# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 42a00eef-7a60-5822-8341-688749fbaeb7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-21
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 21.02.2012 SB110638
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110638_2012-02-21.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer   
 
 

Geschäfts-Nr.: SB110638-O/U/KW 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Burger, Vorsitzender, die Ersatzoberrichter  

lic. iur. Muheim und lic. iur. Meier sowie die Gerichtsschreiberin  

lic. iur. Oswald 

 

Urteil vom 21. Februar 2012 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend einfache Körperverletzung  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung - Ein-
zelgericht, vom 15. Juni 2011 (GG110097) 

 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 6.April 2011 (Urk. 41) 

ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.  

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 

Fr. 90.– (entspricht Fr. 4'500.–). 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 2'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.         Kosten Kantonspolizei 

Fr. 1'000.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.     Kanzleikosten 

Fr. 150.–   Auslagen Untersuchung 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

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Berufungsanträge:  

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Prot. II S. 5 und S. 8 f., sinngemäss) 

 1. Der Beschuldigte sei unter Zuwilligung des Handelns in rechtfertigen-

der Notwehr im Sinne von Art. 15 StGB vom Vorwurf der einfachen 

Körperverletzung freizusprechen. 

 2. Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge. 

 Eventualiter (für den Fall eines Schuldspruchs): 

 1. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Geldstrafe von 30 Tagess-

ätzen à Fr. 90.–, also insgesamt Fr. 2'700.–. 

 2. Es sei ihm der bedingte Vollzug zu gewähren mit einer Probezeit von 

zwei Jahren. 

b) Der Staatsanwaltschaft See/Oberland: 

(Urk. 59) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

c) Des Privatklägers: 

(Prot. II S. 9, sinngemäss) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

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Erwägungen: 

I. Formelles 

1. Mit Verfügung vom 24. Juni 2009 stellte die Staatsanwaltschaft die Untersu-

chung gegen A._____ ein (Urk. 22). Zur Begründung führte sie sinngemäss aus, 

die Darstellung des Beschuldigten, wonach er den ihn (zumindest vermeintlich) 

von hinten angreifenden Privatkläger versehentlich im Gesicht verletzt habe, als 

er sich ihm mittels einer Drehbewegung zu entwinden versucht habe, sei plausi-

bel, zumal diese Sachverhaltsversion von den Zeugen B._____ und C._____ ge-

stützt werde. Der Beschuldigte habe mithin den subjektiven Tatbestand des Tat-

bestands der einfachen Körperverletzung nicht erfüllt.  

Auf Rekurs des Privatklägers hin hob die III. Strafkammer des Obergerichts des 

Kantons Zürich mit Beschluss vom 15. Juni 2010 die Einstellungsverfügung auf 

und wies die Sache zur Weiterführung der Untersuchung an die Staatsanwalt-

schaft zurück (Urk. 23). Diese habe den "mutmasslich neutralsten Beobachter" 

C._____, der bisher nicht als Zeuge befragt worden sei, noch formell einzuver-

nehmen (a.a.O. S. 7).  

Nach monatelangen Bemühungen konnte C._____ ausfindig gemacht und am 14. 

März 2011 als Zeuge befragt werden (Urk. 34).  

Rund drei Wochen später erhob die Staatsanwaltschaft Anklage (Urk. 41).  

2. Am 15. Juni 2011 fand die erstinstanzliche Tagfahrt statt (Prot. I S. 4ff.). Das 

Urteil wurde dem Beschuldigten gleichentags mündlich eröffnet und im Dispositiv 

übergeben (Prot. I S. 7f).  

Unter Berücksichtigung der Wochenendregelung rechtzeitig legte der mittlerweile 

erbeten verteidigte Beschuldigte am 27. Juni 2011 Berufung ein (Urk. 48).  

Am 5. Oktober 2011 nahm der Verteidiger das begründete Urteil entgegen (Urk. 

53/1). Mit Datum vom 26. Oktober 2011, und damit innert Frist, reichte er die Be-

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rufungserklärung ein (Urk. 56). Darin ficht er das erstinstanzliche Urteil integral an 

und fordert einen Freispruch. Eventualiter sei die Geldstrafe um 20 Tagessätze zu 

reduzieren.  

3. Die Staatsanwaltschaft und der Privatkläger appellierten weder selbständig 

noch in der zur Anschlussberufung gesetzten Frist.  

4. Beweisanträge wurden vor der Berufungsverhandlung von keiner Partei ge-

stellt. Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte der Privatkläger den Beweisan-

trag, die von ihm mitgebrachte Tonaufnahme, welche anlässlich des eingeklagten 

Vorfalls entstanden sei, sei abzuhören. Dieser Beweisantrag wurde abgewiesen 

(Prot. II S. 11; vgl. dazu auch unten Ziff. II.3.7). 

II. Schuldpunkt 

1. Anklagevorwurf 

A._____ wird zur Last gelegt, am 10. August 2008, ca. 04.30 Uhr, in der … Innen-

stadt [in J._____] D._____ mit einem heftigen Faustschlag Knochenbrüche im 

Gesicht zugefügt zu haben, wobei der Beschuldigte diese Folge in Kauf genom-

men habe. 

2. Unbestrittener Sachverhalt 

In den frühen Morgenstunden des 10. August 2008 war der Privatkläger D._____ 

mit seinem Bruder H._____, seinem Onkel I._____ und allenfalls einigen Kollegen 

in J._____ unterwegs. Die besagten Begleiter blieben allerdings aus unbekann-

tem Grund etwas zurück, als der Privatkläger nach 04.00 Uhr mit einer Gruppe 

ihm nicht näher bekannter Franzosen (Urk. 5 S. 3) vom Club "E._____" am 

K._____ [Platz] her kommend durch die F._____-Gasse ging und bei der Ver-

zweigung mit der L._____-Strasse auf den Beschuldigten A._____, dessen 

Freundin B._____ und dessen Kollegen C._____ traf, die vor dem Club "G._____" 

vergeblich auf ein Taxi warteten. Es kam zu einem gemeinsamen "Beatboxing" 

(Imitation von Drumcomputerbeats mit Mund, Nase und Rachen) und zu Gesprä-

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chen. Unter anderem unterhielt sich der Privatkläger mit der Freundin des Be-

schuldigten (Urk. 9 S. 5).  

Nach einigen Minuten machten sich der Beschuldigte, B._____ und C._____ in 

Richtung "E._____" auf, in der Hoffnung, dort ein Taxi zu finden (Urk. 4 S. 1, Urk. 

11 S. 1f.). Der Beschuldigte nahm die Handtasche von B._____ mit. Daraufhin 

machte sich der Privatkläger über den Beschuldigten lustig, indem er mindestens 

ein Mal mit gespieltem Entsetzen erklärte, er sei zwar selbst schwul, aber mit ei-

ner solchen Handtasche würde er nie herumlaufen (Urk. 2 S. 2, Urk. 5 S. 1, Urk. 4 

S. 2, Urk. 9 S. 2 und 4, Urk. 11 S. 2, Urk. 45 S. 3). Der Beschuldigte sah in dieser 

Äusserung eine Provokation und teilte dem Privatkläger - ihn zunächst ebenfalls 

für einen Franzosen haltend - in englischer Sprache mit, nach Hause gehen und 

keinen Stress haben zu wollen. Dieser antwortete, er verstehe kein Englisch, der 

Beschuldigte solle doch auf Deutsch mit ihm sprechen (Urk. 2 S. 2, Urk. 11 S. 2). 

Was unmittelbar danach geschah, ist umstritten. Eingestanden ist, dass der Be-

schuldigte den Privatkläger schliesslich derart wuchtig im Gesicht traf, dass ein 

"stumpfer Knall" ertönte (Urk. 11 S. 3) und die eingeklagten Verletzungen resul-

tierten.  

Der Privatkläger begab sich nun hilfesuchend zu seinen mittlerweile ebenfalls in 

der Nähe befindlichen Angehörigen und Kollegen (Urk. 2 S. 3, Urk. 4 S. 2, Urk. 5 

S. 3, Urk. 9 S. 2, Urk. 45 S. 4). Als sich diese Gruppe rasch dem Ort der Ausei-

nandersetzung näherte, flüchtete der Beschuldigte ins "G._____", wo er indes 

aufgestöbert wurde. Er ergriff daraufhin zur Verteidigung einen Schraubenzieher, 

doch kam es von beiden Seiten zu keiner (weiteren) Gewalttätigkeit.  

In der Folge entschuldigte sich der Beschuldigte vor dem "G._____" beim Privat-

kläger, bot ihm an, ihm zum Ausgleich ebenfalls "eins reinzuhauen", und die bei-

den diskutierten darüber, ob eine Anzeige bei der Polizei erfolgen würde (Urk. 2 

S. 3, Urk. 4 S. 3, Urk. 5 S. 3, Urk. 9 S. 3f. und 6, Urk. 15 S. 3). Die Mannschaft 

des Streifenwagens … - offenbar vom Manager des "G._____" herbeigerufen - 

war zeitweilig vor Ort, ohne dass der Privatkläger Anzeige erstattet hätte (Urk. 1 

S. 6, Urk. 2 S. 3). Danach sprachen auch noch der Beschuldigte und der Bruder 

des Privatklägers am Tatort miteinander, und jener teilte diesem seine Natel-

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Nummer mit und erklärte, man solle sich bei ihm melden, wenn das Bedürfnis da-

nach bestehe (Urk. 2 S. 4, Urk. 9 S. 7, Urk. 13 S. 4).  

Vom 12. bis zum 15. August 2008 war der Privatkläger im Kantonsspital M._____ 

hospitalisiert (Urk. 8). Mit unauffälligem peri- und postoperativem Verlauf wurde 

eine Jochbeinbogenfraktur und ein Orbitalbodenbruch - beides linksseitig - be-

handelt. Danach konnte der Patient in gutem Allgemeinzustand und mit reizlosen 

Wunden nach Hause entlassen werden.  

Am 19. August 2008 erstattete D._____ bei der Stadtpolizei J._____ Anzeige ge-

gen den Beschuldigten und stellte den erforderlichen Strafantrag (Urk. 1 S. 6 und 

Urk. 6). 

3. Bestrittener Sachverhalt 

3.1. Aussagen des Privatklägers 

3.1.1. Der Privatkläger brachte in der ersten polizeilichen Befragung im Rahmen 

der Anzeige vor, der auf ihn nicht betrunken, sondern "normal" wirkende Beschul-

digte habe verbal "sehr aggressiv" auf seinen spassig gemeinten Spruch betref-

fend die Damenhandtasche reagiert, ihn zunächst unverständlich auf Englisch 

angesprochen und ihm danach auf Deutsch gesagt, er solle "die Schnauze hal-

ten" (Urk. 2 S. 2f.). A._____ sei auf ihn zu gegangen und habe "sehr aggressiv" 

geredet, worauf der Kollege (C._____) dazwischen getreten sei. Die Kontrahenten 

hätten nun einen Abstand von etwa zwei Metern zueinander gehabt. Als sich 

D._____ umgedreht habe, um wegzugehen, habe er plötzlich von der Seite einen 

Schlag auf die linke Gesichtshälfte verspürt, der ihn ins Torkeln, aber nicht zu Bo-

den gebracht habe (a.a.O.). Er sei nicht auf den Schlag gefasst gewesen. Auf die 

Frage des Einvernehmenden, ob der Widersacher ihn mit einem Gegenstand ge-

schlagen habe, gab D._____ zur Antwort: "Nein, ich glaube nur mit der Faust" 

(Urk. 2 S. 2). 

In einer zweiten, knapp eineinhalb Monate später erfolgten polizeilichen Befra-

gung gab der Privatkläger erneut an, den Beschuldigten nicht schlagen gesehen 

zu haben (Urk. 5 S. 1f.). Als er "schon recht betrunken" den Schlag verspürt habe, 

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sei A._____ vor ihm gestanden (S. 2). D._____ habe sich (zuvor) nach rechts ab-

gewendet gehabt.  

Als Zeuge bestätigte der Privatkläger knapp neun Monate nach dem Vorfall die 

bei der Polizei deponierten Aussagen (Urk. 9 S. 4) und sagte aus, als C._____ 

dazwischen getreten sei, hätten sie sich beidseitig zurückgezogen. Er selbst sei 

dabei "vielleicht einen halben bis einen Meter" zurück gegangen (Urk. 9 S. 2). 

Ohne dass er gesehen hätte, wie und von welcher Seite der Beschuldigte auf ihn 

zu gekommen sei, habe dieser plötzlich mit der Faust zugeschlagen. Es habe 

"einfach geknallt". Auf Nachfrage, woher er so genau wisse, dass der Beschuldig-

te mit der Faust zugeschlagen habe, gab D._____ schliesslich wörtlich zu Proto-

koll: "Ich habe das nie so genau so erwähnt, dass ich das weiss. Ich sagte, dass 

ich angenommen habe, dass es die Faust war und dass es einen Knall gegeben 

hat" (Urk. 9 S. 6).  

Vor Vorinstanz führte der Privatkläger aus, er habe von Anfang an gesagt, er ha-

be die Faust des Beschuldigten nicht gesehen, sei sich jedoch sicher, dass es ei-

ne Faust gewesen sei (Prot. I S. 6).  

Anlässlich der Berufungsverhandlung machte der Privatkläger geltend, er sei we-

der stark betrunken gewesen, noch habe er den Beschuldigten tätlich angegriffen, 

wie dieser habe behaupten lassen. Er führte ausserdem aus, er habe den Be-

schuldigten nicht beleidigt. Er habe nur wegen der Tasche aus Spass einen 

Spruch gemacht, aber den Beschuldigten nie als schwul bezeichnet. Er habe vom 

Beschuldigten einen Schlag ins Gesicht erhalten. Er könne jetzt nicht sagen, dass 

es eine Faust gewesen sei, aber es könne nicht anders sein. Es sei ein gezielter 

Schlag gewesen (Prot. II S. 9 f.). 

3.1.2. Auf den Vorhalt, der Beschuldigte habe angegeben, der Privatkläger sei 

ihm gegenüber vor dem Schlag tätlich geworden, bestritt D._____, den Beschul-

digten angegriffen zu haben (Urk. 5 S. 2, Urk. 9 S. 3, Prot. I S. 5).  

3.1.3. Zum Beweggrund für den Schlag führte der Privatkläger in der Zeugenbe-

fragung aus, der Beschuldigte habe bei der Diskussion vor dem "G._____" "immer 

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wieder" gesagt, er habe ihn geschlagen, weil er der Meinung gewesen sei, 

D._____ sei Franzose (Urk. 9 S. 3 und 4). A._____ habe erläutert, er sei der Mei-

nung, ein Franzose könne nicht einfach in die Schweiz kommen und hier eine 

"dumme Schnorre" führen (a.a.O.).  

3.1.4. Was die unterbliebene Anzeige am Tatort trotz Anwesenheit der Polizei be-

trifft, so führte der Privatkläger in der ersten Einvernahme noch aus, er habe da-

mals nicht gewusst, wie stark seine Verletzung war, weshalb er und der Beschul-

digte "das" vorerst unter sich hätten regeln wollen (Urk. 2 S. 3). D._____ sei im 

Übrigen beim "grossen Durcheinander", das damals geherrscht habe, gar nicht 

dazu gekommen, mit der Polizei zu sprechen. Im Rahmen der zweiten polizeili-

chen Befragung gab er dann an, der Beschuldigte habe ihn "dauernd davon ab-

gehalten, zur Polizei rüber zu gehen und eine Anzeige zu erstatten" (Urk. 5 S. 3). 

Er sei auch durch die Begleiter des Beschuldigten "praktisch von der Polizei ab-

geschirmt" worden (Urk. 5 S. 3). Als Zeuge behauptete der Privatkläger schliess-

lich sogar, ein Polizeibeamter sei einmal in ca. fünf Metern Entfernung von ihm 

und dem Beschuldigten gestanden und habe gefragt, ob alles in Ordnung sei. Der 

Privatkläger habe immer wieder "recht laut zu verstehen gegeben, dass" er "An-

zeige machen wolle" und "nach einem Polizisten verlangt", doch habe die Polizei 

auf sein mehrmaliges Zurufen nicht reagiert, sondern sei "einfach abgehauen", 

ohne eine Visitenkarte zu hinterlassen (Urk. 9 S. 7). Im Übrigen habe er auch dem 

Beschuldigten gesagt, er wolle Anzeige machen, doch sei dieser immer wieder 

vor ihm gestanden, sodass er gar nicht zur Polizei habe gehen können (Urk. 9 S. 

4 und 7).  

3.2. Aussagen des Beschuldigten  

3.2.1. Der Beschuldigte führte in der polizeilichen Befragung, die am 2. Septem-

ber 2008 erfolgte, zum Tathergang aus, der Privatkläger habe ihn mehrmals we-

gen der Tasche als schwul bezeichnet (Urk. 3 S. 2). Er habe D._____ gesagt, 

dass er keinen Ärger wolle, und auch C._____ habe ihm gesagt, er solle aufhören 

zu provozieren. Plötzlich habe der Privatkläger A._____ mit dem rechten Bein ans 

rechte Knie getreten, sodass er etwas "zur Seite" eingeknickt sei. Dann habe 

D._____ ihn von hinten an der linken Schulter gepackt. Der Beschuldigte habe 

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sich daraufhin mit Schwung gedreht, um sich zu lösen und dabei mit dem linken 

Ellbogen den Privatkläger ungewollt im Gesicht getroffen.  

Anlässlich der ersten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 22. Juni 2009 

wiederholte der Beschuldigte diese Aussagen sinngemäss (Urk. 11 S. 1ff.). Er 

gab an, als er sich bei C._____ wieder in Richtung E._____ abgedreht habe, habe 

er einen Schlag auf die Innenseite des Knies erhalten, und zwar derart, dass er 

zusammengesackt sei bzw. einen Moment das Gleichgewicht verloren habe, oh-

ne allerdings umzufallen (Urk. 11 S. 3). Da nur C._____ und D._____ vor Ort ge-

wesen seien, könne nur Letzterer der Tretende gewesen sein. Im gleichen Mo-

ment habe er gespürt, wie D._____ ihn von hinten gepackt und nach hinten gezo-

gen habe (a.a.O.). Der Beschuldigte habe sich gedreht und in diesem Moment 

den Privatkläger mit dem Ellbogen getroffen. Man habe einen stumpfen Knall ge-

hört. Er habe aber nicht gesehen, wo er den Privatkläger getroffen habe.  

In der zweiten untersuchungsrichterlichen Befragung vom 22. Juni 2009 bekräftig-

te er erneut, D._____ ohne Absicht, vielmehr zufällig mit dem Ellbogen im Gesicht 

getroffen zu haben (Urk. 15 S. 3 und 4). Er habe sich, als der Privatkläger ihn von 

hinten angefasst habe - wobei der Beschuldigte vom vorangegangenen Tritt ins 

Knie immer noch leicht in die Knie gesunken gewesen sei - nicht mehr sicher ge-

fühlt und sich deshalb lösen wollen (Urk. 15 S. 3). Das sei der Grund für seine 

Drehbewegung gewesen (S. 4).  

Analog äusserte sich der Beschuldigte in der Einvernahme vom 14. März 2011 

(Urk. 36). 

In der Befragung zur Sache während der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 

verwies der Beschuldigte zunächst auf seine Aussagen in der Untersuchung (Urk. 

45 S. 2). Hernach führte er unter anderem aus, der damals links von ihm stehen-

de Privatkläger habe ihn ins Innenbein "geschlagen", so dass er eingeknickt sei 

(S. 3). Der Beschuldigte habe sich nach dem Tritt umgedreht und gesehen, wie 

der Privatkläger seine Hand nach ihm ausgestreckt habe, auf ihn zugekommen 

sei und ihn berührt habe (S. 4f.). Er habe sich dann von D._____ lösen bzw. ab-

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wenden wollen und ihn dabei, sich drehend, unabsichtlich mit dem Ellbogen ge-

troffen.  

Anlässlich der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, der Privatklä-

ger habe ihn verbal beleidigt. Dann habe ihm der Privatkläger einen Tritt ans rech-

te Bein gegeben. Durch den Schlag habe er sich abgedreht und sei in die Knie 

gegangen. Danach habe er gespürt, wie ihn der Privatkläger an der linken Schul-

ter gepackt habe. Er habe sich nur loslösen wollen und dabei den Privatkläger mit 

dem linken Ellbogen erwischt. Er habe den Privatkläger nicht absichtlich geschla-

gen. Er habe sich bedroht gefühlt (Urk. 63 S. 4 f.). 

3.2.2. Was das Gespräch mit dem Privatkläger vor dem "G._____" angeht, gab 

der Beschuldigte in der ersten polizeilichen Befragung an, dieses sei von ihm initi-

iert worden (Urk. 3 S. 3). D._____ habe 4'000 Franken Schmerzensgeld von ihm 

verlangt. Der Beschuldigte habe geantwortet, der Privatkläger habe ihn provoziert 

und wolle nun noch Geld; das sei nicht in Ordnung. Ein Polizist sei damals zu 

ihnen gekommen und habe gefragt, was passiert sei. Der Beschuldigte habe ihm 

gesagt, er solle ihnen noch etwas Zeit lassen, damit sie das klären könnten. 

In zwei staatsanwaltschaftlichen Einvernahme ergänzte er, der Privatkläger habe 

zum Polizisten gesagt, es sei alles "ok" (Urk. 11 S. 5, Urk. 15 S. 2 und 3). 

D._____ hätte ohne Weiteres Anzeige erstatten bzw. vorbringen können, er wer-

de daran gehindert, wenn er dies gewollt hätte. Weiter gab er an, nie mit einem 

Wort erwähnt zu haben, er habe zugeschlagen und dies auch nie mit der Faust 

demonstriert zu haben (Urk. 15 S. 3).  

Vor Vorinstanz wies er darauf hin, der Privatkläger habe selbst erklärt, ein Poli-

zeibeamter habe gefragt, was los sei. Das wäre der Moment gewesen, in der er 

eine Anzeige hätte machen können (Urk. 45 S. 6).  

3.2.3. Später habe ihn der Bruder fast täglich angerufen und Druck gemacht. 

H._____ habe gesagt, er wolle seine kompletten Personalien und er solle "das mit 

dem Geld regeln" (Urk. 3 S. 5, vgl. auch Urk. 11 S. 5f.). A._____ habe aber immer 

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wieder gesagt, er werde nichts zahlen, da er sich keiner Schuld bewusst sei, und 

sie sollten ihn dann eben anzeigen.  

3.3. Aussagen von B._____ 

3.3.1. B._____ wurde am 8. September 2008, mithin rund vier Wochen nach dem 

Vorfall, von der Polizei befragt. Sie sagte aus, der Privatkläger habe sie damals 

"angemacht" und, nachdem sie gesagt habe, der Beschuldigte sei ihr Freund, ge-

sagt, ob er reich sei, denn sonst habe er ihr ja nichts zu bieten (Urk. 4 S. 1). Un-

terdessen hätten sich der Beschuldigte und C._____ mit Franzosen unterhalten.  

Als sie, der Beschuldigte und C._____ in Richtung "E._____" hätten gehen wol-

len, habe der Privatkläger den Beschuldigten immer wieder wegen der Tasche 

provoziert. Der Beschuldigte und C._____ hätten mehrmals gesagt, er solle auf-

hören, solle sie in Ruhe lassen, sie wollten keinen Ärger (S. 2). Plötzlich habe der 

Privatkläger den Beschuldigten ans Schienbein gekickt und ihn von hinten ge-

packt (a.a.O.). Sie habe das selbst gesehen. Der Beschuldigte habe sich wegge-

dreht, um loszukommen und den Privatkläger mit dem Ellbogen im Gesicht getrof-

fen. Für sie habe es so ausgesehen, als habe er ihn nicht absichtlich getroffen. 

In der Zeugeneinvernahme vom 22. Juni 2009 gab B._____ an, im Zeitpunkt des 

Vorfalls die Freundin des Beschuldigten gewesen zu sein. Abermals erklärte sie 

sodann, der Privatkläger habe den Beschuldigten ständig wegen der Tasche als 

schwul bezeichnet und auch nicht aufgehört, als C._____ ihn zu beruhigen ver-

sucht habe (Urk. 12 S. 2 und 4). Sie habe dann gesehen, wie D._____ A._____ 

ans Bein getreten habe, worauf der Beschuldigte etwas zusammengesackt sei (S. 

2). Der Privatkläger habe den Beschuldigten von hinten gehalten, worauf sich die-

ser gedreht und ihn dabei mit dem Ellbogen irgendwo am Kopf erwischt habe (S. 

2f.). Der Schlag sei nicht gezielt gewesen.  

3.3.2. Bei der Polizei gab B._____ weiter an, nachdem der Beschuldigte wieder 

aus dem "G._____" gekommen sei, hätten dieser und der Privatkläger noch 

zwanzig bis dreissig Minuten miteinander diskutiert. Der Privatkläger habe gesagt, 

er werde ihn anzeigen. Als dann die Polizei kurz mit dem Privatkläger und ihrem 

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Freund gesprochen habe, hätten diese gesagt, sie wollten die Sache unter sich 

regeln (Urk. 4 S. 2). B._____ habe dann die Polizisten kurz über den Vorfall in-

formiert. Die Polizei sei noch eine Weile da geblieben und schliesslich abgezo-

gen. Der Privatkläger hätte mehrfach Gelegenheit gehabt, Anzeige zu erstatten, 

aber stattdessen immer wieder auf den Beschuldigten eingeredet, der sich mehr-

mals entschuldigt habe (S. 3).  

Als Zeugin erklärte B._____, vom Gespräch zwischen den Parteien nur mitbe-

kommen zu haben, dass D._____ gesagt habe, er wolle den Beschuldigten an-

zeigen, da sie auf der anderen Strassenseite gewesen sei (Urk. 12 S. 5). Der Po-

lizei habe sie kurz erzählt, was passiert sei (Urk. 12 S. 3). Die Polizei habe 

schliesslich gemeint, dass man das Problem selber schlichten solle und sei wie-

der gegangen, ohne dass es zu einer Anzeige gekommen wäre.  

3.4. Aussagen von C._____ 

3.4.1. Laut Polizeirapport (Urk. 1 S. 4f.) gab C._____ in einer telefonischen Befra-

gung an, den Beschuldigten seit drei bis vier Jahren vom Ausgang her zu kennen.  

Vor dem "G._____" habe der Privatkläger - der ihm "schon etwas betrunken" vor-

gekommen sei, plötzlich angefangen, den Beschuldigten verbal "anzumachen", 

indem er "wiederholt etwas wegen schwul und so" gesagt habe. Ganz genau ha-

be er es nicht verstanden. Der Beschuldigte habe dann gesagt, der Privatkläger 

solle aufhören zu provozieren, er wolle keinen Ärger. C._____ habe sich umge-

dreht, um seinen Plattenkoffer zu holen. Plötzlich habe er gehört, dass hinter ihm 

etwas passiert sei. Als er sich umgedreht habe, habe er gesehen, wie der Privat-

kläger den Beschuldigten von hinten gepackt habe (S. 4). Dieser habe sich mit ei-

ner Drehbewegung losgerissen und den Privatkläger dabei mit dem Ellbogen im 

Gesicht getroffen. Ob D._____ den Beschuldigten zuvor auch getreten gehabt 

habe, habe er nicht gesehen.  

Als Zeuge führte C._____ am 14. März 2011 aus, es bestehe keine "tiefere 

Freundschaft" mit dem Beschuldigten. Sie würden sich seit ein paar Jahren vom 

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Ausgang her kennen und träfen sich, wenn er (als DJ) in Zürich am Arbeiten sei 

und der Beschuldigte in das betreffende Lokal komme (Urk. 34 S. 2). 

Er wies weiter darauf hin, dass der Vorfall zwei Jahre her und relativ schnell abge-

laufen sei (S. 3).  

Er habe damals mit den Franzosen gesprochen und bemerkt, dass das Ganze 

wegen der Handtasche angefangen habe (S. 3). Es sei um "etwas mit schwul" 

gegangen. Er habe gehört, dass der Beschuldigte einmal zum Privatkläger gesagt 

habe, er wolle keinen Stress (S. 4 und 5). A._____ habe gehen wollen (S. 3). Er 

wisse nicht mehr, ob er (C._____) mit D._____ gesprochen habe (S. 8). Es sei 

aber gut möglich, dass C._____ - wie die Freundin des Beschuldigten ausgeführt 

habe - versucht habe, D._____ zu beruhigen (S. 4). Er habe dann - wie es ihm 

heute vorkomme - gesehen, dass der Privatkläger und der Beschuldigte aneinan-

der geraten seien und dann wieder auseinander gegangen seien (S. 3f. und 6). Er 

wisse nicht mehr, was er gesehen habe (S. 8). Auf die Frage, ob er gesehen ha-

be, wie es zur Gesichtsverletzung D._____s gekommen sei, antwortete C._____, 

es könne sein, dass das passiert sei, als die beiden aneinender geraten seien. Es 

könne auch sein, dass das beim Abwehren passiert sei (S. 5). So komme es ihm 

vor (S. 6). In der Sekunde, als er das mitbekommen habe, seien die beiden "auf-

einander" gewesen. Es sei einfach zu schnell gegangen. Einen Schlag habe er 

nicht gesehen (S. 7). Wenn ihm nun aber vorgehalten werde, er habe am Telefon 

gesagt, gesehen zu haben, wie D._____ A._____ von hinten gepackt habe, dann 

müsse das so gewesen sein (S. 6). Er habe immer die Wahrheit gesagt. Auch 

wenn er heute nicht mehr alles wisse, könne er doch auf jene Aussagen verwei-

sen.  

Wenn H._____ im Übrigen ausgesagt habe, er sei dazwischen gegangen, als der 

Beschuldigte den Privatkläger habe schlagen wollen, dann treffe das nicht zu (S. 

6). Ob er überhaupt dazwischen gegangen sei, wisse er nicht mehr (S. 7).  

3.4.2. Laut Polizeirapport erklärte C._____ am Telefon sodann, dass der Privat-

kläger offenbar nicht mit der Polizei habe reden wollen, obwohl der Beschuldigte 

das Ganze mit der Polizei habe klären wollen (Urk. 1 S. 4). Vielmehr habe 

- 15 - 

D._____ ständig etwas von Geld gesagt, das ihm der Beschuldigte geben solle, 

damit er auf ein Anzeige verzichte, doch habe der Beschuldigte die Sache lieber 

mit der Polizei regeln wollen als auf diese Art (S. 5).  

Als Zeuge erklärte C._____, nicht mehr zu wissen, ob er damals - als D._____ mit 

seinen Kollegen zurückgekommen sei - auch ins G._____ gegangen sei (Urk. 34 

S. 6). Es sei später von einer Person von Geld gesprochen worden, doch was 

diese Person gesagt habe, wisse er nicht mehr. Alle seien miteinander am Reden 

gewesen.  

3.5. Aussagen von H._____ 

Am 22. Juni 2009 wurde auch H._____, der Bruder des Privatklägers, als Zeuge 

befragt. 

Zum Tatgeschehen konnte er zwar keine direkten Beobachtungen zu Protokoll 

geben, da er erst nachträglich hinzu stiess (Urk. 13 S. 3). Er machte aber Ausfüh-

rungen zu angeblichen Äusserungen des Privatklägers und des Beschuldigten 

ihm gegenüber.  

So gab er an, der Beschuldigte, der ihn kennen wolle, habe ihm gesagt, er hätte 

nicht zugeschlagen, wenn er gewusst hätte, dass es sich beim Privatkläger um 

seinen Bruder handle (S. 3). Auch habe der Beschuldigte gefragt, ob er nicht zu-

schlagen würde, wenn ihn jemand blöd anmachen wolle (a.a.O.).  

Sodann habe der Privatkläger gesagt, er wolle Anzeige erstatten, doch habe der 

Beschuldigte immer wieder gesagt, er wolle mit D._____ sprechen (S. 3). A._____ 

habe den Privatkläger immer wieder zurückgehalten, damit dieser nicht zur Polizei 

gehen könne.  

Der Beschuldigte habe auch mit dem Zeugen gesprochen. Als er gefragt habe, 

warum er den Privatkläger geschlagen habe, habe A._____ geantwortet, er sei 

davon ausgegangen, dass der Privatkläger Franzose sei, weil er diesen franzö-

sisch habe sprechen hören, und er dulde keine Franzosen, die ihn hier blöd an-

machen würden (S. 4).  

- 16 - 

Weiter führte der Zeuge aus, er habe den Beschuldigten angerufen, als klar ge-

wesen sei, dass der Privatkläger operiert werden musste. Der Beschuldigte habe 

ihm aber den vollständigen Namen und die Adresse nicht geben wollen.  

3.6. Aussagen von I._____ 

Am 22. Juni 2009 wurde I._____, der Onkel des Privatklägers befragt.  

Auch er sah seinen Aussagen zufolge die "Schlägerei" nicht mit eigenen Augen 

(Urk. 14 S. 2). Er führte aus, mit dem Beschuldigten nach der Tat gesprochen zu 

haben. Dieser habe auf seine Frage, ob er zugeschlagen habe, "ganz klar ja" ge-

sagt (S. 2 und 3). Er habe auch allen - ihm, D._____, C._____ und B._____ - er-

klärt, er habe mit der Faust geschlagen bzw. das nicht explizit gesagt, aber mit 

Körpersprache angedeutet, indem er die Faust geballt und einen Schlag ins Leere 

gemacht habe (S. 3). I._____ habe ihn dann drei, vier Mal gefragt, warum er so 

hart bzw. brutal zugeschlagen habe. A._____ habe geantwortet, der Privatkläger 

sei Franzose und könne nicht einfach aus Frankreich kommen und blöd daherre-

den (S. 3).  

A._____ habe überdies versucht, den Privatkläger von einer Anzeige abzuhalten, 

indem er sich immer wieder entschuldigt und ihm alles Mögliche angeboten habe 

(S. 3). Dass der Privatkläger vor Ort keine Anzeige gemacht habe, sei schon ein 

bisschen "komisch". Die Polizei sei vor Ort gewesen, habe aber nicht reagiert, 

statt zu intervenieren und zu schlichten.  

3.7. Tonaufnahme (Beweisantrag des Privatklägers) 

Anlässlich der Berufungsverhandlung beantragte der Privatkläger - wie bereits in 

der Untersuchung - die Zulassung der Tonaufnahme, auf welcher man hören 

könne, wie sich der Beschuldigte zur Tat äussere, als Beweismittel (Prot. II S. 11). 

Wie bereits die III. Strafkammer in ihrem Beschluss vom 15. Juni 2010 ausführte, 

wurde die Tonaufnahme von einem Kollegen des Privatklägers mit einem Mobilte-

lefon erstellt, nachdem es "nach dem Angriff" zu einem Gespräch zwischen dem 

Beschuldigten und den Begleitern des Privatklägers gekommen sei (Urk. 51/20 S. 

4). Die Aufnahme wurde auch heute nicht als Beweismittel zugelassen, da sie oh-

- 17 - 

ne Einwilligung der anderen Gesprächsteilnehmer gemacht wurde und damit ge-

gen Art. 179ter StGB (Unbefugtes Aufnehmen von Gesprächen) verstösst. Sie ist 

unverwertbar. Kommt hinzu, dass der Privatkläger den Beweisantrag erst in sei-

nem Parteivortrag, folglich nach Abschluss des Beweisverfahrens und damit ver-

spätet stellte. Im Übrigen führte die III. Strafkammer, welche die Aufnahme abge-

hört hatte, aus, diese tauge nicht zum Beweis, da der darauf vom Beschuldigten 

erwähnte "Schlag" mit beiden Tatversionen vereinbar sei (Urk. 51/20 S. 5).  

4. Sachverhaltswürdigung 

4.1. Der vom Privatkläger behauptete Tathergang ist zwar nicht geradezu un-

glaubhaft, aber auch nicht stringent. 

Zunächst fällt auf, dass D._____ selbst einräumte, nicht gesehen zu haben, dass 

ihn der Beschuldigte mit der Faust ins Gesicht schlug. Auch von den übrigen be-

fragten Personen berichtete keine, eine Faustattacke selbst beobachtet zu haben. 

Die anwesenden Franzosen waren - aus welchen Gründen auch immer - nicht 

einmal bereit, ihre Personalien für eine Aussage zur Verfügung zu stellen.  

Der Privatkläger, dessen Bruder und dessen Onkel erklärten zwar, der Beschul-

digte habe in ihrer Anwesenheit zugegeben, D._____ wissentlich und willentlich 

geschlagen zu haben bzw. (was allerdings allein I._____ behauptete) sogar de-

monstriert, wie er mit der Faust zugeschlagen habe, doch erscheinen die Aussa-

gen dieser Personen als wenig verlässlich, wie nachfolgend zu zeigen sein wird.  

Bedenken an der Richtigkeit der zur Anklage erhobenen Sachverhaltsversion des 

Privatklägers weckt etwa sein Vorbringen, der Beschuldigte habe ihm gegenüber 

vor dem "G._____" zum Beweggrund seines Angriffs erklärt, er habe es nicht er-

tragen, dass ein Franzose ihn provoziert habe. D._____ führte nämlich anderer-

seits auch aus, dass er schon vor dem Schlag dem - des Französischen nicht 

mächtigen und ihn deshalb auf Englisch ansprechenden - Beschuldigten gesagt 

habe, er könne bzw. solle Deutsch mit ihm sprechen, was dieser daraufhin auch 

getan habe (vgl. auch die Aussage des Beschuldigten in Urk. 15 S. 2). Somit hat-

te D._____ dem Beschuldigten schon signalisiert, dass er nicht Franzose war, be-

- 18 - 

vor der Schlag erfolgte. Wusste A._____ aber, dass der Privatkläger nicht Fran-

zose war, kann ein Irrtum über die Nationalität des Provozierenden auch nicht 

Grund für die behauptete Attacke gewesen sein, und ist zudem völlig unwahr-

scheinlich, dass der Beschuldigte geglaubt haben könnte, sich danach mit einer 

solchen Ausrede gegenüber dem Privatkläger aus der Affäre ziehen zu können. 

Dass auch H._____ und I._____ angeben, gehört zu haben, wie der Beschuldigte 

den Angriff so begründet habe, macht die Behauptung nicht glaubhafter, sondern 

deutet vielmehr auf eine Absprache hin. 

Selbst wenn man die Erwägungen im vorstehenden Abschnitt ausblenden würde, 

erschiene das angegebene Motiv für den Angriff als wenig wahrscheinlich. Dass 

jemand bloss deshalb, weil ein (vermeintlicher) französischer Staatsangehöriger 

ihn ein einziges Mal (so die Aussage D._____s) wegen der Damenhandtasche als 

schwul bezeichnet hatte - und höchstens zusätzlich aus Eifersucht, weil dieser 

zuvor mit seiner Freundin gesprochen bzw. diese angemacht hatte - dieser Per-

son unvermittelt brachial die Faust ins Gesicht schlägt, ist nicht leicht vorstellbar, 

insbesondere wenn wie hier keinerlei Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Tä-

ter beim Vorfall derart alkoholisiert gewesen sein könnte, dass er sich nicht mehr 

unter Kontrolle hatte. Völlig auszuschliessen ist allerdings nicht, dass eine brutale 

Attacke aus nichtigem Grund erfolgt, wie der Gerichtsalltag zeigt. 

Im Weiteren sprechen die als unglaubhaft zu qualifizierenden Aussagen des Pri-

vatklägers und seiner Angehörigen zur angeblich durch den Beschuldigten verei-

telten Anzeigeerstattung am Tatort im Ergebnis dafür, dass dem Privatkläger spä-

testens bei der Diskussion vor dem "G._____" klar war, dass ihn der Beschuldigte 

nicht absichtlich ins Gesicht geschlagen hatte (und er dort deshalb gar keine An-

zeige mehr erstatten wollte). Sicher hatte der Beschuldigte - wie auch immer es 

zur Verletzung D._____s kam - ein Interesse daran, dass er nicht in ein Strafver-

fahren gezogen würde, und versuchte er den Privatkläger deshalb unbestritte-

nermassen verbal von einer Anzeigeerstattung abzuhalten. Dass D._____ aber 

gleichsam daran gehindert worden wäre, die gewünschte Anzeige zu platzieren 

(wie auch der Bruder behauptete, der sogar davon spricht, der Privatkläger sei 

"immer wieder zurückgehalten worden", Urk. 13 S. 3; vgl. ferner die Aussagen 

- 19 - 

I._____s), ist nicht anzunehmen. Selbst wenn der Beschuldigte den Privatkläger 

immer wieder aufs Neue beschwatzt und sich ihm darüber hinaus noch in den 

Weg gestellt oder ihn physisch zurückgehalten hätte, ja sogar wenn D._____ - wie 

ebenfalls behauptet wurde - zusätzlich von den Begleitern des Beschuldigten von 

der Polizei "abgeschirmt" worden wäre, hätte der Privatkläger fraglos hinreichend 

Gelegenheit gehabt, die nach dessen eigenen Aussagen einmal nur fünf Meter (!) 

entfernte Polizei - notfalls durch laute Hilferufe - auf sich aufmerksam zu machen, 

um ihr danach noch am Platz seinen Anzeigewillen kundzutun. Er will denn auch 

den Beamten mehrmals zugerufen haben. Dass die Streifenwagenbesatzung da-

rauf - wie er behauptet - überhaupt nicht reagiert hätte, sondern ihn einfach im 

Stiche lassend abgezogen wäre, ist nun aber schlicht nicht glaubhaft.  

In der ersten Befragung hatte er denn auch noch ganz anders vorgebracht, we-

gen der vorerst als geringfügig erachteten Verletzung habe man die Sache unter 

sich regeln (also gerade keine Anzeige erstatten) wollen. Als Zeuge erklärte er 

sodann, die Polizei sei bereits vor Ort gewesen, als seine "Kollegen" und der Be-

schuldigte noch im "G._____" gewesen seien, während er aus dem Lokal verwie-

sen worden sei (Urk. 9 S. 6). Mithin hätte der Privatkläger in diesem Zeitpunkt un-

behelligt Anzeige erstatten können. Gespielt unbeholfen wirkt schliesslich seine 

Bemerkung, die Polizei habe vor dem Abrücken nicht einmal eine Visitenkarte hin-

terlassen, denn wohl jedermann ist klar, dass das Hinterlassen einer solchen No-

tiz lässlich ist, weil die Polizei auf jedem Posten für eine Anzeige erreichbar ist 

und dort problemlos die zu einem bestimmten Geschehen ausgerückten Beamten 

eruiert werden können. Von dieser jederzeitigen Anzeigemöglichkeit hat der Pri-

vatkläger allerdings nicht einmal unmittelbar nach seiner Entlassung aus dem Spi-

tal Gebrauch gemacht, sondern danach noch einmal vier Tage verstreichen las-

sen (Urk. 1 S. 3, Urk. 8).  

4.2. Auch die Sachverhaltsversion des Beschuldigten ist nicht frei von Ungereimt-

heiten. Sie erscheint aber im Ergebnis zumindest nicht als zweifelhafter als dieje-

nige des Privatklägers.  

Der Beschuldigte führte während der gesamten Untersuchung aus, D._____ habe 

ihn vor dem Vorfall mehrmals verbal provoziert. Als man dann zum wiederholten 

- 20 - 

Mal mit ihm gesprochen habe, um ihn von weiteren Verspottungen abzuhalten, 

habe D._____ A._____ einen Tritt ans Bein versetzt, der ihn für einen Moment 

das Gleichgewicht verlieren lassen habe. Überdies habe der Privatkläger den Be-

schuldigten von hinten angefasst, worauf sich letzterer abgedreht habe, um sich 

zu lösen. Dabei habe er D._____ unbeabsichtigt mit dem Ellbogen im Gesicht ge-

troffen. Dieser Geschehnisablauf erscheint als durchaus plausibel. Der eben erst 

wegen des Tritts D._____s aus dem Gleichgewicht geratene Beschuldigte hatte - 

folgt man seiner Darstellung - Grund anzunehmen, der nach ihm greifende Privat-

kläger sei im Begriff, ihm durch einen physischen Angriff grösseres Übel zuzufü-

gen. Er befand sich damit zumindest aus seiner subjektiven Sicht in einer Notla-

ge, und es entsprach einer natürlichen Reaktion, wenn er versuchte, mit abwehr-

bereit angehobener Hand und dementsprechend gehaltenem Ellbogen durch 

blitzschnelles Abdrehen der erwarteten Attacke D._____s zu entgehen.  

Die Darstellung des Beschuldigen wird zudem weitgehend gestützt durch die 

Schilderung von B._____. Diese war zwar im Zeitpunkt der Tat A._____s Freun-

din, im Zeitpunkt der Zeugeneinvernahme jedoch nicht mehr. Die Wahrscheinlich-

keit einer Falschaussage unter der strengen Strafdrohung von Art. 307 StGB er-

scheint damit als gering. Wie bereits dargelegt, bestätigte sie nicht nur die anhal-

tende verbale Provokation des Beschuldigten durch D._____. Sie gab auch an, 

mit eigenen Augen gesehen zu haben, wie der Privatkläger A._____ gegen das 

Bein getreten habe, worauf dieser "ein bisschen zusammengesackt" sei. Sie führ-

te weiter aus, dass D._____ den Beschuldigten von hinten gehalten und dieser 

sich daraufhin gedreht und den Privatkläger bei dieser Bewegung "mit dem Ellbo-

gen erwischt" habe, wobei sie den Eindruck gehabt habe, der Schlag sei "sicher 

nicht gezielt" gewesen.  

Ähnlich äusserte sich auch C._____ - der als DJ den Beschuldigten vom Ausgang 

her kennt, jedoch kein enger Freund ist - wenige Wochen nach dem Ereignis tele-

fonisch gegenüber der Polizei. Auch er erklärte, der Privatkläger habe den Be-

schuldigten "verbal angemacht", und führte weiter aus, gesehen zu haben, wie je-

ner diesen von hinten gepackt habe, worauf sich der Beschuldigte mit einer Dreh-

bewegung losgerissen und D._____ mit dem Ellbogen im Gesicht getroffen habe. 

- 21 - 

Er erwähnte ausserdem, dass die Gruppe Franzosen nicht für D._____ habe aus-

sagen wollen. Als Zeuge gab C._____ Mitte März 2011 zu Protokoll, sich kaum 

mehr an das Geschehen zu erinnern; seine Aussagen sind denn auch teilweise 

bruchstückhaft, pauschal ("sie waren aufeinander" bzw. "gerieten aneinander") 

und von Unsicherheit geprägt (er hielt auf Vorhalt vieles für möglich), und sie de-

cken sich nicht überall mit seinen früheren Depositionen, etwa, wenn er nun er-

klärte, den Schlag des Beschuldigten nicht gesehen zu haben. Freilich verwundert 

dies angesichts der seit dem Vorfall verstrichenen Zeit von mehr als 2 ½ Jahren 

nicht weiter. Die Unsicherheiten und Abweichungen gründen mit hoher Wahr-

scheinlichkeit in der naturgemäss nachgelassenen Erinnerung C._____s. Der 

Zeuge bestätigte im Übrigen ausdrücklich, anlässlich des im Polizeirapport fest-

gehaltenen Telefonats die Wahrheit gesagt zu haben (Urk. 34 S. 6). Unter diesen 

Umständen verbietet es sich, aus zu früheren Aussagen inkongruenten neuen 

Vorbringen C._____s negative Schlüsse hinsichtlich der Glaubhaftigkeit der 

Sachverhaltsversion des Beschuldigten zu ziehen, zumal dieser nicht dafür ver-

antwortlich ist, dass es derart lange dauerte, bis C._____ als Zeuge einvernom-

men werden konnte. Den ursprünglichen Ausführungen C._____s, welche die 

Darstellung des Beschuldigten bestätigen, kommt allerdings auch nur ein geringer 

Beweiswert zu.  

Die Vorinstanz weist - an sich richtigerweise - darauf hin, dass die Aussagen des 

Beschuldigten in der Hauptverhandlung nicht überall mit denjenigen in der Unter-

suchung übereinstimmen (Urk. 54 S. 11f.). So habe er seinen Standort - bezogen 

auf C._____ und den Privatkläger - vor Gericht anders geschildert als noch bei 

der Staatsanwaltschaft, damit im Zusammenhang sinngemäss neu vorgebracht, 

den Tritt D._____s nicht von hinten, sondern von der Seite erhalten zu haben, und 

ebenfalls abweichend erklärt, dass er nicht gepackt bzw. gar nach hinten gezogen 

worden sei, sondern der Privatkläger nur die Hand nach ihm ausgestreckt und ihn 

berührt habe. Zu berücksichtigen ist nun aber auch hier, dass zwischen dem Vor-

fall und den Aussagen des Beschuldigten vor Vorinstanz beinahe drei Jahre lagen 

und zwischen der bezirksgerichtlichen Befragung und der zum Vergleich heran-

gezogenen staatsanwaltschaftlichen nicht weniger als zwei Jahre vergingen (Urk. 

11 und 45). Wie bereits dargelegt, hat der Beschuldigte in der gesamten Untersu-

- 22 - 

chung den Sachverhalt im Kern immer gleich dargelegt, und auch vor Vorinstanz 

blieb er im Grundsatz bei seiner bisherigen Darstellung und wird diese insbeson-

dere von B._____, aber auch von C._____ gestützt. In der Hauptverhandlung 

aufgetretene Differenzen hinsichtlich seiner Position, der Art und Weise, wie der 

Tritt appliziert wurde und wie er unmittelbar darauf mit der Hand physisch vom 

Privatkläger angegangen wurde, dürfen nicht auf die Goldwaage gelegt werden. 

Hinzuweisen ist auch darauf, dass sich das Geschehen - wie den Aussagen sämt-

licher beim Vorfall anwesender Befragten zu entnehmen ist - rasch und vor allem 

dynamisch abspielte, weshalb der Schluss der Vorinstanz, der Beschuldigte könn-

te den Privatkläger mit dem Ellbogen gar nicht erreicht haben, wenn er sich abge-

dreht hätte, als dieser die Hand ausgestreckt und ihn berührt habe, nicht über-

zeugt. Im Zeitpunkt der Drehung kann D._____ durchaus schon näher beim Be-

schuldigten gestanden haben als noch beim Ausstrecken der Hand. Nicht gefolgt 

werden kann der Vorinstanz auch, wenn sie davon ausgeht, zuvor sei kein Tritt 

von Seiten des Privatklägers erfolgt. Wie erwähnt wurde dies von mehreren Per-

sonen bestätigt. Ebenfalls bereits aufgezeigt wurde, dass sich der Beschuldigte 

im Zusammenspiel von anhaltender verbaler Provokation, Tritt und Handgreiflich-

keit des Privatklägers durchaus in einer Notwehrsituation wähnen durfte, eine 

plötzliche Drehung mit Hebung des Arms als lebensnahe Reaktion erscheint und 

dabei durchaus Kräfte entstehen können, die zu einer Verletzung wie der vorlie-

gend bei D._____ eingetretenen führen können, die Verletzungsschwere mithin 

kein Indiz für einen gewollten Faustschlag ins Gesicht des Privatklägers ist.  

4.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Beschuldigten nicht nachge-

wiesen werden kann, dass er den Privatkläger mit Wissen und Willen ins Gesicht 

geschlagen hat. Auch wenn man die Sachverhaltsversion des Beschuldigten als 

nicht über alle Zweifel erhaben einstuft, muss ein Freispruch erfolgen, da die Dar-

stellung des Privatklägers ebenfalls nicht zu überzeugen vermag.  

Damit fehlt es am subjektiven Tatbestand für eine Verurteilung wegen einfacher 

Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. 

Ausser Betracht fällt auch eine Rückweisung der Anklageschrift zur Ergänzung für 

einen Schuldspruch wegen fahrlässiger Körperverletzung, lässt sich doch nicht 

- 23 - 

erstellen, dass sich der Beschuldigte nicht mindestens in einer vermeintlichen 

Notwehrsituation befand, wie auch die Verteidigung ausführte (Prot. II S. 7 f.). Lag 

aber eine solche vor, war seine Abwehrhandlung (die Drehbewegung mit zur Ab-

wehr erhobenem Arm, um sich vom Privatkläger zu lösen) verhältnismässig. Eine 

Sorgfaltspflichtsverletzung lag nicht vor.  

Der Beschuldigte ist somit eines Delikts nicht schuldig und freizusprechen. 

III. Kosten und Entschädigung 

Der Beschuldigte hat die Einleitung des Verfahrens nicht rechtswidrig und schuld-

haft bewirkt und dessen Durchführung auch nicht erschwert. Somit ist die Ge-

richtsgebühr für das Berufungsverfahren ausser Ansatz fallen zu lassen und sind 

die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzliches Verfahrens auf die Ge-

richtskasse zu nehmen. 

Für die erbetene Verteidigung im Berufungsverfahren ist dem Beschuldigten eine 

Prozessentschädigung von Fr. 3'500.- (inkl. MWST) aus der Gerichtskasse zu be-

zahlen, für seine persönlichen Umtriebe im Strafverfahren eine Entschädigung 

von Fr. 500.- auszurichten. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist eines Delikts nicht schuldig und wird freigesprochen. 

2. Die erstinstanzliche Kostenaufstellung (Ziff. 4) wird bestätigt. 

3. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren fällt ausser Ansatz. 

4. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens werden 

auf die Gerichtskasse genommen. 

5. Dem Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 3'500.- aus der 

Gerichtskasse bezahlt. 

- 24 - 

6. Dem Beschuldigten wird eine Umtriebsentschädigung von Fr. 500.- aus der 

Gerichtskasse bezahlt. 

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten 
(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 
− den Privatkläger D._____ (übergeben) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten  
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 
− den Privatkläger D._____ 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 34a 

POG) 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mittels Kopie von Urk. 55 zur Lö-

schung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d der Verordnung über das 
Strafregister. 

8. Rechtsmittel: 

 Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

- 25 - 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 21. Februar 2012 
 
 

Der Vorsitzende: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Burger 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Oswald 
 

 
 

	Urteil vom 21. Februar 2012
	 Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu Fr. 90.– (entspricht Fr. 4'500.–).
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.  Formelles
	II.  Schuldpunkt
	III.  Kosten und Entschädigung

	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist eines Delikts nicht schuldig und wird freigesprochen.
	2. Die erstinstanzliche Kostenaufstellung (Ziff. 4) wird bestätigt.
	3. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren fällt ausser Ansatz.
	4. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens werden auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Dem Beschuldigten wird eine Prozessentschädigung von Fr. 3'500.- aus der Gerichtskasse bezahlt.
	6. Dem Beschuldigten wird eine Umtriebsentschädigung von Fr. 500.- aus der Gerichtskasse bezahlt.
	7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
	 den Privatkläger D._____ (übergeben)
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
	 den Privatkläger D._____
	 die Vorinstanz
	 die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 34a POG)
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mittels Kopie von Urk. 55 zur Löschung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d der Verordnung über das Strafregister.

	8. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.