# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c614bfcb-b403-5d94-8d66-f56d7645b953
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-09-20
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 20.09.2018 735 17 433/254
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_735-17-433-254_2018-09-20.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 20. September 2018 (735 17 433 / 254) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Berufliche Vorsorge 

 

 

Voraussetzungen für eine Prämienbefreiung im Rahmen eines Lebensversicherungsver-

trags der gebundenen Vorsorge der Säule 3a 

 

 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kantonsrich-

terin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Margit Campell 
 
 

Parteien A.____, Kläger, vertreten durch Roman Felix, Advokat, Hauptstrasse 
8, Postfach 732, 4153 Reinach 

  
 
gegen 
 
 

 Vaudoise Leben, Versicherungs-Gesellschaft AG, Avenue de Cour 
41, 1007 Lausanne, Beklagte, vertreten durch Dr. Beat Frischkopf, 
Rechtsanwalt, Bahnhofstrasse 24, Postfach, 6210 Sursee 
 

  
  
Betreff Leistungen aus gebundener Vorsorgepolice Säule 3a 
 
 
 
A.1 A.____ und die Vaudoise Leben, Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Versi-
cherung) schlossen per 1. März 2003 einen Lebensversicherungsvertrag im Rahmen der ge-
bundenen Vorsorge der Säule 3a ab. Es handelt sich um eine gemischte Erlebens- und Todes-
fallversicherung. Zusätzlich wurde bei Erwerbsunfähigkeit eine Prämienbefreiung nach einer 
Wartefrist von 3 Monaten vereinbart. 
 

 

 
 
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A.2 Am 27. Februar 2013 teilte A.____ der Versicherung mit, dass er seit dem 26. August 
2012 an einem multiplen Myelom leide und ersuchte um Prämienbefreiung. Diesem Begehren 
folgte die Versicherung und A.____ war nach Ablauf der Wartefrist ab 26. November 2012 von 
der Bezahlung der Prämien in Höhe von Fr. 2'500.-- p.a. befreit.  
 
A.3 Mit Verfügung vom 15. September 2014 sprach die IV-Stelle des Kantons Basel-
Landschaft (IV-Stelle) A.____ ab 1. August 2013 eine ganze Rente zu.  
 
A.4 Im Dezember 2015 leitete die IV-Stelle ein Rentenrevisionsverfahren ein. Nach Abklä-
rung des rechtserheblichen Sachverhalts eröffnete sie dem Versicherten am 23. Februar 2016, 
dass ein unveränderter Zustand vorliege, weshalb er weiterhin Anspruch auf eine ganze Invali-
denrente habe.  
 
B. Mit Schreiben vom 14. Juni 2016 teilte die Versicherung A.____ mit, dass sie seinen 
Anspruch auf die versicherten Leistungen bei Erwerbsunfähigkeit geprüft habe. Gestützt auf die 
Ausführungen ihres Vertrauensarztes Dr. med. B.____, FMH Innere Medizin, vom 3. März 
2016, wonach eine Arbeitsunfähigkeit nicht mehr attestiert werden könne, bestehe ab 1. Januar 
2016 keine Prämienbefreiung mehr. Daran hielt sie auf Intervention des Versicherten in ihren 
Schreiben vom 3. Oktober 2016 und 7. Februar 2017 fest.  
 
C. Am 28. Dezember 2017 reichte A.____, vertreten durch Advokat Roman Felix, beim 
Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), Klage gegen die Versi-
cherung ein. Er beantragte, die Beklagte sei zu verpflichten, ihm die Prämienbefreiung aus der 
gebundenen Vorsorgepolice (Säule 3a) ab 1. Januar 2016 zu gewähren und ihm Fr. 5'000.-- 
(Prämien 2016 und 2017) zurückzuerstatten; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung machte 
der Kläger im Wesentlichen geltend, dass die im Februar 2016 erfolgte Bestätigung der ganzen 
Invalidenrente der IV-Stelle auf den Ausführungen des Hausarztes Dr. med. C.____, FMH All-
gemeinmedizin, vom 15. Februar 2016 beruhe. Dieser habe einen unveränderten Zustand be-
stätigt. Auch der behandelnde Hämatologe PD Dr. med. D.____, FMH Hämatologie, Spital 
E.____, habe am 11. Dezember 2015 ausgeführt, dass er nicht arbeitsfähig sei. Daran habe er 
auch unter Berücksichtigung des Berichts von Dr. B.____ vom 3. März 2016 in einem Schreiben 
vom 12. Mai 2016 festgehalten. In den Berichten vom 4. September 2017 und 15. Dezember 
2017 bringe PD Dr. D.____ zum Ausdruck, dass der Kläger auch in einer angepassten Tätigkeit 
nicht in grösserem Umfang arbeitsfähig sei, weshalb er ab 1. Januar 2016 weiterhin von der 
Bezahlung der Prämien zu befreien sei. 
 
D. In ihrer Klageantwort vom 14. März 2018 schloss die Versicherung auf Abweisung der 
Klage. Sie führte im Wesentlichen aus, dass ihr Vertrauensarzt Dr. B.____ nach Überprüfung 
der ärztlichen Unterlagen zum Schluss gekommen sei, eine Arbeitsunfähigkeit sei in Bezug auf 
eine dem Gesundheitszustand angepasste Tätigkeit nicht nachvollziehbar. Dies rechtfertige 
sich auch unter Berücksichtigung der Berichte des Spitals E.____, welchen zu entnehmen sei, 
dass das multiple Myelon in Remission sei und der Kläger Spaziergänge unternehme und ins 
Fitness gehe. Die Aufhebung der Prämienbefreiung per 1. Januar 2016 sei daher zu Recht er-
folgt.  

 

 
 
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E. Anlässlich des zweiten Schriftenwechsels hielt der Kläger an seinen Anträgen fest 
(vgl. Replik vom 8. Mai 2018) und die Beklagte beantragte weiterhin die Abweisung der Klage. 
Zudem machte sie geltend, die Replik des Klägers sei verspätet eingereicht worden, weshalb 
sie aus dem Recht zu weisen sei (vgl. Duplik vom 12. Juli 2018). 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Bei der gebundenen Vorsorge im Rahmen der Säule 3a handelt es sich um eine aner-
kannte und steuerlich begünstigte berufliche Vorsorgeform im Sinne der Art. 82 Abs. 2 des 
Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) vom 
25. Juni 1982 und Art. 1 der Verordnung über die steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge 
an anerkannte Vorsorgeformen (BVV 3) vom 13. November 1985. Sich daraus ergebende Strei-
tigkeiten fallen in die Zuständigkeit der kantonalen Berufsvorsorgegerichte (Art. 73 BVG; Urteil 
des Bundesgerichts vom 11. Februar 2008, 163/06, E. 3.2). 
 
1.2 Nach Art. 73 BVG bezeichnet jeder Kanton ein Gericht, das als letzte kantonale Instanz 
über Streitigkeiten zwischen Vorsorgeeinrichtungen, Arbeitgebern und Anspruchsberechtigten 
entscheidet (Abs. 1). Gemäss Art. 54 Abs. 1 lit. h des kantonalen Gesetzes über die Verfas-
sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons-
gericht als Versicherungsgericht und als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Streitigkeiten 
zwischen Vorsorgeeinrichtungen, Arbeitgebern und Anspruchsberechtigten gemäss Art. 73 
BVG. Die Beklagte ist eine der Versicherungsaufsicht unterstellte Versicherungseinrichtung. Bei 
dem zwischen dem Kläger und der Beklagten abgeschlossenen Versicherungsvertrag handelt 
es sich um eine Versicherung auf den Erlebens- und Todesfall inklusive einer Prämienbefreiung 
für den Eintritt der Erwerbsunfähigkeit. Im Streit liegt demnach ein Versicherungsvertrag der 
Säule 3a, der zu den anerkannten Vorsorgeformen im Sinne von Art. 82 Abs. 2 BVG gehört. 
Demgemäss ist das Kantonsgericht sachlich zuständig. 
 
1.3 Gemäss Art. 73 Abs. 3 BVG ist Gerichtsstand der schweizerische Sitz oder Wohnsitz 
der Beklagten oder der Ort des Betriebes, bei dem die versicherte Person angestellt wurde. Die 
Beklagte hat ihren Sitz in Lausanne, weshalb sie keinen Gerichtsstand im Kanton Basel-
Landschaft begründen kann. In seinem Urteil vom 30. März 2009 (9C_944/2208) anerkannte 
das Bundesgericht jedoch entgegen dem Wortlaut von Art. 73 Abs. 3 BVG einen alternativen 
Gerichtstand am Wohnsitz des Versicherungsnehmers. Der Kläger wohnt in F.____. Damit ist 
die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen. Im Übrigen gilt auch nach Art. 1.17 
der Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) der Versicherung vom 1. September 1999, 
dass als Gerichtsstand der schweizerische Wohnsitz des Klägers in Frage kommt. Da auch die 
weiteren Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Klage einzutreten.  
 
2.1 In formeller Hinsicht beantragt die Beklagte, dass die Replik des Klägers vom 8. Mai 
2018 aus dem Recht zu weisen sei, weil diese verspätet eingereicht worden sei. Zur Begrün-
dung bringt sie vor, die Replik müsse gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts unverzüg-

 

 
 
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lich eingereicht werden, andernfalls davon auszugehen sei, dass auf eine (weitere) Stellung-
nahme verzichtet werde (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. März 2011, 5A_705/2010 
E.2.2). Da der Kläger spätestens am 18. April 2018 von der Klageantwort Kenntnis erhalten 
habe, die Replik vom 8. Mai 2018 aber erst 20 Tage später und damit nicht mehr 'unverzüglich' 
im Sinne der bundegerichtlichen Rechtsprechung eingereicht worden sei, dürfe sie im vorlie-
genden Verfahren nicht beachtet werden.  
 
2.2 Das Kantonsgericht hat mit Verfügung vom 17. April 2018 den Fall bereit erklärt und 
dem Kläger die Klageantwort vom 14. März 2018 zur Kenntnisnahme zugestellt. Gleichzeitig 
forderte es den Rechtsvertreter des Klägers auf, innert 20 Tagen seine Honorarnote einzu-
reichen. Dieser Aufforderung nachkommend ging am 9. Mai 2018 die Honorarnote ein. Gleich-
zeitig reichte der Kläger eine Replik ein, in welcher er zu den Ausführungen der Beklagten in 
der Klageantwort Stellung nahm.  
 
2.3.1 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft (BV) vom 18. April 1999 und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschen-
rechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 haben die Parteien eines Gerichts-
verfahrens Anspruch auf rechtliches Gehör. Diese Garantie umfasst auch das Recht, von den 
beim Gericht eingereichten Stellungnahmen Kenntnis zu erhalten und sich dazu äussern zu 
können (sog. Replikrecht: BGE 133 I 98 E. 2.1). Das Replikrecht hängt nicht von der Ent-
scheidrelevanz der Eingaben ab (BGE 138 I 154 E. 2.3.3). Die Wahrnehmung des Replikrechts 
setzt voraus, dass die von den übrigen Verfahrensbeteiligten eingereichten Eingaben der Partei 
zugestellt werden (BGE 137 I 195 E. 2.3.1).  
 
2.3.2 Nach Zustellung der Vernehmlassung ist der Partei eine gewisse Zeit zur Wahrneh-
mung des Replikrechts zu belassen, bevor der Entscheid gefällt wird. Die Ausübung des Replik-
rechts darf nicht verhindert werden, indem der Entscheid so rasch ergeht, dass eine Stellung-
nahme trotz Zustellung einer neuen Eingabe nicht mehr rechtzeitig erfolgen kann (vgl. MARKUS 
LANTER, Formeller Charakter des Replikrechts - Herkunft und Folgen, in: ZBl 113/2012, S. 167 
ff.). Von einer rechtsuchenden Person kann insbesondere nicht erwartet werden, dass sie innert 
weniger Tage reagiert, wenn sie Unterlagen, die von den Verfahrensbeteiligten eingereicht bzw. 
zu den Akten genommen werden, ohne Frist zur Stellungnahme lediglich zur Kenntnisnahme 
erhält (Urteil des Bundesgerichts vom 14. April 2009, 2C_794/2008, E. 3). In der bundesgericht-
lichen Rechtsprechung wurden etwa folgende Zeitabläufe, die einer Partei nach Zustellung ei-
ner Vernehmlassung für die Replik zur Verfügung standen, bevor der Entscheid gefällt wurde, 
als unzulässig beurteilt: zwei Tage (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. Februar 2010, 
1B_25/2010, E. 2.2), vier Tage (Urteile vom 16. November 2012 1B_459/2012, E. 2.4 und vom 
21. September 2012, 1B_407/2012, E. 3.2, beides Ausstandsverfahren), sieben Tage (Urteil 
vom 14. April 2009, 2C_794/2008, E. 3.5) und acht Tage (Urteil vom 8. Februar 1P.798/2005 
2006, E. 2.3). In einer etwas allgemeineren Formulierung hielt das Bundesgericht fest, dass 
jedenfalls vor Ablauf von zehn Tagen nicht, hingegen nach 20 Tagen von einem Verzicht auf 
das Replikrecht ausgegangen werden dürfe (Urteil des Bundesgerichts vom 
25. November 2010, 6B_629/2010, E. 3.3.2; vgl. zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts vom 

 

 
 
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16. November 2012, 1B_459/2012, E. 2.1 f. und vom 21. September 2012, 1B_407/2012, 
E. 2.1 f.; bestätigt im Urteil vom 18. Oktober 2017, 1B_320/2017, E. 2).  
 
2.3.3 Vorliegend hat der Kläger die Replik innert 20 Tagen nach Zustellung der Klage einge-
reicht. Damit ging die Replik knapp innert der auch vom Bundesgericht noch als angemessen 
bezeichneter Frist beim Gericht ein. Demzufolge ist der Antrag der Beklagten, wonach die klä-
gerische Replik vom 8. Mai 2018 aus dem Recht zu weisen sei, abzulehnen.  
 
3. Materiell ist strittig, ob der Kläger über den 31. Dezember 2015 hinaus Anspruch auf die 
Prämienbefreiung durch die Beklagten hat. 
 
3.1 Bei der gebundenen Vorsorge im Rahmen der Säule 3a handelt es sich um eine aner-
kannte und steuerlich begünstigte berufliche Vorsorgeform im Sinne von Art. 82 Abs. 2 BVG 
und Art. 1 BVV 3. Gemäss Art. 1 Abs. 1 BVV 3 gibt es bei der Säule 3a zwei anerkannte Vor-
sorgeformen: die gebundene Vorsorgeversicherung bei Versicherungseinrichtungen (lit. a) und 
die gebundene Vorsorgevereinbarung mit Bankstiftungen (lit. b; vgl. dazu auch JACQUES-ANDRÉ 
SCHNEIDER, in: Handkommentar zum BVG und FZG, Schneider/Geiser/Gächter [Hrsg.], 2010, 
N. 6 ff. zu Art. 82 BVG; HANS-ULRICH STAUFFER, BVG/FZG-Kommentar, 3. Aufl. 2013, N. 1 ff. zu 
Art. 82 BVG). Dem hier zu beurteilenden Fall liegt ein zwischen den Parteien geschlossener 
Lebensversicherungsvertrag zugrunde, mithin die Variante gemäss Art. 1 Abs. 1 lit. a BVV 3, 
(vgl. zu den dabei zu erfüllenden Kriterien: STEPHAN FUHRER, Schweizerisches Privatversiche-
rungsrecht, 2011, S. 509 f. Rz. 22.51). 
 
3.2 Die Säule 3a, die in der bundesrätlichen Botschaft vom 19. Dezember 1975 als "freiwilli-
ge berufliche Vorsorge" bezeichnet und so von der "Selbstvorsorge" der Säule 3b abgegrenzt 
wird (BBl 1976 I 215 unten Ziff. 435), ergänzt die zweite Säule (SCHNEIDER, a.a.O., N. 1 zu 
Art. 82 BVG). Sie ist der zweiten Säule ("zweite Säule im engeren Sinne") gleichgestellt 
(BBl 1976 I 216 Ziff. 435) und unterscheidet sich von dieser im Wesentlichen durch ihre Freiwil-
ligkeit (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Januar 2007, 2A.292/2006, E. 6.3). Namhafte Berei-
che der Säule 3a wie die vorzeitige Ausrichtung von Leistungen, der Vorbezug zum Erwerb von 
Wohneigentum oder die Abtretung, Verpfändung und Verrechnung sind in der Säule 3a prak-
tisch gleich geregelt wie in der zweiten Säule bzw. durch Verweis denselben Normen unterstellt 
(vgl. Art. 3 und 4 BVV 3; Art. 5 des Bundesgesetzes vom 17. Dezember 1993 über die Freizü-
gigkeit in der beruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge [Freizügigkeitsgesetz, 
FZG; SR 831.42]; Art. 83a BVG). Zudem hat die Säule 3a in Bezug auf die zweite Säule nicht 
nur ergänzende Funktion, sondern ersetzt diese in gewissen Fällen (beispielsweise bei Selb-
ständigerwerbenden, die keiner Vorsorgeeinrichtung nach Art. 80 BVG angehören; vgl. Art. 7 
Abs. 1 lit. b BVV 3; vgl. dazu SCHNEIDER, a.a.O., N. 19 ff. zu Art. 82 BVG). Da sich die gebun-
dene Vorsorge aus der zweiten Säule ableitet (BGE 121 III 285 E. 1d), hat die Praxis ver-
schiedentlich subsidiär, soweit die BVV 3 keine einschlägigen Bestimmungen enthielt, die Re-
gelungen der zweiten Säule beigezogen. So hat das Bundesgericht beispielsweise die zur zwei-
ten Säule ergangene Rechtsprechung, wann die für Hinterlassenenleistungen vorausgesetzte 
Qualifikation der Unterstützung als erheblich in zeitlicher Hinsicht gegeben ist, auch im Bereich 
der Säule 3a für anwendbar erklärt (BGE 140 V 57). Weiter hat es entschieden, dass der Begriff 

 

 
 
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der Invalidität in der Säule 3a nicht weiter zu fassen ist als in der zweiten Säule (Urteil des Bun-
desgerichts vom 15. Januar 2007, 2A.292/2006, E. 6.4). Darüber hinaus findet auf die im Rah-
men der gebundenen Vorsorge abgeschlossenen Lebensversicherungen ergänzend das Bun-
desgesetz über den Versicherungsvertrag vom 2. April 1908 (VVG) Anwendung 
(vgl. BGE 138 III 416). 
 
3.3.1 Zwischen dem Kläger und der Beklagten wurde per 1. März 2003 die gebundene Vor-
sorge-Police RYTHMOcapital "Duo" abgeschlossen (vgl. Police vom 9. April 2008). Gemäss 
dieser Police gelten die Bestimmungen der AVB, gültig seit dem 1. September 1999. Als Leis-
tungen betreffend die versicherte Person wird u.a. die Prämienbefreiung bei Erwerbsunfähigkeit 
vom 1. März 2008 bis 30. Dezember 2039 erwähnt, welche nach einer Wartezeit von 3 Monaten 
eintritt. 
 
3.3.2 Nach Art. 2.1 AVB liegt Erwerbsunfähigkeit vor, wenn die versicherte Person infolge ei-
ner medizinisch objektiv feststellbaren Krankheit oder eines Unfalls ausserstande ist, ihren Be-
ruf oder eine andere zumutbare Erwerbstätigkeit auszuüben (ohne Berücksichtigung der Ar-
beitsmarktlage) und sie dadurch gleichzeitig einen Erwerbsausfall oder einen diesem entspre-
chenden finanziellen Nachteil erleidet. Zumutbar ist eine Tätigkeit, wenn sie den Fähigkeiten 
und der Lebensstellung der versicherten Person entspricht, auch wenn die hierfür notwendigen 
Kenntnisse erst durch eine Umschulung erworben werden müssen. Der Grad der Erwerbsunfä-
higkeit entspricht der Differenz zwischen dem Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 
vor Eintritt der Erwerbsunfähigkeit erzielt hat und demjenigen, das die versicherte Person nach 
Eintritt der Erwerbsunfähigkeit erzielt oder bei ausgeglichenem Arbeitsmarkt erzielen könnte. 
Bei einem vor der Erwerbsunfähigkeit schwankenden Einkommen und bei Selbständigerwer-
benden erfolgt die Berechnung aufgrund des Durchschnittseinkommens der dem Beginn der 
Erwerbsunfähigkeit vorangehenden zwei vollen Kalenderjahre. Ist die versicherte Person nicht 
erwerbstätig, so wird für die Bemessung des Grads der Erwerbsunfähigkeit darauf abgestellt, 
inwieweit sie in ihrem gewohnten Tätigkeits- und Aufgabenbereich eingeschränkt ist. 
Art. 2.4 AVB hält fest, dass eine Veränderung des Grads der Erwerbsunfähigkeit sofort mitge-
teilt werden muss; andernfalls verfällt der Anspruch auf zukünftige Leistungen. Zuviel erhaltene 
Leistungen müssen zurückbezahlt werden. Bei einer Änderung des Grads der Erwerbsunfähig-
keit werden die Leistungen der Versicherungen entsprechend angepasst. Beträgt die Erwerbs-
unfähigkeit weniger als 25 %, erlischt der Leistungsanspruch. 
 
3.3.3 Die Auslegung des Reglements einer privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtung als vorfor-
mulierter Inhalt des Vorsorgevertrages geschieht grundsätzlich nach dem Vertrauensprinzip. 
Dabei sind jedoch die den Allgemeinen Versicherungsbedingungen innewohnenden Besonder-
heiten zu beachten, namentlich die sogenannten Unklarheits- und Ungewöhnlichkeitsregeln. 
Nach diesen Auslegungsgrundsätzen gilt es, ausgehend vom Wortlaut und unter Berücksichti-
gung des Zusammenhanges, in dem eine streitige Bestimmung innerhalb des Reglements als 
Ganzes steht, den objektiven Vertragswillen zu ermitteln, den die Parteien mutmasslich gehabt 
haben. Dabei hat das Gericht zu berücksichtigen, was sachgerecht ist, weil nicht angenommen 
werden kann, dass die Parteien eine unvernünftige Lösung gewollt haben. Sodann sind mehr-
deutige Wendungen in vorformulierten Vertragsbedingungen im Zweifel zu Lasten ihres Verfas-

 

 
 
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sers auszulegen (BGE 140 V 50 E. 2.2). Aus dem Wortlaut von Art. 2.4 erhellt, dass sich der 
Grad der Erwerbsunfähigkeit geändert haben muss, damit eine entsprechende Leistungsan-
passung erfolgen kann. Anhaltspunkte dafür, dass der klare Wortlaut Art. 2.4 nicht den wirkli-
chen Sinn wiedergibt, sind nicht ersichtlich. Demnach ist die Änderung der Erwerbsunfähigkeit 
Voraussetzung für eine Anpassung der Versicherungsleistungen; ein weiterer Anpassungs-
grund ist nicht vorgesehen. Es geht bei der von der Versicherung vorgenommenen Leistungs-
einstellung deshalb nicht um die Frage, ob eine vollständige Erwerbsfähigkeit erstellt ist oder 
nicht, sondern darum, ob eine Änderung des Erwerbsunfähigkeitsgrads eingetreten ist. Dieser 
ändert sich, wenn neue Elemente tatsächlicher Natur vorliegen, welche nach der ursprünglichen 
Leistungsausrichtung zum damals gegebenen Sachverhalt hinzugekommen sind oder diesen 
verändert haben. Eine solche Änderung beruht in der Regel auf einer Verschlechterung oder 
Verbesserung des Gesundheitszustandes. Eine bloss unterschiedliche Beurteilung des Ge-
sundheitszustandes stellt somit keine relevante Änderung dar. Ohne Entwicklung des Gesund-
heitszustandes kann sich der Erwerbsunfähigkeitsgrad aber auch ändern, wenn sich beispiels-
weise die betreffende Person an ihren Zustand gewöhnt oder anpasst und daraus eine Verän-
derung der Arbeitsfähigkeit resultiert (vgl. dazu UELI KIESER, ATSG-Kommentar, Zü-
rich/Basel/Genf 2015, S. 260). Ausserdem kann eine Anpassung bei einem an sich gleich blei-
benden Gesundheitszustand erfolgen, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen ändern. 
 
3.3.4 Wie die Leistungen aus einer Lebensversicherung der Säule 3a anzupassen sind, wenn 
sich der Grad der Erwerbsunfähigkeit ändert, ist weder in der BVV 3 noch im VVG noch in den 
Versicherungsbedingungen der Beklagten geregelt. Es rechtfertigt sich deshalb, subsidiär und 
analog die in der zweiten Säule geltenden Grundsätze anzuwenden. Demnach ist eine auf dem 
Entscheid der Invalidenversicherung (IV) beruhende Invalidenrente aus (obligatorischer) berufli-
cher Vorsorge (vgl. Art. 23 BVG) unter den Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG revisi-
onsweise anzupassen (BGE 133 V 67). Diese Regelung schliesst indessen weitere Möglichkei-
ten der Aufhebung einer Rente aus beruflicher Vorsorge nicht aus. Insbesondere im Bereich der 
überobligatorischen Vorsorge und dort, wo die Vorsorgeeinrichtung den Rentenentscheid ohne 
Bindung an jenen der IV getroffen hat, kann aus der bisherigen Ausrichtung einer Rente – wel-
che weder mittels Verfügung zugesprochen (BGE 129 V 450 E. 2) noch gerichtlich überprüft 
(vgl. Art. 73 Abs. 1 BVG) wurde – nicht auf einen Anspruch für die Zukunft geschlossen werden 
in dem Sinn, dass die Einstellung der Zahlungen lediglich nach einer wesentlichen Änderung in 
den tatsächlichen Verhältnissen (vgl. Art. 17 Abs. 1 ATSG; BGE 130 V 343 E. 3.5) zulässig wä-
re (SVR 2010 BVG Nr. 34 S. 129, 9C_889/2009 E. 2.2). Auch wenn eine Vorsorgeeinrichtung 
sich grundsätzlich an die Entscheidungen der IV hält, ist es aus Gründen der Gleichbehandlung 
der versicherten Personen rechtens, wenn sie ihre Leistungen anpasst, wenn sich im Nach-
hinein herausstellt, dass diese aufgrund von offensichtlich unhaltbaren Kriterien gewährt wor-
den sind. Ebenso wenig wie eine Vorsorgeeinrichtung an einen Entscheid der IV gebunden ist, 
wenn dieser offensichtlich unhaltbar ist, besteht eine Bindungswirkung, wenn sie die offensicht-
liche Fehlerhaftigkeit des Entscheides, auf welchen sie sich abgestützt hatte, erst nachträglich 
erkennt. Dabei hat sich die Vorsorgeeinrichtung bei ihrem Entscheid an die verfassungsmässi-
gen Schranken (wie Rechtsgleichheit, Willkürverbot und Verhältnismässigkeit; BGE 140 V 348 
E. 2.1) zu halten (BGE 138 V 409 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 31. März 2015, 
9C_604/2014, E. 3.1). 

 

 
 
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4.1 Zu prüfen ist nachfolgend, ob sich der Gesundheitszustand des Klägers seit 2014 ana-
log Art. 17 Abs. 1 ATSG in anspruchsrelevantem Ausmass verändert hat. 
 
4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die 
Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen 
und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-
ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 
E. 1 in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für 
die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die 
zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgegliche-
nen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutba-
rerweise noch verrichtet werden können (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der 
Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozi-
alversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 
4.3 Einem ärztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er für die streitigen Belange um-
fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt und in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, wenn die Beschrei-
bung der medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchtet und die Schlussfolgerungen 
des Arztes begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Ok-
tober 2009, 9C_624/2009, E. 4.1.1 mit Hinweis).  
 
5.1 In den Akten findet sich die Verfügung der IV-Stelle vom 15. September 2014, mit wel-
cher dem Kläger mit Wirkung ab 1. August 2013 eine ganze Invalidenrente zugesprochen wur-
de. Dabei stützte sich die IV-Stelle insbesondere auf die Ausführungen im Bericht des Arztes 
des Regionalen Dienstes beider Basel (RAD), Dr. med. G.____, FMH Allgemeinmedizin, der 
den Kläger am 2. Oktober 2013 persönlich untersucht hatte. Unter Hinweis auf den Bericht des 
Spitals E.____ vom 7. März 2013 und den eigenen Untersuchungsergebnissen diagnostizierte 
er mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein (1) symptomatisches multiples Myelom Typ Leichtket-
ten-Kappa Stadium IIIB, (2) einen multiplen Befall der Wirbelsäule durch das multiple Myelom 
mit/bei Osteolyse des Halswirbelkörpers (HWK) 4, Frakturen der Lendenwirbelkörper (LWK) 1, 
2, 4 sowie der Grundplatte Th12, (3) einen Verdacht auf eine Anpassungsstörung (Erstdiagnose 
10/12) und (4) anamnestisch ein chronisches Lumbovertebralsyndrom. In der Beurteilung führte 
Dr. G.____ aus, dass beim Versicherten ein symptomatisches Plasmazellmyelom Typ Leicht-
ketten-Kappa mit osteolytischen Läsionen im Bereich der Wirbelsäule vorläge. Anlass der Un-
tersuchung sei jedoch gewesen zu prüfen, ob beim Versicherten in einer behinderungsange-
passten Tätigkeit eine Restarbeitsfähigkeit bestünde. Die nachvollziehbare Schilderung der er-
heblichen motorischen Einschränkungen, der Schmerzen und der tumorassoziierten Fatigue-
symptomatik, welche aus den objektiv nachweisbaren Knochenlysen resultieren würden, lies-
sen aus versicherungsmedizinischer Sicht keine relevante verwertbare Arbeitsfähigkeit zu. Seit 

 

 
 
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August 2012 könne für jegliche Tätigkeit von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen 
werden.  
 
5.2 Die IV-Stelle leitete im Dezember 2015 eine Revision des Leistungsanspruchs ein. 
Dabei holte sie einen Bericht beim behandelnden Hausarzt Dr. C.____ ein, welcher festhielt, 
dass sich seit der letztmaligen Berichterstattung im Jahr 2013 keine Änderung in Bezug auf die 
gestellten Diagnosen und die Arbeitsfähigkeit ergeben hätten. Dabei verwies er auf die Ausfüh-
rungen des Spitals E.____. Der Assistenzarzt Dr. med. H.____ führte am 9. September 2015 
aus, dass der Kläger in einem sehr guten Allgemeinzustand sei. Er habe sich einen Hund ge-
kauft, gehe viel spazieren und trainiere im Fitnessstudio, wodurch er sich konditionell stark ver-
bessert habe. Aus objektiver Sicht sei der Patient normoton, normokard und afebril. Zudem sei-
en die kardiopulmonale und die abdominale Untersuchung unauffällig verlaufen. PD Dr. D.____ 
bestätigte am 11. Dezember 2015 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Dazu hielt er fest, dass 
aus objektiver Sicht ein guter Allgemeinzustand vorläge und die kardiopulmonale Auskultation 
unauffällig sei. Auch die Bauchdecke sei weich und indolent, die Darmgeräusche normal. Es sei 
keine Hepatosplenomegalie palpabel und der Lymphknotenstatus sei unauffällig, die Mundhöh-
le sei reizlos, das Integument altersentsprechend und periphere Ödeme bestünden nicht. In 
Bezug auf das weitere Vorgehen wurde festgehalten, dass bei einem TSH-Spiegel von 8,3 das 
Medikament Euthyrox von 75 µg auf 100 µg einmal täglich erhöht worden sei. Das TSH und die 
Schilddrüsenwerte müssten in 6 - 8 Wochen nachkontrolliert werden. Die Zometa-Gabe erfolge 
weiterhin alle drei Monate durch den Hausarzt. Gestützt auf diese Berichte teilte die IV-Stelle 
dem Kläger am 23. Februar 2016 mit, dass er weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 
habe.  
 
5.3.1 Die Beklagte ersuchte ihren Vertrauensarzt Dr. B.____ um eine Stellungnahme betref-
fend die Arbeitsfähigkeit des Klägers. Am 3. März 2016 hielt Dr. B.____ gegenüber dem Spital 
E.____ fest, dass beim Kläger von einer Remission des multiplen Myeloms auszugehen sei. 
Aus diesem Grund sei die vorgenommene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht nachvoll-
ziehbar. Ohne Gegenargumente empfehle er der Versicherung, keinerlei Leistungen mehr zu 
erbringen.  
 
5.3.2 Mit Schreiben vom 12. Mai 2016 entgegnete PD Dr. D.____ dem Vertrauensarzt, dass 
der Kläger in seinem erlernten Beruf als Bauführer zu 100 % arbeitsunfähig sei. Dass Spazier-
gänge sowie Fitnessbesuche möglich seien, sei erfreulich und trage zur Erhaltung der Selb-
ständigkeit bei. Dies sei in Anbetracht der durch das Plasmazellmyelon verursachten multiplen 
Osteolysen an der HWS, der Brustwirbelsäule (BWS) und der LWS sowie nach den Wirbelkör-
perfrakturen auch dringend notwendig. Mit diesen Einschränkungen sei dem Kläger auch keine 
Teilzeitarbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zumutbar. Inwieweit eine andersgeartete, 
den Einschränkungen angepasste Arbeit in Frage komme, sei nur mittels weitergehender Ab-
klärungen inklusive einer möglichen Umschulungsmöglichkeit näher zu bestimmen. Erfah-
rungsgemäss seien sowohl die Invaliden- wie auch die Lebensversversicherungen in dieser 
Richtung sehr zurückhaltend, wenn - wie vorliegend - den Einschränkungen eine Erkrankung zu 
Grunde liege, welche in der Regel nicht kurativ behandelt werden könne.  
 

 

 
 
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5.3.3 Mit Schreiben vom 14. Juni 2016 lehnte die Beklagte den Anspruch des Klägers auf 
Prämienbefreiung unter Hinweis auf die Ausführungen von Dr. B.____ vom 3. März 2016 mit 
Wirkung ab 1. Januar 2016 ab. 
 
5.3.4 Am 4. September 2017 hielt PD Dr. D.____ zuhanden des Rechtsvertreters des Be-
schwerdeführers fest, dass aufgrund der Erkrankung an einem Plasmazellmyelom multiple Os-
teolysen (Bildung von Mottenfrass ähnlichen Löchern innerhalb der Knochenstruktur) vor allem 
an der Wirbelsäule entstanden seien. Dies habe zu Wirbelbrüchen geführt. Auch wenn das 
Plasmazellmyelom zurzeit in einer kompletten Remission sei, seien diese Veränderungen in der 
Geometrie definitiv und blieben bestehen. Es leuchte daher ein, dass der Kläger keine körper-
lich anstrengende Tätigkeit mehr ausüben könne. Aufgrund der bestehenden Defekte seien 
aber auch keine Tätigkeiten im Stehen oder Sitzen in dem Ausmass möglich, dass daraus eine 
relevante Erwerbsfähigkeit resultiere. Zusätzlich seien weitere posttransplantäre Spätfolgen in 
Betracht zu ziehen, welche aktuell nicht im Vordergrund stünden, aber die Erwerbsfähigkeit 
relevant beeinträchtigen würden. In diesem Zusammenhang sei insbesondere die durch den 
Versicherten beschriebene eingeschränkte Belastbarkeit zu erwähnen. Ob es sich dabei um ein 
Cancer-related-fatigue-Syndrom oder um ein anderes neuropsychologisches Defizit handle 
(sog. "Chemo-Brain"), sei bisher nicht weiter abgeklärt worden. Erfahrungsgemäss könnten 
solche neuropsychologischen Defizite aber zu einer deutlichen Einschränkung der Erwerbsfä-
higkeit führen. Deshalb sei keineswegs erstellt, dass der Versicherte in einer körperlich wenig 
belastenden Tätigkeit in grösserem Ausmass arbeitsfähig sei. Aus diesem Grund sei nicht 
nachvollziehbar, auf welcher Grundlage die Beklagte eine Arbeitsfähigkeit in einer an den Ge-
sundheitszustand angepassten Tätigkeit postuliere, ohne näher zu definieren, wie eine solche 
Arbeit denn aussehen solle. Aus seiner Sicht sei es ohne umfassende orthopädische, rheuma-
tologische und neuropsychologische Abklärung nicht möglich, eine angepasste Tätigkeit vorzu-
schlagen. Auch nach Vorliegen solcher Untersuchungsresultate müsse aber bezweifelt werden, 
ob - selbst bei einer optimal angepassten Tätigkeit - eine Restarbeitsfähigkeit resultiere.  
 
5.3.5 Am 15. Dezember 2017 liess PD Dr. D.____ erneut verlauten, dass der Kläger zu 100 
% arbeitsunfähig sei. Der Allgemeinzustand sei zufriedenstellend, er sei jedoch in Bezug auf die 
Schmerzproblematik in der Wirbelsäule weiterhin auf regelmässige Entlastung angewiesen. Er 
führe deshalb im Moment eine Physiotherapie mit 36 Sitzungen pro Jahr durch. Weiter nimmt 
PD Dr. D.____ noch einmal Stellung zu den Ausführungen der Beklagten betreffend die Ein-
schätzung der Arbeitsfähigkeit. Diesbezüglich hält er fest, dass der Bericht von Dr. B.____ der 
körperlichen Belastbarkeit des Klägers nicht adäquat Rechnung trage. So sei der Kläger aus 
seiner Sicht weiterhin stark eingeschränkt. Zudem sei zu betonen, dass das im Bericht vom 
9. September 2015 erwähnte Fitnesstraining aus einer medizinisch indizierten Physiotherapie 
bei einer Schmerzsymptomatik im Rahmen der durch das multiple Myelom schwer vorgeschä-
digten Wirbelsäule bestehe.  
 
6.1 Aufgrund der Berichte des Spitals E.____ steht fest, dass sich der Gesundheitszustand 
des Klägers insofern gebessert hat, als sich das im Herbst 2012 diagnostizierte multiple 
Myelom in Remission befindet. Daraus kann entgegen der Auffassung der Beklagten aber nicht 
auf eine vollständige Erwerbsfähigkeit geschlossen, wie PD Dr. D.____ nachvollziehbar aus-

 

 
 
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führt. Bereits an dieser Stelle ist in Bezug auf seine medizinischen Beurteilungen zu bemerken, 
dass diesen entgegen der Ansicht der Beklagten keine Hinweise zu entnehmen sind, wonach 
PD Dr. D.____ als behandelnder Facharzt aufgrund seiner Vertrauensstellung zugunsten des 
Klägers ausgesagt hat (vgl. BGE 125 V 353). Seine Berichte entsprechen in jeder Hinsicht den 
durch das Bundesgericht geforderten Vorgaben an einen beweistauglichen medizinischen Be-
richt. Sie sind für die streitigen Belange umfassend, beruhen auf allseitigen Untersuchungen, 
berücksichtigen auch die geklagten Beschwerden, sind in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden, leuchten in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situa-
tion ein und sind in der Schlussfolgerung begründet. Insbesondere wird deutlich, dass der Klä-
ger aufgrund der durch das Myelom verursachten multiplen Osteolysen an der HWS, der BWS 
und der LWS sowie der Wirbelkörperfrakturen in der angestammten Tätigkeit nicht mehr ar-
beitsfähig ist. Dies wird auch von der Beklagten nicht bestritten. In Hinblick auf eine allfällige 
Verweistätigkeit hält PD Dr. D.____ einleuchtend fest, dass er keine konkrete Einschätzung 
vornehmen könne, bevor nicht eine weitergehende medizinische Begutachtung und eventuell 
Umschulungsmassnahmen durchgeführt worden seien. Ob in einer Verweistätigkeit eine Ver-
änderung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist, lässt sich somit aufgrund der Angaben von PD Dr. 
D.____ nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststellen.  
 
6.2 Daran vermag auch die Stellungnahme des Vertrauensarztes der Versicherung 
Dr. B.____ vom 3. März 2016 nichts zu ändern. Zunächst ist mit der Beklagten zwar einig zu 
gehen, dass auch Berichten von Vertrauensärzten voller Beweiswert zuerkannt werden kann. 
Dies setzt jedoch voraus, dass sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in 
sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 
351 E. 3.b/ee). Davon ist im vorliegenden Verfahren in Bezug auf die Äusserung von Dr. B.____ 
in keiner Weise auszugehen. Seinem Schreiben vom 3. März 2016 ist lediglich zu entnehmen, 
dass er aufgrund von verschiedenen Berichten festgestellt habe, dass das multiple Myelom in 
Remission sei. Zudem gehe der Versicherte spazieren und ins Fitness, weshalb die (durch das 
Spital E.____ attestierte) Arbeitsunfähigkeit für ihn nicht nachvollziehbar sei. Er verzichtete in 
der Folge jedoch auf eigene Untersuchungen des Klägers oder weitergehende Abklärungen, 
welche seine Auffassung zu untermauern und die Ansicht von PD Dr. D.____ zu widerlegen 
vermöchten. Allein aus der Tatsache, dass der Kläger spazieren und ins Fitness geht, kann 
nicht auf eine Erwerbsfähigkeit geschlossen werden. In Bezug auf das im Bericht vom 
9. September 2015 erwähnte Fitnesstraining führte PD Dr. D.____ am 15. Dezember 2017 
denn auch aus, dass es sich dabei um eine medizinisch indizierte Physiotherapie bei 
Schmerzsymptomatik im Rahmen der durch das multiple Myelom schwer vorgeschädigten Wir-
belsäule handle. Diese Aussage leuchtet unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die ganze 
Wirbelsäule mehrere von einer Osteolyse beschädigte Wirbelkörper aufweist ein. Insgesamt 
vermag Dr. B.___ mit seiner oberflächlichen Darstellung der gesundheitlichen Situation des 
Klägers nicht zu überzeugen. Insbesondere kann aus seinem Bericht nicht geschlossen wer-
den, der Kläger sei ab Januar 2016 wiederum in einer die Anspruchsberechtigung aufhebenden 
Weise erwerbsfähig. Dies lässt sich auch aufgrund der weiteren Darlegungen der Beklagten 
nicht nachweisen. Wenn sie geltend macht, das Spital E.____ habe sich nicht zum Standpunkt 
von Dr. B.____ vom 3. März 2016 geäussert, ist auf den Bericht von PD Dr. D.____ vom 12. 
Mai 2016 zu verweisen. Darin widersprach er der Auffassung von Dr. B.____ und klärte ihn 

 

 
 
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plausibel über die vorgenommene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf (vgl. oben E. 5.3.2). 
Weiter kann aus der Tatsache, dass der Kläger in der angestammten schweren Tätigkeit als 
Bauführer zu 100 % arbeitsunfähig ist, nicht geschlossen werden, körperlich weniger anstren-
gende Arbeiten seien ihm zumutbar. Es lassen sich deshalb auch aus diesen Argumenten keine 
Schlussfolgerungen zu Ungunsten des Klägers ziehen. 
 
6.3 Nach dem Gesagten steht zusammenfassend fest, dass der Kläger in der angestamm-
ten Tätigkeit auch über den 1. Januar 2016 hinaus unverändert 100 % arbeitsunfähig ist. In Be-
zug auf die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit ist aufgrund der vorhandenen medizini-
schen Unterlagen mit dem üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eben-
falls keine anspruchserhebliche Änderung nachgewiesen worden (BGE 129 V 177 E. 3.1; 
SVR 2012 UV Nr. 5 S. 17, 8C_310/2011 E. 4.1). Demnach ist kein Revisionsgrund analog 
Art. 17 ATSG gegeben. Weiter ist auch ein prozessualer Revisionsgrund oder ein Grund zur 
Wiedererwägung analog Art. 53 ATSG von der Beklagten weder substantiell geltend gemacht 
worden noch ersichtlich. Ferner gibt es in der Police, den AVB und EVB (vgl. E. 3.3.3 hiervor) 
neben der in Art. 2.4 AVB genannten Änderung der Erwerbsfähigkeit keinen weiteren Revisi-
onsgrund, weshalb es nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechts-
zustand bleibt (vgl. Urteil vom 7. November 2013, 8C_481/2013, E. 2.4). Demnach hat die Be-
klagte dem Kläger weiterhin Erwerbsunfähigkeitsleistungen in Form der Prämienbefreiung zu 
erbringen. Die Klage ist demgemäss gutzuheissen. 
 
7.1 Gestützt auf Art. 73 Abs. 2 BVG sind für das vorliegende Verfahren keine ordentlichen 
Kosten zu erheben. 
 
7.2 Im Bereich der beruflichen Vorsorge ist die Frage, ob und unter welchen Vorausset-
zungen eine Partei im erstinstanzlichen Verfahren Anspruch auf Ersatz der Kosten für Prozess-
führung und Vertretung hat, im Bundesrecht nicht geregelt. Die Verlegung der Parteikosten hat 
deshalb grundsätzlich nach dem massgebenden kantonalen Prozessrecht zu erfolgen. Gemäss 
§ 21 Abs. 1 VPO kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwal-
tes oder einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der Gegenpartei 
zugesprochen werden. Der Kläger ist mit seinem Rechtsbegehren vollständig durchgedrungen 
und hat deshalb Anspruch auf Ersatz seiner Parteikosten. Der Rechtsvertreter des Klägers wies 
in seiner Honorarnote vom 8. August 2018 für das vorliegende Klageverfahren einen Zeitauf-
wand von 13.40 Stunden und Auslagen von Fr. 128.20 aus, was sich umfangmässig in Anbe-
tracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Beklag-
te hat dem Kläger demnach bei einem praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 250.– eine Par-
teientschädigung von Fr. 3‘753.70 (inkl. Auslagen und 8 % Mehrwertsteuer auf Fr. 2'559.40 und 
7.7 % Mehrsteuer auf Fr. 918.80) zu bezahlen. 
 
 

 

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Klage wird festgestellt, dass die Beklagte den Klä-
ger über den 1. Januar 2016 hinaus von der Bezahlung der Prämien in 
Höhe von Fr. 2'500.– aus der gebundenen Vorsorgepolice zu befreien 
und dem Kläger die bereits bezahlten Prämien der Jahre 2016 und 
2017 in Höhe von Fr. 5'000.– zurückzuerstatten hat. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Die Beklagte hat dem Kläger eine Parteientschädigung in Höhe von 
Fr. 3'753.70 (inkl. Auslagen und 8 % bzw. 7.7 % Mehrwertsteuer) zu 
bezahlen.  

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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