# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e3a12bca-f4e6-5aec-bb72-f55b299d5a8d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.06.2008 E-4024/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4024-2006_2008-06-30.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4024/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  J u n i  2 0 0 8

Richter Markus König (Vorsitz), Richter Hans Schürch, 
Richter François Badoud, 
Gerichtsschreiberin Eveline Chastonay.

A._______, geboren (...),
B._______, geboren (...),
C._______, geboren (...),
D._______, geboren (...),
alle Sri Lanka,
alle vertreten durch Klausfranz Rüst-Hehli, 
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz,

Vollzug der Wegweisung (Wiedererwägung); Verfügung 
des BFM vom 27. Dezember 2004 / N _______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4024/2006

Sachverhalt:

I.

A.
Die Beschwerdeführer reisten am 20. März 2003 unter Umgehung der 
Grenzkontrolle in die Schweiz ein, wo sie gleichentags ein Asylgesuch 
stellten. Mit Verfügung vom 25. April 2000 trat das Bundesamt gestützt 
auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht ein und verfügte die Wegweisung 
aus der Schweiz sowie den Vollzug.

Eine  gegen  diese  Verfügung  eingereichte  Beschwerde  vom 12.  Mai 
2000 hiess die damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommis-
sion (ARK) mit Urteil vom 10. Oktober 2000 gut, und die Sache wurde 
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz überwiesen.

B.
Mit Verfügung vom 31. Oktober 2000 stellte das Bundesamt fest, die 
Vorbringen  der  Beschwerdeführer  genügten  den  Anforderungen  an 
das Glaubhaftmachen eines asylrelevanten Sachverhalts nicht, lehnte 
die Asylgesuche ab und ordnete die Wegweisung an. Der Vollzug der 
Wegweisung wurde als zulässig, zumutbar und möglich qualifiziert.

Eine  dagegen am 1. Dezember  2000  bei  der  ARK eingereichte  Be-
schwerde wurde mit Urteil vom 5. Februar 2004 abgewiesen.

II.

C.
Am 8. April 2004 liessen die Beschwerdeführer durch ihren vormaligen 
Rechtsvertreter  um Wiedererwägung der Verfügung vom 31. Oktober 
2000 respektive um Revision des Urteils vom 5. Februar 2004 bezie-
hungsweise um Gewährung der vorläufigen Aufnahme ersuchen. 

Mit weiterer Eingabe vom 30. April 2004 zogen die Beschwerdeführer 
das Gesuch um Revision des Urteils vom 5. Februar 2004 zurück, hiel-
ten am Wiedererwägungsgesuch fest, wobei dieses auf die Frage der 
Flüchtlingseigenschaft ausgeweitet wurde.

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Mit Beschluss der ARK vom 3. Mai 2004 wurde das Revisionsgesuch 
als durch Rückzug gegenstandslos geworden abgeschrieben.

D.
Das  BFM  wies  das  Wiedererwägungsgesuch  im  Asyl-  und  Wegwei-
sungspunkt mit Verfügung vom 27. Dezember 2004 ab und stellte fest, 
die Verfügung vom 31. Oktober 2000 sei rechtskräftig und vollstreck-
bar.  Ferner  hielt  es  fest,  einer  allfälligen  Beschwerde  komme keine 
aufschiebende Wirkung zu. 

Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, weder die einge-
reichten Berichte und Fotografien noch generell die politische Entwick-
lung in Sri Lanka seien geeignet, die Flüchtlingseigenschaft  zu bele-
gen.  Hinsichtlich  der  gesundheitlichen  Situation  namentlich  der  Be-
schwerdeführerin sei  festzuhalten, dass die diesbezügliche komplexe 
Behandlungsmethode gemäss Abklärungen des Bundesamtes vor Ort 
– zu welchen Ergebnissen den Beschwerdeführern das rechtliche Ge-
hör gewährt worden sei – in Sri Lanka ebenfalls durchführbar sei. 

E.
Mit Beschwerde vom 13. Januar 2005 an die ARK beantragten die Be-
schwerdeführer durch ihren neu bevollmächtigten Rechtsvertreter die 
Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  vom 27.  Dezember  2004 
und  die  Feststellung  der  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
sowie die Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde.

Zum Beleg der Vorbringen reichten die Beschwerdeführer einen ärztli-
chen  Bericht  von  Dr.  med.  E._______  vom  5.  April  2004,  einen 
Ausschnitt  einer  geografischen Karte  Sri  Lankas (je  in  Kopie)  sowie 
einen Zeitungsartikel F._______ vom (...) (im Original) zu den Akten.

Mit Schreiben vom 18. Januar 2005 wurde nachträglich um Aktenein-
sicht ersucht.

F.
Mit verfahrensleitender Verfügung des zuständigen Instruktionsrichters 
vom 24. Januar 2005 wurde der Vollzug der Wegweisung für die Dauer 
des Beschwerdeverfahrens ausgesetzt sowie Einsicht in die Akten ge-
währt, soweit diese nicht bereits aus den früheren Verfahren bekannt 
sein mussten respektive bei  den vormaligen Rechtsvertretern  erhält-
lich gemacht werden konnten.

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G.
Mit  Eingabe vom 1. Februar  2005 liessen die  Beschwerdeführer  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  ersuchen.  Die  Belege 
hierfür – Lohnabrechnungen sowie Zusammenstellungen der Gesund-
heits- und Pflegekosten – wurden mit separater Post vom 2. Februar 
2005 zu den Akten gereicht. 

H.
In ihrer Vernehmlassung vom 9. Februar 2005 schloss die Vorinstanz 
auf Abweisung der Beschwerde. Diese Stellungnahme wurde den Be-
schwerdeführern am 14. Februar 2005 unter  Ansetzen einer Frist  zu 
allfälligen Gegenäusserungen zur Kenntnis gebracht. 

Die Beschwerdeführer reichten ihre Stellungnahme (nach einmalig ge-
währter Fristerstreckung) am 15. März 2005 zu den Akten. 

I.
Mit  Eingabe  vom 8.  April  2005  reichten  die  Beschwerdeführer  eine 
G._______ betreffend die Behandlungsmöglichkeiten bei Diabetes Typ 
1 im Norden Sri Lankas zu den Akten.

Am 22. April 2005 wurde ein Schriftenwechsel per Mail mit einem Ver-
treter  G._______,  am  6.  Juli  2006  ein  Artikel  aus  dem  St.  Galler 
Tagblatt und ein Artikel der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) vom 27. April 
2006, am 13. Dezember 2005 eine Honorarnote, am 22. August 2006 
ein Artikel der NZZ vom 19./20. April 2006, am 3. November 2006 ein 
Artikel  der NZZ vom 26. Oktober 2006, ein Auszug aus einem Buch 
von  J.P.  Larsson,  am  12.  Dezember  2006  ein  Zeitungsartikel  der 
"Frontline"  vom  19.  Dezember  2006  sowie  der  Times  of  India  vom 
29. November  2006  und  am  25.  Januar  2007  ein  Schreiben  eines 
srilankischen  Parlamentariers  vom  15.  Januar  2007  zu  den  Akten 
gereicht.

J.
Am 26. März 2007 wurde den Beschwerdeführern mitgeteilt, ihr hängi-
ges Verfahren sei per 1. Januar 2007 vom Bundesverwaltungsgericht, 
Abteilung V, übernommen worden.

K.
Am 30. März  2007 reichten die  Beschwerdeführer  zwei  weitere  Zei-
tungsartikel der NZZ, vom 14. (im Original) und 15. Dezember 2006 (in 

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Kopie) sowie eine Ergänzung zur Kostennote vom 13. Dezember 2005 
zu den Akten und ersuchten um rasche Entscheidfindung.

L.
Am  27.  Februar  2008  führte  der  zuständige  Instruktionsrichter  des 
Bundesverwaltungsgerichts  einen  weiteren  Schriftenwechsel  durch 
und ersuchte das Bundesamt um Einreichen einer ergänzenden Ver-
nehmlassung.

Die  Vorinstanz  beantragte  –  nach  gewährter  Fristerstreckung  –  am 
18. April  2008 die Abweisung der Beschwerde. Diese Stellungnahme 
wurde  den  Beschwerdeführern  am  29.  Mai  2008  zur  Kenntnis  ge-
bracht. 

M.
Mit Eingabe vom 6. Juni 2008 ergänzte der Rechtsvertreter die akten-
kundige Honorarnote vom 13. Dezember  2005 (Fax)  respektive vom 
30. März 2007 (erste Ergänzung per Fax) und führte dazu zwischen-
zeitlich weiter getätigte Aufwendungen auf.

Am 10. Juni 2006 ersuchten die Beschwerdeführer erneut um beför-
derliche Behandlung des Beschwerdeverfahrens.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vor-
liegt. Dazu gehören Verfügungen des BFM gestützt  auf  das  Asylge-
setz. Das Bundesverwaltungsgericht ist  entscheidet in diesem Bereich 
endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

Nachdem nach Lehre und Praxis Wiedererwägungsentscheide grund-
sätzlich wie die ursprüngliche Verfügung auf dem ordentlichen Rechts-

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mittelweg weitergezogen werden können, ist das Bundesverwaltungs-
gericht auch zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Wiederer-
wägungsbeschwerde.

1.2 Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich 
nach dem VwVG, soweit das VGG oder das AsylG nicht anderes be-
stimmen (Art. 37 VGG, Art. 6 AsylG).

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

2.
Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht; die Beschwer-
deführer sind legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 f., Art. 50 und 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten.

3.
Die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ist ein gesetzlich nicht 
geregelter Rechtsbehelf, auf dessen Behandlung durch die verfügende 
Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht. Gemäss herrschender 
Lehre  und  ständiger  Praxis  des  Bundesgerichts  wird  jedoch  aus 
Art. 29  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft vom 18. April  1999 (BV, SR 101) unter bestimmten Vorausset-
zungen ein verfassungsmässiger Anspruch auf Wiedererwägung abge-
leitet (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 mit weiteren Hinweisen). Danach ist auf 
ein Wiedererwägungsgesuch einzutreten, wenn sich der rechtserhebli-
che Sachverhalt seit  dem ursprünglichen Entscheid beziehungsweise 
seit  dem Urteil  der mit  Beschwerde angerufenen Rechtsmittelinstanz 
in wesentlicher Weise verändert hat und mithin die ursprüngliche (feh-
lerfreie)  Verfügung  an  nachträglich  eingetretene  Veränderungen  der 
Sachlage  anzupassen ist. Sodann können auch Revisionsgründe ei-
nen  Anspruch  auf  Wiedererwägung  begründen,  sofern  sie  sich  auf 
eine  in  materielle  Rechtskraft  erwachsene  Verfügung  beziehen,  die 
entweder unangefochten geblieben oder  deren Beschwerdeverfahren 
mit einem formellen Prozessurteil abgeschlosssen worden ist. Ein sol-
chermassen  als  qualifiziertes  Wiedererwägungsgesuch  zu  bezeich-
nendes Rechtsmittel ist grundsätzlich nach den Regeln des Revisions-
verfahrens  zu  behandeln  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2003  Nr. 17  E. 2a 
S. 103 f. mit weiteren Hinweisen). 

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4.

4.1 Den Anspruch  auf  Behandlung  als  Wiedererwägungsgesuch  hat 
die Vorinstanz vorliegend nicht in Abrede gestellt, und sie ist materiell 
auf das Gesuch eingetreten. Damit hat das Bundesverwaltungsgericht 
zu prüfen, ob die Vorinstanz das Gesuch zu Recht abgewiesen hat.

4.2 Die Rechtsbegehren in der Beschwerde gegen die Ablehnung des 
Wiedererwägungsgesuches  durch  die  Vorinstanz  beschränken  sich 
ausdrücklich auf die Frage des Vollzugs der Wegweisung, weshalb vor-
liegend entsprechend nur das Vorhandensein allfälliger Vollzugshinder-
nisse vor dem Hintergrund der Frage zu prüfen ist, ob sich diesbezüg-
lich seit Erlass der in Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 31. Ok-
tober 2000 eine entscheidwesentliche Veränderung im oben genann-
ten Sinne ergeben hat.

4.3 Nachdem diese Frage,  wie  im Folgenden dargelegt,  zu  bejahen 
sein  wird,  kann  die  Berechtigung  der  prozessualen  Rügen  der  Be-
schwerdeführer offen bleiben.

5.

5.1 Das  Bundesamt  führte  in  seiner  Verfügung  vom  27.  Dezember 
2004 bezüglich der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
im  Wesentlichen  aus,  eigens  durchgeführte  Abklärungen  H._______ 
Sri Lanka hätten ergeben, dass die Behandlungsmethode, welche die 
Beschwerdeführerin für ihre schwere Diabetes benötige, in Sri Lanka 
gewährleistet  sei.  Damit  würden  keine  medizinischen Gründe  gegen 
die Zumutbarkeit der Wegweisung der Beschwerdeführerin sprechen, 
zumal  die  Möglichkeit  bestehe,  eine  individuelle  medizinischen 
Rückkehrhilfe zu beantragen.

5.2 Auf Beschwerdeebene (namentlich in den Eingaben vom 13. Janu-
ar  2005  und  1.  Februar  2005  sowie  in  der  Stellungnahme  vom 
15. März 2005) wird diesen Ausführungen der Vorinstanz entgegenge-
halten, dass darin weder die Frage der Erhältlichkeit noch der Finan-
zierbarkeit der notwendigen und aufwändigen medizinischen Behand-
lung der Beschwerdeführer abgehandelt würden. Der Beschwerdefüh-
rer  habe  keine  Berufsausbildung  und  keine  besonderen  praktischen 
Berufskenntnisse und könne auch nicht  auf  ein verwandtschaftliches 
Netz  zurückgreifen;  die  Beschwerdeführer  müssten  für  die  medizini-
sche  Behandlung  selber  aufkommen.  Es  erscheine  jedoch  ausge-
schlossen, dass die Familie über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit 

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verfüge,  um  die  lebenswichtigen  teuren  Medikamente  und 
Behandlungen  zu  finanzieren.  Es  sei  daher  abzuklären,  ob  ein 
menschenwürdiges  Leben unter  diesen Umständen in  Sri  Lanka als 
gesichert  angesehen  werden  dürfe. Da  die  Verfügung  diesbezüglich 
die Begründungspflicht und den Untersuchungsgrundsatz verletze, sei 
die  Streitsache  zur  Neubeurteilung  an  das  BFM  zurückzuweisen, 
allenfalls  seien  die  entsprechenden  Abklärungen  durch  die 
Beschwerdeinstanz  vorzunehmen  oder  durch  Fristansetzung  an  die 
Beschwerdeführer von diesen vornehmen zu lassen. 

Zudem habe  das Herkunftsgebiet  der  Beschwerdeführer,  K._______ 
durch  das  schwere  Seebeben  vom  26.  Dezember  2004  massiven 
Schaden erlitten. Dadurch werde die  Erhältlichkeit  der  Medikamente 
als solche erheblich erschwert. Namentlich in der Stellungnahme vom 
15.  März  2005  wird  sodann  darauf  hingewiesen,  der  behandelnde 
Hausarzt habe seine Bedenken geäussert, dass im Falle eines Weg-
weisungsvollzugs  in  der  Familie  eine  gewalttätige  Kurzschlusshand-
lung, namentlich im Sinne eines erweiterten Suizids, zu befürchten sei, 
nachdem der Beschwerdeführer in der gegenwärtigen Situation seine 
Anstrengungen zur wirtschaftlichen Verselbständigung der Familie als 
zerstört ansehen würde. Es sei bezüglich des Beschwerdeführers da-
her ein sozialpsychiatrischer Bericht sowie ein Bericht des Hausarztes 
einzuholen. 

5.3

5.3.1 Im Zusammenhang mit  der  –  vorliegend im wiedererwägungs-
rechtlichen Sinne –  vorzunehmenden Prüfung der  Frage der  Zumut-
barkeit  des  Wegweisungsvollzugs  interessiert  vorab die  Situation  im 
Heimat- oder Herkunftsland der Beschwerdeführer (vgl. Art. 83 Abs. 4 
des  Bundesgesetzes vom 16. Dezember  2005 über  die Ausländerin-
nen und Ausländer (AuG, SR 142.20):

Das Bundesverwaltungsgericht hat in dem zur Publikation in der amtli-
chen Sammlung (BVGE) vorgesehenen Leitentscheid vom 14. Februar 
2008 eine umfassende (teilweise Neu-)Beurteilung der Situation in Sri 
Lanka vorgenommen. Im Urteil  wird unter anderem festgestellt,  dass 
die Rückschaffung abgewiesener Asylgesuchsteller  aus Sri  Lanka in 
die im Norden der Insel gelegenen Gebiete nach wie vor nicht zumut-
bar ist,  und bei rückkehrenden Tamilen aus dem Norden oder Osten 
des Landes nur noch bei Vorliegen besonderer begünstigender Fakto-
ren (insbesondere tragfähiges Beziehungsnetz, gesicherte Wohnsitua-

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tion  und konkrete  Möglichkeiten  der  Existenzsicherung)  von der  Zu-
mutbarkeit der Inanspruchnahme einer innerstaatlichen Aufenthaltsal-
ternative  im Süden  Sri  Lankas,  namentlich  im  Grossraum Colombo, 
auszugehen ist. 

5.3.2 Vor diesem Hintergrund ist festzustellen, dass sich die Situation 
im Heimatland, namentlich im Grossraum Colombo, seit 2006 in einem 
erheblichen Masse verändert beziehungsweise verschlechtert hat, wo-
bei  das  Bundesverwaltungsgericht  dieser  neuen  Situation  mit  dem 
(oben in E. 5.3.1) genannten Urteil Rechnung getragen hat. Als Folge 
dieser Rechtsprechung gelangt das Bundesverwaltungsgericht mit Be-
zug auf den vorliegenden konkreten Fall ebenfalls zum Schluss, dass 
betreffend  der  Durchführbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  der  Be-
schwerdeführer von einer seit Abschluss des ordentlichen Asylverfah-
rens wesentlich geänderten Sachlage auszugehen und der Vollzug der 
Wegweisung bereits aus diesem Grund als unzumutbar im Sinne von 
Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren ist: 

5.3.3 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer als (...) 
im  I._______  geboren  und  aufgewachsen  ist.  Seine  Eltern  sind 
verstorben. Im Jahr (...) hat er die Beschwerdeführerin geheiratet und 
ist  nach  K._______  umgezogen. Im  Zeitpunkt  seiner  Ausreise  lebte 
lediglich  ein  Onkel  in  K._______.  Die  Beschwerdeführerin  ist 
K._______  aufgewachsen  und  hat  im  Zeitpunkt  ihrer  Ausreise  im 
Frühjahr  2000  ihre  Eltern  dort  zurückgelassen.  Die  diesbezüglichen 
Vorbringen sind von der Vorinstanz nicht in Zweifel gezogen worden. 
Aus  den  Akten  gibt  es  zudem  keinerlei  konkrete  Hinweise  für  ein 
tatsächlich bestehendes familiäres oder soziales Beziehungsnetz der 
Beschwerdeführer  im Grossraum Colombo. Weiter  ergeben sich  aus 
der  vorliegenden  Sachlage  auch  keine  anderen  begünstigenden 
Faktoren,  aufgrund  derer  davon  auszugehen  wäre,  dass  die 
Beschwerdeführer  über  eine  valable  innerstaatliche  Aufenthaltsal-
ternative im Süden des Landes verfügen würden. Zudem haben sie 
sich während den vergangenen acht Jahren nicht mehr im Heimatland 
aufgehalten.  Unter  diesem  Umständen  ist  nicht  davon  auszugehen, 
dass die aus dem Norden stammenden Beschwerdeführer im Gross-
raum Colombo auf ein tragfähiges Beziehungsnetz zurückgreifen kön-
nen. Ebensowenig können ihre Existenzsicherung und die Wohnsituati-
on als gesichert betrachtet werden. 

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Vorliegend kommen zudem erhebliche gesundheitliche Probleme der 
Beschwerdeführerin hinzu, welche an einer schweren Diabetes leidet, 
die nach einer sorgfältigen Behandlungsmethode verlangt. Weiter wer-
den auf Beschwerdeebene nachträglich aufgetretene gesundheitliche 
Probleme des  Beschwerdeführers  geltend gemacht  sowie  in  diesem 
Zusammenhang  um  entsprechende  medizinische  Abklärungen  er-
sucht. Vor dem Hintergrund der obigen Ausführungen zur Entwicklung 
der Situation in Sri Lanka können weitere Abklärungen sowohl betref-
fend die Krankheit der Beschwerdeführerin und die Beantwortung der 
sich dabei stellenden Fragen der Behandelbarkeit und Finanzierbarkeit 
sowie bezüglich der gesundheitlichen Probleme des Beschwerdefüh-
rers unterbleiben. 

5.4 In Würdigung aller Sachverhaltselemente kommt das Bundesver-
waltungsgericht  zum Schluss,  dass der  Vollzug der  Wegweisung der 
Beschwerdeführerin heute als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 
AuG  zu  qualifizieren  ist,  wobei  den  vorliegenden  Akten  keine 
Ausschlussgründe im Sinne von Art. 83 Abs. 7AuG zu entnehmen sind. 
Die  Voraussetzungen  für  die  Anordnung  ihrer  vorläufigen  Aufnahme 
sind damit erfüllt.

Die übrigen Familienangehörigen sind in die vorläufige Aufnahme der 

Ehefrau  respektive  Mutter  einzubeziehen  (vgl.  bereits  EMARK 1995 

Nr.  24  E.  10  f.).  Das  BFM ist  demnach  auch  anzuweisen,  die  vor-

läufige Aufnahme der übrigen Beschwerdeführer anzuordnen.

6.
Aus diesen Erwägungen ergibt  sich,  dass die Beschwerde gutzuhei-
ssen ist. Die angefochtene Verfügung vom 27. Dezember 2004 ist auf-
zuheben. Das BFM ist anzuweisen, die Beschwerdeführer vorläufig in 
der Schweiz aufzunehmen (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG und Art. 83 Abs. 4 
AuG).

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten auf-
zuerlegen. Damit wird das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gegenstandslos, und 
es ist darüber nicht zu befinden.

8.
Gemäss Art. 7 des Reglements über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 11. Dezember 2006 des Reg-

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lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) hat die ob-
siegende Partei Anspruch auf eine Parteientschädigung für die ihr er-
wachsenen notwendigen Kosten. Gestützt  auf  die  am 13. Dezember 
2005 eingereichte, am 30. März sowie am 6. Juni 2008 ergänzte, Kos-
tennote, deren Höhe als den vorliegenden Verfahrensumständen ange-
messen zu beurteilen ist, wird die durch die Vorinstanz zu begleichen-
de  Parteientschädigung  auf  insgesamt  Fr.  2'132.50  (inklusive  aller 
Auslagen) festgelegt. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben. Das BFM wird angewie-
sen, die Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführern für das Verfahren vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  eine  Parteientschädigung in  Höhe von Fr. 
2'132.50 zu entrichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: 
angefochtene Verfügung vom 27. Dezember 2004 im Original)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-
ten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)

- L._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Markus König Eveline Chastonay

Versand: 

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