# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 81cbb3a5-d3a6-5c62-ac9a-349f922afdeb
**Source:** Uri (UR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-10-07
**Language:** de
**Title:** Uri Obergericht Strafrechtliche Abteilung 07.10.2016 2016_OG S 16 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/UR_Gerichte/UR_OG_003_2016-OG-S-16-8_2016-10-07.pdf

## Full Text

Strafprozessordnung. Art. 399 Abs. 3, Art. 403 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 StPO. 
Infolge Nichteinreichung einer Berufungserklärung innerhalb der in Art. 399 
Abs. 3 StPO vorgesehenen zwanzigtägigen Frist, was einer verspäteten 
Einreichung gleichzusetzen ist, ist gestützt auf Art. 403 Abs.1 lit. a StPO auf die 
Berufung nicht einzutreten. Fehlt es an einer schriftlichen Berufungserklärung, 
ist auf die Berufung ohne weiteren Schriftenwechsel (Art. 403 Abs. 2 StPO) 
nicht einzutreten.  
 
Obergericht, 7. Oktober 2016, OG S 16 8  
 

Aus den Erwägungen: 

 
 1. Gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO hat die Partei, die Berufung angemeldet hat, dem 
Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine 
schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Der Berufungskläger nahm das begründete 
Urteil am 30. August 2016 in Empfang. Die 20-tägige Berufungserklärungsfrist endete 
demnach am 19. September 2016 (Art. 90 Abs. 1 und Art. 91 Abs. 1 und 2 StPO). Der 
Berufungskläger reichte innert dieser Frist keine Berufungserklärung ein. Gestützt auf Art. 
403 Abs. 1 StPO hat das Berufungsgericht in einem schriftlichen Verfahren über das 
Eintreten auf die Berufung zu befinden. Infolge Nichteinreichung einer Berufungserklärung 
innerhalb der in Art. 399 Abs. 3 StPO vorgesehenen 20-tägigen Frist, was einer verspäteten 
Einreichung gleichzusetzen ist, ist gestützt auf Art. 403 Abs. 1 lit. a StPO auf die Berufung 
nicht einzutreten.  
 
 2. Gemäss Art. 403 Abs. 2 StPO gibt das Berufungsgericht den Parteien Gelegenheit 
zur Stellungnahme. Fehlt es – wie vorliegend – an einer schriftlichen Berufungserklärung, ist 
auf die Berufung ohne weiteren Schriftenwechsel nicht einzutreten (BGE 6B_458/2013 vom 
04.11.2013 E. 1.4.2; vergleiche dazu auch Hug/Scheidegger, in Donatsch/Hansjakob/Lieber 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl., Zürich 2014, Art 403 
N. 6 mit Hinweisen). 
 
 3. Der Umstand, dass der Berufungskläger die Berufungsanmeldung vom 4. Juli 2016 
mit Eingabe vom 21. September 2016, also nach Ablauf der 20-tägigen Frist zurückzog, 
ändert nichts am vorliegenden Beschluss, dass in Nachachtung von Art. 403 Abs. 1 lit. a 
StPO ein Nichteintretensentscheid und nicht wie bei einer fristgerecht eingereichten 
Berufungserklärung ein Abschreibungsbeschluss im Sinne von Art. 386 Abs. 2 StPO gefällt 
wird. 

 
 4. Damit tritt die Rechtskraft des Urteils des Landgerichtsvizepräsidiums Uri PSA 15 44 
vom 28. Juni 2016 rückwirkend auf den Tag, an dem der Entscheid gefällt worden ist, per 28. 
Juni 2016, ein (Art. 437 Abs. 1 lit. c und Abs. 2 StPO).