# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 15f0ec4b-3cc7-579e-8ca3-734d144954d0
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 14.09.2023 725 23 116 / 207 (725 2023 116 / 207)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-23-116---207_2023-09-14.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 14. September 2023 (725 23 116 / 207) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Zweifel an der Zuverlässigkeit von internen medizinischen Berichten bezüglich einer ver-

meintlich überwiegend durch Abnützung oder Erkrankung herbeigeführten unfallähnli-

chen Körperschädigung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG 

 

 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin i.V. Liv Engelhardt 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Matthias Aeberli, Ad-
vokat, Freie Strasse 82, Postfach 340, 4010 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A.  Der 1996 geborene A.____ war bei B.____ angestellt und in dieser Eigenschaft bei der 
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs-
unfällen versichert, als er am 21. Oktober 2021 beim Lösen eines Ölfilters einen Schmerz in der 

 

 
 
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rechten Schulter verspürte und sich am 3. November 2021 wegen einer angerissene Bi-
zepssehne bei der Suva meldete. Mit Verfügung vom 17. Juni 2022 lehnte die Suva die Leis-
tungsübernahme mit der Begründung ab, dass weder ein Unfall noch eine unfallähnliche Körper-
verletzung vorliege. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Dominique Horst, CAP 
Rechtsschutz AG, am 4. August 2022 Einsprache. Im Einspracheentscheid vom 14. März 2023 
hielt die Suva an der leistungsablehnenden Verfügung fest.   
 
B. Gegen diesen Entscheid reichte A.____, nunmehr vertreten durch Advokat Dr. Matthias 
Aeberli, am 28. April 2023 beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge-
richt), Beschwerde ein. Darin beantragte er die vollumfängliche Aufhebung des Einspracheent-
scheids vom 14. März 2023 und der Verfügung vom 17. Juni 2022 und die Ausrichtung der ihm 
zustehenden Versicherungsleistungen.  
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 25. Mai 2023 hielt die Suva an ihrem Einspracheentscheid 
vom 14. März 2023 fest und beantragte die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser in X.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-
Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Ver-
waltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versi-
cherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprache-
entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die - im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene - Beschwerde vom 28. April 2023 ist demnach einzutreten. 
 
2.1 Streitgegenstand bildet der Einspracheentscheid vom 14. März 2023, mit welchem die 
Beschwerdegegnerin einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Versicherungsleistungen ab-
gelehnt hat.  
 
2.2  Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren.  
 

 

 
 
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3.1 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beein-
trächtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Der äussere 
Faktor ist das zentrale Begriffscharakteristikum eines jeden Unfallereignisses; er ist Gegenstück 
zur –  den Krankheitsbegriff konstituierenden –  inneren Ursache. Der äussere Faktor ist unge-
wöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen über-
schreitet (BGE 134 V 729). Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistungen 
auch bei den folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder 
Erkrankung zurückzuführen sind: a. Knochenbrüche; b. Verrenkungen von Gelenken; c. Menis-
kusrisse; d. Muskelrisse; e. Muskelzerrungen; f. Sehnenrisse; g. Bandläsionen; h. Trommelfell-
verletzungen. Bei den aufgelisteten Körperschädigungen wird davon ausgegangen, dass eine 
unfallähnliche Körperschädigung vorliegt, die vom Unfallversicherer übernommen werden muss. 
Bei Vorliegen einer Listenverletzung steht der Unfallversicherer grundsätzlich in der Pflicht, Leis-
tungen zu erbringen, solange er nicht den Nachweis für eine vorwiegende Bedingtheit durch Ab-
nützung oder Erkrankung erbringt. Dies setzt voraus, dass er im Rahmen seiner Abklärungspflicht 
(vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG) nach Eingang der Meldung einer Listenverletzung die Begleitumstände 
der Verletzung genau abklärt. Lässt sich dabei kein initiales Ereignis erheben oder lediglich ein 
solches ganz untergeordneter respektive harmloser Art, so vereinfacht dies zwangsläufig in aller 
Regel den Entlastungsbeweis des Unfallversicherers. Nebst den in erster Linie von medizinischen 
Fachpersonen zu beurteilenden Abgrenzungsfragen ist das gesamte Ursachenspektrum der in 
Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem Vorzustand sind somit auch 
die Umstände des erstmaligen Auftretens der Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschie-
denen Indizien, die für oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizini-
scher Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der Unfallversicherer 
gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschätzungen nachzuweisen, dass die fragliche Listenver-
letzung vorwiegend, das heisst im gesamten Ursachenspektrum zu mehr als 50% auf Abnützung 
oder Erkrankung zurückzuführen ist (BGE 146 V 51 E. 8.6).  
 
3.2 Der Beschwerdeführer hat gemäss der Schadenmeldung vom 3. November 2021 am 
21. Oktober 2021 beim Lösen eines Ölfilters einen stechenden Schmerz in der Schulter verspürt 
mit einem Knackgeräusch, wobei seine Bizepssehne angerissen worden sei. Bei diesem Gesche-
hensablauf ist unbestritten, dass der Unfallbegriff gemäss Art. 4 ATSG nicht erfüllt ist, da es an 
der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors mangelt.  
 
3.3 Als Grundlage für die Leistungspflicht der Suva kommt daher nur eine unfallähnliche 
Körperschädigung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG in Frage. Die entscheidende Rolle für die 
Beurteilung der Frage, ob eine diagnostizierte Listenverletzung vorwiegend auf Abnützung oder 
Erkrankung zurückzuführen ist, spielt die medizinische Beurteilung. An den Gegenbeweis sind 
strenge Anforderungen zu stellen. Er kann nur dann erfüllt werden, wenn bezogen auf den Ein-
zelfall eindeutige Beweise von neutralen Stellen vorliegen. Schematische, auf allgemeinen Erfah-
rungstatsachen beruhende Prüfungsschemata genügen für den Gegenbeweis nicht. Verlangt 
werden vielmehr Beurteilungen, die in materieller Hinsicht nachvollziehbar und schlüssig sind, 
also den von der Praxis entwickelten Anforderungen an Gutachten genügen (BGE 125 V 351). 
Solche Beurteilungen sind nur bei von den Unfallversicherern unabhängigen externen Gutachtern 

 

 
 
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zu erhalten, deren Auswahl unter strenger Wahrung der Parteirechte der Versicherten getroffen 
wurde (UELI KIESER/KASPAR GEHRING/SUSANNE BOLLINGER, KVG/UVG Kommentar, Zürich 2018, 
Art. 6 N 12).  
 
4.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschie-
den werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
4.2 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen. Das Gericht hat diese nach dem für den Sozial-
versicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) 
– wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie um-
fassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle 
Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden 
hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 
gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-
lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch-
tet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 
231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt Berichten und Gutachten versicherungsinterner Fach-
personen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten 
Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An die Beweiswürdi-
gung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung 
eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 am Ende mit Hinweis; Urteil des 
Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 

 

 
 
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5.  Der Angelegenheit liegen folgende Akten von Relevanz zu Grunde:  
 
5.1 Im Rahmen einer ersten Untersuchung von Dr. med. C.____, Radiologie FMH, be-
schreibt dieser im Schreiben vom 1. November 2021, dass kein Nachweis einer Pathologie der 
langen Bizepssehne bestehe. Er befand eine Tendinopathie mit kurzstreckiger intratendinöser 
Partialruptur im kranialen Bereich der Subscapularissehne ansatznahe sowie eine leichte, etwas 
aktivierte AC-Arthrose. Auch würden degenerative/überlastungsbedingte kleine Zystchen im 
Humeruskopf dorsal im Ansatzbereich der Infraspinatussehne bestehen.  
 
5.2 Der Beschwerdeführer nahm am 28. Oktober 2021 sowie am 1. November 2021 an einer 
Konsultation bei med. pract. D.____, orthopädische Chirurgie FMH, teil. Nachdem ein MRT 
durchgeführt worden war, diagnostizierte er im Konsultationsbericht vom 4. November 2021 ei-
nen neu intratendinösen Riss der Subscapularissehne und eine Reizung der Bizepssehne Schul-
ter rechts sowie eine Bursitis subacromialis an der rechten Schulter.  
 
5.3 Am 24. November 2021 fand eine weitere Konsultation bei Dr. med. E.____, orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, statt. Im Bericht vom 26. No-
vember 2021 diagnostizierte dieser einen kleinen intratendinösen Riss der Subscpularissehne 
und eine Reizung der Bizepssehne sowie eine Bursitis subacromialis an der rechten Schulter. 
Auch habe sich im MRT eine kleine Flüssigkeitskollektion am Oberrand der Subscapularissehne 
gezeigt, möglicherweise im Sinne eines kleinen intratendinösen Einrisses.  
 
5.4 Die Suva fragte Dr. med. F.____, orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be-
wegungsapparates FMH, einen internen Versicherungsmediziner, nach seiner Einschätzung, ob 
eine Körperschädigung vorliege, die vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen 
sei, und – falls nicht – ob die Körperschädigung einer der in Art. 6 Abs. 2 UVG aufgeführten 
Diagnosen entspreche. Dr. F.____ antwortete am 21. Dezember 2021, dass vorliegend eine 
Tendinopathie mit Partialläsion der Subscapularissehne rechts vorliegen würde, die vorwiegend 
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sei.  
 
5.5 Der Beschwerdeführer, vertreten durch Advokatin Dominique Horst, fragte Dr. E.____ 
mit Schreiben vom 17. März 2022, ob die Schulterbeschwerden seines Erachtens überwiegend 
auf eine Erkrankung oder Abnützung zurückzuführen seien, und bat ihn, seine Meinung zu be-
gründen. In einer handschriftlichen Notiz verneinte Dr. E.____ einen vorwiegenden Erkrankungs- 
oder Abnützungsfaktor. Das Arthro-MRT vom 1. November 2021 zeige einen kurzstreckigen in-
tratendinösen Riss am Oberrand der Subscapularissehne und keinerlei degenerative Verände-
rungen bei dem 25-jährigen Patienten. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer 
traumatischen Verletzung auszugehen.  
 
5.6 Zur Einschätzung von Dr. E.____ nahm Dr. F.____ am 30. Mai 2022 Stellung. Er berief 
sich dabei auf den Bericht von D.____ vom 4. November 2021, in dem eine Tendinopathie mit 
kurzstreckiger intratendinöser Partialruptur im kranialen Bereich der Subscapularissehne ansatz-
nahe diagnostiziert wurde. Es handle sich dabei um eine entzündliche Veränderung der Sehne, 

 

 
 
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welche – wie vorliegend – die Struktur der Sehne schwächen und zu Rissbildungen führen könne. 
Oftmalig seien entzündliche Sehnenveränderungen die ersten Anzeichen eines beginnenden 
Verschleissleidens. Insbesondere im Bereich des Schultergelenks beginne die Degeneration oft-
malig im Sehnenbereich. Auch würden die degenerativen respektive überlastungsbedingten klei-
nen Zystchen im Humeruskopf dorsal im Ansatzbereich der Infraspinatussehne nicht durch das 
Lösen eines Ölfilters herbeigeführt werden können, da Zysten über Monate und Jahre als Folge 
von Mikroverletzungen bei Überlastungen entstünden.  
 
5.7 In seiner Stellungnahme vom 22. Juli 2022 zu den Ausführungen von Dr. F.____ erklärte 
Dr. E.____, dass ein akut einschiessender Schmerz bei einer Hebefunktion und einem Kraftein-
satz mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den – im Arthro-MRT vom 1. November 2021 
nachgewiesenen – kurzstreckigen intratendinösen Einriss der kranialen Subscapularissehne zu-
rückzuführen sei. Degenerative Veränderungen an der Rotorenmanschette, die auf eine chroni-
sche Entwicklung des Risses hindeuten würden, seien in der Anthro-MRT-Diagnostik nicht zu 
sehen.  
 
6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte die Ablehnung ihrer Leistungspflicht auf eine vorwie-
gend durch Abnützung oder Erkrankung entstandene Partialruptur der Subscapularissehne, wie 
dies in den versicherungsmedizinischen Beurteilungen vom 21. Dezember 2021 und vom 30. Mai 
2022 von Dr. F.____ behauptet wird. Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, es würden 
anhand der ärztlichen Einschätzung von Dr. E.____ Indizien gegen die Zuverlässigkeit dieser 
Berichte bestehen.  
 
6.2 Wie unter E. 4.3 aufgeführt ist zu prüfen, ob geringe Zweifel an der medizinischen Ein-
schätzung von Dr. F.____ bestehen. Dr. F.____ ging vorliegend von einer entzündlichen Verän-
derung der Sehne aus und widersprach damit der Diagnose von Dr. E.____, der die Schmerzen 
des Beschwerdeführers auf einen Einriss der kranialen Subscapularissehne zurückführte. Auf 
das Vorbringen von Dr. E.____, das Anthro-MRT zeige Hinweise auf einen Einriss und dass eine 
Degenration mit Blick auf das junge Alter des Beschwerdeführers unwahrscheinlich sei, ging Dr. 
F.____ weder in seiner Einschätzung vom 21. Dezember 2021 noch in seiner Stellungnahme 
vom 30. Mai 2022 weiter ein. Er begründete seine Diagnose stattdessen mit den beobachteten 
Zystchen im Humeruskopf dorsal im Ansatzbereich der Infraspinatussehne; solche Zystchen wür-
den über Monate und Jahre als Folge von Mikroverletzungen bei Überlastungen entstehen. Dies 
wird von Dr. E.____ auch nicht weiter beanstandet. Die Ausführung von Dr. F.____, dass ent-
zündliche Sehnenveränderungen oftmalig die ersten Anzeichen eines beginnenden Verschleiss-
leidens seien und deshalb von einer Degeneration auszugehen sei, vermag jedoch nicht zu über-
zeugen. Diese Einschätzung basiert nicht etwa auf der Untersuchung des Beschwerdeführers, 
sondern auf einer medizinischen Wahrscheinlichkeit, auf welche die Beschwerdegegnerin keine 
Folgeuntersuchung veranlasste. Dieser Umstand sowie die von Dr. F.____ nicht widerlegten Ar-
gumente, die Dr. E.____ gegen das Vorliegen einer Degeneration vorbringt, stellen die Zuverläs-
sigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen von Dr. F.____ in Frage.  
 
6.3 Da bereits geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit von internen medizinischen Berichten 
genügen, um eine versicherungsexterne Abklärung auszulösen, ist eine solche vorliegend 

 

 
 
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aufgrund der fachärztlichen Differenzen unumgänglich. Die Angelegenheit ist demnach an die 
Vorinstanz zurückzuweisen, um die Frage, ob der Schaden mehr als 50 % auf Abnützung 
zurückzuführen ist beziehungsweise degenerativer Natur ist, mittels externen Gutachtens nach 
dem Verfahren gemäss Art. 44 ATSG zu klären. Die Beschwerde ist in diesem Sinne 
gutzuheissen. 
 
7.  Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. a ATSG ist der Prozess vor dem 
kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos. Es sind deshalb keine Verfahrenskosten zu erhe-
ben. Gemäss Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteient-
schädigung. Der Rechtsvertreter hat gemäss Honorarnote vom 2. Juni 2023 ein Honorar von Fr. 
1’812.50 zuzüglich der Auslagen von Fr. 93.80 geltend gemacht, was sich unter Berücksichtigung 
der Mehrwertsteuer von 7,7 % insgesamt auf Fr. 2'053.10 beläuft. Dieser Betrag erweist sich in 
Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen und wird zu 
Lasten der Beschwerdegegnerin zugesprochen.  
 

 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochtene 
Einspracheentscheid vom 14. März 2023 aufgehoben und die Angele-
genheit zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen im Sinne der 
Erwägungen an die Suva zurückgewiesen wird.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Suva hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in Höhe 
von Fr. 2'053.10 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten.  

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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