# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa70e9e4-19be-57ad-b468-6a1301e4f6c7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.06.2010 D-1158/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1158-2008_2010-06-21.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1158/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 
Richterin Regula Schenker Senn, 
Richter Gérard Scherrer, 
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

A._______, geboren X._______,
Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
23. Januar 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1158/2008

Sachverhalt:

A.  
Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer, ein srilanki-
scher Staatsangehöriger tamilischer Ethnie aus B._______, Nordpro-
vinz, mit letztem Wohnsitz in C._______ respektive D._______ seinen 
Heimatstaat am (...) auf dem Luftweg. Über K._______ und L._______ 
sei er am 15. Oktober 2007 unter Umgehung der Grenzkontrolle in die 
Schweiz  gelangt.  Am  gleichen  Tag  stellte  er  im  J._______  ein 
Asylgesuch, wo am 1. November 2007 die Kurzbefragung stattfand.

Am 8. November  2007 wurde dem Beschwerdeführer  das  rechtliche 
Gehör  zum  Umstand  gewährt,  dass  er  gemäss  einer  Auskunft  der 
Behörden von O._______ vom (...)  unter  seinen Personalien bei  der 
Botschaft  der  O._______ in  D._______ am Z._______ einen Antrag 
auf  Erteilung  eines  Visums  gestellt  und  dabei  einen  srilankischen 
Reisepass  vorgelegt  habe,  wobei  es  jedoch  nicht  zur  Ausstellung 
eines Visums gekommen sei. Der Beschwerdeführer bestritt in diesem 
Zusammenhang,  je  einen Pass beantragt  und bekommen zu haben. 
Vielleicht  habe  eine  andere  Person  auf  seinen  Namen  einen  Pass 
beantragt. Auch wisse er nichts von einem Visumsantrag.

Am  13.  und  20.  November  2007  wurde  der  Beschwerdeführer  vom 
BFM zu  seinen  Asylgründen  angehört.  Zur  Begründung  seines  Ge-
suchs führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, seit (...) mit 
seiner  Familie  in  E._______  im Bezirk  C._______  gelebt  zu  haben. 
Seit  Beginn  des  Jahres  (...)  habe  er  bei  seinem Vater  im  (...)  eine 
Anlehre als (...) gemacht, wobei der Y._______ sein letzter Arbeitstag 
im  Salon  gewesen  sei.  Nach  Abschluss  des  Friedensabkommens 
zwischen der srilankischen Regierung und den P._______ hätten sie 
vom (...)  finanzielle  Unterstützung  für  die  Durchführung  von  Festen 
geleistet  und  bei  der  Dekoration  mitgeholfen.  In  den  folgenden  drei 
Jahren habe er die von den F._______ über den Frieden gedruckten 
Bücher  der  Bevölkerung  zu  erklären  versucht  und  allgemein  den 
Tamilen  geholfen.  Nachdem  im  Dezember  2005  das 
Friedensabkommen  etwas  wackelig  geworden  sei,  habe  die 
„Intelligence  Group“  der  srilankischen  Armee  (IG-SLA)  begonnen, 
Leute, die früher die P._______ unterstützt beziehungsweise bei dieser 
mitgemacht hätten, zu suchen und umzubringen. Am (...)  seien zwei 
Mitglieder der IG-SLA von Unbekannten umgebracht worden, worauf 
das ganze Dorf von der SLA umzingelt worden sei und diese Razzien 

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durchgeführt habe. Am (...) sei er von der IG-SLA im (...) des Vaters 
festgenommen  und  in  deren  Camp,  das  sich  in  der  Nähe  eines 
Buddhistentempels  befunden  habe,  gebracht  worden. Man habe  ihn 
während einer Woche festgehalten, verhört  und misshandelt. Die IG-
SLA habe ihn beschuldigt, die P._______ unterstützt zu haben, was er 
jedoch  verneint  habe.  Er  habe  lediglich  während  der  Zeit  des 
Friedensabkommens anlässlich  der  durchgeführten Festtage die von 
den P._______ ersuchte Unterstützung zur Durchführung dieser Feste 
geleistet. Man habe ihm jedoch nicht geglaubt und ihm während der 
Haft seine Identitätskarte abgenommen. Diese habe er bei seiner Haft-
entlassung am (...) nicht wieder erhalten. Er sei danach nach Hause 
gegangen und habe sich in der Folge dort aufgehalten. Zwei Wochen 
später  seien  drei  Personen  in  einem  weissen  Fahrzeug  bei  ihnen 
erschienen  und  hätten  sich  nach  ihm  erkundigt.  Da  viele  Personen 
anwesend  gewesen  seien  und  seine  Mutter  diese  auf  die  Sicher-
heitsleute aufmerksam gemacht habe, hätten sich die Sicherheitsleute 
unverrichteter  Dinge  wieder  entfernt.  Aus  Angst  vor  einer  erneuten 
Festnahme  habe  er  sich  danach  zu  seiner  Tante  nach  G._______ 
begeben,  wo  er  sich  versteckt  habe.  Am  (...)  sei  sein  Freund 
H._______ entführt und umgebracht worden. Dieser habe ebenfalls als 
(...) gearbeitet und sich in Friedenszeiten für die P._______ engagiert. 
Weiter seien am (...) zwei seiner Freunde umgebracht worden und am 
(...) sei eine Mine explodiert, worauf die Sicherheitskräfte bei ihnen zu 
Hause erschienen seien und das Haus durchsucht hätten. Auch nach 
der  Ermordung  seiner  Freunde  im  (...)  sei  er  gesucht  worden. 
Schliesslich habe er in Ermangelung von Lebensmöglichkeiten in Sri 
Lanka  beschlossen,  seine  Heimat  zu  verlassen.  Für  die  weiteren 
Ausführungen des Beschwerdeführers wird, soweit wesentlich, auf die 
Akten verwiesen.

Mit Verfügung vom 6. Dezember 2007 wurde der Beschwerdeführer für 
den Aufenthalt während des Asylverfahrens dem Kanton I._______ zu-
gewiesen.

B.
Mit Verfügung vom 23. Januar 2007 (recte: 2008) - frühestens eröffnet 
am 24. Januar 2008 - lehnte das BFM das Asylbegehren ab und ord-
nete  gleichzeitig  die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  aus  der 
Schweiz und den Vollzug an. Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung 
im Wesentlichen damit,  dass die Schilderungen des Beschwerdefüh-
rers die Anforderungen von Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 

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(AsylG, SR 142.31) an die Glaubhaftigkeit nicht erfüllten, weshalb de-
ren Asylrelevanz nicht geprüft  werden müsse. Ferner sei der Vollzug 
der Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich zu erachten. 

C.
Mit Eingabe vom 23. Februar 2008 beantragte der Beschwerdeführer 
die  Aufhebung der  vorinstanzlichen Verfügung,  die  Zuerkennung der 
Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl. Es sei festzustel-
len,  dass  der  Wegweisungsvollzug  unzulässig,  unzumutbar  und  un-
möglich sei, und es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In pro-
zessualer  Hinsicht  sei  die  unentgeltliche  Prozessführung  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren und von der 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  sei  abzusehen. Auf  die  Begrün-
dung wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegan-
gen.

D.
Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters vom 28. Februar 2008 
wurde  dem  Beschwerdeführer  mitgeteilt,  dass  er  den  Ausgang  des 
Verfahrens in der Schweiz abwarten könne. Die Beurteilung des Ge-
suchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  gemäss 
Art. 65 Abs. 1  VwVG wurde auf  einen späteren Zeitpunkt  verwiesen 
und  gleichzeitig  antragsgemäss  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses verzichtet. Die Vorinstanz wurde in Anwendung von Art. 57 
VwVG zu einem Schriftenwechsel eingeladen.

E.
In ihrer Vernehmlassung vom 5. März 2008 beantragte die Vorinstanz 
die Abweisung der Beschwerde.

F.
Mit Zwischenverfügung vom 12. März 2008 wurde dem Beschwerde-
führer  die  vorinstanzliche Vernehmlassung zur  Stellungnahme unter-
breitet. Der  Beschwerdeführer  liess  die ihm eingeräumte Frist  unbe-
nutzt verstreichen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

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1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört 
zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnah-
me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwal tungs-
gericht  ist  daher  zuständig für  die  Beurteilung der  vorliegenden Be-
schwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig 
(Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist  durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise  Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einrei-
chung der Beschwerde legitimiert  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG 
und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist  
einzutreten.

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

2.  
2.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt  
wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu 
einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tra-
gen (Art. 3 AsylG).

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 

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die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

3.
3.1 Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihres  ablehnenden  Ent-
scheids im Wesentlichen aus, die Vorbringen des Beschwerdeführers 
würden klare Widersprüche enthalten, so hinsichtlich des Zeitpunktes, 
bis  zu welchem er im (...)  seines Vaters gearbeitet  habe (wobei  der 
Beschwerdeführer  entsprechende  unstimmige  Ausführungen 
anlässlich  der  Befragung  im  J._______  widerrufen  habe),  seines 
Eingeständnisses  gegenüber  der  SLA,  wonach  er  die  P._______  in 
Friedenszeiten unterstützt habe, der Umstände der Suche nach seiner 
Person im Anschluss an die Freilassung respektive im Anschluss an 
die  vorgebrachte  Ermordung  von  zwei  Freunden,  der  Durchführung 
einer Hausdurchsuchung, des Zeitpunktes der Explosion einer Mine im 
(...) sowie bezüglich der Person, bei welcher er in D._______ vor sei -
ner Ausreise logiert habe. Ferner hätte der Beschwerdeführer, wenn er 
tatsächlich kurz vor der erneuten behördlichen Suche im (...) inhaftiert 
und dabei  misshandelt  worden wäre,  aus  Furcht  vor  einer  erneuten 
Festnahme  erwartungsgemäss  spätestens  das  Haus  verlassen, 
nachdem  er  dort  wieder  gesucht  worden  sei,  und  wäre  nicht  bis 
Anfang (...) dort geblieben. Ein solches Verhalten sei als realitätsfremd 
und daher  als  unglaubhaft  zu  qualifizieren. Es  sei  auch  nicht  nach-
vollziehbar,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  in  der  Folge  während 
zirka (...)  Monaten,  bis  Anfang (...),  lediglich zwei  Kilometer  entfernt 
vom  Elternhaus  bei  der  (...)  aufgehalten  habe,  wenn  er  von  den 
Behörden gesucht worden wäre und er davon Kenntnis gehabt hätte, 
da die Behörden erfahrungsgemäss zuerst bei Familie und Verwandten 
nach  Personen  suchten,  derer  sie  habhaft  werden  möchten.  Seine 
Erklärung,  wonach  es  die  Behörden  nicht  gewusst  und  nicht 
herausgefunden  hätten,  sei  angesichts  der  geltend  gemachten 
Verfolgung  durch  die  IG-SLA  offensichtlich  unbehelflich.  Ferner  sei 
unter  diesen  Umständen  nicht  einzusehen,  weshalb  der  Beschwer-
deführer während dieser Zeit mehrmals nach Hause gegangen sei und 
dort  übernachtet  habe,  selbst  noch  nachdem dort  -  gemäss  wider-
sprüchlichen Angaben - eine Hausdurchsuchung stattgefunden haben 
soll. Ferner sei die Erklärung des Beschwerdeführers, er sei nach ei -
ner Woche beziehungsweise fünf Tagen freigelassen worden, weil es 
bei seiner Festnahme viele Zeugen gegeben habe, nicht überzeugend 

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und entspreche nicht  dem Vorgehen der  srilankischen Behörden bei 
Untersuchungsmassnahmen. Ebenso erfahrungswidrig  sei  die  Vorge-
hensweise der Sicherheitskräfte zu werten, wonach diese in der Ab-
sicht, den Beschwerdeführer zu verhaften, unverrichteter Dinge wieder 
abgezogen seien, bloss weil viele Personen anwesend gewesen res-
pektive herbeigeeilt seien. Im Weiteren sei es als sehr unwahrschein-
lich zu erachten, dass es ihm gelungen sei, ohne Passierschein und 
unter  Umgehung  sämtlicher  Checkpoints  von  C._______  nach 
D._______ zu gelangen, ohne dabei jemals kontrolliert worden zu sein. 
Zudem  hätte  der  Beschwerdeführer  während  dieser  Reise 
erwartungsgemäss  die  abgegebenen  Ausweiskopien  sowie  den 
Studentenausweis  nicht  mit  sich  geführt,  wenn  er  tatsächlich  davon 
ausgegangen  wäre,  dass  die  SLA  nach  ihm suche. Auch  seien  die 
Angaben zur Reise von D._______ in die Schweiz als unsubstanziiert  
und erfahrungswidrig zu bezeichnen. So hätte der Beschwerdeführer 
beispielsweise wissen müssen, was für ein Reisedokument für  diese 
Reise verwendet worden sei und auf welche Identität dieses gelautet 
habe.

Bei  den  vom Beschwerdeführer  eingereichten  Dokumenten  -  soweit 
ihn diese überhaupt persönlich betreffen würden - handle es sich le-
diglich um Kopien, welche naturgemäss ohne Beweiswert bleiben wür-
den. Zudem könnten auch Originale solcher nichtamtlicher Dokumente 
bekanntermassen  leicht  käuflich  erworben  oder  durch  Gefälligkeiten 
erhältlich gemacht werden. Überdies decke sich der Inhalt des Schrei-
bens  des  Parlamentariers  (...)  vom (...)  nicht  mit  den  Angaben  des 
Beschwerdeführers,  so  hinsichtlich  des  Datums  dessen  Festnahme. 
Auch werde in diesem Schreiben lediglich darüber berichtet, dass der 
Beschwerdeführer  nach  diesem  Ereignis  gesucht  worden  sei;  eine 
durchgeführte  Festnahme  und  Inhaftierung  werde  nicht  erwähnt, 
obwohl  dieser  erklärt  habe,  sein  Vater  habe  dieses  Bestätigungs-
schreiben organisiert.

Es könne daher über den Ursprung der Narben am Körper  des Be-
schwerdeführers nur spekuliert  werden. Zwar sei  nicht  auszuschlies-
sen,  dass  er  von  srilankischen  Sicherheitskräften  im  Rahmen  einer 
Razzia kurzzeitig festgehalten und befragt worden sei, wobei es dabei 
von Seiten der Sicherheitskräfte erfahrungsgemäss auch zu Gewaltan-
wendungen kommen könne. Der Beschwerdeführer sei jedoch nicht in 
der Lage gewesen, die angeblich (...) Tage dauernde Inhaftierung auch 
nur ansatzweise substanziiert und lebensnah zu schildern. Ebenso sei 

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der angeführte Grund für seine Entlassung nicht  glaubhaft. Vielmehr 
müsse  zwingend  davon  ausgegangen  werden,  dass  er,  wäre  er 
tatsächlich  vorübergehend  festgenommen  und  befragt  worden,  von 
den Sicherheitskräften deshalb  wieder  freigelassen worden  sei,  weil 
diese zum Schluss gekommen seien, er sei für sie nicht von Interesse.

Anlässlich  der  Befragung  im J._______  habe  der  Beschwerdeführer 
angegeben, nie einen Reisepass besessen oder beantragt zu haben. 
Mit  dem  Abklärungsergebnis  des  BFM  konfrontiert,  habe  er  im 
Verlaufe  des  Verfahrens  unterschiedliche  Erklärungsversuche 
abgegeben, die jedoch als blosse Ausflüchte zu qualifizieren seien und 
das  Vorhandensein  eines  eigenen  Reisepasses  verschleiern  sollten. 
Angesichts  dieser  Sachlage  sowie  der  insgesamt  unglaubhaft 
Aussagen zu den Reiseumständen sei mithin davon auszugehen, dass 
der  Beschwerdeführer  für  die  Ausreise  aus  dem  Heimatstaat  einen 
eigenen  Reisepass  verwendet  habe  und  -  angesichts  der 
Unglaubhaftigkeit  seiner  Asylvorbringen  -  auch  im  Besitz  einer 
Identitätskarte  sei,  welche  er  dem BFM aber  vorenthalte,  um  seine 
Vorbringen glaubhafter erscheinen zu lassen und/oder seine Identität 
nicht offenlegen zu müssen.

3.2 Demgegenüber hielt der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmittel -
eingabe zunächst an seinen bisherigen Sachverhaltsdarstellungen fest 
und führte ergänzend an, es habe sich hinsichtlich der Festnahme zwi-
schen seinen beiden Befragungen ein Widerspruch ergeben. In der Tat 
sei  es  ihm sehr  schwer  gefallen,  über  seine  Foltererlebnisse  genau 
Auskunft zu erteilen. Er habe im ersten Teil der Anhörung angeführt,  
dass er Aussagen bei den srilankischen Behörden gemacht habe, und 
im zweiten Teil der Anhörung habe er angegeben, dass er praktisch 
nichts gesagt habe. Ferner sei bezüglich der vorinstanzlichen Spekula-
tion zur Herkunft seiner Narben festzuhalten, dass er seine bisherigen 
Ausführungen in  diesem Zusammenhang nur  wiederholen  könne. Er 
sei im Rahmen von Razzien festgenommen und gefoltert worden. Die 
Narben auf seinem Körper würden von dieser Folter herrühren. Er sei 
auf Wunsch des Gerichts jederzeit bereit, sich diesbezüglich weiteren 
Abklärungen durch Fachpersonen zu unterziehen. Weiter lege er zur 
Untermauerung  seiner  Aussagen  die  Registrierkarte  der  Human 
Rights Commission of Sri Lanka (HRC) ins Recht. Unter der aufgeführ-
ten Nummer sei seine Verhaftung und seine Folter von der HRC aufge-
nommen worden. 

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Dass er sich nach seiner Freilassung - aus Sicht des BFM in unlogi-
scher Weise - noch zu Hause aufgehalten habe, habe damit zu tun, 
dass er keine andere Möglichkeit gehabt habe, als sich im Umfeld sei -
ner Familie aufzuhalten. Auch wenn die Vorinstanz von der Nieder las-
sungsfreiheit  spreche,  entspreche dies  in  keiner  Art  und  Weise  den 
Tatsachen. Hinsichtlich seiner weiteren Angaben betreffend die Suche 
nach seiner Person beziehungsweise die laufende Kontrolle der Polizei 
verweise  er  auf  seine  Aussagen. Dass es  dabei  zu  teilweise wider-
sprüchlichen  Aussagen  gekommen sei,  bestreite  er  nicht;  es  sei  je-
doch für ihn sehr schwer gewesen, diese Ereignisse in einem chrono-
logischen Ablauf zu erzählen, da viele dieser Erlebnisse mit Angst ver -
bunden seien und diese daher auch nicht chronologisch in seinem Ge-
dächtnis gespeichert worden seien.

Was seine Ausreise betreffe, so sei er von einem Schlepper, der sei-
nen  Vater  kenne,  begleitet  worden. Der  Schlepper  habe  für  ihn  ge-
fälschte Papiere mitgeführt, welche ihn als dessen Sohn ausgewiesen 
hätten. Er besitze keinen Pass und habe niemals einen besessen. Hin-
sichtlich seines angeblichen Passantrages verweise er auf seine Aus-
sagen.

3.3 Die Vorinstanz führte in ihrer Vernehmlassung vom 5. März 2008 
an,  die  Beschwerdeschrift  enthalte  keine neuen Tatsachen oder  Be-
weismittel, welche eine Änderung des vorinstanzlichen Standpunktes 
zu bewirken vermöchten. Ferner habe, wie schon die bereits früher zur 
Untermauerung der geltend gemachten Asylgründe eingereichten Un-
terlagen des Beschwerdeführers, auch die eingereichte Registrierkarte 
der  HRC  keinen  Beweiswert,  weil  es  sich  lediglich  um  eine  Kopie 
handle und daraus die Identität der Person mit der betreffenden Fall-
Nummer nicht hervorgehe. Zudem sei darauf hinzuweisen, dass auch 
die Identität des Beschwerdeführers selbst bis dato nicht zweifelsfrei  
feststehe,  da  er  kein  rechtsgenügliches  Identitäts-  oder  Reisedoku-
ment gemäss Art. 1 Bst. b und c der Asylverordnung 1 vom 11. August 
1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311)  zu den Akten ge-
geben habe.

3.4 In  casu führt  eine Gesamtbeurteilung aller  Elemente der Glaub-
haftmachung  zur  Überzeugung,  dass  die  Schilderungen  des  Be-
schwerdeführers hinsichtlich der angeführten Inhaftierung im (...) und 
der  dabei  erlittenen  Folter,  der  weiteren  Vorgehensweise  der  SLA 
respektive der Suche derselben nach seiner Person im Nachgang zu 

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seiner Entlassung sowie weiterer wesentlicher Punkte der vorgebrach-
ten Asylbegründung, so beispielsweise bezüglich des Verhaltens des 
Beschwerdeführers nach seiner Entlassung und der Chronologie der 
behördlichen  Suche  als  überwiegend  unglaubhaft  zu  erachten  sind, 
weshalb  sie  den  gemäss  Art.  7  AsylG  reduzierten  Beweisanfor-
derungen nicht genügen. Dem Beschwerdeführer gelingt es weder im 
vorinstanzlichen Verfahren noch in seiner Rechtsmitteleingabe, seinen 
Schilderungen die nötige Substanz und Dichte zu verleihen, die auf ei -
nen tatsächlich erlebten Sachverhalt schliessen lassen könnten. In den 
Vorbringen jedes effektiv Verfolgten lassen sich hinsichtlich der ange-
führten  Verfolgungssituation  respektive  der  erlebten  Geschehnisse 
erfahrungsgemäss zahlreiche Realkennzeichen (so insbesondere De-
tailreichtum  der  Schilderung,  freies  assoziatives  Erzählen,  Interak-
tionsschilderung sowie inhaltliche Besonderheiten) finden. Die diesbe-
züglichen  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  wirken  jedoch  in  ihrer 
Gesamtheit aufgrund der zahlreichen Widersprüche, der realitätsfrem-
den und unsubstanziierten Ausführungen aufgesetzt  und konstruiert, 
lassen  somit  überwiegend  Realkennzeichen  vermissen,  weshalb  da-
von auszugehen ist,  dass er einen nicht  selber erlebten Sachverhalt 
als  Asylbegründung  vorgetragen  hat  und  somit  seine  Schilderungen 
nicht geglaubt werden können.

Dem Beschwerdeführer gelingt es trotz der auf Beschwerdeebene ge-
machten Ausführungen und Entgegnungen nicht,  die von der Vorins-
tanz  im  angefochtenen  Entscheid  aufgezeigten  Unstimmigkeiten  im 
Sachverhaltsvortrag  plausibel  aufzulösen.  Soweit  er  den  hinsichtlich 
der Festnahme aufgezeigten Widerspruch zwischen seinen beiden An-
hörungen vom 13. und 20. November 2007 eingesteht und diesen of-
fenbar dadurch zu erklären versucht, dass es ihm sehr schwer gefallen 
sei, über seine Foltererlebnisse genau Auskunft zu erteilen, ist entge-
genzuhalten, dass der in Frage stehende Widerspruch im Zusammen-
hang mit der Festnahme keine Foltererlebnisse als solche betrifft und 
auch die übrigen von der Vorinstanz zu Recht und mit zutreffender Be-
gründung erwogenen Widersprüche, zu welchen der Beschwerdefüh-
rer in seiner Rechtsmitteleingabe keine konkreten Entgegnungen vor-
bringt, in keinem Zusammenhang mit irgendwelchen Foltererlebnissen 
stehen, weshalb dieser Einwand als unbehelflich zu qualifizieren ist.

Ferner vermag der weitere Einwand des Beschwerdeführers, wonach 
er sich nach seiner Freilassung in Ermangelung einer anderen Mög-
lichkeit trotz behördlicher Suche noch zu Hause aufgehalten habe, in 

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keiner Art und Weise zu überzeugen. So hätte der Beschwerdeführer 
durch ein solches Verhalten eine erneute Festnahme geradezu provo-
ziert, zumal es in der Tat als realitätsfremd zu erachten ist, dass sich 
die  SLA  durch  die  blosse  Anwesenheit  von  vielen  (herbeieilenden) 
Personen von einer Festnahme hätte abhalten lassen. 

Soweit  der  Beschwerdeführer  hinsichtlich  seiner  weiteren  Aussagen 
betreffend die Suche nach seiner Person beziehungsweise die laufen-
de Kontrolle der Polizei auf seine bisherigen Angaben verweist und da-
bei nicht bestreitet, dass es zu teilweise widersprüchlichen Aussagen 
gekommen sei, diese mit Angst verbundenen Ereignisse jedoch nicht 
chronologisch  in  seinem Gedächtnis  gespeichert  worden seien,  ver-
mögen diese Einwände ebenfalls nicht  zu überzeugen. So versuchte 
er  anlässlich der Bundesbefragung auf  Vorhalt  zu verschiedenen wi-
dersprüchlichen  Ausführungen  diese  wenig  überzeugend  mit 
Erinnerungslücken oder Vermutungen zu erklären oder antwortete auf 
diesbezügliche  Fragen  überhaupt  nicht  (vgl.  act  A14/29,  S.  24  ff.). 
Demgegenüber  will  sich  nun  der  Beschwerdeführer  angesichts  der 
entsprechenden Ausführungen in der Beschwerdeschrift  zwar an die 
fraglichen Ereignisse erinnern, diese jedoch nicht mehr in die richtige 
Chronologie  einordnen  können.  Diesbezüglich  ist  festzuhalten,  dass 
ein Asylbewerber grundsätzlich nur eigene Erlebnisse zu schildern hat 
und nicht komplizierte theoretische oder abstrakte Erörterungen anzu-
stellen  braucht.  Da  lediglich  selber  Erlebtes  wiederzugeben  ist,  darf  
mit  Fug erwartet  werden,  dass der  Sachverhalt  in  den wesentlichen 
Zügen wiederholt übereinstimmend wiedergegeben werden kann - so 
auch in seiner Chronologie - und es sich überdies bei  den vom Be-
schwerdeführer  geschilderten  Sachverhaltselementen  um  einschnei-
dende  Ereignisse  handelt,  die  erfahrungsgemäss  besonders  gut  im 
Gedächtnis haften bleiben.

Betreffend seine Ausreise bringt der Beschwerdeführer vor, er sei von 
einem  Schlepper  begleitet  worden.  Der  Schlepper  habe  für  ihn  ge-
fälschte Papiere mitgeführt, welche ihn als dessen Sohn ausgewiesen 
hätten, wobei er nicht wisse, unter welcher Identität er gereist sei. Hin-
sichtlich der Beurteilung der Glaubhaftigkeit  zu den Reiseumständen 
ist  es aber als überwiegend unwahrscheinlich zu erachten,  dass der 
Beschwerdeführer den im Pass aufgeführten Namen nicht gekannt ha-
ben soll, zumal er dadurch bei der Ausreise ein erhebliches Risiko der 
Entdeckung eingegangen wäre,  hätte er  doch keine Auskunft  geben 
können, falls ihn einer der kontrollierenden Beamten bei der Ausreise 

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nur schon nach seinem Namen gefragt hätte (vgl. act. A1/10, S. 7). So 
muss die betroffene Person, welche - wie vorliegend geltend gemacht - 
insbesondere über einen internationalen Flughafen unbehelligt ausrei-
sen oder weiterreisen will, gewisse Verhaltensregeln beherrschen und 
Kenntnisse  über  abgegebene Reisepapiere  besitzen,  um die  Gefahr 
einer Entdeckung möglichst gering zu halten.

Weiter  widersprechen  die  Auskünfte  der  Behörden  von  O._______ 
vom (...)  betreffend den vom Beschwerdeführer gestellten Antrag auf 
Erteilung eines Visums bei der Botschaft der O._______ in D._______ 
am  Z._______,  wobei  dieser  im  Besitz  eines  srilankischen 
Reisepasses  gewesen  sei,  den  im  Verlaufe  des  Asylverfahrens 
wiederholt  vorgebrachten  Beteuerungen  des  Beschwerdeführers, 
wonach er keinen Pass besitze und niemals einen besessen habe. Es 
ist  daher angesichts dieser Erkenntnisse und der als unglaubhaft  zu 
erachtenden Schilderungen der Ausreiseumstände mit der Vorinstanz 
einig  zu  gehen,  dass  vorliegend  der  Beschwerdeführer  den  Besitz 
eines  Reisepasses  und  mithin  auch  einer  Identitätskarte  den 
schweizerischen  Asylbehörden  verschleiern  will.  Es  ist  denn  auch 
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer auf legalem Weg und 
durch Verwendung dieses Reisepasses seine Heimat verliess.

Da  der  Beschwerdeführer  den  übrigen,  im  angefochtenen  BFM-Ent-
scheid zahlreich aufgeführten Unstimmigkeiten nichts  Konkretes ent-
gegenhält, kann zur Vermeidung von Wiederholungen auf die entspre-
chenden  Ausführungen  in  der  vorinstanzlichen  Verfügung  verwiesen 
werden. Dies gilt insbesondere auch für die von der Vorinstanz ange-
stellten Überlegungen bezüglich des möglichen Ursprungs der Narben 
am Körper des Beschwerdeführers. In diesem Zusammenhang gilt es 
mit Nachdruck festzuhalten, dass angesichts seiner als unglaubhaft zu 
erachtenden Ausführungen zum Ursprung dieser Narben, sich der Be-
schwerdeführer dieselben in einem anderen, asylirrelevanten Zusam-
menhang zugezogen haben muss.

An obiger Einschätzung vermag auch die vom Beschwerdeführer ein-
gereichte Registrierkarte der HRC, wo unter der aufgeführten Nummer 
seine Verhaftung und seine Folter von der HRC aufgenommen worden 
sei,  nichts  zu  ändern.  So  vermag  dieses  Dokument  vorliegend  zur 
Stützung der Vorbringen des Beschwerdeführers keinerlei Beweiskraft 
zu entfalten, da es einerseits lediglich als Kopie vorliegt und anderer-
seits daraus beziehungsweise aus der aufgeführten Nummer - wie die 

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Vorinstanz in zutreffender Weise bereits festhielt - die Identität der Per-
son mit der betreffenden Fall-Nummer in der Tat nicht hervorgeht.

Angesichts  der  vorstehenden  Ausführungen  ist  zusammenfassend 
festzustellen,  das  die  Verfolgungsvorbringen  des  Beschwerdeführers 
insgesamt als nicht asylrelevant respektive unglaubhaft  zu qualifizie-
ren sind. Die von ihm geäusserte Furcht, bei einer Rückkehr nach Sri  
Lanka aus den geltend gemachten Gründen einer zukünftigen, asylre-
levanten Verfolgung ausgesetzt zu sein, erscheint daher als unbegrün-
det.

3.5 Bei dieser Sachlage und in Würdigung der gesamten Umstände ist 
festzustellen, dass der Beschwerdeführer die Voraussetzungen zur Zu-
erkennung der Flüchtlingseigenschaft  nicht erfüllt. Die Vorinstanz hat 
daher das Asylbegehren zu Recht abgelehnt, weshalb es sich erübrigt,  
auf die weiteren Vorbringen näher einzugehen.

4.  
4.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

4.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine ausländerrechtli-
che  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-
zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

5.
5.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

5.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

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So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4.  No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

5.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwer-
deführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art.  5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr  des 
Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen  würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien, 
Urteil  vom 28. Februar  2008,  Beschwerde Nr. 37201/06,  §§ 124 bis 
127, mit weiteren Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssi-
tuation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeit-
punkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem  Gesagten  ist  der 

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Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völ-
kerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

5.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  -  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

Das Bundesverwaltungsgericht hat in BVGE 2008/2 (E. 7) eine umfas-
sende Beurteilung der Situation in Sri Lanka vorgenommen. Es hat da-
bei unter anderem festgestellt, dass die Rückschaffung abgewiesener 
Asylgesuchsteller  aus  Sri  Lanka  in  die  Nordprovinz  (Distrikte  Kil li-
nochchi,  Mannar,  Vavuniya,  Mullaitivu  und  Jaffna)  und  in  die  Ost-
provinz (Distrikte Trincomalee, Batticaloa und Ampara) angesichts der 
dort  herrschenden allgemeinen Lage unzumutbar ist. Bei rückkehren-
den Tamilen, die aus der Nord- oder Ostprovinz stammen, kann zudem 
nicht mehr von der generellen Zumutbarkeit der Inanspruchnahme ei-
ner innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im Süden des Landes, na-
mentlich  im  Grossraum  Colombo,  ausgegangen  werden.  Damit  die 
Rückkehr abgewiesener tamilischer Asylsuchender in den Grossraum 
Colombo  als  zumutbar  qualifiziert  werden  kann,  bedarf  es  dem  er -
wähnten  Grundsatzurteil  zufolge  besonders  begünstigender,  das 
heisst positiver individueller Umstände wie namentlich ein tragfähiges 
Familien- oder sonstiges Beziehungsnetz, die konkrete Möglichkeit der 
Sicherung des Existenzminimums und eine gesicherte Wohnsituation.

Seit Erlass des vorstehend zitierten Grundsatzurteils haben die Behör-
den -  namentlich  im Grossraum Colombo -  die  Sicherheitsmassnah-
men auch nach der Niederlage der LTTE nicht gelockert. Das Risiko, 
als Tamile willkürlichen Verhaftungen und Ausweisungen ausgesetzt zu 
sein, ist unverändert hoch. Ausserdem haben die Behörden in Bezug 
auf Personen tamilischer Ethnie offenbar neue Formen der Registrie-
rung eingeführt, da namentlich aus dem Norden und Osten zugezoge-
ne  Tamilen  in  Colombo  als  ernsthaftes  Sicherheitsrisiko  angesehen 
werden  (vgl.  dazu  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E-
8381/2007 vom 21. April 2009, E. 9.2.2). Auch nach dem militärischen 
Sieg über die tamilischen Rebellen im Mai 2009 ist nicht klar, ob der 

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seit rund 26 Jahren schwelende Bürgerkrieg damit tatsächlich zu Ende 
ist. Ebenfalls offen ist die Frage, was der militärische Sieg der Regie-
rung für die Tamilen konkret bedeutet und wie sich die allgemeine Si-
cherheits- und Menschenrechtslage in Sri Lanka in Zukunft entwickeln 
wird.

Der  Beschwerdeführer  stammt  eigenen  Angaben  zufolge  aus  dem 
Distrikt  M._______ und hatte seinen letzten Wohnsitz  in  C._______. 
Diese Sachverhaltselemente wurden vom BFM trotz fehlender, rechts-
genüglicher Identitätspapiere nicht angezweifelt, weshalb die Herkunft 
des Beschwerdeführers aus dem Norden Sri Lankas als erstellt zu er-
achten ist. Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist der Vollzug der 
Wegweisung in dieses Gebiet nach wie vor als unzumutbar zu qualifi-
zieren.  Somit  bleibt  zu  prüfen,  ob  es  dem  Beschwerdeführer  zuzu-
muten  ist,  sich  in  einer  anderen  Region  seines  Heimatlandes  -  na-
mentlich im Grossraum Colombo - niederzulassen.

Wie oben in E. 3.4 festgehalten, muss vorliegend aufgrund der als un-
glaubhaft zu erachtenden Schilderungen - insbesondere auch der Aus-
reiseumstände - davon ausgegangen werden, dass der Beschwerde-
führer auf legalem Weg und durch Verwendung eines auf seinen Na-
men ausgestellten Reisepasses seine Heimat über den Flughafen in 
Colombo verliess. Bei der Beurteilung eines tragfähigen Beziehungs-
netzes  und  einer  längerfristig  gesicherten  Unterkunft  in  der  Region 
Colombo ist in casu zusätzlich zu berücksichtigen, dass der Beschwer-
deführer - nebst den unglaubhaften Schilderungen zu seinem Asylge-
such und den Ausreiseumständen -  auch hinsichtlich  seines Aufent-
haltsortes  in  D._______  und  dem  dortigen  Beziehungsnetz  wider-
sprüchliche Aussagen machte, was berechtigte Zweifel am angeblich 
fehlenden  tragfähigen  Beziehungsnetz  und  am  Nichtbestehen  einer 
längerfristig  gesicherten  Unterkunft  aufkommen  lässt.  So  will  er 
einerseits  bei  einem  Freund  seines  Vaters  logiert  haben  (vgl.  act. 
A1/10, S. 7), um andererseits bei einer weder ihm noch seinem Vater 
bekannten  Familie  respektive  bei  einem  Freund  des  Schleppers 
gewohnt zu haben (vgl. act. A14/29, S. 8, 24). Weiter sind die Angaben 
des Beschwerdeführers nach seiner Entlassung aus der angeblichen 
Haft  im  (...)  widersprüchlich,  realitätsfremd  und  unsubstanziiert 
geblieben, weshalb auch der angebliche Aufenthalt bei seiner (...), die 
er im (...) aufgesucht habe und bei welcher er bis im (...) geblieben sei, 
von  der  Vorinstanz  zu  Recht  als  unglaubhaft  eingestuft  wurde. 
Angesichts  der  dargelegten  Umstände,  der  insgesamt  nicht  glaub-

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haften Darlegungen und in Berücksichtigung der erwiesenen Tatsache, 
dass  der  Beschwerdeführer  seit  dem  Jahre  (...)  im  Besitz  eines 
gültigen Reisepasses war, ist vorliegend davon auszugehen, dass er 
sich  bereits  viel  früher als  von ihm angegeben beziehungsweise mit 
grosser  Wahrscheinlichkeit  bereits  seit  Ende  des  Jahres  (...)  in 
D._______ aufhielt, was nach Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts 
denn auch erklären würde, weshalb der Beschwerdeführer bei der Fra-
ge nach der Höhe der Reisekosten einen derart überhöhten Betrag an-
führte (vgl. act. A14/29, S. 11). Auch die Vorinstanz ging im angefoch-
tenen Entscheid letztlich von einem längeren Aufenthalt in D._______ 
aus (vgl. act. A21/10, S. 7 Mitte), der mit einigen Kosten verbunden ge-
wesen sein dürfte. Es kann daher der Schluss gezogen werden, dass 
der Beschwerdeführer in der Region Colombo über ein tragfähiges Be-
ziehungsnetz und eine längerfristig gesicherte Unterkunft im Sinne der 
oben dargelegten Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts so-
wie -  er  oder seine Verwandtschaft  -  überdies über finanzielle  Mittel  
verfügt. Weiter ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer über 
eine  spezifische  Berufsausbildung  ([...])  und  entsprechende 
Berufserfahrung verfügt und überdies Kenntnisse des Singhalesischen 
besitzt. Daher ist seine Chance, sich in Colombo eine dauerhafte wirt-
schaftliche Existenz aufzubauen, als relativ gut einzuschätzen. Unter 
diesen Umständen ist vorliegend auch nicht davon auszugehen, dass 
eine  Rückschaffung  des  Beschwerdeführers  nach  Colombo  mit 
grosser  Wahrscheinlichkeit  eine  Gefährdung  seiner  persönlichen 
Sicherheit zur Folge hätte. Insgesamt ist daher festzustellen, dass dem 
Beschwerdeführer  innerhalb  seines  Heimatlandes  eine  zumutbare 
Aufenthaltsalternative zur Verfügung steht.

Nach dem Gesagten erweist sich Vollzug der Wegweisung insgesamt 
auch als zumutbar.

5.5 Schliesslich  obliegt  es  dem Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

5.6 Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der Weg-
weisung zu bestätigen. Die Vorinstanz hat diesen zu Recht als zuläs-
sig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine An-

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ordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 
AuG).

6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

7.
Eine Partei,  die  nicht  über  die erforderlichen Mittel  verfügt,  wird  auf  
Antrag hin von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit, sofern ihr 
Begehren  nicht  aussichtslos  erscheint  (Art. 65  Abs. 1  VwVG). Dabei 
verfügt eine Person dann nicht über die erforderlichen Mittel, wenn sie 
ohne  Beeinträchtigung  des  notwendigen  Lebensunterhaltes  die  Pro-
zesskosten  nicht  zu  bestreiten  vermag. Eine  Beschwerde  gilt  ferner 
dann als aussichtslos, wenn die Gewinnaussichten beträchtlich gerin-
ger sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft  be-
zeichnet werden können (vgl. BGE 125 II 265 E. 4b S. 275).

Es ist von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen. Auch 
können die Begehren der Beschwerde nicht als aussichtslos bezeich-
net werden. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozess-
führung ist  somit gutzuheissen,  weshalb keine Verfahrenskosten auf-
zuerlegen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM,  Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N_______ 

(per Kurier; in Kopie)
- N._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

Versand:

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