# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca95fa22-f709-59af-95d8-3d5432988dd7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 15.03.2012 PS110228
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PS110228_2012-03-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer als obere kantonale Aufsichtsbehörde 
über Schuldbetreibung und Konkurs  
 
 

Geschäfts-Nr.: PS110228-O/U.doc 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. M. Stammbach und Ersatzrichter lic. iur. P. Raschle sowie 

Gerichtsschreiberin lic. iur. I. Vourtsis-Müller. 

Urteil vom 15. März 2012 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführerin, 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

1. Konkursmasse B._____ AG,  
2. C._____ AG in Liquidation,  
Beschwerdegegnerinnen, 

 

Nr. 1 vertreten durch Konkursamt D._____ 

Nr. 2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Rechtsverzögerung 
(Beschwerde über das Konkursamt D._____) 

 
Beschwerde gegen einen Beschluss des Bezirksgerichtes Winterthur vom 4. No-

vember 2011 (CB110020) 

 

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Erwägungen: 

1. Am 28. Juli 2011 teilte das Konkursamt D._____ den Gläubigern im Konkurs 

über die B._____ AG mittels Gläubigerzirkular u.a. folgendes mit (act. 6/1): 

"II. Anträge und Beschlussfassung 
A. Anträge 
1. ...  
2. Verwertung Aktien (Inventar-Nr.III.4) 
Im Inventar der Gemeinschuldnerin befinden sich 100 Aktien (welche dem Konkursamt je-

doch nicht vorliegen) an der E._____. Soweit uns ein ehemaliges Mitglied des Verwaltungs-

rats der Gemeinschuldnerin informierte, ist die E._____ eine reine Holding-Gesellschaft, de-

ren einziger Zweck das Halten von 100% der Aktien der F._____ ist. Die F._____ selbst ha-

be massive Zahlungsschwierigkeiten. 

Wir bieten Ihnen und auch allen sonstigen interessierten Personen hiermit gestützt auf Art. 

256 Abs. 3 SchKG die Gelegenheit, eine Kaufofferte für die genannten Aktien einzureichen. 

Falls bis zum 08. August 2011 (Datum des Poststempels) bei uns keine Kaufofferte ein-
geht, beantragen wir Ihnen als Gläubigergesamtheit, die Konkursverwaltung solle ermäch-

tigt werden, die vorstehende Inventarposition im Inventar als wertlos abzuschreiben (unter 

Vorbehalt von Ziff. III. hinten). 

3. ... 

B. Beschlussfassung  
Die vorstehenden Anträge (Ziff. 1-5) gelten als genehmigt und zum Beschluss erhoben, falls 

nicht die Mehrheit der mutmasslichen Gläubiger im Konkursverfahren über die B._____ AG 

bis spätestens am 08. August 2011 (...) bei uns schriftlich gegen diese Anträge Einsprache 
erhebt. Stillschweigen gilt als Zustimmung zu unseren Anträgen." 

- 3 - 

A._____ unterbreite dem Konkursamt D._____ am 8. August 2011 eine 

Kaufofferte und bot für 100 Aktien E._____ Inc. (Inventar Nr. III.4) einen 

Preis von Fr. 1'000.- (act. 6/2). Gleichentags liess die C._____ AG in Nach-

lassliquidation durch ihren Rechtsvertreter dem Konkursamt eine Kaufofferte 

von Fr. 100.- für die betreffenden Aktien zukommen. Diese Offerte erfolgte 

mit dem Hinweis, "ich bitte Sie mir mitzuteilen, wenn ein höheres Angebot 

eingehen sollte. In diesem Falle behalte ich mir vor, das obenstehende An-

gebot entsprechend zu erhöhen" (act. 6/3). Mit Schreiben vom 16. Septem-

ber 2011 teilte das Konkursamt den beiden Bietenden mit, nach Absprache 

mit den beiden Kaufinteressenten biete die Konkursverwaltung diesen bis 

Mittwoch, 28. September 2011, eine letzte Gelegenheit, ihre Kaufangebote 
entsprechend zu erhöhen und der Konkursverwaltung einzureichen. Den 

Zuschlag erhalte der Meistbietende, eine weitere Angebotsrunde werde 

ausgeschlossen (act. 6/4). In der Folge bot die C._____ AG in Nachlassli-

quidation für die 100 Akten Fr. 5'200.50 und verlangte für den Fall des Ein-

gangs eines höheren Angebotes durch A._____ ein Bietverfahren am run-

den Tisch, um so der Konkursmasse einen möglichst hohen Ertrag aus die-

sem Anspruch zu ermöglichen (act. 6/5). A._____ teilte mit, sie erhöhe ihr 

Kaufangebot immer um jeweils Fr. 100.- auf das nächstfolgende Gebot bis 

zum Maximalbetrag von Fr. 10'700.- (act. 6/6). Mit Schreiben vom 6. Oktober 

2011 antwortete die Konkursverwaltung auf die eingegangenen Angebote 

wie folgt (act. 6/7): 

"Die ... Konkursverwaltung im Konkurs über die B._____ AG, ... widerruft aufgrund der zwei 
eingegangenen Kaufsangebote, welche nicht die von der Konkursverwaltung gestellten Be-

dingungen erfüllen, die Verwertung auf schriftlichem Wege der obgenannten Inventarpositi-

on und setzt somit eine Versteigerung gemäss den untenstehenden Bestimmungen im 

Amtslokal des Notariates D._____ an ... ". 

Die Versteigerung wurde auf den 20. Oktober 2011, 10:30 Uhr im Amtslokal 

des Notariates D._____ angesetzt (act. 6/7). Nach Erhalt dieses Schreibens 

(vgl. act. 11 S. 5) wandte sich A._____ erneut an das Konkursamt (Schrei-

ben vom 7. Oktober 2011) und forderte dieses auf, ihr innerhalb der nächs-

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ten drei Tage die Kaufsbestätigung zukommen zu lassen bzw. innert drei 

Tagen eine beschwerdefähige Verfügung zuzustellen (act. 2/6). Die Kon-

kursverwaltung blieb in der Folge wegen Abwesenheit des zuständigen 

Sachbearbeiters untätig (act. 2/7).  

2. a) A._____ erhob wegen Rechtsverzögerung bzw. Rechtsverweigerung Auf-

sichtsbeschwerde beim Bezirksgericht Winterthur, eingegangen am 17. Ok-

tober 2011, mit den Anträgen, der Widerruf bezüglich Verwertung der Aktien 

vom 6. Oktober 2011 und die Ansetzung einer erneuten Versteigerung sei 

eine willkürliche Rechtsverzögerung. Die Mitteilung des Konkursamtes, dass 

infolge Ferienabwesenheit die Kaufbestätigung, resp. eine beschwerdefähi-

ge Verfügung nicht innert Frist zugestellt werden könne, sei eine Rechtsver-

weigerung/Rechtsverzögerung. Die erneute Versteigerung der Aktien am 20. 

Oktober 2011 sei vorerst zu sistieren bzw. aufzuheben und erst nach dem 

Entscheid gegebenenfalls neu anzusetzen. Die Kaufbestätigung sei ihr un-

verzüglich zuzustellen. Allenfalls sei festzustellen, dass sie die Aktien mit 

Gebot vom 28. September 2011 erworben habe und eine weitere Angebots-

runde hinfällig sei (act. 1 S. 1).  

 In Anbetracht der Beschwerdeerhebungen durch die Interessentinnen  

− auch die Beschwerdegegnerin 2 hatte beim Bezirksgericht Winterthur eine 

Beschwerde eingereicht (act. 20) − verschob die Konkursverwaltung in Ab-

sprache mit diesen die auf den 20. Oktober 2011 angesetzte Versteigerung 

(act. 5 S. 2). Mit Beschluss vom 4. November 2011 wies das Bezirksgericht 

Winterthur als untere kantonale Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und 

Konkurssachen die Beschwerde ab (act. 10).  

b) Innert der 10tägigen Frist liess A._____ durch ihren Rechtsvertreter Be-

schwerde erheben und beantragte (act. 11 S. 2): 

"Es sei in Gutheissung der Beschwerde der Beschwerdeführerin unverzüg-

lich eine Kaufbestätigung über 100 Aktien der E._____, Inc. ... (Inventar-Nr. 

III.4. im Konkurs der B._____ AG) zuzustellen." 

- 5 - 

 Das Obergericht nahm in seinem Verfahren nebst der Konkursmasse 

B._____ AG (Beschwerdegegnerin 1) die C._____ AG in Liquidation als Be-

schwerdegegnerin 2 ins Rubrum auf. Mit Verfügung vom 13. Dezember 

2011 wurde den Beschwerdegegnerinnen eine Frist von 10 Tagen zur Be-

antwortung der Beschwerde angesetzt (act. 16). Innert Frist reichte das 

Konkursamt D._____ als Vertreterin der Beschwerdegegnerin 1 eine Antwort 

ein (act. 18). Der Beschwerdegegnerin 2 wurde die Verfügung vom 13. De-

zember 2011 am 15. Dezember 2011 zugestellt (act. 17/2). Unter Berück-

sichtigung der Gerichtsferien − irrtümlicherweise wurde der Hinweis auf den 

Fristenlauf in den Gerichtsferien nicht angebracht (vgl. dazu Verfügung vom 

2. August 2011, publiziert in der Internet-Kartei der Zürcher Gerichte, aufzu-

rufen unter www.gerichte-zh.ch/Entscheide/suchen nach "PS110127") − lief 

demnach die Frist am 10. Januar 2012 ab (Art. 145 Abs. 1 und 3 ZPO). In-

nert dieser Frist wurde keine Antwort eingereicht und das gestellte Frister-

streckungsgesuch wieder zurückgezogen (vgl. act. 19 und 21). Das Verfah-

ren ist daher androhungsgemäss (vgl. Verfügung vom 13. Dezember 2011, 

act. 16) ohne Beschwerdeantwort fortzusetzen (Art. 147 ZPO).  

3. Vorerst ist zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin vor Vorinstanz zwar 

ihre Beschwerde unter dem Titel "Aufsichtsbeschwerde wegen Rechtsver-

zögerung" führte, Inhaltlich bezogen sich ihre Ausführungen jedoch auch auf 

die von der Konkursverwaltung im Schreiben vom 6. Oktober 2010 (act. 1) 

angezeigten Folgehandlungen und damit auf die Verweigerung des Kon-

kursamtes, eine Freihandverkaufsverfügung zu erlassen. Die Vorinstanz 

stellte bei ihren Erwägungen die Rechtsthematik der Rechtsverzögerung zu 

Recht nicht in den Vordergrund. Auf die einzelnen Vorbringen ist nachfol-

gend einzugehen.  

4. a) Gegenstand der vorliegenden Beschwerde ist der vom Konkursamt ein-

geschlagene Weg der Verwertung der Aktien gemäss Inventar Nr. III.4, 

100% der Aktien der F._____ (vgl. act. 6/1). Das Konkursamt nimmt vorlie-

gend die Verwertung gestützt auf Art. 256 Abs. 3 SchKG vor. Die Beschwer-

deführerin bezweifelt, ob die Konkursverwaltung tatsächlich die Verwertung 

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gestützt auf diese Bestimmung durchführen wollte. Sie führte aus, sie ge-

winne den Eindruck, die Konkursverwaltung habe eine Art verkürzte Frei-

hand-Verwertung nach Art. 26 (recte: 256) Abs. 1 SchKG durchführen wol-

len, wonach Vermögensgegenstände nur mit Zustimmung der Gläubiger 

freihändig verkauft werden dürften (act. 11 S. 3).  

 b) Es besteht ein numerus clausus der zulässigen Verwertungsarten, näm-

lich Zwangsversteigerung, Freihandverkauf und "Abtretung" von Ansprü-

chen, wobei es bei der Betreibung auf Pfändung bzw. Pfandverwertung noch 

die Überweisung von Forderungen an Zahlungsstatt gibt (vgl. Lorandi, Der 

Freihandverkauf im schweizerischen Schuldbetreibungs- und Konkursrecht, 

St. Galler Studien zum Privat-, Handels- und Wirtschaftsrecht, Band 37, 

S. 7). Die zur Masse gehörenden Vermögenswerte werden auf Anordnung 

der Konkursverwaltung öffentlich versteigert oder, falls die Gläubiger es be-

schliessen, freihändig verkauft (Art. 256 Abs. 1). Art. 256 Abs. 3 SchKG be-

stimmt, dass Vermögensgegenstände von bedeutendem Wert und Grund-

stücke nur freihändig verkauft werden dürfen, wenn die Gläubiger vorher 

Gelegenheit erhalten, höhere Angebote zu machen. Vor der Revision von 

1994 galt, dass den Gläubigern immer vor dem Freihand-Verkauf die Gele-

genheit gegeben werden musste, ein höheres Angebot zu machen. Dieses 

Recht ist nun durch Abs. 3 von Art. 256 SchKG auf Grundstücke und Ver-

mögensgegenstände von bedeutendem Wert beschränkt worden (vgl. BSK 

SchKG II-Bürgi, 2. Auflage, Art. 256 N 19). Bei den vorliegenden Aktien 

handelt es sich nicht um "Vermögensgegenstände von bedeutendem Wert". 

Dies ergibt sich daraus, dass die Konkursverwaltung im Gläubigerzirkular 

vom 28. Juli 2011 unter II. lit. A die Gläubiger aufforderte, sie zu ermächti-

gen, nach Fristablauf zur Kaufofferteneingabe diese Inventarposition als 

wertlos abzuschreiben (vgl. act. 6/1).  

 c) Von Bedeutung ist, dass der Konkurs vorliegend summarisch durchge-

führt wird. Das summarische Konkursverfahren zeichnet sich dadurch aus, 

dass es einfach, rasch und weitgehend formlos ist. Das bezweckt, das Ver-

fahren zu beschleunigen und die Kosten tief zu halten. Es liegt zur Hauptsa-

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che in den Händen der Konkursverwaltung. Gläubigerversammlungen finden 

nur ausnahmsweise statt (Urteil des Bundesgerichtes vom 17. August 2006, 

7B.97/2006 Erw. 3.2). Das Bundesgericht hat entgegen dem Wortlaut von 

Art. 256 Abs. 1 SchKG entschieden, dass im summarischen Konkursverfah-

ren die Anordnung eines Freihandverkaufs in die Zuständigkeit und ins Er-

messen der Konkursverwaltung fällt, ohne dass es der Zustimmung der 
Gläubiger bedarf, dass aber den Gläubigern bei Vermögensgegenständen 

von bedeutendem Wert und bei Grundstücken Gelegenheit zu einem höhe-

ren Angebot eingeräumt werden muss (vgl. Urteil des Bundesgerichtes vom 

16. April 2003, 5P.41/2003 bzw. vom 12. Mai 2003, 7B.27/2003). Liegt kein 

Fall von Art. 256 Abs. 3 SchKG vor, der zwingend die Angebotsnachfrage 

bei den Gläubigern verlangt, steht es der Konkursverwaltung im summari-

schen Verfahren frei, ob es allen Gläubigern die Gelegenheit zur Einrei-

chung von Offerten bietet, bevor es einen Freihandverkauf durchführt (vgl. 

Pra 95 (2006) Nr. 121 Erw. 1.2.1).  

5. a) Der Freihandverkauf eignet sich vor allem dann, wenn auf der Nachfra-

geseite nicht viele Interessenten vorhanden sind. Gerade dies war vorlie-

gend der Fall. Wie erwähnt, ging das Konkursamt davon aus, dass die Pa-

piere wertlos seien. Aufgrund der beiden gestützt auf das Gläubigerzirkular 

vom 28. Juli 2011 (act. 6/1) eingereichten Offerten durfte das Konkursamt 

davon ausgehen, dass der Interessenkreis sehr wenige Personen umfasste. 

Im Hinblick auf anfallende Kosten bei einer Steigerung drängte sich vorlie-

gend ein solches internes Freihandverkauf-Verfahren auf. Die Wahl des 

Verwertungsmodus ist entsprechend dem Ziel, einen bestmöglichen Gewinn 

zu erzielen bzw. allenfalls die Verwertungskosten gering zu halten, auszu-

richten. Diese Interessen hat die Konkursverwaltung beim Freihandverkauf 

zu verfolgen. Wie der Freihandverkauf konkret abzulaufen hat, nämlich wel-

che Bedingungen bei der Offertenstellung einzuhalten sind, hat die Konkurs-

verwaltung zu bestimmen. Im SchKG finden sich keine Bestimmungen dazu.  

 b) Der Freihandverkauf ist ein Institut der Zwangsvollstreckung mit dem 

Zweck, das beschlagnahmte Vermögen zu versilbern. Im Unterschied zur öf-

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fentlichen Steigerung tritt beim Freihandverkauf an die Stelle der Angebote 

der Steigerungsinteressenten und des Steigerungszuschlages die Vereinba-

rung zwischen dem Betreibungs- oder dem Konkursbeamten und dem Er-

werber. Dabei kann dem Beamten naturgemäss nicht die Stellung des Ver-

käufers im zivilrechtlichen Sinne zukommen. Der Beamte ist in seinem Han-

deln nicht frei; vielmehr ist es unter anderem seine Pflicht, das günstigste 

Angebot ausfindig zu machen und den Gläubigern sowie gegebenenfalls 

den Aktionären der Gemeinschuldnerin Gelegenheit zu geben, ein Angebot 

zu überbieten (BGE 106 III 79 Erw. 4). 

6. a) Das Konkursamt gab den Gläubigern Gelegenheit gestützt auf Art. 256 

Abs. 3 SchKG eine Kaufofferte einzureichen. Mit dem Verweis auf diese Ge-

setzesbestimmung wird klar, dass ein höheres Angebot einzureichen ist. 
Damit ein höheres Angebot gemacht werden kann, muss ein konkretes An-

gebot unter Angabe des Preises vorliegen. Das war vorliegend erst im zwei-

ten Durchgang − nachdem das Angebot der Gegenpartei bekannt war − der 

Fall. Beide Bieter hatten also die Möglichkeit, ihr Angebot nochmals zu er-

höhen (vgl. dazu Lorandi, a.a.O., S 57). Das Gesetz schreibt zwar keine 

Verwertungsfristen vor, es gilt aber zu beachten, dass das Konkursverfahren 

innert einem Jahr seit der Konkurseröffnung durchgeführt sein soll (Art. 270 

Abs. 1 SchKG). Unter diesem Gesichtspunkt ist ein solches Bietverfahren 

nicht endlos in die Länge zu ziehen. Es steht den Behörden frei, eine Frist 

für ein letztes Angebot anzusetzen (Lorandi, a.a.O., S. 57). Dies geschah 

auch vorliegend, indem das Konkursamt eine am 28. September 2011 en-

dende Frist zur Erhöhung des Kaufangebotes festlegte. Den Zuschlag sollte 

der Meistbietende erhalten, eine weitere Angebotsrunde wurde ausge-

schlossen (Schreiben vom 16. September 2011 (act. 6/4). Die C._____ AG 

in Nachlassliquidation bot für die 100 Akten Fr. 5'200.50 und verlangte für 

den Fall des Eingangs eines höheren Angebotes durch A._____ ein Bietver-

fahren "am runden Tisch" (act. 6/5). A._____ teilte mit, sie erhöhe ihr 

Kaufangebot immer um jeweils Fr. 100.- auf das nächstfolgende Gebot bis 

zum Maximalbetrag von Fr. 10'700.- (act. 6/6).  

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 b) Die Ausübung des Rechts zum höheren Angebot geschieht in der Weise, 

dass der Berechtigte innert Frist der Konkursverwaltung mitteilt, er wolle das 

betreffende Objekt zu einem bestimmten Preis erwerben (Lorandi, a.a.O., 
S. 319, S. 336). Beide Bieter verknüpften im zweiten Verfahren ihre Angebo-

te mit Bedingungen. Bei der Beschwerdeführerin fehlte eine konkrete Preis-
angabe. Sie verknüpfte ihre Offerte mit der Offerte der Beschwerdegegnerin 

2 und die Beschwerdegegnerin 2 gab ihre Offerte unter einem Vorbehalt ab. 

Da der Freihandverkauf zwei Erklärungen voraussetzt und den Parteien ein 

gewisser Verhandlungsspielraum offensteht, ist die Verknüpfung der Erklä-

rungen mit Bedingungen grundsätzlich zulässig (Lorandi, S. 66). Dies im 

Gegensatz zur Steigerung, wo der Ausschluss von Bedingungen notwendig 

ist. Die an der Versteigerung teilnehmenden Personen können sich nur zum 

Preis äussern (Lorandi, a.a.O., S. 67). Beim Freihandverkauf, dürfen die Be-

dingungen aber nicht dazu führen, dass der Vollzug des Freihandverkaufs 

über Gebühr in die Länge gezogen wird (Lorandi, a.a.O., S. 67). Das war 

vorliegend der Fall. Beiden Anbietern hätte − aufgrund der fehlenden kon-
kreten Preisangabe, die sich aus dem Angebot selbst heraus ergeben 
muss − nochmals Gelegenheit gegeben werden müssen, Angebote einzu-

reichen. Die Beschwerdeführerin hat deshalb im heutigen Zeitpunkt keinen 

Anspruch darauf, dass ihr die Aktien zugesprochen werden. Die Beschwer-

deführerin beruft sich auf Treu und Glauben und verkennt dabei die Rechts-

natur des Freihandverkaufs. Beim Freihandverkauf gibt es keinen Verkäufer 

im obligationenrechtlichen Sinn. Es handelt sich nicht um einen privaten 

Rechtserwerb, sondern um eine öffentlichrechtliche Eigentumszuweisung 

(Lorandi, a.a.O., S. 110). Der Freihandverkauf ist zwar ein zweiseitiges 

Rechtsgeschäft, da es materiell zweier übereinstimmender Willenerklärun-

gen bedarf, trotzdem liegt kein Vertrag vor. Es wirkt nämlich formell nur eine 

Willenserklärung, diejenige der Behörde, konstitutiv (vgl. Lorandi, a.a.O., 

S. 38). Die Rechtsnatur dieses Freihandverkaufsverfahrens lässt deshalb 

nicht zu, dass die allgemeinen Regeln über das Zustandekommen eines 

Vertrages, insbesondere die Bestimmungen über Antrag und Annahme (Ar. 

3 ff. OR) zur Anwendung gelangen (zur Steigerung vgl. BGE 128 III 198). 

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Der Berechtigte, der ein Angebot einreicht, hat − im Gegensatz zur Steige-

rung bei der Zwangsverwertung von Grundstücken, Art. 60 Abs. 1 Satz 2 

i.V.m. Art. 130 Abs. 2 VZG − keinen durchsetzbaren Anspruch, dass die 

Verwertung an ihn erfolgt (Lorandi, a.a.O., S. 320, S. 336; BSK SchKG II-

Bürgi, Art. 256 N 23).  

7. a) Was die Fortsetzung des Verwertungsverfahrens anbelangt, ist zu be-

merken, dass die Konkursverwaltung nicht verpflichtet ist, das Bietverfahren 

mehrmals zu wiederholen (vgl. dazu BSK SchKG II- Urs Bürgi, 2. Auflage, 

Art. 256 N 23). Grundsätzlich ist das Recht zum höheren Angebot einmal zu 

gewähren. Da in der zweiten Runde keine konkreten Angebot eingingen, 

stand es im Ermessen der Konkursverwaltung, das Bietverfahren abzubre-

chen und die Verwertung auf einem anderen Weg fortzusetzen. Dazu muss-

te sie nicht vorgängig das Einverständnis der Beschwerdeführerin einholen 

(vgl. vorstehend Ziff. 4 c).  

 b) Da das Verfahren weitgehend formlos ist, steht es der Konkursverwaltung 

frei, ein internes Steigerungsverfahren − wie vorliegend geplant − durchzu-

führen (BSK SchKG II-Urs Bürgi, Art. 256 N 23; Lorandi, S. 55-56) . Bei der 

internen Versteigerung handelt es sich um einen Freihandverkauf, bei dem 

der Preis nicht auf Grund von schriftlichen Angeboten, sondern durch Ent-

gegennahme von Offerten der Anwesenden ermittelt wird. Auch hier hat die 

Konkursverwaltung zu bestimmen, welche Bedingungen bei der Offertenstel-

lung einzuhalten sind und wie das Verfahren konkret abzulaufen hat. Die im 

Schreiben der Konkursverwaltung vom 6. Oktober 2011 aufgeführten "Stei-

gerungsbedingungen" (vgl. act. 14/4) sind deshalb nicht zu beanstanden.  

8. Eine Rechtsverzögerung durch das Konkursamt liegt demnach nicht vor. Im 

Übrigen hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch darauf, dass die Kon-

kursverwaltung heute eine entsprechende Freihandverkaufsverfügung er-

lässt und ihr darin die betreffenden Aktien zu Eigentum zuweist. Die Be-

schwerde ist abzuweisen. 

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9. Da Verfahren vor den kantonalen Aufsichtsbehörden in Schuldbetreibungs- 

und Konkurssachen grundsätzlich kostenlos sind (Art. 20a Abs. 2 

Ziff. 5 SchKG, sind auch vorliegend keine Kosten zu erheben. Parteient-

schädigungen werden keine zugesprochen (Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG).  

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und – unter Beilage der erstinstanzli-

chen Akten – an das Bezirksgericht Winterthur sowie an das Konkursamt 

D._____, je gegen Empfangsschein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

10 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder Art. 

113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um einen Entscheid der kantonalen Aufsichtsbehörde in Schuldbetrei-
bungs- und Konkurssachen im Sinne von Art. 74 Abs. 2 lit. c BGG.  

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. I. Vourtsis-Müller 
versandt am: 

	Urteil vom 15. März 2012
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Es werden keine Kosten erhoben.
	3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und – unter Beilage der erstinstanzlichen Akten – an das Bezirksgericht Winterthur sowie an das Konkursamt D._____, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 10 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...