# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8ad9f8a-7a00-57c4-903f-e19a9d0fbbb7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-03-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.03.2015 C-3950/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3950-2014_2015-03-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-3950/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  M ä r z  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 

Richter Andreas Trommer, Richter Daniele Cattaneo,    

Gerichtsschreiberin Mirjam Angehrn. 

 

 
 

Parteien 

 
Y._______,,   

vertreten durch lic. iur. Olivier Vuillaume, Rechtsanwalt,  

und durch lic. iur. Sabrina Mäder,  

Bihrer Rechtsanwälte AG, Bahnhofstrasse 28a,  

Postfach 2111, 8022 Zürich,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 

 
Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Schengen-Visum zu Besuchszwecken. 

 

 

C-3950/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der kubanische Staatsbürger X._______ (geb. 22. Juni 1988; nachfolgend: 

Gesuchsteller) reichte am 15. Januar 2014 auf der Schweizerischen Bot-

schaft in Havanna (nachfolgend: Botschaft) ein        Visumsgesuch für einen 

30-tätigen Aufenthalt bei Y._______, (geb. 7. Juli 1966; nachfolgend: Be-

schwerdeführer, Gastgeber) ein. Der Gesuchsteller und der 

Beschwerdeführer hatten sich während eines Ferienaufenthaltes des Gast-

gebers in Kuba im Oktober 2013 in einem Restaurant kennengelernt. 

Seither unterhielten sie eine partnerschaftliche Beziehung. Das nachge-

suchte Visum wurde mittels Formular-Verfügung am 17. Januar 2014 durch 

die Botschaft verweigert mit der Begründung, dass die Absicht des Ge-

suchstellers, vor Ablauf des Visums aus dem Hoheitsgebiet der Schengen-

Mitgliedstaaten auszureisen, nicht festgestellt werden konnte.  

B.  

Am 21. Januar 2014 reichte der Gastgeber ein Wiedererwägungsgesuch 

beim Bundesamt für Migration (BFM; neu SEM) ein, welches als         Ein-

sprache bearbeitet wurde. In der Folge liess die Vorinstanz weitere 

Abklärungen zum Sachverhalt durchführen. Die Botschaft begründete in 

einer Stellungnahme vom 20. Februar 2014 ihre Einschätzung damit, dass 

aufgrund der persönlichen Situation des Gesuchstellers (jung,      ledig, nie 

gereist [Europa, USA, Kanada etc.], monatliches Einkommen von umge-

rechnet ca. CHF 18.00) sowie der wirtschaftlichen Lage in    Kuba eine 

Wiederausreise nicht gesichert sei, da keine eigentlichen Rückkehrver-

pflichtungen bestünden. Auch sei der Besuch des Gesuchstellers nicht 

zwingend notwendig, da sich Gesuchsteller und Garant erst einmal gese-

hen/getroffen hätten.  

C.  

Nach den durch das Migrationsamt des Kantons Zürich durchgeführten In-

landabklärungen wies das SEM die Einsprache am 10. Juni 2014 ab. 

Begründet wurde die Abweisung unter anderem mit den fehlenden persön-

lichen und familiären Verantwortlichkeiten. Dass der Gesuchsteller einer 

Erwerbstätigkeit nachgehe, werde zwar berücksichtigt, könne aber auf-

grund des wirtschaftlichen Umfelds und der schlechten sozialen      

Absicherungen im Heimatland keine zusätzliche Sicherheit für eine fristge-

rechte Wiederausreise des Gesuchstellers bieten. Ausserdem könne bei 

den bis anhin erst dreimaligen Besuchen und der erst kurzen Dauer der 

C-3950/2014 

Seite 3 

Bekanntschaft nicht von einer engen und gefestigten Beziehung zwischen 

Gesuchsteller und Gastgeber ausgegangen werden. 

D.  

Gegen die Abweisung der Einsprache erhob der Beschwerdeführer am 14. 

Juli 2014 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gutheissung des Vi-

sumsgesuchs. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung 

zurückzuweisen. Die Vorinstanz lasse bei der Begründung ihres Ent-

scheids eine pflichtgemässe und faire Auseinandersetzung mit dem 

Einzelfall vermissen und der Entscheid erscheine letztlich schlicht willkür-

lich. Ausserdem habe sich die Vorinstanz keinerlei Mühe gemacht, die 

individuelle          Situation des Gesuchstellers abzuklären beziehungsweise 

diese unhaltbar gewürdigt. Die Familie des Gesuchstellers in Kuba sei sehr 

gut situiert. Ausserdem stehe ihm in Kuba dank dem Studium eine gesi-

cherte Zukunft bevor. In der Schweiz habe er keinerlei Aussicht auf eine 

gleichwertige Erwerbstätigkeit. Ebenso habe er keinerlei Beziehungsnetz 

in der Schweiz, beherrsche die Sprache nicht und unterhalte zum Be-

schwerdeführer lediglich eine lose Beziehung, was das Emigrationsrisiko 

deutlich senke. Schliesslich böte auch der Beschwerdeführer persönlich 

Gewähr für die fristgerechte und anstandslose Wiederausreise.  

E.  

Mit Vernehmlassung vom 21. August 2014 beantragt die Vorinstanz die Ab-

weisung der Beschwerde 

F.  

Nach Einsicht in die Akten betont der Beschwerdeführer in der Replik noch-

mals ausführlich die bereits vorgebrachten Argumente und          

substanziert den Vorwurf an die Vorinstanz der nicht pflichtgemässen Dos-

sierprüfung und unsorgfältigen, unfairen Einzelfallbeurteilung mit 

Beispielen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht – un-

ter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen – Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des VwVG, die von einer in Art. 33 VGG 

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Seite 4 

aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen 

des SEM, mit denen die Erteilung einer Einreisebewilligung verweigert 

wird.  

1.2 Sofern das VGG nichts anderes bestimmt, richtet sich das Verfahren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG (vgl. Art. 37 VGG).  

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat gemäss Art. 48 Abs. 

1 VwVG zur Beschwerde legitimiert. Auf die im Übrigen frist- und formge-

recht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (vgl. Art. 50 und 52 VwVG).  

1.4 In der vorliegenden Angelegenheit entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht endgültig (vgl. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).  

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als 

Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht 

von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begrün-

dung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus 

anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. 

Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Ent-

scheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m. H.). 

3.  

Soweit der Beschwerdeführer implizit eine Verletzung des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör rügt (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 29 ff. VwVG), ist 

darauf hinzuweisen, dass in diesem Fall die Voraussetzungen für eine dies-

bezügliche Heilung der Verletzung gegeben wären (vgl. zur 

Begründungspflicht BVGE 2007/27 E. 5.5.2; zum Anspruch und zur Hei-

lungsmöglichkeit BVGE 2009/36 E. 7) 

4.  

Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch eines kubanischen Staats-

angehörigen um Erteilung eines Visums für einen 30-tägigen Aufenthalt in 

der Schweiz zugrunde. Da sich der Gesuchsteller nicht          auf die 

EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und  die beab-

sichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt       die 

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Seite 5 

vorliegende Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwendungs-

bereich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz 

den Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtli-

chen Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländergesetz (AuG, SR 

142.20) und seine Ausführungsbestimmungen gelangen nur soweit zur An-

wendung, als die Schengen-Assoziierungsabkommen keine 

abweichenden Bestimmungen enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2-5 AuG). 

5.  

5.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Ertei-

lung eines Visums. Die Schweiz ist daher - wie alle anderen Staaten auch 

- grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Ein-

reise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt 

es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundes-

gesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 

3774). 

5.2 Angehörige von Staaten, die nicht Teil des Schengen-Raumes sind 

(sog. Drittstaaten), benötigen zur Einreise in die Schweiz bzw. den Schen-

gen-Raum für einen Aufenthalt von höchstens drei Monaten gültige 

Reisedokumente, die zum Grenzübertritt berechtigen, und ein Visum, so-

fern dieses erforderlich ist (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG sowie Art. 2 Abs. 1 

der Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumser-

teilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung 

[EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. 

März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das   Überschreiten der 

Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex bzw. 

SGK], ABl. L 105/1 vom 13.04.2006; Art. 2 der Verordnung [EU] Nr. 

265/2010 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. März 2010 

zur Änderung des Übereinkommens zur Durchführung des Übereinkom-

mens von Schengen und der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 in Bezug auf 

den Verkehr von Personen mit einem Visum für einen längerfristigen Auf-

enthalt [ABl. L 85 vom 31.03.2010, S. 1-4]). 

5.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um-

stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über 

ausreichende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 5 

Abs. 1 Bst. c SGK und Art. 14 Abs. 1 Bst. a-c der Verordnung [EG] 

Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 

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2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [nachfolgend: Visakodex, 

ABl. L 243 vom 15.09.2009, S. 1-58]). Namentlich haben sie zu belegen, 

dass sie den Schengen-Raum vor Ablauf der Gültigkeitsdauer des bean-

tragten Visums wieder verlassen bzw. Gewähr für ihre fristgerechte 

Wiederausreise bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. c und Art. 21 Abs. 1 Visakodex 

sowie Art. 5 Abs. 2 AuG). Ferner dürfen Drittstaatsangehörige nicht im 

Schengener Informationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausge-

schrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere 

Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehun-

gen eines Mitgliedstaats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 5 Abs. 1 

Bst. d und Bst. e SGK). 

5.4 Sind die Voraussetzungen für die Ausstellung eines für den Schengen-

Raum einheitlichen Visums nicht erfüllt, so kann in Ausnahmefällen ein Vi-

sum mit räumlich beschränkter Gültigkeit erteilt werden. Unter anderem 

kann der betreffende Mitgliedstaat von dieser Möglichkeit Gebrauch ma-

chen, wenn er es aus humanitären Gründen, aus Gründen des nationalen 

Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen für erforderlich 

hält (vgl. zum Ganzen Art. 25 Abs. 1 Bst. a Visakodex; ebenso Art. 5 Abs. 

4 Bst. c SGK). 

5.5 Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 

2001 listet diejenigen Staaten auf, deren Staatsangehörige beim Über-

schreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten im Besitze 

eines Visums sein müssen (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1-7; zum voll-

ständigen Quellennachweis vgl. Fussnote zu Art. 4 Abs. 1 VEV). Da Kuba 

in dieser Liste aufgeführt ist, unterliegt der Gesuchsteller der Visumspflicht. 

6.  

Die Vorinstanz begründet die Abweisung der Einsprache im Wesentlichen 

damit, dass die Wiederausreise des Gesuchstellers nicht gewährleistet sei. 

Bei der Beurteilung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 

ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Hierzu sind lediglich Prognosen 

möglich, wobei jedoch sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalles zu 

würdigen sind. Dabei sind einerseits die allgemeine Lage im Herkunftsland 

und andererseits die individuelle Situation der gesuchstellenden Person in 

die Beurteilung mit einzubeziehen. 

6.1 Das Wirtschaftssystem Kubas befindet sich im Umbruch. Seine Grund-

lage bildet eine sozialistisch und planwirtschaftlich geprägte Ideologie, in 

der der Staat eine zentrale Rolle spielt (vgl. www.auswaertiges-amt.de, 

http://www.auswaertiges-amt.de/

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Aussen- und Europapolitik, Länderinformationen: Länder A – Z, Kuba, Wirt-

schaft, Stand November 2014, besucht im März 2015). Das Land leidet 

unter einem grossen Defizit in den Bereichen Infrastruktur, Industrie sowie 

Landwirtschaft und ist gezwungen, einen Grossteil der Lebensmittel zu im-

portieren (siehe www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschafts-  und-

finanzportal/kubas-halbherzige-wirtschaftsreformen-1.18233538, besucht 

im März 2015). Seit 2010 hat die Regierung zahlreiche Reformschritte ein-

geleitet, wozu beispielsweise Freiräume für selbständige Erwerbstätigkeit 

gehören (vgl. www.auswaertiges-amt.de, Aussen- und Europapolitik, Län-

derinformationen: Länder A – Z, Kuba, Wirtschaft, Stand November 2014, 

besucht im März 2015). Diese Reformschritte  haben bis jetzt jedoch keine 

merkliche Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung bewirkt. 

Nach wie vor ist das monatliche Durchschnittseinkommen, auch unter Be-

rücksichtigung, dass immer noch Grundnahrungsmittel, Strom und Gas 

subventioniert werden und die Inanspruchnahme des Gesundheits- und 

des Bildungswesens kostenlos ist, sehr gering (2012: knapp 20 USD) 

(siehe Urteil des BVGer C-6305/2011 vom 10. April 2013 E. 7.1.1). Rund 

die Hälfte der Einwohner ist beim Staat angestellt. Die Selbständigenquote 

ist trotz der Aufhebung vieler bestehender Verbote noch immer sehr gering 

(vgl. www.auswaertiges-amt.de, Aussen- und Europapolitik, Länderinfor-

mationen: Länder A – Z, Kuba, Wirtschaft, Stand November 2014, besucht 

im März 2015). Der Lebensstandard der Kubaner bestimmt sich ferner 

durch den Zugang zur konvertiblen Währung (CUC), sei es durch Überwei-

sungen aus dem Ausland oder durch eine Beschäftigung im 

Tourismussektor (siehe Urteil des BVGer C-6305/2011 vom 10. April 2013 

E. 7.1.1). 

6.2 Bei der Betrachtung der allgemeinen Lage sind auch die Erfahrungen 

mit der Emigration zu berücksichtigen. So kämpft Kuba seit Jahren mit 

der Abwanderung seiner Bevölkerung (http://www.sueddeutsche.de/poli-

tik/illegale-auswanderung-kuba-will-fluechtlingen-heimkehr-erlauben-

1.1505759, besucht im März 2015). Zwar begeben sich die meisten Perso-

nen in die Vereinigten Staaten, wo sich mittlerweile eine bedeutende 

Diaspora befindet. Die Erfahrung zeigt aber, dass ein bereits bestehendes 

(familiäres) Beziehungsnetz in einem anderen Land auch eine Emigration 

dorthin begünstigt. Wie sich die seit dem 14. Januar 2013 geltenden Rei-

seerleichterungen für kubanische Staatsangehörige auf die 

Auswanderungsbewegung auswirken werden, bleibt abzuwarten und kann 

deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nur bedingt in die Beurteilung des allge-

meinen Migrationsrisikos mit einbezogen werden. 

http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschafts-
http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.sueddeutsche.de/politik/illegale-auswanderung-kuba-will-fluechtlingen-heimkehr-erlauben-1.1505759
http://www.sueddeutsche.de/politik/illegale-auswanderung-kuba-will-fluechtlingen-heimkehr-erlauben-1.1505759
http://www.sueddeutsche.de/politik/illegale-auswanderung-kuba-will-fluechtlingen-heimkehr-erlauben-1.1505759

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Seite 8 

6.3 In Bezug auf die Einschätzung des Migrationsrisikos ist bei kubani-

schen Staatsangehörigen eine Eigenheit des kubanischen Rechts zu 

berücksichtigen: Hält sich ein kubanischer Staatsangehöriger länger im 

Ausland auf als im Ausreisevisum vorgesehen (eine Verlängerung         bis 

zu einer Abwesenheit von insgesamt 11 Monaten kann von den                  ku-

banischen Vertretungen im Ausland vorgenommen werden [vgl. Urteil des 

BVGer D-1837/2012 vom 28. Februar 2013 E. 9.3]), so wird           ihm in 

vielen Fällen die Wiedereinreise nach Kuba verwehrt (vgl.          MICHAEL 

KIRSCHNER, Kuba: Legale und illegale Aus- und Einreise,   Schweizerische 

Flüchtlingshilfe, Bern 2006 sowie JUDITH MACCHI,         Kuba: Rückkehr, 

Schweizerische Flüchtlingshilfe, Bern 2009 und http://www.fluechtlings-

hilfe.ch/assets/herkunftslaender/amerika/kuba/kuba-ablauf-des-permiso-

de-residencia-en-el-exterior.pdf, abgerufen im März 2015). Es versteht sich 

von selbst und bedarf keiner weiteren Erläuterung, dass solche restriktiven 

Normen Emigrationswillige - einmal im Ausland - dazu verleiten können, 

die Verpflichtung zur Wiederausreise so lange hinauszuzögern, bis sie von 

den Behörden des Aufenthaltsstaates zwangsweise nicht mehr durchge-

setzt werden kann. 

6.4 Angesichts der geschilderten Umstände ist nicht zu beanstanden, dass 

die Vorinstanz das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise von 

Besuchern aus Kuba allgemein als hoch einschätzt. 

7.  

7.1 Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur solch allgemeine Um-

stände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des 

konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt einer gesuchstellenden 

Person im Heimatland beispielsweise eine besondere berufliche, gesell-

schaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus 

die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise begünstigen. Anderer-

seits muss bei Personen, die in ihrer Heimat keine besonderen 

Verpflichtungen haben, das Risiko eines ausländerrechtlich nicht regelkon-

formen Verhaltens nach einer bewilligten Einreise als hoch eingeschätzt 

werden. 

7.2 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen heute 26-Jährigen, ledi-

gen Mann. Er ist seit 2007 als "Técnico Medio en Informática" 

(Informatiktechniker) beim "Z._______" unbefristet angestellt und verdient 

monatlich 475 CUP (umgerechnet ca. CHF 19.90). Die Arbeitgeberin hat 

im Schreiben vom 14. Januar 2014 bestätigt, dass keine Einwände gegen 

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Seite 9 

einen Ferienaufenthalt in der Schweiz bestünden. In Kuba leben ausser-

dem die Eltern des Gesuchstellers, sowie seine Schwester mit ihrer 

Familie. Der Gesuchsteller sei ursprünglich mit dem Gastgeber in Brasilien 

gemeinsam gereist, wonach sie sich drei weitere Male für jeweils 1-2 Wo-

chen in Kuba und Brasilien getroffen hätten. Sie pflegten eine 

partnerschaftliche Beziehung und der Gesuchsteller möchte nun das Land 

des Gastgebers sowie dessen Freunde und Familie kennenlernen.  

7.3 Der Beschwerdeführer hebt hervor, dass die Erwerbstätigkeit sowie die 

familiären Bindungen des Gesuchstellers in Kuba deutlich gegen ein Mig-

rationsrisiko sprächen. Nach eigenen Angaben arbeiten die Eltern des 

Eingeladenen im medizinischen Bereich (der Vater sei Arzt), in welchem 

sie sehr renommiert seien. Der Gesuchsteller hätte in der Schweiz keinerlei 

berufliche Perspektiven, welche ihm ein vergleichbares Ansehen und Ein-

kommen verschaffen würden. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass aufgrund 

des grossen Lohngefälles zwischen der Schweiz und Staaten wie Kuba 

selbst ein für einheimische Verhältnisse gutes Salär (der Gesuchsteller ver-

dient einen in Kuba durchschnittlichen Lohn [vgl. E. 6.1]) und ein hohes 

Ansehen nicht nachhaltig davon abhalten können, das Heimatland dauer-

haft zu verlassen. Vor diesem Hintergrund ist der Vorinstanz zuzustimmen, 

dass dem Gesuchsteller keine zwingenden beruflichen Verpflichtungen ob-

liegen. Familiäre Bindungen wie Eltern und Geschwister indizieren 

durchaus einen gewissen Rückkehrwillen, eine ernsthafte Verpflichtung 

lässt sich jedoch daraus nicht ableiten, da keiner der Familienangehörigen 

zum Gesuchsteller in einem Abhängigkeitsverhältnis steht, was er denn 

auch nicht geltend macht. 

7.4 Insgesamt betrachtet, sind somit weder in den familiären oder gesell-

schaftlichen noch beruflichen und damit wirtschaftlichen Verhältnissen des 

Gesuchstellers Besonderheiten erkennbar, die eine Emigration als unwahr-

scheinlich erachten lassen. 

7.5 Vor dem geschilderten Hintergrund ist das Risiko, dass der Gesuch-

steller die Schweiz nach einem Besuchsaufenthalt nicht wieder rechtzeitig 

verlassen könnte, nicht zu unterschätzen. Daran vermögen auch die ge-

genteiligen Zusicherungen des Beschwerdeführers nichts zu ändern. Als 

Gastgeber kann er zwar für bestimmte finanzielle Risiken im Zusammen-

hang mit dem Besuchsaufenthalt, nicht aber für ein bestimmtes Tun oder 

Unterlassen seines Gastes rechtswirksam einstehen (vgl. BVGE 2009/27 

E. 9 sowie Urteil des BVGer C-3216/2013 vom 28. Februar 2014 E. 7.5). 

C-3950/2014 

Seite 10 

Aus dem gleichen Grund kann auch nicht entscheidend sein, dass der Be-

schwerdeführer im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Aufenthalt 

grossen Aufwand betrieben hat. 

8.  

Gründe für die Ausstellung eines Visums mit räumlich beschränkter Gültig-

keit (vgl. E. 5.4) wurden vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht und 

ergeben sich auch sonst nicht aus den Akten.  

9.  

Aus den vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfü-

gung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die 

Beschwerde ist daher abzuweisen. 

10.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).  

 

 

 

 

(Dispositiv auf der nächsten Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 900.- werden dem Beschwerdeführer auf-er-

legt. Sie sind durch den am 24. Juli 2014 in gleicher Höhe geleisteten 

Kostenvorschuss gedeckt.  

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer  

– die Vorinstanz (Ref-Nr.[…]) 

– das Migrationsamt des Kantons Zürich 

 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Antonio Imoberdorf Mirjam Angehrn 

 

 

 

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