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**Case Identifier:** 30010428-f9dc-568d-a67e-d1fa85714518
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.10.2021 IV 2018/254
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-254_2021-10-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/254

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.04.2022

Entscheiddatum: 29.10.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 29.10.2021
Art. 7 und 8 ATSG. Art. 28 IVG. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des RAD 
überzeugt nicht. Aufgrund der Vielzahl der Befunde und Diagnosen, welche 
verschiedene medizinische Fachgebiete betreffen, wäre es zwingend 
notwendig gewesen, die verbliebene Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer 
polydisziplinären Begutachtung abzuklären. Rückweisung zur weiteren 
Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 29. Oktober 2021, IV 2018/254).

Entscheid vom 29.Oktober 2021

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Viviane Kull

Geschäftsnr.

IV 2018/254

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Februar 2011 wegen Schmerzen im rechten Daumen nach 

einem Unfall am 7. September 2010 bei der IV-Stelle des Kantons B.___ zum Bezug 

von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 8). Er gab an, er habe keinen 

Beruf erlernt; zuletzt habe er als Bodenleger gearbeitet. Er habe sich Anfang Januar 

2010 in der Schweiz niedergelassen. Als einzige Gesundheitsbeeinträchtigung gab er 

Schmerzen am rechten Daumen an. In einem Arbeitgeberfragebogen teilte die C.___ 

GmbH am 7. März 2010 (richtig wohl: 7. März 2011) mit (IV-act. 13), der Versicherte sei 

von April 2010 bis Dezember 2010 angestellt gewesen. Der letzte Arbeitstag sei der 

7. September 2010 gewesen. Beim Verlegen von Parkett, Teppich oder Linol brauche 

man beide Hände. Das AHV-beitragspflichtige Einkommen habe Fr. 4'800.-- pro Monat 

betragen. Dr. med. D.___ berichtete am 26. Mai 2011 (IV-act. 17), der Versicherte habe 

bei einem Sturz am 7. September 2010 eine Scaphoidfraktur rechts erlitten. Schon bei 

geringer Belastung träten Schmerzen im rechten Handgelenk auf. Als Bodenleger sei 

der Versicherte bis auf weiteres vollständig arbeitsunfähig. Am 20. Oktober 2011 erliess 

die IV-Stelle des Kantons B.___ eine Verfügung, deren Dispositiv lautete: Das 

Leistungsbegehren wird abgewiesen (IV-act. 34). Zur Begründung gab sie an, der 

Versicherte habe sich im September 2010 bei einem Sturz verletzt; seither sei er in 

seiner Tätigkeit eingeschränkt. Seit Januar 2010 sei er in der Schweiz wohnhaft. 

Gemäss ihren Abklärungen habe er die Beitragszeit von mindestens einem Jahr (vgl. 

Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20) 

nicht erfüllt, womit die versicherungsmässigen Voraussetzungen nicht erfüllt seien. 

Diese Abweisungsverfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

A.a. 

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Im Februar 2015 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle des Kantons 

St. Gallen wegen eines Herz-, Lungen- und Venenleidens, einer Handarthrose rechts 

und eines gefühllosen Handgelenks links erneut zum Bezug von Leistungen an (IV-

act. 35). Dr. med. E.___, Fachärztin für Allgemeine Medizin, teilte am 1. April 2015 

folgende Diagnosen mit (IV-act. 50): (1) AVK Stadium II mit (2) Status nach inkompletter 

Ischämie der A. femoralis superficialis links 05/2012, DD embolisch bei PFO, DD 

arteriosklerotisch, Status nach Blue toe-Syndrom Grosszehe links; (3) 

teilthrombosiertes Aneurysma der A. iliaca communis links, mittel- bis höhergradige 

Stenose der A. femoralis communis links, abgangsnahe Stenose der A. iliaca interna 

links, Risikofaktoren eines fortgesetzten schweren Nikotinabusus, einer 

Fettstoffwechselstörung und eines Hypertonus; (4) hypertensive Herzerkrankung; (5) 

COPD GOLD Stadium 1 (B); (6) offenes foramen ovale; (7) a.e. Fingerpolyarthrose; (8) 

rezidivierende Hepatopathie mit erhöhten Transaminasen. Dr. E.___ attestierte eine seit 

Mai 2012 fast durchgehend bestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit. Sie gab an, 

der Versicherte leide an einer Belastungsdyspnoe, Schmerzen in den Händen und 

Handgelenken und beim Gehen in den Beinen. Körperlich leichte Tätigkeiten mit dem 

Heben und Tragen von maximal zehn Kilogramm und der Möglichkeit zu Pausen und 

Lagewechseln seien allenfalls bis zu fünf bis sechs Stunden am Tag möglich. Sie 

reichte Berichte des P.___ vom 24. Oktober 2013 (IV-act. 50-4), vom 11. September 

2014 (IV-act. 50-12) und vom 12. September 2014 (IV-act. 50-10), einen Bericht des 

Q.___ vom 12. Februar 2014 (IV-act. 50-17) und einen Bericht der R.___ vom 

26. Februar 2015 (IV-act. 50-19) ein. Dr. med. F.___ vom Regionalen Ärztlichen Dienst 

(RAD) notierte am 8. April 2015 (IV-act. 51), seit dem 1. Februar 2015 bestehe eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit. Ab dem 8. April 2015 bestehe ein 

Eingliederungspotential in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit bei 

einem Pensum von initial fünf bis sechs Stunden täglich.

A.b. 

Fachärzte der S.___ berichteten am 26. April 2015 (IV-act. 58), der Versicherte 

habe sich am 21. April 2015 folgendem Eingriff unterzogen: Thrombendarteriektomie 

femoral mit Profundaplastik, Eversionsendarteriektomie der proximalen Arteria 

femoralis superficialis mit Patchplastik, Stenteinlage der Arteria iliaca communis links. 

Der Eingriff habe problemlos durchgeführt werden können und der postoperative 

Verlauf sei komplikationslos gewesen. Am 5. Juni 2013 hatte Dr. med. G.___, Facharzt 

A.c. 

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FMH für Augenheilkunde, mitgeteilt (IV-act. 60), der Visus betrage am linken Auge 0.3 

und am rechten Auge korrigiert knapp 1.0 (vgl. auch den Bericht der T.___ vom 14. Juni 

2013, IV-act. 109-18; Fachärzte hatten darin angegeben, es bestehe keine Indikation 

zur Applikation von Anti-VEGF). Die RAD-Ärztin F.___ notierte am 2. Juni 2015 (IV-

act. 62), der Gesundheitszustand des Versicherten sei wegen der Gefässoperation 

derzeit instabil. Am 11. November 2015 gab eine Fachärztin der U.___ an (IV-act. 71), 

eine geplante Operation vom 27. November 2015 und das Resultat bezüglich der 

Gefässsituation circa drei Monate nach der Operation werde abgewartet. Am 

24. November 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 73), zurzeit seien 

keine beruflichen Massnahmen möglich.

Am 27. November 2015 wurde der Versicherte einer lokalen Resektion der linken, 

proximalen Arteria femoralis superficialis, Rekonstruktion mittels autologem 

Veneninterponat, unterzogen. Fachärzte der S.___ gaben im Austrittsbericht vom 

1. Dezember 2015 (IV-act. 85) die Diagnosen eines peripher embolisierenden, 

proximalen und bifokalen Aneurysmas (teilthrombosiert) der Arteria femoralis 

superficialis links, einer Claudicatio im Fontaine Stadium IIb links mit Blue-toe Syndrom 

und des Nachweises eines homozygoten Plasminogen Aktivator Inhibitor 1 5G 

Promotor Polymorphismus mit erhöhter ACE-Konzentration an. Sie hielten fest, der 

postoperative Verlauf sei komplikationslos gewesen. Am 30. Dezember 2015 berichtete 

ein Facharzt derselben Klinik (IV-act. 87), der Versicherte sei von Dr. E.___ zur 

vorgezogenen Verlaufskontrolle zugewiesen worden, weil er über schmerzhafte 

Dysästhesien entlang des linken Beins geklagt habe, die ihm das Laufen 

verunmöglichten. In der Untersuchung habe sich ein normaler postoperativer Verlauf 

gezeigt. Im Bereich des medio-ventralen Kniegelenks und des Unterschenkels liege 

eine eindeutige Hypästhesie vor. Offenbar sei der Versicherte durch diese 

Gefühlsstörung verunsichert und belaste übervorsichtig, sodass er eine Einschränkung 

seiner Gehfähigkeit erlebe. Er (der Facharzt) sei mit dem Versicherten mehrere hundert 

Meter zügig gegangen, wobei der Versicherte die initiale Unsicherheit gut habe 

überwinden können und anschliessend normal gelaufen sei. Insgesamt sei die 

Prognose günstig und die Situation habe sicher keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. 

Am 15. Februar 2016 berichtete ein Facharzt des V.___ (IV-act. 90), der Versicherte 

habe über eine nach der Operation vom November 2015 aufgetretene Taubheit vom 

A.d. 

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Knie hinab bis zur Innenseite des Knöchels sowie über Schmerzen beim Laufen 

geklagt. In der Untersuchung habe sich im Nervenverlauf kein Tinel-Zeichen auslösen 

lassen. An den übrigen Nerven am linken Fuss hätten sich neurographisch keine 

Hinweise für eine generalisierte Polyneuropathie gefunden. Der N. saphenus sei auf der 

gesunden Seite bei einer relativen Strom-Intoleranz und einer lokalen 

Druckschmerzhaftigkeit bei der Platzierung des Stimulators nicht ableitbar gewesen, 

weshalb auf eine Ableitung links verzichtet worden sei. Nach einer lokalen Infiltration 

sei es nach wenigen Minuten zu einer deutlichen Schmerzreduktion und zu einer 

Normalisierung des Gangbildes gekommen. Eine Anmeldung im W.___ zur Abklärung 

des neuropathischen Schmerzsyndroms sei erfolgt (vgl. auch IV-act. 89). Er 

diagnostizierte ein neuropathisches Schmerzsyndrom N. saphenus links. Am 

17. Februar 2016 teilten Fachärzte der X.___ mit (IV-act. 93), sie hätten die Diagnosen 

eines SLAC-Wrist I bis II rechts bei SL-Bandinstabilität und DISI-Fehlstellung und eines 

Verdachts auf eine karpale Gefügestörung links mit PISI-Fehlstellung erhoben. Der 

Versicherte klage seit Jahren über vor allem belastungsabhängige Schmerzen in beiden 

Händen bzw. Handgelenken, rechts deutlich ausgeprägter als links. Nun habe er vor 

zehn Tagen beim Tragen einer Blockmaschine (zur Bearbeitung von Parkett) plötzlich 

starke Gefühlsstörungen in beiden Händen gehabt, begleitet von einem akuten 

Kraftverlust. Nach circa zehn bis fünfzehn Minuten habe sich dies wieder erholt. Sie 

empfahlen eine elektrophysiologische Abklärung beider Hände und die Durchführung 

einer Computertomographie am rechten Handgelenk.

Dr. E.___ berichtete am 2. Mai 2016 (IV-act. 99), der Versicherte leide an folgenden 

Diagnosen: SLAC Wrist I bis II rechte Hand bei SL Bandinstabilität und DISI-

Fehlstellung, Verdacht auf karpale Gefügestörung linke Hand mit PISI-Fehlstellung, 

Verdacht auf KTS rechts grösser als links, neuropathisches Schmerzsyndrom N. 

saphenus links nach gefässchirurgischem Eingriff mit vermutlicher Remission in 

Zukunft, generalisierte Arteriosklerose mit relevanter AVK, Status nach lokaler 

Resektion eines Aneurysmas der A. femoralis superficialis links und Veneninterponat 

am 27. November 2015, Hypertonus, Nikotinabusus, hereditäre Gerinnungsstörung 

(homozygoter Plasminogen Aktivator Inhibitor 1 5G Promoter Polymorphysmus), COPD 

Stadium II bei Nikotinabusus (mehrfach Dokumentation eines fraglichen Rauchstopps), 

intermittierende Oberbauchschmerzen, DD intermittierende Gallenabflussstörung. Sie 

A.e. 

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führte aus, nach einer Aneurysmaresektion im November 2015 habe der Versicherte an 

neuropathischen Schmerzen vom linken Oberschenkel bis in den Unterschenkel 

gelitten; unter einer Schmerztherapie hätten sich die Schmerzen im Verlauf deutlich 

gebessert, sodass sie nicht mehr sehr beeinträchtigend seien. Im Bereich beider Hände 

bestünden degenerative Veränderungen, eine Diagnostik sei noch ausstehend. Die 

Schmerzen seien rechts stärker als links, vor allem bei Belastungen. Momentan trage 

der Versicherte eine stabilisierende Schiene am rechten Handgelenk. Operative 

Eingriffe seien vorgesehen. In der Tätigkeit als Bodenleger bestehe vom 17. Dezember 

2015 bis "auf Weiteres zuletzt bis 31. Mai 2016" eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In 

einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit hänge die Arbeitsfähigkeit von 

der Einsatzfähigkeit der Hände ab. Die Einschätzung des Handchirurgen sei 

entscheidend. Dem Versicherten scheine aber an der Wiederaufnahme einer Tätigkeit 

nicht gelegen zu sein. Sie reichte unter anderem einen Bericht der X.___ vom 2. März 

2016 ein (IV-act. 99-10). Die Fachärzte hatten darin festgehalten, vor der geplanten 

Operation (Arthroskopie und Teilarthrodese Handgelenk rechts) werde eine 

elektrophysiologische Abklärung durchgeführt mit der Frage nach einem allfälligen 

Karpaltunnelsyndrom. Die RAD-Ärztin Dr. F.___ notierte am 19. Mai 2016 (IV-act. 101), 

die angestammte, körperlich schwere Tätigkeit als Plattenleger sei dem Versicherten 

dauerhaft nicht mehr zumutbar. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden 

Tätigkeit ohne eine starke Belastung der Hände bzw. Handgelenke beidseits bestehe 

eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Derzeit würden Abklärungen bezüglich eines 

Karpaltunnelsyndroms durchgeführt. Eine allfällige Operation würde eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit von circa zwei Monaten bewirken. Am 25. Mai 2016 wurde eine 

Handgelenksarthroskopie rechts durchgeführt (IV-act. 103-2) und am 27. Juli 2016 

wurde der Versicherte an der rechten Hand operiert (Four-Corner-Fusion mit 

Beckenkammspongiosa von rechts). Ein Facharzt der X.___ attestierte im 

Kurzaustrittsbericht vom 2. August 2016 (IV-act. 105) eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit vom 27. Juli 2016 bis zum 11. September 2016. Am 8. September 

2016 berichteten Fachärzte derselben Klinik, vier Wochen nach der Operation sei der 

Versicherte weitgehend beschwerdefrei. Er setze die Finger vollumfänglich ein, auch 

die Pro- und die Supination seien problemlos möglich. Die Extension und die Flexion 

sollten erst in zwei Wochen beübt werden.

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Dr. E.___ teilte am 2. Dezember 2016 unter Beilage eines Berichts der X.___ vom 

26. Oktober 2016 mit (IV-act. 109, 109-8), leichte Tätigkeiten mit der rechten Hand 

seien wieder möglich. Eine Leistenhernienoperation sei geplant; diese führe nicht zu 

einer längeren Arbeitsunfähigkeit. In einer körperlich leichten Tätigkeit ohne eine 

gewichtsmässige Belastung der Hände und ohne dauernde Zwangshaltungen bestehe 

theoretisch eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Subjektiv gehe es dem Versicherten 

immer schlecht; eine Wiederaufnahme einer Tätigkeit werde von ihm nicht angestrebt. 

Die RAD-Ärztin Dr. F.___ notierte am 12. Dezember 2016 (IV-act. 111), gemäss dem 

Bericht der X.___ vom 26. Oktober 2016 bestehe in leichten Tätigkeiten ohne eine 

starke Belastung der rechten Hand eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Am 

15. Dezember 2016 gaben Fachärzte der X.___ an (IV-act. 113), knapp fünf Monate 

nach der Operation bestehe radiologisch ein sehr gutes Resultat. Die 

Handgelenksbeweglichkeit sei noch stark eingeschränkt. Eine Verlaufskontrolle in 

sechs bis acht Wochen sei geplant. Bis dahin bestehe eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit. In Bezug auf das Handgelenk links gaben die Fachärzte die 

Diagnose einer karpalen Gefügestörung mit PISI-Fehlstellung bei einer mediokarpalen 

Arthrose an. Die RAD-Ärztin Dr. F.___ notierte am 3. Januar 2017 (IV-act. 115), die von 

der X.___ postulierte vollständige Arbeitsunfähigkeit sei nicht nachvollziehbar und 

beruhe auf den subjektiv empfundenen Schmerzen des Versicherten bei einem guten 

radiologischen Resultat. Die Hausärztin Dr. E.___ gehe von einer vollständigen 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit aus. Aus der Sicht des RAD sei der 

Versicherte in einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne das Zurücklegen von 

längeren Gehstrecken, ohne das Besteigen von Leitern oder Gerüsten und ohne 

repetitive Gewichtsbelastungen der Handgelenke über fünf Kilogramm zu mindestens 

50% arbeitsfähig. Die frühere Tätigkeit als Plattenleger sei dem Versicherten nicht mehr 

zumutbar.

A.f. 

Am 8. September 2017 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten eine 

Arbeitsvermittlung (IV-act. 130) und am 30. Oktober 2017 sprach sie ihm einen 

Arbeitsversuch vom 2. Oktober 2017 bis zum 30. März 2018 als Reinigungsmitarbeiter 

in einem Betrieb der H.___ zu (IV-act. 139, 147-3). Der Arbeitsversuch wurde am 

26. Februar 2018 vorzeitig abgebrochen (IV-act. 146). Der Versicherte hatte gute Arbeit 

geleistet, war aber mehrfach frühzeitig und ohne sich abzumelden nach Hause 

A.g. 

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gegangen, nachdem er die in einer Liste festgehaltenen Aufgaben erledigt hatte. Eine 

Fachärztin des Aa.___ attestierte am 26. Februar 2018 eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit vom 26. Februar 2018 bis zum 2. März 2018 und I.___, praktischer 

Arzt, attestierte am 5. März 2018 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 3. März 2018 

bis zum 9. März 2018 (IV-act. 147). Dr. med. J.___, Ärztin für Allgemeine Innere Medizin 

FMH, berichtete am 13. April 2018 (IV-act. 148), sie behandle den Versicherten seit Juli 

2017. Die letzte Kontrolle habe am 14. März 2018 wegen einer Lumbalgie 

stattgefunden. Der Versicherte neige dazu, sich an verschiedenen Orten 

Arbeitsunfähigkeitsbestätigungen zu holen. Seine Gehstrecke sei eingeschränkt und 

mit der rechten Hand könne er keine kraftaufwendigen Arbeiten erledigen. In einer 

angepassten Tätigkeit sollte ein ganztägiger Einsatz möglich sein. Speziell zu 

berücksichtigen sei die Motivation des Versicherten. Gemäss einem Bericht des P.___ 

vom 26. Februar 2018 (IV-act. 148-7) hatte sich der Versicherte gleichentags wegen 

linksseitigen Flankenschmerzen und chronischen Rückenschmerzen notfallmässig in 

Behandlung begeben. Eine Fachärztin hatte als Diagnose eine chronische Lumbalgie 

angegeben. Sie hatte festgehalten, klinisch habe sich eine deutliche Druckdolenz im 

Bereich der Wirbelsäule sowie paravertebral beidseits und entlang des unteren linken 

Rippenbogens bis nach lateral gezeigt. Bei den Bewegungen (Aufsitzen, Ausziehen) 

habe sich eine deutliche Aggravation gezeigt. Sie gehe von einer Aggravation der 

chronischen Lumbalgien aus. Am 8. März 2018 war der Versicherte von Dr. med. K.___ 

vom N.___ untersucht worden. Im Bericht vom 9. März 2018 hatte Dr. K.___ 

festgehalten (IV-act. 148-11), er habe eine verstärkte Kyphose der BWS, eine 

Entlordosierung lumbal, einen Druck- und Berührungsschmerz der gesamten 

Wirbelsäule, hauptsächlich lumbal, orientierend eine normale Sensibilität und eine 

normale Kraft der Kennmuskeln der unteren Extremität festgestellt. PSR und ASR seien 

symmetrisch gesteigert mit angedeuteten Patella-Kloni beidseits. Er sehe keine 

Indikation für eine weiterführende Diagnostik oder einen Behandlungsbedarf. Am 

15. März 2018 berichtete Dr. med. L.___ von der O.___ (IV-act. 148-13), der Versicherte 

habe immer noch Schmerzen im Bereich des rechten Handgelenks. Dieses werde gut 

bewegt, sei aber sicher nicht voll belastbar.

Die RAD-Ärztin Dr. F.___ notierte am 17. April 2018 die folgenden Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 149): Arterielle Verschlusskrankheit 

A.h. 

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Stadium II, chronisch obstruktive Pneumopathie GOLD Stadium I, hypertensive 

Herzkrankheit, Scaphoidfraktur rechts (Unfall vom 7. September 2010) mit Four-

Corner-Fusion rechts mit Beckenkammspongiosa von rechts, Sensibilitätsstörung 

Handgelenk links und Instability bei mediokarpaler Arthrose und Lumbalgie. Als 

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt sie ein persistierendes 

Foramen ovale und eine Hepatitis (10/2013) fest. Sie listete folgende 

Arbeits(un)fähigkeiten auf: Vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 1. Februar 2015 bis zum 

7. April 2015, ab 8. April 2015 körperliche leichte, wechselbelastende Tätigkeiten mit 

initialem Pensum von fünf bis sechs Stunden pro Tag zumutbar, ab 27. November 

2015 vollständige Arbeitsunfähigkeit (erneute Gefässoperation), ab 16. April 2016 

vollständige Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit, 

vom 27. Juli 2016 bis zum 11. September 2016 vollständige Arbeitsunfähigkeit, ab 

26. Oktober 2016 vollständige Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten Tätigkeiten ohne 

starke Belastung der rechten Hand, vom 26. Februar 2018 bis zum 9. März 2018 

vollständige Arbeitsunfähigkeit (Lumbalgie) und ab 10. März 2018 eine vollständige 

Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten. In der 

angestammten Tätigkeit als Plattenleger sei keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. Als 

Adaptionskriterien nannte Dr. F.___ eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne die 

Einnahme von Zwangshaltungen der HWS mit Blick nach oben und ohne die 

wiederholte Einnahme von Körperstellungen in gebückter und nach vorne geneigter 

Position sowie mit einer maximalen Belastung der Handgelenke von fünf Kilogramm. 

Sie wies darauf hin, dass es in mehreren Berichten Hinweise auf eine 

Symptomausweitung und eine Aggravation gebe; die Prognose sei zurückhaltend zu 

stellen.

Am 18. April 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 152), sein 

Begehren um berufliche Massnahmen werde abgewiesen. Mit einem Vorbescheid vom 

15. Mai 2018 stellte sie ihm die Ablehnung des Begehrens um eine Invalidenrente in 

Aussicht (IV-act. 155). Zur Begründung gab sie an, er sei seit Mai 2012 in seiner 

Arbeitsfähigkeit als Plattenleger eingeschränkt. Ohne Behinderung hätte er weiterhin 

als Plattenleger arbeiten und im Jahr 2015 ein Einkommen von Fr. 59'171.-- erzielen 

können. Eine adaptierte Tätigkeit sei ihm zu 100% zumutbar. Gemäss der 

Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik sei es ihm zumutbar, mindestens 

A.i. 

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B.  

ein "gleichwertiges" Einkommen wie bisher zu erzielen. Der Invaliditätsgrad betrage 

daher 0%. Der Versicherte erhob dagegen keinen Einwand. Mit einer Verfügung vom 

2. Juli 2018 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab (IV-act. 156).

Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) erhob am 27. Juli 2018 eine 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 2. Juli 2018 (act. G 1). Er beantragte 

sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache der 

gesetzlichen Leistungen. Zur Begründung machte er geltend, er könne derzeit nicht zu 

100% als Plattenleger arbeiten oder eine andere, gleichwertige Arbeit ausüben. Er 

habe noch weitere gesundheitliche Einschränkungen. Am 19. Oktober 2018 beantragte 

er die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. G 6).

B.a. 

Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 15. November 

2018 die Abweisung der Beschwerde (act. G 8). Zur Begründung führte sie an, der RAD 

habe sich bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf die vorliegenden Arztberichte 

gestützt. Insbesondere habe Dr. J.___ im Bericht vom 13. April 2018 klar festgehalten, 

dass dem Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit ein ganztägiger Einsatz 

möglich sei. Auch Dr. E.___ habe am 2. Mai 2016 angegeben, eine körperlich leichte, 

wechselbelastende Tätigkeit sei in einem vollen Pensum möglich.

B.b. 

Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen bewilligte am 19. November 

2018 das Gesuch um die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den 

Gerichtskosten) für das Beschwerdeverfahren (act. G 9).

B.c. 

Am 16. November 2018 (Posteingang: 19. November 2018) teilte der 

Beschwerdeführer dem Versicherungsgericht mit (act. G 10), er sei am 23. Oktober 

2018 am Daumen an der rechten Hand operiert worden. Im Januar 2019 sei eine 

weitere Operation des Daumens geplant. Er reichte unter anderem einen Bericht der 

S.___ vom 30. September 2015 (act. G 10.3), einen Bericht des Y.___ vom 

13. Dezember 2017 (act. G 10.7; eine Fachärztin hatte darin angegeben, die 

Schmerzen im Bereich des N. Saphenus seien inzwischen fast komplett 

verschwunden; einzig störend sei eine Hypästhesie am medialen Oberschenkel bis ans 

Knie verbleibend; ab einer Gehstrecke von circa einer Stunde träten nicht ganz 

B.d. 

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typische Claudicatio-Beschwerden am Oberschenkel links auf) und einen 

Operationsbericht der O.___ vom 25. Oktober 2018 betreffend die Daumen-Operation 

rechts (act. G 10.10) ein. In seiner Replik vom 2. Dezember 2018 machte der 

Beschwerdeführer geltend, am Daumen an der rechten Hand sei eine Verschlechterung 

eingetreten (act. G 12). Er reichte zwei Zeugnisse, ausgestellt durch Dr. L.___, 

betreffend eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 24. Oktober 2018 bis zum 

5. Dezember 2018 und vom 6. Dezember 2018 bis zum 9. Januar 2019 ein (act. G 12.1, 

12.2).

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 14. Dezember 2018 auf eine Duplik (act. 

G 14).

B.e. 

Am 14. Januar 2019 berichtete der Beschwerdeführer dem Versicherungsgericht 

(act. G 16), er habe am 6. Februar 2019 den nächsten Termin bei Dr. L.___. Er legte ein 

Zeugnis bei, in dem Dr. L.___ eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 9. Januar 2019 

bis zum 6. Februar 2019 attestiert hatte (act. G 16.1). Am 8. Februar 2019, 29. März 

2019, 25. April 2019 und 6. Mai 2019 gingen weitere, von Dr. L.___ ausgestellte 

Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ein (vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 6. Februar 2019 

bis zum 26. Februar 2019, vom 26. Februar 2019 bis zum 18. März 2019, vom 19. März 

2019 bis zum 16. April 2019, vom 17. April 2019 bis zum 5. Mai 2019 und vom 6. Mai 

2019 bis zum 29. Mai 2019) ein (act. G 17, 19, 23, 25). Am 9. Mai 2019 ging ein 

Austrittsbericht der U.___ vom 25. April 2019 ein (act. G 26). Fachärzte hatten über 

einen stationären Aufenthalt vom 16. April 2019 bis zum 18. April 2019 berichtet. Sie 

hatten unter anderem folgende Diagnosen angegeben: Chronisch-aktive Cholezystitis 

mit Cholezysto-, Choledocho- und Hepaticolithiasis mit Gallenblasenhydrops; gering 

grössenprogrediente, zystoide Läsion der Nebenniere links (MRI Abdomen 10. April 

2019); unkomplizierte kortikale Nierenzyste im Pars intermedia rechts. Sie hatten eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 8. April 2019 bis zum 26. April 2019 attestiert. Am 

5. Juni 2019 ging ein von Dr. L.___ ausgestelltes Arbeitsunfähigkeitszeugnis 

(vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 28. Mai 2019 bis zum 30. Juni 2019) ein (act. 

G 28). Am 5. Juli 2019 teilte der Beschwerdeführer mit (act. G 29), Dr. L.___ habe ihm 

eine weitere Operation vorgeschlagen. Er könne mit dem rechten Daumen viele 

alltägliche Sachen nicht machen. Am 24. Juli 2019 berichteten Fachärzte der Z.___ 

über eine Hospitalisation des Beschwerdeführers vom 22. Juli 2019 bis zum 24. Juli 

B.f. 

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Erwägungen

1.

Der Beschwerdeführer hat sich im Februar 2011 erstmals bei der IV-Stelle des Kantons 

B.___ zum Leistungsbezug angemeldet. Mit einer unangefochten in formelle 

Rechtskraft erwachsenen Verfügung vom 20. Oktober 2011 ist das Begehren mit der 

Begründung, die versicherungsmässigen Voraussetzungen seien nicht erfüllt, 

abgewiesen worden. Im Februar 2015 hat sich der Beschwerdeführer bei der IV-Stelle 

des Kantons St. Gallen erneut zum Leistungsbezug angemeldet. Vorab ist zu prüfen, 

ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf diese Anmeldung eingetreten ist. Gemäss 

Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung 

(IVV, SR 831.201) wird eine neue Anmeldung nach einer Verweigerung einer 

Invalidenrente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades nur geprüft, wenn darin 

glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in 

einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Nach dem eindeutigen 

Wortlaut dieser Verordnungsbestimmung (" … wegen eines zu geringen 

Invaliditätsgrades …") stellt eine Anmeldung für einen Leistungsbezug nach einer 

erfolgten Abweisung eines Rentenbegehrens wegen des Nichterfüllens der 

versicherungsmässigen Voraussetzungen keinen Anwendungsfall von Art. 87 Abs. 3 

IVV dar. Sinn und Zweck dieser Verordnungsbestimmung ist es zu verhindern, dass 

sich die Verwaltung nach einer vorausgegangenen rechtskräftigen 

Leistungsverweigerung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher 

begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen 

2019 (act. G 31). Am 24. September 2019 teilte der Beschwerdeführer mit (act. G 33), 

er habe in der rechten und in der linken Hand wenig Kraft. Er reichte einen Ausdruck 

aus der Patientendokumentation der O.___ mit Einträgen vom 7. März 2018 bis zum 

3. Juli 2019 (act. G 33.2), zwei Berichte von Dr. med. M.___, Fachärztin für Radiologie 

FMH, vom 20. April 2018 und 13. Juni 2019 betreffend CT-Untersuchungen des 

rechten Handgelenks am jeweils gleichen Tag (act. G 33.6, 33.3) sowie einen 

Operations-/Austrittsbericht der O.___ vom 27. Februar 2019 betreffend eine 

Trapezektomie mit Aufhängeplastik mit EPB-Sehne am 26. Februar 2019 (act. G 33.4) 

ein.

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 23. Oktober 2019 auf eine Stellungnahme 

(act. G 37).

B.g. 

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befassen muss (BGE 117 V 200, E. 4b), denn die Ermittlung des für den Invaliditätsgrad 

relevanten Sachverhalts ist in aller Regel sehr aufwendig. Auf den für die 

versicherungsmässigen Voraussetzungen eines Rentenanspruchs massgebenden 

Sachverhalt trifft das nicht zu. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, dass der 

Verordnungsgeber nur für die von ihm ausdrücklich genannten Fälle (Abweisung wegen 

eines zu geringen Invaliditätsgrades) das Glaubhaftmachen einer Veränderung des 

rechtserheblichen Sachverhalts vorgeschrieben hat, denn nur hier rechtfertigt der 

Grundsatz der Verfahrensökonomie eine solche Eintretenshürde. Auf den vorliegenden 

Fall kommt diese Hürde also nicht zur Anwendung, d.h. die Beschwerdegegnerin ist zu 

Recht ohne weiteres auf die erneute Anmeldung zum Leistungsbezug vom Februar 

2015 eingetreten. Damit hat sie, was die Erfüllung der versicherungsmässigen 

Voraussetzungen eines IV-Rentenanspruchs betrifft, kein gegen die 

Abweisungsverfügung vom 20. Oktober 2011 gerichtetes prozessuales Revisions- oder 

Wiedererwägungsverfahren (Art. 53 Abs. 1 bzw. Abs. 2 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1) eröffnet, denn mit 

der Anmeldung vom Februar 2015 hat der Beschwerdeführer einen neuen 

Versicherungsfall geltend gemacht. In dem aufgrund der Anmeldung vom Februar 2011 

eröffneten Verfahren hatte sich der Beschwerdeführer nämlich auf die durch eine 

Verletzung des rechten Daumens bewirkte Einschränkung in seiner Arbeitsfähigkeit 

berufen, während er in dem mit der angefochtenen Verfügung abgeschlossenen 

Verfahren Rücken-, Herz- und Gefässbeeinträchtigungen als Gründe für die geltend 

gemachte Invalidität anführt. Die versicherungsmässigen Voraussetzungen (Art. 6 

Abs. 2 IVG) sind nun offensichtlich erfüllt.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 2. Juli 2018 einen 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers bei einem IV-Grad von 0% verneint. Strittig ist 

somit, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat.

3.  

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

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4.

Um das zumutbare Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss der verbliebene 

Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit feststehen. Zu prüfen ist somit, ob seit der Anmeldung vom Februar 

2015 eine Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist.

Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

3.2. 

Über den Beschwerdeführer sind im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen 

Verfügung vom 2. Juli 2018 (unter anderem) folgende gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen dokumentiert: Arterielle Verschlusskrankheit Stadium II (mit 

operativen Eingriffen vom 21. April 2015 und 27. November 2015, IV-act. 50, 58, 85), 

hereditäre Gerinnungsstörung (homozygoter Plasminogen Aktivator Inhibitor 1 5G 

Promoter Polymorphysmus, IV-act. 99-7), COPD GOLD Stadium II (IV-act. 99), 

hypertensive Herzkrankheit (IV-act. 50-12), persistierendes foramen ovale (IV-

act. 50-17), Scaphoidfraktur Handgelenk rechts (Unfall vom 7. September 2010) mit 

Four-Corner-Fusion am 27. Juli 2016 (IV-act. 105), karpale Gefügestörung mit PISI-

Fehlstellung Handgelenk links mit mediokarpaler Arthrose (IV-act. 113), chronische 

Lumbalgie (IV-act. 148-7, vgl. auch IV-act. 148-11), Visusverminderung Auge links (IV-

act. 60, 109-18), Hepatitis (IV-act. 50-4). Im Verlauf des Beschwerdeverfahrens ist der 

Beschwerdeführer ausserdem am rechten Daumen operiert worden (act. G 10.10, vgl. 

auch G 33.1) und es ist eine chronisch-aktive Cholezystitis (Gallenblasenentzündung) 

diagnostiziert worden (act. G 26, 31). Die Beschwerdegegnerin hat den 

Rentenanspruch gestützt auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die RAD-Ärztin 

Dr. F.___ abgewiesen. Dr. F.___ hatte am 17. April 2018 notiert (IV-act. 149), seit dem 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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10. März 2018 bestehe eine vollständige Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten, 

wechselbelastenden Tätigkeiten ohne die Einnahme von Zwangshaltungen der HWS 

mit Blick nach oben und ohne die wiederholte Einnahme von Körperstellungen in 

gebückter und nach vorne geneigter Position sowie mit einer maximalen Belastung der 

Handgelenke von fünf Kilogramm. In der angestammten Tätigkeit als Plattenleger sei 

keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben. Für die Zeit davor listete sie folgende 

Arbeits(un)fähigkeiten auf: Vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 1. Februar 2015 bis zum 

7. April 2015, ab 8. April 2015 körperliche leichte, wechselbelastende Tätigkeiten mit 

initialem Pensum von fünf bis sechs Stunden pro Tag zumutbar, ab 27. November 

2015 vollständige Arbeitsunfähigkeit (erneute Gefässoperation), ab 16. April 2016 

vollständige Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit, 

vom 27. Juli 2016 bis zum 11. September 2016 vollständige Arbeitsunfähigkeit, ab 

26. Oktober 2016 vollständige Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten Tätigkeiten ohne 

starke Belastung der rechten Hand und vom 26. Februar 2018 bis zum 9. März 2018 

vollständige Arbeitsunfähigkeit (Lumbalgie). Dr. F.___ dürfte sich bei der Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit ab dem 10. März 2018 insbesondere auf die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung der Hausärztin Dr. J.___ gestützt haben, welche am 

13. April 2018 in einer adaptierten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert 

hatte (IV-act. 148). Angesichts der Vielzahl der in den Akten enthaltenen Befunde und 

Diagnosen, welche verschiedene medizinische Fachgebiete betreffen, wäre es aber 

zwingend erforderlich gewesen, die verbliebene Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit im Rahmen einer polydisziplinären 

Begutachtung abzuklären, insbesondere um möglichen Wechselwirkungen der 

Diagnosen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen. Für 

eine überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung wäre also eine Konsensbeurteilung 

mehrerer Sachverständiger erforderlich gewesen. Die alleinige Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch die Hausärztin Dr. J.___ bzw. durch die 

RAD-Ärztin Dr. F.___ überzeugt aus der Sicht eines medizinischen Laien daher nicht. 

Festzustellen bleibt, dass die Arbeits(un)fähigkeitsschätzung von Dr. F.___ für die Zeit 

vom 1. Februar 2015 bis zum 9. März 2018 eine Lücke aufweist (Zeit vom 

11. September 2016 bis zum 25. Oktober 2016), dass sie die Operation vom 21. April 

2015 nicht berücksichtigt hat, dass Dr. E.___ am 2. Mai 2016 klar festgehalten hat, für 

die Arbeitsfähigkeitsschätzung sei die Einschätzung der Handchirurgen entscheidend 

(IV-act. 99), Dr. F.___ am 19. Mai 2016 aber für die Zeit ab dem 16. April 2016 (Datum 

der letzten Kontrolle des Beschwerdeführers bei Dr. E.___) dennoch eine vollständige 

Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit 

angenommen hat (IV-act. 101) und dass Dr. F.___ in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit ab 

dem 26. Oktober 2016 zunächst eine vollständige Arbeitsfähigkeit in leichten 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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5.  

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die 

Rückweisung an die Verwaltung zur weiteren Abklärung als volles Obsiegen des 

Tätigkeiten ohne eine starke Belastung der rechten Hand angenommen hat (IV-

act. 111), später eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50% angegeben hat (IV-act. 115) 

und schliesslich wieder von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit ausgegangen ist, ohne 

dies zu begründen (IV-act. 149). Diese Punkte stellen ebenfalls Mängel dar, die einer 

überzeugenden Arbeitsfähigkeitsschätzung entgegenstehen. Aus der Sicht eines 

medizinischen Laien ist schliesslich auch nicht beurteilbar, ob die von Dr. E.___ am 

1. April 2015 angegebene und bereits im Mai 2012 erhobene Diagnose eines 

Verschlusses der A. femoralis superficialis links (IV-act. 50, 50-5) eine – wie von 

Dr. E.___ attestiert – vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als 

Bodenleger zur Folge hatte. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind 

ergänzende (medizinische) Abklärungen vorzunehmen, wenn auch nur geringe Zweifel 

an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen bestehen (vgl. BGE 125 V 353, E. 3b.ee). Nach dem Gesagten 

überzeugt die der angefochtenen Verfügung zugrundeliegende 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht und es bestehen erhebliche Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Arbeitsfähigkeitsschätzung durch den RAD.

Die angefochtene Verfügung vom 2. Juli 2018 ist demnach in teilweiser 

Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Angelegenheit ist zur Durchführung 

einer polydisziplinären Begutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Es 

ist ihr bzw. der von der Beschwerdegegnerin zu beauftragenden Begutachtungsstelle 

überlassen, die für eine umfassende Untersuchung erforderlichen medizinischen 

Fachdisziplinen festzulegen. Die Rückweisung ist vorliegend zulässig, da der Aspekt 

der möglichen Wechselwirkungen der verschiedenen Diagnosen und deren 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Verwaltungsverfahren 

nicht berücksichtigt worden ist, es sich somit nicht um einen im Verwaltungsverfahren 

anderweitig erhobenen medizinischen Sachverhalt handelt (vgl. BGE 137 V 264, 

E. 4.4.1.4, wonach die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten einholt, 

wenn sie einen [im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen] medizinischen 

Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält).

4.2. 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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Beschwerdeführers zu werten (vgl. BGE 132 V 235, E. 6.1). Dementsprechend ist die 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 2. Juli 2018 

aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung und anschliessenden neuen 

Verfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.10.2021
	Art. 7 und 8 ATSG. Art. 28 IVG. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des RAD überzeugt nicht. Aufgrund der Vielzahl der Befunde und Diagnosen, welche verschiedene medizinische Fachgebiete betreffen, wäre es zwingend notwendig gewesen, die verbliebene Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer polydisziplinären Begutachtung abzuklären. Rückweisung zur weiteren Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. Oktober 2021, IV 2018/254).

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