# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd831fcc-45b5-5e82-80c3-b1dab536420c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 08.06.2017 S 2016 89
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2016-89_2017-06-08.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 16 89

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Moser
Richter Stecher, Audétat 

Aktuarin Baumann-Maissen

URTEIL

vom 8. Juni 2017

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Portmann,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____ ist geschieden und Mutter dreier Kinder. Nach der Geburt ihres 

ersten Kindes zog sie sich aus dem Arbeitsmarkt zurück, nahm jedoch 

bereits im Jahr 1994 eine teilzeitliche Erwerbstätigkeit als Raumpflegerin 

bei der B._____ auf. Am 1. September 2001 begann sie bei der C._____ 

AG mit einem Pensum von 60 % zu arbeiten. Dieses Arbeitsverhältnis 

löste die C._____ AG mit Schreiben vom 27. März 2014 per 30. Septem-

ber 2014 auf, nachdem bei A._____ im Oktober 2012 ein Darmkrebs dia-

gnostiziert wurde und sie in der Folge ihre Arbeitstätigkeit nur mehr mit 

einem Pensum von höchstens 30 % aufgenommen hatte. 

2. Bereits am 27. März 2013 hatte sich A._____ bei der IV-Stelle des Kan-

tons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbezug angemel-

det. Die IV-Stelle klärte daraufhin die erwerbliche und medizinische Situa-

tion von A._____ ab. Am 30. April 2013 schloss sie die Eingliederungs-

massnahmen ab. Am 12. Februar 2015 führte sie alsdann im Beisein von 

A._____ bei ihr zu Hause eine Abklärung durch. Aufgrund der Ergebnisse 

dieser Haushaltsabklärung sowie der medizinischen Akten stellte die IV-

Stelle anschliessend in Aussicht, A._____ für die Zeit vom 1. Oktober 

2013 bis zum 28. Februar 2015 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. 

Aufgrund dieser Beurteilung wandte sich A._____ an Rechtsanwalt lic. iur. 

Peter Portmann. Dieser teilte der IV-Stelle daraufhin unter Hinweis auf die 

Anwaltsvollmacht vom 4. Juni 2015 mit, fortan die Interessen von A._____ 

zu wahren. Gleichzeitig ersuchte er um Akteneinsicht, welche ihm ge-

währt wurde. Mit Verfügung vom 12. Juni 2015 sprach die IV-Stelle 

A._____ in der Folge für die Zeit ab dem 1. Oktober 2013 bei einem Inva-

liditätsgrad von 47.92 % eine Viertelsrente, ab dem 1. Oktober 2014 bis 

Februar 2015 bei einem Invaliditätsgrad von 52 % eine halbe Invaliden-

rente zu. Im Übrigen verneinte sie den Rentenanspruch von A._____. Am 

6. Juni 2016 erkundigte sich der Rechtsvertreter von A._____ telefonisch 

bei der IV-Stelle nach dem Stand des Verfahrens. Die IV-Stelle teilte ihm 

mit, über das Rentengesuch von A._____ mit Verfügung vom 12. Juni 

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2015 entschieden zu haben, und stellte ihm die fragliche Verfügung am 

7. Juni 2016 per E-Mail zu.

3. Am 7. Juli 2016 reichte A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden gegen die 

Rentenverfügung vom 12. Juni 2015 ein. Darin beantragte sie, die Verfü-

gung der IV-Stelle vom 12. Juni 2015 sei aufzuheben und es sei ihr bei 

einem Invaliditätsgrad von 100 % ab dem 1. Mai 2015 eine ganze Invali-

denrente auszurichten. Eventualiter sei die Erstellung eines polydiszi-

plinären Gutachtens anzuordnen, mit welchem fachärztlich bestätigt wer-

den solle, inwiefern die Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung ihrer 

körperlich-funktionellen und seelischen Leiden sowohl in ihrer ange-

stammten als auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit arbeitsunfähig 

sei. Subeventuell sei die Verfügung der IV-Stelle vom 12. Juni aufzuhe-

ben und die Sache sei im Sinne der Erwägungen zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. In formeller Hinsicht ersuchte die Be-

schwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Die 

Beschwerdeführerin rügte in der Beschwerdeschrift die von der IV-Stelle 

vorgenommene Berechnung des (ungewichteten) Invaliditätsgrads im er-

werblichen Bereich wie auch im Haushalt.

4. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 10. August 2016 

die kostenfällige Abweisung der Beschwerde und wies die von der Be-

schwerdeführerin erhobenen Einwände als unbegründet zurück. 

5. Mit Schreiben vom 11. August 2016 reichte die Beschwerdeführerin Arzt-

zeugnisse von Dr. med. D._____ vom 8. August 2016 sowie von Dr. med. 

E._____ vom 22. August 2016 ein. Am 22. August 2016 liess die Be-

schwerdeführerin dem Gericht ein weiteres Arztzeugnis zukommen. 

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6. Im Schreiben vom 22. August 2016 machte die IV-Stelle geltend, die 

nachgereichten Arztzeugnisse könnten im vorliegenden Verfahren nicht 

berücksichtigt werden, da praxisgemäss jener Sachverhalt massgebend 

sei, der sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfü-

gung verwirklicht habe. 

7. In der Replik vom 26. September 2016 hielt die Beschwerdeführerin an 

ihren Anträgen fest und nahm zu den Ausführungen der IV-Stelle Stel-

lung. Am 4. Oktober 2016 verzichtete die IV-Stelle auf eine Stellungnah-

me.

8. Mit prozessleitender Verfügung vom 9. Mai 2017 forderte die Instruktions-

richterin die Beschwerdeführerin auf, betreffend das Gesuch um Bewilli-

gung der unentgeltlichen Rechtspflege die letzte amtliche Verkehrswert-

schätzung betreffend die Liegenschaft der Beschwerdeführerin in 

X._____ einzureichen sowie eine Bestätigung der Graubündner Kanto-

nalbank (Hypothekargläubigerin) beizubringen, ob die Hypothek von der-

zeit Fr. 219'000.-- erhöht werden könne und wenn ja, in welchem Umfang. 

Mit Schreiben vom 24. Mai 2017 reichte die Beschwerdeführerin die ge-

wünschten Unterlagen ein.

Auf die weiteren Ausführungen der Beschwerdeführerin und die einge-

reichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-

wägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Rentenverfügung der 

IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 12. Juni 2015. Solche Anordnun-

gen können beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als zu-

ständigem Versicherungsgericht angefochten werden (Art. 57 des Bun-

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desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

[ATSG; SR 830.1] und Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Die Be-

urteilung der vorliegenden Beschwerde fällt folglich in die Zuständigkeit 

des angerufenen Gerichts. Als formelle und materielle Verfügungsadres-

satin ist die Beschwerdeführerin vom angefochtenen abschlägigen Ren-

tenentscheid überdies unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an dessen Aufhebung oder Abänderung. Demnach ist sie zur 

Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). 

Ausserdem hat die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift den 

massgeblichen Sachverhalt dargelegt, Rechtsbegehren formuliert und 

begründet, weshalb sie die angefochtene Rentenverfügung für unrichtig 

erachtet (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. b ATSG). Damit liegen die für 

ein Eintreten zu erfüllenden Prozessvoraussetzungen vor, wenn die Be-

schwerdeführerin mit der Beschwerdeschrift vom 7. Juli 2016 fristgerecht 

beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben hat. 

b) Gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG ist die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen 

nach der Eröffnung des Einspracheentscheides oder der Verfügung, ge-

gen welche eine Einsprache – wie vorliegend (Art. 57a IVG i.V.m. Art.  73 

ff. der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) – 

ausgeschlossen ist, einzureichen. Diese gesetzliche Beschwerdefrist 

kann nicht erstreckt werden (Art. 40 Abs. 1 ATSG). Sie beginnt am Tag 

nach der Eröffnung des angefochtenen Entscheids zu laufen (Art. 38 

Abs. 1 ATSG). Dabei bezeichnet die Eröffnung die gehörige Bekanntgabe 

des Entscheides an die Parteien. Sie erfolgt in der Regel schriftlich auf 

dem C._____weg an die Parteien. Hat eine Partei einen Vertreter manda-

tiert und die zuständige Behörde über dieses Vertretungsverhältnis in 

Kenntnis gesetzt, so hat der Versicherungsträger seine Mitteilungen an 

den Vertreter der Partei zu richten, solange die Vollmacht nicht widerrufen 

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wurde (Art. 37 Abs. 3 ATSG). Dies schliesst es freilich nicht aus, dass der 

Versicherungsträger eine Anordnung nicht nur dem Vertreter, sondern 

zusätzlich auch der Partei eröffnet. In diesem Fall stellt jedoch die an den 

Vertreter ergangene Mitteilung das fristauslösende Ereignis dar (Urteil 

des Bundesgerichts 9C_781/2010 vom 10. November 2010 E.2.2). Nach 

Art. 39 Abs. 1 i.V.m. Art. 60 Abs. 2 ATSG ist die 30-tägige Frist gewahrt, 

wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim erstin-

stanzlichen Versicherungsgericht eingereicht oder zuhanden desselben 

insbesondere der Schweizerischen Post zur Zustellung übergeben wird. 

Läuft die Frist ungenutzt ab, so erwächst der Verwaltungsentscheid in 

(formelle) Rechtskraft mit der Wirkung, dass das erstinstanzliche Gericht 

auf eine verspätet eingereichte Beschwerde nicht eintreten darf (BGE 134 

V 49 E.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_781/2010 vom 10. November 

2010 E.2.1). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung trägt die 

Behörde die Beweislast für die ordnungsgemässe Eröffnung und den 

Zeitpunktes der Zustellung. Wird die Tatsache oder das Datum der Zu-

stellung nicht eingeschriebener Sendungen bestritten, muss daher im 

Zweifel auf die Darstellung des Empfängers abgestellt werden (BGE 129 I 

8 E.2.2, 124 V 400 E.2a; EGLI, in: WALDMANN/WEISSENBERGER [Hrsg.], 

Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz [nachfolgend als Praxis-

kommentar bezeichnet], 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 20 N. 17). 

Demgegenüber hat die Beschwerdeführerin die Rechtzeitigkeit der Be-

schwerdeführung nachzuweisen. Für die Beweisführung gilt im einen wie 

im anderen Fall der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit (KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., 

Bern/St. Gallen/Zürich 2015, Art. 49 N. 51).

c) Im vorliegenden Fall steht fest und ist unbestritten geblieben, dass der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin der IV-Stelle mit Schreiben vom 

4. Juni 2015 unter Hinweis auf die beigelegte Anwaltsvollmacht mitteilte, 

fortan die Interessen der Beschwerdeführerin zu wahren (IV-act. 77). 

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Dennoch stellte die IV-Stelle die angefochtene Rentenverfügung einzig 

der Beschwerdeführerin mit nicht eingeschriebener C._____ zu. Dadurch 

hat sie Art. 37 Abs. 3 ATSG verletzt, womit die fragliche Eröffnung man-

gelhaft ist. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die fragliche Eröffnung 

schlechthin nichtig wäre und deshalb keine Rechtswirkung entfalten wür-

de. Aus dem in Art. 49 Abs. 3 letzter Satz ATSG verankerten Grundsatz, 

dass den Parteien aus einer mangelhaften Eröffnung keine Nachteile er-

wachsen dürfen, folgt vielmehr, dass dem beabsichtigten Rechtsschutz 

schon dann Genüge getan wird, wenn eine objektiv mangelhafte Eröff-

nung trotz ihres Mangels ihren Zweck erreicht hat. Folglich ist jeweils auf-

grund der konkreten Umstände des Einzelfalls zu prüfen, ob die betroffe-

ne Versicherte durch den gerügten Eröffnungsmangel tatsächlich irrege-

führt und benachteiligt worden ist. Davon ist auszugehen, wenn die Eröff-

nung als solche beispielsweise so mangelhaft ist, dass die Verfügungs-

adressatin nicht in den Besitz aller Element gelangt, die zur Wahrung ih-

rer Interessen erforderlich sind. In diesem Fall wird der Fristlauf nicht 

ausgelöst. Hat die Verfügungsadressatin jedoch Kenntnis von der man-

gelhaft eröffneten Verfügung erhalten, so erscheint es zumutbar, dass sie 

sich innert nützlicher Frist darum bemüht, den Inhalt und die Begründung 

der Verfügung in Erfahrung zu bringen, um über die Ergreifung eines 

Rechtsmittels zu entscheiden. Welche Bemühungen von ihr verlangt wer-

den können, ist unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls auf-

grund des verfassungsmässigen Grundsatzes von Treu und Glauben 

(Art. 5 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft [BV]) zu entscheiden, an welchem die Berufung auf Formmängel 

ihre Grenze findet. Die Rechtsmittelfrist beginnt spätestens mit der ord-

nungsgemässen Zustellung an den Vertreter zu laufen (vgl. zum Ganzen: 

BGE 132 I 249 E.6, Urteil des Bundesgerichts 9C_781/2010 vom 10. No-

vember 2010 E.2.2; UHLMANN/SCHILLING-SCHWANK, Praxiskommentar, 

Art. 38 N. 12; KÖLZ/ HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwal-

tungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 643). 

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d) Im vorliegenden Fall behauptet die Beschwerdeführerin, die Rentenverfü-

gung vom 12. Juni 2015 nicht erhalten zu haben. Dass diese Parteibe-

hauptung unzutreffend und die interessierende Verfügung der Beschwer-

deführerin zugegangen ist, vermag die IV-Stelle nicht zu beweisen, da sie 

über keine entsprechenden Zustellungsbelege verfügt (IV-act. 78). Folg-

lich ist nicht erstellt, dass die interessierende Verfügung der Beschwerde-

führerin ordnungsgemäss zugestellt wurde. Fest steht dagegen, dass die 

der Beschwerdeführerin in der angefochtenen Verfügung zugesproche-

nen Rentenzahlungen direkt an die F._____ als verrechnungsberechtigte 

Krankentaggeldversicherung überwiesen wurden (IV-act. 75). Demnach 

erfuhr die Beschwerdeführerin auch auf diesem Wege nichts von der an-

gefochtenen Rentenverfügung (vgl. dazu im Übrigen: Urteil des Verwal-

tungsgerichts des Kantons Graubünden S 10 138 vom 25. November 

2010 E.3). Damit erhielt die Beschwerdeführerin erstmals Kenntnis von 

der angefochtenen Verfügung, als ihr Rechtsvertreter sich am 6. Juni 

2016 über den Stand des Rentenverfahrens erkundigte, worauf ihm die 

IV-Stelle die interessierende Rentenverfügung am 7. Juni 2016 per E-Mail 

zustellte (Beilage der Beschwerdeführerin [Bf-act.] 1). Wenngleich nicht 

von der Hand zu weisen ist, dass sich der Rechtsvertreter der Beschwer-

deführerin bereits früher bei der IV-Stelle über den Stand des Rentenver-

fahrens hätte erkundigen können, erscheint sein Zuwarten angesichts der 

bekannten Überlastung der IV-Stelle durchaus verständlich und kann 

nicht als sorgfaltswidrig eingestuft werden. Im vorliegenden Fall begann 

daher die 30-tägige Beschwerdefrist erst am Tag nach der nachträglichen 

Mitteilung der angefochtenen Verfügung mit E-Mail vom 7. Juni 2016, d.h. 

am 8. Juni 2016, zu laufen und endete folglich am 7. Juli 2016. Die Be-

schwerdeführerin hat demnach mit der gleichentags der Post zur Zustel-

lung übergebenen Beschwerdeschrift vom 7. Juli 2016 fristgerecht beim 

Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben. Somit ist auf die vorliegende 

Beschwerde einzutreten. 

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2. a) Diese Beschwerde richtet sich gegen die Rentenverfügung der IV-Stelle 

vom 12. Juni 2015. Darin sprach die IV-Stelle der Beschwerdeführerin für 

die Zeit ab 1. Oktober 2013 eine Viertelsrente und ab 1. Oktober 2014 bis 

zum 28. Februar 2015 eine halbe Invalidenrente zu (IV-act. 74 S. 10). Die 

Beschwerdeführerin beantragt in ihrem Hauptantrag, die fragliche Verfü-

gung sei aufzuheben und es sei ihr bei einem Invaliditätsgrad von 100 % 

ab dem 1. März 2015 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventuell 

ersucht sie das Gericht, ein polydisziplinäres Gutachten einzuholen; sub-

eventuell die Angelegenheit zu ergänzender Abklärung und neuem Ent-

scheid an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. Sachverhalt Ziff. 3). 

b) Nach dem Wortlaut dieser Rechtsbegehren würde die Beschwerdeführe-

rin beantragen, die befristete Rentenzusprache aufzuheben. Aus der Be-

gründung in der Beschwerdeschrift vom 7. Juli 2016 sowie der Replik vom 

26. September 2016 geht jedoch hervor, dass die Beschwerdeführerin die 

entsprechende Anordnung nur insofern beanstandet, als die IV-Stelle an-

nimmt, die gesundheitliche Verfassung der Beschwerdeführerin habe sich 

per 1. Dezember 2014 derart verbessert, dass kein rentenbegründender 

Invaliditätsgrad mehr vorliege und mit dieser Begründung die mit Wirkung 

ab dem 1. Oktober 2014 zugesprochene halbe Rente per 1. März 2015 

aufhebt. Diese Beurteilung erachtet die Beschwerdeführerin als unzutref-

fend und verlangt anstatt der verfügten Rentenaufhebung auf diesen Zeit-

punkt hin eine Erhöhung der zugesprochenen Rente. Entgegen dem inso-

fern irreführenden Wortlaut ihrer Rechtsbegehren ersucht die Beschwer-

deführerin das Gericht folglich, die angefochtene Verfügung dahingehend 

abzuändern, als ihr mit Wirkung ab dem 1. März 2015 eine ganze Invali-

denrente zuzusprechen sei. Die Beschwerdeführerin hat die Verfügung 

vom 12. Juni 2015 demzufolge insoweit nicht angefochten, als ihr die IV-

Stelle darin für die Zeit ab 1. Oktober 2013 eine Viertelsrente und ab 1. 

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Oktober 2014 bis zum 28. Februar 2015 eine halbe Invalidenrente zuer-

kannt hat. 

c) Wenn die Verwaltung einer Versicherten eine befristete Rente zuspricht 

und beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten 

wird, hat dies rechtsprechungsgemäss indessen nicht eine Einschränkung 

des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, 

dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung aus-

geklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d). Die gerichtliche Prüfung hat 

vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere-

gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhe-

bung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 

31. Oktober 2006 E.2.3). Nachfolgend ist deshalb der Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2013 zu überprü-

fen.

3. a) Die Beschwerdeführerin hat mit Schreiben vom 11. sowie 22. August 

2016 insgesamt drei Arztzeugnisse eingereicht, mit denen sie eine 

während des Beschwerdeverfahrens eingetretene Verschlechterung ihrer 

gesundheitlichen Verfassung beweisen möchte. Diese Arztzeugnisse sind 

nach der Auffassung der IV-Stelle im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

nicht zu beachten, da sie sich auf den nach Abschluss des vorinstanzli-

chen Verfahrens bestehenden Gesundheitszustand der Beschwerdefüh-

rerin beziehen. 

b) Wird das Gericht im Rahmen der nachträglichen Rechtspflege als Be-

schwerdeinstanz angerufen, so hat es seiner Entscheidung den Sachver-

halt zugrunde zu legen, wie er sich bis zum Abschluss des vorinstanzli-

chen Verfahrens verwirklicht hat. Von diesem Grundsatz kann es in Aus-

nahmefällen aus prozessökonomischen Gründen abweichen und den 

Streitgegenstand insbesondere in zeitlicher Hinsicht ausdehnen, wenn 

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sich der rechtserhebliche Sachverhalt nach dem Erlass der angefochte-

nen Verfügung verändert hat und diese Veränderung mit hinreichender 

Sicherheit erstellt ist (BGE 130 V 138 E.2.1, Urteile des Bundesgerichtes 

9C_549/2015 vom 29. Januar 2016 E.2, 9C_540/2015 vom 15. Oktober 

2015 E.3.1, 9C_599/2009 vom 14. September 2009 E.2.2.1). Diese für 

die Ausdehnung des Streitgegenstands zu erfüllenden tatsächlichen Vor-

aussetzungen sind vorliegend nicht gegeben. Die Beschwerdeführerin hat 

zum Beweis der geltend gemachten Verschlechterung ihres Gesundheits-

zustands lediglich drei Arztzeugnisse eingereicht (Bf-act. 5-7). In diesen 

wird ihr von ihren behandelnden Ärzten, Dr. med. D._____ und Dr. med. 

E._____, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 8. August bis 

zum 31. Oktober 2016 attestiert, ohne dass die ausstellenden Ärzte an-

geben, an welcher Krankheit die Beschwerdeführerin leidet und inwiefern 

ihr funktionelles Leistungsvermögen dadurch beeinträchtigt wird. Das Ge-

richt hat somit keine Möglichkeit, die Validität der bescheinigten Arbeits-

unfähigkeit zu überprüfen. Die eingereichten Arztzeugnisse sind daher 

von vornherein nicht geeignet, die behauptete Verschlechterung der Ar-

beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mit hinreichender Sicherheit zu 

beweisen. Dies gilt umso mehr, als nach der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung im Streitfall selbst Arztberichte von behandelnden Ärzten kaum 

je genügen, um die Arbeitsfähigkeit einer Versicherten mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nachzuweisen (vgl. 140 V 193 E.3.1, BGE 135 V 465 

E.4.4, 124 I 170 E.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_391/2016 vom 4. No-

vember 2016 E.3.4; FLÜCKIGER, in: STEIGER-SACKMANN/MOSIMANN [Hrsg.], 

Recht der Sozialen Sicherheit [nachfolgend: Soziale Sicherheit], Basel 

2014, Rz. 4.145). Folglich können das Arztzeugnis von Dr. med. D._____ 

vom 8. August 2016 (Bf-act. 5) sowie die Arztzeugnisse von Dr. med. 

E._____ vom 22. August 2016 (Bf-act. 6) und 19. Oktober 2016 (Bf-act. 7) 

im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht berücksichtigt werden.

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4. a) Es bleibt der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ab dem 1. Oktober 

2013 zu prüfen. Bei erwerbstätigen Versicherten ist der rentenbegrün-

dende Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestim-

men (Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG). Dazu wird das 

Erwerbseinkommen, welches die versicherte Person nach Eintritt der In-

validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung sowie all-

fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 

bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein-

kommen), in Beziehung gesetzt zu dem Erwerbseinkommen, das sie er-

zielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Validenein-

kommen). Diese allgemeine Methode des Einkommensvergleichs wird 

ergänzt durch die Untervarianten des Schätzungs- und Prozentvergleichs 

(BGE 141 V 15 E.3.2). Abweichend von diesen Methoden der Invaliditäts-

bemessung wird der rentenbegründende Invaliditätsgrad bei nicht er-

werbstätigen Versicherten bestimmt, die im Aufgabenbereich tätig sind 

und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden 

kann. In diesen Fällen ist für die Bemessung des rentenbegründenden In-

validitätsgrads entscheidend, in welchem Masse Versicherte unfähig sind, 

sich im Aufgabenbereich zu betätigen (sog. Betätigungsvergleich; Art. 28a 

Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 3 ATSG). Bei Versicherten, die nur zum Teil 

erwerbstätig oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 

Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 

ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so 

ist die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG zu bestim-

men. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent-

geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der 

Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditäts-

grad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen 

(Art. 28a Abs. 3 IVG). Hierbei handelt es sich um die gemischte Methode 

der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E.3.2, BGE 134 V 9, 130 V 

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393 E.3.3; Urteile des Bundesgerichts 9C_497/2015 vom 22. Dezember 

2015 E.4, 8C_685/2014 vom 22. Mai 2015 E.5.3).

b) Die IV-Stelle hat die Beschwerdeführerin in der angefochtenen Verfügung 

als Teilerwerbstätige eingestuft und den streitigen Invaliditätsgrad anhand 

der gemischten Methode bestimmt. Dabei ist sie bei der Festlegung der 

Anteile der Erwerbs- und Haushaltstätigkeit davon ausgegangen, dass die 

Beschwerdeführerin als Gesunde ihre Tätigkeit bei der C._____ AG mit 

einem 60 % Pensum fortgeführt hätte und ordnete die restlichen 40 % der 

Gesamttätigkeit der Haushaltsführung zu. Diese Beurteilung stützt sich 

einerseits auf die Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der Haus-

haltsabklärung (Abklärungsbericht Haushalt vom 12. Februar 2015 [IV-

act. 63] S. 3 und S. 11), andererseits auf die Angaben der Beschwerde-

führerin in der gleichentags ausgefüllten sowie unterzeichneten Bestäti-

gung der Erwerbstätigkeit bei Gesundheit (IV-act. 62). In beiden Fällen 

gab die Beschwerdeführerin an, sie hätte als Gesunde weiterhin mit ei-

nem Pensum von 60 % für die C._____ AG gearbeitet, da dieses Ein-

kommen für die Deckung ihrer Lebenshaltungskosten ausgereicht hätte. 

Es besteht kein Anlass, an der Richtigkeit dieser mit der allgemeinen Le-

benserfahrung übereinstimmenden Aussagen der Beschwerdeführerin zu 

zweifeln, die im vorliegenden Verfahren im Übrigen nicht infrage gestellt 

werden. Die von der IV-Stelle vorgenommene Aufteilung zwischen Er-

werbs- und Haushaltstätigkeit ist folglich nicht zu beanstanden (vgl. dazu 

insbesondere BGE 141 V 15). Der streitige Invaliditätsgrad ist demnach 

nach der gemischten Methode mit einer Gewichtung des erwerblichen Be-

reichs mit 60 % und des Haushalts mit 40 % zu bestimmen. Davon geht 

denn auch die Beschwerdeführerin aus. Sie ist jedoch der Meinung, die 

IV-Stelle habe den (ungewichteten) Invaliditätsgrad im erwerblichen Be-

reich wie auch im Haushalt falsch berechnet. Anschliessend ist zunächst 

zu untersuchen, ob die IV-Stelle den (ungewichteten) Invaliditätsgrad im 

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erwerblichen Bereich korrekt ermittelt hat. In einem weiteren Schritt wird 

derselben Frage in Bezug auf die Haushaltstätigkeit nachzugehen sein.

5. a) Was den erwerblichen Bereich betrifft, bringt die Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen vor, unter erheblichen Darmproblemen zu leiden. Ständige 

Bauchschmerzen begleitet von Rückenbeschwerden sowie zahlreichen 

Toilettengänge prägten ihren Alltag. Während der Nacht fände sie bei an-

haltenden Schmerzen keinen Schlaf. Diese Beschwerden erlaubten es ihr 

nicht, einer Erwerbstätigkeit mit einem Pensum von 30 % nachzugehen. 

Ein solches Arbeitspensum würde einer Präsenzzeit von anderthalb Ar-

beitstagen pro Woche entsprechen. Der Beschwerdeführerin sei es aber 

nicht möglich, an einem Tag ungefähr 8.5 Stunden durchgehend zu arbei-

ten. Folglich müsste das 30%ige Stellenpensum auf fünf Arbeitstage auf-

geteilt werden. Daraus würde sich eine Arbeitszeit von rund 2.5 Stunden 

pro Tag ergeben. In dieser Form habe die Beschwerdeführerin ihre Arbeit 

bei der C._____ AG im Juni 2013 aufgenommen, wobei ihr ermöglicht 

worden sei, sitzend und bei der Toilette zu arbeiten. Der C._____ AG ha-

be jedoch eine solchermassen beschränkte Arbeitsfähigkeit nicht genügt, 

weshalb sie das Arbeitsverhältnis mit ihrer langjährigen Mitarbeiterin per 

30. September 2014 aufgelöst habe. Es sei nicht erkennbar, welche lei-

densadaptierten Arbeitstätigkeiten die Beschwerdeführerin derzeit über-

haupt noch ausführen könne. Die von der IV-Stelle genannten Verwei-

sungstätigkeiten kämen nicht infrage, könnte die Beschwerdeführerin die-

se doch weder sitzend noch in der Nähe der Toilette ausführen. Eine all-

fällige Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erwiese sich folglich 

nicht als verwertbar, weshalb der Beschwerdeführerin kein Invalidenein-

kommen anzurechnen und von einem (ungewichteten) Invaliditätsgrad 

von 100 % auszugehen sei.

b) Dieser Argumentation hält die IV-Stelle entgegen, die behandelnden Ärzte 

hätten der Beschwerdeführerin durchgehend eine Restarbeitsfähigkeit 

- 15 -

von 30 % attestiert. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern diese Beurteilung 

falsch sein sollte, zumal keine abweichenden ärztlichen Stellungnahmen 

existieren würden. Aus ärztlicher Sicht sei es der Beschwerdeführerin im 

interessierenden Zeitraum möglich gewesen, ihre bisherige Tätigkeit im 

Ausmass von 50 % auszuüben. Per 30. September 2014 sei ihr die bishe-

rige Anstellung aus gesundheitlichen Gründen gekündigt worden. Danach 

wäre sie in der Lage gewesen, in Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit 

auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit einer körperlich leichten Tätig-

keit im Ausmass von 30 % ein Invalideneinkommen von Fr. 15'589.05 zu 

erzielen. Werde dieses Invalideneinkommen dem Valideneinkommen von 

Fr. 37'194.90 gegenübergestellt, resultiere eine Erwerbseinbusse von 

Fr. 21'335.85, was einem Invaliditätsgrad von 57.36 % entspreche. Bis 

zum 30. September 2014 betrage der Invaliditätsgrad im erwerblichen Be-

reich demgegenüber 50 %, da sie bis dahin ihre angestammte Tätigkeit in 

diesem Umfang ausgeübt habe.

6. a) Um den (ungewichteten) Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin im er-

werblichen Bereich für die Zeit ab dem 1. Oktober 2013 festlegen zu kön-

nen, ist zunächst zu klären, in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin 

aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist 

(Art. 6 ATSG). Um diese Frage aus medizinischer Sicht beantworten zu 

können, sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene Ge-

richt auf Unterlagen angewiesen, die ihnen von (Fach-)Ärzten zur Verfü-

gung zu stellen sind (BGE 140 V 193 E.3.2). Es ist Aufgabe der (Fach-)

Ärzte, den Gesundheitszustand der Versicherten zu beurteilen und wenn 

nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den 

Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der 

subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die 

Diagnose zu stellen, wobei sie sich primär zu jenen Funktionen zu äus-

sern haben, welche für die der Versicherten mutmasslich offenstehenden 

Arbeitsmöglichkeiten entscheidend sind (BGE 140 V 193 E.3.2). Welcher 

- 16 -

Beweiswert ärztlichen Stellungnahmen beizumessen ist, hängt nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon ab, ob sie auf allseitigen Un-

tersuchungen beruhen, die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wurden, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchten und in den daraus gezogenen Schlussfolgerungen begründet 

sind (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a mit Hinweis). Ausschlag-

gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-

nes Beweismittels noch dessen Bezeichnung als Bericht oder Gutachten 

(vgl. BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Dennoch hat 

es das Bundesgericht mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 

vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berich-

te und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. Da-

nach haben Berichte und Gutachten versicherungsinterner Ärzte – wie 

dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) – vollen Beweiswert, wenn sie 

die vorgenannten Anforderungen erfüllen und keine Indizien gegen ihre 

Zuverlässigkeit sprechen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 

einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 

schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es 

bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Un-

parteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im 

Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozi-

alversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Sachver-

ständigen allerdings ein strenger Massstab anzulegen (vgl. zum Ganzen 

BGE 125 V 351 E.3b; 122 V 157 E.1c). Stützt sich eine angefochtene 

Verfügung im Wesentlichen oder ausschliesslich auf solche Beweisgrund-

lagen, sind an die Beweiswürdigung deshalb höhere Anforderungen zu 

stellen. Bestehen in einem solchen Fall auch nur geringe Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, erweist 

sich das fragliche Gutachten nicht als voll beweiskräftig und es sind weite-

- 17 -

re Beweiserhebungen zu veranlassen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.4; FLÜ-

CKIGER, Soziale Sicherheit, Rz. 4.146).

b) Im vorliegenden Fall beurteilte die IV-Stelle die Arbeitsfähigkeit der Be-

schwerdeführerin aufgrund der Arztberichte der behandelnden Ärzte so-

wie deren Würdigung durch den fallführenden RAD-Arzt, Dr. med. 

G._____, Facharzt für Innere Medizin, zertifizierter Gutachter SIM. 

aa) Dr. med. D._____, Oberarzt des Kantonsspitals Graubünden, diagnosti-

zierte bei der Beschwerdeführerin als deren behandelnder Chirurg im 

Arztbericht vom 17. April 2013 als Krankheiten mit Auswirkung auf die Ar-

beitsfähigkeit (IV-act. 23) ein Tumorstadium nach UlCC, einen Status 

nach low anterior resection mit Deszendo-Rektostomie, Gelegenheitsap-

pendektomie und Anlage einer doppelläufigen Ileostomie am 23. Oktober 

2013, einen Status nach Anastomosen-Insuffizienz, aktuell Anastomo-

senstenose mit residueller, prästenotischer Abszesshöhle und Status 

nach fünfmaliger endoskopischer Anastomosen-Dilatation und einen Sta-

tus nach Ileostomie-Rückverlegung mit End-zu-End Enteroenterostomie 

am 28. März 2013. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig-

keit stellte Dr. med. D._____ einen Nikotinabusus fest. Die Prognose sei 

hinsichtlich der Tumorerkrankung bei mässigem Differenzierungsgrad des 

Adenokarzinoms günstig; hinsichtlich der Stuhlfunktion offen bei doku-

mentierter Anastomosenstenose und residuell, prästenotischer Abszess-

höhle. Aus aktueller Sicht sei der Patientin nur ein Teilzeitpensum zumut-

bar; mutmasslich im Umfang von 50 % mit wahrscheinlich zu Beginn ein-

geschränkter Leistungsfähigkeit (IV-act. 23 S. 2). Mit einer Wiederauf-

nahme der beruflichen Tätigkeit könne grundsätzlich gerechnet werden. 

Der Zeitpunkt sei noch offen. An dieser Beurteilung hielt Dr. med. 

D._____ im Verlaufsbericht vom 9. Dezember 2013 (IV-act. 31) 

grundsätzlich fest. Die Befunde seien in etwa unverändert geblieben mit 

sporadischen, transanalen Eiterabsonderungen und endoanalen Schmer-

- 18 -

zepisoden. Dokumentiert sei eine Stuhlfrequenz von 7-15 Toilettengän-

gen pro Tag, die unter der retrograden Spültherapie im Verlauf tendenziell 

rückläufig sei. Geplant sei eine Restaging-Computertomographie. Bezüg-

lich der Low anterior resection-Symptomatik sei die Prognose offen, bei 

therapierefraktärem Verlauf sei eine operative Sanierung mit Neo-

Anastomose und temporärer doppelläufiger Ileostomie denkbar. Das aus-

geprägte Low anterior resection-Syndrom ermögliche momentan eine 

50%ige Arbeitstätigkeit des vormals geleisteten 60 % Pensums, aktuell 

also eine effektive 30%ige Arbeitstätigkeit (IV-act. 31 S. 1). 

bb) Im Grundsatz gleich beurteilte der Hausarzt der Beschwerdeführerin, 

Dr. med. E._____, die gesundheitliche Verfassung der Beschwerdeführe-

rin und deren Arbeitsfähigkeit im hier interessierenden Zeitraum. So hielt 

er im Arztbericht vom 15. April 2013 (Eingang IV-Stelle; IV-act. 14) fest, 

derzeit sei die Patientin noch zu 100 % arbeitsunfähig. Ab Mai oder Juni 

2013 könne mit einer 50%igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden. Im IV-

Verlaufsbericht vom 26. August 2013 führte er alsdann aus, der Gesund-

heitszustand der Patientin habe sich zwischenzeitlich verbessert (IV-

act. 30). Die Patientin leide nach wie vor unter sehr häufiger Stuhlfre-

quenz mit Prädefäkationsschmerzen. Ungefähr einmal in der Woche 

komme es zu einer schmerzhaften Eiterabsonderung transanal. Die Ar-

beitsfähigkeit könne indessen bei Behebung der Stuhlstörung wieder auf 

das vor der Operation bestehende Niveau gesteigert werden. Zurzeit be-

trage die Arbeitsfähigkeit aber weiterhin nur 50 %, d.h. 2.5 Stunden pro 

Tag (IV-act. 30 S. 3). Diese Angaben bestätigte Dr. med. E._____ im IV-

Verlaufsbericht vom 3. Oktober 2014, indem er den Gesundheitszustand 

der Patientin als stationär bezeichnete und ihr weiterhin, bezogen auf ihr 

ursprüngliches Pensum, eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (IV-

act. 47 S. 1). Erläuternd hielt er fest, die Patientin müsse täglich Spülun-

gen machen. Bis jetzt könne sie sich nicht für eine erneute Operation ent-

scheiden, da mutmasslich ein Anus praeter angelegt werden müsste. Die 

- 19 -

Prognose sei weiterhin an sich gut. Zurzeit bestünde aber immer noch nur 

eine Arbeitsfähigkeit von 50 %, d.h. von 2.5 Stunden pro Tag ohne Leis-

tungsminderung. 

cc) Am 5. Februar 2014 untersuchte Dr. med. D._____ die Beschwerdeführe-

rin gemeinsam mit Dr. med. H._____, Chefarzt Viszeralchirurigie. Im 

Arztbericht vom 13. Februar 2014 (IV-act. 47) hielt er fest, die Patientin 

über die bestehenden chirurgischen Therapiemöglichkeiten informiert zu 

haben. Empfohlen sei ein Stufenvorgehen in Form einer medianen Längs-

laparotomie, allenfalls einer Resektion des abszess- und fisteltragenden 

kolorektalen Segmentes mit kolorektaler Neuanastomisierung und wahr-

scheinlich erneuter doppelläufiger Schutzileostomie. Bei extremen intra-

pelvinen Adhäsionen und fortbestehender Entzündungssitation müsse in-

traoperativ ein Belsassen der Situation erwogen werden. Bei bereits 

durchgeführter Resektion und erst dann festgestellter Umöglicheit der 

Reanastomisierugn käme eine definitive endständige Kolostomie infrage. 

Die zwecks Einholung einer Zweitmeinung konsultierten Ärzte der Univer-

sitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin des Inselspitals Bern er-

achteten dieses Vorgehen als zutreffend, wobei sie eine primäre definitive 

endständige Kolostomie präferierten (IV-act. 40). Auf entsprechende 

Nachfrage der IV-Stelle hin führte Dr. med. H._____ mit Schreiben vom 

21. November 2014 (IV-act. 55) sodann aus, eine Stomaanlage sei eine 

relativ komplikationslose Operation. Bei der voroperierten Patientin müsse 

allerdings mit gewissen Verwachsungen gerechnet werden. Eine Verlet-

zung von umliegenden Strukturen trete bei nicht voroperierten Patienten 

im Vergleich zu anderen Patienten mit einem etwas erhöhten Risiko auf. 

Ansonsten gebe es das normale Infektionsrisiko und das Einsinken des 

Stomas unter Hautniveau. Die letztgenannte Komplikation sei bei elektiver 

Stomaanlage aber ebenfalls sehr selten.Postoperativ sei mit einer kurzen 

Passagebehinderung zu rechnen aufgrund einer gewissen Darmparalyse. 

Mit einem Stoma, das einer gewissen Schwachstelle in der Bauchdecke 

- 20 -

entspreche, sei ein Beruf mit schwerer körperlicher Arbeit sicherlich nicht 

zu empfehlen. Ansonsten seien Patienten mit elektiver Stomaanlage bis 

auf die hiermit verbundene psychologische Belastung im Alltag kaum bis 

gar nicht eingeschränkt.

dd) Der fallführende RAD-Arzt fasste diese Beurteilungen am 6. Januar 2015 

dahingehend zusammen, als bei der Patientin am 23. Oktober 2012 eine 

low anterior resection mit Deszendo-Rektostomie und Anlage einer dop-

pelläufigen Ileostomie wegen eines Rektumkarzinoms durchgeführt wor-

den sei. Am 28. März 2013 sei eine Ileostomarückverlegung mit End-zu-

End Anastomose erfolgt (IV-act. 68 S. 12). Die Versicherte klage über 

verbliebene starke Schmerzepisoden abdominal, konstante Stuhlsym-

ptomatik und häufige Stuhlentleerung, die sie in ihrer Arbeitsfähigkeit be-

einträchtigen würden. Zur Behebung dieses Problems schlügen die be-

handelnden Ärzte die Anlage eines definitiven Stomas vor, wofür sich die 

Versicherte aber bis anhin nicht habe entscheiden können. Aufgrund des 

Schreibens von Dr. med. H._____ vom 21. November 2014 sei davon 

auszugehen, dass nach Anlage eines Stomas für leichte körperliche 

Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit gegeben wäre (IV-act. 68 S. 12).

ee) Die Beschwerdeführerin hat sich in der Folge kein Stoma anlegen lassen 

und die IV-Stelle hat darauf verzichtet, sie gestützt auf Art. 21 Abs. 4 

ATSG und Art. 7 IVG anzuhalten, sich dieser Operation zu unterziehen 

(vgl. dazu statt vieler: FÄSSLER, Schadenminderungsauflagen und Leis-

tungsverweigerung im Abklärungsverfahren?, in: SZS 2017, S. 137 ff., 

142 ff.). Bei der Beurteilung der streitigen Arbeitsfähigkeit kann deshalb 

nicht auf den Gesundheitszustand abgestellt werden, der nach der Durch-

führung dieses operativen Eingriffes mutmasslich bestehen würde. Die 

diesbezügliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. 

H._____, die der fallführende RAD-Arzt übernommen hat, ist im vorlie-

genden Verfahren daher nicht massgebend. Entscheidend ist vielmehr die 

- 21 -

effektive gesundheitliche Verfassung der Beschwerdeführerin seit Okto-

ber 2012. Diesbezüglich sind sich Dr. med. D._____ und Dr. med. 

E._____, welche die Beschwerdeführerin hauptsächlich behandelt und 

sich mehrfach zu deren Arbeitsfähigkeit geäussert haben, darin einig, 

dass die Beschwerdeführerin seit Mai bzw. Juni 2013, bezogen auf ihre 

vormalige Tätigkeit im Sammelzentrum der C._____ AG, zu 50 % arbeits-

fähig ist. Dieses Erwerbspotential schöpfte die Beschwerdeführerin laut 

ihren Angaben anlässlich der Haushaltsabklärung vom 12. Februar 2015 

von Juni 2013 bis September 2014 bei der C._____ AG aus, indem sie an 

fünf Wochentagen von 8.00 bis 10.30 Uhr arbeitete (IV-act. 63 S. 3). Dass 

sich die gesundheitliche Verfassung der Beschwerdeführerin  seither ver-

schlechtert hat, wird in keinem der zu berücksichtigenden Arztberichten 

geltend gemacht (vgl. IV-act. 14, 23, 30, 31, 47 und 55) und von der Be-

schwerdeführerin nur für die Zeit nach der Beschwerdeeinreichung be-

hauptet (vgl. vorstehende Erwägung 3). Eine solche Entwicklung kann 

daher ohne weiteres ausgeschlossen werden. Bei dieser Aktenlage ist mit 

der IV-Stelle davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin seit dem 

1. Juni 2013 in ihrer angestammten Tätigkeit zu 30 % arbeitsfähig ist. 

Diese Tätigkeit hat die IV-Stelle als körperlich leichte Arbeit eingestuft, 

was von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet wurde. Damit gilt als 

erstellt, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1. Juni 2013 in einer kör-

perlich leichten Tätigkeit zu 30 % arbeitsfähig ist. Dass ein medizinischer 

Gutachter die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin anders beurteilen 

würde, ist durchaus denkbar. Es deutet jedoch nichts darauf hin, dass er 

diese in höherem Grad als die behandelnden Ärzte für arbeitsunfähig er-

achten würde, zumal die Beschwerdeführerin in der Zeit von Juni 2013 bis 

September 2014 ihre angestammte Tätigkeit tatsächlich im attestierten 

Umfang ausübte. Die Anträge der Beschwerdeführerin, ein polydisziplinä-

re Gutachtens einzuholen bzw. die Angelegenheit zu diesem Zweck an 

die Vorinstanz zurückzuweisen, sind demzufolge in antizipierter Beweis-

- 22 -

würdigung abzuweisen (vgl. BGE 134 I 140 E.5.3, 131 I 153 E.3, 124 I 

208 E.4a). 

7. a) Die Beschwerdeführerin nahm nach eigenen Angaben im Juni 2013 ihre 

angestammte Tätigkeit bei der C._____ AG mit einem Pensum von 30 % 

wieder auf (IV-act. 63 S. 3). Mit dieser Tätigkeit verdiente sie halb so viel 

wie als Gesunde mit dem von ihr in diesem Fall ausgeübten 60%igen 

Pensum. Nach Ablauf der einjährigen Wartefrist war die Beschwerdefüh-

rerin demnach im erwerblichen Bereich zu 50 % invalid, was einem ge-

wichteten Invaliditätsgrad von 30 % (0.6 x 50 %) entspricht. 

b) Diese Situation erfuhr am 30. September 2014 insofern eine Verände-

rung, als die C._____ AG das Arbeitsverhältnis mit der Beschwerdeführe-

rin auf diesen Zeitpunkt hin auflöste. In der Folge gelang es der Be-

schwerdeführerin nicht, eine neue Arbeitsstelle zu finden. Für die Invali-

ditätsbemessung ist indessen nicht massgebend, ob eine Versicherte un-

ter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, son-

dern ob die ihr verbliebene Arbeitskraft auf dem ausgeglichenen Arbeits-

markt im Sinne von Art. 16 ATSG noch wirtschaftlich nutzbar ist. Beim 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um einen theoretischen und 

abstrakten Begriff, der die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt. 

Er umschliesst einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem 

Angebot von Stellen und der Nachfragen nach Stellen. Andererseits be-

zeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen breiten 

Fächer verschiedenartiger Arbeitsstellen umfasst (BGE 134 V 64 E.4.2.1; 

Urteile des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E.3.1, 

8C_806/2012 vom 12. Februar 2013 E.5.2.1). Praxisgemäss sind an die 

Konkretisierung von auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt existierenden 

Arbeitsgelegenheiten (und Verdienstaussichten) keine übermässigen An-

forderungen zu stellen. Das Bundesgericht hat wiederholt darauf hinge-

wiesen, dass körperlich leichte, wechselbelastende und vorwiegend sit-

- 23 -

zend auszuführende Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

durchaus vorhanden sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_806/2012 vom 

12. Februar 2013 E.5.2.1). Im Übrigen ist zu berücksichtigen, dass der 

ausgeglichene Arbeitsmarkt auch Nischenarbeitsplätze umfasst, also 

Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen 

Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen können. Erst 

wenn ein entsprechender Arbeitsplatz selbst auf dem ausgeglichenen Ar-

beitsmarkt als absoluter Glücksfall gilt, ist bei der Invaliditätsbemessung 

von der wirtschaftlichen Unverwertbarkeit einer attestierten Arbeitsfähig-

keit auszugehen und der Versicherten bei der Invaliditätsbemessung kein 

Erwerbseinkommen anzurechnen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_906/2015 vom 12. Mai 2016 E.4.3, 8C_673/2012 vom 16. Mai 2013 

E.4.3, 9C_365/2009 vom 6. März 2010 E.3.1, 9C_854/2008 vom 17. De-

zember 2008 E.3.2, 8C_489/2007 vom 28. Dezember 2007 E.4.1).

c) Werden diese Überlegungen auf den vorliegenden Fall übertragen, so 

besteht kein Anlass, an der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin zu zweifeln. Diesbezüglich gilt es zunächst zu beach-

ten, dass die Beschwerdeführerin nach der Geburt ihrer Kinder bereits im 

Jahr 1994 wieder eine Erwerbstätigkeit aufnahm und bis September 2012 

stets teilzeitlich erwerbstätig war. Nach ihrer Krebserkrankung kehrte sie 

alsdann im Juni 2013 wieder an ihren vormaligen Arbeitsplatz zurück und 

übte ihre angestammte Tätigkeit bis September 2014 mit einem Pensum 

von 30 % aus (IV-act. 63 S. 3). Eine derartige Tätigkeit, die nur mit einer 

geringen körperlichen Belastung verbunden ist, kann die Beschwerdefüh-

rerin weiterhin ausüben. Da eine solche Tätigkeit kaum zu finden sein 

dürfte, muss sich die Beschwerdeführerin mutmasslich umorientieren. 

Dabei hilft ihr die berufliche Erfahrung, die sie seit 2001 bei der C._____ 

AG sammeln konnte, als sie in verschiedenen Funktionen bei der 

C._____ AG tätig war (IV-act. 63 S. 3). Dieses Wissen wird den Umstel-

lungs- und Einarbeitungsaufwand bei der Aufnahme einer neuen Er-

- 24 -

werbstätigkeit mit Blick auf die der Beschwerdeführerin bis zur Pensionie-

rung verbleibende Aktivitätsdauer auf ein vertretbares Ausmass reduzie-

ren. Im Übrigen trifft es nicht zu, dass auf dem ausgeglichenen Arbeits-

markt keine Arbeitsstellen existieren, die während fünf Wochentagen im 

Umfang von zweieinhalb Stunden ausgeübt werden können. Solche 

Tätigkeiten finden sich insbesondere im Verkauf, bei der Überwachung 

von Maschinen oder Telefondiensten aller Art, wo Aushilfen das übrige 

Personal für wenige Stunden vertreten oder während Spitzenzeiten unter-

stützen. Sollte die Leistung der Beschwerdeführerin unter den häufigen 

Toilettengängen leiden, was von den Ärzten allerdings nicht angenommen 

wird, so kann dies durch eine entsprechende Verlängerung der Arbeitszeit 

ausgeglichen werden. Unter den gegebenen Umständen besteht folglich 

kein Anlass, an der Verwertbarkeit der Restarbeitskraft der Beschwerde-

führerin zu zweifeln.

d) Das hierdurch erzielbare Invalideneinkommen hat die IV-Stelle auf der 

Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen LSE 2012, 

weiblich, Kompetenzniveau 1, einfache Tätigkeit körperlicher und 

handwerklicher Art, ermittelt und, umgerechnet auf eine durchschnittliche 

Wochenarbeitszeit, bei einem Pensum von 30 % unter Berücksichtigung 

der Teuerung mit Fr. 15'589.05 beziffert (IV-act. 67). Einen 

leidensbedingten Abzug hat die IV-Stelle der Beschwerdeführerin nicht 

zuerkannt, da keine Gründe erkennbar sind, weshalb die 

Beschwerdeführerin im Vergleich zu gesunden Arbeitnehmern 

lohnmässig benachteiligt werden sollte (vgl. BGE 134 V 322 E.5 und 6, 

126 V 75 E.5/aa). Die Beschwerdeführerin rügt diese Berechnung des 

Invalideneinkommens zu Recht nicht, weshalb sich weitere Ausführungen 

dazu erübrigen. 

e) Wird das Invalideneinkommen von Fr. 15'589.05 dem Valideneinkommen 

von Fr. 37'194.90 gegenübergestellt, so resultiert eine Erwerbseinbusse 

- 25 -

von Fr. 21'335.85. Ab dem 1. Oktober 2014 beträgt der ungewichtete In-

validitätsgrad der Beschwerdeführerin im erwerblichen Bereich folglich 

57.36 % (Fr. 21'335.85 : Fr. 37'194.90 x 100). Die invaliditätsbedingte 

Einschränkung im erwerblichen Bereich beläuft sich demzufolge seit dem 

1. Oktober 2014 auf 34.41 % (0.6 x 57.36 %). 

f) Nach dem vorangehend Ausgeführten betrug der gewichtete Invaliditäts-

grad im erwerblichen Bereich nach Ablauf der einjährigen Wartefrist 

zunächst 30%, alsdann 34.41 %. Die IV-Stelle hat den Invaliditätsgrad der 

Beschwerdeführerin im erwerblichen Bereich folglich korrekt berechnet.

8. a) Zu prüfen bleibt der (ungewichtete) Invaliditätsgrad im Haushalt, der nach 

der IV-Stelle bis zum 30. September 2014 44.80 % bzw. 17.90 % (ge-

wichtet), ab dem 1. Dezember 2014 8.90 % bzw. 3.6 % beträgt. Diesbe-

züglich bringt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, es sei nicht 

nachvollziehbar, weshalb sich die Beeinträchtigung im Haushalt im De-

zember 2014 bei gleichbleibendem Gesundheitszustand halbiere. Wegen 

ihrer gesundheitlichen Beschwerden sei sie auch heute noch auf die Mit-

hilfe ihrer Töchter und ihres Sohnes angewiesen. Der Sohn bewirtschafte 

die äusseren Flächen des Hauses, während sich die beiden Töchter um 

den Einkauf kümmern und die Beschwerdeführerin bei der Haushalts-

führung unterstützen würden. Die Beschwerdeführerin habe am Tag der 

Haushaltsabklärung einen guten Eindruck machen wollen. So hätten ihre 

Töchter vorgängig den unteren Stock des Hauses gereinigt. Auch bezüg-

lich ihrer Darmaktivitäten sei sie vorbereitet gewesen, indem sie einen 

Tag vor dem angekündigten Besuch das Mittel Colopost eingenommen 

habe, damit der Besuch der IV-Mitarbeiterin nicht von ständigen Toilet-

tengängen unterbrochen werde. Alle diese Bemühungen würden nun zum 

Nachteil der Beschwerdeführerin ausgelegt. Die Haushaltsabklärung er-

weise sich nicht als beweiskräftig, weshalb darauf nicht abgestellt werden 

könne. 

- 26 -

b) Dieser Argumentation hält die IV-Stelle entgegen, die Haushaltsexpertin 

des IV-Abklärungsdienstes habe die verschiedenen Aufgabenbereiche 

der Beschwerdeführerin am 12. Februar 2015 vor Ort nach den vorgege-

benen Standards abgeklärt. Betreffend der Mithilfe der Kinder sei vorweg 

darauf hinzuweisen, dass auch im Haushalt tätige Versicherte der Scha-

densminderungspflicht unterliegen würden und die Auswirkungen des 

Gesundheitsschadens auf die Arbeitsfähigkeit durch geeignete organisa-

torische Massnahmen sowie die zumutbare Mithilfe der Familienmitglieder 

möglichst zu mildern hätten, wobei diese Mithilfe weitergehe als die ohne 

Gesundheitsschaden üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Es sei 

nicht ersichtlich und werde von der Beschwerdeführerin nicht geltend ge-

macht, inwiefern im Abklärungsbericht diese Mithilfe zu stark beachtet 

worden wäre. Sodann sei nicht erkennbar, inwiefern die IV-Stelle die 

Bemühungen der Beschwerdeführerin, ein gutes Bild von sich abzuge-

ben, zu ihrem Nachteil berücksichtigt habe. Schliesslich zeige die Be-

schwerdeführerin nicht konkret auf, in welchem Bereich eine grössere 

Einschränkung als von der Abklärungsexpertin festgestellt, vorliegen wür-

de. Soweit sie in Bezug auf den Bereich der Ernährung geltend mache, 

meist im Sitzen zu kochen und die Geschirrspülmaschine sitzend einräu-

men zu müssen, sei nicht ersichtlich, inwiefern die Beurteilung der Ab-

klärungsperson dadurch infrage gestellt werde, sei es doch der Be-

schwerdeführerin ohne weiteres zumutbar, diese Tätigkeiten im Sitzen 

auszuüben. Die von der Abklärungsperson in diesem Bereich festgestellte 

Einschränkung von 10 % sei demnach rechtens. Hinsichtlich des Einkaufs 

stünden die Angaben in der Beschwerdeschrift im Widerspruch zu den 

Aussagen der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung. 

Selbst wenn diese jedoch als beweiskräftig angesehen würden, ändere 

dies nichts an der festgestellten Einschränkung, da es der Beschwerde-

führerin auch unter Berücksichtigung der geltend gemachten Beschwer-

den zumutbar wäre, die Einkäufe selber zu erledigen. Die Haushaltsab-

- 27 -

klärung sei somit korrekt und es könne darauf bei der Bemessung des 

streitigen Invaliditätsgrads abgestellt werden.

9. a) Zur Ermittlung der Einschränkung im Haushaltsbereich bedarf es im Re-

gelfall einer Abklärung vor Ort, deren Ergebnis in einem Abklärungsbe-

richt festzuhalten ist (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV). Hinsichtlich des Beweiswer-

tes des Haushaltsabklärungsberichts sind nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Danach er-

weist sich ein solcher Abklärungsbericht ist beweiskräftig, wenn er von ei-

ner qualifizierten Person verfasst wird, welche Kenntnis der örtlichen und 

räumlichen Verhältnisse sowie der Beeinträchtigungen und Behinderun-

gen hat, die sich aus den medizinischen Diagnosen ergeben. Weiter sind 

die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergie-

rende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Be-

richtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detail-

liert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein sowie in Überein-

stimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (Urteil 

des Bundesgerichts 9C_90/2010 vom 22. April 2010 E. 4.1.1.1). Das Ge-

richt greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage 

im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der Ab-

klärungsperson nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen oder 

Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Abklärungsresultate (z.B. infolge 

von Widersprüchlichkeiten) vorliegen. Das gebietet insbesondere der 

Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am kon-

kreten Sachverhalt steht als das im Beschwerdefall zuständige Gericht 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_107/2008 vom 18. August 2008 E.3.2.1). 

b) Weiter gilt es zu berücksichtigen, dass im Zusammenhang mit den Ein-

schränkungen im Haushalt nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsun-

fähigkeit ausschlaggebend ist, sondern wie sich der Gesundheitsschaden 

in der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt (Urteil des Bundes-

- 28 -

gerichts 9C_121/2011 vom 31. März 2011 E.3.1.1). Deshalb bedarf es 

rechtsprechungsgemäss des Beizugs einer ärztlichen Fachperson, die 

sich zu den einzelnen Positionen der Haushaltsführung unter dem Ge-

sichtswinkel der Zumutbarkeit zu äussern hat, nur in Ausnahmefällen, 

namentlich bei unglaubwürdigen Angaben der versicherten Person, die im 

Widerspruch zu den ärztlichen Befunden stehen (Urteil des Bundesge-

richts 9C_49/2008 vom 28. Juli 2008 E.5.1) und bei psychischen Leiden 

(Urteil des Bundesgerichts 8C_671/2007 vom 13. Juni 2008 E.3.2.1). Im 

Übrigen ist die der Versicherten obliegenden Schadenminderungspflicht 

auch bei der Bemessung der Invalidität im Haushalt zu beachten. Kann 

die Versicherte wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltsarbeiten nur 

noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie 

in erster Linie ihre Arbeit einteilen und in üblichem Umfang die Mithilfe 

von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter 

Ausfall darf bei im Haushalt tätigen Personen nur insoweit angenommen 

werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch 

Drittpersonen gegen Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet wer-

den, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder 

doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der 

Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau oder einem Hausmann zu 

berücksichtigende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als 

die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstüt-

zung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu 

fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, 

wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären (BGE 133 V 504 

E.4.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_39/2010 vom 25. März 2010 

E.4.3.2).

c) Die IV-Stelle hat für die Durchführung der Haushaltsabklärung mit I._____ 

eine besonders qualifizierte Fachperson beigezogen, welche die Haus-

haltsabklärung am 12. Februar 2015 an Ort und Stelle im Beisein der Be-

- 29 -

schwerdeführerin durchführte (IV-act. 63) und unter Berücksichtigung der 

von der Beschwerdeführerin beklagten Leiden, der ärztlichen Diagnosen, 

der Familienverhältnisse, der Wohnsituation, der technischen Einrichtun-

gen und der örtlichen Lage im Haushaltsabklärungsbericht vom 17. Fe-

bruar 2015 (IV-act. 63) eine ungewichtete Einschränkung im Haushalt von 

zunächst 44.8 % und ab Dezember 2014 von 8.90 % ermittelte. Dabei hat 

sich die beauftragte Fachperson mit den einzelnen Haushaltsbereichen 

sowie deren prozentualer Gewichtung befasst und die zu verrichtenden 

Tätigkeiten sowie die an Ort und Stelle festgestellten Einschränkungen in 

diesen Bereichen umschrieben. Der Haushaltsabklärungsbericht ist hin-

sichtlich des festgestellten Sachverhalts sowie den erhobenen Einschrän-

kungen hinreichend detailliert, schlüssig und nachvollziehbar begründet. 

Er berücksichtigt zudem auch die Angaben der Beschwerdeführerin an-

lässlich der Abklärungen. Es sind daher keine besonderen Umstände ge-

geben, welche den Abklärungsbericht als mangelhaft oder ungeeignet er-

scheinen lassen würden. Vielmehr entspricht dieser den an ihn gestellten 

Anforderungen, so dass für die Entscheidfindung darauf abgestellt wer-

den kann. 

aa) Soweit die Beschwerdeführerin dieser Beurteilung entgegenhält, es sei 

nicht nachvollziehbar, weshalb sie ab Dezember 2014 in der Haushalts-

führung nur mehr im Umfang von 8.90 % beeinträchtigt sei, ist festzuhal-

ten, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltsabklärung an-

gab, seit ungefähr zwei Monaten sei es nicht mehr zu Eiterbildungen ge-

kommen. Sie könne sich wieder normal bücken und nach oben strecken. 

Nur schwere Sachen dürfe sie nicht heben, dann erhalte sie gleich wieder 

einen Druck auf den Bauch (IV-act. 63 S. 1). Diese positive Entwicklung 

des Gesundheitszustands schlägt sich in den von der Beschwerdeführerin 

bei der Haushaltsführung beschriebenen Beeinträchtigungen nieder, wo 

die Beschwerdeführerin ab Dezember 2014 in Bezug auf die Tätigkeitsbe-

reiche "Ernährung", "Wohnungspflege", "Einkauf und weitere Besorgun-

- 30 -

gen" und "Wäsche" ein im Vergleich zum vormaligen Zustand deutlich 

höheres Leistungsvermögen beschreibt (IV-act. 63 S. 7-9). In den Erläute-

rungen wies die beauftragte Fachperson ausdrücklich auf diesen Um-

stand hin und führte diesbezüglich ergänzend aus, die Einschränkungen 

im Haushalt seien ab März 2013 bis Ende 2014 aufgrund der Komplika-

tionen nach der Rückverlegung der Stoma erheblich gewesen. Ungefähr 

seit Ende 2014 habe sich der Gesundheitszustand der Versicherten in 

dem Sinne verbessert, dass es nicht mehr zur Eiterbildung gekommen sei 

und sich die Versicherte deshalb wieder besser bewegen könne. Deshalb 

seien die Einschränkungen in der Haushaltsführung deutlich zurückge-

gangen (IV-act. 63 S. 10). Diese Ausführungen sind in sich schlüssig und 

nachvollziehbar. In der Tat machte die Beschwerdeführerin anlässlich der 

Haushaltsabklärung für den Zeitraum von März 2013 bis November 2014 

deutlich mehr und weitergehende Beeinträchtigungen bei der Haushalts-

führung geltend als ab Dezember 2014, was zu einer erheblichen Ver-

minderung des ermittelten Invaliditätsgrads führt. Diese von der Ab-

klärungsperson festgestellte Verbesserung beruht folglich auf den Anga-

ben der Beschwerdeführerin zu ihren gesundheitsbedingten Beeinträchti-

gungen in der Haushaltsführung. Obgleich diese Entwicklung in den ak-

tenkundigen Arztberichten keinen Niederschlag gefunden hat, sieht sich 

das Gericht unter diesen Umständen nicht veranlasst, an der Richtigkeit 

der fraglichen Angaben der Beschwerdeführerin und der gestützt darauf 

vorgenommenen Festlegung des Invaliditätsgrads zu zweifeln. 

bb) Zwar mag es zutreffen, dass die Beschwerdeführerin bemüht war, bei der 

Haushaltsabklärungen einen guten Eindruck zu hinterlassen, den unteren 

Stock des Hauses vor der Haushaltsabklärung durch ihre Töchter reinigen 

liess und durch die Einnahme eines Medikamentes dafür sorgte, dass der 

Besuch der IV-Mitarbeiterin nicht von ständigen Toilettengängen unter-

brochen wurde. Diese Aspekte hat die beauftragte Fachperson im Haus-

haltsabklärungsbericht vom 17. Februar 2015 indessen nicht erwähnt (vgl. 

- 31 -

IV-act. 63 S. 7-9). Darin hat sie ausschliesslich beurteilt, ob und inwiefern 

die Beschwerdeführerin in den Bereichen "Haushaltsführung", 

"Ernährung", "Wohnpflege", "Einkauf und weitere Besorgungen", "Wä-

sche" und "Kleiderpflege" sowie "Verschiedenes" wegen ihrer gesundheit-

lichen Beschwerden beeinträchtigt ist. Zu diesem Zweck gab die beauf-

tragte Fachperson zunächst die entsprechenden Angaben der Beschwer-

deführerin anlässlich der Haushaltsabklärung wieder, prüfte anschlies-

send deren Plausibilität ohne auf den Zustand der Wohnung oder die An-

zahl der Toilettengänge zu referenzieren und übernahm die Angaben der 

Beschwerdeführerin zu den gesundheitsbedingten Einschränkungen in 

der Haushaltsführung schliesslich als Grundlage für die von ihr anerkann-

ten Beeinträchtigungen. Inwiefern sich die Bemühungen der Beschwerde-

führerin, einen guten Eindruck zu hinterlassen, dabei zu ihrem Nachteil 

ausgewirkt haben, ist nicht erkennbar. Die anderslautende Behauptung 

der Beschwerdeführerin erweist sich somit als unbegründet. 

cc) Was die Mithilfe der Kinder der Beschwerdeführerin anbelangt, weist die 

IV-Stelle im Weiteren zutreffend darauf hin, dass die Beschwerdeführerin 

anlässlich der Haushaltsabklärung in Bezug auf den Zeitraum ab Dezem-

ber 2014 angab, den Haushalt selber organisieren zu können, selber für 

sich kochen zu können, Reinigungsarbeiten wieder selber ausführen, die 

Einkäufe selber tätigen und ihre Wäsche selber erledigen zu können. Le-

diglich bei der Grundreinigung, dem Tragen von schweren Sachen sowie 

dem Rasenmähen sei sie auf die Hilfe ihrer Kinder angewiesen (IV-act. 63 

S. 7-9). Diese sogenannten "Aussagen der ersten Stunde" sind unbefan-

gener und zuverlässiger als die Darstellung der Beschwerdeführerin im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren, die bewusst oder unbewusst von 

nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Na-

tur beeinflusst sein kann. Den Angaben der Beschwerdeführerin anläss-

lich der Haushaltsabklärung ist daher grösseres Gewicht beizumessen als 

ihren späteren Ausführungen, zumal sie nicht erläutert, weshalb ihre ur-

- 32 -

sprünglichen Angaben unzutreffend sein sollten (vgl. dazu BGE 121 V 47 

E.2a, 115 V 143 E.8c). Unter diesen Umständen zweifelt das Gericht nicht 

an der Richtigkeit der Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der 

Haushaltsabklärung, zumal diese im Einklang mit den von der Beschwer-

deführerin beklagten Beschwerden stehen.

dd) Soweit die Beschwerdeführerin danach beim Mähen des Rasens, bei 

grösseren Reinigungsarbeiten sowie beim Tragen schwerer Lasten auf 

die Mithilfe ihrer Kinder angewiesen ist, macht die Beschwerdeführerin 

nicht geltend, ihre Kinder würden aufgrund dieser Unterstützung eine Er-

werbseinbusse erleiden. Ausserdem ist nicht ersichtlich, dass die hiermit 

verbundene Belastung für die Kinder der Beschwerdeführerin ein unver-

hältnismässiges Ausmass annehmen würde. Damit kann angenommen 

werden, dass sich eine vernünftige Familiengemeinschaft in dieser Weise 

organisieren würde, wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten 

wären (BGE 133 V 504 E.4.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_39/2010 vom 

25. März 2010 E.4.3.2). Die infrage stehende Mithilfe erscheint folglich 

zumutbar und ist von der Beschwerdeführerin in Anspruch zu nehmen. 

Die von der Beschwerdeführerin gegen den Haushaltsabklärungsbericht 

erhobenen Einwände erweisen sich folglich allesamt als unbegründet.

d) Zudem erkennt das Gericht keine anderweitigen Anhaltspunkte für die 

Unrichtigkeit der Abklärungsresultate. Für ein Eingreifen des Gerichts in 

den vorinstanzlichen Ermessensentscheid besteht demnach kein Anlass. 

Auf weitere Abklärungen zur Einschränkung im Haushalt kann verzichtet 

werden. Damit gilt als erstellt, dass die Beschwerdeführerin in der Haus-

haltsführung zunächst zu 44.80 % und ab Dezember 2014 zu 8.90 % ein-

geschränkt war. Dies entspricht gewichteten Invaliditätsgraden von 

17.92 % (0.4 x 44.80 %) bzw. 3.56 % (0.4 x 8.90 %).

- 33 -

10. a) Aus dem vorangehend Ausgeführten folgt, dass der rentenbegründende 

Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin seit Juni 2013 zunächst 47.92  % 

(30 % [erwerblicher Bereich] + 17.92 % [Haushalt]), von Oktober bis No-

vember 2014 52.33 % (34.41 % [erwerblicher Bereich] + 17.92 % [Haus-

halt]) und seither 37.97 % (34.41 % [erwerblicher Bereich] + 3.56 % 

[Haushalt]) betrug. Folglich steht der Beschwerdeführerin nach Ablauf der 

einjährigen Wartefrist mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2013 bei einem In-

validitätsgrad von 48 % eine Viertelsrente (vgl. zum Runden: BGE 130 V 

121 E.3) zu (Art. 28 und Art. 29 IVG).

b) Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende Renten für die Zukunft zu 

erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad 

in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Renten-

revision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnis-

sen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch 

zu beeinflussen. Wird der versicherten Person rückwirkend eine abgestuf-

te und/oder befristete Rente zugesprochen, d.h. wird ihr gleichzeitig eine 

Rente zugesprochen und diese revisionsweise herauf- oder herabgesetzt 

und/oder aufgehoben, so sind die für die Rentenrevision geltenden Be-

stimmungen (Art. 17 ATSG) analog anzuwenden (BGE 131 V 164, 125 V 

413 E. 2d). Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete 

oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einer-

seits die Zusprechung der Leistung, andererseits deren Aufhebung oder 

Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 

263 E. 6.1) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabset-

zung nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a IVV festzusetzen 

ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). 

c) Für den vorliegenden Fall bedeutet dies, dass die mit Wirkung ab dem 

1. Oktober 2013 zugesprochene Viertelsrente per 1. Oktober 2014 dahin-

gehend abzuändern ist, als der Beschwerdeführerin bei einem Invali-

- 34 -

ditätsgrad von 52 % eine halbe Invalidenrente zusteht (Art. 28 Abs. 2 

IVG). Der diesem Rentenanspruch zugrunde liegende Sachverhalt hat 

sich alsdann per 1. Dezember 2014 insofern verändert, als die Beschwer-

deführerin seither bei einem Invaliditätsgrad von 38 % nicht mehr in ren-

tenbegründendem Umfang invalid ist (Art. 28 Abs. 2 IVG). Dieser Wegfall 

des rentenbegründenden Invaliditätsgrads ist drei Monate später zu 

berücksichtigen, womit der Beschwerdeführerin ab dem 1. März 2015 

keine Invalidenrente mehr zusteht. Die angefochtene Verfügung erweist 

sich demnach als rechtens, was zu deren Bestätigung und zur Abweisung 

der dagegen erhobenen Beschwerde führt.

11. Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung 

von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Verfahren kosten-

pflichtig. Die Gerichtskosten sind gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen. Diese 

werden für den vorliegenden Fall, der mit einem durchschnittlichen Auf-

wand verbunden war, ermessensweise auf Fr. 700.-- festgelegt. Dem 

Prozessausgang entsprechend gehen sie zulasten der Beschwerdeführe-

rin als unterliegender Partei (Art. 73 Abs. 1 VRG). Der obsiegenden IV-

Stelle steht keine Parteientschädigung zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

12. a) Bei diesem Prozessausgang bleibt das Gesuch der Beschwerdeführerin 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung zu prüfen. Gemäss 

Art. 29 Abs. 3 BV hat jede Person, die nicht über die erforderlichen Mittel 

verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechtsbe-

gehren nicht aussichtslos erscheint. Soweit es zur Wahrung ihrer Rechte 

notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf einen unentgeltlichen 

Rechtsbeistand. Diese Regelung wird für das sozialversicherungsrechtli-

che Beschwerdeverfahren betreffend die Bewilligung und Verweigerung 

von Leistungen der Invalidenversicherung in Art. 76 VRG (Verfahrenskos-

ten) und Art. 61 lit. f ATSG (unentgeltliche Rechtsverbeiständung) konkre-

- 35 -

tisiert. Danach gilt eine Gesuchstellerin als bedürftig, welche die Kosten 

eines Prozesses nicht aufzubringen vermag, ohne jene Mittel anzugreifen, 

die sie zur Deckung des notwendigen Lebensunterhalts für sich und ihrer 

Familie bedarf (BGE 135 I 221 E.5.1, 128 I 225 E.2.5, 127 I 202 E.3b, 

KIESER, a.a.O., Art. 61 N. 179). Die prozessuale Bedürftigkeit beurteilt sich 

grundsätzlich nach der gesamten wirtschaftlichen Situation der Rechtssu-

chenden im Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs. Dazu gehören einer-

seits sämtliche finanziellen Verpflichtungen, anderseits die Einkommens- 

und Vermögensverhältnisse (BGE 135 I 221 E.5.1, Urteile des Bundesge-

richt 5A_726/2014 vom 2. Februar 2015 E.4.2, 4A_661/2010 vom 16. Fe-

bruar 2011 E.3.2). In diesem Fall hat sie Anspruch auf unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung, wenn sie zur Wahrung ihrer Recht auf anwaltliche 

Hilfe angewiesen ist und die von ihr gestellten Begehren nicht aussichts-

los erscheinen. Letzteres trifft auf Begehren zu, bei denen die Gewinn-

aussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahr und die des-

halb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können (BGE 140 V 521 

E.9.1, 138 III 217 E.2.2.4, 134 I 92 E.3.2.1, 133 III 614 E.5, 130 I 350 

E.3.1 und 4). Sind diese beiden 

b) Mit der rückwirkenden Zusprechung zweier befristeten Invalidenrenten bot 

die vorliegende Streitigkeit einige rechtliche Schwierigkeiten. Für die 

Wahrung ihrer Interessen war die Beschwerdeführerin, die über keine be-

sonderen Rechtskenntnisse verfügt, daher auf eine anwaltliche Vertretung 

angewiesen. Ausserdem erschien die Möglichkeit, dass die Beschwerde-

führerin mit ihrem Begehren auf Zusprache einer ganzen Invalidenrente 

ab dem 1. Mai 2015 durchdringen würde, nicht von vornherein derart ge-

ring, um eine Person, die über ausreichend Geld für die Finanzierung des 

Beschwerdeverfahrens verfügt, von einer Beschwerdeerhebung abzuhal-

ten, da sie die Gewinnchance als nicht ernsthaft in Betracht zu ziehen 

eingestuft hätte. Nach dem vorangehend Ausgeführten ist dem Gesuch 

- 36 -

der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

stattzugeben, wenn die Beschwerdeführerin bedürftig ist.

aa) Für die Ermittlung der prozessualen Bedürftigkeit ist vom betreibungs-

rechtlichen Existenzminimum auszugehen. Das Bundesgericht hat aber 

immer wieder betont, dass nicht schematisch auf das betreibungsrechtli-

che Existenzminimum abgestellt werden darf, sondern die individuellen 

Umständen zu berücksichtigen sind (BGE 124 I 2 E.2a, 108 Ia 108 E.5b). 

Die Grenze für die Annahme der Bedürftigkeit liegt dabei höher als dieje-

nige des betreibungsrechtlichen Existenzminimums, das im Kanton 

Graubünden auf der Grundlage des Beschlusses des Kantonsgerichts 

Graubünden vom 18. August 2008 betreffend die Richtlinien zur Berech-

nung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums festzulegen ist. Da-

nach ist einer Person für die Deckung der allgemeinen Lebensunterhalts-

kosten ein nach den Verhältnissen abgestufter Grundbedarf zuzugeste-

hen, der um exhaustiv aufgezählte Zuschläge zu erhöhen ist. Laufende 

Schulden zählen nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht da-

zu (BGE 126 III 89 E.3b; BÜHLER, a.a.O., S. 180). Nach der Praxis des 

Verwaltungsgerichts ist ihnen bei der Bemessung des prozessualen Not-

bedarfs hingegen Rechnung zu tragen, sofern sie von der Gesuchstellerin 

regelmässig bezahlt werden (Urteil des Verwaltungsgerichts U 15 43 vom 

8. Oktober 2015 E.5c). Im Weiteren ist der Grundbedarf der Gesuchstel-

lerin angemessen zu erhöhen. Der auf diese Weise berechnete prozes-

suale Notbedarf ist alsdann von den Einkünften der Gesuchstellerin abzu-

ziehen. Ein sich daraus ergebender Überschuss ist mit den für den kon-

kreten Fall zu erwartenden Gerichts- und Anwaltskosten in Beziehung zu 

setzen. Dabei sollte es der monatliche Überschuss ermöglichen, die Pro-

zesskosten bei weniger aufwendigen Prozessen innert eines Jahres, bei 

komplexeren innert zweier Jahre zu tilgen (BGE 120 Ia 179 E.3a; 124 I 1 

E.2a; Urteil des Bundesgerichts 9C_234/2008 vom 4. August 2008 E.4; 

BÜHLER, Die Prozessarmut, in: SCHÖBI [Hrsg.], Gerichtskosten, Parteikos-

- 37 -

ten, Prozesskaution, unentgeltliche Prozessführung, Bern 2001, S. 131 ff., 

S. 182). Ansonsten müsste die Gesuchstellerin zur Deckung der Verfah-

rens- und ihrer Parteikosten auf die von ihr zur Deckung des Lebensun-

terhalts benötigten Finanzmittel zurückgreifen. 

bb) In diesem Fall ist ihre prozessuale Bedürftigkeit freilich nur ausgewiesen, 

wenn sie nicht über Vermögenswerte verfügt, die ihr zur Finanzierung des 

Prozesses zur Verfügung stehen. Davon ist auszugehen, wenn die Ver-

mögenswerte einen angemessenen "Notgroschen" übersteigen (vgl. Ur-

teile des Bundesgerichts 5A_726/2014 vom 2. Februar 2015 E.4.2, 

4A_294/2010 vom 2. Juli 2010 E. 1.3; 4P.313/2006 vom 14. Februar 2007 

E. 3.3). Um unentgeltliche Rechtspflege ersuchende Grundeigentümer 

haben sich die für den Prozess benötigten Mittel allenfalls durch Beleh-

nung der Liegenschaft bzw. Aufnahme eines zusätzlichen Hypothekar-

kredits, und, wenn zumutbar, nötigenfalls durch Veräusserung der Lie-

genschaft zu beschaffen (BGE 119 Ia 11 E.5). An den Nachweis des Ver-

kehrswertes und der fehlenden Möglichkeit zusätzlicher hypothekarischer 

Belastung dürfen keine allzu hohen Anforderungen gestellt werden (Urtei-

le des Bundesgerichts 5A_726/2014 vom 2. Februar 2015 E.4.2, 

4P.313/2006 vom 14. Februar 2007 E.3.3, 5P.458/2006 vom 6. Dezember 

2006 E. 2.2).

cc) Hinsichtlich der Einkünfte der Beschwerdeführerin geht der Bescheini-

gung der Arbeitslosenkasse Graubünden vom 4. Januar 2016 hervor, 

dass die Beschwerdeführerin im Juli 2016 Arbeitslosentaggelder von 

Fr. 1'089.45 netto erhielt. Ausserdem richtete ihr die Pensionskasse der 

C._____ AG eine berufsvorsorgerechtliche Invalidenrente aus, die laut 

dem Lohnausweis vom 21. Dezember 2015 der Pensionskasse C._____ 

im 2015 Fr. 15'115.--, mithin Fr. 1'259.60, betrug. Weitere Einkünfte stan-

den der Beschwerdeführerin im Juli 2016 nicht zur Verfügung. Damit be-

- 38 -

trugen die Gesamteinkünfte der Beschwerdeführerin im hier massgebli-

chen Zeitpunkt Fr. 2'349.05 (Fr. 1'089.45 + Fr. 1'259.60). 

Von diesen Einkünften ist der prozessuale Grundbedarf der Beschwerde-

führerin in Abzug zu bringen. Dabei kann die Beschwerdeführerin als al-

leinstehender Person für die Deckung der allgemeinen Lebenskosten 

vorderhand einen Grundbetrag von Fr. 1'200.-- beanspruchen. Ausser-

dem sind ihr die effektiven Wohnkosten anzurechnen. Diese bestehen bei 

der Beschwerdeführerin, die eine eigene Liegenschaft bewohnt, aus dem 

Hypothekarzins (ohne Amortisation), den öffentlich-rechtlichen Abgaben, 

den (durchschnittlichen) Unterhaltskosten sowie den durchschnittlichen 

Heiz- und Nebenkosten. Die Beschwerdeführerin beziffert die entspre-

chenden Aufwendungen mit Fr. 556.75, bestehend aus dem Hypothekar-

zins von Fr. 346.75 und geschätzten monatlichen Unterhaltskosten von 

Fr. 210.--. Diese Kosten sind insofern belegt, als die Kantonalbank 

Graubünden (GKB) als Hypothekargläubigerin der Beschwerdeführerin im 

Zinsausweis/ Kapitalausweis für das Jahr 2015 einen Hypothekarzins von 

Fr. 4'161.-- ausweist, was der behaupteten monatlichen Belastung von 

Fr. 346.75 (Fr. 4'161: 12) entspricht. Die darüber hinausgehend geltend 

gemachten durchschnittlichen Unterhaltskosten von Fr. 210.-- hat die Be-

schwerdeführerin zwar nicht belegt. Es erscheint dem Gericht jedoch 

plausibel, dass für den notwendigen laufenden Unterhalt des der Be-

schwerdeführerin gehörenden Einfamilienhauses durchschnittlich Kosten 

in dieser Grössenordnung anfallen. Die fraglichen Kosten sind daher im 

Rahmen des prozessualen Grundbedarfs der Beschwerdeführerin zu 

berücksichtigen. Dasselbe gilt für die geltend gemachten Prämien für die 

obligatorische Krankenversicherung, die nach Abzug der der Beschwer-

deführerin ausgerichteten Krankenkassenprämienverbilligung Fr. 530.40 

pro Jahr, mithin Fr. 44.20 (Fr. 530.40 : 12), betragen. Was die vorge-

brachte Steuerschuld anbelangt, so steht aufgrund der eingereichten de-

finitiven Veranlagungsverfügungen für das Jahr 2015 fest, dass die Be-

- 39 -

schwerdeführerin im Jahr 2015 Kantonssteuern von Fr. 1'582.--, Gemein-

destauern von Fr. 2'222.-- und Bundessteuern von Fr. 191.50 auszurich-

ten hatte. Hinzu kam eine Sondersteuer auf Kapitalleistungen aus der be-

ruflichen Vorsorge von Fr. 1'727.-- (Gemeinde) sowie Fr. 191.50 (Bund). 

Da diese Sondersteuern auf eine Kapitalleistungen aus der beruflichen 

Vorsorge zurückzuführen sind und damit auf einem einmaligen Ereignis 

fussen, ist dieser Steuerschuld bei der Bestimmung des prozessualen 

Bedarfs für den hier massgeblichen Zeitpunkt nicht Rechnung zu tragen. 

Auszugehen ist demnach von einer monatlichen Steuerbelastung im Be-

trag von Fr. 333.-- (Fr. 3'995.50 [Fr. 1'582.-- + Fr. 2'222.-- + Fr. 191.50] : 

3). Weitere Kosten, denen im prozessualen Grundbedarf Rechnung zu 

trägen wären, macht die Beschwerdeführerin nicht geltend und sind nicht 

ersichtlich. Damit ergibt die Gegenüberstellung der monatlichen Einkünfte 

und Ausgaben der Beschwerdeführerin für den Zeitpunkt der Gesuchsein-

reichung folgendes Bild:

Monatliche Einkünfte:
Arbeitslosentaggelder Fr. 1'089.45

IV-Rente der beruflichen Vorsorge Fr. 1'259.60

Gesamteinkünfte Fr. 2'349.05

Prozessualer Grundbedarf: 
Monatlicher Grundbedarf für Alleinstehende Fr. 1'200.00

Zuschlag von 20 % zum Grundbedarf Fr. 240.00

Wohnungskosten Fr. 556.40

Krankenkassenprämien Fr. 44.00

Steuern Fr. 333.00

Prozessualer Grundbedarf Fr. 2'373.40

- 40 -

Gegenüberstellung 
Einkünfte Fr. 2'349.05

./. Prozessualer Notbedarf Fr. 2'373.40

Unterdeckung Fr. 24.35

Die Beschwerdeführerin verfügt folglich über keinen Überschuss, der her-

angezogen werden könnte, um die im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

entstandenen Gerichts- und Anwaltskosten zu decken.

dd) Es bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin über Vermögen verfügt, 

welches zu diesem Zweck herangezogen werden könnte. Gemäss der 

definitiven Veranlagungsverfügungen der Kantons-, Gemeinde- und Bun-

dessteuer 2015 wurde der Beschwerdeführerin am 27. Juli 2015 eine Ka-

pitalleistung aus der beruflichen Vorsorge (2. Säule) im Betrag von 

Fr. 69'976.-- ausbezahlt. Dieses Geld taucht in der Steuererklärung der 

Beschwerdeführerin für das Jahr 2015 nur mehr insofern auf, als die Be-

schwerdeführerin darin per 31. Dezember 2015 Guthaben bei der PostFi-

nance sowie der GKB von total Fr. 7'644.-- ausweist. Dass diese Angaben 

in der von einer Treuhandgesellschaft im Auftrag der Beschwerdeführerin 

ausgefüllten Steuererklärung korrekt sind, hat die Beschwerdeführerin am 

31. März 2016 unterschriftlich bestätigt. Von den zuständigen Steuer-

behörden wurde die Richtigkeit dieser Selbstdeklaration nicht infrage ge-

stellt und die Beschwerdeführerin wurde ohne weitere Abklärungen auf 

der Grundlage des von ihr deklarierten Vermögens veranschlagt. Unter 

diesen Umständen ist mit den zuständigen Steuerbehörden davon auszu-

gehen, dass die Beschwerdeführerin die Kapitalleistung aus der berufli-

chen Vorsorge bis am 31. Dezember 2015 bis auf den Restbetrag von 

Fr. 7'644.-- aufgebraucht hat. In der Lehre ist ohnehin streitig, ob und ge-

gebenenfalls welche Leistungen der beruflichen Vorsorge bei der Beurtei-

lung der Prozessarmut zu berücksichtigen sind (BÜHLER, a.a.O., S. 150 

mit Hinweisen). Diese Frage kann im vorliegenden Fall dahingestellt blei-

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ben, da die höchstens noch vorhandenen Mittel aus der beruflichen Vor-

sorge den einer älteren und gesundheitlich angeschlagenen Person zu-

zugestehenden "Notgroschen" nicht übersteigen (BÜHLER, a.a.O., S. 154). 

Die Beschwerdeführerin ist folglich nicht verpflichtet, auf dieses Vermö-

gen zurückzugreifen, um die durch das vorliegende Verfahren entstande-

nen Gerichts- und Parteikosten zu decken.

ee) Es stellt sich jedoch die Frage, ob sie den vorliegenden Prozess unter 

Inanspruchnahme des ihr gehörenden Einfamilienhauses finanzieren 

kann. Dieses weist laut den definitiven Steuerveranlagungen für die Ge-

meinde-, Kantons- und Gemeindesteuer 2015 einen Steuerwert von 

Fr. 269'000.-- auf. Deren Verkehrswert beträgt laut der letzten amtlichen 

Schätzung vom 30. September 1999 Fr. 317'000.--. Wird davon die auf 

dem fraglichen Grundstück lastende Hypothekarschuld von Fr. 219'000.-- 

(Schuldenverzeichnis 2015, Formular 4 mit zugehörigem Kontoauszug) 

subtrahiert, resultiert ein Nettovermögen von Fr. 98'000.--. Auf entspre-

chende Nachfrage hin teilte die GKB der Beschwerdeführerin mit Schrei-

ben vom 12. Mai 2017 mit, einem Antrag auf Erhöhung der Hypothek 

nicht zustimmen zu können. Die Beschwerdeführerin kann das im Einfa-

milienhaus gebundene Vermögen von Fr. 98'000.--  folglich nur durch die 

Veräusserung erhältlich machen. Dies kann ihr unter den gegebenen 

Umständen nicht zugemutet werden. Damit kann auch dieses Vermögen 

nicht herangezogen werden, um die im vorliegenden Beschwerdeverfah-

ren entstandenen Gerichts- und Anwaltskosten zu decken.

ff) Daraus folgt, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage ist, für die 

Gerichtskosten von Fr. 700.-- sowie die durch das vorliegende Beschwer-

deverfahren verursachten Anwaltskosten aufzukommen. Dem Gesuch der 

Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist 

demnach stattzugeben und Rechtsanwalt lic. iur. Peter Portmann als un-

entgeltlicher Rechtsbeistand der Beschwerdeführerin einzusetzen. Dem-

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zufolge gehen die Gerichtskosten von Fr. 700.-- zulasten der Gerichts-

kasse. Dasselbe gilt für die Anwaltskosten, insoweit sich diese als not-

wendig und angemessen erweisen.

c) Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht in der Honorarnote 

vom 10. Oktober 2016 Aufwendungen im Betrag von Fr. 6'726.15, beste-

hend aus einem Honorar von Fr. 5'964.-- (24.85 x Fr. 240.--), Barauslagen 

von Fr. 263.90 und MWST von Fr. 498.25, geltend. Der unentgeltliche 

Rechtsvertreter kann für den berechtigten Aufwand ein Honorar von 

Fr. 200.-- pro Stunde zuzüglich notwendiger Barauslagen und Mehrwert-

steuer beanspruchen (Art. 76 Abs. 3 VRG i.V.m. Art. 16 des kantonalen 

Anwaltsgesetzes [BR 310.100] und Art. 5 der Verordnung über die Be-

messung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte [BR 

310.250]). Das geforderte Anwaltshonorar ist folglich insofern zu reduzie-

ren, als von einem Honoraransatz von Fr. 200.-- pro Stunde auszugehen 

ist.  Ausserdem hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin in seiner 

Honorarnote vom 10. Oktober 2016 Aufwendungen für die Zeit vom 

2. Juni 2015 bis zum 1. September 2015 aufgeführt. Diese Aufwendungen 

(2.2 Stunden) sind im vorinstanzlichen Verfahren angefallen, erfolgte 

doch die fristauslösende Zustellung der angefochtenen Verfügung erst mit 

E-Mail vom 7. Juli 2016 (vgl. vorstehende Erwägung 1d). Sie sind daher 

im Rahmen der für das Beschwerdeverfahren gewährten unentgeltlichen 

Rechtspflege nicht zu entschädigen. Werden diese Arbeiten unberück-

sichtigt gelassen, so macht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 22.65 Stunden gel-

tend. Dies erscheint dem Gericht unangemessen hoch. Zwar ist der vor-

liegende Fall mit rechtlichen Schwierigkeiten verbunden. Die medizinische 

Ausgangslage ist jedoch klar, was sich bereits darin zeigt, dass die IV-

Stelle die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin allein aufgrund der Be-

urteilung der behandelnden Ärzte festgelegt hat. Davon ausgehend er-

scheint dem Gericht ein Zeitaufwand von 15 Stunden angemessen. Die 

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geltend gemachten Barauslagen von Fr. 263.30 sind sodann nicht aus-

gewiesen, weshalb diese mit dem üblichen Ansatz von 3 % vergütet wer-

den. Insgesamt resultiert somit ein Aufwand von total Fr. 3'337.20 (Hono-

rar Fr. 3'000.-- [15 x Fr. 200.--], zuzüglich 3 % Barauslagen Fr. 90.-- und 

8 % MWST Fr. 247.20). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ist 

demnach aus der Gerichtskasse mit Fr. 3'337.20, inkl. Barauslagen und 

MWST, zu entschädigen. 

d) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse der Beschwer-

deführerin gebessert haben und sie hierzu in der Lage ist, hat sie das Er-

lassene und die Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. a) In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Gerichtskos-

ten von Fr. 700.-- von der Gerichtskasse übernommen. 

b) A._____ wird in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. Peter Portmann ein 

Rechtsvertreter auf Kosten des Staates bestellt. Dieser wird durch die Ge-

richtskasse mit Fr. 3'337.20 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) ent-

schädigt. 

c) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ 

gebessert haben und sie hierzu in der Lage ist, hat sie das Erlassene und 

die Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten. 

3. [Rechtsmittelbelehrung]

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4. [Mitteilungen]