# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7298857b-1eb3-5617-8466-85f88d24a584
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.04.2014 SB130390
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130390_2014-04-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB130390-O/U/ad 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, und lic. iur. Burger, der 

Ersatzoberrichter lic. iur. Ernst sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. 

Oswald 

 

Urteil vom 14. April 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigte und Berufungsklägerin 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom 
26. Juni 2013 (DG130017) 
 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 11. Februar 

2013 (Urk. 19) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Die Beschuldigte ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in 

Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

241 Tage durch Polizeiverhaft, Untersuchungshaft und vorzeitigen 

Strafantritt bis und mit heute erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten 

aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen 

(12 Monate, abzüglich 241 Tage, die durch Poilzeiverhaft, 

Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafantritt bis und mit heute erstanden 

sind) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

4.  Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

17. Januar 2013 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich unter 

der Lagernummer ... aufbewahrten Betäubungsmittel (3'487 Gramm 

Kokaingemisch bzw. 2'950 Gramm Reinsubstanz) und 

Betäubungsmittelbehältnisse (Computertasche der Marke "TARKE" und 

Rucksack der Marke "OUVERROUTE") werden eingezogen und sind nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Kantonspolizei Zürich zu 

vernichten. 

5.  Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle 

Flughafen, vom 8. Februar 2013 beschlagnahmten Gegenstände 

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(Reiseunterlagen und Notizen) werden eingezogen und bei den 

Untersuchungsakten belassen. 

6.  Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle 

Flughafen, vom 8. Februar 2013 beschlagnahmten Gegenstände 

(Mobiltelefon Zest, silber / schwarz T-Mobile, inkl. SIM; Mobiltelefon Vairy 

Touch II, schwarz, inkl. SIM) werden zur Deckung der Verfahrenskosten 

eingezogen. 

7.  Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 2'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 600.–   Auslagen Vorverfahren  

Fr. 900.–   Kosten der Kantonspolizei 

Fr. 15'088.35   amtl. Verteidigungskosten  
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

8.  Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der 

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der 

amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von 

Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden. 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung der Beschuldigten: 

 (Urk. 62 S. 2) 

1. Dispositiv-Ziffern 1, 2 und 3 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach, I. 

Abteilung, vom 26. Juni 2013 seien aufzuheben und die Beschuldigte 

sei vom Vorwurf der qualifizierten Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in 

Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG freizusprechen. 

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2. Dispositiv-Ziffern 5 und 6 des Urteils seien aufzuheben und die mit 

Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 8. Februar 2013 

beschlagnahmten Gegenstände (Mobiltelefone, inkl. SIM-Karten, 

Reiseunterlagen und Notizen) seien der Beschuldigten auf erstes 

Verlangen herauszugeben. 

3.  Der Beschuldigten sei eine angemessene Entschädigung der 

wirtschaftlichen Einbussen sowie eine Genugtuung im Sinne von Art. 

429 ff. StPO aus der Staatskasse zuzusprechen. 

4.  Dispositiv-Ziffer 8 des Urteils sei aufzuheben und die Kosten der 

Untersuchung sowie des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, 

einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, seien auf die 

Staatskasse zu nehmen. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der 

amtlichen Verteidigung, seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland: 

(Urk. 44) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

_______________________________ 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte und Prozessuales 

 1. Die Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. 

Abteilung, vom 26. Juni 2013 der qualifizierten Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in Verbindung 

mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig gesprochen. Sie wurde mit einer 

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Freiheitsstrafe von 36 Monaten bestraft, wovon der Vollzug im Umfang von 24 

Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt wurde. Im 

Übrigen (12 Monate abzüglich 241 Tage Haft und vorzeitiger Strafvollzug) wurde 

die Freiheitsstrafe nicht aufgeschoben. Ausserdem wurden die beschlagnahmten 

Betäubungsmittel und Betäubungsmittelbehältnisse, Reiseunterlagen und Notizen 

sowie Mobiltelefone inkl. SIM eingezogen (Urk. 38). 

 Das vorinstanzliche Urteil wurde der Beschuldigten und der 

Staatsanwaltschaft anlässlich der Hauptverhandlung vom 26. Juni 2013 mündlich 

eröffnet (Urk. 33, Prot. I S. 19). Mit Eingabe vom 2. Juli 2013 meldete der 

Verteidiger fristgerecht die Berufung an (Urk. 34). Das begründete Urteil wurde 

der Beschuldigten am 2. September 2013 zugestellt (Urk. 37). 

 Mit Eingabe vom 13. September 2013 reichte die Verteidigung fristgerecht 

die Berufungserklärung ein (Urk. 40). Die Staatsanwaltschaft beantragte mit 

Schreiben vom 4. Oktober 2013 die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

(Urk. 44). Anschlussberufung wurde nicht erhoben. 

 Mit Präsidialverfügung vom 16. Oktober 2013 wurde die Beschuldigte aus 

dem vorzeitigen Strafvollzug entlassen (Urk. 51). Nachdem die Beschuldigte nach 

Nordirland zurückgekehrt war, stellte die Verteidigung einen Antrag auf 

Durchführung eines schriftlichen Verfahrens (Urk. 55/1). Mit Präsidialverfügung 

vom 14. November 2013 wurde mit Einverständnis der Parteien (Urk. 56) das 

schriftliche Verfahren angeordnet und der Beschuldigten Frist zur 

Berufungsbegründung eingeräumt (Urk. 57). Die Berufungsbegründung erfolgte 

innert erstreckter Frist mit Eingabe vom 20. Januar 2014 (Urk. 62). Mit 

Präsidialverfügung vom 24. Januar 2014 wurde der Staatsanwaltschaft Frist zur 

Berufungsantwort angesetzt und der Vorinstanz die Gelegenheit zur freigestellten 

Vernehmlassung eingeräumt (Urk. 64). Die Vorinstanz verzichtete mit Eingabe 

vom 27. Januar 2014 auf Vernehmlassung (Urk. 66). Die Staatsanwaltschaft 

nahm mit Eingabe vom 14. Februar 2014 zur Berufungsbegründung Stellung (Urk. 

67). Mit Präsidialverfügung vom 19. Februar 2014 wurde die Berufungsantwort 

der Staatsanwaltschaft der Beschuldigten zur freigestellten Vernehmlassung 

zugestellt (Urk. 68), welche mit Eingabe vom 26. Februar 2014 erfolgte (Urk. 70b). 

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Diese Stellungnahme wurde der Staatsanwaltschaft mit Präsidialverfügung vom 

27. Februar 2014 zur freigestellten Vernehmlassung zugestellt (Urk. 72). Innert 

Frist erfolgte keine Stellungnahme (vgl. Urk. 73/1). 

 2. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in 

Rechtskraft (Schmid, StPO Praxiskommentar, Art. 402 N 1; Art. 437 StPO). 

 Die Beschuldigte beantragte in ihrer Berufungserklärung und in ihrer 

Berufungsbegründung eine Abänderung der Urteilsdispositivziffern 1, 2, 3, 5, 6 

und 8 (Urk. 40 S. 2 f., Urk. 62 S. 2). Die Dispositivziffern 4 (Einziehung und 

Vernichtung Betäubungsmittel und Betäubungsmittelbehältnisse) und 7 

(Kostenfestsetzung) wurden hingegen nicht angefochten (Urk. 40 S. 3). Damit ist 

festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, vom 26. 

Juni 2013 bezüglich Dispositivziffern 4 und 7 in Rechtskraft erwachsen ist. 

 3. Die Verteidigung beantragte mit ihren Beweisanträgen vom 13. 

September 2013, es seien eine Auswertung des kompletten SMS-Verkehrs 

zwischen der Beschuldigten und B._____ für den Zeitraum vom April 2012 bis am 

29. Oktober 2012 (vor, während und nach der Reise der Beschuldigten nach Sao 

Paolo), eine Auswertung des E-Mail Accounts der Beschuldigten für den Zeitraum 

vom April 2012 bis zum 24. Oktober 2012 (Tag der Abreise nach Sao Paolo) und 

eine Auswertung der Überwachungskameras im Hotel "C._____", Sao Paolo, für 

den Zeitraum vom 26. bis 28. Oktober 2012 vorzunehmen bzw. anzuordnen 

(Urk. 40 S. 5 f.). Diese Beweisanträge wurden mit Präsidialverfügung vom 

14. November 2013 einstweilen abgewiesen (Urk. 57). In seiner 

Berufungsbegründung wies der Verteidiger darauf hin, dass an den 

Beweisanträgen festgehalten werde (Urk. 62 S. 3). Wie noch zu zeigen sein wird, 

erübrigen sich die beantragten Auswertungen, da das Verfahren spruchreif ist und 

nicht zu erwarten wäre, dass sie zu einem anderen Beweisergebnis führen 

würden. 

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II. Sachverhalt 

 1. Die Beschuldigte anerkannte den objektiven bzw. äusseren 

Sachverhalt, d.h. ihre Reise vom 29. Oktober 2012 von Sao Paolo nach Zürich mit 

geplantem Weiterflug via London nach Belfast, wobei sie einen Rucksack und 

einen Laptop-Rollkoffer mit sich führte, in deren Seitenwänden Beutel mit 

insgesamt 3'487 Gramm Kokaingemisch bzw. 2'950 Gramm reines 

Kokainhydrochlorid (Reinheitsgrad von 85 %) eingenäht waren, weitgehend (Urk. 

6 S. 6, Urk. 8 S. 13, Urk. 32 N 10). Dies entspricht auch dem 

Untersuchungsergebnis (Urk. 2 S. 2 f., Urk. 12/1-6, Urk. 12/13, Urk. 12/15). Vor 

Vorinstanz bestritt sie einzig, dass es sich bei B._____ um eine flüchtige 

Bekanntschaft handle und dass dieser ihr das Flugticket nach Sao Paolo bezahlt 

habe (Urk. 32 N 11 ff.). Die Vorinstanz kam bezüglich der Bezahlung der Reise 

zum Schluss, dass diese zumindest von der Drogenhandelsorganisation, welcher 

B._____ angehört habe, - wenn nicht von B._____ selbst - finanziert worden sei, 

womit der objektive Sachverhalt auch in diesem Punkt erstellt sei (Urk. 38 S. 7), 

was von der Beschuldigten in ihrer Berufungserklärung nicht gerügt wurde (vgl. 

Urk. 40) und mit der Ansicht der Verteidigung übereinstimmt (Urk. 62 S. 4). Was 

die Bekanntschaft der Beschuldigten zu B._____ betrifft, so rügt die Verteidigung 

hingegen, dass die Vorinstanz ohne Begründung davon ausgegangen sei, dass 

das Verhältnis zwischen B._____ und der Beschuldigten keinen direkten Einfluss 

auf die Frage habe, ob die Beschuldigte bezüglich des 

Betäubungsmitteltransports vorsätzlich gehandelt habe. Dass eine Frau zu einem 

Mann nach Brasilien reise, den sie nur flüchtig - sprich seit einigen Tagen und nur 

beiläufig - kenne, erscheine wenig nachvollziehbar. Es erscheine hingegen 

plausibel, wenn auch nicht alltäglich, dass eine Frau dies jedoch tue, um den 

Mann zu besuchen, mit dem sie seit Monaten korrespondiere und der ihr 

Liebesbekundungen zukommen lasse und von einer gemeinsamen Zukunft 

schwärme. Aufgrund des regen Austausches zwischen den beiden sei ein 

Vertrauensverhältnis entstanden und die Beschuldigte habe begonnen, sich in 

B._____ zu verlieben. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz sei die Beziehung 

zwischen B._____ und der Beschuldigten für den vorliegenden Fall von 

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essentieller Bedeutung, zumal die Beschuldigte nur aufgrund falscher - von 

B._____ geschürten - Hoffnungen auf eine "echte" Beziehung nach Sao Paolo 

gereist und unwissentlich zur Drogenkurierin geworden sei (Urk. 40 S. 3 f., Urk. 

62 S. 5, Urk. 70b S. 2). 

 Selbst wenn es zutreffen würde, dass die Beschuldigte aufgrund ihrer 

Hoffnung auf eine Beziehung mit B._____ nach Sao Paolo gereist ist, so sagt dies 

nichts darüber aus, ob sie auf ihrer Rückreise von den Betäubungsmitteln in ihrem 

Gepäck wusste oder nicht. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz kann deshalb 

offen bleiben, ob die Beziehung zwischen der Beschuldigten und B._____ nur 

eine flüchtige war oder darüber hinausging. Fest steht zumindest, dass die 

Beschuldigte B._____ in Brasilien das erste Mal begegnete. 

 Der äussere Sachverhalt gemäss Anklageschrift ist damit erstellt. 

 2. Bezüglich des subjektiven bzw. inneren Sachverhalts ist die 

Beschuldigte nicht geständig. Vielmehr bestritt sie, von den in ihrem Handgepäck 

eingebauten Betäubungsmitteln gewusst zu haben (Urk. 5 S. 2 f., Urk. 6 S. 2, Urk. 

7 S. 2 f., Urk. 8 S. 3 und 12, Urk. 13/11 S. 3, Prot. I S. 13, Urk. 32 N 15, Urk. 62 

S. 6). Nachfolgend ist zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel genügen, um 

den inneren Sachverhalt rechtsgenügend zu erstellen. 

 2.1. Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass der eingeklagte 

Sachverhalt auch in subjektiver Hinsicht erstellt sei. Zur Vermeidung unnötiger 

Wiederholungen kann vorab auf diese zutreffenden Erwägungen im 

angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 38 S. 8 

ff.). Die nachfolgenden Ausführungen stellen in erster Linie Hervorhebungen und 

Ergänzungen dar. 

 2.2. In den Aussagen der Beschuldigten fand die Vorinstanz diverse 

Ungereimtheiten und Widersprüche. Zu den von der Vorinstanz als nicht 

konsistent bezeichneten Aussagen macht die Verteidigung geltend, dass die 

Beschuldigte in den Einvernahmen aufgrund ihres ausgeprägten irischen Akzents 

von den Dolmetschern wiederholt ungenau bzw. unrichtig wiedergegeben worden 

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sei, was aber an den jeweiligen Dolmetschern gelegen habe, welche die 

Beschuldigte sehr schwer verstanden und daher die von ihr gebrauchten 

Bezeichnungen und Namen teilweise unterschiedlich übersetzt hätten (Urk. 40 S. 

3, Urk. 62 S. 7). Es trifft zu, dass sich aus dem Protokoll der Haftanhörung vom 

31. Oktober 2012 ergibt, dass zwei von der Beschuldigten genannte Namen nicht 

gut verstanden wurden (Urk. 13/11 S. 3), in den übrigen Einvernahmeprotokollen 

finden sich jedoch kaum Hinweise auf Verständigungs- bzw. 

Übersetzungsprobleme. Der Beschuldigten wurden ihre Aussagen sodann jeweils 

rückübersetzt und ihr die Gelegenheit eingeräumt, Korrekturen anzubringen. Mit 

ihrer Unterschrift bestätigte sie ausserdem jeweils die Richtigkeit der Protokolle. 

 Weiter bemängelt die Verteidigung die Auffassung der Vorinstanz, dass die 

Aussagen der Beschuldigten - unter anderem in Bezug auf die Fragen rund um 

den Koffertausch bzw. das Packen der Koffer und die darin befindlichen 

Unterlagen - diverse Ungereimtheiten, Widersprüchlichkeiten und offensichtliche 

Unwahrheiten aufweisen und als Schutzbehauptungen abgetan werden müssten. 

Die Beschuldigte habe hinsichtlich der zentralen Kernerlebnisse wie die 

Beschädigung ihres Koffers, das Beschaffen und Bringen der neuen 

Gepäckstücke, das Packen derselben sowie die Bedeutung der Unterlagen in 

ihren Gepäckstücken in sämtlichen Einvernahmen übereinstimmend ausgesagt 

(Urk. 40 S. 4, Urk. 62 S. 9 f. und S. 13). Würdigt man die folgenden Aussagen der 

Beschuldigten, kann der Verteidigung diesbezüglich nicht gefolgt werden. 

 In der Polizeieinvernahme vom 29. Oktober 2012 machte die Beschuldigte 

geltend, B._____ habe ihre Taschen gepackt. Sie sei krank gewesen und habe 

das Gepäck nicht selber packen können. Sie sei die ganze Zeit im Bett im 

Hotelzimmer gewesen. Bei der Hinreise habe sie einen grossen Koffer dabei 

gehabt, welcher kaputt gegangen sei. Dies habe sie nach ihrer Ankunft im Hotel in 

Sao Paolo bemerkt. Der Boden des Koffers sei beschädigt gewesen, also auf der 

Unterseite des Koffers. Auf die Frage, wieso es in den beiden Gepäckstücken 

praktisch keine persönlichen Effekten von ihr, auch kein Necessaire oder 

Hygieneartikel etc. befänden, antwortete sie, die Effekten, welche sich im 

defekten Koffer befunden hätten, schicke ihr B._____ nach Hause nach. B._____ 

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habe die beiden Gepäckstücke einfach gekauft. Sie hätten nie über den Kauf 

eines neuen Hartschalenkoffers geredet (Urk. 5 S. 2 f.). 

 Anlässlich der Hafteinvernahme vom 30. Oktober 2012 führte die 

Beschuldigte aus, auf ihrer Rückreise habe sie zwei Koffer bei sich gehabt, die 

B._____ gekauft habe. Ihr Koffer sei auf der Reise beschädigt worden. Sie sei 

nicht dabei gewesen, als diese Gepäckstücke gekauft worden seien. Jemand 

habe ihr die Koffer vorbeigebracht, als sie zusammen am Samstag Abend im 

Ausgang gewesen seien. B._____ habe gesagt, er kaufe die Koffer, das liege bei 

ihm auf dem Weg zur Arbeit. Auf die Frage, ob sie nicht gerade gesagt habe, 

jemand habe diese Gepäckstücke vorbeigebracht, als sie ihm Ausgang gewesen 

seien, führte sie aus, B._____ und D._____ seien am Samstag mit den beiden 

Gepäckstücken vorbei gekommen. Im Rollkoffer seien Kleider und andere 

Effekten gewesen: Weisse Schuhe, ein weisses Kleid, ein weisser Schal, ein 

rotes Kleid, ein Paar schwarze Hosen, ein schwarzes T-Shirt und weisse Shorts, 

drei grosse Fotokameras, eine kleine Fotokamera, zwei Sprays, Parfüms, ein 

Kamm, Batterien, eine Ladegerät und eine "Hundesgestelltli". Alle diese Sachen 

würden ihr gehören. Sie habe einen Teil ihrer Kleider in Brasilien gelassen, auch 

einen Teil ihrer Fotos. Er habe gesagt, er bringe das im Januar mit. Sie habe 

einen Teil ihres Gepäcks zurückgelassen, da nicht alles im Gepäck Platz gehabt 

habe. B._____ habe den Rollkoffer gepackt und ihn zum Flughafen gebracht. Sie 

habe den Koffer nicht selber gepackt, weil es ihr nicht gut gegangen sei und sie 

Migräne gehabt habe. Die Kameras habe sie zuerst im Koffer gehabt und dann in 

den Rucksack getan. Im Rucksack seien noch das "Hundesgestelltli", 

Erfrischungstücher und eine Brille drin gewesen, sonst wisse sie nicht mehr 

genau, was noch drin gewesen sei. Sie habe auch noch T-Shirts und Unterhosen 

von ihm mitgenommen. Ausserdem noch Dokumente von B._____. Sie habe nicht 

genau geschaut, was es für Papiere seien, er habe gesagt, es seien Dokumente 

der Bundesregierung. B._____ habe vorgeschlagen, Sachen von ihm 

einzupacken und eigene Gegenstände in Brasilien zurückzulassen, da er ja 

später nach komme und ihr die Sachen bringen könne. Der Rucksack sei auch 

von B._____ gepackt worden. Sie habe den Rollkoffer und den Rucksack im Hotel 

übernommen (Urk. 6 S. 5 ff.). 

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 In der Haftanhörung vom 31. Oktober 2012 wiederholte die Beschuldigte, 

dass B._____ das Gepäck für sie gepackt habe, weil ihres beschädigt gewesen 

sei. Sie sei im Bett gelegen und er habe das Gepäck auf dem Tisch, welcher 

nebenan gestanden sei, gepackt (Urk. 13/11 S. 3 f.). 

 Bei der Polizei führte die Beschuldigte am 29. November 2012 aus, B._____ 

habe ihr einmal gesagt, dass sie Papiere, also amerikanische, behördliche 

Papiere nach London bringen solle. Sie sollte dort diese Papiere seinem Anwalt, 

welcher sie am Flughafen erwarte, überreichen. Er habe ihr gesagt, dass diese 

Papiere für das Erlangen seines Visums in Nordirland bestimmt seien. Sie sei zu 

dieser Zeit krank gewesen und habe Migräne gehabt. Er habe die Papiere in den 

Koffer gepackt, zusammen mit T-Shirts und Unterwäsche. Dies habe er getan, 

damit er bei seiner Ankunft frische Wäsche habe. Dazu habe er auch ihre Sachen 

eingepackt. Am gleichen Tag seien sie abends zusammen ausgegangen. Sie 

habe die Koffer gar nie geöffnet, sie habe nur ihre Sachen auf der Vorderseite 

eingepackt. B._____ habe ihr versprochen, ihre Sachen per DHL nachzusenden. 

Sie habe gedacht, dass das Gepäck nur Sachen, die er ihr genannt habe, 

enthalte. Von B._____s Anwalt wisse sie, weil B._____ ihr gesagt habe, dass 

dieser sie im Hotel in London aufsuchen werde, um die Papiere für sie abzuholen. 

Das Hotel sei für die Übernachtung in London gebucht gewesen. B._____ habe 

nur gesagt, dass sie die Papiere dem Anwalt geben müsse. Er habe nichts von 

den Gepäckstücken gesagt. Sie hätte die Gepäckstücke bis Januar bei ihr 

behalten, bis zur Anreise von B._____. Der Koffer, mit welchem sie nach Sao 

Paolo gereist sei, sei im Transit beschädigt worden und B._____ habe ihr 

angeboten, zwei neue Gepäckstücke zu kaufen. Sie habe den Schaden erst nach 

der Ankunft im Hotel bemerkt. B._____ habe den beschädigten Koffer nach 

Hause genommen, nachdem er die neuen Koffer gekauft habe. B._____ habe 

ihren Koffer mitgenommen und D._____ habe die neuen Koffer gebracht. B._____ 

sei ein paar Minuten später nach gekommen. Sie habe B._____ packen gesehen. 

Während dieser Zeit habe sie sich im Badezimmer aufgehalten, habe sich jedoch 

immer wieder zu ihm gedreht. Er habe die Papiere in den Rollkoffer gepackt und 

gesagt, er würde noch mehr Papiere in den Rucksack einpacken (Urk. 7 S. 2 ff.). 

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 In der Schlusseinvernahme vom 17. Januar 2013 wiederholte die 

Beschuldigte, dass sie die Gepäckstücke nicht gepackt habe, sehr krank gewesen 

sei und ihr die Taschen gebracht worden seien. Sie habe die Gepäckstücke nie 

geöffnet. B._____ habe ihr Papiere oder Dokumente geben wollen, welche sie in 

London einem Anwalt hätte gebe sollen. Die Papiere habe sie nie gesehen, sie 

seien in der Tasche gewesen. Es sei ihr ganz schlecht gegangen, sie habe 

Migräne gehabt. Sein Freund und er hätten die Koffer gepackt. Der Boden ihres 

alten Koffers habe sich gelöst. Als sie den Koffer erhalten und auf das Taxi 

gewartet habe, um ins Hotel zu fahren, habe sie gemerkt, dass der Koffer kaputt 

gewesen sei. Sie habe dann B._____ angerufen und ihm gesagt, dass ihr Koffer 

stark beschädigt sei. Er habe ihr neue Koffer gekauft und für sie gepackt. B._____ 

habe die neuen Koffer um ca. 14/15 Uhr am Samstagnachmittag ins Hotelzimmer 

gebracht. Er sei mit seinem Freund gekommen, der ihm beim Packen geholfen 

habe. Es sei ihr schlecht gewesen und sie sei in der Toilette gewesen. Sie habe 

nur schnell geschaut und gesehen, dass sie packten. Sie habe gesehen, wie sie 

einige Papiere und Kleider hineingelegt hätten. Die Koffer habe sie nicht geöffnet, 

als sie gegangen seien. In den Rucksack habe man Telefon, Pass, ein MP3-

Player, Akkus und eine Kamera reinpacken können. Sie habe drei oder vier 

Kameras dabei gehabt, die sie dort eingepackt habe. Genau kontrolliert, was in 

den Koffern gewesen sei, habe sie nicht. B._____ habe nur gesagt, er habe die 

Papiere, T-Shirts und Unterhosen, für den Fall, dass er rüber komme, eingepackt. 

Er habe viele Koffer mit vielen Kleidern rüberbringen wollen und deshalb kein 

Platz gehabt. Ihre Kleider und Gegenstände habe er ihr mit DHL schicken wollen. 

Als sie in Brasilien angekommen sei, habe sie im Hotel gemerkt, dass ihr Koffer 

beschädigt sei. Auf Hinweis auf den Widerspruch zu ihrer vorherigen Aussage 

führte die Beschuldigte aus, beim Warten auf das Taxi habe sie gesehen, dass er 

leicht beschädigt gewesen sei. Er sei vorne und hinten beschädigt gewesen. Beim 

Taxi habe sie nur den Schaden hinten gesehen. Die Papiere im neuen Koffer 

habe sie nie gesehen. B._____ habe gesagt, er lege Papiere hinein, damit er für 

Nordirland ein Visum erhalten (Urk. 8 S. 3 ff.). 

 Vor Vorinstanz führte sie schliesslich aus, weil sie mit einem grossen 

Gepäckstück angereist sei, hätten nicht alle ihre persönlichen Sachen in den zwei 

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kleinen Gepäckstücken Platz gehabt. Auf die Frage, wieso B._____ seine eigenen 

Sachen nicht selber mitgenommen habe, da er ihr ja später nachgereist wäre, 

antwortete die Beschuldigte, es sei ihr übel gewesen und B._____ habe für sie 

gepackt (Prot. I S. 11). 

 Die - entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 62 S. 10 N 22) - 

durchaus widersprüchlichen Aussagen beginnen bereits bei den Ausführungen 

der Beschuldigten über die Beschädigung ihres Koffers, mit welchem sie nach 

Brasilien gereist war. Zuerst führte sie aus, die Beschädigung erst im Hotel in Sao 

Paolo bemerkt zu haben, was sie einmal auch so wiederholte. Später stellte sie 

sich jedoch auf den Standpunkt, sie habe den Schaden bemerkt, als sie auf das 

Taxi gewartet habe, um ins Hotel zu fahren und deshalb sogar B._____ 

angerufen. Auf diesen Widerspruch hingewiesen, führte sie aus, beim Warten 

gesehen zu haben, dass der Koffer leicht beschädigt gewesen sei. Sie habe nur 

den Schaden hinten gesehen und später den Schaden vorne am Koffer. Diese 

Aussage steht wiederum im Widerspruch zu einer früheren Aussagen, in welcher 

sie den Schaden auf der Unterseite des Koffers ortete. Ausserdem hätte sie nur 

wegen einer leichten Schädigung wohl kaum B._____ bereits vom Taxistand aus 

angerufen. Sodann sagt sie zwar konstant aus, dass B._____ die neuen 

Gepäckstücke gekauft habe, spricht aber einmal davon, dass jemand die Koffer 

vorbeigebracht habe, als sie mit B._____ am Samstag Abend im Ausgang 

gewesen sei, ein anderes Mal führte sie aus, B._____ und D._____ hätten die 

Koffer vorbei gebracht, wobei sie einmal erwähnte, dass dies am Samstag 

Nachmittag um 14/15 Uhr gewesen sei und ein weiteres Mal machte sie geltend, 

D._____ allein habe die Gepäckstücke gebracht und B._____ sei erst kurz später 

dazu gekommen. Diese Aussagen sind folglich alles andere als übereinstimmend. 

Weiter sagte sie zwar konstant aus, dass nicht sie die Gepäckstücke für die 

Rückreise gepackt habe, da sie krank gewesen sei bzw. Migräne gehabt habe, 

spricht aber teilweise davon, dass sie von B._____ gepackt worden seien, 

teilweise sollen es sowohl B._____ wie auch D._____ gewesen sein. Weiter will 

sie sich einmal während des Packens im Bett befunden haben, ein anderes mal 

im Badezimmer, einmal will sie B._____ dabei immer wieder zugeschaut haben, 

ein anderes mal will sie nur kurz hingeschaut haben. Der Auffassung der 

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Verteidigung, wonach ihre Aussagen deswegen nicht als unglaubhaft zu erachten 

seien (Urk. 62 S. 11 f. N 24), kann nicht gefolgt werden. Ausserdem fällt auf, dass 

die Beschuldigte genau aufzählen konnte, welche ihrer Kleider und Gegenstände 

sich im Rollkoffer und im Rucksack befanden. Dies stimmt nicht mit der 

Darstellung überein, dass sie die Gepäckstücke nie geöffnet habe und auch nicht 

mit derjenigen, dass sie beim Packen kaum zugeschaut habe. Die Aussage, dass 

sie die Gepäckstücke nie geöffnet habe, widerspricht sodann den Ausführungen, 

wonach sie die Kameras zuerst im Koffer gehabt und dann in den Rucksack getan 

habe. Zusammenfassend ergibt sich aus den Ausführungen der Beschuldigten 

bezüglich der Beschädigung ihres Koffers, des Erhalts der neuen Gepäckstücke 

und des Packens kein stimmiges Ganzes. Vielmehr erscheinen diese aufgrund 

der Widersprüche unglaubhaft und als Schutzbehauptungen. Die Beschuldigte 

legt verschiedene Gründe dar, welche darlegen sollen, dass sie nicht für den Kauf 

der Gepäckstücke und das Packen derselben verantwortlich war und deshalb 

nichts von den darin befindlichen Betäubungsmitteln wissen konnte. Diese 

vermögen aufgrund der dargelegten Widersprüche und Ungereimtheiten aber 

nicht zu überzeugen. Vielmehr ist es bereits merkwürdig, dass sie sich nicht 

selber einen neuen Koffer beschaffte oder zumindest darauf bestand, wieder 

einen Koffer in der selben Grösse zu erhalten. Kommt hinzu, dass es - selbst bei 

Migräne und beim geltend gemachten Vertrauen gegenüber B._____ (vgl. Urk. 62 

S. 11 N 26) - unwahrscheinlich ist, dass sie sich ihre Gepäckstücke vollständig 

von B._____ packen liess, der sich auch noch von einer für die Beschuldigte 

fremden Person helfen liess. Immerhin ging es um persönliche Kleider und 

Gegenstände der Beschuldigten. Sodann ist - entgegen der Auffassung der 

Verteidigung (Urk. 62 S. 12 N 27) - nicht nachvollziehbar, wieso sie Kleider und 

Gegenstände von sich zurückliess und dafür T-Shirts und Unterhosen von 

B._____ einpacken liess. B._____ hätte seine Kleider ohne Weiteres selbst nach 

Irland mitnehmen können, wäre er denn nach Irland gekommen. Einen 

überzeugenden Grund konnte die Beschuldigte nicht liefern. 

 Selbst wenn der Beschuldigten die neuen Gepäckstücke gebracht wurden 

und sie nicht selber gepackt hat, lässt sich daraus nicht schliessen, dass sie nicht 

wusste oder zumindest in Kauf nahm, dass eben auch Betäubungsmittel 

- 15 - 

eingepackt worden sind. Damit erübrigt sich die Auswertung der 

Überwachungskameras im Hotel "C._____" in Sao Paolo, welche allenfalls belegt 

hätte, dass B._____ und D._____ der Beschuldigten die neuen Gepäckstücke am 

Samstag vor ihrer Abreise ins Hotelzimmer brachten (vgl. Urk. 40 S. 7). 

 2.3. Betreffend die Beziehung zwischen B._____ und der Beschuldigten 

brachte die Verteidigung vor, dass die Beschuldigte nur aufgrund der von B._____ 

geschürten Hoffnungen auf eine "echte" Beziehung nach Sao Paolo gereist sei. 

Die Vorinstanz habe die Persönlichkeit der Beschuldigten und dabei insbesondere 

ihre aussergewöhnliche Leichtgläubigkeit und Naivität als nicht relevant erachtet, 

obwohl diese offensichtlich dazu geführt habe, dass die Beschuldigte B._____ 

blind vertraut und keine Ahnung vom eigentlichen Zweck ihrer Reise gehabt habe 

(Urk. 40 S. 3 f., Urk. 62 S. 5). 

 Es mag sein, dass sich die Beschuldigte Hoffnung auf eine Beziehung mit 

B._____ gemacht hat. Dass die Beschuldigte nur aus diesem Grund nach 

Brasilien reiste, ist aber unglaubhaft. So sind ihre Aussagen bezüglich B._____ 

sehr widersprüchlich. In der ersten Einvernahme führte sie aus, der Name von 

B._____ sei "E._____" oder so, sie wisse es nicht genau (Urk. 5 S. 1) und in der 

gleiche Einvernahme nannte sie ihn "B._____ F._____" (Urk. 5 S. 3). Sie fügte 

hinzu, dass er nach Irland reisen und sie heiraten wolle. In Sao Paolo habe sie 

sich in ihn verliebt und ihn vorher schon gemocht (Urk. 5 S. 3 f.). In der 

Hafteinvernahme vom 30. Oktober 2012 führte sie bezüglich seines Namens 

hingegen aus, er heisse "B._____ G._____". Die Beschuldigte wiederholte, dass 

er nach Irland kommen wolle, um mit ihr zu leben. Sie seien so gut wie verlobt. 

Sie hätten sich vor etwa 4 Monaten auf Facebook kennengelernt. Er habe sie 

eingeladen, ihn zu besuchen. Auf die Frage, ob sie nach drei Tagen bereits wisse, 

dass B._____ zur ihr nach Irland ziehen wolle, meinte sie, das sei ihre Bedingung 

gewesen, dass sie ihn erst habe kennenlernen wollen, und er habe ja alles 

bezahlt. Sex hätten sie nicht gehabt, nur geschmust. Er habe gefunden, es sei 

besser, wenn sie im Hotel und nicht bei B._____ wohne. Sie sei nie in seiner 

Wohnung gewesen. Er habe gesagt, er arbeite für die Regierung. Seinen 

Geburtstag kenne sie nicht und über seine Ausbildung wisse sie nichts (Urk. 6 

- 16 - 

S. 2 ff.). Anlässlich der Haftanhörung führte sie aus, der Zweck der Reise sei 

gewesen, dass sie B._____ habe treffen wollen. Er habe vorgehabt, in ihr Land zu 

ziehen. Auf die Frage, was sie in Sao Paolo zusammen unternommen hätten, 

führte die Beschuldigte aus, dass sie einmal am Samstag ausgegangen seien, um 

etwas zu trinken und zu essen. Sie hätten nicht gemeinsam übernachtet (Urk. 

13/11 S. 3 f.). Bei der Polizei nannte die Beschuldigten B._____ erneut 

"G._____". Er habe ihr angegeben, für die USA-Behörden zu arbeiten, dass seine 

Eltern noch leben würden und er eine Schwester habe. Mehr könne sie über 

B._____ nicht sagen. Sie hätten vor vier Monaten erstmals Kontakt über 

Facebook gehabt (Urk. 7 S. 4 und S. 7). In der Schlusseinvernahme führte die 

Beschuldigte aus, ein paar Tage bevor sie nach Brasilien geflogen sei, habe 

B._____ gesagt, er wolle im Januar nach Nordirland kommen und mit ihr eine 

richtige Beziehung anfangen. Er habe zuerst zu ihr rüber kommen wollen, aber 

sie habe ihn lieber zuerst woanders treffen wollen. Sie wisse über ihn, dass er 

Eltern und eine Schwester habe und für die amerikanische Regierung arbeite. Er 

heisse B._____ G._____ (Urk. 8 S. 4 f.). Weiter ergänzte sie, dass die 

Freundschaftsanfrage auf Facebook ca. im April / Mai 2012 erfolgt sei und er ihr 

im September den Vorschlag gemacht habe, nach Brasilien zu gehen. Der 

Kontakt mit ihm zwischen April und September sei per E-Mail und SMS verlaufen. 

Sie habe schon das Gefühl gehabt, dass es eine richtige Beziehung geben werde 

(Urk. 8 S. 10). Vor Vorinstanz gab sie an, B._____ habe ein Foto von ihr von 

Facebook gehabt, aber sie habe kein Foto von ihm gehabt. Auf die Frage, wieso 

B._____ nicht zu ihr gereist sei, sondern sie zu ihm, obwohl er sie heiraten und 

gemeinsam in Irland ein Haus habe kaufen wollen, führte sie aus, er sei zu 

beschäftigt gewesen, um nach Nordirland zu kommen (Prot. I S. 8). Sie wisse 

über ihn, dass seine Eltern noch leben und er eine Schwester habe. Er habe ihr 

zudem gesagt, dass er für die United States Federation Company arbeite (Prot. I 

S. 9 f.). In Brasilien habe sie ihn nur zur Abendessenszeit im Hotel gesehen, die 

Nächte habe er nicht bei ihr verbracht (Prot. I S. 10). Die Beschuldigte kennt die 

Adresse von B._____ sodann nicht (Urk. 6 S. 3, Urk. 7 S. 4, Urk. 8 S. 5). 

 Entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 62 S. 14 ff., Urk. 70b S. 2) 

und in Übereinstimmung mit der Staatsanwaltschaft (Urk. 67 S. 2) fällt auf, dass 

- 17 - 

die Beschuldigte sehr wenig über B._____ weiss, insbesondere vor dem 

Hintergrund, dass sie mit ihm zusammenziehen wollte. In Brasilien sah sie ihn nur 

abends, nie während der Nacht und zusammen aus gingen sie nur einmal. Vor 

dem Hintergrund, dass die Reise ein gemeinsames Kennenlernen bzw. gar eine 

ernsthafte Beziehung hätte bezwecken sollen, erscheint dies merkwürdig, selbst 

wenn B._____ tagsüber tatsächlich hätte arbeiten müssen, wie die Verteidigung 

geltend macht (Urk. 62 S. 8 N 17). Als Grund, wieso sie zu ihm und nicht er zu ihr 

gereist ist, gab die Beschuldigte sodann Widersprüchliches an. Einerseits gab sie 

an, er habe zwar zu ihr kommen wollen, aber sie habe ihn lieber zuerst woanders 

treffen wollen, andererseits machte sie geltend, er sei zu beschäftigt gewesen, um 

nach Nordirland zu kommen. Es ist folglich unklar, ob sie der Grund war, dass sie 

zuerst zu ihm reiste, oder ob er der Grund war, dass sie zu ihm reisen musste, 

damit sie sich sehen konnten. Die verschiedenen Begründungen der 

Beschuldigten bezüglich des Grundes ihrer Reise lassen ihre Aussagen 

unglaubhaft erscheinen. Dass sie, die seit 31 Jahren (Urk. 5 S. 3) nicht mehr 

geflogen war, nach Brasilien reiste, um dann täglich nur ein paar Stunden mit 

einem Mann zu verbringen, von dem sie das Äussere nicht kannte und auch sonst 

kaum etwas wusste, ist selbst dann kaum nachvollziehbar, wenn man von einer 

aussergewöhnlichen Leichtgläubigkeit und Naivität der Beschuldigten ausgeht. 

Kommt hinzu, dass die Verteidigung vor Vorinstanz ausführte, dass die 

Beschuldigte im Oktober 2012 zwei E-Mails von einer "H._____" erhalten habe, 

welche ihr weisgemacht habe, dass sie in Brasilien $ 10.5 Millionen abholen 

könne, worauf hin ihr ein Anwalt namens "I._____" die Reise nach Brasilien 

organisiert und die Kosten für die Hinreise bezahlt habe (Urk. 32 S. 7, Urk. 30/8-

9). Bereits damit liegt ein weiterer möglicher Grund für die Reise der 

Beschuldigten nach Brasilien vor, welchen sie jedoch nicht erwähnt hatte. 

 Sie selber sagte bezüglich der Bezahlung der Flüge nicht konstant aus. In 

der ersten Einvernahme führte sie aus, B._____ habe ihr Flugticket bezahlt und 

ihr dann per E-Mail zugestellt. Er habe alles organisiert (Urk. 5 S. 3). In der selben 

Einvernahme ergänzte sie, dass ihr D._____ den Rückflug von London nach 

Belfast gebucht und bezahlt habe. Auf die Frage, ob sie für die Reise, nach 

Ankunft in Belfast, Geld erhalten sollte, führte sie aus, "sie" hätten ihr gesagt, 

- 18 - 

dass sie alles bezahlen würden bis zu ihrer Ankunft in Belfast (Urk. 5 S. 4). In der 

Hafteinvernahme führte sie zuerst aus, B._____ habe die Reise bezahlt. Dann 

sagte sie aus, D._____ habe das Flugticket und das Visum für Brasilien bezahlt 

(Urk. 6 S. 5). Bei der Polizei führte sie aus, B._____ habe ihr alles bezahlt, die 

Reise und das Hotel (Urk. 7 S. 2). Auch in der Schlusseinvernahme sagte sie aus, 

B._____ habe gesagt, er werde alles bezahlen, wenn sie komme und das habe er 

auch gemacht (Urk. 8 S. 4). Vor Vorinstanz führte sie aus, B._____ habe ihr 

gesagt, dass er alles bezahlen werde und erst als sie die Dokumente erhalten 

habe, habe sie gesehen, dass D._____ die Reise bezahlt habe. Sie könne sich 

nicht mehr erinnern, ob D._____ auch den Flug nach London bezahlt habe. Die 

Buchung für den Flug von London nach Belfast habe glaublich I._____ 

vorgenommen (Prot. I S. 12). 

 B._____ hätte allenfalls einen Grund gehabt, der Beschuldigten den Flug zu 

bezahlen, folgt man der Darstellung der Beschuldigten, wonach er und sie sich 

hätten kennenlernen und eine Beziehung führen wollen. Nicht aber D._____ oder 

I._____. Der einzig naheliegende Grund für die Bezahlung der Reise durch 

D._____ oder I._____ wäre derjenige, dass diese von der Beschuldigten eine 

Gegenleistung, wie eben den Transport von Betäubungsmitteln, erwarteten. Dies 

musste - entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 62 S. 14 f. N 32) - auch 

der Beschuldigten klar sein. 

 Es ist davon auszugehen, dass die Beschuldigte bereits vor ihrer Hinreise in 

Kauf nahm, dass der Zweck ihrer Reise nicht nur das Kennenlernen von B._____ 

war, sondern auch eine Gegenleistung von ihr erwartet würde. Spätestens jedoch 

in Brasilien, wo ihr nicht nur neue Gepäckstücke gebracht, sondern diese - 

angeblich - von B._____ und einem Fremden gepackt wurden, wo ihr aufgetragen 

wurde, Dokumente einem Anwalt in London zu übergeben und wo ihr spätestens 

klar wurde, dass ihre Reisekosten eben nicht nur von B._____ übernommen 

worden waren, musste sie damit rechnen, dass sich in ihrem Gepäck 

Betäubungsmittel befinden. Diese Hinweise genügen - entgegen der Auffassung 

der Verteidigung (Urk. 40 S. 5, Urk. 62 S. 9 N 20 und S. 17 f. N 40 und N 41) - 

durchaus, um mindestens auf einen Eventualvorsatz zu schliessen. Selbst wenn 

- 19 - 

sie davon nicht direkt wusste, so nahm sie dadurch, dass sie die entsprechenden 

Gepäckstücke, ohne diese zu kontrollieren, auf die Rückreise mitnahm, in Kauf, 

dass sie Betäubungsmittel transportieren würde. 

 2.4. Die Rüge der Verteidigung, wonach die Vorinstanz zu Unrecht weder 

den SMS - mit Ausnahme der SMS-Korrespondenz vom Tag der Abreise der 

Beschuldigten - noch den E-Mail- oder Facebook-Verkehr zwischen B._____ und 

der Beschuldigten auswerten lassen habe (Urk. 40 S. 4, Urk. 62 S. 9 N 20), ist 

unbehelflich. Selbst wenn sich aus der Korrespondenz zwischen der 

Beschuldigten und B._____ ergeben würde, dass die Betäubungsmittel kein 

Thema waren bzw. die Beschuldigte auf diesem Weg nicht von B._____ bezüglich 

des Drogentransports instruiert worden war (vgl. Urk. 40 S. 6, Urk. 63 S. 15 f. N 

34), bedeutet dies nicht, dass die Beschuldigte nicht mündlich (per Telefon oder in 

Brasilien bei der Begegnung mit B._____) darüber instruiert worden sein könnte. 

Insbesondere wäre daraus nicht zu schliessen, dass bei der Beschuldigten kein 

Eventualvorsatz vorlag. Denn selbst wenn sich B._____ mit der Beschuldigten 

nicht über den Drogentransport ausgetauscht hätte, musste sie es unter den 

genannten Umständen für möglich halten, dass sie im Gepäck Betäubungsmittel 

mit sich führt, was sie sodann in Kauf nahm. 

 Auch wenn der SMS- und E-Mailverkehr zwischen der Beschuldigten und 

B._____ zeigen würden, dass die Beschuldigte aufgrund ihrer Hoffnung auf eine 

richtige Beziehung mit B._____ nach Sao Paolo reiste und dass sie leichtgläubig 

und naiv ist, wie die Verteidigung geltend macht (Urk. 40 S. 6, Urk. 62 S. 3 ff.), 

schliesst dies nicht aus, dass dies eben nicht der einzige Grund ihrer Reise war 

und dass auch ein naiver Mensch sich auf einen Drogentransport einlassen bzw. 

einen solchen in Kauf nehmen kann. Deshalb erübrigen sich auch die 

Beweisanträge der Beschuldigten, eine Auswertung des kompletten SMS-

Verkehrs zwischen der Beschuldigten und B._____ für den Zeitraum vom April 

2012 bis am 29. Oktober 2012 und eine Auswertung des E-Mail Accounts der 

Beschuldigten für den Zeitraum vom April 2012 bis zum 24. Oktober 2012 

vorzunehmen bzw. anzuordnen. 

- 20 - 

 Was den SMS-Verkehr zwischen der Beschuldigten und B._____ am Tag 

ihrer Abreise betrifft, welcher ausgewertet wurde (vgl. Urk. 12/17), so rügte die 

Verteidigung, dass die Vorinstanz daraus eine Instruktion der Beschuldigten 

hinsichtlich des Betäubungsmitteltransports herleite, obwohl selbst die Polizei in 

ihrem Rapport vom 1. November 2012 festgehalten habe, dass dieser 

Korrespondenz weder direkte noch versteckte Hinweise auf Drogen zu nehmen 

seien (Urk. 40 S. 5, Urk. 62 S. 16 N 35). 

 Das Gericht kann Beweismittel selbstverständlich anders würdigen als die 

Polizei. Die Nachricht der Beschuldigten an B._____ "I am though customs just 

waiting in lounge to baord the plane.had no problems at all.so all good news" 

(Urk. 12/17) kann zwar bedeuten, dass die Beschuldigte B._____ mitteilen wollte, 

dass es ihr besser gehe, wie sie geltend macht (Prot. I S. 17, Urk. 62 S. 16 N 36). 

Es liegt aber durchaus die Vermutung nahe, dass sie ihm mitteilen wollte, dass 

sie ohne Probleme - nicht nur was ihre Gesundheit, sondern auch die 

Gepäckstücke betrifft - durch den Zoll gekommen ist. Was die Nachricht der 

Beschuldigten betrifft, in welcher sie B._____ mitteilte "I an on plane bags locked 

us now over top me my head" (Urk. 12/17), so geht es hier definitiv um die 

Gepäckstücke. Aus dem SMS-Verkehr geht nicht hervor, dass sie von B._____ 

nach den Gepäckstücken gefragt worden war, vielmehr teilte sie ihm von sich aus 

mit, dass sich diese über ihr im Gepäckablagefach eingeschlossen befinden. Der 

Auffassung der Verteidigung, wonach die Beschuldigte B._____ im Rahmen eines 

SMS-Chats einfach nur auf dem Laufenden halten wollte (Urk. 62 S. 16 f. N 37) 

kann nicht gefolgt werden. Vielmehr lässt sich daraus - entsprechend der 

Auffassung der Staatsanwaltschaft (Urk. 67 S. 3) - schliessen, dass der 

Beschuldigten bewusst war, dass sich im Gepäck etwas befindet, auf das sie 

aufpassen muss und dass es B._____ wichtig war, dass das Gepäck bzw. dessen 

Inhalt in London ankommt. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die 

Beschuldigte wusste oder es zumindest für möglich hielt, dass sich 

Betäubungsmittel im Gepäck befinden. 

 2.5. Zusammenfassend ist allgemein bekannt und musste auch der 

Beschuldigten bekannt sein, dass Kokain meistens aus Lateinamerika in andere 

- 21 - 

Länder importiert wird und man sich die Gepäckstücke nicht von anderen 

Personen und schon gar nicht von solchen, die man gar nicht oder kaum kennt, 

packen lässt. Aufgrund der gesamten Umstände, d.h. insbesondere der 

Bezahlung der Reise der Beschuldigten durch Fremde, des Kaufes neuer 

Gepäckstücke nicht durch die Beschuldigte selbst, das Packen der Gepäckstücke 

durch B._____ und einen Fremden und dem geplanten Treffen mit einem 

Fremden in London, welchem angeblich Dokumente übergeben werden sollten, 

war es so wahrscheinlich, dass sich in den Gepäckstücken Betäubungsmittel 

befinden, dass die Bereitschaft der Beschuldigten, die Gepäckstücke mit nach 

Europa zu nehmen, nur als Inkaufnahme des Transports von Betäubungsmitteln 

ausgelegt werden kann. Die Aussagen der Beschuldigten sind widersprüchlich 

und damit unglaubhaft, weshalb sie nicht vom Gegenteil zu überzeugen 

vermögen. Vielmehr ist erstellt, dass die Beschuldigte zumindest in Kauf nahm, 

Betäubungsmittel von Sao Paolo nach Zürich und weiter nach London zu 

transportieren. 

 Was die Art und die Gefährlichkeit der Betäubungsmittel betrifft, so hatte die 

Beschuldigte bereits von Kokain gehört und hatte selbst Erfahrung mit Morphium 

zur Schmerzbekämpfung gemacht (Urk. 6 S. 4). Ihr musste damit die Wirkung von 

Kokain bekannt sein. Ebenso war ihr dessen Gefährlichkeit und Illegalität 

bewusst, sprach sie doch davon, dass man in Nordirland wegen Konsums und 

Verkaufs von Drogen von der paramilitärischen Einheit zusammengeschlagen 

oder umgebracht werde (Urk. 6 S. 4, Urk. 7 S. 3). Selbst wenn die Beschuldigte 

nicht wusste, dass es sich bei den Betäubungsmittel um Kokain handelte, so 

nahm sie dies in Kauf, da sie damit rechnen musste und sich damit abfand. 

 Da es sich um zwei Gepäckstücke handelte und aufgrund des Gewichts der 

Gepäckstücke, musste die Beschuldigte mit einer Betäubungsmittelmenge im 

Kilogrammbereich rechnen. Mit ihrem zusätzlichen Wissen um die Gefährlichkeit 

von Betäubungsmitteln nahm sie damit in Kauf, dass es sich um eine Menge 

handelte, welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann. 

 Der innere Sachverhalt ist damit ebenfalls erstellt. 

- 22 - 

III. Rechtliche Würdigung 

 1. Die Vorinstanz würdigte des Verhalten der Beschuldigten als 

qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 

19 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. Es kann vorab auf die 

zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 

StGB; Urk. 38 S. 22 ff.). 

 1.1. Die Erfüllung des objektiven Tatbestandes von Art. 19 Abs. 1 lit. b 

BetmG sowie die Qualifikation gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG wurde von der 

Verteidigung nicht explizit beanstandet. Durch den Transport von total 2'950 

Gramm reinem Kokainhydrochlorid erfüllt die Beschuldigte ohne Weiteres den 

objektiven Tatbestand von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. Da die Menge der 

Betäubungsmittel 18 Gramm überstieg, ist gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung von einem schweren Fall gemäss Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG 

auszugehen. 

 1.2. Da die Beschuldigte bestreitet, von den Betäubungsmitteln gewusst zu 

haben, ist die Erfüllung des subjektiven Tatbestands von Art. 19 Abs. 1 lit. b i.V.m. 

Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG bestritten. Wie bereits unter Ziff. II.2 vorstehend 

ausgeführt, nahm die Beschuldigte mindestens in Kauf, mit den zwei 

Gepäckstücken Betäubungsmittel nach Zürich zu transportieren und wusste, dass 

sie dazu nicht befugt war. Dabei nahm sie in Kauf, dass es sich um Kokain 

handelt und es sich um eine Menge handelt, welche mittelbar oder unmittelbar die 

Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann. Sie handelte demnach 

mindestens eventualvorsätzlich und erfüllt damit den Tatbestand von Art. 19 Abs. 

1 lit. b i.V.m. Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG auch in subjektiver Hinsicht. 

 2. Zusammenfassend ist die Beschuldigte der qualifizierten 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. 

b BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig zu sprechen. 

- 23 - 

IV. Strafzumessung 

1. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt abgesteckt und die 

gesetzlichen Zumessungsregeln wie auch die hier massgeblichen belastenden 

und entlastenden Faktoren zutreffend dargelegt. Um unnötige Wiederholungen zu 

vermeiden, kann vorab auf diese Erwägungen im angefochtenen Entscheid 

verwiesen werden (Urk. 38 S. 26 ff.). Der Strafrahmen reicht von einem Jahr bis 

zu zwanzig Jahren Freiheitsstrafe; damit kann eine Geldstrafe verbunden werden 

(Art. 19 Abs. 2 BetmG; Art. 40 StGB) 

2. Innerhalb des festgelegten Strafrahmens misst das Gericht die Strafe 

nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die 

persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf dessen Leben (Art. 47 

Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder 

Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, 

den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der 

Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die 

Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt 

bei der Strafzumessung ist die objektive Tatschwere, d.h. die Schwere der 

Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts bzw. der schuldhaft 

verursachte Erfolg. Ebenso massgeblich ist die subjektive Tatschwere, die sich 

aus der Intensität des deliktischen Willens sowie den Beweggründen für die Tat 

ergibt. Mit zu berücksichtigen sind schliesslich das Vorleben und die persönlichen 

Verhältnisse des Täters. 

Der Drogenmenge und der daraus resultierenden Gefährdung darf bei der 

Bemessung der Strafe keine vorrangige Bedeutung zukommen (vgl. etwa BGE 

118 IV 342; 121 IV 206). Es wäre verfehlt, im Sinne eines "Tarifs" überwiegend 

oder gar allein auf dieses Kriterium abzustellen. Falsch wäre aber auch die 

Annahme, diesem Strafzumessungselement komme eine völlig untergeordnete 

oder gar keine Bedeutung zu. Es ist nicht nebensächlich, ob jemand mit zwanzig 

oder zweihundert Gramm einer gefährlichen Droge handelt. 

- 24 - 

 2.1. Das Tatverschulden der Beschuldigten wiegt in objektiver Hinsicht im 

Rahmen des schweren Falls im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG nicht leicht. 

Sie transportierte 3'487 Gramm Kokaingemisch mit dem sehr hohen 

Reinheitsgehalt von 85 %, damit 2'950 Gramm reines Kokainhydrochlorid. Mit 

dieser Betäubungsmittelmenge, welche bei weitem über dem kritischen 

Grenzwert für die Begründung des schweren Falls liegt - bei Kokain sind es 18 

Gramm (BGE 109 IV 143) - schuf die Beschuldigte ein erhebliches 

Gefährdungspotential für die Gesundheit vieler Menschen. Der von der 

Beschuldigten vorgenommenen Tathandlung selbst kommt innerhalb einer 

Drogenorganisation zwar nicht eine besonders herausragende Bedeutung zu, 

anderseits ist ein Drogentransport als notwendige Aufgabe innerhalb einer 

Drogenorganisation auch keineswegs zu bagatellisieren. Es ist aber davon 

auszugehen, dass sie sich nicht von sich aus darum bemühte, als Drogenkurierin 

eingesetzt zu werden, sondern von anderen dazu animiert wurde. 

 Was das subjektive Tatverschulden anbelangt, ist davon auszugehen, dass 

die Beschuldigte zumindest mit Eventualvorsatz gehandelt hat, auch was die 

Einfuhrmenge betrifft. Im Übrigen ist trotz fehlendem Geständnis davon 

auszugehen, dass sie diesen Drogentransport aus finanziellen Gründen 

durchführte. Die Beschuldigte lebte zwar in bescheidenen finanziellen 

Verhältnissen, befand sich aber keineswegs in einer Notlage. Allenfalls kam als 

Motiv für den Drogentransport ihre angebliche Liebe zu B._____ hinzu. Dies lässt 

sich nicht als rechtfertigender Beweggrund berücksichtigen. Ihr subjektives 

Verschulden erscheint deshalb als noch eher leicht. 

Zusammenfassend erscheint eine Einsatzstrafe von 40 bis 44 Monaten dem 

insgesamt nicht leichten Verschulden der Beschuldigten angemessen. 

 2.2. Zum Vorleben und den persönlichen Verhältnissen der Beschuldigten 

kann auf die Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 38 

S. 32 f.). Zusammengefasst lernte die Beschuldigte den Beruf der Schneiderin 

und Köchin, später machte sie eine Ausbildung als Pferdetrainerin. Seit 2010 ist 

sie jedoch erwerbslos und lebt von der Sozialhilfe. Die Beschuldigte ist zweimal 

geschieden und hat vier Kinder. Sie hat nur noch mit einer Tochter Kontakt. Seit 

- 25 - 

ihrem zwölften Lebensjahr erlebte die Beschuldigte durch ihre beiden Stiefväter, 

ihren Halbbruder und ihren zweiten Ex-Mann erhebliche sexuelle Gewalt. Sodann 

hat sie mehrere Selbstmordversuche unternommen. 

 Die tragische Kindheit und Jugend der Beschuldigten und die sexuelle 

Gewalt, die sie auch als Erwachsene noch erleben musste, sind deutlich 

strafmindernd zu berücksichtigen. 

 Die Beschuldigte blieb bezüglich ihrer Schuld ungeständig, was jedoch 

neutral zu werten ist. 

 Sodann ist zwar davon auszugehen, dass die Beschuldigte nicht vorbestraft 

ist (Urk. 15/1, Urk. 4/1 S. 3, vgl. dazu Urk. 38 S. 33 f.), was aber keine 

Strafminderung rechtfertigt (BGE 136 IV 1). 

 Sonstige Straferhöhungs- oder -minderungsgründe sind nicht ersichtlich. 

 2.3. In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist 

sich eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten als angemessen. Daran anzurechnen 

sind 12 Monate Freiheitsstrafe, welche die Beschuldigte durch Haft und 

vorzeitigen Strafvollzug erstanden hat (Art. 51 StGB). 

V. Vollzug 

 Die Vorinstanz hat der Beschuldigten mit zutreffender Begründung den 

teilbedingten Strafvollzug im Sinne von Art. 43 Abs. 1 StGB gewährt. Der Vollzug 

wurde im Umfang von 24 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate) wurde der Vollzug der Strafe angeordnet. 

 Bei der Bemessung des vollziehbaren Teils - der hier zwischen 6 und 18 

Monaten liegt (Art. 43 Abs. 2 und 3 StGB) - ist dem Verschulden sowie der 

Legalprognose Rechnung zu tragen. Das Verhältnis der Strafteile ist so 

festzusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung des Täters 

einerseits und dessen Einzeltatschuld andererseits hinreichend zum Ausdruck 

kommen (BGE 134 IV 15). Die Beschuldigte ist Ersttäterin, weshalb trotz 

- 26 - 

fehlenden Geständnisses davon auszugehen ist, dass das vorliegende 

Strafverfahren eine entsprechende Warnwirkung auf sie hat. Es kann ihr deshalb 

eine günstige Legalprognose gestellt werden. Andererseits ist, wie ausgeführt, 

von einem nicht leichten Tatverschulden auszugehen. Es rechtfertigt sich 

deshalb, den vollziehbaren Strafanteil auf 12 Monate festzusetzen. Im Umfang 

von 24 Monaten ist die Strafe aufzuschieben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festzusetzen. 

VI. Einziehung 

Der Entscheid der Vorinstanz, mit welcher die Einziehung der mit 

Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 8. Februar 2013 

(Urk. 12/10) beschlagnahmten Reiseunterlagen und Notizen und deren Belassung 

als Beweismittel in den Untersuchungsakten angeordnet wurde, ist zu bestätigen. 

Ebenfalls zu bestätigten ist die Einziehung der mit gleicher Verfügung 

beschlagnahmten beiden Mobiltelefone (inkl. SIM) sowie deren Verwertung und 

das Heranziehung des Erlöses zur Deckung der Verfahrenskosten. Zur 

Begründung kann auf die zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid 

verwiesen werden (Urk. 38 S. 38). 

VII. Kostenfolgen 

 1. Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 8) zu 

bestätigen. 

 2. In Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Beschuldigte 

unterliegt mit ihrer Berufung vollständig. Es sind ihr daher die Kosten des 

Berufungsverfahrens aufzuerlegen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung, 

welche auf Fr. 7'530.– (inkl. 8% MWST) festzusetzen sind (vgl. Urk. 63), sind - 

unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO - auf die 

Gerichtskasse zu nehmen. 

- 27 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, 

vom 26. Juni 2013 bezüglich Dispositivziffern 4 (Einziehung und Vernichtung 

Betäubungsmittel und Betäubungsmittelbehältnisse) und 7 

(Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG 

in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 365 

Tage durch Polizei- und Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug 

erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten 

aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 

Monate) wird die Freiheitsstrafe vollzogen, wobei dieser Strafteil durch 

Polizei- und Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug bereits 

erstanden ist. 

4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle 

Flughafen, vom 8. Februar 2013 beschlagnahmten Gegenstände 

(Reiseunterlagen und Notizen) werden eingezogen und bei den 

Untersuchungsakten belassen. 

5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle 

Flughafen, vom 8. Februar 2013 beschlagnahmten Gegenstände 

(Mobiltelefon Zest, silber / schwarz T-Mobile, inkl. SIM; Mobiltelefon Vairy 

Touch II, schwarz, inkl. SIM) werden eingezogen und durch die Kasse des 

- 28 - 

Bezirksgerichts Bülach verwertet. Der Erlös wird zur Deckung der 

Verfahrenskosten verwendet. 

6. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 8) wird bestätigt. 

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 8'054.90   amtliche Verteidigung 

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beschuldigten auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt vorbehalten. 

9. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Angeklagten 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Bundesamt für Polizei 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− die Kasse des Bezirksgerichts Bülach 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

10. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

- 29 - 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des 

Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des 

Bundesgerichtsgesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Strafkammer 
 
 

Zürich, 14. April 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. Spiess 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Oswald 
 

 
 
 
 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie 

vorerst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

	Urteil vom 14. April 2014
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Die Beschuldigte ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.
	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 241 Tage durch Polizeiverhaft, Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafantritt bis und mit heute erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate, abzüglich 241 Tage, die durch Poilzeiverhaft, Untersuchungshaft und vorzeitigen Strafantritt bis und mit he...
	4.  Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 17. Januar 2013 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lagernummer ... aufbewahrten Betäubungsmittel (3'487 Gramm Kokaingemisch bzw. 2'950 Gramm Reinsubstanz) u...
	5.  Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, vom 8. Februar 2013 beschlagnahmten Gegenstände (Reiseunterlagen und Notizen) werden eingezogen und bei den Untersuchungsakten belassen.
	6.  Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, vom 8. Februar 2013 beschlagnahmten Gegenstände (Mobiltelefon Zest, silber / schwarz T-Mobile, inkl. SIM; Mobiltelefon Vairy Touch II, schwarz, inkl. SIM) werden...
	7.  Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	8.  Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskass...
	Berufungsanträge:
	_______________________________
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte und Prozessuales
	II.  Sachverhalt
	III.  Rechtliche Würdigung
	IV.  Strafzumessung
	V.  Vollzug
	VI.  Einziehung
	VII.  Kostenfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, vom 26. Juni 2013 bezüglich Dispositivziffern 4 (Einziehung und Vernichtung Betäubungsmittel und Betäubungsmittelbehältnisse) und 7 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft e...
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.
	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 365 Tage durch Polizei- und Untersuchungshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate) wird die Freiheitsstrafe vollzogen, wobei dieser Strafteil durch Polizei- und Untersuchungshaft sowie vorze...
	4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, vom 8. Februar 2013 beschlagnahmten Gegenstände (Reiseunterlagen und Notizen) werden eingezogen und bei den Untersuchungsakten belassen.
	5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, Zweigstelle Flughafen, vom 8. Februar 2013 beschlagnahmten Gegenstände (Mobiltelefon Zest, silber / schwarz T-Mobile, inkl. SIM; Mobiltelefon Vairy Touch II, schwarz, inkl. SIM) werden ...
	6. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 8) wird bestätigt.
	7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	8. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht bleibt vorbehalten.
	9. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Angeklagten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Bundesamt für Polizei
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die Kasse des Bezirksgerichts Bülach
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	10. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.