# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 002c7536-bb59-5cd5-9db9-d6297e235317
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-22
**Language:** de
**Title:** Schulterkontusion beim Wasserballspiel. Kein Kausalzusammenhang zur einen Monat später festgestellten Totalruptur der Supraspintaussehne. Degenerativer Zustand. Status quo sine erreicht. Fallabschluss rechtens. (BGE 8C_167/2018)
**Docket/Reference:** UV.2017.00023
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2017.00023.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2017.00023
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Muraro
Urteil vom 22. Dezember 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Stephan Kübler
Wiegand Kübler Rechtsanwälte
Stadthausstrasse 125, Postfach 2578, 8401 Winterthur
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1956 geborene X.___ war ab dem 1. November 1982 bei der Stadt
ver
waltung Y.___, als Gartenarbeiter vollzeitlich ange
stellt und dadurch
bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert
. Am 13. Juni 2016 meldete die Stadtverwaltung, der Versicherte habe sich am 13. Mai 2016 in Tunesien in einem Ferienhotel beim Wasserballspielen an der rechten Schulter verletzt; ein junger Mitspieler sei ihm auf die rechte
Schulter gefallen (Bagatellunfallmeldung, Urk. 7/1). Ab dem 13. Juni 2016 wurde
ihm aufgrund von zunehmenden Schmerzen in der rechten Schulter, welche sich in der Folge auf eine ausgedehnte
Rotatorenmanschettenläsion
zurück
führen liessen (vgl.
Arthro
-MRI vom 16. Juni 2016; Urk. 7/11), eine 50%ige (Urk. 7/8 und Urk. 7/3) und ab dem 30. Juni 2016 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert (Urk. 7/15). Die Suva kam für
die Heil
behandlungs
kosten auf
und
erbrachte
Taggeldleistungen
. Kreisarzt Dr. med. Z.___, Fach
arzt FMH für Chirurgie, hielt in seiner Stellungnahme vom 8. September 2016 fest, der Unfallhergang sei nicht geeignet, eine
Rotatorenmanschettenruptur
zu verursachen; das MRI zeige auch ausschliesslich degenerative Veränderungen. Es sei vom Erreichen eines
status
quo sine am 16. Juni 2016 auszugehen (Urk. 7/17). Mit Schreiben vom 20. September 2016 teilte die Suva dem Versicherten mit, zufolge Erreichens des
status
quo sine per 16. Juni 2016 würden die Versicherungsleistungen auf diesen Zeitpunkt hin eingestellt (Urk. 7/22). Damit erklärte sich der Versicherte nicht einverstanden (Urk. 7/24). Am 27. September 2016 nahm der Kreisarzt Dr. Z.___ eine Aktenbeurteilung vor (Urk. 7/28) und mit Verfügung vom 25. Oktober 2016 stellte die Suva ihre Versicherungsleistungen per 18. Juli 2016 ein (Urk. 7/37; vgl. auch Urk. 7/30
sowie Urk. 7/34 f.). Dagegen erhob der
Versicherte mit Eingabe vom 18.
November 2016 Einsprache (Urk. 7/41), welche die Suva mit Entscheid vom 22. Dezem
ber 2016 abwies (Urk. 2 [= Urk. 7/49]).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 27. Januar 2017 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zur Klärung des medizinischen Sachverhalts und zur Fällung eines neuen Entscheids
zurückzuweisen; eventuell sei die Beschwerde
gegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die gesetzlichen Leistungen über den 18. Juli 2016 hinaus zu erbringen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 16. Februar 2017 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwer
de (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 20. Febru
ar 2017 angezeigt wurde (Urk. 8).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen
sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
D
er hier zu beurteilende Unfall hat sich
am 13. Mai 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und
allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abge
schlossen
sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Tag
geldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es
genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
jenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher
Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich hie
r
bei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die ent
sprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als
auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
mass
gebend
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heilbehandlungskosten nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3.3
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der natürlichen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61
lit
. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) und der Beweis
wür
digung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahr
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b in
fine
S. 264 mit Hinweisen).
1.4
1.4.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen
hänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun
gen des
Experten begründet und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweis
wert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Den Berichten versiche
rungs
in
terner Ärztinnen und Ärzten kommt rechtsprechungsgemäss zwar nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gut
achten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten, sie sind aber soweit zu berücksichtigen, als keine Zweifel an der Richtig
keit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 465 E. 4.7).
1.4.2
Die Rechtsprechung geht in Bezug auf die Würdigung von ärztlichen Berichten, welche die Suva im Administrativverfahren einholt, seit je davon aus, dass die Anstalt, solange sie in einem konkreten Fall noch nicht Prozesspartei ist, als Verwaltungsorgan dem Gesetzesvollzug dient. Wenn die von der Suva beauf
trag
ten Ärzte und Ärztinnen zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, darf das Ge
richt in seiner Beweiswürdigung auch solchen Gutachten folgen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 104 V 209 E. c; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid, gemäss schlüssiger Beurteilung des Kreisarztes sei eine Schulterprellung nicht geeignet, eine
Rota
torenmanschette
zu zerreissen. Eine Leistungspflicht bestehe lediglich für
die Schulterprellung selbst, welche spätestens am 18. Juli 2016 wieder abgeheilt gewesen sein müsse. Die danach bestehenden Schulterbeschwerden seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativer Natur (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, Dr. A.___ habe nicht bloss eine Ruptur der Supraspinatussehne diagnostiziert, wie dies die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid behaupte, sondern eine v
oll
ständig
e Ruptur der Supraspinatussehne.
Die vom Kreisarzt verneinte
Eignung des Unfalles zur Veru
rsach
ung einer
Rotatorenmanschetten
-
Ruptur sowie die
Be
urteilung, das MRI zeige ausschliesslich degenerative Veränderungen, sei völlig
unbegründet
geblieben
und damit für den Rechtsanwender nicht i
m Gering
sten nachvollz
iehbar; dieser Beurteilung (vom 8. September 2016) komme
daher von Vornherein ke
ine beweisbildende Bedeutung zu. Gleiches ge
lt
e
auch für die gleichzeitig erfolgte kr
eisärztliche Behaup
tung, der
status
quo sine sei am 16.
Juni 2016 erreicht worden
. Es sei doch inte
ressant zu erfahren, weshalb na
ch Meinung des im Solde der Beschwerdegegnerin stehenden –
und damit
nicht unabhängigen –
Kreisarztes gerade am 16.
Juni 2016 derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf des – vom Beschwerdeführer bestrittenen –
krankhaften Vorzus
tandes auch ohne Unfall vom 13.
Mai 2016 früher oder später eingestellt
hätte,
hätte erreicht werden sollen. Weshalb die
Beschwerdegegnerin
gleichwohl auf diese nicht beweisbil
dende Arztmeinung vom 8.
September 2016 ab
ge
stellt
und die Leistungen am 20.
September 2016 formlos ein
ge
stellt
habe
,
sei
im vorliegenden Beschwerdeverf
ahren nicht von Interesse, zeige
„
aber die feindliche Haltu
ng der Suva
gegenüber ihren Ver
sicherten mit erschreckender Deutlichkeit
“ (Urk. 1 S. 3)
.
Sodann brachte der Beschwerdeführer vor, die Beschwerdegegnerin habe sich nie über den genauen
Unfallhergang erkundigt und der Kreisarzt habe es auch nicht für notwendig erachtet, den Beschwerdeführer persönlich zu untersuchen und zu befragen. Auch eine eingehende Anamneseerhebung finde sich im ge
samten medizinischen Dossier nicht. Umso mehr wäre die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen, den Beschwerdeführer eingehend untersuchen zu lassen. Insbesondere sei bezüglich des Zusammenpralls vom 13. Mai 2016 offen, ob es allenfalls zu einer starken Zugbelastung bei gewaltsamer Rotation des rechten Armes gekommen sei. Es sei sodann nicht schlüssig, dass der Kreisarzt auch die vollständige Ruptur auf den degenerativen Vorzustand zurückführe, ohne Über
legungen dazu anzustellen, weshalb die rechte Schulter des Beschwerdeführers vor dem 13. Mai 2016 gleichwohl voll einsatzfähig gewesen sei und er nicht über Schulterschmerzen geklagt habe. Es bestünden daher erhebliche Zweifel an der kreisärztlichen Beurteilung (Urk. 1 S. 3-5).
2.3
Den nachstehenden Erwägungen ist vorauszuschicken, dass – entgegen der An
sicht des Beschwerdeführers – in der Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin keine versichertenfeindliche Haltung zu erkennen ist. Sie vertraute
zunächst auf die knappe Einschätzung des Kr
eisarztes vom 8. September 2016 (Urk. 7/22),
holte
dann aber
nach Mitteilung des Beschwerdeführers, er sei mit einer Leis
tungseinstellung nicht einverstanden
(Urk. 7/24)
, eine ausführlichere Stellung
nahme des Kreisarztes ein
(Urk. 7/27)
.
3.
3.1
Im Bericht vom 21. Juli 2016 von Dr. med. B.___, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, über die Erstbehandlung vom 30. Mai 2016 sowie den weiteren Verlauf (Untersuchungen vom
13., 15. und 20. Juni sowie vom 11. Juli 2016) wurde Folgendes festgehalten (Urk. 7/8 S. 2 f.):
Der Beschwerdeführer habe anlässlich der Behandlung vom 30. Mai 2016 ge
schildert, er habe in den Ferien Ball gespielt und ein Gegner sei ihm gegen die rechte Schulter geprallt. Das sei Mitte Mai geschehen. Seither habe er immer Schmerzen. Bei der Untersuchung habe sich eine sehr gute Globalfunktion gezeigt bei maximaler Abduktion. Beim Schürzengriff bestünden etwas Schmer
zen im rechten Schultergelenk. Über der anterioren Schultergelenksregion bestünden minime
Druckdolenzen
. Sämtliche Muskelprüfungsteste seien prak
tisch ohne Probleme möglich. Dr. B.___ stellte schliesslich die Diagnose „Status nach Kontusion der rechten Schulter am 13. Mai 2016“.
Am 13. Juni 2016 hielt Dr. B.___ fest, der Beschwerdeführer
klage
über zunehmende Schmerzen in der rechten Schulter seit dem Unfall vor einem Monat. Röntgenologisch liessen sich keine ossären Läsionen feststellen. Es sei von einer
Rotatorenmanschetten
-Zerrung rechts am 13. Mai 2016 auszugehen. Ab sofort sei dem Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren, und es sei eine Sonographie der rechten Schulter durchzuführen.
Am 14. Juni 2016 notierte Dr. B.___, die Sonographie habe eine beacht
liche
Rotatorenmanschetten
-Ruptur gezeigt, dazu eine Bursitis. Mit dem Beschwerdeführer wurde dieses Ergebnis am 15. Juni 2016 besprochen und ver
einbart, es werde zusätzlich ein
Arthro
-MRI angefertigt.
Anlässlich der Sprechstunde vom 20. Juni 2016 hielt Dr. B.___ fest, das
Arthro
-MRI (vgl. auch Urk. 7/11) habe folgendes ergeben:
-
Rotatorenmanschetten
-Ruptur rechts
-
Ruptur der Supraspinatussehne und ausgeprägte Partialruptur der anterioren
Infraspinatussehne
(
Arthro
-MR 16.6.2016)
-
Ausgeprägte Bursitis
subacromialis
-
Verdacht auf
Impingement
Zur Sprechstunde vom 11. Juli 2016 führte Dr. B.___ aus, die Schulter werde am 12. September 2016 (und nicht am 12. Juli 2016) operiert, man gehe vorerst noch in die Ferien.
3.2
Im Bericht des
S
pitals
O.___
(
O.___
) vom 30. Juni 2016 (Urk. 7/8 S. 4-5) wurde festgehalten, es bestehe eine ausgedehnte
Rotatorenman
schetten
läsion
mit Komplettruptur der Supraspinatussehne und Übergang der Läsion auf die kraniale
Infraspinatussehe
, begleitet von einer
Tendinopathie
der Bizeps
sehne. Der Beschwerdeführer habe berichtet, Mitte Mai im Rahmen eines Wasser
ballspiels kräftig mit einem Kollegen zusammengeprallt zu sein. Seither
würden belastungsabhängige Schulterschmerzen persistieren, vor allem ober
ha
lb der Horizontalen, zum Teil auch Nachtschmerzen. In der klinischen Unter
su
chung zeige sich ein muskelkräftiger Patient, die Beweglichkeit sei weit
gehend symmetrisch erhalten.
3.3
In der Stellungnahme vom 8. September 2016 hielt Kreisarzt Dr. Z.___ fest, der Unfallhergang sei nicht geeignet, eine
Rotatorenmanschetten
-Ruptur zu ver
ursachen und das MRI zeige ausschliesslich degenerative Veränderungen. Der
status
quo sine sei am 16. Juni 2016 erreicht (Urk. 7/17).
3.4
In der Aktenbeurteilung vom 27. September 2016 führte Kreisarzt Dr. Z.___ sodann aus, ein direktes Trauma sei nicht geeignet, eine
Rotatorenmanschette
zu zerreissen. Den isolierten, ausschliesslich traumatischen
Supraspinatus
seh
nenriss
gebe es nicht. In Frage komme allein ein Verletzungsmechanismus im Sinne der wesentlichen Teilursache bei bestehender Degeneration. Eine isolierte Verletzung der
Rotatorenmanschette
sei die Ausnahme; werde hingegen das Schultergelenk in seiner Gesamtheit geschädigt, könne es zur Mitverletzung der
Rotatorenmanschette
kommen. Als ungeeignete Hergänge würden
die direkte Krafteinwirkung auf die Schulter (Sturz, Prellung, Schlag) sowie aktive Tätig
keiten, die zu einer abrupten, aber planmässigen Muskelkontraktion führten und plötzliche Muskelanspannungen in den Muskeln der
Rotatorenmanschette
ange
sehen. Nur Bewegungen im Schultergelenk mit Zugbelastung der
Rotato
ren
manschette
könnten diese zerreissen, in erster Linie Rotationsbewegungen oder auch
Abspreizbewegungen
. Als geeigneter Unfallmechanismus werde zum Bei
spiel das massive plötzliche Rückwärtsreissen oder Heranführen des Arms (zum Beispiel bei einem Absturz beim Fensterputzen mit noch Festhalten der Hand und/oder eine starke Zugbelastung bei gewaltsamer Rotation des Armes) gesehen. Im MRT vom 16. Juni 2016 hätten sich ausschliesslich degenerative Veränderungen gezeigt, eine SLAP I-Läsion sei definitionsgemäss degenerativer Natur (Urk. 7/28).
4.
4.1
Was den Unfallhergang anbelangt, ist – angesichts der einheitlichen Schilde
rung des Beschwerdeführers gegenüber seiner Arbeitgeberin und seinen behan
delnden Ärzten (vgl. die Bagatellunfallmeldung vom 13. Juni 2016 [Urk. 7/1] sowie E. 3.1 und E. 3.2) – nicht ersichtlich, weshalb weitere Abklärungen zum genauen Ablauf des Zusammenstosses hätten vorgenommen werden sollen (vgl. das Vorbringen in Urk. 1 S. 3). Es wurde von einem Zusammenstoss mit einem Kollegen beim Wasserballspiel beziehungsweise von einem Schulteranprall be
rich
tet.
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversiche
rungs
rechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweis
mässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrecht
licher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Selbst wenn der
Beschwerdeführer also neu angeben würde, es sei zu einer starken Zugbelastung gekommen, wäre bloss von einem Schulteranprall auszugehen. Doch nicht einmal in seiner Beschwerde vom 27. Januar 2017 berichtete der Beschwerdeführer von einer starken Zugbelas
tung. Vor diesem Hintergrund ist ein derartiger Bewegungsablauf somit nicht erstellt.
4.2
Gemäss der S2e-Leitlinie „
Rotatorenmanschette
“ (Registernummer: 033–041, Ver
sion März 2017) der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizi
ni
schen Fachgesellschaften (AWMF) in Deutschland (zu finden auf www.awmf.org
) können unfallbedingte Rupturen der
Rotatorenmanschette
durch potenziell geeignete Verletzungsmechanismen entstehen. Dabei handelt es sich um exzen
trische Belastungen kontrahierter Anteile der
Rotatorenmanschette
(z.B. bei passiv forcierter Aussen- oder Innenrotation beim Festhalten im Rahmen eines Sturzes), passive Traktionen nach kaudal (z.B. beim Auffangen eines schweren Gegenstandes) oder axiale Stauchungen nach
kranioventral
oder
ventromedial
(z.B. bei einem Sturz auf den nach hinten gestreckten Arm). Alternativ kommt es bei älteren Patienten im Rahmen traumatischer Schultergelenkluxationen typischerweise zu Rupturen der Supraspinatus- und/oder
Subscapularissehne
(S. 7 der Leitlinie). Vorliegend liegt weder einer der oben beschriebenen Ver
letzungsmechanismen noch eine Schulterluxation vor, sondern ein simpler Anprall der Schulter. Ein solcher
ist nach einhelliger fachärztlicher Ansicht
aber nicht geeignet,
eine Verletzung der
Rotatorenmanschette
zu bewirken (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_100/2016 vom 17. Mai 2016 E. 5 mit Hinweisen), erst recht keine Komplettruptur der Supraspinatussehne.
Kommt hinzu, dass beim im Jahr 2016 60jährigen Beschwerdeführer, welcher langjährig als Gartenarbeiter
tätig war (Urk. 7/1) und der gemäss eigenen Angaben regelmässig Sport trieb (Urk. 7/26) – offensichtlich auch Wasserball –, ausschliesslich degenerative Veränderungen festgestellt werden konnten (E. 3.3 f.). Eine denkbare Ursache für einen
Rotatorenschaden
ist unter anderem der Überlastungsschaden „
overuse
“ beim Sportler. Hier steht die
Werferschulter
wegen eines internen
Impingements
im Vordergrund (
vgl. Harald
Hempfling
/
Veit Krenn, Schadenbeurte
ilung am Bewegungssystem, Band 2
:
Meniskus, Dis
kus, Bandscheiben, Labrum, Ligamente, Sehnen
, Berlin/Boston
2017, S. 657 f.). Sogar bei jungen Überkopfsportlern können strukturelle Schäden an der
Rota
torenmanschette
(Partialläsionen) im Sinne eines repetitiven Überlastungs
scha
dens (durch repetitive Mikrotraumen) bei sogenannten internen
Impingement
for
men
(„
Posterosuperiores
Impingement
“, „
Anterosuperiores
Impingement
“) auftreten (
S2e-Leitlinie „
Rotatorenmanschette
“
, a.a.O., S. 6). Umso wahrschein
licher ist ein Überlastungsschaden beim 60-jährigen Beschwerdeführer, was auch die MR-
Arthrographie
der rechten Schulter vom 16. Juni 2016 vermuten lässt; bei einer ausgeprägten Bursitis
subacromialis
und
deltoidea
liegt gemäss Beurteilung von Dr. A.___ wahrscheinlich ein chronisches
subakromiales
Impingement
vor (Urk. 7/11).
Das Alter des Beschwerdeführers ist somit auch eine Erklärung für die voll
ständige und nicht bloss partielle Ruptur der Supraspinatussehne. Es erhellt deshalb nicht, w
orauf der Beschwerdeführer hinaus
will, wenn er argumentiert, es sei aus der medizinischen Literatur zwar bekannt, dass Partialrupturen in der
Rotatorenmanschette
schwerwiegend auf degenerative Vorgänge zurückzu
füh
ren seien, vorliegend sei es jedoch zu einer ausgedehnten transmuralen Läsion der Supraspinatussehne mit Übergang der Läsion auf die kraniale
In
fra
spina
tussehne
gekommen (Urk. 1 S. 4)
.
4.3
Dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall beschwerdefrei und voll einsatzfähig gewesen sein soll, ist denkbar. Damit vermag er allerdings aufgrund der
Unzu
lässigkeit der Formel „
post
hoc ergo
propter
hoc"
nichts zu seinen Gunsten darzutun.
Die Argumentation, eine gesundheitliche Schä
digung gelte bereits des
halb als durch den Unfall verursacht, weil sie nach diesem aufgetreten sei, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag
zum Beweis natürlicher Kausal
zu
sammenhänge nicht zu genügen (BGE 119 V 3
35 E. 2b/
bb
., Urteil des Bundes
gerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Ausserdem sind 75 % aller
Rotatorendefekte
gemäss der medizinischen Literatur symptomlos (vgl.
Harald
Hempfling
/Veit Krenn, Schadenbeurteilung am Bewegungssystem, Band 1:
Grundlagen, Gelenkflächen,
Osteonekrosen
, Epiphysen,
Impingement
,
Synovialis
, Berlin/Boston 2016, S. 428). Unabhängig von der Entstehung eines
Rotatorendefektes
, sei es durch ein Unfallereignis oder auf dem Boden einer Texturstörung, schreiten Defekte in aller Regel voran und führen zu gleno
humeralen Instabilitäten, da der
Musculus
deltoideus die
Rotatorenmanschette
in der Funktion nicht kompensieren kann. Die Instabilität als Folge tritt aber nur dann ein, wenn die Enden des
Rotatorenkabelsystems
mitbetroffen sind. Isolierte Defekte, die aber auch nicht unfallbedingt erklärbar sind, im Halb
mondgebiet der
Rotatorenmanschette
, beeinträchtigen die Stabilität des
Gleno
humeralgelenkes
nicht (
Harald
Hempfling
/Veit Krenn,
a.a.O.,
Band 2
, S. 674
f.
). Eine bereits bestehende Vorschädigung der Supraspinatussehne muss also nicht unbedingt mit Schmerzen einhergegangen sein. Ausserdem war der Beschwer
deführer selbst mit kompletter Ruptur der Supraspinatussehne zunächst noch in der Lage, zu 50 % zu arbeiten (Urk. 7/8 S. 2). Sodann stellte sich zumindest bis am 30. Juni 2016 bei ihm (noch) keine Einschränkung der Beweglichkeit ein (Urk. 7/8 S. 4: „Die Beweglichkeit ist weitgehend symmetrisch erhalten“).
4.4
A
us juristischer Sicht ist weiter
darauf hinzuweisen, dass das Gericht im Ra
hmen der ihm obliegenden Beweis
würdigung nach dem im Sozialver
siche
rungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit darüber zu befinden hat, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung gegeben ist. Die bl
osse Möglichkeit eines Zusammen
hangs genügt für die Begründung eines Leis
tungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E.
1b, je mit Hinweisen).
Es ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die beim Beschwerdeführer festgestellte Schulterproblematik im Rahmen eines
degenerativen
Geschehens
aufgrund der langjährigen Beanspruchung durch Arbeit und Sport entstanden ist.
4.5
Zuletzt ist auf die Festlegung des massgeblichen Zeitpunkts für die Annahme des Erreichens des
status
quo sine
vel
ante einzugehen. Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, der
status
quo sine sei am
18.
Juli 2016
und damit rund zwei Monate beziehungsweise neun Wochen nach der Schulterkontusion erreicht gewesen. Dies erscheint nachvollziehbar. Aufgrund des Umstands, dass die Schulterkontusion durch einen Anprall eines Mitspielers beim Wasserball erfolgt ist, ist nicht von einer allzu grossen Heftigkeit des Anpralls auszugehen; der Widerstand des Wassers dämpft die Geschwindigkeit beim seitlichen Aufprall. In diesem Sinne könnte mit dem Kreisarzt bereits von einem Erreichen des
status
quo sine am 16. Juni 2016 ausgegangen werden, zumal im MRI vom 16. Juni 2016 ausschliesslich degenerative Veränderungen sichtbar wurden und beim davor durchgeführten Röntgen keine ossären Verletzungen festgestellt werden konnten (Urk. 7/8 S. 2). Es liegen sodann keine Arztberichte vor, welche der kreisärztlichen Einschätzung wiedersprechen würden. In
diesem Sinne ist ein Fallabschluss per 18. Juli 2016 nicht zu beanstanden.
5.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Stephan Kübler
-
Suva
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstMuraro