# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 978d0f9f-a5e6-534e-a753-49f2f2b8d1f6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 29.06.2020 IV 2018/141
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2018-141_2020-06-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/141

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 04.11.2020

Entscheiddatum: 29.06.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 29.06.2020
Art. 17 ATSG: Einstellung einer Rente gestützt auf eine verwertbare 
Observation und ein beweiskräftiges Gutachten (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. Juni 2020, IV 
2018/141).

Entscheid vom 29. Juni 2020

Besetzung

Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann und 

Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2018/141

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

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Rentenrevision (Einstellung)

Sachverhalt

A.  

A.___ (im Folgenden: Versicherter) meldete sich am 11. Dezember 2000 wegen 

Folgen eines Verkehrsunfalls bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an 

(IV-act. 1).

A.a. 

Beim erwähnten Unfall vom 16./17. November 1999 hatte der Versicherte am 

linken Bein eine laterale Schenkelhalsfraktur, eine offene Femurschaftfraktur, eine 

Tibiakopffraktur lateral sowie eine Weber A-Fraktur erlitten. Diese waren am 17., 22. 

und 24. November 1999 (nach Auftreten eines Logensyndroms am Unterschenkel) 

operativ und mit einem Unterschenkelgips versorgt worden (Bericht Regionalspital 

B.___ vom 20. Dezember 1999, IV-act. 10-77 f.; Unfallmeldung UVG vom 

20. November 1999, IV-act. 10-79; Operationsberichte vom 3. Februar 2000, IV-

act. 10-62 ff.).

A.b. 

Auf Empfehlung des Kreisarztes der SUVA (Bericht vom 26. Juli 2000, IV-

act. 10-54 f.) war der Versicherte vom 9. August bis 13. September 2000 in der 

Rehaklinik Bellikon therapiert worden. Dort war berichtet worden, er zeige ein deutlich 

depressives Zustandsbild und beklage starke belastungsabhängige Schmerzen an den 

Frakturstellen. Das angestrebte stockfreie Gehen sei zu keinem Zeitpunkt realistisch 

gewesen (Austrittsbericht vom 30. Oktober 2000, IV-act. 10-45 ff.).

A.c. 

Vom 28. Februar bis 21. März 2001 war der Versicherte erneut stationär in der 

Rehaklinik Bellikon. Es wurde festgehalten, die depressive Verstimmung habe sich 

deutlich gebessert und entspreche nicht mehr dem Grad einer Major Depression. Es 

sei nicht gelungen, mit dem Versicherten einen physiotherapeutischen Zugang zu 

erarbeiten bzw. ihn zur Belastung des linken Beins zu bringen. Der Versicherte habe 

erstmals eine Art Flashbacks angegeben. Es bestünden ein maladaptiver Umgang mit 

den beklagten Schmerzen und eindrucksmässig eine Symptomausweitung 

(Austrittsbericht vom 25. April 2001, IV-act. 10-14 ff.).

A.d. 

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Im Auftrag der IV wurde der Versicherte durch die MEDAS Kantonsspital Basel 

interdisziplinär begutachtet (Gutachten vom 28. Januar 2002; Dr. med. C.___, Innere 

Medizin, Dr. med. D.___, Rheumatologie; Dr. med. E.___, Psychiatrie; IV-act. 27). Die 

Gutachter diagnostizierten eine Periarthropia coxae links, eine Periarthropia genu links, 

ein thorakovertebrales bis intermittierend thorakospondylogenes Syndrom bei 

chronischer Fehlhaltung und Dekonditionierung sowie eine depressive Störung, 

gegenwärtig leichten Grades mit somatischem Syndrom und erhoben den Verdacht auf 

eine Symptomausweitung (IV-act. 27-11). Sie attestierten interdisziplinär im 

angestammten Beruf als Heizungsmonteur keine Arbeitsfähigkeit und in einer 

angepassten Tätigkeit eine solche von 70 % (IV-act. 27-12 f.).

A.e. 

Im Auftrag der SUVA wurde der Versicherte an der Klinik F.___ orthopädisch 

(Gutachten Dr. med. G.___, Dr. med. H.___, vom 27. August 2002; IV-act. 36-2 ff.) und 

neurologisch (Teilgutachten Dr. med. I.___ und Dr. med. J.___ vom 23. Dezember 2002, 

IV-act. 36-16 ff.) abgeklärt. Die orthopädischen Gutachter äusserten den Verdacht auf 

eine partielle Insuffizienz des ventralen Anteils des Glutaeus medius und auf eine 

reaktive Schmerzverarbeitungsstörung (IV-act. 36-12). Das klinische Bild korreliere mit 

dem Röntgenbefund. Insgesamt stimmten aber die Schmerzmanifestationen und vor 

allem die Entlastung der gesamten unteren Extremität nicht mit der Schwere der 

Restbeschwerden überein. Für Tätigkeiten in sitzender Position sei der Versicherte zu 

60 % bis 70 % arbeitsfähig (IV-act. 36-13, 24). Die neurologischen Gutachter fanden 

keine Anhaltspunkte für eine post-traumatische neurologische Läsion (IV-act. 36-22). 

Die Unfähigkeit, das linke Bein zu belasten, sei nicht nachvollziehbar (IV-act. 36-23). Es 

sei eine psychiatrische Begutachtung notwendig (IV-act. 36-24). Diese wurde im 

Auftrag der SUVA durch Dr. med. K.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH 

(Gutachten vom 19. März 2003, IV-act. 34), durchgeführt. Der Gutachter diagnostizierte 

eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Dies sei die primäre 

Störung, welche das depressive Zustandsbild ausgelöst habe (IV-act. 34-11). Für 

einfache Montagearbeiten oder Ähnliches sei der Versicherte zunächst grundsätzlich zu 

50 % einsetzbar. Vermutlich könne diese Arbeitsfähigkeit noch gesteigert werden (IV-

act. 34-13).

A.f. 

Dr. med. L.___, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 

17. Juni 2003 zuhanden der SUVA, der Versicherte stehe seit 5. Mai 2001 in seiner 

A.g. 

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Behandlung, nachdem in der Klinik Bellikon ein deutlich depressives Zustandsbild 

diagnostiziert worden sei. Er diagnostiziere eine depressive Störung mit 

Angstsymptomen nach einer Körperverletzung (Autounfall vom 16. November 1999) auf 

dem Boden einer ängstlich-depressiven Persönlichkeit. Der Zustand habe sich 

chronifiziert, einen invalidisierenden Verlauf genommen. Aktuell sei der Versicherte 

nicht im Stande, seine frühere oder eine andere Tätigkeit auszuüben (IV-act. 38).

Die Berufsberatung hielt am 9. Oktober 2003 fest, berufliche Massnahmen 

erübrigten sich zur Zeit (IV-act. 47). In der Folge sprach die IV-Stelle dem Versicherten 

ab 1. November 2000 eine ganze Rente zu (Mitteilung vom 11. Dezember 2003, IV-

act. 52; Verfügung vom 27. April 2004, IV-act. 60).

A.h. 

In einem am 12. Januar 2006 eingeleiteten Revisionsverfahren gab der 

Beschwerdeführer an, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert, das Bein 

schmerze stärker (IV-act. 64). Gestützt auf Berichte von Dr. med. J.___, Allgemeine 

Medizin FMH, vom 1. März 2006 (IV-act. 68) und von Dr. L.___ vom 6. Juni 2006 (IV-

act. 73), welche einen stationären Gesundheitszustand bei fehlender erwerblich 

verwertbarer Arbeitsfähigkeit bescheinigten, schloss die IV-Stelle das Verfahren am 

10. November 2006 mit der Mitteilung ab, es bestehe weiterhin Anspruch auf die 

bisherige Invalidenrente (IV-act. 78).

A.i. 

Anlässlich der nächsten Revision gab der Versicherte am 3. Mai 2013 an, er mache 

kürzere Spaziergänge, habe "normalen" Kontakt zu Freunden und Verwandten, sei in 

keinem Verein oder Club Mitglied, benutze den öffentlichen Verkehr und fahre Auto. 

Den Einkauf mache die Ehefrau. In den letzten drei Jahren habe er sich ca. sechsmal 

für eine bis zwei Wochen im Ausland aufgehalten. Er könnte sich vorstellen und wäre 

motiviert, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, wisse aber nicht, welche (IV-act. 87). 

Dr. J.___ attestierte im Verlaufsbericht vom 18. Juni 2013 in einer Tätigkeit in einem 

warmen, trockenen, geschützten Raum und ohne Kraftanstrengung eine 

Arbeitsfähigkeit von ca. 20 % (IV-act. 92). Dr. L.___ hielt im Verlaufsbericht vom 

22. August 2013 als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradige Episode (ICD-10: F33.11), einen Zustand nach einem schweren 

Autounfall am 16. November 1999 mit intensiven körperlichen Beschwerden sowie eine 

ängstliche Persönlichkeitsstörung fest. Seit 28. Januar 2012 seien zehn Konsultationen 

A.j. 

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erfolgt (Daten aufgezählt). Die rezidivierende, zum Teil chronifizierte depressive Störung 

werde von intensiven, therapieresistenten körperlichen Beschwerden begleitet. Daher 

sei der Versicherte nicht im Stande, seine bisherige oder eine andere Tätigkeit 

auszuüben (IV-act. 95). RAD-Arzt Dr. med. M.___, Facharzt für Innere Medizin, 

Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, nahm am 10. September 

2013 Stellung: Eine relevante Änderung im Vergleich zum massgeblichen Vorzustand 

sei nicht eingetreten. Ein medizinischer Revisionsgrund liege nicht vor (IV-act. 96-3).

Der IV-Stelle ging am 18. September 2013 ein anonymer Hinweis zu. Der 

Hinweisgeber kenne den Versicherten schon seit Jahren und habe ihn noch nie an 

Krücken oder einem Stock gehen sehen. Eine Gehbehinderung sei nie aufgefallen. Der 

Versicherte halte sich oft im Deutschen Raum oder in N.___ auf und lege die Reisen 

dorthin im PW zurück. Auch sei er oft in einer bestimmten Autogarage und einem 

N.___-ischen Vereinslokal anzutreffen (IV-act. 97 f.). Nach Einholung einer 

Stellungnahme von IV-Ärztin Dr. med. O.___, Fachärztin für Neurologie, vom 8. Januar 

2014 (IV-act. 100) erteilte die IV-Stelle am 13. Januar 2014 den Auftrag zur Observation 

des Versicherten (IV-act. 103). Dieser und der auf ihn eingelöste PW konnten am 27. 

und 28. Januar 2014 nicht festgestellt werden. Am 29. Januar 2014 konnte er 

vormittags bei einer kurzen Autofahrt beobachtet und nachmittags gesehen werden, 

wie er sich leicht hinkend ohne Gehhilfe zur ca. 400 m von seiner Wohnung entfernt 

gelegenen Bäckerei begab. Am 4. Februar 2014 fuhr der Versicherte mit dem PW zum 

Bahnhof, wo er einen Kollegen abholte und sich mit diesem während ca. 20 Minuten in 

einer Bar aufhielt. Zurückgekehrt unterhielt er sich mit einem weiteren Bekannten und 

begab sich danach nach Hause. Am 14. Februar 2014 konnte der Versicherte 

observiert werden, wie er sich durch eine Drittperson ins P.___ zum Geldabheben 

chauffieren liess. Am 19. Februar 2014 und am 21. März 2014 konnte der Versicherte 

nicht direkt wahrgenommen werden (Ermittlungsbericht vom 25. April 2014, IV-

act. 104-4 ff.). Am 16. Juni 2014 wurde er zum Kaffeetrinken abgeholt und liess sich 

auf dem Heimweg bei einer Bäckerei absetzen. Am 17. Juni 2014 kehrte er um ca. 

10:40 zu Fuss und sichtbar hinkend nach Hause zurück. Am Mittag fuhr er als Beifahrer 

seiner Ehefrau weg (wohl zum Termin bei der SVA, vgl. IV-act. 111; Ermittlungsbericht 

vom 15. August 2014, IV-act. 113-2 ff.). Der Versicherte beantwortete am 26. Mai 2014 

Fragen der IV-Stelle zu seinem Gesundheitszustand (IV-act. 108). Im 

A.k. 

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"Standortgespräch" vom 17. Juni 2014 schilderte er im Wesentlichen, er könne sich 

ausserhalb der Wohnung nur ganz langsam fortbewegen und in der Nähe seiner 

Wohnung einen Kaffee trinken oder ein Gipfeli kaufen gehen. Manchmal treffe er seinen 

Bruder, viele Kontakte habe er nicht. Dass er am 26. Mai 2014 angegeben habe, 

"normale" Kontakte zu haben, beruhe auf einem Missverständnis der Frage. Er könne 

sein linkes Bein nur sehr langsam biegen und strecken, es schmerze stark und sei 

geschwollen. Die Gehhilfe brauche er jeden Tag. Manchmal versuche er, einige Schritte 

ohne Krücken zu gehen (IV-act. 111-3 ff.). Nach Eröffnung der Observation führte er auf 

entsprechende Fragen aus, die Q.___ kenne er, habe aber dort nie gearbeitet. Er fahre 

nicht alleine nach Deutschland oder R.___. Im Lokal des N.___-ischen Vereins sei er 

nicht oft, lediglich wenn er "etwas brauche". Er leide effektiv an den beklagten 

Schmerzen. Diese seien aber nicht sichtbar und würden nicht ausschliessen, dass er 

bei Gelegenheit auch einmal B.___ könne und versuche, etwas positiv zu denken (IV-

act. 111-36 ff.).

Dr. O.___ nahm am 3. Oktober 2014 - anknüpfend an eine frühere Einschätzung 

vom 7. Mai 2014 (IV-act. 107) - Stellung, nach wie vor stünden die Erkenntnisse aus 

dem Observationsmaterial mit den früheren gutachterlichen Einschätzungen im 

Einklang und liessen sich gut mit einer leichtgradig ausgeprägten Depression 

vereinbaren. Aus medizinischer Sicht sei eine bidisziplinäre Begutachtung zur 

Beurteilung des aktuellen gesundheitlichen Zustandes indiziert (IV-act. 115).

A.l. 

Dr. L.___ berichtete am 27. Januar 2015, der Versicherte leide nach wie vor unter 

einer rezidivierenden depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere 

Episode (ICD-10: F33.11/33.2), einer Panikstörung (ICD-10: F41.0) und einer 

ängstlichen Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6). Es handle sich um eine schwere 

psychische Störung. Durch die bisherige Therapie sei es zu keiner Besserung des 

Zustandes gekommen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit 

(IV-act. 137-14 f.).

A.m. 

Die Gutachter des S.___ (Dr. med. T.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 

FMH; Dr. med. U.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie; Gutachten vom 

18. August 2015, IV-act. 126; orthopädisches Teilgutachten vom 11. März 2015, IV-

act. 127; Untersuchungen 3. und 19. Februar 2015) stellten aus psychiatrischer Sicht 

A.n. 

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keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 126-18). Der orthopädische 

Gutachter stellte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Zustand 

nach Schenkelhals- und Femurschaftfraktur und nach lateraler Tibiakopfabscherfraktur 

mit proximaler Fibulafraktur links (IV-act. 127-16). Aufgrund der gut ausgebildeten 

Muskulatur und der guten Ausheilung der Frakturen bestehe bei einer leichten 

Präarthrose am linken Hüftgelenk in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit 

von 50 % (IV-act. 127-18 f.). Andere dem Funktionsdefizit angepasste Tätigkeiten ohne 

längeres Laufen und ohne schweres Heben könne der Versicherte mit einer Arbeits- 

und Leistungsfähigkeit von 100 % ausüben (IV-act. 127-23). Dr. O.___ nahm am 

16. Oktober 2015 Stellung: Auf das Gutachten könne vollumfänglich abgestellt werden 

(IV-act. 128).

Mit Vorbescheid vom 9. November 2015 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten 

das rechtliche Gehör zur beabsichtigten Einstellung seiner Rente. Es sei davon 

auszugehen, dass seit der Rentenzusprache (Verfügung vom 27. April 2004) spätestens 

bis zum Beginn der Observation im Januar 2014 eine Verbesserung des 

Gesundheitszustands eingetreten sei (IV-act. 130).

A.o. 

Der Versicherte erhob am 9. Dezember 2015 dagegen Einwand (IV-act. 137-1 ff.) 

und reichte einen Bericht von Dr. med. V.___, Facharzt FMH für Neurologie, vom 

2. Dezember 2015 ein. Darin wurde festgehalten, der Versicherte beklage seit dem 

Unfall bestehende ständige Schmerzen am ganzen linken Bein sowie Konzentrations- 

und Gedächtnisstörungen. Diese seien mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Folge der 

erlittenen Commotio cerebri. Eine neuropsychologische Untersuchung sollte möglichst 

bald durchgeführt werden. Die Beschwerden im linken Bein seien Folge der erlittenen 

Frakturen, mit teilweiser Defektheilung. Nach seiner Ansicht sei dem Versicherten eine 

Erwerbstätigkeit in keiner Form zumutbar (IV-act. 137-11 f.). Sodann bestätigten W.___ 

und X.___, am 6. bzw. 7. Dezember 2015, dass der Versicherte unter den Folgen des 

Unfalles leide, äussere, sein Leben sei nicht mehr lebenswert, und dass sie ihn ab und 

zu zu einem Spaziergang oder um etwas zu trinken abholten (IV-act. 147 f.).

A.p. 

Am 18. Dezember 2015 wurden verschiedene bildgebende Untersuchungen 

durchgeführt. Diese ergaben im Wesentlichen unauffällige Befunde hinsichtlich der 

Gelenke und knöchernen Strukturen bei Befunden an Sehnen und Bändern (Bericht MR 

A.q. 

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Rückfuss links vom 18. Dezember 2015, IV-act. 167-4 f.; Bericht Skelettszintigraphie / 

CT Knie und Fuss links vom 22. Dezember 2015, IV-act. 146). Dr. med. Y.___, Innere 

Medizin/Rheumatologie FMH, hielt in seinem Bericht vom 29. Dezember 2015 fest, 

beim Versicherten bestünden weiterhin starke Beschwerden und Einschränkungen der 

linken Unterextremität. Trotz heimischen Trainings sei er weiterhin nicht in der Lage, 

eine Strecke von mehr als 100 m ohne Stock zu gehen. Die Beschwerden liessen sich 

radiologisch durch posttraumatische Läsionen im Bereich des Fusses (MRI vom 

18. Dezember 2015) und des Knies (CT vom 18. Dezember 2015) erklären. Unklar 

bleibe die Einschränkung der Hüftgelenk-Beweglichkeit (Blockierung) mit 

Begleitschmerzen. Angesichts dieser Beschwerden bestehe eine deutliche 

Verminderung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit (IV-act. 139). Dr. med. Z.___, 

Spezialarzt FMH für orthopädische Chirurgie, führte am 11. Januar 2016 aus, die im 

SPECT vom 18. Dezember 2015 noch sichtbaren Knochenveränderungen erklärten 

teilweise die angegebenen Beschwerden, aber nicht hinreichend, warum an einem 

Stock entlastet werden müsse. Eine angepasste, wahlweise sitzend oder stehend zu 

verrichtende Arbeit sei aus orthopädischer Sicht mindestens halbtags zuzumuten (IV-

act. 141).

Dr. O.___ nahm am 15. und 26. Januar 2016 ausführlich Stellung. Sie legte 

insbesondere dar, dass die Beurteilungen der behandelnden Ärzte ohne Kenntnis der 

vollständigen Akten (bzw. des Observationsmaterials) erfolgt seien und wesentlich auf 

subjektiven Aussagen des Versicherten beruhten. Dadurch seien die Abweichungen 

von den gutachterlichen Einschätzungen bedingt (IV-act. 142).

A.r. 

Gestützt auf diese Aktenlage verfügte die IV-Stelle am 27. Januar 2016 die 

Einstellung der IV-Rente des Versicherten (IV-act. 143). Mit Beschwerde vom 

26. Februar 2016 (IV-act. 151-2 ff.) reichte der Versicherte unter anderem einen 

Überweisungsbericht von Dr. L.___ an die psychiatrische Klinik Ba.___ vom 3. Februar 

2016 (IV-act. 154-3 f.) sowie einen weiteren Bericht von Dr. med. Y.___, Innere Medizin/

Rheumatologie FMH, vom 7. Februar 2016 (IV-act. 154-8 ff.) ein, wonach gemäss 

Arthro-MRI vom 22. Januar 2016 am linken Hüftgelenk unter anderem eine 

Offsetstörung und ein Einriss in der Basis des anterioren Labrums zu sehen seien. 

Seine Beschwerden seien damit nicht nur klinisch, sondern auch bildgebend 

objektivierbar. Dr. O.___ nahm am 24. Mai 2016 erneut ausführlich Stellung und 

A.s. 

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B.  

empfahl, die Resultate der durchgeführten Zusatzuntersuchungen dem orthopädischen 

Gutachter zur Stellungnahme vorzulegen (IV-act. 156). Daraufhin widerrief die IV-Stelle 

am 25. Mai 2016 die Verfügung vom 27. Januar 2016 (IV-act. 158) und das 

Versicherungsgericht schrieb das hängige Verfahren (IV 2016/68) am 2. Juni 2016 ab 

(IV-act. 159). Die Rente wurde dem Versicherten wieder ausgerichtet (IV-act. 161 f.).

Die IV-Stelle liess der Gutachterstelle am 17. Januar 2017 die aktuellen Akten samt 

ergänzenden Fragen zukommen (IV-act. 172). Der orthopädische Gutachter Dr. T.___ 

nahm am 18. April 2017 zusammenfassend Stellung, aus den neuen Untersuchungen 

ergebe sich kein Hinweis auf eine Verschlimmerung hinsichtlich des linken Beins. In 

Bezug auf Diagnose und Arbeitsfähigkeitsschätzung seien gegenüber dem Gutachten 

keine Änderungen anzubringen (IV-act. 175-2 ff.). Daraufhin kündigte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit Vorbescheid vom 8. Februar 2018 erneut die Einstellung seiner Rente 

an (IV-act. 181), wogegen dieser am 9. März 2018 wiederum Einwand erhob. Er legte 

insbesondere dar, dass Dr. T.___ als befangen anzusehen sei und dass bzw. weshalb 

auf seine Stellungnahme nicht abzustellen sei (IV-act. 189-1 ff.).

A.t. 

Mit Verfügung vom 22. März 2018 stellte die IV-Stelle die Rente des Versicherten 

auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats ein und entzog einer Beschwerde 

die aufschiebende Wirkung. Sowohl Dr. O.___ als auch der Gutachter Dr. T.___ hätten 

sich zu den eingereichten Berichten geäussert und sähen keinen Anlass, von der 

bisherigen Beurteilung abzuweichen. Der Einwand setze sich mit diesen 

Stellungnahmen nicht substantiiert auseinander. Es bestehe kein Anhalt für eine 

wesentliche Änderung (des Gesundheitszustandes) seit der Begutachtung. Im Einwand 

würden keine neuen Fakten geltend gemacht, welche an der bisherigen Begutachtung 

etwas zu ändern vermöchten. Eine erneute Begutachtung sei nicht notwendig (IV-

act. 191).

A.u. 

Mit Beschwerde vom 23. April 2018 beantragt der Versicherte (im Folgenden: 

Beschwerdeführer), die Verfügung vom 22. März 2018 sei aufzuheben und es sei 

festzustellen, dass er weiterhin Anspruch auf eine ganze IV-Rente habe. Die Sache sei 

zu weiterer Abklärung an die IV-Stelle (im Folgenden: Beschwerdegegnerin) 

zurückzuweisen. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Die im 

B.a. 

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Jahr 2013 erfolgte anonyme Anzeige sei offenbar ein Racheakt einer Person, welcher er 

kein Geld habe leihen wollen. Die Observation sei gemäss Rechtsprechung des 

Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte nicht zulässig. Sie habe in keiner 

Weise bewiesen, dass er arbeitsfähig sei. Das Gutachten von Dr. U.___ und Dr. T.___ 

sei versicherungsfreundlich. Der behandelnde Psychiater und die behandelnden Ärzte 

der psychiatrischen Klinik Ba.___ hätten vollumfänglich widerlegt, dass seine 

psychischen Beschwerden gänzlich remittiert seien. Die Beschwerdegegnerin habe ihre 

Verfügung vom 27. Januar 2016 widerrufen, woraus sich ergebe, dass auf das 

Gutachten nicht abgestellt werden könne. Seit der Begutachtung vor zwei Jahren habe 

sich sein Gesundheitszustand insbesondere in psychischer Hinsicht erheblich 

verschlechtert. Gemäss Berichten seiner behandelnden Ärztin leide er an stark 

einschränkenden Folgen des Unfalls und sei nicht arbeitsfähig. Aufgrund der 

Verschlechterung seines psychischen Zustandes habe er während zwei Monaten 

stationär behandelt werden müssen. Dabei sei festgestellt worden, dass er an einer 

posttraumatischen Belastungsstörung und einer mittelgradigen depressiven Episode 

leide. Dies beweise, dass die Beurteilung durch Dr. U.___ unzutreffend sei. Statt auf die 

kurze Stellungnahme des orthopädischen Gutachters vom 18. April 2017 abzustellen, 

hätte die Beschwerdegegnerin seinen Gesundheitszustand auch neurologisch und 

rheumatologisch abklären müssen. Die Beschwerdegegnerin habe die 

Verschlechterung seines Gesundheitszustandes seit 2014 und seine neurologischen 

und rheumatologischen Beschwerden ignoriert, vorbefangene Gutachter engagiert und 

einen Entscheid erlassen, der offensichtlich unrichtig sei und seine Existenz bedrohe 

(act. G 1).

Am 16. August 2018 reicht der Beschwerdeführer den Austrittsbericht der 

psychiatrischen Klinik Ba.___ vom 9. Juli 2018 über eine weitere stationäre Therapie 

vom 15. Mai bis 11. Juni 2018 ein (act. G 6; act. G 6.1).

B.b. 

Mit Beschwerdeantwort vom 16. August 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Für die Observation habe ein hinreichender 

Anfangsverdacht bestanden. Der Eingriff in die privaten Verhältnisse sei relativ 

bescheiden gewesen. Daher seien die Observationsergebnisse verwertbar. Dass die 

Gutachter keine weitere Untersuchung durchgeführt hätten, schade nicht, zumal es 

sich nicht um eine Verlaufsbegutachtung handle. Die meisten der eingereichten 

B.c. 

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Berichte seien bei Erlass der angefochtenen Verfügung bekannt gewesen und 

sorgfältig geprüft worden. Dr. Z.___ hätten bei seiner Stellungnahme vom 16. März 

2018 weder das Gutachten noch die IV-Akten vorgelegen. Dr. U.___ habe einlässlich 

begründet, warum nicht auf die Beurteilungen von Dr. L.___ abgestellt werden könne. 

Aus formeller Sicht sei bei Dr. L.___ überdies in einem hohen Masse von einer 

Befangenheit auszugehen. Die Darstellung einer (psychischen) Verschlechterung sei in 

erster Linie als Reaktion auf die Verfügungen vom 27. Januar 2016 bzw. vom 22. März 

2018 zu sehen. Die vermehrte Inanspruchnahme von Therapien sei auch Ausdruck des 

Bemühens, das behauptete Leiden zu belegen (act. G 7).

Mit Replik vom 6. September 2018 bringt der Beschwerdeführer vor, die 

Beschwerdegegnerin habe die Verfügung vom 27. Januar 2016 widerrufen, weil sie das 

Gutachten für ungenügend und weitere Abklärungen für notwendig erachtet habe. 

Diese habe sie nicht vorgenommen, sondern lediglich eine Stellungnahme von 

Dr. T.___ eingeholt. Dessen Behauptung, dass er an keinen somatischen Unfallfolgen 

leide, sei unbegründet. Sodann habe er sich nicht zum Bericht von Dr. V.___ vom 

2. Dezember 2015 geäussert, wonach er in Folge des Unfalls zu 100 % arbeitsunfähig 

sei. Die Behauptung der Beschwerdegegnerin, dass er an keinen psychischen 

Beschwerden leide und die geltend gemachte Verschlechterung der Rentenaufhebung 

zuzuschreiben sei, sei zynisch und unbegründet. Seit dem Unfall stehe er in 

psychiatrischer Behandlung bei Dr. L.___. Diese habe ihm geholfen, psychisch nicht 

total zu verfallen oder einen Suizid zu begehen. Die Berichte der psychiatrischen Klinik 

Ba.___ bestätigten, dass er permanent an einer mittel- bis schwergradigen depressiven 

Episode mit psychotischem Syndrom und einer chronischen Schmerzstörung mit 

somatischen und psychischen Faktoren leide und nicht arbeitsfähig sei. Eine erhebliche 

Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes, wie sie für eine Rentenaufhebung 

ausreichend bewiesen sein müsse, liege nicht vor (act. G 9).

B.d. 

Mit Duplik vom 10. Oktober 2018 macht die Beschwerdegegnerin geltend, 

Dr. O.___ habe sich am 24. Mai 2016 einlässlich zu den vom Beschwerdeführer als von 

Dr. T.___ nicht berücksichtigt gerügten Berichten geäussert. Darauf habe Dr. T.___ in 

seiner Stellungnahme vom 18. April 2017 einleitend Bezug genommen und 

ausdrücklich verwiesen. Dass er auf Wiederholungen verzichtet habe, sei nicht zu 

bemängeln. In der Klinik Ba.___ seien wenige objektive Befunde erhoben worden, 

B.e. 

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Erwägungen

1.  

wobei Widersprüche erkennbar seien. Es sei wenig plausibel, dass bei einem 

affektarmen Patienten der affektive Rapport gut herstellbar sei. Perspektiven- und 

Hoffnungslosigkeit sowie Klagsamkeit seien primär subjektive Befunde, die überdies 

als Teil einer zwar nachvollziehbaren, IV-rechtlich aber irrelevanten Reaktion auf die 

Renteneinstellung zu sehen seien. Schliesslich seien die wenig dramatischen Befunde 

mit der Diagnose einer schweren Depression nicht vereinbar, zumal typische 

Symptome wie beispielsweise eine Antriebsstörung nicht beschrieben würden. Der 

Beschwerdeführer könne deshalb aus diesem Bericht nichts zu seinen Gunsten 

ableiten (act. G 11).

Mit Entscheid vom 22. Oktober 2018 weist das Versicherungsgericht das 

beschwerdeführerische Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ab 

(act. G 12).

B.f. 

Der Beschwerdeführer reicht am 16. November 2018 einen Bericht von Dr. L.___ 

vom 6. November 2018 (act. G 14; act. G 14.1), am 26. September 2019 einen Bericht 

von Dr. V.___ vom 18. September 2019 (act. G 16; act. G 16.1) und am 9. Oktober 2019 

einen Bericht von Dr. Z.___ vom 7. Oktober 2019 (act. G 18; act. G 18.1) zu den Akten. 

B.g. 

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers 

erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 

830.1] i.V.m. Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 

831.20] und Art. 2 ATSG). Anlass zur Anpassung der Rente gibt jede tatsächliche 

Änderung, die sich auf den Invaliditätsgrad und damit auf den Umfang des Anspruchs 

(ein Viertel, ein Zweitel, drei Viertel, ganze Rente; Art. 28 Abs. 2 IVG) auswirkt (BGE 134 

V 132 E. 3). Ein Revisionsgrund in diesem Sinne betrifft Änderungen in den 

persönlichen Verhältnissen der versicherten Person (BGE 133 V 548 E. 7.1). Dazu 

gehört namentlich der Gesundheitszustand (vgl. Urteil 9C_896/2011 vom 31. Januar 

2012 E. 3.1, in: SVR 2012 IV Nr. 36 S. 140; Urteil 9C_410/2015 vom 13. November 

2015 E. 2). Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern es kommt auf die 

Auswirkungen der Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit an, wobei in diesem 

1.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/25

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Zusammenhang in erster Linie dem Befund und dem Schweregrad der Symptomatik 

besondere Bedeutung zukommt (vgl. Urteil 9C_634/2015 vom 15. März 2016 E. 6.1 mit 

Hinweisen; BGE 136 V 281 E. 3.2.1). Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der 

Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist zu berücksichtigen, sobald sie 

ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich 

weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung 

[IVV; SR 831.201]). Bei gegebenem Revisionsgrund ist der Rentenanspruch gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung umfassend neu zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 

und E. 6.1; Urteil vom 5. Dezember 2012, 9C_427/2012, E. 3.4).

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie 

ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).

1.2. 

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat 

1.3. 

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2.

Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bildet das Gutachten des S.___ 

vom 2. Oktober 2015 (IV-act. 126 f.) samt Ergänzung des orthopädischen Gutachters 

vom 18. April 2017 (IV-act. 175-2 ff.). Der psychiatrische Gutachter hob die 

Inkonsistenz zwischen den präsentierten und den observierten Defiziten ausdrücklich 

hervor (IV-act. 126-17, 21), so dass vorab die Verwertbarkeit der 

Observationsergebnisse zu prüfen ist.

das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 

360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).

Zur Verwertbarkeit von ohne genügend bestimmte gesetzliche Grundlage 

erhobenem Observationsmaterial hielt das Bundesgericht in einem Leitentscheid vom 

14. Juli 2017 mit Blick auf das Urteil 61838/10 des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) vom 18. Oktober 2016 (endgültig am 18. Januar 2017) fest, 

diese sei in sozialversicherungsrechtlichen Verfahren grundsätzlich zulässig, es sei 

denn, bei einer Abwägung der tangierten öffentlichen und privaten Interessen 

überwögen letztere. Videoaufnahmen, die im Rahmen einer unrechtmässigen 

Observation erhoben worden seien, seien verwertbar, solange Handlungen der 

versicherten Person aufgezeichnet würden, die sie aus eigenem Antrieb und ohne 

äussere Beeinflussung gemacht habe, und ihr keine Falle gestellt worden sei. Ein 

Verwertungsverbot gelte betreffend Handlungen im nicht öffentlich frei einsehbaren 

Raum (BGE 143 I 385 ff. E. 5; Urteile des Bundesgerichts vom 15. Mai 2019, 

8C_837/2018, E. 5.1, vom 22. Oktober 2018, 9C_908/2017/ 9C_3/2018, E. 5.2, und 

vom 20. Oktober 2017, 8C_305/2017, E. 4.2).

2.1. 

Das hiesige Versicherungsgericht hat mit Entscheid vom 17. Februar 2020, IV 

2017/312, E. 2.3 festgehalten, dass das Bundesgericht im Urteil vom 16. Dezember 

2019, 9C_308/2019, E. 2.2 zwar unabhängig von der objektiven Gebotenheit der 

Observation von einer Verwertbarkeit von deren Ergebnissen ausgegangen sei. Das 

Bundesgericht beziehe sich auf das Urteil 8C_244/2019 vom 4. Juli 2019, E. 4, welches 

wiederum auf das Urteil vom 8. Februar 2019, vereinigte Verfahren 9C_561/2018 und 

9C_631/2018, verweise. In letzterem sei jedoch die Frage des Anfangsverdachts nicht 

entscheidend gewesen, da die IV-Stelle dort Unterlagen der Vorsorgeeinrichtung 

beigezogen hätte, welche die Überwachung ihrerseits mit der "unklaren medizinischen 

und sozialen Situation" begründet hätte. Sei ein genügender Anfangsverdacht nicht 

durch einen anderen Versicherungszweig ausgewiesen, sei das Vorliegen eines 

2.2. 

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Anfangsverdachts betreffend die Frage der Verwertbarkeit der unbestritten rechtswidrig 

erlangten Observationsergebnisse zu prüfen.

Eine Observation ist objektiv geboten, wenn konkrete Anhaltspunkte vorliegen, die 

Zweifel an den geäusserten gesundheitlichen Beschwerden oder der geltend 

gemachten Arbeitsunfähigkeit aufkommen lassen. Solche Anhaltspunkte können 

beispielsweise gegeben sein bei widersprüchlichem Verhalten der versicherten Person 

oder wenn Zweifel an der Redlichkeit derselben bestehen (eventuell durch Angaben 

und Beobachtungen Dritter), bei Inkonsistenzen anlässlich der medizinischen 

Untersuchung, Aggravation, Simulation oder Selbstschädigung und Ähnlichem (Urteil 

des Bundesgerichts vom 30. November 2018, 8C_634/2018, E. 5.2, mit weiteren 

Verweisen).

2.3. 

Bezüglich Anfangsverdachts fällt auf, dass der Beschwerdeführer am 3. Mai 2013 

Angaben machte, welche die von Dr. L.___ attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit in 

Frage stellten, so etwa bezüglich Autofahren, Benutzung des öffentlichen Verkehrs, der 

Pflege üblicher Kontakte und des Scheiterns der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit 

lediglich weil er nicht wisse, welche (IV-act. 87). Ob bzw. dass er die Frage nach den 

Kontakten falsch verstanden haben soll (vgl. IV-act. 111-7), ist, da er dies erst nach 

Durchführung der Observation vorbrachte, für deren objektive Gebotenheit nicht 

massgebend. Zudem erscheint eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund der von 

Dr. L.___ im Verlaufsbericht vom 22. August 2013 festgehaltenen Diagnosen einer 

mittelgradigen depressiven Episode und einer ängstlichen Persönlichkeitsstörung nicht 

ohne weiteres nachvollziehbar (vgl. IV-act. 95). Hinzu kommt der am 18. September 

2013 entgegengenommene anonyme Hinweis (IV-act. 97 f.). Auch wenn eine 

vorgängige Überprüfung vor allem hinsichtlich allfälliger sachfremder Motive des 

Hinweisgebers nicht möglich war und der Inhalt des Hinweises fraglich erscheinen 

lässt, ob sämtliche Aussagen des Hinweisgebers unmittelbar auf eigenen 

Wahrnehmungen beruhten, kommt ihm ein gewisses Gewicht zu. Dass Reisen ins 

Ausland oder eine Arbeitstätigkeit in besagter Garage während der Observation nicht 

beobachtet wurden und das vom Beschwerdeführer geltend gemachte Rachemotiv 

des Hinweisgebers (act. G 1-3) vermögen daran nichts zu ändern, da es sich auch 

hierbei erst um nachträglich hinzugekommene Aspekte handelt. Damit war die 

Observation objektiv geboten. Sie fand ausschliesslich an öffentlich zugänglichen bzw. 

von dort einsehbaren Orten statt und war auch in zeitlicher Hinsicht verhältnismässig 

(vgl. als Richtlinie den seit 1. Oktober 2019 geltenden Art. 43a Abs. 5 Satz 1 ATSG, 

wonach die Observation an höchstens 30 Tagen innerhalb von sechs Monaten ab dem 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/25

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3.

Zu prüfen ist somit, ob das Gutachten beweistauglich ist bzw. ob auf die Einschätzung 

der Arbeitsfähigkeit der Gutachter abgestellt werden kann.

ersten Observationstag erfolgen darf). Mithin ist das Observationsmaterial vorliegend 

verwertbar.

Der Beschwerdeführer beklagte aktuell und seit dem Unfall massive Schmerzen im 

linken Bein und Fuss, auch am ganzen Körper. Auf der visuellen Analogskala (VAS) 

betrage die Schmerzintensität 8 bis 10/10 (IV-act. 127-9 f.). Zu Fuss könne er nicht 

einmal die Strecke von 100 m zurücklegen, das Bein "blockiere" (IV-act. 126-10). Des 

weiteren leide er unter massiven Konzentrations- und Gedächtnisstörungen (IV-

act. 127-12). Er sei durch den Unfall traumatisiert, reagiere schreckhaft, wenn er eine 

Blaulichtsirene höre. Er kenne Zustände, als ob er im Wachzustand mit jemandem 

rede, dabei gingen ihm bestimmte Gedanken durch den Kopf. Der Antrieb sei 

vermindert, er habe wenig Energie, könne gar nichts mehr geniessen. Er spüre eine 

innere Leere und Schwere, sei bisweilen auch unruhig (IV-act. 126-10). Er sei einsam, 

es fehlten soziale Kontakte. Zu Freizeitbeschäftigungen oder Hobbys könne er keine 

Angaben machen. Nach dem Frühstück gehe er alleine spazieren und treffe manchmal 

Bekannte zum Kaffee (IV-act. 126-10 f.; IV-act. 127-11).

3.1. 

 3.2. 

Das MR des Rückfusses links vom 18. Dezember 2015 ergab einen unauffälligen 

Gelenksbefund von OSG und USG ohne Hinweis auf eine posttraumatische, 

osteochondrale Läsion, leichte narbige Veränderungen des fibulokalkanearen und 

posterioren fibulotalaren Ligamentes sowie eine intramurale Partialläsion der 

Peronaeus brevis Sehne (IV-act. 167-4 f.). Die Skelettszintigraphie bzw. das CT vom 

gleichen Tag zeigte einen unauffälligen Befund bei Status nach Femurfraktur links ohne 

Hinweise auf Pseudoarthrose, eine fokale Mehraktivität im Gleitlager der Patella, leichte 

Überlastungszeichen im medialen, femorotibialen Kompartiment links ohne fassbare 

Pathologie, eine leichtgradig aktivierte Degeneration im medialen Abschnitt des OSG 

links, eine nicht aktive, stiftförmige Verknöcherung im Bereich des lateralen 

Kapselbandapparates im Rückfuss (Korrelat zum Röntgenbild) sowie eine leicht 

aktivierte Degeneration der Lisfranc Gelenke 4 und 5 links (Bericht vom 22. Dezember 

2015, IV-act. 146). Sodann verwies der Rheumatologe Dr. Y.___ im Bericht vom 

7. Februar 2016 auf ein Arthro-MRI des linken Hüftgelenkes vom 22. Januar 2016, 

wonach nebst einer beginnenden Coxarthrose eine Offsetstörung und ein Einriss in der 

3.2.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/25

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Basis des anterioren Labrums vorliegen würden (IV-act. 154-10). Er führte dazu aus, 

dieser Befund stimme sehr gut mit den beklagten linksseitigen Hüftbeschwerden sowie 

den klinischen Beschwerden überein. Die Beschwerden seien nicht nur klinisch 

objektivierbar, sie korrelierten (auch) mit (früheren) radiologischen Befunden (IV-

act. 154-10). Der Orthopäde Dr. Z.___ äusserte sich am 11. Januar 2016 zu den 

Befunden vom 18. Dezember 2015, es bestünden bei gut geheilten Frakturen von Tibia 

und Femur immer noch etwas Knochenumbau sowie ein Überdruck im Patellagleitlager 

(Trochlea) und im medialen Kompartiment. Diese Befunde erklärten die angegebenen 

Beschwerden teilweise, nicht aber die Notwendigkeit der Benutzung eines Stockes. 

Eine angepasste, wahlweise stehend oder sitzend auszuführende Arbeit sei mindestens 

halbtags zuzumuten (IV-act. 141). Im Bericht vom 7. Oktober 2019 führte er aus, im 

Röntgenbefund vom 21. September 2019 finde sich hinsichtlich des linken Fusses kein 

relevanter pathologischer Befund und im linken Knie keine Zeichen einer schweren 

Degeneration. Aufgrund aller Befunde könne in leichter Arbeit ohne häufiges Gehen 

und Stehen noch eine Leistung von 50 % zugemutet werden (act. G 18.1). Der 

Neurologe Dr. V.___ erklärte in seinem Bericht vom 2. Dezember 2015, die 

Beschwerden im linken Bein seien Folge der erlittenen Frakturen, mit teilweiser 

Defektheilung. Gemäss früheren Berichten bestehe eine Deformierung des 

Schenkelhalses links. Eine Defektheilung dürfte aufgrund der eingeschränkten Fuss- 

und Zehenheberfunktion links auch am linken Fussgelenk bestehen. Durch die 

veränderte Gehstatik sei es zu einer Überlastung des rechten Beines gekommen, mit 

der Folge von Knieschmerzen rechts. Unter weiterer Berücksichtigung eines cervico-

cephalen Schmerzsyndroms mit schmerzbedingter Bewegungseinschränkung der 

HWS mit palpatorisch verdickter und druckdolenter Nacken- und Schultermuskulatur 

und von berichteten Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten als 

wahrscheinliche Folge einer beim Unfall erlittenen Commotio cerebri erachtete er dem 

Versicherten keine Erwerbstätigkeit zumutbar (IV-act. 137-11 ff.). Am 18. September 

2019 hielt er fest, Beweglichkeit und Palpationsbefund der Halswirbelsäule hätten sich 

verschlechtert. Die Hypästhesien im linken Bein und die mässig ausgeprägte Fuss- und 

Zehenheberschwäche links seien direkte Folgen des Logensyndroms. Eine 

Arbeitsfähigkeit sei aufgrund des Beschwerdebildes nicht gegeben und dürfte auch in 

einer angepassten Tätigkeit 30 % nicht überschreiten (act. G 16.1).

Der orthopädische Gutachter hielt fest, gemäss Röntgenbefunden vom 

3. Februar 2015 (vgl. IV-act. 127-15 f.) liege bezüglich der Schenkelhals- und 

Oberschenkelfraktur ein hervorragendes operatives Ergebnis vor. Bis auf eine leicht 

vermehrte Sklerosierung am Pfannenrand sei die Fraktur vollkommen folgenlos 

3.2.2. 

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ausgeheilt (IV-act. 127-15). Die Schenkelhals- und Tibiakopfabscherfraktur seien 

knöchern hervorragend ausgeheilt. Sowohl an der Hüfte als auch am Kniegelenk sei 

derzeit keine Arthrose nachweisbar. Es bestünden im Vergleich zur Gegenseite keine 

massiv vermehrten degenerativen Veränderungen (IV-act. 127-17). Bei der 

Innenrotation der linken Hüfte gebe der Versicherte einen Endphasenschmerz an. 

Weiter bestünden Schmerzen und Druckschmerzen am Adduktorenansatz links. Es 

zeigten sich leichte Instabilitäten am linken Kniegelenk (IV-act. 127-14). Gemäss der 

körperlichen und radiologischen Untersuchung bestehe eine sehr geringe 

Funktionseinschränkung (IV-act. 127-17). In Kenntnis der neuen bildgebenden Befunde 

vom 18. Dezember 2015 und des Berichts von Dr. Y.___ vom 7. Februar 2016 mit 

Wiedergabe des Arthro-MRI-Befundes vom 22. Januar 2016 (dem Gutachter wurde 

das aktuelle IV-Dossier zugestellt, vgl. IV-act. 172) nahm der Gutachter am 18. April 

2017 Stellung. Er bezog sich zunächst zustimmend auf die Beurteilung von Dr. O.___ 

vom 24. Mai 2016. Die IV-Ärztin hatte sich zum Bericht von Dr. Y.___ vom 7. Februar 

2016 wie folgt geäussert: Die Diagnose eines femoroacetabulären Impingements sei 

nun durch das Arthro-MRI bestätigt. Sie liefere eine schlüssige und radiologisch 

belegte Erklärung für die bereits im Januar 2015 vom Rheumatologen festgehaltenen 

und im Gutachten diskutierten Einschränkungen im Bereich der linken Hüfte. Diese sei 

schlüssig und nachvollziehbar. Das Ausmass der funktionellen Einschränkungen durch 

diese Diagnose beruhe (indes) einzig auf den subjektiven Angaben des Versicherten. Im 

Gegensatz dazu stütze der orthopädische Gutachter seine Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit weniger auf das subjektiv vorgetragene Ausmass der Beschwerden, 

welches nicht im Einklang mit gewissen objektiven Befunden stehe, ab. Die Diskrepanz 

der Einschätzungen sei durch den unterschiedlichen Informationsstand und die 

unterschiedliche Funktion der beiden Ärzte begründet (IV-act. 156-4 f., 7). Der 

Gutachter fuhr fort, rein radiologisch seien alle Frakturen vollständig ausgeheilt. Die 

vorhandenen Verletzungen seien rein klinisch nicht mehr festzustellen gewesen. Die im 

CT dargestellten Mehranreicherungen deuteten auf eine beginnende Arthrose am linken 

Femur, am Kniegelenk und auf Höhe des Fibulaköpfchens. Rein radiologisch hätten sie 

jedoch nur am linken Hüftgelenk dargestellt werden können. Im SPECT-CT und in der 

Skelettszintigraphie ergebe sich kein Hinweis, das es sich um eine aktivierte Arthrose 

oder um massiv degenerative Veränderungen handle. Es seien auch keine 

Pseudoarthrosen-Hinweiszeichen gefunden worden. Wie aus dem Gutachten 

hervorgehe, habe er bis auf endphasige Bewegungseinschränkungen am Hüftgelenk 

keinerlei funktionelle Einschränkungen gefunden. Die Beweglichkeit der Hüfte habe 

sich im Zeitpunkt der Untersuchung von Dr. Z.___ eher verbessert gezeigt (IV-

act. 175-2 f.).

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Der orthopädische Gutachter hob sodann verschiedene Inkonsistenzen hervor: 

Der Beschwerdeführer habe zur Art und zum Verlauf der Schmerzen keine Angaben 

machen können (IV-act. 127-9). Beim An- und Auskleiden hätten das linke Hüft- und 

Kniegelenk keine Bewegungseinschränkungen gezeigt (IV-act. 127-12). Die vom 

Versicherten berichteten, nicht direkt beobachteten Beschwerden und präsentierten 

Symptome seien in sich nicht konsistent. Aufgrund der klinischen und radiologischen 

Untersuchungen bestünden massive Widersprüche zwischen den Beschwerden, die 

der Beschwerdeführer angebe, und den erhobenen subjektiven und objektiven 

Befunden (IV-act. 127-16 f.). Auffallend sei eine sehr gut ausgebildete Muskulatur am 

gesamten linken Bein und an der gesamten Wirbelsäule. Aufgrund derer sei nicht 

nachzuvollziehen, inwieweit der Versicherte das linke Bein in letzter Zeit geschont 

habe. Es sei eher anzunehmen, dass hier eine volle Belastung stattgefunden habe (IV-

act. 127-18). In Anbetracht dieser Unstimmigkeiten leuchtet ein, dass Dr. O.___ die 

unterschiedliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die behandelnden bzw. den 

Beschwerdeführer konsiliarisch untersuchenden Ärzte einerseits und durch den 

orthopädischen Gutachter andererseits darauf zurückführt, dass erstere nicht über die 

gesamte Aktenkenntnis verfügten und eine andere Aufgabe und damit Optik 

einnehmen als der Gutachter (Stellungnahmen Dr. O.___ vom 21. Januar 2016, IV-

act. 142-6, und vom 24. Mai 2016, IV-act. 156-7 f.). Auf das orthopädische 

Teilgutachten kann daher abgestellt werden.

3.2.3. 

Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, er hätte auch neurologisch und 

rheumatologisch begutachtet werden müssen. Dr. V.___ geht anamnestisch von einer 

beim Unfall 1999 erlittenen Commotio cerebri mit einer mindestens halbstündigen 

Bewusstlosigkeit aus (IV-act. 137-11) und erklärt damit zumindest die beklagten 

Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten des Beschwerdeführers (IV-

act. 137-13). Demgegenüber ist im echtzeitlichen Bericht des Regionalspitals B.___ 

vom 20. Dezember 1999 vermerkt, dass der Beschwerdeführer allzeit ansprechbar 

gewesen sei und adäquat reagiert habe (IV-act. 10-77). Auch die Austrittsberichte der 

Rehaklinik Bellikon vom 30. Oktober 2000 (IV-act. 10-45 ff.) und vom 25. April 2001 (IV-

act. 10-14 ff.) erwähnten keine kognitive, sondern eine affektive Problematik. Anlässlich 

der psychiatrischen Begutachtung durch Dr. E.___ beklagte der Beschwerdeführer eine 

leichte Abnahme der Konzentration "in letzter Zeit", ohne dass ein entsprechender 

Befund erhoben wurde (psychiatrisches Teilgutachten vom 11. Dezember 2001, IV-

act. 27-21, 23). Gemäss neurologischem Teilgutachten zuhanden der SUVA vom 

23. Dezember 2002 wurden ebenfalls keine kognitiven Beschwerden angegeben oder 

erhoben und es fanden sich keine Anhaltspunkte für eine post-traumatische 

3.2.4. 

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neurologische Läsion (IV-act. 36-19 f., 22 f.). Auch im psychiatrischen Gutachten von 

Dr. K.___ vom 19. März 2003 waren kognitive Beeinträchtigungen nicht Thema (IV-

act. 34-8 ff.). Dr. L.___ berichtete am 4. Mai 2005 und am 22. August 2013 über 

Beeinträchtigungen der Auffassung und Konzentration (IV-act. 75-9 ff.; IV-act. 95). Im 

Aufnahmegespräch in der psychiatrischen Klinik Ba.___ waren Aufmerksamkeit, 

Konzentration und Kurzzeitgedächtnis leichtgradig beeinträchtigt (Austrittsbericht vom 

26. Juli 2016, act. G 1.9-2 f.). Schliesslich ist im Bericht von Dr. L.___ vom 6. November 

2018 ebenfalls nicht mehr von erheblichen kognitiven Einschränkungen die Rede 

(act. G 14.1). Die von Dr. V.___ als dringend bezeichnete neuropsychologische 

Untersuchung (Bericht vom 2. Dezember 2015, IV-act. 137-11 ff.) wurde offenbar nicht 

durchgeführt. Der psychiatrische Gutachter hielt hierzu fest, kognitiv-mnestisch 

erscheine der Beschwerdeführer subjektiv (zwar) stark defizitär, (jedoch) sei die 

Mitwirkung als vermindert zu betrachten. Er habe angegeben, die Fragen nicht zu 

verstehen oder beantworten zu können (IV-act. 126-13 f.). Somit hatte auch der 

psychiatrische Gutachter keinen Anlass für weitere neuropsychologische Abklärungen. 

Dr. V.___ führt die Schmerzen am linken Bein auf keine dem neurologischen Fachgebiet 

zuzuordnende Ursache zurück. Als Grund für die Beinschmerzen nennt er 

Defektheilungen, welche wohl dem orthopädischen Fachgebiet zuzuordnen wären und 

aus dessen Sicht aber gerade verneint werden (vgl. IV-act. 137). Der Rheumatologe 

Dr. Y.___ beschäftigt sich mit den bildgebenden Befunden. Eine entzündliche bzw. 

rheumatische Ursache der Beschwerden erwähnt er nicht. Somit kann aufgrund der 

vorliegenden Akten davon ausgegangen werden, dass eine rheumatologische, 

neurologische oder neuropsychologische Beurteilung für die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung keine weiteren Erkenntnisse gebracht hätte. Die Berichte 

von Dr. Y.___ und Dr. V.___ vermögen das orthopädische Gutachten nicht in Frage zu 

stellen.

 3.3. 

Dr. L.___ stufte in seinem Bericht vom 27. Januar 2015 die vordiagnostizierte 

depressive Episode als mittelgradig bis schwer ein (ICD-10: F33.11/33.2), erwähnte 

zusätzlich die Diagnose einer Panikstörung (ICD-10: F41.0) und bestätigte die früheren 

Diagnosen einer ängstlichen Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6) und eines 

Zustands nach einem schweren Autounfall mit intensiven körperlichen Beschwerden 

am 16. November 1999. Er führte an, der Beschwerdeführer leide unter 

Minderwertigkeits-, Versagens- und Schuldgefühlen gegenüber seiner Familie und 

habe sich deswegen zunehmend zurückgezogen. Trotz der schon lange andauernden 

Behandlung habe sich das Krankheitsbild nicht verändert. Nach wie vor sei der 

3.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/25

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Versicherte sehr niedergeschlagen, innerlich angespannt, ängstlich und selbstunsicher, 

im Antrieb vermindert und habe in letzter Zeit häufig Panikattacken. Er bestätigte eine 

volle Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 137-14 f.).

Zu den Diagnosen von Dr. L.___ äusserte sich der psychiatrische Gutachter wie 

folgt: Der Beschwerdeführer habe sich in der Untersuchung (am 19. Februar 2015) 

nicht deprimiert, sondern punktuell allenfalls leichtgradig gereizt, dysphorisch und 

psychomotorisch intakt präsentiert. Im Gespräch sei er sogar aktiver geworden, wobei 

bei einer relevanten depressiven Symptomatik eine umgekehrte Dynamik zu erwarten 

gewesen wäre. Die vom behandelnden Psychiater erwähnte sehr labile Stimmung sei in 

der Untersuchung nicht zum Vorschein gekommen. Der Beschwerdeführer habe 

angegeben, im Selbstwertgefühl nicht beeinträchtigt zu sein, während der behandelnde 

Psychiater Minderwertigkeits-, Versagens- und Schuldgefühle gegenüber der Familie 

beschrieben habe (IV-act. 126-14). Weder in der Untersuchung noch in den 

Videoabschnitten habe er niedergeschlagen, ängstlich oder selbstunsicher gewirkt. 

Eine Verminderung des Antriebs habe sich nicht feststellen lassen. Zu Schlafproblemen 

habe er in der Untersuchung nichts Konklusives angegeben. Eine intensive depressive 

Verstimmung, wie im Bericht des behandelnden Psychiaters geschildert, sei in der 

aktuellen Untersuchung nicht zum Vorschein gekommen, was bei Vorliegen einer 

persistierenden mittelgradigen bis schweren depressiven Episode unweigerlich der Fall 

gewesen wäre. Der Gutachter diagnostizierte folglich gestützt auf seinen 

Untersuchungsbefund und die Observationsakten die depressive Episode als remittiert 

(ICD-10: F32.4; IV-act. 126-14 f.). Weiter hielt er fest, Symptome einer Panikstörung 

seien weder spontan noch auf Befragung hin geschildert worden (IV-act. 126-15). Die 

Diagnose einer ängstlichen Persönlichkeitsstörung könne nicht bestätigt werden, da 

die Eingangskriterien einer Persönlichkeitsstörung gemäss ICD-10 nicht gegeben 

seien. Dr. L.___ begründe diese Diagnose nicht (IV-act. 126-15 f.). Der Gutachter 

konnte somit die vom Beschwerdeführer geklagten Symptome nicht den von Dr. L.___ 

gestellten Diagnosen zuordnen.

3.3.2. 

Sodann wurden auch im psychiatrischen Gutachten verschiedene 

Unstimmigkeiten aufgezeigt: Eine Schmerzmimik habe der Beschwerdeführer 

ausschliesslich bei bewusst konfrontativ gestalteten Abschnitten des Gesprächs 

gezeigt (IV-act. 126-14). Die Angaben über die soziale Isoliertheit deckten sich nicht mit 

Ergebnissen der Observation. Dass sich das Krankheitsbild trotz langer Behandlung 

nicht verändert habe, lasse sich nicht nachvollziehen. Auffällig sei, dass die Angaben in 

der aktuellen Untersuchung um einiges weniger differenziert gewesen seien als 

diejenigen im Bericht des behandelnden Psychiaters. Der Beschwerdeführer habe 

3.3.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/25

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(jedoch) nach Observation und Intervention der IV nur noch die Möglichkeit gehabt, 

Symptome, die nach seiner eigenen Vorstellung eine schwer psychisch kranke Person 

zu beklagen habe, anzugeben. Diese Hypothese erkläre das vorliegende Bild mühelos 

(IV-act. 126-15). Das observierte Verhalten stehe in erheblichem Widerspruch zu den 

durch den behandelnden Psychiater während Jahren uniform attestierten Defiziten. Die 

von Dr. L.___ erwähnten zehn Termine innerhalb von eineinhalb Jahren (vgl. IV-act. 95) 

entsprächen nicht einer intensiven Behandlung eines therapieresistenten depressiven 

Syndroms. Das Kriterium der Diskrepanz zwischen der Schwere der beklagten 

Symptomatik und der Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe sei eindeutig erfüllt (IV-

act. 126-16). Der Gutachter kam zum Schluss, dass direkte Anhaltspunkte für 

Malingering zwar fehlten (IV-act. 126-15), der Beschwerdeführer jedoch die meisten 

Kriterien für Malingering nach Foerster und Weig erfülle (IV-act. 126-17, 21). 

Hinsichtlich der Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren 

Lebensbereichen lägen starke Widersprüche zwischen dem aufgezeichneten Verhalten 

des Beschwerdeführers und seinen eigenen Angaben vor (IV-act. 16-18). Der 

Beschwerdeführer selber habe sich in den Beschwerden sowie in seinem Verhalten 

während der ärztlichen Untersuchungen, aber auch während des Standortgesprächs in 

der IV-Stelle mit wesentlich mehr Defiziten präsentiert als in den Observationen, wo er 

sich unbeobachtet geglaubt habe. Insbesondere habe er aktuell (auch) nicht das ihm 

vom behandelnden Psychiater attestierte Bild präsentiert. Nehme man an, dass sich 

der Beschwerdeführer während jeweiligen ärztlichen Konsultationen entsprechend 

seinem subjektiven Krankheitskonzept verhalten habe, so könne das unter 

Berücksichtigung sämtlicher Quellen entstandene Bild mühelos erklärt werden. Habe 

bei der versicherungspsychiatrischen Begutachtung im Jahre 2003 noch ein 

psychopathologischer Befund erhoben werden können ohne relevanten Diskrepanzen 

zwischen den objektivierbaren Teilen der subjektiven Beschwerden, sei dies aktuell 

nicht mehr der Fall. Insofern sei eine relevante, in der Zwischenzeit stattgefundene 

Verbesserung anzunehmen. Funktionelle Einschränkungen liessen sich nicht mehr 

feststellen und es könne auf psychiatrischem Gebiet keine Diagnose mit Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit mehr gestellt werden (IV-act. 126-17 f.). Aus psychiatrischer Sicht 

sei der Beschwerdeführer spätestens ab Beginn der Observation im Februar 2014 zu 

100 % arbeitsfähig (IV-act. 126-19 f.). Ergänzend hierzu fällt auf, dass der 

Beschwerdeführer am 3. Mai 2013 angab, sein Gesundheitszustand sei gleich 

geblieben. Den Haushalt und die Einkäufe besorge die Ehefrau. Er habe normalen 

Kontakt zu Freunden und Verwandten, sei in keinem Verein oder Club Mitglied und 

benutze den öffentlichen Verkehr und fahre Auto. Er könnte sich vorstellen und wäre 

motiviert, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen, wisse aber nicht, was (IV-act. 87). 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/25

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Dennoch berichtete Dr. L.___ am 22. August 2013, der Beschwerdeführer sei nicht 

imstande, eine Erwerbstätigkeit auszuüben (IV-act. 95). Zwar korrigierte der 

Beschwerdeführer seine Aussage betreffend Kontakte später, wobei er gleichzeitig 

festhielt, seine Tochter habe den Fragebogen ausgefüllt (IV-act. 111-7). Dennoch fällt 

auf, dass die Einschätzung von Dr. L.___ pessimistischer ist als jene des 

Beschwerdeführers selbst, und dass sich der Beschwerdeführer trotz der beklagten 

Angst-, Panik- bzw. Flashbackattacken in gewissem Ausmass im Strassenverkehr 

bewegen kann und sogar weiterhin Auto fährt.

Dr. L.___ überwies den Beschwerdeführer am 3. Februar 2016 erstmals in die 

psychiatrische Klinik Ba.___ und nannte im Überweisungsbericht die bisherigen 

Diagnosen (mittel- bis schwergradige depressive Episode, Panikstörung, ängstliche 

Persönlichkeitsstörung; IV-act. 154-3 ff.). Die behandelnden Ärzte der Klinik 

diagnostizierten eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) sowie eine 

mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) und bescheinigten eine 

Arbeitsunfähigkeit für die Dauer des Klinikaufenthaltes. Es wurde unter anderem 

festgehalten, der Beschwerdeführer berichte, vor ca. 30 Jahren gesehen zu haben, wie 

eine Familie in einem brennenden Auto eingeschlossen gewesen sei. Dies würde ihn 

stärker beschäftigen als sein eigener Unfall (act. G 1.9). Bereits im Bericht über das 

psychosomatische Konsilium in der Rehaklinik Bellikon vom 8. März 2001 war zu dieser 

Thematik Folgendes vermerkt worden: Der Beschwerdeführer habe während rund 10 

Minuten das Gespräch mit dem Referierenden stehend ohne Stock führen können, 

ohne dabei vegetativ geängstigt zu wirken. Aufgrund der gesamten Befundlage 

bezüglich Flashbacks bei der Beschäftigung mit dem verletzten Körperteil sei wenig 

wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer aufgrund einer posttraumatischen 

Belastungsstörung die Belastung des linken Beins meide. Die Diagnosekriterien einer 

posttraumatischen Belastungsstörung seien nicht in genügendem Ausmass erfüllt (IV-

act. 10-20 ff.). Weder die Gutachter Dr. E.___ noch Dr. K.___ noch der behandelnde 

Dr. L.___ diagnostizierten im weiteren Verlauf eine posttraumatische Belastungsstörung 

oder zogen diese überhaupt in Betracht. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass die 

geschilderten Albträume und Flashbacks - auch bezüglich eines früheren miterlebten 

Unfallereignisses - die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers massgeblich 

beeinträchtigen. Zudem erwähnte Dr. L.___ im Überweisungsbericht vom 3. Februar 

2016 an die Klinik, Angst und depressive Stimmung hätten sich nicht zuletzt wegen der 

Schwierigkeiten mit der IV verstärkt (IV-act. 154-3 ff.). Es ist deshalb auch von einer 

vorübergehenden und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten 

Verschlechterung auszugehen. Die Ausführungen der Klinik Ba.___ vom 26. Juli 2016 

3.3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 24/25

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4.

Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf berufliche Massnahmen hat.

vermögen daher das Gutachten nicht zu entkräften. Dies gilt auch hinsichtlich des 

Berichts vom 16. August 2018 über den erneuten Klinikaufenthalt vom 15. Mai bis 

11. Juni 2018, zumal die angefochtene Verfügung am 22. März 2018 erlassen wurde 

und verständlicherweise erneut zu einer Verschlechterung des psychischen Zustands 

geführt haben wird. Gegen das Vorliegen eines insgesamt schwerwiegenden Befundes 

spricht auch, dass die stationäre Behandlung nach dem Tod der Mutter des 

Beschwerdeführers offenbar abgebrochen und nicht mehr fortgesetzt wurde (vgl. 

act. G 6.1).

Zwar ist dem Beschwerdeführer zuzustimmen, dass das Observationsmaterial 

nicht auf ein einer vollen Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit entsprechendes 

Aktivitätsniveau schliessen lässt. In zusätzlicher Berücksichtigung der beschriebenen 

Diskrepanzen zwischen den geklagten Beschwerden einerseits und den klinischen und 

bildgebenden Befunden andererseits erscheint aus somatischer Sicht jedoch 

nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer eine angepasste leichte Tätigkeit, 

insbesondere ohne häufiges Gehen, vollzeitlich ausüben könnte. In Anbetracht der 

Intensität der psychiatrischen Behandlung und des Fehlens ausgeprägterer 

psychopathologischer Befunde anlässlich der psychiatrischen Begutachtung ist auch 

die Beurteilung des psychiatrischen Gutachters nachvollziehbar. Folglich ist sowohl in 

somatischer als auch in psychischer Hinsicht von einer wesentlichen Verbesserung des 

Gesundheitszustandes und der Erwerbsfähigkeit spätestens im Zeitpunkt der 

Observation auszugehen. Da der Beschwerdeführer in adaptierter Tätigkeit vollständig 

arbeitsfähig ist, hat die Beschwerdegegnerin seine Rente zu Recht eingestellt.

3.4. 

Nach ständiger Rechtsprechung ist im Regelfall eine medizinisch attestierte 

Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. 

Bei Versicherten, die bei Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente das 55. 

Altersjahr vollendet haben oder die eine Rentenbezugsdauer von mindestens 15 Jahren 

aufweisen, ist - von Ausnahmen abgesehen - eine Selbsteingliederung nicht mehr 

zumutbar. Ausnahmen im Sinne dieser Rechtsprechung liegen namentlich vor, wenn 

die langjährige Abstinenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe 

zurückzuführen ist, die versicherte Person besonders agil, gewandt und im 

gesellschaftlichen Leben integriert ist oder über besonders breite Ausbildungen und 

Berufserfahrungen verfügt (SVR 2015 IV Nr. 41 S. 139, Urteil 9C_183/2015 vom 19. 

August 2015 E. 5 mit Hinweisen).

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 25/25

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5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss gedeckt.

Der Beschwerdeführer machte sowohl im Einwand vom 9. März 2018 (IV-

act. 189-1 ff.) als auch in der Replik vom 6. September 2018 (act. G 9) explizit geltend, 

(gar) nicht arbeitsfähig zu sein. Angesichts dieser subjektiven Krankheitsüberzeugung 

hat die Beschwerdegegnerin zu Recht von der Durchführung von 

Eingliederungsmassnahmen abgesehen (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juli 2019, 

8C_114/2019, E. 3.4.2). Da der Beschwerdeführer indes grundsätzlich Anspruch auf 

berufliche Massnahmen hat, steht es ihm offen, sich hierfür bei der 

Beschwerdegegnerin neu anzumelden, sobald er sich zu deren Durchführung in der 

Lage fühlt.

4.2. 

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.5.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer 

aufzuerlegen und durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- 

gedeckt. Der Beschwerdeführer hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

5.2. 

bis

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 29.06.2020
	Art. 17 ATSG: Einstellung einer Rente gestützt auf eine verwertbare Observation und ein beweiskräftiges Gutachten (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. Juni 2020, IV 2018/141).

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		2024-05-26T23:57:44+0200
	"9001 St.Gallen"
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