# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c7b5c458-39ae-5a13-85ac-729816852629
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-06-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 14.06.2006 BK 2006 25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2006-25_2006-06-14.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 14. Juni 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 06 25

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Rehli und Hubert
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

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In der strafrechtlichen Beschwerde

der F., Beschwerdeführerin,

gegen

die Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 12. Oktober 2005, mit-
geteilt am 17. Oktober 2005 und am 2. November 2005,

betreffend Schadenersatz und Genugtuung,

hat sich ergeben:

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A. Am 22. März 2002 erstattete A., Inhaberin der B. Apotheke in Chur, 
Strafanzeige gegen Unbekannt aufgrund der Entwendung von Bargeld in der 
Höhe von insgesamt Fr. 3'680.-- in der genannten Apotheke. Als Täterin vermu-
tete die Anzeigeerstatterin aufgrund ihres Verhaltens und der zeitlichen Verhält-
nisse die seit Juni 2001 angestellte Mitarbeiterin F.. Am 6. Mai 2002 wurde F. 
vorläufig festgenommen. Die Entlassung aus der Polizeihaft erfolgte am 7. Mai 
2002. Mit Verfügung vom 19. Juni 2002 eröffnete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden gegen F. eine Strafuntersuchung wegen Veruntreuung bzw. Dieb-
stahls.

B. Mit Verfügung vom 7. August 2003, mitgeteilt am 8. August 2003, 
stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden die Strafuntersuchung gegen F. we-
gen Veruntreuung bzw. Diebstahls ein. Zur Begründung wurde im Wesentlichen 
ausgeführt, dass der Angeschuldigten aufgrund des Beweisergebnisses ein Ver-
stoss gegen Art. 138 bzw. Art. 139 StGB nicht rechtsgenüglich nachgewiesen 
werden könne.

C. Am 10. Mai 2005 machte F. gestützt auf Art. 161 StPO bei der 
Staatsanwaltschaft Graubünden eine Entschädigung von Fr. 18'577.90 für An-
waltskosten, Krankenkassenkosten sowie Lohnausfall geltend. Diese Kosten 
seien ihr durch die ungerechtfertigte Strafuntersuchung entstanden. Mit Schrei-
ben vom 13. Mai 2005 wies der zuständige Untersuchungsrichter F. darauf hin, 
dass ihre Eingabe den Anforderungen an ein Begehren im Sinne von Art. 161 
StPO nicht genüge. Sie habe darzulegen, inwiefern ihr durch die Untersuchungs-
massnahmen Nachteile entstanden seien und diese detailliert zu belegen. Mit 
Schreiben vom 21. Juli 2005 ergänzte und präzisierte F. in der Folge ihre Ent-
schädigungsforderung. Sie verlangte die Bezahlung von Fr. 51'987.45 Schaden-
ersatz und Fr. 20'000.-- Genugtuung. Mit Verfügung vom 12. Oktober 2005 lehnte 
die Staatsanwaltschaft Graubünden das Entschädigungsbegehren ab. Zur Be-
gründung wurde ausgeführt, dass die mittels Entschädigungsbegehren geltend 
gemachte Forderung erst rund 21 Monate nach Erlass der massgebenden Ein-
stellungsverfügung eingereicht worden und daher verjährt sei. In diesem Sinne 
wurde verfügt:

„1. Das Gesuch um Ausrichtung einer Entschädigung bzw. Genugtuung 
gestützt auf Art. 161 StPO wird abgewiesen.

2. Für diese Verfügung werden keine Kosten erhoben.

3. (Rechtsmittelbelehrung)

4. (Mitteilung)“

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Diese Verfügung wurde F. am 17. Oktober 2005 und am 2. November 
2005 mit eingeschriebener Post zugestellt. Beide Postsendungen wurden nicht 
abgeholt.

D. Am 14. April 2006 liess F. der Staatsanwaltschaft ein mit „1. Mah-
nung“ betiteltes Schreiben zukommen, in dem sie geltend machte, sie habe den 
am 21. Juli 2005 in Rechnung gestellten Betrag von Fr. 71'987.45 noch nicht 
erhalten. Sie legte eine ergänzende Rechnung über den Betrag von Fr. 3'656.90 
bei. Mit Schreiben vom 19. April 2006 wies der zuständige Untersuchungsrichter 
F. auf die Verfügung vom 12. Oktober 2005 sowie den zweimaligen erfolglosen 
Versand derselben hin. Die Verfügung vom 12. Oktober 2005 wurde dem ge-
nannten Schreiben beigelegt. Daraufhin gelangte F. am 30. April 2006 erneut an 
die Staatsanwaltschaft und äusserte sich zu den Umständen, weshalb sie die 
fragliche Verfügung im Herbst 2005 nicht abgeholt habe. Ebenso hielt sie fest, 
dass sie auf der Übernahme der geltend gemachten Kosten bestehe. Am 10. Mai 
2006 stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden dem Kantonsgericht Graubün-
den das Schreiben von F. vom 30. April 2006 zu.

Am 15. Mai 2006 teilte das Kantonsgerichtspräsidium der Staatsanwalt-
schaft Graubünden mit, dass die Eingabe von F. als Beschwerde gegen die Ver-
fügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 12. Oktober 2005 zur Prüfung 
entgegengenommen werde. Eine Kopie dieser Mitteilung wurde F. zugestellt.

In Ihrer Vernehmlassung vom 22. Mai 2006 beantragte die Staatsanwalt-
schaft Graubünden, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten; eventualiter sei sie 
abzuweisen.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie auf die Erwä-
gungen in der angefochtenen Verfügung wird, soweit erforderlich, nachfolgend 
eingegangen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1.a. Gegen Verfügungen und Beschwerdeentscheide des Staatsan-
walts sowie von ihm vorgängig genehmigte Amtshandlungen der Untersuchungs-
organe kann bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts wegen Rechts-
widrigkeit oder Unangemessenheit Beschwerde geführt werden (Art. 138 StPO). 
Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid 

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berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung 
geltend macht (Art. 139 Abs. 1 StPO).

b. Mit Schreiben vom 30. April 2006 richtete sich F. an die Staatsanwalt-
schaft Chur und wies darin auf ihr Entschädigungs- bzw. Genugtuungsbegehren 
sowie die Gründe, weshalb sie die angefochtene Verfügung auf der Post nicht 
abgeholt habe, hin. Ebenso hielt sie fest, dass sie auf der Ausrichtung der geltend 
gemachten Forderungssumme bestehe. Diese Eingabe kann als Beschwerde 
gegen die die genannten Begehren abweisende Verfügung der Staatsanwalt-
schaft Graubünden vom 12. Oktober 2005 angesehen werden.

Als Adressatin der angefochtenen Verfügung ist F. durch diese berührt 
und hat infolge der Ablehnung ihres Entschädigungs- bzw. Genugtuungsbegeh-
rens ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung. Sie ist folglich zur Be-
schwerdeführung legitimiert.

2.a. Gemäss Art. 139 Abs. 2 StPO ist die Beschwerde innert zwanzig 
Tagen, seit der Betroffene vom angefochtenen Entscheid Kenntnis erhalten hat, 
schriftlich einzureichen. Kenntnis erhält der Betroffene mit der Zustellung des 
Entscheids; die Rechtsmittelfrist beginnt erst von diesem Zeitpunkt an zu laufen 
(PKG 2004 Nr. 10).

Vorliegend wird seitens der Staatsanwaltschaft bestritten, dass die Be-
schwerde der genannten Frist gemäss eingereicht wurde. Diese Frage ist daher 
vorab zu klären.

b. Die angefochtene Verfügung datiert vom 12. Oktober 2005 (act. 
4.58). Sie wurde von der Staatsanwaltschaft Graubünden am 17. Oktober 2005 
mit eingeschriebener Post an die damals bekannte Adresse von F. in C. versandt. 
Aufgrund eines Umleitungsauftrags der Genannten wurde die Postsendung nach 
E. weitergeleitet. Die Abholfrist wurde bis zum 26. Oktober 2005 angesetzt, lief 
indes ungenutzt ab, da F. die Postsendung nicht abholte. Daraufhin wurde die 
Verfügung an die Staatsanwaltschaft retourniert (vgl. act. 1.6). Gemäss einer Ak-
tennotiz des Untersuchungsrichteramts Chur vom 2. November 2005 (act. 1.6) 
konnte im Anschluss in Erfahrung gebracht werden, dass F. nach D. gezogen 
war. Daher wurde die Verfügung an jenem Tag mit eingeschriebener Post ein 
zweites Mal verschickt, diesmal an die neue Adresse von F. in D.. Auch dieses 
Schreiben wurde von F. nicht abgeholt und daher an die Staatsanwaltschaft re-
tourniert (vgl. act. 1.9). Der zweite Versand an F. ist aktenmässig nur durch eine 

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Aktennotiz sowie ein Schreiben des Untersuchungsrichters festgehalten. Das Zu-
stellcouvert befindet sich im Gegensatz zum ersten Versand nicht in den Akten.

Nachdem F. der Staatsanwaltschaft am 14. April 2006 ein mit „1. Mah-
nung“ betiteltes Schreiben hatte zukommen lassen, verwies der zuständige Un-
tersuchungsrichter die Beschwerdeführerin am 19. April 2006 auf die ablehnende 
Verfügung vom 12. Oktober 2005 sowie den zweimaligen erfolglosen Versand 
derselben (act. 1.9). Diesem Schreiben wurde die Verfügung vom 12. Oktober 
2005 beigelegt.

Daraufhin wandte sich F. am 30. April 2006 an den zuständigen Untersu-
chungsrichter und hielt fest, es sei korrekt, dass sie beim Versand der Rechnung 
im Juli 2005 noch in C. gewohnt habe. Sie sei aber kurz darauf umgezogen. Da 
die Poststelle in D. nur zwei Mal eine halbe Stunde täglich geöffnet habe und ihr 
die Möglichkeit gefehlt habe, die Post dort abzuholen, habe sie diese nach E. 
umleiten lassen. Dort habe sie ein Zimmer, in dem sie nächtige, und die Postöff-
nungszeiten seien besser als in D.. Allerdings sei sie im Oktober 2005 in den 
Ferien gewesen, so dass sie das Schreiben nicht habe abholen können, was sie 
hiermit entschuldige. Wieso sie im November 2005 den eingeschriebenen Brief 
nicht habe abholen können, wisse der Untersuchungsrichter ja jetzt. Aus diesem 
Schreiben ist zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin die erste Postsendung 
infolge einer Ferienabwesenheit im Oktober 2005 nicht abholte. Nicht ganz klar 
ist, ob auch die zweite Postsendung vom November 2005 nach E. weitergeleitet 
wurde und aus welchen Gründen F. diese nicht abholte, ob sie immer noch in 
den Ferien weilte oder wegen der kurzen Postöffnungszeiten. Aus den Darlegun-
gen der Beschwerdeführerin darf aber geschlossen werden, dass sie von der 
zweiten Zustellung im November 2005 wusste und die Postsendung ebenfalls 
nicht abholte.

c.aa. Eingeschriebene Postsendungen gelten nach den von der bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung aufgestellten Grundsätzen, welche mangels ab-
weichender Vorschriften auch im bündnerischen Prozessrecht anwendbar sind, 
erst in dem Zeitpunkt als zugestellt, in welchem der Adressat sie tatsächlich in 
Empfang nimmt. Geschieht dies indessen nicht innert der auf der Abholungsein-
ladung verzeichneten Frist von sieben Tagen, so gilt die Zustellung als am letzten 
Tag dieser Frist erfolgt (vgl. BGE 119 V 89; 104 Ia 466; PKG 1998 Nr. 44; 1986 
Nr. 33). Diese Zustellungsfiktion ist insbesondere im Hinblick auf Rechtsmittel-
fristen von Bedeutung, indem verhindert wird, dass deren Beginn von unsicheren 

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äusseren und persönlichen Umständen des Empfängers der Einschreibesen-
dung abhängt; eine Folge, welche sich mit dem Wesen einer gesetzlichen 
Rechtsmittelfrist nur schwer vertrüge (vgl. BGE 85 IV 113). Eingeschriebene, 
nicht abgeholte Sendungen werden daher am letzten Tag der siebentägigen Ab-
holfrist als zugestellt betrachtet, wobei die darauf folgende Rechtsmittelfrist erst 
nach Ablauf dieses Tages beginnt (vgl. PKG 2004 Nr. 10; PKG 1998 Nr. 44; PKG 
1991 Nr. 34, je mit Hinweisen).

Im vorliegenden Fall wurde die Verfügung der Staatsanwaltschaft 
Graubünden vom 12. Oktober 2005 am 17. Oktober 2005 per Einschreiben ver-
sandt. Die Abholfrist wurde von der Post bis am 26. Oktober 2005 festgesetzt 
und lief unbenutzt ab. Die Verfügung ist demnach am 26. Oktober 2005, dem 
letzten Tag der siebentägigen Frist auf der Abholungseinladung, als zugestellt zu 
betrachten. Die zwanzigtägige Beschwerdefrist nach Art. 139 Abs. 2 StPO be-
gann somit am 27. Oktober 2005 zu laufen und endete am 15. November 2005. 
Die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 30. April 2006 ist demnach grundsätz-
lich verspätet eingereicht worden. Daran ändert auch eine allfällige Ferienabwe-
senheit der Beschwerdeführerin im Oktober 2005 nichts. Mit ihrem Entschädi-
gungsgesuch vom Mai bzw. Juli 2005 hatte F. ein Verfahrensverhältnis begrün-
det und musste mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit damit rechnen, seitens 
der Staatsanwaltschaft eine Antwort zu bekommen. Sie wäre daher verpflichtet 
gewesen, sicherzustellen, dass der entsprechende behördliche Entscheid sie 
auch während einer allfälligen Ferienabwesenheit erreicht; sie hätte demnach für 
die Entgegennahme ihrer Post sorgen müssen. Zu prüfen bleibt, ob sich die 
Rechtsmittelfrist allenfalls aufgrund der zweimaligen Zustellung der Verfügung 
verlängert hat.

bb. Die zweimalige Zustellung einer Sendung und deren spätere Ent-
gegennahme durch den Adressaten ist nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung für die Frage, ob die Beschwerdefrist eingehalten worden ist, grundsätzlich 
nicht von Bedeutung (vgl. BGE 111 V 101, bestätigt in BGE 118 V 190). Dies gilt 
selbst dann, wenn ein mit Rechtsmittelbelehrung versehener Entscheid nach Ab-
lauf der ordentlichen Rechtsmittelfrist erneut zugestellt wird, da der Entscheid mit 
Ablauf der ordentlichen Rechtsmittelfrist in Rechtskraft erwächst und dem Betrof-
fenen durch eine spätere unrichtige Rechtsmittelbelehrung kein Nachteil erwach-
sen kann. Es ist somit grundsätzlich allein vom ersten Versand auszugehen. Ein-
zig wenn ein Gerichtsurteil vor Ablauf der Rechtsmittelfrist erneut versendet wird 
und keinen Hinweis enthält, dass die enthaltene Rechtsmittelbelehrung keine 

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Gültigkeit mehr hat beziehungsweise dass die ursprüngliche Rechtsmittelfrist da-
durch nicht verlängert wird, beginnt die Rechtsmittelfrist gestützt auf den Vertrau-
ensschutz ab der zweiten Zustellung erneut zu laufen (vgl. BGE 111 V 99; 118 V 
94). Mit anderen Worten kann sich die Rechtsmittelfrist gestützt auf den Vertrau-
ensschutz verlängern, wenn noch vor ihrem Ende eine entsprechende vertrau-
ensbegründende Auskunft, wie beispielsweise eine erneute Rechtsmittelbeleh-
rung, erteilt wird. Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine unrich-
tige Auskunft nämlich dann bindend, wenn die Behörde in einer konkreten Situa-
tion mit Bezug auf eine bestimmte Person gehandelt hat, sie für die Erteilung der 
betreffenden Auskunft zuständig war, die Auskunft vorbehaltlos erfolgte, die Per-
son die Unrichtigkeit des Bescheides nicht ohne weiteres erkennen konnte und 
sie im Vertrauen auf die Auskunft Vorkehrungen getroffen hat, die sie nicht ohne 
Nachteil rückgängig machen kann (PKG 2004 Nr. 10; PKG 1998 Nr. 44, je mit 
Hinweisen).

Wie bereits festgestellt, dauerte die zwanzigtägige Beschwerdefrist vorlie-
gend bis am 15. November 2005. Am 2. November 2005 – also während laufen-
der Beschwerdefrist – wurde eine zweite Zustellung vorgenommen. Diese neu-
erliche Zustellung enthielt keinerlei Hinweis, dass die Rechtsmittelfrist bereits mit 
der erstmaligen Zustellung zu laufen begonnen habe und dass mit der erneuten 
Übermittlung keine neue Frist ausgelöst werde. Gestützt auf die Rechtsprechung 
zum Vertrauensschutz steht somit fest, dass die vor Ablauf der Beschwerdefrist 
erfolgte, nochmalige Zustellung der mit der vorbehaltlosen Rechtsmittelbeleh-
rung versehenen Verfügung vom 12. Oktober 2005 eine neue Beschwerdefrist 
auslöste. Die neue Beschwerdefrist begann nach Ablauf der siebentägigen Ab-
holfrist der Post. Diese Frist ist nicht urkundenmässig dokumentiert, begann aber 
spätestens Mitte November 2005, so dass die neue Beschwerdefrist spätestens 
in der ersten Hälfte des Monats Dezember 2005 endete. Daran ändern weder 
eine allfällige Ferienabwesenheit noch allfällige kurze Öffnungszeiten der Post in 
D. nichts. Wie bereits erwähnt, hätte F. sich in einem solchen Fall entsprechend 
organisieren können bzw. müssen. Die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 30. 
April 2006 ist demnach auch im Hinblick auf die zweite Beschwerdefrist verspätet 
eingereicht worden.

cc. Keine neue Beschwerdefrist eröffnete nach der zitierten Rechtspre-
chung die Zustellung der Verfügung vom 12. Oktober 2005 als Beilage zum 
Schreiben des zuständigen Untersuchungsrichters vom 19. April 2006. Einerseits 
handelte es sich bloss um ein zur Information als Briefbeilage mitgeschicktes Ex-

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emplar der fraglichen Verfügung. Anderseits erfolgte die Zustellung mehrere Mo-
nate nach Ablauf der zweiten Beschwerdefrist, so dass damit klar keine neue 
Beschwerdefrist ausgelöst wurde.

d. Aufgrund des Gesagten erfolgte die Beschwerdeerhebung durch F. 
klar verspätet, weshalb auf die Beschwerde nicht eingetreten werden kann. Of-
fenbleiben kann unter diesen Umständen die Frage, ob F. nicht nur die Pflicht 
gehabt hätte, während einer allfälligen Abwesenheit für die Entgegennahme der 
Post zu sorgen, sondern ob jene aufgrund ihres Entschädigungsbegehrens so-
gar, wie von der Staatsanwaltschaft vorgebracht, eine eigentliche Erkundigungs-
pflicht getroffen hätte.

3.a. Für die Kostentragung sind im Beschwerdeverfahren die Art. 154 - 
161 StPO massgeblich (Art. 139 Abs. 3 StPO). Wer ohne Erfolg ein Rechtsmittel 
eingelegt hat oder dieses zurückzieht, trägt in der Regel die Kosten des Rechts-
mittelverfahrens. Die Rechtsmittelinstanz kann aus Billigkeitsgründen die Kosten 
ganz oder teilweise auf die Staatskasse nehmen (Art. 160 Abs. 1 und 2 StPO).

b. Im vorliegenden Fall legte F. ohne Erfolg ein Rechtsmittel ein, so 
dass sie grundsätzlich kostenpflichtig wird. Zu beachten ist allerdings, dass sie 
sich mit ihren Begehren nicht direkt an die Beschwerdekammer des Kantonsge-
richts, sondern an die Staatsanwaltschaft richtete und somit an sich keinen klaren 
Beschwerdewillen bekundete. Das fragliche Schreiben vom 30. April 2006 wurde 
von der Staatsanwaltschaft indes an das Kantonsgericht weitergeleitet, welches 
die Eingabe als Beschwerde entgegennahm. Über diesen Umstand wurde F. mit 
Schreiben des Kantonsgerichtspräsidiums vom 15. Mai 2006 informiert. Ebenso 
wurde ihr am 23. Mai 2006 vom Kantonsgericht eine Kopie der Vernehmlassung 
der Staatsanwaltschaft vom 22. Mai 2006 zugestellt. Wäre F. mit der Durch-
führung des Beschwerdeverfahrens nicht einverstanden gewesen, hätte sie sich 
aufgrund der erwähnten Schreiben dagegen zur Wehr setzen können, was sie 
indes nicht tat. In Würdigung aller Umstände erscheint es als angemessen, die 
der Beschwerdeführerin aufzuerlegende Gebühr auf einen Minimalbetrag, mithin 
Fr. 200.--, festzulegen.

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten von Fr. 200.-- gehen zu Lasten der Beschwerdeführerin.

3. Mitteilung an:

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Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: