# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8bf7be9-d23b-5cdf-8147-37c8fb040108
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.01.2023 200 2022 513
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-513_2023-01-06.pdf

## Full Text

200 22 513 IV
JAP/PES/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. Januar 2023

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichterin Wiedmer
Gerichtsschreiber Peter

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 10. August 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Jan. 2023, IV/22/513, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Im Oktober 2008 meldete sich die 1973 geborene A.________ (nachfol-
gend Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) zum Bezug von IV-Leistungen 
für Erwachsene an und beantragte Berufsberatung sowie Umschulung auf 
eine neue Tätigkeit. Sie leide seit dem 16. Februar 2007 an einer posttrau-
matischen Belastungsstörung (Antwortbeilage [AB] 3). Mit Mitteilung vom 
17. November 2008 gewährte die IV-Stelle Bern (nachfolgend IV-Stelle 
bzw. Beschwerdegegnerin) als Frühinterventionsmassnahme eine Ab-
klärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten (AB 14). Nachdem es 
der Versicherten gesundheitlich wieder bessergegangen war und sie 
selbständig eine neue Arbeitsstelle gefunden hatte (vgl. AB 23, AB 31 S. 3, 
AB 34), schloss die IV-Stelle mit Verfügung vom 5. Juni 2009 die berufli-
chen Massnahmen ab (AB 29). 

Im Januar 2015 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug 
an. Sie könne ihren Beruf nur noch begrenzt ausüben (AB 35). Nach Rück-
sprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), wonach die Versi-
cherte in angepassten (d.h. die Schultern und die Halswirbelsäule nur we-
nig belastenden) Tätigkeiten nicht eingeschränkt sei (AB 51), gewährte die 
IV-Stelle eine Umschulung in Form einer … von 9. Februar 2015 bis 
29. Februar 2016 (AB 63) samt Praktikum beim C.________ (…) von 
1. August bis 31. Dezember 2015 (AB 78, AB 90). Im Januar 2016 erlangte 
die Versicherte das … (AB 97) und wurde mit einem Beschäftigungsgrad 
von 90% als … beim C.________ fest angestellt (AB 94). Mit Mitteilung 
vom 7. März 2016 sprach ihr die IV-Stelle eine Ausbildung zur … EFZ von 
15. August 2016 bis 31. Juli 2018 (AB 98) inklusive zusätzlichem … 
(AB 118) zu, worauf die Versicherte ab 1. April 2017 ihr Pensum beim 
C.________ auf 70% reduzierte (AB 115). Im August 2017 erlangte sie das 
… (AB 123 S. 2). Das Qualifikationsverfahren zur … EFZ im Folgejahr be-
stand sie hingegen nicht (siehe Notenausweis vom 28. Juni 2018; AB 130 
S. 2). Per 1. August 2018 konnte sie ihr Pensum beim C.________ wieder 
auf 90% erhöhen (AB 131 S. 2). Mit Mitteilung vom 22. Februar 2019 
schloss die IV-Stelle die beruflichen Massnahmen ab (AB 132). Mit Verfü-

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gung vom 9. April 2019 verneinte sie bei einem errechneten Invaliditätsgrad 
von 1% einen Anspruch auf eine Invalidenrente (AB 134).

Im Oktober 2019 ging der IV-Stelle eine undatierte Neuanmeldung der Ver-
sicherten zu (AB 137). Mit Verfügung vom 3. März 2020 trat die IV-Stelle 
mangels glaubhaft gemachter Veränderung darauf nicht ein (AB 151).

Am 22. August 2020 erfolgte eine weitere Anmeldung (AB 156). Nach 
Rücksprache mit dem RAD (vgl. AB 159 S. 4 ff.) trat die IV-Stelle auf diese 
ein und nahm in medizinischer und erwerblicher Hinsicht Abklärungen vor 
(AB 160). Nach Eingang zahlreicher medizinischer Berichte (AB 165, 
AB 168, AB 177, AB 181, AB 182) sowie der Akten der Trägerin der kollek-
tiven Krankentaggeldversicherung (AB 173.1 - 173.5) gewährte die IV-
Stelle der Versicherten für die Zeit von 6. April bis 5. Juli 2021 ein Belast-
barkeitstraining in der D.________ (AB 197; siehe auch den Bericht der 
D.________ vom 8. Juli 2021 [AB 220]). Nach Eingang weiterer Unterlagen 
(AB 205, AB 210, AB 215, AB 218) schloss die IV-Stelle mit Mitteilung vom 
9. Juli 2021 die beruflichen Eingliederungsmassnahmen ab (AB 217) und 
unterbreitete das Dossier dem RAD zur Beurteilung. Dieser empfahl eine 
polydisziplinäre Begutachtung (AB 223). Nach Aktualisierung der medizini-
schen Akten (AB 228) und entsprechender Mitteilung an die Versicherte 
(AB 226) erteilte die IV-Stelle über die Plattform … den Auftrag für ein po-
lydisziplinäres Gutachten in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medi-
zin, Orthopädie, Neurologie und Psychiatrie; als Gutachterstelle zugewie-
sen wurde die MEDAS E.________ (fortan MEDAS; AB 232). Mit Schrei-
ben vom 9. September 2021 wurden der Versicherten die Gutachterstelle 
sowie die Namen der Sachverständigen mitgeteilt (AB 236). Das entspre-
chende MEDAS-Gutachten (mit Aktenzusammenfassung, Teilgutachten, 
Fragebogen, Laborbefund und Ergebnissen der veranlassten Zusatzunter-
suchungen) datiert vom 2. Februar 2022 (AB 244.1 - 244.9). Am 5. Mai 
2022 erfolgte zudem eine Stellungnahme der Gutachter (AB 251) zu den 
von der Versicherten nach der Gutachtenserstellung bei der IV-Stelle neu 
eingereichten medizinischen Berichten (AB 248).

Mit Vorbescheid vom 11. Mai 2022 stellte die IV-Stelle der Versicherten 
insbesondere gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 2. Februar 2022 die 
Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Es bestehe mangels Dia-

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gnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit kein Anspruch auf IV-
Leistungen (AB 252). Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, am 7. Juni 2022 vorsorglich Einwand (AB 261), 
welchen sie mit Eingabe vom 28. Juni 2022 nachbegründen liess (AB 266). 
Mit Verfügung vom 10. August 2022 wies die IV-Stelle das Leistungsbegeh-
ren der Versicherten unter Stellungnahme zu den erhobenen Einwänden 
ihrem Vorbescheid entsprechend ab (AB 269). 

B.

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsan-
walt B.________, am 5. September 2022 Beschwerde mit den Rechtsbe-
gehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Angelegen-
heit sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese ein neu-
es polydisziplinäres Gutachten einhole und hernach über den Rentenan-
spruch neu entscheide. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung auf-
zuheben und der Beschwerdeführerin für die Zeit ab Februar 2021 eine 
Viertelrente der Invalidenversicherung zuzusprechen - unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge. 

Mit Beschwerdeantwort vom 23. September 2022 beantragt die Beschwer-
degegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 

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11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 
10. August 2022 (AB 269). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerde-
führerin im Rahmen der Neuanmeldung vom 22. August 2020 (AB 156) 
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat (siehe Beschwerde 
S. 2, Rechtsbegehren). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des 
IVG (Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des 
ATSG) in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind - vor-
behältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen - grundsätzlich 
diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 
ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert die 
angefochtene Verfügung vom 10. August 2022 (AB 269), womit sie nach 

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dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 erging. Indessen 
liegt der Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des Rentenanspruchs vor 
dem 1. Januar 2022, weshalb die Bestimmungen des IVG und diejenigen 
der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; 
SR 831.201) in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) 
massgebend sind (vgl. auch Rz. 9100 f. des Kreisschreibens des Bundes-
amts für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Rente in der Inva-
lidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. 
BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228). 

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-
benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 
40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 
Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. Der 
Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ab-
lauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 

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nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt. 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

2.5 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades 
bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn 
die versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der Grad der Inva-
lidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 
Abs. 2 und 3 IVV). Die Behandlung der Eintretensfrage durch die Verwal-
tung ist vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist (BGE 
109 V 108 E. 2b S. 114).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der 
früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so 
weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prü-
fen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbe-
gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Be-
schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge-
richt (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). 
Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-

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schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 22. Au-
gust 2020 (AB 156) eingetreten und hat über den Leistungsanspruch mate-
riell entschieden (AB 269). Die Frage des Eintretens auf die Neuanmeldung 
ist deshalb - da nicht streitig - vom Gericht nicht zu beurteilen (E. 2.5 erster 
Absatz in fine hiervor). 

3.2 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfü-
gung vom 10. August 2022 (AB 269) in medizinischer Hinsicht im Wesentli-
chen auf das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 2. Februar 2022 
(AB 244.1 - 244.9).

Das MEDAS-Gutachten ergab bei der Beschwerdeführerin in der Interdis-
ziplinären Gesamtbeurteilung keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit in der letzten oder einer vergleichbaren Arbeit. Als Diagnosen 
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit ver-
merkten die Gutachter einen Status nach Lendenwirbelsäulenoperationen 
im Mai und Juni 2020 mit residuellem sensiblem L4(5)-Syndrom links ohne 
neuropathische Schmerzkomponente (neurologisch) resp. eine Spondylo-
dese LWK3 bis SWK1 ohne namhafte Funktionseinschränkung im klini-
schen Befund und ohne bildmorphologischen Anhalt für ein Implantatver-
sagen (orthopädisch), eine Syringomyelie in Höhe C6-TH1 ohne Anhalt für 
namhafte assoziierte nervale Defizite, bildmorphologisch eine degenerative 
Veränderung cervical ohne assoziierten namhaften orthopädisch-neurolo-
gischen Störungsbefund, ein leichtgradiges Sulcus ulnaris Syndrom rechts, 
einen Verdacht auf eine Migräne ohne Aura mit seltenen Anfällen, eine 
Anpassungsstörung mit verlängerter depressiver Reaktion (ICD-10: 
F43.21), eine Agoraphobie, weitgehend remittiert (ICD-10: F40.00), einen 
Fehlgebrauch von Opioiden, den laborchemischen Nachweis von Ecstasy 
und Benzodiazepinen, einen Status nach einer auf Helicobacter pylori posi-
tiven Gastritis im Jahr 2018, eine gastroösophageale Refluxkrankheit, eine 

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Adipositas Grad I sowie einen Nikotinkonsum (AB 244.1 S. 10 f.; vgl. 
AB 244.4 S. 23 f., AB 244.5 S. 24, AB244.6 S. 22, AB 244.3 S. 21). 

3.2.1 Orthopädischerseits fanden sich im klinischen Befund reizlose 
Narbenverhältnisse über der gesamten Lendenwirbelsäule, die Angabe 
einer Druck- und Klopfdolenz über der Dornfortsatzreihe lumbal sowie eine 
Druckdolenz über beiden Iliosakralfugen und die Angabe eines Federungs-
schmerzes der lumbalen Facetten. Darüber hinaus sei eine Hypästhesie im 
linken Bein am anterolateralen Oberschenkel und komplett ab dem Kniege-
lenk nach distal (und somit keinem Dermatom zugehörig) angegeben wor-
den. Der Zehenstand links sei mühsam, der Fersenstand links nicht de-
monstriert worden. Diskrepant dazu habe sich bei der fokussierten Unter-
suchung dieser Funktionen in Rückenlage eine im Seitenvergleich symme-
trische Kraftentfaltung der Fuss- und Zehenheber- und -senkermuskulatur 
(Janda 4) gefunden. Ebenfalls diskrepant seien der ermittelte Finger-
Boden- und der Finger-Zehen-Abstand im Langsitz gewesen, wofür es kei-
ne biomechanische Plausibilität gebe. Auch spreche das Fehlen einer 
namhaften Myatrophie am linken Bein und die seitengleiche Fersenbe-
schwielung gegen eine langanhaltende Schonung des linken Beins 
(AB 244.5 S. 24 f.). 

Für die geklagten cervicalen, cervicobrachialen und cervicocephalen Be-
schwerden fand sich – bis auf die Angabe einer Druck- und Klopfdolenz 
über der Dornfortsatzreihe und einer gering hyperton paracervicalen Mus-
kulatur bei uneingeschränkter spontaner Beweglichkeit der Halswirbelsäule 
in allen Ebenen – kein entsprechender orthopädischer Störungsbefund. 
Das aktenkundig vorliegende MRI vom 19. März 2021 beschreibe eine 
vermehrte Kyphosierung mit Punctum maximum HWK3/HWK4 und HWK4/ 
HWK5 mit Osteochondrose und reaktiver Spondylose auf den drei unters-
ten Segmenthöhen sowie im Segment HWK4/HWK5 eine flache, kleine 
mediane Diskusherniation dorsal subligamentär mit Kompression am Du-
ralsack von ventral her. Ein hiermit assoziierter namhafter orthopädisch-
neurologischer Störungsbefund habe im Rahmen der Begutachtung nicht 
herausgearbeitet werden können (AB 244.5 S. 25). 

Für die geklagte Wetterempfindlichkeit im Bereich der rechten, operierten 
Schulter fand sich im klinischen Untersuchungsgang ebenfalls kein er-

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klärendes Befundkorrelat bei fehlendem namhaftem Störungsbefund. Auch 
bildmorphologisch fand sich kein erklärendes Korrelat bei regelrechter Dar-
stellung der Rotatorenmanschette sowie unauffälliger Bicepstenodese mit 
Schraube im cranialen Sulcus intertubercularis (AB 144.5 S. 25). 

Der postoperative spinale Status sowie die degenerativen Veränderungen 
cervical rechtfertigten auch ohne assoziierten namhaften orthopädischen 
Störungsbefund die Empfehlung, dauerhaft körperlich mittelschwere bis 
schwere Arbeiten sowie Arbeiten in Körperzwangshaltungen und Tätigkei-
ten mit repetitiven Überkopfarbeiten zu meiden. In überwiegend körperlich 
leichten, wechselbelastend oder überwiegend sitzend ausgeübten Arbeiten 
lasse sich eine dauerhafte Limitation der Belastbarkeit auch unter Berück-
sichtigung der Indikatoren aus orthopädischer Sicht demgegenüber nicht 
ausreichend begründen (AB 244.5 S. 27). 

3.2.2 Der klinisch-neurologische Untersuchungsbefund zeigte keine ner-
valen Dehnungszeichen, weder cervical noch lumbal. Die Hirnnervenfunkti-
on stellte sich regelrecht dar. Manifeste oder latente Paresen fanden sich 
nicht. Ebenso wenig Muskelfaszikulationen. Hinweise auf eine Rücken-
marksschädigung ergaben sich ebenfalls nicht. Die Reflextätigkeit sei in 
den oberen Extremitäten seitengleich lebhaft gewesen. Im Bereich der un-
teren Extremitäten fand sich der Quadrizepssehnenreflex linksseitig im 
Vergleich zur rechten Seite abgeschwächt auf insgesamt eher schwachem 
Niveau, die Triceps-surae-Reflexe fanden sich ohne sichere Seitendifferenz 
schwach seitengleich auslösbar. Hinweise auf eine Pyramidenbahnschädi-
gung ergaben sich nicht. Bei der Überprüfung der Sensibilität sei für alle 
Qualitäten ein normales Empfinden angegeben worden; es habe sich ins-
besondere auch kein Hinweis auf das Vorliegen einer Störung des Tempe-
ratursinnes beziehungsweise einer dissoziierten Empfindungsstörung ge-
funden. In vegetativer Hinsicht fanden sich regelrechte Funktionen. Auch 
die koordinativen Eigenschaften stellten sich regelrecht dar. Aus neurophy-
siologischer Sicht liessen sich eine leichtgradige Leitungsverzögerung des 
Nervus ulnaris rechts im Sulcus-Bereich belegen. Darüber hinaus fanden 
sich keine pathologischen Auffälligkeiten (AB 244.4 S. 24). 

Zusammenfassend lagen neurologischerseits ein leichtgradiges rechtssei-
tiges Sulcus-ulnaris-Syndrom sowie bei einem Status nach Lendenwir-

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belsäulenoperationen im Mai und Juni 2020 ein sensibles residuelles 
L4(5)-Syndrom links ohne neuropathische Schmerzkomponente vor. Die 
Anamnese spreche zudem für das Vorliegen einer Migräne ohne Aura mit 
seltenen Attacken. Der Anamnese folgend könne mit Wahrscheinlichkeit 
nur beim Auftreten einer typischen Migränesymptomatik mit Begleitphäno-
menen von dieser Diagnose ausgegangen werden. Die angegebene 
rechtsseitige Schmerzsymptomatik im Bereich der Halswirbelsäule ohne 
typische radikuläre Ausstrahlung mit Ausstrahlung in den Hinterkopf und 
nach rechts frontal finde keine organ-neurologische Erklärung. Die Angabe 
sei für Spannungskopfschmerzen untypisch. Die Syringomyelie in Höhe C6 
bis TH1 führe zu keinem ausreichend objektivierten nervalen Defizit. Es 
bleibe aber denkbar, dass die sich im Laufe der Zeit diffus auch von rechts 
nach links ausbreitende Schmerzsymptomatik ursächlich auf die Syrinx 
zurückgeführt werden könne. Im Initialstadium einer Syrinx könne diese 
lediglich durch eine capeartige Schmerzverteilung in Erscheinung treten. 
Die Syrinx könne die angegebenen Nackenschmerzen und Kopfschmerzen 
aber nicht erklären (AB 244.4 S. 25). Insgesamt wenig plausibel sei die 
Angabe anhaltender und kaum beeinflussbarer Schmerzen trotz Einnahme 
von Opiaten sowie auch insbesondere die Angabe von stärksten Schmer-
zen anlässlich der stattgehabten Untersuchungssituation einerseits und das 
Fehlen jedweder Schmerzentäusserung und das Fehlen eines entspre-
chend erklärenden organ-neurologischen Befundes andererseits (AB 244.4 
S. 27). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als … ergebe sich kein Anhalt für 
eine neurologisch begründete Minderung der Belastbarkeit. Dies gelte auch 
rückblickend. Anderslautende neurologische Vorbewertungen lägen nicht 
vor (AB 244.4 S. 28). 

3.2.3 Gemäss psychiatrischem Befund wirkte die Versicherte zeitweise 
bedrückt bei noch ausreichend erhaltener Schwingungsfähigkeit. Es seien 
überdies eine Grübelneigung, vor allem schmerzbedingte Schlafstörungen, 
ein Selbstwertdefizit sowie eine emotionale Labilität verbunden mit Zu-
kunftssorgen angegeben worden. Diese Symptomatik – die sich vor dem 
Hintergrund einer psychosozialen Belastungssituation (therapierefraktäre 
somatische Beschwerden, Verlust des angestammten Arbeitsplatzes) ent-
wickelt habe – sei gemäss ICD-10 als eine prolongierte Anpassungs-
störung mit depressiver Symptomatik zu werten (AB 244.6 S. 24). 

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Die Prognose einer Anpassungsstörung sei per se günstig. Sie bilde sich 
unter bedarfsweiser ambulanter leitliniengerechter Behandlung erfahrungs-
gemäss nach spätestens 24 Monaten zurück. Durch die bisherigen medi-
kamentösen Behandlungsversuche und die ambulante Psychotherapie im 
monatlichen Abstand habe bislang keine durchgreifende Besserung erzielt 
werden können. Anhand des hiesigen Befunds wie auch der Verhaltensbe-
obachtung und der Angaben zur Alltagsaktivität (familiäre Einbindung, gute 
Tagesstruktur) liege jedoch keine erhebliche depressive Störung vor und 
aktenkundig fehlten psychiatrische Befunde, die eine erhebliche depressive 
Erkrankung belegen würden (AB 244.6 S. 24). 

Die angegebenen Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates (vor 
allem Hals- und Lendenwirbelsäule) seien keiner anhaltenden somatofor-
men Schmerzstörung zuzuordnen. Im klinischen Eindruck liege kein an-
dauernder und quälender Schmerz vor. Es könne auch kein assoziierter 
fehlverarbeiteter seelischer und psychosozialer Konflikt exploriert werden, 
vor dessen Hintergrund sich die angegebenen Schmerzen ursprünglich 
hätten entwickeln können. Die Achsenkriterien einer anhaltenden somato-
formen Schmerzstörung seien also nicht erfüllt. Die Sonderform einer chro-
nischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
scheide bei gleichzeitigem Bestehen einer affektiven Störung (hier Anpas-
sungsstörung mit verlängerter depressiver Reaktion) nach den Kodierungs-
regeln des ICD-10 ebenfalls aus (keine parallele Stellung einer affektiven 
und F45.4-Diagnose; AB 244.6 S. 24 f.). 

Aus den Akten gehe hervor, dass sich nach einem gewalttätigen Übergriff 
im … im Februar 2007 zunächst eine posttraumatische Belastungsstörung 
entwickelt habe. Die Versicherte habe nach eigenen Angaben unter ambu-
lanter Psychotherapie und aufgrund der eigenen Resilienz die entspre-
chenden Beschwerden überwinden und in die Tätigkeit als … zurückkehren 
können. Albträume würden allenfalls noch sporadisch, eine vegetative Übe-
rerregung, Schreckhaftigkeit, Reizbarkeit, Intrusionen oder Flashbacks 
würden nicht mehr auftreten. Geblieben sei ein Vermeidungsverhalten für 
den … Bahnhof, den sie nicht mehr ohne Begleitung betreten wolle. Auch 
fühle sie sich weiterhin unwohl in grösseren Menschenmengen, ohne dass 
es dadurch zu Panikattacken komme. Insgesamt sei das klinische Bild ei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Jan. 2023, IV/22/513, Seite 13

ner posttraumatischen Belastungsstörung aktuell nicht (mehr) nachweisbar. 
Die Zurückhaltung bei grösseren Menschenmengen spreche für eine milde 
Agoraphobie ohne Panikstörung. Eine wesentliche Alltagsbeeinträchtigung 
sei hieraus nicht mehr abzuleiten (AB 244.6 S. 25). 

Die Medikamentenanamnese spreche für einen etwa drei Monate anhal-
tenden Fehlgebrauch von Targin. Bei mangelhafter Schmerzdokumentation 
und Hinweisen auf eine unzureichende Wirksamkeit und einen zeitgleichen 
Drogenmissbrauch (im Labor hätten sich Nachweise von Ecstasy und Ben-
zodiazepinen gefunden; diese Hinweise seien zu prüfen und ein Drogen-
missbrauch gegebenenfalls unter ärztlicher Kontrolle zu beenden) sei die 
Überprüfung der potentiell suchtinduzierenden analgetischen Medikation 
anzuraten. Opioide könnten unter anderem eine affektive Störung, eine 
vermehrte Schläfrigkeit und kognitiv-mnestische Defizite verursachen. Sie 
interferierten also zum Teil mit den von der Versicherten angegebenen Be-
schwerden (AB 244.6 S. 25 f.). 

Zusammenfassend liege keine psychiatrische Erkrankung mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit vor. Die leichte affektive Störung (hier Anpassungs-
störung) sei nicht derart ausgeprägt, dass hieraus eine Minderung der Ar-
beitsfähigkeit erwachsen könne. Vielmehr sei eine Arbeitsaufnahme aus 
therapeutischer Sicht zur Stabilisierung der Tagesstruktur, der Selbstwirk-
samkeit, des Selbstwerterlebens, der sozialen Teilhabe und des Abbaus 
von Vermeidungsverhalten zu befürworten (AB 244.6 S. 26). Eine prolon-
gierte Anpassungsstörung sei einer leitliniengereichten Behandlung gut 
zugänglich. Die unauffällige Primärpersönlichkeit und die befriedigende 
Ressourcenlage (stabiles Umfeld und Partnerschaft, erhaltene Tagesstruk-
tur, langjährige Arbeitstätigkeit) unterstützten die günstige Prognose. Allen-
falls seien Tätigkeiten mit Schwerpunkt in Menschenmengen zu vermeiden 
(AB 244.6 S. 28). 

3.2.4 Im internistischen Fachgebiet ergaben sich keine Hinweise auf 
Erkrankungen, die eigenständige dauerhafte Einschränkungen der Belast-
barkeit in der angestammten oder einer vergleichbaren Tätigkeit bedingen 
würden (AB 244.3 S. 22). Die anamnestischen Angaben zur Schmerzinten-
sität stimmten (wie bei den anderen Teilbegutachtungen; siehe AB 244.4 
S. 18 und S. 27, AB 244.5 S. 18 und S. 26 f., AB 244.6 S. 19 und S. 27) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Jan. 2023, IV/22/513, Seite 14

nicht mit dem klinischen Eindruck in der spontanen Mobilität und der übri-
gen spontanen Präsentation sowie dem Laborbefund (den Spiegelbestim-
mungen) überein (AB 244.3 S. 44). Die Medikamentenspiegel für Amitripty-
lin, Paracetamol und Metamizol lagen unterhalb der Referenzbereiche, was 
hinsichtlich der Schmerzmittel für einen geringen Schmerzmittelbedarf und 
ein eher geringes Schmerzniveau spreche. Im Substanzscreening seien 
Benzodiazepine und Ecstasy quantitativ und qualitativ positiv gewesen, 
was für einen Substanzfehlkonsum sprechen könne. Amphetamine, Opiate 
und Barbiturate seien quantitativ nachweisbar und qualitativ negativ gewe-
sen, was am ehesten als mögliche Kreuzreaktion zu bewerten sei 
(AB 244.3 S. 22). 

3.2.5 In ihrer interdisziplinären Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter 
in der Folge zusammenfassend fest, in den Akten sei somatischerseits 
auch für angepasste Tätigkeiten eine anhaltende erhebliche Minderung der 
Belastbarkeit attestiert worden. Dabei sei vorrangig auf den Schmerzvor-
trag abgestellt worden. Eine eindeutige somatische Erklärungshypothese 
lasse sich in den Akten nicht erkennen. Auch sei keine ausreichend er-
kennbare korrelierende klinische Befundbegründung oder Indikatorenprü-
fung erfolgt. Die Vorbewertungen liessen sich also versicherungsmedizi-
nisch nicht teilen (AB 244.1 S. 8). Die Indikatorenprüfung zeige im Labor 
teils keinen wirksamen Spiegel der angegebenen Medikation, was nicht mit 
den Angaben zum Schmerzmittelbedarf in Einklang stehe. Die Befunde und 
die Anamnese sprächen nicht für eine namhafte Limitation von Selbstän-
digkeit, Selbstversorgungsfähigkeit und sozialer Integration sowie Aktivität. 
Die Versicherte beteilige sich am Haushalt, sei mobil, selbständig, selbst-
versorgend und familiär integriert. Die reklamierten Einschränkungen lies-
sen sich mit den erhobenen Befunden nicht ausreichend untermauern. Al-
lenfalls sei aufgrund des postoperativen spinalen Status eine dauerhafte 
Einschränkung der Belastbarkeit auf körperlich überwiegend leichte Arbei-
ten anzunehmen. Die angestammte Bürotätigkeit entspreche einer körper-
lich leichten Arbeit (AB 244.1 S. 5). 

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Jan. 2023, IV/22/513, Seite 15

nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). 

3.4 Die Beschwerdeführerin rügt, dass das polydisziplinäre MEDAS-
Gutachten vom 2. Februar 2022 (AB 244.1 - 244.9) die bundesgerichtlichen 
Anforderungen an den Beweiswert eines Gutachtens nicht erfülle, weshalb 
darauf zur Beurteilung des Leistungsanspruchs nicht abgestellt werden 
könne (Beschwerde Rz. 14). 

3.4.1 Zur Begründung macht die Beschwerdeführerin vorab geltend, 
dass die Gutachter nicht objektiv und unabhängig seien, da sie sich in 
einem wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnis zu den auftraggebenden 
IV-Stellen befänden und drei der vier Gutachter gemäss Medizinalberufe-
register unter derselben Praxisadresse figurierten (Beschwerde Rz. 15). 

Zunächst ist festzuhalten, dass Ausstandsgründe umgehend geltend ge-
macht werden müssen; ansonsten ist der Anspruch auf Anrufung der ver-
meintlich verletzten Ausstandsbestimmung verwirkt (SVR 2022 IV Nr. 45 
S. 143). 

Der Beschwerdeführerin wurden die Gutachterstelle sowie die Namen der 
Sachverständigen mit Schreiben vom 9. September 2021 mitgeteilt und sie 
wurde gleichzeitig darauf hingewiesen, dass triftige Einwendungen gegen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Jan. 2023, IV/22/513, Seite 16

einen oder mehrere der genannten Gutachter bis 27. September 2021 bei 
der IV-Stelle schriftlich eingereicht werden können (AB 236). Gründe, die 
die Beschwerdeführerin gehindert hätten, den Vorwurf der fehlenden Ob-
jektivität und Unabhängigkeit der Gutachter wegen der geltend gemachten 
wirtschaftlichen Abhängigkeit bereits dannzumal und nicht erst nach Erstel-
lung des Gutachtens und Erlass des Vorbescheids zu erheben, sind keine 
ersichtlich. Die diesbezügliche Rüge ist damit verspätet erfolgt und der An-
spruch auf Anrufung der vermeintlich verletzten Ausstandsbestimmung 
folglich verwirkt. Es bleibt darauf hinzuweisen, dass selbst wenn dem nicht 
so wäre, die Tatsache, dass ein Gutachter, ein unabhängiger Arzt oder 
eine Begutachtungsinstitution regelmässig von einem Sozialversicherungs-
träger beauftragt wird, die Anzahl der Gutachten oder Berichte, mit denen 
der Gutachter betraut wird, sowie die Höhe des daraus resultierenden Ho-
norars allein keine ausreichenden Gründe sind, um auf mangelnde Objekti-
vität und Befangenheit des Gutachters zu schliessen (BGE 148 V 225 
E. 3.5 S. 231, 137 V 210 E. 1.3.3 S. 227). Entscheidend ist, dass fachlich-
inhaltlich eine Weisungsunabhängigkeit der begutachtenden Ärzte besteht 
(Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 20. Juni 2007, I 885/06, E. 5.1). 
Auch ist ohne Bedeutung, dass drei der Gutachter gemäss Medizinalberu-
feregister unter derselben Praxisadresse figurieren, soweit nicht weitere 
Aspekte – wie beispielsweise eine Vorbefassung durch einen dieser Gut-
achter oder einen anderen Arzt derselben Praxis – hinzutreten (vgl. BGE 
148 V 225).

3.4.2 Weiter rügt die Beschwerdeführerin, dass von den beteiligten Gut-
achtern lediglich einer über eine SIM-Zertifizierung verfüge, was jedoch 
gegen Art. 7m Abs. 2 der Verordnung vom 11. September 2002 über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV; SR 830.11) ver-
stosse, da Fachärztinnen und Fachärzte der Allgemeinen Inneren Medizin, 
der Psychiatrie und Psychotherapie, der Neurologie, der Rheumatologie, 
der Orthopädie, der orthopädischen Chirurgie und der Traumatologie des 
Bewegungsapparates als medizinische Sachverständige für die Erstellung 
eines Gutachtens nach Art. 44 Abs. 1 ATSG über das SIM-Zertifikat verfü-
gen müssten (Beschwerde Rz. 16).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Jan. 2023, IV/22/513, Seite 17

Art. 7m ATSV ist am 1. Januar 2022 (AS 2021 706) und damit erst nach 
Durchführung der Begutachtung durch die Sachverständigen im Oktober 
und November 2021 (vgl. AB 244.1 S. 1) in Kraft getreten. Diese Bestim-
mung ist somit schon aufgrund der intertemporalrechtlichen Grundregel, 
wonach in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu 
Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (vgl. E. 2.1 hiervor), 
vorliegend nicht anwendbar. Mit Blick auf die Übergangsbestimmung zur 
Änderung vom 3. November 2021 zu Art. 7m Abs. 2 ATSV, wonach das 
SIM-Zertifikat von den Sachverständigen innerhalb von fünf Jahren nach 
dem Inkrafttreten dieser Änderung (und damit bis spätestens 31. Dezember 
2026) erworben werden muss, kann der Umstand, dass drei der vier Gut-
achter im Zeitpunkt der Begutachtung 2021 noch über kein solches Zertifi-
kat verfügten, entgegen den Vorbringen in der Beschwerde (Beschwerde 
Rz. 16) nicht als formeller Mangel und Systemfehler der Gutachterstelle 
bezeichnet werden und ist auch in keiner Weise geeignet, die fachliche 
Qualifikation der Gutachter infrage zu stellen.

3.4.3 Weiter macht die Beschwerdeführerin gegen ein Abstellen auf das 
MEDAS-Gutachten vom 2. Februar 2022 (AB 244.1 - 244.9) geltend, die 
Gutachter hätten sich nicht ordentlich mit den Akten und ihrer Krankenge-
schichte auseinandergesetzt (Beschwerde Rz. 17 f.).

Auch diese Rüge ist unbegründet. Die gutachterliche Aktenzusammenfas-
sung über 18 Seiten (AB 244.2), die Ausführungen zu den Vorbeurteilun-
gen in den Teilgutachten (siehe AB 244.4 S. 22 f. und S. 25 f., AB 244.5 
S. 24 f., S. 26 und S. 28 ff., AB 244.6 S. 22 ff. und S. 27 ff.) wie auch dieje-
nigen in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung (AB 244.1 S. 5 ff.) wider-
legen diese Behauptung. Auch ist nicht zu beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin trotz der ihr nach der MEDAS-Begutachtung neu einge-
reichten Berichte des Dr. med. F.________, Facharzt für Neurochirurgie, 
vom 31. Januar 2022 (AB 248 S. 1 ff.) und 8. Juni 2022 (AB 264 S. 1) in 
antizipierter Beweiswürdigung auf weitere Sachverhaltserhebungen ver-
zichtete. Die betreffenden Berichte enthalten keine wesentlichen Aspekte, 
die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben 
sind (vgl. SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Jan. 2023, IV/22/513, Seite 18

Dr. med. F.________ vollzog vielmehr einen Rollenwechsel weg von der 
fachärztlichen Beurteilung zum Parteivertreter, indem er sich – sein Fach-
gebiet verlassend – zum Rentenanspruch äusserte (AB 248 S. 5), was sich 
beweiskraftmindernd auswirkt (vgl. etwa Entscheid des BGer vom 18. De-
zember 2019, 8C_695/2019, E. 4.3). Die von ihm erwähnte Osteochondro-
se im Bereich der Halswirbelsäule auf Stufe C4/5 (AB 248 S. 1) wurde be-
reits im MRI vom 19. März 2021 befundet und gutachterlich berücksichtigt 
(AB 244.4 S. 22 f., AB 244.5 S. 25). Die Iliosakralgelenke präsentierten sich 
im MRI der Lendenwirbelsäule vom 8. April 2021 symmetrisch (AB 244.4 
S. 23) und deren Überbelastung durch die Spondylodese LWK3 bis SWK1 
wurde durch Dr. med. F.________ lediglich vermutet, wobei er auch eine 
psychische Dekompensation in Betracht zog (AB 248 S. 2). Was schliess-
lich die offensichtliche und erhebliche Diskrepanz zwischen den gutachter-
lichen Schlussfolgerungen und dem von der Versicherten anlässlich des 
Belastbarkeitstrainings in der D.________ von 6. April bis 5. Juli 2021 prä-
sentierten Leistungsvermögen anbelangt, ist festzustellen, dass die Berufs-
fachleute die von ihnen festgehaltenen Einschränkungen der körperlichen 
Belastbarkeit einzig mit der subjektive Schmerzbelastung der Versicherten 
begründeten (AB 220), was nicht genügt, um die in Kenntnis der Ergebnis-
se des Belastbarkeitstrainings (vgl. AB 244.1 S. 8) erstellte polydisziplinäre 
fachärztliche Gesamtbeurteilung der MEDAS-Gutachter in Frage zu stellen 
(vgl. Entscheid des BGer vom 27. Oktober 2021, 8C_329/2021, E. 6.2.1).

3.4.4 Was die Kritik anbelangt, es sei angesichts der gutachterlich erho-
benen Befunde schlicht nicht glaubhaft, dass keine Diagnose mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen solle (Beschwerde Rz. 20), ist der 
Beschwerdeführerin zwar insoweit zuzustimmen, als die Sachverständigen 
sehr wohl Befunde feststellten, sie sich qualitativ auf die Arbeitsfähigkeit 
auswirken. Die Qualifikation der Diagnosen als solche ohne Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit bezieht sich jedoch explizit auf die letzte Tätigkeit oder 
vergleichbare Arbeiten (AB 244.1 S. 10; siehe auch AB 244.4 S. 28 und 
AB 244.5 S. 27), mithin nicht auf mittelschwere bis schwere körperliche 
Verrichtungen. Aus dem Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons 
Aargau vom 15. November 2017, VBE.2017.391 (vgl. Beschwerde 
Rz. 19 f.), kann die Beschwerdeführerin damit nichts zu ihren Gunsten ab-
leiten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Jan. 2023, IV/22/513, Seite 19

3.4.5 Ob die Beurteilung, dass der Medikamentenspiegel nicht im thera-
peutischen Bereich lag und die Beschwerdeführerin möglicherweise Ecsta-
sy konsumiert haben könnte (vgl. AB 244.1 S. 11, AB 244.3 S. 20 und 
S. 22, AB 244.6 S. 21 und S. 26 sowie AB 244.8 S. 3 ff.), auf einem falsch 
positiven Laborergebnis bzw. einer bekannten Kreuzreaktion der einge-
nommenen Wirkstoffe basiert (vgl. Beschwerde Rz. 21), ist vorliegend nicht 
von Belang. Die Sachverständigen zogen daraus keine für die Beurteilung 
der funktionellen Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin relevanten 
Schlüsse und wiesen denn auch selbst auf eine mögliche Kreuzreaktion hin 
(AB 244.3 S. 22).

3.5 Zusammenfassend erfüllt das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten 
vom 2. Februar 2022 (AB 244.1 - 244.9) sämtliche der in Erwägung 3.3 
hiervor genannten, von der Rechtsprechung an medizinische Expertisen 
gestellten Anforderungen. Es ist im Hinblick auf die streitigen Belange um-
fassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklag-
ten Beschwerden, ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden und ist 
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei-
lung der medizinischen Situation einleuchtend und die getätigten Schluss-
folgerungen sind begründet. Dem Gutachten kommt somit volle Beweiskraft 
zu. Konkrete Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens spre-
chen würden, sind nach dem Dargelegten keine ersichtlich. Der medizini-
sche Sachverhalt erweist sich mit dem Gutachten als rechtsgenüglich ab-
geklärt. 

3.6 An diesem Ergebnis ändern auch die von der Beschwerdeführerin 
am 12. Oktober 2022 neu ins Recht gelegten Berichte vom 29. September 
(Beschwerdebeilage [BB] 4) und 9. Oktober 2022 (BB 3) nichts:

3.6.1 Das im Sprechstundenbericht des Dr. med. G.________, Facharzt 
für Neurochirurgie, vom 9. Oktober 2022 (BB 3) erwähnte MRI der Len-
denwirbelsäule vom 8. April 2021 (vgl. AB 215 S. 4 und AB 228 S. 5) wurde 
von den gutachterlichen Sachverständigen berücksichtigt (AB 244.4 S. 23) 
und das SPECT-CT HWS, ISG und LWS vom 25. Januar 2022 offenbarte 
keine relevanten neuen Befunde (siehe BB 3 S. 2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Jan. 2023, IV/22/513, Seite 20

3.6.2 Dr. med. H.________, Facharzt für Chirurgie und für Handchirur-
gie, diagnostizierte bei der Beschwerdeführerin am 29. September 2022 
gestützt auf ein Röntgen und eine Sonographie (vgl. BB 4 S. 2) neu eine 
Rhizarthrose Stadium 1 bis 2 beidseits, wobei die entsprechenden Be-
schwerden erstmals im Juli 2022, mithin nach der orthopädischen Begut-
achtung vom 18. Oktober 2021 (AB 244.5 S. 2; vgl. bezüglich der gutach-
terlichen Untersuchungsbefunde am Handgelenk bzw. der Hand AB 244.5 
S. 20 f.), aber noch vor Erlass der angefochtenen Verfügung vom 10. Au-
gust 2022 (AB 269) aufgetreten sein sollen (BB 4 S. 1). Er postulierte je-
doch bezüglich der Verschleisserscheinungen an den Daumensattelgelen-
ken – mit Blick auf das diagnostizierte Stadium 1 - 2 zu Recht – keine funk-
tionellen Einschränkungen. Zudem ist die Rhizarthrose konservativ und – 
bei persistierenden Beschwerden – operativ therapierbar. Dr. med. 
H.________ sah denn auch eine Infiltration links (rechts war die Rhizar-
throse abklingend) und eine Schienenentlastung beidseits vor, was nach 
empirischen Erhebungen in den meisten Fällen bereits zu einer längeren 
Schmerzsistierung führt (vgl. etwa MERLE/VOCHE, Therapie der Rhizarthro-
se, in MERLE/ REHART [Hrsg.], Chirurgie der Hand, 2009, S. 33 Ziff. 2.6).

4.

Mangels einer Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in der letz-
ten oder einer vergleichbaren Arbeit (vgl. E. 3.2 ff. hiervor) besteht unver-
ändert kein Rentenanspruch, ohne dass eine Invaliditätsbemessung durch-
zuführen wäre. Die diesbezüglichen Ausführungen in der Beschwerde 
Rz. 23 ff. gehen damit von vornherein ins Leere. Bei diesem Beweisergeb-
nis kann offenbleiben, ob im Vergleich zur Verfügung vom 9. April 2019 
(AB 134) überhaupt eine revisionsrechtlich relevante Veränderung vorliegt 
(vgl. E. 2.5 hiervor).

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5.

Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegne-
rin vom 10. August 2022 (AB 269) nicht zu beanstanden und die dagegen 
erhobene Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.