# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f57962e-3567-5550-b99f-7803db12f9e4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.02.2023 200 2022 234
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-234_2023-02-20.pdf

## Full Text

200 22 234 UV
KNB/TOZ/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Februar 2023

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch Advokat Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 22. März 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2023, UV/22/234, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1989 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
bei der C.________ GmbH angestellt und dadurch bei der Schweizerischen 
Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch unfallversichert. Am 31. Juli 
2010 verletzte er sich beim Fussballspielen am rechten Knie (eingeschla-
gener Korbhenkelriss medial mit kompletter Ruptur des vorderen Kreuz-
bandes [VKB]). In der Folge wurde am 8. September 2010 ein operativer 
Eingriff durchgeführt (Akten der Suva [act. II] 1, 6, 13). Am 3. Januar 2011 
erfolgte eine Inzision mit Fremdkörperentfernung (act. II 41). Die Suva kam 
für die Heilbehandlung und das Taggeld auf (vgl. act. II 2, 33, 75 f.). Im Mai 
2011 wurde die Behandlung abgeschlossen (act. II 85, 89) und der Ver-
sicherte nahm seine Arbeit am 23. Mai 2011 wieder vollumfänglich auf 
(act. II 79 f.). 

Ab dem 12. September 2011 war der Versicherte bei der D.________ ag 
angestellt und dadurch erneut bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen 
von Unfällen versichert. Am 10. März 2013 verdrehte er sich beim Fuss-
ballspielen das linke Knie und stürzte (Akten der Suva [act. IIA] 1). Er zog 
sich dabei einen eingeschlagenen Korbhenkelriss medial, einen radiären 
Riss am lateralen Meniskushinterhorn sowie eine vollständige Ruptur des 
VKB zu, welche am 14. März 2013 operativ behandelt wurden (act. IIA 22). 
Die Suva erbrachte hierfür die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung 
und Taggeld; act. IIA 6, 15 f.). Am 8. Juli 2013 nahm der Versicherte seine 
Arbeit wieder zu 100 % auf (act. IIA 34). Nach einem weiteren operativen 
Eingriff am linken Knie vom 7. Januar 2014 (act. IIA 40) erfolgte am 31. Ok-
tober 2014 eine Rückfallmeldung bezüglich des linken Knies (act. IIA 54). 
Am 18. November 2014 wurde das linke Knie erneut operativ behandelt 
(act. IIA 75). Die SUVA übernahm die Heilkosten und richtete Taggelder 
aus (act. IIA 68 bis 71). 

Am 6. März und 15. September 2015 wurden weitere operative Eingriffe am 
rechten und linken Knie durchgeführt (act. II 119, IIA 121). Nach einer Ak-
tenbeurteilung durch den Kreisarzt der Suva vom 1. April 2016 (act. IIA 

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183) und einer weiteren Operation am rechten Knie vom 18. Mai 2016 
(act. II 163) erfolgte am 30. Juni 2016 der Behandlungsabschluss betref-
fend das rechte Knie (act. II 169). Im Verlauf folgten weitere Operationen 
an beiden Knien (act. IIA 211, 235, 290, 316, II 188) und zwei stationäre 
Aufenthalte in der Klinik E.________ (act. IIA 259, 338). Im Oktober und 
Dezember 2018 wurde der Versicherte auf Empfehlung des Kreisarztes 
(Akten der Suva [act. IIB] 359 S. 10) in der Klinik F.________ orthopädisch 
untersucht (act. IIB 365, 374). Am 6. Februar und 7. Juni 2019 wurden zwei 
weitere operative Eingriffe am linken Knie vorgenommen (act. IIB 381, 
393). Im Juli 2020 fand auf Empfehlung des Kreisarztes (act. IIB 423) eine 
orthopädische Untersuchung in der Klinik G.________ statt (act. IIB 426). 

Am 19. Februar 2021 lehnte die Suva ein Gesuch des Versicherten um 
Kostengutsprache für eine (erneute) Meniskustransplantation am rechten 
Knie ab (vgl. act. IIB 429, 455, 457). Nach einer kreisärztlichen Untersu-
chung vom 20. Mai 2021 (act. IIB 469) eröffnete sie dem Versicherten mit 
Schreiben vom 7. Juni 2021 (act. IIB 474 S. 1 bis 3), dass abgesehen von 
Bedarfsanalgesie und künftigen orthopädischen Kontrollen keine weiteren 
Heilkosten mehr übernommen und die Taggeldleistungen per 1. September 
2021 eingestellt würden. Der Versicherte sei ab sofort auf dem allgemeinen 
Arbeitsmarkt in einer körperlich leichten bis mittelschweren, angepassten 
Tätigkeit (wechselbelastend, ohne dauerhafte Arbeiten in Zwangsposition, 
ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne repetitives Besteigen von 
Treppen und Begehen von unebenem Gelände, ohne Arbeiten in Zwangs-
haltungen [Kauern, Knien]) zu 100 % arbeits- und vermittlungsfähig. Mit 
Verfügung vom 25. August 2021 (act. IIB 478) sprach die Suva dem Ver-
sicherten eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 
20 % (10 % für das linke, 10 % für das rechte Knie) zu und verneinte einen 
Anspruch auf eine Invalidenrente mangels einer erheblichen Erwerbsein-
busse. Bei der Bemessung der Invalidität und des Integritätsschadens sei-
en allein die somatischen Unfallfolgen zu berücksichtigen. Die zusätzlich 
bestehenden psychischen Beschwerden stünden in keinem adäquat-
kausalen Zusammenhang mit den Ereignissen vom 31. Juli 2010 und 
10. März 2013. Daran hielt sie auf Einsprache hin (act. IIB 484, 493) mit 
Entscheid vom 22. März 2022 (act. IIB 502) fest.

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B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Advokat Dr. iur. 
B.________, am 20. April 2022 Beschwerde. Er beantragt, unter Aufhe-
bung der Verfügung vom 25. August 2021 und des Einspracheentscheides 
vom 22. März 2022 seien ihm mit Wirkung ab dem 1. September 2021 eine 
Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von mindes-
tens 70 % sowie eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Inte-
gritätseinbusse von 30 % zuzusprechen. Gleichzeitig stellt er ein Gesuch 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiordnung von 
Advokat Dr. iur. B.________ als amtlicher Anwalt.

Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 5. Mai 
2022 auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Eingabe vom 20. Juni 2022 reichte der Beschwerdeführer aufforde-
rungsgemäss die in Aussicht gestellten Unterlagen zum Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege nach (Akten des Beschwerdeführers [act. IA] 1 bis 
12) und hielt fest, dass er über keine Rechtsschutzversicherung verfüge.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 

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zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde - unter Vor-
behalt der nachstehenden Erwägung - einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 22. März 
2022 (act. IIB 502). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwer-
deführers auf eine Invalidenrente sowie auf eine Integritätsentschädigung 
im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 31. Juli 2010 und 10. März 
2013.

Soweit der Beschwerdeführer die Aufhebung der (dem angefochtenen Ein-
spracheentscheid zu Grunde liegenden) Verfügung vom 25. August 2021 
(act. IIB 478) beantragt (vgl. Beschwerde, S. 2 Ziff. 1 der Rechtsbegehren), 
ist darauf nicht einzutreten. Anfechtungsgegenstand im kantonalen Be-
schwerdeverfahren bildet allein der Einspracheentscheid. Dieser tritt an die 
Stelle der vorgängig erlassenen Verfügung, und zwar auch dann, wenn er 
sie bloss bestätigt (BGE 119 V 347 E. 1b S. 350; SVR 2020 AHV Nr. 9 
S. 25 E. 1; RKUV 1998 U 308 S. 454 E. 2a).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Am 1. Januar 2017 sind die Änderung vom 25. September 2015 des Bun-
desgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; 
SR 832.20) und die Änderung vom 9. November 2016 der Verordnung vom 
20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in 
Kraft getreten. Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem In-

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krafttreten der Änderung vom 25. September 2015 des UVG ereignet ha-
ben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen 
sind, werden nach bisherigem Recht gewährt (Abs. 1 der Übergangsbe-
stimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG). Anwend-
bar sind demnach vorliegend die bis 31. Dezember 2016 geltenden Nor-
men (fortan: aArt.).

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallver-
sicherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche-
rung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusam-
menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 147 V 161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181).

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163).

2.2.2 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ur-
sache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 

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(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2). Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen 
deckt sich die adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausa-
lität; die Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung 
(BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358; SVR 2020 UV Nr. 34 S. 137 E. 3.2).

2.2.3 Bei psychischen Unfallfolgen setzt die Bejahung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis für 
die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine mass-
gebende Bedeutung zukommt. Das trifft dann zu, wenn es objektiv eine 
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht 
fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist gemäss BGE 115 V 133 E. 6 
S. 138 an das objektiv erfassbare Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - aus-
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei ent-
wickelnden Kräften - eine Katalogisierung der Unfälle in leichte (banale), im 
mittleren Bereich liegende und schwere Unfälle vorzunehmen ist. Die erlit-
tenen Verletzungen können dabei Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich 
beim Unfall entwickelt haben, gestatten. Abhängig von der Unfallschwere 
sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen. Diese 
werden unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 V 356 
E. 5.1 S. 359, 129 V 177 E. 4.1 S. 183; SVR 2018 UV Nr. 21 S. 76 E. 4.2, 
2011 UV Nr. 10 S. 36 E. 4.2.2).

Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes 
oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem ge-
wöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammen-
hang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel 
(vgl. jedoch BGE 140 V 356 E. 5.3 S. 360) ohne weiteres verneint werden, 
weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug 
unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass 
ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsscha-
den zu verursachen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6a 
S. 139).

2.3 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbe-
handlung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente 
und Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung 

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der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu-
standes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass-
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 
UVG; BGE 143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Bes-
serung bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Stei-
gerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt 
beeinträchtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Bes-
serung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2020 UV Nr. 40 
S. 163 E. 2.3).

2.4 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers ist die 
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie-
sen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um-
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind 
(vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3). 

3.

3.1 Es ist zu Recht unbestritten, dass in Bezug auf die Ereignisse vom 
31. Juli 2010 und 10. März 2013 die kumulativen Anspruchsvoraussetzun-
gen des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. E. 2.1 hiervor) erfüllt 
sind. Weiter ausgewiesen ist die Kausalität (vgl. E. 2.2 hiervor) zwischen 
dem Unfall vom 31. Juli 2010 und den Kniebeschwerden rechts bzw. 
demjenigen vom 10. März 2013 und den Kniebeschwerden links (vgl. act. 
IIB 502 S. 6 Ziff. 2.1). Die Beschwerdegegnerin hat denn auch entspre-
chende Versicherungsleistungen erbracht (bspw. act. II 2, 33, 75 f.; act. IIA 
6, 15 f., 68 bis 71) und eine Integritätsentschädigung zugesprochen (act. 
IIB 478). Umstritten ist indessen der Anspruch auf eine Invalidenrente so-
wie die Höhe der Integritätsentschädigung und dabei insbesondere, ob 
auch die vom Beschwerdeführer geltend gemachten psychischen Be-

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schwerden zu berücksichtigen sind (vgl. Beschwerde, S. 7 f. Ziff. II.2 und 
4). 

3.2 Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Fol-
gende zu entnehmen:

3.2.1 Der Kreisarzt med. pract. H.________, Facharzt für Chirurgie, un-
tersuchte den Beschwerdeführer am 21. August 2018 (act. IIB 359 S. 1). 
Einleitend gab er die bis zu dieser Untersuchung aufgelegten medizini-
schen Berichte - betreffend beide Unfallereignisse vom 31. Juli 2010 und 
10. März 2013 - in seinem Untersuchungsbericht vom 23. August 2018 
zusammengefasst wieder (act. IIB 359 S. 1 bis 7) und diagnostizierte eine 
belastungsabhängige Beschwerdesymptomatik sowie eine mässige subjek-
tive und objektive Instabilität beider Kniegelenke bei Status nach einer 
diagnostischen Kniegelenksarthroskopie rechts und einer offenen Metal-
lentfernung (Tomofix-Platte) vom 18. Mai 2016 und bei Status nach einer 
Revisionsarthroskopie des Kniegelenks links, einer anterioren Synovekto-
mie und einer Revision der VKB-Ersatzplastik vom 24. Januar 2018 
(act. IIB 359 S. 8 f.). Der Beschwerdeführer klage über moderate Ruhebe-
schwerden, ein Instabilitätsgefühl an beiden Kniegelenken und eine deutli-
che Beschwerdezunahme sowie eine Schwellneigung bei Belastung 
(act. IIB 359 S. 9). Die klinische Untersuchung zeige eine mässige Instabi-
lität des VKB beidseits, zusätzlich im Bereich des linken Kniegelenks eine 
leichte laterale Aufklappbarkeit in Flexion von 20°, positive Zohlen-Zeichen 
beidseits und Druckdolenzen über dem gesamten Kniegelenkspalt sowie 
auch infrapatellär medial und lateral. Der Kreisarzt empfahl eine orthopädi-
sche Abklärung in der Klinik F.________ im Sinne einer Zweitmeinung be-
züglich des weiteren Prozederes (ob eventuell ein weiteres diagnostisches 
oder therapeutisches bzw. operatives Prozedere anzustreben sei und ob 
dadurch mit einer namhaften Besserung des unfallbedingten Gesundheits-
zustandes zu rechnen sei). Aus unfallchirurgischer Sicht sei dem Be-
schwerdeführer die bisherige Tätigkeit als … wegen schwerer kniebelas-
tender Arbeit nicht mehr zumutbar. Hingegen bestehe in einer körperlich 
leichten bis mittelschweren, angepassten Tätigkeit (wechselbelastend, oh-
ne repetitives Besteigen von Treppen und Begehen von unebenem Gelän-
de, ohne Gerüstarbeiten, ohne Besteigen von Leitern, ohne Arbeiten in 

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Zwangshaltungen [Kauern, Knien], keine mit Schlägen und/oder Vibratio-
nen verbundenen Arbeiten) eine ganztägige Arbeitsfähigkeit ohne weitere 
Einschränkungen (act. IIB 359 S. 10). 

3.2.2 Im Bericht der Klinik F.________ vom 11. Dezember 2018 (act. IIB 
374) wurden als Diagnosen eine beginnende medialbetonte Gonarthrose 
bei einer Insuffizienz des VKB des linken Knies bei Status nach einer Revi-
sionsarthroskopie des Kniegelenks links, einer anterioren Synovektomie 
und einer Revision der VKB-Ersatzplastik vom 24. Januar 2018 und eine 
beginnende Gonarthrose des rechten Knies bei Status nach einer Re-
Kniegelenksarthroskopie rechts mit einer medialen Teilmeniskektomie, ei-
ner VKB-Shrinking, einer Resektion der Plica mediopatellaris und einer 
partiellen Synovektomie vom 7. Juni 2018 (act. IIB 374 S. 1 f. Ziff. 1 f.). Das 
linke Knie zeige sich stärker symptomatisch. Der Beschwerdeführer berich-
te über ein starkes Instabilitätsgefühl und auch über Schmerzen, welche 
aber auch im lateralen Kniegelenkspalt seien. Aus diesem Grund sei am 
linken Knie eine CT-Untersuchung zur Bestimmung der Bohrkanäle durch-
geführt worden. Geplant sei eine Re-Re-Rekonstruktion des VKB allenfalls 
mit einer Stabilisierung des anterolateralen Ligaments (ALL). Dabei würde 
auch eine Allograft-Meniskustransplantation im linken medialen Komparti-
ment erfolgen. Im weiteren Verlauf werde dann das rechte Knie behandelt. 
Hier könnte bei deutlich stabileren Verhältnissen eine ALL-Rekonstruktion 
mit einer Allograft-Meniskustransplantation im medialen Kompartiment oh-
ne eine Rekonstruktion des VKB allenfalls die Situation verbessern. Der 
Beschwerdeführer wünsche dieses proaktive Vorgehen (act. IIB 374 S. 2). 

3.2.3 Im Bericht der Klinik G.________ vom 27. Juli 2020 (act. IIB 426) 
wurden als Diagnosen ein Status nach einer Re-Re-Rekonstruktion des 
VKB (ipsilaterale Quadricepssehne) und einer mini-offenen Rekonstruktion 
des ALL (ipsilaterale Gracilissehne) des linken Knies vom 7. Juni 2019 und 
eine Rotationsinstabilität des rechten Knies genannt (act. IIB 426 S. 2). Im 
Moment stehe das linke Knie im Zentrum. Als weitere Therapieoption sei 
die Weiterführung der konservativen Massnahmen (Physiotherapie) zu 
empfehlen. Operativ bleibe einzig ein gewisses Potential in einer Implanta-
tion eines Allograft-Meniskus medial mit einer leichten Valgisation im Sinne 
einer tibialen Umstellungsosteotomie mit einer Korrektur von ca. 6°. Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2023, UV/22/234, Seite 11

VKB-Plastik sei derzeit als ausreichend zu werten und sollte nicht revidiert 
werden. Insgesamt bleibe jedoch offen, inwiefern weitere Operationen zu 
einer Beschwerdereduktion führen würden. Bezüglich des rechten Knies 
sei aktuell keine Operation indiziert (act. IIB 426 S. 3).

3.2.4 Der Kreisarzt med. pract. H.________ diagnostizierte im Untersu-
chungsbericht vom 20. Mai 2021 (act. IIB 469) eine belastungsabhängige 
Beschwerdesymptomatik sowie eine mässige subjektive und objektive In-
stabilität beider Kniegelenke bei einer leichten bis mässigen medialbeton-
ten tibiofemoralen Gonarthrose beidseits bei Status nach einer diagnosti-
schen Kniegelenksarthroskopie rechts und einer offenen Metallentfernung 
(Tomofix-Platte) vom 18. Mai 2016 sowie bei Status nach einer Revisions-
arthroskopie des Kniegelenks links, einer anterioren Synovektomie und 
einer Revision der VKB-Ersatzplastik vom 24. Januar 2018 (act. IIB 469 
S. 12). Der Beschwerdeführer klage nach wie vor über moderate Ruhebe-
schwerden, ein Instabilitätsgefühl an beiden Kniegelenken und eine deut-
liche Beschwerdezunahme bei Belastung. Gegenwärtig finde keine Physio-
therapie statt. Der Beschwerdeführer nehme bei Bedarf Voltaren ein. Die 
heutige klinische Untersuchung zeige eine minimal eingeschränkte Flexion 
des linken Kniegelenks (um ca. 10°) im Vergleich zur rechten Seite, eine 
leichte Instabilität des VKB beidseits, positive Zohlen-Zeichen beidseits und 
Druckdolenzen über dem gesamten Kniegelenkspalt sowie auch infrapa-
tellär medial und beidseits. Aus chirurgischer Sicht liege ein medizinisch 
stabiler Zustand vor, weshalb die heutige kreisärztliche Untersuchung als 
Abschlussuntersuchung anzusehen sei. Von weiteren konservativen Be-
handlungen könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte 
Besserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes mehr erwartet wer-
den. Aktuell seien auch keine weiteren Therapien indiziert. Die Bedarfs-
analgesie sowie die künftigen orthopädischen Kontrollen seien weiterhin zu 
Lasten der Unfallversicherung zu übernehmen. Aus chirurgischer Sicht 
bestehe in einer körperlich leichten bis mittelschweren, angepassten Tätig-
keit (wechselbelastend, ohne dauerhafte Arbeiten in Zwangsposition, ohne 
Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne repetitives Besteigen von Trep-
pen und Begehen von unebenem Gelände, ohne Arbeiten in Zwangshal-
tungen [Kauern, Knien]) eine ganztägige Arbeitsfähigkeit ohne weitere Ein-
schränkungen (act. IIB 469 S. 13).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2023, UV/22/234, Seite 12

3.2.5 Med. pract. I.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe-
rapie, hielt in dem zu Handen der IV-Stelle … verfassten Bericht vom 
30. September 2021 (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 10) als Diagno-
se mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive 
Störung, aktuell mittel- bis schwergradig, mit somatischem Syndrom und 
intermittierend präsuizidalen Phasen klinisch-phänomenologisch am ehes-
ten traumatischer Genese fest (act. I 10 S. 3 Ziff. 2.5). Es liege eine hoch-
gradige Einschränkung der Leistungsfähigkeit vor, welche durch eine akute 
Überlastungssituation und ein fehlendes Finden von Auswegen aus der 
Situation bedingt sei (act. I 10 S. 4 Ziff. 2.7).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2023, UV/22/234, Seite 13

sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV Nr. 3 S. 8 
E. 3.2).

3.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich im angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 22. März 2022 (act. IIB 502) massgeblich auf die Beur-
teilungen des Kreisarztes med. pract. H.________ vom 23. August 2018 
und 20. Mai 2021 (act. IIB 359, 468 f.) gestützt. Diese erfüllen die vorer-
wähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.3 hiervor) und 
erbringen vollen Beweis. Der Kreisarzt hat sich in seinen Beurteilungen in 
Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen 
Befunden und Beschwerden des Beschwerdeführers an den beiden Knie-
gelenken auseinandergesetzt und seine Schlussfolgerungen gestützt auf 
eigene Untersuchungen sowie unter Berücksichtigung der intraoperativen 
Befunde der Eingriffe vom 8. September 2010, 3. Januar 2011, 14. März 
2013, 7. Januar 2014, 18. November 2014, 6. März 2015, 15. September 
2015, 18. Mai 2016, 25. Oktober 2016, 3. Oktober 2017, 24. Januar 2018, 
7. Juni 2018, 6. Februar 2019 und 7. Juni 2019 (act. II 13, 41, 119, 163, 
188; act. IIA 22, 40, 75, 121, 211, 290, 316; act. IIB 381, 393) getroffen 
(vgl. act. IIB 469 S. 1 bis 10). Die Ausführungen in der Beurteilung der me-
dizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die daraus gezogenen 
Folgerungen zum Gesundheitszustand und insbesondere zum vorliegend 
relevanten Beweisthema (Restarbeitsfähigkeit, Zumutbarkeitsprofil und 
Integritätsschaden [vgl. dazu E. 5 hiernach]) nachvollziehbar begründet. 

Gestützt auf die beweiskräftige Beurteilung des Kreisarztes vom 
20. Mai 2021 (act. IIB 469 S. 13) ist mit dem erforderlichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429) erstellt, 
dass der medizinische bzw. somatische Endzustand spätestens im Zeit-
punkt der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 20. Mai 2021 er-
reicht war. Diese Beurteilung findet ihren Rückhalt in der insoweit kohären-
ten und widerspruchsfreien medizinischen Aktenlage. So werden von den 
behandelnden Ärzten keine weiteren medizinischen Massnahmen bzw. 
weiteren möglichen chirurgischen Eingriffe genannt (vgl. E. 3.2.2 f. hiervor), 
von welchen prospektiv eine namhafte Besserung des somatischen Ge-
sundheitszustandes mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten 
gewesen wäre; dies wird vom Beschwerdeführer denn auch nicht bestrit-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2023, UV/22/234, Seite 14

ten. Die Beschwerdegegnerin hat damit korrekterweise den Fall nach der 
kreisärztlichen Abschlussuntersuchung auf den 1. September 2021 unter 
Einstellung von Heilbehandlung (abgesehen von Bedarfsanalgesie und 
künftigen orthopädischen Kontrollen) und Taggeld sowie Prüfung des An-
spruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abge-
schlossen (vgl. act. IIB 474 S. 1 bis 3). Daran vermögen die vom Be-
schwerdeführer geltend gemachten psychischen Beschwerden, namentlich 
die diagnostizierte rezidivierende depressive Störung, nichts zu ändern, 
sind diese doch - wie nachfolgend aufgezeigt wird (vgl. E. 3.5 hiernach) - 
nicht adäquat kausal auf die Unfallereignisse vom 31. Juli 2010 und 
10. März 2013 zurückzuführen. 

Des Weiteren ist gestützt auf die beweiskräftige kreisärztliche Beurteilung 
erstellt, dass dem Beschwerdeführer unfallbedingt die bisherige Tätigkeit 
als … nicht mehr zumutbar ist (act. IIB 359 S. 10). Demgegenüber besteht 
in einer körperlich leichten bis mittelschweren, angepassten Tätigkeit 
(wechselbelastend, ohne dauerhafte Arbeiten in Zwangsposition, ohne Be-
steigen von Leitern und Gerüsten, ohne repetitives Besteigen von Treppen 
und Begehen von unebenem Gelände, ohne Arbeiten in Zwangshaltungen 
[Kauern, Knien]) eine volle Arbeitsfähigkeit ohne weitere Einschränkungen 
(act. IIB 469 S. 13).

3.5 An diesem Ergebnis vermag, wie bereits erwähnt, der von med. 
pract. I.________ diagnostizierte psychische Gesundheitsschaden nichts 
zu ändern (vgl. E. 3.2.5 hiervor). Die diesbezügliche Prüfung der Adäquanz 
erfolgt unbestrittenermassen nach den in BGE 115 V 133 genannten Krite-
rien (vgl. E. 2.2.3 hiervor). 

3.5.1 Gemäss Schadenmeldung UVG vom 18. August 2010 (act. II 1) 
bekam der Beschwerdeführer am 31. Juli 2010 beim Fussballspielen einen 
Schlag gegen das rechte Knie. Am 29. November 2010 gab der Beschwer-
deführer zum Ereignishergang Folgendes an: "Während des Spiels erhielt 
ich im Zweikampf von einem Gegenspieler einen Schlag gegen mein rech-
tes Knie. Ich verspürte sofort Schmerzen und nach kurzer Zeit war das 
rechte Knie auch angeschwollen" (act. II 24 S. 1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2023, UV/22/234, Seite 15

Der Schadenmeldung UVG vom 12. März 2013 (act. IIA 1) ist zu entneh-
men, dass sich der Beschwerdeführer am 10. März 2013 beim Fussball-
spielen das linke Knie verdreht habe und gestürzt sei, worauf es geknackt 
habe. Am 3. Februar 2015 führte der Beschwerdeführer zum Unfallhergang 
Folgendes aus: "Ich wollte einen gegnerischen Spieler welcher auf mich zu 
rannte stoppen, machte eine Drehbewegung, blieb mit meinem linken Fuss 
im Kunstrasen hängen, verdrehte mir mein linkes Knie und fiel hin. Dies 
alles passierte ohne direkte gegnerische Einwirkung" (act. IIA 90 S. 2). 

3.5.2 Die beiden Unfallereignisse sind als leicht einzustufen (vgl. Ent-
scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [heute: Bundesgericht 
{BGer}] vom 30. September 2004, U 126/04, Sachverhalt lit. A sowie E. 3.2 
und 4.1 [Zusammenprall mit einem Gegenspieler beim Fussballtraining]), 
weshalb die Adäquanz rechtsprechungsgemäss ohne weiteres zu vernei-
nen ist (vgl. E. 2.2.3 hiervor). Eine höhere Einstufung ist - entgegen der 
Auffassung des Beschwerdeführers, der die Vorfälle unter Hinweis auf den 
langwierigen und äusserst komplizierten Behandlungsverlauf im mittleren 
Bereich angesiedelt haben will (vgl. Beschwerde, S. 7 Ziff. II.2) - nicht ge-
rechtfertigt. Massgebend bei der Beurteilung der Unfallschwere ist der au-
genfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, 
nicht jedoch Folgen des Unfalles oder Begleitumstände, welche nicht direkt 
dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können (vgl. E. 2.2.3. hiervor). 
Derartigen, dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden Fakto-
ren ist gegebenenfalls bei den hier nicht zu prüfenden Adäquanzkriterien 
Rechnung zu tragen. Dies gilt insbesondere für die - ein eigenes Kriterium 
bildende - ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung (vgl. Ent-
scheid des BGer vom 15. September 2009, 8C_129/2009, E. 5.2.1). 

Nach dem Gesagten sind die psychischen Beschwerden des Beschwerde-
führers nicht adäquat kausal auf die Unfallereignisse vom 31. Juli 2010 und 
10. März 2013 zurückzuführen. Entsprechend durfte die Beschwerdegeg-
nerin bei der Bemessung der Invalidität und des Integritätsschadens allein 
die somatischen Unfallfolgen berücksichtigen. Zu prüfen sind nachfolgend 
die erwerblichen Auswirkungen dieser medizinischen Ausgangslage.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2023, UV/22/234, Seite 16

4.

4.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (aArt. 18 
Abs. 1 UVG). Der Bundesrat regelt die Bemessung des IV-Grades in Son-
derfällen. Er kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen (Art. 18 Abs. 2 
UVG).

4.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

4.1.2 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

4.1.3 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1). Lässt sich aufgrund 
der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 
realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statisti-
sche Werte wie die vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen 
der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöh-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2023, UV/22/234, Seite 17

nung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen 
Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV 
Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

4.1.4 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den LSE herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 
E. 3.3). 

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung er-
gibt sich der massgebliche Zeitpunkt aus Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG, wo-
nach der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärzt-
lichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2023, UV/22/234, Seite 18

mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der 
Invalidenversicherung abgeschlossen sind (BGE 143 V 148 E. 3.1.1 
S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Der frühest mögliche Rentenbeginn fällt 
demnach unter Berücksichtigung des Fallabschlusses per 1. September 
2021 (act. IIB 474 S. 2) auf den 1. September 2021.

4.2.1 Mit Blick darauf, dass der Beschwerdeführer über keine Berufs-
ausbildung verfügt und vor den Unfallereignissen im Juli 2010 und im März 
2013 als … (act. II 1) und … (act. IIA 1) resp. im Zeitpunkt der Rückfallmel-
dung vom Oktober 2014 (act. IIA 54) als … im … (act. IIA 54, 57 S. 1 und 
90 S. 1) tätig war, ist das Valideneinkommen auf der Basis der LSE 2018, 
Durchschnittswert im …, zu ermitteln. Gemäss der Tabelle TA1 der LSE 
2018 (abrufbar unter www.bfs.admin.ch) beträgt der massgebliche monatli-
che Bruttolohn (Ziff. 41 bis 43 [Baugewerbe], Kompetenzniveau 1 [einfache 
Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art], Männer) Fr. 5'622.--. 
Aufgerechnet auf ein Jahr und angepasst sowohl an die Nominallohnent-
wicklung bis zum Jahr 2021 (BFS, Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, 
Männer, 2011 - 2021, Ziff. 41 bis 43, Index Jahr 2018: 103.8 Punkte, Index 
Jahr 2021: 105.7 Punkte) als auch an die betriebsübliche Wochenarbeits-
zeit im Jahr 2021 von 41.3 Stunden (BFS, Betriebsübliche Wochenarbeits-
zeit nach Wirtschaftsabteilungen [BUA], 2021, Ziff. 41 bis 43) resultiert dar-
aus ein massgebliches Valideneinkommen von Fr. 70'931.60 (Fr. 5'622.-- x 
12 : 103.8 x 105.7 : 40 h x 41.3 h). 

4.2.2 Da der Beschwerdeführer keine Verweistätigkeit im zumutbaren 
Rahmen aufgenommen hat (vgl. act. I 3), ist das Invalideneinkommen 
ebenfalls aufgrund des Tabellenlohns zu bestimmen. Gemäss der Tabelle 
TA1 der LSE 2018 beträgt der massgebliche monatliche Bruttolohn (Total, 
Männer, Kompetenzniveau 1) Fr. 5'417.--. Aufgerechnet auf ein Jahr und 
angepasst sowohl an die Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2021 (BFS, 
Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer, 2011 - 2021, Total, Index Jahr 
2018: 105.1 Punkte, Index Jahr 2021: 106.0 Punkte) als auch an die be-
triebsübliche Wochenarbeitszeit im Jahr 2021 von 41.7 Stunden (BUA, 
2021, Total) ergibt dies - unter Berücksichtigung der zumutbaren Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit von 100 % (vgl. E. 3.4 hiervor) - ein massgebliches 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2023, UV/22/234, Seite 19

Invalideneinkommen von Fr. 68'346.95 (Fr. 5'417.-- x 12 : 105.1 x 106.0 : 
40 h x 41.7 h).

Dass die Beschwerdegegnerin keinen Abzug vom Tabellenlohn vorge-
nommen hat (act. IIB 502 S. 12 Ziff. 7.5), ist nicht zu beanstanden. Bei der 
Zumutbarkeit von leichten bis mittelschweren Tätigkeiten (vgl. E. 3.4 letzter 
Absatz hiervor) ist grundsätzlich auch bei - hier jedoch nicht gegebener - 
eingeschränkter Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt, weil der 
Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl solcher Tätigkei-
ten umfasst (vgl. Entscheid des BGer vom 30. Mai 2011, 9C_187/2011, 
E. 4.2.1). Vorliegend wurden die gesundheitlichen Beeinträchtigungen beim 
Anforderungsprofil als limitierende Faktoren berücksichtigt (vgl. E. 3.4 letz-
ter Absatz hiervor) und es sind keine weiteren Gründe ersichtlich (vgl. 4.1.4 
hiervor), die zu einer Einkommenseinbusse führen könnten. Insbesondere 
ist die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt, auf welche sich der Be-
schwerdeführer hauptsächlich beruft (vgl. Beschwerde, S. 6 Ziff. II.2), kein 
Kriterium, welches zu einem Abzug vom Invalideneinkommen berechtigen 
würde (Entscheid des BGer vom 7. Mai 2020, 8C_73/2020, E. 8.2.3). Im 
Übrigen hat der Beschwerdeführer - ohne Berufsausbildung - zu keinem 
Zeitpunkt vor den Unfällen die hohen Löhne des Baugewerbes erzielt, la-
gen seine Einkommen (vgl. act. II 1, Ziff. 12, und act. IIA 1, Ziff. 12) doch 
deutlich unter den (damaligen) statistischen Löhnen im Baugewerbe (2010: 
Fr. 5'310.-- [Tabelle TA1 der LSE 2010, Ziff. 41 bis 43, Anforderungsniveau 
4 {einfache und repetitive Tätigkeiten}, Männer]; 2012: Fr. 5'430.-- [Tabelle 
TA1 der LSE 2012, Ziff. 41 bis 43, Kompetenzniveau 1 {einfache Tätigkei-
ten körperlicher oder handwerklicher Art}, Männer]); dass ihm keine körper-
lich schweren (…-)Tätigkeiten mehr zumutbar sind, rechtfertigt auch aus 
diesem Blickwinkelt keinen Abzug. 

4.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 70'931.60 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 68'346.95 resultiert eine Einkommenseinbusse von 
Fr. 2'584.65, was einem rentenausschliessenden (vgl. E. 4.1 hiervor) 
IV-Grad von gerundet 4 % (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 
S. 123; SVR 2019 IV Nr. 61 S. 198 E. 7.1) entspricht. Die Abweisung des 
Rentengesuchs erfolgte demnach zu Recht.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2023, UV/22/234, Seite 20

5.

Zu prüfen bleibt der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.

5.1

5.1.1 Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf 
eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer 
Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag 
des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entspre-
chend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 
UVG).

5.1.2 Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung 
der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch 
gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als 
dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindes-
tens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, 
geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, 
augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die 
Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. 
Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht absch-
liessenden Skala häufig vorkommende und typische Schäden prozentual 
gewichtet (BGE 124 V 29 E. 1b S. 32). Für spezielle oder nicht aufgeführte 
Integritätsschäden wird die Entschädigung nach dem Grad der Schwere 
vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2 des Anhangs 3; BGE 116 V 156 
E. 3a S. 157).

Art. 36 Abs. 3 UVV bestimmt, dass die Integritätsentschädigung nach der 
gesamten Beeinträchtigung festgesetzt wird, wenn mehrere körperliche, 
geistige oder psychische Integritätsschäden aus einem oder mehreren Un-
fällen zusammenfallen. Die Gesamtentschädigung darf den Höchstbetrag 
des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und bereits nach 
dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet. 
Diese Regelung ist auch in Bezug auf aus mehreren Unfällen hervorge-
gangene Gesundheitsschäden verfassungs- und gesetzeskonform (SVR 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2023, UV/22/234, Seite 21

2018 UV Nr. 20 S. 72 E. 6.1; Entscheid des BGer vom 2. Mai 2011, 
8C_812/2010, E. 6.3 und 6.5).

In diesem Zusammenhang hat die Suva in Weiterentwicklung der bundes-
rätlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form 
(sog. Feinraster; abrufbar unter www.suva.ch) erarbeitet. Diese Tabellen 
sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehand-
lung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem Anhang 3 zur 
UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c S. 32).

5.1.3 Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich nach der 
Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizini-
schen Befund. Bei gleichem medizinischen Befund ist der Integritätsscha-
den für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen 
(BGE 124 V 29 E. 3c S. 35).

5.2 Die Beschwerdegegnerin gewährte eine Integritätsentschädigung 
nach Massgabe eines Integritätsschadens von 20 % (act. IIB 502 S. 13 f. 
Ziff. 10 f.). Sie stützte sich dabei auf die Beurteilung des Kreisarztes med. 
pract. H.________ vom 20. Mai 2021 (act. IIB 468 S. 2 Ziff. 2). Dieser hielt 
fest, dass gestützt auf die radiologischen, klinischen und operativen Befun-
de die vorliegende leichte bis mässige medialbetonte femorotibiale Gonar-
throse beidseits gemäss der Suva-Tabelle 5.2 (Integritätsschaden bei Ar-
throsen; vgl. E. 5.1.2 hiervor) mit 10 % pro Körperseite zu entschädigen 
sei. Zusammen ergebe sich ein zu entschädigender Integritätsschaden von 
20 %. Bei einer Zunahme der Gonarthrose beidseits im weiteren Verlauf 
wäre die Höhe des Integritätsschadens erneut zu evaluieren und gegebe-
nenfalls anzupassen (act. IIB 468 S. 2 Ziff. 3). 

Diese Beurteilung ist mit Blick auf die medizinische Aktenlage und die Su-
va-Tabelle 5.2 (bei je einer mässigen Femorotibial-Arthrose: 5 - 10 %) 
nachvollziehbar und überzeugend begründet. In den Akten finden sich kei-
ne ärztlichen Berichte, welche auch nur geringe Zweifel an der kreisärzt-
lichen Beurteilung zu wecken vermöchten bzw. aufgrund der verbleibenden 
somatischen Unfallfolgen eine höhere Entschädigung postulieren würden. 
Dies wird im Übrigen vom Beschwerdeführer denn auch nicht in Frage ge-
stellt. Hingegen haben die nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2023, UV/22/234, Seite 22

zu den Unfällen vom 31. Juli 2010 und 10. März 2013 stehenden psychi-
schen Beschwerden - wie bereits aufgezeigt (vgl. E. 3.5.2 hiervor) - bei der 
Bemessung des Integritätsschadens unberücksichtigt zu bleiben (vgl. Be-
schwerde, S. 8 Ziff. II.4). Damit bleibt es bei einer Integritätsentschädigung 
basierend auf einem Integritätsschaden von 20 %. Auch diesbezüglich ist 
die Beschwerde abzuweisen.

6.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
22. März 2022 (act. IIB 502) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist 
deshalb abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. E. 1.2 hiervor).

7.

7.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben.

7.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

7.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. 

7.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2023, UV/22/234, Seite 23

Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers im Sinne der Prozessarmut ist 
aufgrund der Akten ausgewiesen (vgl. Eingaben des Beschwerdeführers 
vom 20. Juni und 17. Oktober 2022 sowie Akten des Beschwerdeführers 
[act. IA] 1 bis 12). Des Weiteren kann der Prozess nicht als von vornherein 
aussichtslos im Sinne der bundesgerichtlichen Praxis bezeichnet werden 
(vgl. BGE 140 V 521 E. 9.1 S. 537). Schliesslich erscheint der Beizug einer 
Rechtsvertretung angesichts der Rechtsunkundigkeit des Beschwerdefüh-
rers sowie der tatsächlichen und rechtlichen Schwierigkeiten geboten. 
Demnach ist dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege unter 
Beiordnung von Advokat Dr. iur. B.________ als amtlicher Anwalt zu ge-
währen.

7.3.2 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 18. Oktober 2022 macht Advokat Dr. iur. B.________ 
ein Honorar von Fr. 2'572.50, Auslagen von Fr. 195.80 sowie Mehrwert-
steuer von Fr. 213.15, insgesamt Fr. 2'981.45, geltend, was nicht zu bean-
standen ist. Folglich wird der tarifmässige Parteikostenersatz für dieses 
Verfahren auf Fr. 2'981.45 festgesetzt. Davon ist Advokat Dr. iur. 
B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichts-
kasse ein amtliches Honorar von Fr. 2'058.-- (10.29 h x Fr. 200.--) zuzüg-
lich Auslagen von Fr. 195.80 und Mehrwertsteuer von Fr. 173.50 (7.7 % 
von Fr. 2'253.80), total somit eine Entschädigung von Fr. 2'427.30, auszu-
richten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des Beschwerdeführers 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2023, UV/22/234, Seite 24

gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Voraussetzungen von 
Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
(ZPO; SR 272; vgl. Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Ad-
vokat Dr. iur. B.________ wird gutgeheissen.

3. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2'981.45 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Advokat Dr. iur. B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2'427.30 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Advokat Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Suva
- Bundesamt für Gesundheit
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Feb. 2023, UV/22/234, Seite 25

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.