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**Case Identifier:** 8f641a84-afac-5cb4-a5c8-f98d6c22f0ef
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.11.2021 IV 2020/208
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-208_2021-11-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/208

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 13.06.2022

Entscheiddatum: 09.11.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 09.11.2021
Art. 28a Abs. 2 IVG. Betätigungsvergleich. Grundlagen in polydisziplinärem 
medizinischem Gutachten und Abklärung an Ort und Stelle (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. November 2021, IV 
2020/208). Das Bundesgericht ist auf die Beschwerde nicht eingetreten 
8C_56/2022.

Entscheid vom 9. November 2021

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus (Vorsitz), Monika Gehrer-Hug und 

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Geschäftsnr.

IV 2020/208

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Mag. iur. Antonius Falkner, Pflugstrasse 32, 9490 Vaduz,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.

A.___ meldete sich am 19./26. Oktober 2016 bei der Sozialversicherungsanstalt/IV-

Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung 

(berufliche Integration/Rente) an. Sie habe keinen Beruf erlernt und sei 199_ in die 

Schweiz gekommen. Eine Erwerbstätigkeit deklarierte sie nicht, sondern erklärte unter 

der Rubrik "Nichterwerbstätige" auf die Frage nach der Art der Beschäftigung, sie sei 

"Hausfrau (nur teilweise)". Sie leide seit 2014 an Rheuma, Herzproblemen und TBC. 

Seit 1. Mai 2016 sei sie voll arbeitsunfähig. Ihr Ehemann sei (zu 100 %) IV-Rentner (IV-

act. 1). - Dr. med. B.___, Fachärztin FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, gab 

in ihrem IV-Arztbericht vom 1. Dezember 2016 (IV-act. 7) an, es bestünden (verkürzt 

wiedergegeben) eine rheumatoide Arthritis, ED 2013, eine chronische Cephalea, eine 

leichte Mitralstenose mit mässiger Mitralinsuffizienz, eine mässige Aorteninsuffizienz 

bei trikuspidaler leicht degenerativ veränderter Aortenklappe, eine Abgangsstenose der 

Arteria subclavia links, eine subklinische Hypothyreose und Adipositas. Die Versicherte 

leide seit fünf Jahren an Gelenksschmerzen und seit zwei Jahren an zunehmender 

Ermüdbarkeit und Druckgefühl im Brustkorb. Repetitive Handbewegungen mit 

Kraftanwendung seien der Versicherten nicht möglich, ebenso wenig körperliche 

Anstrengungen, die das Herz belasten würden. Leichte körperliche Arbeiten ohne 

Kraftanstrengung und ohne Heben von schweren Gegenständen seien ihr zumutbar. - 

Dr. med. C.___, Fachärztin Kardiologie, hatte in einem Bericht vom 31. Oktober 2016 

(IV-act. 7-7 ff.; verkürzt wiedergegeben) eine leichte bis mässige Aorteninsuffizienz, 

eine mässige Mitralinsuffizienz und grenzwertig leichte Mitralstenose, ein 

rezidivierendes thorakales Oppressionsgefühl im oberen Sternum mit einer Dauer von 

wenigen Sekunden, eine Abgangsstenose der A. subclavia links und eine subklinische 

Hypothyreose (Juni 2014) angegeben. - In einem Bericht vom 17. November 2016 (IV-

act. 7-5 f.) hatte die Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin am Kantonsspital 

St. Gallen eine Ischämie, apikal bis nach anterior reichend, erwähnt. - Der Regionale 

Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hielt am 7. Dezember 2016 (IV-act. 9) 

dafür, die valvuläre Kardiopathie sei für die Arbeitsfähigkeit irrelevant; die Versicherte 

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sei für eine angepasste Tätigkeit voll arbeitsfähig. - Bei einer Vorsprache der Eheleute 

bei der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle vom 17. November 2016 (IV-act. 10-3) war 

erklärt worden, die Versicherte wäre gern erwerbstätig, wenn sie gesundheitlich dazu in 

der Lage wäre. Sie würden vom Sozialamt unterstützt. Am 25. November 2016 war bei 

der Sozialversicherungsanstalt eine Erklärung vom 11. November 2016 (IV-act. 6) 

eingegangen, wonach sie beim Sozialamt nicht gemeldet seien. - In einem IV-

Feststellungsblatt (IV-act. 11) wurde weiter festgehalten, die Versicherte sei bis anhin 

hierzulande noch keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen, wäre aber gern erwerbstätig. 

Es bestehe allerdings kein Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit. - Nach einem entsprechenden Vorbescheid (IV-act. 12, und Verzicht 

auf einen Einwand durch ihren Rechtsvertreter, IV-act. 18) wies die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Gesuch mit Verfügung 

vom 30. März 2017 (IV-act. 19) ab.

B.  

Am 1. September 2017 ging bei der Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen eine neue Anmeldung ein (von der zuständigen AHV-Zweigstelle am 

30. August 2017 kontrolliert, IV-act. 20-9; unterzeichnet mit der Datumsangabe 

"27. Oktober 2017", vgl. IV-act. 20-8). Darin gab die Versicherte an, von 2003 bis 2012 

in einer ___unternehmung und danach bis Ende September 2015 bei [...] als 

Hauswartin angestellt gewesen zu sein. Bis 2012 habe sie ca. Fr. 600.--, danach ca. 

Fr. 120.-- pro Monat verdient. Es gebe eine neue Erkrankung und es habe eine 

Operation stattgefunden. - Dr. B.___ gab in einem auf Aufforderung (IV-act. 30) hin 

eingereichten Arztbericht vom 6. Oktober 2017 (IV-act. 32) an, der Gesundheitszustand 

der Versicherten habe sich kardial und pulmonal deutlich verschlechtert. Nach 

Auftreten eines therapieresistenten Hustens ab Mai 2017 sei zunächst der Verdacht auf 

ein Adenokarzinom aufgekommen, nach einer Operation sei jedoch eine abgekapselte 

Pneumonie festgestellt worden. Die Versicherte leide an zunehmender Dyspnoe und 

Enge in der Brust. Es habe sich eine koronare Ischämie gezeigt, die weiter invasiv 

abgeklärt werde. - Dr. C.___ hatte ihr gegenüber am 19. September 2017 (IV-act. 33) 

den Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit geäussert und ausserdem (u.a.) eine 

mässige Aorteninsuffizienz, ein kombiniertes Mitralvitium mit leichter Mitralstenose und 

leichter Mitralinsuffizienz angegeben. Dr. med. D.___, Facharzt für Radiologie FMH, 

hatte am 4. Juli 2017 (IV-act. 34) über ein CT Thorax vom betreffenden Tag berichtet. 

B.a. 

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Es bestehe eine Teilatelektase des medialen Mittellappens mit dringendem Verdacht 

auf einen einschmelzenden Prozess in der Peripherie gegen die Thoraxwand bzw. auf 

ein peripheres Bronchialkarzinom, ausserdem liege eine leichte Bronchiolitis im 

Mittellappen vor. In einem Austrittsbericht der Klinik für Chirurgie am Kantonsspital 

E.___ vom 11. August 2017 (IV-act. 36; Aufenthalt vom 31. Juli 2017 bis 11. August 

2017) waren eine Raumforderung im Mittellappen rechts, eine rheumatoide Arthritis, ED 

2013, ein St. n. Tuberkulose (anamestisch), eine valvuläre Herzkrankheit, eine 

Abgangsstenose der A. subclavia links und Adipositas diagnostiziert worden. Am 

2. August 2017 sei eine VATS-Lobektomie Mittellappen erfolgt. Es habe im Präparat 

keine Malignität nachgewiesen werden können. Am 14. September 2017 (IV-act. 38) 

hatte das Kantonsspital von einem erfreulichen Verlauf berichtet (Restbeschwerden 

sollten im Verlauf der nächsten drei bis sechs Monate abklingen; keine Nachkontrolle 

nötig). - Der RAD nahm am 30. Oktober 2017 eine relevante Veränderung (im Vergleich 

zum 30. März 2017) an. Der Gesundheitszustand sei bei weiteren kardiologischen 

Abklärungen noch instabil. Die Versicherte werde unter adäquater Therapie ihre 

Tätigkeit als Hausfrau wieder voll aufnehmen können. - Am 31. Oktober 2017 (IV-

act. 45) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten mit, da sie als 

Hausfrau tätig sei, seien keine beruflichen Massnahmen angezeigt.

Dr. C.___ erklärte in einem IV-Arztbericht vom 12./19. Februar 2018 (IV-act. 48), es 

lägen (gemäss einer Koronarangiographie am Kantonsspital E.___ vom 9. November 

2017) unauffällige Koronararterien sowie (gemäss einem CT Thorax 27. Mai 2014) eine 

Abgangsstenose der A. subclavia links vor. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

seien die mässige Aorteninsuffizienz, das kombinierte Mitralvitium und die subklinische 

Hypothyreose. Bei der Ergometrie sei die Versicherte zu 99 % des Solls belastbar 

gewesen (sie habe eine Angina pectoris mit retrosternalem Druckgefühl und eine 

leichte Anstrengungsdyspnoe NYHA II verspürt). Eine bisherige Tätigkeit sei nicht 

bekannt. Aus kardialer Sicht sei die Versicherte für leichte bis grenzwertig 

mittelschwere Arbeiten zu 100 % einsatzfähig.

B.b. 

Der RAD hielt am 12. März 2018 (IV-act. 49) fest, es habe in der Zeit vom 

2. August 2017 bis 9. November 2017 eine vorübergehende Einschränkung bestanden. 

Es könne von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer leichten Tätigkeit im Erwerb und im 

Haushalt ausgegangen werden.

B.c. 

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Mit Vorbescheid vom 11. April 2018 (IV-act. 51) kündigte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten (mit Einwandfrist bis 18. Mai 

2018) eine Abweisung ihres Gesuchs vom 1. September 2017 an. - Mit Verfügung vom 

29. Mai 2018 (IV-act. 52) entschied sie wie angekündigt. Die Versicherte sei 

mehrheitlich als Hausfrau zu qualifizieren und nach einer vorübergehenden 

Verschlechterung sei ihr ab Dezember 2017 die angestammte Tätigkeit als Hausfrau 

wie eine andere leidensangepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar. - Am 29. Juni 2018 

erhob ihr Rechtsvertreter für die Versicherte Beschwerde (IV 2018/229; IV-act. 58-2 ff.) 

und beantragte, es sei ihr eine ihrem Invaliditätsgrad entsprechende Rente 

auszurichten, eventualiter sei die Sache zur neuerlichen Entscheidung an die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle zurückzuweisen, unter Kostenfolge. Die 

Versicherte sei bei Erlass des Vorbescheids mehrere Wochen im Ausland gewesen und 

habe ihn deshalb nicht zugestellt erhalten bzw. erst nach der Rückkehr in der letzten 

Maiwoche 2018 zur Kenntnis nehmen können. Es finde sich weder im Vorbescheid 

noch in der Verfügung eine auch nur ansatzweise nachvollziehbare Begründung für die 

Abweisung des Gesuchs. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle habe zudem einzig 

mit der Kardiologin Kontakt aufgenommen. Für die RAD-Einschätzungen einer vollen 

Einsatzfähigkeit der Versicherten als Hausfrau fehle eine tiefergehende Begründung. Es 

seien hierzu keine Abklärungen, insbesondere sei keine Haushaltabklärung 

durchgeführt worden. Schon die Kardiologin habe festgehalten, dass die Versicherte 

lediglich noch für sehr leichte bis maximal grenzwertig mittelschwere Tätigkeiten 

eingesetzt werden könne. Als evident vorausgesetzt werden könne, dass im Rahmen 

der Haushalttätigkeit nicht nur lediglich solche Tätigkeiten, sondern überwiegend 

schwere körperliche Tätigkeiten anfielen. Die Abklärungen seien ungenügend. Die 

Versicherte gehe von einer so massiven Einschränkung im Haushalt aus, dass 

Anspruch auf eine ganze Rente bestehe. - Nach Stellungnahme des Rechtsdienstes 

(IV-act. 66, vgl. IV-act. 71) widerrief die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 

15. August 2018 (IV-act. 70) die Verfügung vom 29. Mai 2018 unter Ankündigung 

weiterer Abklärungen, worauf das Beschwerdeverfahren am 4. Oktober 2018 (IV-

act. 83) abgeschrieben wurde.

B.d. 

Auf die Aufforderung vom 15. August 2018 (IV-act. 73) hin, einen Fragebogen zur 

Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt auszufüllen, ersuchte der 

B.e. 

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Rechtsvertreter der Versicherten am 31. August 2018 (IV-act. 78) um Fristerstreckung, 

weil er die Unterlagen bisher wegen urlaubsbedingter Abwesenheit der Versicherten 

nicht habe organisieren können.

Dr. C.___ erklärte in einem IV-Arztbericht vom 27. August 2018 (IV-act. 79), aus 

kardialer Sicht bestünden aktuell keine Funktionseinschränkungen. Eine Tätigkeit sei an 

acht Stunden pro Tag zumutbar.

B.f. 

Dr. B.___ teilte in ihrem IV-Arztbericht vom 30. August 2018 (IV-act. 80) mit, sie 

behandle die Versicherte seit 1. Juli 2016. Frühere Kontrollen seien durch Dr. med. 

D. D.___, Fachärztin FMH für Rheumatologie, erfolgt. Die Versicherte sei seit 1. Mai 

2017 voll arbeitsunfähig für alle Tätigkeiten ausser Haus. Als Diagnose mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine Gonarthrose links. Die übrigen Diagnosen 

(rheumatoide Arthritis mit u.a. Basistherapie von 2013 bis 2016, chronische Cephalea, 

leichte Mitralstenose, mässige Aorteninsuffizienz, Abgangsstenose der Arteria 

subclavia links, Status nach Lobektomie Mittellappen, subklinische Hypothyreose und 

Adipositas) hätten keine solche Auswirkung. Wegen der Kniebeschwerden liege eine 

deutlich verminderte Beweglichkeit ausser Haus vor. Die Versicherte habe Angst davor, 

sich operieren zu lassen. Sie arbeite schon viele Jahre nicht mehr, zuerst habe sie es 

wegen rheumatischer Beschwerden nicht getan, die inzwischen medikamentös gut 

eingestellt seien. In Anbetracht des Alters und der eingeschränkten Beweglichkeit sei 

eine Reintegration illusorisch. Selber (Auto-) fahren könne die Versicherte nicht und die 

Benützung öffentlicher Transportmittel sei wegen der Knieschmerzen nicht zumutbar. 

Bei "Wohnung Pflege und Einkauf" sei die Versicherte deutlich eingeschränkt, der 

Ehemann und die I.___ würden ihr helfen. - Im beigelegten MRI-Befund des linken 

Knies vom 10. Januar 2018 (IV-act. 80-14) war als Hauptbefund eine aktivierte Arthrose 

medial mit reaktivem Knochenmarködem gefunden worden (daneben eine leichte 

Subluxation des medialen Meniskus bei radiärem Einriss und deutlichem 

Substanzdefekt nahe der Meniskuswurzel mit entsprechender Reizsymptomatik des 

medialen Kapselbandapparates, eine mittelgrosse Bakerzyste und femoropatelläre 

Knorpelläsionen Grad II).

B.g. 

Im Fragebogen vom 2. Oktober 2018 (IV-act. 85) gab die Versicherte an, ihr letzter 

Arbeitstag sei etwa im Oktober 2016 gewesen. Ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 

B.h. 

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wäre sie zu 100 % als Hauswartin und im ___ tätig. Sie habe sich aus gesundheitlichen 

Gründen nicht um Stellen beworben. Keine der einzelnen Tätigkeiten im Haushalt sei 

ihr selbständig möglich. Der Ehemann und die Söhne würden beim Grosseinkauf 

helfen. Der K.___ und die J.___ (gemeint wohl I.___) würden für sie und den Ehemann 

dreimal täglich warme Mahlzeiten zubereiten. Die Einschränkungen bestünden seit 

Oktober 2016. Davor habe sie (die Versicherte) alle Haushalttätigkeiten erledigt und 

ihren Ehemann gepflegt. - Am 15. Januar 2019 (IV-act. 94) reichte der Rechtsvertreter 

der Versicherten ein von der Versicherten am 10. Januar 2019 ausgefülltes Formular 

ein, worin diese u.a. erklärt hatte, monatlich ein Erwerbseinkommen von Fr. 800.-- 

(25 %) zu erzielen. Bei den Ausgaben schrieb sie unter dem Titel Wohnungsmiete/

Hypothek: Fr. 1'300.--, darunter: Fr. 1'000.-- + Fr. 150.-- Amortisation, bei den 

Schulden: Fr. 500'000.--. - Am angekündigten Abklärungstag vom 13. Dezember 2018 

(IV-act. 88) war die Versicherte nicht zuhause gewesen (IV-act. 90).

Bei der Abklärung vom 22. Januar 2019 (vgl. IV-act. 91) gab sie gemäss dem 

Bericht vom 20. März 2019 (IV-act. 96) an, sie verspüre vor allem in den Knien, an 

Ellenbogen, Schultern und wegen der Lunge im Brust- und Rückenbereich Schmerzen. 

Es gehe ihr psychisch nicht gut. Seit ca. 15 Jahren nehme sie Antidepressiva ein; seit 

einer Behandlung bei Dr. med. F.___, Facharzt FMH für Psychiatrie, gehe es ihr etwas 

besser; die Tabletten würden Wirkung zeigen. Sie und ihr Ehemann gingen täglich 

spazieren, oft 20 bis 30 Minuten bis zu ihrem ___ und zurück. An guten Tagen koche 

sie das Mittagessen, am Nachmittag machten sie und ihr Mann gemeinsam den 

Haushalt. Teilweise unterstütze sie auch die I.___ - die (wie der K.___ und die ___ 

Kinder) im selben ___ Haus wohne (vgl. IV-act. 96-12) - im Haushalt (vgl. IV-act. 96-2). 

Die Versicherte habe erklärt, bis 2014 (aufgegeben wegen Schmerzen in den Knien und 

Knochen) habe sie von Frühling bis Herbst bei einem ___ ___arbeit geleistet und damit 

nach Angaben des Ehemannes zwischen Fr. 2'000.-- und Fr. 7'000.-- pro Jahr verdient 

(vgl. IV-act. 96-4). Sie habe dabei den ganzen Tag über gearbeitet (vgl. IV-act. 96-13). 

Ausserdem habe sie in einem Pensum von ca. 25 % eine Tätigkeit als Hauswartin 

ausgeübt, der sie ebenfalls nicht mehr nachgehen könne (vgl. IV-act. 96-4). - Die 

Abklärungsperson wiederholte hierzu die Angaben der Versicherten in der Anmeldung 

vom 1. September 2017 (zwei Anstellungen: eine von 2003 bis 2012, die andere von 

2012 bis Ende September 2015 bei ihrem Ehemann; vgl. IV-act. 96-4). Die Versicherte 

B.i. 

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habe weiter angegeben, ohne gesundheitliche Einschränkung würde sie ganztags 

arbeiten. In welchem Umfang und in welcher Tätigkeit (beispielsweise als 

Reinigungshilfe, in einer Fabrik usw.) habe sie nicht klar erläutern können (vgl. IV-

act. 96-5). Auf die Frage, weshalb sie nicht schon vor der Erkrankung vollzeitlich 

gearbeitet habe, da die Kinder doch bereits erwachsen gewesen seien, habe ihr 

Ehemann erklärt, dass sie vor der Erkrankung für die ganze Familie (___ Familien 

einschliesslich Kinder) gekocht und die ___ Enkelkinder mitaufgezogen habe 

(Unterstützung am Mittag und Abend, vgl. IV-act. 96-13). Als Gründe für die Ausübung 

einer Erwerbstätigkeit habe sie Freude am Arbeiten und finanzielle Gründe genannt (IV-

act. 96-5). Sie habe erklärt, sie erziele monatlich ein Einkommen von Fr. 800.-- aus der 

Hauswarttätigkeit, welche ab Februar 2019 die J.___ übernehmen werde. Der Ehemann 

beziehe eine IV-Invalidenrente und eine Hilflosenentschädigung. Als Ausgaben gebe es 

nebst der Wohnungsmiete von Fr. 1'300.-- u.a. solche für "Hypothek und Amortisation" 

von Fr. 1'150.--. Es bestünden Schulden von Fr. 500'000.-- (vgl. IV-act. 96-5). Des 

Weiteren wurden bei der Abklärung die Betätigungen in den einzelnen Verrichtungen 

des Haushalts erfragt und beschrieben; geltend gemacht worden sei eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Haushalt von 32 % (vgl. IV-act. 96-7 f. und -15). 

Die Abklärungsperson erhob eine Einschränkung von 25 % (vgl. IV-act. 96-14 f.). Sie 

erklärte, sie habe dabei pro Tag 23 Minuten Mithilfe des Ehemannes bei der 

Wohnungs- und Hauspflege und 7 Minuten Mithilfe bei der Wäsche und Kleiderpflege 

berücksichtigt. Ohne Berücksichtigung einer Schadenminderungspflicht bestünde eine 

Einschränkung von 32 %. Es sei eine Qualifikation mit einer Aufteilung in 70 % 

Erwerbs- und 30 % Haushalttätigkeit vorzunehmen (vgl. IV-act. 96-17).

Dr. F.___ gab in einem IV-Arztbericht vom 29. Juli 2019 (IV-act. 102) an, die 

Versicherte leide an einer Dysthymia (nebst Problemen in Verbindung mit der sozialen 

Umgebung, spezifisch mit der kulturellen Eingewöhnung). Die Tätigkeit als Hausfrau sei 

der Versicherten ganztags mit reduzierter Leistung zumutbar. Wesentliche 

Einschränkungen sollten im Haushalt nicht vorliegen. Eine Eingliederung sei 

unrealistisch infolge fehlender Sprachkompetenz, fehlender Ausbildung und des Alters.

B.j. 

Der RAD hielt am 27. August 2019 (IV-act. 103) fest, die geklagten 

Einschränkungen seien nicht vollumfänglich nachvollziehbar.

B.k. 

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Dr. B.___ reichte am 5. September 2019 (IV-act. 106) diverse Arztberichte ein. So 

hatte Dr. C.___ ihr am 6. März 2019 (IV-act. 107) berichtet, die Befunde sprächen 

insgesamt für einen guten kardialen Verlauf. Dr. med. G.___, Facharzt für 

Ophthalmologie, hatte gemäss Bericht vom 13. November 2018 (IV-act. 108) einen 

unauffälligen altersentsprechenden ophthalmologischen Befund vorgefunden. Dr. med. 

H.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, hatte am 13. März 2018 (IV-act. 110) erklärt, er sei als 

behandelnder Arzt des Ehemanns mit dem Gesundheitszustand der Versicherten 

konfrontiert. In der 2-Phasen-Skelettszintigraphie (beigelegter Bericht IV-act. 111) seien 

rein degenerative Veränderungen dokumentiert worden (bzw. es war festgestellt 

worden, der Befund spreche eher für degenerative Veränderungen beider AC-Gelenke, 

beider Kniegelenke, beider Ellenbogengelenke und der gesamten Wirbelsäule als für 

eine Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis). Dr. H.___ hatte weiter 

angegeben, gemäss einer Kontrolle wegen vermehrter Beschwerden in Knien, Hüfte 

und Ellenbogen liege eine deutliche Tendinopathie am Patella-Ober- und -Unterrand 

vor und hätten am lateralen Bandapparat des OSG Tendinopathie-Zeichen bestanden. 

Ausserdem liege beidseits eine ECR (wohl: extensor carpi radialis)- und diffuse 

Handgelenkssymptomatologie mit beginnender Rhizarthrose vor. Die Röntgenbilder 

zeigten eine zentrale Coxarthrose bds., eine L4/5-Degeneration, eine Spondylarthrose 

L5/S1 mit V.a. Neuroforamenenge und eine C5/6-Chondrose. Des Weiteren kam der 

Bericht der Kardiologie am Kantonsspital E.___ vom 9. November 2017 (IV-act. 105) zu 

den Akten, wonach sich angiographisch absolut unauffällige Koronararterien gezeigt 

hätten und auch der linke Ventrikel normal dargestellt worden sei. Damit könne eine 

koronare Herzkrankheit ausgeschlossen werden. Das Resultat der MPS (wohl: 

myokardiale Perfusionsszintigraphie) und der Stressechokardiographie müsse als 

falsch-positiv angesehen werden.

B.l. 

In einem interdisziplinären medizinischen Gutachten vom 23. März 2020 (IV-

act. 128; Untersuchungen im Februar 2020) gab das Zentrum für Medizinische 

Begutachtung (ZMB) bekannt, bei der Versicherten bestünden als Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (erstens) eine primäre Polyarthrose mit Befall von 

HWS, LWS, Knien, Schultern mit AC-Gelenken und leichtem Befall der Hände (im 

Vordergrund linksbetont symptomatische mässiggradige v.a. mediale Gonarthrosen), 

B.m. 

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(zweitens) eine rheumatoide Arthritis nach Aktenlage, ED 2013 (aktuell inaktiv), (drittens) 

eine ausgeprägte Dekonditionierung und (viertens) eine schwere Dysthymie. Ohne 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien ein V.a. Karpaltunnelsyndrom bds., ein 

Entrapment (wohl: Engpasssyndrom) des Nervus cutaneus femoralis lateralis rechts, 

eine Hyperlaxitätstendenz v.a. der peripheren Gelenke, Adipositas, intermittierend 

Schmerzen und Druck im unteren Sternumbereich (ohne Hinweis für koronare 

Herzkrankheit), eine leichte Aorteninsuffizienz/leichte Mitralstenose und 

Mitralinsuffizienz (St. nach VATS-Lobektomie Mittellappen 08/2017 bei chronisch 

organisierter Pneumonie im Mittellappen) und eine psychosoziale Belastungssituation. - 

Eine Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Hauswartin sei abhängig vom 

Arbeitsplatzprofil. - Körperlich schwere oder auch andauernd mittelschwere Tätigkeiten 

seien der Versicherten sicherlich nicht mehr zuzumuten. Ausserdem sei in einer 

solchen Tätigkeit auch aus psychiatrischer Sicht ein vermindertes Rendement 

gegeben, weil unter so belastender Tätigkeit eine auch psychisch überlagerte Zunahme 

des Schmerzerlebens zu erwarten sei. - In einer adaptierten Tätigkeit bestehe seit der 

Diagnose der rheumatoiden Arthritis 2013 eine maximale Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit von 30 %. - In der Tätigkeit als Hausfrau mit Führen eines kleinen 1.5-

Zimmer-Haushalts sei die Versicherte (wesentlich psychiatrisch begründet) zu maximal 

20 % eingeschränkt, und zwar mindestens seit Aufnahme der psychiatrischen 

Behandlung bei Dr. F.___ im Februar 2018. - Wäre die Versicherte gleichzeitig 

erwerbstätig und als Hausfrau tätig, wäre gesamtmedizinisch eine Einschränkung von 

maximal 30 % in einer dem somatischen Leiden adaptierten Tätigkeit anzunehmen.

Mit Vorbescheid vom 1. April 2020 (IV-act. 132) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Rechtsvertreter der Versicherten die 

Abweisung deren Gesuchs bei einem nach der gemischten Methode mit einer 

Aufteilung in 70 % Erwerbstätigkeit (Valideneinkommen Fr. 54'576.--, 

Invalideneinkommen Fr. 38'203.--; Einschränkung 30 %) und 30 % Haushalttätigkeit 

(Einschränkung 25 %) bemessenen Invaliditätsgrad von 28.5 % in Aussicht.

B.n. 

Der Rechtsvertreter der Versicherten erklärte mit Einwand vom 28. Juli 2020 (IV-

act. 144), diese sei nicht einverstanden. Sie befinde sich bereits im 62. Lebensjahr und 

weise daher eine massiv eingeschränkte Leistungsfähigkeit auf. Sie leide an einem 

multiplen Beschwerdebild. Daher erstaune, dass keine EFL (Evaluation der 

B.o. 

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C.

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt mag. iur. Antonius Falkner für 

die Betroffene am 22. September 2020 erhobene Beschwerde (act. G 1). Der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt, die Beschwerdegegnerin sei zu 

verpflichten, der Beschwerdeführerin eine ihrem Invaliditätsgrad entsprechende 

Invalidenrente auszurichten, eventualiter sei die Sache zur neuerlichen Entscheidung an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kostenfolge. Die Beschwerdegegnerin 

habe einerseits den Sachverhalt nur sehr mangelhaft abgeklärt, anderseits sei die 

Verfügung mit rechtlichen Fehlern behaftet, bei deren Korrektur selbst ausgehend vom 

mangelhaft abgeklärten Sachverhalt zumindest ein Teilrentenanspruch resultiere. Eine 

funktionellen Leistungsfähigkeit) stattgefunden habe, wie sie unabdingbar gewesen 

wäre. Es sei der Versicherten von den Gutachtern ständig ihre Adipositas vorgeworfen 

worden, obwohl diese durch die Einnahme verschiedenster Medikamente verursacht 

sei. Die Gutachter hätten konkret darzulegen, welche Ursprünge das massive 

Übergewicht habe. Sollte sich bestätigten, dass es aus dem sonstigen 

Krankheitsgeschehen resultiere, sei das Übergewicht als zusätzliche 

leistungseinschränkende Diagnose zu berücksichtigen. Zu bemängeln sei ferner, dass 

keine Haushaltabklärung stattgefunden habe. Auch in einer Verweistätigkeit sei die 

Versicherte des Weiteren nur unter Beachtung verschiedenster medizinischer 

Einschränkungen theoretisch arbeitsfähig. Ausserdem seien die ausländische Herkunft 

und das sehr hohe Alter zu berücksichtigen. Insgesamt sei ein Leidensabzug von 

mindestens 20 % zu machen. Es werde jedenfalls ein Invaliditätsgrad von mehr als 

50 % erreicht, weshalb Anspruch auf eine halbe Rente bestehe. Die Versicherte sei 

weitaus mehr arbeitsunfähig, als dies im Gutachten unterstellt werde.

Der RAD hielt am 30. Juli 2020 (IV-act. 145) u.a. dafür, auffallend sei bei der 

Begutachtung gewesen, dass die angegebenen massiven Einschränkungen nicht mit 

den objektivierbaren Befunden und Funktionseinschränkungen im Einklang gestanden 

hätten. Zudem liege bezüglich der Medikamenteneinnahme eine mangelnde 

Compliance vor.

B.p. 

Mit Verfügung vom 19. August 2020 (IV-act. 146) wies die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Gesuch der 

Versicherten vom 1. September 2017 ab.

B.q. 

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lediglich theoretische Einschätzung des Leistungsvermögens sei bei der nunmehr 

bereits im 62. Lebensjahr stehenden Beschwerdeführerin mit multiplem 

Beschwerdebild nicht tunlich. Es habe eine EFL zur Erhebung des tatsächlichen 

Leistungsvermögens stattzufinden. Im Gutachten werde mehrfach betont, eine 

Wiedereingliederung könne nur auf Basis eines strukturierten 

Wiedereingliederungsprogramms unter Begleitung der Beschwerdeführerin erreicht 

werden. Daraus sei im Umkehrschluss zu folgern, dass sie die medizinisch theoretische 

Leistungsfähigkeit derzeit nicht erreichen könne. Die letzte Haushaltabklärung habe im 

November 2018 stattgefunden und gebe wegen der ständigen Verschlechterung 

infolge Alters und multiplen Beschwerdebilds nicht mehr die aktuellen Gegebenheiten 

wieder. Weiter sei insbesondere auch das eingeholte Gutachten mangelhaft. Stossend 

sei der wiederholte Hinweis, die Beschwerdeführerin werde die Leistungsfähigkeit 

aufgrund von IV-fremden Faktoren nicht ausschöpfen können, ohne darzulegen, worin 

diese Faktoren lägen. Ob solche Einflüsse auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit als 

IV-fremd zu beurteilen seien, sei eine Rechtsfrage. Es sei offensichtlich, dass die 

Leistungsfähigkeit über die im Gutachten attestierte Einschränkung von 30 % in einer 

adaptierten Tätigkeit hinaus aufgrund von solchen IV-fremden Faktoren eingeschränkt 

sei, weshalb diese im Rahmen der Begutachtung nicht näher dargestellt worden seien. 

Es sei zu verlangen, dass die Sachverständigen konkret darlegten, welche 

Einschränkungen der Leistungsfähigkeit insgesamt vorlägen. Die Beschwerdegegnerin 

habe dann zu beurteilen, welche der leistungsmindernden Faktoren zu berücksichtigen 

seien und welche nicht. Der Gutachterstelle dagegen sei nicht erlaubt, von sich aus IV-

fremde Faktoren anzunehmen und sie bereits zu berücksichtigen. Die Gutachterstelle 

habe somit konkret darzulegen, welche IV-fremden Faktoren in je welchem Ausmass 

Einfluss auf die Leistungsfähigkeit hätten. Unabhängig davon sei die Verfügung auch 

unrichtig, weil im erwerblichen Bereich kein Leidensabzug gewährt worden sei. Die 

nach dem Ergebnis des Gutachtens erforderlichen Einschränkungen rechtfertigten 

einen Abzug von mindestens 15 % wie rechtsprechungsgemäss in Fällen, da eine 

vormals ausgeübte schwere Tätigkeit nicht mehr möglich sei. Zu berücksichtigen seien 

medizinische Beeinträchtigungen mit Auswirkungen auf den Invalidenlohn, ausserdem 

Faktoren wie fortgeschrittenes Alter, Migrationshintergrund, welcher der 

Beschwerdeführerin auch zurzeit der aktiven Berufslaufbahn nur ein eingeschränktes 

und unterdurchschnittliches Einkommen ermöglicht habe, und Sonstiges. Der Abzug 

sei auf 20 % festzulegen. Die Beschwerdegegnerin sei zudem ohne nähere 

Begründung von der Anwendbarkeit der gemischten Methode ausgegangen, obwohl 

die Beschwerdeführerin stets betont habe, bei voller Gesundheit voll erwerbstätig zu 

sein. Dass sie bis zur Einstellung ihrer beruflichen Tätigkeit stets nur eine 

Teilzeitbeschäftigung ausgeübt habe, sei dem Umstand geschuldet, dass sie bereits 

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seit vielen Jahren an multiplen Beschwerden leide. Es sei auch nicht zu erkennen, 

weshalb sie im Gesundheitsfall in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren keine 

Vollzeittätigkeit hätte ausüben sollen, bestehe doch keine Betreuungsaufgabe für 

Kinder oder etwas Sonstiges. Es ergebe sich zumindest Anspruch auf eine Teilrente 

(bzw. Rente bei einem Teilinvaliditätsgrad).

D.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 4. Dezember 2020 (act. G 4) beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das Gutachten sei 

beweiskräftig. Der Hinweis, dass eine Wiedereingliederung - falls effektiv stattfindend - 

mit einem sukzessiven Belastungsaufbau erfolgen solle, bedeute keine volle 

Arbeitsunfähigkeit. Die vorübergehende tiefere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im 

Sinn einer Schonung zu Beginn der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit sei nicht relevant, 

da die Arbeitsfähigkeit ausschliesslich medizinisch-theoretisch festzulegen sei. Es sei 

ohnehin festgehalten worden, berufliche Massnahmen seien illusorisch, weil die 

Beschwerdeführerin die Restarbeitsfähigkeit aus IV-fremden Gründen nicht verwerte. 

Es würden im Gutachten diverse IV-fremde Faktoren aufgeführt und es sei 

nachvollziehbar, dass das ZMB sie bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung ausgeklammert 

habe, denn das Beschwerdebild mitprägende psychosoziale und soziokulturelle 

Belastungsfaktoren seien als nicht invalidisierende und nicht versicherte Faktoren 

auszuscheiden, soweit sie unmittelbar (direkt) die Symptomatik beeinflussten. Das 

ZMB habe ausgeführt, dass die Dysthymie - normalerweise eine Diagnose ohne 

wesentliche Verminderung der Arbeitsfähigkeit - bei der Beschwerdeführerin durch die 

lange Dauer des Krankheitsgeschehens und die somatisch begründbare 

Schmerzhaftigkeit so ausgeprägt sei, dass sie Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

habe. Die Beschwerdeführerin sei bei Dr. B.___ nur alle drei und bei Dr. F.___ nur alle 

zwei Monate in Behandlung, was nicht auf einen erheblichen Leidensdruck hinweise. 

Der Gutachter der Psychiatrie habe festgehalten, die Beschwerdeführerin habe 

keinerlei Anstrengungen unternommen, ihr Leiden auch anderweitig zu vermindern, 

etwa durch konditionierende Massnahmen. Es deute zudem auf einige Ressourcen hin, 

dass die Beschwerdeführerin im August 2019 mit dem ___ und im Sommer 2018 mit 

dem ___ in ihr Heimatland gereist sei. Bei einer zuverlässigen ärztlichen Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit, wie sie vorliege, bestehe in der Regel keine Notwendigkeit, die 

Rechtsfrage der Erwerbsunfähigkeit durch eine EFL zu überprüfen. Eine solche sei 

ausnahmsweise erforderlich, wenn mehrere involvierte Ärzte sie befürworteten. Eine 

nochmalige Vorlage an eine Abklärungsperson (für den Haushalt) sei nicht erforderlich, 

weil der ärztlichen Stellungnahme mehr Gewicht beizumessen sei und keine 

Anhaltspunkte für eine Veränderung des Gesundheitszustands bestünden. Auch vor 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/26

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der Krankheit habe die Beschwerdeführerin nie zu 100 % gearbeitet, weil sie für die 

ganze Familie gekocht und die ___ Enkelkinder mitaufgezogen habe. Bei der 

Begutachtung habe sie erklärt, zuletzt bis vor sieben bis acht Jahren als Hauswartin 

gearbeitet zu haben und sich danach um die Enkelkinder gekümmert zu haben. Sie 

habe auch keine Anstellung mehr gesucht, weil sie zu alt gewesen sei. Auch die 

Tatsache, dass sie ihren Ehemann pflege und unterstütze, spreche gegen einen 

Vollerwerb. Die Qualifikation mit einem Anteil von 70 % Erwerbstätigkeit erweise sich 

bereits als grosszügig. Als Aussage der ersten Stunde habe die Beschwerdeführerin 

bei der ersten Anmeldung angegeben, teilweise Hausfrau zu sein. Bei einem 

leidensbedingten Abzug könnten nur Umstände berücksichtigt werden, die auf einem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen seien. Die 

Beschwerdeführerin sei in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig. Ein 

leidensbedingter Abzug sei nicht vorzunehmen. Auch das Alter wirke sich bei 

Hilfsarbeiten nicht zwingend lohnsenkend aus. Die ausländische Herkunft bzw. 

Nationalität rechtfertige ebenfalls keinen Abzug, denn Frauen mit 

Niederlassungsbewilligung C ohne Kaderfunktion verdienten zwar weniger als 

Schweizerinnen, aber mehr als das für die Invaliditätsbemessung herangezogene 

Durchschnittseinkommen. Bis zum Erreichen des ordentlichen Pensionsalters habe die 

Beschwerdeführerin bei der Begutachtung noch drei Jahre vor sich gehabt, weshalb 

noch nicht von Unverwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. 

Auch die Arbeitsfähigkeit von 70 % spreche nicht gegen eine Verwertbarkeit. Es sei 

davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt noch eine Anstellung finde.

E.

Von der ihm mit Schreiben vom 8. Dezember 2020 (act. G 5) eingeräumten Möglichkeit, 

zur Beschwerdeantwort Stellung zu nehmen, hat der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin keinen Gebrauch gemacht.

Erwägungen

1.

Im Streit liegt die Verfügung vom 19. August 2020, mit welcher die 

Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin um eine Rente 

vom 1. September 2017 (recte: vom 30. August 2017, vgl. IV-act. 20-9) abgewiesen 

hat. Es handelte sich um eine Neuanmeldung, nachdem ein erster Antrag vom Oktober 

2016 am 30. März 2017 formell rechtskräftig abgewiesen worden war. Die 

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Beschwerdeführerin lässt mit der Beschwerde im Hauptstandpunkt (einzig) 

Rentenleistungen beantragen. Berufliche Massnahmen hatte die Beschwerdegegnerin 

am 31. Oktober 2017 abgelehnt, weil die Beschwerdeführerin als Hausfrau tätig sei.

2.  

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, SR 

831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 

Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 

zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch 

auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch 

auf eine Viertelsrente.

2.1. 

Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich 

die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 

Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1, vgl. schon BGE 102 V 165). - Sämtliche 

psychischen Erkrankungen sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. 

BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem jeweiligen 

Beweisbedarf) einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu 

unterziehen. Die funktionellen Folgen der Gesundheitsschädigung sind danach 

qualitativ zu erfassen und quantitativ einzuschätzen. Für die Beurteilung des 

funktionellen Leistungsvermögens sind in der Regel diverse Standardindikatoren 

beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der 

Kategorie des funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz.

2.2. 

Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG ist für die Bemessung der Invalidität von 

erwerbstätigen versicherten Personen Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode der Invaliditätsbemessung). - Gemäss 

Art. 28a Abs. 2 IVG wird bei nicht erwerbstätigen versicherten Personen, die im 

Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht 

zugemutet werden kann, für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 

ATSG darauf abgestellt, in welchem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/26

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3.  

betätigen (spezifische Methode; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG). - 

Bei versicherten Personen, die nur zum Teil erwerbstätig sind (oder unentgeltlich im 

Betrieb des Ehegatten mitarbeiten), wird die Invalidität gemäss Art. 28a Abs. 3 IVG für 

diesen Teil nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich 

tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Abs. 2 festgelegt. In diesem Fall 

sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 

festzulegen und ist der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte 

Methode).

Die für die Methodenwahl entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte 

Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig 

einzustufen ist, beurteilt sich danach, was diese bei im Übrigen unveränderten 

Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. 

Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten 

Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie 

hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen 

sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie 

allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die 

beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und 

Begabungen zu berücksichtigen. Die Beantwortung der Statusfrage erfordert 

zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische 

Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Die Statusfrage 

ist einer direkten Beweisführung wesensgemäss nicht zugänglich und muss in aller 

Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 

21. Januar 2021, 9C_581/2020 E. 4.2).

2.4. 

Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin, was die Statusfrage betrifft, in der 

angefochtenen Verfügung aufgrund der Annahmen nach der Abklärung an Ort und 

Stelle von einer Teilerwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin im Umfang von 70 % 

ausgegangen. - Die Beschwerdeführerin ihrerseits machte erstmals im vorliegend zu 

beurteilenden IV-Verfahren am 2. Oktober 2018 (Fragebogen) geltend, ohne 

gesundheitliche Beeinträchtigung zu 100 % als Hauswartin und im ___ (sc. erwerbs-) 

tätig zu sein. Zuvor hat sie im ersten IV-Verfahren im November 2016 einmal erklärt, sie 

wäre ohne Gesundheitsschaden gern erwerbstätig, es war aber auch (im ersten 

Beschwerdeverfahren gegen die Verfügung vom 29. Mai 2018 mit der Feststellung, die 

Beschwerdeführerin sei mehrheitlich als Hausfrau zu qualifizieren, IV-act. 52-1) noch 

eine Haushaltabklärung beantragt worden, da die Beschwerdeführerin davon ausgehe, 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/26

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auch im Bereich Haushalt so massiv eingeschränkt zu sein, dass sie Anspruch auf eine 

ganze Rente habe (vgl. IV-act. 58).

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass eine wesentliche gesundheitliche 

Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin nach der Aktenlage - trotz naturgemäss 

progredienter Arthrose (vgl. IV-act. 128-44) - mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

jedenfalls nicht vor 2013 anzunehmen ist (im Gutachten wurde eine 

Teilarbeitsunfähigkeit ab diesem Zeitpunkt attestiert, vgl. IV-act. 128-10, medizinische 

Berichte aus der Zeit um 2013 sind allerdings - soweit ersichtlich - nicht aktenkundig 

geworden). Bei der IV-Anmeldung vom Oktober 2016 hat die Beschwerdeführerin 

angegeben, die (volle) Arbeitsunfähigkeit sei am 1. Mai 2016 eingetreten (vgl. IV-

act. 1-4), die gesundheitliche Beeinträchtigung 2014 (IV-act. 1-6). Den letzteren 

Zeitpunkt des Auftretens 2014 bestätigte sie auch anlässlich der Abklärung an Ort und 

Stelle (IV-act. 96-1). Dr. B.___, bei welcher die Beschwerdeführerin seit 1. Juli 2016 in 

Behandlung stand, erklärte am 1. Dezember 2016, sie (die Ärztin) habe keine Zeugnisse 

betreffend die Arbeitsfähigkeit ausstellen müssen, da die Beschwerdeführerin nicht 

ausser Haus arbeite (IV-act. 7-3). Später attestierte sie ihr eine Arbeitsunfähigkeit von 

100 % ab 1. Mai 2017 (IV-act. 80-9). Im Fragebogen vom 2. Oktober 2018 gab die 

Beschwerdeführerin an, die Einschränkungen bestünden seit Oktober 2016. Ein 

Anspruch der Beschwerdeführerin auf IV-Leistungen ist im Übrigen noch mit Verfügung 

vom März 2017 bei Annahme voller Arbeitsfähigkeit abgelehnt worden.

3.2. 

Zum Zeitpunkt der IV-Neuanmeldung 2017 war die Beschwerdeführerin ___ 59-

jährig und hatte gemäss IK-Auszug (IV-act. 22) bereits seit Juni 2012 kein 

Erwerbseinkommen mehr erzielt. Auch davor hatte sie ab 2003 dem Einkommen (mit 

einer Ausnahme höchstens lediglich noch knapp Fr. 2'700.-- pro Jahr; wohl als 

Hauswartin) nach zu schliessen keine für die Statusfrage zu massgeblicher Zeit 

ausschlaggebende Erwerbstätigkeit ausgeübt, und zwar, obwohl ihre Kinder bis dahin 

alle schon seit mehr als zehn Jahren erwachsen waren. Bei der Begutachtung gab sie 

zudem an, früher an ca. zehn Stunden pro Woche (somit in einem Pensum von knapp 

25 %) als Raumpflegerin gearbeitet zu haben (vgl. IV-act. 128-28). Gemäss dem IK-

Auszug hatte ehemals ein Arbeitsverhältnis der Beschwerdeführerin von August 1999 

bis März 2003 mit einem Einkommensmaximum im Jahr von Fr. 6'960.-- bestanden; 

weitere Einträge datieren noch aus der Zeit von April 2006 bis Oktober 2006 und von 

Januar 2010 bis März 2010. Wie im Gutachten erwähnt wurde, stand die 

Lebensführung der Beschwerdeführerin zeitlebens im Rahmen des traditionellen 

Familienbildes (vgl. IV-act. 128-9). Sie hat dabei gemäss dem Abklärungsbericht für die 

erweiterte Familie mit mehreren (Enkel-) Kindern gesorgt (vgl. IV-act. 96-13). Im 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/26

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4.  

Gutachten wurde zwar ein Wegfallen von (entsprechenden) Betreuungsfunktionen 

erwähnt (vgl. IV-act. 128-61), die Beschwerdeführerin berichtete aber auch bei der 

Begutachtung noch von Enkelbetreuung (vgl. IV-act. 128-50). Sie gab auch an, sie sei, 

als die Enkel grösser geworden seien, zu alt gewesen, um eine Anstellung zu suchen 

(vgl. IV-act. 128-53). Als Gründe für einen im IV-Verfahren geltend gemachten Wechsel 

zum Status als Vollerwerbstätige brachte die Beschwerdeführerin bei der Abklärung 

Freude an der Arbeit und die finanzielle Lage vor. Die wirtschaftliche Lage ist für einen 

Wechsel vorliegend nicht als bestimmend zu betrachten (die Ausgabenposition 

"Hypothek und Amortisation" im Abklärungsbericht, IV-act. 96-5 [vgl. IV-act. 94-2] 

könnte darauf hinweisen, dass Grundeigentum besteht, vgl. auch IV-act. 128-27). 

Angesichts der trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung verbliebenen 

weitreichenden Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin (vgl. unten E. 4.2.4) erscheint 

insgesamt nicht überwiegend wahrscheinlich, dass das Ausbleiben von Bewerbungen 

allein gesundheitliche Gründe hatte. Wie rechtsprechungsgemäss im Zusammenhang 

mit dem Valideneinkommen anzunehmen (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 6. Oktober 

2020, 9C_316/2020 E. 3.1), entspricht es ferner einer Erfahrung, dass die bisherige 

Tätigkeit - somit auch die Haushalttätigkeit - ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt 

worden wäre. Vorliegend gibt es bei den erwähnten Gegebenheiten keine 

überwiegende Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Beschwerdeführerin ohne 

gesundheitliche Beeinträchtigung in eine Erwerbstätigkeit gewechselt hätte. Vielmehr 

ist davon auszugehen, dass sie auch diesfalls weiterhin als Hausfrau tätig geblieben 

wäre. Ihre Invalidität ist daher nach dem reinen Betätigungsvergleich zu bemessen. 

Für die Invaliditätsbemessung sind die medizinischen Vorbedingungen von 

Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4, vgl. 

BGE 141 V 281 E. 5.2.1). 

4.1. 

Zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin und ihrer medizinisch 

zumutbaren Arbeitsleistung wurde ein polydisziplinäres (ZMB-) Gutachten erstattet.

4.2. 

Bei der internistischen Exploration erklärte die Beschwerdeführerin, ihr 

Hauptproblem (nebst Rückenschmerzen, vor allem lumbal, vorübergehenden 

Hustenattacken und Herzbeschwerden) sei der psychische Zustand. Sie fühle sich 

4.2.1. 

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depressiv und dauernd müde. Ihr Ehemann sage immer, sie müsse wegen des Geldes 

arbeiten gehen, das verursache bei ihr einen extremen Druck (vgl. IV-act. 128-27). Der 

Gutachter der Allgemeinen Inneren Medizin erklärte, internmedizinisch begründete 

Funktionsstörungen bestünden nicht (vgl. IV-act. 128-31). Als Raumpflegerin bestehe 

diesbezüglich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. IV-act. 128-32).

Anlässlich der rheumatologischen Begutachtung beklagte die 

Beschwerdeführerin Schmerzen in den Ellenbogen, Knien, Knöcheln, im Nacken und 

am Rücken, im ganzen Körper, vor allem in den Knochen, am schlimmsten in den 

Knien. Einmal seien die Schmerzen eher rechts, dann wieder mehr links vorhanden, bei 

Wetterwechsel am ganzen Körper. Die Schmerzen hätten vor acht Jahren (demnach 

2012) begonnen und seien seither relativ stabil gewesen mit schubweiser 

Verschlechterung vor allem von Herbst bis Frühling (vgl. IV-act. 128-34). Im Haushalt 

sei sie in schlechten Phasen eingeschränkt, dann lege oder setze sie sich hin. Wenn es 

ihr gut gehe, könne sie ihre kleine Wohnung in einer Stunde putzen (vgl. IV-

act. 128-35). Manchmal - z.B. beim Tragen der Enkel - habe sie Brustkorbschmerzen 

mit Druckempfindlichkeit des Gewebes, das sei vor allem nach der Lungenoperation 

(demnach 2017) aufgetreten. - Die Gutachterin der Rheumatologie hielt nach der 

eingehenden klinischen Befundaufnahme (mit Kenntnisnahme der Ergebnisse diverser 

bildgebender Untersuchungen aus der Zeit vom 22. August 2016 bis 22. Juli 2018 und 

aktueller Röntgenaufnahme der Knie beidseits) fest, es liege eine primäre Polyarthrose 

mit Befall von Knien (mit Genua vara, progredienter, aktuell mässiggradiger medialer 

Gonarthrose und leichtgradiger Femoropatellararthrose beidseits), HWS und LWS (mit 

chronischem Cerviko- und Lumbovertebralsyndrom sowie statischen Veränderungen 

mit Hohl-Rundrücken), Schultern (mit AC-Gelenken, Impingementsyndrom, 

Supraspinatustendinosen beidseits und Subscapularistendinose links) und Händen 

(diskret) vor. Ausserdem bestünden ein Verdacht auf ein Carpaltunnelsyndrom 

beidseits (trotz negativer Phalen- und Tinel-Tests), zudem ein Entrapment des Nervus 

cutaneus femoralis lateralis rechts, eine Hyperlaxitätstendenz und eine 

Dekonditionierung (vgl. IV-act. 128-41). Die vorhandenen Einschränkungen am 

Bewegungsapparat seien als leicht bis höchstens mässiggradig - letzteres vor allem an 

den Knien - zu beurteilen (vgl. IV-act. 128-44). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 

Hausfrau bestünden keine relevanten Einschränkungen; diese seien von der 

Invalidenversicherung mit 25 % eingeschätzt worden. Die Beschwerdeführerin 

bekomme vor allem von der I.___ Unterstützung (vgl. IV-act. 128-45). Sie habe 

angegeben, im Haushalt an besseren Tagen nicht relevant eingeschränkt zu sein (vgl. 

IV-act. 128-44). In einer nach ihren Angaben ab und zu ausgeübten Tätigkeit als 

4.2.2. 

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Raumpflegerin oder Hauswartin sei die Einschränkung abgängig vom Arbeitsplatzprofil 

und den notwendigen Arbeitsstunden (vgl. IV-act. 128-45). In einer an diverse genannte 

Anforderungen (vgl. unten E. 4.6) adaptierten Tätigkeit betrage die Leistungsminderung 

höchstens 20 % (vgl. IV-act. 128-45).

Bei der psychiatrischen Untersuchung gab die Beschwerdeführerin an, sie habe 

keine Kraft zum Arbeiten und frage sich, wer jemanden wie sie noch einstellen würde. 

Sie sei psychisch schwach, habe viele Operationen gehabt, nehme Tabletten und habe 

Rheuma. Sie leide unter Angst und Depressionen (vgl. IV-act. 128-48). Sie werde dann 

nervös, wenn sie etwas tun wolle, es aber nicht gehe (vgl. IV-act. 128-50). Wenn es ihr 

nicht gut gehe, ertrage sie auch ihre Enkel nicht (vgl. IV-act. 128-49). Wenn diese 

kämen, spiele sie mit ihnen, dann kämen die Sorgen und sie schicke sie wieder nach 

Hause (vgl. IV-act. 128-50). Sie habe auch schon gelegentlich ___ gehabt; das sei seit 

sieben bis acht Jahren so (vgl. IV-act. 128-49). Die finanziellen Sorgen seien das 

Wichtigste (vgl. IV-act. 128-49, -50). Seit drei Monaten nehme sie Cipralex (täglich 

20 mg). - Der Gutachter der Psychiatrie erklärte, wesentliches psychopathologisches 

Merkmal sei eine deutlich verminderte affektive Grundstimmung mit verminderter 

Schwingungsfähigkeit. Etwas im Gegensatz zu geklagter Freudlosigkeit, Insuffizienz, 

Schuldgefühlen usw. stehe der klare, nicht verlangsamte sprachliche Duktus (vgl. IV-

act. 128-54). Es hätten sich während der Untersuchung keine Schmerzäusserungen 

gezeigt (vgl. IV-act. 128-55). Die Stimmungslage entspreche eher einer effektiven, 

durchaus ausgeprägten Dysthymie denn einer eigentlichen schweren Depressivität (vgl. 

IV-act. 128-54). Es bestehe eine chronisch depressive Verstimmung (vgl. IV-

act. 128-59). Im Verlauf (der Dysthymie) seien möglicherweise auch die Kriterien für 

eine leichte oder gar mittelgradige Depressivität erfüllt gewesen, was jedoch 

retrospektiv nicht sicher gesagt werden könne. Die Beschwerdeführerin habe bei der 

Begutachtung angegeben, gelegentlich [...] zu erleiden. Ihre Schilderungen der 

Überforderung, Insuffizienz, Antriebslosigkeit usw. seien durchaus eindrücklich 

gewesen und könnten einer solchen depressiven Episode entsprechen (vgl. IV-

act. 128-59). Diese Diagnose sei jedoch aus verschiedenen Gründen (die 

Beschwerdeführerin habe zwar deprimiert, aber nicht eigentlich ausgeprägt depressiv 

gewirkt; keine relevanten kognitiven Störungen usw.) nicht gestellt worden. Es bestehe 

aber kein Zweifel am Vorliegen einer ausgeprägten Dysthymie, im Schweregrad über 

demjenigen einer leichten depressiven Episode liegend, da es sich um eine anhaltende 

Einschränkung mit auch sozialen Folgen - einer Verminderung der Teilhabe am 

täglichen Leben - handle (vgl. IV-act. 128-59 f.). Bei der Einordnung des Leidens 

müssten auch kulturelle Faktoren berücksichtigt werden. Die Beschwerdeführerin habe 

4.2.3. 

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zeitlebens ein in ihrem Rollenverständnis normales Leben geführt; es sei nicht ohne 

weiteres nachvollziehbar, weshalb sie für sich keine neue Anstellung gesucht habe, 

nachdem die Enkel keine Betreuung mehr benötigt hätten (vgl. IV-act. 128-60). 

Zweifellos habe das Erleben körperlicher Krankheiten, insbesondere der rheumatoiden 

Arthritis mit durchaus relevanter Behandlung und der durchgemachten Lobektomie, 

auch eine Rolle gespielt. Insgesamt liege ein leichtes bis mässig ausgeprägtes 

psychisches Leiden vor, das eine Auswirkung insbesondere auf die Durchhaltefähigkeit 

der Beschwerdeführerin haben werde (vgl. IV-act. 128-60). Soweit ersichtlich habe sie 

keinerlei Anstrengungen unternommen, ihr Leiden auch anderweitig (wohl nebst der 

Einnahme von Cipralex) zu vermindern (etwa durch konditionierende Massnahmen). 

Der diesbezügliche Leidensdruck erscheine also nicht schwer; psychosoziale/kulturelle 

(IV-fremde) Momente spielten offensichtlich ebenso wie die Chronifizierung eine Rolle 

(vgl. IV-act. 128-60 f.). Der behandelnde Psychiater habe die Tätigkeit als Hausfrau 

ebenfalls als - mit reduzierter Leistung - zumutbar betrachtet. Bei Annahme auch 

verschiedener Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und der 

Einschätzung, eine Eingliederung sei unrealistisch, habe er auf eine volle 

Arbeitsunfähigkeit geschlossen, ohne allerdings zwischen IV-fremden und IV-

relevanten Faktoren zu unterscheiden (vgl. IV-act. 128-61). Der Gutachter schloss, es 

habe sich ein eigenständiges psychisches Leiden im Sinn einer Dysthymie entwickelt, 

das die Beschwerdeführerin nicht einfach so von sich aus überwinden könne (vgl. IV-

act. 128-61). In der Tätigkeit als Hausfrau eines kleinen Haushalts könne aus 

psychiatrischer Sicht höchstens eine Einschränkung von 10 bis 20 % attestiert werden, 

in einer Erwerbstätigkeit eine höhere Einschränkung von ca. 30 % (vgl. IV-act. 128-62).

Interdisziplinär wurde festgehalten, in der Tätigkeit als Hausfrau mit Führen eines 

kleinen 1.5-Zimmer-Haushalts sei die Beschwerdeführerin - wesentlich psychiatrisch 

begründet - zu maximal 20 % eingeschränkt. Eine Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als 

Hauswartin sei abhängig vom Arbeitsplatzprofil. Körperlich schwere oder auch 

andauernd mittelschwere Tätigkeiten seien sicherlich nicht mehr zumutbar und in einer 

solchen Tätigkeit sei auch aus psychiatrischer Sicht ein vermindertes Rendement 

gegeben. In einer adaptierten Tätigkeit sei das Rendement um maximal 30 % 

eingeschränkt.

4.2.4. 

Das Gutachten ist in Kenntnis der Vorakten und nach den jeweiligen 

Befunderhebungen ergangen.

4.3. 

Unter dem Gesichtspunkt der Objektivierung innerhalb des medizinischen 

Gutachtens ist darauf hinzuweisen, dass die Arbeitsunfähigkeit gutachterlich 

(rheumatologisch und psychiatrisch) durch eine Dysthymie, eine verminderte 

4.4. 

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Durchhaltefähigkeit und ein Schmerzerleben der Beschwerdeführerin begründet wurde 

(vgl. IV-act. 128-10). - Die funktionellen Auswirkungen der Befunde und die 

Persönlichkeitsaspekte (keine Aspekte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit; im 

Vordergrund psychosoziale Belastungsfaktoren und chronifizierte Dysthymie-

Entwicklung) sind beschrieben (vgl. IV-act. 128-8) und demnach bei der 

Schlussfolgerung berücksichtigt worden. - Des Weiteren wurde ausgeführt, die 

Beschwerdeführerin habe seit Jahren keine wesentlichen Anstrengungen zur 

Überwindung der ausgeprägten Dekonditionierung unternommen, so dass die 

beklagten Beschwerden mittlerweile auch somatisch mindestens teilweise zu 

begründen seien (vgl. IV-act. 128-9). - Bei der Konsistenzprüfung wurde interdisziplinär 

angegeben, die beklagten Beschwerden seien in sich konsistent gewesen und auch 

befundlich begründbar. Die massiven (beklagten) Einschränkungen dagegen seien 

nicht begründbar (vgl. IV-act. 128-9). - Im rheumatologischen Teilgutachten wurden die 

Einschränkungen als solche als "grösstenteils nachvollziehbar" und die geklagten 

Symptome als "relativ konsistent" bezeichnet. Hinweise für eine 

Schmerzverdeutlichung fehlten (vgl. IV-act. 128-44). Die Gutachterin der 

Rheumatologie erklärte zudem, die Beschwerdeführerin habe angegeben, regelmässig 

die Basismedikamente einzunehmen, doch sei der Methotrexatspiegel bei der 

Begutachtung negativ gewesen (vgl. IV-act. 128-44, vgl. IV-act. 128-65; vgl. zum 

selbständigen Sistieren auch IV-act. 128-33 und IV-act. 36-3; es waren allerdings auch 

keine entzündlich-rheumatischen Veränderungen vorhanden). Wenn sie weiter darlegt, 

auffällig sei die Einnahme von viermal 1 g Dafalgan (Wirkstoff Paracetamol) sowie von 

10 bis 20 mg Cipralex (vgl. IV-act. 128-44; Wirkstoff Escitalopram; IV-act. 128-29: 3 g 

pro Tag), so ist darauf hinzuweisen, dass dem Laborblatt (IV-act. 128-65) nach zu 

schliessen zwar der Spiegel von Escitalopram im Referenzbereich, jener von 

Paracetamol mit <5 aber ebenfalls unter der als Referenzbereich angegebenen 

Spannweite von 10 bis 20 mg/l gelegen hat. - Psychiatrisch gesehen wurde insgesamt 

auf ein leichtes bis mässig ausgeprägtes psychisches Leiden geschlossen (vgl. IV-

act. 128-60). Der Gutachter der Psychiatrie hielt fest, der Leidensdruck der 

Beschwerdeführerin scheine angesichts ausbleibender Anstrengungen, ihr Leiden zu 

vermindern, nicht schwer (vgl. IV-act. 128-60 f.). Interdisziplinär wurde darauf 

hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen soziokultureller Gegebenheiten 

belastet sei (bezüglich des Lebens im Rahmen des traditionellen Familienbildes sei sie 

unselbständig und auf Unterstützung angewiesen; IV-act. 128-9). Was die 

psychosozialen Faktoren betrifft, sind die funktionellen Folgen von 

Gesundheitsschädigungen nach der Rechtsprechung bei der Prüfung der 

Standardindikatoren auch mit Blick auf solche Faktoren abzuschätzen, welche den 

Wirkungsgrad der Folgen einer Gesundheitsschädigung beeinflussen. Soweit diese 

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Belastungsfaktoren direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, bleiben sie ausser 

Acht. Hingegen können sie mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie zu 

einer ausgewiesenen Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit als solcher - mit 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit - geführt haben, wenn sie also einen 

verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner 

- unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Folgen 

verschlimmern (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 20. Januar 2020, 8C_559/2019 E. 3.2; 

vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2; BGE 141 V 281 E. 4.3.3). Der Gutachter der Psychiatrie 

legte zu solchen Faktoren - die Beschwerdeführerin erwähnte finanzielle Sorgen als 

Hauptproblem (vgl. IV-act. 128-50) - einerseits dar, das Leiden der Beschwerdeführerin 

sei nicht einfach reaktiv auf die finanziellen Probleme der Familie, sondern habe auch 

mit dem Rollenverständnis der Beschwerdeführerin und dem Wegfallen von 

Betreuungsfunktionen zu tun (vgl. IV-act. 128-61). Es habe sich ein eigenständiges 

psychisches Leiden im Sinn der Dysthymie entwickelt, das die Beschwerdeführerin von 

sich aus nicht einfach so überwinden könne (vgl. IV-act. 128-61). Im Zusammenhang 

mit den Persönlichkeitsaspekten wurde interdisziplinär im Gutachten anderseits die 

Bedeutung der psychosozialen Belastungsfaktoren (nebst der chronifizierten 

Dysthymie-Entwicklung) hervorgehoben (vgl. IV-act. 128-8). - Die Gutachter haben ihre 

Schlussfolgerung somit jedenfalls in Berücksichtigung der Standardindikatoren 

abgegeben. Ein Mangel ist diesbezüglich nicht ersichtlich.

Namentlich ist, was die Befundebene betrifft, nochmals darauf hinzuweisen, dass 

psychiatrisch gesehen (nebst der Möglichkeit, dass im Verlauf die Kriterien einer 

leichten oder gar mittelgradigen Depression erfüllt gewesen seien) der Umstand 

erwähnt wurde, dass die Beschwerdeführerin nicht eigentlich ausgeprägt depressiv 

gewirkt und keine relevanten kognitiven Störungen aufgewiesen habe (klarer, nicht 

verlangsamter sprachlicher Duktus). 

4.5. 

Was die Begründung der Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit in den einzelnen 

Bereichen betrifft, wurde in der interdisziplinären gutachterlichen Beurteilung - zum 

somatischen Teil - ergänzt, körperlich schwere und andauernd mittelschwere 

Tätigkeiten seien der Beschwerdeführerin sicherlich nicht mehr zuzumuten. Eine 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in der Tätigkeit als Hauswartin sei abhängig 

vom Arbeitsplatzprofil und von den notwendigen Arbeitsstunden (vgl. IV-act. 128-9). 

Gemäss der rheumatologischen Begutachtung liegt für eine adaptierte Tätigkeit wie 

erwähnt eine Leistungsminderung von - höchstens - 20 % vor (vgl. IV-act. 128-45). Es 

bestünden Einschränkungen bei repetitiven Halte- oder Überkopfarbeiten, repetitiven 

Bückbewegungen oder Zwangshaltungen der LWS, bei Tätigkeiten im Knien oder 

4.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/26

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Kauern, bei repetitiv notwendigem Treppensteigen, Besteigen von Leitern oder 

Gerüsten und bei Gehstrecken von mehr als 1 km (vgl. IV-act. 128-45, -8). Diese 

Einschränkungen erscheinen nachvollziehbar, sind doch gemäss dem Gutachten 

mehrere Gelenke vom Leiden der Beschwerdeführerin betroffen. Was die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Haushalt im Besonderen betrifft, dürften 

dort zudem nicht einzig rheumatologisch adaptierte Tätigkeiten anfallen. Indessen ist 

auch zu berücksichtigen, dass die vorhandenen Einschränkungen am 

Bewegungsapparat gemäss dem Gutachten wie erwähnt als leicht bis höchstens (an 

den Knien) mässiggradig bezeichnet wurden (vgl. IV-act. 128-44) und insgesamt keine 

relevanten Einschränkungen der zumutbaren Leistungsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin als Hausfrau angenommen wurden (vgl. IV-act. 128-45; diese 

seien von der IV mit 25 % eingeschätzt worden). - Dass die Beschwerdeführerin in der 

Haushalttätigkeit rheumatologisch betrachtet - teilweise - eingeschränkt ist, erscheint 

daher nachvollziehbar. - Umgekehrt erscheint auch erklärlich, dass die gutachterlich 

attestierte psychiatrisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der 

Haushalttätigkeit (mit höchstens 10 bis 20 %) geringer bewertet wurde als jene in einer 

auswärtigen Arbeitstätigkeit (mit ca. 30 %). Auch psychiatrisch gesehen wurde 

insgesamt auf ein leichtes bis mässig ausgeprägtes psychisches Leiden geschlossen.

Dass insgesamt eine rentenrelevante gesundheitlich bedingte Arbeitsunfähigkeit im 

Haushalt vorliegt, kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch deshalb 

ausgeschlossen werden, weil bei der Abklärung an Ort und Stelle anhand der Angaben 

der Beschwerdeführerin ebenfalls lediglich eine nicht in den Rentenbereich fallende 

Einschränkung von 32 % (selbst in der Variante ohne Berücksichtigung einer allfälligen 

Schadenminderungspflicht) festgestellt wurde. Die Beschwerdeführerin hat, was ihre 

Leistungsfähigkeit in ihrem Aufgabenbereich als Hausfrau betrifft, im Fragebogen vom 

2. Oktober 2018 zwar eine volle Arbeitsunfähigkeit geltend gemacht. Im 

Abklärungsbericht wurde dann jedoch festgehalten, es habe sich bei der Abklärung an 

Ort und Stelle ergeben, dass sie viele Haushalttätigkeiten selbständig oder mit 

Unterstützung des Ehemannes erledigen könne. Teilweise werde sie durch die I.___ 

unterstützt. Namentlich ist darauf hinzuweisen, dass sie die Pflege und Unterstützung 

ihres Ehemannes (mit einem Anteil von knapp 40 % am gesamten 

Haushaltstätigkeitsbereich, IV-act. 96-15) nach ihren Angaben selbständig (vgl. IV-

act. 96-8) leistet (vgl. IV-act. 96-8, -15). Des Weiteren kann, da eine Tätigkeit im 

Haushalt einen grösseren Spielraum in der Arbeitseinteilung (vgl. Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Juni 2007, IV 2006/111 E. 5g) 

bietet als eine ausserhäusliche berufliche Betätigung in einem Anstellungsverhältnis, 

4.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/26

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5.  

6.  

angenommen werden, dass nicht andauernd mittelschwere Tätigkeiten ausgeübt 

werden müssen.

Damit rechtfertigt sich im Ergebnis insgesamt jedenfalls, eine Arbeitsunfähigkeit 

der Beschwerdeführerin im Haushalt von mehr als 32 % mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auszuschliessen. Eine rentenbegründende Höhe wird daher nicht 

erreicht.

4.8. 

In einer angepassten Erwerbstätigkeit besteht gemäss dem Gutachten im Übrigen 

wie erwähnt ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin von maximal 

30 %, womit eine rentenbegründende Invalidität auch bei Annahme einer teilzeitlichen 

oder gar einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nicht begründet würde.

4.9. 

Retrospektiv ist nach der Aktenlage intermittierend im Jahr 2017 (Mai/Juli 2017 

[bzw. August 2017, IV-act. 49-3] bis November 2017) infolge einer Pneumonie, bei 

deren Abklärung zunächst der Verdacht auf ein Bronchialkarzinom geäussert worden 

und die am 2. August 2017 mittels einer VATS-Lobektomie operativ angegangen 

worden ist, eine höhere Arbeitsunfähigkeit anzunehmen. Diese erfüllte indessen nicht 

die Voraussetzungen (gemäss Art. 28 IVG), einen Rentenanspruch auszulösen. 

5.1. 

Anhaltspunkte für eine allfällige bedeutsame Verschlechterung des 

Gesundheitszustands in der Zeit zwischen der medizinischen Begutachtung vom 

Februar 2020 und dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 19. August 2020 

liegen nicht vor, so dass von einer weiteren Haushaltabklärung abgesehen werden 

konnte.

5.2. 

Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach im Ergebnis als rechtmässig.5.3. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.6.1. 

Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Als 

unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. 

Art. 95 Abs. 1 VRP). Diese sind ermessensweise auf Fr. 600.-- zu veranschlagen. Mit 

6.2. bis

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen, unter 

Anrechnung des bezahlten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr 

bezahlt.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 09.11.2021
	Art. 28a Abs. 2 IVG. Betätigungsvergleich. Grundlagen in polydisziplinärem medizinischem Gutachten und Abklärung an Ort und Stelle (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. November 2021, IV 2020/208). Das Bundesgericht ist auf die Beschwerde nicht eingetreten 8C_56/2022.

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		2025-07-19T02:17:52+0200
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