# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6179390f-0922-5f57-b44c-4c4465acef44
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 02.03.2015 IV 2013/132
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-132_2015-03-02.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/132

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 11.05.2020

Entscheiddatum: 02.03.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 02.03.2015
Würdigung der medizinischen Aktenlage. Ermittlung des Invaliditätsgrades 
anhand Einkommensvergleich; Tabellenlohnabzug von 15% (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. März 2015, IV 
2013/132).

Versicherungsrichterin Marie Löhrer (Vorsitz), Versicherungsrichter Joachim Huber,

Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Ahmet Birguel

Entscheid vom 2. März 2015

in Sachen

A.___.

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Michael Schöbi, Erlenweg 15, Postfach 538, 

9450 Altstätten SG,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A.

A.a  A.___ war seit 1984 bei B.___ AG als Maurer tätig (IV-act. 14 und 16). Am 2. 

September 2009 meldete er sich wegen Rückenproblemen bei der IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1).

A.b  Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) hielt nach Rücksprache mit dem Hausarzt 

des Versicherten, Dr. med. C.___, Allgemeinmedizin FMH, fest, dass es sich beim 

Versicherten um einen grundsätzlich sehr arbeitswilligen Mann handle, der vor seinem 

Rückenleiden nur sporadisch ärztliche Hilfe in Anspruch genommen habe. Im März 

2009 sei er wegen einer Diskushernie L4/5 operiert worden. Deswegen sei er in seiner 

Tätigkeit als Maurer seit dem 18. März 2009 und für immer voll arbeitsunfähig. Für 

adaptierte Tätigkeiten schätze Dr. C.___ die Arbeitsfähigkeit auf höchstens 50% ein. 

Diese Beurteilung sei jedoch nicht nachvollziehbar. Aus versicherungsmedizinischer 

Sicht verfüge der Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit ab sofort über eine volle 

Arbeitsfähigkeit (vgl. RAD FI-Gesprächsprotokoll vom 21. September 2009 [IV-act. 20] 

und RAD Aktennotiz vom 21. September 2009 [IV-act. 12]).

A.c  Im Oktober 2009 kündigte die Arbeitgeberin dem Versicherten das 

Arbeitsverhältnis per 31. Januar 2010, weil dieser im Baugewerbe nicht mehr 

einsatzfähig sei (IV-act. 21). Die IV-Stelle führte daraufhin mit dem Versicherten ein 

Eingliederungsgespräch durch (vgl. Assessmentprotokoll vom 22. Oktober 2009; IV-

act. 23). Gestützt auf das Eingliederungsgespräch, worin der Versicherte erklärt habe, 

er fühle sich nicht in der Lage, einer geregelten Tätigkeit nachzugehen, schloss die IV-

Stelle die Arbeitsvermittlung ab (Mitteilung vom 29. Dezember 2009; IV-act. 25).

B.

B.a  Die IV-Stelle holte weitere Arztberichte ein (vgl. IV-act. 26, 27, 29, 35, 41 und 

Fremdakten act. G 3.2) und stellte mit Vorbescheid vom 10. Januar 2011 fest, dass der 

Versicherte gemäss Ergebnis der medizinischen Abklärungen in seiner bisherigen 

Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei. In adaptierter Tätigkeit sei er indes zu 80% 

arbeitsfähig. Daraus ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 31% und zeigte 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

dem Versicherten an, dass sein Begehren um eine Invalidenrente abgewiesen werde 

(IV-act. 46).

B.b  Gegen den Vorbescheid erhob der Versicherte Einwand (11. Februar 2011) und 

verlangte ein rheumatologisch-orthopädisches Gutachten (IV-act. 50). Er stützte sich 

dabei auf einen Untersuchungsbericht von Dr. med. D.___, FMH Rheumatologie, vom 

2. Februar 2011. Darin attestierte ihm Dr. D.___ für mittelschwere Tätigkeiten eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-act. 53). Die IV-Stelle holte daraufhin 

bei Dr. D.___ zwei weitere Berichte ein (Berichte vom 17. August 2011 [IV-act. 63-1 ff.] 

und vom 24. August 2011 [IV-act. 62-1 f.]) und veranlasste bei der MEDAS Ostschweiz 

ein polydisziplinäres Gutachten. Das Gutachten wurde am 26. März 2012 erstellt. Darin 

befanden die untersuchenden Ärzte, dass der Versicherte für adaptierte Tätigkeiten zu 

80% arbeitsfähig sei (IV-act. 76).

B.c  Gestützt auf das MEDAS Gutachten stellte die IV-Stelle dem Versicherte erneut 

einen Vorbescheid (2. Mai 2012) zu, worin sie die Abweisung des Rentengesuchs 

vorsah (IV-act. 80). Der Versicherte erhob auch dagegen Einwand (IV-act. 81). Die 

MEDAS Ostschweiz nahm zu den Einwendungen des Versicherten Stellung (11. 

Oktober 2012; IV-act. 87). Der Versicherte entgegnete auf die MEDAS-Stellungnahme 

wiederum mit weiteren Rügen (7. Dezember 2012; IV-act. 92), woraufhin die MEDAS 

abermals eine Stellungnahme einreichte und an ihren Ausführungen festhielt (10. 

Januar 2013; IV-act. 95). Mit Verfügung vom 19. Februar 2013 wies die IV-Stelle 

schliesslich den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente ab (IV-act. 99).

C.

C.a  Mit Eingabe vom 21. März 2013 erhebt der Beschwerdeführer gegen die 

Verfügung vom 19. Februar 2013 Beschwerde und beantragt, die Verfügung sei 

aufzuheben und es sei ihm eine ganze Invalidenrente ab 2. März 2010 zuzusprechen, 

unter Rückweisung der Sache zur Festlegung der Rentenbeträge an die 

Beschwerdegegnerin. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit 

zur Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge. Ferner ersucht der Beschwerdeführer um unentgeltliche 

Rechtspflege mit Rechtsverbeiständung (act. G 1).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.b  Mit Beschwerdeantwort vom 16. Mai 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

C.c  Mit Präsidialentscheid vom 17. Mai 2013 gewährt das Versicherungsgericht dem 

Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von Gerichtskosten und 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das vorliegende Verfahren 

(act. G 4).

C.d  Mit Replik vom 17. Juni 2013 hält der Beschwerdeführer an seinen 

Rechtsbegehren fest (act. G 6). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine weitere 

Stellungnahme (vgl. act. G 8).

Erwägungen:

1. 

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente.

1.1 Nach Ausführung des Beschwerdeführers sei es unbestritten, dass er seine 

bisherige Tätigkeit als Maurer seit März 2009 behinderungsbedingt nicht mehr ausüben 

könne. Unterschiedlich seien dagegen die Auffassungen, ob und welche angepassten 

Tätigkeiten ihm noch zumutbar seien und welche Folgen seine gesundheitliche 

Beeinträchtigung auf die Leistungsfähigkeit habe. Hierzu verweist der 

Beschwerdeführer auf Dr. D.___, der nebst einer sensiblen Polyneuropathie weitere 

Leiden anführe, namentlich Beschwerden im Bewegungsapparat und eine bestehende 

Tagesmüdigkeit wegen eines Schlafapnoesyndroms, die seine Leistungsfähigkeit 

ebenfalls einschränkten. Im MEDAS-Gutachten würden diese (zusätzlichen) 

Beschwerden jedoch ausser Acht gelassen. Die angenommene adaptierte Tätigkeit 

fusse daher auf einem medizinisch ungenügend abgeklärten Sachverhalt. Im Weiteren 

beanstandet der Beschwerdeführer, dass bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades der 

Einkommensvergleich falsch vorgenommen worden sei. Bei vollständiger 

Berücksichtigung der quantitativen und qualitativen Einschränkungen stehe ihm eine 

ganze Invalidenrente zu. Allenfalls seien zusätzliche medizinische Abklärungen 

vorzunehmen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.2 Die Beschwerdegegnerin stützt ihren Entscheid massgeblich auf das MEDAS-

Gutachten vom 26. März 2012 (IV-act. 76). Danach sei der Beschwerdeführer in seiner 

bisherigen Tätigkeit als Maurer seit März 2009 behinderungsbedingt nicht mehr 

arbeitsfähig. In einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe dagegen eine 

Arbeitsfähigkeit von 80%. Im Ergebnis ermittelt sie in der angefochtenen Verfügung 

durch Einkommensvergleich einen Invaliditätsgrad von 31% und weist das 

Leistungsbegehren ab (IV-act. 99). In der Beschwerdeantwort hält die 

Beschwerdegegnerin weiterhin dafür, dass auf das MEDAS-Gutachten abgestellt 

werden könne. Sie weist auf die weiteren Stellungnahmen der (MEDAS-) Gutachter hin, 

worin die Beanstandungen des Beschwerdeführers widerlegt würden. Abschliessend 

nimmt die Beschwerdegegnerin einen neuen Einkommensvergleich vor, worin sie unter 

anderem einen Leidensabzug von 10% gewährt und neu einen Invaliditätsgrad von 

38% ermittelt (act. G 3).

2. 

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Sie kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]).

2.2 Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die a.) ihre Erwerbsfähigkeit oder die 

Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b.) 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) sind; und c.) nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 

40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht ein 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 

70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, 

wenn sie mindestens zu 50%, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% 

invalid ist.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung bzw. das Gericht 

auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute 

zur Verfügung stellen. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren 

sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können 

(BGE 125 V 256 E. 4).

2.4 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen 

von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG). 

Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren gilt dabei der Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das Gericht die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das 

Gericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches 

gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 

Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen 

und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere 

medizinische These abstellt.

2.5 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind 

(BGE 125 V 351 E. 3a). Ein diesen Beweisanforderungen genügendes Gutachten, das 

im Verwaltungsverfahren eingeholt wurde, kann nicht in Frage gestellt werden, wenn 

und sobald die behandelnden Ärzte nachher zu einer unterschiedlichen Beurteilung 

gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. 

Anders verhält es sich, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht 

werden, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichtes vom 29. Juli 

2008, 9C_830/2007 E. 4.3 mit Hinweisen).

3. 

Zu prüfen ist zunächst, ob die vorliegende medizinische Aktenlage eine hinreichende 

Grundlage für die Beurteilung eines allfälligen Rentenanspruches bietet.

3.1

3.1.1 Ausschlaggebende medizinische Grundlage für die Beurteilung des vorliegenden 

Rentengesuchs ist das MEDAS-Gutachten vom 26. März 2012 (IV-act. 76). Das 

Gutachten basiert auf Untersuchungen in den Fachgebieten Psychiatrie, Neurologie 

und Orthopädie. Die psychiatrische Prüfung ergab, dass der Beschwerdeführer an 

keiner Erkrankung (mit oder ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) leide. In somatischer 

Hinsicht ermittelten die Gutachter folgende Diagnosen mit Einschränkung der 

zumutbaren Arbeitsfähigkeit:

- Radikulopathie L5 links mit leichtem sensomotorischem Ausfallsyndrom bei 

Discusprolaps auf Höhe L5 (ICD-10: M51.2);

- Spondylose Th12 bis L2 (M47.8);

- Osteochondrose L5/S1 (M51.9); und

- Mediale Gonarthrose linksbetont (M17).

Des Weiteren ermittelten die Gutachter folgende Diagnosen ohne wesentliche 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit:

- Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom mit/bei Apnoe-/Hyperpnoe-Index von 22,5h, Ent-

sättigungsindex von 18,3h, minimale Sättigung 87,4%;

- Beginnende, leichtestgradige Polyneuropathie bei Diabetes mellitus Typ 2 (ICD-10:  

63.2) ohne funktionelle Ausfälle; und

- Ruptur der langen Bicepssehne links (S46.1).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.1.2 Zusammengefasst stellten die Gutachter sodann fest, dass der Beschwerdeführer 

nach orthopädischer Einschätzung aufgrund der Rückenbeschwerden sowie des 

leichtgradigen sensomotorischen Ausfallsyndroms infolge der lumbalen Radikulopathie 

L5 seit dem Operationsdatum vom März 2009 in der angestammten Tätigkeit als 

Maurer arbeitsunfähig sei. In einer adaptierten Tätigkeit mit qualitativen 

Einschränkungen bestehe dagegen volle Arbeitsfähigkeit. Aus neurologischer Seite 

bestehe ein objektivierbares leichtgradiges sensomotorisches Ausfallsyndrom L5 links. 

Aus diesem Grunde bestehe eine leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20%, 

die sich durch einen erhöhten Pausenbedarf rechtfertige.

3.2

3.2.1 Dem MEDAS-Gutachten hält der Beschwerdeführer die Arztberichte von Dr. 

D.___ entgegen. Dr. D.___ hat den Beschwerdeführer mehrmals aus rheumatologischer 

Sicht untersucht. In seinem ersten Bericht vom 2. Februar 2011 diagnostizierte er ein 

chronisches lumboradikuläres Restsyndrom L5 links bei tiefgezogener Brustkyphose, 

degenerativen Veränderungen, muskulärer Dysbalance und Status nach Fenestration 

L4/5 li mit Sequestrektomie und Nukleotomie März 2009; eine beginnende Coxarthrose 

re mit Periarthropathia coxae; ein retropatelläres Schmerzsyndrom bds. rechtsbetont; 

ein Cervicalsyndrom; eine Ruptur der langen Bicepssehne li; ein Diabetes mellitus Typ 

II; ein leichtes bis mittelschweres Schlafapnoesyndrom sowie Adipositas (BMI: 32). Er 

hielt dazu fest, dass das chronische lumboradikuläre Restsyndrom L5 links nach 

Fenestration L4/L5 und Sequestrektomie im Vordergrund der Beschwerden stünde. 

Dabei liessen sich als objektive Befunde ein positiver Lasègue bei 60°, eine leichte 

Fussheberparese sowie eine Quadricepshypotrophie links als Hinweis für eine 

Minderbelastung des linken Beines nachweisen und kernspintomographisch bestünden 

narbige Veränderungen im Bereich der Nervenwurzel L5. Diese Befunde genügten, 

dass der Beschwerdeführer nicht mehr für die schwere Tätigkeit auf dem Bau 

arbeitsfähig sei. Die übrigen Diagnosen (Coxarthrose rechts, retropatelläre Schmerzen 

beidseits, Cervicalsyndrom sowie Diabetes mellitus Typ II mit sensibler 

Polyneuropathie) führten zwar einzeln nicht zu einer wesentlichen Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit für mittelschwere Tätigkeiten. Alle zusammen aber mit zusätzlich der 

Leistungseinbusse wegen des Schlafapnoe-Syndroms führten zu einer Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit für mittelschwere Tätigkeiten von sicher 50% (IV-act. 53). Nach 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einer weiteren Untersuchung im Mai 2011 hielt Dr. D.___ an seiner Beurteilung fest 

(Bericht vom 17. August 2011; IV-act. 63-1 ff.).

3.2.2 Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin nahm Dr. D.___ zu seinen Unter­

suchungsberichten mit Schreiben vom 24. August 2011 Stellung. Darin erklärte er, dass 

das Schlafapnoe-Syndrom im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) diagnostiziert worden 

sei (vgl. KSSG-Bericht vom 3. Mai 2007; IV-act. 62-14 f.). Der Beschwerdeführer 

berichte über eine mässige Tagesmüdigkeit und Einschlafstörungen. Auch die sensible 

Polyneuropathie sei vom KSSG diagnostiziert worden (vgl. KSSG-Bericht vom 30. 

August 2007; IV-act. 62-12 f.). Diese führe zu nicht belastungsabhängigen Schmerzen 

in beiden Füssen und Unterschenkeln, verbunden mit Dysästhesien. Für sich allein 

genommen führe sie nur zu einer leichten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für leichte 

bis mittelschwere Tätigkeiten im Rahmen von etwa 20%, weil der Beschwerdeführer 

vermehrt Pausen brauche, in denen er umhergehen könne. Im Übrigen hielt er daran 

fest, dass das lumboradikuläre Syndrom L5 bzw. die Schmerzen zusammen mit den 

übrigen Beschwerden von Seiten des Bewegungsapparates und der bestehenden 

Tagesmüdigkeit von Seiten des Schlafapnoesyndroms zu einer allgemeinen 

Einschränkung der Leistungsfähigkeit führten (IV-act. 62-2).

4. 

4.1 Bei der Würdigung des MEDAS-Gutachtens fällt ins Gewicht, dass es auf 

eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange umfassend ist. Die 

vom Beschwerdeführer geklagten Leiden werden in den somatischen und 

psychiatrischen Teilgutachten sowie im Gesamtgutachten berücksichtigt. Dabei 

werden die Anamnese und die Vorakten verwertet und die vom Beschwerdeführer 

geklagten Beschwerden eingehend gewürdigt. So werden relevante Verfahrensakten 

einzeln aufgelistet und zusammengefasst. Die widersprechenden Arztberichte bzw. 

Beurteilungen werden sodann eingehend diskutiert. Insgesamt erscheint das 

Gutachten nachvollziehbar und schlüssig, sodass grundsätzlich darauf abgestellt 

werden kann.

4.2

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.2.1 Haupteinwand des Beschwerdeführers gegen das MEDAS-Gutachten ist, dass 

die Gutachter in ihrer Beurteilung die ergänzenden Erkrankungen, namentlich die 

Beschwerden im Bewegungsapparat sowie die Schlafapnoe, nicht berücksichtigt 

hätten, obwohl nach Ausführungen von Dr. D.___ diese Beschwerden ebenfalls 

leistungseinschränkende Wirkungen entfalteten (act. G 1 und 6).

4.2.2 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers werden die Ausführungen von Dr. 

D.___, insbesondere hinsichtlich der ergänzenden Beschwerden, im MEDAS-Gutachten 

ausdrücklich erwähnt, berücksichtigt und auch diskutiert. So halten die Gutachter fest, 

dass Dr. D.___ unter Einbezug aller Diagnosen von einer Arbeitsunfähigkeit von 50% 

ausgehe. Seine unterschiedliche Einschätzung entstehe zum Teil dadurch, dass damals 

auch das Schlafapnoe-Syndrom und die Coxarthrose miteinbezogen worden seien. Die 

Coxarthrose könne aber zumindest klinisch nicht bestätigt werden. Das leichtgradige 

obstruktive Schlafapnoe-Syndrom, welches vom Beschwerdeführer in der Exploration 

nicht (einmal) erwähnt worden sei, habe ebenso keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. 

Zudem hätte die Untersuchung auch keinen Hinweis auf eine funktionell wirksame 

ausgeprägte Polyneuropathie ergeben, welche gemäss der Aktenlage bisher auch 

elektro-physiologisch nicht verifiziert worden sei. Schliesslich weisen die Gutachter 

darauf hin, dass ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (für adaptierte Tätigkeiten) nur 

gering von derjenigen von Dr. D.___ abweiche. Während Dr. D.___ seine Einschätzung 

von 50% Arbeitsfähigkeit auf mittelschwere Tätigkeiten beziehe, richte sich ihre 

(MEDAS) Einschätzung von 80% Arbeitsfähigkeit auf leichte Tätigkeiten (IV-act. 76).

4.2.3 In ihrer Stellungnahme vom 11. Oktober 2012 erklären die Gutachter sodann, 

dass im Gutachten zu den Beschwerden Polyneuropathie und Schlafapnoe-Syndrom 

nur knapp Stellung genommen worden sei, weil vom Beschwerdeführer kein schwerer 

Leidensdruck geäussert worden sei, die Symptome für diese Krankheiten in der 

klinischen Untersuchung nur geringgradig ausgeprägt gewesen seien und diese 

Krankheiten letztlich nicht zu Fähigkeitsstörungen geführt hätten. Sie weisen ferner 

darauf hin, dass in den Berichten des KSSG (vgl. IV-act. 62-12 f. und 62-14 ff.) eine 

erhöhte Tagesschläfrigkeit im Rahmen des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms 

verneint worden sei (IV-act. 87). In ihrer letzten Stellungnahme vom 10. Januar 2013 

weisen die (MEDAS-) Gutachter schliesslich erneut darauf hin, dass Dr. D.___ die 

Arbeitsfähigkeit von 50% auf mittelschwere Tätigkeiten beziehe, während sie für 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

mittelschwere und schwere Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestierten 

(IV-act. 95).

4.3 Zusammenfassend steht damit fest, dass die MEDAS-Gutachter einerseits die vom 

Beschwerdeführer vorgebrachten ergänzenden Beschwerden des 

Bewegungsapparates und das Schlafapnoe-Syndrom in ihrer Beurteilung 

berücksichtigt haben und das Gutachten andererseits im Grunde nicht im Widerspruch 

zur Einschätzung von Dr. D.___ steht, zumal dessen Einschätzung einer 

Arbeitsfähigkeit von 50% sich (nur) auf mittelschwere Tätigkeiten und nicht auf leichte 

Tätigkeiten bezieht. Die Beanstandungen des Beschwerdeführers vermögen den 

Beweiswert des MEDAS-Gutachtens somit nicht zu entkräften. Im Ergebnis besteht 

kein Anlass, vom MEDAS-Gutachten und der darin enthaltenen Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit abzuweichen. Aus dem Gutachten ergibt sich, dass der 

Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten Tätigkeiten zu 80% arbeitsfähig ist.

5. 

Zu prüfen bleibt die erwerbliche Auswirkung der festgestellten Einschränkung auf die 

Arbeitsfähigkeit bzw. der Invaliditätsgrad.

5.1 Die Ermittlung des Invaliditätsgrades erfolgt vorliegend aufgrund eines 

Einkommensvergleichs (vgl. Art. 16 ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der 

Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden 

hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und 

einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der 

Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 

BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).

5.2 Zu ermitteln ist demnach zunächst das Valideneinkommen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.2.1 Für die Ermittlung des ohne invalidisierenden Gesundheitsschadens erzielbaren 

Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person 

aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber sonst bei unveränderten 

Verhältnissen verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b). Dabei ist in der 

Regel vom zuletzt - das heisst grundsätzlich vor dem Beginn der ganzen oder 

teilweisen Arbeitsunfähigkeit - erzielten (Brutto-) Verdienst auszugehen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 22. September 2009, 8C_143/2009, E. 2.2.1).

5.2.2 Der Beschwerdeführer war letztmals im Jahr 2008 ganzjährig und ohne 

wesentlichen krankheitsbedingten Unterbruch arbeitstätig. Auszugehen (Vergleichsjahr) 

ist deshalb vom Verdienstjahr 2008, wie das auch die Beschwerdegegnerin in ihrer 

Beschwerdeantwort (act. G 3) richtigerweise getan hat. Dies wird vom 

Beschwerdeführer nicht beanstandet. Das Einkommen des Beschwerdeführers betrug 

im Jahr 2008 Fr. 69'756.-- (IV-act. 14).

5.3 Zu prüfen ist als Nächstes das Invalideneinkommen.

5.3.1 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist 

kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die 

versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 

ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch 

herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 

E. 3b/aa f.; BGE 129 V 472 E. 4.2.1).

5.3.2 Der Beschwerdeführer geht seit der Kündigung seiner letzten Anstellung bzw. seit 

18. März 2009 keiner Erwerbstätigkeit mehr nach, sodass für die Ermittlung des 

Invalideneinkommens vom Tabellenlohn auszugehen ist. Die Beschwerdegegnerin hat - 

ausgehend vom statistischen Jahreslohn 2008 für Tätigkeiten des Anforderungsniveaus 

4, Männer (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der 

Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015) - ein Invalideneinkommen von Fr. 59'979.-- 

(bei 100%) ermittelt (act. G 3). Dieser Betrag ist zutreffend.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.3.3 Der Bestimmung des Invalideneinkommens ist die gutachterlich bescheinigte 

Arbeitsfähigkeit von 80% zugrunde zu legen. Somit ergibt das Einkommen des 

Beschwerdeführers - angepasst an die Restarbeitsfähigkeit von 80% - Fr. 47'983.-- (Fr. 

59'979.-- x 0.8).

5.4 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens zusätzlich zu berücksichtigen ist, dass 

versicherte Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen selbst bei zumutbaren 

Verweisungstätigkeiten oft das Lohnniveau gesunder Arbeitnehmerinnen und 

Arbeitnehmer nicht erreichen. Nebst gesundheitlichen Problemen können sich 

persönliche Merkmale der versicherten Person wie Art und Ausmass der Behinderung, 

Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und 

Beschäftigungsgrad auf das hypothetische Invalideneinkommen auswirken (BGE 124 V 

321 E. 3b). Je nach Ausprägung kann die versicherte Person deswegen die 

verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur 

mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b). Es 

handelt sich um einen allgemeinen behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 75 E. 

5a/bb). Dabei ist der Abzug unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 

25% zu begrenzen (BGE 134 V 322 E. 5.2).

5.4.1 Als Abzugsgründe macht der Beschwerdeführer seine Teilzeiterwerbsfähigkeit, 

sein hohes Alter (Jahrgang 1952), seine langjährige Betriebszugehörigkeit (seit 1984 im 

selben Unternehmen) sowie seine Nationalität (E.___- Staatsangehöriger, Nicht-EU-

Mitglied) und Aufenthaltskategorie (Aufenthaltsbewilligung C) geltend. Insgesamt sei 

daher ein Abzug von 30% zu gewähren.

5.4.2 Die MEDAS-Gutachter umschreiben die leidensangepasste Tätigkeit 

folgendermassen: rückenschonende Arbeiten, Wechselbelastung, Vermeiden von 

Heben von mehr als 10kg sowie von Rotationsbewegungen, keine rein stehende Arbeit, 

keine Zwangshaltungen in Inklination des Oberkörpers, kein Knien, Positionswechsel 

zwischen Sitzen, Stehen und Gehen müssten möglich sein. Hinzukommend zu 

berücksichtigen sind das fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers (Jahrgang 

1952, d.h. im Zeitpunkt des angefochtenen Verfügung bald 61 Jahre alt) bzw. die ihm 

lediglich noch zur Verfügung stehende Aktivitätsdauer von wenigen Jahren (zum 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

fortgeschrittenen Alter als von der Rechtsprechung anerkannter Abzugsgrund siehe 

Urteile des Bundesgerichts vom 2. April 2013, 8C_154/2013, E. 3.3.2, und vom 24. Juli 

2013, 9C_334/2013, E. 3, sowie die Rechtsprechungsübersicht bei Philipp Geertsen, 

Der Tabellenlohnabzug, in: Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.], JaSo 2012, St. Gallen 

2012, S. 144, Fn 26 und 28) und der Wechsel in ein neues Tätigkeitsgebiet, in dem der 

Beschwerdeführer keinerlei Erfahrungen hat (Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 

2008, 8C_404/2007, E. 4.2.2).

5.4.3 Den zahlreichen Einschränkungen wird der von der Beschwerdegegnerin 

vorgeschlagene Abzug von 10% nicht vollumfänglich gerecht. In ähnlichen 

Konstellationen hat das Versicherungsgericht bisher stets einen Abzug von mindestens 

15% gewährt (vgl. Urteile des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. 

September 2014, IV 2012/267, E. 4.3; vom 26. Juni 2014, IV 2012/411, E. 3.3; und vom 

13. Dezember 2011, IV 2009/324, E. 3). Auch im vorliegenden Fall erscheint ein Abzug 

von 15% als gerechtfertigt. Nachdem der Beschwerdeführer über eine 

Niederlassungsbewilligung verfügt, rechtfertigen weder seine Nationalität noch sein 

Aufenthaltsstatus einen höheren Tabellenlohnabzug (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 20. Oktober 2011, 8C_594/211, E. 5). Ob ein höherer Abzug (wegen den weiteren 

geltend gemachten Einschränkungen) angebracht wäre, kann zudem offenbleiben, da 

es im Ergebnis ohne Bedeutung ist, ob vorliegend ein Abzug von 15% oder (maximal) 

25% gewährt wird. In beiden Fällen resultiert derselbe Rentenanspruch, wie 

nachfolgend aufgezeigt wird. Bei einem Tabellenlohnabzug von 15% resultiert ein 

Invalideneinkommen von Fr. 40'786.-- (Fr. 47'983.-- x 0.85).

5.5 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 69'756.-- (vgl. vorstehende E. 5.2.2) und 

einem Invalideneinkommen von Fr. 40'786.-- (vgl. vorstehende E. 5.4.3) beträgt die 

Erwerbseinbusse Fr. 28'970.-- (Fr. 69'756.-- - Fr. 40'786.--). Der Invaliditätsgrad ergibt 

demnach 42% ([Fr. 28'970.-- / Fr. 69'756.--] x 100). Bei einem Tabellenlohnabzug von 

maximal 25% würde der Invaliditätsgrad 48% betragen. Damit hat der Beschwerde­

führer Anspruch auf eine Viertelsrente.

6.  Abschliessend ist zu prüfen, ab wann der ermittelte Anspruch auf eine Viertelsrente 

besteht.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.1 Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach 

Geltendmachung des Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 ATSG), jedoch frühestens im 

Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG). Zu 

berücksichtigen ist ferner, dass Versicherte während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig sein müssen (sog. 

Wartejahr; vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG).

6.2 Der Beschwerdeführer meldete sich am 2. September 2009 zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Unter Berücksichtigung der 

sechsmonatigen Frist (Art. 29 Abs. 1 IVG) ist der Zeitpunkt des frühestmöglichen 

Rentenbeginns der 1. März 2010.

6.3 Das Wartejahr beginnt mit der (andauernden) Arbeitsunfähigkeit im angestammten 

Beruf. Gemäss MEDAS-Gutachten hat die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers 

mit dem Datum der Operation im März 2009 begonnen (IV-act. 76-27). Das Wartejahr 

begann damit im März 2009 und endete im März 2010. Damit besteht der Anspruch 

des Beschwerdeführers auf eine Viertelsrente ab 1. März 2010.

7. 

7.1 Damit ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die angefochtene Verfügung 

vom 19. Februar 2013 aufzuheben. Dem Beschwerdeführer ist ab 1. März 2010 eine 

Viertelsrente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der 

geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Praxisgemäss ist die Gerichtsgebühr für das 

vorliegende Verfahren auf Fr. 600.-- festzulegen. Obwohl der Beschwerdeführer 

mindestens eine halbe Rente beantragt hat, liegt keine Überklagung vor (Urteil des 

Bundesgerichts vom 3. Dezember 2010, 8C_568/2010, E. 4.1). Es ist von einem 

Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen. Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- ist 

deshalb vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

7.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote eingereicht. Aufgrund 

der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand ist dem Beschwerdeführer eine 

Parteientschädigung von praxisgemäss Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zuzusprechen. Bei diesem Ergebnis erübrigt sich die Festsetzung 

einer Entschädigung aus der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.  In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 19. Februar 2013 

aufgehoben. Dem Beschwerdeführer wird eine Viertelsrente ab 1. März 2010 

zugesprochen. Die Sache wird zur Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten 

Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.  Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von 

Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 02.03.2015
	Würdigung der medizinischen Aktenlage. Ermittlung des Invaliditätsgrades anhand Einkommensvergleich; Tabellenlohnabzug von 15% (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. März 2015, IV 2013/132).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T09:15:42+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen