# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0da3bb41-af18-5f47-9a22-59551030dea5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-28
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 28.07.2023 SK 2022 466
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2022-466_2023-07-28.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 22 466

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 28. Juli 2023 

Besetzung Obergerichtssuppleantin Wyss Iff (Präsidentin i.V.), 
Oberrichterin Schwendener, Oberrichter Knecht
Gerichtsschreiberin Kilchenmann

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Anschlussberufungsführerin

Gegenstand Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, Wider-
handlung gegen das Sprengstoffgesetz etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 17. Dezember 2021 (PEN 21 106)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland, Einzelgericht (nachfolgend: Vorinstanz), fällte 
am 17. Dezember 2021 folgendes Urteil gegen A.________ (nachfolgend: Beschul-
digter; pag. 977 ff. [Hervorhebungen im Original]):

A.

I.

A.________ wird freigesprochen:

1. von der Anschuldigung des Verbrechens gegen das Strassenverkehrsgesetz (Art. 90 Abs. 3 
i.V. mit Abs. 4 SVG), angeblich begangen am 9. Juli 2019 um 12:04 in Airolo, Gotthardstrasse;

2. von der Anschuldigung der Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes, angeblich begangen 
am 14. Juli 2019 in Entlebuch durch Nichtgenügen der Meldepflicht nach Verursachen von Dritt-
schäden als Lenker eines Motorrades nach Selbstunfall;

3. von der Anschuldigung des Vergehens gegen das Tierschutzgesetz, evtl. der Übertretung des 
Tierschutzgesetzes, angeblich begangen kurz vor dem 10. Mai 2019 in Röthenbach im Emmen-
tal.

Unter Ausscheidung von 30% der anteilsmässigen Verfahrenskosten, ausmachend CHF 5'346.60 zu 
Lasten des Kantons Bern sowie unter Ausrichtung einer Entschädigung im Umfang von 30% an die 
Aufwendungen für die angemessene Ausübung der Verfahrensrechte (vgl. unten Lit. A Ziff. III). 

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Verbrechens gegen das Strassenverkehrsgesetz (Art. 90 Abs. 3 i.V mit Abs. 4 SVG), be-
gangen am 1. August 2019 in Rüti b. Riggisberg (AKS Lit. A Ziff. 1.2);

2. des Vergehens gegen das Strassenverkehrsgesetz (Art. 90 Abs. 2 SVG), mehrfach begangen 

2.1 am 30. Juni 2019 in Eggiwil (AKS Lit. A Ziff. 2.1);

2.2 am 2. Juli 2019 in Boltigen (AKS Lit. A Ziff. 2.2);

2.3 am 9. Juli 2019 in Bedretto (AKS Lit. A Ziff. 2.3);

2.4 am 9. Juli 2019 in Airolo (AKS Lit. A Ziff. 2.4);

2.5 am 29. Juli 2019 in Röthenbach i. Emmental (AKS Lit. A Ziff. 2.5);

2.6 am 9. August 2019 in Gletsch (AKS Lit. A Ziff. 2.6);

2.7 am 9. August 2019 in Steingletscher (AKS Lit. A Ziff. 2.7);

3. der Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes (Art. 90 Abs. 1 SVG), mehrfach begangen 

3.1 am 10. Mai 2019 in Röthenbach (AKS Lit. A Ziff. 3.1);

3

3.2 am 10. Juni 2019 in Eriz und Aussereriz (AKS Lit. A Ziff. 3.2 und 3.3);

3.3 am 17. Juni 2019 in Schwenden und Horboden (AKS Lit. A Ziff. 3.4, 3.5, 3.7 und 3.8);

3.4 am 17. Juni 2019 in Horboden (AKS Lit. A Ziff. 3.6);

3.5 am 19. Juni 2019 in Rüti b. Riggisberg (AKS Lit. A Ziff. 3.9, 3.10, 3.11 und 3.12);

3.6 am 21. Juni 2019 in Eggiwil und Röthenbach (AKS Lit. A Ziff. 3.13, 3.14, 3.15, 3.16, 3.17, 
3.18. 3.19, 3.20 und 3.21);

3.7 am 23. Juni 2019 in Unterseen (AKS Lit. A Ziff. 3.22);

3.8 am 23. Juni 2019 in Unterseen, (AKS Lit. A Ziff. 3.23);

3.9 am 30. Juni 2019 in Röthenbach im Emmental, Eggiwil und Schangnau (AKS Lit. A Ziff. 3.24, 
3.25, 3.26, 3.27, 3.28, 3.29, 3.30, 3.31, 3.32, 3.33 und 3.34);

3.10 am 2. Juli 2019 in Hauteville (AKS Lit. A Ziff. 3.35);

3.11 am 2. Juli 2019 in Corbières (AKS Lit. A Ziff. 3.36);

3.12 am 2. Juli 2019 in Rüti b. Riggisberg (AKS Lit. A Ziff. 3.37); 

3.13 am 2. Juli 2019 in Boltigen (AKS Lit. A. Ziff. 3.38); 

3.14 am 4. Juli 2019 in Röthenbach und Eggiwil (AKS Lit. A Ziff. 3.39, 3.40, 3.41 und 3.42);

3.15 am 6. Juli 2019 in Fahrni b. Thun (AKS Lit. A Ziff. 3.43);

3.16 am 7. Juli 2019 in Eggiwil AKS (Lit. A Ziff. 3.44)

3.17 am 7. Juli 2019 in Röthenbach (AKS Lit. A Ziff. 3.45);

3.18 am 9. Juli 2019 in Guttannen (AKS Lit. A Ziff. 3.46);

3.19 am 9. Juli 2019 in Gletsch (AKS Lit. A Ziff. 3.47);

3.20 am 9. Juli 2019 in Gletsch (AKS Lit. A Ziff. 3.48);

3.21 am 9. Juli 2019 in Ulrichen und Airolo (AKS Lit. A Ziff. 3.49, 3.50 und 3.51);

3.22 am 9. Juli 2019 in Airolo (AKS Lit. A Ziff. 3.52);

3.23 am 9. Juli 2019 in Airolo, (AKS Lit. A Ziff. 3.53);

3.24 am 9. Juli 2019 in Ulrichen, (AKS Lit. A Ziff. 3.54);

3.25 am 11. Juli 2019 in Eggiwil, Röthenbach und Schangnau (AKS Lit. A Ziff. 3.55, 3.56, 3.57, 
3.58, 3.59, 3.60, 3.61 und 3.62);

3.26 am 14. Juli 2019 in Entlebuch (AKS Lit. A Ziff. 3.63);

3.27 am 14. Juli 2019 in Entlebuch (AKS Lit. A Ziff. 3.64);

3.28 am 14. Juli 2019 in Sarnen (AKS Lit. A Ziff. 3.65);

3.29 am 16. Juli 2019 in Buchholterberg (AKS Lit. A Ziff. 3.66);

3.30 am 22. Juli 2019 in Oberlangenegg (AKS Lit. A Ziff. 3.67);

3.31 am 24. Juli 2019 in Buchholterberg, (AKS Lit. A Ziff. 3.68);

3.32 am 26. Juli 2019 in Fahrni b. Thun (AKS Lit. A Ziff. 3.69);

4

3.33 am 27. Juli 2019 in Unterlangenegg, (AKS Lit. A Ziff. 3.70);

3.34 am 29. Juli 2019 in Eggiwil, Röthenbach, Wachseldorn und Oberlangenegg (AKS Lit. A 
Ziff. 3.71, 3.72, 3.73 und 3.74);

3.35 am 1. August 2019 in Rüti b. Riggisberg, (AKS Lit. A Ziff. 3.75);

3.36 am 1. August 2019 in Röthenbach (AKS Lit. A Ziff. 3.76);

3.37 am 4. August 2019 in Unterlangenegg, (AKS Lit. A Ziff. 3.77);

3.38 am 8. August 2019 in Fahrni b. Thun (AKS Lit. A Ziff. 3.78);

3.39 am 9. August 2019 in Guttannen, Gletsch, Meien, Gadmen und Eggiwil (AKS Lit. A Ziff. 3.79, 
3.80, 3.81, 3.82, 3.83, 3.84, 3.85, 3.86, 3.87, 3.88, 3.89, 3.90);

3.40 am 16. Juni 2019 in Thun (AKS Lit. A Ziff. 3.100);

3.41 am 16. Juni 2019 in Thun (AKS Lit. A Ziff. 3.101); 

3.42 am 16. Juni 2019 in Thun (AKS Lit. A Ziff. 3.102);

3.43 am 16. Juni 2019 in Thun (AKS Lit. A Ziff. 3.103);

3.44 in der Zeit vom 1. Januar 2019 bis 10. Mai 2019 (AKS Lit. A Ziff. 3.104); 

3.45 am 1. August 2019 in Fahrni b. Thun, Steffisburg, Oberhofen und Thun (AKS Lit. A Ziff. 3.105, 
3.106, 3.107, 3.108, 3.109 und 3.110);

4. der Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz, begangen am 1. August 2019 in Fahrni b. 
Thun, Steffisburg, Oberhofen und Thun (AKS Lit. A Ziff. 5);

5. des Vergehens gegen das Waffengesetz, begangen im Jahre 2017 in Unterlangenegg (AKS Lit. 
A Ziff. 6);

6. der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes durch unbefugten Besitz von Betäubungsmit-
teln zum Eigenkonsum, festgestellt am 14. August 2020 in Unterlangenegg (AKS Lit. A Ziff. 7);

und in Anwendung der Art. 34, 40, 42, 49 Abs. 1, 51, 106 StGB; 90 Abs. 1, 2 und 3 i. V. mit Abs. 4 SVG; 
Art. 15 Abs. 5 i.V. mit Art. 37 Ziff. 1 Abs. 1 SprstG; Art. 33 Abs. 1 Bst. a WG; 19a Ziff. 1 BetmG; Art. 426 
Abs. 1StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten. 

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Geldstrafe von 161 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 4'830.00. Der 
Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

3. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 9'000.00. Die Polizeihaft von 1 Tag (im Umfang von 
CHF 100.00) und die beschlagnahmten CHF 3'400.00 werden an die Busse angerechnet (vgl. Lit. 
D Ziff. III). Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung wird auf 55 Tage festgelegt.

4. Zu den anteilsmässigen (70%) resp. auf die Schuldsprüche (70%) entfallenden Verfahrenskos-
ten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 8'988.85 und Auslagen von CHF 3'486.75, 
insgesamt bestimmt auf CHF 12'475.60.

5

Anteilsmässige Gebühren:
Anteil allg. Gebühren Untersuchung (70%) CHF 10’491.25
Anteil Kosten Auftritt Staatsanwaltschaft CHF 250.00
Anteil Gebühren des Gerichts (70%) CHF 2’100.00
Total CHF 12’841.25

Anteil Auslagen der Untersuchung (70%) CHF 1’996.95
persönliche Auslagen der Untersuchung (rückID) CHF 900.00
Anteil Metas-Gutachten (33%) CHF 1’384.10
Persönliche Auslagen des Gerichts (Einstellkosten) CHF 700.00
Total CHF 4’981.05

Total Verfahrenskosten (Anteil Lubars Jonathan) CHF 17’822.30

Anteilsmässige Auslagen:

III.

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ durch 
Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 40.08 200.00 CHF 8’016.00

CHF 523.50
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 8’539.50 CHF 657.55
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 9’197.05

volles Honorar CHF 10’020.00
CHF 523.50

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 10’543.50 CHF 811.85
Total CHF 11’355.35

nachforderbarer Betrag CHF 2’158.30

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von A.________ 
mit CHF 9'197.75. 

A.________ hat dem Kanton Bern 70% der ausgerichteten amtlichen Entschädigung, ausmachend 
CHF 6'437.95 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt B.________ 70% der Differenz zwischen der amtli-
chen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, ausmachend CHF 1'510.80, sobald es seine 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

[…]

D.

Weiter wird verfügt:

1. Die Eierhaltung mit Spiegel (Ass. 119), das Sturmfeuerzeug (Ass. 120), die Go Pro Halterung 
Eigenbau (Ass. 121), 1 Posten Feuerwerkverpackungen (Ass. 122), 1 Posten Feuerwerk 
(Ass. 123), das Motorrad Suzuki ohne Kontrollschild von A.________, Vn: ________ (Ass. 124), 
die Marihuana-Pfeife (Ass. 72), das Nunchaku und der Schlagstock werden zur Vernichtung ein-
gezogen (Art. 69 StGB).

6

2. Die beschlagnahmte Kamera mit Tasche werden nach Rechtskraft des Urteils A.________ 
zurückgegeben.

3. Der bei A.________ beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 3'400.00 wird an die Busse angerech-
net (Art. 267 Abs. 3, Art. 268 StPO). 

4. Wird eine schriftliche Urteilsbegründung verlangt oder notwendig, wird eine zusätzliche Gebühr 
von CHF 600.00 erhoben.

5. Dem zuständigen Bundesamt wird die Zustimmung zur Löschung der erstellten DNA-Profils von 
A.________ (PCN-Nr. ________) nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt (Art. 16 Abs. 1 lit. e 
DNA-ProfilG).

6. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten von A.________ nach Ablauf der gesetzli-
chen Frist erteilt (Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung bio-
metrischer erkennungsdienstlicher Daten).

[…]

Der Vollständigkeit halber ist – auch wenn nicht mehr Gegenstand des Verfahrens – 
festzuhalten, dass mit demselben Urteil C.________ und D.________ von den An-
schuldigungen der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz (Art. 90 
Abs. 2 und Art. 90 Abs. 3 i.V.m. Abs. 4 Bst. b des Strassenverkehrsgesetzes [SVG; 
SR 741.01]) freigesprochen, hingegen schuldig erklärt wurden der Widerhandlung 
gegen das Strassenverkehrsgesetz (Art. 90 Abs. 1 SVG) und jeweils zu einer Über-
tretungsbusse und Verfahrenskosten verurteilt wurden (pag. 983 ff.).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Schreiben vom 23. Dezember 2021 fristgerecht die Berufung an 
(pag. 999). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 21. Juli 2022 (pag. 1037 
ff.) und wurde dem Beschuldigten mit Verfügung vom 28. Juli 2022 (pag. 1114 f.) am 
4. August 2022 zugestellt (pag. 1120). Mit Eingabe vom 24. August 2022 erklärte der 
Beschuldigte frist- und formgerecht die Berufung (pag. 1123 ff.), beschränkt auf die 
Schuldsprüche gemäss Bst. A Ziff. II.1 (SVG-Widerhandlung gemäss Art. 90 Abs. 3 
i.V.m. Abs. 4 SVG), Bst. A Ziff. II.2.1-2.7 (SVG-Widerhandlungen gemäss Art. 90 
Abs. 2 SVG), Bst. A Ziff. II.3.1-3.11, Bst. A Ziff. II.3.13-3.16, Bst. A Ziff. II.3.19, Bst. A 
Ziff. II.3.21-3.27, Bst. A Ziff. II.3.34-3.36, Bst. A Ziff. II.3.39 (SVG-Widerhandlungen 
gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG), Bst. A Ziff. 4 (Widerhandlung gegen das Sprengstoff-
gesetz), Bst. A Ziff. 5 (Widerhandlung gegen das Waffengesetz) des erstinstanzli-
chen Urteils, (sinngemäss) den damit zusammenhängenden Sanktionenpunkt 
(Bst. A Ziff. II.1-3 des erstinstanzlichen Urteils), die sich daraus ergebenden Kosten- 
und Entschädigungsfolgen (Bst. A Ziff. II.4 und Ziff. III des erstinstanzlichen Urteils) 
sowie auf die Einziehung des Motorrads Suzuki zur Vernichtung (Bst. D Ziff. 1 des 
erstinstanzlichen Urteils) und die Beschlagnahme des Geldbetrags zur Verrechnung 
(Bst. D Ziff. 3 des erstinstanzlichen Urteils). 

Unter Bezugnahme auf die Verfügung vom 29. August 2022 (pag. 1127 f.) schloss 
sich die Generalstaatsanwaltschaft mit Eingabe vom 8. September 2022 (pag. 1131 

7

ff.) der Berufung des Beschuldigten – beschränkt auf den Freispruch gemäss Bst. A 
Ziff. I.1 des erstinstanzlichen Urteils (SVG-Widerhandlung gemäss Art. 90 Abs. 3 
i.V.m. Abs. 4 SVG), den Sanktionenpunkt gemäss Bst. A Ziff. II.1 des erstinstanzli-
chen Urteils (Höhe der Freiheitsstrafe) sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgen 
(Bst. A Ziff. I, Bst. A Ziff. II.4 und Bst. A Ziff. III des erstinstanzlichen Urteils) – an.

Ein Nichteintreten auf die Berufung oder die Anschlussberufung wurde nicht bean-
tragt (pag. 1131, pag. 1145). 

Am 27./28. Juli 2023 fand vor der 1. Strafkammer die Berufungsverhandlung statt 
(pag. 1187 ff.). 

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden über den Beschuldigten ein aktueller Leumundsbericht 
inkl. Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse (datierend vom 20. Juni 2023 
[pag. 1173 ff.]), ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 21. Juni 2023 
[pag. 1177 f.]), sowie ein ADMAS-Auszug (datierend vom 21. Juni 2023 [pag. 1179]), 
eingeholt. 

Mit Verfügung vom 22. September 2022 wurde den Parteien der Strafbefehl O 22 
5092 der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland vom 12. August 2022 gegen den 
Beschuldigten zugestellt (pag. 1137 ff.). Zudem wurde der Beschuldigte anlässlich 
der Berufungsverhandlung ergänzend zur Person und zur Sache einvernommen 
(pag. 1189 ff.). 

4. Anträge der Parteien

4.1 Anträge der Verteidigung

Rechtsanwalt B.________ stellte namens und auftrags des Beschuldigten anlässlich 
der oberinstanzlichen Hauptverhandlung folgende Anträge (pag. 1206 f.):

I.

Es sei festzustellen, dass das Urteil vom 17. Dezember 2021 des Regionalgerichts Bern-Mittelland so-
weit Herrn A.________ betreffend, hinsichtlich den Ziffern Lit. A. I. 2. und 3, II. 3.37, 3.38, 3.40-3.45 in 
Rechtskraft erwachsen ist.

II.

Herr A.________ sei 

freizusprechen:

1. von der Anschuldigung des Verbrechens gegen das Strassenverkehrsgesetz, angeblich began-
gen am 09.07.2019, um 12:04 Uhr, in Airolo / TI, Gotthardstrasse durch Überschreiten der allge-
meinen Höchstgeschwindigkeit auf der Gotthardstrasse, (Lit. A, Ziff. 1.1. AKS);

2. von der Anschuldigung des Verbrechens gegen das Strassenverkehrsgesetz, angeblich began-
gen am 01.08.2019 um 9:25 Uhr in Rüti b.Riggisberg, Gurnigelbad gemäss Lit. A, Ziff. 1.2 AKS;

3. von der Anschuldigung des Vergehens gegen das Strassenverkehrsgesetz, angeblich mehrfach 
begangen gemäss Lit. A, Ziff. 2.1 bis 2.7 AKS;

8

4. von der Anschuldigung der Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes, angeblich mehrfach be-
gangen gemäss folgenden Ziffern der AKS:

• Lit. A Ziff. 3.1 bis 3.36,
• Lit. A Ziff. 3.38 bis 3.44,
• Lit. A Ziff. 3.47,
• Lit. A Ziff. 3.49 bis 3.64,
• Lit. A Ziff. 3.71 bis 3.76,
• Lit. A Ziff. 3.79 bis 3.90;

5. von der Anschuldigung der Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz, angeblich begangen am 
1. August 2019 in Fahrni b. Thun, Steffisburg, Oberhofen und Thun gemäss Lit. A, Ziff. 5 AKS;

6. von der Anschuldigung des Vergehens gegen das Waffengesetz, angeblich begangen im Jahr 
2017 in Unterlangenegg gemäss Lit. A, Ziff. 6 AKS;

unter Auferlegung von 80% der Verfahrenskosten der unteren sowie der vollständigen Verfahrenskos-
ten der oberen Instanz an den Kanton Bern inklusive der entsprechenden Kosten für die amtliche Ver-
teidigung.

III.

Im Weiteren sei

zu verfügen:

1. Das beschlagnahmte Motorrad Suzuki Bandit und das Bargeld seien Herrn A.________ nach 
Rechtskraft des Urteils zurückzugeben. 

2. Die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten sowie das DNA-Profil seien zu lö-
schen.

3. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gemäss eingereichter Kostennote festzusetzen.

4.2 Anträge der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte an der Berufungsverhandlung Folgendes 
(pag. 1212):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Einzelge-
richt) vom 17. Dezember 2021 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich 

1. der Freisprüche von den Anschuldigungen der Übertretung gegen das Strassenverkehrsgesetz 
gemäss Ziff. A.I.2 erstinstanzliches Urteilsdispositivs und des Vergehens, evtl. der Übertretung 
gegen das Tierschutzgesetz gemäss Ziff. A.I.3 erstinstanzliches Urteilsdispositivs;

2. der Schuldsprüche der Übertretungen gegen das Strassenverkehrsgesetz gemäss Ziff. A.II.3.12, 
3.17, 3.18, 3.20, 3.28-3.33, 3.37, 3.38, 3.40-3.45 erstinstanzliches Urteilsdispositivs und der Über-
tretung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Ziff. A.II.6 erstinstanzliches Urteilsdispositivs

3. der Einziehung der Eierhaltung mit Spiegel, des Sturmfeuerzeugs, der Go Pro Halterung Eigen-
bauch, des Posten Feuerwerkverpackungen, des Posten Feuerwerks, der Marihuana-Pfeife, des 
Nunchaku und des Schlagstocks sowie der Rückgabe der beschlagnahmten Kamera mit Tasche 
an A.________. 

9

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. des Verbrechens gegen das Strassenverkehrsgesetz, begangen am 9. Juli 2019 um 12:04 Uhr 
in Airolo, Gotthardstrasse (Ziff. I.A.1.1 AKS);

2. des Vergehens gegen das Strassenverkehrsgesetz, mehrfach begangen 

2.1 am 1. August 2019 in Rüti b. Riggisberg (Ziff. I.A.1.2 AKS);

2.2 am 30. Juni 2019 in Eggiwil, am 2. Juli 2019 in Boltigen, am 9. Juli 2019 in Bedretto, am 9. Juli 
2019 in Airolo, am 29. Juli 2019 in Röthenbach, am 9. August 2019 in Gletsch und am 9. August 
2019 in Steingletscher (Ziff. I.A.2.1-2.7;

3. der Übertretungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, mehrfach begangen gemäss 
Ziff. I.A.3.1-3.36, 3.38-3.44, 3.47, 3.49-3.64, 3.71-3.76, 3.79-3.90;

4. der Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz, begangen am 1. August 2019 in Fahrni b. 
Thun, Steffisburg, Oberhofen und Thun (Ziff. I.A.5 AKS);

5. des Vergehens gegen das Waffengesetz, begangen im Jahre 2017 in Unterlangenegg 
(Ziff. I.A.6 AKS).

III.

A.________ sei gestützt hierauf sowie gestützt auf die rechtskräftigen Schuldsprüche in Anwendung 
von Art. 34, 40, 42, 49 Abs. 1, 51, 106 StGB; Art. 90 Abs. 1, 2 und 3 i.V.m. Abs. 4 SVG; Art. 15 Abs. 5 
i.V.m. Art. 37 Ziff. 1 Abs. 1 SprstG; Art. 33 Abs. 1 Bst. a WG; Art. 19 Ziff 1 BetmG; Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, unter Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer 
Probezeit von 2 Jahren;

2. zu einer Übertretungsbusse von CHF 9'000.00, unter Anrechnung von 1 Tag Polizeihaft im Um-
fang von CHF 100.00 und unter Anrechnung der beschlagnahmten CHF 3'400.00 (Ersatzfreiheits-
strafe von 55 Tagen);

3. zur Bezahlung der anteilsmässigen auf die Schuldsprüche entfallenden erstinstanzlichen Verfah-
renskosten und der gesamten oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Ge-
bühr gemäss Art. 21 VKD).

IV.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Das Motorrad Suzki von A.________ sei zur Vernichtung einzuziehen (Art. 69 StGB).

2. Der bei A.________ beschlagnahmte Bargeldbetrag von CHF 3'400.00 sei an die Busse anzu-
rechnen (Art. 267 Abs. 3, Art. 268 StPO).

3. Es sei die Zustimmung zur Löschung der erkennungsdienstlichen Daten von A.________ und des 
DNA-Profils (PCN-Nr. ________) nach Ablauf der Frist dem zuständigen Bundesamt bzw. dem 
für die Führung von AFIS zuständigen Dienst zu erteilen

4. Das Honorar des amtlichen Verteidigers sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

10

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich nur in den 
angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO; SR 312.0]). Mit Blick auf den Umfang der Berufung und Anschlussberufung 
ist vorab festzustellen, dass das Urteil der Vorinstanz vom 17. Dezember 2021 inso-
weit in Rechtskraft erwachsen ist, als der Beschuldigte freigesprochen wurde von 
den Anschuldigungen der Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz 
(Bst. A Ziff. I.2 des erstinstanzlichen Urteils [Übertretung]) und der Widerhandlung 
gegen das Tierschutzgesetz (Bst. A Ziff. I.3 des erstinstanzlichen Urteils), er hinge-
gen schuldig erklärt wurde, der Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsge-
setz (Bst. A Ziff. II.3.12, Bst. A Ziff. II.3.17-3.18, Bst. A Ziff. II.3.20, Bst. A Ziff. II.3.28-
3.33, Bst. A Ziff. II.3.37-3.38, Bst. A Ziff. II.3.40-3.45 [Übertretungen] und Bst. A 
Ziff. II.6 [Übertretung] des erstinstanzlichen Urteils). Rechtskräftig ist überdies die 
Einziehung der Eierhaltung mit Spiegel, des Sturmfeuerzeugs, der Go Pro Halterung 
Eigenbau, der Feuerwerkverpackungen, des Feuerwerks, der Marihuana-Pfeife, des 
Nunchaku sowie des Schlagstocks zur Vernichtung (Bst. D Ziff. 1 des erstinstanzli-
chen Urteils). Ebenfalls rechtskräftig ist die verfügte Rückgabe der beschlagnahmten 
Kamera mit Tasche nach Rechtskraft des Urteils an den Beschuldigten (Bst. D Ziff. 2 
des erstinstanzlichen Urteils). 

Nicht rechtskräftig und von der Kammer zu überprüfen sind hingegen der Freispruch 
gemäss Bst. A Ziff. I.1 des erstinstanzlichen Urteils, die Schuldsprüche gemäss 
Bst. A Ziff. II.1, Bst. A Ziff. II.2 (Ziff. 2.1-2.7), Bst. A Ziff. II.3.1-3.11, Bst. A 
Ziff. II.3.13-3.16, Bst. A Ziff. II.3.19, Bst. A Ziff. II.3.21-3.27, Bst. A Ziff. II.3.34-3.36, 
Bst. A Ziff. II.3.39, Bst. A Ziff. II.4 und Bst. A Ziff. II.5 des erstinstanzlichen Urteils, 
der Sanktionenpunkt (Bst. A Ziff. II.1-3 des erstinstanzlichen Urteils), die Kosten- und 
Entschädigungsfolgen (Bst. A Ziff. I letzter Absatz, Bst. A Ziff. II.4 und Bst. A Ziff. III 
des erstinstanzlichen Urteils) sowie das Schicksal des beschlagnahmten Motorrads 
Suzuki und des Geldbetrags (Bst. D Ziff. 1 [teilweise] und Bst. D Ziff. 3 des erstin-
stanzlichen Urteils). Weiter hat sie die nicht der Rechtskraft zugänglichen Verfügun-
gen über die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten neu zu treffen 
(Bst. D Ziff. 5 und Bst. D Ziff. 6 des erstinstanzlichen Urteils). 

Auf die Höhe der amtlichen Entschädigung für das erstinstanzliche Verfahren ist nur 
zurückzukommen, sofern die Vorinstanz das ihr bei der Honorarfestsetzung zuste-
hende Ermessen in unhaltbarer Weise ausgeübt haben sollte (Urteile des Bundes-
gerichts 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2 und 6B_769/2016 vom 11. 
Januar 2017 E. 2.3). Darüber hinausgehend unterliegt dieser Punkt aufgrund der 
fehlenden Beanstandung durch die Generalstaatsanwaltschaft dem Verschlechte-
rungsverbot (Urteil des Bundesgerichts 6B_1231/2022 vom 10. März 2023 E. 2.2.5).

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen – und/oder der Rechts-
kraft nicht zugänglichen – Punkte über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Auf-
grund der Anschlussberufung durch die Generalstaatsanwaltschaft darf sie das Urteil 
in Bezug auf den Freispruch gemäss Bst. A Ziff. I.1 des erstinstanzlichen Urteils so-
wie hinsichtlich der Freiheitsstrafe (Bst. A Ziff. II.1 des erstinstanzlichen Urteils) und 
der Kosten- und Entschädigungsfolgen auch zu Ungunsten des Beschuldigten abän-

11

dern. Für die restlichen zu überprüfenden Punkte ist sie an das Verschlechterungs-
verbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden. Dies gilt aufgrund der mit Anschluss-
berufung vom 8. September 2022 (pag. 1131 ff.) gestellten Anträge der General-
staatsanwaltschaft auch für die von der Vorinstanz ausgesprochene Geldstrafe – so-
weit sie für die Vergehen bereits ausgesprochen wurde – und die Übertretungsbusse 
(Bst. A Ziff. II.2 und Bst. A Ziff. II.3 [Sanktionenpunkt] des erstinstanzlichen Urteils). 
Vom Verschlechterungsverbot grundsätzlich nicht erfasst ist die Höhe des erstin-
stanzlich festgesetzten Tagessatzes der Geldstrafe (vgl. BGE 146 IV 172 E. 3.3.3; 
BGE 144 IV 198 E. 5.3 f.). 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorwürfe gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten werden gemäss Anklageschrift (AKS, pag. 644 ff.) vom 5. Fe-
bruar 2021 in Bezug auf die von ihm bestrittenen Anklagepunkte Verbrechen gegen 
das Strassenverkehrsgesetz, Vergehen und Übertretungen gegen das Strassenver-
kehrsgesetz, je mehrfach begangen, Widerhandlungen gegen das Sprengstoffge-
setz und Vergehen gegen das Waffengesetz mit folgenden Sachverhalten vorgewor-
fen:

AKS Bst. A Ziffern 1.1 und 1.2

Verbrechen gegen das Strassenverkehrsgesetz, mehrfach begangen mit dem Motorrad Suzuki Typ 
GSF1200A Bandit mit dem Kontrollschild ________

1.1 bei der Motorradfahrt vom 09.07.2019 um 12:04 Uhr in Airolo/TI, Gotthardstrasse, Koordinaten 
________, mit Geschwindigkeitsbeschränkung 40 km/h. Die Sequenz 04:19 des Videos GH 
010853 zeigt, dass der Tacho des von A.________ gelenkten Motorrads im Moment, als er sich 
noch im Bereich der 40 km/h-Beschränkung befunden hat, mindestens 134 km/h ausgewiesen hat. 

Gemäss TCS-Tachotest vom 22.08.2019, welcher mit dem Motorrad von A.________ durchgeführt 
worden ist, an welchem vorne ein Ritzel von 13 Zähnen und hinten ein Kettenrad mit 45 Zähnen 
montiert gewesen ist (45 :13 ergibt Untersetzung von 1 : 3,46), führt dies unter Berücksichtigung 
des Toleranzabzuges von 2% zu einer effektiven Geschwindigkeit von 103,47 km/h. 
Ausgehend von der nicht widerlegbaren Angabe von A.________, an seinem Motorrad damals 
vorne ein Ritzel mit 12 Zähnen angebracht zu haben (45 : 12 ergibt Untersetzung von 1 : 3,75), 
führt dies unter Berücksichtigung des Korrekturfaktors von 0,92 (Untersetzung von 3,46 geteilt 
durch Untersetzung von 3,75) zu einer Geschwindigkeit von 95,19 km/h, so dass von einer straf-
rechtlich relevanten Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 55 km/h auszugehen ist 
(sog. Raserdelikt im Sinne von Art. 90 Abs. 4 Bst. b SVG). 

1.2 bei der Motorradfahrt vom 01.08.2019 um 09:25 Uhr in Rüti b. Riggisberg, Grunigelbad, Koordina-
ten ________, mit Geschwindigkeitsbeschränkung 50 km/h. Die Sequenz 00:20-00:33 des Videos 
GH 011180 zeigt, dass der Tacho des von A.________ gelenkten Motorrads im Moment, als er 
sich noch im Bereich der 50 km/h-Beschränkung befunden hat, mindestens 137 km/h ausgewiesen 
hat. 

Gemäss TCS-Tachotest vom 22.08.2019, welcher mit dem Motorrad von A.________ durchgeführt 
worden ist, an welchem vorne ein Ritzel von 13 Zähnen und hinten ein Kettenrad mit 45 Zähnen 

12

montiert gewesen ist (45 :13 ergibt Untersetzung von 1 : 3,46), führt dies unter Berücksichtigung 
des Toleranzabzuges von 2% zu einer effektiven Geschwindigkeit von 105,98 km/h. 
Ausgehend von der nicht widerlegbaren Angabe von A.________, an seinem Motorrad damals 
vorne ein Ritzel mit 12 Zähnen angebracht zu haben (45 : 12 ergibt Untersetzung von 1 : 3,75), 
führt dies unter Berücksichtigung des Korrekturfaktors von 0,92 (Untersetzung von 3,46 geteilt 
durch Untersetzung von 3,75) zu einer Geschwindigkeit von 97,50 km/h, so dass von einer straf-
rechtlich relevanten Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 47 km/h auszugehen ist. 

AKS Bst. A Ziffern 2.1-2.7

Vergehen gegen das Strassenverkehrsgesetz, mehrfach begangen mit dem Motorrad Suzuki Typ 
GSF1200A Bandit mit dem Kontrollschild ________

2.1 bei der Motorradfahrt vom 30.06.2019 um 09.55 Uhr in Eggiwil, Knubel, […], mit Geschwindigkeits-
beschränkung 80 km/h. Die Sequenz 01:42 des Videos GH 010792 zeigt, dass der Tacho […] 
mindestens 156 km/h aufgewiesen hat. […], so dass von einer strafrechtlich relevanten Geschwin-
digkeitsüberschreitung von mindestens 30 km/h auszugehen ist. 

2.2 bei der Motorradfahrt vom 02.07.2019 um 13:20 Uhr in Boltigen, Jaunpassstrasse, […], mit Ge-
schwindigkeitsbeschränkung 80 km/h. Die Sequenz 05:14 des Videos GH 010815 zeigt, dass der 
Tacho […] mindestens 157 km/h aufgewiesen hat. […], so dass von einer strafrechtlich relevanten 
Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 31 km/h auszugehen ist.

2.3 bei der Motorradfahrt vom 09.07.2019 um 09:46 Uhr in Bedretto, Nufenenpass, […], mit Geschwin-
digkeitsbeschränkung 80 km/h. Die Sequenz 07:24 des Videos GH 010852 zeigt, dass der Tacho 
[…] mindestens 164 km/h aufgewiesen hat. […], so dass von einer strafrechtlich relevanten Ge-
schwindigkeitsüberschreitung von mindestens 36 km/h auszugehen ist.

2.4 bei der Motorradfahrt vom 09.07.2019 um 12:10 Uhr in Airolo, Gotthardstrasse, […], mit Geschwin-
digkeitsbeschränkung 80 km/h. Die Sequenz 00:20-00:33 des Videos GH 010854 zeigt, dass der 
Tacho […] mindestens 163 km/h aufgewiesen hat. […], so dass von einer strafrechtlich relevanten 
Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 36 km/h auszugehen ist.

2.5 bei der Motorradfahrt vom 29.07.2019 um 11:14 Uhr in Röthenbach im Emmental, Schallenberg, 
[…], mit Geschwindigkeitsbeschränkung 80 km/h. Die Sequenz 05:07 des Videos GH 011130 zeigt, 
dass der Tacho […] 166 km/h aufgewiesen hat. […], so dass von einer strafrechtlich relevanten 
Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 38 km/h auszugehen ist.

2.6 bei der Motorradfahrt vom 09.08.2019 um 10:06 Uhr in Gletsch, Furkastrasse, […], mit Geschwin-
digkeitsbeschränkung 80 km/h. Die Sequenz 01:41 des Videos GH 011260 zeigt, dass der Tacho 
[…] 156 km/h aufgewiesen hat. […], so dass von einer strafrechtlich relevanten Geschwindigkeits-
überschreitung von mindestens 30 km/h auszugehen ist.

2.7 bei der Motorradfahrt vom 09.08.2019 um 11:22 Uhr in Steingletscher, Sustenpass, […], mit Ge-
schwindigkeitsbeschränkung 40 km/h. Die Sequenz 01:17 des Videos GH 011269 zeigt, dass der 
Tacho […] 94 km/h aufgewiesen hat. […], so dass von einer strafrechtlich relevanten Geschwin-
digkeitsüberschreitung von mindestens 27 km/h auszugehen ist.

Für weitere Einzelheiten wird aufgrund der sich wiederholenden Ausformulierung auf 
die Anklageschrift verwiesen. 

AKS Bst. A Ziffern 3.1 ff. (mit Ausnahme von Ziffern 3.37, 3.45, 3.46, 3.48, 3.65-3.70, 3.77, 3.78, 
3.100-3.110)

13

Übertretungen des Strassenverkehrsgesetzes, mehrfach begangen mit dem Motorrad Suzuki Typ 
GSF1200A Bandit mit dem Kontrollschild ________ durch 

- Verursachen von vermeidbaren Lärms (3.1) 
- Geschwindigkeitsüberschreitungen von mindestens 1-29 km/h (3.2, 3.3, 3.4, 3.5, 3.7, 3.8, 3.9, 3.10, 

3.11, 3.12, 3.13, 3.14, 3.15, 3.16, 3.17, 3.18, 3.19, 3.20, 3.21, 3.22, 3.24, 3.25, 3.26, 3.27, 3.28, 
3.29, 3.30, 3.31, 3.32, 3.33, 3.34, 3.35, 3.39, 3.40, 3.41, 3.42, 3.43, 3.44, 3.47, 3.49, 3.50, 3.51, 
3.53, 3.54, 3.55, 3.56, 3.57, 3.58, 3.59, 3.60, 3.61, 3.62, 3.64, 3.71, 3.72, 3.73, 3.74, 3.76, 3.79, 
3.80, 3.81, 3.82, 3.83, 3.84, 3.85, 3.86, 3.87, 3.88, 3.89, 3.90)

- Vornehmen einer Verrichtung, welche die Bedienung des Fahrzeugs erschwert und dadurch Nicht-
wahrnehmen der Vorsichtspflichten («Wheelie») (3.6, 3.23, 3.36, 3.38, 3.52, 3.75)

- Mangelnde Aufmerksamkeit und Nichtbeherrschen des Fahrzeuges als Lenker eines Motorrades 
(3.63)

Für weitere Einzelheiten wird aufgrund der grossen Anzahl der vorgeworfenen Über-
tretungen auf die Ausformulierung in der Anklageschrift verwiesen. 

AKS Bst. A Ziffer 5

Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz, mehrfach begangen bei der Motorradfahrt vom 
01.08.2019 zwischen 18:00 Uhr und 23:00 Uhr, in Fahrni b. Thun, Schlierbach, in Steffisburg, Bern-
strasse 224 und 107 sowie Hartlisbergstrasse, Oberhofen am Thunersee, Längenschachen 60, in Thun, 
Alpenbrücke. Die Videos zeigen, wie A.________ auf seinem Motorrad fahrend ab einer Vorrichtung 
Feuerwerk abfeuert. 

Für weitere Einzelheiten wird auf die Anklageschrift verwiesen. 

AKS Bst. A Ziffer 6

Vergehen gegen das Waffengesetz, begangen im Jahre 2017 in Unterlangenegg, Russachen 129b, 
mindestens eventualvorsätzlich begangen durch Herstellung einer verbotenen Waffe (Nunchaku) 
ohne kantonale Ausnahmebewilligung sowie durch Herstellung einer bewilligungspflichtigen Waffe 
(Schlagstock) ohne Waffenerwerbschein. 

7. Ausgangslage

Der Sicherheitsberatung der Kantonspolizei Bern wurde das YouTube Video 
«F.________» zugespielt. Als Motorradfahrer konnte der Beschuldigte identifiziert 
werden. Gestützt darauf wurden Ermittlungen aufgenommen. Bei der Hausdurchsu-
chung vom 14. August 2019 beim Beschuldigten (pag. 111 ff.) wurden u.a. zwei Mo-
torräder sowie Motorradkleider und Handschuhe sichergestellt. Weiter wurde das 
Sturmfeuerzeug gefunden, welches der Beschuldigte zum Entzünden des Feuer-
werks benötigte, sowie Verpackungsmaterial der Feuerwerkskörper. Sichergestellt 
wurden auch diverse Datenträger wie eine Videokamera, ein Laptop, ein Tablet. Als 
Zufallsfunde wurden drei Wurfsterne, ein Springmesser, ein Nunchaku, ein Schlag-
stock (Eigenbau, Form PMS) sowie 37 Gramm Marihuana (brutto) und CHF 3'400.00 
sichergestellt (vgl. zum Ganzen Sammelrapport der Kantonspolizei vom 9. Dezem-
ber 2019 [pag. 205 ff.]). Ein grosser Teil der dem Beschuldigten vorgeworfenen Wi-
derhandlungen erfolgten im Kanton Bern, ein Teil in den Kantonen TI, LU, OW, FR, 
UR und VS. Die Tatzeiten wurden gemäss Sammelrapport aufgrund von Zeitstem-

14

peln auf der Kamera, die zur Aufzeichnung der Videos verwendet wurden, und an-
hand der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation annähernd bestimmt (pag. 208). 
Das sichergestellte Motorrad «Suzuki GSF 1200A Bandit» des Beschuldigten wurde 
überprüft. Dabei stellte sich heraus, dass die Sekundärübersetzung des Motorrads 
unrechtmässig abgeändert wurde und der Tacho deshalb eine zu hohe Geschwin-
digkeit anzeigt. 

8. Vorbringen der Parteien

8.1 Vorbringen des Beschuldigten bzw. dessen Verteidigung

Die Verteidigung brachte anlässlich der Berufungsverhandlung insbesondere vor, 
dass es um die zentrale Frage gehe, ob dem Beschuldigten rechtsgenüglich nach-
gewiesen werden könne, dass er die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten überschrit-
ten habe. Vorliegend würden grundsätzlich alle berechneten Geschwindigkeiten auf 
den Videoaufnahmen des Beschuldigten gründen. Die Genauigkeit des Aufnahme-
gerätes sei indes vorgängig zu prüfen (Art. 20 der Weisungen des Bundesamtes für 
Strasse [ASTRA]). Obwohl eine Eichung des Datenaufzeichnungsgeräts verlangt 
werde, habe man die Kamera, auf welche sich die Geschwindigkeitsberechnungen 
abstützen würden, nie untersucht. Sie sei nie auf ihre Funktionsfähigkeit hin über-
prüft worden. Auch aus dem METAS-Gutachten gehe hervor, dass die Kamera von 
ihnen nicht überprüft worden sei. Damit könnten auch keine gültigen Rückschlüsse 
im Hinblick auf die effektiv gefahrenen Geschwindigkeiten gezogen werden. Somit 
würden also Videodaten einer nicht geeichten Kamera die Grundlage des METAS-
Gutachtens bilden. Des Weiteren sei die Kamera mit einer Fischaugenlinse ausge-
stattet gewesen, welche das Bild und die Distanzen verzerren würde, was zu Fehl-
interpretationen führen könne. Es sei zudem erwiesen, dass der Beschuldigte seine 
Videos bearbeitet habe, sie seien mit Musik hinterlegt und mit Untertiteln versehen 
gewesen. Es sei auch denkbar, dass der Beschuldigte die Laufgeschwindigkeit ver-
ändert habe. Insgesamt würden sich die Videos daher als untauglich erweisen, um 
die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit des Beschuldigten nachzuweisen 
(pag. 1198). 

Des Weiteren sei unklar, wann, welches Ritzel verwendet worden sei. Es liege ledig-
lich ein Tachotest mit der Ritzelkombination 13/45 vor. Wegen Beschaffungsschwie-
rigkeiten und technischen Hindernissen sei dann noch ein Test mit der Kombination 
13/47 durchgeführt worden. Nach wie vor liege aber kein Test mit derjenigen Ritzel-
kombination vor, welche der Beschuldigte tatsächlich benutzt habe, nämlich mit der 
Kombination 12/45. Aus diesem Grund habe die Staatsanwaltschaft dann Berech-
nungen vorgenommen. Wir wüssten aber nicht, ob die berechnete Geschwindigkei-
ten so auch effektiv resultieren würden, wenn man die entsprechenden Ritzel mon-
tiert hätte. Hier dürfe man sich nicht mit Berechnungen begnügen. Aufgrund der feh-
lenden Messungen lasse sich die effektiv gefahrene Geschwindigkeit nicht nachwei-
sen, weshalb der Beschuldigte von den Vorwürfen hinsichtlich der Geschwindigkeits-
überschreitungen freizusprechen sei (pag. 1198 f.). 

Bezüglich des Vorwurfs gemäss Ziff. 1.1 der Anklageschrift verweist die Verteidigung 
auf die Ausführungen der Vorinstanz und führt betreffend Ziff. 1.2 der Anklageschrift 

15

aus, dass die übermässige Beschleunigung unter den gegebenen Rahmenbedin-
gungen nicht derart gefährlich gewesen sei. Die Sicht- und Strassenverhältnisse 
seien gut gewesen. Der Beschuldigte habe sehen können, dass bei der Postauto-
haltestelle niemand gewartet habe. Zudem sei von rechts her keine Strasse auf seine 
Fahrbahn eingemündet und die Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung sei in 
Sichtweite gewesen. In seiner Fahrtrichtung habe es keine Gebäude gehabt und an-
dere Verkehrsteilnehmer seien nicht sichtbar gewesen. Die Einsehbarkeit der Stre-
cke sei gut gewesen. Der Beschuldigte habe dementsprechend auch nicht das hohe 
Risiko eines Unfalles mit Schwerverletzten oder Todesopfern in Kauf genommen, 
weshalb er auch in diesem Punkt freizusprechen sei (pag. 1199).

Betreffend «Wheelies» beruhe die Beweisführung auf visuellen Wahrnehmungen. 
Diesbezüglich sei der Interpretationsspielraum gross. Es könne ein unbewusstes An-
heben aufgrund des Ritzelwechsels gewesen sein. Entsprechend sei der Beschul-
digte auch von diesen Vorwürfen freizusprechen (pag. 1199). 

Das Aufdrehen des Motors sei der Tatsache geschuldet, dass der Beschuldigte habe 
losfahren wollen. So etwas könne passieren, wenn man im Leerlaufgang sei und 
meine, schon den ersten Gang eingelegt zu haben. Die Szene habe sich zudem in 
einer ländlichen Gegend abgespielt, es habe niemanden gestört. Entsprechend habe 
auch hier ein Freispruch zu erfolgen (pag. 1199).

Es sei unbestritten, dass der Beschuldigte das Feuerwerk vom Motorrad aus abge-
feuert habe, obwohl es nicht erlaubt sei. Dies falle allerdings unter Art. 90 Abs. 1 
SVG und nicht unter Art. 15 Abs. 5 des Sprengstoffgesetzes. Entsprechend sei der 
Beschuldigte auch in diesem Punkt freizusprechen. Der Beschuldigte habe zudem 
Gegenstände angefertigt, weil er handwerklich begabt sei. Er habe aber keine Waf-
fen, sondern Werkzeuge angefertigt, um beispielsweise den Ölfilter einzuklemmen. 
Diese Gegenstände habe er zudem auch nie als Waffen eingesetzt. Der Beschul-
digte sei daher auch von diesem Vorwurf freizusprechen (pag. 1199 f.). 

8.2 Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft führte anlässlich der oberinstanzlichen Hauptver-
handlung im Wesentlichen aus, dass es sich bei den vorgeworfenen Geschwindig-
keitsüberschreitungen nicht um Schätzungen handle. Es gebe zwei Gutachten sowie 
das METAS-Gutachten dazu. Der Beschuldigte habe die Videos veröffentlicht, ins-
besondere auch die Tachoanzeige. Die Kameraeinstellung ändere nichts an der Ta-
choanzeige. Es spreche zudem vieles dagegen, dass der Beschuldigte – wie er gel-
tend mache – mit einem 12er-Ritzel gefahren sei. Zunächst sei ihm das erst im Rah-
men der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme in den Sinn gekommen. Komme 
hinzu, dass er das Ritzel gar nicht mehr gehabt habe, was nicht nachvollziehbar sei, 
wenn er doch selber seiner Anwältin gesagt haben solle, dass es sich dabei um ein 
sehr wichtiges Beweismittel handle (pag. 377 Z. 72 ff.). Die polizeilichen Ermittlun-
gen hätten zudem ergeben, dass ein solches Ritzel auf dem Markt gar nicht existiere 
und im Weiteren spreche eine Chatnachricht (pag. 40) und ein Schreiben des Be-
schuldigten (pag. 459) gegen die Verwendung eines 12er-Ritzels. Die Tachotests 
seien dann mit den Kombinationen 13/45 und 13/48 [recte: 13/47] durchgeführt wor-
den, welche die effektiv gefahrenen Geschwindigkeiten zeigen würden. Trotzdem sei 

16

die Staatsanwaltschaft von der Kombination 12/45 ausgegangen und habe die Ge-
schwindigkeit nochmals reduziert. Man sei also vom Minimum ausgegangen. Bei den 
Geschwindigkeiten in der Anklageschrift handle es sich somit nicht um Schätzungen, 
sondern um die minimal gefahrene Geschwindigkeit. Das METAS-Gutachten sei zu-
dem zum gleichen Ergebnis gelangt, was zeige, dass die Berechnungen stimmen 
würden. Entsprechend sei auf die Messresultate abzustellen (pag. 1200 f.). 

Weiter mache der Beschuldigte geltend, dass der 40er für die andere Strasse gegol-
ten habe. Er habe aber das Schild links mit der Geschwindigkeitsbeschränkung von 
40/km sowie das Schild rechts «kein Vortritt» gesehen. Das habe er nie bestritten. 
Spätestens in dem Zeitpunkt, als er gesehen habe, dass er auf die 40er Strasse 
fahre, habe er auch gewusst, dass die anderen Verkehrsteilnehmer dort mit 40 km/h 
unterwegs seien. Unter diesen Umständen habe er auch nicht annehmen können, 
dass er weiterhin 100 km/h fahren dürfe. Später auf der Strecke habe er von Weitem 
die Aufhebung der Geschwindigkeitsbeschränkung gesehen und sei trotzdem noch 
97 km/h gefahren. Ein Sachverhaltsirrtum liege sicher nicht vor, womit Art. 90 Abs. 4 
Bst. a SVG erfüllt und er entsprechend schuldig zu erklären sei. Zudem sei der Be-
schuldigte in Riggisberg 47 km/h zu schnell gefahren und habe damit Art. 90 Abs. 4 
SVG knapp nicht erreicht. Aufgrund der strengen bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung sei aber auch Art. 90 Abs. 3 SVG nicht erfüllt. Das Wetter sei schön gewesen, 
der Beschuldigte habe, bevor er losgefahren sei, nach vorne und hinten geschaut. 
Zudem seien die einmündenden Strassen alle links gewesen, also auf der anderen 
Strassenseite. Es seien zudem keine anderen Personen bei der Postautohaltestelle 
gewesen, weshalb lediglich eine grobe Verkehrsregelverletzung nach Abs. 2 vorliege 
(pag. 1201).

Die weiteren Schuldsprüche wegen grober Verkehrsregelverletzung gemäss 
Ziff. 2.1-2.7 der Anklageschrift seien ebenfalls zu bestätigen. Es sei auf die vorge-
worfenen Geschwindigkeiten abzustellen. Die Sicht sei teilweise aufgrund der Kur-
ven eingeschränkt gewesen. Der Beschuldigte habe mit Gegenverkehr rechnen 
müssen. Zudem seien teilweise Fahrradfahrer unterwegs gewesen (pag. 1201 f.).

Die einfachen Verkehrsregelverletzungen in über 80 Fällen seien entsprechend den 
Berechnungen zu bestätigen. Der Sachverhalt in Ziff. 3.1 der Anklageschrift sei 
durch das Video belegt. Der Beschuldigte schaue bewusst zu den Kühen, dann 
drehe er den Motor auf und infolgedessen seien sie davongerannt. Genau das habe 
der Beschuldigte erreichen wollen. Entsprechend sei auch Art. 42 SVG erfüllt. Das 
Erschrecken von Tieren reiche für die Erfüllung des Tatbestands (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 6B_73/2021 vom 28. Februar 2022). Auch die «Wheelies» seien durch 
die Videos belegt. Dort sehe man, dass das Anheben nicht unbewusst gewesen sei. 
Es gebe zudem andere Videos, in welchen der Beschuldigte beschleunigt habe, 
ohne dass es zu einem «Wheelie» gekommen sei. Die Schuldsprüche seien ent-
sprechend zu bestätigen (pag. 1202).

In Bezug auf Ziff. 3.63 der Anklageschrift führte die Generalstaatsanwaltschaft weiter 
aus, dass der Beschuldigte im Video erklärt habe, dass der Unfall aus Unachtsamkeit 
passiert sei. Art. 31 SVG sei ohne Weiteres erfüllt. Auch die Schuldsprüche betref-
fend das Werfen der Eier, Tomaten und das Abfeuern des Feuerwerks seien zu 
bestätigen. Der Beschuldigte habe durch das Werfen und Abfeuern nicht die nötige 

17

Aufmerksamkeit gehabt. Auf den Videos sei zudem ersichtlich, dass es Gegenver-
kehr und Menschen gehabt habe. Er habe das nicht kontrollieren können. Auch die 
Schuldsprüche wegen Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz und Waffen-
gesetz seien zu bestätigen. Der Beschuldigte habe gewusst, dass es sich bei den 
Gegenständen um Waffen gehandelt habe, unabhängig davon, für was er sie ver-
wendet habe (pag. 1202). 

9. Bestrittener / unbestrittener Sachverhalt

In Bezug auf die Geschwindigkeitsüberschreitungen sind die erfolgten Fahrten mit 
dem Motorrad als solche unbestritten. In der Hauptsache bestritten und zu beweisen 
ist demgegenüber, wie schnell der Beschuldigte (effektiv) fuhr und von welcher 
zulässigen Geschwindigkeit er anlässlich der Motorradfahrt am 9. Juli 2019 in Airolo 
ausging bzw. hätte ausgehen dürfen und müssen. 

Betreffend den Vorwurf des Fahrens auf dem Hinterrad bestreitet der Beschuldigte, 
dass es sich bei diesen Manövern um sog. «Wheelies» gehandelt und er das Vor-
derrad bewusst angehoben habe. Ebenfalls bestreitet der Beschuldigte, den durch 
das Aufheulen des Motors verursachten Lärm absichtlich herbeigeführt zu haben 
und dass dieser relevante Nachteile im Sinne des Gesetzes verursacht habe. 

Hinsichtlich der angeklagten Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz ist un-
bestritten, dass der Beschuldigte das Feuerwerk vom Motorrad aus abfeuerte. Be-
stritten wird hingegen die rechtliche Würdigung. Weiter bestreitet der Beschuldigte 
jegliches Fehlverhalten hinsichtlich der vorgeworfenen mangelnden Aufmerksamkeit 
und des Nichtbeherrschens des Fahrzeugs als Lenker eines Motorrades. 

Schliesslich bestreitet der Beschuldigte die vorgeworfenen Widerhandlungen gegen 
das Waffengesetz. Er habe nicht bewusst gegen das Waffengesetz verstossen. Die 
Gegenstände seien für ihn Werkzeuge gewesen, die nichts mit Waffen zu tun hätten. 
Demnach ist zu beweisen, dass es für den Beschuldigten erkennbar war oder hätte 
sein müssen, dass es sich beim Nunchaku um eine (verbotene) Waffe handelt, so 
auch beim Schlagstock, den er selber herstellte.

10. Beweismittel

10.1 Vorbemerkungen

Es gilt festzuhalten, dass sich die Untersuchungen vorliegend im Wesentlichen auf 
die vom Beschuldigten erstellten Videoaufnahmen stützen, auf denen auch Tacho-
frequenzen mit massiven Geschwindigkeitsüberschreitungen zu sehen sind. Für die 
Frage der Verwertbarkeit dieser Videoaufnahmen wird auf die Erwägungen unter 
Ziff. 13.1 nachfolgend verwiesen. Des Weiteren wurden zahlreiche Gegenstände so-
wie ein Motorrad und ein Roller beschlagnahmt (pag. 113). 

Die getätigten Ermittlungen lassen sich insbesondere dem Berichtsrapport vom 
9. September 2019 (pag. 162 ff.) sowie dem Sammelrapport vom 9. Dezember 2019 
(pag. 205 ff.) der Kantonspolizei Bern entnehmen, auf welche an dieser Stelle ver-
wiesen sei. Weiter ist auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz hinzuweisen 
(S. 8 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, Ziff. 4 [pag. 1044 f.]). 

Es liegen die TCS-Tests vom 22. August 2019 (pag. 166 f.) und vom 24. Juli 2020 

18

(pag. 169/31 ff.) sowie die METAS-Gutachten vom 11. Mai 2021 (pag. 784 ff.) und 
vom 21. Mai 2021 (pag. 822 ff.) vor. Der Beschuldigte wurde sodann mehrfach be-
fragt. Ergänzend seien die Einvernahmen von C.________ und D.________ er-
wähnt, die auf einzelnen Fahrten zusammen mit dem Beschuldigten unterwegs wa-
ren. 

10.2 TCS-Tests

Das Motorrad Suzuki des Beschuldigten wurde am 22. August 2019 durch den Un-
falltechnischen Dienst (UTD) der Kantonspolizei Bern überprüft. Dem entsprechen-
den Bericht kann in der Zusammenfassung folgender Befund entnommen werden: 
«Das Motorrad befindet sich am Tag unserer Untersuchung in einem betriebssiche-
ren, aber nicht den Vorschriften entsprechenden Zustand.» (pag. 165). Weiter ist 
dem Bericht zu entnehmen, dass anstelle des originalen Kettenritzels (15 Zähne/Z) 
ein Ritzel mit 13 Zähnen montiert gewesen sei. Weil die Geschwindigkeit an der Ge-
triebeausgangswelle abgenommen und an den Geschwindigkeitsmesser weiterge-
geben werde, stimme die effektive Geschwindigkeit (v-Tacho km/h [recte: v-ist km/h]) 
nicht mit dem auf dem Geschwindigkeitsmesser angezeigten Tempo (v-ist km/h 
[recte: v-Tacho km/h) überein. Die gefahrene Geschwindigkeit sei nun deutlich tiefer, 
als die am Geschwindigkeitsmesser angegebene Geschwindigkeit (pag. 164). 

Die Werte des TCS-Tacho-Tests vom 22. August 2019 basieren auf der Grundlage 
13Z/45Z (vorne Ritzel/hinten Kettenrad) und sind der Tabelle auf pag. 166 f. zu ent-
nehmen. Die ergänzte Tabelle mit einem Toleranzabzug von 2 % und von 12 % be-
findet sich auf pag. 169/17. 

Aufgrund der Aussagen des Beschuldigten ordnete die Staatsanwaltschaft einen 
weiteren Test auf der Grundlage 12Z/45Z an. Ein solcher wurde letzten Endes nie 
durchgeführt. Betreffend Schwierigkeiten zur Beschaffung, Montage und Testung ei-
nes Ritzels mit 12 Zähnen ist auf die ausführliche und zutreffende Chronologie im 
erstinstanzlichen Urteil verwiesen (S. 11 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 1047 ff.). 

Kurz zusammengefasst sei vorliegend festgehalten, dass schliesslich der Beschul-
digte selbst aufgefordert wurde, der Staatsanwaltschaft ein eigens zu beschaffenes 
12er Ritzel in der Art des angeblich von ihm verwendeten zugehen zu lassen 
(pag. 400/68 f.). Mit Datum vom 16. Juni 2020 kam der Beschuldigte dieser Auffor-
derung nach und liess der Staatsanwaltschaft ein 12er Ritzel zugehen, mit dem Hin-
weis darauf, dass dieses Ritzel offiziell nicht für das fragliche Motorrad geeignet sei. 
Ebenfalls entspreche die Dicke des Ritzels nicht derjenigen des Ritzels, das er letz-
tes Jahr auf seinem Motorrad Suzuki montiert gehabt habe. Grundsätzlich könnte 
nun aber eine Auswertung der Tachoanzeigen beim Motorrad Suzuki mit dem Ritzel 
Nr. 12/45 durchgeführt werden (pag. 400/74). 

Rechtsanwalt E.________, Verteidiger des Mitbeschuldigten D.________, stellte 
seinerseits den Antrag, einen Tacho-Test auf der Grundlage von 13Z/48Z durchzu-
führen, da die Kombination 12Z/45Z eher unwahrscheinlich sei und gegebenenfalls 
zu Komplikationen führen könne (pag. 465/6 ff.). Ein weiterer TCS-Tacho-Test wurde 
schliesslich auf der Grundlage 13Z/47Z am 24. Juli 2020 ausgeführt. Die Ergebnisse 
können der entsprechenden Tabelle entnommen werden (pag. 169/31 ff.). Es wird 

19

in diesem Zusammenhang auch auf den Berichtsrapport vom 27. Juli 2020 der Kan-
tonspolizei Bern verwiesen (pag. 169/28 ff.), dem zu entnehmen ist, dass und wes-
halb vorgängig zum Test diverse Umbauten und Tätigkeiten vorgenommen werden 
mussten. Hervorzuheben ist, dass für das fragliche Motorrad offensichtlich lediglich 
ein Kettenrat mit 47 Zähnen erhältlich war (und nicht ein solches mit 48Z). Sodann 
habe, nachdem das Kettenrad auf dem Nabenträger montiert gewesen sei und das 
Rad eingebaut werden sollte, festgestellt werden müssen, dass die Antriebskette zu 
kurz gewesen sei. Die Angaben des Beschuldigten würden sehr befremdend wirken, 
da er die fraglichen Bauteile nicht vorzeigen / beibringen könne und Fahrzeugteile 
zur Diskussion stehen würden, die auf dem Markt nicht erhältlich seien. Von einer 
ausgetauschten Antriebskette sei denn auch nie die Rede gewesen (pag. 169/29 in 
fine). Der Beschuldigte hätte das von ihm erwähnte Ritzel und Kettenrad niemals mit 
der original vorhandenen Kette montieren können. Wie bereits im ersten Bericht er-
wähnt, sei das Verändern der Sekundärübersetzung prüfungspflichtig, bzw. verboten 
(pag. 169/30). 

10.3 METAS-Gutachten

Für die Ermittlung von einzelnen, ausgewählten Geschwindigkeiten (AKS Bst. A Zif-
fern 1.1 und 1.2 sowie 2.4) gab die Vorinstanz nach der Anklageerhebung beim Bun-
desamt für Metrologie ein Gutachten in Auftrag. Dieses wurde mit Datum vom 
11. Mai 2021 (pag. 784 ff.) erstattet, mit Ergänzungen vom 21. Mai 2021 (pag. 822 
ff.). Für die vorgehaltenen Videosequenzen und Quellen sowie für die im Gutachten 
vom 11. Mai 2021 enthaltenen und auszugsweise wiedergegebenen Informationen 
ist auf die zutreffende Zusammenfassung der Vorinstanz zu verweisen (S. 18 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1054 f.). Dem Gutachten können für die 
vorgehaltenen Ziffern aus der Anklageschrift folgende (Mindest-)Geschwindigkeiten 
entnommen werden:

- AKS Bst. A Ziffer 1.1 (Tacho: 134 km/h; TCS-Test vom 22. August 2019: 103.47 
km/h; umgerechnet auf 12/45: 95,19 km/h): 116,2 km/h

- AKS Bst. A Ziffer 1.2 (Tacho: 137 km/h; TCS-Test vom 22. August 2019: 105,98 
km/h; umgerechnet auf 12/45: 97,50 km/h): 99,0 km/h

- AKS Bst. A Ziffer 2.4 (Tacho: 163 km/h; TCS-Test vom 22. August 2019: 126,19 
km/h; umgerechnet auf 12/45: 116.09 km/h): 117,0 km/h

Im Ergänzungsgutachten vom 21. Mai 2021 wurde die ermittelte Geschwindigkeit im 
Abschnitt 1A (vgl. S. 3 des Gutachtens vom 11. Mai 2021) in Beantwortung sowohl 
der Frage des Gerichtspräsidenten der Vorinstanz als auch der Staatsanwaltschaft 
für den Beschuldigten mit mindestens 90,2 km/h beziffert (pag. 826). 

10.4 Einvernahme des Beschuldigten

10.4.1 Delegierte Einvernahme durch die Polizei vom 14. August 2019 (pag. 323 ff.)

Auf die Frage, wer den YouTube-Kanal «H.________» betreibe, sagte der Beschul-
digte aus, er alleine sei das (pag. 326 Z. 93). Auf Geschwindigkeiten von 140 km/h, 
resp. 168 km/h angesprochen, liess er sich dahingehend vernehmen, dass auf You-
Tube alles fake sei. Zum Prüfen müsse man genau die Geschwindigkeit messen und 

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nicht nur auf YouTube schauen (pag. 327 Z. 177 f.), bzw. wenn man auf dem Motor-
rad ein Ritzel wechsle, dann zeige der Tacho auch eine andere Geschwindigkeit an. 
Es müsse eine Mathematik-Berechnung gemacht werden, damit alles richtig sei 
(pag. 327 Z. 182 ff.). Diese Antworten (alles fake auf YouTube; Ritzelwechsel; Tacho 
stimme nicht) wiederholte der Beschuldigte, nachdem ihm diverse Videosequenzen 
vorgehalten wurden (pag. 328 Z. 198/202/215, pag. 329 Z. 252/256/281 f., pag. 330 
Z. 304 f., pag. 331 Z. 360, pag. 336 Z. 601 f., pag. 338 Z. 701, pag. 339 Z. 753/766). 
Der Beschuldigte hielt sodann fest, dass er es eine Zeitverschwendung finde, die 
Einvernahme nur anhand des Tachos vom Video durchzuführen (pag. 331 Z. 358 
f./378). Er stellte auch die Frage, weshalb er immer das gleiche gefragt werde, wenn 
die Polizei gar nicht wissen könne, ob die Geschwindigkeit so stimme (pag. 332 Z. 
395 f.). Würden die weissen Linien betrachtet, sei klar, dass die Geschwindigkeit 
nicht mit dem Tacho übereinstimme (pag. 328 Z. 191, pag. 331 Z. 373, pag. 332 Z. 
404/416/422 f., pag. 333 Z. 443 f./459, pag. 335 Z. 564 f./575 f., pag. 337 Z. 634 
f./647, pag. 338 Z. 690 ff.). Danach befragt, wer die Videos aufgenommen habe 
(bspw. pag. 333 Z. 467, pag. 334 Z. 522), wer darauf zu erkennen sei (bspw. pag. 
334 Z. 485), bzw. ob er sich als Lenker erkenne (bspw. pag. 334 Z. 494/502, pag. 
335 Z. 579, pag. 339 Z. 741, pag. 340 Z. 793, pag. 340 Z. 816 f.), antwortete der 
Beschuldigte ausweichend. 

Der Beschuldigte machte geltend, dass auf dem vorgehaltenen Video nicht klar sei, 
ob die Kuhherde sich wegen des Motors des Motorrades erschrocken habe oder 
nicht. Und wegen der Geschwindigkeit könne man wieder die weisse Linie schauen. 
Er sei nicht der Meinung, dass sich die Kühe wegen des Motorrades erschrocken 
hätten (pag. 335 Z. 532 ff./539 f.). 

Auf Vorhalt einer weiteren Videosequenz, in der festgestellt werden könne, wie der 
Motorradlenker eine kurze Strecke auf dem Hinterrad gefahren sei, antwortete der 
Beschuldigte, aus diesem Video heraus könne man das nicht sagen, ob das so sei 
oder nicht (pag. 337 Z. 663). 

Auf Vorhalt einer Videosequenz, in der zu sehen sei, wie Feuerwerk mittels Vorrich-
tung ab einem Roller gezündet werde, fand dies der Beschuldigte ziemlich lustig. Es 
habe so ausgesehen, als ob der Lenker nicht gegen Fahrzeuge geschossen und auf 
die Sicherheit geschaut habe. Vom Video aus könne nicht beurteilt werden, dass die 
Feuerwerkskörper in unmittelbarer Nähe der Fahrzeuge explodiert seien (pag. 338 
Z. 713 ff.). 

Auf Vorhalt des bei der Hausdurchsuchung sichergestellten Nunchakus, machte der 
Beschuldigte geltend, er habe dies selber aus Holz gedrechselt. Er habe sich ein 
Werkzeug gebaut, um Dinge einzuklemmen und Ölfilter zu wechseln (pag. 341 
Z. 874 f.). Zum Schlagstock hielt der Beschuldigte fest, er habe ein Geschenk für 
einen Polizisten gemacht. Er habe ihn selber gemacht und nicht verschenkt 
(pag. 342 Z. 880 f.). 

10.4.2 Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 29. April 2020 (pag. 377/1 ff.)

Auf den Zustand des Motorrades Suzuki angesprochen, hielt der Beschuldigte fest, 
dass dieser [Zustand] ein paar Mal anders gewesen sei. Er habe mehrmals die Ritzel 
vorne und hinten gewechselt. Er habe verschiedenen Kombinationen gehabt 

21

(pag. 377/2 Z. 39 f.). Hinten seien es nur 45- oder 48-Zahn gewesen, vorne 12-, 13- 
und 15-Zahn (pag. 377/2 Z. 46). Er besitze nur noch den 15 und 45. Den 48er habe 
er nicht lange gehabt (pag. 377/2 Z. 49 f.). Auf der Tour zu Dritt vom 9. Juli 2019 
habe er vorne 12 und am Hinterrad 45 montiert gehabt. 12 und 48 seien weg, das 
sei eine viel zu grobe Kombination. Er habe mit Herrn I.________ telefoniert und ihn 
danach gefragt, ob er den 12er Ritzel haben wolle (pag. 377/3 Z. 62 ff.). Die Ge-
schwindigkeitsmessung hange auch noch von anderen Faktoren ab wie z.B. der 
Pneudicke. Deren Beschaffenheit sei immer eine andere (pag. 377/4 Z. 101 ff.). Hin-
zukomme das Raddurchdrehen. Durch die Ritzelwechsel habe es auf dem Hinterrad 
massiv mehr Power, wenn man Gas gebe (pag. 377/4 Z. 112 ff.).

Auf Vorhalt einer strafbaren Geschwindigkeitsüberschreitung anhand des Delikts-
blattes 22 (pag. 256 f.), bzw. des Faszikels 22, machte der Beschuldigte geltend, der 
Tacho zeige aufgrund des Ritzels nicht die korrekte Geschwindigkeit an. Er habe das 
Hinterrad durchdrehen lassen (pag. 377/7 Z. 150 f.). In der Folge verwies der Be-
schuldigte grossmehrheitlich auf seine Ausführungen betreffend Ritzelproblematik 
und seine Angaben zu Faszikel 22. Er sei damit einverstanden, dass jeweils auf die 
Ritzelproblematik verwiesen werde, soweit ihm erhöhte Geschwindigkeit vorgewor-
fen werde (pag. 377/8 Z. 172 ff.). Ergänzend wies er auch auf die verschiedenen 
Faktoren betreffend Pneudicke und –profil hin (bspw. pag. 377/12 Z. 276 ff.).

Danach gefragt, dass er mit Herrn I.________ (Polizei) wegen des 12er Ritzels tele-
foniert und was dieser gesagt habe, hielt der Beschuldigte fest, dieser habe gesagt, 
er brauche es [Ritzel] nicht. Er habe versucht zu sagen, dass es sehr wichtig wäre, 
dies noch zu prüfen (pag. 377/10 Z. 220 f.). Er habe irgendeinmal das 12er Ritzel 
dann weggeworfen (pag. 377/10 Z. 224). Der Beschuldigte bestätigte sodann, dass 
er im Verlaufe des Monats Juni 2019 immer mit dem 12er Ritzel vorne herumgefah-
ren sei (pag. 377/11 Z. 241). Anfang Juli sei er auch immer noch mit dem 12er Ritzel 
gefahren. Ende Juli/Anfang August habe er auf das 13er gewechselt (pag. 377/26 Z. 
596). Er sage, er habe das Ritzel ca. 8./9. August 2019 gewechselt. Er könne es 
nicht mehr genau sagen, er wisse es nicht mehr (pag. 377/47 Z. 908 f.). Er wisse, es 
habe fünf Tage lang geregnet. Wie er es im Kopf habe, sei er so lange nicht gefahren. 
Danach habe er den Ritzenwechsel gemacht (pag. 377/53 Z. 1029 ff.). Diese Aus-
sage machte der Beschuldigte auf Vorhalt von Faszikel 46. In der Folge verwies der 
Beschuldigte auf seine Ausführungen zu Faszikel 46.

Auf Vorhalt des Videos «J.________» machte der Beschuldigte geltend, er habe die 
Kühe nicht absichtlich erschrecken wollen. Er habe einfach losfahren wollen. Wenn 
er die Kühe hätte erschrecken wollen, hätte er bis 14'000 Touren aufdrehen müssen 
(pag. 377/11 Z. 249/257 ff.). Es sei blöd gelaufen, dass er den Motor in der Nähe der 
Kuhherde hochgedreht habe; es sehe so aus, dass er es absichtlich gemacht habe 
(pag. 377/11 Z. 266).

Auf das sichergestellte Nunchaku angesprochen, hielt der Beschuldigte fest, er habe 
dies vielleicht vor drei Jahren an seinem Wohnort hergestellt, so auch den Schlag-
stock (pag. 377/65 Z. 1265/1269). 

Auf Vorhalt der Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz machte der Beschul-
digte geltend, er habe es nur gemacht, weil er auch schon Schweizer gesehen habe, 

22

die das gemacht hätten. Er habe gedacht, dass der 1. August ein Rechtfertigungs-
grund sei. Er sehe aber ein, dass es nicht gut gewesen sei (pag. 377/68 Z. 1307 ff.). 

In Beantwortung der Ergänzungsfragen von seiner dannzumaligen Anwältin, ob er 
abschätzen könne, wie viel Einfluss der Ritzelwechsel vorne auf die Geschwindigkeit 
auf dem Tacho habe, führte der Beschuldigt aus, es komme darauf an wie viele 
Zähne. Ein Zahn sei ungefähr 10 %. Je nach Pneu mache es auf die angegebene 
Geschwindigkeit auf dem Tacho ca. 4 km/h aus (pag. 377/67 Z. 1333/1337). 

10.4.3 Einvernahme anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 13. De-
zember 2021 (pag. 904 ff.)

Der Beschuldigte bestätigte zu Beginn der Befragung, dass seine Aussagen im Rah-
men der Voruntersuchung (14. August 2019) sowie vor der Staatsanwaltschaft 
(29. April 2020) stimmen würden. Demgegenüber hielt er fest, dass vieles aus der 
Anklageschrift nicht zutreffe. Er werde nie zugeben, dass er im erhöhten Raserbe-
reich gewesen sei (pag. 904 Z. 12 f.). Es würden unterschiedliche Tachomessungen 
vorliegen, weder der Tacho noch die Messungen stimmen. Auf die Frage, weshalb 
die Messungen nicht stimmen, hielt der Beschuldigte fest, das könne er nicht sagen. 
Aber sie seien weit über den gefahrenen Geschwindigkeiten (pag. 904 Z. 41). Er 
könne nicht sagen, wie schnell er gefahren sei. Man sei in der Regel ein paar Kilo-
meter zu schnell, ja. Aber nicht im Raserbereich (pag. 905 Z. 1 f.). Beim Fahren habe 
er sich an seiner Erfahrung orientiert und mehrmals Selbsttests gemacht, um zu 
schauen, ob das, was er vom Gefühl her einschätze, stimme (pag. 905 Z. 6 f.). 

Befragt nach der nicht erfolgten Meldung betreffend Vorfall Anklageschrift Ziff. 3.63 
machte der Beschuldigte geltend, es habe gar keinen Schaden gegeben, höchstens 
eine Schleifspur am Beton, das sei ja kein Schaden. Es sei erst aus dem Stillstand 
heraus passiert (pag. 905 Z. 24 f.). 

Auf Vorhalt seiner entsprechenden Antwort bei der Staatsanwaltschaft (pag. 377/67 
Z. 1330) zur Frage, wie viel Einfluss der Ritzenwechsel vorne auf die Geschwindig-
keit auf dem Tacho habe und ob er diese Ausführungen als zutreffend bestätigen 
könne, hielt der Beschuldigte fest, dass er es nicht mehr wisse. Damals habe er es 
so gemeint, aber ob es so sei, wisse er nicht. Vielleicht seien es auch 15 oder 20 
Prozent. Es komme darauf an, wie gross der Ritzel sei, wie gross die Zähne seien. 
Er wisse es nicht mehr, habe keine Ahnung (pag. 905 Z. 33 ff.). 

Auf Frage seines Verteidigers, ob die von der Staatsanwaltschaft sichergestellten 
Videoclips von ihm mit einem Videobearbeitungsprogramm bearbeiten worden 
seien, führte der Beschuldigte aus, das sei so, er habe alles Mögliche bearbeitet und 
probiert (pag. 906 Z. 16). 

10.4.4 Einvernahme anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 27. Juli 
2023 (pag. 1189 ff.)

In Bezug auf die vorgeworfene Geschwindigkeitsüberschreitung anlässlich der Mo-
torradfahrt am 9. Juli 2019 gab der Beschuldigte an, dass sie auf der Schnellstrasse 
gewesen seien, nicht in einer 40er-Zone. Sie seien auf einer Strasse gewesen, auf 
welcher 100 km/h erlaubt gewesen sei. Er sei nicht davon ausgegangen, dass die 
40er-Zone für ihn gelte. Wenn er auf der Autostrasse mit 100 km/h fahre, was habe 

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dann ein 40er auf einer Nebenstrasse damit zu tun. Er glaube, dass er insgesamt 
das dritte Mal dort durchgefahren sei (pag. 1191 Z. 1 ff.). Anlässlich der Motorrad-
fahrt am 1. August 2019 habe er einfach zu früh beschleunigt, noch vor dem Schild. 
Aber der Tacho messe anhand der Pneurotation. Es sei auf einem steilen Hügel 
gewesen. Wenn er zu viel Gas gebe, drehe das Hinterrad durch und der Tacho zeige 
dann eine viel höhere Geschwindigkeit an, als man tatsächlich fahre. Er habe gese-
hen, dass niemand da gewesen sei und er niemanden gefährden könne. Deshalb 
habe er halt etwas vor dem Schild beschleunigt (pag. 1191 Z. 13 ff.). 

Die Frage, weshalb er davon ausgehe, dass der Tacho und die Messungen nicht 
stimmen würden, begründete der Beschuldigte mit dem Wechsel der Ritzel. Die Ge-
schwindigkeit werde anhand des drehenden Ritzels gemessen. Wenn er viel kleinere 
Ritzel vorne habe, drehe es viel mehr und zeige somit auch mehr an. Er finde, dass 
die Messungen nicht stimmen würden in Kombination mit der Videokamera, negativ 
eingestellt, mit Fischaugeneffekt. Er denke nicht, dass sie das genau messen könn-
ten. Bei der Nachstellung der Messungen habe man nicht mit derjenigen Ritzelkom-
bination gemessen, welche er gehabt habe (pag. 1191 Z. 29 ff.). Der Grund, weshalb 
er verschiedene Ritzel ausprobiert habe, sei, weil er mehr Leistung in der Kurve habe 
erzielen wollen (pag. 1192 Z. 4). Das 12er-Ritzel habe er weggeworfen, weil es 
schon monatelang herumgelegen sei. Er habe kein Motorrad gehabt und es somit 
auch nicht mehr gebraucht (pag. 1192 Z. 35 ff.). Auf Vorhalt, wonach der Beschul-
digte einen neuen 12er-Ritzel wiederbeschafft und ausgeführt habe, dass dieser of-
fiziell nicht für dieses Motorrad geeignet sei sowie der Frage, weshalb er trotzdem 
einen 12er-Ritzel montiert habe, führte der Beschuldigte aus, dass es gerade ge-
passt habe. Je nach Ritzelkombination habe er die Antriebskette verlängert oder ver-
kürzt (pag. 1192 Z. 42 ff, pag. 1193 Z. 1 ff.). 

Angesprochen auf die Vorwürfe betreffend die Widerhandlungen gegen das Spreng-
stoffgesetz und Waffengesetz führte der Beschuldigte aus, dass es eine blöde Aktion 
von ihm gewesen sei und er einfach eine Show gemacht habe für das Video. Er habe 
schon geschaut, dass er niemanden gefährde. Das Nunchaku sei ein Werkzeug, er 
habe es für die Drechselbank gebraucht, um grosse Schrauben zu lösen. Den 
Schlagstock habe er einfach mal auf der Drechselbank gemacht (pag. 1190 Z. 29 
ff.). 

10.5 Einvernahme C.________

10.5.1 Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 29. April 2020 (pag. 392/1 ff.)

Auf Vorhalt von Faszikel 22 (Deliktsblatt 22) und die anhand der entsprechenden 
Videosequenz beim Beschuldigten gemessene Geschwindigkeit machte 
C.________ geltend, das ihm vorgehaltene Tempo entspreche nicht seinem Tempo. 
Wie bekannt sei, habe der Beschuldigte die verschiedenen Ritzel vorne und hinten 
gewechselt. Er sei im 80er vielleicht 90 km/h gefahren, aber nicht die ermittelte Ge-
schwindigkeit (pag. 392/3 Z. 51 ff.).

Auf Vorhalt von Faszikel 25 (Deliktsblatt 25) und die im Bereich der 40 km/h-Be-
schränkung gemessenen 134 km/h hielt C.________ fest, dass dort 100 km/h dekla-
riert sei. Das sei eine Alpenstrasse. Er bestreite, dass dort eine 40 km/h Begrenzung 
sei (pag. 392/5 Z. 97 f.). 

24

10.5.2 Einvernahme anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 13. De-
zember 2021 (pag. 907 ff.)

C.________ machte allgemein geltend, dass die verschiedenen Tempi nicht stim-
men würden. Die Tachoangaben hätten aufgrund der Abänderungen des Beschul-
digten nicht gestimmt, also aufgrund der Manipulationen der Ritzel hätten die Tacho-
angaben nicht gestimmt (pag. 908 Z. 27 ff.). Auf Vorhalt des Gutachtens 
METAS zur Geschwindigkeitsmessung vom 9. Juli 2019 in Airolo (AKS Ziff. 1.1 be-
treffend des Beschuldigten) hielt C.________ fest, dass es gar keine 40er Strecke 
gewesen sei. Es sei eine Autostrasse gewesen, die mit 100 deklariert gewesen sei 
(pag. 908 Z. 44 f.). Hierzu liess er sich auch dahingehend vernehmen, dass man 
ausgangs Airolo auf eine Autostrasse einspure. Es stehe dort eine Tafel, d.h. es 
könne dort 100 gefahren werden. Dann komme das Schild «kein Vortritt». Es sei 
eine Haarnadelkurve und unten stehe dann das Schild 40, unten links. Die Tafel sei 
zu weit weg. Diese gelte für die andere Strasse und sei deshalb nicht relevant. Auch 
die Höhe stimme nicht (pag. 908 Z. 5 ff.). 

10.6 Einvernahme von D.________

10.6.1 Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 11. September 2020 
(pag. 400/1 ff. ff.)

Auf Vorhalt von Faszikel 22 (Deliktsblatt 22) und die anhand der entsprechenden 
Videosequenz beim Beschuldigten gemessene Geschwindigkeit wies D.________ 
auf die neusten Berechnungen hin. Er sei ausserdem der Meinung, dass von der 
Basis von 12Z/48Z auszugehen sei. Hierzu sei er sich zu 100 % sicher und zwar 
aufgrund seiner Ausmessungen vor Ort (pag. 400/3 Z. 74/81 ff.). Auf Vorhalt, es sei 
nie die Rede davon gewesen, dass der Beschuldigte eine 12/48-Übersetzung gehabt 
habe, erwiderte D.________, dass der Beschuldigte ausgesagt habe, verschiedene 
Möglichkeiten ausprobiert zu haben, auch 12Z/48Z. Er habe aber das Gefühl gehabt, 
dass es eine krasse Übersetzung sei. Dann habe er später gesagt, es sei 12Z/45Z 
gewesen. Aufgrund der Berechnungen vor Ort sei es unumstösslich, dass er 
12Z/48Z gehabt habe (pag. 400/3 Z. 86 ff.). Auch auf Vorhalt von Faszikel 23 hielt 
D.________ daran fest, dass unzweifelhaft richtig die Kombination von 12 Ritzel und 
48 Kettenrad sei (pag. 400/6 Z. 141 f.). 

Auf Vorhalt von Faszikel 25 (Deliktsblatt 25) und die im Bereich der 40 km/h-Be-
schränkung gemessenen 134 km/h hielt D.________ fest, das sei für ihn sehr er-
staunlich, befremdlich. Zuerst sei der 50er, dann der 80er durch Airolo. Ausserhalb 
von Airolo im 80er-Bereich gehe die Strasse nach links (Abfahrt auf die Autostrasse). 
Dort sei eindeutig die Tafel für die Autostrasse gezeichnet, was für ihn 100 km/h 
heisse. Erst später komme die 40er-Tafel. Das sei für ihn neu. Es stehe einfach auf 
der linken Strassenseite eine Tafel von der Einfahrt her. Für ihn sei es unverständ-
lich, dass es für beide Strassenseiten gelten solle. Normalerweise sei die Tafel im-
mer auf der rechten Seite (pag. 400/7 Z. 183 ff.). 

10.6.2 Einvernahme anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 13. De-
zember 2021 (pag. 911 ff.)

Auf die Frage, was er allgemein zu den Vorwürfen in der Anklageschrift sagen könne, 
hielt D.________ fest, viele Punkte würden nicht den wahren Sachverhalt enthalten 

25

(pag. 912 Z. 12). Auf Vorhalt des Gutachtens METAS zur Geschwindigkeitsmessung 
vom 9. Juli 2019 in Airolo (AKS Ziff. 1.1 betreffend des Beschuldigten) und auf Frage, 
wie er seinerseits die Geschwindigkeit bemessen habe, hielt D.________ fest, dass 
die Pfosten der Leitplanken einen standardisierten Abstand von vier Metern hätten. 
Aufgrund der Videoaufnahmen könne man die Distanz berechnen, die zwischen ihm 
und Herrn C.________ bestanden habe. Bei der Vergrösserung der Taillenbereite 
von C.________ habe er darauf geachtet, dass diese 21 mm betrage. Bei ihm habe 
diese 9 mm betragen. Dieses Verhältnis sei im fraglichen Bereich auch so gewesen, 
weshalb die Geschwindigkeit, die für Herrn C.________ gelte, auch für ihn gelte 
(pag. 913 Z. 1 ff.). 

11. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung

Das Gericht würdigt das Ergebnis der Beweisaufnahme und fällt das Urteil nach sei-
ner freien, aus der Hauptverhandlung und den Akten gewonnenen Überzeugung 
(Art. 350 Abs. 2 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 StPO). Freie Beweiswürdigung bedeutet, dass 
jede verurteilende Erkenntnis auf der aus der Beweiswürdigung geschöpften Über-
zeugung des Gerichts von der Schuld der beschuldigten Person beruhen soll. Die 
freie Beweiswürdigung gründet auf gewissenhaft festgestellten Tatsachen und logi-
schen Schlussfolgerungen; sie darf sich nicht auf blossen Verdacht oder blosse Ver-
mutung stützen (HOFER, Basler Kommentar zur StPO/JStPO, 2. Aufl. 2014, N. 58 
und 61 zu Art. 10 StPO, m.w.H.). Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung 
der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von 
der für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). 

Der Grundsatz «in dubio pro reo» als Beweiswürdigungsregel besagt, dass sich das 
Gericht nicht von einem für die angeklagte Person ungünstigen Sachverhalt über-
zeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der 
Sachverhalt so verwirklicht hat. Dabei sind bloss abstrakte und theoretische Zweifel 
nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht 
verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende 
Zweifel handeln, d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen. 
Liegen keine direkten Beweise vor, ist auch ein indirekter Beweis zulässig. Beim In-
dizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, 
aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechtserhebliche 
Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich alleine nur mit 
einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen und 
einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offen lassen, können einen An-
fangsverdacht verstärken und in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objek-
tiver Betrachtung keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirk-
licht hat (Urteil des Bundesgerichts 6B_781/2010 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 
6B_300/2015 E. 3.2.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_605/2016 E. 2.8).

Bei der Würdigung von Aussagen ist grundsätzlich zu beachten, dass jede (Zeug-
en-) Aussage eine Leistung ist, die gewisse Sinnes- und Geistesangaben zur Wahr-
nehmung einer Tatsache sowie zur Mitteilung des Wahrgenommenen voraussetzt. 
Die drei notwendigen Bestandteile dafür sind Wahrnehmungs-, Erinnerungs- und 

26

Ausdrucksfähigkeit. Die Gefahr einer irrtümlich falschen Aussage liegt in der allge-
meinen Unzulänglichkeit menschlichen Erkennens absoluter Wahrheit und in der 
Subjektivität des Zeugenbeweises (vgl. zum Ganzen BÄHLER, Basler Kommentar zur 
StPO/JStPO, 2. Aufl. 2014, N. 1 ff. zu Art. 163 StPO). 

12. Beweiswürdigung der Vorinstanz

12.1 Verwertbarkeit der Videoaufnahmen

Die Vorinstanz äusserte sich vorab zur Verwertbarkeit der Videoaufnahmen als sol-
chen: Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Verwertbarkeit der Aufzeichnun-
gen mit Dash-Kameras sei nicht auf den vorliegenden Fall übertragbar. Es präsen-
tiere sich eine andere Ausgangslage, da die Videos vom Beschuldigten auf dem You-
Tube-Kanal öffentlich und damit allgemein zugänglich gemacht worden seien. Auf 
diesem Weg seien sie auch der Polizei zur Kenntnis gebracht worden, die verpflichtet 
gewesen sei, aufgrund mutmasslich erheblicher Widerhandlungen gegen das Stras-
senverkehrsgesetz, die nötigen Ermittlungen aufzunehmen (S. 24 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung, pag. 1060). 

Die von der Verteidigung des Beschuldigten vorgebrachten Rügen (keine Überprü-
fung der verwendeten Kamera, Aufnahmen möglicherweise nachträglich vom Be-
schuldigten bearbeitet, Geschwindigkeiten nur rechnerisch ermittelt, es handle sich 
folglich um Schätzungen und damit nicht um eine ausreichende Grundlage) beur-
teilte die Vorinstanz wie folgt (S. 25 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 1061 ff.): Soweit eine Verletzung von Art. 20 der ASTRA-Weisungen über poli-
zeiliche Geschwindigkeitskontrollen und Rotlichtüberwachung im Strassenverkehr 
geltend gemacht werde, sei grundsätzlich festzuhalten, dass die genannten Bestim-
mungen nicht unmittelbar auf den vorliegenden Fall übertragbar seien. Es sei sodann 
zu berücksichtigen, dass das Gericht für die Überprüfung der angeklagten Ge-
schwindigkeitsüberschreitungen im qualifizierten Bereich eine Fachexpertise einge-
holt habe. Darin sei die fehlende Kalibrierung der Kamera thematisiert und davon 
ausgegangen worden, dass die Zeitbasis der Kamera innerhalb einer Unsicherheit 
von +/- 0.2 % korrekt sei. Damit gelte es festzuhalten, dass sich im Gutachten keine 
Vorbehalte hinsichtlich des verwendeten Videomaterials finden würden. Ebenso we-
nig sei erwähnt worden, dass mangels Überprüfung der Kamera die Aussagekraft 
der Berechnungen zu relativieren sei. Das Gericht sehe sich deshalb nicht veran-
lasst, die Sorgfalt der Fachexperten bei der Erstellung des Gutachtens in Zweifel zu 
ziehen, weshalb auf sämtliche Videoaufnahmen abgestellt werden könne. 

Zur von der Verteidigung vorgebrachten nachträglich vorgenommenen Videobear-
beitung hielt die Vorinstanz fest, dass diese angebliche Manipulation vom Beschul-
digten erstmals und erst auf Frage der Verteidigung im Rahmen der Hauptverhand-
lung vorgebracht worden sei. Auf ausdrückliche Frage der Vorsitzenden anlässlich 
der Hauptverhandlung, inwiefern die Messungen nicht stimmen würden, habe dieser 
noch geantwortet: «Das kann ich nicht sagen. Aber sie sind weit über den gefah-
renen Geschwindigkeiten». Das Vorbringen einer Manipulation vermöge deshalb 
nicht zu überzeugen. Es würden sich hierfür denn auch keine Hinweise finden. Die 
erst auf Nachfrage seines Verteidigers anlässlich der Hauptverhandlung vorge-

27

brachte Behauptung bedürfe zumindest gewisser Anhaltspunkte, sei es in Form kon-
kreter Indizien oder einer natürlichen Vermutung für diese Darstellung, damit sie als 
Entlastungstatsache dem Urteil zugrunde gelegt werden könne. Gemäss bundesge-
richtlicher Rechtsprechung (6B_453/2011 vom 20. Dezember 2011, E. 1.6 und 
6B_562/2010 vom 28. Oktober 2010, E. 2.1) zwinge der Grundsatz «in dubio pro 
reo» nicht dazu, jede entlastende Angabe des Beschuldigten, für deren Richtigkeit 
oder Unrichtigkeit kein spezifischer Beweis vorhanden sei, als unwiderlegt zu be-
trachten. 

Schliesslich könnten die Bemühungen der Staatsanwaltschaft, die Geschwindigkei-
ten durch Messungen mit der Kombination 12Z/45Z zu ermitteln, den Akten entnom-
men werden. Ein Tacho-Test mit dieser Kombination habe sich als undurchführbar 
erwiesen. «In dubio pro reo» sei die Geschwindigkeit des Tacho-Tests vom 22. Au-
gust 2019 mittels eines Korrekturfaktors von 0,92 ermittelt worden. Es handle sich 
nicht um vollständige Laborberechnungen. Vielmehr sei die Tachogeschwindigkeit 
des Motorrads des Beschuldigten durch den TCS mit einem geeichten Gerät über-
prüft worden. Inwiefern demnach die transparent vorgenommene Ermittlung der an-
geklagten Geschwindigkeiten aufgrund der für den Beschuldigten günstigsten Rit-
zelkombination zu einer Unverwertbarkeit der Resultate führen solle, sei für das Ge-
richt nicht nachvollziehbar. Die in der Anklage aufgeführten Messresultate würden 
als gültig angesehen. Dass die im METAS-Gutachten berechneten Werte wenig ab-
weichen würden, ändere nichts an der Ausgangslage. Im Beweisverfahren sei zu 
Gunsten des Beschuldigten auf die jeweils tieferen Werte abgestellt worden. 

12.2 Anklageschrift Bst. A Ziff. 1 (Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrs-
gesetz)

12.2.1 Ziff. 1.1 der Anklageschrift (9. Juli 2019 um 12:04 Uhr in Airolo/TI, Gotthards-
trasse)

Der Polizeirapport vom 17. Oktober 2019 und das Deliktsblatt 25 stützen sich auf 
das Video GH010853 (Sequenz 04:19). Die Vorinstanz bezog sich zudem auf die 
von D.________ eingereichten Unterlagen mit Videoanalyse vom 17. März 2021 
(pag. 739 ff.) sowie auf das von Rechtsanwalt E.________ am 7. Dezember 2021 zu 
den Akten gegebene Verkehrsgutachten (pag. 874 ff.). Der Beschuldigte und 
C.________ sowie D.________ hätten sodann seit Anbeginn, gleichbleibend und 
übereinstimmend, geltend gemacht, dass sie auf diesem Strassenabschnitt nicht zu 
schnell gefahren seien. Sie hätten sich an die Signalisation «Autostrasse» und die 
dort geltenden Geschwindigkeiten gehalten. Die Tafel «40» stehe zu weit weg. Sie 
gelte für die andere Strasse; folglich sei die Tafel nicht relevant gewesen. Für die 
Geschwindigkeiten sei von den METAS-Gutachten auszugehen (im Abschnitt 3.1 
116,2 km/h und im Abschnitt 2.1 mind. 90,2 km/h). Hinsichtlich der fraglichen Ge-
schwindigkeitsbeschränkung auf 40 km/h prüfte und bejahte die Vorinstanz das Vor-
liegen eines Sachverhaltsirrtums: Es könne aufgrund der Sachbeweise als erstellt 
gelten, dass das Schild «Höchstgeschwindigkeit 40» nicht wie vorgeschrieben am 
rechten, sondern am linken Strassenrand und deutlich entfernt von der Zufahrts-
strasse aufgestellt sei. Auch wenn eine fehlerhafte Signalisation laut bundesgericht-
licher Rechtsprechung zu beachten sei (Urteil des Bundesgerichts 6B_1467/2019 
vom 20. Februar 2020), sei der vorliegende Sachverhalt anders zu beurteilen, zumal 

28

die Signalisation nicht nur mangelhaft und ungeglückt, sondern auch ausgesprochen 
verwirrlich sei. Ausserdem sei der Beschuldigte den beiden anderen, erfahrenen und 
zuverlässigen Motorradlenkern gefolgt und habe nicht damit rechnen müssen, dass 
diese eine Geschwindigkeitsvorschrift mutwillig und in krasser Weise missachten 
würden (S. 27 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1063 ff.).

12.2.2 Ziff. 1.2 der Anklageschrift (1. August 2019 um 09:25 Uhr in Rüti bei Riggisberg, 
Gurnigelbad)

Der Polizeirapport vom 17. Oktober 2019 und das Deliktsblatt 42 stützen sich auf 
das Video GH011180 (Sequenz 00:20-00:33). Der vorinstanzlichen Begründung ist 
der Videoinhalt zu entnehmen (pag. 1067). Für die angeklagte Geschwindigkeit von 
mindestens 97,50 km/h (in der 50 km/h-Beschränkung) verweise sie auf die Ankla-
geschrift. Das METAS-Gutachten habe eine etwas höhere Geschwindigkeit ermittelt 
(99 km/h). Bei den Befragungen habe der Beschuldigte auf die Ritzelproblematik 
hingewiesen sowie auf das Durchdrehen des Hinterrads und weitere Faktoren. Das 
Gericht gehe von verwertbaren Geschwindigkeiten aus. Zugunsten des Beschuldig-
ten stütze es sich auf die TCS-Messungen (und nicht auf das METAS-Gutachten). 
Das Video dokumentiere, wie der Beschuldigte von einer Liegenschaft aus und aus 
dem Stillstand heraus innerhalb weniger Sekunden massiv beschleunige. Es sei ihm 
bewusst gewesen, dass er sich im bewohnten Bereich und damit auf einer Innerorts-
strecke befunden habe. Sowohl die Bushaltestelle als auch die drei einmündenden 
Strassen seien nicht überschaubar gewesen. Es werde deshalb als sachverhalts-
mässig erstellt erachtet, dass sich der Beschuldigte in dieser Beschleunigungsphase 
der massiven Überschreitung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit (mindestens 
+ 47 km/h), der fehlenden Übersichtlichkeit der Situation und der Gefährlichkeit der 
Fahrweise bewusst gewesen sei (S. 30 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 1066 ff.). 

12.3 Anklageschrift Bst. A Ziff. 2 (Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrs-
gesetz)

12.3.1 Ziff. 2.1 der Anklageschrift (30. Juni 2019 um 09:55 Uhr in Eggiwil, Knubel)

Der Polizeirapport vom 7. Oktober 2019 und das Deliktsblatt 42 stützen sich auf das 
Video GH010792 (Sequenz 01:42). Der Inhalt des Videos wurde ausgeführt 
(pag. 1070). Für die Herleitung der angeklagten Geschwindigkeit von mindestens 
+ 30 km/h (in der 80 km/h-Beschränkung) verwies die Vorinstanz auf die Anklage-
schrift. Bei den Befragungen habe der Beschuldigte auf die Ritzelproblematik hinge-
wiesen sowie auf das Durchdrehen des Hinterrads. Das Gericht stütze sich auf die 
angeklagte Geschwindigkeit. Der Strassenverlauf sei nicht unübersichtlich. Der Be-
schuldigte sei mit überhöhtem Tempo auf eine Kurve zugefahren. Mit Gegenverkehr 
sei jederzeit zu rechnen gewesen. Der Beschuldigte habe angegeben, dass er sich 
für die Geschwindigkeit am Mittelstreifen orientiere und diese – «vom Gefühl her 
einschätze» (pag 905 Z. 6 f.). Das könne nicht anders ausgelegt werden, als dass er 
die Geschwindigkeitsüberschreitung und damit die Verletzung von wichtigen Ver-
kehrsregeln in Kauf genommen habe (S. 34 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung, pag. 1070 f.).

29

12.3.2 Ziff. 2.2 der Anklageschrift (2. Juli 2019 um 13:20 Uhr in Boltigen, Jaunpass)

Der Polizeirapport vom 7. Oktober 2019 und das Deliktsblatt 15 stützen sich auf das 
Video GH010815 (Sequenz 05:14). Der Inhalt des Videos wurde ausgeführt 
(pag. 1072). Für die Herleitung der angeklagten Geschwindigkeit von mindestens 
+ 31 km/h (in der 80 km/h-Beschränkung) verwies die Vorinstanz auf die Anklage-
schrift. Bei den Befragungen habe der Beschuldigte auf die Ritzelproblematik hinge-
wiesen sowie auf das Durchdrehen des Hinterrads. Das Gericht stütze sich auf die 
angeklagte Geschwindigkeit. Auf der fraglichen Strecke habe es keinen Mittelstreifen 
gegeben, an dem sich der Beschuldigte hätte orientieren können. Die Strasse sei 
verhältnismässig schmal und es habe aufgrund des entsprechenden Schildes mit 
Wildwechsel gerechnet werden müsse. Es müsse von einem hochriskanten Fahr-
verhalten gesprochen werden. Es werde als erwiesen erachtet, dass der Beschul-
digte um die erheblichen Risiken seines Fahrverhaltens gewusst habe (S. 35 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1071 ff.).

12.3.3 Ziff. 2.3 der Anklageschrift (9. Juli 2019 um 09:46 Uhr in Bedretto, Nufenen-
pass)

Der Polizeirapport vom 17. Oktober 2019 und das Deliktsblatt 24 stützen sich auf 
das Video GH010852 (Sequenz 07:24). Der Inhalt des Videos wurde ausgeführt 
(pag. 1074). Für die Herleitung der angeklagten Geschwindigkeit von mindestens 
+ 36 km/h (in der 80 km/h-Beschränkung) verwies die Vorinstanz auf die Anklage-
schrift. Bei den Befragungen habe der Beschuldigte auf die Ritzelproblematik hinge-
wiesen sowie auf das Durchdrehen des Hinterrads. Das Gericht stütze sich auf die 
Videoaufzeichnungen und auf die angeklagte Geschwindigkeit. Der Beschuldigte 
habe eine kurvenreiche Passstrasse befahren. Trotz grundsätzlich guter Sicht- und 
Strassenverhältnisse sei ihm aufgrund des Strassenverlaufs und des schnellen Tem-
pos bewusst gewesen, dass er mit seiner riskanten Fahrweise sich selber und an-
dere Verkehrsteilnehmer erheblich gefährde (S. 37 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung, pag. 1073 f.).

12.3.4 Ziff. 2.4 der Anklageschrift (9. Juli 2019 um 12:10 Uhr in Airolo/TI, Gotthards-
trasse)

Der Polizeirapport vom 17. Oktober 2019 und das Deliktsblatt 26 stützen sich auf 
das Video GH010854 (Sequenz 00:20-00:33). Der Inhalt des Videos wurde ausge-
führt (pag. 1075). Für die Herleitung der angeklagten Geschwindigkeit von mindes-
tens + 36 km/h (in der 80 km/h-Beschränkung) verwies die Vorinstanz auf die Ankla-
geschrift. Die ermittelte Geschwindigkeit liege wenig tiefer als diejenige aus der Be-
rechnung des Sachverständigen im METAS-Gutachten (116,07, resp. 117 km/h). Bei 
den Befragungen habe der Beschuldigte auf die Ritzelproblematik hingewiesen so-
wie auf das Durchdrehen des Hinterrads. Das Gericht stütze sich auf die Videoauf-
zeichnungen und auf die angeklagte Geschwindigkeit. Zugunsten des Beschuldigten 
werde vom tieferen Wert gemäss Anklageschrift ausgegangen. Der Beschuldigte 
habe wiederum eine kurvenreiche Passstrasse befahren. Trotz grundsätzlich guter 
Sicht- und Strassenverhältnisse müsse aufgrund der massiven Geschwindigkeits-
überschreitung von einem hoch riskanten Fahrverhalten gesprochen werden. Ange-
sichts dessen könne auch hier nicht auf die Aussagen des Beschuldigten abgestellt 

30

werden, wonach er das vorgeschriebene Tempo höchstens um wenige Stundenkilo-
meter überschritten habe. Das Gericht erachte es als erwiesen, dass der Beschul-
digte um die erheblichen Risiken seines Fahrverhaltens gewusst habe (S. 38 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1074 ff.). 

12.3.5 Ziff. 2.5 der Anklageschrift (29. Juli 2019 um 11:14 Uhr in Röthenbach im Em-
mental, Schallenberg)

Der Polizeirapport vom 18. Oktober 2019 und das Deliktsblatt 40 stützen sich auf 
das Video GH011130 (Sequenz 05:07). Der Inhalt des Videos wurde ausgeführt 
(pag. 1076). Für die Herleitung der angeklagten Geschwindigkeit von mindestens 
+ 38 km/h (in der 80 km/h-Beschränkung) verwies die Vorinstanz auf die Anklage-
schrift. Bei den Befragungen habe der Beschuldigte auf die Ritzelproblematik hinge-
wiesen. Das Gericht stütze sich auf die Videoaufzeichnungen und auf die angeklagte 
Geschwindigkeit. Der Beschuldigte habe wiederum eine kurvenreiche Passstrasse 
befahren. Trotz grundsätzlich guter Sicht- und Strassenverhältnisse müsse aufgrund 
der massiven Geschwindigkeitsüberschreitung von einem hoch riskanten Fahrver-
halten gesprochen werden. Das Gericht erachte es als erwiesen, dass der Beschul-
digte um die erheblichen Risiken seines Fahrverhaltens gewusst habe (S. 40 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1076 f.).

12.3.6 Ziff. 2.6 der Anklageschrift (9. August 2019 um 10:06 Uhr in Gletsch, Furka-
strasse)

Der Polizeirapport vom 18. Oktober 2019 und das Deliktsblatt 49 stützen sich auf 
das Video GH011260 (Sequenz 01:13). Der Inhalt des Videos wurde ausgeführt 
(pag. 1078). Für die Herleitung der angeklagten Geschwindigkeit von mindestens 
+ 30 km/h (in der 80 km/h-Beschränkung) verwies die Vorinstanz auf die Anklage-
schrift. Bei den Befragungen habe der Beschuldigte auf seine Ausführungen zu Fas-
zikel 46 (pag. 298/1 ff.) verwiesen, wonach er zur Fahrt vom 9. August 2019 um 
09:42 Uhr (Ziff. 3.79 AKS) erklärt habe, er wisse nicht mehr genau, wann er das 
Ritzel gewechselt habe. Das Gericht stütze sich auf die Videoaufzeichnungen und 
auf die angeklagte Geschwindigkeit. Trotz grundsätzlich guter Strassenverhältnisse 
müsse aufgrund der Geschwindigkeitsüberschreitung von einem hoch riskanten 
Fahrverhalten gesprochen werden. Das Gericht erachte es als erwiesen, dass der 
Beschuldigte um die erheblichen Risiken seines Fahrverhaltens gewusst habe (S. 41 
f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1077 f.).

12.3.7 Ziff. 2.7 der Anklageschrift (9. August 2019 um 11:22 Uhr in Steingletscher, 
Sustenpass)

Der Polizeirapport vom 17. Oktober 2019 und das Deliktsblatt 52 stützen sich auf 
das Video GH011269 (Sequenz 01:17). Der Inhalt des Videos wurde ausgeführt 
(pag. 1079). Für die Herleitung der angeklagten Geschwindigkeit von mindestens 
+ 27 km/h (in der 40 km/h-Beschränkung) verwies die Vorinstanz auf die Anklage-
schrift. Bei den Befragungen habe der Beschuldigte auf seine Ausführungen zu Fas-
zikel 46 verwiesen. Das Gericht stütze sich auf die Videoaufzeichnungen und auf die 
angeklagte Geschwindigkeit. Der Beschuldigte habe die zulässige Geschwindigkeit 
von 40 km/h offenbar im Hinblick auf die nachfolgende Aufhebung der Geschwindig-
keitsbeschränkung erhöht. Dies habe er bewusst gemacht und es werde als erstellt 

31

erachtet, dass sich der Beschuldigte der Risiken seines Fahrverhaltens bewusst ge-
wesen sei (S. 43 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1079 f.).

12.4 Anklageschrift Bst. A Ziff. 3 (Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrs-
gesetz)

12.4.1 Zufolge Geschwindigkeitsüberschreitungen (Ziff. 3.2-3.5, 3.7-3.22, 3.24-3.35, 
3.39-3.44, 3.47, 3.49-3.51, 3.53-3.62, 3.64, 3.71-3.74, 3.76, 3.79-3.99 der Anklage-
schrift)

Es scheine diesbezüglich vertretbar, auf die Aufzählung und Wiedergabe der einzel-
nen Vorwürfe zu verzichten und grundsätzlich auf die Anklageziffern, die Deliktsblät-
ter, den Sammelrapport und die jeweiligen Videos zu verweisen. Der Beschuldigte 
habe die Möglichkeit, in Einzelfällen etwas zu schnell gefahren zu sein, nicht 
grundsätzlich ausgeschlossen. Er sei so gefahren, wie man eben mit dem Motorrad 
fahre, etwas zu schnell, aber nicht im Raserbereich (pag. 905 Z. 1 ff.). Die ermittelten 
Geschwindigkeiten seien transparent und sorgfältig hergeleitet worden, unter 
Berücksichtigung der für den Beschuldigten günstigsten Übersetzung 12Z/45Z. Dar-
auf sei deshalb abzustellen. Der Beschuldigte habe über keinen aussagekräftigen 
Tacho verfügt und damit Tempoüberschreitungen in Kauf genommen, was er 
grundsätzlich eingeräumt, resp. nicht ausgeschlossen habe. Die genannten Ankla-
gesachverhalte würden deshalb als erstellt erachtet (S. 44 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung, pag. 1080 f.).

12.4.2 Zufolge Verursachens vermeidbaren Lärms (Ziff. 3.1 der Anklageschrift)

Dem Beschuldigten werde hierzu zur Last gelegt, am 10. Mai 2019 in Röthenbach 
im Emmental durch Hochdrehen des Motors vermeidbaren Lärm verursacht zu ha-
ben. Der Polizeirapport vom 21. September 2019 (Deliktsblatt 1) stütze sich auf das 
Video «J.________», Sequenz 00:00-00:30. Darauf sei ersichtlich, wie der Beschul-
digte mit dem Motorrad neben eine Gruppe grasender Kühe fahre, anhalte, die Kühe 
anspreche mit «he guys» etc. und den Motor im Leerlauf hochdrehe. Letzteres habe 
der Beschuldigte bestätigt. Er habe indes nicht die Absicht gehabt, die Kühe zu er-
schrecken (pag. 2020 Z. 249). Das Aufdrehen des Motors im Leerlauf sei auf dem 
Video hörbar, weshalb der angeklagte Sachverhalt als erstellt gelte (S. 46 der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1082).

12.4.3 Zufolge Fahrens auf dem Hinterrad («Wheelies»; Ziff. 3.6, 3.23, 3.36, 3.38, 3.52, 
3.75 der Anklageschrift)

Die Anklage werfe dem Beschuldigten vor, durch Fahren nur auf dem Hinterrad, sog. 
«Wheelies», eine Verrichtung vorgenommen zu haben, die die Bedienung des Fahr-
zeugs erschwere. Sie stütze sich auf die einzelnen Deliktsblätter und Videosequen-
zen. Der Beschuldigte bestreite das bewusste Anheben des Vorderrads und die Ver-
teidigung argumentiere, es gehe um ein leichtes, kurzes Anheben, was kein «Whee-
lie» sei. Es könne auch ein unbewusstes Anheben gewesen sein, dies aufgrund des 
Ritzenwechsels, der bewirke, dass das Vorderrad durch die Beschleunigung ange-
hoben werde (pag. 925). Gemäss Vorinstanz sei auf den Videos erkennbar, wie das 
Lenkrad hochgezogen, das Vorderrad des Motorrads abhebe und nach wenigen Me-
tern kontrolliert wieder zu Boden gesenkt werde. Dabei sei klarerweise von einem 
bewussten Anheben und Absetzen des Vorderrads auszugehen und die angeklagten 

32

Sachverhalte würden als erstellt gelten (S. 46 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung, pag. 1082 f.).

12.4.4 Zufolge mangelnder Aufmerksamkeit und Nichtbeherrschens des Fahrzeugs 
(Ziff. 3.63 der Anklageschrift)

Gemäss Anklageschrift werde dem Beschuldigten mangelnde Aufmerksamkeit als 
Lenker eines Motorrades und Nichtbeherrschen des Fahrzeugs vorgeworfen, began-
gen am 14. Juli 2019 um 09:30 Uhr in Entlebuch. Der Polizeirapport vom 18. Oktober 
2019 (Deliktsblatt 32) stütze sich auf das Video GH010945, worauf der Beschuldigte 
während der Fahrt auf seinem Motorrad ein zurückliegendes Unfallgeschehen be-
schreibe und vor Ort fahre. Er gebe an, dass er in einer Linkskurve während der 
Fahrt nach hinten geschaut habe und dabei mit dem Bordstein des Trottoirs kollidiert 
und zu Fall gekommen sei. Im Polizeirapport werde ergänzend auf WhatsApp-Nach-
richten des Beschuldigten hingewiesen (Extraktionsbericht Nr. 138/140 
[pag. 275/2]). Der Beschuldigte habe in der Befragung bestätigt, dass er mit dem 
Motorrad umgefallen sei. Die fehlende Aufmerksamkeit als Lenker des Motorrads 
und das Nichtbeherrschen des Fahrzeugs würden gestützt auf die Schilderungen 
des Beschuldigten als erstellt gelten (S. 47 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung, pag. 1083 f.).

12.5 Anklageschrift Bst. A. Ziff. 5 (Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz)

Gestützt auf den Polizeirapport vom 24. Oktober 2019 (Deliktsblatt 60) und die ent-
sprechenden Videoaufnahmen (GH011191, 011194, 011196, 011201, 11202, 
011212) sei erkennbar, wie Feuerwerk abgefeuert werde. Anlässlich der Hausdurch-
suchung seien u.a. Feuerwerksartikel und leere Feuerwerksverpackungen sicherge-
stellt worden (pag. 113/322/345 ff.). Der Beschuldigte habe das Abfeuern von Feu-
erwerk ab einer Vorrichtung am Motorrad bestätigt, weshalb die angeklagten Sach-
verhalte nicht bestritten und als erstellt gelten würden. Der beantragte Freispruch 
basiere auf rechtlichen Überlegungen (S. 51 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung, pag. 1087).

12.6 Anklageschrift Bst. A Ziff. 6 (Widerhandlung gegen das Waffengesetz)

Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 14. August 2019 seien verschieden Waffen 
sichergestellt worden, u.a. ein Springmesser, drei Wurfsterne, ein Nunchaku und ein 
Schlagstock (pag. 114). Der Beschuldigte habe bei seiner Befragung angegeben, 
dass er das Nunchaku und den Schlagstock etwa drei Jahre zuvor in seiner Garage 
selber hergestellt habe. Das Springmesser und die drei Wurfsterne habe er bereits 
bei der Übernahme der Wohnung vorgefunden. Diesbezüglich sei das Verfahren mit 
Verfügung vom 25. Januar 2021 eingestellt worden (pag. 642 ff.). Der angeklagte 
Sachverhalt werde nicht bestritten und gelte als erstellt. Der beantragte Freispruch 
basiere auf rechtlichen Überlegungen (S. 52 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung, pag. 1088).

13. Beweiswürdigung der Kammer und erstellter Sachverhalt

Die Kammer schliesst sich insbesondere den zutreffenden Ausführungen der Vor-
instanz betreffend Untersuchungen / Polizeirapporte sowie zur Chronologie zur Er-
mittlung der Geschwindigkeiten, inkl. Beurteilung der Rügen der Verteidigung (S. 8 

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ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1044 ff.), aber auch den dargestell-
ten Sachverhalten (S. 27 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 1063 ff.) 
mit den folgenden Ergänzungen an: 

13.1 Verwertbarkeit der Videos und der durchgeführten Geschwindigkeitstests

Wie bereits einleitend bemerkt, ist in der Hauptsache bestritten und zu beweisen, mit 
welcher Geschwindigkeit der Beschuldigte jeweils unterwegs war. Damit einher geht 
die Frage, ob auf die Videoaufnahmen des Beschuldigten und die durchgeführten 
Fahr- bzw. Geschwindigkeitstests abgestellt werden kann. 

Vorweg ist festzuhalten, dass das Erstellen von Aufnahmen im öffentlichen Raum, 
auf denen Personen oder Autokennzeichen erkennbar sind, gemäss bundesgericht-
licher Rechtsprechung ein Bearbeiten von Personendaten im Sinne des Daten-
schutzgesetzes darstellt. Die Beschaffung von Personendaten sowie der Zweck ihrer 
Bearbeitung müsse gemäss Datenschutzgesetz für die betroffene Person erkennbar 
sein. Die Missachtung dieses Grundsatzes stelle eine Persönlichkeitsverletzung dar 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_1188/2019 vom 26. September 2019 E. 3.1 ff., Urteil 
des Bundesgerichts 6B_810/2020 vom 19. September 2020 E. 2.6). Das Bundesge-
richt argumentiert damit, dass die im jeweiligen Entscheid zur Diskussion stehende 
Videoaufzeichnung in Missachtung des Art. 4 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den 
Datenschutz (DSG; SR 235.1) erfolgt und damit rechtswidrig sei. Diese Argumenta-
tion greift vorliegend insofern nicht, als nicht eine private Drittperson die fraglichen 
Videoaufnahmen tätigte, sondern der Beschuldigte selber. Er ist es denn auch ge-
wesen, der die Aufnahmen (teilweise) ins Internet und damit einer breiten Öffentlich-
keit zur Verfügung stellte. Zu bedenken gilt es zudem, dass immerhin die Vorwürfe 
der Widerhandlungen gegen Art. 90 Abs. 3 teilweise i.V.m. Abs. 4 SVG (AKS Ziffern 
1.1 und 1.2) als schwere Straftaten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO zu werten 
sind. Diese bundesgerichtliche Rechtsprechung steht einer Verwertung der Vi-
deoaufnahmen somit nicht entgegen. 

In Bezug auf die Weisungen über polizeiliche Geschwindigkeitskontrollen und Rot-
lichtüberwachung im Strassenverkehr (nachfolgend ASTRA-Weisungen), die die 
Verteidigung in deren Art. 20 verletzt sieht, ist Folgendes festzuhalten: Diese Wei-
sungen stützen sich im Allgemeinen u.a. auf die Verordnung des ASTRA zur Stras-
senverkehrskontrollverordnung (VSKV-ASTRA; SR 741.013.1); Art. 20 ASTRA-Wei-
sung konkret auf Art. 7 Abs. 3 der VSKV, der besagt, dass Nachfahrmessungen ohne 
kalibriertes Nachfahrmesssystem auf Fälle von massiver Geschwindigkeitsüber-
schreitung zu beschränken seien. Wie die Vorinstanz zutreffend feststellte, sind 
diese Weisungen auch nach Auffassung der Kammer nicht auf den vorliegenden Fall 
anwendbar, weil die fraglichen Geschwindigkeiten nicht durch ein Nachfahren der 
Polizei oder eines Dritten, sondern durch Videoaufnahmen des Tachos durch den 
Beschuldigten selber aufgezeichnet wurden. Bei den Aufzeichnungen handelt es 
sich demnach nicht um ein Nachfahrmesssystem, das gemäss Weisung ohne Kali-
brierung nur bei massiver Geschwindigkeitsüberschreitung eingesetzt werden sollte. 
Die ASTRA-Weisungen sind daher nicht einschlägig. 

In diesem Zusammenhang ist auch auf das von der Vorinstanz eingeholte Gutachten 
beim Bundesamt für Metrologie METAS hinzuweisen. Zur Recht hält die Vorinstanz 

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diesbezüglich denn auch fest, da