# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 983c2293-70ee-5d55-82f3-4d29d571ecd7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-04-03
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 03.04.2007 IV 2006/90
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-90_2007-04-03.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/90

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.05.2020

Entscheiddatum: 03.04.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 03.04.2007
Art. 28 Abs. 1 IVG. Prüfung der Invaliditätsbemessung bei mehreren sich 
widersprechenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen. Darlegung der Gründe, 
aus welchen auf das polydisziplinäre Gutachten abgestellt wird (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. April 2007, IV 
2006/90).

Vizepräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, 

Versicherungsrichter Franz Schlauri; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 3. April 2007

In Sachen

G.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Stéphanie Schwarz, Rechtsdienst Integration 

Handicap, Bürglistrasse 11, 8002 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

I.

A.- Die 1966 geborene G.___ meldete sich am 1. Juni 2004 zum Leistungsbezug bei 

der Invalidenversicherung an. Frau Dr. med. A.___, Innere Medizin FMH, diagnostizierte 

im Bericht vom 27. Juni 2004 eine Spondylitis mit Schmerzen und Schwellung in 

beiden Händen bzw. in den Fingern. Sie legte dar, die Patientin sei aufgrund dieser 

Krankheit seit 14. November 2003 arbeitsunfähig. Sie könne krankheitsbedingt keine 

körperliche Tätigkeit ausüben. Für eine geistige Arbeit würden ihr jegliche Ausbildung 

und Sprachkenntnisse fehlen (IV-act. 7). Die B.___ AG, bei welcher die Versicherte seit 

1. März 2001 als Betriebsmitarbeiterin tätig war, reichte am 27. bzw. 30. Juli 2004 

Arbeitgeberberichte ein (IV-act. 8f). Nach Durchführung von erwerblichen und 

medizinischen Abklärungen, unter anderem bei der MEDAS-Stelle, eröffnete die IV-

Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten mit Verfügung vom 3. Januar 2006, ihr 

Leistungsgesuch werde abgewiesen, da keine Invalidität vorliege (IV-act. 29). Die 

hiegegen erhobene Einsprache vom 10. Januar 2006 (IV-act. 30) wies die IV-Stelle mit 

Einspracheentscheid vom 11. April 2006 ab.

B.- Gegen diesen Entscheid erhob Frau Dr. A.___ für die Versicherte mit Eingabe vom 

12. Mai 2006 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben, und es sei 

der Beschwerdeführerin eine Rente der IV zuzusprechen. Zur Begründung legte sie dar, 

die Beschwerdegegnerin spreche von Remission und sei der Annahme, dass leichte 

bis mittelschwere Hilfstätigkeiten vollschichtig zumutbar seien. Die Patientin leide 

jedoch an einer bis anhin nicht in Remission befindlichen entzündlichen 

Gelenkserkrankung. Subjektiv würden kleinste körperliche Belastungen (z.B. Tasche 

tragen, Staub saugen, Fenster putzen, rüsten, Flasche öffnen etc.) zu 

Schmerzexazerbationen führen, welche eine Arbeitsfähigkeit verunmöglichen würden. 

Objektiv könne dies mit der Präsentation von entzündlichen, geschwollenen Gelenken 

dokumentiert werden. Zudem zeige die am 26. April 2006 durchgeführte Szintigrafie 

multiple entzündliche Anreicherungen in diversen Gelenken und im Achsenskelett. All 

diese Befunde würden aufzeigen, dass es sich hiebei nicht um eine Remission handeln 

könne. Weitere medizinische Abklärungsergebnisse würden im zweiten 

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Schriftenwechsel eingereicht. Die Beschwerdeführerin habe nur minimale Schulbildung, 

sei Analphabetin und somit auf eine juristische Vertretung angewiesen.

In der ergänzenden Beschwerdebegründung liess die Beschwerdeführerin durch 

Rechtsanwältin lic. iur. S. Schwarz, Rechtsdienst für Behinderte, Zürich, am 29. Juni 

2006 eventualiter (bei unverändertem Hauptantrag auf Rentenzusprechung) die 

Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Rückweisung der Sache zur 

ergänzenden medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin beantragen. Sie 

liess ausführen, die Beurteilung des Beschwerdebildes und der Arbeitsfähigkeit im 

MEDAS-Gutachten erweise sich als zu optimistisch. Die ergänzenden Abklärungen von 

Dr. A.___ bei Dr. med. C.___, Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell 

Rheumaerkrankungen FMH, und die Knochenszintigraphie hätten deutlich ergeben, 

dass keine Remission bezüglich der entzündlichen Gelenkserkrankung habe 

festgestellt werden können. Aufgrund der nach wie vor entzündlichen Spondylitis und 

Synovitis sei die Beschwerdeführerin selbst für leichte Tätigkeiten nicht mehr 

arbeitsfähig. Anlässlich der MEDAS-Begutachtung seien die Diagnosen soweit 

ersichtlich insbesondere gestützt auf Röntgenuntersuchungen erstellt worden. Die 

Knochenszintigraphie vom 25. April 2006 erlaube nun jedoch ein genaueres Bild der 

Beschwerdelage und anderslautende Diagnosen. Dr. C.___ spreche von eindeutigen 

und deutlichen Anreicherungen in den verschiedenen Gelenken. Durch den Bericht der 

Knochenszintigraphie vom 25. April 2006 würden die im MEDAS-Gutachten erhobenen 

Befunde widerlegt. Hinzu komme, dass auch die Behandelbarkeit der Beschwerden - 

anders als im Gutachten angenommen - nicht problemlos sei. Angesichts des durch 

weitere Untersuchungen besser belegten schweren Beschwerdebildes werde die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als nicht mehr gegeben erachtet und die 

Ausrichtung einer Rente beantragt.

C.- In der Beschwerdeantwort vom 10. Juli 2006 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde. Sie reichte zusätzlich eine ärztliche Stellungnahme des 

RAD vom 7. Juli 2006 (act. G 7.1) ein und führt aus, es gebe keine Gründe, von der 

Beurteilung der MEDAS abzuweichen. Es bestünden weder Anhaltspunkte für eine 

wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes seit der Begutachtung noch für 

inhaltliche Mängel des Gutachtens. Es seien auch keine weiteren Abklärungen 

angezeigt.

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D.- Mit Replik vom 28. August 2006 hielt der Rechtsdienst für Behinderte an seinem 

Standpunkt fest und reichte eine Stellungnahme von Dr. A.___ vom 22. August 2006 

ein.

E.- In der Duplik vom 13. September 2006 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihren 

Antrag und ihre Ausführungen (act. G 11). Am 2. Oktober 2006 teilte die 

Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin den Verzicht auf weitere Ausführungen mit.

II.

1.- a) Streitig ist, welcher Arbeitsunfähigkeitsgrad bei der Rentenprüfung zugrunde zu 

legen ist. Die Beschwerdegegnerin legte die rechtlichen Grundlagen der 

Rentenbemessung im angefochtenen Entscheid (Erwägung 1) zutreffend dar; darauf ist 

zu verweisen. - Der Rheumatologe Dr. C.___ berichtete am 8. September 2004, die 

Patientin leide unter einer ankylosierenden Spondylitis mit peripheren 

Gelenkbeteiligungen. Im weiteren komme es auch zu rezidivierenden lumbovertebralen 

Schmerzen bei mässigen degenerativen Veränderungen am lumbosakralen Übergang. 

Sowohl die Hausärztin als auch er hätten die Beschwerdeführerin als eine tapfere Frau 

erlebt, wobei einzuräumen sei, dass eine gewisse Diskrepanz zwischen den geklagten 

Beschwerden und den Befunden bestehe. Sie sei tief enttäuscht gewesen, dass sie 

von der B.___ AG entlassen worden sei. Auch benötige sie sehr viel Hilfe ihres Gatten, 

was sie in ihrem Selbstwertgefühl kränke. Vorübergehend habe sie deutliche 

Veränderungen im Sinn eines iatrogenen Cushing-Syndroms gezeigt, doch seien diese 

Veränderungen rückläufig, weil die Steroiddosis habe gesenkt werden können. Sowohl 

die Beschwerdeführerin als auch ihr Gatte seien Analphabeten. Der Gatte spreche 

bedeutend besser Deutsch. Er müsse immer als Dolmetscher mitkommen. Ein 

Rehabilitationsaufhalt wäre nicht realistisch, weil die Patientin nicht kommunizieren 

könne (IV-act. 13-8/8). Am 2. November 2004 erklärte Dr. C.___ unter anderem, eine 

Teilarbeitsfähigkeit sei aus seiner Sicht jetzt vorhanden (IV-act. 19). Dr. med. D.___, 

Innere Medizin/Rheumatologie FMH, bestätigte demgegenüber im Bericht vom 23. 

November 2004, angesichts der aktuellen klinischen Befunde sowie des partiellen 

Ansprechens auf die Behandlung sei die 100%ige Arbeitsunfähigkeit gerechtfertigt. 

Angesichts des nur teilweisen Ansprechens auf die Therapie sei eine Progredienz des 

peripheren Gelenksbefalls (vor allem Hand) nicht auszuschliessen (IV-act. 20-3/6f).

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b) Eine Begutachtung bei der MEDAS ergab gemäss Bericht vom 8. November 2005 

die Diagnosen einer Spondylarthropathie mit Befall der peripheren Gelenke 

(Hauptdiagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) sowie Schmerzen bei andernorts 

klassifizierten Krankheiten (Verdacht auf Entwicklung einer sekundären 

Schmerzverarbeitungsstörung), muskuläre Dekonditionierung, Probleme in Verbindung 

mit Ausbildung und Beruf sowie Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung 

(Nebendiagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit). Eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit bestehe aufgrund des rheumatischen Leidens für körperlich schwere, 

rücken- und händebelastende Tätigkeiten. Für alle übrigen Tätigkeiten bestehe keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit in der B.___ AG sei 

leicht bis mittelschwer; eine Einschränkung bei dieser Tätigkeit könne aufgrund des 

gegenwärtigen Zustandes der rheumatologischen Krankheit nicht postuliert werden. Es 

scheine sich eine Schmerzfehlverarbeitung angebahnt zu haben, der aber kein 

eigentlicher Krankheitswert zugemessen werde. Es handle sich um eine einfach 

strukturierte Persönlichkeit, die über wenig schulische und intellektuelle Ressourcen 

verfüge und zu einer deutlichen Selbstlimitierung neige. Wünschenswert sei eine 

umfassende Orientierung der Beschwerdeführerin mit Hilfe eines türkisch sprechenden 

Arztes über ihr rheumatologisches Leiden und dessen grundsätzlich prognostisch 

guten Behandlungsmöglichkeiten. Es würden deutlich invaliditätsfremde, 

soziokulturelle Faktoren interferieren; die Beschwerdeführerin scheine in einer 

Selbstlimitierung und in einer gewissen Ängstlichkeit ihre Symptome erheblich 

überzubewerten und sich selber zu schonen; sie habe ein Krankheitskonzept, das sie 

zur Überzeugung bringe, dass ihr Leiden zum Tod führe. Aus psychiatrischer Sicht 

könne kein Leiden mit invalidisierendem Ausmass diagnostiziert werden. Die Kritierien 

für eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung seien nicht erfüllt. Es bestünden 

weder emotionale Konflikte noch eine wesentliche psychosoziale Belastungssituation. 

Die Beschwerdeführerin sei in geordneten Verhältnissen aufgewachsen und lebe auch 

heute in einem stabilen ehelichen und familiären Umfeld. Es würden invaliditätsfremde 

Faktoren mit eine Rolle spielen. Es sei davon auszugehen, dass das familiäre Umfeld 

der Explorandin ungünstig reagiere, indem der Explorandin alles abgenommen und sie 

darin bestärkt werde, nichts mehr halten, tragen, bewegen und mit ihren Händen tun zu 

können. Unterdessen sei sie darauf fixiert, wegen der Schmerzen und der Erkrankung 

sich vorwiegend schonen zu müssen, was sicher auch transkulturell und 

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invaliditätsfremd mitbedingt sei. Berufliche Massnahmen würden entfallen. Die 

Beschwerdeführerin könne in allen körperlich leichten bis mittelschweren 

Hilfstätigkeiten beruflich vollschichtig aktiv werden (IV-act. 25). Die Hausärztin Dr. A.___ 

legte in der Einsprache unter anderem dar, mit täglicher schmerz- und 

entzündungshemmender Medikation könne die Patientin die Schmerzen und die 

Entzündung einigermassen unter Kontrolle halten. Es komme jedoch sofort, vor allem 

bei kleinsten körperlichen Belastungen, zu Schmerzexazerbationen, welche 

regelmässige Arztkonsultationen sowie vermehrte Schonung notwendig machen 

würden. Die Beschwerdeführerin sei aufgrund der Spondylarthropathie zu keiner 

körperlichen Hilfstätigkeit fähig. Selbst leichte körperliche Arbeit sei für sie eine 

absolute Zumutung, da selbst das Führen des Haushalts wegen der 

Gelenkbeschwerden unmöglich sei (IV-act. 30). Am 23. Januar 2006 nahm der RAD-

Arzt Stellung und erklärte sich mit dem MEDAS-Begutachtungsresultat einverstanden 

(IV-act. 34). Im Bericht zuhanden der Krankenversicherung der Beschwerdeführerin 

vom 3. Mai 2006 legte Dr. C.___ unter anderem dar, trotz kombinierter Behandlung mit 

Methotrexat bestehe eine entzündliche Aktivität der ankylosierenden Spondylitis mit 

Befall der peripheren Gelenke. Klinisch seien die Synovitiden zwar nur gering 

vorhanden, weshalb er zur Sicherung der Aktivität eine Knochenszintigraphie veranlasst 

habe, die eindeutige und deutliche Anreicherungen in verschiedenen Gelenken ergeben 

habe (act. G 1.2).

2.- a) Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung. Es liegen sich widersprechende Einschätzungen vor. 

Während der Rheumatologe Dr. C.___ am 2. November 2004 von einer (nicht näher 

quantifizierten) Teilarbeitsfähigkeit ausging (IV-act. 19), attestierte der Dr. D.___ eine 

volle Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 20-3/6f). Die Hausärztin Dr. A.___ erachtete selbst eine 

leichte Tätigkeit wegen der Gelenkbeschwerden als unmöglich (IV-act. 30; act. G 1). 

Die Ärzte der MEDAS schätzten die Arbeitsfähigkeit aufgrund des rheumatologischen 

Leidens für körperlich schwere, rücken- und händebelastende Tätigkeiten als 

eingeschränkt ein, wohingegen sie für körperlich leichte bis mittelschwere 

Hilfstätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit bestätigten (IV-act. 25). Daraus kann nicht 

ohne weiteres auf die Notwendigkeit weiterer Sachverhaltsabklärung geschlossen 

werden. Dies wäre nur dann der Fall, wenn keine der Schätzungen zu überzeugen 

vermöchte.

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b) Die Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Hausärzten dürfen nicht generell unter Verweis 

auf eine mögliche Befangenheit als unbeachtlich beiseite geschoben werden. Für die 

Überzeugungskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzungen der Hausärzte wird regelmässig 

vorgebracht, die Hausärzte hätten sich lange und intensiv um die 

Gesundheitsbeeinträchtigungen ihrer Patienten gekümmert und könnten diese deshalb 

besser beurteilen als jene Ärzte, die sich nur ganz kurz gutachterlich mit den Patienten 

befasst hätten. Die lange Beschäftigung mit den Gebrechen der Patienten kann aber 

genauso gut gegen die Überzeugungskraft der Hausarztschätzungen ins Feld geführt 

werden. Die (pessimistische) subjektive Einschätzung eines Patienten schlägt sich 

nämlich in der Arbeitswelt sofort nieder, denn wer sich als arbeitsunfähig bezeichnet 

und nicht mehr arbeitet, dem wird gekündigt. Dies wiederum erweckt den Anschein, 

dass die Selbsteinschätzung richtig sei, sie bestätigt sich sozusagen selbst. Bei den 

Hausärzten muss deshalb damit gerechnet werden, dass sie sich durch die "Macht des 

Faktischen" von der Einschätzung ihrer Patienten überzeugen lassen (vgl. Entscheid 

des Versicherungsgerichts vom 27. März 2003 i/S M. [IV 2002/10]). Im vorliegenden Fall 

fehlte Dr. A.___ als Ärztin für Innere Medizin bei der Beurteilung der Auswirkungen der 

psychischen und psychosozialen Situation auf die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin die arbeitsmedizinische und wohl auch die fachspezifische 

Erfahrung des Psychiaters der MEDAS. Ausserdem hatte sie nicht die Möglichkeit der 

Auseinandersetzung mit den Spezialisten verschiedener Fachrichtungen. Der RAD-Arzt 

Dr. E.___ äusserte sich am 7. Juli 2006 zu den medizinischen Einwänden in der 

Beschwerde. Er legte unter anderem dar, es könne nicht anhand einzelner 

medizinischer Untersuchungsmethoden auf den tatsächlichen Gehalt des gesamten 

Gesundheitsschadens, geschweige denn auf die Arbeitsfähigkeit, geschlossen werden. 

Die Sensitivität sei bei der Szintigraphie am höchsten, während man im Labor trotz 

klinischer Aktivität nicht selten keine wesentliche Erhöhung der Blutsenkungsreaktion 

(BSR) finde. Der medizinische Argumentationsansatz von Frau Dr. A.___ sei nicht 

richtig. Entscheidend für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei letztlich die 

Klassifikation der WHO nach ICF (internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit 

und Behinderung): Nicht selten spiele das Ausmass des Körperschadens nicht die 

wichtigste Rolle für die Behinderung; viel wichtiger für die Beurteilung der dritten Ebene 

(Partizipationsebene, meist mit der Arbeitsfähigkeit gleichzusetzen) sei die zweite 

Ebene (Funktionsfähigkeit). Die MEDAS-Gutachter seien zum Schluss gekommen, dass 

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aufgrund der festgestellten Funktionsfähigkeit eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit 

zu 100% möglich sei. Es würden keine neuen medizinischen Fakten geliefert, welche 

die gutachterliche Beurteilung des Gesundheitsschadens und die Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit in Frage stellen würden. Es handle sich um eine unterschiedliche 

Einschätzung desselben Gesundheitszustandes durch verschiedene Instanzen. Der 

Gesundheitszustand habe sich seit der Begutachtung bis heute nicht geändert (act. G 

7.2).

Im Bericht vom 22. August 2006 legte Dr. A.___ zusätzlich dar, die chronisch 

entzündliche Gelenkskrankheit zeige eine fluktuierenden Verlauf. Sie sehe die Patientin 

zweimal pro Woche zu Enbrel-Injektionen, wobei mindestens einmal pro Woche 

Schwellungen an beiden Fingergelenken (vgl. Fotos) feststellbar seien. Die Patientin 

verspüre dabei Schmerzen und eine Fingersteifigkeit, welche eine feinmotorische 

Tätigkeit zu diesem Zeitpunkt sicher unmöglich machen würden. Sie könne sich 

vorstellen, dass zum Zeitpunkt der MEDAS-Abklärung das klinische Bild nicht gerade 

überzeugend gewirkt habe, da die Gelenkschwellungen sehr fluktuierend seien und von 

vorher durchgeführten Tätigkeiten mit beiden Händen abhängen würden. Eine 

Heimabklärung verschaffe eventuell Klarheit (act. G 9.1).

c) Zu prüfen ist, ob der von Dr. A.___ angeführte fluktuierende Verlauf der chronisch 

entzündlichen Gelenkserkrankung eine weitere medizinische Abklärung nötig macht. 

Mit der Beschwerdegegnerin ist festzuhalten, dass die aus den Photos (act. G 11.1) 

allenfalls ersichtliche leichte Schwellung des Handrückens - ein Betroffensein der 

Fingergelenke ist nicht erkennbar - für sich allein keine Aussagen zur Arbeitsfähigkeit 

ermöglicht. Für einen Vergleich müssten im weiteren Photos des Zustandes anlässlich 

der MEDAS-Begutachtung vorliegen, was jedoch nicht der Fall ist. So kann auch nicht 

als erstellt gelten, dass der Zustand, wie er sich den MEDAS-Gutachtern präsentierte, 

sich vom photodokumentierten Zustand unterschied. Aber selbst wenn solche 

Vergleichsaufnahmen vorlägen, liesse sich daraus noch nichts bezüglich der 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ableiten. Im übrigen ist festzuhalten, dass auch von 

den MEDAS-Gutachtern eine diskrete Schwellung (Synovitis) im Bereich des rechten 

MCP-Gelenkes der rechten Hand und eine diffuse Druckdolenz sämtlicher Gelenke 

sowie im Bereich der Knie und der OSG beidseits ohne klinische Hinweise auf lokale 

Synovitiden erkannt wurde (IV-act. 25-14/21). Es ist sodann davon auszugehen, dass 

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den MEDAS-Gutachtern das (fluktuierende) Krankheitsbild bekannt war. Die 

Schmerzhaftigkeit der Fingergelenke führten sie auf eine Schmerzverarbeitungsstörung 

ohne Krankheitswert zurück (IV-act. 25-14/21, 25-20/21). Die Entwicklung einer 

sekundären Schmerzverarbeitungsstörung wurde im übrigen lediglich als 

Verdachtsdiagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vermerkt. In diesem 

Zusammenhang besteht die Vermutung, dass eine somatoforme Schmerzstörung oder 

ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind (vgl. dazu BGE 

131 V 49 Erw. 1.2). Eine somatoforme Schmerzstörung ohne gleichzeitig vorhandene 

psychiatrische Komorbidität vermag keine relevante Arbeitsunfähigkeit zu begründen 

(AHI-Praxis 2000, 154).

Im weiteren ist festzuhalten, dass sowohl bei der Beurteilung von Dr. A.___ als auch bei 

denjenigen von Dr. C.___ und Dr. D.___ die Auseinandersetzung mit invaliditätsfremden 

Faktoren fehlt, wobei Dr. C.___ immerhin festhielt, sowohl die Beschwerdeführerin als 

auch ihr Gatte seien Analphabeten. Er erachtete wegen der fehlenden 

Kommunikationsmöglichkeiten auch einen Rehabilitationsaufenthalt als nicht sinnvoll 

(IV-act. 13-8/8). Die MEDAS-Gutachter begründeten in nachvollziehbarer Weise ihre 

Arbeitsfähigkeitsschätzung insbesondere mit dem Hinweis darauf, dass in der MEDAS-

Schätzung invaliditätsfremde Aspekte - deutliche Selbstlimitierung, Krankheitskonzept 

der Schonung, ungünstige Reaktion des familiären Umfeldes auf die Krankheit, 

soziokulturelle Faktoren, fehlende Deutschkenntnisse - ausgeklammert worden seien 

(vgl. IV-act. 25-18/21). Aus den dargelegten Gründen vermag die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS mehr zu überzeugen als diejenige der Dres. 

C.___, D.___ und A.___. Dass den Gutachtern der Bericht von Dr. D.___, den dieser zu 

Handen der Krankentaggeldversicherung gemacht hatte, nicht zur Verfügung stand, 

mindert die Überzeugungskraft des MEDAS-Gutachtens nicht. Denn der Bericht von 

Dr. D.___ enthält hinsichtlich Diagnose, Befund und Therapieerfolg nichts, was nicht 

bereits aus den Berichten von Dr. A.___ und Dr. C.___ hervorgegangen wäre und zu 

anderen Schlussfolgerungen hätte führen können. Damit ist davon auszugehen, dass 

die Beschwerdeführerin in einer ihrem Gesundheitsschaden angepassten Tätigkeit 

nicht in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass das 

Datum des angefochtenen Einspracheentscheids (11. April 2006) die zeitliche Grenze 

für die Überprüfungsbefugnis des Gerichts bildet (BGE 121 V 362 Erw. 1b mit 

Hinweisen). Sollten sich die gesundheitlichen Verhältnisse nach diesem Zeitpunkt 

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verändert haben, so kann dies in diesem Verfahren nicht berücksichtigt werden; 

hingegen besteht die Möglichkeit einer allfälligen Neuanmeldung.

d) Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes beinhaltet nicht nur ein gewisses 

Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Stellen, sondern 

bezeichnet einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer 

verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten 

beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen 

Einsatzes (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit 1. Januar 2007: 

Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 3. Dezember 2003 i/S E.H, mit 

Hinweisen [I 349/01]). Konkret erscheint es zumutbar, dass die im Zeitpunkt des 

Einsprache-Entscheids 40jährige Beschwerdeführerin, welche vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens eine Hilfstätigkeit ausübte, eine ihrem Gesundheitsschaden und 

den Möglichkeiten der Schmerzbekämpfung angepasste Arbeit aufnimmt. Nach 

ständiger Rechtsprechung ist davon auszugehen, dass solche Stellen in zureichender 

Zahl vorhanden sind, auch wenn gesundheitliche Einschränkungen zu berücksichtigen 

sind (EVG-Urteil vom 3. Dezember 2003, a.a.o, Erw. 6.1).

3.- Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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