# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec3e99c7-fb4f-5f46-85f7-3bf85bbe8626
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-01
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 01.06.2017 ZV.2017.32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_ZV-2017-32_2017-06-01.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/2

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: ZV.2017.32

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 01.06.2017

Entscheiddatum: 01.06.2017

Entscheid Kantonsgericht, 01.06.2017
Ist eine Sistierung strittig, so hat das in der Sache zuständige Gericht 
darüber zu befinden (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 1. Juni 2017, ZV.
2017.32).

Aus den Erwägungen:

Nach Art. 126 ZPO kann das Gericht das Verfahren sistieren, wenn die 

Zweckmässigkeit dies verlangt, namentlich dann, wenn der Entscheid vom Ausgang 

eines anderen Verfahrens abhängt.

Die Sistierung ist mittels prozessleitender Verfügung anzuordnen (Leuenberger/Uffer-

Tobler, Schweizerisches Zivilprozessrecht, N 8.20; A. Staehelin, in: Sutter-Somm/ 

Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., Art. 126 N 3). Zuständig für die Prozessleitung 

ist das nach kantonalem Recht zuständige Gericht (Art. 124 Abs. 1 ZPO), hier also die 

II. Zivilkammer des Kantonsgerichts St. Gallen. Diese kann die Prozessleitung an eines 

der Gerichtsmitglieder delegieren (Art. 124 Abs. 2 ZPO). Dabei kann das kantonale 

Recht den Umfang der Delegation generell festlegen und/oder das Gericht kann die 

Prozessleitung im Einzelfall, sei es umfassend oder bezogen auf einzelne 

Prozesshandlungen, delegieren (Leuenberger/Uffer-Tobler, a.a.O., N 8.8; A. Staehelin, 

a.a.O., Art. 124 N 5).

Der Kanton St. Gallen legt den Umfang der Delegation an den verfahrensleitenden 

Richter in Art. 17 Abs. 1 EG ZPO fest. Die Sistierung ist darin nicht erwähnt. Allerdings 

ist unbestritten, dass es sich in Art. 17 Abs. 1 EG ZPO nicht um eine abschliessende 

Aufzählung handelt, was an sich eine Zuständigkeit des verfahrensleitenden Richters 

nicht ausschliesst. Berücksichtigt man darüber hinaus auch die Bedeutung einer 

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St.Galler Gerichte

Sistierung oder ihrer Ablehnung sowie den Umstand, dass mit Art. 17 EG ZPO an die 

bisherige Regelung angeknüpft werden sollte (vgl. Botschaft vom 20. Oktober 2009 

zum Einführungsgesetz zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, ABl 2009, 3023, 

3032 f.), rechtfertigt es sich, in streitigen Fällen weiterhin von der grundsätzlichen 

Zuständigkeit des in der Sache zuständigen Gerichts auszugehen (zur bis Ende 2010 

geltenden Regelung Leuenberger/ Uffer-Tobler, Kommentar zur Zivilprozessordnung 

des Kantons St. Gallen, N 1.b zu Art. 62 ZPO), dabei indes wie folgt zu differenzieren: 

Da die Sistierung dem Grundsatz der beförderlichen Prozesserledigung (vgl. Art. 124 

Abs. 1 ZPO) widerspricht und insofern gegenüber Letzterem die Ausnahme bildet (vgl. 

BK-Frei, Art. 126 ZPO N 1), kommt dem verfahrensleitenden Richter auch in strittigen 

Fällen die Kompetenz zu, die Sistierung abzulehnen. Alsdann ist es Sache der Partei, 

welche die Sistierung wünscht, darüber einen Entscheid des in der Sache zuständigen 

Gerichts zu erwirken, wobei dem Gericht je nach Verfahrensstand unbenommen sein 

muss, diesen Entscheid separat oder im Rahmen des Endentscheids zu treffen. Kommt 

der verfahrensleitende Richter hingegen bei einer vorläufigen Prüfung zum Schluss, 

dass eine Sistierung i.S.v. Art. 126 Abs. 1 ZPO zweckmässig ist, dann erscheint in 

strittigen Fällen, zu denen auch der Fall gehört, dass sich die Parteien 

übereinstimmend gegen eine Sistierung aussprechen, angezeigt, dass darüber sofort 

das in der Sache zuständige Gericht entscheidet. Der Entscheid darüber, ob das 

Verfahren sistiert werden soll, obliegt mithin vorliegend der II. Zivilkammer.

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	Entscheid Kantonsgericht, 01.06.2017
	Ist eine Sistierung strittig, so hat das in der Sache zuständige Gericht darüber zu befinden (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 1. Juni 2017, ZV.2017.32).

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		2025-07-19T07:16:52+0200
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