# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a0c3fc46-ff4d-5e34-aa77-08f447c01731
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-24
**Language:** de
**Title:** IV-Stelle stützte sich auf von der Taggeldversicherung eingeholtes Gutachten, welches nicht nachvollziehbar ist, Rückweisung zur weiteren Abklärung
**Docket/Reference:** IV.2017.00412
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.00412.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.00412
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Lanzicher
Urteil
vom
24. Oktober 2018
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die
1981
geborene
X.___
leistete
nach einer Ausbildung zur Verkäuferin und Arztsekretärin
zuletzt von
April 2012 bis Mai 2013 im Rahmen eines
Swisscoy
-Einsatzes in Bosnien-Herzegowina
Militärd
ienst
(vorzeitige Rück
kehr in die Schweiz im März 2013;
Urk.
7/3 und
Urk.
7/35/62)
. Anschliessend war sie
als Arztsekretärin
von
Mai bis Dezember 2013
in einem 60%-Pensum
bei der
A.___
AG (
Urk.
7/6/4
,
Urk.
7/11/2
, Urk. 7/14
und Urk.
7/26/18
) und von
Januar 2014 bis August 2015
zu 80
%
bei der
B.___
AG
angestellt
(
Urk.
7/14)
. Am
9.
Februar 2016
meld
ete sie sich unter Hinweis
auf eine
seit un
gefähr März 2013 bestehende
p
osttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
7/
3
).
Ab Mai 2016 war sie wiederum als Arztsekretärin in einem 45
%
-Pensum tätig (
Urk.
7/35/50).
Die So
zialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische
und
erwerbliche Abklärungen
und
zog die Akten der Militär- sowie
der Krankent
ag
geldversicherung bei, letztere insbesondere beinhaltend das
bei Dr.
C.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, eingeholte psychiatrische Gutachten vom 11.
August 2016 (
Urk.
7/
35
/43-58)
. Nach durchgeführtem
Vorbescheidver
fahren
(Urk.
7/40
f.
) wies sie das
Leistungs
begehren
mit Verfügung vom
7.
März 2017
(Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
5.
April 2017
Beschwerde (Urk. 1) und bean
tragte, die Verfügung vom
7.
März 2017 sei aufzuheben und die Sache sei
an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese die seit 2013 bestehende
Arbeits
un
fä
higkeit
durch einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH mit Erfah
rung auf dem Gebiet der
Traumafolgestörungen
abkläre. Zudem sei festzustellen, dass der Gesundheitsschaden am
8.
März 2013 eingetreten und der letzte Arbeits
tag vor Eintritt des Gesundheitsschadens am 7. März 2017 (wohl: 2013) bei einem 100
%
-Pensum gewesen sei. Weiter sei ihr
die unentgeltliche
Rechtspflege zu ge
währen (S. 1)
. Am
1
5.
März 2017
(Urk.
6
) beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
3
1.
Mai 2017
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
8
).
Mit Eingabe vom
5.
Oktober 2018 (
Urk.
9) reichte die Beschwerdeführerin weitere Unterlagen nach (
Urk.
10/1-3).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesge
setzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
Die Beschwerdeführerin beantragte unter anderem, es sei festzustellen, dass der Gesundheitsschaden am
8.
März 2013 eingetreten und der letzte Arbeitstag vor
Eintritt des Gesundheitsschadens am 7. März 2013 bei einem 100
%
-Pensum ge
wesen sei (
Urk.
1 S. 1). Nachdem sie sich jedoch erst am
9.
Februar 2016
bei der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug angemeldet hatte, wäre eine
Rentenzu
sprache
frühestens ab August 2016 möglich (
Art.
29
Abs.
1 IVG) und dafür erst ab August 2015 eine Einschränkung des Gesundheitszustandes erforderlich (
Art.
28
Abs.
1 IVG). In Bezug auf einen allfälligen Eintritt des Gesundheitsscha
dens vor August 2015 besteht deshalb im vorliegenden Verfahren kein Feststel
lungsinteresse. In diesem Punkt ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom
7.
März 2017
(Urk. 2) damit, dass
kein invalidisierender Gesund
heitsschaden vorliege. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten und in einer angepassten Tätigkeit seit März 2016
zu 100
%
arbeitsfähig (S. 1).
3
.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
auf das eingeholte Gutachten sei - aus näher dargelegten Gründen - nicht abzu
stellen
(S. 1-4).
E
ine 100%ige Arbeitsfähigkeit sei nicht nachvollziehbar.
Weder hätten die Symptome der PTBS nachgelassen
,
noch seien die Angst- und Panik
attacken verschwunden (S. 2 f.). Die Beschwerdegegnerin habe die Arbeitsfähig
keit durch einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH mit Erfahrung auf dem Gebiet der
Traumafolgestörungen
erneut beurteilen zu lassen (S. 4).
4.
4
.
1
Dr.
D.___
, Chefärztin Zentrum für Psychoth
erapie und Psychosomatik, E.___
, Therapeutische Leiterin Zentrum für Psychotherapie und Psychosomatik, und
F.___
, klinische Psychologin, von der
Klinik
G.___
, in welcher
die Beschwerdeführer
in vom 2
1.
Dezember 2015 bis 5.
Februar 2016 stationär
behandelt wurde, st
ellten in ihrem Bericht vom 24.
März 2016 (
Urk.
7/11/1-5) die Diagnose einer PTBS (S.
1).
In der Silvester
nacht 2012/2013 habe sie sich im Einsatz i
n
Bosnien von einem betrunkenen Kollegen bedroht gefühlt. Es sei ein Kadersoldat in das von ihr allein bewachte Haus gekommen und habe mit Gewalt und lautem Gebrüll versucht, in ihr Schlaf
zimmer einzudringen, wohin sie sich geflüchtet habe. Sie habe Todesangst gehabt und die Waffe gezogen. Von da an habe sie keine Erinnerung mehr (S. 2 und
Urk.
3/1 S. 1).
Zudem führten sie aus,
durch die regelmässige Anwendung der in der Therapie erlernten Skills habe sie etwas mehr Sicherheit und Kontrolle im Alltag erlernt. Dennoch sei vor allem die Teilnahme an Gruppenforen weiterhin mi
t
traumaassoziiertem Stress verbunden
gewesen. Die Einbindung im stationä
ren Milieu und die damit verbundene Aktivierung von traumatischen Erinnerun
gen hätten mit zunehmender Aufenthaltsdauer zu verstärkter Erschöpfung ge
führt. Sie sei auf eigenen Wunsch vorzeitig ausgetreten, hauptsächlich deshalb, weil das stationäre Milieu sie an ihr Trauma erinnert habe und sie dadurch immer wieder erneut in Angstzustände und
Hyperarousal
geraten sei. Sie sei in stabili
siertem Zustand ausgetreten.
Die Beschwerdeführerin verfüge über gute kognitive Fähigkeiten, eine gute Introspektionsfähigkeit sowie zahlreiche Ressourcen, unter anderem im imaginativen Bereich. In diesem Intervall stationärer Traumatherapie habe sie ein besseres Verständnis für ihre
Traumafolgesymptomatik
und mehr Selbstfürsorge erarbeitet. Sie zeige Fortschritte in der Selbstwahrnehmung und Emotionsregulation. Auch habe sie mehr Kontrolle und Selbststeuerung im Um
gang mit traumatischem Stress gewonnen. Die Fortführung einer ambulanten Traumatherapie und
von
regelmässigen Gruppentherapiesitzungen
würden
drin
gend empfohlen, damit sie in zwischenmenschlichen Beziehungen wieder an Selbstwirksamkeit zurückgewinne und sich die Vermeidung von sozialen Kon
takten nicht
chronifiziere
(S. 4).
4
.2
Die behandelnde
Dr.
H.___
, Oberärztin am Psychiatriezent
rum
der
Klinik
I.___
, führte in ihrem Bericht vom 2
2.
Februar 2016 (
Urk.
7/20/21-23) die Diagnose einer PTBS nach schwerer Traumatisierung in der Nacht vom 3
1.
Dezember 2012 auf den
1.
Januar 2013 auf (S. 1). Dazu hielt sie fest,
die Beschwerdeführerin sei
(vom 2
1.
Dezember 2015)
bis am
5.
Februar 2016
in der psychiatrischen Klinik
G.___
hospitalisiert gewesen. Seit
her
sei es zu einer leichten Zustandsverbesserung gekommen
,
jedoch bestehe weiterhin eine deutliche posttraumatische Symptomatik (S. 1). Die
Beschwerde
führerin leide unter massiver Reizüberflutu
ng, wenn sie unter Menschen sei
,
und
lebe deshalb sehr zurückgezogen, obwohl sie früher sehr gerne unter Menschen gewesen sei. So plane sie auch eine Wiederaufnahme einer Arbeit im Sinne von Berichteschreiben zu Hause. Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe schon seit bereits vor der
Hospitalisation
, innert welcher Zeit wieder mit einer Arbeitsfähigkeit ge
rechnet werden könne, werde sich im weiteren Verlauf zeigen (S. 2).
4
.
3
Dr.
C.___
stellte in seinem Gutachten vom 1
1.
August 2016 (
Urk.
7/35/43-58)
zu Händen der Taggeldversicherung folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 12)
:
-
PTBS, derzeit Restsymptome (ICD-10 F43.1)
Dazu führte er aus, an der Diagnosestellung einer PTBS gemäss Bericht der
Klinik
G.___
gebe es
aus psychiatrisch-versicherungsmedizinischer Sicht nichts zu
rütteln. Es sei nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin aufgrund von in
trusiven Erlebnissen im Rahmen der PTBS ihre Arbeitsstelle per Ende August 2015 gekündigt habe. In der Folge sei sie zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen und habe sich einer fachkundigen Behandlung unterzogen. Die Symptome der PTBS hätten allmählich nachgelassen.
Sie arbeite seit Mai 2016 im gelernten Beruf als Arzt
sekretärin und könne einen Tag
alleine und problemlos
von zuhause bis nach Bern zum Inselspital mit dem Zug fahren.
Die Restsymptome wie leichte Flash
backs, die aber keine Panikattacken oder
Derealisations
- und Deperson
a
l
is
ations
gefühle mehr auslösen würden, wie auch die Al
b
träume, würden ihre Arbeitsfä
higkeit nicht mehr tangieren. Die gewisse Reizüberflutung in Menschenmengen habe sie überwunden. Weitere Symptome wie Müdigkeit und Schlaflosigkeit seien unspezifisch
(S. 13 f.)
.
Nach mit Erfolg abgeschlossener stationärer Behandlung habe keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit mehr
bestanden. Seit März 2016 sei sie zu 100
%
arbeitsfähig
(S.
14 f.
)
.
4
.4
Der leitende Arzt
Dr.
J.___
und Assistenzarzt
K.___
von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsspitals
L.___
führten in ihrem Bericht vom 1
5.
September 2016 (
Urk.
3/4) aus, die Beschwerdeführerin zeige die charakteristischen Symptome einer PT
BS
. Grundsätzlich sei eine
traumakonfrontative
Behandlung indiziert. Infolge der derzeit
i
gen Schwanger
schaft
im
7.
Monat liege jedoch eine relative Kontraindikation für eine
Trauma
expositionsbehandlung
vor, da der
dadurch
induzierte Stress vermutlich höher sei als der derzeitige Stress im Alltag infolge der posttraumatischen Wiedererle
benssymptome, welche
r
durch ihre Vermeidungsstrategien relativ gut kontrollier
t
werden
könne. Es werde deshalb möglichst das Aufschieben einer solchen Behandlung bis nach der Geburt beziehungsweise der Säuglingszeit empfohlen (S. 1).
5
.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich zur Begründung ihrer leistungsabweisenden Verfügung auf die Stellungnahme von
Dr.
M.___
, FMH für Psychiatrie und Psychiatrie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst vom 2
8.
November 2016 (Urk. 7/38/5 f.), welche wiederum empfahl, auf das
von der Taggeldversicherung bei
Dr.
C.___
eingeholte Gutachten (E.
4
.3
hievor
)
abzustellen.
Die Beschwerde
führerin kritisierte dieses in verschiedenen Punkten (
Urk.
1 S. 1-4). So wies sie unter anderem
zu Recht
darauf hin, dass in ihrem Blutspiegel das falsche Medi
kament getestet worden sei (
Fluoxetin
statt Citalopram)
. Obwohl
Fluoxetin
ent
sprechend nicht im therapeutisch wirksamen Bereich nachgewiesen werden konnte
,
äusserte der Gutachter explizit keine Zweifel an ihrer Compliance (vgl.
Urk.
7/35/52,
Urk.
7/35/57 und
Urk.
7/35/59).
Dr.
C.___
bezeichnete zudem die stationäre Behandlung
durch die
Klinik
G.___
als Erfolg, obschon
die
Beschwerdeführerin
diese
auf eigenen Wunsch vorzeitig abbrach, da sie das sta
tionäre Milieu an ihr Trauma erinnert habe und sie dadurch immer wieder erneut in Angstzustände und
Hyperarousal
geraten sei
(vgl. E.
4
.1
hievor
)
.
Zwar hat sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin während der stationären Be
handlung wohl verbessert, doch empfahlen die Ärzte der
Klinik
G.___
nach Austritt dringend die Fortführung einer ambulanten Traumatherapie und von regelmässigen Gruppentherapiesitzungen. Die behandelnde
Dr.
H.___
berichtete am 2
2.
Februar 2016,
wohl
sei es seit dem Austritt aus der Klinik zu einer leichten Zustandsverbesserung gekommen,
doch
bestünden
weiterhin eine deutliche posttraumatische Symptomatik
und nach wie vor eine Arbeitsun
fähigkeit (E.
4
.2
hievor
). Ohne si
ch mit ihrem Bericht
auseinanderzusetzen oder seine
abweichende
Einschätzung zu begründen, ging Dr.
C.___
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ab März 2016 aus.
Der Gesundheitszustand der Be
schwerdeführerin mag sich nach Austritt aus der Klinik
weiter
verbessert haben, ging sie doch ab Mai 2016 wieder einer 45%igen Erwerbstätigkeit
in ihrer ange
stammten Tätigkeit
nach und vermochte sie dafür zumindest einmal pro Woche während mehreren Stunden Zug zu fahren. Wie daraus auf eine 100%ige Arbeits
fähigkeit geschlossen werden kann,
wird vom Gutachter
jedoch nicht nachvoll
ziehbar
dargelegt
.
Die Ärzte der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsspitals
L.___
stellten im September 2016 weiterhin die Diagnose einer PTBS und
erachteten eine
Traumaexpositionsbehandlung
als grundsätzlich indiziert (E.
4
.4
hievor
), was
ein Wiedererlangen einer 100%igen Arbeitsfähigkeit vor Erlass der angefochtenen Verfügung zumindest in Frage stellt
.
Ein Wider
spruch besteht zudem zwischen der
von
Dr.
C.___
gestellten
Diagnose von Rest
symptomen einer
PTBS
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/35/54
) und
seinen
Ausführungen, gemäss welchen die Restsymptome wie leichte Flash
backs und Albträume die Arbeitsfähigkeit nicht mehr tangieren würden
(
Urk.
7/35/56)
.
Letzteres wird von ihm überdies nicht begründet.
Das Gutachten ist
somit
in mehreren Punkten nicht schlüssig und es kann darauf nicht abgestellt werden.
5.2
Es
fehlt damit
eine differenzierte
und rechtsgenügende
Beurteilung der Arbeits
fähigkeit aus psychiatrischer Sicht
, zumal die behandelnden Psychiater und Psychologen zwar von einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit berichteten,
sich zu
deren Umfang jedoch nicht
äusserten
.
Eine konkrete - 55%ige - Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ab Mai 2016
aus psychischer Sicht wurde
einzig von der behandelnden Hausärztin festgehalten (vgl.
Urk.
7/31)
, auf welche Einschätzung allein nicht abgestellt werden kann, da behandelnde Ärzte mitunter eher zu Guns
ten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc)
.
Nach
dem
nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit festgelegt werden
kann
, in welchem Umfang
die
Beschwerdeführer
in arbeitsfähig ist, ist d
er angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache
- wie von der Beschwerdeführerin beantragt (Urk.
1 S. 1) -
zur Abklärung
ihres Gesundheitszustandes
und anschliessendem neuen Entscheid über
ihre
Leistungsansprüche an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
. Ange
sichts
ihres
Verzichts auf eine
von ihr in Auftrag gegebene
externe Begutachtung im
Rahmen des Verwaltungsverfahrens rechtfertigt sich eine gerichtliche Begut
achtung nicht.
6
.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57). Die Kosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
6
00.-- festzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der un
terliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Das teilweise Nichteintreten auf die Beschwerde rechtfertigt keine andere Verlegung der Prozesskosten.
Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (Urk. 1 S. 1) erweist sich damit als gegenstandslos.
Das Gericht erkennt:
1.
In
teilweiser
Gutheissung der Beschwerde
wird
die angefochtene Verfügung vom 7
.
März 2017 aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen, damit diese, nach erfolg
ter Abklärung im Sinne der Erwä
gungen, über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
Im Üb
rigen wird auf die Beschwerde nicht eingetreten.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
6
00.-- werden de
r
Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rechnung
und Einzahlungsschein werden de
r
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, unter Beilage je einer Kopie von
Urk.
9 und
Urk.
10/1-3
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht
Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
ge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubLanzicher