# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e4962e9-8d96-526a-80b1-356c80d1752d
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-09-02
**Language:** de
**Title:** Attikageschoss. Profilansetzung bei ungewöhnlichem Grundriss.
**Docket/Reference:** BRKE II Nr. 0165/2008
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRKE_II_0165_2008_416.pdf

## Full Text

BRKE II Nr. 0165/2008 vom 2. September 2008 in BEZ 2009 Nr. 14

Angefochten  war  die  Bewilligung  für  die  Erstellung  von  zwei Flachdachgebäu-
den je mit fünfeckigem Grundriss in der Form eines gleichschenkligen Trapezes mit 
Ergänzung  um  ein  Dreieck  auf  der  längeren  Seite  des  Trapezes.  Strittig  war,  auf 
welchen  Gebäudeseiten  das  Profil  für  das  hypothetische  Schrägdach  anzusetzen 
sei. 

Aus den Erwägungen:

6.2 Attikageschosse werden vom Gesetz nur mittelbar durch § 292 PBG erfasst. 
Nach  dieser  Norm  dürfen,  wo  nichts  anderes  bestimmt  ist,  Dachaufbauten,  ausge-
nommen  Kamine,  Anlagen  zur  Nutzung  von  Sonnenenergie  und  kleinere  technisch 
bedingte  Aufbauten  insgesamt  nicht  breiter  als  ein  Drittel  der  betreffenden  Fassa-
denlänge, sofern sie bei Schrägdächern über die tatsächliche Dachebene hinausra-
gen (lit. a) bzw. bei Flachdächern die für ein entsprechendes Schrägdach zulässigen 
Ebenen  durchstossen.  Gemäss  Ziffer  5.4  BZO  darf  die  Gesamtlänge  von  Dachein-
schnitten  und  Dachaufbauten  zusammen  pro  Geschoss  höchstens  zwei Drittel  der 
betreffenden Fassadenlänge betragen. Damit hat der kommunale Gesetzgeber eine 
weitergehende Regelung als der kantonale Gesetzgeber getroffen.

Das Planungs- und Baugesetz schreibt nicht explizit vor, wie das für die zuläs-
sige Ausdehnung von Attikageschossen anzunehmende Profil eines hypothetischen 
Schrägdaches  zu  bilden  ist.  Bei  einem  lang  gezogenen rechteckigen Flachdachge-
bäude stellt die längere Gebäudeseite meist auch die (hypothetische) Traufseite dar. 
Dieser  Umstand  ist  jedoch  keineswegs  zwingend,  sondern  ergibt  sich  in  der  Regel 
aus  der  konkreten  Konfiguration.  Bereits  bei  einem  Gebäude,  bei  dem  die  Fassa-
denseiten  in  einem  Verhältnis  von  3:4  zu  einander  stehen,  besteht  bezüglich  der 
hypothetischen  Firstrichtung  eine  Wahlfreiheit  des  Bauherrn.  Nach  der  Rechtspre-
chung  sollen  jedoch  Attikageschosse  klar  von  Vollgeschossen  unterscheidbar  und 
als Dachgeschosse erkennbar sein. Dies wird nur da zunichte gemacht, wo bei Ge-
bäuden mit deutlich unterschiedlich langen Gebäudeseiten die Längsseite als hypo-
thetische  Giebelseite  angenommen  wird.  Das  Attikageschoss  könnte  so  über  weite 
Strecken  des  Gebäudeumfanges  mit  den  Vollgeschossen  bündig  ausgestaltet  wer-
den (vgl. BRKE I Nr. 0099/2002 = BEZ 2002 Nr. 37). (…) 

6.3 Der fünfeckige Grundriss hat vorliegend Fall zur Folge, dass nicht ohne wei-
teres  von  einer  Gebäudelänge  und  einer  Gebäudebreite  gesprochen  werden  kann, 
wie dies bei rechteckigen Gebäuden der Fall ist.

§ 28  ABV  definiert  die  Gebäudelänge  und  die  Gebäudebreite.  Danach  gilt  als
Gebäudelänge die längere Seite des flächenkleinsten Rechtecks, welches die senk-
recht auf den Boden projizierte grösste, durch die massgebliche Fassadenlänge ge-

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bildete  Gebäudeumfassung  umschreibt.  Als  Gebäudebreite  gilt  die  kürzere  Seite 
dieses Rechtecks (§ 28 Abs. 1 ABV).

Die  Konstruktion  eines  solchen  Rechtecks  führt  bei  den  beiden geplanten Ge-
bäuden beinahe zu einem Quadrat mit einer Fläche von 267,6 m2, indem die längere 
Seite mit 17,84 m knapp 3 m länger ist als die 15 m lange kürzere Seite. Damit ste-
hen die Fassadenseiten in einem Verhältnis vom 5:6 zu einander und damit in einem 
kleineren Verhältnis als 3:4.

Zur  Bestimmung  des  hypothetischen  Dachprofils  konstruieren  die  privaten  Re-
kursgegner  nun  bei  beiden  Gebäuden  nicht  den  längst  möglichen  Dachfirst.  Auf-
grund  der  dargelegten  Rechtsprechung  sind  sie  dazu  auch  gar  nicht  verpflichtet, 
sondern sie konnten die Ansetzung des hypothetischen Dachprofils gestützt auf das 
Verhältnis  der  Fassadenlängen  frei  wählen.  Weshalb  die  von den privaten Rekurs-
gegnern  gewählte  Lösung  in  gestalterischer  Hinsicht  zu  einem  unbefriedigenden 
Ergebnis führen sollte, ist nicht einzusehen und wurde von den Rekurrierenden auch 
nicht näher begründet. Jedenfalls wirken die Attikageschosse weder willkürlich noch 
disharmonisch. Gleichzeitig kommt auch noch Ziff. 5.4 BZO ins Spiel. Danach dürfen 
Dacheinschnitte und Dachaufbauten höchstens zwei Drittel der betreffenden Fassa-
denlänge  betragen.  Dadurch  hat  der  kommunale  Gesetzgeber  bewusst  in  Kauf  ge-
nommen,  dass  Attikageschosse  gerade  auch  auf  den  Traufseiten  relativ  massiv  in 
Erscheinung treten können.

Die  beiden  Gebäude  stehen  versetzt  und  gedreht  zu  einander.  Unter  Berück-
sichtigung  dieses  Umstandes  ergibt  sich,  dass  der  hypothetische  Dachfirst  bei  bei-
den  Gebäuden  unterschiedlich  gewählt  wurde.  Sie  verlaufen  auch  nicht  parallel, 
sondern allenfalls in ähnlicher Richtung. Wären die Dachfirste identisch gewählt, so 
müsste der Dachfirst beim Haus Ost dem Verlauf desjenigen des Hauses West ent-
sprechend von der östlichen Gebäudeecke auf die Mitte der Westfassade verlaufen 
und nicht von der nordöstlichen Ecke auf die Mitte der Südostfassade. Dies hängt –
trotz des identischen Grundrisses – mit der unterschiedlichen Gestaltung und Positi-
onierung der beiden Gebäude zusammen und führt aber ebenso wenig zu einer un-
genügenden Gestaltung der Gebäude. 

7. Zusammenfassend ist der Rekurs abzuweisen und ist der angefochtene Be-

schluss im überprüften Umfange zu bestätigen.