# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** be2ba959-adf9-5711-a4f3-24a637cbe448
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-19
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 19.07.2021 S 2020 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-37_2021-07-19.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: MLaw Jeannine Suter

U R T E I L  vom 19. Juli 2021 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RA lic. iur. B.________

gegen

Ausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber, Siewerdtstrasse 9, Postfach, 8050 Zürich
Beschwerdegegnerin 

weiter verfahrensbeteiligt:
1. C.________
2. D.________, 

vertreten durch RA lic. iur. E.________

betreffend

Alters- und Hinterlassenenversicherung 
(Schadenersatz gemäss Art. 52 AHVG)

S 2020 37

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Urteil S 2020 37

A. Aus dem Handelsregister des Kantons Zug ergibt sich, dass über die F.________ 
AG, die ihren Sitz in G.________ hatte, erstmals am 14. Oktober 2015 der Konkurs 
eröffnet wurde. Mit Entscheid des Präsidenten der zweiten Beschwerdeabteilung des 
Obergerichts des Kantons Zug vom 19. Oktober 2015 wurde der Beschwerde gegen die 
Konkurseröffnung aufschiebende Wirkung zuerkannt. In der Folge wurde diese 
gutgeheissen und der Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts vom 14. Oktober 
2015 aufgehoben.

Am 29. Februar 2016 wurde über die F.________ AG erneut der Konkurs eröffnet. Mit 
Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts vom 11. Dezember 2018 wurde das 
Konkursverfahren als geschlossen erklärt. Die Gläubiger der ersten Klasse erhielten eine 
Konkursdividende von 52,801661 % (Fr. 678'108.69); die nachfolgenden Gläubigerklassen 
konnten dementsprechend nicht an der Konkursmasse beteiligt werden (vgl. Bf-act. 8). Die 
Gesellschaft war seit 1. Januar 2014 der Ausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber 
(nachfolgend Ausgleichskasse) angeschlossen (vgl. AK-act. 1 S. 3 Ziff. 3). Mit Verfügung 
vom 21. Dezember 2018 verpflichtete die Ausgleichskasse A.________ (in solidarischer 
Haftung mit C.________ und D.________) zur Zahlung von Schadenersatz in der Höhe 
von Fr. 652'083.65. Begründend führte sie im Wesentlichen an, dass A.________ 
subsidiär als Organ der konkursiten Gesellschaft für deren Zahlungsausstände hafte (AK-
act. 7). Mit Einsprache vom 20. Januar 2019 (AK-act. 6) bzw. Einspracheergänzung vom 
8. April 2019 (AK-act. 4) verlangte A.________ die Aufhebung der 
Schadenersatzverfügung und beantragte, dass er von jeglicher Schadenersatzpflicht zu 
entbinden sei. 

Am 29. April 2019 verfügte die Ausgleichskasse die Beiladung von C.________ und 
D.________ zum Einspracheverfahren in Sachen A.________ (AK-act. 3). C.________ 
verzichtete in der Folge ausdrücklich (AK-act. 2) – D.________ stillschweigend – auf eine 
Stellungnahme. Auch gegenüber D.________ und C.________ hatte die Ausgleichskasse 
Schadenersatzverfügungen erlassen. Die dagegen erhobenen Einsprachen hiess sie am 
28. Oktober (AK-act. 9) bzw. am 11. Dezember 2019 (AK-act. 8) gut, da D.________ den 
Verwaltungsrat an der ausserordentlichen Generalversammlung (GV) vom 10. September 
2014 mit sofortiger Wirkung verlassen habe und C.________ an der ausserordentlichen 
GV vom 30. Juni 2015 per sofort aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden sei. 
Mit Einspracheentscheid vom 6. Februar 2020 wies die Ausgleichskasse die Einsprache 
von A.________ gegen die Schadenersatzverfügung vom 21. Dezember 2018 ab (AK-
act. 1). 

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Urteil S 2020 37

B. Dagegen liess A.________ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 11. März 2020 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erheben und folgende Rechtsbegehren stellen (act. 1):

1. Der angefochtene Einspracheentscheid der Ausgleichskasse vom 6. Februar 2020 
sei vollumfänglich aufzuheben.

2. Er sei von jeglicher Schadenersatzverpflichtung als Verwaltungsrat der 
F.________ AG zu entbinden.

3. Alles unter Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zulasten der Ausgleichskasse.

C. Die Ausgleichskasse (nachfolgend auch Beschwerdegegnerin) schloss 
vernehmlassend auf Abweisung der Beschwerde (act. 3). 

D. Die Parteien hielten replizierend (act. 6) und duplizierend (act. 8) an ihren 
Anträgen fest. 

E. Mit Schreiben vom 22. Juni 2020 gab das Verwaltungsgericht C.________ und 
D.________ unter Beilage sämtlicher Rechtsschriften Gelegenheit zur Einreichung einer 
abschliessenden Stellungnahme (act. 10). C.________ verzichtete hierauf ausdrücklich 
(act. 11). D.________ liess sich innert Frist nicht vernehmen. 

Auf die Ausführungen in den jeweiligen Rechtsschriften wird – sofern erforderlich – in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

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Urteil S 2020 37

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Entscheids (in casu: 
6. Februar 2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei 
sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung 
des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 V 445 
E. 1.2.1). 

Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten Bestimmungen 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) in Kraft getreten. Für im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 
2019 beim erstinstanzlichen Gericht hängige Beschwerden sieht die 
Übergangsbestimmung von Art. 82a ATSG vor, dass das bisherige Recht gilt. Die hier zu 
beurteilende Beschwerde wurde am 11. März 2020 der Post übergeben, weshalb die bis 
31. Dezember 2020 gültigen Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall Anwendung 
finden und in dieser Fassung zitiert werden. 

2. Gegen Schadenersatzverfügungen nach Art. 52 des Bundesgesetzes über die 
Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) kann ein Betroffener gemäss 
Art. 52 Abs. 1 ATSG Einsprache erheben. Die Beschwerde gegen den 
Einspracheentscheid nach Art. 56 Abs. 1 ATSG ist gemäss Art. 52 Abs. 5 AHVG und in 
Abweichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG beim Sozialversicherungsgericht am Wohnsitz des 
Arbeitgebers, bei einer juristischen Person am Sitz, konkret am letzten Sitz der 
Gesellschaft, zu erheben, ohne Rücksicht auf den Wohnsitz des in Anspruch 
genommenen Organs (vgl. auch BGE 109 V 97). Das Verwaltungsgericht des Kantons 
Zug beurteilt als einzige kantonale Gerichtsinstanz Beschwerden und Klagen aus dem 
Gebiet der eidgenössischen Sozialversicherung, für welche das Bundesrecht eine 
kantonale Rechtsmittelinstanz vorsieht (§ 77 und § 82 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1]). Die F.________ AG hatte ihren Sitz 
zuletzt in G.________. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zug ist somit für die 
Beurteilung der Beschwerde örtlich und sachlich zuständig. 

Der Einspracheentscheid der Ausgleichskasse datiert vom 6. Februar 2020 und wurde am 
10. Februar 2020 zugestellt (AK-act. 1). Die am 11. März 2020 verfasste und gleichentags 

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Urteil S 2020 37

der Post übergebene Beschwerde erweist sich folglich als fristgerecht (30-tägige 
Beschwerdefrist; Art. 60 Abs. 1 ATSG). Der Beschwerdeführer ist als zur Haftung 
Verpflichteter durch den angefochtenen Einspracheentscheid eindeutig berührt und kann 
sich auf ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung berufen, weshalb seine 
Legitimation als erstellt gilt. Die Beschwerdeschrift entspricht sodann den übrigen 
formellen Anforderungen, weshalb sie zu prüfen ist. 

Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11). 

3. Streitig und zu prüfen ist die subsidiäre Haftung des Beschwerdeführers nach 
Art. 52 AVHG für geschuldete Sozialversicherungsbeiträge der ehemaligen F.________ 
AG, welche der Ausgleichskasse entgangen sind. 

4. Nach Art. 52 AHVG hat ein Arbeitgeber, der durch absichtliche oder 
grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften einen Schaden verschuldet, diesen der 
Ausgleichskasse zu ersetzen. Art. 52 AHVG begründet damit keine Kausalhaftung, 
sondern eine Verschuldenshaftung des öffentlichen Rechts. Damit eine 
Schadenersatzpflicht entsteht, müssen alle Haftungsvoraussetzungen vorliegen, das 
heisst, es muss ein Schaden eingetreten sein, der auf ein widerrechtliches und 
schuldhaftes Verhalten des verantwortlichen Organs zurückzuführen ist. Ist der 
Arbeitgeber eine juristische Person, so können subsidiär gegebenenfalls die 
verantwortlichen Organe und die mit der Geschäftsführung befassten Personen in 
Anspruch genommen werden (Art. 52 Abs. 2 AHVG; BGE 132 III 523 E. 4.5; 129 V 11; 
BGer 9C_789/2018 vom 1. Mai 2019 E. 2). 

4.1 Unbestrittenermassen ist die vom 21. Dezember 2018 datierende 
Schadenersatzverfügung der Ausgleichskasse innert der Verjährungsfrist von Art. 52 
Abs. 3 AHVG erfolgt, nachdem der Konkurs über die F.________ AG am 29. Februar 
2016 eröffnet und das Konkursverfahren am 11. Dezember 2018 abgeschlossen wurde 
(vgl. Bf-act. 8).

4.2 Erstellt ist auch, dass der Beschwerdeführer vom 24. Februar 2014 bis 24. Juli 
2015 (Datum Tagesregister) als Delegierter (mit Einzelzeichnungsberechtigung) und ab 
24. Juli 2015 bis zur Löschung der Gesellschaft als einziges Mitglied des Verwaltungsrates 

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Urteil S 2020 37

der F.________ AG im Handelsregister eingetragen war. Damit kam ihm formelle 
Organstellung zu. Dies stellt der Beschwerdeführer zu Recht nicht in Abrede.

Die Passivlegitimation des Beschwerdeführers gemäss Art. 52 AHVG ist folglich zu 
bejahen. Er kann grundsätzlich für den der Ausgleichskasse entstandenen Schaden aus 
unbezahlt gebliebenen Sozialversicherungsbeiträgen subsidiär – anstelle der 
Arbeitgeberin – haftbar gemacht werden (vgl. BGer 9C_347/2013 vom 3. Juli 2013 E. 3).

5.
5.1 Der Schaden im Sinne von Art. 52 AHVG entsteht, wenn der Ausgleichskasse 
Beiträge entgehen, die ihr gesetzlich zustehen. Der Schaden besteht darin, dass es der 
Ausgleichskasse aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen verwehrt ist, die 
geschuldeten Beiträge zu erheben, sei es, dass die Beitragsforderung verwirkt ist, sei es, 
weil der Arbeitgeber zahlungsunfähig (Konkurseröffnung oder Ausstellung eines definitiven 
Verlustscheins) geworden ist (BGE 134 V 257 E. 3.2 mit Hinweisen; BGer 9C_142/2010 
vom 12. August 2010 E. 1 [nicht publ. E. von BGE 136 V 268]). Die Höhe des Schadens 
entspricht dem Betrag, dessen die Ausgleichskasse verlustig geht. Dazu gehören die von 
den Arbeitgebenden geschuldeten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge, die 
Verwaltungskostenbeiträge, die Verzugszinsen (vgl. Art. 41bis der Verordnung über die 
Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]), die Verwaltungskosten 
sowie die Mahngebühren und Betreibungskosten (BGE 136 V 268 E. 2.6; 129 V 193 E. 
2.2; 123 V 12 E. 5b; EVG H 116/01 vom 2. Juli 2002 E. 4e). Mit Konkurseröffnung gilt der 
Schaden rechtsprechungsgemäss als eingetreten. In diesem Zeitpunkt können die 
Beitragsforderungen nicht mehr im ordentlichen Verfahren geltend gemacht werden (BGE 
123 V 12 E. 5c; BGer 9C_750/2012 vom 7. Februar 2013 E. 4.3). 

5.2 Die Beschwerdegegnerin hat in ihrem Einspracheentscheid vom 6. Februar 2020 
dargelegt, es gehe um unbezahlt gebliebene Beiträge für die Zeit ab Juni 2015 bis zur 
Konkurseröffnung am 29. Februar 2016 (AK-act. 1 S. 3 Ziff. 3). Dabei hat sie auf den der 
Verfügung vom 21. Dezember 2018 beigelegten Kontokorrent-Auszug (offene Posten) 
verwiesen, worin die einzelnen Schadenspositionen im total von Fr. 652'083.65 detailliert 
aufgelistet werden (AK-act. 7 S. 3 ff.). 

Der geltend gemachte Schaden ist insofern nachvollziehbar. Für eine falsche Berechnung 
finden sich keine offenkundigen Anhaltspunkte, weshalb von einem Schaden in dieser 
Höhe auszugehen ist. Dies gilt umso mehr, als der Beschwerdeführer in seiner 

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Urteil S 2020 37

Beschwerde vom 11. März 2020 weder den Schaden an sich noch dessen Höhe bestreitet 
(act. 1). Soweit er replizierend vorbringt, die Schadenssumme sei aufgrund der 
Kautionsversicherung in Höhe von Fr. 150'000.– zu reduzieren (act. 6 S. 4 Ziff. 4), kann 
ihm mit der Beschwerdegegnerin (vgl. act. 8 S. 2 f.) entgegengehalten werden, dass mit 
der entsprechenden Police einzig eine Versicherungsdeckung gegenüber dem als 
Bürgschaftsempfänger aufgeführten kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) des 
Kantons Zug vereinbart wurde (Bf-act. 21). Der Beschwerdeführer kann für das 
vorliegende Verfahren daraus folglich nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

Mit Replik vom 2. Juni 2020 bringt der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang 
sodann vor, dass er der Ansicht sei, dass bei einer Jahreslohnsumme 2016 von 
Fr. 657'618.– mathematisch für zwei Monate lediglich ein Beitrag von Fr. 133'000.– hätte 
resultieren müssen (act. 6 S. 5 Ziff. 6 mit Verweis auf Bf-act. 22 [Ausschnitt der Rechnung 
für die Abrechnungsperiode vom 1. Januar bis 29. Februar 2016, welche eine Lohnsumme 
von Fr. 657'616.45, einen Jahresbeitrag von Fr. 92'183.– sowie einen bereits fakturierten 
Betrag von Fr. 173'300.– zeigt]). Die Beschwerdegegnerin führte diesbezüglich aus, beim 
Beitrag von Fr. 173'300.– gemäss Rechnung vom 15. Februar 2016 sei zu beachten, dass 
dieser durch die Jahresabrechnung vom 3. August 2016 um Fr. 81'117.– reduziert worden 
sei. Der verbleibende Betrag von Fr. 92'183.– beruhe vor allem auf den Löhnen Januar 
2016. Die Beiträge für Januar 2016 hätten nicht berechnet werden können, da es die 
Firma versäumt habe, die Lohndeklaration für Januar 2016 einzureichen. Nachdem die 
F.________ AG die monatliche Lohndeklaration zwei Mal hintereinander nicht eingereicht 
habe, habe sie die Abrechnung am 15. Februar 2016 auf das System der pauschalen 
Akontobeiträge umgestellt (act. 8 S. 3). Den Akten lässt sich sodann nichts entnehmen, 
was gegen diese Darstellung der Beschwerdegegnerin sprechen würde. Demgegenüber 
ist das Vorbringen des Beschwerdeführers mit dem pauschalen Verweis auf seine Beilage 
Bf-act. 22 und die rein "mathematische Begründung" der geltend gemachten 
Beitragsreduktion nicht substantiiert. Mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b; BGer 
9C_541/2011 vom 7. Dezember 2011 E. 5.1; 9C_717/2009 vom 20. Oktober 2009 E. 3.3 
mit Hinweisen) ist folglich ein Schaden im Umfang von Fr. 652'083.65 erstellt. 

Der Konkurs über die F.________ AG wurde am 29. Februar 2016 eröffnet und am 
11. Dezember 2018 abgeschlossen (vgl. vorne Sachverhalt lit. A.). Die Ausgleichskasse, 
welche sich mit ihren Beitragsforderungen gemäss Art. 219 des Bundesgesetzes über 
Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG; SR 281.1) in der zweiten Gläubigerklasse 

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befunden hatte, erhielt dabei keine Konkursdividende (vgl. Bf-act. 8). Die 
Sozialversicherungsbeiträge können folglich nicht mehr bei der Arbeitgeberin, sondern nur 
noch bei allfällig solidarisch haftenden Organen eingefordert werden. Damit ist der 
Ausgleichskasse ein Schaden im Sinne von Art. 52 AHVG entstanden.

6. Um eine Organhaftung zu begründen, muss der Schaden widerrechtlich – durch 
eine Missachtung von Vorschriften – entstanden sein. Nach Art. 14 Abs. 1 AHVG i.V.m. 
Art. 34 ff. AHVV hat der Arbeitgeber bei der Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in 
Abzug zu bringen und zusammen mit den Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu 
entrichten. Dabei handelt es sich um eine gesetzlich vorgeschriebene öffentlich-rechtliche 
Aufgabe des Arbeitgebers (EVG H 173/03 vom 4. Dezember 2003 E. 4.2.1).

Aus den Akten geht eindeutig hervor, dass die ehemalige F.________ AG bzw. deren 
Organe der Ausgleichskasse die gesetzlich geschuldeten Lohnbeiträge in den 
Versicherungsjahren 2015 und 2016 nicht vollständig entrichtet haben (vgl. die 
gesetzlichen Mahnungen, Betreibungen und Inkassounterlagen in den Akten der 
Beschwerdegegnerin; AK-act. 11, 12 und 13; vgl. auch vorstehende E. 5.2). Dadurch hat 
die Gesellschaft (bzw. deren Organe) die gesetzliche Beitragszahlungspflicht missachtet, 
weshalb die Widerrechtlichkeit als Haftungsvoraussetzung zu bejahen ist. 

7.
7.1 Die Haftung nach Art. 52 AHVG ist keine Kausalhaftung, sondern setzt ein 
qualifiziertes Verschulden voraus. Folglich wird ein Normverstoss von einer gewissen 
Schwere verlangt. Weil der Umstand, dass der Ausgleichskasse als Folge der 
Missachtung von Vorschriften ein Schaden im Sinne von Art. 52 Abs. 1 AHVG entstanden 
ist, nicht ohne Weiteres den Schluss auf ein qualifiziertes Verschulden (Absicht oder grobe 
Fahrlässigkeit) des Arbeitgebers oder seiner Organe erlaubt (BGE 121 V 243 E. 5), ist 
weiter zu prüfen, ob Entschuldigungsgründe vorliegen, welche das rechtswidrige 
Vorgehen der F.________ AG bzw. des Beschwerdeführers rechtfertigen könnten. 

Es gilt diesbezüglich ein objektiver Verschuldensmassstab. Es ist danach zu fragen, 
inwiefern der Beschwerdeführer als verantwortliches Organ seinen Sorgfaltspflichten im 
Zusammenhang mit der Einhaltung der Beitragsabrechnungs- und Zahlungspflicht 
nachgekommen ist. Steht die Widerrechtlichkeit fest, wird die Tatsache, dass ein Organ 
die ihm von Gesetzes wegen unübertragbaren Pflichten nicht wahrnimmt, 
rechtsprechungsgemäss als grobfahrlässiges Verhalten im Sinne einer Missachtung 

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elementarer Sorgfaltspflichten gewertet, welche die volle Schadensdeckung nach sich 
zieht (vgl. BGE 112 V 1 E. 2b; 109 V 86 E. 6; BGer 9C_461/2009 vom 31. Dezember 2010 
E. 5.3). Formellen Organen einer AG obliegen gestützt auf Art. 716a Abs. 1 OR 
unübertragbare und unentziehbare Aufgaben wie die Überwachung des Geschäftsgangs 
im Sinne der Oberaufsicht und die Pflicht zur Ausgestaltung des Rechnungswesens, der 
Finanzkontrolle und der Finanzplanung. Ist jemand formelles Organ, so hat dieser sich 
auch um die Einhaltung der Gesetze und Weisungen – darunter fallen auch die 
Bestimmungen von Art. 14 AHVG i.V.m. Art. 34 ff. AHVV – zu kümmern und im 
Bedarfsfalle einzugreifen (EVG H 39/01 vom 24. Mai 2002 E. 4a und H 64/05 vom 
12. September 2005 E. 5.1). 

Die Ausgleichskasse, welche feststellt, dass sie einen durch Missachtung von Vorschriften 
entstandenen Schaden erlitten hat, darf davon ausgehen, dass der Arbeitgeber oder 
dessen Organ die Vorschriften absichtlich oder mindestens grobfahrlässig verletzt hat, 
sofern keine Anhaltspunkte für die Rechtmässigkeit des Handelns oder die Schuldlosigkeit 
des Arbeitgebers bestehen. Es obliegt grundsätzlich dem Arbeitgeber oder seinen 
Organen, Gründe zu behaupten, diesbezügliche Beweise zu liefern oder zu beantragen, 
welche eine Widerrechtlichkeit resp. ein Verschulden im Sinne von Absicht oder 
Grobfahrlässigkeit ausschliessen. Werden solche entlastende Umstände nicht geltend 
gemacht oder nicht hinreichend substanziiert, sind solche nicht ohne Weiteres ersichtlich 
oder führen die Abklärungen zu keinem schlüssigen Ergebnis, hat die ins Recht gefasste 
Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (Art. 8 ZGB; BGer 9C_861/2018 vom 
12. März 2019 E. 4.2.2 mit weiteren Hinweisen; Marco Reichmuth, Die Haftung des 
Arbeitgebers und seiner Organe nach Art. 52 AHVG, 2008, Rz. 741 ff.). Diese Regelung 
gilt auch in Bezug auf allfällige Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe.

7.2 Vorab ist grundsätzlich festzustellen, dass die Gründe, die für die Nichtbezahlung 
der Beiträge ausschlaggebend waren, für die Klärung des Verschuldens eines 
verantwortlichen Gesellschaftsorgans nach Art. 52 AHVG unbedeutend sind. Ebenso 
wenig relevant erscheint die Frage, wieso es schliesslich zum Konkurs der Gesellschaft 
kam, bzw. ob den Organen der Gesellschaft hierfür ein Vorwurf gemacht werden könnte. 
Die Frage schliesslich, ob die Illiquidität sich schon länger abgezeichnet hatte oder aber 
ob sich dies eher kurzfristig ergeben hat, ist höchstens im Zusammenhang mit der Frage 
des kurzfristigen Beitragsausstands von Belang, ansonsten aber wenig erheblich. Zu 
betonen ist im Weiteren aber, dass ein Arbeitgeber, der sich in einem Liquiditätsengpass 
befindet, nach der konstanten Praxis des Bundesgerichts prinzipiell ohnehin nur so viel 

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Urteil S 2020 37

massgebenden Lohn zur Auszahlung bringen darf, als die darauf unmittelbar ex lege (im 
Zeitpunkt der Lohnzahlung) entstandenen Beitragsforderungen gedeckt sind (SVR 1995 
AHV Nr. 70 E. 5). 

7.3 Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, die Vorinstanz habe nicht 
berücksichtigt, dass es sich bloss um einen vorübergehenden Liquiditätsengpass 
gehandelt habe, allein das Nichtzahlen der Debitoren sei das Problem gewesen. Es hätten 
reelle Chancen bestanden, die ausstehenden AHV-Beiträge innert kurzer Frist 
nachzuzahlen. Auch seien die Beitragsausstände nur kurzfristig gewesen (15. September 
2015 bis 29. Februar 2016). Noch am 30. April 2015 habe die Beschwerdegegnerin 
bestätigt, dass sämtliche Zahlungsverpflichtungen erfüllt worden seien. Aufgrund der 
Löschung der Betreibung aus dem Jahr 2014 sei davon auszugehen, dass die 
Beitragszahlungspflicht im Jahr 2014 nicht missachtet worden sei. Darüber hinaus sei der 
Gesellschaft ein Zahlungsaufschub bis 14. September 2015 gewährt worden. Dieser 
Zahlungsaufschub entspreche einer Zahlungsvereinbarung und hebe die Pflichtwidrigkeit 
auf. Die Mahnungen für frühere Monate würden keine Rolle mehr spielen. Bis Mitte 
September 2015 sei man den Zahlungspflichten somit vollumfänglich nachgekommen (act. 
1 S. 2 f. und 10). Weiter seien die Sanierungsbemühungen im Zeitraum von Juni 2015 bis 
29. Februar 2016 unberücksichtigt geblieben (act. 1 S. 6 ff.). Er selbst habe auf sein 
Honorar verzichtet, Investoren angesprochen und die Inkassobemühungen verstärkt (act. 
1 S. 4 und 9). Im Sinne der "Business defense" sei das prioritäre Ziel die Erfüllung der 
Lohnforderungen und das Überleben des Unternehmens gewesen. Die vorübergehende 
Nichtbezahlung der Sozialversicherungsbeiträge und die Fortführung des Unternehmens 
seien unternehmerisch und betriebswirtschaftlich nachvollziehbar und begründet gewesen 
(act. 1 S. 4 ff.). Im Schreiben vom 28. Januar 2016 sei für Fr. 98'058.55 ein Zahlungsziel 
per 27. Februar 2016 festgehalten, dieser Betrag sei demnach erst Ende Februar 2016 
fällig geworden, damit nach Konkurseröffnung, sodass ihm diesbezüglich kein 
Verschulden vorgeworfen werden könne (act. 6 S. 1 f.). Ab Deponierung der Bilanz durch 
die Revisionsstelle und ab der ersten Konkurseröffnung (Oktober 2015) bis zur zweiten 
Konkurseröffnung (29. Februar 2016) hätten zudem alle Gläubiger gleichbehandelt werden 
müssen, anderes Verhalten wäre strafbar gewesen (act. 1 S. 9). 

7.4
7.4.1 Bei langfristigen Beitragsausständen, mit oder ohne Mahnungen und 
Betreibungen, kommen Rechtfertigungs- und Exkulpationsgründe in der Regel von 
vornherein nicht in Betracht, weil das Zurückhalten von Sozialversicherungsbeiträgen nur 

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Urteil S 2020 37

dann begründet werden kann, wenn es dazu dient, einen kurzfristigen Liquiditätsengpass 
zu überwinden. Bei länger dauernden Engpässen gilt uneingeschränkt, dass nur so viel 
Lohn ausbezahlt werden darf, als die darauf unmittelbar ex lege entstehenden 
Beitragsschulden gedeckt sind. Der Exkulpationsgrund der kurzen Dauer des 
Beitragssaustandes ist nur auf Fälle anwendbar, in denen ein Arbeitgeber während Jahr 
und Tag klaglos seinen sozialversicherungsrechtlichen Pflichten nachkommt, dann aber in 
wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät und Konkurs geht und dabei in den letzten zwei bis 
drei Monaten vor der Konkurseröffnung keine Beiträge mehr bezahlt. Im Rahmen der 
Gesamtwürdigung ist namentlich auch vorausgesetzt, dass objektiv nicht schon seit 
längerer Zeit mit der Konkurseröffnung gerechnet werden musste und die 
Sozialversicherungen gegenüber anderen Gläubigern nicht benachteiligt wurden (vgl. EVG 
H 372/00 vom 31. Juli 2001 mit Hinweis auf BGE 121 V 243 E. 4; Reichmuth, a.a.O., Rz. 
690 ff.). Schliesslich kann sich auch ein Arbeitgeber nicht exkulpieren, der nur während 
kurzer Zeit existiert, da gerade bei der Gründung und Etablierung einer Firma darauf zu 
achten ist, dass keine Beitragsausstände entstehen (Reichmuth, a.a.O., Rz. 697 mit 
Hinweis auf EVG H 295/01 vom 20. August 2002 E. 5). 

7.4.2 Im vorliegenden Fall kann nicht die Rede davon sein, dass die F.________ AG 
ihren sozialversicherungsrechtlichen Pflichten während Jahr und Tag klaglos 
nachgekommen ist. 

In den Akten finden sich gesetzliche Mahnungen für ganz oder teilweise ausstehende 
Beitragsforderungen betreffend die Beitragsmonate März, April, Mai, Juni, Juli, August, 
September, Oktober und November 2014 sowie Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, 
Juli, August, September, Oktober und November 2015 (AK-act. 11). Bezüglich der 
Löschung der Betreibungen aus dem Jahr 2014 kann dem E-Mail der Ausgleichskasse 
vom 3. Februar 2015 entnommen werden, dass es sich um gerechtfertigte Betreibungen 
gehandelt habe und diese nur als einmalige Ausnahme gelöscht worden seien. Da es sich 
bei der F.________ AG um ein Jungunternehmen handle und die Ausstände beglichen 
worden seien, wolle die Ausgleichskasse mit ihren Betreibungen kein Hindernis für den 
weiteren Geschäftsaufbau sein (Bf-act. 3). Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, 
dass die Gesellschaft im Jahr 2014 ihren Zahlungsverpflichtungen offensichtlich wiederholt 
nicht fristgerecht nachgekommen ist und dies im Übrigen auch danach nicht getan hat. Die 
vom Beschwerdeführer erwähnte Bestätigung vom 30. April 2015 (Bf-act. 2) zeigt einzig, 
dass die Firma per diesem Datum mit den Zahlungsverpflichtungen bis Dezember 2014 à 
jour war, also gewisse Ausstände zwischenzeitlich beglichen hatte. Über die 

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Urteil S 2020 37

Rechtzeitigkeit dieser Zahlungen bzw. die Dauer der jeweils gemahnten Ausstände vor der 
Bestätigung sowie über Beitragsausstände ab Dezember 2014 ist damit aber keine 
Aussage getroffen. An der ausgewiesen schleppenden Zahlungsweise der Arbeitgeberin 
vor der Konkurseröffnung am 29. Februar 2016 ändert auch der Umstand nichts, dass die 
Ausgleichskasse mit E-Mail vom 2. September 2015 für die Nachrechnung März 2015, 
den Restbetrag aus der Rechnungsstellung Juni 2015 sowie die Rechnung Juli 2015 
ausnahmsweise (aufgrund einer neu angekündigten Finanzierung) einer Zahlung (der 
allesamt bereits fälligen Rechnungen) per 14. September 2015 zustimmte (Bf-act. 7).

Der Exkulpationsgrund der kurzen Dauer der Beitragsausstände kann folglich aufgrund 
wiederholter Verfehlungen der Arbeitgeberin hinsichtlich ihrer 
sozialversicherungsrechtlichen Pflichten nicht greifen. 

7.5
7.5.1 Ein ins Recht gefasster Arbeitgeber bzw. dessen Organ kann sodann als 
Rechtfertigungsgrund geltend machen, er habe sich in einer schwierigen finanziellen Lage, 
namentlich einem besonderen Liquiditätsengpass befunden und durch Nichtbezahlung der 
Beiträge versucht, die Existenz des Unternehmens zu sichern. Dadurch soll insbesondere 
verhindert werden, mit einem überstürzten Konkurs Unternehmenswert zu vernichten, was 
nicht im Interesse der Gläubiger ist (sog. "Business defense"). Ein solches Vorgehen führt 
allerdings nur dann nicht zu einer Haftung gemäss Art. 52 AHVG, wenn der Arbeitgeber 
zunächst für das Überleben des Unternehmens wesentliche andere Forderungen 
(insbesondere der Arbeitnehmer und Lieferanten) befriedigt, gleichzeitig aber auf Grund 
der objektiven Umstände und einer seriösen Beurteilung der Lage annehmen darf, die 
geschuldeten Beiträge innert nützlicher Frist nachzuzahlen (BGE 108 V 183 E. 2; EVG H 
97/90 vom 30. Januar 1992 E. 4b; H 195/04 vom 18. Mai 2005 E. 4.4 mit Hinweisen). 
Allerdings gilt hinsichtlich der Arbeitnehmerforderungen, dass den 
Sozialversicherungsbeiträgen grundsätzlich die gleiche Priorität zukommt, sodass bei 
fortgesetzten Lohnzahlungen darauf geachtet werden muss, dass die darauf unmittelbar 
entstehenden Beitragsschulden gedeckt sind (BGer 9C_111/2007 vom 17. September 
2007; Reichmuth, a.a.O., Rz. 674). Es muss sich um einen vorübergehenden 
Liquiditätsengpass handeln, sodass nach objektiven Kriterien und einer seriösen 
Beurteilung der Lage mit der Möglichkeit der baldigen Beitragszahlung aufgrund einer 
erfolgreichen Sanierung oder des Unternehmensverkaufs gerechnet werden kann (innert 
weniger Monaten). Die blosse Suche nach Finanzmitteln oder potenziellen Käufern und 
allfällige gestützt darauf ergangene Zusagen genügen nicht; es müssen greifbare 

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Urteil S 2020 37

Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass – im Rahmen eines konkreten und realistischen 
Sanierungsplanes oder professionell geführten Verkaufsgespräche mit seriösen 
Interessenten – ernsthaft Geld beschafft werden kann und berechtigte Aussicht darauf 
besteht, dass solches innert nützlicher Frist auch tatsächlich fliessen wird. Massgebend ist 
die Betrachtungsweise ex ante (BGer 9C_41/2017 vom 2. Mai 2017 E. 7.2; EVG H 405/99 
vom 23. August 2000 E. 4a mit diversen Hinweisen; Reichmuth, a.a.O., Rz. 675). 

7.5.2 Vorliegend erklärt der Beschwerdeführer, seine Liquiditätsprobleme seien 
hauptsächlich aufgrund überfälliger Debitorenzahlungen eingetreten, die Auftragslage sei 
ausgezeichnet gewesen. Die Sanierungsbemühungen im Zeitraum von Juni 2015 bis 29. 
Februar 2016 seien in diesem Zusammenhang unberücksichtigt geblieben. Er selbst habe 
auf sein Honorar verzichtet, Investoren angesprochen und die Inkassobemühungen 
verstärkt. 

Der ergänzenden Beschwerdebegründung vom 19. Oktober 2015 zuhanden des 
Obergerichts des Kantons Zug lässt sich zwar indirekt entnehmen, dass am 12. Oktober 
2015 Rangrücktrittsvereinbarungen abgeschlossen worden seien und die Sanierung der 
Gesellschaft – gemäss Aussage des Beschwerdeführers in der Rechtsschrift – bereits 
gelungen sei. Ebenso wird auf ein "Term sheet" (Sanierungsplan) vom 15. September 
2015 verwiesen (Bf-act. 16 Ziff. 6). In der E-Mail vom 7. Oktober 2015 an die 
Revisionsstelle gibt es sodann einen Hinweis auf einen Investor in Zürich, der einen 
Betrag von Fr. 1 Mio. einbezahlen werde, sobald der Rangrücktritt von C.________ 
vorliege (Bf-act. 17). Ein eigentlicher Sanierungsplan bzw. der konkrete Vollzug von 
Sanierungsmassnahmen bleiben im vorliegenden Beschwerdeverfahren jedoch gänzlich 
unbelegt. So scheint auch die erwähnte Investitionszahlung von Fr. 1 Mio. nicht erfolgt zu 
sein – solches wird vom Beschwerdeführer auch nicht behauptet (vgl. etwa act. 1 S. 6 
Ziff. 5: "einbezahlt hätte"). Es fehlen denn auch Belege hinsichtlich dieser 
Investitionsverhandlungen. Greifbare Anhaltspunkte, dass damals erwartet werden durfte, 
dass eine solche Zahlung innert nützlicher Frist tatsächlich fliessen würde, ergeben sich 
aus den Akten jedenfalls nicht. Es wäre vorliegend Sache des Beschwerdeführers 
gewesen, solche potenziell entlastenden Umstände substantiiert vorzubringen (vgl. vorne 
E. 7.1). Auch ist nicht ersichtlich, dass nach der ersten – letztlich aufgehobenen – 
Konkurseröffnung konkrete Schritte zur Bezahlung der Sozialversicherungsausstände in 
die Wege geleitet worden wären bzw. die Beschwerdegegnerin hierfür im Rahmen der 
angeblichen Sanierungsmassnahmen miteinbezogen worden wäre. Noch vor der ersten 
Konkurseröffnung hatte die Ausgleichskasse mit E-Mail vom 2. September 2015 zwar 

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Urteil S 2020 37

einer Stundung bis 14. September 2015 betreffend der Nachrechnung März 2015 sowie 
der Beitragsrechnungen Juni und Juli 2015 zugestimmt, nachdem die Ausstände auf 
inakzeptable Fr. 284'507.70 angewachsen waren, zwischenzeitlich aber gewisse 
Zahlungen geleistet worden waren (Bf-act. 7; vgl. auch die E-Mail vom 21. Juli 2015; Bf-
act. 6). Für die Zeit danach bestand – gestützt auf die vorliegende Aktenlage – keine 
Zahlungsvereinbarung, kein Zahlungsaufschub im Sinne von Art. 34b AHVV und auch kein 
Tilgungsplan hinsichtlich offener oder laufender Beitragsforderungen. Die 
Beitragsausstände wuchsen in der Folge wieder kontinuierlich an, sodass sich der 
vorliegende Schaden auf Fr. 652'083.65 beläuft. Insofern kann der Beschwerdeführer aus 
dem von ihm zitierten BGE 124 V 253 nichts zu seinen Gunsten ableiten. Im betreffenden 
Fall hatte ein Tilgungsplan für fällige sowie ein Zahlungsplan für künftige Beiträge 
bestanden (vgl. insb. E. 4 des zitierten Bundesgerichtsurteils). 

Im Besonderen ist sodann nicht erkennbar, inwieweit die Arbeitgeberin bzw. der 
Beschwerdeführer seine Inkassobemühungen verstärkt hat, dies bei seit längerem 
überfälligen Debitorenforderungen mit erheblichem Delkredererisiko (vgl. etwa die 
Bilanzen per 31. Dezember 2014, 31. Juli und 30. November 2015; Bf-act. 10–12). Der 
Beschwerdeführer macht denn auch nicht geltend, mit den säumigen Schuldnern 
verbindliche Zahlungsvereinbarungen getroffen oder Betreibungen eingeleitet zu haben. 
Das Vorliegen eines gezielten, auch in zeitlicher Hinsicht konkreten Sanierungskonzepts 
ergibt sich aus den Akten nicht. Wie vorstehend erwähnt, wäre solches vom 
Beschwerdeführer zu belegen gewesen. 

Die Tatsache, dass ein Organ der Gesellschaft dieser ohne rechtliche Verpflichtung 
eigene Mittel zugewendet oder auf Lohnansprüche verzichtet hat, stellt ferner nach der 
Rechtsprechung grundsätzlich keinen Entlastungsgrund dar (EVG H 195/04 vom 18. Mai 
2005 E. 4.6; H 69/02 vom 7. Januar 2004 E. 4.3 mit Hinweisen) und schliesst auch im 
konkreten Fall das in Art. 52 AHVG geforderte qualifizierte Verschulden nicht aus. Für die 
Beurteilung der Verschuldensfrage ist nicht entscheidend, was die verantwortlichen 
Organe zur Aufrechterhaltung des Betriebes oder zur Vermeidung eines Konkurses 
allenfalls unternommen haben, sondern ob sie (nach aussen erkennbar) der Pflicht, für 
eine ordnungsgemässe Bezahlung der Sozialversicherungsbeiträge zu sorgen, 
nachgekommen sind (EVG H 195/04 vom 18. Mai 2005 E. 4.6; H 34/02 vom 4. März 2004 
E. 5.2). Derartige Bestrebungen sind hier nicht belegt. Insofern kann der 
Beschwerdeführer auch mit dem geltend gemachten Lohnverzicht seinerseits nichts zu 
seinen Gunsten ableiten. 

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Im Übrigen scheint auch der Beschwerdeführer ernsthaft vom Scheitern allfälliger 
Sanierungschancen spätestens ab Oktober 2015 auszugehen, wenn er geltend macht, er 
hätte sich ab der ersten Konkurseröffnung (14. Oktober 2015) durch die Bezahlung der 
AHV-Beiträge einer Gläubigerbevorzugung schuldig gemacht, was das Bewusstsein der 
Zahlungsunfähigkeit voraussetzt (Art. 167 StGB).

Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass bei objektiver Betrachtung der 
Umstände nicht damit gerechnet werden durfte, die Beiträge hätten innert nützlicher Frist 
nachbezahlt werden können, sondern dass die Arbeitgeberin bzw. der Beschwerdeführer 
als verantwortliches Organ den Betrieb überwiegend wahrscheinlich auf Kosten der 
Sozialversicherung fortführen wollte. Folglich fällt auch der angerufene 
Rechtfertigungsgrund der schwierigen finanziellen Lage, namentlich eines 
Liquiditätsengpasses sowie reeller Sanierungschancen, ausser Betracht. 

7.6 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, betreffend die offene Beitragszahlung 
über Fr. 98'058.55 (Rechnung vom 28. Januar 2016) könne ihm kein Verschulden 
vorgeworfen werden, ist im entgegenzuhalten, dass diese am 27. Februar 2016 fällig 
wurde – mithin vor Konkurseröffnung am 29. Februar 2016. Bei der in Frage stehenden 
Rechnung handelt es sich um eine Ausgleichsrechnung gemäss Art. 25 AHVV, welche 
sich auf die Abrechnungsperiode vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 bezieht (AK-act. 
13 S. 143 f.). Die Beitragsschuld entstand folglich zu einem Zeitpunkt, als der 
Beschwerdeführer als haftende Person eine formelle (sowie faktische) Organstellung 
innehatte und wurde auch in dieser Zeit zur Zahlung fällig. Damit ist sie von der 
Verantwortlichkeit des Beschwerdeführers als ins Recht gefasstes Organ mitumfasst (vgl. 
BGE 126 V 61 E. 4b; 123 V 172 E. 3a; BGer 9D_1/2013 vom 25. September 2013 E. 3). 

Es trifft auch nicht zu, dass der Beschwerdeführer riskiert hätte, sich wegen 
Gläubigerbevorzugung strafbar zu machen, wenn er die Lohnzahlungen zugunsten der 
AHV-Beiträge zurückgestellt hätte. Der Grund dafür liegt darin, dass generell der 
Tatbestand der Gläubigerbevorzugung nicht erfüllt ist, wenn fällige Forderungen mit 
ordentlichen Zahlungsmitteln bezahlt werden (BGE 117 IV 23; BGer 9C_111/2007 vom 
17. September 2007 E. 3.3). 

7.7 Nach dem Gesagten vermag der Beschwerdeführer mit seinen Einwendungen 
nicht durchzudringen. Es sind keine Entschuldigungsgründe ersichtlich, welche seine 

https://www.swisslex.ch/doc/previews/006fa018-752d-40a8-b169-95b58f6fd84f%2C63e9ab33-5516-4757-a23a-626c272b3e93/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/3a58539e-1f29-4de0-ae75-eac82336f4de/citeddoc/b100e43c-1d25-48fd-a8b2-c5d9d2ef1450/source/document-link
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=9C_111%2F2007&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F117-IV-23%3Ade&number_of_ranks=0#page23
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/b96fd45e-c195-4466-a0b7-96266f8c82cd/citeddoc/fc6d5154-6dfc-4095-a8db-88c9a0d599d7/source/document-link

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Sorgfaltspflichtverletzung als formelles (und faktisches) Organ der Gesellschaft 
rechtfertigen würden. Damit liegt mindestens Grobfahrlässigkeit und folglich ein 
schuldhaftes Verhalten im Sinne von Art. 52 AHVG vor. 

8. Schliesslich ist auch die Haftungsvoraussetzung des natürlichen und adäquaten 
Kausalzusammenhangs zwischen dem widerrechtlichen und schuldhaften Verhalten und 
dem der Ausgleichskasse entstandenen Schaden zu bejahen. Mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit wäre vorliegend kein (oder ein bedeutend geringer) Schaden 
entstanden, wenn sich die F.________ AG bzw. der Beschwerdeführer als deren Organ 
ordnungsgemäss verhalten hätte und der Pflicht der Beitragszahlung regelmässig und 
fristgerecht nachgekommen wäre (BGE 119 V 401 E. 4a; EVG H 125/05 vom 17. Januar 
2006 E. 4 mit Hinweisen). 

Daran ändern auch die Vorbringen des Beschwerdeführers nichts. Das angeblich 
treuwidrige Verhalten der Revisionsstelle im Rahmen der ersten Konkurseröffnung (vgl. 
act. 1 S. 6 ff.), vermag den Kausalzusammenhang so oder anders nicht zu unterbrechen. 
Es ist dabei jedenfalls nicht von einem dermassen schwerwiegenden Drittverschulden 
auszugehen, welches das eigene Fehlverhalten eindeutig in den Hintergrund treten liesse, 
wie dies etwa bei strafrechtlich relevanten Machenschaften eines Dritten denkbar wäre 
(Reichmuth, a.a.O., Rz. 793 ff.). Ohnehin wurde der ans Obergericht des Kantons Zug 
gerichteten Beschwerde gegen die erste Konkurseröffnung bereits am 19. Oktober 2015 
die aufschiebende Wirkung zuerkannt (vgl. vorne Sachverhalt lit. A). 

Auch ein Mit- bzw. Selbstverschulden der Ausgleichskasse bleibt grundsätzlich ohne 
Einfluss auf die Verpflichtung des Arbeitgebers, für die Beitragsabrechnung und -zahlung 
besorgt zu sein, weshalb – entgegen den allgemeinen haftpflichtrechtlichen Grundsätzen – 
selbst ein grobfahrlässiges Verhalten der Ausgleichskasse den Kausalzusammenhang 
nicht zu unterbrechen vermag. Der Schadenersatz kann ermessensweise – nach Recht 
und Billigkeit (vgl. Art. 4 ZGB; BGE 128 III 390 E. 4.5) – herabgesetzt werden, wenn eine 
grobe Pflichtverletzung der Ausgleichskasse, wie die Missachtung elementarer 
Vorschriften der Beitragsveranlagung und des Beitragsbezugs, für die Entstehung oder 
Verschlimmerung des Schadens adäquat kausal war (vgl. Art. 44 Abs. 1 OR; BGE 122 V 
185 E. 3c; BGer 9C_548/2017 vom 13. März 2018 E. 7). Nach Lage der Akten bestehen 
für Letzteres jedoch keine Anhaltspunkte. Namentlich bestand kein Zahlungsaufschub mit 
Tilgungsplan, welchen es hier allenfalls zu berücksichtigen gälte (vgl. hierzu auch 
vorstehende E. 7.5.2). In der mit E-Mail vom 2. September 2015 gewährten Stundung 

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https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=%22124+V+253+E.+4%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-185%3Ade&number_of_ranks=0#page185

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kann noch kein grobfahrlässiges Verhalten der Ausgleichskasse erblickt werden. Immerhin 
hatte die F.________ AG vorgängig Teilzahlungen geleistet und stellte der 
Ausgleichskasse offenbar eine neue Finanzierung in Aussicht. Zudem betraf die Stundung 
lediglich Beitragsforderungen bis Ende Juli 2015 (vgl. Bf-act. 6 und 7). In der Folge 
verfolgte die Ausgleichskasse ihr Inkasso konsequent (vgl. AK-act. 11, 12, 13). 

9. Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin vom 
Beschwerdeführer Schadenersatz für ausstehende Sozialversicherungsbeiträge (mit 
akzessorischen Kosten) in Höhe von Fr. 652'083.65 verlangt hat. Die gegen den 
Einspracheentscheid vom 6. Februar 2020 erhobene Beschwerde erweist sich somit als 
unbegründet und ist dementsprechend abzuweisen. 

10. Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 61 lit. a ATSG). Eine 
Parteientschädigung kommt bei diesem Ausgang des Verfahrens nicht zur Ausrichtung 
(Art. 61 lit. g ATSG im Umkehrschluss).

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (im Doppel), an die 
Ausgleichskasse Zürcher Arbeitgeber, an den Verfahrensbeteiligten 1 (mit 
ausführlicher Rechtsmittelbelehrung), an den Rechtsvertreter der 
Verfahrensbeteiligten 2 (im Doppel) sowie an das Bundesamt für 
Sozialversicherungen, Bern.

Zug, 19. Juli 2021

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am 

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG