# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 194b0507-e83e-5c41-85be-3600d828b236
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-10-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.10.2023 D-5395/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5395-2023_2023-10-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5395/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  O k t o b e r  2 0 2 3   

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richterin Roswitha Petry;   

Gerichtsschreiberin Leslie Werne. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Burundi,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 4. September 2023 / N (…). 

 

 

 

D-5395/2023 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 31. Mai 2023 in der Schweiz um Asyl nach-

suchte,  

dass er am 5. Juni 2023 zu seiner Person und am 23. August 2023 im Bei-

sein seiner Rechtsvertretung zu seinen Gesuchsgründen angehört wurde,  

dass er geltend machte, er sei burundischer Staatsangehöriger, ethnischer 

Tutsi und habe zuletzt in B._______ gelebt, 

dass er zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen vorbrachte, 

er sei während eines vereitelten Putschversuches im Jahr 2015 irrtümlich 

für einen Demonstranten gehalten und durch die Polizei verletzt worden,  

dass er fortan den Behördenkontakt gemieden habe, um einer allfälligen 

Festnahme zu entgehen, 

dass er auch befürchte, im Falle seiner Rückkehr in den Heimatstaat könn-

ten die Behörden ihn aufgrund seiner Landesabwesenheit für einen De-

monstranten halten und Ermittlungen gegen ihn einleiten, 

dass er Burundi im Oktober 2022 auf legalem Wege verlassen habe und 

über Serbien in die Schweiz gereist sei,  

dass er durch seine Rechtsvertretung am 31. August 2023 Stellung zum 

Entscheidentwurf des SEM nahm,  

dass das SEM mit Verfügung vom 4. September 2023 (gleichentags eröff-

net) feststellte, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, sein Asylgesuch ablehnte, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte 

und den Vollzug anordnete, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 4. Oktober 2023 gegen diese 

Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und bean-

tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, seine Flüchtlingsei-

genschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren,  

dass er eventualiter vorläufig aufzunehmen sei, subeventualiter sei die Sa-

che an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

dass er in prozessualer Hinsicht die Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung inklusive Kostenvorschussverzicht beantragte, 

D-5395/2023 

Seite 3 

dass der Beschwerde unter anderem ein Bericht der Klinik für Infektiologie 

& Spitalhygiene des Universitätsspitals C._______ vom 6. September 

2023 beilag, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 5. Ok-

tober 2023 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

 

und zieht in Erwägung,  

dass es auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – 

endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM 

entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),  

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde – unter 

Vorbehalt der nachstehenden Erwägungen – einzutreten ist (Art. 108 

Abs. 1 AsylG und Art. 10 der Verordnung vom 1. April 2020 über Massnah-

men im Asylbereich im Zusammenhang mit dem Coronavirus [Covid-19-

Verordnung Asyl, SR 142.318], Art. 52 Abs. 1 VwVG),  

dass der Rückweisungsantrag nicht ansatzweise begründet wurde, wes-

halb darauf nicht einzutreten ist, 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5),  

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb das Urteil 

nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),  

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde,  

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Seite 4 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimat- oder Her-

kunftsstaat wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-

ner bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauun-

gen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben, 

solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),  

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),  

dass das SEM seinen Asylentscheid im Wesentlichen damit begründet, die 

Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die 

Flüchtlingseigenschaft nicht stand,  

dass der Beschwerdeführer die Richtigkeit der Argumentation der Vor- 

instanz in seiner Rechtsmitteleingabe bestreitet und geltend macht, die 

Vorinstanz verkenne, dass er in Burundi aufgrund seiner Ethnie verfolgt 

und infolge seiner HIV-Erkrankung diskriminiert werde, 

dass das Gericht nach Durchsicht der Akten zum Schluss gelangt, dass 

das SEM in seiner Verfügung mit überzeugender Begründung zu Recht zur 

Erkenntnis gelangt ist, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers den 

Anforderungen von Art. 3 AsylG an die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit 

nicht zu genügen vermögen,  

dass auf die Erwägungen des SEM verwiesen werden kann und es dem 

Beschwerdeführer in der Beschwerde nicht gelingt, diesen Argumenten et-

was Stichhaltiges entgegenzusetzen, 

dass die geltend gemachte Polizeigewalt im Jahr 2015 für sich alleine die 

Kriterien einer flüchtlingsrelevanten Verfolgung nicht erfüllt, zumal es sich 

damit nicht um gezielt gegen die Person des Beschwerdeführers gerichtete 

sowie aktuell anhaltende Verfolgung seitens der burundischen Behörden 

handelt, 

dass die geltend gemachten Ereignisse rund um den Putschversuch be-

reits Jahre zurückliegen und er denn selbst eingestand, die Behörden hät-

ten nie gezielt nach ihm gesucht (vgl. A15/15 F57), 

dass der Beschwerdeführer seine pauschale Behauptung, er habe sich seit 

den Aufständen im Jahr 2015 vor den Behörden verstecken müssen, auch 

auf Beschwerdeebene nicht ansatzweise substantiiert,  

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Seite 5 

dass sich eine aktuelle und gezielte Verfolgung auch nicht aus dem in sei-

nen Identitätsdokumenten festgehaltenen Geburtsort ableiten lässt, zumal 

sein Vorbringen, sämtliche Personen, die in den damals von Protesten be-

troffenen Quartieren B._______ geboren seien, würden heutzutage festge-

nommen und getötet, nicht plausibel ist,  

dass sich in den Akten keine Hinweise darauf finden, er sei zum Zeitpunkt 

seiner Ausreise aus Burundi im Oktober 2022 Verfolgung ausgesetzt ge-

wesen, weshalb auch seine wiederholt geäusserte Furcht vor zukünftiger 

Verfolgung objektiv unwahrscheinlich ist, 

dass die augenscheinlich problemlose Ausstellung seines Reisepasses im 

Juni 2020 und seine offensichtlich legale Ausreise aus Burundi (vgl. A15/15 

F60 und BM4) diese Einschätzung bestätigen,  

dass er auch aus den in der Beschwerdeschrift zitierten Berichten zu Bu-

rundi oder seinem pauschalen Vorbringen, er werde aufgrund seiner HIV-

Erkrankung diskriminiert, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag, zu-

mal die vorgenannten Berichte offensichtlich keinen persönlichen Bezug 

zum Beschwerdeführer aufweisen, wobei Diskriminierung flüchtlingsrecht-

lich nicht relevant ist.  

dass nach dem Gesagten nichts für das Vorliegen einer ernsthaften und 

konkreten Verfolgungsgefahr für den Beschwerdeführer im Heimatstaat 

spricht,  

dass diesen Erwägungen gemäss das SEM zu Recht die Flüchtlingseigen-

schaft verneinte und das Asylgesuch ablehnte,  

dass die Anordnung der Wegweisung aus der Schweiz im Einklang mit den 

gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist, da der Beschwer-

deführer weder über einen Aufenthaltstitel für die Schweiz noch über eine 

Anspruchsgrundlage auf Erteilung eines solchen verfügt (Art. 44 [erster 

Satz] AsylG; BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.),  

dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1–4 AIG [SR 142.20]), 

dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernis-

sen gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweis-

standard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, allfällige 

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Seite 6 

Wegweisungsvollzugshindernisse sind zu beweisen, wenn der strikte Be-

weis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen 

(vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.),  

dass sich der Vollzug der Wegweisung in Beachtung der massgeblichen 

völker- und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig erweist (Art. 83 

Abs. 3 AIG), da nach vorstehenden Erwägungen keine Hinweise auf eine 

flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung bestehen (Art. 5 Abs. 1 AsylG; 

Art. 33 Abs. 1 FK [SR 0.142.30]) und auch keine konkreten Anhaltspunkte 

für eine in der Heimat drohende menschenrechtswidrige Behandlung (im 

Sinne von Art. 3 EMRK) ersichtlich sind,  

dass der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar zu erkennen ist 

(Art. 83 Abs. 4 AIG), da weder die allgemeine Lage in der Heimat des Be-

schwerdeführers noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung 

im Falle seiner Rückkehr schliessen lassen,  

dass trotz der heiklen Situation in einigen Provinzen Burundis, insbeson-

dere in wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Hinsicht, im vorliegenden 

Fall besonders günstige Umstände für die Rückkehr des Beschwerdefüh-

rers vorliegen, 

dass der Beschwerdeführer gemäss Aktenlage über eine gute Schulbil-

dung und viel Arbeitserfahrung für einen gemeinnützigen Verein sowie in 

seinem Heimatstaat über ein tragfähiges soziales Beziehungsnetz – beste-

hend aus seinen Geschwistern, seinem Onkel und seinen Tanten sowie 

deren Familien – verfügt (vgl. A15/15 F14 ff., F20, F23 und F27 ff.),  

dass das SEM zu Recht und mit zutreffender Begründung den Schluss ge-

zogen hat, seine gesundheitlichen Beeinträchtigungen vermöchten eine 

konkrete Gefährdung ebenfalls nicht zu begründen, 

dass der Einwand in der Beschwerde, seine gesundheitlichen Leiden führ-

ten beim Vollzug der Wegweisung zu einer existenziellen Notlage nichts 

anderes bewirkt,  

dass dem jüngsten sich bei den Akten befindenden Arztbericht vom 6. Sep-

tember 2023 zu entnehmen ist, die HIV-Infektion des Beschwerdeführers 

verlaufe stabil (vgl. Beschwerdebeilage 2, S. 2) 

dass sich in den Akten keine Hinweise auf die behauptete Medikamenten-

resistenz finden, zumal vorgenanntem Bericht des Universitätsspitals 

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Seite 7 

C._______ zu entnehmen ist, die Therapieumstellung sei «zur Therapie-

vereinfachung» erfolgt (vgl. a.a.O.) 

dass somit davon ausgegangen werden darf, der Beschwerdeführer habe 

auch nach seiner Rückkehr in den Heimatstaat Zugang zur notwendigen 

medizinischen Versorgung, zumal er gemäss seinen eigenen Angaben be-

reits vor seiner Ausreise jahrelang in Behandlung war und Zugang zu den 

notwendigen Medikamenten hatte (vgl. A15/15 F9 ff.), 

dass vor diesem Hintergrund ohne weiteres davon ausgegangen werden 

darf, seine Reintegration in der Heimat sei gesichert, 

dass es dem Beschwerdeführer obliegt, sich die für eine Rückkehr allen-

falls benötigten Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; 

vgl. BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist,  

dass die Anordnung der vorläufigen Aufnahme somit ausser Betracht fällt 

(Art. 83 Abs. 1-4 AIG),  

dass nach dem Gesagten die angefochtene Verfügung zu bestätigen und 

die eingereichte Beschwerde als offensichtlich unbegründet abzuweisen 

ist, soweit darauf einzutreten ist,  

dass mit vorliegendem Urteil in der Hauptsache das Gesuch um Befreiung 

von der Kostenvorschusspflicht (gemäss Art. 63 Abs. 4 VwVG) gegen-

standslos geworden ist,  

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (im 

Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist, da sich die Beschwerde 

nach dem Gesagten als von Anfang an aussichtslos erwiesen hat,  

dass dem Beschwerdeführer demnach die Kosten des Verfahrens – wel-

che praxisgemäss auf Fr. 750.– zu bestimmen sind – aufzuerlegen sind 

(Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Leslie Werne