# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bbf73fd6-a9e8-57bf-bff2-d50f650f10c5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-03
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 03.09.2020 SK 2019 356
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2019-356_2020-09-03.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 19 356
SK 19 357

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 3. September 2020 

Besetzung Obergerichtssuppleant Horisberger (Präsident i.V.), Oberrichterin 
Bratschi, Oberrichterin Friederich Hörr
Gerichtsschreiberin Hafner

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter 1

C.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt D.________

Beschuldigter 2

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin

Gegenstand fahrlässige Körperverletzung, Irreführung der Rechtspflege, ver-
suchte Begünstigung etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Einzelgericht) vom 28.02.2019 (PEN 2018 161/162)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau (nachfolgend: Vorinstanz) fällte am 
28. Februar 2019 folgendes Urteil:

A. A.________

I.

A.________ wird freigesprochen:

1. von der Anschuldigung der fahrlässigen Körperverletzung, angeblich begangen am 15.11.2016 
in F.________ z.N. G.________;

2. von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz durch Beschäftigen 
eines Ausländers ohne Bewilligung, angeblich begangen durch Beschäftigen von H.________ 
in der Zeit vom 11.11.2016, ev. Zuvor, bis am 19.11.2016 in F.________ und anderswo in der 
Schweiz; 

3. von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz durch Förderung 
der rechtswidrigen Einreise und Aufenthalts, angeblich begangen am 31.05.2017 in 
I.________;

4. von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das AHVG, angeblich begangen in der 
Zeit vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 in F.________

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskos-
ten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 2‘764.70 (Untersuchung: CHF 2‘564.70; Gericht: 
CHF 200.00) und Auslagen von CHF 32.00 (Anteil Zeugengeld E.________

II.

A.________ wird hingegen schuldig erklärt:

1. der Irreführung der Rechtspflege, begangen am 15.11.2016 bis am 18.11.2016 in F.________ 
und J.________;

2. der versuchten Begünstigung, begangen in der Zeit vom 15.11.2016 bis am 18.11.2016 in 
F.________ und J.________;

3. der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz durch Beschäftigen eines Ausländers 
(C.________) ohne Bewilligung in der Zeit von ca. Ende Mai 2016 bis am 27.10.2016 in 
F.________;

4. der Widerhandlung gegen die Verordnung über die Einführung des freien Personenver-
kehrs (VEP), mehrfach begangen wie folgt:

4.1. in der Zeit von ca. Anfang November 2016 bis am 18.11.2016 in F.________ (durch Be-
schäftigen von K.________);

4.2. am 27.10.2016 und zuvor in F.________ (durch Beschäftigen von L.________);
4.3. am 27.10.2016 und zuvor in F.________ (durch Beschäftigen von M.________);

3

5. der Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern trotz behördlicher Aufforderung, 
mehrfach begangen wie folgt:

5.1. am 14.02.2017 in F.________;
5.2. am 25.10.2016 in N.________;
5.3. am 01.03.2017 in N.________;
5.4. am 24.10.2017 in F.________;

6. der Widerhandlungen gegen das GschG durch Nichtvorschriftgemässes Lagern von Ge-
binde mit wassergefährdenden Stoffen, mehrfach begangen in der Zeit vom 13.07.2016 bis 
am 09.03.2017 in F.________;

7. der Widerhandlungen gegen das USG durch Annehmen von kontrollpflichtigen Abfällen 
ohne Bewilligung, mehrfach begangen in der Zeit von 13.07.2016 bis am 05.04.2018 in 
F.________;

8. der Widerhandlungen gegen das BauG durch Überschreiten des Gesamtbauentscheides 
vom 19.07.2013 durch Lagern von Abfällen und Fahrzeugen ausserhalb von Abfallanlagen, 
mehrfach begangen in der Zeit vom 13.07.2016 bis am 05.04.2018 in F.________

und in Anwendung der 
Art. 22, 34, 47, 49 Abs. 1 und Abs. 2, 106, 304, 305 aStGB
Art. 117 Abs. 3 AuG
Art. 9 Abs. 1bis, 32a VEP
Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG
Art. 70 Abs. 1 lit. b GSchG
Art. 61 Abs. 1 lit. h USG
Art. 50 BauG
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 3‘600.00, zum 
Teil als Zusatzstrafe zum Urteil vom 09.08.2016 der Staatsanwaltschaft Zofingen, zum Urteil vom 
07.11.2016 der Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau, zum Urteil vom 12.07.2017 der 
Staatsanwaltschaft Zug und zum Urteil vom 27.09.2018 der Staatsanwaltschaft Emmental-
Oberaargau.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 3‘000.00, zum Teil als Zusatzstrafe zum Urteil vom 
07.11.2016 der Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau und zum Urteil vom 12.07.2017 der 
Staatsanwaltschaft Zug. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung wird auf 
30 Tage festgesetzt.

3. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Ge-
bühren von CHF 5‘529.50 (Untersuchung: CHF 5‘129.50; Gericht: CHF 400.00) und Auslagen 
von CHF 63.00 (Anteil Zeugengeld E.________), insgesamt bestimmt auf CHF 5‘592.50. 

Wird eine schriftliche Begründung verlangt, erhöht sich die Gebühr um CHF 500.00. Die erhöh-
ten Verfahrenskosten betragen damit CHF 6‘092.50.

4

B. C.________

C.________ wird freigesprochen:

1. von der Anschuldigung der versuchten Anstiftung zu falscher Anschuldigung, evtl. zu fal-
schem Zeugnis, angeblich begangen am 18.11.2016 an einem unbekannten Ort, ev. in 
O.________, F.________ oder anderswo;

2. von der Anschuldigung der versuchten Nötigung, angeblich begangen in der Zeit vom 
16.11.2016 bis am 18.11.2016 an einem unbekannten Ort, ev. in O.________, F.________ oder 
anderswo z.N. E.________

ohne Ausrichtung einer Entschädigung und unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskos-
ten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 1‘776.10 (Untersuchung: CHF 1‘376.10; Gericht: 
CHF 400.00) und Auslagen von CHF 200.00 (Anteil Zeugengeld E.________), insgesamt bestimmt 
auf CHF 1‘946.10, an den Kanton Bern.

Wird eine schriftliche Begründung verlangt, erhöht sich die Gebühr um CHF 500.00. Die erhöhten 
Verfahrenskosten betragen damit CHF 2‘446.10.

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau (nach-
folgend: Staatsanwaltschaft) mit Eingabe vom 8. März 2019 fristgerecht die Beru-
fung an (pag. 775). Die Berufungserklärung datiert vom 20. September 2019 und 
ging innert Frist beim Obergericht des Kantons Bern ein (pag. 834). Die General-
staatsanwaltschaft gab darin an, die Berufung beziehe sich auf sämtliche Frei-
sprüche, die Strafzumessung sowie die Verfahrenskostenausscheidung.

Mit Verfügung vom 23. September 2019 erhielten die Beschuldigten Gelegenheit, 
Anschlussberufung zu erklären und Gründe für ein Nichteintreten auf die Berufung 
geltend zu machen (pag. 837). Die Beschuldigten liessen sich diesbezüglich nicht 
vernehmen.

Mit Schreiben vom 24. Juli 2020 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, die Beru-
fung gegen A.________ in zwei Punkten zurückzuziehen und zwar in Bezug auf die 
Freisprüche vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz durch 
Förderung der rechtswidrigen Einreise und des Aufenthalts (Ziff. A.I.3 des vorin-
stanzlichen Urteilsdispositivs) sowie der Widerhandlungen gegen das AHVG (Ziff. 
A.I.4 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs). In allen anderen Punkten werde an 
der Berufung festgehalten (pag. 888).

3. Bestellung der amtlichen Verteidigung

Mit Verfügung vom 8. November 2019 wurden A.________ Herr Rechtsanwalt 
B.________ und C.________ Herr Rechtsanwalt D.________ je als amtlicher Ver-
teidiger beigeordnet (pag. 842).

4. Anträge der Parteien

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte anlässlich der Berufungsverhandlung folgen-
de Anträge (pag. 999):

5

A. A.________
I.
Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau 
(Einzelgericht) vom 28.02.2019 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Freisprüche von den Anschuldigungen
1.1 der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz durch Förderung der rechtswidrigen Einreise 

und Aufenthalts,
1.2 der Widerhandlungen gegen das AHVG;

2. der Schuldsprüche wegen
2.1 Irreführung der Rechtspflege,
2.2 versuchter Begünstigung,
2.3 Widerhandlung gegen das Ausländergesetz durch Beschäftigen eines Ausländers

(C.________) ohne Bewilligung,
2.4 Widerhandlung gegen die Verordnung über die Einführung des freien Personenverkehrs,
2.5 Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern trotz behördlicher Aufforderung,
2.6 Widerhandlungen gegen das GSchG durch Nichtvorschriftsgemässes Lagern von

Gebinde mit wassergefährdenden Stoffen,
2.7 Widerhandlungen gegen das USG durch Annehmen von kontrollpflichtigen Abfällen

ohne Bewilligung,
2.8 Widerhandlungen gegen das BauG durch Überschreiten des Gesamtbauentscheides vom 

19.07.2013 durch Lagern von Abfällen und Fahrzeugen ausserhalb von Abfallanlagen.

II.
A.________ sei schuldig zu erklären:

1. der fahrlässigen Körperverletzung, begangen am 15.11.2016 in F.________, zum Nachteil 
von G.________;

2. der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz durch Beschäftigen eines Ausländers 
ohne Bewilligung, begangen durch Beschäftigen von H.________ in der Zeit vom 11.11.2016 
evtl. zuvor, bis am 19.11.2016 in F.________ und anderswo in der Schweiz.

III.
A.________ sei in Anwendung von Art. 22, 41, 47, 49 Abs. 1 und 2, 106, 125, 304, 305 StGB, 117 
Abs. 2 und 3 AuG, Art. 9 Abs. 1 bis, 32a VEP, Art. 97 Abs. 1 lit. b SVG, Art. 70 Abs. 1 lit. b GSchG, 
Art. 61 Abs. 1 lit. h USG, Art. 50 BauG, Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten, als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwalt-
schaft Bern-Mittelland vom 20. August 2019;

2. zu einer Busse von CHF 4'500.00, zum Teil als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwalt-
schaft Emmental-Oberaargau vom 7. November 2016 und zum Strafbefehl der Staatsanwalt-
schaft Zug vom 12. Juli 2017 sowie als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 
Bern-Mittelland vom 20. August 2019 (Ersatzfreiheitsstrafe von 45 Tagen);

3. zur Bezahlung der anteilsmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine 
angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

6

B. C.________
I.
C.________ sei schuldig zu erklären:
1. der versuchten Anstiftung zu falscher Anschuldigung, begangen am 18.11.2016 an einem 

unbekannten Ort, evtl. in O.________, F.________ oder anderswo;
2. der versuchten Nötigung, begangen in der Zeit vom 16.11.2016 bis 18.11.2016 an einem un-

bekannten Ort, evtl. in O.________, F.________ oder anderswo zum Nachteil von E.________.

II.

C.________ sei in Anwendung von Art. 22 Abs. 1, 24 Abs. 2, 34, 47, 49 Abs. 1 und 2, 181, 303, 
Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu CHF 50.00, ausmachend total CHF 4'500.00, als 
Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Arrondissement du Nord Vaudois in Yver-
don vom 10. August 2017 (Ersatzfreiheitsstrafe von 90 Tagen);

2. zur Bezahlung der anteilsmässigen erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl., ei-
ne angemessene Gebühr gemäss Art. 21 VKD).

C. Verfügungen
Im Weiteren sei zu verfügen:
1. Die Honorare der amtlichen Verteidiger seien gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).
2. Das Urteil sei dem Amt für Migration und Personenstand mitzuteilen (Art. 82 VZAE).

Rechtsanwalt B.________ stellte im Namen von A.________ folgende Anträge 
(pag. 1002):

1. Es sei festzustellen, dass die ergangenen Schuldsprüche gemäss Ziffer A ll 1 bis 8 des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs in Rechtskraft erwachsen sind.

2. Es sei festzustellen, dass die ergangenen Freisprüche gemäss Ziffer A I 3 bis 4 des erstinstanz-
lichen Urteilsdispositivs aufgrund des teilweise erklärten Rückzugs der Berufung vom 24. Juli 
2020 in Rechtskraft erwachsen sind.

3. In Bestätigung des erstinstanzlich ergangenen Urteils sei A.________ freizusprechen vom Vor-
wurf der fahrlässigen Körperverletzung, angeblich begangen am 15. November 2016 in 
F.________ zum Nachteil von G.________.

4. In Bestätigung des erstinstanzlich ergangenen Urteils sei A.________ freizusprechen vom Vor-
wurf der Wiederhandlung gegen das Ausländergesetz durch Beschäftigen eines Ausländers oh-
ne Bewilligung, angeblich begangen durch Beschäftigen von H.________ in der Zeit vom 
11. November 2016, eventuell zuvor, bis am 19. November 2016 in F.________ und anderswo 
in der Schweiz.

5. Die erstinstanzlich ausgesprochene Sanktion einer Geldstrafe in der Höhe von 120 Tagessätzen 
zu CHF 30.00 (ausmachend total CHF 3600.00) in Verbindung mit einer Übertretungsbusse in 
der Höhe von CHF 3000.00 sei zweitinstanzlich zu bestätigen.

6. Es sei festzustellen, dass die Auferlegung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten gemäss Zif-
fer A II, «verurteilt:», Ziffer 3 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs in Rechtskraft erwachsen ist.

7. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

7

8. Die oberinstanzlichen Anwaltskosten seien gemäss der eingereichten Honorar- und Kostennote 
dem Kanton Bern aufzuerlegen.

9. Die weiteren Beschlüsse seien von Amtes wegen vorzunehmen.

Rechtsanwalt D.________ stellte im Namen von C.________ folgende Anträge 
(pag. 1003):

1. Die Berufung der Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 8. März 2019 gegen das Urteil 
des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau vom 28. Februar 2019 sei abzuweisen und Herr 
C.________ sei freizusprechen von der Anschuldigung:

1.1. der versuchten Anstiftung zu falscher Anschuldigung, evtl. zu falschem Zeugnis, angeblich be-
gangen am 18.11.2016 an einem unbekannten Ort, ev. in O.________, F.________ oder an-
derswo;

1.2. der versuchten Nötigung, angeblich begangen in der Zeit vom 16.11.2016 bis am 18.11.2016 an 
einem unbekannten Ort, ev. in O.________, F.________ oder anderswo z.N. von E.________.

2. Die Verfahrenskosten — insbesondere auch für das oberinstanzliche Berufungsverfahren — 
seien dem Kanton Bern aufzuerlegen.

3. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Die Berufung der Generalstaatsanwaltschaft beschränkt sich in Bezug auf 
A.________ nunmehr auf die Freisprüche vom Vorwurf der fahrlässigen Körperver-
letzung, angeblich begangen am 15. November 2016 in F.________ z.N. 
G.________, sowie von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Auslän-
dergesetz durch Beschäftigen eines Ausländers ohne Bewilligung, angeblich be-
gangen durch Beschäftigen von H.________ in der Zeit vom 11. November 2016, 
ev. zuvor, bis am 19. November 2016 in F.________ und anderswo in der Schweiz. 
C.________ betreffend sind die Freisprüche von der Anschuldigung der versuchten 
Anstiftung zu falscher Anschuldigung, evtl. zu falschem Zeugnis, angeblich began-
gen am 18. November 2016 an einem unbekannten Ort, ev. in O.________, 
F.________ oder anderswo, sowie von der Anschuldigung der versuchten Nöti-
gung, angeblich begangen in der Zeit vom 16. November 2016 bis am 18. Novem-
ber 2016 an einem unbekannten Ort, ev. in O.________, F.________ oder an-
derswo z.N. E.________, angefochten. Die Berufung bezieht sich weiter auf die 
Strafzumessung sowie auf die Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Somit sind folgende Punkte des erstinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen:

A. A.________

I.

A.________ wird freigesprochen:

[…]

3. von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz durch Förderung 
der rechtswidrigen Einreise und Aufenthalts, angeblich begangen am 31.05.2017 in 
I.________;

8

4. von der Anschuldigung der Widerhandlungen gegen das AHVG, angeblich begangen in der 
Zeit vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 in F.________

[…]

II.

A.________ wird hingegen schuldig erklärt:

1. der Irreführung der Rechtspflege, begangen am 15.11.2016 bis am 18.11.2016 in F.________ 
und J.________;

2. der versuchten Begünstigung, begangen in der Zeit vom 15.11.2016 bis am 18.11.2016 in 
F.________ und J.________;

3. der Widerhandlung gegen das Ausländergesetz durch Beschäftigen eines Ausländers 
(C.________) ohne Bewilligung in der Zeit von ca. Ende Mai 2016 bis am 27.10.2016 in 
F.________;

4. der Widerhandlung gegen die Verordnung über die Einführung des freien Personenver-
kehrs (VEP), mehrfach begangen wie folgt:

4.1. in der Zeit von ca. Anfang November 2016 bis am 18.11.2016 in F.________ (durch Be-
schäftigen von K.________);

4.2. am 27.10.2016 und zuvor in F.________ (durch Beschäftigen von L.________);
4.3. am 27.10.2016 und zuvor in F.________ (durch Beschäftigen von M.________);

5. der Nichtabgabe von Ausweisen und Kontrollschildern trotz behördlicher Aufforderung, 
mehrfach begangen wie folgt:

5.1. am 14.02.2017 in F.________;
5.2. am 25.10.2016 in N.________;
5.3. am 01.03.2017 in N.________;
5.4. am 24.10.2017 in F.________;

6. der Widerhandlungen gegen das GschG durch Nichtvorschriftgemässes Lagern von Ge-
binde mit wassergefährdenden Stoffen, mehrfach begangen in der Zeit vom 13.07.2016 bis 
am 09.03.2017 in F.________;

7. der Widerhandlungen gegen das USG durch Annehmen von kontrollpflichtigen Abfällen 
ohne Bewilligung, mehrfach begangen in der Zeit von 13.07.2016 bis am 05.04.2018 in 
F.________;

8. der Widerhandlungen gegen das BauG durch Überschreiten des Gesamtbauentscheides 
vom 19.07.2013 durch Lagern von Abfällen und Fahrzeugen ausserhalb von Abfallanlagen, 
mehrfach begangen in der Zeit vom 13.07.2016 bis am 05.04.2018 in F.________

[…]

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Punkte über volle Ko-
gnition (Art. 398 Abs. 3 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; 
SR 312.0]). Da die Berufung vorliegend durch die Generalstaatsanwaltschaft und 
damit zu Ungunsten der Beschuldigten erhoben worden ist, gilt das Verbot der re-
formatio in peius nicht (Art. 391 Abs. 2 StPO). Die Kammer darf das erstinstanzli-
che Urteil in den angefochtenen Punkten somit auch zum Nachteil der Beschuldig-

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ten abändern. Sie ist dabei nicht an die Anträge der Parteien gebunden (Art. 391 
Abs. 1 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung korrekt 
wiedergegeben, so dass auf ihre Ausführungen grundsätzlich verwiesen werden 
kann (pag. 783 ff., S. 5 ff. der vorinstanzlichen Urteilsbegründung).

Hervorzuheben und deshalb zu wiederholen sind indes die Grundlagen für den In-
dizienbeweis. Indizien (Anzeichen) sind Hilfstatsachen, die, wenn selber bewiesen, 
auf eine andere, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache schliessen lassen. Der er-
folgreiche Indizienbeweis begründet eine der Lebenserfahrung entsprechende 
Vermutung, dass die nicht bewiesene Tatsache gegeben ist. Für sich allein be-
trachtet deuten Indizien jeweils nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine 
bestimmte Tatsache hin. Auf das einzelne Indiz ist der In-dubio-Grundsatz denn 
auch nicht anwendbar. Gemeinsam – einander ergänzend und verstärkend – kön-
nen Indizien aber zum Schluss führen, dass die rechtserhebliche Tatsache nach 
der allgemeinen Lebenserfahrung gegeben sein muss (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.4 
mit Hinweisen). Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung 
auch ein indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tat-
sachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind, auf die zu be-
weisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von 
Indizien, welche für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die 
Täterschaft oder die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des An-
dersseins offen lassen, können in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei ob-
jektiver Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der Sachverhalt so 
verwirklicht hat. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichwertig (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_1427/2016 vom 27. April 2017 E. 3 mit Hinweisen).

7. Unbestrittener Rahmensachverhalt

Zu beurteilen sind die Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Unfall vom 15. No-
vember 2016, ca. 10:30 Uhr, in der Werkhalle der P.________ (AG) in F.________. 
Den Vorwürfen liegt der unbestrittene Rahmensachverhalt zugrunde, welcher von 
der Vorinstanz zutreffend wie folgt geschildert wurde (pag. 786, S. 8 der vorinstanz-
lichen Urteilsbegründung):

Am 15.11.2016, ca. 10:30 Uhr, ereignete sich in der Werkhalle der P.________(AG) in F.________ 
ein Unfall mit einem Elektro-Gabelstapler, bei welchem G.________ lebensgefährlich verletzt wurde 
(pag. 29, pag. 533 ff.).

Der Elektro-Gabelstapler wurde im Zeitpunkt des Unfalls durch H.________, welcher der Cousin des 
Beschuldigten A.________ ist (pag. 466 Z. 206 f.), gefahren (pag. 29, pag. 441 Z. 69 f.). H.________ 
befand sich als Tourist legal in der Schweiz, verfügte aber weder über eine Arbeitsbewilligung noch 
über einen Staplerausweis (pag. 32, pag. 443 ff.).

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H.________ fuhr mit dem Gabelstapler rückwärts und übersah dabei G.________. G.________ wur-
de vom Gabelstapler erfasst und zu Boden geworfen. Seine Beine gerieten unter den Fahrzeugbau, 
wobei er sich am linken Unterschenkel vom Fussgelenk bis zum Knie ein sogenanntes Décollement, 
Blutgefässverletzungen, mehrere Knochenbrüche und weitere Verletzungen zu zog, welche diverse 
Operationen zur Folge hatten (pag. 29, vgl. auch pag. 533 ff.). H.________ verliess unmittelbar nach 
dem Unfall die Werkhalle (pag. 31, pag. 441 Z. 103). Der Sohn von G.________, E.________, wel-
cher im Zeitpunkt des Unfalls neben seinem Vater stand, meldete den Unfall bei der Einsatzzentrale 
der Polizei des Kantons Q.________ um 10:37 Uhr (pag. 28). Beim Eintreffen der Polizei war die Am-
bulanz bereits vor Ort und G.________ war bereits medizinisch versorgt worden (pag. 31).

Sowohl A.________, Geschäftsführer der Firma P.________(AG), als auch E.________ gaben ge-
genüber der Polizei zunächst an, dass A.________ den Stapler im Unfallzeitpunkt gefahren ist (pag. 
31, pag. 451 Z. 88 ff., pag. 392 Z. 197 ff.), dies obschon beide wussten, dass dies nicht der Wahrheit 
entspricht (E.________: pag. 383 Z. 24 ff., A.________: pag. 455 Z. 28 ff.). E.________ teilte der Po-
lizei am 17.11.2016 sodann telefonisch mit, dass nicht A.________, sondern ein anderer Mann mit 
dem Gabelstapler gefahren ist (pag. 31 unten). Am 18.11.2016 gestanden sowohl A.________ als 
auch H.________ in ihren Einvernahmen, dass nicht A.________, sondern H.________ im Zeitpunkt 
des Unfalls mit dem Stapler gefahren ist (pag. 439 ff., pag. 454 ff.).

H.________ wurde mit Strafbefehl vom 20.07.2018 wegen fahrlässiger Körperverletzung zum Nach-
teil von G.________, wegen Führens eines Staplers ohne Ausweis und wegen Widerhandlungen ge-
gen das AuG schuldig gesprochen und zu einer bedingten Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu je CHF 
30.00 sowie einer Verbindungsbusse von CHF 800.00 und einer Übertretungsbusse von CHF 200.00 
bestraft (pag. 693 f.). Der Strafbefehl vom 20.07.2018 ist soweit ersichtlich rechtskräftig (vgl. pag. 696 
f.).

Der Vollständigkeit halber wird an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass 
E.________ an der oberinstanzlichen Verhandlung in Abweichung vom Anzeige-
rapport vom 29. Dezember 2016 (pag. 28) und zu den Feststellungen der Vorin-
stanz angab, nur die Ambulanz, nicht aber die Polizei verständigt zu haben – die 
Polizei sei von alleine gekommen (pag. 954 Z. 35 ff.). Da sich daraus keine Konse-
quenzen für die Beweiswürdigung ergeben, wird auf diesen Widerspruch nicht wei-
ter eingegangen.

8. A.________

8.1 Vorwürfe gemäss Anklageschrift

Von den verschiedenen Vorwürfen, welche A.________ in der Anklageschrift vom 
25. Juli 2018 (pag. 698) zur Last gelegt werden, sind vorliegend noch zwei strittig:

Unter Ziff. A.1 der Anklageschrift wird A.________ vorgeworfen, er habe 
H.________ einen Elektro-Gabelstapler fahren, bedienen und ihn damit in der 
Werkhalle Umladearbeiten verrichten lassen, obschon er gewusst habe, dass 
H.________ weder über die nötige Ausbildung und Erfahrung, noch über eine Prü-
fung für das Bedienen und Lenken eines Gabelstaplers verfügte. Eventualiter habe 
A.________ es unterlassen, dies nachzuprüfen, bevor er H.________ den Stapler 
bedienen liess. Er habe gewusst, oder habe wissen müssen, dass er nach der Ver-
ordnung für Unfallverhütung nur Personen mit dem Stapler fahren lassen durfte, 
wenn diese entsprechend ausgebildet waren. Weiter habe es der Beschuldigte un-

11

terlassen, H.________ über die nötigen Sicherheits- und Verhaltensvorschriften im 
Zusammenhang mit der Bedienung eines Staplers zu instruieren und ihn zu über-
wachen. Damit habe A.________ in grober Weise gegen seine Sorgfaltspflichten 
als Betriebsinhaber und de facto Arbeitgeber von H.________ verstossen, was 
letztlich dazu geführt habe, dass H.________ beim Rückwärtsfahren den hinter ihm 
stehenden G.________ mit dem Heck des Staplers umgefahren habe, wodurch 
G.________ diverse schwere Verletzungen erlitten habe. Dieser Sachverhalt wurde 
als fahrlässige Körperverletzung angeklagt.

Damit in Zusammenhang steht der Vorwurf gemäss Ziff. A.4.1 der Anklageschrift 
wegen Beschäftigung eines Ausländers ohne Bewilligung. Darin wird dem Be-
schuldigten vorgeworfen, H.________ als Staatsangehörigen von R.________ bei 
sich im Betrieb (P.________(AG)) beschäftigt und arbeiten gelassen zu haben, oh-
ne die erforderlichen Bewilligungen einzuholen bzw. einholen zu lassen und ohne 
ihn bei den zuständigen Behörden anzumelden, sowie gewusst zu haben, dass der 
Arbeitnehmer nicht über die nötigen Aufenthalts- und Arbeitsbewilligungen verfügt 
habe.

A.________ bestreitet, dass H.________ für ihn gearbeitet habe. Gestützt darauf 
bestreitet er auch, für die Körperverletzung zum Nachteil von G.________ straf-
rechtliche Verantwortung zu tragen.

8.2 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die vorhandenen Beweismittel in Bezug auf die Vorwürfe gegen 
A.________ weitgehend korrekt wiedergegeben, weshalb darauf verwiesen wird 
(pag. 793, S. 15 der vorinstanzlichen Urteilsbegründung).

Zu ergänzen ist die Aufzählung um die Anzeigerapporte vom 22. November 2016 
(pag. 74 ff.) und 24. Januar 2017 (pag. 157 ff.). Darin wurden die Umstände proto-
kolliert, unter denen mehrere, nachweislich illegal beschäftigte Personen in der 
P.________(AG) aufgegriffen wurden.

In die Würdigung miteinzubeziehen sind ausserdem die Aussagen von 
A.________, C.________ und E.________ anlässlich der Berufungsverhandlung 
vom 1. September 2020 (pag. 953 ff.). In Bezug auf diese Aussagen wird vorab 
festgehalten, dass alle drei Befragten in einigen Punkten widersprüchliche Anga-
ben gemacht haben, in anderen Punkten hingegen durchaus glaubwürdig erschie-
nen. Aus diesem Grund werden die einschlägigen Aussagen im Rahmen der kon-
kreten Beweiswürdigung einzeln auf ihre Glaubhaftigkeit hin überprüft.

8.3 Beschäftigung von H.________ (Ziff. A.4.1 der Anklageschrift)

Da der Hauptvorwurf der fahrlässigen Körperverletzung in einem engen Zusam-
menhang mit der Frage nach dem Arbeitsverhältnis zwischen A.________ und 
H.________ steht, rechtfertigt es sich, zuerst den Vorwurf der Beschäftigung von 
H.________ ohne Bewilligung zu prüfen und ausgehend von diesem Beweisergeb-
nis den als fahrlässige Körperverletzung angeklagten Sachverhalt gemäss Ziff. A.1 
der Anklageschrift zu würdigen (siehe Ziff. 8.4 unten).

12

Entgegen der Ansicht der Vorinstanz können den Akten zahlreiche Hinweise auf 
eine Arbeitstätigkeit von H.________ für die P.________(AG) entnommen werden.

8.3.1 Aussagen von A.________ und H.________

Ein erster Hinweis auf eine Arbeitstätigkeit von H.________ in der P.________(AG) 
ist in den Aussagen von A.________ selbst sowie von H.________ zu sehen: 
H.________ gab am 18. November 2016 an, er habe bei der P.________(AG) für 
zwei Stunden ausgeholfen (pag. 440 Z. 40). Er habe die Isolation von Kabeln ent-
fernt und Reinigungsarbeiten am Boden erledigt (pag. 440 Z. 46). Er sei am Mon-
tag und Dienstag, 14. und 15. November 2016, dort gewesen und habe an beiden 
Tagen Kabel abisoliert (pag. 441 Z. 58). Er sei jedoch nicht in die Schweiz gekom-
men, um zu arbeiten, sondern um Occasionautos zu kaufen. Er habe diese Arbei-
ten ausgeführt, weil er gerade dort gewesen sei und um zu helfen (pag. 442 
Z. 114 ff.).

A.________ bestätigte diese Aussagen wenige Stunden später insofern, als dass 
er angab, H.________ habe am Montag davor von ca. 16:00 Uhr bis ca. 18:00 Uhr 
bei ihm gearbeitet. Am Dienstag, 15. November 2016, habe er mehrheitlich Autos 
über sein Handy gesucht. Er [A.________] habe ihm nicht befohlen, zu arbeiten. Er 
habe ihm nicht den Auftrag gegeben, Kabelummantelungen abzunehmen. Er habe 
aber gesehen, dass H.________ diese Arbeiten gemacht habe. Aber das sei ja 
keine Arbeit, er habe ja nur Plastik in einen Container gelegt (pag. 456 Z. 76 ff.). An 
der Einvernahme vom 2. März 2018 gab A.________ sodann an, H.________ habe 
nicht gearbeitet, er sei ja nicht mit Arbeitskleidern dort gewesen. Er habe ein Auto 
kaufen wollen (pag. 463 Z. 92). H.________ habe nie bei ihm gearbeitet (pag. 466 
Z. 222 und pag. 468 Z. 304). In der gleichen Einvernahme erklärt er aber auch, 
H.________ habe den Stapler behändigt, weil er ihm habe helfen wollen, eine Ma-
schine zu putzen (pag. 465 Z. 186 ff., pag. 466 Z. 195 und pag. 471 Z. 396). Auch 
an der oberinstanzlichen Verhandlung vom 1. September 2020 hat A.________ 
zunächst abgestritten, dass H.________ bei ihm gearbeitet habe (pag. 966 Z. 43, 
pag. 969 Z. 19 und pag. 996 [letztes Wort]). Auf Vorhalt der Aussagen von 
H.________ räumte er jedoch ein, dass dieser ihm vor dem Unfall bereits während 
zwei Stunden mit den Kabeln geholfen habe. Er wisse nicht, ob das am Tag des 
Unfalls gewesen sei oder vorher (pag. 969 Z. 12 ff.).

In Anbetracht dieser im Wesentlichen übereinstimmenden Aussagen kann als er-
stellt erachtet werden, dass H.________ am Unfalltag und am Montag zuvor 
während wenigen Stunden in der P.________(AG) Kabelummantelungen abnahm 
und Reinigungsarbeiten verrichtete. A.________ hatte Kenntnis von dieser Tätig-
keit und hat sie, wenn nicht ausdrücklich, so doch durch die fehlende Intervention 
gutgeheissen.

Unklar bleibt aber weiterhin, weshalb H.________ am 15. November 2016 den Ga-
belstapler behändigt hat, mit dem er kurz darauf den Unfall mit G.________ verur-
sachte. Er selber hat dazu erklärt, es sei eine Mulde im Weg gestanden und er ha-
be einen Stapler genommen, um die Mulde wegzustellen (pag. 441 Z. 65). Er habe 
A.________ nicht um Erlaubnis gefragt. Er habe nur die Mulde zur Seite stellen 
wollen. Er habe keine Arbeitsanweisung von A.________ gehabt, mit dem Stapler 

13

zu fahren (pag. 441 Z. 90). A.________ gab am 18. November 2016 lediglich an, er 
habe sich gewundert, dass H.________ mit dem Stapler gefahren sei, weil dieser 
das noch nie gemacht habe (pag. 456 Z. 59). Am 2. März 2018 gab A.________ 
sodann zu Protokoll, H.________ habe ihm gesagt, er habe mit dem Stapler eine 
Mulde wegräumen und eine Maschine putzen wollen. Er wisse aber nicht, wieso 
H.________ das habe machen wollen. Bei der Maschine, mit der man Kabel abiso-
lieren könne, sei eine Mulde gestanden. Diese habe H.________ wegnehmen wol-
len, damit er die Maschine putzen könne. Bevor G.________ und E.________ ge-
kommen seien, sei er selber dabei gewesen, die Maschine zu putzen und habe 
diese stehen lassen. H.________ habe ihm helfen und die Maschine weiter putzen 
wollen (pag. 465 Z. 186 ff., pag. 466 Z. 195 und pag. 471 Z. 396). In den Tagen zu-
vor sei H.________ nicht mit dem Stapler gefahren (pag. 467 Z. 244). Diese Aus-
sagen hat er anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung vom 1. September 2020 
im Wesentlichen bestätigt (pag. 967 Z. 17 ff).

An diesen Aussagen fällt zunächst auf, dass H.________ angab, er habe Reini-
gungsarbeiten am Boden ausgeführt, A.________ hingegen aussagte, H.________ 
habe eine Maschine geputzt. Weiter fällt auf, dass A.________ relativ ausführlich 
berichtete, wie er diese Maschine zuerst geputzt habe und die Arbeit unterbrochen 
habe, als G.________ und E.________ gekommen seien. H.________ habe die 
angefangene Arbeit zu Ende führen wollen. Gerade weil diese Schilderungen aus-
führlich ausfielen, erstaunt es, dass diese Begebenheiten von H.________ mit kei-
nem Wort erwähnt wurden. Innerhalb der Erklärung von A.________ erscheint 
ausserdem unlogisch, dass H.________ die Mulde wegstellen musste, weil sie 
beim Putzen im Weg war, wo A.________ doch nach eigenen Angaben vorher be-
reits selber an dieser Maschine geputzt hatte, und ihm die Mulde dabei offenbar 
nicht im Weg war. Weder H.________ noch A.________ haben zudem erläutert, 
inwiefern diese Mulde im Weg war und verschoben werden musste. Dies er-
schliesst sich auch nicht aus der Fotodokumentation, in der der rote Stapler und die 
Situation im Betrieb kurz nach dem Unfall abgebildet wurden (pag. 51 ff.).

Diese Diskrepanzen in den Aussagen von A.________ resp. im Vergleich seiner 
Aussagen mit jenen von H.________ erwecken Zweifel daran, dass in Bezug auf 
die Behändigung des Staplers vorliegend die Wahrheit gesagt wurde. Die Tatsa-
che, dass sich H.________ ohne einleuchtende Erklärung veranlasst sah, den 
Stapler zu behändigen und eine Mulde zu verschieben, wirft den Verdacht auf, er 
habe in der P.________(AG) mehr getan, als lediglich die Böden zu putzen und 
Kabel abzuisolieren, zumal es sich beim Verschieben einer Mulde um eine Arbeit 
handelt, die in einem AA.________-Unternehmen wie der P.________(AG) typi-
scherweise anfällt. Sie deutet vielmehr darauf hin, dass H.________ den Stapler 
behändigt hat, um die Mulde zu verschieben, weil dies zu den Arbeiten gehört, die 
bei der P.________(AG) üblicherweise erledigt werden mussten.

Verstärkt wird dieser Verdacht durch die Tatsache, dass A.________ H.________ 
nach eigenen Angaben früher gezeigt hatte, wie man einen Stapler fährt. Zwar er-
gänzte A.________, H.________ habe damals nicht bei ihm gearbeitet. Er habe 
einfach den Wunsch gehabt, einmal mit einem Stapler zu fahren (pag. 456 Z. 65 ff., 
pag. 466 Z. 230 und pag. 967 Z. 29 ff.). Auch hier vermag die Erklärung von 

14

A.________ nicht gänzlich zu überzeugen. Logischer erschiene vielmehr, dass er 
ihm zeigte, wie man Stapler fährt, damit dieser künftig in der P.________(AG) ei-
nen Stapler bedienen könnte. Die Zweifel an der Erklärung von A.________ wer-
den vergrössert durch die Aussagen von H.________, der abstreitet, von 
A.________ eine Einführung ins Staplerfahren erhalten zu haben und angab, er sei 
beim Unfall das erste Mal mit diesem Stapler gefahren. Er sei vorgängig nicht 
durch A.________ am Stapler ausgebildet worden, er habe nur gesehen, wie man 
damit fahre. In R.________ sei er auch schon selber Stapler gefahren (pag. 441 
Z. 79 ff.). Auch hier weckt die Diskrepanz zwischen den Aussagen der beiden den 
Verdacht, dass in Bezug auf das Staplerfahren etwas verheimlicht wurde.

Insgesamt bestehen deshalb allein aufgrund der Aussagen von A.________ und 
H.________ bereits Zweifel daran, dass H.________ in der P.________(AG) 
tatsächlich nur Kabel abisoliert und Reinigungsarbeiten verrichtet hat.

8.3.2 Aussagen von E.________

Kurz nach dem Unfall gab E.________ in Absprache mit A.________ zunächst an, 
dieser sei den Stapler gefahren. Am 17. November 2016 korrigierte er diese Aus-
sage telefonisch gegenüber der Polizei und wurde daraufhin am 18. November 
2016 einvernommen (pag. 31). An dieser Einvernahme gab E.________ an, den 
Namen des Staplerfahrers nicht zu kennen. Vor einer Woche habe ihm 
A.________ gesagt, dies sei sein Cousin (pag. 384 Z. 97). Am 26. März 2018 führ-
te E.________ sodann aus, er habe den Unfallverursacher nicht gekannt. Die Poli-
zei habe ihm gesagt, er sei auch von der Familie von A.________. Er glaube, er 
habe ihn schon eine oder zwei Wochen vorher gesehen, davor aber nicht. Er sei 
auch schon vor dem Unfall mit dem Stapler gefahren, man habe aber gesehen, 
dass er nicht fahren könne. Er habe ihn vor dem Unfall vielleicht ein oder zwei Mal 
gesehen. Ihm sei bereits vor dem Unfalltag aufgefallen, dass dieser nicht manövrie-
ren könne. Am Unfalltag habe er ihn vor dem Unfall nicht gesehen (pag. 388 
Z. 59 ff.). Die Aussage von A.________, wonach er und sein Vater H.________ am 
Tag des Unfalls zum ersten Mal gesehen hätten, stimme nicht (pag. 390 Z. 155). Er 
habe den Eindruck, dass A.________ gewusst habe, dass H.________ mit dem 
Stapler fahre, dieser habe ja dort gearbeitet (pag. 394 Z. 276). Am 28. Juni 2018 
bestätigte E.________, H.________ schon ca. 14 Tage vor dem Unfall im Betrieb 
von A.________ gesehen zu haben (pag. 403 Z. 213). Anlässlich der oberinstanzli-
chen Verhandlung vom 1. September 2020 gab er an, den Unfallverursacher nicht 
gekannt zu haben. Er wisse auch nicht mehr, ob er ihn vom Sehen her gekannt ha-
be. Er sei ihm nicht bekannt vorgekommen. Er wisse nicht mehr, ob er den Fahrer 
bereits früher bei A.________ gesehen habe, es sei zu lange her (pag. 954 Z. 14 
ff.). Konfrontiert mit der eigenen Aussage, wonach der Fahrer ein Cousin von 
A.________ gewesen sei, gab er an, das könne sein, er wisse es nicht mehr. Er 
könne sich nicht an diese Person erinnern, es sei jemand, den er nicht richtig 
wahrgenommen habe. Er wisse aber, dass es nicht jemand gewesen sei, der «ein-
fach dort gewesen» sei (pag. 958 Z. 15 ff.). 

Die Aussagen von E.________ in diesen drei Einvernahmen stimmen im Wesentli-
chen miteinander überein, soweit er sich an die erfragten Gegebenheiten noch er-
innern konnte und soweit er angab, H.________ nicht gekannt zu haben, ihn aber 

15

bereits vor dem Tag des Unfalls in der P.________(AG) gesehen zu haben. Die 
Tatsache, dass er anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung im Septem-
ber 2020 nicht mehr genau sagen konnte, ob und wann er den Unfallverursacher 
gesehen hatte, beeinträchtigt die Glaubhaftigkeit der Aussagen nicht. Da erstellt ist, 
dass sich H.________ bereits vor dem Unfall in der P.________(AG) aufgehalten 
hat, erscheint zudem die Aussage plausibel, wonach E.________ H.________ be-
reits in den Tagen vor dem Unfall gesehen habe. Dem Widerspruch von 
A.________ kommt diesbezüglich kein grosses Gewicht zu, gab dieser doch selber 
lediglich an «er glaube», die beiden hätten sich vor dem Unfall noch nie gesehen 
(pag. 473 Z. 477). Auf diese Aussagen von E.________ kann demnach abgestellt 
werden.

Im Vergleich zur ersten Einvernahme im November 2016 hat E.________ in der 
Einvernahme vom 26. März 2018 zusätzlich angegeben, schon vor dem Unfalltag 
gesehen zu haben, wie H.________ Stapler gefahren sei und bereits damals be-
merkt zu haben, dass dieser das Manövrieren mit dem Stapler nicht beherrsche. 
Diese Steigerung im Detailgrad mit Fortschreiten des Zeitablaufs überrascht 
grundsätzlich. Wie im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegenüber C.________ 
ausführlich begründet wird, ist E.________ an dieser Einvernahme mit einem stark 
aggravierenden Aussageverhalten aufgefallen, welches er in den darauffolgenden 
Einvernahmen wiederum relativierte. Dieser Umstand, sowie die Tatsache, dass 
E.________ in diesem Zeitpunkt aufgrund eines neuen Konflikts eine starke Abnei-
gung gegenüber den Beschuldigten verspürte, lassen die Kammer an der Glaub-
haftigkeit dieser Aussagen zweifeln (siehe ausführlich Ziff. 9.4 unten).

8.3.3 Systematischer Einsatz von illegal beschäftigten Personen

Der Einsatz von H.________ ist ausserdem im Zusammenhang mit der systemati-
schen illegalen Beschäftigung ausländischer Personen in der P.________(AG) zu 
betrachten. Es ist auffällig, dass die Eckpunkte des Aufenthalts und der Tätigkeiten 
von H.________ in der P.________(AG) exakt dem Muster entsprechen, dass sich 
im Zusammenhang mit anderen illegal Beschäftigten in der P.________(AG) be-
reits mehrfach gezeigt hat.

Exemplarisch kann dazu die unangemeldete Betriebskontrolle in der 
P.________(AG) vom 18. November 2016 angeführt werden, an der K.________ 
aufgegriffen wurde. Dieser hatte ohne Arbeitsbewilligung in der P.________(AG) 
gearbeitet und dazu folgende Angaben gemacht (pag. 74 und pag. 412 ff.): Er sei 
am 1. November 2016 in die Schweiz eingereist, um in der P.________(AG) zu ar-
beiten. Sein Chef habe ihm in der Nähe der Firma eine Schlafgelegenheit gegeben. 
Ihm sei versprochen worden, dass er eine Arbeitsbewilligung erhalten würde. Bis 
es soweit sei, sollte er CHF 600 erhalten, die Ende Monat fällig gewesen wären. Zu 
seinen Aufgaben habe es gehört, Metalle und andere Materialien zu ordnen und di-
verse Maschinen zu bedienen. A.________ gab an, er habe K.________ testen 
wollen, um zu schauen, wie er arbeite, um ihn später anzustellen. Er habe ihm kei-
nen ordentlichen Lohn ausgezahlt. Er habe ihm nur das Essen und das Logis be-
zahlt. Geld sei keins geflossen (pag. 457).

16

Ein ähnliches Muster zeigte sich bereits zuvor anlässlich der gezielten Kontrolle der 
P.________(AG) vom 27. Oktober 2016. Während dieser Kontrolle wurden zwei 
Personen – L.________ und M.________ – aufgegriffen, die ohne die nötigen Be-
willigungen in der P.________(AG) arbeiteten (pag. 157). Aus den Aussagen der 
beiden geht folgendes hervor: M.________ kam in die Schweiz, um bei der 
P.________(AG) zu arbeiten. Er erhielt pro Stunde einen Lohn von CHF 15.00, 
welcher ihm in bar ausbezahlt wurde. Eine Arbeitsbewilligung wäre erst nach der 
Probezeit eingeholt worden. Wie lange diese Probezeit dauern würde, war 
M.________ nicht bekannt (pag. 408). L.________ gab an, in die Schweiz gereist 
zu sein, um bei der P.________(AG) Ware zu kaufen. Wenn er dort sei, helfe er 
aber auch. Er [der Chef] gebe ihnen «Sachen». Sie würden ihm einfach helfen und 
machen, was er sage. Manchmal würden sie putzen. Er sei der Chef und sage ih-
nen, was sie machen sollten. Er gebe ihnen dafür Geld. Er habe bereits früher so 
Arbeit resp. Geld erhalten. Das sei genau dasselbe gewesen: Sie seien hierher ge-
kommen, hätten vier bis fünf Tage gearbeitet, dann habe er ihnen Geld gegeben 
und sie seien wieder gegangen (pag. 420). 

A.________ gab zu diesem Sachverhalt an, L.________ und M.________ hätten 
aktuell geschnuppert. Er hätte sie nach einer Zeit angemeldet, wenn er gesehen 
hätte, wie sie arbeiteten. Bezüglich Entlöhnung sei noch nichts vereinbart worden. 
Er habe den beiden nie Bargeld gegeben, ausser Geld für ein Znüni und das Mit-
tagessen (pag. 445). Die beiden würden bei seinem Sohn wohnen, in der Woh-
nung, in der er vorher mit einer Freundin gewohnt habe. Diese Freundin sei die 
Mutter von M.________. Die beiden müssten für die Unterkunft nichts bezahlen 
(pag. 446). Auf die Frage, wie viele Personen er in seiner Firma beschäftige, gab er 
an, neben den festangestellten Personen auch noch drei weitere Personen im 
Stundenlohn zu beschäftigten, die nur etwa 5-10 Stunden im Monat arbeiten wür-
den (pag. 447). Diese letzte Angabe hat er an der Einvernahme vom 15. Novem-
ber 2016 bestätigt, wobei er angab, die drei Personen in Teilzeitbeschäftigung wür-
den drei bis vier Stunden pro Woche arbeiten (pag. 450 Z. 53).

Erneut auf diese Beschäftigungen ohne Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung ange-
sprochen gab A.________ am 2. März 2018 an, die Personen, die einen guten Job 
gemacht hätten, angestellt zu haben. Aber jemand, der die Arbeit nicht gut mache, 
werde er nicht anmelden. Er habe ja nur gewollt, dass diese «ein paar Tage bei 
ihm arbeiten und dann wieder gehen» würden (pag. 476 Z. 579 ff.).

Zu bemerken ist schlussendlich, dass K.________, L.________ und M.________ 
alle drei mit einer Busse belegt wurden und diese Bussen resp. die Bussen- und 
Kostendeposita von A.________ bezahlt wurden (pag. 76, pag. 174, pag. 410 und 
pag. 422).

In allen drei Fällen wurde A.________ rechtskräftig verurteilt wegen Widerhandlung 
gegen die Verordnung über die Einführung des freien Personenverkehrs (VEP; 
SR 142.203; pag. 1014, Ziff. A.I.2.4 des Urteilsdispositivs). Zudem war A.________ 
bereits zuvor zweimal wegen Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern 
ohne Bewilligung verurteilt worden (pag. 879 ff.) Die Fälle zeigen auf, dass 
A.________ systematisch Personen aus dem Ausland für eine kurze Zeit (einzelne 
Stunden oder Tage bis hin zu wenigen Wochen) in seinem Betrieb hat arbeiten las-

17

sen, ohne die nötigen Bewilligungen dafür einzuholen und ohne einen schriftlichen 
Arbeitsvertrag abzuschliessen. Diese Personen führten im Betrieb niederschwellige 
Arbeiten aus, wie putzen oder Material sortieren. Tätigkeiten also, bei denen es 
durchaus Sinn macht, Leute auf Stundenlohnbasis zu beschäftigen, weil der Ar-
beitsanfall aufgrund der unterschiedlichen Lieferungen nicht immer gleich hoch ist. 
Dabei war es nicht unüblich, dass A.________ für die Beschäftigten Kost und Logis 
übernahm, mit ihnen jedoch keine verbindliche Vereinbarung über einen Lohn ge-
troffen hat. Weiter hat er offenbar mit System sämtliche Verfahrenskosten und 
Bussen bezahlt, die aus dem Auffliegen dieser Beschäftigungen resultierten.

Die festgestellten Tätigkeiten von H.________ sind auch im Lichte dieser systema-
tischen Vorgehensweise in der P.________(AG) zu betrachten. Dabei fällt auf, 
dass die von ihm geschilderten Tätigkeiten und die Dauer seines Einsatzes mit an-
deren illegalen Arbeitseinsätzen in der P.________(AG) durchaus vergleichbar 
sind. Der Vergleich zeigt insbesondere auch auf, dass die von A.________ und 
H.________ an sich glaubhaft geschilderten Eckdaten zum Aufenthalt von 
H.________ in der Schweiz (Todesfall, Handel mit Occasionautos, Begleitung 
durch die Ehefrau, Aufenthaltsdauer von ca. 10 Tagen) der kurzzeitigen Beschäfti-
gung in der P.________(AG) in keiner Weise entgegenstehen. So war auch 
L.________ nicht primär in der Schweiz, um in der P.________(AG) zu arbeiten, 
sondern um Ware einzukaufen (pag. 420 und pag. 445 Z. 39). H.________ hat 
während seines Aufenthalts bei A.________ gewohnt und sowohl A.________ wie 
auch C.________ als Angestellter der P.________(AG) haben für H.________ im 
Zusammenhang mit dessen Autohandel Übersetzungsarbeiten vorgenommen 
(pag. 967 Z. 1 und pag. 977 Z. 25 ff.). Selbst wenn A.________ H.________ keinen 
Geldbetrag als Lohn ausbezahlt hat, hat H.________ für seine Tätigkeit also 
durchaus eine Gegenleistung erhalten. Auch im Fall von H.________ hat 
A.________ das Kosten- und Bussendepositum bezahlt (pag. 33).

Die Tätigkeiten von H.________ reihen sich somit von der Art der Tätigkeiten, der 
Dauer der Beschäftigung und der Art der Gegenleistung ohne weiteres in die be-
reits in zahlreichen Fällen beobachtete Vorgehensweise der P.________(AG) bei 
der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer ein. Dies ist als starkes Indiz für die 
Beschäftigung von H.________ in der P.________(AG) zu gewichten.

8.3.4 Fehlende Arbeitskräfte

Untermauert wird dieser Verdacht einerseits durch die Tatsache, dass der 
P.________(AG) durch die Festnahmen von L.________ und M.________ am 
27. Oktober 2016 zwei Arbeitskräfte fehlten und es deshalb naheliegt, dass 
A.________ froh darum war, wenn ihm sein Cousin während seinem Aufenthalt in 
der Schweiz aushalf.

Andererseits hat A.________ am 2. März 2018 selber angegeben, in dieser Zeit 
habe ausser ihm niemand in der Firma gearbeitet, der über einen Staplerfüh-
rerausweis verfügt habe (pag. 467 Z. 263). An der oberinstanzlichen Verhandlung 
sagte er dann zwar zunächst, an diesem Tag sei auch ein anderer Mitarbeiter an-
wesend gewesen, der hätte Stapler fahren dürfen. Er präzisierte dann jedoch, dass 
er nicht mehr sicher sei, ob dieser genau in der Zeit bei ihm gearbeitet habe 

18

(pag. 967 f. Z. 37 ff.). Auch dieser Umstand ist Hinweis darauf, dass die Motivation, 
jemanden ohne Staplerprüfung am Stapler einzusetzen, bestanden haben dürfte.

8.3.5 Motiv für die Verheimlichung des wahren Unfallverursachers

Ein weiterer Hinweis auf eine unbewilligte Arbeitstätigkeit von H.________ findet 
sich in der Tatsache, dass A.________ zunächst versuchte, sich selber als Unfall-
verursacher auszugeben und dafür bis hin zur oberinstanzlichen Verhandlung im-
mer wieder neue Gründe angab: In der Einvernahme vom 2. März 2018 schilderte 
er zunächst, er wisse nicht mehr, warum er E.________ vorgeschlagen habe, sich 
selber als Unfallverursacher auszugeben, er sei richtig verloren gewesen und habe 
nicht mehr gewusst, was er mache (pag. 462 Z. 73). Vermutlich habe er es aus 
Angst gemacht, dass noch etwas mehr passiere. Dass es ein Problem geben wür-
de. Er könne es nicht erklären (pag. 463 Z. 87). Auf den Vorhalt, er habe es aus 
Angst gemacht, dass die illegale Beschäftigung seines Verwandten auffliegen 
könnte, antwortete er lediglich mit dem Widerspruch, H.________ habe nicht bei 
ihm gearbeitet (pag. 463 Z. 90 ff. und pag. 468 Z. 301 ff.). In derselben Einvernah-
me gab er sodann an, er habe verhindern wollen, dass sein Cousin eingesperrt 
werde. Das sei «bei ihnen» so, für einen Cousin gehe man auch ins Gefängnis. Er 
habe ihn nicht verraten wollen (pag. 468 Z. 283 ff.). Kurz darauf, noch immer in 
derselben Einvernahme, gab er an, er habe Angst gehabt, dass noch etwas 
Schlimmeres passieren würde. Der Sohn des Verletzten sei ja sehr aggressiv ge-
wesen, er habe Angst gehabt, dass dieser seinen Cousin vielleicht umbringen wür-
de (pag. 469 Z. 319). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erklärte 
A.________, er habe sich als Unfallverursacher ausgegeben, weil er vorher bereits 
«viele Sachen gehabt habe wegen der Firma, insbesondere wegen Schwarzarbei-
tern». In diesem Moment habe er dann gedacht, wenn so etwas passiere, sei die 
Firma definitiv zu. Es sei auch um ihn selber gegeben und darum, dass er wegen 
der Firma weniger Probleme erhalte (pag. 765 Z. 5 ff.). Auf dieselbe Frage antwor-
tete er an der oberinstanzlichen Verhandlung zunächst, er habe Angst gehabt we-
gen der Firma. Er habe gewusst, dass die Firma geschlossen würde (pag. 964 
Z. 40). Er sei dann von der Polizei aufgefordert worden, die Wahrheit zu sagen und 
habe das zuerst nicht machen wollen. Ihre Mentalität sei ein bisschen anders, er 
habe gesagt, er gehe in Gefängnis für seinen Cousin (pag. 965 Z. 6). In der selben 
Befragung gab er dann zusätzlich noch an, er habe dies gemacht, um G.________ 
zu helfen, weil er eine Versicherung habe und H.________ nicht (pag. 966 Z. 9 ff.). 
Zudem schilderte er, er habe E.________ gebeten zu sagen, dass er selber gefah-
ren sei, weil es «für ihn [E.________] besser sei, wenn er [A.________] in dieser 
Firma sei» (pag. 968 Z. 22).

Über drei Einvernahmen verteilt hat A.________ also fünf verschiedene Gründe für 
diese Begünstigungshandlung angegeben: a) Er sei verwirrt gewesen, b) er habe 
Angst gehabt, E.________ würde H.________ umbringen, c) er habe verhindern 
wollen, dass sein Cousin ins Gefängnis komme, d) er habe Angst gehabt, der Vor-
fall habe Konsequenzen für die Firma und e) er habe damit erreichen wollen, dass 
seine Versicherung die Kosten übernehme.

Einige dieser Versionen sind schlicht unlogisch. So macht es etwa keinen Sinn, mit 
E.________ zu vereinbaren, gegenüber der Polizei A.________ als Unfallverursa-

19

cher auszugeben, um H.________ vor E.________ zu schützen. Dieser war ja in 
die Planung der Falschaussage involviert und wusste, wer der richtige Unfallverur-
sacher war. Ebenso weit hergeholt erscheint die Begründung, er habe damit si-
cherstellen wollen, dass G.________ die Kosten durch die Versicherung erstattet 
würden: Zum einen fällt auf, dass diese Begründung erstmals an der oberinstanzli-
chen Verhandlung und dort innerhalb der Einvernahme noch in einem anderen 
Kontext vorgebracht wurde. Weiter geht aus der Einvernahme vom 2. März 2018 
hervor, dass A.________ den Unfall zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht der 
Versicherung gemeldet hatte – das wäre aber zu erwarten gewesen, wenn 
A.________ die Erstattung der Heilungskosten an G.________ tatsächlich wichtig 
gewesen wäre (pag. 475 Z. 531 ff.). Zuletzt beschrieben sämtliche Beteiligten 
glaubhaft und detailliert, dass das Geschehen unmittelbar nach dem Unfall chao-
tisch, hektisch und emotional sehr aufgeladen gewesen sei (A.________: pag. 964 
Z. 34 und pag. 966 Z. 23; E.________: pag. 954 Z. 24; C.________: pag. 974 
Z. 37). Es erscheint unwahrscheinlich, dass A.________ – der offenbar durch den 
Unfall emotional besonders mitgenommen war – in dieser Situation einen so abge-
klärten Plan getroffen und in Tat umgesetzt haben soll, wie jener, zu Gunsten von 
G.________ die Versicherung über den wahren Unfallverursacher zu täuschen. Es 
erscheint aus diesen Gründen unglaubhaft, dass A.________ sich als Unfallverur-
sacher ausgab, um die Erstattung der Heilungskosten an G.________ sicherzustel-
len.

Am häufigsten gab A.________ die Begründung zu Protokoll, er habe Angst ge-
habt, dass mit der Firma etwas passieren würde. Insbesondere an der erstinstanz-
lichen Hauptverhandlung und an der oberinstanzlichen Verhandlung hat er diesen 
Grund als direkte Antwort auf die entsprechende Frage gegeben. Sie erscheint im 
Vergleich mit den anderen Antworten ungleich einleuchtender, gerade da er sie je-
weils mit der resignierten Bemerkung ergänzte, dass die Firma ja dann tatsächlich 
geschlossen worden sei (pag. 765 Z. 9 und pag. 964 Z. 41). In der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung hat er dabei explizit auch den Zusammenhang mit der 
mehrfachen Schwarzarbeit in der P.________(AG) hergestellt. Auch schilderte er 
an der oberinstanzlichen Verhandlung, wie er E.________ gebeten habe, ihn sel-
ber als Fahrer anzugeben, weil es für E.________ auch besser sei, wenn er «in 
dieser Firma sei» (pag. 968 Z. 22). Auch diese Aussage legt offen, dass es 
A.________ primär darum ging, die Firma halten zu können.

Die Ängste, der Unfall würde wegen den gehäuften Fällen von Schwarzarbeit nega-
tive Konsequenzen für das Unternehmen nach sich ziehen, wenn herauskäme, 
dass H.________ den Stapler gefahren ist, macht jedoch nur Sinn, wenn 
A.________ in dem Moment bewusst war, dass H.________ nicht mit diesem Stap-
ler hätte fahren dürfen und dadurch der begründete Verdacht aufkommen würde, 
dass H.________ in der P.________(AG) gearbeitet hatte. Auch diese Reaktion 
von A.________ deutet somit daraufhin, dass die Tätigkeit von H.________ in der 
P.________(AG) verdeckt werden sollte, weil diese nicht rechtmässig war. Sie 
zeigt zudem, dass A.________ durchaus bewusst war, dass der Einsatz von 
H.________ nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprach.

20

8.3.6 Umstände der Anhaltung von H.________

Zu erwähnen ist ferner, dass sich H.________ am 18. November 2016 offenbar er-
neut in der P.________(AG) aufgehalten hat: Im Polizeirapport zur unangekündig-
ten Betriebskontrolle wurde vermerkt, es hätten gleich zwei Schwarzarbeiter ange-
halten werden können – K.________ und H.________. Anlässlich dieser Kontrolle 
wurde der Polizei jedoch auch H.________ als Unfallverursacher bekannt gemacht, 
weshalb sich die weitere Rapportierung auf den Unfall bezieht und deshalb unklar 
bleibt, welche Beobachtungen die rapportierenden Polizisten dazu veranlasst ha-
ben, H.________ im Rapport als «Schwarzarbeiter» zu bezeichnen (pag. 74 ff.).

8.3.7 Fehlende Arbeitskleidung

Der von A.________ resp. seiner Verteidigung vorgebrachte Einwand, H.________ 
habe keine Arbeitskleider getragen und seine Kleider und Hände seien nicht 
schmutzig gewesen, vermag an diesem Ergebnis nichts zu ändern (pag. 463 
Z. 92). Zunächst einmal ist es durchaus denkbar, dass H.________ für seine 
Einsätze in der P.________(AG) während seinem zeitlich begrenzten Aufenthalt 
keine besonderen Arbeitskleider erhielt, zumal E.________ angab, A.________ 
habe zwischendurch mal jemanden angestellt, diese hätten aber nicht «die glei-
chen Kleider» gehabt (pag. 958 Z. 41). Weiter kann nicht mit Sicherheit eruiert 
werden, welche Kleider die anderen, für kurze Einsätze beschäftigten Personen 
jeweils trugen, da die Rapporte der Kantonspolizei und jene der Arbeitsmarktkon-
trolle zur Anhaltung von M.________ und L.________ in diesem Punkt nicht über-
einstimmen und nicht klar ist, ob die beiden nun Arbeitskleider oder Trainerhosen 
trugen (pag. 158 und pag. 164). Zu K.________ wurden keine entsprechenden Be-
obachtungen festgehalten. Zudem wurde H.________ erst am 18. November 2016 
und somit nicht am Unfalltag selber von der Polizei aufgegriffen. Es kann somit 
nicht überprüft werden, ob die Behauptung von A.________ zu den Kleidern von 
H.________ der Wahrheit entspricht. Erst recht kann nicht eruiert werden, ob 
H.________ in diesem Zeitpunkt verschmutzte Hände hatte oder nicht.

8.3.8 Fazit

Zusammenfassend ist aufgrund der Aussagen von A.________ und H.________ 
zunächst erstellt, dass H.________ am Unfalltag und am Tag zuvor während weni-
gen Stunden in der P.________(AG) Kabelummantelungen abnahm und Reini-
gungsarbeiten verrichtete. Darüber hinaus bestehen zahlreiche Hinweise, dass 
H.________ während seines gut zehntägigen Aufenthalts in der Schweiz auch wei-
tere Arbeiten für die P.________(AG) verrichtet hat und dass diese Arbeiten auch 
das Bedienen eines Gabelstaplers umfassten. In der Gesamtschau dieser ver-
schiedenen Indizien verbleiben der Kammer keine ernsthaften Zweifel daran, dass 
H.________ nicht nur Kabelummantelungen abnahm und Reinigungsarbeiten ver-
richtete, sondern darüber hinaus auch andere, in der P.________(AG) gerade an-
fallende Arbeiten verrichtete und ihn dies dazu veranlasst hat, am 15. November 
2016 den Gabelstapler einzusetzen. Für die Kammer bestehen weiter keine Zweifel 
daran, dass A.________ als Geschäftsinhaber über den Einsatz von H.________ 
in der P.________(AG) und die Art der dort verrichteten Tätigkeit im Bilde war und 
er beides guthiess.

21

8.3.9 Massgeblicher Sachverhalt

Die Kammer erachtet demnach folgenden Sachverhalt als erstellt:

In der Zeit vom 11. November 2016 bis am 18. November 2016 verrichtete 
H.________ als Staatsangehöriger von R.________ diverse Arbeiten für die 
P.________(AG) in deren Werkhalle in F.________. A.________ als Geschäftsfüh-
rer und -inhaber der P.________(AG) wusste, dass H.________ nicht über die 
dafür erforderlichen Aufenthalts- und Arbeitsbewilligungen verfügte. Dennoch un-
terliess er es, diese Bewilligungen einzuholen und liess H.________ in der 
P.________(AG) arbeiten. H.________ wurde für die geleistete Arbeit nicht mo-
netär entschädigt, wohnte aber während dieser Zeit bei A.________ und durfte für 
Übersetzungsarbeiten sowohl auf A.________, wie auch auf den Angestellten der 
P.________(AG), C.________, zurückgreifen.

8.4 Fahrlässige Körperverletzung (Ziff. A.1 der Anklageschrift)

8.4.1 Unfall und Verletzungsfolgen

Der Unfallhergang und dessen Verletzungsfolgen für G.________ sind nicht bestrit-
ten. Es wird dazu auf die Ausführungen zum unbestrittenen Rahmensachverhalt 
verweisen (siehe Ziff. 7 oben).

8.4.2 Arbeitsverhältnis von H.________

Der Beweiswürdigung bezüglich den Vorwurf der Beschäftigung eines Ausländers 
ohne Bewilligung kann entnommen werden, dass H.________ im Wissen von 
A.________ in der Zeit vom 11. November 2016 bis am 18. November 2016 diver-
se Arbeiten für die P.________(AG) in deren Werkhalle in F.________ verrichtete. 
Aus dieser Beweiswürdigung geht weiter hervor, dass diese Arbeiten nicht nur das 
Abisolieren von Kabeln und Reinigungsarbeiten umfassten, sondern darüber hin-
aus auch andere, in der P.________(AG) anfallende Arbeiten und dass diese 
H.________ dazu veranlasst haben, am 15. November 2016 den Gabelstapler ein-
zusetzen (siehe Ziff. 8.3.8 und Ziff. 8.3.9 oben). Zu ergänzen ist diese Sachver-
haltsfeststellung darum, dass sowohl H.________ wie auch A.________ überein-
stimmend beschrieben haben, wie H.________ den Gabelstapler behändigt habe, 
ohne mit A.________ Rücksprache zu nehmen und ohne eine entsprechende An-
weisung erhalten zu haben (H.________: pag. 441 Z. 90; A.________: pag. 456 
Z. 59 und pag. 967 Z. 11 ff.). Diese Aussagen erscheinen glaubwürdig, es wird 
darauf abgestellt.

8.4.3 Fehlende Ausbildung, Instruktion und Sicherheitsvorrichtungen

Es ist unbestritten, dass H.________ keinen Staplerausweis hatte (siehe Ziff. 7 
oben). Zusätzlich geht aus den Akten hervor, dass H.________ nicht einmal über 
die grundlegenden Sicherheitsvorschriften für die Bedienung von Gabelstaplern 
aufgeklärt worden war: A.________ gab stets an, H.________ zuvor (zwei Jahre 
resp. ein Jahr vor dem Unfall) gezeigt zu haben, wie man einen Stapler bediene 
(pag. 456 Z. 63 ff. und pag. 466 Z. 229). Er habe es ihm etwa eine halbe Stunde 
lang gezeigt (pag. 467 Z. 248 ff.). Er wisse nicht, ob H.________ Erfahrung damit 
habe, Stapler zu fahren. Er denke aber nicht, dass dieser vorher schon mal einen 

22

Stapler gefahren sei (pag. 467 Z. 248 ff.). Er habe ihm damals nur gezeigt, wie er 
den Stapler fahren müsse. Er habe ihm nichts zu den Sicherheitsvorschriften für 
die Bedienung von Staplern gesagt (pag. 467 f. Z. 267).

Auf die Frage, ob er H.________ gesagt oder ihn darauf aufmerksam gemacht ha-
be, dass er einen Ausweis brauche, um Stapler zu fahren, antwortete A.________: 
«Das brauchte ich ihm ja nicht zu sagen, denn er arbeitete ja nicht mit dem Stap-
ler» (pag. 468 Z. 273). Er habe in seinem Betrieb keine Massnahmen ergriffen, 
damit niemand den Stapler benützen könne, der dazu nicht befugt sei. Die Schlüs-
sel seien immer bei den Staplern gewesen. Im Betrieb dürften nur diejenigen Stap-
ler fahren, die einen Ausweis hätten. Er habe das jeweils nicht kontrolliert, aber sie 
danach gefragt. Das habe ihm gereicht (pag. 470 Z. 363 ff.). An der oberinstanzli-
chen Verhandlung bestätigte er, dass die Schlüssel immer im Stapler gewesen sei-
en (pag. 968 Z. 10). Weiter bestätigte er, selber einen Staplerausweis zu haben 
und gab an, befugt zu sein, andere Leute zu instruieren, wie man Gabelstapler fah-
re (pag. 467 Z. 256 und pag. 970 Z. 22 ff.). Über die pauschale Aussage hinaus, er 
sei zur Instruktion befugt, gab A.________ jedoch nicht an, über eine offizielle An-
erkennung als Staplerfahrer-Instruktor zu verfügen.

Aufgrund dieser Aussagen steht fest, dass A.________ H.________ vor dem Unfall 
gezeigt hat, wie man einen Gabelstapler bedient, ihn aber nicht über die dazugehö-
rigen Sicherheitsvorschriften aufklärt hat und ihn auch nicht darauf hingewiesen 
hat, dass er den Stapler trotz der erfolgten Unterweisung künftig nicht würde be-
nutzen dürfen. Darüber hinaus hat er in seinem Betrieb keine Massnahmen getrof-
fen, die verhindern könnten, dass Unbefugte einen Gabelstapler bedienen.

8.4.4 Massgeblicher Sachverhalt

Gestützt auf diese Erwägungen erachtet die Kammer folgenden Sachverhalt als er-
stellt:

H.________ verrichtete während seines Aufenthalts in der Schweiz vom 11. No-
vember 2016 bis am 18. November 2016 mit dem Einverständnis von A.________ 
diverse, gerade anfallende Arbeiten für die P.________(AG) in deren Werkhalle in 
F.________. Im Rahmen dieses Einsatzes bediente er am 15. November 2016, 
ca. 10:30 Uhr, ohne Rücksprache mit A.________ einen Elektro-Gabelstapler. 
Beim Rückwärtsfahren übersah er den hinter ihm stehenden G.________. Dieser 
wurde vom Gabelstapler erfasst und zu Boden geworfen. Seine Beine gerieten un-
ter den Fahrzeugbau, wobei er sich am linken Unterschenkel vom Fussgelenk bis 
zum Knie ein sogenanntes Décollement, Blutgefässverletzungen, mehrere Kno-
chenbrüche und weitere Verletzungen zuzog, welche diverse Operationen zur Fol-
ge hatten.

H.________ hatte im Zeitpunkt des Unfalls keinen Staplerausweises und hatte 
auch keine entsprechende anerkannte Ausbildung erhalten. Ihm war lediglich eini-
ge Monate bis wenige Jahre früher von A.________ gezeigt worden, wie man mit 
einem Stapler fährt. A.________ ist jedoch nicht als Staplerfahrer-Instruktor aner-
kannt. A.________ hat es zudem unterlassen, H.________ dabei auf die erforderli-
chen Sicherheitsvorschriften hinzuweisen. Insbesondere hat er H.________ nicht 

23

darüber informiert, dass es ihm trotz der erfolgten Unterweisung nicht erlaubt war, 
einen Stapler zu bedienen.

Darüber hinaus hat es A.________ als Geschäftsführer und -inhaber unterlassen, 
die innerbetrieblichen Abläufe der P.________(AG) so zu gestalten, dass die Be-
nutzung der Gabelstapler durch Unbefugte nicht möglich war oder zumindest er-
schwert worden wäre.

A.________ wusste, dass H.________ keinen Staplerausweis hatte. Da 
A.________ selber die Staplerfahrerprüfung abgelegt und die entsprechenden Kur-
se besucht hat, wusste er, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit je-
mand mit einem Stapler fahren darf. Ihm war somit bewusst, dass H.________ 
nicht befugt war, den Elektro-Gabelstapler zu bedienen.

Trotz dieser Umstände liess A.________ H.________ für die P.________(AG) Ar-
beiten ausführen, welche das Bedienen eines Gabelstaplers erforderten.

9. C.________

9.1 Vorwürfe gemäss Anklageschrift

C.________ wird zunächst vorgeworfen, eine versuchte Anstiftung zu falscher An-
schuldigung und evtl. zu falschem Zeugnis begangen zu haben, indem er am Vor-
mittag des 18. November 2016 und somit am Tag der ersten polizeilichen Einver-
nahme von E.________ diesen angerufen und ihn darum ersucht habe, bei der Po-
lizei auszusagen, A.________ und nicht H.________ sei mit dem Stapler gefahren 
und habe den Unfall vom 15. November 2016 verursacht. A.________ komme 
sonst ins Gefängnis, da H.________ keine Arbeitsbewilligung und keine Stapler-
prüfung habe. E.________ solle dies auch seinem Vater sagen und man könne 
sich dann am Abend noch einmal treffen und darüber sprechen (Ziff. B.1 der An-
klageschrift).

Sodann soll er E.________ in der Zeit vom 16.-18. November 2016 angerufen und 
ihm gedroht haben, ihn «um z’lah» bzw. ihn umzubringen, wenn er nicht aussage, 
A.________ sei mit dem Stapler gefahren und habe den Unfall vom 15. November 
2016 verursacht, bei dem der Vater des Geschädigten verletzt worden war 
(Ziff. B.2 der Anklageschrift). Dieser Sachverhalt wurde als versuchte Nötigung an-
geklagt.

C.________ bestreitet nicht, dass zwischen ihm und E.________ im Nachgang 
zum Unfall vom 15. November 2016 ein Telefonat stattgefunden hat. Er weist je-
doch von sich, E.________ darin gebeten zu haben, bei der Polizei A.________ als 
Fahrer auszugeben und E.________ unter Druck gesetzt oder bedroht zu haben.

9.2 Beweismittel

Die Vorinstanz hat zu Recht festgehalten, dass vorliegend in erster Linie die Aus-
sagen von C.________, E.________ und A.________ als Beweismittel zur Verfü-
gung stehen (pag. 788, S. 10 der vorinstanzlichen Urteilsbegründung).

Ergänzend können den Anzeigerapporten vom 29. Dezember 2016 und 22. No-
vember 2016 Angaben zum Geschehen rund um die angeklagten Beeinflussungs-

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versuche und Drohungen entnommen werden (pag. 28 ff. und pag. 74 ff.). Soweit 
relevant sind sodann die von C.________ eingereichten Empfangsscheine der 
P.________(AG) zu würdigen (pag. 438).

Aufgrund des engen Zusammenhangs der beiden Vorwürfe werden nachfolgend 
zunächst die Aussagen der involvierten Personen gewürdigt. Danach wird in Bezug 
auf die einzelnen Anklagepunkte eine Gesamtwürdigung der Beweismittel vorge-
nommen. Auch hier kann vorabgestellt werden, dass das Aussageverhalten aller 
drei Befragten als durchzogen bezeichnet werden muss und deshalb keine allge-
meine Aussage über deren Glaubwürdigkeit getroffen werden kann. Es müssen 
vielmehr die einzelnen Aussagen auf ihre Glaubhaftigkeit hin analysiert werden.

9.3 Aussagen C.________

Im Zusammenhang mit dem Unfall vom 15. November 2016 wurde C.________ 
erstmals am 11. April 2018 und somit anderthalb Jahre nach dem Unfall einver-
nommen. Danach hat er an der Hauptverhandlung vom 28. Februar 2019 und an 
der oberinstanzlichen Verhandlung vom 1. September 2020 erneut Aussagen zu 
Sache gemacht.

9.3.1 Unfallsituation

Die Aussagen zur Unfallsituation von C.________ stimmen im Wesentlichen mit-
einander überein: Er gab stets an, während des Unfalls nicht vor Ort gewesen zu 
sein und erst gekommen zu sein, als die Polizei und das Krankenauto schon da 
gewesen seien, der Helikopter jedoch noch nicht (pag. 430 Z. 28 ff., pag. 431 Z. 71, 
pag. 762 Z. 37 ff. und pag. 974 Z. 34). Er sei dann mit E.________ und dessen 
Frau ins Krankenhaus gefahren (pag. 430 Z. 40). Am 11. April 2018 präzisierte er 
zudem, er sei zwischen 9:00 Uhr und 11:00 Uhr dort gewesen (pag. 431 Z. 75) und 
er habe G.________ am Boden liegen sehen (pag. 430 Z. 34 ff.). Diese konstanten 
Aussagen erscheinen in sich soweit glaubhaft. Sie werden in der Gesamtwürdigung 
auf ihre Übereinstimmung mit dem festgestellten Rahmengeschehen zu überprüfen 
sein (siehe Ziff. 9.7.1 unten).

9.3.2 Wissen über die Identität des Unfallverursachers

Am 11. April 2018 gab C.________ an, A.________ und E.________ hätten zu ihm 
gesagt, dass A.________ mit dem Stapler rückwärts gefahren sei und den Vater 
erwischt habe (pag. 430 Z. 38). E.________ und A.________ seien zusammen auf 
die Idee gekommen, A.________ als Fahrer auszugeben. Als er selber in die Firma 
gekommen sei, habe er gefragt, wer gefahren sei und beide hätten gesagt, 
A.________ sei gefahren (pag. 432 Z. 118). Bevor er in die Firma gekommen sei, 
hätten beide der Polizei bereits gesagt, dass A.________ gefahren sei (pag. 434 
Z. 186 ff.). An der Hauptverhandlung vom 28. Februar 2019 gab C.________ eben-
falls an, er habe nach dem Unfall geglaubt, A.________ sei gefahren. Er habe gar 
nicht gewusst, dass H.________ dort gewesen sei (pag. 762 Z. 37 ff.). Anlässlich 
der oberinstanzlichen Verhandlung vom 1. September 2020 schilderte er, nach 
dem Unfall habe er mit E.________ nicht darüber gesprochen, wer der Fahrer des 
Staplers gewesen sei (pag. 974 f. Z. 45). Er glaube, so viel er sich erinnere, er ha-
be erst mit A.________ über den Unfallverursacher gesprochen, als er nach dem 

25

Spital in die Firma zurückgekommen sei. So habe er erfahren, dass A.________ 
gefahren sei. Er habe die ganze Zeit geglaubt, A.________ sei gefahren (pag. 975 
Z. 6 ff.).

Es fällt auf, dass C.________ in der ersten Einvernahme angab, A.________ und 
E.________ hätten ihm nach dem Unfall beide erzählt, A.________ sei den Stapler 
gefahren. An der oberinstanzlichen Verhandlung gab er hingegen an, diese Infor-
mation erst später von A.________ erhalten zu haben, wobei er bemerkte, sich da-
bei nicht mehr ganz sicher zu sein («Ich glaube», «so viel ich mich erinnere», «ich 
denke Mal so», pag. 975 Z. 6 ff.). Dank diesem Eingeständnis der eigenen Unsi-
cherheit erscheint die Diskrepanz in den Aussagen von C.________ nicht per se 
unglaubhaft, bleibt er doch im Kern bei seiner Darstellung, wonach er selber 
zunächst A.________ für den Unfallverursacher gehalten habe.

Am 11. April 2018 gab C.________ weiter an, er habe erst später von A.________ 
und E.________ erfahren, wer den Unfall verursacht habe. Am Tag nach dem Un-
fall habe er von A.________ und einem anderen Mann erfahren, dass «er» gefah-
ren sei. Dann habe er wieder gesagt, H.________ sei gefahren. Von E.________ 
habe er es erfahren, weil er ca. eine Woche nach dem Unfall mit ihm telefoniert ha-
be und E.________ dabei gefragt habe, wer gefahren sei (pag. 432 Z. 94 ff., ähn-
lich: pag. 434 Z. 184 ff.). Am 1. September 2020 gab er sodann an, er denke, er 
habe von A.________ erfahren, dass A.________ nicht der Fahrer gewesen sei 
(pag. 975 Z. 18). Aus diesen Aussagen kann geschlossen werden, dass 
C.________ kurz nach dem Unfall von A.________ über den wahren Unfallverur-
sacher in Kenntnis gesetzt worden war, sicherlich aber vor dem Telefon mit 
E.________ – sonst hätte C.________ keinen Anlass gehabt, E.________ danach 
zu fragen, wer denn nun wirklich gefahren sei.

9.3.3 Telefonat zwischen C.________ und E.________

C.________ bestreitet nicht, dass zwischen ihm und E.________ ein Telefonge-
spräch stattgefunden hat. So gab er am 11. April 2018 an, er habe mit E.________ 
telefoniert und ihn gefragt, wie es seinem Vater gehe. Er habe ihn auch gefragt, 
wer gefahren sei. E.________ habe ihm gesagt, er möge A.________ und wolle 
nicht sagen, wer gefahren sei. Er habe ihm dann gesagt, dass A.________ gefah-
ren sei. Er habe ihm auch gesagt, er könne nicht sagen, dass H.________ gefah-
ren sei, da er der Polizei schon etwas Anderes gesagt habe. Es sei ein ständiges 
Hin und Her gewesen. Einmal habe E.________ gesagt, A.________ sei gefahren 
und einmal habe er gesagt, H.________ sei gefahren (pag. 432 Z. 108 ff. und 
pag. 430 Z. 45). Er habe G.________ und E.________ nie im Leben unter Druck 
gesetzt und bedroht (pag. 433 Z. 160 und pag. 435 Z. 206).

An der oberinstanzlichen Verhandlung vom 1. September 2020 hingegen gab er 
an, er habe mit E.________ überhaupt nicht darüber gesprochen, wer gefahren sei. 
Er habe ihn nur gefragt, wie es dem Vater gehe, sonst nichts. A.________ habe 
ihm gesagt, er solle E.________ anrufen und nach dem Vater fragen. Es stimme 
nicht, dass er E.________ habe fragen sollen, warum er plötzlich nicht mehr das 
Gleiche sage. Vielleicht habe A.________ ihm das gesagt, aber er habe nie so et-
was gefragt. Er habe bereits gewusst, dass die Polizei wisse, wer gefahren sei, die 

26

Sache sei geklärt gewesen (pag. 975 Z. 26 ff.). Er habe E.________ nie bedroht 
(pag. 976 Z. 35).

In diesen Aussagen liegt ein klarer Widerspruch: Während C.________ am 
11. April 2018 relativ ausführlich und einigermassen detailreich den Dialog mit 
E.________ über den Unfallverursacher und dessen Unschlüssigkeit («Hin und 
Her») wiedergab, behauptete er an der oberinstanzlichen Verhandlung, er habe mit 
E.________ überhaupt nicht darüber gesprochen, wer den Gabelstapler gefahren 
sei. An dieser Stelle wird die Diskrepanz denn auch nicht erklärt durch das Einge-
ständnis einer Erinnerungslücke. Im Gegenteil: C.________ bestritt an der oberin-
stanzlichen Verhandlung mit einer in den früheren Einvernahmen nicht da gewese-
nen Vehemenz, dieses Thema mit E.________ besprochen zu haben («Warum bit-
te soll ich das fragen?», «Ich bin nicht so dumm», pag. 975 Z. 36 und 40).

Die Aussage, er habe mit E.________ nicht über die Identität des Unfallverursa-
chers gesprochen, erscheint im Vergleich mit der detailreichen Aussage in der Ein-
vernahme vom 11. April 2018 unglaubwürdig. Aufgrund der Aussagen vom 
11. April 2018 wird vielmehr davon ausgegangen, dass dieses Thema tatsächlich 
an einem Telefon zwischen C.________ und E.________ besprochen wurde.

Den Aussagen von C.________ lässt sich keine genaue Angabe dazu entnehmen, 
wann sich dieses Telefongespräch ereignet hat. Anlässlich der Einvernahme von 
11. April 2018 gab er lediglich an, das Gespräch habe ca. eine Woche nach dem 
Unfall stattgefunden (pag. 432 Z. 108 ff.).

9.3.4 Verhältnis nach den Vorfällen im November 2016

Konfrontiert mit den Vorwürfen, E.________ bedroht zu haben, wies C.________ 
mehrfach darauf hin, dass E.________ nach einer Pause von ca. einem Monat 
nach dem Unfall wieder regelmässig in die P.________(AG) gekommen sei. Er sei 
praktisch jeden Tag da gewesen (pag. 430 Z. 47 ff.). Sie hätten zusammen Kaffee 
getrunken, geraucht und miteinander gelacht (pag. 431 Z. 59). E.________ habe 
auch oft angerufen, damit sie abends den Betrieb nicht schliessen würden, da er 
etwas später vorbeikommen wolle. Dabei seien sie zwei jeweils auch alleine gewe-
sen. Dieses Verhalten würde keinen Sinn machen, wenn E.________ tatsächlich 
so viel Angst gehabt hätte (pag. 435 Z. 220). Diese Aussagen hat C.________ an-
lässlich der oberinstanzlichen Verhandlung wiederholt (pag. 976 Z. 8 ff.). Sie er-
scheinen logisch und übereinstimmend und somit für sich gesehen glaubhaft.

Am 11. April 2018 gab C.________ ausserdem noch an, E.________ habe etwa 
zwei Monate zuvor «von meinem Chef» [A.________] CHF 500.00 geliehen, seit-
her sei er nicht mehr zu ihnen gekommen. Er habe das Geld bisher nicht zurückbe-
zahlt (pag. 430 Z. 50). Er habe mit E.________ weder vorher noch nachher ein 
Problem gehabt. Bis er das Geld vom Chef bekommen und nicht zurückbezahlt ha-
be (pag. 434 Z. 188).

9.3.5 Interessenlage C.________

An der oberinstanzlichen Verhandlung hat C.________ mehrfach betont, kein In-
teresse daran gehabt zu haben, die Aussage von E.________ zu beeinflussen. Er 
sei nicht dabei gewesen und das interessiere ihn nicht. Es sei nicht sein Problem 

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gewesen, was in dieser Firma passiert sei. Er sei einfach nur ein Arbeiter gewesen 
dort (pag. 976 Z. 1, ähnlich: pag. 975 Z. 26 ff.).

Diese Aussage ist anzuzweifeln: Einerseits besteht zwischen C.________ und 
A.________ ein Verwandtschaftsverhältnis und offenbar ein enger Kontakt – das 
geltend gemachte Desinteresse an der Firma von A.________ erscheint schon 
deshalb nicht ganz glaubhaft. Zudem war C.________ Angestellter der 
P.________(AG) und ernährte mit diesem Lohn im Herbst 2016 eine fünfköpfige 
Familie (pag. 424 Z. 35). Anlässlich der Einvernahme vom 27. Oktober 2016 hat er 
im Zusammenhang mit der illegalen Beschäftigung von Ausländern in der 
P.________(AG) sein Unverständnis über die Regelverletzungen seines Chefs 
zum Ausdruck gebracht und dabei angegeben, er hoffe «inständig», seine Arbeit 
behalten zu können (pag. 425 Z. 81 ff.).

Es muss deshalb davon ausgegangen werden, dass C.________ sehr wohl ein In-
teresse am Wohlergehen der P.________(AG) hatte und damit durchaus ein Motiv 
bestand, A.________ zu unterstützen, wenn dieser mit seiner Falschaussage ver-
suchte, das Unternehmen vor den negativen Konsequenzen des Unfalls vom 
15. November 2016 zu bewahren.

9.3.6 Fazit

C.________ hat über weite Teile übereinstimmende und in sich logische Aussagen 
zu Protokoll gegeben. Aus dem Rahmen fallen jedoch seine Angaben zum Ge-
sprächsthema des Telefonats zwischen ihm und E.________. Hierzu ist er in der 
oberinstanzlichen Verhandlung in wesentlichen Punkten von den bisherigen – deut-
lich glaubhafteren – Aussagen abgewichen und hat die neue Angaben mit einer 
Vehemenz vertreten, die aufhorchen lässt. Es muss deshalb davon ausgegangen 
werden, dass C.________ diesbezüglich anlässlich der oberinstanzlichen Haupt-
verhandlung nicht die Wahrheit gesagt hat und die Identität des Unfallverursachers 
am Telefon mit E.________, wie an der Einvernahme vom 11. April 2018 angege-
ben, thematisiert wurde. Weiter dürfte C.________ entgegen seinen Aussagen an-
lässlich der oberinstanzlichen Verhandlung durchaus ein Interesse am Wohlerge-
hen der P.________(AG) gehabt haben.

Aufgrund dieses Aussageverhaltens können die restlichen – für sich genommen 
übereinstimmenden und logischen – Aussagen von C.________ nicht ohne weite-
res als pauschal glaubhaft bezeichnet werden. Seine Angaben sind deshalb im 
Rahmen der Gesamtwürdigung im Zusammenhang mit den weiteren Beweismitteln 
erneut zu prüfen.

9.4 Aussagen E.________

E.________ wurde insgesamt vier Mal einvernommen: Einmal tatnah am 18. No-
vember 2016, zweimal im Jahr 2018 und einmal anlässlich der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung vom 1. September 2020. Es kann bereits an dieser Stelle fest-
gehalten werden, dass die Aussagen von E.________ zu den Vorwürfen gegenü-
ber C.________ von zahlreichen Ungereimtheiten durchzogen sind. Besonders 
auffällig ist eine starke Aggravierung der Vorwürfe gegenüber A.________ und 
C.________ von der ersten Einvernahme zur Einvernahme vom 26. März 2018, 

28

welche er bereits in der zweiten Einvernahme im Jahr 2018 wiederum relativierte. 
Entsprechend wurde E.________ am 28. Juni 2018 vom Staatsanwalt mit dessen 
Feststellung konfrontiert, er erscheine zwischenzeitlich als sehr unglaubwürdig 
(pag. 399 Z. 79). Anlässlich der Befragung an der oberinstanzlichen Verhandlung 
sodann wich er Fragen aus, die auf die Bestätigung dieser Vorwürfe abzielten, bzw. 
versuchte die eigenen Vorwürfe zu entkräften und das zuvor von ihm behauptete 
Verhalten von A.________ und C.________ zu entschuldigen. Diese Gesamtbe-
trachtung des Aussageverhaltens begründet bereits starke Zweifel an der Richtig-
keit der im Jahr 2018 erhobenen Vorwürfe. Nachfolgend werden die Aussagen von 
E.________ ausführlich dargestellt.

9.4.1 Unfallsituation

E.________ wurde erstmals am 18. November 2016 und somit drei Tage nach dem 
Unfall als Auskunftsperson befragt. Er beschrieb dabei detailliert den Unfallhergang 
und die unmittelbaren Reaktionen auf den Unfall. Eine Druckausübung von Seiten 
A.________ schilderte er dabei nicht. C.________ erwähnte er im Zusammenhang 
mit dem Geschehen am Unfalltag mit keinem Wort (pag. 383 f.).

Diese Aussagen stehen in einem deutlichen Kontrast zu den Aussagen von 
E.________ an der Einvernahme vom 26. März 2018: Darin hat E.________ zu 
Beginn von sich aus massive Vorwürfe gegenüber A.________ und C.________ 
erhoben. Diese hätten ihn von Anfang an, gleich nach dem Unfall, unter Druck ge-
setzt, damit er sage, A.________ sei mit dem Stapler gefahren (pag. 387 Z. 19 ff., 
pag. 389 f. Z. 123 ff., pag. 390 Z. 128 ff., pag. 391 Z. 178). Zuerst nur A.________, 
später sei auch C.________ dazu gekommen (pag. 390 Z. 128 ff., pag. 391 
Z. 174). Dies sei der Grund gewesen, weshalb er der Polizei gesagt habe, 
A.________ sei gefahren, er habe «Schiss gehabt». Er wäre damit nicht einver-
standen gewesen (pag. 392 Z. 198 und pag. 393 Z. 239).

Diese Schilderung bestätigte er in der Einvernahme vom 28. Juni 2018 zunächst: 
A.________ und C.________ hätten auf ihn eingeredet, als er neben seinem Vater 
am Boden gekniet sei und hätten ihm gesagt, er solle sagen, dass A.________ ge-
fahren sei. Er werde diese Situation bis an sein Lebensende nicht vergessen, dass 
sie ihn in einer solchen Situation dermassen unter Druck gesetzt hätten (pag. 399 
Z. 59 und pag. 403 Z. 219). Zugleich relativierte er am 28. Juni 2018 dann aber die 
Rolle von A.________, indem er angab, dieser habe «nie etwas gegen ihn gesagt, 
er habe ihm nie gedroht und nichts». Mit ihm habe er nie ein Problem gehabt. Nur 
mit «S.________» [C.________] habe er diese Probleme (pag. 402 Z. 171). Auch 
die eigene Motivlage in Bezug auf die Falschaussage gegenüber der Polizei relati-
vierte E.________ am 28. Juni 2018, indem er einräumte, er sei zu Beginn einver-
standen gewesen damit, A.________ als Fahrer auszugeben (pag. 403 Z. 230).

An der oberinstanzlichen Verhandlung sodann vermied es E.________, diese Vor-
würfe zu wiederholen, indem er mehrfach angab, sich nicht mehr genau zu erin-
nern bzw. dazu nichts mehr sagen zu wollen. So sagte er etwa, er wisse nicht mehr 
genau, wie das gegangen sei, «irgendwie sei dort ein Durcheinander» gewesen 
(pag. 955 Z. 9 und 22). Er könne sich erinnern, dass da etwas gewesen sei «we-
gen dem Sagen, dass A.________ gefahren sei». Es sei schwierig, das «genau 

29

nach Ablauf» zu sagen (pag. 955 Z. 41). Er lasse sich «da nicht mehr reinwickeln» 
(pag. 956 Z. 19). Zugleich relativierte er erneut seine früheren Aussagen, indem er 
angab, er habe C.________ beim Unfall nicht gesehen und dieser habe beim Unfall 
auch nicht mit ihm darüber gesprochen, was er bei der Polizei sagen solle 
(pag. 956 Z. 36 ff.). Konfrontiert mit seinen früher geäusserten Vorwürfen reagierte 
er mit Verständnis für die Beschuldigten (A.________ sei wohl unter Druck gewe-
sen [pag. 955 Z. 41], «Klar ist es nicht schön. Aber wenn du unter Druck bist, pas-
sieren Fehler. Für mich ist das ‘düre’» [pag. 958 Z. 4]).

An diesen Aussagen fällt wie erwähnt auf, dass die Vorwürfe der Druckausübung, 
die E.________ im Jahr 2018 gegenüber A.________ und C.________ ausgespro-
chen hat, in seinen tatnächsten Aussagen nicht angelegt sind. Zwar erwähnte er in 
der ersten Einvernahme, Angst zu haben, dass ihm jemand etwas antun könnte 
(pag. 384 Z. 88). Er brachte diese Angst aber in keiner Weise mit Interaktionen mit 
A.________ oder C.________ in einen Zusammenhang (siehe zu dieser Aussage 
ausführlicher Ziff. 9.4.3 unten). Erst anderthalb Jahre später, nachdem zwischen 
E.________ und den beiden Beschuldigten ein anderer Konflikt entbrannt war (sie-
he Ziff. 9.4.5 unten), hat er massive Vorwürfe gegen die beiden erhoben. Bereits 
zwei Monate später, vor allem aber anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung, 
relativierte er diese Vorwürfe bzw. nahm sie sogar gänzlich zurück. Die Vorwürfe 
erscheinen vor dem Hintergrund dieses inkonsistenten Aussageverhaltens nicht 
glaubhaft.

9.4.2 Aussagen über die Identität des Unfallverursachers

Sowohl am 26. März 2018 wie auch an der oberinstanzlichen Verhandlung vom 
1. September 2020 gab E.________ an, er habe ein oder zwei Tage nach dem Un-
fall gegenüber der Polizistin T.________, die seine Schwester kenne, bzw. ge-
genüber einer Polizistin, die mit seiner Schwester zur Schule gegangen sei, gesagt, 
wer wirklich gefahren sei. Diese habe wohl geahnt, dass er unter Druck gesetzt 
worden sei bzw. diese habe ihn angerufen und gefragt, ob das wirklich stimme 
(pag. 387 Z. 23 und pag. 956 Z. 3). An der oberinstanzlichen Verhandlung ergänzte 
er sodann, er sei nicht von alleine zur Polizei gegangen (pag. 956 Z. 3). Sie habe 
ihn angerufen und darauf habe er reagiert und «das» gesagt. Sehr wahrscheinlich 
hätte er es «eh» gesagt. Aber in dem Moment habe ihm dieses Telefonat «den 
Schub gegeben» (pag. 959 Z. 18).

Es kann vorneweg genommen werden, dass die Polizistin T.________ tatsächlich 
im Zusammenhang mit diesem Vorfall vor Ort im Einsatz war, ein Gespräch zwi-
schen ihr und E.________ jedoch nicht im Anzeigerapport vermerkt wurde. Dem-
gegenüber hat der Einsatzleiter U.________ festgehalten, E.________ habe ihn 
am 17. November 2016 angerufen und berichtet, dass nicht A.________, sondern 
ein anderer Mann den Gabelstapler gefahren sei (pag. 31). E.________ hat seine 
Aussage somit tatsächlich zwei Tage nach dem Unfall – am 17. November 2016 – 
bei der Polizei korrigiert. Seine Beschreibung anlässlich der Hauptverhandlung, 
wonach ihm das Gespräch mit T.________ den «Schub» gegeben habe, die 
Wahrheit zu sagen, erscheint glaubhaft, zumal er dieses Gespräch bereits am 
26. März 2018 erwähnt hatte und er mit dieser Schilderung die eigene Rolle bei der 
Vertuschung des Unfallverursachers nicht beschönigte.

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Zuletzt gab E.________ an, er habe A.________ nicht erzählt, dass er vorhabe, bei 
der Polizei andere Aussagen zu machen. Er habe es lediglich S.________ 
[C.________] gesagt, als ihm dieser angerufen habe (pag. 957 Z. 25).

9.4.3 Telefonat zwischen C.________ und E.________

Ein ebenfalls inkohärentes Aussageverhalten kann in den Schilderungen von 
E.________ zum Inhalt des Telefonats zwischen ihm und C.________ beobachtet 
werden:

An der ersten Einvernahme vom 18. November 2016 kam die Sprache erst auf 
C.________, als E.________ gefragt wurde, ob A.________ ihn noch einmal kon-
taktiert habe. E.________ antwortete darauf wie folgt: «Heute Vormittag um 
ca. 9:45 Uhr rief mich S.________ an. […] S.________ sagte zu mir, dass ich der 
Polizei sagen soll, dass A.________ mit dem Stapler gefahren sei. Der andere ha-
be keine Arbeitsbewilligung und keine Staplerprüfung. A.________ komme sonst 
ins Gefängnis. Wir könnten uns doch am Abend treffen und noch einmal darüber 
sprechen. Ich solle es auch meinem Vater sagen.» (pag. 384 Z. 84 ff.). Verbalisiert 
wurde sodann festgehalten, dass S.________ in Wirklichkeit C.________ heisse.

An dieser Aussage fällt zunächst ihre Spontanität und Tatnähe auf: Weder der ein-
vernehmende Polizist noch E.________ hatten C.________ bis zu diesem Zeit-
punkt erwähnt gehabt und auch die Frage bezog sich nicht auf C.________. Den-
noch schilderte E.________ von sich aus von diesem Telefongespräch, das sich 
wenige Stunden zuvor ereignet haben soll. Diese Umstände sind starke Hinweise 
für die Glaubhaftigkeit dieser Aussagen. Diese wird unterstrichen durch die Absenz 
von Übertreibungen: So gab E.________ den Ton des Gesprächs als durchaus 
freundlich wieder («Wir könnten uns doch am Abend treffen», pag. 384 Z. 86) und 
stellte dabei die Sorge von C.________ um A.________ in den Vordergrund («Der 
andere habe keine Arbeitsbewilligung und keine Staplerprüfung. A.________ 
komme sonst ins Gefängnis.», pag. 384 Z. 85).

Diese durchaus glaubhaften Aussagen zum Telefonat mit C.________ stehen in 
einem deutlichen Kontrast zu den Aussagen von E.________ an den Einvernah-
men vom 26. März 2018 und 28. Juni 2018:

Am 26. März 2018 gab E.________ gleich zu Beginn und ohne entsprechende 
Frage an, man habe ihm gesagt, man würde ihn «umlah», wenn er «etwas» sage 
(pag. 387 Z. 19 ff.). Das mit dem «umlah» sei am nächsten Tag [am Tag nach dem 
Unfall] gewesen. Dieser S.________ habe ihn angerufen und gesagt, sie würden 
ihn «umlah», wenn er etwas sagen würde. Er habe etwa zwei Mal mit ihm telefo-
niert. C.________ habe aber noch mehrmals versucht, ihn zu erreichen. 
A.________ habe ihn nie angerufen, immer nur S.________, also C.________ 
(pag. 390 Z. 134 ff.). C.________ habe ihm am Telefon gesagt, er solle sagen, 
dass A.________ gefahren sei. Er [E.________] sei schuld, wenn A.________ die 
ganze Bude verliere. Es sei auch noch ums Visum gegangen. C.________ habe 
ihm gesagt, dass A.________ die Bude und das Visum verlieren würde. Er habe 
gesagt, er würde ihn [E.________] finden, umbringen und dann gehe er zurück 
nach V.________ oder eben dorthin wo er herkomme. Das sei kein Problem für ihn 
(pag. 392 Z. 206).

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Auf die Frage der Staatsanwaltschaft, warum er bei der Polizei nichts von dieser 
Drohung gesagt habe, antwortete er, er habe sich das «auch vor heute überlegt». 
Er nehme das Risiko auf sich. Er habe von den Drohungen drei Monate lang 
Angstzustände gehabt, sei nie alleine gewesen und sie hätten immer die Türe kon-
trolliert (pag. 392 Z. 222 ff.). Auf Frage gab er sodann an, die Drohung sei der 
Grund gewesen für die Anonymisierung des Vaters im Spital (pag. 393 Z. 265).

Am 28. Juni 2018 vollzog E.________ auf Vorhalt dieser Vorwürfe eine Kehrtwen-
de und gab an, die Drohung sei im Zusammenhang mit einem anderen Vorfall pas-
siert (pag. 400 Z. 122 und pag. 401 Z. 138). Er bestätigte jedoch seine frühere 
Aussage, wonach er nach den Drohungen rund drei Monate lang Angstzustände 
gehabt habe (pag. 398 Z. 52).

Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung vom 1. September 2020 antwortete 
er auf die Fragen, ob C.________ ihm gesagt habe, er würde ihn «umlah» und ob 
er dies erst genommen habe, wie folgt: «Ich weiss noch, dass wir an einem Telefon 
waren. Er hatte natürlich ‘Schiss’ irgendwie. Soviel ich weiss, schon. Sie waren un-
ter Druck wegen diesem ganzen Unfall… Ja» (pag. 957 Z. 6 ff.) und «Nein, also im 
Moment schon grad, aber danach irgendwie… Ich weiss nicht, ob es mit 
A.________ war, aber wir hatten… wie war das jetzt? Wir hatten dieses ‘Gstürm’ 
an diesem Telefon. Ich weiss nicht mehr, wie es dann ging. Auf jeden Fall weiss 
ich, dass ich danach noch bei ihm in der Bude war, bei A.________» (pag. 957 
Z. 13). Auch hier relativierte E.________ seine Aussagen bzw. brachte zum Aus-
druck, sich nicht mehr genau an die Ereignisse erinnern zu können.

Die Aussage, dass zwischen E.________ und C.________ in den Tagen nach dem 
Unfall ein Telefongespräch stattfand und dabei über den Unfallverursacher gespro-
chen wurde, erscheint glaubhaft, zumal diese Eckpunkte von C.________ teilweise 
ebenfalls so angegeben wurden. Wie bereits begründet, erscheinen auch die 
Schilderungen am 18. November 2016 zum Inhalt dieses Telefonats grundsätzlich 
glaubhaft. Demgegenüber fallen die weiteren Aussagen von E.________, insbe-
sondere jene vom 26. März 2018, durch massive Aggravationen auf, welche später 
wieder relativiert wurden, resp. von denen E.________ am 28. Juni 2016 sogar an-
gab, sie seien in einem anderen Zusammenhang erfolgt. Die Gegenüberstellung 
der Aussagen von E.________ über die verschiedenen Befragungen hinweg säht 
aus diesem Grund ernsthafte Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Vorwürfe, die 
E.________ am 26. März 2018 gegenüber C.________ erhoben hat.

Daran ändert auch die von der Generalstaatsanwaltschaft vorgebrachte Tatsache 
nichts, dass E.________ in der Einvernahme vom 18. November 2016 bereits er-
wähnte, er habe Angst, dass ihnen jemand etwas antun könnte und sein Vater sei 
deswegen im Inselspital anonymisiert und in ein anderes Zimmer verlegt worden 
(pag. 384 Z. 88 ff.). E.________ hat diese Befürchtung weder konkretisiert noch mit 
C.________ in Zusammenhang gebracht oder angedeutet, er sei von jemandem 
konkret bedroht worden. Darüber hinaus ist auch nicht ersichtlich, weshalb eine 
Verlegung von G.________ veranlasst wurde, wo sich doch die angeblichen Dro-
hungen gegen E.________ richteten. Es bestehen in diesen Aussagen somit zu 
wenige Anhaltspunkte, als dass gesagt werden könnte, die Schilderung der Dro-
hung von C.________ sei darin bereits angelegt. Diese Aussagen vermögen die 

32

augenfälligen Ungereimtheiten in den nachfolgenden Einvernahmen nicht aufzu-
wiegen.

9.4.4 Verhältnis nach den Vorfällen im November 2016

Die Zweifel an der Wahrheit der am 26. März 2018 geäusserten Vorwürfe verstär-
ken sich bei einer Analyse der Angaben von E.________ zu seinem Verhältnis mit 
C.________ resp. der P.________(AG) nach den Vorfällen vom November 2016.

Am 26. März 2018 gab E.________ an, er sei nach dem Unfall nicht mehr in die 
P.________(AG) gegangen (pag. 388 Z. 51). Damit widersprach er der Darstellung 
von C.________, der konstant schilderte, E.________ sei nach dem Unfall nach 
einer Pause von ca. einem Monat wieder regelmässig in die P.________(AG) ge-
kommen, wo sie auch mal zusammen einen Kaffee getrunken oder geraucht hätten 
(siehe Ziff. 9.3.4 oben).

Konfrontiert mit dieser Diskrepanz räumte E.________ am 28. Juni 2018 ein, er 
habe ca. einen Monat nach dem Unfall Kontakt gehabt mit C.________ bzw. 
A.________ und sei daraufhin wieder regelmässig in die P.________(AG) gegan-
gen. Es sei dann zu einem zweiten Konflikt mit C.________ gekommen (Zeitraum 
Frühling 2017 bzw. August/September 2017). Zu diesem Konflikt wolle er nicht 
mehr sagen, aber danach sei er nie mehr gegangen. Er hasse diese Leute jetzt 
«bis aufs Blut» (pag. 398 Z. 33, pag. 399 Z. 75, pag. 399 Z. 87, pag. 400 Z. 118, 
pag. 400 Z. 122). Die Begegnungen mit A.________ und C.________ nach dem 
Unfall seien normal verlaufen, sie hätten normal zusammen gesprochen (pag. 401 
Z. 166). Es könne schon sein, dass man mal etwas zusammen getrunken habe. 
Das Verhältnis und der Umgang seien normal und gut gewesen. Sie hätte nie Pro-
bleme gehabt und hätten es «super» gehabt vorher (pag. 402 Z. 171). Auch an der 
oberinstanzlichen Verhandlung vom 1. September 2020 gab er an, nach dem 
«Gstürm» am Telefon mit C.________ noch regelmässig «bei A.________ in der 
Bude» gewesen zu sein (pag. 957 Z. 13).

Im Übereinstimmung mit den Aussagen von C.________ kann demnach festge-
stellt werden, dass E.________ in der Zeit nach dem Unfall wieder regelmässig in 
die P.________(AG) ging und dort bis zu einem nicht näher bekannten zweiten 
Konflikt ein freundliches Verhältnis zu A.________ und C.________ pflegte. Es ist 
ebenfalls festzuhalten, dass E.________ in Bezug auf diese Frage in der Einver-
nahme vom 26. März 2018 offenbar nicht die Wahrheit gesagt hatte.

9.4.5 Interessenlage E.________

Aufgrund der auffälligen Aggravierungen in den Aussagen von E.________ am 
26. März 2018 ist von Interesse, dass nicht nur C.________ (siehe Ziff. 9.3.4 
oben), sondern auch E.________ angab, dass es zwischen ihm und den Beschul-
digten in der Zwischenzeit zu einem weiteren Konflikt gekommen sei. Bereits am 
26. März 2018 sind entsprechende Andeutungen in den Aussagen von E.________ 
zu finden («Das ist etwas, was A.________ nicht betrifft. Es geht um etwas Ande-
res und nicht um diesen Fall. Ich möchte dazu nicht mehr sagen» pag. 393 Z. 246).

Am 28. Juni 2018 sagte er dann offen, es sei wieder zu einem Konflikt gekommen 
und dann sei er nicht mehr in die P.________(AG) gegangen. Zu diesem Konflikt 

33

wolle er nicht mehr sagen. Dieser zweite Vorfall sei im Frühling 2017 passiert, 
glaublich im März. Sicher nicht später. Es sei zu diesem Vorfall gekommen und er 
habe dann gewusst, dass dort «alles schieflaufe». Er hasse diese Leute jetzt «bis 
aufs Blut». Er wolle dazu aber nichts sagen, denn er wisse, das C.________ und er 
daraus «nicht mehr herauskommen» würden. Er selber würde nicht mehr lebend 
da rauskommen (pag. 398 Z. 33). Offenbar waren in diesen Konflikt C.________ 
und die Frau von E.________ involviert (pag. 399 Z. 75 und pag. 400 Z. 122).

Im Übrigen bestritt E.________, A.________ Geld zu schulden (pag. 399 Z. 69).

Diese Aussagen sind insofern relevant, als dass E.________ im Zeitpunkt der Ein-
vernahme vom 26. März 2018 offenbar eine tiefe Abneigung gegenüber 
C.________ verspürte, die während der Befragung vom 18. November 2016 noch 
nicht bestanden hatte. Es war somit auf Seite von E.________ durchaus eine Moti-
vation vorhanden, die Vorwürfe gegenüber C.________ zu übertreiben. Dies beein-
trächtigt die ohnehin zweifelhafte Glaubhaftigkeit dieser belastenden Aussagen zu-
sätzlich.

9.4.6 Fazit

Die Aussagen von E.________ in der ersten Einvernahme vom 18. Novem-
ber 2016 in Bezug auf das Telefonat mit C.________ können als glaubhaft be-
zeichnet werden. Demgegenüber ist die für die Anklage der versuchten Nötigung 
relevante Einvernahme vom 26. März 2018 übersäht von später wieder relativierten 
Übertreibungen, Ungereimtheiten und teilweise nachgewiesenen Lügen. Es beste-
hen deshalb starke Zweifel an der Darstellung von E.________, wonach 
C.________ ihm gedroht habe, ihn «umzulegen», falls dieser bei der Polizei zuge-
ben sollte, das H.________ den Unfall verursacht hatte. Diese Zweifel werden ei-
nerseits bestärkt durch die Tatsache, dass E.________ trotz seiner angeblich gros-
sen Angst aufgrund dieser Drohung bereits einen Monat nach dem Unfall wieder 
regelmässig in die P.________(AG) ging und dort zwischenzeitlich ein freundliches 
Verhältnis zu A.________ und C.________ pflegte. Andererseits werden die Zwei-
fel dadurch bestätigt, dass E.________ im Zeitpunkt dieser zweiten Einvernahme 
offenbar eine starke Abneigung gegenüber C.________ verspürte, die ihren Ur-
sprung in einem neuen Konflikt hatte, der mit dem Unfallgeschehen vom 15. No-
vember 2016 in keinem Zusammenhang stand.

9.5 Aussagen A.________

A.________ ist in den Sachverhalt, der C.________ vorgeworfen wird, nur indirekt 
involviert. Seine Aussagen dienen in erster Linie dazu, die Aussagen von 
E.________ und C.________ einzuordnen sowie auf Übereinstimmungen resp. 
Diskrepanzen zu überprüfen.

9.5.1 Wissen über die Identität des Unfallverursachers

In Bezug auf die Frage, wer C.________ zu welchem Zeitpunkt über die Identität 
des Unfallverursachers informiert hat, kann nur marginal auf die Aussagen von 
A.________ abgestellt werden. Dieser gab zwar an, er habe C.________ erzählt, 
wie der Unfall passiert sei und wer Stapler gefahren sei. Er glaube, er habe ihm 
gesagt, dass er selber gefahren sei, er könne sich aber nicht mehr erinnern 

34

(pag. 472 Z. 446 ff.). Zugleich gab er aber auch an, nicht mehr zu wissen, wann 
C.________ die Wahrheit erfahren habe darüber, wer den Stapler gefahren sei, 
und sich nicht mehr daran erinnern zu können, ob er ihm das selber erzählt habe 
(pag. 473 Z. 453 ff.).

Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang jedoch folgende Aussage von 
A.________: C.________ sei nicht im Betrieb gewesen, als der Unfall passiert sei, 
sei dann jedoch in den Betrieb gekommen und da gewesen, als die Polizei und das 
Krankenauto gekommen seien (pag. 472 Z. 434 ff.). Auf diese Aussage ist zurück-
zukommen (siehe Ziff. 9.7.1 unten).

9.5.2 Telefonat zwischen C.________ und E.________

A.________ wurde am 18. November 2016 mit der Aussage von E.________ kon-
frontiert, wonach C.________ ihn am Vormittag desselben Tages angerufen und 
ihm gesagt habe, er solle bei der Polizei sagen, dass A.________ gefahren sei. 
Seine An