# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 24b31ef3-20ea-5f74-b819-67f585214e94
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-09-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.09.2021 E-3387/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3387-2019_2021-09-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3387/2019 

 

 
Ebe D a 

  U r t e i l  v o m  1 .  S e p t e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Constance Leisinger (Vorsitz), 

Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger,  

Richterin Muriel Beck Kadima, 

Gerichtsschreiberin Kinza Brunner. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

C._______, geboren am (…), 

D._______, geboren am (…), 

Syrien,   

alle vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan,  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug),  

(Nichteintreten auf Wiedererwägungsgesuch);  

Verfügung des SEM vom 26. Juni 2019 / N (…). 

 

 

 

E-3387/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden ersuchten am 19. Oktober 2015 um Asyl in der 

Schweiz. Mit Verfügung vom 11. Juni 2018 stellte das SEM fest, dass die 

Beschwerdeführenden die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllten und lehnte 

ihre Asylgesuche ab. Zudem verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz. 

Aufgrund der Unzumutbarkeit des Vollzuges wurde ihre vorläufige Auf-

nahme in der Schweiz angeordnet. Die Verfügung erwuchs unangefochten 

in Rechtskraft.  

B.  

Am 14. Mai 2019 reichten die Beschwerdeführenden beim SEM ein als 

«zweites Asylgesuch» tituliertes Gesuch ein und beantragten, es sei ihre 

Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihnen Asyl zu gewähren. In for-

meller Hinsicht ersuchten sie darum, sie von der Bezahlung der Verfah-

renskosten zu befreien und auf die Erhebung eines Gebührenvorschusses 

zu verzichten.  

Zur Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, der Beschwer-

deführer sei in Syrien, wie im ordentlichen Asylverfahren bereits dargelegt, 

politisch aktiv gewesen und habe sich an zahlreichen Demonstrationen ge-

gen das syrische Regime beteiligt, weshalb er von den syrischen Sicher-

heitsbehörden gesucht worden sei. Er habe nunmehr erfahren, dass er we-

gen dieser politischen Aktivitäten in Syrien verurteilt worden sei. Mit Urteil 

des Einzelmilitärrichters in al-Quamishli vom 22. Oktober 2018 sei er we-

gen Verachtung des Staatspräsidenten, der Staatsflagge und des Staats-

wappens sowie wegen Anstiftung zu Unruhen und des Versuchs der Ab-

spaltung schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren 

und einer Busse von SYP 100’000 verurteilt worden. Zum Nachweis wurde 

die amtlich beglaubigte Kopie eines Urteilsauszuges vom 22. Oktober 

2018, ein Originalauszug aus dem Strafregister, ausgestellt am 5. März 

2019, eine Kopie einer Weisung der Staatssicherheit an die Direktion der 

Einwanderungsbehörde in E._______ betreffend Haftbefehl, datierend 

vom 17. September 2015 sowie ein Schreiben des Anwalts des Beschwer-

deführers, je mit deutscher Übersetzung, eingereicht. 

C.  

Mit Verfügung vom 4. Juni 2019 führte das SEM im Hinblick auf die Quali-

fizierung des Gesuchs vom 14. Mai 2019 aus, dieses werde als qualifizier-

tes Wiedererwägungsgesuch an Hand genommen, da mit den eingereich-

ten Beweismitteln die vom Beschwerdeführer im ordentlichen Verfahren 

E-3387/2019 

Seite 3 

geltend gemachte Suche nach ihm durch die syrischen Behörden, welche 

als unglaubhaft qualifiziert worden sei, bewiesen werden solle. Das Ge-

such sei aufgrund einer summarischen Prüfung als offensichtlich aus-

sichtslos zu qualifizieren. Die Beschwerdeführenden wurden aufgefordert, 

einen Gebührenvorschuss in Höhe von Fr. 600.– zu leisten. Festgehalten 

wurde zudem, dass diese Zwischenverfügung lediglich mit dem Endent-

scheid anfechtbar sei.  

D.  

Nachdem die Beschwerdeführenden den einverlangten Kostenvorschuss 

nicht geleistet hatten, trat das SEM mit Verfügung vom 26. Juni 2019 an-

drohungsgemäss auf das Wiedererwägungsgesuch vom 14. Mai 2019 

nicht ein und stellte fest, dass die Verfügung vom 11. Juni 2018 rechtskräf-

tig sei.  

E.  

Am 3. Juli 2019 erhoben die Beschwerdeführenden – handelnd durch ihren 

Rechtsvertreter – gegen diese Verfügung Beschwerde vor dem Bundes-

verwaltungsgericht. Beantragt wurde, die Verfügung sei aufzuheben und 

die Sache sei an die Vorinstanz zurückzuweisen, mit der Anweisung, auf 

das Wiedererwägungsgesuch einzutreten und unter Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege von der Erhebung eines Kostenvorschusses abzu-

sehen. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren sei die unentgeltliche 

Rechtspflege zu bewilligen und auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses sei zu verzichten. Es sei den Beschwerdeführenden in der Person des 

unterzeichnenden Anwalts eine amtliche Rechtsverbeiständung beizuord-

nen.  

F.  

Am 5. Juli 2019 wurde den Beschwerdeführenden der Eingang der Be-

schwerde bestätigt. 

G.  

Mit Schreiben vom 10. Februar 2021 ersuchte der Beschwerdeführer um 

Mitteilung des Verfahrensstandes und um beförderliche Behandlung der 

Beschwerde. Mit Schreiben vom 24. Februar 2021 wurde dieses beantwor-

tet.  

  

E-3387/2019 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-

dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung 

auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist 

das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Zur Qualifizierung des vorliegenden beim SEM eingereichten Gesuchs ist 

Folgendes festzustellen: Die Verfügung vom 11. Juni 2018 ist unangefoch-

ten in Rechtskraft erwachsen. Die Beschwerdeführenden reichen nun im 

ausserordentlichen Verfahren Beweismittel ein, welche die im ordentlichen 

Asylverfahren als unglaubhaft erachteten Vorbringen nunmehr untermau-

ern sollen. Die im Original eingereichten Beweismittel datieren mehrheitlich 

nach dem 11. Juni 2018, die eingereichte Kopie eines Fahndungsaufrufes 

E-3387/2019 

Seite 5 

datiert vom 17. September 2015. Sofern die Asyl- und Wegweisungsverfü-

gung des SEM nicht angefochten wurde, kann sowohl in Bezug auf vorbe-

standene Beweismittel und (wie die Vorinstanz in seiner Qualifizierung zu-

treffend festhielt) auch mit nachträglich entstandenen Beweismitteln gel-

tend gemacht werden, dass die ursprüngliche Verfügung fehlerhaft war. Ein 

solchermassen als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch zu bezeichnen-

des Rechtsmittel ist grundsätzlich nach den Regeln des Revisionsverfah-

rens zu behandeln (Art. 66 ff. VwVG; vgl. Entscheidungen und Mitteilungen 

der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 17 E. 2.a 

S. 103 f. mit weiteren Hinweisen).  

5.  

Anfechtungsobjekt ist die Verfügung vom 26. Juni 2019, mit welcher das 

SEM auf das Wiedererwägungsgesuch der Beschwerdeführenden infolge 

Nichtleistung des eingeforderten Kostenvorschusses nicht eingetreten ist. 

Die Nichtbezahlung des Kostenvorschusses ist unbestritten und der ergan-

gene Nichteintretensentscheid die angedrohte Rechtsfolge. Gegenstand 

des Prüfungsverfahrens ist vorliegend die Frage, ob das Zustandekommen 

des angefochtenen Nichteintretensentscheides rechtskonform war. Die an-

gefochtene Nichteintretensverfügung basiert auf der Zwischenverfügung 

vom 4. Juni 2019, mit welcher das SEM die Erhebung des Kostenvorschus-

ses verfügt und begründet hat. Diese Zwischenverfügung, namentlich die 

Würdigung der Begehren als zum vornherein aussichtslos, ist somit auf 

ihre Rechtmässigkeit hin zu prüfen, zumal sie – wie die Vorinstanz in der 

Rechtsmittelbelehrung der Verfügung vom 4. Juni 2019 zutreffend ausge-

führt hat – nicht selbständig, sondern erst mit dem schliesslich ergangenen 

Endentscheid angefochten werden konnte (vgl. BVGE 2007/18; vgl. auch 

Art. 107 Abs. 1 AsylG, welcher die Anfechtbarkeit von Zwischenverfügun-

gen des SEM in Asylangelegenheiten allgemein weitgehend ausschliesst). 

Die Beschwerdeinstanz enthält sich, sofern sie den Nichteintretensent-

scheid respektive die dem Entscheid vorausgegangene Würdigung in der 

Verfügung vom 4. Juni 2019 als unrechtmässig erachtet, einer selbständi-

gen materiellen Prüfung und hebt die angefochtene Verfügung auf und 

weist die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurück, wie dies 

von den Beschwerdeführenden zutreffend beantragt wurde.  

  

E-3387/2019 

Seite 6 

6.  

6.1 Nach Art. 111d Abs. 2 befreit das SEM im Rahmen eines Wiedererwä-

gungsverfahrens die gesuchstellende Person auf Gesuch hin von der Be-

zahlung der Verfahrenskosten, sofern sie bedürftig ist und ihre Begehren 

nicht von vornherein aussichtslos erscheinen. Die Voraussetzungen für die 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Wiedererwägungsverfah-

ren decken sich mithin mit den Voraussetzungen, die Art. 65 VwVG für das 

Verwaltungsbeschwerdeverfahren im Allgemeinen und das (ordentliche) 

Asylbeschwerdeverfahren im Besonderen aufstellt, und die sich im Übrigen 

auch aus Art. 29 Abs. 3 BV ergeben. Insbesondere mit Blick auf das auch 

in Art. 111d Abs. 2 AsylG vorgesehene Erfordernis der Nichtaussichtslosig-

keit kann deshalb auf die zu Art. 29 Abs. 3 BV und Art. 65 Abs. 1 VwVG 

ergangene Lehre und Rechtsprechung zurückgegriffen werden. 

6.2 Danach sind diejenigen Begehren einer Beschwerde als aussichtslos 

anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als 

die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden 

können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Ge-

winnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage halten oder jene 

nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über 

die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Pro-

zess entschliessen würde. Eine Partei soll einen Prozess, den sie auf ei-

gene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen 

können, weil er sie nichts kostet (BGE 138 III 218 E. 2.2.4 m.w.H.; BGE 

129 I 129 E. 2.3.1; BGE 128 I 225 E. 2.5.3; STEFAN MEISSNER, Das Grund-

recht auf unentgeltliche Rechtspflege [Art. 29 Abs. 3 BV], 2008, S. 99 f.; 

MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-

gericht, 2. Aufl. 2008, S. 281 Rz. 4.111 ff.; MARTIN KAYSER/RAHEL ALTMANN, 

in: Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2. Aufl. 

2019, Rz. 31 zu Art. 65; MARCEL MAILLARD, in: Waldmann/Weissenberger 

(Hrsg.), Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Nr. 24 zu Art. 65 VwVG). 

6.3 Nach der Doktrin sind die für die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege erforderlichen Gewinnchancen zu bejahen, wenn diese nur 

wenig geringer oder ungefähr gleich gross erscheinen wie die Verlustge-

fahren, beispielsweise wenn die gesuchstellende Person ihre Behauptun-

gen mit plausibel erscheinenden Beweisofferten untermauert, wenn sich 

nicht leicht zu beantwortende, offene oder umstrittene Rechtsfragen und 

vor allem Sachfragen, wie Abklärungen zu Ländersituationen, zu einge-

reichten Beweismitteln etc. stellen (KAYSER/ALTMANN, a.a.O., Rz. 35 ff. zu 

Art. 65 VwVG; BGE 133 III 614 E. 5; BGE 131 II 306 E. 5.2.2; BGE 129 I 

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Seite 7 

129 E. 2.2.2; Urteil BGer 4P.333/2006 vom 15. März 2007 E. 5.3; Urteil 

BGer 4P.300/2005 vom 15. Dezember 2005 E. 2.3, u.w.H.; DANIEL WUFFLI, 

Die unentgeltliche Rechtspflege in der Schweizerischen Zivilprozessord-

nung, 2015, S. 141; MEICHSSNER, a.a.O., S. 100). 

6.4 Der Entscheid über die Nicht-Aussichtslosigkeit stützt sich auf eine 

prima facie-Beurteilung der Eingabe und allfälliger Vorakten. Die Prüfung 

erfolgt summarisch, wobei sich der summarische Charakter der Prüfung 

schon daraus ergibt, dass sie grundsätzlich zu Beginn des Verfahrens vor-

zunehmen ist und den Entscheid in der Sache nicht präjudizieren darf 

(BGE 133 III 614 E. 5; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 282 

Rz. 4.116). Die prüfende Behörde darf bei der Vorausbeurteilung der Er-

folgsaussichten keinen allzu strengen Massstab anlegen. Bezüglich des 

Sachverhalts ist in erster Linie auf die vorhandenen Akten abzustützen, 

wobei in gewisser Weise eine antizipierte Beweiswürdigung vorgenommen 

wird und sich ein eigentliches Beweisverfahren verbietet (MEICHSSNER, 

a.a.O., S. 106). 

Bei ausserordentlichen Rechtsmitteln wie dem vorliegenden erscheinen 

insbesondere der Zeitpunkt des Rechtsmittels, die Einreichung namhafter 

Beweismittel, die Geltendmachung nicht einfach zu widerlegender Rechts-

standpunkte oder die Frage, ob auch eine vermögende Person ein solches 

Verfahren durchführen würde, als wesentliche Faktoren.  

7.  

7.1 Vorliegend ergibt eine Prüfung der Akten, dass sich die Vorbringen der 

Beschwerdeführenden zur Begründung ihres qualifizierten Wiedererwä-

gungsgesuchs entgegen den Erwägungen der Vorinstanz in der Zwischen-

verfügung vom 4. Juni 2019 nicht als von vornherein aussichtslos erwei-

sen. 

7.2 Zunächst ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführenden dem SEM in 

ihrer Eingabe vom 14. Mai 2019 mit Blick auf die schon im ordentlichen 

Asylverfahren vorgebrachte politische Verfolgung des Beschwerdeführers 

A._______ neue Beweismittel unterbreiteten. Namentlich reichten sie zum 

Nachweis einer Verurteilung des Beschwerdeführers (unter anderem we-

gen Verachtung des Staatspräsidenten, der Staatsflagge und des Staats-

wappens sowie wegen Anstiftung zu Unruhen) eine amtlich beglaubigte 

Kopie eines Urteilsauszugs vom 22. Oktober 2018, einen Originalauszug 

aus dem Strafregister, eine Kopie einer Weisung der Staatssicherheit an 

E-3387/2019 

Seite 8 

die Direktion der Einwanderungsbehörde in Damaskus betreffend Haftbe-

fehl sowie ein Schreiben des syrischen Anwalts des Beschwerdeführers 

ein (je mit deutscher Übersetzung). Auf den ersten Blick weist keines dieser 

Beweismittel offenkundige Fälschungsmerkmale auf. Das SEM hat einen 

Teil der Beweismittel in seiner Zwischenverfügung vom 4. Juni 2019 vertieft 

materiell gewürdigt, um schliesslich auf die vermeintliche Aussichtslosig-

keit des Wiedererwägungsgesuchs zu schliessen. Die Würdigung ging an 

sich bereits über eine summarische Prüfung hinaus. Sodann ist festzustel-

len, dass die im Original eingereichten Dokumente, soweit aus den Akten 

ersichtlich, keiner behördeninternen Dokumentenprüfung unterzogen wur-

den. Dies dürfte vorliegend aber angebracht erscheinen. In diesem Zusam-

menhang ist festzustellen, dass die zuständige Fachreferentin Asyl in Be-

zug auf ein im Beweismittel angebrachtes Datum (2015) in ihrer Würdigung 

allenfalls irrtümliche Schlüsse gezogen hat (vgl. Verfügung vom 4. Juni 

2019 Ziff. I, 2. S. 3, Beschwerde S. 5). Das eingereichte Schreiben des 

heimatlichen Anwalts wurde sodann ohne weitere Begründung als Gefäl-

ligkeitsschreiben qualifiziert, dies obwohl die Kontaktdaten des Anwalts 

aufgeführt sind und er sich inhaltlich substanziiert zum Verfahrenslauf in 

Bezug auf die strafrechtliche Verfolgung des Beschwerdeführers im Hei-

matstaat geäussert hat. 

7.3 Bei einer Gesamtbetrachtung kann nicht davon ausgegangen werden, 

dass sich die Vorinstanz – wie geboten – auf eine summarische Prüfung 

der im Wiedererwägungsgesuch neu geltend gemachten Vorbringen be-

schränken konnte, um das Gesuch betreffend die unentgeltliche Rechts-

pflege wegen offensichtlicher Aussichtslosigkeit abzuweisen. Vielmehr ha-

ben die Beschwerdeführenden neue Dokumente beigebracht, die einer 

vertieften materiellen Würdigung in Bezug auf die Beweistauglichkeit be-

dürfen und die dabei auch in den Zusammenhang zum Asylvorbringen zu 

stellen sind, welches in der unangefochten gebliebenen Verfügung teil-

weise als nicht asylrelevant, in Bezug auf die geltend gemachte staatliche 

Verfolgung jedoch als unglaubhaft erachtet wurden. 

7.4 Das Wiedererwägungsgesuch kann deshalb nicht als aussichtslos be-

zeichnet werden. Die Vorinstanz hat mithin zu Unrecht einen Kostenvor-

schuss von den Beschwerdeführenden eingefordert; der daraufhin infolge 

Nichtbezahlung des Kostenvorschusses ergangene Nichteintretensent-

scheid erweist sich als unrechtmässig. 

7.5 Die Beschwerde ist nach dem oben Ausgeführten antragsgemäss gut-

zuheissen. Die Verfügung vom 26. Juni 2019 ist aufzuheben und die Sache 

E-3387/2019 

Seite 9 

an das SEM zurückzuweisen, damit dieses unter Gutheissung des von den 

Beschwerdeführenden gestellten Gesuchs um unentgeltliche auf das Wie-

dererwägungsgesuch eintrete; auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

hat das SEM zu verzichten. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG), weshalb sich der Antrag auf Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung als gegenstandslos erweist. Mit vorliegendem 

Direktentscheid in der Hauptsache wird das Gesuch um Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses hinfällig. 

9.  

9.1 Den vertretenen Beschwerdeführenden ist angesichts ihres Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die 

ihnen notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen.  

9.2 Es wurde keine Kostennote zu den Akten gereicht, weshalb die not-

wendigen Parteikosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 

Abs. 2 in fine VGKE). Die von der Vorinstanz auszurichtende Parteient-

schädigung wird in Anwendung der genannten Bestimmungen und unter 

Berücksichtigung der massgeblichen Bemessungsfaktoren demnach von 

Amtes wegen auf insgesamt Fr. 1000.– festgelegt. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-3387/2019 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 26. Juni 2019 wird aufgehoben und die Sache 

an das SEM zurückgewiesen. Das SEM wird angewiesen, auf das qualifi-

zierte Wiedererwägungsgesuch einzutreten. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführenden für das Verfahren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insge-

samt Fr. 1000.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Kinza Brunner 

 

 

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