# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d7eade01-a9a7-5794-98a1-60ee2908a5f4
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-26
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 26.06.2019 105 2018 192
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_003_105-2018-192_2019-06-26.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

105 2018 192

Urteil vom 26. Juni 2019

Schuldbetreibungs- und Konkurskammer

Besetzung Präsidentin: Catherine Overney
Richter: Dina Beti, Markus Ducret
Gerichtsschreiberin: Frédérique Jungo

Parteien A.________, Beschwerdeführerin     

gegen

das BETREIBUNGSAMT DES SENSEBEZIRKS, Vorinstanz

Gegenstand Berechnung des Existenzminimums (Art. 93 SchKG)

Beschwerde vom 4. Dezember 2018 gegen die Verfügung des 
Betreibungsamtes des Sensebezirks vom 22. November 2018

Kantonsgericht KG
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Sachverhalt

A. Am 5. Oktober 2018 nahm das Betreibungsamt des Sensebezirks die Situation von 
A.________ auf. Nachdem diese im Anschluss die verlangten Dokumente eingereicht hatte, setzte 
das Betreibungsamt des Sensebezirks das betreibungsrechtliche Existenzminimum von 
A.________ fest und verfügte am 22. November 2018 eine Lohnpfändung im Betrag von 
CHF 680.- pro Monat.

B. Mit Beschwerde vom 4. Dezember 2018 ficht A.________ die Verfügung der Lohnpfändung 
an und beantragt deren Abänderung. Sie beanstandet die berücksichtigten Beträge für die 
auswärtige Verpflegung und die Gesundheitskosten. Die Lohnpfändung sei von CHF 680.- auf 
CHF 500.- zu reduzieren.

C. In seiner Stellungnahme vom 22. Dezember 2018 führt das Betreibungsamt aus, die Berech-
nung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums entspreche den gesetzlichen Bestimmungen, 
weshalb die Beschwerde abzuweisen sei.

Erwägungen

1.

1.1. Soweit nicht eine gerichtliche Klage vorgesehen ist, kann gegen jede Verfügung des Betrei-
bungsamtes mit Beschwerde an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Kantonsgerichts 
als Aufsichtsbehörde gelangt werden (Art. 17 Abs. 1 SchKG; Art. 13 SchKG i.V.m. Art. 5 des 
Ausführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über Schuldbetreibung und Konkurs vom 
12. Februar 2015 [AGSchKG; SGF 28.1] sowie Art. 19 des Reglements für das Kantonsgericht 
betreffend seine Organisation und seine Arbeitsweise [RKG; SGF 131.11]). Die Beschwerde muss 
innert zehn Tagen ab dem Zeitpunkt, an dem der Beschwerdeführer von der Verfügung Kenntnis 
erhalten hat, erhoben werden (Art. 17 Abs. 2 SchKG).

Aus der Beschwerdeschrift muss ersichtlich sein, gegen welchen Entscheid sie sich richtet, was 
daran falsch sein soll und was der Beschwerdeführer verlangt. An die Begründung der Beschwer-
de werden keine allzu hohen Anforderungen gestellt; es genügt, wenn sie eine verständliche und 
ausdrückliche Kritik am angefochtenen Entscheid enthält (BGE 118 III 1 E. 2a). Mindestens aber 
muss die Beschwerde einen Antrag und eine summarische Begründung aufweisen, ansonsten 
kann nicht darauf eingetreten werden.

1.2. Die Verfügung der Lohnpfändung vom 22. November 2018 wurde der Beschwerdeführerin 
am 27. November 2018 zugestellt, so dass die am 4. Dezember 2018 erhobene Beschwerde frist-
gerecht erfolgte (Art. 17 Abs. 2 SchKG). Die Beschwerde enthält zudem sowohl Anträge als auch 
eine kurze Begründung; sie genügt diesbezüglich den gesetzlichen Anforderungen. Auf die form- 
und fristgerechte Beschwerde ist folglich einzutreten.

2.

Die Beschwerdeführerin beanstandet die Verfügung des Betreibungsamtes in zweifacher Hinsicht.

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2.1.

2.1.1. Einerseits macht sie geltend, den Betrag von CHF 100.- für auswärtige Verpflegung nicht 
akzeptieren zu können; sie brauche mindestens CHF 250.- pro Monat.

Das Betreibungsamt führt dazu aus, dass die Beschwerdeführerin zu Protokoll gegeben habe, ihr 
Mittagessen meistens von zu Hause mitzunehmen und nur manchmal im Restaurant zu essen. 
Beim vorgesehenen Betrag für die auswärtige Verpflegung handle es sich um die Mehrkosten, die 
entstünden, wenn man nicht zu Hause essen könne. An den Tagen, an denen die Beschwerdefüh-
rerin ihr Mittagessen von zu Hause mitnehme, entstünden somit keine Mehrkosten. Für die ande-
ren Tage sei ein monatlicher Mehrkostenanteil von CHF 100.- festgelegt worden.

2.1.2. Die von der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz zur Anwendung 
empfohlenen Richtlinien zur Berechnung des Existenzminimums wurden vom Kanton Freiburg 
übernommen (vgl. Kreisschreiben des Kantonsgerichts Freiburg vom 1. Juli 2009 betreffend Richt-
linien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums [Notbedarf] nach Art. 93 
SchKG). Gemäss diesen Richtlinien sind die Kosten für Nahrung grundsätzlich im monatlichen 
Grundbetrag enthalten. Unumgängliche Berufsauslagen, soweit der Arbeitgeber nicht dafür 
aufkommt, werden für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums jedoch 
berücksichtigt. Dazu gehören Auslagen für auswärtige Verpflegung. Beim Nachweis von Mehraus-
lagen für auswärtige Verpflegung ist ein Betrag von CHF 9.- bis CHF 11.- für jede Hauptmahlzeit 
hinzuzurechnen. Mit dem Zuschlag für auswärtige Verpflegung wird somit lediglich der Mehrbetrag 
abgegolten, welcher entsteht, wenn die Mahlzeit nicht zu Hause eingenommen werden kann. 
Anders ausgedrückt, wird lediglich die Differenz zwischen dem normalerweise für eine Mahlzeit zu 
Hause notwendigen Betrag und den Kosten für eine auswärtige Mahlzeit zusätzlich berücksichtigt. 
Damit dem Schuldner Auslagen für auswärtige Verpflegung zustehen, muss es für ihn unzumutbar 
sein, die Mahlzeit zu Hause einzunehmen (WINKLER, in Kommentar zum Bundesgesetz über 
Schuldbetreibung und Konkurs, 4. Aufl. 2017, Art. 93 N. 50).

2.1.3. Gemäss der Beilage zum von der Beschwerdeführerin unterzeichneten Protokoll des Pfän-
dungsvollzugs geht diese einer Teilzeitarbeit von 70% nach. Ebenso ist in der Beilage erwähnt, 
dass die Beschwerdeführerin ihr Essen meist selber mitnimmt und nur manchmal ins Restaurant 
geht. Dafür ist ein Zuschlag von monatlich CHF 100.- für auswärtige Verpflegung berücksichtigt. 
Indem sie einen solchen von CHF 250.- verlangt, scheint die Beschwerdeführerin missverstanden 
zu haben, dass die Kosten für Essen wie obenstehend ausgeführt grundsätzlich im monatlichen 
Grundbetrag enthalten sind und mit dem Zuschlag lediglich die Mehrkosten abgegolten werden. 
Der vom Betreibungsamt berücksichtigte Betrag von CHF 100.- pro Monat für auswärtige Verpfle-
gung reicht für die Differenz zwischen einer zu Hause eingenommenen Mahlzeit und den Kosten 
für eine auswärtige Mahlzeit von durchschnittlich zehn Hauptmahlzeiten aus. Bei einem Pensum 
von 70% isst die Beschwerdeführerin im Durchschnitt drei Mal pro Woche bzw. zwölf Mal pro 
Monat nicht zu Hause. Da sie angegeben hat, ihr Essen jedoch meist selber mitzunehmen, ist ein 
Zuschlag von CHF 100.- für auswärtige Verpflegung nicht zu beanstanden. Im Übrigen besteht 
kein Nachweis für Mehrauslagen für auswärtige Verpflegung. Die Beschwerde ist in diesem Punkt 
abzuweisen.

2.2.

2.2.1. Andererseits bringt die Beschwerdeführerin vor, die Krankenkassenprämie betrage per 
1. Januar 2019 CHF 504.- pro Monat. Ausserdem benötige sie aufgrund einer Thrombosengefahr 

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monatlich Medikamente von über CHF 100.- und müsse mindestens alle drei Monate zur Blutun-
tersuchung.

Hierzu erklärt das Betreibungsamt, im Zeitpunkt der Berechnung des betreibungsrechtlichen Exis-
tenzminimums hätten sich die Krankenkassenprämien auf CHF 484.- belaufen. Der neue Betrag 
werde anfangs 2019 bei einer Revision, bei welcher auch die Einnahmen kontrolliert würden, 
berücksichtigt. Die Auslagen für Medikamente und andere Selbstbehalte der Gesundheitskosten 
könnten immer dann geltend gemacht werden, wenn diese anfallen, wobei dem Betreibungsamt 
jeweils die Abrechnung des Krankenversicherers vorzulegen sei. Es würden keine Pauschalbeträ-
ge in die Berechnung des Existenzminimums aufgenommen.

2.2.2. Die Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbe-
darf) nach Art. 93 SchKG enthalten unter Ziff. II einen Posten für verschiedene Auslagen: Stehen 
dem Schuldner zur Zeit der Pfändung unmittelbar grössere Auslagen, wie für Arzt, Arzneien, Fran-
chise, Geburt und Pflege von Familienangehörigen, einen Wohnungswechsel etc. bevor, so ist 
diesem Umstand in billiger Weise durch eine entsprechende zeitweise Erhöhung des Existenzmini-
mums Rechnung zu tragen. Im pauschalen Grundbetrag sind nur die Kosten der üblichen Selbst-
medikation enthalten. Gegebenenfalls kann bei der Berechnung des Existenzminimums die auf 
den Monat umgerechnete Krankenkassenfranchise eingesetzt werden. Gleiches gilt, wenn solche 
Auslagen dem Schuldner während der Dauer der Lohnpfändung erwachsen. Eine Änderung der 
Lohnpfändung erfolgt hier in der Regel jedoch nur auf Antrag des Schuldners. Einzelne Kompen-
sationen können ihm auch aus dem Betreffnis bereits eingegangener Lohnabzüge ausbezahlt 
werden. Mehrausgaben sind von ihm nachzuweisen oder, wo dies nicht möglich ist, zumindest 
glaubhaft zu machen (VONDER MÜHLL, in Basler Kommentar Bundesgesetz über Schuldbetreibung 
und Konkurs I, 2. Aufl. 2010, Art. 93 N. 32 mit weiteren Hinweisen).

2.2.3. Was die Krankenkassenprämie 2019 betrifft, hat das Betreibungsamt bereits erklärt, den 
gegenüber dem Vorjahr erhöhten Betrag anlässlich einer Revision zu berücksichtigen.

Die Beschwerdeführerin macht zudem geltend, monatlich über CHF 100.- für Medikamente zu 
bezahlen und überdies mindestens alle drei Monate zu einer Blutuntersuchung zu müssen, reicht 
jedoch keine Dokumente ein, die belegen, welche Kosten nicht von der Krankenkasse bezahlt 
werden. Wie das Betreibungsamt zutreffend ausführt, kann die Beschwerdeführerin die effektiven 
Kosten für Medikamente und Untersuchungen beim Betreibungsamt geltend machen und nach 
Prüfung werden die Kosten zurückerstattet werden. Entsprechend ist die Beschwerde auch in 
diesem Punkt abzuweisen.

3.

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG).

(Dispositiv auf nachfolgender Seite)

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Die Kammer erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen.

II. Es werden keine Kosten erhoben.

III. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 10 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Zivilsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraus-
setzungen sind in den Art. 72–77 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 
17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 26. Juni 2019/fju

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: