# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec7a57aa-6de4-58a4-a9a5-cfad458915be
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.06.2019 200 2018 880
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-880_2019-06-03.pdf

## Full Text

200 18 879 AHV und
200 18 880 AHV (2)
KOJ/SHE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. Juni 2019

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Scheidegger 
Gerichtsschreiber Schnyder

B.________
Beschwerdeführer 1

und

A.________
Beschwerdeführer 2

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Bern 
Abteilung Beiträge und Zulagen, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern
Beschwerdegegnerin

in Sachen
C.________ AG in Liq.

betreffend Einspracheentscheide vom 26. Oktober 2018

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2019, AHV/2018/879, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die in ... domizilierte C.________ AG war ab dem 1. November 2011 der 
Ausgleichskasse des Kantons Bern (nachfolgend AKB oder Beschwerde-
gegnerin) als beitragspflichtige Arbeitgeberin angeschlossen (vgl. u.a. Ak-
ten der AKB im Verfahren AHV/2018/880 [act. II] 14 und Akten der AKB im 
Verfahren AHV/2018/879 [act. IIA] 14). Vom 14. März 2014 bis zum 14. 
September 2016 waren A.________ (nachfolgend Beschwerdeführer 2) als 
Verwaltungsratspräsident mit Einzelunterschrift und B.________ (nachfol-
gend Beschwerdeführer 1) als Mitglied des Verwaltungsrates mit Einzelun-
terschrift im Handelsregister eingetragen. Am … 2016 wurde über die 
C.________ AG der Konkurs eröffnet. Das Konkursverfahren wurde am … 
2017 mangels Aktiven eingestellt und am … 2017 wurde die Gesellschaft 
von Amtes wegen gelöscht (vgl. act. II 1 und act. IIA 1 sowie www.zefix.ch). 

B.

Mit separaten Schadenersatzverfügungen vom 10. August 2018 (act. II 5 
und act. IIA 5) forderte die AKB von A.________ und B.________ für ihr 
von der C.________ AG in Liq. für die Zeit vom 1. Januar 2012 bis 30. Juni 
2016 geschuldete Sozialversicherungsbeiträge je einen Betrag von Fr. 
35‘815.55, was sie auf Einsprachen hin (act. II 4 und act. IIA 4) mit Ent-
scheiden vom 26. Oktober 2018 (act. II 2 und act. IIA 2) bestätigte. 

C.

Mit Eingabe vom 22. November 2018 erhob B.________ gegen den Ein-
spracheentscheid vom 26. Oktober 2018 (act. IIA 2) Beschwerde mit dem 
Rechtsbegehren, die Verfügung vom 10. August 2018 (recte: der Einspra-
cheentscheid vom 26. Oktober 2018) sei aufzuheben. 

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Die Beschwerde wurde im Geschäftsverzeichnis der Sozialversicherungs-
rechtlichen Abteilung des Verwaltungsgerichts unter der Verfahrensnum-
mer AHV/2018/879 registriert.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 12. Dezem-
ber 2018 auf Abweisung der Beschwerde.

D.

Mit Eingabe vom 23. November 2018 erhob A.________ gegen den Ein-
spracheentscheid vom 26. Oktober 2018 (act. II 2) Beschwerde mit dem 
Rechtsbegehren, die Verfügung vom 10. August 2018 (recte: der Einspra-
cheentscheid vom 26. Oktober 2018) sei aufzuheben.

Die Beschwerde wurde im Geschäftsverzeichnis der Sozialversicherungs-
rechtlichen Abteilung des Verwaltungsgerichts unter der Verfahrensnum-
mer AHV/2018/880 registriert.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 12. Dezem-
ber 2018 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Da die Beschwerdeführer im gleichen Zeitraum Mitglied des Verwal-
tungsrates der C.________ AG waren und sie für die identische Beitrags-
summe haftbar gemacht werden, sind die beiden Beschwerdeverfahren 
AHV/2018/879 und AHV/2018/880 gestützt auf Art. 17 Abs. 1 des kantona-
len Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zu vereinigen.

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1.2 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführer sind im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt sind (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 52 Abs. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10]). Da 
auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b 
ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerden einzutreten.

1.3 Anfechtungsgegenstand bilden die Einspracheentscheide vom 
26. Oktober 2018 (act. II 2 und act. IIA 2). Streitig und zu prüfen sind die 
gegenüber den Beschwerdeführern geltend gemachten Schadenersatzfor-
derungen für der Beschwerdegegnerin in der Zeit vom 1. Januar 2012 bis 
30. Juni 2016 entgangene Sozialversicherungsbeiträge in der Höhe von 
Fr. 35‘815.55.

1.4 Was die Frage der jeweiligen Beiladung der beiden Beschwerdefüh-
rer (vgl. dazu Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 30. September 
2008, 9C_158/2008, E. 3.1 mit Hinweisen) betrifft, kann mit Blick darauf, 
dass die Einsprachen und Beschwerden in beiden Verfahren weitestge-
hend identisch sind, als erstellt gelten, dass die Beschwerdeführer die Ein-
sprachen und Beschwerden gemeinsam verfasst und auch Kenntnis von 
den jeweiligen Akten und Standpunkten haben. Unter diesen Umständen 
verkäme die Beiladung zu einem prozessualen Leerlauf, weshalb darauf 
ausnahmsweise verzichtet werden kann.

1.5 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.6 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Fügt ein Arbeitgeber durch absichtliche oder grobfahrlässige Miss-
achtung von Vorschriften der Versicherung einen Schaden zu, so hat er 
diesen zu ersetzen. Die zuständige Ausgleichskasse macht den Schaden-
ersatzanspruch durch Erlass einer Verfügung geltend (Art. 52 Abs. 1 und 4 
AHVG). Handelt es sich beim Arbeitgeber um eine juristische Person, so 
haften subsidiär die Mitglieder der Verwaltung und alle mit der Geschäfts-
führung oder Liquidation befassten Personen (Art. 52 Abs. 2 Satz 1 AHVG; 
BGE 129 V 11, 123 V 12 E. 5b S. 15).

Sind mehrere Personen für den gleichen Schaden verantwortlich, so haften 
sie für den ganzen Schaden solidarisch (Art. 52 Abs. 2 Satz 2 AHVG). Die 
solidarische Haftung erlaubt der Ausgleichskasse, gegen alle oder lediglich 
einige von ihnen, allenfalls nur einen Einzelnen, vorzugehen (BGE 134 V 
306 E. 3.1 S. 308, 114 V 213 E. 3 S. 214). 

2.2 Der Schadenersatzanspruch verjährt zwei Jahre, nachdem die zu-
ständige Ausgleichskasse vom Schaden Kenntnis erhalten hat, spätestens 
aber fünf Jahre nach Eintritt des Schadens. Diese Fristen können unterbro-
chen werden (Art. 52 Abs. 3 Satz 1 und 2 AHVG).

2.3 Kenntnis des Schadens hat die Ausgleichskasse im Zeitpunkt, in 
welchem sie unter Beachtung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit erken-
nen muss, dass es die tatsächlichen Umstände nicht mehr erlauben, die 
geschuldeten Beiträge einzufordern, dass sie aber wohl eine Schadener-
satzpflicht zu begründen vermögen (BGE 129 V 193 E. 2.1 S. 195; SVR 
2017 AHV Nr. 21 S. 72 E. 4.1).

Entsteht der Schaden durch Konkurs, so fällt dieser Zeitpunkt nicht notwen-
digerweise mit jenem zusammen, in welchem die Ausgleichskasse die 
Schlussabrechnung oder einen Verlustschein zugestellt erhält. Die Recht-

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sprechung geht vielmehr davon aus, dass der Gläubiger, welcher den Er-
satz eines durch Konkurs oder durch einen Liquidationsvergleich erlittenen 
Schadens geltend machen will, diesen normalerweise im Zeitpunkt der Auf-
legung des Kollokationsplans genügend kennt. Er kann in diesem Zeitpunkt 
den Wert des Inventars, die Rangfolge seiner Forderung sowie die voraus-
sichtliche Dividende kennen. Die gleichen Grundsätze gelten bei einem 
Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung (BGE 128 V 15 E. 2a S. 17). 
Wird der Konkurs weder im ordentlichen noch im summarischen Verfahren 
durchgeführt, so ist davon auszugehen, dass die Kenntnis des – im Zeit-
punkt der Konkurseröffnung entstandenen – Schadens in der Regel dann 
vorliegt, wenn das Konkursverfahren mangels Aktiven eingestellt wird. 
Massgebend ist dabei der Zeitpunkt, in dem die Einstellung im SHAB veröf-
fentlicht wird (BGE 129 V 193 E. 2.3 S. 196).

2.4 Der für eine Haftung nach Art. 52 AHVG vorausgesetzte Schaden 
entsteht dann, wenn der Ausgleichskasse ein ihr gesetzlich geschuldeter 
Betrag entgeht. Die Höhe des Schadens entspricht dem Betrag, dessen die 
Kasse verlustig geht. Dazu gehören die von den Arbeitgebenden geschul-
deten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge, die Verwaltungs- und Betrei-
bungskosten, Veranlagungs- und Mahngebühren sowie die Verzugszinsen 
(BGE 121 III 382 E. 3b bb S. 384; SVR 2007 AHV Nr. 2 S. 6 E. 5, 1999 
AHV Nr. 16 S. 45 E. 5). Ordnungsbussen sind hingegen nicht Schadensbe-
standteil (SVR 2009 AHV Nr. 3 S. 13 E. 7).

Die Schadenersatzforderung entsteht mit dem Eintritt des Schadens, wel-
cher seinerseits auf einen rechtlichen Grund, die Verwirkung der Beiträge 
(Art. 16 Abs. 1 AHVG), oder aber auf einen tatsächlichen Grund, nämlich 
die Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers zurückgeht. In diesem Zeitpunkt 
beginnt die absolute fünfjährige Verjährungsfrist gemäss Art. 52 Abs. 3 ers-
ter Satz AHVG zu laufen, das heisst im Falle der Verwirkung der Beitrags-
forderung mit deren Eintritt und im Falle der Uneinbringlichkeit, sobald die 
Beiträge wegen der Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers nicht mehr im 
ordentlichen Verfahren nach Art. 14 ff. AHVG erhoben werden können, in 
der Regel mit der Ausstellung eines Pfändungsverlustscheins oder mit der 
Konkurseröffnung über den Arbeitgeber (BGE 141 V 487 E. 2.2 S. 488, 136 
V 268 E. 2.6 S. 273).

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2.5 Der Schaden muss durch eine Missachtung von Vorschriften ent-
standen sein. Art. 14 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. der Verord-
nung vom 31. Oktober 1947 über die Alters- und Hinterlassenenversiche-
rung (AHVV; SR 831.101) schreibt vor, dass der Arbeitgeber bei jeder 
Lohnzahlung die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug bringt und zusammen mit 
den Arbeitgeberbeiträgen der Ausgleichskasse zu entrichten hat. Die Ar-
beitgeber haben den Ausgleichskassen periodisch Abrechnungsunterlagen 
über die von ihnen an ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausbe-
zahlten Löhne zuzustellen, damit die entsprechenden paritätischen Beiträ-
ge ermittelt und verfügt werden können. Die Beitragszahlungs- und Abrech-
nungspflicht des Arbeitgebers ist eine gesetzlich vorgeschriebene öffent-
lichrechtliche Aufgabe. Die Nichterfüllung dieser öffentlichrechtlichen Auf-
gabe bedeutet eine Missachtung von Vorschriften im Sinne von Art. 52 
AHVG und zieht die volle Schadensdeckung nach sich (BGE 118 V 193 E. 
2a S. 195).

Nach Art. 717 Abs. 1 i.V.m. Art. 716a Abs. 1 Ziff. 5 des Schweizerischen 
Obligationenrechts (OR; SR 220) gehört die Oberaufsicht über die mit der 
Geschäftsführung betrauten Personen, namentlich im Hinblick auf die Be-
folgung der Gesetze, zu den unübertragbaren und unentziehbaren Aufga-
ben des Verwaltungsrates. Diese Aufgaben müssen "mit aller Sorgfalt" er-
füllt werden.

2.6 Die wesentliche Voraussetzung für die Schadenersatzpflicht besteht 
nach dem Wortlaut des Art. 52 AHVG darin, dass der Arbeitgeber absicht-
lich oder grobfahrlässig Vorschriften verletzt hat und dass durch diese 
Missachtung ein Schaden verursacht worden ist. Absicht bzw. Vorsatz und 
Fahrlässigkeit sind verschiedene Formen des Verschuldens. Art. 52 AHVG 
statuiert demnach eine Verschuldenshaftung, und zwar handelt es sich um 
eine Verschuldenshaftung aus öffentlichem Recht (BGE 108 V 183 E. 1b S. 
186).

2.6.1 Grobe Fahrlässigkeit liegt praxisgemäss vor, wenn ein Arbeitgeber 
das ausser Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in gleicher Lage 
und unter gleichen Umständen als beachtlich hätte einleuchten müssen 
(SVR 2011 AHV Nr. 14 S. 49 E. 3.2). Das Mass der zu verlangenden Sorg-
falt ist abzustufen entsprechend der Sorgfaltspflicht, die in den kaufmänni-

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schen Belangen jener Arbeitgeberkategorie, welcher der Betreffende an-
gehört, üblicherweise erwartet werden kann und muss. Dabei sind an die 
Sorgfaltspflicht einer Aktiengesellschaft hinsichtlich der Einhaltung gesetzli-
cher Vorschriften grundsätzlich strenge Anforderungen zu stellen. Ähnlich 
ist zu differenzieren, wenn es darum geht, die subsidiäre Haftung der Orga-
ne eines Arbeitgebers zu ermitteln (BGE 112 V 156 E. 4 S. 159, 108 V 199 
E. 3a S. 202).

2.6.2 Gemäss ständiger Rechtsprechung ist nicht jede Verletzung der öf-
fentlichrechtlichen Aufgaben der Arbeitgeber als Institution der Versiche-
rungsdurchführung ohne weiteres als qualifiziertes Verschulden ihrer Orga-
ne im Sinne von Art. 52 AHVG zu werten. Das absichtliche oder grobfahr-
lässige Missachten von Vorschriften verlangt vielmehr einen Normverstoss 
von einer gewissen Schwere. Dagegen kann beispielsweise die relativ kur-
ze Dauer des Beitragsausstandes sprechen, wobei aber immer eine Würdi-
gung sämtlicher konkreter Umstände des Einzelfalls Platz zu greifen hat. 
Zudem dürfen die Nichtabrechnung wie auch die Nichtbezahlung der Bei-
träge als solche nicht einem qualifizierten Verschulden gleichgesetzt wer-
den, weil dies auf eine nach Gesetz und Rechtsprechung unzulässige, da 
in Art. 52 AHVG gerade nicht vorgesehene Kausalhaftung hinausliefe. 
Vielmehr sind auch in dieser Hinsicht die gesamten Umstände zu würdigen. 
Verwaltung und Sozialversicherungsgericht dürfen sich bei festgestellter 
Verletzung der AHV-Vorschriften daher nicht auf die Prüfung beschränken, 
ob Exkulpations- oder Rechtfertigungsgründe vorliegen, sondern haben 
vorgängig festzustellen, ob ein qualifiziertes Verschulden im Sinne von Art. 
52 AHVG anzunehmen ist (BGE 136 V 268 E. 3 S. 274, 121 V 243 E. 4b 
und 5 S. 244; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; 
heute BGer] vom 4. Oktober 2004, H 273/03, E. 3.2.1).

2.6.3 Bei feststehender Widerrechtlichkeit gilt jedoch die Vermutung eines 
absichtlichen oder grobfahrlässigen Verhaltens des Arbeitgebers resp. sei-
ner Organe. Dies bedeutet eine gesteigerte Mitwirkungspflicht der ins 
Recht gefassten Person bei der Abklärung resp. Feststellung des für die 
Beurteilung des Verschuldens rechtserheblichen Sachverhalts von Amtes 
wegen durch die Ausgleichskasse und das kantonale Versicherungsgericht 
(Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Es obliegt grundsätzlich dem Ar-

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beitgeber oder seinen Organen, Gründe, welche ein Verschulden im Sinne 
von Absicht oder Grobfahrlässigkeit ausschliessen, zu behaupten, diesbe-
zügliche Beweise zu liefern oder zu beantragen. Werden solche entlasten-
de Umstände nicht geltend gemacht oder nicht hinreichend substanziiert, 
sind solche nicht ohne weiteres ersichtlich oder führen die Abklärungen zu 
keinem schlüssigen Ergebnis, hat die ins Recht gefasste Person die Folgen 
der Beweislosigkeit zu tragen. Diese Regelung gilt auch in Bezug auf allfäl-
lige Rechtfertigungs- oder Exkulpationsgründe (SVR 2011 AHV Nr. 13 S. 
44 E. 4.1).

2.7 Die Schadenersatzpflicht ist im konkreten Fall nur dann begründet, 
wenn nicht Umstände gegeben sind, welche das fehlerhafte Verhalten des 
Arbeitgebers als gerechtfertigt erscheinen lassen oder sein Verschulden im 
Sinne von Absicht oder grober Fahrlässigkeit ausschliessen. In diesem Sin-
ne ist es denkbar, dass ein Arbeitgeber zwar in vorsätzlicher Missachtung 
der AHV-Vorschriften der Ausgleichskasse einen Schaden zufügt, aber 
trotzdem nicht schadenersatzpflichtig wird, wenn besondere Umstände die 
Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt oder nicht schuld-
haft erscheinen lassen. So kann es sein, dass es einem Arbeitgeber, der 
sich in schwieriger finanzieller Lage befindet, durch das Nichtbezahlen der 
Beiträge gelingt, die Existenz seines Unternehmens zu retten. Ein solches 
Vorgehen führt allerdings nur dann nicht zu einer Haftung gemäss Art. 52 
AHVG, wenn der Arbeitgeber im Zeitpunkt seiner Entscheidung aufgrund 
der objektiven Umstände und einer seriösen Beurteilung der Lage damit 
rechnen durfte, dass die Unternehmung überlebt und er die Forderung der 
Ausgleichskasse innert nützlicher Frist würde befriedigen können (BGE 108 
V 183 E. 1b S. 186 und 189 E. 2b S. 193; AHI 2003 S. 100 E. 3a; SVR 
2017 AHV Nr. 13 S. 41 E. 7.2).

2.8 Schliesslich setzt die Schadenersatzpflicht des Arbeitgebers nach 
Art. 52 AHVG voraus, dass zwischen der absichtlichen oder grobfahrlässi-
gen Missachtung von Vorschriften und dem eingetretenen Schaden ein 
adäquater Kausalzusammenhang gegeben ist (BGE 119 V 401 E. 4a S. 
406). Daran fehlt es, wenn auch ein pflichtgemässes Verhalten den Scha-
den nicht hätte verhindern können. Indessen vermag die blosse Hypothese, 
der Schaden wäre auch bei pflichtgemässem Verhalten eingetreten, die 

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Adäquanz nicht zu beseitigen. Dass ein Schaden ohnehin eingetreten wä-
re, muss vielmehr mit Gewissheit oder doch mit hoher Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Das schuldhafte Verhalten eines solidarisch Ersatz-
pflichtigen kann nur dann als inadäquat für den eingetretenen Schaden 
gelten, wenn das Verschulden des Dritten oder des Geschädigten dermas-
sen schwer wiegt, dass das eigene Fehlverhalten eindeutig in den Hinter-
grund tritt und damit nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der Le-
benserfahrung nicht mehr als adäquate Schadensursache erscheint (SVR 
2011 AHV Nr. 16 S. 60 E. 4.3.1).

3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass die Be-
schwerdeführer vom 14. März 2014 bis am 14. September 2016 dem Ver-
waltungsrat der C.________ AG angehörten und damit als formelle Organe 
dieser Gesellschaft fungierten (vgl. act. II 2 und act. IIA 2; www.zefix.ch). 
Damit unterliegen sie den Haftungsbestimmungen von Art. 52 AHVG (vgl. 
E. 2.1 hiervor). Sodann wurde das am … 2016 eröffnete Konkursverfahren 
am … 2017 mangels Aktiven eingestellt (www.zefix.ch). Die C.________ 
AG vermochte dementsprechend die ausstehenden Beitragsforderungen 
nicht mehr zu begleichen und kann auch für die geltend gemachte Scha-
denersatzpflicht nicht mehr in Anspruch genommen werden, weshalb sub-
sidiär die solidarische Haftung ihrer Organe und damit (auch) diejenige der 
Beschwerdeführer greift (vgl. E. 2.1 hiervor). Soweit die Beschwerdeführer 
beanstanden, dass D.________ nicht ins Recht gefasst wurde, steht es der 
Beschwerdegegnerin gestützt auf die gesetzliche Solidarhaftung frei, nur 
gegen einzelne (bzw. nicht alle) Organe vorzugehen (vgl. E. 2.1 hiervor). 
Das von den Beschwerdeführern erwähnte laufende, ein anderes Unter-
nehmen von D.________ betreffende Konkursverfahren bildet nicht Ge-
genstand des vorliegenden Verfahrens und diesbezügliche Weiterungen 
erübrigen sich. 

3.2 Erstellt ist ferner, dass die C.________ AG die Sozialversiche-
rungsbeiträge vom 1. Januar 2012 bis zum 30. Juni 2016 nicht im geschul-
deten – und zu keinem Zeitpunkt bestrittenen – Umfang geleistet hat und 

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die Beschwerdegegnerin insoweit einen Schaden erlitten hat. Der geltend 
gemachte Schadenersatz wird von den Beschwerdeführern in masslicher 
Hinsicht nicht beanstandet, geschweige denn substanziiert bestritten (vgl. 
Entscheid des EVG vom 31. August 2005, H 80/05, E. 2.3).

Da der Untersuchungsgrundsatz seine Grenze an der Mitwirkungspflicht 
der Parteien findet und den Akten keinerlei Anhaltspunkte zu entnehmen 
sind, die Anlass geben würden, auf die Schadenhöhe zurückzukommen 
(vgl. BGE 110 V 48 E. 4a S. 53), hat lediglich eine summarische Prüfung 
aufgrund der Verfügungen vom 10. August 2018 (act. II 5 und act. IIA 5a) 
sowie der diesen beigelegten Kontoauszügen zu erfolgen. Unstimmigkeiten 
sind dabei nicht erkennbar – insbesondere sind den Kontoauszügen keine 
Ordnungsbussen zu entnehmen, welche der Schadenersatzpflicht nicht 
unterliegen würden (vgl. E. 2.4 hiervor) –, so dass von einem Schaden in 
Höhe von Fr. 35‘815.55 auszugehen ist.

3.3 Im Weiteren wird weder geltend gemacht noch ist ersichtlich, dass 
die Schadenersatzansprüche allenfalls verjährt wären. Die Beschwerde-
gegnerin hatte im Zeitpunkt der Veröffentlichung der Einstellung des Kon-
kursverfahrens mangels Aktiven im SHAB am … 2017 hinreichend Kennt-
nis (vgl. E. 2.3 hiervor) vom – im Zeitpunkt der Konkurseröffnung am … 
2016 entstandenen (vgl. E. 2.4 hiervor) – Schaden. Die am 10. August 
2018 (act. II 5 und act. IIA 5) verfügten Festsetzungen des Schadenersatz-
anspruchs erfolgten demnach sowohl innerhalb der relativen zweijährigen 
als auch der fünfjährigen absoluten Verjährungsfrist und damit rechtzeitig 
(vgl. E. 2.2 hiervor). 

3.4 Die Nichterfüllung der Beitragspflicht (vgl. E. 3.2 hiervor) stellt eine 
Missachtung von Art. 14 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 34 ff. AHVV dar und da-
mit ist die Widerrechtlichkeit im Sinne von Art. 52 AHVG gegeben (vgl. E. 
2.5 hiervor). Da die Widerrechtlichkeit feststeht, gilt die Vermutung eines 
absichtlichen oder grobfahrlässigen Verhaltens des Arbeitgebers resp. sei-
ner Organe (vgl. E. 2.6.3 hiervor).

Bei der C.________ AG handelte es sich um ein kleines Unternehmen mit 
Anfang 2012 sechs Mitarbeitern und einfacher Verwaltungsstruktur (act. II 
36 und act. IIA 36). Der Verwaltungsrat setzte sich ab dem hier interessie-

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renden Zeitraum (14. März 2014) aus drei Mitgliedern zusammen; die Be-
schwerdeführer waren einzelzeichnungsberechtigtes Mitglied bzw. einzel-
zeichnungsberechtigter Präsident der Gesellschaft (act. II 1 und act. IIA 1). 
Bei derartigen Kleinunternehmen beurteilen sich die Anforderungen an die 
Wahrnehmung der Aufsichts- und Kontrollpflichten nach einem strengen 
Massstab. In solchen Fällen muss vom Organ in aller Regel der Überblick 
über sämtliche relevanten Belange der Gesellschaft (inklusive deren Bei-
tragswesen) verlangt werden (MARCO REICHMUTH, Die Haftung des Arbeit-
gebers und seiner Organe nach Art. 52 AHVG, Diss. Freiburg 2008, S. 148 
N. 638 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführer sind der ihnen als Verwal-
tungsratsmitgliedern obliegenden Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen. Die 
langdauernde Nichtbezahlung der Beiträge stellt eine zumindest grobfahr-
lässige Verletzung dieser Pflicht und damit ein qualifiziertes Verschulden 
dar. Die Beschwerdeführer legen denn auch nicht dar, dass sie sich um die 
Bezahlung der fälligen Sozialversicherungsbeiträge gekümmert hätten. 
Entsprechende Bemühungen sind auch nicht ersichtlich, was praxisgemäss 
einen qualifizierten schuldhaften Verstoss gegen die AHV-Vorschriften be-
gründet. 

3.5 Die Beschwerdeführer machen nicht geltend, die massgeblichen 
gesetzlichen Vorschriften nicht gekannt zu haben – was sie im Übrigen 
nicht exkulpieren würde – und bringen auch sonst keine relevanten Recht-
fertigungsgründe vor. Angesichts der langen Dauer der Verletzung der Ab-
rechnungspflicht kann auch nicht gesagt werden, dass die Beschwerdefüh-
rer mit der Nichtbezahlung der Beiträge eine nur vorübergehend schwierige 
finanzielle Lage hätten überbrücken wollen; vielmehr geben sie in ihren 
Beschwerden – wie zuvor auch in den Einsprachen – zu erkennen, dass 
die finanziellen Probleme permanent vorhanden waren (vgl. auch Einver-
nahmeprotokolle vom 1. Dezember 2016 [act. II 11 und act. IIA 11]). Die 
von anderen Gesellschaften gewährten Darlehen ändern nichts, zumal 
nicht ersichtlich ist, dass diese finanziellen Mittel zur Begleichung der 
ausstehenden Beiträge verwendet wurden.

3.6 Ein pflichtgemässes Verhalten der Beschwerdeführer hätte den 
Schaden verhindern können. Der adäquate Kausalzusammenhang zwi-
schen der Missachtung von Vorschriften und dem Eintritt des Schadens ist 

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demnach gegeben. Ein allenfalls zu einer Reduktion der Schadenersatz-
pflicht führendes Mitverschulden der Verwaltung ist nicht ersichtlich und 
wird auch nicht geltend gemacht. 

3.7 Zusammenfassend sind die angefochtenen Einspracheentscheide 
vom 26. Oktober 2018 (act. II 2 und act. IIA 2) nicht zu beanstanden, was 
zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerden führt.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG 
sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist den Beschwerdeführern 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 
AHVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerdeverfahren AHV/2018/879 und AHV/2018/880 werden 
vereinigt.

2. Die Beschwerden werden abgewiesen.

3. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2019, AHV/2018/879, Seite 14

4. Zu eröffnen (R):
- B.________
- A.________
- Ausgleichskasse des Kantons Bern, Abteilung Beiträge und Zulagen 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlichrechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden. Der Streitwert im Sinn von Art. 51 ff. BGG beträgt Fr. 35‘815.55.