# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bccf6dcd-8f27-5faa-ad41-53b89972ff81
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-19
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 19.07.2023 WPR.2023.62
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2023-62_2023-07-19.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

 

WPR.2023.62 / pw  
ZEMIS [***]; N [***] 

 

 

Urteil vom 19. Juli 2023 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Berger, Vorsitz  

Gerichtsschreiberin i.V. Würsch  

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau   

vertreten durch Daniel Widmer, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau    

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, von Sri Lanka,  

alias B._____, von Sri Lanka  

amtlich vertreten durch MLaw Tamara De Caro, Rechtsanwältin,  

substituiert durch MLaw Serpil Meral, 

Stadtturmstrasse 19, Postfach, 5401 Baden 

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftverlängerung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste am 10. Juli 2016 illegal in die Schweiz ein und 

stellte am darauffolgenden Tag in Kreuzlingen ein Asylgesuch (Akten des 

Amts für Migration und Integration [MI-act.] 9). Mit Entscheid vom 28. Juni 

2018 lehnte das Staatssekretariat für Migration (SEM) das Asylgesuch des 

Gesuchsgegners ab, wies ihn aus der Schweiz weg, ordnete an, er habe 

die Schweiz bis zum 23. August 2018 zu verlassen und beauftragte den 

Kanton Aargau mit dem Vollzug der Wegweisung (MI-act. 26 ff.). Die 

dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit 

Urteil vom 19. November 2019 ab (MI-act. 38 ff.).  

 

Mit Schreiben vom 22. November 2019 setzte das SEM dem 

Gesuchsgegner eine neue Ausreisefrist bis zum 18. Dezember 2019 an 

und wies ihn auf seine Mitwirkungspflicht bei der Beschaffung von 

Reisepapieren hin (MI-act. 55). Mit Schreiben vom 2. Dezember 2019 

forderte ihn auch das Amt für Migration und Integration Kanton Aargau 

(MIKA) auf, gültige Reisedokumente zu beschaffen und die Schweiz innert 

der angesetzten Ausreisefrist zu verlassen (MI-act. 58). 

 

Anlässlich des Ausreisegesprächs vom 5. Dezember 2019 gab der 

Gesuchsgegner gegenüber dem MIKA an, nicht freiwillig nach Sri Lanka 

zurückkehren zu wollen. Ausserdem sei er nicht bereit, Reisedokumente 

zu beschaffen (MI-act. 60 ff.). In der Folge ersuchte das MIKA das SEM 

gleichentags um Vollzugsunterstützung bei der Papierbeschaffung (MI-

act. 63 f.). 

 

Der Gesuchsgegner reichte danach erfolglos mehrere 

Mehrfachasylgesuche ein, leistete den durch das SEM nach Abschluss des 

Verfahrens angesetzten Ausreisefristen jeweils keine Folge und erklärte 

sich anlässlich der geführten Ausreisegespräche auch nicht bereit, nach Sri 

Lanka zurückzukehren (MI-act. 60, 132 f., 190). Einzig dem durch den 

Gesuchsgegner während der Corona-Pandemie gestellten Gesuch um 

Erstreckung einer dieser Ausreisefristen stimmte das SEM zu (MI-

act. 146 f.).  

 

Mit Schreiben vom 7. Februar 2020 teilte das SEM dem MIKA mit, dass der 

Gesuchsgegner als Staatsangehöriger von Sri Lanka identifiziert worden 

sei und das sri-lankische Generalkonsulat – unter der Voraussetzung einer 

bestehenden Flugbuchung – die Ausstellung eines Ersatzreisedokuments 

zugesichert habe (MI-act. 86).  

 

Nachdem der Gesuchsgegner ein weiteres Mehrfachasylgesuch 

eingereicht hatte, musste ein auf den 28. September 2022 bereits 

bestätigter Flug nach Sri Lanka wieder annulliert werden (MI-act. 220 ff.). 

 - 3 - 

 

 

 

Ebenfalls annulliert werden musste ein auf den 15. Februar 2023 

bestätigter Flug nach Sri Lanka, diesmal, weil der Gesuchsgegner ab dem 

4. Januar 2023 unbekannten Aufenthalts war (MI-act. 262 ff., 264). 

 

Der Gesuchsgegner wurde am 24. April 2023, 15.05 Uhr, anlässlich einer 

Verkehrskontrolle durch die Kantonspolizei Aargau angehalten (MI-

act. 266) . Am drauffolgenden Tag wurde der Gesuchsgegner dem MIKA 

zugeführt und in Ausschaffungshaft genommen (MI-act. 279 ff., 283 ff.). Mit 

Urteil vom 26. April 2023 wurde die angeordnete Ausschaffungshaft durch 

den Einzelrichter des Verwaltungsgerichts bis zum 23. Juli 2023, 

12.00 Uhr, bestätigt (WPR.2023.38, MI-act. 309 ff.).  

 

Am 28. April 2023 meldete das MIKA den Gesuchsgegner erneut für einen 

Flug nach Colombo an (MI-act. 302 f.), der auf den 6. Juni 2023 bestätigt 

wurde (MI-act. 304 ff.).  

 

Mit Verfügung vom 8. Mai 2023 ordnete das SEM gegen den 

Gesuchsgegner ein ab dem 6. Juni 2023 bis zum 5. Juni 2026 gültiges 

Einreiseverbot für das Gebiet der Schweiz und Liechtensteins sowie für das 

gesamte Gebiet der Schengen-Staaten an, welches dem Gesuchsgegner 

am drauffolgenden Tag eröffnet wurde (MI-act. 324 ff.). 

 

Am 10. Mai 2023 reichte der Gesuchsgegner ein Wiedererwägungsgesuch 

beim SEM ein (MI-act. 331). In der Folge ersuchte das SEM das MIKA mit 

Schreiben vom 16. Mai 2023, den Vollzug der Wegweisung im Sinne einer 

vorsorglichen Massnahme einstweilen auszusetzen. Papierbeschaffungen 

und Vollzugshandlungen würden eingestellt werden (MI-act. 333 f.). 

 

Am 17. Mai 2023 ging beim MIKA ein schriftliches Haftentlassungsgesuch 

ein (MI-act. 330 f.), welches durch die amtliche Vertreterin des 

Gesuchgegners mit Schreiben vom 22. Mai 2023 bestätigt wurde (MI-

act. 340). Mit Urteil vom 25. Mai 2023 wies der Einzelrichter des 

Verwaltungsgerichts das Haftentlassungsgesuch ab (WPR.2023.42, MI-

act. 346 ff.). 

 

Mit Entscheid vom 24. Mai 2023 trat das SEM nicht auf das 

Wiedererwägungsgesuch des Gesuchsgegners vom 10. Mai 2023 ein (MI-

act. 357 ff.).  

 

Mit E-Mail vom 6. Juni 2023 teilte das Zentrum für ausländerrechtliche 

Administrativhaft Zürich (ZAA) dem MIKA mit, der Gesuchsgegner habe 

den Flug für die unbegleitete Rückführung nach Sri Lanka verweigert (MI-

act. 363 f.). In der Folge meldete das MIKA den Gesuchsgegner für einen 

DEPA-Flug an (MI-act. 365 f.), der auf den 10. Juli 2023 bestätigt wurde 

(MI-act. 367 ff.). 

 

 - 4 - 

 

 

 

Am 20. Juni 2023 teilte das ZAA dem MIKA telefonisch mit, der 

Gesuchsgegner leide an Zahnschmerzen und müsse operiert werden, 

welche das MIKA unter der Bedingung genehmigte, dass die Rückführung 

am 10. Juli 2023 wie geplant stattfinden kann (MI-act. 375).  

 

Der Gesuchsgegner verweigerte in der Folge am 10. Juli 2023 den 

Rückflug (MI-act. 383). Am drauffolgenden Tag gab das SEM dem MIKA 

telefonisch Auskunft, es sei ein Sonderflug nach Sri Lanka in Planung (MI-

act. 387).  

 

B. 

Am 12. Juli 2023 gewährte das MIKA dem Gesuchsgegner das rechtliche 

Gehör betreffend Verlängerung der Ausschaffungshaft um weitere 

drei Monate (MI-act. 388 ff.). Im Anschluss an die Befragung wurde dem 

Gesuchsgegner die Verlängerung der Ausschaffungshaft wie folgt eröffnet 

(act. 1): 

 

1. 
Die Ausschaffungshaft wird gestützt auf Art. 76 AIG und Art. 79 AIG für 
drei Monate bis zum 23. Oktober 2023, 12.00 Uhr, verlängert. 
 
2. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) vollzogen. Soweit für die Befragung oder die Durchführung einer 
Haftverhandlung zwingend, erfolgt die Inhaftierung für die notwendige 
Dauer im Bezirksgefängnis Aarau. 

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Einzelrichter des 

Verwaltungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchsgegner 

befragt.  

 

D. 

In Abänderung der für drei Monate verfügten Ausschaffungshaft beantragte 

der Vertreter des Gesuchstellers zu Beginn der heutigen Verhandlung die 

Ausschaffungshaft für sechs Monate bis zum 23. Januar 2024 zu 

verlängern, was er mit den praktischen Schwierigkeiten bei der 

Rückführung des Gesuchsgegners begründete – der nächste Sonderflug 

nach Colombo finde voraussichtlich erst im Spätherbst 2023 statt (Protokoll 

S. 2, act. 16). 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 4, act. 18): 

 

1. 
Die Verfügung der Antragstellerin vom 12. Juli 2023 auf Verlängerung der 
Ausschaffungshaft bis zum 23. Januar 2024 sei abzuweisen und die 
Antragstellerin sei anzuweisen, den Antragsgegner unverzüglich aus der 
Ausschaffungshaft zu entlassen. 
 

 - 5 - 

 

 

 

2. 
Die Antragstellerin sei anzuweisen, dem Antragsgegner die Auflage im 
Sinne einer Ersatzmassnahme zu erteilen, sich regelmässig bei einer 
durch die Behörde zu bestimmenden Dienststelle der Kantonspolizei 
Aargau zu melden. 

 

3. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.  

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I.  

1. 

Ordnet das MIKA eine Haftverlängerung an, so ist diese durch die 

richterliche Behörde vor Ablauf der bereits bewilligten Haft zu überprüfen 

(BGE 128 II 241, Erw. 3.5), wobei die betroffene Person auf die 

Durchführung einer Verhandlung mit Parteibefragung verzichten kann 

(Aargauische Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359, 

Erw. I/4.3 ff.). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde die bestehende Haft bis zum 23. Juli 2023 

bestätigt (Entscheid des Verwaltungsgerichts WPR.2023.38 vom 26. April 

2023; MI-act. 309 ff.). 

 

Die Verhandlung betreffend Bewilligung der Haftverlängerung erfolgte am 

19. Juli 2023 und damit vor Ablauf der bestehenden Haft. 

 

II. 

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet, 

kann die zuständige kantonale Behörde die betroffene Person zur 

Sicherstellung des Vollzugs in Haft nehmen bzw. bei bestehender Haft eine 

Haftverlängerung anordnen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 AIG ist gemäss § 13 

Abs. 1 EGAR das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die Haftverlängerung 

durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde angeordnet 

(act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet die Haftverlängerung damit, dass es den 

Gesuchsgegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug 

sicherstellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

 - 6 - 

 

 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG).  

 

Mit Verfügung vom 28. Juni 2018 lehnte das SEM das Asylgesuch des 

Gesuchsgegners ab und wies ihn aus der Schweiz weg (MI-act. 26 ff.). Die 

dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsgericht mit 

Urteil vom 19. November 2019 ab (MI-act. 38 ff.). Sämtliche eingereichten 

Mehrfachasylgesuche blieben erfolglos. Damit liegt nicht nur ein 

erstinstanzlicher, sondern ein bereits rechtskräftiger 

Wegweisungsentscheid gegen den Gesuchsgegner vor. 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen 

Gründen undurchführbar ist. 

 

Das Verwaltungsgericht hat bereits in seinen Urteilen vom 26. April 2023 

(WPR.2023.38, Erw. II/2.3) und vom 25. Mai 2023 (WPR.2023.42, 

Erw. II/3) festgestellt, dass die Rückführung des Gesuchsgegners nach Sri 

Lanka möglich sei. Daran vermag auch das erneute Vorbringen der 

Rechtsvertreterin des Gesuchsgegners nichts zu ändern, wonach in Sri 

Lanka hohe politische und soziale Spannungen herrschten und die 

Wegweisung deshalb nicht möglich sei (act. 21). Die Zumutbarkeit des 

Vollzugs der Wegweisung wurde durch das SEM und das 

Bundesverwaltungsgericht im Rahmen des Asylverfahrens bereits geprüft 

und der Haftrichter hat diesbezüglich ohnehin nur eine eingeschränkte 

Kognition. Zudem ist eine Haftgenehmigung nur dann zu verweigern, wenn 

sich der zu sichernde Wegweisungsentscheid als offensichtlich unzulässig 

erweist, was hier nicht der Fall ist (BGE 125 II 217 Erw. 2). 

 

Weitere Anzeichen, die an der Ausschaffungsmöglichkeit in rechtlicher 

oder tatsächlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen würden, sind 

ebenfalls keine ersichtlich. Dies umso weniger, als die sri-lankischen 

Behörden den Gesuchsgegner als sri-lankischen Staatsangehörigen 

identifiziert und für ihn bereits mehrfach ein Ersatzreisedokument 

ausgestellt haben (MI-act. 86, 210, 258, 327). Es bestehen zudem 

regelmässig Flugverbindungen nach Sri Lanka (act. 2; Protokoll S. 3, 

act. 17) und ein Rückflug wurde bereits mehrfach bestätigt (MI-act. 207 ff., 

253 ff., 306 ff., 367 ff.) Zudem gab der Vertreter des Gesuchstellers 

anlässlich der heutigen Verhandlung zu Protokoll, das MIKA werde den 

Gesuchsgegner für einen Sonderflug nach Sri Lanka, welcher gemäss 

Auskunft des SEM im Spätherbst 2023 erfolgen soll, anmelden (Protokoll 

S. 2 f., act. 16 f.).  

 

 - 7 - 

 

 

 

Nach dem Gesagten stehen dem Vollzug der Wegweisung zum heutigen 

Zeitpunkt keine Hindernisse entgegen.  

 

3. 

Der mit Urteil vom 26. April 2023 (WPR.2023.38, Erw. II/3; MI-act. 309 ff.) 

festgestellte und mit Urteil vom 25. Mai 2023 (WPR.2023.42, Erw. II/4; MI-

act. 346 ff.) bestätigte Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 und 4 AIG 

besteht nach wie vor.  

 

Der Gesuchsgegner hat sich bereits mehrfach, zuletzt anlässlich der 

heutigen Verhandlung, dahingehend geäussert, er sei nicht bereit die 

Schweiz in Richtung Sri Lanka zu verlassen (MI-act. 60, 132 f., 190, 279 ff., 

388; Protokoll S. 3, act. 17). In dieser konstanten Weigerung, der 

Ausreisepflicht nachzukommen, ist ein klares Anzeichen dafür zu 

erkennen, dass sich der Gesuchsgegner der Ausschaffung entziehen will. 

Angesichts seines bisherigen Verhaltens, insbesondere aufgrund der 

Tatsache, dass der Gesuchsgegner in der Vergangenheit während 

längerer Zeit als unbekannten Aufenthalts galt (MI-act. 264) und bereits 

mehrfach ein bereits gebuchter Rückflug aufgrund des renitentes 

Verhaltens des Gesuchsgegners nicht stattfinden konnte (MI-act. 264, 363, 

383), sind klare Anzeichen für eine Untertauchensgefahr gegeben, und es 

ist nicht davon auszugehen, dass der Gesuchsgegner nach einer 

Entlassung aus der Ausschaffungshaft die Schweiz auf direktem Weg 

freiwillig in Richtung Sri Lanka verlassen würde.  

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor, die 

geeignet wären, die Haft als unverhältnismässig zu bezeichnen (Protokoll 

S. 3, act. 17). 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem 

Beschleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte. 

 

6. 

6.1. 

Gemäss Art. 79 Abs. 1 AIG darf die ausländerrechtliche Inhaftierung im 

Sinne von Art. 75 – 78 AIG zusammen die maximale Haftdauer von 

sechs Monaten nicht überschreiten. Eine darüber hinausgehende 

Verlängerung auf höchstens 18 Monate, bzw. für Minderjährige zwischen 

15 und 18 Jahren auf höchstens zwölf Monate, ist nur zulässig, wenn 

entweder die betroffene Person nicht mit den zuständigen Behörden 

kooperiert oder sich die Übermittlung der für die Ausreise erforderlichen 

Unterlagen durch einen Staat, der kein Schengen-Staat ist, verzögert 

(Art. 79 Abs. 2 AIG). 

 - 8 - 

 

 

 

 

6.2. 

Im vorliegenden Fall befindet sich der Gesuchsgegner mit Ablauf der 

bewilligten Haft bereits seit drei Monaten in ausländerrechtlicher Haft im 

Sinne von Art. 75 – 78 AIG (Ausschaffungshaft 24. April 2023 – 23. Juli 

2023).  

 

Die sechsmonatige Frist wird damit am 23. Oktober 2023 enden und die 

Haft kann längstens bis zum 23. Oktober 2024 verlängert werden. 

 

6.3. 

Das MIKA ordnete die Verlängerung der Ausschaffungshaft um weitere 

sechs Monate, d.h. bis zum 23. Januar 2024, an.  

 

Mit der angeordneten Verlängerung der Ausschaffungshaft von 

sechs Monaten wird die Dauer von sechs Monaten überschritten, womit die 

Voraussetzungen von Art. 79 Abs. 2 AIG erfüllt sein müssen. 

 

Der Gesuchsgegner hat sich wiederholt dahingehend geäussert, er sei 

nicht bereit nach Sri Lanka zurückzukehren und verweigerte bereits 

mehrfach den Rückflug nach Sri Lanka (vgl. vorne Erw. II/3). Er ist damit 

offensichtlich nicht bereit, mit den zuständigen Behörden zu kooperieren, 

womit die Voraussetzung von Art. 79 Abs. 2 lit. a AIG erfüllt ist. 

 

Nachdem die maximal zulässige Haftdauer nicht überschritten wird sowie 

der Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des 

Gesuchsgegners abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen 

kommen kann, ist die angeordnete Haftverlängerung nicht zu beanstanden. 

Im Übrigen ist festzuhalten, dass das MIKA bisher stets bemüht war, 

Ausschaffungen so rasch wie möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA 

entgegen seiner bisherigen Gewohnheit das Beschleunigungsgebot 

verletzen, besteht die Möglichkeit, ein Haftentlassungsgesuch zu stellen. 

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftverlängerung deshalb nicht 

zu bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der 

Verhältnismässigkeit verstossen würde. Eine mildere Massnahme zur 

Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung ist – entgegen der 

Auffassung der Rechtsvertreterin des Gesuchsgegners – nicht ersichtlich. 

Wie gesehen bietet der Gesuchsgegner mit seinem Verhalten keinerlei 

Gewähr für eine ordnungsgemässe Ausreise in sein Heimatland, weshalb 

eine Meldepflicht keinesfalls zielführend wäre – wäre es dem 

Gesuchsgegner doch möglich, sich den Behörden bis zum 

Rückführungszeitpunkt zur Verfügung zu halten und trotzdem 

unterzutauchen, sobald das Rückreisedatum bekannt ist. Bezüglich der 

familiären Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche gegen 

 - 9 - 

 

 

 

eine Haftverlängerung sprechen würden. Der Gesuchsgegner macht auch 

nicht geltend, er sei nicht hafterstehungsfähig. Insgesamt sind keinerlei 

Gründe ersichtlich, welche die Verlängerung der Haft als 

unverhältnismässig erscheinen liessen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Die mit Urteil vom 26. April 2023 bestätigte amtliche Rechtsvertreterin 

bleibt im Amt und kann ihre Kostennote im Rahmen des Verfahrens 

WPR.2023.38 einreichen.  

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein 

Haftentlassungsgesuch frühestens zwei Monate nach Haftüberprüfung 

gestellt werden kann (Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist 

(§ 15 Abs. 1 EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

weitere Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (vgl. Aargauische 

Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359., Erw. I/4.3 ff.). 

Im Rahmen des rechtlichen Gehörs hat das MIKA dem Gesuchsgegner 

daher die Frage zu unterbreiten, ob er die Durchführung einer mündlichen 

Verhandlung wünscht und ob er in diesem Fall eine Präsenzverhandlung 

verlangt oder mit einer Skype-Verhandlung einverstanden ist (Urteil des 

Bundesgerichts 2C_846/2021 vom 19. November 2021) . Die Anordnung 

einer allfälligen Haftverlängerung ist dem Verwaltungsgericht spätestens 

acht Arbeitstage vor Ablauf der bewilligten Haft einzureichen. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet.  

 

 
   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 12. Juli 2023 angeordnete Verlängerung der Ausschaffungshaft 

wird bis zum 23. Januar 2024, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

 - 10 - 

 

 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich zu 

vollziehen. Für die Dauer der Befragung oder die Durchführung einer 

Haftverhandlung kann die Inhaftierung, soweit zwingend notwendig, im 

Bezirksgefängnis Aarau erfolgen. 

 

3. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

4. 

Die Rechtsvertreterin wird aufgefordert, nach Haftentlassung des 

Gesuchsgegners ihre detaillierte Kostennote im Verfahren WPR.2023.38 

einzureichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreterin, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 19. Juli 2023 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Berger Würsch