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**Case Identifier:** acb8f027-d31e-541c-8f48-82452106bc95
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.11.2014 200 2012 1135
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2012-1135_2014-11-10.pdf

## Full Text

200 12 1135 IV
KNB/ABE/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. November 2014 

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 25. Oktober 2012

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2014, IV/12/1135, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1957 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), bis 
Ende Januar 2009 als ... angestellt, meldete sich am 5. Februar 2009 mit 
Hinweis auf eine Depression, Rückenschmerzen und eine Schulterproble-
matik bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leis-
tungsbezug an (Antwortbeilage [AB] 1, 10). Die IVB tätigte erwerbliche und 
medizinische Abklärungen (AB 4 ff.) und ordnete ein Belastbarkeits- (AB 
25, 29) sowie anschliessend ein Aufbautraining an (AB 34). Letzteres wur-
de vorzeitig abgebrochen (AB 37, 41), worauf die IVB die Eingliederungs-
bemühungen abschloss (AB 44 ff.). Zur Prüfung des Rentenanspruchs liess 
sie den Versicherten in der X._____ (MEDAS) untersuchen (Gutachten 
vom 11. März 2011 [AB 59.1]). Daraufhin kündigte die IVB vorbescheidwei-
se an, das Rentengesuch bei einem Invaliditätsgrad von 28% abzulehnen 
(AB 61). Damit erklärte sich der Versicherte nicht einverstanden und reichte 
weitere medizinische Unterlagen zu den Akten (AB 65 ff.). Nachdem die 
IVB hierzu Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) ein-
geholt hatte (AB 71, 73), veranlasste sie eine weitere neurochirurgisch-
psychiatrische Begutachtung (Expertisen vom 5. Dezember 2011 [AB 81.1] 
und vom 15. Februar 2012 [AB 83.1]). Gestützt darauf lehnte die IVB einen 
Rentenanspruch – nach neu durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 84 
ff.) – mit Verfügung vom 25. Oktober 2012 (AB 95) ab (Invaliditätsgrad: 
23%). 

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 26. November 2012 Beschwerde. Er beantragt die kosten-
fällige Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprechung min-
destens einer halben Rente ab Februar 2010. Im Wesentlichen wird die 
gutachterlich attestierte Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestritten. Am 
11. Dezember 2012 stellte der Beschwerdeführer zudem ein Gesuch um 

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unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ 
als amtlicher Anwalt. 

Mit Beschwerdeantwort vom 21. Dezember 2012 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Beschwerdeabweisung.

Nachdem der Beschwerdeführer am 25. Juni 2013 einen weiteren Arztbe-
richt zu den Akten gereicht hatte (Beschwerdebeilage [BB] 3), ergänzte die 
Beschwerdegegnerin aufforderungsgemäss ihre Beschwerdeantwort resp. 
reichte eine Stellungnahme des RAD vom 4. Juli 2013 (in den Gerichts-
akten) ein.

Von der Möglichkeit zur Einreichung von Schlussbemerkungen machte der 
Beschwerdeführer mit Eingabe vom 18. August 2014 Gebrauch. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

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vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 25. Oktober 2012 
(AB 95). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine 
fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich 
anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 282). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes 
auch eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als 
solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die 
somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Wil-
lensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die 
Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wieder-
einstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte 
Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen not-
wendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, ent-

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scheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund 
steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher 
Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere 
Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähri-
ger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter 
Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in 
allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr be-
einflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch 
aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; „Flucht 
in die Krankheit“); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambu-
lanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeu-
tischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je 
mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechen-
den Befunde darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraus-
setzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 
V 64 E. 4.1 S. 67, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 
352 E. 2.2.3 S. 354). 

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

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3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen Fol-
gendes entnehmen:

3.1.1 Der Hausarzt Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin FMH, nannte im Bericht vom 22. Juni 2009 (AB 27) keine Diagno-
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Gleichzeitig führte er aus, der 
Patient könne nicht mehr unter Druck und Stress arbeiten; er sei vom letz-
ten Arbeitgeber gemobbt worden und sei sehr ängstlich geworden. In ge-
schütztem Rahmen könnten ... halbtags ausführt werden.

3.1.2 Im Bericht des Spitals K.________, vom 3. Juli 2009 (AB 23) wur-
den folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt: 
Mittelschwere depressive Symptomatik mit Angstsymptomen (ICD-10 
F32.1) mit/bei anhaltender psychosozialer Belastungssituation, komplexe 
Schmerzproblematik (ICD-10 F45.41, R52) sowie Ein- und Durch-
schlafstörungen (ICD-10 G47.0). Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
hätten eine arterielle Hypertonie (ICD-10 I10), eine Hyperlipidämie (ICD-10 
E78.5) und eine durchgemachte Hepatitis A und B. Die bisherige Tätigkeit 
sei nicht mehr zumutbar. Im Rahmen des Arbeitstrainings sei unter ge-
schützten Bedingungen zur Wiederherstellung des Selbstvertrauens zu 
Beginn eine Arbeitsleistung von zwei Stunden und nach drei bis vier Mona-
ten von 4 Stunden pro Tag möglich.

3.1.3 Im MEDAS-Gutachten vom 11. März 2011 (AB 59.1) wurde Folgen-
des diagnostiziert: 

• anhaltende depressive Episode im Rahmen einer reaktiv entstande-
nen depressiven Störung durch anhaltenden Arbeitsplatzkonflikt 
(ICD-10 F32.1)

• anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Impingement-Syndrom der rechten Schulter nach Schulterkontusion 
durch Sturz auf einer Treppe

• chronische Lumboischialgie bei St.n. Mikrodiskektomie L4/5 rechts 
(ICD-10 M54.3)

Ursprünglich hätten die gesundheitlichen Probleme auf körperlichem Ge-
biet begonnen. Nach dem operativen Eingriff an der LWS (2005) sei es zu 
einem zufriedenstellenden Resultat mit gewissen Restbeschwerden ge-

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kommen. Jetzt stehe eine kombinierte psychische Störung im Vordergrund, 
welche auch der zentrale Grund für die Leistungsminderung sei (S. 21). 
Nach einem … (2004) sei es am langjährigen Arbeitsplatz zu innerbetriebli-
chen Spannungen mit einem Nervenzusammenbruch des Exploranden 
gekommen. Die somatischen Abklärungen könnten das Ausmass des 
chronischen Schmerzsyndroms nicht erklären. Weder bildgebend noch 
neurologisch lägen Hinweise für ein klinisch relevantes Rezidiv im Bereich 
der LWS vor. Das Ausmass der Schmerzen sei auch internistisch-
rheumatologisch nicht restlos erklärbar (S. 22). Psychopathologisch liege 
ein chronifiziertes depressives Syndrom mit ausgeprägt ängstlich-agitierter 
Symptomatologie vor. Der Explorand habe eine ausgesprochene Lebens-
müdigkeit deutlich gemacht; eine akute Suizidalität liege aber nicht vor. Er 
habe narzisstisch gekränkt, antriebsgemindert und affektlabil gewirkt. Für 
die Aufrechterhaltung des chronischen Schmerzsyndroms spielten die psy-
chosozialen Belastungen und die emotionalen Konflikte des an sich sehr 
leistungsorientierten Exploranden eine erhebliche Rolle (S. 23). Die de-
pressive Störung habe stark reaktiven Charakter. Die bisherige Tätigkeit sei 
nur noch mit zeitlich verkürztem Pensum (6 Stunden pro Tag an 5 Tagen 
der Woche) zumutbar. Dieses Pensum sei auf 2 Blöcke à 3 Stunden aufzu-
teilen. Die körperlich schweren Arbeiten in der ... seien nicht mehr zumut-
bar. Arbeiten über Schulterhöhe oder mit grösseren Gewichten seien gele-
gentlich, nicht aber regelmässig, zumutbar. Zusätzliche Leistungsminde-
rungen beständen nicht (S. 24). Grundsätzlich dürfte der Explorand in sei-
ner angestammten Berufstätigkeit am leichtesten wieder eingliederbar sein; 
medizinisch-theoretisch müsse davon ausgegangen werden, dass er in 
einer körperlich leichten Arbeit kaum besser einzusetzen wäre, da sich bei 
erhöhtem zeitlichem Pensum die psychische Störung des depressiven 
Syndroms stärker bemerkbar machen würde (S. 25).

3.1.4 Aufgrund einer Rezidivhernie L4/5 mit Bandscheibenprotrusion/-
hernierung L5/S1 wurde am 22. März 2011 ein weiterer operativer Eingriff 
durchgeführt (AB 67/4). Gemäss Spitalbericht vom 30. März 2011 
(AB 67/2) sei der Verlauf komplikationslos gewesen; für 6 Wochen sei eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden.

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3.1.5 Dr. med. D.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera-
pie, berichtete am 29. Juli 2011 (AB 70), der psychische Befund habe sich 
im Verlauf der letzten zwei Jahre eher gebessert, auf keinen Fall ver-
schlechtert. Aus psychiatrischer Sicht sei der Patient an einem geeigneten 
Arbeitsplatz 50% arbeitsfähig, zumal er selbst eine Teilzeitarbeit wünsche. 
Allerdings sei die körperliche Beeinträchtigung, die sie nicht im Detail beur-
teilen könne, im Moment so stark, dass er 100% arbeitsunfähig sei. Mit den 
im MEDAS-Gutachten genannten Diagnosen sei sie einverstanden und sie 
müsse betonen, dass psychosozialer Stress und sozioökonomische Grün-
de eine Schmerzstörung negativ beeinflussen könnten.

3.1.6 Dr. med. E.________, Fachärztin für Neurochirurgie, nannte im 
Gutachten vom 5. Dezember 2011 (AB 81.1/2) folgende Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: 

Chronisches lumbales und lumboischialgiformes Schmerzsyndrom beidseits, 
rechtsbetont mit/bei

- degenerativen LWS-Veränderungen (Ieichtgradige Osteochondrose 
Th10-L4, begleitende Spondylose, mässiggradige Spondylarthrose, zir-
kuläres Discbulging Th10-L4)

- St. n. Mikrodiskektomie und Sequestrektomie L4/5 rechts mit IDN-
Injektion 07/2005

- St. n. Dekompression L4/5 beidseits, Neurolyse L5 rechts und komplet-
ter Diskektomie, Dekompression L5/S1 links und kompletter Diskekto-
mie von links, PLIF-Stabilisierung L4/5 und L5/S1 mit T-PAL Cages, 
dorsaler Instrumentation L4 auf S1 mit Expidiumimplantat, dorsa-
ler/dorsolateraler Spondylodese L4 auf S 1 beidseits mit Dekompressi-
onseigenknochen 03/2011

Aus neurologischer Sicht beständen keine Diagnosen ohne Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit (S. 18). Die geklagte Schmerzsymptomatik und die 
schmerzbedingten Beeinträchtigungen könnten qualitativ durchaus, quanti-
tativ hingegen nicht vollständig mit objektivierbaren Befunden erklärt wer-
den (S. 21). Körperlich leichte bis mittelschwere und konsequent wechsel-
belastende Tätigkeiten seien 8.5 Stunden pro Tag an 5 Tagen pro Woche 
zumutbar. Dabei bestehe eine Leistungsminderung von 10-20%. Ausge-
schlossen seien körperlich schwere und ständig/häufig/überwiegend kör-
perlich mittelschwere Tätigkeiten, die LWS statisch belastende Tätigkeiten, 
solche mit Haltungs- und Positionsmonotonien der LWS, in Zwangshaltun-
gen der LWS, mit repetitiven Rotationsbewegungen der LWS sowie Tätig-

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keiten mit Vibrationen und Schlägen auf das Achsenorgan. Das repetitive 
Heben, Tragen und Bewegen von Lasten sei mit 10kg limitiert. In der bishe-
rigen Tätigkeit als ... werde aus neurochirurgischer Sicht bleibend keine 
Arbeitsfähigkeit mehr gesehen. Das genannte Leistungsvermögen sollte 
spätestens 12 Monate postoperativ erreicht sein (S. 22).

3.1.7 Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
legte im Gutachten vom 15. Februar 2012 (AB 83.1) dar, es liege keine 
primär psychische Störung bzw. keine krankheitswertige psychische Sym-
ptomatik vor. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
nannte er die vordiagnostizierte depressive Episode im Rahmen einer reak-
tiv entstandenen depressiven Störung durch anhaltenden Arbeitsplatzkon-
flikt (ICD-10 F32) sowie die vordiagnostizierte anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), wobei Erstere vollständig remittiert und 
Letztere aus versicherungspsychiatrischer Sicht nicht nachvollziehbar sei 
(S. 15). Der Explorand habe keine Persönlichkeitseigenschaften aufgewie-
sen, die auf eine somatoforme Erkrankung hingewiesen hätten. Vielmehr 
führe er selber die Rückenschmerzproblematik auf den jahrelangen Ver-
schleiss durch körperlich schwere Arbeit zurück. Für eine zumindest teil-
weise körperliche Ursache der Symptome sprächen zudem die Operatio-
nen (S. 16 f.). Bezüglich der vordiagnostizierten mittelgradigen depressiven 
Episode sei festzuhalten, dass die Symptomatik durch externe Umweltfak-
toren aufrechterhalten worden sei; die möglicherweise erlittenen Schmer-
zen und auch psychosoziale Probleme (Arbeitsplatzverlust, finanzielle 
Schwierigkeiten) hätten den Exploranden nachvollziehbar über einen be-
stimmten Zeitraum depressiv gemacht. Differenzialdiagnostisch wäre eine 
Anpassungsstörung resp. Belastungsreaktion zu diskutieren gewesen; in-
folge der Remission wäre diese Diskussion aber retrospektiv akademisch 
(S. 18 f.). Aufgrund der Vollremission seien aktuell ausschliesslich krank-
heitsfremde Faktoren für die Nichtverwertung der Arbeitsfähigkeit verant-
wortlich (S. 20). Aus versicherungspsychiatrischer Sicht sei die bisherige 
Tätigkeit zeitlich uneingeschränkt zumutbar, wobei aufgrund der Dekondi-
tionierung eine Leistungsminderung von 10-15% bestehe (S. 21). Seit Be-
ginn des Jahres 2011 bestehe eine über 80%-ige Arbeitsfähigkeit. 
Grundsätzlich könne der Explorand jegliche Tätigkeit ausüben, ohne dass 
ein Arbeitsplatz besonderen Anforderungen genügen müsste (S. 22). 

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3.1.8 Dr. med. G.________ hielt im von Dr. med. H.________, Facharzt 
für Neurologie, visierten Bericht vom 4. Juni 2012 (AB 92/2) fest, es beste-
he eine chronifizierte L5-Symptomatik rechts bei klinisch nachweisbarer 
Fussheberschwäche und Fühlstörungen entlang des Dermatoms L5. Elek-
troneurophysiologisch hätten sich hochpathologische SSEP (somatosensi-
bel evozierte Potentiale) der Peroneusnerven und myographisch ausge-
prägte neurogene Veränderungen bei deutlicher Polyphasie im Schien-
beinmuskel gezeigt. Hingegen sei das SSEP der Schienbeinnerven normal, 
was gegen eine zusätzliche Spinalkanalstenose spreche. Nach zwei Ope-
rationen sei das Endstadium mit Sicherheit erreicht. Das Fazit sei, dass der 
Patient für körperliche Arbeit nicht mehr einsetzbar sei.

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.3 Bei Erlass der angefochtenen Verfügung stützte sich die Beschwer-
degegnerin massgeblich auf die neurochirurgisch-psychiatrische Beurtei-
lung der Dres. med. E.________ und F.________. Sowohl deren Einzel-

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gutachten (AB 81.1, 83.1) als auch die interdisziplinäre Beurteilung 
(AB 83.2) erfüllen die Anforderungen der Rechtsprechung an Expertisen 
(E. 3.2 hiervor). Sie beruhen auf einlässlichen Untersuchungen, wurden in 
Kenntnis der Vorakten, nach Auseinandersetzung mit jenen und unter 
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden erstattet. In der Darlegung 
der medizinischen Situation sind sie widerspruchsfrei und die Schlussfolge-
rungen sind nachvollziehbar begründet. Damit erbringen die entsprechen-
den Beurteilungen vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353).

3.3.1 Soweit der Beschwerdeführer mit Hinweis auf die Einschätzung des 
behandelnden Dr. med. G.________ geltend macht, er sei aufgrund seiner 
somatischen Beschwerden nicht in der Lage, eine Erwerbstätigkeit aus-
zuüben, ist Folgendes festzuhalten: 

Dr. med. G.________ hat im Kurzbericht vom 4. Juni 2012 (AB 92/2) keine 
Aspekte genannt, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder unge-
würdigt geblieben sind. Damit vermag seine anderslautende Einschätzung 
das neurochirurgische Administrativgutachten (AB 81.1) nicht in Frage zu 
stellen (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Vielmehr wurden die entspre-
chenden neurologischen Tests bereits im Rahmen der Begutachtung im 
November 2011 durchgeführt (AB 94/2; vgl. AB 81.1/15 ff.). Hinsichtlich der 
diesbezüglichen divergierenden Feststellungen legte die RAD-Ärztin 
Dr. med. I.________, Fachärztin für Neurologie FMH, am 12. Juli 2012 
(AB 93/4) schlüssig und nachvollziehbar dar, es könnten sich weder elek-
tromyographisch noch mittels SSEP-Befunden Schmerzen beweisen oder 
Paresen messen lassen. Untermauert wird diese Einschätzung durch Dr. 
med. J.________, Facharzt u.a. für Physikalische Medizin und Rehabilitati-
on FMH: Der RAD-Arzt hielt am 5. Oktober 2012 (AB 94/2) fest, allein ge-
stützt auf eine klinisch festgestellte Parese lasse sich eine relevante Ab-
schwächung der Fussheberfunktion nicht begründen. Abgesehen davon, 
dass eine Parese abhängig sei vom Untersucher und von der Kooperation 
des Untersuchten, würde eine solche zwingend zu einer Atrophie führen; 
eine Atrophie am Unterschenkel sei gemäss der Gutachterin Dr. med. 
E.________ jedoch nicht gefunden worden.

Auch aus der zu Handen seines Rechtsvertreters verfassten (dort am 
24. Juni 2013 eingegangenen [undatierten]) Stellungnahme von Dr. med. 

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G.________ (BB 3) zu den genannten RAD-Berichten vermag der Be-
schwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Fachärztliche Aussa-
gen zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeit können nur gestützt 
auf eine ebenfalls fachärztliche abweichende Beurteilung entkräftet wer-
den. Mangels eines Eintrags in den einschlägigen Medizinalpersonenregis-
tern (www.medregom.admin.ch; www.fmh.ch) ist nicht erstellt, dass Dr. 
med. G.________ über die notwendige (fach-)ärztliche Ausbildung verfügt, 
was jedoch – wie dargelegt – zwingend vorausgesetzt wäre, um die abwei-
chenden fachärztlichen Aussagen der Dres. med. E.________ (AB 81.1/18 
f.), I.________ (AB 93/3) und J.________ (AB 94/2) zu entkräften resp. in 
Frage zu stellen. Hinzu kommt, dass Dr. med. G.________ – anders als die 
Gutachter und RAD-Ärzte – keine Kenntnis sämtlicher Vorakten hatte. Da-
mit kann weder sein Kurzbericht vom 4. Juni 2012 (AB 92/2) noch die im 
Beschwerdeverfahren aufgelegte Stellungnahme (BB 3) als Grundlage für 
eine abschliessende Beurteilung herangezogen werden (vgl. E. 3.2 hier-
vor). Schliesslich wies die RAD-Neurologin Dr. med. I.________ in der Stel-
lungnahme vom 4. Juli 2013 (in den Gerichtsakten) nochmals (vgl. AB 
93/3) und unter Bezugnahme auf die einschlägige medizinische Literatur 
darauf hin, dass die SSEP-Messung gar nicht zu den standardisierten Un-
tersuchungsmethoden von Radikulopathien gehören.

Schliesslich ändert auch das anlässlich des Aufbautrainings festgestellte 
funktionelle Leistungsvermögen nichts an der gutachterlich attestierten Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit. Die Einschätzung der Eingliederungsfachleu-
te, wonach mit einem 50%-Pensum „die Belastungsgrenze … offensichtlich 
erreicht“ sei (AB 41/3), gründet im Umstand, dass die berufliche Massnah-
me im angestammten Tätigkeitsfeld (...) stattgefunden hat, die bisherige, 
teilweise körperlich schwere Tätigkeit aus neurochirurgischer Sicht jedoch 
nicht mehr zumutbar ist (AB 81.1/24). Da die damals zugewiesenen Arbei-
ten somit nicht dem (nachträglich definierten) Zumutbarkeitsprofil entspra-
chen, lassen sich aus dem entsprechenden Abklärungsbericht (AB 41) kei-
ne verwertbaren Rückschlüsse ziehen, zumal die abschliessende Ein-
schätzung der funktionellen Leistungsfähigkeit ohnehin den medizinischen 
Fachpersonen obliegt (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 4. Juli 
2008, 9C_833/2007, E. 3.3.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2014, IV/12/1135, Seite 13

Nach dem Dargelegten ist in somatischer Hinsicht auf die Beurteilung der 
Dr. med. E.________ (AB 81.1) abzustellen. 

3.3.2 Ob in psychiatrisch-diagnostischer Hinsicht von einer anhaltenden 
somatoformen Schmerzstörung auszugehen ist, was die Fachärzte bisher 
annahmen (vgl. AB 27/5, 59.1/26, 70), oder ob – wie vom Gutachter 
Dr. med. F.________ postuliert (AB 83.1/16) – die entsprechende Diagno-
se (aktuell) nicht (mehr) zu stellen ist, kann letztlich offen bleiben. Denn 
zum einen ist aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht die Diagno-
se an sich massgebend, sondern vielmehr die konkreten Auswirkungen 
einer Gesundheitsstörung auf die Arbeitsfähigkeit. Zum anderen würde die 
Annahme einer somatoformen Schmerzstörung vorliegend zu keinem an-
deren Ergebnis führen. Diesfalls wäre zu prüfen, ob dem Gesundheits-
schaden aus versicherungsrechtlicher Sicht invalidisierender Charakter 
zukommt (E. 2.2 hiervor). Vorliegend ergibt diese Prüfung was folgt:

Die im Vordergrund stehende Frage nach dem Vorliegen einer psychischen 
Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer ist zu ver-
neinen. Dr. med. F.________ legte nachvollziehbar und schlüssig dar, dass 
anlässlich der Exploration weder akzentuierte Persönlichkeitseigenschaften 
noch Einbussen kognitiver Leistungen oder andere „Pathologika“ zu beob-
achten gewesen seien. Der Gutachter konnte insbesondere keine patholo-
gischen Ängste, Wahrnehmungsstörungen oder Symptome für ein durch-
gehendes affektives Syndrom erkennen (AB 83.1/14). Aufgrund der beste-
henden Freudfähigkeit, Interessen, Schwingungsfähigkeit, des normalen 
Selbstwertgefühls und Antriebs (AB 83.1/15) überzeugt die Schlussfolge-
rung des Gutachters, es liege keine psychische Störung (mehr) vor. Wenn 
die behandelnde Psychiaterin davon abweichend und ohne nähere Be-
gründung eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit annimmt, vermag dies ange-
sichts des Hinweises auf die Besserung des psychischen Befundes (AB 70) 
nicht zu überzeugen. Auch die Einschätzung der MEDAS-Gutachter 
(AB 59.1) widerspricht der aktuellen Expertise nicht grundsätzlich. Während 
im Jahr 2011 noch eine (reaktive) Depressivität vorlag, ist diese nunmehr 
remittiert (AB 70, 83.1/19). Die im Rahmen des ersten Gutachtens ange-
nommene, sich auf die bisherige Tätigkeit beziehende Einschränkung in 
der Arbeitsfähigkeit ist folglich nicht (mehr) massgebend. Sodann haben 

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die MEDAS-Gutachter eine bessere Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit in 
einer angepassten Tätigkeit mit der unzutreffenden Krankheitsüberzeugung 
des Beschwerdeführers sowie mit Blick auf den Umstand, dass der depres-
siven Störung keine zusätzliche einschränkende Wirkung zugeschrieben 
wurde (AB 59.1/24 oben), zu Unrecht verneint (AB 59.1/25, Ziff. 14). Ange-
sichts der (depressiven) Reaktion auf den Konflikt am Arbeitsplatz und den 
Verlust der Stelle (AB 59.1 [S. 19 f., 22]) ist vielmehr davon auszugehen, 
dass die Aufnahme einer Tätigkeit das Selbstwertgefühl des Beschwerde-
führers positiv beeinflussen würde; die MEDAS-Gutachter haben denn 
auch darauf hingewiesen, dass „allein schon durch eine Stabilisierung im 
Berufsleben“ mit einem Abklingen der Depressivität zu rechnen sei 
(AB 59.1/25, Ziff. 6). Abgesehen davon sind die Eingliederungschancen für 
die medizinisch-theoretische Einschätzung der Erwerbsfähigkeit unerheb-
lich (vgl. auch AB 59.1/24 [vor der Beantwortung der Fragenkomplexe]). 

Was sodann die psychosozialen Belastungen (insbes. Arbeitsplatzkonflikt, 
finanzielle Schwierigkeiten [vgl. AB 23/3, 27/3, 27/5, 27/9, 27/13, 59.1/23, 
70, 83.1/17 f.]) anbelangt, ist in Würdigung der Aktenlage davon auszuge-
hen, dass das Beschwerdebild massgeblich davon (mit)bestimmt wurde 
und wird. Unter den gegebenen Umständen sind die psychosozialen Fakto-
ren aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht unbeachtlich (vgl. BGE 127 
V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Eine eigenständige 
psychische Erkrankung im Sinne einer Komorbidität liegt somit nicht vor. 

Auch die weiteren massgeblichen Kriterien sind nicht oder nicht in einem 
Ausmass erfüllt, um von einem invalidisierenden psychischen Gesund-
heitsschaden ausgehen zu können: Es bestehen keine Anhaltspunkte für 
einen primären Krankheitsgewinn. Ebenso wenig kann die Behandlung als 
gescheitert bezeichnet werden; vielmehr konnte eine Besserung des psy-
chischen Befundes erreicht werden (AB 70). Ein sozialer Rückzug in allen 
Belangen des Lebens, d.h. ein schwerwiegender, nahezu umfassender 
Rückzug mit gleichsam apathischem Verharren in sozialer Isolierung (BGE 
130 V 352 E. 3.3.2 S. 358), liegt nicht vor. Immerhin unternimmt der Be-
schwerdeführer täglich bis zweistündige Spaziergänge und pflegt zumin-
dest innerfamiliäre Beziehungen (AB 83.1/11 f.). Ob das Kriterium eines 
mehrjährigen chronifizierten Krankheitsverlaufs mit Bezug auf die 

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Schmerzproblematik zu bejahen ist, kann offen bleiben, denn ein solcher ist 
diagnosespezifisch und damit nicht ausschlaggebend (vgl. Urteil des BGer 
vom 30. November 2007, I 937/06, E. 4.3). Zwar liegen mit den degenerati-
ven Veränderungen in der Wirbelsäule (AB 81.1/19) körperliche Begleiter-
scheinungen vor. Da in einer angepassten Tätigkeit jedoch eine (zeitlich) 
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit besteht, lässt dieses Kriterium eine Wil-
lensanstrengung zur Überwindbarkeit der Schmerzen nicht als unzumutbar 
erscheinen. Vorliegend ist deshalb davon auszugehen, dass der Be-
schwerdeführer über hinreichende Ressourcen verfügt, um eine Erwerbs-
tätigkeit auszuüben.

3.4 Ausgehend von einer ganztägigen Arbeitsfähigkeit in einer den so-
matischen Leiden angepassten Tätigkeit und unter Berücksichtigung einer 
10-20%-igen Leistungsminderung ist nachfolgend die Invaliditätsbemes-
sung vorzunehmen.

4.

4.1 Zur Prüfung der Invalidität im Erwerbsbereich wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG). Dabei sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des 
frühestmöglichen Rentenbeginns massgebend (BGE 129 V 222); dieser ist 
aufgrund des Taggeldanspruchs bis Ende 2009 (vgl. AB 41, 47) auf das 
Jahr 2010 festzulegen (vgl. Art. 29 Abs. 2 IVG).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2014, IV/12/1135, Seite 16

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht. Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesund-
heitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Er-
werbstätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabel-
lenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 
E. 5.2 S. 301; SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

4.2

4.2.1 Ohne Gesundheitsschaden wäre der Beschwerdeführer überwie-
gend wahrscheinlich weiterhin am angestammten Arbeitsplatz tätig. Der 
monatliche Bruttolohn belief sich vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit (2008) 
auf Fr. 4‘605.-- (AB 10/4). Aufindexiert auf das Jahr 2010 (Nominallohnin-
dex, Männer, 2006-2010, Tabelle T1.1.05, Abschnitt G/H, Index Jahr 2008: 
104.5 Punkte, Index Jahr 2010: 107.1 Punkte [www.bfs.admin.ch]) resultiert 
pro 2010 ein Valideneinkommen von Fr. 56‘634.90.

4.2.2 Da der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit nicht verwertet, ist 
das Invalideneinkommen hypothetisch zu ermitteln. Gemäss LSE 2010, 
TA1, Männer, Anforderungsprofil 4 (zur anwendbaren Tabelle sowie zum 
im Einzelfall massgebenden Anforderungsniveau vgl. SVR 2002 UV Nr. 15 
S. 50 E. 3c cc), beträgt der Totalwert monatlich Fr. 4‘901.--. Aufgerechnet 
auf die allgemeine wöchentliche Arbeitszeit im Jahr 2010 von 41.6 Stunden 
(abrufbar auf www.bfs.admin.ch) ergibt dies einen Betrag von 
Fr. 61‘164.50. Bei einer Leistungsminderung von 15% (vgl. E. 3.4 hiervor) 
resultiert ein Einkommen von Fr. 51‘989.80 pro Jahr. Die Beschwerdegeg-
nerin gewährte vom Tabellenlohn einen Abzug von 20% (AB 95/2). Auf-
grund der konkreten Gegebenheiten erweist sich dieser zwar als wohlwol-
lend; Anlass, in das diesbezügliche Ermessen der Verwaltung einzugreifen, 
besteht indessen nicht (vgl. BGE 126 V 75 E. 6 S. 81). Damit lässt sich das 
von der Beschwerdegegnerin ermittelte Invalideneinkommen in der Höhe 
von Fr. 41‘592.-- nicht beanstanden; der Beschwerdeführer erhebt diesbe-
züglich denn auch keine Einwände. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2014, IV/12/1135, Seite 17

4.2.3 Aus der Gegenüberstellung von Validen- (Fr. 56‘634.90) und Invali-
deneinkommen (Fr. 41‘592.--) resultiert eine Erwerbseinbusse von 
Fr. 15‘042.90. Dies entspricht einem rentenausschliessenden (vgl. E. 2.3 
hiervor) Invaliditätsgrad von rund 27% (zur Rundung vgl. BGE 130 V 121 
E. 3.2 S. 123).

4.3 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 25. Ok-
tober 2012 (AB 95) im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die dagegen erho-
bene Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten, ge-
richtlich bestimmt auf Fr. 700.--, sind entsprechend dem Ausgang des Ver-
fahrens – unter Vorbehalt der unentgeltlichen Rechtspflege – dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

5.3 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann einer Partei überdies ein Anwalt beigeordnet werden, wenn die 
tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtfertigen (Art. 61 lit. f 
ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2).

5.3.1 Die Bedürftigkeit im Sinne der Prozessarmut ist aufgrund der Akten 
(BB IA) ausgewiesen. Zudem kann das Verfahren nicht als von vornherein 
aussichtslos bezeichnet werden und die Notwendigkeit einer Rechtsverbei-
ständung ist zu bejahen. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und 
Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ ist demnach gutzuheissen. So-
mit ist der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2014, IV/12/1135, Seite 18

gemäss Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. De-
zember 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) – von der Zahlungs-
pflicht betreffend die Verfahrenskosten zu befreien. Festzusetzen bleibt das 
amtliche Honorar von Rechtsanwalt B.________.

5.3.2 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Prozessführung sind nach den 
gleichen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen 
und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Die Honorarnote vom 18. August 2014 von Rechtsanwalt B.________ ist 
nicht zu beanstanden. Entsprechend dem geltend gemachten Aufwand von 
7 Stunden (total Fr. 2‘001.65 inkl. Auslagen und MWSt.) wird das amtliche 
Honorar auf Fr. 1‘400.-- (7 Std. x Fr. 200.--), zuzüglich Fr. 103.40 Auslagen 
und Fr. 120.30 MWSt. (8% auf Fr. 1‘503.40), somit auf total Fr. 1‘623.70 
festgesetzt. Auch diese Kosten hat der Beschwerdeführer dem Kanton 
Bern entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 ZPO nachzuzahlen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2014, IV/12/1135, Seite 19

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2‘001.65 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwalt B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1‘623.70 festge-
setzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Nov. 2014, IV/12/1135, Seite 20

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.