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**Case Identifier:** bd99d46e-c7d8-5002-8bcf-0a5876967919
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 21.03.2022 IV 2021/55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2021-55_2022-03-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2021/55

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 11.08.2022

Entscheiddatum: 21.03.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 21.03.2022
Art. 28 Abs. 1 IVG. Würdigung eines gastroenterologischen Teilgutachtens. 
Beweiskraft bejaht. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bejaht. 
Abweisung der Beschwerde. Art. 30 ATSG. Mitteilung betreffend berufliche 
Massnahmen nicht in Rechtskraft erwachsen. Überweisung der Sache an 
die Beschwerdegegnerin zur Prüfung des Gesuchs um Erlass einer 
Verfügung betreffend berufliche Massnahmen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. März 2022, IV 
2021/55).

Entscheid vom 21. März 2022

Besetzung

Präsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Karin Kobelt

Geschäftsnr.

IV 2021/55

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Werner Ritter, Ritter Advokatur, 

Bahnhofstrasse 24, Postfach 142, 9443 Widnau,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) ersuchte die Eidgenössische 

Invalidenversicherung (IV) im September 2018 unter Hinweis auf Inkontinenz seit zwei 

Darm-Operationen sowie auf Herzprobleme um eine Hilflosenentschädigung (IV-act. 1). 

Ihr Hausarzt Dr. med. B.___ nannte mit Bericht vom 20. September 2018 die Diagnosen 

chronisches Reizdarmsyndrom, AV-Knoten-Reentrytachykardie, Status nach 

Gallenblasenentfernung sowie rezidivierendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei 

Hyperlordose der LWS (IV-act. 5-2; betreffend die zweite Diagnose vgl. auch Bericht 

der Klinik für Radiologie am Kantonsspital St. Gallen vom 18. September 2018 in IV-

act. 41). Mit Vorbescheid vom 14. November 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten 

die Abweisung des Begehrens um Hilflosenentschädigung in Aussicht, da sie in allen 

alltäglichen Verrichtungen mehrheitlich selbständig sei und keine regelmässige und 

erhebliche Dritthilfe benötige (IV-act. 7). Die entsprechende Verfügung erging am 16. 

Januar 2019 (IV-act. 8).

A.a. 

 Im April 2019 ersuchte die Versicherte die IV-Stelle unter Hinweis auf eine 

chronische Darmentzündung mit sehr starken Schmerzen und Krämpfen sowie 

chronischem Durchfall mit zeitweiser Inkontinenz um berufliche Massnahmen/

Rentenleistungen (IV-act. 11; vgl. auch IV-act. 9 f.). Dabei erklärte sie bezüglich ihrer 

bisherigen Tätigkeit, dass sie eine Lehre zur medizinischen Praxisassistentin 

abgebrochen, jedoch Naildesign-Diplome erlangt habe (IV-act. 11-6; zum Grund des 

Lehrabbruchs [regelmässige Kollapse beim Blutabnehmen] vgl. IV-act. 72-20). Dr. 

A.b. 

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B.___ führte am 6. Mai 2019 aus, aktuell schränke die rezidivierende Diarrhoe die 

Arbeitsfähigkeit der Versicherten ein. Sie wäre grundsätzlich für eine leichte, 

wechselbelastende Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig (IV-act. 22-3). Dr. med. C.___, 

Facharzt für Gastroenterologie und Innere Medizin, D.___ Praxis, berichtete am 14. Mai 

2019, die Ursache der für die Versicherte sehr einschränkenden 

Abdominalbeschwerden sei ihm noch nicht klar (IV-act. 24). Am 29. Mai 2019 hielt der 

Praxispartner von Dr. C.___ nach einer Ileo-Koloskopie vom 24. Mai 2019 einen 

normalen Befund ohne endoskopische Anhaltspunkte für eine Entzündung fest sowie 

eine normale zirkuläre Stapleranastomose asymmetrisch nach Infekt bei Zustand nach 

Rektumprolapsresektion. Auffallend sei, dass die Diarrhoe erst nach der 

Rektumprolaps-Operation eingesetzt habe. Trotzdem liege für ihn eine cholagene 

Diarrhoe an oberster Stelle der Differentialdiagnose (IV-act. 27). Am 12. Juni 2019 

berichtete Dr. C.___, dass er, weil die bisherigen Abklärungen (Labor, Koloskopie und 

Glukosetestung) allesamt völlig unauffällig gewesen seien, am ehesten von einem 

Reizdarmsyndrom ausgehe und der Versicherten nun versuchsweise Saroten 

mitgegeben habe. Ein Versuch mit Quantalan habe nicht durchgeführt werden können, 

da die Versicherte das Medikament nicht vertragen habe. Falls die Therapie mit 

Saroten zu keiner Besserung führe, würde er im weiteren Verlauf noch Colestid 

versuchen (IV-act. 38).

Ebenfalls am 12. Juni 2019 füllte die Versicherte den Fragebogen zur Renten­

abklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt aus (IV-act. 36). Dabei erklärte sie, seit 

Dezember 2018 während 10 bis 12 Stunden pro Woche in Heimarbeit tätig zu sein. Im 

Gesundheitsfall wäre sie zu 100 % als Naildesignerin erwerbstätig (IV-act. 36-1).

A.c. 

Dr. med. E.___ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) notierte am 25. Juni 2019, 

mit den medizinischen Akten sei kein Gesundheitsschaden ausgewiesen, welcher die 

Arbeitsfähigkeit der Versicherten auch nach ausreichender medizinischer Behandlung 

beeinträchtigen würde. Die Versicherte sei sowohl angestammt wie auch adaptiert voll 

arbeitsfähig (IV-act. 47-4).

A.d. 

Mit Vorbescheid vom 27. Juni 2019 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Leistungsbegehrens um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen 

in Aussicht (IV-act. 49).

A.e. 

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Hiergegen wandte sich Rechtsanwalt Dr. iur. W. Ritter, Ritter Advokatur, Widnau, 

als Vertreter der Versicherten mit Einwand vom 29. August 2019 (IV-act. 53). Dem 

Einwand war ein Schreiben von Dr. C.___ vom 3. Juli 2019 beigelegt, laut welchem eine 

volle Arbeitstätigkeit der Versicherten aufgrund starker Abdominalschmerzen und 

Phasen von Durchfall, während welchen die Versicherte teilweise stundenlang an die 

Toilette gebunden sei, nicht mehr möglich sei (IV-act. 54).

A.f. 

Auf Veranlassung des RAD-Arztes Dr. E.___ (vgl. IV-act. 55-2) wandte sich die IV-

Stelle am 19. September 2019 mit der Frage nach objektiven Befunden an Dr. C.___ 

(IV-act. 56). Dieser antwortete am 25. September 2019 dahingehend, dass die 

Versicherte, obwohl objektiv dafür keine gute Ursache gefunden werden könne, immer 

wieder starke Durchfallepisoden habe. Aus seiner Sicht könne dieser Zustand sehr 

wohl invalidisierend sein, auch wenn keine objektiven endoskopischen Befunde dafür 

gefunden werden könnten. Weitere Untersuchungen habe er nicht mehr durchgeführt 

und von seiner Seite her seien auch keine mehr geplant (IV-act. 57-2).

A.g. 

Am 21. Oktober 2019 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass eine poly­

disziplinäre Abklärung notwendig sei (IV-act. 58; für die entsprechende Notiz des RAD 

vgl. IV-act. 62-2 f.). Nachdem die Versicherte zwischen Februar und Mai 2020 

internistisch, kardiologisch, psychiatrisch, neuropsychologisch und gastroenterologisch 

untersucht worden war (IV-act. 72-3), erstattete die SMAB AG (nachfolgend: SMAB) am 

29. Juni 2020 das polydisziplinäre Gutachten (IV-act. 72). Die Gutachter stellten 

folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Reizdarmsyndrom, 

Diarrhoe - prädominant, Zustand nach Rektumprolaps und minimale 

neuropsychologische Störung unklarer Ätiologie (IV-act. 72-7). Sie stellten fest, dass 

sich funktionelle Einschränkungen in allererster Linie durch die gastrointestinale 

Symptomatik in Form von Durchfällen und wiederkehrenden abdominellen Schmerzen 

ergäben. Diese würden das Rendement einschränken. Die Konzentrationsstörungen, 

die der beschriebenen neuropsychologischen Störung anzulasten seien, seien 

diesbezüglich nachrangig. Diese würden eine geringfügige, nicht zusätzliche Reduktion 

des Rendements durch die Notwendigkeit kurzer Pausen bzw. erhöhten Zeitbedarf bei 

den auszuführenden Verrichtungen ergeben. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen 

Tätigkeit schätzten sie mit 60 % ein und jene in leidensangepassten Tätigkeiten mit 80 

% (IV-act. 72-9). Hinsichtlich des Belastungsprofils wiesen sie darauf hin, dass keine 

A.h. 

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erhöhten Anforderungen an das Arbeitsgedächtnis und an die Rechtschreibung 

vorliegen sollten. Die Arbeitseinsätze sollten planbar, regelmässig und strukturiert sein 

ohne Nacht- oder Schichtdienst. Kurze Pausen sollten möglich und eine jederzeit in 

kurzer Frist erreichbare Toilette sollte vorhanden sein. Es dürfte keine Präsenzpflicht 

bestehen und wenig bis kein Publikumsverkehr (IV-act. 72-8).

Am 1. Juli 2020 notierte Dr. med. F.___ vom RAD, aus versicherungsmedizinischer 

Sicht könne auf dieses Gutachten abgestellt werden (IV-act. 73).

A.i. 

Am 22. Juli 2020 fand ein Gespräch zwischen der Versicherten und einem Ein­

gliederungsverantwortlichen der IV statt (IV-act. 75). Dabei erklärte die Versicherte, sich 

lediglich in Heimarbeit in ihrem aktuellen Pensum von ein bis zwei Stunden pro Tag 

arbeitsfähig zu sehen (IV-act. 75-3 und 75-5).

A.j. 

Mit Mitteilung vom 7. August 2020 informierte die IV-Stelle die Versicherte 

darüber, dass keine beruflichen Massnahmen angezeigt seien, da sie sich nicht in der 

Lage sehe, an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (IV-act. 78). Am 9. September 

2020 beantragte Rechtsanwalt Ritter bei der IV-Stelle Aktenzustellung und neuerliche 

Fristansetzung, um betreffend berufliche Massnahmen eine beschwerdefähige 

Verfügung verlangen zu können; eventualiter beantragte er den Erlass einer 

beschwerdefähigen Verfügung (IV-act. 79).

A.k. 

Mit Vorbescheid vom 4. Januar 2021 stellte die IV-Stelle der Versicherten bei einem 

Invaliditätsgrad von 20 % die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 82).

A.l. 

Am 30. Januar 2021 brachte die Versicherte einen Sohn zur Welt (IV-act. 87).A.m. 

Mit Stellungnahme und Einwand vom 9. Februar 2021 ersuchte Rechtsanwalt 

Ritter für die Versicherte um die Prüfung von beruflichen Massnahmen. Falls eine 

berufliche Wiedereingliederung nicht möglich sei, sei der Versicherten eine ganze 

Rente zuzusprechen (IV-act. 85).

A.n. 

Mit Verfügung vom 15. Februar 2021 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch 

der Versicherten. Betreffend berufliche Massnahmen hielt sie in dieser Verfügung fest, 

diese seien mit Mitteilung vom 7. August 2020 rechtskräftig abgeschlossen worden (IV-

act. 88).

A.o. 

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B.  

Gegen die Verfügung vom 15. Februar 2021 richtet sich die Beschwerde vom 19. 

März 2021, mit welcher Rechtsanwalt Ritter für die Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin) das Folgende beantragt: 1. Es sei die Verfügung vom 15. Februar 

2021 aufzuheben. 2. Es sei ein gastro-enterologisches Obergutachten zur Ursache und 

zu den Auswirkungen der Magen- und Darmprobleme der Beschwerdeführerin sowie 

zu den Folgen dieser Probleme auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin einzuholen. 3. Aufgrund des gastroenterologischen 

Obergutachtens sei über die Frage, ob ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf IV-

Leistungen bestehe und auf welche Leistungen, neu zu entscheiden. Aufgrund dieses 

Entscheids seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen rückwirkend ab 

der Einreichung des Gesuchs auf die Gewährung von IV-Leistungen auszurichten. 4. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Barauslagen von pauschal 4 % 

und Mehrwertsteuer zu Lasten der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin). Zur 

Begründung der Beschwerde wird insbesondere vorgebracht, das 

gastroenterologische Teilgutachten der SMAB trage kaum zur Klärung des 

Sachverhalts bei. Es sei ein gastroenterologisches Obergutachten einzuholen, bei 

welchem die Magen- und Darmprobleme der Beschwerdeführerin umfassend abgeklärt 

würden; das nicht nur durch Aktenstudium, Befragungen und ein allgemeines Labor, 

sondern durch eine umfassende Untersuchung des Magen- und Darmtrakts der 

Beschwerdeführerin mit Ultraschall, Magen- und Darmspiegelung usw. Gestützt darauf 

sei der Grad der Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit der Beschwerdeführerin zu ermitteln 

(act. G1). Der Beschwerde ist ein Schreiben von Dr. C.___ vom 17. März 2021 

beigelegt, welchem zu entnehmen ist, dass die Beschwerden der Beschwerdeführerin 

höchstwahrscheinlich ca. 2010 nach einer Cholezystektomie begonnen hätten, wobei 

die Abdominal-Symptomatik nach zwei Rektum-Operationen 2015 exazerbiert sei. 

Seither habe die Beschwerdeführerin praktisch andauernd Durchfall, zum Teil bis 20 

Mal pro Tag, häufig auch in der Nacht. Es seien diverse gastroenterologische 

Erkrankungen gesucht und ausgeschlossen sowie verschiedenste Therapieversuche 

gemacht worden, wobei diese entweder keine Wirkung gezeigt oder aufgrund von 

Nebenwirkungen wieder hätten gestoppt werden müssen. Schlussendlich handle es 

sich wahrscheinlich um eine schwerste funktionelle Diarrhoe, welche für die 

B.a. 

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Erwägungen

1.

Nachfolgend gilt es den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu prüfen (zum 

Anspruch auf berufliche Massnahmen vgl. nachfolgende E. 4).

Beschwerdeführerin so invalidisierend sei, dass sie teilweise stundenlang an die 

Toilette gebunden sei. An eine Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit sei in dieser 

Situation nicht zu denken. Schon allein der Gedanke daran, dass keine Toilette in der 

Nähe sei, führe bei der Beschwerdeführerin zu enormem Stress und verstärke die 

gesamte Durchfall- und Schmerzproblematik (act. G1.3).

Die Beschwerdegegnerin beantragt am 6. Mai 2021 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G4).

B.b. 

Rechtsanwalt Dr. Ritter erstattet am 13. September 2021 die Replik und hält an 

den Anträgen gemäss Beschwerde fest (act. G12).

B.c. 

Am 27. September 2021 verzichtet die Beschwerdegegnerin auf die Erstattung 

einer Duplik (act. G14).

B.d. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 

% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 

% invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

1.1. 

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2.  

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG).

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Art. 16 ATSG).

1.2. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 

352 E. 3a).

1.4. 

Streitig und zu prüfen ist zunächst die Frage, ob bei der Beschwerdeführerin eine 

invaliditätsrelevante Arbeitsunfähigkeit nachgewiesen ist. Die Beschwerdegegnerin hat 

der angefochtenen Verfügung gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten der SMAB 

vom 29. Juni 2020 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten 

zugrunde gelegt und ist davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin mit einer 

solchen auf dem 1. Arbeitsmarkt ein rentenausschliessendes Einkommen zu 

erwirtschaften vermöge (IV-act. 88). Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der 

Ansicht, dass es der gastroenterologische Gutachter der SMAB, Dr. med. G.___, 

einerseits pflichtwidrig unterlassen habe, die Ursachen ihrer gastroenterologischen 

2.1. 

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Probleme abzuklären, und andererseits ihrem Leiden zu wenig Beachtung geschenkt 

habe. Wer von Bauchkrämpfen geplagt werde und täglich wegen Durchfalls wiederholt 

das WC aufsuchen und dort mehrere Stunden verbringen müsse, könne nicht arbeiten. 

Dr. G.___ setze sich mit seiner Einschätzung ohne jede Grundlage in Form von 

medizinischen Abklärungen in einen unauflösbaren Widerspruch zu den Feststellungen 

von Dr. C.___.

Die übrigen Teilgutachten der SMAB beanstandet die Beschwerdeführerin nicht, 

was sich aufgrund der medizinischen Aktenlage ohne weiteres nachvollziehen lässt. Es 

sind den Akten keine Anhaltspunkte zu entnehmen, welche gegen ein Abstellen auf das 

internistische, kardiologische, psychiatrische und neuropsychologische Teilgutachten 

der SMAB sprechen würden. Es gilt daher im Folgenden zu prüfen, ob auch das 

gastroenterologische Teilgutachten von Dr. G.___ die Beweisanforderungen erfüllt und 

eine rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zulässt.

2.2. 

Dr. G.___ hatte Kenntnis von den Vorakten (IV-act. 72-12 bis 16), untersuchte die 

Beschwerdeführerin persönlich (IV-act. 72-54 bis 57) und liess sich deren Leiden von 

ihr schildern (IV-act. 72-54 bis 56). Auch kontrollierte er die Blutwerte der 

Beschwerdeführerin (IV-act. 75-57 und 78 f.). Dr. G.___s Befragung der 

Beschwerdeführerin ergab, dass die Probleme seit der zweiten Darmoperation 2015 

bestünden mit fast täglich Bauchschmerzen und wässrigen Durchfällen bis zu achtmal 

am Tag, weniger nachts. Die Bauchschmerzen seien vor allem im Unterbauch 

druckförmig, dann messerstichartig im linken Mittel- bis Unterbauch immer mit 

Besserung nach der, meist imperativ auftretenden, Stuhlentleerung, daneben auch 

häufig Meteorismus. Ab und zu - vor allem ausser Hause - komme es auch zu 

unwillentlichen Stuhlabgängen. Verschiedene Therapieversuche, Medikamente, aber 

auch Diäten wie FODMAP seien ohne Erfolg geblieben. Diese Beschwerden und 

Durchfälle würden die Beschwerdeführerin sehr beeinträchtigen und würden ihr zufolge 

eine Heimarbeit von ca. zwei Stunden am Tag erlauben (IV-act. 72-54). Bei der 

Untersuchung des Abdomens stellte Dr. G.___ eine leichte Druckdolenz im linken 

Mittel- bis Unterbauch fest. Die Darmgeräusche waren lebhaft bis leicht gesteigert. 

Resistenzen oder Organomegalien stellte er keine fest (IV-act. 72-54). Die Blutwerte 

waren unauffällig, ohne Anämie, mit normalen Leberwerten, normalen 

Entzündungsparametern und Euthyreose (substituiert; IV-act. 72-57 Ziff. 4.3). Vor 

diesem Hintergrund hielt Dr. G.___ fest, bei der Beschwerdeführerin bestehe seit einer 

Reoperation nach Rektumvollwandprolaps 2015 ein Reizdarmsyndrom vom 

Durchfalltyp. Vorher habe über mehrere Jahre eine Obstipation bestanden. Übliche 

labormässige, endoskopische und bildgebende Abklärungen hätten andere 

2.3. 

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Durchfallerkrankungen ausgeschlossen. Eine chologene Diarrhöe bei Status nach 

Cholezystektomie sei unwahrscheinlich, ein Therapieversuch mit Colestyramin habe 

wegen Unverträglichkeit abgebrochen werden müssen. Das vermutete 

Reizdarmsyndrom sei medikamentös, aber auch diätetisch bisher erfolglos behandelt 

worden. Es bestünden weiterhin, vor allem morgens, häufige Stuhlentleerungen neben 

Bauchschmerzen und Meteorismus. Die Symptomatik führe vor allem wegen der 

Durchfälle zu einer deutlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Eine zusätzliche 

Stuhlinkontinenz sei vor allem auch bezüglich Arbeiten an externem Arbeitsplatz 

problematisch. Die Beschwerdeführerin präsentiere sich in gutem körperlichem 

Zustand (IV-act. 72-58). Dr. G.___ notierte, dass während der ca. einstündigen 

Untersuchung kein Toilettengang erfolgt sei (IV-act. 72-56). Er mass dieser 

Beobachtung jedoch keine Bedeutung bei, was vor dem Hintergrund, dass die 

Beschwerdeführerin gegenüber der psychiatrischen Teilgutachterin erklärt hatte, vor 

der Untersuchung insgesamt acht Tabletten Imodium® eingenommen zu haben (IV-act. 

72-44), einleuchtet. Als ideal adaptiert beschrieb Dr. G.___ eine Tätigkeit mit 

Toilettenzugang, ohne Kundenkontakt, allenfalls in Heimarbeit (IV-act. 72-60). In einer 

solchen Tätigkeit erachtete er die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer 

Abdominalschmerzen als ca. 20 % eingeschränkt (IV-act. 72-60). In der angestammten 

Tätigkeit als ungelernte Hilfsarbeiterin erachtete er die Beschwerdeführerin als ca. 40 

% eingeschränkt (IV-act. 72-59 f.). Insgesamt ist festzuhalten, dass Dr. G.___s 

Beurteilung der medizinischen Situation begründet und überzeugend ist. Vor dem 

Hintergrund, dass bislang keine organische Ursache für die Beschwerden der 

Beschwerdeführerin gefunden werden konnte, ist sodann nachvollziehbar, dass Dr. 

G.___ eine psychiatrische Mitbetreuung der Beschwerdeführerin empfahl (IV-act. 

72-61). Dem beschwerdeführerischen Vorbringen, Dr. G.___ hätte weitergehende 

Untersuchungen vornehmen müssen, kann nicht gefolgt werden. Einerseits lagen Dr. 

G.___ sämtliche Berichte/Untersuchungsbefunde des behandelnden 

Gastroenterologen vor und flossen somit in seine Beurteilung mit ein. Da selbst der 

behandelnde Gastroenterologe keine weiteren Untersuchungen als angezeigt erachtete 

(vgl. IV-act. 57-2) und auch die Beschwerdeführerin anscheinend keine solchen für 

notwendig hielt, ist nicht ersichtlich, wieso der Gutachter solche Untersuchungen hätte 

anstrengen sollen. Andererseits ist für die IV ohnehin nicht die Ursache der 

gesundheitlichen Einschränkungen, sondern der objektive klinische Befund im Sinne 

des konkreten, für die Arbeitsfähigkeitsschätzung massgebenden Zustandes 

entscheidend. Dieser ist den aktuellen Beschwerden und den Untersuchungsbefunden 

zu entnehmen (IV-act. 72-54 und 56 f.). Ihm wurde, wie dargelegt, im Gutachten 

vollumfänglich Rechnung getragen. Der Ansicht, dass sich Dr. G.___ mit seiner 

Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ohne Begründung in 

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3.

Ausgehend von der Arbeitsfähigkeit gemäss E. 2.4 bleiben die erwerblichen 

Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Wie die Beschwerdegegnerin 

in der angefochtenen Verfügung zu Recht anführt, wäre aufgrund der Geburt des 

Sohnes der Beschwerdeführerin am 30. Januar 2021 (vgl. IV-act. 87) im 

Verfügungszeitpunkt am 15. Februar 2021 allenfalls nicht mehr von einer vollen 

Erwerbstätigkeit, sondern einer teilweisen Erwerbstätigkeit mit einem Anteil 

Haushaltstätigkeit auszugehen (vgl. IV-act. 88-3) und folglich der Invaliditätsgrad 

anhand der gemischten Methode zu bestimmen gewesen (vgl. Art. 28a Abs. 3 IVG in 

diametralen Widerspruch zum behandelnden Gastroenterologen Dr. C.___ setze, kann 

nicht gefolgt werden. Denn die pessimistische Einschätzung Dr. C.___s scheint unter 

anderem auf der Annahme zu fussen, dass die Beschwerdeführerin bei einer 

Arbeitstätigkeit über keinen Toilettenzugang verfügen würde (vgl. act. G1.3). Ein 

solcher wird von Dr. G.___ jedoch ausdrücklich als Adaptionskriterium für eine 

leidensadaptierte Tätigkeit genannt (IV-act. 72-60). Es stellt zwar einen Mangel dar, 

dass Dr. G.___ sich nicht explizit mit der Einschätzung des ehemals behandelnden 

Facharztes auseinandersetzte. Dieser wiegt jedoch nicht so schwer, dass er die 

Nachvollziehbarkeit seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung ernsthaft in Zweifel zu ziehen 

vermöchte. Darüber hinaus erachtete Dr. C.___ am 3. Juli 2019 lediglich eine 

vollzeitliche Arbeitstätigkeit als nicht mehr möglich (IV-act. 54), währenddem er am 17. 

März 2021 ohne weitergehende Begründung jegliche Tätigkeit als nicht mehr möglich 

darstellte, ohne dass er eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der 

Beschwerdeführerin beschrieben hätte (act. G1.3). Jedenfalls vermag die Einschätzung 

von Dr. C.___ keine Aspekte aufzuzeigen, welche von Dr. G.___ unberücksichtigt 

geblieben wären, und damit auch keine Zweifel am gastroenterologischen 

Teilgutachten aufkommen zu lassen.

Insgesamt ist in Übereinstimmung mit dem zuständigen Arzt vom RAD (vgl. IV-act. 

73) festzuhalten, dass auf das polydisziplinäre SMAB- Gutachten abgestellt werden 

kann. Folglich ist von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in 

leidensadaptierten Tätigkeiten auszugehen (IV-act. 72-9). Solche Tätigkeiten müssen 

das folgende Belastungsprofil berücksichtigen: Es sollten keine erhöhten 

Anforderungen an das Arbeitsgedächtnis und an die Rechtschreibung vorliegen. Die 

Arbeitseinsätze sollten planbar, regelmässig und strukturiert sein, ohne Nacht- oder 

Schichtdienst. Kurze Pausen sollten möglich sowie eine jederzeit in kurzer Frist 

erreichbare Toilette vorhanden sein. Es sollte keine Präsenzpflicht bestehen und nur 

wenig bis kein Publikumsverkehr (IV-act. 72-8).

2.4. 

https://www.swisslex.ch/doc/aol/3b482e74-06e0-4951-8164-9d24d90585a9/a1a1d458-104b-4ea1-903d-b25052d89755/source/document-link

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Verbindung mit Art. 27  der Verordnung über die Invalidenversicherung [SR 831.201]). 

Für eine gewisse Zeit wäre auch eine gänzliche Aufgabe der Erwerbstätigkeit denkbar, 

was zu einem reinen Betätigungsvergleich führen würde (vgl. Art. 28 Abs. 3 IVG i.V.m. 

Art. 27 IVV). Da angesichts der Art der Beschwerden der Beschwerdeführerin 

(Durchfälle und wiederkehrende abdominelle Schmerzen; vgl. Sachverhalt A.h.) die 

Einschränkung im Tätigkeitsbereich Haushalt sicher nicht grösser als im 

Erwerbsbereich ausfallen würde, wird im Folgenden von einer vollen Erwerbstätigkeit 

ausgegangen und der Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs bestimmt 

(vgl. E. 1.2; nachfolgend E. 3.2). Weil die Beschwerdeführerin die Frage der 

Verwertbarkeit ihrer Restarbeitsfähigkeit aufwirft (vgl. act. G1, Rz. E. 8), gilt es vorab 

diese zu prüfen (nachfolgend E. 3.1).

bis

 3.1. 

Die Möglichkeit einer versicherten Person, das verbliebene Leistungsvermögen 

auf dem allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt von den 

konkreten Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend sind rechtsprechungsgemäss 

die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der 

absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang 

auch die Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, 

Ausbildung, beruflicher Werdegang oder die Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus 

dem angestammten Bereich. Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um 

eine theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen werden kann, die 

verbliebene Leistungsfähigkeit sei unverwertbar. Er umfasst auch sogenannte 

Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen gesundheitlich 

eingeschränkte Personen mit einem sozialen Entgegenkommen des Arbeitgebers 

rechnen können. Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist insbesondere dann 

anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, 

dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht 

realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre 

und das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum Vornherein als ausgeschlossen 

erscheint (vgl. SVR 2021 IV Nr. 26 S. 80, Urteil des Bundesgerichts vom 2. Dezember 

2020, 8C_416/2020, E. 4 mit Hinweisen).

3.1.1. 

Die Beschwerdeführerin nahm nach der obligatorischen Schulzeit eine Lehre zur 

MPA in Angriff, welche sie jedoch abbrechen musste (vgl. Sachverhalt A.b.). Im 

Anschluss absolvierte sie Kurse, um als H.___ arbeiten zu können (IV-act. 11-6). Aktuell 

fertigt sie zu Hause Hundeartikel wie Leinen und Halsbänder sowie Schlüsselanhänger 

3.1.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/15

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4.

Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdegegnerin mit Mitteilung vom 7. August 

2020 einen Anspruch auf berufliche Massnahmen der Beschwerdeführerin verneinte 

(IV-act. 78). Entgegen dem von der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen 

an (IV-act. 72-4). Vor diesem Hintergrund ist vom Profil einer ungelernten Hilfsarbeiterin 

auszugehen. Aus gastroenterologischer Sicht adaptiert sind Tätigkeiten, welche einen 

Zugang zu Toiletten aufweisen und ohne Kundenkontakte stattfinden, allenfalls in 

Heimarbeit (IV-act. 72-60). Das Bundesgericht bestätigte die Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit eines Versicherten, welcher an einer chronisch entzündlichen 

Darmerkrankung litt und ungehindert Toilettenzugang benötigt (Urteil des 

Bundesgerichts vom 20. Oktober 2014, 9C_412/2014).  Und auch jene eines anderen 

Versicherten, welcher an einer vergleichbaren gastroenterologischen Problematik litt 

(Urteil vom 19. Januar 2016, 8C_858/2015 E. 3.1 und 3.4). Selbst wenn der 

Arbeitsprozess der Beschwerdeführerin kurzfristig unterbrechbar sein und ihr eine 

innert Kürze erreichbare Toilette zur Verfügung stehen muss, vermag dies mit Blick auf 

diese Rechtsprechung keine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu begründen. 

Die Beschwerdegegnerin hat daher die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu 

Recht als gegeben angesehen.

Mit der Beschwerdegegnerin (vgl. Einkommensvergleich in IV-act. 80) ist davon 

auszugehen, dass im vorliegenden Fall angesichts einer fehlenden beruflichen 

Ausbildung (vgl. vorstehend Sachverhalt A.b. sowie E. 3.1.2) sowohl hinsichtlich des 

hypothetischen Valideneinkommens als auch bezüglich des Invalideneinkommens der 

Lohn für Hilfsarbeiterinnen zugrunde zu legen ist und folglich der Einkommensvergleich 

anhand eines sogenannten Prozentvergleichs vorgenommen werden kann. Dabei 

entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter 

Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75). Angesichts der 

80%igen Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten Tätigkeiten kann die Frage 

offengelassen werden, ob ein solcher Abzug vorzunehmen ist. Denn selbst unter 

Berücksichtigung eines 20%igen Abzugs, welcher in der vorliegenden Konstellation 

sicherlich das Maximum bildet, würde noch ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad 

von 36 % (100 % - [80 % x 0.8]) resultieren. Folglich hat die Beschwerdeführerin 

keinen Anspruch auf eine Invalidenrente. Würde anstelle des ausschliesslichen 

Einkommensvergleichs in Anwendung der gemischten Methode oder des reinen 

Betätigungsvergleichs ein Anteil Haushalt/Betreuung mit einer 20% wohl 

unterschreitenden Einschränkung angerechnet, läge der Gesamtinvaliditätsgrad 

offenkundig noch tiefer.

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/15

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Verfügung vertretenen Standpunkt, die beruflichen Massnahmen seien mit dieser 

Mitteilung rechtskräftig abgeschlossen worden (IV-act. 88-3), kann von keiner 

rechtskräftigen Beurteilung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen der 

Beschwerdeführerin ausgegangen werden. Einerseits erfolgte die Verneinung eines 

solchen Anspruchs in Form einer Mitteilung gemäss Art. 51 ATSG. Eine solche wäre 

nur zulässig, wenn die Beschwerdeführerin mit der Leistungsverneinung einverstanden 

gewesen wäre (Art. 51 Abs. 1 i.V.m. Art. 49 Abs. 1 ATSG). Hiervon kann jedoch 

vorliegend angesichts des rechtsvertreterischen Protestes dagegen vom 9. September 

2020 (IV-act. 79) nicht ausgegangen werden. Darüber hinaus ersuchte der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in diesem Schreiben explizit um Erlass einer 

anfechtbaren Verfügung (IV-act. 79). Und auch im Einwand gegen den Vorbescheid 

betreffend Rente vom 9. Februar 2021 beantragte Rechtsanwalt Dr. Ritter explizit 

berufliche Massnahmen für die Beschwerdeführerin (IV-act. 85). Grundsätzlich könnte 

zwar auch der im formlosen Verfahren erlassene Entscheid wie eine Verfügung – nach 

einer bestimmten Frist – in Rechtskraft erwachsen (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. 

Aufl. 2020, N 29 zu Art. 51 ATSG). Angesichts der Eingaben von Rechtsanwalt 

Dr. Ritter vom 9. September 2020 und vom 9. Februar 2021 kann der nicht in 

Verfügungsform gekleideten Verneinung eines Anspruchs auf berufliche Massnahmen 

aber offensichtlich keine Rechtskraft zugebilligt werden. Vielmehr ist die 

Beschwerdegegnerin gehalten, ihre Mitteilung vom 7. August 2020 zu prüfen und nach 

erfolgten Abklärungen über den Anspruch auf berufliche Massnahmen der 

Beschwerdeführerin gegebenenfalls eine Verfügung zu erlassen. Hierfür wird die 

Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin überwiesen (vgl. die Weiterleitungspflicht 

des Gerichts in Art. 30 ATSG).

5.  

Die Beschwerde vom 19. März 2021 ist nach dem Gesagten abzuweisen.5.1. 

Die Sache wird zur Prüfung des Gesuchs vom 9. September 2020 betreffend 

berufliche Massnahmen zuständigkeitshalber der Beschwerdegegnerin überwiesen.

5.2. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Diese ist 

von der Beschwerdeführerin zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin anzurechnen.

5.3. 

bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/15

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde gegen die Verfügung vom 15. Februar 2021 wird abgewiesen.

2. Die Angelegenheit wird im Sinn der Erwägungen zur Prüfung des Gesuchs um 

berufliche Massnahmen zuständigkeitshalber an die Beschwerdegegnerin überwiesen.

3. Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss wird ihr im Betrag von Fr. 600.-- angerechnet.

Die unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Da der Anspruch auf berufliche Massnahmen 

nicht zum Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens zählt, ist auch diesbezüglich 

nicht von einem Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen, sodass keine 

Entschädigung erfolgen kann.

5.4. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 21.03.2022
	Art. 28 Abs. 1 IVG. Würdigung eines gastroenterologischen Teilgutachtens. Beweiskraft bejaht. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bejaht. Abweisung der Beschwerde. Art. 30 ATSG. Mitteilung betreffend berufliche Massnahmen nicht in Rechtskraft erwachsen. Überweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Prüfung des Gesuchs um Erlass einer Verfügung betreffend berufliche Massnahmen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. März 2022, IV 2021/55).

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