# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e5484518-6211-5dd0-b8e2-8893cd6361ce
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.09.2021 SB190209
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB190209_2021-09-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB190209-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, Oberrichter lic. iur. Stiefel und 

Oberrichterin lic. iur. Bertschi sowie Gerichtsschreiber MLaw Andres 

 
Urteil und Beschluss vom 15. September 2021 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
durch Stv. Leitende Staatsanwältin lic. iur. Steinhauser,  

Anklägerin und Erstberufungsklägerin 

 

sowie 

 

1. A._____,  
Privatkläger und Drittberufungskläger 

2. ... 

Privatkläger 

 

1, 2 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

 

gegen 

 

B._____,  
Beschuldigter und Zweitberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____,  

 

betreffend mehrfache Freiheitsberaubung etc. 
 

-   2   - 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur vom 22. Oktober 
2018 (DG180013) 
 
 
  

 

  

-   3   - 

Inhaltsverzeichnis 

I. Prozessgeschichte und Berufungsgegenstand ............................................. 9 
1. Prozessgeschichte ...................................................................................... 9 
2. Gegenstand der Berufung ......................................................................... 10 

II. Sachverhaltsfeststellung .............................................................................. 10 
1. Anklagevorwurf und Vorgehen .................................................................. 10 
2. Qualität der Aussagen der Geschädigten ................................................. 12 

2.1. Ausgangslage und Vorgehen ........................................................... 12 
2.2. A._____ ........................................ Fehler! Textmarke nicht definiert. 
2.3. Q._____ ........................................ Fehler! Textmarke nicht definiert. 
2.4. Allfällige Fehlerquellen (Falschbelastungsmotive etc.) ..................... 20 
2.5. Zwischenfazit .................................................................................... 24 

3. Zu den Vorgängen im Gebetsraum (Sachverhaltsteil B) ........................... 24 
3.1. Vorbemerkung .................................................................................. 24 
3.2. Freiheitsberaubung zum Nachteil des Privatklägers A._____ 

(Sachverhaltsabschnitt 12, 1. Hälfte) ................................................ 25 
3.3. Handlungen zum Nachteil von Q._____ (Sachverhaltsteil B, 

Sachverhaltsabschnitte 13 - 17, 19 [1. Hälfte]) ................................. 28 
3.3.1. Aussagen der Beteiligten und weitere Beweismittel ........................... 28 
3.3.2. Hindern am Verlassen der Moschee (Sachverhaltsabschnitt 13) ....... 29 
3.3.4. Freiheitsberaubung zum Nachteil von Q._____ (Sachverhaltsabschnitt 

19, 1. Hälfte) ..................................................................................... 33 
4. Zu den Vorgängen im Büro der Moschee (Sachverhaltsteil C) ................. 38 

4.1. Ausgangslage ................................................................................... 38 
4.2. Freiheitsberaubung im Büro (Sachverhaltsabschnitte 12 und 19, 2. 

Hälfte) ............................................................................................... 39 
4.3. Nötigung betreffend Geständnisse und Tonaufnahmen etc. 

(Sachverhaltsabschnitte 20 und 21) ................................................. 45 
III. Rechtliche Würdigung ................................................................................. 50 

1. Freiheitsberaubung und Nötigung betreffend Geständnisse im Büro ........ 50 
2. Fazit .......................................................................................................... 54 

IV. Zivilforderung ............................................................................................... 54 
V. Kosten- und Entschädigungsfolgen ............................................................ 55 

1. Erstinstanzliches Verfahren ...................................................................... 55 
1.1. Verfahrenskosten ............................................................................. 55 
1.2. Entschädigung des amtlichen Verteidigers ....................................... 56 
1.3. Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertretung der 

Privatklägerschaft ............................................................................. 56 
2. Berufungsverfahren .................................................................................. 56 

2.1. Verfahrenskosten ............................................................................. 56 
2.2. Amtliche Verteidigung ....................................................................... 57 
2.3. Unentgeltliche Rechtsvertretung des Privatklägers .......................... 57 
2.4. Haftentschädigung ............................................................................ 58 

 

-   4   - 

Anklage 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 29. Januar 

2018 (Urk. 110 mit handschriftlicher Nummerierung, vgl. dazu unten E. II.1.1. f.) 

ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz 
(Urk. 175) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig der mehrfachen Freiheitsberaubung 

im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 StGB (Sachverhaltsabschnitte 12 und 19 der 

Anklageschrift). 

2. Der Beschuldigte B._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen von 

den Vorwürfen der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Sach-

verhaltsabschnitte 20 und 21 der Anklageschrift). 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–, wovon 2 Tagessätze durch Haft erstanden sind (vom 21. Februar 

2017 bis 22. Februar 2017). 

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

5. Von der Anordnung einer Landesverweisung wird abgesehen. 

6. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

vom 13. Juni 2017 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich 

(TEU-Ass-Tri) gelagerten Gegenstände werden dem Beschuldigten auf ers-

tes Verlangen nach Rechtskraft herausgegeben: 

− Mappe mit diversen Schriftstücken (Asservat Nr.: A010'136'159), 

− Mobiltelefon, Samsung, ohne Code (Asservat Nr.: A010'136'206), 

− Mobiltelefon, Samsung, Code unbekannt (Asservat Nr.: A010'136'228), 

− iPad, Apple, Code unbekannt (Asservat Nr.: A010'136'239), 

-   5   - 

− diverse Schriftlichkeiten (Asservat Nr.: A010'136'240), 

− diverse Schriftlichkeiten (Asservat Nr.: A010'136'262), 

− Bundesordner mit Schriftlichkeiten (Asservat Nr.: A010'136'320), 

− Diverse CD-R (Asservat Nr.: A010'136'342), 

− Computer Acer, Passwort unbekannt (Asservat Nr.: A010'136'411), 

− SD Card Adapter (Asservat Nr.: A010'136'524), 

− Speicherkarte Marke SanDisk (Asservat Nr.: A010'136'535). 

Verlangt der Beschuldigte die betreffenden Gegenstände innert drei Mona-

ten nach Rechtskraft nicht heraus, werden sie vernichtet. 

7. Das Schadenersatzbegehren des Privatklägers 1 (A._____) wird abgewie-

sen. 

8. Der Beschuldigte wird unter solidarischer Haftung mit den Mitbeschuldigten 

C._____, D._____, E._____, F._____, G._____, H._____ und dem Jugend-

lichen I._____ verpflichtet, dem Privatkläger 1 (A._____) Fr. 2'000 als Ge-

nugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren ab-

gewiesen. 

9. Das Entschädigungsbegehren des Beschuldigten wird abgewiesen.  

10. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 4'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'000.00   Gebühr für das Vorverfahren  
Fr. 70.00   Auslagen 
Fr. 36.90   Entschädigung Zeuge 
Fr. 75.00   Entschädigung Dolmetscher 

Fr. 28'289.50   Kosten amtliche Verteidigung   (inkl. Barauslagen und MWSt.) 

Fr.  2'941.30   1/10 Kosten unentgeltl. Verbeiständung Privatkläger   (inkl. Barauslagen und MWSt.) 

Fr. 45'412.70   Total 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.  

-   6   - 

Wird auf die Begründung dieses Entscheids verzichtet, so ermässigt sich die 

Entscheidgebühr auf zwei Drittel.  

11. Die Kosten - mit Ausnahme derjenigen für die unentgeltliche Verbeiständung 

der Privatklägerschaft - werden dem Beschuldigten zu drei Vierteln auferlegt 

und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. Die dem Beschuldigten 

auferlegten Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die 

Gerichtskasse genommen. Eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO bleibt vorbehalten. 

Die Kosten der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft wer-

den auf die Gerichtskasse genommen.  

[Mitteilungssatz und Rechtsmittel] 

Berufungsanträge 

Der Staatsanwaltschaft: 
(Urk. 179, S. 9 f.; 190 S. 5) 

" 1.  Der Beschuldigte sei zusätzlich zu den Schuldsprüchen gemäss Ziffer 1 
des Urteils vom 22. Oktober 2018 wegen 

− mehrfacher Nötigung im Sinne von Art. 181 Abs. 1 StGB schuldig zu 
sprechen. 

2.  Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit 30 Monaten Freiheitsstrafe. 

3.  Es sei der Vollzug von 10 Monaten Freiheitsstrafe anzuordnen und der 
Vollzug von 20 Monaten bedingt aufzuschieben unter Ansetzung einer 
Probezeit von 2 Jahren. 

4.  Es sei der Beschuldigte für 10 Jahre des Landes zu verweisen. 

5.  Es seien dem Beschuldigten die Kosten aufzuerlegen." 

-   7   - 

Des Beschuldigten: 
(Urk. 178, S.  2; 193 S. 1) 

" 1.  Der Beschuldigte und Berufungskläger sei (auch) vom Vorwurf der Frei-
heitsberaubung und somit vollumfänglich freizusprechen. 

2.  Die Zivilforderungen des Privatklägers und Berufungsbeklagten 3 
(A._____) seien vollumfänglich auf den Zivilweg zu verweisen. 

3.  Die Berufung der Staatsanwaltschaft (Anklägerin und Erstberufungsklä-
gerin) sei abzuweisen. 

4.  Die Berufung des Privatklägers und Drittberufungsklägers sei abzuwei-
sen, soweit auf sie einzutreten ist. 

5.  Die Kosten des erst- und zweitinstanzlichen Verfahrens inkl. diejenigen 
der amtlichen Verteidigung seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

6.  Dem Beschuldigten und Berufungskläger sei eine vom Gericht zu be-
stimmende Entschädigung aus der Staatskasse zuzusprechen." 

Des Privatklägers 
(Urk. 180; 191/1-2) 

" 1.  Der Privatkläger ficht das Urteil in Teilen an. Die Berufung beschränkt 
sich auf den Zivilanspruch (Disp. Ziff. 9) und die Genugtuung (Disp. 
Ziff. 10). 

2.  Der Privatkläger verlangt 

a)  in Aufhebung von Dispositiv Ziff. 9 des Urteils die Zusprechung ei-
nes Schadenersatzes in der Höhe von CHF 79'090, unter solidari-
scher Haftung mit den Mitbeschuldigten, evtl. Verweis des Scha-
denersatzbegehrens auf den Zivilweg, 

b)  in Aufhebung von Ziff. 10 des Urteils die Zusprechung einer Ge-
nugtuung von CHF 20'000, unter solidarischer Haftung mit den Mit-
beschuldigten. 

3.  Es werden folgende Beweisanträge gestellt: 

a)  Einvernahme von Frau med. pract. J._____, Trauma-
Psychotherapeutin als Sachverständige evtl. Zeugin zu ihren Aus-
führungen im Zeugnis vom 10. September 2018 (bei den Akten). 

b)  [zurückgezogen] 

-   8   - 

c)  Einvernahme von Herrn K._____ als Zeuge (zur Frage des Hono-
rars). 

d)  [zurückgezogen] 

e)  Einvernahme von Herrn Dr. L._____, Studienleiter M._____ [Fach-
hochschule], … [Adresse] als Zeuge zur Behauptung, dass der Pri-
vatkläger nach Abschluss des Studiums problemlos eine Stelle im 
Bereich Stadtverkehr und Raumplanung finden wird und dabei ein 
Bruttosalär von CHF 100'000 erzielen kann." 

Ferner:  Urkundenbeweise, eingereicht an der Berufungsverhandlung, 

Urk. 192/1-5. 

 

  

-   9   - 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte und Berufungsgegenstand 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Das Strafverfahren gegen den Beschuldigten B._____ steht im Zusam-

menhang mit einem Vorfall, der sich am tt. November 2016 in der N._____ [Mo-

schee] ereignet hat. Gestützt auf ihre Untersuchung dieses Vorfalls erhob die 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland am 29. Januar 2018 gegen den Be-

schuldigten sowie gegen die neun Mitbeschuldigten O._____ (SB190206), 

C._____ (SB190207), H._____ (SB190208), E._____ (SB190210), G._____ 

(SB190211), I._____ (Jugendstrafverfahren, SB190212), P._____ (SB190213), 

D._____ (SB190214) und F._____ (SB190215) Anklage beim Bezirksgericht Win-

terthur (Urk. 110). Aufgrund des engen sachlichen Zusammenhangs zwischen 

diesen Verfahren führte das Bezirksgericht Winterthur für sämtliche zehn Be-

schuldigten eine gemeinsame Hauptverhandlung durch. Mit vorgenanntem Urteil 

vom 22. Oktober 2018 entschied die Vorinstanz über die in der Anklage gegen 

den Beschuldigten erhobenen Vorwürfe.   

1.2. Gegen dieses den Parteien am 23. Oktober 2018 mündlich eröffnete Urteil 

meldeten sowohl die Staatsanwaltschaft (Berufungsanmeldung vom 23. Oktober 

2018, Urk. 166) als auch der Beschuldigte (Berufungsanmeldung vom 

29. Oktober 2018, Urk. 168) und schliesslich auch der Privatkläger A._____ (Be-

rufungsanmeldung vom 31. Oktober 2018, Urk. 170) fristgerecht Berufung an.  

1.3. Das begründete Urteil des Bezirksgerichts Winterthur (Urk. 172 bzw. 

Urk. 175) wurde von den Parteien am 3. April 2019 (Staatsanwaltschaft, Beschul-

digter) bzw. am 10. April 2019 (Privatkläger) entgegengenommen (Urk. 173). Am 

23. April 2019 ging zunächst die Berufungserklärung des Beschuldigten 

(Urk. 178) und am Folgetag jene der Staatsanwaltschaft (Urk. 179) beim Oberge-

richt ein. Mit Eingabe vom 30. April 2019 erging sodann die Berufungserklärung 

des Privatklägers A._____ (Urk. 180). Sämtliche Berufungserklärungen erfolgten 

damit fristgerecht. 

-   10   - 

1.4. Die Parteien erhoben weder Anschlussberufungen noch wurden Anträge 

auf Nichteintreten gestellt (Urk. 181 i.V.m. Urk. 182/1-3 und 183).   

1.5. Vom 6. - 8. September 2021 fand die Berufungsverhandlung statt, an wel-

cher die Verfahren gegen sämtliche zehn Beschuldigten (SB190206 - SB190215) 

gemeinsam verhandelt wurden. Am 6. Oktober 2021 fand die mündliche Ur-

teilseröffnung statt (Prot. II S. 5 ff.).  

2. Gegenstand der Berufung 

2.1. Das vorinstanzliche Urteil vom 22. Oktober 2018 wurde bezüglich Disposi-

tivziffer 6 (beschlagnahmte Gegenstände) sowie hinsichtlich Dispositivziffer 10 

(Kostenfestsetzung inkl. Honorar der amtlichen Verteidigung) nicht angefochten. 

2.2. Insoweit ist das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur folglich in Rechtskraft 

erwachsen, was vorab mit Beschluss festzustellen ist.  

II. Sachverhaltsfeststellung 

1. Anklagevorwurf und Vorgehen 

1.1. Hinsichtlich des dem Beschuldigten vorgeworfenen Sachverhalts kann 

grundsätzlich auf die beigeheftete Anklageschrift vom 29. Januar 2018 verwiesen 

werden. In Anbetracht der starken Zerstückelung des Anklagesachverhalts in 

zahlreiche Unterabschnitte, hinsichtlich welcher die Beschuldigten gemäss Vor-

wurf der Staatsanwaltschaft in unterschiedlichen Konstellationen tätig geworden 

sein sollen, hat die Vorinstanz die einzelnen Anklagesachverhalte zur besseren 

Übersichtlichkeit in 22 nummerierte "Sachverhaltsabschnitte" unterteilt (A, 1 - 21) 

und diese Nummerierung in der Anklageschrift entsprechend gekennzeichnet (vgl. 

beigeheftete nummerierte Version der Anklageschrift). Diese für sämtliche 10 Be-

schuldigten einheitlich vorgenommene Nummerierung erscheint sinnvoll und wird 

zwecks besserer Übersichtlichkeit und Nachvollziehbarkeit der hier gemachten 

Ausführungen gegenüber dem vorinstanzlichen Urteil beibehalten (jeweils mit 

"Sachverhaltsabschnitt XY" bezeichnet).  

-   11   - 

1.2. Für einen Überblick über die von der Anklageschrift erfassten Geschehnis-

se kann vorweg auf die chronologische Aufarbeitung des gesamten Anklagesach-

verhalts durch die Vorinstanz in ihrem Urteil E. III.1.2. verwiesen werden.  

1.3. Zwecks einer übersichtlichen und chronologischen Aufarbeitung des Vor-

falls wird der Anklagesachverhalt im Rahmen der nachfolgenden Sachverhaltser-

stellung ferner grob in drei Teile (Sachverhaltsteile A, B und C) gegliedert:  

− Im Sachverhaltsteil A, der sich zu Beginn des Vorfalls und örtlich im 
Eingangsbereich der Moschee abspielte, waren gemäss Anklage zu-
nächst nur die Beschuldigten D._____, C._____, E._____ und der Ju-

gendliche und schliesslich dann auch die Beschuldigten H._____, 

F._____, G._____ und O._____ beteiligt (umfasst die Sachverhaltsab-

schnitte A, 1, 2, 4, 6 und 8).  

− Der diesem chronologisch nachgelagerte Sachverhaltsteil B umfasst 

das darauffolgende Geschehen im Gebetsraum, an welchem sich 
gemäss Anklagevorwurf sämtliche acht vorgenannten Beschuldigten 

(D._____, C._____, E._____, der Jugendliche, H._____, F._____, 

G._____ und O._____) beteiligt haben. Sachverhaltsteil B umfasst ei-

nerseits die Sachverhaltsabschnitte 3, 5, 7, 9, 10, 11, und 12 [1. Hälfte] 

zum Nachteil des Privatklägers A._____, und andererseits die Sach-

verhaltsabschnitte 13 - 18 sowie Sachverhaltsabschnitt 19 [1. Hälfte] 

zum Nachteil des Geschädigten Q._____. 

− Sachverhaltsteil C umfasst die letzte Phase des Vorfalls, welche sich 

im Büro des Vorstands abgespielt hat. Er umfasst die Sachverhalts-
abschnitte 12 (2. Hälfte) und 20 zum Nachteil des Privatklägers 

A._____ sowie die Sachverhaltsabschnitte 19 (2. Hälfte) und 21 zum 

Nachteil des Geschädigten Q._____. An diesen Taten sollen gemäss 

Anklageschrift zusätzlich auch die Beschuldigten B._____ und 

P._____, mithin sämtliche zehn Beschuldigten, beteiligt gewesen sein.        

-   12   - 

2. Qualität der Aussagen der Geschädigten 

2.1. Ausgangslage und Vorgehen 

2.1.1. Darüber, was genau sich am tt. November 2016 im Innern der N._____ ab-

gespielt hat, gehen die Aussagen der beiden Geschädigten und jene der 10 Be-

schuldigten in den entscheidenden Punkten diametral auseinander. Neben insge-

samt rund 40 Einvernahmen der Beschuldigten zu den Vorfällen in der N._____ 

liegen insbesondere je zwei Einvernahmen der beiden Geschädigten vor. Andere 

direkte Beweismittel als die Aussagen der Beschuldigten und Geschädigten lie-

gen – mit Ausnahme zweier Tonaufnahmen von Geständnissen der Geschädigten 

– mit Blick auf das Kerngeschehen nicht vor. Angesichts dessen, dass die Be-

schuldigten – mit wenigen Ausnahmen hinsichtlich einzelner Punkten – geschlos-

sen abstreiten, dass es an diesem Abend des tt. November 2016 zu gewaltsamen 

Übergriffen gegen die Geschädigten gekommen sei, basieren die Anklageschrif-

ten denn auch weitestgehend auf den Aussagen der beiden Geschädigten. Der 

Frage nach der Glaubhaftigkeit ihrer Schilderungen und Vorwürfe gegen die 10 

Beschuldigten kommt entsprechend grosses Gewicht zu. 

2.1.2. Sowohl der Privatkläger A._____ als auch der Geschädigte Q._____ gaben 

jeweils zu Beginn ihrer Einvernahmen in freier Schilderung wieder, was sich aus 

ihrer Sicht am Tatabend ereignet hatte. In der nachfolgenden Sachverhaltsfest-

stellung wird auf die verschiedenen Vorwürfe gegen die Beschuldigten einzeln 

einzugehen sein, unter Einbezug der dafür jeweils relevanten Aussagen der Ge-

schädigten und der gemäss Anklageschrift beteiligten Beschuldigten. Nachdem 

die Aufspaltung der Ereignisse in 21 Sachverhaltsabschnitte der Anklageschrift 

zwangläufig eine isolierte Betrachtung einzelner Aussagen zum jeweiligen Sach-

verhaltsabschnitt erfordert, drängt es sich auf, zunächst einige Ausführungen über 

die Qualität der Aussage der Geschädigten als Ganzes, insbesondere unter Ein-

bezug ihrer freien gesamtheitlichen Schilderung der Tathergänge, vorzunehmen. 

Schliesslich erlauben solche längeren frei geschilderten Berichte über ein Ereignis 

aus aussagepsychologischer Sicht verlässlichere Analysen der Qualität der Aus-

sagen, als dies bei kürzeren Antworten der Fall ist (LUDEWIG/TAVOR/ BAUMER, Wie 

können aussagepsychologische Erkenntnisse Richtern, Staatsanwälten und An-

-   13   - 

wälten helfen?, AJP 11/2011, S. 1426). Demgegenüber liegen seitens der Be-

schuldigten kaum längere, frei geschilderte Berichte über das am Tatabend Vor-

gefallene vor. Sie gaben sich – wie noch zu zeigen sein wird – in den zahlreichen 

durchgeführten Einvernahmen mit wenigen Ausnahmen grösstenteils wortkarg, 

machten von ihren Aussageverweigerungsrechten Gebrauch bzw. beschränken 

sich weitestgehend auf die pauschale Bestreitung der ihnen gemachten Vorwürfe 

und Vorhalte. Eine gesamtheitliche Analyse ihrer Aussagen bietet sich somit vor-

liegend nicht an. Auf ihre Aussagen wird jedoch in den Ausführungen zu den Ein-

zelvorwürfen noch näher einzugehen sein.  

2.1.3. Im Rahmen der Aussageanalyse wird geprüft, ob die aussagende Person 

unter Berücksichtigung der Umstände, ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit und 

ihrer Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund ma-

chen könnte. Als Analysemittel dienen vorab die so genannten Realkennzeichen. 

Dabei handelt es sich um wissenschaftlich definierte Qualitätsmerkmale für die 

Bewertung der Glaubhaftigkeit von Aussagen. Je mehr Kriterien erfüllt sind, desto 

glaubhafter erscheint die Aussage (vgl. etwa BGE 133 I 33 E. 4.3; 129 I 49 E. 5; 

128 I 81 E. 2; Urteile des Bundesgerichts 6B_760/2016 vom 29. Juni 2017 E. 4.2 

und 6B_793/2010 vom 14. April 2011 E. 1.3.1.). Zu diesen Realkennzeichen ge-

hören beispielsweise die logische Konsistenz, der quantitative Detailreichtum, 

raum-zeitliche Verknüpfungen, Interaktionsschilderungen, die Wiedergabe von 

Gesprächen oder die Schilderung von ausgefallenen Einzelheiten und Neben-

sächlichkeiten, von eigenen psychischen Vorgängen sowie psychischer Vorgänge 

des Täters, wie auch indirekt handlungsbezogene Schilderungen (vgl. zu den Re-

alkennzeichen im Einzelnen etwa DITTMANN, Zur Glaubhaftigkeit von Zeugenaus-

sagen, plädoyer 2/97, S. 33 ff.; FERRARI, Erkenntnisse aus der Aussagepsycholo-

gie, plädoyer 4/09, S. 35 f.; LUDEWIG/TAVOR/BAUMER, a.a.O., S. 1425). 

2.2. A._____ 

2.2.1. Der Privatkläger A._____ schildert die Geschehnisse in der N._____ so-

wohl in der polizeilichen Einvernahme vom 21. Dezember 2016 als auch in der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 11. April 2017 jeweils zunächst in ei-

ner längeren freien Erzählung (Urk. 20/1 S. 3 f.; Urk. 20/2 S. 6 ff.) und schliesslich 

-   14   - 

im Rahmen der entsprechenden Detailbefragung. Seine Aussagen zum Kernge-

schehen blieben – wie sich auch in der nachfolgenden Sachverhaltserstellung 

zeigen wird – über beide Einvernahmen hinweg äusserst konstant und ohne grös-

sere Widersprüche. Die Aussagen weisen – insbesondere was das Kerngesche-

hen betrifft – einen hohen Detailgrad auf. Die Tathergänge werden von A._____ 

oft sehr bildhaft geschildert, wie zum Beispiel seine Darstellung der Situation im 

Gebetsraum kurz vor dem Eintreffen des Imams B._____ (Urk. 20/2 S. 7: "Man 

muss ich vorstellen, dass ich an der Wand sass und um mich herum wie ein 

Halbkreis war. Ich konnte mich nicht bewegen und alle waren über mir, dann kam 

eine Ohrfeige oder ich wurde bespuckt und gleichzeitig bedroht. Als der Imam 

kam und sah wie alle rumschreien, hat er versucht, rauszufinden, was los sei und 

warum es so laut sei und was passiert sei. […] Er fragte, was denn los sei. Dann 

hat er meine Hand genommen, während sie mich schlugen und bespuckten etc. 

und hat mich in das Büro reingenommen und die Tür glaublich abgesperrt. Das 

weiss ich nicht. Währenddessen waren die anderen draussen am Schreien."; wei-

tere Beispiele vgl. nachfolgende Erwägungen zu den einzelnen Sachverhaltsab-

schnitten). Ferner ist er im Stande, relativ genau den Wortlaut gewisser Aussagen 

der Beschuldigten wiederzugeben, die ihn offenbar besonders beeindruckt haben 

müssen (vgl. etwa Urk. 20/2 S. 7 "Du verkaufst Deine Religion für Geld, […]"; "Wir 

reissen dir den Kopf ab"; "Du solltest nicht hier in der Moschee sterben, dein Blut 

ist zu dreckig... […]."; "Wir haben ihn, wir haben ihn."). Seine Aussagen zum 

Kerngeschehen sind teilweise auch mit nebensächlichen Einzelheiten versehen, 

wie etwa die Aussage, wonach der Imam ihm ein Glas Wasser gebracht hätte, 

worauf aber der Tunesier (der Jugendliche) gekommen sei, ihm das Glas weg-

nahm und gesagt habe, er hätte das nicht verdient (Urk. 20/1 S. 4; vgl. beispiels-

weise auch Urk. 20/2 S. 7 betreffend den beiläufigen Hinweis auf seinen Laptop: 

"Ich hatte meine kleine Laptoptasche dabei und sie haben meinen Laptop ge-

nommen und eingeschaltet, da war kein Passwort drauf."). Weiter sind in seinen 

Aussagen zahlreiche Elemente örtlich-zeitlicher Verknüpfung vorhanden: Der Pri-

vatkläger vermag den sich über mehrere Stationen erstreckende Sachverhalt in 

örtlicher Hinsicht detailliert zu schildern und hinsichtlich der verschiedenen einzel-

nen Tathandlungen jeweils anzugeben, in welchem Raum bzw. wo genau in die-

-   15   - 

sem Raum der Moschee sich diese abgespielt haben sollen (z.B. Urk. 20/2 S. 6: 

"Wir gingen nach hinten zum Büro, also beim Eingang, da gibt es auch ein Sofa."; 

"Sie haben mich dann, […] geschleppt. In Richtung Gebetsraum und an die 

Wand."; Urk. 20/1 S. 3: "Sie zwangen mich neben die Bibliothek der Moschee zu 

sitzen."; vgl. sodann Urk. 20/2 S. 8 f.), und die einzelnen Stationen des Gesche-

hens schliesslich in einen Situationsplan einzutragen (vgl. Plan im Anhang zur 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme Urk. 20/2). Relativierend ist diesbezüglich 

allerdings anzufügen, dass der Privatkläger angab, die N._____ bereits seit An-

fang oder Mitte 2015 besucht zu haben, womit er mit den örtlichen Verhältnissen 

bereits vertraut gewesen sein dürfte und es ihm somit wohl grundsätzlich möglich 

gewesen wäre, solche örtlichen Begebenheiten in eine Lügengeschichte einzu-

binden. Diesfalls wäre aber aufgrund der Vielzahl und Komplexität der verschie-

denen Handlungsabläufe zu erwarten gewesen, dass sich der Privatkläger ver-

mehrt in Widersprüche verstricken würde. Wie die Vorinstanz jedoch bereits zu 

Recht festhielt, korrelieren seine Aussagen mit dem Blickwinkel von seinem jewei-

ligen Standort aus. So gibt er etwa an, er habe nur gehört, dass die Türen hätten 

verriegelt werden sollen. Ob dies bei der Eingangstür tatsächlich der Fall gewe-

sen war, habe er jedoch von seinem damaligen Standort im Gebetsraum nicht 

beobachten können (Urk. 20/2 S. 14; vgl. dazu auch Grundrissplan im Anhang der 

Einvernahme Urk. 20/2). 

2.2.2. In seinen Aussagen finden sich ferner Schilderungen eigener psychischer 

Vorgänge, wie etwa, als er nach dem Bericht darüber, wie er durch G._____ ge-

zwungen worden sei, eine Zehnernote in den Mund zu nehmen, anfügte, dass er 

"da seinen Freund Q._____ ein bisschen vermisst" habe. Er habe erst im Nach-

hinein erfahren, dass dieser auf der Toilette gewesen sei und die Polizei verstän-

digt habe (Urk. 20/1 S. 3). Oder dann seine Aussagen zur Anfangsphase, unmit-

telbar vor seiner Entdeckung: Er habe das Gefühl gehabt, dass C._____ ihn so 

komisch beobachtet habe. Normalerweise seien die Beschuldigten freundlich zu 

ihm, aber er habe da das Gefühl gehabt, dass etwas falsch gewesen sei 

(Urk. 20/2 S. 6). Auch indirekt handlungsbezogene Schilderungen findet man in 

seinen Aussagen wieder. Darunter versteht man in der Aussagepsychologie die 

Schilderung von Handlungen, die dem Kerngeschehen ähnlich sind, die aber an-

-   16   - 

derweitig, etwa zu anderer Zeit oder mit anderen Personen stattgefunden haben. 

A._____ beschreibt etwa, dass er sich, als die Schläge nicht aufgehört hatten, 

schliesslich komplett aufgegeben habe und dann plötzlich ganz ruhig geworden 

sei. Er denke sich, dass dies auch bei einer Hinrichtung so wäre. Man werde ganz 

ruhig und ergebe sich einfach seinem Schicksal (Urk. 20/1 S. 3). Schliesslich wird 

an verschiedenen Stellen seiner Aussage sichtbar, dass A._____ auf naheliegen-

de Mehrbelastungen verzichtete. So zeigte sich A._____ vor allem in der zweiten 

Einvernahme sehr vorsichtig darin, hinsichtlich der verschiedenen Taten einzelne 

Beschuldigte zu belasten. Wie sich in der nachfolgenden Detailprüfung der ein-

zelnen Sachverhaltsabschnitte noch zeigen wird, nennt er jeweils nur jene Be-

schuldigten, hinsichtlich welcher er sich sicher war, dass sie an der entsprechen-

den Tat mitgewirkt hatten, obwohl seiner Erinnerung nach insgesamt noch weitere 

Beschuldigte beteiligt gewesen sein mussten (vgl. nachfolgende Erwägungen; 

beispielhaft an dieser Stelle: Urk. 20/2 S. 12: "Die Spucke kam von überall. Sicher 

bin ich mir aber bei der Nr. 16 und bei der Nr. 4.").  

2.2.3. Nach dem Gesagten kann vorweg festgehalten werden, dass die Aussagen 

des Privatklägers A._____ zahlreiche Realkennzeichen aufweisen. Seine insge-

samt in sich stimmigen, detailreichen und plastischen Schilderungen zeugen von 

einer hohen Aussagequalität. Wie bereits erwähnt blieben seine Aussagen in der 

ersten, tatnächsten Einvernahme gegenüber der rund 5 Monate später durchge-

führten zweiten Einvernahme durchwegs konstant. Insbesondere ist in seinem 

Aussageverhalten über diese Zeit hinweg betrachtet keine Aggravation der Vor-

würfe gegen die Beschuldigten zu erkennen. Im Gegenteil zeigte sich der Privat-

kläger – wie soeben erwähnt – im Rahmen der zweiten Einvernahme zunehmend 

zurückhaltend, wenn es darum ging, die verschiedenen Beschuldigten der Mitwir-

kung an einzelnen Handlungen zu bezichtigen, was er weitgehend damit begrün-

dete, dass er sich nicht mehr an alles im Detail erinnern könne. Beispielhaft kann 

etwa auf die Frage nach der Bezeichnung jenes Beschuldigten, welcher im Zu-

sammenhang mit den ausgesprochenen Todesdrohungen nach einem Messer 

verlangt habe, verwiesen werden: Während er in der ersten Einvernahme noch 

angab, er sei sich "fast sicher", dass diese Aussage vom Jugendlichen gemacht 

worden sei, äusserte er sich in der zweiten Einvernahme auf entsprechende 

-   17   - 

Nachfrage nach dem Täter jedoch zurückhaltender, indem er angab, er habe zwar 

eine Idee, welcher Beschuldigte das gesagt haben dürfte, er behalte das aber lie-

ber für sich, weil er sich da nicht ganz sicher sei (Urk. 20/1 S. 5; Urk. 20/2 S. 23). 

2.2.4. Seine Schilderungen zum Kerngeschehen halten sodann auch einem 

Strukturvergleich mit Aussagen zum Nebengeschehen stand, was weiter für die 

Erlebnisbasiertheit seiner Schilderungen spricht. Im Rahmen des Strukturver-

gleichs wird die Qualität der Aussage zum Kerngeschehen der Qualität der Schil-

derungen zu nicht tatbezogenen Inhalten gegenübergestellt (LUDEWIG/TAVOR/ 

BAUMER, a.a.O., S. 1428 ff.). Vorliegend weisen etwa die hinsichtlich der Tatvor-

würfe nebensächlichen, einleitenden Aussagen A._____s zum Geschehen vor 

dem Moscheebesuch (vgl. Urk. 20/2 S. 6 oben) einen vergleichbaren Detailgrad 

auf, wie seine späteren Aussagen zum Kerngeschehen.  

2.3. Q._____ 

2.3.1. Auch der Geschädigte Q._____ schildert die Geschehnisse des Tatabends 

in zwei Einvernahmen zunächst jeweils in einer längeren freien Erzählung, wobei 

insbesondere seine erstmalige Schilderung wenige Tage nach dem Vorfallfall be-

sonders ausführlich ausfiel (Urk. 20/5 S. 2-4; Urk. 20/6 S. 7 f.). Auch seine Aus-

sagen zum Kerngeschehen blieben über beide Einvernahmen hinweg im Wesent-

lichen konstant und ohne grössere inneren Widersprüche. Ebenfalls weisen auch 

sie verschiedene Realkennzeichen auf. So verfügen auch seine Aussagen über 

einen erheblichen Detailgrad in der Gestalt von plastischen Schilderungen der 

Geschehnisse sowie teilweise Wiedergaben von Gesprächsteilen. Er beschreibt 

beispielsweise äusserst bildhaft, wie einer der Beschuldigten, und zwar der gröss-

te und stärkste von ihnen, sich vor A._____, der in dieser Situation am Boden ge-

sessen habe, hingestellt und ihn geschlagen habe. Es sei nicht nur eine Ohrfeige, 

sondern eine Ohrfeigenserie mit beiden Händen auf beide Gesichtshälften von 

A._____ gewesen (Urk. 20/5 S. 3). Ähnlich gestaltet sich seine Beschreibung des 

Faustschlags, den er erlitten habe. Der Schlag habe ihn am Hinterkopf getroffen. 

Er habe darauf ein "weisses Licht" gesehen und sei fast bewusstlos geworden. 

Etwas später beschrieb er, wie einer der Beschuldigten in einer Hand eine Geld-

note hielt, während er mit der anderen Hand den Mund von A._____ so aufge-

-   18   - 

drückt habe, dass dieser den Mund habe öffnen müssen, wobei er zu A._____ 

gesagt habe, er habe ihre Religion verraten bzw. verkauft, weshalb er nun auch 

das Geld schlucken solle (Urk. 20/5 S. 3). Seine Aussagen enthalten schliesslich 

sowohl Schilderungen von Interaktionen von A._____ und von sich selber mit den 

Tätern als auch Wiedergaben von Gefühlen bzw. von psychischen Vorgängen – 

seien dies eigene oder solche bei den Tätern (z.B. Urk. 20/5 S. 3: "[..] haben die 

Leute, die das Telefon von A._____ kontrollierten, offenbar auf Grund der Fotos, 

die sie im Handy gesehen haben, sich gegen mich gewendet und mich gefragt, ob 

ich ihn kenne. Ich sagte, nein, weil ich von diesen Leuten Angst hatte und weil ich 

gesehen habe, was sie mit A._____ gemacht haben. Da begannen sie auch mich 

zu schlagen, weil sie offenbar aufgrund der Fotos dachten, dass wir Freunde sind 

und ich so wie er bin."; a.a.O.: "Wieso sie das dermassen aufbrachte, war für 

mich bizarr."). Auch finden sich in seinen Aussagen Schilderungen ausgefallener 

Einzelheiten bzw. nebensächlicher Details, etwa als er beschreibt, wie er im Büro 

des Vorstands habe erdulden müssen, dass sie fotografiert wurden. Die vielen 

Fotos seien so absurd gewesen, wie etwa der Moment, als er sogar für ein Foto 

gelächelt und in einem anderen zwei Finger zum Victory-Zeichen gehoben habe, 

dies "aus einem merkwürdigen Gefühl heraus, in dieser zynischen Situation" 

(Urk. 20/5 S. 4). Auch in seinen Aussagen sind sodann die bereits erwähnten 

Elemente ort-zeitlicher Verknüpfung vorhanden, war doch auch er in der Lage, die 

sich über verschiedenen Stationen in der Moschee abspielenden Handlungsver-

läufe den örtlichen Gegebenheiten relativ genau zuzuordnen und in den ihm vor-

gelegten Situationsplan der Moschee einzuzeichnen (vgl. dazu Anhang Urk. 20/6; 

beispielhaft Urk. 20/6 S. 22: "Als man mir verwehrte, die Moschee zu verlassen, 

lief ich zurück und sprach weiter mit der Nr. 10, der Nr. 6 und der Nr. 11 und lief 

zurück in den Gebetsraum. Danach hatten sie mir das Handy abgenommen und 

im Büro befanden sich die Nr. 13 und A._____ und ein weiterer, der nicht hier ab-

gebildet ist. Danach hat die Nr. 13 das Büro für einige Schritte verlassen, sich 

maximal 2m vom Büro entfernt. Er hielt mich am Arm und sagte mir, er müsse mit 

mir sprechen und lief dann zu diesem Bereich, den ich mit Nr. 4 blau bezeichnete. 

Als ich mit diesem dann sprach, bekam ich plötzlich diesen Schlag gegen den 

Kopf versetzt."). Letzteres ist in Anbetracht der Tatsache, dass Q._____ im Ge-

-   19   - 

gensatz zu A._____ mit den örtlichen Begebenheiten der Moschee nicht beson-

ders gut vertraut gewesen sein dürfte, bemerkenswert und spricht für die Glaub-

haftigkeit seiner Aussagen.  

2.3.2. Ferner verzichtet auch der Geschädigte Q._____ an verschiedenen Stellen 

auf Mehrbelastungen, obwohl sich solche zur Anreicherung einer Lügengeschich-

te verschiedentlich angeboten hätten (vgl. z.B. Urk. 20/5 S. 3 "Die Gruppe hat 

mich von allen Seiten geschlagen. Es war aber nicht so schlimm wie bei A._____. 

Ich konnte es verkraften."; Urk. 20/6 S. 20: "Kam es in jener Situation Ihnen ge-

genüber auch zu Tätlichkeiten, bevor Sie den Code herausgaben? [Antwort Ge-

schädigter:] Nur verbal, nicht physisch."; Urk. 20/6 S. 23: "Erhielten Sie weitere 

Schläge von irgendjemandem irgendwohin? [Antwort Geschädigter:] Nein."). Al-

lerdings fällt in seinen Aussagen auch auf, dass er sich in seinem Ausdruck häufi-

ger Superlativen oder "verstärkenden" Adjektiven bedient (z.B. Urk. 20/6 S. 3: "Ich 

habe grosse, starke Männer auf einmal gesehen."; "Jedenfalls hat der grösste 

und stärkste der Männer A._____ […] eine so heftige Ohrfeige gegeben, wie ich 

das noch nie erlebt habe."; "Zu dieser Zeit hat eine Person A._____ so stark an-

gefangen ins Gesicht zu spucken."; Urk. 20/5 S. 3 "Ohrfeigenserie"), was auf ei-

nen Hang zu Übertreibungen hindeuten könnte. Entsprechend sind solche Aus-

sagen des Geschädigten, insbesondere was die Intensität der beschriebenen 

Handlungen betrifft, mit besonderer Vorsicht zu würdigen. Gleiches gilt hinsicht-

lich seiner Aussagen zum (vorliegend nicht direkt relevanten) Geschehen im Ein-

gangsbereich (Sachverhaltsteil A), bestehen diesbezüglich aufgrund der räumli-

chen Verhältnisse in der Moschee und dem damaligen Standort des Geschädig-

ten doch gewisse Zweifel, ob bzw. wie genau er dieses Geschehen von seiner 

Position aus hatte beobachten können. Dies ändert aber nichts daran, dass seine 

Aussagen, insbesondere die in freier Erzählung gemachten Schilderungen des 

Tatgeschehens, insgesamt dennoch zahlreiche Realkennzeichen aufweisen, die 

dafür sprechen, dass sie auf tatsächlich Erlebtem basieren. Ferner ist auch bei 

Q._____ keine wesentliche Diskrepanz zwischen Schilderungen zum Kernge-

schehen und solchen zu nebensächlichen Ereignissen erkennbar (vgl. etwa einlei-

tende Erzählung zur Ankunft in der Moschee, Urk. 20/6 S. 7 Frage 21), womit 

auch seine Aussagen einem Strukturvergleich grundsätzlich standhalten.  

-   20   - 

2.4. Allfällige Fehlerquellen (Falschbelastungsmotive etc.) 

2.4.1. Die Vorinstanz verweist hinsichtlich der Frage nach der Verlässlichkeit der 

Aussagen der Geschädigten zunächst darauf, dass A._____ 2014 wegen ver-

suchten Betrugs und mehrfacher Urkundenfälschung verurteil worden sei 

(Urk. 160/5/6), was sie unter dem Titel der Glaubwürdigkeit des Privatklägers 

würdigt (vorinstanzliches Urteil E. III.8.4.1.). Der Glaubwürdigkeit einer Person 

kommt indes nur untergeordnete Bedeutung zu, da sie keine Rückschlüsse auf 

die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen erlaubt (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 6B_655/2012 vom 15. Februar 2013 E. 2.4 m.H.). Dies gilt hier umso mehr, 

nachdem es sich bei der besagten Vorstrafe nicht um "einschlägige" Vorstrafen 

im Sinne einer Verurteilung wegen falscher Anschuldigung oder Irreführung der 

Rechtspflege, sondern vielmehr um Vermögens- bzw. Urkundendelikte handelt. 

Entsprechend ist dieser im Rahmen der vorliegenden Aussagewürdigung kein be-

sonderes Gewicht zuzumessen. Für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit einer 

Aussage drängt es sich vielmehr auf, nach möglichen Fehlerquellen zu forschen. 

Diese können etwa darin bestehen, dass die aussagende Person über ein Motiv 

zur Falschaussage verfügt oder Umstände vorhanden sind, welche die Aussage 

beeinflusst haben könnten. Was mögliche Falschbelastungsmotive seitens der 

Geschädigten betrifft, weist die Vorinstanz zu Recht auf eine "mögliche Zusam-

menarbeit" A._____s mit dem Journalisten K._____ hin (vgl. vorinstanzliches Ur-

teil E. III.8.4.1.). Letzterer war mit seiner Berichterstattung über radikal-islamische 

Tendenzen in der N._____ daran beteiligt, dass die Moschee bzw. ihre Besucher 

in den Fokus kritischer Medienberichte geriet. Die vorliegende Strafuntersuchung 

und die in diesem Rahmen geltend gemachten Zivilforderungen des Privatklägers 

brachten dabei hervor, dass der Privatkläger A._____ hinsichtlich der Fragen, was 

der wahre Grund für seine Anwesenheit in der N._____ an jenem Abend gewesen 

ist, sowie über die Zusammenarbeit mit K._____ und ob er dafür von diesem je 

Geld erhalten habe, die er in den Einvernahmen allesamt verneint bzw. abgestrit-

ten hatte, gelogen hatte. Aufgrund der aktenkundigen Aufnahmen von Auszügen 

aus WhatsApp-Konversationen zwischen dem Privatkläger A._____ und K._____ 

sowie anhand der auf seinem Mobiltelefon gespeicherten Aufnahmen aus dem 

Innern der Moschee, welche er teilweise auch umgehend an K._____ schickte 

-   21   - 

(Urk. 159/15/1-13, 24-28; weitere Aufnahmen auf CD-ROM betr. Mobiltelefon von 

P._____, Urk. 42/2), erscheint klar, dass A._____ den Journalisten mit Informatio-

nen und Bildmaterial aus der N._____ sowie zu den dort verkehrenden Personen 

versorgte und dass dies mitunter ein Grund für seinen Besuch in gerade dieser 

Moschee gewesen sein dürfte. Eine Zusammenarbeit mit K._____ wird sodann 

von diesem im Rahmen der vom Privatkläger 1 selber eingereichten schriftlichen 

("eidesstattlichen") Erklärungen grundsätzlich bestätigt (Urk. 151/1-2), genauso 

wie deren Entgeltlichkeit. Die Tatsache, dass der Privatkläger A._____ offenbar 

bewusst darauf aus war, trotz klar signalisiertem Fotografierverbot die Moschee-

Besucher heimlich bzw. gegen ihren Willen abzulichten, zeugt nicht gerade von 

einem respektvollen Umgang mit den Beschuldigten bzw. spricht dafür, dass 

A._____ den Beschuldigten mit einer kritischen Haltung gegenüberstand. So gab 

er auf entsprechende Nachfrage in der polizeilichen Einvernahme auch an, dass 

seiner Meinung nach einige der in der N._____ verkehrenden Personen ziemlich 

radikal islamistisch gesinnt seien (Urk. 20/1 S. 8). Dies vermöchte zwar allenfalls 

seine Zusammenarbeit mit dem in diesem Bereich spezialisierten Investigativjour-

nalisten K._____ zu erklären. Ein eigentliches Falschbelastungsmotiv hinsichtlich 

der vorliegend zur Beurteilung stehenden Vorwürfe gegen die Beschuldigten be-

gründet dieser Umstand für sich aber noch nicht. Relativierend ist anzufügen, 

dass A._____s Abstreiten dieser Umstände im Rahmen der Einvernahmen bei 

der Polizei und der Staatsanwaltschaft wohl vielmehr aus Angst vor Vergeltung 

denn zum Zwecke der bewussten Irreführung der Untersuchungsbehörden erfolg-

te. Insgesamt schmälern diese von ihm geäusserten Unwahrheiten seine Glaub-

würdigkeit zwar etwas, aber jedenfalls nicht entscheidend. 

2.4.2. Der zweite Geschädigte, Q._____, gab zwar ebenfalls an, K._____ zu ken-

nen, bestritt aber, für diesen zu arbeiten oder von ihm Geld erhalten zu haben 

(Urk. 20/6 S. 37). Es bestehen denn auch keine Hinweise auf eine derartige Zu-

sammenarbeit. Insbesondere konnten von den Beschuldigten auf dem Mobiltele-

fon von Q._____ – soweit ersichtlich – auch keine Aufnahmen im Zusammenhang 

mit der N._____ oder Hinweise auf Kontakte mit K._____ gefunden werden. 

Schliesslich ist auch anhand des entsprechenden Bildes, das A._____ am Tat-

abend vom betenden Geschädigten Q._____ gemacht hatte (Urk. 159/15/8), er-

-   22   - 

sichtlich, dass Q._____ – im Gegensatz zu A._____ – auch tatsächlich zum Beten 

in die Moschee gekommen war.  

2.4.3. Andere Motive für eine Falschbelastung wie persönliche Feindschaften zwi-

schen den beiden Geschädigten und den Beschuldigten sind ferner keine ersicht-

lich. Gleiches gilt hinsichtlich der Frage nach allfälligen monetären Motiven: Ob 

bzw. inwieweit A._____ oder gar auch Q._____ letztlich von K._____ Geld  oder 

anderweitige finanzielle Unterstützung für die aus der Moschee übermittelten In-

formationen erhalten haben, lässt sich anhand der Akten nicht erstellen, kann vor-

liegend jedoch auch offen bleiben. Denn selbst wenn A._____ gewisse finanzielle 

Anreize gehabt hätte, Fotos und Informationen über die N._____ an den Journa-

listen K._____ weiterzugeben, wäre dennoch nicht ersichtlich, inwiefern dies oder 

anderweitige monetären Motive ihn zu Falschaussagen in der vorliegenden Straf-

untersuchung bzw. zu derart gravierenden, erfundenen Vorwürfen hätten verleiten 

sollen. Ohnehin vermöchte dies nicht zu erklären, weshalb Q._____, der wie ge-

sagt keine ersichtlichen Verbindungen zu K._____ unterhält, im Wesentlichen die 

gleichen Aussagen machte wie A._____.  

2.4.4. Wenngleich bei den Geschädigten also vordergründig kaum Falschbelas-

tungsmotive vorliegen, ist nachfolgend dennoch auf die Möglichkeit einer gegen-

seitigen Absprache bzw. Abstimmung ihrer Aussagen durch die beiden Geschä-

digten, welche nach eigenen Angaben gut befreundet seien (Urk. 20/1 S. 8; 

Urk. 20/5 S. 5), einzugehen. Es trifft zu, dass diese Möglichkeit vorliegend faktisch 

bestanden hat, vergingen doch zum einen seit dem Vorfall am tt. November 2016 

bereits mehrere Tage bis zur ersten Einvernahme des Geschädigten Q._____ am 

28. November 2016 (Urk. 20/5), und schliesslich noch einmal rund drei Wochen 

bis zur ersten Einvernahme des Privatklägers A._____ (Urk. 20/1). Die Vorinstanz 

hat diesbezüglich allerdings bereits überzeugend begründet, weshalb kaum von 

einer Absprache ausgegangen werden kann: Wie soeben erwähnt wurde 

Q._____ von den beiden Geschädigten als Erster einvernommen. Dieser hatte 

vor dem Vorfall die N._____ erst ein- oder zweimal besucht (Urk. 20/6 S. 8). Er 

war somit weder mit den räumlichen Gegebenheiten in der Moschee besonders 

vertraut noch kannte er – im Gegensatz zu A._____ – die am Tatabend anwesen-

-   23   - 

den Beschuldigten. Unter diesen Vorzeichen wäre eine detaillierte Absprache im 

Vorfeld zu dieser Einvernahme kaum möglich gewesen, hätte dies doch eine ge-

naue Bezeichnung bzw. ein klares auseinanderhalten der 10 ihm unbekannten 

Beschuldigten vorausgesetzt, die er in der Einvernahme dann anhand der Foto-

wahlkonfrontation wiedererkennen und gemäss vorgängiger Absprache gezielt 

hätte belasten müssen. Und selbst ohne diesen erschwerenden Umstand wäre es 

mit Blick auf beide Geschädigten bereits ausgesprochen schwierig gewesen, zu 

zweit einen derart komplexen, sich über mehrere Stationen erstreckenden Sach-

verhalt mit insgesamt 12 involvierten, gestaffelt und in unterschiedlichen Konstel-

lationen auftretenden Personen zu erfinden bzw. gezielt zu verändern, diesen 

Personen einzelne Handlungen zugeordnet, und dies dann in je zwei mehrstündi-

gen Einvernahmen, die sodann jeweils rund 5 Monate auseinanderlagen, ohne 

grössere interne und externe Widersprüche wiederzugeben, so dass sie auch 

noch den jeweiligen Blickwinkeln der von ihnen angegebenen unterschiedlichen 

Standorte in der Moschee entsprechen. Dies würde eine enorme intellektuelle 

Leistung erfordern, zu der die meisten Personen gar nicht in der Lage sein dürf-

ten. Die Tatsache, dass – wie sich in der Detailanalyse zu den einzelnen Vorwür-

fen noch zeigen wird – die Aussagen der beiden Geschädigten darüber, welche 

Beschuldigten an welcher der verschiedenen Handlungen jeweils beteiligt gewe-

sen seien, nicht überall übereinstimmen, spricht dabei einerseits bereits gegen ei-

ne solche Absprache. Andererseits ist mit Blick auf diese Inkongruenzen zu be-

rücksichtigen, dass sich den Geschädigten eine aus unterschiedlichen Blickwin-

keln erlebte, unübersichtliche Situation mit teilweise mehr als 10 beteiligten bzw. 

in unmittelbarer Nähe des Geschehens anwesenden Beschuldigten geboten hat-

te. Dass sie bei dieser Ausgangslage – wie sie selber angaben – im Nachhinein 

nicht mehr für jede Einzelhandlung in der Lage waren, sämtliche jeweils beteilig-

ten Beschuldigten zu bezeichnen, erscheint nachvollziehbar. Entsprechend ma-

chen solche vereinzelten Abweichungen in der Identifikation der jeweiligen Täter-

schaft die Aussagen der Geschädigten keineswegs per se unglaubhaft. Im Übri-

gen sprich auch gegen eine solche Absprache, dass die Beschuldigten selber 

gewisse Eingeständnisse machen, die – wie noch zu zeigen sein wird – sehr ge-

nau mit den Aussagen der Geschädigten übereinstimmen, und dies, obwohl diese 

-   24   - 

Eingeständnisse nur vereinzelt bzw. punktuell verteilt auf den sich über fast zwei 

Stunden erstreckenden Sachverhalt erfolgen.   

2.4.5. Weitere Fehlerquellen hinsichtlich der Aussagen der Geschädigten sind so-

dann nicht zu erkennen. Insbesondere bestehen keine Anhaltspunkte darauf, 

dass Alkoholkonsum am Tatabend die Aussagekompetenz bzw. das Erinne-

rungsvermögen der beiden Geschädigten in relevanter Weise beeinträchtigt hätte. 

Es kann diesbezüglich auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwie-

sen werden (vorinstanzliches Urteil E. III.8.4.2.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

2.5. Zwischenfazit 

 Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass die belastenden Aussagen der 

beiden Geschädigten zum Kerngeschehen, auf welchen die Anklage weitestge-

hend basiert, verschiedene Realkennzeichen sowie eine hohe Konstanz aufwei-

sen. Falschbelastungsmotive sind beim Privatkläger A._____ zwar nicht ganz 

auszuschliessen, erscheinen nach dem Gesagten jedoch als eher unwahrschein-

lich, während solche beim Geschädigten Q._____ gar nicht ersichtlich sind. Die 

insofern hohe Qualität ihrer Aussagen lässt es somit grundsätzlich zu, mit ange-

messener Vorsicht auf ihre Aussagen abzustellen. Um ein abschliessendes Bild 

über die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu den einzelnen Vorwürfen zu erlangen, 

ist es jedoch unerlässlich, diese nachfolgend mit Blick auf die einzelnen Sachver-

haltsabschnitte detailliert zu überprüfen, ihre Aussagen einander und insbesonde-

re auch den Aussagen der Beschuldigten gegenüberzustellen (sog. externe Vali-

dierung) und schliesslich im Sinne einer Gesamtwürdigung zu bewerten. 

3. Zu den Vorgängen im Gebetsraum (Sachverhaltsteil B)   

3.1. Vorbemerkung 

Zum besseren Verständnis bzw. zur besseren Einordnung erscheint es für die 

Beurteilung der Vorwürfe gegen die Beschuldigten B._____ und P._____ erforder-

lich, vorweg kurz auf die Ereignisse einzugehen, welche den ihnen gemachten 

Vorwürfen vorausgingen. Es ist im Rahmen der Parallelverfahren gegen die acht 

Mitbeschuldigten (gemäss Anklage O._____, C._____, H._____, E._____, 

-   25   - 

G._____, dem Jugendlichen, D._____ und F._____) sowie angesichts der teilwei-

se bereits rechtskräftig geworden erstinstanzlichen Schuldsprüche grundsätzlich 

als erstellt zu erachten, dass die Privatkläger A._____ und Q._____ im Vorfeld 

des Eintreffens der Beschuldigten B._____ und P._____ von den übrigen Be-

schuldigten in verschiedenen Konstellationen genötigt wurden, ihre Handys abzu-

geben bzw. deren Inhalte offenzulegen (Sachverhaltsabschnitte A, 1 und 6 

[A._____] sowie 14 und 15 [Q._____]) und ferner geschlagen (Sachverhaltsab-

schnitt 7 [A._____] und 16 [Q._____]), teilweise (d.h. nur A._____) bespuckt 

(Sachverhaltsabschnitt 9), bedroht (Sachverhaltsabschnitte 4 und 5) und ander-

weitig genötigt (Sachverhaltsabschnitt 3) wurden. Wie eingangs bereits dargelegt 

(oben E. II.1.3.), wird den Beschuldigten B._____ und P._____ in der Anklage-

schrift ein strafbares Verhalten an diesen Handlungen nicht vorgeworfen, sondern 

erst ab dem Zeitpunkt, als die Geschädigten ins Büro geführt wurden, dies nach-

dem B._____ und P._____ unbestrittenermassen erst später in der Moschee ein-

trafen. Die Vorwürfe gegen B._____ und P._____ beziehen sich mithin auf einen 

Zeitpunkt, als sich die Mehrheit der verbalen und körperlichen Übergriffe sowie 

die Festsetzung der Privatkläger durch die übrigen Beschuldigten bereits zugetra-

gen hatten. Nachdem sich der Vorwurf der Freiheitsberaubung gemäss Anklage-

schrift über den gesamten Sachverhaltskomplex erstreckt, ist nachfolgend – 

wenngleich diese erste Phase B._____ und P._____ noch nicht direkt zum Vor-

wurf gemacht wird – zum besseren Verständnis die (hinsichtlich der übrigen Be-

schuldigten relevante) Sachverhaltserstellung zu dieser ersten Phase dennoch 

wiederzugeben.   

3.2. Freiheitsberaubung zum Nachteil des Privatklägers A._____ (Sachver-

haltsabschnitt 12, 1. Hälfte betreffend übrige Beschuldigte)  

3.2.1. Gemäss Anklageschrift sei es dem Privatkläger A._____ einerseits 

dadurch, dass jeweils verschiedene Beschuldigte (O._____, C._____, H._____, 

E._____, G._____, der Jugendliche, D._____ und F._____) um ihn herumgestan-

den seien, verunmöglicht worden, die Moschee zu verlassen, obwohl er das ge-

wollt habe. Zum andern habe einer der Beschuldigten, eventuell D._____, die 

-   26   - 

Moscheetüre von innen verschlossen, so dass dem Privatkläger das Verlassen 

tatsächlich nicht mehr möglich gewesen sei.  

3.2.2. Die Vorinstanz hat auch hinsichtlich dieses Tatvorwurfs die entsprechenden 

Aussagen der Beteiligten korrekt zusammengefasst. Darauf kann vorweg verwie-

sen werden (vorinstanzliches Urteil E. III.11.6.1. - 11.6.5.). Im Ergebnis zutreffend 

ist sodann auch ihre Würdigung hinsichtlich des Abschliessens der Eingangstüre. 

A._____ selber hatte aufgrund seiner Position im Gebetsraum nicht beobachten 

können, ob die Türe in der Phase, als er sich im Gebetsraum befunden hatte, tat-

sächlich verschlossen wurde (Urk. 20/2 S. 14). Wie nachfolgend mit Blick auf den 

Vorwurf der Freiheitsberaubung zum Nachteil des Geschädigten Q._____ noch zu 

zeigen sein wird (vgl. unten E. III.3.3.2.2. ff.), bestehen aufgrund der Aussagen 

Q._____s zu jener Phase, als er (Q._____) die Moschee verlassen wollte (Sach-

verhaltsabschnitt 19), zwar tatsächlich gewichtige Hinweise darauf, dass die Ein-

gangstüre einmal durch D._____ verschlossen wurde. Nachdem es sich bei die-

ser jedoch um eine Türe handelte, die sich von Innen ausschliesslich mittels fest 

installiertem Drehknopf, nicht aber mit einem Schlüssel schliessen liess, konnte 

sie auch von jeder Person von Innen wieder geöffnet werden. Es kann auf die 

Ausführungen unten in E. III.3.3.2.5. verwiesen werden. Im Ergebnis steht – ent-

gegen der Umschreibung in der Anklageschrift – jedenfalls fest, dass das Ab-

schliessen der Eingangstüre für sich A._____ faktisch nicht davon abgehalten hat-

te, die Moschee zu verlassen. 

3.2.3. Die Staatsanwaltschaft macht den Beschuldigten aber ausserdem zum 

Vorwurf, A._____ das Verlassen der Moschee auch dadurch verunmöglicht zu 

haben, dass sie sich um ihn herum positioniert hatten. Dass sich die Beschuldig-

ten teilweise bereits im Zuge der Vorfälle im Eingangsbereich (Beschuldigte 

D._____, C._____ und der Jugendliche) um den Geschädigten herum aufgestellt, 

ihn in der Folge zu viert (Beschuldigte D._____, C._____, F._____ und der Ju-

gendliche) in den Gebetsraum "geschleppt" und sich dort schliesslich (mit Aus-

nahme von O._____, B._____ und P._____) allesamt um ihn herumgeschart hat-

ten, ist erstellt. Dass sich A._____ dadurch auch nicht mehr im Stande gefühlt 

hatte, die Moschee zu verlassen, legt er in seinen Aussagen wiederholt und in 

-   27   - 

überzeugender Weise dar (vgl. etwa Urk. 20/1 S. 3: "Ich war umkreist von Leu-

ten"; Urk. 20/1 S. 4 "Damit ich nicht abhauen konnte, obwohl das sowieso nicht 

möglich war. Sie waren so euphorisch."; "Ich sagte mehrmals, bitte lasst mich ge-

hen!"; Urk. 20/2 S. 14: "Hätten Sie die Moschee zu jenem Zeitpunkt einfach ver-

lassen können? Auf gar keinen Fall, da hätte ein Wunder passieren müssen. Un-

möglich."; Urk. 20/2 S. 7: "Man muss sich vorstellen, dass ich an der Wand sass 

und um mich herum wie ein Halbkreis war. Ich konnte mich nicht bewegen und al-

le waren über mir."). Die Tatsache, dass er gar nie einen eigentlichen Versuch un-

ternommen hat, die Moschee zu verlassen (Urk. 20/1 S. 3), ändert an der Glaub-

haftigkeit seiner Aussagen dabei nichts. Im Gegenteil erscheint dies angesichts 

der Situation, die sich ihm bot, mehr als nachvollziehbar und lebensnah: Zum ei-

nen sah er sich mit einer zahlenmässig stark überlegenen und – wie die laufen-

den körperlichen und verbalen Übergriffe unzweifelhaft vermittelten – gewaltberei-

ten euphorischen Gruppe konfrontiert. Zum andern befand er sich bereits 

dadurch, dass er sich zunächst auf dem Sofa (Eingangsbereich) und anschlies-

send auf dem Boden (Gebetsraum) jeweils sitzend mit einer Wand im Rücken 

wiederfand, gegenüber den in stehender Haltung um ihn versammelten Beschul-

digten in einer unvorteilhaften, unterlegenen Körperposition. Vor diesem Hinter-

grund ist davon auszugehen, dass körperlicher Widerstand bzw. ein Fluchtver-

such ohnehin nicht erfolgreich gewesen wäre bzw. solches hätte den Beschuldig-

ten nur Anlass für noch weitere Übergriffe geboten. Wie die Vorinstanz zutreffend 

anführte, bestätigte auch der Jugendliche, dass sie (die Beschuldigten) klar den 

Eindruck vermittelten, dass Widerstand zwecklos war und A.______ die Moschee 

vorläufig nicht würde verlassen können. Der Jugendliche gestand auch ein, dass 

sie durchaus bemerkt hatten, dass A._____ habe gehen wollen, wobei sie gerade 

deshalb vor ihm bzw. um ihn herum gestanden seien, um dies zu vermeiden (vgl. 

Urk. 17/8 S. 26).  

3.2.4. In zeitlicher Hinsicht steht fest, dass A._____ bis 19.31 Uhr noch mit 
WhatsApp-Nachrichten an K._____ beschäftigt war, worauf die Konversation ab-

rupt abbrach (vgl. Screenshots auf Daten-CD vom Mobiltelefon von P._____, 

Urk. 42/2). Seine Entdeckung sowie der Beginn seines Festhaltens im Eingangs-

bereich musste sich somit kurz danach ereignet haben, erfolgte doch nachweis-

-   28   - 

lich bereits um 19.37 Uhr der SMS-Hilferuf von Q._____ an den Polizisten 

R._____. Entsprechend ist davon auszugehen, dass A._____ kurz nach 19.31 

Uhr fortan die Moschee nicht mehr hatte verlassen können.  

3.2.5. Im Ergebnis ist der Sachverhalt gemäss Abschnitt 12, 1. Hälfte der An-
klage insoweit erstellt, als dass die Beschuldigten sowohl im Eingangsbereich wie 

auch im Gebetsraum um den Privatkläger A._____ herumstanden, sodass dieser 

sich gezwungen sah, in der Moschee zu bleiben, obwohl er diese hatte verlassen 

wollen. Daran hatten sich in der ersten Phase im Eingangsbereich die Beschuldig-

ten D._____, C._____ und der Jugendliche beteiligt. Ab dem Transfer A._____s 

vom Eingangsbereich in den Gebetsraum wirkte zusätzlich F._____ und ab dem 

Platzieren A._____s am Boden des Gebetsraums sodann auch die Beschuldigten 

G._____, E._____ und H._____ mit. Nicht erstellt ist die Beteiligung des Beschul-

digten O._____. B._____ und P._____ wird eine Beteiligung in dieser Phase wie 

gesagt nicht vorgeworfen. 

3.3. Handlungen zum Nachteil von Q._____ (Sachverhaltsteil B, Sachverhalts-

abschnitte 13 - 17, 19 [1. Hälfte]) 

3.3.1.   Aussagen der Beteiligten und weitere Beweismittel 

3.3.1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten ferner verschiedene Tat-

handlungen zum Nachteil des Geschädigten Q._____ vor (Sachverhaltsabschnitte 

13 - 17 und 19 [1. Hälfte]). Hinsichtlich der Aussagen der Beschuldigten sowie je-

ner von A._____ zu diesen Vorfällen kann zunächst auf die zutreffende zusam-

menfassende Darstellung der Vorinstanz verwiesen werden (vorinstanzliches Ur-

teil E. III.11.7.3. - 11.7.10.).  

3.3.1.2. Weiter kann auch hinsichtlich der übrigen Beweismittel (Aussagen der 

Zeugin S._____ gem. Urk. 21/3; Bericht des Universitätsspitals Zürich, Urk. 34/1) 

auf die zutreffenden Ausführung der Vorinstanz verwiesen werden (vorinstanzli-

ches Urteil E. III.11.7.11 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

-   29   - 

3.3.2. Hindern am Verlassen der Moschee (Sachverhaltsabschnitt 13) 

3.3.2.1. Gemäss Anklage sollen die Beschuldigten C._____ und H._____, 

D._____, E._____, G._____, F._____, O._____ und der Jugendliche den Ge-

schädigten Q._____ gegen dessen Willen daran gehindert haben, die Moschee 

zu verlassen, indem D._____ ihm sagte, dass er hier zu bleiben habe und zudem 

einer der Beschuldigten – eventuell ebenfalls der Beschuldigte D._____ – die 

Eingangstüre der Moschee abgeschlossen habe. Die Umschreibung der Tathand-

lung ist dabei identisch mit jener der ersten Hälfte von Sachverhaltsabschnitt 19 

betreffend Freiheitsberaubung (dazu nachfolgend).  

3.3.2.2. Q._____ gibt im Wesentlichen an, er habe, als er nach dem Absetzen der 

Hilferufe an den Polizisten R._____ von der Toilette wieder in den Gebetsraum 

zurückgekommen sei, sein Gepäck nehmen und die Moschee verlassen wollen. 

Dieses Vorhaben sei aber bemerkt worden, worauf er von D._____ aufgefordert 

worden sei, hier zu bleiben. Letzterer habe dann auch die Eingangstür abge-

schlossen, damit er die Moschee nicht mehr habe verlassen können. Es kann an 

dieser Stelle auf die detaillierte Wiedergabe seiner Aussagen im vorinstanzlichen 

Urteil verwiesen werden (vorinstanzliches Urteil E. III.11.7.2.; Art. 82 Abs. 4 

StPO). Der Beschuldigte D._____ bestreitet diese Vorwürfe. Er stellt sich sinnge-

mäss auf den Standpunkt, damals gar nicht gewusst zu haben, dass Q._____ zu 

A._____ gehörte, weshalb er auch keinen Anlass gehabt habe, diesen aufzuhal-

ten. A._____ habe erst später im Büro selber zugegeben, dass Q._____ zu ihm 

gehöre. Es kann auch hier auf die Zusammenfassung seiner Aussagen durch die 

Vorinstanz verwiesen werden (vorinstanzliches Urteil E. III.11.7.5.).  

3.3.2.3. Dass Q._____ angesichts der anhaltenden Übergriffe auf A._____ die 

Moschee nach Absetzen des Hilferufes verlassen wollte, erscheint mehr als 

nachvollziehbar. Richtig ist wohl auch, dass er ganz zu Beginn des Vorfalls, als 

A._____ gerade erst entdeckt worden war, die Moschee noch unbeschadet hätte 

verlassen können, war zu diesem Zeitpunkt das Mobiltelefon A._____s doch 

durch die Beschuldigten noch nicht durchsucht worden und es hätte noch keine 

Verbindung zwischen ihm und A._____ hergestellt werden können. Aus den Aus-

führungen Q._____s ist jedoch erkennbar, dass er sich in einem Zwiespalt befun-

-   30   - 

den hatte. Zum einen dürfte er sich zwar des Risikos bewusst gewesen sein, dass 

die Beschuldigten sich auch gegen ihn wenden würden, sollten sie erkennen, 

dass er mit A._____ in Verbindung stand. Zum andern habe er sich jedoch grosse 

Sorgen um seinen Freund A._____ gemacht, als die Beschuldigten begonnen 

hätten, auf diesen einzuwirken, weshalb er sich statt umgehend die Flucht zu er-

greifen, entschied, auf die Toilette der Moschee zu gehen um dort einen Hilferuf 

abzusetzen. Auf die Frage, weshalb er darauf wieder in den Gebetsraum zurück-

gekehrt sei, gab er an, er habe nach seinem Freund sehen wollen (Urk. 20/6 

S. 17). Diese Schilderungen erscheinen plausibel, lebensnah und letztlich glaub-

haft. Demgegenüber wirft die Version der Beschuldigten verschiedene Fragen 

auf. Im Grundsatz unbestritten ist, dass schliesslich auch Q._____ in den Fokus 

der Beschuldigten geriet. Wie es genau dazu gekommen ist, vermögen die Be-

schuldigten – im Gegensatz zu den Geschädigten – allerdings nicht plausibel zu 

erklären. Dass Q._____ – wie D._____ behauptet (Urk. 15/2 S. 3) – von sich aus 

auf die Beschuldigten zugegangen war und ihnen unter Vorweisung seines Mobil-

telefons ohne besonderen Anlass darzulegen versucht hätte, dass er nicht zu 

A._____ gehörte, erscheint weltfremd. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die 

Beschuldigten selber auf Q._____ aufmerksam wurden und bei ihnen der Ver-

dacht aufkam, dieser könnte mit A._____ in Verbindung stehen. Anlass dafür dürf-

te der Umstand gewesen sein, dass Q._____ während der Übergriffe auf A._____ 

zunächst vergeblich versucht hatte, die Beschuldigten verbal von ihrem Vorgehen 

gegen A._____ abzuhalten. Dies haben sowohl Q._____ als auch A._____ über-

einstimmend ausgesagt (Urk. 20/6 S. 19; Urk. 20/2 S. 7, 14). Es erscheint somit 

plausibel, dass die Beschuldigten deshalb eine Verbindung zwischen den beiden 

Geschädigten vermutet hatten und ihn entsprechend, als er im Begriff war, die 

Moschee zu verlassen, an diesem Vorhaben zu hindern versuchten. Q._____ war 

ferner in der Lage, den Beschuldigten D._____ als jenen zu identifizieren, der ihm 

gesagt habe, er müsse hier bleiben. Dabei vermochte er auch genau zu bezeich-

nen, wo sich dieser Vorgang abgespielt hatte, nämlich im Eingangsbereich auf 

Höhe des Büros (vgl. Plan im Anhang zur Einvernahme Urk. 20/6, blaue Ziffer 3). 

Dieses Element der raum-zeitlichen Verknüpfung sowie der Detailgrad seiner 

Aussagen (etwa, dass er nach der Rückkehr aus dem WC seine Tasche genom-

-   31   - 

men und habe gehen wollen, wodurch D._____ sein Vorhaben durchschaut hatte) 

lassen seine Aussagen als sehr glaubhaft erscheinen. Insoweit ist der Vorwurf 

gemäss Sachverhaltsabschnitt 13 somit als erstellt zu erachten.  

3.3.2.4. Gemäss Q._____ soll D._____ sodann auch die Eingangstür der Mo-
schee abgeschlossen haben. In der ersten Einvernahme gab Q._____ diesbe-
züglich an, die Täter hätten die Türe abgeschlossen, damit er die Moschee nicht 

mehr habe verlassen können. Demgegenüber gaben sämtliche dazu befragten 

Beschuldigten an, die Türe der Moschee sei immer offen gewesen, schliesslich 

hätten auch immer wieder Personen die Moschee betreten bzw. verlassen. Fest 

steht allerdings, dass die Moschee-Türe beim Eintreffen der Polizei verschlossen 

gewesen ist, weshalb der die Einsatzgruppe anführende Polizeibeamte klopfen 

und warten musste, bis jemand von Innen die Tür öffnete. Dies ergibt sich sowohl 

aus dem Polizeirapport als auch aus den Aussagen der als Zeugin befragten und 

an diesem Abend bei der ersten Intervention anwesenden Polizistin S._____ 

(Urk. 2 S. 9; Urk. 21/3 S. 6). Zwar dürfte zwischen dem Eintreffen der Polizei und 

dem Zeitpunkt, in welchem Q._____ versucht hatte, die Moschee zu verlassen, 

mehr als eine Stunde gelegen haben und es ist ebenfalls klar, dass zwischenzeit-

lich Personen die Moschee durch die Eingangstüre betreten oder verlassen ha-

ben, insbesondere die später eingetroffenen B._____ und P._____ sowie der Ju-

gendliche, der die Moschee kurz vor 21 Uhr verlassen und wieder betreten hatte, 

um einen USB-Stick zu organisieren (vgl. Chronik der in der Untersuchung fest-

gestellten Eckpunkte im vorinstanzlichen Urteil E. III.7.). Entsprechend ist dieser 

Umstand zwar noch kein direkter Beweis dafür, dass D._____ wie in der Anklage 

beschrieben in dieser Situation vor Q._____ die Eingangstüre abgeschlossen hat-

te. Der Umstand weckt jedoch Zweifel an den Aussagen der Beschuldigten, wo-

nach die Moschee nie verschlossen worden sei. Gerade D._____ stellt sich mit 

seiner Aussage, dass er der Polizei die Türe geöffnet habe, als diese eintraf und 

geklopft habe (Urk. 15/1 S. 4), selber in Widerspruch dazu. Wie sich aus dem 

Einsatzrapport ergibt, hatten die ausgerückten Polizisten keineswegs aus reiner 

Höflichkeit an eine unverschlossenen Türe geklopft bis diese geöffnet wurde, 

sondern hatten vielmehr selber versucht, die Türe zu öffnen, worauf sie feststellen 

mussten, dass diese verschlossen war (Urk. 2 S. 9). D._____ sagt somit offen-

-   32   - 

sichtlich nicht die Wahrheit, wäre sein Öffnen der Eingangstür doch gar nicht not-

wendig gewesen, wenn die Türe unverschlossen gewesen wäre.  

3.3.2.5. Unter diesen Vorzeichen macht auch seine Aussage, D._____ habe die 

Eingangstüre "mit dem Schlüssel" abgeschlossen und diesen in seine Hosenta-

sche gesteckt (Urk. 20/5 S. 5; Urk. 20/6 S. 17), Q._____s Aussageverhalten nicht 

per se unglaubhaft. Angesichts dessen, dass die Türe von Innen nur mit einem 

Drehknopf versehen war (vgl. Bilder im Anhang der Einvernahme von T._____, 

Urk. 21/2 S. 16 f.), steht zwar fest, dass beim Schliessvorgang entgegen den 

Aussagen Q._____s sicher kein Schlüssel im Spiel gewesen sein konnte. Aus der 

zweiten Einvernahme von Q._____ ergibt sich allerdings, dass er offensichtlich 

nicht realisiert hat, dass die Türe über einen Drehknopf verfügt bzw. dass er auch 

die Funktionsweise eines solchen Drehknopfs nicht verstanden hatte. Vom Ver-

teidiger des Beschuldigten F._____ im Rahmen der Ergänzungsfragen mit dem 

Umstand des Drehknopfs konfrontiert, wandte Q._____ entsprechend mit voller 

Überzeugung ein, wie es denn sonst sein könne, dass die Polizei bei ihrem Ein-

treffen vor verschlossenen Türen gestanden sei, wenn die Türe nicht mit einem 

Schlüssel verschlossen werden konnte (Urk. 20/6 S. 48). Entsprechend ist davon 

auszugehen, dass Q._____ aus gewisser Entfernung von seinem damaligen 

Standort neben dem Büro einfach mitbekommen hatte, dass D._____ die Türe – 

möglichweise auch nur als symbolischer Akt, um seiner Aufforderung, Q._____ 

müsse hier bleiben, Nachdruck zu verleihen – verschlossen hatte und er aus die-

ser Beobachtung heraus den für ihn logischen Schluss gezogen hatte, dass dies 

nur mit einem Schlüssel erfolgt sein konnte, was er hernach auch in allen diesbe-

züglichen Befragungen konstant vertreten hatte. Damit steht zwar fest, dass die 

Geschädigten mit dem Drehknopf zwar grundsätzlich die Eingangstüre selber 

wieder hätten öffnen können. Im Lichte des Gesagten ist jedoch davon auszuge-

hen, dass zumindest Q._____ sich dessen nicht bewusst gewesen war und die 

Geste des Abschliessens der Türe durch D._____ seine Einschätzung der Situa-

tion, dass er die Moschee nun nicht mehr ohne Erlaubnis der Beschuldigten wür-

de verlassen können, noch bestärkt hatte. Daran würde sich auch nichts ändern, 

falls die Türe zwischen diesem Vorfall und dem Eintreffen der Polizei zwischen-

zeitlich wieder unverschlossen gelassen worden wäre, wie dies sowohl der Imam 

-   33   - 

B._____ als auch der Vorstand P._____, welche später in der Moschee eingetrof-

fen waren, berichteten (Urk. 18 S. 5; Prot. I S. 149). Denn dies hätten weder 

A._____ noch Q._____ mitbekommen können, befanden sie sich doch während 

des weiteren Verlaufs des Vorfalls beide im Gebetsraum oder im Büro des Vor-

stands, ohne Sicht auf die Eingangstüre.  

3.3.2.6. Dass an dem in Sachverhaltsabschnitt 13 beschriebenen Vorfall ausser 

D._____ noch weitere Beschuldigte involviert gewesen wären – wie dies die Vo-
rinstanz mit Blick auf E._____ annimmt – lässt sich dagegen nicht rechtsgenüglich 

nachweisen, gab doch Q._____ diesbezüglich auf Nachfrage hin ausdrücklich an, 

es sei nur D._____ gewesen, der ihm in den Eingangsbereich gefolgt sei, ihm ge-

sagt habe, er dürfe nicht gehen und dann die Tür verriegelt habe (Urk. 20/6 

S. 18). Auch dass ihn E._____ und O._____ auf seine Bitte hin, ihn gehen zu las-

sen, dies verweigert hätten, wie es in Sachverhaltsabschnitt 13 der Anklage aus-

geführt wird, ergibt sich so nicht aus den Aussagen der Beteiligten. Q._____ sag-

te diesbezüglich zwar aus, er sei dann, als ihm D._____ verwehrt hatte, die Mo-

schee zu verlassen, wieder zurück in den Gebetsraum gegangen und habe weiter 

mit E._____ und O._____ "gesprochen" (Urk. 20/6 S. 22). Die den beiden in der 

Anklageschrift vorgeworfene verbale Hinderung Q._____s, die Moschee zu ver-

lassen, erweist sich daraus aber noch nicht als erstellt (vgl. aber zur Beteiligung 

an der Freiheitsberaubung nachfolgend E. III.3.3.4.).  

3.3.3. Im Ergebnis ist der in Sachverhaltsabschnitt 13 beschriebene Vorwurf 
einzig hinsichtlich D._____ erstellt. Hinsichtlich der übrigen Beschuldigten lässt 

sich eine Beteiligung an diesen Handlungen dagegen nicht beweisen. B._____ 

und P._____ wird eine Beteiligung in dieser Phase wiederum nicht vorgeworfen. 

3.3.4. Freiheitsberaubung zum Nachteil von Q._____ (Sachverhaltsabschnitt 19, 

1. Hälfte) 

3.3.4.1. In der Anklageschrift wird den Beschuldigten in der ersten Hälfte von 

Sachverhaltsabschnitt 19 zum Vorwurf gemacht, sie hätten Q._____, als dieser 

von der Toilette zurückgekehrt sei und habe gehen wollen, am Verlassen der Mo-

schee gehindert. Unter dem Tatbestand der Freiheitsberaubung wird dabei erneut 

-   34   - 

umschrieben, dass D._____ (oder eventuell ein anderer Beschuldigter) dazu die 

Eingangstüre abgeschlossen habe. Ferner hätten auch die hinzugekommenen 

Beschuldigten G._____, F._____, H._____ und C._____, O._____ und der Ju-

gendliche (sowie der flüchtige U._____) Q._____ daran gehindert, die Moschee 

zu verlassen, indem sie um den Geschädigten herumgestanden seien.  

3.3.4.2. Bezüglich der verbalen Verweigerung, dass der Geschädigte die Mo-

schee nicht verlassen dürfe, sowie des Verschliessens der Türe wurde der Sach-

verhalt mit Blick auf den Beschuldigten D._____ bereits erstellt (oben E. III.3.3.2.). 

Bereits anhand der dort getroffenen Feststellungen ist klar, dass der Geschädigte 

die Moschee verlassen wollte, wozu er für die Beschuldigten erkennbare Anstal-

ten machte, als er seine Tasche bzw. sein Gepäck an sich nahm und sich in Rich-

tung Ausgang begab. Um dies zu verhindern, trat zunächst wie dargelegt insbe-

sondere der Beschuldigte D._____ in Aktion, indem er Q._____ sowohl verbal wie 

auch durch die unmissverständliche Geste des Abschliessens der Eingangstür – 

wenn auch nur mit dem Drehknopf – klar machte, dass man ihn nicht einfach so 

gehen lassen würde. Dass Q._____ dabei nicht mit physischer Gewalt am Verlas-

sen der Moschee gehindert werden musste bzw. dass er sich dagegen kaum zur 

Wehr setzte und schliesslich auch selber in den Gebetsraum zurückging, ist aller-

dings keineswegs als Anzeichen von Freiwilligkeit zu werten. Denn zum einen 

musste Q._____, nachdem er die Gewaltbereitschaft der Beschuldigten zum 

Nachteil seines Freundes A._____ soeben aus nächster Nähe miterlebt hatte, 

ernsthaft damit rechnen, dass auch er gleichermassen in Mitleidenschaft gezogen 

würde, wenn er sich ihren Anweisungen widersetzen oder zu flüchten versuchen 

würde. Zum andern waren in sämtlichen folgenden Phasen des Vorfalls ein oder 

mehrere Beschuldigte unmittelbar bei ihm physisch präsent: So wurde er zu-

nächst im Eingangsbereich durch den Beschuldigten D._____ abgefangen. Zu-

dem beschrieb er, wie er beim Zurückgehen in den Gebetsraum mit den Beschul-

digten D._____, E._____ und O._____ gesprochen habe. Schliesslich hätten sich 

im Gebetsraum – ähnlich wie zuvor bei A._____ – in der Ecke im Bereich vor dem 

Büro mehrere Beschuldigte um ihn herum aufgestellt (Urk. 20/6 S. 22 f.). Entspre-

chend sprach auch der Beschuldigte B._____ davon, dass er der "wütenden 

Menge" gesagt habe, dass sie Q._____ in Ruhe lassen sollen (Urk. 11/1 S. 4). 

-   35   - 

Verwiesen werden kann an dieser Stelle sodann auf die Ausführungen der Vor-

instanz, in welchen sie überzeugend darlegt, dass der Jugendliche mit seinen 

Aussagen implizit bestätigte, dass die Beschuldigten Q._____ nicht mehr aus der 

Moschee hatten weggehen lassen, sobald bekannt war, dass er zu A._____ ge-

hörte (vorinstanzlichen Urteils E. III.11.7.14.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Entsprechend 

ist davon auszugehen, dass die Beschuldigten Q._____ durch ihr Auftreten 
dazu gezwungen hatten, in der Moschee zu bleiben, obwohl er diese hatte ver-
lassen wollen, dies um zunächst seine Zugehörigkeit zu A._____ zu klären und 

ihn hernach weiter in der Moschee festzusetzen, als diese sich bestätigt hatte.  

3.3.4.3. In zeitlicher Hinsicht ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass 
Q._____ – wie in der Anklageschrift beschrieben – ab ca. 19.45 Uhr die Moschee 

nicht mehr verlassen konnte, obwohl er das wollte. Dies ergibt sich aus seiner be-

reits dargelegten glaubhaften Darstellung, dass er nach dem Absetzen des SMS-

Hilferufs an die Polizei um 19.37 Uhr (Urk. 36/1) die Toilette verlassen hatte, um 

zu sehen, was aus A._____ geworden war, worauf er aber angesichts der beo-

bachteten Übergriffe auf seinen Freund aus Angst, ebenfalls zur Zielscheibe der 

Beschuldigten zu werden, kurz nach seiner Rückkehr in den Gebetsraum seine 

Tasche nahm und versuchte, die Moschee zu verlassen. 

3.3.4.4. Als erstellt gilt sodann, dass sich mehrere Beschuldigte im Gebetsraum 

um den Geschädigten Q._____ versammelt hatten. Dies wird auch durch die 

Aussagen von B._____ bestätigt, welcher – wie soeben erwähnt – von einer "wü-

tenden Menge" um Q._____ herum sprach und ferner ausführte, er habe, als er 

mit A._____ im Büro gewesen sei, gehört, dass die Beschuldigten draussen laut 

über bzw. mit Q._____ gesprochen hätten, weshalb er allen gesagt habe, sie sol-

len Q._____ nicht "ansprechen" (Urk. 11/2 S. 3). Dass im Zusammenhang mit der 

Wegnahme des Mobiltelefons und Herausgabe des Sperrcodes neben D._____ 

auch E._____ und der Jugendliche um diesen herum standen, ist ebenfalls als er-

stellt zu erachten. Gleiches gilt hinsichtlich H._____, der dem Geschädigten er-

stelltermassen einen Faustschlag an den Hinterkopf versetzte. Sodann erweist 

sich die Behauptung von C._____, er sei nach dem Spucken gegenüber A._____ 

umgehend in den Frauenraum gegangen und habe von da an bis zum Eintreffen 

-   36   - 

der Polizei nichts mehr mit der Sache zu tun gehabt, als unglaubhaft. Mit Blick auf 

die Übergriffe auf den Geschädigten Q._____ gab C._____ an, er habe – als 

A._____ sich bereits im Büro befand – mitbekommen, wie der Vorstand auch "den 

Tunesier", sprich Q._____, dazugerufen bzw. ins Büro geführt habe (Urk. 9/2 

S. 15 f.). Seine Ausrede, wonach er sich im Frauenraum aufgehalten haben will, 

greift entsprechend nicht, andernfalls er diese Szene, als Q._____ ebenfalls ins 

Büro gerufen wurde, gar nicht hätte beobachten können. Schliesslich mussten 

sich die in der Anklage vorgeworfenen Handlungen zum Nachteil Q._____s von 

der zeitlichen Abfolge her zwischen seiner Spuckattacke auf A._____ und dem 

Hereinholen Q._____s ins Büro durch B._____ abgespielt haben. Auch wenn er 

angibt, er habe mit dem Tunesier fast nichts zu tun gehabt, so ist zumindest da-

von auszugehen, dass auch C._____ sich in dieser Phase mit den anderen Mit-

beschuldigten um den Geschädigten Q._____ gruppiert hatte. Der entsprechende 

Schuldspruch der Vorinstanz wegen Freiheitsberaubung blieb von C._____ im 

Berufungsverfahren sodann auch unangefochten.  

3.3.4.5. Was die Beschuldigten F._____ und G._____ anbelangt, gibt es keine 

Hinweise darauf, dass sie den Gebetsraum nach den Übergriffen auf A._____, die 

kurz vor bzw. allenfalls teilweise überschneidend mit den Vorfällen betreffend den 

Geschädigten Q._____ stattgefunden haben müssen, bis zum Eintreffen der Poli-

zei nochmals verlassen hatten. Im Rahmen der Sachverhaltserstellung betreffend 

die Übergriffe auf A._____ erwies sich die Behauptung des Beschuldigten 

F._____, wonach er sich praktisch schon ab der allerersten Phase der Vorfälle in 

der Moschee bis zum Eintreffen der Polizei durchgehend im Frauenraum befun-

den und dort für sich den Koran gelesen habe, bereits als unglaubhaft. Es ist auch 

nicht anzunehmen, dass er sich, nachdem er den Übergriffen auf A._____ bei-

wohnte und sich daran teilweise auch aktiv beteiligte, in der Folge für den angeb-

lich zweiten "Verräter" Q._____ dann plötzlich nicht mehr interessiert hatte. Dass 

die beiden Beschuldigten in der Gruppe dabei waren, die sich – wie zuvor um 

A._____ – schliesslich auch um Q._____ herum formiert hatte, ergibt sich mitun-

ter auch aus den Aussagen G._____s. Dieser beschrieb etwa, wie Q._____ ge-

sagt habe, er kenne A._____ nicht und wisse nicht, ob dieser Fotos gemacht ha-

be. Dass er die Bekanntschaft mit A._____ aus Angst, selber Zielscheibe zu wer-

-   37   - 

den, gegenüber den Beschuldigten zunächst abgestritten hatte, bestätigte auch 

Q._____ (Urk. 20/6 S. 7). Laut dem Beschuldigten G._____ sei Q._____ dann 

auch noch ins Büro gegangen (Urk. 13/3 S. 6). Dass er diese Beobachtungen 

gemacht hatte, lässt nur den Schluss zu, dass er das Vorgehen gegen Q._____ 

im Gebetsraum mitverfolgt hatte. Mit der Vorinstanz ist nach dem Gesagten da-

von auszugehen, dass neben den bereits Genannten auch F._____ und G._____ 

Teil der Gruppe von Beschuldigten waren, die sich um Q._____ geschart hatten.  

3.3.4.6. Wie bereits erwähnt, gab Q._____ zu Protokoll, er habe beim Zurückge-

hen in den Gebetsraum – neben D._____ und E._____ – auch mit O._____ ge-

sprochen. Diese Aussage für sich spricht zwar dafür, dass der Beschuldigte 

O._____ zumindest anwesend war, als sich der Fokus der Beschuldigten auch 

auf Q._____ zu richten begann. Die Anwesenheit des Beschuldigten O._____ 

konnte aber bereit mit Blick auf die Übergriffe auf den Privatkläger A._____ nicht 

erstellt werden, da beide Geschädigten erhebliche Unsicherheiten zur Person von 

O._____ äusserten, und zwar sowohl hinsichtlich seiner Identifizierung als auch 

hinsichtlich einer allfälligen Beteiligung an den Vorfällen am Tatabend. Daran 

vermag die soeben zitierte einmalige Erwähnung O._____, die Q._____ im Rah-

men der zweiten Einvernahme machte, im Ergebnis nichts zu ändern, gab er in 

der tatnächsten Einvernahme doch noch zu Protokoll, hinsichtlich O._____ sei er 

sich nicht sicher. Er könne nur mit Sicherheit sagen, dass dieser nicht geschlagen 

habe, weder ihn noch A._____ (Urk. 20/5 S. 7). Selbst wenn sich mit dieser Aus-

sage zwar die Hinweise darauf verdichten, dass der Beschuldigte O._____ zu 

diesem Zeitpunkt im Eingangsbereich bzw. im Gebetsraum zumindest anwesend 

war, ergibt sich aus der Gesamtheit der Aussagen Q._____s letztlich auch mit 

genügender Klarheit, dass er den Beschuldigten O._____ jedenfalls nicht als Teil 

der Gruppe wahrnahm, die ihn im Gebetsraum bedrängt hatten. Entsprechend 

lässt sich mit Blick auf die Handlungen gegen Q._____ nicht erstellen, dass 

O._____ Teil der Gruppe war, die sich im Gebetsraum um Q._____ herum aufge-

baut und ihn so ebenfalls am Verlassen der Moschee gehindert hatten.  

3.3.4.7. Zusammenfassend ist betreffend Sachverhaltsabschnitt 19, 1. Hälfte, er-

stellt, dass Q._____ ab 19.45 Uhr daran gehindert wurde, die Moschee zu verlas-

-   38   - 

sen, obwohl er dies wollte. Diesbezüglich gilt die Beteiligung von D._____ voll-

ständig (inkl. Handlungen im Eingangsbereich) und hinsichtlich der Beschuldigten 

F._____, G._____, C._____ und H._____, E._____ und des Jugendlichen zeitlich 

ab den Handlungen im Gebetsraum insofern als erstellt, als sich diese um den 

Geschädigten Q._____ herum aufgestellt hatten. B._____ und P._____ waren 

zum Zeitpunkt der Tathandlungen zum Nachteil Q._____s bereits teilweise in der 

Moschee anwesend, wobei sie sich jedoch im Büro mit A._____ aufhielten und 

sich an den Übergriffen ihrer Mitbeschuldigten auf Q._____ nicht beteiligten, was 

ihnen denn auch nicht vorgeworfen wird. 

4. Zu den Vorgängen im Büro der Moschee (Sachverhaltsteil C) 

4.1. Ausgangslage 

4.1.1. Hinsichtlich der relevanten Aussagen der Beteiligten und Zeugen zu diesem 

Sachverhaltsteil sowie mit Blick auf den Inhalt der Tonaufnahme der Geständnis-

se der Geschädigten kann vorweg auf die zutreffende Darstellung der Vorinstanz 

verwiesen werden (vorinstanzliches Urteil E. III.8.2., 8.3., 12.2.2 - 12.2.11.). 

4.1.2. Sämtlichen zehn Beschuldigten – mithin auch B._____ und P._____ – wird 

in der hinsichtlich beider Geschädigten identisch formulierten 2. Hälfte der Sach-

verhaltsabschnitte 12 (zum Nachteil A._____s) und 19 (zum Nachteil Q._____s) 

zum Vorwurf gemacht, die Geschädigten seien im Büro der Moschee gegen ihren 

Willen festgehalten worden, bis schliesslich um ca. 21.15 Uhr die Polizei einge-

troffen sei.  

4.1.3. Wie die Vorinstanz richtig darlegt, ist unumstritten, dass die beiden Ge-

schädigten nacheinander – zunächst A._____ und dann mit einem gewissen zeit-

lichen Abstand auch Q._____ – von B._____ ins Büro der Moschee geführt wur-

den und dort bis zum Eintreffen der Polizei verblieben. Von allen Seiten bestätigt 

wird sodann, dass der Beschuldigte B._____ sowie der etwas später eingetroffe-

ne Moscheevorstand – der Beschuldigte P._____ – sich mit den Geschädigten im 

Büro befanden, wo sie die aktenkundigen Ton- und Bildaufnahmen (Urk. 7/1-3; 

Urk. 21/6/1) anfertigten. Fest steht sodann, dass der Beschuldigte P._____ um 

-   39   - 

21.03 Uhr den Polizeinotruf 117 alarmierte (Urk. 36/2), weil sich zwei Personen 

mit Hausverbot in der N._____ befinden würden, die unzulässigerweise Fotos 

gemacht und Alkohol getrunken hätten (vgl. die Aufnahme des Notrufs auf Urk. 

36/6/1). Die Polizei betrat die Moschee um 21:11:50 Uhr (Urk. 36/10 S. 3). Von 

den übrigen Beschuldigten, die sich nicht im Büro befanden, anerkennen alle, 

dass sie sich währenddessen weiterhin in den Räumlichkeiten der Moschee auf-

hielten, bis die Polizei eintraf und sie kontrollierte. Einzig der Jugendliche verliess 

die Moschee für etwa eine knappe halbe Stunde, um bei sich zu Hause einen 

USB-Stick zu holen, worauf er kurz vor dem Eintreffen der Polizei wieder in die 

Moschee zurückkehrte (vgl. zum Ganzen vorinstanzliches Urteil E. III.12.3.1.). 

4.1.4. Strittig ist hinsichtlich der Sachverhaltsabschnitte 12, 19 (je 2. Hälfte), 20 

und 21 allerdings, ob die beiden Geschädigten durch B._____ und P._____ ge-

gen ihren Willen im Büro der Moschee festgehalten wurden, bis die Polizei eintraf, 

obwohl sie die Moschee eigentlich hätten verlassen wollen, ob die erstellten Ton-

aufnahmen ihrer Geständnisse erzwungen wurden, und ferner, welche Rolle die 

übrigen sich ausserhalb des Büros befindlichen Beschuldigten diesbezüglich ge-

spielt hatten.  

4.2. Freiheitsberaubung im Büro (Sachverhaltsabschnitte 12 und 19, 2. Hälfte) 

4.2.1. Dass die beiden Geschädigten seit Beginn der Übergriffe (Sachverhaltsteile 

A und B) gegen ihren Willen in der Moschee festgehalten wurden, wurde bereits 

festgestellt (oben E. II.3.2. und 3.3.4.). Dass sich daran ab Beginn des Sachver-

haltsteils C – d.h. mit dem Eintreffen von Imam B._____ und der darauffolgenden 

Verschiebung der Geschädigten ins Büro – wesentlich etwas geändert hätte, ist 

nicht ersichtlich: Gemäss Anklageschrift sei ein Verlassen des Büros und der Mo-

schee für die Geschädigten sodann auch deshalb nicht möglich gewesen, weil die 

übrigen Beschuldigten (F._____, G._____, H._____ und C._____, E._____, 
D._____, O._____ und der Jugendliche) vor dem Büro präsent gewesen sei-
en, geschrien hätten und teilweise an der Aussenwand des gegen oben offenen 

Büros hochgeklettert seien, um in das Büro zu gelangen. Sie hätten damit weiter-

hin die Herrschaft über die Geschädigten behalten wollen. Was die Situation aus-

serhalb des Büros betrifft, hat die Vorinstanz bereits überzeugend dargelegt, dass 

-   40   - 

auch nach dem Betreten des Büros draussen im Gebetsraum weiterhin Tumult 

und Geschrei herrschte. Dabei stellt sie zu Recht auf die mit zahlreichen Realkri-

terien angereicherten und insofern glaubhaften Aussagen der Geschädigten ab, 

welche durch das im Hintergrund der Tonaufnahmen hörbare, zwar unverständli-

che, aber offensichtlich aufgeregte Stimmengewirr gestützt werden. Auf die ent-

sprechenden Ausführungen kann somit verwiesen werden (vorinstanzliches Urteil 

E. III.12.3.3.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

4.2.2. Zutreffend ist zwar auch der Schluss der Vorinstanz, dass nicht mehr er-

stellt werden kann, wessen Stimmen im Inneren der Moschee hörbar waren und 

somit unklar bleibt, welche Beschuldigten was gerufen haben. Aus den Aussagen 

der Beschuldigten ergibt sich jedoch zumindest, dass sie sich während der Zeit, 

als die Geschädigten im Büro waren, weitestgehend im Gebetsraum aufhielten, 

was sich mitunter aus den Befragungen anlässlich der vorinstanzlichen Hauptver-

handlung ergibt. G._____ gab an, er sei in dieser Zeit stets im Gebetsraum gewe-

sen und habe auch gebetet, wobei ein Gebet bei ihm normalerweise 5 - 10 Minu-

ten dauern würde. Er habe auch mitbekommen, dass die Polizei gerufen worden 

sei (Prot. I S. 85 f., 88 f., 91 f.). Auch D._____ gab an, er sei in dieser Zeit im Ge-

betsraum gewesen und habe gebetet. Es seien noch andere dabei gewesen 

(Prot. I  S. 44). Aus den Aussagen des Jugendlichen ergibt sich sodann, dass er 

sich – mit Ausnahme der rund 20 - 30 Minuten, in welchen er die Moschee kurz 

verliess, um zu Hause einen USB-Stick zu holen (vgl. dazu vorinstanzliches Urteil 

E. III.11.6.5.) – ebenfalls im Gebetsraum befand. Er ist wie gesagt auch gestän-

dig, einmal in dieser Phase an der Bürowand hochgeklettert bzw. hochgesprun-

gen zu sein, um zu sehen, was sich im Büro abspielte (Urk. 17/8 S. 14, 19 ff.). 

E._____ gab ebenfalls an, er sei stets im Gebetsraum gewesen (Urk. 12/3 S. 5; 

Urk. 12/4 S. 4). Er berichtet sodann auch davon, wie die Geschädigten nachei-

nander ins Büro geführt und schliesslich durch P._____ die Polizei verständigt 

worden sei (Urk. 12/3 S. 5). Einzig C._____ und sein Bruder H._____ gaben an, 

sie hätten sich im Frauenraum aufgehalten, ebenso F._____. Dass diese Behaup-

tungen allerdings nicht glaubhaft sind, wurde bereits dargelegt. Hinsichtlich 

C._____ zeigt die Vorinstanz denn auch in diesem Zusammenhang erneut über-

zeugend auf, weshalb er sich aufgrund seiner Beobachtungen, die er eingestan-

-   41   - 

denermassen gemacht habe, entgegen seiner Behauptung nicht im Frauenraum 

aufgehalten haben konnte (vgl. vorinstanzliches Urteil E. III.12.3.7.). F._____ 

wurde von A._____ sodann als einer jener Beschuldigten identifiziert, welche an 

der Bürowand hochgeklettert seien (Urk. 20/1 S. 6). Wie bereits dargelegt, beste-

hen einzig hinsichtlich O._____, dessen Beteiligung an den vorhergehenden 

Übergriffen bereits als nicht erstellt gilt, keine verlässlichen Hinweise darauf, wo 

er sich aufgehalten hatte. Bei ihm kann nicht ausgeschlossen werden, dass er 

sich in dieser Phase tatsächlich in einem separaten Raum befand.  

Anhand dieser Aussagen ergibt sich somit, dass die Beschuldigten F._____, 

G._____, H._____ und C._____, E._____, D._____ und der Jugendliche – letzte-

rer jedoch mit einem kurzen Unterbruch von ca. 20 - 30 Minuten – während der 

Zeit, als die beiden Geschädigten sich im Büro befanden, im Gebetsraum anwe-

send waren. Der Gebetsraum befindet sich unmittelbar beim bzw. um das  Büro 

herum und musste – aufgrund der Ausrichtung der Bürotüre gegen den Gebets-

raum hin – entsprechend auch durch jeden, der das Büro verlässt, betreten wer-

den. Aufgrund der gegen oben offenen Konstruktion des Büros erklärt sich auch, 

dass lautere Geräusche wie lautes Reden oder Rufen im Büro durchaus hörbar 

waren, was auch durch die Tonaufnahme aus dem Inneren des Büros belegt ist. 

Den beiden Geschädigten musste aufgrund dieser Geräuschkulisse klar gewesen 

sein, dass die von den Beschuldigten ausgehende Gefahr erneuter körperlicher 

und verbaler Gewalt dank dem Eingreifen von B._____ und P._____ während ih-

rem Aufenthalt im Büro zwar zwischenzeitlich gebannt war, dass jedoch ein 

Fluchtversuch aus dem Büro bzw. aus der Moschee diese mit grösster Wahr-

scheinlichkeit wieder von neuem entfacht hätte. Entsprechend kann im Ergebnis 

festgehalten werden, dass die Präsenz der Beschuldigten im Gebetsraum die Ge-

schädigten weiterhin vom Verlassen der Moschee abgehalten hatte.  

4.2.3. Bezüglich der Rolle von B._____ und P._____ ergibt sich aus den Aussa-
gen der Geschädigten, dass sie B._____, als dieser sie aufforderte, ins Büro mit-

zukommen, widerstandslos und von sich aus folgten. Aus den Aussagen beider 

Geschädigten wird klar, dass sie das Erscheinen des Imams angesichts der bis 

dahin erlebten Übergriffe, der nach wie vor um sie herum versammelten Beschul-

-   42   - 

digten sowie der weiterhin vorherrschenden aufgeladenen Stimmung als einzigen 

Ausweg aus ihrer misslichen Lage betrachteten. A._____ schildert seine Gefühls-

lage und seine Reaktion in diesem Moment überaus lebhaft und glaubhaft. Er ha-

be sich zu diesem Zeitpunkt angesichts seiner Machtlosigkeit gegen die Über-

macht der Beschuldigten eigentlich bereits komplett aufgegeben. Ab da sei er 

plötzlich ganz ruhig geworden und habe sich einfach seinem unvermeidlichen 

Schicksal hingeben wollen. Als dann B._____ hinzugekommen sei, habe er ge-
wusst, dass das nun seine einzige Chance sei. Er habe den letzten Tropfen Ener-

gie aus sich herausgepresst und geschrien "hilf mir, hilf mir, hilf mir, hilf mir… bit-

te" (Urk. 20/1 S. 3 f.). B._____ habe ihn verteidigt, gerettet und versucht, die an-

deren Beschuldigten zu beruhigen (Urk. 20/2 S. 15). Auch Q._____ schildert den 

Auftritt B._____s so, dass dieser der Einzige gewesen sei, der eingegriffen habe. 

Er sei dazwischen gegangen und habe die Angreifer davon abgehalten, ihn und 

A._____ zu schlagen (Urk. 20/6 S. 16 f.). Zwar kann davon ausgegangen werden, 

dass die Geschädigten die Moschee wohl auch zu diesem Zeitpunkt am liebsten 

ganz verlassen hätten. Nachdem die nach wie vor im Gebetsraum anwesenden 

Beschuldigten durch ihre weiterhin aufrechterhaltene Präsenz dies allerdings ver-

hinderten, ist davon auszugehen, dass sich die beiden Geschädigten letztlich 

freiwillig mit B._____ ins Büro der Moschee begeben hatten, wo sie sich dank 

dem Schutz von B._____ und später P._____, welche aufgrund ihrer Funktion bei 

den übrigen Beschuldigten als Respektspersonen galten, sicher fühlten. Q._____ 

brachte dies treffend zum Ausdruck, als er sagte, das Büro sei für ihn in dieser Si-

tuation der sicherste Ort gewesen (Urk. 20/6 S. 26). A._____ führte diesbezüglich 

aus, B._____ habe ihn "verteidigt, gerettet und versucht, sie zu beruhigen" 

(Urk. 20/2 S. 15) und dass er ihm "unendlich dankbar [sei] dass er mich dort raus-

geholt und gerettet hat" (Urk. 20/1 S. 9). Es ist davon auszugehen, dass auch 

B._____ aufgrund der bei seinem Eintreffen vorherrschenden aufgeladenen 

Stimmung in der Moschee realisiert hatte, dass die übrigen Beschuldigten die 

beiden Geschädigten selbst mit seinem Zutun nicht einfach aus der Moschee ge-

lassen hätten. Entsprechend gab B._____ auch an, die beiden Geschädigten ge-

rade deshalb ins Büro verbracht zu haben, weil man sonst nicht gewusst hätte, 

"was die wütende Menge draussen mit ihm gemacht hätte". Bezeichnend ist fer-

-   43   - 

ner die Aussage B._____s, dass sie die Polizei insbesondere auch zum eigenen 

Schutz der Geschädigten alarmiert hätten (Urk. 11/1 S. 3 f.). Angesichts dessen 

ist auch verständlich, dass der Imam und der Vorstand mit den Geschädigten 

schliesslich bis zum Eintreffen der Polizei im Büro geblieben sind. Zudem muss 

zu seinen Gunsten davon ausgegangen werden, dass B._____ bei seinem Ein-

treffen noch keinen Überblick über die vorherrschende Situation hatte, hatte er 

doch – etwas anderes lässt sich jedenfalls nicht erstellen – bei seiner Alarmierung 

durch seinen Sohn E._____ noch kaum Informationen erhalten, was genau in der 

Moschee vor sich ging. Entsprechend erscheint auch unter diesem Aspekt nach-

vollziehbar, dass er die Geschädigten zunächst ins Büro führte, um sich erst ein-

mal in Ruhe und isoliert von den wütenden Mitbeschuldigten im Gebetsraum sel-

ber ein Bild davon zu machen, womit er hier überhaupt konfrontiert war und wie 

damit umzugehen sei. Dazu passt auch die von A._____ in der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme getätigte Äusserung, wonach der Imam angesichts der 

unvermittelt angetroffenen Szenerie "selber auch ein wenig überfordert mit der 

ganzen Situation" gewesen sei (Urk. 20/2 S. 15). 

4.2.4. Ähnlich gestaltet sich der Sachverhalt auch hinsichtlich P._____. Dieser 
war, wie dargelegt, erst etwas nach B._____ in der Moschee eingetroffen. In der 

Folge begab er sich ebenfalls mit B._____ ins Büro der Moschee, wo er sich zu-

sammen mit den nacheinander dort eingetroffenen Geschädigten A._____ und 

Q._____ aufhielt. Wenngleich davon auszugehen ist, dass er die aufgeregte bis 

aggressive Grundstimmung der übrigen sich bei seinem Eintreffen im Gebets-

raum aufhaltenden übrigen Beschuldigten bis zu einem gewissen Grad wahrge-

nommen haben dürfte, ist zu seinen Gunsten anzunehmen, dass er davon aus-

ging, dass sich die beiden Geschädigten freiwillig im Büro aufhielten und froh wa-

ren, dass B._____ und er darum bemüht waren, sie vor allfälligen weiteren Über-

griffen durch die übrigen Beschuldigten vor dem Büro zu bewahren. Auch bei ihm 

deuten mitunter seine glaubhaften Aussagen darauf hin, dass er sich nach sei-

nem Eintreffen mangels vorhandener Informationen zunächst ein Überblick über 

die Lage verschaffen wollte, wozu er und B._____ die Geschädigten im Büro be-

fragten.    

-   44   - 

4.2.5. Gemäss Anklageschrift sei das Festhalten der Geschädigten im Büro mit-

unter dadurch erreicht worden, dass die Türe des Büros verschlossen worden sei. 

Dies wird durch Q._____ bestätigt (Urk. 20/6 S. 24). Der Privatkläger A._____ er-

wähnte ebenfalls, dass B._____ die Türe abgeschlossen habe, weshalb verschie-

dene der vor dem Büro verbliebenen Beschuldigten stattdessen versucht hätten, 

über die Aussenwände in das gegen oben offene Büro hineinzuschauen 

(Urk. 20/1 S. 6; Urk. 20/2 S. 7). Der Jugendliche, der als einziger geständig ist, an 

der Aussenwand hochgeklettert und ins Büro geschaut zu haben, begründete sei-

ne Aktion ebenfalls damit, dass die Bürotüre abgeschlossen gewesen sei 

(Urk. 17/8 S. 22). Auch B._____ selber stellte an der vorinstanzlichen Hauptver-

handlung nicht in Abrede, die Bürotüre eigenhändig von innen verschlossen zu 

haben. An der Berufungsverhandlung konnte er sich nicht mehr genau erinnern, 

da der Vorfall bereits sehr lange her sei. Dies sei sonst aber ein "normales Proze-

dere" für ihn, wenn jemand zu ihm ins Büro komme, etwa um etwas Privates zu 

besprechen. So müsste niemand befürchten, dass plötzlich jemand unerwartet ins 

Büro platze. Aber er lasse den Schlüssel immer im Schloss stecken (Prot. I 

S. 130; Prot. II S. 50). Ob der Schlüssel nach dem Verschliessen vom Schloss 

abgezogen wurde, daran vermochte sich Q._____ nicht mehr zu erinnern. Es sei 

möglich, dass der Schlüssel im Schloss stecken gelassen worden sei (Urk. 20/6 

S. 26). A._____ äusserte sich diesbezüglich nicht. Einzig der Beschuldigte 

P._____, der ebenfalls im Büro anwesend war, verneinte demgegenüber an der 

Hauptverhandlung, dass die Bürotüre im Zeitraum seiner Anwesenheit abge-

schlossen gewesen sei. Es habe von Zeit zu Zeit jemand von draussen den Kopf 

zur Tür hineingestreckt. Schliesslich sei dann das Vorstandsmitglied V._____, 

welcher durch P._____ aufgeboten wurde (vgl. Urk. 21/5 S. 2 f.) und nachträglich 

ebenfalls ins Büro hinzugestossen war, bei der Türe stehen geblieben und habe 

diese jeweils wieder zugedrückt, wenn jemand von draussen habe hineinschauen 

wollen (Prot. I S. 151). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung bestätigte 

P._____, dass die Bürotüre nicht verschlossen worden sei (Prot. II S. 76). 

4.2.6. Anhand der Aussagen der Beteiligten ist es somit zwar durchaus möglich, 

dass die Bürotüre zwischenzeitlich mit dem Schlüssel verschlossen gewesen ist. 

Insbesondere für die Zeitspanne vor dem Eintreffen von P._____, als sich die Ge-

-   45   - 

schädigten vorerst noch mit B._____ alleine im Büro aufhielten, stimmen die Aus-

sagen der Beteiligten insofern überein. An der Berufungsverhandlung äusserte 

sich P._____ jedoch dahingehend, dass er mit B._____ und A._____ gemeinsam 

ins Büro gegangen sei (Prot. II S. 79). Nachdem jedoch ohnehin nicht erstellt ist, 

dass – selbst wenn die Türe zwischenzeitlich einmal verschlossen worden war – 

dabei tatsächlich auch der Schlüssel vom Schloss abgezogen wurde, wäre es den 

Geschädigten grundsätzlich möglich gewesen, die Türe selber wieder aufzu-

schliessen. Mithin ergeben sich auch unter diesem Aspekt keine genügenden 

Hinweise gegen die Freiwilligkeit des Verbleibs der Geschädigten im Büro. 

4.3. Nötigung betreffend Geständnisse und Tonaufnahmen etc. (Sachverhalts-

abschnitte 20 und 21) 

4.3.1. Was die Tonaufnahme ihrer "Geständnisse" angeht, wirft die Staatsanwalt-

schaft den Beschuldigten in Sachverhaltsabschnitt 20 (zum Nachteil A._____s) 

und 21 (zum Nachteil Q._____s) vor, dass diese gegen den Willen der Geschä-

digten auf Initiative von P._____ hin erfolgt seien. Letzterer habe die Situation, 

wonach die Geschädigten zuvor geschlagen, bespuckt und bedroht worden seien, 

dafür benutzt, die beiden zu zwingen, Geständnisse abzulegen und die Aufnahme 

dieser Geständnisse auf Tonträger zu dulden, womit auch B._____ einverstanden 

gewesen sei und dies – in Anbetracht dessen, dass er als Imam und Respekts-

person nicht eingegriffen habe – auch selber gewollt habe.  

4.3.2. Unbestritten ist, dass im Büro, in welchem zu diesem Zeitpunkt die Be-

schuldigten B._____ und P._____ sowie die beiden Geschädigten anwesend wa-

ren, mit einem Mobiltelefon zwei Tonaufnahmen erstellt wurden. Auf diesen ge-

ben die beiden Geschädigten – A._____ auf Deutsch, Q._____ auf Arabisch – an, 

dass sie in der Moschee beim Fotografieren erwischt worden seien, wobei sie 

vom Journalisten K._____ geschi