# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e10e7b99-8535-5b30-9b76-a9839d782762
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-23
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 23.09.2015 SB150124
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150124_2015-09-23.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB150124-O/U/cw 
 

Mitwirkend: der Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, die Oberrichterin lic. iur. 

Wasser-Keller und der Ersatzoberrichter lic. iur. Ernst sowie der Ge-

richtsschreiber lic. iur. Berchtold 

 

 

Urteil vom 23. September 2015 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Beschuldiger, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ 

 

gegen 

 
Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 
betreffend gewerbsmässigen Betrug etc.  

 
 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 

3. Dezember 2014 (DG140233) 

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Anklage 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 14. Juli 

2014 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 47). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− des gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 2 

StGB; 

− der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB; 

− der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB; 

− der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB; 

− der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 

StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 3½ Jahren Freiheitsstrafe wovon bis und 

mit heute 478 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.  

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3, B._____, Schaden-

ersatz von CHF 35'000 zuzüglich 5 % Zins ab 12. April 2011  zu bezahlen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 1, C._____, Schadener-

satz von CHF 63'500 zu bezahlen. 

6. Der Privatkläger 2, D._____, wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

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7. Die bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich gelagerten Sicherstellungen 

werden dem Beschuldigten ab Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 6 Mo-

nate danach auf erstes Verlangen hin herausgegeben. Nach Ablauf dieser 

Frist werden die Sicherstellungen der Kasse des Bezirksgerichts Zürich zur 

Vernichtung überlassen.  

8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 10'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 6'000.00   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 307.60   Auslagen Untersuchung  

Fr. 47'587.70   amtliche Verteidigung (Rechtsanwalt X2._____)  

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten 

auferlegt. 

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO.  

11. Rechtsanwalt X2._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidi-

ger mit CHF 45'559.35 (inkl. MWST) aus der Gerichtskasse entschädigt.  

 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 132 S. 2) 

1. Ziff. 1 + 2 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 3. Dezember 

2014 seien aufzuheben und der Beschuldigte sei freizusprechen. 

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2. Im Sinne einer Beweisergänzung seien die Daten des Servers bei der 

E._____ AG zu sichern und dem Beschuldigten zur Verfügung zu stel-

len und es sei ein Gutachten über den Wert des Bankenprogramms 

F._____ zu erstellen. 

3. Der Beschuldigte sei aus der Sicherheitshaft zu entlassen. 

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Staates. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(Urk. 134 S. 1) 

1. Die Berufung des Beschuldigten sei vollumfänglich abzuweisen und 

das Urteil der Vorinstanz vom 3. Dezember 2014 betreffend Urteilsdis-

positiv Ziffern 1 und 3 bis 13 sei zu bestätigen. 

2. Ziff. 2 des Urteils der Vorinstanz sei aufzuheben und der Beschuldigte 

sei mit 4 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Beschuldigten aufzu-

erlegen. 

 

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Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Gegen das eingangs im Dispositiv erwähnte Urteil des Bezirksgerichtes Zü-

rich, 9. Abteilung, vom 3. Dezember 2014 (Urk. 110), das mündlich eröffnet und 

den Parteien gleichentags im Dispositiv übergeben worden war (Prot. I S. 16 ff.; 

Urk. 76), meldete der amtliche Verteidiger am 4. Dezember 2014 rechtzeitig die 

Berufung an (Urk. 79).  

2. Nach Zustellung des begründeten Urteils der Vorinstanz an die Parteien am 

4. März 2015 (Urk. 110 sowie Urk. 109/1-6) reichte der amtliche Verteidiger die 

Berufungserklärung vom 24. März 2015 innert der gesetzlichen Frist nach Art. 399 

Abs. 3 StPO bei der hiesigen Berufungsinstanz ein (Urk. 112/1), woraufhin die 

Anklagebehörde innert angesetzter Frist gemäss Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO mit 

Eingabe vom 20. April 2015 Anschlussberufung erhob (Urk. 127), welche dem 

Beschuldigten und den Privatklägern 1-3 zugestellt wurde (Urk. 128 und 129/1-5). 

Die Privatkläger liessen sich allesamt nicht vernehmen. Mit Vorladung vom 

20. April 2015 wurde die Berufungsverhandlung auf den 23. September 2015 an-

gesetzt (Urk. 126), zu welcher der Beschuldigte mit seinem amtlichen Verteidiger, 

der Vertreter der Anklagebehörde und die Privatkläger als Zuschauer erschienen 

(Prot. II S. 6 ff.). 

3. Der Beschuldigte befand sich seit seiner Verhaftung am 12. August 2013 in 

Untersuchungs-, respektive Sicherheitshaft (Urk. 30/2, Urk. 30/16; Urk. 49). Diese 

wurde nach Eingang der Berufung letztmals mit begründeter Verfügung vom 

14. April 2015 bis zur Berufungsverhandlung verlängert (Urk. 123).  

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II. Prozessuales 

A.  Teilrechtskraft 

1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO).  

Dabei ist es naheliegend, dass weitere nicht angefochtene Punkte in die Überprü-

fung des Urteils einzubeziehen sind, wenn eine enge Konnexität mit den ange-

fochtenen Punkten besteht. Entsprechend ist im Zusammenhang mit einer Über-

prüfung des Strafmasses regelmässig auch über den bedingten oder unbedingten 

Vollzug zu entscheiden. Bei Anfechtung des Schuldspruchs mit Antrag auf Frei-

spruch gelten für den Fall der Gutheissung automatisch auch damit zusammen-

hängende Folgepunkte des Urteils, wie zum Beispiel Nebenfolgen von Entschei-

den über Einziehungen, Zivilpunkte sowie Kosten- und Entschädigungsregelun-

gen, als angefochten. Bestätigt das Berufungsgericht den Schuldspruch, sind die 

weiteren nicht angefochtenen Urteilspunkte bei einer Beschränkung der Berufung 

nicht zu überprüfen (vgl. dazu Niklaus Schmid, Schweizerische Strafprozessord-

nung, Praxiskommentar, 2.A., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 399 N 18; Hug/Schei-

degger in: Donatsch/ Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 

Strafprozessordnung [kurz: StPO Komm.], 2.A. Zürich-Basel-Genf 2014, N 19 und 

20 zu Art. 399; Sprenger in: Niggli/Heer/ Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 

Schweizerische Strafprozessordnung [kurz: BSK StPO], 2. A. Basel 2014, 

Art. 437, N 31 f.). 

Auch wenn das Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt 

es am Ende ein insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzuge-

ben hat, welche Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (Urteile des 

Bundesgerichtes vom 3. April 2013 6B_482/2012 E. 5.3. und vom 14. November 

2012 6B_99/2012 E. 5.3.; BSK StPO-Eugster, a.a.O., Art. 402 N 2; Hug in: Do-

natsch/ Hansjakob/Lieber, StPO Komm., a.a.O., N 2 zu Art. 402). 

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2. Der Beschuldigte hat seine Berufung formell auf den Schuldspruch und den 

Strafpunkt (Dispositiv-Ziffer 1 und 2) beschränkt und beantragt einen Freispruch 

(Urk. 112/1 S. 2). Die Staatsanwaltschaft beschränkte ihrerseits die Anschlussbe-

rufung auf die Bemessung der Strafe und beantragt eine Freiheitsstrafe von 4 

Jahren und im übrigen die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 127; 

Prot. II S. 6 f.).  

Entsprechend erwächst das vorinstanzliche Urteil in keinem Punkt in Rechtskraft 

und ist vollumfänglich zu überprüfen, worauf gegebenenfalls im Falle eines 

Schuldspruchs zurückzukommen sein wird, da das vorinstanzliche Urteil hinsicht-

lich der Zivilforderungen (Dispositiv-Ziffern 4 bis 6), der Herausgabe (Dispositiv-

Ziffer 7) und der Kosten- und Entschädigungsfolgen (Dispositiv-Ziffern 8 bis 11) 

nicht explizit angefochten wurde. 

B.  Beweisgrundsätze 

1. Da der Beschuldigte den Anklagesachverhalt bezüglich der angefochtenen 

Schuldsprüche auch heute in der Berufungsverhandlung bestritt (Prot. II S. 6 ff.), 

ist nachfolgend aufgrund der vorhandenen Beweismittel zu prüfen, ob sich der 

Anklagesachverhalt (Urk. 47) rechtsgenügend erstellen lässt.  

2.1. Bestreitet ein Beschuldigter die ihm vorgeworfenen Taten, ist der Sachver-

halt aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argu-

mente nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Gemäss der aus 

Art. 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in 

dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, 

dass der einer strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist (BGE 137 IV 219, 

E. 7.3. mit Hinweisen; BGE 127 I 38, E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 

6B_617/2013, E. 1.2., vom 4. April 2014). Angesichts der Unschuldsvermutung 

besteht Beweisbedürftigkeit, d.h. der verfolgende Staat hat dem Beschuldigten al-

le objektiven und subjektiven Tatbestandselemente nachzuweisen (Niklaus 

Schmid, Handbuch des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. A., Zürich/St. Gal-

len 2013, N 216) und nicht der Beschuldigte seine Unschuld (BGE 127 I 38, E. 

2a). Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter 

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nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhaltes 

überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu 

unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat 

(BGE 138 V 74, E. 7; BGE 128 I 81, E. 2 mit Hinweisen). Die Überzeugung des 

Richters muss auf einem verstandesmässig einleuchtenden Schluss beruhen und 

für den unbefangenen Beobachter nachvollziehbar sein (Hauser/Schweri/ Hart-

mann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6.A. Basel 2006, § 54 Rz 11 ff.).  

2.2. Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung auch ein 

indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, 

die nicht unmittelbar rechtserheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu 

beweisende, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl 

von Indizien, welche für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf 

die Täterschaft oder die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des 

Andersseins offen lassen, können einen Anfangsverdacht verstärken und in ihrer 

Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel be-

stehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Das ist mithin auch der 

Fall, wenn sich die als belastend gewerteten Indizien zu einer Gewissheit verdich-

ten, welche die ausser Acht gelassenen entlastenden Umstände als unerheblich 

erscheinen lassen (Urteil des Bundesgerichts 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014, 

E. 3.3. mit Hinweisen). 

2.3. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind die-

se frei zu würdigen (Art. 10 Abs. 2 StPO). Es ist anhand sämtlicher Umstände, die 

sich aus den Akten und den Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, welche 

Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt 

der Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben er-

folgten. Nach neueren Erkenntnissen kommt der allgemeinen Glaubwürdigkeit der 

befragten Person kaum mehr Bedeutung zu. Weitaus bedeutender für die Wahr-

heitsfindung als die allgemeine Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkre-

ten Aussagen, welche durch eine methodische Analyse ihres Inhaltes darauf zu 

überprüfen sind, ob die auf ein bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben ei-

nem tatsächlichen Erleben des Befragten entspringen. Damit eine Aussage als 

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zuverlässig gewürdigt werden kann, ist sie insbesondere auf das Vorhandensein 

von Realitätskriterien und umgekehrt auf das Fehlen von Phantasiesignalen zu 

überprüfen. Dabei wird zunächst davon ausgegangen, dass die Aussage gerade 

nicht realitätsbegründet ist, und erst wenn sich diese Annahme (Nullhypothese) 

aufgrund der festgestellten Realitätskriterien nicht mehr halten lässt, wird ge-

schlossen, dass die Aussage einem wirklich Erlebten entspricht und wahr ist 

(BGE 133 I 33, E. 4.3. mit Hinweisen; Niklaus Ruckstuhl/Volker Dittmann/Jörg 

Arnold, Strafprozessrecht, Zürich - Basel - Genf 2011, § 9 N 505).  

Die wichtigsten Realitätskriterien sind dabei die "innere Geschlossenheit" und 

"Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehensablaufs", "konkrete und an-

schauliche Wiedergabe des Erlebnisses" sowie die "Schilderung des Vorfalles in 

so charakteristischer Weise, wie sie nur von demjenigen zu erwarten ist, der den 

Vorfall selber miterlebt hat", "Kenntlichmachung der psychischen Situation von 

Täter und Zeuge bzw. unter Mittätern", "Selbstbelastung oder unvorteilhafte Dar-

stellung der eigenen Rolle", "Entlastungsbemerkungen zugunsten des Beschul-

digten" und "Konstanz der Aussage bei verschiedenen Befragungen, wobei sich 

aber sowohl Formulierungen als auch die Angaben über Nebenumstände verän-

dern können" (Robert Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozessrecht mit Be-

rücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 316; Bender/Nack/Treuer, Tat-

sachenfeststellung vor Gericht, Glaubwürdigkeits- und Beweislehre, Verneh-

mungslehre, 3. A. München 2007, N 310 ff.). Andererseits sind wie erwähnt auch 

allfällige Phantasiesignale zu berücksichtigen. Als Indizien für falsche Aussagen 

gelten "Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen", 

"Zurücknahme oder erhebliche Abschwächungen in den ursprünglichen Anschul-

digungen", "Übersteigerungen in den Beschuldigungen im Verlaufe von mehreren 

Einvernahmen", "unklare, verschwommene oder ausweichende Antworten" sowie 

"gleichförmig, eingeübt und stereotyp wirkende Aussagen". Als allgemeine Phan-

tasiesignale nennen Bender/Nack/Treuer die "Schwarz-Weiss-Malerei", die "Ver-

armung der Aussage", das "Flucht- und Begründungssignal" und die "behauptete 

Akzeptanz gegenüber bezweifelbaren Rechtsverkürzungen", wobei weiter festge-

halten wird, den "Phantasiebegabten" falle es ganz allgemein leichter, von eige-

nen Aussagen und Aktivitäten zu berichten, als die Antworten und Reaktionen der 

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Gegenseite zu erfinden. Wenn das eine oder andere Phantasiesignal auftritt, 

braucht die Aussage nicht verworfen zu werden. Es ist dann aber eine ausrei-

chende Zahl von erstklassigen Realitätskriterien zu fordern. Bei häufigem Auftre-

ten von Phantasiesignalen sollten an die Zahl und Qualität der Realitätskriterien 

strenge Anforderungen gestellt werden, damit eine Aussage als zuverlässig ein-

gestuft werden kann (Bender/Nack/Treuer, a.a.O., N 427 ff. und N 350 ff.). 

2.4. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet als Beweislastregel keine Anwen-

dung, wenn der Beschuldigte eine ihn entlastende Behauptung aufstellt, ohne 

dass er diese in einem Mindestmass glaubhaft machen kann. Es tritt nämlich in-

soweit eine Beweislastumkehr ein, als nicht jede aus der Luft gegriffene Schutz-

behauptung von der Anklagebehörde durch hieb- und stichfesten Beweis wider-

legt werden muss (Niklaus Schmid, Praxiskommentar, a.a.O., Art. 10, N 2a; BSK 

StPO-Tophinke, a.a.O., Art. 10, N 21). 

2.5. Aufgabe des Richters ist es demzufolge, seinem Gewissen verpflichtet, in 

objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu prüfen, ob er von ei-

nem bestimmten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögliche Zweifel an des-

sen Richtigkeit zu überwinden vermag (Art. 10 Abs. 3 StPO; Max Guldener, Be-

weiswürdigung und Beweislast, S. 7; BGE 124 IV 88, 120 1a 31 E. 2c). Es liegt in 

der Natur der Sache, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Si-

cherheit in der Beweisführung erreicht werden kann. Daher muss es genügen, 

dass das Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist. Bloss abs-

trakte oder theoretische Zweifel dürfen dabei nicht massgebend sein, weil solche 

immer möglich sind (BGE 138 V 74, E. 7 mit Hinweisen). Es genügt also, wenn 

vernünftige Zweifel an der Schuld ausgeschlossen werden können. Hingegen darf 

ein Schuldspruch nie auf blosser Wahrscheinlichkeit beruhen. 

3. Auf die Argumente des Beschuldigten oder seiner Verteidigung ist im Rah-

men der nachstehenden Erwägungen einzugehen. Dabei muss sich das Gericht 

nicht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Ein-

wand auseinandersetzen; vielmehr kann es sich auf die für die Entscheidfindung 

wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 138 I 232, E. 5.1. mit Hinweisen; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_484/2013, E. 3.2. vom 3. März 2014). 

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Als Beweismittel liegen neben den Aussagen des Beschuldigten (Urk. 10/1-68) 

die Aussagen des Geschädigten G._____ (Urk. 17/1-2), der Privatkläger 1 - 3 

(Urk. 18/7-8 [C._____]; Urk. 18/14 und 18/27 [D._____]; Urk. 18/1 und 18/3 

[B._____]), der Verwandten des Beschuldigten (Urk. 18/4 [H._____, Vater]; Urk. 

18/6 [I._____, Bruder], Urk. 18/55 und 18/68 [J._____, Bruder]) und der übrigen 

Zeugen vor (Urk. 18/39-40 [K._____]; Urk. 18/41 und 18/50 [L._____] und Urk. 

18/52-53 [M._____]), ferner die zwei für den Erpressungstatbestand relevanten 

Emails vom 6. und 7. August 2013 (Urk. 10/4 und 10/14), die Aufnahme des Not-

rufs an die Nr. 117 (Urk. 9), die Akten des Forensischen Instituts Zürich über die 

Spurensicherung (Urk. 19/1-2) und ausserdem stützt sich die Anklage nebst di-

versen eingereichten Unterlagen auf die während der Hausdurchsuchungen si-

chergestellten Unterlagen, beziehungsweise die ausgewerteten Daten (Urk. 11-

16, Urk. 20 und Urk. 27), sowie auf die Bankeneditionen (Urk. 21-25).  

Auf die einzelnen Beweismittel und auf die Begründung für die Nichtabnahme von 

beantragten Beweisergänzungen wird in den nachfolgenden Erwägungen – so-

weit für die Urteilsfindung relevant – zurückzukommen sein. Dabei ist schon an 

dieser Stelle festzuhalten, dass aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs zwar 

die Pflicht zur Berücksichtigung rechtzeitig und formrichtig gestellter Beweisanträ-

ge folgt, dies indessen nicht bedeutet, dass sämtliche angebotenen Beweise ab-

genommen werden müssen. 

C. Strafantrag 

1. Die Vorinstanz hat zutreffend auf Art. 30 StGB hingewiesen, wonach die 

eingeklagte Drohung zum Nachteil der Privatklägerin 3 (HD) nur auf Antrag der 

verletzten Person strafbar ist, wobei die Antragsfrist gemäss Art. 31 StGB mit dem 

Tag zu laufen beginnt, an welchem der antragsberechtigten Person der Täter be-

kannt wird und nach Ablauf von drei Monaten erlischt. Darauf kann vorab verwie-

sen werden (Urk. 110 S. 8). Die Kenntnis von Tat und Täter muss so sicher und 

zuverlässig sein, dass die antragsberechtigte Person bei der Verfolgung des Be-

troffenen erhebliche Erfolgsaussichten hat und nicht selber riskieren muss, wegen 

falscher Anschuldigung oder übler Nachrede belangt zu werden. Blosses "Ken-

nenmüssen" oder blosser Verdacht genügt nicht (BGE 101 IV 116, bestätigt in Ur-

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teil des Bundesgerichts 6B_1148/2013 vom 5 . Dezember 2014, E. 2.2; Christof 

Riedo in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht I [kurz: BSK 

StGB I], 3.A. Basel 2013, Art. 31 N 26; Donatsch in: Donatsch [Hrsg.]/ Flachs-

mann/Hug/ Weder, Kommentar zum Strafgesetzbuch, 19. A., Zürich 2013, Verlag 

Orell Füssli (kurz: OFK - StGB), N 4 zu Art. 31). Im Zweifel ist gemäss herrschen-

der Lehre von den Angaben des Antragsberechtigten auszugehen (Trech-

sel/Jean-Richard in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, 

Praxiskommentar, 2.A. Zürich/St. Gallen 2013, Art. 31 N 14). 

2. Vorliegend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz entgegen der Ansicht der Vertei-

digung, die geltend macht, die Dreimonatsfrist für den Strafantrag habe mit der 

Verhaftung des Beschuldigten am 12. August 2013 zu laufen begonnen 

(Urk. 112/1 S. 21), zu Recht den Strafantrag bezüglich der Drohung (HD) als 

rechtsgültig erachtete. Die Vorinstanz erwog hierzu, dass die Privatklägerin 3 ge-

gen Ende August, bzw. Anfang September, 2013 zum Schluss gekommen sei, 

dass nicht zwei Asiaten, sondern der Beschuldigte selbst hinter der Drohung ste-

cke. Von diesem Zeitpunkt sei für den Fristenlauf der Strafantragsfrist auszuge-

hen, der somit Ende November, resp. Anfang Dezember, 2013 geendet habe 

(Urk. 110 S. 8).  

3. Gemäss Aussage der Privatklägerin 3 vom 31. Januar 2014 sei ein Schlüs-

selerlebnis für den Verdacht, dass die Bedrohung vom Beschuldigten und nicht 

von den Asiaten ausging, gewesen, dass sie zusammen mit L._____ wenige Ta-

ge nach dessen Rückkehr aus Thailand bei der Räumung des Pultes des Be-

schuldigten im Büro an der N._____-Strasse in Zürich den handgeschriebenen 

Zettel mit der Adresse von G._____ und O._____ (Urk. 18/49) gefunden hätten, 

da letzterer ja nun wirklich gar nichts mit der Firma E._____ zu tun habe 

(Urk. 18/3 S. 14). Es kann aufgrund übereinstimmender Aussagen als erstellt be-

trachtet werden, dass L._____ am 20. August 2013 aus Thailand in die Schweiz 

zurückkehrte (Urk. 18/41 S. 2 und 18/50 S. 5 [L._____] ; Urk. 10/6 S. 4 [Beschul-

digter]). Indessen ergibt sich aus den Aussagen nicht zuverlässig, ob B._____ 

und L._____ noch am gleichen Tag das Pult im Büro räumten, an dem dieser an-

gekommen und ins Büro gegangen war, wo er das Erpresser-Email las (Urk. 

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18/41 S. 8 f. und 18/50 S. 7), oder wenige Tage später, wie die Privatklägerin 3 

aussagte (Urk. 18/3 S. 14). Jedenfalls fand die Pulträumung vor der polizeilichen 

Einvernahme von L._____ vom 5. September 2013 statt (Urk. 18/41 S. 2), anläss-

lich welcher er die vorgefundenen Unterlagen der Polizei übergab (Urk. 18/41 S. 

9). Die Privatklägerin 3 übergab gemäss dem Poststempel ihre schriftliche Straf-

anzeige am 21. November 2013 der schweizerischen Post (Urk. ND 5/1, angehef-

tetes Couvert). Der Zeuge L._____ erwähnt jedoch anlässlich der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme selbst auch mehrere Bürobesuche (Urk. 18/50 S. 7), so 

dass zweifelhaft ist, ob die Pulträumung bereits am Anreisetag des Zeugen 

L._____ oder einige Tage später stattfand. Einzig klar ist, dass der Zeuge 

L._____ das erpresserische Email auf Englisch vom 6. August 2013 bereits am 

20. August 2013 im Büro an der N._____-Strasse … physisch vor sich hatte und 

es durchlas (Urk. 18/50 S. 7). In Anwendung der obgenannten Rechtsprechung 

und von Art. 91 Abs. 2 StPO ist daher im Zweifel davon auszugehen, dass die 

Pulträumung allerfrühestens einen Tag nach der Rückkehr des Zeugen L._____ 

am 21. August 2013 stattfand, womit die Strafantragsfrist mit der Postaufgabe 

vom 21. November 2013 in concreto eingehalten ist, da der Tag der Kenntnis-

nahme nicht mitzuzählen ist. 

III. Sachverhalt 

A. Anklagepunkt 1.1 (HD):  
Erpressung, Irreführung der Rechtspflege, Drohung 

 

1. Der Anklagepunkt des Hauptdossiers befasst sich mit den Vorfällen um den 

5. August 2013, wobei ein erstes Telefongespräch vom 5. August 2013 zwischen 

dem Beschuldigten und dem Geschädigten G._____ am Anfang der Geschehnis-

se stand, anlässlich welchem der Beschuldigte diesem mitgeteilt habe, er sei von 

zwei Männern (Asiaten) mit einer Pistole bedroht worden, die ihm Fotos vorgelegt 

hätten, auf welchen G._____ beim Sex mit Kindern, resp. jungen Männern, abge-

bildet gewesen sei, und die von G._____ eine Million Euro verlangt hätten, an-

dernfalls sie letzteren anzeigen würden. Er, der Beschuldigte müsse ihnen dabei 

helfen, sonst würde er umgebracht. Darauf habe der Beschuldigte dem Geschä-

- 14 - 

digten G._____ am 6. August 2013 ein Email auf Englisch geschrieben, worin 

weiter konkretisiert worden sei, der Geschädigte müsse nun eine Million Euro 

zahlen, 250'000 Euro in bar und 750'000 Euro per Einzahlung auf das Konto des 

Beschuldigten. Es wurde einerseits mit der Veröffentlichung der Fotos, anderer-

seits mit der Erschiessung des Beschuldigten, seiner Familie und weiterer Perso-

nen aus dem Umfeld von G._____ gedroht für den Fall der Weigerung. Es müsse 

nun alles schnell gehen, denn der Beschuldigte müsse am 8. August 2013 nach 

Holland gehen und dort das Bargeld abliefern. Der Beschuldigte beanzeigte das 

Vorgefallene bei der Stadtpolizei Zürich und erzählte die Erpressergeschichte 

auch seinem Vater, dem gegenüber er am 11. August 2013 weiter berichtete, er 

sei nach Amsterdam geflogen, wo er mit der Polizei zusammengearbeitet und die 

Täterschaft getroffen habe und wo er erneut mit einer Waffe bedroht worden sei. 

Ausserdem sei er wegen dieser Erpressergeschichte am 8. August 2013 von Ma-

laysia heimgekehrt. G._____ indessen zahlte dem Beschuldigten nichts. Polizei 

und Staatsanwaltschaft hatten aufgrund der vom Beschuldigten gemachten An-

gaben ein Strafverfahren gegen Unbekannt wegen Erpressungsversuchs eröffnet 

und Überwachungsmassnahmen angeordnet, was der Beschuldigte gewollt oder 

zumindest in Kauf genommen habe. Durch die auch gegenüber der Privatklägerin 

3, B._____, gemachte Aussage, dass zwei Asiaten unter anderem auch sie töten 

werden, sei diese massiv in Angst und Schrecken versetzt worden, was der Be-

schuldigte ebenfalls zumindest in Kauf genommen habe. Der detaillierte Sachver-

halt ergibt sich aus der Anklageschrift (Urk. 47 S. 2-4), der im vorinstanzlichen Ur-

teil zusammengefasst wurde (Urk. 110, S. 52), worauf gestützt auf Art. 82 Abs. 4 

StPO verwiesen werden kann. 

2. Die Verteidigung macht im Wesentlichen geltend, die Bedrohung des Be-

schuldigten durch die beiden asiatischen Männer habe real stattgefunden und sei 

keine Lügengeschichte, die vom Beschuldigten erfunden worden sei. Entspre-

chend habe nicht er die Privatklägerin 3 bedroht, sondern die beiden Asiaten 

(Urk. 112/1 S. 21; Urk. 132 S. 9). Die Polizei habe jedoch zur Entlastung des Be-

schuldigten weder Fingerabdrücke noch DNA-Spuren genommen und sie sei 

auch nicht der Spur nachgegangen, wonach die Asiaten den Geschädigten 

G._____ zuerst an seinem Wohnort in P._____ oder in seinem …büro aufgesucht 

- 15 - 

hätten (Urk. 112/1 S. 8 f.; Urk. 132 S. 10). Zum finanziellen Hintergrund des Be-

schuldigten machte die Verteidigung allgemein geltend, der Beschuldigte sei seit 

2004 diversen geschäftlichen Tätigkeiten nachgegangen und habe durch ver-

schiedene Tests die Gewissheit erlangt, dass sein Börsenprogramm F._____ 

funktioniere und damit werthaltig sei. So habe er berechtigterweise die Erwartung 

gehegt, dass ihm in unmittelbarer Zukunft genügend finanzielle Mittel zufliessen, 

um neben der Bestreitung seiner Lebenshaltungskosten auch die erhaltenen Dar-

lehen zurückzuzahlen (Urk. 112/1 S. 4; Urk. 132 S. 7 f.).  

3. Unbestritten und gemäss Untersuchung ist folgender Sachverhalt erstellt:  

3.1. Bei der Firma E._____ AG handelt es sich um ein Reisebüro mit einer Büro-

räumlichkeit im 2. Stock an der N._____-Strasse … in Zürich. Der Verwaltungsrat 

bestand unbestrittenermassen und gemäss polizeilichen Ermittlungen aus den 

drei Personen L._____, G._____ und B._____ (Urk. 1 S. 3 f.). Ausserdem erga-

ben die Zeugeneinvernahmen, dass das Reisebüro wohl noch operativ tätig war, 

aber nur noch reduziert, wobei wenige Kunden noch durch B._____ betreut wur-

den, welche Besprechungen nur auf Termin machte und keine Laufkundschaft 

hatte (Urk. 17/1 S. 4f. [G._____]; Urk. 18/1 S. 2 und S. 10 f. sowie Urk. 18/1 S. 7 

[B._____]; Urk. 18/41 S. 2 f. und S. 4 [L._____]).  

Der Beschuldigte hatte in den Büroräumlichkeiten der E._____ AG einen Büroar-

beitsplatz für seine Einzelfirma Q._____ zu einem Mietzins von Fr. 2'000 pro Mo-

nat seit 2008 gemietet (Urk. 10/2 S. 10 und Urk. 10/6 S. 2 und Urk. 10/60 S. 9; 

Prot. II S. 12 [Beschuldigter] ; Urk. 18/1 S. 8 f. [B._____]; Urk. 18/41 S. 2 und S. 5 

[L._____]). Allerdings bezahlte er den Mietzins von CHF 2'000 pro Monat nur ca. 

bis Ende 2009 (Urk. 18/41 S. 5 [L._____]). Der Beschuldigte gab als Domizil sei-

ner Einzelfirma Q._____ allerdings trotzdem noch zwei weitere Adressen auf sei-

ner Korrespondenz, respektive gegenüber den Behörden, an: Einerseits ist unter 

der nur leicht anderen Firma "Q1._____" die R._____-Strasse …, … Zürich, als 

Adresse auf dem Betreibungsregisterauszug des Stadtammann- und Betrei-

bungsamtes Zürich 4 vom 2. September 2013 (Urk. 18/38) und auf dem Arbeits-

vertrag mit D._____ samt den entsprechenden Lohnabrechnungen vom 3. Juli 

und 7. August 2013 (Urk. 18/34-35) aufgeführt, obwohl der Beschuldigte selbst 

- 16 - 

angab, nur bis 2008 respektive bis 2011 oder früher an der R._____-Strasse ein 

Büro gehabt zu haben (Urk. 10/2 S. 10 f.; Prot. II S. 12). Ebenso führte die Firma 

S._____ GmbH, an welcher der Beschuldigte Anteile besass, gemäss Handelsre-

gisterauszug noch im April 2013 ihren Sitz an der R._____-Strasse … in Zürich 

(Urk. 18/23). Andererseits wird im Absender der Q1._____ auch die …gasse 

…Postfach, … Zürich, als Adresse angegeben (Urk. 18/43). Gemäss überein-

stimmenden Aussagen der Beteiligten hatte der Beschuldigte ab 2008 bis Ende 

März 2013 neben dem Arbeitsplatz an der N._____-Strasse … auch an der 

…gasse … in Zürich einen Büroarbeitsplatz (Urk. 10/2 S. 10 und Urk. 10/6 S. 2; 

Prot. II S. 12 [Beschuldigter]; Urk. 18/7 S. 2 [C._____]; Urk. 18/41 S. 4 f. 

[L._____]). 

3.2. Der Beschuldigte telefonierte am Montagvormittag, 5. August 2013, dem 

Geschädigten G._____ auf die Nummer des Geschäftstelefons und liess dort eine 

Meldung auf der Mailbox zurück, worauf er G._____ kurz darauf auf seinem Mo-

biltelefon erreichte. Er teilte ihm mit, dass er, der Beschuldigte, schon am Freitag, 

2. August 2013, und nun auch am Montag Morgen wieder von zwei asiatischen 

Männern mit einer Pistole bedroht worden sei und diese beiden Männer ihm Fotos 

vorgelegt hätten, auf welchen G._____ Sex mit Jungen praktiziert habe. Die Män-

ner würden nun Geld verlangen und ihn, G._____, suchen, da sie ihn kennen 

würden (Urk. 10/1 S. 5 f. und Urk. 10/2 S. 14 f. [Beschuldigter]; Urk. 17/1 S. 6 ff. 

und Urk 17/2 S. 3 [G._____]). Der Beschuldigte räumte diesbezüglich auch ein, 

dass G._____ ihn anlässlich dieses Telefonates aufforderte, sofort und unbedingt 

zur Polizei zu gehen (Urk. 10/10 S. 2 [Beschuldigter]; Urk. 17/1 S. 7 [G._____]). 

3.3. Dies tat der Beschuldigte denn auch und erstattete am 5. August 2013 um 

ca. 10.00 Uhr in der Regionalwache … gegenüber Beamten der Stadtpolizei Zü-

rich Strafanzeige wegen Erpressung (Urk. 1 S. 2). In der anschliessenden Einver-

nahme schilderte der Beschuldigte den in der Anklage detailliert aufgeführten 

Sachverhalt, wonach er gleichentags am Vormittag, ca. 09.15 Uhr, in seinem Büro 

an der N._____-Strasse in … Zürich von zwei Männern gefragt worden sei, ob er 

Dr. G._____ kennen würde. Nachdem er bejaht gehabt habe, hätten ihm die 

Männer ca. 20 Fotos vorgelegt, auf welchen G._____ abgebildet gewesen sei, wie 

- 17 - 

er mit jungen Männern Oralverkehr gehabt habe. Die beiden Männer hätten ge-

sagt, dass sie G._____ nun anzeigen und die Fotos ins Netz stellen würden und 

sie von G._____ 1 Million Euro wollten, wobei der Beschuldigte ihnen helfen müs-

se. Sie hätten ihn mit einer Pistole bedroht und ihm gesagt, sie würden ihn um-

bringen, wenn er nichts tue (Urk. 47 S. 2 f. Ziff. 3; Urk. 10/1 S. 2 ff.; Prot. II S. 17 

ff. [Beschuldigter]). 

3.4. Am gleichen Tag, am Mittag des 5. August 2013, rief der Beschuldigte die 

Privatklägerin 3 um 12.35 Uhr noch vom Polizeiposten aus an und erzählte ihr da 

und später im Büro an der N._____-Strasse in Zürich von der Bedrohung durch 

die zwei Asiaten (Urk. 10/11 S. 11 [Beschuldigter] Urk. 18/1 S. 3 ff. und 18/3 S. 10 

ff. [B._____]). 

3.5. Am 6. August 2013, 08.21 Uhr, schrieb und versandte der Beschuldigte von 

seiner Arbeitsstation im Büro an der N._____-Strasse … in Zürich vom Emailac-

count info@E._____.ch aus das in der Anklageschrift erwähnte Email auf Eng-

lisch an die Mailadresse von G._____ dr.G._____@bluewin.ch (Urk. 10/4; Urk. 5). 

Der Inhalt dieses Emails deckt sich im Wesentlichen mit der Anzeigeaussage des 

Beschuldigten gegenüber der Stadtpolizei Zürich vom Vortag. Dass der in den 

ausgedruckten Mails enthaltene Inhalt demjenigen Text entspricht, den der Be-

schuldigte schrieb und versandte, bestätigte dieser selbst (Urk. 10/2 S. 3, 10/10 

S. 3, Urk. 10/11 S. 1; Prot. II S. 18) und der Empfänger (Urk. 17/1 S. 7 f. 

[G._____]).  

3.6. Unmittelbar danach, am 6. August 2013, 08.25 Uhr (Urk. 5), wählte der Be-

schuldigte die Notrufnummer 117 der Polizei und erzählte dort, die beiden Männer 

seien eben wieder bei ihm gewesen und hätten ihn wieder mit einer Waffe be-

droht und von ihm verlangt, er solle Herrn G._____ ein Email schreiben, was er 

auch getan habe und sie hätten ihm weiter gesagt, was zu tun sei. Er habe aber 

jetzt eigentlich einen Termin bei der Kantonspolizei. Er wisse nicht, wie die beiden 

Männer gekommen seien, ob sie ein Auto hätten. Sie seien jetzt aber wieder weg. 

Er sei allein im Büro (Urk. 9 [CD des Anrufs an die Notrufnummer] und Urk. 10/2 

S. 4).  

- 18 - 

In der für diesen Tag bereits geplanten Einvernahme durch die Kantonspolizei Zü-

rich schilderte der Beschuldigte sodann, dass die beiden asiatischen Männer er-

neut in sein Büro gekommen seien, im gleichen Moment, als er selber dieses be-

trat. Die Männer hätten von ihm verlangt, dass er an G._____ ein Email schicke. 

Der grössere der beiden habe ihm den Text diktiert, während der kleinere ihm ei-

ne Faustfeuerwaffe entgegengestreckt habe. Der grössere der beiden habe ihm 

dann gesagt, dass er am 8. August 2013 im ... [Hotel] in Amsterdam einchecken 

und 50'000 Euro mitbringen müsse, den Rest solle er im Büro behalten. Bevor sie 

gegangen seien, habe der kleinere der Beiden ihn am Nacken gepackt und auf 

die Tischkante gedrückt (Urk. 10/2 S. 3 ff.). 

3.7. Am darauffolgenden Tag, dem 7. August 2013, schickte der Beschuldigte 

ein zweites Email an G._____, dieses Mal auf Deutsch (Urk. 10/14). Auch der In-

halt dieses Mails ist unbestritten, ebenso wie der Umstand, dass der Beschuldigte 

dieses am 7. August 2013 um 11.20 Uhr vom Emailaccount Q._____@....ch aus 

an die Emailadresse dr.G._____@bluewin.ch des Geschädigten schickte (Urk. 

10/6 S. 6, Urk. 10/10 S. 14 f.; Urk. 17/2 S. 4 [G._____]). Der Beschuldigte flehte 

darin den Geschädigten an, das von den Erpressern geforderte Geld zu bezahlen 

und versprach seinerseits, ihm die Million bestimmt zurückzahlen zu können, 

selbst wenn er mit der Sache nichts zu tun habe. Im weiteren stellte er sein Bank-

Anlage-Steuerungs-Programm vor, das werthaltig sei und mit dem er beweisen 

wolle, dass er ihm tatsächlich eine Million zurückzahlen könne und erklärte sich 

bereit, dem Geschädigten den Schlüsselcode zu übergeben. Er bat um Hilfe und 

erklärte, dem Geschädigten jeden Schaden zu ersetzen (Urk. 10/14; Prot. II 

S. 18). 

3.8. Der Beschuldigte gab zu, am Abend des 8. August 2013 seinem Vater 

H._____ und am Morgen des 12. August 2013 seinem Bruder I._____ wahrheits-

widrig erzählt zu haben, dass er zusammen mit drei weiteren Personen, mit wel-

chen er in der Firma E._____ zusammen arbeite, namens B._____, L._____ und 

dem Verwaltungsrat, einem Herrn G._____, erpresst werde, resp. gehackt worden 

sei und von ihnen ein Geldbetrag von 1 Million Euro verlangt werde, den sie zu-

sammengebracht hätten und der am Samstag, 10. August 2013, in Amsterdam 

- 19 - 

übergeben werden sollte (Urk. 10/10 S. 8; Prot. II S. 21 [Beschuldigter]; Urk. 18/4 

S. 2 ff. [H._____]; Urk. 18/5 S. 2 [I._____]). Der Beschuldigte gab weiter tatsa-

chenwidrig an, er habe sich zuvor in Malaysia aufgehalten und sei wegen dieser 

Erpressersache wieder in die Schweiz gekommen (Urk. 10/10 S. 5; Prot. II S. 21 

[Beschuldigter]; Urk. 18/4 S. 6 [H._____]). Am Sonntag, 11. August 2013, berich-

tete der Beschuldigte seinem Vater und seinem Bruder I._____ erneut wahrheits-

widrig, er sei für die Geldübergabe von der holländischen Polizei verdrahtet wor-

den und er habe sich in einer Wohnung mit der Täterschaft zur Geldübergabe ge-

troffen, wo er ihnen die Million habe überlassen müssen (Urk. 10/6 S. 5 f., Urk. 

10/10 S. 7; Prot. II S. 21 [Beschuldigter]; Urk. 18/4 S. 3 [H._____]; Urk. 18/5 S. 2 

[I._____]). 

3.9. In seinem Umfeld gab der Beschuldigte zwar bekannt, dass er im April 2013 

für längere Zeit nach Malaysia gehen würde und meldete sich an seinem Wohnort 

auch per 30. April 2013 nach Malaysia ab (Urk. 10/6 S. 7; Prot. II S. 10). Tatsäch-

lich reiste er jedoch nie nach Malaysia (Urk. 10/10 S. 4 f. und Urk. 10/20 S. 76 f.). 

Er gab an, die Lüge um die Rückkehr sei aus einer Notlage heraus entstanden, 

weil er eben mit einer Waffe bedroht worden sei und gegenüber I._____ habe er 

eine etwas andere Geschichte erzählen müssen, weil er seiner Familie erzählt 

habe, dass er in Malaysia sei und einen Grund gebraucht habe um zu erklären, 

weshalb er überhaupt in der Schweiz sei (Urk. 10/10 S. 5 und Urk. 10/56 S. 12; 

Prot. II S. 21). Auch räumte der Beschuldigte ein, dass er nie in Amsterdam ge-

wesen und gemeinsame Sache mit der dortigen Polizei gemacht habe. Er habe 

dies seinem Vater und seinem Bruder nur erzählt, weil er habe Geld auftreiben 

müssen (Urk. 10/10 S. 8; Prot. II S. 22). Tatsächlich aber belog der Beschuldigte 

auch die Ermittlungsbehörden, sagte er doch am 6. August 2013 noch aus, er sei 

im Frühling ins Ausland gegangen, da er den Erbstreit in der Familie satt gehabt 

habe (Urk. 10/2 S. 9) und gestand erst im weiteren Verlauf der Strafuntersuchung 

ein, dass diese Aussage wahrheitswidrig war (Urk. 10/6 S. 3).  

3.10.1. Hinsichtlich seiner finanziellen Situation im Zeitraum des Erpressungs-

falles gab der Beschuldigte an, seit 2004 kein Einkommen mehr zu erzielen 

(Urk. 10/20 S. 64; Urk. 10/51 S. 22 und 27; Urk. 10/56 S. 1; Prot. II S. 12), son-

- 20 - 

dern von Darlehen zu leben (Urk. 10/2 S. 8; Urk. 10/6 S. 3; Urk. 10/62 S. 7 f.; 

Prot. II S. 13). Darauf hatte der Beschuldigte in den Steuererklärungen 2008 bis 

2011 und 2013 auch hingewiesen (Urk. 10/15-19). Aus diesen ergibt sich zudem 

ein stetig steigender Schuldenbetrag von CHF 267'000 im Jahre 2008 auf CHF 

577'000 im Jahre 2013. Der Beschuldigte selbst sagte aus, Schulden insbesonde-

re aus Darlehen in der Höhe von rund einer Million Franken zu haben (Urk. 31/17 

S. 3; Prot. II S. 16) und gestand ein, in finanzieller Hinsicht schlecht dazustehen 

(Urk. 10/11 S. 5 und Urk. 10/56 S. 1) respektive von der Hand in den Mund zu le-

ben (Prot. II S. 23) und die Darlehen nicht zurückzahlen zu können (Urk. 10/51 

S. 22). Wie die Vorinstanz zudem zutreffend festhielt, wiesen die Konten des Be-

schuldigten und der S._____ GmbH Anfang August 2013 zusammengezählt einen 

Kontostand von knapp minus CHF 20 aus (Urk. 110 S. 53).  

3.10.2. Im weiteren räumte der Beschuldigte selber ein, von verschiedenen 

Seiten immer mehr unter Druck gekommen zu sein (Urk. 10/6 S. 6 und Urk. 10/11 

S. 11 f.). So hatten die Darlehensgeber J._____ im April 2013 über CHF 54'000 

und C._____ im Mai 2013 über CHF 67'150 die Betreibung gegen den Beschul-

digten eingeleitet (Urk. 10/5), nachdem er sie - anerkanntermassen - während 

Jahren mit Lügengeschichten hingehalten hatte (Urk. 10/20 S. 73 ff., Prot. II S. 30 

[bezüglich C._____]; Urk. 10/20 S. 79 f.; Urk. 10/51 S. 20 ff. und Urk. 10/66 S. 10 

[bezüglich J._____]). Zudem habe B._____, nachdem sie mehrfach vertröstet 

worden war, die längst fällige Rückzahlung von zwei im Dezember 2010 und März 

2011 gewährten Darlehen im Betrage von insgesamt CHF 35'000 verlangt, wobei 

sie mit der Betreibung gedroht habe, wenn sie das Geld nicht bis Ende Juli 2013 

habe (Urk. 10/56 S. 9; Prot. II S. 23). Am Montag, 5. August 2013, versprach der 

Beschuldigte B._____ die Bezahlung bis spätestens Freitag, 9. August 2013 (Urk. 

10/11 S. 11 [Beschuldigter]; Urk. 18/1 S. 3 und S. 9 [B._____]). Ausserdem gab 

der Beschuldigte an, auch von seinem Vermieter, T._____, unter Druck gesetzt 

worden zu sein (Urk. 10/11 S. 12). Schliesslich stellte sich im Frühjahr 2013 defi-

nitiv heraus, dass der Beschuldigte aus dem Erbe seiner Mutter nichts mehr zu 

erwarten hatte (Urk. 10/57 und Urk. 10/56 S. 14), so dass sich auch von dieser 

Seite keine Entlastung seiner finanziellen Lage ergab. 

- 21 - 

3.10.3. Zu guter Letzt räumte der Beschuldigte bezüglich des von ihm zur 

Steuerung von Anlagekategorien für Banken entwickelten Börsenprogramms 

"F._____" (Urk. 10/20 S. 65; Urk. 30/55 S. 12 f.) ein, dass er seit 2008 versuche, 

dieses Programm zu verkaufen, wobei bis heute noch kein Abschluss zustande 

gekommen sei und er bis zu seiner Verhaftung mit diesem Börsenprogramm noch 

keine Einnahmen erzielt habe (Urk. 72 S. 3; Prot. II S. 15 und S. 29). Dies sei ei-

nerseits darauf zurückzuführen, dass er jeweils Vorauszahlungen von mehreren 

Hunderttausend Franken verlangt gehabt habe, wozu die Banken jedoch nicht be-

reit gewesen seien und andererseits, dass er den Banken vorgängig den Grund-

code für die Benutzung des Programms hätte bekannt geben müssen, was aber 

er abgelehnt habe (Urk. 10/20 S. 65 ff.; Urk. 10/11 S. 16; Urk. 10/51 S. 23; 

Urk. 10/56 S. 7). Er sei sich sicher gewesen, mit dem Programm genügend Geld 

machen zu können, wenn er es gebraucht hätte. Er habe das Programm aber 

nicht zu einem minderen Preis verkaufen wollen (Prot. II S. 15 f.). Dann behaupte-

te er wiederum, dass er eigentlich Banken gesucht habe, die in sein Produkt 

"F._____" investieren würden. In die erst noch aufzubauende Firma hätte er nach 

eigenen Angaben seine Idee, also sein Bankenprogramm, eingebracht. Eine Ge-

sellschaftsstruktur und ein Marketing seien noch nicht vorhanden gewesen 

(Urk. 10/20 S. 67 f.; Prot. II S. 27). Schliesslich räumte er sogar ein, dass das 

Programm in der Basisform nicht so gut funktioniere und bei einer Börsenhausse 

nicht vorteilhaft arbeite (Urk. 10/56 S. 8). Jedenfalls Ende 2012 habe er aufgege-

ben, dieses Programm zu verkaufen (Urk. 10/20 S. 66), was er jedoch in der Be-

rufungsverhandlung bestritt (Prot. II S. 15 und S. 41 f.). Damit steht jedenfalls fest, 

dass der Beschuldigte auch mittels dieses Bankenprogramms bis zum Zeitpunkt 

des Erpressungsvorfalls Anfang August 2013 keinerlei Einnahmen generierte und 

sämtliche Versuche, mittels seines Bankenprogramms Einnahmen zu erzielen, 

gescheitert waren. Schliesslich steht auch fest, dass der Beschuldigte selbst nie 

eine Expertise von einem unabhängigen Dritten über die Werthaltigkeit des Pro-

gramms erstellen liess und nicht einmal den potentiellen (Bank-) Kunden wenigs-

tens einen ausgereiften Businessplan vorgelegt hatte (Urk. 10/20 S. 66-68; 

Urk. 10/42; Urk. 72 S. 10).  

- 22 - 

Die Zugaben des Beschuldigten können dem Urteil zugrunde gelegt werden, da 

sie sich mit den Aussagen Unbeteiligter und der übrigen Aktenlage decken. Dies 

hat auch die Vorinstanz zu Recht erkannt (Urk. 110 S. 52 f.). 

4. Da bei den Vorfällen mit den zwei asiatischen Männern im Büro des Be-

schuldigten und der E._____ AG an der N._____-Strasse … in Zürich weder am 

2., noch am 5. oder am 6. August 2013 Zeugen zugegen waren und auch keine 

Spuren gesichert werden konnten (Urk. 1 S. 4; Urk. 7 S. 3), nachdem die beiden 

Männer laut Angaben des Beschuldigten nichts angefasst hatten (Urk. 10/1 S. 6), 

ist aufgrund der gesamten Umstände und damit gestützt auf Indizien zu ermitteln, 

ob genügend objektive Anhaltspunkte vorliegen, so dass die vom Beschuldigten 

dargelegten Vorkommnisse wenigstens minimal glaubhaft erscheinen oder ob das 

Indizienpuzzle für die Annahme der Anklagebehörde und damit dafür spricht, dass 

die Erpressungsgeschichte vom Beschuldigten frei erfunden wurde. 

4.1. Bezüglich der allgemeinen Ausführungen zur Glaubwürdigkeit der Beteilig-

ten kann vorab auf die diesbezüglichen zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 110 S. 26-28). Sie hat ausserdem die Aussagen der Pri-

vatklägerin 3, des Geschädigten G._____ und des Beschuldigten richtig und um-

fassend wiedergegeben (Urk. 110 S. 54-60). Sie hielt die Aussagen des Geschä-

digten G._____ und der Privatklägerin 3 letztlich für schlüssig und glaubhaft (Urk. 

96 S. 19 f.). Dagegen schloss sie infolge der zahlreichen Lügensignale, Wider-

sprüche, eingestandenen Lügen und Plausibilitätsmängeln in den Aussagen des 

Beschuldigten und aufgrund seiner miserablen finanziellen Situation darauf, dass 

die Geschehnisse mit den beiden asiatischen Erpressern vom Beschuldigten frei 

erfunden worden waren, um dadurch an Geld zu gelangen (Urk. 110 S. 65). Die 

Vorinstanz würdigte die vorhandenen Beweise sowohl einzeln als auch in ihrer 

Gesamtheit und nahm eine nachvollziehbare Sachverhaltserstellung vor (Urk. 110 

S. 52-54 und S. 61-65), die im Ergebnis zutreffend und zu teilen ist. Entsprechend 

kann vorab auf die diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen wer-

den (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die nachfolgenden Ausführungen sind daher lediglich 

als Ergänzung resp. Präzisierung zu verstehen. 

- 23 - 

4.2. Mit der Vorinstanz ist vorab zu betonen, dass der Beschuldigte eingestan-

denermassen in zahlreichen Fällen bewusst log (siehe oben Erw. 4.6 und 4.7.; 

Urk. 110 S. 14 f.). So gab er selbst zu, immer wieder gegenüber seinen privaten 

Darlehensgebern, Verwandten wie seinem Bruder J._____ oder seinem Vater 

H._____ oder auch anderen Drittpersonen, jeweils irgendwelche erfundenen un-

wahren Geschichten erzählt zu haben, um die spezifischen Gelder zu erhalten, 

aber auch, um deren Rückzahlung hinauszuzögern (Urk. 10/20 S. 79 f.,10/51 S. 

20 und S. 23, Urk. 10/56 S. 3 und S. 15; Prot. II S. 14, S. 21 f., S. 24, S. 28 und 

S. 30). Er erfinde Notlügen und Lügengeschichten nur, um Zeit zu gewinnen und 

die Geldgeber hinzuhalten, jedoch nicht, um jemanden zu schädigen (Urk. 10/20 

S. 80, Urk. 10/56 S. 15). Damit hat er seine Glaubwürdigkeit unabhängig von der 

Stellung als Beschuldigter, welcher nicht zur wahrheitsgemässen Aussage ver-

pflichtet ist, schon ganz grundsätzlich stark strapaziert, wie die Vorinstanz zutref-

fend erwog (Urk. 110 S. 27 und S. 37). Wie zu zeigen sein wird, log der Beschul-

digte jedoch auch gegenüber den Ermittlungsbehörden. Weiter ist an dieser Stelle 

festzuhalten, dass sich der Beschuldigte auch mehrfach selbst widersprach 

(Urk. 110 S. 61 ff.). Seinen Aussagen fehlt mithin die Konstanz und die Schlüssig-

keit und für die Widersprüche gibt es auch keine plausiblen nachvollziehbaren Er-

klärungen, so dass auf die Angaben des Beschuldigten nur mit äusserster Zu-

rückhaltung und hauptsächlich dann abgestellt werden kann, wenn sie durch ob-

jektive Anhaltspunkte oder Aussagen von Dritten bestätigt werden. Eine hohe 

Zahl von Realitätskriterien ist daher erforderlich, um die Darstellungen des Be-

schuldigten als glaubhaft einstufen zu können. 

4.3. Der Beschuldigte gab anlässlich der ersten polizeilichen Einvernahme bei 

der Anzeigeerstattung am 5. August 2013 an, den Geschädigten G._____ vor 

vielleicht drei Jahren das letzte Mal gesehen zu haben (Urk. 10/1 S. 3). Diese Be-

hauptung konnte jedoch nicht erhärtet werden. Ganz im Gegenteil log der Be-

schuldigte diesbezüglich, wie sich aus den glaubhaften und übereinstimmenden 

Zeugenaussagen ergibt, wonach das einzige Zusammentreffen des Beschuldig-

ten mit dem Geschädigten anlässlich eines gemeinsamen Mittagessens zusam-

men mit B._____ und L._____ am 1. Mai 2006 oder 2007 stattfand (Urk. 17/2 S. 2 

[G._____]; Urk. 18/1 S. 9 und Urk. 18/3 S. 10 [B._____]; Urk. 18/41 S. 5 und S. 8, 

- 24 - 

Urk. 18/50 S. 4 [L._____], schliesslich auch der Beschuldigte: Prot. II S. 24). So-

mit lag das einzige Treffen der beiden mindestens doppelt so lange zurück, wie 

der Beschuldigte zuerst angegeben hatte. Dies erklärt auch, weshalb der Ge-

schädigte und auch die Zeugin B._____ zunächst davon ausgingen, dass sich 

Beschuldigter und Geschädigter nicht kennen (Urk. 17/1 S. 4 [G._____]; Urk. 18/1 

S. 9 [B._____]), und sich erst wieder daran erinnern konnten, nachdem sie via 

Beschuldigten, welcher es gegenüber der Zeugin B._____ irgendwann nach der 

Anzeigeerstattung selbst erwähnt hatte, darauf aufmerksam gemacht worden wa-

ren (Urk. 17/2 S. 2 [G._____]). Dass der Beschuldigte hinsichtlich des einzigen 

Zusammentreffens mit dem Geschädigten G._____ in zeitlicher Hinsicht die Un-

wahrheit deponierte, ist im Zusammenhang mit seinen Aussagen, wie gut er den 

Geschädigten G._____ kannte, indessen durchaus von Relevanz. So gab er noch 

in der zweiten polizeilichen Einvernahme im Zusammenhang mit dem Erkennen 

des Geschädigten auf den Sex-Fotos durchaus irreführend an, er habe ihn "schon 

eine Weile" nicht mehr gesehen (Urk. 10/2 S. 13), nachdem das einzige persönli-

che Treffen mindestens 6 Jahre zurücklag. Erst im Verlaufe der Hafteinvernahme 

gegenüber der Staatsanwaltschaft gestand er dann ein, den Geschädigten nicht 

gut gekannt und nur einmal zum Mittagessen getroffen zu haben (Urk. 10/10 S. 

10). 

Ebenfalls schwächte der Beschuldigte seine Aussage ein erstes Mal in der zwei-

ten polizeilichen Einvernahme ab, indem er relativierte, er habe die Fotos ange-

schaut und sei davon ausgegangen, dass es Herr G._____ gewesen sei 

(Urk. 10/2 S. 12, so auch in der Berufungsverhandlung: Prot. II S. 24), was impli-

ziert, dass er keine sichere Kenntnis hatte. Schliesslich flüchtete er sich anlässlich 

der Hafteinvernahme in die abgemilderte Aussage, er habe G._____ auf den Sex-

Fotos erkannt, da die beiden Asiaten ihm ja gesagt hätten, dass es G._____ sei 

und so habe er sich erinnern können und es sei auch nicht im Raum gestanden, 

ob er G._____ kenne (Urk. 10/10 S. 10). Damit wich er der Frage aus, was ein ty-

pisches Begründungssignal darstellt. In der Einvernahme vom 30. August 2013 

schränkte der Beschuldigte die Foto-Geschichte erneut ein, indem er angab, die 

Fotos hätten für ihn realistisch ausgesehen, aber mit einem Fotoprogramm könne 

man viel machen (Urk. 10/11 S. 4).  

- 25 - 

Zusammen mit den widersprüchlichen Aussagen des Beschuldigten zu den ihm 

von den Asiaten vorgezeigten Sex-Fotos, welche die Vorinstanz zutreffend wür-

digte (Urk. 110 S. 61/62), erweisen sich die Darlegungen des Beschuldigten be-

züglich dieser Fotos als völlig unglaubhaft. Weiter ergab auch die Hausdurchsu-

chung beim Geschädigten keine gegenteiligen Anhaltspunkte, da dort zwar Inter-

netausdrücke von nackten Knaben und Teenagern gefunden wurden, jedoch kei-

nerlei Fotos von sexuellen Handlungen des Geschädigten mit solchen (Urk. 7 S. 

2). Es kann daher mangels genügender Realitätskriterien und aufgrund der nach-

weislich nicht zutreffenden Angaben des Beschuldigten zum Grade der Bekannt-

heit mit dem Geschädigten G._____ davon ausgegangen werden, dass dem Be-

schuldigten keine Sex-Fotos gezeigt worden sind, auf welchen der Geschädigte 

bei sexuellen Handlungen mit Knaben, resp. jungen Männern, abgebildet war. 

4.4. Gegenüber Stadtpolizei und Kantonspolizei Zürich deponierte der Beschul-

digte hinsichtlich seines Telefonates an den Geschädigten, worin er ihn über die 

Forderung der asiatischen Erpresser informierte, der Geschädigte habe nicht 

recht gewusst, was er sagen solle und habe "nicht viel" gesagt (Urk. 10/1 S. 5; 

Urk. 10/2 S. 14). Ausserdem verneinte er auf ausdrückliche Frage, dass er An-

weisungen vom Geschädigten bekommen habe (Urk. 10/2 S. 16). Tatsächlich 

aber forderte der Geschädigte den Beschuldigten, der diesbezüglich zögerte, 

ausdrücklich auf, sofort zur Polizei zu gehen, resp. diese einzuschalten (Urk. 17/1 

S. 7), was der Beschuldigte schliesslich zugab (Urk. 10/10 S. 2). Auch hier vermit-

telte der Beschuldigte demnach wahrheitswidrig, er sei aus freien Stücken und ei-

genem Antrieb zur Polizei gegangen, um Anzeige wegen Erpressung zu erstatten, 

was selbst von der Verteidigung in der Berufungsbegründung erneut geltend ge-

macht wird (Urk. 112/1 S. 8), wogegen er dies tatsächlich erst auf entsprechende 

nachdrückliche Aufforderung des Geschädigten tat.  

Zur Begründung, weshalb er nicht direkt die Polizei angerufen, sondern zuerst mit 

dem Geschädigten G._____ telefoniert habe, gab der Beschuldigte an, der Grund 

dafür liege darin, dass jener bedroht werde (Urk. 10/6 S. 7). Dies steht allerdings 

im Widerspruch zum Umstand, dass er seiner Freundin, die ja im Email ebenfalls 

- 26 - 

bedroht wurde, bis zu seiner Verhaftung am 12. August 2013 nichts von der Er-

pressung erzählte (Urk. 10/2 S. 16 und Urk. 10/6 S. 7). 

Einmal mehr bestätigt sich dadurch, dass die Aussagen des Beschuldigten im 

Einzelnen als auch im gesamten Kontext mit der allergrössten Vorsicht zu würdi-

gen sind, da er nicht davor zurückschreckte, auch gegenüber den Ermittlungsbe-

hörden unwahre Angaben zu machen. 

4.5. Wie die Vorinstanz zutreffend festhält, log der Beschuldigte mit seiner Aus-

sage, wo er die Emailadresse dr.G._____@bluewin.ch und die Handynummer 

des Geschädigten G._____ gefunden haben wollte (Urk. 110 S. 62). Gemäss 

glaubhaften und übereinstimmenden Aussagen der Zeugen G._____ und 

B._____ war diese Emailadresse entgegen den Angaben des Beschuldigten we-

der auf telsearch.ch, noch auf local.ch oder sonst irgendwo im Internet zu finden, 

sondern befand sich nur auf dem internen Informationssystem der Firma E._____ 

AG (Urk. 18/1 S. 4 [B._____]). Zugang zu diesem Informationssystem hatte der 

Beschuldigte von seiner Arbeitsstation indes im fraglichen Zeitpunkt anfangs Au-

gust 2013 grundsätzlich keinen (Urk. 10/11 S. 2 und Urk. 10/51 S. 17).  

Statt dessen bat er die Zeugin K._____, mit welcher er eine jahrzehntelange 

Freundschaft pflegte (Urk. 18/39 S. 2 [K._____]; Prot. II S. 20 [Beschuldigter]) und 

welche die Privatklägerin B._____ im Sommer 2012 in ihrer Tätigkeit für die 

E._____ AG für die Dauer von deren Spitalaufenthalt vertrat (Urk. 18/40 S. 2; Urk. 

[K._____]; Urk. 18/41 S. 4 [L._____]; Urk. 18/3 S. 11 [B._____]), ihm das Login 

und das Passwort mitzuteilen. Mittels SMS vom 30. Juli 2013, 14.13 Uhr, kam sie 

dieser Bitte noch am gleichen Tag nach. Als Vorwand gab der Beschuldigte an, er 

müsse in Abwesenheit von B._____ eine Rechnung für die E._____ AG schreiben 

(Urk. 18/39 S. 8; Urk. 18/40 S. 7 [K._____]). Das entsprach jedoch ganz und gar 

nicht den Tatsachen, denn der Beschuldigte arbeitete nie für die E._____ AG und 

war auch nie deren Angestellter (Urk. 18/39 S. 5, 8 und S. 10, Urk. 18/40 S. 8 

[K._____]; Urk. 18/41 S. 5 und S. 9 [L._____]; Urk. 17/1 S. 5 [G._____]). Die ein-

zige Person, die effektiv für die E._____ AG (welche dem Zeugen L._____ gehört) 

arbeitete, war die Privatklägerin B._____ (Urk. 18/41 S. 2 [L._____]; Urk. 18/1 S. 

3 und S. 8 f.; Urk. 18/2 S. 3 [B._____]; Urk. 17/1 S. 5 [G._____]; Urk. 10/2 S. 10 

- 27 - 

[Beschuldigter]). Der Beschuldigte gab stattdessen gegenüber den Ermittlungs-

behörden von Anfang an wahrheitswidrig an, er helfe in der Firma E._____ AG 

manchmal aus und bei G._____, L._____ und B._____ handle es sich um "Ge-

schäftspartner" (Urk. 10/1 S. 1 f. und Urk. 10/10 S. 8; Prot. II S. 20 f.). Seinem Va-

ter gegenüber sagte er gar, er arbeite in der Firma E._____ mit B._____ und 

L._____ zusammen (Urk. 18/4 S. 2) und er sprach von der E._____ AG in der 

Wir-Form, indem er z.B. sagte, "wir haben keine fixen Öffnungszeiten", "da wir die 

Firma umgestellt haben" (Urk. 10/2 10) oder etwa "dass wir erpresst würden" 

(Urk. 10/11 S. 9), so dass der Eindruck entstand, er gehöre zu dieser Firma, resp. 

arbeite für diese in irgendeiner Form (Urk. 18/6 S. 8 [I._____, Bruder]), was wie 

erwähnt alles nicht zutrifft.  

Schliesslich gab der Beschuldigte denn auch zu, die Angaben aus dem internen 

Informationssystem bereits am Montag, 5. August 2013, an einem anderen Ar-

beitsplatz der E._____ AG, an der Arbeitsstation 23, und nicht an seiner eigenen 

Station 22 herausgesucht und die Adressen und Telefonnummern handschriftlich 

im Büro an der N._____-Strasse auf Zettel (Urk. 18/49) notiert zu haben, weil er 

von seiner Arbeitsstation in diesem Zeitpunkt keinen Zugang gehabt hatte (Urk. 

10/11 S. 2 und Urk. 10/51 S. 14-18).  

Es ist mithin geradezu unglaubhaft, dass der Beschuldigte, der nie für die 

E._____ AG gearbeitet und der keinen Zugang mehr zu deren internen Informati-

onssystem hatte, während einer Zeit, in der B._____ im Büro ihren Aufgaben 

nachkam und weder ferien- noch krankheitshalber büroabwesend war, für die 

E._____ AG tatsächlich eine Rechnung hat schreiben müssen. Er legte eine sol-

che denn auch nicht ins Recht und er machte darüber auch keine anderen kon-

kreten Angaben, die es ermöglicht hätten, diese Aussage, die notabene eine ihm 

wohlgesinnte langjährige Freundin, K._____, durchaus authentisch und glaubhaft 

deponiert hatte, zu verifizieren, sondern stritt dies einfach ab. Es ist allerdings von 

der Aussage der Zeugin auszugehen, zumal jene insgesamt schlüssig und in sich 

stimmig ist. Überdies steht die Zeugin dem Beschuldigten nahe und es liegen kei-

ne Anhaltspunkte vor, wonach sie dem Beschuldigten mit ihren Aussagen scha-

den wollte. Weiter wird sie als sehr exakt und zuverlässig beschrieben (Urk. 18/41 

- 28 - 

S. 4 [L._____]), so dass keine Zweifel an der Aufrichtigkeit der Zeugin verbleiben. 

Es ist daher davon auszugehen, dass diese Angabe des Beschuldigten gegen-

über seiner langjährigen sehr guten Kollegin K._____ gelogen war, um Zugang 

zum Informationssystem der E._____ AG zu erhalten, wo der Beschuldigte Ad-

resse und Handynummer des Geschädigten fand, die in öffentlich zugänglichen 

Verzeichnissen wie telsearch.ch oder local.ch nicht aufgeführt waren. Obwohl der 

Beschuldigte gar nicht für die E._____ AG tätig war und seit Jahren auch keine 

Emails im Namen dieser Firma versendet hatte, testete er nach eigenen Anga-

ben, ob das Versenden eines Emails vom Account der E._____ AG aus funktio-

niert, indem er sich am 30. Januar 2013 von diesem Account aus ein Mail an 

Q._____@gmx.ch geschrieben hatte (Urk. 10/13; Urk. 10/11 S. 3 [Beschuldigter]).  

Dass der Beschuldigte an seinem eigenen Arbeitsplatz der Q._____ in den Büro-

räumlichkeiten der E._____ AG auf Aufforderung von zwei Asiaten ein Erpres-

sungsemail vom Account des Reisebüros und auf dem Papier des Reisebüros 

schrieb (siehe Absender unten auf dem Email; Urk. 10/4), konnte demzufolge nur 

ganz bewusst erfolgt sein, da sich der Beschuldigte zu diesem Zwecke erst ein-

mal mit dem von der Zeugin K._____ erhaltenen Login Zugang zum Account ver-

schafft haben musste. Eine plausible nachvollziehbare Erklärung dafür aber liefer-

te der Beschuldigte nicht, sondern flüchtete sich in Allgemeinplätze, indem er 

entweder angab, wenn er im Computer sei, könne er auf das Email-Programm 

einsteigen, bei seinen E-Mail-Adressen müsse er von seinem Computer aus zu-

erst den Provider anwählen und sich dann einloggen (Urk. 10/11 S. 1) oder aber 

zusammenhangslos ausführte, in der Datenbank seien die Adressen aller Kunden 

gespeichert gewesen (Prot. II S. 20). Dieses ausweichende Aussageverhalten 

stellt im gesamten dargelegten Kontext ein klares Lügensignal dar, das durch den 

Umstand verstärkt wird, dass der Beschuldigte nach eigenen Angaben noch am 

frühen Morgen desselben Tages an seinen Computer gegangen und an seinem 

Arbeitsplatz seine Emails angeschaut haben und den Arbeitsplatz nur für 3 bis 5 

Minuten zwecks Einkaufs eines Getränks verlassen haben will (Urk. 10/2 S. 2). 

Damit ist nicht nachvollziehbar, wieso er das Email dann nicht ebenfalls von sei-

nem Account aus schrieb, sondern den umständlicheren Weg ging, bei dem er 

zuerst das Email-Programm der E._____ AG aufstarten musste.  

- 29 - 

Ebenfalls gegen die Glaubhaftigkeit der ausweichenden Antwort des Beschuldig-

ten betreffend Auswahl des einen oder des anderen Emailprogramms spricht die 

Tatsache, dass dieser gegenüber den Polizeibeamten, die ihn am Morgen des 

6. August 2013 nach dem zweiten Drohbesuch durch die beiden Asiaten im Büro 

an der N._____-Strasse abholten, zu vertuschen versuchte, dass er sowohl Ad-

resse wie Handynummer des Geschädigten bereits kannte, indem er die Angaben 

zum Geschädigten aus dem Computer des benachbarten Arbeitsplatzes erhob, 

ohne den Beamten von seinen eigenen Recherchen zu erzählen oder ihnen gar 

seine handschriftlichen Aufzeichnungen zu übergeben, die er ja bereits am Vortag 

erstellt und im Büro aufbewahrt und unmittelbar zuvor für das Schreiben des 

Emails verwendet hatte (Urk. 10/11 S. 2).  

Entgegen der Darstellung des Beschuldigten ist als erstellt zu betrachten, dass er 

ganz bewusst und mit Absicht das Erpresser-Email nicht von einem seiner eige-

nen Email-Accounts aus (Urk. 10/11 S. 6), sondern von demjenigen des Reisebü-

ros E._____ AG aus verschickte, notabene zu einem Zeitpunkt, da die Privatklä-

gerin B._____ (noch) nicht im Büro anwesend war. Entsprechend wunderte sich 

der Geschädigte G._____ denn auch und kontaktierte deswegen die Privatkläge-

rin B._____, welche aber nachweisen konnte, dass nicht sie das Email versendet 

hatte (Urk. 17/1 S. 8). Aufgrund des Verhaltens des Beschuldigten ist zweifelsfrei 

zu schliessen, dass er mit der Verwendung des Emailaccounts des Reisebüros 

von sich selbst ablenken wollte und es ist einmal mehr erwiesen, dass der Be-

schuldigte gegenüber den Ermittlungsbehörden nicht die Wahrheit sagte, indem 

er die Existenz der Zettelchen zunächst verschwieg, genauso wie er diesen ge-

genüber zunächst verschwieg, dass er aus eigenem Antrieb, in seinem Namen 

und von seinem Emailaccount aus am 7. August 2013 ein zweites Email an den 

Geschädigten G._____ schrieb (Urk. 10/11 S. 3). Auf die vorinstanzlichen Erwä-

gungen zu diesem zweiten Email vom 7. August 2013 kann, da ebenfalls zutref-

fend, vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 110 S. 64). 

4.6. Die Aussage des Beschuldigten, er sei von einem der beiden Asiaten am 

Hals gepackt und auf die Tischkante gedrückt worden (Urk. 10/2 S. 4), konnte 

durch das Forensische Institut Zürich, das unmittelbar nach dem Vorfall eine 

- 30 - 

DNA-Probe vom Hals des Beschuldigten erhob, jedoch nicht gestützt werden, 

wurde doch am Hals des Beschuldigten nur seine eigene DNA festgestellt 

(Urk. 19/1-2). Damit sprechen die objektiven Anhaltspunkte dagegen, dass sich 

der Vorfall mit dem Am-Hals-Packen wie vom Beschuldigten beschrieben, ereig-

nete. 

Was die Vorwürfe der Verteidigung gegen das Vorgehen der Polizei hinsichtlich 

der Spurensicherung betrifft (Urk. 112/1 S. 8), ist vollumfänglich auf den diesbe-

züglichen Entscheid der III. Strafkammer des hiesigen Obergerichts vom 7. Juli 

2014 (Geschäfts-Nummer UB140080) zu verweisen, in welchem die Vorwürfe ein-

lässlich entkräftet wurden (Urk. 30/67, S. 8). An dieser Beurteilung ist ohne Ein-

schränkung festzuhalten. 

Was den weiteren Vorwurf der Verteidigung betrifft, die Untersuchungsbehörden 

seien der Spur nicht nachgegangen, wonach die beiden Asiaten den Geschädig-

ten G._____ zuerst an seinem Wohnort oder in seinem …büro, beides in 

P._____, aufgesucht hätten (Urk. 112/1 S. 9), ist darauf hinzuweisen, dass diese 

Sachdarstellung seitens des Beschuldigten neu und erstmals anlässlich der vor-

instanzlichen Hauptverhandlung abgegeben wurde (Urk. 72 S. 4 f.), so dass es 

den Untersuchungsbehörden objektiv gar nicht möglich war, einer solchen "Spur" 

nachzugehen. Ausserdem entspricht die vom Beschuldigten in diesem Zusam-

menhang gegenüber der Vorinstanz angegebene Begründung, wonach die Asia-

ten den Geschädigten in P._____ nicht angetroffen hätten, weil dieser zu dem 

Zeitpunkt nachweislich nicht in der Schweiz gewesen sei (Urk. 72 S. 4), nicht den 

Tatsachen. Wie sich zweifelsfrei aus der ersten polizeilichen Einvernahme des 

Geschädigten G._____ vom 7. August 2013 ergibt, hielt sich der Geschädigte 

zum Zeitpunkt der Erpressung ganz im Gegenteil in der Schweiz, namentlich in 

P._____ auf: Einerseits hatte der Geschädigte gemäss seiner Aussage bereits am 

Montag, 5. August 2013, mit der Privatklägerin B._____ zum Selbstschutz abge-

macht, dass sie die Türen ihrer Büros abschliessen würden (Urk. 17/1 S. 8), was 

die Privatklägerin B._____ durch ihre Aussage bestätigte, wonach sie dem Be-

schuldigten am Nachmittag des 5. August 2013 erst auf sein Klopfen hin, und 

nachdem sie dessen Stimme erkannt hatte, die Bürotüre aufschloss (Urk. 18/1 

- 31 - 

S. 4). Andererseits steht fest, dass der Geschädigte am Dienstag, 6. August 2013, 

das Erpresser-Email in seinem Büro in P._____ erhalten und nach dem Lesen der 

Post und dem Beantworten von Telefonanrufen beim Lesen seiner Emails gele-

sen hat (Urk. 17/1 S. 9; Urk. 7 S. 3). Überdies fand die polizeiliche Befragung vom 

7. August 2013 in Zürich statt und es ergibt sich aus der gesamten Befragung des 

Geschädigten G._____, dass er im fraglichen Zeitpunkt in der Schweiz war (Urk. 

17/1 S. 1 und S. 3, S. 6 und S. 8). Mithin log der Beschuldigte ein weiteres Mal 

nachweislich, dieses Mal gegenüber der Vorinstanz. 

4.7. Gegen die Behauptung des Beschuldigten, die zwei Asiaten hätten ihm das 

Erpresser-Email vom 6. August 2013 diktiert und er habe quasi nur das geschrie-

ben, was ihm aufgegeben wurde (Urk. 10/2 S. 3 und Urk. 10/10 S. 8), spricht na-

mentlich und ganz wesentlich der konkrete Inhalt dieses Emails (Urk. 10/4): 

4.7.1. Gemäss der Darstellung des Beschuldigten bei der Anzeigeerstattung 

und der ersten Einvernahme bei der Kantonspolizei Zürich handelte es sich bei 

den beiden asiatischen Männern um ihm völlig fremde Personen, die weder ihn 

noch den Zeugen L._____ kannten, denn sie seien am Freitag, 2. August 2013, 

ins Büro gekommen und hätten nach Herrn L._____ gefragt und seien wieder ge-

gangen, als er nicht anzutreffen war (Urk. 10/1 S. 2). Erst am Montag, 5. August 

2013, hätten die beiden Männer den Beschuldigten dann gefragt, wer er sei, wo-

rauf er geantwortet habe, er arbeite hier (Urk. 10/1 S. 2). Erst danach sei er ge-

fragt worden, ob er Dr. G._____ kenne, was er bejaht habe (Urk. 10/1 S. 2). Noch 

am Montag Morgen, als dem Beschuldigten gemäss seinen Angaben zum ersten 

Mal mit dem Tode gedroht wurde, wenn er nicht helfe, war seitens der beiden 

Asiaten gemäss eigenen Aussagen des Beschuldigten nur die Rede von G._____ 

und dass er, der Beschuldigte, ihnen dabei helfen müsse, dass dieser die Million 

Euro bezahle. Weder L._____ noch B._____ noch O._____, die allesamt im Email 

vom nächsten Tag namentlich erwähnt und explizit bedroht werden (Urk. 10/4 Ab-

satz 8), wurden gemäss eigenen Aussagen des Beschuldigten anlässlich der ers-

ten Bedrohungshandlung erwähnt (Urk. 10/1). Trotzdem schrieb der Beschuldigte 

schon am Montag und damit einen Tag, bevor ihm das Email diktiert wurde, Ad-

resse und Telefonnummern von O._____ auf einen Zettel, inklusive dessen 

- 32 - 

Nummer bei U._____,[Unternehmen] Zürich (Urk. 18/49, oberer Zettel). Es er-

scheint daher doppelt unglaubhaft, dass die Asiaten, welche die Personen mit 

Bezug zur N._____-Strasse … ihrer Nachfrage zufolge, wer der Beschuldigte und 

ob Herr L._____ da sei, offensichtlich nicht kannten, trotzdem O._____, den Zwil-

lingsbruder von G._____, im Email namentlich erwähnten, der rein gar nichts mit 

der E._____ AG oder der N._____-Strasse zu tun hatte (Urk. 17/1 S. 7 [G._____], 

Urk. 18/3 S. 14 [B._____]) und zudem nur der Zwillingsbruder O._____ erwähnt 

wurde, obwohl es in der Person von V._____ einen weiteren Bruder des Geschä-

digten gibt (Urk. 17/1 S. 2 und Urk. 17/2 S. 5). Nachdem sich die Aussagen des 

Geschädigten G._____ durchwegs als glaubhaft erweisen und der Beschuldigte 

Namen und Adresse von O._____ bereits einen Tag vor dem Diktat des Emails 

notiert hatte, ist davon auszugehen, dass O._____ dem Beschuldigten durchaus 

ein Begriff war, da er zumindest den Namen O._____ im Zusammenhang mit dem 

Lagerraum des Reisebüros W._____ in der Liegenschaft U._____, für die 

O._____ verantwortlich war, und wo Prospekte des Reisebüros aufbewahrt wur-

den, schon einmal gehört hatte (Urk. 17/1 S. 7 [G._____]; Urk. 18/41 S. 2 

[L._____]) und selbst nicht nur den privaten Telefonanschluss von O._____ in 

P._____ notierte, sondern ebenfalls dessen Geschäftsnummer bei U._____ (Urk. 

18/49, oberer Zettel). Mithin log der Beschuldigte einmal mehr auch bezüglich 

seiner Kenntnisse bezüglich O._____. 

4.7.2. Ausserdem erscheint als völlig unglaubhaft, dass die beiden Asiaten 

auch damit drohten, die Familie des Beschuldigten umzubringen, resp. seine 

nette kleine Familie ("his nice little family") zu erschiessen (Urk. 10/4 Absatz 8), 

womit seine Freundin und deren Kind gemeint waren (Urk. 10/1 S. 5), da die Er-

presser den Beschuldigten ja gemäss eigenen Angaben vorher nicht gekannt hat-

ten, ihn gar danach fragten, wer er sei. Da sich die behauptete Drohung konkret 

gegen die Familie des Beschuldigten richtete, kann dies nicht damit erklärt wer-

den, die Asiaten hätten alle bedroht, die irgendwie in Frage gekommen seien, wie 

dies der Beschuldigte heute behauptete (Prot. II S. 18). Eine Drohung gegen die 

Freundin und ihr Kind erscheint auch deshalb nicht als glaubhaft, weil die beiden 

Asiaten - wiederum gemäss eigenen Aussagen des Beschuldigten - ja nur die Pri-

vatadresse des Beschuldigten via den Bankauszug in den Händen hatten, jedoch 

- 33 - 

weder Name noch Adresse der an einem anderen Ort, nämlich in Zürich an der 

…strasse, wohnenden Freundin des Beschuldigten kennen konnten, wenn ihnen 

schon der Beschuldigte völlig unbekannt war (Urk. 10/1 S. 5 f. und Urk. 10/2 S. 

15). Ausserdem sagte der Zeuge L._____ aus, dass den Beschuldigten im Büro 

an der N._____-Strasse praktisch niemand besuchen kam und unter den weni-

gen, die der Zeuge aufzählte, kam die Freundin des Beschuldigten nicht vor (Urk. 

18/41 S. 7), so dass ebenfalls auszuschliessen ist, dass die Asiaten die Freundin 

des Beschuldigten mit ihm zusammen im Bereiche der N._____-Strasse in Zürich 

gesehen hatten oder dass die Freundin durch Besuche am Arbeitsplatz des Be-

schuldigten gefährdet gewesen wäre. Überdies liegen auch für das Vorhanden-

sein des fraglichen Fotos auf dem Pult des Beschuldigten keine objektiven An-

haltspunkte vor. Vielmehr erscheint es einigermassen befremdlich, wenn der Be-

schuldigte in diesem Zusammenhang ausführt, er wisse gar nicht, um welchen 

Abzug es sich handle und das Foto habe sich ohne Bilderrahmen einfach so allei-

ne auf dem Pult befunden (Urk. 10/2 S. 15). Die Glaubhaftigkeit seiner Aussage 

betreffend das Foto wird schliesslich aber vor dem Hintergrund, dass dem Be-

schuldigten wie dargelegt bereits zig Unwahrheiten nachgewiesen wurden, durch 

die Aussage der Zeugin B._____ entkräftet, die ein solches Foto nie gesehen hat 

(Urk. 18/1 S. 4), obwohl sie sich am häufigsten mit dem Beschuldigten in den Bü-

roräumlichkeiten an der N._____-Strasse aufhielt und diesbezüglich die authen-

tischsten Angaben machen kann. 

4.7.3. Schliesslich liegen auch keine objektiven Anhaltspunkte vor, wonach 

die beiden gemäss Angaben des Beschuldigten mutmasslich aus Indonesien 

stammenden Asiaten Kenntnis über das im Erpresser-Email im Zusammenhang 

mit dem Umfeld des Geschädigten G._____ erwähnte andere Reisebüro ("team of 

the other travel agency") hätten haben können (Urk. 10/4 Abs. 8). Ganz im Ge-

genteil ist aufgrund der übereinstimmenden und glaubhaften Aussagen der Zeu-

gen sowie gestützt auf die Erkenntnisse der Rolle des Geschädigten bezüglich 

der E._____ AG (siehe vorstehende Erwägungen) davon auszugehen, dass es im 

persönlichen Umfeld des Geschädigten G._____ nicht bekannt war, dass er mit 

der E._____ AG zu tun hatte, resp. dass er in deren Verwaltungsrat war, zumal 

nur noch eine reduzierte Geschäftstätigkeit dieser AG vorlag, die sich zudem ge-

- 34 - 

rade nicht aus Laufkundschaft ergab. Einzig, dass der Geschädigte G._____ mit 

dem Reisebüro W._____ an der …strasse in Zürich zu tun hatte, war in seinem 

Umfeld, auch in seinem … [Staat in Asien] Bekanntenkreis, bekannt (Urk. 17/1 S. 

7).  

4.7.4. Im übrigen ist nochmals auf die vorinstanzlichen Erwägungen zu ver-

weisen, die schlüssig darlegen, dass es keinen Sinn ergibt, dass die Asiaten das 

erpresste Geld auf ein Konto des Beschuldigten transferiert haben wollten 

(Urk. 110 S. 62 f.). Völlig unglaubhaft wird diese Darstellung des Beschuldigten 

durch den Umstand, dass die Asiaten im Zeitpunkt ihrer Drohung noch keinerlei 

Zugang zum Konto des Beschuldigten hatten, da sie ja nach dessen eigenen An-

gaben erst nach Versenden des Emails verlangten, dass er eine Kredit- und eine 

Cashkarte auf das Konto machen müsse (Urk. 10/2 S. 7), mithin der grösste Teil 

des erpressten Geldes ihrer Verfügungsgewalt entzogen und bei einer ihnen völlig 

unbekannten und damit unberechenbaren Person verblieb. Die Vorinstanz hielt 

zudem unter Verweis auf die Ausführungen der III. Strafkammer des Obergerichts 

des Kantons Zürich (Urk. 30/67 S. 7) fest, dass einige Passagen des englischen 

Erpressermails auf einen deutschen Verfasser hindeuten würden (Urk. 110 S. 64). 

Dem kann namentlich bezüglich der Wendung "have nothing from" in Absatz 7 

des Emails zugestimmt werden und zudem fällt auf, dass in Absatz 5 N._____-

Strasse mit "N._____-Str" abgekürzt wurde, obwohl im Englischen street nur mit 

"st." abgekürzt wird (Urk. 10/4). 

4.7.5. Es kann daher zweifelsfrei aus allen diesen Indizien geschlossen wer-

den, dass der Inhalt des Erpresser-Emails an den Geschädigten G._____ nur 

vom Beschuldigten selbst stammen konnte. Einerseits schrieb und verschickte er 

erwiesenermassen das Mail von seinem Arbeitsplatz an der N._____-Strasse in 

Zürich vom Emailaccount der E._____ AG aus. Andererseits hielt er selbst nach 

aussen hin den Anschein aufrecht, er arbeite mit resp. für die E._____ AG, so 

dass die Bezeichnung Angestellter nachvollziehbar erscheint und schliesslich 

wusste abgesehen von B._____ und L._____ ausser dem Beschuldigten niemand 

im Umfeld des Geschädigten, dass dieser neben dem Reisebüro AA._____ AG 

noch mit einem zweiten Reisebüro entfernt zu tun hatte, weil er auch im Verwal-

- 35 - 

tungsrat der E._____ AG sass (Urk. 17/1 S. 7). Dass diese Informationen im In-

ternet, namentlich über die Homepages des Handelsregisteramtes und von mo-

neyhouse.ch, frei zugänglich sind, steht diesem Schluss nicht entgegen, da die 

unbekannten Asiaten bei einer Suche des Geschädigten im Internet zuerst auf die 

Adresse seines Büros in P._____, seines Verwaltungsratssitzes bei AA._____ 

AG, wo er alleiniger Verwaltungsrat ist, und allenfalls auf seine Tätigkeit als Ver-

waltungsrat bei den AB._____ gestossen wären, wo wie erwähnt nirgends ein 

Hinweis auf seinen Bruder O._____ zu finden ist. Sie hätten daher wie die Vo-

rinstanz richtig erwog, mit ihrer Forderung ohne weiteres direkt auf den Geschä-

digten zugehen können, ohne sich des Beschuldigten als Mittler zu bedienen 

(Urk. 110 S. 62 f.). Zudem erscheint es geradezu hochriskant und daher wenig 

glaubhaft, dass die beiden Asiaten nach der ersten Bedrohungshandlung vom 

Montag am darauffolgenden Tag erneut in den Büros der E._____ AG auftauch-

ten, nachdem sie aufgrund allgemeiner Lebenserfahrung damit hatten rechnen 

müssen, dass der Beschuldigte oder der Geschädigte G._____ die Polizei avisie-

ren würden, welche dann sofort Überwachungsmassnahmen ergreifen würde, 

was ja auch tatsächlich geschah (Urk. 1 S. 4, vgl. Urk. 134 S. 3). 

4.8. Nicht zuletzt bekundete der Beschuldigte bei der konkreten Beschreibung 

des Aussehens der angeblichen Täter grösste Mühe. In der Untersuchung be-

schrieb der Beschuldigte die beiden Täter samt Kleidung detailliert und schilderte 

dabei insbesondere, der eine habe Backenbart und einen kurzen Schnauz getra-

gen (Urk. 10/1 S. 6). In der Berufungsverhandlung zum äusseren Erscheinungs-

bild der Asiaten befragt, suchte er augenscheinlich nach Worten und antwortete 

schliesslich äusserst oberflächlich und karg. Auf mehrmaliges Nachfragen ver-

neinte der Beschuldigte sodann im Widerspruch zu den ursprünglichen Aussagen, 

dass einer der angeblichen Täter einen Bart hatte (Prot. II S. 17 f.). Die Aussagen 

des Beschuldigten, der den Überfall durch die beiden Asiaten nota bene als ein-

schneidendes Erlebnis bezeichnete (Prot. II S. 23), präsentieren sich damit alles 

andere als überzeugend.  

4.9. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz verbleibt nach Würdigung sämtlicher 

Aussagen und Beweismittel sowie aufgrund fehlender glaubhafter Indizien, wel-

- 36 - 

che vom Beschuldigten behauptete Einzelheiten, den Ablauf der Erpresserge-

schichte mit den beiden Asiaten und den Inhalt des Erpresser-Emails vom 6. Au-

gust 2013 stützen könnten, kein Zweifel, dass die Erpressergeschichte vom Be-

schuldigten erfunden wurde und er das Email selbst verfasste, da nur er als Ur-

heber und Kenner der darin enthaltenen Angaben in Frage kommt.  

4.10.   Nachdem erstellt ist, dass der Beschuldigte die Erpressergeschichte erfun-

den hatte, ist im Weiteren davon auszugehen, dass er aus den seinerzeitigen 

Verhandlungen betreffend Gründung einer gemeinsamen Unternehmung mit 

L._____ und B._____, die mit G._____ seit Jahren eine Freundschaft pflegten 

und über dessen Situation im Bilde waren, mindestens teilweise mitbekommen 

hatte, wie gut G._____ situiert war (Urk. 10/51 S. 13 [Beschuldigter]). Der Be-

schuldigte wusste daher, dass es sich beim Erpressten um eine sehr vermögende 

Person aus einer vermögenden Familie handelte, dass jener in P._____ ein 

…büro betrieb und über mehrere Liegenschaften verfügte (Urk. 17/2 S. 5 

[G._____]; Urk. 18/1 S. 7, Urk. 18/3 S. 3 [B._____]; Urk. 18/41 S. 2, Urk. 18750 S. 

4 f. [L._____]). Ebenso ist anzunehmen, dass der Beschuldigte Kenntnisse hatte 

über Kontakte von G._____ nach … [Staat in Asien], dessen dortiges Engage-

ment für die Ausbildung von Studenten und darüber, dass dieser dort gar ein ei-

genes Resort besass, da diese Angaben teilweise bereits anlässlich der Anzeige-

erstattung gemacht wurden und mangels Existenz der erfundenen Asiaten dem 

Beschuldigten zugerechnet werden müssen (Urk. 18/50 S. 5 [L._____]; Urk. 10/1 

S. 3 [Beschuldigter]). 

4.11.   Die miserable finanzielle Situation des Beschuldigten und namentlich der 

sich auf ihn zuspitzende Druck, die fälligen und teilweise bereits betriebenen Dar-

lehen zurückzuzahlen, stellen entgegen seiner Bestreitung ein äusserst starkes 

Motiv für eine Erpressung dar, zumal der Beschuldigte in der Vergangenheit jah-

relang von durch Lügengeschichten erhältlich gemachten Darlehen lebte. Eine 

falsche, weil erfundene, Erpressung passt daher ohne weiteres zum bisherigen 

Verhalten des Beschuldigten. Dieser Umstand wird weiter dadurch gestützt, dass 

die ungewöhnliche Konstruktion, wonach das erpresste Geld dem Beschuldigten 

übergeben und auf sein Bankkonto überwiesen werden sollte, im gesamten Kon-

- 37 - 

text nur den Schluss zulässt, dass der Beschuldigte auf diese Weise selbst zu 

dem erpressten Geld kommen wollte. Mithin verbleiben bei objektiver Betrachtung 

in Übereinstimmung mit der Vorinstanz keine Zweifel, dass sich der dieser Ankla-

geziffer zugrunde liegende Sachverhalt wie angeklagt verwirklicht hat, wovon für 

die rechtliche Würdigung auszugehen ist. 

B. Anklagepunkt 1.2: Betrug 

 
B.1. zum Nachteil von D._____ (ND 2) 

1. Unter diesem Anklagepunkt wird dem Beschuldigten zusammengefasst vor-

geworfen, er habe in den Jahren 2009 und 2010 vom Privatkläger 2, D._____, 

zwei Darlehen über CHF 24'000 und CHF 46'250 erhältlich gemacht, wobei er 

Flugticketgeschäfte vorgetäuscht habe, welche er nicht abschloss und statt des-

sen das Geld für seinen Lebensunterhalt verwendete. Sodann geht die Anklage 

davon aus, dass der Beschuldigte dem Privatkläger 2 im Jahre 2013 unter Anga-

be eines falschen Wertes der Gesellschaft dazu veranlasste, 20 % der Stamman-

teile der S._____ GmbH im vorgegebenen Wert von CHF 140'000 von ihm zu er-

werben, obwohl der Beschuldigte kurz davor 50 % der Stammanteile von seinem 

Vater H._____ für CHF 10'000 erwarb. Für die Stammanteile überwies der Privat-

kläger 2 dem Beschuldigten eine Anzahlung von CHF 40'000, welche der Be-

schuldigte für seine laufenden Auslagen verwendete. Dabei geht die Anklage da-

von aus, dass der Privatkläger 2 in Kenntnis des tatsächlichen Werts der S._____ 

GmbH, der tatsächlichen finanziellen Situation des Beschuldigten und dem Um-

stand, dass der Beschuldigte mit sämtlichen Angaben gelogen hatte, die Darlehen 

nicht gewährt und die Stammanteile nicht erworben hätte. Die Anklage wirft dem 

Beschuldigten diesbezüglich vor, er habe gegenüber dem Privatkläger 2 über 

Jahre hinweg aufgrund seines Verhaltens und seiner Aussagen den falschen Ein-

druck erweckt, er verdiene gut, erziele ein regelmässiges Einkommen, besitze in 

den USA ein Reisebüro, investiere ausserdem in Immobilien, sei mit seiner Treu-

handfirma erfolgreich und besitze ein Vermögen, wobei sein Konto in den USA 

von der FINMA blockiert sei (Urk. 47 S. 5). Dabei habe der Beschuldigte gewusst, 

dass der Privatkläger 2 seine Angaben aufgrund ihres langjährigen persönlichen 

- 38 - 

Verhältnisses nicht näher überprüfen werde und er auch den Wert des angebli-

chen Computerprogramms des Beschuldigten weder einschätzen noch überprü-

fen konnte. Der detaillierte und genaue Sachverhalt dieser Begebenheiten kann 

der Anklageschrift (Urk. 47 S. 4-6) und der zusammengefassten Version im vo-

rinstanzlichen Urteil entnommen werden (Urk. 110 S. 16.), worauf verwiesen wer-

den kann. 

2. Die Verteidigung bestreitet die Vorwürfe hauptsächlich unter Verweis auf die 

Werthaltigkeit des Bankenprogramms "F._____" des Beschuldigten und bemän-

gelt erneut, dass darüber kein Gutachten eingeholt wurde (Urk. 112/1 S. 3 f.; 

Urk. 132 S. 11 ff.). Mit dem Einwand der Verteidigung soll hauptsächlich ein inne-

rer Vorgang, nämlich dass der Beschuldigte berechtigterweise die Erwartung heg-

te, dass ihm in unmittelbarer Zukunft genügend finanzielle Mittel zufliessen, um 

die gewährten Darlehen zurückzahlen zu können, nachträglich belegt werden. 

Diesbezüglich ist auf die vorstehenden Erwägungen zur finanziellen Situation des 

Beschuldigten unter Ziffer III.A. 3.10.3. zu verweisen und im übrigen wird darauf 

zurückzukommen sein. Im weiteren rügt die Verteidigung, die Staatsanwaltschaft 

habe unzulässige Suggestivfragen gestellt, so dass die entsprechenden Antwor-

ten unverwertbar seien (Urk. 112/1 S. 11). Diesen Einwand hat die III. Strafkam-

mer des Obergerichts in ihrem Entscheid vom 7. Juli 2014 einlässlich und unter 

Hinweis auf die aktuelle Rechtsprechung des Bundesgerichtes entkräftet 

(Urk. 30/67 S. 27), worauf, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, verwie-

sen werden kann. 

3. Die Vorinstanz gab die Aussagen des Beschuldigten und des Privatklägers 2 

(Urk. 110 S. 17-24) korrekt und umfassend wieder und würdigte diese einlässlich 

und nachvollziehbar unter Einbezug der edierten Bankunterlagen (Urk. 110 S. 25-

31). Sie setzte sich mit allen Aussagen im Detail auseinander und erwog ab-

schliessend, dass die Aussagen des Privatklägers 2 entgegen denjenigen des 

Beschuldigten konstant und detailliert sowie schlüssig ausfielen (Urk. 110 S. 30), 

zumal sie als deutliches Realitätskriterium unter anderem Angaben des Beschul-

digten bezüglich der zwischenzeitlichen Deponierung der Gelder beim Beschul-

digten und der (tatsachenwidrigen) Kontensperrung durch die FINMA enthielten 

- 39 - 

(Urk. 18/14 S. 3 ff.). Dagegen stufte sie die Aussagen des Beschuldigten gestützt 

auf die erwiesenen Unwahrheiten als unglaubhaft und als Schutzbehauptungen 

ein (Urk. 110 S. 29 f.). Diese Einschätzungen und Würdigungen sind namentlich 

auch aufgrund des im Zusammenhang mit der Erpressungsgeschichte nachge-

wiesenermassen mit Lügen und Ausflüchten gespickten Aussageverhaltens des 

Beschuldigten (siehe Erwägungen Ziffer III.A. 4.2. ff.) vollumfänglich zu teilen. Be-

zeichnenderweise log der Beschuldigte auch hier nachweislich und eingestande-

nermassen mehrmals über blockierte Geldmittel in den USA und in der Schweiz 

gegenüber seinen Darlehensgebern, wozu auch der Privatkläger 2 gehörte 

(Urk. 110 S. 27 und S. 29).  

3.1. Im Weiteren ist auch bezüglich dieses Anklagepunktes auf die erstellte fi-

nanzielle Situation des Beschuldigten zu verweisen, wonach er seit 2004 kein 

Einkommen mehr erzielte, sondern von Darlehen lebte, wobei sein Schuldenberg 

von CHF 267'000 im Jahre 2008 auf CHF 577'000 im Jahre 2013 wuchs (vorste-

hende Erwägungen III.A. 3.10.2.-3.10.3.). Bezüglich Immobilienbesitz gab der Be-

schuldigte - entgegen seinen eigenen anderslautenden Aussagen gegenüber Dar-

lehensgebern, beziehungsweise in seinem Bekanntenkreis - zu, nie Immobilien 

besessen zu haben, auch nicht im Ausland, sondern lediglich solche an Investo-

ren vermittelt zu haben (Urk. 10/51 S. 6; Urk. 10/60 S. 9). Davon ist auszugehen, 

auch wenn sich der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung wieder 

anders äusserte (Prot. II S. 12 und S. 28). Tatsachenwidrig hatte demnach der 

Beschuldigte den Eindruck erweckt, er tätige Immobiliengeschäfte und erziele 

durch Kauf, Renovation und Verkauf von Immobilien einen Gewinn und verfüge in 

den USA über Immobilien und Vermögen (Urk. 18/14 S. 3 und 8 und Urk. 18/27 

S. 5, 7-9 [D._____]; Urk. 18/1 S. 5 und Urk. 18/3 S. 4 und S. 6 ff. [B._____]; Urk. 

18/41 S. 6 ff. [L._____]). 

Bezüglich seiner geschäftlichen Tätigkeit führte der Beschuldigte aus, seit seiner 

Rückkehr aus den USA im Jahre 2000 nur noch selbständig gearbeitet zu haben 

(Urk. 10/6 S. 1 und Urk. 10/20 S. 63; Prot. II S. 11). Von 2000 bis 2004 habe er 

von den Einnahmen gelebt, welche er mit der S._____ GmbH erzielt habe, erneut 

in der Reisebranche wie zuvor in den USA. Der Beschuldigte war gemäss Han-

- 40 - 

delsregisterauszug vom 25. April 2013 als Gesellschafter zu 50 % an der S._____ 

GmbH mit einem Stammkapital von CHF 20'000 beteiligt, wobei sein Vater 

H._____ als Inhaber der restlichen 50 % Stammanteile eingetragen war (Urk. 

18/23 und ident. Urk. 18/33). Der Handelsregistereintrag präsentierte sich am 2. 

September 2013 unverändert (Urk. 18/37). Im Jahre 2004 habe er mit dem Rei-

sebusiness aufgehört, resp. er habe die S._____ GmbH ab 2004 "still gelegt", d.h. 

die S._____ sei inaktiv gewesen, jedoch nicht gelöscht. Ab dann seien die In-

vestments ohne Erfolg geführt worden, er habe kein Einkommen mehr erzielt und 

in der S._____ sei auch kein Geld mehr vorhanden gewesen (Urk. 10/11 S. 15; 

Urk. 10/20 S. 6, 21, 50 und S. 63 f.; Urk. 10/51 S. 22 und S. 27; Urk. 10/56 S. 1; 

Urk. 10/60 S. 3; Urk. 72 S. 11; Prot. II S. 12 f.). Im Übrigen gab der Beschuldigte 

zu, seinem Vater für die Abtretung von dessen 50 % Anteilen an der S._____ 

GmbH nichts bezahlt zu haben (Urk. 10/20 S. 50). Nach der Stillegung der 

S._____ GmbH habe er im Treuhandbereich gearbeitet oder Gelegenheitssachen 

gemacht (Urk. 10/20 S. 64, Prot. II S. 11). Ab 2008 sei er fast ausschliesslich mit 

seinem Bankenprojekt "F._____" beschäftigt gewesen (Urk. 10/20 S. 64 und Urk. 

10/51 S. 22). In diesem Zusammenhang hatte der Beschuldigte einerseits selbst 

eingeräumt, dass es bereits Tausende solcher Programme gibt (Urk. 30/55 S. 13), 

andererseits, dass das Programm auf der Basis nicht gut funktioniere und dies ei-

nen Einfluss auf den Wert des Programms habe (Urk. 10/56 S. 8). Die eigenen 

Aussagen des Beschuldigten wecken erhebliche Zweifel an der Werthaltigkeit 

seines Programms. Einerseits ergibt sich aus ihnen nicht nachvollziehbar, inwie-

fern sich sein Programm von den tausenden anderen in positiver und damit wert-

haltiger Hinsicht unterscheidet. Andererseits müssen seine Aussagen betreffend 

die Verkaufsbemühungen angesichts seiner eingestandenen Tendenz, auch zur 

Erhältlichmachung von Darlehen zu immer neuen Lügengeschichten gegriffen zu 

haben, und in Anbetracht der fehlenden Vorlage eines ausgereiften Business-

plans, konkreter schriftlicher Dokumente zur Erhärtung von realen Vertragsver-

handlungen mit den genannten Banken und irgendeines objektiven Anhaltspunk-

tes für die Existenz und die Werthaltigkeit seines Börsenprogramms als unglaub-

haft beurteilt werden, so dass darauf nicht abgestellt werden kann. Unabhängig 

davon aber konnte der Beschuldigte im Zeitpunkt der Erpressung Anfang August 

- 41 - 

2013 jedenfalls objektiv wie subjektiv nicht damit rechnen, dass ihm aus diesem 

Projekt nun plötzlich und entgegen seiner langjährigen negativen Erfahrung derart 

namhafte Geldmittel zufliessen, um die fälligen Darlehensbeträge auch nur der 

Druck ausübenden Gläubiger zu erfüllen. Unter diesen Umständen erübrigt sich 

daher die von der Verteidigung beantragte Einholung eines Gutachtens über den 

Wert dieses Bankenprogramms (Urk. 112/1 S. 2). 

Angesichts der sich mehrheitlich als falsch erweisenden Aussagen des Beschul-

digten gegenüber Auskunftspersonen und Zeugen zu seiner finanziellen Situation 

hat die Vorinstanz schlüssig und nachvollziehbar die Behauptungen des Beschul-

digten zu seinem Barvermögen in US Dollars als unglaubhaft qualifiziert (Urk. 110 

S. 15 f.). Ergänzend kann zudem darauf hingewiesen werden, dass der Beschul-

digte sich selbst Lügen straft, indem er einerseits angibt, er habe von diesem Dol-

larbestand seinen Lebensunterhalt bestritten, andererseits angibt, er habe dieses 

Bargeld für Investitionen und Geschäfte verwendet, die er in Dollar und bar habe 

abwickeln müssen; er habe dafür gerade nicht die ihm gewährten Darlehen ver-

wendet (Urk. 10/62 S. 8 und S. 21; Urk. 10/66 S. 10). Abgesehen davon finden 

sich ausser den Aussagen des Beschuldigten keine objektiven Anhaltspunkte für 

die Existenz des vom Beschuldigten behaupteten Dollar-Barvermögens. Die dies-

bezüglichen Aussagen des Beschuldigten entbehren auch deshalb jeglicher 

Glaubhaftigkeit, weil der Beschuldigte selbst zugab, die Darlehen von B._____ 

hätten seine finanziellen Engpässe überbrücken helfen (Urk. 10/11 S. 10; Prot. II 

S. 31), resp. seit 10 oder mindestens 5 Jahren sei er "knapp bei Kasse" (Urk. 

10/56 S. 1 f.), was ja gar nicht der Fall gewesen wäre, wenn es zugetroffen hätte, 

dass er noch Bargeld in US Dollar bei sich zuhause in … im Keller versteckt ge-

habt hätte, was seinen Angaben zufolge ab 2008 der Fall gewesen sein soll (Urk. 

10/60 S. 5 und S. 8). Ausserdem räumte der Beschuldigte bezüglich seiner Anga-

ben gegenüber der Privatklägerin B._____ ein, die Story betreffend sein in den 

USA blockiertes Vermögen von USD 250'000 sei eine Geschichte gewesen wie 

andere, die er in der Not, Geld ausgeliehen zu bekommen, resp. die Rückzahlung 

hinauszuzögern, erzählt habe (Urk. 10/56 S. 2; Prot. II S. 31). So gab der Be-

schuldigte auch an anderen Stellen mehrfach zu, sich in Notlagen, insbesondere 

in finanziellen, öfters mit Lügen und "Stories" beholfen zu haben (Urk. 10/10 S. 5 

- 42 - 

f., S. 12; Urk. 10/20 S. 73, 75 f. und S. 79 f; Urk. 10/51 S. 15, 20, 23 ff; Urk. 10/56 

S. 2-6, 8 ff., 10 und 15; Urk. 10/60 S. 9; Urk. 10/66 S. **10; Prot. II S. 14, 21 f., 24, 

28, 30). Vor diesem Hintergrund ist die Existenz des vom Beschuldigten behaup-

teten Dollar-Barvermögens jedenfalls für die Zeit nach der Aufgabe der Ge-

schäftstätigkeit mit der S._____ GmbH, spätestens ab ausschliesslicher Beschäf-

tigung mit dem Bankenprojekt F._____ nicht ausreichend glaubhaft gemacht, so 

dass davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte ab 2008 weder Einkommen 

noch Vermögen besass, womit er seinen Lebensunterhalt finanzieren konnte, was 

zur Folge hatte, dass er sich wie oben dargelegt massiv verschuldete. 

3.2. Der Vorinstanz ist namentlich auch darin zuzustimmen, dass sich aus den 

edierten Bankunterlagen des Beschuldigten zweifelsfrei ergibt, dass dieser die 

vom Privatkläger 2 mit dem Vermerk "Flugtickets" auf dem Bankkonto der 

S._____ GmbH im Jahre 2010 erhaltenen Gelder mittels einer Vielzahl von Ein-

zelzahlungen, Sammelaufträgen und Barbezügen jeweils innert zwei Monaten 

praktisch vollständig für laufende Lebenshaltungskosten und sogar die Rückzah-

lung eines anderen Darlehens aufbrauchte und zudem erstellt ist, dass sich auf 

dem Konto vor der Überweisung durch den Privatkläger 2 im Februar 2010 nur 

CHF 55.27 und im August 2010 nur noch CHF 70.91 befunden hatten (Urk. 110 

S. 25 und S. 28 f.). Weiter erwog sie schlüssig, dass sich aus dem Umstand, dass 

sich im Zeitpunkt des ersten Darlehens des Privatklägers 2 insgesamt auf allen 

Konten des Beschuldigten nur CHF 4'000 befanden, zwingend ergibt, dass der 

Beschuldigte ausserhalb des Darlehensbetrages nicht über die erforderlichen Mit-

tel verfügte, um die Flugticketgeschäfte abzuwickeln (Urk. 110 S. 29). Ausserdem 

gab der Beschuldigte - entgegen der neuerlichen Behauptung der Verteidigung, 

die Flugticketgeschäfte seien real gewesen (Urk. 112/1 S. 11) - im Laufe des Un-

tersuchungsverfahrens zu, dass nie irgendwelche Leute solche Flugtickets be-

zahlt hatten, resp. dass die Geschäfte mit den Flugtickets auch nur eine seiner 

vielen Lügengeschichten waren (Urk. 10/60 S. 15; Urk. 10/51 S. 9), obwohl er ge-

genüber dem Privatkläger 2 tatsachenwidrig angegeben hatte, das erste Flugti-

cketgeschäft sei erfolgreich verlaufen, weshalb er ihm daraus CHF 4'000 zurück-

bezahlte, nachdem er ihm gar mittels Emails - wiederum tatsachenwidrig - bestä-

tigt hatte, dass er die Tickets reserviert gehabt habe (Urk. 110 S. 20 f.). In der Be-

- 43 - 

rufungsverhandlung behauptete der Beschuldigte, er habe teilweise Flugtickets 

gekauft (Prot. II S. 26). Belege dafür fehlen jedoch gänzlich. 

3.3. Wie dargelegt hat sich ergeben, dass die Aussagen des Privatklägers 2 

durchaus glaubhaft sind. Seine Aussagen werden namentlich durch den vorgeleg-

te Vertrag betreffend die Übertragung von 4 Stammanteilen der S._____ GmbH 

zu CHF 1'000 für einen Preis von CHF 140'000 vom Beschuldigten auf den Pri-

vatkläger 2 vom 9. Februar 2013 gestützt (Urk. 18/24). Mit der Vorinstanz ergibt 

sich rein rechnerisch, dass 20 % des gemäss Aussagen des Privatklägers 2 vom 

Beschuldigten angegebenen Wertes der S._____ GmbH von CHF 700'000 dem 

im Übertragungsvertrag enthaltenen Kaufpreis von CHF 140'000 entspricht (Urk. 

110 S. 30). Das stellt ein starkes Indiz dafür dar, dass der Beschuldigte dem Pri-

vatkläger 2 gegenüber tatsächlich behauptet hatte, im Zusammenhang mit der 

Erbteilung seiner Mutter sei der Wert der S._____ GmbH auf CHF 700'000 ge-

schätzt worden (Urk. 18/27 S. 11). Ausserdem sagte der Privatkläger 2 konstant 

aus, der Beschuldigte habe ihm erzählt, er habe den hälftigen Anteil an der 

S._____ im Betrage von CHF 350'000 von seinem Vater herauslösen müssen, 

was er im Umfang von CHF 160'000 aus seinem Anteil an der Erbschaft und mit 

CHF 190'000 aus seinem Vermögen bestreite (Urk. 18/14 S. 6 und Urk. 18/27 S. 

11). Dies habe er sich auf einem Zettel am 8. Februar 2013 notiert (Urk. 18/14 S. 

6 und Urk. 18/15, 12. Blatt Sammelbeilage, handgeschrieben auf A4 Karo-

Papier). Auch diese Urkunde spricht für die Authentizität der Aussagen des Pri-

vatklägers 2, ebenso wie der Umstand, dass der Beschuldigte den Betrag von 

CHF 700'000 vor Vorinstanz ausdrücklich und bereits im November 2013 implizit 

bestätigte. Allerdings behauptete er gleichzeitig sich selbst widersprechend, man 

habe den Betrag willkürlich geschätzt, denn es sei ja klar gewesen, dass die 

S._____ GmbH wertlos gewesen sei und es sich nur um einen Mantel gehandelt 

habe. Das sei auch dem Privatkläger 2 klar gewesen. Der Wert habe allein im An-

teil an dem Bankenprojekt bestanden (Urk. 72 S. 10 f.; Urk. 10/51 S. 12; Prot. II 

S. 27). Diese Aussagen des Beschuldigten erweisen sich einmal mehr als ein 

Sammelsurium aus Lügen, Halbwahrheiten und Ausflüchten. So ist davon auszu-

gehen, dass der Beschuldigte dem Privatkläger 2 gegenüber bewusst tatsachen-

widrig erzählte, er müsse für die Anteile seines Vaters CHF 350'000 aufbringen, 

- 44 - 

nachdem er ihm in Tat und Wahrheit gar nichts bezahlt hatte, und dies nur be-

hauptete, um beim Privatkläger 2 den Eindruck zu erwecken, die S._____ GmbH 

weise einen Wert von CHF 700'000 auf. Die Aussage des Beschuldigten vor Vo-

rinstanz bestätigt aber im Kern die Aussage des Privatklägers 2, wonach ihn der 

Beschuldigte aufgefordert habe, beim Software-Programm für Banken "der 

S._____ GmbH" einzusteigen, mit der Begründung, der Wert der S._____ GmbH 

habe im Bankenprogramm bestanden. Ausserdem behauptete der Beschuldigte 

gemäss glaubhaften Aussagen des Privatklägers 2, er habe schon zwei Banken, 

die das Software-Produkt gekauft und Erfolgsprämien bezahlt hätten (Urk. 18/14 

S. 6). Allerdings ist inzwischen erwiesen und vom Beschuldigten zugegeben (Urk. 

72 S. 11; Prot. II S. 15), dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 2 hin-

sichtlich der beiden Banken gelogen hatte, da tatsächlich mit keiner Bank ein Ab-

schluss erfolgt und keine Zahlung eingegangen war. Ausserdem zeigt diese Epi-

sode erneut auf, wie der Beschuldigte zu Lügen griff, um zu Geld zu kommen, 

täuschte er doch tatsachenwidrig vor, das Bankenprojekt gehöre der S._____ 

GmbH, respektive mache deren Wert aus. Noch anlässlich der Einvernahme vom 

27. November 2013 widersprach der Beschuldigte seiner eigenen Aussage, in-

dem er ausführte, die Firma S._____ werde erst werthaltig mit dem Projekt, das er 

habe aufgleisen wollen (Urk. 10/51 S. 12; Prot. II S. 27), was impliziert, dass es im 

Zeitpunkt des Vertrages zwischen ihm und dem Privatkläger 2 noch nicht aufge-

gleist war und noch nicht der Firma S._____ GmbH gehört hatte. Ein weiteres In-

diz dafür, dass der Beschuldigte jedenfalls gegenüber dem Privatkläger 2 der 

S._____ GmbH einen Wert von CHF 700'000 beimass, besteht in den überein-

stimmenden Aussagen, wonach die gegenüber dem Privatkläger 2 noch ausste-

henden Darlehensrückzahlungen und dessen (nicht ausbezahlter) Lohn für seine 

Anstellung bei der Q1._____ (Urk. 18/15) an den Kaufpreis der Stammanteile der 

S._____ GmbH angerechnet wurden, so dass sie als dadurch getilgt betrachtet 

wurden (Urk. 18/14 S. 7 [D._____]; Urk. 10/11 S. 14, Urk. 10/51 S. 7 f. [Beschul-

digter]). Das deckt sich auch mit der handschriftlichen Aufstellung des Privatklä-

gers 2 zur Tilgung des Kaufpreises von CHF 140'000 (Urk. 18/15 2. Blatt Sam-

melbeilage, handgeschrieben auf A4 Karo-Papier). Im Übrigen blieb unbestritten, 

- 45 - 

dass der Beschuldigte den Erwerb der Stammanteile durch den Privatkläger 2 im 

Handelsregister nicht zur Eintragung anmeldete (Urk. 10/20 S. 50). 

3.4. Gemäss übereinstimmenden Angaben des Beschuldigten und des Privat-

klägers 2 kannten sie sich bei Einleitung de