# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 17a3ef6f-12cf-517f-972a-8e57b2c56e80
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 01.02.2024 SK2 2023 58
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2023-58_2024-02-01.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Beschluss vom 1. Februar 2024

[Mit Urteil 7B_267/2024 vom 15. April 2025 hat das Bundesgericht die gegen 
diesen Beschluss erhobene Beschwerde abgewiesen, sofern darauf eingetreten 
wurde.]

Referenz SK2 23 58

Instanz II. Strafkammer

Besetzung Nydegger, Vorsitzender
Hubert und Richter
Guetg, Aktuar

Parteien A._____
Gesuchsteller

gegen

B._____
Gesuchsgegner

C._____
Gesuchsgegner
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. Vera Delnon
Winzerhalde 16, 8049 Zürich

Gegenstand Ausstand

Mitteilung 5. Februar 2024

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Sachverhalt

A. Die Staatsanwaltschaft Graubünden (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) 
führte unter anderem gegen A._____ eine Strafuntersuchung wegen mehrfachen 
Vergehens gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sowie 
wegen falscher Anschuldigung (Verfahren VV.2018.1648). Als fallführender 
Staatsanwalt war lic. iur. B._____ (nachfolgend: Staatsanwalt B._____) eingesetzt.

B. Am 25. August 2023 erhob die Staatsanwaltschaft beim Regionalgericht 
Maloja Anklage unter anderem gegen A._____ wegen Vergehen gegen das 
Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sowie wegen falscher 
Anschuldigung. Vor Gericht wird die Anklage durch Staatsanwalt B._____ 
vertreten.

C. In Bezug auf die Anklage gegen den Beschuldigten A._____ eröffnete das 
Regionalgericht Maloja das Verfahren Proz. Nr. 515-2023-12. Wie schon im 
Vorverfahren tritt C._____ im erstinstanzlichen Hauptverfahren als Privatkläger 
auf.

D. Am 6. September 2023 stellte A._____ (nachfolgend: Gesuchsteller) beim 
Regionalgericht Maloja ein Ausstandsgesuch gegen Staatsanwalt B._____ mit 
folgenden Anträgen:

1. Es habe Staatsanwalt lic. iur. B._____ in Anlehnung an Art. 56 lit. f 
StPO im Strafverfahren vor Regionalgericht Maloja betreffend D._____ 
und den Unterzeichneten wegen UWG-Widerhandlungen und wegen 
falscher Anschuldigung (einzig betreffenden den Unterzeichneten) in 
den Ausstand zu treten.

2. Gesetzliche Kosten- und Entschädigungsfolge gemäss Art. 59 Abs. 4 
StPO.

E. Das Regionalgericht Maloja leitete das Ausstandsgesuch am 8. September 
2023 an das Kantonsgericht von Graubünden weiter.

F. Mit Stellungnahme vom 21. September 2023 beantragte Staatsanwalt 
B._____, was folgt:

1. Auf das Ausstandsgesuch sei nicht einzutreten.

2. Evtl. sei das Gesuch abzuweisen.

3. Unter Kostenfolge zulasten des Gesuchstellers.

G. Mit Eingabe vom 18. Oktober 2023 hielt der Gesuchsteller an seinen 
Rechtsbegehren fest.

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H. Mit Stellungnahme vom 30. Oktober 2023 stellte C._____ (nachfolgend: 
Gesuchsgegner) folgendes Rechtsbegehren:

Das Ausstandsgesuch sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden 
kann, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des 
Gesuchstellers.

I. Mit Eingabe vom 16. November 2023 hielt der Gesuchsteller an seinen 
Anträgen fest.

J. Mit Eingabe vom 20. November 2023 bzw. vom 7. Dezember 2023 liess 
sich der Gesuchsgegner abermals vernehmen.

K. Mit Schreiben vom 18. Dezember 2023 äusserte sich der Gesuchsteller zur 
Eingabe des Gesuchsgegners vom 7. Dezember 2023.

L. Mit Eingabe vom 5. Januar 2024 gelangte der Gesuchsteller abermals an 
das Kantonsgericht.

Erwägungen

1.1. Will eine Partei den Ausstand einer in einer Strafbehörde tätigen Person 
verlangen, so hat sie der Verfahrensleitung ohne Verzug ein entsprechendes 
Gesuch zu stellen, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat; die den 
Ausstand begründenden Tatsachen sind glaubhaft zu machen (Art. 58 Abs. 1 
StPO). Die betroffene Person nimmt zum Gesuch Stellung (Art. 58 Abs. 2 StPO). 
Über Ausstandsgesuche gegen Staatsanwälte nach Art. 56 lit. a oder lit. f StPO 
entscheidet endgültig die kantonale Beschwerdeinstanz (Art. 59 Abs. 1 lit. b 
StPO).

1.2. Der Gesuchsteller stellt sein Ausstandsgesuch "in Anlehnung an Art. 56 lit. f 
StPO" (act. A.1, Rechtsbegehren Ziff. 1). In der Sache macht er verschiedene 
angebliche Verfahrensfehler von Staatsanwalt B._____ geltend. Bei 
Verfahrensfehlern, die von einer in einer Strafbehörde tätigen Person mutmasslich 
begangen wurden, ist – worauf der Gesuchsteller zutreffend hinweist – der 
Ausstandsgrund von Art. 56 lit. f StPO zu prüfen (vgl. statt vieler Andreas J. Keller, 
in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung [StPO], 3. Aufl., Zürich 2020, N 40 ff. zu Art. 56 StPO 
m.w.H.). Infolge Anklagerhebung beim Regionalgericht Maloja ist die 
Verfahrensleitung im gegen den Gesuchsteller geführten Strafverfahren an dieses 
übergegangen (vgl. Art. 328 StPO). Dies ändert jedoch nichts daran, dass über 
Ausstandsgesuche gegen Staatsanwälte nach Art. 56 lit. f StPO die 
Beschwerdeinstanz zu entscheiden hat (Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO). Mit der 

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Entscheidkompetenz einher geht die Befugnis und Pflicht zur Leitung des 
Ausstandsverfahrens. Das Regionalgericht hat das Ausstandsgesuch daher zu 
Recht an das Kantonsgericht bzw. dessen II. Strafkammer als strafrechtliche 
Beschwerdeinstanz weitergeleitet (vgl. Art. 22 EGzStPO [BR 350.100] i.V.m. Art. 
10 Abs. 1 KGV [BR 173.100]) und der Schriftenwechsel sowie weitere 
Instruktionshandlungen erfolgten durch dieses.

1.3.1. Mit Blick auf die (zwischenzeitlich erfolgte) Anklageerhebung wendet 
Staatsanwalt B._____ ein, dass die Verfahrensleitung bereits mit Einreichung der 
Anklageschrift am 24. November 2021 beim Regionalgericht Plessur und während 
den laufenden Rechtsmittelverfahren vor den Gerichten nicht mehr bei der 
Staatsanwaltschaft gelegen habe und die Staatsanwaltschaft bzw. der 
verfahrensleitende Staatsanwalt seit der ersten Anklageerhebung vom 24. 
November 2021 gar keine Verfahrenshandlungen mehr habe vornehmen können 
(act. A.2, Ziff. 1).

1.3.2. Sofern Staatsanwalt B._____ damit dem Ausstandsgesuch generell das 
Rechtsschutzinteresse absprechen will, ist dem nicht zu folgen.

Gemäss dem Wortlaut des Gesetzes unterliegt den Ausstandsvorschriften "eine in 
einer Strafbehörde tätige Person" (Art. 56 StPO). Zu den Strafbehörden zählen 
einerseits die Strafverfolgungsbehörden nach Art. 12 StPO (d.h. die Polizei, die 
Staatsanwaltschaft und die Übertretungsstrafbehörden), andererseits die Gerichte 
nach Art. 13 StPO (d.h. das Zwangsmassnahmengericht, das erstinstanzliche 
Gericht, die Beschwerdeinstanz und das Berufungsgericht). Der Umschreibung 
des von Art. 56 StPO erfassten Personenkreises lässt sich nicht entnehmen, dass 
die Ausstandsvorschriften nur bei Personen mit verfahrensleitender Funktion zur 
Anwendung gelangten. Erfasst sind vielmehr sämtliche Funktionsträger der 
Strafbehörden mit Amtsgewalt ausübender, verfügender oder entscheidender 
Befugnis (Keller, a.a.O., N 7 zu Art. 56 StPO). Art. 56 StPO zielt damit generell auf 
die Vornahme amtlicher Tätigkeiten ab, was durch Art. 183 Abs. 3 StPO noch 
verdeutlicht wird. Dieser Bestimmung zufolge unterliegen auch amtliche 
Sachverständige den Ausstandsvorschriften von Art. 56 ff. StPO, was insofern 
richtig ist, als sie Gehilfen der Strafbehörden sind und ihnen daher ebenfalls eine 
amtliche Funktion zukommt. Dass der von der Staatsanwaltschaft angedeutete 
Konnex zwischen den Ausstandsvorschriften und der Verfahrensleitung auch von 
der Sache her nicht überzeugend ist, zeigt sich namentlich am Beispiel von 
beisitzenden Richtern und Gerichtsschreibern: Sie müssen, obwohl ihnen keine 
verfahrensleitende Funktion zukommt, ablehnungsfähig sein (zu den 
Gerichtsschreibern s. etwa Keller, a.a.O., N 7a zu Art. 56 StPO). Bei 

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Staatsanwälten kann dies im Grundsatz nicht anders sein: Zwar tritt die 
Staatsanwaltschaft im Haupt- und Rechtsmittelverfahren als Partei auf (vgl. Art. 
104 Abs. 1 lit. c StPO), doch obliegt ihr (nach wie vor) die Durchsetzung des 
staatlichen Strafanspruches. Ihre Tätigkeit dient daher öffentlichen Interessen und 
ist als amtliche anzusehen. Zudem ist die Staatsanwaltschaft ungeachtet ihrer 
Parteirolle (wenn auch "graduell vermindert") zur Objektivität verpflichtet (vgl. 
Viktor Lieber, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 3. Aufl., Zürich 2020, N 8 zu Art. 
104 StPO). Trotz ihrer Parteistellung kann sie auch nach Anklageerhebung mit 
Beweiserhebungen beauftragt werden (vgl. Markus Boog, in: 
Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 
Strafprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2023, N 10c zu Art. 56 StPO). Entsprechend 
wird in der einschlägigen Literatur zum Ausstandsrecht die Ansicht vertreten, für 
die Phase ab Anklageerhebung sei zu berücksichtigen, dass die 
Staatsanwaltschaft mit Anklageerhebung ihre Funktion wechsle (Keller, a.a.O., N 
39 zu Art. 56 StPO; ferner auch Boog, a.a.O., N 9 und 10c zu Art. 56 StPO). 
Könnte nach Anklageerhebung gegen einen Staatsanwalt kein Ausstandsgesuch 
mehr gestellt werden, so müsste bei der Beurteilung, ob ein Ausstandsgrund 
vorliegt, auch nicht mehr nach der Funktion des Staatsanwaltes differenziert 
werden. Die genannten Autoren gehen somit (zumindest implizit) davon aus, dass 
auch nach Anklageerhebung gegen einen Staatsanwalt ein Ausstandsgesuch 
gestellt werden kann, bei der Prüfung des Austandsgrundes seine graduell 
verminderte Pflicht zur Objektivität indes zu berücksichtigen ist. Das scheint 
grundsätzlich sachgemäss zu sein, wobei vorliegend zu berücksichtigen ist, dass 
die angeblichen Fehler vor (bzw. in Gestalt der) Anklageerhebung erfolgt sein 
sollen. Dem vorliegenden Ausstandsgesuch geht das Rechtsschutzinteresse 
daher nicht bereits deshalb verlustig, weil dem ausstandsbetroffenen Staatsanwalt 
– nachdem er Anklage erhoben hat – die Verfahrensleitung nicht mehr zukommt.

1.3.3. Zu thematisieren bleibt in diesem Zusammenhang jedoch Folgendes: Der 
Gesuchsteller verlangt den Ausstand von Staatsanwalt B._____ "im Strafverfahren 
vor Regionalgericht Maloja betreffend D._____ und den Unterzeichneten" (act. 
A.1, Rechtsbegehren Ziff. 1). Das Regionalgericht hat nach Anklageerhebung 
durch die Staatsanwaltschaft zwei gesonderte Verfahren eröffnet, und zwar eines 
gegen den Gesuchsteller als Beschuldigten (Proz. Nr. 515-2023-12) sowie eines 
gegen D._____ als Beschuldigten (Proz. Nr. 515-2023-13). Soweit ersichtlich hat 
zumindest bislang keine Vereinigung der beiden Verfahren stattgefunden. Es ist 
daher mehr als fraglich, welches rechtlich geschützte Interesse der Gesuchsteller 
daran haben könnte, dass Staatsanwalt B._____ auch für die Anklagevertretung in 

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Bezug auf D._____ abberufen wird, zumal der Gesuchsteller nicht Partei im 
Verfahren Proz. Nr. 515-2023-13 ist. Die Frage kann jedoch letztlich offengelassen 
werden, da der Gesuchsteller keine Ausstandsgründe glaubhaft darzulegen 
vermag, was sowohl in Bezug auf seine eigene Person als auch in Bezug auf 
D._____ gilt.

2.1. Ausstandsgründe sind gemäss Art. 58 Abs. 1 StPO ohne Verzug geltend zu 
machen. Der Ausstand ist in den nächsten Tagen nach Kenntnis des 
Ausstandsgrunds zu verlangen. Andernfalls verwirkt der Anspruch (BGer 
6B_137/2023 v. 20.10.2023 E. 2 mit Verweis auf BGE 143 V 66 E. 4.3; 
ausnahmsweise ist das verspätete Vorbringen von Ausstandsgründen 
unbeachtlich, wenn der Ausstandsgrund geradezu offensichtlich gegeben ist 
[BGer 1B_601/2022 v. 31.1.2023 E. 3; BGE 134 I 20 E. 4.3 = Pra 2008 Nr. 73]). 
Nach der Praxis des Bundesgerichts sind Ausstandsgründe in der Regel innert 
etwa einer Woche geltend zu machen; ein Zuwarten während mehrerer Wochen 
ist hingegen nicht zulässig (BGer 1B_149/2019 v. 3.9.2019 E. 2.3 m.w.H.). Soweit 
erst eine Kumulation mehrerer Vorfälle Anlass zur Besorgnis wegen Befangenheit 
gibt, ist bei der Beurteilung der Rechtzeitigkeit dem Umstand Rechnung zu tragen, 
dass der Gesuchsteller nicht vorschnell reagieren kann und gegebenenfalls 
zunächst zuwarten muss, um das Risiko zu vermeiden, dass sein Gesuch als 
unbegründet abgewiesen wird. Es muss daher zulässig sein, in Verbindung mit 
neu entdeckten Umständen auch bereits früher bekannte Tatsachen geltend zu 
machen, wenn erst eine Gesamtwürdigung zur Bejahung eines Ausstandsgrundes 
führt, während die isolierte Geltendmachung der früheren Tatsachen die Stellung 
eines solchen Begehrens nicht hätte rechtfertigen können. Begründen mehrere 
Vorkommnisse erst zusammen den Ausstandsgrund, so ist der Zeitpunkt zur 
Geltendmachung dann gekommen, wenn nach Auffassung des Gesuchstellers der 
"letzte Tropfen das Fass zum Überlaufen" gebracht hat (BGer 1B_209/2021 v. 
10.8.2021 E. 5.3; BGer 1B_22/2020 v. 18.3.2020 E. 3.3; BGer 1B_357/2013 v. 
24.1.2014 E. 5.3.1).

2.2. Staatsanwalt B._____ bestreitet die Rechtzeitigkeit des Ausstandsgesuchs. 
Er sei nach Anzeigeerstattung der verfahrensleitende Staatsanwalt im 
Strafverfahren unter anderem gegen den Gesuchsteller gewesen. Der Einwand, 
der Ausstandsgrund sei erst mit der Anklageschrift vom 28. August 2023 vor dem 
Regionalgericht Maloja bekannt geworden, verfange nicht ansatzweise. Die 
Staatsanwaltschaft habe bereits am 24. November 2021 Anklage beim 
Regionalgericht Plessur erhoben. Nach einem Rechtsstreit über die örtliche 
Zuständigkeit habe sie am 28. August 2023 die praktisch identische Anklage beim 

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Regionalgericht Maloja eingereicht. Seit der ersten Anklageerhebung vom 24. 
November 2021 habe er gar keine Verfahrenshandlungen mehr vornehmen 
können. Wenn der Gesuchsteller nun einzig vorbringe, er habe erst mit der 
Anklageerhebung vom 25. August 2023 Kenntnis von einem Ausstandsgrund 
erlangt, so erweise sich diese Argumentation als nicht nachvollziehbar und nicht 
haltbar. Damit reiche der Gesuchsteller sein Gesuch eindeutig verspätet ein, 
weshalb auf dieses nicht einzutreten sei (act. A.2, Ziff. 1).

Der Gesuchsgegner argumentiert ähnlich: Als Ausstandsgrund mache der 
Gesuchsteller die Zustellung der Anklageschrift vom 25. August 2023 zuhanden 
des Regionalgerichts geltend. Die inhaltsgleiche Anklageschrift von Staatsanwalt 
B._____, eingereicht am Regionalgericht Plessur, datiere allerdings bereits vom 
23. November 2021 und sei einen Tag später mitgeteilt worden. Die Frage der 
örtlichen Zuständigkeit habe keinen Einfluss auf die Tatsache, dass die 
Staatsanwaltschaft gegen den Gesuchsteller sowohl vor rund zwei Jahren am 
Regionalgericht Plessur wie auch kürzlich – ohne seitherige Weiterungen im 
Untersuchungsverfahren – am Regionalgericht je eine inhaltsgleiche Anklage 
erhoben habe. Die Tatsache der Anklageerhebung gegen den Gesuchsteller 
durch Staatsanwalt B._____ sei daher keineswegs neu, sondern liege schon bald 
zwei Jahre zurück, womit die Rüge verwirkt sei (act. A.4, S. 1 f.).

2.3. Der Gesuchsteller führte zur Frage der Rechtzeitigkeit im Ausstandsgesuch 
Folgendes aus: Ihm sei die Anklageschrift von Staatsanwalt B._____ vom 25. 
August 2023 am 29. August 2023 zugegangen. Aufgrund der Anklageschrift habe 
er definitiv erfahren, dass Staatsanwalt B._____ Anklage unter anderem gegen ihn 
beim Regionalgericht Maloja erhebe. Das Ausstandsgesuch werde innert acht 
Tagen seit Erhalt der Anklageschrift und damit ab Kenntnisnahme des 
Ausstandsgrundes eingereicht (act. A.1, S. 2). In Bezugnahme auf die Einwände 
von Staatsanwalt B._____ bringt der Gesuchsteller in seiner Stellungnahme vom 
18. Oktober 2023 zur Frage der Rechtzeitigkeit des Ausstandsgesuchs vor, er 
habe sich im Zuge der Anklageerhebung am 24. November 2021 zu Handen des 
Regionalgerichts Plessur nicht zu irgendwelchen Ausstandseinwänden gegen 
Staatsanwalt B._____ veranlasst gesehen, nachdem aufgrund der eindeutigen 
Rechtslage mit einem Nichteintreten des Regionalgerichtes auf die 
Anklageverfügung der Staatsanwaltschaft zu rechnen gewesen sei. Es dürfe 
zudem nicht ausser Acht gelassen werden, dass kurze Zeit vor der fraglichen 
Anklageerhebung vom 24. November 2021 der Erste Staatsanwalt in derselben 
Rechtssache die Nichtanhandnahmeverfügung vom 26. August 2021 im 
Zusammenhang mit seiner Strafanzeige vom 3. Juni 2021 gegen Staatsanwalt 

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B._____ erlassen habe. Es sei "mit Nachdruck" festzuhalten, dass er sich erst mit 
der Anklageverfügung von Staatsanwalt B._____ vom 28. August 2023 an das 
örtlich zuständige Regionalgericht Maloja veranlasst gesehen habe, ein 
Ausstandsgesuch gegen diesen zu stellen. Die Anklageschrift "samt den damit 
verbundenen Einwänden gegen Staatsanwalt B._____" sei ihm am 29. August 
2023 zugegangen. Das Ausstandsgesuch an das Regionalgericht als damals 
zuständige Verfahrensleitung datiere vom 6. September 2023. Das Gesuch sei 
innert acht Tagen seit Erhalt der Anklageschrift, mithin kurzfristig geltend gemacht 
worden. In der Folge nennt der Gesuchsteller dann als "Hauptgrund" für den 
Ausstand von Staatsanwalt B._____ ein Rechtsgutachten von Prof. Dr. E._____, 
welches vom 5. September 2023 datiere (nachfolgend: Gutachten E._____). Das 
Gutachten gehe von einem Begünstigungstatbestand durch Staatsanwalt B._____ 
aus. Es liege als Beweisbeilage zu seinem Gesuch vom 6. September 2023 bei. 
Das unmissverständliche Ergebnis des Gutachtens – nämlich der 
Begünstigungsvorwurf gegen Staatsanwalt B._____ – sei einer der Hauptgründe 
für die Einreichung des "aktualisierten Ausstandsgesuches vom 06. September 
2023" gewesen (act. A.3, S. 1 ff.).

2.4. Wie bereits ausgeführt, stützt der Gesuchsteller sein Ausstandsgesuch auf 
Art. 56 lit. f StPO und wirft Staatsanwalt B._____ diverse Verfahrensfehler und 
andere (zum Teil strafrechtlich relevante) Rechtsverletzungen vor. Die geltend 
gemachten Ausstandsgründe liegen damit nicht (einzig) in der Person von 
Staatsanwalt B._____, sondern in seiner Tätigkeit als verfahrensleitender 
Staatsanwalt. Es ist daher nicht nachvollziehbar, was Staatsanwalt B._____ aus 
dem Umstand ableiten will, dass er seit Anzeigeerstattung der verfahrensleitende 
Staatsanwalt im Strafverfahren unter anderem gegen den Gesuchsteller gewesen 
sei. Nur schwer verständlich sind aber auch die Ausführungen des Gesuchstellers 
zur Rechtzeitigkeit des Ausstandsgesuchs, wenn er diese mit der 
Anklageerhebung beim Regionalgericht Maloja begründet. Es mag zwar durchaus 
so sein, dass er dadurch definitiv erfahren hat, dass Staatsanwalt B._____ die 
Anklage vor dem Regionalgericht Maloja vertritt. Aber abgesehen davon, dass 
dies – nachdem Staatsanwalt B._____ bereits vor dem (wie sich im Nachhinein 
herausstellte: örtlich unzuständigen) Regionalgericht Plessur Anklage erhoben 
hatte – kaum zu überraschen vermochte, wird nicht recht verständlich, welches 
Fehlverhalten von Staatsanwalt B._____ der Gesuchsteller in der zweiten 
Anklageerhebung (beim Regionalgericht Maloja) erblicken will. 
Unbestrittenermassen stellte dies zwar eine (weitere) Verfahrenshandlung von 
Staatsanwalt B._____ dar; eine solche allein genügt jedoch nicht, um die 
Rechtzeitigkeit des Ausstandsgrundes begründen zu können. Vielmehr muss 

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zumindest in glaubhafter Weise dargelegt werden, inwiefern diese konkrete 
Verfahrenshandlung rechtsfehlerhaft und damit – mit Blick auf Art. 56 lit. f StPO – 
ausstandsrelevant sein soll. Dazu findet man in den Rechtsschriften des 
Gesuchstellers keine Anhaltspunkte und Entsprechendes ist auch nicht ersichtlich.

Unbehelflich ist im Weiteren, wenn der Gesuchsteller im vorliegenden 
Zusammenhang auf die Nichtanhandnahmeverfügung vom 26. August 2021 
gegen Staatsanwalt B._____ hinweist, welche kurze Zeit vor der Anklageerhebung 
vor dem Regionalgericht Plessur am 24. November 2021 erlassen worden sein 
soll. Diese Vorkommnisse lagen im Zeitpunkt der Gesuchstellung bereits rund 2 
Jahre zurück. Der Gesuchsteller stellt dieser Nichtanhandnahmeverfügung das 
Gutachten E._____ gegenüber, welches – so der Gesuchsteller – von einem 
Begünstigungstatbestand durch Staatsanwalt B._____ ausgeht. Das Gutachten 
datiert vom 5. September 2023 (vgl. act. B.3); das Ausstandsgesuch wurde einen 
Tag später, am 6. September 2023, und damit unverzüglich nach Kenntnisnahme 
des Gutachtens durch den Gesuchsteller eingereicht, und der Gesuchsteller nahm 
zur Begründung des Ausstandes darauf Bezug (vgl. act. A.1 [insb. S. 6]). Es fragt 
sich jedoch, ob der Inhalt eines Privatgutachtens eine ausstandsrelevante (neue) 
Tatsache bzw. ein ausstandsrelevantes (neues) Beweismittel sein kann, wird ein 
solches gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung doch (lediglich) als 
Parteibehauptung gewertet (dazu eingehend unten Erwägung 6.2). Diese Frage 
muss hier jedoch nicht abschliessend beurteilt werden. Denn selbst wenn auf das 
Ausstandsgesuch infolge Rechtzeitigkeit eingetreten werden könnte, wäre dieses 
abzuweisen, wie sich aus den nachfolgenden Ausführungen ergibt.

3. Bevor die vom Gesuchsteller geltend gemachten Ausstandsgründe zu 
prüfen sind, erscheinen noch zwei Bemerkungen zum Ablauf des 
Ausstandsverfahrens als angezeigt.

3.1.1. In seiner Stellungnahme vom 18. Oktober 2023 bringt der Gesuchsteller 
vor, in ihrer Rechtsschrift an das Regionalgericht Maloja vom 18. September 2023 
zitiere die Rechtsvertreterin des Gesuchsgegners aus der "Eingabe von RA Joos 
als Rechtsvertreter von D._____ vom 24.08.2023". Es handle sich dabei um das 
Ausstandsgesuch von Rechtsanwalt Joos gegen Staatsanwalt B._____, gerichtet 
an den Ersten Staatsanwalt des Kantons Graubünden. Der Gesuchsgegner sei 
jedoch nicht Prozesspartei im Ausstandsverfahren gegen Staatsanwalt B._____. 
Dem Gesuchsgegner komme "in diesem Bereich kein Recht zur Mitwirkung und 
vor allem zur Akteneinsicht" zu. Es stelle sich in Bezug auf diesen Sachverhalt die 
strafrechtlich relevante Frage, wie die Rechtsvertreterin des Gesuchsgegners in 
den Besitz der betreffenden Rechtsschrift von Rechtsanwalt Joos vom 24. August 

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2023 an die Staatsanwaltschaft gelangt sei. Er gehe diesbezüglich – zumindest 
bis zum Vorliegen eines Gegenbeweises – erneut von einer 
Amtsgeheimnisverletzung aus; der Gesuchsgegner bzw. dessen Rechtsvertreterin 
argumentierten bei dieser Gelegenheit mit Prozessunterlagen, die dem 
Amtsgeheimnis unterstünden und ihnen rechtmässig nicht zukämen. Von der 
Rechtsschrift der gesuchsgegnerischen Rechtsvertreterin vom 18. September 
2023 hätten in Kopien sowohl Staatsanwalt B._____ als auch das Kantonsgericht 
Kenntnis erhalten. In Anbetracht des Umstandes, dass durch die Verwendung der 
Rechtsschrift von Rechtsanwalt Joos vom 24. August 2023 durch den 
Gesuchsgegner bzw. dessen Rechtsvertreterin als unbeteiligte Drittpersonen eine 
Amtsgeheimnisverletzung aufgrund der konkreten Tatumstände nicht 
auszuschliessen sei, stelle sich die weitere Frage, was die Staatsanwaltschaft mit 
Blick auf Art. 7 StPO wie auch das Kantonsgericht mit Blick auf Art. 302 StPO in 
dieser Angelegenheit zu unternehmen gedächten (act. A.3, S. 8; ähnlich auch die 
Kritik in act. D.12).

3.1.2. Wie dem Gesuchsteller bereits mit Schreiben vom 27. Oktober 2023 (act. 
D.13) mitgeteilt wurde, tritt der Gesuchsgegner im vom Regionalgericht Maloja 
gegen den Gesuchsteller geführten Verfahren (Proz. Nr. 515-2023-12), für 
welches der Ausstand von Staatsanwalt B._____ verlangt wird, als Privatkläger 
auf (vgl. StA act. 5.1, S. 9; StA act. 6.1, S. 3). Als solcher ist er (auch) im 
Ausstandsverfahren als Partei zu behandeln. Wie der Gesuchsteller selbst hat 
auch der Privatkläger als Gegenpartei einen Anspruch auf ein 
verfassungsmässiges Gericht bzw. im vorliegenden Fall auf einen 
verfassungsmässigen Staatsanwalt (vgl. zum Ganzen BGE 149 I 153 E. 2.5 
m.w.H.). Dasselbe gilt für das vor dem Regionalgericht Maloja hängige Verfahren 
gegen D._____ als Beschuldigten (Proz. Nr. 515-2023-13) bzw. das von diesem 
gegen Staatsanwalt B._____ angestrengte Ausstandsverfahren SK2 23 61. Als 
Verfahrenspartei hat der Privatkläger namentlich das Recht, Akten einzusehen, 
von Eingaben der Gegenpartei Kenntnis zu erhalten sowie sich zur Sache und 
zum Verfahren zu äussern (vgl. Art. 107 StPO). Es ist daher nichts 
Ungewöhnliches – und erst recht nichts Unzulässiges – darin zu erblicken, dass 
der Gesuchsgegner, der auch Partei im Verfahren SK2 23 61 ist, das diesem 
zugrundeliegende Ausstandsgesuch von D._____ bzw. dessen Rechtsvertreter 
zur Kenntnis erhalten hat. Dasselbe gilt in Bezug auf Staatsanwalt B._____, 
welcher ebenfalls in die ihn betreffenden Ausstandsverfahren miteinzubeziehen 
ist. Eine Amtsgeheimnisverletzung (durch das Kantonsgericht) ist dabei jedenfalls 
nicht ansatzweise festzustellen. In welcher Weise der Gesuchsgegner im 
Verfahren SK2 23 58 Rechtsschriften verwendet, die ihm im Verfahren SK2 23 61 

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(rechtmässig) zugegangen sind, ist diesem letztlich selber überlassen und tangiert 
ein allfälliges Amtsgeheimnis (der Strafbehörden) nicht. Unter diesen Umständen 
erübrigen sich Weiterungen zu Art. 7 bzw. 302 StPO.

3.2. Am 18. Dezember 2023 reichte der Gesuchsteller eine Stellungnahme zur 
Eingabe des Gesuchsgegners vom 7. Dezember 2023 ein (vgl. act. A.8). Mit 
Verfügung vom 28. Dezember 2023 wurde mitgeteilt, dass sich die 
Verfahrensbeteiligten zur Eingabe des Gesuchsgegners vom 7. Dezember 2023 
(act. A.7) nicht mehr hätten vernehmen lassen und der Schriftenwechsel damit 
abgeschlossen sei (act. D.17). Wie der Gesuchsteller in seiner Eingabe vom 5. 
Januar 2024 (act. A.9) zu Recht bemängelt und wie sich aus den obigen 
Ausführungen ergibt, trifft dies nicht zu (vgl. das bereits zitierte act. A.8). Die 
Eingabe des Gesuchstellers vom 18. Dezember 2023 ist daher zu 
berücksichtigen. Da dem Ausstandsgesuch des Gesuchstellers kein Erfolg 
beschieden ist, genügt es vorliegend, seine Eingabe vom 18. Dezember 2023 wie 
auch jene vom 5. Januar 2024 den übrigen Verfahrensbeteiligten erst mit dem 
vorliegenden Entscheid zur Kenntnis zu bringen.

4. Gemäss Art. 56 lit. f StPO tritt eine in einer Strafbehörde tätige Person in 
den Ausstand, wenn sie aus anderen Gründen, insbesondere wegen Freundschaft 
oder Feindschaft mit einer Partei oder deren Rechtsbeistand, befangen sein 
könnte. Bei dieser Bestimmung handelt es sich um eine Generalklausel, welche 
alle Ausstandsgründe erfasst, die in Art. 56 lit. a-e StPO nicht ausdrücklich 
vorgesehen sind.

4.1. Art. 56 StPO konkretisiert die Verfassungsbestimmung von Art. 30 Abs. 1 
BV sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Danach hat jede Person Anspruch darauf, dass ihre 
Sache von einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen 
Richter unter Einschluss weiterer am Entscheid wesentlich beteiligter 
Gerichtspersonen (insbesondere Gerichtsschreibern) ohne Einwirken sachfremder 
Umstände entschieden wird. Die Garantie des verfassungsmässigen Richters soll 
zu der für einen korrekten und fairen Prozess erforderlichen Offenheit des 
Verfahrens im Einzelfall beitragen und damit ein gerechtes Urteil ermöglichen 
(BGer 1B_92/2016 v. 26.5.2016 E. 2.2). Die Rechtsprechung des Bundesgerichts 
nimmt Voreingenommenheit und Befangenheit an, wenn Umstände vorliegen, die 
bei objektiver Betrachtung geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des 
Richters zu erwecken. Solche Umstände können namentlich in einem bestimmten 
Verhalten des Richters begründet sein. Dabei ist nicht auf das subjektive 
Empfinden einer Partei abzustellen. Das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit 
muss vielmehr in objektiver Weise begründet erscheinen. Es genügt, wenn 

12 / 25

Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung den Anschein der 
Befangenheit und Voreingenommenheit erwecken. Für die Ablehnung ist nicht 
erforderlich, dass der Richter tatsächlich befangen ist (BGE 141 IV 178 E. 3.2.1).

4.2. Die Garantie auf Unbefangenheit der nicht richterlichen mit der Strafsache 
befassten Personen gründet in Art. 29 Abs. 1 BV, dem Anspruch aller Personen 
auf gleiche und gerechte Behandlung. Der Gehalt von Art. 30 Abs. 1 BV darf dabei 
nicht unbesehen auf nicht richterliche Behörden bzw. auf Art. 29 Abs. 1 BV 
übertragen werden. Hinsichtlich der Unparteilichkeit des Staatsanwalts im Sinne 
von Unabhängigkeit und Unbefangenheit kommt Art. 29 Abs. 1 BV allerdings ein 
mit Art. 30 Abs. 1 BV weitgehend übereinstimmender Gehalt zu. Auch ein 
Staatsanwalt kann abgelehnt werden, wenn Umstände vorliegen, die objektiv 
geeignet sind, den Anschein der Befangenheit zu erwecken (BGE 141 IV 178 E. 
3.2.2; KGer GR SK2 22 50 v. 10.2.2023 E. 3.1). Es gilt dabei jedoch, dem 
spezifischen Umfeld und dem Aufgabenbereich der Staatsanwaltschaft Rechnung 
zu tragen (vgl. Hans Maurer, Der befangene Staatsanwalt nach Art. 56 lit. f StPO, 
in: Cavallo et al. [Hrsg.], Liber amicorum für Andreas Donatsch, Zürich 2012, S. 
456 m.w.H.).

4.3. Verfahrens- und Einschätzungsfehler der in der Strafbehörde tätigen 
Person begründen für sich noch keine Befangenheit. Aus Art. 29 Abs. 1 BV bzw. 
Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK lässt sich keine Garantie fehlerfreien 
Handelns ableiten (Keller, a.a.O., N 40 zu Art. 56 StPO). Ein Rückschluss aus 
Verfahrensfehlern auf mangelnde Objektivität zulasten der einen oder anderen 
Partei ist an sich nicht zulässig, denn Verfahrensfehler oder Fehleinschätzungen 
kommen auf allen Ebenen der Strafrechtspflege vor (Keller, a.a.O., N 41 zu Art. 56 
StPO). Für die Annahme von Voreingenommenheit muss es sich vielmehr um 
besonders schwere und/oder wiederholte Fehlleistungen bzw. Irrtümer handeln, 
sodass sie einer schweren Amtspflichtverletzung gleichkommen (vgl. zum Ganzen 
BGE 138 IV 142 E. 2.3; BGer 1B_92/2016 v. 26.5.2016 E. 2.2 m.w.H.). Zudem 
müssen sie sich zumindest überwiegend einseitig zulasten einer der 
Prozessparteien auswirken (Keller, a.a.O., N 41 zu Art. 56 StPO m.w.H.; KGer GR 
SK2 23 37 v. 8.8.2023 E. 4.1). Andernfalls begründen sie keinen Anschein der 
Befangenheit. Die Beschränkung auf besonders krasse und wiederholte Irrtümer 
bzw. auf schwere Verletzungen der beruflichen Pflichten rechtfertigt sich deshalb, 
weil sonst allzu leicht die gesetzliche Zuständigkeitsordnung ohne Not 
umgestossen werden könnte (KGer GR SK2 23 37 v. 8.8.2023 E. 4.1; Keller, 
a.a.O., N 41 zu Art. 56 StPO m.w.H.).

13 / 25

4.4. In einem Entscheid aus dem Jahr 2011 hielt das Bundesgericht fest, wer 
mit der (angeblichen) Rechtswidrigkeit einer Verfügung die Befangenheit des 
verfahrensleitenden Staatsanwaltes dartun wolle, müsse zunächst deren 
Rechtswidrigkeit im Beschwerdeverfahren feststellen lassen, um damit ein 
Ablehnungsgesuch zu begründen. Es sei nicht angängig, eine 
Zwangsmassnahme nicht anzufechten oder gar das Ergebnis eines erfolglos 
verlaufenen Haftprüfungsverfahrens auszublenden, um im Ausstandverfahren ihre 
(erstmalige oder erneute) materielle Überprüfung zu erreichen (BGer 
1B_317/2011 v. 6.9.2011 E. 4.8). In späteren Entscheiden hielt das Bundesgericht 
(relativierend) fest, soweit konkrete Verfahrensfehler beanstandet würden, seien 
"in erster Linie" (BGer 1B_24/2017 v. 10.5.2017 E. 2.3) bzw. "soweit möglich" 
(BGer 1B_209/2021 v. 10.8.2021 E. 5.2) die entsprechenden Rechtsmittel zu 
ergreifen. In der Literatur wird die Auffassung vertreten, davon abweichend sei 
direkt im Ausstandsverfahren über die Befangenheit zu befinden (und diese zu 
bejahen), wenn im Verfahrensfehler zugleich ein rechtsmissbräuchliches 
Verhalten liege, welches gegen die Pflicht des Staatsanwaltes zu neutraler, 
objektiver Haltung im Vorverfahren verstosse (Keller, a.a.O., N 41a zu Art. 56 
StPO). Da Rechtsmissbrauch nur mit einer gewissen Zurückhaltung anzunehmen 
ist, dürfte sich dieses Vorgehen auf Fälle beschränken, in denen der bzw. die 
Verfahrensfehler offensichtlich ist bzw. sind (so in der Tendenz auch KGer GR 
SK2 23 35 v. 16.8.2023). Jedenfalls widerspricht es der Natur des 
Ausstandsverfahrens, welches der Gesetzgeber als "beschleunigtes" Verfahren 
ausgestaltet hat (vgl. insb. Art. 59 Abs. 1 StPO sowie Keller, a.a.O., N 15 zu Art. 
58 StPO, der vom "Bedürfnis nach starker Beschleunigung des 
Ausstandsverfahrens" spricht), wenn umfangreiche Beweiserhebungen und 
Sachverhaltsfeststellungen in Bezug auf die geltend gemachten Verfahrensfehler 
angestrengt werden müssten.

5. In seinem Ausstandsgesuch rekapituliert der Gesuchsteller zunächst die 
"Prozessgeschichte" (act. A.1, S. 3), die dem besseren Verständnis der Ursachen 
diene, die zur Anklage unter anderem gegen ihn geführt hätten.

5.1. Ausgangspunkt ist ein Grundstückkaufvertrag betreffend das Grundstück 
Nr. F._____, Grundbuch G._____, der zwischen H._____ (Verkäuferin) und 
D._____ (Käufer) abgeschlossen und vom Gesuchsgegner in der Funktion als 
Notar des Kantons Graubünden am 4. Januar 2005 beurkundet worden war. Die 
auf dem Grundstück lastende Erstwohnungsverpflichtung wurde – aus bislang 
nicht abschliessend geklärten Gründen – im Grundbuch nicht angemerkt, sodass 
D._____ davon ausging, er habe eine Zweitwohnung erworben. Als dieser 

14 / 25

besagte Liegenschaft im Jahr 2011 verkaufen wollte, wurde die darauf lastende 
Erstwohnungsverpflichtung festgestellt. Gemäss Gutachten des Amtes für 
Immobilienbewertung des Kantons Graubünden vom 28. November 2013 beläuft 
sich bezüglich der Liegenschaft Nr. F._____ die Wertdifferenz zwischen 
Erstwohnung und Zweitwohnung auf CHF 1'510'000.00.

5.2. In der Folge klagte D._____ mittels Staatshaftungsklage beim 
Verwaltungsgericht Graubünden. Im Zentrum stand dabei das (Fehl-)Verhalten 
des Gesuchsgegners einerseits in seiner Funktion als Gemeindepräsident von 
G._____ und andererseits als Notar des beurkundeten Kaufvertrages. D._____ 
bzw. der Gesuchsteller liessen in diesem Zusammenhang zwei (Privat-)Gutachten 
einholen: Das Gutachten von Prof. Dr. E._____ vom 4. September 2017 kam zum 
Schluss, dass sich der Gesuchsgegner des Betruges (Art. 146 StGB) zum 
Nachteil von D._____ strafbar gemacht habe (vgl. act. B.1), das Gutachten von 
Prof. Dr. I._____ vom 17. November 2020 folgerte, dass beim Gesuchsgegner 
(zumindest) in objektiver Hinsicht die Voraussetzungen für die Annahme eines 
strafbaren Betruges vorliegen würden (vgl. act. B.2). Mit Urteil vom 15. Dezember 
2020 wies das Verwaltungsgericht Graubünden die Klage von D._____ ab. Eine 
dagegen erhobene Berufung wies das Kantonsgericht von Graubünden mit Urteil 
vom 22. Dezember 2022 ab. Gegen diesen Entscheid wehrte sich D._____ 
endlich beim Bundesgericht; das Verfahren ist nach wie vor pendent (BGer 
2C.97/2023).

5.3. Am 22. Februar 2018 erhob der Gesuchsgegner Strafanzeige gegen den 
Gesuchsteller und D._____ wegen Widerhandlungen gegen Art. 3 Abs. 1 lit. a 
UWG i.V.m. Art. 23 UWG. Am 3. August 2018 erstattete der Gesuchsgegner 
zudem Strafanzeige gegen den Gesuchsteller wegen falscher Anschuldigung 
gemäss Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. Die entsprechende Strafuntersuchung der 
Staatsanwalt wurde unter der Verfahrensnummer VV.2018.1648 geführt; wie 
bereits erwähnt wurde das Verfahren in der Zwischenzeit mittels Anklageerhebung 
(zunächst am 24. November 2021 beim Regionalgericht Plessur, welches – was 
mittlerweile höchstrichterlich bestätigt wurde – mangels örtlicher Zuständigkeit auf 
die Anklage nicht eintrat, anschliessend am 25. August 2023 beim Regionalgericht 
Maloja) abgeschlossen. Das erstinstanzliche Hauptverfahren vor dem 
Regionalgericht Maloja ist pendent und dürfte aufgrund der erhobenen 
Ausstandseinrede gegen Staatsanwalt B._____ zurzeit nicht weitergeführt werden. 
Gegenteiliges ist dem Kantonsgericht jedenfalls nicht bekannt.

5.4. Der Gesuchsteller ist der Ansicht, der Strafanzeige des Gesuchsgegners 
lägen als Beweismittel geheime Prozessakten aus dem erwähnten 

15 / 25

Staatshaftungsverfahren zugrunde. Mit anderen Worten – so der Gesuchsteller – 
beruhe die Anklage von Staatsanwalt B._____ auf einem "illegalen 
Klagefundament" (act. A.1, S. 5). Am 25. März 2023 erhob D._____ in diesem 
Zusammenhang Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Verletzung des 
Amtsgeheimnisses (Art. 320 StGB). Die unter der Verfahrensnummer 
VV.2021.1628 und wiederum von Staatsanwalt B._____ geführte 
Strafuntersuchung wurde mit Verfügung vom 10. Oktober 2022 eingestellt. Eine 
von D._____ dagegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht mit 
Beschluss SK2 22 54 vom 7. März 2023 gut: Es hob die Einstellung der 
Strafuntersuchung auf und wies die Sache zur Weiterführung des Verfahrens an 
die Staatsanwaltschaft zurück. Auf eine (gleichzeitig) auch vom Gesuchsteller 
erhobene Beschwerde trat das Kantonsgericht mit Beschluss SK2 22 55 vom 7. 
März 2023 nicht ein. Eine dagegen erhobene Beschwerde ist beim Bundesgericht 
pendent. Das Strafverfahren VV.2021.1628 hat somit noch keinen 
(rechtskräftigen) Abschluss gefunden.

6.1. Vor dem Hintergrund der unter Erwägung 5 geschilderten Vorkommnisse 
wirft der Gesuchsteller Staatsanwalt B._____ zunächst vor, dieser habe es – 
obwohl die Gutachten E._____ bzw. Wohlers den Verdacht nahelegen würden, 
dass sich der Gesuchsgegner des Betruges gemäss Art. 146 StGB zum Nachteil 
von D._____ strafbar gemacht habe – unterlassen, eine entsprechende 
Strafuntersuchung gegen den Gesuchsgegner zu eröffnen. Damit habe er den 
Rechtsfall zu Gunsten des Gesuchsgegners verjähren lassen, was als 
strafrechtliche Begünstigung nach Art. 305 StGB zu qualifizieren sei. Bestätigt 
werde dieser rechtliche Schluss denn auch durch ein Gutachten von Prof. Dr. 
E._____ vom 5. September 2023 (vgl. act. B.3). Vor diesem Hintergrund verliere 
die Nichtanhandnahmeverfügung des Ersten Staatsanwaltes (J._____) vom 26. 
August 2021 vollkommen an Glaubwürdigkeit (act. A.1, S. 5 f.; vgl. ferner act. A.3, 
S. 9 f.; act. A.5, S. 13 f. und 16; act. A.8, S. 2). Staatsanwalt B._____ sei im 
Rahmen der Strafuntersuchung gegen ihn und der damit verbundenen 
Anklagevertretung vor Regionalgericht mehr als nur befangen. Es dürfte dem 
elementaren Rechtsempfinden widersprechen, wenn ein Staatsanwalt, dem in 
einem Rechtsgutachten eines Strafrechtsprofessors ein strafbares Verhalten im 
Sinne einer Begünstigung zur Last gelegt werde, im gleichen Straffall die Anklage 
gegen zwei Beschuldigte aufgrund einer Strafanzeige des Verfahrensbeteiligten 
vertrete, dem zwei Universitätsgutachten gleichzeitig einen Betrug anlasten und 
der vom Staatsanwalt strafrechtlich – trotz eindeutiger Handlungspflicht – 
bezüglich dieses Straftatbestandes nicht tangiert werde. Diese Konstellation führe 
zu einem "grotesken Ergebnis" (act. A.1, S. 7; vgl. ferner act. A.5, S. 9).

16 / 25

Staatsanwalt B._____ bringt dagegen vor, die Geschäftsleitung der 
Staatsanwaltschaft Graubünden habe mit rechtskräftiger 
Nichtanhandnahmeverfügung vom 26. August 2021 entschieden, dass kein 
Strafverfahren wegen Begünstigung an die Hand genommen werde (act. A.2, Ziff. 
2).

Der Gesuchsteller hält diesen Ausführungen entgegen, dass er einem 
Universitätsprofessor der juristischen Fakultät mehr Fachkompetenz und vor allem 
Objektivität und Unbefangenheit in der Beurteilung eines strafrechtlich relevanten 
Sachverhaltes beimesse als dem Ersten Staatsanwalt von Graubünden, der im 
Interesse des ihm hierarchisch untergeordneten Berufskollegen – sozusagen 
amtsintern – einen Freispruch erlasse. Vor dem Hintergrund der eindeutigen 
Ergebnisse des Rechtsgutachtens verliere die Nichtanhandnahmeverfügung 
vollständig an Glaubwürdigkeit und juristischer Fundiertheit. Die besagte 
Verfügung sei "ein Gefälligkeitsdienst innerhalb der Staatsanwaltschaft" (act. A.3, 
S. 5; vgl. ferner act. A.5, S. 4 und 15).

6.2. Die fragliche Nichtanhandhahmeverfügung wurde von keinem der 
Verfahrensbeteiligten eingereicht und befindet sich – soweit ersichtlich – auch 
nicht bei den Akten des Verfahrens VV.2018.1648. Der Gesuchsteller stellt deren 
Existenz indes nicht in Frage, sondern (dis-)qualifiziert sie als "Gefälligkeitsdienst". 
Das ist nicht angebracht. Eine rechtskräftige Nichtanhandnahmeverfügung kommt 
einem freisprechenden Urteil gleich (Art. 310 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 320 Abs. 4 
StPO). Es mag zwar auf den ersten Blick erstaunen, dass die fragliche 
Nichtanhandnahmeverfügung offenbar vom Ersten Staatsanwalt und damit vom 
Vorgesetzten von Staatsanwalt B._____ erlassen wurde. Soweit bekannt, verfolgt 
die Staatsanwaltschaft Graubünden die Praxis, dass bei Strafanzeigen gegen 
eigene Staatsanwälte erst dann ausserordentliche Staatsanwälte eingesetzt 
werden, wenn eine Strafuntersuchung eröffnet werden soll. Mit der 
Nichtanhandnahme wird jedoch die Eröffnung einer Strafuntersuchung verweigert. 
Solche Nichtanhandnahmeverfügungen werden üblicherweise vom Ersten 
Staatsanwalt erlassen. Für dieses Vorgehen gibt es zumindest gute Gründe, ist 
doch zu berücksichtigen, dass öffentliche Funktionäre – und damit auch 
Staatsanwälte – in besonderem Masse leichtfertigen Strafanzeigen ausgesetzt 
sind (vgl. hierzu Micha Nydegger, Verfahrenseinleitung und Ermächtigung – 
Überlegungen zu Art. 7 Abs. 2 lit. b StPO, in: recht 1/2023, S. 19 m.w.H.). Es wäre 
kaum prozessökonomisch, in all diesen Fällen einen ausserordentlichen 
Staatsanwalt einzusetzen. Was den vorliegenden Fall betrifft, so hätte der 
Umstand, dass die Nichtanhandnahmeverfügung vom Vorgesetzten von 

17 / 25

Staatsanwalt B._____ erlassen wurde, mittels Beschwerde gerügt werden können. 
Der Gesuchsteller macht nicht geltend, dass er dies getan hätte bzw. dass und 
aus welchen Gründen ihm dies nicht möglich gewesen sein sollte. Seine Kritik, die 
(rechtskräftige) Nichtanhandnahmeverfügung erweise sich bloss als 
"Gefälligkeitsdienst", bleibt vor diesem Hintergrund unbelegt. Vielmehr ist 
festzuhalten, dass Staatsanwalt B._____ vom Vorwurf der Begünstigung 
rechtskräftig entlastet wurde. Juristisch betrachtet ist der Vorwurf der 
Begünstigung damit inexistent.

Daran vermögen auch die Ausführungen im Gutachten E._____ nichts zu ändern, 
zumal einem solchen Privatgutachten nach bundesgerichtlicher Praxis lediglich die 
Bedeutung einer der freien Beweiswürdigung unterliegenden Parteibehauptung 
bzw. eines Bestandteils der Parteivorbringen, nicht jedoch die Qualität eines 
Beweismittels zukommt. Da Privatgutachten in der Regel nur eingereicht werden, 
wenn sie für den Auftraggeber günstig lauten, sind sie nach Auffassung des 
Bundesgerichts mit Zurückhaltung zu würdigen. Dies gilt auch, wenn das 
Privatgutachten durch eine erfahrene und etablierte Fachperson erstellt wird, die 
auch als Gerichtsgutachter beigezogen wird. Der Privatgutachter ist nicht 
unabhängig und unparteiisch wie der amtliche Sachverständige. Er steht vielmehr 
in einem Auftragsverhältnis zu der ihn beauftragenden privaten Partei und äussert 
seine Meinung, ohne von den juristischen Entscheidungsträgern in die Pflicht 
genommen worden zu sein. Es ist daher beim Privatgutachter vom Anschein einer 
Befangenheit auszugehen, zumal er vom Angeschuldigten nach dessen Kriterien 
ausgewählt worden ist, zu diesem in einem Vertrags- und Treueverhältnis steht 
und von ihm entlöhnt wird (vgl. zum Ganzen BGE 141 IV 369 E. 6.2).

Mit anderen Worten vermag das Gutachten E._____ von vornherein an der 
rechtskräftigen Nichtanhandnahmeverfügung, mit welcher Staatsanwalt B._____ 
vom Vorwurf der Begünstigung entlastet wurde, nichts entgegenzusetzen. Insofern 
spielt es auch keine Rolle, in welcher Form der Gesuchsteller bei der Instruktion 
des Gutachters E._____ mitgewirkt hat. Auf die entsprechenden Ausführungen 
des Gesuchstellers (vgl. act. A.3, S. 9; act. A.5, S. 8, 15 und 17) braucht daher 
nicht weiter eingegangen zu werden. Ein ausstandsbegründendes Fehlverhalten 
von Staatsanwalt B._____ ist in dieser Hinsicht somit nicht zu erkennen, jedenfalls 
aber ist der Vorwurf der Begünstigung nicht erstellt.

Nur am Rande zu erwähnen bleibt, dass über eine vom Gesuchsteller 
angedeutete (vgl. act. A.5, S. 3 ["Einleitung einer Strafuntersuchung"]) 
Wiederaufnahme von Untersuchungshandlungen nicht im vorliegenden Verfahren 
zu entscheiden ist. So oder anders ist zumindest fraglich, ob durch das Gutachten 

18 / 25

E._____ neue Beweismittel oder Tatsachen im Sinne von Art. 310 Abs. 2 StPO 
i.V.m. Art. 323 Abs. 1 StPO vorliegen, handelt es sich beim fraglichen 
Privatgutachten gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung doch nicht um ein 
Beweismittel, sondern um eine der freien Beweiswürdigung unterliegende 
Parteibehauptung. Massnahmen im Sinne von Art. 302 StPO vonseiten des 
Kantonsgerichts bedarf es – entgegen der Ansicht des Gesuchstellers (vgl. act. 
A.5, S. 16) – jedenfalls nicht, zumal die Staatsanwaltschaft Kenntnis vom 
Gutachten E._____ vom 5. September 2023 hat.

7.1. Der Gesuchsteller trägt weiter vor, auffällig wirke der Umstand, dass 
"während der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme" Staatsanwalt B._____ und 
Rechtsanwalt K._____ (i.e. einer der Rechtsvertreter des Gesuchsgegners) 
"äusserst freundschaftlich per Du miteinander" verkehrt hätten. Aufgrund der 
"Gesamtumstände" des Falles könne kaum in Abrede gestellt werden, dass 
zwischen dem Staatsanwalt und dem Anzeigeerstatter bzw. seinem 
Rechtsvertreter eine besondere Freundschaft bestehe, währenddem Staatsanwalt 
B._____ gegen ihn (den Gesuchsteller) eine Abneigung empfinde. Denn anders 
könne man dessen schroffe Ablehnung seiner Aussage während der Einvernahme 
vom 4. Dezember 2019 nicht auslegen, was schliesslich dazu geführt habe, dass 
er faktisch nicht zu einer protokollierten Aussage zur Sache zugelassen worden 
sei. Es liege mit anderen Worten im vorliegenden Fall keine protokollierte 
Einvernahme von ihm vor (act. A.1, S. 6 f.; vgl. ferner act. A.3, S. 6).

Staatsanwalt B._____ hält dem entgegen, der Einwand, er würde mit 
Rechtsanwalt K._____ äusserst freundschaftlich und per Du verkehren, treffe 
zumindest für das Letztere (gemeint wohl: Erstere) nicht zu, zumal er vor dem 
vorliegenden Strafverfahren keine "Überschneidungen" mit diesem gehabt habe 
(act. A.2, Ziff. 2).

7.2. Dem Gesuchsteller ist zunächst entgegenzuhalten, dass im Duzen allein 
noch kein Anschein der Befangenheit gesehen werden kann (vgl. Keller, a.a.O., N 
27 zu Art. 56 StPO). Der Gesuchsgegner legt sodann nicht näher dar, welche 
Umstände – abgesehen vom Duzen – darauf schliessen lassen, dass zwischen 
Staatsanwalt B._____ und Rechtsanwalt K._____ eine "besondere Freundschaft" 
bestehen könnte. Die Rüge ist äussert vage gehalten und daher letztlich zu wenig 
begründet; abgesehen davon hat Staatsanwalt B._____ ausgeführt, dass er vor 
dem vorliegenden Strafverfahren keine "Überschneidungen" mit Rechtsanwalt 
K._____ gehabt hat. Vom Gesuchsteller ist dies unwidersprochen geblieben und 
Gegenteiliges ist auch nicht ersichtlich. Schliesslich zeugt es – entgegen der 
Ansicht des Gesuchstellers (vgl. act. A.3, S. 9) – auch nicht von einer besonderen 

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Verbundenheit zwischen Staatsanwalt B._____ und dem Gesuchsgegner bzw. 
seinem Rechtsvertreter, wenn beide dieselben rechtlichen Standpunkte vertreten 
bzw. wenn sich die eine Person der Argumentation der anderen Person 
anschliesst. Dies kann letztlich ganz verschiedene Gründe haben und ist (noch) 
kein Indiz für ein ausstandsrelevantes Näheverhältnis von Staatsanwalt B._____ 
zu einer Verfahrenspartei.

Ebenfalls nicht hinreichend substantiiert ist der Vorwurf der Abneigung von 
Staatsanwalt B._____ gegenüber dem Gesuchsteller, welchen Letzterer damit zu 
begründen versucht, dass Staatsanwalt B._____ die Protokollierung gewisser 
seiner Aussagen abgelehnt habe. Zu beachten ist nämlich, dass gemäss 
bundesgerichtlicher Praxis lediglich die entscheidrelevanten Aussagen von 
Parteien, Zeugen oder Sachverständigen in ihrem wesentlichen Gehalt zu 
protokollieren sind (vgl. die Hinweise bei Daniela Brüschweiler/Reto 
Nadig/Rebecca Schneebeli, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 3. Aufl., Zürich 
2020, N 5 zu Art. 78 StPO m.w.H.). Mit anderen Worten besteht nicht eine 
allumfassende Protokollierungspflicht. Vor diesem Hintergrund hätte es am 
Gesuchsteller gelegen, den Inhalt der angeblich nicht protokollierten Äusserungen 
anzugeben, damit überprüft hätte werden können, ob diese tatsächlich zu Unrecht 
nicht Eingang in das Protokoll gefunden haben (in act. A.3, S. 6, wird lediglich 
konkretisiert, dass es sich um "Ergänzungsfragen" gehandelt habe, welche 
abgewiesen worden seien – der Inhalt der Fragen wird jedoch nicht erläutert). 
Abgesehen davon kann das kritisierte Verhalten – sollte es sich denn tatsächlich 
zugetragen haben – verschiedene Gründe gehabt haben, so nicht zuletzt etwa 
auch solche sitzungspolizeilicher Natur (vgl. Art. 63 StPO). Mit dem allzu vage 
gehaltenen Vorwurf der besonderen Freundschaft zwischen Staatsanwalt B._____ 
und Rechtsanwalt K._____ bzw. der Abneigung zwischen Staatsanwalt B._____ 
und ihm selbst vermag der Gesuchsteller jedenfalls keine Bedenken an der 
Unvoreingenommenheit von Staatsanwalt B._____ zu erwecken.

8.1. Nach Ansicht des Gesuchstellers lässt noch ein anderes Vorgehen von 
Staatsanwalt B._____ den Verdacht der Befangenheit aufkommen: Im Verfahren 
VV.2021.1628 begründe Staatsanwalt B._____ seine Anklage gegen ihn und 
D._____ mit geheimen Prozessakten aus dem Staatshaftungsverfahren. 
Grundsätzlich sei damit die Verletzung des Berufsgeheimnisses nach Art. 320 
StGB (recte: Art. 321 StGB) verknüpft. Darauf habe er Staatsanwalt B._____ 
mehrfach hingewiesen, ohne dass dieser etwas zur entsprechenden 
Sachverhaltsabklärung unternommen hätte, geschweige denn gegen den 

20 / 25

Gesuchsgegner vorgegangen wäre. Erst als der Rechtsvertreter von D._____ am 
25. März 2020 Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Verletzung des 
Amtsgeheimnisses erhoben habe, habe sich Staatsanwalt B._____ bequemt, die 
Strafuntersuchung am 27. Mai 2021 formell zu eröffnen. Daraufhin habe Letzterer, 
ohne sachdienliche Untersuchungshandlungen getätigt zu haben, die 
Strafuntersuchung mit Verfügung vom 10. Oktober 2022 eingestellt. Die 
Einstellungsverfügung sei auf Beschwerde von D._____ hin mit Urteil (recte: 
Beschluss) vom 7. März 2023 aufgehoben und der Straffall der Staatsanwaltschaft 
zur Weiterführung der Strafuntersuchung zurückgewiesen worden. Seit dem 
Entscheid des Kantonsgerichts habe Staatsanwalt B._____ in dieser Sache nichts 
unternommen und vor allem die weiteren Sachverhaltsabklärungen nicht 
veranlasst, sondern am 25. August 2023 die Anklageverfügung zu Handen des 
Regionalgerichts Maloja erlassen. Staatsanwalt B._____ habe seine 
Anklageschrift erlassen, ohne den verbindlichen Weisungen des Kantonsgerichts 
um Weiterführung der Strafuntersuchung nachzukommen. Durch den Nachweis 
der rechtswidrigen Beschaffung der Prozessgrundlagen durch die Anzeigeerstatter 
dürfte – so der Gesuchsteller – der Anklage vor Regionalgericht der Boden 
entzogen sein. Zudem habe Staatsanwalt B._____ es unterlassen, den 
entlastenden Sachverhaltsumständen im Interesse der Beschuldigten mit der 
gebotenen Sorgfalt und Objektivität nachzugehen (act. A.1, S. 7 ff.; vgl. ferner act. 
A.3, S. 7; act. A.5, S. 4, 10 ff. und 17 f.; act. A.8, S. 2).

8.2. Der Gesuchsteller zeigt in diesem Zusammenhang nicht auf, in welchen 
"Rechtsschriften" er Staatsanwalt B._____ auf die mutmassliche Berufs- oder 
Amtsgeheimnisverletzung aufmerksam gemacht habe. Ohne diese Angaben lässt 
sich nicht beurteilen, ob Staatsanwalt B._____ tatsächlich pflichtwidrig von der 
Eröffnung einer entsprechenden Strafuntersuchung (vorderhand) abgesehen hat. 
Jedenfalls auf Strafanzeige von D._____ vom 25. März 2020 hin hat er dann die 
verlangte Strafuntersuchung formell eröffnet (Verfahren VV.2021.1628). Die im 
Anschluss von ihm verfügte Verfahrenseinstellung hob das Kantonsgericht auf 
Beschwerde von D._____ hin mit Beschluss SK2 22 54 vom 7. März 2023 auf und 
wies die Sache zur Weiterführung des Verfahrens an die Staatsanwaltschaft 
zurück. Das Kantonsgericht erachtete die von Staatsanwalt B._____ geführte 
Strafuntersuchung "in verschiedener Hinsicht als unvollständig" (vgl. act. B.6, E. 
5). Daraus allein lässt sich jedoch (noch) kein schwerwiegender Verfahrensfehler 
ableiten, der Zweifel an der Unvoreingenommenheit von Staatsanwalt B._____ 
erwecken könnte. Dasselbe gilt für die angebliche Untätigkeit von Staatsanwalt 
B._____ nach Aufhebung der Einstellung. Aufgrund der Beschwerde des 
Gesuchstellers gegen den Beschluss SK2 22 53 vom 7. März 2023 sind die Akten 

21 / 25

des Verfahrens VV.2021.1628 bis heute beim Bundesgericht (Verfahren 
6B_498/2023) und standen der Staatsanwaltschaft somit nicht zur Verfügung. Im 
Übrigen trifft es nicht zu, dass das Kantonsgericht im Beschluss SK2 22 54 der 
Staatsanwaltschaft verbindliche Weisungen im Sinne von Art. 397 Abs. 3 StPO 
erteilt hätte. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass das Verfahren VV.2021.1628 
innerhalb der Staatsanwaltschaft mittlerweile umgeteilt wurde. Allfällige weitere 
"Verzögerungen" wären daher ohnehin nicht mehr Staatsanwalt B._____ 
anzulasten.

Was die Anklageerhebung im Verfahren VV.2018.1648 vor dem Regionalgericht 
Maloja betrifft, ist zu beachten, dass für die Staatsanwaltschaft dabei der 
Grundsatz "in dubio pro duriore" gilt. Im Zweifel ist somit anzuklagen, selbst wenn 
ein Freispruch nicht unwahrscheinlich sein mag (vgl. hierzu Nathan 
Landshut/Thomas Bosshard, in: Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], 3. Aufl., Zürich 
2020, N 5 zu Art. 324 StPO). Staatsanwalt B._____ ist daher kein Vorwurf zu 
machen, wenn er trotz bestrittener Verwertbarkeit der die Strafanzeige des 
Gesuchsgegners begründenden Beweismittel ("illegales Klagefundament") 
Anklage erhoben hat. Denn über die Frage der Verwertbarkeit von Beweismitteln 
hat grundsätzlich das Sachgericht zu entscheiden (vgl. etwa BGE 143 IV 387 E. 
4.4). Ob die "geheimen Prozessakten" daher tatsächlich auf illegalem Wege bzw. 
auf strafrechtlich relevante Art und Weise an den Gesuchsgegner gelangt sind, 
braucht daher nicht hier beurteilt zu werden. Denn selbst bei einem Freispruch des 
Gesuchstellers (etwa mangels verwertbarer Beweise) lässt sich nicht sagen, das 
Vorgehen von Staatsanwalt B._____ stelle ein schwerwiegendes Fehlverhalten 
dar, welches Zweifel an seiner Unvoreingenommenheit aufkommen lasse.

9.1. Der Gesuchsteller hält Staatsanwalt B._____ für überfordert. Zudem fehle 
es ihm an Pflichtbewusstsein und der von einem Untersuchungsbeamten zu 
erwartenden Unbefangenheit (vgl. act. A.1, S. 8). Die Unfähigkeit von 
Staatsanwalt B._____ bei seiner Amtsführung ergebe sich nicht zuletzt aus dem 
Umstand, dass jener die erste Anklageschrift vom 23. November 2021 zu Handen 
des Regionalgerichts Plessur erlassen habe, wobei das angerufene Gericht im 
vorliegenden Straffall örtlich überhaupt nicht zuständig sei (act. A.1, S. 9 f.; vgl. 
ferner act. A.3, S. 8 f.; act. A.5, S. 19).

9.2. Wie der Gesuchsteller selbst ausführt (vgl. act. A.1, S. 9) erhob der 
Gesuchsgegner gegen den Nichteintretentsentscheid des Regionalgerichts 
Plessur, mit welchem dieses seine örtliche Zuständigkeit verneint hatte, 
Beschwerden an das Kantonsgericht. Mit Beschluss SK2 22 23 vom 9. Januar 

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2023 bzw. mit Beschluss SK2 22 24 vom 9. Januar 2023 wies es die 
Beschwerden ab. Die vom Gesuchsgegner dagegen erhobenen Beschwerden 
wies auch das Bundesgericht mit Urteil 1B_88/2023, 1B_89/2023 vom 26. Mai 
2023 ab. Auch wenn die Anklageerhebung vor dem Regionalgericht Plessur 
einigermassen ungewöhnlich war, kann Staatsanwalt B._____ in diesem 
Zusammenhang kein schwerwiegendes Fehlverhalten vorgeworfen werden. So 
bedurfte es denn auch – indem der Gesuchsgegner den Rechtsmittelweg 
ausgeschöpft hatte – einer höchstrichterlichen Antwort zur Frage der örtlichen 
Zuständigkeit. Abgesehen davon erweist es sich als widersprüchlich, wenn der 
Gesuchsteller (in Bezug auf die Rechtzeitigkeit seines Ausstandsgesuchs) 
einerseits ausführt, bei der Anklageerhebung vor dem Regionalgericht Plessur 
habe er sich "nicht zu irgendwelchen Ausstandseinwänden gegen Staatsanwalt 
B._____ […] veranlasst gesehen" (act. A.3, S. 2), dieses Vorgehen aber 
andererseits als "unprofessionelle Vertretung der Anklage" und als Ausdruck für 
die "fachliche Hilflosigkeit" von Staatsanwalt B._____ sieht, welche es gebieten 
würden, einen Untersuchungsbeamten einzusetzen, der über die nötige 
Fachkompetenz verfüge und Gewähr für eine gewissenhafte und objektive 
Durchführung der Strafuntersuchung biete (vgl. act. A.1, S. 9 f.).

10.1. In seiner Eingabe vom 18. Oktober 2023 bringt der Gesuchsteller einen 
weiteren Vorfall zur Sprache: Mit Verfügung vom 1. September 2023 habe 
Staatsanwalt B._____ seine Rechtsschrift vom 30. August 2023 als 
Stellungnahme zur Eingabe von Rechtsanwalt K._____ vom 20. November 2020 
nicht zum Verfahren zugelassen, obwohl der gegenteilige Schriftsatz von 
Rechtsanwalt K._____ zu den Verfahrensakten genommen worden sei. Dies stelle 
eine einseitige Bevorzugung des Gesuchsgegners bzw. seines Rechtsvertreters 
dar. Der Abweisungsentscheid von Staatsanwalt B._____ sei aufgrund seiner 
Beschwerde vom 13. September 2021 mit Verfügung des Kantonsgerichts vom 
19. Juli 2022 aufgehoben und die Staatsanwaltschaft sei angewiesen worden, 
seine Rechtsschrift – analog jener von Rechtsanwalt K._____ – nachträglich zu 
den Verfahrensakten zu nehmen (act. A.3, S. 6 f.).

10.2. Der Gesuchsteller spielt damit auf das Verfahren SK2 21 68 an. Entgegen 
seinen Ausführungen trifft es jedoch nicht zu, dass das Kantonsgericht seine 
diesbezügliche Beschwerde gutgeheissen hätte. Vielmehr wurde das 
Beschwerdeverfahren als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis 
abgeschrieben, nachdem Staatsanwalt B._____ von sich aus auf den 
angefochtenen Abweisungsentscheid zurückgekommen war und die Eingabe vom 
Gesuchsteller vom 30. August 2023 doch noch zu Akten genommen hatte. 

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Demzufolge musste im Beschwerdeverfahren auch nicht mehr über die Frage der 
Rechtmässigkeit des angefochtenen Abweisungsentscheides von Staatsanwalt 
B._____ befunden werden. Ein diesbezügliches Fehlverhalten von Staatsanwalt 
B._____ ist somit nicht erstellt und es lässt sich auch im vorliegenden Verfahren 
nicht erstellen, zumal der Gesuchsteller nicht (substantiiert) aufzeigt, inwiefern der 
Ablehnungsentscheid unzulässig gewesen sein sollte. Aber selbst wenn man dies 
annehmen möchte, würde dies kein derart gravierendes Fehlverhalten darstellen, 
das Zweifel an der Unvoreingenommenheit von Staatsanwalt B._____ zu 
erwecken vermöchte.

11. Nach dem Gesagten liegen keine bzw. keine derart schweren (Verfahrens-)
Fehler vonseiten Staatsanwalt B._____ vor, die geeignet wären, bei ihm den 
Anschein der Befangenheit zu begründen. Das Ausstandsgesuch ist folglich 
abzuweisen, soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann.

12.1. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die Kosten des Ausstandsverfahrens 
zu Lasten des Gesuchstellers (Art. 59 Abs. 4 StPO). Gemäss Art. 12 VGS (BR 
350.210) erhebt das Gericht für Zwischenentscheide Gerichtsgebühren, welche 
sich nach dem Aufwand für die Beurteilung bemessen. Die Bestimmung gilt auch 
für die Beurteilung von Ausstandsgesuchen durch die Beschwerdeinstanz (vgl. 
etwa KGer GR SK2 23 37 v. 8.8.2023 E. 5; KGer GR SK2 22 16 v. 3.2.2023 E. 
11.1; KGer GR SK2 19 47 v. 2.9.2019 E. 6). In Anbetracht der Aufwendungen des 
Gerichts ist vorliegend eine Gebühr von CHF 1'500.00 zu erheben.

12.2. Die obsiegende Partei hat in sinngemässer Anwendung von Art. 429 StPO 
i.V.m. Art. 436 StPO grundsätzlich Anspruch auf eine angemessene 
Entschädigung für ihre Aufwendungen (KGer GR SK2 22 16 v. 3.2.2023 E. 11.2 
m.w.H.). Ob eine Partei als obsiegend oder unterliegend gilt, ergibt sich aus einem 
Abgleich zwischen den von ihr gestellten Anträgen und dem Dispositiv der 
diesbezüglich ergangenen Entscheidung (KGer GR SK2 23 37 v. 8.8.2023 E. 5.1). 
Der Gesuchsgegner hat gegen das Ausstandsgesuch opponiert, sodass er als 
obsiegend anzusehen ist.

Der Gesuchsgegner ist als Privatkläger auch Partei des Ausstandsverfahrens (vgl. 
oben Erwägung 3.1.2), weshalb er einen Anspruch auf angemessene 
Entschädigung hat (Art. 433 Abs. 1 StPO). Als Privatkläger hat er seine Forderung 
zu beantragen, zu beziffern und zu belegen. Kommt er dieser Pflicht nicht nach, 
tritt die Rechtsmittelinstanz auf den Antrag nicht ein (Art. 433 Abs. 2 StPO).

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Vorliegend reichte die Rechtsvertreterin des Gesuchsgegners eine Honorarnote 
ein (vgl. act. G.1), womit die Entschädigung beantragt, beziffert und hinreichend 
belegt wurde. Die Rechtsvertreterin macht einen Aufwand von insgesamt 17.6 
Stunden zu einem Ansatz von CHF 300.00 geltend. Gemäss Art. 3 Abs. 1 HV gilt 
im Kanton Graubünden ein Stundenansatz zwischen CHF 210.00 und CHF 270.00 
als üblich. Wird eine Honorarvereinbarung mit einem höheren Stundenansatz 
eingereicht, wird dieser auf den maximal üblichen Stundenansatz von CHF 270.00 
reduziert (vgl. statt vieler KGer GR ZK2 22 24 v. 9.11.2022 E. 5.3). Wird keine 
Honorarvereinbarung eingereicht, ist der Stundenansatz auf den mittleren Ansatz 
von CHF 240.00 zu kürzen (vgl. etwa KGer GR ZK2 15 43 v. 15.6.2016 E. 3.1 
m.w.H.; KGer GR ZK1 16 115 v. 23.8.2016). Die von der Rechtsvertreterin des 
Gesuchsgegners im Untersuchungsverfahren eingereichte Vollmacht (StA act. 
6.2) enthält keine Honorarvereinbarung. Auch sonst liegt keine 
Honorarvereinbarung bei den Akten. Auszugehen ist somit von einem 
Stundenansatz von CHF 240.00. Der fakturierte Aufwand von 17.6 Stunden ist 
angesichts der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen eher hoch. Zu 
berücksichtigen ist jedoch auch, dass der Gesuchsteller zahlreiche – mitunter 
weitschweifige und sich unnötig wiederholende – Eingaben eingereicht hat (vgl. 
insb. act. A.1 [11 Seiten], A.3 [10 Seiten] und A.5 [21 Seiten] – act. A.8 und A.9 
werden dem Gesuchsgegner erst mit dem vorliegenden Entscheid zur Kenntnis 
gebracht), welche es jeweils zu studieren galt. Der Aufwand von 17.6 Stunden 
kann daher als noch angemessen angesehen werden. Daraus resultiert ein 
Honorar nach Zeitaufwand von CHF 4'224.00 (17.6 Stunden * CHF 240.00). Für 
Spesen werden weitere CHF 310.80 veranschlagt, was rund 5.89 % des in 
Rechnung gestellten Honorars nach Zeitaufwand bzw. 7.36 % des reduzierten 
Honorars nach Zeitaufwand entspricht. Das scheint überhöht, zumal die in 
Rechnung gestellten Spesen nicht näher spezifiziert werden. Auszugehen ist 
somit von einer üblichen Spesenpauschale von 3 % des Honorars nach 
Zeitaufwand, mithin von CHF 126.70. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer von 7.7 %, 
womit eine Entschädigung von CHF 4'685.70 (inkl. Spesen und MWSt.) resultiert. 
Entsprechend des Ausgangs des Verfahrens ist diese Entschädigung vom 
Gesuchsteller zu bezahlen (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 433 Abs. 1 StPO).

13. Gemäss Art. 92 Abs. 1 BGG ist gegen selbständig eröffnete Vor- und 
Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren die 
Beschwerde an das Bundesgericht zulässig.

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Demnach wird erkannt:

1. Das Ausstandsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden 
kann.

2. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens von CHF 1'500.00 gehen zu 
Lasten von A._____.

3. A._____ hat C._____ für das vorliegende Verfahren mit CHF 4'685.70 (inkl. 
Spesen und MWSt.) zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

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