# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 510a248e-4d0b-5bde-a9e1-85eff6582442
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-06-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.06.2021 D-5630/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5630-2020_2021-06-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5630/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  J u n i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Contessina Theis (Vorsitz), 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 

Richter Walter Lang, 

Gerichtsschreiberin Kathrin Rohrer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Iran, 

vertreten durch MLaw Marc Arnold, 

(…), 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); 

Verfügung des SEM vom 14. Oktober 2020 / N (…). 

 

 

 

D-5630/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein iranischer Staatsangehöriger – verliess sei-

nen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am (…) 2018 und reiste am 

17. September 2018 illegal in die Schweiz ein, wo er am 19. Septem-

ber 2018 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ um Asyl 

nachsuchte. 

B.  

B.a Am 25. September 2018 befragte ihn die Vorinstanz zu seiner Person, 

seinem Reiseweg und summarisch zu seinen Asylgründen (Befragung zur 

Person [BzP]). Am 17. Juli 2020 und am 21. August 2020 wurde er einge-

hend zu den Asylgründen angehört. 

B.b Anlässlich der Befragungen brachte der Beschwerdeführer in Bezug 

auf seinen persönlichen Hintergrund und zu seinen Gesuchsgründen vor, 

er sei im Jahr 1999, während seines (…) an der (…) in C._______, im Zu-

sammenhang mit der Aufdeckung des "Kharg Coups" mehr als zwei Mo-

nate lang inhaftiert worden. Obwohl er nichts mit dem Putsch zu tun gehabt 

und keine Straftaten begangen habe, sei er zu 81 Peitschenhieben wegen 

Alkoholkonsums verurteilt worden. Nach seiner Entlassung habe er sein 

(…) in D._______ zwar kurzfristig wieder aufgenommen, dieses schluss-

endlich jedoch abgebrochen. In der Folge habe er als selbständiger (…) 

gearbeitet. Im Jahr (…) habe er seine erste Frau, E._______, geheiratet 

und am (…) sei das gemeinsame Kind, F._______, zur Welt gekommen. 

Ab 2011 habe er beim G._______ ("…") in H._______ gearbeitet. Im Rah-

men seiner Tätigkeit habe er unter anderem (…). Diese Machenschaften 

und insbesondere die Tatsache, dass (…), hätten ihm widerstrebt, weshalb 

er sich klar gegen diese Vorgehensweise positioniert habe. Da er des Wei-

teren nicht regelmässig an gemeinschaftlichen Gebeten teilgenommen und 

sich kritisch zu den Zuständen im Land geäussert habe, sei es überdies zu 

religiösen Meinungsdifferenzen zwischen ihm und anderen Mitarbeitern 

(…) gekommen. Im Jahr 2016 habe er (…). Daraufhin habe ihn der Vertre-

ter des Geheimdienstes im G._______ vorgeladen und ihm vorgeworfen, 

gegen die Regierung zu sein. Er sei auch gefragt worden, ob er zu Terror-

gruppen Kontakt habe, was er jedoch wahrheitsgemäss verneint habe. In 

den darauffolgenden Wochen sei er überwacht und von Spionen auf die 

Probe gestellt worden. (…) 2017 sei er dann ohne vorherige Ankündigung 

fristlos entlassen worden. Hierfür habe er weder eine mündliche noch eine 

schriftliche Erklärung erhalten. Auch die ihm zustehenden Rechte, wie 

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Seite 3 

etwa der Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, seien ihm verwehrt 

worden. Einige Tage nach der Entlassung sei er von der Polizei für einige 

Stunden festgenommen und befragt worden. Es sei ihm dabei mitgeteilt 

worden, dass eine Sicherheitsakte über ihn eröffnet worden sei. Nach sei-

ner Entlassung sei er weiterhin beobachtet und telefonisch überwacht wor-

den. Er habe keine Arbeit mehr gefunden, ihm sei ein "Handlungsverbot" 

auferlegt worden, infolgedessen sei es ihm nicht mehr möglich gewesen, 

bei der Bank einen Kredit zu erhalten, und seine Freunde und Familienmit-

glieder hätten sich von ihm abgewandt. Die Einsamkeit, die ständige Über-

wachung, die finanziellen Sorgen und die Hoffnungslosigkeit hätten ihn 

psychisch krankgemacht, weshalb er sich zweieinhalb Monate lang in sta-

tionäre Behandlung begeben habe. Als es ihm wieder bessergegangen sei, 

habe er als (…) gearbeitet, wobei er nur einen kleinen Gewinn erzielt habe. 

Von (…) bis (…) 2017 habe er deshalb ein (…) von einem Freund (…), (…) 

und (…). Da die Zusammenarbeit plötzlich nicht mehr funktioniert habe, 

habe er das (…) beendet. Daraufhin habe er beschlossen, das Land zu 

verlassen. Zusammen mit seinem Kind, F._______, sei er im (…) 2016 

oder im (…) 2017 mit dem Flugzeug nach I._______, Türkei, ausgereist, 

da es sich dort aber nicht wohlgefühlt habe, sei er bereits nach einer Wo-

che wieder in den Iran zurückgekehrt. Weil er keine Arbeit mehr gefunden 

habe, habe er schliesslich am (…) 2018 sein Heimatland alleine legal und 

mit seinem eigenen Pass verlassen. Am (…) 2018 habe er – als er sich in 

Griechenland aufgehalten habe – seine jetzige Ehefrau per Telefon religiös 

geheiratet und am (…) 2019 sei das gemeinsame Kind, N._______, in der 

Schweiz auf die Welt gekommen. Anlässlich der Befragungen gab der Be-

schwerdeführer zudem an, sich für die Religion Bahai interessiert zu ha-

ben. Aufgrund beruflicher und familiärer Gründe habe er sich jedoch gegen 

eine Konversion entschieden. Ferner machte er geltend, dass er sich auf 

seinen Social-Media-Accounts regime- und islamkritisch geäussert und 

auch einmal an einer Protestveranstaltung in J._______ teilgenommen 

habe. 

B.c Im Laufe des vorinstanzlichen Verfahrens reichte der Beschwerdefüh-

rer Kopien seines Reisepasses, seiner Identitätskarte, seiner Shenazna-

meh und seines Führerscheins, diverse Dokumente seiner Arbeit beim 

(…), Ausdrucke einiger seiner K._______-Posts, eine E-Mail-Korrespon-

denz zwischen ihm und der evangelischen Gemeinde L._______, eine 

schriftliche Erklärung betreffend die Umstände seiner Inhaftierung im 

Jahr 1999 vom 14. September 2020 (mit deutscher Übersetzung) sowie di-

verse Unterlagen betreffend seine Beziehung zu seiner Lebenspartnerin, 

M._______, und seinem Kind, N._______, zu den Akten. 

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Seite 4 

C.  

Mit Verfügung vom 14. Oktober 2020 – eröffnet am folgenden Tag – ver-

neinte die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, 

lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz. 

Gleichzeitig ordnete sie wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

die vorläufige Aufnahme an. 

D.  

Mit Eingabe vom 11. November 2020 reichte der Beschwerdeführer – han-

delnd durch den rubrizierten Rechtsvertreter – Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht ein und beantragte die Aufhebung der Dispositivzif-

fern 1 bis 3 der vorinstanzlichen Verfügung unter Feststellung der Flücht-

lingseigenschaft und Gewährung des Asyls. Eventualiter sei er als Flücht-

ling anzuerkennen und vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht 

ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und die Beiordnung 

von MLaw Marc Arnold als amtlichen Rechtsbeistand. 

Der Beschwerde lagen eine Kopie der angefochtenen Verfügung, eine Ver-

tretungsvollmacht vom 26. Oktober 2020, fünf Screenshots von Beiträgen 

seiner Social-Media-Accounts, eine Bestätigung der Fürsorgeabhängigkeit 

der O._______ vom 28. Oktober 2020 sowie eine Honorarnote vom 

11. November 2020 bei. 

E.  

Mit Schreiben vom 12. November 2020 bestätigte das Bundesverwal-

tungsgericht den Eingang der Beschwerde. 

F.  

Mit Verfügung vom 20. November 2020 hiess die Instruktionsrichterin das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut, verzich-

tete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und setzte den rubrizierten 

Rechtsvertreter antragsgemäss als amtlichen Rechtsbeistand ein. Gleich-

zeitig wurde die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung einge-

laden. 

G.  

Mit Vernehmlassung vom 3. Dezember 2020 äusserte sich die Vorinstanz 

zur Beschwerdeschrift. 

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Seite 5 

H.  

Mit Replik vom 23. Dezember 2020 nahm der Beschwerdeführer zur 

vorinstanzlichen Vernehmlassung Stellung. 

Mit der Eingabe wurden vier seiner aktuellen Social-Media-Beiträge inklu-

sive Links sowie eine aktualisierte Kostennote ins Recht gelegt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des Asylgesetzes (AsylG) vom 

26. Juni 1998 in Kraft getreten (AS 2016 3101). Für das vorliegende Ver-

fahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen 

zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten.

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Seite 6 

2.  

2.1 Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden die Fra-

gen nach der Flüchtlingseigenschaft, des Asyls und der Wegweisung. Der 

Wegweisungsvollzug ist nicht mehr zu prüfen, nachdem die Vorinstanz den 

Beschwerdeführer wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vor-

läufig aufgenommen hat. 

2.2 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG 

(vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält (Art. 7 Abs. 1 und 2 AsylG). Unglaubhaft sind insbesondere Vor-

bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wi-

dersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf 

gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 

Abs. 3 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an 

das Glaubhaftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dar-

gelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden 

(vgl. beispielsweise BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

3.3 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise 

aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat eine Gefährdungssituation erst ge-

schaffen worden ist, macht subjektive Nachfluchtgründe geltend (vgl. 

Art. 54 AsylG). Subjektive Nachfluchtgründe können zwar die Flüchtlings-

eigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG begründen, führen jedoch nach 

Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob sie miss-

bräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen werden 

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Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft 

machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl. dazu 

BVGE 2009/28 E. 7.1, m.w.H.). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres Entscheides im Wesentli-

chen aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderun-

gen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten. 

In Bezug auf die vorgebrachte Festnahme und die anschliessende, angeb-

lich zu Unrecht erfolgte Verurteilung im Rahmen des "Kharg-Coups" im 

Jahr 1999, fehle es an einem zeitlichen und sachlichen Zusammenhang 

zwischen Verfolgung und Flucht. So habe er nach diesem Ereignis noch 

weitere (…) Jahre im Iran gelebt und sogar während (…) bis (…) Jahren 

für die iranischen Behörden gearbeitet. Die Verhaftung und die Verurteilung 

hätten nach Vollstreckung des Urteils keine weiteren asylrechtlich relevan-

ten Konsequenzen für ihn gehabt. Ohne die geltend gemachten Gescheh-

nisse zu verkennen, diene das Asylrecht nicht dazu, in der Vergangenheit 

erlittenes Unrecht wiedergutzumachen. Weiter erreiche auch die geltend 

gemachte polizeiliche Festhaltung nach seiner Entlassung vom G._______ 

nicht die für eine asylrechtlich relevante Verfolgung erforderliche Intensität 

und lasse seinen Aufenthalt im Iran nicht als objektiv unzumutbar erschei-

nen. Gemäss eigenen Angaben sei der Beschwerdeführer, nachdem er ei-

nige Stunden auf dem Polizeiposten festgehalten worden sei, wieder frei-

gelassen und danach bis zu seiner endgültigen Ausreise nicht mehr ver-

haftet oder festgehalten worden. Zudem habe er zweimal legal mit seinem 

eigenen Reisepass per Flugzeug aus dem Iran ausreisen können, ohne 

dass die iranischen Behörden ihm dabei Schwierigkeiten bereitet hätten. 

All dies deute daraufhin, dass kein Verfolgungsinteresse an seiner Person 

bestehe. Sodann lasse sich vorliegend kein unerträglicher psychischer 

Druck bejahen. Die genannten Schwierigkeiten eine neue Arbeitsstelle zu 

finden, hätten nicht zu einer eigentlichen Zwangslage führen können, die 

es ihm verunmöglicht hätte, weiterhin in seinem Heimatland zu bleiben. So 

sei es ihm wiederholt gelungen, trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage 

im Iran und seiner persönlichen Probleme, Arbeit zu finden. Die Behaup-

tung, seine Freunde und Familie hätten sich von ihm abgewandt, könne 

anhand der Akten ebenfalls nicht nachvollzogen werden, zumal er erzählt 

habe, wie er in seiner Heimat von mehreren Personen unterstützt worden 

sei. Auch die Vorbringen betreffend das Bestehen einer Sicherheitsakte 

und der geltend gemachte psychische Druck würden sich – unter Vorbehalt 

der Glaubhaftigkeit – als nicht intensiv genug erweisen, um eine asylrecht-

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liche Relevanz zu entfalten. Ferner gehe aus seinen Schilderungen betref-

fend sein Interesse für die Bahai-Religion nicht hervor, dass er bisher kon-

vertiert sei. Gemäss eigenen Angaben habe er in Gesprächen zwar Bahais 

in Schutz genommen, seinem Umfeld sei jedoch nicht bekannt gewesen, 

dass er sich persönlich für den Bahai-Glauben interessiert habe. Es sei 

demnach davon auszugehen, dass sein Interesse für das Bahaitum den 

Behörden nicht bekannt gewesen sei und somit keine asylrechtliche Rele-

vanz aufweise. Gleiches gelte für sein Interesse am Christentum. Zu den 

mit Eingabe vom 4. September 2020 eingereichten Korrespondenzen mit 

der evangelischen Gemeinde L._______ aus den Jahren 2015 und 2016 

bemerkte das SEM, dass er während den drei Befragungen zu keinem Zeit-

punkt angegeben habe, sich auch für das Christentum interessiert zu ha-

ben. Da ihm aus dem E-Mailverkehr keinerlei Nachteile erwachsen seien, 

sei nicht davon auszugehen, dass die iranischen Behörden Kenntnis über 

sein damaliges Interesse für das Christentum gehabt hätten. Schliesslich 

vermöge die Teilnahme an einer Protestaktion in J._______, wie auch das 

Veröffentlichen von regimekritischen Posts auf K._______ keine Furcht vor 

flüchtlingsrelevanter Verfolgung bei einer Rückkehr in den Iran zu begrün-

den. Den Akten seien keine konkreten Hinweise zu entnehmen, dass er 

sich in qualifizierter Weise exilpolitisch in der Schweiz betätigt habe. An 

dieser Einschätzung würden auch die als Beweismittel eingereichten Aus-

drucke seiner K._______-Posts nichts ändern. Insgesamt erfülle er die 

Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass sein Asylgesuch abzulehnen sei. 

4.2 Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber in seiner Beschwerde 

vor, die politisch motivierte Überwachung, die Einvernahmen durch die Po-

lizei, die gegen ihn eröffnete Sicherheitsakte, die systematische Erschwe-

rung seines Lebens beispielsweise durch die Kündigung, die Missachtung 

seiner Ansprüche aus der Arbeitslosenkasse und der Verweigerung von 

Bankkrediten, die schweren Benachteiligungen sowie die ungewisse Zu-

kunft und die ständige Sorge, erneut festgenommen zu werden, habe 

knapp zwei Jahre nach der Entlassung beim G._______ zu einem derart 

unerträglichen psychischen Druck geführt, dass ihm keine andere Möglich-

keit geblieben sei, als sein Heimatland zu verlassen. Damit werde darge-

legt, dass er zum Zeitpunkt seiner Ausreise aus seinem Heimatland in asyl-

relevanter Weise verfolgt worden sei, weshalb er als Flüchtling anzuerken-

nen und ihm Asyl zu erteilen sei. Erst seit er sich in der Schweiz aufhalte, 

habe er den Mut, sich politisch zu äussern. Seine Profile auf K._______ 

(P._______) und Q._______ (R._______) seien öffentlich einsehbar und 

miteinander verknüpft. Da er auf K._______ mit seinem richtigen Namen 

publiziere, würden direkte Rückschlüsse auf seine Person und die Gefahr 

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von Repressionen wesentlich erhöht werden. Bei seinen Beiträgen handle 

es sich um klare politische Botschaften gegen die Machthaber. In der Be-

schwerde wurde exemplarisch auf vier Posts vom (…) 2020, (…) 2020 so-

wie vom (…) 2020 eingegangen. Vor dem Hintergrund, dass seine Beiträge 

auf einige Resonanz stossen würden, öffentlich einsehbar und iranische 

Staatsangehörige im Ausland generell einem erhöhten Risiko der staatli-

chen Überwachung ausgesetzt seien, seien sie geeignet, die Aufmerksam-

keit der Strafverfolgungsbehörden auf ihn zu lenken. Hinzu komme, dass 

er bereits vor seiner Ausreise aufgrund seiner politischen und religiösen 

Ansichten aus dem Staatsdienst entlassen worden sei, fortan überwacht 

und bespitzelt und eine Sicherheitsakte zu seiner Person eröffnet worden 

sei. Damit sei er bei einer hypothetischen Rückkehr in sein Heimatland ei-

ner ernsthaften Bedrohung und Verfolgungsmassnahmen des iranischen 

Staates ausgesetzt. Aufgrund der dargelegten Nachfluchtgründe sei er in 

der Schweiz als Flüchtling vorläufig aufzunehmen. 

4.3 In ihrer Vernehmlassung nahm die Vorinstanz Bezug zu den Ausfüh-

rungen des Beschwerdeführers, wonach sie die Glaubhaftigkeit seiner 

Aussagen nicht in Zweifel ziehe, und führte aus, dass dies nicht gänzlich 

zutreffe. Er habe beispielsweise angegeben, ihm sei aufgrund seiner poli-

tischen und religiösen Ansichten gekündigt worden. Hierbei handle es sich 

aber lediglich um seine persönliche Vermutung, zumal er mehrmals zu Pro-

tokoll gegeben habe, er sei grundlos entlassen worden. Ferner seien seine 

Äusserungen betreffend die Existenz einer Sicherheitsakte und dem erlit-

tenen Druck vage geblieben. So habe er beispielsweise nicht überzeugend 

darlegen können, weshalb er davon ausgegangen sei, von Spionen über-

wacht worden zu sein. Wie bereits im Asylentscheid festgehalten worden 

sei, könne auch seine Behauptung, seine Freunde und Familie hätten sich 

von ihm abgewandt, nicht nachvollzogen werden. Weitere Hinweise, wie 

die legalen und problemlosen Ein- und Ausreisen würden darauf schlies-

sen lassen, dass die iranischen Behörden kein Verfolgungsinteresse am 

Beschwerdeführer gehabt haben. Sodann merkte das SEM zu den im Be-

schwerdeverfahren eingereichten K._______-Posts an, er habe diese 

Posts mehrheitlich nicht selbst verfasst, sondern lediglich geteilt und sie 

würden nicht über die massentypischen Posts von vielen Exil-Iranerinnen 

und -Iranern hinausgehen. 

4.4 In seiner Replik entgegnete der Beschwerdeführer, es stimme zwar, 

dass er mehrmals angegeben habe, grundlos entlassen worden zu sein. 

Er habe jedoch gegenüber seinem Rechtsvertreter erklärt, dass er seine 

persönlichen Bedenken bei der Arbeit angemeldet habe. Es habe keine 

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objektiven Gründe für seine Entlassung gegeben. Die Tatsache, dass ihm 

Gespräche mit seinem Vorgesetzten verweigert worden seien, würden da-

bei gerade für eine Entlassung aufgrund religiöser respektive politischer 

Differenzen sprechen. Die undurchsichtige und ausweichende Vorgehens-

weise seines ehemaligen Chefs würde zeigen, dass dieser von seinen Vor-

gesetzten, welche dem Regime nahestehen würden, unter Druck gesetzt 

worden sei. Weiter sei der Vorwurf, er hätte mehr über die Sicherheitsakte 

sagen müssen, nicht nachvollziehbar. Seine Aussagen zur Sicherheitsakte 

seien deshalb vage ausgefallen, weil er diese Unterlagen nie gesehen 

habe und die Polizisten diese bei der Befragung ganz gezielt als Druckmit-

tel eingesetzt hätten, was er denn auch bei der zweiten Befragung zu Pro-

tokoll gegeben habe. Überdies wäre es geradezu paradox, wenn er genau-

este Angaben zu einer geheimen Ermittlungsakte machen könnte. Ferner 

werde aus den Erläuterungen der Vorinstanz nicht klar, inwiefern seine Ant-

worten diffus ausgefallen sein sollten. Sie unterlasse es denn auch zu be-

gründen, weswegen für sie nicht nachvollziehbar sei, dass sich seine 

Freunde und Familie von ihm abgewandt hätten. Er habe hierzu ausge-

führt, dass sich sein Umfeld aus Angst, ebenfalls als Abtrünnige oder als 

Verbündete eines Staatsfeindes wahrgenommen zu werden, von ihm ab-

gewendet hätten, was plausibel und nachvollziehbar sei. Somit seien die 

von der Vorinstanz behaupteten unglaubhaften Aussagen widerlegt und es 

sei dargetan, dass seine Aussagen unter Würdigung der verschiedenen 

Elemente als überwiegend wahrscheinlich und somit glaubhaft zu qualifi-

zieren seien. Weiter widersprach der Beschwerdeführer der Einschätzung 

der Vorinstanz betreffend sein exilpolitisches Engagement. Er habe sich, 

seitdem er in der Schweiz sei, exilpolitisch auf K._______ und Q._______ 

geäussert. Dabei habe er regimekritische Beiträge und teilweise eigene Vi-

deos und Inhalte veröffentlicht. Im Sinne einer Auswahl verwies er auf vier 

aktuelle Beiträge auf seinen K._______- und Q._______-Accounts. Unter 

Berücksichtigung der Vorkommnisse in seinem Heimatland und seines 

exilpolitischen Wirkens sei im aktuellen Zeitpunkt von einer zukünftigen 

Verfolgung auszugehen. 

5.  

5.1 Nach einer Gesamtwürdigung der Aktenlage gelangt das Bundesver-

waltungsgericht – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – zum Ergebnis, 

dass die geschilderten Vorfluchtgründe des Beschwerdeführers keine die 

Flüchtlingseigenschaft begründende Relevanz zu entfalten vermögen. Für 

Einzelheiten wird auf die entsprechenden, ausführlichen und überzeugen-

den Erwägungen der vorinstanzlichen Verfügung (vgl. dort, E. II sowie die 

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Seite 11 

Zusammenfassung der entsprechenden Ausführungen in E. 4.1 des vorlie-

genden Urteils) verwiesen, welchen sich das Gericht vollumfänglich an-

schliesst. Die Vorbringen auf Beschwerdeebene sind nicht geeignet, zu ei-

ner anderen Beurteilung zu gelangen. In Ergänzung und Präzisierung ist 

Folgendes festzuhalten: 

5.2 Soweit der Beschwerdeführer in der Replik rügte, die Vorinstanz hätte 

die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen nicht geprüft, ist festzuhalten, dass 

sich eine Prüfung der Glaubhaftigkeit nach Art. 7 AsylG erübrigt, sofern die 

Asylrelevanz – wie vorliegend – geprüft und verneint wurde. 

5.3 Sodann hat das SEM die geltend gemachte polizeiliche Festnahme im 

Jahr 1999 zutreffend aufgrund des fehlenden zeitlichen und sachlichen 

Kausalzusammenhangs zu seiner Ausreise im (…) 2018 als nicht asylrele-

vant im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG eingestuft. Auch der Beschwerdefüh-

rer hat sich in seiner Rechtsmittelschrift nicht mehr weiter damit auseinan-

dergesetzt. 

5.4 Bezüglich der in der Beschwerde vertretenen Auffassung, der Be-

schwerdeführer sei im Iran aufgrund der erlittenen Nachteile (die Entlas-

sung beim G._______, die Nichtgewährung einer Arbeitslosenentschädi-

gung, das Auferlegen eines "Handlungsverbots", die Überwachung durch 

den Staat, die Einvernahme durch die Polizei, die Eröffnung einer Sicher-

heitsakte, die ungewisse Zukunft und die ständige Angst vor einer erneuten 

Verhaftung) einem grossen psychischen Druck ausgesetzt gewesen, ist 

festzuhalten, dass Eingriffe in andere Rechtsgüter als Leib, Leben oder 

Freiheit dann als Verfolgung gelten, wenn daraus ein unerträglicher psy-

chischer Druck entsteht, der einen weiteren Verbleib im Heimatstaat für die 

betroffene Person objektiv gesehen unzumutbar macht. Ein unerträglicher 

psychischer Druck im Sinne von Art. 3 AsylG ist dann zu bejahen, wenn 

einzelne Personen oder Teile einer Bevölkerung systematisch schweren 

oder wiederholten Eingriffen in ihre Menschenrechte durch den Staat aus-

gesetzt sind (oder dieser keinen adäquaten Schutz vor Übergriffen Dritter 

zu gewähren im Stande ist) und diese Eingriffe eine derartige Intensität 

erreichen, dass ein menschenwürdiges Leben nicht mehr möglich er-

scheint (vgl. BVGE 2014/32 E. 7.2, 2013/21 E. 9.1, 2013/12 E. 6, 2013/11 

E. 5.4.2, 2011/16 E. 5, jeweils m.w.H.). Ausgangspunkt ist dabei immer ein 

konkreter Eingriff, der stattgefunden hat oder mit solcher Wahrscheinlich-

keit droht, dass die Furcht vor ihm als begründet erscheint, wobei dieser 

aus einem der in Art. 3 Abs. 1 AsylG genannten Motive erfolgen muss. Be-

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Seite 12 

ruht der psychische Druck einzig auf den gesellschaftlichen, wirtschaftli-

chen oder ähnlichen Gegebenheiten in einem Staat beziehungsweise auf 

der psychischen Verfassung eines Asylsuchenden, ist er selbst dann nicht 

flüchtlingsrechtlich relevant, wenn die Angehörigen bestimmter politischer, 

religiöser oder ähnlicher Gruppen (z.B. Menschen mit psychischen Erkran-

kungen) besonders darunter leiden. Ohne die vom Beschwerdeführer gel-

tend gemachten Erlebnisse zu bagatellisieren, vermag die vorgebrachte 

subjektive Unerträglichkeit der Situation für sich allein den gesetzlichen An-

forderungen für die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft nicht zu genü-

gen. Dies umso weniger, als er nach seinem Aufenthalt in der Türkei 

(…) 2016 respektive (…) 2017 freiwillig in sein Heimatland zurückkehrte. 

Insgesamt kann seinen Vorbringen kein unerträglicher psychischer Druck 

abgeleitet werden, der ihm den weiteren Verbleib in seiner Heimat verun-

möglicht hätte beziehungsweise zukünftig verunmöglichen würde. 

5.5 Schliesslich sind die Feststellungen des SEM, wonach das Interesse 

des Beschwerdeführers am Bahaitum und am Christentum keine asylrecht-

liche Relevanz zu entfalten vermag, zu bestätigen. Dies wurde in der Be-

schwerde ebenfalls zu Recht nicht bestritten. 

5.6 Nach dem Gesagten ist das Bestehen einer asylbeachtlichen Verfol-

gung respektive Verfolgungsgefahr im Ausreisezeitpunkt zu verneinen. 

6.  

6.1 Nachfolgend ist zu prüfen, ob aufgrund des geltend gemachten exilpo-

litischen Engagements des Beschwerdeführers subjektive Nachflucht-

gründe im Sinne von Art. 54 AsylG (vgl. dazu vorstehend E. 3.3) bestehen. 

6.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Praxis grundsätzlich 

von einer unbefriedigenden Menschenrechtssituation im Iran aus. Auch 

nach den Präsidentschaftswahlen im Juni 2013 steht es vor allem um die 

Wahrung der politischen Rechte und insbesondere der Meinungsäusse-

rungsfreiheit schlecht. Jegliche Kritik am System der Islamischen Republik 

und deren Würdenträgern ist tabu, ebenso die Berichterstattung über poli-

tische Gefangene oder echte Oppositionsbewegungen. Die iranischen Be-

hörden unterdrücken in systematischer Weise die Meinungsäusserungs-

freiheit durch die Inhaftierung von Journalisten und Redakteuren, und die 

Medien sind einer strengen Zensur respektive einem Zwang zur Eigenzen-

sur unterworfen. Somit hat sich die Einschätzung des Bundesverwaltungs-

gerichts zur Lage im Iran (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.3.1) auch nach den Prä-

sidentschaftswahlen im Juni 2013 nicht geändert und behält nach wie vor 

D-5630/2020 

Seite 13 

ihre Gültigkeit (vgl. beispielsweise Urteile des BVGer E-4282/2018 vom 

4. März 2020 E. 7.3.1, E-353/2019 vom 22. März 2019 E. 7.2.1 und 

E-5863/2016 vom 12. Oktober 2018, je m.w.H.). 

6.3 Im Iran ist die politische Betätigung für staatsfeindliche Organisationen 

im Ausland seit der Neufassung des iranischen Strafrechts im Jahr 1966 

unter Strafe gestellt. Einschlägigen Berichten zufolge wurden in der Ver-

gangenheit bereits Personen verhaftet, angeklagt und verurteilt, welche 

sich unter anderem im Internet kritisch zum iranischen Staat äusserten (vgl. 

SCHWEIZERISCHE FLÜCHTLINGSHILFE, „Iran: Illegale Ausreise / Situation von 

Mitgliedern der PDKI / Politische Aktivitäten im Exil“, 16. November 2010, 

S. 7 ff., m.w.H.). Es ist sodann seit längerem bekannt, dass die iranischen 

Behörden die politischen Aktivitäten ihrer Staatsangehörigen auch im Aus-

land überwachen und erfassen (vgl. dazu beispielsweise Urteile des 

BVGer E-3923/2016 vom 24. Mai 2018 E. 5.2, D-830/2016 vom 20. Juli 

2016 E. 4.2, E-5292/2014 und E-5296/2014 beide vom 25. Februar 2016 

E. 7.4, je m.w.H.; vgl. auch Schnellrecherche der Schweizerischen Flücht-

lingshilfe [SFH] Iran: Risiken im Zusammenhang mit der Veröffentlichung 

von «kritischen» Informationen in sozialen Netzwerken, 25. April 2019 

<https://www.fluechtlingshilfe.ch/fileadmin/user_upload/Publikationen/Her-

kunftslaenderberichte/Mittlerer_Osten_-_Zentralasien/Iran/190121-irn-re-

seaux-sociaux-de.pdf>, letztmals abgerufen am 2. März 2021). Insbeson-

dere haben die iranischen Behörden die technischen und organisatori-

schen Möglichkeiten, Personen im Ausland aufgrund ihrer Internetaktivitä-

ten zu überwachen und zu identifizieren (vgl. Urteil des BVGer 

E-5466/2019 vom 28. Juli 2020 E. 7.2.2 ff.). Es bleibt jedoch im Einzelfall 

zu prüfen, ob die konkret geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten bei 

einer allfälligen Rückkehr in den Iran mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

ernsthafte Nachteile im asylrechtlichen Sinn nach sich ziehen. Gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts ist dabei davon auszugehen, dass 

sich die iranischen Geheimdienste auf die Erfassung von Personen kon-

zentrieren, die über die massentypischen, niedrigprofilierten Erscheinungs-

formen exilpolitischer Proteste hinaus Funktionen ausgeübt und/oder Akti-

vitäten vorgenommen haben, welche die jeweilige Person aus der Masse 

der mit dem Regime Unzufriedenen herausstechen und als ernsthaften 

und gefährlichen Regimegegner erscheinen lassen. Dabei darf davon aus-

gegangen werden, dass die iranischen Sicherheitsbehörden zu unterschei-

den vermögen zwischen tatsächlich politisch engagierten Regimekritikern 

und Exilaktivisten, die mit ihren Aktionen in erster Linie die Chancen auf ein 

Aufenthaltsrecht zu erhöhen versuchen (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.4.3, be-

stätigt im Referenzurteil D-830/2016 vom 20. Juli 206 E. 4.2). 

D-5630/2020 

Seite 14 

6.4  

6.4.1 Der Beschwerdeführer machte anlässlich der ergänzenden Anhö-

rung geltend, er habe (…) 2020 an einer Protestaktion in J._______ teilge-

nommen und werde bestimmt auch in Zukunft an solchen Veranstaltungen 

in der Schweiz mitmachen (vgl. SEM-Akte A/21, F 88 f.). Auf Beschwerde-

ebene wurde zwar auf seine (…) 2020 auf seinen Social-Media-Kanälen 

veröffentlichten Beiträge, welche ihn an einer (nicht näher bezeichneten) 

Kundgebung in J._______ zeigen sollen, hingewiesen. Hierbei ist aus den 

Foto- und Videoaufnahmen jedoch kein besonderer Exponierungsgrad des 

Beschwerdeführers ersichtlich, dies wurde von ihm denn auch nicht be-

hauptet. Nähere Angaben zu weiteren Demonstrationsteilnahmen wurden 

keine gemacht und entsprechende Beweismittel wurden ebenfalls nicht 

vorgelegt. Aufgrund dieser wenigen Angaben zu seinen Teilnahmen an 

exilpolitischen Veranstaltungen ist sein diesbezüglich geltend gemachtes 

Engagement – über die blossen Behauptungen hinaus – nicht substanti-

iert. 

6.4.2 Der Beschwerdeführer ist seit mehreren Jahren auf verschiedenen 

Plattformen auf den sozialen Medien (K._______ und Q._______) aktiv, 

was durch Printscreens seiner Beiträge belegt wird (vgl. SEM-Akte A/19 

[Beweismittelcouvert], Beweismittel 13 und 14, BVGer act. 1, Beilage 4.1–

4.5 und act. 6, Beilagen 1.1–1.4). Auf K._______ ist er unter seinem eige-

nen Vor- und Nachnamen P._______ aktiv. Auf seinem Profil, welches öf-

fentlich ist, hat er angegeben, wo er studiert hat, wo er herkommt und wo 

er aktuell wohnt. Seine Freundesliste ist dagegen privat. Auf Q._______ ist 

er unter R._______ registriert. Auch dieses Profil ist öffentlich einsehbar. 

Er hat insgesamt (…) Beiträge in seinem Feed, (…) Abonnenten und selber 

(…) Personen abonniert (Stand: 2. März 2021). Auf beiden Accounts wird 

als Profilbild zurzeit ein Foto des Beschwerdeführers angezeigt. Er hat auf 

seinen Kanälen private Eindrücke sowie Beiträge zu politischen Themen 

hochgeladen. Aus den vorinstanzlichen und auf Beschwerdeebene einge-

reichten Screenshots seiner exilpolitischen Posts geht hervor, dass er zwar 

teilweise selber Beiträge verfasst, grösstenteils jedoch kommentarlos Bei-

träge von anderen Nutzern (hauptsächlich von S._______) geteilt hat. In-

haltlich richten sich die darin enthaltenen (geteilten und eigenen) Artikel 

– soweit aus den knappen Übersetzungen in den Rechtsmittelschriften er-

sichtlich – im Wesentlichen kritisch gegen das iranische Regime und die 

islamische Republik. Hierbei ist festzuhalten, dass nicht mehr alle Einträge 

der eingereichten Screenshots auf K._______ zu finden sind und offen-

sichtlich im Nachhinein wieder gelöscht wurden (so beispielsweise die 

Posts vom (…) 2020, vom (…) 2020 sowie jener, worin der Religionsführer 

D-5630/2020 

Seite 15 

Ali Khameini angeblich für sämtliche Missstände verantwortlich gemacht 

worden sei). Aus den eingereichten Auszügen seiner Posts ist sodann nicht 

ersichtlich, dass er in den sozialen Medien eine besondere Reichweite 

hätte und seine Beiträge eine grosse Anzahl von "Likes" und Kommentaren 

anderer Nutzer aufweisen. Mit Blick auf Art und Umfang seiner Internetak-

tivitäten erfüllt er insgesamt nicht das Profil eines ausserordentlich enga-

gierten und exponierten Regimegegners, welcher sich über das Mass von 

der grossen Zahl exilpolitisch tätigen Iranerinnen und Iranern abhebt. Es 

ist deshalb unwahrscheinlich, dass die iranischen Behörden ihn als ernst-

zunehmende Bedrohung für das politische System des Iran wahrnehmen 

würden, selbst wenn sie von seinen exilpolitischen Aktivitäten in den sozi-

alen Medien erfahren haben respektive zukünftig erfahren sollten. Immer-

hin dürften weltweilt mittlerweile hunderttausende Exil-Iranerinnen und -

Iranern auf Social-Media aktiv sein, was selbst die iranischen Behörden zu 

einer Konzentration auf besonders auffällige respektive profilierte Konten 

zwingt. Ein solches Profil ist im Falle des Beschwerdeführers jedoch nicht 

ersichtlich gemacht. 

6.5 Nach dem Gesagten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass der Beschwerdeführer nicht mit hinreichender Wahrschein-

lichkeit in die Kategorie der Personen fällt, die aufgrund ihrer exilpolitischen 

Tätigkeit oder Funktion als ernsthafte und potentiell gefährliche Regime-

gegner wahrgenommen werden. Von einem Interesse der iranischen Si-

cherheitsdienste an der Person des Beschwerdeführers ist schliesslich 

umso weniger auszugehen, als er sich in seiner Heimat nicht öffentlich po-

litisch geäussert hat und die geltend gemachten islam- und regimekriti-

schen Aktivitäten gemäss Aktenlage erst nach der Gesuchseinreichung in 

der Schweiz aufgenommen hat. Es ist deshalb festzustellen, dass er keine 

subjektiven Nachfluchtgründe darzulegen vermochte, womit er die Flücht-

lingseigenschaft auch nicht aufgrund der behaupteten exilpolitischen Akti-

vitäten erfüllt. 

7.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die geltend gemachten Asyl-

gründe nicht geeignet sind, eine asyl- respektive flüchtlingsrechtlich rele-

vante Verfolgung beziehungsweise eine entsprechende Verfolgungsfurcht 

zu begründen. Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände folgt, dass 

der Beschwerdeführer keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachweisen oder 

glaubhaft machen konnte. Die Vorinstanz hat daher zu Recht die Flücht-

lingseigenschaft verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 

D-5630/2020 

Seite 16 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; SR 173.320.2]). Nachdem mit 

Zwischenverfügung vom 20. November 2020 das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut-

geheissen worden ist und weiterhin von seiner Bedürftigkeit auszugehen 

ist, sind ihm keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

10.2 Nachdem der rubrizierte Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit 

derselben Verfügung als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet worden ist, 

ist er für seinen Aufwand unbesehen des Ausgangs des Verfahrens zu ent-

schädigen, soweit dieser sachlich notwendig war (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 8 

Abs. 2 VGKE). Der Rechtsvertreter reichte mit Replikeingabe vom 23. De-

zember 2020 eine aktualisierte Kostennote zu den Akten, die einen Vertre-

tungsaufwand von 11 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 180.– (in-

klusive Mehrwertsteuerzuschlag) und eine Spesenpauschale von Fr. 50.– 

aufweist. Der geltend gemachte Arbeitsaufwand erscheint in zeitlicher Hin-

sicht als angemessen. Das Gericht legt der amtlichen Verbeiständung bei 

nicht-anwaltlichen Vertretern einen maximalen Stundenansatz von 

Fr. 150.– zugrunde (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE). Da Spesen 

gemäss Art. 11 Abs. 1 VGKE aufgrund der tatsächlichen Kosten und nicht 

D-5630/2020 

Seite 17 

als unbelegte Pauschale auszuzahlen sind, ist die geltend gemachte Spe-

senpauschale von Fr. 50.– somit nicht zu vergüten, zumal keine besonde-

ren Verhältnisse vorliegen, welche eine Auszahlung eines Pauschalbetrags 

rechtfertigen würden (vgl. Art. 11 Abs. 3 VGKE). Für das Beschwerdever-

fahren sind dem amtlich beigeordneten Rechtsvertreter somit zu Lasten 

des Gerichts ein amtliches Honorar von gerundet Fr. 1'777.– (inklusive 

Mehrwertsteuerzuschlag) zuzusprechen. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-5630/2020 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand, MLaw Marc Arnold, wird vom Bundesver-

waltungsgericht ein amtliches Honorar in der Höhe von Fr. 1'777.– zuge-

sprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Contessina Theis Kathrin Rohrer 

 

 

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