# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61b448e7-2408-5123-914f-3a03a1bbe068
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-08-29
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 29.08.2017 BB.2017.51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2017-51_2017-08-29.pdf

## Full Text

Beschluss vom 29. August 2017 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Cornelia Cova,  

Gerichtsschreiber Martin Eckner  

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Alain Macaluso,  

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

1. BUNDESANWALTSCHAFT,  

2. B. SA, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Lu-

cien Bühr,  

Beschwerdegegnerinnen 

 

Gegenstand  Trennung von Verfahren  

(Art. 30 StPO; Art. 112 Abs. 4 StPO); 

Aufschiebende Wirkung (Art. 387 StPO); 

Vorsorgliche Massnahmen (Art. 388 StPO) 

 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2017.51 

(Nebenverfahren BP.2017.15-16) 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Am 19. November 2015 zeigte sich die Gesellschaft B. SA bei der Bundes-

anwaltschaft (nachfolgend "BA") selbst an wegen Verdachts einer Straftat 

nach Art. 102 Abs. 2 i.V.m. Art. 322septies StGB (Vorliegens eines Organisati-

onsmangels des Unternehmens im Zusammenhang mit der Bestechung 

fremder Amtsträger). B. SA ergänzte ihre Selbstanzeige am 4. April 2016 um 

weitere konkrete Verdachtsmomente betreffend mögliche Bestechungs-

handlungen fremder Amtsträger. Beiden Selbstanzeigen lagen zwei der BA 

übergebene interne Untersuchungsberichte einer deutschen Anwaltskanzlei 

zugrunde (Verfahrensakten BA SV.15.0584 pag. 03.001-0002). 

Die BA eröffnete am 15. Dezember 2015 ein Strafverfahren gegen B. SA 

(Verfahren SV.15.0584) wegen Verdachts einer Straftat nach Art. 102 Abs. 2 

i.V.m. Art. 322septies StGB. Parallel zur Untersuchung der BA setzte B. SA die 

interne Untersuchung fort. Sie nahm Erkenntnisse der BA auf und leitete ihr 

eigene Erkenntnisse weiter. Die entsprechenden internen Untersuchungser-

gebnisse wurden durch die BA validiert und nachgeprüft (Verfahrensakten 

BA pag. 03.001-0002 Ziff. 7). 

Gestützt auf die gewonnenen Erkenntnisse und infolge der Anerkennung der 

organisatorischen Verantwortlichkeit i.S. von Art. 102 Abs. 2 StGB für die 

festgestellten Bestechungshandlungen nach Art. 322septies StGB, beantragte 

B. SA am 23. Dezember 2016 die Durchführung eines abgekürzten Verfah-

rens, was ihr die BA am 16. Januar 2017 genehmigte (Verfahrensakten BA 

pag. 03.001-0003 Ziff. 8). 

 

 

B. Am 25. Januar 2017 dehnte die BA das Verfahren auf A. aus. Es bestehe 

der Verdacht der Bestechung fremder Amtsträger nach Art. 322septies StGB, 

der ungetreuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 StGB, evtl. der Verun-

treuung nach Art. 138 StGB sowie der Geldwäscherei nach Art. 305bis StGB.  

A. war von November 1997 bis November 2008 als CFO für die B. SA tätig 

gewesen. Anschliessend führte er verschiedene Geschäftsleitungsaufgaben 

als Berater resp. Advisor für die B. SA weiter (act. 1.2 S. 2 Ziff. 2).  

 

A. wird von der BA vorgeworfen, während seiner Anstellung bei der B. SA 

aktiv an der Ausschleusung von Vermögenswerten aus dem Gesellschafts-

vermögen der B. SA zwecks/sowie der Bestechung fremder Amtsträger mit-

gewirkt zu haben. Ferner wird ihm von der BA vorgeworfen, nach dem Ende 

- 3 - 

 

 

 

seiner Anstellung bei der B. SA für selbige eine schwarze Kasse mit zur Be-

stechung fremder Amtsträger bestimmten Vermögenswerten geführt und 

auch Bestechungszahlungen ausgeführt zu haben (act. 1.2 S. 2 Ziff. 3).  

 

 

C. Die BA ordnete mit Verfügung vom 9. Februar 2017 die Durchsuchung des 

Safes Nr. 1 von A. bei der Bank C. in Z., an (act. 1.2). Ebenfalls mit Verfügung 

vom 9. Februar 2017 wurde eine Hausdurchsuchung an der Domiziladresse 

von A. angeordnet (act. 1.3).  

 

 

D. Mit Verfügung vom 23. Februar 2017 stellte die BA fest, dass sie aufgrund 

des bereits bestehenden abgekürzten Verfahrens eine getrennte Untersu-

chung hätte eröffnen müssen und dass die Ausdehnungsverfügung vom 

25. Januar 2017 daher "als Eröffnungsverfügung für das getrennte, vorlie-

gende Verfahren SV.17.0229 gilt und die gegen A. seither durchgeführten 

Verfahrenshandlungen diesem Verfahren zuzuordnen sind" (act. 1.1).  

 

 

E. Dagegen liess A. am 9. März 2017 Beschwerde führen (act. 1). Er beantragt: 

 

En la forme 

1. Recevoir le présent recours. 
 

Sur effet suspensif 

2. Accorder l'effet suspensif au présent recours. 
 

3. Suspendre en conséquence l'exécution et les effets de la décision du Mi-

nistère public de la Confédération du 23 février 2017, dont notification reçue 

par le conseil soussigné le 27 février 2017, selon laquelle la décision d'exten-

sion de la procédure à Monsieur A. du 25 janvier 2017, rendue dans la pro-

cédure SV.15.0584, vaudrait ouverture de la procédure SV.17 .0229. 
 

Sur mesures provisionnelles 

si par impossible la Cour des plaintes du Tribunal pénal fédéral refusait l'effet 

suspensif et, en tout état, si elle le décide d'office 
 

4. Faire interdiction au Ministère public de la Confédération de clôturer la pro-

cédure SV.15.0584 dirigée contre B. SA et inconnu jusqu'à droit jugé sur le 

présent recours et tout éventuel recours portant sur la jonction et/ou la dis-

jonction de procédures connexes à la procédure SV.15.0584. 
 

5. Faire interdiction au Ministère public de la Confédération d'accomplir 

quelque acte d'instruction que ce soit dans la procédure SV.15.0584 dirigée 

contre B. SA et inconnu jusqu'à droit jugé sur le présent recours et tout éven-

tuel recours portant sur la jonction et/ou la disjonction de procédures con-

nexes à la procédure SV.15.0584. 

  

- 4 - 

 

 

 

Au fond 

Principalement 

6. Annuler la décision du Ministère public de la Confédération du 23 février 

2017, dont notification reçue par le conseil soussigné le 27 février 2017, selon 

laquelle la décision d'extension de la procédure à Monsieur A. du 25 janvier 

2017, rendue dans la procédure SV.15.0584, vaudrait ouverture de la procé-

dure SV.17.0229. 
 

7. Dire et juger en conséquence que la procédure dirigée contre Monsieur A. 

doit être instruite sous le numéro SV.15.0584, conjointement à la procédure 

dirigée contre B. SA et inconnu. 
 

Subsidiairement 

8. Annuler la décision du Ministère public de la Confédération du 23 février 

2017, dont notification reçue par le conseil soussigné le 27 février 2017, selon 

laquelle la décision d'extension de la procédure à Monsieur A. du 25 janvier 

2017, rendue dans la procédure SV.15.0584, vaudrait ouverture de la procé-

dure SV.17.0229. 
 

9. Renvoyer la cause au Ministère public de la Confédération pour nouvelle 

décision dans le sens des considérants. 

 

F. Die BA nahm am 20. März 2017 Stellung zur Beschwerde wie auch zu den 

Gesuchen um einstweilige Massnahmen. Sie beantragt zu allen Punkten 

eine Abweisung (act. 4). A. nahm dazu mit Eingabe vom 21. März 2017 un-

aufgefordert Stellung (act. 5).  

 

 

G. Der verfahrensleitende Richter entschied am 22. März 2017 über die bean-

tragten vorsorglichen Massnahmen und wies die BA an, im Strafverfahren 

SV.01584 sowie gegen andere Beschuldigte im gleichen Sachzusammen-

hang bis zum Abschluss des Beschwerdeverfahrens keine Anklage zu erhe-

ben. Im Übrigen wurden die Anträge auf einstweilige Massnahmen abgewie-

sen (Verfahren BP.2017.15–16 act. 6).  

 

 

H. Die BA erliess gegen B. SA am 23. März 2017 Strafbefehl wegen Vorliegens 

eines Organisationsmangels des Unternehmens im Zusammenhang mit der 

Bestechung fremder Amtsträger (Art. 102 Abs. 2 i.V.m. Art. 322septies StGB; 

Verfahrensakten BA SV.15.0584 pag. 03.001-0002).  

Die BA teilte am 24. März 2017 mit, den Strafbefehl gegen B. SA eröffnet zu 

haben und dass B. SA zuhanden der BA auf eine Einsprache verzichtet hat 

(act. 7).  

 

 

- 5 - 

 

 

 

I. Am 5. April 2017 erhob A. dagegen einerseits Einsprache bei der BA, wobei 

er beantragte, das Verfahren sei zu sistieren, bis über das hängige Be-

schwerdeverfahren BB.2017.51 entschieden sei. Andererseits erhob er ge-

gen das Schreiben der BA vom 24. März 2017 resp. gegen den Erlass des 

Strafbefehls am 5. April 2017 Beschwerde (Verfahren BB.2017.67). Über-

prüft werden sollte die Angemessenheit dieser Entscheidung. Beantragt war 

unter anderem die Aufhebung des Strafbefehls. Das Gericht trat auf die Be-

schwerde mit Beschluss vom 12. April 2017 nicht ein, da gegen den Strafbe-

fehl ausschliesslich der Rechtsbehelf der Einsprache zur Verfügung steht.  

 

 

J. Mit Verfügung vom 25. April 2017 trat die BA auf die Einsprache von A. vom 

5. April 2017 gegen den Strafbefehl der BA gegen B. SA vom 23. März 2017 

nicht ein. Sie begründete dies im Wesentlichen damit, dass A. mangels Be-

troffenheit nicht zu einer Einsprache legitimiert sei. Dagegen liess A. mit Ein-

gabe vom 5. Mai 2017 Beschwerde führen (Verfahren BB.2017.84). 

 

 

K. Der Schriftenwechsel des Verfahrens BB.2017.51 erging wie folgt: A. wurde 

am 3. April 2017 zur Beschwerdereplik eingeladen. Da eine Vereinigung für 

B. SA einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil rechtlicher Natur zur 

Folge haben könnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_410/2016 vom 

13. Januar 2017, E. 2.2), wurde B. SA am 6. April 2017 ebenfalls Frist zur 

Stellungnahme angesetzt (act. 8, 9).  

In seiner Replik vom 18. April 2017 hielt A. an den gestellten Anträgen fest 

(act. 11). B. SA beantragte in ihrer Stellungnahme vom 2. Mai 2017, auf die 

Beschwerde sei nicht einzutreten, ev. sei sie abzuweisen (act. 12 S. 2). Die 

beiden Eingaben wurden den anderen Verfahrensparteien am 3. Mai 2017 

zur Kenntnis gebracht (act. 13, 14).  

Mit Eingabe vom 8. Mai 2017 nahm A. zur Eingabe von B. SA vom 2. Mai 

2017 unaufgefordert Stellung (act. 15). Die Stellungnahme wurde den ande-

ren Verfahrensparteien am 9. Mai 2017 zur Kenntnis gebracht (act. 16).  

 

 

L. Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men.  

- 6 - 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft 

kann bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde er-

hoben werden (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 des Bundes-

gesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden des 

Bundes [Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]). Zur Be-

schwerde berechtigt ist, wer ein rechtlich geschütztes Interesse an der Auf-

hebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides hat (Art. 382 Abs. 1 

i.V.m. Art. 105 Abs. 2 StPO). 

Die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide ist in-

nert zehn Tagen schriftlich und begründet einzureichen (Art. 396 Abs. 1 

StPO). Mit ihr können Rechtsverletzungen gerügt werden, einschliesslich 

Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung und 

Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO), sowie die unvollständige 

oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (Art. 393 Abs. 2 lit. b StPO) 

und die Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 lit. c StPO). 

 

1.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, es sei offensichtlich, dass die angefoch-

tene Verfügung materiell sein Verfahren abtrenne. Bei seinem Verfahren 

handle es sich um eine Verlängerung der Untersuchung gegen B. SA (act. 1 

S. 8 f. Ziff. 20; act. 15 S. 2 f.). Die getrennte Verfahrensführung verletzte den 

in Art. 29 StPO niedergelegten Grundsatz der Einheit des Strafverfahrens 

und beeinträchtigte damit auch seine konkrete Verfahrensstellung. Der Er-

lass des Strafbefehls gegen B. SA habe mitnichten sein Beschwerdeinte-

resse dahinfallen lassen, zumal wenn der Strafbefehl Gegenstand eines Ein-

sprache- und damit zusammenhängenden Beschwerdeverfahrens sei 

(act. 15 S. 2 f.). 

1.3 Die Bundesanwaltschaft bringt zur Verfahrenstrennung vor, der Beschwer-

deführer suche, den Verfahrensabschluss gegen B. SA zu verhindern. Ihm 

kämen weder in Bezug auf den Schuldpunkt noch den Strafpunkt gegen die 

B. SA Parteirechte zu; der Beschwerdeführer sei namentlich nicht Privatklä-

ger im Verfahren gegen die B. SA (act. 4 S. 2 Ziff. 2 f.). B. SA bringt vor, dem 

Beschwerdeführer entstünden aus dem Strafbefehl vom 23. März 2017 we-

der Nachteile noch habe er einen praktischen Nutzen im Falle einer Gutheis-

sung seiner Beschwerde. Ihm stünden in seinem Strafverfahren sämtliche 

Parteirechte zu (act. 23 S. 5 Ziff. 2). Der Beschwerdeführer sei kein zur Be-

schwerde legitimierter Betroffener im Sinne von Art. 354 Abs. 1 lit. b StPO: 

- 7 - 

 

 

 

Er sei weder Partei noch durch Verfahrenshandlungen beschwerter Dritter 

(act. 23 S. 10–12). 

1.4 Der Grundsatz der Verfahrenseinheit nach Art. 29 StPO ist Ausfluss des ver-

fassungsmässigen Gleichbehandlungsgebots und bildet seit langem ein We-

sensmerkmal des schweizerischen Straf- und Strafverfahrensrechts 

(BGE 138 IV 214 E. 3.2, 138 IV 29 E. 3.2). Dies begründet ein rechtlich ge-

schütztes Interesse zur Beschwerde gegen getrennt geführte Verfahren. 

Die übrigen Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen An-

lass. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

 

2.  

2.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, der Ablauf der Verfahren gegen Gesell-

schaft und natürliche Personen werde nicht vom Prozess-, sondern vom ma-

teriellen Recht beherrscht. Danach müsse zuerst eine Straftat ihrer Ange-

stellten nachgewiesen sein, bevor der Gesellschaft die Verantwortung dafür 

zugerechnet werden könne (act. 1 S. 12 Ziff. 37). Es sei unverständlich, wie 

die BA die Schuld der Gesellschaft habe feststellen können, ohne zuvor na-

türlichen Personen in separaten Untersuchungen diejenigen Delikte nachge-

wiesen zu haben, welche sie der Gesellschaft vorwirft. Dies sei umso unver-

ständlicher, als der BA die potenziellen Akteure bekannt seien und denn 

auch schon Ziele von Verfahren wegen den gleichen Straftatbeständen 

seien, welche auch schon der Gesellschaft vorgeworfen würden (act. 1 S. 14 

Ziff. 49–51). Im Entscheid BGE 142 IV 333 habe genau dieser fehlende 

Nachweis einer Strafbarkeit natürlicher Personen dazu geführt, dass die Ge-

sellschaft nicht nach Art. 102 StGB habe belangt werden können (act. 1 S. 14 

Ziff. 52 f.). Selbst bei getrennten Verfahren könne die Gesellschaft in keinem 

Fall verurteilt werden, ohne dass zuvor nicht einer natürlichen Person ein 

Delikt nachgewiesen worden wäre. Alles andere würde zu widersprüchlichen 

Entscheiden führen (act. 5 S. 4 Ziff. 10 f.; vgl. auch act. 15 Ziff. 3 S. 4–6). 

Würden aber die strafrechtlichen Verantwortlichkeiten der Akteure voneinan-

der abhängen, so sei nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine 

Verfahrenstrennung ausgeschlossen (act. 15 S. 3 Ziff. 2).  

B. SA verkenne in ihrer Stellungnahme, dass die Gesellschaft für Straftaten 

verantwortlich werde, die in ihrer Organisation notwendigerweise durch na-

türliche Personen begangen worden seien, die Anlasstaten. Der Grund der 

Verantwortlichkeit der Gesellschaft liege im Organisationsmangel, der ein 

subjektives Zurechnungsmerkmal sei ("condition subjective d'imputation"). 

- 8 - 

 

 

 

Art. 102 StGB schaffe also keinen neuen Straftatbestand eines Organisati-

onsmangels, was BGE 142 IV 333 und BB.2016.359 festhielten. Vielmehr 

werde damit ein neues Strafrechtssubjekt geschaffen. Das Bundesgericht 

habe im genannten Entscheid festgehalten, falls die in Frage kommenden 

natürlichen Personen bekannt seien resp. wegen den Anlasstaten gegen sie 

Strafverfahren eröffnet worden seien, dass diesfalls der Nachweis der Tat-

bestandsmerkmale eine unabdingbare Voraussetzung der strafrechtlichen 

Verantwortung der Gesellschaft nach Art. 102 Abs. 2 StGB sei. Eine von den 

natürlichen Personen unabhängige Strafbarkeit käme daher allenfalls ledig-

lich dann in Frage, wenn unbekannte natürliche Personen Straftaten began-

gen haben könnten, namentlich im Rahmen von unklaren Entscheidungs- 

und Handlungszuständigkeiten (act. 15 Ziff. 3 S. 4–7). 

2.2 B. SA bringt vor, Gegenstand des Strafverfahrens SV.15.0584 sei das Vor-

liegen eines Organisationsmangels. Die B. SA habe das Vorliegen eines Or-

ganisationsmangels eingestanden und sei dafür bestraft worden. Die Unter-

suchung gegen den Beschwerdeführer betreffe nicht das Vorliegen eines Or-

ganisationsmangels, sondern den Verdacht der Bestechung fremder Amts-

träger nach Art. 322septies StGB, der ungetreuen Geschäftsbesorgung nach 

Art. 158 StGB, evtl. der Veruntreuung nach Art. 138 StGB sowie der Geld-

wäscherei nach Art. 305bis StGB. Die Verfahrensgegenstände beider Verfah-

ren würden sich fundamental unterscheiden und es bestehe keine Möglich-

keit sich widersprechender Entscheide (act. 12 S. 15 f.). 

Gemäss BGE 142 IV 333 trete die Strafbarkeit des Unternehmens bei der 

sogenannten originären Haftung des Unternehmens nach Art. 102 Abs. 2 

StGB neben jene des Individualtäters und sei von dieser unabhängig. Das 

Unternehmen werde bestraft, wenn es nicht alle erforderlichen und zumut-

baren Vorkehren getroffen habe, um eine Straftat nach Art. 102 Abs. 2 StGB 

zu verhindern. Die Strafbarkeit des Unternehmens wegen Organisations-

mangels entfalle nicht, wenn der Individualstraftäter nicht ermittelt werden 

könne oder nicht bestraft werde (BGE 142 IV 333 E. 4.2). Die Verantwort-

lichkeit der B. SA für den Organisationsmangel, den sie gestanden habe, sei 

originär. Zwar sei Voraussetzung für ihre Verantwortlichkeit gewesen, dass 

der Mangel in mindestens einem Fall zur Bestechung fremder Amtsträger 

geführt habe. Ihre Verantwortlichkeit sei unter dieser Voraussetzung aber 

losgelöst und unabhängig von der strafrechtlichen Verantwortlichkeit einer 

konkreten natürlichen Person eingetreten. Im Anwendungsbereich von 

Art. 102 Abs. 2 StGB sei es durchaus möglich, dass im Verfahren gegen das 

Unternehmen das Vorliegen einer Anlasstat bejaht, jedoch ein Individual-

straftäter nach erfolgter getrennter Untersuchung freigesprochen werde 

(act. 12 S. 16 f.). 

- 9 - 

 

 

 

3. Nach der allgemeinen Regel von Art. 30 StPO können die Staatsanwalt-

schaft und die Gerichte aus sachlichen Gründen Strafverfahren trennen oder 

vereinen. Art. 29 StPO enthält den Grundsatz der Verfahrenseinheit. Dieser 

besagt u. a., dass Straftaten gemeinsam verfolgt und beurteilt werden, wenn 

Mittäterschaft oder Teilnahme vorliegt (Art. 29 Abs. 1 lit. b StPO). Er be-

zweckt die Verhinderung sich widersprechender Urteile, sei dies bei der 

Sachverhaltsfeststellung, der rechtlichen Würdigung oder der Strafzumes-

sung. Er gewährleistet insofern das Gleichbehandlungs- und Fairnessgebot 

(Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO) und dient überdies der Prozessökonomie (Art. 5 

Abs. 1 StPO). Eine Verfahrenstrennung ist gemäss Art. 30 StPO nur bei Vor-

liegen sachlicher Gründe zulässig und muss die Ausnahme bleiben. Die 

sachlichen Gründe müssen objektiver Natur sein. Getrennte Verfahren sol-

len vor allem der Verfahrensbeschleunigung dienen bzw. eine unnötige Ver-

zögerung vermeiden helfen. Als sachlicher Trennungsgrund gilt etwa die län-

ger dauernde Unerreichbarkeit einzelner Mitbeschuldigter oder die bevorste-

hende Verjährung einzelner Straftaten (BGE 138 IV 29 E. 3.2; 138 IV 214 

E. 3.2; Urteile des Bundesgerichts 1B_124/2016 vom 12. August 2016, 

E. 4.4–4.6; 1B_11/2016 vom 23. Mai 2016, E. 2.2 f.). 

Gemäss Art. 30 StPO können auch Verfahren vereinigt werden, die vom 

Grundsatz der Verfahrenseinheit nach Art. 29 StPO nicht erfasst werden. Für 

eine Vereinigung nach Art. 30 StPO spricht vor allem der enge Sachzusam-

menhang verschiedener Straftaten. Ein solcher besteht namentlich, wenn 

sich Beteiligte gegenseitig Straftaten beschuldigen, die sie im Rahmen der 

gleichen Auseinandersetzung begangen haben sollen (Urteil des Bundesge-

richts 6B_295/2016 vom 24. Oktober 2016, E. 2.5).  

Im vorliegenden Zusammenhang zu beachten ist insbesondere die Bestim-

mung von Art. 112 Abs. 4 StPO. Demnach können Verfahren vereinigt wer-

den, wenn wegen des gleichen oder eines damit zusammenhängenden 

Sachverhalts sowohl ein Verfahren gegen eine natürliche Person wie auch 

ein Verfahren gegen ein Unternehmen geführt wird. Eine solche Zusammen-

legung ist jedoch nicht zwingend. Getrennte Verfahren bleiben bzw. sind zu-

lässig, wenn sich dies aus verfahrensökonomischen Gründen aufdrängt (vgl. 

hierzu die Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung des 

Strafprozessrechts, BBl 2006 S. 1168; ENGER, Basler Kommentar, 

2. Aufl. 2014, Art. 112 StPO N. 59–61; SCHMID, Praxiskommentar, 2. Aufl. 

Zürich/St. Gallen 2013, Art. 112 N. 8). Der Gesetzgeber scheint bei Art. 112 

Abs. 4 StPO vom Regelfall der auch bei gleichem oder damit zusammen-

hängendem Sachverhalt getrennt geführten Verfahren gegen juristische und 

natürliche Personen auszugehen (Beschluss des Bundesstrafge-

richts BB.2016.84 vom 18. Oktober 2016, E. 2.3.1).  

- 10 - 

 

 

 

Art. 33 StPO schliesslich ist die Entsprechung im Gerichtsstandsrecht zu 

Art. 29 StPO (BGE 138 IV 29 E. 3.2) und soll sicherstellen, dass die an einer 

Straftat Beteiligten durch dieselbe Behörde in einem Verfahren verfolgt und 

beurteilt werden können. Für Strafverfahren gegen das Unternehmen nach 

Artikel 102 StGB sind die Behörden am Sitz des Unternehmens zuständig. 

Dies gilt ebenso, wenn sich das Verfahren wegen des gleichen Sachverhalts 

auch gegen eine für das Unternehmen handelnde Person richtet (Art. 36 

Abs. 2 StPO). Eine Vereinigung ist gerichtsstandsrechtlich anzustreben (MO-

SER, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 36 StPO N. 4). 

 

4.  

4.1 Die BA ermittelt gegen den Beschwerdeführer wegen Bestechung fremder 

Amtsträger nach Art. 322septies StGB, der ungetreuen Geschäftsbesorgung 

nach Art. 158 StGB, evtl. der Veruntreuung nach Art. 138 StGB sowie der 

Geldwäscherei nach Art. 305bis StGB.  

Sie bestrafte B. SA mit Strafbefehl vom 23. März 2017 wegen Vorliegens 

eines Organisationsmangels des Unternehmens im Zusammenhang mit der 

Bestechung fremder Amtsträger (Art. 102 Abs. 2 i.V.m. Art. 322septies StGB; 

Verfahrensakten BA SV.15.0584 pag. 03.001-0002). 

Art. 102 StGB (Strafbarkeit) lautet wie folgt: 

1 Wird in einem Unternehmen in Ausübung geschäftlicher Verrichtung im 

Rahmen des Unternehmenszwecks ein Verbrechen oder Vergehen began-

gen und kann diese Tat wegen mangelhafter Organisation des Unterneh-

mens keiner bestimmten natürlichen Person zugerechnet werden, so wird 

das Verbrechen oder Vergehen dem Unternehmen zugerechnet. In diesem 

Fall wird das Unternehmen mit Busse bis zu 5 Millionen Franken bestraft. 

2 Handelt es sich dabei um eine Straftat nach den Artikeln 260ter, 260quinquies, 

305bis, 322ter, 322quinquies, 322septies Absatz 1 oder 322octies, so wird das Unter-

nehmen unabhängig von der Strafbarkeit natürlicher Personen bestraft, 

wenn dem Unternehmen vorzuwerfen ist, dass es nicht alle erforderlichen 

und zumutbaren organisatorischen Vorkehren getroffen hat, um eine solche 

Straftat zu verhindern. 

4.2 Die Bestimmung von Art. 102 Abs. 2 StGB schafft bei einem abschliessen-

den Katalog von Wirtschaftsdelikten (Anlasstaten) eine originäre, kumulative 

bzw. konkurrierende Haftung des Unternehmens für Organisationsverschul-

den. Das Unternehmen ist mithin auch strafbar, wenn der Individualtäter er-

mittelt und ihm die Tat zugerechnet werden kann. Dass dieser ermittelt oder 

- 11 - 

 

 

 

gar bestraft wird, ist indes nicht notwendig. Denn die Strafbarkeit des Unter-

nehmens tritt "unabhängig von der Strafbarkeit natürlicher Personen" ein. 

Entzieht sich der Anlasstäter der Strafverfolgung, führt dies im Rahmen von 

Art. 102 Abs. 2 StGB somit nicht zur Straflosigkeit des Unternehmens. Der 

Vorwurf geht dahin, dass die Desorganisation im Unternehmen bewirkt hat, 

dass eine der genannten Katalogtaten verübt werden konnte. Die Bestim-

mung statuiert in diesem Bereich eine Deliktsverhinderungspflicht des Un-

ternehmens. Diesem kommt die Funktion eines Überwachungsgaranten zu. 

Das Delikt ist als fahrlässiges Unterlassungsdelikt konzipiert. Dass eine na-

türliche Person im Unternehmen in Ausübung geschäftlicher Verrichtung im 

Rahmen des Unternehmenszwecks eine Straftat begeht (die Anlasstat) bil-

det den äusseren Grund für die Strafbarkeit der Gesellschaft. Die Anlasstat 

ist objektive Strafbarkeitsbedingung. Dabei muss nachgewiesen sein, dass 

die objektiven und subjektiven Tatbestandsmerkmale einer der Katalogtaten 

erfüllt worden sind. Gelingt dieser Nachweis nicht, entfällt die Strafbarkeit 

des Unternehmens. Andernfalls ergäbe sich eine reine Kausalhaftung, wel-

che vom Gesetzgeber ausdrücklich nicht gewollt war. Dass ein entsprechen-

des Delikt begangen wurde, genügt als Beweis dafür, dass das Unterneh-

men seinen Pflichten nicht nachgekommen ist, für sich allein noch nicht. Er-

forderlich ist darüber hinaus ein Zurechnungszusammenhang zwischen Or-

ganisationsdefizit und Anlasstat. Es muss nachgewiesen sein, dass konkrete 

Organisationsmassnahmen erforderlich gewesen wären und tatsächlich 

nicht bestanden haben. Der Vorwurf geht dahin, dass das Unternehmen 

nicht alle erforderlichen und zumutbaren organisatorischen Vorkehren ge-

troffen hat, um eine Straftat aus dem aufgeführten Katalog zu verhindern 

(zusammengefasst aus BGE 142 IV 333 E. 4.1/4.2 mit zahlreichen Hinwei-

sen).  

BGE 142 IV 333 ("Post-Entscheid") lag die Konstellation zugrunde, dass Or-

gane einer Drittgesellschaft delinquierten und dafür wegen gewerbsmässi-

gen Betruges, mehrfacher qualifizierter Veruntreuung und mehrfacher Geld-

wäscherei verurteilt wurden. Unmittelbar ging es um eine Barabhebung von 

CHF 4.6 Mio. ab dem Postkonto der Drittgesellschaft und die strafrechtlichen 

Verantwortlichkeiten seitens des Finanzinstitutes. Die Post wurde in erster 

Instanz verurteilt und in zweiter Instanz freigesprochen, was das Bundesge-

richt bestätigte. Die Auszahlung erfüllte bezüglich den beteiligten natürlichen 

Personen zwar in objektiver Hinsicht den Tatbestand der Geldwäscherei, 

doch stellte die Staatsanwaltschaft aufgrund von fehlenden subjektiven Tat-

bestandselementen die Untersuchung gegen die Hauptkassiererin ein. Ge-

gen den von der Hauptkassiererin angefragten Mitarbeiter der Compliance-

Abteilung hatte die Staatsanwaltschaft schon gar nie ein Verfahren eröffnet. 

- 12 - 

 

 

 

Sie hat auch nicht gegen weitere Personen ermittelt, geschweige denn An-

klage erhoben. "Indem die Untersuchungsbehörde nicht weiter ermittelt und 

keine weiteren Personen, namentlich nicht die Vorgesetzten des Compli-

ance-Mitarbeiters, befragt hat, hat sie zum Ausdruck gebracht, dass es auch 

nach ihrer Auffassung an einer Anlasstat fehlt, so dass das Bestehen der 

subjektiven Tatbestandsmerkmale auch nicht einer generellen natürlichen 

Person als Anlasstäter zugeschrieben werden kann" (vgl. BGE 142 IV 333 

E. 5.1). 

4.3 Die strafrechtlichen Verantwortlichkeiten von Gesellschaft und Anlasstä-

ter(n) sind vorliegend voneinander unabhängig, was eine Gefahr widerspre-

chender Entscheide ausschliesst: Der Beschwerdeführer weist zwar zurecht 

darauf hin, dass eine Anlasstat Voraussetzung der Strafbarkeit einer Gesell-

schaft nach der Zurechnungsnorm von Art. 102 StGB ist (vgl. seine Vorbrin-

gen in obiger Erwägung 2.1). Wie das Bundesgericht in BGE 142 IV 333 

jedoch ausführt, ist die Strafbarkeit der Gesellschaft nach Art. 102 Abs. 2 

StGB bei den dort aufgeführten Wirtschaftsdelikten originär und kumulativ zu 

denjenigen von natürlichen Personen. Dies hat zur Folge, dass die natürli-

chen Personen und die Gesellschaft je für ihre originären strafrechtlichen 

Verantwortlichkeiten schuldig- oder freigesprochen werden können. Dies 

wiederum schliesst eine Gefahr widersprechender Entscheidungen aus. Aus 

dem konkreten Strafbefehl gegen die Gesellschaft ergibt sich gerade keine 

Strafbarkeit einer bestimmten natürlichen Person und der Strafbefehl ist 

auch nicht so formuliert, dass sich implizit eine solche Verurteilung einer be-

stimmten Person ergibt. Dieser Nachweis müsste die BA für eine bestimmte 

natürliche Person erst noch erbringen.  

4.4 Das Bundesgericht hob mit den Ausführungen in BGE 142 IV 333 E. 5.1 

weiter den Schuldspruch gegen die Schweizerische Post auf, da ihre Desor-

ganisation alleine, ohne subjektiv und objektiv strafbare Anlasstat, nicht für 

ihre Strafbarkeit ausreichen sollte (keine "Kausalhaftung", vgl. die Regeste 

des BGE). Anders als die Staatsanwaltschaft im Post-Entscheid geht aus 

dem Strafbefehl gegen B. SA hervor, dass eine (freilich nicht sehr bestimmte) 

Anlasstat vorliegt. Beweismittel für die Bestechungen liegen vor. Im Unter-

schied zum Post-Entscheid ist B. SA auch geständig und anerkennt den De-

liktsvorwurf. Hat B. SA denn auch ihre Schuld eingestanden, so kann eine 

unerwünschte "Kausalhaftung" zu Lasten der Gesellschaft recht eigentlich 

nicht vorliegen (sondern eine "Verschuldenshaftung"). Der Strafbefehl er-

scheint auch unter diesem Gesichtspunkt nicht als unzulässig, womit offen 

bleiben kann, inwieweit der Beschwerdeführer sich (wohl für die Gesell-

schaft) darauf berufen könnte, es wären vorgängig die Anlasstäter zu beur-

teilen gewesen (vgl. Erwägung 2.1). 

- 13 - 

 

 

 

5.  

5.1 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, die Erwägungen des Strafbefehls 

hätten natürlich Auswirkungen auf die Verfahrenssituation des Beschwerde-

führers, da sie notwendigerweise die Fragen der Begehung eines Deliktes, 

des verantwortungsbegründenden Organisationsmangels etc. anschneiden 

müssten. Der Beschwerdeführer scheine von B. SA als "schwarzes Schaf" 

ihrer eigenen Verfehlungen bestimmt worden zu sein, ohne dass er sich in 

jenem Verfahren dagegen wehren könne. Die BA wiederum bekräftige durch 

ihren Strafbefehl gegen B. SA zumindest implizit, dass verfolgte natürliche 

Personen wie der Beschwerdeführer objektiv und subjektiv die B. SA zuge-

rechneten Handlungen begangen hätten (act. 1 S. 15 Ziff. 54, 56). Mit ande-

ren Worten sei es das Handeln des Beschwerdeführers aufgrund dessen die 

BA B. SA in die strafrechtliche Verantwortung genommen habe (act. 5 S. 2 

Ziff. 4). Und all dies ohne dass der Beschwerdeführer hätte am Verfahren 

gegen die Gesellschaft teilnehmen sollen; dies würde seine Grundrechte 

schwer verletzen, namentlich die Unschuldsvermutung zu Lasten des Be-

schwerdeführers (act. 5 S. 4 Ziff. 12). 

5.2 Die BA bringt vor, dass dem Beschwerdeführer in der Untersuchung 

SV.15.0584 gegen B. SA resp. in sämtlichen Verfahrenshandlungen im Zu-

sammenhang mit dem Schuld- und Strafpunkt der Gesellschaft keine Teil-

nahmerechte und kein rechtliches Gehör zukämen. Er sei insbesondere 

nicht Privatkläger und eine Privatklägerschaft sei auch gar nicht denkbar. Die 

Verteidigungsrechte stünden ihm in seinem eigenen Strafverfahren 

SV.16.1896 uneingeschränkt zu. Hier wären jegliche Nachteile eines Schuld-

spruches gegen B. SA auch geltend zu machen. Es läge jedoch gerade keine 

Situation vor, in der sich zwei Beschuldigte gegenseitig belasten würden. Der 

Beschwerdeführer würde seitens der Gesellschaft in keiner Weise beschul-

digt. Eine solche Beschuldigung ergebe sich auch aus dem Wortlaut des 

Strafbefehls der Gesellschaft nicht (act. 4 S. 2 f.). 

B. SA macht folgendes geltend: Die Verfahrensgegenstände in den zwei 

Verfahren, d.h. im gegen die B. SA mit Strafbefehl abgeschlossenen Verfah-

ren und im laufenden Verfahren gegen den Beschwerdeführer seien funda-

mental verschieden. Beim Unternehmen gehe es um den Organisationsman-

gel, bei der natürlichen Personen dagegen um die Frage, ob eine konkrete 

Straftat durch den konkret Beschuldigten begangen wurde. Das Verfahren 

SV.15.0584 gegen die B. SA sei gestützt auf Artikel 102 Abs. 2 StGB i.V.m. 

Art. 322septies StGB geführt worden. Nach Art. 102 Abs. 2 StGB werde ein 

Unternehmen bei Vorliegen einer der im Absatz 2 aufgeführten Straftaten 

unabhängig von der Strafbarkeit natürlicher Personen bestraft, wenn dem 

- 14 - 

 

 

 

Unternehmen vorzuwerfen sei, dass es nicht alle erforderlichen und zumut-

baren organisatorischen Vorkehren getroffen hat, um eine solche Straftat zu 

verhindern (vgl. Art. 102 Abs. 2 StGB). Verfahrensgegenstand sei ein Orga-

nisationsmangel des Unternehmens. Gegen den Beschwerdeführer werde 

demgegenüber eine Untersuchung wegen Verdachts der Bestechung frem-

der Amtsträger nach Art. 322septies StGB, der ungetreuen Geschäftsbesor-

gung nach Art. 158 StGB, evtl. der Veruntreuung nach Art. 138 StGB sowie 

der Geldwäscherei nach Art. 305bis StGB geführt. Vor diesem Hintergrund sei 

die gesetzliche Regel von Art. 112 Abs. 4 StPO zu verstehen, wonach Ver-

fahren gegen eine natürliche Person und Verfahren gegen ein Unternehmen 

im Falle von Identität oder Konnex des Sachverhalts zwar vereinigt werden 

können, grundsätzlich aber getrennt zu führen seien (act. 12 S. 15 f.). 

Artikel 29 StPO sei auf den vorliegenden Fall nicht anwendbar. Der Be-

schwerdeführer könne nicht Mittäter oder Teilnehmer am Straftatbestand 

von Art. 102 Abs. 2 StGB sein. Der Beschwerdeführer verkenne, dass 

Art. 112 Abs. 4 StPO Iex specialis zu Art. 29 StPO sei. Art. 112 Abs. 4 StPO 

nehme nur die Grundidee des Grundsatzes der Verfahrenseinheit auf. Die 

Verfügung der Bundesanwaltschaft verletze Artikel 29 StPO nicht (act. 12 

S. 18 Ziff. 65). 

5.3 Eine Verfahrenstrennung in einer Situation von gegenseitigen Schuld- und 

Rollenzuweisungen schafft die Gefahr, Parteirechte zu unterlaufen (vgl. Ur-

teile des Bundesgerichts 6B_295/2016 vom 24. Oktober 2016, E. 2.5; 

1B_124/2016 vom 12. August 2016, E. 4.6; 1B_11/2016 vom 23. Mai 2016, 

E. 2.2–2.3; 1B_187/2015 vom 6. Oktober 2015, E. 1.5.3): 

Die Parteien können spätestens nach der ersten Einvernahme der beschul-

digten Person und der Erhebung der übrigen wichtigsten Beweise durch die 

Staatsanwaltschaft die Akten des Strafverfahrens einsehen; Artikel 108 

StPO bleibt vorbehalten (Art. 101 Abs. 1 StPO). Die Parteien haben auch 

das Recht, bei Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft und die Ge-

richte anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu stellen 

(Art. 147 Abs. 1 StPO; vgl. BGE 139 IV 25, bestätigt in BGE 141 IV 220 E. 4 

S. 227 ff.).  

Gemäss der Praxis des Bundesgerichtes (BGE 140 IV 172, bestätigt in 

BGE 141 IV 220 E. 4.5) kommt den Beschuldigten in getrennt geführten Ver-

fahren im jeweils anderen Verfahren  keine Parteistellung zu. Es besteht da-

her kein gesetzlicher Anspruch auf Teilnahme an den Beweiserhebungen 

und an den Einvernahmen der anderen beschuldigten Personen im eigen-

ständigen Untersuchungs- oder Hauptverfahren (Art. 147 Abs. 1 StPO 

e contrario). Ebenso wenig hat der separat Beschuldigte in den abgetrennten 

- 15 - 

 

 

 

Verfahren einen Anspruch auf Akteneinsicht als Partei (Art. 101 Abs. 1 

StPO). Er ist dort nötigenfalls als Auskunftsperson zu befragen bzw. als nicht 

verfahrensbeteiligter Dritter zu behandeln. Bei getrennt geführten Verfahren 

ist die Akteneinsicht an (nicht verfahrensbeteiligte) Dritte nur zu gewähren, 

wenn diese dafür ein wissenschaftliches oder ein anderes schützenswertes 

Interesse geltend machen und der Einsichtnahme keine überwiegenden öf-

fentlichen oder privaten Interessen entgegenstehen (Art. 101 Abs. 3 StPO). 

Diese massive Einschränkung der Teilnahmerechte von Beschuldigten in 

getrennten Verfahren im Vergleich zu Mitbeschuldigten im gleichen Verfah-

ren ist vom Gesetzgeber implizit vorgesehen und hinzunehmen (BGE 140 IV 

172 E. 1.2.3). Durch eine Verfahrenstrennung geht der beschuldigten Person 

(bezogen auf Beweiserhebungen der anderen Verfahren) auch das Verwer-

tungsverbot des Art. 147 Abs. 4 StPO verloren, weil sie insoweit keine Ver-

letzung ihres Teilnahmerechtes geltend machen kann (Urteil  des Bundes-

gerichts 1B_86/2015 vom 21. Juli 2015, E. 1.3.2 = Pra 2015 Nr. 89 S. 708). 

Schon angesichts dieser schwer wiegenden prozessualen Konsequenzen ist 

an die gesetzlichen Ausnahmevoraussetzungen einer Verfahrenstrennung 

(Art. 29 i.V.m. Art. 30 StPO) ein strenger Massstab anzulegen (Urteil des 

Bundesgerichts 1B_467/2016 vom 16. Mai 2017, E. 3.4). 

5.4 Eine Gefahr gegenseitiger Schuld- und Rollenzuweisungen besteht vorlie-

gend aufgrund der originären und kumulativen Strafbarkeit der Gesellschaft 

nach Art. 102 Abs. 2 StGB nicht. Belastet die Gesellschaft die natürliche Per-

son, so entlastet sie das in keiner Weise. Der Beschwerdeführer ist nicht 

Teilnehmer und nicht Mitbeschuldigter beim Vorwurf gegen die Gesellschaft. 

Dies unterscheidet die Situation von Art. 102 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 112 

Abs. 4 StPO von der Konstellation bei Mitbeschuldigten nach Art. 29 / Art. 30 

StPO. Die BA wird im vorliegenden Sachzusammenhang bei jeder natürli-

chen Person den Nachweis zum objektiven und subjektiven Tatbestand zu 

führen haben. Sorgfalt in Hinblick auf die Wahrung der Parteirechte 

(vgl. jüngst zur Problematik Urteil des Bundesgerichts 1B_467/2016 vom 

16. Mai 2017, E. 4.6, in einer etwas anderen Konstellation als der vorliegen-

den) verdient jedenfalls der Beizug des Geständnisses der Gesellschaft in 

die Strafverfahren der natürlichen Personen: Zu dessen Aussagekraft und 

Tragweite in Bezug auf den objektiven und subjektiven Tatbestand scheint 

in der vorliegenden Konstellation keine gefestigte Praxis zu existieren.  

 

6.  

6.1 Abschliessend ist die Zulässigkeit der getrennten Verfahrensführung wie an-

geordnet durch die Verfügung der BA vom 7. Februar 2017 anhand ihrer 

Begründung und der weiteren Rügen des Beschwerdeführers zu beurteilen.  

- 16 - 

 

 

 

6.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, Art. 112 Abs. 4 StPO führe die in Art. 29/30 

StPO festgelegten Grundsätze weiter (act. 1 S. 12 Ziff. 37) und erlaube, Ver-

fahren am speziellen Gerichtsstand der Gesellschaft (Art. 36 Abs. 2 StPO) 

zu vereinen (act. 15 S. 4 Ziff. 2). Objektive Gründe für eine Verfahrenstren-

nung würden fehlen. Die BA begründe sie einzig mit dem abgekürzten Ver-

fahren gegen B. SA. Gerade für eine solche Konstellation habe das Bundes-

gericht jedoch dem Grundsatz der Verfahrenseinheit Vorrang gegeben (Ur-

teil 1B_187/2015 vom 6. Oktober 2015; act. 1 S. 12 Ziff. 38 f.). Dies gelte 

umso mehr, als das abgekürzte Verfahren von der BA vorliegend gar nicht 

zur Anklageerhebung eingesetzt werde, sondern um vertraulich Verhandlun-

gen zu führen und sie dann mit Erlass eines Strafbefehls abzuschliessen. 

Ein solcher Gebrauch des Rechtsinstituts sei wohl missbräuchlich und dürfe 

auf jeden Fall nicht als Rechtfertigung dazu herhalten, den Beschwerdefüh-

rer aus dem Verfahren auszuschliessen (act. 1 S. 12 f. Ziff. 40–48). Dem 

Beschleunigungsgrundsatz könne vorliegend kein Gewicht zukommen: Die 

BA habe rund ein Jahr seit der Eröffnung des Verfahrens gegen die Gesell-

schaft verstreichen lassen, bis sie das Verfahren gegen den Beschwerde-

führer eröffnet habe (act. 5 S. 4 Ziff. 13). Der unzertrennliche Sachzusam-

menhang, die Führung der Verfahren durch die gleiche Behörde und die glei-

che Verfahrenssprache müssten zur Vereinigung führen (act. 1 S. 15 Ziff. 57; 

act. 15 S. 3 Ziff. 2). 

6.3 Die BA begründete die getrennte Verfahrensführung damit, dass B. SA 

Selbstanzeige erstattet und die ihr vorgehaltenen Sachverhalte anerkannt 

habe. Die Gesellschaft habe das abgekürzte Verfahren beantragt, was ihr 

durch die Verfahrensleitung bewilligt worden sei. Der Abschluss des Verfah-

rens sei dementsprechend zeitnah zu erwarten. All dies sei beim heutigen 

Beschwerdeführer anders, weshalb aus verfahrensökonomischer Sicht eine 

getrennte Verfahrensführung resp. keine Vereinigung angezeigt sei. Die BA 

ergänzte dazu in ihrer Beschwerdeantwort, dass sich die Untersuchung ge-

gen B. SA im spruchreifen Stadium befände. Das Beschleunigungsgebot ge-

biete den Abschluss. Wäre ein Abschluss nicht möglich, so stünde dies auch 

im Widerspruch zum Sinn und Zweck abgekürzter Verfahren. Solche wären 

gegen Gesellschaften, die sich selbst anzeigen, dann nicht mehr möglich 

(act. 4 S.  3 f.). 

B. SA bringt vor, die getrennte Verfahrensführung bei Strafverfahren gegen 

Unternehmen und gegen natürliche Personen entspreche dem klaren Wort-

laut des Gesetzes und dem Willen des Gesetzgebers (vgl. Art. 112 Abs. 4 

StPO und implizit Art. 102 Abs. 2 StGB) sowie der Rechtsprechung des Bun-

desstrafgerichts (vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2016.84 vom 

18. Oktober 2016, E. 2.3.2). Die getrennte Verfahrensführung habe sich 

- 17 - 

 

 

 

auch aus verfahrensökonomischen Gründen aufgedrängt. Die Untersuchung 

gegen die B. SA sei im Zeitpunkt der Eröffnung der Untersuchung gegen den 

Beschwerdeführer spruchreif gewesen. Eine gemeinsame Verfahrensfüh-

rung hätte den Verfahrensabschluss gegen die B. SA unverhältnismässig 

verzögert. Eine Verzögerung hätte für die B. SA aufgrund der andauernden 

Rechtsunsicherheit über die Frage eines allfälligen Organisationsmangels 

eine existenzielle Bedrohung dargestellt. Die drohende Verletzung des Be-

schleunigungsgebots stelle auch im Anwendungsbereich von Art. 30 StPO, 

der hier nicht direkt Anwendung finde, einen sachlichen Grund dar, die Ver-

fahren getrennt zu führen (act. 12 S. 13–15, S. 19 Ziff. 71 f.). 

Der Beschwerdeführer scheine zu behaupten, dass sachliche Gründe nach 

Artikel 30 StPO vorliegen, die Verfahren SV.15.0584 und SV.17.0229 zu ver-

einigen. Dabei verkenne er, dass Artikel 112 Abs. 4 StPO für die Verfahrens-

vereinigung von getrennt geführten Verfahren gegen Unternehmen und na-

türliche Personen Iex specialis zu Artikel 30 StPO sei. Artikel 30 StPO sei 

nicht direkt anwendbar (BB.2017.51 act. 12 S. 18 Ziff. 66). 

6.4 Für das anzuwendende Recht ist die einleitende Erwägung 3 massgebend.  

6.5 Soweit die sachlichen Gründe gegen eine Verfahrensvereinigung bereits 

vorstehend behandelt wurden (Erwägung 4, Gefahr widersprechender Ent-

scheide; Erwägung 5 Unterlaufen der Parteirechte), so sprechen sie nicht 

gegen eine getrennte Verfahrensführung. Eine solche ist vorliegend auch 

durch zureichende sachliche Gründe gerechtfertigt:  

Das Verfahren gegen die Gesellschaft wurde durch ihre Selbstanzeige ein-

geleitet. Daraus und durch die vollumfängliche Kooperation der Gesellschaft 

ergab sich auch der fortgeschrittene Stand ihres Strafverfahrens. Das Be-

schleunigungsgebot (Art. 5 Abs. 1 StPO) kann eine Verfahrensabtrennung 

nach Art. 29 / Art. 30 StPO rechtfertigen: Wie das Bundesgericht ausführte, 

dürfe die Verteidigungsstrategie eines Beschuldigten nicht dazu führen, dass 

ein entscheidungsreifes Verfahren gegen Mitbeschuldigte wesentlich verzö-

gert werde (Urteil des Bundesgerichts 1B_200/2013 vom 17. Juni 2013, 

E. 1.5.3; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 1B_684/2011 vom 21. Dezem-

ber 2011, E. 3.2). Das Bundesgericht schützte in einem anderen Fall denn 

auch den Verzicht auf eine Vereinigung mit einem nachträglich aus einem 

Verfahren hervorgegangenen weiteren Verfahren als sachlich gerechtfertigt. 

Ein faires Verfahren ist auch bei einer getrennten Verfahrensführung möglich 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_751/2014 vom 24. März 2015, E. 1.5/1.6; 

Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2016.10 vom 27. Mai 2016, E. 2.3). 

Stand das Strafverfahren der Gesellschaft aus sachlichen Gründen und 

- 18 - 

 

 

 

nachvollziehbar unmittelbar vor dem Abschluss, so ist die getrennte Verfah-

rensführung vorliegend nicht zu beanstanden. 

 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Gerichts-

kosten zu tragen (vgl. Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Gerichtsgebühr ist auf 

Fr. 3'000.-- festzusetzen (vgl. Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und 8 Abs. 1 des 

Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, 

Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; 

SR 173.713.162]).  

 

 

8. Die Beschwerdegegnerin 2 hat im Beschwerdeverfahren Anträge gestellt, 

mit denen sie zum Grossteil durchdrang. Wer als Partei Anträge stellt, hat 

bei Obsiegen Anspruch auf Entschädigung (BGE 138 IV 248 E. 5.3; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_265/2016 vom 1. Juni 2016, E. 2.3; vgl. DOMEISEN, 

Basler Kommentar, 2. Aufl. Basel 2014, Art. 428 StPO N. 6 i.V. m. WEHREN-

BERG/FRANK in Basler Kommentar, 2. Aufl. Basel 2014, Art. 436 StPO N 6). 

Es liegt keine Honorarnote in den Akten, weshalb die Aufwendungen der 

Rechtsvertretung nach Ermessen zu entschädigen sind (vgl. Art. 12 Abs. 2 

BStKR). Der Beschwerdeführer hat demnach der Beschwerdegegnerin 2 für 

ihre Aufwendungen im vorliegenden Verfahren eine Parteientschädigung 

von pauschal Fr. 2'000.-- zu entrichten (vgl. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 73 

StBOG und Art. 10 und 12 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts 

vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in 

Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]).  

- 19 - 

 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

3. Der Beschwerdeführer wird verpflichtet, der Beschwerdegegnerin 2 eine Pro-

zessentschädigung von Fr. 2'000.-- zu bezahlen. 

 

 

Bellinzona, 29. August 2017 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Alain Macaluso 

- Bundesanwaltschaft 

- Rechtsanwalt Daniel Lucien Bühr 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben (vgl. Art. 79 BGG).