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**Case Identifier:** 0db7a922-c983-5118-b4ba-0f486ab18572
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-06-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.06.2006 IV 2006/38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-38_2006-06-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/38

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.06.2006

Entscheiddatum: 14.06.2006

Entscheid Versicherungsgericht, 14.06.2006
Art. 8 Abs. 3 lit. a IVG, Art. 12 IVG, Art. 5 Abs. 2 IVG und Art. 8 Abs. 2 ATSG: 
Voraussetzungen für medizinische Massnahmen bei Jugendlicher mit einer 
Anpassungsstörung erfüllt; Anspruch bejaht auch für den Fall, dass eine 
paranoide Schizophrenie bestünde. Entgegen der vom Bundesgericht seit 
den 1970er-Jahren konstanten Rechtsprechung handelt es sich bei 
Schizophrenie nicht um eine psychische Krankheit, die nach aktueller 
Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft ohne kontinuierliche 
Behandlung nicht dauerhaft gebessert werden könnte. Neuere Erkenntnisse 
zur Behandelbarkeit von Schizophrenie; im vorliegenden Fall 
Kostengutsprache für Psychotherapie (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 14. Juni 2006, IV 2006/38).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Marie-

Theres Rüegg Haltinner; a.o. Gerichtsschreiberin Miriam Lendfers

 

Entscheid vom 14. Juni 2006

In Sachen

S.___

Beschwerdeführerin,

vertreten durch M. S.

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

medizinische Massnahmen

hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

 

I.

A.- a) S.___, Jahrgang 1988, meldete sich am 6. Juni 2004 zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung (IV) an (Eingang SVA: 8. Juni 2004) und beantragte 

Berufsberatung (IV-act. 1). Im Begleitbrief zur Anmeldung führte ihr Vater M. S. aus, 

seine Tochter sei an einer paranoiden Schizophrenie erkrankt. Die Oberstufenschülerin 

der dritten Sekundarklasse habe eine Lehre zur Augenoptikerin absolvieren wollen. 

Aufgrund der Krankheit sei der Lehrbetrieb jedoch vom bereits unterzeichneten 

Lehrvertrag zurückgetreten (IV-act. 2). Im daraufhin von der IV eingeholten Arztbericht 

der Klinik A.___ vom 28. Juni 2004 wurde der Gesundheitszustand von S.___ als 

besserungsfähig bezeichnet. Die Versicherte sei im Februar 2004 mit einem akut 

psychotischen Zustandsbild in die Klinik eingeliefert und während fünf Monaten 

stationär behandelt worden. Dabei habe sie unter anderem Einzelpsychotherapie 

erhalten (IV-act. 12). Die behandelnden Ärzte der Dienste B.___ bescheinigten am 18. 

August 2004, dass nach der stationären Behandlung unter anderem mit 

Einzelpsychotherapie fortgefahren werde. Trotz der Diagnose einer paranoiden 

Schizophrenie sei angesichts des jugendlichen Alters der Versicherten der 

Entwicklungsaspekt mit Aussicht auf eine gute bis vollständige Remission der 

Krankheit zu berücksichtigen. Deswegen beantrage man nach einem Jahr intensiver 

Psychotherapie zulasten der Krankenkasse die Übernahme der 

einzelpsychotherapeutischen Behandlung durch die IV. Ohne medizinische und 

berufliche Massnahmen müsse allerdings von einer schlechten Entwicklungsprognose 

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mit unzureichender beruflicher Integration und drohender Invalidität ausgegangen 

werden (IV-act. 14).

b) Auf weitere Anfrage der IV erklärte die behandelnde Psychologin der Dienste B.___ 

am 10. August 2005, die Versicherte habe seit der Entlassung aus der Klinik A.___ 

grosse Fortschritte gemacht. Um sich noch besser stabilisieren und einen Rückfall 

vermeiden zu können, sei sie auch weiterhin neben medikamentöser Unterstützung auf 

die wöchentlichen Psychotherapiesitzungen angewiesen. Bei Fortführung dieser 

Massnahmen sei davon auszugehen, dass die Versicherte sich weiter positiv entwickle 

und den Einstieg in die Berufswelt meistere. Die Psychologin beantragte die 

Übernahme der Psychotherapie für mindestens zwei weitere Jahre (IV-act. 23).

c) Die IV wies den Anspruch auf medizinische Massnahmen in Form der 

Kostenübernahme für die Psychotherapie nach Rückfrage an ihren regionalen 

ärztlichen Dienst (RAD; IV-act. 24) mit Verfügung vom 4. Oktober 2005 ab. Die 

Behandlung schwerer psychischer Leiden werde übernommen, wenn nach 

fachgerechter Behandlung während eines Jahres keine genügende Besserung erzielt 

werde. Dabei müsse aber von einer weiteren Behandlung erwartet werden können, 

dass der drohende Defekt mit den negativen Wirkungen auf die Berufsausbildung und 

Erwerbsfähigkeit ganz oder in wesentlichem Ausmass verhindert werden könne. 

Krankheiten, die nach heutiger Erkenntnis der Medizin einer Dauerbehandlung 

bedürften, würden nicht in den Zuständigkeitsbereich der IV fallen. Bei der 

Psychotherapie zur Behandlung einer Schizophrenie handle es sich um eine 

Dauerbehandlung des Leidens, weshalb die Kosten nicht zulasten der IV gehen 

könnten (IV-act. 26).

d) Gegen diese Verfügung liess S.___ am 31. Oktober 2005 durch Rechtsanwalt 

Christoph Lüthy Einsprache erheben (IV-act. 28). Innert verlängerter Frist reichte dieser 

am 16. Dezember 2005 eine ergänzende Begründung ein und beantragte die 

Aufhebung der Verfügung vom 4. Oktober 2005 und die Gutsprache der bereits 

entstandenen sowie der während der kommenden zwei Jahre noch entstehenden 

Psychotherapiekosten (IV-act. 30).

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e) Mit Entscheid vom 31. Januar 2006 wies der Rechtsdienst der 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) die Einsprache ab (act. G 1.2). 

Gemäss Kreisschreiben über die medizinischen Massnahmen (KSME) dürften 

medizinische Massnahmen bei nicht erwerbstätigen Minderjährigen keinen 

Dauercharakter haben, sie dürften nicht zeitlich unbegrenzt erforderlich sein, und es 

müsse eine günstige Prognose wahrscheinlich sein. Das KSME schliesse medizinische 

Massnahmen auch bei Jugendlichen aus beim Vorliegen von Krankheiten und 

Defekten, die nach aktueller Erkenntnis der Medizin ohne dauernde Behandlung nicht 

gebessert werden könnten (z.B. Schizophrenien). Dies gelte auch für Leiden, die einer 

Therapie zumindest über längere Zeit hinweg bedürfen würden, ohne dass sich eine 

zuverlässige Prognose stellen lasse. Die fragliche Bestimmung im KSME sei erst im 

Januar 2004 revidiert worden und eine neue medizinische Erkenntnis habe darin keinen 

Eingang gefunden. Ausserdem stütze sich die Bestimmung auf die aktuelle 

Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG). Vorliegend könne 

nicht von einer genügenden bzw. genügend günstigen Prognose gesprochen werden. 

Psychotherapie könne von der IV übernommen werden, wenn sie der Ergänzung der 

Sonderschulung oder anderer Massnahmen pädagogischer Art diene, sofern sie nicht 

von derartiger Bedeutung sei, dass sie die anderen Massnahmen in den Hintergrund 

verweise. Aus den Akten sei nicht ersichtlich, dass die Psychotherapie in Ergänzung zu 

einer von der IV zugesprochenen Sonderschulmassnahme oder ähnlichem 

durchgeführt werde. Zur Rechtswidrigkeit des im KSME geregelten Karenzjahres habe 

sich das EVG bisher nicht geäussert. Somit gehe man davon aus, dass die 

entsprechende Bestimmung rechtmässig sei.

B.- a) Gegen diesen Entscheid erhebt M. S. in Vertretung seiner Tochter am 28. 

Februar 2006 Beschwerde (act. G 1). Er beantragt die Aufhebung des Entscheids und 

die Übernahme der bereits entstandenen Kosten für die Psychotherapie sowie 

Kostengutsprache für die während der kommenden zwei Jahre durchzuführende 

Psychotherapie, unter Entschädigungsfolgen. Zur Begründung verweist er auf die 

ergänzende Einsprachebegründung von Rechtsanwalt Christoph Lüthy vom 16. 

Dezem¬ber 2005 (act. G 1.1) sowie auf ein ärztliches Zeugnis von Dr. med. C.___ vom 

23. Februar 2006 (act. G 1.3). Der Begründung der Einsprache ist zu entnehmen, dass 

das KSME und die angefochtene Verfügung die Diagnose einer Schizophrenie mit einer 

Dauerbehandlung gleichsetzen würden, was der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

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widerspreche. Zudem würde die rechtliche Voraussetzung verletzt, dass sich das 

Gebot der dauernden Behandlung aus der aktuellen Erkenntnis der Medizin ergeben 

müsse. Das EVG gehe lediglich davon aus, dass Schizophrenien "in der Regel" eine 

Dauerbehandlung erfordern würden. Die ärztlichen Stellungnahmen zum vorliegenden 

Fall würden bestätigen, dass die Behandlungsbedürftigkeit der Versicherten zeitlich 

begrenzt sei und die Behandlung in absehbarer Zeit den Einstieg ins Berufsleben 

ermögliche. Es könne nicht von einer Dauerbehandlung ausgegangen werden, weshalb 

dieses Ausschlusskriterium für den Anspruch auf Übernahme der 

Psychotherapiekosten entfalle. Den aktuellen medizinischen Erkenntnissen 

widerspreche, dass Schizophrenien überhaupt oder in der Regel nur durch eine 

Dauerbehandlung gebessert werden könnten. Die entsprechende EVG-Argumentation 

stamme aus dem Jahre 1974. Das medizinische Wissen über Schizophrenie habe sich 

in den letzten 30 Jahren jedoch wesentlich verändert. Aufgrund von Langzeitstudien, 

die erst in den letzten Jahrzehnten erfolgt seien, werde der Verlauf der Krankheit heute 

weit günstiger eingeschätzt als früher. Der damalige Vertreter der Beschwerdeführerin 

gibt zur Untermauerung dieser Aussage das Bild wieder, das dem aktuellen 

medizinischen Wissensstand entspreche. Darauf wird im Rahmen der Erwägungen 

zurückgekommen. Da die Psychotherapie in engstem Zusammenhang mit der 

beruflichen Integration stehe und von dieser nicht getrennt werden könne, ohne die 

Erfolgsaussichten zu gefährden, sei der Anspruch auf Übernahme der Therapiekosten 

durch die IV auch aus diesem Grunde geboten. Die behandelnden Psychotherapeutin 

Dr. C.___ empfiehlt in ihrem Schreiben vom 23. Februar 2006 die Übernahme der 

Psychotherapiekosten durch die IV. Sie spreche heute von einer Anpassungsstörung 

mit vorwiegend ängstlichem und teilweise depressiven Elementen (ICD F43.23).

b) Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 14. März 2006 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung verweist sie auf die 

Stellungnahme von Dr. med. D.___ vom RAD vom 13. März 2006. Die 

Beschwerdeführerin habe unabhängig von der neurotisierenden Biographie eine 

paranoide Schizophrenie. Daran könne auch die nachträglich eingereichte 

beschönigende Diagnose von Dr. C.___ nichts ändern. Der RAD halte die 

Psychotherapie zwar für indiziert, zweifle aber an der günstigen Prognose. Die Therapie 

sei erforderlich, um den aktuellen Stand zu halten und eine psychotische 

Dekompensation zu vermeiden. Zudem sei sie eine Behandlung des Leidens an sich.

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c) In der Replik vom 21. April 2006 führt der Vater der Beschwerdeführerin aus, diese 

habe unterdessen eine Stelle als Praktikantin in einer Kindertagesstätte in E.___ 

erhalten. Sie habe also den Sprung ins Erwerbsleben aus eigener Kraft geschafft. 

Weiter betont er, dass ihre Medikamentendosis seit Ausbruch der Krankheit noch nie 

so tief gewesen sei. Die Dosis der einzunehmenden Neuroleptika liege momentan bei 

0.5 mg täglich. Dies seien wohl vielversprechende Anzeichen einer steten Genesung, 

die die Aussage der fehlenden günstigen Prognose in ein positiveres Licht rücken 

würden (act. G 5). Zudem reicht er einen Bericht von Dr. C.___ vom 4. April 2006 ein, in 

dem sie über die sich stetig verbessernde Gesundheitssituation der 

Beschwerdeführerin Auskunft gibt (act. G 5.1).

d) Die Beschwerdegegnerin hält mit Schreiben vom 1. Mai 2006 an ihren Ausführungen 

in der Beschwerdeantwort und an ihrem Antrag vollumfänglich fest und verzichtet im 

Übrigen auf eine Duplik (act. G 7).

 

II.

1.- Streitig ist vorliegend, ob die Kosten für die Psychotherapie der Beschwerdeführerin 

von der Beschwerdegegnerin übernommen werden müssen. Sollte ein Anspruch auf 

Kostenübernahme bestehen, muss geprüft werden, für welchen Zeitraum dies der Fall 

ist.

2.- a) Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) haben invalide oder von einer Invalidität unmittelbar bedrohte Versicherte 

einen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese Massnahmen notwendig 

und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu verbessern, zu erhalten 

oder ihre Verwertung zu fördern. Zu diesen Eingliederungsmassnahmen gehören auch 

die medizinischen Massnahmen (Art. 8 Abs. 3 lit. a IVG). Ein Anspruch auf die 

Übernahme einer medizinischen Massnahme besteht nur, wenn diese Massnahme 

nicht auf die Behandlung des Leidens an sich, sondern unmittelbar auf die berufliche 

Eingliederung gerichtet und geeignet ist, die Erwerbsfähigkeit dauernd und wesentlich 

zu verbessern oder vor einer wesentlichen Beeinträchtigung zu bewahren (Art. 12 Abs. 

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1 IVG). Deshalb übernimmt die IV nur diejenigen medizinischen Vorkehren, die auf die 

Beseitigung oder die Korrektur stabiler oder wenigstens relativ stabilisierter 

Defektzustände und Funktionsausfälle abzielen und die einen wesentlichen und 

beständigen Erfolg erwarten lassen (vgl. etwa BGE 120 V 279 E. 3a). Etwas anderes gilt 

für die nichterwerbstätigen Personen, die das 20. Altersjahr noch nicht vollendet haben. 

Sie gelten gemäss Art. 5 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) als invalid, wenn die 

Gesundheitsbeeinträchtigung voraussichtlich eine Erwerbsunfähigkeit zur Folge haben 

wird. Die Praxis hat aus dieser eigenständigen Definition der Invalidität für Jugendliche 

abgeleitet, dass auch bei einem labilen Leiden medizinische Massnahmen zu 

übernehmen seien, wenn ohne diese Massnahmen ein Defekt oder ein sonstwie 

stabilisierter Zustand einträte, der die berufliche Ausbildung oder die Erwerbstätigkeit 

beeinträchtigen würde. Wenn die fragliche medizinische Massnahme überwiegend der 

beruflichen Eingliederung dient, spielt es also keine Rolle, dass sie eine Behandlung 

des Leidens an sich darstellt (vgl. etwa BGE 105 V 20 oben). Diese Sonderlösung für 

Jugendliche erleidet allerdings rechtsprechungsgemäss eine Einschränkung: Eine 

medizinische Massnahme kann dann nicht übernommen werden, wenn eine 

Dauerbehandlung im Sinne einer zeitlich unbegrenzten Therapie erforderlich ist (vgl. 

ULRICH MEYER-BLASER, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, S. 84 

unten). Der Grund dafür liegt nach der Rechtsprechung darin, dass die Therapie in 

diesen Fällen die Entstehung eines Defekts oder eines sonstwie stabilisierten 

Zustandes nur hinausschieben, d.h. dass sie keine Heilung bewirken kann. Auch wenn 

die zeitlich unbeschränkt notwendige medizinische Massnahme eindeutig 

überwiegenden Eingliederungscharakter hat, kann sie nach dieser Praxis also nicht 

übernommen werden (ZAK 1981, 548 f.).

b) Nach der Rechtsprechung des EVG können medizinische Vorkehren bei 

Jugendlichen schon dann überwiegend der beruflichen Eingliederung dienen und trotz 

des einstweilen noch labilen Leidenscharakters von der IV übernommen werden, wenn 

ohne diese Vorkehren eine Heilung mit Defekt oder ein sonstwie stabilisierter Zustand 

einträte, wodurch die Berufsbildung oder die Erwerbsfähigkeit oder beide 

beeinträchtigt würden (AHI 2003 S. 105 E. 2, 2000 S. 64 E. 1, je mit Hinweisen). In 

diesem Sinne werden die Kosten der psychiatrischen Behandlung Minderjähriger von 

der IV getragen, wenn das psychische Leiden mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu 

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einem schwer korrigierbaren, die spätere Ausbildung und Erwerbsfähigkeit erheblich 

behindernden oder gar verunmöglichenden stabilen pathologischen Zustand führen 

würde. Umgekehrt kommen medizinische Massnahmen der IV auch bei Minderjährigen 

nicht in Betracht, wenn sich solche Vorkehren gegen psychische Krankheiten richten, 

die nach heutiger Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft ohne kontinuierliche 

Behandlung nicht dauerhaft gebessert werden können. Es darf keine Therapie von 

unbeschränkter Dauer oder zumindest über eine längere Zeit hinweg in Frage stehen, 

bei der sich hinsichtlich des damit erreichbaren Erfolges keine zuverlässige Prognose 

stellen lässt (AHI 2003 S. 106 E. 4b; EVGE I 128/04 vom 12. August 2004 E. 2.1).

c) Das EVG hat in verschiedenen Entscheiden festgehalten, dass "in der Regel" unter 

anderem Schizophrenie zu den Krankheiten zähle, die nach der heutigen Erkenntnis der 

medizinischen Wissenschaft nicht gebessert werden könnten. Deren Behandlung fällt 

nach der höchstgerichtlichen Rechtsprechung nicht in den Bereich der IV. In diesen 

Fällen gehe es nicht um einen "einstweilen noch labilen Leidenscharakter", sondern um 

eine dauernde Behandlung des Leidens, von der nicht mehr gesagt werden könne, sie 

diene (auch) der beruflichen Eingliederung. Es fehle somit am Eingliederungscharakter 

der Therapie. Da die Behandlungsbedürftigkeit in diesen Fällen auch im 

Erwachsenenalter unverändert andauere, bestehe kein Grund, die speziell für 

Versicherte vor dem vollendeten 20. Altersjahr geltende Praxis anzuwenden. Andere 

Krankheiten würden nach medizinischen Erkenntnissen einen individuell 

unterschiedlichen Verlauf nehmen. Dies sei beispielsweise bei der Anorexia nervosa 

der Fall, die zur totalen Remission führen oder chronisch-persistierende und chronisch-

rezidivierende Varianten aufweisen könne. Von einer Heilung lasse sich nur bei 45 % 

der Fälle sprechen. Eine partielle Besserung trete bei etwa 33 % der Patienten ein, und 

20 % würden einen chronifizierten Krankheitsverlauf zeigen (EVGE I 256/05 vom 10. 

Oktober 2005, E. 2.3 f.). Diese Praxis, wonach bei Schizophrenie die 

Behandlungsbedürftigkeit immer auch im Erwachsenenalter unverändert andauere, 

wurde im Jahre 1974 in BGE 100 V 44, E. 2a mit dem Hinweis auf die entsprechende 

Auffassung der damaligen Schweizerischen Gesellschaft für Kinderpsychiatrie 

begründet und seither jeweils unbesehen übernommen, so beispielsweise in BGE 105 

V 20, E. 5, AHI 2000 S. 64, E. 1, EVGE I 16/03 vom 6. Mai 2003, E. 2.2, EVGE I 23/04 

vom 23. September 2004, E. 2.2 oder im soeben zitierten EVGE I 256/05 vom 10. 

Oktober 2005, E. 2.3. In der Rechtsprechung finden sich keine Hinweise darauf, dass 

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seit den 1970er-Jahren je geprüft worden wäre, ob die medizinische Wissenschaft über 

neuere Kenntnisse zur Schizophrenie verfüge oder dass solche in den Entscheidungen 

Berücksichtigung gefunden hätten.

3.- a) Dem Kreisschreiben über die medizinischen Eingliederungsmassnahmen (KSME; 

gültig ab 1. November 2005) ist in Rz. 645-647/845-847.4 zu entnehmen, dass das 

Vorliegen von Krankheiten und Defekten, die nach heutiger Kenntnis der Medizin ohne 

dauernde Behandlung nicht gebessert werden könnten (z.B. Schizophrenie, manisch-

depressive Psychosen), medizinische Massnahmen auch gegenüber Jugendlichen 

ausschliessen würden. Diese Ziffer wurde im Januar 2004 revidiert. Die 

Beschwerdegegnerin macht diesbezüglich geltend, eine neue medizinische Erkenntnis 

habe darin keinen Eingang gefunden. Es fragt sich aber, ob in den über dreissig Jahren 

seit Begründung der oben zitierten Rechtsprechung tatsächlich keine neuen 

medizinischen Erkenntnisse gewonnen wurden. Der zitierte Satz im Kreisschreiben in 

der Fassung vor 1. Januar 2004 ist unverändert geblieben. Die Revision im Januar 2004 

betraf nur eine Ergänzung der Randziffer, wonach medizinische Massnahmen der IV 

gegenüber Jugendlichen auch für Leiden, die einer Therapie zumindest über längere 

Zeit hinweg bedürfen und ohne dass sich eine zuverlässige Prognose stellen lässt, 

ausgeschlossen sind (z.B. hyperkinetische Störungen, Anorexien). Die Regeln in Rz. 

645-647/845-847.4 sind Verwaltungsweisungen des Bundessamtes für 

Sozialversicherung (BSV) und insofern verbindliche Vorschriften an die 

Durchführungsorgane über die Art und Weise, wie sie ihre Aufgaben zu erfüllen haben. 

Sie sind aber keine Rechtssätze, sondern geben den Standpunkt des BSV über die 

Anwendung solcher wieder, d.h. die Weisungen bedürfen keiner gesetzlichen 

Grundlage (ZAK 1984, 487; ZAK 1989, 27; BGE 109 V 207; BGE 117 Ib 231). Sie 

können daher im Einzelfall vom Gericht überprüft werden (ZAK 1989, 27). Es soll sie 

aber bei seinen Entscheidungen mitberücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall 

angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen 

Bestimmungen zulassen (BGE 113 V 21; BGE 114 V 15 E. 1c). Dabei ist den 

Bestrebungen der Verwaltung bzw. der Versicherer Rechnung zu tragen, die darauf 

abzielen, durch interne Weisungen und Richtlinien eine möglichst rechtsgleiche 

Behandlung der Versicherten zu gewährleisten (BGE 116 V 310 E. 2).

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b) Rz. 645-647/845-847.4 KSME stützt sich offensichtlich auf die erwähnte, seit 1974 

bestehende und oben erläuterte Rechtsprechung. Dabei wird die höchstrichterliche 

Einschränkung ignoriert, wonach Schizophrenie nur "in der Regel" zu jenen ohne 

dauernde Behandlung nicht besserungsfähigen Krankheiten zählt. Nachfolgend ist zu 

prüfen, ob bei der Beschwerdeführerin überhaupt eine Schizophrenie vorliegt. Bei 

Bejahung dieser Frage muss zudem geprüft werden, ob die erwähnte Randziffer des 

KSME rechtmässig ist, ob also die medizinische Wissenschaft Schizophrenie 

tatsächlich noch immer als eine ohne dauernde Behandlung nicht besserungsfähige 

Krankheit betrachtet, was einen Ausschluss der Leistungspflicht der IV für medizinische 

Massnahmen weiterhin rechtfertigen würde.

4.- a) Dr. med. C.___, die die Beschwerdeführerin seit November 2005 

psychotherapeutisch behandelt, distanzierte sich in ihrem Bericht vom 23. Februar 

2006 von der Diagnose der Schizophrenie (act. G 1.3). Diese impliziere oftmals einen 

chronischen und invalidisierenden Verlauf, weshalb in der Adoleszenz mit dieser 

Diagnose zurückzuhalten sei. Während der Adoleszenz müsse ein Mensch seine 

Persönlichkeit entdecken, stärken und bedürfe dazu der Förderung. Die Vorgeschichte 

der Beschwerdeführerin mit einer chonisch psychisch kranken Mutter, die sich 

zunehmend der Verantwortung für ihre Kinder entzogen habe, bis sie mit einem 

Selbstmord ein Ende gesetzt habe, erschwere die Selbstfindung in zweierlei Hinsicht: 

erstens durch das ungünstige Vorbild des sich in die Krankheit Entziehens und 

zweitens durch die Überlastung der Beschwerdeführerin als Älteste mit Verantwortung 

für die drei jüngeren Geschwister. Tatsache sei, dass die Beschwerdeführerin kurz vor 

dem Antritt ihrer Lehre einen psychotischen Zusammenbruch erlebt habe. Ein 

psychotischer Zusammenbruch sei eine deskriptive Diagnose eines psychischen 

Zustandsbildes, in dem der Mensch nicht mehr in der Lage sei, inneres Geschehen und 

äussere Einflüsse voneinander zu trennen. Mit der Behandlung sei dieser Zustand 

wieder verschwunden. Dr. C.___ legt dar, dass eine Diagnose mit einer chronischen 

Implikation die Gefahr schaffe, eine "self-fulfilling prophecy" zu kreieren, bei jeder 

krisenhaften Erfahrung, die teils zur normalen Adoleszenz gehöre, die "Krankheit" zu 

wittern. Sie spricht bei der Beschwerdeführerin von einer "Anpassungsstörung mit 

vorwiegend ängstlichen und teilweise depressiven Elementen". Anamnestisch liege 

eine psychotische Reaktion vor. Der RAD bezeichnet in seiner Stellungnahme vom 13. 

März 2006 die Diagnose von Dr. C.___ als "beschönigend". Die Ärzte der Klinik A.___ 

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sowie der Dienste B.___ hätten eine paranoide Schizophrenie bestätigt. Am ehesten 

könnten wohl die Ärzte eine qualifizierte diagnostische Einschätzung vornehmen, die 

die Versicherte zurzeit der Dekompensation gesehen und behandelt hätten (act. G 3.1). 

Die Diagnose von Dr. C.___ muss dennoch keineswegs als beschönigend betrachtet 

werden. Mit nachvollziehbarer Begründung legt die Psychiaterin und 

Psychotherapeutin dar, dass das bei Erstellen des ärztlichen Zeugnisses im Februar 

2006 vorliegende Krankheitsbild am ehesten einer Anpassungsstörung entspreche. Sie 

hält fest, dass der Einspracheentscheid auf eine viel zu starre Auffassung von 

psychotischer Erkrankung (Schizophrenie) abstelle (act. G 1.3). Sie befürchtet, dass die 

Beschwerdeführerin durch die Brille einer pauschalisierenden Diagnose in Richtung 

einer Invalidität abgeschoben werden solle (act. G 5.1, S. 2, vierter Absatz). Ob im 

Zeitpunkt des Einspracheentscheids die Diagnose der Schizophrenie tatsächlich zutraf, 

ist danach offen. Bereits aus diesem Grund ist ein Anspruch auf die Bezahlung 

medizinischer Massnahmen durch die IV nicht einfach mit dem Hinweis auf Rz. 

645-647/845-847.4 KSME abzulehnen. Eine Anpassungsstörung im Pubertätsalter 

kann nicht unbesehen unter Rz. 645-647/845-847.4 KSME subsumiert werden.

b) Wie erläutert, werden die Kosten der psychiatrischen/psychotherapeutischen 

Behandlung unter 20-Jähriger von der IV getragen, wenn das psychische Leiden mit 

hinreichender Wahrscheinlichkeit zu einem schwer korrigierbaren, die spätere 

Ausbildung und Erwerbsfähigkeit erheblich behindernden oder gar verunmöglichenden 

stabilen pathologischen Zustand führen würde. Dr. C.___ hält fest, dass bei der 

Beschwerdeführerin ohne Behandlung die Rückfallgefahr in psychotisches Erleben 

unter den Herausforderungen der beruflichen Ausbildung und Bewährung gegeben sei 

(act. G 1.3, S. 2, Schlussfolgerung 4). Der Mensch in der Adoleszenz sei sehr plastisch, 

also entwicklungsfähig. Die Beschwerdeführerin steht kurz vor dem Ende ihrer 

Schulzeit und vor dem Eintritt ins Berufsleben. Es ist ohne weiteres nachvollziehbar, 

dass sie gerade in dieser veränderungsreichen und anstrengenden Phase aufgrund 

ihrer Anpassungsstörung in besonderem Masse auf professionelle Unterstützung (in 

Form der Psychotherapie) angewiesen ist. Ohne diese Unterstützung ist 

wahrscheinlich, dass sie ihre psychischen Probleme nicht in hinreichender Weise 

überwinden kann, um den Schritt ins Erwerbsleben, also die berufliche Eingliederung, 

zu schaffen. Gelingt ihr jedoch der Einstieg ins Berufsleben, so wird wahrscheinlich 

auch ihr Selbstbewusstsein gestärkt und sie wird künftig auf psychotherapeutische 

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Unterstützung verzichten können. Die Prognose von Dr. C.___ sowie die bisherigen 

Erfahrungen sind jedenfalls durchwegs positiv. Es kann also nicht von einer Krankheit 

mit leistungsausschliessender kontinuierlich andauernder notwendiger Behandlung 

ausgegangen werden. Somit sind die Voraussetzungen für die Übernahme der 

Psychotherapiekosten durch die Beschwerdegegnerin erfüllt.

c) Der RAD macht geltend, die Versicherte sei bereits seit 12. März 2003 in ambulanter 

psychotherapeutischer Behandlung gestanden. Diese habe aber offensichtlich die 

psychotische Dekompensation nicht verhindern können. Gemäss den vorhandenen 

medizinischen Akten wurde die Beschwerdeführerin vor ihrem "psychotischen 

Zusammenbruch" im Februar 2004 nicht wegen einer Schizophrenie 

psychotherapeutisch behandelt. Vielmehr war sie den Diensten B.___ aufgrund von 

Schlafstörungen, Prüfungsängsten und Denkauffälligkeiten vorgestellt worden (IV-act. 

12, S. 2, Ziff. D/3). Im Frühling 2003 verfehlte sie die Aufnahmeprüfung für die 

Kantonsschule (IV-act. 14, S. 2, Ziff. D/3). Der Suizid der Mutter hatte sich nur wenige 

Jahre zuvor ereignet und konnte von der Beschwerdeführerin zu Beginn der Pubertät 

kaum in kurzer Zeit und ohne fremde Hilfe verarbeitet werden. Vor diesem Hintergrund 

kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Psychotherapie vor dem 

Zusammenbruch im Februar 2004 der gezielten Behandlung einer Schizophrenie diente 

und diese Behandlung den Eintritt der psychotischen Dekompensation nicht verhindern 

konnte. Entgegen der Auffassung des RAD lässt sich nicht sagen, dass die erste 

Behandlungsphase einer Schizophrenie bereits drei Jahre gedauert habe.

5.- a) Selbst wenn von einer Schizophrenie auszugehen wäre, sind die 

Psychotherapiekosten von der Beschwerdegegnerin zu übernehmen, wie nachfolgend 

aufzuzeigen ist. Die heutige schweizerische Gesellschaft für Kinder- und 

Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (SGKJPP) hat auf ihrer Website eine 

umfangreiche Broschüre des Zentrums für Kinder- und Jugendpsychiatrie der 

Universität Zürich mit dem Titel "Schizophrene Psychosen im Jugendalter", verfasst 

von Dr. med. Hellmuth Braun-Scharm und Dipl. Psych. Norbert Kienzle, veröffentlicht. 

Dort werden unter Bezugnahme auf Untersuchungen der letzten Jahrzehnte die 

verschiedenen möglichen Verlaufsformen beschrieben. Die günstige Verlaufsform sei 

demnach eine zeitlich befristete, einmalige Episode von mehrwöchiger oder 

mehrmonatiger Dauer, die folgenlos abklinge. Bei der mittleren Verlaufsform würden 

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meist mehrere schizophrene Episoden von mindestens mittelgradiger Ausprägung 

auftreten. Nach Abklingen der Akutsymptomatik würden mehr oder weniger deutliche 

Leistungseinbussen verbleiben. Von ungünstigen Verlaufsformen spreche man heute 

dann, wenn schwere akute Episoden häufig auftreten und keine Stabilisierung zulassen 

würden und z.B. Halluzinationen und Wahn in starker Ausprägung fortbestünden. In 

diesem Fall sei in der Regel für lange Zeit professionelle Hilfe nötig. Selbst bei diesen 

Formen sei manchmal nach jahrelanger Krankheitsdauer unerwartet noch eine 

Besserung zu verzeichnen (S. 15 f.).

b) Ein von der Beschwerdeführerin eingereichter Artikel aus dem Jahr 2005 trägt den 

Titel "Psychische Krankheiten – der Verlauf ist oft besser, als lange angenommen 

wurde". Tabea Apfel, Oberärztin an der Psychiatrischen Poliklinik des 

Universitätsspitals Basel, legt darin unter Bezugnahme auf neuere Studien dar, dass 20 

bis 30% der an Schizophrenie Erkrankten nach einem ersten Auftreten der Krankheit 

ohne Rückfall gesund würden. Lediglich etwa 20% der an Schizophrenie Erkrankten 

würden langfristig und dauerhaft an den Beschwerden der Krankheit leiden (act. G 

1.1.2). Der von der Beschwerdeführerin eingereichten, aus dem Jahr 2005 stammenden 

wissenschaftlichen Sichtung der jüngeren internationalen Schizophreniestudien "Size 

of burden of schizophrenia and psychotic disorders", an der u.a. die beiden 

Universitätsprofessoren aus Zürich und Basel, Rössler-Riecher und Rössler, beteiligt 

waren, ist zu entnehmen, dass über 100 Jahre der Schizophrenie-Forschung das 

Puzzle der Krankheit noch nicht vollständig gelöst haben, dass aber in den 

vergangenen beiden Jahrzehnten grosse Fortschritte erzielt werden konnten (act. 1.1.1, 

S. 3, zweiter Absatz). Die grössten Studien über den Verlauf der Schizophrenie wurden 

von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) koordiniert. Gemäss der 1996 

veröffentlichten Teilstudie der WHO-DOS-Studie erleiden 18% der Schizophrenie-

Patienten keinen Rückfall und 44% werden wieder gesund oder sind nur wenig 

beeinträchtigt (S. 5, letzter Absatz). Nach der 1989 veröffentlichten "Buckinghamshire 

Study" bleiben 22% der Erkrankten über fünf Jahre nach dem ersten Klinikaufenthalt 

symptomfrei (S. 6, dritter Absatz). In Entwicklungsländern beträgt die Rate der innert 

zwei Jahren vollständig Genesenen nach einem 1992 veröffentlichten Teil der WHO-

DOS-Studie 63% verglichen mit 37% in den entwickelten Ländern. Auch wenn die 

Gründe hierfür offenbar noch nicht restlos geklärt sind, vermutet man, dass die 

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stärkere Familienunterstützung in Entwicklungsländern dieses Phänomen erkläre (S. 6, 

vierter Absatz).

c) Vor dem Hintergrund dieser neueren Erkenntnisse ist offensichtlich, dass in der 

Beurteilung der Schizophrenie und deren Behandlungscharakter nicht länger auf den 

Stand der medizinischen Forschung der 1970er Jahre abgestellt werden kann. 

Insbesondere rechtfertigt es sich nicht länger, eine schizophrene Erkrankung pauschal 

und ohne Rücksicht auf den Einzelfall zu den Krankheiten zu zählen, die ohne 

kontinuierliche Behandlung nicht dauerhaft gebessert werden können. Die neuere 

Forschung zeigt, dass die Behandlungsbedürftigkeit im Erwachsenenalter heute bei 

Weitem nicht mehr in allen Fällen der Schizophrenie unverändert andauert. Die 

Anspruchsvoraussetzungen betreffend medizinische Massnahmen der IV sind somit 

etwa mit jenen bei der Anorexia nervosa vergleichbar. In diesem Zusammenhang hat 

das EVG mit Entscheid vom 10. Oktober 2005 festgehalten, der Umstand, dass die 

Anspruchsvoraussetzungen oftmals nicht erfüllt seien, ändere nichts daran, dass im 

Einzelfall zu prüfen sei, ob Anspruch auf medizinischen Massnahmen gegenüber der IV 

bestehe (I 256/05, E. 2.4).

d) Ob die Krankheit der Beschwerdeführerin – unter der Annahme, es handle sich um 

eine Schizophrenie – auch ohne permanente Behandlung dauerhaft gebessert werden 

kann, hängt nicht zuletzt von der Prognose der behandelnden Ärzte ab. Nach der 

stationären Behandlung stellten die behandelnden Ärzte der Klinik A.___ in ihrem 

Bericht vom 28. Juni 2004 eine günstige Prognose. Die kognitiven Ressourcen und die 

Kooperation der Familie, die Akzeptanz der Medikation und die vorbestehende 

therapeutische Beziehung zu den Behandlerinnen im ambulanten Bereich würden 

insgesamt günstige Voraussetzungen für die Rehabilitation der Patientin darstellen. Als 

prognostisch eher ungünstig wurden das verzögerte Ansprechen auf die 

medikamentöse Behandlung, die genetische Vorbelastung und die vorbestehenden 

sozialen Integrationsschwierigkeiten genannt (IV-act. 12). Die Ärzte der Dienste B.___ 

hielten in ihrem Bericht vom 18. August 2004 fest, dass angesichts des jugendlichen 

Alters der Patientin der Entwicklungsaspekt mit Aussicht auf eine gute bis vollständige 

Remission der Krankheit zu berücksichtigen sei (IV-act. 14). Dr. C.___ äussert in ihren 

ärztlichen Zeugnissen vom 23. Februar und 4. April 2006 ebenfalls eine günstige 

Prognose (act. G 1.3, 5.1). Der Replik vom 21. April 2006 ist zu entnehmen, dass die 

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Beschwerdeführerin im Frühling 2006 eine für die Lehre zur Kinderbetreuerin 

notwendige Praktikumsstelle in einer Kindertagesstätte in E.___ erhalten habe. Zudem 

habe die tägliche Dosis der benötigten Neuroleptika auf 0.5 mg reduziert werden 

können (act. G 5). Wie der oben zitierten Darstellung schizophrener Psychosen im 

Jugendalter von Dr. Braun-Scharm und Dipl. Psych. Kienzle zu entnehmen ist, sei eine 

Prognosestellung grundsätzlich umso schwieriger, je früher sie angestellt werde (a.a.O., 

S. 16). Während in der ersten Beurteilung der Ärzte der Klinik A.___ neben positiven 

Elementen auch einige möglicherweise negative erwähnt wurden, sind die zeitlich 

später erfolgten Prognosen der Dienste B.___ und von Dr. C.___ durchwegs positiv. 

Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass eine Prognose immer 

Wahrscheinlichkeitscharakter hat und nie mit absoluter Sicherheit die zukünftige 

Entwicklung vorhersehen kann, ist sie vorliegend entgegen der Ansicht der 

Beschwerdegegnerin als günstig zu bezeichnen. Die Ansicht des RAD, eine 

zuverlässige Prognose lasse sich noch nicht stellen, trifft auch vor dem Hintergrund der 

Tatsache, dass etwa die positive Prognose der Dienste B.___ bereits im Sommer 2004 

erfolgte, von Dr. C.___ bestätigt wurde und sich bis heute bewahrheitete, nicht zu. Die 

Beschwerdegegnerin verweist zur Begründung ihrer Einschätzung, es liege keine 

genügende bzw. genügend günstige Prognose vor, auf den Entscheid I 615/03 (richtig: 

I 615/01) vom 28. Februar 2003. Dieser Entscheid lässt sich jedoch mit dem 

vorliegenden Sachverhalt schon deshalb nicht vergleichen, weil in jenem Fall die 

Prognose bezüglich beruflicher Eingliederung der dortigen Beschwerdeführerin offen 

war und nach Ansicht der Ärzte vor Ablauf von ca. zwei Jahren diesbezügliche 

Massnahmen sicherlich eine psychische Überforderung der Versicherten dargestellt 

hätten (E. 4.1).

e) Auch bei einer günstigen Prognose ist eines der Behandlungsziele der 

Psychotherapeuten stets die Vermeidung einer erneuten psychotischen 

Dekompensation. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass die Therapie nur darauf 

ausgerichtet ist, einen bestehenden Zustand zu halten und eine Verschlechterung zu 

vermeiden. Ganz im Gegenteil beweisen die seit Sommer 2004 erzielten Fortschritte 

der Beschwerdeführerin, dass eine Besserung eingetreten ist und eine gänzliche 

Heilung möglich scheint. Die Ärztin des RAD würdigt in ihrer Stellungnahme vom 13. 

März 2006 diese medizinische Seite nur ungenügend und beachtet die Erkenntnisse 

der Wissenschaft zur Schizophrenie in den letzten Jahrzehnten nicht. Bei Jugendlichen 

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bis zur Vollendung des 20. Lebensjahres ist wie erläutert nicht von Bedeutung, ob die 

fragliche medizinische Massnahme eine Behandlung des Leidens an sich darstellt, 

wenn sie überwiegend der beruflichen Eingliederung dient (siehe oben Erwägung 2a). 

Die Ärzte der Dienste B.___ bescheinigten, dass ohne entsprechende medizinische und 

berufliche Massnahmen von einer schlechten Entwicklungsprognose mit 

unzureichender beruflicher Integration und drohender Invalidität ausgegangen werden 

müsse (IV-act. 14). Ohne professionelle Hilfe ist also überwiegend wahrscheinlich, dass 

das psychische Leiden die Ausbildung oder spätere Erwerbsfähigkeit erheblich 

behindern oder gar verunmöglichen würde. Die Prognose ist günstig, von einer 

dauerhaften Besserung wird ausgegangen und eine vollständige Heilung erscheint – 

insbesondere auch unter Berücksichtigung der neueren medizinischen Forschung zur 

Schizophrenie – als möglich. Somit sind die Voraussetzungen zur Übernahme der 

Psychotherapiekosten durch die Beschwerdegegnerin auch gegeben, wenn entgegen 

der nachvollziehbaren Einschätzung von Dr. C.___ von der Diagnose der paranoiden 

Schizophrenie auszugehen wäre.

f) Die Beschwerdegegnerin zitiert im Einspracheentscheid die Rechtsprechung des 

EVG in ZAK 1971 S. 604, wonach ein psychotischer Zustand – Ausnahmen vorbehalten 

– bei einem Kind lange fortschreitend bleibe. Bei einem an solchen Störungen 

leidenden Kind diene die psychotherapeutische Massnahme in der Regel nicht der 

Verhinderung eines stabilen Defektzustandes, der sich in naher Zukunft einstellen 

würde. Vorbehalten habe das EVG den Fall, dass eine medizinische Massnahme, die 

an sich der Leidensbehandlung diene, derart eng mit gleichzeitig zur Durchführung 

gelangenden medizinischen Eingliederungsmassnahmen verbunden sei, dass sie von 

diesen nicht getrennt werden könne, ohne die Erfolgsaussichten zu gefährden. 

Demzufolge könne Psychotherapie von der IV übernommen werden, wenn sie der 

Ergänzung der Sonderschulung oder anderer Massnahmen pädagogischer Art diene, 

sofern sie nicht selbst von derartiger Bedeutung sei, dass sie die anderen Massnahmen 

in den Hintergrund verweisen würde. Aus den Akten sei vorliegend nicht ersichtlich, 

dass die Psychotherapie in Ergänzung zu einer Sonderschulmassnahme oder 

ähnlichem durchgeführt werde. Wie erläutert, wurden seit Fällung des von der 

Beschwerdegegnerin zitierten EVG-Entscheids im Jahr 1971 betreffend die 

Schizophrenie wesentliche neue Erkenntnisse erzielt. Insbesondere kann nicht mehr 

ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass ein psychotischer Zustand bei einem 

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Kind immer lange fortschreitend bleibt. Dafür ist die Beschwerdeführerin, die ihren 

erstmals aufgetretenen psychotischen Zustand während des stationären Aufenthalts in 

der Klinik A.___ überwand, seither keinen Rückfall erlitt und deren Chancen auf 

gänzliche Heilung von den Ärzten als günstig bezeichnet werden, das beste Beispiel. 

Die medizinischen Unterlagen belegen zudem, dass die Psychotherapie der 

Verhinderung eines stabilen Defektzustandes dient, der sich ohne die Therapie in naher 

Zukunft wahrscheinlich einstellen würde. Bereits aus diesem Grund vermag der 

Hinweis auf die Rechtsprechung in ZAK 1971 S. 604 einen Anspruch auf Übernahme 

der Psychotherapiekosten vorliegend nicht zu beseitigen. Sogar wenn sich der 

medizinische Wissensstand seit ZAK 1971 S. 604 nicht verändert hätte, wäre die 

Beschwerdeführerin zu den dort eigens erwähnten Ausnahmen zu zählen und ein 

Anspruch zu bejahen.

6.- a) Die Beschwerdeführerin lässt in der Beschwerde mit Verweis auf die Einsprache 

beantragen, die Kosten für die Psychotherapie seien ab Beginn der Therapie und nicht 

erst ab dem 2. Behandlungsjahr zu übernehmen. Rz. 645-647/845-847.5 KSME legt 

fest, dass die Kostenübernahme erst ab dem zweiten Behandlungsjahr erfolgt. Gemäss 

einem am 12. Januar 2006 ergangenen Entscheid des EVG (I 372/05), in dem sich 

dieses mit der Angemessenheit der einjährigen Karenzfrist befasst, bestehe kein 

Anlass, die Gesetzmässigkeit dieser Verwaltungspraxis in Frage zu stellen (E. 2.8). Die 

Karenzfrist sei sinnvoll, in der normativen Ordnung abgestützt und erweise sich als 

gesetzeskonform (E. 2.9). Vor dem Hintergrund dieser an sich fragwürdigen 

Rechtsprechung ist vorliegend eine einjährige Karenzfrist zu beachten. Die ambulante 

Psychotherapie begann am 24. Juni 2004 (IV-act. 23). Das Karenzjahr war zu diesem 

Zeitpunkt bereits abgelaufen, da die Beschwerdeführerin nach der Aktenlage schon ein 

knappes Jahr vor Beginn des stationären Aufenthalts in der Klinik A.___ (Februar 2004) 

bei den Diensten B.___ mit ambulanter Psychotherapie begonnen hatte (IV-act. 12-2/5; 

IV-act. 14-2/5; act. G 3.1). Obwohl damals noch keine Diagnose gestellt wurde, sind 

die beiden Behandlungsphasen der ambulanten Psychotherapie nicht unabhängig 

voneinander. Damit fällt der Behandlungsbeginn in den März 2003. Das Karenzjahr war 

im Juni 2004 also bereits abgelaufen.

b) Gemäss Rz. 645-647/845-847.5 KSME ist die Psychotherapie jeweils für maximal 

zwei Jahre zu vergüten. Die Beschwerdeführerin lässt in der Beschwerde vom 28. 

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Februar 2006 beantragen, die Kosten für die Psychotherapie seien während der 

kommenden zwei Jahre zu übernehmen (act. G 1). Im Arztbericht vom 18. August 2004 

hatten die behandelnden Ärzte der Dienste B.___ ausgeführt, die ambulante 

Behandlung sei am 16. Juni 2004 (erneut) aufgenommen worden. Das erste Jahr sei 

von der Krankenkasse bezahlt worden (IV-act. 14). Mit Schreiben vom 10. August 2005 

beantragte die behandelnde Psychologin der Dienste B.___ Übernahme der 

Psychotherapiekosten durch die Beschwerdegegnerin für mindestens zwei weitere 

Jahre (IV-act. 23). Es erscheint mit Blick auf die Verwaltungspraxis als angemessen, die 

Kostenübernahme während zweier Jahre ab Juni 2004 zu bewilligen.

7.- a) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass ausgehend von der Diagnose einer 

Anpassungsstörung mit vorwiegend ängstlichen und teilweise depressiven Elementen 

die Voraussetzungen für die Übernahme der Psychotherapiekosten für zwei Jahre 

gegeben sind. Die Therapie ist für die erfolgreiche berufliche Eingliederung unerlässlich 

und wird gemäss der günstigen Prognose in Bezug auf die Überwindung der Krankheit 

in absehbarer Zeit eingestellt werden können. Selbst wenn man von der ursprünglichen 

Diagnose einer paranoiden Schizophrenie ausgehen würde, wären die 

Anspruchsvoraussetzungen für die Übernahme der Therapiekosten durch die 

Beschwerdegegnerin erfüllt. Aufgrund der neueren Erkenntnisse in der medizinischen 

Forschung kann nicht länger davon ausgegangen werden, dass Schizophrenien stets 

denselben Verlauf nehmen und die Behandlungsbedürftigkeit in diesen Fällen auch im 

Erwachsenenalter unverändert andauere. Da insbesondere bei erstmals an 

Schizophrenie Erkrankten eine beachtliche Heilungschance besteht, ist im Einzelfall zu 

prüfen, ob nach den von der Rechtsprechung entwickelten Voraussetzungen ein 

Anspruch auf medizinische Massnahmen gegenüber der IV besteht. Vorliegend ist dies 

zu bejahen. Allem voran liegt eine genügend wahrscheinliche günstige 

Heilungsprognose vor. Der Anspruch auf Übernahme der Psychotherapiekosten 

besteht für die Zeit ab Juni 2004, zumal zu jenem Zeitpunkt das Karenzjahr bereits 

abgelaufen war. Die Beschwerde ist somit unter Aufhebung des Einspracheentscheids 

gutzuheissen.

b) Der Vater der Beschwerdeführerin beantragt Entschädigungsfolgen für das 

Beschwerdeverfahren (act. G 1). Der obsiegenden Partei werden nach Art. 61 lit. g 

ATSG die Parteikosten ersetzt. Unter Parteikosten werden insbesondere die 

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Vertretungskosten verstanden. Dazu zählen die Entschädigung, die die vertretende 

Person für ihren Aufwand geltend macht sowie die Bar¬auslagen dieser Vertretung. 

Darüber hinaus gehören zu den Parteikosten auch besondere Auslagen, die für 

Abklärungsmassnahmen entstanden sind, die durch den Versicherungsträger 

anzuordnen und durchzuführen gewesen wären, jedoch – an dessen Stelle – durch die 

Partei veranlasst wurden (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, Zürich 2003, Rz. 96 zu Art. 

61). Anders als im Einspracheverfahren wird die Beschwerdeführerin im 

Beschwerdeverfahren nicht mehr durch einen Rechtsanwalt vertreten, sondern durch 

ihren Vater. Nach der Rechtsprechung steht Eltern, die ihr Kind im Prozess vertreten, 

keine Parteientschädigung für Arbeitsaufwand und Umtriebe zu. Die Eltern handeln 

primär als Inhaber der elterlichen Sorge und als gesetzliche Vertreter, ohne die das 

minderjährige Kind gar nicht prozessieren könnte (ZAK 1984 S. 276). Kosten für 

besondere Auslagen im Zusammenhang mit Abklärungsmassnahmen werden zudem 

nicht geltend gemacht, weshalb der Antrag auf Zusprache einer Parteientschädigung 

vollumfänglich abzuweisen ist.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. Die Beschwerde wird unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 31. Januar 

2006 gutgeheissen und die Beschwerdegegnerin wird im Sinne der Erwägungen 

angewiesen, der Beschwerdeführerin die Kosten für die Psychotherapie ab Juni 2004 

zu bezahlen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.06.2006
	Art. 8 Abs. 3 lit. a IVG, Art. 12 IVG, Art. 5 Abs. 2 IVG und Art. 8 Abs. 2 ATSG: Voraussetzungen für medizinische Massnahmen bei Jugendlicher mit einer Anpassungsstörung erfüllt; Anspruch bejaht auch für den Fall, dass eine paranoide Schizophrenie bestünde. Entgegen der vom Bundesgericht seit den 1970er-Jahren konstanten Rechtsprechung handelt es sich bei Schizophrenie nicht um eine psychische Krankheit, die nach aktueller Erkenntnis der medizinischen Wissenschaft ohne kontinuierliche Behandlung nicht dauerhaft gebessert werden könnte. Neuere Erkenntnisse zur Behandelbarkeit von Schizophrenie; im vorliegenden Fall Kostengutsprache für Psychotherapie (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Juni 2006, IV 2006/38).

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