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**Case Identifier:** e7a68e78-c169-58d4-81f4-6a962e2ed801
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 10.01.2023 VBE.2022.220
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2022-220_2023-01-10.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

 

VBE.2022.220 / sb / ce       
Art. 4 

 

 

Urteil vom 10. Januar 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Merkofer  

Oberrichterin Fischer  

Gerichtsschreiber Berner  

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____   

vertreten durch lic. iur. Markus Zimmermann, Rechtsanwalt,  

Stadtturmstrasse 10, Postfach, 5401 Baden  

 

 
   

Beschwerde. 

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG allgemein; Hilfsmittel 

(Verfügung vom 2. Mai 2022) 
 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1973 geborene Beschwerdeführer ist selbständiger Landwirt. Nach-

dem die Beschwerdegegnerin hinsichtlich einer Anmeldung des Beschwer-

deführers vom 25. Januar 2011 zum Bezug von Leistungen (berufliche In-

tegration, Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) einen 

Rentenanspruch mit Verfügung vom 13. März 2015 verneint hatte, meldete 

sich der Beschwerdeführer am 12. Mai 2020 (berufliche Integration, Rente) 

beziehungsweise am 29. Oktober 2020 (Hilfsmittel) neuerlich bei ihr zum 

Leistungsbezug an. Die Beschwerdegegnerin klärte daraufhin die gesund-

heitliche sowie erwerbliche Situation ab. Schliesslich wies sie das Leis-

tungsbegehren des Beschwerdeführers betreffend Invalidenrente nach 

Rücksprache mit ihrem internen Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) sowie 

nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 19. März 

2021 ab. Nach weiteren Abklärungen in erwerblicher Hinsicht stellte sie 

dem Beschwerdeführer zudem mit Vorbescheid vom 21. Oktober 2021 die 

Nichtgewährung eines selbstamortisierenden Darlehens in Aussicht. Nach-

dem der Beschwerdeführer dagegen am 19. November 2021 respektive 

11. Januar 2022 Einwände erhoben hatte, entschied die Beschwerdegeg-

nerin mit Verfügung vom 2. Mai 2022 schliesslich wie vorbeschieden.  

 

2. 

2.1. 

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 2. Juni 2022 frist-

gerecht Beschwerde und stellte folgende Anträge: 

 

"1. 
Die Verfügung der Invalidenversicherung vom 02.05.2022 sei vollumfäng-
lich aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei das beantragte selbst-
amortisierende Darlehen zu gewähren. 
 
2. 
Eventualiter seien weitere Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen. 
 
3. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegne-
rin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 21. Juni 2022 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde.  

  

 - 3 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

In ihrer Verfügung vom 2. Mai 2022 ging die Beschwerdegegnerin im We-

sentlichen davon aus, die wirtschaftliche Existenz des Landwirtschaftsbe-

triebs des Beschwerdeführers sei nicht gesichert. Ferner sei die invalidi-

tätsbedingte Notwendigkeit der beantragten Hilfsmittel nicht umfassend ge-

geben. Es sei dem Beschwerdeführer daher kein selbstamortisierendes 

Darlehen zu gewähren (VB 143).  

 

Der Beschwerdeführer macht demgegenüber zusammengefasst geltend, 

die Beschwerdegegnerin habe die wirtschaftliche Situation unzutreffend 

beurteilt; tatsächlich sei die Ertragskraft seines Landwirtschaftsbetriebs 

"betriebsüblich". Ferner seien die beantragten Leistungen auch notwendig 

zur Weiterführung seiner Erwerbstätigkeit. Er habe daher Anspruch auf Ge-

währung eines selbstamortisierenden Darlehens. 

 

Damit ist streitig und nachfolgend zur prüfen, ob die Beschwerdegegnerin 

mit der angefochtenen Verfügung vom 2. Mai 2022 zu Recht die Gewäh-

rung eines selbstamortisierenden Darlehens verweigert hat.  

 

2. 

2.1. 

Vorab ist auf die – implizit erhobene – formelle Rüge des Beschwerdefüh-

rers einzugehen, wonach die Beschwerdegegnerin seinen Anspruch auf 

rechtliches Gehör verletzt habe.  

 

2.2. 

Die Begründung einer Verfügung muss wenigstens kurz die Überlegungen 

nennen, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sie 

ihren Entscheid stützt (UELI KIESER, Kommentar zum Bundesgesetz über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2020, N. 66 

zu Art. 49 ATSG). Dabei sind im Rahmen des Vorbescheidverfahrens er-

hobene Einwände nicht bloss zur Kenntnis zu nehmen oder zu prüfen, son-

dern es bedarf einer ausdrücklichen Auseinandersetzung mit den ent-

scheidwesentlichen Einwänden respektive der Angabe von Gründen für die 

ausbleibende Berücksichtigung gewisser Gesichtspunkte. Dies bedeutet 

indes nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder tatbeständli-

chen Behauptung oder mit jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 

muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Ge-

sichtspunkte beschränken (URS MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der 

Invalidenversicherung, 2010, Rz. 1396 mit Hinweisen unter anderem auf 

BGE 124 V 180 E. 1a S. 181; vgl. auch MEYER/REICHMUTH, Rechtspre-

chung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Invalidenversicherung [IVG], 4. Aufl. 2022, N. 6 zu Art. 57a IVG).  

 

 - 4 - 

 

 

 

2.3. 

Vorliegend setzte sich die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 

2. Mai 2022 mit den Einwänden des Beschwerdeführers entgegen dessen 

Ansicht hinreichend auseinander. Insbesondere holte sie eine ergänzende 

Stellungnahme der an der Sachverhaltsabklärung beteiligten Fachperso-

nen ein (vgl. VB 142, S. 2 ff.). Die Beschwerdegegnerin bediente sich bei 

ihrer Würdigung der Einwände des Beschwerdeführers ferner weder pau-

schaler Formulierungen noch formelhafter Ausführungen, sondern sie gab 

vielmehr an, auf welche Überlegungen sie sich im konkreten Einzelfall 

stützte und weshalb sie den erhobenen Einwänden nicht folgte. Dabei äus-

serte sie sich – unter Verweis auf die erwähnte ergänzende Stellungnahme, 

welche einen integrierenden Bestandteil der angefochtenen Verfügung bil-

det – zu allen wesentlichen Punkten. Diese Begründung ist im Sinne vorer-

wähnter Grundsätze und unter Beachtung der im Massenverwaltungsver-

fahren herabgesetzten Begründungsanforderung (vgl. hierzu MÜLLER, 

a.a.O., Rz. 1399) ausreichend. Der Beschwerdeführer hatte von den Be-

weggründen und Überlegungen der Beschwerdegegnerin jedenfalls aus-

reichend Kenntnis und war damit auch in der Lage, deren Verfügung sach-

gerecht anzufechten. Entgegen dessen Ansicht sind das Vorbescheidver-

fahren respektive die Verfügung vom 2. Mai 2022 in dieser Hinsicht als 

rechtskonform zu beurteilen. 

 

3. 

3.1. 

Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 

ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, 

soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder Fä-

higkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wiederherzustellen, zu er-

halten oder zu verbessern. Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht 

der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Einglie-

derung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Art. 8 Abs. 2 IVG). 

Zu den Eingliederungsmassnahmen gehört unter anderem die Abgabe von 

Hilfsmitteln (Art. 8 Abs. 3 lit. d IVG). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Versicherte Personen haben gemäss Art. 21 Abs. 1 Satz 1 IVG im Rahmen 

einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, 

derer sie für die Ausübung der Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit im Auf-

gabenbereich, zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für 

die Schulung, die Aus- und Weiterbildung oder zum Zwecke der funktionel-

len Angewöhnung bedürfen.  

 

3.2.2. 

Der Bundesrat hat in Art. 14 IVV die Befugnis zum Erlass der Hilfsmittel-

liste, einschliesslich derjenigen zum Erlass näherer Bestimmungen über 

 - 5 - 

 

 

 

Beiträge an die Kosten invaliditätsbedingter Anpassungen von Geräten und 

Immobilien, an das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) dele-

giert, welches gestützt darauf die Verordnung über die Abgabe von Hilfs-

mitteln durch die Invalidenversicherung (HVI) mit der im Anhang aufgeführ-

ten Liste der Hilfsmittel erlassen hat, auf deren Abgabe die Versicherten 

grundsätzlich Anspruch haben. Nach Art. 2 HVI besteht im Rahmen der im 

Anhang aufgeführten Liste Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die 

Fortbewegung, die Herstellung des Kontaktes mit der Umwelt oder für die 

Selbstsorge notwendig sind (Abs. 1). Anspruch auf die in dieser Liste mit 

(*) bezeichneten Hilfsmittel besteht nur, soweit diese für die Ausübung ei-

ner Erwerbstätigkeit oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich, für die Schu-

lung, die Ausbildung, die funktionelle Angewöhnung oder für die in der zu-

treffenden Ziffer des Anhangs ausdrücklich genannte Tätigkeit notwendig 

sind (Abs. 2). Der Anspruch erstreckt sich auch auf das invaliditätsbedingt 

notwendige Zubehör und die invaliditätsbedingten Anpassungen (Abs. 3). 

Es besteht jedoch nur Anspruch auf Hilfsmittel in einfacher, zweckmässiger 

und wirtschaftlicher Ausführung. Durch eine andere Ausführung bedingte 

zusätzliche Kosten hat die versicherte Person selbst zu tragen. Nennt die 

Liste im Anhang für ein Hilfsmittel keines der Instrumente, die in Art. 21quater 

IVG vorgesehen sind, so werden die effektiven Kosten vergütet (Abs. 4). 

Die im Anhang zur HVI enthaltene Liste ist insofern abschliessend, als sie 

die in Frage kommenden Hilfsmittelkategorien aufzählt (Art. 21 IVG i.V.m. 

Art. 2 Abs. 1 HVI; vgl. BGE 131 V 9 E. 3.4.2 S. 14 f.). 

 

3.2.3. 

Ziff. 13.01 HVI-Anhang regelt den Anspruch auf invaliditätsbedingte Ar-

beits- und Haushaltgeräte und Zusatzeinrichtungen, Zusatzgeräte und An-

passungen für die Bedienung von Apparaten und Maschinen sowie der Be-

hinderung angepasste Sitz-, Liege- und Stehvorrichtungen und Arbeitsflä-

chen. Bei der Abgabe von Geräten, die auch ein Gesunder in gewöhnlicher 

Ausführung benötigt, ist dem Versicherten eine Kostenbeteiligung aufzuer-

legen. 

 

3.3. 

3.3.1. 

Hat eine versicherte Person für die Erwerbstätigkeit in einem Landwirt-

schafts- oder Gewerbebetrieb Anspruch auf ein kostspieliges Hilfsmittel, 

das von der Versicherung nicht zurückgenommen oder nur schwer wieder 

abgegeben werden kann, so kann die Versicherung anstelle des Hilfsmit-

tels ein selbstamortisierendes Darlehen ausrichten (Art. 21ter Abs. 3 IVG). 

Es handelt sich dabei um eine Ersatzleistung. Bei dieser Abgabeform wer-

den die Geräte und Einrichtungen durch die versicherte Person ange-

schafft. Die Invalidenversicherung gewährt ein Darlehen zur Abgeltung der 

invaliditätsbedingten Mehrkosten. Die Darlehenssumme verringert sich 

jährlich, je nach Abschreibungsdauer der Investitionen. Fallen die An-

spruchsvoraussetzungen vor Ablauf der Abschreibungsdauer dahin, ist die 

 - 6 - 

 

 

 

versicherte Person gegenüber der Invalidenversicherung zur Rückzahlung 

der Restschuld verpflichtet (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_592/2007 

vom 25. Januar 2008 E. 3.2 und E. 5; siehe ferner SILVIA BUCHER, Einglie-

derungsrecht der Invalidenversicherung, 2011, Rz. 398, ERWIN MURER, In-

validenversicherungsgesetz [Art. 1–27bis IVG], 2017, N. 453 ff. zu Art. 21–

21ter IVG, sowie HARDY LANDOLT/BEAT NYDEGGER, in: Schaffhauser/Kieser 

[Hrsg.], Leistungsverweigerungen im Sozialversicherungsrecht: Ursachen, 

Bedeutung, Auswirkungen [Sozialversicherungsrechtstagung 2010], 

S. 80).  

 

3.3.2. 

Rz. 2131 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen 

(BSV) über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung 

(KHMI) sieht vor, dass Hilfsmittel in Landwirtschafts- und Gewerbebetrie-

ben nach Ziff. 13.01 HVI-Anhang in der Form eines zinslosen selbstamor-

tisierenden Darlehens abgegeben werden können, wenn folgende Voraus-

setzungen (kumulativ) erfüllt sind: Es handelt sich um kostspielige Geräte 

oder Einrichtungen am Arbeitsplatz, eine Rücknahme und Wiederabgabe 

durch die IV ist nicht möglich, der voraussichtliche Eingliederungserfolg 

steht im Sinne der Einfachheit und Zweckmässigkeit der Hilfsmittelabgabe 

in einem angemessenen Verhältnis zu den von der IV zu übernehmenden 

Kosten und der Eingliederungserfolg darf nicht in Frage gestellt werden, 

weil die wirtschaftliche Existenz des betroffenen Betriebes mittelfristig ge-

fährdet ist. 

 

4. 

4.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrer Verfügung vom 2. Mai 2022 

betreffend die wirtschaftliche Situation des Landwirtschaftsbetriebs des Be-

schwerdeführers auf verschiedene von ihr eingeholte Beurteilungen von 

Fachexperten.  

 

4.2. 

4.2.1. 

Dem Abklärungsbericht von B., Dipl. Ing. Agr. ETH, vom 5. Mai 2021 ist im 

Wesentlichen zu entnehmen, der Betrieb des Beschwerdeführers gehöre 

nach heutigen Massstäben bezüglich der Fläche zu den kleineren Land-

wirtschaftsbetrieben. Die Betriebszweige Pferdehaltung, [...] und Lohnar-

beiten ([...]) seien vor diesem Hintergrund zwingend nötig, um ein akzep-

tables Einkommen zu erzielen. Das Hauptgebäude mit Wohnungen und 

Stall stamme aus dem Jahr [...]. Die ursprüngliche Milchviehhaltung und 

Rinderaufzucht seien im Jahr [...] zu Gunsten der heutigen Pferdehaltung 

mit [...] aufgegeben worden. Damals seien auch ein Anbau mit Pferdeboxen 

sowie Pferdeboxen im Altstall realisiert worden. Deren Entmistung erfolge 

– ebenso wie jene des Fohlenlaufstalles in der Feldscheune – von Hand 

mittels Schubkarre. Die etwa 300 kg schweren Heu- und Strohrundballen 

 - 7 - 

 

 

 

würden zur Einlagerung mit dem vorhandenen Teleskoplader auf die Rand-

flächen der beiden Bühnen gehoben und von dort nach hinten verschoben 

und im Altbau mit einem einfachen Aufzug übereinandergestapelt. Auf der 

Bühne des Neubaus geschehe dies mit Handkraft, was stark körperbelas-

tend sei. Entnommen würden die Rundballen im Neubau von Hand, wobei 

sie an den Bühnenrand gerollt und hinuntergeworfen würden. Im Altbau er-

folge die Entnahme mit dem Teleskoplader. Dort fänden etwa 200 Stroh-

ballen, im Neubau 150 bis 180 Heuballen und in der Feldscheune etwa 200 

Siloballen Platz. Die Feldscheune sei baufällig und der Miststock zu gering 

dimensioniert (VB 114, S. 1 f.). Insgesamt würden die vom Beschwerde-

führer zur Anschaffung vorgesehenen Hilfsmittel (Ballenstapler, Hoflader, 

neue Kutschen mit Luftbereifung) mit (nach Abzug von Rationalisierungs-

beträgen bzw. Selbstbehalten) Totalkosten von Fr. 84'089.25 für diesen 

eine "bedeutende Arbeitserleichterung" bedeuten (VB 114, S. 3 ff.; vgl. 

auch die jeweiligen Offerten in VB 114, S. 7 ff.).  

 

4.2.2. 

Zu Wirtschaftlichkeitsfragen finden sich im Abklärungsbericht vom 5. Mai 

2021 keine Angaben. Dazu hatte sich B. bereits mit E-Mail vom 1. Februar 

2021 geäussert und festgehalten, dass das landwirtschaftliche Einkommen 

gemäss den aktenkundigen Buchhaltungsunterlagen der Jahre 2014 bis 

2018 (vgl. dazu VB 75.2 ff.) im Bereich zwischen knapp Fr. 39'000.00 und 

Fr. 50'000.00 pro Jahr gelegen habe. Nach Angaben von C., Betriebsbera-

ter am Landwirtschaftlichen Zentrum D., lägen diese Werte im Rahmen des 

Durchschnitts (VB 102). Ferner hielt B. auf telefonische Rückfrage der Be-

schwerdegegnerin am 10. Juni 2021 fest, dass ein Hoflader nicht "Standard 

auf den Betrieben" sei und nur etwa ein Drittel der Landwirtschaftsbetriebe 

über einen solchen verfügen würden (VB 116). In einem weiteren Kurzbe-

richt vom 24. August 2021 über einen Betriebsbesuch vom 10. August 

2021 zusammen mit E., Landtechnikfachmann am Landwirtschaftlichen 

Zentrum D., und F., Pferdefachmann und [...], ergänzte B. insbesondere, 

dass die von ihm vorgeschlagene Anschaffung eines Hofladers von "E. und 

F. als grösszügig" bewertet worden sei. Ob der Beschwerdeführer den auf 

ihn entfallenden Kostenanteil "zahlen könne, erscheint ungewiss". Zusam-

mengefasst sei es "in Anbetracht der aufgeworfenen Probleme, den vielen 

Forderungen [des Beschwerdeführers], seiner eher geringen Bereitschaft 

für einfache und kostengünstige Lösungen und der schlechten finanziellen 

Situation […] sinnvoll, mit ihm die betriebliche Zukunft grundsätzlich zu dis-

kutieren". Es werde diesem daher "angeraten, einen Betriebsberater bei-

zuziehen, bevor die IV namhafte Beiträge für Hilfsmittel investiert" (VB 128, 

S. 2).  

 

4.3. 

F. hielt in seinem undatierten Bericht über den vorerwähnten Betriebsbe-

such vom 10. August 2021 im Wesentlichen fest, es hätten sich im Betrieb 

 - 8 - 

 

 

 

des Beschwerdeführers zahlreiche Mängel gezeigt. Die Pferdehaltung er-

weise sich "als Kostenfaktor und nicht als einkommenswirksamer Betriebs-

zweig". Es sei trotz breiter Diversifizierung bisher nicht gelungen, die Pfer-

dehaltung wirtschaftlich zu gestalten. Eine "Verlagerung des Pferdebe-

stands zu mehr Pensionspferden" könne "unter den gegebenen Mängeln 

nicht umgesetzt werden". Eine Beratung zur Optimierung des Betriebs sei 

angebracht. Das Auftreten des Beschwerdeführers lasse jedoch vermuten, 

dass dieser "beratungsresistent" sei (VB 128, S. 3). Anschliessend zeigte 

F. eine mögliche Strategie zur Verbesserung der Situation auf und schloss 

schliesslich mit der Schlussbemerkung, dass "die Wünsche, Ansprüche 

und Forderungen [des Beschwerdeführers] an die IV […] unverhältnismäs-

sig und überrissen" seien (VB 128, S. 4).  

 

4.4. 

In den Akten findet sich ferner eine von B. nach dem Betriebsbesuch vom 

10. August 2021 in Auftrag gegebene "Grobanalyse der wirtschaftlichen Si-

tuation" von C., Leiter Agrarwirtschaft am Landwirtschaftlichen Zentrum D., 

vom 15. Oktober 2021. In dieser wird gestützt auf "die Buchhaltungsab-

schlüsse der Jahre 2016, 2017 sowie 2019" festgehalten, dass das Eigen-

kapital des Betriebes des Beschwerdeführers von 2015 bis 2019 um 

Fr. 52'700.00 abgenommen habe, was einem Rückgang von etwa 17 % 

entspreche. Im gleichen Zeitraum sei der Verschuldungsgrad von 61.8 % 

auf 66.5 % angestiegen. Die Verschuldung sei überdurchschnittlich hoch. 

Der Cashflow habe im Durchschnitt der Jahre 2016, 2017 und 2019 rund 

Fr. 10'000.00 betragen, was für die erforderlichen Ersatzinvestitionen in die 

Maschinen knapp ausreichend sei. Bauliche Investitionen, die Rückzah-

lung von Schulden sowie die private Vorsorge seien indes ausgeschlossen. 

Die Liquidität und die Zahlungsbereitschaft des Betriebes seien aber gut. 

Die Pferdehaltung steuere maximal rund Fr. 5'000.00 zur Deckung der Fix-

kosten und zur Entschädigung der durch die Betriebsleiterfamilie geleiste-

ten Arbeitsstunden bei. Zusammengefasst sei die wirtschaftliche Ertrags-

kraft des Betriebs als "stark ungenügend" zu beurteilen. Sie reiche "nicht 

aus, die erforderlichen Ersatzinvestitionen sowie den gewünschten Schul-

denabbau zu tätigen". Eine private Vorsorge für die Betriebsleiterfamilie sei 

nicht möglich (VB 128, S. 5 f.).  

 

4.5. 

Mit ergänzender Stellungnahme vom 24. März 2022 bestätigten G. und H., 

Ing.-Agr. FH, im Wesentlichen die bisherigen Beurteilungen. Dabei hielten 

sie ergänzend fest, dass das von B. in dessen Bericht vom 1. Februar 2021 

angeführte Einkommen von Fr. 39'000.00 bis Fr. 50'000.00 mit Blick auf die 

vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebene "Buchhaltungsergeb-

nisse der landwirtschaftlichen Betriebe" für die Jahre 2015 bis 2018 nicht 

als durchschnittlich angesehen werden könne (VB 142, S. 2 ff., und insb. 

S. 4).  

 

 - 9 - 

 

 

 

5. 

5.1. 

Sämtliche vorerwähnten von der Beschwerdegegnerin eingeholten Abklä-

rungsberichte sind von qualifizierten Fachpersonen verfasst und berück-

sichtigen die Verhältnisse im Landwirtschaftsbetrieb des Beschwerdefüh-

rers sowie dessen eigene Angaben. In betriebswirtschaftlicher Hinsicht ba-

sieren sie auf den Buchhaltungs- (vgl. VB 124, S. 2 ff., und VB 75.2 ff.) und 

Steuerunterlagen (vgl. VB 122.2 sowie VB 79.2 ff.) des Beschwerdefüh-

rers. In den Abklärungsberichten werden die an Ort und Stelle sowie aus 

den Akten erhobenen Umstände sodann plausibel, begründet und detail-

liert gewürdigt. Ihnen ist daher Beweiswert zuzuerkennen (vgl. zum Ganzen 

BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 546 f. mit Verweis unter anderem auf BGE 133 

V 450 E. 11.1.1 S. 468 und BGE 130 V 61 E. 6.2 S. 63; vgl. auch SVR 2019 

IV Nr. 4 S. 10, 8C_741/2017 E. 5.1, und Urteil des Bundesgerichts 

8C_509/2019 vom 8. November 2019 E. 5.4).  

 

5.2. 

Der Beschwerdeführer macht hinsichtlich der betriebswirtschaftlichen Um-

stände geltend, die Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht gestützt auf die 

Grobanalyse von C. vom 15. Oktober 2021 (VB 128, S. 5 f.) lediglich die 

Jahre 2018 und 2019 berücksichtigt und dabei ausser Acht gelassen, dass 

er aufgrund eines Bandscheibenvorfalls im Jahr 2019 mehrheitlich nicht ar-

beitsfähig gewesen sei. Es sei diesbezüglich vielmehr auf die Angaben in 

der E-Mail von B. vom 1. Februar 2021 (VB 102) abzustellen, welcher unter 

Berücksichtigung der Jahre 2014 bis 2018 von einer durchschnittlichen Ein-

kommenssituation ausgegangen sei. Diesem Einwand kann nicht gefolgt 

werden. Die Grobanalyse von C. vom 15. Oktober 2021 bezieht sich ledig-

lich bei der Wirtschaftlichkeitsanalyse betreffend Pferdehaltung auf die 

Jahre 2018 und 2019. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Situation des Ge-

samtbetriebs werden demgegenüber die Jahre 2015 bis 2019 berücksich-

tigt, worauf auch G. und H. in ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 

24. März 2022 zutreffend hingewiesen haben (vgl. VB 142, S. 3). Dabei 

legte C. schlüssig und einleuchtend – sowie in Übereinstimmung mit den 

aktenkundigen Buchhaltungs- und Steuerunterlagen – dar, dass es in der 

fraglichen Periode zu einer Abnahme des Eigenkapitals sowie zu einer Zu-

nahme des Verschuldungsgrads auf ein überdurchschnittliches Niveau ge-

kommen sei, und dass der festgestellte durchschnittliche Cashflow von 

rund Fr. 10'000.00 stark ungenügend sei sowie nicht ausreiche, die erfor-

derlichen Ersatzinvestitionen, einen Schuldenabbau oder eine Vorsorge 

der Betreiberfamilie zu realisieren. In Übereinstimmung mit dieser Beurtei-

lung sprach auch B. in seinem Kurzbericht vom 24. August 2021 von einer 

"schlechten finanziellen Situation" (vgl. VB 128, S. 2). Die Beschwerdegeg-

nerin durfte vor diesem Hintergrund ohne Weiteres davon ausgehen, dass 

"die wirtschaftliche Existenz des Betriebs" mit überwiegender Wahrschein-

lichkeit (vgl. zum Regelbeweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

 - 10 - 

 

 

 

statt vieler BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 

E. 3.1 S. 181) "nicht gesichert" sei (VB 143, S. 1).  

 

5.3. 

Der rechtskundig vertretene Beschwerdeführer stellt nicht in Frage, dass 

die in Rz. 2131 KHMI genannte Anspruchsvoraussetzung der mittelfristig 

nicht gefährdeten wirtschaftlichen Existenz des betroffenen Betriebes 

rechtskonform ist. Mit Blick auf den im Hilfsmittelrecht der IV geltenden Ver-

hältnismässigkeitsgrundsatz, wonach die Eingliederung unter Berücksich-

tigung der gesamten tatsächlichen und rechtlichen Umstände des Einzel-

falls in einem angemessenen Verhältnis zum angestrebten Eingliederungs-

ziel stehen und insbesondere zur Erreichung des von ihr bezweckten Ein-

gliederungsziels geeignet sein muss (vgl. statt vieler BGE 143 V 190 

E. 2.2 f. S. 192 f. und 140 V 538 E. 5.2 S. 541 sowie MEYER/REICHMUTH, 

a.a.O., N. 16 ff. zu Art. 8 IVG), lässt Rz. 2131 KHMI denn auch eine dem 

Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren 

gesetzlichen Bestimmungen zu, weshalb diese Verwaltungsweisung nicht 

nur für die Beschwerdegegnerin verbindlich, sondern nach ständiger 

höchstrichterlicher Rechtsprechung auch vom Gericht zu berücksichtigen 

ist (vgl. dazu statt vieler BGE 144 V 195 E. 4.2 S. 198 und 141 V 365 E. 2.4 

S. 368; je mit Hinweisen). Vorliegend ist nach dem Dargelegten gestützt 

auf die von der Beschwerdegegnerin eingeholten Abklärungsberichte da-

von auszugehen, dass die wirtschaftliche Existenz des betroffenen Betrie-

bes eindeutig mittelfristig gefährdet ist. Die Beschwerdegegnerin hat dem-

nach die Gewährung eines selbstamortisierenden Darlehens zu Recht ver-

weigert. Die Antwort auf die Frage, ob die vom Beschwerdeführer zur An-

schaffung vorgesehenen Betriebsmittel zur Erreichung des Eingliederungs-

zwecks notwendig sind, vermag an diesem Ergebnis mangels Relevanz 

ebenso wenig etwas zu ändern wie der Umstand, dass die von der Be-

schwerdegegnerin beigezogene Fachpersonen Massnahmen zur wirt-

schaftlichen Sanierung des Betriebs des Beschwerdeführers formuliert und 

dabei die Pferdehaltung in ihrer jetzigen Form als problematisch beurteilt 

haben. Gleiches gilt für die Frage, ob das vom Beschwerdeführer erwirt-

schaftet Einkommen als durchschnittlich oder unterdurchschnittlich anzu-

sehen ist. Diesbezügliche Weiterungen erübrigen sich daher. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

6.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 400.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.   

 - 11 - 

 

 

 

6.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung als Sozi-

alversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 400.00 werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (Vertreter; 2-fach) 

die Beschwerdegegnerin  

das Bundesamt für Sozialversicherungen 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6,  

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 

 - 12 - 

 

 

 

   

Aarau, 10. Januar 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Berner