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**Case Identifier:** 013294fc-dc57-5729-a891-113bbf340e8c
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.07.2019 200 2018 772
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-772_2019-07-17.pdf

## Full Text

200 18 772 IV
SCJ/SCM/RUL/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 17. Juli 2019

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 19. September 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2019, IV/18/772, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1965 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 19. Juni 2008 unter Hinweis auf ein Schleudertrauma 
erstmals bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 2). Nach medizinischen 
und erwerblichen Erhebungen (vgl. AB 7, 13, 17, 26) verneinte die IVB mit 
Verfügung vom 8. Juni 2009 (AB 30) mangels invalidisierenden Gesund-
heitsschadens einen Anspruch auf IV-Leistungen. Diese Verfügung blieb 
unangefochten.

B.

Am 5. September 2016 meldete sich die Versicherte erneut bei der IVB 
zum Leistungsbezug an (AB 47). In der Folge nahm die IVB medizinische 
und erwerbliche Abklärungen vor (vgl. AB 55, 57, 60, 64), in deren Rahmen 
insbesondere ein polydisziplinäres Gutachten der MEDAS C.________ 
GmbH (MEDAS) vom 23. August 2017 (AB 108.1) eingeholt wurde. Darauf 
hin kündigte die IVB mit Vorbescheid vom 27. September 2017 (AB 110) 
an, den Rentenanspruch mangels invalidisierenden Gesundheitsschadens 
abzulehnen. Dagegen erhob die Versicherte Einwand (AB 114, 124) und 
stellte einen weiteren Arztbericht zu (AB 124/2 ff.). Nach Einholen einer 
Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 13. Mai 
2018 (AB 128; vgl. auch AB 130) stellte die IVB mit ersteren ersetzendem 
Vorbescheid vom 21. Juni 2018 (AB 131) die Ablehnung des Rentenan-
spruchs bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 33 % in Aussicht. Hier-
gegen erhob die Versicherte abermals Einwand (AB 135) und reichte weite-
re Arztberichte zu den Akten (AB 135/3 ff.). Gestützt auf die Stellungnahme 
des RAD vom 4. September 2018 (AB 138) verfügte die IVB am 19. Sep-
tember 2018 (AB 139) dem Vorbescheid (AB 131) entsprechend. 

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C.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
Dr. B.________, am 19. Oktober 2018 Beschwerde und stellte folgende 
Rechtsbegehren:

Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 19. September 2018 sei auf-
zuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, der Beschwer-
deführerin rückwirkend ab 1. Februar 2017 eine halbe IV-Rente auszurich-
ten.

In der Beschwerdeantwort vom 21. November 2018 schloss die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde und legte eine Stellungnahme 
des RAD vom 14. November 2018 bei.

Mit Replik vom 28. Januar 2019 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Aus-
führungen und Anträgen fest und reichte zwei weitere medizinische Berich-
te ein. 

In der Duplik vom 27. Februar 2019 hielt die Beschwerdegegnerin am An-
trag auf Beschwerdeabweisung fest.

Mit Stellungnahme vom 18. April 2019 machte die Beschwerdegegnerin 
von der Möglichkeit, sich zu den am 4. April 2019 eingereichten Arztberich-
ten zu äussern, Gebrauch (vgl. prozessleitende Verfügung vom 5. April 
2019) und bestätigte den Antrag auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 

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11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 19. September 2018 
(AB 139), mit welcher der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Inva-
lidenrente abgewiesen worden ist. Streitig und zu prüfen ist gemäss 
Rechtsbegehren der Anspruch auf eine halbe Invalidenrente rückwirkend 
ab 1. Februar 2017.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

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2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3

2.3.1 Wurde eine Rente, eine Hilflosenentschädigung oder ein Assistenz-
beitrag wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades, wegen fehlender Hilflo-
sigkeit oder weil aufgrund des zu geringen Hilfebedarfs kein Anspruch auf 
einen Assistenzbeitrag entsteht, verweigert, so wird eine neue Anmeldung 
nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 
der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; 
SR 831.201], vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). 

2.3.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2019, IV/18/772, Seite 6

2.3.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.3.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 5. Sep-
tember 2016 (AB 47) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxis-
gemäss nicht zu prüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist zu be-
urteilen, ob im Zeitraum zwischen der leistungsabweisenden Verfügung 
vom 8. Juni 2009 (AB 30) und der hier angefochtenen Verfügung vom 
19. September 2018 (AB 139) eine wesentliche Änderung in medizinischer 
bzw. erwerblicher Hinsicht eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditäts-
grad zu beeinflussen (vgl. E. 2.3.4 hiervor), und wenn ja, ob nunmehr eine 
leistungsspezifische Invalidität vorliegt.

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3.2 Die rechtskräftige Verfügung vom 8. Juni 2009 (AB 30), mit welcher 
ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden ver-
neint wurde, stützte sich in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die 
Einschätzungen von Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, vom 16. März 2009 (AB 26). Dieser hielt fest, es bestehe ein 
chronisches, lumbospondylogenes Schmerzsyndrom sowie ein chroni-
sches, exazerbiertes Zervikovertebralsyndrom mit vertebragenen Kopf-
schmerzen (AB 26/1 Ziff. 2). Seit der Operation in ... und durch die weiter-
hin durchgeführten osteopathischen/physiotherapeutischen Behandlungen 
habe sich das Zustandsbild der Beschwerdeführerin verbessert. So habe 
sie ab dem 21. Oktober 2008 wieder ein 50%iges Arbeitspensum aufneh-
men und seit dem 3. November 2008 wieder voll arbeiten können (AB 26/1 
Ziff. 1; vgl. auch AB 24/3). Es bestehe die Hoffnung, dass diese 100%ige 
Arbeitsfähigkeit weitergeführt werden könne. Hingegen seien die Probleme 
mit Status nach vielfältigen Operationen nicht gelöst und es sei nicht aus-
zuschliessen, dass künftig aufgrund der komplexen Problematik und zu-
nehmenden Schmerzen eine teilweise Arbeitsunfähigkeit resultieren werde 
(AB 26/1 Ziff. 7). 

3.3 Seit der Verfügung vom 8. Juni 2009 (AB 30) ergibt sich bezüglich 
des Gesundheitszustandes im Wesentlichen Folgendes:

3.3.1 Dr. med. D.________ diagnostizierte im Bericht vom 10. November 
2016 (AB 73.2) ein chronisches exazerbiertes Zervikovertebralsyndrom mit 
vertebragenen Kopfschmerzen, ein chronisches lumbospondylogenes 
Schmerzsyndrom, eine Impingementsymptomatik linke Schulter sowie ein 
Sinus Tarsi-Syndrom rechts (AB 73.2/1 Ziff. 1). Die Beschwerden hätten im 
Verlaufe des Jahres so stark zugenommen, dass trotz hochdosierten Medi-
kamenten inkl. Opiaten die Schmerzen nicht tolerierbar gewesen seien und 
die Beschwerdeführerin der Arbeit nicht mehr habe nachgehen können 
(AB 73.2/1 Ziff. 4). Seit dem 13. Juni 2016 sei bis auf Weiteres von einer 
100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (AB 73.2/2 Ziff. 10).

3.3.2 Im MEDAS-Gutachten vom 23. August 2017 (AB 108.1) stellten die 
Gutachter nach allgemeininternistischer, neurologischer, psychiatrischer 
und rheumatologischer Untersuchung fest, mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit bestehe ein chronifiziertes weichteilrheumatisches Beschwerde-

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bild (ICD-10 M79.0), ein lumbovertebrales und zervikovertebrales 
Schmerzsyndrom (ICD-10 M53.5, M54.5) sowie eine Gonarthrose und Re-
tropatellararthrose beidseits (ICD-10 M17.4). Ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit lägen Venektasien beidseits bei Zustand nach Venen-
Stripping, ohne chronisch venöse Insuffizienz, eine Adipositas bei Zustand 
nach bariatrischer Operation und ein unsystematischer Schwindel vor 
(AB 108.1/25 Ziff. 6.III). Die bisherige körperlich leichte Tätigkeit in Wech-
selpositionen bei einer ..., welche als angepasste Tätigkeit gelte, sei nicht 
eingeschränkt, sofern man von kurzfristigen Fehlzeiten (z.B. aufgrund von 
Operationen) absehe. Dies gelte seit der Neuanmeldung vom September 
2016 (AB 108.1/27 Ziff. 6.VI). Bei Minderbelastbarkeit der Wirbelsäule und 
der Schulter- sowie Kniegelenke seien schwere und mittelschwere körperli-
che Tätigkeiten nicht mehr möglich (AB 108.1/24 Ziff. 6.I.2). Zusammenfas-
send hielten die Gutachter fest, bei der Beschwerdeführerin lägen am Be-
wegungsapparat degenerative Veränderungen und postoperative Befunde 
vor, welche die beklagten Beschwerden – wenn auch nicht vollständig – 
zumindest teilweise erklären könnten (AB 108.1/23 Ziff. 5).

Bei der internistischen Begutachtung wurden in logorrhoischer Form 
Schmerzen an den Knien, dem Nacken, den Schultern, den Sprunggelen-
ken und dem Rücken genannt und die Beschwerdeführerin gab an, nie 
schmerzfrei zu sein. Im Befund hätten sich entsprechend der Operations-
anamnese reizlose Narben gezeigt, ausgeprägte Besenreiservarikosis und 
Venektasien beider Beine ohne Ödem. Die Arbeitsfähigkeit sei aus internis-
tischer Sicht nicht eingeschränkt (AB 108.1/23 Ziff. 5). Die neurologische 
Begutachtung (vgl. AB 108.4) habe ein chronisches tägliches Schmerzsyn-
drom sowie einen unsystematischen Schwindel aufgezeigt. Es bestünden 
keine Anhaltspunkte für eine Krankheit oder Läsion des zentralen Nerven-
systems bei unauffälligem neurologischem Status, insbesondere keine An-
haltspunkte für eine Myelopathie. Aus neurologischer Sicht bestehe eben-
falls keine Arbeitsunfähigkeit (AB 108.1/23 Ziff. 5). Auf psychiatrischem 
Gebiet (vgl. AB 108.2) lägen keine eigenständigen Diagnosen und damit 
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor (AB 108.1/23 Ziff. 5). Bei der 
rheumatologischen Begutachtung (vgl. AB 108.3) seien Knieschmerzen, 
Schulterbeschwerden, Rückenschmerzen sowie Fussbeschwerden beklagt 
worden. Die Bildgebung der Wirbelsäule zeige Befunde nach Operationen 

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im Bereich der HWS und LWS auf. Im Bereich der HWS bestehe eine Mye-
lopathie, welche für die geklagten Beschwerden jedoch keine Erklärung 
darstelle und es fänden sich keine Hinweise für eine Neurokompression. 
Die degenerativen Veränderungen im Bereich der unteren Wirbelsäule sei-
en mässig schwerer Natur und könnten einen Teil der Beschwerden er-
klären. Bei radiologischem Nachweis einer AC-Gelenksarthrose sei die 
Schultergelenkbeweglichkeit klinisch gut und wenig einschränkend, die 
Beschwerden seien eher einem myofaszialen Syndrom der Schulter zuzu-
ordnen. Im Bereich der Kniegelenke und beider Kniescheiben zeigten sich 
degenerative Veränderungen. Die Beschwerden der Explorandin ent-
sprächen insgesamt einem chronifizierten weichteilrheumatischen Be-
schwerdebild. Es fänden sich ausgedehnte myofasziale sowie tendomyoti-
sche Befunde entlang der Wirbelsäule und Extremitäten. Die Schmerzen 
seien nur verhältnismässig geringfügig auslösbar und durch Ablenkung 
deutlich weniger vorhanden. Ein schweres Fibromyalgiesyndrom könne 
klinisch nicht nachgewiesen werden. Aus rheumatologischer Sicht sei die 
Arbeitsfähigkeit für eine leichte körperliche Tätigkeit, wie sie zuletzt in einer 
... ausgeübt wurde, nicht eingeschränkt (AB 108.1/23 Ziff. 5).

3.3.3 Dr. med. E.________, Facharzt für Rheumatologie sowie Allgemei-
ne Innere Medizin, hielt im Bericht vom 30. November 2017 (AB 122/2 ff.) 
fest, es bestünden eine Calciumpyrophosphat-Arthropathie, bilaterale 
Schulterschmerzen, eine bilateral leichte Gonarthrose, ein chronisches 
panvertebrales Syndrom, eine leichte Rhizarthrose, eine latente Hyperthy-
reose, ein bekannter Vitamin B12-Mangel bei aktuell vermindertem B12, 
eine laparoskopische partielle Gastrektomie 1/06 bei Adipositas Grad II, ein 
transienter Diabetes mellitus Typ 2 sowie eine Hypovitaminose D3, aktuell 
suffizient substituiert (AB 122/2). Die neu diagnostizierte Kristallarthropathie 
könne einen Teil der multiplen Gelenkschmerzen und die Calciumpyro-
phosphatablagerungen sowie das gute Ansprechen der Kortikosteroide 
erklären. Hinsichtlich der Rückenbeschwerden sei nach den verschiedenen 
Operationen eine Bewegungseinschränkung bei ansonsten hypermotiler 
Beschwerdeführerin nachzuweisen (AB 122/3).

3.3.4 Im Bericht des Spitals F.________ vom 15. Dezember 2017 
(AB 124/2 f.) wurde ein chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und 

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psychischen Anteilen, eine chronische Schlafstörung bei Verdacht auf 
REM-Parasomnie und Schlafapnoesyndrom, eine Stressinkontinenz, eine 
labile arterielle Hypertonie 10/02, ein Status nach laparoskopischer partiel-
ler Gastrektomie 01/06 bei Adipositas Grad II mit Diabetes mellitus Typ II, 
eine Migräneaura ohne Kopfschmerz (Diagnose 04/13) sowie ein CTS 
beidseits bei Status nach Dekompression beidseits diagnostiziert 
(AB 124/2). Die somatischen Veränderungen im Bereich des Bewegungs-
apparates könnten das Ausmass und die Intensität der subjektiven Sym-
ptomatik nicht genügend erklären. Auch die Calciumpyrophosphat-
Arthropathie könne aufgrund der nur diskreten Gelenksveränderungen 
höchstens für einen Teil des Beschwerdebildes verantwortlich sein. Verste-
hen liesse sich das chronische Schmerzgeschehen jedoch im Zusammen-
hang mit der psychosozialen Anamnese (AB 124/3). 

3.3.5 Der RAD-Arzt Dr. med. G.________, Facharzt für Rheumatologie 
und Allgemeine Innere Medizin, führte in der Stellungnahme vom 13. Mai 
2018 (AB 128) aus, die Beschwerdeführerin leide an einer psycho-
somatischen Diagnose, das klinische Bild könne mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit als Fibromyalgie klassifiziert werden. Parallel dazu seien ob-
jektive Probleme identifiziert worden, welche nicht vollständig im MEDAS-
Gutachten berücksichtigt worden seien (AB 128/12). Die Berichte von 
Dr. med. E.________ (AB 122/2 ff.) und des Spitals F.________ (AB 124/2) 
würden das MEDAS-Gutachten ergänzen und stünden nicht in dessen Wi-
derspruch. Sie würden darin übereinstimmen, dass durch deren Befunde 
nicht alle Beschwerden der Beschwerdeführerin erklärt werden könnten 
und sie seien sich über das Vorhandensein einer psychosomatischen Pro-
blematik einig. Eine F-Diagnose sei weiterhin nicht gestellt worden 
(AB 128/13). Die angestammte Tätigkeit sei eine rein stehende und gehen-
de Tätigkeit, welche der Beschwerdeführerin mit Rückenproblemen und 
bilateraler Gonarthrose nicht mehr zumutbar sei (AB 128/12). Eine leichte 
wechselbelastende, vorwiegend sitzende Tätigkeit sei zu 80 % zumutbar, 
wobei mit einer Leistungsminderung von 20 % zu rechnen sei. Auch sei 
eine gehende Tätigkeit auf ebenem Gelände noch möglich. Nicht mehr 
zumutbar seien rein stehende oder sitzende Tätigkeiten, Tätigkeiten auf 
Schulterhöhe, das körperferne Heben und Tragen, Tätigkeiten auf Leitern 
und Gerüsten, wiederholte kniende, kauernde, bückende und beugende 

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Tätigkeiten inklusive wiederholte Beugung der HWS, wiederholtes Trep-
pensteigen sowie Tätigkeiten mit reflexartigen und brüsken Bewegungen. 
Die Arbeit mit den Händen sollte alternierend (fein und grob – aber leicht) 
sein und die Arbeitspositionen ergotherapeutisch angepasst werden 
(AB 128/13). 

3.3.6 Am 6. Juni 2018 (AB 130) präzisierte Dr. med. G.________ das 
Zumutbarkeitsprofil und erklärte, die angestammte Tätigkeit der Beschwer-
deführerin sei gerade keine wechselbelastende Tätigkeit, da diese fast rein 
stehend ausgeübt worden sei. Ab September 2016 sei bei der Beschwer-
deführerin eine zusätzliche bilaterale Gonarthrose diagnostiziert worden, 
welche auch im MEDAS-Gutachten vom 23. August 2017 beschrieben 
worden sei (AB 108.1/25, 108.3/6) und in Verbindung mit den degenerati-
ven Rückenproblemen eine rein stehende Tätigkeit ab dem genannten 
Zeitpunkt nicht mehr zumutbar mache (AB 130).

3.3.7 Im Bericht vom 22. Juni 2018 (AB 135/3 ff.) führte Dr. med. 
E.________ aus, in der radiologischen Untersuchung habe keine aktive 
Entzündung entdeckt werden können, es seien degenerative Veränderun-
gen an den Händen und der Wirbelsäule beschrieben worden. Subjektiv 
klage die Beschwerdeführerin über eine neu aufgetretene rechtsseitige 
Schwindelsymptomatik mit Kopfschmerzen bei Rotation nach rechts, Sen-
sibilitätsstörungen in den Zehen, Fingergelenksbeschwerden und die be-
kannten Schulterschmerzen auf der linken Seite. Letztere seien durch das 
rezidivierende Impingement und den Acromionsporn bedingt und es sollte 
nach kurzzeitig erfolgreicher Infiltration eine operative Intervention diskutiert 
werden (AB 135/4).

3.3.8 In der Stellungnahme vom 4. September 2018 (AB 138) wies 
Dr. med. G.________ darauf hin, die von Dr. med. E.________ geäusserte 
Schwindelsymptomatik mit Kopfschmerzen sowie die Sensibilitätsstörung 
(AB 135/4) seien bereits im Bericht des Spitals F.________ (AB 124/2) und 
im MEDAS-Gutachten (AB 108.1/23 Ziff. 5) genannt worden. Dr. med. 
E.________ beschreibe keine neu objektivierten Gesundheitsschäden und 
keine Verschlechterung der bekannten Gesundheitsschäden, die von ob-
jektiven funktionellen Einschränkungen begleitet wären, die dann selber 
eine dauerhafte signifikante Arbeitsunfähigkeit begründen würden 

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(AB 138/3). Die Schulter- und Fingerproblematik sei ebenfalls bereits in der 
letzten RAD-Stellungnahme vom 13. Mai 2018 (AB 128/12 f.) diskutiert 
sowie im Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt worden (AB 138/4).

3.3.9 Nach Erlass der angefochtenen Verfügung stellte Dr. med. 
E.________ im Bericht vom 15. Oktober 2018 (AB 140/21 ff.) fest, die ge-
neralisierte Schmerzsymptomatik habe sich weiter ausgeweitet. Im Vorder-
grund stünden nun beidseitige Kniegelenksschmerzen sowie die Fuss-
schmerzen auf der rechten Seite und die tief-lumbalen Rückenschmerzen. 
Aufgrund des aktuellen Zustandsbildes mit sonographisch verifizierten 
Flüssigkeitsansammlungen in beiden Kniegelenken und im rechten oberen 
Sprunggelenk (OSG) habe sich seit der MEDAS-Begutachtung vom 
23. August 2017 (AB 108.1) eine relevante Veränderung ergeben, da die 
Beschwerdeführerin nun an einer Kalziumpyrophosphat-Arthritis leide, was 
gleichbedeutend mit einer seronegativen destruktiven Polyarthritis sei. Die-
se Erkrankung beinhalte regelmässige aktive Schübe, welche zu einer 
vollständigen Arbeitsunfähigkeit führten, wie aktuell gezeigt mit den beid-
seitigen Kniegelenksergüssen und der Arthritis im rechten OSG. Diese Er-
krankung habe einen erosiv destruktiven Verlauf, was gegen eine spätere 
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit spreche. Die Beschwerdeführerin sei bis 
zur Korrektur der entzündlichen Veränderung nicht arbeitsfähig. Aufgrund 
der progredienten, deformierten bilateralen Gonarthrose sowie der Verän-
derungen im OSG sei auch eine regelmässige leichte wechselbelastende 
Tätigkeit in Zukunft zu maximal 50 % denkbar (AB 140/22). 

3.3.10 Dr. med. G.________ führte in der Stellungnahme vom 14. Novem-
ber 2018 (AB 142) aus, die Ausführungen von Dr. med. E.________ 
(AB 140/21 ff.) vermöchten an seiner bisherigen Einschätzung nichts zu 
ändern. Ebenfalls seien aus medizinischer Sicht keine weiteren Abklärun-
gen angezeigt. Die klinische Situation der Beschwerdeführerin sei in den 
ärztlichen Berichten gut dokumentiert und die im Dossier beschriebenen 
Einschränkungen seien durch eine Polyarthrose nachvollziehbar. Alle do-
kumentierten Einschränkungen seien im von ihm genannten Zumutbar-
keitsprofil reflektiert worden. Das Zumutbarkeitsprofil müsse aufgrund der 
beginnenden Immunsuppression mit Methotrexat jedoch dahingehend prä-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2019, IV/18/772, Seite 13

zisiert werden, als die Beschwerdeführerin nicht mehr in grosser Men-
schenmenge arbeiten könne (AB 142/7).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee S. 353 f.). Soll ein Versiche-
rungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, 
sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver-
sicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab-
klärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2 S. 229; 135 V 465 E. 4 S. 
467 ff.; je mit Hinweisen).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2019, IV/18/772, Seite 14

3.5 Da das MEDAS-Gutachten vom 23. August 2017 (AB 108.1) zeitlich 
zurückliegt und angesichts der seitherigen gesundheitlichen Entwicklung 
nicht mehr aktuell ist, hat sich die Beschwerdegegnerin in der angefochte-
nen Verfügung vom 19. September 2018 (AB 139) in medizinischer Hin-
sicht zu Recht auf die Beurteilungen von Dr. med. G.________ vom 
13. Mai 2018 (AB 128), vom 6. Juni 2018 (AB 130) und vom 4. September 
2018 (AB 138) gestützt. Dr. med. G.________ ist als Rheumatologe für die 
Beurteilung der sich stellenden Fragen fachlich kompetent und seine Ein-
schätzungen erfüllen die Voraussetzungen der Rechtsprechung an den 
Beweiswert ärztlicher Berichte. Die Ausführungen in der Beurteilung der 
medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar, 
umfassend und einlässlich begründet, so dass grundsätzlich darauf abge-
stellt werden kann. Der Umstand, dass Dr. med. G.________ keine eige-
nen Untersuchungen durchgeführt hat, schadet nicht, da die Vorausset-
zungen für einen Aktenbericht weitgehend erfüllt sind (vgl. jedoch E. 3.5.3 
hiernach), zumal sich der RAD-Arzt aufgrund der vorhandenen Unterlagen 
ein gesamthaft lückenloses Bild der Gesundheitssituation machen konnte 
(RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b). Somit sind die 
Berichte hinsichtlich der Diagnosestellung und der Befunderhebung be-
weiskräftig (vgl. E. 3.4 hiervor).

3.5.1 In somatischer Hinsicht legte Dr. med. D.________ im Bericht vom 
16. März 2009 (AB 26) dar, dass die Beschwerdeführerin an einem chro-
nisch lumbospondylogenen Schmerzsyndrom sowie an einem chronisch 
exazerbierten Zervikovertebralsyndrom mit vertebragenen Kopfschmerzen 
(Ziff. 2) litt. Im Gutachten vom 23. August 2017 (AB 108.1) wurde einläss-
lich aufgezeigt, dass zu den früheren Problemen namentlich ein chronifi-
ziertes weichteilrheumatisches Beschwerdebild (ICD-10 M79.0), eine Go-
narthrose und eine Retropatellararthrose beidseits (AB 108.1/25) hinzuge-
kommen sind (AB 108.3/5 ff.). Trotz den Problemen an beiden Kniegelen-
ken, welche im September 2016 neu aufgetreten sind und bildgebend 
nachgewiesen werden konnten (AB 108.3/6), ergaben sich nach der Auf-
fassung des rheumatologischen Gutachters dadurch aber für eine körper-
lich leichte bis leichtbelastende Tätigkeit im Wechsel in den Positionen kei-
ne relevanten Einschränkungen (AB 108.3/7). Es ist deshalb fraglich, ob 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2019, IV/18/772, Seite 15

bereits gestützt auf den Sachverhalt, wie er im MEDAS-Gutachten vom 
23. August 2017 (AB 108.1) zu beurteilen war, eine revisionsrechtlich rele-
vante Veränderung der medizinischen Verhältnisse angenommen werden 
kann. 

Dr. med. E.________ diagnostizierte indessen im Bericht vom 30. Novem-
ber 2017 neu eine Calciumpyrophosphat-Arthropathie (AB 122/2). Der 
RAD-Arzt Dr. med. G.________ stimmte darin zu, dass damit ein Teil der 
Schmerzen der Beschwerdeführerin erklärt werden könne (AB 128/9). Hin-
zukommend zeigte Dr. med. G.________ auf, dass die Beschwerdeführerin 
an einer psychosomatischen Diagnose leidet, welche mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit als Fibromyalgie zu klassifizieren ist. Parallel dazu sind 
objektive Probleme identifiziert worden, welche nicht vollständig im ME-
DAS-Gutachten berücksichtigt worden sind (AB 128/12). Aufgrund einer 
Gesamtbeurteilung legte Dr. med. G.________ einlässlich dar, dass unter 
Berücksichtigung der seit dem MEDAS-Gutachten neu beschriebenen Dia-
gnosen das Zumutbarkeitsprofil leicht anzupassen ist. Die angestammte 
Tätigkeit bei der H.________ GmbH ist eine rein stehende und gehende 
Tätigkeit (vgl. AB 60/7), welche der Beschwerdeführerin mit Rückenpro-
blemen und bilateraler Gonarthrose seit September 2016 (AB 130) nicht 
mehr zumutbar ist (AB 128/12). Eine leichte wechselbelastende vorwie-
gend sitzende Tätigkeit ist zu 80 % möglich, wobei mit einer Leistungsmin-
derung von 20 % zu rechnen ist (AB 128/13). Diese Beurteilung ist 
grundsätzlich nachvollziehbar und überzeugend, weshalb – jedenfalls so-
weit die Frage eines Revisions- resp. Neuanmeldungsgesuches betreffend 
– darauf abzustellen ist. Damit ist eine revisionsrechtlich relevante Ver-
schlechterung im Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin aus somati-
scher Sicht erstellt und in der Folge der Rentenanspruch in rechtlicher und 
tatsächlicher Hinsicht allseitig frei zu prüfen (vgl. E. 2.3.3 hiervor). In psy-
chischer Hinsicht haben sich im Vergleich zum Referenzzeitpunkt keine 
Veränderungen ergeben, es sind nach wie vor keine psychiatrischen Dia-
gnosen zu stellen (AB 108.1/23 Ziff. 5, 108.2/15 Ziff. 6.3). 

3.5.2 Soweit die Beschwerdeführerin unter Hinweis auf den Bericht von 
Dr. med. E.________ vom 15. Oktober 2018 (AB 140/22) vorbringt, sie sei 
aufgrund einer schubweise auftretenden Polyarthritis maximal zu 50 % ar-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2019, IV/18/772, Seite 16

beitsfähig (Beschwerde S. 4 f.), kann ihr nicht gefolgt werden. Was die Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit betrifft, hat sich Dr. med. G.________ mit 
der vom behandelnden Dr. med. E.________ neu diagnostizierten Calci-
umpyrophosphat-Arthropathie ausführlich auseinandergesetzt und darge-
tan, weshalb diese das Zumutbarkeitsprofil nicht in dem von Dr. med. 
E.________ erwähnten Ausmass zu beeinflussen vermag. Er zeigt einläss-
lich auf, dass das durch eine Punktion gewonnene Körpermaterial (Punktat) 
gut zu der Gonarthrose passt, die Dr. med. E.________ schon früher dia-
gnostizierte (AB 122/2). Trotz der fehlenden Kristalle ist das Punktat mit der 
Diagnose einer CPPD-Arthropathie kompatibel, denn bei mechanischen 
Ergüssen im Rahmen einer Arthrose bei CPPD-Arthropathie kommt es 
häufig vor, dass die Kristalle nicht gefunden werden (AB 142/4). Ausser-
dem beinhaltet die neu festgestellte Erkrankung zwar regelmässige aktive 
Schübe, welche zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit führen können, 
bei der Beschwerdeführerin konnte aber noch nie ein entzündlicher Schub 
objektiviert werden (AB 142/5). Zudem darf und soll das Gericht in Bezug 
auf Atteste von Hausärzten und behandelnden Spezialärzten der Erfah-
rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre 
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer 
Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 
S. 80 E. 5.3.3.3; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). 
Nach dem Dargelegten ist damit nicht auf das von Dr. med. E.________ 
genannte Zumutbarkeitsprofil abzustellen.

3.5.3 Obwohl die Berichte von Dr. med. G.________ vom 13. Mai 2018 
(AB 128), 6. Juni 2018 (AB 130) und vom 4. September 2018 (AB 138) 
hinsichtlich Diagnosestellung und Befunderhebung beweistauglich sind und 
grundsätzlich darauf abzustellen ist (vgl. E. 3.5 hiervor), stellt sich die Fra-
ge, ob das von ihm genannte Zumutbarkeitsprofil ohne Weiteres übernom-
men werden kann. Dr. med. G.________ hielt im Bericht vom 13. Mai 2018 
fest, eine leichte wechselbelastende vorwiegend sitzende Tätigkeit sei der 
Beschwerdeführerin zu 80 % zumutbar (Pensum reduziert wegen Assozia-
tion von axialen und multiplen peripheren Gesundheitsschäden), wobei mit 
einer Leistungsminderung von 20 % zu rechnen sei (vermehrter Pausen-
bedarf bei degenerativen Veränderungen; AB 128/13). Es ist unklar, wie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2019, IV/18/772, Seite 17

dieses Zumutbarkeitsprofil zu verstehen ist. Die Beschwerdegegnerin inter-
pretiert dies so, dass eine angepasste Tätigkeit zeitlich voll, aber mit einer 
um 20 % verminderten Leistungsfähigkeit zumutbar ist (AB 139/1 f.). Auf-
grund der Formulierungen des Dr. med. G.________ (AB 128/13) könnte 
aber auch geschlossen werden, dass eine angepasste Tätigkeit zeitlich zu 
80 % mit einer zusätzlichen Leistungsminderung von 20 % zuzumuten ist. 
Ebenso erlauben seine weiteren Stellungnahmen vom 6. Juni 2018 
(AB 130), vom 4. September 2018 (AB 138) sowie vom 14. November 2018 
(AB 142) keine zusätzlichen Aufschlüsse darüber, wie das Zumutbar-
keitsprofil zu verstehen ist und gleiches gilt für die nach dem 13. Mai 2018 
von der Beschwerdeführerin eingereichten ärztlichen Unterlagen (vgl. 
AB 135/3 ff., 140/21 ff.). 

Zusätzlicher Abklärungsbedarf ergibt sich auch deshalb, weil die Frage, in 
welchem zeitlichen und leistungsmässigen Ausmass die Beschwerdeführe-
rin in einer ihren Beeinträchtigungen angepassten Tätigkeit eingeschränkt 
ist, mit Bezug auf den umstrittenen Rentenanspruch von entscheidender 
Bedeutung ist. In den Aktenbeurteilungen des Dr. med. G.________ 
(AB 128, 130, 138, 142) werden die zusätzlichen Pausen weder in zeitli-
cher Hinsicht quantifiziert noch wird begründet, aufgrund welcher Beein-
trächtigung die Pausen mit welchem Erholungs- oder Therapiezweck erfor-
derlich sind. Diese Frage ist aufgrund deren Rentenrelevanz im Rahmen 
einer Verlaufsbegutachtung zu klären. Soll ein Versicherungsfall ohne Ein-
holung eines externen Gutachtens entschieden werden, sind bereits bei 
Vorhandensein geringer Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit 
der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärun-
gen vorzunehmen (vgl. E. 3.4 hiervor; BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65). Wie 
dargelegt, bestehen hier solche Zweifel beim von Dr. med. G.________ 
formulierten unklaren Zumutbarkeitsprofil.

3.6 Zusammenfassend erweist sich der medizinische Sachverhalt inso-
weit als ungenügend abgeklärt, als nicht zuverlässig beurteilt werden kann, 
wie das von Dr. med. G.________ gennannte Zumutbarkeitsprofil zu ver-
stehen ist. Die Akten sind deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzu-
weisen, damit diese die Unklarheiten hinsichtlich des Zumutbarkeitsprofils 
kläre und anschliessend über den Rentenanspruch neu verfüge. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2019, IV/18/772, Seite 18

4.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefochte-
ne Verfügung vom 19. September 2018 (AB 139) aufzuheben. Die Akten 
sind zur Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zum 
Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61). Dies gilt unabhän-
gig davon, ob die Rückweisung beantragt oder ob das entsprechende Be-
gehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wird (SVR 2017 KV Nr. 9 
S. 43 E. 9.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2019, IV/18/772, Seite 19

Mit Kostennote vom 13. März 2019 macht Rechtsanwalt Dr. B.________ 
ein Honorar von Fr. 2'137.50.-- (7.83 h à Fr. 270.--) zuzüglich Auslagen von 
Fr. 60.50 und Mehrwertsteuer von Fr. 169.25 (7.7 % von Fr. 2‘198.00) gel-
tend, was nicht zu beanstanden ist. Die Parteientschädigung wird folglich 
auf Fr. 2‘367.25 festgesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin 
der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 19. September 2018 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2‘367.25 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt 

Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 18. April 2019)
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Juli 2019, IV/18/772, Seite 20

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.