# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 95e40dd5-feb1-5bcf-b56f-6b83eafe2ab7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.02.2012 D-633/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-633-2009_2012-02-17.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­633/2009

U r t e i l   v om   1 7 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz),
Richter Robert Galliker, Richter Yanick Felley,   
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

Parteien A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
vertreten durch Barbara Frei­Koller,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 23. Dezember 2008 / N_______.

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Sachverhalt:

A.  
A.a.  Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  der  Beschwerdeführer,  ein  sri­
lankischer  Staatsangehöriger  tamilischer  Ethnie  aus  B._______, 
C._______,  seinen  Heimatstaat  am  15.  Dezember  2006  auf  dem 
Seeweg.  Über  D._______,  E._______  und  weitere,  ihm  unbekannte 
Länder  sei  er  am  22. März 2008  illegal  in  die  Schweiz  gelangt.  Am  13. 
Juni 2008 stellte er  im F._______ ein Asylgesuch, wo am 20. Juni 2008 
die  Kurzbefragung  stattfand.  Am  30.  Juni  2008  wurde  der 
Beschwerdeführer vom BFM direkt angehört.

Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  führte  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen  aus,  er  habe  über  vier  Jahre  Kontakte  zu  einem  Freund 
namens G._______ gepflegt, der seinerseits mit den Liberation Tigers of 
Tamil Eelam (LTTE) in Kontakt gestanden sei und an diese Informationen 
weitergegeben  habe,  er  wisse  jedoch  nichts  Genaueres  darüber. 
G._______  sei  am  (...)  mit  dem  Bus  von  H._______  nach  B._______ 
zurückgekehrt und danach spurlos verschwunden. Ein Bekannter von ihm 
habe G._______ noch an der Bushaltestelle gesehen. Am nächsten Tag 
hätten  sie  begonnen,  nach G._______  zu  suchen,  und  sich  dabei  auch 
auf dem Polizeiposten nach diesem erkundigt. Die Polizisten hätten ihnen 
jedoch  mitgeteilt,  dass  sie  keine  solche  Person  gesehen  oder 
festgenommen hätten. Diese Auskunft  habe aber  für  ihn nicht glaubhaft 
geklungen,  da  die  Polizei  in  der  fraglichen  Zeit  viele,  vornehmlich 
tamilische Personen  in weissen Kleinbussen  entführt  habe. Er  vermute, 
dass  G._______  möglicherweise  von  der  Polizei  entführt  worden  sein 
könnte.  Rund  (...) Monate  nach  dem Verschwinden  von G._______  sei 
die Polizei am (...) zu ihm nach Hause gekommen und er habe auf Frage 
der Polizisten erklärt, G._______ zu kennen und mit diesem befreundet 
zu sein. Daraufhin sei er sofort festgenommen und auf den Polizeiposten 
gebracht worden. Dort hätten ihn sieben oder acht Polizisten geschlagen 
und verschiedene Sachen gefragt,  so beispielsweise wo er die Bomben 
und  die  Waren  versteckt  habe.  Schliesslich  habe  seine  Mutter  einen 
Anwalt  beigezogen  und  auf  dem  Posten  seinen  Geburtsschein 
vorgewiesen, worauf er freigelassen worden sei. Zwei Tage später sei er 
von bewaffneten Polizisten zu Hause abgeholt und hinten auf einen Jeep 
gesetzt  worden.  Als  er  bemerkt  habe,  dass  sie  nicht  in  Richtung  des 
Polizeipostens  von  B._______  gefahren  seien,  habe  er  um  sein  Leben 
gefürchtet  und  sei  bei  der  nächsten  roten  Ampel  aus  dem  Jeep 
gesprungen, davongerannt und zum Haus seiner Tante geflüchtet. In der 

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Folge  habe  ihm  seine Mutter  zur  Ausreise  geraten  und  er  sei mit  Hilfe 
eines Schleppers mit dem Boot zunächst nach D._______ gelangt, wo er 
während eines Jahres habe bleiben müssen, ohne dass er  in Erfahrung 
gebracht habe, wo er sich genau befinde. Im (...) habe er D._______ mit 
einem Boot verlassen und sei nach I._______ gelangt, von wo aus er mit 
dem Flugzeug an einen  ihm unbekannten Ort gebracht und von dort mit 
dem  Auto  in  drei  Stunden  an  einen  weiteren  unbekannten  Standort 
gefahren  worden  sei.  Dort  habe  man  ihn  während  dreier  Monate 
eingesperrt, weil  er  dem Schlepper Geld  geschuldet  habe. Nachdem er 
aus der Wohnung habe flüchten können, habe er ein Tram bestiegen und 
an  einem  Bahnhof  in  einer  ländlichen  Gegend  einen  älteren  Tamilen 
getroffen,  der  ihm  erklärt  habe,  wo  er  um  Asyl  ersuchen  solle.  Für  die 
weiteren Ausführungen  des Beschwerdeführers wird,  soweit  wesentlich, 
auf die Akten verwiesen.

A.b.  Mit  Entscheid  des  BFM  vom  1.  Juli  2008  wurde  der 
Beschwerdeführer  für  den  Aufenthalt  während  des  Asylverfahrens  dem 
Kanton J._______ zugewiesen.

B. 
Mit Verfügung vom 23. Dezember 2008 – eröffnet am 31. Dezember 2008 
– lehnte  das  BFM  das  Asylbegehren  ab  und  ordnete  gleichzeitig  die 
Wegweisung  des Beschwerdeführers  aus  der Schweiz  und  den Vollzug 
an.  Die  Vorinstanz  begründete  ihre  Verfügung  im  Wesentlichen  damit, 
dass  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  die  Anforderungen  von 
Art.  3  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  die 
Flüchtlingseigenschaft  sowie  diejenigen  von  Art.  7  AsylG  an  die 
Glaubhaftigkeit  nicht  erfüllten.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  sei  als 
zulässig, zumutbar und möglich zu erachten.

C. 
Mit  an  das  Bundesverwaltungsgericht  gerichteter  Eingabe  vom 
30. Januar 2009 beantragte der Beschwerdeführer in materieller Hinsicht, 
es sei die Verfügung des BFM vom 23. Dezember 2008 aufzuheben, es 
sei die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und  ihm Asyl zu gewähren, 
eventualiter sei die Unzumutbarkeit der Wegweisung festzustellen und als 
Folge  davon  sei  ihm  von  Amtes  wegen  die  vorläufige  Aufnahme  zu 
erteilen.  In  prozessualer  Hinsicht  ersuchte  er  um  Anordnung  einer 
psychiatrischen  Untersuchung,  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses.  Überdies  seien  die  Vollzugsbehörden  mittels 

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vorsorglicher  Massnahmen  anzuhalten,  von  allfälligen 
Vollzugshandlungen  abzusehen.  Auf  die  Begründung  wird,  soweit 
entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Der  Beschwerdeführer  legte  seiner  Rechtsmitteleingabe  (Auflistung 
Beweismittel) bei.

D. 
Mit  Verfügung  des  Instruktionsrichters  vom  20.  März  2009  wurde  dem 
Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Verfahrens in der 
Schweiz abwarten könne. Es wurde  ihm Gelegenheit gewährt,  innert 30 
Tagen  nach  Erhalt  der  Verfügung  das  Ergebnis  einer  psychiatrischen 
Untersuchung  sowie  eine  Erklärung  über  die  Entbindung  von  der 
ärztlichen  Schweigepflicht  gegenüber  den  Asylbehörden  einzureichen, 
wobei  im Unterlassungsfall  aufgrund  der  Akten  entschieden werde.  Die 
Behandlung  der  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  wurde  auf  einen  Zeitpunkt  nach  Eingang  der 
Beweismittel  beziehungsweise  nach  Ablauf  der  diesbezüglich 
angesetzten Frist verwiesen.

E. 
Mit Eingabe vom 21. April 2009 reichte der Beschwerdeführer (Auflistung 
Beweismittel) zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 

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17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von 
Art.  83  Bst.  d  Ziff  .1  BGG  liegt  nicht  vor,  weshalb  das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.

1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.4. Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden  in der 
Regel  in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen  (vgl. Art. 21 
Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen 
auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 
AsylG).

2. 
2.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

2.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

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3. 
3.1.  Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  des  ablehnenden 
Asylentscheids im Wesentlichen aus, es sei schwer nachvollziehbar, dass 
sich die Flucht des Beschwerdeführers am (...) in der geschilderten Weise 
ereignet habe. Einerseits überrasche die Tatsache, dass die Polizei einen 
vermeintlichen  Sympathisanten  der  LTTE  ohne  Fesseln  auf  einem 
offenen Fahrzeug transportiert habe. Andererseits sei zu bezweifeln, dass 
der  Beschwerdeführer  aus  dem  Jeep  gesprungen  sein  soll,  wenn  laut 
eigenen Angaben fünf mit Gewehren bewaffnete Polizisten neben und vor 
ihm  gesessen  sein  sollen.  Dass  es  ihm  gelungen  sein  soll,  fünf 
bewaffneten  Polizisten  auf  diese  Weise  zu  entkommen,  erscheine 
ausgesprochen unwahrscheinlich. Somit bestünden ernsthafte Zweifel an 
der Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Vorbringen.

Weiter  habe  der  Beschwerdeführer  geschildert,  mit  einem  Boot  von 
Sri Lanka  aus  nach  D._______  gefahren  und  dort  ein  Jahr  lang 
zusammen  mit  (...)  anderen  Personen  in  einem  Haus  festgehalten 
worden  zu  sein.  Er  sei  nicht  in  der  Lage,  genaue  Angaben  zum 
Aufenthaltsort in D._______ oder zu seiner Ausreise zu machen. Sodann 
mache er geltend, nach der Flugreise ab  I._______ habe man  ihn noch 
einmal  drei  Monate  lang  an  einem  unbekannten  Ort  festgehalten.  Da 
diese  Schilderungen  unsubstanziiert  ausgefallen  seien,  sei  der  Schluss 
zulässig, dass die Vorbringen nicht erlebt worden seien. Die Behauptung, 
während  eines  ganzen  Jahres  in  D._______  mit  keinem  einzigen 
Einheimischen  kommuniziert  zu  haben  und  selbst  nach  einem  Jahr 
keinen Anhaltspunkt zum Aufenthaltsort gehabt zu haben, sei haltlos und 
realitätsfremd.  Noch  unwahrscheinlicher  erscheine,  dass  der 
Beschwerdeführer,  der  sich  an  die  genaue  Abflugs­  und  Ankunftszeit 
sowie an den Tag des Fluges ab  I._______ erinnern  könne,  nicht  auch 
die  Destination  oder  die  Fluggesellschaft  in  Erfahrung  gebracht  haben 
soll.  Überdies  habe  er  keine  Kenntnis,  wo man  ihn  nach  der  Flugreise 
während dreier Monate festgehalten habe, obwohl er behaupte, aus dem 
Haus  ausgebrochen  und  zu  Fuss  bis  nach  K._______  gelangt  zu  sein. 
Dort habe er eigenen Angaben zufolge sogar einer Fahrkartenkontrolle im 
Tram zu entgehen gewusst. Es sei demnach von  ihm zu erwarten, dass 
er  auch  ausfindig  machen  könne,  wo  er  sich  genau  befinde.  Die 
dargelegten  Zweifel  würden  durch  die  unsubstanziierte  Schilderung 
bezüglich der Einreise in die Schweiz verstärkt.

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Zum Vorfall vom (...), als er festgenommen und nach Intervention seiner 
Mutter und mit Hilfe eines Anwalts gleichentags wieder freigekommen sei, 
sei  anzuführen,  dass  die  sri­lankische  Regierung  gegen  Mitglieder  der 
LTTE, derer sie habhaft werde, regelmässig strafrechtliche Massnahmen 
einleite,  indem  sie  diese  in  Haft  setzen  und  in  ein  Zentralgefängnis 
überführen  lasse.  Hinsichtlich  des  vom  Beschwerdeführer  geltend 
gemachten Sachverhalts scheine es deshalb wenig wahrscheinlich, dass 
die sri­lankischen Sicherheitskräfte einen erhärteten Verdacht gegen  ihn 
hegten  und  ihn  in  asylrechtlich  relevanter  Weise  zu  verfolgen 
beabsichtigten.

3.2.  Demgegenüber  brachte  der  Beschwerdeführer  in  seiner 
Beschwerdeschrift  im Wesentlichen  vor,  er  habe  sich  bei  seiner  Flucht 
aus dem Jeep in einer speziellen Situation befunden. So habe er wegen 
der  in der Haft erlittenen Folter ein schweres psychisches Leiden davon 
getragen,  das  in  der  Folge  jeden  Schritt  seines  Handelns  beeinflusst 
habe.  Anlässlich  der  zweiten  Festnahme  sei  er  von  Panik  ergriffen 
gewesen, als das Polizeifahrzeug aus der Stadt hinaus gefahren sei.  In 
diesem Zeitpunkt sei ihm jedes Mittel Recht gewesen, um den Polizisten 
zu  entkommen.  Da  er  nichts  mehr  zu  verlieren  gehabt  und  mit  dem 
bevorstehenden  Tod  gerechnet  habe,  sei  er  dieses  grosse  Wagnis 
eingegangen.  Dass  die  Flucht  schliesslich  auch  gelungen  sei,  sei 
einerseits  in gewissen Unzulänglichkeiten im Vorgehen der Polizisten zu 
erblicken und andererseits der einsetzenden Dunkelheit und seinen guten 
Ortskenntnissen  zu  verdanken.  Ein  solches  Szenario  sei  durchaus 
realistisch,  wie  auch  Berichterstattungen  aus  tamilischen  Zeitungen 
belegten,  wonach  mehreren  Tamilen  die  Flucht  aus  dem  Gefängnis 
gelungen sei. Weiter sei die Ursache für seine Unfähigkeit, sich über den 
genauen  Aufenthaltsort  in  D._______  zu  äussern,  angesichts  seiner 
geringen  Schulbildung,  der  eingeschränkten  Sprachkenntnisse,  des 
Umstandes, dass sie nur einzeln und in Begleitung eines zum Schlepper 
gehörenden  Mannes  das  Haus  hätten  verlassen  dürfen,  und  seiner 
Angst, bei einem Kontakt mit Einheimischen die Rückkehr nach Sri Lanka 
antreten  zu  müssen,  leicht  nachvollziehbar.  Seine  Unfähigkeit,  die 
essentiellen Daten seines Fluges ab  I._______  in Erfahrung zu bringen, 
hänge damit zusammen, dass er die während des Fluges gesprochenen 
Sprachen nicht verstanden habe. Es sei dabei auch zu beachten, dass er 
sich  auf  dem  ersten  Flug  seines  Lebens  befunden  habe  und  dieses 
Ereignis etwas komplett Neues dargestellt habe. Hinzu komme, dass er 
sich  seit  über  einem  Jahr  nur  noch  passiv  verhalten  habe,  da  seine 
Angelegenheiten  vom  Schlepper  und  dessen  Mitarbeitern  geregelt 

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worden  seien.  So  sei  er  zu  diesem  Zeitpunkt  gar  nicht  mehr  gewohnt 
gewesen,  selbstständig  Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten. 
Ferner  würden  die  Umstände  seines  dreimonatigen  Gewahrsams 
erklären, weshalb er nicht gewusst habe, an welchem Ort er festgehalten 
worden  sei.  Bei  der  Beurteilung  der  Glaubhaftigkeit  dürfe  seine 
psychische  Verfassung  nicht  ausser  Acht  gelassen  werden.  So  sei  er 
nach dem menschenverachtenden Verhör auf dem Polizeiposten vom (...) 
verängstigt,  verunsichert,  verlegen  und  er  leide  an  regelmässig 
wiederkehrenden  Kopfschmerzen,  die  mitursächlich  für  seine 
Konzentrationsschwierigkeiten  seien. Überdies  hätten  ihm die Polizisten 
damals  mit  glühenden  Zigaretten  zahlreiche  Verbrennungen  im 
Brustbereich  zugefügt. Dass er anlässlich der beiden Befragungen über 
diese Folter nicht gesprochen habe, sei typisch für Folteropfer und deren 
Selbstschutz­  und  Verdrängungsmechanismus.  Die  beiden  Festnahmen 
und  die  dabei  erlittenen  Nachteile  hätten  bei  ihm  einen  unerträglichen 
psychischen Druck  bewirkt.  Die  grossen  psychischen  Ängste,  denen  er 
stets ausgesetzt sei, zeigten sich durch seine Reaktion im Anschluss an 
den negativen Asylentscheid der Vorinstanz, als er sich aus Verzweiflung 
an  diversen  Körperstellen  schwere  Schnittverletzungen  zugefügt  habe. 
So würde er lieber sterben, als zurück nach B._______ zu gehen, wo ihm 
erneutes  menschenunwürdiges  Leiden  drohe.  Er  sei  in  seiner  Heimat 
seitens  der  sri­lankischen  Sicherheitskräfte  einer  asylrelevanten 
Verfolgung ausgesetzt gewesen.

3.3.  Nach  Würdigung  der  Akten  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zum  Schluss,  dass  die  Erwägungen  der  Vorinstanz  zur  fehlenden 
Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  sowie  zu  den 
fehlenden  Voraussetzungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  zutreffen  und 
die  Ausführungen  in  der  Beschwerdeschrift  und  die  eingereichten 
Beweismittel an dieser Sichtweise nichts zu ändern vermögen. So hat die 
Vorinstanz  im  angefochtenen  Entscheid  die  Gründe,  weshalb  aufgrund 
der  Aktenlage  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  einesteils  als 
realitätsfremd,  substanzarm,  vage  und  somit  als  unglaubhaft  sowie 
anderenteils  als  asylirrelevant  zu  erachten  sind,  in  schlüssiger  und 
einlässlicher  Weise  aufgezeigt,  weshalb  zur  Vermeidung  von 
Wiederholungen  auf  die  entsprechenden  Ausführungen  im 
angefochtenen Entscheid verwiesen werden kann.

Der Einwand des Beschwerdeführers, wonach er in Panik geraten sei und 
aus Angst um sein Leben alles riskiert habe, weshalb er an der Kreuzung 
aus  dem  Jeep  gesprungen  sei,  vermag  die  in  diesem  Zusammenhang 
entstandenen  Ungereimtheiten  im  Sachverhaltsvortrag  nicht  zu 

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entkräften.  So  ist  das  angebliche  Verhalten  der  Polizisten,  die  den 
Beschwerdeführer  ungefesselt  auf  einem offenen Fahrzeug  transportiert 
haben  sollen,  angesichts  der  dargelegten  Vorgehensweise  seiner 
Festnahme  (sechs  bis  sieben  bewaffnete  Polizisten  hätten  sein 
Wohnhaus umstellt und seien von jeder Seite gekommen (vgl. act. A5/15, 
S. 7)  als  derart  unbedarft  zu  qualifizieren,  dass  es  sich  mit  der 
geschilderten professionellen Vorgehensweise der gleichen Polizisten bei 
der  Festnahme  nicht  in  Übereinstimmung  bringen  lässt,  zumal  dadurch 
das  Risiko  eines  Fluchtversuchs  aus  der  Sicht  der  sri­lankischen 
Behörden unnötig erhöht worden wäre. In diesem Zusammenhang bleibt 
unerklärt, wie der Beschwerdeführer an den direkt neben  ihm sitzenden 
Polizisten  vorbeigekommen  sein  soll,  ist  doch  davon  auszugehen,  dass 
jedes Verlangsamen und Anhalten des Jeeps für die Sicherheitskräfte mit 
Blick  auf  eine  mögliche  Flucht  des  Beschwerdeführers  einen  heiklen 
Moment  darstellte  und  sie  daher  in  diesem  Augenblick  speziell 
aufmerksam gewesen  sein  dürften.  Seine Behauptung,  er  sei  am Rand 
der  hinteren  Klappentür  gesessen  (vgl.  act.  A5/15,  S.  8,  F74  f.),  ist  in 
Anbetracht  des  erwähnten  Fluchtrisikos  nicht  glaubhaft.  Alleine  der 
Hinweis  auf  die  einsetzende  Dunkelheit  und  die  guten  Ortskenntnisse 
vermögen  an  dieser  Einschätzung  nichts  zu  ändern,  ist  doch  davon 
auszugehen,  dass  die  in  der  Polizeistation  B._______  stationierten 
Polizisten über vergleichbare Ortskenntnisse verfügen. Auch der Hinweis 
auf  die  eingereichten  Zeitungsartikel  aus  tamilischen  Zeitungen,  welche 
belegten, dass das geschilderte Szenario durchaus realistisch sei, zumal 
mehreren  Tamilen  die  Flucht  aus  dem  Gefängnis  von  L._______ 
gelungen  sei,  bleibt  unbehelflich,  zumal  diese  Zeitungsartikel  –  gemäss 
welchen  (Schilderung  des  Inhalts  der  Artikel)  –  keinen  Zusammenhang 
mit dem Beschwerdeführer erkennen lassen oder einen Hinweis auf eine 
Gefährdung desselben zu geben vermögen. Im Übrigen bleibt  in diesem 
Zusammenhang unerklärt, wie die Polizei überhaupt von der angeblichen 
Unterstützungstätigkeit  von  G._______  für  die  LTTE  gewusst  und  von 
dieser  auf  eine  mögliche  Sympathie  des  Beschwerdeführers  für  diese 
Organisation  geschlossen  haben  will.  Zudem  will  die  Polizei  auf 
Nachfrage  des  Beschwerdeführers  im  Anschluss  an  das  Verschwinden 
von G._______ einerseits  von einer  solchen Person gar  keine Kenntnis 
gehabt haben  ("...,  sie wüssten von nichts.";  vgl. act. A5/15, S. 5). Dem 
widersprechend führte er im Verlaufe der direkten Anhörung an, "jemand" 
müsse der Polizei von seiner Freundschaft zu G._______ erzählt haben 
(vgl.  act.  A5/15,  S.  7).  Weiter  erstaunt  es,  dass  die  sri­lankischen 
Sicherheitskräfte  den  Beschwerdeführer,  nachdem  man  ihn  zwei  Tage 
vorher  festgenommen,  befragt  und  nach  Intervention  eines  Anwalts 

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wieder  freigelassen  habe  –  was  den  Schluss  zulässt,  dass  sich  ein 
allfälliger  Verdacht  im  Zusammenhang  mit  den  LTTE  nicht  erhärtete – 
gleich  darauf  wieder  hätten  festnehmen  wollen  und  für  die  Festnahme 
dieser Einzelperson gleich ein solch massives Polizeiaufgebot verwendet 
haben sollen.

Soweit  der  Beschwerdeführer  für  seine  Unfähigkeit,  sich  über  den 
genauen  Aufenthaltsort  in  D._______  zu  äussern,  auf  seine  geringe 
Schulbildung, eingeschränkte Sprachkenntnisse, den Umstand, dass sie 
nur einzeln und in Begleitung eines zum Schlepper gehörenden Mannes 
das  Haus  hätten  verlassen  dürfen,  und  auf  seine  Angst,  bei  einem 
Kontakt  mit  Einheimischen  die  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  antreten  zu 
müssen,  verweist,  sind  diese  Einwände  als  nicht  stichhaltig  zu 
qualifizieren.  So  besuchte  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben 
zufolge  während  (...)  Jahren  die  Schule  und  (Nennung  berufliche 
Tätigkeit) (vgl. act. A5/15, S. 3), weshalb nicht davon gesprochen werden 
kann, der Beschwerdeführer sei wegen mangelnder Bildung nicht  in der 
Lage gewesen, seinen genauen Aufenthaltsort in D._______ zu erfassen. 
Auch  ist  aus  seinen Äusserungen  anlässlich  der Bundesanhörung  nicht 
zu folgern, er und die übrigen im Haus befindlichen Flüchtlinge hätten nur 
einzeln und in Begleitung eines zum Schlepper gehörenden Mannes das 
Haus verlassen können. So brachte er beim BFM vor, dieser Mann habe 
hauptsächlich für sie eingekauft (vgl. act. A5/15, S. 10), was den Schluss 
zulässt, dass dieser nicht  für sämtliche Einkäufe verantwortlich war. Der 
Beschwerdeführer  führt  denn  auch  in  diesem Zusammenhang  an,  dass 
sie, wenn sie  irgendwelche Sachen  im Laden hätten einkaufen müssen, 
dies aufgeschrieben oder im Geschäft mit der Hand darauf gezeigt hätten 
und  anschliessend  wieder  ins  Haus  zurückgekehrt  seien.  Ausserdem 
habe man dort aus Angst vor der Polizei nicht viel umhergehen können 
(vgl. act. A5/15, S. 10). Diese Ausführungen zeigen jedoch, dass es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gänzlich  unmöglich  war,  sich  an  seinem 
Aufenthaltsort  zu  bewegen  und  in  Kontakt  mit  der  einheimischen 
Bevölkerung  zu  treten,  was  es  ihm  ermöglicht  hätte,  gewisse 
Anhaltspunkte  zu  den Örtlichkeiten  zu  erhalten. Weiter  ist  der  Einwand 
des Beschwerdeführers, seine Unfähigkeit, die essentiellen Daten seines 
Fluges  ab  I._______  in  Erfahrung  zu  bringen,  sei  auf  seine  fehlenden 
Sprachkenntnisse  zurückzuführen,  angesichts  des  Umstandes,  dass  es 
ihm  möglich  war,  die  genaue  Abflugs­  und  Ankunftszeit  sowie  den 
genauen  Tag  des  Fluges  ab  I._______  zu  benennen,  als  blosse 
Schutzbehauptung zu werten. Gerade aufgrund des Umstandes, dass es 
sich  um  den  ersten  Flug  seines  Lebens  gehandelt  habe,  müsste  sich 

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diese  –  wie  er  in  seiner  Beschwerdeschrift  anführt  –  komplett  neue 
Erfahrung  besonders  gut  in  sein  Gedächtnis  eingeprägt  haben, 
unbesehen des behaupteten Umstandes, dass er es nicht mehr gewohnt 
gewesen  sei,  selbstständig  Informationen  aufzunehmen  und  zu 
verarbeiten.  Überdies  vermag  alleine  der  Hinweis  auf  die  Umstände 
seines  dreimonatigen  Gewahrsams,  welche  sein  Nichtwissen  des 
Festhalteortes  erklären  würden,  die  diesbezüglich  einlässlichen  und 
zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen nicht zu entkräften.

Soweit  der  Beschwerdeführer  auf  seine  angeschlagene  psychische 
Verfassung verweist, die auf das Verhör auf dem Polizeiposten vom (...) 
zurückzuführen  sei,  wobei  regelmässig  wiederkehrende  Kopfschmerzen 
mitursächlich  für  seine Konzentrationsschwierigkeiten seien und  ihm die 
Polizisten  damals  überdies  mit  glühenden  Zigaretten  zahlreiche 
Verbrennungen  im  Brustbereich  zugefügt  hättten,  was  er  aufgrund  des 
Folteropfern  typischen  Selbstschutz­  und  Verdrängungsmechanismus 
bislang  verschwiegen  habe,  ist  Folgendes  festzuhalten:  Das 
charakteristische  Merkmal  für  Folteropfer  mit  einer  sogenannten 
posttraumatischen Belastungsstörung stellt die ausgeprägte Tendenz dar, 
der  bewussten  Auseinandersetzung  mit  traumatischen  Erlebnissen 
auszuweichen.  So  ist  es  heute  durch  eine  Vielzahl  von  Studien  und 
Erfahrungsberichten  belegt,  dass  Folteropfer  weitgehend  unfähig  sind, 
über  das  Erlebte  zu  berichten,  solange  nicht  ein  Klima  des  Vertrauens 
hergestellt  ist,  um  das  Vorgefallene  in  so  sensiblen  Bereichen  zu 
offenbaren.  So  gehören  zu  den  häufigsten  Traumata  entweder  eine 
ernsthafte  Bedrohung  des  eigenen  Lebens  beziehungsweise  der 
körperlichen  Integrität  (etwa  Folter),  ernsthafte  Bedrohung  oder 
Schädigung der eigenen Kinder, des Ehepartners oder naher Verwandter 
sowie  die  plötzliche  Zerstörung  des  eigenen  Zuhauses.  Zu  den  Folgen 
gehören auch Gedächtnisschwäche oder Konzentrationsschwierigkeiten. 
Jedoch  leiden  nicht  nur  Folteropfer  unter  einer  posttraumatischen 
Belastungsstörung,  sie  kann  bei  allen  Menschen  auftreten,  die  einem 
traumatischen  Erlebnis  ausgesetzt  waren.  Die  Annahme  einer  solchen 
posttraumatischen Belastungsstörung respektive des Vorliegens eines für 
Folteropfer  typischen  Selbstschutz­  und  Verdrängungsmechanismus – 
gemäss  dem  eingereichten  ärztlichen  Bericht  (...)  bestehe  beim 
Beschwerdeführer  (Nennung  Diagnose)  –  rechtfertigt  sich  jedoch 
vorliegend  nicht:  So  schilderte  der  Beschwerdeführer  bereits  im 
Empfangszentrum die hier  interessierenden Vorkommnisse  (Festnahme, 
Haft, Folter) von sich aus ohne Umschweife und offenbar ohne sichtbare 
oder merkbare Gemütsbewegungen. Auch anlässlich der Anhörung durch 

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das  BFM  stellten  offenbar  weder  die  Befragerin  noch  die  anwesende 
Hilfswerkvertreterin  merkliche  Verhaltensauffälligkeiten  bei  der 
Schilderung  dieser  geltend  gemachten  Ereignisse  fest  oder  sahen  sich 
jedenfalls  nicht  veranlasst,  diesbezügliche  Feststellungen  im  Protokoll 
oder in einem Protokollanhang anzumerken, was jedoch regelmässig der 
Fall  ist  bei  entsprechenden  Auffälligkeiten  von  Befragten.  Da  den 
Befragungsprotokollen  keinerlei  Hinweise  auf 
Konzentrationsschwierigkeiten  des  Beschwerdeführers  während  der 
Befragungen  zu  entnehmen  sind  und  er  am  Schluss  der  direkten 
Anhörung auf Nachfrage anführte, er habe alles sagen können, was  für 
sein  Asylgesuch  wichtig  erscheine,  und  überdies  die  Korrektheit  und 
Wahrheit  seiner  Asylvorbringen  nach  Rückübersetzung  unterschriftlich 
bestätigte (vgl. act. A5/15, S. 13  f.),  lassen sich die  festgestellten vagen 
und  unsubstanziierten  Schilderungen  nicht  auf  eine  posttraumatische 
Belastungsstörung  respektive  die  oben  angeführte  Diagnose 
zurückführen,  weshalb  sich  der  Beschwerdeführer  bei  seinen  als 
unglaubhaft  zu erachtenden Aussagen behaften  lassen muss. Aus dem 
(...)  Bericht  wird  ersichtlich,  dass  weitere  ärztliche  Konsultationen 
vorgesehen  sind.  Aktuelle  ärztliche  Zeugnisse  oder  Berichte  liegen 
jedoch  nicht  vor.  Dem  Beschwerdeführer  wäre  es  jedoch  vorliegend 
angesichts  seiner Mitwirkungspflicht  gemäss  Art.  8  Abs. 1  Bst.  d  AsylG 
möglich  und  zumutbar  gewesen,  weitere  ärztliche  Berichte  nach  deren 
Erhalt  umgehend  und  unaufgefordert  dem  Bundesverwaltungsgericht 
einzureichen, da  ihm bereits mit Verfügung des  Instruktionsrichters vom 
20. März 2009 die Rechtslage hinsichtlich der ihm obliegenden Pflicht zur 
Beschaffung von entsprechenden Beweismitteln dargelegt wurde und es 
sich bei seiner Rechtsvertretung um eine  im Asylrecht erfahrene Person 
respektive  Institution  handelt.  Da  es  der  Beschwerdeführer  unterliess, 
zusätzliche  Beweismittel  zu  seinem  psychischen  Gesundheitszustand 
einzureichen,  ist  weiterhin  von  der  im  erwähnten  ärztlichen  Bericht 
gestellten Diagnose und  jedenfalls nicht von einer Verschlimmerung des 
dargelegten  Krankheitsbildes  auszugehen.  Die  vorliegend  festgestellten 
psychischen Beeinträchtigungen können angesichts dieser Ausführungen 
somit  nicht  ursächlich  auf  die  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers 
zurückgeführt  werden,  sondern  beruhen  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  auf  anderen  Ursachen.  Hinsichtlich  der  mit  Bildern 
dokumentierten und angeblich durch Polizisten mit glühenden Zigaretten 
verursachten  Verbrennungen  im  Brustbereich  ist  aufgrund  dieser 
Erwägungen ebenso wenig erstellt,  dass diese Verletzungen  tatsächlich 
im  Verlaufe  der  vorgebrachten  Folter  zugefügt  und  vom 
Beschwerdeführer  aufgrund  eines  Traumas  anlässlich  der  Anhörungen 

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verschwiegen  wurden.  Zwar  sollen  die  Grössenveränderungen  der  sich 
am  Brustkasten  des  Beschwerdeführers  befindlichen  Narben  gemäss 
dem  ärztlichen  Zeugnis  vom  (...)  zu  den  Angaben  passen,  dass  diese 
Narben durch Zigaretten der Polizeibehörden anlässlich von Folterungen 
zugefügt  worden  seien.  Nicht  auszuschliessen  ist  jedoch  auch,  dass  er 
sich  aufgrund  der  im  ärztlichen Bericht  (...)  gestützt  auf  seine Angaben 
gemachten  Feststellungen,  wonach  er  Aggressionen  gegen  sich  selber 
habe  und  sich  in  diesem  Zusammenhang  selber  verletze,  sowie  des 
Umstandes,  dass  er  sich  als  Reaktion  im  Anschluss  an  den  negativen 
Asylentscheid der Vorinstanz aus Verzweiflung an diversen Körperstellen 
schwere  Schnittverletzungen  zugefügt  habe,  die  in  Frage  stehenden 
Verletzungen (Verbrennungen) selber zugefügt hat.

Im  Übrigen  ist  hinsichtlich  des  Vorbringens,  wonach  der 
Beschwerdeführer  am  (...)  festgenommen,  verhört  und  auf  dem 
Polizeiposten  misshandelt  worden  sei,  bis  der  von  seiner  Mutter 
beauftragte  Anwalt  gleichentags  seine  Freilassung  erwirkt  habe, 
anzuführen, dass dieser Vorfall vor dem Hintergrund der Bekämpfung des 
Terrorismus  der  LTTE  durch  die  sri­lankische  Armee  zu  sehen  ist. 
Diesbezüglich  gilt  es  ausdrücklich  festzuhalten,  dass  die 
Kontrollmassnahmen der sri­lankischen Sicherheitskräfte nicht gegen die 
Tamilen  im allgemeinen gerichtet sind, sondern konkret der Suche nach 
LTTE­Mitgliedern  dienen.  In  diesem  Zusammenhang  bleibt  es  ferner 
asylrechtlich irrelevant, ob seitens der sri­lankischen Sicherheitskräfte ein 
begründeter Verdacht einer LTTE­Mitgliedschaft beim Beschwerdeführer 
bestanden  haben  könnte  oder  nicht,  zumal  dadurch  die  Legitimität  der 
Terrorismusbekämpfung  nicht  in  Frage  gestellt  wird.  Der 
Beschwerdeführer weist ferner darauf hin, dass die ihm durch die Polizei 
zugefügten  Nachteile  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirkt 
hätten. Die von ihm geschilderten Ereignisse – sofern diese als glaubhaft 
erachtet  werden  können  –  waren  nicht  von  derart  einschneidender 
Intensität,  als  dass  sie  als  ernsthafte  Nachteile  –  Art.  3  AsylG  nennt 
namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit oder Erzeugen 
eines unerträglichen psychischen Drucks – bezeichnet werden könnten. 
Letzterer  lässt sich vorliegend auch deshalb nicht bejahen, weil mit dem 
Begriff  des  unerträglichen  psychischen  Drucks  nicht  ein 
Auffangtatbestand geschaffen werden sollte, um auch weniger  intensive 
Eingriffe  in  Leib,  Leben  oder  Freiheit  flüchtlingsrechtlich  anzuerkennen. 
Vielmehr soll diese Formulierung erlauben, auch staatliche Massnahmen 
zu erfassen, die sich nicht unmittelbar gegen die Rechtsgüter Leib, Leben 
oder Freiheit  richten,  sondern auf andere Weise ein menschenwürdiges 

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Leben  verunmöglichen  (vgl.  Botschaft,  BBl  1983  III  783).  Die 
Anforderungen  an  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck erzeugen, sind grundsätzlich hoch.

3.4. Zusammenfassend  ist  festzustellen, dass der Beschwerdeführer die 
Flüchtlingseigenschaft  mangels  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen 
beziehungsweise  fehlender  Asylrelevanz  nicht  erfüllt.  Unter  diesen 
Umständen hat  die Vorinstanz  sein Asylgesuch  zu Recht  abgelehnt. Es 
erübrigt sich deshalb, auf die weiteren Vorbringen – so insbesondere auf 
die behauptete Suche nach dem Beschwerdeführer nach Verlassen des 
Heimatlandes  –  und  die  anderen  als  Beweismittel  eingereichten 
Dokumente  im  Einzelnen  einzugehen,  da  diese  am  Ergebnis  nichts  zu 
ändern vermögen.

4. 
4.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

4.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde daher zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 
2009/50  E.9.2  S.  733  sowie  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2001  Nr. 
21).

5. 
Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 
möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den 
gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember  2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

5.1. 
5.1.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  in  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

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So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Dieses 
flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen, die die 
Flüchtlingseigenschaft  im Sinne  von Art.  3 AsylG  respektive Art.  1A FK 
erfüllen.

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4. 
November  1950  zum Schutze  der Menschenrechte  und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand  in einen Staat ausgeschafft werden,  in 
dem ihm Folter oder eine andere Art unmenschlicher oder erniedrigender 
Strafe oder Behandlung droht.

5.1.2. Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann 
das  in  Art.  5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen 
Rückschiebungsverbots  vorliegend  nicht  zur  Anwendung  gelangen.  Der 
Vollzug der Wegweisung nach Sri Lanka  ist demnach unter dem Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Weder  aus  den Aussagen  des Beschwerdeführers  noch  aus  den Akten 
ergeben  sich  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofs  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete 
Gefährdung ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im 
Falle  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung 
drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil 
vom  28.  Februar  2008,  Beschwerde  Nr.  37201/06,  §§  124­127,  mit 
weiteren Hinweisen).  Dies  ist  vorliegend  nicht  der  Fall.  Es  besteht  kein 
konkreter Anlass  zur Annahme, dem Beschwerdeführer würde bei einer 
Rückkehr  in  sein  Heimatland  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung 

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drohen. Auch die Hinweise auf die allgemeine Menschenrechtssituation in 
Sri  Lanka  vermögen  diesbezüglich  zu  keiner  anderen  Beurteilung  des 
Sachverhaltes zu führen.

5.1.3.  Was  die  im  ärztlichen  Bericht  (...)  diagnostizierte  (Nennung 
Diagnose) betrifft, so kann gemäss der Praxis des EGMR der Vollzug der 
Wegweisung  eines  abgewiesenen  Asylsuchenden  mit  gesundheitlichen 
Problemen  im  Einzelfall  einen  Verstoss  gegen  Art.  3  EMRK  darstellen; 
hierfür  sind  jedoch  ganz  aussergewöhnliche  Umstände  Voraussetzung 
(vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1. S. 211 f., mit einer Zusammenfassung 
der  Rechtsprechung  des  EGMR).  Vorliegend  können  solche  ganz 
aussergewöhnlichen  Umstände  („very  exceptional  circumstances“),  wie 
sie  der  EGMR  in  seinem  Urteil  vom  2.  Mai  1997  i.S.  D.  gegen 
Grossbritannien  feststellte,  wo  neben  einer  kurzen  Lebenserwartung 
aufseiten  des  an  AIDS  erkrankten  Auszuweisenden  erschwerend  die 
Gefahr eines Todes unter extremen physischen und psychischen Leiden 
hinzukam, hinlänglich ausgeschlossen werden (vgl. BVGE 2011/9 E. 7.1 
S. 117 f., BVGE 2009/2 E. 9.1.3).

5.1.4. Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im 
Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

5.2.  
5.2.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für 
Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­ 
oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind, 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 
83  Abs.  7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  BVGE 
2009/51 E.  5.5  S.  748,  BVGE  2009/41 E.  7.1  S.  576  f.;  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8.  März 
2002, BBl 2002 3818). 

5.2.2. Das  Bundesverwaltungsgericht  nahm  im Urteil  BVGE  2008/2  zur 
Frage  der  Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  nach Sri  Lanka  eine 
Lageanalyse  vor.  Gemäss  der  damals  festgelegten  Praxis  war  bei 
abgewiesenen  Asylsuchenden  tamilischer  Ethnie,  die  aus  dem 
Grossraum  Colombo  oder  dessen  Umgebung  stammen,  grundsätzlich 
von  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  diese  Gebiete 
auszugehen  (vgl.  BVGE  2008/2  E.  7.6.1  S.  20).  In  die  Nord­  und 

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Ostprovinzen  war  der  Wegweisungsvollzug  hingegen  unzumutbar  (vgl. 
BVGE 2008/2 E. 7.6.2 S. 21). 

5.2.3.  Im  zur  Publikation  bestimmten  Urteil  BVGE  E­6220/2006  vom 
27. Oktober  2011  hat  das  Bundesverwaltungsgericht  angesichts  der 
veränderten Lage nach dem Ende des sri­lankischen Bürgerkriegs im Mai 
2009 eine erneute Beurteilung vorgenommen. In Bezug auf die Frage der 
Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  ist  es  dabei  zur  Einschätzung 
gelangt, dass der Wegweisungsvollzug in das sogenannte "Vanni­Gebiet" 
weiterhin  unzumutbar  ist.  Für  Personen,  die  aus  dem  übrigen 
Staatsgebiet  stammen,  ist  der  Wegweisungsvollzug  hingegen 
grundsätzlich zumutbar  (vgl. Urteil BVGE E­6220/2006 vom 27. Oktober 
2011 E. 13.2.2.3. und 13.3.).

5.2.4. Der Beschwerdeführer stammt aus der in der C._______ liegenden 
Stadt  B._______,  wohin  der  Wegweisungsvollzug  gemäss  den 
Ausführungen  in E.  5.2.3.  grundsätzlich  zumutbar  ist. Er  ist  noch  relativ 
jung,  alleinstehend  und  verfügt  über  eine  (...)  Schulbildung  sowie  über 
mehrjährige Berufserfahrung als  (...)  (vgl. act. A1/8; 2  f.; A5/15, S. 3  f.); 
somit  besitzt  er  gute  Voraussetzungen,  um  im  Heimatland  wieder 
beruflich Fuss zu fassen. Des Weiteren hat er mit seinen nach wie vor in 
B._______ wohnhaften nächsten Angehörigen ein enges Beziehungsnetz 
im  Heimatstaat,  die  ihm  bei  der  Reintegration  eine  grosse  Hilfe  sein 
werden. Das  in der Rechtsmitteleingabe enthaltene Vorbringen, wonach 
die Polizei immer wieder bei der Wohnung der Familie auftauche und die 
Angehörigen nach ihm befrage, ist in Ermangelung irgendwelcher Belege 
und  angesichts  der  Erwägungen  im  Asylpunkt  als  blosse 
Parteibehauptung zu qualifizieren.

5.2.5. Hinsichtlich  der  angeführten  und  im  oben  in  E.  5.1.3.  erwähnten 
ärztlichen  Bericht  belegten  Beeinträchtigung  des  psychischen 
Gesundheitszustandes  des  Beschwerdeführers  ist  Folgendes  zu 
erwägen:  Gründe  ausschliesslich  medizinischer  Natur  lassen  den 
Wegweisungsvollzug  im  Allgemeinen  nicht  als  unzumutbar  erscheinen, 
es  sei  denn,  die  erforderliche  Behandlung  sei  wesentlich  und  im 
Heimatland  nicht  erhältlich.  Entsprechen  ferner  die 
Behandlungsmöglichkeiten  im  Herkunftsland  nicht  dem  medizinischen 
Standard  in  der  Schweiz,  so  bewirkt  dies  allein  noch  nicht  die 
Unzumutbarkeit des Vollzugs. Von einer solchen Unzumutbarkeit  ist erst 
dann  auszugehen,  wenn  die  ungenügende  Möglichkeit  der 
Weiterbehandlung  eine  drastische  und  lebensbedrohende 

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Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach sich zieht (vgl. BVGE 
2009/2  E. 9.3.2  S.  21).  Vorliegend  sind  unter  diesen 
Rahmenbedingungen  den  Akten  keine  stichhaltigen  Anhaltspunkte  für 
das Vorliegen einer medizinischen Notlage im Heimatstaat  im Sinne von 
Art.  83  Abs.  4  AuG  zu  entnehmen,  zumal  im  erwähnten  ärztlichen 
Zeugnis  der  Auslöser  für  das  autoaggressive  Verhalten  als  unklar 
erachtet,  jedoch  ein  negativer  Asylentscheid  als  im  Raum  stehend 
bezeichnet  wird.  Der  Beschwerdeführer  kann  im  Bedarfsfall  in  seinem 
Heimatland  auf  die  dort  bestehenden  und  nach  Kenntnis  des 
Bundesverwaltungsgerichts  als  ausreichend  zu  bezeichnenden 
medizinischen  Behandlungsinstitutionen  zurückgreifen.  Somit  würden 
auch seine gesundheitlichen Probleme im Falle der freiwilligen Rückkehr 
in  die  Heimat  beziehungsweise  eines  zwangsweisen  Vollzugs  der 
Wegweisung  keine  drastische  und  lebensbedrohende  Verschlechterung 
seines Gesundheitszustandes nach sich ziehen.

5.2.6. Nach dem Gesagten kann der Vollzug der Wegweisung – entgegen 
der  in  der  Rechtsmitteleingabe  vertretenen  Auffassung  –  in  genereller 
und individueller Hinsicht als zumutbar bezeichnet werden.

5.3. Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, bei der Beschaffung 
allenfalls  benötigter Reisepapiere mitzuwirken  (Art.  8 Abs.  4 AsylG;  vgl. 
dazu  auch  BVGE  2008/34  E.  12  S.  513  f.),  weshalb  der  Vollzug  der 
Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

5.4. Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Wegweisungsvollzug 
zu bestätigen. Die Vorinstanz hat diesen zu Recht als zulässig, zumutbar 
und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der 
vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1­4 AuG).

6. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

7. 
Eine  Partei,  die  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt,  wird  auf 
Antrag  hin  von  der  Bezahlung  der  Verfahrenskosten  befreit,  sofern  ihr 
Begehren  nicht  aussichtslos  erscheint  (Art.  65  Abs.  1  VwVG).  Mit 
Zwischenverfügung  vom  20.  März  2009  wurde  die  Behandlung  der 

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Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von 
Art.  65  Abs.  1  VwVG  sowie  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen.

7.1. Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist das Gesuch um Verzicht auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden.

7.2.  Hinsichtlich  des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im Sinne  von Art.  65 Abs.  1 VwVG  ist  festzustellen,  dass 
von  der  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  auszugehen  ist.  Auch 
können die Begehren der Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet 
werden. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 
ist  somit  gutzuheissen  und  auf  die  Erhebung  von  Verfahrenskosten  zu 
verzichten.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

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