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**Case Identifier:** af6efb0c-2bcc-58d0-a6f8-14262666f96a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.01.2024 200 2023 548
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-548_2024-01-15.pdf

## Full Text

200 23 548 IV
KOJ/LUB/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. Januar 2024

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 12. Juni 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1974 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
zuletzt von Oktober 2000 bis November 2020 vollzeitlich bei der 
C.________ AG angestellt, meldete sich – nach einer Meldung zur Früh-
erfassung – im September 2020 unter Hinweis auf ein Asthma-COPD-
Overlap-Syndrom und Bluthochdruck bei der Eidgenössischen Invaliden-
versicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV [act. II] 1, 10, 28, 
50/2). Die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) tätigte erwerbli-
che und medizinische Abklärungen. Insbesondere zog sie Berichte der be-
handelnden Ärzte (act. II 4, 36), die Akten der Schweizerischen Unfallversi-
cherungsanstalt (Suva; act. II 16) und der zuständigen Krankentaggeldver-
sicherung bei (act. II 18, 33), unterbreitete das medizinische Dossier 
zwecks Erstellung eines Zumutbarkeitsprofils dem Regionalen Ärztlichen 
Dienst (RAD; act. II 25]), gewährte Frühinterventionsmassnahmen in Form 
von Eingliederungsberatung (act. II 23) und erteilte Kostengutsprache für 
ein Coaching (act. II 35). Mit Vorbescheid vom 25. Februar 2021 stellte sie 
dem Versicherten die Verneinung des Rentenanspruchs (IV-Grad 36 %) in 
Aussicht (act. II 38). Nach dagegen erhobenem Einwand (act. II 45) veran-
lasste die IVB auf Empfehlung des RAD eine pneumologische Begutach-
tung (inkl. Spiroergometrie) beim Spital D.________ (act. II 53, 64). Am 
25. August 2021 stellte die Krankentaggeldversicherung der IVB ein von ihr 
zwischenzeitlich eingeholtes pneumologisches Gutachten der MEDAS 
E.________, Spital F.________, vom 15. Juni 2021 (act. II 68.1) zu, wor-
aufhin die IVB dem Versicherten mit neuem Vorbescheid vom 13. Septem-
ber 2021 die Zusprache einer ganzen Rente (IV-Grad 79 %) ab 1. März 
2021 ankündigte (act. II 70). Am 15. September 2021 ging bei der IVB das 
von ihr in Auftrag gegebene pneumologische Gutachten des Spitals 
D.________ vom 11. August 2021 ein (act. II 71). Aufgrund von Diskrepan-
zen zum Gutachten der MEDAS E.________ holte die IVB unter Miteinbe-
zug des Versicherten (vgl. act. II 73, 78) eine Stellungnahme des Spitals 
D.________ vom 1. Dezember 2021 ein (act. II 86). Die inzwischen am 
27. Oktober 2021 verfügte Rentenzusprache, entsprechend dem Vorbe-
scheid vom 13. September 2021 (act. II 79), hatte die IVB am 2. November 

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2021 pendente lite aufgehoben (act. II 83). In der Folge forderte die IVB 
den Versicherten zur Schadenminderung auf (Teilnahme an Integrations-
massnahmen), holte weitere Berichte bei den behandelnden Ärzten ein 
(act. II 99) und nahm erneut Rücksprache mit dem RAD (act. II 100). Mit 
neuem Vorbescheid vom 25. April 2022 kündigte die IVB wiederum die 
Verneinung des Rentenanspruchs (IV-Grad 32 %) an (act. II 106), wogegen 
der Versicherte erneut Einwand erhob (act. II 114, 117). Ein am 2. Mai 
2022 begonnenes Aufbautraining (gewährt bis 14. August 2022; act. II 110) 
wurde per 15. Juni 2022 abgebrochen (act. II 118, 128 f., 141). Die IVB 
nahm abermals Rücksprache mit dem RAD und liess auf dessen Empfeh-
lung den Versicherten polydisziplinär begutachten (act. II 131). Gestützt auf 
das von der MEDAS G.________ am 9. Februar 2023 erstattete polydiszi-
plinäre Gutachten (act. II 157 ff.) verneinte die IVB nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren – in dessen Rahmen die Einwände und eingereich-
ten Arztberichte der MEDAS G.________ zur Stellungnahme unterbreitet 
wurden (act. II 161-164, 167; Stellungnahme der MEDAS G.________ vom 
6. Juni 2023 [act. II 172]) – mit Verfügung vom 12. Juni 2023 einen Ren-
tenanspruch (IV-Grad 35 %; act. II 173).

B.

Mit Eingabe vom 20. Juli 2023 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung vom 12. Juni 2023 sei aufzuheben.
2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, dem Beschwerdeführer 

rückwirkend ab 1. März 2021 eine angemessene Invalidenrente auszu-
richten.

3. Dem Beschwerdeführer sei im vorliegenden Verfahren das Recht zur 
unentgeltlichen Rechtpflege, unter Beiordnung des Unterzeichnenden 
als amtlicher Anwalt, zu erteilen.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen

Mit Beschwerdeantwort vom 1. September 2023 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

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Mit Verfügung vom 4. September 2023 hiess der Instruktionsrichter das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gut und ordnete dem Beschwerde-
führer Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt bei.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 12. Juni 2023 
(act. II 173). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine IV-Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV [WEIV]) und weiterer Erlasse (insbesondere des 
ATSG und der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversi-
cherung [IVV; SR 831.201]) in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher 
Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher 
Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei 
der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden 
Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 162 E.  3.2.1 S. 166, 144 V 210 
E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert die angefochtene Verfügung vom 12. Juni 
2023 (act. II 173) nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 
2020. Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Entste-
hung des Rentenanspruchs – mit Blick auf die Anmeldung vom September 
2020 (act. II 10) und die halbjährige Karenzfrist (Art. 29 Abs. 1 IVG) – vor 
dem 1. Januar 2022 (1. März 2021; vgl. E. 5.3 hiernach), weshalb die Be-
stimmungen des IVG und diejenigen der IVV in der bis 31. Dezember 2021 
gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend sind (Rz. 9100-9102 des 
Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 
[KSIR]; zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 
E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-

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werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 
IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizini-
sche Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer 
nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221).

Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 
2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prü-
fung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 
S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 
7.2 S. 429).

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava-
tion oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. (BGE 141 V 281 E. 2.2 und 
2.2.1 S. 287; SVR 2021 IV Nr. 76 S. 257 E. 4.2.1). Liegt auch unter dem 
Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicherte Gesundheitsschädi-
gung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene anhand eines normati-
ven Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikatoren eine ergebnisoffene 
symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichtigung leistungshindern-
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen 
(Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens 

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(BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Regelfall nach gemeinsamen 
Eigenschaften systematisierte Standardindikatoren zu beachten (E. 4.1.3 
S. 297), welche sich in die Kategorien "funktioneller Schweregrad" (E. 4.3 
S. 298) und "Konsistenz" einteilen lassen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsras-
ter ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). Die Anerkennung eines rentenbe-
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus-
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs-
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wi-
derspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit die materi-
ell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6 S. 308).

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.5 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

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ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht ist den Akten das Folgende zu entneh-
men:

3.1.1 Im Bericht vom 30. April 2022 diagnostizierte Dr. med. H.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eine rezidivierende depressi-
ve Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom 
(ICD-10 F33.11) und eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1). Der 
Beschwerdeführer befinde sich seit dem 19. Februar 2022 in ambulanter 
Behandlung wegen einer neuropsychiatrischen Erkrankung, die eine psy-
chotherapeutische Überwachung erfordere. Der Beschwerdeführer habe 
die (frühere) Therapie gestoppt und im Februar 2022 wieder begonnen. Er 
leide an einem mittelgradigen bis schweren ängstlich-depressiven Zustand, 
befinde sich in einem Stimmungstief mit täglichen Ängsten, habe eine Kon-
zentrations- und Aufmerksamkeitsstörung mit eingeschränktem Erinne-
rungsvermögen und Interessenverlust. Daneben leide er auch an neurove-
getativen Beschwerden (act. II 114/4). Die Pathologie sei seit einiger Zeit 
verbreitet, ohne Besserung und sogar mit Verschlechterung der depressi-
ven Symptome ohne dauerhafte Remission. Das Behandlungsergebnis sei 
unbefriedigend trotz umfangreicher psychiatrischer Betreuung. In diesem 
Zustand sei der Beschwerdeführer zu 70 bis 100 % arbeitsunfähig 
(act. II 114/6).

3.1.2 Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS G.________ vom 
9. Februar 2023 (act. II 157.1 ff.) stellten die Gutachter im Rahmen der in-
terdisziplinären Gesamtbeurteilung (Konsensbeurteilung) folgende Diagno-
sen (act. II 157.1/5 Ziff. 4.3.1 f):

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Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

- Mittelgradige depressive Episode, agitierte depressive Episode (ICD-10 F32.1)
- Mittelschweres Asthma bronchiale, nicht allergisch/fraglich eosinophil mit/bei

- mittelschwerer COPD Gold 2B
- früherer Nikotinabusus von etwa 15 py
- anamnestisch mit rezidivierenden Exazerbationen (aktenmässig un-

genügend belegt)

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit

- Arterielle Hypertonie seit 2016, aktuell unbefriedigend kontrolliert
- Adipositas (BMI 31 kg/m2)
- Diffuser Schmerz im Bereich der linken M. pectoralis-Region
- Ausgeprägte Senkfüsse

Im orthopädischen Teilgutachten erwähnte Dr. med. I.________, Fachärz-
tin für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappara-
tes, anhand des erhobenen Befundes und der geklagten Beschwerden 
könne kein orthopädisches Leiden diagnostiziert werden. Es bestehe eine 
im Wesentlichen freie Funktion aller grossen und kleinen Gelenke des Be-
wegungsapparates. Die geklagten Beschwerden im Bereich des ventralen 
Thorax seien durch keine greifbaren klinischen Befunde zu erklären. Aus 
rein orthopädischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
(act. II 157.2/7).

Im psychiatrischen Teilgutachten führte Dr. med. J.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, aus, der Beschwerdeführer erfülle zwei 
der drei Hauptkriterien zur Stellung der Diagnose einer depressiven Episo-
de gemäss ICD-10. Die Stimmung sei manchmal normal, schwanke aber 
auch immer wieder und sei von den Emotionen abhängig. Die Stimmung 
könne auch betrübt sein. Der Beschwerdeführer sei innerlich angespannt, 
unruhig und nervös und vertrage nicht mehr so viel. Der Antrieb sei eben-
falls eingeschränkt. Von den weiteren Kriterien erfülle der Beschwerdefüh-
rer diejenigen von Ein- und Durchschlafstörungen, Konzentrationsproble-
men, innerer Unruhe, eingeschränktem Selbstbewusstsein und Selbstvor-
würfen. Damit erfülle er genügend Kriterien zur Stellung der Diagnose einer 
depressiven Episode gemäss ICD-10. Der Schweregrad der Erkrankung 
sei aktuell weiterhin mittelgradig stark ausgeprägt. Weil der Beschwerde-
führer vor allem innerlich angespannt, unruhig und nervös sei, aber nur 
leicht müde, erschöpft und ausgelaugt, habe er eine Art der depressiven 
Episode, die eine agitierte depressive Episode genannt werde. Die Diagno-

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se einer generalisierten Angststörung sei nicht zu stellen (act. II 157.3/7 f. 
Ziff. 6.3). Die Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht für die zuletzt 
durchgeführte als auch für alle anderen Tätigkeiten zu 50 % eingeschränkt. 
Es bestehe folgender Verlauf: 20%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
vom 15. Januar bis 29. April 2022 und eine solche von 50 % seit zumindest 
30. April 2022 (act. II 157.3/11 Ziff. 8).

Im allgemein-internistischen Teilgutachten erwähnte Dr. med. K.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, das angeblich 
gesundheitlich bedingte bewegungsarme und zurückgezogene Alltagsleben 
sei allgemein-internistisch nicht zu erklären (act. II 157.4/4 Ziff. 6.2). Es sei 
eine unbefriedigend kontrollierte arterielle Hypertonie (in Kombination mit 
einer Adipositas) festzustellen. Allgemein-internistisch bestehe aber keine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (act. II 157.4/5 Ziff. 7 f.).

Im pneumologischen Teilgutachten führte Dr. med. L.________, Facharzt 
für Pneumologie und allgemeine Innere Medizin, aus, die mannigfaltigen 
Probleme des Beschwerdeführers tangierten in einem gewissen, aber nicht 
entscheidenden Ausmass auch die Pneumologie (act. II 157.5/5 Ziff. 6.1). 
Aktenmässig seien die angeblich zahllosen Exazerbationen nicht belegt, 
was durch vier Indizien erhärtet werde: Im Längsprofil finde sich keine be-
sorgniserregende Variabilität der Obstruktion, wie dies bei Asthma-
Exazerbationen die Regel sei (1), einige Spirometrien erfüllten das Ob-
struktions-Kriterium gemäss Gold-Definition (Forciertes Expirationsvolumen 
[FEV1] / Forcierte Vitalkapazität [FVC] -Quotient < 70 %) nicht (2), es fän-
den sich keine erhöhten C-reaktive Protein (CRP) -Werte, wie dies bei in-
fektgetriggerten Exazerbationen typisch wäre (3) und schliesslich finde sich 
keine signifikante Eosinophilie, weder im Blut noch anlässlich der Broncho-
skopie im Jahr 2021 (4). Zudem sei das fraktionierte exspiratorische Stick-
stoffmonoxid ([FeNO]; ein Marker der eosinophilen endobronchialen Akti-
vität) lediglich einmal am 29. Juni 2020 signifikant erhöht gewesen, bei an-
deren Messungen bestenfalls grenzwertig. Die Lungenvolumina würden 
seit dem Jahr 2002 zusätzlich durch die progrediente Adipositas kompri-
miert. Dass der Beschwerdeführer adaptiert nicht mehr arbeiten könne, sei 
nicht nachvollziehbar. Die Atembeschwerden könnten durch die objektiven 
Befunde nur teilweise begründet werden. Das Verhalten während der Spi-

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rometrie und des Treppentests wirke etwas demonstrativ (act. II 157.5 
Ziff. 6.2). Der Beschwerdeführer leide in erster Linie an einem Asthma 
bronchiale mit aktuellem Phänotyp einer COPD im Goldstadium 2/B. Im 
Lichte der vorhandenen Befunde sei dieses nicht schwergradig, sondern 
mittelschwer (act. II 157.5/6 Ziff. 6.3). Pulmonal seien die Ressourcen nur 
leichtgradig eingeschränkt. Eine Gasaustauschstörung resp. ein vom Be-
schwerdeführer vorgebrachter Sauerstoffmangel sei nicht vorhanden. Da-
mit bleibe eine adaptierte Tätigkeit möglich, dies mit folgendem Profil: kör-
perlich leichte Tätigkeit unter lufthygienisch unproblematischen Bedingun-
gen (act. 157.5/8 Ziff. 7.2). In der bisherigen Tätigkeit bestehe seit dem 
11. Februar 2020 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. In einer adaptierten 
Tätigkeit sei und bleibe die Arbeitsfähigkeit von 100 % erhalten 
(act. II 157.5/9 Ziff. 8).

In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung führten die Gutachter aus, in-
konsistent erscheine die Tatsache, dass der Beschwerdeführer zwar auf 
ein Arbeitsplatzasthma fixiert sei, es aber seit dem letzten Arbeitstag am 
11. Februar 2020, nachdem die angeschuldigten Emissionen also zu 
100 % weggefallen seien, respiratorisch nicht besser, sondern schlechter 
gehe. Die Angabe einer nahezu völligen Unfähigkeit, im Alltag auch nur 
leichte bis leichteste körperliche Belastungen zu tolerieren, sei anhand der 
erhobenen Befunde nicht nachvollziehbar. Es falle eine enorme Fixierung 
auf eine – objektiv nicht belegbare – Schädigung durch inhalative Noxen 
am Arbeitsplatz auf. Die anamnestischen Angaben, die Angaben in den 
Akten, der Befund bei der Untersuchung, die Ergebnisse der Laboruntersu-
chungen und die Ergebnisse des Substanz-Screenings passten aus psych-
iatrischer Sicht weitgehend zusammen. Allerdings seien die Medikamen-
tenspiegel für Trazodon unterhalb des therapeutischen Bereichs und für 
Quetiapin und Norquetiapin unterhalb der Nachweisgrenze gelegen, so-
dass in Bezug auf die Compliance Optimierungspotenzial bestehe. Führend 
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und das Eingliederungspotenzial 
seien die pneumologischen und psychiatrischen Diagnosen 
(act. II 157.1/5). Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für die angestamm-
te Tätigkeit beruhe auf dem somatischen Befund des Asthma bronchiale, 
für eine adaptierte Tätigkeit sei der psychiatrische Befund limitierend. In der 
bisherigen Tätigkeit sei der Beschwerdeführer aufgrund des Asthma bron-

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chiale seit dem 11. Februar 2020 zu 100 % arbeitsunfähig. Körperlich leich-
te Tätigkeiten unter lufthygienisch unproblematischen Bedingungen blieben 
aus pneumologischer Sicht weiterhin möglich. Eine aus psychiatrischer 
Sicht angepasste Tätigkeit sollte gut strukturiert sein und keine erhöhten 
Anforderungen an die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, die fachlichen 
Kompetenzen, das Durchhaltevermögen und die Durchsetzungsfähigkeit 
stellen. Bei leichtgradiger Einschränkung der Kontakt- und Gruppenfähig-
keit sollten kein vermehrter Publikumsverkehr und keine erhöhten Anforde-
rungen an die Teamfähigkeit bestehen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe 
spätestens seit dem 30. April 2022 eine 50%ige Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit für jegliche Tätigkeit. Eine leitliniengerechte Inhalationstherapie 
sei bereits etabliert worden, aus pneumologischer Sicht bestünden Zweifel, 
ob diese konsequent umgesetzt werde. Aus psychiatrischer Sicht werde die 
Fortführung der Behandlung mit besonderem Augenmerk auf das Erreichen 
ausreichender Plasmaspiegel der verordneten Medikamente empfohlen. 
Die depressiven Symptome, die innere Anspannung, Unruhe und Nervo-
sität sowie die Konzentrationsstörungen könnten durch die Behandlung 
geringer werden oder ganz verschwinden (act. II 157.1/6).

3.1.3 Dr. med. M.________, Facharzt für Pneumologie und Allgemeine 
Innere Medizin, nannte im Bericht vom 4. April 2023 als Diagnosen eine 
obstruktive Lungenerkrankung, wahrscheinlich relevante Asthmakompo-
nente ohne Hinweis für eosinophile / allergische Komponente 
(act. II 164/4), eine gastroösophageale Refluxerkrankung, eine arterielle 
Hypertonie, eine Steatosis hepatis (DD: NAFLD [Nicht-alkoholische Fettle-
ber-Erkrankung]) und eine Splenomegalie unklarer Ätiologie. Bezugneh-
mend auf das pneumologische Gutachten der MEDAS G.________ seien 
die Ressourcen pulmonal nicht nur leichtgradig eingeschränkt, sondern 
mindestens mittelschwer aufgrund einer ausgeprägten, bisher unter ausge-
bauter Therapie nicht ausreichend kontrollierten Situation mit lungenfunkti-
oneller Einschränkung, klinisch eindeutig auskultierbarem obstruktivem 
Atemgeräusch sowie subjektiv deutlicher Dyspnoe bei leichter Anstrengung 
als Folge der Atemwegsobstruktion (act. II 164/6). Insgesamt sei die Ar-
beitsfähigkeit zum aktuellen Zeitpunkt aufgrund der instabilen Gesamtsitua-
tion als eingeschränkt anzusehen. Eine vorwiegend sitzende Tätigkeit wäre 
möglich, wobei hier auch aufgrund der instabilen Asthmasituation ein volles 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 13

Pensum zum aktuellen Zeitpunkt wahrscheinlich nur schwer zu leisten wä-
re, da für die optimale Asthmakontrolle auch eine schrittweise Rekonditio-
nierung, gegebenenfalls im Rahmen einer ambulanten, pulmonalen Reha-
bilitation zu überlegen wäre. Dies auch, um die im Gutachten geäusserte 
progrediente Adipositas, welche sicherlich durch wiederholte Steroidabga-
ben medizinisch mitverursacht sei, zu optimieren (act. II 164/7).

3.1.4 Am 6. Juni 2023 führten die Gutachter der MEDAS G.________ auf 
Rückfragen der Verwaltung im Vorbescheidverfahren aus, in pneumologi-
scher Hinsicht werde im Gutachten die Zeitspanne zwischen Versandda-
tum des Gutachtens und den Jahren davor beurteilt. Die Befunde in dieser 
Zeitspanne liessen den Schluss zu, dass die adaptierte Arbeitsfähigkeit 
nicht eingeschränkt sei. Wenn in der Zeit nach der Fertigstellung des Gut-
achtens eine Exazerbation auftrete, wie dem Bericht des behandelnden 
Pneumologen zu entnehmen sei, so sei dies eine "Momentaufnahme", aus 
der nicht zwingend eine bleibende Verminderung der pulmonalen Ressour-
cen und damit eine global eingeschränkte Arbeitsfähigkeit abgeleitet wer-
den könne. An den Schlussfolgerungen des pneumologischen Gutachtens 
vom 9. Februar 2023 werde festgehalten, selbst dann, wenn das FEV1 nun 
bleibend 50-60% betrage. Die Befunde vor dem 9. Februar 2023 liessen 
keinen anderen Schluss zu (act. II 172/1). In psychiatrischer Hinsicht sei 
schon im Gutachten geschrieben worden, dass die Diagnose einer mittel-
gradigen depressiven Episode anhand des Berichts des behandelnden 
Psychiaters vom 30. April 2022 (act. II 114/4) nachvollziehbar sei. Die funk-
tionellen Einschränkungen, die durch eine mittelgradige depressive Episo-
de verursacht worden seien, seien normalerweise so ausgeprägt, dass die 
Arbeitsfähigkeit deswegen für alle Tätigkeiten zu 50 % eingeschränkt sei. 
Aus dem Bericht des Psychiaters gehe nicht hervor, warum die Arbeits-
fähigkeit für die zuletzt durchgeführte Tätigkeit und auch für alle anderen 
Tätigkeiten damals noch höher eingeschränkt gewesen sei. Er beschreibe 
im Bericht eine betrübte Stimmung, tägliche Ängste, Einschränkungen der 
Konzentration und der Aufmerksamkeit, eine Interessenlosigkeit, ein einge-
schränktes Selbstbewusstsein und neurovegetative Symptome. Auch wenn 
der Psychiater damals die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Epi-
sode nicht anhand der ICD-10 oder im DSM-IV gestellt habe, könne an-
hand der beschriebenen funktionellen Einschränkungen die Diagnose einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 14

depressiven Episode gestellt werden. Der Schweregrad sei damals eben-
falls, wie der Behandler das auch beschrieben habe, mittelgradig stark 
ausgeprägt gewesen. Gemäss Gutachten könnten die zum Zeitpunkt der 
Untersuchung festgestellten Symptome einer inneren Anspannung, Unruhe 
und Nervosität im Rahmen der damals beschriebenen mittelgradigen de-
pressiven Episode, bei der es sich damals um eine agitierte depressive 
Episode handelte, angesehen werden und seien deshalb für diese Sym-
ptome nicht noch weitere, eigenständige Diagnosen gestellt worden. Die 
vom behandelnden Psychiater im Bericht vom 30. April 2022 beschriebe-
nen Angstsymptome und neurovegetativen Symptome könnten auch im 
Rahmen der bereits schon damals beschriebenen mittelgradigen depressi-
ven Episode angesehen werden, obwohl der Psychiater nicht eine agitierte 
depressive Episode beschrieben habe. Es bestünden deshalb auch keine 
Hinweise dafür, dass für den Zeitpunkt vom 30. April 2022 für die Angst-
symptomatik und die vegetativen Symptome noch weitere, eigenständige 
Diagnosen zu stellen seien. Es ergäben sich anhand des erwähnten Be-
richts keine Hinweise dafür, dass der Gesundheitszustand und die Arbeits-
fähigkeit für die zuletzt durchgeführte Tätigkeit und auch für alle anderen 
Tätigkeiten anders beurteilt werden sollte, als dies im Gutachten gemacht 
worden sei (act. II 172/2). Es ergäben sich keine Änderungen an der inter-
disziplinären Gesamtbeurteilung (act. II 172/3).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 15

gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2).

3.3 Das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS G.________ vom 
9. Februar 2023 (act. II 157.1; inkl. Stellungnahme vom 6. Juni 2023; 
act. II 172), basierend auf einer orthopädischen (act. II 157.2), psychiatri-
schen (act. II 157.3), allgemein-internistischen (act. II 157.4) und pneumo-
logischen Untersuchung (act. II 157.5), erfüllt – jedenfalls was die Befund-
erhebung und die darauf basierende diagnostische Einschätzung betrifft – 
die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert einer 
medizinischen Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor). Die 
darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen, sind in 
Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung der geklagten Be-
schwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der Beurteilung der me-
dizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar, 
umfassend und einlässlich begründet. Die Beurteilung des Gesundheitszu-
standes erfolgte unter Einbezug sämtlicher hier relevanten medizinischen 
Fachdisziplinen und beruht auf kongruenten Einschätzungen anlässlich der 
interdisziplinären Gesamtbeurteilung (vgl. act. II 157.1). Des Weiteren wur-
de nachvollziehbar zu den Rückfragen im Vorbescheidverfahren Stellung 
genommen und dabei überzeugend aufgezeigt, dass und weshalb an der 
gutachterlichen Beurteilung festgehalten werde (act. II 172). Dem Gutach-
ten (inkl. Teilgutachten und nachträglicher Stellungnahme) kommt damit 
voller Beweiswert zu, so dass darauf abzustellen ist. 

3.3.1 Dass die Gesamtarbeitsfähigkeit weder in der angestammten noch 
in einer angepassten Tätigkeit durch orthopädische oder internistische Be-
schwerden eingeschränkt wird (act. II 157.1/5 Ziff. 4.3 und 4.5), ist mit Blick 
auf die überzeugenden Schlussfolgerungen in den orthopädischen und 
internistischen Teilgutachten (act. II 157.2/6 f., 157.4/4 f.) zwischen den 
Parteien zu Recht unbestritten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 16

3.3.2 Im psychiatrischen Teilgutachten leitete Dr. med. J.________ die 
Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode, agitierte depressive 
Episode (ICD-10 F32.1), anhand der erhobenen Anamnese, klinischen Be-
funde und der Diagnosekriterien gemäss ICD-10 nachvollziehbar her. So 
legte er dar, dass der Beschwerdeführer unter den typischen Symptomen 
von gedrückter Stimmung und Verminderung des Antriebs sowie unter den 
anderen häufigen Symptomen von Schlafstörungen, verminderter Konzen-
tration, innerer Unruhe, vermindertem Selbstwertgefühl und Schuldgefühlen 
leidet (act. II 157.3/7 Ziff. 6.3; vgl. hierzu auch DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT 
[Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel 
V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl., 2015, S. 169 ff.). Der Gut-
achter setzte sich auch eingehend mit den abweichenden Diagnosen des 
behandelnden Dr. med. H.________ (namentlich) im Bericht vom 30. April 
2022 (act. II 114/4 f.) auseinander und zeigte im Rahmen seiner differenti-
aldiagnostischen Überlegungen schlüssig auf, dass – nebst der mittelgradi-
gen depressiven Episode – insbesondere weder eine rezidivierende de-
pressive Störung noch eine generalisierte Angststörung zu diagnostizieren 
sind. So führte er nachvollziehbar aus, anhand der Angaben in den Akten 
lägen keine Hinweise vor, dass der Beschwerdeführer vor der aktuellen 
depressiven Episode schon einmal eine solche Erkrankung gehabt habe 
und es dazwischen Zeiten gegeben habe, in denen er keine depressiven 
Symptome aufgewiesen habe. Im Übrigen erwähnte der Beschwerdeführer 
weder beim Erstgespräch mit der Verwaltung im August 2020 noch in der 
Anmeldung zum Leistungsbezug im September desselben Jahres eine 
psychische Problematik (act. II 5, 10); aktenkundig ist eine psychiatrische 
Behandlung denn auch erst ab Juli 2021 (act. II 93/2; vgl. auch a.a.O. DIL-
LING et al., S. 176 ff.). Zum Ausschluss einer generalisierten Angststörung 
wies Dr. med. J.________ in Übereinstimmung mit den Angaben des Be-
schwerdeführers darauf hin, dass dieser nur Angst habe, aus dem Haus zu 
gehen, weil ihn die Menschen wegen seiner Lungenerkrankung komisch 
anschauen würden, und ausserdem wisse, dass die Angst nicht berechtigt 
sei (act. II 157.3/2 f. Ziff. 3.2.1 und 3.2.10, /8 Ziff. 6.3). Weiter ist mit dem 
psychiatrischen Gutachter festzuhalten, dass anhand des Berichts des be-
handelnden Psychiaters vom 30. April 2022 ebenso wenig Hinweise vorlie-
gen, dass der Beschwerdeführer in allen Situationen Angst gehabt hätte 
(act. II 172/2; vgl. auch a.a.O. DILLING et al., S. 198 f.). An der gutachterlich-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 17

psychiatrischen Einschätzung vermag auch der im Beschwerdeverfahren 
eingereichte Bericht von Dr. med. H.________ vom 23. Juni 2023 (Akten 
des Beschwerdeführers [act. I] 4) nichts zu ändern. Der Bericht enthält kei-
ne wesentlichen neuen Aspekte oder Elemente, welche im Rahmen der 
psychiatrischen Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben 
wären (SVR 2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3). Wie 
die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zutreffend anmerkte 
(S. 3 RN 5), sind die Berichte von Dr. med. H.________ vom 30. April 2022 
und 23. Juni 2023 mehrheitlich identisch, insbesondere betreffend Diagno-
se und Befund. Auch schätzte er die Arbeitsfähigkeit in unverändertem 
Ausmass ein. Zudem wurden die neurovegetativen Beschwerden bereits in 
ersterem erwähnt und waren damit dem psychiatrischen Gutachter bekannt 
(act. II 157.3/7 Mitte). Nicht anders verhält es sich hinsichtlich der medika-
mentösen Behandlung mit Quetiapin; dieses Medikament wurde bereits im 
Gutachtenszeitpunkt verordnet, wurde doch ein Labor veranlasst und dabei 
festgestellt, dass der Medikamentenspiegel deutlich unter dem therapeu-
tisch wirksamen Bereich lag (act. II 157.3/5 Ziff. 4.3). Eine relevante ge-
sundheitliche Verschlechterung ist damit nicht belegt (Beschwerde S. 8 
Art. 6). Schliesslich gilt es bei der Beweiswürdigung auch zu beachten, 
dass die psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht er-
messensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater 
daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen ver-
schiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig 
und zu respektieren sind, sofern der Experte – wie vorliegend der Fall – 
lege artis vorgegangen ist (BGE 145 V 361 E. 4.1.2 S. 365). Ausserdem ist 
auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Spe-
zialärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung 
in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 
E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3; Entscheid des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] 
vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). Vor diesem Hintergrund vermag auch 
die vom behandelnden Psychiater höher eingeschätzte Arbeitsunfähigkeit 
keine Zweifel zu wecken. 

3.3.3 Im pneumologischen Teilgutachten legte Dr. med. L.________ – 
unter Berücksichtigung der Untersuchungsbefunde samt den Ergebnissen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 18

der Spirometrie und Oxymetrie, der Verhaltensbeobachtung während der 
Begutachtung und der Vorakten – differenziert und nachvollziehbar dar, 
dass der Beschwerdeführer zwar an einem mittelschweren Asthma bron-
chiale mit aktuellem Phänotyp einer COPD im Goldstadium 2/B leidet 
(act. II 157.5/6 Ziff. 6.3) und ihm deswegen die bisherige Tätigkeit nicht 
mehr zumutbar ist, er hingegen eine angepasste Tätigkeit (körperlich leich-
te Tätigkeit unter lufthygienisch unproblematischen Bedingungen) voll-
schichtig ausüben kann (act. II 157.5/9 Ziff. 8). Dr. med. L.________ erhob 
anlässlich der Untersuchung pulmonal einen normalen Befund, einzig eine 
mittelschwere obstruktive Ventilationsstörung trotz Problemen bei der Spi-
rometrie (demonstrativer Husten) und eine konstant verbleibende normwer-
tige Sauerstoffsättigung von 96% (Normwert: 95-99 %; act. II 157.5/5 
Ziff. 4.3). Der Gutachter zeigte auch nachvollziehbar auf, dass die geltend 
gemachten zahlreichen Exazerbationen aktenmässig nicht belegt sind (feh-
lende besorgniserregende Variabilität der Obstruktion, in einigen Spirome-
trien nicht erfülltes Obstruktions-Kriterium gemäss Gold-Definition, keine 
erhöhten CRP-Werte und fehlende signifikante Eosinophilie). Vor diesem 
Hintergrund überzeugt auch seine Feststellung, dass die Atembeschwer-
den nur teilweise durch objektive Befunde begründet sind, zumal er 
während der Spirometrie und des Treppensteigens auch ein "etwas de-
monstrativ wirkendes Verhalten" des Beschwerdeführers feststellte 
(act. II 157.5/6 Ziff. 6.2) und im Zusammenhang mit einer Messung im Mai 
2022 (mit exazerbationsbedingt tiefem FEV1-Wert) den Verdacht auf eine 
ungenügende oder gar fehlende Behandlungstreue des Beschwerdeführers 
in den Tagen vor der Messung äusserte (aufgrund der beachtlichen Rever-
sibilität nach B2-Stimulation; act. II 157.5/7 Ziff. 7.1).

An den gutachterlichen Ausführungen vermögen die früheren pneumologi-
schen Gutachten der MEDAS E.________ vom 15. Juni 2021 (act. II 68.1) 
und des Spitals D.________ vom 11. August 2021 (act. II 71) nichts zu 
ändern. Einerseits wurde u.a. wegen Divergenzen zwischen jenen beiden 
Gutachten eine MEDAS-Begutachtung bei der MEDAS G.________ ange-
ordnet (act. II 131 f.). Andererseits ist festzuhalten, dass auch die Gutach-
ter des D.________ von einer mittelschweren COPD (Goldstadium 2; 
act. II 71/7 ff. Ziff. 6), der Unzumutbarkeit der Ausübung der angestammten 
Tätigkeit sowie der Zumutbarkeit einer angepassten Tätigkeit (mehrheitlich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 19

sitzende Tätigkeit, wobei gelegentliches lockeres Stehen möglich ist, in 
lufthygienisch einwandfreien Verhältnissen) in einem Vollzeitpensum aus-
gingen (act. II 71/11 Ziff. 8, 86). In Bezug auf die vom Gutachter der ME-
DAS E.________ im Wesentlichen einzig unterschiedlich eingeschätzte 
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (zu Beginn zwei bis vier Stunden 
pro Tag) ist mit den Gutachtern des Spitals D.________ festzuhalten, dass 
dieser in Widerspruch dazu für eine Tätigkeit in sitzender Position von kei-
ner höhergradigen eingeschränkten Leistungsfähigkeit ausging; immerhin 
schloss er eine Steigerung des Pensums bis auf eine höherprozentige Ar-
beitsfähigkeit nicht aus (act. II 68.1/9 Ziff. 9.2; Stellungnahme des Spitals 
D.________ vom 1. Dezember 2021; act. II 86/1). 

Ebenso vermögen die Angaben des behandelnden Dr. med. M.________ 
an der gutachterlich-pneumologischen Einschätzung von Dr. med. 
L.________ etwas zu ändern. In der Stellungnahme der MEDAS 
G.________ vom 6. Juni 2023 äusserte sich Dr. med. L.________ einge-
hend zu dem im Vorbescheidverfahren eingereichten Bericht von Dr. med. 
M.________ vom 4. April 2023 (act. II164/4-7 = 167/5-8) und zeigte über-
zeugend auf, dass weiterhin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in ange-
passter Tätigkeit auszugehen ist. So führte er aus, dass die im gutachter-
lich beurteilten Zeitraum zwischen einigen Jahren vor dem Versanddatum 
des Gutachtens und eben diesem Versanddatum erhobenen Befunde den 
Schluss zulassen, dass die Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit nicht 
eingeschränkt war. Wie bereits erwähnt, korreliert diese Einschätzung auch 
mit derjenigen im pneumologischen Gutachten des Spitals D.________ 
vom 11. August 2021 (act. II 71/11 Ziff. 8). Weiter hat der Gutachter nach-
vollziehbar dargelegt, dass die von Dr. med. M.________ erwähnte und 
nach der Begutachtung aufgetretene Exazerbation eine "Momentaufnah-
me" darstelle, woraus nicht zwingend eine Verminderung der pulmonalen 
Ressourcen und damit eine global eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in adap-
tierten Tätigkeiten abgeleitet werden könne. Zudem hielt er fest, dass 
selbst wenn das FEV1 nun bleibend 50-60 % betrüge, weiterhin an der 
100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit festgehalten werden 
könne, da die erhobenen Befunde während der Begutachtung keinen ande-
ren Schluss zuliessen (act. II 172/1). Ausserdem legte Dr. med. 
M.________ im Bericht vom 4. April 2023 auch nicht schlüssig dar, wes-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 20

halb die vom pneumologischen Gutachter bezeichnete angepasste Tätig-
keit für den Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar wäre. Vielmehr hielt er 
selber fest, dass grundsätzlich eine vorwiegend sitzende Tätigkeit aus 
pneumologischer Sicht möglich wäre, hier jedoch ein volles Pensum "wahr-
scheinlich nur schwer zu leisten" – mithin aber nicht ausgeschlossen – wä-
re (act. II 164/7). Im Bericht vom 29. Juni 2023 hält er lediglich in allgemei-
ner Weise fest, körperliche Tätigkeiten seien nicht möglich (act. I 8/3), ohne 
aber ein klares Zumutbarkeitsprofil zu beschreiben, und im Bericht vom 
4. Juli 2023 erwähnte er nunmehr, dass einzig für körperlich aktive Tätig-
keiten die Arbeitsfähigkeit aktuell bei ausgeprägter Obstruktion nicht gege-
ben sei (act. I 7); letztere Tätigkeiten beinhaltet das gutachterlichen Zumut-
barkeitsprofils für angepasste Tätigkeiten ohnehin nicht. Soweit Dr. med. 
M.________ in dem im Beschwerdeverfahren nachgereichten Bericht vom 
12. Juli 2023 zu Handen des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers sei-
ne Ausführungen hinsichtlich einer sitzenden Tätigkeit relativiert (act. I 9; 
Beschwerde S. 9 Art. 7), ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten, dass 
dies auf Aufforderung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers ge-
schah (Beschwerdeantwort S. 3 RN 5), womit wiederum der Erfahrungstat-
sache Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde Spezialärzte eher zu 
Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. E. 3.3.2 hiervor). Dadurch werden 
die Ausführungen des Gutachters Dr. med. L.________ weder widerlegt 
noch vermögen die Angaben von Dr. med. M.________ begründete Zweifel 
an den von den Gutachtern gezogenen Schlussfolgerungen zu wecken.

3.4 Der medizinische Sachverhalt ist demnach rechtsgenüglich abge-
klärt. Weitere Sachverhaltserhebungen erübrigen sich (Beschwerde S. 2 
Ziff. I, 3; vgl. hierzu BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 
122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). 

Gestützt auf das beweiskräftige polydisziplinäre Gutachten der MEDAS 
G.________ vom 9. Februar 2023 (Interdisziplinäre Gesamtbeurteilung 
[act. II 157.1] mit Teilgutachten [act. II 157.2-5]) inkl. ergänzender Stellung-
nahme vom 6. Juni 2023 (act. II 172) ist damit ausgewiesen, dass die Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit auf dem 
pneumologischen Befund des Asthma bronchiale beruht, diejenige für eine 
angepasste Tätigkeit hingegen einzig auf dem psychiatrischen Befund bzw. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 21

der diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode (act. II 157.1/5 f. 
Ziff. 4.3, 4.5-7).

4.

Zu prüfen ist damit die Frage der Massgeblichkeit der psychiatrisch attes-
tierten Arbeitsunfähigkeit (act. II 157.1/6 Ziff. 4.7, 157.3/11 Ziff. 8), mithin ob 
dieser auch aus rechtlicher Sicht gefolgt werden kann. Dabei hat das Ge-
richt bei der Durchführung des strukturierten Beweisverfahrens (vgl. BGE 
141 V 281) insbesondere auch dem höchstrichterlich festgelegten Grund-
satz Rechnung zu tragen, wonach eine leicht- bis mittelgradige depressive 
Störung ohne nennenswerte Interferenzen durch psychiatrische Komorbi-
ditäten im Allgemeinen nicht auf eine invalidisierende Krankheit schliessen 
lässt und für das Gericht diesfalls Grund dafür besteht, der medizinisch-
psychiatrischen Folgenabschätzung die rechtliche Massgeblichkeit zu ver-
sagen (vgl. BGE 148 V 49).

4.1 Der Gutachter Dr. med. J.________ hielt bezüglich der Beurteilung 
von Konsistenz und Plausibilität fest, dass die anamnestischen Angaben, 
die Angaben in den Akten, der Befund bei der Untersuchung, die Ergebnis-
se der Laboruntersuchungen und die Ergebnisse des Substanz-Screenings 
aus psychiatrischer Sicht weitgehend zusammenpassten (act. II 157.3/6 
Ziff. 6.2). Anhaltspunkte für eine bewusste Aggravation oder gar Simulation 
stellte er keine fest. Die Prüfung der ersten Ebene schliesst damit einen 
invalidisierenden Gesundheitsschaden nicht aus (BGE 141 V 281 E. 2.2 
und 2.2.1 S. 287; SVR 2021 IV Nr. 76 S. 257 E. 4.2.1), womit auf der zwei-
ten Ebene anhand der Standardindikatoren die ergebnisoffene symmetri-
sche Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens zu er-
folgen hat (vgl. E. 2.3 hiervor).

4.2 Zu prüfen sind zunächst die einzelnen Komplexe der Kategorie 
"funktioneller Schweregrad" (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 298 ff.).

4.2.1 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1 S. 298 ff.) ergibt sich Folgendes:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 22

Beim Indikator der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Sym-
ptome gilt es unter anderem, die Schwere des Krankheitsgeschehens an-
hand aller verfügbaren Elemente aus der diagnoserelevanten Ätiologie und 
Pathogenese zu plausibilisieren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.). Im 
Rahmen der Untersuchung konstatierte der Gutachter – nebst unauffälligen 
Befunden in den Bereichen Bewusstsein, Orientierung, Gedächtnis, und 
formalem sowie inhaltlichem Denken bzw. meist unauffälligen Befunden im 
Bereich äussere Erscheinung – eine leicht eingeschränkte Konzentration 
und Aufmerksamkeit (jedoch mit adäquater und genauer Fragenbeantwor-
tung am Schluss des Gesprächs), eine leicht betrübte, schwankende und 
emotionsabhängige Grundstimmung sowie eine innerliche Angespanntheit, 
Unruhe und Nervosität. Zudem stellte der Gutachter einen weitgehend her-
stellbaren affektiven Rapport sowie einen normalen Antrieb bzw. eine meis-
tens normale Psychomotorik (beeinflusst von den Emotionen) fest. Hinwei-
se für Zwänge, Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder für Ich-Störungen 
bestanden keine (act. II 157.3/5 f. Ziff. 4.3, 6.2). Weiter beschrieb er be-
zugnehmend auf das Mini-ICF eine mittelgradige Einschränkung der Fähig-
keit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Flexibilität und Um-
stellungsfähigkeit, der Anwendung fachlicher Kompetenzen, ein leichtgra-
dig vermindertes Durchhaltevermögen, eine mittelgradig eingeschränkte 
Selbstbehauptungsfähigkeit, ein herabgesetztes Selbstbewusstsein sowie 
eine leichtgradig eingeschränkte Kontaktfähigkeit zu Dritten und Gruppen-
fähigkeit (act. II 157.3/9 f. Ziff. 7.2). Auch bestehen, wie dem psychiatri-
schen Teilgutachten zu entnehmen ist, noch bedeutende Therapieoptionen 
(psychopharmakologische Behandlung im therapeutisch wirksamen Be-
reich, Teilnahme in Tagesklinik oder stationärer Aufenthalt; act. II 157.3/12; 
vgl. auch E. 4.2.1.2 hiernach), womit nicht von einem hohen Leidensdruck 
aufgrund der psychischen Erkrankung gesprochen werden kann. Insge-
samt ergeben sich damit keine Anhaltspunkte, die eine schwerere Ausprä-
gung der diagnoserelevanten Befunde nahelegten, als der gestellten Dia-
gnose bereits inhärent ist (vgl. Entscheid des BGer vom 9. Mai 2019, 
9C_755/2018, E. 4.2.1, mit Hinweis auf BGE 143 V 418 E. 5.2.2 S. 425).

Sodann ist auf die Behandlungs- und Eingliederungserfolge oder 
-resistenz als wichtige Indikatoren für den funktionellen Schweregrad ein-
zugehen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.). Den Akten ist zu entneh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 23

men, dass der Beschwerdeführer lediglich im Sommer 2021 für rund 1 ½ 
Monate bei Dr. med. H.________ in psychiatrischer Behandlung stand und 
danach erst wieder ab Februar 2022, dies mit einer Frequenz von ca. alle 
drei Wochen, was für eine konsequente Depressionstherapie ungenügend 
ist (Entscheid des BGer vom 3. April 2017, 8C_814/2016, E. 5.3.2), und ein 
Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik fand bisher nicht statt (act. II 93, 
114/6 f., 157.3/3 Ziff. 3.2.11). Der Medikamentenspiegel lag anlässlich der 
Begutachtung unterhalb des therapeutisch wirksamen Bereichs 
(act. II 157.3/5 Ziff. 4.3, 157.7). Der psychiatrische Gutachter erachtete die 
Weiterführung der aktuellen psychiatrischen Behandlung und die weitere 
Gabe von Medikamenten als sinnvoll und er wies ausdrücklich darauf hin, 
dass die Dosierung der Medikamente im Normbereich liegen sollte. Bei 
nicht wesentlicher Verringerung der depressiven Symptome und der Sym-
ptome der inneren Anspannung, Unruhe und Nervosität sowie der Konzen-
trationsprobleme mit der aktuellen Behandlung erachtete er zudem die 
Teilnahme in einer Tagesklinik oder die Durchführung einer stationären 
Behandlung als sinnvoll und zumutbar (act. II 157.3/12 f. Ziff. 8.3 f.). Unter 
diesen Umständen kann nicht von einer Ausschöpfung der Behandlungs-
möglichkeiten bzw. einer ausgewiesenen Behandlungs- und Eingliede-
rungsresistenz die Rede sein.

Was den Indikator Komorbiditäten (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) 
anbelangt, bestehen neben der mittelgradigen depressiven Episode zwar 
somatische Erkrankungen (mittelschweres Asthma bronchiale, arterielle 
Hypertonie, Adipositas, diffuser Schmerz im Bereich der linken M. pectora-
lis-Region und ausgeprägte Senkfüsse; act. II 157.1/5 Ziff. 4.3.1 f.). Laut 
den medexperts-Gutachtern wirkt sich in einer angepassten Tätigkeit je-
doch einzig der psychiatrische Befund limitierend aus, nicht hingegen der 
somatische (act. II 157.1/6 Ziff. 4.5). Überdies hat der psychiatrische Gut-
achter keine Wechselwirkungen zwischen der depressiven Episode und 
anderen Diagnosen postuliert. Mithin bestehen keine Interferenzen durch 
psychiatrische bzw. keine wesentlichen durch somatische Komorbiditäten. 

4.2.2 Betreffend den Komplex Persönlichkeit (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 
S. 302) diagnostizierte der Gutachter keine Persönlichkeitsstörung oder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 24

-akzentuierung. Vielmehr stellte er eine normale Persönlichkeit fest und 
führte in diesem Zusammenhang aus, dass der Beschwerdeführer in der 
Schweiz während 21 Jahren an der gleichen Arbeitsstelle tätig gewesen 
sei, wo er zum … habe aufsteigen können. Arbeitsunfähig sei er wegen 
den Lungenproblemen und nicht wegen Problemen mit anderen Menschen 
geworden; Hinweise, dass er im Berufsleben jemals grössere Probleme mit 
anderen Menschen gehabt hätte, bestünden keine. (act. II 157.3/8).

4.2.3 In Bezug auf den Komplex Sozialer Kontext (BGE 141 V 281 
E. 4.3.2 S. 302) ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zwar 
sozial eher zurückgezogen lebt, jedoch kein ausgeprägter sozialer Rückzug 
vorliegt. Der Beschwerdeführer lebt zusammen mit seiner (abgeschiede-
nen) Ehefrau in einer 4-Zimmerwohnung. Seinen Kontakt zu den meist … 
Kollegen habe er mit der Arbeitsaufgabe verloren (act. II 157.4/3). Zu Ver-
wandten habe er nur wenig, hingegen mit einer Schwester einen guten 
Kontakt. Auch zu den Eltern in … bestehe nur wenig Kontakt, im Septem-
ber 2022 sei er das letzte Mal in … gewesen (act. II 157.1/4, 157.2/3, 
157.3/3, 157.4/3). Der psychiatrische Gutachter bezeichnete das Privatle-
ben als normal. Der Beschwerdeführer führe eine gute, lange und stabile 
Ehe (recte: Beziehung) und liebe seine beiden Söhne (act. II 157.3/8); sei-
ne intakte Familie könne als Ressource betrachtet werden (act. II 157.1/6 
Ziff. 4.4). Mithin verfügt er zwar über geringe persönliche und soziale Res-
sourcen. Doch kann die sozial zurückgezogene Lebensweise nicht als Fol-
ge des psychischen Leidens gewertet werden, steht doch diese vielmehr in 
einem engen Zusammenhang mit den sozioökonomischen und soziokultu-
rellen Folgen des Stellenverlusts (Abbruch der ausschliesslich mit Arbeits-
kollegen gepflegten Kontakte, Sozialhilfebedürftigkeit, Schamgefühle etc.; 
vgl. dazu insb. act. II 157.3/3).

4.3 Beweisrechtlich entscheidend ist die Kategorie "Konsistenz". Darun-
ter fallen verhaltensbezogene Kategorien (BGE 141 V 281 E. 4.4 S. 303 f.).

4.3.1 Bezüglich des Indikators der gleichmässigen Einschränkung des 
Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 
141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.) schilderte der Beschwerdeführer ein äusserst 
bescheidenes Aktivitätenniveau im Alltag; er verbringe den ganzen Tag fast 
ausschliesslich zu Hause, er gehe nur selten nach draussen, weil er Angst 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 25

habe, dass ihn die anderen Menschen wegen seiner Krankheit komisch 
anschauten, er könne im Haushalt kaum helfen, er habe keine Freizeitbe-
schäftigungen (act. II 157.3/3 Ziff. 3.2.10). In Widerspruch hierzu steht je-
doch, dass der Beschwerdeführer in der Lage war, im Sommer 2022 für 
mehrere Wochen in die … zu reisen (act. II 157.2/8 f.) und er eine gut aus-
geprägte Muskulatur an Armen und Beinen sowie eine normale Beschwie-
lung der Fusssohlen hat, was auf eine durchaus erhaltene körperliche Akti-
vität schliessen lässt; gemäss der orthopädischen Gutachterin wäre nach 
nunmehr fast dreijähriger Schonung ein Abbau der Muskulatur zu erwarten 
gewesen (act. II 157.2/6 Ziff. 6.2). Im Übrigen wiesen die Gutachter der 
MEDAS G.________ denn auch darauf hin, dass die Angabe einer nahezu 
völligen Unfähigkeit, im Alltag auch nur leichte bis leichteste körperliche 
Belastungen zu tolerieren, anhand der erhobenen Befunde nicht nachvoll-
ziehbar sei (act. II 157.1/5 Ziff. 4.2). Vor diesem Hintergrund scheint das 
geltend gemachte niedrige Niveau der Alltagsaktivitäten wenig glaubwür-
dig.

4.3.2 In Bezug auf den behandlungs- und eingliederungsanamnestisch 
ausgewiesenen Leidensdruck und in diesem Zusammenhang die Inan-
spruchnahme von therapeutischen Optionen (BGE 141 V 281 E. 4.4.2 
S. 304) ist nicht von einem hohen Leidensdruck auszugehen. Wie zuvor 
ausgeführt, befindet sich der Beschwerdeführer erst seit Februar 2022 
(wieder) in ambulanter psychiatrischer Behandlung und der Plasmaspiegel 
der verordneten Medikamente lag unterhalb des therapeutisch wirksamen 
Bereichs. Eine Teilnahme in einer Tagesklinik oder ein stationärer Aufent-
halt erfolgte bisher nicht, womit noch wesentliche und gutachterlich als 
sinnvoll und auch zumutbar bezeichnete Therapieoptionen offen stehen 
(act. II 157.3/3, /5, 12 f., 157.7; vgl. E. 4.2.1 hiervor). 

4.4 In der Gesamtbetrachtung sind keine sachverhaltlichen Faktoren 
auszumachen, die vorliegend ein Abweichen vom höchstrichterlichen 
Grundsatz zur Beurteilung von leicht- bis mittelgradigen depressiven 
Störungen nach BGE 148 V 49 gebieten bzw. erlaubten. Ein invalidisieren-
der psychischer Gesundheitsschaden ist somit zu verneinen. Vor diesem 
Hintergrund ist auf die psychiatrisch attestierte Arbeitsunfähigkeit 
(act. II 157.1/6, 157.3/11) aus rechtlicher Optik nicht abzustellen. Damit ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 26

gestützt auf die Beurteilung der somatischen Gutachter der MEDAS 
G.________ von einer vollschichtigen Arbeitsfähigkeit in einer leidensan-
gepassten Tätigkeit auszugehen (vgl. act. II 157.1/6 Ziff. 6) und ausgehend 
davon nachfolgend die Invaliditätsbemessung vorzunehmen.

5.

5.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2022 UV Nr. 4 S. 12 E. 3.2).

5.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 S. 
296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden. Dabei wird in der Regel 
der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim anhand der LSE vorge-
nommenen Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (stan-
dardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei üblicherweise auf die Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt wird. Bei der Verwendung 
der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom 
sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 
181, 143 V 295 E. 2.2 S. 297). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheit-
lich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten 
behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend ein-
setzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der 
Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 27

Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 
134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in 
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtli-
chen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles 
ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationa-
lität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher 
Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermes-
sen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 
25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 135 V 297 E. 5.2 S. 
301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu be-
achten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Ar-
beitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich 
in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer 
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 148 
V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

5.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Unter Berücksichtigung des Wartejahres (vgl. E. 2.4 
hiervor; gutachterlich attestierte vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit in der 
bisherigen Tätigkeit seit Februar 2020; act. II 157.1/6 Ziff. 4.6) und der An-
meldung im September 2020 (act. II 10) fällt der frühestmögliche Renten-
beginn in Anwendung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf März 
2021. Auf diesen Zeitpunkt hin ist die Invaliditätsbemessung vorzunehmen 
bzw. der IV-Grad zu bestimmen.

5.4 Das Valideneinkommen ist entsprechend dem Vorgehen der Be-
schwerdegegnerin gestützt auf den zuletzt erzielten Lohn bei der 
C.________ AG festzulegen, da davon auszugehen ist, dass der Be-
schwerdeführer im hypothetischen Gesundheitsfall immer noch bei dieser 
Arbeitgeberin tätig wäre; das langjährige Arbeitsverhältnis (seit Oktober 
2000) wurde von dieser aus gesundheitlichen Gründen per Ende Novem-
ber 2020 aufgelöst (act. II 9, 10/6, 28/1). Anhaltspunkte, wonach der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 28

schwerdeführer im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns als Ge-
sunder überwiegend wahrscheinlich bei einer anderen Arbeitgeberin oder 
in einem anderen Tätigkeitsbereich beschäftigt gewesen wäre, sind nicht 
ersichtlich. Gemäss den Angaben der Arbeitgeberin betrug der AHV-
pflichtige Lohn im Jahr 2019 Fr. 101'095.-- (act. II 24, 28/5, 30.2). Indexiert 
auf das Jahr 2021 resultiert ein (verglichen mit der angefochtenen Verfü-
gung leicht höheres [act. II 173/3]) Valideneinkommen von Fr. 100'896.20 
(Fr. 101'095.-- / 101.7 x 101.5 [BFS, Tabelle T1.1.15, Nominallohnindex, 
Männer, 2016-2022, lit. C NOGA-Wirtschaftszweig Ziff. 10-33, Verarbeiten-
des Gewerbe/Herstellung von Waren, Indices 2019 bzw. 2021]).

Da der Beschwerdeführer seine zumutbare medizinisch-theoretische Ar-
beitsfähigkeit nicht verwertet, ist beim Invalideneinkommen mit der Be-
schwerdegegnerin auf die statistischen Lohnangaben abzustellen, jedoch 
auf diejenigen der LSE 2020 (vgl. zum Ganzen Entscheid des BGer vom 
17. Dezember 2021, 8C_202/2021, E. 6.2; Veröffentlichung LSE 2020: 
23. August 2022; Verfügungsdatum betreffend Rente: 12. Juni 2023; 
act. II 173), Total, Männer, Kompetenzniveau 1, entsprechend monatlich 
Fr. 5'261.--. Dies ergibt an die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 
Stunden (BFS, betriebsübliche Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabtei-
lungen, Total) angepasst und indexiert auf das Jahr 2021 (BFS, Tabelle 
T1.1.15, Nominallohnindex, Männer, 2016-2022, Total, Indices 2020 bzw. 
2021) ein Invalideneinkommen von Fr. 65'368.70 (Fr. 5'261.-- / 40 x 41.7 x 
12 / 103.2 x 102.5). Einen Abzug vom Tabellenlohn hat die Verwaltung zu 
Recht nicht vorgenommen. Die gesundheitlichen Einschränkungen fanden 
im medizinischen Zumutbarkeitsprofil bereits genügend Eingang und dürfen 
damit nicht (noch einmal) in die Bemessung eines leidensbedingten Ab-
zugs einfliessen, da ansonsten eine unzulässige doppelte Anrechnung 
desselben Gesichtspunktes resultieren würde (vgl. SVR 2018 IV Nr. 45 
S. 145 E. 2.2). Auch wenn dem Beschwerdeführer nur noch körperlich 
leichte Tätigkeiten unter lufthygienisch unproblematischen Bedingungen 
zumutbar sind (act. 157.1/6 Ziff. 4.7, 157.5/8 Ziff. 7.2), stellt dies grundsätz-
lich keinen Grund für einen leidensbedingten Abzug dar, zumal der Tabel-
lenlohn im hier zugrunde gelegten Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl 
von leichten Tätigkeiten umfasst (vgl. Entscheide des BGer vom 22. De-
zember 2020, 8C_725/2020, E. 4.4.2, vom 24. Januar 2020, 8C_586/2019, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 29

E. 5.3.1, und vom 8. Oktober 2019, 9C_447/2019, E. 4.3.2). Der Be-
schwerdeführer ist damit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, der eine 
breite Palette von Hilfstätigkeiten bietet (leichtere Kontroll-, Überwachungs- 
oder administrative Tätigkeiten), nicht übermässig eingeschränkt und es 
werden entsprechende Tätigkeiten altersunabhängig nachgefragt, weshalb 
sich auch der Faktor Alter nicht lohnsenkend, sondern im Kompetenzni-
veau 1 sogar lohnerhöhend auswirkt (Entscheid des BGer vom 15. März 
2017, 8C_14/2017, E. 6.3). Fehlende Sprachkenntnisse sowie Dienstjahre 
rechtfertigen in diesem Bereich ebenfalls keinen Abzug (Entscheide des 
BGer vom 25. November 2021, 8C_627/2021, E. 7.2, und vom 19. Mai 
2020, 9C_18/2020, E. 6.2.3). Mit Blick auf die ausländische Herkunft des 
Beschwerdeführers (act. II 10 f.) ergibt sich, dass Männer mit Niederlas-
sungsbewilligung C ohne Kaderfunktion zwar weniger als Schweizer ver-
dienen (vgl. LSE 2020, Tabelle TA12 [Monatlicher Bruttolohn, Schwei-
zer/innen und Ausländer/innen, nach beruflicher Stellung und Geschlecht]), 
aber mehr als das für die Invaliditätsbemessung herangezogene Durch-
schnittseinkommen (vgl. Entscheid des BGer vom 1. Februar 2021, 
9C_702/2020, E. 6.3.2). 

5.5 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert 
damit ein rentenauschliessender IV-Grad von gerundet 35 % 
([Fr. 100'896.20 ./. Fr. 65'368.70] / Fr. 100'896.20 x 100; vgl. E. 2.4 hiervor 
und zur Rundung BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 
61 S. 198 E. 7.1). Die Beschwerdegegnerin hat somit einen Rentenan-
spruch zu Recht verneint. Die Beschwerde ist abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 30

lung aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unent-
geltlichen Rechtspflege (vgl. Verfügung vom 4. September 2023) ist der 
Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss 
Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung 
vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig von der Zahlungspflicht 
zu befreien.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG). 

6.3 Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiord-
nung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt (vgl. Verfügung 
vom 4. September 2023) bleibt dessen amtliches Honorar festzulegen.

Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 
(KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwältinnen 
und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem gebo-
tenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der Tarif-
ordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung des ge-
botenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 14. September 2023 macht Rechtsanwalt B.________ 
ein Honorar von total Fr. 4'441.45 (Fr. 4'050.-- [15 Stunden à Fr. 270.--] 
zuzüglich Auslagen von Fr. 73.90 und Mehrwertsteuer [MWST] von 
Fr. 317.55 [7.7 % von Fr. 4'123.90]) geltend, was nicht zu beanstanden ist. 
Davon ist Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses 
Urteils aus der Gerichtskasse ein Honorar von Fr. 3'310.60 (Fr. 3'000.-- [15 
Stunden à Fr. 200.--] zuzüglich Auslagen von Fr. 73.90 und MWST von 
Fr. 236.70 [7.7 % von Fr. 3'073.90]) auszurichten. Vorbehalten bleibt die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 31

Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern 
entsprechend den Voraussetzungen von Art.123 ZPO (vgl. Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 4'441.45 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 3'310.60 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Jan. 2024, IV/23/548, Seite 32

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.