# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b8172f8-1f41-5518-80a8-aaad167e6e82
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.06.2009 D-3843/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3843-2009_2009-06-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3843/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  J u n i  2 0 0 9

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;
Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig.

A._______, geboren (...),
alias B._______, geboren (...),
angeblich Sudan,
(...)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 5. Juni 2009 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3843/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer seinen Heimatstaat eigenen Angaben zu-
folge im November 2007 verliess und am 29. November 2007 via C. 
sowie ihm unbekannte Länder illegal in die Schweiz gelangte, wo er 
gleichentags ein Asylgesuch einreichte,

dass am 7. Dezember 2007 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (...) 
die  Befragung zur  Person (BzP)  erfolgte  und am 16. April  2009  die 
Anhörung zu den Asylgründen durch das BFM stattfand,

dass der Beschwerdeführer dabei im Wesentlichen geltend machte, er 
sei in (...) geboren und in (...) aufgewachsen, wo er im Alter von vier 
oder fünf Jahren in eine Schule der Kirche eingetreten sei, welche er 
bis zur dritten Grundschulklasse besucht habe,

dass er insgesamt etwa 11 Schuljahre absolviert habe,

dass er im Alter von neun Jahren mit seinem Vater wegen des Krieges 
im (...)  nach  C. geflüchtet  sei,  wo sie  zusammen in  einer  Wohnung 
zunächst in (...), später in D. gelebt hätten,

dass sein Vater dort im Jahr 2006 gestorben sei,

dass  er  in  C.  eine  homoerotische  Beziehung  mit  einem  (...)  ein-
gegangen sei,  wobei  sie  eines  Nachts  in  einem Park in  D. von drei 
Männern überrascht worden seien,

dass  sein  Freund  dabei  getötet  worden  sei,  er  selber  jedoch  habe 
flüchten können,

dass er die Nacht in E. bei  einem ehemaligen Freund seines Vaters 
verbracht habe,

dass  er  von  diesem Freund  zur  Kirche  gebracht  worden  sei,  wo  er 
einst zusammen mit seinem Vater gelebt habe,

dass er von einer Polizeianzeige abgesehen habe, da Homosexualität 
in C. strafbar sei,

dass er am anderen Tag E. verlassen habe, weil Araber hinter ihm her 
gewesen seien,

Seite 2

D-3843/2009

dass die Kirchenleute ihn von C. weggebracht hätten und jemand ihn 
auf  ein  Boot  mitgenommen habe,  mit  welchem er  zu  einer  ihm un-
bekannten Destination gelangt sei,

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Einreichung seines Asylge-
suchs schriftlich aufgefordert wurde, innert 48 Stunden rechtsgenügli-
che Reise- oder Identitätspapiere einzureichen, wobei er dieser Auffor-
derung bis anhin keine Folge leistete,

dass er lediglich seine Geburtsurkunde zu den Akten reichte,

dass das Migrationsamt des Kantons (...)  dem Beschwerdeführer mit 
Schreiben vom 14. Dezember 2007 eine Vertrauensperson zuordnete,

dass  das  BFM  mit  Schreiben  vom  23.  Februar  2009  von  der  am 
21. Februar 2009 erfolgten Verhaftung des Beschwerdeführers wegen 
Verdachts der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz vom 
3. Oktober 1951 (BetmG, SR 812.121) in Kenntnis gesetzt wurde,

dass  ein  Gutachten  betreffend  Altersschätzung  des  Instituts  für 
Rechtsmedizin der Universität  (...)  vom 4. März 2009 ergab, der Be-
schwerdeführer  sei  laut  klinischer Untersuchung erwachsen und laut 
radiologischer  Einschätzung  (Knochenaltersanalyse)  mindestens  19 
Jahre alt,

dass  zahnärztlicherseits  ein  Alter  von  unter  18  Jahren  als  unwahr-
scheinlich eingestuft wurde,

dass dem Beschwerdeführer zu diesem Befund am 16. April 2009 das 
rechtliche Gehör gewährt wurde,

dass sein beigeordneter  Vormund mit  Schreiben vom 10. März 2009 
aufgrund  des  Gutachtens  die  Vormundschaftsbehörde  (...)  um 
Entlassung aus seiner Funktion ersuchte,

dass aufgrund des Habitus' des Beschwerdeführers sowie dessen ru-
dimentären Arabisch-Kenntnissen am 30. April 2009 seitens eines Ex-
perten der Fachstelle LINGUA telefonisch eine Sprach- und Textanaly-
se durchgeführt wurde,

dass die am 30. April  2009 durchgeführte Analyse den Beschwerde-
führer in geografisch-sprachlicher Hinsicht der Herkunftsregion West-

Seite 3

D-3843/2009

afrika sowie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dem Herkunftsland 
Nigeria zuordnete, während die Analyse eine geografisch-sprachliche 
Herkunft  des  Beschwerdeführers  aus  jedem  anderen  Herkunftsland 
ausser Kamerun ausschloss,

dass die Analyse darüber hinaus zum Schluss kam, der Beschwerde-
führer spreche das Westafrikanische Englisch,

dass die Sprachprobe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Nigeriani-
sches Englisch repräsentiere, während eine Restwahrscheinlichkeit für 
Kamerunisches Englisch bestehe,

dass dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 14. Mai 2009 zur Ana-
lyse das rechtliche Gehör gewährt wurde, er sich jedoch bis anhin zum 
Abklärungsergebnis nicht äusserte,

dass das BFM mit Verfügung vom 5. Juni 2009 - eröffnet am 8. Juni 
2009 - in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und 
die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den 
Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, es sei dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen,  die  vorgebrachte  Minderjährigkeit 
glaubhaft darzulegen oder gar zu beweisen,

dass sich seine Aussagen insgesamt als unglaubhaft erwiesen hätten, 
wobei dies sowohl auf die behauptete Identität - namentlich Herkunft 
und Altersangabe - wie auch auf die geltend gemachte Papierlosigkeit 
sowie die Asylvorbringen zutreffe,

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  BzP angegeben habe,  er 
sei am (...) geboren worden,

dass sein Aussehen und seine Erscheinung das behauptete Alter zwar 
als zweifelhaft erscheinen liessen,

dass das BFM das Alter des Beschwerdeführers aufgrund eines von 
diesem  eingereichten,  am  (...)  ausgestellten  sudanesischen 
Geburtsscheins, welcher einer internen Analyse zugeführt wurde, den-
noch als  unbestimmt  einschätzte  und ihm für  das  weitere  Verfahren 
vorsorglich eine Vertrauensperson beiordnete,

Seite 4

D-3843/2009

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Gewährung des rechtlichen 
Gehörs vom 16. April 2009 zum Befund des Gutachtens betreffend die 
Altersschätzung geltend gemacht habe, sein Vater habe ihm das ange-
gebene Geburtsdatum mitgeteilt, er könne sich jedoch nicht mehr an 
den genauen Zeitpunkt erinnern (vgl. Protokoll des rechtlichen Gehörs 
vom 16. April 2009; A28/3, S. 2),

dass die Angaben des Beschwerdeführers zur behaupteten Minderjäh-
rigkeit als unglaubhaft zu qualifizieren seien, so dass diese unbewie-
sen bleibe und für das weitere Verfahren davon auszugehen sei,  der 
Beschwerdeführer sei bereits bei Einreichung des Asylgesuchs volljäh-
rig gewesen,

dass seine Angaben nicht nur betreffend seines Alters wahrheitswidrig 
seien, sondern auch bezüglich seiner Herkunft  durch das Gutachten 
der Fachstelle  LINGUA eindeutig  widerlegt  seien,  weshalb feststehe, 
dass er im Rahmen des Asylverfahrens die Behörden über seine Iden-
tität getäuscht habe,

dass aufgrund des Umstands, dass der Beschwerdeführer auch keine 
rechtsgenüglichen Reise- oder Identitätspapiere zu den Akten gereicht 
habe, anzunehmen sei, er müsse, angesichts der rigiden Kontrollen an 
den Aussengrenzen der Schengenländer anders als in der geschilder-
ten Weise nach Europa und in die Schweiz gelangt sein und habe folg-
lich die Behörden auch über seinen Reiseweg getäuscht,

dass dadurch ebenso seinen geltend gemachten Asylgründen, welche 
sich bezeichnenderweise generell durch essentielle Lücken und Unge-
reimtheiten ausgezeichnet hätten, die Grundlage entzogen sei,

dass somit in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG auf das Asyl-
gesuch nicht einzutreten sei,

dass der Beschwerdeführer gegen diese Verfügung beim Bundesver-
waltungsgericht  Beschwerde erhob und dabei  beantragte, es sei  auf 
sein Asylgesuch einzutreten und ihm namentlich Asyl zu gewähren,

dass  sich  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  einzig  darauf  be-
schränkte zu wiederholen, er stamme aus dem Sudan, nicht aber aus 
Nigeria oder Kamerun,

Seite 5

D-3843/2009

dass die vorinstanzlichen Akten am 16. Juni 2009 beim Bundesverwal-
tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde - mit Ausnahme des Antrags auf Asylgewährung (vgl. BVGE 
2007/8 E. 2.1 S. 73, E. 5.6.5 S. 90 f.) - einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 
AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz - sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

Seite 6

D-3843/2009

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche  Beschwerde  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf Asylgesuche nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende die 
Behörden über ihre Identität täuschen und diese Täuschung aufgrund 
der Ergebnisse der erkennungsdienstlichen Behandlung oder anderer 
Beweismittel feststeht (Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG),

dass der Begriff  der Identität  im asylrechtlichen Sinn Namen, Vorna-
men, Staatsangehörigkeit, Ethnie, Geburtsdatum, Geburtsort und Ge-
schlecht  des  Asylsuchenden  umfasst  (Art. 1  Bst. a  der  Asylverord-
nung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV 1,  SR 
142.311]),

dass das BFM in seinem Entscheid in nachvollziehbarer Art und Weise 
darlegte, weshalb auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei,

dass diesbezüglich  zur  Vermeidung von Wiederholungen auf  die zu-
treffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung zu verweisen 
ist,

dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Rechtsmitteleingabe  den  vorins-
tanzlichen Erwägungen nichts entgegenzuhalten vermag,

dass gemäss der nach wie vor geltenden Praxis der damaligen  ARK 
zwar eine Knochenaltersanalyse als „anderes Beweismittel“ im Sinne 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG zu genügen vermag, sofern die Abwei-
chung zwischen dem festgestellten Knochenalter und dem behaupte-
ten (chronologischen) Alter drei Jahre übersteigt (vgl. EMARK 2001 Nr. 
23 E. 4 S. 186); dies indessen nicht mehr bedeutet  als die Feststel-
lung, dass über das wahre Alter getäuscht wurde (vgl. EMARK 2004 
Nr. 30 E. 6.2. S. 210),

dass in casu die am 4. März 2009 durchgeführte Knochenaltersanaly-
se ein Alter von mindestens 19 Jahren ergab, während der Beschwer-

Seite 7

D-3843/2009

deführer zu diesem Zeitpunkt aufgrund seines geltend gemachten Ge-
burtsdatums (...) erst 16 Jahre alt gewesen wäre,

dass  demnach  das  vom Beschwerdeführer  behauptete  Alter  im Ver-
gleich zum festgestellten Knochenalter noch innerhalb der „normalen“ 
Abweichungen liegt, weshalb die Knochenaltersanalyse zum Nachweis 
einer Identitätstäuschung im vorliegenden Fall  nicht genügt  und kein 
„anderes  Beweismittel“  als  Grundlage  eines  Nichteintretensentschei-
des im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG darstellt  (vgl. EMARK 
2001 Nr. 23 E. 4 S. 186),

dass eine allfällige Täuschung über das Alter des Beschwerdeführers 
auch anderweitig nicht erwiesen ist, zumal er keine rechtsgenüglichen 
Reise- oder Identitätspapiere zu den Akten reichte,

dass der Beschwerdeführer indessen aus seiner angeblichen Minder-
jährigkeit  nichts  zu seinen Gunsten ableiten kann,  hätte es doch an 
ihm gelegen, die geltend gemachte Minderjährigkeit zu beweisen, zu-
mal er diesbezüglich die objektive Beweislast trägt (vgl. EMARK 2004 
Nr.30),

dass das Bundesverwaltungsgericht LINGUA-Analysen des BFM zwar 
nicht  als  Sachverständigengutachten (Art. 12 Bst. e  VwVG; Art. 57 ff. 
des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilpro-
zess [BZP, SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG), sondern als schriftliche Aus-
künfte  einer  Drittperson  (Art. 12  Bst. c  VwVG;  Art. 49  BZP  i.V.m. 
Art. 19 VwVG) anerkennt, ihnen indessen - sofern bestimmte Anforde-
rungen an die fachliche Qualifikation, Objektivität und Neutralität des 
Experten wie auch an die inhaltliche Schlüssigkeit  und Nachvollzieh-
barkeit  der Analysen erfüllt  sind - erhöhten Beweiswert  zumisst  (vgl. 
EMARK 2003 Nr. 14 E. 7 S. 89; 1998 Nr. 34 S. 284 ff.),

dass  demnach  LINGUA-Analysen  grundsätzlich  geeignet  sind,  den 
Nachweis einer Identitätstäuschung im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. b 
AsylG zu erbringen (vgl. EMARK 1999 Nr. 19 E. 3d S. 125 f.),

dass  der  vorliegend  zu  beurteilenden,  ausführlich  begründeten 
LINGUA-Analyse nach den erwähnten Kriterien  erhöhter  Beweiswert 
zukommt,

dass  diese ferner  einen überzeugenden Eindruck  hinterlässt  und zu 
keinen Beanstandungen Anlass gibt,

Seite 8

D-3843/2009

dass das BFM somit in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. b AsylG zu 
Recht  auf  das  Asylgesuch  des Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen ist, ob der Vollzug der 
Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist 
(Art. 44 Abs. 2 AsylG),  diese Untersuchungspflicht  jedoch nach Treu 
und Glauben ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden 
findet (Art. 8 AsylG), welche auch die Substanziierungslast tragen (Art. 
7  AsylG),  und es deshalb nicht  Sache der  Asylbehörden sein kann, 
nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen  in  hypothetischen  Her-
kunftsländern zu forschen,

dass der  Beschwerdeführer deshalb die  Folgen seiner  mangelhaften 
Mitwirkung  respektive  der  Verheimlichung seiner  wahren Identität  zu 
tragen hat, indem vermutungsweise davon auszugehen ist, es würden 
einer Wegweisung in den tatsächlichen Heimatstaat keine landes- oder 
völkerrechtlichen  Vollzugshindernisse  im  Sinne  von  Art.  44  Abs.  2 
AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 2 - 4 AuG entgegenstehen (vgl. EMARK 2005 
Nr. 1 E. 3.2.2 S. 4 f.), zumal die von ihm geltend gemachten Gründe für 
das Verlassen seines Heimatlandes aufgrund der festgestellten Identi-
tätstäuschung jeglicher Grundlage entbehren und somit  keine „stich-
haltigen Gründe“ für die Annahme einer solchen darzustellen vermö-
gen,

dass im Übrigen keine weiteren persönlichen Gründe ersichtlich sind, 
aufgrund derer unter Umständen geschlossen werden könnte, der Be-

Seite 9

D-3843/2009

schwerdeführer  gerate  im Falle  der  Rückkehr  in  eine  existenzbedro-
hende Situation,  weshalb  der  Vollzug der  Wegweisung -  in  Überein-
stimmung mit der Vorinstanz - auch diesbezüglich als zumutbar zu be-
zeichnen ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4 
AsylG),

dass infolgedessen der vom Bundesamt verfügte Wegweisungsvollzug 
insgesamt zu bestätigen ist und eine Anordnung der vorläufigen Auf-
nahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1-3 des Reglements vom 21. Feb-
ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-
waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzu-
erlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

D-3843/2009

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(per Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig

Versand:

Seite 11