# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 285f4dc6-1199-5529-8db2-55aeeceae207
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-12-06
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 06.12.2021 715 21 180/317
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-21-180-317_2021-12-06.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 6. Dezember 2021 (715 21 180 / 317) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung  
 
Bei Änderungskündigungen, mit welcher die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber nicht in 
erster Linie die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, sondern dessen Weiterführung mit 
veränderter Rechten und Pflichten vorhat, ist das Verhalten der versicherten Person im 
Lichte von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV zu würdigen. Die Arbeitslosigkeit kann – analog zur 
freiwilligen Stellenaufgabe gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV – nur dann als selbstver-
schuldet gelten, wenn das Beibehalten der Stelle unter den geänderten vertraglichen Be-
dingungen für die versicherte Person zumutbar war. 
 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Gisela Warten-

weiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Michael Blattner, Advo-
kat, Advokatur Sissach, Bischofsteinweg 15, Postfach 182, 
4450 Sissach 

  
 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
Postfach, 4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Einstellung in der Anspruchsberechtigung  

 
 
 

 

 
 
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A. Der 1957 geborene A.____ absolvierte seine Berufslehre von 1974 bis 1977 bei der 
B.____ AG (heute: C.____ AG). Am 23. Januar 1981 trat er bei der C.____ AG wieder eine Ar-
beitsstelle an. Dort arbeitete er zuletzt als Manager Invoicing/Controlling. Im Mai 2020 unterbrei-
tete ihm die Arbeitgeberin eine Vertragsänderung, wonach er in der Funktion als Sachbearbeiter 
Invoicing ab 1. Dezember 2020 weiterhin bei seiner Arbeitgeberin hätte tätig sein können. A.____ 
akzeptierte diese Vertragsänderung nicht. In der Folge kündigte die Arbeitgeberin mit Schreiben 
vom 19. Mai 2020 das Arbeitsverhältnis per 30. November 2020. Am 11. Oktober 2020 meldete 
sich A.____ bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) zum Bezug 
von Arbeitslosenentschädigung ab 1. Dezember 2020 an. Mit Verfügung Nr. 206/2021 vom 14. 
Januar 2021 stellte die Arbeitslosenkasse A.____ wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab 
1. Dezember 2020 für 31 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Daran hielt sie auf Einsprache 
des Versicherten hin mit Entscheid vom 10. Mai 2021 fest. 
 
B. Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte, vertreten durch Advokat Michael  
Blattner, mit Eingabe vom 10. Juni 2021 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversi-
cherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, der angefochtene Einspracheentscheid sei 
aufzuheben; eventualiter sei die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung zufolge 
leichten Verschuldens auf 3 Tage zu reduzieren. Subeventualiter sei die Angelegenheit zur er-
neuten Prüfung an die Arbeitslosenkasse zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. In der Begrün-
dung brachte er im Wesentlichen vor, dass die Fortführung des Arbeitsverhältnisses bei der 
C.____ AG unter den neuen Vertragsbedingungen aus gesundheitlichen Gründen und gestützt 
auf Art. 16 Abs. 2 lit. b und lit. c des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversi-
cherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) vom 25. Juni 1982 für ihn nicht mehr zumutbar 
gewesen sei. Zudem lägen entschuldbare Gründe vor, weshalb bei der Bemessung der Einstell-
dauer höchstens von einem leichten Verschulden auszugehen sei. Da er auch der Schadenmin-
derungspflicht mehr als genug nachgekommen sei, rechtfertige es sich, ihn höchstens für drei 
Tage in der Anspruchsberechtigung einzustellen.  
 
C. Die Arbeitslosenkasse beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 20. September 2021 die 
Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 10. Mai 2021. 
 
 
Der Präsident zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 1 Abs. 1 AVIG in Verbindung mit den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann 
gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der Arbeitslosenversicherung Beschwerde beim 
kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Örtlich zuständig ist nach Art. 100 Abs. 3 
AVIG in Verbindung mit Art. 128 Abs. 1 sowie Art. 119 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 der Verordnung 
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 
31. August 1983 das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person 
zur Zeit des Verfügungserlasses die Kontrollpflicht erfüllt. Vorliegend erfüllte der Versicherte 
seine Kontrollpflicht im Kanton Basel-Landschaft. Nach § 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Geset-

 

 
 
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zes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 be-
urteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht Beschwerden gegen Einspracheentscheide 
der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Auf die beim sachlich und örtlich zuständigen 
Gericht form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Nach § 55 Abs. 1 VPO entscheidet die präsidierende Person der Abteilung Sozialversi-
cherungsrecht des Kantonsgerichts Streitigkeiten bis zu einem Streitwert von Fr. 20'000.-- durch 
Präsidialentscheid. Streitig und zu prüfen ist, ob die Arbeitslosenkasse den Versicherten zu Recht 
wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für die Dauer von 31 Tagen in der Anspruchsberech-
tigung eingestellt hat. Bei einem Taggeld von Fr. 281.30 beläuft sich der Streitwert auf Fr. 
8'720.30. Die Angelegenheit ist deshalb präsidial zu entscheiden. 
 
2.1 In formeller Hinsicht macht der Versicherte eine Verletzung des rechtlichen Gehörs gel-
tend. Die Arbeitslosenkasse habe sein Vorbringen in seiner Einsprache vom 4. Februar 2021, 
wonach die Annahme der Vertragsänderung eine beträchtliche Lohneinbusse zur Folge gehabt 
hätte und dadurch die Deckung der familiären Ausgaben – auch zusammen mit dem Rentenein-
kommen seiner bereits pensionierten Ehefrau – gefährdet gewesen sei, pflichtwidrig im Rahmen 
der von ihm geltend gemachten Unzumutbarkeit gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG nicht geprüft. 
Für den Bedarfsfall habe er auch die Edition weiterer Unterlagen zu seiner finanziellen Situation 
und derjenigen seiner Ehefrau offeriert.  
 
2.2 Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 verlangt, dass die Behörde die Vorbringen der vom 
Entscheid in ihrer Rechtsstellung betroffenen Person tatsächlich hört, prüft und in der Entscheid-
findung berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. 
Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinan-
dersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für 
den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass 
sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in 
voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen 
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen 
und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 142 II 49 E. 9.2 mit Hinweisen).   
 
2.3 Dem angefochtenen Einspracheentscheid ist zu entnehmen, dass die Arbeitslosenkasse 
das Vorbringen des Versicherten bezüglich der finanziellen Zumutbarkeit geprüft hat. Sie erklärte 
auch, weshalb sie darauf verzichtet hat, die offerierten Unterlagen zur finanziellen Situation des 
Versicherten und seiner Ehefrau einzuholen (vgl. Randziffer 15). Dem Entscheid kann damit mit 
hinreichender Klarheit entnommen werden, von welchen Überlegungen sich die Arbeitslosen-
kasse in Bezug auf die finanzielle Zumutbarkeit der Vertragsänderung leiten liess und aus wel-
chen Gründen sie dem Vorbringen des Versicherten nicht folgte. Der Versicherte legt nicht dar 
und es ist nicht ersichtlich, dass der angefochtene Entscheid nicht sachgerecht anfechtbar gewe-
sen wäre. Ob die Schlussfolgerung der Arbeitslosenkasse richtig ist, ist keine Frage des rechtli-
chen Gehörs, sondern der materiellen Beurteilung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. August 

 

 
 
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2021, 8C_153/2021, E. 2.3). Das Vorgehen der Arbeitslosenkasse verstösst somit nicht gegen 
den Anspruch auf rechtliches Gehör bzw. auf Beweisabnahme (Art. 29 Abs. 2 BV).  
 
3.1 In materieller Hinsicht ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer zu Recht wegen selbst-
verschuldeter Arbeitslosigkeit im Umfang von 31 Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt 
worden ist. 
 
3.2 Nach Art. 17 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person alles Zumutbare unternehmen, 
um eine Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Kommt sie dieser Verpflichtung nicht 
nach, kann die zuständige Arbeitslosenkasse die Einstellung in der Anspruchsberechtigung ver-
fügen (Art. 30 AVIG). Die Einstellung hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versiche-
rung für Schäden, welche die versicherte Person hätte vermeiden oder vermindern können. Als 
Verwaltungssanktion ist sie vom Gesetzmässigkeits-, Verhältnismässigkeits- und Verschuldens-
prinzip beherrscht (vgl. THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in: Schindler/Tanque-
rel/Tschannen/Uhlmann, Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Basel 
2016, Rz. 828 ff.). 
 
3.3.1 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist eine versicherte Person in der Anspruchsberechti-
gung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden arbeitslos ist. Dieser Tatbestand erfasst 
Verhaltensweisen der versicherten Person, die kausal für den Eintritt der Arbeitslosigkeit sind und 
eine Verletzung der Pflicht, Arbeitslosigkeit zu vermeiden, bedeuten. Eine selbstverschuldete Ar-
beitslosigkeit liegt dann vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Fak-
toren zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen und den persönli-
chen Verhältnissen vermeidbaren Verhalten der versicherten Person liegt (vgl. ARV 1982 Nr. 4 
S. 39). Art. 44 Abs. 1 AVIV zählt in den lit. a - d beispielhaft Tatbestände auf, die unter den Begriff 
der selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit fallen. So liegt selbstverschuldete Arbeitslosigkeit unter 
anderem dann vor, wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Ver-
letzung arbeitsvertraglicher Pflichten, der Arbeitgeberin oder dem Arbeitgeber Anlass zur Auflö-
sung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat (Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV). Selbstverschuldete Ar-
beitslosigkeit ist auch gegeben, wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus 
aufgelöst hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Ver-
bleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV).  
 
3.3.2 Im Zusammenhang mit einer Änderungskündigung, mit welcher die Arbeitgeberin oder 
der Arbeitgeber nicht in erster Linie die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, sondern dessen 
Weiterführung mit veränderter Rechten und Pflichten vorhat, ist das Verhalten der versicherten 
Person im Lichte von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV zu würdigen. Die Arbeitslosigkeit kann – analog 
zur freiwilligen Stellenaufgabe gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV – nur dann als selbstverschuldet 
gelten, wenn das Beibehalten der Stelle unter den geänderten vertraglichen Bedingungen für die 
versicherte Person zumutbar war (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 6. September 2021, 
8C_237/2021, E. 2.2, vom 5. Februar 2021, 8C_652/2020, E. 2.3.1 und vom 27. Juli 2011, 
8C_872/2011, E. 3.2).  
 

 

 
 
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3.3.3 Eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung kommt erst in Frage, wenn die betroffene 
Person (zumindest) eventualvorsätzlich zu ihrer Entlassung beigetragen hat. Das ist der Fall, 
wenn sie vorhersehen kann oder damit rechnen muss, dass ihr Verhalten zu einer Kündigung 
bzw. Nichtweiterführung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber führt, und dies in Kauf 
nimmt (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 6. September 2021, 8C_237/2021, E. 2.2, vom 5. 
Februar 2021, 8C_652/2020, E. 2.3.1, vom 27. März 2020, 8C_796/2019, E. 3.2 und vom 27. Juli 
2011, 8C_872/2011, E. 3.2).  
 
3.4 Die Frage nach der Zumutbarkeit des Verbleibens an der bisherigen Arbeitsstelle ist in 
analoger Anwendung von Art. 16 AVIG zu beurteilen, wobei diese Bestimmung gemäss Recht-
sprechung lediglich die Funktion einer Auslegungshilfe hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 
5. Februar 2021, 8C_652/2020, E. 2.3 und vom 21. Februar 2001, C 348/00, E. 2d). Gemäss Art. 
16 AVIG muss eine versicherte Person im Rahmen der Schadenminderungspflicht grundsätzlich 
jede zumutbare Arbeit annehmen bzw. beibehalten (Abs. 1), es sei denn, einer der in Abs. 2 
dieser Bestimmung abschliessend aufgelisteten Ausnahmetatbestände ist erfüllt (vgl. BARBARA 
KUPFER BUCHER, Fokus Arbeitslosenversicherung, Zürich/Basel/Genf 2016, S. 168). Das Bun-
desgericht wendet hinsichtlich der Annahme der Unzumutbarkeit, am bisherigen Arbeitsplatz zu 
verbleiben, einen strengen Massstab an (BGE 124 V 234 E. 4; ARV 1986 Nr. 23 mit Hinweisen; 
JACQUELINE CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Zürich 1998, S. 116). Wenn 
nicht besondere Umstände vorliegen, darf einer versicherten Person zugemutet werden, wenigs-
tens so lange am Arbeitsplatz zu verbleiben, bis sie eine neue Stelle gefunden hat. In Nachach-
tung der Schadenminderungspflicht ist auch ein zumutbares Vertragsänderungsangebot zu ak-
zeptieren und das Arbeitsverhältnis bis zur Zusage einer anderen Erwerbstätigkeit weiterzuführen 
(vgl. CHOPARD, a.a.O., S. 116 und 119).  
 
4.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerde-
verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Versicherungsträger und 
Gerichte von Amtes wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhalts zu sorgen (BGE 138 V 218 E. 6 mit weiteren Hinweisen; Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 
lit. c ATSG). Dies bedeutet, dass in Bezug auf den rechtserheblichen Sachverhalt Abklärungen 
vorzunehmen sind, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten 
ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 
8. Juni 2009, 8C_106/2009, E. 1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht 
uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 
E. 2; Urteil des Bundesgerichts vom 27. November 2013, 8C_742/2013, E. 4.2).  
 
4.2 Das Kantonsgericht besitzt in Sozialversicherungssachen die vollständige Überprü-
fungsbefugnis und ist in der Beweiswürdigung frei (§ 57 VPO in Verbindung mit Art. 61 Satz 1 
ATSG; Art. 61 lit. c ATSG). Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das 
Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 
überzeugt sind (vgl. RENÉ RHINOW/HEINRICH KOLLER/CHRISTINA KISS/DANIELA THURNHERR/ 
DENISE BRÜHL-MOSER, Öffentliches Prozessrecht, Basel 2014, N 999). Im Sozialversicherungs-
recht hat das Gericht seinen Entscheid nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-

 

 
 
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lichkeit zu fällen (vgl. CRISTINA SCHIAVI, in: Basler Kommentar ATSG, Frésard-Fellay/Klett/Leu-
zinger [Hrsg.], Basel 2020, Art. 43 N 11; BGE 144 V 427 E. 3.2). Die blosse Möglichkeit eines 
bestimmten Sachverhalts genügt diesen Beweisanforderungen nicht. Es ist vielmehr jener Sach-
verhaltsdarstellung zu folgen, die das Gericht von allen möglichen Geschehensabläufen als die 
wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2, 138 V 218 E. 6 mit diversen Hinweisen). 
 
5.1 Gemäss dem in den Akten liegenden Arbeitsvertrag von Dezember 2014 war der Versi-
cherte bei der C.____ AG ab 1. Januar 2015 als Manager Invoicing/Controlling mit einem Mo-
natslohn von Fr. 8'050.-- brutto angestellt gewesen (Dok.-Nrn. 4 und 77). Mit Kündigungsschrei-
ben vom 19. Mai 2020 löste die C.____ AG das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten per 30. 
November 2020 auf (Dok-Nr. 3). Zur Begründung führte sie an, dass die Hauptaufgaben des 
Versicherten im Rahmen der "Reorganisation und der strategischen Neuausrichtung der Abtei-
lung Road" zum Teil weggefallen oder anderweitig organisiert worden seien. Falls der Versicherte 
den beiliegenden neuen Arbeitsvertrag unterzeichnet zurücksende, gelte die Kündigung als ge-
genstandslos und das Arbeitsverhältnis würde auf unbestimmte Zeit fortgesetzt werden. Laut 
neuem Arbeitsvertrag von Mai 2020 hätte der Versicherte in der Funktion als Sachbearbeiter 
Invoicing ab 1. Dezember 2020 nur noch einen Bruttolohn von Fr. 6'050.-- monatlich verdient 
(Dok.-Nrn. 32 und 76). In ihrer Arbeitgeberbescheinigung vom 26. November 2020 gab die Ar-
beitgeberin an, dass sie dem Versicherten aus wirtschaftlichen und reorganisatorischen Gründen 
gekündigt habe (Dok.-Nr. 24). Diese Angaben stimmen mit denjenigen des vom Versicherten 
ausgefüllten Antrags auf Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung vom 11. Oktober 2020 
überein (Dok-Nr. 7). In dem dem Fragebogen betreffend rechtliches Gehör beigelegten Schreiben 
vom 21. Dezember 2020 erklärte der Versicherte, dass er knapp 40 Jahre bei der C.____ AG 
angestellt gewesen sei. 1,5 Jahre vor seiner ordentlichen Pensionierung sei ihm eine Weiterbe-
schäftigung zu massiv schlechteren Bedingungen angeboten worden, obwohl seine Arbeit nie 
beanstandet worden sei. Bei Annahme des neuen Arbeitsvertrags hätte er ca. 25 % weniger ver-
dient, was er aus finanziellen Gründen nicht habe akzeptieren können. Die Vertragsänderung 
zeige, wie wenig Wertschätzung die Arbeitgeberin seiner Arbeit entgegengebracht habe. Dieses 
Verhalten habe ihn auch massiv gekränkt. Da er schon vor Jahren einen Herzinfarkt erlitten habe, 
habe er befürchtet, dass seine Gesundheit bei Verbleib bei der bisherigen Arbeitgeberin erheblich 
leiden würde. Dies würde sein Arzt im Bedarfsfall bestätigen. Er habe den neuen Anstellungsver-
trag deshalb auch unter dem gesundheitlichen Aspekt nicht unterzeichnet (Dok.-Nrn. 52 und 53).  
 
5.2 Aufgrund dieser Ausführungen steht unbestrittenermassen fest, dass der Versicherte die 
ihm von seiner Arbeitgeberin angebotene Stelle als Sachbearbeiter Invoicing nicht angenommen 
hat, worauf die Arbeitgeberin das Anstellungsverhältnis per 30. November 2020 gekündigt hat. 
Die Ablehnung der Änderungskündigung war damit kausal für die anschliessende Arbeitslosigkeit 
des Versicherten ab Dezember 2020. Da Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV auch anwendbar ist, wenn die 
Arbeitgeberin die Kündigung ausspricht, weil der Arbeitnehmer seine Zustimmung zu einer Ver-
tragsänderung verweigert, ist zu untersuchen, ob dem Versicherten die Annahme der Vertrags-
änderung und die Weiterführung des Arbeitsverhältnisses zumindest bis zum Antritt einer An-
schlussstelle zumutbar gewesen wäre. Der Versicherte macht geltend, die ihm angebotene Stelle 
sei aus finanziellen Gründen (vgl. Art. 16 Abs. 2 lit. i AVIG) und aufgrund Erfüllung der Tatbe-

 

 
 
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stände gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. b und c AVIG unzumutbar gewesen. Dass die übrigen Tatbe-
stände des Art. 16 Abs. 2 AVIG erfüllt seien, macht der Versicherte nicht geltend. Da sich aus 
den Akten keine Hinweise ergeben, dass einer davon vorliegen könnte, wird im Folgenden darauf 
verzichtet, auf diese Bestimmung näher einzugehen. 
 
5.3 Aus finanziellen Gründen ist eine Arbeit gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. i AVIG unzumutbar, 
die der versicherten Person einen Lohn einbringt, der geringer ist als 70 % des versicherten Ver-
dienstes, es sei denn, sie erhält Kompensationsleistungen nach Art. 24 AVIG (Zwischenver-
dienst). Den vorliegenden Akten ist zu entnehmen, dass der Versicherte mit seinem Vollzeitpen-
sum als Manager Invoicing/Controlling (gemäss Arbeitsvertrag [Dok.-Nrn. 4 und 77]) bzw. als 
Teamleiter Invoicing (gemäss Arbeitgeberbescheinigung [Dok.-Nr. 24]) bisher ein monatliches 
Bruttoeinkommen von Fr. 8'720.85 inkl. 13. Monatslohn (13 x Fr. 8'050.-- : 12) verdiente (Arbeit-
geberbescheinigung vom 26. November 2020 Ziffer 17 [Dok.-Nr. 23]; Lohnjournal [Dok-Nr. 26 – 
28]). Als gewöhnlicher Sachbearbeiter Invoicing hätte er künftig monatlich einen Lohn inkl. 13. 
Monatslohn von Fr. 6'554.15 (Fr. 13 x Fr. 6'050.-- : 12) erhalten (vgl. Arbeitsvertrag von Mai 2020 
[Dok.-Nrn. 32 und 76]). Dieser Lohn übersteigt damit die in Art. 16 Abs. 2 lit. i AVIG statuierte 
Zumutbarkeitsgrenze von Fr. 6'104.60 (70 % x Fr. 8'720.85). Es ist deshalb in Übereinstimmung 
mit der Arbeitslosenkasse festzustellen, dass die Annahme des neuen Arbeitsvertrags aus rein 
rechtlicher Sicht finanziell als zumutbar zu betrachten ist. 
 
5.4.1 Gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG gilt auch eine Arbeit als unzumutbar, die nicht ange-
messen auf die Fähigkeiten oder auf die bisherige Tätigkeit des Versicherten Rücksicht nimmt. 
Der erste Satzteil dieser Bestimmung bezweckt den Schutz der Arbeitnehmenden vor Überforde-
rung. Massgebend ist allein, dass die versicherte Person in der Lage sein muss, die Arbeit ihren 
Fähigkeiten entsprechend sachgerecht ausführen zu können (vgl. KUPFER BUCHER, a.a.O., S. 
169 f.; ARV 1995 Nr. 13 S. 71 E. 3d). Eine allfällige Unterbeanspruchung begründet dagegen 
keine Unzumutbarkeit (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 27. April 2006, C 65/06, E. 3.3 und 
vom 10. Februar 2003, C 135/02, E. 2.2.1, je mit Hinweisen; THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosen-
versicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, Basel 
2016, Rz. 295; GERHARD GERHARDS, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Bd. I, 
Zürich 1998, N 16 zu Art. 16). Die im zweiten Satzteil geforderte Rücksichtnahme auf die bishe-
rige Tätigkeit soll verhindern, dass die versicherte Person ihre bereits vorhandenen beruflichen 
Qualifikationen verliert, weil ihr eine ausserberufliche Arbeit zugewiesen wird. Besonders bedeut-
sam ist dies bei hoch qualifizierten Berufsleuten sowie in Berufen mit schnell änderndem Fach-
wissen. (vgl. GERHARDS, a.a.O., N 18 zu Art. 16; CHOPARD, a.a.O., S. 118).  
 
5.4.2 Es steht fest, dass mit der hier in Frage stehenden Vertragsänderung ein beruflicher 
Abstieg des Versicherten verbunden gewesen wäre. Denn die bisherige Tätigkeit als Manager 
Invoicing/Controlling bzw. als Teamleiter Invoicing beinhaltete eine Leitungsfunktion mit weiter-
reichenden Kompetenzen als die mit der Vertragsänderung angebotene Stellung als Sachbear-
beiter Invoicing. Die mit der durch die Vertragsänderung bedingte funktionelle Rückversetzung 
stellt jedoch weniger eine Überforderung als eine Unterforderung des Versicherten dar. Da ge-
mäss Rechtsprechung des Bundesgerichts eine Unterforderung keine Unzumutbarkeit begrün-
det, ist der Tatbestand von Art. 16 Abs. 2 lit. b erster Satzteil AVIG nicht erfüllt. Desgleichen kann 

 

 
 
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keine Unzumutbarkeit gestützt auf Art. 16 Abs. 2 lit. b zweiter Satzteil AVIG begründet werden. 
Es ist nicht erwiesen und auch nicht vorstellbar, dass der berufliche Abstieg des Versicherten zu 
einem Verlust von beruflichen Qualifikationen geführt hätte. Da ihm zudem keine ausserberufliche 
Arbeit zugewiesen wurde, kann der Tatbestand dieser Bestimmung nicht als erfüllt betrachtet 
werden. Schliesslich ist zu beachten, dass der Versicherte die Funktion als Sachbearbeiter 
höchstens bis zu seiner regulären Pensionierung mit 65 Jahren, mithin für rund 1,5 Jahre, inne-
gehabt hätte. Unter Berücksichtigung all dieser Umstände erscheint die dem Versicherten ange-
botene Funktion als Sachbearbeiter Invoicing als zumutbar.  
 
5.4.3 An diesem Ergebnis ändert auch das vom Versicherten zitierte Urteil des Bundesgerichts 
vom 4. August 2006, 4C.189/2006, und der Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 
10. April (AVI 2011/72) nichts. Das Bundesgericht führte in seinem Urteil aus, dass gemäss Art. 
328 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 
[Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR] vom 30. März 1911 eine Verletzung der Persönlichkeit der 
Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers insbesondere dann vorliegen könne, wenn Weisungen, 
welche das angestammte Tätigkeitsfeld der Arbeit nehmenden Person ohne triftige Gründe oder 
ohne dass diese gehörig angehört worden ist, beschränken und sie hierarchisch zurückstufen. 
Gleichermassen erachtete das Kantonsgericht St. Gallen die Annahme der Änderung des Ar-
beitsvertrags, mit welcher eine hierarchische Rückstufung der versicherten Person ohne Nen-
nung von triftigen sachlichen Gründe einherging, als unzumutbar. In dieser Hinsicht wies die Ar-
beitslosenkasse zu Recht im angefochtenen Entscheid darauf hin, dass die funktionelle Rückstu-
fung des Versicherten aus wirtschaftlichen bzw. reorganisatorischen Gründen erfolgt und somit 
sachlich begründet gewesen sei (vgl. Ziff. 21 des angefochtenen Entscheids). Damit liegen triftige 
Gründe für eine Rückstufung vor. Aus diesen beiden Entscheiden kann der Versicherte somit 
nichts zu seinen Gunsten ableiten.  
 
5.5 Diese Schlussfolgerung hält auch vor Art. 20 lit. c des Übereinkommens Nr. 168 der 
Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen 
Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 stand. Danach können Leistungen unter anderem gekürzt 
werden, wenn eine Arbeitnehmerin bzw. ein Arbeitnehmer ihre bzw. seine Beschäftigung ohne 
triftigen Grund freiwillig aufgegeben hat. Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts 
ist Art. 44 lit. b AVIV, auf welchen sich der Einspracheentscheid vom 10. Mai 2021 stützt, mit der 
genannten Bestimmung des Übereinkommens vereinbar (BGE 124 V 234 E. 3c). Demnach ist 
die Formulierung "ohne triftigen Grund" im Übereinkommen mit dem Begriff "nicht zumutbar" im 
Landesrecht deckungsgleich (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juni 2017, 8C_66/2017, E. 
4.3).    
 
6.1 Weiter ist zu prüfen, ob die Nichtannahme der Vertragsänderung aufgrund von Art. 16 
Abs. 1 lit. c AVIG zu rechtfertigen ist. Gemäss dieser Bestimmung gilt eine Arbeit als unzumutbar, 
wenn sie dem Alter, den persönlichen Verhältnissen oder dem Gesundheitszustand der versi-
cherten Person nicht angemessen ist. Der Versicherte macht geltend, dass die Annahme der 
Vertragsänderung aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar gewesen sei. 
Zum persönlichen Grund führt der Versicherte an, dass er aufgrund seiner Unterstützungspflicht 

 

 
 
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gegenüber seiner Ehefrau den neuen Arbeitsvertrag mit den geänderten Bedingungen, nament-
lich mit einem um 22 % tieferen Lohn, nicht habe akzeptieren können. Mit der Rente seiner Ehe-
frau, welche lediglich Fr. 997.55 monatlich betrage, und der aus der Vertragsänderung resultie-
renden erheblichen Lohneinbusse wäre die Deckung der familiären Ausgaben direkt gefährdet 
gewesen. Dem Versicherten ist insofern beizupflichten, dass der Zivilstand unter Umständen ein 
Unzumutbarkeitsgrund begründen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Oktober 2008, 
8C_958/2008, E. 4.2.2; KUPFER BUCHER, a.a.O., S. 169 f.; CHOPARD, a.a.O., S. 123). Die Begrün-
dung des Versicherten hierzu ist jedoch nicht stichhaltig. Wie die Arbeitslosenkasse zutreffend 
feststellte, wäre sein Erwerbseinkommen mit der Annahme der Vertragsänderung immer noch 
höher gewesen als sein Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung.  
 
6.2 Anders sieht die Rechtslage in Bezug auf die geltend gemachten gesundheitlichen 
Gründe aus. Nach ständiger Rechtsprechung muss die Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen 
Gründen durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis oder durch andere geeignete Beweismittel be-
legt sein, wobei die Zumutbarkeit zum Verbleiben strenger beurteilt wird als die Zumutbarkeit zum 
Antritt einer neuen Stelle (BGE 124 V 234 E. 4b/bb; Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 
2018, 8C_107/2018, E. 5; NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2516 Rz. 838 mit Hinweisen). Der Versicherte 
macht geltend, dass eine Annahme des geänderten Arbeitsvertrags seinen gesundheitlichen Zu-
stand mit überwiegender Wahrscheinlichkeit verschlechtert hätte. Dabei verwies er auf das mit 
der Einsprache eingereichte ärztliche Zeugnis von Dr. med. D.____, FMH Allgemeinmedizin, vom 
21. Januar 2021. Darin bestätigte Dr. D.____, dass er den Versicherten seit dem 2. Oktober 1987 
behandle. Im Dezember 1998 habe der Versicherte einen Herzinfarkt erlitten und sei seither auf 
eine entsprechende medikamentöse Behandlung angewiesen. Aufgrund der koronaren Herz-
krankheit sei er vorbelastet und müsse physische sowie psychische Belastungen vermeiden. Die 
Kündigung nach fast 40 Jahren Betriebszugehörigkeit habe den Versicherten hart getroffen; die 
Annahme des neuen Arbeitsvertrags zu schlechteren Bedingungen hätte eine Verschlechterung 
des physischen und psychischen Gesundheitszustands zu Folge haben können. Aus ärztlicher 
Sicht sei es dem Versicherten nicht zuzumuten gewesen, das Arbeitsverhältnis unter den gege-
benen Umständen weiterzuführen.  
 
6.3 Die Arbeitslosenkasse ist der Ansicht, dass dieses Arztzeugnis nicht die Anforderungen 
an eine rechtsgenügliche medizinische Beurteilungsgrundlage erfülle, seien doch die Ausführun-
gen von Dr. D.____ reine Spekulationen. Denn dieser beschreibe nur, wie sich die Fortführung 
des Arbeitsverhältnisses unter den geänderten Vertragsbedingungen hätte auswirken können. 
Mit der Arbeitslosenkasse ist einig zu gehen, dass das Arztzeugnis von Dr. D.____ zu wenig 
aussagekräftig ist, um mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer Un-
zumutbarkeit aus medizinischen Gründen ausgehen zu können. So können dem Arztzeugnis von 
Dr. D.____ insbesondere keine Befunde entnommen werden. Die von Dr. D.____ geäusserte 
Befürchtung einer Verschlechterung des physischen Gesundheitszustandes des Versicherten bei 
Annahme der Vertragsänderung kann jedoch nicht als reine Spekulation betrachtet werden, ist 
es doch eine medizinische Erfahrungstatsache, dass emotionale Belastungen, beruflich oder pri-
vat bedingt, das kardiovaskuläre Risiko eines Menschen erhöhen (vgl. Schweizerische Herzstif-
tung, Stress, online, URL: https://bit.ly/3bQMFp9 [08.11.2021]). Das gilt besonders für an einem 

 

 
 
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Herzleiden vorerkrankte Personen (vgl. Psychische Belastungssituationen steigern das Herzin-
farktrisiko auch bei Gesunden, in: aerzteblatt.de vom 28. September 2018, online, URL: 
https://bit.ly/3obiXRm [08.11.2021]). Um beurteilen zu können, ob die Annahme der Vertragsän-
derung dem Versicherten medizinisch zumutbar war, bedarf es ergänzender ärztlicher Ausfüh-
rungen von Dr. D.____ zum Herzinfarktrisiko des Versicherten. Von Interesse ist in diesem Zu-
sammenhang auch, ob der 1998 erlittene Herzinfarkt im Zusammenhang mit der Arbeit gestan-
den hat. Zudem erwecken die Ausführungen von Dr. D.____ den Eindruck, dass der Versicherte 
nicht nur an einer Herzerkrankung, sondern auch an einer psychischen Störung leidet oder gelit-
ten hat. Denn Dr. D.____ sprach in seinem Arztbericht von Vorerkrankungen und einer Dekom-
pensation, welche auf die durch die Kündigung ausgelösten starken Ungerechtigkeits- und Ent-
wertungsgefühle des Versicherten zurückzuführen sei. Auch aus der Stellungnahme des Versi-
cherten vom 21. Dezember 2020 ergibt sich ein Hinweis auf eine frühere psychische Erkrankung, 
erwähnte er doch darin, dass er zum Zeitpunkt des Herzinfarkts im Dezember 1998 "ausgebrannt" 
gewesen sei (Dok.-Nr. 53). Es besteht deshalb auch hinsichtlich des psychischen Gesundheits-
zustands ein Abklärungsbedarf. Indem die Arbeitslosenkasse darauf verzichtet hat, ergänzende 
Abklärungen bei Dr. D.____ vorzunehmen bzw. dem Versicherten – sollte sie eine hausärztliche 
Einschätzung als unzureichend erachten – Gelegenheit zur Einreichung einer fachärztlichen kar-
diologischen Beurteilung zu geben, hat sie den Untersuchungsgrundsatz verletzt. Im Rahmen 
ihrer Abklärungspflicht von Amtes wegen wäre sie vielmehr verpflichtet gewesen, in dieser Hin-
sicht weitere Abklärungen vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. März 2013, 
8C_943/2012, E. 3.4; Audit letter TCIN, Ausgabe November 2013, S. 5 f.).  
 
6.4 Aufgrund dieser Ausführungen ist festzuhalten, dass der Sachverhalt im Zusammen-
hang mit dem Ausnahmetatbestand gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG nicht genügend abgeklärt 
ist, da beweismässig nicht klar feststeht, ob die Fortführung des Arbeitsverhältnisses bei der 
C.____ AG unter den geänderten Vertragsbedingungen dem Versicherten aus gesundheitlichen 
Gründen zumutbar gewesen wäre. Beruht der angefochtene Entscheid auf einer unvollständigen 
Sachverhaltsfeststellung, ist die Beschwerde gutzuheissen und die Angelegenheit zur weiteren 
Abklärung und zur Neubeurteilung an die Arbeitslosenkasse zurückzuweisen. 
 
7. Bei diesem Ergebnis muss die Angemessenheit der verfügten Einstelltage grundsätzlich 
nicht überprüft werden. Es ist jedoch in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass bei 
Einstellungen nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV die Bestimmung von Art. 45 Abs. 4 AVIV, wonach 
bei einer Ablehnung einer zumutbaren Arbeit von einem schweren Verschulden ausgegangen 
wird, rechtsprechungsgemäss lediglich die Regel bildet, von welcher beim Vorliegen von beson-
deren Umständen im Einzelfall abgewichen werden darf (BGE 130 V 125 E. 3.2). Insofern ist das 
Ermessen der Arbeitslosenkasse nicht auf eine Einstellungsdauer im Rahmen eines schweren 
Verschuldens beschränkt, sondern es lässt auch eine mildere Sanktion zu (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts vom 10. Februar 2003, C 135/02, E. 3.1). Die von der Arbeitslosenkasse vorgenom-
mene Einstellung in der Anspruchsberechtigung für die Dauer von 31 Tagen ist die Mindestanzahl 
des gesetzlich vorgegebenen Einstellmasses für ein schweres Verschulden (Art. 44 Abs. 3 lit. c 
AVIV). Unter Berücksichtigung, dass die Einstellung in der Anspruchsberechtigung bei einer 
selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit praxisgemäss 36 Tage beträgt, hat sie aufgrund der Schwie-
rigkeiten am Arbeitsplatz, der gesundheitlichen Probleme und des Verhaltens der Arbeitgeberin 

 

 
 
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insgesamt fünf Einstelltage abzogen. Dagegen hat sie das Vorliegen von besonderen Umstände, 
welche eine Abweichung von diesem Verschuldensmassstab rechtfertigen würden, verneint. Die-
ser Ansicht kann nicht ohne weiteres gefolgt werden. Die Arbeitslosenkasse hat vorliegend der 
vom Versicherten geltend gemachten funktionellen Degradierung und deren allfälligen Auswir-
kungen auf den psychischen Gesundheitszustand zu wenig Beachtung geschenkt. Die vorlie-
gende Rückstufung nach rund 40 Jahren Tätigkeit in der gleichen Firma hat etwas Kränkendes; 
dies umso mehr als die Arbeit des Versicherten nie beanstandet worden ist. Der mit der Vertrags-
änderung verbundene berufliche Abstieg verletzt den Berufsstolz und das Sozialprestige des Ver-
sicherten. Dass er eine solche Rückstufung unter diesen Umständen nicht einfach hinnehmen 
wollte, ist nachvollziehbar bzw. bis zu einem bestimmten Grad entschuldbar. Demzufolge liegen, 
selbst wenn grundsätzlich von einem zumutbaren Verbleib in der Firma auszugehen wäre, be-
sondere Umstände vor, welche es rechtfertigen, hier von einem mittelschweren oder sogar leich-
ten Verschulden auszugehen. So ist auch das damalige Eidgenössische Versicherungsgericht 
(EVG; heute Bundesgericht) in einem ähnlich gelagerten Fall, in welchem ein Verkaufsleiter, dem 
gekündigt wurde, weil er im Rahmen einer Umstrukturierung des Betriebes nicht mit einer funkti-
onellen Rückstufung einverstanden war, von einem leichten Verschulden mit einer Einstellungs-
dauer von 15 Tagen ausgegangen (vgl. Urteil des EVG vom 27. März 1986, zitiert in: HARDY 
LANDOLT, Das Zumutbarkeitsprinzip im schweizerischen Sozialversicherungsrecht, Zürich 1995, 
S. 430). 
 
8.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Beim Entscheid über die Verlegung der Verfah-
rens- und der Parteikosten ist grundsätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kan-
tonsgericht eine bei ihm angefochtene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weite-
ren Vorgehen im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz 
zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsie-
gende und die Verwaltungsbehörde als unterliegende Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2 sowie 
132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen). 
 
8.2 Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kosten-
pflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Da das AVIG keine grundsätzliche 
Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. 
 
8.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist dem Versicherten 
eine Parteientschädigung zu Lasten der Arbeitslosenkasse zuzusprechen. Sein Rechtsvertreter 
hat in seiner Honorarnote vom 28. September 2021 für das vorliegende Beschwerdeverfahren 
einen Zeitaufwand von 9,35 Stunden ausgewiesen. Dieser Aufwand erweist sich umfangmässig 
in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Die Bemü-
hungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle 
zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen (vgl. § 3 Abs. 1 der 
Tarifordnung für Anwältinnen und Anwälte vom 17. November 2003). Ebenfalls nicht zu bean-
standen sind die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 76.10. Dem Versicherten 
ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'599.45 (9,35 Minuten à Fr. 250.-- 

 

 
 
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zuzüglich Auslagen von Fr. 76.10 und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Arbeitslosenkasse 
zuzusprechen. 
 
9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbstständig eröffnete Zwischenentscheide 
sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegeh-
ren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 
würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 
bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2).  
 
9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten  
Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachste-
hende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
 

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtenen Einspracheent-
scheid der Öffentlichen Arbeitslosenkasse vom 10. Mai 2021 aufgehoben 
und die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der 
Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Öffentliche 
Arbeitslosenkasse Baselland zurückgewiesen 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland hat dem Beschwerdeführer 
eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'599.45 (inkl. Auslagen + 
7,7 % Mehrwertsteuer) zu bezahlen.