# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7eafd198-bf6f-5ca3-8816-5323f810f8fa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-08-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.08.2010 E-5507/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5507-2010_2010-08-18.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5507/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  A u g u s t  2 0 1 0

Einzelrichter Bruno Huber, 
mit Zustimmung von Richter Daniel Schmid;
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

A._____, geboren (...),
Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asylgesuch aus dem Ausland; 
Verfügung des BFM vom 16. April 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5507/2010

Sachverhalt:

A.
Mit  englischsprachiger  Eingabe  vom 28.  April  2008  an  die  Schwei-
zerische Botschaft in Colombo suchte der Beschwerdeführer um Asyl 
in der Schweiz nach.

Zur Begründung führte er aus, er stamme aus B._____, Jaffna. Im Fe-
bruar 2007 seien Armeeangehörige in sein Hause eingedrungen, wo-
bei er verletzt worden sei. In der Folge habe ihn eine unbekannte Per-
son gesucht. Er sei deshalb am 20. März 2007 nach Colombo gegan-
gen. Am 18. November 2007 sei er von der Polizei und der Armee in 
C._____ ([...] von Colombo, Anm. BVGer) verhaftet worden. Nach fünf 
Tagen  sei  er  gegen  Bezahlung  einer  Kaution  "by  the  court"  frei -
gelassen, eine Woche später indessen wieder verhaftet worden. Er sei 
zum  D._____  gebracht  und  dort  bis  am  27.  Dezember  2008  fest-
gehalten worden. Nach seiner Freilassung sei er oft vom Criminal In-
vestigation  Department  (CID)  und  der  Polizei  aufgesucht  worden, 
welche ihn misshandelt und aufgefordert habe, Colombo ohne Verzug 
zu verlassen.  Er habe Angst vor einer erneuten Verhaftung.

B.
Die  Botschaft  forderte  den  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom 
7. Mai 2008 auf,  eine Reihe von Fragen zu beantworten und allfällige 
Beweismittel einzureichen beziehungsweise zu bezeichnen. 

C.
Der  Beschwerdeführer  antwortete  innert  der  angesetzten  Frist  mit 
Schreiben vom 13. Mai  2008. Darin wiederholte er  seine bereits ge-
machten Angaben und präzisierte zum Vorfall vom Februar 2007, die 
Armee habe sich bei ihm unter Waffengewalt nach einem Mitglied der 
Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) erkundigt. Neu machte er gel-
tend, die Polizei habe am (...) 2008 seine Identi tätskarte eingezogen; 
sodann habe er von seinen in Jaffna lebenden Eltern erfahren, dass 
bewaffnete Männer auch dort nach ihm gefragt hätten.  

Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer - jeweils in Kopie - eine 
Anzeigebestätigung der Human Rights Commission (HRC) of Sri Lan-
ka,  eine  Haftbestätigung  des  International  Committee  of  the  Red 
Cross (ICRC) vom 4. Januar 2008, ein Schreiben des Chief Magistra-
tes Court of Colombo vom (...), ein Schreiben des Magistrates Court 

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C._____  vom  (...)  und  eine  Namensliste  sowie  einen 
Zeitungsausschnitt zu den Akten.

D.
Mit Schreiben vom 12. Juni 2008 gelangte der Beschwerdeführer er-
neut  an  die  Botschaft  und  führte  aus,  Unbekannte  hätten  sich  am 
2. Juni 2008 bei  seinen Verwandten in  C._____ nach ihm erkundigt. 
Zwei Tage später sei er auf der Strasse von der Polizei angehalten und 
kontrolliert worden; man habe ihm vorgeworfen, sich ohne Aufenthalts-
bewilligung in Colombo aufzuhalten.

E.
Am 16. Juli 2008 hörte die Botschaft den Beschwerdeführer zu seinen 
Asylgründen  an.  Er  gab  zu  Protokoll,  zwischen  2000  und  2002  in 
E._____  gelebt  zu  haben,  danach  sei  er  an  seinen  Geburts-  und 
früheren Wohnort B._____ zurückgekehrt, wo er von (...) die "(...)" ge-
leitet  habe.  Diese  Organisation  habe  die  LTTE  unterstützt.  Er  sei 
weder  Mitglied  noch  Sympathisant  einer  politischen  Partei  oder 
Organisation  gewesen  und  habe  sowohl  mit  der  LTTE als  auch  mit 
anderen tamilischen Gruppierungen keine Schwierigkeiten gehabt. Im 
Januar 2007 hätten Unbekannte zu Hause nach ihm gesucht. Am (...) 
2007 seien 15 Soldaten auf der Suche nach einem Mitglied der LTTE 
zu  ihm  gekommen;  sie  hätten  seine  Identitätskarte  geprüft  und  ihn 
geschlagen. Nachdem er im März 2007 erneut gesucht worden sei, sei 
er nach Colombo gegangen, wo er sich habe registrieren lassen. Am 
(...)  2007  sei  er  in  C._____  im  Rahmen  einer  Routinekontrolle  bei 
einem  Checkpoint  von  der  Polizei  und  der  Armee  festgenommen 
worden.  Nach  vier  Tagen  sei  er  nach  Leistung  einer  Kaution  frei -
gelassen worden. Am (...) 2007 sei er erneut verhaftet worden. Beide 
Male sei er vom zuständigen Richter freigesprochen worden. 

F.
Am 18. Juli  2008 überwies die Botschaft  dem BFM das Dossier  des 
Beschwerdeführers zur weiteren Bearbeitung und zum Entscheid.

G.
Mit Schreiben vom 27. August 2008, 13. Oktober 2008, 3. und 10. No-
vember 2008, 1. Dezember 2008, 24. April 2009, 4. und 24.  Dezember 
2009 sowie 9. Februar 2010 legte der Beschwerdeführer seine jewei-
lige Situation dar und machte mehrere Kontrollen durch die Polizei und 
die  Armee  geltend.  Namentlich  sei  er  am  (...)  vom  Terrorist 
Investigation  Department  (TID)  festgenommen  und  während  neun-

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einhalb  Monaten  inhaftiert  worden. Am (...)  sei  er  vom Richter  des 
Chief  Magistrates  Court  Colombo  freigesprochen  worden.  Seine 
Verwandten  in  (...)  seien  ebenfalls  bedroht  und  nach  ihm  befragt 
worden.

Als  Beweismittel  reichte der  Beschwerdeführer  drei  Haftbefehle  vom 
(...) 2009, (...) 2009 und (...) 2009, ein Bestätigungsschreiben vom (...) 
2009,  eine Haftbestätigung vom (...)  2009,  eine Haftbestätigung des 
ICRC vom (...),  eine Anzeigebestätigung des HRC vom (...)  und ein 
Dokument der Sri Lanka Police vom (...) 2009 ein.

H.
Mit  Schreiben  vom 3. Februar  2010  teilte  das  Bundesamt  dem Be-
schwerdeführer  mit,  es  beabsichtige,  sein  Gesuch  abzuweisen;  es 
setzte ihm zur Einreichung einer diesbezüglichen Stellungnahme so-
wie zur Geltendmachung allfälliger neuer Gesuchsgründe Frist. In sei-
nem Antwortschreiben  vom  22.  Februar  2010  wiederholte  der  Be-
schwerdeführer seine bisherigen Vorbringen.

I.
Mit  Verfügung  vom  16.  April  2010  verweigerte  das  BFM  dem  Be-
schwerdeführer die Einreise in die Schweiz und lehnte dessen Asylge-
such  ab.  Die  Botschaft  in  Colombo  stellte  ihm  die  Verfügung  mit 
Schreiben vom 22. Juni 2010 zu.

J.
Mit  Eingabe vom 12. Juli  2010 an die  Botschaft  beantragte  der  Be-
schwerdeführer  sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Ver-
fügung; die Eingabe ist am 2. August 2010 beim Bundesverwaltungs-
gericht eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 

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Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem 
Gebiet  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 26. Ju-
ni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde ist  nicht  in  einer  Amtssprache des Bundes ab-
gefasst.  Aus  prozessökonomischen  Gründen  wurde  indessen  vorlie-
gend auf eine Rückweisung der englischsprachigen Beschwerde (und 
der diversen Schreiben sowie Beweismittel)  zur Übersetzung in eine 
Amtssprache verzichtet, da das Rechtsbegehren verständlich und be-
gründet  ist  und  das  Bundesverwaltungsgerichts  praxisgemäss  Ein-
gaben wie die vorliegende entgegennimmt, ohne eine Übersetzung zu 
verlangen. Der  Entscheid  des Gerichts  ergeht  in  deutscher  Sprache 
(vgl.   Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).

1.3 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-
nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung und ist  daher zur  Einreichung der  Beschwerde legitimiert. 
Auf die fristgerecht – der genaue Zeitpunkt der Eröffnung des Urteils 
ist  zwar  weder  durch einen Rückschein  noch durch  eine Empfangs-
bestätigung belegt, doch liegt in einem solchen Fall die Beweislast bei 
den  Behörden  (vgl.  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, 
Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Handbücher für die 
Anwaltspraxis, Band X, Basel 2008, Rz. 3.150, S. 166 f.) und es wird 
demnach von der  Rechtzeitigkeit  der  Beschwerdeeinreichung ausge-
gangen  –  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  somit  ein-
zutreten (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrich-
terlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  ent-
schieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt 

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es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

3.2 Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken.

4.2 Das BFM kann  ein  im Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann. Vorbringen sind glaubhaft  gemacht,  wenn die Behörde ihr 
Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. 
Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punk-
ten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder  ver-
fälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (vgl.  Art.  3,  Art.  7  und 
Art. 52 Abs. 2 AsylG).

4.3 Gemäss  Art.  20  Abs.  2  AsylG  bewilligt  das  Bundesamt  Asylsu-
chenden die  Einreise  zur  Abklärung des Sachverhaltes,  wenn ihnen 
nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu 
bleiben  oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen. Gestützt  auf  Art.  20 
Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement 
(EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die 
Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare 
Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach 
Art. 3 Abs. 1 AsylG besteht.

4.4 Bei diesem Entscheid gelten für die Erteilung einer Einreisebewil-
ligung restriktive Voraussetzungen, wobei den Behörden ein weiter Er-
messensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 

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Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur 
Schweiz,  die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 
Staat,  die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Mög-
lichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche so-
wie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkei-
ten in  Betracht  zu ziehen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr.  15 
E. 2.e.- g. S. 131 ff.; die dort akzentuierte Praxis hat nach bloss redak-
tionellen  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des  Asylgesetzes 
nach wie vor Gültigkeit).

5.
5.1 Das  BFM  führte  in  der  angefochtenen  Verfügung  aus,  der  Be-
schwerdeführer mache geltend, drei Mal von Sicherheitskräften inhaf-
tiert worden zu sein, wobei es jeweils zu einem Freispruch gekommen 
sei. Die Vorinstanz stellt nicht in Abrede, dass dieser durch die Fest-
nahmen massive Eingriffe in die Bewegungsfreiheit und die körperliche 
Integrität  erlitten hat. Die Inhaftierung im (...)  sei  indessen  vor dem 
Hintergrund des nahenden Kriegsendes erfolgt, zu einem  Zeitpunkt, 
als die srilankische "Kriegsmaschinerie" auf Hochtouren gelaufen und 
die  tamilische  Bevölkerung  in  Colombo  mit  starken  Repressionen 
seitens der staatlichen Sicherheitskräften konfrontiert worden sei. Die 
Tatsache,  dass  der  Beschwerdeführer  im  (...)  2009  ohne  Auflagen 
freigesprochen  worden  sei,  belege,  dass  die  srilankische  Justiz  ihn 
keiner  strafrechtlich  relevanten  Tätigkeiten  mehr  verdächtige. Zudem 
habe er in der Eingabe vom 22. Februar 2010 keine Schwierigkeiten 
seit der Haftentlassung angeführt. Dies lasse den Schluss zu, dass er 
aktuell  nicht  gefährdet  sei.  Da  die  Bewilligung  der  Einreise  in  die 
Schweiz nicht dem Ausgleich für vergangenes Unrecht diene, sei die 
Inhaftierungen nicht von einreiserelevanter Bedeutung. 

Weiter führte das BFM aus, seit der letzten Verhaftung habe sich die 
Lage  in  Sri  Lanka  mit  dem  Kriegsende  grundlegend  verändert.  Vor 
dem Hintergrund der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Ent-
wicklungen in Sri Lanka sei die Angst des Beschwerdeführers, erneut 
Opfer von Übergriffen der srilankischen Sicherheitskräfte zu werden, 
nicht mehr ausreichend begründet, um eine Einreise in die Schweiz zu 
rechtfertigen. Die Sicherheitslage der Tamilen habe sich seit Oktober 
2009 sukzessive verbessert. Dies gelte  insbesondere für  Menschen, 
die keine hohen Posten in einer oppositionellen Bewegung oder Partei 
innegehabt und sich somit auch nicht durch regelmässige, regierungs-

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kritische  Aktivitäten  hervorgetan  hätten.  Laut  eigenen  Angaben  des 
Beschwerdeführers  habe  dieser  nach  Januar  2003  keinen  Kontakt 
mehr zur LTTE oder einer anderen tamilischen Partei  oder Gruppie-
rung gehabt. Auch sei er nie aktiv gegen die Regierung tätig gewesen. 
Es  könne  davon  ausgegangen  werden,  dass  der  Beschwerdeführer 
zum aktuellen  Zeitpunkt  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit  von  den  Si-
cherheitskräften nicht gesucht werde und dementsprechend nicht akut 
gefährdet sei.

5.2 In der Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer geltend, 
das BFM habe seine Situation falsch eingeschätzt. Entgegen dessen 
Ansicht habe sich die Lage in Sri Lanka nicht verbessert; nach wie vor 
gebe  es  Übergriffe  wie  Verhaftungen  und  Entführungen.  Obwohl  er 
vom Gericht freigesprochen worden sei, könne er nach wie vor jeder-
zeit wieder verhaftet werde. Er könne nicht in Colombo leben und auch 
nicht nach Jaffna zurückkehren, da er dort immer noch gesucht werde.

5.3 Wie bereits das BFM in der angefochtenen Verfügung festgestellt 
hat,  wurde  der  Beschwerdeführer  drei  Mal  durch  Urteil  freigespro-
chen,  letztmals  im  (...)  2009.  Demnach  konnten  die  ihm  vor-
geworfenen Taten nicht nachgewiesen werden konnten oder sie sind 
nicht  strafbar. In Anbetracht  dieser Sachlage ist  davon auszugehen, 
dass  die  heimatlichen  Behörden  -  entgegen  der  von  Beschwerde-
führer  vertretenen  Ansicht  -  kein  Interesse  an  einer  asylrelevanten 
Verfolgung  des  politisch  nie  aktiv  gewesenen  Beschwerdeführers 
haben.  Zwar  ist  nicht  in  Abrede  zustellen,  dass  die  allgemeine 
Situation für die Tamilen auch nach dem Ende des langjährigen Bür-
gerkriegs  schwierig  war  und  es  nach  wie  vor  zu  ungerechtfertigten 
Verhaftungen und Schikanen, wie sie dem Beschwerdeführer  wider-
fahren sind, gekommen ist. Aber ebenso ist  Tatsache, dass sich die 
allgemeine Sicherheitslage in  Sri  Lanka zwischenzeitlich sukzessive 
verbessert. Namentlich können sich die Tamilen im Land freier bewe-
gen; wichtige Verbindungswege wurden wieder dem Verkehr überge-
ben, und das restriktive Passsystem für Aus- und Einreisen nach Jaff-
na  wurde  abgeschafft.  Bei  den  behördlichen  Kontrollen  und  Be-
fragungen der Tamilen in Colombo handelt es sich in aller Regel um 
blosse - wenn zugegebenermassen auch unangenehme - Schikanen, 
denen aufgrund mangelnder Intensität kein Verfolgungscharakter zu-
kommt. 

Vor  diesem  Hintergrund  ist  insgesamt  davon  auszugehen,  der  Be-

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schwerdeführer habe in seinem Heimatland keine asylrelevanten Ver-
folgungsmassnahmen zu befürchten. Überdies genügt  die Angst  vor 
einer  allfällig  künftig  möglichen  Bedrohung  allein  nicht,  um auf  das 
Vorliegen einer begründeten Furcht vor solcher Verfolgung zu schlies-
sen.

Schliesslich vermag der Beschwerdeführer mit seinen Ausführungen in 
der  Rechtsmitteleingabe  nicht  überzeugend  darzutun,  inwiefern  das 
BFM zu  Unrecht  geschlossen  habe,  er  sei  nicht  schutzbedürftig  im 
Sinne des Asylgesetzes, und es sei ihm deshalb die Einreise nicht zu 
bewilligen. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann vollumfänglich auf 
die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwie-
sen werden.

5.4 Dem Beschwerdeführer ist es somit nicht gelungen, eine aktuelle 
und unmittelbare Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG beziehungs-
weise  konkrete  Hinweise  auf  eine  künftige,  asylrelevante  Verfolgung 
und  eine  damit  einhergehende,  begründete  Verfolgungsfurcht  darzu-
tun. Ein weiterer Verbleib im Heimatland ist ihm deshalb zumutbar. Das 
BFM hat demnach dem Beschwerdeführer zu Recht die Einreise in die 
Schweiz nicht bewilligt und sein Asylgesuch abgelehnt.

6.  
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen.

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-
waltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art.  63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  6  Bst. b  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
Schweizerische Botschaft in Colombo.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Barbara Balmelli

Versand: 

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