# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f6786bf-e6a8-5453-89e9-7999b3708e1c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.07.2010 E-5716/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5716-2007_2010-07-08.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5716/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Bruno Huber (Vorsitz), 
Richter Gérard Scherrer, 
Richter Markus König, 
Gerichtsschreiber Jonas Tschan.

A._______, 
Sudan,
vertreten durch Dr. iur. René Bussien, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 26. Juli 2007 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5716/2007

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer,  ein  Staatsangehöriger  Sudans,  verliess  sei-
nen  Heimatstaat gemäss  eigenen  Angaben am 20.  November  2005 
und  gelangte  am  4.  Dezember  2005  in  die  Schweiz,  wo  er  am 
6. Dezember 2005 um Asyl nachsuchte. Er wurde am 13. Dezember 
2005 im Empfangs- und Verfahrenszentrum Vallorbe zu seinen Asyl-
gründen befragt; die kantonale Anhörung fand am 22. März 2006 und 
am 3. Mai 2006 statt, die direkte Bundesanhörung erfolgte am 2. Ju- 
li 2007.

Zur  Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer 
geltend,  er  sei  in  B._______  geboren  und  aufgewachsen,  habe 
daselbst  die  Schule  besucht  und  anschliessend  im 
Lebensmittelgeschäft seines Vaters gearbeitet. Im (...) sei das Dorf von 
den  Janjaweed  (bewaffnete  Miliz  in  der  Region  Darfur) angegriffen 
worden, wobei das Haus seiner Familie in Brand gesteckt worden sei 
und ihre Kühe gestohlen worden seien. Beim Überfall seien die Eltern 
umgekommen.  Der  Beschwerdeführer  habe  weiterhin  in  B._______ 
gewohnt;  er  habe  mit  der  Mühle,  welche  Eigentum  seines  Vaters 
gewesen sei, Getreide gemahlen und mit dem Kamel und dem Esel, 
welche ihm geblieben seien, Medikamente transportiert. Als er eines 
Tages  seinem  Onkel  mütterlicherseits  habe  Medikamente  bringen 
wollen, welche dieser dann den Aufständischen weitergegeben hätte, 
sei er von den Behörden und den Janjaweed verhaftet worden. Er sei 
in der Folge heftig geschlagen und in einer Zelle eingesperrt worden.  
Nach (...)  sei  er in ein nahe gelegenes Gefängnis überführt  worden, 
wo  er  verhört  worden  sei.  Man  habe  ihm  vorgeworfen,  den 
Aufständischen, indem er sie mit  Medikamenten versorge, zu helfen. 
Er  sei  für  den  Fall,  dass  er  ihnen  nicht  mitteile,  mit  wem  er 
zusammenarbeite, mit dem Tode bedroht worden. Der Offizier, der das 
Verhör geleitet habe, habe ihm eine Bedenkfrist gegeben: Wenn er die 
Wahrheit sage, würde ihm das helfen, andernfalls würde er zum Tode 
verurteilt.  In  der  Folge  sei  er  regelmässig  verhört  und  misshandelt 
worden;  unter  anderem  habe  man  ihn  an  den  Füssen  eine  halbe 
Stunde lang an der Decke aufgehängt. Nach mehreren Monaten Haft 
habe er dank der Bestechung eines Polizisten durch seinen Onkel das 
Gefängnis heimlich verlassen können.

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http://de.wikipedia.org/wiki/Darfur

E-5716/2007

B.
Das  vom  BFM  am  24.  April  2007  erstellte  Lingua-Gutachten  (wis-
senschaftliche Herkunftsabklärung) kam zum Schluss: "(...)  it  can be 
concluded  that  he  (Beschwerdeführer,  Anm.  BVGer)  had  definitely 
been socialized in Darfor, of Sudan." (Gutachten S. 6)

C.
Mit Verfügung vom 26. Juli  2007 - eröffnet am 27. Juli  2007 - stellte 
das Bundesamt fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers genügten 
den  Anforderung  an  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte  das 
Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete 
den Vollzug an. 

D.
Mit  Beschwerde  vom  27.  August  2007  an  das  Bundesverwaltungs-
gericht liess der Beschwerdeführer in materieller Hinsicht beantragen, 
die  vorinstanzliche  Verfügung  sei  aufzuheben,  es  sei  ihm  Asyl  zu 
gewähren und von einer Wegweisung sei abzusehen. In prozessualer 
Hinsicht  beantragte  er  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechts-
pflege samt anwaltlicher Rechtsverbeiständung und den Verzicht  auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses.

E.
Am 6. September 2007 verfügte der Instruktionsrichter die Abweisung 
der Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um 
anwaltliche  Rechtsverbeiständung.  Gleichzeitig  wurde  aufgrund  des 
auf einem Sicherheitskonto des Beschwerdeführers vorhandenen Be-
trages praxisgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ver-
zichtet.

F.
Das BFM hielt  in  seiner  Vernehmlassung vom 4. Oktober  2007 voll-
umfänglich an seiner Verfügung vom 26. Juli 2007 fest und beantragte 
die Abweisung der Beschwerde.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem Ge-
biet des Asyls endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Än-
derung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art.  105 AsylG i.V.m. Art.  37 VGG und Art. 48  Abs. 1,  Art.  50  und 
52 VwVG); auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

2.  

2.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 

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Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

3.  

3.1 Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihres  ablehnenden  Ent-
scheides aus, die Aussagen des Beschwerdeführers würden mehrere 
gewichtige Ungereimtheiten beinhalten. So habe er beispielsweise bei 
der  Kurzbefragung ausgesagt,  er  sei  am (...)  festgenommen worden 
und am (...) sei ihm die Flucht gelungen. Bei der kantonalen Anhörung 
habe  er  dagegen  zu  Protokoll  gegeben,  die  Festnahme sei  am (...) 
erfolgt,  und  er  wisse  nicht,  wie  lange  er  inhaftiert  gewesen  sei.  
Ausserdem habe er anlässlich der Kurzbefragung geltend gemacht, er 
wisse nicht, wo er inhaftiert gewesen sei, während er beim Kanton und 
beim BFM angegeben habe, bei  der Freilassung erfahren zu haben, 
dass  er  in  C._______  in  Haft  gewesen  sei.  Auch hinsichtlich  seiner 
Flucht  und  bezüglich  der  angeblichen  Transporte  für  die 
Aufständischen habe er sich in Widersprüche verstrickt. Hierzu sei ihm 
sowohl  bei  der  kantonalen  Anhörung  als  auch  bei  der  direkten 
Bundesanhörung  das  rechtliche  Gehör  gewährt  worden.  Seine 
Erklärungsversuche  seien  jedoch  nicht  geeignet  gewesen,  die 
Ungereimtheiten  zu  erklären  und  damit  aufzulösen.  Betreffend  die 
unterschiedlichen Zeitangaben  zur  angeblichen  Inhaftierung  habe er 
angegeben, er habe die Daten eventuell vergessen oder während der 
Protokollierung nicht darauf geachtet. Dies könne jedoch nicht gehört  
werden.  Alle  Anhörungsprotokolle  würden  rückübersetzt,  und  die 
Gesuchstellenden  würden  mehrmals  darauf  aufmerksam  gemacht, 
dass  sie  mit  der  Unterschrift  die  Richtigkeit  und  Vollständigkeit  der 
Protokolle bestätigen. Weiter gebe der Beschwerdeführer an, sein Dorf 
sei  im Jahre (...)  wiederholt  überfallen worden,  wobei  alle  geflüchtet 
seien,  er  selber  jedoch  noch  (...)  geblieben  sei.  Dies  sei  nicht  
nachvollziehbar.  Aufgrund  des  Umstandes,  dass  er  eine  hohe 

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Geldsumme für die Reise nach Europa bezahlt habe, könne auch der 
Erklärung,  wonach  seine  finanzielle  Situation  schlecht  gewesen  sei, 
nicht gefolgt werden. Ferner falle auf, dass er zu den Aufständischen 
wie auch zur (...) nur sehr vage Angaben mache; insbesondere sei er 
nicht  imstande  gewesen,  anzugeben,  bei  welcher  Bewegung  sein 
Onkel gewesen sei.

Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, kön-
ne auch der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 
AsylG nicht angewendet werden. Ferner würden sich aus den Akten 
keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass ihm im Falle einer Rückkehr 
in  den  Heimatstaat  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch 
Art. 3  der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grund-
freiheiten vom 4. November 1950 (EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe 
oder Behandlung drohen würde. Aufgrund der gegenwärtigen Situation 
in  Darfur  sei  eine  Rückführung  von  abgewiesenen  Asylsuchenden 
dorthin als nicht zumutbar zu erachten. Dem Beschwerdeführer sei es 
jedoch  angesichts  der  in  Sudan bestehenden  Niederlassungsfreiheit 
möglich und zumutbar, sich im Sinne einer innerstaatlichen Wohnsitz-
alternative in einem anderen Teil des Staatsgebietes, zum Beispiel in 
Khartum,  niederzulassen.  Dort  herrsche  keine  Situation  allgemeiner 
Gewalt.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  sei  technisch  möglich  und 
praktisch durchführbar.

3.2 In der Beschwerde wird der Argumentation der Vorinstanz entge-
gengehalten,  es  gehe  aus  den  Protokollen  hervor,  dass  es  sich  of-
fensichtlich  um Übersetzungsmissverständnisse  handeln  müsse. Der 
Dolmetscher  beziehungsweise  die  Dolmetscherin  hätten  von  und  in 
Hocharabisch beziehungsweise in Deutsch und Französisch übersetzt, 
der Beschwerdeführer rede und verständige sich indessen in seinem 
Dialekt  aus  der  Herkunftsgegend  in  Sudan.  Bezüglich  Monate  und 
Jahreszahlen kenne er sich in  der mitteleuropäischen Zählweise gar 
nicht aus. Es sei daher unvorstellbar, dass er bei der Empfangsstelle 
genaue  Datenangaben  gemacht  habe.  Dass  er  im  Weiteren  in  der 
Empfangsstelle den Namen des Ortes nicht gewusst habe, wo er in-
haftiert  gewesen  sei,  ihm dieser  aber  bei  der  kantonalen  Anhörung 
wieder  eingefallen  sei,  sei  entgegen  der  angefochtenen  Verfügung 
nicht  zu  seinen  Lasten  aufzuführen.  Auch  was  die  Umstände  der 
Flucht  anbelange,  sei  ihm  kein  widersprüchliches  Verhalten  vorzu-
werfen. Über welche Beziehungspersonen das Prozedere abgelaufen 
sei, stelle ein unwesentliches Detail dar. Geradezu unlogisch und nicht 

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nachvollziehbar  sei  die  angefochtene  Verfügung,  wenn  sie  dem Be-
schwerdeführer vorhalte, wäre das Dorf tatsächlich seit dem Jahre (...)  
immer wieder überfallen worden, sei nicht einzusehen, wieso er nicht 
schon  früher  und  nicht  erst  Ende  2005  geflohen  sei.  Der 
Beschwerdeführer habe einleuchtend ausgeführt, es hätten ihm vorher 
die Mittel  gefehlt,  und er habe zuerst  sparen müssen. Alles in allem 
seien seine Angaben nachvollziehbar und glaubwürdig ausgefallen. Er 
sei  asylwürdig,  und  sein  Gesuch  sei  demnach  gutzuheissen.  Dies 
gelte auch dann, wenn er im Herkunftsort an einen anderen Wohnort 
umziehen würde. Ein solches Vorgehen verschaffe ihm keinerlei siche-
ren Schutz vor lebensgefährlicher Bedrohung.

Aus den  genannten  Gründen  sei  die  Rückkehr  des  Beschwerdefüh-
rers in  sein Herkunftsland objektiv nicht  möglich. Die massgeblichen 
Organisationen würden die Verhältnisse im Sudan eindrücklich schil-
dern. Daraus sei zu schliessen, dass für ihn schon aufgrund der patri-
archalischen Gegebenheiten in seinem Herkunftsland die Möglichkeit 
und  Zumutbarkeit  einer  Rückkehr  nicht  mehr  bestehe  beziehungs-
weise eine Rückkehr  oder  Wegweisung für  ihn  in  jedem Fall  tödlich 
enden müsste.

4.

4.1 Das  Bundesamt  stützt  seinen  ablehnenden  Entscheid  vor  allem 
darauf  ab,  dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  unglaubhaft 
seien. Dazu Folgendes: 

Für die subjektive Wahrheit spricht einerseits, wenn die Aussage zahl-
reiche und qualitativ hochwertige Details enthält, welche sich zu einem 
stimmigen  Ganzen  zusammenfügen  (beispielsweise  wechselseitige 
Gespräche und Interaktionen, nachträgliche Ergänzungen oder Kom-
plikationen), anderseits, wenn die befragte Person über ihre bei dem 
Ereignis  aufgetretenen  Gefühle,  Assoziationen,  unverstandenen  Er-
scheinungen  oder  Missverständnisse  berichtet.  Für  ein  realitätsbe-
gründetes Ereignis spricht weiter, wenn der rechtsrelevante Tatbestand 
gleich bleibt; dazu zählen insbesondere die Schilderung des zentralen 
Kerngeschehens  und  der  eigenen  Rolle,  die  Benennung  der  unmit-
telbar am Kerngeschehen beteiligten Personen, des fraglichen Tator-
tes,  von unmittelbar  handlungsrelevanten Gegenständen oder  Anga-
ben  über  unangenehme  Empfindungen  (insbesondere  Schmerzen). 
Sodann spricht für den Wahrheitswillen der angehörten Person, wenn 

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sie  ihre  eigene  Rolle  eher  unvorteilhaft  darstellt,  auf  Schutzbe-
hauptungen, die naheliegen, verzichtet, und wenn sie entlastende Um-
stände bedeutsamer Art für denjenigen vorbringt, den sie mit anderen 
Teilen ihrer Aussage belastet. Gegen die subjektive Wahrheit  spricht, 
wenn  die  Aussage  detailarm ist,  obwohl  beim betreffenden  Erlebnis 
ein Mindestmass an Detailreichtum zu erwarten wäre, oder wenn auch 
auf Aufforderung hin keine Einzelheiten vorgebracht und Nebensäch-
lichkeiten  berichtet  werden  (ROLF BENDER/ARMIN NACK/WOLF-DIETER 
TREUER, Tatsachenfeststellung vor Gericht, 3. Auflage, München 2007, 
S. 72 ff.).

4.2 Sodann  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  die  vormalige  Schwei-
zerische Asylrekurskommission (ARK)  in  einem Grundsatzurteil  fest-
gehalten  hat,  dass  der  Befragung  zu  den  Ausreisegründen  in  der 
Empfangsstelle aufgrund des summarischen Charakters für die Beur-
teilung der Glaubwürdigkeit der vorgebrachten Asylgründe nur ein be-
schränkter  Beweiswert  zukommt  (Entscheidungen  und  Mitteilungen 
der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 1993  Nr.  3 
S.  13,  welche  Praxis  vom  Bundesverwaltungsgericht  übernommen 
wird.).  Es  kann  deshalb  nicht  angehen,  blossen  Unvollständigkeiten 
und  unwesentlichen  Abweichungen  zu  späteren  Aussagen  eine  ent-
scheidende  Bedeutung  beizumessen,  und  es  darf  auch  nicht  davon 
ausgegangen  werden,  dass  Asylbewerber  im  Rahmen  dieser  Kurz-
befragung  grundsätzlich  die  Möglichkeit  oder  gar  die  Pflicht  hätten, 
sämtliche Gründe ihres Asylgesuches abschliessend darzulegen. An-
ders verhält es sich jedoch, wenn Aussagen in der Empfangsstelle in 
wesentlichen Punkten der Asylbegründung von späteren Aussagen in 
der kantonalen Anhörung diametral abweichen, oder wenn bestimmte 
Ereignisse oder Befürchtungen, welche später als zentrale Asylgründe 
genannt  werden,  nicht  bereits  in  der  Empfangsstelle  -  zumindest 
ansatzweise  -  erwähnt  werden. Solche  Widersprüche  lassen  sich  in 
der Regel nicht mit  dem summarischen Charakter der Befragung er-
klären. Es ist daher nicht einzusehen, weshalb sie im Rahmen der Be-
weiswürdigung nicht berücksichtigt werden sollten. 

4.3 Ebenso wie die Vorinstanz geht auch das Bundesverwaltungsge-
richt davon aus, dass der Beschwerdeführer zum heutigen Zeitpunkt in 
seinem Heimatland nicht  in  asylrelevanter  Weise gefährdet  ist. Zwar 
sind seine Schilderungen teilweise recht detailliert ausgefallen. So hat 
er beispielsweise anlässlich der kantonalen Anhörung ausführlich be-
schrieben, wie er  sich im Gefängnis in einer Toilette eine Polizeiuni-

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form angezogen habe und dann durch das Haupttor  entkommen sei 
(Akten  BFM  A9/31  S.  16).  Gleichzeitig  erstaunt  aber,  dass  er 
bestimmte  Fragen  kaum  beantworten  konnte.  So  wurde  er  an  der 
direkten  Bundesanhörung  unter  anderem  gefragt,  welcher 
aufständischen  Bewegung  sein  Onkel  angehöre,  was  der 
Beschwerdeführer  nicht  wusste  (a.a.O. A19/23 S. 10). Aufgrund des 
Umstandes, dass er eigenen Angaben zufolge nach dem Angriff  auf 
sein  Dorf  im  (...)  bis  zu  der  angeblichen  Verhaftung  über  mehrere 
Monate oder sogar Jahre Transporte für seinen Onkel und damit auch 
für die Aufständischen gemacht haben will, wäre dies aber von ihm zu 
erwarten gewesen. Sodann ist auf die zahlreichen Unstimmigkeiten in 
den Aussagen des Beschwerdeführers hinzuweisen, welche das BFM 
in der angefochtenen Verfügung bereits genannt hat. Wie vorstehend 
unter Erwägung 4.2 ausgeführt, dürfen unwesentlichen Abweichungen 
zu  späteren  Aussagen  zwar  keine  entscheidende  Bedeutung  beige-
messen werden; vorliegend ist aber festzustellen, dass mehrere seiner 
Angaben  teilweise  stark  voneinander  abweichen.  Dies  gilt  insbe-
sondere hinsichtlich des Datums seiner  angeblichen Festnahme und 
der  Flucht  sowie  der  Haftdauer.  Dass  es  sich  hierbei  um  Missver-
ständnisse bei der Übersetzung handeln soll,  wie in der Beschwerde 
geltend  gemacht  wird,  ist  angesicht  des  Umstandes,  dass  seine 
Angaben bei  allen drei  Protokollen voneinander  abweichen, unwahr-
scheinlich. Ausserdem hat er jeweils erklärt, dass er den Dolmetscher 
gut  verstehen  würde,  und  die  anwesende  Hilfswerksvertreterin  hat 
denn  auch  keine  Bemerkungen  gemacht,  welche  zur  gegenteiligen 
Annahme führen müssten. Nicht zu überzeugen vermag weiter der in 
der  Beschwerde gemachte  Einwand,  wonach es  sich bei  der  Frage, 
über welche Beziehungspersonen das Prozedere der Flucht abgelau-
fen sei, um ein unwesentliches Detail handle. Das Gericht ist vielmehr  
der  Ansicht,  dass  der  Beschwerdeführer,  hätte  er  das  angebliche 
Geschehen  tatsächlich  so  erlebt,  wie  angegeben,  dies  und  anderes 
genau  wissen  müsste.  Zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  kann 
ohne  weiteren  Begründungsaufwand  auf  die  zutreffenden  Ausfüh-
rungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. 

4.4 Das  BFM hat  somit  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  zu 
Recht abgelehnt.

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5.  

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

6.

6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei -
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28.  Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

6.3 Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweize-
rischen Eidgenossenschaft  vom 18. April  1999 (BV, SR 101),  Art.  3 
des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-
dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 
Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3  EMRK darf niemand 
der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe oder  Be-
handlung unterworfen werden.

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Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf  hin,  dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  nur  Personen 
schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwer-
deführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art.  5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des 
Beschwerdeführers  nach Sudan  ist  demnach  unter  dem Aspekt  von 
Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner Ausschaffung nach Sudan dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-
handlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Ge-
richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr 
("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer 
Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde 
(vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Feb-
ruar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§  124  bis  127,  mit  weiteren 
Hinweisen). 

Auch die allgemeine, wenn auch in vielen Bereichen unbefriedigende, 
Menschenrechtssituation in Sudan lässt den Wegweisungsvollzug zum 
heutigen Zeitpunkt  vorliegend nicht  als  unzulässig  erscheinen. Nach 
dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung mithin sowohl im Sinne 
der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG (in Kraft getreten am 1. Januar 2008) 
kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, 
wenn sie im Heimat-  oder Herkunftsstaat  auf  Grund von Situationen 
wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage 
konkret  gefährdet  sind.  Neben  den  im  Gesetz  beispielhaft  aufge-
zählten Faktoren können namentlich auch die fehlenden oder mangel-
haften medizinischen Behandlungsmöglichkeiten, die Beeinträchtigung 
des Kindeswohls bei minderjährigen Gesuchstellern oder eine Kombi-
nation  von  Faktoren  wie  Alter,  Beeinträchtigung  der  Gesundheit, 
fehlendes Beziehungsnetz, düstere Aussichten für das wirtschaftliche 
Fortkommen von Bedeutung sein,  immer vorausgesetzt,  dass sie zu 
einer konkreten Gefährdung führen. Wird eine solche festgestellt, ist – 

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unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu 
gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen 
und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.5 Darfur,  die  Heimatregion  des  Beschwerdeführers,  ist  seit  meh-
reren  Jahren  Schauplatz  eines  blutigen  Bürgerkrieges.  Es  herrscht 
eine  Situation  allgemeiner  Gewalt  und  der  Vollzug  der  Wegweisung 
dorthin ist nicht zumutbar (EMARK 2006 Nr. 25). Indessen hat die Vor-
instanz  zu  Recht  festgestellt,  dass  dem Beschwerdeführer  aufgrund 
der  bestehenden  Niederlassungsfreiheit  im  Heimatland  die  Möglich-
keit  offensteht  und  auch  zumutbar  ist,  sich  im  Sinne  einer  inner-
staatlichen  Wohnsitzalternative  in  einem anderen  Teil  des  sudanesi-
schen Staatsgebietes, beispielsweise in Khartum, niederzulassen. Den 
Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts zufolge besteht ausser-
halb  der  Region  Darfur  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt,  und  es 
sind  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  ersichtlich,  dass  der  Be-
schwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  in  einen  ausserhalb  der  Region 
Darfur gelegenen Gliedstaat einer konkreten Gefährdung im Sinne von 
Art. 83  Abs. 4 AuG ausgesetzt  wäre. Der  Wegweisungsvollzug nach 
Sudan  erweist  sich  damit  als  generell  zumutbar  (Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts D-1558/2007 vom 24. Dezember 2007). Es 
sind auch keine individuellen Gründe in der Person des Beschwerde-
führers  ersichtlich,  die  den  Wegweisungsvollzug  als  unzumutbar 
erscheinen  lassen  würden,  handelt  es  sich  bei  ihm doch  um einen 
jungen und laut den Akten gesunden Mann.

6.6 Schliesslich  obliegt  es  dem Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt ist  der  durch die Vorinstanz verfügte Wegweisungsvollzug 
zu  bestätigen. Die  Vorinstanz hat  diesen zu  Recht  als  zulässig,  zu-
mutbar  und  möglich  erachtet.  Nach dem Gesagten fällt  eine  Anord-
nung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art.  83  Abs.  1-4 
AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

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Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Verfahrens 
dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG; 
Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, an 
das BFM und an die zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber Jonas Tschan

Versand:

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