# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7a383737-cb52-5e81-a08f-ad7dbf8929ea
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-08-23
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 23.08.2016 SK 2015 118
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2015-118_2016-08-23.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil 
SK 15 118 

Hochschulstrasse 17
Postfach 7475
3001 Bern
Telefon 031 635 48 08
Fax 031 635 48 15
Obergericht-Straf.Bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 23. August 2016

Besetzung Oberrichter Guéra (Präsident i.V.), Oberrichterin Hubschmid, 
Oberrichter Vicari

Gerichtsschreiberin Segessenmann

Verfahrensbeteiligte A.________

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

vertreten durch Staatsanwältin G.________, Staatsanwaltschaft 
des Kantons Bern, Besondere Aufgaben, Amthaus, 3011 Bern  

Staatsanwaltschaft/Berufungsführerin

und

C.________

vertreten durch Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilklägerin 1

und

2

 E.________

amtlich vertreten durch Rechtsanwältin F.________

Straf- und Zivilklägerin 2

Gegenstand sexuelle Nötigung, teilweise Versuch dazu, sexuelle Handlungen 
mit Kindern, teilweise Versuch dazu sowie Pornografie

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Kolle-
gialgericht) vom 26.01.2015 (PEN 14 172)

3

Erwägungen

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Oberland (Kollegialgericht) hat mit Urteil vom 26. Januar 2015 
Folgendes erkannt (pag. 2012 ff.): 

I.

A.________ wird freigesprochen:

1. von der Anschuldigung der sexuellen Nötigung, angeblich mehrfach begangen in H.________ und 
evtl. anderswo

1.1. in der Zeit von Sommer 2008 bis vor dem 24.09.2008 z.N. von I.________ (Anklageschrift Ziff. 
I.1.2.1.); 

1.2. in der Zeit von anfangs Dezember 2010 bis Mitte Juni 2011 z.N. von I.________ (Anklage-
schrift Ziff. I.1.2.2.);

2. von der Anschuldigung der sexuellen Handlungen mit Kinder, angeblich mehrfach begangen in 
H.________

2.1. in der Zeit von Sommer 2008 bis vor dem 24.09.2008 durch Verleiten z.N. von I.________ 
(geb. 24.09.1995) (Anklageschrift Ziff. I.2.1.);

2.2. in der Zeit von ca. Sommer 2010 bis Ende November 2010 durch Einbezug z.N. von 
C.________ (geb. 17.04. 1997), insbesondere am 14.11.2010, 18.11.2010 und 21.11.2010 
(Anklageschrift Ziff. I.2.2.1.);

2.3. in der Zeit von anfangs Oktober 2010 bis zum 24.12.2010 durch Einbezug z.N. der unbekann-
ten „J.________“, insbesondere am 02.10.2010 (vollendet und versucht), 04.10.2010, 
06.11.2010, 27.11.2010, 28.11.2010, 29.11.2010, 23.12.2010 und 30.11.2011 (Anklageschrift 
Ziff. I.2.3.1 und Ziff. I.2.3.2.);

2.4. in der Zeit von anfangs Oktober 2010 bis zum 24.12.2010 durch Verleiten z.N. der unbekann-
ten „J.________“ (Versuch), insbesondere am 02.10.2010, 04.10.2010 und 06.11.2010 (An-
klageschrift Ziff. I.2.3.3.); 

2.5. in der Zeit von 27.11.2010 bis 01.12.2010 durch Einbezug z.N. von K.________ (geb. 
24.04.1969), der angeblichen „L.________“ (untauglicher Versuch), insbesondere am 
27.11.2010 (vollendet und versucht), 28.11.2010 (vollendet und versucht) und 30.11.2010 (An-
klageschrift Ziff. I.2.4.1. und I.2.4.2);

2.6. im Zeitraum von 1./3. Dezember 2010 bis Mitte Juni 2011 durch Einbezug z.N. von I.________ 
(geb. 24.09.1995), insbesondere am 03.12.2010, 04.12.2010, 05.12.2010, 09.12.2010, 
12.12.2010, 13.12.2010, 07.01.2011, 15.01.2011, 16.01.2011, 23.01.2011, 20.02.2011, 
20.03.2011, 14.04.2011 und 19.05.2011 (Anklageschrift Ziff. I.2.5.1 und Ziff. I.2.5.5.);

4

2.7. im Zeitraum von 1./3. Dezember 2010 bis Mitte Juni 2011 durch Verleiten z.N. von I.________ 
(geb. 24.09.1995) (teilweise Versuch) (Anklageschrift Ziff. I.2.5.2.);

2.8. im Zeitraum von 1./3. Dezember 2010 bis Mitte Juni 2011 durch Einbezug z.N. von I.________ 
(geb. 24.09.1995) (Anklageschrift Ziff. I.2.5.3).

3. von der Anschuldigung der Pornographie, angeblich mehrfach begangen in H.________ 

3.1. zu einem unbekannten Zeitpunkt im Zeitraum zwischen ca. September 2010 bis Ende Novem-
ber 2011 durch Zusenden von mindestens 2 Nacktfotos (Nahaufnahme seines erigierten Pe-
nisses) z.N. von C.________ (Anklageschrift Ziff. I.3.1.);

3.2. in der Zeit von Dezember 2010 bis 05.07.2011 durch Besitz von 1 Video mit kinderpornogra-
phischem Inhalt auf seinen Speichermedien z.N. von I.________ (Anklageschrift Ziff. I.3.2.2.); 

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus einer Pauschal-
gebühr von CHF 6‘450.00 und Auslagen von CHF 605.00, zuzüglich Kosten der Untersuchung von CHF 
29‘994.25 (Gebühren CHF 18‘100.00; Auslagen CHF 11‘894.25), Kosten der Staatsanwaltschaft von 
CHF 1‘250.00, insgesamt bestimmt auf CHF 38‘299.25, an den Kanton Bern.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF  1‘000.00. Die reduzier-
ten Verfahrenskosten betragen damit CHF 37‘299.25.

Für die amtliche Verteidigung von A.________ wird Rechtsanwalt B.________ eine Entschädigung 
von CHF 19‘654.10 ausgerichtet. 

II.

A.________ wird hingegen schuldig erklärt:

1. der sexuellen Nötigung, mehrfach begangen in H.________

1.1. in der Zeit von September 2010 bis Ende November 2010 z.N. von C.________ (Versuch) 
(Anklageschrift Ziff. I.1.1.);

1.2. in der Zeit von 27.07.2013 bis 03.08.2013 z.N. von E.________ (Anklageschrift Ziff. I.1.3.);

2. der sexuellen Handlungen mit Kindern, mehrfach begangen in H.________

2.1. in der Zeit von Sommer 2010 bis Ende November 2010 durch Verleiten z.N. von C.________ (geb. 
17.04. 1997) (Versuch), insbesondere am 27.09.2010 (Anklageschrift Ziff. I.2.2.2.);

2.2. in der Zeit von Sommer 2010 bis Ende November 2010 durch Verleiten z.N. von C.________ (geb. 
17.04. 1997) (Versuch), insbesondere am 14.11.2010, 18.11.2010 und 29.11.2010 (Anklageschrift 
Ziff. I.2.2.3.);

5

2.3. im Zeitraum von Anfang Dezember 2010 bis Mitte Juni 2011 durch Verleiten z.N. von I.________ 
(geb. 24.09.1995), insbesondere am 03.01.2011, 05.01.2011, 06.01.2011, 07.01.2011, 28.04.2011 
und 25.05.2011 (Anklageschrift Ziff. I.2.5.4);

3. der Pornographie, mehrfach begangen in H.________

3.1. am 17.12.2010 durch Zugänglich machen eines Links zu einer Seite mit pornographischem In-
halt z.N. von I.________ (Anklageschrift Ziff. I.3.2.1.); 

3.2. in der Zeit von Dezember 2010 bis 22.03.2011 durch Besitz von 14 Videos mit kinderporno-
graphischen Inhalten auf seinen Speichermedien z.N. von I.________ (Anklageschrift Ziff. 
I.3.2.2.); 

3.3. in der Zeit von Anfang Dezember 2010 bis Ende Mai 2011 durch Besitz von mindestens 172 
Bilder mit kinderpornographischem Inhalt auf seinen Speichermedien z.N. von I.________ 
(Anklageschrift Ziff. I.3.2.3.); 

3.4. in der Zeit von Anfang Dezember 2010 bis vor dem 22.03.2011 durch Überlassen von mindes-
tens zwei Nacktbildern (Nahaufnahme seines erigierten Penisses) z.N. von I.________ (An-
klageschrift Ziff. I.3.2.4.); 

und in Anwendung der Artikel

19 Abs. 2, 22 Abs. 1, 40, 47, 48a, 49 Abs. 1, 51, 56, 57 Abs. 1 und 2, 61, 187 Ziff. 1, 189 Abs. 1 StGB

197 Ziff. 1 und 3bis altStGB

426 Abs. 1 und 433 Abs. 1 lit. a StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 23 Monaten

Die Untersuchungshaft und Sicherheitshaft von 545 Tagen wird im Umfang von 545 Tagen auf die 
Freiheitsstrafe angerechnet.

A.________ wird in eine Einrichtung für junge Erwachsene im Sinne des Gutachtens vom 
23.03.2012 gemäss Art. 61 StGB eingewiesen.

Der Vollzug der Massnahme geht der Freiheitsstrafe voraus.

2. Zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 600.00.

3. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus einer 
Pauschalgebühr von CHF 6‘450.00 und Auslagen von CHF 605.00, zuzüglich Kosten der Untersu-
chung von CHF 29‘994.20 (Gebühren CHF 18‘100.00; Auslagen CHF 11‘894.20), Kosten der Staats-
anwaltschaft von CHF 1‘250.00, insgesamt bestimmt auf CHF 38‘299.20.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 1‘000.00. Die redu-
zierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 37‘299.20.

4. A.________ hat der Privatklägerin C.________ eine Entschädigung von CHF 12‘370.40 für ihre 
Aufwendungen im Verfahren zu bezahlen.

6

5. A.________ hat der Privatklägerin E.________ eine Entschädigung von CHF 9‘520.40 für ihre Auf-
wendungen im Verfahren zu bezahlen.

III.

1. Die amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwältin 
M.________ wurde mit Verfügung vom 13.08.2013 auf CHF 2‘750.35 (12 Stunden à CHF 200.00, 
zzgl. MWSt.-pflichtige Auslagen von CHF 146.60 und MWSt. von 8%) bestimmt. 

Mit vorliegendem Endurteil ist ebenfalls über die Nachforderungsrechte gemäss Art. 135 Abs. 4 
StPO zu befinden: 

Das volle Honorar beträgt CHF 3‘398.35 (12 Stunden à CHF 250.00, zzgl. MWSt.-pflichtige Auslagen 
von CHF 146.60 und MWSt. von 8%).

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung von CHF 2‘750.35 
zurückzuzahlen und Rechtanwältin M.________ die Differenz von CHF 648.00 zwischen der amtli-
chen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhält-
nisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

2. Die amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt 
N.________ wurde mit Verfügung vom 19.12.2013 auf CHF 17‘412.85 (76.9 Stunden à CHF 200.00, 
zzgl. MWSt.-pflichtige Auslagen von CHF 743.00 und MWSt. von 8%) bestimmt.

Mit vorliegendem Endurteil ist ebenfalls über die Nachforderungsrechte gemäss Art. 135 Abs. 4 
StPO zu befinden: 

Das volle Honorar beträgt CHF 21‘565.45 (76.9 Stunden à CHF 250.00, zzgl. MWSt.-pflichtige Ausla-
gen von CHF 743.00 und MWSt. von 8%).

A.________ hat dem Kanton Bern die Hälfte der ausgerichteten amtlichen Entschädigung, ausma-
chend CHF 8‘706.40, zurückzuzahlen und Rechtsanwalt N.________ die Hälfte der Differenz, ausma-
chend CHF 2‘076.30, zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

3. Die auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche 
Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 80.75 200.00 CHF 16'150.00

CHF 2'048.25
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 18'198.25 CHF 1'455.85

CHF
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 19'654.10

volles Honorar 80.75 250.00 CHF 20'187.50
CHF 2'048.25

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 22'235.75 CHF 1'778.85
CHF 0.00

Total CHF 24'014.60

nachforderbarer Betrag CHF 4'360.50

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

7

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 19‘654.10. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 4‘360.50 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).

4. Die amtliche Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung von E.________ durch Rechts-
anwalt O.________ wurde mit Entscheid vom 04.08.2014 auf CHF 5‘792.90 (23.58 Stunden à CHF 
200.00, zzgl. MWSt.-pflichtige Auslagen von CHF 647.80 und MWSt. von 8%) bestimmt. 

Mit vorliegendem Endurteil ist ebenfalls über die Nachforderungsrechte gemäss Art. 135 Abs. 4 
StPO zu befinden:

Das volle Honorar beträgt CHF 7‘066.20 (23.58 Stunden à CHF 250.00, zzgl. MWSt.-pflichtige Ausla-
gen von CHF 647.80 und MWSt. von 8%).

Der Kanton Bern kann von A.________ die Erstattung der amtlichen Entschädigung für die unentgelt-
liche Rechtsvertretung von E.________ von CHF 5‘792.90 verlangen, wenn er sich in günstigen wirt-
schaftlichen Verhältnissen befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 4 StPO). 

A.________ wird verpflichtet, E.________ zuhanden von Rechtsanwalt O.________ als Differenz 
zwischen der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege und dem vollen Honorar 
CHF 1‘273.30 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). Rechtsanwalt O.________ hat in diesem Umfang 
gegenüber seiner Klientschaft ein Nachforderungsrecht (Art. 42a KAG). 

5. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
E.________ durch Rechtsanwältin F.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 37.70 200.00 CHF 7'540.00

CHF 144.20
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 7'684.20 CHF 614.75

CHF
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 8'298.95

volles Honorar 37.70 230.00 CHF 8'671.00
CHF 144.20

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 8'815.20 CHF 705.20
CHF 0.00

Total CHF 9'520.40

nachforderbarer Betrag CHF 1'221.45

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin F.________ für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
E.________ mit CHF 8‘298.95. 

Der Kanton Bern kann von A.________ die Erstattung der amtlichen Entschädigung für die unentgelt-
liche Rechtsvertretung von E.________ verlangen, wenn er sich in günstigen wirtschaftlichen Verhält-
nissen befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 4 StPO). 

A.________ wird verpflichtet, E.________ zuhanden von Rechtsanwältin F.________ als Differenz 
zwischen der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege und dem vollen Honorar 

8

CHF 1‘221.45 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). Rechtsanwältin F.________ hat in diesem Umfang 
gegenüber ihrer Klientschaft ein Nachforderungsrecht (Art. 42a KAG). 

IV.

A.________ wird in Anwendung von Art. 49 OR sowie Art. 126 StPO weiter verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 4‘000.00 Genugtuung an die Privatklägerin C.________.

2. Die Genugtuungsforderung der Zivilklägerin C.________ wird soweit weitergehend abgewiesen.

3. Zur Bezahlung von CHF 4‘000.00 Genugtuung an die Privatklägerin E.________.

4. Die auf den Zivilpunkt entfallenden Verfahrenskosten von CHF 400.00 werden A.________ aufer-
legt. 

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 100.00. Die reduzier-
ten Verfahrenskosten betragen damit CHF 300.00.

V.

Weiter wird verfügt:

1. A.________ ist am Dienstag, 27.01.2015, 11.00 Uhr, aus der Sicherheitshaft zu entlassen.

2. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):

- CD „Film vom UBS-Stick TDK“

- 1 Festplatte, S/N: NQ07T532A1F6 (befindet sich beim Fachbereich Digitale Forensik)

3. Folgende Gegenstände werden A.________ nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils 
zurückgegeben:

- 1 Handy Sony Ericsson, silber, inkl. Ladekabel (zurzeit nicht auffindbar; wurde dem Gericht von 
der Staatsanwaltschaft nicht übergeben)

- 1 Natel LG inkl. Netzkabel

- 1 handschriftliches Schreiben A4

4. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 1‘100.00 wird in der Höhe von CHF 600.00 zur Deckung 
der Geldstrafe in der Höhe von CHF 600.00 und in der Höhe von CHF 500.00 zur Deckung der Ver-
fahrenskosten verwendet.

5. Die Zustimmung zur Löschung der erstellten DNA-Profile (PCN-Nr. .________ und PCN-Nr. 
.________) ist nach Ablauf der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 
DNA-ProfilG).

9

6. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten ist nach 
Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 Abs. 1 Ver-
ordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).

(…)

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft am 30. Januar 2015 form- und 
fristgerecht die Berufung an (pag. 2038). Auch A.________ (nachfolgend Beschuldig-
ter), amtlich vertreten durch Rechtsanwalt B.________, meldete am 4. Februar 2015 
form- und fristgerecht die Berufung an (pag. 2040). In ihrer Berufungserklärung vom 8. 
Mai 2015 erklärte die Generalstaatsanwaltschaft die Anfechtung des erstinstanzlichen 
Urteils bezüglich der Freisprüche und der Sanktion (pag. 2121f.). Der Beschuldigte er-
klärte seinerseits die Anfechtung des vorinstanzlichen Urteils bezüglich der Schuld-
sprüche gemäss Ziff. II.1.1 und II.1.2, II.2.3, II.3.1-3.4 des Dispositivs, der Sanktion, 
der Zivilforderungen sowie der damit zusammenhängenden Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen (pag. 2124f.). Auf entsprechende Verfügung der Verfahrensleitung hin 
(pag. 2132f.) erklärte die Generalstaatsanwaltschaft mit Eingabe vom 8. Juni 2015, 
dass sie weder Anschlussberufung erkläre, noch ein Nichteintreten auf die Berufung 
des Beschuldigten beantrage (pag. 2141f.). Der Rechtsvertreter von C.________ 
(Straf- und Zivilklägerin, nachfolgend Privatklägerin 1) ersuchte aufgrund eines Ab-
sturzes des Servers seiner Anwaltskanzlei am 15. Juni 2015 um Verlängerung der ge-
setzten Frist (pag. 2143), was ihm in Bezug auf die Stellungnahme zu den Beweisan-
trägen, nicht jedoch bezüglich der Erklärung der Anschlussberufung, gewährt wurde 
(pag. 2145). Am 19. Juni 2015 betraute die Generalstaatsanwaltschaft Staatsanwältin 
G.________ mit der Wahrnehmung der staatsanwaltschaftlichen Aufgaben im Verfah-
ren vor Obergericht (pag. 2149). 

Mit Verfügung vom 9. Juli 2015 stellte die Verfahrensleitung fest, dass bezüglich der 
Berufung des Beschuldigten und der Generalstaatsanwaltschaft keine Anschlussberu-
fung erklärt und keine Nichteintretensgründe geltend gemacht wurden (pag. 2150f.). 

Mit Verfügung vom 19. Januar 2016 musste die angesetzte Hauptverhandlung auf-
grund krankheitsbedingter Abwesenheit zweier Gerichtsmitglieder abgesetzt werden 
(pag. 2249f.). Am 21. Januar 2016 stellte die Verfahrensleitung fest, dass sie sich auf-
grund der Verschiebung der Berufungsverhandlung vorbehalte, ein Ergänzungsgut-
achten bzw. eine Aktualisierung der psychiatrischen Begutachtung beim Forensisch- 
Psychiatrischen Dienst der Universität Bern (nachfolgend FPD Bern) in Auftrag zu ge-
ben. Sie gewährte den Parteien Gelegenheit, hierzu Stellung zu nehmen (pag. 
2268f.). Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte hierauf, es sei eine Ergänzung des 
Gutachtens beim FPD Bern in Auftrag zu geben (pag. 2276f.). E.________(Straf- und 
Zivilklägerin, nachfolgend Privatklägerin 2) verzichtete auf eine Stellungnahme (pag. 
2278a). Auch der Beschuldigte enthielt sich bezüglich dieser Frage eines formellen 
Antrags, hielt jedoch mit Eingabe vom 11. Februar 2016 am Antrag auf Zweitbegut-
achtung durch eine andere Gutachterstelle fest (pag. 2283f.). Mit Beschluss vom 9. 
März 2016 ordnete die Kammer daraufhin die Ergänzung und Aktualisierung der 
psychiatrischen Begutachtung des Beschuldigten durch den FPD Bern an und unter-
breitete der zuständigen Expertin Dr. med. P.________ die vorgesehenen Fragen. 

10

Der Antrag der Verteidigung auf Durchführung der Begutachtung durch eine andere 
unabhängige Gutachterstelle wies die Kammer hingegen ab (pag. 2301 ff.). Die Par-
teien wurden aufgefordert, sich zum Expertenauftrag zu äussern bzw. allfällige weitere 
Ergänzungsfragen zu Handen der Expertin einzureichen. Der Beschuldigte wurde zu-
sätzlich aufgefordert, Med. Pract. Q.________ und allfällige weitere behandelnde Per-
sonen zu Handen der Expertin vom Berufsgeheimnis zu entbinden; er kam dieser Auf-
forderung mit Eingabe vom 14. April 2016 nach (pag. 2343). Den beiden Privatkläge-
rinnen wurde das Erscheinen an der oberinstanzlichen Hauptverhandlung mit glei-
chem Beschluss der Kammer freigestellt und es wurde festgestellt, dass beide sich 
durch ihre Anwälte vertreten lassen wollten. Die Privatklägerin 1 liess durch ihren An-
walt mit Eingabe vom 17. März 2016 mitteilen, dass sie in Begleitung ihres Anwalts an 
der oberinstanzlichen Hauptverhandlung teilnehmen werde (pag. 2327). Mit Verfü-
gung vom 6. April 2016 beauftragte die Verfahrensleitung die Gutachterin mit der Be-
antwortung von Ergänzungsfragen (namentlich der Generalstaatsanwaltschaft) und 
stellte fest, dass seitens der Privatklägerinnen und des Beschuldigten keine ergän-
zenden Fragen eingereicht wurden und der Beschuldigte eine ergänzende Begutach-
tung durch den FPD Bern weiterhin ablehne (pag. 2338 ff.).

Am 17. Juni 2016 stellte die Verteidigung den Antrag, das E-Mail des Beschuldigten 
vom 15. Juni 2016 an seinen Verteidiger sei zu den Akten zu erkennen. Aufgrund des 
Inhalts des E-Mails und der sich daraus ergebenden behaupteten Befangenheit der 
Gutachterin wurde zudem beantragt, die Sachverständige Dr. med. P.________ sei 
vom Gutachtenauftrag zu entbinden und das Ergänzungsgutachten sei durch einen 
unabhängigen und neutralen Sachverständigen zu erstellen. Eventualiter seien der 
Beschuldigte und Dr. med. P.________ zu befragen (pag. 2363f.). Mit Verfügung vom 
21. Juni 2016 forderte die Verfahrensleitung daraufhin Dr. med. P.________ zur Stel-
lungnahme auf (pag. 2368f.); diese erfolgte mit Eingabe vom 23. Juni 2016 (pag. 
2373f.). Die Verteidigung teilte der Kammer zwischenzeitlich mit, dass der Beschuldig-
te angesichts der aktuellen Verfügung den angesetzten zweiten Besprechungstermin 
bei Dr. med. P.________ nicht wahrnehmen werde (pag. 2372). Nachdem den Partei-
en mit Verfügung vom 28. Juni 2016 erneut Gelegenheit zur Stellungnahme gewährt 
wurde, beantragte die Staatsanwaltschaft am 1. Juli 2016 die Abweisung des Antrags 
der Verteidigung auf Einholung eines Gutachtens bei einer neuen und unabhängigen 
Sachverständigen sowie die Abweisung des Eventualantrags auf erneute Befragung 
von Dr. med. P.________. Das Ergänzungsgutachten sei durch den FPD Bern fertig 
zu stellen und der Beweisantrag auf Befragung des Beschuldigten erübrige sich (pag. 
2384f.). Die Verteidigung hielt ihrerseits mit Eingabe vom 4. Juli 2016 am gestellten 
Antrag fest (pag. 2388 ff.). Die Privatklägerin 2 schloss sich den Anträgen und Aus-
führungen der Staatsanwaltschaft an (pag. 2392), während die Privatklägerin 1 zuerst 
die weitere Vorgehensweise anheim stellte (pag. 2398), sich später jedoch ebenfalls 
den Anträgen der Staatsanwaltschaft anschloss (pag. 2400). Das Ergänzungsgutach-
ten vom 19. Juli 2016 ging gleichentags beim Obergericht des Kantons Bern ein (pag. 
2406 ff.). Die Verfahrensleitung gewährte den Parteien daraufhin Gelegenheit, Ergän-
zungsfragen zu stellen (pag. 2430f.). Die Staatsanwaltschaft und die Privatklägerin 2 
gaben am 26. Juli 2016 ihren Verzicht darauf bekannt (pag. 2440 und 2443). Die an-
deren Parteien haben sich nicht vernehmen lassen. 

11

Mit Eingabe vom 17. August 2016 gab Rechtsanwalt D.________ bekannt, dass seine 
Klientin auf die persönliche Teilnahme an der oberinstanzlichen Verhandlung verzich-
te (pag. 2486f.).

3. Anträge der Parteien 

Staatsanwältin G.________ stellte und begründete namens der Generalstaatsanwalt-
schaft/Berufungsführerin folgende Anträge (pag. 2528 ff.):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 26. Januar 2016 
in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich der Freisprüche Ziff. 1.3.1. und 1.3.2.2. des Urteilsdispositivs 
sowie der Schuldsprüche 11.2.1. und 11.2.2. des Urteilsdispositivs.

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. der sexuellen Nötigung sowie teilweise Versuchs dazu, mehrfach begangen

1.1. z.N. von C.________ (Versuch), geb. 17.04. 1997, begangen in der Zeit von ca. September 2010 bis 
Ende November 2010 in H.________ (Anklageschrift Ziff. 1.1.1.);

1.2. z.N. von I.________, geb. 24.09.1995, mehrfach begangen in der Zeit von Sommer 2008 bis vor dem 
24. September 2008 (Anklageschrift Ziff. 1.1.2.1.) sowie von anfangs Dezember 2010 bis Mitte Juni 2011 
(Anklageschrift Ziff. 1.1.2.2.) in H.________ und evtl. anderswo.

1.3. z.N. von E.________, geb. 31.08. 1994, begangen in H.________ in der Zeit von ca. 27. Juli 2013 
bis 3. August 2013 in H.________ (Anklageschrift Ziff. 1.1.3.);

2. der sexuellen Handlungen mit Kind sowie teilweise Versuchs dazu, mehrfach begangen in der Zeit von 
ca. Mitte 2008 bis Ende Juni 2011, in H.________;

2.1. z.N. von I.________, geb. 24.09.1995, in der Zeit von Sommer 2008 bis vor dem 24.09.2008 durch 
Verleiten von I.________ zu sexuellen Handlungen (Anklageschrift Ziff.I.2.1.);

2.2. z.N. von C.________, geb. 17.04. 1997, in der Zeit von ca. Sommer 2010 bis Ende November 2010 
durch Einbeziehen von C.________ in seine sexuellen Handlungen (Anklageschrift Ziff.I.2.2.1);

2.3. z.N. der unbekannten „J.________" / „J.________ R.________" / „S.________" / „T.________" in der 
Zeit vom anfangs Oktober 2010 bis zum 24.12.2010 durch Verleiten von „J.________" zu sexuellen 
Handlungen bzw. durch Einbeziehen von „J.________" in seine sexuellen Handlungen (Anklageschrift 
Ziff.I.2.3.1., 1.2.3.2. und 1.2.3.3.)

2.4. z.N. von K.________, geb. 24.04.1969, Mutter von C.________, der angeblichen„L.________" / 
„U.________" (untauglicher Versuch) vom 27. November 2010 bis 01. Dezember 2010 durch Verleiten 
der angeblichen „L.________" zu sexuellen Handlungen bzw. durch Einbeziehen der angeblichen 
„L.________" in seine sexuellen Handlungen (Anklageschrift Ziff.I.2.4.1. und 1.2.4.2.);

2.5. z.N. von I.________, geb. 24.09.1995, im Zeitraum von 1./3. Dezember 2010 bis Mitte Juni 2011, 
mehrfach begangen durch Verleiten von I.________ zu sexuellen Handlungen bzw. durch Einbeziehen 
von I.________ in seine sexuellen Handlungen (Anklageschrift Ziff.I.2.5.1., 1.2.5.2., 1.2.5.3., 1.2.5.4., 
1.2.5.5.);

3. der Pornographie, mehrfach begangen im Zeitraum zwischen ca. September 2010 und Ende Novem-
ber 2011, begangen in H.________ durch Zugänglich machen von 2 Nacktfotos von sich an I.________ 

12

sowie in der Zeit von Dezember 2010 bis 05.07.2011 durch Besitz von mindestens 14 Videos sowie min-
destens 172 Fotos mit kinderpornografischem Inhalt (Anklageschrift Ziff.I.3.1., 1.3.2.1., 1.3.2.2., 
1.3.2.3.,1.3.2.4.);

und er sei in Anwendung von Art. 22, 34, 40, 47, 48a, 49 Abs. 1 und 3, 51, 56, 56a, 59, 61,

67 Abs. 3 lit. a, b und c, 187, 189, 197 StGB, Art. 428 StPO

III.

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Polizei-, Untersuchungs- 
und Sicherheitshaft, unter Anordnung einer stationären therapeutischen Massnahme gemäss Art. 59 
StGB sowie einer stationären Massnahme für junge Erwachsene gemäss Art. 61 StGB;

2. zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen à CHF 30.00, ausmachend total CHF 1'200.00;

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine Gebühr von CHF 1'500.00 
gemäss Art. 21 VKD).

IV.

A.________ sei für zehn Jahre jede berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen 
regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, zu verbieten.

V.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Der beschlagnahmte USB-Stick TDK, 4 GB, blau, an Schlüsselanhänger sei einzuziehen (Art. 69 
StGB).

2. Das beschlagnahmte Handy Sony Ericsson, silber, inkl. Ladekabel sei dem Beschuldigten nach Eintritt 
der Rechtskraft herauszugeben.

3. Die Honorare des amtlichen Verteidigers sowie der Vertretung der Privatklägerinnen seien gerichtlich 
zu bestimmen (Art. 135 StPO).

4. Das Urteil sei dem Bundesamt für Polizei mitzuteilen (Art. 1 Ziff. 3 Mitteilungsverordnung) sowie dem 
Migrationsdienst des Kantons Bern (Art. 82 Abs. 1 VZAE) mitzuteilen.

Rechtsanwältin F.________ stellte und begründete namens der Privatklägerin 2 fol-
gende Anträge (pag. 2531):

1- Das Urteil des Regionalgerichts Oberland, Strafabteilung, a.o. Gerichtspräsidentin V.________, vom 
26.01.2015 resp. 20.04.2015 sei zu bestätigen. 

2- Die Anträge des Beschuldigten seien vollumfänglich abzuweisen.
3- Der Beschuldigte sei zur Bezahlung der Parteikosten der Privatklägerin im Berufungsverfahren im 

Umfang von Fr. 6‘219.95 zu verurteilen. 
4- Der Beschuldigte sei zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten zu verurteilen. 

Im Weiteren sei zu verfügen:

Das Honorar der amtlichen Rechtsanwältin der Privatklägerin sei gemäss eingereichter Honorarnote ge-
richtlich zu genehmigen und festzusetzen im Falle der Nichterhältlichkeit beim Angeschuldigten.

13

Rechtsanwalt D.________ stellte und begründete namens der Privatklägerin 1 sinn-
gemäss folgende Anträge (pag. 2521f.):

1. Das Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 26.01.2015 resp. vom 20.04.2015 sei zu bestätigen.
2. Die Anträge des Beschuldigten seien vollumfänglich abzuweisen.
3. Der Beschuldigte sei zu den Kosten der Parteikosten der Privatklägerin zu verurteilen. 
4. Der Beschuldigte sei zur Bezahlung der oberinstanzlichen Kosten zu verurteilen.
5. Das Honorar sei gemäss der noch einzureichenden Honorarnote gerichtlich festzusetzen im Falle der 

Nichterhältlichkeit beim Beschuldigten. 

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete anlässlich der Berufungsverhand-
lung vom 22./23. August 2016 namens des Beschuldigten/Berufungsführers folgende 
Anträge (pag. 2538 ff.):

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Kollegialgericht) vom 26.01.2015 
insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als A.________ wegen sexuellen Handlungen mit Kindern, mehr-
fach begangen in H.________ in der Zeit von Sommer 2010 bis Ende November 2010, insbes. am 
27.09.2010, durch Verleiten (Versuch) sowie am 14.11.2010, 18.11.2010 und 29.11.2010 durch Verleiten 
(Versuch), z.N. von C.________ (Urteil vom 26.01.2015, Ziff. 11. 2.1; Anklageschrift Ziff. 1.2.2.2. sowie 
Urteil vom 26.01.2015, Ziff. II. 2.2; Anklageschrift Ziff. I. 2.2.3) verurteilt wurde.

2. Es sei weiter festzustellen, dass die weiteren Verfügungen gemäss Urteil vom 26.01.2015 Ziff. V (und 
damit insbesondere die Verfügungen betreffend die zu vernichtenden bzw. A.________ zurückzugeben-
den Gegenstände) in Rechtskraft erwachsen sind.

3. A.________ sei, teilweise in Bestätigung des Urteils vom 26.01.2015, freizusprechen

von den Anschuldigungen

1. der sexuellen Nötigung sowie teilweise Versuch dazu

1.1. z.N. von C.________, angeblich begangen in der Zeit von ca. September 2010 bis Ende November 
2010 in H.________ (Urteil vom 26.01.2015, Ziff. 11.1.1.; Anklageschrift Ziff. 1.1.1.)

1.2. z.N. von I.________, angeblich mehrfach begangen in der Zeit von Sommer 2008 bis vor dem 24. 
September 2008 sowie von Anfangs Dezember 2010 bis Mitte Juni 2011 in H.________ und eventuell 
anderswo (Urteil vom 26.01.2015, Ziff. 1.1.111.2.; Anklageschrift Ziff. 1.1.2.1/1.1.2.2.)

1.3. z.N. von E.________, angeblich begangen in der Zeit von ca. 27. Juli 2013 bis 3. August 2013 in 
H.________ (Urteil vom 26.01.2015, Ziff. 11.1.3.; Anklageschrift Ziff. 1.1.3.)

2. der sexuellen Handlungen mit Kind sowie teilweise Versuch dazu, in H.________,

2.1. z.N. von I.________, angeblich begangen in der Zeit von Sommer 2008 bis vor dem 24.09.2008 in 
H.________ (Urteil vom 26.01.2015, Ziff. 1.2.1.; Anklageschrift Ziff. 1.2.1.)

2.2. z.N. von C.________, angeblich mehrfach begangen in der Zeit von ca. Sommer 2010 bis Ende No-
vember 2010 in H.________ (Urteil vom 26.01.2015, Ziff. 1.2.2.; Anklageschrift Ziff. 1.2.2.1.)

2.3. Z.N. der unbekannten „J.________" / „J.________ R.________" / „S.________" 1 „T.________", an-
geblich begangen in der Zeit von anfangs Oktober 2010 bis zum 24.12.2010 in H.________ (Urteil vom 
26.01.2015, Ziff. 1..2.3./2.4.; Anklageschrift Ziff. 1.2.3.1/2.3.2./2.3.3.),

2.4. z.N. von K.________, angeblich begangen vom 27.11.2010 bis 01.12.2010 in H.________ (Urteil 
vom 26.01.2015, Ziff. 1.2.5; Anklageschrift Ziff. 1.2.4.1/2.4.2),

14

2.5. z.N. von I.________, angeblich mehrfach begangen im Zeitraum vom 1./3. Dezember 2010 bis Mitte 
Juni 2011in H.________ (Urteil vom 26.01.2015, Ziff. I.2.6./2.7./2.8., /Anklageschrift Ziff. 1.2.5.1- 2.5.5).

3. der Pornografie gemäss Art. 197 StGB

3.1. z.N. von C.________, angeblich begangen zu einem unbekannten Zeitpunkt im Zeitraum zwischen 
ca. September 2010 bis Ende November 2011 in H.________ (Urteil vom 26.01.2015, Ziff. 1.3.1.; Ankla-
geschrift Ziff. 1.3.1.)

3.2. z.N. von I.________, angeblich begangen im Zeitraum vom 17.12.2010 um 17:45:25 Uhr in 
H.________ (Urteil vom 26.01.2015, Ziff. 11.3.1; Anklageschrift Ziff. 1.3.2.1.)

3.3. z.N. von I.________, begangen im Zeitraum zwischen Dezember 2010 und 05.07.2011 in 
H.________ (Urteil vom 26.01.2015, Ziff. 11.3.2.; Anklageschrift Ziff. 1.3.2.2.)

3.4. z.N. von I.________, begangen im Zeitraum vom 03.02.2010 und ca. Ende Mai 2011 in H.________ 
(Urteil vom 26.01.2015, Ziff. 1.3.3; Anklageschrift Ziff. 1.3.2.3.)

3.5. z.N. von I.________, angeblich begangen zu einem unbestimmten Zeitpunkt vor der 1. Verhaftung 
vom 22.03.2011 in H.________ (Urteil vom 26.01.2015, Ziff. 1.3.4;

4. Für die gemäss Ziffer 1 bereits rechtskräftigen Schuldsprüche (sexuelle Handlungen mit Kindern, 
mehrfach begangen) sei A.________ in Anwendung von Art. 187 Ziff. 1 Alinea 1, Art. 22 Abs. 1 und Art. 
47 ff. StGB zu verurteilen zu einer Geldstrafe von maximal 40 Tagessätzen à CHF 30.00, ausmachend 
total CHF 1'200.00, unter Gewährung des bedingten Vollzugs sowie Ansetzung einer Probezeit von 2 
Jahren. Die erstandene Untersuchungshaft von 541 Tagen sei ihm anteilsmässig anzurechnen.

Weiter sei zu verfügen:

5. Die von A.________ erstellten DNA-Profile (DNA PCN .________ und PCN .________) seien zu lö-
schen (Urteil vom 26.01.2015, V.5.; Anklageschrift Ziff. 11.1.4.)

6. Die beschlagnahmten Gegenstände gemäss Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 26.01.201, Zif-
fer V.3 seien A.________ umgehend herauszugeben (Urteil vom 26.01.2015, Ziff. V.3; Anklageschrift Ziff. 
11.1.5)

7. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien in Abänderung des Urteils vom 26.01.2016 zu 1/10 
A.________ und zu 9/10 dem Kanton Bern aufzuerlegen, die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien 
vollumfänglich dem Kanton Bern aufzuerlegen (Urteil vom 26.01.2015, II. Ziff. 3; Anklageschrift Ziff. 11.2)

8. Die (volle) Entschädigung des amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt B.________, für das Verfahren bis 
und mit erster Instanz sei in Bestätigung des Urteils des Regionalgerichts Oberland vom 26.01.2015 auf 
insgesamt CHF 48‘029.20 (volles Honorar und die Auslagen) festzusetzen, unter Ausrichtung einer teil-
weise vollen Entschädigung (9/10 der Kosten der amtlichen Verteidigung) an A.________. Die Entschä-
digung des amtlichen Verteidigers für das Verfahren vor oberer Instanz sei gemäss Honorarnote vom 22. 
August 2016 gerichtlich festzusetzen, unter Ausrichtung einer vollen Entschädigung an A.________. An-
klageschrift Ziff. 1.3.2.4).

9. A.________ sei eine Entschädigung von CHF 200.00 pro Tag für die während des Zeitraums vom 
04.08.2013 bis zum 26.01.2015 zu Unrecht ausgestandene Untersuchungs bzw. Sicherheitshaft auszu-
richten (d.h. für 541 Tage, ausmachend CHF 108‘200.00).

10. Die Zivilklage von C.________ sei unter Ausscheidung der darauf entfallenden Verfahrenskosten 
bzw. Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Privatklägerin C.________ abzuweisen.

15

11. Die Zivilklage von E.________ sei unter Ausscheidung der darauf entfallenden Verfahrenskosten 
bzw. Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Privatklägerin abzuweisen.

4. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Zufolge der Berufungen durch die Generalstaatsanwaltschaft und den Beschuldigten 
hat die Kammer die Freisprüche gemäss Ziff. I.1 (sexuelle Nötigung), I.2 (sexuelle 
Handlungen mit Kindern) des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs sowie die Schuld-
sprüche wegen sexueller Nötigung, mehrfach begangen z.N. der Privatklägerinnen 1 
und 2, wegen sexuellen Handlungen mit Kindern, begangen zwischen anfangs De-
zember 2010 bis Mitte Juni 2011 durch Verleiten z.N. von I.________ sowie wegen 
Pornographie, mehrfach begangen am 17. Dezember 2010, zwischen Dezember 2010 
und 22. März 2011, von Anfang Dezember 2010 bis Ende Mai 2011 sowie von Anfang 
Dezember 2010 bis vor dem 22. März 2011 z.N. von I.________, zu überprüfen. 
Ebenfalls angefochten und zu überprüfen ist die Zivilklage, die Strafzumes-
sung/Massnahme sowie die damit zusammenhängenden Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen. In Rechtskraft erwachsen sind hingegen die Freisprüche vom Vorwurf 
der Pornographie gemäss Ziff. I.3 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs sowie die 
Schuldsprüche wegen sexuellen Handlungen mit Kindern, mehrfach begangen in der 
Zeit von Sommer 2010 bis Ende November 2010 z.N. der Privatklägerin 1. Schliess-
lich sind auch die weiteren Verfügungen gemäss Ziffer V des vorinstanzlichen Disposi-
tivs in Rechtskraft erwachsen, soweit diese der Rechtskraft zugänglich sind. 

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung des erstinstanzlichen Urteils über volle Ko-
gnition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]) 
und ist aufgrund der Berufung durch die Generalstaatsanwaltschaft nicht an das Ver-
schlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden. Bezüglich der Genug-
tuungsforderung der Privatklägerinnen ist die Kammer aufgrund der fehlenden Beru-
fung/Anschlussberufung als Obergrenze an die durch die Vorinstanz zugesprochene 
Höhe der Genugtuung gebunden. 

5. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung wurden von der Kammer ein aktueller 
Strafregisterauszug (pag. 2455) sowie ein aktueller Leumundsbericht samt Erhe-
bungsformular wirtschaftliche Verhältnisse (pag. 2448 ff.) über den Beschuldigten ein-
geholt und den Parteien in Kopie zugestellt.

In seiner Berufungserklärung vom 18. Mai 2015 stellte Rechtsanwalt B.________ die 
Beweisanträge, es seien der Beschuldigte und die Privatklägerin 2 oberinstanzlich 
sachdienlich zu befragen. Weiter seien der Therapieverlaufsbericht betreffend freiwilli-
ge ambulante Therapie des Beschuldigten bei Herrn med. pract. Q.________, Psych-
iatriezentrum Münsingen, und die Arbeitsbestätigung bzw. das Zwischenzeugnis des 
Ristorante W.________ in X.________ zu den Akten zu erkennen. Zudem sei über 
den Beschuldigten bei einer anderen sachverständigen Person ein neues psychia-
trisch-forensisches Gutachten in Auftrag zu geben (pag. 2124 ff.). Die Verfahrenslei-
tung gewährte den Parteien daraufhin Gelegenheit, zu diesen Beweisanträgen Stel-
lung zu nehmen (pag. 2132f.). Die Privatklägerin 2 sowie die Generalstaatsanwalt-
schaft verzichteten in der Folge auf eine Stellungnahme (pag. 2139 und 2141f.). Die 
Privatklägerin 1 hat sich nach gewährter Fristverlängerung (pag. 2144f.) nicht ver-

16

nehmen lassen. Die Verfahrensleitung forderte die Generalstaatsanwaltschaft mit Ver-
fügung vom 9. Juli 2015 – mit Blick darauf, dass zwischenzeitlich die erstinstanzlich 
fallführende Staatsanwältin G.________ mit der Wahrnehmung der staatsanwalt-
schaftlichen Aufgaben betraut worden war – nochmals auf, zu den Beweisanträgen 
der Verteidigung Stellung zu nehmen (pag. 2151). Die Stellungnahme der General-
staatsanwaltschaft erfolgte daraufhin am 24. Juli 2015 (pag. 2160 ff.). Staatsanwältin 
G.________ beantragte, der Beschuldigte sei oberinstanzlich zu den aktuellen per-
sönlichen Verhältnissen zu befragen. Die Beweisanträge bezüglich der Einreichung 
eines Therapieverlaufsberichts sowie einer Arbeitsbestätigung seien gutzuheissen. 
Soweit weitergehend, seien die Beweisanträge des Beschuldigten jedoch abzuweisen. 
Der Beschuldigte hielt seinerseits – nachdem ihm mit Verfügung vom 17. August 2015 
Gelegenheit zur Replik geboten wurde (pag. 2180f.) – mit Eingabe vom 8. September 
2015 an den gestellten Beweisanträgen fest (pag. 2190 ff.).

Mit Beschluss vom 14. Dezember 2015 (pag. 2198 ff.) wurden die Beweisanträge auf 
Einreichung eines Therapieverlaufsberichts sowie einer Arbeitsbestätigung gutgeheis-
sen, die Unterlagen wurden nach deren Einreichung durch die Verteidigung am 21. 
Januar 2016 zu den Akten erkannt (pag. 2268f.). Auch der Beweisantrag der Verteidi-
gung, der Beschuldigte sei oberinstanzlich einzuvernehmen, wurde gutgeheissen. 
Hingegen wies die Kammer die Beweisanträge ab, die Privatklägerin 2 sei oberin-
stanzlich zu befragen und über den Beschuldigten sei bei einer anderen sachverstän-
digen Person ein neues psychiatrisch-forensisches Gutachten in Auftrag zu geben.

Am 4. Januar 2016 beantragte der Beschuldigte mit Blick auf die oberinstanzliche Be-
rufungsverhandlung, es sei Y.________ als Zeugin zu seinen aktuellen persönlichen 
Verhältnissen und Lebensumständen zu befragen (pag. 2216f.). Den Parteien wurde 
daraufhin das rechtliche Gehör gewährt (pag. 2219f.). Davon machten die Privatkläge-
rin 1 mit Eingabe vom 11. Januar 2016 (pag. 2232) und die Privatklägerin 2 sowie die 
Generalstaatsanwaltschaft am 11. Januar 2016 (pag. 2233f. und pag. 2236f.) Ge-
brauch; alle drei Parteien beantragten die Abweisung des Beweisantrags der Verteidi-
gung. Mit Verfügung vom 14. Januar 2016 wies die Verfahrensleitung den Beweisan-
trag auf Einvernahme von Y.________ ab (pag. 2239f.). 

Mit Eingabe vom 8. August 2016 stellte die Generalstaatsanwaltschaft die Anträge, es 
seien beim Arbeitgeber des Beschuldigten die Anwesenheitszeiten sowie die Lohnab-
rechnungen für die Zeit von März 2015 bis August 2016 zu edieren und der Beschul-
digte sei aufzufordern, die Krankenakten sowie ein allfälliges Arbeitsfähigkeitszeugnis 
im Zusammenhang mit seinem Nervenzusammenbruch vom Mai 2016 einzureichen. 
Eventualiter sei der Beschuldigte aufzufordern, die behandelnden Ärzte vom Arztge-
heimnis zu entbinden und es seien die entsprechenden Unterlagen gerichtlich zu edie-
ren (pag. 2462f.). Nachdem den Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme zu den Be-
weisanträgen gewährt wurde (pag. 2465f.), und die Verteidigung mit Eingabe vom 11. 
August 2016 die Abweisung des Antrags gemäss Ziffer 1 sowie eine Beurteilung von 
Amtes wegen bezüglich Ziffer 2 beantragte (pag. 2476f.), hiess die Verfahrensleitung 
die Beweisanträge mit Verfügung vom 12. August 2016 insofern gut, als ein ergän-
zender Bericht des Arbeitgebers (insbesondere zum Umfang der Arbeitstätigkeit sowie 
zu allfälligen Unterbrüchen) eingeholt und der Beschuldigte aufgefordert wurde, dem 
Gericht eine ärztliche Bestätigung bezüglich Nervenzusammenbruch im Mai 2016 ein-

17

zureichen (pag. 2479 ff.). Der Arbeitsbericht der W.________ ging am 18. August 
2016 beim Obergericht des Kantons Bern ein (pag. 2488). Mit Schreiben vom 18. Au-
gust 2016 reichte der Verteidiger des Beschuldigten weiter den ambulanten Behand-
lungsbericht Spital Z.________ vom 20. März 2016 zu den Akten (pag. 2490 ff.). An-
lässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung gab der Beschuldigte ausserdem die 
Entbindungserklärung vom Arztgeheimnis zu den Akten (pag. 2527). Der Beschuldigte 
wurde schliesslich noch einmal einvernommen. Der von der Verteidigung anlässlich 
der Berufungsverhandlung vom 22. August 2016 gestellte Beweisantrag auf Einholung 
eines Zweit- bzw. Obergutachtens wurde hingegen erneut abgewiesen. 

II. Einleitung

Das vorliegende Strafverfahren gründet auf verschiedenen Vorwürfen zum Nachteil 
von insgesamt drei Opfern (sexuelle Nötigung und Versuch dazu, sexuelle Handlun-
gen mit Kindern und Versuch dazu sowie Pornographie). 

Der erste Deliktskomplex betrifft die Privatklägerin 1, welche in Deutschland wohnhaft 
ist bzw. zum Tatzeitpunkt in Deutschland wohnhaft war. Im Zusammenhang mit den 
sie betreffenden strafrechtlichen Vorwürfen gegen den Beschuldigten wurden auf-
grund der in Deutschland eingereichten Anzeige vom 27. November 2010 erstmals 
polizeiliche Ermittlungen gegen den Beschuldigten aufgenommen. 

Am 22. März 2011 wurde infolge dieser ersten Strafuntersuchung gegen den Be-
schuldigten an seinem Domizil in H.________ eine Hausdurchsuchung durchgeführt, 
anlässlich welcher Datenträger mit mehreren Bilddateien sichergestellt werden konn-
ten (pag. 339 ff.). Gemäss den Angaben des Beschuldigten, welche sich als zutref-
fend erwiesen, handelt es sich bei der auf dem Bildmaterial vorgefundenen Person um 
die 15-jährige I.________, welche in AA.________ (Deutschland) wohnhaft war und 
vom Beschuldigten als seine Freundin bezeichnet wurde. Da I.________ minderjährig 
war und der Altersunterschied zum Beschuldigten mehr als drei Jahre betrug, wurden 
die Ermittlungen gegen den Beschuldigten ausgedehnt und I.________ am 22. Juni 
2011 rechtshilfeweise durch die AA.________ Polizei einvernommen. Der Beschuldig-
te wurde am 22. März 2011 festgenommen, jedoch am folgenden Tag aus dem Regi-
onalgefängnis Bern entlassen (pag. 35). In der Folge wurde am 5. Juli 2011 am Domi-
zil des Beschuldigten eine weitere Hausdurchsuchung durchgeführt (pag. 363 ff.), an-
lässlich derer der Beschuldigte erneut festgenommen, jedoch mit Entscheid des 
Zwangsmassnahmengerichts vom 6. Juli 2011 aus der Untersuchungshaft entlassen 
wurde (pag. 99).

Zuletzt in polizeilichen Kontakt kam der Beschuldigte aufgrund der Anzeige der Privat-
klägerin 2 am 3. August 2013. Die Privatklägerin 2 gab gegenüber der Polizei an, ge-
gen ihren Willen genötigt worden zu sein, sexuelle Handlungen mit dem Beschuldig-
ten vorzunehmen. Daraufhin kam es zu einer erneuten Hausdurchsuchung, auf wel-
che später noch näher einzugehen sein wird. Der Beschuldigte wurde zudem erneut 
festgenommen und in Untersuchungshaft versetzt (pag. 145).

Aufgrund der Tatsache, dass vorliegend – auch wenn es sich um ähnlich gelagerte 
Delikte handelt – keine sachverhaltsmässigen Überschneidungen zwischen den ein-
zelnen Tatkomplexen bestehen, erachtet es die Kammer als angezeigt, die Tatvorwür-

18

fe betreffend die einzelnen Opfer separat zu prüfen und abzuhandeln und damit dem 
vorinstanzlichen Aufbau des Motivs zu folgen. 

III. Vorwürfe zum Nachteil der Privatklägerin 1 C.________

6. Einleitung

Vorab ist festzuhalten, dass unter diesem Titel der Schuldspruch wegen versuchter 
sexueller Nötigung sowie der Freispruch vom Vorwurf der sexuellen Handlungen mit 
Kindern zu überprüfen sind. Die übrigen Schuld- und Freisprüche, welche die Privat-
klägerin 1 betreffen, sind in Rechtskraft erwachsen.

Der Sachverhalt der nachfolgend zu prüfenden strafrechtlichen Vorwürfe ist durch den 
Beschuldigten im Wesentlichen eingestanden. Aus den Ausführungen des Verteidi-
gers anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung ergibt sich, dass lediglich die 
rechtliche Würdigung dieses Sachverhalts umstritten und daher durch die Kammer 
genauer zu überprüfen sein wird. 

7. Sexuelle Nötigung

7.1. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird gemäss Anklageschrift vom 13. Juni 2014 vorgeworfen, die 
Privatklägerin 1 in der Zeit von ca. September 2010 bis Ende November 2010 unter 
psychischen Druck gesetzt zu haben. Dies in der Absicht, sie zu sexuellen Handlun-
gen zu bewegen und sie gefügig zu machen. Um diesen Druck auf die Privatklägerin 1 
zu erhöhen, soll er im Chat als drei verschiedene Charaktere agiert haben, von denen 
die Privatklägerin 1 nicht wusste, dass es sich dabei stets um den Beschuldigten ge-
handelt hatte. Aufgrund der geäusserten Drohungen soll die Privatklägerin 1 unter 
psychischen Druck geraten sein und dem Beschuldigten gegen ihren Willen drei Fo-
tos, auf denen sie von der Hüfte aufwärts nur im BH bekleidet war, geschickt haben. 
Bezüglich der dem Beschuldigten im Detail vorgeworfenen Tathandlungen kann auf 
die entsprechende Stelle der Anklageschrift verwiesen werden (pag. 1480 ff.). 

7.2. Sachverhalt und Beweiswürdigung 

Die Vorinstanz hat die Aussagen der Privatklägerin 1 und des Beschuldigten zutref-
fend wiedergegeben und ebenso zutreffend festgehalten, dass ihre Aussagen glaub-
haft und durch den Beschuldigten eingestanden sind. Auf diese vorinstanzlichen Aus-
führungen kann daher vollumfänglich verwiesen werden (pag. 2055f., S. 6-7 der Ent-
scheidbegründung). Neben diesen subjektiven Beweismitteln liegen der Kammer (be-
züglich sämtlicher Vorwürfe zum Nachteil der Privatklägerin 1) auch Chatprotokolle, 
(zensierte) Fotos sowie E-Mails vor. Auf die Ausführungen / Beweiswürdigung der 
Vorinstanz zu den vorliegenden (objektiven) Beweismitteln, welche mit den Aussagen 
der Privatklägerin 1 übereinstimmen, kann ebenfalls vollumfänglich verwiesen werden 
(pag. 2056f., S.7-8 der Entscheidbegründung).

Ergänzend ist anzumerken, dass der Beschuldigte auch gegenüber I.________ ein-
gestand, C.________ u.a. mit Folter gedroht zu haben. So äusserte er ihr gegenüber 
seine Angst, dass vielleicht jemand aus Deutschland kommen und ihn für diese Dro-
hungen bestrafen werde (pag. 1 497). Weitere Ergänzungen zum vorinstanzlichen 

19

Beweisergebnis drängen sich nach Ansicht der Kammer nicht auf, zumal der Sach-
verhalt auch vor oberer Instanz nicht bestritten wurde. 

In sachverhaltsmässiger Hinsicht ist jedoch zu prüfen, welche Art von Fotos der Be-
schuldigte von der Privatklägerin 1 erhältlich machen wollte. Der Beschuldigte hatte in 
Folge der ausgesprochenen Drohungen von der Privatklägerin 1 Fotos erhalten, wel-
che diese in Unterwäsche zeigen, wobei auf den Bildern lediglich ihr Oberkörper (bek-
leidet mit einem BH) zu sehen war. Das Gesicht der Privatklägerin 1 wurde hingegen 
durch sie unerkenntlich gemacht. Die Reaktion des Beschuldigten auf diese Fotos 
zeigt, dass er andere Fotos der Privatklägerin 1 erwartete. So hielt er fest: «Willst du 
mich verarschen oder wie?» (pag. 308). In der Folge forderte er von der Privatklägerin 
1 Fotos ohne Zensuren oder sonstiges «Gekribel» an. Konkret verlangte er von ihr 2 
Nacktfotos sowie 4 Fotos in Unterwäsche und mit Tanga (pag. 313). Die gesamten 
Umstände der Konversation lassen keinen anderen Schluss zu, als dass die Aufforde-
rung des Beschuldigten ausschliesslich sexuell motiviert war. Der Beschuldigte ver-
langte explizit Nacktfotos. Dass er – gerade vor dem Hintergrund, dass die virtuelle 
Bekanntschaft zwischen ihm und der Privatklägerin 1 im Wesentlichen aus sexuellen 
Interaktionen bzw. Forderungen seinerseits bestand – Nacktfotos mit ästhetischem 
(und nicht sexuellem) Bezug erhältlich machen wollte, kann nach Ansicht der Kammer 
ausgeschlossen werden. Vielmehr geht die Kammer davon aus, dass die Nacktfotos 
der sexuellen Stimulation des Beschuldigten dienen sollten. Für die Kammer hat dem-
nach als erwiesen zu gelten, dass der Beschuldigte Nacktfotos von der Privatklägerin 
1 erhältlich machen wollte, welche ausschliesslich oder zumindest weit überwiegend 
auf ihre sexuellen Komponenten reduziert waren. 

7.3. Rechtliche Vorbringen der Verteidigung

In rechtlicher Hinsicht macht der Verteidiger geltend, dass der Beschuldigte zwar ei-
nen gewissen Druck auf die Privatklägerin 1 ausgeübt habe. Der Tatbestand der se-
xuellen Nötigung setze jedoch eine erhebliche Einwirkung voraus, die nicht vorgele-
gen habe. Die vom Beschuldigten eingeforderten Fotos seien zudem nicht sexualbe-
zogen und aufreizende Fotos würden an sich noch keine sexuelle Handlung darstel-
len, weswegen ein Freispruch zu erfolgen habe. 

7.4. Rechtliche Würdigung durch die Kammer

Wer eine Person zur Duldung einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen 
Handlung nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychi-
schen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht, macht sich der sexuellen 
Nötigung schuldig (Art. 189 Abs. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; 
SR 311.0]).

Das Bundesgericht hat sich zum Tatbestand der sexuellen Nötigung wie folgt geäus-
sert (Urteil des Bundesgerichts BGer 6B_95/2015 vom 26. Januar 2016 E. 5.1):

Eine sexuelle Nötigung begeht gemäss Art. 189 StGB, wer eine Person zur Duldung einer beischlafsähn-
lichen oder einer anderen sexuellen Handlung nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, 
sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht. Die Strafnorm bezweckt den 
Schutz der sexuellen Selbstbestimmung und erfasst alle erheblichen Nötigungsmittel. Die Tatbestandsva-
riante des Unter-Druck-Setzens stellt klar, dass sich die Ausweglosigkeit der Situation auch ergeben 
kann, ohne dass der Täter eigentliche Gewalt anwendet. Der psychische Druck, aufgrund dessen es zu 

20

einem ungewollten Geschlechtsverkehr, zu einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen 
Handlung kommt, muss mit Blick auf die gewaltdeliktische Natur von Art. 189 f. StGB von besonderer In-
tensität sein. Zwar wird nicht verlangt, dass er zur Widerstandsunfähigkeit des Opfers führt. Die Einwir-
kung auf dasselbe muss aber immerhin erheblich sein und eine der Gewaltanwendung oder Bedrohung 
vergleichbare Intensität erreichen. Dies ist der Fall, wenn vom Opfer unter den gegebenen Umständen 
und in Anbetracht seiner persönlichen Verhältnisse verständlicherweise kein Widerstand erwartet werden 
kann bzw. ihm ein solcher nicht zuzumuten ist, der Täter mithin gegen den Willen des Opfers an sein Ziel 
gelangt, ohne dafür Gewalt oder Drohungen anwenden zu müssen (BGE 131 IV 167 E. 3.1 S. 170 f.; 126 
IV 124 E. 3b f. S. 129 f.; je mit Hinweisen; siehe auch: Urteile 6B_71/2015 vom 19. November 2015 E. 
2.1.2; 6B_1149/2014 vom 16. Juli 2015 E. 5.1.3). Demnach kann eine Situation für das Opfer bereits auf-
grund der sozialen und körperlichen Dominanz des Täters aussichtslos sein. Diese Dominanz muss nicht 
notwendigerweise mit der Furcht des Opfers vor körperlicher Gewalt verknüpft sein. Ob die tatsächlichen 
Verhältnisse die tatbestandlichen Anforderungen eines Nötigungsmittels erfüllen, lässt sich erst aufgrund 
einer umfassenden Würdigung der konkreten Umstände entscheiden (BGE 128 IV 106 E. 3a/bb S. 110 f. 
mit Hinweisen; vgl. Urteile 6B_71/2015 vom 19. November 2015 E. 2.1.2; 6B_1149/2014 vom 16. Juli 
2015 E. 5.1.3). Die Auslegung der Art. 189 f. StGB hat sich insoweit insbesondere an der Frage der zu-
mutbaren Selbstschutzmöglichkeiten des Opfers zu orientieren (BGE 128 IV 106 E. 3b S. 113 mit Hin-
weisen). 

Der Tatbestand der sexuellen Nötigung ist unter anderem auch dann erfüllt, wenn als 
Nötigungsmittel eine Drohung vorliegt. Der Beschuldigte hat gegenüber der Privatklä-
gerin 1 auch das Nötigungsmittel der Drohung angewandt. Er hat sie – wie im Rah-
men des Beweisergebnisses festgestellt – nicht nur psychisch unter Druck gesetzt, 
sondern auch konkret bedroht. So forderte er sie im E-Mail vom 29. November 2010 
auf, ihm 2 Nacktfotos und 4 Fotos in Unterwäsche zu schicken. Werde die Zeit nicht 
eingehalten, wisse sie wie schon geschrieben, was passiere werde. Sie solle ihn nicht 
enttäuschen, da er keine Fehler mehr dulden werde (pag. 313). Im Kontext mit dem 
vorangehenden Chatverkehr, in dem der Beschuldigte kontinuierlich Druck auf die Pri-
vatklägerin 1 aufbaute und sie und ihre Familie unter anderem auch mit dem Tod und 
Folter bedrohte, ist diese E-Mail als konkrete Drohung zu werten. Der Beschuldigte 
setzte der Privatklägerin 1 den Eintritt eines Übels – konkret die Verletzung ihrer kör-
perlichen Integrität (oder/und derjenigen ihrer Familie) – in Aussicht, wenn sie seinen 
Forderungen nicht nachkommen würde. Die Privatklägerin 1 wurde durch diese Dro-
hung des Beschuldigten in Angst und Schrecken versetzt. Der Beschuldigte kannte 
die Adresse der Privatklägerin 1 und die Gefahr, welche aus ihrer Sicht vom Beschul-
digten ausging, erschien damit als äusserst real. Der Beschuldigte wollte, wie im 
Rahmen der Beweiswürdigung festgestellt, mithilfe der beschriebenen Drohung 2 
Nacktfotos und 4 Fotos in Unterwäsche von der Privatklägerin 1 erhältlich machen.

Weiter ist in tatbestandsmässiger Hinsicht fraglich und zu prüfen, ob die Forderung an 
das Opfer Nacktfotos zu erstellen und dem Beschuldigten zukommen zu lassen tatbe-
standsmässig und als sexuelle Handlung nach Art. 189 StGB zu werten ist.

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
auch die Nötigung zur Vornahme von sexuellen Handlungen tatbestandsmässig ist. 
Das Opfer muss zum körperlichen Tätigwerden gezwungen werden, wobei es keine 
Rolle spielt, ob das Opfer die sexuellen Handlungen an sich selbst oder einem Dritten 

21

/ dem Täter vornimmt. Insofern ist die Forderung an die Privatklägerin 1, Handlungen 
an sich selbst vorzunehmen, vom Tatbestand erfasst. 

Das Bundesgericht hat zur Frage, ob Nacktaufnahmen als sexuelle Handlungen zu 
qualifizieren sind, Folgendes festgehalten (BGE 131 IV 64 E. 11.2):

Als sexuelle Handlungen im Sinne von Art. 187 StGB gelten nach der Rechtsprechung nämlich nur Ver-
haltensweisen, die nach den Umständen des Einzelfalls objektiv betrachtet als sexualbezogen erschei-
nen (BGE 125 IV 58 E. 3b mit Hinweisen). Aufgrund der vom Gesetzgeber getroffenen rechtspolitischen 
Entscheidung, sexuelle Handlungen mit Kindern grundsätzlich zu verbieten, erscheint es sodann von 
vornherein ausgeschlossen, dass eine Darstellung, die durch ein solches Verhalten zustande gekommen 
ist, in einen menschlichen oder emotionalen Bezug eingebettet ist und das Kind deshalb nicht auf ein 
blosses Sexualobjekt reduziert.

Vor diesem Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden, dass Nacktaufnahmen von Kindern auch 
ohne besondere Betonung des Genitalbereichs als pornographisch qualifiziert werden können. Wie 
WEISSENBERGER zurecht festhält, ist es ja nicht so, dass Kinder bis 16 Jahre freiverantwortlich für las-
zive Nacktbilder posieren würden. Dahinter steht vielmehr immer eine Missbrauchssituation, von der nicht 
gesagt werden kann, dass sie die sexuelle Entwicklung des Kindes nur schwerlich beeinträchtigen könnte 
und daher als rechtlich unerheblich auszuscheiden habe (a.a.O., S. 356; vgl. BGE 125 IV 58 E. 3b S. 63). 
Wer ein Kind mit entblösstem Genitalbereich in einer nach den Umständen objektiv aufreizenden Stellung 
posieren lässt und fotografiert, verleitet dieses zu einer sexuellen Handlung, unabhängig davon, ob er 
dabei selbst sexuelle Regung verspürt oder das Kind die sexuelle Bedeutung der Handlung erkennt Urteil 
6S.378/1998 vom 4. August 1998 E. 2; CASSANI, La responsabilité pénale du consommateur de porno-
graphie enfantine, a.a.O., S. 28; SUTER-ZÜRCHER, a.a.O., S. 56, 58 und 83 ff.; TRECHSEL, a.a.O., Art. 
187 N. 6; WEISSENBERGER, a.a.O., S. 356 und 357 a.E.; a.M. FREY/OMLIN, a.a.O.; vgl. auch JENNY, 
a.a.O., N. 15 zu Art. 187 StGB; REHBERG/SCHMID/DONATSCH, a.a.O., S. 406; Stratenwerth/Jenny, 
a.a.O, § 7 N. 11; BGE 125 IV 58 E. 3b S. 62). Von vornherein als nicht pornographisch sind demgegenü-
ber Nacktbilder zu betrachten, denen in keiner Weise entnommen werden kann, dass der Täter bei der 
Herstellung auf die Kinder eingewirkt hat (z.B. Schnappschüsse am Strand oder in der Badeanstalt). Dies 
muss unabhängig davon gelten, ob die Fotos später zur sexuellen Erregung verwendet werden (WEIS-
SENBERGER, a.a.O., S. 356 f.). 

Zunächst einmal ist darauf hinzuweisen, dass die Fotos, welche die Privatklägerin 1 
dem Beschuldigten zukommen liess, nicht tatbestandsmässig sind. Hingegen ist wie 
dargelegt davon auszugehen, dass der Beschuldigte von der Privatklägerin 1 Nacktfo-
tos mit ausschliesslich sexuellem Hintergrund erhältlich machen wollte und diese 
Nacktfotos seiner sexuellen Stimulation dienen sollten. Das Erstellen solcher Nacktfo-
tos stellt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wie dargelegt eine sexuelle 
Handlung im Sinne von Art. 189 StGB dar. Damit ist festzuhalten, dass der Beschul-
digte die Privatklägerin 1 bedrohte, um sie zur Vornahme von sexuellen Handlungen 
im Sinne des Tatbestands zu nötigen. 

Der Beschuldigte handelte wissentlich und willentlich, mithin mit direktem Vorsatz. Da 
die Privatklägerin 1 dem Beschuldigten keine Fotos zukommen liess, liegt eine ver-
suchte Tatbegehung vor. Der Beschuldigte hatte das E-Mail mit seiner Forderung und 
Drohung an die Privatklägerin 1 versandt und damit alles getan, was nötig war, um 
den Erfolg, also die Erstellung und der Versand der Nacktfotos, eintreten zu lassen. 
Dass der Erfolg dennoch ausgeblieben ist, ist auf das Verhalten der Privatklägerin 1 

22

zurückzuführen und demnach nicht dem Einflussbereich des Beschuldigten zuzurech-
nen. Damit liegt ein vollendeter Versuch vor. Rechtfertigungs- und Schuldausschluss-
gründe sind keine vorhanden, der Beschuldigte ist daher der versuchten sexuellen 
Nötigung zum Nachteil der Privatklägerin 1 schuldig zu erklären. 

8. Sexuelle Handlungen mit Kindern 

8.1. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird gemäss Anklageschrift vom 13. Juni 2014 vorgeworfen, die 
Privatklägerin 1 in der Zeit von ca. Sommer 2010 bis Ende November 2010 in sexuelle 
Handlungen einbezogen zu haben, indem er sie dazu aufgefordert habe, sich im Chat 
mit ihm über sexuelle Dinge zu unterhalten, namentlich ihn anzumachen, indem sie 
perverse Sachen zu ihm sage, damit er sich gestützt darauf selbst habe befriedigen 
können (pag. 1489). 

8.2. Sachverhalt und Beweiswürdigung 

Die Vorinstanz ist beweiswürdigend zum Ergebnis gelangt, dass der angeklagte 
Sachverhalt durch die Privatklägerin 1 glaubhaft bestätigt wurde und durch den Be-
schuldigten eingestanden ist. Die Kammer schliesst sich diesen Ausführungen, auf 
welche an dieser Stelle verwiesen werden kann (pag. 2060f., S. 11f. der Entscheidbe-
gründung), vollumfänglich an und geht als Beweisergebnis ebenfalls vom angeklagten 
Sachverhalt aus. 

8.3. Rechtliche Würdigung durch die Vorinstanz und Vorbringen der Generalstaatsanwalt-
schaft

Die Vorinstanz geht davon aus, dass rein unzüchtiges, obszönes Reden im schriftli-
chen Internetchat keine tatbestandsmässige Handlung im Sinne von Art. 187 StGB 
darstellt. 

Die Generalstaatsanwaltschaft hielt dem anlässlich der oberinstanzlichen Berufungs-
verhandlung entgegen, dass sie diese Ansicht nicht teile und den Tatbestand als er-
füllt betrachte, weswegen sie diesbezüglich Schuldsprüche beantragte. 

8.4. Rechtliche Würdigung durch die Kammer

Wer ein Kind unter 16 Jahren in eine sexuelle Handlung einbezieht, macht sich der 
sexuellen Handlungen mit Kindern schuldig (Art. 187 Ziff. 1 StGB). 

Die Vorinstanz hat zu den rechtlichen Grundlagen zutreffend festgehalten (pag. 
2061f., S. 12f. der Entscheidbegründung):

Einbeziehen in sexuelle Handlungen meint sexuelle Handlungen des Täters, die er vor dem Kind vor-
nimmt, wobei es aber zu keinen körperlichen Berührungen zwischen dem Täter und dem Opfer kommt. 
Das Kind wird bei dieser Tatbestandsvariante durch gezieltes Verhalten als Zuschauer in die sexuelle 
Handlung einbezogen. Der Täter macht das Kind auf diese Weise zum Sexualobjekt (BSK STGB II-
MAIER, Art. 187 N 17, m.w.H.). D.h. das Kind muss die sexuelle Handlung visuell oder akustisch wahr-
nehmen und der Vorsatz des Täters muss auf diese Wahrnehmung gerichtet sein. Der Tatbestand ist 
nicht erfüllt, wenn sich die Wahrnehmung des Kindes lediglich auf die Begleitumstände der sexuellen 
Handlung beschränkt. Da für alle Tatbestandsvarianten von Abs. 1 dieselbe Strafdrohung gilt, erfordert 
der Tatbestand des Einbeziehens eine Verhaltensweise von einiger Erheblichkeit, eine ähnlich intensive 
Beteiligung des Kindes wie bei den anderen beiden Tatvarianten der Vornahme oder der Verleitung 

23

(TRECHSEL ET AL., a.a.O., Art. 187 N 9; vgl. auch BGE 129 IV 168 S. 171 E. 3.2). Obszönes Reden oder 
entsprechende Gesten werden nicht als sexuelle Handlungen erachtet. Die blosse Internetkommunikation 
im schriftlichen Chat genügt daher nicht, um als Einbeziehen eines Kindes in eine sexuelle Handlung 
qualifiziert werden zu können (OGer ZH vom 02.03.2012, SB110594; gl. A. TRECHSEL ET AL., Art. 187 N 6, 
m.w.H., welcher betont, dass der Einsatz des Körpers Voraussetzung sei. Unzüchtiges Reden alleine 
könne jedoch sexuelle Belästigung darstellen).

Auch weitere Stimmen in der Lehre vertreten die Meinung, dass Gespräche sexuellen 
Inhalts nicht tatbestandsmässig sind. Es kann ergänzend auf folgende Quelle verwie-
sen werden (SANDRA MUGGLI, Im Netz ins Netz – Pädokriminalität im Internet und der 
Einsatz von verdeckten Ermittlern und verdeckten Fahndern zu deren Bekämpfung, in: 
Zürcher Studien zum Strafrecht, Band Nr. 78, S. 65f.):

Angesichts der Tatsache, dass obszönes Reden per se nicht unter eine sexuelle Handlung fällt, müsste 
in jedem Fall nachgewiesen werden, dass der Täter eine sexuelle Handlung während des Gesprächs 
tatsächlich vollzog. […]Analog zu Art. 187 Ziff. 1 Abs. 2 STGB ist auch beim Einbezug in eine sexuelle 
Handlung eine Begehung über das Internet nicht ausgeschlossen. Da das Kind bei dieser Tatbestandsva-
riante wie aufgezeigt als Zuschauer agieren muss, wird hier eindeutig nur die Variante greifen, bei wel-
cher Opfer und Täter über eine Webcam miteinander kommunizieren. Situationen, in welchen der Täter 
dem Kind schriftlich oder mündlich die von ihm vorgenommenen sexuellen Handlungen schildert, ohne 
dass das Kind die sexuellen Handlungen tatsächlich visuell wahrnehmen kann, werden von diesem Tat-
bestand nicht erfasst. 

Auch das Bundesgericht hat festgehalten, dass der Tatbestand der sexuellen Hand-
lungen mit Kindern durch Einbezug nicht erfüllt ist, wenn sich die Wahrnehmungen der 
Kinder lediglich auf die Begleitumstände der sexuellen Handlung beschränken. Der 
Tatbestand des Einbeziehens von Kindern in eine sexuelle Handlung erfordert viel-
mehr, dass diese den äusseren Vorgang der sexuellen Handlung als Ganzes unmit-
telbar sinnlich wahrnehmen (BGE 129 IV 168 E. 3.2). 

Zusammen mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die vorliegenden Gespräche se-
xuellen Inhalts – unabhängig davon, wie explizit diese Inhalte sind – keine sexuellen 
Handlungen darstellen. Der Tatbestand ist gemäss herrschender Lehre und Recht-
sprechung nur dann erfüllt, wenn das Kind sexuelle Handlungen sinnlich wahrnimmt. 
Das Wahrnehmen von Gesprächen genügt nicht, da es sich dabei per Definition um 
keine sexuelle Handlung handeln kann. Da vorliegend gemäss Beweisergebnis davon 
auszugehen ist, dass die Privatklägerin 1 die sexuellen Handlungen, welche der Be-
schuldigte an sich selbst vorgenommen hatte, nicht akustisch oder visuell wahrge-
nommen hat und es ausschliesslich zu Gesprächen über sexuelle Inhalte gekommen 
ist, ist der Tatbestand nicht erfüllt und der Beschuldigte demnach von den Vorwürfen 
der sexuellen Handlungen mit Kindern zum Nachteil der Privatklägerin 1 freizuspre-
chen. 

IV. Vorwürfe zum Nachteil von I.________ 

9. Einleitung

Die vorliegend zu prüfenden Vorfälle betreffend I.________ sollen gemäss Anklage 
während zweier Phasen stattgefunden haben. Die erste Phase soll von Sommer 2008 
bis vor dem 24. September 2008 und die zweite Phase von Anfang Dezember 2010 

24

bis Ende Mai 2011 gedauert haben. Zwischen diesen beiden Phasen standen der Be-
schuldigte und I.________ nicht mehr in Kontakt. 

Sowohl der Beschuldigte als auch I.________ machten Aussagen zu den Ereignissen, 
welche sich in diesen Phasen zugetragen haben sollen, auf welche später noch näher 
einzugehen sein wird. Daneben liegen der Kammer für die Würdigung des Sachver-
halts in der zweiten Phase auch umfangreiche Chatprotokolle sowie Videos und Foto-
grafien vor. Zur ersten Phase existieren hingegen keine objektiven Beweismittel. 

10. Sexuelle Nötigung (Phase 1)

10.1. Vorwurf gemäss Ziff. 1.2.1. der Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird gemäss Ziff. 1.2.1 der Anklageschrift vorgeworfen, in der Zeit 
von Sommer 2008 bis vor dem 24. September 2008 die damals 12-jährige I.________ 
u.a. unter Androhung des Todes mehrfach aufgefordert zu haben, ihm Nacktfotos von 
sich zu schicken. Gestützt auf diese Drohungen soll I.________ derart unter psychi-
schen Druck geraten sein, dass sie gegen ihren Willen vier Nacktbilder erstellt und 
dem Beschuldigten geschickt haben soll. Für Details bezüglich der dem Beschuldigten 
vorgeworfenen Tathandlungen kann an dieser Stelle auf die Anklageschrift verwiesen 
werden (pag. 1482). 

10.2. Würdigung durch die Vorinstanz und Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass nicht genügend Anhaltspunkte dafür be-
stehen würden, dass I.________ dem Beschuldigten tatsächlich Nacktfotos von sich 
gesandt hatte, weswegen sie den Beschuldigten für die erste Phase vom Vorwurf der 
sexuellen Nötigung zum Nachteil von I.________ freisprach. 

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte anlässlich der oberinstanzlichen Hauptver-
handlung vor, dass die Aussagen von I.________ durchwegs glaubhaft seien und kei-
ne Gründe ersichtlich seien, wieso daran zu zweifeln wäre, dass I.________ – wie 
durch sie geltend gemacht – dem Beschuldigten Nacktfotos zukommen liess. Zwar 
würden für die erste Phase keine Chatprotokolle vorliegen, hingegen würden die 
Chatprotokolle der 2. Phase, insbesondere betreffend die erneute Kontaktaufnahme, 
Rückschlüsse auf die erste Phase zulassen. Die damalige Beziehung zwischen den 
beiden sei nicht harmonisch gewesen, der Beschuldigte habe I.________ bedroht und 
der erneute Kontakt sei nur auf Bestreben des Beschuldigten zustande gekommen. 

10.3. Sachverhalt und Beweiswürdigung

Die Vorinstanz hat die Aussagen von I.________ und des Beschuldigten zur ersten 
Phase zutreffend zusammengefasst, darauf wird verwiesen (pag. 2064f., S. 15f. der 
Entscheidbegründung und pag. 2056, S. 16 der Entscheidbegründung). 

Weiter hat die Vorinstanz auch die objektiven Beweismittel, also die Chatprotokolle 
der sogenannten zweiten Phase, in denen Bezug auf die erste Kontaktphase zwi-
schen dem Beschuldigten und I.________ genommen wurde, zutreffend dargelegt 
(pag. 2065f., S. 16f. der Entscheidbegründung).

Ergänzend ist festzuhalten, dass anlässlich der erneuten Kontaktaufnahme zwar auf 
Fotos Bezug genommen wurde, hingegen ging es dabei nicht um Nacktfotos. So er-
klärte der Beschuldigte gegenüber I.________, dass er sie einmal um ein Fussfoto 

25

gebeten habe (pag. 1 942). Dass I.________ dem Beschuldigten tatsächlich ein Foto 
ihrer Füsse zukommen liess, ergibt sich aus dem Chatverlauf hingegen nicht. In einem 
weiteren Chatgespräch nahm der Beschuldigte erneut Bezug auf ein Foto von 
I.________, welches sie ihm in der ersten Phase zukommen liess. Auf diesem Foto 
sei sie im Pyjama zu sehen gewesen und man habe ihre Füsse gesehen (pag. 1 992). 
Insgesamt kann festgehalten werden, dass keine Chatgespräche vorhanden sind, 
welche verlässliche Rückschlüsse darauf zuliessen, dass in der ersten Phase Nacktfo-
tos von I.________ versandt wurden. 

Beweiswürdigend ist weiter festzuhalten, dass auf die Aussagen von I.________ nicht 
ohne Vorbehalte abgestellt werden kann, da die erste rechtshilfeweise Einvernahme 
in Anwesenheit ihres Vaters erfolgte (vgl. ergänzend auch Ausführungen unter E. 
11.5). Dem entsprechenden Einvernahmeprotokoll kann entnommen werden, dass es 
I.________ unangenehm war, die gestellten Fragen zu beantworten bzw. sie der Fra-
ge nach sexuellen Kontakten in der ersten Phase auswich, weswegen sie denn auch 
gefragt wurde, ob sie eine Einvernahme ohne ihren Vater vorziehen würde (pag. 516). 
Die Einvernahme wurde in der Folge jedoch in Anwesenheit ihres Vaters weiterge-
führt. Dieses zurückhaltende Aussageverhalten von I.________ ist durchaus nachvoll-
ziehbar; wie den Chatprotokollen entnommen werden kann, hegte I.________ gewis-
se Ängste vor ihren Eltern, insbesondere vor ihrem Vater. So gestand sie gegenüber 
dem Beschuldigten ein, ihren Eltern bereits damit gedroht zu haben, abzuhauen und 
sie anzuzeigen, woraufhin ihr Vater gemeint habe, zwei Erwachsenen würde eher ge-
glaubt werden als ihr (pag. 1 1398). Weiter äusserte sie sich gegenüber dem Be-
schuldigten auch dahingehend, dass ihre Eltern nie etwas davon (von ihrem Verhält-
nis zum Beschuldigten) erfahren dürften, da sie ansonsten tot sein werde (pag. 1 
1469f.). Mit Blick auf dieses Verhältnis zwischen I.________ und ihren Eltern, welches 
offensichtlich nicht von gegenseitigem Vertrauen und Offenheit, sondern vielmehr von 
Angst geprägt war, sind ihre Angaben durchwegs mit Bedacht zu würdigen. Anlässlich 
der rechtshilfeweisen Einvernahme versuchte sie denn auch ihre eigene Rolle (aus 
durchaus nachvollziehbaren Gründen) insoweit zu verharmlosen, als sie sich selbst 
eine möglichst passive Rolle zuschrieb und auch falsche Angaben machte. So ver-
mochte sie beispielsweise nicht zu erklären, wie der Beschuldigte wissen konnte, dass 
sie in AA.________ wohnte (pag. 517). Später musste sie dann eingestehen, dass sie 
selbst dem Beschuldigten ihren Lebenslauf zukommen liess (pag. 533), und dass der 
Beschuldigte damit aufgrund ihrer Mitwirkung über die entsprechenden Informationen 
verfügte. Ein weiteres Motiv für eine allfällige Falschbelastung bzw. übermässige Be-
lastung des Beschuldigten ist auch darin zu sehen, dass I.________ gegen Ende ihrer 
Beziehung offenbar Rachegefühle gegenüber dem Beschuldigten hegte. So warf 
I.________ dem Beschuldigten vor, sie betrogen zu haben (pag. 1283-1285, vgl. er-
gänzend auch Ausführungen unter E. 11.5). Die letzte Nachricht zwischen den beiden 
wurde am 26. Juni 2011 ausgetauscht. I.________ schrieb darin: «Hm noch nicht im 
Knast?^^ Muss dich aufgrund der Polizei Löschen :D Cucu A.________ xDD Psycho-
ooo Die schicken dich 5 Jahre oda so xD» (pag. 1 1494). Auch in dieser letzten Nach-
richt zeigt sich ein Ansatz für eine Falschbelastung. Auf die Aussagen von I.________ 
kann deshalb nicht ohne weiteres abgestellt werden. 

Unabhängig von der Frage, ob es in der ersten Phase zu Drohungen gekommen ist 
oder nicht, ist festzuhalten, dass – neben den Aussagen von I.________ – keine wei-

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teren (objektiven) Beweismittel darauf hindeuten, dass sie dem Beschuldigten in der 
ersten Phase Nacktfotos von sich zukommen liess. Wie aufgezeigt, schickte sie dem 
Beschuldigten zwar Fotos, was auch der Chatkonversation entnommen werden kann. 
Dabei handelte es sich jedoch nicht um Nacktfotos. Der Beschuldigte bestreitet sei-
nerseits, Nacktfotos von I.________ erhalten zu haben. Unter Berücksichtigung der 
Beweismittel und insbesondere aufgrund der Tatsache, dass aufgrund der Anhalts-
punkte für eine Falschbelastung nicht alleine auf die Aussagen von I.________ abge-
stellt werden kann, ist nach dem Grundsatz in dubio pro reo davon auszugehen, dass 
der Beschuldigte in der ersten Phase keine Nacktfotos von I.________ erhalten hatte. 
Er ist daher vom Vorwurf der sexuellen Nötigung zum Nachteil von I.________ in der 
ersten Phase freizusprechen. 

11. Sexuelle Nötigung (Phase 2)

11.1. Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird gemäss Anklageschrift vorgeworfen, in der Zeit von Dezem-
ber 2010 bis ca. Ende 2011 I.________ aufgefordert zu haben, sexuelle Handlungen 
an sich selbst vorzunehmen, davon Fotos zu machen, die sexuellen Handlungen mit 
ihrem Handy zu filmen oder mit der Webcam aufzunehmen bzw. vor der Webcam zu 
machen, damit er live habe zuschauen können. Damit I.________ die sexuellen Hand-
lungen an sich vorgenommen habe, soll der Beschuldigte sie bedroht haben (für De-
tails vgl. pag. 1483). Gestützt auf diese Drohungen sei I.________ unter psychischen 
Druck geraten und habe die vom Beschuldigten verlangten Handlungen vorgenom-
men und ihm insgesamt 171 Fotos und 13 Videos geschickt (pag. 1482 ff.). Die ange-
klagten Tathandlungen können im Detail der erwähnten Aktenstelle entnommen wer-
den. 

11.2. Würdigung durch die Vorinstanz 

Die Vorinstanz gelangte zum Beweisergebnis, dass es zwar zu den angeklagten se-
xuellen Handlungen gekommen sei, jedoch nicht genügend Anhaltspunkte dafür vor-
liegen würden, dass der Beschuldigte I.________ unter psychischen Druck gesetzt 
und so zur Vornahme der Handlungen genötigt habe. Zwar habe der Beschuldigte 
I.________ teilweise manipuliert, das Vorliegen des erforderlichen psychischen 
Drucks gemäss Art. 189 StGB könne jedoch nicht als erwiesen gelten, weswegen die 
Vorinstanz den Beschuldigten freisprach.

11.3. Vorbringen der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft brachte anlässlich der Berufungsverhandlung vor, dass 
auf die Aussagen von I.________ abzustellen sei, wonach sie nur aufgrund des durch 
den Beschuldigten ausgeübten Drucks die sexuellen Handlungen vorgenommen ha-
be. Von einem freiwilligen Handeln könne keine Rede sein. Es würden auch keine 
Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die sexuellen Handlungen nach der ersten Ver-
haftung des Beschuldigten weiter gegangen wären. Es sei zu berücksichtigen, dass 
I.________ bei der ersten Verhaftung des Beschuldigten noch von ihm eingenommen 
gewesen sei, was ihr durchaus ambivalentes Verhalten erklären würde. Der Beschul-
digte habe intensiv mit I.________ kommuniziert und ihr kein Raum für anderes ge-
lassen. Er habe auch versucht, ihr Mitleid zu erwecken und damit Druck ausgeübt. Die 
Drohungen seien immer krasser geworden, der Beschuldigte habe versucht, Kontrolle 

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über I.________ auszuüben. Zwar sei ein gewisses Mitwirken nicht von der Hand zu 
weisen, der Beschuldigte habe I.________ jedoch dazu manipuliert. So habe 
I.________ dem Beschuldigten auf dessen Druck hin gar einen Liebesbrief schreiben 
müssen. Der Tatbestand der sexuellen Nötigung sei aufgrund der erläuterten Drucksi-
tuation erfüllt. 

11.4. Beweismittel 

Die Vorinstanz hat die Angaben von I.________ und des Beschuldigten zutreffend zu-
sammengefasst; auf die entsprechenden Ausführungen kann verwiesen werden (pag. 
2068f., S. 19f. der Entscheidbegründung und pag. 2069f., S. 20f. der Entscheidbe-
gründung).

Neben den Aussagen der beiden involvierten Personen liegen der Kammer auch die 
Aussagen von AB.________ und Fürsprecher N.________ vor; auf die Ausführungen 
der Vorinstanz dazu wird ebenfalls verwiesen (vgl. im Detail pag. 2070f., S. 21f. der 
Entscheidbegründung).

11.5. Würdigung durch die Kammer

An dieser Stelle kann vorweggenommen werden, dass sich die Kammer den vorin-
stanzlichen Ausführungen vollumfänglich anschliesst. Es kann daher vorab darauf 
verwiesen werden (pag. 2071 ff., S. 22-25 der Entscheidbegründung).

In sachverhaltsmässiger Hinsicht ist ergänzend festzuhalten, dass die Aussagen von 
I.________ aufgrund der Widersprüche, welche die Vorinstanz zutreffend dargelegt 
hat, nicht (durchwegs) glaubhaft sind (vgl. auch Ausführungen unter E. 10.3). 
I.________ war darauf bedacht, ihr eigenes Mitwirken herunterzuspielen. Dieses Ver-
halten ist insbesondere damit zu erklären, dass der Vater von I.________ bei ihrer 
ersten Einvernahme anwesend war. Aus den Chatprotokollen ergibt sich, dass sich 
I.________ davor fürchtete, dass ihre Eltern von der Art der Beziehung zum Beschul-
digten erfahren würden (pag. 1 1469f.). Der Beschuldigte entgegnete auf diese Be-
fürchtung von I.________, sie solle doch sagen, dass er sie gezwungen habe (pag. 1 
1470). Auch aus den weiteren Chatprotokollen ergeben sich konkrete Hinweise dar-
auf, dass sich I.________ vor ihren Eltern bzw. insbesondere vor ihrem Vater fürchte-
te. Der Beschuldigte sicherte ihr daraufhin zu, sie zu beschützen (Beispiel: pag. 1 
1401). Unter Berücksichtigung dieses durchaus angespannten Verhältnisses zu ihren 
Eltern und dem dadurch entstandenen Klima der Angst ist nachvollziehbar, dass 
I.________ bei der Polizei bezüglich ihrer eigenen Rolle zurückhaltende bzw. beschö-
nigende Angaben machte. Abgesehen von der belasteten Beziehung zu den Eltern ist 
bei I.________ auch ein weiteres Motiv für eine Falschbelastung des Beschuldigten 
auszumachen. Aus den Chatprotokollen ergibt sich, dass I.________ dem Beschuldig-
ten damit drohte, dass sie ihm zeigen werde, was passiere, wenn man sie betrüge 
(pag. 1283-1285). Es ist aufgrund dieser Chatnachricht davon auszugehen, dass der 
Beschuldigte I.________ betrogen bzw. Kontakt mit einer anderen Frau hatte und 
I.________ über dieses Verhalten äusserst verärgert war. Auf Vorhalt der Chatnach-
richt machte I.________ widersprüchliche Angaben. Zum einen gab sie an, dass sie 
nicht sicher sei und nicht lügen möchte. Zum anderen behauptete sie, sie habe dem 
Beschuldigten keine derartige Nachricht zukommen lassen, sie habe ihm nur ge-
schrieben, dass er ein Kinderschänder sei. Gleichwohl ergänzte I.________, dass es 

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ihr schon komisch vorgekommen sei, dass er nach einer solchen Zwangsbeziehung 
plötzlich eine andere gehabt habe. Sie gestand ein, dass sie sich deswegen noch 
mehr ausgenutzt gefühlt habe (pag. 533). Unter Berücksichtigung dieser widersprüch-
lichen Angaben von I.________ kann davon ausgegangen werden, dass I.________ 
in der letzten Kontaktphase Rachegefühle gegenüber dem Beschuldigten hegte und 
ihm auch drohte. I.________ verfügt damit über erhebliche Motivansätze, den Be-
schuldigten übermässig bzw. fälschlicherweise zu belasten. Dies ist insofern zu 
berücksichtigen, als auf ihre Angaben – sofern sie denn nicht durch Chatprotokolle 
oder andere Beweismittel gestützt werden – nicht abgestellt werden kann. 

Der der Kammer vorliegende Chatverlauf bzw. die vorhandenen objektiven Beweismit-
tel stützen die Angaben von I.________ nicht, wonach es sich um eine Zwangsbezie-
hung gehandelt habe. In den gesamten der Kammer vorliegenden Konversationen 
sind in Bezug auf die sexuellen Handlungen keine direkten und unmissverständlichen 
Drohungen oder Druckversuche durch den Beschuldigten zu finden. Vielmehr ergibt 
sich aus dem Chatverlauf, dass die beiden eine spezielle Art Liebesbeziehung geführt 
hatten. So tauschten die beiden Liebesbezeugungen aus, stritten aber auch immer 
wieder. Auch die Eifersucht des Beschuldigten ist aus dem Chatverlauf deutlich spür-
bar und führte immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den beiden (Beispiel: pag. 1 
1095). Dem Chatprotokoll kann entnommen werden, dass I.________ den Beschul-
digten als ihren Freund betrachtete und ihn immer wieder ihrer Liebe versicherte (Bei-
spiel: pag. 649f.). Zudem standen beide in regelmässigem Kontakt, wobei nicht er-
sichtlich wäre, dass die Kommunikation nur durch den Beschuldigten gewollt war. So 
reagierte I.________ jeweils umgehend auf die Kontaktaufnahme durch den Beschul-
digten oder schrieb diesem gar aus eigener Initiative (pag. 1 1051). Dass I.________ 
selbst auch von einer Liebesbeziehung zwischen ihr und dem Beschuldigten ausging, 
zeigt sich nicht zuletzt auch in dem von ihr gewählten Chatnamen («I.________ + 
A.________ Nasvisg da»). Neben den zahlreichen Chatnachrichten liegt der Kammer 
auch ein Brief vor, welche I.________ dem Beschuldigten sandte und in welchem sie 
ihn ihrer Liebe versicherte (pag. 106). Auf diesen Liebesbrief wird unten noch näher 
einzugehen sein. Der Beschuldigte hatte I.________ zu ihrem Geburtstag weiter auch 
ein Geschenk geschickt (pag. 1 1414). Gegen eine einzig auf Zwang und Druck basie-
rende Beziehung spricht weiter auch die Tatsache, dass der Beschuldigte in der Ein-
vernahme vom 22. März 2011 anfangs freiwillig erwähnte, dass er eine Beziehung mit 
I.________ führe (pag. 17). Später im Verlauf der Einvernahme gab er an, mit ihr 
gechattet zu haben, wobei es auch um sexuelle Inhalte gegangen sei (pag. 22). Die-
ses freimütige Aussageverhalten des Beschuldigten weist darauf hin, dass er bezüg-
lich seiner Beziehung zu I.________ kein Unrechtsbewusstsein verspürte, was auch 
viel eher eine einvernehmliche Beziehung indiziert. Sein Verhalten im Zusammenhang 
mit I.________ steht im krassen Gegensatz zu seinem Verhalten im Zusammenhang 
mit dem Vorwurf der sexuellen Nötigung z.N. der Privatklägerin 2, als der Beschuldig-
te anlässlich seiner Festnahme durch die Polizei gar fliehen wollte. Auch dieser Um-
stand stellt damit ein weiteres Indiz dafür dar, dass zwischen den beiden (zumindest 
in ihren Augen) tatsächlich eine wie auch immer geartete Liebesbeziehung bestand. 
Es ist damit mangels anderer Hinweise davon auszugehen, dass I.________ und der 
Beschuldigte bis zuletzt eine von beiden Seiten getragene Beziehung führten. 

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Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Beschuldigte I.________ teilweise ma-
nipulierte und einzuschüchtern versuchte. Seine Dominanz und der Wille, I.________ 
zu einem ihm genehmen Verhalten zu bewegen, sind aus dem Chatprotokoll ersicht-
lich. Diese Handlungen des Beschuldigten erfolgten jedoch im Rahmen einer (äus-
serst speziellen Form einer) Liebesbeziehung. Aus den Protokollen ergibt sich, dass 
I.________ die Anweisungen des Beschuldigten teils auch als Rollenspiel wahrnahm 
und freiwillig mitmachte (Beispiel: pag. 1 1096). Ein erheblicher Druck, welche die 
Entscheidungsfreiheit von I.________ einschränkte, kann anhand der Chatprotokolle 
nicht nachgewiesen werden. 

Durch die Generalstaatsanwaltschaft wurde anlässlich der oberinstanzlichen Haupt-
verhandlung geltend gemacht, die Liebesbezeugungen von I.________ seien nicht 
freiwillig, sondern unter Druck erfolgt. Der Beschuldigte habe I.________ gar derart 
manipuliert, dass sie einen Liebesbrief an ihn verfasst habe. Noch nach seiner Verhaf-
tung sei sie in dessen Fängen gewesen, weswegen sie sich auch an den ehemaligen 
Verteidiger des Beschuldigten gewandt habe. Diese Einwände überzeugen nach An-
sicht der Kammer nicht. Gerade der sich in den Akten befindliche Liebesbrief von 
I.________ gründete nach Ansicht der Kammer auf echten Gefühlen. So ist der Brief 
sorgfältig in schöner Schrift verfasst und mit Herzen bzw. Zeichnungen verziert wor-
den (vgl. pag. 106). Wäre I.________ dazu genötigt worden, den Brief zu verfassen, 
ist davon auszugehen, dass sie kaum einen derartigen zusätzlichen Aufwand betrie-
ben hätte. Auch der ehemalige Verteidiger des Beschuldigten zweifelte nicht daran, 
dass die durch I.________ ihm gegenüber telefonisch geäusserte Sorge über die Si-
tuation des Beschuldigten echt war. Hätte sich I.________ tatsächlich in einer 
Zwangssituation befunden, hätte sie sich nach der Verhaftung des Beschuldigten be-
freit sehen müssen. Es ist davon auszugehen, dass für sie keinen Anlass mehr be-
standen hätte, den Beschuldigten weiterhin zu schützen und gar noch zusätzlichen 
Aufwand zu betreiben und dessen Anwalt zu kontaktieren. 

Zusammengefasst kann damit festgehalten werden, dass von einer (in ihren Augen) 
echten und freiwillig geführten Liebesbeziehung zwischen I.________ und dem Be-
schuldigten auszugehen ist, wobei es im Rahmen dieser Beziehung auch verschie-
dentlich zu Manipulationen und gewissen Druckversuchen durch den Beschuldigten 
kam, welche jedoch keine erhebliche Intensität aufwiesen und I.________ in ihrer frei-
en Willensbildung nicht beeinflussten. 

Wie bereits erwähnt, sind in den Chatprotokollen keine direkten und unmissverständli-
chen Drohungen oder Druckversuche durch den Beschuldigten auszumachen, womit 
auch keine Verbindung zwischen dem Verhalten des Beschuldigten und der Erstellung 
bzw. dem Versand der Videos und Fotos hergestellt werden kann. Die Beweismittel 
weisen vielmehr darauf hin, dass I.________ dem Beschuldigten das durch sie erstell-
te Material aus freien Stücken zukommen liess. Beispielshaft kann auf pag. 1 923 ff., 1 
1079 ff. und 1 1356 verwiesen werden. Dass die Nötigungshandlungen durch den Be-
schuldigten auf einem anderen Weg (beispielsweise während der zahlreichen telefo-
nischen Gespräche) erfolgt sein sollten und damit keinen Eingang in die Akten gefun-
den haben, ist wenig wahrscheinlich. Zum einen erscheint es als lebensfremd anzu-
nehmen, dass der Beschuldigte schriftliche Drohungen bewusst vermied. Zum ande-

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ren müssten in einem solchen Fall in den Chatprotokollen zumindest Hinweise auf 
solche nötigenden Handlungen bzw. Drohungen auszumachen sein. 

Die Kammer gelangt daher zum Beweisergebnis, dass der Beschuldigte keinen über-
mässigen Druck auf I.________ angewandt hatte und diese die Fotos und Videos 
schliesslich freiwillig erstellte und dem Beschuldigten zukommen liess. 

An dieser Stelle ist kurz – auch wenn bei diesem Beweisergebnis eigentlich hinfällig –
auf die rechtliche Würdigung des Sachverhalts einzugehen. Als mögliches Nöti-
gungsmittel würden vorliegend ausschliesslich die Drohung bzw. das Unter-
psychischen-Druck setzen, zu prüfen sein, wobei im Rahmen der Beweiswürdigung 
festgestellt wurde, dass es zu keiner konkreten Bedrohung gekommen ist. Zum Nöti-
gungsmittel des Unter-psychischen-Druck-Setzens hat das Bundesgericht zuletzt 
festgehalten (Urteil des Bundesgerichts 6B_95/2015 vom 25. Januar 2016 E. 5.1): 

Die Tatbestandsvariante des Unter-Druck-Setzen stellt klar, dass sich die Ausweglosigkeit der Situation 
auch ergeben kann, ohne dass der Täter eigentliche Gewalt anwendet. Der psychische Druck, aufgrund 
dessen es zu einer ungewollten sexuellen Handlung kommt, muss mit Blick auf die gewaltdeliktische Na-
tur von Art. 189f. StGB von besonderer Intensität sein. Zwar wird nicht verlangt, dass er zur Widerstan-
dunfähigkeit des Opfers führt. Die Einwirkung auf dasselbe muss aber immerhin erheblich sein und eine 
der Gewaltanwendung oder Bedrohung vergleichbare Intensität erreichen. Dies ist der Fall, wenn vom 
Opfer unter den gegebenen Umständen und in Anbetracht seiner persönlichen Verhältnisse verständli-
cherweise kein Widerstand erwartet werden kann bzw. Ihm ein solcher nicht zuzumuten ist, der Täter 
mithin gegen den Willen des Opfers an sein Ziel gelangt, ohne dafür Gewalt oder Drohungen anwenden 
zu müssen. […] Die Auslegung der Art. 189 f. StGB hat sich insoweit insbesondere an der Frage der zu-
mutbaren Selbstschutzmöglichkeiten des Opfers zu orientieren.

Selbst wenn von einem erheblichen bzw. tatbestandsmässigen Druck auszugehen 
wäre, hätte von I.________ unter den gegebenen Umständen Widerstand erwartet 
werden dürfen. I.________ war zum Tatzeitpunkt in der zweiten Phase bereits 15 Jah-
re alt und damit ein Teenager. Aus den Chatprotokollen ergibt sich, dass sie die Mög-
lichkeit ihre Eltern zu informieren kannte, jedoch angesichts des angespannten Ver-
hältnisses bewusst davon absah. Gerade mit Blick auf das Alter von I.________ (und 
des Beschuldigten) hätte unter den konkreten Umständen jedoch eine aktive Hand-
lung erwartet werden dürfen. I.________ hätte sich in erster Linie an ihre Eltern wen-
den können. Hätten sie diesen Schritt gescheut, wäre es ihr offen gestanden, ander-
weitig Hilfe zu suchen oder an die Polizei bzw. Kindesschutzbehörden zu gelangen. 
Dies hat sie jedoch nicht getan, selbst dann nicht, als der Beschuldigte verhaftet wur-
de und sie damit von seinem Einfluss frei gewesen wäre. 

Der Beschuldigte ist demnach auch für die zweite Phase vom Vorwurf der sexuellen 
Nötigung in der zweiten Phase z.N. von I.________ freizusprechen. 

12. Sexuelle Handlungen mit Kindern

12.1. Vorwurf gemäss Ziff. 2.1. der Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird gemäss Ziff. 2.1 der Anklageschrift vorgeworfen, in der Zeit 
von Sommer 2008 bis vor dem 24. September 2008 die damals 12-jährige I.________ 
zu sexuellen Handlungen verleitet zu haben, indem er sie unter Androhung des Todes 
mehrfach dazu aufgefordert haben soll, ihm Nacktfotos von sich zu schicken. 

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I.________ sei seiner Aufforderung nachgekommen und habe ihm drei Fotos, zwei 
von ihren nackten Brüsten und eines von ihrer Vagina, zukommen lassen (vgl. pag. 
1551). 

An dieser Stelle kann vollumfänglich auf die Ausführungen unter E. 10.3 verwiesen 
werden. Es ist demnach nach dem Grundsatz in dubio pro reo davon auszugehen, 
dass der Beschuldigte in der ersten Phase keine Nacktfotos von I.________ erhalten 
hatte. Entsprechend ist er vom Vorwurf der sexuellen Handlungen mit Kindern durch 
Verleiten zu sexuellen Handlungen in der Zeit von Sommer 2008 bis vor dem 24. Sep-
tember 2008 z.N. von I.________ freizusprechen. 

12.2. Vorwürfe gemäss Ziff. 2.5.1 der Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird gemäss Anklageschrift vorgeworfen, dass er I.________ im 
Zeitraum von 1./3. Dezember 2010 bis Mitte Juni 2011 mehrfach zu sexuellen Hand-
lungen verleitet bzw. sie in sexuelle Handlungen einbezogen habe. So habe er sich 
mit ihr im Chat über sexuelle Inhalte unterhalten und ihr verschiedene sexuelle Prakti-
ken vorgeschlagen (für Details vgl. pag. 1491). 

Auch bezüglich dieses strafrechtlichen Vorwurfs kann vollumfänglich auf die Aus-
führungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 2075f., S. 26f. der Entscheidbe-
gründung). Demnach gilt aufgrund der vorliegenden objektiven Beweismittel (Chatpro-
tokolle) als erwiesen, dass es tatsächlich zu den angeklagten Chatkonversationen 
zwischen I.________ und dem Beschuldigten gekommen ist und die beiden demnach 
obszöne Gespräche sexuellen Inhalts bzw. über sexuelle Praktiken geführt hatten. 
Wie unter E. III.8.4 eingehend dargelegt, stellen obszöne Unterhaltungen sexuellen 
Inhalts – auch wenn dabei konkret über sexuelle Praktiken gesprochen wird – keine 
sexuellen Handlungen im Sinne des Tatbestands dar. Der Beschuldigte ist daher vom 
Vorwurf der sexuellen Handlungen mit Kindern gemäss Ziff. 2.5.1 der Anklageschrift 
freizusprechen. 

12.3. Vorwürfe gemäss Ziff. 2.5.2 und Ziff. 2.5.4 der Anklageschrift

12.3.1 Angeklagter Sachverhalt 

Dem Beschuldigten wird gemäss Anklageschrift vorgeworfen, dass er I.________ im 
Zeitraum von 1./3. Dezember 2010 bis Mitte Juni 2011 mehrfach zu sexuellen Hand-
lungen verleitet bzw. sie in sexuelle Handlungen einbezogen habe, indem er sie mehr-
fach dazu aufgefordert haben soll, selbst zu masturbieren, was diese teilweise getan 
habe (pag. 1491). Weiter soll der Beschuldigte I.________ mehrfach dazu aufgefor-
dert haben, ihm Nacktfotos und Nacktvideos zu schicken und ihr dazu Anweisungen 
gegeben haben, welche sexuellen Handlungen sie an sich vornehmen soll (Verleiten 
zu sexuellen Handlungen; vgl. für Details pag. 1491 ff.). 

12.3.2 Würdigung durch die Kammer

Die Vorinstanz hat die beiden Anklagepunkte Ziff. 2.5.2 und Ziff. 2.5.4 separat geprüft 
und bezüglich Ziff. 2.5.2 einen Freispruch ausgefällt. Die Kammer ist der Ansicht, dass 
diese beiden angeklagten Sachverhalte aufgrund des bestehenden sachlichen Zu-
sammenhangs nicht zu trennen sind, weswegen an dieser Stelle eine gemeinsame 
Prüfung erfolgen wird. 

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I.________ gab an, sie habe aufgrund der Manipulation durch den Beschuldigten Bil-
der von sich erstellt, anfangs sei es ein Bild pro Tag gewesen, später drei bis vier Bil-
der. Nach vier Monaten habe sie angefangen, auf Anweisung des Beschuldigten hin 
Videos mit dem Handy zu drehen und diese dem Beschuldigten via Skype zukommen 
zu lassen. Auf den Videos sei zu sehen gewesen, wie sie sich selbst befriedigt habe 
(pag. 519). Der Beschuldigte ist seinerseits zwar geständig, dass er I.________ An-
weisungen erteilt habe, die bei ihm vorgefundenen Bilder und Videos zu erstellen 
(pag. 22, 91, 399, 1967). Hingegen bestritt er, I.________ dazu aufgefordert zu ha-
ben, sich selbst zu befriedigen (pag. 475). 

Die Vorinstanz erachtete es als erstellt, dass I.________ dem Beschuldigten auf des-
sen Aufforderung hin mehrfach Videos und Bilder zukommen liess, auf denen sie 
nackt abgebildet war oder sich selbst befriedigte. Es kann auf die entsprechenden 
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 2077f., S. 28f. der Entscheid-
begründung), welchen sich die Kammer vollumfänglich anschliesst. 

Dieser Sachverhalt wird durch den Beschuldigten auch anlässlich der oberinstanzli-
chen Hauptverhandlung nicht bestritten. Hingegen bringt der Beschuldigte vor, 
I.________ habe die Fotos und Videos freiwillig erstellt, weswegen von einem Verlei-
ten zu sexuellen Handlungen keine Rede sein könne. Es sei keine Gefährdung der 
sexuellen Entwicklung auszumachen. Im Übrigen wäre in Anwendung von Art. 187 
Abs. 3 StGB ohnehin von einer Bestrafung abzusehen, da der Beschuldigte zum Tat-
zeitpunkt noch nicht 20 Jahre alt war und der Altersunterschied nur unwesentlich mehr 
als drei Jahre betrug. 

Gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB macht sich der sexuellen Handlungen mit Kindern 
schuldig, wer ein Kind unter 16 Jahren zu einer sexuellen Handlung verleitet. Damit 
sind u.a. solche Handlungen gemeint, die das Kind am eigenen Körper vornimmt. 
Ausreichend ist eine psychische Beeinflussung durch den Täter, so dass sich das 
Kind zur Vornahme der sexuellen Handlungen entschliesst (PHILIPP MAIER, a.a.O., N 
13 zu Art. 187). 

Die Fotos und Videos, welche Nacktaufnahmen von I.________ enthalten und unter 
anderem zeigen, wie sich I.________ selbst befriedigt, sind ohne weiteres als sexuelle 
Handlungen im Sinne des Tatbestands zu qualifizieren (vgl. hierzu auch oben E. 
III.7.4). Es ist offensichtlich, dass auch die Nacktaufnahmen von I.________ nur auf 
ihren sexuellen Aspekt reduziert waren und zum Zweck der sexuellen Stimulation des 
Beschuldigten verschickt wurden. Die Nacktaufnahmen stellen daher ebenfalls sexuel-
le Handlungen dar. In rechtlicher Hinsicht ist wie dargelegt unerheblich, ob das Opfer 
die Handlungen freiwillig vornimmt oder nicht. Die psychische Beeinflussung durch 
den Täter ist bereits tatbestandsmässig. Eine solche Beeinflussung ist vorliegend in-
sofern erfolgt, als der Beschuldigte I.________ Anweisungen erteilte bzw. sie zur Er-
stellung der Fotos und Videos aufforderte. Der objektive Tatbestand ist daher erfüllt. 
Auch der subjektive Tatbestand ist erfüllt, der Beschuldigte handelte mit direktem Vor-
satz. Der Beschuldigte ist daher der sexuellen Handlungen mit Kindern durch Verlei-
ten z.N. von I.________ schuldig zu erklären. 

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12.3.3 Prüfung von Art. 187 Ziff. 3 StGB

Hat der Täter zur Zeit der Tat oder der ersten Tathandlung das 20. Altersjahr noch 
nicht zurückgelegt und liegen besondere Umstände vor oder ist die verletzte Person 
mit ihm die Ehe oder eine eingetragene Partnerschaft eingegangen, so kann die zu-
ständige Behörde von der Strafverfolgung, der Überweisung an das Gericht oder der 
Bestrafung absehen (Art. 187 Ziff. 3 StGB). 

Die Voraussetzungen für die Anwendung von Art. 187 Ziff. 3 StGB sind insofern erfüllt, 
als der Beschuldigte das 20. Altersjahr zur Zeit der Tat noch nicht zurückgelegt hatte 
und der Altersunterschied zwischen ihm und I.________ nur wenig mehr als drei Jah-
re betrug. 

Art. 187 Ziff. 3 StGB stellt eine Kann-Vorschrift dar, deren Anwendung im Ermessen 
des Gerichts liegt. Zwar ist vorliegend gemäss Beweisergebnis davon auszugehen, 
dass zwischen dem Beschuldigten und I.________ eine freiwillige Liebesbeziehung 
bestand. Hingegen war diese Beziehung weit überwiegend sexuellen Inhalts und von 
der Dominanz des Beschuldigten geprägt. Gerade mit Blick auf den Schutzzweck der 
Norm – die ungestörte sexuelle Entwicklung des Kindes – ist es nach Ansicht der 
Kammer vorliegend nicht angezeigt, von einer Bestrafung abzusehen und Art. 187 
Ziff. 3 StGB anzuwenden. Die genannten Umstände werden jedoch im Rahmen der 
Strafzumessung zu berücksichtigen sein. 

12.4. Vorwürfe gemäss Ziff. 2.5.3 der Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird weiter Einbezug in sexuelle Handlungen vorgeworfen. So soll 
er I.________ täglich, teils mehrmals pro Tag, angerufen, und sie mittels Drohungen 
dazu gezwungen haben, ihm beim Masturbieren und Stöhnen zuzuhören und/oder 
zuzuschauen (pag. 1491).

Dieser Vorwurf gründet auf den Aussagen von I.________, welche ausführte, der Be-
schuldigte habe sich beim Telefonieren einen runter geholt. Dies habe er jeden Tag 
gemacht, manchmal auch zwei- oder dreimal pro Tag. Sie habe ihm dabei zuhören 
müssen und habe auch das Stöhnen von ihm gehört (pag. 519 und 534). Der Be-
schuldigte bestritt seinerseits die Vorwürfe (pag. 476 und 1967).

Bezüglich der Frage, ob es zu solchen Telefongesprächen gekommen ist, liegen der 
Kammer divergierende Aussagen vor. Mit der Vorinstanz zusammen (pag. 2077, S. 28 
der Entscheidbegründung) ist festzuhalten, dass aufgrund der eingehend erläuterten 
Umstände (vgl. E. 10.3 und 11.5 oben) nicht ohne weiteres auf die Angaben von 
I.________ abgestellt werden kann. Vorliegend werden ihre Angaben zu diesem 
Punkt nicht durch Chatprotokolle gestützt. Sollten solche Telefonate jedoch tatsächlich 
stattgefunden haben, wäre davon auszugehen, dass in den Chatprotokollen Anspie-
lungen bzw. inhaltliche Bezüge darauf zu finden wären. Dies ist jedoch nicht der Fall. 
Die Bestreitungen des Beschuldigten können damit nicht einfach als unglaubhaft be-
zeichnet werden. Insgesamt bestehen nicht überwindbare Zweifel daran, dass sich 
der Sachverhalt so wie von I.________ geschildert, abgespielt hatte, weswegen nach 
dem Grundsatz in dubio pro reo ein Freispruch zu erfolgen hat. 

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12.5. Vorwürfe gemäss Ziff. 2.5.5 der Anklageschrift

Schliesslich wird dem Beschuldigten vorgeworfen, I.________ in sexuelle Handlunge