# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bbb9af6d-3d7a-5cfa-8557-8e1eeec69e2a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.09.2010 D-5328/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5328-2010_2010-09-02.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5328/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), 
Richterin Gabriela Freihofer, Richter Gérald Bovier,
Gerichtsschreiber Gert Winter.

A._______, geboren (...),
alias A._______, geboren (...),
alias A._______, geboren (...),
alias A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
vertreten durch Hans Peter Roth,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM 
vom 22. Juni 2010 / N .

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5328/2010

Sachverhalt:

A.
Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer  seinen 
Heimatstaat am 8. Februar 2010 von Colombo aus auf dem Luftweg 
und gelangte am 12. Februar 2010 via Italien und unkontrolliert in die 
Schweiz, wo er am 15. Februar 2010 im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum (EVZ) M._______ ein Asylgesuch stellte. Anlässlich der Be-
fragung vom 16. Februar 2010 zur Person (BzP) im EVZ M._______ 
sowie  der  Anhörung  vom 7. April  2010  durch das BFM machte  der 
Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im  Wesent-
lichen geltend,  er  sei  tamilischer Herkunft  und habe vor seiner Aus-
reise in  N._______ (Jaffna District)  Wohnsitz  gehabt. Im Jahre 2007 
sei er im Rahmen einer Personenkontrolle im Camp O._______ kurze 
Zeit festgehalten worden. Auch im April/Mai 2007 sei er während eines 
Aufenthalts  in  Colombo  kontrolliert  worden.  Daraufhin  sei  er  nach 
Jaffna geschickt worden. Nach der Schule habe er sich in den Jahren 
2004  bis  2009  auf  den  Feldern  seines  Vaters  in  der  Landwirtschaft 
nützlich  gemacht.  Im  November  2009  habe  ihn  eine  C.I.D.-Person 
(C.I.D.: Criminal Investigation Division) einer Kontrolle unterzogen, als 
er  gerade  aus  dem  Tempel  Maniyappar  in  Jaffna  gekommen  sei. 
Dieser  Mann  habe  schliesslich  Verstärkung  beziehungsweise  ein 
Fahrzeug  angefordert,  das  er  habe  besteigen  müssen.  Nach  einer 
stundenlangen  Fahrt  sei  er  in  einem  Camp,  bestehend  aus  drei 
Häusern,  angekommen  und  dort  während  ungefähr  zwei  Monaten 
festgehalten  worden.  In  dieser  Zeit  sei  er  zunächst  von  der  C.I.D., 
später auch von Militärangehörigen verhört worden. Diese hätten ihren 
Sieg  über  die  LTTE  (Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam)  mit  Alkohol  
gefeiert  und  ihn  gezwungen,  ebenfalls  Arrak  (Reisbranntwein)  zu 
trinken.  Sie  hätten  ihn  auch  geschlagen,  und  er  habe  eine  Mauer  
emporklettern müssen. Eine Soldatin habe ihm die Freilassung für den 
Fall  angeboten,  dass  er  ihr  die  Wahrheit  sage. Doch  habe er  seine 
Freiheit  erst  erlangt,  nachdem  sein  Vater  ein  EPDP-Mitglied  mit 
500'000 oder  600'000 Rupien habe bestechen  und auf  diese  Weise 
seine  Freilassung  am  frühen  Morgen  des  7.  Februar  2010  in 
P._______ bewirken können. In der Folge habe er den Heimatstaat am 
8. April 2010 verlassen.

B.
Mit Verfügung vom 22. Juni 2010 – eröffnet am 24. Juni 2010 – stellte  
das BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

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nicht,  und  lehnte  das  Asylgesuch  ab.  Gleichzeitig  ordnete  es  die 
Wegweisung  aus der  Schweiz  und  den  Vollzug an. Zur  Begründung 
ihres Entscheids hielt die Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer habe 
sich  insoweit  widersprüchlich  geäussert,  als  er  anlässlich  der  BzP 
ausschliesslich  geltend  gemacht  habe,  die  LSA-Armee  (srilankische 
Armee) habe ihn im November 2009 befragt, festgehalten und verhört. 
Dagegen  habe  er  anlässlich  der  Bundesanhörung  von  zahlreichen 
Verhören der C.I.D. gesprochen. Dementsprechend hätte er bereits in 
der BzP präzisieren müssen, es habe sich um die Polizeispezialeinheit 
gehandelt.  In diesem  Zusammenhang  könne  nicht  auf  eine 
nachträgliche Präzisierung in der Bundesanhörung verwiesen werden, 
weil es um zwei verschiedene staatliche Autoritäten gehe, die so nicht 
zusammengefasst  werden  könnten,  wie  es  der  Beschwerdeführer 
anlässlich  der  BzP  getan  habe.  Zudem  seien  die  Vorbringen  im 
Wesentlichen  völlig  unsubstanziiert  ausgefallen.  Weder  habe  der 
Beschwerdeführer  das  Datum  seiner  Festnahme  noch  die  exakte 
Haftdauer präzisieren können. Stattdessen habe er von ungefähr zwei 
Monaten  gesprochen,  doch  hätten  seine  Angaben  zum Anfang  und 
Ende  der  Haft  auf  eine  Dauer  von  etwa  zweieinhalb  Monaten 
schliessen  lassen.  Des  Weiteren  habe  er  keinen  einzigen  Namen 
nennen können, den er während seiner Haft hätte hören müssen. Auch 
habe er nicht angeben können, wie viele Soldaten im Camp stationiert 
gewesen seien oder wie oft er verhört worden sei. Ebensowenig habe 
er spezifische Inhalte der Verhöre wiedergeben können. Zwar habe er 
etwa erwähnt,  dass  er  wiederholt  habe  Arrak  trinken müssen. Doch 
sobald es zur Präzisierung gekommen sei, habe er nur noch von einer 
Einnahme mit sofortigem Ausspucken gesprochen. Auch bezüglich der 
Soldatinnen habe er keinen Namen nennen oder präziseren können, 
wann er vor ihren Augen die Mauer habe emporklettern müssen. Des 
Weiteren habe er die Tätigkeiten im Camp so beschrieben, als ob er 
von seinem Alltag spräche, etwa von Feldarbeiten. Schliesslich habe 
er  auch  nicht  genau  gewusst,  wieviel  sein  Vater  für  die  Freilassung 
bezahlt habe und wie die EPDP die Freilassung durch das Militär habe 
erwirken  können.  Konstruiert  wirke  auch  die  Zeitabfolge:  Am 
7. Februar  2010 solle  er  freigelassen  worden und am nächsten Tag 
ausgereist  sein.  Demgegenüber  benötigten  Ausreiseformalitäten 
normalerweise  mehr  Zeit.  Dementsprechend  seien  diese  Vorbringen 
nicht  glaubhaft.  Im  Übrigen  habe  der  Beschwerdeführer  von  einer 
Siegesfeier gesprochen, die mit reichlichem Alkoholgenuss verbunden 
gewesen sei. Doch sei der Sieg über die Bewegung nicht im November 
2009  errungen  worden,  weshalb  die  entsprechenden  Vorbringen 

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tatsachenwidrig  und  nicht  glaubhaft  seien.  Schliesslich  habe  der 
Beschwerdeführer  geltend  gemacht,  er  sei  vor  dem  Jahre  2009 
zweimal  bei  einer  Personenkontrolle  angehalten worden. Diese  oder 
ähnliche  Vorbringen  seien  indessen  nicht  asylrelevant,  weil  nicht 
intensiv  genug.  Er  sei  jedenfalls  alsbald  auf  freien  Fuss  gesetzt 
worden,  weshalb  dieses  Vorbringen  des  Beschwerdeführer  nicht 
asylrelevant sei. Was den Wegweisungsvollzug betreffe, so erscheine 
ein solcher in den Norden Sri Lankas nicht zumutbar. Doch könne der 
Beschwerdeführer,  gestützt  auf  die  mit  seiner  Staatsangehörigkeit 
verbundene  Niederlassungsfreiheit,  beispielsweise  im  Grossraum 
Colombo  Wohnsitz  nehmen.  Zwar  gebe  es  auch  im  Südwesten  Sri 
Lankas  und  insbesondere  im  Grossraum  Colombo  sehr  strenge 
Sicherheitskontrollen. Insgesamt bestehe im Süden und Westen des 
Landes aber keine Situation allgemeiner Gewalt im Sinne von Art. 83 
Abs.  4  des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die 
Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20).  Der  Vollzug  der 
Wegweisung sei unter diesen Umständen nicht generell als unzumut-
bar zu bezeichnen. Vorliegend sprächen zudem individuelle Gründe für 
die  Zumutbarkeit  einer  Wohnsitznahme  in  Colombo  und  damit  des 
Wegweisungsvollzugs.  Der  Beschwerdeführer  sei  jung,  gesund  und 
verfüge im Südwesten seiner  Heimat,  im Grossraum Colombo,  über 
ein  tragfähiges  Beziehungsnetz.  Dazu  müsse  Folgendes  spezifiziert 
werden: Dem Beschwerdeführer könne nicht geglaubt werden, dass er 
mit  seinem Stiefbruder,  der  in  Colombo  ein  Velotaxi  betreibe,  über-
haupt  keine  Kontakte  gehabt  habe,  seitdem sich  dieser  in  Malaysia 
aufgehalten  habe.  Nach  dessen  Rückkehr  nach  Colombo  habe  er 
nämlich  mit  ihm  aus  der  Schweiz  telefonischen  Kontakt  gehabt. 
Bekanntlich kontaktiere man aus dem Ausland vorwiegend Personen, 
mit denen man einen engeren Kontakt pflege. Aus diesem Grund und 
weil  es  sich  beim  Stiefbruder  um  einen  nahen  Verwandten  mit  Er-
werbsmöglichkeiten  handle,  könne  in  casu  von  einer  konkreten 
Möglichkeit  der  Existenzsicherung  und  einer  gesicherten  Wohn-
situation gesprochen werden. Zudem habe sich der Beschwerdeführer 
bereits  monatelang  (vergeblich)  in  Colombo  aufgehalten,  um  ein 
Visum für Indien zu erlangen. Bei diesem Unterfangen habe ihn sein 
Vater unterstützt. Schliesslich zähle er einen Onkel in Grossbritannien 
und  einen  weiteren  in  Deutschland  zu  seinen  nahen 
Familienmitgliedern. Diese könnten ihn auch in Colombo unterstützen. 
Dementsprechend erachte das BFM den Vollzug der Wegweisung des 
Beschwerdeführers in den Heimatstaat als zumutbar.

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C.
Mit  Beschwerde  vom  23.  Juli  2010  liess  der  Beschwerdeführer  die 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl 
in  der  Schweiz  beantragen.  Eventualiter  sei  die  Unzulässigkeit  und 
Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen sowie die vor-
läufige Aufnahme des Beschwerdeführers in der Schweiz anzuordnen. 
Schliesslich  beantragte  er  in  prozessualer  Hinsicht  den  Verzicht  auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses.

Auf  die  Begründung  wird,  soweit  wesentlich,  in  den  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

D.
Mit  Eingabe  vom 24. August  2010  liess  der  Beschwerdeführer  eine 
Bestätigung  vom 5.  August  2010  seines  Stiefbruders  zu  den  Akten 
reichen. Diese halte fest,  dass dieser seit  seiner Geburt  an der auf-
geführten  Adresse  in  N._______  wohne. Dies  werde  durch  den  zu-
ständigen Regierungsbeamten bestätigt. Im Begleitschreiben zur Be-
stätigung wird zudem festgehalten, beim Wohnsitz in Colombo habe es 
sich  um einen  temporären  Aufenthalt  gehandelt,  als  der  Stiefbruder 
nach seiner Rückkehr aus Malaysia vorübergehend eine Anstellung als 
Taxifahrer gefunden habe. Vor einigen Wochen sei er nach N._______ 
zurückgekehrt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  in 
diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

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1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 1  AsylG,  Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 52  VwVG).  Der  Beschwerde-
führer  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise  Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde 
legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 48  Abs. 1  VwVG).  Auf  die  Be-
schwerde ist einzutreten.

2.

2.1 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die 
unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen 
Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106 
Abs. 1 AsylG).

2.2 Das Bundesverwaltungsgericht erachtet den Sachverhalt aufgrund 
der  vorliegenden  Akten  als  ausreichend  erstellt,  weshalb  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet werden kann (Art. 111a Abs. 1 AsylG).

3.  

3.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 

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massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.  

4.1 In seiner Beschwerde machte der Beschwerdeführer im Wesent-
lichen  geltend,  die  Vorinstanz  habe  es  unterlassen,  eine  detaillierte 
Beurteilung  der  Verfolgungsfurcht  vorzunehmen,  obschon  diese 
bereits  ohne  erlittene  Verfolgungsmassnahmen  asylbegründend  sein 
könne. Ausserdem habe sich der Beschwerdeführer in Bezug auf die 
Frage,  ob  er  von  Angehörigen  der  srilankischen  Armee  oder 
Angehörigen des Geheimdienstes C.I.D. verhört worden sei, entgegen 
den Erwägungen der angefochtenen Verfügung nicht  widersprüchlich 
geäussert.  Es  sei  nämlich  für  Zivilisten  nicht  immer  klar,  welcher 
Abteilung des Staatsapparates gewisse Personen angehörten. So sei 
es durchaus üblich, dass uniformierte Soldaten zusammen mit zivilen 
Personen  der  Geheimdienste  und/oder  Angehörigen  von 
regierungsfreundlichen  tamilischen  Milizen  aufträten,  die  auch  nicht 
immer uniformiert seien. Zudem mute es etwas merkwürdig an, wenn 
das BFM die pauschale Kurzbefragung in der Empfangsstelle für seine 
Entscheidbegründung  heranziehe,  habe  doch  das  EJPD  in  einem 
Entscheid  vom 18.  September  1989  festgehalten,  Aussagen  an  der 
Empfangsstelle  seien  nur  in  einem  beschränkten  Rahmen  zur 
Beurteilung der  Glaubhaftigkeit  tauglich. Auch zur  Sicherheitslage in 
Sri  Lanka  und  zur  Unzumutbarkeit  der  Wegweisung  habe  sich  das 
Bundesverwaltungsgericht  in  einem  Urteil  vom  14. Februar  2008 
geäussert.  Darin  halte  es  im  Wesentlichen  fest,  dass  sich  die 
Sicherheitslage  in  Sri  Lanka  seit  Januar  2006  kontinuierlich 
verschlechtert  habe.  Zudem  plane  die  srilankische  Regierung  eine 
grossangelegte Vertreibungsaktion für in Colombo wohnende Tamilen, 
wie die am 10. Juli  2010 verzeichnete Vertreibung armer tamilischer 
Slum-Bewohner,  die  ihre  dürftigen  Bretterbuden  ohne  Bewilligung 
aufgebaut hätten, unter Beweis stelle. Was den Beschwerdeführer im 
Besonderen  anbelange,  so  bestehe  das  tragfähige  Beziehungsnetz 
lediglich  aus  der  Person  eines  Stiefbruders,  dem  es  jedoch  nicht 
gelungen sei, in Colombo Fuss zu fassen. In der Folge sei er wegen 
permanenter  Schikanen  seitens  der  Polizei,  der  Behörden  und 
singhalesischer  Konkurrenten  vor  kurzem wieder  in  den  Norden  Sri 
Lankas  umgezogen.  Eine  entsprechende  Bestätigung  werde  noch 
nachgereicht. Der Beschwerdeführer seinerseits habe nie längere Zeit 
in Colombo gewohnt, sei beruflich unqualifiziert und spreche auch kein 

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Singhalesisch.  Das  angebliche  Beziehungsnetz  in  Colombo  erweise 
sich somit als hypothetisch.

4.2 Diese  Vorbringen  in  der  Beschwerdeschrift  vermögen  indessen 
nicht  zu  einer  veränderten  Betrachtungsweise  zu  führen,  weil  die 
Schilderungen  des Beschwerdeführers  unglaubhaft  ausgefallen  sind. 
Zwar  trifft  es  zu,  dass  Zivilisten  nicht  immer  klar  erkennen  können, 
welcher Abteilung des Staatsapparates gewisse Personen angehören. 
Indessen sind Personen, die eine Militäruniform tragen, als Soldaten 
ohne  Weiteres  für  jeden  srilankischen  Staatsangehörigen  erkennbar 
und unterscheiden sich somit signifikant von Zivilisten. Hätte der Be-
schwerdeführer  somit,  wie  er  anlässlich  der  Anhörung  vom 7.  April  
2010 geltend machte, nach zwei oder drei Tagen nach der Festnahme 
durch  die  Soldaten  Bekanntschaft  mit  Beamten  der  C.I.D. gemacht, 
hätte  er  diesen  wesentlichen  Begleitumstand  bereits  anlässlich  der 
BzP im EVZ M._______ geltend machen müssen. Dementsprechend 
drängt sich der Eindruck auf, der Beschwerdeführer habe ein wesent-
liches  Sachverhaltsmoment  nachgeschoben,  was  seine  Vorbringen 
unglaubhaft  erscheinen  lässt.  Ein  derartiger  Widerspruch  lässt  sich 
nicht mit dem summarischen Charakter der Befragung erklären, wes-
halb denn auch nicht einzusehen ist, weshalb er nicht im Rahmen der 
Beweiswürdigung zu berücksichtigen sein sollte (Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
1993  Nr.  3  E.  3  S.  13).  Im  Übrigen  handelt  es  sich  bei  dem  vor-
genannten  Widerspruch  nicht  um  den  einzigen  Aspekt,  der  den 
Schluss  auf  Unglaubhaftigkeit  der  Vorbringen  nahelegt.  Vielmehr 
präsentierte  die  Vorinstanz  zusätzlich  eine  Reihe  unsubstanziierter 
Vorbringen,  die  den  entsprechenden  Schluss  bestätigen.  So  ist 
beispielsweise  davon  auszugehen,  die  Beamten  der  Polizeispezial-
einheit  C.I.D.  wären  durchaus  in  der  Lage  gewesen,  den  Be-
schwerdeführer  in  einer  Weise zu verhören,  die  es ihm nachträglich 
erlaubt hätte, den spezifischen Inhalt der Einvernahmen substanziiert 
zu schildern. Angesichts der zahlreichen unsubstanziierten Vorbringen 
drängt sich der Eindruck auf, der Beschwerdeführer habe bei seinen 
Schilderungen nicht auf Erinnerungen an tatsächliche Begebenheiten 
zurückgreifen  können  und  stattdessen  die  geltend  gemachte  Ver-
folgungssituation  lediglich  erfunden,  um  seinem  Asylgesuch  Nach-
druck  zu  verleihen.  Bei  dieser  Sachlage  kann  sich  der 
Beschwerdeführer nicht auf begründete Furcht berufen.

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4.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass beim Beschwerdeführer 
keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG vorliegt  und er nicht  als 
Flüchtling anerkannt werden kann. Mangels erfüllter Flüchtlingseigen-
schaft ist ihm zu Recht das nachgesuchte Asyl nicht gewährt worden.

5.

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).

6.

6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  (Schweizerische  Asylrekurskommission) 
der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft,  das 
heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und 
andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, 
in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 
2009, Rz. 11.148).

6.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Ver-
pflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat  ent -
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist  oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 

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28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101),  Art. 3  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember  1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmensch-
licher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen 
werden.

6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in 
Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat ist 
demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerde-
führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 
einer  Ausschaffung  in  den Heimatstaat dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des 
Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener 
des  UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass 
ihm  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Be-
handlung drohen würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen 
Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06, 
§§ 124 - 127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Auch  die  allgemeine 
Menschenrechtssituation  im  Heimatstaat lässt  den Wegweisungsvoll-
zug  zum  heutigen  Zeitpunkt  klarerweise  nicht  als  unzulässig  er-
scheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl 
im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zu-
lässig.

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6.4

6.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.4.2 Für aus der Nord- oder der Ostprovinz stammende srilankische 
Asylsuchende  tamilischer  Ethnie  setzt  die  Anerkennung  einer  inner-
staatlichen Aufenthaltsalternative im Süden des Landes, namentlich im 
Grossraum  Colombo,  das  Vorliegen  besonders  begünstigender 
Faktoren  voraus,  insbesondere  die  Existenz  eines  tragfähigen 
familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie von Aussichten auf 
eine  gesicherte  Einkommens-  und Wohnsituation  (vgl.  BVGE 2008/2 
E. 7.6.2 S. 21 f.).

6.4.3 Eigenen Angaben zufolge stammt der – den Akten zufolge junge 
und  gesunde  –  Beschwerdeführer  aus  N._______  (Jaffna),  weshalb 
sich  die  Frage  stellt,  ob  in  casu  die  obgenannten,  besonders  be-
günstigenden  Faktoren  vorliegen.  Dies  wird  –  wie  vorstehend  er-
wähnt – in der Beschwerdeschrift bestritten, beispielsweise unter Be-
rufung auf die sogenannte Vertreibungsaktion vom 10. Juli  2010 der 
srilankischen Behörden. Indessen gibt  es für  den  Beschwerdeführer 
zum einen  keinen  Anlass,  sich  in  einer  illegalen  Baute  in  Colombo 
niederzulassen.  Zum  anderen  hat  er  nach  der  Überzeugung  des 
Bundesverwaltungsgerichts  die  Möglichkeit,  bei  seinem  in  Colombo 
wohnhaften Stiefbruder  unterzukommen,  wie  dies  bereits  in  der  an-
gefochtenen Verfügung mit zutreffender Begründung ausgeführt wird. 
Diese Möglichkeit wird in der Beschwerdeschrift (erstmals) mit der Be-
gründung  bestritten,  der  Stiefbruder  des  Beschwerdeführers  habe 
nicht  in  Colombo  Fuss  fassen  können  und  sich  in  der  Folge  vor 
kurzem  wieder  in  den  –  dem  Beschwerdeführer  praxisgemäss  un-
zumutbaren – Norden Sri  Lankas begeben. Indessen vermag dieses 
Vorbringen  in  casu  nicht  zu  einer  veränderten  Betrachtungsweise 
bezüglich der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Colombo 
zu führen. Aufgrund der Akten steht nämlich unzweideutig fest, dass 
der Beschwerdeführer unter dem Eindruck drohender Ausschaffung in 
den  Heimatstaat  jeweils  keinerlei  Hemmungen  zeigt,  die 

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schweizerischen  Behörden  mit  zahlreichen  tatsachenwidrigen  Be-
hauptungen irre zu führen (A3/38 S. 19, 24 – 27, insbesondere Frage 
39 S. 27; A1/12 S. 9). Dementsprechend drängt sich der Schluss auf, 
der Beschwerdeführer knüpfe in seiner Beschwerde wieder einmal an 
alte  Gewohnheiten  an,  rückte  doch  mit  dem  vorinstanzlichen  Ent-
scheid  der  drohende  Wegweisungsvollzug  wieder  einmal  bedrohlich 
näher. Bezeichnenderweise wusste er nur kurze Zeit vor dem Erlass 
der vorinstanzlichen Verfügung, nämlich anlässlich der Anhörung vom 
7. April  2010  durch  das  BFM,  noch  nichts  über  die  angebliche  Be-
drängnis seines Stiefbruders in Colombo zu berichten, obwohl er mit 
ihm von der Schweiz aus bereits telefoniert  hatte (A18/17 D28, D31 
S. 5). Darüber hinaus ergibt sich aus seinen Vorbringen, dass sich der 
Stiefbruder  bereits  im  Jahre  2006  in  Colombo  niederliess  und  eine 
Frau aus Colombo heiratete, sich danach vorübergehend in Malaysia 
aufhielt, bevor er wieder nach Colombo zurückkehrte. Daraus dürfte zu 
schliessen  sein,  dass  der  Stiefbruder  zum  einen  nachhaltig  in 
Colombo Fuss fasste  und das tatsächliche Beziehungsnetz des Be-
schwerdeführers zum anderen noch etwas grösser ist,  als  es in der 
angefochtenen  Verfügung  dargestellt  wurde.  Angesichts  der  vor-
liegenden Fallkonstellation drängt sich der Schluss auf, dass der an-
gebliche  Wegzug  des  Stiefbruders  in  den  Norden  Sri  Lankas,  un-
glaubhaft  ist  und dem Beschwerdeführer lediglich dazu dient,  das in 
Wirklichkeit weiterhin vorhandene soziale Netz zu verbergen. Aufgrund 
der Akten nicht völlig unerwartet vermag denn auch die am 24. August 
2010 nachgereichte Bestätigung des Stiefbruders nicht zu einer ver-
änderten Betrachtungsweise zu führen, steht ihr Inhalt doch in Wider-
spruch zu den bereits oben erwähnten Vorbringen des Beschwerde-
führers zum Aufenthalt seines Stiefbruders in Malaysia und Colombo 
sowie dessen Heirat mit einer Frau aus Colombo. Dieses Schriftstück 
ist bestenfalls als Gefälligkeitsschreiben zu qualifizieren. Demnach ist 
nach dem Gesagten davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 
in Colombo eine  neue Existenz als Hilfsarbeiter aufbauen kann, was 
ihm  angesichts  der  derzeitigen  ethnischen  Zusammensetzung  der 
Bevölkerung von Colombo nicht wirklich schwer fallen sollte. Was die 
allenfalls  notwendige  Unterstützung  des  Beschwerdeführers  beim 
Aufbau einer neuen Existenz in Colombo anbelangt, so steht ihm über 
das  bereits  Gesagte  hinaus  ein  überaus  weit  gespanntes  soziales 
Netz zur Verfügung. Bekanntlich reiste sein in Deutschland lebender 
Onkel  auf  eigene  Kosten  nach  Mailand,  um  den  Beschwerdeführer 
dort abzuholen und in die Schweiz zu geleiten. Da es sich dabei nicht 
um  eine  blosse  Behauptung  des  Beschwerdeführers,  sondern  eine 

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aktenkundige  Tatsache  handelt,  darf  man davon  ausgehen,  der  Be-
schwerdeführer werde auch nach seiner Rückkehr nach Colombo auf 
die finanzielle Unterstützung seines in Deutschland lebenden Onkels, 
allenfalls  auch  auf  diejenige  des  in  London  lebenden  Onkels  (vgl. 
A1/12  S. 4),  zu  dem  gleichfalls  enge  Beziehungen  bestehen  (vgl. 
A3/38 S. 23), zurückgreifen können, wenn sein Vater dazu nicht (mehr) 
in ausreichendem Masse in der Lage sein sollte (A1/12 S. 8). Zudem 
ist es auch dem Beschwerdeführer, der sich bereits einmal während 
zweier Monate in Colombo aufhielt (A18/17 D20 S. 4), zur Bestreitung 
des  eigenen  Lebensunterhalts  zuzumuten,  einer  Erwerbstätigkeit 
nachzugehen (A1/12 Ziff. 8 S. 2/3). In Anbetracht seiner auch finanziell  
abgesicherten Ausgangslage hat der Beschwerdeführer nicht mit einer 
existenziellen  Notlage  zu  rechnen. Darüber  hinaus  hat  er  auch  die 
Möglichkeit,  sich  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  ausserhalb  von 
Colombo im Süden des Landes niederzulassen, wo er in der Landwirt -
schaft  einer  ihm  vertrauten  Beschäftigung  nachgehen  kann  (A1/12 
S. 3). Für derartige Tätigkeiten bedarf es im Übrigen, wie Erfahrungen 
mit  fremdsprachigen Mitarbeitern aus der  schweizerischen Landwirt-
schaft  zeigen, auch keiner besonderen Sprachkenntnisse. Zudem ist 
dem Beschwerdeführer, der mit dem Stellen eines Asylgesuchs in der 
Schweiz  implizit  auch  die  Bereitschaft  bekundete,  eine  hiesige 
Landessprache zu lernen, das Erlernen einer zweiten Landessprache, 
des Singhalesischen, ohne Weiteres zuzumuten. 

Nach dem Gesagten erweist  sich Vollzug der  Wegweisung auch als 
zumutbar.

6.5 Schliesslich  obliegt  es  dem Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung zu be-
stätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zu-
mutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine  An-
ordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 - 4 
AuG).

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8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.

9.1 Mit dem Entscheid in der Hauptsache wird das Gesuch um Ver-
zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos.

9.2 Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Be-
schwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG)  und  auf 
insgesamt  Fr.  600.--  festzusetzen  (Art. 1  -  3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N   (per 
Kurier; in Kopie)

- (die zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand:

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