# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1959d322-69ff-597d-a74e-4e48910e1dff
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2010 D-6316/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6316-2010_2010-09-29.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6316/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter François Badoud;
Gerichtsschreiber Gert Winter.

A._______, geboren (...),
Syrien,
vertreten durch lic. iur. Peter Frei, Rechtsanwalt,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Ver-
fügung des BFM vom 25. August 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6316/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  am  21.  Mai 
2007  unkontrolliert  in  die  Schweiz  einreiste  und  gleichentags  ein 
Asylgesuch  stellte,  das  er  mit  der  ihm  drohenden  staatlichen  Ver-
folgung  wegen  seines  mannhaften  beziehungsweise  gewalttätigen 
Einsatzes  zugunsten  eines  von  einem  Polizisten  misshandelten 
Mädchens begründete,

dass  das  BFM  dieses  Gesuch  mit  Verfügung  vom 9.  Februar  2009 
wegen fehlender  Glaubwürdigkeit  der  Vorbringen ablehnte,  wobei  es 
gleichzeitig die Wegweisung verfügte und deren Vollzug anordnete,

dass das Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  vom 1. Juli  2010 eine 
dagegen erhobene Beschwerde abwies,

dass das BFM dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 6. Juli 2010 
eine  Frist  zum Verlassen  der  Schweiz  bis  zum 2.  August  2010  an-
setzte,

dass der Beschwerdeführer in der Folge mit  Eingabe vom 2. August 
2010  durch  seinen  Rechtsvertreter  ein  zweites  Asylgesuch  zu  den 
Akten reichte,  verbunden  mit  dem Antrag,  es  sei  die  Unzulässigkeit 
und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen,

dass  er  zur  Begründung  dieser  Eingabe  im  Wesentlichen  geltend 
machte,  seit  der  Ablehnung  seiner  Beschwerde  durch  das  Bundes-
verwaltungsgericht  mit  Urteil  vom  1.  Juli  2010  sei  er  weiterhin  un-
unterbrochen  exilpolitisch  aktiv  gewesen,  weshalb  er  den  syrischen 
Behörden  als  syrisch-kurdischer  Aktivist  der  illegalen  PYD  (Demo-
kratische Unionspartei) bekannt sei,

dass  er  in  der  Zwischenzeit  ferner  erfahren  habe,  sein  Elternhaus 
werde regelmässig von Agenten der syrischen Sicherheitskräfte, ins-
besondere  der  Geheimdienste,  aufgesucht,  wobei  es  immer  wieder 
auch zu Übergriffen auf Personen gekommen sei,

dass  er  zur  Untermauerung  seiner  Vorbringen  eine  Bestätigung  der 
"Human Rights Organization in Syria – MAF" vom 27. Juli 2010 sowie 
ein Arztzeugnis eines Kardiologen vom 21. Juli 2010, welches sich auf 
den Vater des Beschwerdeführers bezieht, zu den Akten reichen liess,

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dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  25.  August  2010  –  eröffnet  am 
30. August 2010 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e des Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  auf  das Asylgesuch 
nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an-
ordnete und eine Gebühr von Fr. 600.-- erhob,

dass  das  BFM zur  Begründung  im Wesentlichen  ausführte,  das  am 
21. Mai  2007  eingeleitete  Asylverfahren  sei  seit  dem  1.  Juli  2010 
rechtskräftig abgeschlossen,

dass  sich  aus  den  Akten  zudem  keine  Hinweise  ergäben,  wonach 
nach dem Abschluss dieses Verfahrens Ereignisse eingetreten seien, 
die geeignet wären, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die 
für die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant wären,

dass der Beschwerdeführer bereits im Rahmen seines ersten Asylver-
fahrens exilpolitische Aktivitäten geltend gemacht habe, weshalb sein 
Vorbringen, wonach er nach der rechtskräftigen Ablehnung des ersten 
Gesuchs  –  d.h. also  nach dem 1. Juli  2010  –  erfahren  habe,  seine 
Familienangehörigen  würden  regelmässig  von  der  Staatssicherheit 
aufgesucht,  als  offensichtlich  konstruiert  eingestuft  werden  müsse, 
weil ihn die Familienangehörigen über "regelmässige" Besuche seitens 
der  Staatssicherheit  schon  längst  informiert  hätten,  wenn diese  den 
Tatsachen entsprächen,

dass diese Einschätzung insofern bestätigt werde, als die Vorbringen 
des  Beschwerdeführers  insoweit  ausgesprochen  vage  und  un-
substanziiert  ausgefallen  seien,  als  seine  exilpolitischen  Aktivitäten 
weder in der Eingabe vom 2. August 2010 noch in der Bestätigung der 
HRO vom 27. Juli 2010 näher umschrieben würden,

dass lediglich die Rede von "ununterbrochenen exilpolitischen" Tätig-
keiten  respektive  von "verschiedenen  Aktivitäten  gegen  die  syrische 
Regierung"  die  Rede  gewesen  sei,  doch  seien  solche  vagen  Be-
schreibungen  unvereinbar  mit  exponierten  Aktivitäten  in  führender 
Stellung,

dass  zudem  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  ein  Verfolgungs-
interesse seitens syrischer Sicherheitsorgane ausgeschlossen werden 
könne, wenn es lediglich um niederschwellige exilpolitische Aktivitäten 
gehe,

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dass  schliesslich  auch  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  über 
angebliche  Verfolgungsmassnahmen  gegenüber  seinen  Familien-
angehörigen völlig unsubstanziiert geblieben seien,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  6. September 2010 
gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 
erheben und dabei  unter  anderem die  Kassation der  angefochtenen 
Verfügung  und Rückweisung an  die  Vorinstanz zu neuem Entscheid 
beantragen liess, wobei eventualiter die Unzulässigkeit und Unzumut-
barkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen sei,

dass er schliesslich in prozessualer  Hinsicht  die Gewährung der un-
entgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  und  2  des 
Bundesgesetzes  vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsver-
fahren (VwVG, SR 172.021) beantragen liess,

dass auf die Beschwerdebegründung, soweit wesentlich, in den nach-
folgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass die vorinstanzlichen Akten am 8. September 2010 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  10.  September  2010 
zwei den Vater des Beschwerdeführers betreffende Berichte zu einer 
Bypass-Operation nebst Übersetzungen zu den Akten reichen liess,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet  (Art. 105 
AsylG  i.V.m.  Art. 31  -  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

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dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen (Art. 32  -  35 AsylG),  die  Beurteilungskompetenz der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich 
volle Kognition zukommt, 

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in 
der  Schweiz  bereits  ein  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  haben 
oder während des hängigen Asylverfahrens in den Heimat- oder Her-
kunftsstaat zurückgekehrt sind,

dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  es 
Hinweise  auf  zwischenzeitlich  eingetretene  Ereignisse  gibt,  die  ge-
eignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die 
Gewährung  vorübergehenden Schutzes  relevant  sind  (Art. 32  Abs. 2 
Bst. e AsylG),

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dass  bei  der  Prüfung,  ob  Hinweise  auf  eine  Verfolgung  vorliegen, 
welche geeignet  sind,  die Flüchtlingseigenschaft  zu begründen, vom 
engen Verfolgungsbegriff  im Sinne von Art. 3  AsylG auszugehen ist, 
wobei darunter auch subjektive Nachfluchtgründe fallen,

dass  bei  der  Prüfung  von  Hinweisen  auf  in  der  Zwischenzeit  ein-
getretene, für die Flüchtlingseigenschaft relevante Ereignisse, welche 
gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG dazu führen, dass auf ein zweites 
(oder weiteres) Asylgesuch einzutreten ist, ein gegenüber der Glaub-
haftmachung reduzierter Beweismassstab zur Anwendung kommt,

dass nämlich auf ein Asylgesuch eingetreten werden muss, wenn sich 
Hinweise auf  eine relevante Verfolgung ergeben, die nicht  von vorn-
herein  haltlos  sind  (vgl.  [BVGE]  Entscheide  des  Schweizerischen 
Bundesverwaltungsgerichts 2008/57 E. 3.2 S. 780, EMARK 2005 Nr. 2 
E. 4.3. S. 17),

dass bei  fehlender Rückreise nach Abschluss des vorangegangenen 
Asylverfahrens die Gewährung des rechtlichen Gehörs (grundsätzlich) 
genügt (Art. 36 Abs. 2 AsylG; vgl. BVGE 2009/53 E. 5.3 S. 770 und 
E. 5.6 S. 771),

dass  in  der  Beschwerde  vom  6.  Dezember  2010  unter  anderem 
geltend  gemacht  wird,  die  Vorinstanz  hätte  dem  Beschwerdeführer 
gemäss Art. 36 Abs. 2 AsylG den Nichteintretensentscheid ankünden 
und ihm dazu das rechtliche Gehör gewähren müssen,

dass sich der Anspruch auf rechtliches Gehör indessen grundsätzlich 
nur auf den rechtserheblichen Sachverhalt und nicht auf die rechtliche 
Würdigung  desselben  bezieht  (vgl.  PATRICK SUTTER,  in:  CHRISTOPH 
AUER/MARKUS MÜLLER/BENJAMIN SCHINDLER (Hrsg.),  Kommentar  zum Bun-
desgesetz  über  das Verwaltungsverfahren (VwVG),  Zürich/St.  Gallen 
2008, Art. 29 N 12 S. 424),

dass  sich  der  Beschwerdeführer  zum  Sachverhalt  nach  Belieben 
äussern konnte, weshalb von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs 
keine Rede sein kann,

dass  der  Beschwerdeführer  sodann  geltend  macht,  die  Vorinstanz 
habe von sich aus keinerlei  Abklärungen zur Feststellung des mass-
gebenden  Sachverhalts  veranlasst  und  es  somit  unterlassen,  ihren 
Kenntnisstand  durch  Anordnung  eines  Gutachtens  von  Sachver-

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ständigen,  durch  Befragungen  von  Drittpersonen  oder  durch  weiter-
führende Abklärungen im Sinne von Art. 41 AsylG zu ergänzen, wes-
halb  die  Vorinstanz  ihren  Verpflichtungen  aus  Art.  12  VwVG  nicht 
nachgekommen sei,

dass  die  Vorinstanz  indessen,  hätte  sie  derartige  Abklärungen  vor-
genommen, einen Kassationsgrund gesetzt hätte, weil sie im Falle von 
Hinweisen im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG einen materiellen 
Asylentscheid hätte treffen müssen,

dass demnach die Möglichkeit, in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e 
AsylG einen Nichteintretensentscheid zu treffen, ausser Betracht fällt,  
wenn  sich  aufgrund  des  Gesuchs  Hinweise  auf  in  der  Zwischenzeit 
eingetretene  Ereignisse  ergeben,  die  geeignet  sind,  die  Flüchtlings-
eigenschaft  zu  begründen  (oder  die  für  die  Gewährung  vorüber-
gehenden Schutzes relevant sind),

dass  indessen der  Umstand  allein,  dass  in  einem  weiteren,  ins-
besondere  schriftlich  eingereichten  Asylgesuch  das  exilpolitische 
Engagement  der  asylsuchenden  Person  umfassend  dargelegt  und 
allenfalls  mit  Beweismitteln dokumentiert  wird,  keineswegs bedeutet, 
dass  auf  das  Asylgesuch  im  Sinne  eines  Automatismus  einzutreten 
wäre,

dass im Hinblick auf die Frage, ob das ordentliche Verfahren durchzu-
führen oder ein Nichteintretensentscheid gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. e 
AsylG zu fällen ist, vielmehr unter Berücksichtigung des länderspezi-
fischen  und  personenbezogenen  Kontextes  im  konkreten  Fall  zu 
prüfen  ist,  ob  sich  aufgrund  der  geltend  gemachten  exilpolitischen 
Tätigkeiten  Hinweise  ergeben,  die  geeignet  sind,  die  Flüchtlings-
eigenschaft zu begründen (BVGE 2009/53 E. 6),

dass  in  casu  die  tatsächliche  Erkennbarkeit  der  behaupteten  exil-
politischen Tätigkeit  von Bedeutung ist,  die Individualisierbarkeit  des 
Beschwerdeführers sowie insbesondere dessen konkrete exilpolitische 
Tätigkeit,

dass  ein  exponierter  exilpolitischer  Einsatz  des  Beschwerdeführers, 
der ihn ins Zentrum des Interesses des syrischen Nachrichtendienstes 
rücken  könnte,  aufgrund  der  vorliegenden  Akten  zu  verneinen  ist, 
weshalb  den  Akten  keine  Hinweise  auf  in  der  Zwischenzeit  ein-
getretene  Ereignisse  zu  entnehmen  sind,  die  geeignet  sind,  die 

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Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen  oder  die  für  die  Gewährung 
vorübergehenden Schutzes relevant  sind (vgl. Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts D-5357/2010 vom 27. August 2010 E. 5.4),

dass das Vorbringen des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe sich 
zum Referenzschreiben der  HRO vom 27. Juli  2010 überhaupt nicht 
materiell geäussert, tatsachenwidrig ist,

dass  der  Beschwerdeführer  sinngemäss  geltend  machte,  sein  Vater 
habe aufgrund rüpelhaften und respektlosen Verhaltens syrischer Be-
amter einen Herzinfarkt erlitten,

dass die von ihm eingereichten Operationsberichte indessen kein Indiz 
für diese Behauptung darstellen, weshalb er aus diesen Dokumenten 
nichts zu seinen Gunsten ableiten kann,

dass  im  Weiteren  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  zu-
treffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2 AsylG; Art.  83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  (Schweizerische  Asylrekurskommission) 
der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das 

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heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und 
andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, 
in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 
2009, Rz. 11.148),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb  das in  Art. 5  AsylG verankerte  Prinzip des flüchtlingsrecht -
lichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung im Sinne von Art. 3  der Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK, 
SR 0.101) ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder 
Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Ge-
fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll-
zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass sich der Beschwerdeführer im Heimatstaat auf ein soziales Netz 
abstützen kann (A1/10 Ziff. 12 S. 3) und wie vor seiner Ausreise einer 

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Erwerbstätigkeit  als  Elektriker  oder  Traktorfahrer  nachgehen  kann 
(A13/24 S. 6), weshalb er nach der Rückkehr in den Heimatstaat nicht 
mit einer existenziellen Gefährdung zu rechnen hat,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG),  und es dem Beschwerdeführer obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  die  Beschwerdebegehren  aufgrund  vorstehender  Erwägungen 
als  aussichtslos  zu  bezeichnen  sind,  weshalb  das  Gesuch  um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
und  2  VwVG  –  ungeachtet  der  allfälligen  Bedürftigkeit  des  Be-
schwerdeführers – abzuweisen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben, Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(per Kurier; in Kopie)

- (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand:

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