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**Case Identifier:** 973695ce-c6e2-5d00-b48c-efae8bbc1acb
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 21.10.2025 VBE.2025.103
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2025-103_2025-10-21.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2025.103 / gf / hf 
Art. 138 

 

 

Urteil vom 21. Oktober 2025 
 
 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichter Kathriner  

Oberrichterin Hausherr  

Gerichtsschreiber i.V. Ferrier          

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____ 

vertreten durch lic. iur. Stephan Weber, Rechtsanwalt, 

Niederlenzerstrasse 10, Postfach, 5600 Lenzburg    

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

 

 
   

Beigeladene   B._____ 

 

    
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 3. Februar 2025) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1966 geborene Beschwerdeführer meldete sich am 28. Juni 2010 erst-

mals bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen der Eidge-

nössischen Invalidenversicherung (IV) an. Nach Rücksprache mit dem Re-

gionalen Ärztlichen Dienst (RAD) liess die Beschwerdegegnerin den Be-

schwerdeführer polydisziplinär begutachten (Gutachten der Academy of 

Swiss Insurance Medicine [asim], Basel, vom 31. Dezember 2011). Mit Ver-

fügung vom 2. Juli 2012 wies die Beschwerdegegnerin das Rentengesuch 

ab. Auf die Anmeldung vom 24. November 2012 trat die Beschwerdegeg-

nerin mit Verfügung vom 23. Juli 2013 nicht ein. Auf die Anmeldung vom 

1. April 2014 trat die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 2. Dezember 

2014 nicht ein. 

 

1.2. 

Der Beschwerdeführer meldete sich am 3. Oktober 2023 erneut zum Leis-

tungsbezug an. Nach Rücksprache mit dem RAD und durchgeführtem Vor-

bescheidverfahren wies die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 

3. Februar 2025 das Rentenbegehren des Beschwerdeführers ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 3. Februar 2025 erhob der Beschwerdeführer 

mit Eingabe vom 6. März 2025 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende 

Rechtsbegehren:  

 

"1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 03.02.2025 sei vollum-
fänglich aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine ganze 
Rente der Invalidenversicherung auszurichten. 

 

 Eventualiter 

 Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 03.02.2025 sei vollum-
fänglich aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zu-
rückzuweisen, damit sie den Beschwerdeführer polydisziplinär medi-
zinisch begutachten lässt und gestützt darauf in der Sache neu ent-
scheidet.  

 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWST)." 

 

2.2. 

Nachdem die Beschwerdegegnerin den mit Beschwerde vom 6. März 2025 

eingereichten medizinischen Bericht vom 25. Februar 2025 ihrem RAD vor-

gelegt hatte, hielt die Beschwerdegegnerin an den Aussagen in ihrer Ver-

fügung vom 3. Februar 2025 fest und beantragte mit Vernehmlassung vom 

17. April 2025 die Abweisung der Beschwerde.  

 - 3 - 

 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 22. April 2025 wurde die beruf-

liche Vorsorgeeinrichtung des Beschwerdeführers im Verfahren beigeladen 

und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt. Diese liess sich innert 

Frist nicht vernehmen. 

 

2.4. 

Mit Replik vom 30. Juni 2025 hielt der Beschwerdeführer vollumfänglich an 

seinen Rechtsbegehren fest und reichte einen weiteren medizinischen Be-

richt vom 25. Juni 2025 ein.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren 

des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 3. Februar 2025 (Vernehmlas-

sungsbeilage [VB] 153) zu Recht abgewiesen hat.  

 

2. 

Die Zusprechung einer Invalidenrente aufgrund einer Neuanmeldung, 

nachdem eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verwei-

gert wurde (vgl. Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 IVV), bedarf, analog zur Ren-

tenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG), einer anspruchsrelevanten Änderung 

des Invaliditätsgrades (vgl. BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.; 130 V 71; 117 

V 198 E. 3 S. 198 f.; 109 V 108 E. 2 S. 114 f.; Urteil des Bundesge-

richts 8C_29/2020 vom 19. Februar 2020 E. 3.1 f. mit Hinweisen). 

 

Der neuanmeldungsrechtlich massgebende Vergleichszeitraum ist derje-

nige zwischen der letzten umfassenden materiellen Prüfung einerseits und 

der Überprüfung der Glaubhaftmachung der mit Neuanmeldung vorge-

brachten anspruchserheblichen Tatsachenänderungen andererseits 

(vgl. MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozial-

versicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenrente, 4. Aufl. 2022, 

a.a.O., N. 125 zu Art. 30 IVG mit Hinweisen auf BGE 130 V 71 E. 3 

S. 73 ff.; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.). 

 

3. 

3.1. 

Zwischen den Parteien ist zu Recht unumstritten, dass die massgeblichen 

Vergleichszeitpunkte zur Prüfung des Vorliegens einer anspruchserheb-

lichen Änderung (vgl. E. 2. hiervor) zum einen durch die Verfügung vom 

2. Juli 2012 (VB 77) und zum anderen durch die Verfügung vom 3. Feb-

ruar 2025 (VB 153) definiert werden.  

 

 - 4 - 

 

 

3.2. 

Der Verfügung vom 2. Juli 2012 (VB 77) lag in medizinischer Hinsicht im 

Wesentlichen das polydisziplinäre asim-Gutachten vom 31. Dezember 

2011 zugrunde. Es wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-

beitsfähigkeit gestellt. Interdisziplinär wurden folgende Diagnosen ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (VB 58.1 S. 19):  

 

"1. Chronisches lumbospondylogenes Syndrom links 
- Diskopathie LWK5/SWK1, multisegmentale Spondylarthrosen 

 
2. Intermittierend auftretendes zervikospondylogenes Syndrom beid-

seits 
 
3. Chronische Tendinitis der Achillessehne links  
 
4. Schlafapnoesyndrom, suffiziente CPAP-Therapie  
 
5. Chronische Hepatitis B 
 
6. schwere Adipositas (BMI 32.2)" 

 

Die asim-Gutachter führten dabei aus, in der klinisch-internistischen Unter-

suchung habe, abgesehen von einer schweren Adipositas, kein patholo-

gischer Befund erfasst werden können. Gemäss psychiatrischer Fachbe-

gutachtung sei eine Diskrepanz zwischen beklagten Defiziten und insge-

samt dem Fehlen von objektivierbaren Ausfällen auffällig gewesen. Es 

habe sich in den Tests Ergebnisse mit deutlichen Anhaltspunkten für zu-

mindest aggravatorisches Verhalten gezeigt (VB 58.1 S. 21 f.). Der Be-

schwerdeführer sei im angestammten Beruf zu 100 % arbeitsfähig und ihm 

seien jegliche berufliche Massnahmen für eine körperliche leichte bis mit-

telschwere Tätigkeit mit einer maximalen Lastenhandhabung von 10 kg 

(Hebe-/Zuglast) ab sofort zumutbar (VB 58.1 S. 22).  

 

3.3. 

In der angefochtenen Verfügung vom 3. Februar 2025 stützte sich die 

Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Ak-

tenbeurteilung der RAD-Ärztin Dr. med. C._____, Praktische Ärztin, vom 

20. August 2024 (VB 140). Der RAD-Ärztin lag sowohl der Arztbericht vom 

12. Juni 2023 der Schlafmedizin Klinik H._____ (VB 133 S. 4 ff.) als auch 

der Arztbericht vom 25. März 2024 des D._____ – Zentrum für Psychiatrie 

und Psychotherapie (VB 134) vor. Die RAD-Ärztin führte dabei aus, die vor-

liegenden Arztberichte beschrieben den Gesundheitszustand des Be-

schwerdeführers fundiert. Die Befunde seien schlüssig und aus versiche-

rungsmedizinischer Sicht nachvollziehbar. Aus versicherungsmedizi-

nischer Sicht bestehe beim Beschwerdeführer eine rezidivierende depres-

sive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode. Es sei jedoch davon aus-

zugehen, dass es sich um ein vorübergehendes, nicht andauerndes Leiden 

handle, welches mit adäquater psychiatrischer Therapie behandelbar sei. 

Aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe beim Beschwerdeführer 

 - 5 - 

 

 

keine längerdauernde gesundheitliche Verschlechterung bei rezidivieren-

der depressiver Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit 50%iger 

Arbeitsfähigkeit ab 22. März 2024, mit schrittweiser Erhöhung der Arbeits-

fähigkeit. Seit März 2024 seien keine weiteren psychotherapeutische Kon-

sultationen erfolgt, was gegen einen Leidensdruck spreche (VB 140 S. 4).  

 

Nachdem der Beschwerdegegnerin der mit Beschwerde vom 6. März 2025 

eingereichte ärztliche Bericht vom 25. Februar 2025 der behandelnden Ärz-

tin des Beschwerdeführers vorlag, legte sie diesen Bericht ihrem RAD vor. 

Mit Stellungnahme vom 15. April 2025 führte die RAD-Ärztin 

Dr. med. C._____ aus, aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit seit der Stellungnahme vom 20. August 

2024 kein neuer medizinischer Sachverhalt. Der Beschwerdeführer leide 

seit Jahren unter einem lumboradikulären Schmerzsyndrom ohne grossen 

Leidensdruck, da er keine medikamentöse Schmerztherapie und keine 

Physiotherapie in Anspruch nehme. Aus somnologischer Sicht bestehe 

beim Beschwerdeführer keine Arbeitsunfähigkeit und möglicherweise 

bestehe nur eine leichte Verstärkung der Müdigkeit durch die Hepatitis B 

Behandlung. Auch aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer per 

März 2024 zu 50 % arbeitsfähig mit einer regelmässigen Steigerung in 

4 – 6 Monaten gewesen (VB 156).  

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si-

tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

4.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-

nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gut-

achtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge An-

forderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver-

lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-

lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 

E. 4.4 S. 469 f. und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

 - 6 - 

 

 

4.3. 

Beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es im 

Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen. Dies ist ins-

besondere der Fall, wenn genügend Unterlagen aufgrund anderer persön-

licher Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anam-

nese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sach-

verständige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen 

ein lückenloses Bild machen können (Urteile des Bundesge-

richts 8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 22. De-

zember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 

5. 

5.1. 

5.1.1. 

Der Beschwerdeführer bringt zusammengefasst vor, die RAD-Ärztin be-

rücksichtige nicht alle geklagten Beschwerden, die sich aus den Darle-

gungen von Dr. med. E._____ in ihrem Bericht vom 23. November 2023 

ergäben. Insbesondere blende die RAD-Ärztin bei ihrer Beurteilung die wei-

teren Diagnosen (u.a. Tagesmüdigkeit, Schlafapnoesyndrom, chronische 

Insomie, restless leg syndrom, chronische Hepatitis B) vollständig aus 

(vgl. Beschwerde S. 7 f.).  

 

5.1.2. 

Der RAD-Ärztin lag zum Zeitpunkt der Stellungnahme vom 20. August 2024 

unter anderem der Arztbericht der Klinik H._____ vom 12. Juni 2023 

(VB 133 S. 4 f.) vor. Dieser führte unter anderem folgende Diagnosen auf:  

 

"1. Tagesmüdigkeit a.e. Multifaktoriell bedingt, seit Jahren bei Diag-
nose 2-4 

 (…) 
 
2. Mittelschweres, Rückenlage akzentuiertes Schlafapnoesyndrom 
 (…) 
 
3. Chronische Insomnie  
 (…) 
 
4. Restless Leg Syndrom mit PLMS 

(…)" 

 

Weiter führten die behandelnden Ärzte der Klinik H._____ aus, die Ar-

beitsfähigkeit sei aus somnologischer Sicht gegeben (VB 133 S. 4 f.). Dass 

sich die RAD-Ärztin in der Stellungnahme vom 20. August 2024 (VB 140) 

nicht vertieft mit diesen Diagnosen auseinandergesetzt hat, ist daher nicht 

weiter zu beanstanden, da die behandelnden Ärzte der Klinik H._____ der 

Meinung waren, der Beschwerdeführer sei in Bezug auf diese Diagnosen 

vollständig arbeitsfähig. Die RAD-Ärztin bestätigte die vollständige Ar-

 - 7 - 

 

 

beitsfähigkeit aus somnologischer Sicht auch in der Stellungnahme vom 

15. April 2025 (VB 156).  

 

Gemäss Bericht der behandelnden Ärztin, Dr. med. E._____, Fachärztin 

für Allgemeine Innere Medizin, vom 25. Februar 2025 führte diese auf die 

Nachfrage, welche Auswirkungen die Medikamente, die der Beschwer-

deführer aufgrund der Hepatitis B habe, aus, die Behandlung ebendieser 

könne durchaus eine gewisse Müdigkeit verursachen. Aufgrund des zeit-

lichen Zusammenhangs sei es aber unter der Medikation höchstens zu 

einer leichten Verstärkung der generellen Müdigkeit gekommen (VB 154 

S. 24). Die RAD-Ärztin bestätigte dies in der Stellungnahme vom 15. April 

2025 (VB 156). Die vom Beschwerdeführer genannten Diagnosen haben 

gemäss den behandelnden Ärzten somit keinen Einfluss auf die Arbeitsfä-

higkeit, womit sich eine vertiefte Auseinandersetzung der RAD-Ärztin mit 

diesen Diagnosen erübrigte.  

 

5.2. 

5.2.1. 

Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, die behandelnde Ärztin 

Dr. med. E._____ führe im Bericht vom 24. November 2023 aus, ein-

schränkend seien vor allem die Rückenschmerzen, die Behandlungen wür-

den nicht zum Erfolg führen. Grund dazu seien vor allem ausgeprägte Ab-

nützungserscheinungen der Wirbelsäule mit Diskushernien auf Höhe SWK 

2/3. Sie erachte eine dauernde und bleibende Arbeitsunfähigkeit von 50 % 

als zutreffend (vgl. Beschwerde S. 8 f.).  

 

5.2.2. 

Da sich die behandelnden Ärzte in erster Linie auf die Behandlung zu kon-

zentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den Zweck einer den ab-

schliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden 

objektiven Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb 

kaum je die materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 

V 351 E. 3a S. 352. Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstat-

sache, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-

trauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen 

(BGE 125 V 351 E. 3a/cc S. 353 mit weiteren Hinweisen), wird im Streitfall 

eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der be-

handelnden Ärzte denn auch kaum je in Frage kommen (BGE 135 V 465 

E. 4.5 S. 470 f.). 

 

5.2.3. 

Die behandelnde Ärztin des Beschwerdeführers, Dr. med. E._____, führte 

im Arztbericht vom 24. November 2023 aus, der Beschwerdeführer leide 

weiterhin an chronischen Rückenschmerzen mit der seit dem Jahr 2020 

neuen Diagnose eines Neurinoms im Plexus sacralis. Die Schmerz-

einstellung gestalte sich hier als sehr schwierig. In diesem Bericht äusserte 

 - 8 - 

 

 

sich die behandelnde Ärztin allerdings nicht hinsichtlich allfälliger Auswir-

kungen dieser Diagnose auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

(VB 122). Im Bericht vom 25. Februar 2025 führte Dr. med. E._____ aus, 

es gebe aktuell keine Hinweise, dass die chronischen Rückenschmerzen 

durch die im Jahr 2020 gestellte Diagnose eines Neurinoms verursacht 

seien, dies scheine eher ein Zufallsbefund zu sein. Es seien hierzu bereits 

eine neurochirurgische und neurologische Beurteilung durchgeführt wor-

den. Die Beschwerden seien hier ebenfalls nicht klar im Rahmen des Neu-

rinoms beurteilt. Bezüglich der Rückenschmerzen nehme der Beschwerde-

führer kaum Medikamente ein. Im Falle einer körperlich nicht belastenden 

Arbeit mit möglicherweise wechselnden Positionen (sitzend / stehend) sehe 

sie eine tägliche Beschäftigung von ca. 2 – 3 Stunden als möglich an 

(VB 154 S. 24 f.). Der RAD-Ärztin wurde auch der Arztbericht vom 25. Feb-

ruar 2025 vorgelegt, wobei sie dazu ausführte, der Beschwerdeführer leide 

seit Jahren unter einem lumboradikulären Schmerzsyndrom ohne grossen 

Leidensdruck, da er keine medikamentöse Schmerztherapie und keine 

Physiotherapie in Anspruch nehme (VB 156). Wie die Einschätzung der be-

handelnden Ärztin bezüglich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

konkret zustande kommt, ist nicht nachvollziehbar. Insgesamt nimmt die 

RAD-Ärztin Stellung zu den gestellten Diagnosen und stellt nachvollziehbar 

fest, weshalb der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsfähig ist.  

 

5.3. 

5.3.1. 

Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, eine Verschlechterung des Ge-

sundheitszustandes sei ausgewiesen. Auch seine behandelnden Psycho-

logen hielten fest, dass die zunehmende gesundheitliche Belastung des 

Beschwerdeführers zur Aufgabe seines Geschäfts geführt habe. Der ge-

sundheitliche Zustand des Beschwerdeführers habe sich in den vergange-

nen Jahren effektiv verschlechtert, sodass heute nur noch eine geringfü-

gige Erwerbsfähigkeit vorliege (vgl. Replik S. 4 f.).   

 

5.3.2. 

Der psychologische Bericht der D._____ – Zentrum für Psychiatrie und 

Psychotherapie vom 25. März 2024 von F._____, Fachpsychologin, und 

M. Sc. G._____, Psychologe, führt aus, die Leistungsfähigkeit des 

Beschwerdeführers sei aufgrund einer rezidivierend depressiven Störung, 

die sich aktuell in einer mittelgradigen Episode befinde, erheblich 

beeinträchtigt. Mit regelmässiger therapeutischer Begleitung sei eine wei-

tere Verbesserung der Situation des Beschwerdeführers zu erwarten. Aus 

psychologischer Sicht sei eine behinderungsangepasste Tätigkeit im Um-

fang von vier Stunden pro Tag in der angestammten als auch in einer nicht 

angestammten Position möglich (VB 134). Zum psychologischen Bericht 

vom 25. März 2024 hat sich auch die RAD-Ärztin in der Stellungnahme vom 

20. August 2024 geäussert, so führte diese aus, beim Beschwerdeführer 

bestehe keine längerdauernde Verschlechterung bei rezidivierender de-

 - 9 - 

 

 

pressiver Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit 50 %iger Arbeits-

fähigkeit ab dem 22. März 2024, mit schrittweiser Erhöhung der Arbeits-

fähigkeit. Seit März 2024 seien keine weiteren psychotherapeutischen Kon-

sultationen erfolgt, was gegen einen Leidensdruck spreche (VB 140). In der 

Stellungnahme vom 15. April 2025 führte die RAD-Ärztin weiter aus, aus 

psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer per März 2024 zu 50 % ar-

beitsfähig mit einer regelmässigen Steigerung in 4 – 6 Monaten gewesen 

(VB 156). Insgesamt hat sich die RAD-Ärztin mit den Diagnosen der be-

handelnden Psychologen auseinandergesetzt und nachvollziehbar darge-

legt, dass der Beschwerdeführer per März 2024 zu 50 % arbeitsunfähig 

war, die Arbeitsfähigkeit allerdings in 4 – 6 Monaten auf 100 % gesteigert 

werden könne (VB 156). Daran ändert auch der mit Replik vom 30. Juni 

2025 eingereichte psychologische Bericht vom 25. Juni 2025 nichts. Dieser 

wiederholt mehrheitlich die Aussagen im Bericht vom 25. März 2024 und 

es sind diesem Bericht auch keine neuen Diagnosen zu entnehmen. Zu-

dem ist zu beachten, dass sowohl die behandelnde Fachpsychologin 

F._____ als auch der behandelnde Psychologe M. sc. G._____ weder über 

einen (psychiatrischen) Facharzt- noch über einen Arzttitel verfügen. 

Sowohl der psychologische Bericht vom 25. März 2024 als auch derjenige 

vom 25. Juni 2025 sind somit grundsätzlich nicht geeignet, die Beurteilung 

der RAD-Ärztin in Zweifel zu ziehen.  

 

5.4. 

Zusammenfassend sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche gegen die 

Schlüssigkeit der RAD-Beurteilungen vom 20. August 2024 und 15. April 

2025 sprechen. Die RAD-Ärztin hat schlüssig dargelegt, dass der Be-

schwerdeführer ab März 2024 aus psychiatrischer Sicht zu 50 % arbeits-

unfähig war, die Arbeitsfähigkeit allerdings in 4 – 6 Monaten auf 100 % stei-

gern konnte. Insgesamt ist somit seit der Verfügung vom 2. Juli 2012 

(VB 77) zwar eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes 

eingetreten, diese war allerdings nicht andauernd (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG), 

da der Beschwerdeführer spätestens ab September 2024 wieder 100 % ar-

beitsfähig war. Der rechtserhebliche medizinische Sachverhalt erweist sich 

demnach als hinreichend abgeklärt, weshalb sich weitere Beweisvorkehren 

(vgl. Rechtsbegehren 1) in antizipierter Beweiswürdigung erübrigen 

(BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368 f.). Die Beschwerdegegnerin hat einen Ren-

tenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht verneint, weshalb die gegen 

die Verfügung vom 3. Februar 2025 erhobene Beschwerde abzuweisen ist.  

 

6. 

6.1. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensausgang und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

 - 10 - 

 

 

 

6.2. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) keine Par-

teientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 

 - 11 - 

 

 

   

Aarau, 21. Oktober 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber i.V.: 

 

 

 

Roth Ferrier