# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a6b6d8a3-eec1-51c6-ae21-e14a6c5152ef
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 07.05.2024 S 2023 67
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2023-67_2024-05-07.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 23 67

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Zanolari Hasse

RichterIn von Salis und Righetti

Aktuarin Maurer

URTEIL

vom 7. Mai 2024

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Diane Günthart,

Beschwerdeführer

gegen

B._____ AG, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Philipp, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1978, war als Pfleger in der C._____ in D._____ bei 

den E._____ angestellt und dadurch über seine Arbeitgeberin bei der 

B._____ AG (fortan B._____) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen 

versichert.

2. Gemäss Schadenmeldung UVG vom 25. Mai 2021 wurde A._____ am 

15. Mai 2021 von einem Patienten mit Faustschlägen ins Gesicht und 

mehreren Schlägen auf den Kopf attackiert. Die B._____ erbrachte ihre 

Leistungen (Taggeld und Heilungskosten).

3. Der stellvertretende Hausarzt Dr. med. F._____ befundete anlässlich der 

Erstkonsultation vom 17. Mai 2021 ein Hämatom temporal parietal links 

und diagnostizierte eine Schädelkontusion. Er attestierte A._____ 

zunächst vom 15. Mai 2021 bis 31. Mai 2021 eine Arbeitsunfähigkeit von 

100 %.

4. Die Arbeitsunfähigkeit hielt in der Folge an. Mit Bericht vom 27. Oktober 

2021 diagnostizierte die Hausärztin Dr. med. G._____ eine Schädel-

kontusion mit Verdacht auf eine HWS-Distorsion initial sowie post-

traumatische Folgen des Angriffs. Am 26. November 2021 erklärte 

Dr. med. G._____, es bestünden seit dem 10. Juli 2021 keine somatischen 

Unfallfolgen mehr.

5. Mit Bericht vom 14. Januar 2022 hielt der behandelnde Psychiater 

Dr. med. H._____ den Behandlungsbeginn ab 1. Juni 2021 fest und diag-

nostizierte eine posttraumatische Belastungsstörung ICD-10 F43.1. Eine 

Rückkehr an die bisherige Stelle sei mindestens mittelfristig nicht denkbar; 

die Arbeitsunfähigkeit betrage nach wie vor 100 %.

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6. Am 1. Februar 2022 teilte die B._____ A._____ formlos mit, dass die 

Leistungen per 9. Juli 2022 eingestellt würden. A._____ liess durch die 

Rechtsschutzversicherung gegen diesen Entscheid Einwände erheben, 

worauf seitens der B._____ ein externes Gutachten bei Dr. med. I._____, 

Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie und Pharmazeutische 

Medizin, eingeholt wurde. Dr. med. I._____ bejahte in seinem Gutachten 

vom 19. September 2022 den natürlichen Kausalzusammenhang. Die 

Prognose der posttraumatischen Belastungsstörung sei in Anbetracht 

einer bereits jetzt eingetretenen teilweisen Verbesserung allen Erwar-

tungen zufolge als günstig zu betrachten. Der Fallabschluss mit vollstän-

diger Restitution sei per Ende März 2023 zu erwarten; die volle Arbeits-

fähigkeit ab Anfang April 2023 gegeben.

7. Am 4. November 2022 verfügte die B._____ die Einstellung der 

Leistungen per 31. März 2023. Gegen diese Verfügung liess A._____ 

Einsprache erheben. Die B._____ sistierte das Verfahren auf Gesuch des 

Versicherten hin und holte die medizinischen Berichte von Dr. med. 

G._____ vom 23. April 2023 sowie Dr. med. H._____ vom 8. Mai 2023 ein.

8. Mit Einspracheentscheid vom 2. Juni 2023 wies die B._____ die 

Einsprache vom 8. November 2022 ab. Im Wesentlichen begründet sie 

ihren Entscheid damit, die physischen Beschwerden, herrührend vom 

Unfall vom 15. Mai 2021, seien komplikationslos verheilt; seit dem 10. Juli 

2021 bestünden keine somatisch relevanten Folgen im Zusammenhang 

mit dem Ereignis vom 15. Mai 2021. Die psychischen Beschwerden 

stünden gemäss Einschätzung von Dr. med. I._____ bis mindestens 

31. März 2023 in natürlichem Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 

15. Mai 2021. Die Frage bezüglich des natürlichen Kausal-

zusammenhanges für die über den 31. März 2021 hinaus beklagten 

Beschwerden könne mangels adäquatem Kausalzusammenhang offen-

gelassen werden. Der Fallabschluss sei nach der Adäquanzprüfung 

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gestützt auf die Psychopraxis erfolgt. Der Unfall als solcher sei dem 

mittleren Bereich zuzuordnen. Keines der Kriterien sei in ausgeprägter 

Weise erfüllt. Der Angriff von Patienten auf das Pflegepersonal sei nicht 

ungewöhnlich und es könne nicht von besonders traumatischen 

Begleitumständen oder einer besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls 

gesprochen werden. Die erlittenen Verletzungen seien nicht besonders 

schwer gewesen und als solche auch nicht geeignet, eine psychische 

Fehlentwicklung auszulösen. Die ärztliche Behandlung habe nicht 

ungewöhnlich lange gedauert und körperliche Dauerschmerzen würden 

nicht vorliegen. Eine ärztliche Fehlbehandlung könne ausgeschlossen 

werden und der Heilungsverlauf sei weder schwierig noch hätte es 

Komplikationen gegeben. Die physisch bedingte Arbeitsunfähigkeit habe 

nur kurze Zeit gedauert. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen 

dem Unfall vom 15. Mai 2021 und den über den 31. März 2023 hinaus 

beklagten Beschwerden sei zu verneinen.

9. Dagegen liess A._____ (fortan Beschwerdeführer) am 16. Juni 2023 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben 

mit den folgenden Rechtsbegehren:

1. Der Einspracheentscheid vom 02.06.2023 sei aufzuheben und es seien dem 

Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen über den 31.03.2023 

zuzusprechen.

2. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zwecks Einholung eines 

psychiatrischen Gutachtens zurückzuweisen, damit sie hernach nochmals über 

die gesetzlichen Ansprüche der Beschwerdeführerin [recte: des Beschwerde-

führers] entscheide;

unter Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.

Zur Begründung liess der Beschwerdeführer anführen, Dr. med. I._____ 

Prognose sei reine Spekulation und tendenziös zugunsten der B._____ 

(fortan Beschwerdegegnerin). Eine Überprüfung der Prognose habe nie 

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stattgefunden resp. sei seitens der Beschwerdegegnerin unterlassen 

worden. Die Prognose habe sich nicht bewahrheitet; gestützt darauf die 

Leistung pro futuro einzustellen sei nicht vertretbar. Es habe auch keinen 

Sinn gemacht, einen Bericht bei der Hausärztin einzuholen, da der 

Beschwerdeführer nicht mehr in hausärztlicher Behandlung gestanden 

habe. Der Bericht von Dr. med. H._____ vom 8. Mai 2023 äussere sich 

nicht zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers; er sei aber auch nicht 

danach gefragt worden. Die Beschwerdegegnerin habe damit ihre 

Untersuchungspflicht verletzt. Die einmal anerkannte Leistungspflicht 

entfalle erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 

des Gesundheitsschadens darstelle und dieser nur noch auf unfallfremden 

Ursachen beruhe. Bezüglich der Verneinung des adäquaten Kausal-

zusammenhangs führe die Beschwerdegegnerin zur Begründung an, dass 

in einer psychiatrischen Einrichtung tätliche Angriffe auf Pfleger nichts 

Ungewöhnliches darstellten und daher keine traumatischen Begleit-

umstände vorlägen. Sie impliziere damit, dass ein Pfleger solche Angriffe 

hinnehmen müsse, und verkenne, dass der Beschwerdeführer von einem 

Patienten brutal zusammengeschlagen worden sei. Der Patient habe 

grundlos auf seinen Kopf und Gesicht eingeprügelt, bis der Beschwerde-

führer bewusstlos zu Boden gegangen sei. Der Patient habe in der Folge 

nicht von weiteren Schlägen abgesehen, bis andere Pfleger zu Hilfe 

gekommen seien. Es sei ein sehr aussergewöhnliches und sehr schweres 

Ereignis gewesen, welches den Beschwerdeführer in Lebensgefahr 

gebracht habe und nicht zum Arbeitsprofil für Angestellte in einer 

psychiatrischen Klinik gehöre. Die neben der Schädelkontusion erlittene 

und ärztlich gesicherte Diagnose posttraumatische Belastungsstörung 

(PTBS) sei keine "leichte" Verletzung; insbesondere wenn sie sich 

chronifiziere, sei sie nur schwer therapeutisch und medikamentös 

behandelbar. Zudem stünde der Beschwerdeführer seit dem Ereignis in 

Behandlung, was von langer Dauer sei. Wie Dr. med. I._____ anführe, 

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seien die Beschwerden und die damit im Einklang stehende Behandlung 

unfallkausal. Ebenfalls falsch sei die Feststellung der Beschwerde-

gegnerin, dass von einer Behandlung keine weiteren Besserungen zu 

erwarten seien. Wie Dr. med. H._____ ausführe, habe bereits eine 

Verbesserung erzielt werden können. Zusammenfassend sei die 

attestierte Arbeitsunfähigkeit aufgrund der erlittenen Verletzung und des 

tragischen Angriffs durchaus plausibel. Die Leistungen seien daher auch 

über den 31. März 2023 hinaus geschuldet. Eventualiter seien die offenen 

Fragen bezüglich Arbeitsfähigkeit und Heilbehandlung gutachterlich zu 

klären.

10. In ihrer Beschwerdeantwort vom 6. Juli 2023 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die kostenfällige Abweisung der Beschwerde und vertiefte ihre 

bereits in der angefochtenen Verfügung vom 2. Juni 2023 angeführte 

Begründung anhand der beschwerdeführerischen Vorbringen.

11. Der Beschwerdeführer replizierte am 17. Juli 2022 bei unveränderten 

Rechtsbegehren und wiederholte seinen Standpunkt.

12. In ihrer Duplik vom 8. August 2023 hielt die Beschwerdegegnerin unverän-

dert an ihren Anträgen fest und vertiefte ihren Standpunkt.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 2. Juni 2023 sowie die übrigen Akten wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

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II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 2. Juni 2023 (vgl. Akten des Beschwerde-

führers [Bf-act.] 2). Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen einen 

Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung Beschwerde 

an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in 

welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung 

ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer ist im Kanton Graubünden 

wohnhaft, womit die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt 

sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als im Einsprache-

verfahren unterlegener, formeller und materieller Adressat des angefoch-

tenen Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon überdies 

berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung 

auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde (Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. ATGS sowie Art. 61 

lit. b ATSG) ist damit einzutreten.

2. Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 2. Juni 2023. 

Unbestritten geblieben ist, dass die physischen Unfallfolgen vollständig 

ausgeheilt sind (vgl. Beschwerde vom 16. Juni 2023 [Gerichtsakte 1 

Rz. 15]). Streitig ist vielmehr, ob zwischen dem Unfall vom 15. Mai 2021 

und der aus den geklagten psychischen Beschwerden des Beschwerde-

führers, namentlich die PTBS, resultierenden Arbeitsunfähigkeit ein 

adäquater Kausalzusammenhang besteht; mithin ob die Beschwerde-

gegnerin zu Recht ihre Leistungen per 31. März 2023 eingestellt hat. Bei 

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der Beurteilung der streitigen Fragen ist der Sachverhalt zu berück-

sichtigen, der sich bis zum Erlass des angefochtenen Einsprache-

entscheids am 2. Juni 2023 verwirklicht hat (vgl. BGE 143 V 295 E.4.1.4 

und 142 V 337 E.3.2.2 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 

8C_81/2021 vom 27. Oktober 2021 E.7.3, 8C_64/2019 vom 27. November 

2019 E.6.2.1 und 8C_714/2018 vom 5. März 2019 E.4.3 mit Hinweis auf 

BGE 134 V 392 E.6 und 130 V 445 E.1.2).

3.1. Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 

setzt gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG grundsätzlich das Vorliegen eines Berufs-

unfalles, eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus. Der 

Unfallversicherer haftet jedoch für einen Gesundheitsschaden (Krankheit, 

Invalidität, Tod) nur insoweit, als dieser nicht nur in einem natürlichen, 

sondern auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang zum versicher-

ten Ereignis steht (vgl. BGE 148 V 356 E.3, 147 V 161 E.3.1 und 142 V 

435 E.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_640/2022 vom 9. August 2023 

E.3.1, 8C_698/2021 vom 3. August 2022 E.3.1 und 8C_499/2020 vom 

19. November 2020 E.2.2.1). Dabei spielt die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv 

ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die 

adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (vgl. BGE 134 V 

109 E.2 und 127 V 102 E.5b/bb; Urteile des Bundesgerichts 8C_640/2022 

vom 9. August 2023 E.3.4, 8C_698/2021 vom 3. August 2022 E.3.4 und 

8C_499/2020 vom 19. November 2020 E.2.2.1). Objektivierbar sind 

Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person 

des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. 

Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann 

gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit appara-

tiven/bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und die hierbei 

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angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind 

(vgl. BGE 140 V 356 E.3.2, 138 V 248 E.5.1; Urteile des Bundesgerichts 

8C_391/2022 vom 10. Januar 2023 E.3.2.2, 8C_698/2021 vom 3. August 

2022 E.4.2 und 8C_493/2021 vom 4. März 2022 E.3.3.2). Sind die 

geklagten Beschwerden natürlich unfallkausal, aber organisch nicht 

objektiv ausgewiesen, ist bei der Adäquanzprüfung vom augenfälligen 

Geschehensablauf auszugehen, wobei zwischen banalen bzw. leichten 

Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem 

dazwischenliegenden mittleren Bereich unterschieden wird, und es sind 

gegebenenfalls weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 140 

V 356 E.3.2 und 138 V 248 E.4 mit Hinweis; Urteile des Bundesgerichts 

8C_640/2022 vom 9. August 2023 E.3.4, 8C_698/2021 vom 3. August 

2022 E.3.4 und 8C_499/2020 vom 19. November 2020 E.2.2.1). Hat die 

versicherte Person einen Unfall erlitten, der die Anwendung der 

Schleudertrauma-Rechtsprechung rechtfertigt, so sind hierbei die durch 

BGE 134 V 109 E.10 präzisierten Kriterien massgebend. Ist diese 

Rechtsprechung nicht anwendbar, so sind grundsätzlich die Adäquanz-

kriterien, die für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall 

entwickelt wurden heranzuziehen (sog. Psycho-Praxis; vgl. BGE 140 V 

356 E.3.2, 138 V 248 E.4, 134 V 109 E.6.1 und 115 V 133; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_640/2022 vom 9. August 2023 E.3.4, 8C_698/2021 

vom 3. August 2022 E.3.4 und 8C_15/2021 vom 12. Mai 2021 E.7.1).

3.2. Der massgebende Sachverhalt ist anhand der folgenden Beweismaximen 

festzustellen: Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren 

und der Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 

Versicherungsträger und Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht 

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dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von 

ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das 

Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes 

vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 

fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhalts-

darstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als 

die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E.3.2, 138 V 218 E.6 und 

126 V 353 E.5b; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_533/2023 vom 

17. Januar 2024 E.2.4, 8C_688/2021 vom 8. Juni 2022 E.3.3 und 

8C_593/2021 vom 6. Januar 2022 E.2.4).

3.3. Die (verfahrensrechtliche) Mitwirkungspflicht bildet das Korrelat zur 

Untersuchungspflicht nach Art. 43 Abs. 1 ATSG. Im Sozialversicherungs-

prozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur 

insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten 

jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte (BGE 107 V 161 E.3a mit Hinweisen). Diese 

Beweisregel greift allerdings erst, wenn es sich als unmöglich erweist, im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweis-

würdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrschein-

lichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 144 V 427 E.3.2 

und 138 V 218 E.6; Urteile des Bundesgerichts 8C_722/2021 vom 

20. Januar 2022 E.4, 8C_765/2020 vom 4. März 2021 E.3.2.2 und 

8C_563/2020 vom 7. Dezember 2020 E.2.3).

3.4. Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person über den 

Unfallhergang wird in der Praxis auf die Beweismaxime der sog. 

spontanen "Aussagen der ersten Stunde" abgestellt, nach der Aussagen 

kurz nach dem Ereignis in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind 

als spätere Darstellungen, die – bewusst oder unbewusst – von nachträg-

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lichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beein-

flusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Laufe 

der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall 

gemacht hat, meistens grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis 

einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (BGE 143 V 168 E.5.2.2, 

121 V 45 E.2a und 115 V 133 E.8c). Der Grundsatz, wonach die ersten 

Aussagen nach einem schädigenden Ereignis in der Regel unbefangener 

und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, stellt eine im Rahmen 

der freien Beweiswürdigung zu berücksichtigende Entscheidungshilfe dar. 

Sie kann nur zur Anwendung gelangen, wenn von zusätzlichen 

Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_723/2019 vom 10. März 2020 E.5.1, 8C_470/2018 

vom 18. September 2018 E.4.1 und 8C_325/2017 vom 26. Oktober 2017 

E.4.2.1).

3.5. Das in casu zugrundeliegende Ereignis und der entsprechende 

Beschwerde- und Behandlungsablauf verliefen wie folgt:

3.5.1. Am 15. Mai 2021 befand sich der Beschwerdeführer zusammen mit einem 

Patienten im Patientenzimmer auf der Station der C._____ (vgl. 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 16. Juni 2022 

[Beilage 1 zur Replik]). Dieser Patient war in der Klinik für seine 

Handgreiflichkeit bekannt (vgl. Beschwerde [Gerichtsakte 1 Rz. 18]). 

Gemäss Schadenmeldung vom 25. Mai 2021 (vgl. Akten der Beschwerde-

gegnerin [Bg-act.] 1) wollte der Beschwerdeführer dem Patienten Reserve 

anbieten. Dabei wurde er mit Faustschlägen ins Gesicht und mit mehreren 

Schlägen auf den Kopf attackiert. Der Beschwerdeführer stellte am 

27. Mai 2021 Strafantrag gegen den Patienten wegen einfacher 

Körperverletzung (vgl. Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden 

vom 16. Juni 2022 [Beilage 1 zur Replik]). Aus dem Strafbefehl vom 

16. Juni 2022, mit dem der Angreifer wegen einfacher Körperverletzung 

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schuldig gesprochen wurde, geht hervor, dass dieser den Beschwerde-

führer, als jener ihm eine Reservemedikation anbot, unerwartet mit den 

Fäusten ins Gesicht und auf den Hinterkopf sowie in den Nackenbereich 

geschlagen habe, wodurch der Beschwerdeführer eine seitliche Schädel-

kontusion links erlitt.

3.5.2. Zwei Tage nach dem Ereignis begab sich der Beschwerdeführer in 

ärztliche Behandlung. Anlässlich der Erstkonsultation vom 17. Mai 2021 

stellte der stellvertretende Hausarzt Dr. med. F._____ ein Hämatom 

temporal parietal links fest und diagnostizierte eine Schädelkontusion (vgl. 

Arztzeugnis vom 31. Mai 2021 [Bg-act. 8]).

3.5.3. Die Erstkonsultation/Verlaufskontrolle bei der Hausärztin Dr. med. 

G._____ fand am 7. Juni 2021 statt. Mit Bericht vom 27. Oktober 2021 (vgl. 

Bg-act. 25) diagnostizierte die Hausärztin eine Schädelkontusion mit 

Verdacht auf eine HWS-Distorsion initial sowie posttraumatische Folgen 

des Angriffs. Am 26. November 2021 erklärte Dr. med. G._____, es 

bestünden seit dem 10. Juli 2021 keine somatischen Unfallfolgen mehr 

(vgl. Bg-act. 29).

3.5.4. Mit Bericht vom 14. Januar 2022 (vgl. Bg-act. 33) hielt der behandelnde 

Psychiater Dr. med. H._____ den Behandlungsbeginn ab 1. Juni 2021 fest 

und diagnostizierte eine posttraumatische Belastungsstörung ICD F43.1. 

Er hielt fest, dass eine Rückkehr an die bisherige Stelle mittelfristig nicht 

denkbar sei.

3.5.5. Aufgrund der dem Ereignis in zeitlicher Hinsicht näher stehenden 

Schadensmeldung sowie des Berichts des erstbehandelnden Arztes ist 

die seitens des Beschwerdeführers ins Feld geführte Bewusstlosigkeit 

nicht wahrscheinlich. Erst im Bericht der Hausärztin Dr. med. G._____ 

vom 27. Oktober 2021 (vgl. Bg-act. 25), mehr als fünf Monate nach dem 

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Ereignis, wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer zusammen-

gesackt und weggetreten sei. Diese Darstellung der eingetretenen 

Bewusstlosigkeit spiegelt sich auch nicht im von der Staatsanwaltschaft 

zugrunde gelegten Sachverhalt wieder (vgl. Beilage 1 zur Replik), bei 

welchem das Vorliegen von Bewusstlosigkeit im Rahmen der 

strafrechtlichen Würdigung eine Rolle spielen kann. Mithin ist die 

behauptete Bewusstlosigkeit gestützt auf die vorhandenen Akten nicht 

überwiegend wahrscheinlich erstellt.

3.5.6. Der Beschwerdeführer war seit dem 17. Mai 2021 arbeitsunfähig. Dies 

ergibt sich aus dem Bericht von Dr. med. G._____ vom 23. April 2023 (vgl. 

Bg-act. 82), wonach keine auf den Unfall zurückzuführenden somatischen 

Beschwerden und Symptome mehr bestünden, jedoch die Trauma-

therapie bei Dr. med. H._____ fortgesetzt werde und die Wieder-

eingliederung auf einer psychiatrischen Akutstation ausgeschlossen sei. 

Die Hausärztin attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis zum 

31. Mai 2023 (vgl. Bg-act. 85).

3.5.7. In seinem Bericht vom 8. Mai 2023 (vgl. Bg-act. 87) machte Dr. med. 

H._____ keine Angaben betreffend Arbeitsunfähigkeit; er spricht von einer 

generellen Besserung. Es bestünden noch Schlafstörungen sowie 

Antriebshemmungen, Verlust von Freude und innere Unruhe, 

phasenweise Depersonalisation.

4.1. Die Beschwerdegegnerin verneint die Leistungspflicht für psychologische 

Beschwerden, da diese nicht in einem adäquat kausalen Zusammenhang 

mit dem Unfall stünden (vgl. Einspracheentscheid [Bf-act. 2 Rz. 2.9]). Sie 

geht davon aus, dass der Beschwerdeführer nach dem 31. März 2023 

nicht mehr durch einen hinreichend nachweisbaren Unfallschaden in 

seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Da vordergründig beide Parteien 

mit der Anwendung der "Psycho-Praxis" bezüglich des (Unfall-)

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Ereignisses einverstanden sind, bedarf es angesichts des Vorbringens 

des Beschwerdeführers, wonach auch die psychischen Beschwerden 

unfallkausal und somit bei der Prüfung der Leistungspflicht zu 

berücksichtigen seien, der Klärung, ob die Psycho-Praxis oder die 

Schleudertrauma-Praxis bei der Prüfung des adäquaten Kausal-

zusammenhangs zur Anwendung gelangt. Deshalb muss die Zuordnung 

der geklagten Beschwerden insoweit geklärt sein, bevor entschieden 

werden kann, nach welcher Methode sich die Adäquanzprüfung richtet. 

Dabei ist es grundsätzlich Aufgabe der medizinischen Fachärzte, darüber 

Auskunft zu geben, ob eine bestehende psychische Problematik als Teil 

des typischen, einer Differenzierung kaum zugänglichen somatisch-

psychischen Beschwerdebildes zu betrachten ist, oder aber ein von 

diesem zu trennendes, eigenständiges psychisches Leiden darstellt. Nur 

wenn in der Expertise überzeugend dargetan wird, dass die psychische 

Störung nicht Symptom der Verletzung ist, kann dafür eine andere 

Ursache gesehen werden (BGE 134 V 109 E.9.5). Für die Abgrenzung von 

Bedeutung sind insbesondere Art und Pathogenese der Störung, das 

Vorliegen konkreter unfallfremder Faktoren oder der Zeitablauf (vgl. dazu 

Urteil des Bundesgerichts 8C_710/2011 vom 1. Juni 2012 E.2.2 mit 

Hinweis auf RKUV 2001 Nr. U 412 S. 79, U 96/00; vgl. zudem 

BGE 123 V 98 E.2a sowie RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437, U 164/01).

4.2. Nach Auffassung des Gerichts ist vorliegend nach der Psycho-Praxis 

vorzugehen, da sich aus den medizinischen Akten keine gesicherte 

Diagnose eines Schleudertraumas im Sinne der Rechtsprechung ergibt. 

Diagnostiziert wurde eine Schädelkontusion. Der durch Dr. med. G._____ 

gestellte Verdacht auf eine HWS-Distorsion initial (vgl. Bg-act. 25) hat sich 

in der Folge wohl nicht erhärtet, da die Hausärztin am 26. November 2021 

erklärte, es bestünden seit dem 10. Juli 2021 keine somatischen Unfall-

folgen mehr (vgl. Bg-act. 29). Überdies genügt eine Verdachtsdiagnose 

- 15 -

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht (vgl. 

BGE 146 V 51 E.5.1 und 142 V 435 E.1; Urteil des Bundesgerichts 

8C_739/2020 vom 17. Februar 2021 E.5.2 mit weiteren Hinweisen).

4.3. Es ist vorliegend bei der Adäquanzprüfung zwischen physischen und 

psychischen Beschwerden zu unterscheiden. Die Beschwerdegegnerin 

stützt sich zur Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs auf das 

Gutachten von Dr. med. I._____, Facharzt FMH für Psychiatrie und 

Psychotherapie und Pharmazeutische Medizin, vom 19. September 2022 

(vgl. Bg-act. 56) ab. Nach durchgeführter Anamnese, Exploration und 

Befundung schliesst der Gutachter auf folgende Beurteilung:

"Zusammengefasst entspricht der Befund dem typischen Verlauf einer 
posttraumatischen Belastungsstörung, die unterdessen zwar gebessert, jedoch nicht 

vollständig remittiert ist.

Die vorbestehende Persönlichkeitsstruktur des Versicherten ist ausgeglichen. 
Letzterer kommt somit keine Bedeutung beim subjektiven Erleben und Verarbeiten des 

Unfalls zu.

Diagnostisch handelt es sich demzufolge um eine posttraumatische Belastungsstörung 
(ICD-10: F 43.1), die unter fachärztlicher Behandlung zwar eine Besserung aufweist, 

nach wie vor aber noch nicht entaktualisiert ist. – Unabhängig vom Ereignis bzw. 

vorbestehend im Sinne eines unfallfremden Ereignisses liegt ein ADHS (F 90.0) vor.

Es handelt sich mithin bei den heute noch geklagten psychischen Beschwerden definitiv 

um Folgen des Unfalls vom 15.05.2021. Eine zusätzliche selbständige Gesundheits-

störung liegt nicht vor. Die heutigen Beschwerden lassen sich in vollem Umfang durch 

das in Rede stehende Ereignis abbilden.

Die fachärztliche Behandlung durch meinen Berufskollegen Herrn Dr. med. H._____ 
steht nach wie vor ausser Frage. Der Schwerpunkt liegt selbstredend auf der Trauma-

therapie. – Die medikamentöse Behandlung mit Methylphenidat (Ritalin®) ist unabhängig 

vom Unfallereignis und stattdessen vor dem Hintergrund eines ADHS zu sehen.

Von meiner Seite habe ich den Versicherten darauf hingewiesen, weiterhin auf eine 

vollständige Gestaltung seines Tagesrhythmus Wert zu legen, seine Hobbys wieder 
aufzunehmen und sich vor allem wieder in angemessenem Rahmen am gesellschaft-

lichen Leben zu beteiligen. Ich habe deutlich gemacht, dass sozialer Rückzug der falsche 

- 16 -

Weg ist, um die auch für Aussenstehende nachvollziehbar schwierige Situation zu 

bewältigen.

Resümee: Ihrem 44-j. Versicherten, aus den Diensten des langjährigen Arbeitgebers, der 
E._____, mittlerweile ausgeschieden und aktuell stellenlos, wird seit Mitte Mai 

vergangenen Jahres unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit bescheinigt, aktuell weiterhin zu 

100 Prozent. Hintergrund ist ein körperlicher Angriff eines schizophrenen Patienten auf 

den Versicherten in Ausübung seines Dienstes in der C._____ in D._____.

In Anbetracht des gegenwärtigen Befundes, der zwar insgesamt als gebessert, jedoch 

nach wie vor noch nicht als entaktualisiert gelten kann, ist unfallbedingte 

Arbeitsunfähigkeit weiterhin übergangsweise für einen Zeitraum von einem halben 
Jahr, mithin bis Ende März kommenden Jahres ausgewiesen. Ab Anfang April 2023 wäre 

der Versicherte mit Blick auf das Unfallgeschehen wieder in vollem Umfang arbeitsfähig.

Der Vorzustand, d.h. das ADHS, spielt keinerlei Rolle mit Blick auf die Arbeitsfähigkeit. 
D.h., der Versicherte ist unter Therapie mit Ritalin® in seiner Arbeitsfähigkeit krankheits-

bedingt nicht eingeschränkt. Das ADHS auf der einen Seite sowie die posttraumatische 

Belastungsstörung auf der anderen Seite üben keinen wechselseitigen Einfluss 
aufeinander aus. Das ADHS ist allen Informationen zufolge unter entsprechender 

medikamentöser Therapie stabil. Umgekehrt ist davon auszugehen, dass die 

posttraumatische Belastungsstörung einen typischen Verlauf genommen hat, unab-

hängig vom Vorzustand des ADHS. Es liegt somit keine richtunggebende 

Verschlimmerung des Vorzustandes vor.

Die Prognose der posttraumatischen Belastungsstörung ist in Anbetracht einer bereits 

jetzt eingetretenen teilweisen Verbesserung in vorliegendem Falle allen Erwartungen 

zufolge als günstig zu betrachten. Ein Fallabschluss mit vollständiger Restitution ist per 
Ende März kommenden Jahres zu erwarten." (Hervorhebungen durch Gutachter).

4.4. Vordergründig rügt der Beschwerdeführer, die Beschwerdegegnerin habe 

zu voreilig ihre Leistungen eingestellt. Dies gestützt auf das Gutachten, 

das eine Prognose stelle, deren Eintreten nicht mehr überprüft worden sei. 

Es obliege der Beschwerdegegnerin zu beweisen, dass sämtliche Unfall-

folgen restlos abgeklungen seien. Mit dieser Rüge stellt der Beschwerde-

führer nicht in Abrede, dass die Adäquanzprüfung vorgenommen werden 

durfte. Die Adäquanzprüfung ist bei Anwendung der Praxis zu den 

psychischen Unfallfolgen in jenem Zeitpunkt vorzunehmen, in dem von der 

Fortsetzung der auf die somatischen Leiden gerichteten ärztlichen 

- 17 -

Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr 

erwartet werden kann (BGE 134 V 109 E.6.1). Der Rüge bezüglich des 

vorgeworfenen voreiligen Abschlusses kann nicht gefolgt werden. Einer-

seits erfolgte die Prüfung vor dem Hintergrund der ersten Einstellung per 

9. Juli 2022 (vgl. Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 1. Februar 2022 

[Bg-act. 34]). Auf der anderen Seite stützt sich die Beschwerdegegnerin 

auf das Gutachten von Dr. med. I._____, welches in schlüssiger Weise 

von einer positiven Prognose ausgeht, weshalb eine Restitution per Ende 

März 2023 als überwiegend wahrscheinlich bewiesen ist. Die 

Beschwerdegegnerin hat den Beweis für den Wegfall der Kausalität mit 

der Prognose von Dr. med. I._____ geführt. Dessen Prognose blieb 

seitens den behandelnden Ärzten unwidersprochen resp. wurde nicht 

widerlegt. Der Beschwerdeführer versäumt es ausserdem, plausible 

Gründe für eine unsachgemässe Prognosestellung seitens Dr. med. 

I._____ anzuführen, weshalb er die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen 

hat.

5.1. Die Beschwerdegegnerin geht beim Unfall vom 15. Mai 2021 im angefoch-

tenen Einspracheentscheid von einem mittelschweren Ereignis aus (vgl. 

Bf-act. 2 Rz. 2.6) und in ihrer Beschwerdeantwort von einem mittleren 

Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen (vgl. Gerichtsakte 

A2 Rz. 18). Der Beschwerdeführer stellt sich hingegen auf den 

Standpunkt, das Ereignis sei schwerer, wenn nicht sogar als sehr schwer 

einzustufen.

5.2. Die Unfallschwere (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons 

Graubünden [VGU] S 20 70 E.7.4.2 ff., insbesondere auch Hinweis auf 

Kasuistik in E.7.4.2.4.; z.B. Urteil des Bundesgerichts 8C_80/2009 vom 

5. Juni 2009 E.6.1 und 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E.4.1) 

bestimmt sich nach dem augenfälligen Geschehensablauf mit den sich 

dabei entwickelnden Kräften (vgl. BGE 148 V 301 E.4.3.1, 140 V 356 

- 18 -

E.5.3, 134 V 109 E.2.1, 115 V 133 E.6 Ingress S. 138 f.; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_592/2023 vom 30. Januar 2024 E.7, 8C_698/2022 

vom 3. Mai 2023 E.5.1 und 8C_66/2021 vom 6. Juli 2021 E.7.1). Das 

Pflegepersonal in psychiatrischen Kliniken muss keineswegs Angriffe, wie 

denjenigen vom 15. Mai 2021, hinnehmen. Dem tragen die psychiat-

rischen Einrichtungen mit einem Sicherheitsdispositiv und dem Sicher-

heitsdienst Rechnung. Wie im vorliegenden Fall wurde zu Recht auch 

Anzeige erstattet, welche zur Verurteilung des Angreifers geführt hat. Dem 

erlittenen Unrecht in strafrechtlicher Hinsicht wurde damit Rechnung 

getragen. Dass die Beschwerdegegnerin nun in unfallrechtlicher Hinsicht 

jedoch festhält, dass das Pflegepersonal in der Ausübung ihrer Tätigkeit 

durchaus solche Angriffe erleiden kann, liegt in der Natur der Aufgabe. 

Beleidigungen, Drohungen, Tritte oder Schläge gehören leider zum 

Berufsalltag von Pflegenden in psychiatrischen Einrichtungen. Das zeigt 

eine Studie der Universität Basel, der zufolge zwei Drittel der befragten 

Pflegenden über erlebte Gewalt berichten (vgl. SCHLUP/GHERI/SIMON, 

Prevalence and severity of verbal, physical, and sexual inpatient violence 

against nurses in Swiss psychiatric hospitals and associated nurse-related 

characteristics: Cross-sectional multicentre study, publiziert am 30. Juni 

2021, abrufbar unter: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/inm.-

12905). Selbst der Beschwerdeführer hält in seiner Beschwerde fest, dass 

er zum wiederholten Mal angegriffen worden sei (vgl. Gerichtsakte A1 

Rz. 10). Dr. med. I._____ hielt zudem in seinem Gutachten fest, zwischen 

2013 und 2016 habe sich der Beschwerdeführer wegen einer Angst-

störung in Behandlung bei Dr. med. H._____ befunden (vgl. Bg-act. 56 

S. 4). Hintergrund sei die Bedrohung durch einen Patienten in Ausübung 

seines Dienstes in der Psychiatrischen Klinik K._____, L._____, im Jahre 

2013 gewesen. Es kann der Beschwerdegegnerin somit gefolgt werden, 

wenn der vorliegende Angriff als nicht ungewöhnlich bezeichnet wird, ist 

doch in der obligatorischen Unfallversicherung nicht das erlittene Unrecht 

- 19 -

wie im Strafrecht zu sühnen, sondern die adäquat kausalen Unfallfolgen 

des Ereignisses (und nicht des Erlebnisses) auszugleichen. Es sei an 

dieser Stelle auch festgehalten, dass der Beschwerdeführer sich entgegen 

seiner Behauptung nicht in Lebensgefahr befunden haben kann, da sich 

diese Behauptung nicht in den medizinischen Akten wiederspiegelt und 

der Angreifer auch "nur" wegen einfacher Körperverletzung angezeigt und 

bestraft worden ist (vgl. Strafbefehl vom 16. Juni 2021 [Beilage 1 zur 

Replik]). Die in der Replik beschriebene Schockstarre entspricht aber dem 

subjektiv Erlebten. Dem Ansinnen des Beschwerdeführers, es sei von 

einem schweren Ereignis auszugehen kann nach dem Gesagten nicht im 

Ansatz gefolgt werden.

5.3. In Abweichung zum Einspracheentscheid führt die Beschwerdegegnerin 

aus, es handle sich vorliegend um ein mittleres Ereignis im Grenzbereich 

zu den leichten Ereignissen. Dies aufgrund der Rechtsprechung des 

Bundesgerichts. Als mittleres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten 

Ereignissen stufte das Bundesgericht den Fall einer Krankenschwester in 

einer psychiatrischen Klinik ein, die von einer geistig behinderten Person 

angegriffen wurde (Urteil des Bundesgerichts 8C_168/2011 vom 11  Juli 

2011) und dabei Prellungen und Quetschungen erlitt, nachdem sie vom 

Patienten von hinten an den Handgelenken gepackt worden war, heftig 

gegen die Ecke knallte und mit der linken Körperhälfte mehrmals gegen 

die Kante der Küche gedrückt wurde. Ein Ereignis im mittleren Bereich 

anerkannte das Gericht jedoch in jenem Fall, in welchem ein Versicherter 

nachts von drei ihm unbekannten Männern tätlich angegriffen worden ist, 

die ihn bewusstlos schlugen und er eine Commotio Cerebri, diverse 

Kontusionen, eine Seitenruptur sowie Hautabschürfungen davontrug 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_893/2012 vom 14. März 2013). Der hier zu 

beurteilende Fall ist mit dem ersten Fall vergleichbar, als dass die 

Versicherten jeweils in Ausübung ihrer Arbeit von einem Patienten 

- 20 -

angegriffen wurden. Der Unterschied liegt in der Ausführung des Angriffs 

von vorne versus von hinten und den erlittenen körperlichen Verletzungen. 

Der Beschwerdeführer wurde wie im zweiten Fall am Kopf verletzt, jedoch 

erfolgte der Angriff nicht durch mehrere Täter aus dem Hinterhalt, sondern 

in einem Umfeld, in dem (leider) mit Angriffen zu rechnen ist, diesem 

Umstand jedoch mit einem entsprechenden Schutzkonzept Rechnung 

getragen wird.

5.4. Nach dem Gesagten erweist sich die Einstufung durch die Beschwerde-

gegnerin in ihrer Beschwerdeantwort, wonach der vorliegende Fall als 

mittleres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zu 

qualifizieren sei, als durchaus nachvollziehbar. In diesem Fall muss der 

adäquate Kausalzusammenhang nach den bei mittlerem Schweregrad 

anzuwendenden, abschliessenden Kriterien bewiesen werden (vgl. 

BGE 129 V 402 E.4.4.2 mit Hinweis). Es muss entweder ein Kriterium in 

ausgeprägter Weise (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2015 vom 

15. Januar 2016 E.3.4) oder drei Kriterien erfüllt sein resp. bei 

mittelschweren Ereignissen im Grenzbereich zu den leichten deren vier 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_414/2017 vom 26. Februar 2018 

E.3.4, 8C_867/2015 vom 20. April 2016 E.4.2 mit weiteren Hinweisen, 

8C_123/2016 vom 12. April 2016 E.5.3 und 8C_897/2009 vom 29. Januar 

2010 E.4.5). Letztlich kann die Beantwortung dieser Frage aber offen-

gelassen werden, da – wie nachfolgend aufgezeigt – keines der 

massgebenden Kriterien erfüllt ist.

5.4.1. Ob das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder der 

besonderen Eindrücklichkeit des Ereignisses vorliegt (BGE 115 V 133 

E.6c/aa), beurteilt sich nach objektiven Gesichtspunkten und nicht 

aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten 

Person (BGE 140 V 356 E.5.6.1). An dessen Erfüllung sind deutlich 

höhere Anforderungen gestellt, weisen doch sämtliche der als 

- 21 -

mittelschwer qualifizierten Unfälle bereits eine gewisse Eindrücklichkeit 

auf (BGE 148 V 301 E.4.4.3, 140 V 356 E.5.6.1, nicht publ. E.3.5.1 des 

Urteils BGE 137 V 199; Urteile des Bundesgerichts 8C_592/2023 vom 

30. Januar 2024 E.9.2.1, 8C_473/2022 vom 20. Januar 2023 E.8.2.1 und 

8C_627/2019 vom 10. März 2020 E.5.4.1), was das vorliegende Ereignis 

bestätigt. Es sind hier jedoch keine Umstände ersichtlich, die dieses 

Kriterium mehr als nur in einfacher Weise als erfüllt erscheinen lassen. Der 

Beschwerdeführer wurde während seiner Arbeit als Pfleger von einem ihm 

als aggressiv bekannten Patienten im Gesicht und am Kopf angegriffen 

und es schritten sofort Mitarbeitende ein. Auch wenn der Angriff den 

Beschwerdeführer überraschte, so kam dieser nicht unerwartet seitens 

eines ihm als unberechenbar bekannten Patienten und der Beschwerde-

führer wurde auch nicht von hinten angegriffen. Aus den Akten geht zudem 

nicht hervor, dass sich der Beschwerdeführer in Lebensgefahr befand. 

Selbst wenn die behauptete Bewusstlosigkeit aber bejaht würde, erfüllt 

das Ereignis das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit oder der 

besonderen Begleitumstände nicht. Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass 

die Rechtsprechung Adäquanzkriterien nur mit grosser Zurückhaltung als 

ausgeprägt erfüllt anerkennt (Urteil des Bundesgerichts 8C_528/2021 vom 

3. Mai 2022 E.7.3.1 mit Hinweis auf 8C_131/2021 vom 2. August 2021 

E.6.4.1). Die Auffassung des Beschwerdeführers, dass es sich um ein 

äusserst schweres Ereignis handle, begründet er im Wesentlichen damit, 

die Beschwerdegegnerin verharmlose den Fall und verhalte sich 

respektlos. Dem kann nicht gefolgt werden, da die Beschwerdegegnerin 

nie bestritt, dass sich eine psychische Fehlentwicklung manifestiert hat; 

sie bestreitet bloss deren adäquaten Kausalzusammenhang ab dem 

31. März 2023. Gemäss Rechtsprechung sind psychische Beschwerden 

bei der Beurteilung der besonderen Ausprägung aber nicht 

miteinzubeziehen, selbst wenn sie körperlich imponieren (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_528/2021 vom 3. Mai 2022 E.7.3.2 mit weiteren 

- 22 -

Hinweisen). Nach dem Gesagten sind die Ausführungen der Beschwerde-

gegnerin zu diesem Kriterium für das Gericht nachvollziehbar.

5.4.2. Im Vordergrund steht das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der 

erlittenen Verletzung, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, 

psychische Fehlentwicklungen auszulösen (BGE 140 V 356 E.5.5). Das 

Bundesgericht hat bei Frakturen im Gesichtsbereich (vgl. Urteil des 

Bundesgericht 8C_825/2008 vom 9. April 2009 E.4.4), bei einer Commotio 

cerebri, Rissquetschwunde parietal sowie Schürfungen an Gesicht, Knien 

und Händen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] 

U 151/04 vom 28. Februar 2005 E.5.2.2), bei Rippenfrakturen, diversen 

Kontusionen und Kopfprellung (Urteil des EVG U 272/03 vom 25. August 

2004 E.4.3) die mittlere Unfallschwere verneint, da diese Verletzungen per 

se nicht geeignet sind, um psychische Fehlentwicklungen auszulösen. Die 

seitens des Beschwerdeführers erlittenen Kopfverletzungen waren 

demnach leicht und für sich allein nicht geeignet, psychische Fehlentwick-

lungen auszulösen.

5.4.3. Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung 

sieht der Beschwerdeführer als erfüllt an, stehe er doch seit dem Ereignis 

vom 15. Mai 2021 und damit seit bereits zwei Jahren in Behandlung. Das 

Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung setzt 

eine länger dauernde, kontinuierliche und zielgerichtete Behandlung 

somatisch begründbarer Beschwerden voraus, wobei dies nicht allein 

nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen ist. Von Bedeutung sind 

auch Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit 

noch eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist. Es 

muss, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen 

Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes 

gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer gegeben 

sein (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_596/2022 vom 

- 23 -

11. Januar 2023 E.4.5.4 mit weiteren Hinweisen). Der Beschwerdeführer 

verkennt dabei, dass sich dieses Kriterium nur auf die somatischen Leiden 

beschränkt, welche, wenn sich der Gesundheitszustand planmässig 

verbessert, das Kriterium nicht erfüllen. Die Dauer der Behandlung für 

psychische Fehlentwicklungen ist indes nicht massgebend (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_632/2018 vom 10. Mai 2019 E.7.2.2 und E.10). 

Vorliegend gelten die physischen Unfallfolgen gemäss unbestrittener 

ärztlicher Feststellung seit dem 10. Juli 2021 als ausgeheilt (vgl. Bg-act. 

29). Die Behandlung erfolgte komplikationslos, die Dauer der ärztlichen 

Behandlung für die somatischen Beschwerden war zudem von üblicher 

Dauer.

5.4.4. Die drei weiteren nach BGE 115 V 140 E.6c/aa zu prüfenden Kriterien, 

körperliche Dauerschmerzen, eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die 

somatischen Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte sowie ein 

schwieriger Heilverlauf und erhebliche Komplikationen, sind hier 

unbestrittenermassen nicht erfüllt.

5.4.5. Bei der Adäquanzprüfung nach BGE 115 V 133 ist beim Kriterium des 

Grades und der Dauer der Arbeitsunfähigkeit nur jener Zeitraum zu 

berücksichtigen, in welchem die versicherte Person aufgrund einer rein 

physischen Betrachtungsweise arbeitsunfähig war (bestätigt in Urteil des 

Bundesgerichts 8C_632/2018 vom 10. Mai 2019 E.10.5 mit weiteren 

Hinweisen). Die dem Beschwerdeführer attestierte Arbeitsunfähigkeit 

erfolgte stets infolge der psychischen Fehlentwicklung; physisch wäre er 

wohl bereits nach kurzer Zeit wieder arbeitsfähig gewesen.

5.5. Damit erhellt, dass keines der sieben Kriterien im geforderten Mass erfüllt 

ist. Selbst wenn das Kriterium 'Besonders dramatische Begleitumstände 

oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls' erfüllt wäre, reichte dies für 

die Bejahung der Adäquanz nicht aus, da das Kriterium auch nicht in 

- 24 -

ausgeprägter Weise erfüllt wäre. Kommt nach dem Gesagten dem Unfall 

vom 15. Mai 2021 keine massgebende Bedeutung für die Entstehung der 

Arbeitsunfähigkeit zu, so muss der adäquate Kausalzusammenhang 

verneint werden. Bei diesem Ergebnis erübrigt sich die Prüfung des 

natürlichen Kausalzusammenhangs (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_75/2016 vom 18. April 2016 E.4.1). Die Beschwerdegegnerin hat 

somit zu Recht den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem 

Ereignis und der noch bestehenden Arbeitsunfähigkeit verneint und damit 

die Leistungen zu Recht per 31. März 2023 eingestellt. Die Beschwerde 

ist deshalb abzuweisen.

6.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, 

wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Die Sonder-

bestimmungen zur Rechtspflege gemäss Art. 105 ff. UVG sehen keine 

generelle Kostenpflicht vor. Damit sind unfallversicherungsrechtliche 

Beschwerdeverfahren über Leistungen in der Regel kostenlos. 

Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge – in casu nicht vorliegenden 

– mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 

Art. 61 lit. fbis in fine ATSG). Für das vorliegende Beschwerdeverfahren 

sind daher keine Kosten zu erheben.

6.2. Der obsiegenden, mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten 

Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu 

(vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

- 25 -

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]