# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ab73780f-3616-57da-9c03-2ec659ee3087
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-07-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 09.07.2014 SB140138
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140138_2014-07-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB140138-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic.iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic.iur. Wasser-

Keller und Ersatzoberrichter lic.iur. Ernst sowie der 

Gerichtsschreiber lic.iur. Hafner 

 

Urteil vom 9. Juli 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend versuchte schwere Körperverletzung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 
24. Februar 2014 (DG130319) 

 

-   2   - 

Antrag: 

Der Antrag der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 27. September 

2013 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 17). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._____ den objektiven 

Tatbestand der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 

122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB erfüllt hat.  

2. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte für die festgestellte Straftat im 

Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB schuldunfähig und nicht strafbar ist.  

3. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von 

Art. 59 Abs. 1 und Abs. 3 StGB (Behandlung von psychischen Störungen in 

einer geschlossenen Einrichtung) angeordnet.  

4. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

23. September 2013 beschlagnahmte Klappmesser (SK ...) wird eingezogen 

und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

5. Der amtliche Verteidiger RA lic. iur. X1._____ wird mit Fr. 9'079.95 (inkl. 

Mehrwertsteuer) entschädigt. 

6. Die Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 5'000.–   Gebühr für das Vorverfahren, 

Fr. 18'244.90   Auslagen Untersuchung, 

Fr.  12'760.75   amtliche Verteidigung (RA lic. iur. X2._____) 

Fr. 9'079.95   amtliche Verteidigung (RA lic. iur. X1._____) 

7. Die Kosten der Untersuchung und die Kosten der amtlichen Verteidigung 

werden auf die Gerichtskasse genommen. 

 

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Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten 

(Prot. II S. 24) 

Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen. 

Es sei keine Massnahme anzuordnen. 

Die Kosten des Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:  

(Prot. II S. 26) 

Abweisung der Berufung und Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

 

__________________________________ 

 

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Erwägungen: 

I.  Prozessgeschichte und Prozessuales 

1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 24. Februar 2014, 

wurde festgestellt, dass der Beschuldigte A._____ den objektiven Tatbestand der 

versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. StGB erfüllt hat. Es wurde sodann festgestellt, dass 

der Beschuldigte für die festgestellte Straftat im Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB 

schuldunfähig und nicht strafbar ist. Sodann wurde eine stationäre therapeutische 

Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 und Abs. 3 StGB (Behandlung von 

psychischen Störungen in einer geschlossenen Einrichtung) angeordnet und das 

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 23. September 

2013 beschlagnahmte Klappmesser (SK ...) eingezogen und der Lagerbehörde 

zur Vernichtung überlassen (Urk. 47 S. 27 f.).  

Das vorinstanzliche Urteil wurde dem Beschuldigten, der Staatsanwaltschaft und 

dem Privatkläger B._____ anlässlich der Hauptverhandlung vom 24. Februar 

2014 mündlich eröffnet und im Dispositiv übergeben (Prot. I S. 18 ff.). Der 

Beschuldigte meldete vor Schranken Berufung an (Prot. I S. 20). Das begründete 

Urteil wurde dem Beschuldigten am 17. März 2014 (Urk. 46/2) zugesandt.  

Mit Eingabe vom 3. April 2014 reichte nach einem Verteidigerwechsel der neue 

amtliche Verteidiger des Beschuldigten fristgerecht die Berufungserklärung ein 

(Urk. 60). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf Anschlussberufung und 

beantragte Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 63). Der Privatkläger 

liess sich innert Frist nicht vernehmen.  

2. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung (Art. 402 

StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in Rechtskraft 

(Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. Auflage 2013, Art. 402 N 1; Art. 437 StPO). 

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Der Beschuldigte beantragte in seiner Berufungserklärung einen vollumfänglichen 

Freispruch und damit eine Abänderung der Dispositivziffern 1 (Feststellung der 

objektiven Erfüllung des Tatbestandes), 2 (Feststellung der Schuldunfähigkeit) 

und 3 (Anordnung einer stationären Massnahme) des vorinstanzlichen Urteils 

vom 24. Februar 2014. Dispositivziffer 4 (Beschlagnahmung und Vernichtung 

Klappmesser) wurde nicht ausdrücklich erwähnt. Da das Urteil vollumfänglich 

angefochten wird, ist auch dieser Punkt angefochten. Das Kostendispositiv (Ziffer 

6 und 7) ist nicht angefochten. Damit ist festzustellen, dass das Urteil des 

Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 24. Februar 2014 einzig bezüglich der 

Dispositivziffer 6 und 7 (Kostenaufstellung und -auflage) in Rechtskraft erwachsen 

ist. 

3. Beweisanträge wurden keine gestellt. 

4. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung liessen die Parteien die 

eingangs erwähnten Anträge stellen. 

II.  Sachverhalt 

1. Dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Anordnung einer Massnahme für eine 

schuldunfähige Person liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Am 21. März 2013, 

ca. 10.30 Uhr näherte sich A._____ (Beschuldigter) vor dem Restaurant 

"C._____" am …platz in Zürich-… dem dort an einem Tischchen sitzenden 

B._____ (Privatkläger), den er als Nachbarn kannte. Er habe vom Privatkläger 

(ohne Grund) eine Zahlung von Fr. 20'000.– verlangt. Dieser sei aufgestanden 

und habe den Beschuldigten zum Weggehen aufgefordert. Daraufhin habe der 

Beschuldigte unvermittelt mit einem mitgeführten Klappmesser (Klingenlänge ca. 

7 cm) den Privatkläger in den Bauch gestochen, wodurch dieser unterhalb des 

Bauchnabels eine ca. 5 cm tiefe Stichverletzung erlitt. Diese Schnittverletzung 

war nicht lebensgefährlich, doch hätte bei einem etwas anderen Verlauf des 

Stichkanals eine schwere oder gar tödliche Verletzung resultieren können (Urk. 

17).  

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2. Der Beschuldigte gestand in der Untersuchung, vor Vorinstanz und auch 

anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung, sich dem Privatkläger am 21. 

März 2013 mit einem geöffneten Messer in der Hand genähert zu haben und dass 

dieser von diesem Messer verletzt wurde. Er bestreitet aber, den Geschädigten in 

den Bauch gestochen zu haben, und macht geltend, der Privatkläger habe ihn 

weggestossen bzw. sei auf ihn losgegangen und sei dabei ins offene Messer 

gelaufen. Er bestreitet sodann, vom Privatkläger (unberechtigt) die Bezahlung von 

Fr. 20'000.– verlangt zu haben. 

Insoweit der Beschuldigte den Sachverhalt bestreitet, ist nachfolgend zu prüfen, 

ob die vorliegenden Beweismittel genügen, um den Sachverhalt rechtsgenügend 

zu erstellen.  

3. Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass der Sachverhalt gemäss Antrag der 

Staatsanwaltschaft erstellt sei. Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann 

vorab auf diese zutreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen 

werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; Urk. 47 S. 6 ff.). 

4. Der eingeklagte Sachverhalt bzw. die Erkenntnisse der Vorinstanz beruhen 

insbesondere auf den Aussagen des Beschuldigten (Urk. 5/1-6), des Privatklägers 

(Urk. 6/1-2) sowie des Zeugen D._____ (Urk. 7/1-2). Weiter liegt eine 

Fotodokumentation des Tatorts, der Tatwaffe und der Verletzung des 

Privatklägers (Urk. 3) sowie ein Wahrnehmungsbericht der Stadtpolizei vor (Urk. 

4). Weitere Beweismittel sind die Gutachten des Instituts für Rechtmedizin der 

Universität Zürich betreffend die körperliche und pharmakologisch-toxikologische 

Untersuchung des Privatklägers und des Beschuldigten (Urk. 8/4-7), ebenso die 

ärztlichen Befunde des Hausarztes Dr.med. E._____ zum Beschuldigten (Urk. 

9/2) sowie des Stadtspital Triemli Zürich betreffend den Privatkläger (Urk. 9/3). Mit 

Datum vom 30. Juli 2013 wurde sodann das psychiatrische Gutachten über den 

Beschuldigten von F._____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie 

erstattet (Urk. 10/3). Zusammenfassend und teilweise ergänzend kann Folgendes 

festgehalten werden: 

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4.1. Was die Verwertbarkeit der Aussagen betrifft, so hat die Vorinstanz die 

Aussagen der polizeilich befragten Auskunftspersonen G._____, H._____ und 

I._____ (Urk. 7/3-5) nicht weiter gewürdigt, da sie über den Vorfall selbst nichts 

hätten berichten können (Urk. 47 S. 7). Indessen finden sich darin Angaben zum 

Umfeld und den Beziehungen des Beschuldigten zum Privatkläger. Diese 

Aussagen sind indessen aus prozessualen Gründen (mangels Konfrontation mit 

dem Beschuldigten) nur zugunsten des Beschuldigten verwertbar.  

4.2. Betreffend die Glaubwürdigkeit der einvernommenen Personen kann auf die 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 47 S. 8 f.). Entsprechend 

der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat die Vorinstanz bei der Würdigung 

der Aussagen nicht das Gewicht auf die allgemeine Glaubwürdigkeit des 

Einvernommenen im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft, sondern 

auf die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage gelegt, welche durch methodische 

Analyse ihres Inhalts darauf überprüft wird, ob die auf ein bestimmtes Geschehen 

bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben des Aussagenden entspringen 

(BGE 133 I 33 E. 4.3). 

4.3. Der Privatkläger hat in der polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme den Sachverhalt gleichbleibend und nachvollziehbar geschildert. 

Seine Aussagen zum eigentlichen Vorfall fügen sich nahtlos in die von ihm 

aufgezeigte Vorgeschichte dieser langjährigen Bekanntschaft zum Beschuldigten. 

Er kennt den Beschuldigten, welcher im gleichen Haus unter ihm wohnt, seit 13 

Jahren. Die Begegnungen hätten sich auf Smalltalk beschränkt. Sie hätten sich 

auch ab und zu beim "C._____ Take Away" getroffen. Probleme hätten sie nie 

gehabt (Urk. 6/1 S. 2 und Urk. 6/2 S. 3). Eine Schlüsselstelle in der Schilderung 

des Privatklägers ist die Veränderung im Verhalten des Beschuldigten nach 

Durchführung der Herzoperation. Er sei nicht mehr so fröhlich und anständig 

gewesen (Urk. 6/1 S. 2 und Urk. 6/2 S. 5). Der Beschuldigte habe ca. drei 

Wochen vor dem Vorfall unter Vorhalt eines pornographischen Bildes, welches 

eine Frau und einen Mann beim Geschlechtsverkehr zeigten, behauptet, der 

Privatkläger habe hinter dem Rücken des Beschuldigten Kontakt mit dieser Frau. 

Er (der Beschuldigte) habe dieser Fr. 20'000.– gegeben, weshalb er jetzt von ihm 

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die Übernahme der Schulden verlange (Urk. 6/1 S. 2). Im Unterschied dazu führte 

der Privatkläger in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme aus, dass der 

Beschuldigte verlangt habe, er solle die Schulden übernehmen, welche er (der 

Beschuldigte) bei dieser Frau habe (Urk. 6/2 S. 5). Diese Differenz in der 

Schuldenfrage ist indessen letztlich nicht entscheidend, da in beiden Fällen der 

Beschuldigte vom Privatkläger die Übernahme der Schulden von Fr. 20'000.– 

verlangte. 

Diese Forderung stand dann auch am Anfang der Auseinandersetzung vor dem 

"C._____ Take Away". Er sei vor dem Lokal auf einem Stuhl gesessen, als der 

Beschuldigte plötzlich vor ihm gestanden sei und die Bezahlung von Fr. 20'000.– 

verlangte. Er habe ihm gesagt, dass er weggehen müsse, er (der Beschuldigte) 

sei vor ihm stehen geblieben. Er sei dann aufgestanden und da habe der 

Beschuldigte ihm sofort das Messer in den Bauch gestossen, wobei er ihn noch – 

gemäss Aussagen bei der Polizei – beschimpft haben soll (Urk. 6/1 S. 2; 6/2 S. 6). 

Es habe vorher kein Wortgefecht gegeben (Urk. 6/2 S. 6). 

4.4. Der Zeuge D._____ arbeitet im Lokal "C._____ Take Away". Er kennt beide 

Kontrahenten als Kunden. Zunächst habe er dem Privatkläger vor dem Lokal 

einen Espresso serviert und habe dann im Geschäft hinter der Theke Salat 

gerüstet, als der Beschuldigte gekommen sei. Er habe sich dem Privatkläger 

zugewandt, mit ihm gesprochen, sich aber nicht hingesetzt. Plötzlich habe er aber 

bemerkt, dass die Beiden grob miteinander umgegangen seien, als ob sie streiten 

würden. Sie hätten zwar nicht geschrien, aber er habe dies trotzdem feststellen 

können und habe dann schlichten wollen. Eigentlich habe er herausfinden wollen, 

ob die beiden überhaupt streiten würden. Als er bei den beiden angekommen sei, 

sei der Privatkläger am telefonieren gewesen und habe mit der anderen Hand den 

Bauch gehalten, der geblutet habe (Urk. 7/1 S. 2). Auf Vorhalt verneinte er 

ausdrücklich eine körperliche Auseinandersetzung (Urk. 7/1 S. 4). Beim 

Staatsanwalt bestätigte er diese Aussagen. Er hätte gesehen, wie sie sich 

aufeinander zubewegt hätten und er habe das Gefühl gehabt, als ob sie sich 

streiten würden. Er habe aber nichts gehört (Urk. 7/2 S. 4).  

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4.5. Diese Aussagen des Privatklägers und des Zeugen D._____ stützen jene des 

Beschuldigten nur teilweise. Der Beschuldigte bestätigt zwar, dass es nicht zu 

einem Gespräch gekommen sei, es habe aber keinen Streit gegeben. Er habe 

den Privatkläger gesehen und sei auf ihn zugegangen. Der Privatkläger sei in 

Panik gewesen und habe Angst gehabt (Urk. 5/4 S. 3). Er habe mit ihm sprechen 

wollen, aber der Privatkläger sei aufgestanden und habe ihn weggestossen mit 

seinen beiden Händen. Er sei etwas retour gegangen, weil er sieben Monate 

zuvor eine Bypass-Operation gehabt und nicht gewollt habe, dass ihm nochmals 

die Brust hätte aufgemacht werden müssen, was bei harten Schlägen passieren 

könne (Urk. 5/3 S. 2; 5/4 S. 3). Der Privatkläger habe ihn beim zweiten Mal, als er 

erneut versucht habe, mit ihm zu sprechen, wieder weggestossen und sei dann 

mit dem Messer verletzt worden. Der Privatkläger habe sich so gefährlich 

verhalten. Er sei auf ihn losgegangen. In dem Moment sei er mit dem Messer 

verletzt worden. Er (der Beschuldigte) habe auch Angst gehabt, er habe nicht 

gewollt, dass er ihn nochmals stosse. Im Übrigen habe er auch keine 

Geldforderung an den Privatkläger gestellt (Urk. 5/3 S. 2 f.; Urk. 5/4 S. 2). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung erklärte er, er sei mit offenem Messer auf 

den Privatkläger zugegangen, ohne ein Wort zu sagen, worauf dieser wortlos auf 

ihn losgegangen sei (Prot. II S. 19 f.).  

Aus Sicht des Beschuldigten war die Beziehung zum Privatkläger ebenfalls 

konfliktiv. Der Privatkläger wohne (an der …gasse …) oberhalb von ihm. Dessen 

Freundin sei immer vor seiner Türe und beobachte ihn, wenn er mit Prostituierten 

nach Hause komme. Dies geschehe ungefähr ein- bis zweimal pro Woche. Am 

18. März 2013 (d.h. drei Tage vor dem Vorfall) sei er auch beim Arzt gewesen 

und habe ihm seine paranoiden Verdächte mitgeteilt. Er habe immer das Gefühl, 

dass man ihn beobachte und verfolge. Er höre immer Stimmen vor der Türe oder 

wenn das Licht auf dem Balkon scheine (Urk. 5/4 S. 2). Der Privatkläger habe 

zusammen mit seiner Freundin monatelang an seiner Eingangstür gelauscht. Die 

Freundin habe vom Balkon aus mit einer Taschenlampe seine Balkontür 

beleuchtet. Insbesondere sie habe ihn terrorisiert. Weil dies auch der Privatkläger 

wisse, habe ihn dieser in Angst und Panik angegriffen. Dass der Privatkläger ein 

aggressiver Mensch sei, würden zwei der drei Personen (G._____ und H._____), 

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die dieser selbst genannt habe, beweisen. Deshalb sei er auch zu seinem 

Hausarzt und habe von seinem Seelenzustand erzählt. Sein eigenes Verhalten 

nach dem Vorfall, wie es vom Zeugen D._____ und Privatkläger geschildert 

worden sei, sei ein klarer Beweis für seine eigene Überraschung (auf das 

Vorgefallene) und das nicht vorsätzliche Handeln. Der Vorfall habe sich wegen 

der Aggressivität des Privatklägers ereignet (Urk. 29). 

Übereinstimmend mit dem Privatkläger schildert er die Übergabe des Pornobildes 

am 23. Februar 2013, wobei er den Privatkläger nach der Frau auf dem Bild 

gefragt habe bzw. ihn aufgefordert habe, im Internet nachzuschauen. Sodann 

bestätigt er auch den SMS-Verkehr in der Nacht mit dem Privatkläger (Urk. 5/4 S. 

2). Er lässt indessen die vom Privatkläger geschilderten Frauengeschichten 

bestreiten (Urk. 28 S. 2).  

4.6. Ein Abgleich dieser Aussagen führt zu folgendem Resultat: Der Beschuldigte 

fühlte sich seit Längerem vom Privatkläger und seiner Freundin verfolgt. Er 

äusserte solche Ängste auch gegenüber seinem Hausarzt. Brüche in seiner 

Darstellung der Ereignisse ergeben sich zunächst beim "Pornobild". Der 

Beschuldigte bleibt eine Erklärung schuldig, weshalb er dem Privatkläger das Bild 

einer Frau aus dem Internet beim Geschlechtsverkehr mit der Aufforderung 

übergab, dieses Bild im Internet zu suchen. Die Erklärung des Privatklägers 

demgegenüber, wonach der Beschuldigte ihn verdächtigte, dass er diese Frau 

kennen würde (wohl die Ex-Freundin des Beschuldigten ["Er sagte auch, dass 

alles, was er mit dieser Frau gesprochen habe, im Internet sei"; Urk. 6/2 S. 4]), er 

eine Beziehung zu ihr habe und aus diesem Grund die ihr vom Beschuldigten 

geschuldeten Fr. 20'000.– übernehmen solle, erscheinen hingegen plausibel.  

Nicht nachvollziehbar ist sodann, weshalb er mit einem offenen Klappmesser in 

der Hand auf den Privatkläger zugegangen ist: falls er sich - wie er ausgesagt hat 

- im Tram die Fingernägel geputzt hat, dann hätte er wohl spätestens beim 

Aussteigen das Messer zusammengeklappt; dies wäre umso mehr zu erwarten 

gewesen, als er im Tabakgeschäft am …platz Zigaretten kaufen wollte und er erst 

dann den Privatkläger gesehen habe. Ein versehentliches Mitführen des offenen 

Klappmessers erscheint vor diesem Hintergrund unwahrscheinlich; damit gebricht 

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es aber auch einer glaubhaften Grundlage für die Unfallversion des 

Beschuldigten. Dass der Privatkläger – wofür keine Anhaltspunkte vorhanden sind 

– besonders aggressiv gewesen sein soll, ändert an dieser Einschätzung nichts, 

da bereits das versehentliche Herumführen des offenen Klappmessers nicht 

überzeugt. Dass es unter diesen Umständen ohne vorhergehenden Wortwechsel, 

ja vollkommen wortlos, zu einem Angriff seitens des Privatklägers gekommen sei, 

ist abwegig und widerspricht den Zeugenaussagen. Die Glaubhaftigkeit der 

Aussagen des Beschuldigten erweist sich daher als klar beeinträchtigt. 

Die Darstellung des Beschuldigten, wonach er am 21. März 2013 nur mit dem 

Privatkläger habe sprechen und ihn auffordern wollen, ihn in Ruhe zu lassen, 

vermag nicht zu überzeugen. Vielmehr ist die Version des Privatklägers stimmig, 

wonach der Beschuldigte Fr. 20'000.– von ihm forderte. Dass die kurze 

Auseinandersetzung v.a. verbal geführt wurde, unterstreicht die Zeugenaussage 

von D._____. Nicht auszuschliessen ist, dass der Privatkläger den Beschuldigten 

beim Aufstehen allenfalls mit den Händen auf Distanz halten wollte und ihn dabei 

im Bereich des Oberkörpers berührte. Dass sich der Beschuldigte dadurch wegen 

seiner kürzlich erfolgten Herzoperation bedroht gefühlt haben soll (Urk. 5/4 S. 3), 

erscheint wie eine nachgeschobene Erklärung zur Rechtfertigung des 

Messerstichs. Allerdings will der Beschuldigte – wie erwähnt – das Messer nicht 

aktiv eingesetzt haben, sondern der Privatkläger soll vielmehr in das offene 

Messer hineingelaufen sein (Urk. 5/3 S. 2). Zu Recht behauptet der Beschuldigte 

nicht das Vorliegen einer Notwehrsituation. Insgesamt ist die Version des 

Beschuldigten – wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat (Urk. 47 S. 11 f.; 

Art. 82 Abs. 4 StPO) – zu widersprüchlich und nicht nachvollziehbar, was letztlich 

auch mit seinem Krankheitsbild zusammenhängt (vgl. dazu psychiatrisches Kurz-

Gutachten, Urk. 10/2 S. 4 und nachfolgend Erw. III.B.2.). Die Aussagen des 

Privatklägers dagegen erweisen sich als stimmig, insbesondere auch die 

Vorgeschichte. Sie ergänzen die Auslassungen des Beschuldigten, insbesondere 

was die "Frauengeschichte" angeht. Der eigentliche Vorfall liest sich als 

konsequente Fortsetzung der Eskalation des Konflikts, welcher vom in seiner 

Paranoia gefangenen Beschuldigten angetrieben wurde. Aufgrund der 

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glaubhaften Aussagen des Privatklägers ist deshalb erstellt, dass der 

Beschuldigte ihm unvermittelt das Messer in den Bauch stiess.  

Sein Argument für die Unfallversion, wonach er nach dem ersten Stich den 

Privatkläger nicht noch weiter verletzt habe, obwohl dieser nachher verwirrt und 

schutzlos auf einem Stuhl gesessen habe (Urk. 29 S. 1), verfängt nicht, da ihm 

die Staatsanwaltschaft keinen entsprechenden Willen unterstellt (vgl. 

nachfolgende Ausführungen zur Schuldunfähigkeit). Im Übrigen verkennt der 

Beschuldigte, dass ihm die Staatsanwaltschaft nicht vorwirft, er habe dem 

Privatkläger noch weitere und grössere Verletzungen zufügen wollen, weshalb 

sein Argument auch deshalb nicht sticht.  

4.7. Was die Verletzung angeht, so ist diese im Bericht des Stadtspitals Triemli 

dokumentiert (Urk. 9/3 S. 1 f) und von der Vorinstanz zutreffend wiedergegeben 

worden (Urk. 47 S. 18). Es handelt sich dabei um eine Stichverletzung mit einer 

Eindringtiefe von 5 cm.  

III.  Rechtliche Würdigung 

A. Objektiver und subjektiver Tatbestand 

1. Die Vorinstanz hat die rechtliche Würdigung unter Hinweis auf das Urteil des 

Bundesgerichts vom 27. November 2012 (6B_475/2012), was den objektiven 

Tatbestand angeht, zutreffend vorgenommen. Darauf ist zu verweisen (Urk. 47 S. 

19, Art. 82 Abs. 4 StPO).  

2. Der Beschuldigte bringt vor, es liege nur ein kleiner Kratzer vor, gemäss 

Spitalbericht sei (der Messerstich) nicht einmal als Verletzung zu betrachten (Urk. 

29 S. 2 ff.). Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden, wenn der Bericht des 

Stadtspitals Triemli, welcher die Verletzung dokumentiert (Urk. 9/3 S. 1 f), als 

Ganzes gelesen wird. Eindeutig wird bei der Beantwortung der Frage 5 

festgehalten, das mit dem Messer (1 cm breite, 10 cm lange Klinge) eine 

lebensgefährliche Verletzung der grossen Gefässe hätte entstehen können. 

Aufgrund der geringen Eindringtiefe (5 cm) sei aber die Abdominalhöhle nicht 

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verletzt worden, so dass keine unmittelbare Lebensgefahr bestanden habe. 

Dadurch ist belegt, wie auch die Vorinstanz festgehalten hat (Urk. 47 S. 19), dass 

eine lebensgefährliche Verletzung zufolge der unmittelbaren Nähe der 

lebenswichtigen Organe (zwischen 3 und 15 cm [Beantwortung Frage 2a.] 

möglich gewesen wäre. 

Da eine solche Verletzung bzw. der Erfolg nicht eingetreten ist, liegt lediglich ein 

Versuch im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB vor. 

3. Im Gegensatz zur Vorinstanz ist noch Folgendes festzuhalten: Die Vorinstanz 

hat - wie nachfolgend noch erläutert wird - festgestellt, dass der Beschuldigte die 

Tat in vollständiger Schuldunfähigkeit begangen hat. Diese Frage ist indessen zu 

unterscheiden von der Frage, ob der Beschuldigte mit Wissen und Willen (i.S. Art. 

12 Abs. 2 StGB) gehandelt hat. Schuldunfähigkeit bedeutet nicht, dass der Täter 

keinen tatbestandsmässigen Vorsatz bilden könnte; vielmehr kann auch der völlig 

Schuldunfähige vorsätzlich handeln. Beim Vorsatz geht es um die Umsetzung 

eines Handlungsentschlusses in die Wirklichkeit auf der Grundlage von sinnlich 

wahrgenommenen oder vorgestellten Tatumständen, was grundsätzlich auch bei 

fehlender Einsicht in das Unrecht möglich ist, weil es dazu des entsprechenden 

Wertungsaktes nicht bedarf (BSK StGB-Felix Bommer/Volker Dittmann, 3. Aufl., 

2013, Art. 19 N 19). Wer – wie vorliegend der Beschuldigte – das offene Messer 

mit einer 10 cm langen Klinge in den Bauch seines Opfers stösst, nimmt 

zumindest in Kauf, dass er damit lebensgefährliche Verletzungen bewirken kann. 

Insofern hat der Beschuldigte auch eventualvorsätzlich den Tatbestand erfüllt.  

4. Mit seinem Verhalten hat deshalb der Beschuldigte den objektiven und 

subjektiven Tatbestand von Art.122 Abs.1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB erfüllt . 

B.  Schuldfähigkeit  

1. War der Täter zur Zeit der Tat nicht fähig, das Unrecht seiner Tat einzusehen 

oder gemäss dieser Einsicht zu handeln, so ist er nicht strafbar (Art. 19 Abs. 1 

-   14   - 

StGB). Art. 19 Abs. 3 StGB stellt ausdrücklich fest, dass Massnahmen nach Art. 

59-61, 63 f., 67 und 67b StGB angeordnet werden können.  

2. Mit Datum vom 30. Juli 2013 erstattete F._____, Facharzt FMH für Psychiatrie 

und Psychotherapie, ein forensisch-psychiatrisches Sachverständigengutachten 

(Urk. 10/3). Bereits mit Datum vom 11. Juli 2013 reichte er eine kurze 

gutachterliche Stellungnahme u.a. betreffend Schuldfähigkeit ein (Urk. 10/2). 

Der Gutachter kommt dabei im Vorgutachten zum Schluss, dass die 

nachweisbaren Symptome geeignet seien, eine ausgeprägte Wahnsymptomatik 

zu erkennen. Die Tat stelle eine überschiessende Reaktion bei wahnhaft 

begründeten Realitätsverkennungen dar und seine Ausführungen zum Tatablauf 

seien als wahnhaft begründete Erinnerungsverfälschungen einzustufen. Unter der 

hypothetischen Annahme der Berechtigung des Tatvorwurfes und unter der 

Annahme, dass der Explorand von der Richtigkeit seiner wahnhaften Denkinhalte 

überzeugt sei und er sein Handeln danach ausgerichtet habe, könne nicht 

angenommen werden, dass ihm Handlungsalternativen zur Verfügung gestanden 

hätten. Da durch die ausgeprägte Wahnsymptomatik über eine schwere Störung 

der Realitätsbezüge die Einsichtsfähigkeit des Exploranden aufgehoben gewesen 

sei, sei aus psychiatrischer Sicht von einer aufgehobenen Schuldfähigkeit 

auszugehen (Urk. 10/2 S. 4).  

Im Hauptgutachten kommt der Gutachter zum Schluss, dass das Tatverhalten 

und die gesamte Psychopathologie durch eine anhaltende wahnhafte Störung 

(ICD-10; F 22.0) gekennzeichnet sei. Kennzeichnend dafür sei ein 

systematisierter, aber nicht bizarrer Wahn, wobei der Explorand nicht imstande 

sei, sich kritisch zu seinen Denkstörungen, die er inhaltlich als berechtigt erlebt, 

zu distanzieren (Urk. 10/3 S. 45). Das Gutachten hält weiter fest, dass, wie für 

eine wahnhafte Störung üblich, der Explorand unter gestörten Realitätsbezügen 

leide, die eine eigenweltliche Sichtweise bedingten. In diesem Rahmen sei der 

Explorand unkorrigierbar überzeugt gewesen, dass er vom Privatkläger und 

dessen Freundin terrorisiert würde. Er würde beobachtet, verfolgt, beeinträchtigt 

und abgehört und in seinem Verhalten beeinflusst. Durch seine ungerechtfertigte 

Inhaftierung und Begutachtung würde er nun vom Staat terrorisiert. Dieses 

-   15   - 

wahrhafte Erleben werde unbeeinflussbar von ihm festgehalten und zeige dabei 

eine hohe Dynamik und Systematisierung (Urk. 10/3 S. 46). Der Wahn, so der 

Gutachter weiter, sei nicht bizarr, sondern er sei mit seiner durch Verfolgung 

gekennzeichneten Lebensgeschichte in Zusammenhang zu bringen (Urk. 10/3 S. 

47). Eine Suchterkrankung, mit Ausnahme von Nikotin, verneint der Gutachter. Er 

kommt zum Schluss, dass die wahnhafte Störung des Exploranden zum 

Tatzeitpunkt bestanden habe und in engem Zusammenhang mit der 

vorgeworfenen Körperverletzung stehe. Zentrales Thema sei dabei der 

Beeinträchtigungswahn, mit der Überzeugung des Exploranden, andere hätten 

sich gegen ihn verschworen, um ihm Nachteiliges zuzufügen. Insgesamt sei 

davon auszugehen, dass es beim Exploranden auf der Symptomebene im 

Rahmen des wahnhaften Erlebens zu krankheitsbedingten Fehlinterpretationen 

der Realität, krankhaft veränderten Bewertungen des Selbst und zu einer 

Verzerrung der persönlichen Grundlagen in der Entscheidungsbildung gekommen 

sei. Dem Exploranden sei es zum Tatzeitpunkt wie auch aktuell nicht möglich, sei-

nen Willen frei und unbeeinflusst vom Beeinträchtigungswahn zu bilden und 

alternative Sichtweisen zu prüfen (Urk. 10/3 S. 48). Selbst wenn der Explorand 

"gewusst" hätte, das Gewalthandlungen verboten seien, hätten ihm zum Zeitpunkt 

der inkriminierten Taten die Fähigkeit, ein solches Wissen und die Bedeutung 

seines wahnhaften Erlebens in eine Beziehung zu setzen, gefehlt. Es sei also 

nicht zu erkennen, dass sich der Explorand auf ein rein intellektuelles Wissen 

noch (sonst) irgend (wie) habe besinnen können. Damit sei aus forensisch-

psychiatrischer Sicht die Voraussetzung für die Annahme einer tatzeitaktuellen 

aufgehobenen Einsichtsfähigkeit erfüllt gewesen, weshalb die Frage nach der 

Steuerungsfähigkeit nicht mehr zu diskutieren sei und beim Exploranden von 

Schuldunfähigkeit auszugehen sei (Urk. 10/3 S. 52, 58). 

Diesen schlüssigen Ausführungen des Gutachters ist zuzustimmen. Die 

Ausführungen des Beschuldigten in seinen vor Vorinstanz eingereichten Notizen 

(Urk. 33/1-2; übersetzt in Urk. 75/1-2) und im Berufungsverfahren (Prot. II S. 20-

24), beschränken sich auf mehrmals wiederholte Behauptungen, es liege eine 

fünfköpfige Verschwörung des Staates gegen den Beschuldigten vor, der 

Staatsanwalt übe wegen nationalistisch-rassistischen Fantasien Terror und 

-   16   - 

psychische Folter gegen den Beschuldigten aus und Gutachter würden Richter 

und Gericht spielen. Der Gutachter F._____ habe Vorurteile gehabt und sei vom 

Staatsanwalt gekauft und gelenkt worden. Sein Gutachten sei voller 

Rachegefühlen, Hass und Widersprüchen. Substantielle Einwände, die geeignet 

wären, das Vertrauen in das vorliegende Gutachten, das auch vom amtlichen 

Verteidiger als de lege artis verfasst anerkannt wird (Prot. II S. 25), zu schmälern, 

bringt der Beschuldigte keine vor. Entsprechend steht vorliegend ausser Frage, 

dass der Beschuldigte die ihm vorgeworfene Straftat in einem Zustand völliger 

Schuldunfähigkeit begangen hat. 

 

C.  Schlussfolgerung 

Im Ergebnis ist somit festzustellen, dass der Beschuldigte den Tatbestand der 

versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art.122 Abs.1 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB in einem Zustand völliger Schuldunfähigkeit 

im Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB erfüllt hat. 

IV.  Massnahme 

1. Die amtliche Verteidigung machte vor Vorinstanz sinngemäss 

zusammengefasst geltend, die Anordnung einer stationären Massnahme bzw. die 

Einweisung des Beschuldigten in eine geschlossene Anstalt sei angesichts der 

geringfügigen Verletzung unverhältnismässig bzw. wegen der Therapieresistenz 

des Beschuldigten nutzlos. Um den Bedürfnissen des Beschuldigten gerecht zu 

werden, würden Massnahmen des Erwachsenenschutzrechts genügen. 

Entsprechend sei von der Anordnung einer strafrechtlichen Massnahme 

abzusehen, das Verfahren einzustellen und bei der Kinder- und 

Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich (KESB) entsprechende Mitteilung 

zu machen, dass Massnahmen zum Schutz des Beschuldigten angezeigt seien 

(Urk. 28 S. 3 f.). In der Berufungsverhandlung beantragte die Verteidigung, auf die 

Anordnung einer Massnahme sei zu verzichten, und verwies auf die 

entsprechende Begründung vor Vorinstanz (Prot. II S. 24 und S. 26). Auf die 

Einwände des Beschuldigten gegen das Gutachten (Urk. 22/1-2 und 75/1-2; Prot. 

-   17   - 

II S. 20-24) wurde bereits oben im Rahmen der Beurteilung der Schuldfähigkeit 

eingegangen. 

2. Die Vorinstanz hat sich umfassend mit der Massnahmenthematik 

auseinandergesetzt, die Voraussetzungen für die Anordnung einer Massnahme 

eingehend geprüft und mit nachvollziehbarer und plausibler Begründung eine 

stationäre Massnahme angeordnet. Auf die entsprechenden Erwägungen ist 

vorab zu verweisen (Urk. 47, S. 20 ff.).  

3. Die amtliche Verteidigung bringt zunächst vor, die Einweisung des 

Beschuldigten in eine geschlossene Anstalt gegen seinen immer wieder klar und 

deutlich geäusserten Willen verstosse gegen das auch in der EMRK verankerte 

Verhältnismässigkeitsprinzip. Die Freiheit dürfe jemandem immer nur soweit 

entzogen werden, als es unumgänglich und gesetzlich vorgesehen sei. Über 

jedem Freiheitsentzug wache überdies Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung, 

wonach staatliches Handeln im öffentlichen Interesse liegen und verhältnismässig 

sein müsse. Der Beschuldigte stelle als Ersttäter keine Gefahr für die Gesellschaft 

dar. Die von ihm als beabsichtigt bestrittene, zugleich aber auch geringfügige 

Verletzung des Privatklägers könne nicht dazu führen, ihn seiner Freiheit auf 

unbestimmte Zeit in einer geschlossenen Klinik zu berauben. Die stationäre 

Massnahme sei zu Recht gefürchtet: Sie stelle praktisch eine Unterart der 

Verwahrung dar. Sie sei eine Internierung. Sie sei unbestimmt und könne 

jahrelang dauern. Es sei die neben der Verwahrung schlimmste Form des 

Freiheitsentzugs (Urk. 28 S. 4 f.). 

Der Beschuldigte scheint zu verkennen, dass nicht der glimpflich verlaufene 

Ausgang der Stichverletzung ("kleiner Kratzer; Urk. 29 S. 6) als Anlasstat für die 

Anordnung einer stationären Behandlung steht, sondern seine Vorgehensweise, 

nämlich ein unerwarteter Stich mit einer 10 cm langen Messerklinge in den Bauch 

des Privatklägers, welche - wie erwähnt - ohne Weiteres zu einer Verletzung 

lebenswichtiger Organe hätte führen können. Diese Gefährlichkeit für Dritte ist in 

die Waagschale der Verhältnismässigkeitsprüfung zu werfen. Dazu kommt, dass - 

wie der Gutachter nachvollziehbar festhält - von einem deutlich erhöhten Risiko 

für weiteres gewalttätiges Verhalten auszugehen ist. Er führt dies auf die 

-   18   - 

diagnostizierte Wahnsymptomatik zurück, welche andaure und von welcher sich 

der Beschuldigte nicht zu distanzieren vermöge (Urk. 10/3 S. 55 f.). Das 

Argument, als Ersttäter stelle der Beschuldigte keine Gefahr für die Gesellschaft 

dar, ist mit dieser Prognose entkräftet. Das Gutachten bejaht auch einen engen 

kausalen Zusammenhang zwischen dieser psychischen Erkrankung und der 

vorliegenden Tathandlung (Urk. 10/3 S. 56). Damit ist die 

Massnahmebedürftigkeit gegeben. 

4. Der amtliche Verteidiger bringt weiter vor, es stehe dem Staat nicht zu, den 

Beschuldigten durch die Einweisung in eine Klinik einer Zwangsbehandlung zu 

unterziehen (Urk. 28 S. 5). 

Der Beschuldigte ist nicht behandlungswillig (Urk. 28 S. 3; Prot. I S. 8). Diese 

mangelnde Bereitschaft, sich einer Massnahme zu unterziehen, ist auf die 

fehlende Krankheitseinsicht zurückzuführen (Urk. 10/3 S. 56). Indessen steht dies 

– wie die Vorinstanz mit Hinweis auf Lehre und Rechtsprechung - zutreffend 

festgehalten hat (Urk. 47 S. 22 f.) – einer Anordnung einer solchen Massnahme 

nicht entgegen. Ebenso geht auch der Gutachter davon aus, dass eine solche 

Behandlung auch gegen den Willen des Beschuldigten erfolgsversprechend 

durchzuführen sei (Urk. 10/3 S. 56). Zu beachten ist sodann, dass der 

Beschuldigte durchaus die intellektuellen Fähigkeiten für eine Therapie mitbringt, 

so er dann einmal die Notwendigkeit dafür einsieht. Ziel der Massnahme ist es 

nicht, seine grundsätzlich kritische Haltung gegenüber den herrschenden 

gesellschaftlichen Bedingungen zu ändern; vielmehr ist sein zunehmend 

paranoider Wahn zu therapieren mittels psycho- und sozialtherapeutischen 

Massnahmen und einer medikamentösen Behandlung, um das Risiko erneuter 

Straftaten zu beseitigen. Das Gutachten hält auch klar fest, dass eine 

Massnahme erforderlich ist, da nicht zu erwarten ist, dass der Beschuldigte 

selbständig zu einer Verhaltensänderung im Stande sein wird. 

5. Der amtliche Verteidiger beantragte vor Vorinstanz statt einer stationären  

Massnahme eine solche unter dem zivilrechtlichen Regime des 

Erwachsenenschutzrechts. Diese gehe weniger weit als die strafrechtliche. Von 

einem Beistand betreut, würde der Beschuldigte einigermassen stabilisiert und 

-   19   - 

könnte ein normales Leben führen. Es sei nicht anzunehmen, dass er von der 

KESB betreut wieder straffällig werde (Urk. 28 S. 5). Die Vorinstanz hat mit 

zutreffenden Argumenten dargelegt, weshalb eine solche Massnahme nach ZGB 

ungeeignet ist, der Rückfallgefahr zu begegnen (Urk. 47 S. 24). Darauf kann 

vollumfänglich verwiesen werden. Die Verteidigung hat dagegen keine neuen 

Argumente ins Feld geführt (Prot. II S. 24 ff.). Solange zudem die 

Krankheitseinsicht fehlt, ist ein solcher Weg nicht gangbar. 

6. Für eine gesicherte therapeutische Massnahme nach Art. 59 Abs. 3 StGB sind 

nebst den vorstehend erwähnten Einweisungsvoraussetzungen eine besondere 

künftige Gefährlichkeit des Betroffenen gefordert, mit der in einer therapeutischen 

Institution schlechthin nicht umgegangen werden kann. Es muss sich nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts um eine konkrete und 

höchstwahrscheinliche Gefährlichkeit handeln. Diese muss sich aus einer Serie 

von Umständen ergeben und mit Blick auf den Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit mit der Befürchtung einer schwerwiegenden Gefährdung der 

Sicherheit und oder der internen Ordnung einer offenen Anstalt gerechtfertigt 

werden können (BSK StGB-Marianne Heer, 3. Aufl., 2013, Art. 59 N 105). 

Der Gutachter stuft die Rückfallgefahr als hoch ein (Urk. 10/2 S. 4, Urk. 10/3 S. 56 

und S. 59). Der Beschuldigte weise zwar nur eine Vorstrafe auf: Er wurde mit 

Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat am 10. November 2008 wegen 

fahrlässiger Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB mit einer Geldstrafe 

von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.–, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 2 

Jahren und einer Busse von Fr. 1'000.– verurteilt (Urk. 15/1). Der Gutachter 

bezieht sich indessen für seine Prognose auf einen Arztbericht der 

Psychiatrischen Klinik Königsfelden vom 2. Oktober 1997, die Äusserungen des 

Beschuldigten zu selbst- und fremdgefährdenden Verhaltensbereitschaften 

enthielten. Im damaligen Bericht wurde festgehalten, dass sich der Patient in 

einer Scheidungssituation befinde und das Gefühl habe, alle seien gegen ihn. Er 

habe Morddrohungen gegen seine Ehefrau und Selbstmorddrohungen geäussert. 

Gleichzeitig wurde auch seine damalige Stellungnahme dazu angeführt, wonach 

er dies bestritt (Urk. 10/4 Beilage datiert mit 2. Oktober 1997). Weiter verweist der 

-   20   - 

Gutachter auf das fremdgefährdende Verhalten des Beschuldigten nach der 

Herzoperation vom 20. Juli 2012. Gemäss dem Arztbericht des Universitätsspitals 

vom 31. Juli 2012 habe der Beschuldigte bereits in der Nacht vom 26. Juli 2012 

ein aggressives Verhalten gegenüber dem betreuenden Pflegepersonal gezeigt 

und am darauffolgenden Tag Morddrohungen gegen das betreuende Pflege- und 

Ärzteteam ausgesprochen. Der Beschuldigte sei nach erneuter Äusserung von 

Morddrohungen mit einem Messer auf einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes 

los, wobei er habe entwaffnet und in Handschellen fixiert werden können (Urk. 

10/4 Beilage vom 31. Juli 2012). Dem Bericht der PUK vom 24. August 2012 kann 

entnommen werden, dass der Beschuldigte den Mitarbeiter des 

Sicherheitsdienstes mit einem Klappmesser, welches er unter dem Kopfkissen 

versteckt gehabt habe, angegriffen habe. Als Grund gab der Beschuldigte an, er 

habe sich schlecht behandelt gefühlt, von oben herab, auch habe er das Gefühl 

gehabt, die Pflegenden würden ihm falsche (bzw. vergiftete) Medikamente 

abgeben (Urk. 10/4 Bericht vom 24. August 2012). Dieses Verhalten, so der 

Gutachter, sei gepaart mit einer völlig fehlenden Einsicht in seine 

Handlungsbereitschaften sowie einer fehlenden Behandlungsbereitschaft. Das 

Risiko für die Begehung ähnlich gelagerter Straftaten bei weiterhin bestehenden 

Wahnvorstellungen sei hoch (Kurze Gutachterliche Stellungnahme vom 13. Juli 

2013; Urk. 10/2 S. 4). An dieser Einschätzung hält der Gutachter auch im 

Gutachten vom 30. Juli 2013 fest. Insgesamt sei von einem deutlich erhöhten 

Risiko für weiteres gewalttätiges Verhalten auszugehen. Dabei sei vor allem die 

zugrundeliegende Wahnsymptomatik, von der sich der Beschuldigte nicht zu 

distanzieren vermöge, frühere Gewaltandrohungen, die wahnhaft begründete 

Bereitschaft, sich gegen andere zu wehren, sich gegen andere verteidigen zu 

müssen und seine Therapieunwilligkeit als prognostisch ungünstig zu werten. Auf 

der Grundlage der Befunde sowie unter Berücksichtigung der Aktenlage ergebe 

sich als Schlussfolgerung ein hohes Risiko für erneute, ähnlich gelagerter 

Straftaten, mit dann auch ungewissem Ausgang (Urk. 10/3 S. 55 f.). 

Diese Beurteilung ist schlüssig. Auch wenn sich das Gutachten teilweise auf weit 

zurückliegende Arztberichte bezieht, so weisen sie auf eine gleiche 

Grundkonstellation im Verhalten des Beschuldigten hin. Zusammen mit den 

-   21   - 

neueren Berichten von 2012 und dem nun vorliegenden Vorfall vom 21. März 

2013 zeigt sich eine zunehmende Gefährlichkeit im Verhalten des Beschuldigten. 

Dass er sich während des Aufenthaltes in der PUK vom 26. Juli 2012 bis 2. 

August 2012 , wie sich dem Bericht der PUK vom 24. August 2013 ergibt, stets 

freundlich und kooperativ verhalten habe und es zu keinen 

Auseinandersetzungen mit dem Personal oder Mitpatienten gekommen sei, und 

es auch keine Anhaltspunkte für selbst- oder fremdgefährdendes Verhalten 

gegeben habe (Urk. 10/4 Beilage vom 24. August 2012), vermag an diesem 

gutachterlichen Befund nichts zu ändern. Der Aufenthalt beschränkte sich auf 

eine kurze Zeit und seinem Wunsch nach sofortigem Austritt aus der PUK wurde 

umgehend stattgegeben. Der Vorfall vom 21. März 2013 zeigt indessen mit aller 

Deutlichkeit die Gefährlichkeit des Beschuldigten. 

Im Ergebnis ist die Anordnung einer stationären Massnahme im Sinne von Art. 59 

Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 3 StGB somit zu bestätigen. 

V.  Beschlagnahmungen 

Dazu kann vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden 

(Urk. 47 S. 25). 

VI.  Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Wie erwähnt, ist das vorinstanzliche Kostendispositiv in Rechtkraft erwachsen.  

2. Was die Kosten des Berufungsverfahrens angeht, so kann mutatis mutandis 

auf die Erwägungen der Vorinstanz zum erstinstanzlichen Verfahren verwiesen 

werden (Urk. 47 S. 26 f.). Die Vorinstanz hat zutreffend ausgeführt, dass beim 

vorliegenden Verfahrensausgang die Kosten grundsätzlich dem Beschuldigten 

aufzuerlegen wären, mit Blick auf Art. 419 StPO eine Kostenauflage bei 

Schuldunfähigen indes nur in Frage käme, wenn dies billig erscheinen bzw. die 

Antragsgegnerin über genügende finanzielle Mittel verfügen würde, was in casu 

nicht der Fall sei, weshalb die Kosten auf die Gerichtskasse zu nehmen seien 

-   22   - 

(Urk. 47, S. 26 f.). Entsprechend sind auch die Kosten des Berufungsverfahrens, 

einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, auf die Gerichtskasse zu 

nehmen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 24. Februar 2014 bezüglich der Dispositivziffern 5, 6 und 7 

(Kostendispositiv) in Rechtskraft erwachsen ist.  

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte den Tatbestand der versuchten 

schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB in einem Zustand völliger 

Schuldunfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB erfüllt hat. 

2. Es wird eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 und 3 StGB 

(Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet. 

3. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

23. September 2013 beschlagnahmte Klappmesser (SK ...) wird eingezogen 

und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'000.00  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'405.85   amtliche Verteidigung RA lic.iur. X1._____ 

Fr. 6'300.00   amtliche Verteidigung RA lic.iur. X._____ 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der 

amtlichen Verteidigungen, werden definitiv auf die Gerichtskasse 

genommen. 

-   23   - 

6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Angeklagten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben) 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste   
− die Privatklägerschaft B._____ 

 
(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 
eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 
zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 
verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Angeklagten  

− die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− die Kasse des Bezirksgerichts Zürich. 

7. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des 

Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

-   24   - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des 

Bundesgerichtsgesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 9. Juli 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic.iur. Spiess 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic.iur. Hafner 
 

 

	Urteil vom 9. Juli 2014
	 Antrag:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte A._____ den objektiven Tatbestand der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB erfüllt hat.
	2. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte für die festgestellte Straftat im Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB schuldunfähig und nicht strafbar ist.
	3. Es wird eine stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 und Abs. 3 StGB (Behandlung von psychischen Störungen in einer geschlossenen Einrichtung) angeordnet.
	4. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 23. September 2013 beschlagnahmte Klappmesser (SK ...) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
	5. Der amtliche Verteidiger RA lic. iur. X1._____ wird mit Fr. 9'079.95 (inkl. Mehrwertsteuer) entschädigt.
	6. Die Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen:
	7. Die Kosten der Untersuchung und die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen.
	Berufungsanträge:
	Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen.
	Es sei keine Massnahme anzuordnen.
	Die Kosten des Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	Abweisung der Berufung und Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
	Erwägungen:
	I.   Prozessgeschichte und Prozessuales
	II.   Sachverhalt
	III.   Rechtliche Würdigung
	IV.   Massnahme
	V.   Beschlagnahmungen
	VI.   Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 24. Februar 2014 bezüglich der Dispositivziffern 5, 6 und 7 (Kostendispositiv) in Rechtskraft erwachsen ist.
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte den Tatbestand der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB in einem Zustand völliger Schuldunfähigkeit im Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB...
	2. Es wird eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 59 Abs. 1 und 3 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet.
	3. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 23. September 2013 beschlagnahmte Klappmesser (SK ...) wird eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigungen, werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
	6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (übergeben)
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die Privatklägerschaft B._____  (Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Angeklagten
	 die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten
	 die Kasse des Bezirksgerichts Zürich.

	7. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.