# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8cc5399c-989b-5a68-ad55-9b2d053f3f1a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-06-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.06.2018 F-3087/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3087-2018_2018-06-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3087/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  J u n i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichter Andreas Trommer, 

mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;  

Gerichtsschreiber Mathias Lanz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren (…),  

Guinea-Bissau,  

Beschwerdeführer,  

vertreten durch MLaw Michèle Künzi,  

Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 9. Mai 2018 / N (…). 

 

 

 

F-3087/2018 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 16. Januar 2018 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass die Vorinstanz den Beschwerdeführer am 19. Januar 2018 zur Person 

befragte und ihm das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Italiens für die 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zum beabsichtigten 

Nichteintretensentscheid sowie zur Wegweisung nach Italien gewährte 

(Akten der Vorinstanz [SEM-act.] A12), 

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 9. Mai 2018 – eröffnet am 17. Mai 

2018 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das 

Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien an-

ordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens 

am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass sie gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den 

Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, die Aushändigung der 

editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwerde-

führer verfügte und den Kanton Bern mit dem Vollzug der Wegweisung be-

auftragte (SEM-act. A27), 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 25. Mai 2018 gegen diesen 

Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei 

beantragte, die Verfügung vom 9. Mai 2018 sei aufzuheben und die Vor-

instanz anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten, 

dass der Beschwerdeführer in prozessualer Hinsicht um Gewährung der 

aufschiebenden Wirkung beziehungsweise Erlass einer aufenthaltssi-

chernden vorsorglichen Massnahme und um Bewilligung der unentgeltli-

chen Prozessführung ersuchte, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 29. Mai 2018 beim Bundesverwal-

tungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

dass das Bundesverwaltungsgericht den Vollzug der Überstellung am 

29. Mai 2018 gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort einstweilen aussetzte,  

F-3087/2018 

Seite 3 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 

VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-

teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

(nachfolgend: Dublin-III-VO) zur Anwendung kommt, 

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Seite 4 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass – wenn ein Antragssteller aus einem Drittstaat kommend die Land-, 

See- oder Luftgrenze eines Mitgliedstaats illegal überschritten hat – dieser 

Mitgliedstaat gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO für die Prüfung des An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist,  

dass die Zuständigkeit gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO zwölf Monate 

nach dem Tag des illegalen Grenzübertritts endet,  

dass der Beschwerdeführer, gemäss den Erkenntnissen aus dem Abgleich 

der Fingerabdrucke mit der europäischen „Eurodac“-Datenbank, am 

10. Juni 2017 in Italien illegal in das Hoheitsgebiet der Dublin-Staaten ein-

gereist war (SEM-act. A7 ff.), 

dass die Vorinstanz die italienischen Behörden am 1. Februar 2018 um 

Aufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO 

ersuchte (SEM-act. A17), 

dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen innert der in 

Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist unbeantwortet liessen, wo-

mit sie die Zuständigkeit Italiens implizit anerkannten (Art. 22 Abs. 7 Dub-

lin-III-VO),  

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Italiens somit gegeben ist, 

dass der Beschwerdeführer an einer Colitis ulcerosa, einer meist in Schü-

ben verlaufenden chronischen Entzündung der Dickdarmschleimhaut (vgl. 

Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch 2013, 264. Aufl. 2012, S. 405 f.), lei-

det, 

dass der Beschwerdeführer mit Blick auf seine Krankheit geltend macht, in 

Italien sei der Zugang zu einer umfassenden medizinischen Versorgung – 

d.h. über die Notfall- und Grundversorgung hinaus – schwierig, da die 

Plätze in den SPRAR (Sistema di protezione per richiedenti asilo e rifugi-

ati)-Projekten beschränkt und zeitlich limitiert seien, Personen ohne formell 

gestelltes Asylgesuch keine Gesundheitskarte beantragen könnten und bei 

nicht notfallmässigen Behandlungen ein Selbstbehalt von bis zu EUR 40.– 

bezahlt werden müsse, 

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Seite 5 

dass seine adäquate Unterbringung und medizinische Behandlung auf-

grund der momentanen Situation in Italien fraglich sei,  

dass deshalb von den italienischen Behörden vorab Garantien für seine 

angemessene Unterbringung und einen Zugang zu medizinischer Versor-

gung einzuholen seien, 

dass es entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers keine Gründe 

für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für 

Antragsteller in Italien würden systemische Schwachstellen im Sinne von 

Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO aufweisen (vgl. BVGE 2015/4 

E. 4.1; Urteile des BVGer E-4208/2017 vom 28. Februar 2018 E. 5.2;  

D-541/2018 vom 8. Februar 2018), 

dass Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-

tan hat, die italienischen Behörden weigerten sich, ihn aufzunehmen und 

seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln der 

erwähnten Richtlinien zu prüfen, 

dass der Beschwerdeführer aktenkundig vor seiner Ankunft in der Schweiz 

in Sizilien hospitalisiert, operiert und behandelt worden war, womit er ent-

gegen seinen Vorbringen schon in Italien Zugang zu umfassender medizi-

nischer Versorgung gehabt hatte (SEM-act. A20),  

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 

Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist, 

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dass von den italienischen Behörden nur in Konstellationen von Familien 

mit Kindern individuelle Zusicherungen bezüglich Unterkunft und Einheit 

der Familie einzuholen sind (vgl. BVGE 2016/2 E. 5; 2015/4 E. 4.3), 

dass demgegenüber für andere Vulnerabilitätsgruppen nicht zwingend in-

dividuelle Garantien einzuholen sind (vgl. Urteil des BVGer E-4208/2017 

vom 28. Februar 2018 E. 5.2), 

dass somit auch für den Beschwerdeführer aufgrund seiner Krankheit 

keine individuellen Zusicherungen von den italienischen Behörden einzu-

holen waren, 

dass der Beschwerdeführer weiter rügt, die Überstellung nach Italien setze 

ihn einer Gefahr für die Gesundheit aus und verletze damit Art. 3 EMRK, 

dass er in diesem Zusammenhang vorbringt, er sei nicht nur auf eine me-

dizinische Notversorgung oder auf unbedingt notwendige Behandlungen, 

sondern auf eine dauerhafte und langfristige medizinische Betreuung an-

gewiesen,  

dass ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK vorliegen kann, wenn eine schwer 

kranke Person durch die Abschiebung – mangels angemessener medizini-

scher Behandlung im Zielstaat – mit dem realen Risiko konfrontiert würde, 

einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres 

Gesundheitszustands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden  

oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde 

(vgl. Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] 

Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, 

§§ 180-193 m.w.H.; BVGE 2011/9 E. 7 m.w.H.), 

dass sich der Beschwerdeführer in der Schweiz zuletzt diverse Male in me-

dizinische und stationäre Behandlung begeben hat,  

dass gemäss dem Austrittsbericht des (…) vom 30. April 2018 zur Hospi-

talisation des Beschwerdeführers vom 29. März 2018 bis zum 7. April 2018 

bei diesem eine Schmerzexazerbation bei bakteriell (Helicobacter pylori) 

bedingter Magenschleimhautentzündung und diffusem Schmerzsyndrom 

sowie eine Colitis ulcerosa diagnostiziert wurde (SEM-act. A23), 

dass dem vorgenannten Bericht sodann entnommen werden kann, es 

habe während des Spitalaufenthalts keine Hinweise auf eine Verschlech-

terung der Colitis ulcerosa gegeben, sondern es sei vielmehr von multifak-

toriellen Bauchschmerzen im Rahmen der Grunderkrankung und einer 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2011/9

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Kotstauung im Dickdarm, mit psycho-pathologischer Überlagerung und 

funktioneller Komponente auszugehen, 

dass dem Beschwerdeführer bei Austritt aus dem Spital regelmässige Kon-

trollen bei einem Arzt empfohlen und ihm Medikamente verschrieben wur-

den, die grösstenteils bis zum 10. Mai 2018 auszuschleichen waren,  

dass gemäss Verlaufsbericht des (…) vom 12. Mai 2018 zur neuerlichen 

Hospitalisation des Beschwerdeführers vom 9. Mai 2018 bis zum 10. Mai 

2018 wiederum kein Hinweis auf einen erneuten Schub der Colitis ulcerosa 

erkannt und der Beschwerdeführer in gebessertem Allgemeinzustand nach 

Hause entlassen werden konnte (Beschwerdebeilage 4),  

dass im erwähnten Verlaufsbericht vom 12. Mai 2018 die Situation des Be-

schwerdeführers als Exazerbation der vorbestehenden Schmerzproblema-

tik interpretiert und die zusätzliche Diagnose von rezidivierenden Anfallser-

eignissen, am ehesten psychogen, gestellt wurde, 

dass laut fachärztlicher Einschätzung des (…) vom 8. Mai 2018 die Krank-

heit des Beschwerdeführers einer Überstellung nach Italien nicht entge-

gensteht (SEM-act. A24), 

dass für das weitere Dublin-Verfahren – wie die Vorinstanz in der ange-

fochtenen Verfügung festgehalten hat – einzig die Reisefähigkeit des Be-

schwerdeführers ausschlaggebend ist, welche erst kurz vor der Überstel-

lung definitiv beurteilt wird,  

dass eine allenfalls fehlende Reisefähigkeit lediglich ein temporäres Voll-

zugshindernis darstellt,  

dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochte-

nen Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Be-

stimmung der konkreten Modalitäten der Überstellung des Beschwerdefüh-

rers Rechnung tragen und die italienischen Behörden vorgängig in geeig-

neter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände informieren 

werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO), 

dass die Mitgliedstaaten Antragstellern die erforderliche medizinische Ver-

sorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt erforderliche 

Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Störungen um-

fasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahmerichtlinie), und 

den Antragstellern mit besonderen Bedürfnissen die erforderliche medizi-

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Seite 8 

nische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichenfalls einer geeig-

neten psychologischen Betreuung) zu gewähren haben (Art. 19 Abs. 2 Auf-

nahmerichtlinie), 

dass es dem Beschwerdeführer freisteht, in Italien ein Asylgesuch einzu-

reichen, 

dass vorliegend daher davon ausgegangen werden darf, der Beschwerde-

führer könne sich in Italien zeitnah und kostenlos in medizinische Behand-

lung begeben und sich einer medikamentösen Therapie unterziehen, wenn 

seine Gesundheit ernsthaft gefährdet ist, 

dass im Übrigen nicht ersichtlich ist, weshalb der Beschwerdeführer einer 

über die Notfall- und Grundversorgung hinausgehenden medizinischen Be-

treuung bedarf, 

dass vorliegend aufgrund des schubweisen Verlaufs der Krankheit des Be-

schwerdeführers und seines derzeit stabilen Allgemeinzustands kein rea-

les Risiko ersichtlich ist, seine Überstellung nach Italien führe zu einer un-

wiederbringlichen Verschlechterung seines Gesundheitszustands oder zu 

intensivem Leiden, 

dass deshalb die Überstellung des Beschwerdeführers nach Italien Art. 3 

EMRK nicht verletzt, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-

schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder 

Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch 

wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die 

Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und die Vorinstanz das Asylgesuch gemäss dieser Be-

stimmung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn 

dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass der Beschwerdeführer unter Berufung auf seinen Gesundheitszu-

stand sowie auf die Unterkunfts- und Versorgungssituation in Italien implizit 

die Anwendung von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 

AsylV 1 fordert,  

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Seite 9 

dass der Vorinstanz bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Er-

messen zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise 

auf eine gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a 

AsylG) durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass eine Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nicht schon dann 

vorliegt, wenn in Italien eine dem schweizerischen Standard entspre-

chende medizinische Behandlung nicht möglich sein sollte (vgl. 

BVGE 2009/2 E. 9.3.2), 

dass es nach dem Gesagten keinen Grund für einen Selbsteintritt gemäss 

Art. 17 Dublin-III-VO gibt, 

dass die Vorinstanz demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 

ist und – weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufent-

halts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 

AsylG die Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als 

gegenstandslos erweist, 

dass der am 29. Mai 2018 angeordnete, vorsorgliche Vollzugsstopp mit 

dem vorliegenden Urteil dahinfällt, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-

ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt 

sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.–  werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Andreas Trommer Mathias Lanz 

 

 

Versand: