-

schen Informationen, einschliesslich der Aktenlage.
• Inkonsistenz zwischen dem Ausmass der geschilderten Beschwerden 

und der Intensität der bisherigen Inanspruchnahme therapeutischer 
Hilfe.

• Inkonsistenz zwischen subjektiver Beschwerdeschilderung und objek-
tiven Untersuchungsbefunden.

• Inkonsistenz zwischen der Art der beklagten Beschwerden und ihres 
Verlaufs einerseits und dem typischen Bild und Verlauf des betreffen-
den Krankheitsbilds andererseits.

• Inkonsistenz zwischen behauptetem Leidensausmass und für den 
Gutachter fehlender Erkennbarkeit von Leidensdruck bei appellativer, 
demonstrativer, übertriebener, dramatischer oder theatralischer Wir-
kung des Vorbringens der Klagen.

• Das Vorbringen der Klagen lasse beim Gutachter kein Gefühl des Be-
troffenseins entstehen, sondern ein Gefühl des Unechten, des Fal-
schen, der Nichteinfühlbarkeit und Nichtverstehbarkeit. 

Zudem stehe der Bezug von Rentenleistungen im Vordergrund (S. 40). 
Weiter habe sich auch gezeigt, dass beim Exploranden IV-fremde Faktoren 
im Vordergrund stünden und keine Behandlungsoptionen vorlägen, welche 
die ohnehin uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu verbessern vermöchten 
(S. 43). Ferner verfüge der Proband über Ressourcen. Er sei nicht durch 
eine namhafte psychische Beeinträchtigung/Störung in seinen Alltagsfähig-
keiten und in der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Dafür spreche, dass der 

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Explorand einen Tagesablauf mit sozialen Kontakten inner- und ausserhalb 
der Familie und ein gutes Hilfssystem angebe. Er betreibe Sport, betreue 
einen Hund, male, mache Urlaub und pflege seinen Facebook-Account. 
Seine sozialen Aktivitäten seien insgesamt von guter Qualität. Dement-
sprechend sei er im Rahmen seiner Möglichkeiten ausreichend gut zur 
Wissensanwendung und zur Planung sowie Strukturierung von Aufgaben in 
der Lage. Er sei zu dyadischen Beziehungen befähigt, zur Anpassung an 
Routinen und Regeln in der Lage und nicht durch eine psychische Erkran-
kung in seiner Durchhaltefähigkeit oder Fähigkeit zur Proaktivität und Spon-
tanaktivität eingeschränkt. Die Mobilität und Verkehrsfähigkeit sei ebenfalls 
nicht eingeschränkt. Dem Referenten präsentiere sich ein psychisch nicht 
beeinträchtigter Mann (S. 46 f. Ziff. 7.4). Es bestehe sowohl in der bisheri-
gen Tätigkeit als auch in jeder dem Alter und dem Habitus entsprechenden 
Verweistätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit von 100% bezogen 
auf ein 100% Pensum (S. 47 f. Ziff. 8.1 f.).

3.1.3 Mit Bericht vom 27. April 2022 (AB 124 S. 2) hielt Dr. med. 
H.________ in Bezug auf das psychiatrische Teilgutachten fest, die in sei-
nem Bericht vom 11. Mai 2021 aufgeführten Umstände und Angaben seien 
nicht ausreichend gewürdigt worden; vorschnell und vordergründig habe 
der psychiatrische Gutachter auf die eigene Untersuchung abgestellt. Die 
Inkonsistenzen erschlössen sich ihm in Kenntnis der Gesamtproblematik 
sowie der Anamnese nicht und die Diskrepanz zur Aktenlage erscheine 
keineswegs schlüssig. Der Patient habe zu keinem Zeitpunkt medizinische 
Hilfe verweigert, sei mehrfach stationär und seit Jahren ambulant psychia-
trisch behandelt worden und nehme seit mehreren Jahren Psychopharma-
ka ein. Soweit der psychiatrische Gutachter als Diagnose die Entwicklung 
körperlicher Symptome aus psychischen Gründen (Rentenneurose) nenne, 
stütze er sich vollumfänglich auf seine eigene Untersuchung, ohne einen 
Bezug zur Aktenlage herzustellen. Eine differentialdiagnostische Beurtei-
lung der Aktenlage und der Vordiagnosen unterlasse er. Die nicht gerecht-
fertigte Vereinfachung der Leidensgeschichte des Patienten werde der Ge-
samtheit der Beschwerden keineswegs gerecht. Das psychiatrische Gut-
achten spiegle den Patienten nicht wider. Es sei eine einseitig argumentier-
te Beurteilung einer bewusstseinsnahen Aggravation ohne Berücksichti-

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gung des Gesamtkontextes oder einer biographischen Einordung erfolgt (S. 
4).

3.1.4 Am 6. August 2022 (AB 130) nahm der psychiatrische Gutachter 
Prof. Dr. med. E.________ Stellung zum Bericht von Dr. med. H.________ 
vom 27. April 2022 und führte aus, durch diesen ändere sich nichts an sei-
ner psychiatrischen Beurteilung (S. 1). Ergänzend führte er aus, Dr. med. 
H.________ habe vorwiegend beziehungsgetriebene sowie sozial belas-
tende Faktoren beschrieben. Damit habe er den negativen Einfluss nicht 
krankheitsbedingter (sozialer) Faktoren nicht kritisch abgegrenzt, obwohl 
deutliche Anhaltspunkte dafür beständen, dass das psychische Beschwer-
debild von Anfang an erheblich durch psychosoziale Belastungsfaktoren 
mitbestimmt worden sei und werde. Ferner stelle eine appellative Suizida-
lität kein ausreichendes Kriterium einer schweren depressiven Episode dar. 
Insbesondere bei Cluster B-Persön-lichkeiten liessen sich appellative Sui-
zidäusserungen oder -handlungen auch ohne begleitendes depressives 
Syndrom beobachten (S. 2). Im Längsschnitt gebe es keine Hinweise für 
eine verfestigte, längerdauernde und höhergradige Arbeitsunfähigkeit im 
Sinne einer invalidisierenden Erkrankung, welche über längere Dauer gesi-
chert zugeordnet werden könne (S. 7).

3.1.5 Der RAD-Arzt Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, legte mit im Beschwerdeverfahren von der Beschwerde-
gegnerin eingereichtem Bericht vom 14. November 2022 (in den Gerichts-
akten) dar, dass auf das psychiatrische Gutachten vom 12. Februar 2022 
und die psychiatrisch-gutachterliche Stellungnahme vom 6. August 2022 
abgestellt werden könne. Insbesondere führte er aus, beim Versicherten 
scheine eine Cluster B-Persönlichkeit mit geringer Sozialkompetenz sowie 
mit mangelnder Fähigkeit zur Impuls- und Emotionsregulation vorzuliegen. 
Es hätten sich bei ihm eine „überspielende“ Kontaktaufnahme, die andau-
ernde Annahme überwiegend negativer Gedanken anderer über ihn, rap-
tusartige Impulsdurchbrüche, selbstschädigende Handlungen (Amphet-
amin-, Steroid- und Medikamenten-Abusus; Schneiden/Ritzen; Suizidver-
such), ein erschwerter therapeutischer Zugang mit ungenügender Behand-
lungseinsicht, appellative suizidale Äusserungen und angewandte Kom-
pensationsstrategien (exzessives Krafttraining, Vollkontakt-Kampfsport) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juni 2023, IV/22/534, Seite 13

gezeigt. Dieser Persönlichkeitsausprägung zugrundeliegend sei meist ein 
reduzierter Selbstwert bei instabilem Selbstbild, das stetiger äusserer Zu-
fuhr durch Bestätigung und Anerkennung bedürfe, wobei dieses Bedürfnis 
bei einer strukturell nur wenig stabilen (mässig gut integrierten) Persönlich-
keit mit narzisstischer Prägung aber nicht zugestanden werden könne. 
Schlussendlich gelinge die psychisch-emotionale Stabilisierung mittels 
(vermeintlich) reiferer (Kraft-Kampfsport) und unreifer Abwehrmechanismen 
(Substanz-Abusus, selbstschädigende Impulsdurchbrüche) zulasten eines 
hohen bis übermässigen Energieaufwandes mehr oder minder gut, wobei 
dieser nach aussen hin als deutliches Defizit der psychischen Belastbarkeit 
mit gewissen nachvollziehbaren funktionellen Einschränkungen imponiere. 
Eine derartige Ausgestaltung der Persönlichkeit könne zwar die kontextü-
bergreifenden interpersonellen Konflikte sowie die unzulänglichen und ma-
ladaptiven Bewältigungsstrategien mit den nachfolgenden negativen psy-
chosozialen Begleitumständen plausibel erscheinen lassen, stelle jedoch 
keine manifeste psychische Störung im engeren Sinne dar und begründe 
aus versicherungsmedizinischer Sicht auch keinen relevanten, invalidisie-
rend-überdauernden Gesundheitsschaden (S. 5). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-

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nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.3

3.3.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 11. August 2022 (AB 131) massgeblich auf das bidisziplinäre 
Gutachten vom 24. März 2022 (bidisziplinäre Gesamtbeurteilung, AB 
115.1; inklusive orthopädisches und psychiatrisches Teilgutachten, AB 
115.2, 109.1) samt ergänzender Stellungnahme von Prof. Dr. med. 
E.________ vom 6. August 2022 (AB 130) gestützt. Dieses erfüllt die von 
der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini-
schen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb 
ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die 
Feststellungen der Gutachter beruhen auf eigenen spezialärztlichen Ab-
klärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden getroffen worden. Insbesondere diskutierten 
sie auch IV-fremde Faktoren und Diskrepanzen zu anderen Arztberichten. 
Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 
sind für die streitigen Belange umfassend und die gezogenen Schlussfolge-
rungen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar und einleuchtend 
begründet. Auf die gutachterlichen Einschätzungen ist somit abzustellen. 
Die Vorbringen in der Beschwerde sowie die Berichte des behandelnden 
Psychiaters vermögen – wie nachfolgend dargelegt wird – an den Schluss-
folgerungen nichts zu ändern.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juni 2023, IV/22/534, Seite 15

3.3.2 Der Beschwerdeführer bringt zunächst vor, die Gutachter hätten 
diverse Male „gemahnt“ werden müssen, bis sie ihre Beurteilung abgege-
ben hätten, weshalb Zweifel an der sorgfältigen Erstellung des Gutachtens 
beständen (vgl. Beschwerde S. 15 f. Ziff. 48 und auch AB 124 S. 3). Aus 
den Akten ergibt sich, dass die bidisziplinäre Untersuchung am 5. August 
2021 erfolgte, während das psychiatrische Teilgutachten am 12. Februar 
2022 und das orthopädische Teilgutachten mit der bidisziplinären Gesamt-
beurteilung am 24. März 2022 unterschrieben wurden (AB 109.1 S. 1, 
115.2 S. 5). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers vermag die-
ser Umstand allein den Beweiswert des orthopädisch-psychiatrischen Gut-
achtens nicht zu schmälern. So ist nicht ersichtlich und wird vom Be-
schwerdeführer denn auch nicht dargelegt, inwiefern dadurch das Gutach-
ten nicht schlüssig und nachvollziehbar sein soll. Anhaltspunkte dafür, dass 
sich zwischen der Untersuchung und der Fertigstellung der Gutachten der 
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers geändert hätte, liegen nicht 
vor. Das bidisziplinäre Gutachten ist in formeller Hinsicht somit nicht zu 
beanstanden. 

3.3.3 Der orthopädische Gutachter Dr. med. G.________ führte gestützt 
auf die Aktenlage, die Bildgebung und seine klinische Untersuchung diffe-
renziert und schlüssig aus, dass beim sportlich durchtrainierten und ausge-
sprochen muskulösen Beschwerdeführer aus orthopädischer Sicht seit An-
tragsstellung keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor-
liegen (AB 115.2 S. 44 Ziff. 6.1, 50, 52 Ziff. 8). Diese Beurteilung ist in sich 
nachvollziehbar und überzeugt und wird vom Beschwerdeführer im Grund-
satz denn auch nicht beanstandet. 

3.3.4 Aus psychiatrischer Sicht legte Prof. Dr. med. E.________ ebenfalls 
ausführlich und plausibel dar, dass keine Diagnosen mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit vorliegen. Dabei diskutierte er – entgegen den Ausführun-
gen in der Beschwerde (S. 14 f. Ziff. 42 und 47) – eingehend die in den 
Akten dargelegten Diagnosen der vorbehandelnden Ärzte und begründete 
mit Hinweis auf die Hauptsymptome einer depressiven Störung (so dia-
gnostiziert in den Austrittsberichten über die stationären psychiatrischen 
Klinikaufenthalte, AB 14 S. 8, 15, 20, 26; 32 S. 3) nachvollziehbar, dass 
eine solche beim Beschwerdeführer, der einen unauffälligen psychopatho-

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logischen Befund zeigte, als remittiert zu beurteilen ist (AB 109.1 S. 38 f. 
Ziff. 6.3). Zudem nahm er detailliert dazu Stellung, weshalb er die differen-
tialdiagnostisch erwähnte somatoforme Schmerzstörung/Somatisierungs-
störung nicht bestätige. So erläuterte Prof. Dr. med. E.________ im Rah-
men der Prüfung, ob Aspekte einer Symptomausweitung bzw. einer Aggra-
vation vorliegen, differenziert, dass sich zwar hinsichtlich der psychiatri-
schen Anamnese keine Diskrepanzen ergaben (AB 109.1 S. 31 ff. und S. 
37), jedoch bei der Befragung und Beurteilung der Konsistenz sowie Plau-
sibilität erhebliche Inkonsistenzen und Auffälligkeiten bestanden hätten 
(vgl. AB 109.1 S. 43 ff. Ziff. 7.3). Insbesondere zeigten sich deutliche Dis-
krepanzen zwischen den Beschwerdeschilderungen des Beschwerdefüh-
rers (er könne mit Stressbewältigung sehr eingeschränkt umgehen, leide 
an „Panikattacken“, müsse oft weinen, ziehe sich sozial zurück, habe mit 
Personen Probleme, habe ein erheblich reduziertes Konzentrationsvermö-
gen, sei bei geistigen Anstrengungen schnell ermüdet und emotional insta-
bil; AB 109.1 S. 31 Ziff. 3.1) im Vergleich zum gezeigten Verhalten anläss-
lich der Untersuchung und zum alltäglichen Funktionsniveau mit den ver-
schiedenen Aktivitäten und den ausgeübten Hobbies (er betreibe gerne 
Kraft- und Kampfsport – gemäss dem orthopädischen Gutachten ein- bis 
dreimal pro Woche Kraftsport sowie ein- bis zweimal die Woche Ausdauer 
auf dem Velo und regelmässiges Kampfsporttraining, AB 115.2 S. 19 Ziff. 
3.2.3.1 – male gerne und sei kreativ, betreue oft den Hund des Onkels, 
nutze Medien wie Facebook und Whatsapp, sei mit den Kindern im … in 
den Ferien gewesen, wobei er selber mit dem Personenwagen nach … 
gefahren und mit der Fähre weitergereist sei, AB 109.1 S. 35 Ziff. 6). Ge-
stützt auf die Gesamtschau aller Auffälligkeiten kam Prof. Dr. med. 
E.________ stringent zum Schluss, dass der Beschwerdeführer aggraviert 
(AB 109.1 S. 45). Der Einwand des Beschwerdeführers, die Inkonsistenzen 
sowie die Aggravation seien nicht nachvollziehbar thematisiert und aufge-
zeigt worden (vgl. Beschwerde S. 11 Ziff. 31), trifft demnach nicht zu. Wei-
ter überzeugt, dass beim Beschwerdeführer der Rentenbezug im Vorder-
grund steht (AB 109.1 S. 40), was denn auch mit seinen Angaben während 
der orthopädischen Untersuchung übereinstimmt, wonach er angab, er 
denke, dass ihm momentan mit einer Rente am besten geholfen wäre (AB 
115.2 S. 51 Ziff. 7.4).

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Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte Prof. Dr. med. 
E.________ unter Beizug der klassifikatorischen Vorgaben der ICD-10 
(BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285 f.) die Entwicklung körperlicher Symptome 
aus psychischen Gründen (Rentenneurose, ICD-10 F68.0; AB 109.1 Ziff. 
6.1 ff.) und beurteilte den Beschwerdeführer überzeugend als zu 100% 
arbeitsfähig (AB 109.1 S. 47 f. Ziff. 8). Weiter gab er an, es habe sich ihm 
in der gutachterlichen Untersuchung ein psychisch nicht beeinträchtigter 
Mann gezeigt (AB 109.1 S. 47), der über verschiedene Ressourcen verfüge 
(AB 109.1 S. 46 Ziff. 7.4; auch Dr. med. G.________ schätzte die Ressour-
cenlage des Beschwerdeführers unter Berücksichtigung der abgeschlosse-
nen Berufsausbildung und der jahrelang erfolgreich ausgeübten selbstän-
digen Erwerbstätigkeit als durchaus gut ein, vgl. 115.2 S. 51). Soweit in der 
Beschwerde (S. 14 Ziff. 43) die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit kritisiert und diese als „zu allgemein“ beurteilt wird, kann dem gestützt 
auf das Dargelegte nicht gefolgt werden. Die Einschätzungen von Prof. Dr. 
med. E.________ sind in sich schlüssig sowie überzeugend und werden 
vollumfänglich durch die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. 
I.________ vom 14. November 2022 gestützt (in den Gerichtsakten). 

Daran vermögen die Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. med. 
H.________ vom 11. Mai 2021 (AB 84 S. 2) und vom 27. April 2022 (AB 
124 S. 2) nichts zu ändern. Soweit dieser von einer Persönlichkeitsstörung 
(ICD-10 F60.9) in Kombination mit einer ADHS-Symptomatik (ICD-10 
F90.0) ausgeht und eine Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers infolge 
funktioneller Beeinträchtigungen verneint, kann ihm nicht gefolgt werden. 
Dies weil seine Schlussfolgerungen ausschliesslich auf den Schilderungen 
des Beschwerdeführers und dessen Selbsteinschätzung basieren (AB 84 
S. 2 Ziff. 1 f. und S. 4 Ziff. 9, 124 S. 4), ohne dass eine kritische medizini-
sche Würdigung erfolgt wäre. Im Rahmen der Stellungnahme vom 27. April 
2022 (AB 124 S. 2) trat Dr. med. H.________ zudem advokatorisch auf, 
ohne eigene substantielle medizinische Einschätzungen vorzunehmen. 
Weiter trifft – entgegen seiner Auffassung – nicht zu, dass sich Prof. 
Dr. med. E.________ vollumfänglich bzw. einzig auf die Ergebnisse der 
eigenen Untersuchung gestützt und keinen Bezug zur Aktenlage hergestellt 
hat, nahm dieser doch ausführlich zu den in den Akten dargelegten Dia-
gnosen der vorbehandelnden Ärzte Stellung und berücksichtigte auch die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juni 2023, IV/22/534, Seite 18

bislang durchgeführten Behandlungsversuche (AB 109.1 S. 38 f. Ziff. 6.3 
und S. 43). Mit Stellungnahme vom 6. August 2022 (AB 130 S. 2) wies 
Prof. Dr. med. E.________ – entsprechend seinen Ausführungen im psych-
iatrischen Teilgutachten (AB 109.1 S. 43) – zudem darauf hin, dass beim 
Beschwerdeführer IV-fremde Faktoren vorliegen und das Beschwerdebild 
von Anfang an erheblich durch psychosoziale Belastungsfaktoren (vgl. 
E. 2.4.4 hiervor) mitbestimmt wurde und wird, was sich entsprechend auch 
aus den Austrittsberichten über die stationären psychiatrischen Klinikauf-
enthalte zeigt. So wurde bei diesen als Eintrittsgrund stets auf eine psycho-
soziale Überlastungssituation mit im Wesentlichen Beziehungsproblemen, 
Schulden und Arbeitslosigkeit hingewiesen (AB 14 S. 9, 15, 20, 26). Den 
negativen Einfluss dieser nicht krankheitsbedingten (sozialen) Faktoren hat 
Dr. med. H.________ nicht abgegrenzt. Ferner kam Prof. Dr. med. 
E.________ einleuchtend zum Schluss, dass beim Beschwerdeführer eine 
Cluster B-Persönlichkeit anzunehmen ist (AB 130 S. 2), was Dr. med. 
I.________ in der Stellungnahme vom 14. November 2022 (S. 4 f., in den 
Gerichtsakten) eingehend und stringent bestätigte. Soweit Dr. med. 
H.________ sodann eine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt verneinte 
(AB 84 S. 4 Ziff. 9), steht dies in Widerspruch zu den Feststellungen 
während des Aufbautrainings im Zentrum C.________, in welchem der 
Beschwerdeführer nach wenigen Erklärungen selbständig an seinem Auf-
trag arbeiten konnte und in einer ruhigen Arbeitsumgebung sowie mit kla-
ren Aufträgen eine befriedigende bis gute Leistung erbrachte (AB 82 S. 3). 
Auf die Berichte von Dr. med. H.________ kann somit nicht abgestellt wer-
den und diese sprechen auch nicht gegen die Annahmen der Gutachter.

3.3.5 Zusammenfassend bildet das bidisziplinäre Gutachten vom 
24. März 2022 (bidisziplinäre Gesamtbeurteilung, AB 115.1; inklusive or-
thopädisches und psychiatrisches Teilgutachten, AB 115.2, 109.1) samt 
ergänzender Stellungnahme von Prof. Dr. med. E.________ vom 6. August 
2022 (AB 130) – anders als vom Beschwerdeführer geltend gemacht (vgl. 
Beschwerde S. 15 Ziff. 48) – eine zuverlässige Grundlage für die rechtliche 
Würdigung des anspruchsrelevanten medizinischen Sachverhalts. Dabei 
überzeugt unter Berücksichtigung der im Vordergrund stehenden IV-
fremden Faktoren (AB 115.1 S. 8 Ziff. 4.3), der guten Ressourcenlage (AB 
115.1 S. 9 Ziff. 4.5) und der gezeigten Aggravation (AB 115.1 S. 10 Ziff. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juni 2023, IV/22/534, Seite 19

4.6) die konsensuale Beurteilung, wonach beim Beschwerdeführer keine 
Funktionseinschränkungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit objekti-
viert werden konnten und weder eine Einschränkung in der zuletzt aus-
geübten Tätigkeit noch in einer allfällig adaptierten Tätigkeit besteht (AB 
115.1 S. 11 Ziff. 4.9). Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfah-
rens nach BGE 141 V 281 erübrigt sich vorliegend, weil eine länger dau-
ernde Arbeitsunfähigkeit seit Antragsstellung von den Gutachtern nachvoll-
ziehbar verneint wurde. 

Damit ist der anspruchsrelevante medizinische Sachverhalt hinreichend 
abgeklärt, sodass – entgegen dem Antrag in der Beschwerde (vgl. S. 2, 
Rechtsbegehren Ziff. 2 und S. 16 Ziff. 49) – auf weitere Beweisvorkehrun-
gen verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 
E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV 
Nr. 50 S. 163 E. 4). 

4.

Aus dem Dargelegten folgt, dass seit der Anmeldung zum Leistungsbezug 
anfangs Oktober 2019 (AB 1) kein invalidisierender Gesundheitsschaden 
vorliegt und von einer uneingeschränkten Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
auszugehen ist. Folglich wurde der Anspruch auf IV-Leistungen mangels 
Invalidität (vgl. E. 2.2 hiervor) zu Recht verneint.

Damit ist die angefochtene Verfügung vom 11. August 2022 (AB 131) nicht 
zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juni 2023, IV/22/534, Seite 20

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege (vgl. prozessleitende Verfügung vom 17. November 2022) wird er – 
unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. 
Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
(ZPO; SR 272) – jedoch von der Zahlungspflicht befreit. 

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]). Festzusetzen bleibt indes das amtliche Ho-
norar von Rechtsanwalt B.________.

5.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit nicht zu beanstandender Kostennote vom 15. Dezember 2022 macht 
Rechtsanwalt B.________ einen Aufwand in der Höhe von 14 Stunden (bei 
einem Stundenansatz von Fr. 250.--) geltend. Gestützt darauf ist der tarif-
mässige Parteikostenersatz auf insgesamt Fr. 3'882.60 festzusetzen (Ho-
norar: Fr. 3'500.--; Auslagen: Fr. 105.--; MWST: Fr. 277.60 [7.7% auf 
Fr. 3'605.--]). Demnach ist Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von 
Fr. 2'814.-- (14 Stunden x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 105.-- und 
die MWST von 7.7% auf Fr. 2'919.--, ausmachend Fr. 224.75, total somit 
eine Entschädigung von Fr. 3'143.75, auszurichten. Vorbehalten bleibt die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Juni 2023, IV/22/534, Seite 21

Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern 
entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 3'882.60 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 3'143.75 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.