# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c1f16989-fd8e-58bf-8a15-a842369de1f7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-08-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.08.2020 E-3008/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3008-2020_2020-08-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3008/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  A u g u s t  2 0 2 0   

Besetzung 
 Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 

Richterin Roswitha Petry, Richter Markus König,    

Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Kolumbien,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM 

vom 8. Mai 2020 / N (…). 

 

 

 

E-3008/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer sei gemäss eigenen Angaben am (…) 2016 legal 

aus Kolumbien nach Frankfurt gereist. Nach seiner Ankunft habe er sich in 

verschiedenen Ländern des Schengenraums – auch in der Schweiz – auf-

gehalten (A38 F77 ff.). Den vorinstanzlichen Akten lässt sich überdies ent-

nehmen, dass er am 25. März 2017 polizeilich in B._______ erfasst wurde 

(A2), worauf er ein Asylgesuch eingereicht habe. Weil er respektlos behan-

delt worden sei, habe er die Schweiz wieder verlassen (A38 F77). Am 

4. August 2017 habe die (…)polizei C._______ den Beschwerdeführer 

kontrolliert und festgestellt, dass sein Aufenthalt in der Schweiz mangels 

Visum rechtswidrig sei, weshalb er zwei Tage in Administrativhaft versetzt 

wurde. Sodann wurde er am 6. September 2017 in D._______ wiederum 

wegen illegalen Aufenthalts von der Polizei abgeführt (A6). 

B.  

B.a Am 7. September 2017 reichte er bei den schweizerischen Asylbehör-

den ein Asylgesuch ein. Eine Befragung zur Person (BzP) fand am 

13. September 2017 statt; am 17. Mai und 14. September 2018 wurde er 

zu seinen Asylgründen eingehend angehört. 

B.b Der Beschwerdeführer, der von seiner Partnerin E._______, mit wel-

cher er ein gemeinsames Kind habe, getrennt lebe (A13 S. 3 f.; A38 F44), 

brachte zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen vor, er sei in 

F._______ (Departamento Risaralda) geboren und habe als Kind in den 

USA gelebt; im Januar 1988 – mithin mit (…) Jahren – sei er mit seinem 

Vater nach Kolumbien zurückgekehrt (A13 S. 5). Zwischen 1993 und 1995 

habe er bei der kolumbianischen Armee gedient, zuletzt als (…) der Artille-

rie im (…) («G._______»; A13 S. 4; A36 F11 ff.). Als Grund für seinen Ar-

meeaustritt gab er an, er habe Bestechungsgelder des Drogenbarons 

H._______, genannt I._______, abgeschlagen; daraufhin hätten seine 

Mutter und sein jüngerer Bruder mit Drogen in die USA reisen müssen, wo 

sie festgenommen und zu (…) Jahren Haft verurteilt worden seien (A36 

F15 ff.). Nach seinem Austritt sei er an den Wohnort seiner Familie, 

J._______ ([…] Departamento Riseralda), zurückgekehrt und habe einen 

ehemaligen Kollegen, Unterleutnant K._______, damals (…) 

(«L._______», […] [Anmerkung des Gerichts]), um Schutz vor der Drogen-

mafia gebeten. Als Gegenleistung habe er sich bei der ELN («Ejército de 

Liberación Nacional») infiltriert und K._______ Informationen über diese 

Gruppe und über bolivianische Milizen der FARC («Fuerzas Armadas Re-

volucionarias de Colombia») geliefert (A36 F23 ff.). Nachdem K._______ 

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ermordet worden sei, habe er keinen Schutz mehr gehabt und sei wegen 

illegalen Waffenbesitzes zu (…) Jahren Haft verurteilt worden. Nachdem er 

aus dem Gefängnis entlassen worden sei, sei er wiederum von der Dro-

genmafia unter Druck gesetzt worden; auch sei ein Anschlag auf ihn verübt 

worden. Danach habe er sich auf einen Bauernhof in der ländlichen Um-

gebung von J._______ zurückgezogen (A36 F26 ff.). 

In dieser Zeit, im Jahr 2003, sei er von Hauptmann M._______ des Batail-

lon N._______ des kolumbianischen Militärs kontaktiert worden, um als 

Bodyguard zusammen mit (…) Zivilisten einen Viehzüchter in der Region 

O._______ zu beschützen (A36 F39 ff.). Dies sei aber nur ein Vorwand 

gewesen, um ihn aus J._______ hinaus zu locken. Auf dem Weg zum an-

geblichen Viehzüchter habe M._______ Geschäfte mit dem «Bloque Cent-

ral Bolivar» (BCB, ein zentralkolumbianischer Block der «Autodefensas 

Unidas de Colombia» [AUC], ein Dachverband paramilitärischer Gruppen 

[Anmerkung des Gerichts]) abgewickelt, weshalb der Beschwerdeführer 

Verdacht geschöpft habe. Tatsächlich sei er dann mit den (…) Zivilisten auf 

eine abgelegene Strasse geführt worden. Dort hätten sie Tarnanzüge (das 

Militär und die paramilitärischen Gruppen hätten dieselben Uniformen ge-

habt, A13 S. 9) respektive Uniformen der AUC anziehen müssen. Sie hät-

ten hingerichtet werden sollen, wie es mit «falsos positivos» (A36 F56 und 

59; Zivilisten werden von Militärangehörigen umgebracht und als tote Gue-

rilleros respektive «falsche Erfolge» präsentiert [Anmerkung des Gerichts]) 

gemacht worden sei. Der Beschwerdeführer sei dafür auserwählt worden, 

weil M._______ mit dem Drogenhändler P._______, genannt Q._______, 

verwandt gewesen sei, welcher wiederum mit dem Drogenboss H._______ 

zusammengearbeitet habe (A36 F58). Während die (…) Zivilisten umge-

bracht worden seien, habe der Beschwerdeführer fliehen können (A36 

F47 ff.). Nach 150 m habe er sich verstecken können; von dort aus habe 

er gehört, wie die inzwischen am Tatort angekommene Generalstaatsan-

waltschaft («Fiscalía general de la Nación») von M._______ darüber infor-

miert worden sei, dass der Beschwerdeführer entkommen sei. Seither sei 

er auch vor der Staatsanwaltschaft nicht sicher (A36 F60 ff.). 

Nach seiner Flucht sei er in das Gebiet der «Autodefensas Campesinas 

del O._______» (AC[…]), ein mit der BCB verfeindeter Block der paramili-

tärischen AUC, gelangt. R._______ habe den Beschwerdeführer aufge-

nommen und ihm Schutz geboten, im Gegenzug habe er als militärischer 

Instruktor gearbeitet und im Namen von AC(…) Bestechungsgelder an das 

Militär und die Polizei der Region bezahlt (A36 F65 ff.). Nach neun Mona-

ten (A36 F66) beziehungsweise über ein Jahr (A36 F90; A38 F63) sei er 

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von dieser Gruppe desertiert und habe sich nach J._______ zurückgezo-

gen (A36 F73 ff.). Insgesamt sei er (…) Jahre für Blöcke der AUC tätig ge-

wesen (A36 F75, 82 ff. und 93; A38 F56 ff.). 

Ende 2004 habe er in J._______ für einen Viehhändler als Bodyguard ge-

arbeitet. Nach zwei Monaten habe er den Drogenbaron H._______ (auch 

I._______ genannt) in einem Supermarkt getroffen, der ihn, aus Ehrfurcht, 

weil er es nicht erreicht habe, den Beschwerdeführer nach all diesen Jah-

ren zu ermorden, als Bodyguard angestellt habe. Hätte er dieses Angebot 

abgelehnt, wäre er getötet worden (A36 F76 ff. und 99 ff.). Dieser Drogen-

baron sei im Jahr (…) in S._______ umgebracht worden, weil es nach der 

Festnahme von T._______ (T._______ war ein ehemaliger Drogenbaron 

und paramilitärischer Führer der BCB, der […] in Kolumbien festgenommen 

und […] in die USA ausgeliefert wurde [Anmerkung des Gerichts]), dem 

damals höchsten Drogenboss, einen Streit um dessen Nachfolge gegeben 

habe (A36 F91 und 106; A38 F14). Nach dem Tod von I._______ habe (…) 

von T._______ die Macht für ein Jahr übernommen. Der Beschwerdeführer 

habe sich danach wieder nach J._______ zurückgezogen (A36 F109 ff.). 

Der Beschwerdeführer habe ab diesem Zeitpunkt nicht mehr unter dem 

Schutz der Drogenmafia gestanden, weshalb die Verfolgung durch 

M._______, welcher zwischenzeitlich in der militärischen Hierarchie aufge-

stiegen sei, wieder begonnen habe (A38 F15 ff. und 45). Im (…) 2009 sei 

in J._______ ein Attentat auf ihn (den Beschwerdeführer) verübt worden 

(A38 F22 ff. und 26 ff.). Im (…) 2009 habe er ausreisen wollen. Am Flug-

hafen sei er wegen Drogenbesitzes festgenommen worden, welche ihm 

indes untergeschoben worden seien (A38 F21 und 32). Nichtsdestotrotz 

habe er, um eine höhere Strafe zu verhindern, seine Schuld anerkannt und 

sei zu (…) Jahren Haft verurteilt worden (A38 33 ff. und 42ff.). Während 

dieser Haft sei er immer wieder «mit Grüssen von M._______» gefoltert 

worden (A38 F35 f.). Im Jahr 2014 sei er schliesslich entlassen worden 

(A38 F39) und habe sich in Bogotá niedergelassen (A38 F46). Danach 

habe er U._______ geheiratet, welche früher für die kolumbianische Steu-

erbehörde (…) tätig gewesen sei und sich derzeit im Gefängnis befinde. 

Nachdem sie die noch ungeborenen gemeinsamen Zwillinge verloren 

habe, sei auch ihre Liebe gestorben (A38 F43 ff.). Ausserdem sei er von 

einem ehemaligen Major namens V._______, den er noch aus seiner 

Dienstzeit kenne, unter Druck gesetzt worden. Dieser habe von ihm ver-

langt, U._______ zu erpressen (A38 F48 ff.). 

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Seite 5 

B.c Zusammengefasst fürchte sich der Beschwerdeführer aus aktueller 

Sicht vor einer Verfolgung durch das kolumbianische Militär, respektive 

Hauptmann M._______ des Bataillon N._______, und der Generalstaats-

anwaltschaft (A38 F5, 19 und 71 ff.). 

C.  

Als Beweismittel wurden dem SEM zwei militärische Anhänger, soge-

nannte Grabsteine, vorgelegt (A14). In den vorinstanzlichen Akten liegen 

ausserdem ein Identifikationsdokument der kolumbianischen Botschaft in 

Barcelona vom (…) 2017; eine Kopie einer kolumbianischen Identitätskarte 

des Beschwerdeführers; sein Reisepass (Nr. […], ausgestellt am […] 2017 

in W._______); eine Kopie seines Reisepasses, welcher am (…) 2016 in 

X._______ ausgestellt wurde (Nr. […]), und eine Kopie eines kolumbiani-

schen Reisepasses von Y._______ (Nr. […], ausgestellt am […] 2016). 

D.  

Mit Asylentscheid vom 8. Mai 2020 – eröffnet am 12. Mai 2020 – stellte die 

Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte sein Asylgesuch ab und wies ihn aus der Schweiz weg. Der 

zuständige Kanton wurde mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragt. Auf 

Details dieses Entscheides wird – soweit entscheidrelevant – in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

E.  

Gegen die Verfügung des SEM erhob der Beschwerdeführer am 10. Juni 

2020 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte, dass 

nach Aufhebung der Verfügung seine Flüchtlingseigenschaft unter Asylge-

währung anzuerkennen sei. Eventualiter sei er als Flüchtling respektive 

aufgrund eines Vollzugshindernisses vorläufig aufzunehmen. Subeventua-

liter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht sei ihm die unentgeltliche Prozessführung 

zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzich-

ten. Auf die Begründung der Beschwerde wird – soweit entscheidwesent-

lich – in den Erwägungen eingegangen. 

Als Beilage wurde eine Fürsorgebestätigung vom 9. Juni 2020 zu den Ak-

ten gereicht. 

F.  

Am 12. Juni 2020 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang 

der Beschwerde. 

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Seite 6 

G.  

Mit Eingabe vom 15. Juni 2020 reichte der Beschwerdeführer ergänzend 

folgende Unterlagen jeweils in Kopien zu den Akten: ein Dokument des 

Gerichts für die Vollstreckung von Strafen und Massnahmen in Z._______ 

(Departamento Casanare) mit Datum vom 24. Oktober 2013 sowie ver-

schiedene Arbeitsbestätigungen von INPEC («Instituto Nacional Penitenci-

ario y Carcelario del Gobierno de Colombia»). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist – unter Vorbehalt von E. 6.3 – einzutreten. 

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2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Eventualiter wurde in der Beschwerde beantragt, die Sache sei nach 

Aufhebung der Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Anhörun-

gen vom 17. Mai und 14. September 2018 seien von der Hilfswerkvertre-

tung jeweils bemängelt worden. Insbesondere seien nicht sämtliche Aus-

sagen des Beschwerdeführers protokolliert worden und es sei zu Schwie-

rigkeiten zwischen der übersetzenden Person und dem Beschwerdeführer 

gekommen. 

3.2 Hierzu gilt festzuhalten, dass im Umstand, dass der Beschwerdeführer 

öfters unterbrochen worden sei respektive die dolmetschende Person im-

mer wieder habe nachfragen müssen, weil sie ihm nicht habe folgen kön-

nen, kein Verfahrensmangel zu erkennen ist. Das Ziel einer Anhörung ist 

die möglichst genaue Feststellung des für das Asylverfahren wesentlichen 

Sachverhalts. Dafür ist notwendig, wie der Beschwerdeführer richtiger-

weise festgehalten hat, dass die befragende Person vorgängig die Rollen 

der Teilnehmenden (mit ihren Rechten und Pflichten) und die Regeln der 

Anhörung klar ausführt. Auch akzeptabel ist jedoch, wenn die Regeln wäh-

rend der Anhörung bei Bedarf respektive Notwendigkeit erklärt werden. So 

muss sich auch eine asylsuchende Person daranhalten, langsam und deut-

lich zu sprechen, damit die dolmetschende Person ihrer Pflicht, der mög-

lichst genauen Übersetzung der Aussagen, nachkommen kann. Ferner 

scheint die Tatsache, dass sich der Beschwerdeführer oft wiederholt hat, 

ein Hinweis darauf zu sein, dass gewisse Aussagen nur summarisch pro-

tokolliert worden sind (vgl. Unterschriftenblätter der Hilfswerkvertretung). 

Dies wäre in der Tat nicht korrekt, denn die gesamten Aussagen der asyl-

suchenden Person sollten möglichst genau protokolliert werden, um den 

wesentlichen Sachverhalt festzustellen. Das Gericht kann sich letztlich nur 

auf protokollierte Aussagen und Beweismittel stützen, um sich eine Mei-

nung zu bilden. Auch liegt es nicht an der protokollierenden Person zu ent-

scheiden, welche Aussage relevant ist und welche nicht, um im Protokoll 

erfasst zu werden. 

Nichtsdestotrotz konnte vorliegend der gesamte wesentliche Sachverhalt 

festgestellt werden. Die Vorinstanz konnte sich hinreichend mit den Vor-

bringen auseinandersetzen und hat die Überlegungen, von denen sie sich 

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hat leiten lassen, mit einer sachlich gebotenen Begründungsdichte darge-

legt. Die Beschwerde zeigt denn auch, dass eine sachgerechte Anfechtung 

möglich war. Diesbezüglich kann vorliegend keine Verletzung von Verfah-

rensrechten des Beschwerdeführers festgestellt werden, weshalb der An-

trag, die Sache sei für weitere Abklärungen ans SEM zurückzuweisen, ab-

zuweisen ist. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das SEM hielt zur Begründung seines abweisenden Asylentscheids 

fest, die dargelegte Haft zwischen (…) und (…), anlässlich derer der Be-

schwerdeführer Misshandlungen erlitten habe, sei im Zeitpunkt seiner Aus-

reise zu weit zurückgelegen, um noch als Anlass für diese anerkannt zu 

werden. Vergangene Verfolgungen könnten jedoch asylbeachtlich sein, 

wenn sie noch andauern oder auf eine zukünftige Verfolgung hinweisen 

würden. Vorliegend seien indes keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass 

der Beschwerdeführer aus dem geltend gemachten Vorkommnis zum Zeit-

punkt der Ausreise noch asylbeachtliche Nachteile zu gewärtigen gehabt 

habe. Auch in Bezug auf weitere Verfolgungsmassnahmen, wie beispiels-

weise die geltend gemachten Attentatsversuche, sei weder ein zeitlicher 

noch sachlicher Kausalzusammenhang zu erkennen, weshalb diesen Vor-

bringen keine Asylrelevanz zukomme (Art. 3 AsylG).  

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Der Vollständigkeit halber sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die 

geltend gemachte Haft mit keinerlei Dokumenten belegt habe. Weiter gehe 

aus den Akten hervor, dass er nach seiner Haftentlassung U._______ ge-

heiratet habe, welche zudem schwanger geworden sei, die Zwillinge je-

doch stressbedingt im Gefängnis verloren habe. Zu erwähnen sei, dass 

U._______, die Hauptverantwortliche für die Veruntreuung grosser Geld-

beträge in der (…), bereits im (…) verhaftet worden sei. Sie sei im (…) 2012 

zu (…) Jahren Gefängnis verurteilt worden; diese Strafe sei im (…) 2013 

um (…) Jahre reduziert worden. Der Beschwerdeführer habe indes einen 

anderen Grund für die Haft von U._______ angegeben (A38 F47). Diese 

Ausführungen würden verdeutlichen, dass weder Grund noch Zeitpunkt 

und Dauer seiner Haft zweifelsfrei feststehen würden, respektive müsse 

davon ausgegangen werden, dass die Haft gar noch längere Zeit zurück-

liege. 

Hinsichtlich des Vorbringens, der Beschwerdeführer werde von M._______ 

und der Generalstaatsanwaltschaft gesucht und sei daher in Lebensgefahr, 

würden konkrete Indizien und Anhaltspunkte fehlen, welche eine begrün-

dete Furcht vor einer real drohenden Verfolgung nachvollziehbar erschei-

nen lassen würden. Seit der Beschwerdeführer gemäss seinen Angaben 

im Jahr (…) aus der Haft entlassen worden sei, habe er keinerlei Verfol-

gungsmassnahmen durch Drittpersonen – wie beispielsweise M._______ 

– geltend gemacht. Hätte dieser nach dessen Leben getrachtet, wäre es 

ein Leichtes für ihn gewesen, den Beschwerdeführer in J._______ oder 

Bogotá zu finden. Bezeichnenderweise erscheine auch das Motiv der Ver-

folgung seitens M._______ weit hergeholt, ihn (den Beschwerdeführer) als 

einzigen Zeugen eines Massakers auszuschalten, welches sich im Jahr 

2003 zugetragen habe. Ferner sei nicht nachvollziehbar, weshalb 

M._______ ihn über all diese Jahre noch verfolgen solle, habe er 

(M._______) doch nicht damit rechnen müssen, dass er ihn als Zeuge be-

lasten würde, zumal er (der Beschwerdeführer) sich in all diesen Jahren 

nie an eine zuständige Behörde gewandt habe. Bezüglich der «falsos po-

sitivos» gelte es darauf hinzuweisen, dass die Generalstaatsanwaltschaft 

bisher 5'000 solcher Fälle (zwischen 1988 und 2014) untersucht habe. Die 

wenigen für diese Taten verurteilten Personen seien meist einfache Solda-

ten oder Unteroffiziere gewesen; auch das Bataillon N._______ sei in die-

sem Zusammenhang erwähnt worden. Weil das Thema der «falsos posi-

tivos» nach wie vor aktuell sei, hätte der Beschwerdeführer die Möglichkeit 

ergreifen können, sich diesbezüglich an die zuständigen Behörden zu wen-

den. 

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Seite 10 

Die Angaben betreffend die Todesdrohungen durch Bb._______ alias 

«V._______» seien zu vage, um eine konkrete Bedrohungslage asylrele-

vanten Ausmasses zu begründen; dies umso mehr, da nicht erkennbar sei, 

dass er mit V._______ anlässlich der gemeinsamen Zeit in der Militäraka-

demie respektive bei den AC(…) Probleme gehabt habe (Art. 7 AsylG). Im 

Übrigen handle es sich bei V._______ um einen ehemaligen hohen Offizier, 

der sich paramilitärischen Gruppen angeschlossen habe und an Hinrich-

tungen beteiligt gewesen sei, weshalb er unter anderem zu einer (…)-jäh-

rigen Haftstrafe verurteilt worden sei. 

Nach Ankunft in Europa habe der Beschwerdeführer diverse Reisen inner-

halb des Kontinents unternommen (vgl. die diesbezüglichen Flug- und Bus-

billette sowie weitere Quittungen, A1). Dieses Verhalten, sich über mehrere 

Monate hinweg illegal im Schengenraum aufzuhalten, ohne ein Asylgesuch 

einzureichen, bestärke das SEM in seiner Annahme, wonach seine Furcht, 

in Kolumbien in absehbarer Zukunft in asylrelevanter Weise verfolgt zu 

werden, nicht begründet sei. Darüber hinaus habe er erst Asyl beantragt, 

als er von der Polizei aufgegriffen worden sei. 

Wie bereits angedeutet, seien Zweifel an seinen Vorbringen anzubringen. 

Der Vorfall aus dem Jahr 2003 erstaune in dieser Hinsicht, dass der Be-

schwerdeführer mit dem Leben davongekommen sei, zumal (…) Zivilisten 

kaltblütig erschossen worden seien. Auch der Umstand, dass er damals 

aus seinem Versteck dem Gespräch zwischen der Generalstaatsanwalt-

schaft sowie M._______ habe zuhören können, vermöge nicht zu überzeu-

gen. Schliesslich sei es seltsam, dass der Beschwerdeführer den Vorna-

men von M._______ nicht kenne, zumal er sonst über ein grosses Wissen 

verfüge. Dies lasse die Vermutung aufkommen, dass gewisse Ereignisse 

nicht so geschehen seien, wie er geschildert habe. Dies könnte darauf zu-

rückzuführen sein, dass er in der Zeit des bewaffneten Konfliktes in Kolum-

bien verschiedene Funktionen ausgeübt und mehrere Male die Seiten ge-

wechselt habe. Es erübrige sich, diese Erwägungen weiter auszuführen 

und näher auf die Zweifel bezüglich Verfolgungsmotivation seiner mut-

masslichen Verfolger einzugehen, zumal es nicht gelungen sei, die Aktua-

lität der Verfolgungssituation darzulegen. 

Zusammenfassend würden die Vorbringen den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft nicht standhalten (Art. 3 AsylG). 

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Seite 11 

5.2 Bezüglich des von der Vorinstanz festgestellten mangelhaften Kausal-

zusammenhangs verkenne diese, so der Beschwerdeführer in der Be-

schwerde, dass die Haft und die weiteren Verfolgungsmassnahmen nicht 

getrennt betrachtet und beurteilt werden könnten. Aus seinen Schilderun-

gen werde deutlich, dass die Verfolgung seit dem Jahr 2003 kontinuierlich 

andaure. Auch wenn er zwischenzeitlich unter dem Schutz von gewissen 

Personen gestanden habe, sei der Vorfall des Jahres 2003 als Grundstein 

der gesamten Verfolgungshandlungen zu betrachten. 

Hinsichtlich des Themas «falsos positivos» sei bekannt, dass es zwar, wie 

das SEM festgehalten habe, Untersuchungen gegeben habe; indes seien 

bis anhin keine hochrangigen Offiziere wie M._______ verurteilt worden. 

Zeugen seien – ohne dass sie je Schutz erhalten hätten – eingeschüchtert, 

bedroht, attackiert und teilweise getötet worden, wie ein Bericht von Human 

Rights Watch (HRW) festhalte. Ausserdem zeige der vom SEM zitierte Ar-

tikel, dass mehrere Fälle des Bataillons N._______ zwar gerichtlich unter-

sucht, diese indes nicht abgeschlossen worden seien. Unter diesen Um-

ständen sei nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer sich diesbezüg-

lich nie an die kolumbianischen Behörden gewandt habe. 

Bezüglich des Aspektes, dass er nicht direkt nach seiner Haftentlassung 

im Jahr 2014 aus Kolumbien ausgereist sei und nicht sofort nach seiner 

Ankunft in Europa um Asyl nachgesucht habe, sei festzuhalten, er sei 

schon einmal bei einer versuchten Ausreise im Jahr 2009 unschuldig inhaf-

tiert worden. Aus diesem Grund habe er genügend Zeit verstreichen las-

sen, auch um seine Ausreise zu planen und das nötige Geld zu organisie-

ren. In Anbetracht der diversen Vorfälle in seinem Leben sei er auch vor 

staatlichen Autoritäten auf der Hut, weshalb er nach seiner Ankunft in Eu-

ropa versucht habe, auf eigenen Beinen zu stehen, zumal er bei seinem 

ersten Asylgesuch in Cc._______ wie ein Krimineller behandelt worden sei. 

Das SEM habe vor allem Zweifel bezüglich Zeitpunkt der Ereignisse und 

die Verfolgungsmotivation von M._______ angezeigt. Jedoch sei festzu-

halten, dass es grundsätzlich von der Glaubhaftigkeit der Vorbringen aus-

gehe. Diesbezüglich sei auch auf die in sich schlüssigen, widerspruchs-

freien und detailreichen Ausführungen des Beschwerdeführers zu verwei-

sen. 

6.  

6.1 Zunächst ist festzuhalten, dass die Vorinstanz keineswegs von der 

grundsätzlichen Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers 

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Seite 12 

ausging. In ihrer Verfügung hat sie immer wieder Zweifel an gewissen sei-

ner Aussagen angebracht – wie beispielsweise Grund, Zeitpunkt und 

Dauer der Haft (angeblich zwischen […] und […]) oder einen nachvollzieh-

baren Grund für die fortdauernde Verfolgung, insbesondere durch 

M._______. Auch erstaune betreffend den Vorfall aus dem Jahr 2003, dass 

der Beschwerdeführer mit dem Leben davongekommen sei und damals 

aus seinem Versteck dem Gespräch zwischen der Generalstaatsanwalt-

schaft sowie M._______ habe zuhören können. 

6.2 Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrechtlichen Schutzes setzt die 

Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft voraus, dass die betroffene Per-

son in ihrem Heimatland keinen adäquaten Schutz finden kann (vgl. 

BVGE 2008/12 E. 7.2.6.2 und 2008/4 E. 5.2). Ausgangspunkt für die Beur-

teilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der 

Ausreise vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer sol-

chen. Ob für den Zeitpunkt der Ausreise noch eine begründete Verfol-

gungsfurcht besteht, misst sich auch daran, ob ein zeitlicher und sachlicher 

Kausalzusammenhang zwischen dieser und Verfolgungshandlungen be-

jaht werden kann. Besteht dieser, ist nicht weiter zu prüfen, ob die erlittene 

Vorverfolgung auch eine begründete Furcht vor künftiger Verfolgung be-

gründet; es besteht eine Regelvermutung (vgl. BVGE 2009/51 E. 4.2.5). 

Die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheides ist jedoch im Rahmen der 

Prüfung nach der Aktualität der Verfolgungsfurcht ebenfalls wesentlich. 

Veränderungen der objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise 

und Asylentscheid sind deshalb zugunsten und zulasten der das Asylge-

such stellenden Person zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2008/34 E. 7.1 und 

2008/12 E. 5.2; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 

[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl. 2009, Rz. 11.17 f.). Massgebend für den 

Asylentscheid ist demnach die Situation im gegenwärtigen Zeitpunkt. 

6.2.1 Die Haft zwischen (…) und (…) scheint in der Tat nicht kausal für die 

Ausreise des Beschwerdeführers aus Kolumbien zu sein, hat er doch nicht 

angegeben, wegen dieser oder dem damaligen Verfahren bis zu seiner 

Ausreise im (…) 2016 Schwierigkeiten gehabt zu haben. Auch kann seinen 

Aussagen nicht entnommen werden, er sei während dieser Zeit anderen 

konkreten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt gewesen, auch nicht von 

Seiten M._______. Wenn es diesem mit den angeblichen Tötungsabsich-

ten ernst gewesen wäre, wäre es für ihn einfacher gewesen, diese bereits 

während der Haft beispielsweise durch einen Dritten vollziehen zu lassen, 

zumal der Beschwerdeführer in der Haft mehrere Male «mit Grüssen von 

M._______» gefoltert worden sei (A38 F35 f.). 

E-3008/2020 

Seite 13 

Der Einwand, die seit den illegalen Hinrichtungen im Jahr 2003 erlittenen 

Verfolgungshandlungen seien als eine einzige Verfolgung mit unterschied-

licher Intensität zu betrachten, ändert am Gesagten nichts. Weil zwischen 

der Haftentlassung im Jahr 2014 und der Ausreise im September 2016 

keine (glaubhafte) Verfolgungshandlung zu erkennen ist, ist die angebliche 

Verfolgungskette mindestens im Jahr (…) bereits zeitlich unterbrochen 

worden – eine Wiederaufnahme durch einen erneuten Vorfall lässt sich den 

Akten nicht entnehmen Aus den Schilderungen betreffend die Verfolgungs-

absichten von V._______ ist ebenfalls kein Zusammenhang mit M._______ 

erkennbar (vgl. auch E. 6.2.2). 

An dieser Einschätzung vermögen die mit Eingabe vom 15. Juni 2020 ein-

gereichten Unterlagen – als Beweis, dass er zwischen (…) und (…) wegen 

eines Drogendelikts in Haft gewesen sei – nichts zu ändern. 

6.2.2 Neben zahlreichen Verbrechen an der kolumbianischen Zivilbevölke-

rung während des jahrelangen Bürgerkrieges wurden in der ersten Dekade 

des 21. Jahrhunderts Zivilisten durch kolumbianische Soldaten getötet und 

als Guerilla-Kämpfer ausgegeben, um Quoten und Prämien zu erhalten 

(«falsos positivos»). Die ersten Fälle seien 2008 bekannt geworden. Wie 

das SEM bereits festgestellt hat, sind seither ungefähr 5'000 Fälle unter-

sucht worden. Aus aktueller Sicht gilt anzufügen, dass mit der Gründung 

einer Übergangsjustiz, basierend auf dem Friedensvertrag von 2016, eine 

Transformation Kolumbiens zu einer friedlichen Gesellschaft angestrebt 

wird. Das Sondergericht «Jurisdicción Especial para la Paz» (JEP) ist für 

die juristische Aufarbeitung der im Konflikt begangenen Verbrechen und für 

die Verurteilung und Bestrafung direkt oder indirekt beteiligter Akteure – 

wie Mitglieder der Guerilla, des Militärs oder von paramilitärischen Grup-

pen – verantwortlich. Naturgemäss führte die Implementierung der JEP im 

kolumbianischen Kongress zu Uneinigkeit und langen Debatten zwischen 

der Regierung und der Opposition. Wichtige Entscheidungen zur Umset-

zung der JEP wurden vom Kongress im November 2017 getroffen. Am 

15. Januar 2018 haben 30 Amtsrichter ihre Arbeit aufgenommen (vgl. 

hierzu unter anderem den Blogeintrag von DENISE KIRSCHNER, Das Gesetz 

zur Sonderjustiz für den Frieden [Justicia Especial para la Paz – JEP] der 

Freien Universität Berlin [https://blogs.fu-berlin.de/kolblog/tag/jep/, besucht 

am 1. Juli 2020]; DANIELA RIVAS G., Fragwürdige Übergangsjustiz, in: La-

teinamerika Nachrichten, Mai 2017 [https://lateinamerika-nachrich-

ten.de/artikel/fragwuerdige-uebergangsjustiz/, besucht am 1. Juli 2020]; 

HRW, Prosecution of False Positive Cases under the Special Jurisdiction 

for Peace, Dokument#1253176, März 2016). 

https://blogs.fu-berlin.de/kolblog/tag/jep/

E-3008/2020 

Seite 14 

Die vormals umschriebenen extralegalen Hinrichtungen im Sinne von «fal-

sos positivos» seien gemäss verschiedenen Berichten auch vom Bataillon 

N._______ in der Zone Cimitarra (Deparatamento Santander) durchgeführt 

worden (vgl. El Tiempo vom […] 2009, «[…]» [https://www.el-

tiempo.com[…], besucht am 30. Juni 2020]). Wie schon das SEM in seiner 

Verfügung festgestellt hat, soll diese traurige Tatsache der «falsos posi-

tivos» in keiner Art und Weise negiert werden. Indes sind die Zweifel der 

Vorinstanz, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Vorfalls von 2003 

mit dem Leben davongekommen und folglich ein Opfer sei, berechtigt. 

M._______ habe den Beschwerdeführer als Opfer ausgesucht, weil 

M._______ mit dem Drogenhändler P._______ (im […] in Dd._______ ver-

storben) verwandt gewesen sei, welcher wiederum mit H._______, ge-

nannt I._______, zusammengearbeitet habe (A36 F58). Es scheint wahr-

lich weit hergeholt, dass I._______ über all die Jahre hinter dem Beschwer-

deführer her gewesen sein soll, nur weil dieser Mitte der 90er-Jahre kein 

Bestechungsgeld des Drogenbosses angenommen habe (A36 F15 und 

21). Ausserdem war sein ursprüngliches Ziel, dass der Beschwerdeführer 

damals – in den 90er-Jahren – die Armee verlasse (A36 F16), schon längs-

tens erreicht. Die vom Beschwerdeführer geschilderte Rolle sowie das Mo-

tiv der jahrelangen Verfolgung erscheinen folglich diffus und sind in dieser 

Form anzuzweifeln. 

6.2.3 Bb._______ (alias V._______), ein ehemaliger Militär, war im Dunst-

kreis des Drogenbosses Ee._______ aktiv. Er wurde 2005 festgenommen 

und für mehrere Jahre verurteilt. Im Jahr 2015 wurde er wegen illegaler 

Hinrichtungen («falsos positivos») zu weiteren zwölf Jahren verurteilt (vgl. 

Semana vom […] 2015 «[…]» [https://www.semana.com[…], besucht am 

30. Juni 2020]). V._______ habe dem Beschwerdeführer U._______, wel-

che seit (…) inhaftiert ist (vgl. E. 6.2.4), vorgestellt, damit der Beschwerde-

führer sie erpressen könne. Stattdessen habe der Beschwerdeführer diese 

geheiratet. Er habe überdies V._______ – nach seinem eigenen Gefäng-

nisaufenthalt – im Gefängnis besucht, um ihn mit der Tatsache zu konfron-

tieren, dass dieser ein Kopfgeld auf den Beschwerdeführer ausgesetzt 

habe (A38 F49 ff.). Dem SEM ist Recht zu geben, wenn es diese Aussagen 

als zu vage bezeichnet hat, um eine ausreichende konkrete Bedrohungs-

lage für den Beschwerdeführer begründen zu können. Auch aus der Tatsa-

che, dass V._______ wegen extralegaler Hinrichtungen verurteilt wurde, ist 

keine individuelle Verbindung zum Beschwerdeführer feststellbar. 

6.2.4 U.._______ wurde gemäss Presseberichten aus Kolumbien im Zu-

sammenhang mit dem Tatbestand der Unterschlagung, der grössten der 

E-3008/2020 

Seite 15 

jemals entdeckten Veruntreuung in der Geschichte der kolumbianischen 

Steuerbehörde (…) im (…) für schuldig befunden und zu (…) Jahren Ge-

fängnis verurteilt. Die zweite Instanz habe diese Strafe um (…) Jahre re-

duziert (gemäss Aussagen des Beschwerdeführers sei sie zu acht Jahren 

verurteilt worden, A38 F47). Entlassungsgesuche seien bis anhin abge-

lehnt worden oder seien noch hängig. Derzeit befinde sie sich im Frauen-

gefängnis «El buen pastor» in Bogotá (vgl. hierzu z.B. «[…]», Bericht von 

Canal RCN vom […] 2018 [https://noticias.canalrcn.com/nacional-

pais/{…}, besucht am 15. Juli 2020]). Auch wenn der Beschwerdeführer mit 

ihr in Verbindung gestanden sein sollte, ist daraus keine asylrelevante Be-

drohungslage für den Beschwerdeführer erkennbar. 

6.2.5 Dem SEM ist ausserdem Recht zu geben, dass die mangelnden 

Kenntnisse des Beschwerdeführers betreffend Vornamen und sonstige 

Hintergründe von M._______, welcher ihn angeblich seit 2003 verfolgt 

(A36 F34; A38 F11), seltsam anmuten. Auch wiegt die Tatsache schwer, 

dass der Beschwerdeführer keine relevanten Beweismittel bezüglich die-

ser angeblich jahrelangen Verfolgung zu den Akten gereicht hat, zumal er 

sich gemäss der Beschwerdeschrift eine längere Zeit mit der sorgfältigen 

Organisation seiner Ausreise befasst habe. Zwar kennt der Beschwerde-

führer unbestritten viele Fakten und Namen aus den dunklen Jahren des 

Bürgerkrieges in Kolumbien, doch scheint diesbezüglich ein individueller 

Zusammenhang mit dem Leben des Beschwerdeführers, so wie er es be-

schrieben hat, zu fehlen. 

6.2.6 Das Vorbringen, der Beschwerdeführer sei aus Angst, er könne – wie 

bei der versuchten Ausreise nach Honduras im Jahr 2009 – erneut inhaf-

tiert werden, nicht umgehend ausgereist, vermag nicht zu überzeugen. 

Vielmehr ist davon auszugehen, dass er versuchte, in Bogotá Fuss zu fas-

sen. So habe er U._______, welche seit (…) im Gefängnis ist, geheiratet 

und sie hätten Zwillinge erwartet (A38 F43 und 46). Der Verlust der Zwil-

linge wurde von ihm dann auch als einer der Auslöser für seine Ausreise 

angegeben (A38 F52). Des Weiteren hat er Kolumbien legal verlassen; 

wäre die Generalstaatsanwaltschaft auf der Suche nach ihm gewesen, ist 

davon auszugehen, dass eine Ausreise über einen Flughafen mit Proble-

men verbunden gewesen wäre. Bezüglich des Arguments, er habe nicht 

sofort nach Betreten des europäischen Kontinents um Asyl nachgesucht, 

weil er auf eigenen Beinen habe stehen wollen, gilt anzufügen, dass bei 

einem illegalen Aufenthalt in Europa – sprich ohne Visum oder Aufenthalts-

bewilligung – nicht davon gesprochen werden kann, auf eigenen Beinen zu 

stehen. 

E-3008/2020 

Seite 16 

6.3 Eventualiter wurde beantragt, der Beschwerdeführer sei als Flüchtling 

vorläufig aufzunehmen. Auf diesen Antrag ist vorliegend nicht einzutreten, 

da dieser in der Beschwerde nicht weiter – auch nicht auf implizite Weise 

– begründet wurde. 

6.4 Zusammenfassend ist bezüglich der Vorbringen und der Ausreise im 

September 2016 weder ein zeitlicher noch ein sachlicher Kausalzusam-

menhang auszumachen. Auch ist kein Motiv von M._______, den Be-

schwerdeführer über Jahre hinweg zu verfolgen, erkennbar. Ausserdem 

wirken gewisse dargelegte Begründungen respektive Verbindungen frag-

würdig. Das SEM hat demzufolge das Asylgesuch des Beschwerdeführers 

zu Recht abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

E-3008/2020 

Seite 17 

8.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

8.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-

rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, § 124 ff. 

m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat 

lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig 

erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl 

im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

E-3008/2020 

Seite 18 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.1 In Kolumbien fand über fünfzig Jahre ein bewaffneter Konflikt zwi-

schen den kolumbianischen Streitkräften, den Guerillas und paramilitäri-

schen Gruppen statt. Im November 2016 wurde der aktuelle Friedensver-

trag zwischen dem kolumbianischen Staat und der FARC geschlossen, der 

später von beiden Kammern des Kongresses gutgeheissen wurde. Nicht 

vergessen bleibt, dass allen Parteien während des Konflikts schwere Men-

schenrechtsverletzungen vorgeworfen wurden; bei den meisten Opfern 

handelt es sich um Zivilpersonen. Auch wenn im September 2019 ein Teil 

der FARC die Wiederbewaffnung ankündigte, sind gemessen an der allge-

meinen Lage in Kolumbien von heute jedoch keine generellen Vollzugshin-

dernisse im Sinne der Unzumutbarkeit erkennbar. 

8.3.2 Auch aus individueller Sicht bleibt der Vollzug der Wegweisung für 

den Beschwerdeführer zumutbar. Es ist davon auszugehen, dass er in 

J._______ und in Bogotá, wo er jeweils längere Zeit gelebt hat, über ein 

familiäres oder soziales Netz verfügt. Ausserdem lebt ein Bruder mit seiner 

Familie in Ff._______ (A13 S. 6; A36 F5 ff.). Er spricht sehr gut Englisch, 

hat die Militärschule absolviert (A13 S. 4; A36 F11 f.) und hat früher als (…) 

monatlich (…) verdient (vgl. Protokoll Einvernahme rechtswidriger Aufent-

halt der (…)polizei C._______ vom 5. August 2017 [A3]). Es ist davon aus-

zugehen, dass er nach einer Rückkehr nach Kolumbien auch auf legalem 

Weg ein Einkommen erzielen kann. Auch aus medizinischer Sicht ist den 

Akten kein Vollzugshindernis zu entnehmen. Folglich ist nicht davon aus-

zugehen, dass er bei einer Rückkehr in eine existenzbedrohende Situation 

geraten wird. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegwei-

sung als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, der über einen Reise-

pass verfügt, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die 

für eine Rückkehr allenfalls notwendigen Reisedokumente zu beschaffen 

(vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der 

Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 

AIG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AIG). 

E-3008/2020 

Seite 19 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Mit der Beschwerde wurde die Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung und ein Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses be-

antragt. Eine Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, wird 

gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG auf Antrag hin von der Bezahlung der Verfah-

renskosten befreit wird, sofern ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint 

(Art. 65 Abs. 1 VwVG). Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ergibt 

sich aus der eingereichten Fürsorgebestätigung vom 9. Juni 2020. Auf-

grund einer summarischen Prüfung der Akten erscheinen die 

Rechtsbegehren sodann zum Zeitpunkt der Einreichung der Beschwerde 

nicht als aussichtslos. 

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist somit gutzuheissen. Es sind keine Verfahrens-

kosten zu erheben. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-3008/2020 

Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird gut-

geheissen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe 

 

 

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