# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e668c71-4220-5f6a-ab27-6ec14f113e99
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.08.2020 200 2020 104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-104_2020-08-06.pdf

## Full Text

200 20 104 UV
SCP/FRN/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 6. August 2020

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

AXA Versicherungen AG
Generaldirektion, General Guisan-Strasse 40, Postfach 357, 
8401 Winterthur
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 16. Dezember 2019 
(44.073.501/0002)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Aug. 2020, UV/20/104, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1961 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
als Selbständigerwerbender bei der AXA Versicherungen AG (AXA bzw. 
Beschwerdegegnerin) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfäl-
len sowie Berufskrankheiten versichert, als er gemäss Schadenmeldung 
UVG vom 4. Dezember 2018 am 7. November 2018 beim Aussteigen aus 
einem Fahrzeug mit dem Fuss auf dem Randstein ausgerutscht sei, das 
Knie verdreht habe und auf der Fahrzeugschwelle aufgeschlagen sei. Da-
bei habe er sich den linken Fuss gestaucht sowie das linke Knie verletzt bei 
einem Verdacht auf eine Meniskusverletzung (Akten der AXA [act. II] A2). 
Die AXA holte bei ihrem beratenden Arzt Dr. med. C.________, Facharzt 
für Chirurgie, eine Stellungnahme ein (Akten der AXA [act. IIA] M12). Mit 
Verfügung vom 7. Juni 2019 lehnte sie ihre Leistungspflicht ab mit der Be-
gründung, es liege kein Zusammenhang zwischen den Beschwerden und 
dem Ereignis vom 7. November 2018 vor (act. II A25). Auf Einsprache des 
Versicherten, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, hin (act. II A28), 
unterbreitete die AXA den Fall ihrem beratenden Arzt Dr. med. 
D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates (Beurteilung vom 12. Dezember 2019 [act. IIA M16]) 
und wies die Einsprache mit Entscheid vom 16. Dezember 2019 ab (act. II 
A34).

 

B.

Mit Eingabe vom 3. Februar 2020 erhob der Versicherte, wiederum vertre-
ten durch Rechtsanwalt B.________, Beschwerde und stellt die folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Der Einspracheentscheid vom 16. Dezember 2019 sei aufzuheben.
2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer 

die gesetzlichen Leistungen (Pflegeleistungen und Kostenvergütungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Aug. 2020, UV/20/104, Seite 3

sowie Geldleistungen in Form bisher von Taggeldern) für die Folgen 
des Unfallereignisses vom 7. November 2018 zu bezahlen.
Eventualiter sei der medizinisch relevante Sachverhalt durch ein Ge-
richtsgutachten abklären zu lassen.

-unter Entschädigungsfolge-

Mit Beschwerdeantwort vom 31. März 2020 schliesst die Beschwerdegeg-
nerin mit Verweis auf die Beurteilung des beratenden Arztes Dr. med. 
D.________ vom 15. März 2020 (act. IIA M17) auf Abweisung der Be-
schwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 9. April 2020 anerkannte der Instrukti-
onsrichter die Rechtzeitigkeit der Beschwerdeführung und stellte dem Be-
schwerdeführer die Beurteilung von Dr. med. D.________ vom 15. März 
2020 zur Kenntnis zu und gab ihm Gelegenheit für eine allfällige Stellung-
nahme. Hiervor machte der Beschwerdeführer am 2. Juni 2020 Gebrauch. 
Er hält an den beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren fest. Der Stel-
lungnahme beigelegt war eine E-Mail von Prof. Dr. med. E.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates, vom 4. Mai 2020 (Akten des Beschwerdeführers [act. I] 11). 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG) 
eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 16. Dezem-
ber 2019 (act. II A34). Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer 
Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung hat im Zusammenhang mit 
dem geltend gemachten Ereignis vom 7. November 2018. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind vom Leis-
tungsansprecher oder der Leistungsansprecherin glaubhaft zu machen. 
Wird dieser Forderung nicht nachgekommen, indem unvollständige, unge-
naue oder widersprüchliche Angaben gemacht werden, die das Bestehen 
eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, be-

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steht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es 
dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfall-
begriffs erfüllt sind (BGE 116 V 136 E. 4b S. 140, 114 V 298 E. 5b S. 305; 
SVR 2016 UV Nr. 44 S. 146 E. 3.4).

Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Ge-
richt dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von 
ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Ge-
richt seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die 
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt diesen Bewei-
sanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstel-
lung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die 
wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429).

Im Sozialversicherungsrecht gilt die Beweismaxime, wonach die sogenann-
ten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener 
und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbe-
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder an-
derer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 
45 E. 2a S. 47).

2.3

2.3.1 Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG erbringt die Versicherung ihre Leistun-
gen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend 
auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochenbrüche 
(lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), Muskelris-
se (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsionen (lit. g), 
Trommelfellverletzungen (lit. h).

2.3.2 Nach Meldung einer Listenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG hat 
der Unfallversicherer die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Lis-
tenverletzung auf ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG zurückzu-
führen, so ist der Unfallversicherer solange leistungspflichtig, bis der Unfall 
nicht mehr die natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheits-
schaden also nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen 
beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriterien des Unfallbegriffs nach 

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Art. 4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für eine Listenverletzung 
nach Art. 6 Abs. 2 UVG in der seit 1. Januar 2017 geltenden Fassung 
grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, 
dass die Verletzung vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzu-
führen ist (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 24. September 2019, 
8C_22/2019 [zur Publikation vorgesehen], E. 9.1). 

2.3.3 Für die Anwendung von Art. 6 Abs. 2 UVG ist kein äusserer Faktor 
und damit kein unfallähnliches sinnfälliges Ereignis oder eine allgemein 
gesteigerte Gefahrenlage im Sinne der Rechtsprechung zu aArt. 9 Abs. 2 
der Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung 
(UVV; SR 832.202) mehr vorausgesetzt. Insoweit führt grundsätzlich be-
reits die Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 lit. a - h UVG genannte Kör-
perschädigung vorliegt, nunmehr zur Vermutung, es handle sich hierbei um 
eine unfallähnliche Körperschädigung, die vom Unfallversicherer über-
nommen werden muss. Indessen ergibt sich aus der in Art. 6 Abs. 2 UVG 
vorgesehenen Möglichkeit des Gegenbeweises weiterhin die Notwendigkeit 
der Abgrenzung der vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnli-
chen Körper-schädigung von der abnützungs- und erkrankungsbedingten 
Ursache einer Listenverletzung und damit letztlich zur Leistungspflicht des 
Krankenversicherers. Insoweit ist die Frage nach einem initialen erinnerli-
chen und benennbaren Ereignis – nicht zuletzt auch aufgrund der Bedeu-
tung eines zeitlichen Anknüpfungspunktes – auch nach der UVG-Revision 
relevant. Lässt sich nach Eingang der Meldung im Rahmen der Ab-
klärungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) kein initiales Ereignis erheben oder 
lediglich ein solches ganz untergeordneter resp. harmloser Art, so verein-
facht dies zwangsläufig in aller Regel den Entlastungsbeweis des Unfall-
versicherers. Denn bei der in erster Linie von medizinischen Fachpersonen 
zu beurteilenden Abgrenzungsfrage ist das gesamte Ursachenspektrum 
der in Frage stehenden Körperschädigung zu berücksichtigen. Nebst dem 
Vorzustand sind somit auch die Umstände des erstmaligen Auftretens der 
Beschwerden näher zu beleuchten. Die verschiedenen Indizien, die für 
oder gegen Abnützung oder Erkrankung sprechen, müssen aus medizini-
scher Sicht gewichtet werden. Damit der Entlastungsbeweis gelingt, hat der 
Unfallversicherer gestützt auf beweiskräftige ärztliche Einschätzungen – mit 
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit – nachzuweisen, 

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dass die fragliche Listenverletzung vorwiegend, d.h. im gesamten Ursa-
chenspektrum zu mehr als 50%, auf Abnützung oder Erkrankung zurückzu-
führen ist. Besteht das Ursachenspektrum einzig aus Elementen, die für 
Abnützung oder Erkrankung sprechen, so folgt daraus unweigerlich, dass 
der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers erbracht ist und sich weitere 
Abklärungen erübrigen (BGer 8C_22/2019, E. 8.6).

3.

3.1 Hinsichtlich des Ereignishergangs vom 7. November 2018 findet 
sich in den Akten im Wesentlichen das Folgende:

3.1.1 Der Beschwerdeführer konsultierte am 15. November 2018 die me-
dizinische Klinik des Spitals F.________. Zur Anamnese hielten die Ärzte 
fest, es sei eine notfallmässige Vorstellung bei Schmerzen im linken Bein 
erfolgt. Der Beschwerdeführer habe vor zehn Tagen eine Autofahrt nach … 
gemacht. Er sei für die Hinfahrt einen ganzen Tag gefahren und habe be-
gonnen, Schmerzen im linken Knie und im mittleren Teil der linken Wade 
zu spüren. Danach habe er zwei Tage in … verbracht, an denen er keine 
Schmerzen gespürt habe. Auf der Rückfahrt sei er wieder den ganzen Tag 
gefahren und die Schmerzen seien wieder aufgetaucht und stärker gewor-
den, auch mit einer Ausstrahlung in die Rückseite des Oberschenkels. Die 
Schmerzen neigten dazu, bei Bewegung zu verschwinden und sich im Ru-
hezustand zu verschlimmern. Sie würden als krampfartig beschrieben und 
verursachten nächtliches Erwachen. Er habe dagegen keine Schmerzmittel 
genommen (act. IIA M2 S. 1). 

3.1.2 Am 3. Dezember 2018 konsultierte der Beschwerdeführer die chir-
urgische Klinik Orthopädie/Traumatologie des Spitals F.________ (act. IIA 
M1). Zur Anamnese führten die Ärzte aus, der Beschwerdeführer berichte, 
erstmalig am 7. November 2018 beim Aussteigen aus seinem Truck das 
Knie verdreht zu haben. Nach der Autofahrt nach .. und zurück sei es zu 
einer Exazerbation der Schmerzen mit Schwellung des Unterschenkels 
gekommen. Vor dem Trauma habe der Beschwerdeführer intermittierende, 
kurzzeitige Schmerzen im Knie mit zusätzlichen Schmerzen in den Händen 

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und des Ellenbogens gehabt. Deshalb sei durch die Kollegen der Medizin 
eine laborchemische Kontrolle der Rheumafaktoren erfolgt. 

3.1.3 Mit Unfallmeldung vom 4. Dezember 2018 (act. II A2) meldete der 
Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin, er sei am 7. November 2018 
beim Aussteigen aus einem Fahrzeug mit dem Fuss auf dem Randstein 
ausgerutscht und habe das Knie verdreht und sei auf der Fahrzeugschwel-
le aufgeschlagen.  

3.1.4 Der … der Beschwerdegegnerin führte im … Bericht vom 15. Fe-
bruar 2019 (act. II A15 S. 1) aus, der Beschwerdeführer habe ihm gegenü-
ber folgende Ergänzungen zum Unfallhergang gemacht: Am 7. November 
2018 sei der Beschwerdeführer um ca. 11.30 Uhr beim Verlassen des VW 
Crafter mit dem linken Bein auf die Bordsteinkante getreten und gegen hin-
ten abgeknickt. Im Anschluss sei es zu einem Verdrehen des Kniegelenkes 
gegen aussen, innen und zum Umknicken des linken Fussgelenks gekom-
men. Durch das Verdrehen sei er dann mit der Innenseite des linken Knie-
gelenks gegen die Fahrzeugschwelle geprallt. Es hätten sofort starke 
Schmerzen bestanden im linken Kniegelenk. Unter Schmerzen sei dann 
eine Geschäftsfahrt nach … und … unternommen worden. Die Beschwer-
den seien zu keinem Zeitpunkt zurückgegangen und hätten bis zur ersten 
Arztkontrolle am 15. November 2018 bestanden. Er habe während der Au-
tofahrt extreme Krämpfe im Unterschenkel gehabt. Angesprochen auf den 
Erstbericht vom Spital F.________ habe er angegeben, vom Trauma be-
richtet zu haben, aber der Fokus sei bei den Ärzten wohl auf der möglichen 
Thrombose gelegen aufgrund der bestehenden Krämpfe im Unterschenkel. 

3.1.5 Am 21. Februar 2019 präzisierte der Beschwerdeführer den aus 
seiner Sicht zutreffenden Ablauf des Unfallhergangs gegenüber dem … 
(act. II A16). Am 7. November 2018 sei er beim Verlassen des VW Crafter 
mit dem linken Fuss auf die Bordsteinkante getreten und mit dem Fussge-
lenk ab/umgeknickt, wodurch dieses im äusseren/unteren Bereich ge-
quetscht worden sei. Dadurch sei das Bein nach hinten gedrückt worden, 
im Anschluss sei das linke Kniegelenk nach aussen verdreht und sei nach 
vorne/innen abgedreht. Durch das Verdrehen sei er dann mit der Innensei-
te des linken Kniegelenks gegen die Fahrzeugschwelle geprallt. Beim Ver-
such, sich mit der rechten Hand am Fahrzeugsteuer zu halten, habe er sich 

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dabei die rechte Schulter vorne „verrissen“. Es hätten sofort starke 
Schmerzen bestanden im linken Kniegelenk, vorne/innen über das Knie 
hinunter sowie aussen/hinten in der Kniebeuge. Die Schmerzen im Fussge-
lenk/Schulterbereich hätten sich in Grenzen gehalten. Unter Schmerzen sei 
dann eine Geschäftsfahrt nach … und … unternommen worden. Er habe 
während der Autofahrt extreme Krämpfe im linken Unterschenkel und star-
ke Schmerzen im linken Knie gehabt, sowie ein komplett blockiertes Knie-
gelenk. Wieder Zuhause seien die Beschwerden zu keinem Zeitpunkt 
zurückgegangen, worauf er mit Verdacht auf eine mögliche Thrombose 
aufgrund der bestehenden Krämpfe im Unterschenkel am 15. November 
2018 das Spital F.________ aufgesucht habe.

3.2 Aufgrund der initialen Angaben bzw. den Aussagen der ersten 
Stunde anlässlich der notfallmässigen Vorstellung im Spital F.________ 
(act. IIA M2) und des Vorzustandes – bereits vor dem angeblichen Trauma 
hätten intermittierende Schmerzen im Knie bestanden (act. IIA M1) – sind 
die ab 3. Dezember 2018 erfolgten späteren Schilderungen des Beschwer-
deführers zur Entstehung des vorliegend umstrittenen Gesundheitsscha-
dens am linken Knie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von versiche-
rungsrechtlichen Überlegungen überlagert, stehen sie doch in einem engen 
zeitlichen Zusammenhang mit der Unfallmeldung vom 4. Dezember 2018 
(act. II A2; vgl. E. 2.2 hiervor). Der Schadensmechanismus wurde von ihm 
unterschiedlich und inkonsistent, aber je später, desto komplexer beschrie-
ben. Soweit er geltend macht, er habe das Trauma vom 7. November 2018 
anlässlich der Notfallvorstellung vom 15. November 2018 erwähnt und die 
Ärzte hätten sich wohl auf das Thromboserisiko fokussiert und insoweit im 
Bericht nicht alles erwähnt (act. II A15), kann er daraus nichts zu seinen 
Gunsten ableiten. Denn dem Bericht des Spitals F.________ vom 15. No-
vember 2018 (act. IIA M2) zufolge wurde aufgrund der vom Beschwerde-
führer gemachten Angaben nach einer krankheitswertigen Genese ge-
sucht. Überdies kann davon ausgegangen werden, dass bei Erwähnung 
des später geltend gemachten Ereignisses vom 7. November 2018 von den 
Ärzten im Bericht auch eine traumatische Schädigung als schmerzverursa-
chend erwähnt worden wäre. 

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Damit ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die 
Schmerzexazerbation vom 7. November 2018 durch das vom Beschwerde-
führer rund einen Monat später geltend gemachte Ereignis ausgelöst wur-
de. Auf die unter den Fachärzten umstrittenen Hypothesen über den Me-
chanismus des geltend gemachten Ereignisverlaufes muss unter diesen 
Umständen nicht weiter eingegangen werden. 

3.3 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind Abs. 1 (Unfall) 
und Abs. 2 (Listenverletzung) von Art. 6 UVG unabhängig voneinander und 
ist grundsätzlich jeder Tatbestand einzeln zu prüfen (BGer 8C_22/2019, 
E. 8.5). Damit bleibt zu prüfen, ob eine Leistungspflicht der Beschwerde-
gegnerin nach Art. 6 Abs. 2 UVG besteht. Von den Parteien unbestritten 
und durch die Akten erstellt (vgl. u.a. act. IIA M4, M5) ist, dass es sich bei 
der Komplexläsion des medialen Meniskushinterhorns links um eine Lis-
tenverletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG handelt. Streitig und nachfolgend 
zu prüfen ist in diesem Zusammenhang, ob diese Listenverletzung – wie 
die Beschwerdegegnerin vorbringt – mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
auf Abnützung bzw. Erkrankung zurückzuführen ist und eine Leistungs-
pflicht der Beschwerdegegnerin damit entfällt. Diesbezüglich ist den medi-
zinischen Akten im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.3.1 Der beratende Arzt Dr. med. C.________ führte in seiner Aktenbe-
urteilung vom 8. März 2019 (act. IIA M12) aus, die Konsultation vom 11. 
Dezember 2018 im Spital F.________ (act. IIA M6) habe die Diagnose ei-
ner Komplexläsion des medialen Meniskushinterhorns am linken Kniege-
lenk mit/bei Status nach Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes (VKB) 
und den Nebendiagnosen Verdacht auf rheumatoide Arthritis bei intermittie-
renden Schmerzen im Handgelenk, Ellbogen und Kniegelenke beidseits 
ergeben (S. 2). Keiner der erhobenen Befunde stehe mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit in natürlichem Kausalzusammenhang zum Ereignis 
vom 7. November 2018, bei multiplen krankheitskausalen vorgenannten 
unfallfremden Diagnosen. Als unfallfremde Faktoren/Vorzustände seien ein 
Status nach VKB-Rekonstruktion links, eine medial betonte Gonarthrose 
mit Veränderung bzw. Verschmälerung des Gelenkraumes sowie eine 
komplexe Meniskusläsion dorso-medial zu erwähnen (S. 3). 

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3.3.2 Med. pract. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
kam in seinem "Aerztlichen Gutachten" vom 10. August 2019 (act. IIA M15) 
zum Schluss, das MRI vom 5. Dezember 2018 beschreibe genau den Zu-
stand mit einem kompletten Einriss des medialen Hinterhorns mit teils hori-
zontalem und vertikalem Verlauf (Stauchungs-/Verdrehtrauma). Zudem 
werde im MRI-Bericht ein intaktes VKB beschrieben mit aufgeriebenem und 
ödematösem proximalen Anteil im Sinne einer Traumafolge. Eine Chon-
dropathie, was auf einen chronischen Prozess schliessen liesse, könne 
nicht nachgewiesen werden. Alles passe zum Bild einer traumatisch be-
dingten Verletzung des linken Meniskushinterhorns. 

3.3.3 Der beratende Arzt Dr. med. D.________ führte in seiner Aktenbe-
urteilung vom 12. Dezember 2019 (act. IIA M16) aus, bezüglich Vorschädi-
gung gebe es mehrere Indizien auf eine klinisch relevante Ausgangssituati-
on. Explizit sei am 3. Dezember 2018 dokumentiert worden, dass der Be-
schwerdeführer bereits vor dem Trauma intermittierende, kurzzeitige Knie-
schmerzen gehabt habe. Diese Schilderung des episodenhaften Verlaufes 
sei charakteristisch für eine degenerative Meniskusschädigung. Der Knie-
unfall von 1995 mit einer VKB-Ruptur habe zeitnah zu einem VKB-Ersatz 
mit eigener Patellarsehne geführt. Es liege in der Natur der Sache, dass mit 
sehr hoher Wahrscheinlichkeit Folgeschädigungen an den Menisken und 
am Knorpel auftreten würden (S. 8). Bezüglich morphologischem Scha-
densbild entnehme man der Primärdokumentation eine ausformulierte klini-
sche Knieuntersuchung mit Schwellung und Überwärmung suprapatellär, 
eine Bakerzyste und eine positive Meniskussymptomatik. In der Kontrollun-
tersuchung vom 3. Dezember 2018 würden die Befunde eines Reizknies 
mit medialer Meniskussymptomatik bestätigt und zusätzlich eine deutliche 
Muskelatrophie (irrtümlich rechts zitiert), was auf eine längere Vorschädi-
gung hinweise und mit der 25-jährigen Anamnese einer damals komplexen 
Kniebinnenschädigung übereinstimme (S. 9). Im MRI vom 5. Dezember 
2018 (act. IIA M7) und bei späteren Beurteilungen werde einhellig eine 
komplexe Meniskusschädigung genannt, was für chronische degenerative 
Meniskusschädigungen geradezu charakteristisch sei. Es könnten nicht 
gleichzeitig horizontale und vertikale Risse entstehen (S. 11 Ziff. 2). Zudem 
seien die Zeichen der degenerativen Substanzveränderungen in erhebli-
chem Ausmass klar erkennbar und undiskutabel (S. 10).  Es handle sich 

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bei den dokumentierten Schädigungen nicht um einen traumatisch entstan-
denen isolierten Meniskusriss, sondern um vorbestehende chronische 
Schädigungen. Die charakteristischen Begleitphänomene für einen Menis-
kusriss fehlten (intaktes Innenband, kein Bone Bruise, S. 11 Ziff. 1). Die 
erst bei der Arthroskopie vom 22. Oktober 2019 festgestellte Knorpelschä-
digung Grad II-III medial und femoropatellär sei mit Sicherheit keine Folge 
des geltend gemachten Ereignisses vom 7. November 2018. Eine traumati-
sche Knorpelschädigung brauche eine hohe, in der Regel direkte Energie-
einwirkung und führe in der Regel zu einem Hämarthros. Der Beschwerde-
führer hätte sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben müssen (S. 
11 f. Ziff. 4). 

3.3.4 Prof. Dr. med. E.________ legte in seiner Stellungnahme vom 9. 
Dezember 2019 (visiert am 23. Dezember 2019; act. I 10) dar, das MRI 
vom 5. Dezember 2018 zeige eine Meniskuskomplexläsion mit ebenfalls 
degenerativen Meniskusveränderungen. Anhand der Bildmorphologie lies-
sen sich keine verbindlichen kausalen Rückschlüsse auf das Zustande-
kommen der Schädigung ziehen. Sicherlich bestehe aufgrund der Signalal-
teration eine gewisse Vorschädigung der Meniskussubstanz, was bei über 
20 Jahren nach VKB-Ersatzplastik nicht unüblich sei bzw. praktisch regel-
mässig der Fall sei. Die mutmasslich vorbestehenden degenerativen Ver-
änderungen hätten das Zustandekommen der klinisch relevanten Läsion 
sicherlich begünstigt. Es sei die typische Grauzone, die entstehe durch 
abnehmende mechanische Reissfestigkeit des Meniskus mit zunehmender 
Zeit nach VKB-Ersatz kombiniert mit dem natürlichen Alterungsprozess. 
Der Meniskus könne in einem solchen Alterungsprozess schon bei kleiner 
Krafteinwirkung reissen (S. 1). Ohne das Verdrehtrauma wäre es mit hoher 
Wahrscheinlichkeit nicht zu den beschriebenen Beschwerden gekommen. 
Im Operationsbericht werde der geminderte mediale Meniskus als "neu 
eingerissen und mit degenerativen Veränderungen" beschrieben. Dies stüt-
ze die Annahme, dass es sich zumindest teilweise um eine Traumatisie-
rung eines vorgeschädigten Meniskus handle (S. 2). 

3.3.5 Dr. med. D.________ nahm in seiner Beurteilung vom 15. März 
2020 (act. IIA M17) Stellung zum Bericht von Prof. Dr. med. E.________ 
vom 23. Dezember 2019 (act. I 10) und führte aus, man könne wohl gerade 

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bei einer Komplexschädigung des Meniskus darauf schliessen, dass sie 
nicht traumatisch entstanden sei, speziell auch, wenn die Zusammen-
hangstrennung durch die Substanz gehe. Eine derartige Rissform könne 
unmöglich durch eine monodirektionale Krafteinwirkung entstehen. Eine 
Teilursache wäre dann zu diskutieren, wenn an der betroffenen Struktur 
tatsächlich eine frische Verletzungsfolge plausibel gemacht werden könnte. 
Die Analyse sämtlicher Kriterien weise aber kongruent nicht darauf hin (S. 
3). Zum Zeitpunkt der Operation mehr als ein Jahr nach Beschwerdebeginn 
sei es schlichtweg nicht mehr möglich, zwischen alten und frischen Verän-
derungen zu unterscheiden. Auch ohne VKB-Ruptur sei eine (komplexe) 
isolierte Meniskusschädigung in der Regel degenerativ entstanden. Es sei 
in Erinnerung zu rufen, dass der Beschwerdeführer beruflich früher lange in 
Kauerpositionen belastet gewesen sei und auch "Meniskusschmerzen" 
angegeben habe (S. 4). 

3.3.6 Prof. Dr. med. E.________ hielt in seiner E-Mail vom 4. Mai 2020 
(act. I 11) an seiner Beurteilung fest und äusserte sich über Dr. med. 
D.________ in herablassender Weise.

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Aug. 2020, UV/20/104, Seite 14

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gut-
achtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge An-
forderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicherten Person 
aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberück-
sichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsin-
ternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behan-
delnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf 
dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, 
um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein 
Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger 
zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine 
Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 - 
4.6 S. 469). Die Berichte und Gutachten ständiger Vertrauensärzte haben 
in beweisrechtlicher Hinsicht grundsätzlich den gleichen Stellenwert wie die 
verwaltungsinternen Arztberichte und Gutachten der UVG-Versicherer 
(RKUV 2001 KV 189 S. 492 E. 5b). 

3.5 Die Beschwerdegegnerin vertritt im angefochtenen Einspracheent-
scheid vom 16. Dezember 2019 (act. II A34) sowie in der Beschwerdeant-
wort vom 31. März 2020 die Auffassung, dass die Meniskusschädigung 
vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sei, wobei sie 
sich in medizinischer Hinsicht massgeblich auf die Aktenbeurteilungen ih-
res beratenden Arztes Dr. med. D.________ vom 12. Dezember 2019 (act. 
IIA M16) und vom 15. März 2020 (act. IIA M17) stützt. Diese erfüllen die 
von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines me-
dizinischen Berichts gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor) und 
überzeugen. Dr. med. D.________ lagen die gesamten Akten des Unfall-
versicherers vor. Er konnte sich mithin gestützt auf die Akten ein vollständi-
ges Bild verschaffen. Des Weiteren hat er sich mit den bildgebend darge-
stellten Befunden (act. IIA M7, M8, M10) sowie den übrigen Berichten ein-
gehend auseinandergesetzt und einleuchtend und schlüssig ausgeführt, 
dass eine komplexe Meniskusschädigung, wie sie im MRI vom 5. Dezem-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Aug. 2020, UV/20/104, Seite 15

ber 2018 (act. IIA M7) und bei späteren Beurteilungen einhellig genannt 
wurde, für chronische und degenerative Meniskusschädigungen charakte-
ristisch sei (act. IIA M16 S. 10). Eine derartige Rissform könne unmöglich 
durch eine monodirektionale Krafteinwirkung entstehen (act. IIA M17 S. 3). 
Zudem hat Dr. med. D.________ schlüssig dargelegt, dass am linken Knie 
nebst einem operationsbedingten Vorzustand (VKB-Ersatz), eine Bakerzys-
te und eine Varusgonarthrose festgestellt wurden (act. IIA M16 S. 8 ff.). 
Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer (gemäss Anamneseerhe-
bung vom 3. Dezember 2018) bereits vor dem geltend gemachten Trauma 
intermittierende, kurzzeitige Knieschmerzen gehabt habe (act. IIA M1), ist 
gemäss Dr. med. D.________ kennzeichnend für eine degenerative Menis-
kusschädigung (act. IIA M16). In diesem Zusammenhang erweist sich die 
Angabe des Beschwerdeführers gegenüber Prof. Dr. med. E.________, er 
sei bis zum Unfall absolut beschwerdefrei gewesen (act. IIA M14), im Lich-
te seiner Angaben gegenüber den Ärzten des Spitals F.________ (vgl. E. 
3.1.1 und 3.1.2 hiervor) als unzutreffend. Bei seiner Beurteilung stützte sich 
Dr. med. D.________ nicht nur auf die medizinische Literatur, gemäss wel-
cher zur Plausibilisierung eines traumatischen Mensikusrisses die korre-
spondierenden Begleitverletzungen am Innenband und am Knochen (ge-
lenknaher Bone Bruise) nachgewiesen werden müssten, sondern er legte 
auch dar, dass dies beim Beschwerdeführer nicht der Fall ist (act. IIA M16 
S. 8 f.). Diese Darlegung überzeugt. Des Weiteren hat sich der beratende 
Arzt in einleuchtender Weise mit der divergierenden Einschätzung des 
Prof. Dr. med. E.________ auseinandergesetzt, der – aufgrund der unzu-
treffenden bzw. überwiegend nicht wahrscheinlichen Angaben des Be-
schwerdeführers (vgl. dazu E. 3.1.1 f. und 3.2 hiervor) – von einer zumin-
dest teilweisen Traumatisierung eines vorgeschädigten Meniskus ausgeht 
und daraus auf die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin schliesst (act. 
I 10 S. 2). Die diesbezügliche Darlegung des beratenden Arztes, eine Teil-
ursache wäre dann zu diskutieren, wenn an der betroffenen Struktur 
tatsächlich eine frische Verletzungsfolge plausibel gemacht werden könnte, 
wobei die Analyse sämtlicher Kriterien aber kongruent nicht darauf hinwei-
se, ist demgegenüber nachvollziehbar und schlüssig (act. IIA M17 S. 3). 
Dasselbe trifft auf seine Beurteilung zu, zum Zeitpunkt der Operation mehr 
als ein Jahr nach Beschwerdebeginn sei es nicht mehr möglich, zwischen 
alten und frischen Veränderungen zu unterscheiden (act. IIA M17 S. 4). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Aug. 2020, UV/20/104, Seite 16

Weder die Beurteilung von Prof. Dr. med. E.________ noch diejenige von 
Dr. med. G.________ (act. IIA M15), der als Allgemeinmediziner die 
fachärztlichen Feststellungen von Dr. med. D.________ so oder anders 
grundsätzlich nicht zu entkräften vermag, vermögen auch nur geringe Zwei-
fel am schlüssigen Aktengutachten von Dr. med. D.________ zu wecken. 
Mithin ist gestützt auf die beweiskräftige Beurteilung des Dr. med. 
D.________ erstellt, dass die Komplexläsion des medialen Meniskushin-
terhorns links überwiegend wahrscheinlich auf Abnützung oder Erkrankung 
zurückzuführen ist, womit die Beschwerdegegnerin den Entlastungsbeweis 
erbracht hat.

3.6 Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid 
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

4.

4.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht weder für den unter-
liegenden Beschwerdeführer (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG) 
noch für die obsiegende Beschwerdegegnerin (Art. 104 Abs. 4 i.V.m. Art. 2 
Abs. 1 lit. c VRPG sowie BGE 126 V 143 E. 4a S. 150) Anspruch auf eine 
Parteientschädigung. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Aug. 2020, UV/20/104, Seite 17

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- AXA Versicherungen AG, Generaldirektion  
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.