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**Case Identifier:** 4582e4de-3f3d-5fcd-818a-3609b9a66a22
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Strafkammer und Anklagekammer 08.11.2018 ST.2017.104
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_001_ST-2017-104_2018-11-08.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/5

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: ST.2017.104

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Strafkammer und Anklagekammer

Publikationsdatum: 06.08.2019

Entscheiddatum: 08.11.2018

Entscheid Kantonsgericht, 08.11.2018
Art. 140 Ziff. 2 StGB (SR 311.0). Bewaffneter Raub in Mittäterschaft 
(Kantonsgericht, Strafkammer, 8. November 2018, ST.2017.104-SK3)

Zum Sachverhalt und zur Prozessgeschichte:

 

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am 11. Oktober 2014 zusammen mit A, B und C 

einen bewaffneten Raub zum Nachteil der X Bar in Z verübt zu haben. Die Vorinstanz 

erklärte den Beschuldigten unter anderem des bewaffneten Raubes in Mittäterschaft 

schuldig. Die Strafkammer bestätigte diesen Schuldspruch. 

 

Aus den Erwägungen:

 

III.

 

Bewaffneter und bandenmässiger Raub

 

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2. c) Der Verteidiger brachte vor dem Berufungsgericht vor, dass der Beschuldigte 

unbestritten an dieser Tat, d.h. am Überfall auf die X Bar vom 11. Oktober 2014, 

beteiligt gewesen sei. Er bestreitet jedoch dessen Mittäterschaft. Es sei nicht jeder 

Tatbeitrag aller Beteiligten gleich gross gewesen. Sein Klient habe lediglich dem 

Haupttäter mitgeteilt, wann es günstig gewesen sei, den Raub zu begehen. Der 

Entschluss, die Tat auszuführen, sei zu keinem Zeitpunkt dem Beschuldigten oblegen. 

Wäre dem Haupttäter kein Zeichen gegeben worden, so sei mit an Sicherheit 

grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass dieser irgendwann trotzdem die Bar 

betreten und den Raub durchgeführt hätte. Da der Haupttäter eine Schusswaffe 

mitgeführt habe, was dem Beschuldigten nicht bekannt gewesen sei, könne auch nicht 

gesagt werden, dass der Beschuldigte Tatherrschaft gehabt habe. Schliesslich sei 

anzumerken, dass der Beschuldigte an der Planung des Raubes nicht beteiligt 

gewesen sei. Vielmehr sei der Raub hauptsächlich von B, allenfalls unter Hilfe von A,

geplant und den beiden weiteren Beteiligten lediglich mitgeteilt worden, was sie zu tun 

hätten. Es sei somit erstellt, dass sich der Beschuldigte (nur) der Beihilfe zu einem 

einfachen Raub schuldig gemacht habe.

 

d/aa) Am 12. Oktober 2014 wurde der Beschuldigte von der Kantonspolizei als 

Auskunftsperson einvernommen. Dabei hat er noch jegliche Beteiligung am Raub auf 

die X Bar am 11. Oktober 2014 abgestritten. Auf die Frage, ob er am Überfall beteiligt 

gewesen sei, antwortete er mit "Nein". Er trug stattdessen vor, dass B, welcher zur Zeit 

des Überfalls seit drei Tagen bei A übernachtet habe, diesen verübt habe.

 

Bereits einen Tag später, am 13. Oktober 2014, wurde der Beschuldigte anlässlich 

seiner Festnahme vom Untersuchungsamt als Beschuldigter einvernommen. Nun 

räumte er eine eigene Beteiligung am Raubüberfall ein. So hätten sie (Beschuldigter, B 

und C) vor dem Pub "alles abgemacht". An der polizeilichen Einvernahme vom 23. 

Oktober 2014 präzisierte der Beschuldigte, dass die letzte Absprache kurz vor dem 

Raub bei A zuhause stattgefunden habe. Sie hätten am Abend des Raubes in der 

Küche von A auch das erste Mal vom Raub gesprochen. Die Idee zum Raub habe B 

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gehabt. Alles sei sein Plan gewesen. Nach der Absprache hätten sie (Beschuldigter und 

C) B erst wieder in der Nähe der X Bar getroffen. An diesem letzten Treffpunkt sei B 

das Handy von C übergeben worden (die Übergabe des Handys bestätigte C; B 

bestätigte ebenfalls, dass er das Handy von C hatte). Später berichtigte sich der 

Beschuldigte insofern, als er nun einräumte, dass alle zusammen (B, A, C und er selbst) 

mit dem Auto an den Tatort gefahren seien. Er habe schon um 19 Uhr bei A vom 

geplanten Raub auf die X Bar erfahren, die näheren Details jedoch erst bei der Anfahrt 

zum Tatobjekt. Gemäss den Angaben von B war der Beschuldigte nicht bei der 

Entschluss- und Planfassung für die Begehung des Raubes beteiligt ("Diesbezüglich 

kam alles eher von mir und A").

 

Angesprochen auf den Raub selbst bestätigte der Beschuldigte den Vorhalt, wonach 

beim Raub darauf geachtet worden sei, dass der Überfall stattfinde, wenn die 

Serviertochter sich im Eingangsbereich aufhalte und Zigaretten beziehe ("Ja eben. C 

bestellte ja die Zigaretten […]"). B habe zu ihnen (Beschuldigter und C) gesagt, sie 

sollten anrufen, wenn sie die Zigaretten bestellt hätten. Daraufhin seien sie in die X Bar 

gegangen und hätten zu trinken bestellt. C habe dann die Zigaretten bestellt und er 

selbst (Beschuldigter) habe bei B läuten lassen. Danach sei die Serviertochter nach 

vorne gelaufen und B sei zur Tür hineingekommen. Die Handlungen habe er 

(Beschuldigter) nicht sehen können, da man von seinem Platz aus nicht in den Vorraum 

habe sehen können. Er habe aber die Hilfeschreie der Serviertochter und das Fallen 

des Münzes gehört. Als B weggerannt sei, hätten ihn zwei Gäste verfolgt und gestellt. 

Auch B selbst gab an, dass er der Serviertochter das Portemonnaie weggenommen 

habe, danach jedoch verfolgt und gestellt worden sei. Bezüglich des Deliktsgutes 

führte der Beschuldigte aus, er denke, dieses wäre durch drei geteilt (bzw. zu gleichen 

Teilen aufgeteilt) worden. Er hätte es aber nicht angenommen. Er verdiene ja selber 

Geld (auch gemäss B wäre die Beute [durch vier] geteilt worden; grundsätzlich 

bestätigte dies auch C: "Das war der Plan. Ich hätte aber sowieso nichts 

angenommen"). Vor dem Raub holte der Beschuldigte zudem bei seinem Vater ein 

Überbrückungskabel, weil das Fahrzeug nicht angesprungen ist. Das Kabel habe er A 

übergeben. Danach seien sie mit A und dessen Auto in Richtung X Bar gefahren. A sei 

an den Tatort gefahren und wieder zurück. Der Beschuldigte wiederholte, dass ihm und 

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C gesagt worden sei, sie sollten hinein in die X Bar gehen, etwas zu Trinken und 

anschliessend Zigaretten bestellen, damit B beim Automaten die Serviertochter 

überfallen könne. Dies habe A ihnen gesagt. Er (Beschuldigter) habe dann ein SMS 

aufs Handy von C schicken sollen, damit B Bescheid gewusst habe. Er habe das 

Handy zusätzlich auch noch einmal klingeln lassen. Der Plan sei genauso abgelaufen. 

C bestätigte, dass der Beschuldigte B Bescheid gegeben hat.

 

Im konkreten Fall muss von Mittäterschaft des Beschuldigten ausgegangen werden. 

Zwar ergibt sich aus dem Gesagten, dass A und B die "Hauptbeteiligten" waren (vgl. 

auch die Zugabe von B). Von diesen stammte der Plan und sie erteilten die 

Instruktionen (so ebenfalls B). Entsprechend ist dem Beschuldigten abzunehmen, dass 

er selbst nicht in die Planung involviert war. Ausschlaggebend ist vorliegend jedoch 

zunächst, dass sich der Beschuldigte – auch wenn er bei der Fassung des 

gemeinsamen Tatentschlusses nicht mitgewirkt haben mag bzw. zunächst überredet 

werden musste – in der Folge den Vorsatz der anderen Beteiligten bzw. Mittäter 

offensichtlich zu eigen gemacht hat. Sodann hat der Beschuldigte bei der Umsetzung 

des Tatplans bzw. der Ausführung der Tat auch tatsächlich mit- und in massgebender 

Weise mit den anderen Tätern zusammengewirkt. Dabei war sein konkreter Tatbeitrag

für die Aus- respektive Durchführung des geplanten Raubes wesentlich. Er ist 

gemeinsam mit den drei anderen Beteiligten zum Tatort gefahren, nachdem er zuvor 

ein Überbrückungskabel besorgt hatte, um überhaupt das Fahrzeug in Betrieb setzen 

zu können. Angekommen in der X Bar ging der Beschuldigte zusammen mit C hinein, 

bestellte etwas zu trinken und mit diesem Zigaretten, um die Serviertochter zum 

Zigarettenautomaten im Eingangsbereich zu locken und die anderen Gäste abzulenken 

bzw. vor ihnen Schutz zu haben (Zugaben des Beschuldigten; der Zigarettenautomat 

stand in einem Vorraum zwischen der Haupteingangstür und der inneren Eingangstür 

zur Bar, Aussage von D, Gastwirt der X Bar). Dabei war es in der X Bar nicht üblich, die 

Serviererin zu veranlassen, Zigaretten aus dem Automaten zu holen. Für gewöhnlich 

fragten die Gäste die Serviertochter nach einem Jeton oder Münz und holen dann die 

Zigaretten selbst (Angaben der Serviertochter, welche anfügte, in dieser Bar sei es ihr 

ansonsten noch nie passiert, dass Gäste sie geschickt hätten, um die Zigaretten zu 

bringen). Als die Serviertochter dann beim Automaten war, kontaktierte der 

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Beschuldigte B auf dem Handy, damit dieser sie im entsprechend günstigen Moment 

weitgehend ungestört überfallen konnte. Ohne die genannten Beiträge des 

Beschuldigten wäre dies so nicht möglich gewesen. B konnte der Serviertochter in der 

Folge denn auch das Portemonnaie entreissen und zunächst fliehen.

 

Dagegen ist unerheblich, ob B den Raub auch bei Ausbleiben des SMS des 

Beschuldigten ausgeführt hätte (Vorbringen des Verteidigers). Im Lichte der zitierten 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist beim vorliegend massgebenden Mitwirken 

des Beschuldigten bei der Raubausführung ebenfalls nicht von Relevanz, dass der 

Raub hauptsächlich von B bzw. A geplant wurde. Dass der Beschuldigte bei der 

Fassung des gemeinsamen Tatentschlusses mitgewirkt hat bzw. ob ihm der Entschluss 

zur Tatausführung oblag, ist entgegen der Ansicht des Verteidigers nicht erforderlich, 

nachdem er sich später den Vorsatz der anderen zu eigen gemacht hat. Schliesslich ist 

für das Vorliegen von Mittäterschaft weiter von Belang, dass vorgesehen war, die 

Beute bzw. das Deliktsgut unter den Tätern aufzuteilen. Es ist nicht glaubhaft, dass der 

Beschuldigte vom Raubgut nichts angenommen hätte. Unter diesen Umständen ist der 

Beschuldigte als Mittäter und nicht als blosser Gehilfe zu qualifizieren. Im Übrigen kann 

auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden.

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