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**Case Identifier:** 138e5f62-64e6-5262-b5eb-3c65422e1b9e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.12.2010 B-5614/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-5614-2008_2010-12-03.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-5614/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 .  D e z e m b e r  2 0 1 0

Richter Hans Urech (Vorsitz), Claude Morvant, 
Maria Amgwerd; 
Gerichtsschreiber Roger Mallepell.

A.______, 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Michael Ritscher,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum,
Erstinstanz.

Markeneintragungsgesuch Nr. 53900/2004 
(Verfahrenswiederaufnahme nach Rückweisung durch 
das Bundesgericht).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-5614/2008

Sachverhalt:

A.
A.______  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin)  ersuchte  am  14. Juni 
2004  beim  Eidgenössischen  Institut  für  Geistiges  Eigentum 
(nachfolgend:  IGE,  Erstinstanz)  um  Markenschutz  für  Waren  der 
Klasse 20 (Möbel und Stühle) für folgende dreidimensionale Form:

Nach  ergebnisloser  Korrespondenz  über  die  originäre  Kennzeich-
nungskraft  der  hinterlegten  Form  schränkte  die  Beschwerdeführerin 
das  Warenverzeichnis  am  4. September  2006  auf  "Stühle"  ein  und 
machte die Verkehrsdurchsetzung des Zeichens geltend.

B.
Mit Verfügung vom 11. Juli 2007 verweigerte das IGE dem Markenein-
tragungsgesuch den Markenschutz vollumfänglich.

C.
Mit  Urteil  B-6050/2007 vom 20. Februar  2008 hiess  das Bundesver-
waltungsgericht die dagegen erhobene Beschwerde vom 11. Septem-
ber  2007  gut  und  wies  das  IGE  an,  die  Marke  gemäss  Gesuch 
Nr. 53900/2004 für Stühle in Klasse 20 im schweizerischen Markenre-
gister einzutragen.

D.
Gegen das Urteil vom 20. Februar 2008 führte das IGE Beschwerde in 
Zivilsachen  beim  Bundesgericht  mit  dem  Antrag,  der  angefochtene 
Entscheid  sei  aufzuheben,  und  das  in  Frage  stehende  Markenein-
tragungsgesuch  sei  vollumfänglich  zurückzuweisen.  Das  Bundes-
gericht hiess die Beschwerde mit Urteil 4A_170/2008 vom 19. August 
2008 (= BGE 134 III 547) teilweise gut. Es hob das Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts vom 20. Februar 2008 auf und wies die Sache zur 
Ergänzung des Sachverhalts und neuer Entscheidung an das Bundes-
verwaltungsgericht zurück. 

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Anders  als  das  Bundesverwaltungsgericht  kam  das  Bundesgericht 
zum Ergebnis, dass sich die beanspruchte Form im Rahmen der auf 
dem Markt  vorhandenen Formen für  Stühle  halte  und damit  als Ge-
meingut nicht originär unterscheidungskräftig sei. Die Rückweisung an 
das Bundesverwaltungsgericht erfolgte, weil dieses im aufgehobenen 
Urteil  zur  ebenfalls  behaupteten  Verkehrsdurchsetzung  keine  Fest-
stellungen getroffen hat. 

E.

E.a Im  Rahmen  des  gestützt  darauf  wiederaufgenommenen  Ver-
fahrens  reichte  die  Beschwerdeführerin  dem  Bundesverwaltungs-
gericht  am  11. Dezember  2008  aufforderungsgemäss  eine  weitere 
Rechtsschrift  ein. Darin beantragte sie, Ziffer  1 der erstinstanzlichen 
Verfügung vom 11. Juli 2007 sei aufzuheben, und es sei die Marken-
anmeldung  Nr.  53900/2004  für  Stühle  in  Klasse  20  als  im  Verkehr 
durchgesetzte  Marke  zur  Eintragung in  das  schweizerische  Marken-
register  zuzulassen.  Zur  Begründung  legte  die  Beschwerdeführerin 
ergänzend dar, aus welchen Gründen sich die angemeldete Form im 
Verkehr als Marke durchgesetzt habe. 

E.b Die  Erstinstanz  hielt  mit  Vernehmlassung  vom 15. Januar  2009 
vollumfänglich  an  der  im  Laufe  des  erstinstanzlichen  Verfahrens, 
namentlich  in  der  angefochtenen  Verfügung  und  in  der  Vernehm-
lassung an  das  Bundesverwaltungsgericht  vom 30. November  2007, 
gegebenen Begründung für  die Zurückweisung des Antrags auf  Ein-
tragung als durchgesetzte Marke fest. Die Beschwerde vom 11. Sep-
tember  2007  sei  – soweit  noch  nicht  durch  das  Urteil  des  Bundes-
gerichts vom 19. August 2008 erledigt – vollumfänglich abzuweisen.

E.c Mit  Schreiben  vom 18. März  2010  bezog  sich  die  Beschwerde-
führerin auf neue Entwicklungen im Zusammenhang mit der Frage der 
Verkehrsdurchsetzung von Formmarken im Allgemeinen und der Form 
des (...) Chair im Besonderen und beantragte die Durchführung einer 
zweiten  Verhandlung.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hiess  dieses 
Gesuch  am  23. März  2010  unter  gleichzeitiger  Aufforderung  der 
Beschwerdeführerin gut, die angesprochenen neuen Entwicklungen im 
Bereich  der  Verkehrsdurchsetzung  aufzuzeigen.  Dieser  Aufforderung 
kam die Beschwerdeführerin am 28. April 2010 nach.

E.d Darauf  fand am 25. August  2010 die beantragte Instruktionsver-
handlung statt.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Da die  Sache  zur  Ergänzung  des  Sachverhalts  und  neuer  Ent-
scheidung an das Bundesverwaltungsgericht  zurückgewiesen wurde, 
hat dieses die Streitsache ohne Weiteres wiederaufzunehmen und die 
Beurteilung im Sinne der bundesgerichtlichen Anordnung fortzusetzen. 
Sämtliche Sachurteilsvoraussetzungen liegen weiterhin vor (Art. 44 ff. 
des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren  [VwVG,  SR  172.021]).  Auf  die  erneute  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  für  das  wiederaufgenommene  Verfahren  wurde 
verzichtet. 

1.2 Hebt das Bundesgericht einen Entscheid des Bundesverwaltungs-
gerichts auf und weist es die Angelegenheit zur Neubeurteilung in der 
Sache an dieses zurück, so hat das Bundesverwaltungsgericht die Er-
wägungen, mit denen die Rückweisung begründet wird, seinem neuen 
Entscheid zugrunde zu legen. Der Grundsatz der Bindung an die Er-
wägungen der Beschwerdeinstanz gilt auch, wenn eine ausdrückliche 
Gesetzesvorschrift fehlt  (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B- 
7972/2008 vom 4. März 2010 E. 1.1,  mit  Hinweis auf  BGE 94 I  384 
E. 2, BGE 117 V 237, BGE 122 I 250).

Wie  das  Bundesgericht  in  seinem  Entscheid  vom  19. August  2008 
festgehalten hat, ist  die beanspruchte Stuhlform als Gemeingut nicht 
originär unterscheidungskräftig. Diese Auffassung ist für das Bundes-
verwaltungsgericht verbindlich. Im Weiteren führte das Bundesgericht 
in  Erwägung 2.4  aus,  dass  weder  behauptet  werde  noch  ersichtlich 
sei, dass an der beanspruchten Form für Stühle ein absolutes Freihal-
tebedürfnis im Sinne von Art. 2 Bst. b des Bundesgesetzes über den 
Schutz  von  Marken  und  Herkunftsangaben  (Markenschutzgesetz, 
MSchG,  SR  232.11)  bestehe.  Die  dem  Gemeingut  zuzurechnende 
Form könne daher bei Durchsetzung im Verkehr als Marke geschützt 
werden. 

1.3 Demnach bleibt im Folgenden zu untersuchen,  ob sich die ange-
meldete Form im Verkehr durchgesetzt hat und aus diesem Grund in 
das schweizerische Markenregister  für  Stühle in  Klasse 20 einzutra-
gen  ist.  Bei  dieser  Prüfung  hat  das  Bundesverwaltungsgericht  im 
Sinne der Ausführungen des Bundesgerichts davon auszugehen, dass 
an der beanspruchten Form für Stühle kein absolutes Freihaltebedürf-

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nis im Sinne von Art. 2 lit. b MschG besteht. Da die Beschwerdeführer-
in  das Warenverzeichnis  auf  "Stühle"  eingeschränkt  hat,  ist  die  Ver-
kehrsdurchsetzung einzig mit Bezug darauf zu prüfen. 

2.
Besteht  wie  vorliegend  kein  absolutes  Freihaltebedürfnis,  kann  der 
Schutzausschlussgrund  des  Gemeinguts  überwunden  werden,  wenn 
sich das Zeichen als Marke für die Waren und Dienstleistungen, für die 
es  beansprucht  wird,  durchgesetzt  hat  (Art.  2  Bst.  a  MSchG).  Ein 
Kennzeichen ist im Verkehr durchgesetzt, wenn es von einem erheb-
lichen Teil der Adressaten im Wirtschaftsverkehr als individualisieren-
der Hinweis auf bestimmte Produkte oder Dienstleistungen eines be-
stimmten  Unternehmens  verstanden wird  (BGE 130  III  328 E. 3.1  – 
Uhrenarmband; 128 III  441 E. 1.2 – Appenzeller;  EUGEN MARBACH,  in: 
Roland von Büren/Lucas David  [Hrsg.],  Schweizerisches Immaterial-
güter-  und  Wettbewerbsrecht,  Bd. III/1,  Markenrecht,  2. Aufl.,  Ba-
sel 2009, N. 425;  DAVID ASCHMANN, in: Michael Noth/Gregor Bühler/Flo-
rent  Thouvenin  [Hrsg.],  Markenschutzgesetz  [MSchG],  Bern  2009, 
Art. 2 lit. a N. 223; LUCAS DAVID, Kommentar zum Markenschutzgesetz, 
in: Heinrich Honsell/Nedim Peter Vogt/Lucas David [Hrsg.], Kommentar 
zum  schweizerischen  Privatrecht,  Markenschutzgesetz/  Muster-  und 
Modellgesetz, 2. Aufl., Basel 1999, Art. 2 N. 39). 

3.

3.1 Die  Beschwerdeführerin  verweist auf  ihre  Ausführungen zur  Ver-
kehrsdurchsetzung in der Beschwerde vom 11. September 2007 sowie 
der  Stellungnahme  an  die  Erstinstanz  vom  4. September  2006  ein-
schliesslich  der  damit  eingereichten Beilagen und macht  geltend,  sie 
habe  anhand  unzähliger  und  aussagekräftiger  Durchsetzungsbelege 
dargelegt, dass die angemeldete Form seit über vierzig Jahren in der 
Schweiz  in  erheblichem  Ausmass  und  exklusiv  durch  ihre  alleinige 
Lizenznehmerin (...)  hergestellt,  vertrieben und beworben worden sei. 
Zudem spreche für eine ausreichend erworbene Kennzeichnungskraft 
der Form des (...) Chair, dass dieser in Deutschland seit über vierzig 
Jahren  in  unveränderter  Form  auf  dem  Markt  sei.  Die  Abnehmer 
wüssten,  dass  Design-Möbel  wie  der  (...)  Chair  typischerweise 
während  vielen  Jahrzehnten  immer  von  einem  einzigen  Hersteller 
angeboten werden, weshalb hier eher von einer Verkehrsdurchsetzung 
ausgegangen  werden  könne,  als  bei  Dutzendware.  Die  Abnehmer 
würden Stühle mit der als Marke angemeldeten Form sogar als "(...)  

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Chair" bezeichnen, was ein bei Möbeln höchst selten vorliegendes und 
kaum zu überbietendes Anzeichen für die Verkehrsdurchsetzung sei. 
Zudem bestätige das Deutsche Markenlexikon,  dass  "einige der  von 
(...) seit Jahrzehnten erfolgreich angebotenen Designklassiker, wie der 
von (...) gemeinsam mit (...) entwickelte (...) Chair, inzwischen schon 
für  sich selbst  als  Markenzeichen wahrgenommen" würden. Darüber 
hinaus  beweise  die  ins  Recht  gelegte  Umfrage  immerhin, dass  ein 
wesentlicher  Teil  der  Gesamtbevölkerung  in  der  hinterlegten  Form 
keine übliche bzw. banale Stuhlform, sondern in dieser durchaus einen 
Hinweis auf ein – wenn auch nicht näher bekanntes – Unternehmen 
sehen.  Die  Umfrage  sei  unter  Berücksichtigung  der  weiteren 
Umstände  durchaus  geeignet,  eine  Eintragung  der  beanspruchten 
Form  als  im  Verkehr  durchgesetzte  Marke  zu  rechtfertigen. 
Schliesslich verdiene die Form des (...) Chair auch unter dem Aspekt 
der  sog.  "Werbefunktion"  Markenschutz  kraft  Verkehrsdurchsetzung 
(mit  Hinweis  auf  das  Urteil  des EuGH C-487/07 vom 18. Juni  2009, 
L'Oreal,  E.  58).  Bei  aussergewöhnlichen  Formgestaltungen  wie  der 
Form  des  (...)  Chair  seien  an  die  Glaubhaftmachung  der 
Verkehrsdurchsetzung nur niedrige Anforderungen zu stellen. 

3.2 Demgegenüber  vertritt  die  Erstinstanz mit  Verweis auf  ihre  Dar-
stellung in der angefochtenen Verfügung vom 11. Juli  2008 (vgl. Ziff. 
20-26) und in der Vernehmlassung vom 30. November 2007 (vgl. Ziff. 
3-9) den Standpunkt, die Beschwerdeführerin habe die Verkehrsdurch-
setzung  –  auch  wenn  von  geringeren  Anforderungen  ausgegangen 
würde – aufgrund der ungeeigneten Belege und der untauglichen Um-
frage nicht glaubhaft machen können. 

4.

4.1 Wer sich auf Verkehrsdurchsetzung beruft, hat diese selbst zu be-
legen. Der  Hinterleger  hat  indessen  nicht  den vollen  Beweis  für  die 
Verkehrsdurchsetzung zu erbringen, sondern muss diese nur glaubhaft 
machen (vgl. DAVID RÜETSCHI, in: Michael G. Noth/Gregor Bühler/Florent 
Thouvenin [Hrsg.], Markenschutzgesetz [MSchG], Bern 2009, Beweis-
recht  N. 74f.,  mit  Hinweisen;  MARBACH,  a.a.O.,  N. 454  ff.,  N. 1088  f.; 
CHRISTOPH WILLI,  in:  Markenschutzgesetz,  Kommentar  zum  schweize-
rischen  Markenrecht  unter  Berücksichtigung  des  europäischen  und 
internationalen  Markenrechts,  Zürich  2002,  Art.  2  N. 188 ff.;  DAVID, 
a.a.O., Art. 2 N. 42). Dabei kann die Glaubhaftmachung, dass die vor-
liegend zum Markenschutz angemeldete Form des (...) Chair von den 

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massgeblichen  Verkehrskreisen  als  Kennzeichen  für  Stühle  wahr-
genommen wird, direkt oder indirekt erfolgen: direkt durch eine reprä-
sentative Befragung des massgeblichen Publikums oder indirekt, zum 
Beispiel durch den Nachweis langjähriger bedeutsamer Umsätze, die 
unter  dem  Zeichen  erzielt  worden  sind,  oder  intensiver  Werbean-
strengungen (vgl.  RÜETSCHI,  a.a.O., N. 75, mit  Hinweisen). Dem Erfor-
dernis der Glaubhaftmachung ist Genüge getan, wenn die behaupte-
ten  anspruchsbegründenden  Tatsachen  aufgrund  summarischer 
Kognition als wahrscheinlich gegeben erscheinen, auch wenn noch mit 
der Möglichkeit zu rechnen ist, dass sie sich nicht verwirklicht haben 
könnten  (vgl.  GEORG LEUCH/OMAR MARBACH/FRANZ KELLERHALS/MARTIN 
STERCHI,  Die  Zivilprozessordnung  für  den  Kanton  Bern,  Kommentar, 
5. Aufl., Bern 2000, Art. 219 N. 2d und Art. 326 N. 3a, mit Hinweisen). 
Eine Behauptung ist mithin glaubhaft gemacht, wenn der Richter von 
ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr 
hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind (vgl. WILLI, a.a.O., Art. 59 
N. 5; ähnlich auch  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrecht, 2. Aufl.,  Bern 
1983, S. 272).

4.2

4.2.1 Die Beschwerdeführerin stützt  sich vorab auf  die im Recht lie-
gende  und  von  der  Vorinstanz  nicht  als  aussagekräftig  beurteilte 
Umfrage  "Die  Form  eines  Stuhls  als  Herkunftsausweis,  Ergebnisse 
einer Repräsentativbefragung in der Schweiz" (vgl. Beilage Nr. 1 zur 
Eingabe vom 4. September 2006). Trotz der negativen Haltung der Vor-
instanz kommt das Gericht zum Schluss,  das Umfrageergebnis stelle 
ein gewichtiges Indiz für den von der Beschwerdeführerin geltend ge-
machten Standpunkt dar.

4.2.2 Die  Beschwerdeführerin  reichte  zusammen  mit  ihrer  Stellung-
nahme  an  die  Erstinstanz  vom  4. September  2006  umfangreiche 
Unterlagen,  insbesondere  aus dem Werbebereich,  ein  und ergänzte 
diese im Verlauf  des Beschwerdeverfahrens und auch anlässlich der 
Instruktionsverhandlung vom 25. August 2010 mit weiteren Durchsetz-
ungsbelegen. 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Beweise nach dem Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 
sowie  umfassend  und  pflichtgemäss  zu  würdigen  (Art.  40 
Bundesgesetz  über  den  Bundeszivilprozess  vom 4. Dezember  1947 

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[BZP, SR  273]  i.V.m.  Art.  19  VwVG;  vgl.  BERNARD WALDMANN,  PHILIPPE 
WEISSENBERGER, in: Praxiskommentar VwVG, Art. 19 N. 14 ff.). 

Somit sind auch diese weiteren Vorbringen, mit welchen die Beschwer-
deführerin  die  Verkehrsdurchsetzung  auf  indirekte  Weise  glaubhaft 
machen will, ergänzend in die vorzunehmende Gesamtwürdigung mit -
einzubeziehen. 

4.2.3 Das Gericht  gelangt  nach  Abwägung von Für  und  Wider  zum 
Schluss, dass es die vorliegenden indirekten Durchsetzungsbelege in 
Kombination  mit  der  (nicht  voll  überzeugenden)  Umfrage  als  über-
wiegend wahrscheinlich und damit glaubhaft erscheinen lassen, dass 
ein  erheblicher  Teil  der  massgeblichen  Endkonsumenten  in  der 
Schweiz  die  zum  Markenschutz  angemeldete  Form  heute  auch  in 
Alleinstellung als  individualisierenden Hinweis auf  "Stühle"  eines be-
stimmten  Unternehmens  versteht.  Unter  Würdigung  aller  Umstände 
hat  die  Beschwerdeführerin  dem Bundesverwaltungsgericht  insofern 
glaubhaft im Sinne der Ausführungen unter Erwägung 4.1 aufgezeigt, 
dass sich die zum Markenschutz angemeldete Form des (...) Chair im 
Verkehr durchgesetzt hat. 

5.

5.1 Damit  ist  die  Beschwerde  gutzuheissen,  Ziffer  1  der  Verfügung 
der Erstinstanz vom 11. Juli 2007 aufzuheben und die Erstinstanz an-
zuweisen,  die  Marke  gemäss  Markenanmeldung  Nr. 53900/2004  für 
Stühle in Klasse 20 als im Verkehr durchgesetzte Marke im schweize-
rischen Markenregister einzutragen. 

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 
(Art.  63  Abs. 2  VwVG).  Der  Beschwerdeführerin  ist  der  – unter  der 
Prozedurnummer B-6050/2007 geleistete und ihr für das vorliegende 
neuerliche Verfahren in gleicher Höhe gutzuschreibende  – Kostenvor-
schuss zurückzuerstatten. 

5.3 Als obsiegende Partei  hat  die Beschwerdeführerin Anspruch auf 
eine  Parteientschädigung  für  die  ihr  erwachsenen  notwendigen  und 
verhältnismässig  hohen  Kosten  (Art.  64  Abs. 1  VwVG,  Art. 7  Abs. 1 
des Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  vom  11. Dezember  2006  [VGKE,  SR 
173.320.2]). Die Entschädigung ist vorliegend aufgrund der Akten und 
nach  freiem  gerichtlichem  Ermessen  zu  bestimmen,  weil  die  Be-

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schwerdeführerin  für  ihre  anwaltliche  Vertretung  keine  Kostennote 
einreichen liess (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Soweit  eine Parteientschädi-
gung nicht  einer unterliegenden Gegenpartei  auferlegt  werden kann, 
wird sie der Körperschaft oder autonomen Anstalt auferlegt, in deren 
Namen die Vorinstanz verfügt hat (Art. 64 Abs. 2 VwVG). Nach Art.  1 
des  Bundesgesetzes  vom 24. März  1995  über  Statut  und  Aufgaben 
des  Eidgenössischen  Instituts  für  Geistiges  Eigentum  (IGEG, 
SR 172.010.31) handelt die Erstinstanz als autonome Anstalt mit eige-
ner Rechtspersönlichkeit. Sie ist  in eigenem Namen mit dem Vollzug 
des Markenschutzgesetzes, namentlich der Führung des Markenregis-
ters beauftragt (Art. 2 Abs. 1 Bst. a und b IGEG) und erliess die ange-
fochtene Verfügung gestützt darauf in eigenem Namen. Unter Berück-
sichtigung  der  gegebenen Umstände  erscheint  es  angemessen,  der 
Beschwerdeführerin  zulasten  der  Erstinstanz  eine  Parteientschädi-
gung von insgesamt Fr. 2'000.– (inkl. MWST) zuzusprechen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

Ziffer 1 der Verfügung der Erstinstanz vom 11. Juli 2007 wird aufgeho-
ben.  Die  Erstinstanz  wird  angewiesen,  die  Marke  gemäss  Gesuch 
Nr. 53900/2004 für Stühle in Klasse 20  als im Verkehr durchgesetzte 
Marke im schweizerischen Markenregister einzutragen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der  unter der Prozedur-
nummer B-6050/2007 geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3'000.– wird 
der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden 
Urteils zurückerstattet.

3.
Der Beschwerdeführerin wird zulasten der Erstinstanz eine Parteient-
schädigung von Fr. 2'000.– (inkl. MWST) zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (Gerichtsurkunde;  Beilage:  Rück-
erstattungsformular)

- die Vorinstanz (Ref-Nr. 53900/2004; Gerichtsurkunde)
- das Eidg. Justiz- und Polizeidepartement (Gerichtsurkunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Hans Urech Roger Mallepell

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen geführt 
werden (Art. 72 ff.,  90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amts-
sprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit An-
gabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefoch-
tene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-
führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

Versand: 7. Dezember 2010

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