# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 73232d67-085e-5b1c-913e-6d234009773c
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-11-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 10.11.2025 WBE.2024.442
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2024-442_2025-11-10.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WBE.2024.442 / sa / we 
ZEMIS [***]; (E.2024.077)  

Art. 71 

 

Urteil vom 10. November 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger, Vorsitz  

Verwaltungsrichter Clavadetscher  

Verwaltungsrichterin Dambeck  

Gerichtsschreiberin i.V. Angliker      

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, geboren am tt.mm.jjjj, von Nordmazedonien  

vertreten durch lic. iur. Burim Imeri, Rechtsanwalt, 

Schaffhauserstrasse 57, Postfach, 4332 Stein AG    

 

gegen 

 

  Amt für Migration und Integration Kanton Aargau, Rechtsdienst, 

Bahnhofplatz 3C, 5001 Aarau    

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Widerruf der Aufenthaltsbewilligung und 

Wegweisung 

 

Entscheid des Amtes für Migration und Integration  

vom 18. November 2024 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A.  

Der jjjj geborene Beschwerdeführer heiratete am 16. Mai 2019 in Gostivar, 

Nordmazedonien, die italienische Staatsangehörige B._____ (geb. 

tt.mm.jjjj; Akten des Amtes für Migration und Integration [MI-act.] 7, 53). Die 

Ehefrau stellte am 2. September 2019 ein Gesuch um Familiennachzug für 

den Beschwerdeführer (MI-act. 41 ff.). Am 15. September 2019 reiste der 

Beschwerdeführer in die Schweiz ein (MI-act. 55). Zum Verbleib bei seiner 

Ehefrau wurde ihm am 2. Oktober 2019 eine Aufenthaltsbewilligung 

EU/EFTA mit Gültigkeit bis 31. Oktober 2020 erteilt, welche am 12. Januar 

2021 bis zum 31. Oktober 2025 verlängert wurde (MI-act. 55, 67). 

 

Am 26. Mai 2022 wandte sich die Ehefrau des Beschwerdeführers auf-

grund von häuslicher Gewalt, ausgehend vom Beschwerdeführer, an die 

kantonale Notrufzentrale (MI-act. 68 ff.). Aus der Zuzugsmeldung der Ein-

wohnerdienste der Gemeinde Q._____ vom 19. Juli 2022 geht hervor, dass 

der Beschwerdeführer ab dem 16. Juli 2022 an einer neuen und anderen 

Adresse als seine Ehefrau wohnhaft war. Als Trennungsdatum wurde der 

15. Juli 2022 erfasst (MI-act. 71). In der Folge stellte das Amt für Migration 

und Integration Kanton Aargau (MIKA) dem Beschwerdeführer mit 

Schreiben vom 16. November 2022 den Widerruf der Aufenthaltsbewil-

ligung EU/EFTA und die Wegweisung aus der Schweiz in Aussicht und ge-

währte ihm das rechtliche Gehör (MI-act. 78 f.). Der Beschwerdeführer 

nahm hierzu mit Schreiben vom 3. Dezember 2022 Stellung (MI-act. 81 f.). 

Die Ehefrau des Beschwerdeführers reichte am 8. Dezember 2022 (Ein-

gang MIKA) eine Stellungnahme ein (MI-act. 85). Beide Ehegatten äusser-

ten sich dahingehend, dass die Ehefrau eine schwere Zeit durchmache und 

sie deshalb Abstand brauche. Beide Ehegatten würden aktuell keine Schei-

dung wollen. Mit Schreiben vom 14. Februar 2023 informierte das MIKA 

den Beschwerdeführer über die Sistierung des Verfahrens bis zum 31. Au-

gust 2023. Gleichzeitig wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, bis 

dahin mitzuteilen, ob die eheliche Beziehung noch gelebt werde und dies 

entsprechend zu belegen (MI-act. 88). Dieser Aufforderung kam der Be-

schwerdeführer nicht nach, worauf das MIKA den Beschwerdeführer mit 

Schreiben vom 3. Oktober 2023 erneut um Auskunft zu den ehelichen Ver-

hältnissen ersuchte (MI-act. 92). Hierzu nahm der Beschwerdeführer mit 

Eingabe vom 16. Oktober 2023 innert der gesetzten Frist Stellung und gab 

an, beide Ehegatten seien sich bezüglich Auflösung der Ehe nicht einig. 

Sie würden zwar Gespräche führen, aber immer noch getrennt leben (MI-

act. 94). Die Ehefrau des Beschwerdeführers teilte dem MIKA am 31. Ja-

nuar 2024 telefonisch mit, dass die Ehe gescheitert sei. Seit der Trennung 

im Juli 2022 hätten sie zweimal versucht die eheliche Gemeinschaft wie-

deraufzunehmen, jedoch ohne Erfolg. Auch habe die Ehefrau erfahren, 

dass der Beschwerdeführer seit mehr als acht Monaten eine neue Be-

ziehung führe (MI-act. 102).  

 - 3 - 

 

 

 

Nach erneuter Gewährung des rechtlichen Gehörs verfügte das MIKA am 

26. August 2024 den Widerruf der am 31. Oktober 2025 ablaufenden Auf-

enthaltsbewilligung des Beschwerdeführers und wies diesen unter Anset-

zung einer 60-tägigen Ausreisefrist aus der Schweiz und dem Schengen-

Raum weg (MI-act. 103 ff., 107 ff.). 

 

B.  

Gegen die Verfügung des MIKA vom 26. August 2024 erhob der Beschwer-

deführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 25. September 2024 

beim Rechtsdienst des MIKA (Vorinstanz) Einsprache (MI-act. 121 ff.). 

 

Die Vorinstanz erliess am 18. November 2024 folgenden Einspracheent-

scheid (act. 1 ff.):  

 

1. 
Die Einsprache wird abgewiesen. 
 
2. 
Es werden keine Gebühren erhoben. 
 
3. 
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

Auf die Begründung wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

C.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 19. Dezember 2024 erhob der 

Beschwerdeführer beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau (Verwal-

tungsgericht) Beschwerde und stellte folgende Anträge (act. 10 ff.): 

 

1. 
Es sei der Einspracheentscheid des Amts für Migration und Integration des 
Kantons Aargau, Rechtsdienst, vom 18. November 2024 aufzuheben. 
 
2. 
Es sei das Amt für Migration und Integration anzuweisen, dem Beschwer-
deführer eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 50 
Abs. 1 lit. a AIG zu erteilen und von einer Wegweisung abzusehen. 
 
3. 
Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung und vertieften Ab-
klärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwST. 
 

Die Begründung ergibt sich, soweit erforderlich, aus den nachstehenden 
Erwägungen. 
 

 - 4 - 

 

 

Nach Eingang des Kostenvorschusses beantragte die Vorinstanz unter 

Festhaltung an ihren Erwägungen im Einspracheentscheid die Abweisung 

der Beschwerde und reichte aufforderungsgemäss die Akten ein (act. 21, 

25).  

 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall auf dem Zirkularweg entschieden (vgl. 

§ 7 des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 6. Dezember 2011 [GOG; 

SAR 155.200]). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1.  

Einspracheentscheide des MIKA können innert 30 Tagen seit Zustellung 

mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (§ 9 

Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 25. November 

2008 [EGAR; SAR 122.600]). Beschwerden sind schriftlich einzureichen 

und müssen einen Antrag sowie eine Begründung enthalten; der angefoch-

tene Entscheid ist anzugeben, allfällige Beweismittel sind zu bezeichnen 

und soweit möglich beizufügen (§ 2 Abs. 1 EGAR i.V.m. § 43 des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungs-

rechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200]). 

 

Nachdem sich die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der Vor-

instanz vom 18. November 2024 richtet, ist die Zuständigkeit des Verwal-

tungsgerichts gegeben und auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten. 

 

2.  

Unter Vorbehalt abweichender bundesrechtlicher Vorschriften oder Be-

stimmungen des EGAR können mit der Beschwerde an das Verwaltungs-

gericht einzig Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung oder 

Missbrauch des Ermessens, und unrichtige oder unvollständige Feststel-

lung des rechtserheblichen Sachverhaltes gerügt werden. Die Ermessens-

überprüfung steht dem Gericht jedoch grundsätzlich nicht zu (§ 9 Abs. 2 

EGAR; vgl. auch § 55 Abs. 1 VRPG). Schranke der Ermessensausübung 

bildet das Verhältnismässigkeitsprinzip (vgl. BENJAMIN SCHINDLER/ANNE 

KNEER, in: Caroni/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Aus-

länder- und Integrationsgesetz [AIG], 2. Aufl. 2024, N. 6 zu Art. 96 mit Hin-

weisen). In diesem Zusammenhang hat das Verwaltungsgericht gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung insbesondere zu klären, ob die 

Vorinstanz die gemäss Art. 96 des Bundesgesetzes über die Ausländerin-

nen und Ausländer und über die Integration vom 16. Dezember 2005 (Aus-

länder- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20) relevanten Kriterien 

(öffentliche Interessen, persönliche Verhältnisse, Integration) berücksich-

 - 5 - 

 

 

tigt hat und ob diese rechtsfehlerfrei gewichtet wurden (vgl. SCHINDLER/ 

KNEER, a.a.O., N. 8 zu Art. 96). Schliesslich ist im Rahmen einer Gesamt-

betrachtung zu entscheiden, ob die getroffene Massnahme durch ein über-

wiegendes öffentliches Interesse gerechtfertigt erscheint (sog. Verhältnis-

mässigkeit im engeren Sinn). 

 

II. 

1.  

1.1.  

Die Vorinstanz hält im angefochtenen Entscheid im Wesentlichen fest, die 

Ehe des Beschwerdeführers und seiner Ehefrau werde nicht mehr gelebt, 

weshalb er sich nicht mehr auf Art. 3 Abs. 1 Anhang 1 des Abkommens 

zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der 

Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über 

die Freizügigkeit vom 21. Juni 1999 (FZA; SR 0.142.112.681) berufen 

könne. Weil das FZA keine Regelung zu einem Verbleiberecht von Fami-

lienangehörigen bei Scheidung oder Auflösung der Familiengemeinschaft 

enthalte, richte sich die weitere Prüfung eines Aufenthalts des Beschwer-

deführers nach dem AIG. Da keine eheliche Gemeinschaft mehr bestehe, 

könne dem Beschwerdeführer gestützt auf Art. 43 AIG keine Aufenthalts-

bewilligung erteilt werden (act. 4). 

 

Weiter hält die Vorinstanz fest, die eheliche Gemeinschaft habe weniger 

als drei Jahre bestanden, weshalb der Beschwerdeführer auch aus Art. 50 

Abs. 1 lit. a AIG keinen Anspruch auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbe-

willigung ableiten könne. Der Beschwerdeführer belege nicht, inwiefern 

nach der räumlichen Trennung per 15. Juli 2022 noch ein gegenseitiger 

Ehewille bestanden habe oder allfällige Wiederannährungsschritte unter-

nommen worden seien. Da der Beschwerdeführer explizit nur die Erteilung 

einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG beantragt 

habe, würden sich Ausführungen zu den weiteren vom MIKA korrekt ge-

prüften Rechtsgrundlagen (Art. 50 Abs.1 lit. b und Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG, 

Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihei-

ten vom 4. November 1950 [EMRK; SR 0.101]) erübrigen. 

 

1.2.  

Der Beschwerdeführer stellt sich in seiner Beschwerde demgegenüber auf 

den Standpunkt, er habe gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG einen An-

spruch auf Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung. Der Ehewille habe 

auch nach der räumlichen Trennung im Juli 2022 weiter bestanden. Im De-

zember 2022 hätten beide Eheleute gegenüber dem MIKA ihren jeweils 

noch bestehenden Ehewillen kundgegeben. Die Eheleute hätten auch nach 

der vorübergehenden Auflösung des gemeinsamen Haushalts viel Zeit mit-

einander verbracht. Die Trennung sei erst Ende 2023 erfolgt und die an-

geblich neue Beziehung des Beschwerdeführers gäbe es gar nicht. Im 

Übrigen habe er sich erfolgreich in der Schweiz integriert. 

 - 6 - 

 

 

 

2.  

2.1.  

Gemäss Art. 2 Abs. 2 AIG i.V.m. Art. 12 FZA gilt das AIG für Staatsange-

hörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und ihre Familienange-

hörigen sowie für entsandte Arbeitnehmende nur insoweit, als das FZA 

keine abweichenden Bestimmungen enthält oder das AIG eine vorteilhaf-

tere Rechtsstellung vorsieht. 

 

2.2.  

Nach Art. 7 lit. d i.V.m. Art. 3 Anhang I FZA hat der Ehegatte eines EU-

Bürgers gestützt auf das Freizügigkeitsrecht einen Anspruch auf Verlänge-

rung seiner Aufenthaltserlaubnis, solange die Ehe formell fortdauert. 

Dieses Recht steht unter dem Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs; fehlt der 

Wille zur Lebensgemeinschaft und dient das formelle Eheband aus-

schliesslich (noch) dazu, die ausländerrechtlichen Zulassungsvorschriften 

zu umgehen, fällt der Anspruch dahin. Die vom originär anwesenheitsbe-

rechtigten EU-Bürger abgeleitete Bewilligung des Drittstaatsangehörigen 

kann in diesem Fall mangels Fortdauerns der Bewilligungsvoraussetzung 

gestützt auf Art. 23 Abs. 1 der Verordnung über den freien Personenver-

kehr zwischen der Schweiz und der Europäischen Union und deren Mit-

gliedstaaten, zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich sowie 

unter den Mitgliedstaaten der Europäischen Freihandelsassoziation (Ver-

ordnung über den freien Personenverkehr, VFP; SR 142.203) i.V.m. Art. 62 

Abs. 1 lit. d AIG widerrufen oder nicht verlängert werden, da das Freizügig-

keitsabkommen diesbezüglich keine eigenen abweichenden Bestim-

mungen enthält (BGE 144 II 1, Erw. 3.1; BGE 139 II 393, Erw. 2.1). 

 

Der Beschwerdeführer bestreitet, dass die Eheleute seit dem 15. Juli 2022 

getrennt seien (act. 14, 16). Hingegen ist unbestritten, dass die Ehe aktuell 

nur noch formell besteht. So hat sich die Ehefrau des Beschwerdeführers 

im Januar 2024 klar geäussert, dass sie eine Scheidung wünsche. Der Be-

schwerdeführer macht in seiner Beschwerde auch nicht geltend, dass mit 

einer allfälligen Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft zu rechnen 

wäre (MI-act. 102, act. 16). Aufgrund des fehlenden Willens zur Lebensge-

meinschaft ist der Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung gestützt auf 

Art. 3 Abs. 1 und 2 Anhang I FZA somit hinfällig geworden. Näher zu prüfen 

ist, ob dem Beschwerdeführer gestützt auf das AIG eine Bewilligung zu 

erteilen ist. 

 

3.  

3.1.  

Aufenthaltsbewilligungen sind befristet und erlöschen mit Ablauf ihrer Gül-

tigkeitsdauer (Art. 33 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 1 lit. c AIG). Spricht jedoch 

nichts gegen eine Bewilligungsverlängerung, wird diese praxisgemäss ver-

fügt. Das AIG enthält keine Bestimmungen, welche die Kriterien für die 

 - 7 - 

 

 

Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung festlegen. Art. 33 Abs. 3 

AIG normiert lediglich, dass eine Aufenthaltsbewilligung verlängert werden 

kann, wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 Abs. 1 AIG vorliegen. Wie 

mit Entscheid des Verwaltungsgerichts WBE.2021.298 vom 28. März 2022, 

Erw. II/2.1 festgehalten, setzt die Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbe-

willigung einen Nichtverlängerungsgrund voraus. Dieser kann entweder in 

einem Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 AIG bestehen oder sich aus 

einer ständigen, rechtsgleich gehandhabten Praxis des MIKA ergeben. 

 

3.2.  

Wird der Widerruf einer Aufenthaltsbewilligung damit begründet, dass der 

Aufenthaltszweck dahingefallen sei, besteht der Widerrufsgrund darin, 

dass die betroffene Person eine mit der Bewilligungserteilung verbundene 

Bedingung nicht mehr erfüllt, womit der Widerrufs- bzw. Nichtverlänge-

rungsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG erfüllt ist (Entscheid des Verwal-

tungsgerichts WBE.2022.67 vom 1. Juni 2022, Erw. II/2.2, eingehend 

WBE.2021.298 vom 28. März 2022, Erw. II/2.2). 

 

Geht es hingegen um eine Aufenthaltsbewilligung, deren Zweck im mass-

geblichen Zeitpunkt fortbesteht, kommt eine Nichtverlängerung nur dann in 

Betracht, wenn ein anderer Nichtverlängerungsgrund vorliegt. Das heisst, 

es bedarf eines Widerrufsgrundes nach Art. 62 Abs. 1 lit. a–c oder e–g AIG 

oder eines Nichtverlängerungsgrundes gemäss ständiger, rechtsgleich ge-

handhabter Praxis des MIKA (Entscheid des Verwaltungsgerichts 

WBE.2021.298 vom 28. März 2022, Erw. II/2.2).  

 

3.3.  

Mit dem Vorliegen eines Nichtverlängerungsgrundes erweist sich die Nicht-

verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zwar als begründet. Wie jede be-

hördliche Massnahme müssen aber auch die Nichtverlängerung einer Auf-

enthaltsbewilligung und die gemäss Art. 64 Abs. 1 lit. c AIG damit verbun-

dene Wegweisung verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 BV und Art. 96 

Abs. 1 AIG; vgl. BGE 135 II 377, Erw. 4.3) und verlangen folglich nach einer 

Interessenabwägung unter den Gesichtspunkten von Art. 96 Abs. 1 AIG. 

 

Da sich die Prüfung der Verhältnismässigkeit der Nichtverlängerung und 

Wegweisung erübrigt, wenn der betroffenen Person gestützt auf eine 

andere Norm eine Bewilligung zu erteilen ist, ist die Verhältnismässigkeits-

prüfung der Nichtverlängerung und Wegweisung zunächst zurückzustellen 

und es ist vorab zu klären, ob der betroffenen Person ohnehin eine Bewil-

ligung zusteht (zum Ganzen Entscheid des Verwaltungsgerichts 

WBE.2021.298 vom 28. März 2022, Erw. II/2.3 f.). 

 

4.   

In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob ein Widerrufsgrund vorliegt (siehe 

vorne Erw. II/3.1). 

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Der Beschwerdeführer verfügt aufgrund seines Aufenthalts als Ehegatte 

einer in der Schweiz zunächst aufenthaltsberechtigten und ab 2021 hier 

niedergelassenen italienischen Staatsangehörigen seit dem 2. Oktober 

2019 über eine abgeleitete Aufenthaltsbewilligung (act. 2; MI-act. 55). Zu-

lassungsgrund war die Eheschliessung und das Zusammenleben in ehe-

licher Gemeinschaft war Aufenthaltszweck und gleichsam Bedingung für 

die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Der Beschwerdeführer lebt – 

wie noch aufzuzeigen ist – seit dem 15. Juli 2022 von seiner Ehefrau ge-

trennt und es besteht keine Aussicht auf Wiedervereinigung. Der Be-

schwerdeführer macht zwar geltend, der Ehewille habe noch bis Ende 2023 

weiterbestanden (siehe vorne Erw. II/1.2). Dieser Auffassung kann jedoch 

nicht gefolgt werden, da es keine konkreten Anzeichen gibt, dass die ehe-

liche Gemeinschaft weiterhin gelebt wurde oder allfällige Wiederannähe-

rungsschritte unternommen wurden (siehe hinten Erw. II/6.2.2). Unbestrit-

ten ist, dass die Ehe definitiv gescheitert ist (MI-act. 102; act. 16). Damit 

wird der Aufenthaltszweck bzw. die mit der Bewilligungserteilung verbun-

dene Bedingung des Zusammenlebens in ehelicher Gemeinschaft nicht 

mehr eingehalten, womit der Widerrufsgrund von Art. 62 Abs. 1 lit. d AIG 

erfüllt ist. Nach dem Gesagten steht fest, dass ein Nichtverlängerungs-

grund vorliegt. 

 

5.  

Wie bereits ausgeführt, ist vor der Durchführung der Verhältnismässigkeits-

prüfung zu klären, ob dem Beschwerdeführer gestützt auf eine andere 

Norm eine Bewilligung zu erteilen ist (vgl. vorne Erw. II/3.3). Vorliegend ist 

zu prüfen, ob der Beschwerdeführer einen nachehelichen Aufenthaltsan-

spruch geltend machen kann. Nach Wegfall des Anwesenheitsanspruchs 

gemäss FZA, und da ein nachehelicher Aufenthalt im FZA nicht geregelt 

ist, kommt aufgrund des Diskriminierungsverbots nach Art. 2 FZA ein wei-

terer Aufenthaltsanspruch gestützt auf Art. 50 AIG in Betracht, sofern – wie 

vorliegend – die Noch-Ehefrau in der Schweiz weiterhin freizügigkeitsrecht-

lich anwesenheitsberechtigt ist (Urteile des Bundesgerichts 2C_351/2023 

vom 15. April 2025, Erw. 4.1; 2C_100/2025 vom 10. Juli 2025, Erw. 4.1 ff.; 

vgl. BGE 144 II 1, Erw. 4.7).  

 

6.  

6.1.  

Der Bundesgesetzgeber ergänzte Art. 50 AIG per 1. Januar 2025 in ver-

schiedener Hinsicht mit dem Ziel, die bestehende Härtefallregelung für aus-

ländische Personen zu erweitern (Änderung vom 14. Juni 2024 [Härtefall-

regelung bei häuslicher Gewalt]; vgl. AS 2024 713 ff.; vgl. Bericht der 

Staatspolitischen Kommission des Nationalrates vom 12. Oktober 2023, 

BBl 2023 2418 ff., sowie Stellungnahme des Bundesrates vom 29. Novem-

ber 2023, BBl 2023 2851 ff.). Das neue Recht kodifiziert die von der Recht-

sprechung bereits festgelegten Prinzipien (Urteil des Bundesgerichts 

 - 9 - 

 

 

2C_615/2024 vom 14. April 2025, Erw. 3.2; vgl. BBl 2023 2418 ff.). Ge-

mäss der Übergangsbestimmung von Art. 126g AIG ist auf Gesuche, die 

vor Inkrafttreten der Neufassung von Art. 50 AIG, also vor dem 1. Januar 

2025 eingereicht wurden, das neue Recht anwendbar.  

 

Im vorliegenden Verfahren kommt daher Art. 50 AIG in der per 1. Januar 

2025 eingeführten Fassung zur Anwendung. 

 

6.2.  

Verfügen Ehegatten gestützt auf Art. 42, 43 oder 44 AIG über eine abge-

leitete Aufenthaltsbewilligung, haben sie gemäss Art. 50 Abs. 1 AIG nach 

Auflösung der Ehegemeinschaft Anspruch auf Erteilung einer neuen Auf-

enthaltsbewilligung und deren Verlängerung, wenn die Ehegemeinschaft 

mindestens drei Jahre bestanden hat und die Integrationskriterien nach 

Art. 58a AIG erfüllt sind (lit. a) oder wichtige persönliche Gründe einen wei-

teren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (lit. b). 

 

6.3.  

6.3.1.  

Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, ist zunächst entscheidend, 

ob der Beschwerdeführer und seine Ehefrau mit beidseitigem Ehewillen 

während dreier Jahre in ehelicher Gemeinschaft zusammengelebt haben. 

Die dreijährige Frist ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung als 

absolute Frist zu verstehen. Wird die Frist auch nur um wenige Tage unter-

schritten, ist die Voraussetzung von Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG nicht erfüllt, 

womit ein Berufen auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG nicht zur Diskussion steht 

und der Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf 

die genannte Bestimmung dahinfällt (vgl. BGE 137 II 345, Erw. 3.1.3 mit 

Verweis auf weitere Urteile des Bundesgerichts). Die in Art. 50 Abs. 1 lit. a 

AIG über eine Dauer von drei Jahren geforderte Ehegemeinschaft besteht 

nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich 

solange, als die Eheleute in der Schweiz in ehelicher Gemeinschaft zusam-

menleben, d.h. in der gemeinsamen Absicht eine Ehegemeinschaft zu füh-

ren (BGE 136 II 113, Erw. 3.3; 138 II 229, Erw. 2; 140 II 289, Erw. 3.5.1; 

Urteil des Bundesgerichts 2C_436/2020 vom 2. Juli 2020, Erw. 3.2; vgl. 

MARC SPESCHA, in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], Kom-

mentar Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N. 4 zu Art. 50 AIG). Dabei ist primär 

auf die nach aussen wahrnehmbare Wohngemeinschaft abzustellen, da 

diese regelmässig das wichtigste sichtbare Merkmal einer Ehegemein-

schaft darstellt. Leben die Ehegatten nicht mehr zusammen, haben sie den 

Nachweis zu erbringen, dass sie aus wichtigen Gründen getrennt leben und 

die eheliche Gemeinschaft weiterbesteht (Art. 49 AIG; vgl. Urteil des Bun-

desgerichts 2C_544/2010 vom 23. Dezember 2010, Erw. 2.3.1). Leben die 

Ehegatten weiterhin zusammen und vertritt die Migrationsbehörde die Auf-

fassung, die Ehegemeinschaft bestehe nicht mehr, hat sie den entspre-

chenden Nachweis zu erbringen. Dabei ist jeweils aufgrund sämtlicher Um-

 - 10 - 

 

 

stände des Einzelfalles zu bestimmen, ab welchem Zeitpunkt die eheliche 

Gemeinschaft als definitiv aufgelöst zu gelten hat (BGE 138 II 229, Erw. 2).  

 

6.3.2.  

Vorliegend haben die Eheleute am 16. Mai 2019 in Nordmazedonien ge-

heiratet. Der Beschwerdeführer reiste am 19. September 2019 in die 

Schweiz ein und die Eheleute nahmen hier das gemeinsame Eheleben auf.  

 

Die räumliche Trennung folgte gemäss der Zuzugsmeldung der Gemeinde 

Q._____ am 15. Juli 2022 (MI-act. 71), d.h. während 33 Monaten bestand 

unbestritten eine anrechenbare eheliche Gemeinschaft. 

 

Der Beschwerdeführer führt aus, die Trennung sei erst Ende 2023 erfolgt, 

davor hätten die Eheleute lediglich räumlich getrennt gelebt, um eine per-

sönliche Krise der Ehefrau zu überwinden (act. 14 f.). Eine allein räumliche 

Trennung der Eheleute bedeute nicht den unmittelbaren Verlust des 

Willens zur Aufrechterhaltung der Ehe. Vielmehr habe das eheliche Band 

seiner Ansicht nach und auch nach Auffassung der Ehefrau gehalten, un-

besehen davon, dass sie räumlich getrennt gelebt hätten (act. 16). 

 

Es ist dem Beschwerdeführer insofern zuzustimmen, als die Dauer der 

Ehegemeinschaft nicht allein an der Dauer der Haushaltsgemeinschaft ge-

messen werden kann, zumal ein Zusammenleben im Geltungsbereich des 

Freizügigkeitsrechts nicht Bedingung für den Fortbestand des Aufenthalts-

anspruchs ist. In dieser Konstellation ist ein "living apart together" ohne 

Weiteres zulässig und von einer Auflösung der Ehegemeinschaft ist erst 

dann auszugehen, wenn der gemeinsame Ehewille, d.h. die gemeinsame 

Absicht eine Ehegemeinschaft zu führen, erloschen ist. Dieser Nachweis 

gilt dann als erbracht, wenn die Ehe aufgrund äusserer Umstände als "in-

haltsleer" erscheint oder bloss noch formell besteht (MARC SPESCHA, 

a.a.O., N. 6 zu Art. 50 AIG).  

 

Der Beschwerdeführer zog per 15. Juli 2022 aus der ehelichen Wohnung 

aus (MI-act. 71). Er gab auf Nachfrage des MIKA an, er wolle keine Tren-

nung und die Eheleute würden ihre Ehe glücklich und in Harmonie weiter-

führen, jedoch wolle seine Ehefrau noch nicht wieder mit ihm zusammen-

leben. Ein erneutes Zusammenleben sei aber nur eine Frage der Zeit (MI-

act. 81 f.). Die Ehefrau des Beschwerdeführers äusserte sich zunächst da-

hingehend, dass sie keine Scheidung wolle und ihre Ehe nicht gefährden 

möchte, weswegen sie Bedenkzeit benötige, um sich in einer persönlich 

schwierigen Zeit wieder zurecht zu finden (MI-act. 85). Infolgedessen 

wurde das Verfahren zum Widerruf der Aufenthaltsbewilligung bis zum 

31. August 2023 sistiert und der Beschwerdeführer aufgefordert, bis dann 

mitzuteilen, ob die eheliche Gemeinschaft noch gelebt werde und, falls ja, 

dies entsprechend zu belegen (MI-act. 88, 92). In der Stellungnahme des 

Beschwerdeführers vom 16. Oktober 2023 erklärte er, dass zwischen den 

 - 11 - 

 

 

Ehegatten hinsichtlich der Auflösung der Ehe Uneinigkeit bestehe, sie je-

doch weiterhin an ihrer Beziehung arbeiten und in Kontakt stehen, aber 

derzeit noch getrennt leben würden. Der Beschwerdeführer werde sich um-

gehend melden, wenn das Zusammenleben wieder aufgenommen werde 

(MI-act. 94). Konkrete Anhaltspunkte, wonach die Eheleute trotz räumlicher 

Trennung die eheliche Lebensgemeinschaft fortgesetzt und aktiv eine Wie-

deraufnahme des Zusammenlebens angestrebt oder auch nur weiterhin re-

gelmässig Kontakt gehabt hätten, werden vom Beschwerdeführer weder im 

erst- noch im vorinstanzlichen Verfahren substanziiert vorgebracht. Ge-

mäss den Angaben der Ehefrau des Beschwerdeführers hätten die Ehe-

leute zwei Mal erfolglos versucht, die eheliche Gemeinschaft wieder aufzu-

nehmen. Die Ehe sei gescheitert und sie wolle die Scheidung beantragen 

(MI-act. 102). Details dazu, wie die Eheleute versucht haben sollen, die 

eheliche Gemeinschaft wieder aufzunehmen, liegen nicht vor. Der Be-

schwerdeführer macht hierzu keine Angaben. In der Beschwerde vom 

18. November 2024 brachte der Beschwerdeführer lediglich vor, dass der 

Ehewille mindestens bis Dezember 2023 angedauert habe, was sich aus 

den einhelligen Äusserungen der Eheleute entnehmen lasse (act. 16). Be-

lege oder anderweitig substanziiert begründete Angaben zum angeblich 

vorhandenen beidseitigen Ehewillen während des Getrenntlebens machte 

der Beschwerdeführer nicht geltend. Bei dieser Ausgangslage obliegt es 

dem Beschwerdeführer – der aufgrund seiner Mitwirkungspflicht (§ 23 

VRPG; Art. 90 AIG) beweisführungspflichtig ist –, seine Behauptung betref-

fend Fortbestand des gemeinsamen Ehewillens substanziiert zu belegen, 

was er nicht gemacht hat. Nach dem Gesagten ist erstellt, dass die Ehe 

nach der räumlichen Trennung nur noch formell bestand. 

 

Damit steht fest, dass die eheliche Gemeinschaft in der Schweiz weniger 

als drei Jahre Bestand hatte, weshalb eine Verlängerung der Aufenthalts-

bewilligung des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG un-

abhängig vom Integrationsgrad des Beschwerdeführers ausser Betracht 

fällt, da eine erfolgreiche Integration bzw. das Erfüllen der Integrations-

kriterien nach Art. 58a Abs. 1 AIG kumulatives Kriterium zum dreijährigen 

Bestand der Ehegemeinschaft darstellt und nicht hinreichend ist zur Be-

gründung eines nachehelichen Aufenthalts gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. a 

AIG (vgl. BGE 136 II 113, Erw. 3.3.3; vgl. auch Entscheid des Verwaltungs-

gerichts WBE.2019.359 vom 22. Januar 2020, Erw. II/3.4.1). 

 

6.4.  

Zur Prüfung, ob wichtige persönliche Gründe gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b 

AIG vorliegen, hält die Vorinstanz zutreffend fest, dass sich infolge des aus-

schliesslichen Berufens des Beschwerdeführers auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AIG 

weitere Ausführungen zu Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG und Art. 30 Abs. 1 AIG 

erübrigen. Im Übrigen verwies die Vorinstanz auf die Ausführungen der 

Erstinstanz, was nicht zu beanstanden ist. Es wird weder geltend gemacht, 

der Beschwerdeführer sei Opfer häuslicher Gewalt im Sinne von Art. 50 

 - 12 - 

 

 

Abs. 1 lit. b i.V.m. Abs. 2 lit. a AIG geworden noch liegen Hinweise auf eine 

zwangsweise geschlossene Ehe vor. Die Vorinstanz geht – mit Verweis auf 

die Feststellungen der Erstinstanz – überdies richtigerweise davon aus, 

dass auch sonst keine wichtigen persönlichen Gründe im Sinne von Art. 50 

Abs. 1 lit. b AIG vorliegen, die den weiteren Aufenthalt in der Schweiz er-

forderlich machen.  

 

Daran ändern auch die bisherigen Integrationsleistungen des Beschwerde-

führers nichts. Der Beschwerdeführer bringt zu Recht nicht vor, dass ein 

weiterer Verbleib in der Schweiz aufgrund einer starken Verwurzelung an-

gezeigt erscheine. Gleiches gilt in Bezug auf die Reintegrationschancen im 

Heimatland. Der Beschwerdeführer reiste im Alter von 20 Jahren in die 

Schweiz ein und lebte bis zum Scheitern der Ehe weniger als drei Jahre 

hier, womit aufgrund der relativ kurzen Abwesenheit von seinem Heimat-

land nicht mit gravierenden Wiedereingliederungsschwierigkeiten zu rech-

nen ist. Solche werden sodann auch nicht substanziiert vorgebracht.  

 

6.5.  

Auch sonst sind keine Anhaltspunkte ersichtlich oder werden substanziiert 

geltend gemacht, welche rechtsgenügend für die Annahme wichtiger per-

sönlicher Gründe im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AIG i.V.m. 

Art. 31 Abs. 1 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstä-

tigkeit vom 24. Oktober 2007 (VZAE; SR 142.201) sprechen würden. 

 

6.6.   

Nach dem Gesagten steht fest, dass beim Beschwerdeführer keine wichti-

gen persönlichen Gründe im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AIG 

vorliegen, die einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen 

würden. Folglich hat er keinen Anspruch auf Erteilung einer neuen Aufent-

haltsbewilligung und deren Verlängerung gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. b 

AIG. 

 

7.   

Unter den dargelegten Umständen ist sodann nicht zu beanstanden, wenn 

die Vorinstanz die Erteilung einer Härtefallbewilligung im Sinne von Art. 30 

Abs. 1 lit. b AIG verneinte (act. 6). Liegen keine wichtigen persönlichen 

Gründe nach Art. 50 Abs. 1 lit. b i.V.m. Abs. 2 AIG vor und werden bei der 

Prüfung dieser Frage die Kriterien gemäss Art. 31 VZAE berücksichtigt, 

liegt regelmässig auch kein schwerwiegender persönlicher Härtefall im 

Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG vor. Es sind denn auch keine Umstände 

ersichtlich oder werden vorgebracht, die unabhängig von der Ehe auf das 

Bestehen einer solchen Härtefallsituation hindeuten würden. 

 

8.  

Erweist sich unter Berücksichtigung der Kriterien von Art. 31 VZAE, dass 

bei einer ausländischen Person nach Wegfall ihres abgeleiteten Bewilli-

 - 13 - 

 

 

gungsanspruchs zwecks Verbleibs beim Ehegatten weder ein nachehe-

licher Härtefall im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AIG noch ein schwerwie-

gender persönlicher Härtefall im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. b AIG vorliegt, 

ist damit gleichsam erstellt, dass das private Interesse der betroffenen Per-

son an einem weiteren Verbleib in der Schweiz das öffentliche Interesse an 

der Beendigung ihres Aufenthalts nach Auflösung der anwesenheitsbe-

rechtigenden Ehegemeinschaft nicht aufzuwiegen vermag. Dies gilt auch 

in jenen Fällen, in denen sich das öffentliche Interesse in migrationsregu-

latorischen Überlegungen erschöpft (vgl. zum Ganzen Art. 31 Abs. 1 VZAE 

i.V.m. Art. 96 Abs. 1 AIG; Entscheid des Verwaltungsgerichts 

WBE.2021.84 vom 12. August 2021, Erw. II/5). 

 

Im Rahmen der vorstehenden Erwägungen wurde festgestellt, dass beim 

Beschwerdeführer, der seinen abgeleiteten Bewilligungsanspruch zum 

Verbleib bei seiner Ehefrau verloren hat (siehe vorne Erw. II/5), weder ein 

nachehelicher Härtefall (Erw. II/6.3) noch ein schwerwiegender per-

sönlicher Härtefall vorliegt (Erw. II/7). Damit steht fest, dass der Widerruf 

der bisherigen sowie die Verweigerung einer neuen Aufenthaltsbewilligung 

und die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz auch vor 

dem Gebot der Verhältnismässigkeit standhalten. Auf eine erneute Darle-

gung und detaillierte Bemessung der zu berücksichtigenden Interessen 

kann unter diesen Umständen verzichtet werden. 

 

9.  

Hinsichtlich der Prüfung, ob die Verweigerung des weiteren Aufenthalts des 

Beschwerdeführers in der Schweiz und die damit verbundene Wegweisung 

vor Art. 8 EMRK standhalten, kann einhergehend mit der Vorinstanz auf die 

zutreffenden Ausführungen der Erstinstanz verwiesen werden (act. 6; MI-

act. 113). Eine Verletzung von Art. 8 EMRK ist nicht ersichtlich und wird 

auch nicht behauptet. 

 

10.  

Mit der Vorinstanz ist schliesslich festzuhalten, dass keine Hinweise er-

sichtlich sind, wonach der Vollzug der Wegweisung im Sinne von Art. 83 

AIG unzulässig, unmöglich oder unzumutbar sein könnte (act. 7). Der Be-

schwerdeführer macht in seiner Beschwerde denn auch keine Vollzugshin-

dernisse geltend.  

 

11.  

Zusammenfassend steht fest, dass der Widerruf der bisherigen sowie die 

Verweigerung einer neuen Aufenthaltsbewilligung und die Wegweisung 

des Beschwerdeführers weder gemäss FZA noch gemäss nationalem 

Recht zu beanstanden sind und vor Art. 8 EMRK standhalten. Nachdem 

auch dem Vollzug der Wegweisung keine Hindernisse entgegenstehen, ist 

 - 14 - 

 

 

der Entscheid der Vorinstanz nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

 

III.  

Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrenskosten nach Massgabe 

des Obsiegens und Unterliegens auf die Parteien verlegt (§ 31 Abs. 2 

VRPG). Nachdem der Beschwerdeführer unterliegt, gehen die Kosten des 

verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zu seinen Lasten. Ein Parteikostener-

satz fällt ausser Betracht (§ 32 Abs. 2 VRPG). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Ge-

richtsgebühr von Fr. 1'500.00, sind vom Beschwerdeführer zu bezahlen. 

 

3.  

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (Vertreter, im Doppel) 

die Vorinstanz (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 
 

 
   

Rechtsmittelbelehrung 

 

Migrationsrechtliche Entscheide können wegen Verletzung von Bundes-

recht, Völkerrecht, kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie inter-

kantonalem Recht innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden, soweit nicht eine 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 lit. c des Bundesgesetzes über das Bun-

desgericht vom 17. Juni 2005 (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) 

vorliegt. Die Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit 7. Tag nach Ostern, 

vom 15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit 

2. Januar. Das Bundesgericht tritt auf Beschwerden nicht ein, wenn weder 

das Bundesrecht noch das Völkerrecht einen Anspruch auf die in Frage 

stehende Bewilligung einräumt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

2C_694/2008 vom 25. September 2008). 

 - 15 - 

 

 

 

In allen anderen Fällen können migrationsrechtliche Entscheide wegen 

Verletzung von verfassungsmässigen Rechten innert 30 Tagen seit Zustel-

lung mit der subsidiären Verfassungsbeschwerde beim Schweize-

rischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, angefochten werden. 

 

Die unterzeichnete Beschwerde muss das Begehren, wie der Entscheid zu 

ändern sei, sowie in gedrängter Form die Begründung, inwiefern der ange-

fochtene Akt Recht verletzt, mit Angabe der Beweismittel enthalten. Der 

angefochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind 

beizulegen (Art. 82 ff. BGG bzw. Art. 113 ff. BGG). 

 

 
   

Aarau, 10. November 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiberin i.V.:  

 

 

 

Busslinger Angliker