# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c085cec3-2312-5eaf-b8dd-00f62360329f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-26
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 26.06.2018 SB170501
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170501_2018-06-26.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB170501-O/U/cw 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Schärer 

und Ersatzoberrichterin Dr. Bachmann sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw Höchli 

 

Urteil vom 26. Juni 2018 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. Brunner,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend bewaffneten Raub etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 
4. Mai 2017 (DG170040) 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 31. Januar 2017 

(Urk. 25) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− des Raubes i.S.v. Art. 140 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 140 Ziff. 2 StGB; 

− des mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz i.S.v. 

Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG; 

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes i.S.v. 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 Jahren und 4 Monaten Freiheitsstrafe 

(wovon bis und mit heute 333 Tage durch Haft und durch vorzeitigen 

Strafantritt erstanden sind) sowie mit einer Busse von Fr. 500.–. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

5. Auf den Antrag betreffend Widerruf wird nicht eingetreten. 

6. Die mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 31. Januar 

2017 beschlagnahmte Barschaft in Höhe von Fr. 720.– sowie EUR 60.– 

(Sachkautionsnummer 31856) wird definitiv beschlagnahmt und zur teilwei-

sen Urteilsvollstreckung verwendet. 

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 31. Januar 

2017 beschlagnahmten 4 Mobiltelefone inkl. SIM-Karten (Sachkautions-

- 3 - 

nummer 32424) werden eingezogen und der Lagerbehörde zur gutschei-

nenden Verwendung überlassen. 

8. Die folgenden, gemäss Sicherstellungsliste der Stadtpolizei Zürich unter den 

BM Lagernummern S01414-2016 und S01418-2016 sichergestellten Betäu-

bungsmittel und Drogenutensilien werden der Lagerbehörde zur Vernichtung 

überlassen: 

- 1 Minigrip Amphetamin (Asservat Nr. A009'364'845); 

- 1 Minigrip mit weissem, kristallförmigem Pulver (Asservat Nr. 

A009'364'867); 

- 1 Flasche mit unbekannter Flüssigkeit (Asservat Nr. A009'364'889); 

- 1 Flasche mit unbekannter Flüssigkeit (Asservat Nr. A009'364'890); 

- div. vakuumierte Blöcke mit weisslicher Substanz (Asservat Nr. 

A009'364'947); 

- Verpackungsmaterial (1 Papiertüte mit div. leeren Minigrip, Asservat Nr. 

A009'364'969). 

9. Das durch die Stadtpolizei Zürich sichergestellte Fahrzeug Audi A6, grau, 

ohne Kontrollschilder, Stammnummer ..., wird eingezogen und nach Eintritt 

der Rechtskraft verwertet. Ein allfälliger Erlös wird zur teilweisen Urteilsvoll-

streckung verwendet. 

10. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin  

B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges der Zivilansprüche 

wird die Privatklägerin B._____ auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.  

11. Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger aus der Gerichtskasse mit Fr. 19'500.–, inkl. Barauslagen und 

MwSt, entschädigt. 

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12. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 5'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 4'000.– Gebühr für das Vorverfahren, 

Fr. 10'947.60 Auslagen (Gutachten), 

Fr.  840.– Auslagen Untersuchung, 

Fr. 2'140.– Telefonkontrolle, 

Fr. 3'682.85 Auslagen Gutachten, 

Fr. 71.– Entschädigung Zeuge, 

Fr. 1'850.– diverse Kosten, 

Fr. 19'500.– amtliche Verteidigung (RA X2._____). 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-

nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten 

auferlegt. 

14. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO. 

Nachtragsurteil der Vorinstanz: 

1. Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger aus der Gerichtskasse zusätzlich wie folgt entschädigt: 

Leistungen mit 8.0 % MwSt  (ab 1. Januar 2011) 

Honorar:      267.70 

Barauslagen:     8.30 

Zwischentotal:     276.00 22.05 298.05 

Entschädigung total inkl. MwSt:      298.05 

(Zur Auszahlung gelangen nur gerundete Beträge.) 

Eine Nachforderung im Sinne von Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

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Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 107 S. 1 f.) 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des Raubes i.S.v. Art. 140 Ziff. 1 

StGB i.V.m. Art. 140 Ziff. 2 StGB freizusprechen. 

2. Der Beschuldigte sei für die mit vorliegender Berufung nicht angefoch-

tene Verurteilung wegen mehrfachen Vergehens gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. b und lit. d BetmG sowie der 

mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes i.S.v. Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG mit einer Freiheitsstrafe von 2 Monaten und einer Busse 

von Fr. 500.– zu bestrafen. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben, unter Ansetzung ei-

ner Probezeit von 2 Jahren. Die Busse sei zu bezahlen. 

4. Im Falle einer Verweigerung des bedingten Strafvollzuges sei festzu-

stellen, dass die gesamte Strafe bereits verbüsst ist. 

5. Die beschlagnahmten Barschaften (Sachkautionsnummer 31857) in 

der Höhe von Fr. 720.– und EUR 60.– seien dem Beschuldigten auf 

erstes Verlangen herauszugeben. 

6. Die beschlagnahmten 4 Mobiltelefone inkl. SIM-Karten (Sachkautions-

nummer 32424) seien dem Beschuldigten auf erstes Verlangen her-

auszugeben. 

7. Das sichergestellte Fahrzeug Audi A6, grau, Stammnummer ..., sei 

dem Beschuldigten auf erstes Verlangen herauszugeben. 

8. Auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin B._____ sei nicht 

einzutreten bzw. dieses sei abzuweisen. 

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9. Der Beschuldigte sei für die ungerechtfertigt erlittene Haft bzw. den un-

gerechtfertigten vorzeitigen Strafvollzug mit einer Genugtuung von 

Fr. 150.– pro Tag aus der Staatskasse zu entschädigen. 

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens sowie alle weiteren Verfahrens-

kosten, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, seien auf 

die Staatskasse zu nehmen. Die Gerichtskosten des erstinstanzlichen 

Verfahrens seien zufolge Schuldspruchs betr. BetmG zu 1/10 dem Be-

schuldigten aufzuerlegen. 

11. Der Beschuldigte sei umgehend aus dem vorzeitigen Strafvollzug zu 

entlassen. 

Eventualantrag: 

Der Beschuldigte sei für den Fall, dass das Gericht den erstinstanzlichen 

Schuldspruch wegen Raubes i.S.v. Art. 140 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 140 

Ziff. 2 StGB bestätigen sollte, mit einer Freiheitsstrafe von maximal 

44 Monaten zu bestrafen, unter Anrechnung der erstandenen Haft und des 

vorzeitigen Strafantritts. 

b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat:  

(Urk. 106 S. 1) 

1. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und einer 

Busse in der Höhe von Fr. 1'000.– zu bestrafen. 

2. Die Strafe sei vollumfänglich zu vollziehen. 

 

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Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

 1. Mit Urteil vom 4. Mai 2017 sprach das Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, 

den Beschuldigten des Betrugs, des Raubes, des mehrfachen Vergehens gegen 

das Betäubungsmittelgesetz sowie der mehrfachen Übertretung des Betäu-

bungsmittelgesetzes schuldig und bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von 

5 Jahren und 4 Monaten sowie mit einer Busse von Fr. 500.–. Weiter wurde eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen für den Fall, dass der Beschuldigte die Busse 

schuldhaft nicht bezahlt, festgesetzt. Auf den Antrag der Staatsanwaltschaft be-

treffend Widerruf wurde nicht eingetreten. Zudem wurde über die Verwendung 

beschlagnahmter Gegenstände und Vermögenswerte entschieden. Ferner wurde 

festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin B._____ aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig sei. Zur 

genauen Feststellung des Umfangs der Zivilansprüche wurde sie hingegen auf 

den Weg des Zivilprozesses verwiesen. Schliesslich wurden die Kosten- und Ent-

schädigungsfolgen geregelt (Urk. 95 S. 36 ff.). 

 2.1 Gegen das mündlich eröffnete Urteil (Prot. I S. 36) liess der Beschuldigte 

mit Eingabe vom 5. Mai 2017 rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 60; Art. 399 

Abs. 1 StPO). Nach Erhalt des begründeten Urteils am 9. November 2017 reichte 

die amtliche Verteidigung mit Eingabe vom 28. November 2017 fristwahrend eine 

Berufungserklärung im Sinne von Art. 399 Abs. 3 StPO ein (Urk. 86/2; Urk. 96). 

Mit Präsidialverfügung vom 22. Dezember 2017 wurde die Berufungserklärung 

den anderen Parteien zugestellt und Frist für Anschlussberufung oder einen 

Nichteintretensantrag angesetzt (Urk. 97). Mit Eingabe vom 9. Januar 2018 liess 

die Staatsanwaltschaft rechtzeitig Anschlussberufung erheben (Urk. 98/1; 

Urk. 99). Mit Präsidialverfügung vom 26. Januar 2018 wurde die Anschlussberu-

fungserklärung der Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten zugestellt (Urk. 101). 

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 2.2 Mit Präsidialverfügung vom 2. Februar 2018 wurde der im Rahmen der 

Berufungserklärung gestellte Beweisantrag des Beschuldigten, die bei ihm an-

lässlich seiner Festnahme in seinen Hosentaschen gefundenen Mobiltelefone auf 

Fingerabdrücke zu untersuchen, einstweilen abgewiesen (Urk. 96 S. 3; Urk. 103). 

2.3 Die Berufungsverhandlung fand heute in Anwesenheit des Beschuldigten statt 

(Prot. II S. 5). 

II. Prozessuales 

 1. Die Berufung des Beschuldigten richtet sich im Wesentlichen gegen den 

erstinstanzlichen Schuldspruch wegen Raubes. Demgegenüber lässt er die 

Schuldsprüche wegen mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelge-

setz sowie wegen mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes unan-

gefochten. Für die Begehung dieser Delikte verlangt er eine Bestrafung mit einer 

bedingten Freiheitsstrafe von 2 Monaten sowie mit einer Busse in der Höhe von 

Fr. 500.–. Weiter verlangt er die Herausgabe der beschlagnahmten Vermögens-

werte und Gegenstände (Fahrzeug Audi A6 sowie vier Mobiltelefone inkl. SIM-

Karten) sowie ein Nichteintreten bzw. die Abweisung des Schadenersatzbegeh-

rens der Privatklägerin B._____. Schliesslich beantragt er, es sei ihm eine Genug-

tuung für die ungerechtfertigt erlittene Haft zuzusprechen und die Kosten des Be-

rufungsverfahrens seien auf die Gerichtskasse zu nehmen. Bezüglich der Kosten 

des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens verlangt er die Auflage der Kosten zu 

lediglich einem Zehntel (Urk. 96 S. 2 f.; Urk. 107 S. 1 f.). Demgegenüber be-

schränkt sich die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft auf die Bemessung 

der Strafe (Urk. 99; Urk. 106 S. 1). 

 2. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechts-

kraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Da das vo-

rinstanzliche Urteil hinsichtlich der Urteilsdispositivziffern 1 teilweise (Schuld-

sprüche betreffend mehrfaches Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz und 

mehrfache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes), 8 (Einziehung von Be-

täubungsmitteln), 11 (Entschädigung amtliche Verteidigung) und 12 (Kostenfest-

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setzung) sowie das am 20. November 2017 ergangene Nachtragsurteil hinsicht-

lich der Dispositivziffer 1 teilweise (Festsetzung der zusätzlichen Kosten der amt-

lichen Verteidigung) demnach unangefochten blieben, ist mittels Beschluss fest-

zustellen, dass das vorinstanzliche Urteil sowie das vorinstanzliche Nachtragsur-

teil in diesem Umfang in Rechtskraft erwachsen sind. 

III. Sachverhalt 

 1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, am 6. Juni 2016 

zwischen ca. 18.10 Uhr und 18.20 Uhr gemeinsam mit einem unbekannten Mittä-

ter einen Raubüberfall auf das Bordell C._____ an der D._____-Strasse 1 in ... 

Zürich verübt zu haben, nachdem er sich zuvor mittels eines Anrufs mit der Mobil-

telefonnummer 1 bei der Mobiltelefonnummer 2 erkundigt habe, ob er sexuelle 

Dienstleistungen in Anspruch nehmen könne. Beim Raub sei er mit einer Faust-

feuerwaffe und sein unbekannter Mittäter mit einem ausgeklappten Messer be-

waffnet gewesen. Bei der Beute solle es sich um Bargeld in der Höhe von ca. 

Fr. 30'000.– gehandelt haben. Der unbekannte Mittäter sei mit dieser geflüchtet, 

während der Beschuldigte habe festgenommen werden können. Die Einzelheiten 

des Anklagevorwurfs ergeben sich aus der Anklageschrift vom 31. Januar 2017. 

Sie beruhen im Wesentlichen auf den Angaben zweier damals im Bordell C._____ 

anwesenden Prostituierten (Privatklägerin E._____ und Privatklägerin B._____) 

und des dort ebenfalls anwesenden Freundes (Geschädigter F._____) einer der-

selben. 

 2.1 Der Beschuldigte gesteht ein, sich am 6. Juni 2016 zur anklagerelevan-

ten Zeit im Bordell C._____ an der D._____-Strasse 1 aufgehalten zu haben. Hin-

gegen stellt er bis heute in Abrede, dort an einem Raubüberfall beteiligt gewesen 

zu sein. Er sei damals - kurz zusammengefasst - allein und als Kunde vor Ort ge-

wesen und dann in eine Sache verwickelt worden, mit der er nichts zu tun gehabt 

habe (Urk. 2/2 S. 2 ff.; Urk. 2/3 S. 3 ff.; Urk. 2/9 S. 2 ff.; Prot. I S. 18 ff.; Prot. II 

S. 29 ff.).  

- 10 - 

 2.2 Die Verteidigung stellt sich im Berufungsverfahren zusammengefasst auf 

den Standpunkt, die Aussagen der Privatklägerin B._____ sowie des Geschädig-

ten F._____ seien entgegen der Auffassung der Vorinstanz unglaubhaft bzw. je-

denfalls nicht glaubhafter als diejenigen des Beschuldigten. Eine korrekte Würdi-

gung aller Aussagen und der weiteren Beweismittel lasse nur den Schluss zu, 

dass unüberwindliche Zweifel an der Verwirklichung des eingeklagten Sachver-

halts verbleiben würden, was einen Freispruch des Beschuldigten vom Vorwurf 

des qualifizierten Raubes zur Folge haben müsse (Urk. 107 S. 30). Dass dem 

nicht zu folgen ist, wird nachfolgend zu zeigen sein. An dieser Stelle ist einzig 

grundsätzlich festzuhalten, dass sich sowohl der Beschuldigte als auch die Privat-

klägerinnen und das Opfer im Rotlichtmilieu bewegten und sich die anklagten Er-

eignisse auch dort abspielten. Wenn die Verteidigung in ihrer Argumentation wie-

derholt auf die Eigenheiten dieses Milieus Bezug nimmt (Urk. 107 S. 6, 13, 14, 20, 

28), ist das daher im Grundsatz richtig. Allerdings ist dabei auch die Vergangen-

heit des Beschuldigten als Teil der organisierten Kriminalität (Prot. II S. 11 f.) so-

wie insbesondere die Tatsache zu berücksichtigen, dass er sich nicht einfach 

(nur) als Freier im Milieu bewegte, sondern bis zu seiner Verhaftung während 

Jahren im Rotlichtmilieu tätig war (Prot. II S. 13 ff., 19) und seine damalige Freun-

din die Tätigkeit von Prostituierten organisierte (Prot. II S. 18 f.). In die Überlegun-

gen einzubeziehen ist daher auch die Möglichkeit, dass es sich beim anklagege-

genständliche Geschehen um einen Überfall handelte, der mit der Konkurrenz un-

ter Prostituierten bzw. Bordellen zu tun hat. 

 3.1 Die Vorinstanz hat die bei der richterlichen Beweis- und Aussagenwürdi-

gung anzuwendenden rechtstheoretischen Grundsätze und Regeln zutreffend 

dargelegt und die bei den Akten liegenden relevanten Beweismittel richtig aufge-

zählt. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 95 S. 10 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

 3.2 Zurecht ging die Vorinstanz zudem davon aus, dass die Aussagen der 

Privatklägerin E._____, von G._____ sowie von H._____ nicht zulasten des Be-

schuldigten verwertbar sind, da die jeweiligen Einvernahmen in Abwesenheit des 

Beschuldigten stattfanden und diesem daher die Möglichkeit, Ergänzungsfragen 

zu stellen, verwehrt blieb (Urk. 3/1; Urk. 7/1; Urk. 8/1; Urk. 95 S. 5). Gleiches gilt 

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ausserdem auch für die Aussagen von I._____, J._____, K._____ und L._____ 

(Urk. 6/1; Urk. 9/7; Urk. 9/8; Urk. 9/9). Ergänzend ist festzuhalten, dass sich aus 

den Aussagen auch nichts ergibt, was sich im Ergebnis zugunsten des Beschul-

digten auswirken würde. Das gilt entgegen der Verteidigung (Urk. 107 S. 6 f., 9f.) 

insbesondere auch für die Aussagen der Privatklägerin E._____ (vgl. E. III.8.2). 

 3.3 Nicht zu Lasten des Beschuldigten verwertbar sind sodann auch seine 

eigenen Angaben aus seiner ersten polizeilichen Einvernahme vom 7. Juni 2016, 

da diese in Verletzung von Art. 131 Abs. 1 StPO ohne die Anwesenheit einer Ver-

teidigung durchgeführt wurde. Gemäss Art. 131 Abs. 1 StPO hat die Verfahrens-

leitung darauf zu achten, dass unverzüglich eine Verteidigung bestellt wird, wenn 

ein Fall einer notwendiger Verteidigung vorliegt. Die Frage der Erkennbarkeit be-

treffend die notwendige Verteidigung orientiert sich an objektiven Massstäben (Ur-

teil des Bundesgerichts 6B_178/2017 vom 25. Oktober 2017 E. 2.6). So muss ei-

ne beschuldigte Person unter anderem dann notwendig verteidigt werden, wenn 

ihr eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr droht (Art. 130 lit. b StPO). Be-

reits zu Beginn der polizeilichen Einvernahme des Beschuldigten vom 7. Juni 

2016 stand fest, dass er unter anderem der Begehung eines bewaffneten Raubes 

verdächtigt wird, was ihm so auch mitgeteilt wurde (Urk. 2/1 S. 1). In Anbetracht 

dessen, dass qualifizierter Raub im Sinne von Art. 140 Ziff. 2 StGB mit einer Min-

deststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht wird, war entsprechend bereits 

zu Beginn jener Einvernahme klar, dass ihm die Bestrafung mit einer Freiheits-

strafe von mindestens einem Jahr drohte. Da ihm trotz der erkennbaren notwen-

digen Verteidigung keine solche zur Seite gestellt wurde und er auf eine Wieder-

holung der Einvernahme nicht verzichtete, unterliegen seine Aussagen, welche er 

im Rahmen jener Befragung tätigte, der Beweisverwertungseinschränkung von 

Art. 131 Abs. 3 StPO und sind entsprechend nicht zu seinen Lasten verwertbar. 

Ergänzend ist festzuhalten, dass sich aus ihnen über die Feststellung hinaus, 

dass der Beschuldigte bereits damals angab, lediglich als Freier und ohne Beglei-

tung vor Ort gewesen zu sein, nichts ergibt, was sich im Ergebnis zu seinen 

Gunsten auswirken würde.  

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 4.1 Zunächst ist auf die vorhandenen objektiven Beweismittel und die vom 

Beschuldigten zumindest zunächst als zutreffend bezeichneten (Urk. 2/4 S. 2), 

von der Verteidigung inhaltlich nicht in Frage gestellten (Urk. 117 S. 18 f.), in jeder 

Hinsicht glaubhaften Aussagen der an der Verhaftung des Beschuldigten beteilig-

ten Polizeibeamten (Urk. 9/1; Urk. 9/3; Urk. 9/5) einzugehen und zu prüfen, wel-

che Rückschlüsse sich daraus auf das Geschehen am Abend des 6. Juni 2016 im 

Bordell C._____ an der D._____-Strasse 1 ziehen lassen. 

 4.2.1 Am 6. Juni 2016 um 17.39 Uhr wurde ein erster Anruf der Nummer 1 

auf dem gelben Mobiltelefon Nokia Lumia, das mit der Nummer 2, welche auf die 

Privatklägerin B._____ registriert war (Urk. 15/9), verzeichnet. Ein weiterer Anruf 

derselben Nummer auf dasselbe Mobiltelefon ging sodann wenig später um 17.41 

Uhr ein (Urk. 15/12 S. 1 f.). Ausgehend vom gelben Nokia Mobiltelefon wurde um 

17.41 Uhr eine SMS-Nachricht mit dem Inhalt "D._____-Strasse 1. ..." an die 

Nummer 1 versandt. Darauf folgte um 18.04 Uhr eine Antwortnachricht dieser 

Nummer, welche wie folgt lautete: "Ich bin in 5 min.dort isch das gut". Nach einem 

"ok", welches um 18.04 Uhr vom gelben Nokia aus verschickt wurde, ging auf 

diesem um 18.08 Uhr eine weitere Antwortnachricht ein. Es wurde geschrieben: 

"Ich bin da welche Stock". Dieser SMS-Wechsel endete sodann mit einer Nach-

richt, welche um 18.08 Uhr vom gelben Nokia Mobiltelefon mit dem Inhalt "1" an 

die Nummer 1 geschickt wurde (Urk. 15/12 S. 3 f.; Urk. 15/13). Während die Pri-

vatklägerin B._____ bestätigte, dass sie diese SMS-Nachrichten geschickt und 

die Anrufe entgegengenommen habe (Urk. 4/2 S. 5 f.), stellt sich die Frage, wer in 

diesem Nachrichtenwechsel ihr Gegenüber war. Im Rahmen der Hausdurchsu-

chung am Wohnort des Beschuldigten vom 8. Juni 2016 wurde aus dem Abfall-

sack in der Küche die Verpackung derjenigen SIM-Karte sichergestellt, welche 

der Telefonnummer 1, von welcher die Anrufe und SMS-Nachrichten an das gelbe 

Nokia Mobiltelefon ausgingen, zuzuordnen ist (Urk. 1/6 S. 4; Urk. 1/9 S. 5, 7 f.; 

Urk. 15/32; Urk. 15/35 S. 3). Diese SIM-Karte mit der entsprechenden Rufnummer 

wurde - wie die Ermittlungen ergaben - erst am Tattag, dem 6. Juni 2016, gekauft, 

registriert und entsprechend auch erst dann eingesetzt (Urk 1/9 S. 5, 7 f.; 

Urk. 15/7) und zwar in ein Mobiltelefon der Marke Acer (Urk. 1/17 S. 6). Dass er 

sich an jenem Tag beim Bordell C._____ mit einer Prepaid-Karte gemeldet habe, 

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welche er zuvor in einem Teleshop an der ...strasse gekauft habe, räumte der Be-

schuldigte ein (Urk. 2/6 S. 2). Allerdings gab er an, nicht mehr zu wissen, um was 

für eine Telefonnummer es sich gehandelt habe (Urk. 2/6 S. 2). Dass er es gewe-

sen sei, welcher die im Rahmen der Hausdurchsuchung vom 8. Juni 2016 sicher-

gestellte SIM-Karten-Verpackung weggeworfen habe und die entsprechende SIM-

Karte eingesetzt habe, räumte er aber wiederum ein (Urk. 2/6 S. 3; Prot. I S. 29; 

Prot. II S. 46). Das habe er gemacht, weil seine Freundin sein Schweizer Handy 

immer kontrolliert habe (Prot. I S. 29). Auch gab er im weiteren Verlauf der Unter-

suchung an, dass er im Bordell C._____ zwei Mobiltelefone auf sich gehabt habe, 

wie dies eigentlich immer der Fall sei. Er habe das Acer und das iPhone bei sich 

gehabt (Urk. 2/9 S. 3). Das Acer habe er auf jeden Fall am Tattag und am Tatort 

bei sich gehabt. Allerdings wisse er nicht, was mit dem Acer Mobiltelefon nach 

seiner Verhaftung passiert sei (Urk. 2/9 S. 3; Prot. II S. 46). Daraus folgt zwang-

los, dass er die eingangs erwähnten Nachrichten und Anrufe zwischen 17.41 Uhr 

und 18.08 Uhr, mit welchen ein Besuch im Bordell C._____ angekündigt wurde, 

auf das Mobiltelefon der Privatklägerin B._____ tätigte oder diese in seiner Anwe-

senheit durch eine weitere Person getätigt wurden, der er sein Mobiltelefon zu 

diesem Zweck übergab. Die Auswertung (vgl. für die Bewilligung Urk. 13/11) der 

Antennenstandorte des Mobiltelefons ergab sodann, dass sich dieses Mobiltele-

fon am 6. Juni 2016 zwischen 17.39.14 Uhr und 18.08.19 Uhr mehrmals in eine 

Antenne an der D._____-Strasse 1, ... Zürich, und somit in der unmittelbaren Nä-

he des Tatorts einwählte (Urk. 2/9 S. 3). In Anbetracht dessen, dass der Beschul-

digte oder eine weitere ihn begleitende Person demnach um 18.08 Uhr mit einem 

in unmittelbarer Nähe des Tatorts eingewählten Mobiltelefon mitteilte, dass er nun 

da sei und sich nur noch nach dem Stockwerk erkundigte, ist davon auszugehen, 

dass der Beschuldigte und eine allfällige Begleitperson die Räumlichkeiten des 

Bordells C._____ ungefähr zu dieser Zeit (und jedenfalls nicht früher) betreten 

haben. Aus dem Umstand, dass die Privatklägerin B._____ zu jenem Zeitpunkt 

auch noch in der Lage war, zurückzuschreiben, geht zudem hervor, dass ein 

Raubüberfall oder eine handgreifliche Auseinandersetzung auch noch nicht im 

Gange war.  

- 14 - 

 4.2.2  Zwischen 18:23 Uhr und 18:26 Uhr (Zeitangabe auf dem Datenträger) 

bzw. zwischen 18:25 Uhr und 18:28 Uhr (Zeitangabe bei den einzelne Tondatei-

en) gingen sodann fünf Notrufe bei der Einsatzzentrale der Polizei ein, die sich 

auf Vorgänge in bzw. vor der Liegenschaft D._____-Strasse 1 in Zürich bezogen. 

Einer dieser Notrufe stammte von einer der Privatklägerinnen, die in gebroche-

nem Deutsch mit osteuropäischem Akzent und teilweise in Englisch u.a. von zwei 

Männern, die gekommen seien, von Geld, "meine friend" und einer Pistole berich-

tete und darum bat, schnell die Polizei vorbeizuschicken. Am Ende des Ge-

sprächs erwähnt sie die herannahende Polizei. Die weiteren vier Notrufe wurden 

von Passanten abgesetzt. Zunächst meldete sich ein Mann, der von zwei Män-

nern berichtete, einer schreie, einer blute. Was genau passiere, wisse er nicht, es 

sehe aus, wie wenn sie sich umarmen würden. Einer könne sich kaum mehr rich-

tig auf den Beinen halten. Eine weitere Frau meldete sich bei der Einsatzzentrale 

und meldete, dass ein Mann blute und um Hilfe schreie bzw. zwei Männer bluten 

würden. Schliesslich riefen noch zwei weitere Frauen an. Die erste erklärte in per-

fektem Deutsch, es renne einer mit einer Waffe herum. Es gebe einen Verletzten 

und auch eine Frau sei blutig gewesen. Schliesslich erwähnt sie, dass die Polizei 

jetzt da sei. Die zweite konnte sich in Deutsch nur schwer verständlich machen 

und erwähnte dann in Englisch, dass es einen Mann mit einer Waffe gebe bzw. 

jemand geschrien habe, es gebe einen Mann mit einer Waffe (Urk. 1/1 S. 3; 

Urk. 14/6). Die vier Notrufe von Passanten weisen darauf hin, dass sich zwischen 

18:23 Uhr und 18:26 Uhr bzw. zwischen 18:25 Uhr und 18:28 Uhr vor der Liegen-

schaft D._____-Strasse 1 Vorgänge abspielten, die auf Unbeteiligte bedrohlich 

wirkten. 

 4.2.3 Gemäss Angaben auf dem Verhaftsrapport wurde der Beschuldigte 

sodann am 6. Juni 2018 um 18.26 Uhr durch Beamte der Stadtpolizei Zürich im 

Hinterhof der Liegenschaft D._____-Strasse 2 aus dem dortigen Buschwerk her-

aus verhaftet (Urk. 20/1). Zuvor waren die in einer Nachbarliegenschaft mit einer 

Hausdurchsuchung beschäftigten Polizeibeamten von einer Frau auf einen Vorfall 

an der D._____-Strasse 1 aufmerksam gemacht worden und deshalb zu dritt 

dorthin gerannt. Die Frau habe um Hilfe gebeten und gesagt, ihr Freund sei am 

Boden und von einem Mann mit Pistole, mit Waffe, gesprochen (Urk. 9/5 S. 3; vgl. 

- 15 - 

auch Urk. 9/1 S. 3 f.; Urk. 9/3 S. 3). Dort angekommen, sahen sie zunächst einen 

blutverschmierten Mann davonrennen, der ihrer Anweisung, sich auf den Boden 

zu legen, aber sofort Folge leistete und von der Frau, welche um Hilfe gebeten 

habe, als ihr Freund bezeichnet wurde. Der Polizeibeamte M._____ blieb dann 

kurz bei diesem Mann, um die Schwere der Verletzungen zu prüfen, und forderte 

ihn dann auf, zurück in die Liegenschaft zu gehen, um aus der Gefahrenzone zu 

sein (Urk. 9/5 S. 4). In der Zwischenzeit verfolgte der Polizeibeamte N._____ den 

Beschuldigten (Urk. 9/5 S. 3 f.). Konkret gab der Polizeibeamte N._____ an, er sei 

durch den Restaurantgarten zurück auf die D._____-Strasse ... gerannt. Dort ha-

be er den blutverschmierten und oben unbekleideten Beschuldigten erstmals ge-

sehen, als dieser auf der Höhe des Restaurantgartens gewesen und davon ge-

rannt sei. Die Frau habe gerufen, dass dies einer der Täter mit der Waffe sei. Der 

Beschuldigte sei dann an der nächsten Liegenschaft vorbei auf einen weiteren 

gebüschartigen Garten zugelaufen. Er habe ihn dann kurz aus den Augen verlo-

ren, habe dann aber im Gebüsch hinter dem Gartenhag etwas rascheln gehört. 

Dann sei er zu ihm hin und habe ihn gesichert. Für ihn sei klar gewesen, dass der 

Beschuldigte vor ihm davonrenne. Er habe den Beschuldigten mit zwecks Eigen-

sicherung gezogener Waffe in Englisch und Deutsch zum Stehenbleiben aufge-

fordert und dabei mehrfach gesagt, dass er Polizist sei. Der Beschuldigte habe 

ihn gehört, denn er habe sich umgedreht und habe ihn angeschaut. Er sei nervös 

gewesen. Vom Gesichtsausdruck her habe er, N._____, auf Alkohol- oder Dro-

genkonsum getippt (Urk. 9/1 S. 3 f.). Nach der Verhaftung habe der Beschuldigte 

- so der Polizeibeamte N._____ - aus dem Mund zu schäumen begonnen und ha-

be, als er zwischendurch mit ihnen geredet habe, gesagt, es habe dort ein liebes 

Meiteli und ein böses Meiteli, und es habe einen Tumult bzw. eine Auseinander-

setzung gegeben (Urk. 9/1 S. 5). Später zurück in der Liegenschaft D._____-

Strasse 1 hätten die beiden Frauen - so der Polizeibeamte M._____ - davon ge-

sprochen, dass mindestens eine Person mit einer Waffe im Haus gewesen sei 

und das Geld gestohlen habe. Der verletzte Mann habe dann zu Hilfe kommen 

wollen und sei verletzt worden. Beide Frauen hätten von Täter mit Messer und 

Täter mit Pistole gesprochen, weshalb er davon ausgegangen sei, dass es sich 

um zwei Täter gehandelt habe. Später habe die schlankere der beiden Frauen 

- 16 - 

den verhafteten Beschuldigten als denjenigen bezeichnet, der sie mit der Pistole 

bedroht habe (Urk. 9/5 S. 4 f.). Der Beschuldigte habe ihm gegenüber angege-

ben, dass er Sex gewollt habe, dass man ihm etwas gegeben und gesagt habe, 

es sei so etwas wie Viagra. Und jetzt sei er verwirrt. Den Kollegen gegenüber ha-

be er, wie er von diesen wisse, von Amphetamin gesprochen (Urk. 9/5 S. 6).  

 4.2.4 Zusammengefasst ist vor diesem Hintergrund davon auszugehen, 

dass der Beschuldigte sich am Abend des 6. Juni 2016 zwischen 18.08 Uhr und 

ca. 18.26 Uhr in bzw. vor der Liegenschaft D._____-Strasse 1 befand, und dass 

sich vor dieser Liegenschaft ab ca. 18:23 Uhr etwas abspielte, das auf Passanten 

so bedrohlich wirkte, dass sie sich gezwungen sahen, die Polizei zu alarmieren. 

Ferner ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte sich eine gewisse Zeit un-

beobachtet im Raum um den Tatort aufgehalten hatte, bevor er vom Polizeibeam-

ten N._____ entdeckt und verfolgt wurde. Die Umstände der Verhaftung des Be-

schuldigten weisen zudem darauf hin, dass dieser sich auf der Flucht befand. 

Hinweise darauf, dass er sich durch den Anblick der nahenden Polizei sicher ge-

fühlt und sich auf die Entspannung einer für ihn unangenehmen und schmerzhaf-

ten Situation freute, fehlen, auch wenn er bereits gegenüber den Polizeibeamten 

angab, als Freier vor Ort gewesen zu sein. Bis zu seinem Zusammenbruch war 

der Beschuldigte sodann in der Lage sich im Tatortraum zu bewegen und zu ren-

nen. Die Privatklägerinnen (von den Polizeibeamten in den Aussagen als Frauen 

bezeichnet) behaupteten sodann ebenfalls bereits damals, es habe ein Raubüber-

fall stattgefunden und beim Beschuldigten handle es sich um einen der Täter. 

 4.2.5 Das zuvor erwähnte Mobiltelefon Acer wählte sich schliesslich um 

18.30.00 in eine Antenne an der O._____-Strasse ... in Glattbrugg ein. Wie die 

Auswertung der Antennenstandorte weiter zeigt, verschob sich dessen Standort 

schliesslich bis um 19.45.11 Uhr an die P._____-Strasse ..., ... Luzern (Urk. 1/17 

S. 11; Urk. 13/14). Die O._____-Strasse ... in Glattbrugg liegt etwas mehr als ... 

Kilometer von der Liegenschaft D._____-Strasse 1 in Zürich entfernt. Die Tatsa-

che, dass sich das Mobiltelefon des Beschuldigten rund 5 Minuten nach Eingang 

der Notrufe bei der Einsatzzentrale Zürich und der Verhaftung des Beschuldigten 

ca. ... Kilometer vom Tatort entfernt in eine Antenne einwählte, legt den Schluss 

- 17 - 

nahe, dass sich neben dem Beschuldigten, dem Geschädigten F._____ und den 

beiden Privatklägerinnen zum Tatzeitpunkt eine weitere Person am Tatort aufge-

halten hatte, die sich kurz vor 18.30 Uhr mit dem, dem Beschuldigten zuzurech-

nenden Mobiltelefon Acer von dort entfernte. 

 4.3.1 Der Beschuldigte, die Privatklägerin B._____ und der Geschädigte 

F._____ wiesen Verletzungen auf, als die Polizei vor Ort eintraf. Sie wurden daher 

zunächst zur ärztlichen Behandlung ins Stadtspital Waid gebracht (Urk. 10/1; 

Urk. 10/3; Urk. 10/6). Anschliessend wurden sie durch das Institut für Rechtsme-

dizin der Universität Zürich begutachtet. Die schwersten Verletzungen wies der 

Geschädigte F._____ auf. Dem Gutachten des IRM zu seiner körperlichen Unter-

suchung vom 28. Juni 2016 ist zu entnehmen, dass sich zum Zeitpunkt der 

rechtsmedizinischen Untersuchung zahlreiche Verletzungen in Form von teilweise 

chirurgisch versorgten Hautdurchtrennungen am behaarten Kopf linksseitig, an 

der rechten Wange, am linken Oberarm, am rechten Unterarm, am rechten Hand-

rücken, am linken Daumen und am Rücken gefunden hätten. Zusätzlich habe er 

gemäss Spitalbericht zahlreiche Quetschrisswunden, Hautabschürfungen und 

Blutergüsse am Kopf linksseitig, an der rechten Halsseite, im oberen Rückenbe-

reich, am Bauch sowie mehrheitlich am rechten Arm aufgewiesen. Zu diesen Ver-

letzungen wurde bemerkt, dass sie allesamt frisch imponieren und sich mit dem 

gegenständlichen Ereigniszeitpunkt in Einklang bringen würden. Weiter geht aus 

diesem Gutachten hervor, dass die Verletzungen an der Stirn linksseitig, an der 

rechten Wange, hinter dem linken Ohr, am linken Oberarm, am rechten Unterarm, 

am rechten Handrücken und am linken Daumen - anhand der Wundbilder, welche 

vor der chirurgischen Versorgung erstellt worden seien, beurteilt - bezüglich ihrer 

Wundmorphologie mit Stich- bzw. Schnittwunden als Folge einer scharfen Ge-

walteinwirkung, z.B. durch ein Messer, zu vereinbaren seien. Weiter könnten die 

stichartigen, oberflächlichen Wunden am Rücken und am Unterbauch rechts ge-

mäss dem Gutachten ebenfalls als Folge einer oberflächlich ritzenden, scharfen 

Gewalteinwirkung mit einem spitzen Gegenstand oder z.B. durch Kratzen mit Fin-

gernägeln entstanden sein. Weitere Verletzungen seien die Folge tangential-

schürfender Gewalt und vereinbar mit einer Entstehung im Rahmen einer körper-

lichen Auseinandersetzung z.B. durch Kratzen mit Fingernägeln, Faustschläge 

- 18 - 

oder ein Anschlagen an einem harten Gegenstand oder Boden entstanden sein 

könnten bzw. die Folge stumpfer Gewalt und z.B. durch starken Druck oder 

Schläge im Rahmen einer körperlichen Auseinandersetzung entstanden. Gewisse 

Verletzungen seien möglicherweise durch Fusstritte und einen Schlag/Druck mit 

einem länglichen Gegenstand oder durch den Abdruck eines Kleidungsstücks 

während des dynamischen Geschehens entstanden. Bei den festgestellten Ver-

letzungen handle es sich unter anderem aufgrund schwerer Erreichbarkeit am 

Rücken am ehesten um eine Fremdbeibringung (Urk. 10/4 S. 6 f.). 

 4.3.2 Aus dem Gutachten des IRM zur körperlichen Untersuchung der Pri-

vatklägerin B._____ vom 20. Juni 2016 geht hervor, dass sich im Rahmen der Un-

tersuchung, welche rund 6 Stunden nach dem Vorfall stattgefunden habe, einzel-

ne Blutergüsse und Hautabschürfungen an beiden Armen sowie Hautabschürfun-

gen an der rechten Bauchseite und eine ritzerartige, oberflächliche Hautabschür-

fung am linken Unterarm gezeigt hätten. Die Blutergüsse wurden als Folgen 

stumpfer Gewalt eingeordnet. So würden eine Entstehung durch starken Druck, 

z.B. durch ein Greifen mit den Händen oder Schlagen möglich erscheinen. Die 

Hautabschürfungen seien Folgen tangential-schürfender Gewalteinwirkung und 

z.B. durch Kontakt mit einer rauen Oberfläche wie dem Boden, z.B. durch Kontakt 

mit einer rauen Oberfläche wie dem Boden, z.B. durch einen Sturz sowie ein 

nachfolgendes Bewegen am Boden im Rahmen einer körperlichen Auseinander-

setzung oder auch durch ein Kratzen mit Fingernägeln entstanden. Weiter wurde 

dargelegt, dass die bereits versorgte Hautdurchtrennung an der linken Hand 

durchaus infolge scharfer Gewalteinwirkung, z.B. durch einen scharfen Gegen-

stand wie ein Messer, entstanden sein könne. Dasselbe gelte auch für den ritzer-

artigen Hautdefekt am linken Unterarm. Auch dieser könne infolge scharfer Ge-

walt im Sinne eines oberflächlichen Anritzens mit einer Messerspitze entstanden 

sein (Urk. 10/2 S. 4 f.). Letztlich wurde bemerkt, dass alle Verletzungen frisch im-

poniert hätten und mit dem Ereigniszeitraum in Einklang gebracht werden könn-

ten. Ausserdem wurde darauf hingewiesen, dass es sich aufgrund der Lokalisati-

on der festgestellten Verletzungen bei der Schnittverletzung an der linken Hand 

am ehesten um eine Abwehrverletzung, z.B. durch ein Hineingreifen in die Mess-

- 19 - 

erklinge, handle. Typische Zeichen für eine Selbstbeibringung lägen jedenfalls 

nicht vor (Urk. 10/2 S. 5). 

 4.3.3 Zum Verletzungsbild des Beschuldigten nach dem Vorfall geht aus 

dem Gutachten des IRM zu seiner körperlichen Untersuchung vom 6. Juli 2016 

hervor, dass sich rund 2 ½ Stunden nach dem geltend gemachten Ereignis zum 

Teil kratzerartige Hautabschürfungen am Rücken, an beiden Oberarmen, am Ge-

sicht, an den Knien, an der linken Hand und am linken Unterschenkel als Folge 

tangentialschürfender Gewalteinwirkung gezeigt hätten. Diese könnten beispiels-

weise durch ein Kratzen mit Fingernägeln im Rahmen eines Gerangels oder 

durch Reiben an einem Gebüsch im Rahmen der Flucht bzw. durch Reiben auf 

einem rauen Untergrund, wie dem Boden z.B. bei einem Sturz, entstanden sein. 

Zusätzlich hätten sich zum Teil streifige und doppelkonturierte Blutergüsse am 

Rücken, am behaarten Kopf und am Gesicht gefunden, welche als Folge stumpfer 

Gewalt interpretiert werden könnten. Eine Entstehung durch Anschlagen, Schla-

gen oder starkes Festhalten während des Ereignisses oder im Rahmen der nach-

folgenden Verhaftung bzw. teilweise (doppelkonturierte Blutergüsse) durch Schlä-

ge oder Druck mit einem länglichen Gegenstand sei möglich. Die Hautrötungen 

am Brustkorb und Bauch könnten sodann durchaus im Rahmen einer chemischen 

Reizung durch das in den Brennhaaren der Brennnesselgewächse befindliche 

Nesselgift entstanden sein. Mit Ausnahme eines am linken Unterschenkel festge-

stellten Blutergusses imponierten alle Verletzungen als frisch und könnten mit 

dem geltend gemachten Ereigniszeitraum in Einklang gebracht werden. Schliess-

lich wurde darauf hingewiesen, dass beim Beschuldigten gemäss dem Spitalbe-

richt zum Zeitpunkt der Untersuchung im Stadtspital Waid eine Amphetamininto-

xikation sowie eine akute Nierenfunktionsstörung vorgelegen hätten (Urk. 10/9 

S. 5). Unter anderem zur Abklärung, welche Substanzen zum Tatzeitpunkt im Blut 

des Beschuldigten nachweisbar waren, wurde durch die Staatsanwaltschaft Zü-

rich-Limmat mit Verfügung vom 7. Juni 2016 ein zunächst mündlich erteilter Auf-

trag zur Untersuchung des am Tattag zwischen 21:20 und 21:45 Uhr sicherge-

stellten (vgl. Urk. 10/12) Bluts und Urins des Beschuldigten schriftlich bestätigt 

(Urk. 10/11). Aus dem in der Folge ausgefertigten pharmakologisch-

toxikologischen Gutachten des IRM vom 12. Juli 2016 geht hervor, dass im Blut 

- 20 - 

des Beschuldigten die Anwesenheit von Amphetamin habe bestätigt werden kön-

nen und dieses für den Zeitraum des Ereignisses als wirksam einzustufen sei 

(Urk. 10/12 S. 2). Hinweise für die Anwesenheit weiterer pharmakologisch oder 

toxikologisch relevanter Fremdstoffe habe ein Screening des Blutes jedoch nicht 

ergeben (Urk. 10/12 S. 3). Im Rahmen eines Ergänzungsgutachtens vom 

6. Oktober 2016 zu diesem ersten pharmakologisch-toxikologischen Gutachten 

vom 12. Juli 2016 wurde zudem ermittelt, dass eine Beeinflussung des Beschul-

digten im Ereigniszeitraum durch GHB, sog. "K.O.-Tropfen" ausgeschlossen wer-

den könne (Urk. 11/18 S. 2), wobei die Gutachter von einem Ereigniszeitpunkt 

zwischen 18:10 Uhr und 18:20 Uhr ausgingen (Urk. 11/18 S. 1) und festhielten, 

dass oral eingenommenes GBL resp. GHB im Blut ca. 6-8 Stunden und im Urin 

ca. 10-12 Stunden nachgewiesen werden könne. Insgesamt könne festgehalten 

werden, dass der Beschuldigte im Ereigniszeitraum weder unter der Wirkung von 

GHB, MDMA, (Ecstasy) noch von Mephedron gestanden habe. So lägen keine 

Hinweise dafür vor, dass er neben Amphetamin unter dem Einfluss weiterer Stoffe 

gestanden habe (Urk. 11/18 S. 3). 

 4.3.4 Das Ergebnis der körperlichen Untersuchungen weist damit zusam-

mengefasst darauf hin, dass die Privatklägerin B._____ und der Geschädigte 

F._____ am 6. Juni 2016 Opfer von Gewalteinwirkungen wurden, wobei Teile der 

Verletzungen beider indizieren, dass zu deren Herbeiführung ein Messer verwen-

det wurde. Sodann weisen auch die Verletzungen des Beschuldigten daraufhin, 

dass er am 6. Juni 2016 im Rahmen des angeklagten Ereignisses und/oder auf 

der Flucht bzw. bei der Verhaftung Gewalteinwirkungen ausgesetzt war. Schnitt-

wunden wies der Beschuldigte allerdings anders als der Geschädigte und die Pri-

vatklägerin nicht auf. Sodann stand er zum Ereigniszeitpunkt nur aber immerhin 

unter dem Einfluss von Amphetaminen. Die Einnahme von GHB (sog. "K.O.-

Tropfen") kann für den Zeitraum von mindestens sechs Stunden vor der Blutent-

nahme um 21:20 Uhr bzw. mindestens 10 Stunden vor der Sicherstellung des 

Urins des Beschuldigten um 21.45 Uhr am Tattag und damit für den Zeitraum des 

Aufenthalts des Beschuldigten im Bordell C._____ am Tattag (vgl. E. III.4.2.4) 

ausgeschlossen werden. Das Ergebnis der Haaranalyse widerspricht dieser 

Schlussfolgerung von vornherein nicht, da die Menge der in den Haaren eingela-

- 21 - 

gerten Stoffe - entgegen der impliziten Annahme der Verteidigung (Urk. 107 

S. 21) - nur Auskunft über den durchschnittlichen Konsum im entsprechenden 

Zeitintervall, nicht aber über den Zeitpunkt und die Dosis der Einzelnen konsu-

mierten Portionen geben (Urk. 11/19 S. 4). Näherer Überlegungen zu den konkret 

festgestellten GHB-Konzentrationen in den Haarproben erübrigen sich vor diesem 

Hintergrund, wobei immerhin angemerkt sei, dass die beim Beschuldigten festge-

stellten niedrigen Werte gemäss gutachterlicher Feststellung auf endogenes GHB 

zurückgeführten werden können (vgl. Urk. 11/19 S. 7).  

 4.4.1 Im Rahmen der Spurensicherung am Tatort wurden u.a. ab der Stras-

se vor der Liegenschaft D._____-Strasse 1 zwei zerrissene, augenscheinlich stark 

mit Blut kontaminierte Wegwerfhandschuhe (Asservat A009'381'515; Urk. 11/2 

S. 12; vgl. auch Urk. 11/12 S. 1), ab der Strasse Ecke D._____-Strasse 1/3 zwei 

Wegwerfhandschuhe (nachfolgend: Wegwerfhandschuh 1 und Wegwerfhand-

schuh 2) mit lokal wenigen blutverdächtigen Anhaftungen (Asservat 

A009'381'548; Urk. 11/2 S. 12; vgl. auch Urk. 11/12 S. 2 ff.) und im Bordell 

C._____ im Korridor vor den Zimmern A und B zwei kleine Stücke eines Weg-

werfhandschuhs und im Reduit am Boden die Fingerkuppe eines Wegwerfhand-

schuhs (Asservat A009'381'253; Urk. 11/2 S. 9 f.) gefunden. Hinsichtlich des Blu-

tes auf den zerrissenen Wegwerfhandschuhen wurden der Beschuldigte, die Pri-

vatklägerin B._____ und die Privatklägerin E._____ im Bericht zur Auswertung 

von DNA-Spuren des IRM vom 14. September 2016 als Spurengeber ausge-

schlossen. Demgegenüber zeigte sich eine vollkommene Übereinstimmung mit 

dem DNA-Profil des Geschädigten F._____ (Urk. 11/16 S. 2). Bei der Auswertung 

der Blutanhaftungen am Wegwerfhandschuh 1 zeigte sich gemäss diesem Bericht 

bezüglich zweier Blutanhaftungen das gleiche Resultat. Zwei weitere blutverdäch-

tige Anhaftungen wurden dem DNA-Profil der Privatklägerin B._____ zugeordnet; 

der Beschuldigte wurde als Spurengeber ausgeschlossen. Stichproben ab der 

aussenseitigen Oberfläche des Wegwerfhandschuhs 1 zeigten ein komplexes 

DNA-Mischprofil, zu welchem gemäss Bericht mindestens vier Personen beige-

tragen hatten. Während die Merkmale des DNA-Profils der Privatklägerin E._____ 

in diesem komplexen Mischprofil nicht enthalten seien, konnten der Beschuldigte, 

der Geschädigte F._____ sowie die Privatklägerin B._____ als anteilige Spuren-

- 22 - 

geber nicht ausgeschlossen werden. Der vierte anteilsmässige Spurengeber blieb 

unbekannt. Die Stichprobe aber der Innenseite des Wegwerfhandschuhs 1 führte 

zu einem inkompletten komplexen DNA-Mischprofil, das als nicht verwertbar beur-

teilt wurde (Urk. 11/16 S. 2 f.; vgl. auch Urk. 11/12). Die Blutanhaftungen ab dem 

Wegwerfhandschuh 2 konnten wiederum dem Geschädigten F._____ zugeordnet 

werden, während der Beschuldigte, die Privatklägerin B._____ und die Privatklä-

gerin E._____ als Spurengeber ausgeschlossen wurden. Die Stichproben der 

Aussen- und der Innenseite des Wegwerfhandschuhs 2 ergaben dagegen kom-

plexe DNA-Mischprofile, die als nicht verwertbar beurteilt wurden (Urk. 11/16 S. 3 

f.). Schliesslich liess sich am Spurenasservat ab der Fingerkuppe eines Wegwerf-

handschuhs (Asservat A009'381'731; Urk. 11/2 S. 10) ein DNA-Mischprofil nach-

weisen. Diesbezüglich liess sich der Geschädigte F._____ und die Privatklägerin 

B._____ als anteilige Spurengeber nicht ausschliessen; der Beschuldigte und die 

Privatklägerin E._____ wurden als anteilsmässige Spurengeber ausgeschlossen. 

Weitere schwach ausgeprägte DNA-Merkmale seien nicht interpretierbar 

(Urk. 11/16 S. 4).  

 4.4.2 Die Tatsache, dass zwei Paar Wegwerfhandschuhe, davon eines zer-

rissen, und drei kleine Stücke eines Wegwerfhandschuhs gefunden wurden, die 

über die Blutanhaftungen mit dem Geschädigten F._____ und der Privatklägerin 

B._____ in Verbindung gebracht werden können, legt nahe, dass beide Paare bei 

dem Gegenstand der Anklage bildenden Geschehen getragen worden sind. Fer-

ner indizieren die Blutanhaftungen auf den Handschuhen, dass der Träger der 

zerrissenen, stark mit dem Blut kontaminierten Handschuhe relativ intensiven 

körperlichen Kontakt mit dem bereits relativ stark blutenden Geschädigten 

F._____ hatte, während der Träger der anderen Handschuhe zwar ebenfalls kör-

perlichen Kontakt mit dem blutenden Geschädigten F._____ und der blutenden 

Privatklägerin B._____ hatte, allerdings einen weniger intensiven bzw. zu einem 

Zeitpunkt, in dem insbesondere der Geschädigte F._____ noch eher schwach blu-

tete. Wer die Handschuhe getragen hat, lässt sich dagegen aufgrund der Ergeb-

nisse der DNA-Analysen nicht entscheiden. Immerhin weist die Tatsache, dass 

zwei Paar Handschuhe gefunden wurden daraufhin, dass zwei Personen mit sol-

chen ausgerüstet waren. Die Untersuchungen an der aussenseitigen Oberfläche 

- 23 - 

des Wegwerfhandschuhs 1 zeigen sodann, dass nebst dem Geschädigten und 

den Privatklägerinnen auch der Beschuldigte und eine weitere Person mit dem 

Wegwerfhandschuh 1 in Kontakt gekommen waren. Dass sich bei keinem der 

Handschuhe Hinweise auf einen weiteren, unbekannten Spurengeber zeigen, wie 

die Verteidigung geltend macht (Urk. 107 S. 27), ist folglich unzutreffend. 

 4.4.3 Beim Beschuldigten, der Privatklägerin B._____ und dem Geschädig-

ten F._____ wurde sodann jeweils ab beiden Händen Fingernagelschmutz si-

chergestellt (Urk. 11/2 S. 16, 18 ff.; Urk. 11/8 S. 1). Eine Auswertung des Finger-

nagelschmutzes des Beschuldigten führte gemäss dem entsprechenden Bericht 

des IRM vom 9. August 2016 zur Erkenntnis, dass dieser einerseits bluthaltig ge-

wesen sei und sich andererseits an beiden Asservaten je dasselbe DNA-

Mischprofil habe nachweisen lassen. Während die beiden Privatklägerinnen ge-

mäss dem IRM diesbezüglich als Spurengeberinnen ausgeschlossen werden 

könnten, seien die DNA-Profile des Beschuldigten sowie des Geschädigten 

F._____ lückenlos in jenem DNA-Mischprofil enthalten (Urk. 11/8 S. 1 f.). Demge-

genüber zeigte die Auswertung des beim Geschädigten F._____ sichergestellten 

Fingernagelschmutzes, dass dieser ebenfalls bluthaltig gewesen sei, sich darin 

aber lediglich DNA-Material mit seinem eigenen DNA-Profil befunden habe 

(Urk. 11/17 S. 5). Beim ab den Händen der Privatklägerin B._____ sichergestell-

ten ebenfalls bluthaltigen Fingernagelschmutz wurde hingegen neben ihrem eige-

nen DNA-Material auch solches des Geschädigten F._____ festgestellt 

(Urk. 11/17 S. 6 f.). Der Beschuldigte und die Privatklägerin B._____ kamen folg-

lich mit ihren Fingerkuppen/-nägeln in Kontakt mit dem Geschädigten F._____.  

 4.5 Unweit der Stelle, an welcher der Beschuldigte festgenommen wurde, 

entdeckte ein Polizeihund sodann eine Sonnenbrille mit Schweizerkreuzen an der 

Seite (Urk. 1/4 S. 3; Urk. 1/5 S. 5 f.; Urk. 15/30). Ein zweites Exemplar derselben 

Sonnenbrille mit Blutanhaftungen, jedoch ohne Brillengläser, und ein Brillenglas 

wurden ab der Strasse vor der Liegenschaft D._____-Strasse 1 sichergestellt 

(Urk. 1/14 S. 8, 12). Auf diesem zweiten Brillengestell befanden sich DNA-Spuren 

eines komplexen Mischprofils für welches der Beschuldigte und der Geschädigte 

F._____ als anteilige Spurengeber nicht ausgeschlossen werden können 

- 24 - 

(Urk. 11/17 S. 2). Diese Tatsache legt nahe, dass diese Sonnenbrille bei dem 

Gegenstand der Anklage bildenden Geschehen getragen wurde und nebst dem 

Geschädigten F._____ auch der Beschuldigte mit dieser in Kontakt kam. Ferner 

lässt der Umstand, dass zwei identische Brillen gefunden wurden, vermuten, dass 

zwei Personen mit solchen ausgerüstet waren. 

 4.6 Aus dem Spurenbericht des FOR vom 14. Juni 2016 geht sodann her-

vor, dass in den Räumlichkeiten der Wohnung einige wenige Blutspuren gefunden 

wurden, wobei es sich mehrheitlich um Tropfspuren am Boden und in Bodennähe, 

an den Wänden sowie um Kontaktspuren an der Tür zum Reduit und im Bereich 

der Eingangstür gehandelt habe. Weitere Blutspuren fanden sich ausserhalb der 

Wohnung im Korridor im 1. Stock, entlang der Treppe ins Parterre und schliess-

lich im Korridor im Parterre und vor der Liegenschaft, wobei das meiste Blut im 

Bereich der Hauseingangstür - teilweise mit Lachenbildung - und im anschlies-

senden Korridor zu finden war. Im Korridor im Parterre befanden sich auch viele 

Blutspuren an den Wänden (Urk. 11/2 S. 3). Gemäss überzeugender Einschät-

zung des FOR zeigten diese Spuren in der Wohnung keine grosse Dynamik des 

Tatgeschehens und dürfte sich das Hauptgeschehen im Bereich der Hausein-

gangstüre und im anschliessenden Korridor abgespielt haben (Urk. 11/2 S. 5).  

 4.7 Anlässlich seiner Verhaftung trug der Beschuldigte in seiner Hosenta-

sche Bargeld (CHF 720.–; Euro 60.–), ein iPhone 5 sowie ein schwarzes und ein 

gelbes Nokia Mobiltelefon mit sich (Urk. 15/29; Urk. 1/3 S. 3 f.). Gemäss seiner 

eigenen Aussage gehört jedoch einzig das iPhone 5 ihm (Urk. 2/1 S. 3; Prot. I 

S. 29), was sich mit der Aussage der Privatklägerin B._____ in Übereinstimmung 

bringen lässt, wonach es sich bei den beiden Nokia Mobiltelefonen um die Ge-

schäftstelefone des Bordells C._____ handle (Urk. 4/1 S. 4; Urk. 4/2 S. 7). Beim 

gelben Nokia Mobiltelefon handelte es sich denn auch um jenes, auf welchem bis 

18.08 Uhr die bereits erwähnten Telefonanrufe und SMS-Nachrichten ab dem 

Mobiltelefon des Beschuldigten eingegangen waren (vgl. E. III.4.2.2). Darüber, 

wie die Mobiltelefone in die Hosentasche des Beschuldigten kamen, gehen die 

Aussagen auseinander. Die Privatklägerin B._____ gab in dieser Hinsicht an, die-

se beiden Nokia Telefone seien ihnen gestohlen worden (Urk. 4/1 S. 7; Urk. 4/2 

- 25 - 

S. 7; Urk. 4/3 S. 10). In der Wohnung habe einer der Täter sie aufgefordert, alle 

Telefone zu ihm zu bringen. Sie habe ihr iPhone dann wieder nehmen dürfen, die 

übrigen Telefone hätte er aber behalten (Urk. 4/1 S. 4). Der Beschuldigte macht 

geltend, man habe ihm diese Mobiltelefone ohne sein Wissen in seine Hosenta-

schen gesteckt; er habe dies aufgrund der verabreichten KO-Tropfen nicht be-

merkt. Im Rahmen des Berufungsverfahrens liess der Beschuldigte vor diesem 

Hintergrund den Beweisantrag stellen, es seien diese anlässlich seiner Festnah-

me in seinen Hosentaschen vorgefundenen Mobiltelefone auf seine Fingerabdrü-

cke hin zu untersuchen (Urk. 96 S. 3 f.). Allerdings würde das Fehlen von Finger-

abdrücken des Beschuldigten nicht indizieren, dass der Beschuldigte die Mobilte-

lefone nicht selber behändigte und in seine Hosentasche steckte, da am Tatort 

unter anderem Einweghandschuhe sichergestellt wurden, bezüglich welcher nach 

dem Erwogenen zudem naheliegt, dass sie bei dem Gegenstand der Anklage bil-

denden Geschehen getragen worden sind (vgl. E. III.4.4.2). Da sich eine solche 

Spurenuntersuchung somit für den Beschuldigten unabhängig vom Ergebnis nicht 

entlastend auswirken würde, ist darauf zu verzichten. Es bleibt damit bei der 

Feststellung, dass der Beschuldigte anlässlich seiner Verhaftung zwei Geschäfts-

telefone des Bordells C._____ auf sich trug.  

 4.8 Der Beschuldigte wurde mit schwarzen Hosen bekleidet und mit nack-

tem Oberkörper aufgegriffen (vgl. Urk. 1/13 S. 61). Er hatte sich - wie sich aus 

den Zeugenaussagen des Polizeibeamten N._____ ergibt - bereits "oben ohne" 

rennend vom Tatort zu entfernen versucht (Urk. 9/1 S. 4). Nebst den Kleidern und 

Gegenständen, die der Beschuldigte bei seiner Verhaftung auf sich trug, wurden 

ihm (damals mutmasslich) zuzurechnende Gegenstände unweit des Eingangs 

des Bordells C._____ draussen auf dem Boden gefunden. Die diesbezügliche Fo-

tografie zeigt einen schwarzen Stoffhaufen und ein blau/weisses Vierecktuch 

(Urk. 1/2 S. 3; Urk. 1/13 S. 9). Der Polizeibeamte M._____ gab als Zeuge an, er 

habe die Kleider spurenkundlich in einen Sack gepackt. Ferner ergibt sich aus 

seinen Aussagen, dass es sich beim Fundort der Kleider um den Ort handelt, wo 

der Geschädigte F._____ von der Polizei zunächst zu Boden beordert worden war 

(Urk. 9/5 S. 5). Dass Bekleidung oder andere dem Beschuldigten zuzurechnende 

persönliche Gegenstände im Bordell C._____ gefunden worden wären, geht we-

- 26 - 

der aus dem Sicherstellungsbericht und der dazugehörigen Fotodokumentation 

noch aus den Aussagen der an der Aktion beteiligten Polizeibeamten hervor 

(Urk. 9/1-6). 

 4.9 Inwiefern sich die Aussagen des Beschuldigten einerseits und die Aus-

sagen des Geschädigten F._____ sowie der Privatklägerin B._____ andererseits 

mit diesen Erkenntnissen in Einklang bringen lassen, wird nachfolgend zu prüfen 

sein. 

 5.1.1 Der Beschuldigte gesteht wie erwähnt ein, sich am 6. Juni 2016 zur 

anklagerelevanten Zeit im Bordell C._____ an der D._____-Strasse 1 aufgehalten 

zu haben, behauptet aber, als Kunde vor Ort gewesen und dann in eine Sache 

verwickelt worden zu sein, mit der er nichts zu tun gehabt habe. Im Einzelnen gab 

er anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Hafteinvernahme vom 8. Juni 2016 an, 

er habe das Bordell zuvor telefonisch kontaktiert (Urk. 2/2 S. 2). Er hätte dort um 

16.00 Uhr einen Termin gehabt, erschienen sei er dann da aber erst um ca. 

16.40 Uhr (Urk. 2/2 S. 3). Auf die Frage, woher er das Etablissement gekannt ha-

be, gab er an, dass er früher Escort gefahren sei und wisse, wo Polenmädchen 

seien. Die Adresse habe er im ... erfahren (Urk. 2/2 S. 4). Weiter gab er zum Club 

C._____ an, dass sie dort Poppas und Viagra verkaufen würden. Er selbst habe 

Fr. 50.– für eine Tablette Viagra bezahlt (Urk. 2/2 S. 2). Für die Dienstleistung hät-

ten sie Fr. 200.– und zusammen mit der Tablette Fr. 250.– vereinbart. Insgesamt 

habe er Fr. 1'000.– auf sich gehabt (Urk. 2/2 S. 3). Am fraglichen Abend sei ihm 

das Viagra dann mit Wasser zubereitet überreicht worden. Eine halbe Stunde 

später habe er dann nichts mehr gewusst und Schreie gehört (Urk. 2/2 S. 2). Wei-

ter erklärte er, dort bei einer "jungen und netten Menschin" im ersten Zimmer links 

gewesen zu sein. Sie habe ihm gesagt, er solle nicht so viel sprechen, sonst wür-

de er das Bewusstsein verlieren. Er sei total vertrocknet gewesen. Irgendwann 

habe er Schreie gehört und sie hätten das Zimmer verlassen. Dann habe er ge-

sehen, wie sich zwei Männer geprügelt hätten. Es habe auch Blut gegeben und 

die Männer seien verletzt gewesen. Eine dicke Frau habe ihn die Treppe herunter 

gestossen. Er habe wegrennen wollen, was ihm aber nicht gelungen sei. Er sei 

denn auch im Krankenwagen fast gestorben. Er habe nicht einmal mehr stehen 

- 27 - 

können. Im Krankenhaus habe man dann festgestellt, dass er unter dem Einfluss 

von Amphetamin stehe und zu nichts fähig sei. Weiter gab er an, die Frauen hät-

ten ihn im Bordell noch angezogen und ihm irgendwelche Handys hineingesteckt. 

Sein iPhone und seine Brieftasche würden aber fehlen (Urk. 2/2 S. 3). Ergänzend 

gab er sodann an, dass er dem anderen gesagt habe, dass er verletzt sei und ei-

nen Krankenwagen rufen solle. Ihm habe man zugerufen, er solle weglaufen. Er 

habe aber nicht einmal mehr laufen können (Urk. 2/2 S. 3). Als ihm dann vorge-

halten wurde, dass er gemäss den Angaben der Polizei davongerannt sei, gab er 

an, dass er nicht einmal mehr habe laufen können. Er sei einfach umgefallen. Er 

könne sich aber nicht mehr genau erinnern, da er dermassen unter Drogen ge-

standen sei. Er habe fast das Bewusstsein verloren (Urk. 2/2 S. 3). Eine Faust-

feuerwaffe habe er nicht bei sich gehabt und es sei auch keine solche auf ihn ein-

gelöst (Urk. 2/2 S. 4). Er habe am Montag nicht geblutet, der andere Mann aber 

schon. Auf entsprechende Frage gab er sodann an, er habe diesen Mann am Arm 

gehalten (Urk. 2/2 S. 4). Ferner erwähnte er, er habe mit der jungen Frau geschla-

fen (Urk. 2/2 S. 4).  

 5.1.2 Eine weitere Einvernahme des Beschuldigten fand am 14. Juli 2016 

statt. Gleich zu Beginn der Befragung machte der Beschuldigte auf die Frage 

nach seinem Drogenkonsum geltend, täglich bzw. drei bis vier Mal pro Woche 

verschiedene Drogen einzunehmen, u.a. seit zwei Jahren täglich 3 bis 5 Gramm 

Amphetamine (Urk. 2/3 S. 2; vgl. auch Urk. 2/7 S. 3 f.). Weiter blieb er dabei, ins 

Bordell C._____ gegangen zu sein, um zu einer Prostituierten zu gehen (Urk. 2/3 

S. 3, vgl. auch S. 4). Wann er am 6. Juni 2016 nach Zürich gekommen sei, wisse 

er nicht; er sei damals auf Drogen gewesen. Er sei wohl mit dem Zug oder Bus 

gekommen (Urk. 2/3 S. 3). Auf die Aufforderung, chronologisch und detailliert zu 

schildern, wie er in den Salon gekommen sei und was sich dann ereignet habe, 

gab er an, noch zu wissen, dass er angekommen sei, bezahlt habe und dann zum 

jungen Mädchen ins Zimmer gegangen sei. Vom weiteren Verlauf wisse er nur 

noch, dass er Schreie gehört habe. Er habe hinausgehen wollen, aber das Mäd-

chen habe gesagt, er solle liegen bleiben, weil er sonst Kräfte verliere. Er habe 

auch gefragt, was sie ihm gegeben habe, dass er so schwach sei. Er habe dann 

Schreie gehört und sei hinaus gegangen. Dort habe er zwei Männer gesehen. Die 

- 28 - 

dicke Frau habe dann zu ihm gesagt, er müsse Fr. 3'000.– bezahlen. Er habe ge-

sagt, dass er das nicht machen würde, er wisse nicht, weshalb. Auch habe er ihr 

gesagt, sie solle die Polizei rufen. Er sei dann zu den Männern gegangen und ha-

be sie auseinanderbringen wollen. Auf seinen Hosen und Schuhen habe er dann 

plötzlich viel Blut gesehen. Einer der Männer habe ein Messer gehabt, welches er 

mit der Hand wegzumachen versucht habe. Anschliessend habe der Mann ge-

sagt, er solle davonrennen, er hätte jemanden umgebracht. Da er gedacht habe, 

dass das stimme, sei er ein paar Meter weggelaufen (Urk. 2/3 S. 4). Weiter er-

gänzte er, dass die dicke Frau zu ihm gesagt habe, er habe jemanden mit einer 

Waffe umgebracht oder so (Urk. 2/3 S. 4). Wenn die Frau sage, er habe sie brutal 

geküsst, dann sei das gelogen. Sie hätten sich normal geküsst, als er bei ihr ge-

wesen sei. Sie hätten Sex miteinander gehabt. Er habe auch keine Waffe dabei-

gehabt (Urk. 2/3 S. 5).  

 5.1.3 Am 10. August 2016 wurde dem Beschuldigte Gelegenheit gegeben, 

u.a. zu den Aussagen der Privatklägerin B._____ in der Konfrontationseinver-

nahme Stellung zu nehmen, wobei er diese als Lüge bezeichnete. Nach dem 

Grund gefragt, weshalb diese hätte lügen sollen, gab er an, dass sie wahrschein-

lich habe vertuschen wollen, was an der D._____-Strasse ... wirklich mit den Kun-

den passiere. Sie habe wahrscheinlich verschweigen wollen, dass die Kunden 

statt Viagra andere Drogen erhalten würden, so wie ihm dies passiert sei. Das er-

kläre auch, weshalb sie so viel Geld verdienen würden. Sie hätten von ihm ja ne-

ben der Bezahlung der Liebesdienste noch die Bezahlung von Fr. 3'000.– ver-

langt. Er habe ja mit der Polizei gedroht. Er habe immer wieder gesagt, sie solle 

die Polizei rufen. Er habe ja selber viele blaue Flecken gehabt, was er heute noch 

nicht verstehe. Er sei ja vor Ort zusammengebrochen. Er sei ja nicht wirklich da-

von gerannt. Er habe Schaum vor dem Mund gehabt. Er sei ja schon recht kritisch 

gewesen. Dann sei im Spital festgestellt worden, dass er Drogen intus gehabt ha-

be. Allein komme er ja nicht in so einen Zustand, da müssten die ihm schon etwas 

gegeben haben (Urk. 2/4 S. 3). 

 5.1.4 Im Rahmen der Schlusseinvernahme vom 23. Januar 2013 stritt er die 

ihm gemachten Vorwürfe nach wie vor ab (Urk. 2/9 S. 10) und blieb dabei, alleine 

- 29 - 

im Bordell C._____ gewesen zu sein (Urk. 2/9 S. 4). Überdies stellte er auf ent-

sprechenden Vorhalt auch in Abrede, zum fraglichen Zeitpunkt Handschuhe ge-

tragen zu haben (Urk. 2/9 S. 2). Was das Mobiltelefon Acer betreffe, habe es viel-

leicht jemand aus dem Club mitgenommen (Urk. 2/9 S. 2). 

 5.1.5 Vor Vorinstanz bestätigte der Beschuldigte wiederum, dass er das 

Bordell ausgesucht und dort mit einem Mädchen in einem Zimmer Sex gehabt 

habe. Nach dem Sex sei ihm schlecht geworden. Er sei dann aus dem Zimmer 

und die Treppe hinuntergestossen worden. Er wisse noch, dass er da zuerst noch 

jemandem habe helfen wollen. Danach sei er ohne T-Shirt auf die Strasse gegan-

gen und sei dann durch die Polizei verhaftet worden. Ausserdem gab er an, dass 

er noch wisse, dass es einen Streit gegeben habe und er dazwischen gegangen 

sei. Dass er aber eine Waffe dabei gehabt habe, bestritt er weiterhin (Prot. I 

S. 19). Zudem bestritt er, jemanden geschlagen zu haben. Er sei nicht einmal in 

der Lage gewesen, auf eigenen Beinen zu stehen. Ausserdem wiederholte er, 

dass von ihm Fr. 3'000.– verlangt worden seien. Diesbezüglich präzisierte er auf 

Nachfrage, dass jene Frau, bei welcher er nicht gewesen sei, zu ihm ins Zimmer 

gekommen sei und gesagt habe, dass er jemanden verletzt habe. Aus diesem 

Grund solle er Fr. 3'000.– bezahlen. Andernfalls würden sie die Polizei rufen. Das 

sei noch vor der Schlägerei gewesen. Die Zahlung habe er aber verweigert 

(Prot. I S. 20). Im weiteren Verlauf der Einvernahme wurde er aufgefordert, zu 

schildern, was er noch vor der Schlägerei wahrgenommen habe. Daraufhin gab er 

an, nur zu wissen, dass er irgendetwas getrunken habe. Etwa 10 bis 15 Minuten 

später sei ihm schlecht geworden. Er habe gewusst, dass etwas nicht gestimmt 

habe. In jenem Moment sei die andere Frau gekommen und habe gesagt, er solle 

Fr. 3'000.– bezahlen. Dann sei er ohne T-Shirt aus dem Zimmer hinausgegangen 

und da sei dann die Schlägerei gewesen (Prot. I S. 22). Gegen Ende der Einver-

nahme wurde der Beschuldigte sodann auch durch die Referentin noch einmal 

befragt. Zu jenem Zeitpunkt schilderte er den Ablauf dann so, dass sie gesagt hät-

ten, er müsse schnell aus dem Zimmer hinaus gehen, ohne T-Shirt. Als er dann 

hinausgegangen sei, sei da dieser Streit gewesen. In jenem Moment habe die 

Droge zu wirken begonnen, so dass er überhaupt nicht gewusst habe, was da 

- 30 - 

wirklich passiert sei. Er wisse nur, dass er die Treppe hinunter und dann aus dem 

Bordell gegangen sei (Prot. I S. 29 f.). 

 5.1.6 Im Rahmen seiner Befragung anlässlich der Berufungsverhandlung 

wiederholte der Beschuldigte zusammengefasst, dass er sich als Freier in das 

Bordell an der D._____-Strasse 1 begeben habe. Er habe vorgängig im Bordell 

angerufen und sich nach einem freien Termin erkundigt (Prot. II S. 29 f.). Im Bor-

dell sei er dann mit einer der Prostituierten in ein Zimmer gegangen. Dort sei ihm 

eine andere Substanz als das angebliche Viagra verabreicht worden, worauf ihm 

schlecht geworden sei. Er habe dann einen Krach gehört und darauf das Zimmer 

verlassen. Dabei sei er Zeuge einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen zwei 

Männern geworden. Ein Messer habe er dabei nicht gesehen. Er sei auch ir-

gendwie kurz in die Tätlichkeit geraten. Ferner sei er von der dicken Frau die 

Treppe hinuntergestossen worden (Prot. II S. 29 ff.).  

 5.2 Was die Glaubwürdigkeit des Beschuldigten betrifft, ist zu berücksichti-

gen, dass er als direkt vom vorliegenden Verfahren Betroffener ein zwar legitimes 

aber dennoch erhebliches Interesse daran haben dürfte, die Geschehnisse in ei-

nem für ihn günstigen Licht darzustellen. Entscheidend für den Ausgang des Ver-

fahrens ist allerdings nicht seine Stellung im Verfahren und die daraus folgenden 

(theoretischen) Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit, sondern der materielle Gehalt 

seiner Aussagen.  

 5.3.1 Insofern ist zunächst festzuhalten, dass seine Darstellung, als Freier 

vor Ort gewesen zu sein, nicht von vornherein unglaubhaft ist, zumal er sich in 

den Tagen vor dem ihm vorgeworfenen Raubüberfall tatsächlich im Internet über 

verschiedene Dienstleistungen im Sexgewerbe und insbesondere auch solche 

des Bordells C._____ erkundigte. So wurde im Rahmen der Hausdurchsuchung 

vom 8. Juni 2016 am Wohnort des Beschuldigten unter anderem ein iPhone 6S 

mit der Rufnummer 3 sichergestellt (Urk. 15/32; Urk. 15/33 S. 3). Zwar ist diese 

Rufnummer auf die Freundin des Beschuldigten, H._____, registriert (Urk. 1/9 

S. 8), diese erklärte jedoch, dass das Telefon dem Beschuldigten gehöre (Urk. 1/9 

S. 8). Die Auswertung dieses Mobiltelefons ergab, dass (mutmasslich) der Be-

schuldigte am Tag vor der Tat, am 5. Juni 2016, im Rahmen eines What'sApp 

- 31 - 

Chats mit dem Teilnehmer mit der Telefonnummer 4 über eine 19-jährige polni-

sche Prostituierte unterhielt, welche in Zürich ... arbeite, alles mit sich machen 

lasse und insbesondere auch alles "ao" mache. Ausserdem war von einem Preis 

von Fr. 250.– pro Stunde die Rede (Urk. 1/12 S. 5; Urk. 15/15). Zudem geht aus 

dieser Auslesung hervor, dass der Beschuldigte am 28. Mai 2016 mittels der ...i-

App mehrere Anzeigen der Homepage ... besuchte. Unter anderem sah er sich 

dort ein Inserat an, welches "Total full service… ganze Nacht … 1000fr. …!! Su-

per schlanke teeny aus Polen!! Schlucken!! Viagra und Poppers, Fetisch, Zürich" 

anbot. Ausserdem war dieses Angebot mit der Telefonnummer 5 versehen 

(Urk. 15/15). Diese Telefonnummer stimmt mit derjenigen des schwarzen Mobilte-

lefons Nokia Lumia überein, welches anlässlich der Verhaftung des Beschuldigten 

aus dessen Hosentasche sichergestellt wurde (Urk. 1/3 S. 3 f.; Urk. 1/9 S. 6; 

Urk. 15/29). Die Rufnummer war auf eine Q._____ registriert (Urk. 15/8), es wur-

de jedoch im Studio C._____ als Geschäftstelefon und so unter anderem auch 

durch die Privatklägerin E._____ verwendet (Urk. 1/9 S. 6 f.). Weiter ergab die 

Auslesung dieses Mobiltelefons des Beschuldigten, dass er diese Nummer des 

C._____ Studios am 28. Mai 2016 rund zwei Minuten, nachdem er das Inserat 

aufgerufen hatte, auch wählte und es zu einem Telefonat von rund einer halben 

Minute gekommen ist (Urk. 1/12 S. 5; Urk. 15/15). Das Inserat des C._____ Stu-

dios war jedoch nicht das einzige auf ..., welches er an jenem Abend aufrief. Zu-

dem wählte er vor derjenigen des C._____ Studios auch andere solchen Insera-

ten zuzuordnende Nummern (Urk. 1/12 S. 5; Urk. 15/15). Allerdings folgt aus der 

Tatsache, dass der Beschuldigte unabhängig vom inkriminierten Ereignis erwie-

senermassen an sexuellen Dienstleistungen auch von Prostituierten im Bordell 

C._____ interessiert war auch nicht zwingend, dass er das Bordell C._____ am 

Tattag deshalb aufsuchte. Gleiches gilt für den Umstand, dass der Beschuldigte 

bereits bei der Verhaftung erklärte, als Freier vor Ort gewesen zu sein, zumal es - 

die Anklage als wahr unterstellt - zum Plan der Täter gehörte, sich als angebliche 

Freier Zutritt zum Bordell C._____ zu verschaffen, womit eine entsprechende 

Schutzbehauptung für einen allfälligen Täter auf der Hand lag. Anlässlich seiner 

Verhaftung trug der Beschuldigte in seiner Hosentasche Bargeld (CHF 720.–; Eu-

ro 60.–), ein iPhone 5 sowie ein schwarzes und ein gelbes Nokia Mobiltelefon mit 

- 32 - 

sich (Urk. 15/29; Urk. 1/3 S. 3 f.). Seine Angaben erweisen sich im Einzelnen 

denn auch nicht zuletzt im Licht der objektiven Beweismittel nicht als überzeu-

gend. 

 5.3.2 So ist nach dem Erwogenen (E. III. 4.2) davon auszugehen, dass er 

am 6. Juni 2016 nicht vor 18.08 Uhr im Bordell C._____ eintraf und sich dort nicht 

einmal zwanzig Minuten aufhielt. Entsprechend unwahrscheinlich ist es allein auf-

grund der zeitlichen Gegebenheiten, dass er, als es zur Auseinandersetzung in 

der Wohnung kam, in einem der Zimmer lag, nachdem er zuvor von der Privatklä-

gerin E._____ bedient worden war und zusätzlich Drogen verabreicht erhalten 

hatte. Dessen war er sich offensichtlich bewusst und legte sein Eintreffen im Bor-

dell C._____ auf einen besser zu seiner Darstellung passenden, aber erwiese-

nermassen falschen Zeitpunkt, nämlich 16.40 Uhr, fest. Der Beschuldigte stand 

im Tatzeitraum zudem zwar erwiesenermassen unter Drogeneinfluss, allerdings 

nicht unter dem Einfluss irgendwelcher Drogen, sondern einzig unter dem Einfluss 

von Amphetaminen (E. III. 4.3.3 f.), die er - wie er einräumte (Urk. 2/3 S. 2) - da-

mals täglich selber konsumierte. Dafür, dass ihm ohne sein Wissen im Bordell 

C._____ zusätzlich Amphetamine verabreicht wurden, spricht nichts, zumal nicht 

einzusehen ist, welchen Vorteil ein solches Vorgehen für die Prostituierten bzw. 

das Bordell hätte haben sollen. Vielmehr zeigen seine Aussagen zum Thema 

Drogen und deren Folgen eindeutige Dramatisierungstendenzen, die in der auch 

anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholten (Prot. II S. 39 f.) aber widerleg-

ten (vgl. E. III.4.2.3 f.) Behauptung gipfeln, er habe nicht einmal mehr laufen kön-

nen. Entsprechend wenig überzeugend erscheint es, wenn der Beschuldigte in 

den Drogen einerseits den Grund für ein Komplott gegen ihn sieht und anderer-

seits behauptete Gedächtnislücken damit begründet. Letzteres gilt um so mehr, 

als Amphetamine beim Beschuldigten - wiederum gemäss seinen Angaben 

(Urk. 2/7 S. 4) - "lediglich" aufputschende und allenfalls halluzinogene Wirkung 

hatten oder ihn - wie er anlässlich der Berufungsverhandlung mit einer reichlich 

abenteuerlich wirkenden Begründung behauptete - schläfrig machen (Prot. II 

S. 33). Die behaupteten Gedächtnislücken wirken denn auch vorgeschoben. Der 

Beschuldigte griff vornehmlich dann darauf zurück, wenn er sich mit Widersprü-

chen konfrontiert sah oder seine Darstellung mit Bezug auf Umstände konkretisie-

- 33 - 

ren sollte, die seine mögliche Täterschaft berührten bzw. seiner Darstellung, allei-

ne und einzig als Freier vor Ort gewesen zu sein, in Frage zu stellen geeignet wa-

ren. Er vermochte sich zudem auffällig häufig auch bei unmittelbar aufeinander 

folgenden oder zusammenhängenden Geschehensteilen an Einzelheiten be-

stimmt zu erinnern, während er bezüglich anderer vage blieb. Ausserdem entwi-

ckelte er immer wieder letztlich dem jeweiligen Vorhalt angepasste Antworten 

ausgehend vom Hinweis auf fehlende oder ungenaue Erinnerungen (vgl. 

E. III.5.1; Urk. 2/2 S. 3, Urk. 2/3 S. 3 ff.; Prot. II S. 30 f., 32 f., 34, 36, 37 f., 39, 40 

ff., 47 f., 52 f.). Seine Schilderung der Abläufe und der Interaktionen zwischen den 

Beteiligten ist bruchstückhaft, farblos und nicht nachvollziehbar oder widersprüch-

lich. So gab er in seiner ersten verwertbaren Befragung zunächst an, es habe ei-

ne Prügelei zwischen zwei Männern gegeben, er sei von einer dicken Frau die 

Treppe hinuntergestossen worden und er sei von den Frauen im Zimmer angezo-

gen worden, wobei ihm Mobiltelefone zugesteckt worden seien, ohne diese Er-

eignisse miteinander zu verbinden (Urk. 2/2 S. 3). Die Behauptung, die Frauen 

hätten ihn im Zimmer angezogen (Urk. 2/2 S. 3, Frage 12) widerspricht dabei sei-

ner ersten Schilderung, gemäss welcher er sich mit einer Frau im Zimmer befun-

den und dieses mit ihr ("wir") verlassen habe, als er Schreie gehört habe (Urk. 2/2 

S. 3, Frage 11). Die Vermutung liegt nahe, dass der Beschuldigte aufgrund der 

Frage, mit welchem Mobiltelefon er sich im Etablissement gemeldet habe, be-

fürchtete, dass die Untersuchungsbehörden den Mobiltelefonen eine Bedeutung 

beimessen würden und er deshalb seine Aussage anpasste. In der Einvernahme 

vom 14. Juli 2016 reicherte er seine Schilderung an; nun hatte er trotz Schwäche 

aktiv in die tätliche Auseinandersetzung, bei welcher auch ein Messer im Spiel 

war, eingegriffen, war einem Nötigungsversuch der dicken Frau ausgesetzt und 

flüchtete, wenn angeblich auch nur ein paar Meter, weil man ihm weisgemacht 

hatte, er habe jemanden umgebracht. Den Treppenstoss erwähnte er nicht mehr 

(Urk. 2/3 S. 4, Fragen 18 ff.). Lebendiger wurde seine Schilderung durch die zu-

sätzlichen Details jedoch nicht. Es blieb letztlich bei einer bruchstückhaften Dar-

stellung, weshalb auch der Umstand, dass er damit weitgehend auf seine erste 

unverwertbare Aussage zurückkam (vgl. Urk. 2/1), nicht für sie spricht. Anlässlich 

der vorinstanzlichen Hauptverhandlung stellte er dann seine Weigerung zu bezah-

- 34 - 

len ganz in den Mittelpunkt seiner Schilderung. Sein Eingreifen in die tätliche 

Auseinandersetzung, die in der zuvor erwähnten Aussage noch eine zentrale Rol-

le gespielt und seinen Fluchtversuch erklärt hatte, wurde zum Randgeschehen 

(Prot. I S. 22). Insgesamt enthalten die Schilderungen des Beschuldigten im Vor-

verfahren und vor Vorinstanz zwar immer wieder zumindest ähnliche Elemente, 

eine in sich geschlossene, nachvollziehbare Darstellung der Ereignisse aus seiner 

Sicht fehlt jedoch. Daran änderte sich auch im Berufungsverfahren nichts. Zudem 

ergaben sich neue Widersprüche. So behauptete der Beschuldigte etwa, dass 

das Mädchen ihm nur einen Blowjob gemacht habe (Prot. II S. 36), während er in 

der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 14. Juli 2016 erklärt hatte, er habe 

mit diesem geschlafen (Urk. 2/2 S. 4; vgl. auch Prot. I S. 19). Ferner gab er von 

seiner Darstellung in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 14. Juli 2016 

abweichend an, dass er kein Messer gesehen habe (Prot. II S. 45). Würde es sich 

dabei um die einzigen Ungereimtheiten in den Aussagen des Beschuldigten han-

deln, könnte namentlich angesichts des Zeitablaufs allenfalls noch darüber hin-

weggesehen werden. So bestätigen sie jedoch den bereits sonst bestehenden 

Eindruck, dass seine Darstellung, nur als Freier vor Ort gewesen zu sein und le-

diglich eine tätliche Auseinandersetzung zwischen Dritten beobachtet zu haben, 

unglaubhaft ist. 

 6.1.1 Die Privatklägerin B._____ wurde noch in der Nacht vom 6. auf den 

7. Juni 2016 und somit nur kurze Zeit nach dem anklagegegenständlichen Vorfall 

erstmals polizeilich befragt (Urk. 4/1 S. 1 ff.). Den Ablauf der in Frage stehenden 

Ereignisse schilderte sie damals frei so, dass sich jemand per Telefon auf dem 

Geschäftstelefon der Privatklägerin E._____ gemeldet habe, um einen Termin mit 

dieser für 18.15 Uhr auszumachen. Die Privatklägerin E._____ sei zu jener Zeit 

noch mit einem anderen Mann im Zimmer gewesen, weshalb sie den Anruf an ih-

rer Stelle entgegen genommen habe. Statt um 18.15 Uhr sei diese Person dann 

aber schon um 18.05 Uhr da gewesen. Der Anrufer habe sich nicht vorgestellt, er 

habe aber noch nach der Adresse gefragt, welche sie ihm dann per SMS mitge-

teilt habe (Urk. 4/1 S. 3). Sie habe sich zu jener Zeit in der Küche am PC befun-

den und die Privatklägerin E._____ sei im Zimmer gewesen. Als diese herausge-

kommen sei, habe sie ihr gesagt, dass bald ein Mann kommen werde. Fast im 

- 35 - 

selben Moment habe dieser per SMS gefragt, ob er früher kommen dürfe, was sie 

bejaht habe. Die Privatklägerin E._____ sei dann zur Türe gegangen. Wenn diese 

die Türe öffne, sage sie jeweils "Hallo, wie geht es dir". Dieses Mal habe sie aber 

nichts gehört. Aus diesem Grund habe sie sich gedacht, dass es sich entweder 

um eine Polizeikontrolle handeln könnte oder um einen komischen Kunden. Wei-

ter merkte sie an, dass man aus der Küche gut in den Korridor sehen könne. So 

habe sie die Privatklägerin E._____ auch gesehen und bemerkt, dass sie total 

verängstigt gewesen sei. Hinter ihr sei wie angeklebt ein Mann gekommen. An-

fänglich habe sie noch gedacht, dass er sie umarmen würde. Sie habe die Privat-

klägerin E._____ dann aber angeschaut und realisiert, dass er entweder eine 

Waffe oder ein Messer gehabt habe. Die Privatklägerin E._____ habe ihr dann 

noch etwas gesagt, wovon sie jetzt aber nicht mehr wisse, was es gewesen sei. 

Der Mann habe ihr dann gesagt, sie solle aufstehen. Er habe sie und die Privat-

klägerin E._____ in das grössere Zimmer gebracht und ihnen befohlen, dass sie 

sich aufs Bett setzen würden. Er habe sie immer wieder gefragt, ob sie Deutsch 

verstehen würden, worauf sie aber geantwortet hätten, dass Englisch oder Italie-

nisch besser wäre. Sie hätten sie im Gegenzug auch gefragt, wer sie seien und 

was sie wollen würden. Der "Dicke" habe einmal gesagt, er sei von der Polizei 

und dann habe er aber wiederum auch gesagt, dass es sie nichts angehe und sie 

nur ihren Chef suchen und ihn umbringen würden. Einer der Männer sei mit ihnen 

im Zimmer gewesen und der andere sei durch die ganze Wohnung gerannt. 

Nachher habe er alle Telefone aus der Wohnung zu ihnen gebracht und er habe 

gesagt, sie dürften nur die privaten Telefone nehmen. Sie habe ihr iPhone ge-

nommen und er habe die übrigen Telefone behalten. Als derjenige, welcher durch 

die Wohnung gerannt sei, in das Raucherzimmer gegangen sei, habe sie ge-

wusst, dass er ihnen alles stehlen werde, alles Geld, das sie hätten. Das habe sie 

gespürt. Anschliessend sei er zu ihnen ins Zimmer gekommen. Im eigenen 

Portemonnaie habe er sehr viel Geld gehabt. Ob es ihr Geld gewesen sei, wisse 

sie nicht. Jedenfalls habe er das Geld mit vollen Händen bei ihr in ihren BH ge-

steckt und dabei immer wieder gesagt, sie Hure solle das nehmen. Sie könne es 

in Polen ausgeben, weil sie nicht mehr hierher zurückkommen werde. Sie habe 

das Geld dann aber herausgeholt und weggeworfen. Er habe das Geld gesam-

- 36 - 

melt und die beiden seien in Richtung Türe gegangen. Sie habe gehört, dass die 

beiden miteinander deutsch gesprochen hätten. Sie hätten ein "Spielgespräch" 

geführt. Sie hätten davon gesprochen, dass einer gehe und einer bleibe, falls der 

"alte Schwanz" doch hierher komme. Nachher sei die Situation eskaliert (Urk. 4/1 

S. 4). Ihr Freund sei zu jenem Zeitpunkt im kleinsten Zimmer der Wohnung gewe-

sen. Das Zimmer befinde sich weit von der Küche entfernt. Von da aus höre man 

nicht, was in der Küche los sei. Ihr Freund habe aber gehört, dass etwas nicht 

stimme. Er habe das kleine Zimmer verlassen und sie habe ihm wahrscheinlich 

gesagt, dass die beiden Männer das ganze Geld gestohlen hätten. Die beiden 

Männer hätten ihren Freund mit dem Messer und der Waffe attackiert. Bevor sie 

die Waffe und das Messer gezeigt hätten, habe ihr Freund gewollt, dass sie ihnen 

das Geld zurückgeben würden. Sie hätten dann angefangen, sich gegenseitig zu 

schlagen. Jedenfalls habe sie nur gesehen, dass das Blut überall gespritzt sei. 

Einer der beiden Männer habe ihr auf der rechten Seite des Halses das Messer 

hingehalten. Sie wisse nicht, wie es ihrem Freund gelungen sei, das Messer von 

ihrem Hals zu entfernen (Urk. 4/1 S. 4 f.). Sie sei dann nur am Oberarm verletzt 

worden. Gleichzeitig habe sie der Privatklägerin E._____ zugerufen, sie solle die 

Polizei alarmieren. Die Polizei habe ihr am Telefon dann sehr viele Fragen ge-

stellt. Entweder einer oder beide Männer hätten dann fliehen wollen. Ihr Freund 

sei ihnen aber hinterhergerannt. Sie selbst habe versucht, nach draussen zu flie-

hen. Nach ein paar Versuchen sei ihr dies auch gelungen. Sie habe ihren Freund 

und die beiden Männer im Treppenhaus unten alleine zurückgelassen, sei die 

Strasse entlang gelaufen und habe um Hilfe geschrien. Nachdem zwei Männer 

sie nur wie eine Irre betrachtet, nicht aber mit ihr hätten sprechen wollen, habe es 

eine ältere Frau gegeben, die mit dem Velo gefahren sei, aber bei ihr angehalten 

habe. Als sie dieser "Polizei" gesagt habe, habe sie das Velo zu Boden geworfen 

und ihr gezeigt, wo sie die Polizei finde. Ca. 20 Meter vom Haus entfernt hätten 

sie Polizisten gefunden. Der Polizist habe viele Fragen gestellt. Sie habe aber nur 

gesagt: "schnell, Waffe, Messer, Blut". Er sei ihr dann hinterhergerannt. Als sie 

wieder beim Haus gewesen seien, habe sie ihren Freund und den Täter gesehen, 

welcher vor ihrem Freund gerannt sei. Sie habe den Polizisten dann zugerufen, 

dass der hintere ihr Freund und der vordere Mann der Täter sei (Urk. 4/1 S. 5). 

- 37 - 

 Im Anschluss an diese freie Schilderung des Tathergangs durch die Privat-

klägerin B._____ wurde diese konkret zu einzelnen Sachverhaltselementen be-

fragt. Die Frage, ob der bewaffnete Täter sie mit der Waffe auch bedroht habe, 

beantwortete sie damit, dass er immer wieder gesagt habe, sie solle die Klappe 

halten, nicht schreien und nicht weinen. Hinsichtlich der weiteren Frage, ob der 

dickere Täter die Waffe auch gegen sie gerichtet habe, gab sie wiederum an, 

dass sie dies nicht wisse, da sie die beiden nicht angeschaut habe (Urk. 4/1 S. 6). 

Zur Frage, was sie gefühlt habe, als sie die Pistole und das Messer gesehen ha-

be, erklärte sie, dass sie noch nie im Leben "life" eine Pistole gesehen habe. Sie 

habe jedoch das Gefühl gehabt, dass er die Waffe nicht benützen würde. Vor dem 

Messer habe sie schreckliche Angst gehabt (Urk. 4/1 S. 8). Auf die Frage, ob es 

zu einem Kampf zwischen ihr und dem dicken Täter gekommen sei, erklärte sie, 

dass ihr Freund mit diesem gekämpft habe, weil dieser Täter eine Pistole gehabt 

habe. Sie habe jedenfalls versucht, dazwischen zu gehen, als die beiden Täter ih-

ren Freund geschlagen hätten (Urk. 4/1 S. 6). Anschliessend wurde sie gefragt, 

was alles gestohlen worden sei. Dazu gab sie an, dass das gelbe und das 

schwarze Telefon gestohlen worden seien und dass alles Geld fehle (Urk. 4/1 

S. 7). Zur fehlenden Summe gab sie sodann an, dass Fr. 28'000.– fehlen würden. 

Das Geld sei in einer Tasche in einem kleinen blauen Koffer im Raucherzimmer 

deponiert gewesen (Urk. 4/1 S. 7). Auf Nachfrage, ob sie sicher sei, dass dieses 

Geld fehle, führte sie aus, dass sie in die Wohnung habe gehen müssen, um ein 

Badetuch zu holen, als die Polizei gekommen sei. Sie habe dann gesehen, dass 

der Koffer offen gewesen sei und das grosse Portemonnaie der Marke Guess auf 

dem Stuhl gelegen habe. Im Raucherzimmer hätten sich mehrere Koffer befun-

den, aber nur die Tasche von dem blauen Koffer sei offen gewesen (Urk. 4/1 

S. 7 f.). Zur Stückelung gab sie sodann an, dass es sich um 16 Noten à 

Fr. 1'000.– gehandelt habe, welche sie in einer Bank gewechselt habe. Ausser-

dem habe es noch viele Noten à Fr. 200.– und ein paar Noten à Fr. 100.– gehabt. 

Sie sei sich jedenfalls ganz sicher, dass es Fr. 28'000.– gewesen seien. Zum 

Grund, weshalb sie das Geld nicht auf einer Bank gehabt habe, gab sie auf ent-

sprechende Frage zudem an, dass sie am kommenden Donnerstag habe nach 

Deutschland und dann nach Italien reisen wollen. Mit dem Geld habe sie in Italien 

- 38 - 

ein kleines Geschäft aufmachen wollen. Höchstwahrscheinlich hätte es sich bei 

ihrem jetzigen Aufenthalt in der Schweiz um ihren letzten gehandelt. Sie habe auf 

jeden Fall ein bisschen ausruhen und ein ganz normales Leben führen wollen. 

Das Geld hätte für das Leben reichen sollen. Andernfalls wäre sie noch einmal 

hierher gekommen (Urk. 4/1 S. 8). Zum Erscheinungsbild der Täter erklärte sie 

schliesslich, dass sie diese zum ersten Mal gesehen habe. Sie hätten Brillen und 

Mützen getragen (Urk. 4/1 S. 5). Den dickeren Täter beschrieb sie weiter so, dass 

dieser schwarze Kleidung getragen habe, eine Jacke aus geschmeidigem Stoff 

und eine Sonnenbrille mit Kreuzen auf den Bügeln. Auf Nachfrage gab sie zudem 

an, dass der "Dicke" eine Waffe bzw. eine Pistole gehabt habe (Urk. 4/1 S. 5 f.). 

Der andere Täter sei kleiner und dünner gewesen. Wie der andere habe auch er 

eine Brille getragen. Aufgrund seines vollen Barts habe er zudem ausgesehen wie 

ein Araber. Er sei auch dunkler gewesen als sie. Dieser Täter habe ein Messer 

gehabt, mit welchem er auch die ganze Zeit gespielt habe (Urk. 4/1 S. 6). Letztlich 

wurde sie auch noch nach ihrem Verhältnis zum Geschädigten F._____ befragt. 

Diesbezüglich gab sie an, dass es sich bei ihm um einen Freund handle, den sie 

seit ca. 6 Jahren kenne. Er besuche sie durchschnittlich einmal im Monat und sei 

auch jetzt gerade wieder zu Besuch da gewesen. Sie hätte gemäss ihren Anga-

ben eigentlich einen Tag später nach Deutschland reisen sollen und der Geschä-

digte F._____ wäre dann nach Italien zurückgegangen (Urk. 4/1 S. 3). 

 6.1.2 Am 21. Juli 2016 wurde die Privatklägerin B._____ erneut durch die 

Polizei einvernommen. Zu Beginn jener Einvernahme legte sie dar, dass sie für 

eine gewisse Zeit in Polen gewesen sei, sie dort aber nicht länger bleiben wolle, 

sondern plane, nach Italien zu gehen. Als Reaktion auf die Frage, wann sie das 

nächste Mal in die Schweiz kommen werde, erklärte sie, dass das erst sein wer-

de, wenn der andere Mensch gefasst sei und begann zu weinen (Urk. 4/2 S. 2). 

Im weiteren Verlauf der Einvernahme wurden ihr stets konkrete Fragen zu einzel-

nen Tatumständen im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 6. Juni 2016 gestellt. 

Eine Aufforderung, den Ablauf erneut frei zu schildern, erfolgte nicht (Urk. 4/2 

S. 2 ff.). Im Rahmen der Beantwortung dieser Fragen wiederholte sie entweder, 

was sie bereits in ihrer ersten polizeilichen Einvernahme schilderte oder machte 

ergänzende Angaben, welche jedoch mit ihren ersten Depositionen ohne Weite-

- 39 - 

res in Einklang gebracht werden können. Dass sie sich in einer Sache nicht mehr 

ganz sicher sei, gab sie zu Beginn der Einvernahme von sich aus an. So erklärte 

sie, nicht mehr genau zu wissen, ob der "Dicke" oder der "Dunkle" mit ihnen im 

Zimmer gewesen sei (Urk. 4/2 S. 4). Jedenfalls bestätigte sie aber, dass es sich 

beim Verhafteten, welchen sie im Spital gesehen habe, um den "Dicken" gehan-

delt habe (Urk. 4/2 S. 4). In Ergänzung zu ihren ersten Depositionen gab sie so-

dann auf die Frage, wer nach dem Geld im Salon gesucht habe, an, dass zuerst 

der "Dicke" und dann der "Dunkle" gesucht hätten. Sie fügte aber auch diesbe-

züglich an, dass sie sich nicht mehr zu 100 % sicher sei (Urk. 4/2 S. 5). Neu gab 

sie zudem preis, dass sie den Eindruck habe, der Beschuldigte habe genau ge-

wusst, an welchem Ort er nach dem Geld habe suchen müssen. Nur zwei Perso-

nen hätten gewusst, wo sich das Geld befinde: die Privatklägerin E._____ und 

R._____. Letztere sei zwei Tage vor dem Raubüberfall verreist (Urk. 4/2 S. 6). 

Ausserdem hätten diese beiden auch gewusst, dass sie das Geld am 9. Juni 2016 

aus der Schweiz habe ausschaffen wollen. So habe sie am 9. Juni 2016 einen 

Flug gehabt (Urk. 4/2 S. 10). Dazu, woher dieses Geld, welches ihr gestohlen 

worden sei, gekommen sei, gab sie an, dass dieses aus ihrem Verdienst stamme. 

Sie habe das Geld über eine lange Zeit verdient, fast über die ganze Zeit, seit der 

sie sich in der Schweiz aufhalte (Urk. 4/2 S. 9). Schliesslich meinte sie dazu, wie 

der Beschuldigte zu den Mobiltelefonen gekommen sei, welche dieser bei der 

Verhaftung auf sich gehabt habe, dass alle Natels in der Küche gelegen seien. 

Der Beschuldigte habe dann gefragt, welches Telefon "S._____" gehöre (Urk. 4/2 

S. 7). Bereits zuvor machte sie darauf aufmerksam, dass die Privatklägerin 

E._____ unter dem Namen "S._____" gearbeitet habe (Urk. 4/2 S. 5) und der An-

rufer, welcher sich für einen Termin um ca. 18 Uhr angemeldet habe, nach 

"S._____" verlangt habe (Urk. 4/2 S. 6). Die Mobiltelefone habe er dann aber 

trotzdem alle genommen (Urk. 4/2 S. 7). 

 6.1.3 Eine weitere Einvernahme der Privatklägerin B._____ fand am 

10. August 2016 in Anwesenheit des Beschuldigten und seines Verteidigers bei 

der Staatsanwaltschaft statt. Zu Beginn dieser Befragung wurde sie aufgefordert, 

detailliert zu schildern, was sich am fraglichen Abend zugetragen habe. Daraufhin 

begann die Privatklägerin B._____ zunächst zu weinen (Urk. 4/3 S. 5). Anschlies-

- 40 - 

send gab sie den Ablauf der Kontaktaufnahme per Telefon und den Moment des 

Eintritts eines Mannes hinter der Privatklägerin E._____ in die Wohnung mit ihren 

bisherigen Angaben identisch wieder (Urk. 4/3 S. 5 f.). Danach erklärte sie jedoch, 

dass sie noch am Tag des Überfalls davon überzeugt gewesen sei, dass es sich 

beim Mann, welcher hinter der Privatklägerin E._____ hergekommen sei, um den 

damals festgenommenen Beschuldigten gehandelt habe. Nun sei sie jedoch nicht 

mehr ganz sicher. Ihre Sicherheit liege nun bei 90 % (Urk. 4/3 S. 6). Auch den 

weiteren Verlauf, wie die beiden Täter sie in das grosse Zimmer gebracht hätten 

und wie sie dann im Zimmer gewesen seien und einer das Geld herausnehmen 

gegangen sei, schilderte sie mit ihren früheren Angaben deckungsgleich. Nun er-

klärte sie jedoch wieder mit Bestimmtheit, dass der Beschuldigte damals bei ihnen 

im Zimmer gestanden sei und es der andere gewesen sei, welcher nach dem 

Geld gesucht habe (Urk. 4/3 S. 6). Im Unterschied zu ihrer Angabe aus der ersten 

polizeilichen Einvernahme, dass sie nicht wisse, ob der Beschuldigte die Waffe 

auch auf sie gerichtet habe, da sie die beiden nicht angeschaut habe (Urk. 4/1 

S. 6), gab sie nun an, dass der Beschuldigte die Pistole auf ihre Schläfe gerichtet 

habe. Der Abstand habe höchstens 10 cm betragen. Ausserdem habe er die Pis-

tole zwischen ihr und der Privatklägerin E._____ hin und her geschwenkt (Urk. 4/3 

S. 7). Den weiteren Verlauf schilderte sie dann wieder gleich wie in ihren vorgän-

gigen Einvernahmen. Insbesondere erwähnte sie auch wieder den Wortwechsel 

zwischen den beiden Männern darüber, ob nun einer gehen und einer bleiben sol-

le (Urk. 4/3 S. 7). Den weiteren Hergang schilderte sie so, dass sich die Männer 

dann in Richtung Ausgang begeben hätten. Dabei sei es ihr gelungen, mit dem 

Ellenbogen die Türe zum kleinen Zimmer zu öffnen. Aus diesem sei dann ihr Kli-

ent gekommen. Sie habe zu schreien begonnen, dass die Männer das Geld ge-

nommen hätten. Dann habe sie der Mann mit dem Bart gepackt und ihr das Mes-

ser seitlich an den Hals gehalten. Als sie dies schilderte, begann sie gleichzeitig 

zu weinen. Sie fuhr dann fort, dass das der Beginn einer Schlägerei gewesen sei. 

Weiter wiederholte sie, dass sie der Privatklägerin E._____ gesagt habe, diese 

solle die Polizei alarmieren. Zudem gab sie erneut an, dass der Mann mit dem 

Messer auf den Geschädigten F._____ eingestochen und sie versucht habe, die 

Männer zu trennen. So sei es zu einem Handgemenge zwischen ihnen vier ge-

- 41 - 

kommen und sie seien die Treppe hinunter gefallen. Ihr Klient habe den Beschul-

digten irgendwie gepackt und ihn gehalten. Sie habe die Liegenschaft dann als 

erste verlassen können. Sodann schilderte sie erneut, wie sie die Polizei habe 

heranrufen können. Auch diesen Sachverhaltsabschnitt legte sie wieder gleich dar 

wie bereits zuvor (Urk. 4/3 S. 8). Anschliessend wurde sie nach einer Beschrei-

bung der Kleidung des Beschuldigten am Tattag gefragt. Sie gab in diesem Zu-

sammenhang an, dass er eine schwarze Jacke, eine schwarze Hose mit Taschen 

an den Seiten, schwere Schuhe, eine schwarze Schirmmütze, eine dunkle Son-

nenbrille mit Kreuzen auf der Seite und weisse, gelbe oder cremefarbene Gum-

mihandschuhe getragen habe (Urk. 4/3 S. 9). Im weiteren Verlauf der Einvernah-

me wurden der Privatklägerin B._____ wiederum Detailfragen gestellt, welche sie 

in der Folge mit ihren bisherigen Depositionen vereinbar beantwortete. So ver-

neinte sie die Frage, ob sie jemals von der Pistole berührt worden sei, gab jedoch 

an, dass der Geschädigte F._____ mit dem Griff der Pistole geschlagen worden 

sei (Urk. 4/3 S. 9). Auf diese Nachfragen bestätigte sie auch ihre zuvor gemach-

ten Angaben zum Geld, welches ihr im Rahmen dieses Überfalls gestohlen wor-

den sei (Urk. 4/3 S. 10). Durch den Verteidiger wurde ihr sodann vorgehalten, 

dass dem Spitalbericht vom 6. Juni 2016 zu entnehmen sei, dass sie dort ange-

geben habe, gefesselt und geknebelt worden zu sein. Diesbezüglich erklärte sie, 

dass ihr nur der Mund zugeklebt worden sei (Urk. 4/3 S. 12). Auf Nachfrage der 

Staatsanwältin präzisierte sie sodann, dass sie im Spital nie gesagt habe, dass 

sie an Händen und Armen gefesselt worden sei. Ihr sei nur der Mund zugeklebt 

worden. Dies sei in der Küche gewesen. Der Mann mit dem Bart habe das mit ei-

nem gelben Band gemacht. In einem Moment als die Männer nicht geschaut hät-

ten, habe sie es dann weggerissen (Urk. 4/3 S. 13). Zudem gab sie auf entspre-

chenden Vorhalt des Verteidigers an, dass sie in der ersten polizeilichen Einver-

nahme wohl vergessen habe, dass sie das kleine Zimmer mit dem Ellenbogen 

aufgemacht habe, da sie damals so sehr im Stress gewesen sei (Urk. 4/3 S. 12).  

 6.2 Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Privatklägerin B._____ ist zu be-

merken, dass sie in den anklagegegenständlichen Vorgang involviert war und da-

her keine unbeteiligte Tatzeugin ist. Sie erklärte jedoch, dass sie den Beschuldig-

ten zuvor nicht gekannt habe (Urk. 4/1 S. 5; Urk. 4/3 S. 3) und auch der Beschul-

- 42 - 

digte behauptet nichts anderes. Ferner steht nicht zur Diskussion, dass der Be-

schuldigte sich vor dem Vorfall im Milieu Feinde geschaffen hatte. Es kann daher 

auch ausgeschlossen werden, dass die Privatklägerin B._____ den ihr an sich 

unbekannten Beschuldigten im Auftrag Dritter im Rahmen einer Abrechnung im 

Milieu zu Unrecht belastet. Sodann erklärte die Privatklägerin bei ihrer Konstituie-

rung zwar, sie wolle Zivilforderungen geltend machen (Urk. 16/15). Auf eine Bezif-

ferung derselben verzichtete sie jedoch bis heute und verfolgte ihre finanziellen 

Interessen somit nicht mit letzter Konsequenz. Es ist daher auch nicht anzuneh-

men, dass sie ihre Aussagen lediglich mit dem Ziel tätigte, einen finanziellen Vor-

teil zu erlangen. Eine grundsätzliche Einschränkung ihrer Glaubwürdigkeit liegt 

daher nicht vor. 

 6.3.1 Was die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen betrifft, ist darauf hinzuweisen, 

dass sie den Ablauf der Ereignisse lebensnah wiedergab und die einzelnen Hand-

lungsabläufe auch mit Hintergrundinformationen versah. So erwähnte sie, dass 

man von der Küche aus gut in den Gang habe sehen können (Urk. 4/1 S. 4), als 

sie beschrieb, wie die Privatklägerin E._____ in Begleitung der Täter in die Woh-

nung hineingekommen sei. Oder sie erklärte, dass man aus dem kleinen Zimmer, 

in welchem sich der Geschädigte F._____ aufgehalten habe, nicht hören könne, 

was in der Küche los sei (Urk. 4/1 S. 4). Sie räumte auch differenzierend ein, dass 

die Täter zunächst nicht aggressiv gewesen seien und die Situation erst eskaliert 

sei, als ihr Freund erschienen sei (Urk. 4/1 S. 8). Die Lebensnähe ihrer Angaben 

zeigt sich zudem beispielhaft daran, wie sie ihre Suche nach der Polizei be-

schrieb. So erklärte sie, dass sie zunächst wie eine Irre betrachtet worden sei, 

bevor eine Velofahrerin sie überhaupt ernst genommen habe (Urk. 4/1 S. 5). Auch 

was das durch sie aufbewahrte und gemäss ihren Angaben nun gestohlene Geld 

betrifft, erklärte sie ausführlich, dass sie dieses bereit gehalten habe, um damit in 

Italien ihre Lebenspläne umzusetzen. Das Tatgeschehen schilderte sie in ihren 

insgesamt drei Einvernahmen zudem grundsätzlich konstant, auch wenn gewisse 

Widersprüche und Erweiterung ihrer ursprünglichen Angaben in der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme nicht zu übersehen sind. So hatte sie in ihrer ersten po-

lizeilichen Einvernahme auf die Frage, ob der Beschuldigte die Waffe gegen sie 

gerichtet habe, erklärt, dies nicht zu wissen, da sie die beiden nicht angeschaut 

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habe (Urk. 4/1 S. 6). In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme gab sie dann 

jedoch an, der Beschuldigte habe die Pistole auf ihre Schläfe gerichtet, als sie ge-

fragt wurde, wo die Pistole gewesen sei. Ausserdem fügte sie an, dass der Ab-

stand höchstens 10 cm betragen habe und er die Pistole zwischen ihr und der 

Privatklägerin E._____ hin und her geschwenkt habe (Urk. 4/3 S. 7). An der 

grundsätzlichen Glaubhaftigkeit ihrer Aussage ändert das jedoch nichts. Die Pri-

vatklägerin B._____ gab von Anfang an als Teil einer insgesamt stimmigen und 

differenzierten Darstellung der Ereignisse an, auch mit einer Pistole bedroht wor-

den zu sein, aber das Gefühl gehabt zu haben, dass er die Waffe nicht benützen 

würde, sie aber vor dem Messer schreckliche Angst gehabt habe (Urk. 4/1 S. 8). 

Dass der gesamte Vorfall ihr Angst eingeflösst hatte, führte sie ebenfalls von An-

fang aus (Urk. 4/1 S. 8). Ernstzunehmende Anhaltspunkte dafür, dass die Privat-

klägerin B._____ mit schauspielerischem Talent täuschte, wie die Verteidigung 

unter Hinweis darauf, dass diese von Berufs wegen Freiern tagtäglich Emotionen 

vorgespielt habe, in den Raum stellt (Urk. 107 S. 14), bestehen dabei keine. Mehr 

als eine auf einer nachträglichen Verarbeitung des tatsächlich Erlebten beruhende 

Lückenfüllung ist in der erwähnten Schilderung der Privatklägerin B._____ anläss-

lich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme folglich nicht zu sehen. Sie beein-

trächtigt die Glaubhaftigkeit der Darstellung der Privatklägerin B._____ im Rah-

men einer Gesamtschau nicht. Das gilt auch für den Umstand, dass sie nicht 

gleichbleibend erklärte, dass der Geschädigte F._____ von sich aus zum Zimmer 

heraus gekommen sei. Abgesehen davon, dass es sich bei der Frage, ob sie die-

sem die Türe öffnete oder ob er von sich aus zum Geschehen dazu kam, nicht um 

ein für den Ablauf des Tatgeschehens wesentliches Sachverhaltselement handelt, 

trägt gerade auch diese Abweichung in ihrer Schilderungen dazu bei, dass diese 

nicht als eine auswendig gelernte Geschichte erscheinen. Ausserdem bekundete 

sie auch von sich aus ab ihrer zweiten Einvernahme, dass sie sich bezüglich ge-

wisser Details nicht mehr ganz sicher sei (Urk. 4/2 S. 4; Urk. 4/3 S. 6), was wiede-

rum dafür spricht, dass sie sich nicht vorgängig eine Geschichte ausdachte, son-

dern von tatsächlich Erlebtem berichtete. Sodann irritiert auf den ersten Blick 

zwar, dass die Privatklägerin B._____ erstmals in der staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme angab, der unbekannte Mittäter habe ihr damals in der Küche mit 

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einem gelben Band den Mund zugeklebt (Urk. 4/3 S. 13; vgl. Urk. 107 S. 12). Al-

lerdings erwähnte sie Entsprechendes bereits im Stadtspital Waid bei der ambu-

lanten Untersuchung vor der ersten polizeilichen Befragung (Urk. 10/1). Darüber, 

dass im entsprechenden Bericht auch von einer Fesselung die Rede ist, schien 

die Privatklägerin B._____ ehrlich erstaunt (Urk. 4/3 S. 12, 13) und schilderte in 

der Folge die Begebenheit glaubhaft (Urk. 4/3 S. 13). Dass sie dazu in der Lage 

war, von sich aus aber weder gegenüber der Polizei noch in der staatsanwalt-

schaftlichen Einvernahme als Auskunftsperson gesprochen hatte, lässt darauf 

schliessen, dass diese Begebenheit für sie im Gesamtablauf von keiner besonde-

ren Bedeutung war, möglicherweise weil sie das Klebeband ohne weiteres selber 

entfernen konnte. Ähnliches gilt für die Tatsache, dass die Privatklägerin B._____ 

erst in der Einvernahme als Auskunftsperson angab, dass der Beschuldigte zum 

Tatzeitpunkt Gummihandschuhe getragen habe (Urk. 4/3 S. 9; vgl. Urk. 107 

S. 12). Es handelt sich dabei gegenüber den ersten Aussagen bei der Polizei 

zwar unbestreitbar um eine Erweiterung. Allerdings handelt es sich um ein Detail 

das für