# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1d4ee61e-e496-5a3c-9325-3fef56184e4c
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 21.03.2024 3-RV.2023.88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2023-88_2024-03-21.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2023.88       
P 51 
 

 

 

 

Urteil vom 21. März 2024 
 
 

 
 

Besetzung  Präsident Fischer  

Richterin Sramek  

Richter Biondo  

Gerichtsschreiber Lenarcic          

 

 
 

   

Rekurrent 1  A._____  

 

Rekurrentin 2  B._____  

   

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid der Steuerkommission Q._____ 

vom 13. Juni 2023 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2021 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 23. Januar 2023 wurden A._____ und B._____ von der 

Steuerkommission Q._____ für das Jahr 2021 zu einem steuerbaren 

Einkommen von CHF 114'700.00 (satzbestimmendes Einkommen 

CHF 118'400.00) und zu einem steuerbaren Vermögen von 

CHF 1'447'000.00 (satzbestimmendes Vermögen CHF 1'553'000.00) ver-

anlagt. In Abweichung von der Selbstdeklaration wurden anstelle der für 

die Liegenschaft an der R-Strasse 34 A in Q._____ deklarierten 

Unterhaltskosten von CHF 46'045.00 lediglich CHF 3'700.00 zum Abzug 

zugelassen. 

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 23. Januar 2023 haben A._____ und B._____ 

mit Schreiben vom 17. Februar 2023 Einsprache erhoben und das folgende 

Begehren gestellt: 

 

"Die Aufrechnung Sanierung Gartenanlage von Fr. 42'345.00 ist nach wie vor 

zu streichen." 

 

3. 

Mit Entscheid vom 13. Juni 2023 wies die Steuerkommission Q._____ die 

Einsprache ab. 

 

4. 

Den Einspracheentscheid vom 13. Juni 2023 (Zustellung am 14. Juni 2023) 

haben A._____ und B._____ mit rechtzeitigem Rekurs vom 7. Juli 2023 

(Postaufgabe am 10. Juli 2023) an das Spezialverwaltungsgericht, Abtei-

lung Steuern, weitergezogen. Sie stellen den folgenden Antrag: 

 

"Der Einsprache-Entscheid vom 13. Juni 2023 von der Steuerkommission be-

treffend unseres Begehrens gemäss unserer Einsprache vom 17. Februar 

2023, Steuerveranlagung 2021, ist zu annullieren. Wir verlangen eine Neube-

urteilung unserer Situation vor Ort." 

 

Auf die Begründung wird, soweit für die Entscheidung erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen. 

 

5. 

Die Steuerkommission Q._____ beantragt die teilweise Gutheissung des 

Rekurses, sofern dem Rekurs stattgegeben werden kann. Das Kantonale 

Steueramt beantragt die Abweisung des Rekurses, eventualiter seien Lie-

genschaftsunterhaltskosten für den Gartenunterhalt in der Höhe von 

CHF 4'000.00 zum Abzug zuzulassen. 

 - 3 - 

 

 

6. 

A._____ und B._____ haben eine Replik erstattet. 

 

 

 

  

 - 4 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2021. 

Massgebend für die Beurteilung sind das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG) und die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September 

2000 (StGV). 

 

2. 

2.1. 

Die Rekurrenten deklarierten in der Steuererklärung 2021 Unterhaltskosten 

von CHF 42'345.00 für die "Sanierung Gartenanlage" (vgl. Rechnung der 

D._____, T._____, vom tt.mm.2021). 

 

2.2. 

2.2.1. 

Die Steuerkommission Q._____ verlangte von den Rekurrenten im Veran-

lagungsverfahren betreffend die Rechnung der D._____ AG die folgenden 

Unterlagen und Angaben (Schreiben vom 3. August 2022): 

 

" -  Fotos vorher-nachher 

- Detaillierte Gesamtrechnung (falls nicht erhalten, reichen Sie bitte die de-

taillierte Offerte ein) 

- Sämtliche Belastungsanzeigen 

- Bitte notieren Sie was erstmalig erstellt wurde resp. aus welchen Materia-

lien der ersetzte Teil vorher war."  

 

2.2.2. 

In der Folge unterbreitete die Steuerkommission Q._____ den Rekurrenten 

aufgrund der eingereichten Rechnung und den Fotos mit Schreiben vom 

19. September 2022 einen "Veranlagungs-Vorschlag".  

 

2.3. 

Die Rekurrenten nahmen dazu in einem als "Einsprache" betitelten Schrei-

ben vom 11. Oktober 2022 wie folgt Stellung: 

 

"Wie wir in der Steuererklärung auch deklariert haben, handelt es sich bei dem 

Garten um eine Gartensanierung. Deshalb sind wir nicht einverstanden, dass 

Sie uns den ganzen Betrag von Fr. 42'345.00 dieser Gartenanlagekosten auf-

rechnen. Beim Garten musste die Böschung gesichert werden. Gleichzeitig 

mussten diverse Sanierungsarbeiten vorgenommen werden, da durch das Rut-

schen der Böschung diverse Schäden entstanden sind. Einzig der Whirlpool 

entspricht einem Mehrwert, dieser wurde daher auch nicht dem Aufwand belas-

tet. Alles andere entspricht einer reinen Sanierung."  

 

 

 - 5 - 

 

 

2.4. 

Mit Verfügung vom 23. Januar 2023 wurden A._____ und B._____ von der 

Steuerkommission Q._____ für das Jahr 2021 zu einem steuerbaren 

Einkommen von CHF 114'700.00 (satzbestimmendes Einkommen 

CHF 118'400.00) und zu einem steuerbaren Vermögen von 

CHF 1'447'000.00 (satzbestimmendes Vermögen CHF 1'553'000.00) ver-

anlagt. Die Kosten von CHF 42'345.00 für die "Sanierung Gartenanlage" 

wurden als "Investitionskosten" beurteilt und nicht zum Abzug zugelassen. 

Dazu wurde in der "Abweichungsbegründung 2021" das Folgende ausge-

führt: 

 

"Aus den eingereichten Unterlagen (Rechnung und Fotos) geht hervor, dass es 

sich um eine grundlegende Neugestaltung der Gartenanlage handelt. Unter an-

derem wurde eine Terrainveränderung vorgenommen, eine Böschungssiche-

rung und -gestaltung erstellt, zusätzlich ein neuer Whirlpool mit einer Holz- und 

Splittfläche, Rasenkantensteine sowie eine Hartfläche angefertigt. Das Merk-

blatt Liegenschaftsunterhaltkosten sieht für diese Punkte keinen abzugsfähigen 

Betrag vor. Aus diesem Grund wurde der Betrag nicht zum Abzug zugelassen." 

 

Die Steuerkommission Q._____ hat den im Veranlagungsvorschlag ge-

währten pauschalen Abzug von CHF 2'000.00 für "Anteil Sanierung Rasen-

fläche" nicht mehr gewährt. 

 

2.5. 

In der Einsprache vom 17. Februar 2023 führen die Rekurrenten das Fol-

gende aus:  

 

"Wie wir in der Steuererklärung auch deklariert haben, handelt es sich bei dem 

Garten wirklich um eine Gartensanierung. Einzig die Kosten des Whirlpool sind 

ein Mehrwert den wir auch nicht in Abzug gebracht haben. Gerne laden wir Sie 

ein für eine Besichtigung dieser Sanierungsarbeiten damit wir diese Angelegen-

heit vor Ort besichtigen können [….]." 

 

2.6. 

Die Abweisung der Einsprache begründet die Steuerkommission Q._____ 

wie folgt (Einspracheentscheid, S. 2): 

 

"In der Einsprache halten die Steuerpflichtigen am Begehren fest. Sie begrün-

den ihren Antrag mit der Aussage 'dass es sich bei dem Garten wirklich um eine 

Gartensanierung handelt'. Einen Nachweis für diese Aussage bleiben die Ein-

sprecher auch im Einspracheverfahren schuldig. Es ist an ihnen, ihren Aussa-

gen mittels Beweismaterial das notwendige Gewicht zu verschaffen. Die blosse 

Behauptung eines abzugsfähigen Charakters einer Auslage reicht nicht als 

Nachweis für den Abzug von Liegenschaftsunterhalt." 

 

 

 

 

 - 6 - 

 

 

3. 

3.1. 

Bei Liegenschaften im Privatvermögen können die Unterhaltskosten, die 

Kosten der Instandstellung von neu erworbenen Liegenschaften, die Versi-

cherungsprämien und die Kosten der Verwaltung durch Dritte abgezogen 

werden (§ 39 Abs. 2 Satz 1 StG). Als Kosten für den Unterhalt von Liegen-

schaften gelten bloss die werterhaltenden Aufwendungen (§ 24 Abs. 1 

StGV). Den Unterhaltskosten gleichgestellt sind Investitionen, die dem 

Energiesparen und dem Umweltschutz dienen, soweit sie bei der direkten 

Bundessteuer abziehbar sind, sowie die Rückbaukosten im Hinblick auf 

den Ersatzneubau (§ 39 Abs. 2 Satz 2 StG).  

 

Nicht abziehbar sind die Aufwendungen für die Anschaffung, Herstellung 

oder Wertvermehrung von Vermögensgegenständen (§ 40 Abs. 1 lit. d 

StG). 

 

3.2. 

Beim Abzug für Unterhaltskosten handelt es sich um einen Abzug für Ge-

winnungskosten. Gewinnungskosten setzen ein steuerbares Einkommen 

voraus. Die Unterhaltskosten müssen in wirtschaftlicher und zeitlicher Hin-

sicht einen direkten und unmittelbaren Zusammenhang mit der Einkom-

menserzielung aufweisen. Bei selbstgenutzten Liegenschaften sind nur 

diejenigen Unterhaltskosten abzugsfähig, die mit dem (steuerbaren) Eigen-

mietwert unmittelbar verbunden sind. Den Unterhaltskosten muss somit ein 

gegenwärtiger oder vergangener Ertrag aus unbeweglichem Vermögen ge-

genüberstehen. Steht den erstmaligen Kosten dagegen ein künftiger Ertrag 

gegenüber, handelt es sich um Anlagekosten. 

 

3.3. 

Von den Unterhaltskosten zu unterscheiden sind Aufwendungen, welche 

zur Wertvermehrung eines Grundstücks führen. Während Unterhaltskosten 

der Erhaltung bereits vorhandener Werte dienen, werden mit den wertver-

mehrenden Aufwendungen zusätzlich neue Werte geschaffen. Die Abgren-

zung zwischen Werterhaltung und Wertvermehrung erfolgt nach objektiv-

technischen Kriterien. Vergleichsmassstab bildet dabei nicht der Wert des 

Grundstücks insgesamt, sondern derjenige der konkret instand gehaltenen 

oder ersetzten Installation. 

 

Abzugsfähig sind jene Aufwendungen, die dazu dienen, den konkreten Nut-

zungswert eines Wirtschaftsgutes in einer Liegenschaft zu erhalten, instand 

zu stellen oder ihn zu ersetzen. Alle Aufwendungen, welche ein Grundstück 

in einen besseren Zustand versetzen, haben wertvermehrenden Charakter. 

Massgebend ist dabei aufgrund einer funktionalen Betrachtungsweise, ob 

das Grundstück durch die Massnahme eine qualitative Verbesserung und 

damit eine Wertsteigerung erfahren hat, sei es durch die erstmalige Schaf-

 - 7 - 

 

 

fung von Werten oder z.B. durch Aufwendungen für Ersatzbauten (Bundes-

gerichtsurteil vom 24. Oktober 2017 = StE 2018 B 25.6 Nr. 73) 

 

4. 

4.1. 

Es geht im vorliegenden Verfahren um die Frage der Abzugsfähigkeit der 

Rechnung der D._____ AG, T._____, vom tt.mm.2021 betreffend 

"Gartenumgestaltung" von netto CHF 42'344.85 (vgl. handschriftliche Notiz 

der Rekurrenten auf der Rechnung). Diese Rechnung umfasst auf 19 Sei-

ten insgesamt ca. 70 Aufwandpositionen. Diese betreffen die folgenden 

"Kategorien" (S. 18 der Rechnung): 

 

Gärtnerarbeiten CHF 6'525.15 

Grünflächen CHF 1'667.75 

Hartflächen CHF 15'347.95 

Fundamente, Mauern, Treppen CHF 10'550.60 

Ausstattungen CHF 200.00 

Begrünung CHF 6'210.50 

Zusatzarbeiten CHF 1'070.00 

 

4.2. 

Die Rekurrenten haben im vorinstanzlichen Verfahren vier Fotos einge-

reicht. Zwei zeigen den Zustand eines Teils des Gartens vor der Sanierung, 

zwei den jeweils gleichen Teil des Gartens nach der Sanierung. Aus den 

beiden Fotos, welchen den Teil des Gartens mit der Treppe neben dem 

Haus dokumentieren, ist ersichtlich, dass ein Strauch in der Rasenfläche 

entfernt und der Rasen komplett erneuert wurde. Ausserdem wurden neue 

Einfriedungen aus Steinen erstellt. Aus den beiden anderen Fotos geht her-

vor, dass die bestehende Rasenfläche zum Teil mit Kies bedeckt und neu 

bepflanzt wurde und zum Teil durch einen Holzrost mit einem darauf plat-

zierten Whirlpool ersetzt wurde. Auf der restlichen Fläche wurde der Rasen 

komplett erneuert. Ausserdem ist erkennbar, dass die Fläche aufgefüllt und 

eine Hangsicherung erstellt wurde und die aufgefüllte Fläche mit neuen 

Pflanzen versehen wurde. 

 

4.3. 

Die Steuerkommission Q._____ betrachtet die ausgeführten Arbeiten als 

grundlegende Neugestaltung und damit als nicht abzugsfähige Investition 

(vgl. "Abweichungsbegründung" und Vernehmlassung vom 18. September 

2023). Sie hat daher, entgegen dem Veranlagungsvorschlag, betreffend 

die Rechnung der D._____ AG keine Kosten zum Abzug zugelassen. 

 

4.4. 

Gemäss der Rechtsprechung des Spezialverwaltungsgerichts wird bei ei-

ner umfassenden Gartensanierung keine Gesamtbetrachtung vorgenom-

men, sondern es kommt, wie bei Liegenschaftsunterhalt üblich, die Einzel-

 - 8 - 

 

 

betrachtung zur Anwendung (vgl. SGE vom 21. August 2014                           

[3-RV.2014.63]). Diese Rechtsprechung gilt umso mehr, als das 

Bundesgericht die Gesamtbetrachtung, welche unter bestimmten 

Voraussetzungen auch bei Gartenanlagen angewendet wurde  (vgl. Bun-

desgerichtsurteil vom 29. November 2021 [2C_582/2021]), kürzlich aufge-

geben hat (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 6. Juni 2023 [9C_161/2023] mit 

Hinweis auf das Urteil vom 23. Februar 2023 [9C_677/2021]). Nach dem 

Willen des Gesetzgebers ist für alle Arbeiten an einer Liegenschaft indivi-

duell aufgrund ihres objektiv-technischen Charakters abzuklären, ob sie 

dazu dienen, einen früheren Zustand der Liegenschaft wiederherzustellen, 

mithin werterhaltend wirken. Kann dies nicht festgestellt werden, ist im Be-

reich der Einkommenssteuer gemäss der Normentheorie zulasten der steu-

erpflichtigen Person davon auszugehen, dass die Kosten der Instandstel-

lung dienen und folglich nicht abgezogen werden können (SGE vom 

21. Dezember 2023 [3-RV.2022.96]). 

 

5. 

5.1. 

Die Steuerkommission Q._____ nimmt zu den im Rekursverfahren von den 

Rekurrenten zusätzlich eingereichten Fotos wie folgt Stellung (vgl. Ver-

nehmlassung vom 18. September 2023, S. 2 f.): 

 

"Bilder 1 

(Bilder erstmals) Sofern im Rekursverfahren einen abziehbaren Liegenschafts-

unterhalt erkannt werden sollte, ist er im Bereich der hausnahen Rasenfläche 

anzusiedeln. Hier wurde eine bestehende Rasenfläche durch die Aussaat von 

Rasensamen gleichwertig ersetzt. Die Steuerkommission hat in einer ersten 

Stellungnahme, siehe Veranlagungsvorschlag, CHF 2'000 dafür als Abzug an-

erkannt. Sie erachtet auch im Rekursverfahren einen Abzug in dieser Grössen-

ordnung als angemessen, sofern nicht der These der gänzlichen Neugestaltung 

ohne Abzug von Liegenschaftsunterhalt, der Vorrang eingeräumt wird. Der Hin-

weis auf die Einbringung von deutlich preiswerterem Rasensamen an Stelle von 

Rollrasen folgert sich aus den in der Antwort auf die erste Aktenergänzung ein-

gereichten Bildern. In der Einstellung nachher weisen der Randabschluss und 

die für die Aussaat vorbereitete Fläche, praktisch keinen Höhenunterschied auf, 

was für die Aussaat von Rasensamen spricht. Siehe dazu auch Rechnung 

D._____ AG, Seite 17. 

 

Bilder 2 

Auf die beiden Bilder wurde bereits eingangs unter 'Antwort 1. Aktenergänzung' 

eingegangen ['Die Ansicht der Talseite vorher zeigt eine ebene Fläche mit 

Übergang zu einer natürlich verlaufenden Böschung. Die Bewachsung zeigt 

Rasen, eine Hangsicherung ist nicht erkennbar. Das Bild nachher zeigt den 

Einbau einer Kiesfläche, einer Holzdiele mit Pool, die obere Kante einer Hang-

mauer und den Abschluss mittels Rabatte mit Sträuchern. Ein Terraingewinn in 

Form der Ausweitung der ebenen Fläche lässt sich nicht eindeutig erkennen. 

Die bisher vorhandenen Verbundsteine dem Haus entlang wurden nicht ange-

tastet.'] 

 - 9 - 

 

 

Bilder 3 

(Bilder erstmals) Der hier gezeigte Rasenersatz wird erstmals dokumentiert. 

Hingegen lassen die Bilder offen, wie weit die neue Situation dem bisherigen 

Geländeverlauf entspricht. Die Steuerkommission tendiert auf einen moderaten 

Abzug von CHF 2'000 im Rekursverfahren mit Hinweis auf die nachfolgenden 

Luftaufnahmen. 

 

Bilder 4 

(Bilder erstmals) Der bestehende Gehweg hat keine Veränderung erfahren. 

Verändert hat sich die talseitig gelegene Landschaft. Die Steuerkommission 

stuft die Veränderung der Landschaft als Neugestaltung ein. Weder die Be-

pflanzung noch die Kiesoberfläche waren bisher vorhanden. Die Frage nach 

dem neuen Verlauf der Böschung kann auch mit diesen beiden Fotos nicht klä-

rend beantwortet werden. 

 

Bilder 5 

(Bilder erstmals) Der Rückbau des Gartenhauses (fehlend auf dem Bild 'vor 

Sanierung' aber auf dem Bild 4 noch erkennbar) ist unbeachtlich, da sich dieses 

auf der Nachbarparzelle, ebenfalls im Besitz der Rekurrenten, befunden hat. 

Siehe dazu Luftbilder AGIS der Jahre 2018, 2021 und 2022. Die Rabatte auf 

dem Bild 'nach Sanierung' rechts vom Weg, war so bisher nicht vorhanden. 

 

Bilder 6 

(Bilder erstmals) Die bisher vorhandene Böschung ist einer Stützmauer gewi-

chen. Der Verlauf der bisherigen und der neuen Rasenfläche ist nicht vergleich-

bar. 

 

Zur Gegenüberstellung des Terraingewinnes an ebener und neu aufgeschütte-

ten Fläche wird auf die Luftbilder AGIS 2018, 2021 und 2022 verwiesen. Deut-

lich erkennbar ist der geänderte Böschungsverlauf, der durch die neu erstellte 

Oberkante der Winkelelemente sichtbar wird. Liegenschaftsunterhalt ist aus 

Sicht der Steuerkommission nur auf bisher gewachsenem Terrain möglich." 

 

Zusammenfassend beantragt die Steuerkommission Q._____, es sei auf-

grund der von den Rekurrenten im Rekursverfahren neu eingereichten Fo-

tos für den Fall, dass entgegen ihrer Auffassung keine Gesamtbetrachtung 

vorzunehmen ist, der abzugsfähige Liegenschaftsunterhalt auf den Bereich 

der ersetzten (ebenen) Rasenfläche und CHF 4'000.00 zu begrenzen. 

 

5.2. 

Bei diesen Ausführungen handelt es sich um eine "nachgeschobene" Be-

gründung, falls sich die von der Steuerkommission Q._____ vorgenom-

mene Gesamtbetrachtung der Gartensanierung als nicht rechtmässig er-

weist. 

 

5.3. 

Steuerpflichtige, welche anstelle der Liegenschaftsunterhaltspauschale die 

effektiven Kosten abziehen wollen, haben ein Anrecht darauf, dass sich die 

Steuerbehörden mit den geltend gemachten Aufwendungen auseinander-

 - 10 - 

 

 

setzen. Bei einer Einzelbetrachtung sind alle Aufwandpositionen auf ihre 

Abzugsfähigkeit zu prüfen (SGE vom 21. August 2014 [3-RV.2014.63]). Bei 

Kürzung oder Streichung einzelner Positionen haben die Steuerbehörden 

ihre Auffassung im Einspracheverfahren ausserdem zu begründen (SGE 

vom 21. Januar 2021 [3-RV.2020.60]).  

 

5.4. 

Die Steuerkommission Q._____ hat aufgrund der von ihr angewandten Ge-

samtbetrachtung weder im Veranlagungs- noch im Einspracheverfahren 

eine positionsweise Prüfung der Rechnung der D._____ AG vorge-

nommen. Auch die Ausführungen in der Vernehmlassung vom 18. Septem-

ber 2023 stellen keine umfassende Prüfung dar. Es kommt hinzu, dass eine 

solche nicht vernehmlassungsweise im Rekursverfahren "nachgeschoben" 

werden kann, weil dies zu einer Verkürzung des Instanzenzuges führen 

würde. Ausserdem besteht vorliegend kein Raum für eine ermessensweise 

pauschale Festsetzung (von maximal CHF 4'000.00) der abzugsfähigen 

Kosten für den Ersatz des Rasens (vgl. ZStP 2019 Nr. 20). Die Rekurrenten 

haben ein Recht auf die Beurteilung aller Ausgabenpositionen der Rech-

nung der D._____ AG durch die Steuerkommission Q._____ in einem 

Einspracheentscheid, damit sie sich über die Tragweite des Entscheides 

Rechenschaft ablegen und entscheiden können, ob sie die Angelegenheit 

mit Rekurs an das Spezialverwaltungsgericht weiterziehen wollen und ge-

gebenfalls gegen welche nicht zum Abzug zugelassenen Aufwandpositio-

nen sie sich zur Wehr setzen wollen. 

 

5.5. 

Der ständigen Rechtsprechung des Spezialverwaltungsgerichts betreffend 

"nachgeschobene" Begründung entsprechend ist somit der Einspracheent-

scheid vom 13. Juni 2023 aufzuheben und die Angelegenheit zur Fällung 

eines neuen, alle Ausgabenpositionen der Rechnung der D._____ AG 

beurteilenden und genügend begründeten Einspracheentscheides an die 

Steuerkommission Q._____ zurückzuweisen (vgl. SGE vom 21. Januar 

2021 [3-RV.2020.60]; SGE vom 22. Oktober 2020 [3-RV.2019.77]; SGE 

vom 19. Dezember 2019 [3-RV.2019.21]; SGE vom 21. Dezember 2017  

[3-RV.2016.187]).  

 

6. 

6.1. 

Bei diesem Verfahrensausgang wird der mit dem Rekurs gestellte Antrag 

auf "eine Neubeurteilung unserer Situation vor Ort" durch das Spezialver-

waltungsgericht hinfällig. 

 

6.2. 

6.2.1. 

Bereits in der Einsprache vom 17. Februar 2023 führten die Rekurrenten 

das Folgende aus: 

 - 11 - 

 

 

 

"Gerne laden wir Sie ein für eine Besichtigung dieser Sanierungsarbeiten damit 

wir diese Angelegenheit vor Ort bereinigen können." 

 

6.2.2. 

Ein Antrag auf Durchführung eines Augenscheins kann abgewiesen wer-

den, wenn der rechtserhebliche Sachverhalt bereits aufgrund der Akten er-

stellt ist (VGE vom 3. Oktober 2017 [WBE.2017.117]). Es kommt hinzu, 

dass mit der in der Einsprache enthaltenen Einladung für eine Besichtigung 

vor Ort kein konkreter Antrag auf Durchführung eines Augenscheins 

gestellt wurde (analog SGE vom 17. Dezember 2020 [3-RV.2018.111]). 

Ausserdem kann anlässlich eines Augenscheins nur der aktuelle Zustand 

des Gartens festgestellt werden, nicht aber derjenige vor der Sanierung 

(vgl. SGE vom 23. Mai 2013 [3-RV.2012.238]).  

 

Es stand daher im Ermessen der Steuerkommission Q._____, auf einen 

Augenschein zu verzichten. 

 

7. 

7.1. 

Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Rekursverfahrens auf 

die Staatskasse zu nehmen (§ 189 Abs. 1 StG). Der Umstand, dass die 

Rekurrenten erst im Rekursverfahren zusätzliche, aufschlussreiche Fotos 

eingereicht haben, vermag daran nichts zu ändern (vgl. § 189 Abs. 3 StG), 

weil deren Einreichung schon im vorinstanzlichen Verfahren nichts daran 

geändert hätte, dass die Steuerkommission Q._____ an ihrer Gesamtbe-

trachtung festgehalten und für die Rechnung der D._____ AG keinen 

Abzug gewährt hätte (analog RGE vom 22.  Dezember 2011 [3-

RV.2011.11]). 

 

7.2. 

Den nicht vertretenen Rekurrenten ist keine Parteikostenentschädigung 

auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG). 

 

 

 

  

 - 12 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

Der Einspracheentscheid vom 13. Juni 2023 wird aufgehoben und die An-

gelegenheit zur Fällung eines neuen Einspracheentscheides im Sinne der 

Erwägungen an die Steuerkommission Q._____ zurückgewiesen. 

 

2. 

Die Kosten des Rekursverfahrens trägt der Staat. 

 

3. 

Es wird keine Parteikostenentschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Rekurrenten 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt Q._____ 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Obere Vorstadt 37, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

 

  

 - 13 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 21. März 2024 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Fischer Lenarcic