# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 412e8ea9-05c2-5d49-993f-abdf365616d4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 08.03.2022 110 2021 167
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2021-167_2022-03-08.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3013 Bern
Telefon +41 31 633 30 11
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www.bvd.be.ch/ra

BVD 110/2021/167

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 8. März 2022

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn C.________
Beschwerdeführer

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt D.________

und

E.________
Beschwerdegegner

per Adresse Herrn A.________

sowie

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Langnau i.E., Bauverwaltung, Alleestrasse 8, 
Postfach 566, 3550 Langnau im Emmental

Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), Nydeggasse 11/13, 3011 Bern

Amt für Wald und Naturgefahren (AWN), Laupenstrasse 22, 3008 Bern

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Langnau im Emmental 
vom 27. August 2021 (Baugesuch Nr. 2019-0072; Montage von acht Kugelfangkästen bei 300m 
Schiessanlage) sowie die Verfügungen des Amts für Gemeinden und Raumordnung (AGR) vom 
30. November 2020 (G.-Nr. 2019.JGK.6519)

I. Sachverhalt

1. Der E.________ reichte am 14. August 2019 bei der Gemeinde ein Baugesuch ein für die 
Montage von acht Kugelfangkästen bei der 300 m - Schiessanlage G.________ (Langnau i.E. 
Gbbl. Nr. J.________). Die Parzelle liegt in der Landwirtschaftszone. Das Bauvorhaben benötigt 
eine Ausnahmebewilligung für die Unterschreitung des Waldabstands und eine 
Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG1, wofür der Beschwerdegegner Ausnahmegesuche 

1 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700)

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einreichte. Die Gemeinde bewilligte das Bauvorhaben im kleinen Verfahren ohne Publikation. Der 
Beschwerdeführer erhob nachträgliche Beschwerde. Die BVD hob die Baubewilligung auf und 
wies die Sache zur Publikation und Fortsetzung des Verfahrens an die Gemeinde zurück.2 Gegen 
das publizierte Bauvorhaben gingen Einsprachen ein, darunter diejenige des Beschwerdeführers. 
Die Einsprecher rügten unter anderem die Lärmbelastung durch den Schiesslärm.

2. Am 3. Dezember 2020 eröffnete das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) ein 
Lärmsanierungsverfahren für die Schiessanlage G.________. Gestützt auf Art. 19a AbfG3 musste 
der Schiessbetrieb wegen den fehlenden Kugelfangkästen ab 31. Dezember 2020 eingestellt 
werden.

3. Mit Gesamtentscheid vom 27. August 2021 erteilte die Gemeinde die Baubewilligung für die 
Kugelfangkästen, die Ausnahmebewilligung für Bauten in Waldnähe in Abweichung zu Art. 25, 26 
und 27 KWaG4 und eröffnete die Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG des AGR. Die 
Gemeinde verneinte die Einsprachebefugnis des Beschwerdeführers sowie der anderen 
Einsprechenden und trat auf die Einsprachen nicht ein.

4. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 23. September 2021 Beschwerde bei der Bau- 
und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Er beantragt die Aufhebung des 
Gesamtentscheids vom 27. August 2021 und der Verfügung des AGR vom 30. November 2020. 
Dem Bauvorhaben sei der Bauabschlag zu erteilen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung 
an die Gemeinde zurückzuweisen. Er rügt insbesondere, seine Einsprachelegitimation sei zu 
Unrecht verneint worden, die Vorinstanz habe die Koordinationspflicht verletzt, die 
Lärmsanierungserleichterungen seien unzulässig. Die Ausnahmebewilligungen nach Art. 24 RPG 
und für das Unterschreiten des Waldabstands seien zu Unrecht erteilt worden. 

5. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet5, holte die Vorakten ein 
und führte den Schriftenwechsel durch. Der Beschwerdegegner nahm mit Eingabe vom 25. 
Oktober 2021 zur Beschwerde Stellung und beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen und die 
Baubewilligung zu bestätigten. Das Amt für Wald und Naturgefahren (AWN) nahm mit Eingabe 
vom 26. Oktober 2021 Stellung und hält fest, es gebe aus waldrechtlicher Sicht keinen Grund, der 
Beschwerde Folge zu leisten. Das AGR beantragt mit Stellungnahme vom 28. Oktober 2021, die 
Beschwerde sei abzuweisen. Die Gemeinde schliesst mit Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 
2021 ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Gesamtbauentscheids. 

6. Mit Verfügung gemäss Art. 16 USG6 und Art. 13 ff. LSV7 entschied das AGR am 8. 
November 2021 über die Lärmsanierung der Schiessanlage G.________ Langnau i.E. Die 
Gemeinde teilte dem Rechtsamt auf Anfrage mit, dass die Lärmsanierungsverfügung bei der 
Direktion für Inneres und Justiz (DIJ) mit Beschwerde angefochten worden sei (Verfahren 
2021.DIJ.8647). 

7. Auf Ersuchen des Rechtsamts reichte die Gemeinde weitere Vorakten ein. Der 
Beschwerdeführer äusserte sich mit Stellungnahme vom 9. Februar 2022 zu den Eingaben und 
zum Verfahren. Das AGR teilte am 1. Februar 2022 mit, auf weitere Stellungnahmen zu verzichten. 

2 BVD 110/2020/27 vom 14. Mai 2020
3 Gesetz vom 18. Juni 2003 über die Abfälle (Abfallgesetz, AbfG; BSG 822.1)
4 Kantonales Waldgesetz vom 5. Mai 1997 (KWaG; BSG 921.11)
5 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191)
6 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01)
7 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrats vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41)

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Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

a) Der Entscheid der Gemeinde Langnau ist ein Gesamtentscheid im Sinne von Art. 9 Abs. 1 
KoG8, die Verfügung des AGR eine weitere Verfügung im Sinne von Art. 9 Abs. 2 Bst. b KoG. 
Beide sind gestützt auf Art. 11 Abs. 1 KoG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 KoG und Art. 84 Abs. 4 
BauG mit Beschwerde nach Art. 40 Abs. 1 BauG9 bei der BVD anfechtbar. Diese ist somit zur 
Beurteilung der Beschwerde zuständig.

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die 
Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. 
Art. 40 Abs. 2 BauG). Der Beschwerdeführer hat sich am vorinstanzlichen Verfahren als 
Einsprecher beteiligt. Die Vorinstanz verneinte seine Einsprachelegitimation und trat auf die 
Einsprache nicht ein (Erwägungen II. Formelles Ziff. 6; III. Materielles Ziff. 4). Obwohl die 
Gemeinde das Nichteintreten nicht formell verfügte, ist der Beschwerdeführer im Streit um die 
eigene Verfahrenslegitimation zur Beschwerde befugt. Im Weiteren ist der Beschwerdeführer auch 
durch den Gesamtbauentscheid formell beschwert, da die umstrittene Baubewilligung erteilt 
wurde. 

c) Im Beschwerdeverfahren wird die umstrittene Legitimationsfrage zur materiellen Frage, das 
heisst zum Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens.10 Der Beschwerdeführer reichte seine 
Beschwerde frist- und formgerecht ein. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2. Einsprachelegitimation

a) Die Einsprache- und Beschwerdelegitimation setzt voraus, dass die Partei, die sich am 
Verfahren beteiligen will, durch das Bauvorhaben unmittelbar in eigenen schutzwürdigen 
Interessen betroffen ist (vgl. Art. 35 Abs. 2 Bst. a BauG und Art. 65 Abs. 1 Bst. b und c VRPG11). 
Bei Bauvorhaben ist eine Person nach Lehre und Rechtsprechung in schutzwürdigen Interessen 
berührt, wenn sie durch das Bauvorhaben in höherem Mass als die Allgemeinheit betroffen ist und 
zum Streitgegenstand eine besondere Beziehungsnähe hat. Wie der Beschwerdeführer zu Recht 
vorbringt, hat die BVD seine Einsprachelegitimation gegen das gleiche Bauvorhaben bereits mit 
Entscheid vom 14. Mai 2020 (BVD 110/2020/27) geprüft und mit folgender Begründung bejaht: 

«Als wichtiges Kriterium zur Beurteilung der Betroffenheit dient in der Praxis die räumliche Distanz zum 
Bauvorhaben. In einer besonders nahen Beziehung zur Streitsache stehen naturgemäss die Nachbarn, d.h. 
vorab Eigentümer und Eigentümerinnen von direkt angrenzenden Grundstücken oder solchen, die nur durch 
einen Verkehrsträger vom Baugrundstück getrennt sind. Darüber hinaus reicht die Nachbarschaft so weit 
wie die allfälligen nachteiligen Auswirkungen des Bauvorhabens. Das Bundesgericht bejaht in der Regel die 
Legitimation von Nachbarn, deren Liegenschaften sich in einem Umkreis von bis zu rund 100 m befinden, 

8 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
9 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
10 BVR 2021 S. 558 E. 1.2; Michael Pflüger, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 65 N. 23
11 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)

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ohne vertiefte Abklärungen. Bei grösseren Entfernungen muss eine Beeinträchtigung aufgrund der 
konkreten Gegebenheiten glaubhaft gemacht werden.12 

Massgebendes Bauvorhaben ist die Erstellung von Kugelfangkästen beim bestehenden Scheibenstand auf 
der Parzelle Nr. J.________. Das Grundstück des Beschwerdeführers (Langnau i.E. Gbbl. Nr. K.________) 
grenzt nicht direkt an die Bauparzelle; dazwischen liegt die Parzelle Nr. B.________. Die kürzeste Distanz 
zwischen der Bauparzelle Nr. J.________ und dem Grundstück des Beschwerdeführers beträgt aber nur 
rund 50 m, was nach der Rechtsprechung regelmässig für die Beschwerdelegitimation genügt. Da der 
Beschwerdeführer beschwerdelegitimiert ist, ist er befugt, alle Rügen gegen das Bauvorhaben 
vorzubringen.13»

b) An dieser Sachlage hat sich seither nichts geändert. Der Beschwerdeführer ist nach wie vor 
Eigentümer und Bewohner der Liegenschaft auf Parzelle Nr. K.________. Die erforderliche 
Beziehungsnähe ist in örtlicher Hinsicht ohne weiteres gegeben. Der Beschwerdeführer ist 
überdies durch den Lärm der Schiessanlage in schützenswerten Interessen betroffen. Bei 
Schiesslärm ist gemäss Bundesgericht bei einer Distanz von rund 1000 m der Lärm deutlich 
hörbar und die Beziehungsnähe damit hinreichend für die materielle Beschwer.14 Eine 
Überschreitung der Belastungsgrenzwerte ist nicht erforderlich.15 Daran ändert die Abtrennung 
der lärmrechtlichen Sanierung der Schiessanlage G.________ in ein separates Verfahren nichts. 
Der Einbau der Kugelfangkästen ist zwar primär eine abfallrechtliche Massnahme (vgl. Art. 19a 
AbfG). Aufgrund von Art. 19a AbfG wirken sich aber auch die Kugelfangsysteme indirekt auf die 
Lärmsituation aus, da Schiessanlagen ohne solche Systeme gesperrt werden und damit der 
entsprechende Schiesslärm entfällt. Insofern besteht ein sachlicher Zusammenhang zwischen 
baulicher Massnahme und Lärmsanierung.16 Die Wiederaufnahme des Betriebs der 
Schiessanlage G.________ setzt daher (unter anderem) den Einbau der umstrittenen 
Kugelfangkästen voraus. Wenn das Bauvorhaben nicht verwirklicht werden kann, wirkt sich dies 
auf die tatsächliche Situation des Beschwerdeführers aus. Er hat einen praktischen Nutzen, wenn 
seine Einsprache gutgeheissen wird.17 Dem Beschwerdeführer wurde die Einsprachelegitimation 
zu Unrecht abgesprochen. 

3. Rückweisung

a) Hat die Vorinstanz wie hier die Einsprachebefugnis zu Unrecht verneint, ist die Beschwerde 
insoweit gutzuheissen und der Beschwerdeführer zum Verfahren zuzulassen. In der Regel muss 
die angefochtene Verfügung bzw. der Gesamtbauentscheid aufgehoben und die Sache zur 
Fortsetzung des Verfahrens und materiellen Beurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen 
werden.18 Eine Rückweisung (Art. 72 VRPG) an die Vorinstanz rechtfertigt sich vorliegend in 
mehrfacher Hinsicht. Da die Gemeinde nicht auf die Einsprache des Beschwerdeführers eintrat, 
enthält der angefochtene Bauentscheid auch keine Begründung zu den Rügen. Es ist nicht Sache 
der BVD, als Rechtsmittelbehörde erstmals eine materielle Beurteilung der Einsprache 
vorzunehmen.

12 BGer 1C_668/2017 (=BGE 145 I 156) E. 2.2, 2.3
13 BGer 1C_668/2017 (=BGE 145 I 156) E. 2.2; Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 
5. Aufl., Bern 2020, Art. 40-41 N. 9
14 Vgl. Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 35–35c N. 16 bis 17a, mit Hinweisen auf die Rechtsprechung
15 BGer 1A.255/1991 vom 9. Juni 1992 E. 2.c/d
16 Vgl. BVD 110/2021/126 vom 1. März 2022 E. 2 (nicht rechtskräftig)
17 Zaugg/ Ludwig, a.a.O., Art. 35 N. 16
18 VGE 2021/287 vom 11. Januar 2022; BVR 2021 S. 558 E. 1.2; Michael Pflüger, in Kommentar zum bernischen 
VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 65 N. 23

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b) Über Ausnahmen nach Art. 24 ff. RPG entscheidet das AGR als kantonale Behörde gemäss 
Art. 25 Abs. 2 RPG (Art. 84 BauG). Eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG setzt voraus, 
dass der Zweck der Bauten und Anlagen einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert und 
keine überwiegenden Interessen entgegenstehen. In der Verfügung vom 30. November 2020 hielt 
das AGR bloss fest, das Bauvorhaben sei aus objektiven Gründen an den vorgesehenen Standort 
gebunden und dem Vorhaben stünden keine überwiegenden Interessen entgegen. Die Verfügung 
enthält jedoch keine Interessenabwägung, so dass unklar bleibt, welche Interessen das AGR bei 
der Beurteilung berücksichtigte und wie es diese gewichtete. Nach der Handlungsanweisung von 
Art. 3 RPV19 müssen die betroffenen Interessen zunächst ermittelt werden. Im nächsten Schritt 
sind sie zu beurteilen, wobei nebst anderem die möglichen Auswirkungen zu berücksichtigen sind. 
Schliesslich sind diese Interessen auf Grund der Beurteilung im Entscheid möglichst umfassend 
zu berücksichtigen und in der Begründung dazulegen. Da die Verfügung des AGR keine 
umfassende und begründete Interessenabwägung im Sinne von Art. 3 RPV enthält, ist auch sie 
aufzuheben. 

c) Einer Fortsetzung des Verfahrens durch die BVD steht zudem die Abtrennung der 
Lärmrügen in ein separates lärmrechtliches Sanierungsverfahren entgegen. Nicht nur die 
Ausnahme nach Art. 24 RPG, sondern auch die Sanierungserleichterungen nach Art. 14 LSV20 
setzen eine umfassende Interessenabwägung voraus. Bei einer Schiessanlage ist bei der 
Interessenabwägung nach Art. 24 RPG auch die Lärmbelastung als Interesse zu 
berücksichtigen.21 Weil die Beschwerde gegen die Sanierungsverfügung des AGR bei der DIJ 
hängig ist, hätten zwei Direktionen eine Interessenabwägung vorzunehmen, welche 
(grösstenteils) die gleichen Interessen betreffen wie namentlich die Lärmbelastung und das 
öffentliche Interesse an der Schiessanlage. In diesem Zusammenhang müsste unter anderem 
geklärt werden, in welchem Umfang es sich um rein ziviles, sportliches Schiessen handelt und in 
welchem Umfang das Schiessen im Interesse der Landesverteidigung steht, wie hoch die 
Überschreitung des Immissionsgrenzwerts (IGW) ist, wie lange dieser Zustand schon andauert 
und inwiefern die Lebensdauer der Schiessanlage mit dem Einbau des Kugelfansystems 
verlängert wird.22 Es bestünde Gefahr, dass die BVD und die DIJ die gleichen Interessen 
unterschiedlich beurteilen und gewichten und zu entgegengesetzten Schlussfolgerungen kämen. 
Müsste die Schiessanlage mangels Sanierungserleichterungen nach Art. 14 LSV definitiv 
geschlossen werden, würde sich eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG erübrigen. 
Umgekehrt würden sich Sanierungserleichterungen erübrigen, wenn keine Ausnahmebewilligung 
nach Art. 24 RPG erteilt würde. Um sich widersprechende Entscheide und Verfügungen zu 
verhindern, verlangt Art. 25a RPG eine Koordination der Verfahren. Nach der Rechtsprechung 
des Bundesgerichts ist eine Koordination allgemein erforderlich, wenn in zwei Verfahren eine 
umfassende Interessenabwägung vorgenommen werden muss, die nicht getrennt vorgenommen 
werden kann.23 In der vorliegenden Konstellation, wo die Lärmsanierung aus einem koordinierten 
Baubewilligungsverfahren abgetrennt wurde und inzwischen Rechtsmittelverfahren bei zwei 
verschiedenen Direktionen hängig sind, wäre allenfalls eine Sistierung des Beschwerdeverfahrens 
bei der BVD denkbar gewesen, bis über das Lärmsanierungsverfahren, in dem sich die 
komplexeren Fragen stellen, rechtskräftig entschieden ist. Da die Gemeinde die Einsprache des 
Beschwerdeführers materiell noch nicht beurteilt und das AGR keine Interessenabwägung 
vorgenommen hat, scheidet diese Möglichkeit jedoch zum Vornherein aus. 

d) Der Gesamtbauentscheid der Gemeinde vom 27. August 2021 und die Verfügung des AGR 
vom 30. November 2020 sind daher aufzuheben und die Sache zur Fortsetzung des Verfahrens 

19 Raumplanungsverordnung des Bundesrats vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1)
20 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrats vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41)
21 BGE 117 Ib 20 E. 3c und 6
22 BGE 147 II 357 E. 6; BVD 110/2021/126 vom 1. März 2022 E. 5 (nicht rechtskräftig)
23 BGer 1C_397/2011 vom 9. Januar 2014 E. 4.3

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an die Vorinstanz zurückzuweisen. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass im 
Baubewilligungsverfahren sämtlichen Parteien das rechtliche Gehör (Art. 29 BV24, Art. 21 ff. 
VRPG) umfassend gewährt werden muss. Dieses umfasst das Recht, Einsicht in die gesamten 
Baubewilligungsakten zu nehmen, sofern nicht berechtigte Geheimhaltungsinteressen Dritter 
betroffen sind (Geschäftsgeheimnisse, höchstpersönliche Personendaten wie Diagnosen u.ä.). 
Der Gehörsanspruch umfasst weiter das Recht, von allen Eingaben Kenntnis zu erhalten und im 
Rahmen des Replikrechts zu den Eingaben Stellung nehmen zu können. Daher sind den Parteien 
im Baubewilligungsverfahren sämtliche Amts- und Fachberichte sowie Stellungnahmen der 
Fachbehörden ─ auch diejenigen, die per E-Mail eingehen ─ sowie die Stellungnahmen der 
Gegenpartei zuzustellen.25 

4. Kosten

a) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr. Diese 
wird festgesetzt auf CHF 1000.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV26).

Die Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das prozessuale 
Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen Umstände 
rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Bei diesem Ausgang 
des Verfahrens dringt der Beschwerdeführer mit seinem Rechtsmittel nur teilweise durch, da das 
Verfahren mit der Aufhebung des angefochtenen Entscheids und der Verfügung des AGR nicht 
abgeschlossen wird. Nach der Praxis des Verwaltungsgerichts ist im Kostenpunkt aber von einem 
vollumfänglichen Obsiegen auszugehen, sofern bei Vorliegen eines reformatorischen 
Hauptantrags ein Rückweisungsentscheid ergeht und die infolge Rückweisung vorzunehmende 
Neubeurteilung noch zu einer vollständigen Gutheissung des Begehrens führen kann.27 
Dementsprechend ist der Beschwerdeführer als vollständig obsiegend und der 
Beschwerdegegner als vollständig unterliegend zu betrachten. Die Verfahrenskosten trägt daher 
der Beschwerdegegner.

b) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern nicht 
deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung oder die 
Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als gerechtfertigt 
erscheint (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Als unterliegende Partei hat der Beschwerdegegner dem 
obsiegenden Beschwerdeführer dessen Parteikosten zu ersetzen.

Die Parteikosten umfassen den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand 
(Art. 104 Abs. 1 VRPG). Der Anwalt des Beschwerdeführers macht ein Honorar von CHF 6 100.– 
und Auslagen im Betrag von CHF 161.– geltend. Hinzu kommen 7,7 % Mehrwertsteuer. Nach 
Art. 11 Abs. 1 PKV28 beträgt das Honorar in verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren 
CHF 400.– bis CHF 11 800.– pro Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der 
Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand sowie der Bedeutung der 
Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG29). Im vorliegenden Fall 

24 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101)
25 BGE 138 I 484 E. 2.1, 133 I 100 E. 4.3 ff.; BVR 2009 S. 328 ff. E. 2.4; Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz 
des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 38-39 N 9b; BVD 110/2021/27 vom 7. Mai 2021 E. 2
26 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21)
27 BVR 2016 S. 222 E. 4.1
28 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 
168.811)
29 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11)

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wurde kein Beweisverfahren durchgeführt. Die Bedeutung der Sache ist als durchschnittlich 
einzustufen. Der Streitgegenstand im Beschwerdeverfahren war auf die Frage der 
Einsprachelegitimation beschränkt. Aufgrund des Nichteintretens auf die Einsprache konnte sich 
der Beschwerdeführer in der Beschwerde darauf beschränken, die gleichen Rügen und 
Ausführungen wie im vorinstanzlichen Verfahren vorzubringen. Allerdings reichte er im 
Beschwerdeverfahren eine Replik zu den Beschwerdeantworten der Gegenpartei und der 
Gemeinde ein. Die Schwierigkeit des Prozesses und der dafür gebotene Aufwand sind dennoch 
insgesamt als unterdurchschnittlich einzustufen. Daher erscheint ein Honorar von CHF 3500.– als 
angemessen. Hinzu kommen die Auslagen im Betrag von CHF 161.– und 7,7 % Mehrwertsteuer 
im Betrag von CHF 281.90, ausmachen insgesamt CHF 3942.90.

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Gesamtentscheid der Gemeinde Langnau im 
Emmental vom 27. August 2021 und die Verfügung nach Art. 24 RPG des Amts für 
Gemeinden und Raumordnung vom 30. November 2020 werden aufgehoben. Die Sache 
geht zurück an die Gemeinde Langnau zur Fortsetzung des Verfahrens im Sinne der 
Erwägungen. 

2. Die Verfahrenskosten von CHF 1000.– werden dem Beschwerdegegner zur Bezahlung 
auferlegt. Das Inkasso erfolgt mit separater Zahlungseinladung.

3. Der Beschwerdegegner hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten im Betrag von 
CHF 3942.90 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen. 

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt D.________, eingeschrieben
- Herrn A.________, eingeschrieben
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Langnau i.E., Bauverwaltung, eingeschrieben
- Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR), per Mail
- Amt für Wald und Naturgefahren (AWN), per Mail
- Direktion für Inneres und Justiz, Rechtsamt, zur Kenntnis, per Mail

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

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Rechtsmittelbelehrung

Dieser Rückweisungsentscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden, wenn 
die Voraussetzungen nach Art. 61 i.V.m. Art. 74 Abs. 3 VRPG erfüllt sind. Eine allfällige 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in fünf Exemplaren einzureichen ist, muss einen 
Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift 
enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind beizulegen.