# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cb7781ad-e16d-58cb-a11f-15bcf40ac911
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.10.2008 D-6634/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6634-2008_2008-10-28.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6634/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Robert Galliker,
mit Zustimmung von Richter Jean-Pierre Monnet;
Gerichtsschreiber Martin Maeder.

A._______, geboren (...),
Elfenbeinküste,
vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 6. Oktober 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6634/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer  -  nach  eigenen  Angaben  ein  aus 
B._______  stammender  ethnischer  (...)  -  am  15.  April  2007  in  der 
Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass  er  zur  Begründung  des  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend 
machte, er könne in seinem Heimatland nicht mehr in Sicherheit leben, 
weil  sein  Vater  als  Wortführer  des  Aufstandes  in  B._______ 
aufgetreten  sei und damit die ganze Familie in Gefahr gebracht habe,

dass er zur Verdeutlichung dessen vorbrachte, im August 2006 bezie-
hungsweise im November 2006 sei es nach der Ernennung des einer 
anderen Rebellenfraktion nicht genehmen Premierministers Guillaume 
Soro im Haus seiner Familie zu einer Schiesserei gekommen, bei wel-
cher  er  sich  eine  Schussverletzung  am  Fuss  zugezogen  habe,  die 
einen  Aufenthalt  von  drei  beziehungsweise  vier  bis  fünf  Monaten  in 
einem Spital in C._______ nötig gemacht habe,

dass das BFM mit  Verfügung vom 30. Juli  2007 gestützt  auf  Art. 32 
Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
auf  das  Asylgesuch  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz 
verfügte und deren Vollzug anordnete,

dass diese Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwuchs,

dass der Beschwerdeführer am 10. Dezember 2007 zum zweiten Mal 
in der Schweiz um Asyl nachsuchte,

dass er in den Befragungen im Wesentlich auf die im ersten Verfahren 
geltend gemachten Gründe verwies,

dass das BFM mit Verfügung vom 25 Januar 2008 in Anwendung von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auch auf das zweite Asylgesuch des Be-
schwerdeführers nicht eintrat und wiederum die Wegweisung aus der 
Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  der  Beschwerdeführer  hiergegen  mit  Eingabe  vom  29.  Januar 
2008 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob,

dass er in der Begründung seines Rechtsmittels im Wesentlichen die 
in den durchgeführten Befragungen vorgebrachten Gründe wiederholte 

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und ergänzend ausführte, er habe im ersten Verfahren im reinen Un-
wissen um die Anfechtungsmöglichkeit auf eine Beschwerde gegen die 
Nichteintretensverfügung  vom  30.  Juli  2007  verzichtet  und  sich  nun 
auch deshalb zur Einreichung eines zweiten Asylgesuchs entschlos-
sen, weil er unter prekären Bedingungen leben müsse und in seinem 
Zuweisungskanton auch schon das Ziel von rassistischen Verhaltens-
weisen gewesen sei,

dass das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde als offensichtlich 
unbegründet erachtete und sie mit  Urteil  des zuständigen Einzelrich-
ters und der zustimmenden Zweitrichterin vom 14. Februar 2008 ab-
wies,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  in  der  Urteilsbegründung  das 
Nichteintreten auf das zweite Asylgesuch mit den Argumenten bestä-
tigte, das erste Asylverfahren sei definitiv abgeschlossen, und es fehle 
offensichtlich an Hinweisen auf zwischenzeitlich eingetretene und zur 
Begründung der Flüchtlingseigenschaft geeignete Ereignisse, weil der 
Beschwerdeführer  nicht  in  sein  Heimatland zurückgekehrt  sei,  keine 
anderen Gründe als im ersten Verfahren geltend mache und sich nicht 
eines  Asylgesuchs  bedienen  dürfe,  um  eigene  Missachtungen  der 
Sorgfaltspflicht in früheren Verfahren wettzumachen,

dass der Beschwerdeführer am 1. September 2008 - handelnd durch 
seinen Rechtsvertreter - eine als „neues Asylgesuch“ bezeichnete Ein-
gabe an das BFM richtete,

dass er als Erklärung für das „neue Asylgesuch“ zur Hauptsache an-
führte, seine Asylgründe, welche er in den verschiedenen Befragungen 
erläutert habe, seien von den schweizerischen Asylbehörden bis heute 
nie materiell geprüft worden,

dass das BFM die Eingabe vom 1. September 2008 mit Begleitschrei-
ben vom 3. September  2008 zur Behandlung an das Bundesverwal-
tungsgericht überwies,

dass das Bundesverwaltungsgericht sich mit Schreiben der Präsiden-
tin der Abteilung IV vom 3. September 2008 in der Sache als unzu-
ständig erklärte und die Eingabe vom 1. September 2008 zur weiteren 
Behandlung an das BFM retournierte,

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dass das BFM die Eingabe vom 1. September 2008 als drittes Asylge-
such  behandelte  und  dem  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom 
17. September 2008 das rechtliche Gehör zu einem in Erwägung ge-
zogenen  Nichteintretensentscheid  auf  der  Grundlage  von  Art.  32 
Abs. 2 Bst. e AsylG gewährte,

dass sich der Beschwerdeführer hierzu mit Eingabe vom 29. Septem-
ber 2008 vernehmen liess,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 3. Oktober 2008 der Vor-
instanz unter anderem eine Kopie des Totenscheins seiner Grossmut-
ter zukommen liess,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  6.  Oktober  2008  -  eröffnet  am 
14. Oktober 2008 - in Anwendung von 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf das 
Asylgesuch vom 1. September 2008 nicht eintrat,

dass es gleichzeitig die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Voll-
zug anordnete und ein mit dem schriftlichen Asylgesuch vom 1. Sep-
tember 2008 eingebrachtes Abklärungsersuchen des Beschwerdefüh-
rers gleichsam abwies,

dass der Beschwerdeführer am 21. Oktober 2008 (Poststempel) durch 
seinen Rechsvertreter beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwer-
de  gegen  die  Verfügung  des  BFM  vom 6.  Oktober  2008  einreichen 
liess,

dass er im Hauptpunkt beantragte, es sei die angefochtene Verfügung 
aufzuheben  und  das  BFM  anzuweisen,  auf  das  Asylgesuch  vom 
1. September 2008 einzutreten,

dass er daneben das Eventualbegehren formulierte, es sei nach Auf-
hebung  der  angefochtenen  Verfügung  seine  Flüchtlingseigenschaft 
und die Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen,

dass er ferner das Eventualbegehren stellte, es sei die angefochtene 
Verfügung aufzuheben und die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs festzustellen,

dass er in prozessualer Hinsicht beantragte, es sei seinem Rechtsver-
treter  vor  Gutheissung der  Beschwerde eine  angemessene  Frist  zur 

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Einreichung einer detaillierten Kostennote zur Bestimmung der Partei-
entschädigung einzuräumen,

dass die vorinstanzlichen Akten am 23. Oktober 2008 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021])  des  BFM  auf 
dem Gebiet  des Asyls entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31,  32 
und  33  Bst. d  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005 
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das BFM der Form nach ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründet-
heit hin zu überprüfen (Art. 32-35a AsylG), die Beurteilungskompetenz 
der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob 
die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  dementsprechend  die  Beschwerdeinstanz,  erachtet  sie  das 
Nichteintreten auf das Asylgesuch als unrechtmässig, sich einer selb-
ständigen materiellen  Prüfung zu enthalten,  die angefochtene Nicht-
eintretensverfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zu  neuer  Entschei-
dung an die Vorinstanz zurückzuweisen hat (vgl. Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass folgerichtig auf die vorliegende Beschwerde nicht einzutreten ist, 
soweit  darin  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  durch  das 
Bundesverwaltungsgericht beantragt wird (Rechtsbegehren 2),

dass die Vorinstanz demgegenüber die Frage der Wegweisung sowie 
deren Vollzugs materiell  geprüft  hat  und dem Bundesverwaltungsge-
richt insoweit volle Kognition zukommt,

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor dem BFM teilgenommen 
hat,  durch die Nichteintretensverfügung vom 6. Oktober 2008 beson-
ders berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  (Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 48  Abs.  1 
VwVG),

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dass die  Beschwerde innert  der  gesetzlichen  Frist  von fünf  Arbeits-
tagen in gültiger Form eingereicht wurde (Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 6 
AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG), weshalb auf diese einzutreten ist,

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfol-
gend aufgezeigt,  um eine solche handelt,  weshalb  der  Beschwerde-
entscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel zu verzichten ist,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in 
der  Schweiz  bereits  ein  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  haben 
oder während des hängigen Asylverfahrens in den Heimat- oder Her-
kunftsstaat zurückgekehrt sind, ausser es gebe Hinweise, dass in der 
Zwischenzeit  Ereignisse  eingetreten  sind,  die  geeignet  sind,  die 
Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die Gewährung vor-
übergehenden Schutzes relevant sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG),

dass der Beschwerdeführer zur Einreichung seines insgesamt dritten 
Asylgesuchs am 1. September 2008 unbestrittenenmassen nicht  aus 
seinem  Heimatstaat  in  die  Schweiz  zurückgekehrt  ist  (vgl.  Art.  36 
Abs. 1 Bst. b AsylG),

dass  das  BFM  deshalb  entgegen  der  Auffassung  des  Beschwerde-
führers nicht  zur Durchführung einer Anhörung im Sinne von Art. 29 
und 30 AsylG vor Erlass des Nichteintretensentscheides vom 6. Okto-
ber 2008 verpflichtet war, sondern sich auf die Gewährung des rechtli-
chen Gehörs beschränken durfte (Art. 36 Abs. 2 i.V.m. Abs. 1 AsylG),

dass der Nichteintretensgrund von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG ein for-
melles (früheres Asylverfahren) und ein materielles Erfordernis (fehlen-
de Hinweise) enthält, welche im Einzelfall beide gleichzeitig erfüllt sein 
müssen,

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dass im Falle des Beschwerdeführers das formelle Erfordernis in Form 
der ersten Variante des in der Schweiz erfolglos durchlaufenen Asyl-
verfahrens offensichtlich erfüllt ist, weil in Gestalt der - unangefochten 
gebliebenen - Nichteintretensverfügung des BFM vom 30. Juli 2007 ein 
rechtskräftiger Entscheid vorliegt, in welchem nach einer zwar summa-
rischen, aber abschliessenden materiellen Prüfung das offensichtliche 
Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft im Sinne der Definition von 
Art.  3  AsylG  festgestellt  wurde  (vgl.  BVGE  2007/8  insb.  E. 5.6.5 
S. 90 f.; EMARK 1998 Nr. 1 E. 5 S. 5 ff.),

dass  die  Argumentation  in  der  Beschwerde,  wonach  die  materielle 
Prüfung des Asylgesuches im Rahmen eines Nichteintretensentschei-
des eine weitaus geringere Prüfungsdichte habe und zudem keine wei-
teren Sachverhaltsabklärungen zulasse, nicht verfängt,

dass in der Verfügung vom 30. Juli 2007 aufgrund einer - in der Tat - 
bloss summarischen Prüfung der eindeutigen Aktenlage, wie sie sich 
nach der Anhörung zu den Asylgründen vom 4. Juli 2007 präsentierte, 
vom  BFM  unter  Verzicht  auf  weitere  Sachverhaltsermittlungen  das 
offensichtliche Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt 
werden konnte,

dass diese Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist und, 
wie das Bundesverwaltungsgericht bereits im Urteil  vom 14. Februar 
2008 klargestellt hatte, ein weiteres Asylgesuch so wenig wie ein Wie-
dererwägungsgesuch dazu dienen darf, von der gesuchstellenden Per-
son zu verantwortende Nachlässigkeiten in einem früheren Verfahren 
zu kompensieren,

dass sodann vom BFM ebenso offensichtlich zu Recht ein Fehlen von 
Hinweisen auf seither eingetretene bedeutsame Ereignisse (materiel-
les Erfordernis) festgestellt wurde,

dass  sich  die  Relevanz  der  zwischenzeitlichen  Ereignisse  im  Sinne 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG nicht nach demselben - weiten - Verfol-
gungsbegriff  wie in  Art. 18,  Art. 33 Abs. 3  Bst. b  und Art. 34  Abs. 1 
AsylG bemisst (vgl. dazu EMARK 2004 Nr. 5 E. 3c.aa S. 35 f., EMARK 
2004 Nr. 35 E. 4.3. S. 247), sondern bedeutsam nur Hinweise auf sol-
che  Ereignisse  sind,  die  sich  zur  Begründung  der  Flüchtlingseigen-
schaft eignen,

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dass mit anderen Worten der klassische, „enge“ Verfolgungsbegriff an-
gewandt werden muss und auf  das Asylgesuch nicht einzutreten ist, 
wenn  eines  der  Elemente  der  Flüchtlingsbegriffs  von  Art.  3  AsylG 
offensichtlich nicht erfüllt ist (vgl. EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.5. S. 18),

dass innerhalb des so gesteckten Rahmens bei der Prüfung des Nicht-
eintretensgrundes von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG ein gegenüber der 
Glaubhaftmachung  nochmals  reduzierter  Beweismassstab  anzuwen-
den ist,

dass grundsätzlich, sobald in den Akten Hinweise auf flüchtlingsrecht-
lich oder für die Gewährung vorübergehenden Schutzes bedeutsame 
Ereignisse seit  dem Abschluss  des  vorangegangenen Verfahrens zu 
verzeichnen sind, deren Unglaubhaftigkeit nicht schon bei erstem Hin-
sehen festgestellt  werden kann,  unabhängig  von der  Tatsache,  dass 
derselben ausländischen Person in der Vergangenheit schon (mindes-
tens)  einmal  in  der  Schweiz  die  Anerkennung  als  Flüchtling  versagt 
blieb,  auf  das  Asylgesuch  einzutreten  ist  (vgl.  EMARK  2005  Nr. 2 
E. 4.3. S. 16 f.),

dass im konkreten Fall im schriftlichen Asylgesuch vom 1. September 
2008 nahezu ausschliesslich Sachverhaltselemente behauptet werden, 
die sich nach der Darstellung des Beschwerdeführers noch während 
seines Aufenthaltes im Heimatstaat zugetragen haben sollen und von 
ihm bereits im ersten (und zweiten) Verfahren als Asylgründe geltend 
gemacht wurden,

dass die Einschätzung des BFM, wonach keine neuen Sachverhalts-
elemente vorlägen, die nicht schon Gegenstand der früheren Verfah-
ren gewesen seien, insoweit zu bestätigen ist,

dass das Vorbringen in der Gesuchseingabe vom 1. September 2008, 
wonach der Beschwerdeführer „während der Dauer seines Asylverfah-
rens in  der Schweiz“ einem Rebellenvertreter  aus seiner Heimat be-
gegnet sei, der ihn wiedererkannt und auf die akute Gefährdung sei-
nes Lebens bei einer Rückkehr in die Elfenbeinküste hingewiesen ha-
be, einer in den Raum gestellten Behauptung gleichkommt,

dass dem Vorbringen deshalb keine relevante Bedeutung im Hinblick 
auf das Erfüllen der Flüchtlingseigenschaft zu bescheinigen ist,

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dass  angesichts  der  hiervor  dargelegten  Sachlage  das  BFM keinen 
objektiven Anlass hatte, eine Anhörung des Beschwerdeführers oder 
Sachverhaltserhebungen im Zusammenhang mit dessen Vater durch-
zuführen, zumal von vornherein klar absehbar war, dass daraus keine 
wesentlichen (neuen) Erkenntnisse zu gewinnen sein würden,

dass aus demselben Grund auch im vorliegenden Beschwerdeverfah-
ren  auf  Abklärungen  „zur  Feststellung  des  Bestehens  einer  Gefähr-
dungslage“ verzichtet werden kann und der dahingehende Antrag des 
Beschwerdeführers (Abklärungen bei der Länderinformation des Bun-
desverwaltungsgerichts und des BFM, Botschaftsabklärung) abzuwei-
sen ist (vgl. EMARK 2003 Nr. 13 E. 4c S. 84),

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. e 
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 1. September 
2008 nicht eingetreten ist und das Abklärungsersuchen des Beschwer-
deführers abgeweisen hat,

dass gemäss Art. 44 Abs. 1 AsylG das Nichteintreten auf ein Asylge-
such in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat, der 
Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Nie-
derlassungsbewilligung  ist  (Art. 32  Bst. a  der  Asylverordnung  1  vom 
11. August 1999 [AsylV 1, SR 142.311]) und sich auch nicht auf einen 
grundsätzlichen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung 
berufen kann (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu be-
stätigen ist,

dass zu prüfen bleibt, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der Wegwei-
sung entgegenstehen,  da im Fall  eines  unzulässigen,  unzumutbaren 
oder unmöglichen Vollzugs das Anwesenheitsverhältnis nach den Be-
stimmungen  des  AuG  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu  regeln  ist 
(Art. 44 Abs. 2 AsylG),

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers ins Heimat-
land unter Berücksichtigung der völkerrechtlichen Verpflichtungen der 
Schweiz (Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze 
der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  [Europäische  Menschen-
rechtskonvention,  EMRK, SR 0.101],  Art. 33  Abs. 1 des  Abkommens 
vom  28.  Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [Flücht-
lingskonvention, FK, SR 0.142.30]) und der Bestimmungen von Art. 5 
Abs. 1 AsylG sowie Art. 25 Abs. 2 und 3 der  Bundesverfassung der 

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Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) 
zulässig ist, da nach dem Gesagten die Flüchtlingseigenschaft offen-
sichtlich nicht besteht und der Beschwerdeführer auch nicht glaubhaft 
darzulegen wusste, es würde für ihn persönlich ein tatsächliches Risi-
ko existieren, bei einer Rückkehr das Opfer von Folter oder unmensch-
licher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung zu werden,

dass sich auch aus der  allgemeinen Menschenrechtssituation in  der 
Elfenbeinküste  kein  entsprechendes  Risiko  herleiten  lässt  (vgl. 
EMARK 2001 Nr. 16 E. 6a S. 122, mit zahlreichen Hinweisen),

dass  entgegen  der  Argumentation  in  der  Beschwerde  auch  keine 
Gründe für die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs bestehen,

dass gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG der Vollzug der Wegweisung für aus-
ländische  Personen  unzumutbar  sein  kann,  wenn  sie  in  Situationen 
wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage 
im Heimatstaat konkret gefährdet sind,

dass diese Bestimmung eine Kodifizierung der bisherigen Praxis zur 
konkreten Gefährdung nach Art. 14a Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 
26. März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer 
(aANAG,  BS  1  121)  darstellt  (vgl.  PETER BOLZLI in  MARC SPESCHA/ 
HANSPETER THÜR/ANDREAS ZÜND/PETER BOLZLI, Kommentar Migrationsrecht, 
Zürich 2008, Nr. 15 zu Art. 83 AuG, mit Hinweisen),

dass in den Akten kein Anhaltspunkt dafür besteht, der Beschwerde-
führer würde im Falle einer Rückführung nur schon als Folge der ge-
genwärtig  in  der  Elfenbeinküste  herrschenden  allgemeinen  Sicher-
heitslage einer konkreten Gefährdung ausgesetzt,

dass eine gänzlich unsichere, von bewaffneten Konflikten oder jeder-
zeit drohenden Unruhen dominierte Lage auf dem gesamten Staatsge-
biet, aufgrund derer der Beschwerdeführer sich bei einer Rückkehr un-
weigerlich einer konkreten Gefährdung ausgesetzt sehen würde, mit-
hin zu verneinen ist,

dass mit  derselben Sicherheit ausgeschlossen werden kann, der Be-
schwerdeführer geriete im Falle der Rückkehr in die Heimat aus indivi-
duellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur 
in eine existenzbedrohende Situation,

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dass  in  diesem Zusammenhang  dahin  gestellt  bleiben  kann,  ob  die 
Feststellung  des  BFM in  der  angefochtenen  Verfügung,  wonach  der 
Beschwerdeführer über eine in Abidjan lebende Grossmutter verfüge, 
den Tatsachen entspricht,

dass in der rechtskräftigen Verfügung vom 30. Juli  2007 zur Begrün-
dung  des  als  unglaubhaft  erachteten  fluchtauslösenden  Ereignisses 
(Schiesserei  im Haus  der  Familie  in  B._______)  unter  anderem auf 
massive Widersprüche in den Aussagen des Beschwerdeführers zum 
angeblich  damals  eingetreteten  Tod  des  Vaters  und  der  Schwester 
hingewiesen wurde (act. 16, Ziff. I.2. S. 4 f.),

dass es der  Beschwerdeführer bis  heute unterlassen hat,  zu seinen 
familiären Verhältnissen im Heimatland präzise, detaillierte und plausi-
ble Angaben zu machen,

dass er eine - vor „rund“ vier Monaten verstorbene (vgl. Eingabe vom 
3. Oktober 2008 an das BFM) - Grossmutter in Abidjan als seine letzte 
Bezugsperson bezeichnet, ohne überzeugend auf die Widersprüchlich-
keit seiner Angaben zum Schicksal seines Vaters und seiner Schwes-
ter einzugehen,

dass es bei der Bekanntgabe seiner im Heimatland lebenden Familien-
angehörigen um Tatsachen geht, von denen er naturgemäss bessere 
Kenntnis  als  die  schweizerischen  Asylbehörden  hat,  die  wiederum 
ohne seine Mitwirkung diese Tatsachen kaum oder nur mit einem un-
verhältnissig  grossen  Aufwand  erheben  können  (vgl.  EMARK  2004 
Nr. 30 E. 6.4.2. S. 212),

dass die für die Beurteilung des Wegweisungsvollzugs massgeblichen 
Kriterien grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen sind, die entspre-
chende behördliche Untersuchungspflicht jedoch nach Treu und Glau-
ben ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der beschwerdeführenden 
Person findet (Art. 8 AsylG), welche im Übrigen auch die Substanziie-
rungslast  trägt  (Art. 7 AsylG),  und es nicht  Sache der  Asylbehörden 
sein  kann,  nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen  in  hypotheti-
schen Herkunftsländern beziehungsweise -orten zu forschen (vgl. da-
zu auch EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2. S. 5 f.),

dass sich dementsprechend in dieser Hinsicht keine Abklärungen über 
die schweizerische Vertretung in der Elfenbeinküste rechtfertigen, wes-

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halb der darauf abzielende Antrag auch unter diesem Aspekt abzuwei-
sen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  die  Folgen  seiner  mangelhaften  Mitwir-
kung zu tragen hat, indem vermutungsweise davon auszugehen ist, es 
würden einem Vollzug der Wegweisung keine individuellen Unzumut-
barkeitsgründe in Form unzureichender oder gar vollkommen fehlender 
sozialer Anknüpfungspunkte im Heimatstaat bestehen,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Übrigen  keine  gesundheitlichen  Ein-
schränkungen geltend macht, nach Beendigung der Schule Arbeitser-
fahrung  als  Stuckateur  sammelte  und  über  die  nötigen  Ressourcen 
verfügte, um auf dem Luftweg in die Schweiz zu reisen,

dass blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, wie nament-
lich Mangel  an Wohnungen und Arbeitsplätzen,  von welchen die an-
sässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen  ist,  keine existenzbe-
drohende  Situation  darstellen,  welche  den  Wegweisungsvollzug  von 
vornherein als unzumutbar erscheinen liesse (vgl. EMARK 2002 Nr. 22 
E. 4.d.bb S. 181, EMARK 2005 Nr. 24 E. 10.1. S. 215),

dass sich aufgrund der Akten schliesslich keine Hinweise auf das Vor-
liegen technischer Vollzugshindernisse ergeben,  weshalb der  Vollzug 
der Wegweisung auch als möglich erscheint (Art. 83 Abs. 2 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststelle 
oder unangemessen sei (Art. 106 AsylG),

dass aus diesem Grund die Ausrichtung einer Parteientschädigung an 
den Beschwerdeführer nicht in Betracht fällt,  weshalb der in der Be-
schwerde gestellte  Antrag auf  Ansetzung einer Frist  zur  Einreichung 
einer Kostenote des Rechtsvertreters abzuweisen ist,

dass nach dem Gesagten die Beschwerde, soweit darauf einzutreten 
ist, abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1, 2 und 3 Bst. a des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 

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D-6634/2008

Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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D-6634/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben, Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 
Akten Ref.-Nr. N (...) (per Kurier, in Kopie)

- den (...) des Kantons (...) ad (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Martin Maeder

Versand: 

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