# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9fcc532b-e119-5b6c-9851-b3b8e10c6b9b
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-18
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 18.05.2020 I 2020 18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2020-18_2020-05-18.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2020 18

Entscheid vom 18. Mai 2020 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Urs Gössi, Richter
MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber

Parteien C.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch A.________,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Leistungen / Begutachtung)

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Sachverhalt:

A. C.________, geboren am B.________ 1968 in Deutschland und dort zur 
Schule gegangen, kehrte im Alter von 13 Jahren zusammen mit den Eltern nach 
Xl zurück, wo sie in der Folge heiratete und 1988 einen Sohn geboren hat (wel-
cher offenbar an Schizophrenie leidet und aktuell bei ihren Eltern lebt, vgl. IV-act. 
31-1/12 i.V.m. 224-31f./126). Nach der Scheidung reiste sie 1998 erstmals in die 
Schweiz, wo sie einige Jahre im Gastgewerbe als Servicemitarbeiterin arbeitete 
(u.a. in …) sowie einen Grundpflegekurs (SRK) absolvierte. Seit 2006 arbeitete 
sie als Mitarbeiterin im Pflegesektor, zuletzt im Altersheim AI.________ (ab Sep-
tember 2010, vgl. IV-act.24).

Am 26. April 2011 ging bei der IV-Stelle Schwyz eine Anmeldung zum Bezug von 
IV-Leistungen ein, nachdem C.________ am 7. April 2011 im Spital … von 
Dr.med. D.________ an der Wirbelsäule (L4/L5) operiert worden war (Diagnose: 
Chondrose L4/L5 mit diskogenem Schmerzsyndrom, Diskusprolaps L4/L5; Ope-
ration: Spondylodese ALIF L4/5, IV-act. 1 und 19-6f./9).

Vom 16. April 2012 bis 12. Mai 2012 war C.________ wegen eines generalisier-
ten myofaszialen Schmerzsyndroms in der Rehabilitationsklinik …hospitalisiert 
(IV-act. 44). 

Der RAD-Arzt Dr.med. E.________ (Allgemeinmedizin FMH) beurteilte 
C.________ am 17. August 2012 als arbeitsunfähig für die angestammte Tätig-
keit in der Krankenpflege, derweil eine körperlich leichte Tätigkeit in Wechselpo-
sition als zumutbar erachtet wurde (IV-act. 56-5/5). Gestützt darauf gewährte die 
IV-Stelle Unterstützung bei der Stellensuche (IV-act. 58). 

Ab 11. Oktober 2012 war C.________ wegen einer zunehmenden depressiven 
Symptomatik bei generalisiertem myofascialen Schmerzsyndrom beim Psychiater 
AJ.________ in Behandlung (IV-act. 72).

In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine interdisziplinäre Begutachtung; der 
Begutachtungsauftrag wurde dem Y zugelost (IV-act. 79). Das Y-Gutachten wur-
de am 12. Juli 2013 erstattet (IV-act. 84, nachfolgend 1. MEDAS-Gutachten). 
Gestützt auf das Ergebnis dieses Gutachtens, welches für (näher umschriebene) 
leidensangepasste Tätigkeiten eine massgebliche Arbeitsfähigkeit bejahte, wurde 
am 9. August 2013 eine Eingliederungsvereinbarung für ein Arbeitstraining bei 
der Einrichtung Impuls abgeschlossen (IV-act. 89). 

Am 22. August 2013 teilte C.________ telefonisch mit, dass sie aus gesundheit-
lichen Gründen nicht an der Massnahme (Arbeitstraining im Impuls-Programm) 
teilnehmen könne (IV-act. 104-5/5). 

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Vom 10. Juli 2014 bis zum 26. August 2014 hielt sich C.________ in der Psych-
iatrischen Klinik … auf (IV-act. 118). 

Am 9. März 2015 erstattete der RAD-Psychiater Dr.med. F.________ ein psych-
iatrisches Konsilium (inkl. Untersuchung vom 3.3.2015, IV-act. 114-5ff./16). 

Mit Vorbescheid vom 25. März 2015 kündigte die IV-Stelle an, dass das Leis-
tungsbegehren abgewiesen werde (IV-act. 124). Dagegen erhob C.________ am 
20. April 2015 Einwände (IV-act. 126). 

Mit Verfügung vom 22. Mai 2015 hat die IV-Stelle einen nicht rentenbegründen-
den IV-Grad von 11% ermittelt und das Leistungsbegehren abgewiesen (siehe 
IV-act. 129). Diese Verfügung ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.

B. Vom 6. Oktober 2015 bis zum 13. November 2015 wurde C.________ in 
der Klinik Z stationär behandelt (IV-act. 131-7ff./10). Am 22. Februar 2016 ging 
bei der IV-Stelle eine erneute Anmeldung zum Bezug von IV-Leistungen ein. Mit 
Schreiben vom 9. März 2016 forderte die IV-Stelle C.________ auf, näher darzu-
legen, inwiefern sich die Verhältnisse seit der Verfügung vom 22. Mai 2015 er-
heblich verändert hätten (IV-act. 132). Der RAD-Arzt Dr.med. G.________ emp-
fahl am 15. Juli 2016 die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens (IV-act. 
143-5/5).

Vom 2. bis 27. September 2016 hielt sich C.________ bei ihren Eltern in X auf 
(IV-act. 140). 

Dr.med. H.________ (Psychiatrie und Psychotherapie FMH/ zertif. med. Gutach-
ter SIM) erstattete sein Gutachten am 6. März 2017, wonach er keine psychiatri-
sche Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellen konnte (IV-act. 151-
63/74). 

Daraufhin teilte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 19. April 2017 mit, es sei vor-
gesehen, das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 153). In einer Eingabe 
vom 11. Mai 2017 machte C.________ geltend, sie sei insbesondere aus psychi-
schen Gründen nicht in der Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (IV-act. 
155).  

C. Mit Beschluss vom 22. August 2017 hat die Kindes- und Erwachsenen-
schutzbehörde (KESB) … für C.________ eine Vertretungsbeistandschaft nach 
Art. 394 ZGB errichtet und BB als Beiständin eingesetzt (u.a. mit den Aufträgen, 
stets für eine geeignete Wohnsituation und für das gesundheitliche Wohl zu sor-
gen sowie die Verbeiständete beim Erledigen der administrativen Angelegenhei-
ten zu vertreten, vgl. IV-act. 161-3/3). In einer Eingabe vom 30. August 2017 
verwies die Beiständin auf erneute stationäre Aufenthalte in der Klinik … 

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(6.4.2017 bis 20.7.2017 sowie ab 26.7.2017) und auf eine fachärztliche Stellung-
nahme des Sozialpsychiatrischen Dienstes … [ausserkantonal] vom 24. August 
2017, welche von pract.med. … verfasst wurde (IV-act. 162). 

Unter Berücksichtigung der eingegangenen Klinikberichte erachtete die RAD-
Psychiaterin CC am 28. November 2017 die Durchführung einer polydisziplinären 
Begutachtung als nötig (IV-act. 167-7/7). Der Begutachtungsauftrag wurde der 
DD zugelost (IV-act. 172). Dieses DD-Gutachten (nachfolgend 2. MEDAS-
Gutachten genannt) wurde am 12. Juli 2018 erstattet (IV-act. 188-3ff./183).

Der RAD-Arzt G.________ würdigte am 13. August 2018 das 2. MEDAS-
Gutachten hinsichtlich des somatischen Teils als schlüssig, derweil der psychia-
trische Teil Fragen aufwarf, welcher weitere Abklärungsschritte (Laborkontrollen) 
nahelegte (IV-act. 189-9/10). Ein entsprechender Bericht zu den durchgeführten 
Haaranalysen folgte am 1. Oktober 2018 durch das Institut für Rechtsmedizin 
(IRM, Zürich, vgl. IV-act. 191-2ff./7). Dazu nahm der RAD-Arzt Dr.med. 
G.________ am 17. Oktober 2018 Stellung und ersuchte den psychiatrischen 
Dienst des RAD Zentralschweiz um eine Würdigung des psychiatrischen und 
neuropsychologischen Teils des 2. MEDAS-Gutachtens (IV-act. 192-10/13). 

Die RAD-Psychiaterin CC empfahl aufgrund der recht unterschiedlichen Beurtei-
lungen die Einholung eines bidisziplinären Obergutachtens zur abschliessenden 
Klärung der Leistungs- und Arbeitsfähigkeit (IV-act. 192-12/13). 

Daraufhin informierte die IV-Stelle am 22. November 2018 die Beiständin von 
C.________, dass der Psychiater Dr.med. I.________ sowie der Orthopäde 
Dr.med. J.________ mit der Erstattung eines Obergutachtens beauftragt würden 
(IV-act. 193). C.________ teilte am 28. November 2018 telefonisch mit, dass sie 
ab 14. Dezember 2018 bis 9. Januar 2019 im Ausland weile (IV-act. 194). 

Am 12. Dezember 2018 informierte die IV-Stelle, dass anstelle des nicht verfüg-
baren Dr.med. J.________  neu Dr.med. K.________ die orthopädische Begut-
achtung übernehmen werde (vgl. IV-act. 203). Mit Schreiben vom 31. Januar 
2019 unterbreitete Dr.med. I.________ der IV-Stelle seinen Kostenvoranschlag 
und die Absicht, für eine neuropsychologische Untersuchung lic.phil. L.________ 
(Fachpsychologe für Neuropsychologie) beizuziehen (IV-act. 209 und 2016/217). 
Die IV-Stelle stimmte diesem Vorgehen zu (IV-act. 211 und 218/219). 

D. Am 28. August 2019 haben Dr.med. I.________ sowie Dr.med. 
K.________ das bidisziplinäre Gutachten erstattet (Eingang am 30.8.2019, IV-
act. 224). Am 9. September 2019 äusserte sich der RAD-Arzt Dr.med. 
G.________ zum somatischen Teil sowie der RAD-Psychiater Dr.med. 
M.________ zum psychiatrischen Teil des Obergutachtens (IV-act. 225-14f./16). 

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Mit Vorbescheid vom 12. September 2019 kündigte die IV-Stelle an, das Leis-
tungsbegehren abzuweisen (IV-act. 226). Innert erstreckter Frist gingen bei der 
IV-Stelle am 28. November 2019 Einwände ein, welche von der behandelnden 
Psychiaterin Dr.med. N.________ verfasst wurden (IV-act. 233). Dazu äusserte 
sich der RAD-Psychiater Dr.med. M.________ am 27. Januar 2020 (IV-act. 234-
14/14).

Am 29. Januar 2020 verfügte die IV-Stelle, dass das Leistungsbegehren abge-
wiesen werde.

E. Gegen diese am 31. Januar 2020 eingegangene Verfügung liess 
C.________ rechtzeitig am 2. März 2020 (Montag) beim Verwaltungsgericht Be-
schwerde erheben mit den folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung vom 29.1.2020 sei aufzuheben.

2. Es sei ein polydisziplinäres medizinisches Gerichtsgutachten durchzuführen.

3. Eventualiter sei die Sache zwecks Vornahme eines erneuten verwaltungsex-
ternen Gutachtens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4. Es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen 
und ihr in der Person des Unterzeichneten ein unentgeltlicher Rechtsvertreter 
zu bestellen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

F. Mit Vernehmlassung vom 14. April 2020 beantragte die IV-Stelle, die Be-
schwerde sei abzuweisen, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Nach Art. 4 Abs. 1 des Invalidenversicherungsgesetzes (IVG; SR 831.20) 
in Verbindung mit Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) gilt als Invalidität die durch   
einen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden verursachte, voraussicht-
lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig-
keit. Gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG sind für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti-
gung zu berücksichtigen; eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie 
aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist.

Die versicherte Person hat nach Art. 28 Abs. 2 IVG
- Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, 
- Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 Prozent, 
- Anspruch auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, 

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- und Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent 
invalid ist. 

1.2 Der Invaliditätsgrad bestimmt sich nach Art. 16 ATSG, wonach zur Ermitt-
lung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behand-
lung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätig-
keit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (= sog. hypothetisches 
Invalideneinkommen), zum Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt wird, das 
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (= sog. hypothetisches 
Valideneinkommen). Es ist für die Invaliditätsbemessung nicht entscheidend, ob 
die versicherte Person ihre (Rest-)Arbeitsfähigkeit erwerblich verwertet, d.h. von 
der verbliebenen Erwerbsfähigkeit Gebrauch macht. Vielmehr ist die Invalidität 
stets auf der Grundlage desjenigen Erwerbseinkommens zu bemessen, das die 
versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit erzielen könnte (Meyer/ 
Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. A., Art. 28a N 27).

1.3 Die Invalidität bemisst sich somit nicht nach medizinischen, sondern nach 
wirtschaftlichen, erwerblichen Kriterien, nach der Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsun-
fähigkeit ist das Unvermögen, auf dem gesamten für die versicherte Person in 
Frage kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt die verbliebene Arbeitsfähigkeit 
in zumutbarer Weise wirtschaftlich zu verwerten (BGE 109 V 25 Erw. 3d). Wer 
nicht mindestens teilweise arbeitsunfähig ist, kann auch nicht erwerbsunfähig 
und mithin nicht invalid sein (vgl. BGE 105 V 139 Erw. 1b).

1.4 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-
beschwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (vgl. Art. 43 
Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungs-
gericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des Sachverhalts 
zu sorgen (BGE 122 V 157 Erw. 1a). Mit dem Untersuchungsgrundsatz korrelie-
ren die Mitwirkungspflichten der versicherten Person, indem diese zur Abklärung 
des Sachverhaltes beitragen muss (vgl. Meyer/Reichmuth, a.a.O., Art. 53-57 IVG 
N 10 mit Verweis auf BGE 122 V 157 Erw. 1a).

1.5.1  Die Verwaltung und im Beschwerdefall der Richter sind bei der Bemes-
sung des IV-Grades auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist 
es, den Gesundheitszustand des Versicherten zu beurteilen. Der Arzt hat auch 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit 
der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 

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wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem 
Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 Erw. 4).

1.5.2  In der Würdigung der Beweise ist der Sozialversicherungsrichter frei (vgl. 
Art. 61 lit. c ATSG). Er hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Be-
weisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Er hat alle Be-
weismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da-
nach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Be-
urteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; 
122 V 157 Erw. 1c).

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist mithin entscheidend, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zu-
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet 
und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend 
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismit-
tels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel-
lungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3a).

1.5.3  Im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von exter-
nen Spezialisten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist regelmässig volle 
Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverläs-
sigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 Erw. 1.3.4 mit Hinweis). Insbe-
sondere lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der thera-
peutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich 
bestellten fachmedizinischen Experten andererseits (BGE 124 I 175) nicht zu, ein 
Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass 
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen (bzw. 
Therapeuten) zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten blei-
ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil diese 
wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte be-
nennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_379/2019 vom 21.8.2019 Erw. 2.2 mit Hin-
weis). 

1.5.4  Zu betonen ist sodann, dass bei einer Neuanmeldung zum Bezug von 
Leistungen der Invalidenversicherung die Grundsätze zur Rentenrevision analog 

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Anwendung finden (Art. 17 Abs. 1 ATSG; Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV; BGE 130 V 
71 Erw. 3.2.3 S. 77), weshalb zunächst eine anspruchsrelevante Veränderung 
des Sachverhalts (zum massgebenden zeitlichen Referenzpunkt vgl. BGE 133 V 
108 Erw. 5.4 S. 114) erforderlich ist. 

Erst in einem zweiten Schritt ist der (Renten-) Anspruch in tatsächlicher und 
rechtlicher Hinsicht umfassend zu prüfen (BGE 141 V 9; Urteile 8C_454/2018 
vom 16.11.2018 Erw. 4.1; 9C_247/2017 vom 7.8.2017 Erw. 2.1; 9C_894/2015 
vom 25.4.2016 Erw. 5 und 6.4). Eine lediglich unterschiedliche Beurteilung eines 
im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts ist im revisionsrechtlichen 
Kontext nicht massgeblich (Urteil 8C_379/2019 vom 21.8.2019 Erw. 2.2 mit 
Verweis auf BGE 141 V 9 Erw. 2.3 S. 10 f. mit Hinweisen). 

1.5.5  In der Rechtsprechung sind die Aufgaben von Rechtsanwender und 
Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung seit jeher wie folgt verteilt 
worden: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es erstens, den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe 
der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher 
Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde 
zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der 
Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür die Verwaltung und im Streitfall 
Gerichte nicht kompetent sind (vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichts 9C_437/2012 
vom 6.11.2012 Erw. 3.2). Bei der Folgenabschätzung der erhobenen 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der 
Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr 
nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine 
Schätzung ab, welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. 
Die ärztlichen Angaben sind eine wichtige Grundlage für die juristische 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet 
werden können (so die mit BGE 105 V 156 Erw. 1 S. 158 f. begründete, 
mehrfach bestätigte Rechtsprechung, z.B. BGE 132 V 93 Erw. 4).

1.6 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die Verwal-
tung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, 
ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten 
und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis 
nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (an-
tizipierte Beweiswürdigung; Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-
rechtspflege des Bundes, 3. A., Rz. 153; Urteil des Bundesgerichts 8C_424/2010 
vom 19.7.2010 Erw. 3.2.3; BGE 134 I 140 Erw. 5.3). 

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2. Ausgangspunkt für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerdesache 
bildet die Tatsache, dass die IV-Stelle mit rechtskräftiger Verfügung vom 22. Mai 
2015 einen Rentenanspruch der Versicherten verneint hat (IV-act. 129). Damals 
hatte die Vorinstanz hinsichtlich der IV-Anmeldung vom 26. April 2011 den 
nachfolgend dargelegten Gesundheitszustand der Versicherten ermittelt und 
berücksichtigt.

2.1 Seit Ende Februar 2011 litt die Versicherte an Rückenbeschwerden mit 
ausstrahlenden Schmerzen in die linke untere Extremität. Infiltrationen ergaben 
keine Besserung. Mittels Diskographie konnte am 18. März 2011 die Bandschei-
be L4/5 als Ursache der Schmerzen lokalisiert werden. Entsprechend wurde 
während der Hospitalisation vom 6. bis 18. April 2011 im Spital … am 7. April 
2011 eine anteriore lumbale Interbodyfusion (ALIF) vorgenommen (IV-act. 11). 
Der für die Operation verantwortliche Dr.med. D.________ (Leitender Arzt Wir-
belsäulenchirurgie) fasste in seinem Kurzbericht vom 13. Oktober 2011 an die IV-
Stelle das Ergebnis wie folgt zusammen (IV-act. 28-1/12):

Wir haben zwischenzeitlich bei der Patientin radiologisch (Röntgen LWS, CT LSW, 
MRI LWS) die Situation abgeklärt. Es zeigten sich dabei absolut einwandfreie 
postoperative Verhältnisse. Zusätzlich neurologisches Konsil bei Frau Dr. … eben-
falls ohne pathologischem Befund und noch Versuch mit einer Fazettengelenksin-
filtration der Patientin weiterzuhelfen. Sämtliche Versuche verliefen im Sand und 
ich habe mich auch aus der Behandlung der Patientin jetzt zurückgezogen, da ich 
der Patientin kein vernünftiges Angebot machen kann. Ich denke, dass die Vorstel-
lung in einer Schmerzklinik sinnvoll ist.

Die Neurologin Dr.med. O.________ hatte in ihrem Bericht vom 19. August 2011 
ihre Beurteilung u.a. wie folgt zusammengefasst (IV-act. 28-5/12):

Eine Radikulopathie L4, L5 oder S1 links konnte elektromyographisch ausge-
schlossen werden. Im klinischen Neurostatus finden sich weder motorische noch 
sensible Defizite, die den Radices L4-S1 zuzuordnen wären. (…) Das MRI der 
LWS zeigte normale postoperative Verhältnisse ohne radikuläre Kompression oder 
Einengung des Spinalkanales in Höhe L4/5.
In Zusammenschau der vorliegenden apparativen und klinischen Befunde ist die 
belastungsverstärkte Lumbago mit Ausstrahlung in beide Beine linksbetont nicht 
mehr ausschliesslich mit den lumbalen strukturellen Verhältnissen zu begründen. 
Es muss von einer Schmerzstörung mit dem somatischen Kern der lumbalen De-
generation ausgegangen werden. Vermutlich spielen soziale Faktoren, insbeson-
dere die körperliche Belastung in der Tätigkeit als Pflegehelferin sicher eine Rolle, 
da die Patientin sich nicht vorstellen kann, in diese Tätigkeit zurückzukehren. Be-
merkenswert ist dabei auch, dass sich Frau F. bereits im April 2011 bei der IV an-
meldete, so dass die Rückkehr in den Pflegeberuf für sie offensichtlich zum Zeit-
punkt der OP schon nicht mehr angestrebt wurde. Eine rasche berufliche Reinte-
gration wäre aus schmerztherapeutischer Sicht aber sehr wünschenswert. (…) In 
wie weit zusätzliche psychische Faktoren die Schmerzsymptomatik aufrecht erhal-
ten, kann ich nicht sicher beurteilen. Im Kontakt wirkt die Patientin nicht depressiv 
und es lassen sich auch keine akuten psychischen Belastungsfaktoren eruieren. 
(…)

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2.2 Im Auftrage der Taggeldversicherung erstattete Dr.med. P.________ (Or-
thopädische Chirurgie FMH, Zürich) am 29. November 2011 ein orthopädisches 
Gutachten. Zu den bereits bekannten Diagnosen ergänzte er: "Trotz korrekter 
Operation subjektiv unbefriedigender Verlauf/ Verdacht auf somatoforme 
Schmerzstörung oder Fibromyalgie" (vgl. IV-act. 08.3: 3-7/10 unten). Die geklag-
ten Beschwerden beurteilte dieser Facharzt unter Hinweis darauf, dass der Neu-
rochirurg mit der Operation stets zufrieden war und objektiv ein korrektes Ergeb-
nis resultierte, als Ausweitung im Sinne eines fibromyalgischen Syndroms (IV-
act. 08.3: 3-8/10 oben).

2.3 Vom 16. April 2012 bis zum 12. Mai 2012 liess sich die Versicherte in der 
Klinik … hinsichtlich folgender Rehabilitationsdiagnosen behandeln (IV-act. 44):

Therapierefraktäres lumbospondylogenes Schmerz-Syndrom
- St. n. ALIF Synfix L4/L5 bei Diskusprotrusion 04/2011
Generalisiertes, myofasziales Schmersyndrom

Im Bericht an den nachbehandelnden Arzt führte die Abteilungsärztin … u.a. aus, 
im Verlauf der Hospitalisation habe sich eine zunehmende Belastungsbereit-
schaft gezeigt. Die zuletzt ausgeübte, schwere berufliche Tätigkeit als Pflegehel-
ferin sei der Versicherten langfristig nicht mehr zumutbar (100% arbeitsunfähig). 
Wie die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten 
Tätigkeit zu beurteilen sei, hänge vom Ergebnis einer ambulanten Kontrollunter-
suchung im Universitätsspital Balgrist ab (IV-act. 44-2/2).

2.4 Am 19. Juni 2012 wurde die Versicherte in der Uniklinik Balgrist im Rah-
men der Wirbelsäulensprechstunde ambulant untersucht. Im Bericht vom 5. Juli 
2012 an die IV-Stelle fasste die Assistenzärztin Dr.med. Q.________ (visiert von 
PD Dr.med. R.________) das Ergebnis dahingehend zusammen, dass sich ra-
diologisch keine Kompression der nervalen Strukturen sowie des Myelons zeigte. 
Klinisch bestehe ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit 
pseudoradikulärer Ausstrahlung beidseits, rechts mehr als links mit begleitender 
progredienter Fibromyalgie. Aktuell könne aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht 
nichts für die Patientin getan werden. Es werde eine begleitende Schmerzthera-
pie empfohlen. Zur Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit wurde 
nicht Stellung genommen. Nachträglich wies die Assistenzärztin darauf hin, dass 
zum definitiven Ausschluss einer Lockerung des Implantates die Durchführung 
eines CT geboten sei (IV-act. 50-2/3 in fine). Diese CT-Untersuchung wurde am 
6. Juli 2012 durchgeführt mit folgendem Ergebnis: "Progredienter intercorporeller 
Durchbau L4/5, Material intakt und fest" (IV-act. 53-2/2).

11

2.5 Bei einem Abklärungsgespräch vom 2. Oktober 2012 führte die Versicherte 
u.a. aus, ihre in X lebenden, betagten Eltern seien nicht mehr länger in der Lage, 
den (an Schizophrenie leidenden) Sohn (Jg. 1988) der Versicherten künftig zu 
betreuen, weshalb vorgesehen sei, dass dieser Sohn Ende November 2012 in 
die Schweiz kommen und bei der Versicherten wohnen werde. Sie selbst fühle 
sich nicht mehr in der Lage mehr als 2 Stunden täglich zu arbeiten, danach müs-
se sie sich hinlegen und sich in der Badewanne entspannen (IV-act. 65-3/3).

2.6 Der Psychiater AJ (FMH Psychiatrie und Psychotherapie), welcher die Ver-
sicherte seit dem 11. Oktober 2012 behandelte, stellte in seinem Bericht vom 1. 
Februar 2013 an die IV-Stelle folgende Diagnosen (IV-act. 72-1/5):

ICD 10 F32.1
Depressive Störung, mittelgradige depressive Episode seit Anfang 2012
ICD 10 F45.4
V.a. anhaltende somatoforme Schmerzstörung seit Mitte 2011 DD somatisch be-
dingte invalidisierende Schmerzen

Die bisherige Tätigkeit als Pflegehelferin erachtete dieser Psychiater als nicht 
mehr zumutbar; hingegen seien berufliche Massnahmen mit Arbeitstraining 
zunächst 20%/Tag mit einer stufenweisen Steigerung um 20% ca. alle 4-6 Wo-
chen aus psychiatrischer Sicht zumutbar (IV-act. 72-4/5, Ziff. 1.11).

2.7 Der Hausarzt Dr.med. S.________ (FMH Innere Medizin) hielt in seinem 
Verlaufsbericht vom 15. Februar 2013 an die IV-Stelle u.a. was folgt fest (IV-act. 
73):

Der Verlauf ist als stationär bis sich leicht verschlechternd anzuschauen. Ich sehe 
keine Möglichkeiten, die Patientin mittels Therapien, weiteren Rehabilitations-
massnahmen zum jetzigen Zeitpunkt in ihrem Arbeitsprozess wieder zu integrie-
ren. Es können ihr nur leichte Arbeiten mit kleinem Zeitpensum mit genügend Pau-
sen aktuell eingeräumt werden. Es ist mir klar, dass im Rahmen der IV-Revision 
Patienten mit dieser Diagnose keinen Anspruch auf eine Rente haben. Ich finde 
Frau F. wirklich glaubwürdig, begleite sie im Prinzip schon die ganze Zeit mit ihrem 
Leidensweg, seit der Rückenoperation und ich kann mir hier schwer eine Aggrava-
tion vorstellen (…).

2.8.1  In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine erste interdisziplinäre MEDAS-
Begutachtung. Beim entsprechenden Y-Gutachten vom 12. Juli 2013 wirkten fol-
gende Sachverständige mit (IV-act. 81ff.):

… (Allgem. Innere Medizin)
… (Orthopäd. Chirurgie)
… (Psychiatrie und Psychotherapie)
… (Neurologie)

2.8.2  Diese Gutachter stellen folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit (IV-act. 84-37/43, Ziff. 7):

12

- Chronisches lumbospondylogenes Syndrom bei
o St.n. Spondylodese L4/5 mit ALIF, mittels Cage vom 07.04.2011
o Keine radikuläre Irritations- oder Ausfallssymptomatik

- Anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit Selbstlimitierung, Schonungs-
tendenz und Behindertenüberzeugung

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode
- Akzentuierte histrionische, abhängige Charakterzüge
- Multiple psychosoziale Belastungen

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden ein Eisenman-
gel-Syndrom sowie ein Status nach Migräne aufgeführt (IV-act. 84-37/43, Ziff. 8). 

2.8.3  In der interdisziplinären Beurteilung (inkl. Konsistenzprüfung) wurde u.a. 
festgehalten, dass sich aus internistischer Sicht keine Begründung für eine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe (IV-act. 84-38/43 oben). 

In orthopädischer Hinsicht bestehe das chronische therapierefraktäre lumbo-
spondylogene Syndrom bei Status nach Spondylodese L4/5. Bildgebend zeige 
sich eine regelrechte Situation bei Status nach operativem Eingriff mit einwand-
freiem Sitz der Metallimplantate ohne Hinweise für sekundäre Dislokation, Locke-
rung oder Neurokompression. Klinisch sei die extreme Schmerzempfindlichkeit 
der Versicherten auffällig, schon bei feinsten Palpationen der Rückenmuskulatur 
zucke sie zusammen und gebe starke Schmerzen an. Fehlende Schonungszei-
chen im Bereich der unteren Extremitäten würden gegen eine langdauernde Ent-
lastung des linken Beines sprechen, wie dies von der Versicherten geltend ge-
macht werde. Drei positive Waddell-Zeichen würden auf eine zusätzliche nicht-
somatische Komponente hinweisen (IV-act. 84-38/43 Mitte).

Aus neurologischer Sicht fanden sich keine Hinweise für eine radikuläre Reiz- 
oder Ausfallssymptomatik. Der neurologische Status sei unauffällig. Zusammen-
fassend lasse sich aus somatischer Sicht sagen, dass die Wirbelsäule vermindert 
belastbar sei. Schwere, belastende Tätigkeiten sowie auch die angestammte 
Tätigkeit in der Pflege seien ihr nicht mehr zumutbar. Hingegen seien ihr rücke-
nadaptierte, leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten vollum-
fänglich möglich (IV-act. 84-38/43, 4. Abs.). 

2.8.4  Aus psychiatrischer Sicht stehe die psychosomatische Schmerzfehlverar-
beitung im Sinne einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mit deutli-
cher Schonungstendenz, Fixierung auf die Schmerzen und sekundärer sozial er-
lebter Invalidisierung im Vordergrund, indem die Versicherte sich wegen Schmer-
zen zu nichts mehr fähig fühle und unterdessen angeblich auf die Hilfe ihrer 
Schwester angewiesen sei (IV-act. 84-38/43 unten). Des Weiteren wurde im Gut-
achten u.a. ausgeführt (IV-act. 84-39f./43):

13

Die Schmerzsymptomatik wird von der Versicherten jedoch ausgesprochen histrio-
nisch inszeniert und teilweise auch übertrieben dargestellt, das heisst es besteht 
eine Diskrepanz zwischen der klinischen Erscheinung der Versicherten, der Psy-
chopathologie und ihrer subjektiven Einschätzung. So erlebt sich die Versicherte 
zum Beispiel in ihrer Konzentrationsfähigkeit massiv beeinträchtigt, gibt sich aber 
in der klinischen Untersuchung sehr eloquent (…). Sie klagt auch über unspezifi-
sche Symptome, die kaum nachvollzogen werden können, so zum Beispiel gibt sie 
an, dass sie das Geräusch des Orangenessens stören würde, und dass sie beim 
Fernsehschauen die Augen schliessen müsse. Diese geklagten Symptome können 
nicht mit einer psychiatrischen Erkrankung erklärt werden, sondern müssen mit ih-
ren akzentuierten, histrionischen Persönlichkeitszügen in Zusammenhang ge-
bracht werden. Gesichert zeigt die Versicherte von der strukturellen Seite her eine 
ängstliche Grundstruktur. (…) Hier muss eine deutliche Selbstlimitierung und ei-
ne Behindertenüberzeugung angenommen werden, welche nur teilweise mit der 
depressiven Fehlentwicklung erklärt werden kann, weil auch die Depressivität kli-
nisch aktuell nur leicht ausgeprägt ist. (…) Auch vom Antrieb her erweist sich die 
Versicherte klinisch nicht in einer depressiven Minussymptomatik, auch psychomo-
torisch nicht, weshalb keine mittelgradig bis schwere Depressivität aktuell festge-
halten werden kann. (…)
Aus psychiatrischer Sicht kann das Ausmass der Klagen nicht vollumfänglich 
nachvollzogen und mit einer psychiatrischen Erkrankung erklärt und begründet 
werden. Der Versicherten wäre deutlich mehr an Anstrengung zumutbar sich beruf-
lich wieder zu rehabilitieren. Es kann auch nicht nachvollzogen werden, weshalb 
die Versicherte der IV mitgeteilt haben soll, dass sie nur einer zweistündigen Ar-
beitstätigkeit nachgehen können sollte. Hier muss eine Selbstlimitierung und eine 
Schonungstendenz angenommen werden, die nicht einer psychiatrischen Erkran-
kung subsumiert werden kann. (…)

2.8.5  Gesamthaft gelangten die Gutachter zum Ergebnis, dass die bisherige 
Tätigkeit als Pflegehelferin seit Februar 2011 nicht mehr zumutbar sei, indessen 
in körperlich adaptierten, d.h. körperlich leichten bis intermittierend mittelschwe-
ren, wechselbelastenden, rückenschonenden Tätigkeiten mit Gewichtslimite bis       
10 kg, ohne Einnahme von repetitiven körperlichen Zwangshaltungen die Versi-
cherte zu 70% arbeitsfähig zu beurteilen sei (IV-act. 84-41/43, Ziff. 11). 

2.9 Gestützt auf die Ergebnisse dieser MEDAS-Begutachtung wurde mit der 
Versicherten am 9. August 2013 eine Eingliederungsvereinbarung für ein vorerst 
3 Monate dauerndes Arbeitstraining abgeschlossen; vorgesehen war ein Einsatz 
in der Abteilung Hauswirtschaft einer spezialisierten Einrichtung, wobei die Versi-
cherte von Fachpersonen begleitet worden wäre (IV-act. 89). Am 22. August 
2013 teilte die Versicherte telefonisch mit, dass sie aus gesundheitlichen Grün-
den nicht an der geplanten Eingliederungsmassnahme teilnehmen könne (IV-act. 
104-5/5).

14

2.10 Seit dem 26. August 2011 war die Versicherte in Behandlung bei (…) ge-
wesen. In einem Bericht vom 26. Juni 2014 an die IV-Stelle stellte die behan-
delnde Ärztin (…) folgende Diagnosen (IV-act. 112-2/8, Ziff. 1.1):

- Rezidivierende Depression mit psychotischen Anteilen (ICD10: F33.3)
- Somatoforme Schmerzstörung (ICD10: F45.4)
- Zustand nach Bandscheibenoperation in Höhe L4/5 am 7.4.2011

Zu den gesundheitlichen Einschränkungen wurde ausgeführt, abgesehen von 
körperlichen Beschwerden mit Taubheitsgefühl an Armen und Händen sowie 
Schmerzen im LWS-Bereich bestünden psychische Einschränkungen im Sinne 
einer verminderten Konzentration und Auffassung; die Versicherte sei sehr 
schnell erschöpft und kaum belastbar, sie beklage Antriebslosigkeit und Freudlo-
sigkeit (IV-act. 112-5/8 Ziff. 1.7). Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei "ca. 
2 Stunden pro Tag" möglich (IV-act. 112-6/8 oben).

2.11  Die zuständige Ärztin … hat die Versicherte der Psychiatrischen Klinik … 
zugewiesen. Die entsprechende Hospitalisation dauerte vom 10. Juli 2014 bis 
zum 26. August 2014. Im Bericht vom 8. September 2014 an … wurden eine an-
haltende somatoforme Schmerzstörung (F45.40) sowie eine rezidivierende de-
pressive Störung, aktuell schwere Episode mit psychotischen Symptomen 
(F33.3) diagnostiziert. In der Beurteilung wurde u.a. darauf hingewiesen, dass 
psychopathologisch eine depressive Stimmungslage, der Verlust von Freude und 
Interesse, Erschöpfung, Tagesmüdigkeit, Ein- und Durchschlafstörungen, starkes 
Ruhebedürfnis, Konzentrationsschwierigkeiten, Lärmempfindlichkeit, Vergess-
lichkeit und sozialer Rückzug im Vordergrund stünden. Im Verlaufe des Klinik-
aufenthaltes habe keine Remission der depressiven Symptomatik erreicht wer-
den können. Als prognostisch ungünstig wurden u.a. nebst der unveränderten 
depressiven Symptomatik der hohe Leidensdruck, die Fixierung auf die Medikati-
on, Nebenwirkungen der Schmerzmedikation sowie wenig Eigeninitiative in der 
Umsetzung von Gelerntem erwähnt (IV-act. 118).

2.12  Ein psychiatrisches Konsilium (inkl. Untersuchung vom 3.3.2015) durch 
Dr.med. F.________ (Psychiatrie und Psychotherapie FMH/ RAD-Arzt) ergab 
gemäss Bericht vom 9. März 2015 folgende Diagnosen (IV-act. 114-16/16):

- F45.5 anhaltende somatoforme Schmerzstörung
o Mit Selbstlimitierung, Schonungstendenz und Behindertenüberzeugung

- F33.0 rezidivierende depressive Störung
o Höchstens leichte depressive Episode

- Z73.1 Akzentuierte histrionische, abhängige Charakterzüge
- Erhebliche Verdeutlichung und Aggravation (bei Rentenbegehren)

In seiner Beurteilung hielt der RAD-Psychiater u.a. fest (IV-act. 114-14f./16):

15

Aufgrund der am 3.3.15 selbst erhobenen Befunde sind die Berichte der Behandler 
stark zu relativieren.
Fr. F. wirkte anlässlich der eigenen Untersuchung nicht in erster Linie depressiv, 
sondern stark klagsam, histrionisch, aggravierend und (in Übereinstimmung mit 
den impliziten Schilderungen der PK Zugersee) regressiv und selbstlimitierend. 
Dieses Verhalten hat im Vergleich zum Medas-Gutachten von 7/13 noch stark zu-
genommen.
Es besteht eine starke Diskrepanz zwischen den angegebenen Beschwerden und 
den objektiv erhebbaren Befunden. Die V. schildert erhebliche Beeinträchtigungen 
der Merkfähigkeit. Während der Exploration war sie in kognitiver und mnestischer 
Hinsicht unauffällig (…)
Obwohl sich die V. als dauernd sehr müde beschreibt, wirkte sie anlässlich der Ex-
ploration ausgesprochen lebhaft (inkl. Mimik und Gestik), und sie zeigte nie Anzei-
chen von Erschöpfung. Trotz der Angabe von starken, dauernden Schmerzen 
schilderte sie diese nur verbal (in klagsamer Weise); hingegen signalisierte sie auf 
der nonverbalen Ebene nie das Vorliegen von Schmerzen. Sie bewegte sich auf 
dem Stuhl in lebhafter, schmerzfrei wirkender Weise.
Im Gegensatz zu mehreren Beurteilungen von Behandlern fand sich höchstens ei-
ne geringgradige depressive Symptomatik (wobei eine typisch depressive Psycho-
dynamik praktisch vollständig fehlt), sondern ein selbstlimitierendes, histrionisches 
und aggravierendes Verhalten stand stark im Vordergrund.
Besonders stark betonte Fr. F., dass sie unter 'Halluzinationen' leide. Darüber be-
richtete sie spontan und sehr ausführlich, bevor ich sie überhaupt etwas gefragt 
hatte.
Der Verlauf dieser 'Halluzinationen' ist aussergewöhnlich und wird in widersprüchli-
cher Weise geschildert, was gegen eine echte, psychotische Symptomatik spricht. 
(…). Die geschilderte Charakteristik dieser Wahrnehmungen lässt sich weder einer 
Schizophrenie (es liegen keine weiteren psychotischen Symptome wie 
Denkstörungen oder Wahn vor), noch einer schweren Depression zuordnen (die V. 
ist weiterhin höchstens leicht depressiv …). 
Insgesamt sind die geschilderten Wahrnehmungs-Störungen als Pseudo-
Halluzinationen zu beurteilen, auf dem Hintergrund einer stark suggestiblen, über 
eher wenige emotionale und kognitive Ressourcen verfügenden, histrionischen 
und aggravierenden Versicherten. (…)
Es bestehen zwar, wie durch dasY festgehalten, histrionische und akzentuierte 
Persönlichkeitszüge. Diese erreichen in Anbetracht des früheren Leistungsniveaus 
aber nicht das Ausmass einer Persönlichkeitsstörung. (…)
Zudem sind die kognitiven Ressourcen eher gering. Die Intelligenz liegt klinisch im 
unteren Bereich des Durchschnitts. Auch dies verhinderte die frühere Erwerbs-
tätigkeit nicht. Eine iv-relevante Intelligenzminderung liegt nicht vor.
(…)
Insgesamt sind die Diagnosen des Medas-Gutachtens vom 12.7.13 zu bestätigen. 
Es liegt - selbst bei ausgesprochen grosszügiger Beurteilung - höchstens eine 
leichte depressive Symptomatik vor.
Die divergierenden Beurteilungen der Behandler beruhen darauf, dass diese die 
Beschwerdeschilderung der stark verdeutlichenden und histrionischen Versicher-
ten nicht in ausreichendem Ausmass anhand der erhebbaren objektiven Befunde 
relativieren. (…)

16

Es bestehen keine Hinweise auf eine schwerere psychische Störung, namentlich 
eines schwereren depressiven Zustandes, einer Persönlichkeitsstörung, einer In-
telligenzminderung oder einer psychotischen Störung. Dies gilt sowohl für den bis-
herigen Verlauf als auch für den aktuellen Zeitpunkt.
Im Vordergrund steht aus psychiatrischer Sicht eine Haltung von Selbstlimitierung 
und Regression (praktisch bis zu Vita minima), mit aggravierendem bis teilweise 
gar simulierendem Verhalten (…). 

2.13  In der rechtskräftigen Verfügung vom 22. Mai 2015 stellte die IV-Stelle 
darauf ab, dass sinngemäss gemäss der Beurteilung durch den RAD-Psychiater 
Dr.med. T.________ kein invalidisierender psychiatrischer Gesundheitsschaden 
vorliege sowie gemäss dem orthopädischen Teilgutachten des MEDAS-
Gutachtens leidensangepasste wechselbelastende Tätigkeiten (bei Einhaltung 
von gewissen Vorgaben wie Gewichtslimite, keine Zwangshaltungen etc.) voll-
zeitlich zumutbar seien, was im Rahmen des Einkommensvergleichs einen nicht 
rentenbegründenden IV-Grad von 11% ergab (IV-act. 129).

3.1 Bei der neuen IV-Anmeldung (eingegangen am 22.2.2016) wurde die an-
spruchserhebliche Veränderung des Gesundheitszustands sinngemäss mit dem 
Vorliegen einer paranoiden Schizophrenie (ICD-10 F20.0, Erstdiagnose 10/2015) 
begründet. Die Versicherte hatte sich vom 6. Oktober 2015 bis zum 13. Novem-
ber 2015 in der Klinik Z aufgehalten. Der Psychiater dieser Klinik (Dr.med. 
U.________) umschrieb die Beeinträchtigungen mit kognitiver Verlangsamung 
mit psychotischen, wahnhaften Denkstörungen und Halluzinationen, körperlich 
lumbale Dauerschmerzen und stark eingeschränkter Belastbarkeit der LWS; die 
Versicherte sei weder geistig noch körperlich arbeitsfähig (vgl. IV-act. 131-4/10 
oben).

Daraufhin übernahmen der Hausarzt Dr.med. S.________ die in der Klinik Z ge-
stellte Diagnose einer paranoiden Schizophrenie (IV-act. 134-3/8) sowie analog 
auch die behandelnden Fachpersonen … im Bericht vom 30. Mai 2016 (= IV-act. 
135). 

3.2 Der RAD-Arzt Dr.med. E.________ nahm am 23. Juni 2016 zu den neu 
eingereichten medizinischen Berichten dahingehend Stellung, dass er bei dieser 
zwischenzeitlich 48-jährigen Versicherten das Auftreten einer sehr seltenen 
Spätschizophrenie bezweifle (IV-act. 137-5/5). Im Ergebnis empfahl er eine 
psychiatrische Zusatzabklärung durch Dr.med. H.________ (Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, …, IV-act. 143-5/5 und 149).

3.3.1  In seinem psychiatrischen Gutachten vom 6. März 2017 konnte Dr.med. 
H.________ keine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

17

stellen. Als psychiatrische Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielt 
der Gutachter fest (IV-act. 151-63/74 unten):

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren ICD-10 F45.41

Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode ohne 
somatische Symptome ICD-10 F33.0.

3.3.2  In seinem Gutachten, welches nebst dem IV-Aktendossier und eigenen 
psychiatrischen Untersuchungen an zwei verschiedenen Tagen mit einer Gesam-
texplorationsdauer von 4 Stunden auf telefonischen Auskünften des Hausarztes 
und der behandelnden Psychiaterin sowie einer laborchemischen Untersuchung 
basiert (vgl. IV-act. 151-2/74), setzte sich der Sachverständige explizit auch mit 
der von behandelnden Ärzten neu gestellten Diagnose einer paranoiden Schizo-
phrenie auseinander. In seiner Beurteilung der Konsistenz und der evaluierten 
Abklärungsergebnisse führte der Gutachter u.a. aus (IV-act. 161-41ff./74):

Der Vergleich der Angaben der Explorandin über die medikamentöse Behandlung 
und der Ergebnisse der Blutuntersuchung erbrachte, dass die Explorandin in die-
sem Aspekt ihres Krankheits- und Behandlungsverlaufs unwahre Angaben machte. 
Entgegen der Angabe ein Neuroleptikum (Risperidon) einzunehmen, war die Sub-
stanz im Blut nicht nachweisbar. Dafür gibt es theoretisch zwei Erklärungen. Ers-
tens könnte es sein, dass die Explorandin das Medikament ausserordentlich 
schnell abbaut. Die zweite Möglichkeit ist, dass sie es nicht einnimmt. Die erste 
Möglichkeit ist unwahrscheinlich, denn Fluoxetin (Wirkstoff des verordneten Anti-
depressivums) führt bei gleichzeitiger Einnahme mit Risperidon zu einer starken 
Konzentrationserhöhung von Risperidon im Blut. Dadurch würde dem potentiell 
beschleunigten Abbau entgegengewirkt, sodass höchstens ein tiefer Spiegel resul-
tieren würde, jedoch nicht ein so tiefer, dass die Substanz nicht nachweisbar ist. 
(…) Für die Nichteinnahme des Medikaments spricht zudem, dass an den Anga-
ben der Explorandin auch aus anderen Gründen Zweifel bestehen. Daraus kann 
konstatiert werden, dass die Explorandin Risperidon nicht einnimmt, obwohl sie 
dies angab. Besonders zu betonen ist in diesem Zusammenhang, dass sie bei der 
Erhebung der Behandlungsanamnese spontan berichtete, unter Nebenwirkungen 
von Risperdal zu leiden, obwohl sie danach zu diesem Zeitpunkt nicht befragt wur-
de. Sie hat also spontan - proaktiv eine falsche Angabe gemacht. Dies wiegt im 
Sinne des Simulationsbestrebens schwerer, als wenn sie einfach bei Nachfrage 
fehlende Compliance hätte verschleiern wollen, denn es ist eine aktive Handlung. 
(…)
Ein weiteres Indiz für Angabe unzutreffender, beziehungsweise nicht vorhandener 
Beschwerden, ergab sich aus der Unstimmigkeit früherer und aktueller anamnesti-
scher Angaben zur psychischen Krankheitsentwicklung.
Die Explorandin berichtete dem Gutachter über psychische Beschwerden in der 
Kindheit und eine erste psychotische Störung (der Realitätswahrnehmung mit bei-
spielsweise Verfolgungsgefühlen) und depressive Episode im Alter von 23 Jahren 
noch in X. Gestützt auf die medizinische Dokumentation kann festgehalten werden, 
dass sie diese Angabe weder den behandelnden Ärzten gegenüber, noch im 
Rahmen der ersten Begutachtung machte. Es passt zu der tendenziellen Wahr-
nehmung, dass die von einer Abklärung zu anderen immer mehr vermeintliche Be-
lege einer Invalidität benennt. Der Gutachter deutete dies als starkes Indiz dafür, 
dass die Explorandin neue Symptome ausdenkt und angibt, wenn sie den Eindruck 
hat, die bisherigen Angaben hätten nicht ausgereicht, ihren Anspruch durchzuset-

18

zen. Es ist dabei nicht anzunehmen, dass sie einfach nur vergessen habe, die 
früheren Krankheitsepisoden zu erwähnen. (…)

Am wenigsten nachvollziehbar sind dabei Angaben, die zur Diagnose Paranoide 
Schizophrenie geführt haben. Dies ist aufgrund zweier Überlegungen so. Erstens, 
weil die Explorandin erst nach dem ihr Sohn (gemäss ihren Angaben) an dieser 
Störung erkrankte begann, Schizophreniesymptome zu berichten. Dies macht 
wahrscheinlich, dass sie durch Beobachtung der Symptome bei ihrem berenteten 
Sohn auf die Idee gebracht wurde, dieselben Symptome zu berichten. Die Diagno-
se ist zweitens deswegen nicht plausibel, da die beklagten Wahnsymptome und 
Sinnestäuschungen klinisch unglaubwürdig erscheinen. Es fehlt die übliche affekti-
ve Beteiligung bei Angabe dieser Symptome. Dabei handelt es sich explizit nicht 
um Parathymie, denn der Affekt ist in anderen Situationen adäquat auslenkbar. 
Das tatsächliche Vorliegen psychotischer Symptome ist auch deswegen unwahr-
scheinlich, da die Explorandin das Auftreten der berichteten Wahrnehmungs-
störungen von sich aus, ohne Zweifel und Ambivalenz als Ausdruck einer Krank-
heit qualifiziert. Dies ist aus zwei Gründen unwahrscheinlich. Erstens weil es kli-
nisch untypisch ist. Wahnsymptome sind ja gerade so definiert, dass es sich um 
objektiv zwar falsche aber subjektiv wahre und prinzipiell unkorrigierbare Überzeu-
gungen handelt. Zweitens weil die Explorandin an mehreren Stellen in diesem 
Gutachten angab, sich die Überwindung dieser 'schlimmen Krankheit' zu wün-
schen, jedoch ganz offensichtlich die Medikamente gegen diese Krankheit nicht 
einnimmt. Demgegenüber scheint sie Medikamente gegen Schmerzen und das 
Antidepressivum, welches sowohl für die Schmerzen als auch für die Depression 
verordnet wurde, einzunehmen. Sie beweist damit, dass sie je nach Einsicht in die 
Notwendigkeit differenzierte Entscheidungen bezüglich ihrer Behandlung trifft. (…)

Des Weiteren setzte sich der Gutachter mit der Frage nach möglicher Motivation 
des teils bewiesenen und teils aufgrund von Indizien wahrscheinlichen Täu-
schungsverhaltens der Versicherten auseinander. Dabei hielt u.a. sinngemäss 
folgende Aspekte fest (IV-act. 151-43/74 unten und fortfolgend):

- dass der Arztbericht vom 4. Mai 2011, wonach obwohl die Operation aus or-
thopädischer Sicht gut verlaufen war dennoch der Referent hinsichtlich der be-
ruflichen Wiedereingliederung pessimistische Erwartungen hegte, dieser Um-
stand belege, dass bereits damals eine Entkoppelung zwischen nachvollzieh-
baren Beschwerden und gemachten Angaben zur Arbeitsfähigkeit stattgefun-
den habe (eine Somatisierungsstörung habe sich zu diesem Zeitpunkt erfah-
rungsgemäss noch nicht etablieren können);

- dass der Hausarzt bereits im Juli 2011 "das erste harte Zeichen einer Inkonsis-
tenz" formuliert habe, indem er erwähnte, dass die Explorandin nach der Ope-
ration relativ beschwerdefrei in den Urlaub nach X gefahren sei; demgegenü-
ber brachte die Versicherte vor, die Schmerzen würden seit der Operation 
(07.04.2011) zumindest unverändert, tendenziell immer stärker werden beste-
hen;

- dass bereits früh die Neurologin Dr. … auf die Auffälligkeit hinwies, wonach die 
Versicherte sich im gleichen Monat (April 2011), als sie operiert wurde, sich bei 
der IV-Stelle zum Leistungsbezug anmeldete;

- dass die Explorandin die vereinbarten Wiedereingliederungsversuche unterlau-
fen hat, indem sie den organisierten Eingliederungsversuch gar nicht erst ver-
sucht hat;

- dass eine zusätzliche Motivation für die Präsentation invalidisierender psycho-
somatischer und psychischer Beschwerden im Zusammenhang mit der Er-

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krankung ihres Sohnes aufgekommen sei, indem sich die Explorandin über die 
Prognose seiner schweren Erkrankung bewusst sei und somit wisse, dass die-
se Erkrankung durchwegs mit einer anhaltenden Invalidisierung einhergehe; 
vor dem Hintergrund der ökonomischen Unterschiede zwischen der Schweiz 
und X würden Versicherungsleistungen nicht nur ihre, sondern auch seine fi-
nanzielle Situation anhaltend stabilisieren; es liege somit eine ausreichende, 
wirtschaftlich begründete Motivation für die Vortäuschung von Beeinträchti-
gungen vor;

- und dass der Gutachter hinsichtlich der Diagnose einer paranoiden Schizo-
phrenie hier von Simulation ausgehe; den Umstand, wonach diese Diagnose 
von den Behandlern diagnostiziert wurde, sei als Ergebnis nicht hinterfragter 
Übernahme subjektiver Angaben der Explorandin zu interpretieren (zumal das 
fehlende Hinterfragen als "primäre und korrekte therapeutische Grundhaltung" 
zu verstehen sei (vgl. IV-act. 151-45/74 Mitte).

3.3.3  Hingegen stellte der Gutachter die Diagnose einer Schmerzstörung mit 
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F 45.41), ebenso anerkannte er 
das Vorliegen einer rezidivierenden depressiven Störung, aktuell leichte depres-
sive Episode ohne somatische Symptome, bei deutlicher Aggravationstendenz 
und multiplen psychosozialen Belastungen (IV-act. 151-38/84 Mitte). 

Was die Auswirkungen dieser Befunde auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
anbelangt, erachtete der Gutachter "lediglich eine leichte Störung der Fähigkeit 
der Anwendung fachlicher Kompetenzen bedingt durch an sich überwindbare 
Hyperfokussierung auf das Schmerzerleben" als glaubhaft und nachvollziehbar, 
was indessen aus psychiatrischer Sicht keine Minderung der Arbeitsfähigkeit zur 
Folge habe (IV-act. 151-66ff./74).

3.4 Der RAD-Arzt Dr.med. E.________ gelangte in seiner Stellungnahme vom 
6. April 2017 zum Ergebnis, dass sich aus somatischer Sicht bei der zweiten IV-
Anmeldung nichts Neues ergebe, es liege weiterhin ein chronisches lumbo-
spondylogenes Schmerzsyndrom nach Spondylodese L4/5 vor. Hinsichtlich der 
Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht gelte weiterhin die Beurteilung im Y-
Gutachten (7/13), wonach die Versicherte als Krankenpflegerin zu 100% arbeits-
unfähig sei, während für leichte, selten mittelschwere Tätigkeiten in Wechselposi-
tion eine Arbeitsfähigkeit von 100% zu veranschlagen sei (IV-act. 152-5/6 oben). 
Hinsichtlich des psychischen Zustandes der Versicherten erachtete der RAD-Arzt 
das vorliegende Gutachten von Dr.med. V.________ als schlüssig; im Gutachten 
werde gut nachvollziehbar begründet, dass die Diagnose einer paranoiden Schi-
zophrenie nicht zutreffe (die Versicherte ist "NICHT schizophren", IV-act. 152-5/6 
Mitte).

3.5 Ebenfalls am 6. April 2017 trat die Versicherte auf Zuweisung der behan-
delnden Therapeutin … in die Psychiatrische Klinik … ein, wo sie bis zum 20. Juli 

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2017 behandelt wurde. Im Bericht vom 23. August 2017 an … wurde nebst der 
bekannten Diagnose einer chronischen Schmerzstörung (IF45.41) wieder die 
Diagnose einer paranoiden Schizophrenie (F20.0/ DD F25.1 schizoaffektive 
Störung, ggw. depressiv) gestellt. Psychopathologisch sei es um ausgeprägte 
paranoide Ängste und Ängste vor Ersticken (was zum Absetzen der Medikation 
sowie mangelnder Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme geführt habe), um opti-
sche Halluzinationen, Stimmenhören, affektive Niedergeschlagenheit, stark ein-
geschränkte affektive Schwingungsfähigkeit, um körperliche Erschöpfung, for-
malgedankliche Störungen sowie um eine ausgeprägte Echolalie gegangen. Un-
ter der Behandlung habe sich die Patientin zunehmend stabilisiert (ohne Errei-
chen einer Vollremission). Prognostisch wichtig sei die Fortführung einer regel-
mässigen ambulanten psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung 
inkl. regelmässiger Medikamenteneinnahme, sowie eine Wohnbegleitung durch 
die Stiftung Phönix (IV-act. 164-8/12).

3.6 Nach dem abschlägig lautenden Vorbescheid vom 19. April 2017 (IV-act. 
153) hatte die Versicherte in ihrer Eingabe vom 11. Mai 2017 geltend gemacht, 
"insbesondere aus psychischen Gründen nicht in der Lage" zu sein, einer Er-
werbstätigkeit nachzugehen (IV-act. 155). Dieser Standpunkt wurde mit einer 
fachärztlichen Stellungnahme des Sozialpsychiatrischen Dienstes [ausserkanto-
nal] vom 24. August 2017 untermauert, welche … verfasst wurde (IV-act. 162). 
Darin nahmen diese beiden Ärztinnen insbesondere auch zum psychiatrischen 
Gutachten von Dr.med. H.________ Stellung. In der Stellungnahme führten die 
beiden Ärztinnen u.a. sinngemäss aus (IV-act. 162-5ff./13):

- dass die Explorationen der Versicherten vom 12. und 13. Juli 2017 in der PK 
… folgende psychopathologische Befunde ergaben: 

Patientin ist wach, vollständig orientiert, freundlich, jedoch zurückhaltend. 
Subjektive Angaben von Vergesslichkeit, objektiv kann die Patientin zwei 
einstündigen Gesprächen folgen. Im Mini-Mental-Status-Test volle Punkt-
zahl. Formalgedanklich zeigt sich die Patientin noch leicht blockiert, jedoch 
kohärent im Gedankengang, sie gibt kurze und knappe Antworten (teilwei-
se auch ungefragt). Auf der affektiven Ebene ist die Patientin wenig spür-
bar, sehr affektarm, psychomotorisch verlangsamt mit reduzierter Mimik. 
Keine Hinweise auf akut floride psychotische Symmptomatik im Sinne ei-
nes wahnhaften Erlebens, Halluzinationen oder Ich-Störungen (unter 5 mg 
Risperidon). Keine Zwänge. Stimmung leicht gedrückt. Von akuter Suizida-
lität klar distanziert.

- dass die Entwicklung einer depressiven Symptomatik nach einer langjährigen 
chronischen Schmerzstörung sehr häufig und auch nachvollziehbar sei,

- dass hinsichtlich der paranoiden Schizophrenie diese bisher nicht ausreichend 
diagnostiziert worden sei; oft sei eine psychiatrische Diagnose auch erst rück-
blickend zu stellen,

- dass der Umstand, wonach Risperidon im Blut nicht nachweisbar gewesen sei, 
damit zu erklären sei, dass Patienten mit einer paranoiden Schizophrenie im-

21

mer wieder keine ausreichend gute Medikamentencompliance aufweisen wür-
den, mithin solche Patienten Neuroleptika häufig selbständig heimlich abset-
zen und den Behandler darüber nicht informieren würden (namentlich wegen 
Nebenwirkungen wie das Gefühl von "betäubt sein", Gewichtszunahme usw.); 
das heimliche Absetzen der Medikation sei im Zusammenhang mit dem 
Krankheitsbild einer paranoiden Schizophrenie häufig und nicht zwangsläufig 
Symptom einer Simulation,

- dass die Schlussfolgerung des Gutachters, wonach die Versicherte simuliere, 
lediglich eine Möglichkeit der Interpretation sei,

- dass aus dem Umstand, wonach die Versicherte nicht schon früher Symptome 
einer paranoiden Schizophrenie thematisiert habe, nichts abgeleitet werden 
könne, weil beim ersten Gutachten der Fokus eine Depression und die chroni-
sche Schmerzstörung betroffen habe, mithin eine gezielte Exploration damals 
nicht vorgenommen worden sei; im Übrigen könnten zunächst auch Abwehr-
mechanismen wie Verdrängung oder Verleugnung eine Rolle gespielt haben,

- dass gemäss Lehrbüchern das Risiko, eine schizophrene Psychose zu entwi-
ckeln, bis zu 50% von genetischen Faktoren beeinflusst werde, es könne also 
zu einer familiären Häufung bei schizophrenen Erkrankungen kommen (wofür 
auch die Erkrankung des Sohnes sowie wahrscheinlich der Tante spreche),

- dass das durchschnittliche Alter für den Ausbruch einer solchen Erkrankung 
bei Männern zwischen dem 20. und dem 25. Altersjahr liege und bei Frauen 
zwischen dem 25. und dem 30. Lebensjahr, allerdings bei Frauen ein zweiter 
Häufigkeitsgipfel ab dem 45. Lebensjahr zu beobachten sei, was am ehesten 
auf die hormonelle Umstellung im Klimakterium zurückzuführen sei,

- dass hinsichtlich der fehlenden affektiven Beteiligung bei Angabe der Sympto-
me zu beachten sei, dass die aktuelle Exploration der Versicherten zu einem 
Zeitpunkt stattfand, als die Versicherte unter adäquater neuroleptischer Thera-
pie stand, so dass sie unter keinerlei Sinnestäuschungen oder psychotischen 
Symptomen mehr litt. Deswegen sei es nachvollziehbar und sogar ein Zeichen 
der Genesung, dass die Versicherte über ihre Krankheitssymptome ohne emo-
tionale bzw. affektive Beteiligung habe sprechen können. Sodann habe die 
Wohnbegleiterin und die Behandlerin in der Klinik eine deutlich angstbesetzte 
Schilderung der Symptome zu Beginn der Hospitalisation festgestellt, als noch 
keine adäquate Behandlung eingesetzt hatte,

- und dass der vom Gutachter Dr. … hervorgehobenen Feststellung, wonach es 
klinisch untypisch sei, dass Patienten von sich aus Wahrnehmungsstörungen 
als Ausdruck einer Krankheit qualifizieren, entgegenzuhalten sei, dass unter 
adäquater neuroleptischer Therapie explizit angestrebt werde, dass Patienten 
lernen, sich von ihren Wahnsymptomen zu distanzieren. Mithin sei die vom 
Gutachter thematisierte Distanzierung der Patientin "eher als Zeichen für ein 
gutes Ansprechen und Wirksamkeit der Medikation" zu verstehen. 

Die beiden Ärztinnen … bejahten das Vorliegen eines Verfolgungswahns, eines 
Erstickungswahns, sowie von Stimmenhören im Alter von 23 Jahren und auch 
aktuell; auch seien optische Halluzinationen gegeben, sowie ausgeprägte negati-
ve Symptome wie Affektverflachung, Verarmung hinsichtlich Menge und Inhalt 
des Gesprochenen, geringe non-verbale Kommunikation durch verarmte Mimik, 
verminderte Modulation der Stimme, sozialer Rückzug und eine ausgeprägte 
Echolalie, was bei Erwachsenen im Rahmen einer Schizophrenie vorkommen 

22

könne. Nicht ganz klar sei das zeitliche Kriterium, was zur Diagnosestellung einer 
paranoiden Schizophrenie von Bedeutung sei; zu diskutieren sei, ob nicht auch 
eine schizoaffektive Störung (ICD 10: F25) vorliegen könnte (IV-act. 162-11/13). 
Im Ergebnis beurteilten diese beiden Ärztinnen die Versicherte als psychisch 
schwer kranke Person, welche keine Leistungen mehr auf dem ersten Arbeits-
markt erbringen könne (IV-act. 162-12/13 unten).

3.7 Am 26. Juli 2017 trat die Versicherte erneut in die Psychiatrische Klinik … 
ein (vgl. IV-act. 162-12/13 in fine), wobei folgende Umstände Anlass zur Hospita-
lisation gaben (IV-act. 174-3/4 Mitte):

Frau … trat notfallmässig auf freiwilliger Basis aufgrund einer erneuten psychoti-
schen Dekompensation beim Vorliegen einer bekannten paranoiden Schizophrenie 
nach nur kürzlich erfolgtem Austritt (am 20.07.2017) in unsere Klinik ein. Die Pati-
entin litt vor Eintritt erneut unter imperativen, zum Suizid auffordernden Stimmen, 
anderen akustischen Halluzinationen und paranoidem Wahnerleben und wurde 
schliesslich durch die Polizei, welche von der besorgten in X lebenden Familie kon-
taktiert wurde, ins Spital gebracht. Als auslösender Faktor spielte das selbständige 
Weglassen der antipsychotischen Medikation mit Risperidon aus Angst vor negati-
ven Auswirkungen auf ihren grauen Star eine entscheidende Rolle.

Im Zwischenbericht vom 8. November 2017 wurde u.a. ausgeführt, die Patientin 
sei weiterhin stark mit der Bewältigung ihres Alltags ausserhalb der Klinik über-
fordert und vermeide aktuell Belastungserprobungen am Wochenende bzw. bre-
che diese nach wenigen Stunden wieder ab. Es sei fraglich, ob die Versicherte 
wieder selbständig wohnen könne (IV-act. 166-2/3).

3.8.1  Daraufhin erachtete die IV-Stelle auf Empfehlung der zuständigen RAD-
Psychiaterin die Einholung eines weiteren interdisziplinären Gutachtens als un-
umgänglich (IV-act. 167-7/7), was der Versicherten am 7. Dezember 2017 mitge-
teilt wurde (IV-act. 168). Der Begutachtungsauftrag wurde der Gutachterstelle DD 
zugelost. An diesem zweiten MEDAS-Gutachten (vom 12.7.2018) wirkten folgen-
de Sachverständige mit (vgl. IV-act. 188-4/183):

- Dr.med. W.________ (psychiatrische Untersuchung/ Fallführung)
- Dr.med. X.________ (internistische Untersuchung)
- Dr.med. Y.________ (neurologische Untersuchung)
- Dr.med. Z.________ (orthopädische Untersuchung
- …. AA.________ (neuropsychologische Untersuchung/ Testung) 

3.8.2  Diese Gutachter stellten im Rahmen ihrer Konsensbeurteilung folgende 
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 188-7/183, Ziff. 4.2.1):

- Zustand nach ventraler Fusion mit Cage-Implantation L4/L5 (07.04.2011)

Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter 
was folgt an (IV-act. 188-7/183 Ziff. 4.2.2):

23

- Leichtgradiges Impingement-Syndrom beidseits
- Präadipositas
- Schultergürtelmyogelosen
- Polyvalenter Substanzenkonsum (Opioide, iatrogen; LSD), siehe Laborbefund
- Rezidivierende affektive Störung mit assoziierter psychotischer Symptomatik, 

DD: rezidivierende wahnhafte depressive Phasen oder schizoaffektive 
Störung, psychische und psychotische Störungen im Rahmen eines polivalen-
ten Substanzenkonsums.

3.8.3  Im Rahmen der Konsistenzprüfung führten die Gutachter aus, es bestün-
den erhebliche Diskrepanzen und Inkonsistenzen; der klinische Eindruck habe 
keinen erheblich schmerzgeplagten Eindruck ergeben; der klinische kognitive Be-
fund sei ohne namhafte Auffälligkeit und die Symptomvalidierung habe ein erheb-
lich verzerrendes Antwortverhalten ergeben (IV-act. 188-8/183, Ziff. 4.6).

3.8.4  Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit erachteten die 
Gutachter aufgrund der operationsbedingt nicht mehr gegebenen spinalen Be-
lastbarkeit Tätigkeiten mit schwerem Heben und Tragen als ungeeignet. Die Ar-
beitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten wurde wie folgt umschrieben (vgl. IV-
act. 188-8/183, Ziff. 4.8 und 4.9):

Für eine körperlich leichte Tätigkeit ist nach einer Ordnung der Medikation, Entgif-
tung und Entwöhnung und ggf. optimierten antidepressiven Behandlung keine er-
hebliche Einschränkung mehr zu erwarten. Für eine stationäre Therapieeinleitung 
kann ein Zeitraum von circa 4 Wochen in Ansatz gebracht werden, im Anschluss 
eine schrittweise Eingliederung (z.B. in monatlichen Arbeitsfähigkeitsinkrementen à 
25%) begonnen werden. Ggf. kann in circa 3 Monaten auch eine nochmalige Kon-
trollbegutachtung sinnvoll sein, das Einholen engmaschiger Verlaufsberichte, ein-
schliesslich lege artis Compliance-Kontrollen (Substanzen-Screening, Pharmaka-
spiegelbestimmungen) ist zu empfehlen.

3.8.5  In den einzelnen Teilgutachten wurde u.a. festgehalten, 

- dass bei der Versicherten keine internistische Erkrankung vorliege und dem-
entsprechend aus internistischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-
act. 188-40/183);

- dass bei der neurologischen Untersuchung kein schmerzgeplagter Eindruck, 
kein Schonsitz, kein Schongang und keine Schonhaltungen festgestellt wurden 
(IV-act. 188-69/183) und zusammenfassend keine neurologische Erkrankung 
vorliege, welche zu einer Einschränkung geführt hätte (IV-act. 188-72/183);

- und dass im orthopädischen Teilgutachten als orthopädische Gesundheits-
störungen Schultergürtelmyogelosen, ein leichtgradiges Impingement-Syndrom 
beidseits sowie ein Zustand nach ventraler Fusion mit Cage-Implantation L4/5 
aufgeführt wurden (IV-act. 188-96/183), welche durch psychiatrische Gesund-
heitsstörungen überlagert würden; orthopädischerseits sei die Versicherte aus-
therapiert; die geklagten Beschwerden und die von der Versicherten abgeleite-
ten Leistungseinschränkungen würden durch die Gemütserkrankung dominiert 
(IV-act. 188-98/183). Aus rein orthopädischer Sicht sei die Versicherte in der 

24

Lage, leichte Tätigkeiten zu 100% auszuführen (mit gewissen Vorgaben hin-
sichtlich Gewichtslimiten, keine Zwangshaltungen etc. vgl. IV-act. 188-99/183).

3.8.6.1   Im psychiatrischen Teilgutachten wurde u.a. ausgeführt, das eine 
schizophrene Erstrangsymptomatik nicht herauszuarbeiten sei, sodass ein 
wahnhaftes Erleben im Rahmen einer affektiven Grunderkrankung und/oder ei-
nes Substanzenkonsums zu diskutieren sei. Insbesondere die auch aktenkundig 
berichteten optischen Trugbilder seien typische Folgen eines Substanzenkon-
sums (z.B. des im Urin nachgewiesenen LSDs). Depressive Syndrome würden 
zu den bekannten Folgen des Substanzenkonsums zählen. Opioide (u.a. auch 
Fentanyl) würden anamnestisch und aktenkundig als langfristig konsumiert be-
schrieben. Ein Substanzkonsum sei auch im Kontext depressiver Syndrome 
denkbar. Die Kausalitätsrichtung müsse hier offenbleiben, wesentlicher sei je-
doch, dass ohne eine stabile und lege artis kontrollierte Abstinenz keine suffizien-
te psychiatrische Behandlung etablierbar sei. Die therapeutischen Optionen sei-
en mithin nicht ausgeschöpft. Auffällig sei, dass in den aktenkundigen Vorbewer-
tungen und Therapien keine objektive Prüfung eines Substanzenkonsums erfolgt 
sei, was auch bereits angesichts des berichteten optischen Halluzinierens unge-
wöhnlich und hinsichtlich der versicherungsmedizinischen Bewertung verkürzend 
erscheine; hier seien diagnostische Notwendigkeiten vorangehend nicht ausrei-
chend erkennbar berücksichtigt/ ausgeschöpft worden (IV-act. 188-136f./183).

3.8.6.2   Die neuropsychologische Teilbegutachtung ergab deutliche Diskrepan-
zen zwischen subjektiv geklagten Beschwerden und den objektiven Befunden. In 
der Anamnese seien durchgängige und starke Schmerzen beschrieben worden, 
derweil die Versicherte in der Verhaltensbeobachtung nicht gravierend schmerz-
geplagt wirkte, ruhig sitzen blieb und keine Schonhaltungen zeigte. Sodann wür-
den die testpsychologischen Ergebnisse formal auf eine extreme geistige Ver-
langsamung hindeuten, im klinischen Befund seien hingegen bei flüssiger Spra-
che und flüssigem Gedankengang keine namhaften Störungen feststellbar. Und 
die Beschwerdenvalidierungsverfahren würden deutliche Hinweise auf ein ver-
zerrendes Antwortverhalten geben. Beim Selbsteinschätzungsfragebogen zur Er-
fassung von Simulation sei der Cutoff von 16 Punkten um mehr als das Dreifache 
überschritten worden (54 Punkte). Dies bedeute, dass die Versicherte angege-
ben habe, fast jedes Krankheitssymptom zu haben, welches ihr durch den Fra-
gebogen angeboten wurde. Dier Eindruck habe sich auch bei der kognitiven 
Symptomvalidierung bestätigt (IV-act. 188-176f./183).

3.9 Nachdem im 2. MEDAS-Gutachten erstmals Hinweise auf einen Substanz-
konsum mit positiven Befunden auf LSD und auf Opiate thematisiert wurden, er-
achtete der RAD-Arzt Dr.med. G.________ in seiner am 13. August 2018 vorge-

25

nommenen Würdigung des Gutachtens eine Abklärung des Konsumverhaltens 
hinsichtlich Drogen und verordneten Medikamenten mittels Haaranalyse als nötig 
(IV-act. 189-9/10). 
Im entsprechenden IRM-Gutachten vom 1. Oktober 2018 ergaben die untersuch-
ten Kopfhaare der Versicherten Aussagen für den Zeitraum von ca. Ende März 
2018 bis Ende August 2018. In diesem Gutachten hielten die Sachverständigen 
u.a. fest (IV-act. 191-5f./7):

- dass Oxycodon nachgewiesen wurde; damit sei eine Einnahme/ Applikation 
dieses Opioid-Pharmakons bewiesen, wobei die Konzentration für eine schwa-
che bis mittelstarke Oxycodon-Einnahme spreche;

- dass Zolpidem (Wirkstoff des Schlafmittels Stilnox) nachgewiesen sei (im mitt-
leren Bereich);

- dass Zopiclon (Wirkstoff im Schlafmittel Imovane) nachgewiesen sei (im mittle-
ren Bereich);

- dass Fluoxetin (ein Antidepressivum, als Wirkstoff z.B. im Präparat Fluctine) 
nachgewiesen sei (im mittleren Bereich);

- dass Mirtazapin (ein Antidepressivum, als Wirkstoff z.B. im Präparat Remeron) 
nachgewiesen sei (im unteren Bereich von Vergleichswerten);

- dass Trazodon (ein Antidepressivum, als Wirkstoff z.B. im Präparat Trittico) 
nachgewiesen sei (im oberen Bereich von Vergleichswerten);

- dass Pipamperon (ein Neuroleptikum, als Wirkstoff z.B. im Präparat Dipiperon) 
nachgewiesen sei (im mittleren Bereich);

- das Quetiapin und seine Metaboliten Norquetiapin und 7-Hydroxyquetiapin (ein 
Neuroleptikum, als Wirkstoff z.B. im Präparat Seroquel) nachgewiesen sei (im 
mittleren Bereich);

- und dass Untersuchungen auf THC (Inhaltsstoff von Cannabis) im Haarextrakt 
negativ verlaufen seien, mithin keine Anhaltspunkte für gewohnheitsmässigen 
Cannabis-Konsum im genannten Zeitraum vorlägen;

- derweil es keine Methode gebe, mit welcher LSD in Haaren nachgewiesen 
werden könnte.

3.10 Die RAD-Psychiaterin … empfahl in ihrer konsiliarischen Stellungnahme 
vom 15. November 2018 aufgrund der recht unterschiedlichen Beurteilungen 
über die Jahre, es sei ein bidisziplinäres psychiatrisches und orthopädisches 
Gutachten einzuholen, um die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit abschliessend zu 
klären (IV-act. 192-12/13). Der Begutachtungsauftrag wurde Dr.med. I.________ 
(Psychiatrie) und Dr.med. K.________ (Orthopädie) erteilt, was der Versicherten 
am 12. Dezember 2018 via ihre Beiständin mitgeteilt wurde (IV-act. 203). Mit 
Schreiben vom 31. Januar 2019 unterbreitete Dr.med. I.________ der IV-Stelle 
seinen Kostenvoranschlag. Zudem wies er auf seine Absicht hin, für eine neuro-
psychologische Untersuchung den Fachpsychologen lic.phil. L.________ beizu-
ziehen (IV-act. 209, 2016, 2017), was von der IV-Stelle im Ergebnis genehmigt 
wurde (IV-act. 218, 219).

4. Dr.med. I.________ (M.H.A., Psychiatrie und Psychotherapie) und Dr.med. 
K.________ (Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-

26

rates) erstatteten am 28. August 2019 das bidisziplinäre Gutachten mit einer 
Konsensusbeurteilung, welche u.a. auf folgenden Grundlagen basiert (vgl. IV-act. 
224-1ff./126):

- das IV-Aktendossier;

- die Untersuchungen durch den Fallführer Dr.med. AB.________ vom 30. April 
2019 (09.00 Uhr bis 12.05 Uhr mit 5 Minuten Pause) und vom 18. Juli 2019 
(13.15 Uhr bis 15.25 Uhr);

- die Untersuchung durch Dr.med. K.________ am 14. März 2019 (10.00 Uhr bis 
12.00 Uhr);

- Haaranalysen (sichergestellt am 30.04.2019, untersucht durch Fachpersonen 
des IRM am 13.05.2019 mit Bericht vom 20.05.2019);

- Neuropsychologische Untersuchung durch lic.phil. AC.________ am 17. Mai 
2019 (9.00 Uhr bis 12.15 Uhr und 13.15 Uhr bis 16.30 Uhr),

- Interdisziplinäre Besprechung von Dr.med. AD.________ mit lic.phil. 
AC.________ am 21. Juni 2019 (30 Minuten);

- Bidisziplinäre Besprechung von Dr.med. AD.________ mit Dr.med. 
AE.________ am 8.05.2019 (17.30 Uhr bis 18.30 Uhr) sowie am 9.07.2019 
(18.00 Uhr bis 18.45 Uhr);

- Angaben von Drittpersonen (vgl. IV-act. 224-47ff./126: Ergänzungen der IRM-
Abklärungsperson/ Auskünfte der Beiständin …/ Auskünfte der Betreuerin der 
Phönix-Stiftung, …/ Auskünfte der behandelnden Psychiaterin Dr.med. 
AF.________).

4.1 Die interdisziplinäre Gesamtbeurteilung wurde vom von der IV-Stelle beauf-
tragten Gutachter und von der Gutachterin u.a. wie folgt zusammengefasst (IV-
act. 224-3f./126):

Aus orthopädischer Sicht war der Fall nach zwei Jahren (2012/2013) definitiv ab-
geschlossen; ab da fand eine Verlagerung auf die psychische Symptomatik statt. 
An invaliditätsfremden Faktoren können damals mangelnde Chancen auf dem Ar-
beitsmarkt als Pflegehelferin, vor allem in einem nicht geeigneten Tätigkeitsbereich 
aufgrund ihres Habitus, identifiziert werden.

Schon früh zeigte sich, dass sie ehrenamtlich mehr arbeitete (bis zu drei Stunden, 
auch bis aktuell), als dass sie sich als leistungsfähig betrachtet (maximal zwei 
Stunden). Ihre eigene Vorstellung war offenbar schon früh, dass sie die Leistungen 
nicht mehr erbringen könne und sie ein 'Rentenfall' sei. Von psychiatrischer Seite 
sind die Diagnosen einer Psychose (psychotische Depression, paranoide Schizo-
phrenie) phänomenologisch und im Verlauf durchgängig nicht nachvollziehbar. In 
den verschiedenen Gutachten wurden so aus psychiatrischer Sicht keine bis nur 
geringe Änderungen der Arbeitsfähigkeit postuliert. Die Beurteilung im Gutachten 
der DD 2018, dass ein polyvalenter Substanzkonsum vorliegt, ist hierbei nicht 
nachvollziehbar; einerseits wurden Opioide verordnet, [diese] wurden auch in die-
sem Gutachten als iatrogen bedingt beurteilt; der Nachweis von LSD ist als Fehl-
beurteilung aufgrund einer Kreuzreaktion von LSD mit Fentanyl zu beurteilen.

Bereits im interdisziplinären Gutachten vom 12.07.2013 (…) sind Diskrepanzen 
zwischen subjektiven Symptomschilderungen und klinisch objektiven Befunden 
aufgeführt. Bei der Beschwerdenvalidierung mittels des TOMM im Rahmen der 

27

Begutachtung 2017 (Psychiatrisches Gutachten vom 06.03.2017…) lagen die von 
der Explorandin erreichten Werte jeweils im Zufallsbereich und sprechen für Ag-
gravation oder gar Simulation. Im Rahmen einer polydisziplinären Begutachtung 
2018 wurden erhebliche Diskrepanzen und Konsistenzen festgestellt, sowohl kli-
nisch wie im Rahmen der neuropsychologischen Beurteilung. Im Rahmen der neu-
ropsychologischen Begutachtung (Gutachten 12.07.2018…) ergaben die Be-
schwerdenvalidierungsverfahren deutliche Hinweise auf ein verzerrendes Antwort-
verhalten; beim Selbsteinschätzungsfrageboren zur Erfassung von Simulation sei 
der Cutoff von 16 Punkten um mehr als das Dreifache überschritten worden (54 
Punkte); das hiesse, dass sie angegeben habe, fast jedes Krankheitssymptom zu 
haben, welches durch den Fragebogen angeboten wurde. Dieser Eindruck zeige 
sich bei der kognitiven Symptomvalidierung ebenfalls.

Im Rahmen der aktuellen Begutachtung fanden sich orthopädischerseits keine 
Hinweise für eine somatisch bedingte Minderung der arbeitsbezogenen Leistungs-
fähigkeit; das Gleiche gilt von Seiten der Psychiatrie bei einem in der Fremdbeur-
teilung weitgehend unauffälligem Psychostatus. Hierbei klagte die Explorandin 
zwar über vielfältige Beschwerden; vage Angaben und phänomenologisch nicht ty-
pische Schilderungen von psychotischen Phänomenen weisen jedoch auf nicht-
authentische Beschwerde-Präsentation hin. Im Rahmen der neuropsychologischen 
Abklärung zeigte die Explorandin bei verschiedenen Verfahren bei der Perfor-
manzvalidierung auffällige Werte, wie bereits bei derjenigen 2018, was auf eine re-
duzierte Test-Compliance ('Selbstlimitierung') hinweist. Im Rahmen der Beschwer-
denvalidierung fanden sich durchgängig in sämtlichen Verfahren sehr auffällige 
Werte, welche für eine übertriebene Darstellung von kognitiven und psychischen 
Beschwerden sprechen. Im MMPI zeigte sie zudem Übertreibung von somatischen 
Beschwerden:

Zusammenfassend lassen sich so weder von orthopädischer noch von psychia-
trisch-neuropychologischer Seite eine zuverlässige Beschwerdensymptomatik bei 
objektiv weitgehend unauffälligen Befunden identifizieren; vielfältige Inkonsisten-
zen, auch im somatischen Bereich, weisen zudem auf nicht-authentische Be-
schwerden und Leistungs-Präsentationen hin. Weder im Längsschnitt noch im 
Querschnitt im Rahmen der aktuellen Untersuchungen kann weder aus psychia-
trisch-neuropsychologischer Sicht noch aus orthopädischer Sicht von einer rele-
vanten Minderung der arbeitsbezogenen Leistungsfähigkeit mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit ausgegangen werden. Es besteht jedoch Einigkeit darin, dass 
die Explorandin mit ihrer Körpergrösse [157.5 cm und 70 kg, IV-act. 224-114/126 
unten] und ihrem Habitus in einer Tätigkeit als Pflegehelferin, in welcher sie schwe-
re körperliche Tätigkeiten verrichten müsste, nicht geeignet ist. Hierbei handelt es 
sich um invaliditäts-/medizinalfremde Faktoren.

4.2 Im Ergebnis konnten der Gutachter Dr.med. AD.________ und die Gutach-
terin Dr.med. AE.________ keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit stellen. Als (orthopädische) Diagnosen ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit wurden u.a. eine verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule bei 
Status nach Spondylodese in Höhe L4/5 (4/2011), eine Fehlstatik der Wirbelsäu-
le, eine Haltungsinsuffizienz, muskulärer Hartspann und eine verschmächtigte 
Rumpfmuskulatur, eine beidseits verkürzte Ischiokruralmuskulatur ohne Deh-

28

nungsschmerzen, eine Dekonditionierung und inzwischen Übergewicht (BMI 30) 
aufgelistet (vgl. IV-act. 224-4f./126).

Hinsichtlich der Fragestellung nach psychiatrisch-neuropsychologischen Diagno-
sen wurde ausgeführt, aus psychiatrisch-neuropsychologischer Sicht könne bei 
unspezifischen Befunden aufgrund einer überwiegend wahrscheinlichen nicht-
authentischen Präsentation von kognitiven Minderleistungen und einer Übertrei-
bung von kognitiven, psychischen und somatischen Beschwerden keine Diagno-
se gestellt werden. Es sei möglich, dass die Explorandin leichtere Formen von 
psychischen Störungen hatte (zu denken sei nach der Aktenlage an depressive 
Störungen und somatoforme Störungen). Da indes bei leichteren psychischen 
Störungen Gutachter weitgehend auf die Angaben der betroffenen Person ange-
wiesen seien, könnten solche psychischen Störungen nur dann diagnostiziert 
werden, wenn konsistente, valide Beschwerdeangaben vorlägen. Dies treffe im 
konkreten Fall nicht zu, denn im Längsschnitt fänden sich bereits früh Hinweise 
auf Aggravation und nicht konsistente Beschwerdeangaben, u.a. in den früheren 
drei Begutachtungen, weshalb nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine 
psychiatrische Diagnose gestellt werden könne. Hingegen habe die im DD-
Gutachten geäusserte Verdachtsdiagnose eines Substanzmissbrauches oder ei-
ne Abhängigkeitsstörung entkräftet werden können (IV-act. 224-5/126).

4.3 Die Konsistenzprüfung wurde wie folgt zusammengefasst (IV-act. 224-
5f./126):

Die Explorandin zeigte bei der psychiatrischen Exploration einen in der Fremdbeur-
teilung nahezu unauffälligen Psychostatus, die Explorandin klagte hierbei über viel-
fältige Beschwerden. In zwei im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung durch-
geführten Beschwerdenvalidierungstests hatte die Explorandin jeweils Werte weit 
oberhalb des Cutoff, ab welchem von Übertreibungen ausgegangen werden muss. 
Im Rahmen der neuropsychologischen Abklärung zeigte die Explorandin bei ver-
schiedenen Verfahren im Rahmen der Performanzvalidierung auffällige Werte, 
welche auf eine reduzierte Test-Compliance verweisen. Im Rahmen der Be-
schwerdevalidierung fanden sich durchgängig in sämtlichen Verfahren sehr auffäl-
lige Werte, welche für eine übertriebene Darstellung von kognitiven und psychi-
schen Beschwerden sprechen. Im MMPI zeigte sich zudem auch eine Übertrei-
bung von somatischen Beschwerden. 
Von den von ihr als eingenommen angegebenen, in einer Haaranalyse geprüften 
Medikamenten (Aripiprazol, Quetiapin, Tramadol retard, Trazodon retard und in 
Reserve Lorazepam) waren lediglich Trazodon in beiden Segmenten und Loraze-
pam im ersten Segment (Ende Januar bis Mitte April 2019) nachweisbar.
Insgesamt kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit klinisch wie neuropsycho-
logisch von einer nicht-authentischen Präsentation von kognitiven Minderleistun-
gen und einer Übertreibung von kognitiven, psychischen und somatischen Be-
schwerden und Leistungseinschränkungen ausgegangen werden.

29

4.4 Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit wurde im Obergutachten festgehalten, 
dass die bisherige (angestammte Tätigkeit in der Krankenpflege) aufgrund des 
schmächtigen Habitus und der verminderten Belastbarkeit der Wirbelsäule nach 
Spondylodese L4/5 auf Dauer nicht geeignet sei (IV-act. 224-6/126 Ziff. 3.4). Zur 
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit wurde unter Ziffer 3.5 des Ober-
gutachtens ausgeführt, aus orthopädischer Sicht habe seit der Wirbelsäulenope-
ration 2011 wie auch zum Zeitpunkt der Untersuchung für körperlich sehr leichte 
und leichte Tätigkeiten quantitativ wie qualitativ eine volle Arbeitsfähigkeit ohne 
Einschränkungen bestanden. Durch die empfohlenen Therapiemassnahmen wie 
muskuläre Kräftigung und Dehnung sowie Gewichtsabnahme sollte eine Verbes-
serung/ Stabilisierung der körperlichen Befunde erzielt werden, so dass gegebe-
nenfalls auch teilweise mittelschwere Tätigkeiten zumutbar seien. Zu vermeiden 
seiden jedoch ständiges Heben und Tragen, häufiges Bücken sowie ständige 
Zwangshaltungen. Aus psychiatrischer Sicht könne aufgrund der überwiegend 
wahrscheinlich nicht-authentischen Präsentation von kognitiven Minderleistungen 
und von Übertreibungen kognitiver, psychischer und somatischer Beschwerden 
keine valide Stellungnahme zur beruflichen Leistungsfähigkeit erfolgen bzw. kei-
ne Einschränkung hergeleitet werden (IV-act. 224-6/126).

5. Zu diesem Obergutachten nahm die behandelnde Psychiaterin Dr.med. 
N.________ in einer Eingabe vom 25. November 2019 an die IV-Stelle auf 2 ½ 
Seiten Stellung. Dabei hielt sie dem Gutachter Dr.med. AD.________ zugute, 
dass er die vorhandenen Akten gründlich studiert und auch die behandelnde 
Psychiaterin kontaktiert habe, was in ihrer 8-jährigen Berufstätigkeit erst zum 2. 
Mal vorgekommen sei. Indes warf sie dem Gutachter u.a. vor, sie habe den Ein-
druck gewonnen, dass er für sich die "Arbeitshypothese" formuliert habe, es sei 
der Versicherten von Anfang an nur darum gegangen eine Rente zu bekommen. 
In allen Berichten scheine er Bestätigungen für seine "Hypothese" zu finden. Al-
len Behandlern unterstelle er, dass ihre Aussagen über die Patientin ausschliess-
lich auf "subjektiven Angaben" der Versicherten beruhen würden, dass sie sich 
"von der Patientin haben täuschen lassen". Ihre Erfahrungen mit der Versicherten 
seien anders. Sie habe die Patientin am 5. April 2017 erstmals bei … gesehen, 
als ihre Wohnbegleiterin um eine notfallmässige Vorstellung ersucht habe, nach-
dem ihre Schwester nach X zurückgekehrt sei. Damals habe die Versicherte ta-
gelang nichts gegessen und sei sehr abgemagert gewesen, was zu einer statio-
nären Behandlung in der Psychiatrischen Klinik … geführt habe. Die behandeln-
de Psychiaterin habe die Versicherte dann am 20. Februar 2018 wiedergesehen; 
damals habe sie aufgrund der Medikamenteneinnahme sehr an Gewicht zuge-
legt, so dass sie kaum wiederzuerkennen gewesen sei. Zumindest für diesen 

30

Zeitraum sei die Versicherte mit Sicherheit zu 100% arbeitsunfähig und objektiv 
in einem sehr schlechten Zustand gewesen.

Im psychiatrischen Gutachten von Dr.med. AG.________ (vom 12.07.2018) sei 
der Patientin ein LSD-Konsum unterstellt worden, was erfreulicherweise vom 
Gutachter Dr.med. AD.________ als Fehlbeurteilung richtiggestellt worden sei. 
Im Frühjahr 2019 seien ihr alle Zähne gezogen worden, weil ihr Gebiss sich in 
einem desolaten Zustand befunden habe. Auch darin sei keine Beschwerdeag-
gravation zu erkennen. 

Was das "psychotische Erleben" anbelangt, habe die Versicherte sehr glaubhaft 
über aussergewöhnliche Wahrnehmungen und nicht alltägliche Erlebnisse (z.B. 
dass Gott zu ihr spreche) in klaren Worten berichtet (auch über das teilweise Un-
vermögen, zwischen Traumerleben und Realität unterscheiden zu können). Sol-
che Erlebnisse würden zunehmen und sie habe deshalb Mühe, mit zu vielen 
Menschen zu sein, weil sie wahrnehme, was die Menschen wirklich denken und 
fühlen würden, sie sich nicht ausreichend abgrenzen könne, oft unter Ängsten 
leide und aufgrund der Reizüberflutung sehr rasch ermüde. Sie könne sich nicht 
konzentrieren und sei überfordert. Durch die vielen Medikamente, die sie im Lauf 
der Jahre verordnet bekommen habe, seien diese Phänomene nicht verschwun-
den, auch die Schlafstörungen hätten sich nicht gebessert. Vielmehr habe sie ei-
ne massive Beeinträchtigung ihrer kognitiven Fähigkeit festgestellt und habe 
Angst bekommen, an Demenz zu erkranken. Deshalb habe sie im Herbst 2018 
alle Medikamente bis auf Trittico abgesetzt und bemerkt, dass sie wieder klarer 
denken könne. Sie habe der Behandlerin davon deshalb nichts erzählt, weil sie 
befürchtet habe, die Behandlerin würde ihr dann nicht mehr vertrauen und sie 
nicht weiter behandeln.

Schliesslich führte die behandelnde Psychiaterin u.a. aus, dass bei der Versi-
cherten eine Hypersensibilität/ Vulnerabilität vorzuliegen scheine, die zum Teil 
familiär bedingt sei (eine Tante sehe "Geister", und ihr Sohn leide an Schizo-
phrenie; die behandelnde Psychiaterin habe keinen Anlass, an der Echtheit sol-
cher Aussagen zu zweifeln). Im Übrigen habe die Versicherte sich im Jahre 2011 
deshalb bei der IV angemeldet, weil sie nach jahrelangen Rückenproblemen und 
der Rückenoperation 4/2011 zur Einsicht gekommen sei, dass sie den Beruf als 
Pflegehelferin nicht mehr ausüben könne und dass sie eine Unterstützung für ei-
ne Umschulung von der IV erhofft habe (vgl. IV-act. 233-2ff./4). 

6. In der angefochtenen Verfügung gelangte die Vorinstanz zum sinngemäs-
sen Ergebnis, dass gemäss dem Obergutachten weder aus orthopädischer Sicht, 
noch aus psychiatrisch-neuropsychologischer Sicht bei objektiv weitgehend un-
auffälligen Befunden eine zuverlässige Beschwerdesymptomatik feststellbar war 

31

sowie zudem vielfältige Inkonsistenzen auf eine nicht-authentische Beschwer-
den- und Leistungspräsentation hinwiesen, weshalb kein versicherter Gesund-
heitsschaden ausgewiesen sei, welcher einen Leistungs- bzw. Rentenanspruch 
zu begründen vermöge (IV-act. 235-2/5).

7. Eine gerichtliche Würdigung der Vorbringen der Parteien sowie der um-
fangreichen Aktenlage zeitigt die nachfolgend dargelegten Ergebnisse.

7.1.1  Die im vorliegenden Entscheid enthaltene Zusammenfassung der akten-
kundigen medizinischen Berichte dokumentiert eindrücklich, dass hinsichtlich der 
Beschwerdeführerin umfangreiche medizinische Abklärungen getroffen worden 
sind. 

7.1.2  Dabei ist zu beachten, dass mit der rechtskräftigen Verfügung vom 22. Mai 
2015 ein Leistungsanspruch gegenüber der Invalidenversicherung verneint wur-
de, mithin die beim Erlass dieser Verfügung bekannten medizinischen Berichte 
bereits dahingehend gewürdigt wurden, dass (im Einklang mit der Beurteilung 
des Psychiaters Dr.med. T.________, vgl. oben Erw. 2.12) damals kein invalidi-
sierender psychiatrischer Gesundheitsschaden als gegeben gewürdigt und 
gemäss dem orthopädischen Teilgutachten des ersten MEDAS-Gutachtens lei-
densangepasste wechselbelastende Tätigkeiten (bei Einhaltung von gewissen 
Vorgaben wie Gewichtslimite, keine Zwangshaltungen etc.) als vollzeitlich zu-
mutbar beurteilt wurden (vgl. oben, Erw. 2.13 i.V.m. IV-act. 129). 

Mit anderen Worten wurde die vor dem Erlass der erwähnten Verfügung erfolgte 
Behandlung bei … (vgl. oben, Erw. 2.10) sowie die im Jahre 2014 erfolgte Ab-
klärung und Behandlung in der Klinik … (vgl. oben, Erw. 2.11) sinngemäss als 
nicht IV-relevante, divergierende Beurteilungen der Behandler qualifiziert, welche 
grundsätzlich ausschliesslich auf die subjektiven Angaben der Versicherten ab-
stellen bzw. "die Beschwerdeschilderungen der stark verdeutlichenden und 
histrionischen Versicherten nicht in ausreichendem Ausmass anhand der erheb-
baren objektiven Befunde relativieren" würden (vgl. Erw. 2.12 in fine).

7.1.3  Indem die Versicherte damals die einen Leistungsanspruch verneinende 
Verfügung vom 22. Mai 2015 unangefochten in Rechtskraft erwachsen liess, hat 
sie konkludent akzeptiert, dass die im Mai 2015 vorhandene medizinische Akten-
lage keinen IV-Rentenanspruch rechtfertigte.

7.1.4  Von Bedeutung ist sodann, dass beim Erlass der rechtskräftigen Verfü-
gung vom 22. Mai 2015 keinerlei Anhaltspunkte für das Vorliegen einer paranoi-
den Schizophrenie gegeben waren. Weder der ursprünglich behandelnde Psych-
iater AJ noch der psychiatrische Gutachter (….) anlässlich der ersten MEDAS-

32

Begutachtung konnten Anzeichen einer paranoiden Schizophrenie bzw. einer 
schizoaffektiven Störung feststellen (vgl. IV-act. 72, namentlich IV-act. 72-2/5: 
"keine Zwänge, Wahnsymptomatik, Ich-Störungen oder Sinnestäuschungen"; vgl. 
IV-act. 84-33/43: "kein Wahn, keine Phobien, keine Wahrnehmungsstörungen, 
keine Sinnestäuschungen"; siehe auch IV-act. 84-38/43, wonach dieser MEDAS-
Psychiater ausdrücklich auf eine Diskrepanz zwischen der klinischen Erschei-
nung der Versicherten, der Psychopathologie und ihrer subjektiven Einschätzung 
sowie auf eine ausgeprägte Selbstlimitierung und Behindertenüberzeugung hin-
wies, siehe auch Erw. 2.8.4). Hinzu kommt, dass Dr.med. T.________ anlässlich 
des psychiatrischen Konsiliums mit Untersuchung vom 3. März 2015 ausdrück-
lich auch das Vorliegen einer Schizophrenie prüfte und dies mit nachvollziehba-
rer Begründung verwarf (vgl. IV-act. 114-14/16 unten: "es liegen keine weiteren 
psychotischen Symptome wie Denkstörungen oder Wahn vor"). 

Bei dieser Sachlage war bei der ersten (rechtskräftig abgeschlossenen) IV-
Leistungsprüfung insbesondere die festgestellte Selbstlimitierung, nicht aber die 
erst später vorgebrachte paranoide Schizophrenie von Bedeutung. Ergänzend ist 
anzufügen, dass die Versicherte bei der psychiatrischen Exploration durch 
Dr.med. T.________ am 3. März 2015 geltend machte, sie leide unter "Halluzina-
tionen", welche "erstmals vor rund 2 Jahren" (mithin ca. 2013) aufgetreten seien 
(vgl. IV-act. 114-10/16 oben). Diese damals vorgebrachten Halluzinationen wur-
den von Dr.med. T.________ als " Verstärkung des aggravierenden Verhaltens 
in Form von intensiven Schilderungen von Pseudo-Halluzinationen" gewürdigt 
(IV-act. 114-15/16 unten) und dementsprechend beim Erlass der damaligen Ver-
fügung vom 22. Mai 2015 als nicht invalidisierender psychiatrischer Gesund-
heitszustand beurteilt (IV-act. 129-1/3 unten). Diese Ausgangslage gilt es zu be-
achten (vgl. nachfolgend).

7.1.5  Diese damalige Beurteilung, welche als Bestandteil einer rechtkräftigen IV-
Verfügung einen Leistungsanspruch verneint, kann im vorliegenden Beschwer-
deverfahren, welches einen Leistungsanspruch nach einer Neuanmeldung be-
trifft, grundsätzlich nicht mehr in Frage gestellt werden. Von daher kann die Be-
schwerdeführerin beispielsweise daraus, dass bei der Hospitalisation in der Klinik 
… im Sommer 2014 eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie eine 
rezidivierende depressive Störung - damals eine schwere Episode mit psychoti-
schen Symptomen - und ohne Anzeichen einer Aggravation diagnostiziert wor-
den seien (vgl. Beschwerde, S. 7, Ziff. 11), hier nichts zu ihren Gunsten ableiten.

7.2 Soweit in der vorliegenden Beschwerde (Ziffer 31 und S. 18 oben) die Not-
wendigkeit eines zusätzlichen (gerichtlichen) Gutachtens sinngemäss damit be-
gründet wird, dass die Vorinstanz kein bidisziplinäres (Ober-)Gutachten, sondern 

33

effektiv ein polydisziplinäres Gutachten in den Fachdisziplinen Orthopädie, 
Psychiatrie sowie Neuropsychologie eingeholt habe, welches nach Massgabe 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 137 V 210) nach dem Zufalls-
prinzip bzw. via das Zuweisungssystem "SuisseMED@P" hätte vergeben werden 
müssen, hat die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung (S. 3) zutreffend dargelegt, 
weshalb diese Kritik nicht zu hören ist. Die Beschwerdeführerin bzw. ihr Rechts-
vertreter übersieht, dass nach höchstrichterlicher Rechtsprechung es grundsätz-
lich Aufgabe des psychiatrischen Facharztes ist, die Arbeitsfähigkeit unter 
Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer Defizite einzuschätzen. Eine 
neuropsychologische Abklärung stellt lediglich eine Zusatzuntersuchung dar, 
welche in eine psychiatrische Expertise einfliesst (und für sich allein nicht aus-
reicht, um Diagnosen zu stellen und Arbeitsfähigkeiten zu beurteilen; vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 9C_752/2018 vom 12.4.2019, publ. in SVR-Rechtsprechung 
10/2019 IV Nr. 78). Neuropsychologisch erhobene Testresultate müssen 
grundsätzlich immer im klinischen Kontext durch einen psychiatrischen Facharzt 
beurteilt werden (d.h. sie können nicht für sich alleine stehen). Den diesbezügli-
chen Ausführungen der Vorinstanz (auf Seite 3 der Vernehmlassung, u.a. mit 
Verweis auf IV-act. 209-2/2) ist uneingeschränkt beizupflichten.

7.3 Gegen die Vornahme eines weiteren interdisziplinären Gutachtens spricht 
sodann namentlich auch, dass in der vorliegenden Beschwerde keine relevante 
Kritik am orthopädischen Gutachten von Dr.med. AE.________ vom 27. August 
2019 erhoben wurde. Weshalb die von dieser Gutachterin vorgenommenen Un-
tersuchungen nicht lege artis durchgeführt worden seien, wurde von der bean-
walteten Beschwerdeführerin nicht thematisiert. Es ist denn auch nicht ersicht-
lich, welche somatischen Befunde (klinische und radiologische) unzutreffend sein 
sollten und weshalb die von der Gutachterin gestellten somatischen Diagnosen in 
Frage zu stellen wären. Soweit in der Beschwerde (unter Ziffer 40) einzig einge-
wendet wird, dieses orthopädische Gutachten sei unschlüssig, weil sinngemäss 
hinsichtlich der Rückenproblematik einerseits eine Arbeitsfähigkeit bejaht und 
andererseits die angestammte Tätigkeit als unzumutbar betrachtet werde, ver-
kennt die Beschwerdeführerin die differenzierte Beurteilung der Gutachterin. Im 
orthopädischen Gutachten gelangte die Sachverständige zum sinngemässen 
Resultat, dass sich zusammengefasst anhand der Untersuchungsbefunde eine 
verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule bei Status nach Spondylodese in 
Höhe L4/5 ergebe, weshalb die frühere Tätigkeit in der Krankenpflege unzumut-
bar, hingegen für körperlich sehr leichte und leichte Tätigkeiten eine volle Ar-
beitsfähigkeit ohne Einschränkung der Leistungsfähigkeit anzunehmen sei (IV-
act. 224-120/126 unten). Dieses Resultat steht weitgehend im Einklang mit der 
Beurteilung beim Erlass der rechtskräftigen Verfügung vom 22. Mai 2015. Dass 

34

damals die Bandbreite der zumutbaren Tätigkeiten (leichte bis mittelschwere 
wechselbelastende Tätigkeiten) etwas breiter gefasst wurde (IV-act. 129-2/3 
oben), ist grundsätzlich einem etwas anderen (damals etwas strengeren) Beurtei-
lungsmassstab eines weitgehend gleichen orthopädischen Gesundheitsschadens 
zuzuordnen. Darin ist indes (in somatischer Hinsicht) kein IV-relevanter Revisi-
onsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG zu erblicken.

Eine wichtige Schlussfolgerung dieser orthopädischen Fachärztin lautet, dass die 
von der Versicherten vorgetragenen Beschwerden nicht ihr Korrelat im orthopä-
dischen Fachgebiet finden (IV-act. 224-120/126, Ziff. 7.3 in fine). Was daran 
falsch sein soll und letztlich Anlass für eine neue (somatische) Untersuchung ge-
ben sollte, wurde von der beanwalteten Beschwerdeführerin vor Gericht nicht 
vorgebracht, abgesehen davon ist dies auch nicht ersichtlich.

Damit hat es hier sein Bewenden, dass der Beweiswert des vorliegenden or-
thopädischen Gutachtens vom 27. August 2019 uneingeschränkt zu bejahen ist, 
nachdem die entsprechenden, vom Bundesgericht formulierten Vorgaben (siehe 
oben, Erw. 1.5.2 2. Abs.) allesamt erfüllt sind.

8. In der Folge ist auf die Fragestellung einzugehen, inwiefern seit der rechts-
kräftigen Verfügung vom 22. Mai 2015 gegebenenfalls ein invalidisierender 
psychiatrischer Gesundheitsschaden eingetreten ist, welcher beim damaligen 
Verfügungserlass noch nicht vorlag (bzw. allenfalls damals noch nicht erkennbar 
war respektive erst später erkennbar geworden sei).

8.1.1  Bei der IV-Neuanmeldung (22.02.2016, IV-act. 131, 132) wurde die an-
spruchserhebliche Veränderung sinngemäss mit der während des Aufenthalts in 
der Klinik Z (ab 06.10.2015 bis 13.11.2015) erstmals diagnostizierten paranoiden 
Schizophrenie (ICD-10 F20.0) begründet. Damals fasste der Psychiater Dr.med. 
U.________ den psychopathologischen Befund wie folgt zusammen (IV-act. 131-
8/10):

Bewusstseinsklar, wach, orientiert, deutlich verlangsamt, gehemmt wirkend. 
Schwingungsfähigkeit ist teilweise noch vorhanden, der Affekt jedoch deutlich zum 
Depressiven hin verschoben. Bei schwierigen Themen wie Sohn oder Ehemann 
oder auch die Eltern, die Zeit als sie nach Xzurückging, da fängt sie an zu weinen. 
Vermehrte Affektlabilität. Oft höre sie Stimmen in einer fremden Sprache (akusti-
sche Halluzinationen). Das Stimmen hören löse dann regelmässig Angst oder Pa-
nik aus. Sie rieche zuweilen Männerparfüm, obwohl sie alleine sei im Sinne von ol-
faktorischen Halluzinationen. Auch visuelle Halluzinationen (Personen die sie im 
Zimmer in der Nacht sieht). Typisch sei ein beängstigendes Gefühl, verfolgt 
oder beobachtet zu werden. Ein früherer Behandlungsversuch mit Seroquel sei 
nicht effizient gewesen, habe aber zu einer Gewichtszunahme geführt. Sie habe 
einen Sohn mit bekannter Schizophrenie und eine Tante, 'die mit Geistern spricht'. 
Sie sei ähnlich wie ihr Sohn, könne sein Erleben sehr gut nachvollziehen. Auffal-
lend ist auch das Nachsprechen der Sätze des Untersuchers (Echolalie). (…)

35

8.1.2  In seiner Beurteilung betonte Dr.med. U.________, bei der Patientin sei 
die Erstdiagnose einer paranoiden Schizophrenie gestellt worden, da die dia-
gnostischen Kriterien nach ICD-10 (seit vielen Jahren Verfolgungswahn, akusti-
sche und andere Halluzinationen) erfüllt seien: Mit 40 Jahren [mithin ca. 2008] 
habe sie zum ersten Mal optische Halluzinationen erlebt, sie habe in ihrer Woh-
nung Gesichter gesehen, obwohl sie alleine gewesen sei. Seitdem [seit 2008] 
leide sie unter psychotischen Symptomen. Oft höre sie Stimmen in einer fremden 
Sprache (akustische Halluzinationen). Das Stimmen hören löse dann regelmäs-
sig Angst oder Panik aus. Sie rieche zuweilen Männerparfüm, obwohl sie alleine 
sei. Auch visuelle Halluzinationen (Personen, die sie im Zimmer in der Nacht 
sieht). Typisch sei ein beängstigendes Gefühl, verfolgt oder beobachtet zu wer-
den (…, vgl. IV-act. 131-9/10 Mitte).

8.1.3  Beim Bericht vom 17. Februar 2016 des Psychiaters der Klinik Z fällt auf, 
dass ihm die medizinischen Vorakten nicht zur Verfügung standen, denn er nahm 
weder auf den früher behandelnden Psychiater AJ, noch auf den ausführlichen 
Bericht und die Einschätzung des RAD-Psychiaters Dr.med. T.________ vom 9. 
März 2015 (rund 7 Monate vor dem Eintritt in die Klinik Z) Bezug. Sodann er-
wähnte er in der Anamnese "2014 Klinik …, Depressionsstation" (IV-act. 131-
2/10 oben/ IV-act. 131-7/10, 2. letzter Absatz), was aktenwidrig ist (siehe auch 
IV-act. 142, wonach eine Rückfrage bei der Klinik … einen Aufenthalt der Versi-
cherten verneinte) und vermuten lässt, dass ihm auch der Bericht der Klinik … 
(zum damaligen Aufenthalt vom 10.07.2014 bis 26.08.2014 = IV-act. 118) nicht 
zur Verfügung stand.
Eine Antwort auf die Fragestellung, wie der Psychiater der Klinik Z zur Feststel-
lung gelangen konnte, dass die Versicherte "seit vielen Jahren an Verfolgungs-
wahn leide", obwohl ihm die medizinischen Vorakten (IV-Dossier) gar nicht zur 
Verfügung stand (siehe vorstehend), bleibt dieser Psychiater schuldig. Bei dieser 
Sachlage liegt der Schluss nahe, dass dieser Psychiater ausschliesslich auf die 
(subjektiven) Angaben der Versicherten abstellte, ohne diese kritisch zu hinter-
fragen.

8.1.4  Gegen das Vorliegen eines im Zeitpunkt des Aufenthaltes in der Klinik Z 
(Herbst 2015) "seit Jahren bestehenden Verfolgungswahns (etc.)" spricht zum 
einen insbesondere, dass die Versicherte gegenüber ihrem damals behandeln-
den Psychiater AJ (gemäss Bericht vom 1. Februar 2013 = IV-act. 72) nichts 
Vergleichbares berichtete. Weshalb die Versicherte ihrem Psychiater AJ "diesen 
seit Jahren bestehenden Verfolgungswahn etc." hätte verschweigen sollen, bleibt 
ebenso unerfindlich wie eine (allfällige) Mutmassung, dass dieser Psychiater bei 
der Ermittlung des Psychostatus nicht lege artis vorgegangen sei. 

36

8.1.5  Zum andern spricht gegen die Annahme eines "seit Jahren bestehenden 
Verfolgungswahns etc." die Tatsache, dass die Versicherte im Rahmen der ers-
ten MEDAS-Begutachtung (Gutachten vom 12.07.2013) bei der psychiatrischen 
Explorat