# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c6b062b8-663a-5b6d-bb89-ae6b4298fddb
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-13
**Language:** de
**Title:** Strittig ist der Grad der Invalidität. Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit kann auf das ABI-Gutachten abgestellt werden. Selbst bei Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Einkommen resultiert bei der Invaliditätsbemessung ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad. Abweisung. (BGE 9C_341/2015)
**Docket/Reference:** IV.2014.00585
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00585.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00585
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Käch
Gerichtsschreiberin Schüpbach
Urteil
vom
13. März 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Tomas Kempf
Flum
Schlegel Kempf Rechtsanwälte
Webernstrasse 5, 8610 Uster
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
,
geboren 1971, Mutter von drei Kindern (Jahrgänge 1992, 1995, 2000), war
seit 1991 in einem Pensum von 40
%
im
Y.___
als
Pfle
geassistentin
und seit 2006 im Ausmass von acht Stunden pro Woche als
Reini
gungsangestellte
tätig
(
Urk.
6/4
Ziff.
5.4 und
Ziff.
5.5
)
.
Unter Hinweis auf
diverse B
eschwerden
meldete
sie
sich
am
1
0.
Dezember 2008
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/4
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab
und holte bei
m
Z.___
zwei
polydis
ziplinäre
Gutachten ein
, die
am
1
6.
November 2009
(
Urk.
6/31
)
und am
6.
De
zember 20
1
1 (
Urk.
6/81) erstattet wurden
.
Nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
6/95-
135) verneinte
die IV
Stelle
mit Verfügung vom 2
4.
April 2014
einen Rentenanspruch (
Urk.
6/136
=
Urk.
2)
.
2.
Gegen die Verfügung vom 2
4.
April 2014 (
Urk.
2)
erhob
die Versicherte
am 27.
Mai 2014
Beschwerde (
Urk.
1)
und beantragte,
es sei
die
Beschwerdegegne
rin
zu verpflichten, ihr gemäss den nachfolgenden Erwägungen eine Invaliden
rente auszurichten sowie berufliche Massnahmen zu gewähren (S. 2
Ziff.
1), eventuell seien weitere Abklärungen durchzuführen und es sei die Sache hierfür zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurück zu weisen (S. 2
Ziff.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2.
Juli 2014
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom
3.
September 2014 (
Urk.
7
)
wurde die Beschwerdeführerin aufgefordert, dem Gericht den Bericht der
A.___
einzureichen
.
Mit Eingabe vom 1
9.
September 2014 (
Urk.
9) reichte die Beschwerdeführerin den besagten Bericht ein (
Urk.
10), wozu die Beschwerdegegnerin am
3.
Oktober 2014 Stellung nahm (
Urk.
12).
Mit Eingabe vom 1
3.
November 2014 (
Urk.
14) reichte die Beschwerdeführerin einen weite
ren Bericht (
Urk.
15) ein.
Die für den
4.
März 2015 angesetzte Instruktionsverhandlung (vgl.
Urk.
17)
wurde infolge des Klinikaufenthalts
der Beschwerdeführerin abgesagt (vgl. Urk.
20).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allg
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Ver
bindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon
aus, dass
die Beschwerdeführerin seit Oktober 2008 in ihrer Arbeits- beziehungs
weise Leistungsfähigkeit erhe
blich eingeschränkt sei (S. 1). Die Abklärungen hätten ergeben, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden insgesamt einer Erwerbstätigkeit von 74
%
nachginge. Die restlichen 26
%
würden in den Aufgabenbereich entfallen. Die Invaliditätsbemessung ergebe somit einen
Invali
ditätsgrad
von 1
9
.
44
%
(S. 4
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich dagegen auf den Standpunkt,
dass sie
im
Gesundheit
sfall
zu 100
%
einer Erwerbstätigkeit nachginge (
Urk.
1 S. 3
f.
)
.
Aus
serdem müsste, selbst wenn gemäss
Z.___
-
Gutachten von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit in angepasster Tätigkeit ausgegangen würde, ein Leidensabzug von 25
%
vorgenommen werden, womit ein Invaliditätsgrad von 43
%
resultiere (S.
5).
2.3
Streitig und zu prüfen ist,
wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
füh
rerin verhä
lt
,
sowie
ein allfälliger
Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf Leistungen der Invali
denversicherung.
3.
3.1
Die Ärzte des
Z.___
erstatteten ihr
poly
dis
ziplinäre
s
Gutachten am
6.
Dezember 2011 (
Urk.
6/81) gestützt auf die Akten, die Untersuchungen der Beschwerdeführerin sowie die Schlussfolgerun
gen des interdisziplinären Konsensus.
Sie nannten folgende Diagnosen mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 31
Ziff.
5.1):
-
chronisches
zervikal und lumbal betontes panvertebrales
Schmerzsyn
drom
ohne
radikuläre
Symptomatik
-
chronische Schulterbeschwerden unter Betonung der dominanten rech
ten Seite
-
chronische Knieschmerzen links bei praktisch reizlosen, symmetrisch frei beweglichen Kniegelenken ohne Hinweis für Instabilität, Meniskusläsion oder
höhergradige
degenerative Veränderung
;
mit radiologisch
alters
entsprechend
regelrechtem Befund; im distalen
Femurschaft
im Ve
rlauf unverändertes
Enchondrom
-
chronische Fussschmerzen un
ter Betonung der rechten Seite
-
chronische Beschwerden an den Händen unter Be
tonung der rechten Seite
Sie nannten folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 31 f.
Ziff.
5.2):
-
leichte
depressive Episode
(ICD-10 F32.0)
-
Schmerzverarbeitungsstörung
(ICD-10 F54)
-
metabolisches Syndrom
-
anamnestisch Verdacht auf sekundäres RLS bei Verdacht auf Small
Fibre
Polyneuropathie
-
Hepatopathie unklarer Ätiologie
-
Status nach vaginaler Hysterektomie
-
Status nach
laparoskopischer
Cholezystektomie
-
anamnestisch Schwindel unklarer Ätiologie
-
Nikotinabusus
Sie führten aus,
dass der Beschwerdeführerin körperlich schwere und mittel
schwere Tätigkeiten bleibend nicht mehr zugemutet werden könnten. Für kör
perlich leichte, wechselbelastende, adaptierte Tätigkeiten bestehe hingegen eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100% (S. 33
Ziff.
6.2).
3.2
Die Ärzte des
Z.___
nahmen am 2
1.
Mai 2013 ergänzend Stellung (
Urk.
6/113) und führten aus, d
ie Einschränkung in der
Tätigkeit als Pflegeassistentin ergebe sich
daraus, dass diese Tätigkeit
immer wieder
körperlich mittelschwere und schwere Verrichtungen einschliesse
. Diese Einschränkungen könnten
mit den degenerativen Veränderungen auf der Höhe der unteren Brustwirbelsäule
begründet werden. Es sei auch zu erwähnen, dass die von ihnen zeitlich und leistungsmässig unbeschränkt attestierte Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte Tätigkeiten nur als Untergrenze der Belastbarkeit anzusehen sei, kurzfristig jedoch durchaus immer wieder überschritten werden könne.
3.3
Die Ärzte der
B.___
berichteten am
2.
Juli
2013
über die
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin
vom
7.
Februar
bis
9.
März
2013 (
Urk.
6/115)
. Sie nannten folgende Diagnosen
(S. 1)
:
-
Verdacht auf anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
(ICD-10 F45.4)
-
mittelgradige depressive Episode
(ICD-10 F32.1)
-
small
fiber
Polyneuropathie
-
restless
legs
syndrom
-
insulinpflichtiger
Diabetes mellitus
-
gastroösophageale
Refluxkrankheit
(
GERD
)
-
Divertikulose
-
Status nach tiefer Beinvenenth
r
ombose links 2012
-
Status nach
Cholezystektomie
2011
-
Harninkontinenz
Sie führten aus, eine b
erufliche Reintegration
sei
in Anbetracht der aktuellen Schmerzproblematik und der psychischen Verfassung
der Beschwerdeführerin
mit weiterhin bestehenden Belastungsfaktoren derzeit nicht realistisch (S. 3)
.
3.4
Dr.
med.
C.___
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
D.___
, berichtete am
1
7.
Juni
2013
(
Urk.
6/119) und
nannte als Diagnose eine mittelgradige depressive Episode. Er
führte aus, dass sich die Beschwerdeführ
erin
seit August 2012
bei ihnen in Behandlung befinde.
Sie sei
aufgrund der ausgeprägten Schmerzsymptomatik, der div
ersen körperlichen Erkrankungen und
Ope
rationen und der psychischen
Symptomatik
zu
100
%
arbeitsunfähig.
4.
4.1
Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stützte sich die Beschwerdegegnerin insbesondere auf das
Z.___
-Gutachten vom
6
.
Dezember
201
1
(Urk.
6
/
81
), wonach der Beschwerdeführerin
körperlich schwere und mittelschwere Tätig
keiten bleibend nicht mehr, hingegen körperlich leichte, wechselbelastende, adaptierte Tätigkeiten zu 100
%
zumutbar seien (S. 33
Ziff.
6.2).
4.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das
Z.___
-Gutachten (vgl.
vorstehend E. 3.
1
) die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden in angemessener Weise berücksichtigt, in Kenntnis der und in Auseinanderset
zung mit den
Vorakten
erstattet wurde und der konkreten medizinischen Situa
tion Rechnung trägt. So zeigten die
Z.___
-
Gutachter in nachvollziehbarer Weise auf,
dass aus orthopädischer Sicht aufgrund der anamnestischen Angaben, der
bild
gebenden
Diagnostik sowie der erhobenen Untersuchungsbefunde ein
chroni
sches zervikal und lumbal betontes panvertebrales Schmerzsyndrom ohne
radi
kuläre
Symptomatik
beziehungsweise ohne Hinweise auf nennenswerte degenerative Veränderungen diagnostiziert werden könne, sich die von der Beschwerdeführerin geklagten, äusserst diffusen Beschwerden durch die klini
schen, radiologischen und
szintigraphischen
sowie elektrophysiologischen Befunde jedoch keinesfalls erklären liessen
(
Urk.
6/81 S. 32 f.).
Sie legten aus
serdem plausibel dar, dass
die aus psychiatrischer Sicht diagnostizierte leichte depressive Episode sowie die Schmerzverarbeitungsstörung zu keiner Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit führten (S. 33 Mitte).
Weiter setzten sich die
Z.___
-Gutachter differen
ziert mit
dem internistischen Befundstatus der Beschwer
deführerin auseinander (S. 33 Mitte) und nahmen ausdrücklich
Stellung
zu den qua
li
ta
tiven und quantitativen
Einschränkungen
sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S.
33
f.).
Die
Beurteilung leuchte
t
in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hän
ge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. So zeigten die
Z.___
-Gut
ach
ter in nachvollziehbarer Weise auf,
dass für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten und somit für die angestammte Tätigkeit seit Oktober 2008 bleibend eine volle Arbeitsunfähigkeit, hingegen für körperlich leichte, wechselbe
lastende, adaptierte Tätigkeiten eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100
%
bestehe.
Die Beurteilung
durch die
Z.___-Gutachter ist
nach dem Gesagten für die Be
ant
wortung der gestellten Frage umfassend.
Das Gutachten erfüllt damit die
praxis
gemässen
Kriterien (vgl. vorstehend E. 1.4) vollumfäng
lich, so dass für die
Entscheidfindung
und insbesondere die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit darauf abgestellt werden kann.
4.3
Be
i der
Invaliditätsbemessung
würde
selbst bei Berücksichtigung der von der Beschwerde
führerin geltend gemachten Einkommen von
rund
Fr.
70‘651.-- ohne Gesundheitsschaden beziehungsweise von
rund
Fr.
54‘057.-- mit
Gesund
heitsschaden
(vgl.
Urk.
1 S. 5)
die Einkommenseinbusse
Fr.
16‘594.-- betragen und
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 23
%
resultier
en
.
4.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der
ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, ha
t die Beschwerdeinstanz
den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E
.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E.
4.1.2).
4
.
5
Angesichts der Zumutbarkeit einer 100%igen behinderungsangepassten
Tätig
keit steht
der
Beschwerdeführer
in
eine breite Palette von Tätigkeiten
offen. D
ie einzigen medizinisch ausgewiesenen Behinderungen
der
Be
schwerdeführer
in
bestehen in körperlich schweren
und mittelschweren Arbeiten.
Die genannten Einschränkungen dürften bei den übli
chen einfachen und repetitiven Tätigkei
ten n
icht ins Gewicht fallen. Mithin
schränken diese Behinderungen die
Beschwer
de
führer
in
nicht wesentlich in der Wahl der Tätigkeit ein.
Es ist d
aher nicht zu erwarten, dass die
Beschwerde
führer
in
ihre
verbleibende Arbeitsfähig
keit nur zu einem unter
durchschnittlichen Lohn - der tiefer sein müsste als der verwendete
Tabellen
lohn
- verwerten kann.
Es sind somit keine gesundheitli
chen Umstände vorhanden, welche sich
l
ohn
mindernd
aus
wirk
en. Auch
die weiteren persönlichen und beruflichen Umstä
nde sind nicht geeignet, einen
Abzug
in der von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Höhe
zu recht
ferti
gen.
Der von der
Beschwerdeführer
in geltend gemachte
Abzug von
25
%
,
erscheint
somit in
Würdigung
sämtlicher Umstände
als nicht
ausgewiesen
.
S
elbst unter Berücksichtigung eines – vorliegend eher als sehr grosszügig zu erachtenden – Abzugs von 15
%
würde
immer noch ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 35
%
resultiere
n
.
Bei diesem Ausgang erübrigt sich auch die Prüfung der Statusfrage.
Die IV-Stelle hat den An
spruch der Beschwer
deführerin auf eine Invalidenrente somit zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
4.6
Da nicht
auszuschliessen
ist, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin seit Verfügungserlass verschlechtert hat, ist die Sache nach Eintritt der Rechtskraft an die Beschwerdegegnerin zu überweisen.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
erlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
Die Sache wird nach Eintritt der Rechtskraft an die Beschwerdegegnerin zur Prüfung allfällig relevanter Veränderungen überwiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 6
00
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-   Rechtsanwalt
Tomas Kempf
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zu
zustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
hal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannSchüpbach