# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 65b0d2a5-41e3-58e1-8d48-487c602e8991
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 11.02.2014 SB130392
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130392_2014-02-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    

 

 
 

 Geschäfts-Nr. SB130392-O/U/hb 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Burger, Vorsitzender, Ersatzoberrichterin lic. iur. 

Bertschi und Ersatzoberrichter lic. iur. Ernst sowie der Gerichts-

schreiber lic. iur. Höfliger 

 

Urteil vom 11. Februar 2014 

 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. B._____,  
 

 

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____,  

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft See/Oberland, vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. Vollen-
weider,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend Freiheitsberaubung etc.   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Einzelgericht in 
Strafsachen, vom 15. November 2012 (GG120025) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 23. April 2012 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 25). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte 1 ist schuldig  

− der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,  

− der Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, 

− der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 3 i.V.m. Art. 140 

Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, 

− der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB. 

2. Der Beschuldigte 2 ist schuldig  

− der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,  

− der Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, 

− der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 3 i.V.m. Art. 140 

Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, 

− der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB. 

3. Der Beschuldigte 1 wird bestraft mit einer Geldstrafe von 330 Tagessätzen 

zu Fr. 30.–, wovon 8 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten. 

4. Der Vollzug der in Dispositivziffer 3 genannten Geldstrafe wird aufgescho-

ben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.  

5. Der Beschuldigte 2 wird bestraft mit einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen 

zu Fr. 60.–, wovon 8 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten. 

-   3   - 

6. Der Vollzug der in Dispositivziffer 5 genannten Geldstrafe wird aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.  

7. Der Privatkläger (C._____) wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

8. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 2'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr.           50.75 Auslagen Vorverfahren gegenüber dem Beschuldig-ten 1  

Fr.           50.75 Auslagen Vorverfahren gegenüber dem Beschuldig-ten 2  

Fr. 1'000.00   Gebühr Vorverfahren gegenüber dem Beschuldigten 1 

Fr. 1'000.00   Gebühr Vorverfahren gegenüber dem Beschuldigten 2 

Fr.  Kosten des amtlichen Verteidigers des Beschuldig-ten 1 (wird mit separatem Entscheid verfügt) 

Fr.  Kosten des amtlichen Verteidigers des Beschuldig-ten 2 (wird mit separatem Entscheid verfügt) 
 

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen derjenigen der amtlichen Verteidigungen, werden den Beschuldig-

ten 1 und 2 je zur Hälfte unter solidarischer Haftung auferlegt. 

10. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigungen wird mit se-

paraten Verfügungen entschieden. 

 

-   4   - 

Berufungsanträge:  

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 119 S. 12) 

1. Das Urteil der Vorinstanz sei aufzuheben. 

2. Der Beschuldigte B._____ sei von Schuld und Strafe frei zu sprechen. 

3. Dem Beschuldigten sei für die 8 Tage ungerechtfertigte Untersu-

chungshaft eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 2'400.– zuzuspre-

chen. 

4. Die Kosten des Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

b) Des Vertreters/der Vertreterin der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich:  

(Urk. 118, schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 
___________________ 

 

Gegenstand des Berufungsverfahrens 

1. Vorinstanzlicher Entscheid 

Mit Urteil des Bezirksgerichtes Uster, Einzelgericht in Strafsachen, vom 15. No-

vember 2012 wurden A._____ (Beschuldiger 1) und B._____ (Beschuldigter 2) je 

der Freiheitsberaubung, der Entführung, der versuchten Erpressung und der Nöti-

gung schuldig gesprochen. Der Beschuldigte 1 wurde bestraft mit einer bedingten 

Geldstrafe von 330 Tagessätzen zu Fr. 30.– unter Ansetzung einer Probezeit von 

3 Jahren. Der Beschuldigte 2 wurde bestraft mit einer bedingten Geldstrafe von 

300 Tagessätzen zu Fr. 60.–, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren. Der 

Privatkläger C._____ wurde mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen. 

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2. Berufungsverfahren betreffend den Beschuldigten 1 

Der Beschuldigte 1 hat gegen das vorinstanzliche Urteil fristgerecht Berufung an-

gemeldet und eine Berufungserklärung eingereicht (Urk. 68 und Urk. 94).  

Die Staatsanwaltschaft hat mit Eingabe vom 18. Oktober 2013 Anschlussberufung 

erhoben (Urk. 103). Sie beantragt bezüglich beider Beschuldigten die Ausfällung 

einer höheren Strafe, insbesondere einer Freiheitsstrafe.  

Mit Eingabe vom 2. Dezember 2013 hat der Beschuldigte 1 seine Berufung zu-

rückgezogen (Urk. 111). Damit ist auch die Anschlussberufung der Staatsanwalt-

schaft betreffend den Beschuldigten 1 dahingefallen (Art. 401 Abs. 3 StPO). Mit 

Bezug auf den Beschuldigten 1 ist das Berufungsverfahren daher als zufolge 

Rückzug erledigt abzuschreiben und ist davon Vormerk zu nehmen, dass das vor-

instanzliche Urteil in Rechtskraft erwachsen ist. 

Die Kosten für das Berufungsverfahren sind ausgangsgemäss dem Beschuldigten 

1 zur Hälfte aufzuerlegen und zur Hälfte auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die 

Kosten für die amtliche Verteidigung im Berufungsverfahren im Betrage von 

Fr. 304.55 gemäss Honorarnote vom 20. Januar 2014 (Urk. 116/1-2) sind auf die 

Gerichtskasse zu nehmen.  

3. Berufungsverfahren betreffend den Beschuldigten 2 

Der Beschuldigte 2 hat gegen das vorinstanzliche Urteil fristgerecht Berufung an-

gemeldet (Urk. 71) und die Berufungserklärung eingereicht (Urk. 95). Er ficht das 

vorinstanzliche Urteil vollumfänglich an.  

Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft bezieht sich – wie vorstehend er-

wähnt – auf die Sanktionshöhe und die Sanktionsart. Mit Eingabe vom 7. Februar 

2014 hat die Staatsanwaltschaft die Anschlussberufung zurückgezogen (Urk. 

118). Vom Rückzug der Anschlussberufung ist Vormerk zu nehmen. 

Der Privatkläger hat weder selbständige Berufung noch Anschlussberufung erho-

ben.  

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Das vorinstanzliche Urteil ist betreffend den Beschuldigten 2 vollumfänglich ange-

fochten mit Ausnahme von Dispositiv-Ziffer 7 (Zivilforderung des Privatklägers 

C._____), welche in Rechtskraft erwachsen ist.  

I.  Sachverhalt 

1. Vorgeschichte  

Der Beschuldigte 2 beabsichtigte zusammen mit Familienangehörigen, ein Ge-

schäft in der Kosmetikbranche zu eröffnen. Zu diesem Zweck kaufte er bei der 

Firma D._____ AG ein Blitzlampengerät für die Haarentfernung. Der Kaufvertrag 

wurde am 21. April 2011 abgeschlossen (Urk. 3), das Blitzlampengerät wurde 

ausgeliefert. Der gesamte Kaufpreis betrug Fr. 27'000.–, davon waren im Tatzeit-

punkt Fr. 20'000.– bezahlt. In der Folge entstanden zwischen den Vertragspartei-

en Differenzen betreffend die Frage der Gebrauchstauglichkeit des Gerätes und 

die Kühlung. Die beiden Beschuldigten stellten sich auf den Standpunkt, das Ge-

rät sei – mindestens ohne zusätzliches Kühlgerät – nicht gebrauchstauglich, wo-

gegen die Verkäuferschaft (und mit ihr der Privatkläger 1, welcher als Berater der 

Firma D._____ AG tätig war) Gebrauchstauglichkeit des Gerätes unter Einsatz ei-

nes Kühlsprays geltend machte. Die Beschuldigten verlangten die Lieferung eines 

Kühlgerätes oder Rückzahlung der bereits bezahlten Fr. 20'000.–, was die Ver-

käuferschaft ablehnte. Die Parteien konnten sich nicht einigen. Bereits am 9. Mai 

2011 (10 Tage vor dem Tatzeitpunkt) war die Polizei zur Firma D._____ AG aus-

gerückt, da sich die beiden Beschuldigten und deren Eltern in den Büroräumlich-

keiten der D._____ AG aufhielten und diese nicht mehr verlassen wollten bis zur 

Rückzahlung der  Fr. 20'000.–. Die Polizei verwies die Familie AB._____ bei jener 

Intervention auf den zivilrechtlichen Weg (Urk. 1 S. 10). Am Tattag begaben sich 

die beiden Beschuldigten erneut zu den Geschäftsräumlichkeiten der D._____ 

AG, um die Differenzen im Zusammenhang mit dem erwähnten Kaufvertrag zu 

besprechen. Dabei entfachte eine zuerst verbale Auseinandersetzung zwischen 

den Beschuldigten und dem Privatkläger 1, welche eskalierte und schliesslich zu 

Anzeigen bei der Polizei und zur vorliegenden Anklage führte. 

 

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2. Anklagevorwurf 

In der gegen ihn erhobenen Anklage vom 23. April 2012 wird dem Beschuldig-

ten 2 zusammengefasst vorgeworfen, er habe am 19. Mai 2011 zusammen mit 

seinem Bruder (Beschuldigter 1) die Geschäftsräumlichkeiten des Privatklägers 1 

aufgesucht, um Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit dem Kaufvertrag betref-

fend ein Blitzlampengerät zu klären. Im Verlaufe der anfänglich verbalen Ausei-

nandersetzung habe der Beschuldigte 1 den Privatkläger 1 zuerst gegen den 

rechten Arm, dann an die Brust geschlagen, habe ihn vorne am Hals gepackt und 

gegen die Wand gedrückt und ihn mit der Faust mehrmals gegen das Gesicht ge-

schlagen. Der Beschuldigte 1 habe dabei den Privatkläger 1 aufgefordert, ihm das 

Geld (Kaufpreis) zurückzugeben. Der Beschuldigte 2 habe die Privatklägerin 2 

(Partnerin des Privatklägers 1) festgehalten, als sie dem Privatkläger 1 habe hel-

fen wollen, und habe sie daran gehindert, ihrem Partner beizustehen. Der Be-

schuldigte 1 habe danach den Privatkläger 1 gepackt und zur Türe gestossen, 

habe ihn aufgefordert, mit ihm zur Bank zu fahren, um die geforderte Summe ab-

zuheben, habe ihn gezwungen, in sein Auto zu steigen und sei mit ihm zur Bank 

gefahren. Der Beschuldigte 2 habe währenddessen die Privatklägerin 2 in den 

Geschäftsräumlichkeiten festgehalten. Er habe die Türe abgeschlossen und ihr 

befohlen, sich auf einen Stuhl zu setzen und auf die Rückkehr des Beschuldig-

ten 1 und des Privatklägers 1 zu warten. Zudem habe er das Telefonkabel aus 

der Steckdose gerissen und habe sie so daran gehindert, die Polizei zu verstän-

digen. Als ein Techniker an der Türe geklingelt habe und der Beschuldigte 2 die 

Türe geöffnet habe, sei der Privatklägerin 2 die Flucht gelungen. 

3. Standpunkt des Beschuldigten 2 im Berufungsverfahren 

Der Beschuldigte 2 anerkennt, dass es anlässlich der Besprechung in den Ge-

schäftsräumen des Privatklägers 1 im Beisein der Privatklägerin 2 zu einer Ausei-

nandersetzung gekommen ist, bei welcher der Beschuldigte 1 gegenüber dem 

Privatkläger tätlich geworden ist. Die Privatklägerin 2 habe eingegriffen und sei 

tätlich auf die beiden Beschuldigten losgegangen, sie habe ihn dabei verletzt. Die 

Privatklägerin 2 habe aktiv gewaltsam in die Auseinandersetzung zwischen dem 

Beschuldigten 1 und dem Privatkläger 1 eingreifen wollen, resp. den Beschuldig-

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ten 1 in Unterstützung des Privatklägers 1 tätlich angreifen wollen. Sie habe sich 

eingemischt und sich mittels aktivem Tun an einem Raufhandel beteiligt (Urk. 95 

S. 6 f.). Der Beschuldigte 2 macht geltend, er habe lediglich versucht, die Parteien 

zu trennen und den Beschuldigten 1 zu beruhigen. Er habe einen mässigenden 

Einfluss gehabt, habe seinen Bruder beruhigt, habe versucht, deeskalierend zu 

wirken (Urk. 95 S. 8; Urk. 119 S. 4). Es sei ihm gelungen, die Lage zu beruhigen. 

Man habe sich darauf geeinigt, den Kauf rückgängig zu machen und, dass der 

Privatkläger 1 sofort das Bargeld für die Rückerstattung des Kaufpreises holen 

gehe. Unterwegs sei der Privatkläger 1 auf die Idee gekommen, eine Entführung 

und Erpressung vorzutäuschen (Urk. 95 S. 9; Urk. 119 S. 4).  

Er sei mit der Privatklägerin 2 in der Zwischenzeit im Büro geblieben. Sie habe 

sich an den Computer gesetzt und sich die Zeit mit Surfen im Internet vertrieben 

(Urk. 95 S. 2; Urk. 119 S. 4 f.). Er habe sie zu keiner Zeit daran gehindert, die Ge-

schäftsräumlichkeiten zu verlassen, sie habe sich freiwillig auf den Stuhl gesetzt 

und sich die Zeit am Computer vertrieben. Sie habe nicht versucht, den Raum zu 

verlassen. Er habe sie nicht durch physische Einwirkung daran gehindert, den 

Raum zu verlassen. Die Privatklägerin 2 widerspreche sich, wenn sie einerseits 

sage, er sei nie gewalttätig gewesen, andererseits behaupte, er habe sie am Arm 

festgehalten und sie so daran gehindert, den Raum zu verlassen (Urk. 95 S. 4). 

Auch eine psychische Einwirkung sei zu verneinen. Er habe das Telefonkabel 

nicht ausgezogen, dies sei während der Auseinandersetzung zwischen dem Be-

schuldigten 1 und dem Privatkläger 1 geschehen. Der Privatklägerin 2 wäre es 

beim Surfen im Internet ohne weiteres möglich gewesen, Hilfe zu rufen, zudem 

sei sie im Besitze ihres Mobiltelefons gewesen (Urk. 95 S. 4). Er habe die Türe 

geöffnet, als es geklingelt habe, und habe einen Schritt zur Seite gemacht, als die 

Privatklägerin 2 den Raum verlassen habe (Urk. 95 S. 4; Urk. 119 S. 5 und 9 f.). 

Der Zeuge E._____ habe bestätigt, dass er die Privatklägerin 2 nicht am Verlas-

sen des Raumes gehindert habe. Hätte er dies gewollt, hätte er die Türe schon 

gar nicht geöffnet, als es klingelte (Urk. 95 S. 5). Ausserdem sei er davon ausge-

gangen, dass der Privatkläger 1 eingewilligt habe, mit dem Beschuldigten 1 zur 

Bank zu fahren, weshalb es auch am Vorsatz zu einer Freiheitsberaubung fehle 

(Urk. 95 S. 5; Urk. 119 S. 10). 

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Er sei der ruhigere der beiden Brüder und sei von Anfang an auch deswegen mit-

gegangen, weil er gefürchtet habe, sein Bruder könnte eventuell ausrasten. Er 

habe Schlimmeres verhindert, indem er dazwischen gegangen sei, als es tatsäch-

lich zur Rauferei gekommen sei. Er sei froh gewesen, dass sich die Streitparteien 

einigen konnten und habe versucht, die aufgeregte Privatklägerin 2 zu beruhigen. 

Er habe einfach warten müssen bis sein Bruder zurück komme, um mit ihm heim-

zufahren. Insgesamt habe er getan, was er konnte, um Schlimmeres zu verhin-

dern (Urk. 95 S. 9 f.). 

Der Beschuldigte 2 bestreitet somit den Anklagesachvorwurf weitgehend und be-

antragt einen vollumfänglichen Freispruch. Nachfolgend ist aufgrund der eigenen 

Aussagen des Beschuldigten 2 zu prüfen, in welchen Punkten der Sachverhalt 

von ihm bestritten wird. 

4. Vom Beschuldigten 2 bestrittener Sachverhalt 

4.1. Zusammenfassung der Aussagen des Beschuldigten 2 

Der Beschuldigte 2 sagte in der polizeilichen Einvernahme vom 20. Mai 2011 aus, 

es sei mit dem Privatkläger 1 zu einer verbalen Auseinandersetzung im Zusam-

menhang mit der Kühlung des verkauften Gerätes gekommen. Auf einmal habe 

der Privatkläger 1 gehen wollen. Er wisse nicht, ob der Beschuldigte 1 ihn dabei 

geschubst habe, er denke, dass der Privatkläger 1 den Beschuldigten 1 mit seiner 

Schulter angerempelt habe, worauf der Beschuldigte 1 aggressiv geworden sei 

und den Privatkläger 1 am Kragen gepackt habe und ihm gesagt habe, er solle 

das Geld bringen. Er habe gesehen, dass der Beschuldigte 1 den Privatkläger 1 

gepackt habe und ihm eine Ohrfeige gegeben habe, mehr habe er nicht gesehen, 

es sei sehr kurz gewesen (Urk. 9/3 S. 12). Sein Bruder sei ein eher aggressiver 

Typ, er gehe deswegen ab und zu zum Psychiater. Die Eskalation habe erst an-

gefangen, als sein Bruder den Privatkläger 1 gepackt habe. Darauf habe er einen 

Klaps gehört und habe gesehen, dass sein Bruder den Privatkläger 1 am Kragen 

gepackt habe (Urk. 9/3 S. 14). Auf einmal sei die Frau aus dem Büro auf sie los-

gekommen und habe sie angeschrien. Sie sei nahe zu ihnen gekommen. Er habe 

sie dann gehalten, damit die Sache nicht eskaliere. Sie habe versucht, den Be-

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schuldigten 1 zu schlagen und habe dem Beschuldigten 2 die Faust gegen einen 

Zahn gegeben, wobei sie sich verletzt habe (Urk. 9/3 S. 5 f.). Er habe versucht, 

seinen Bruder und den Privatkläger 1 zu trennen. Dann sei die Frau wieder auf 

ihn losgekommen und habe ihn angegriffen. Er habe versucht, sie zu beruhigen, 

worauf sie ihn an der linken Hand gekratzt habe. Er habe versucht, die Privatklä-

gerin 2 ruhig zu stellen, damit er in den Streit zwischen dem Privatkläger 1 und 

dem Beschuldigten 1 habe eingreifen könne. Er habe die Privatklägerin 2 nicht 

am Hals gepackt, es könne sein, dass er sie durch das Aufhalten am Hals berührt 

habe (Urk. 9/3 S. 13). Der Beschuldigte 1 habe zum Privatkläger 1 gesagt, ent-

weder gebe er das Geld zurück oder er organisiere die Kühlung. Der Privatkläger 

1 habe dann gesagt, dass er das Geld zurückerhalten werde, dazu müssten sie 

aber zusammen auf die Bank gehen. Er habe vorgeschlagen, dass der Beschul-

digte1 mitgehen solle und er im Geschäft in F._____ warten werde. Er habe wei-

ter mit der Frau diskutiert, sie sei sehr nervös gewesen und habe gezittert, obwohl 

er ihr nichts gemacht habe. Sie habe auch gesagt, dass ihr schlecht sei, sie müs-

se sich übergeben. Sie habe im Internet gesurft (Urk. 9/3 S. 6). Er vermute, sei 

sich aber nicht ganz sicher, dass der Beschuldigte 1 dem Privatkläger ein bis zwei 

Ohrfeigen gegeben habe, er habe dies kaum sehen können, da er zu sehr mit der 

Frau beschäftigt gewesen sei. Er habe zuvor nur gesehen, wie der Beschuldigte 1 

den Privatkläger 1 am Kragen gehalten habe (Urk. 9/3 S. 7). Die Frau habe die 

Polizei anrufen wollen, er habe der Frau den Hörer wieder aufgehängt. Er habe 

den Stecker des Telefons nicht ausgezogen, er glaube sein Bruder habe dies ge-

tan (Urk. 9/3 S. 8). Auf die Frage, ob es sein könnte dass er die Frau habe zu-

rückhalten wollen, bis sie zum Geld gekommen seien, antwortete der Beschuldig-

te 2 "auf eine Art schon. Ich hielt sie so schon zurück. Ich hatte ihr aber nie verbo-

ten, den Raum zu verlassen" (Urk. 9/3 S. 10). Der Privatklägerin 2 sei es, 10 bis 

15 Minuten nachdem der Privatkläger 1 und der Beschuldigte 1 gegangen seien, 

schlecht geworden und sie habe gehen wollen. Er habe zu ihr gesagt, sie solle 

doch warten, damit sie bei der Rückkehr der anderen das Gespräch fortsetzen 

könnten. Gleichzeitig habe es an der Türe geklingelt und die Privatklägerin 2 sei 

gegangen (Urk. 9/3 S. 10). Es stimme nicht, dass er die Privatklägerin 2 auf 

Schritt und Tritt im Geschäft verfolgt habe. 

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In der Hafteinvernahme sagte der Beschuldigte 2 aus, nachdem der Privatkläger 

1 sie beleidigt habe sei er von seinem Bruder festgehalten worden, der dem Pri-

vatkläger 1 eine oder zwei Ohrfeigen gegeben habe (Urk. 16/1 S. 4). Er habe le-

diglich die Frau zurückgehalten, als sie auf seinen Bruder losgegangen sei. Er 

habe eigentlich seinen Bruder und den Privatkläger 1 trennen wollen, was die Pri-

vatklägerin 2 nicht zugelassen habe (Urk. 16/1 S. 4). Der Privatkläger 1 habe vor-

geschlagen, dass man gemeinsam zur Bank gehe. Er habe sich entschlossen, im 

Geschäft zu warten und danach das Ganze zu besprechen. Zudem sei die Privat-

klägerin 2 sehr nervös gewesen (Urk. 16/1 S. 4). 

In der Schlusseinvernahme vom 20. April 2012 bestritt der Beschuldigte 2 den 

ihm vorgeworfenen Sachverhalt und verwies auf seine bisherigen Aussagen 

(Urk.16/8 S. 4). 

Der Beschuldigte 2 sagte in der vorinstanzlichen Hauptverhandlung aus, er habe 

gesehen, dass der Privatkläger 1 seinen Bruder gestossen habe und ihm gesagt 

habe, dass sie sich aus dem Büro "verpissen" sollten. Danach seien sie aneinan-

dergeraten und er habe sie trennen wollen (Urk. 58 S. 5). Der Privatkläger 1 sei 

sehr schnell aggressiv gewesen. Der Beschuldigte 1 habe sich wahrscheinlich 

angegriffen gefühlt. Er (Beschuldigter 2) habe in solchen Situationen die Kontrolle, 

der Beschuldigte 1 habe sich in diesem Moment nicht beherrschen können. Er 

könne nicht bestätigen, dass der Beschuldigte 1 den Privatkläger 1 geschlagen 

habe, er habe es nicht gesehen (Urk. 58 S. 6). Auf den Widerspruch zu seiner 

früheren Aussage angesprochen, wonach der Beschuldigte 1 dem Privatkläger 1 

ein oder zwei Ohrfeigen gegeben habe, erklärte der Beschuldigte 2 erneut, dass 

der Beschuldigte 1 dem Privatkläger 1 Ohrfeigen gegeben habe (Urk. 58 S. 7). 

Die Privatklägerin 2 sei dazwischengekommen. Er habe die ganze Situation beru-

higen wollen. Die Privatklägerin 2 habe die Situation wahrscheinlich falsch ver-

standen, sie habe ihm die Faust auf die Lippen gegeben. Er habe sie dann fest-

gehalten, um sie zu beruhigen. Sie habe sich wieder beruhigt , weil er gesagt ha-

be, sie solle ruhig bleiben und er werde ihr nichts machen. Sie habe sich an den 

Bürotisch gesetzt und habe ein bisschen herumgesurft (Urk. 58 S. 7). Die Idee zur 

Bank zu gehen, sei vom Privatkläger 1 gekommen, er habe gesagt, sie könnten 

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zur nächsten Bank gehen und er gebe ihnen die Fr. 20'000.– (Urk. 58 S. 8). Er 

habe die Privatklägerin 2 nicht festgehalten, sie habe im Internet gesurft und habe 

die Möglichkeit gehabt hinauszugehen, die Türe sei nicht abgeschlossen gewe-

sen. Er könne sich nicht daran erinnern, das Telefonkabel aus der Steckdose ge-

rissen zu haben, das würde er nie machen. Sie habe auch noch ihr Handy gehabt 

(Urk. 58 S. 8). Die Privatklägerin 2 sei die ganze Zeit sehr nervös gewesen, sie 

habe am ganzen Leib gezittert. Er denke, sie sei wegen der vorangehenden ag-

gressiven Situation so unruhig gewesen (Urk. 58 S. 11). 

An der Berufungsverhandlung sagte der Beschuldigte 2 aus, es sei zu einer ver-

balen Auseinandersetzung gekommen, welche in einem Streit zwischen dem Be-

schuldigten 1 und dem Privatkläger 1 ausgeartet habe. Er habe versucht, die 

beiden zu trennen, dann sei die Privatklägerin 2 dazu gekommen, er habe ver-

sucht, alle drei zu trennen (Prot. II S. 11). Ob der Beschuldigte 1 gegen den Pri-

vatkläger 1 Schläge ausgeführt habe, habe er nicht gesehen, da währenddessen 

die Privatklägerin 2 auf ihn (den Beschuldigten 2) eingeschlagen habe und er 

versucht habe, sich zu schützen. Mit dem Festhalten der Privatklägerin 2 habe er 

erreichen wollen, dass sie sich beruhige. Diese habe die Situation missverstan-

den (Prot. II S. 12). Die Idee, zur Bank zu gehen, sei vom Privatkläger 1 gekom-

men (Prot. II S. 13). Er habe die Privatklägerin 2 nicht festgehalten. Die Türe 

könne nicht abgeschlossen werden, man könne sie ohne Schlüssel öffnen. Die 

Privatklägerin 2 habe ausserdem einen grossen Hund dabei gehabt, dem er sich 

nicht zu nähern getraut hätte. Die Privatklägerin 2 sei am PC gesessen und er 

habe sehen können, dass sie im Internet gesurft habe. Er habe das Telefonkabel 

nicht aus der Steckdose gerissen. Ob das allenfalls sein Bruder gemacht habe, 

habe er nicht gesehen. Auch der Hund sei die ganze Zeit herumgerannt; in der 

Situation habe das Kabel durch irgend jemanden herausgerissen werden kön-

nen. Die Aussage der Privatklägerin 2, dass er ihr den Hörer aus der Hand ge-

nommen habe, als sie habe telefonieren wollen, stimme nicht (Prot. II S. 15). Als 

es geklopft habe, habe er die Türe spontan aufgemacht. Darauf habe die Privat-

klägerin 2 den Hund an die Leine genommen und sei heraus spaziert.  

 

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4.2. Fazit betreffend den bestrittenen Sachverhalt 

Der Beschuldigte 2 hat konstant anerkannt, dass die zunächst verbale Auseinan-

dersetzung zwischen ihm und seinem Bruder auf der einen Seite und dem Privat-

kläger 1 auf der anderen Seite eskalierte, als der Beschuldigte 1 den Privatkläger 

am Kragen packte. Betreffend die Frage, ob der Privatkläger 1 vom Beschuldigten 

1 geschlagen wurde, hat der Beschuldigte 2 nicht konstant ausgesagt. In der 

Hafteinvernahme anerkannte er jedoch, dass der Beschuldigte 1 dem Privatkläger 

1 zwei Ohrfeigen gegeben hat und bestätigte diese Aussage auf entsprechendes 

Nachfragen in der Befragung vor Vorinstanz. Dass der Beschuldigte 1 den Privat-

kläger 1 tätlich angegriffen hat, ist somit zweifellos erstellt. Bestritten ist die Art 

der vom Beschuldigten 1 ausgeführten Schläge. Während die Anklage Schläge 

gegen den Arm und die Brust des Privatklägers und Faustschläge ins Gesicht des 

Privatklägers 1 vorwirft, anerkennt der Beschuldigte 2 lediglich Packen am Kragen 

und zwei Ohrfeigen. 

Betreffend das Zurückhalten der Privatklägerin 2 im Rahmen der Auseinanderset-

zung bestreitet der Beschuldigte 2 den Sachverhalt in subjektiver Hinsicht, indem 

er geltend macht, er habe die Privatklägerin 2 nicht daran hindern wollen, dem 

Privatkläger 1 zu helfen, vielmehr habe er verhindern wollen, dass sich die Privat-

klägerin 2 aktiv an einem Raufhandel beteilige. 

Bestritten wird vom Beschuldigten 2, dass der Privatkläger 1 gezwungen wurde 

mit dem Beschuldigten 1 zur Bank zu gehen. Er macht geltend der Privatkläger 

habe aus freiem Willen den Vorschlag gemacht, das Geld zurückzuzahlen, es sei 

eine Einigung zustande gekommen. 

Der Beschuldigte 2 hat ferner konstant bestritten, die Privatklägerin 2 in den Ge-

schäftsräumen festgehalten zu haben, die Eingangstüre abgeschlossen zu haben, 

ihr befohlen zu haben, sich auf den Stuhl zu setzen und das Telefonkabel aus der 

Steckdose gerissen zu haben. 

5. Sachverhaltserstellung 

5.1 Schläge des Beschuldigten 1 gegen den Privatkläger 1 

-   14   - 

Wie soeben dargelegt, hat der Beschuldigte 2 nicht bestritten, dass der Beschul-

digte 1 den Privatkläger 1 geschlagen hat, er will jedoch lediglich zwei Ohrfeigen 

gesehen haben sowie das Packen am Kragen. Die von der Polizei nach dem Vor-

fall erstellte fotografische Aufnahme (Urk. 14), welche ein Hämatom an der rech-

ten Wange des Privatklägers 1 zeigt, stützt zwar die Darstellung des Privatklägers 

1, wonach es sich um stärkere Schläge als blosse Ohrfeigen gehandelt hat. Je-

doch ist unklar, was der Beschuldigte 2 bezüglich der Intensität der Schläge 

wahrnehmen konnte. Zu seinen Gunsten ist davon auszugehen, dass er im dy-

namischen raschen Ablauf des Geschehens lediglich das Packen am Kragen und 

zwei Ohrfeigen wahrgenommen hat, zumal er während der tätlichen Auseinan-

dersetzung unbestrittenermassen mit dem Festhalten der Privatklägerin 2 be-

schäftigt und dadurch abgelenkt war. 

5.2. Festhalten der Privatklägerin 2 während der tätlichen Auseinandersetzung 

Betreffend diesen Punkt bestreitet der Beschuldigte nicht, dass er die Privatkläge-

rin 2 zurückgehalten hat, als sie intervenieren wollte, als der Privatkläger 1 vom 

Beschuldigten 1 tätlich angegriffen wurde. Er macht jedoch geltend, er habe dies 

getan, um deeskalierend zu wirken und die beiden Streitparteien zu trennen. 

Wenn der Beschuldigte 2 behaupten lässt, er habe die Privatklägerin 2 daran hin-

dern wollen, sich aktiv an einem Raufhandel zu beteiligen und den Beschuldigten 

1 tätlich anzugreifen, muss dies als reine Schutzbehauptung beurteilt werden. 

Seine Argumentation klammert bewusst aus, dass es der Beschuldigte 1 war, der 

den Privatkläger 1 angegriffen und geschlagen hat und dass es sich bei den bei-

den Beschuldigten um kräftig gebaute junge Männer handelt, welche dem 76-

jährigen Privatkläger 1 und der 60-jährigen Privatklägerin 2 körperlich weit überle-

gen waren. Dass der Beschuldigte 2 bei dieser Ausgangslage zuerst die Privat-

klägerin 2 hätte festhalten müssen, um dann den Beschuldigten 1 und den Privat-

kläger 1 trennen zu können, ist nicht glaubhaft. Dasselbe gilt angesichts der ge-

schildeten Kräfteverhältnisse bezüglich seiner Behauptung, die Privatklägerin 2 

habe nicht zugelassen, dass er den Beschuldigten 1 und den Privatkläger 1 tren-

ne. Es ist nicht einzusehen, weshalb er die Streitparteien nicht trennte, indem er 

sofort dazwischen ging. Nahe liegt dagegen, dass der Beschuldigte 2 die Privat-

-   15   - 

klägerin 2 festhielt, um zu verhindern, dass sie dem Privatkläger 1 helfen konnte. 

Dieser Sachverhaltsabschnitt ist somit erstellt. 

5.3. Zwang gegenüber dem Privatkläger 1 

Gemäss Anklagesachverhalt hat der Beschuldigte 1 den Privatkläger 1 von hinten 

gepackt, ihn zur Türe gestossen und ihn aufgefordert, mit ihm zur Kantonalbank 

zu fahren, um die geforderte Summe abzuheben. 

Der Beschuldigten 2 führte aus, der Beschuldigte 1 habe (nach den Tätlichkeiten) 

gesagt, entweder gebe der Privatkläger 1 das Geld zurück oder organisiere eine 

Kühlung aus Schweden. Der Privatkläger 1 habe dann gesagt, dass er das Geld 

zurückerhalten werde, sie müssten aber zusammen auf die Bank gehen. Er (Be-

schuldigter 2) habe vorgeschlagen, dass der Beschuldigte 1 dies machen solle 

und er in dieser Zeit im Geschäft warte (Urk. 9/3 S. 6). Der Beschuldigte 1 habe 

zum Privatkläger 1 gesagt, dass er entweder das Kühlgerät oder das Geld her-

ausgeben solle. Der Privatkläger habe vorgeschlagen, dass man gemeinsam zur 

Bank gehe (Urk. 16/1 S. 3). Die Idee, zur Bank zu fahren, sei vom Privatkläger 

gekommen (Urk. 58 S. 8). Diese Art der Schilderung der Geschehnisse durch den 

Beschuldigten 2 zeigt deutlich seine Tendenz, das Vorgefallene zu verharmlosen 

und in einem für die Beschuldigten günstigeren Licht erscheinen zu lassen. Indem 

er aussagt, der Privatkläger 1 habe vorgeschlagen, zur Bank zu fahren, entsteht 

der Eindruck, dieser habe den Vorschlag aus freiem Willen gemacht und sei aus 

freiem Willen mit dem Beschuldigten 1 mitgegangen. Durch seinen Verteidiger 

lässt der Beschuldigte 2 denn auch vorbringen, er sei davon ausgegangen, dass 

der Privatkläger 1 eingewilligt habe, mit dem Beschuldigten 1 zur Bank zu fahren, 

weshalb es auch am Vorsatz zur Freiheitsberaubung fehle (Urk. 95 S. 5). Diese 

Darstellung des Beschuldigten ist völlig unglaubhaft. Es widerspricht jeder Le-

benserfahrung, dass der Privatkläger 1, nachdem schon 10 Tage vorher wegen 

einer Auseinandersetzung mit den Beschuldigten in der gleichen Angelegenheit 

die Polizei ausrücken musste und auch am Tattag keine Einigung erzielt werden 

konnte und er unmittelbar vorher vom Beschuldigten 1 geschlagen worden war, 

aus freiem Willen eingelenkt haben soll, den Forderungen der Beschuldigten zu 

entsprechen. Ausserdem hat der Beschuldigte 2 nach eigener Darstellung er-

-   16   - 

kannt, dass die Privatklägerin 2 nach dem tätlichen Angriff gegen den Privatkläger 

1 sehr nervös war und zu ihm sagte, ihr sei schlecht. Bereits aus diesen Gründen 

ist widerlegt, dass der Beschuldigte 2 davon ausgehen konnte, der Privatkläger 1 

gehe freiwillig mit dem Beschuldigten 1 zur Bank, um das von ihnen geforderte 

Geld abzuheben. Dies ergibt sich ausserdem auch aus dem Umstand, dass der 

Beschuldigte 2 gemäss seinen eigenen Aussagen in der polizeilichen Einvernah-

me vom 20. Mai 2011 die Privatklägerin 2 daran hinderte, die Polizei zu avisieren, 

indem er ihr den Hörer auflegte (Urk. 9/3 S. 8). Es ist schlicht nicht einzusehen, 

weshalb sie die Polizei hätte anrufen sollen, wenn der Privatkläger 1 aus freien 

Stücken eingelenkt hätte. 

5.4. Zurückhalten der Privatklägerin 2 in den Geschäftsräumen  

5.4.1. Allgemeines 

Zu diesem Sachverhaltskomplex sagte der Beschuldigte 2 aus, die Privatkläge-

rin 2 sei sehr nervös gewesen und habe gezittert, obwohl er ihr nichts gemacht 

habe. Sie habe gesagt, es sei ihr schlecht, sie müsse sich übergeben (Urk. 9/3 S. 

6). Er habe ihr gesagt, sie solle sich beruhigen und warten bis der Beschuldigte 1 

und der Privatkläger 1 zurückkehren. Sie seien nicht sehr lange im Büro gewesen, 

vielleicht 20 Minuten, bis es geklingelt habe und er die Tür geöffnet habe (Urk. 

16/1 S. 3). Die Privatklägerin sei die ganze Zeit sehr nervös gewesen und habe 

gezittert am ganzen Leibe. Er habe versucht, sie zu beruhigen (Urk. 58 S. 11). Auf 

die Frage, weshalb die Privatklägerin 2 so unruhig gewesen sei, erklärte der Be-

schuldigte 2, dies sei wegen der aggressiven Situation gewesen, die sich zuvor 

ereignet hatte. Die Privatklägerin 2 habe sich in diesem Moment wahrscheinlich 

bedroht gefühlt, das sei normal und ein menschlicher Reflex. Er wisse nicht, was 

sie in diesem Moment empfunden habe. Falls sie negative Gefühle gehabt habe, 

tue es ihm leid, er entschuldige sich (Urk. 58 S. 11). Er habe der Privatklägerin 2 

gesagt, sie solle zurückbleiben, um die Sache zu klären, sie hätte aber gehen 

können, er habe ihr dies nicht verboten (Urk. 9/3 S. 13). 

Aus diesen Aussagen geht klar hervor, dass der Beschuldigte 2 erkannt hat, in 

welcher psychischen Drucksituation sich die Privatklägerin 2 befunden hat, als sie 

-   17   - 

mit ihm in den Geschäftsräumen bleiben musste, während der Beschuldigte 1 mit 

dem Privatkläger zur Bank ging. 

5.4.2. Abschliessen der Eingangstüre  

Der Beschuldigte 2 bestritt, dass die Türe abgeschlossen gewesen sei (Urk. 58 S. 

8). Nach seiner Erinnerung sei ein Kolben an der Türe, man könne die Türe von 

aussen gar nicht aufmachen. Am besagten Tag hätten sie klopfen müssen, um 

reinzukommen (Urk. 58 S. 10). Die Türe sei nicht verschlossen gewesen, es habe 

draussen nur einen Knauf (Urk. 9/33 S. 11). Die Darstellung des Beschuldigten 

stimmt insofern mit derjenigen der Privatklägerin 2 überein als sie schilderte, die 

Türe der Firma sei ins Schloss gefallen, nachdem der Beschuldigte 2 ihr nach 

draussen gefolgt sei, und der Beschuldigte 2 habe nicht mehr zurückgehen kön-

nen (Urk. 16/4). Dies weist zwar darauf hin, dass man die Türe von aussen nicht 

öffnen konnte, schliesst aber nicht aus, dass die Türe von innen abgeschlossen 

werden konnte. 

Die Privatklägerin 2 sagte konstant aus, der Beschuldigte 2 habe die Türe abge-

schlossen. In der polizeilichen Befragung sagte sie aus, der Beschuldigte 2 habe 

die Türe abgeschlossen und ihr gesagt, sie gehe nirgendwohin, bevor sein Bruder 

wieder mit dem Geld zurück sei (Urk. 9/2 S. 6). Sie habe sich auf den Platz im 

Empfangsbereich gesetzt und er sei direkt neben ihr gestanden. Sie habe ihm zu 

verstehen gegeben, dass ihr schlecht sei. Anfänglich habe er sie gezwungen, auf 

dem Stuhl sitzen zu bleiben, irgendwann sei sie einfach aufgestanden und habe 

ihre Handtasche behändigt. Er habe sie auf Schritt und tritt verfolgt und sie daran 

gehindert, zu telefonieren oder sonst etwas zu machen, daher habe sie sich wie-

der auf den Stuhl gesetzt. Nach ca. 30 bis 40 Minuten habe es an der Türe geläu-

tet, der Beschuldigte habe die Türe aufgeschlossen (Urk. 9/2 S. 7). 

In der Befragung als Auskunftsperson sagte die Privatklägerin 2 aus, sie habe 

sich auf den Stuhl gesetzt, als der Beschuldigte 1 mit dem Privatkläger 1 den 

Raum verlassen hatte, und der Beschuldigte 2 habe sie bewacht, wobei er zuvor 

noch die Türe abgeschlossen habe (Urk. 16/4 S. 6). Auf Nachfrage bestätigte die 

Privatklägerin ausdrücklich, dass der Beschuldigte 2 die Bürotüre abgeschlossen 

-   18   - 

habe (Urk. 16/4 S. 10). Es ist nicht einzusehen, weshalb die Privatklägerin 2 den 

Beschuldigten mit Bezug auf diesen Punkt wahrheitswidrig belasten sollte. Insbe-

sondere ist festzuhalten, dass es der Beschuldigte 2 war, welcher die Türe öffnete 

als es klingelte, obwohl er im Gegensatz zur Privatklägerin 2 keinen Bezug zur 

Firma hatte. Dies zeigt deutlich, dass es der Beschuldigte 2 war, der die Kontrolle 

über die Türe ausübte. Die Darstellung der Privatklägerin 2 wird somit durch den 

Umstand gestützt, dass es der Beschuldigte 2 war, der die Tür öffnete als es klin-

gelte. 

Gestützt auf die glaubhaften Aussagen der Privatklägerin 2 ist erstellt, dass der 

Beschuldigte die Bürotüre abgeschlossen hat. 

5.4.3. Herausreissen des Festnetzkabels 

Der Beschuldigte 2 sagte auf die Frage, ob ein Festnetzkabel aus der Steckdose 

gezogen worden sei, aus, die Privatklägerin 2 habe die Polizei anrufen wollen, er 

habe den Hörer wieder aufgelegt, damit sie die Sache zuerst klären würden. Er 

habe gewusst, wenn die Frau zuerst anrufe, wäre sie im Recht. Er habe zuerst 

anrufen wollen. Er habe den Stecker nicht ausgezogen, er glaube der Beschuldig-

te 1 habe dies getan. Er wisse nicht, weshalb der Bruder dies gemacht habe, aus 

lauter Aggression mache man Sachen, die man nicht sollte (Urk. 9/3 S. 8). In der 

Einvernahme vor Vorinstanz erklärte er, er könne sich nicht daran erinnern, dass 

er das Telefonkabel aus der Steckdose gerissen habe, das würde er nie machen. 

Er könne sich nicht erklären, wie dies zustande gekommen sein solle (Urk. 58 S. 

8). In der Einvernahme anlässlich der Berufungsverhandlung gab er an, in der 

damaligen Situation habe das Kabel durch irgendjemanden, oder auch durch den 

herumlaufenden Hund, herausgerissen worden sein können (Prot. II S. 15). Mit 

seiner Aussage in der polizeilichen Befragung hat der Beschuldigte 2 anerkannt, 

dass er die Privatklägerin 2 daran gehindert hat, die Polizei anzurufen. Dass er 

dies (erst) anlässlich der Berufungsverhandlung wieder bestritt, ist als nachge-

schobene Schutzbehauptung zu werten. Er hat jedoch – bereits vor der Polizei – 

bestritten, das Telefonkabel aus der Steckdose gerissen zu haben, bestritt aber 

anfänglich nicht, dass das Kabel aus der Steckdose gerissen war und erklärte, 

der Beschuldigte 1 habe dies getan.  

-   19   - 

Das Herausreissen des Telefonkabels wurde vom Privatkläger 1 in seiner polizei-

lichen Einvernahme erwähnt. Er sagte aus, die Privatklägerin 2 habe beim Vorfall 

im Gebäude vom Festnetztelefon aus die Polizei verständigen wollen, worauf ihr 

der Mann das Telefon weggerissen habe und das Kabel aus der Dose gerissen 

habe (Urk. 9/1 S. 4). In seiner Befragung als Auskunftsperson hat er sich dazu 

nicht mehr geäussert, weshalb die Belastung in der polizeilichen Befragung nicht 

zulasten des Beschuldigten 2 verwertbar ist. 

Die Privatklägerin 2 sagte in der polizeilichen Einvernahme aus, der Beschuldigte 

mit dem blauen T-Shirt (Beschuldigter 2) habe den Stecker vom Telefon heraus-

gezogen als sie die Polizei habe anrufen wollen und habe ihr den Telefonhörer 

aus der Hand gerissen (Urk. 9/2 S. 6). In der Befragung als Auskunftsperson 

schilderte sie, sie habe nach dem tätlichen Angriff auf den Privatkläger 1 den Te-

lefonhörer in die Hand genommen und habe die Nummer 117 wählen wollen, wo-

rauf einer der Beschuldigten ihr den Hörer aus der Hand gerissen habe und der 

andere das Telefonkabel aus der Steckdose gerissen habe (Urk. 16/4 S. 5). Die 

Aussage der Privatklägerin 2 als Auskunftsperson stimmt mit der Darstellung des 

Beschuldigten 2 überein, wonach er ihr den Hörer aus der Hand genommen habe 

und seiner Erklärung, er glaube der Beschuldigte 1 habe den Stecker ausgezo-

gen. 

Es ist daher auf die glaubhafte Darstellung der Privatklägerin 2 abzustellen, wel-

che mit derjenigen des Beschuldigten 2, welche er vor der Polizei deponierte und 

auf der er zu behaften ist, übereinstimmt. Demzufolge ist davon auszugehen, 

dass der Beschuldigte 2 der Privatklägerin 2 den Telefonhörer aus der Hand ge-

nommen hat und aufgelegt hat als sie die Polizei rufen wollte und dass der Be-

schuldigte 1 den Stecker des Telefons ausgezogen hat. 

 

6. Fazit Sachverhaltserstellung 

Der Sachverhalt gemäss Anklage ist erstellt mit Ausnahme des Vorwurfes, wo-

nach der Privatkläger 2 das Telefonkabel aus der Steckdose gerissen hat. Bezüg-

-   20   - 

lich der Schläge gegen den Privatkläger 1 ist ferner davon auszugehen, dass der 

Beschuldigte 2 lediglich wahrgenommen hat, dass der Beschuldigte 1 den Privat-

kläger 1 am Kragen packte und ihm zwei Ohrfeigen gegeben hat. 

II.  Rechtliche Würdigung  

1. Haupt- und Mittäterschaft 

Der Beschuldigte 2 hat die Privatklägerin 2 eigenhändig zurückgehalten, als sie 

dem Privatkläger 1 helfen wollte, und hat sie am Verlassen der Geschäftsräum-

lichkeiten gehindert, während der Beschuldigte 1 sich mit dem Privatkläger 1 zur 

Bank begab. Bezüglich dieser beiden Sachverhaltsabschnitte ist der Beschuldig-

te 2 Haupttäter. Die Anklagebehörde würdigt das Zurückhalten der Privatkläge-

rin 1 während der tätlichen Auseinandersetzung als Nötigung im Sinne von 

Art. 181 StGB und das Abschliessen der Eingangstüre und die Hinderung des 

Anrufes an die Polizei als Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 StGB. 

Betreffend die Gewaltanwendung des Beschuldigten 1 gegenüber dem Privatklä-

ger 1 verbunden mit der Aufforderung das Geld herauszugeben bzw. mit ihm zur 

Bank zu fahren und das Geld abzuheben wirft die Anklage dem Beschuldigten 2 

Mittäterschaft zu versuchter Erpressung vor. Mittäterschaft wird ihm ferner betref-

fend die Entführung des Privatklägers 1 vorgeworfen, der vom Beschuldigten 1 

gezwungen wurde, ins Auto zu steigen und gegen seinen Willen zur Bank ver-

bracht wurde. 

Nachfolgend ist zuerst die rechtliche Würdigung betreffend diejenigen Vorwürfe 

vorzunehmen, betreffend welcher der Beschuldigte als Haupttäter handelte. An-

schliessend ist seine Beteiligung am Handeln des Beschuldigten 1 zu prüfen und 

rechtlich zu würdigen.  

2 Tatbegehung des Beschuldigten 2 als Haupttäter 

2.1. Festhalten der Privatklägerin 2 während des tätlichen Angriffes auf den Pri-

vatkläger 1 

-   21   - 

Der Beschuldigte 2 hat die Privatklägerin 2 festgehalten als sie dem Privatkläger 1 

helfen wollte, welcher vom Beschuldigten 1 tätlich angegriffen wurde. Gemäss 

vorstehend erstelltem subjektiven Sachverhalt handelte der Beschuldigte mit dem 

Vorsatz, sie daran zu hindern, zugunsten des Privatklägers 1 in die tätliche Aus-

einandersetzung einzugreifen. Damit hat er physisch auf die Privatklägerin 2 ein-

gewirkt und im Sinne von Art. 181 StGB Gewalt gegen die Privatklägerin 2 ange-

wendet. Er hat ihre Handlungsfreiheit eingeschränkt indem er sie davon abhielt, 

zugunsten des Privatklägers 1 in die Auseinandersetzung einzugreifen. Damit hat 

er den Tatbestand der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in objektiver und in 

subjektiver Hinsicht erfüllt.  

Der Beschuldigte 2 ist der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB schuldig zu spre-

chen. 

2.2. Hinderung, die Polizei zu verständigen und Abschliessen der Bürotüre 

Der Beschuldigte 2 hat, wie er selber sagte, der Privatklägerin den Telefonhörer 

aus der Hand genommen und aufgelegt, als sie die Polizei verständigen wollte, 

und hat wahrgenommen, wie der Beschuldigte 1 das Telefonkabel herausriss. Bei 

diesem Vorgehen hat der Beschuldigte 2 erneut physisch auf die Privatklägerin 2 

eingewirkt und manifestiert, dass er den Tatentschluss, die Privatklägerin daran 

zu hindern, die Polizei zu verständigen, jedenfalls mitgetragen hat. Damit hat er 

an der Hinderung der Privatklägerin, die Polizei zu verständigen, zumindest mit-

gewirkt. Auch dieses Vorgehen erfüllt den Tatbestand der Nötigung im Sinne von 

Art. 181 StGB.  

Ausserdem hat er die Eingangstüre der Geschäftsräumlichkeiten abgeschlossen 

und der Privatklägerin 2 befohlen, auf die Rückkehr des Beschuldigten 1 und des 

Privatklägers 1 zu warten. Dieses Verhalten würdigt die Staatsanwaltschaft als 

Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Abs. 1 StGB. Bei der rechtlichen Wür-

digung dieses Sachverhaltsabschnittes ist unter Beachtung des Anklageprinzips 

festzuhalten, dass dem Beschuldigten 2 einzig vorgeworfen wir, er habe die Türe 

abgeschlossen und der Privatklägerin 2 befohlen, sich auf einen Stuhl zu setzen. 

Nicht behauptet wird, die Privatklägerin 2 hätte ihrerseits die Türe nicht wieder 

-   22   - 

aufschliessen können (z.B. weil der Beschuldigte 2 den Schlüssel behändigt hät-

te). Inwiefern die Bewegungsfreiheit der Privatklägerin 2 durch den Beschuldigten 

2 eingeschränkt wurde, lässt sich dem Anklagesachverhalt nicht entnehmen. Es 

wird auch nicht dargelegt, dass er sie durch Gewalt oder Drohung gehindert hätte, 

die Räumlichkeiten zu verlassen oder ihr in anderer Weise die Freiheit entzogen 

hätte. Die für eine Freiheitsberaubung erforderlichen Sachverhaltselemente wer-

den in diesem Sachverhaltsabschnitt nicht in einer dem Anklagegrundsatz genü-

genden Weise umschrieben. 

Betreffend diesen Anklagepunkt ist der Beschuldigte 2 deshalb ebenfalls der Nö-

tigung im Sinne von Art. 181 StGB schuldig zu sprechen. Vom Vorwurf der Frei-

heitsberaubung im Sinne von Art. 183 StGB ist er dagegen freizusprechen. 

3. Beteiligung des Beschuldigten 2 an Taten des Beschuldigten 1 

3.1. Beteiligung an Tatentschluss und Tatausführung 

Der Beschuldigte 1 hat den Privatkläger 1 geschlagen und dabei den Privatkläger 

1 aufgefordert, das Geld für das Blitzlampengerät herauszugeben bzw. mit ihm 

zur Bank zu gehen. Dass dieses gewalttätige Vorgehen des Beschuldigten 1 mit 

dem Beschuldigten 2 vorgängig abgesprochen oder geplant gewesen wäre, kann 

nicht erstellt werden. Indem der Beschuldigte 2 jedoch die Privatklägerin 2 fest-

hielt, um sie daran zu hindern, dem Privatkläger 1 zu helfen, ist er der Tat des 

Beschuldigten billigend beigetreten. Ferner hat er sich an der Tatausführung des 

Beschuldigten 1 auch weiter beteiligt, indem er mit der Privatklägerin 2 in den Ge-

schäftsräumen blieb, während der Beschuldigte 1 mit dem Privatkläger 1 zur Bank 

fuhr, und sie aktiv daran hinderte, die Polizei zu avisieren. Der Beschuldigte 2 

wusste, dass der Privatkläger 1 nicht aus freiem Willen mit dem Beschuldigten 1 

zur Bank fuhr, dies vielmehr unter dem Eindruck der Gewaltanwendung seitens 

des Beschuldigten 1 erfolgte. Dass der Beschuldigte 1 den Privatkläger 1 wäh-

rend der Fahrt bedrohen würde, wie dies im Anklagevorwurf geschildert wird, war 

für den Beschuldigten 2 dagegen nicht absehbar und kann ihm nicht zugerechnet 

werden. 

-   23   - 

3.2. Gehilfenschaft oder Mittäterschaft 

Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen für das Vorliegen von Mittäterschaft zu-

treffend dargelegt (Urk. 93 S. 114 f.). Es kann vorab darauf verwiesen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO). Festzuhalten ist, dass der Mittäter an der Entschliessung, 

Planung oder Ausführung der Tat in massgeblicher Weise mit den anderen Tätern 

zusammenwirkt. Sein Tatbeitrag muss so wesentlich sein, dass die Ausführung 

des Deliktes damit steht oder fällt. 

Vorliegend ist nicht von einer gemeinsamen Planung der Tat zwischen den bei-

den Beschuldigten auszugehen. Jedoch steht fest, dass die Situation eskalierte 

und der Beschuldigte 1 spontan den Tatentschluss betreffend Gewaltanwendung 

gegenüber dem Privatkläger 1 fasste. Diesem Tatentschluss ist der Beschuldigte 

2 beigetreten und hat dies dokumentiert, indem er die Privatklägerin 2 zurückhielt. 

Auch das weitere Tatvorgehen hat er mitgetragen. Es liegt ein arbeitsteiliges Vor-

gehen vor, bei welchem der Beschuldigte 1 mit dem Privatkläger 1 zur Bank fuhr 

und der Beschuldigte 2 sicherstellte, dass die Privatklägerin 2 nicht die Polizei 

avisieren konnte. Mit ihrem Vorgehen beabsichtigten die beiden Beschuldigten die 

Rückzahlung der Kaufpreissumme von Fr. 20'000.– zu erwirken. Daran waren 

beide Beschuldigten gleichermassen interessiert, war das Gerät doch für ein Fa-

milienunternehmen der Familie AB._____ gekauft worden und hatte der Beschul-

digte 2 den Kaufvertrag unterzeichnet. Auch die dem Vorgehen zugrundeliegende 

Interessenlage spricht für die Annahme von Mittäterschaft. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bezüglich der vom Beschuldigten 1 be-

gangenen Taten Mittäterschaft des Beschuldigten 2 vorliegt. 

 

3.3. Rechtliche Würdigung der als Mittäter begangenen Taten 

3.3.1. Erpressung 

Der Beschuldigte 1 hat gegenüber dem Privatkläger 1 Gewalt angewendet und 

dabei von ihm die Rückzahlung des Geldes gefordert. Den Beschuldigten wird in 

-   24   - 

der Anklageschrift vorgeworfen, in der Absicht ungerechtfertigter Bereicherung 

gehandelt zu haben, da sie wussten, dass sie aufgrund des Kaufvertrages keinen 

Rechtsanspruch auf dieses Geld hatten und dass der D._____ AG durch die 

Rückzahlung des Geldes ein finanzieller Schaden entsteht. Die Anklageschrift 

umschreibt damit den Tatbestand der räuberischen Erpressung im Sinne von 

Art. 156 Ziff. 3 StGB. 

Erstellt ist, dass die Beschuldigten Gewalt gegen den Privatkläger 1 angewendet 

haben und dass sie dabei die Rückzahlung des Kaufpreises von Fr. 20'000.– for-

derten. Keiner weiteren Erklärung bedarf es ferner, dass die Rückzahlung des 

Geldes gegen Rückgabe des Gerätes zu einem Vermögensschaden bei der 

D._____ AG geführt hätte, da das Gerät durch den Gebrauch an Wert verloren 

hatte. Es kann diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 93 S. 107 f.).  

Zu prüfen bleibt, ob die Beschuldigten in Bereicherungsabsicht gehandelt haben. 

Die Vorinstanz bejaht dies. Sie führt aus, da der Beschuldigte 1 keinen Rechtsan-

spruch auf die Rückerstattung des Kaufpreises gehabt habe, wäre die Bereiche-

rung ungerechtfertigt gewesen (Urk. 93 S. 108). Dass kein Rechtsanspruch auf 

Rückerstattung des Kaufpreises bestand, begründet sie mit umfangreichen zivil-

rechtlichen Ausführungen über das Zustandekommens des Vertrages, Vertrags-

auslegung, Inhalt des Vertrages, Qualifikation des Vertrages, Irrtum und Täu-

schung und die Rechtslage bei Nichterfüllung des Vertrages (Urk. 93 S. 28 - 41). 

Diese ausführlichen Darlegungen der Vorinstanz zur Frage, ob ein Rückforde-

rungsanspruch bzw. ein Anspruch auf Rückabwicklung des Kaufvertrages be-

stand, zeigen in optima forma auf, dass die Rechtslage in zivilrechtlicher Hinsicht 

nicht sofort klar erscheint. Wenn das Gericht über mehrere Seiten hinweg herlei-

ten muss, ob ein Anspruch auf Rücklabwicklung besteht, kann von den Beschul-

digten als juristische Laien nicht gesagt werden, sie hätten gewusst oder hätten 

wissen müssen, dass sie keinen Anspruch auf Rückzahlung des Geldes gegen 

Rückgabe des Gerätes hatten. 

Da es am Tatbestandsmerkmal der Absicht unrechtmässiger Bereicherung fehlt, 

ist der Beschuldigte 2 vom Vorwurf der Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 3 

-   25   - 

i.V. mit Art. 140 und Art. 22 Abs. 1 StGB freizusprechen. Festzuhalten bleibt je-

doch, dass das Verhalten des Beschuldigten 1 gegenüber dem Privatkläger 1 ei-

ne versuchte Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB darstellt. Es bestand keinerlei 

Rechtfertigungsgrund für die Beschuldigten dafür, die Rückzahlung des Kaufprei-

ses mit Gewaltanwendung durchzusetzen.  

Der Beschuldigte 2 ist daher der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB 

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.  

3.3.2. Freiheitsberaubung und Entführung 

Der Beschuldigte 1 hat den Privatkläger 1, nachdem er diesen tätlich angegriffen 

hatte, zur Türe gestossen und ihn aufgefordert, mit ihm zur Bank zu fahren, um 

die geforderte Geldsumme abzuheben. Er zwang den Privatkläger 1 in sein Auto 

zu steigen. Wie bereits erwähnt, ist dem Beschuldigten 2 nicht anzulasten, dass 

der Beschuldigte 1 den Privatkläger 1 auf der Fahrt bedrohte, zumal keine Hin-

weise für eine dahingehende Absprache zwischen den Beschuldigten bestehen. 

Der Beschuldigte 2 wusste jedoch, dass der Privatkläger 1 aufgrund der erfolgten 

Gewaltanwendung und unfreiwillig in ein Auto einstieg und mit dem Beschuldigten 

1 zur Bank fuhr. 

Da eine Entführung auch in einem erzwungenen Transport liegen kann, wenn 

während einer Fahrt das Aussteigen unmöglich ist (Trechsel/Pieth Schweizeri-

sches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. A., Zürich/St. Gallen 2013, Art. 183 

N 3; BGE 99 IV 221), ist betreffend die durch Gewaltanwendung erzwungene 

Verschiebung des Privatklägers 1 im Auto der Tatbestand der Entführung im Sin-

ne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 StGB erfüllt. 

Der Beschuldigte 2 ist daher der Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 

StGB schuldig zu sprechen.  

Gemäss Anklagevorwurf hat der Beschuldigte 1 den Privatkläger 1 an der Flucht 

gehindert, indem er auf den Weg zur Bank Schulter an Schulter rechts von ihm 

lief, wobei sich links vom Privatkläger eine Mauer befand. Diese Verhalten wird 

von der Staatsanwaltschaft als Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 

-   26   - 

Abs. 1 StGB gewürdigt, indem der Beschuldigte 1 dem Privatkläger in anderer 

Weise unrechtmässig die Freiheit entzogen habe. Diesbezüglich ist davon auszu-

gehen, dass dies mit dem Beschuldigten 2 nicht abgesprochen war. Ausserdem 

wird der Unrechtsgehalt durch den Schuldspruch wegen Entführung mitumfasst. 

Die örtliche Verschiebung des Privatklägers 1 gegen seinen Willen und unter Ge-

waltanwendung ist in ihrer Gesamtheit zu betrachten und wird vom Tatbestand 

der Entführung erfasst. Es hat in diesem Punkt kein zusätzlicher Schuldspruch 

wegen Freiheitsberaubung zu erfolgen (andererseits aber auch kein Freispruch). 

4. Fazit Schuldpunkt 

Der Beschuldigte 2 ist schuldig zu sprechen : 

 - der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB zum Nachteil der 

Privatklägerin 2, 

 - der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil des Privatklägers 1, 

 - der Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 StGB. 

Der Beschuldigte 2 ist freizusprechen vom Vorwurf der Erpressung im Sinne von 

Art. 156 StGB und der Freiheitsberaubung im Sinne von Art.183 Ziff.1 Abs. 1 

StGB. 

 

III.  Strafzumessung 

1. Strafzumessungsregeln und Strafrahmen 

Betreffend die Strafzumessungsregeln und die Ermittlung des Strafrahmens kann 

auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 93 S. 

119 ff.). Vorliegend ist vom Strafrahmen für das schwerste Delikt, Entführung im 

Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, auszugehen. Dieser reicht von Geldstrafe 

bis 5 Jahre Freiheitsstrafe. 

-   27   - 

2. Einsatzstrafe für die Entführung 

2.1. Tatkomponente 

2.1.1. Objektive Tatkomponente 

Betreffend die Entführung ist festzuhalten, dass die Bewegungsfreiheit des Privat-

klägers 1 durch den Transport im Auto zur Bank nur relativ kurze Zeit von maxi-

mal einer halben Stunde (geschätzte Dauer für die Fahrt über F._____ nach 

G._____) eingeschränkt war. Der Privatkläger 1 wurde zudem nicht weit weg ver-

bracht. Die Geschäftsräumlichkeiten, aus denen er weggeführt wurde, befinden 

sich in F._____ und er wurde zu einem Bankomaten in G._____ transportiert. Die 

Gewaltanwendung gegenüber dem Privatkläger 1 erschöpfte sich in Tätlichkeiten.  

In objektiver Hinsicht wiegt das Verschulden leicht. 

2.1.2. Subjektive Tatkomponente 

Die Beschuldigten handelten mit direktem Vorsatz und aus rein finanziellen Moti-

ven. Sie wollten durch ihr Vorgehen die Rückzahlung des von ihnen geleisteten 

Kaufpreises erwirken und übten mit ihrem Vorgehen Selbstjustiz, obwohl ihnen 

der Zivilweg offen stand, worauf sie seitens der Polizei bereits 10 Tage vor dem 

angeklagten Vorfall hingewiesen wurden. 

In subjektiver Hinsicht wiegt das Verschulden nicht mehr leicht. 

2.1.3. Fazit betreffend Tatverschulden 

Insgesamt wiegt das Verschulden betreffend die Entführung noch leicht. 

2.2. Täterkomponente 

2.2.1. Persönliche Verhältnisse 

Hinsichtlich der Darlegung der persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten 2  

kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 93 S. 127). 

Der Beschuldigte 2 schilderte anlässlich der Berufungsverhandlung seine persön-

-   28   - 

lichen Verhältnisse als im Wesentlichen unverändert (Prot. II S. 8 ff.) mit der Aus-

nahme, dass er seit dem 5. Dezember 2013 von seiner Ehefrau geschieden ist, 

nicht zu Unterhaltsbeiträgen verpflichtet wurde und diese inzwischen nicht mehr 

finanziell unterstützt (Prot. II S. 9). Es ergeben sich daraus keine strafzumes-

sungsrelevanten Faktoren. 

2.2.2. Geständnis 

Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass sich der Beschuldigte 2 in kei-

nem Anklagepunkt geständig erklärte (Urk. 93 S.127). Leicht zu seinen Gunsten 

wirkt sich aus, dass er erklärte, er bereue das Vorgefallene, obwohl er eine straf-

rechtliche Verantwortung ablehnte. Straferhöhende Faktoren liegen keine vor. 

2.3. Einsatzstrafe 

Dem noch leichten Verschulden angemessen erscheint eine Einsatzstrafe von 30 

Tagen. 

3. Nötigungen 

3.1. Versuchte Nötigung zum Nachteil des Privatklägers 1 

3.1.1. Tatkomponente 

Die Tätlichkeiten des Beschuldigten 1 gegen den Privatkläger 1 bildeten den Aus-

löser für das weitere Tatgeschehen. Es ist nicht von einem geplanten Vorgehen 

der beiden Beschuldigten auszugehen. Zugunsten des Beschuldigten 2 wirkt sich 

aus, dass die Initiative vom Beschuldigten 1 ausging. Dieser hat den Privatkläger 

1 tätlich angegriffen, wogegen der Beschuldigte 2 dem Tatentschluss des Be-

schuldigten 1 erst nachträglich beigetreten ist als die Gewaltanwendung bereits 

im Gange war. Zwar liegt kein brutales Vorgehen vor, jedoch wirkt sich zulasten 

der Beschuldigten aus, dass sie dem 76-jährigen Privatkläger 1 körperlich weit 

überlegen waren. Der Privatkläger 1 sah sich der Übermacht zweier junger kräfti-

ger Männer gegenüber. Dieser Umstand war geeignet, grossen Druck auf den 

Privatkläger 1 und die Privatklägerin 2 auszuüben. 

-   29   - 

Dass es beim Nötigungsversuch blieb, ist einzig auf äussere Umstände zurückzu-

führen. Die Bank war geschlossen und der Privatkläger 1 trug keine Kontokarte 

auf sich, so dass kein Geldbezug erfolgen konnte. Der Versuch wirkt sich daher 

nur sehr leicht strafmindernd aus. 

In subjektiver Hinsicht liegt direkt vorsätzliches Handeln aus rein finanziellen Mo-

tiven vor. Die Beschuldigten übten Selbstjustiz zur Durchsetzung einer vermeintli-

chen Geldforderung aus, obwohl der Beschreitung des Zivilweges nichts entge-

genstand.  

Insgesamt wiegt das Verschulden nicht mehr leicht und erscheint eine Strafe im 

Bereich von 150 Tagen angemessen. 

3.1.2. Täterkomponente 

Aus den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 2 ergeben sich keine 

strafzumessungsrelevanten Faktoren. 

Es liegen zudem weder Straferhöhungs- noch Strafminderungsgründe vor, insbe-

sondere kann nicht auf ein Geständnis abgestellt werden. 

3.1.3. Fazit 

Für die versuchte Nötigung zum Nachteil des Privatklägers 1 angemessen er-

scheint eine Strafe von 150 Tagen. 

3.2. Nötigungen zum Nachteil der Privatklägerin 2 

3.2.1. Tatkomponente 

Der Beschuldigte 2 hat die Privatklägerin 2 festgehalten und hat sie daran gehin-

dert, dem Privatkläger 1 zu helfen, während dieser vom Beschuldigten 1 tätlich 

angegriffen wurde. In einer zweiten Phase hat er ihr den Telefonhörer aus der 

Hand genommen und damit die Hinderung derselben, die Polizei zu rufen, mitge-

tragen. Die Nötigungshandlungen zum Nachteil der Privatklägerin 2 stehen in en-

gem Zusammenhang mit denjenigen zum Nachteil des Privatklägers 1. Auch bei 

-   30   - 

diesen Handlungen fällt zulasten des Beschuldigten 2 ins Gewicht, dass sein Vor-

gehen gemeinsam mit seinem Bruder geeignet war, die ihnen körperlich unterle-

genen Privatkläger massiv unter Druck zu setzen. Die Privatklägerin 2 hatte aus-

serdem nichts mit dem Vertrag betreffend das Blitzlichtgerät zu tun. Die Nöti-

gungshandlungen trafen sie als an der ganzen Angelegenheit völlig unbeteiligte 

Person. Der Beschuldigte 2 hielt sie zurück, als sie ihrem Partner zu Hilfe kom-

men wollte, so dass sie zusehen musste, wie der 76-jährige Privatkläger vom Be-

schuldigten 1 wegen einer banalen Differenz über vertragliche Ansprüche ge-

schlagen wurde. Entsprechend stark wurde sie durch das Vorgehen der Beschul-

digten belastet. Der Beschuldigte 2 schilderte selber, dass sie sehr nervös gewe-

sen sei, gezittert habe und gesagt habe, ihr sei schlecht, sie müsse sich überge-

ben. Zugunsten des Beschuldigten 2 ist andererseits festzuhalten, dass die physi-

sche Einwirkung auf die Privatklägerin 2 geringfügig war. 

In subjektiver Hinsicht liegt auch betreffend die Nötigungshandlungen zum Nach-

teil der Privatklägerin 2 direkter Vorsatz vor. 

Das Verschulden wiegt nicht mehr leicht. 

3.2.2. Täterkomponente 

Bezüglich der Täterkomponente gelten die gleichen Überlegungen wie bezüglich 

der anderen Delikte.  

 

3.2.3. Fazit 

Für die Nötigungen zum Nachteil der Privatklägerin 2 erscheint ein Strafe von 60 

Tagen angemessen. 

4. Asperation 

Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips erscheint für alle Delikte eine 

Strafe von 210 Tagen angemessen. 

-   31   - 

5. Sanktionsart 

Betreffend die Wahl der Sanktionsart kann auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 93 S. 122). Vorliegend 

fällt unter Berücksichtigung des Verhältnismässigkeitsprinzips die Ausfällung einer 

Freiheitsstrafe gegenüber dem nicht vorbestraften Beschuldigten 2 ausser Be-

tracht.  

Der Beschuldigte 2 ist daher mit einer Geldstrafe von 210 Tagesätzen zu bestra-

fen, wovon 8 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten. 

6. Tagessatzhöhe  

Die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten 2 haben sich gegenüber den Aus-

führungen im vorinstanzlichen Urteil (Urk. 93 S. 131 f.) insofern verändert, als 

dass er seine Exfrau inzwischen nicht mehr finanziell unterstützt (Urk. 100; Prot. II 

S. 9). Die von der Vorinstanz festgelegte Tagessatzhöhe von Fr. 60.– erweist sich 

indes noch immer als angemessen und wurde auch von keiner Seite beanstandet. 

Sie ist zu bestätigen. 

IV.  Strafvollzug 

Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten 2 den bedingten Strafvollzug gewährt unter 

Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren. Diese Anordnung ist zu bestätigen unter 

Hinweis auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz (Art. 82 Abs. 4 StPO; 

Urk. 93 S. 130 ff.). 

V.  Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Die vorinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziffer 8) wurde nicht bean-

standet und ist zu bestätigen. 

Der Beschuldigte 2 ist teilweise schuldig zu sprechen, teilweise freizusprechen, 

wobei die beiden Teile etwa gleich zu gewichten sind, zumal der Freispruch sich 

auf das schwerste Delikt der räuberischen Erpressung bezieht. Ausgangsgemäss 

sind die den Beschuldigten 2 betreffenden Kosten des Vorverfahrens (Gebühr 

-   32   - 

und Auslagen) dem Beschuldigten 2 zur Hälfte aufzuerlegen und zur Hälfte auf 

die Gerichtskasse zu nehmen. Die vorinstanzliche Gerichtsgebühr ist dem Be-

schuldigten 2 im Betrage von Fr. 500.– aufzuerlegen und im Betrage von 

Fr. 500.– auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

Im Berufungsverfahren halten sich Obsiegen und Unterliegen des Beschuldigten 

ungefähr die Waage. Die Staatsanwaltschaft unterliegt mit ihrer Anschlussberu-

fung vollumfänglich. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens 

dem Beschuldigten zu einem Viertel aufzuerlegen und zu drei Vierteln auf die Ge-

richtskasse zu nehmen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten 2 sind für beide Verfah-

ren auf die Gerichtskasse zu nehmen unter Vorbehalt der Rückforderung im Um-

fang der Hälfte betreffend die erstinstanzlichen Kosten und im Umfang eines Vier-

tels betreffend die zweitinstanzlichen Kosten. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren werden festge-

legt auf Fr. 7'000.–. 

 

Es wird beschlossen: 

1. Das Verfahren wird bezüglich des Beschuldigten A._____ als durch Rück-

zug der Berufung erledigt abgeschrieben. 

2. Es wird Vormerk genommen, dass die Staatsanwaltschaft ihre Anschlussbe-

rufung betreffend den Beschuldigten B._____ zurückgezogen hat. 

3. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht 

in Strafsachen, vom 15. November 2012, bezüglich des Beschuldigten 

A._____ in Rechtskraft erwachsen ist (Dispositivziffern 1, 3 und 4, 7 bis 10). 

4. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren betreffend den Beschuldig-

ten A._____ wird festgelegt auf: 

-   33   - 

Fr.    800.– ;  die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 304.55  amtliche Verteidigung 

5. Die Kosten werden dem Beschuldigten A._____ zur Hälfte auferlegt und zur 

Hälfte auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidi-

gung werden auf die Gerichtskasse genommen. 

6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

7. Gegen diesen Entscheid (Ziffern 1-2, 4-5) kann bundesrechtliche Be-
schwerde in Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig  

- der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB teilweise in Ver-

bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,  

- der Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 StGB. 

2. Der Beschuldigte B._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen vom 

Vorwurf 

- der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff.3 i.V. mit Art. 140 

Ziff. 1 Abs. 1 i.V. mit Art. 22 Abs. 1 StGB, 

- der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.  

-   34   - 

3. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 210 Ta-

gessätzen zu Fr. 60.--, wovon 8 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten. 

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.  

5. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziffer 8) wird bestätigt. 

6. Die auf ihn entfallenden Kosten des Vorverfahrens werden dem Beschuldig-

ten B._____ zur Hälfte auferlegt und zur Hälfte auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die erstinstanzliche Gerichtsgebühr wird dem Beschuldigten 

B._____ im Umfang von Fr. 500.-- auferlegt und im Umfang von Fr. 500.-- 

auf die Gerichtskasse genommen. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 7'000.--   amtliche Verteidigung 

 
8. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten B._____ 

zu einem Viertel auferlegt und zu drei Vierteln auf die Gerichtskasse ge-

nommen. 

9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten B._____  werden 

für beide Verfahren auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten bleibt die 

Nachforderung im Umfang der Hälfte betreffend das erstinstanzliche Verfah-

ren und im Umfang eines Viertels für das Berufungsverfahren. 

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Angeklagten 2 (übergeben) 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Angeklagten 1 

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Angeklagten 2  

-   35   - 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Angeklagten 1 

− die Staatsanwaltschaft See/Oberland  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  

11. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Strafkammer 
 
 

Zürich, 11. Februar 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Burger 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. Höfliger 
 

 

 

	Urteil vom 11. Februar 2014
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte 1 ist schuldig
	 der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,
	 der Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 StGB,
	 der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 3 i.V.m. Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB,
	 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB.

	2. Der Beschuldigte 2 ist schuldig
	 der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB,
	 der Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 StGB,
	 der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 3 i.V.m. Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB,
	 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB.

	3. Der Beschuldigte 1 wird bestraft mit einer Geldstrafe von 330 Tagessätzen zu Fr. 30.–, wovon 8 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten.
	4. Der Vollzug der in Dispositivziffer 3 genannten Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.
	5. Der Beschuldigte 2 wird bestraft mit einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu Fr. 60.–, wovon 8 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten.
	6. Der Vollzug der in Dispositivziffer 5 genannten Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	7. Der Privatkläger (C._____) wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	8. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen derjenigen der amtlichen Verteidigungen, werden den Beschuldigten 1 und 2 je zur Hälfte unter solidarischer Haftung auferlegt.
	10. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigungen wird mit separaten Verfügungen entschieden.
	Berufungsanträge:
	1. Das Urteil der Vorinstanz sei aufzuheben.
	2. Der Beschuldigte B._____ sei von Schuld und Strafe frei zu sprechen.
	3. Dem Beschuldigten sei für die 8 Tage ungerechtfertigte Untersuchungshaft eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 2'400.– zuzusprechen.
	4. Die Kosten des Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
	Gegenstand des Berufungsverfahrens
	I.   Sachverhalt
	II.   Rechtliche Würdigung
	III.   Strafzumessung
	IV.   Strafvollzug
	V.   Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Das Verfahren wird bezüglich des Beschuldigten A._____ als durch Rückzug der Berufung erledigt abgeschrieben.
	2. Es wird Vormerk genommen, dass die Staatsanwaltschaft ihre Anschlussberufung betreffend den Beschuldigten B._____ zurückgezogen hat.
	3. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht in Strafsachen, vom 15. November 2012, bezüglich des Beschuldigten A._____ in Rechtskraft erwachsen ist (Dispositivziffern 1, 3 und 4, 7 bis 10).
	4. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren betreffend den Beschuldigten A._____ wird festgelegt auf: Fr.    800.– ;  die weiteren Kosten betragen: Fr. 304.55  amtliche Verteidigung
	5. Die Kosten werden dem Beschuldigten A._____ zur Hälfte auferlegt und zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen.
	6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	7. Gegen diesen Entscheid (Ziffern 1-2, 4-5) kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte B._____ ist schuldig
	- der mehrfachen Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB teilweise in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB,
	- der Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 StGB.
	2. Der Beschuldigte B._____ ist nicht schuldig und wird freigesprochen vom Vorwurf
	- der versuchten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff.3 i.V. mit Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 i.V. mit Art. 22 Abs. 1 StGB,
	- der Freiheitsberaubung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
	3. Der Beschuldigte B._____ wird bestraft mit einer Geldstrafe von 210 Tagessätzen zu Fr. 60.--, wovon 8 Tagessätze als durch Haft geleistet gelten.
	4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	5. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositiv-Ziffer 8) wird bestätigt.
	6. Die auf ihn entfallenden Kosten des Vorverfahrens werden dem Beschuldigten B._____ zur Hälfte auferlegt und zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen. Die erstinstanzliche Gerichtsgebühr wird dem Beschuldigten B._____ im Umfang von Fr. 500.-- aufer...
	7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	8. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten B._____ zu einem Viertel auferlegt und zu drei Vierteln auf die Gerichtskasse genommen.
	9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten B._____  werden für beide Verfahren auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten bleibt die Nachforderung im Umfang der Hälfte betreffend das erstinstanzliche Verfahren und im Umfang eines Vier...
	10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten 2 (übergeben)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten 1
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten 2
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten 1
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A

	11. Rechtsmittel:
	Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.