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**Case Identifier:** 030fe453-9214-5eb8-821a-a46a5ef5fd43
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.02.2016 200 2015 486
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-486_2016-02-19.pdf

## Full Text

200 15 486 IV
SCJ/SCM/OGM/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. Februar 2016

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________ 
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 22. April 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2016, IV/15/486, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1970 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 20. September 2013 unter Hinweis auf psychische Pro-
bleme sowie Rücken- und Ellenbogenbeschwerden bei der Eidgenössi-
schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, 
Antwortbeilage [AB] 2). Daraufhin tätigte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) erwerbliche sowie medizinische Abklärungen (AB 6 - 8, 
10, 14 -15, 18, 24, 29, 31), unter anderem nahm sie ein zuhanden der 
Krankentaggeldversicherung am 23. Juni 2014 erstelltes Gutachten von Dr. 
med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zu 
den Akten (AB 28.1). Nachdem die IVB in Absprache mit dem Regionalen 
Ärztlichen Dienst (RAD; AB 31) ein polydisziplinäres Gutachten bei der 
D.________ (MEDAS) eingeholt hatte (AB 42.1 - 6), stellte sie der Versi-
cherten mit Vorbescheid vom 24. Februar 2015 (AB 43) – mangels invalidi-
sierendem Gesundheitsschaden – die Verweigerung einer Rentenzuspra-
che in Aussicht. Dagegen liess die Versicherte sowohl durch ihren Haus-
arzt, Dr. med. E.________ (AB 44), Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, als auch durch ihren Rechtsvertreter, Rechtsanwalt B.________ (AB 
45, 48), Einwendungen erheben. Mit Verfügung vom 22. April 2015 (AB 51) 
wies die IVB das Leistungsbegehren entsprechend dem Vorbescheid ab.

B.

Beschwerdeweise beantragte die Versicherte, nach wie vor vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, am 26. Mai 2015 unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge das Folgende:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 22. April 2015 sei aufzuheben und 
der Beschwerdeführerin eine unbefristete ganze Rente zuzusprechen.

2. Es sei über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin eventualiter 
ein Obergutachten und subeventualiter ein pharmakologisches Gutachten 
erstellen zu lassen und die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen mit der Massgabe, gestützt auf diese Expertise neu zu verfügen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Feb. 2016, IV/15/486, Seite 3

3. Der Beschwerdeführerin sei für das vorliegende Beschwerdeverfahren die 
unentgeltliche Rechtspflege mit unentgeltlicher Rechtsverbeiständigung 
durch den Unterzeichneten zu gewähren.

Mit Beschwerdeantwort vom 26. Juni 2015 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Aufforderungsgemäss (vgl. die prozessleitenden Verfügungen vom 27. Mai, 
30. Juni und 5. August 2015) ergänzte die Beschwerdeführerin am 17. Juni 
sowie am 28. Juli 2015 das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und 
erteilte am 14. August 2015 weitere Auskünfte.

Mit prozessleitender Verfügung vom 19. August 2015 wurde das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege wegen fehlendem Nachweis der Bedürftig-
keit abgewiesen. Der verfügte Gerichtskostenvorschuss wurde fristgerecht 
geleistet.

Am 3. Dezember 2015 hielt die Beschwerdeführerin an den gestellten 
Rechtsbegehren fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 

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über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 22. April 2015 (AB 51). Streitig 
und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der 
IV.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 2 VRPG).

2.

2.1 In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin vorab eine Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs geltend. Sie beanstandet, dass aus der 
angefochtenen Verfügung vom 22. April 2015 nicht hervorgehe, auf welche 
Akten sich die Beschwerdegegnerin gestützt habe, und es ihr in der Folge 
nicht möglich gewesen sei, das "medizinische Abklärungsergebnis" nach-
zuvollziehen und allenfalls rechtswirksam anzufechten (vgl. Beschwerde 
S. 4 Ziff. 1 f.).

2.2 Die Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der 
Parteien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). Die Begründungs-
pflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör im 
Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101). Sie soll ver-
hindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und 
den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht 
anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person als 
auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein 
Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überle-
gungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und 

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auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass 
sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem 
rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf 
die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 136 
I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181).

Es entspricht allgemeinen rechtsstaatlichen Prinzipien, dass die Entschei-
dungsgründe der betroffenen Person bekannt sein sollen. Denn ohne 
Kenntnis der Tatsachen und Rechtsnormen, welche für die verfügende 
Behörde massgeblich waren, kann sie sich oft kein Bild über die Tragweite 
der Verfügung machen. Sie vermag die Gründe, welche für oder gegen 
eine Beschwerdeerhebung sprechen, nicht richtig abzuwägen und kann die 
Verfügung gegebenenfalls nicht sachgemäss anfechten. Dies führt zu 
Rückfragen bei der Verwaltung oder zu provisorischen Beschwerden, um 
die Entscheidungsgründe auf diesem Weg zu erfahren (SVR 2000 UV 
Nr. 10 S. 35 E. 4a; ZAK 1990 S. 396 E. 2 mit Hinweisen).

2.3 Die Beschwerdegegnerin hat vorliegend das Leistungsbegehren der 
Beschwerdeführerin abgelehnt. Sie legte dar, dass die diagnostizierte mit-
telgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) aus rechtlicher Sicht keine 
lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit zu bewirken vermöge. Vielmehr sei davon auszugehen, dass die 
betreffende Störung respektive ihre Folgen mit einer zumutbaren Willens-
anstrengung überwindbar seien (AB 51/1). Bezüglich der von der Be-
schwerdeführerin gegen den Vorbescheid (AB 43) vorgebrachten Einwän-
de (AB 44, 45, 48) hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass der psychiatri-
sche Experte im Gutachten auf eine komplexe psychosoziale Belastung, 
welche sich auf den Verlauf und den Schweregrad der psychiatrischen Er-
krankung auswirke, verwiesen habe. Damit finde die mittelgradige depres-
sive Episode ihre hinreichende Erklärung in psychosozialen Umständen 
und subjektiven Auffassungen, weshalb sie im Rahmen der invalidenversi-
cherungsrechtlichen Leistungszusprache nicht zu berücksichtigen sei 
(AB 51/2).

Die Beschwerdegegnerin nannte in der ablehnenden Verfügung somit kurz 
die Überlegungen, von denen sie sich hat leiten lassen und auf die sie ih-
ren Entscheid stützte. Aus der Verfügung geht zudem hervor, weshalb die 

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Beschwerdegegnerin die Einwendungen der Beschwerdeführerin für unzu-
treffend hält (AB 51/1 f.; vgl. UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 3. Aufl. 
2015, Art. 49 Rz. 56). Die Beschwerdegegnerin ist damit ihrer Begrün-
dungspflicht in genügender Weise nachgekommen.

Nachfolgend ist auf die materiellen Rügen einzugehen bzw. der Rentenan-
spruch der Beschwerdeführerin zu beurteilen:

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG). Mit dieser Regelung sind die bisher ungeschriebenen 
Rechtsgrundsätze und insbesondere die Rechtsprechung zur Ausschei-
dung der invaliditätsfremden Faktoren und zum Zumutbarkeitsprinzip neu 
ausdrücklich im Gesetz festgehalten (BGE 140 V 197 E. 6.2.1 S. 199, 135 
V 215 E. 7.3 S. 230; Botschaft zur 5. IVG-Revision, BBl 2005 4530 ff.).

3.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). 

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3.2.1 Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

3.2.2 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 
selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisie-
renden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsun-
fähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, wel-
che durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belas-
tung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann 
einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisie-
rende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psy-
chosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psy-
chosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund 
treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss 
eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor-
handen sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 
E. 3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren 
einen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten 
oder seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehen-
den – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditäts-
begründend auswirken (BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV 
Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In diesem Sinn werden Wechselwirkungen zwischen 
sich körperlich und psychisch manifestierenden Störungen und der sozialen 

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Umwelt berücksichtigt, wenn auch bedeutend weniger stark als nach dem 
in der Medizin verbreiteten bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 
2008 IV Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

4.

4.1 Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Fol-
gende zu entnehmen:

4.1.1 In der Stellungnahme vom 3. Juli 2013 (AB 14.4) stellte Dr. med. 
F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, die Diagnose 
einer reaktiven Depression, welche im Zusammenhang mit der für die Be-
schwerdeführerin unerwarteten Kündigung stehe (S. 2). 

4.1.2 Dr. med. E.________ diagnostizierte im undatierten Bericht (Ein-
gang bei der Beschwerdegegnerin am 3. Oktober 2013; AB 7) mit Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere depressive Episode, reaktiv seit April 
2013 (AB 7/2 Ziff. 1.1). Im Anschluss an die Operation einer symptomati-
schen Ovarialzyste rechts mit unklarer Dignität, habe die Beschwerdeführe-
rin von ihrem langjährigen Arbeitgeber, aus ihrer Sicht völlig unerwartet und 
ungerechtfertigt, die Kündigung erhalten (richtig: vier Tage zuvor am 
22. April 2013 [AB 14.4/1]). In der Folge habe sie ein schweres depressives 
Syndrom mit ausgeprägter Energielosigkeit, Adynamie, trauriger Verstim-
mung, Schlafstörungen und ausgeprägtem Rückzugsverhalten mit Abbruch 
der sozialen Kontakte entwickelt. Trotz psychiatrischer Betreuung und Be-
handlung mit Antidepressiva sei noch keine Besserung des Zustands ein-

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getreten (AB 7/3 Ziff. 1.4). Seit dem 22. April 2013 bestehe eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit (AB 7/4 Ziff. 1.6). Bei einer Verbesserung des Zustands 
sei mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit zu rechnen (AB 7/4 
Ziff. 1.8).

4.1.3 Gemäss Bericht des Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, vom 29. März 2014 (AB 24) besteht bei der Be-
schwerdeführerin mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seit April 2013 eine 
schwere depressive Störung mit psychotischen Symptomen (AB 24/1). Sie 
leide unter Suizidgedanken und wahnhaften Ideen, indem sie ihre Arbeits-
kollegen verdächtige, sie hintergangen zu haben (AB 24/2). Seit Behand-
lungsbeginn am 30. Mai 2013 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 
(AB 24/1 f.). 

4.1.4 Zuhanden der Krankentaggeldversicherung stellte Dr. med. 
C.________ in seinem Gutachten vom 23. Juni 2014 (AB 28.1) die Diagno-
se einer mittelschweren depressiven Störung (ICD-10 F32.1). Es müsse 
angenommen werden, dass die Beschwerdeführerin schon seit einiger Zeit 
in einer belastenden psychosozialen Situation mit Eheschwierigkeiten ste-
he und auch seit längerem mit gesundheitlichen Problemen kämpfe. Die 
unerwartete Kündigung habe zu einer massiven Kränkung und Entwicklung 
einer Anpassungsstörung geführt, welche mittlerweile in eine reaktive de-
pressive Störung übergegangen sei. Erschwerend sei sicherlich die un-
günstige familiäre Situation, weswegen auch gewisse psychosoziale Fakto-
ren eine Rolle spielen dürften. Zudem fänden sich Hinweise auf eine Ag-
gravation. Es könne nicht eindeutig nachvollzogen werden, weswegen eine 
eher grosszügig bemessene psychiatrische Therapie mit monatlichen Ab-
ständen durchgeführt werde, obwohl die Beschwerdeführerin angebe, sich 
schwer krank zu fühlen. Dies lasse den Schluss zu, dass der Leidensdruck 
doch eher relativiert werden müsse. Intensivere psychiatrische Massnah-
men im Sinne einer stationären oder halbstationären Behandlung wären 
durchaus in Erwägung zu ziehen. Für sehr einfach strukturierte Tätigkeiten 
ohne Übernahme von Verantwortung und ohne Zeitdruck könne eine 
50%ige Arbeitsfähigkeit angenommen werden (AB 28.1/6 f.).

4.1.5 Auf Anraten des RAD-Arztes Dr. med. H.________ (AB 31), Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, wurde die Beschwerdeführe-

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rin am 24. Oktober bzw. am 7. und 12. November 2014 in den Fachrichtun-
gen Orthopädie / Traumatologie, Innere Medizin sowie Psychiatrie polydis-
ziplinär begutachtet. Im diesbezüglichen MEDAS-Gutachten vom 11. De-
zember 2014 (AB 42.1) diagnostizierten die Ärzte mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1; S. 
9). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellten die Gutachter im Wesent-
lichen die folgenden Diagnosen (S. 9 f.):

• Cervicospondylogenes und cervicovertebrales Schmerzsyndrom ohne objektivier-

bare gravierende Pathologie

• Lumbospondylogenes und lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne objektivierba-

re gravierende Pathologie

• Anamnestisch Status nach mehrfacher Behandlung von Ureterkonkrementen, 2006 

Urosepsis und letzte operative Behandlungen mit viermaligen Revisionen 2014

• Anamnestisch Status nach Hysterektomie und nach operativer Behandlung einer 

Endometriose sowie nach laparoskopischer Entfernung der rechten Adnexe bei 

symptomatischer Ovarialzyste 2013

• Dyspepsie ohne Reflux, anamnestisch Zustand nach Ulkus im Alter von zwölf Jah-

ren

• Hypertriglyceridämie

• Vitamin D-Mangel

Im orthopädisch-traumatologischen Teilgutachten vom 24. Oktober 2014 
(AB 42.2) wurde festgehalten, dass die beklagten Schmerzen den Beob-
achtungen bei weitgehend ungestörter allgemeiner Mobilität entgegenge-
standen seien. Es bestehe ein deutliches rumpfmuskuläres Globaldefizit in 
der Folge eines Trainingsmangels. Die Beschwerdeführerin bedürfe einer 
längerfristigen intensiven physiotherapeutischen und vor allem trainingsthe-
rapeutischen Behandlung zur balancierten Kräftigung der Rumpfmuskula-
tur. Von einer derartigen ca. acht- bis zwölfwöchigen Therapie sei eine 
deutliche Minderung der lumbalen Beschwerdesituation zu erwarten. Or-
thopädisch gelte die bisherige Tätigkeit als … in einer … als hinreichend 
angepasst und sei der Beschwerdeführerin auf einem 100 %-Niveau zu-
mutbar (AB 42.1/3, 42.1/7, 42.2/7 f.).

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Gemäss internistischem Teilgutachten vom 17. November 2014 (AB 42.1/8, 
42.4) seien die internistischen Leiden harmlos und würden die Arbeits-
fähigkeit nicht beeinflussen.

Aus dem psychiatrischen Teilgutachten vom 12. November 2014 (AB 42.3) 
geht hervor, dass bei der Beschwerdeführerin langjährige psychische Be-
lastungen bestehen. Sie sei 1995 aus politischen Gründen aus … geflohen 
und könne als Folge davon ihre Verwandten nicht besuchen, was sie belas-
te. Es bestehe zudem seit der Hysterektomie eine gravierende Partner-
schaftsproblematik. Eine manifeste psychiatrische Dekompensation im 
Sinne einer Depression habe sich aber erst nach Erhalt der Kündigung des 
Arbeitsverhältnisses im April 2013 entwickelt. Aufgrund der deutlich ausge-
prägten Symptomatik sei der Beschwerdeführerin lediglich eine gut struktu-
rierte, sachbezogene Tätigkeit ohne Zeitdruck im Umfang von 50 % mög-
lich. Es gebe aber auch deutliche Hinweise für eine Aggravation. Die Ein-
schätzung der Beschwerdeführerin, dass keinerlei berufliche Tätigkeit mehr 
möglich sei, habe damit auch einen wesentlichen motivationalen Hinter-
grund, im Sinne einer nicht-krankheitsbedingten Selbstlimitierung. Auf dem 
Hintergrund der Schwere der Erkrankung, der langen Krankheitsdauer und 
dem Vorliegen einer komplexen psychosozialen Problematik, erscheine die 
psychiatrisch-psychotherapeutische Therapie nicht ausreichend intensiv. 
Es empfehle sich hier eine deutliche Therapieintensivierung, gegebenen-
falls mit initialer Behandlung in einer psychiatrischen Tagesklinik. Im Weite-
ren sollte insbesondere eine ambulante Psychotherapie mit einer Sitzungs-
frequenz von einmal wöchentlich erfolgen (AB 42.1/7 f., 42.3/6 f.).

Aufgrund der noch deutlich ausgeprägten depressiven Symptomatik seien 
Durchhaltevermögen, Stress- und emotionale Belastbarkeit erheblich ein-
geschränkt. Möglich seien gut strukturierte sachbezogene Tätigkeiten ohne 
Zeitdruck und ohne erhöhte Anforderungen an die Konzentration. Die kör-
perlich leichten bis mittelschweren Arbeiten sollten möglichst rückenadap-
tiert, d.h. wechselbelastend und ohne Zwangshaltung für den Rücken mit 
einer Hebe- und Tragelimite von 10 bis maximal 15 kg sein (AB 42.1/11 f.). 
In einer adaptierten Verweistätigkeit bestehe aus psychiatrischen Gründen 
seit ca. November 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (AB 42.1/12). Die 
Prognose gelte bei Beachtung der Kriterien des Belastungsprofils und ins-

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besondere auch bei Beachtung der psychiatrisch und der orthopädisch 
formulierten Therapievorschläge als günstig (AB 42.1/13, 42.2/8, 42.3/8).

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

4.3

4.3.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 22. April 2015 (AB 51) massgeblich auf das polydisziplinäre Gut-
achten der D.________ vom 11. Dezember 2014 (AB 42.1 - 6) gestützt.

4.3.2 In somatischer Hinsicht ist zu beachten, dass die von der Be-
schwerdeführerin vorgetragenen cervicalen und lumbalen Rückenbe-
schwerden anamnestisch seit vielen Jahren bestehen (AB 7/2 Ziff. 1.1, 
42.2/8). Der orthopädisch-traumatologische Gutachter legte schlüssig dar, 
dass der Beschwerdeführerin leichte bis mittelschwere rückenadaptierte 
Tätigkeiten zumutbar sind. Weiter begründete er nachvollziehbar, dass die 
bisherige Tätigkeit als … in einer … orthopädisch als hinreichend ange-

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passt gilt. Zudem sind die prognostischen Aussichten für eine Besserung 
der Rückenbeschwerden bei einem balancierten Aufbau der Rumpfmusku-
latur durch physiotherapeutische/trainings-therapeutische Intensivbehand-
lung günstig (AB 42.2/8). Wenn Dr. med. E.________ im Bericht vom 
19. März 2015 (AB 44) ausführt, das lumbospondylogene Schmerzsyndrom 
habe sich in den letzten 12 Monaten verschlechtert, womit der Beschwer-
deführerin eine leichte körperliche Tätigkeit nicht zumutbar sei, so ist dem 
entgegenzuhalten, dass die MEDAS-Begutachtung innerhalb des vorge-
brachten Zeitraums stattfand und damit allfällige Verschlechterungen in 
diese bereits eingeflossen sind (AB 42.1/1). Aus internistischer Sicht be-
stehen nur geringe Beschwerden, welche die Arbeitsfähigkeit nicht beein-
flussen (AB 42.4/7). Demnach ist die Beschwerdeführerin in somatischer 
Hinsicht entsprechend den schlüssigen und nachvollziehbaren Ausführun-
gen der Gutachter für körperlich leichte bis mittelschwere wechselbelasten-
de Tätigkeiten mit einer Hebe- und Tragelimite von 10 bis maximal 15 kg, 
ohne länger vorübergebeugte stehende Haltung, voll arbeitsfähig 
(AB 42.2/8).

4.3.3 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, das psychiatrische Teil-
gutachten hätte sich nicht rechtsgenüglich mit gegenteiligen Arztberichten 
auseinandergesetzt (vgl. Beschwerde S. 6 f. Ziff. 7), kann ihr nicht gefolgt 
werden. Denn der psychiatrische Gutachter legte einleuchtend und schlüs-
sig dar, dass sich das depressive Zustandsbild gebessert hat. Er führte 
dazu aus, dass der Schweregrad der Depression im Zeitpunkt des Berichts 
von Dr. med. G.________ vom 29. März 2014 (AB 24) tatsächlich noch 
schwer gewesen sein könnte, obwohl davon ausgegangen werde, dass 
sich das Krankheitsbild bereits fünf bis sechs Monate nach Erhalt der Kün-
digung am 22. April 2013 gebessert habe. Generell sei die Anamnese von 
Dr. med. G.________ sehr knapp gehalten und wichtige zum Krankheits-
bild beitragende Faktoren seien nicht einmal angedeutet worden (AB 18/3 
Ziff. 2.14, 42.3/7 f.). Diese Einschätzung teilt auch der RAD-Arzt Dr. med. 
H.________, wenn er den Arztbericht des Dr. med. G.________ als rudi-
mentär beschreibt (AB 27/2). Sämtliche Schlussfolgerungen und Einschät-
zungen im Gutachten von Dr. med. C.________ vom 23. Juni 2014 (AB 
28.1) – welcher ebenfalls eine mittelgradige depressive Störung (ICD-10 
F32.1) diagnostizierte – werden durch den psychiatrischen MEDAS-

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Gutachter als ausführlich begründet und gut nachvollziehbar gewertet 
(AB 42.3/8). Soweit Dr. med. E.________ in seinem Einwand vom 19. März 
2015 (AB 44) weiterhin an der Diagnose einer schweren depressiven Epi-
sode festhält, erfolgt dies ohne weitere Begründung und Auseinanderset-
zung mit den Ausführungen des psychiatrischen Gutachters. Hier ist im 
Übrigen der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte und 
behandelnde Spezialärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussa-
gen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353). Zudem kann auf die Einschätzungen 
von Dr. med. E.________ als Facharzt für Innere Medizin mangels genü-
gender fachlicher Qualifikationen ohnehin nur bedingt abgestellt werden, da 
vorliegend kein internistisches Leiden, sondern ein psychiatrischer Ge-
sundheitsschaden im Vordergrund steht. 

4.3.4 Insgesamt erfüllt das MEDAS-Gutachten die an den Beweiswert 
einer medizinischen Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.2 hier-
vor), weshalb ihm – in diagnostischer Hinsicht – volle Beweiskraft zu-
kommt. Die darin enthaltenen Feststellungen sind für die streitigen Belange 
umfassend und in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der 
beklagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beur-
teilung der medizinischen Zusammenhänge sind zudem einleuchtend und 
überzeugen. Im Weiteren steht das Gutachten im Einklang mit der Beurtei-
lung von Dr. med. C.________ vom 23. Juni 2014 (AB 28.1/6 f.). Divergie-
rende medizinische Berichte, die geeignet wären, die schlüssigen und 
überzeugenden Ausführungen der Gutachter zu erschüttern, liegen nicht 
vor, zumal diese zu allfälligen Diskrepanzen ausführlich und überzeugend 
Stellung genommen haben (AB 42.2/7, 42.3/7 f.). Die von der Beschwerde-
führerin vorgebrachten Einwände vermögen das beweiskräftige MEDAS-
Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen und es ist hinsichtlich der Befunder-
hebung und der gestellten Diagnosen darauf abzustellen. Der medizinische 
Sachverhalt wurde ausreichend abgeklärt und auf die Einholung der von 
der Beschwerdeführerin beantragten zusätzlichen Gutachten kann in anti-
zipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d S. 162) verzichtet 
werden.

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4.4 Indes ist es – auch bei Depressionen – keineswegs allein Sache der 
Arztperson, abschliessend und verbindlich zu entscheiden, ob das medizi-
nisch festgestellte Leiden zu einer im Sozialversicherungsrecht anerkann-
ten – d.h. trotz zumutbarer Willensanstrengung nicht überwindbaren – Ar-
beitsunfähigkeit führt, zumal zwischen ärztlich gestellter Diagnose und Ar-
beitsunfähigkeit keine Korrelation besteht und die medizinische Folgenab-
schätzung notgedrungen eine hohe Variabilität aufweist sowie unausweich-
lich Ermessenzüge trägt (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1 S. 194 f.; SVR 2014 IV 
Nr. 34 S. 124 E. 3.1). Es ist deshalb nachfolgend im Rahmen einer rechtli-
chen Würdigung zu beurteilen, welche Arbeitsleistungen der Beschwerde-
führerin noch zugemutet werden können.

4.4.1 Zwar ist eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depres-
siven Störung nicht schlechthin auszuschliessen, indessen bedingt deren 
Annahme aber, dass es sich nicht bloss um eine Begleiterscheinung einer 
Schmerzkrankheit, sondern um ein selbstständiges, vom psychogenen 
Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden handelt und im Weiteren, 
dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern 
das Leiden als resistent ausweist (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 3. April 2014, 8C_774/2013, E. 4.2). Was die im Vordergrund 
stehende depressive Symptomatik anbelangt, ist somit zu beachten, dass 
es sich dabei definitionsgemäss um ein vorübergehendes Leiden handelt, 
womit es prinzipiell an der zur Begründung eines invalidenversicherungs-
rechtlich relevanten Gesundheitsschadens nötigen Dauerhaftigkeit mangelt 
(vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psy-
chischer Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 
9. Aufl. 2014, S. 169 ff.; Entscheid des BGer vom 26. Januar 2007, 
I 510/06, E. 6.3). Leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störun-
gen aus dem depressiven Fomenkreis gelten denn auch grundsätzlich als 
therapeutisch angehbar (Entscheide des BGer vom 29. August 2012, 
9C_266/2012, E. 4.3.2 und vom 7. Februar 2012, 9C_736/2011, 
E. 4.2.2.1). Im vorliegenden Fall sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, die 
auf etwas Gegenteiliges schliessen lassen. Entsprechend haben die ME-
DAS-Gutachter ausführlich und schlüssig dargelegt, dass die diagnostizier-
te mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) keine lang dauernde 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken vermag, sondern die Pro-

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gnose mittels einer Intensivierung der psychiatrischen Therapie durchaus 
günstig ist (AB 42.1/13, AB 42.3/8). Auf dem Hintergrund des Schweregra-
des und der Dauer der Erkrankung sowie dem Vorliegen einer komplexen 
psychosozialen Problematik, erscheint die psychiatrisch-psycho-
therapeutische Therapie als nicht ausreichend (AB 42.3/7 f.). Auch für Dr. 
med. C.________ war im Juni 2014 nicht nachvollziehbar, weswegen eine 
eher grosszügig bemessene psychiatrische Therapie mit einmonatlichen 
Abständen durchgeführt wird, obwohl die Beschwerdeführerin angab, sich 
schwer krank zu fühlen. Unter den gegebenen Umständen zieht er den 
nachvollziehbaren Schluss, dass schon seit längerer Zeit eine Hospitalisa-
tion sinnvoll gewesen wäre. Es kann im Einklang mit Dr. med. C.________ 
angenommen werden, dass der Leidensdruck daher relativiert werden 
muss (AB 28.1/7). Die niedrige Therapiefrequenz der Beschwerdeführerin 
spricht nach dem Ausgeführten gegen eine konsequent befolgte Depressi-
onstherapie, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweisen würde 
(vgl. BGer 8C_774/2013, E. 4.2).

4.4.2 Hinzu kommt, dass aktenmässig nach wie vor beträchtliche psycho-
soziale Belastungen ausgewiesen sind. Die Beschwerdeführerin hat ange-
geben, sehr darunter zu leiden, ihre Verwandten in … nicht besuchen zu 
können (AB 42.3/6 f.). Zudem besteht seit einer Hysterektomie im Jahr 
2010 eine gravierende Partnerschaftsproblematik. Eine manifeste psychia-
trische Dekompensation im Sinne einer Depression hat sich jedoch erst 
nach Erhalt der Kündigung des Arbeitsverhältnisses im April 2013 entwi-
ckelt (AB 28.1/6, 42.3/7). Auch aufgrund dieser psychosozialen Belastungs-
faktoren ist dem depressiven Geschehen kein invalidisierender Charakter 
beizumessen (vgl. E. 3.2.2 hiervor). Die Beschwerdegegnerin vertritt unter 
Hinweis auf die Rechtsprechung zu Recht die Ansicht, dass die mittelgradi-
ge depressive Episode ihre hinreichende Erklärung in psychosozialen Um-
ständen und subjektiven Auffassungen findet, weshalb sie im Rahmen der 
invalidenversicherungsrechtlichen Leistungszusprache nicht zu berücksich-
tigen ist (vgl. Urteile des BGer vom 9. Juli 2012, 9C_210/2012, E. 4.2 und 
vom 6. Juni 2011, 9C_1040/2010, E. 3.4.2.2; AB 51/2 ). Gemäss der Beur-
teilung von Dr. med. C.________, die mit dem psychiatrischen MEDAS-
Gutachten im Einklang steht, und von Dr. med. F.________ war die de-
pressive Symptomatik reaktiv, d.h. Folge der Kündigung des Arbeitsplatzes 

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(AB 14.4/2, 28.1/6, 42.3/7). Indem Dr. med. F.________ die Beschwerde-
führerin ermutigte, die Situation zu akzeptieren und sich wieder auf eine 
neue Arbeitsstelle einzustellen (AB 14.4/2), wird deutlich, dass das psychi-
sche Leiden eng mit den psychosozialen Belastungsfaktoren verknüpft und 
deshalb unbeachtlich ist. Denn psychische Störungen, die durch soziale 
Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belastung wieder ver-
schwinden, haben keine eigenständige Ätiologie, weshalb sie invalidenver-
sicherungsrechtlich unerheblich sind (vgl. E. 3.2.2 hiervor).

4.4.3 Des Weiteren waren im MEDAS-Gutachten psychiatrische und auch 
orthopädische Hinweise für eine Aggravation feststellbar (AB 42.1/10). So 
liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, wenn die 
Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation 
beruht (vgl. BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 51). Der psychiatrische Gutachter führ-
te dazu aus, dass das Ergebnis des Konzentrationstests in so grober Wei-
se vom klinischen Eindruck hinsichtlich der sonst im Untersuchungsge-
spräch gezeigten, nur mässig eingeschränkten Konzentration abweiche, 
dass hier von einer massiven Aggravation auszugehen sei (AB 42.3/5). 
Daher habe die Einschätzung der Beschwerdeführerin, dass keinerlei be-
rufliche Tätigkeit mehr möglich sei, auch einen wesentlichen motivationalen 
Hintergrund, im Sinne einer nicht-krankheitsbedingten Selbstlimitierung (AB 
42.3/7). Der orthopädisch-traumatologische Gutachter hielt fest, dass der 
RAD-Arzt Dr. med. H.________ in seinem Bericht vom 4. August 2014 (AB 
31/2) ein demonstratives Verhalten im Sinne einer eindeutigen Aggravation 
beschrieben habe. Für die von der Beschwerdeführerin betonten cervicalen 
und lumbalen Beschwerden seien im Untersuchungszeitpunkt ebenfalls 
keine korrelierenden pathologisch-somatischen Befunde feststellbar gewe-
sen (AB 42.2/7). Auch gemäss Dr. med. C.________ haben Hinweise auf 
eine Aggravation bestanden (AB 28.1/6).

4.5 Damit sprach die Beschwerdegegnerin den psychischen Beschwer-
den zu Recht die invalidisierende Wirkung ab, womit die angefochtene Ver-
fügung vom 22. April 2015 (AB 51) nicht zu beanstanden ist. Die dagegen 
erhobene Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

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5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Im vorliegenden Fall werden die Verfahrenskosten auf Fr. 700.-- festgelegt 
und der unterliegenden Beschwerdeführerin zur Bezahlung auferlegt. Diese 
werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin 
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe der Beschwerdeführerin vom 3. De-

zember 2015)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.