# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e641ea9-8f97-53fb-aa92-626c22ccd35f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.07.2014 200 2014 511
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-511_2014-07-22.pdf

## Full Text

200 14 511 IV
MAW/ZID/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. Juli 2014

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Zimmermann

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. April 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2014, IV/14/511, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1965 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) bezog ab Februar 2007 nach diversen eher kürzeren Ar-
beitsverhältnissen Taggeldleistungen der Arbeitslosenkasse (ALK); von 
Februar 2008 bis Januar 2010 war er noch als … in einem 40%-Pensum 
tätig (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegne-
rin], Antwortbeilage [AB] 7, 8, 9, 12, 26). Seit Oktober 2011 bezieht er So-
zialhilfe (AB 11). Im November 2011 meldete er sich unter Verweis auf 
ADHS, Depression, Gedächtnisverlust und Erschöpfungszustände, beste-
hend seit der Kindheit, bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungs-
bezug an (AB 1). Die IVB holte in der Folge einen Auszug aus dem indivi-
duellen Konto (IK; AB 7) und Berichte der behandelnden Ärzte ein (AB 13, 
16), führte eine neuropsychologische Abklärung beim Regionalen Ärztli-
chen Dienst (RAD) durch (AB 22 f.), veranlasste eine Aktenbeurteilung 
durch einen RAD-Psychiater (AB 25) und liess einen Abklärungsbericht 
Haushalt erstellen (AB 42). Mit Vorbescheid vom 5. Juni 2013 stellte die 
IVB aufgrund eines in Anwendung der gemischten Methode (80% Erwerb 
und 20% Haushalt) bemessenen Invaliditätsgrades von 41% eine Viertels-
rente ab 1. August 2012 in Aussicht (AB 43). Auf Einwand hin (AB 55) holte 
die IVB eine Stellungnahme des Abklärungsdienstes (AB 67) bzw. einen 
neuen Abklärungsbericht Haushalt (AB 68) und eine Stellungnahme des 
RAD betreffend Zumutbarkeitsprofil (AB 63) ein, ehe sie mit neuem Vorbe-
scheid vom 8. November 2013 wiederum in Anwendung der gemischten 
Methode, jedoch bei einem leicht erhöhten Invaliditätsgrad von 44% die 
Ausrichtung einer Viertelsrente ab 1. August 2012 in Aussicht stellte 
(AB 70). Auf erneuten Einwand hin (AB 76 und 85) hielt die IVB nach Kon-
sultation des Abklärungsdienstes (AB 86) mit Verfügung vom 29. April 2014 
am Status von 80% Erwerbstätigkeit und 20% Haushalt und damit an der 
Anwendung der gemischten Methode fest und verfügte, wie im Vorbe-
scheid in Aussicht gestellt, die Ausrichtung einer Viertelsrente ab 1. August 
2012 (AB 90).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2014, IV/14/511, Seite 3

B.

Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
am 27. Mai 2014 Beschwerde erheben und beantragen, unter Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung sei ihm gestützt auf einen reinen Einkom-
mensvergleich eine halbe Rente ab 1. August 2012 auszurichten. Zur Be-
gründung lässt er im Wesentlichen vorbringen, ohne gesundheitliche Ein-
schränkung wäre er zu 80% (teil-)erwerbstätig und würde die dadurch frei 
gewordene Zeit nicht für einen Aufgabenbereich, sondern für mehr Freizeit 
aufwenden, weshalb die Einkommensvergleichsmethode anzuwenden und 
auf einen Invaliditätsgrad von 50.52% (vgl. AB 90/8 unten) abzustellen sei. 
Gleichzeitig stellte der Beschwerdeführer ein Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege unter Beiordnung von Fürsprecher B.________ als amtlicher 
Anwalt.

Mit Beschwerdeantwort vom 16. Juni 2014 beantragte die Beschwerde-
gegnerin gestützt auf eine Wiedererwägungsverfügung vom gleichen Da-
tum die Abschreibung des Verfahrens als gegenstandslos. Ihrer Meinung 
nach würden sich nach erneuter Prüfung weitere medizinische Abklärungen 
aufdrängen; alsdann sei neu zu verfügen.

Mit Stellungnahme vom 23. Juni 2014 sprach sich der Beschwerdeführer 
gegen die Abschreibung des Verfahrens aus, da vorliegend nicht der medi-
zinische Sachverhalt, sondern einzig die Wahl der Bemessungsmethode 
umstritten sei.

Mit prozessleitender Verfügung vom 25. Juni 2014 nahm der Instruktions-
richter die Wiedererwägungsverfügung als Antrag entgegen und ordnete 
die Fortsetzung des Verfahrens an.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2014, IV/14/511, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 29. April 2014 (AB 90). Streitig 
und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-

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werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbs-
tätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegat-
tin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. 

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Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität 
für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermittelt 
(Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätigkeit 
beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten 
oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzu-
legen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (sog. ge-
mischte Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150). 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

Die Beschwerdegegnerin beantragt die Aufhebung ihrer Verfügung vom 
29. April 2014 (AB 90) und die Rückweisung zur weiteren Abklärung des 
medizinischen Sachverhalts. Deshalb und weil das Gericht den Sachverhalt 
ohnehin von Amtes wegen abzuklären hat (vgl. E. 1.4 hiervor), ist vorab zu 
prüfen, ob die Sache tatsächlich medizinisch ungenügend abgeklärt ist, 
dies umso mehr, als die Beschwerdegegnerin nicht ausführt, weshalb und 
welche medizinischen Abklärungen sie als notwendig erachtet.

3.1

3.1.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

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ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.1.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 
S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Miss-
trauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet er-
scheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unpartei-
lichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen 
(BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354).

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der 
erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren 
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 
E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 

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strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicher-
ten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versi-
cherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht 
eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale 
Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc 
S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht 
entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi-
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 
S. 469).

3.1.3 Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn 
die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärti-
gen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersu-
chungsbefund muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund 
vorhandener Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können 
(RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.2 Die Beschwerdegegnerin liess das Zumutbarkeitsprofil durch den 
RAD ermitteln. Zu diesem Zweck führte Dr. phil. C.________, Fachpsycho-
loge für Neuropsychologie FSP, eine neuropsychologische Abklärung 
(AB 22 f.) durch, anlässlich derer er den Verdacht auf eine Restsymptoma-
tik eines frühkindlichen psychoorganischen Syndroms äusserte (AB 22/5). 
Er stellte fest, dass beim Beschwerdeführer nach knapp zwei Stunden Un-
tersuchung eine mentale Erschöpfung aufgetreten sei (AB 22/4). Während 
sich auf neurokognitiver Ebene nicht mehr als minimale Minderfunktionen 
im Bereich der Exekutivfunktionen objektivieren liessen, sei auf neuro-
psychiatrischer Ebene hingegen eine ausgeprägte Fluktuation der menta-
len Erschöpfbarkeit beobachtbar gewesen. Diese stelle das zentrale patho-
logische Symptom dar; erst infolge dieser mentalen Erschöpfungszustände 
komme es sekundär und als Nebeneffekt zu Beeinträchtigungen der kogni-
tiven Leistungsfähigkeit. Da es keine Anhaltspunkte auf eine psychogene 
oder funktionelle Ursache dieser Fluktuationen gäbe, scheine eine organi-
sche Ursache (beispielsweise im Rahmen eines organischen Psychosyn-
droms) durchaus plausibel. Es falle allerdings etwas schwer, die gezeigte 

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Symptomatik unter der Bezeichnung eines ADHS im eigentlichen Sinn zu 
subsumieren, zumal sich die hierfür grundlegende Symptomtrias von Auf-
merksamkeitsstörungen, Hyperaktivität und Impulsivität weder in der klini-
schen Beobachtung noch auf Testebene habe nachweisen lassen 
(AB 22/5). In Bezug auf die Testergebnisse hielt er fest, diese seien alle 
valid, d.h. dass die festgestellten Einschränkungen tatsächlich bestünden 
und nicht auf mangelnde Leistungsbereitschaft, Aggravation oder gar Simu-
lation zurückzuführen seien.

3.3 In Berücksichtigung des Berichts des behandelnden Psychiaters 
Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
vom 19. Dezember 2011, welcher eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.10) bei ADS seit Kindheit (ICD-10 
F90.0), diagnostiziert und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als … attestiert 
hatte (AB 13/1 Ziff. 1.1 und 13/4 Ziff. 1.6), stellte der RAD-Psychiater med. 
pract. E.________ in Würdigung des neuropsychologischen Berichts 
(AB 22; vgl. E. 3.2 hiervor) die Diagnose eines organischen Psychosyn-
droms, Residualzustand (ICD-10 F07.8), und hielt fest, dem Beschwerde-
führer sei eine Arbeitsleistung in einer angepassten Tätigkeit (nicht …, wo 
er ausgebildet ist; vgl. AB 1/6 Ziff. 5.2) von 2 x 2 Stunden pro Tag zumutbar 
(AB 25/2). Dieses Zumutbarkeitsprofil übernahm der RAD-Psychiater 
Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
gestützt auf die Akten am 17. Oktober 2013 (AB 63).

3.4 Dieses Zumutbarkeitsprofil (vgl. E. 3.3 hiervor) deckt sich nicht nur 
mit den Feststellungen anlässlich der Haushaltsabklärung (AB 42 und 68, 
jeweils Ziff. 8), sondern es findet seinen Niederschlag auch im Kündi-
gungsgrund des letzten Arbeitsverhältnisses (AB 26/7 f.). Ferner ergibt sich 
aus dem IK-Auszug, dass der Beschwerdeführer nirgends in der Lage war, 
(über längere Zeit) ein höheres Pensum zu leisten; in diesem Zusammen-
hang fallen auch die häufigen Stellenwechsel auf (AB 7; vgl. auch AB 9/2).

3.5 Nach dem eben Dargelegten variiert zwar die Diagnosestellung mi-
nim (insbesondere in Bezug auf das AD[H]S), nicht aber das Zumutbar-
keitsprofil: Während der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätig-
keit als … als voll arbeitsunfähig anzusehen ist, erscheint eine angepasste 
Tätigkeit von 2 x 2 Stunden pro Tag zumutbar. Insofern widersprechen sich 

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die Berichte nicht und sie gestatten eine zuverlässige Beurteilung des strit-
tigen Rechtsanspruchs (vgl. E. 3.1 hiervor). Von einer weiteren medizini-
schen Prüfung, wie von der Beschwerdegegnerin beantragt, sind denn 
nicht neue Erkenntnisse zu erwarten, weshalb auf weitere Abklärungen zu 
verzichten ist.

4.

Zu prüfen sind in der Folge antragsgemäss der Status und der sich ent-
sprechend ergebende Invaliditätsgrad. Die angefochtene Verfügung 
(AB 90) beruht – was den Status und die Invaliditätsbemessung im Haus-
halt betrifft – auf den Abklärungsberichten Haushalt vom 28. Mai und 
28. Oktober 2013 (AB 42 und 68). Davon ausgehend, dass der Beschwer-
deführer im Gesundheitsfall zu 80% im Erwerb und zu 20% im Aufgaben-
bereich Haushalt tätig wäre (AB 42 und 68, je S. 4 Ziff. 3.5 und S. 5 Ziff. 4), 
hat die Beschwerdegegnerin die Invaliditätsbemessung anhand der ge-
mischten Methode vorgenommen (AB 42 und 68, je S. 9 Ziff. 7; AB 90). Zur 
Begründung macht sie geltend, die Invaliditätsbemessung erfolge deshalb 
anhand der gemischten Methode, weil der Beschwerdeführer ohne Betreu-
ungspflichten in einem Ein- oder Zweipersonenhaushalt einer teilzeitlichen 
Erwerbstätigkeit nachgehe, ohne die dadurch gewonnene Freizeit für die 
Ausübung einer klar definierten Tätigkeit zu nutzen, welche keinem Aufga-
benbereich zugeordnet werden könne (AB 86/2). Der Beschwerdeführer 
erklärt sich mit der – für den hypothetischen Gesundheitsfall angenomme-
nen – prozentualen Gewichtung der Erwerbstätigkeit einverstanden (Be-
schwerde, S. 4 Art. 2), nicht aber mit der Anwendbarkeit der gemischten 
Bemessungsmethode. Seiner Auffassung nach hat die Invaliditätsbemes-
sung nach der Einkommensvergleichsmethode zu erfolgen (vgl. E. 2.3 
hiervor; Beschwerde, S. 5 ff.).

4.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2014, IV/14/511, Seite 11

4.1.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 
E. 3.3 S. 508). Nebst den finanziellen Verhältnissen sind sämtliche weite-
ren Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichtigen, wie allfällige Erzie-
hungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die berufli-
chen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen 
und Begabungen der versicherten Person (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150; 
AHI 1997 S. 289 E. 2b). Dabei sind die konkrete Situation und die Vorbrin-
gen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfah-
rung zu würdigen (BGE 117 V 194 E. 3b S. 195).

4.1.2 Ist anzunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche 
Beeinträchtigung teilerwerbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb 
des Ehegatten mit, ohne daneben in einem anderen Aufgabenbereich tätig 
zu sein, ist die Invalidität ausschliesslich nach den Grundsätzen für Er-
werbstätige zu bemessen. Die gemischte Methode gelangt hier ebenso 
wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstäti-
gen (BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53).

4.1.3 Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxis-
gemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwal-
tungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme 
einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozial-
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150, 117 V 194 E. 3b 
S. 195).

4.2 Für die Beantwortung der Frage, welche Invaliditätsbemessungsme-
thode zur Anwendung gelangt, bedarf es der Feststellung, ob das – neben 
dem Erwerb bestehende – Restpensum im Gesundheitsfall Freizeit oder 

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Tätigkeit im Aufgabenbereich darstellen würde (vgl. Entscheid des BGer 
vom 4. Februar 2011, 9C_764/2010, E. 5.1). Alleinstehende Personen wer-
den bei einer Reduktion des Beschäftigungsgrades aus freien Stücken 
nicht gleichsam automatisch zu Teilerwerbstätigen mit einem Aufgabenbe-
reich Haushalt neben der Berufsausübung (BGE 131 V 51 E. 5.2 S. 54). 
Ein Einpersonenhaushalt verursacht denn auch weniger Aufwand, weshalb 
es einleuchtet, dass der Beschwerdeführer zu keiner Zeit den Haushalt als 
Grund für ein reduziertes Arbeiten angab (vgl. BGer 9C_764/2010, E. 5.2). 
Der Beschwerdeführer lebt in äusserst bescheidenen Verhältnissen (vgl. 
AB 85), welche nur einen geringen Aufwand an Haushaltarbeit verursa-
chen. Er ist in keiner Art und Weise im Aufgabenbereich tätig, weshalb es 
auch keine Invalidität in diesem Bereich zu ermitteln gibt. Unter diesen Um-
ständen steht der Anteil von 20% als Freizeit fest und der Invaliditätsgrad 
richtet sich ausschliesslich nach der Einbusse im erwerblichen Pensum von 
80%, was die Anwendung der Einkommensvergleichsmethode zur Folge 
hat. Nach dem Ausgeführten kann offen bleiben, inwieweit der Beschwer-
deführer bei der Besorgung seines Haushalts behinderungsbedingt einge-
schränkt ist; es erübrigt sich demnach eine Überprüfung des Abklärungsbe-
richts.

4.3 Für die Festlegung des Invaliditätsgrades im erwerblichen Bereich 
ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen (vgl. E. 2.3 hiervor). Für den 
Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypotheti-
schen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und 
Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfälli-
ge rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfü-
gungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222).

4.3.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-

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chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (AHI 1999 S. 240 E. 3b; Entscheid des Eidgenössischen 
Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 30. Okto-
ber 2002, I 517/02, E. 1.2).

4.3.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 
E. 5.2 S. 301; SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1). Es gilt zu berücksichti-
gen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten 
Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen 
und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt 
sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen 
rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn 
Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 
S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzu-
setzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umstän-
den des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). 
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.4 Den Beginn des Wartejahres (vgl. E. 2.2 hiervor) hat die Beschwer-
degegnerin entsprechend der IV-Anmeldung (AB 1/8 Ziff. 6.4) auf August 
2011 festgelegt und somit zu Recht auf einen Rentenbeginn per 1. August 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2014, IV/14/511, Seite 14

2012 abgestellt (AB 90/9). Die sechsmonatige Frist gemäss Art. 29 Abs. 1 
IVG war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls abgelaufen.

4.5 Wie von der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung 
festgestellt (AB 90/9 oben) und vom Beschwerdeführer akzeptiert (Be-
schwerde, S. 4 Art. 2), ist davon auszugehen, dass dieser heute bei guter 
Gesundheit eine (Teilzeit-)Erwerbstätigkeit ausüben würde, weshalb der 
Einkommensvergleich gestützt auf ein Valideneinkommen basierend auf 
einem 80%-…lohn vorzunehmen ist (vgl. E. 4.3.1 hiervor). Auch das Invali-
deneinkommen ist unbestrittenermassen richtig ermittelt worden (vgl. 
E. 4.3.2 hiervor) – insbesondere auch der berücksichtigte Abzug von 15% 
leuchtet angesichts der aufgeführten Einschränkungen ein –, sodass sich 
ein Invaliditätsgrad von knapp über 50% (vgl. AB 90/8 unten) als richtig 
erweist. Dies begründet einen Anspruch auf eine halbe Rente. In Gutheis-
sung der Beschwerde ist daher die Verfügung vom 29. April 2014 (AB 90) 
aufzuheben und es ist dem Beschwerdeführer ab 1. August 2012 eine hal-
be Rente zu gewähren.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(BVR 2009 S. 187 E. 4.1.1). 

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Praxisgemäss ist dem Gericht bei der Festsetzung der Parteien-
tschädigung ein weiter Ermessensspielraum einzuräumen. Im Rahmen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2014, IV/14/511, Seite 15

seines Ermessens hat das Gericht für die Bestimmung der Höhe des An-
waltshonorars die Wichtigkeit und Schwierigkeit der Streitsache, den Um-
fang der Arbeitsleistung und den Zeitaufwand des Anwalts zu berücksichti-
gen (BGE 114 V 83 E. 4b S. 87). Als Grundsatz gilt, dass die Parteien-
tschädigung nur den objektiv erforderlichen Vertretungsaufwand umfassen 
soll (SVR 2006 BVG Nr. 26 S. 105 E. 11.3.1). Bei der Beurteilung des Ar-
beits- und Zeitaufwandes darf das Sozialversicherungsgericht auch beach-
ten, dass der Sozialversicherungsprozess im Unterschied zum Zivilprozess 
von der Untersuchungsmaxime beherrscht wird, wodurch in vielen Fällen 
die Arbeit des Anwalts erleichtert wird. Dessen Tätigkeit kann nur in dem 
Umfang berücksichtigt werden, als sich der Anwalt bei der Erfüllung seiner 
Aufgabe in einem vernünftigen Rahmen hält, unter Ausschluss nutzloser 
oder sonstwie überflüssiger Schritte. Im Weiteren fallen Bemühungen, wel-
che der Anwalt vor der Einleitung des Prozesses unternommen hat, bei der 
gerichtlichen Festsetzung der Höhe seines Honorars ausser Betracht 
(BGE 114 V 83 E. 4b S. 87; ZAK 1989 S. 254 E. 4b - d).

Im Lichte dieser Grundsätze erscheint die von Fürsprecher B.________ mit 
Kostennote vom 20. Juni 2014 geltend gemachte Entschädigung von 
Fr. 5'288.25 (inkl. Auslagen und MWSt.) basierend auf einem Aufwand von 
18.8 Stunden als zu hoch. Es handelte sich um überblickbare Akten und 
der Streitgegenstand beschränkte sich einzig auf den Status. Der Partei-
kostenansatz wird deshalb, unter Berücksichtigung des im Vergleich zu 
ähnlich gelagerten Fällen gebotenen Aufwandes, in Anwendung von 
15 Stunden auf Fr. 4'262.25 (inkl. Auslagen und MWSt.) festgesetzt.

5.3 Bei diesem Ausgang ist das Rechtsschutzinteresse an der Beurtei-
lung des in diesem Verfahren gestellten Gesuchs um unentgeltliche 
Rechtspflege dahingefallen. Entsprechend ist das Verfahren um Erteilung 
der unentgeltlichen Rechtspflege als gegenstandslos geworden vom Ge-
schäftsverzeichnis abzuschreiben (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, Kom-
mentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 39 N. 1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2014, IV/14/511, Seite 16

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern 29. April 2014 aufgehoben und es wird dem Beschwer-
deführer ab 1. August 2012 eine halbe Rente zugesprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4'262.25 (inkl. Auslagen und MWSt.) zu er-
setzen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Beiordnung von Fürsprecher B.________ als amtlicher Anwalt 
wird als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abge-
schrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.