# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df221727-80cb-53a2-bfef-3e3741045a2b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.02.2012 IV 2010/438
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2010-438_2012-02-22.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2010/438

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 18.05.2020

Entscheiddatum: 22.02.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 22.02.2012
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Gutachten als beweiskräftig gewürdigt. 
Vorliegend ist ein Leidensabzug von 20% auf Grund der Gesamtsituation, 
gestützt auf die körperlichen und psychischen Leiden und Einschränkungen 
gerechtfertigt. Damit resultiert ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente 
(Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 22. Februar 
2012, IV 2010/438). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_271/2012.

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Marie Löhrer und Marie-

Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 22. Februar 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach, 

8887 Mels,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rente

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich am 12. Januar 2001 zum Bezug von IV-Leistungen 

(Umschulung auf eine neue Tätigkeit) wegen seit mehreren Jahren bestehenden 

Schmerzen in Gelenken, Muskeln und der Herzgegend, die sich im letzten Jahr 

verstärkt hätten, an. Zudem sei der Druck eines selbständigen Geschäfts für ihn 

psychisch nicht mehr tragbar (act. G 5.1/1-7). Im Arztbericht vom 5. April 2001 

diagnostizierte sein Hausarzt, Dr. med. B.___, ein rheumatisches Beschwerdebild mit 

Fibromyalgie, Epikondylopathie radialis, chronisch lumbovertebralem 

Schmerzsyndrom, Arthritis urica rechter Fuss und Tietze-Syndrom sowie eine larvierte 

Depression und Chronic-Fatigue-Syndrom. In der Tätigkeit als Boden- und Plattenleger 

bestehe eine bleibende Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20%, aktuell seien nur 

Teileinsätze möglich. Der zumutbare zeitliche Umfang der Arbeiten betrage maximal 

50% (act. G 5.1/7).

A.b   Die mit Verfügung vom 11. Oktober 2001 von der IV-Stelle zugesprochene 

Umschulung zum Homöopathen (act. G 5.1/17) musste der Versicherte gemäss 

ärztlichem Zeugnis von Dr. B.___ vom 27. Januar 2003 aus gesundheitlichen Gründen 

abbrechen (act. G 5.1/24).

A.c   Eine mit Verfügung vom 14. August 2003 erteilte Kostengutsprache für eine 

Umschulung zum Feng-Shui-Berater (act. G 5.1/43) wurde mit Verfügung vom 28. 

November 2003 per 14. November 2003 beendet. Zudem waren auf Grund des 

bisherigen Verlaufs weitere berufliche Massnahmen nicht angezeigt. Der Versicherte 

solle sich jedoch melden, sofern er bei der Suche nach einer behinderungsgerechten 

Stelle Hilfe benötige (act. G 5.1/58).

A.d   Am 25. Mai 2004 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-

Leistungen (Rente) an (act. G 5.1/63). Dr. B.___ stellte im Arztbericht vom 9. September 

2004 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: ein chronisches 

cervicobrachiales Schmerzsyndrom links bei Status nach Diskushernie C6/7 und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Status nach Diskektomie vom 12. Februar 2002, ein rheumatisches Beschwerdebild 

mit chronischem lumbovertebralem Schmerzsyndrom, rezidivierender Arthritis urica 

rechter Fuss, Tieze-Syndrom links, anterior kneepain beidseits bei Status nach 

partieller medialer Meniskushinterhornresektion rechtes Knie sowie eine emotional 

instabile Persönlichkeitsstörung und ein zunehmendes Abhängigkeitssyndrom. Die 

bisherige Tätigkeit als Bodenleger sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. 

Zumutbar seien ihm Tätigkeiten, die körperlich adaptiert in wechselnder Stellung 

auszuführen seien (act. G 5.1/83). Im Bericht des Kantonsspitals Grabs, Klinik für 

Chirurgie und Orthopädie, vom 28. September 2004 diagnostizierte Dr. C.___ eine 

chronische Cervicocephalgie nach HWS-Operation im Januar (richtig wohl: Februar) 

2002, eine depressive Entwicklung sowie Knieschmerzen beidseits. Die bisherige 

Tätigkeit sei dem Versicherten noch zu mindestens 50% zumutbar (act. G 5.1/84). Im 

Arztbericht St. Pirminsberg, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und 

Suchtbehandlung (nachfolgend: Klinik St. Pirminsberg) vom 8. Dezember 2004 hielt Dr. 

med. D.___ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung mit 

Störung der Gefühle und des Sozialverhaltens (ICD-10 F43.25), auffällige 

Persönlichkeitszüge mit zwanghaften und impulsiv aggressiven Anteilen (DD: 

Persönlichkeitsstörung vom gemischten Typ; ICD-10 F60.8), ein chronisches 

Schmerzsyndrom des Rückens sowie eine Gonarthrose beidseits fest. Dem 

Versicherten sei eine leichte körperliche Arbeit mit häufigen Positionswechseln und 

ohne zeitlichen oder sozialen Druck im Rahmen von drei bis maximal vier Stunden pro 

Tag zumutbar (act. G 5.1/90).

A.e   Am 21. Dezember 2005 wurde der Versicherte durch das ABI (Aerztliches 

Begutachtungsinstitut GmbH, Basel) internistisch, psychiatrisch und rheumatologisch 

begutachtet. Im Gutachten vom 20. Januar 2006 wurden mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen gestellt: kombinierte Persönlichkeitsstörung mit 

narzisstischen und abhängigen sowie emotional instabilen Zügen (ICD-10 F61.02); 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

(ICD-10 F45.4); chronisches cervical und lumbal betontes Panvertebralsyndrom 

(ICD-10 M53.8) bei St. n. Diskushernienoperation bei grosser medio-lateraler 

Diskushernie C6/C7 links 2/2002, Wirbelsäulenfehlform und -fehlhaltung, 

ausgeprägtem myofaszialem Schmerzsyndrom Nacken-/Schultergürtel linksbetont; 

chronische Knieschmerzen bds. (ICD-10 M17.0) bei St. n. arthroskopischer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Teilmeniskektomie medial rechts 2003 und medial links 4/2005. Als Diagnosen ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden ein metabolisches Syndrom (BMI 30.5 kg/m²; 

ICD-10 E66.0), Dyslipidämie, bisher unbehandelt (ICD-10 E78.2), ein Verdacht auf 

beginnenden Diabetes mellitus (ICD-10 E11.9), aktuell HbA1c-Wert von 7.1% (Norm < 

6.3), Hyperurikämie, asymptomatisch (ICD-10 E79.0), fortgesetzter Nikotinkonsum (ca. 

25 py; ICD-10 F17.1) und episodischer schädlicher Gebrauch von Alkohol, zur Zeit 

abstinent (ICD-10 F10.10), aufgeführt. Der Versicherte sei in seiner angestammten 

Tätigkeit seit dem 2. Februar 2002 voll arbeitsunfähig. Körperlich überwiegend leichte 

bis selten mittelschwere adaptierte Tätigkeiten im Umfang von sechs bis acht Stunden 

täglich seien ihm mit einer Leistungseinbusse zumutbar, so dass insgesamt eine zu 

50% eingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestehe (act. G 5.1/102). Mit Stellungnahme vom 

31. Januar 2006 befand der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) das ABI-Gutachten als 

nachvollziehbar (act. G 5.1/103).

A.f    Im Bericht vom 27. Februar 2006 führte der Berufsberater aus, der Versicherte 

sehe sich nicht in der Lage, eine Umschulung in Angriff zu nehmen. Dies werde nach 

diversen Versuchen auch bestätigt. Zudem fühle er sich nicht fähig, irgendeine Arbeit 

regelmässig auszuführen. Es seien keine sinnvollen beruflichen Massnahmen möglich, 

die seine Situation verbessern könnten. Damit verbleibe eine 50%ige medizinische 

Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten bei einer Arbeitszeit von sechs bis 

acht Stunden täglich. Aus berufsberaterischer Sicht seien die zusätzlichen 

Einschränkungen (fehlende Impulskontrolle, fehlende Frustrationstoleranz, deutliche 

Störung im Sozialverhalten) jedoch stark einschränkend für die Realisierung der 

Restarbeitsfähigkeit, weshalb eine weitere Reduzierung des Invalideneinkommens von 

25% vorgeschlagen werde (act. G 5.1/106). Am 14. März 2006 verfügte die IV-Stelle, 

dem Versicherten keine Kostengutsprache für berufliche Massnahmen zu erteilen. 

Betreffend die Rente erhalte er eine separate Verfügung (act. G 5.1/110).

A.g   Mit Verfügungen vom 5. April 2006 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit 

Wirkung ab 1. April 2006 eine Viertelsrente sowie eine entsprechende Kinderrente 

gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 40% zu. Für die Zeit vom 1. Februar 2003 bis 

31. März 2006 werde er eine separate Verfügung erhalten (act. G 5.1/116 und 5.1/117).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.h   Gegen die Verfügungen vom 5. April 2006 erhob Rechtsanwalt lic. iur. Rainer 

Braun, Mels, als Vertreter des Versicherten am 9. Mai 2006 Einsprache mit dem Antrag 

auf eine ganze Invalidenrente. Zur Begründung verwies er auf verschiedene Berichte 

der Klinik St. Pirminsberg sowie von Dr. B.___ (act. G 5.1/118). Gemäss 

Kurzaustrittsbericht der Klinik St. Pirminsberg vom 11. Februar 2006 wurde der 

Einsprecher dort vom 3. Februar 2006 bis zum 11. Februar 2006 stationär behandelt. 

Als vorläufige Diagnose wurde eine depressive Episode angegeben. Der Einsprecher 

werde ambulant weiterbehandelt (act. G 5.1/121). Im Bericht über die stationäre 

Behandlung stellte die Klinik St. Pirminsberg am 28. Februar 2006 die Hauptdiagnose 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10 F33.2); als 

Nebendiagnose wurde eine Alkoholintoxikation (ICD-10 F10.0) angegeben. Die 

Arbeitsfähigkeit betrage 0% bis zur nächsten Konsultation (act. G 5.1/122). Im 

ärztlichen Zeugnis vom 19. April 2006 diagnostizierte die Klinik St. Pirminsberg eine 

rezidivierende depressive Störung, lang dauernde mittelgradige Episode mit residualer 

Symptomatik (ICD-10 F32.10) sowie eine Störung durch Alkohol, schädlicher 

Gebrauch, seit Monaten abstinent (ICD-10 F10.1). Die Arbeitsunfähigkeit betrage 100% 

(act. G 5.1/123). Mit Schreiben vom 26. April 2006 nahm Dr. B.___ zum ABI-Gutachten 

dahingehend Stellung, als die darin festgehaltenen körperlichen und psychischen 

Probleme und Beschwerden des Einsprechers korrekt aufgelistet seien. Leider würden 

die Fakten betreffend die Arbeitsunfähigkeit in der Gesamtbeurteilung ungenügend 

miteinbezogen. Auf Grund der psychiatrischen und der körperlichen Beurteilung 

müsste dem Einsprecher medizinisch-theoretisch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in 

der freien Wirtschaft attestiert werden (act. G 5.1/124).

A.i     In seiner Stellungnahme vom 16. Juni 2006 führte der RAD aus, die neu geltend 

gemachten Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit vermöchten die von der ABI 

abgegebenen Einschätzungen nicht zu entkräften. Aus versicherungsmedizinischer 

Sicht werde daher vorgeschlagen, an der bisherigen Einschätzung festzuhalten (act. 

G 5.1/126).

A.j     Mit Verfügungen vom 11. Januar 2007 sprach die IV-Stelle dem Versicherten für 

die Zeit vom 1. Juni 2003 bis 31. März 2006 eine Viertelsrente nebst Kinderrente zu 

(act. G 3.129). Die IV-Stelle wies die gegen die Verfügungen vom 5. April 2006 

gerichtete Einsprache mit Entscheid vom 2. März 2007 ab (act. G 5.1/130).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.k   Am 17. April 2007 erhob der Rechtsvertreter des Versicherten Beschwerde gegen 

den Einspracheentscheid mit dem Antrag, es sei dem Beschwerdeführer mit Wirkung 

ab 1. April 2006 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter sei ihm mit 

Wirkung ab 1. April 2006 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch das ABI werde den 

tatsächlichen Verhältnissen nicht gerecht. In diesem Zusammenhang verwies der 

Rechtsvertreter auf den Bericht der Klinik St. Pirminsberg vom 28. März 2007, der zum 

Einspracheentscheid Stellung nahm. Demnach sei aus ärztlicher Sicht nicht schlüssig 

dargelegt, dass die Gesamtarbeitsunfähigkeit psychiatrisch und somatisch bei 50% 

liegen solle (act. G 5.1/132). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 25. 

April 2007 die Abweisung der Beschwerde (act. G 5.1/136).

A.l     Im Urteil vom 18. September 2008 (IV-act. 2007/156) ging das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen davon aus, dass das 

Beschwerdeverfahren gegen die Verfügung vom 5. April 2006 betreffend den 

Rentenanspruch ab 1. April 2006 die Rentenverfügung insgesamt und damit auch die in 

der Verfügung vom 11. Januar 2007 erfolgte rückwirkende Zusprache einer 

Viertelsrente für die Zeit von Juni 2003 bis März 2006 betreffe. Es hiess die 

Beschwerde dahingehend teilweise gut, als es den Einspracheentscheid vom 2. März 

2007 aufhob und die Sache zur weiteren Abklärung und zu neuer Verfügung im Sinn 

der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückwies (act. G 5.1/138).

A.mAm 13. November 2008 wurde der Versicherte auf Grund eines massiven selbst- 

und fremdgefährlichen Verhaltens bei Alkoholkonsum per fürsorgerischem 

Freiheitsentzug (FFE) in die Klinik St. Pirminsberg eingewiesen, wo er bis zum 9. Januar 

2009 hospitalisiert blieb. In einem undatierten Bericht an den Hausarzt (Fax-Datum 13. 

August 2009) hielten die behandelnden Ärzte fest, dass es unter medikamentöser 

Einstellung auf Antidepressiva und Neuroleptika zur ausreichenden Remission der 

depressiven Symptomatik gekommen sei. Der Versicherte habe im 

Entlassungszeitpunkt jedoch weiterhin Zeichen einer ausgeprägten 

Persönlichkeitsstörung gezeigt (act. G 5.1/147-27f.). Am 25. Juni 2009 wurde er ein 

weiteres Mal in der Klinik St. Pirminsberg hospitalisiert (act. G 5.1/147-37ff., 

5.1/160-1ff.).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.n   Am 12. August 2009 wurde der Versicherte erneut durch das ABI Basel 

begutachtet. Die Gutachter Dr. med. E.___, FMH Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. 

F.___, FMH Psychiatrie & Psychotherapie, und Dr. med. G.___, FMH Rheumatologie, 

hielten im Verlaufsgutachten vom 27. August 2009 folgende Diagnosen mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit fest: kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und 

emotional instabilen Zügen (ICD-10 F61.0); anhaltende somatoforme Schmerzstörung 

(ICD-10 F45.4); rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 

F 33.4); chronisches cervicales sowie cervicocephales Schmerzsyndrom (ICD-10 

M53.0/M53.1). Sie kamen zum Schluss, dass dem Versicherten körperlich leichte, 

adaptierte Tätigkeiten mit einer Arbeits- resp. Leistungsfähigkeit von unverändert 50% 

zumutbar seien. Die verminderte Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit resultiere aus 

den psychiatrischen Einschränkungen (act. G 5.1/147-22ff.).

A.o   Mit Stellungnahme vom 23. Oktober 2009 hielt der RAD-Arzt Dr. med. H.___ das 

ABI-Verlaufsgutachten für umfassend und widerspruchslos, weshalb auf die 

gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit von 50% in adaptierter Tätigkeit abzustellen 

sei (act. G 5.1/150).

A.p   Mit Vorbescheid vom 18. November 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten ab 

1. Juni 2003 eine Viertelsrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 40% in Aussicht 

(act. G 5.1/154).

A.q   Dagegen liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter am 23. Dezember 

2009 Einwand erheben. Der Rechtsvertreter brachte vor, im Verlaufsgutachten sei nicht 

darauf eingegangen worden, dass der Versicherte im Zeitpunkt der Begutachtung in 

stationärer psychiatrischer Behandlung gewesen war. Die stationäre Behandlung habe 

vom 25. Juni bis 8. September 2009 gedauert. Vom 31. Oktober bis 1. November 2009 

sei der Versicherte interkurrent im Spital Grabs wegen akuter Alkoholintoxikation und 

kombinierter Persönlichkeitsstörung hospitalisiert gewesen. Derzeit befinde er sich in 

der Tagesklinik des Psychiatriezentrums I.___. Im Übrigen sei selbst unter Beachtung 

der gutachterlichen Einschätzung ein Invaliditätsgrad von 40% nicht ausgewiesen, da 

einerseits das angenommene Valideneinkommen zu tief angesetzt sei und andererseits 

auf Grund des Schlussberichts des Berufsberaters beim Invalideneinkommen eine 

Reduktion von 25% vorzunehmen sei (act. G 5.1/159). Mit dem Einwand reichte er 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

medizinische Berichte der ihn nach der Begutachtung behandelnden Stellen ein 

(Bericht der Klinik St. Pirminsberg vom 29. September 2009, act. G 5.1/160-1ff.; 

Bericht des Spitals Grabs vom 1. November 2009, act. G 5.1/161; Bericht des 

Psychiatrie-Zentrums J.___, vom 22. Dezember 2009, act. G 5.1/160-4f.). Zu diesen 

nahm RAD-Arzt Dr. H.___ am 8. Januar 2010 dahingehend Stellung, als sie keine 

richtungsweisende Verschlechterung des Gesundheitszustands seit dem ABI-

Gutachten nachweisen würden (act. G 5.1/162).

A.r    Mit vier Verfügungen vom 7. Oktober 2010 sprach die IV-Stelle dem Versicherten 

im Sinn des Vorbescheids und gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 40% ab 1. Juni 

2003 eine Viertelsrente zu (act. G 5.1/164).

B.     

B.a   Gegen diese Verfügungen richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde 

vom 5. November 2010 mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen 

Verfügungen sowie Zusprache einer mindestens halben Rente ab 1. Juni 2003, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung brachte der Rechtsvertreter vor, 

dass die Frage, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der 

letzten Begutachtung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit verändert habe, nicht 

ausdrücklich beantwortet worden sei. Die Gutachter hätten sich zudem mit dem 

aktuellen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht auseinandergesetzt. 

Zudem würde selbst bei zu Grunde Legung des ABI-Gutachtens ein Invaliditätsgrad 

von mindestens 50% oder sogar über 60% resultieren, wenn korrekterweise ein 

Valideneinkommen gemäss den Durchschnittslöhnen von mindestens Fr. 60'000.-- und 

ein Leidensabzug von 25%, wie es der Einspracheentscheid vom 2. März 2007 

vorgesehen hatte, berücksichtigt würden (act. G 1).

B.b   Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 

20. Dezember 2010 die Beschwerdeabweisung. Sie stellt sich auf den Standpunkt, 

dass sich das ABI-Gutachten mit den nachfolgenden Behandlungsberichten durchaus 

in Einklang bringen lasse, da auch die späteren Berichte keinerlei Hinweis für eine 

eigenständige depressive Erkrankung liefern würden. Auch habe das ABI-Gutachten 

plausibel dargelegt, dass dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht zugemutet 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

werden könne, die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um halbtags einer 

beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Gehe man sodann vom Durchschnitt der im 

individuellen Konto (IK) verbuchten Einkommen der Jahre 1996 bis 2000 aus und 

rechne diesen gemäss der Nominallohnentwicklung bis 2003 (Jahr des Rentenbeginns) 

hoch, erhalte man ein Valideneinkommen von Fr. 39'197.--. Stelle man dieses dem 

Invalideneinkommen von Fr. 23'097.--, worin ein Leidensabzug von 10% bereits 

berücksichtigt sei, gegenüber, resultiere ein Invaliditätsgrad von 41%. Damit sei die ab 

Juni 2003 zugesprochene Viertelsrente nicht zu beanstanden (act. G 5).

B.c   In der Replik vom 28. Januar 2011 bestritt der Rechtsvertreter, dass auf die 

Ausführungen des Beschwerdeführers gegenüber den Gutachtern bezüglich seines 

Tagesablaufs abgestellt werden könne. Als Beleg reichte er zwei Schreiben der Exfrau 

des Beschwerdeführers vom 22. März 2007 und 24. Januar 2011 ein, worin diese 

festhielt, ihr Exmann würde unter narzisstischen Problemen leiden und daher 

Geschichten erzählen, welche nicht der Realität entsprächen, lediglich um sich in ein 

besseres Licht zu rücken (act. G 7, 7.1 und 7.2).

B.d   Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. 

G 10).

B.e   Am 14. März 2011 informierte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das 

Gericht darüber, dass der Beschwerdeführer vom 27. Januar bis 1. März 2011 

wiederum in der Klinik St. Pirminsberg hospitalisiert worden sei. Als Beilage reichte er 

den Austrittsbericht vom 1. März 2011 sowie die Verordnung für ambulante 

Ergotherapie vom 4. März 2011 ein (act. G 11, G 11.1 und G 11.2).

Erwägungen:

1.        

Zwischen den Parteien ist die Höhe des Rentenanspruchs streitig.

2.      

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.1    Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In 

materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass 

der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des 

angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der 

zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 

467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtenen Verfügungen datieren 

vom 7. Oktober 2010, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten 

der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. 

Daher und auf Grund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über die 

noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen 

intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals 

geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-

Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage 

zeitigt indessen keine materiell-rechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich 

des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen 

gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend 

werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG 

wiedergegeben.

2.2    Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.3    Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, 

wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.4    Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss kommt 

einem Gutachten oder anderen medizinischen Beurteilungen schon dann kein voller 

Beweiswert zu, wenn Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen; es muss nicht 

feststehen, dass die medizinischen Beurteilungen effektiv nicht den Tatsachen 

entsprechen, was nicht mit medizinischen Fachpersonen besetzte Behörden in der 

Regel nicht beurteilen können (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 

seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16. Oktober 

2002, I 779/01, E. 4.2).

3.      

3.1    Vorab ist zu klären, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche 

Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. Die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf die beiden ABI-

Gutachten vom 21. Januar 2006 und vom 27. August 2009 und ging davon aus, dass 

der Beschwerdeführer unverändert bzw. durchgehend zu 50% arbeitsunfähig sei.

3.2    Die ABI-Gutachter kamen im Verlaufsgutachten zum Schluss, dass beim 

Beschwerdeführer unverändert von einer Arbeits- resp. Leistungsfähigkeit von 50% für 

körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeiten unter Vermeidung von stereotypen 

Rotationsbewegungen der HWS sowie von Arbeiten in anhaltender 

Oberkörpervorneigeposition auszugehen sei. Die verminderte Arbeitsfähigkeit in 

adaptierter Tätigkeit resultiere aus den psychiatrischen Einschränkungen. Dies gestützt 

auf die Diagnosen einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und 

emotional instabilen Zügen (ICD-10 F61.0), einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), einer rezidivierenden depressiven Störung, 

gegenwärtig remittiert (ICD-10 F 33.4), und eines chronischen cervicalen und 

cervicocephalen Schmerzsyndroms (ICD-10 M53.0/M53.1) bei St. n. ventraler 

Diskektomie, Sequesterotomie und Sulfix-Einlage C6/7 bei cervikaler Diskushernie 

C6/7 links 02/2002, mit radiomorphologisch postoperativer deutlich degenerativer 

Discopathie C6/7, C5/6, klinisch ohne eindeutige sensible oder motorische 

cervikoradikuläre Ausfälle, mit deutlicher Wirbelsäulenfehlhaltung mit betonter 

cervikaler Hyperlordose, deutlicher Schulter- und HWS-Protraktionsfehlstellung, mit 

ausgeprägter reaktiver Myogelose der gesamten Subokzipital-, Trapezius- und 

interskapulären Muskelgruppen, mit DD (differentialdiagnostisch) intermittierender 

Migräne, Spannungskopfschmerzen. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien ein 

chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.5), chronische 

Kniegelenkbeschwerden anterolateral beidseits (ICD-10 M17.0), ein inkomplettes 

metabolisches Syndrom sowie eine Alkoholabhängigkeit (ICD-10 F10.2) und 

fortgesetzter Nikotinkonsum (ca. 25 - 30 py; ICD-10 F17.1; act. G 5.1/147-22ff.). 

Anlässlich der Begutachtung gab der Beschwerdeführer gegenüber Dr. F.___ an, 

alleine in einer Vierzimmerwohnung zu leben, welche er mehr oder weniger selber in 

der Scheune des Bauernhauses, das seiner Ehefrau gehöre, eingerichtet habe. Den 

Haushalt führe er selbständig. Er kümmere sich um den Unterhalt des Bauernhauses, 

in dem er und seine Ehefrau lebten und um den Unterhalt eines in der Nähe gelegenen 

Bauernhauses, welches ebenfalls seiner Ehefrau gehöre. Er wisse sich immer zu 

beschäftigen, es sei ihm nie langweilig. Längeres Sitzen löse bei ihm allerdings 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Schmerzen aus. Seit 2006 sei er mit seiner jetzigen Freundin zusammen. Diese trinke 

im Übermass Alkohol, was ihn belaste. Abends sei er meistens mit der Freundin 

zusammen. Meistens trinke man zusammen Alkohol. Zwei- bis dreimal pro Woche 

suche er ein Restaurant auf, wo er meistens Wein trinke. Er habe einen guten Kontakt 

mit den Kollegen. An den Wochenenden gehe er manchmal an den See, zeichne oder 

male. Abends sehe er auch gerne fern, treffe sich gelegentlich mit dem Sohn. Mit 

seiner Ex-Frau habe er eine geschwisterliche Beziehung. Auf Grund seiner körperlichen 

Beschwerden könne er sich nur noch eine eingeschränkte Tätigkeit vorstellen. Seit er in 

der Klinik sei, konsumiere er keinen Alkohol mehr. Er versuche dort auch zu lernen, sich 

besser gegenüber den Mitmenschen abzugrenzen, was ihm manchmal schwer falle. Er 

habe die Tendenz, den Mitmenschen zu helfen und überfordere sich dabei. Der 

Psychiater Dr. F.___ befand, dass das Ausmass der geklagten körperlichen 

Beschwerden und die subjektive Krankheitsüberzeugung, nicht mehr arbeiten zu 

können, durch die somatischen Befunde nicht vollständig objektiviert werden könnten, 

so dass eine psychische Überlagerung angenommen werden müsse. Der Explorand sei 

belastet gewesen durch die Aufgabe seiner angestammten Tätigkeit, die gescheiterten 

Umschulungsmassnahmen und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Auf dem 

Hintergrund dieser Belastungssituationen könne die psychische Überlagerung der 

geklagten Beschwerden gesehen werden. Der Explorand betreibe auch seit Jahren 

einen hohen Alkoholkonsum, weshalb ein erheblicher Verdacht auf Alkoholabhängigkeit 

bestehe. Auch den aktuellen Suizidversuch, wobei er sich einen Plastiksack über den 

Kopf gezogen habe, habe er in alkoholisiertem Zustand begangen. Es fänden sich 

allerdings keine Hinweise auf irreversible kognitive und psychische Einschränkungen 

nach langjähriger Alkoholabhängigkeit. In der Psychiatrischen Klinik sei auch eine 

rezidivierende depressive Störung diagnostiziert worden. Die depressive Störung sei 

remittiert. Es bestünden keine Hinweise darauf, dass der Explorand je an einer 

schweren depressiven Störung gelitten hätte. Auch bestehe keine chronische 

Suizidalität. Die appellativ anmutenden Suizidversuche habe er jedes Mal unter dem 

Einfluss hoher Dosen von Alkohol und unter akuten Belastungssituationen begangen. 

Auf Grund seiner Schilderungen sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im 

Alltag durch psychopathologische Symptome nicht eingeschränkt sei. Allerdings gerate 

er immer wieder in eine Helferrolle und überschätze sich. Früher sei es unter 

Alkoholkonsum immer wieder zu aggressiven Durchbrüchen gekommen, in letzter Zeit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gemäss seinen Angaben jedoch nie mehr. Neben der anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung, der rezidivierenden depressiven Störung, die remittiert sei und der 

Alkoholabhängigkeit könne also auch eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit 

narzisstischen und emotional instabilen Anteilen diagnostiziert werden. Aus 

psychiatrischer Sicht schränke die Alkoholabhängigkeit - Abstinenz vorausgesetzt - die 

Arbeitsfähigkeit nicht ein. Ein sozialer Rückzug lasse sich nicht feststellen und es 

fänden sich auch keine schweren, lebensgeschichtlichen Belastungen. Dem 

Beschwerdeführer könne es zugemutet werden, trotz der Beschwerden die nötige 

Willensanstrengung aufzubringen, um halbtags einer beruflichen Tätigkeit 

nachzugehen. Bezugnehmend auf andere frühere ärztliche Einschätzungen hielt 

Dr. F.___ fest, dass die behandelnde Klinik St. Pirminsberg in der Zwischenzeit eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustands zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit 

geltend mache. Wie er jedoch dargelegt habe, lägen keine Hinweise auf eine schwere 

depressive Störung vor. Der Explorand sei immer in der Lage gewesen, den Haushalt 

selbständig zu führen, sich um den Unterhalt zweier Häuser und sechs Pferde zu 

kümmern. Bezüglich der Diagnose einer schweren depressiven Episode anlässlich der 

Hospitalisation vom 3. bis 11. Februar 2006 bleibe anzumerken, dass es sich nicht um 

eine besonders schwere depressive Episode habe handeln können, wenn der 

Beschwerdeführer nach acht Tagen bereits wieder habe entlassen werden können. 

Anlässlich der Hospitalisation vom 13. November 2008 bis 9. Januar 2009 sei die 

Diagnose einer depressiven Störung nicht mehr erwähnt worden. Zudem seien die 

Hospitalisationen jedes Mal in alkoholisiertem Zustand erfolgt. Es bestünden daher 

keine Hinweise, dass sich der psychiatrische Gesundheitszustand seit der letzten 

psychiatrischen ABI-Begutachtung verschlechtert hätte (act. G 5.1/147-13ff.). Mit 

Stellungnahme vom 23. Oktober 2009 schloss sich auch der RAD-Arzt Dr. H.___ dieser 

Einschätzung an. Er befand das polydisziplinäre Verlaufsgutachten als umfassend und 

widerspruchsfrei (act. G 5.1/150).

3.3    Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers bemängelt, dass die aktuelle und 

weitere medizinische Situation durch das Verlaufsgutachten nicht berücksichtigt 

worden sei. Der Beschwerdeführer befand sich bereits während der Begutachtung vom 

12. August 2009 in stationärer Behandlung in der Klinik St. Pirminsberg, wo er auf 

Grund eines Suizidversuchs am 25. Juni 2009 in alkoholisiertem Zustand per FFE 

eingetreten war (act. G 5.1/160-1, 5.1/178-4). Nach Austritt vom 8. September 2009 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

wurde er zur teilstationären psychiatrischen Nachbehandlung ins Psychiatrie-Zentrum 

J.___ überwiesen (act. G 5.1/160-4). Auf Grund erneuter akuter Alkoholintoxikation 

wurde er am 31. Oktober 2009 mit der Rettung ins Spital Grabs eingewiesen, wo er am 

1. November 2009 wieder entlassen wurde (act. G 5.1/161). Die Ärzte der Klinik St. 

Pirminsberg hielten aber auch in den diesbezüglichen Behandlungsberichten vom 29. 

September und 22. Dezember 2009 an den Diagnosen von kombinierten und anderen 

Persönlichkeitsstörungen (ICD-10: F 61) sowie psychischen und Verhaltensstörungen 

durch Alkohol: akute Intoxikation und schädlicher Gebrauch (ICD-10: F 10.0 und 10.1) 

fest (act. G 5.1/160-1 bis 4). Somit kann im Vergleich zu den im ABI-Gutachten 

festgehaltenen grundsätzlich nicht von abweichenden ärztlichen Diagnosen 

ausgegangen werden, dies mit der Ausnahme, dass die behandelnden Ärzte den 

Beschwerdeführer jedes Mal auf Grund eines akuten Alkoholmissbrauchs behandeln 

mussten. Folglich kann auch den Ausführungen des RAD-Arztes Dr. H.___ vom 8. 

Januar 2010 gefolgt werden. Dieser wies einerseits darauf hin, dass Dr. F.___ die 

Hospitalisation ab 25. Juni 2009 erwähnt und bei seinen Erhebungen berücksichtigt 

habe und es sich andererseits bei der Kurzhospitalisation vom 31. Oktober bis 1. 

November 2009 im Spital Grabs um eine Hospitalisation wegen akutem Alkoholrausch 

gehandelt habe. Solche hätten bereits wiederholt stattgefunden und seien in ihrer 

dauerhaften Wirkung auf die Arbeitsfähigkeit klassifiziert. Laut dem Gutachter 

bestünden keine Hinweise auf irreversible Schäden nach langjähriger 

Alkoholabhängigkeit. Somit liege keine anhaltende Verschlechterung seit der 

Verlaufsbegutachtung vor (act. G 5.1/162).

3.4    Gegen die psychiatrische Beurteilung im ersten ABI-Gutachten hielt die Exfrau 

des Beschwerdeführers bereits im Brief vom 22. März 2007 fest, dass seine psychische 

Verfassung instabil sei und er wegen Kleinigkeiten in grossen emotionalen Stress 

gerate. Auch stimme nicht, dass er mit dem niedrigen Einkommen zufrieden gewesen 

sei. Er habe sich mehrmals um eine Anstellung bemüht, was jedoch auf Grund seiner 

Krankheit nicht zustande gekommen sei (act. G 5.1/134-1). Mit Schreiben vom 24. 

Januar 2011 führte sie aus, ihr Exmann würde unter narzisstischen Problemen leiden 

und daher Geschichten erzählen, welche nicht der Realität entsprächen, um 

Anerkennung zu erhalten. So habe er weder zwei Bauernhöfe versorgt noch ihre sechs 

Pferde betreut, sondern diesen lediglich mal das Heu gebracht. Im Übrigen sei sein 

Haushalt ziemlich unordentlich und in sozialer Hinsicht lebe er sehr zurückgezogen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(act. G 7.2). Dr. F.___, der die Schilderungen des Beschwerdeführers zwar 

unkommentiert in seinem Gutachten aufführte, hat ihnen dennoch wenig Bedeutung 

beigemessen. Wäre er tatsächlich von der "heilen Alltagswelt" des Beschwerdeführers 

ausgegangen, wäre die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50% nämlich kaum 

nachvollziehbar. Es erscheint zwar schon fragwürdig, dass Dr. F.___ die Angaben des 

Beschwerdeführers zu dessen Alltag nicht weiter hinterfragte, zumal bereits aus den 

früheren Akten hervorgeht, dass der Beschwerdeführer zur Schönfärberei neigt (vgl. 

act. G 5.1/52 bezüglich Abbruch der Feng Shui-Ausbildung). Gesamthaft betrachtet 

darf jedoch der Beurteilung durch Dr. F.___ gefolgt werden, stehen doch die häufigen 

Hospitalisationen immer im Zusammenhang mit Alkoholkonsum, ohne dass eine 

Alkoholkrankheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert worden wäre. 

So verneinte Dr. F.___ irreversible Schäden nach langjähriger Alkoholabhängigkeit.

3.5    Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass keine erheblichen Zweifel an 

der Beweiskraft des Verlaufsgutachtens des ABI vom 27. August 2009 gegeben sind, 

weshalb darauf abgestellt werden kann. Somit ist beim Beschwerdeführer von einer 

50%igen Restarbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit auszugehen.

3.6    Im Übrigen beschlagen der vom Beschwerdeführer eingereichte Arztbericht der 

Klinik St. Pirminsberg vom 1. März 2011 (act. G 11.1) sowie die Verordnung für 

ambulante Ergotherapie vom 4. März 2011 (act. G 11.2) nicht den bis zum 

Verfügungserlass vom 7. Oktober 2010 eingetretenen Sachverhalt, weshalb sich 

Weiterungen hierzu erübrigen.

4.        

4.1    Damit bleiben gestützt auf die Restarbeitsfähigkeit von 50% die erwerblichen 

Auswirkungen zu prüfen.

4.2    Der Beschwerdeführer ist gelernter Möbelschreiner (act. G 5.1/65-7). Im 

Anschluss an die Lehre führte er jedoch Tätigkeiten als Zimmermann, Schreiner und 

Bodenleger aus, wobei er nie länger als ein bis drei Jahre beim selben Arbeitgeber 

angestellt blieb. Im Jahr 1988 machte er sich selbständig und 1996 gründete er die 

K.___ GmbH, für welche er als Geschäftsführer tätig war (act. G 5.1/1-4). Wie dem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Auszug aus dem individuellen Konto zu entnehmen ist, erzielte er das höchste 

Einkommen in den Jahren 1985 und 1986 als Angestellter der L.___ mit Fr. 36'430.-- 

und Fr. 36'926.-- bzw. im Jahr 1999 mit Fr. 36'000.-- als Geschäftsführer der eigenen 

GbmH (act. G 5.1/86-3). Demgegenüber hätte er als angestellter Möbelschreiner 

gemäss LSE 2002 TA1 ein Jahreseinkommen im Jahr 2002 von Fr. 60'828.-- (Fr. 5'069 

x 12; Be- und Verarbeitung von Holz, Anforderungsniveau 3, Männer) bzw. angepasst 

an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.9 Stunden und aufgerechnet auf das Jahr des 

Rentenbeginns (2003) mit einer Nominallohnentwicklung von 0.7% ein solches von 

Fr. 64'163.-- erzielt. Wie aus den Akten hervorgeht war der Beschwerdeführer bereits 

Ende der 70er Jahre fünfmal kurzfristig wegen aggressiven Auseinandersetzungen mit 

übermässigem Alkoholkonsum hospitalisiert (vgl. act. G 5.1/147-15). Gemäss den 

Aussagen seiner Exfrau hat er sich zwar vermehrt um eine Anstellung bemüht, auf 

Grund seiner Krankheit und der psychischen Störungen war es aber nie soweit 

gekommen. Die Personalchefs hätten alle gemerkt, dass er sehr krank sei (act. 

G 5.1/134-1). Die dauernden Stellenwechsel, die Höhe der erzielten Jahreseinkommen 

sowie das psychische Gesamtbild deuten einheitlich darauf hin, dass der 

Beschwerdeführer in der freien Wirtschaft keine längerfristige Anstellung hätte halten 

können, weshalb sich für ihn der Schritt in die Selbständigkeit geradezu aufdrängte. 

Nur so konnte er sich ein Einkommen sichern, das jedoch die Einkommenshöhe seines 

erlernten Berufs bei Weitem nicht erreichte. Anhaltspunkte für einen freiwilligen 

Einkommensverzicht liegen keine vor. Somit kann vorliegend für die Bestimmung des 

Valideneinkommens von keinen repräsentativen Grundlagen ausgegangen werden, 

weshalb grundsätzlich auf Tabellenlöhne abzustellen ist.

4.3    Nachdem der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet, ist für 

die Ermittlung des hypothetischen Einkommens ebenfalls auf die LSE-Tabellenlöhne 

abzustellen. Da somit zur Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens dieselbe 

Vergleichsgrösse herangezogen wird, kann gemäss Rechtsprechung des 

Bundesgerichts ein Prozentvergleich vorgenommen werden. Diesfalls entspricht der 

Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzugs 

vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts vom 9. März 2007, I 697/05, E. 5.4 mit 

Hinweis). Zu klären ist damit noch die Frage der Höhe des Tabellenabzugs bei der 

Bestimmung des Invalideneinkommens.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.4    Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt 

werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer 

gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht 

erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu 

verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen 

behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung 

hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von 

sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen - auch von invaliditätsfremden 

Faktoren - des konkreten Einzelfalls ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung, 

Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Eine schematische 

Vornahme des Leidensabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 

2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).

4.5    In der angefochtenen Verfügung wurde ein Leidensabzug von 10% 

vorgenommen. Dies hält einer Ermessensprüfung nicht stand. Vorliegend gilt es zu 

berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer im Verfügungszeitpunkt bereits 58 Jahre 

alt war. Ausserdem kann er nur noch körperlich leichte Tätigkeiten ausüben (vgl. E 3.2), 

wobei weiter zu beachten ist, dass er bei der Arbeit die Möglichkeit haben sollte, seine 

Arbeitsposition regelmässig selbständig wechseln zu können. Zusätzlich zu den 

somatischen Einschränkungen sind auch die psychischen zu berücksichtigen, welche 

vorliegend schwer ins Gewicht fallen. So hielt der Berufsberater im Schlussbericht vom 

27. Februar 2006 fest, dass sich aus seiner Sicht zur Arbeitsunfähigkeit von 50% die 

fehlende Impulskontrolle, fehlende Frustrationstoleranz sowie eine deutliche Störung im 

Sozialverhalten zusätzlich stark einschränkend auf die Realisierung der 

Restarbeitsfähigkeit auswirken würden. Der Berufsberater schlug aus diesem Grund 

eine weitere Reduzierung des Invalideneinkommens um 25% vor (act. G 5.1/106). 

Schliesslich wirkt sich auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer nur noch einer 

Teilzeittätigkeit nachgehen kann, lohnmindernd aus. Unter all diesen Umständen muss 

davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer ein erheblich tieferes 

Einkommen erzielen würde als eine gesunde Person im Rahmen einer Hilfstätigkeit. In 

Würdigung der gesamten Umstände erscheint daher ein Leidensabzug von 20% als 

angemessen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.6    Ausgehend von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit und einem Leidensabzug von 

20% resultiert damit unter Anwendung eines Prozentvergleichs ab 1. Juni 2003 ein 

Invaliditätsgrad von 60% (100% - [50% x 0.80]). Folglich hat der Beschwerdeführer 

Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (Art. 28 Abs. 2 IVG).

5.      

5.1    Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung der angefochtenen 

Verfügungen vom 7. Oktober 2010 gutzuheissen und dem Beschwerdeführer ab 1. Juni 

2003 eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung zuzusprechen.

5.2    Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat die 

Beschwerdegegnerin die gesamte Gerichtsgebühr zu bezahlen. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

5.3    Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der 

Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.     Die Beschwerde wird unter Aufhebung der Verfügungen vom 7. Oktober 2010 

gutgeheissen und dem Beschwerdeführer ab 1. Juni 2003 eine Dreiviertelsrente der 

Invalidenversicherung zugesprochen.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/20

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.     Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Dem 

Beschwerdeführer wird der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückerstattet.

3.     Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 22.02.2012
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Gutachten als beweiskräftig gewürdigt. Vorliegend ist ein Leidensabzug von 20% auf Grund der Gesamtsituation, gestützt auf die körperlichen und psychischen Leiden und Einschränkungen gerechtfertigt. Damit resultiert ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 22. Februar 2012, IV 2010/438). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 9C_271/2012.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T11:54:32+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen