# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4fbb255f-3430-5f96-9321-2060bde1a1c9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.05.2010 C-1051/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1051-2009_2010-05-31.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1051/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 1 .  M a i  2 0 1 0

Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, Richter Michael Peterli, 
Gerichtsschreiberin Susanne Genner.

U._______,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Vorinstanz.

Verfügung vom 3. Februar 2009 betr. Invalidenrente.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1051/2009

Sachverhalt:

A.
Der  am  (...)  1952  geborene  Beschwerdeführer  österreichischer 
Nationalität arbeitete vom 17. April 2001 bis zum 30. August 2006 als  
Mineur  (Tunnelbauer)  in  der  Schweiz  (vgl.  Fragebogen  für  Arbeit-
gebende vom 28. Juli  2008,  act. 12). Er war wohnhaft  in A._______ 
GR. Am 20. Juli 2006 erlitt er einen Vorwandinfarkt und war ab dem 31. 
August  2006 krank geschrieben. Nach einer stationären Behandlung 
vom 7. September 2006 bis zum 9. September 2006 im Krankenhaus 
X._______  wurde  er  gemäss  Bericht  der  Dres.  med.  T._______, 
M._______ und L._______ vom 9. September 2006 (act. 17) kardial 
stabil  und beschwerdefrei  nach Hause entlassen. Vom 9. November 
2006 bis zum 29. November 2006 absolvierte er  ein Rehabilitations-
programm,  welches  gemäss  Bericht  der  Dres.  med.  K._______, 
N._______ und B._______ vom 18. Januar 2007 (act. 20) erfolgreich 
verlief.

B.
In der Folge begab sich der Beschwerdeführer wiederholt in ärztliche 
Behandlung, in deren Verlauf folgende Diagnosen gestellt wurden:

• "Diffuse Schmerzen und Gefühlsstörungen linker Schulter-Arm-Bereich bei 
Zustand nach Quetschtrauma des linken Unterarms 2005" (vgl. Bericht der 
Dres. med. W._______ und R._______ vom 6. Juni 2007, act. 25), 

• "reaktiv  depr.  Syndrom,  diskretes  CTS  links"  (vgl.  Bericht  von  Dr.  med. 
J._______ vom 14. Juni 2007, act. 27),

• "1.  kein  objektivierbarer  Hinweis  auf  eine  belastungsinduzierte 
Coronarinsuffizienz  nach  Rekanalisation  und  Stentimplantation  einer  Ab-
gangsstenose der LAD bei coronarer 1-Gefässerkrankung
2. leicht eingeschränkte linksventrikuläre Funktion nach Vorderwandinfarkt 
07/2006
3. V. a. Schlafapnoesyndrom"
(vgl. Bericht von Dr. med. S._______ vom 30. Oktober 2007, act. 33),

• "Zustand nach Dekompression und Fusion HWK 5/6 vom 28.08.07.
Degeneratives Lendenwirbelsäulensyndrom.
Zustand nach Hinterwandinfarkt 06." 
(vgl. Bericht der Dres. med. I._______ und E._______ vom 27. November 
2007, act. 34).

Der  Beschwerdeführer  nahm seine  Arbeitstätigkeit  nicht  wieder  auf. 
Das  Arbeitsverhältnis  wurde  per  30.  November  2008  durch  den 
Arbeitgeber aufgelöst (vgl. BVGer-act. 8 Beilage 1 Blatt 2 S. 2).

C.
Mit am 28. November 2007 beim deutschen Versicherungsträger ein-

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gereichten Gesuch (act. 1), eingegangen am 28. Januar 2008 bei der 
Vorinstanz, beantragte der Beschwerdeführer eine schweizerische In-
validenrente.  Im  Zeitpunkt  der  Gesuchseinreichung  hatte  der  Be-
schwerdeführer  bereits  Wohnsitz  in  Deutschland  (Datum  der 
Wohnsitznahme in Deutschland nicht aktenkundig, vgl. aber act. 1 S. 
2).

D.
In  der  Folge zog die  Vorinstanz verschiedene medizinische Berichte 
betreffend  den  Gesundheitszustand  des  Beschwerdeführers  zu  den 
Akten. Im Ausführlichen Ärztlichen Bericht gemäss Verordnung (EWG) 
1408/71 (Formular E 213) vom 6. März 2008 (act. 36, ärztliche Unter-
schrift unleserlich) wurden folgende Diagnosen genannt:

1. "Zustand  nach  Vorderwandinfarkt  07/2006  bei  koronarer  Eingefässer-
krankung.

2. Zustand nach Stent-PTCA der LAD 09/2006.
3. Zustand nach Stent-PCI der instentstenose 12/2006.
4. Mässiggradiges Schlaf-Apnoe-Syndrom.
5. Hypercholesterinämie.
6. Radikuläres  C6-Syndrom  links  bei  zustand  nach  Dekompression  und 

Fusion HWK 5/6.
7. Degeneratives LWS-Syndrom.
8. Diskretes Carpaltunnelsyndrom links.
9. Leichte depressive Verstimmung."

Zusammenfassend wurde im Bericht Folgendes festgehalten:

"Aufgrund der vorgenannten Leiden kann der jetzt 55-jährige Versicherte 
dauerhaft in seinem Beruf als Tunnelbauer nicht mehr eingesetzt werden. 
Denkbar sind auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur noch leichte bis ge-
legentlich  mittelschwere  körperliche  Tätigkeiten.  Nacht-  und  Wechsel-
schicht  müssen  unterbleiben.  Keine  Exposition  in  freier  nasskalter 
Witterung.  Keine  Tätigkeiten  unter  ständigen  Zwangshaltungen.  Keine 
Tätigkeiten  über  Kopf,  keine  Tätigkeiten  im  Akkord.  Unter  Beachtung 
dieser Einschränkungen ist auf dem AAM ein Leistungsvermögen von 6 
Stunden und mehr gegeben."

E.
Dr. med. H._______ vom medizinischen Dienst der Vorinstanz nannte 
in seiner Stellungnahme vom 15. September 2008 (act. 41) folgende 
Hauptdiagnosen:

• "Kor. Herzkrankheit, 2 x Stenting, erhaltenen Herzleistung,
• Cervicalsyndrom, Spondylodese C5/6,
• Lumbalsyndrom,
• l. reaktive depressiv."

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Dr. med. H._______ hielt  fest,  der abschliessende, sehr ausführliche 
versicherungsmedizinische  Bericht  vom 6. März  2008  (E  213)  zeige 
einen  erholten  Mann  mit  einer  hohen  Restarbeitsfähigkeit  für  an-
gepasste Tätigkeiten. Diese betrage seit August 2006 70 %, seit März 
2007 100 % und seit August 2007 noch 70 %. Aus rein kardialer Sicht 
wäre der Beschwerdeführer für leichte Arbeiten voll einsatzfähig; unter 
Berücksichtigung  der  Wirbelsäulenprobleme  sei  eine  Leistungsein-
schränkung akzeptabel. Als zumutbare Verweisungstätigkeiten nannte 
Dr. med.  H._______  Arbeiten  als  Hausmeister,  Aufseher  auf  einer 
Baustelle,  Park-  oder  Museumswächter,  Magaziner,  Lagerist, 
Billetverkäufer, Kurier oder Bote sowie kleinere Lieferungen mit Fahr-
zeug.

F.
Mit Einkommensvergleich vom 17. Oktober 2008 (act. 42) ermittelte die 
Vorinstanz  unter  Zugrundelegung  der  von  Dr.  med.  H._______  ge-
nannten  Beschäftigungsgrade  (100  % ab  März  2007  bzw. 70  % ab 
August 2007) eine Erwerbseinbusse von 51.05 % ab März 2007 und 
von  65.74 %  ab  August  2007.  Sie  berücksichtigte  dabei  einen 
leidensbedingten Abzug vom Invalideneinkommen in der Höhe von 20 
%.

G.
Mit Vorbescheid vom 14. Oktober 2008 (act. 43) teilte die Vorinstanz 
dem Beschwerdeführer mit, ab dem 1. August 2007 bestehe Anspruch 
auf eine Dreiviertelsrente. 

H.
Der  Beschwerdeführer  erhob  mit  Schreiben  vom 1. November  2008 
(act.  48)  sinngemäss  Einwand  gegen  den  Vorbescheid  vom  14. 
Oktober 2008. Er machte geltend, sein Gesundheitszustand habe sich 
verschlechtert. Zum Beweis reichte er je einen Bericht  von Dr. med. 
P._______ vom 16. Juni 2008 (act. 44), von Dr. med. U._______ vom 
25.  September  2008  (act.  45)  und  von  Dr.  med.  V._______  vom 
15. Oktober 2008 (act. 46) ein. Der Beschwerdeführer machte zudem 
geltend,  er  werde erst  am 17. März 2009 an der Lendenwirbelsäule 
operiert,  so dass er sich nicht  vor dem Sommer 2009 um einen Ar-
beitsplatz bemühen könne. Durch seine erneute Erkrankung habe er 
keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld und keine Chance auf dem Ar-
beitsmarkt.

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I.
Dr. med. H._______ vom medizinischen Dienst der Vorinstanz hielt mit 
Stellungnahme  vom  7.  Dezember  2008  (act.  51)  dafür,  die  ein-
gereichten  ärztlichen  Berichte  bestätigten  degenerative  Ver-
änderungen  an  der  Lendenwirbelsäule,  keine  Diskushernie,  auch 
keinen relevanten engen Spinalkanal. Es sei fraglich, ob aus ärztlicher 
Sicht  die  Indikation  zu  einem  Eingriff  gegeben  und  sinnvoll  sei. 
Bezüglich  Arbeitsfähigkeit  ergebe  sich  keine  Änderung  seiner  bis-
herigen Beurteilung, wonach keine Vollinvalidität bestehe.

J.
Mit  Verfügung  vom 3. Februar  2009  (act.  56)  sprach  die  Vorinstanz 
dem  Beschwerdeführer  mit  Wirkung  ab  1.  August  2007  eine 
Dreiviertelsrente zu.

K.
Mit Eingabe vom 15. Februar 2009, der deutschen Post übergeben am 
17.  Februar  2009,  focht  der  Beschwerdeführer  die  Verfügung  vom 
3. Februar  2009 beim Bundesverwaltungsgericht  an und stellte  sinn-
gemäss den Antrag, es sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen. Zur  
Begründung führte er an, er könne die empfohlenen Tätigkeiten nicht 
ausführen,  zumal  bereits  im folgenden Monat wieder  eine Operation 
der  Lendenwirbel  stattfinden  werde.  Im  Übrigen  könne  er  den 
Schilderungen der  Vorinstanz nicht  folgen,  da deren Bescheid keine 
ärztlichen Befunde beigefügt seien.

L.
Die Vorinstanz forderte Dr. med. H._______ mit Schreiben vom 18. Mai 
2009  (act.  109)  auf,  zur  Beschwerde  Stellung  zu  nehmen. Sie  wies 
darauf  hin,  im  Nachgang  zur  angefochtenen  Verfügung  habe  sich 
herausgestellt,  dass  der  Beschwerdeführer  auch  bei  der  IV-Stelle 
Graubünden ein  Leistungsgesuch  gestellt  habe  und  dass  diese  das 
Gesuch  instruiert  habe.  Die  IV-Stelle  Graubünden  habe  den  Be-
schwerdeführer  im  November  2008  bei  der  medizinischen  Ab-
klärungsstelle  (Servizio  Accertamento Medico,  nachfolgend: SAM) in 
C._______ polydisziplinär untersuchen lassen und sei gestützt auf das 
entsprechende Gutachten (Gutachten von Dr. med. G._______ vom 9. 
Dezember  2008,  act.  97)  zur  Feststellung  gelangt,  der  Beschwerde-
führer  sei  in  Verweisungstätigkeiten  voll  arbeitsfähig.  Nach  Durch-
führung des Einkommensvergleichs, der einen Invaliditätsgrad von 31 
% ergeben habe, habe sie dem Beschwerdeführer die Abweisung des 

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Leistungsbegehrens  in  Aussicht  gestellt.  Zum  Erlass  einer  ent-
sprechenden Verfügung sei es dann nicht mehr gekommen. Es stelle 
sich  nun  die  Frage,  ob  an der  Beurteilung  der  Vorinstanz  (30  %ige 
Arbeitsunfähigkeit in Verweisungstätigkeiten) festzuhalten sei, oder ob 
sich die Beurteilung der IV-Stelle Graubünden als plausibler erweise. 
Gegebenenfalls  müsste  die  Vorinstanz dem Gericht  einen Entscheid 
zu  Ungunsten  des  Beschwerdeführers  beantragen.  Dr.  med. 
H._______  werde  daher  gebeten  mitzuteilen,  ob  er  nach  Kenntnis-
nahme  der  von  der  IV-Stelle  Graubünden  zusammengetragenen 
Unterlagen, insbesondere des SAM-Gutachtens, an seiner bisherigen 
Beurteilung festhalten könne. 

M.
Dr.  med.  H._______  äusserte  sich  mit  Stellungnahme  vom 29.  Mai 
2009 (act. 110) dahingehend, der Fall sei nicht ganz klar. Gemäss dem 
SAM-Gutachten vom 9. Dezember 2008 stehe die Einschränkung aus 
rheumatologischer Sicht gegenüber derjenigen aus kardialer Sicht im 
Vordergrund. Diesbezüglich decke sich die Beurteilung des SAM-Gut-
achtens  mit  seinen  bisherigen  Stellungnahmen.  Nicht  ganz  folgen 
könne er der Einschätzung des Rheumatologen Dr. med. D._______, 
wonach  der  Beschwerdeführer  seit  dem 1.  September  2006  in  Ver-
weisungstätigkeiten unter gewissen Einschränkungen voll arbeitsfähig 
sei. Der Beschwerdeführer sei im August 2007 an der Halswirbelsäule 
operiert worden und klage auch über lumbale Beschwerden. Eine cer-
vicale Spondylodese, wie hier im August 2007 durchgeführt, bedinge 
auch in Verweisungstätigkeiten sicher eine halbjährige, allenfalls teil -
weise Arbeitsunfähigkeit,  weshalb er die 30 %ige Einschränkung an-
genommen habe. Zudem solle im März 2009 wieder ein Eingriff statt-
gefunden  haben.  Auch  der  behandelnde  Arzt  beurteile  die  Arbeits-
fähigkeit  des  Beschwerdeführers  als  eingeschränkt. 
Zusammenfassend handle es sich um einen polymorbiden Mann mit 
wohl  bisher  gut  behandelter  coronarer  Krankheit,  einer  erheblichen 
degenerativen  Wirbelsäulenproblematik  mit  versteifendem  Eingriff 
cervical  und nun möglicherweise auch lumbal. Er  bezweifle,  ob  hier 
tatsächlich  eine  uneingeschränkte  Arbeitsfähigkeit  in  Verweisungs-
tätigkeiten bestehe. Er  empfehle,  mit  Blick auf  den erneuten Eingriff 
einen  orthopädisch-neurologischen  Verlaufsbericht  ab  März  /  April 
2009 einzufordern und ihm diesen vorzulegen.

N.
Die Vorinstanz teilte mit  Vernehmlassung vom 10. Juni 2009 mit,  sie 

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sehe  von  einer  Antragsstellung  ab. Da  sich  aufgrund  der  parallelen 
Instruktion  des  Leistungsgesuchs  durch  die  IV-Stelle  Graubünden 
widersprechende medizinische Beurteilungen ergeben hätten, welche 
seitens  der  IV-Stelle  Graubünden  zu  einem  tieferen  Invaliditätsgrad 
geführt  hätten,  erscheine  die  Abänderung  der  angefochtenen  Ver-
fügung zu Ungunsten des Beschwerdeführers als möglich.

O.
Der Beschwerdeführer, mit Verfügung vom 19. Juni 2009 aufgefordert  
mitzuteilen, ob er die Beschwerde aufrecht erhalte oder zurückziehe, 
hielt  mit  Replik  vom 17. Juli  2009 an seinem Antrag fest. Er reichte 
folgende Unterlagen ein: 

• Ärztlicher  Entlassungsbericht  der  Dres.  med.  F._______  und  O._______ 
vom 8. Juni 2009,

• Entlassungskurzbrief der Dres. med. I._______ und Ö._______ vom 4. April 
2008,

• Entlassungsbrief der Dres. med. I._______, Y._______ und Z._______ vom 
20. April 2009,

• Operationsbericht von Dr. med. Y._______ vom 30. März 2009.

P.
Am 25. November 2009 reichte der Beschwerdeführer unaufgefordert 
medizinische  Unterlagen  bei  der  Vorinstanz  ein,  welche  diese  dem 
Bundesverwaltungsgericht  mit  Schreiben  vom  15.  Dezember  2009 
übermittelte. Die Eingabe enthielt folgende Unterlagen:

• Bericht von Dr. med. Aa._______ vom 5. November 2009,
• Bericht von Dr. med. S._______ vom 11. November 2009,
• Bericht von Dr. med. Bb._______ vom 1. Oktober 2009,
• Entlassungsbrief der Dres. med. E._______ und Cc._______ vom 23. April 

2008,
• Bericht  der  Dres.  med.  I._______,  E._______  und  Ö._______  vom 

10. September 2007.

Q.
Mit  Eingabe vom 19. Januar 2010 reichte der Beschwerdeführer  ein 
fachorthopädisches  Gutachten  ein,  welches  im  Auftrag  des  Sozial -
gerichts Koblenz am 23. November 2009 von Prof. Dr. Dr. Q._______, 
Facharzt für Orthopädie, Facharzt für physikalische und rehabilitative 
Medizin, Spezielle orthopädische Chirurgie, erstattet worden war.

R.
Der im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels erneut konsultierte Dr. 
med. H._______  vom medizinischen  Dienst  der  Vorinstanz  äusserte 

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sich  mit  Stellungnahme  vom  8.  Februar  2010  (act.  112)  folgender-
massen:  Das  Gutachten  von  Prof.  Dr.  Dr.  Q._______  stelle  einen 
überzeugenden  und  ausführlichen  Bericht  dar,  welcher  sowohl  die 
frühere Geschichte als auch die neuere Entwicklung seit Frühjahr 2009 
aufzeige.  Der  Gutachter  halte  den  Beschwerdeführer  für  gar  nicht 
mehr  arbeitsfähig;  dem  habe  er  selbst  nichts  beizufügen.  Der  Be-
schwerdeführer sei zweimal an der Wirbelsäule (Halswirbelsäule und 
Lendenwirbelsäule)  operiert  worden  und  weise  erhebliche  de-
generative  Veränderungen  auf;  die  Belastbarkeit  und  Beweglichkeit 
dieser Wirbelsäule sei  relevant eingeschränkt,  ab Frühjahr 2009 ver-
mehrt. Dazu kämen die übrigen Leiden (koronare Herzkrankheit, Hör-
einschränkung,  Übergewicht,  reaktive  Depression).  Prof.  Dr.  Dr. 
Q._______s  Beurteilung  von  November  2009  stimme  grundsätzlich 
überein  mit  seiner  eigenen  vom 15. September  2008; unter  Berück-
sichtigung der zusätzlichen Problematik lumbal und der lumbalen Ver-
steifungsoperation  könne er  ab Frühjahr  2009  auch in  Verweisungs-
tätigkeiten  eine  70  %ige  Einschränkung  der  Arbeitsfähigkeit 
akzeptieren. Somit sei dem Beschwerdeführer bis Februar 2009 eine 
30 %ige, seit März 2009 bis heute eine 70 %ige Arbeitsunfähigkeit zu 
attestieren.

S.
Die Vorinstanz beantragte  mit  Duplik  vom 25. Februar  2010 die Ab-
weisung der Beschwerde. Der beurteilende Arzt Dr. med. H._______ 
sei  in Berücksichtigung des Gutachtens von Prof. Dr. Dr. Q._______ 
vom 23. November 2009 und der Befunde der behandelnden Ärzte in 
Bezug auf die Verhältnisse bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Ver-
fügung  vom 3.  Februar  2009  zur  Bestätigung  seiner  bisherigen  Be-
urteilung  gelangt.  Er  halte  daran  fest,  dass  ab  August  2006 im bis-
herigen Beruf als Mineur eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 70 % 
bestehe,  und  dass  ab  März  2007  die  Arbeitsunfähigkeit  in  leidens-
angepassten  leichten  Verweisungstätigkeiten  noch  30  %  betragen 
habe. Neu  stelle  Dr. med. H._______  aufgrund  der  replikweise  vor-
gelegten  medizinischen  Unterlagen  ab  März  2009  wegen  der  Ver-
schlimmerung der Rückenbeschwerden auch in leichten Verweisungs-
tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % fest. 

Hinsichtlich  der  Erwerbseinbusse  seien  die  Vorinstanz  und  die  IV-
Stelle  Graubünden  ebenfalls  zu  unterschiedlichen  Ergebnissen  ge-
langt,  da  die  IV-Stelle  Graubünden  das  Valideneinkommen auf  dem 
Durchschnitt mehrerer Jahre berechnet habe, während derer der Be-

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schwerdeführer  längere unfall-  bzw. krankheitsbedingte  Arbeitsunter-
brüche  aufweise,  welche  sich  negativ  auf  das  erzielte  Einkommen 
ausgewirkt hätten. Die Vorinstanz habe demgegenüber zum Vorteil des 
Beschwerdeführers für das Valideneinkommen auf das Jahr 2004 ab-
gestellt,  in  dem  dieser  das  höchste  Einkommen  erzielt  habe. 
Demgemäss  habe  der  Beschwerdeführer  während  der  30  %igen 
Arbeitsunfähigkeit  in  leidensangepasten  leichten  Verweisungstätig-
keiten  eine  gesundheitlich  bedingte  Erwerbseinbusse  von  66  % er-
litten.  Nach  Ablauf  der  einjährigen  Wartezeit  im  August  2007  sei 
demnach ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente entstanden. Da der 
Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung (vorliegend der 
3.  Februar  2009)  gemäss  der  ständigen  Rechtsprechung  des 
Bundesgerichts  die  zeitliche  Grenze  der  richterlichen  Prüfung  der 
Sach- und Rechtslage bilde, sei die Beschwerde abzuweisen. 

In Bezug auf den Zeitraum nach dem Erlass der angefochtenen Ver-
fügung dränge es sich auf,  die Beschwerde als  Revisionsgesuch zu 
betrachten und dieses nach Abschluss des Beschwerdeverfahrens der 
Vorinstanz zur weiteren Behandlung zu überweisen. 

T.
Das mit Replik vom 17. Juli 2009 sinngemäss gestellte Gesuch um un-
entgeltliche Rechtspflege wurde mit Zwischenverfügung vom 7. Januar 
2010 abgewiesen. 

Dieser  Entscheid  erwuchs  unangefochten  in  Rechtskraft.  Der  mit 
Zwischenverfügung vom 7. Januar 2010 einverlangte Kostenvorschuss 
von Fr. 400.- wurde am 25. Januar 2010 bezahlt.

U.
Der  Schriftenwechsel  wurde  mit  Verfügung  vom  4.  März  2010  ge-
schlossen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das  Bundesverwaltungsgericht  prüft  von  Amtes  wegen,  ob  die 
Prozessvoraussetzungen  vorliegen  und  auf  eine  Beschwerde  einzu-
treten ist (BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen).

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1.1 Anfechtungsgegenstand bildet  die Verfügung der Vorinstanz vom 
3. Februar  2009 (act. 56). Gemäss Art.  31  des Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundes-
verwaltungsgericht  unter  Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten 
Ausnahmen  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des 
Bundesgesetzes  vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsver-
fahren (VwVG, SR 172.021), welche von Vorinstanzen gemäss Art. 33 
VGG erlassen wurden. 

1.1.1 Aufgrund der parallelen Instruktion der Leistungsgesuche durch 
die Vorinstanz und die IV-Stelle Graubünden (vgl. Sachverhalt Bst. L) 
ist vorab zu prüfen, ob die Vorinstanz zum Erlass der angefochtenen 
Verfügung zuständig war. 

Gemäss Art. 40 Abs. 1 Bst. b  der Verordnung vom 17. Januar  1961 
über  die  Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) ist  für  im Ausland 
wohnende Versicherte unter Vorbehalt von Abs. 2 die IV-Stelle für Ver-
sicherte im Ausland zuständig  zur  Entgegennahme und Prüfung der 
Anmeldungen. Nach Art. 40 Abs. 3 IVV bleibt die einmal begründete 
Zuständigkeit der IV-Stelle im Verlauf des Verfahrens erhalten. Art. 40 
Abs. 2 IVV regelt die Zuständigkeit der IV-Stellen in Bezug auf Grenz-
gänger und ist daher vorliegend nicht von Belang. Zu prüfen ist, ob der 
Beschwerdeführer  im  Zeitpunkt  der  Anmeldung  seinen  Wohnsitz  im 
Ausland hatte.

In  seiner  undatierten  Anmeldung  bei  der  IV-Stelle  Graubünden 
(act. 57),  dort  eingegangen am 21. September 2007, nannte der Be-
schwerdeführer als Wohnort A._______ GR. Unter Ziff. 4 des Gesuchs 
gab er jedoch an, bis Dezember 1999 in Österreich und seit November 
2000 in  Deutschland Wohnsitz  zu  haben. Unter  Ziff. 8  des Gesuchs 
verwies  der  Beschwerdeführer  zudem  auf  seinen  Hausarzt  in 
Dd._______ (DE). Mit  undatiertem Schreiben (act. 60),  eingegangen 
bei der IV-Stelle Graubünden am 21. September 2007, teilte der Be-
schwerdeführer mit, seine persönliche Adresse laute (...) Dd._______. 
Somit  bestehen  genügend  Hinweise  darauf,  dass  der  Beschwerde-
führer im Zeitpunkt der am 28. November 2007 beim deutschen Ver-
sicherungsträger  eingereichten Anmeldung seinen Lebensmittelpunkt 
in Deutschland hatte. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der 
Beschwerdeführer  gemäss  interner  Notiz  der  IV-Stelle  Graubünden 
vom 21. Januar  2008  (act.  75)  seine  Schriften  am 21. Januar  2007 
noch in A._______ hatte. Gemäss Art. 13 des Bundesgesetzes vom 

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6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts  (ATSG,  SR  830.1)  bestimmt  sich  der  Wohnsitz  einer  Person 
nach den Artikeln 23 – 26 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 
10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210). Gemäss Art. 24 Abs. 1 ZGB be-
findet sich der Wohnsitz einer Person an dem Ort, wo sie sich mit der 
Absicht dauernden Verbleibens aufhält. Im vorliegenden Fall ist davon 
auszugehen, dass der Beschwerdeführer nach seiner Krankschreibung 
ab dem 31. August 2006 und der ärztlichen Feststellung, er könne in 
seinem  bisherigen  Beruf  nicht  mehr  arbeiten,  sich  dauernd  in 
Deutschland niederlassen wollte. Demzufolge hatte der Beschwerde-
führer im Zeitpunkt der Anmeldung am 28. November 2007 Wohnsitz 
in Deutschland, und die Vorinstanz war gemäss Art. 40 Abs. 1 Bst. b 
IVV zum Erlass der Verfügung vom 3. Februar 2008 zuständig.

1.1.2 Der angefochtene Entscheid ist als Verfügung im Sinn von Art. 5 
Abs. 1 Bst. a VwVG zu qualifizieren, und eine Ausnahme im Sinn von 
Art. 32 VGG liegt nicht vor. Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland ist 
eine Vorinstanz im Sinn von Art. 33 Bst. d VGG. Gemäss Art. 69 Abs. 1 
Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenver-
sicherung  (IVG,  SR  831.20)  sind  die  Verfügungen  der  IV-Stelle  für 
Versicherte  im  Ausland  direkt  beim  Bundesverwaltungsgericht  an-
fechtbar. Dieses  ist  somit  für  die  Behandlung  der  vorliegenden  Be-
schwerde zuständig.

1.2 Der  Beschwerdeführer  hat  am Verfahren vor  der  Vorinstanz teil-
genommen. Er  ist  durch die  angefochtene  Verfügung besonders  be-
rührt und hat an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges 
Interesse  im  Sinn  von  Art.  59  ATSG. Er  ist  daher  zur  Beschwerde-
führung legitimiert.

1.3 Die  angefochtene  Verfügung  trägt  das  Datum  vom  3.  Februar 
2009. Die am 17. Februar 2009 der deutschen Post übergebene Be-
schwerde wurde somit fristgemäss im Sinn von Art. 60 Abs. 1 ATSG 
eingereicht.  Der  Kostenvorschuss  wurde  innert  der  gesetzten  Frist 
bezahlt,  und auch die Formerfordernisse im Sinn von Art. 52 Abs. 1 
VwVG sind erfüllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist.

2.
Aufgrund der Beschwerdebegehren streitig und damit zu prüfen ist im 
Folgenden, ob die Vorinstanz das Gesuch des Beschwerdeführers um 
Zusprechung einer ganzen Rente zu Recht nur teilweise gutgeheissen 

Seite 11

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hat,  indem  sie  ihm  mit  Wirkung  ab  1.  August  2007  eine 
Dreiviertelsrente zusprach. 

2.1 Mit  der  Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht  kann ge-
rügt  werden, die angefochtene Verfügung verletze Bundesrecht  (ein-
schliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), beruhe 
auf  einer  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des  rechts-
erheblichen Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG). Der 
Beschwerdeführer  macht  insbesondere  geltend,  er  sei  nicht  arbeits-
fähig und habe daher Anspruch auf eine ganze Rente. Damit rügt er 
sinngemäss eine Verletzung von Bundesrecht.

2.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  dem  Grundsatz  der 
Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  nicht  an  die  Begründung  der 
Begehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die 
Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 
gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit  einer 
Begründung  bestätigen,  die  von  jener  der  Vorinstanz  abweicht  (vgl. 
FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Aufl.,  Bern  1983, 
S. 212). 

3.
Nach  der  Rechtsprechung  des  Schweizerischen  Bundesgerichts  ist 
der  rechtserhebliche  Sachverhalt im  Beschwerdeverfahren  vor  dem 
Sozialversicherungsgericht  nach  den  tatsächlichen  Verhältnissen  zur 
Zeit  des  Erlasses der  angefochtenen Verfügung  zu beurteilen  (BGE 
129 V 1 E. 1.2 mit Hinweisen, vgl. auch THOMAS LOCHER, Grundriss des 
Sozialversicherungsrechts,  3.  Aufl.,  Bern  2003,  S.  489  Rz.  20). 
Vorliegend bildet somit das Datum der Verfügung vom 3. Februar 2009 
die zeitliche Grenze der gerichtlichen Überprüfung.

4.
Im Folgenden ist darzulegen, welche Rechtsnormen im vorliegenden 
Verfahren zur Anwendung gelangen.

4.1 Nach  den  allgemeinen  intertemporalrechtlichen  Regeln  sind  in 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  in  der  Regel  diejenigen  Rechtssätze 
massgebend, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung Geltung 
haben (BGE 130 V 1 E. 3.2), unter Vorbehalt der spezialgesetzlichen 
Übergangsbestimmungen. 

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Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesver-
waltungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes be-
stimmt. Das VwVG findet  aufgrund von Art. 3  Bst. dbis VwVG jedoch 
keine  Anwendung  in  Sozialversicherungssachen,  soweit  das  ATSG 
anwendbar ist. Nach Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen des ATSG 
auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversicherungen anwendbar, 
wenn  und  soweit  die  einzelnen  Sozialversicherungsgesetze  es  vor-
sehen. Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG 
auf  die  Invalidenversicherung  (Art.  1a-26bis und  28-70)  anwendbar, 
soweit  das  IVG nicht  ausdrücklich  eine Abweichung vom ATSG vor-
sieht.

4.2 In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen 
Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen 
führenden Sachverhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3).

4.2.1 Der  Beschwerdeführer  ist  österreichischer  Staatsangehöriger 
und  hat  seinen  Wohnsitz  in  Deutschland,  so  dass  vorliegend  die 
folgenden Erlasse anwendbar sind: das am 1. Juni 2002 in Kraft getre -
tene  Abkommen  vom 21.  Juni  1999  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  einerseits  und  der  Europäischen  Gemeinschaft 
und  ihren  Mitgliedstaaten  andererseits  über  die  Freizügigkeit  (Frei-
zügigkeitsabkommen,  nachfolgend FZA, SR 0.142.112.681),  die Ver-
ordnung  (EWG)  Nr. 1408/71  des  Rates  vom 14.  Juni  1971  zur  An-
wendung der Systeme der sozialen Sicherheit  auf Arbeitnehmer und 
Selbständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Ge-
meinschaft  zu-  und abwandern  (nachfolgend: Verordnung [EWG]  Nr. 
1408/71; SR 0.831.109.268.1) sowie die Verordnung (EWG) Nr. 574/72 
des Rates vom 21. März 1972 über die Durchführung der Verordnung 
(EWG) Nr. 1408/71 (nachfolgend: Verordnung [EWG] Nr. 574/72; SR 
0.831.109.268.11)  (vgl.  Art.  80a IVG).  Das  Freizügigkeitsabkommen 
setzt  die  verschiedenen  bis  dahin  geltenden  bilateralen  Abkommen 
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und den einzelnen 
Mitgliedstaaten der  Europäischen Union insoweit  aus,  als  darin  der-
selbe Sachbereich geregelt wird (Art. 20 FZA). Gemäss Art. 8 Bst. a 
FZA werden die Systeme der sozialen Sicherheit koordiniert, um ins-
besondere die Gleichbehandlung aller  Mitglieder der Vertragsstaaten 
zu gewährleisten.

4.2.2 Am 1. Januar 2008 sind die Änderungen des IVG und des ATSG 
vom 6. Oktober 2006 sowie der IVV vom 28. September 2007 (5. IV-

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Revision, AS 2007 5129 bzw. AS 2007 5155) in Kraft getreten. Ein all -
fälliger  Leistungsanspruch  ist  für  die  Zeit  vor  einem Rechtswechsel 
aufgrund  der  bisherigen  und  ab  diesem Zeitpunkt  nach  den  neuen 
Bestimmungen  zu  prüfen  (vgl.  BGE  130  V  445).  Gemäss  der  an-
gefochtenen  Verfügung  ist  der  Rentenanspruch  am  1.  August  2007 
entstanden (vgl. E. 6.1). Somit sind in Bezug auf die Entstehung des 
Anspruchs  und  dessen  Weiterbestehen  die  bis  zum  31.  Dezember 
2007 gültig  gewesenen Bestimmungen des IVG, des ATSG, der IVV 
und der ATSV heranzuziehen. Soweit  sich der Anspruch auf die Zeit 
nach  dem  1.  Januar  2008  bezieht,  sind  die  Bestimmungen  der  er -
wähnten  Erlasse  in  der  seit  diesem  Datum  geltenden  Fassung  an-
wendbar. 

5.
5.1 Nach dem ATSG in  Verbindung mit  dem IVG ist  der  Begriff  "In-
validität"  nicht  nach  medizinischen  Kriterien  definiert,  sondern  nach 
der Unfähigkeit,  Erwerbseinkommen zu erzielen (BGE 110 V 273 E. 
4a, BGE 102 V 165) oder sich im bisherigen Aufgabenbereich zu be-
tätigen. Dabei sind die Erwerbs- bzw. Arbeitsmöglichkeiten nicht nur im 
angestammten Beruf bzw. in der bisherigen Tätigkeit, sondern auch in 
zumutbaren Verweisungstätigkeiten zu prüfen. 

5.2 Nach  Art.  8  Abs.  1  ATSG  ist  die  Invalidität die  voraussichtlich 
bleibende oder längere Zeit  dauernde ganze oder teilweise Erwerbs-
unfähigkeit. Art. 4 IVG führt  dazu aus, dass die Invalidität  Folge von 
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann; nach Art. 4 Abs. 2 
IVG  gilt  die  Invalidität  als  eingetreten,  sobald  sie  die  für  die  Be-
gründung des Anspruchs auf  die jeweilige Leistung erforderliche Art 
und Schwere erreicht hat.

Gemäss  Art.  7  ATSG (in  der  bis  am 31. Dezember  2007  gültig  ge-
wesenen Fassung) ist Erwerbsunfähigkeit der durch Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und  nach  zumutbarer  Behandlung  und  Eingliederung  verbleibende 
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be-
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Nach dem seit dem 
1. Januar 2008 in Kraft stehenden Art. 7 Abs. 2 ATSG sind für die Be-
urteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die 
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen; eine 
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist.

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Arbeitsunfähigkeit  ist  die  durch  eine  Beeinträchtigung  der  körper-
lichen,  geistigen  oder  psychischen  Gesundheit  bedingte,  volle  oder 
teilweise Unfähigkeit,  im bisherigen Beruf  oder  Aufgabenbereich  zu-
mutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare 
Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 
(Art. 6 ATSG).

5.3 Anspruch auf  eine ganze Rente besteht  bei  einem Grad der  In-
validität  von  mindestens  70%,  auf  eine  Dreiviertelsrente  bei  einem 
solchen von mindestens 60%, auf eine halbe Rente bei einem solchen 
von mindestens 50% und auf eine Viertelsrente bei einem solchen von 
mindestens 40% (bis zum 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 1 IVG; ab 
1. Januar 2008: Art. 28 Abs. 2 IVG).

Beträgt  der  Invaliditätsgrad  weniger  als  50%,  werden  die  ent-
sprechenden  Renten  nur  an  Versicherte  ausgerichtet,  die  ihren 
Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz 
haben  (bis  31.  Dezember  2007:  Art.  28  Abs. 1 ter IVG; ab  1.  Januar 
2008: Art. 29 Abs. 4 IVG). Eine Ausnahme von diesem Prinzip gilt ab 1. 
Juni  2002  für  Schweizer  Bürgerinnen  und  Bürger  sowie  Angehörige 
von  Mitgliedstaaten  der  Europäischen  Union,  welche  Anspruch  auf 
Viertelsrenten  haben,  wenn  sie  in  einem  Mitgliedstaat  der 
Europäischen Union Wohnsitz haben. Nach der Rechtsprechung des 
Schweizerischen Bundesgerichts stellt Art. 28 Abs. 1 ter IVG (in der bis 
am 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) bzw. Art. 29 Abs. 4 
IVG nicht eine blosse Auszahlungsvorschrift, sondern eine besondere 
Anspruchsvoraussetzung dar (BGE 121 V 264 E. 6c).

5.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte  Person nach Eintritt  der Invalidität  und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr  zumutbare Tätigkeit  bei aus-
geglichener  Arbeitsmarktlage  erzielen  könnte  (sog.  Invalidenein-
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie er-
zielen  könnte,  wenn  sie  nicht  invalid  geworden  wäre  (sog. 
Valideneinkommen, Art. 16 ATSG). 

Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarkts ist ein theoretischer und 
abstrakter  Begriff,  welcher  dazu  dient,  den  Leistungsbereich  der  In-
validenversicherung  von  jenem  der  Arbeitslosenversicherung  abzu-
grenzen.  Der  Begriff  umschliesst  einerseits  ein  bestimmtes  Gleich-
gewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; 

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anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt,  der von seiner Struktur 
her  einen  Fächer  verschiedenartiger  Stellen  offen  hält.  Nach  diesen 
Gesichtspunkten  bestimmt  sich  im Einzelfall,  ob  die  invalide  Person 
die Möglichkeit  hat,  ihre restliche Erwerbsfähigkeit  zu verwerten und 
ob  sie  ein  rentenausschliessendes  Einkommen  zu  erzielen  vermag 
oder nicht  (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 E. 3b). Daraus 
folgt,  dass für die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist,  
ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen 
vermittelt  werden  kann,  sondern  einzig  darauf,  ob  sie  die  ihr  ver-
bliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die ver-
fügbaren  Arbeitsplätze  dem  Angebot  an  Arbeitskräften  entsprechen 
würden  (AHI  1998  S.  291  E.  3b).  Von  einer  Arbeitsgelegenheit  im 
Sinne  von  Art.  16  ATSG  kann  aber  dort  nicht  mehr  gesprochen 
werden,  wo die  zumutbare  Tätigkeit  nur in  so eingeschränkter  Form 
möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt 
oder  dass  sie  nur  unter  nicht  realistischem Entgegenkommen eines 
durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre (SVR 2009/1 IV Nr. 8 S. 
17 E. 3c, SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 3c, ZAK 1989 S. 322 E. 4).

5.5 Zu bemerken bleibt,  dass  aufgrund des im gesamten Sozialver-
sicherungsrecht  geltenden  Grundsatzes  der  Schadenminderungs-
pflicht  eine in  ihrem bisherigen Tätigkeitsbereich  dauernd arbeitsun-
fähige versicherte Person gehalten ist, innert nützlicher Frist Arbeit in 
einem  anderen  Berufs-  oder  Erwerbszweig  zu  suchen  und  anzu-
nehmen, soweit sie möglich und zumutbar erscheint (BGE 113 V 22 E. 
4a, 111 V 235 E. 2a). Deshalb ist es am behandelnden Arzt bzw. am 
Vertrauensarzt  einer  IV-Stelle  zu  entscheiden,  in  welchem Ausmass 
eine  versicherte  Person  ihre  verbliebene  Arbeitsfähigkeit  bei  zumut-
barer  Tätigkeit  und  zumutbarem  Einsatz  auf  dem  ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt  verwerten kann. Diese sogenannte Verweisungstätigkeit 
hat  sich  die  versicherte  Person  anrechnen  zu  lassen  (leidens-
angepasste Verweisungstätigkeit; ZAK 1986 S. 204 f.),  wobei  es un-
erheblich ist, ob sie ihre Restarbeitsfähigkeit tatsächlich verwertet oder 
nicht.

6.
Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Vorinstanz dem Beschwerdeführer 
zu  Recht  eine  Dreiviertelsrente  mit  Wirkung  ab  1. August  2007  zu-
gesprochen hat.

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6.1 Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG (in der vorliegend anwendbaren, bis 
zum  31.  Dezember  2007  gültig  gewesenen  Fassung)  entsteht  der 
Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt,  in dem die versicherte 
Person mindestens zu 40 Prozent bleibend erwerbsunfähig geworden 
ist, oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-
schnittlich mindestens zu 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen war. Der 
Beschwerdeführer war seit dem 31. August 2006 auf unbestimmte Zeit 
zu 100% krank geschrieben (vgl. Fragebogen für Arbeitgebende vom 
28. Juli  2008,  act.  12  S. 2)  und  nahm danach  seine  Arbeitstätigkeit 
nicht  wieder  auf. Sowohl  in  Bezug  auf  die  coronare  Erkrankung  als 
auch  auf  die  Wirbelsäulenproblematik  kann  von  der  Annahme  aus-
gegangen  werden,  dass  es  sich  dabei  um  labiles  Leiden  handelt, 
welches  nach  der  Rechtsprechung  erst  nach  Ablauf  der  Wartezeit 
gemäss Art. 29 Abs. 1 Bst. b IVG (in der bis zum 31. Dezember 2007 
gültig  gewesenen  Fassung)  den  Rentenanspruch  auslöst  (vgl.  Urteil 
des Bundesgerichts I 163/2005 vom 30. Mai 2005; BGE 119 V 98 E. 
4a).  Nach  der  Rechtsprechung  entspricht  die  Arbeitsunfähigkeit  ge-
mäss Art.  29  Abs. 1  Bst. b  IVG (in  der  bis  am 31. Dezember  2007 
gültig  gewesenen  Fassung)  bei  erwerbstätigen  Personen  der 
medizinisch  festgestellten  Einschränkung  im  bisherigen  Beruf  (BGE 
130 V 97 E. 3.2). Nachdem der Beschwerdeführer ab dem 31. August 
2006 in seinem bisherigen Beruf als Mineur in Dr. med. H._______s 
Stellungnahme vom 8. Februar 2010 (act. 112) zu 70 % und in Prof. Dr. 
Dr.  Q._______s  fachorthopädischem  Gutachten  vom  23.  November 
2009 zu 100 % arbeitsunfähig eingestuft wurde, ist die Wartezeit ge-
mäss  Art.  29  Abs. 1  Bst.  b  IVG (in  der  bis  am 31. Dezember  2007 
gültig gewesenen Fassung) am 30. August 2007 abgelaufen. Gestützt 
auf Art. 29 Abs. 2 IVG (in der bis zum 31. Dezember 2007 gültig ge-
wesenen Fassung) wurde die Auszahlung der Rente auf den 1. August 
2007 festgesetzt.

6.2 Da bei der Bemessung des Invaliditätsgrades auf die Unfähigkeit 
abgestellt wird, auf dem gesamten in Frage kommenden Arbeitsmarkt  
und  nach  Durchführung  allfälliger  Eingliederungsmassnahmen  die 
verbliebene Arbeitsfähigkeit wirtschaftlich zu verwerten (BGE 130 V 97 
E.  3.2;  BGE  97  V  231  Erw.  2),  werden  bei  der  Feststellung  der 
Arbeitsunfähigkeit nach Ablauf der Wartezeit zumutbare Verweisungs-
tätigkeiten mit einbezogen (vgl. E. 5.1). 

6.2.1 Die  Vorinstanz  stützt  sich  bei  ihrer  Beurteilung  der  Arbeitsun-
fähigkeit  auf  Dr.  med.  H._______s  Stellungnahme  vom  8. Februar 

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2010 (act. 112), welcher seinerseits auf das im Beschwerdeverfahren 
eingereichte fachorthopädische Gutachten von Prof. Dr. Dr. Q._______ 
vom 23. November 2009 Bezug nimmt. Das Gutachten basiert  nebst 
den eingereichten Arztberichten auf  einer  ambulanten Untersuchung 
vom  26. Oktober  2009.  Prof.  Dr.  Dr.  Q._______  nennt  folgende 
Diagnosen (vgl. Gutachten S. 31 f.): 

"a) von seiten des orthopädischen Fachgebietes:

1. Rezidivierendes  Cervicalsyndrom  mit  Cervico-Cephalgie  und  
Cervico-Brachialgie bds. (von der Halswirbelsäule ausgehendes  
Schmerzsyndrom mit Schmerzausstrahlung in den Kopf und bei-
de Arme),  mit  deutlicher Bewegungseinschränkung der HWS –  
bei  ausgeprägten  degenerativen  Veränderungen  und  Spondylo-
dese C5/6 (08/2007)

2. BWS-Syndrom mit Intercostalneuralgie (von der Brustwirbelsäule 
ausgehendes Schmerzsyndrom mit  Schmerzausstrahlung  nach  
beiden Seiten, verbunden mit Engegefühl) – bei Fehlhaltung der 
BWS

3. Chronisch rezidivierendes Lumbalsyndrom mit  Lumboischialgie  
bds. (von der Lendenwirbelsäule ausgehendes Schmerzsyndrom 
mit  Schmerzausstrahlung  in  beide  Beine,  mit  deutlicher  Bewe-
gungseinschränkung  der  Lendenwirbelsäule  bei  ausgeprägten  
degenerativen Veränderungen der LWS und Zustand nach Spon-
dylodese L4 – S1 

b) von seiten anderer Fachgebiete, entsprechend den Mitteilungen 
in den Akten und aufgrund eigener Untersuchung:

4. Coronare Herzkrankheit, Vorderwandinfarkt 07/2006 (Stent-PTCA 
der LAD 09/2006 und Stent-PTCI der Instentstenose 12/2006)

5. Reaktives depressives Syndrom
6. Tinnitus aureum und eingeschränktes Hörvermögen
7. Schlafapnoe-Syndrom".

Der  Gutachter  schildert  den  Gesundheitszustand  des  Beschwerde-
führers in Bezug auf dessen Arbeitsfähigkeit wie folgt: Vor allem wegen 
den  ausgeprägten  Veränderungen  der  Hals-  und  der  Lendenwirbel-
säule,  dem Zustand  nach  Spondylodese  im  Segment  von C5/6  und 
dem  Zustand  nach  versteifender  Operation  des  unteren  Lenden-
wirbelsäulenabschnittes  von  L4  bis  S1  bei  fortbestehender  Spinal-
kanalstenose  ergebe  sich  unter  Mitberücksichtigung  der  übrigen 
Krankheiten nach der von ihm durchgeführten Untersuchung und nach 
seiner Auffassung beim Beschwerdeführer eine vollständige Erwerbs-
unfähigkeit (vgl. Gutachten S. 34 f.). Nach den Unterlagen sei davon 
auszugehen,  dass  dieser  Gesundheitszustand  etwa  seit  Anfang des 
Jahres 2007 bestehe. Mit einer Änderung im Sinn einer Besserung des 
gegenwärtigen  Zustands  in  Zukunft  sei  nicht  zu  rechnen,  eher  mit 
einer langsamen Verschlechterung.

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Dr.  med.  H._______  übernimmt  die  Einschätzung  von  Prof.  Dr.  Dr. 
Q._______ insofern nicht vollständig, als er keine 100 %ige, sondern 
eine 70 %ige Arbeitsunfähigkeit und diese erst ab März 2009 annimmt 
(vgl. Stellungnahme vom 8. Februar 2010, act. 112). Er begründet dies 
damit, dass sich die lumbale Problematik und die daraus resultierende 
Belastungs- und Bewegungseinschränkung der Lendenwirbelsäule ab 
Frühjahr  2009  verstärkt  habe.  In  diesem  Zeitraum  habe  auch  die 
lumbale Versteifungsoperation stattgefunden. Dr. med. H._______ be-
stätigt seine bisherige Einschätzung, wonach zwischen März 2007 bis 
Ende  Februar  2009  eine  30  %ige  Arbeitsunfähigkeit  in  leidens-
angepassten Verweisungstätigkeiten bestanden habe. Demgegenüber 
war der von der SAM beauftragte Rheumatologe Dr. med. D._______ 
in  seinem  rheumatologischen  Teilgutachten  vom  4.  November  2008 
(act. 96.2) zum Schluss gekommen, der Beschwerdeführer sei im bis-
herigen Beruf als Mineur ab dem 1. September 2006 zu zwei Dritteln,  
in  einer  dem  Gesundheitszustand  angepassten  Tätigkeit  zu  100 % 
arbeitsfähig gewesen (vgl. act. 96.2 S. 6). Der Rheumatologe weist auf 
das  Übergewicht  des  Beschwerdeführers  hin,  welches  zu  einer 
schmerzhaften  Überbelastung  der  Lendenwirbelsäule  bzw.  der  Ge-
lenke der unteren Gliedmassen führe, wo der Beschwerdeführer eine 
Hüftarthrose  aufweise. Gegen  das  Übergewicht  müsse  etwas  unter-
nommen werden. Die funktionellen Einschränkungen werden von Dr. 
med. D._______ als relativ gering eingeschätzt (vgl. act. 96.2 S. 6). Dr. 
med. H._______ folgt dieser Beurteilung nicht mit der Begründung, der 
Beschwerdeführer sei im August 2007 an der Halswirbelsäule operiert  
worden, was die 30 %ige Einschränkung rechtfertige. Er weist zudem 
darauf hin, auch der behandelnde Arzt in Deutschland beurteile  den 
Beschwerdeführer als beschränkt arbeitsfähig. 

6.2.1 Der  Beschwerdeführer  seinerseits  macht  geltend,  er  sei  über-
haupt  nicht  arbeitsfähig. Seine  Einwendungen beziehen  sich  jedoch 
weitgehend  auf  die  Zeit  nach  dem  Erlass  der  Verfügung  vom  3. 
Februar  2009 (vgl. Beschwerdeschrift  vom 15. Februar  2009,  Replik 
vom 17. Juli  2009,  Eingaben vom 25. November  2009 und vom 19. 
Januar  2010).  Dass  eine  vollständige  Arbeitsunfähigkeit  bereits  seit 
August 2006 bestanden hat, vermag der Beschwerdeführer nicht dar-
zutun.

6.2.2 Zwar bescheinigt Prof. Dr. Dr. Q._______ in seinem Gutachten 
vom 23. November 2009 dem Beschwerdeführer eine volle Arbeitsun-
fähigkeit  seit  Anfang  2007  (vgl.  Gutachten  S.  38  f.);  dieser  rück-

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blickenden Beurteilung steht  jedoch die  Einschätzung der  SAM-Gut-
achter  gegenüber,  wonach  der  Beschwerdeführer  im  Zeitpunkt  der 
polydisziplinären Untersuchung am 3. November 2008 voll arbeitsfähig 
gewesen  sein  soll.  Aufgrund  der  medizinischen  Akten  teilt  Dr. med. 
H._______  diese  Schlussfolgerung  nicht,  sondern  hält  den  Be-
schwerdeführer  im Zeitraum zwischen März 2007 und Ende Februar 
2009  noch  zu  70  %  arbeitsfähig.  Die  Annahme  einer  70  %igen 
Arbeitsunfähigkeit  sieht  Dr. med. H._______ erst  durch  die  im März 
2009  vorgenommene  Operation  der  Lendenwirbelsäule  bestätigt. 
Zusammenfassend  erweist  sich  Dr.  med.  H._______s  vermittelnde 
Einschätzung  als  überzeugend,  weshalb  die  Vorinstanz  darauf  ab-
stellen durfte. Das Bundesverwaltungsgericht hat aufgrund der Akten 
keine Veranlassung, die Beurteilung der Vorinstanz in Bezug auf  die 
Arbeitsunfähigkeit  des  Beschwerdeführers  im  vorliegend  relevanten 
Zeitraum (30 % ab März 2007 bis zum 3. Februar 2009) in Zweifel zu 
ziehen. Es ist somit mit der Vorinstanz von einer Arbeitsunfähigkeit von 
30  %  in  leidensangepassten  Verweisungstätigkeiten  ab  März  2007 
auszugehen. 

6.3 Was den Einkommensvergleich vom 7. Oktober 2008 (act. 42) be-
trifft,  hat die Vorinstanz für das Valideneinkommen zu Recht auf das 
Jahr 2004 abgestellt, in dem der Beschwerdeführer – im Gegensatz zu 
den  beiden  folgenden  Jahren  2005  und  2006  –  keine  unfall-  oder 
krankheitsbedingten  Lohneinbussen  erlitten  hat.  Die  Vorinstanz 
indexierte  das  Valideneinkommen  auf  das  Jahr  2006  und  stellte 
diesem ein  Invalideneinkommen gemäss der Schweizerischen Lohn-
strukturerhebung  2006  gegenüber,  welches  auf  den  von  Dr.  med. 
H._______ empfohlenen Verweisungstätigkeiten basiert. Da nach der 
Rechtsprechung  für  die  Festsetzung des Invaliditätsgrades die Ver-
hältnisse im Zeitpunkt des Rentenbeginns massgeblich sind (vgl. BGE 
129  V  222),  und  da  der  Rentenanspruch  des  Beschwerdeführers 
frühestens am 30. August 2007 entstanden ist (vgl. E. 6.1), sind vor-
liegend das Validen- und das Invalideneinkommen auf das Jahr 2007 
zu indexieren. Aufgrund der Jahresteuerung 2007 von 0.7 % (Quelle: 
http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/05/02.html  ) ist  von 
einem  Valideneinkommen  von  Fr.  8'118.95  auszugehen  (2006: 
Fr. 8'062.51).  Das  Invalideneinkommen  von  Fr.  4'933.11  ist  auf 
Fr. 4'967.65  aufzurechnen. Unter  Berücksichtigung  des  von  der  Vor-
instanz gewährten leidensbedingten Abzugs von 20 % ergibt sich ein 
Invaliditätsgrad von 65.74 % ab August 2007, gemäss BGE 130 V 121 
zu runden auf 66 %. Die Ermittlung des Invaliditätsgrades für die Zeit 

Seite 20

http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/05/02.html

C-1051/2009

zwischen  dem  30.  August  2007  (Ablauf  der  Wartezeit)  und  dem  3. 
Februar 2009 (Datum der angefochtenen Verfügung) erweist sich somit 
als korrekt. 

6.4 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass die Vor-
instanz  dem  Beschwerdeführer  zu  Recht  eine  Dreiviertelsrente  mit 
Wirkung  ab  1. August  2007  zugesprochen  hat.  Die  Beschwerde  er-
weist sich somit als unbegründet und ist daher abzuweisen.

7.
Was den Zeitraum nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung be-
trifft,  hat  die  Vorinstanz  die  Entgegennahme  der  Beschwerde  als 
Revisionsgesuch im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG angekündigt. Die 
Akten sind somit nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 
an die Vorinstanz zu überweisen.

8.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  dem  unterliegenden  Be-
schwerdeführer die Kosten zu auferlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Sie 
sind mit dem einbezahlten Kostenvorschuss zu verrechnen.

Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung 
zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 400.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 400.- verrechnet. 

3.
Die  Akten  werden  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden 
Urteils an die Vorinstanz überwiesen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

Seite 21

C-1051/2009

- den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Einschreiben)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Franziska Schneider Susanne Genner

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit  
Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

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