# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d3333e7b-ad6d-5977-93bd-dab8f3eb6124
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 31.01.2013 ZK2 2012 41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2012-41_2013-01-31.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

__________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 31. Januar 2013 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 12 41          06. Februar 2013

Urteil 
II. Zivilkammer

Vorsitz Pritzi
RichterInnen Hubert und Michael Dürst
Aktuarin Thöny

In der zivilrechtlichen Beschwerde

des X., Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Guido Ranzi, Qua-
derstrasse 5, 7001 Chur, 

gegen

die prozessleitende Verfügung des Instruktionsrichters am Bezirksgericht Plessur, 
vom 26. September 2012, mitgeteilt am 26. September 2012, in Sachen der Y . , 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Luzi Bardill, Poststrasse 43, 7002 Chur, ge-
gen den Berufungskläger,

betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Mit Eingabe vom 2. Dezember 2011 machte die Y. beim Bezirksgericht 
Plessur eine Klage gegen X. betreffend Forderung aus Arbeitsrecht anhängig. 
Nach Eingang der Klageantwort/Widerklage sowie der Replik/Widerklageantwort 
setzte das Bezirksgericht Plessur X. mit Verfügung vom 23. Mai 2012 Frist zur 
Einreichung der schriftlichen Duplik/Widerklagereplik bis zum 13. Juni 2012. Darin 
führte sie unter Hinweis auf Art. 147 Abs. 2 ZPO aus, das Verfahren werde ohne 
weiteres fortgeführt, sollte die beklagte Partei auf die Duplik oder Widerklagereplik 
verzichten oder diese versäumen.

B. Mit Schreiben vom 13. Juni 2012 ersuchte der Rechtsvertreter von X. mit 
Hinweis auf den Umfang der Rechtsschriften und die Notwendigkeit weiterer In-
struktionen durch den Klienten um eine Fristerstreckung von 30 Tagen zur Einrei-
chung der Duplik/Widerklageantwort. In der Folge gewährte das Bezirksgericht 
Plessur eine Fristerstreckung bis zum 5. Juli 2012.

C. Am 22. Juni 2012 ersuchte der Rechtsvertreter von X. um eine zweite Fris-
terstreckung von 14 Tagen, wobei er wiederum auf den Umfang der Rechtsschrif-
ten, die Notwendigkeit weiterer Instruktionen durch den Klienten sowie zusätzlich 
auf seine Ferienabwesenheit hinwies. Da der Rechtsvertreter der Y. diesem Ge-
such zustimmte, erstreckte das Bezirksgericht Plessur die Frist bis zum 19. Juli 
2012.

D. Mit Verweis auf die Bestimmungen über die Gerichtsferien (Art. 145 ZPO) 
reichte der Rechtsvertreter von X. am 20. August 2012 beim Bezirksgericht Ples-
sur seine Duplik/Widerklagereplik ein. Diese wurde am 21. August 2012 unter An-
setzung einer Frist zur Einreichung der Widerklageduplik der Gegenpartei zuge-
stellt.

E. Mit Schreiben an das Bezirksgericht Plessur vom 22. August 2012 machte 
der Rechtsvertreter der Y. geltend, die Duplik/Widerklagereplik der Gegenpartei 
sei angesichts der bewilligten Fristerstreckung bis zum 19. Juli 2012 verspätet 
eingegangen. Zum einen sei dieser zusätzlichen Fristerstreckung nur deshalb zu-
gestimmt worden, weil der gegnerische Rechtsvertreter eine Einreichung der 
Rechtsschrift bis zu diesem Datum zugesichert habe. Zum anderen habe die kon-
krete Fristsetzung trotz der allfälligen Geltung der Gerichtsferien keine Bedeutung, 
weil der Termin fixiert gewesen sei. Er ersuche daher, diese Rechtsschrift aus 
dem Recht zu weisen. 

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F. Der Rechtsvertreter von X. führte mit Stellungnahme vom 31. August 2012 
aus, ihm sei eine Fristerstreckung bis zum 19. Juli 2012 gewährt worden. Dieser 
Termin sei unbestreitbar in die Zeit der Gerichtsferien gefallen. Der Fristenstill-
stand gemäss Art. 145 ZPO betreffe die gesetzlichen und richterlichen Fristen und 
umfasse gemäss Lehre auch Nachfristen und erstreckte Fristen. Demnach sei die 
Rechtsschrift am 20. August 2012 unter Berücksichtigung der Gerichtsferien und 
des Wochenendes rechtzeitig eingereicht worden.

G. Mit prozessleitender Verfügung vom 26. September 2012, gleichentags 
mitgeteilt, erkannte der Instruktionsrichter am Bezirksgericht Plessur wie folgt:

„1. Die Rechtsschrift vom 20. August 2012, Duplik und Widerklageantwort 
der beklagtischen Partei wird aus dem Recht gewiesen.

2. Die Kosten dieses Entscheides von CHF 250.00 gehen zu Lasten der 
beklagtischen Partei und sind innert 30 Tagen auf das PC-Konto 70-
3596-3 des Bezirksgerichts Plessur zu überweisen. Zudem hat sie die 
klägerische Partei ausseramtlich mit CHF 500.00 zu entschädigen.

3. (Rechtsmittelbelehrung).

4. (Mitteilung).“

H. Gegen diese Verfügung liess X. mit Eingabe vom 4. Oktober 2012 beim 
Kantonsgericht von Graubünden Beschwerde erheben, wobei er das folgende 
Rechtsbegehren stellte:

„1. Die Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Plessur vom 26. Sep-
tember 2012 im Verfahren Nr. 115-2011-139 sei aufzuheben.

2. Die Vorinstanz sei anzuweisen, dem Beschwerdeführer eine Nachfrist 
zur Einreichung der Duplik/Widerklagereplik einzuräumen oder es sei 
die am 20. August 2012 eingereichte Schrift als rechtzeitig eingereicht 
zu erklären.

3. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu gewähren, ausge-
nommen die Referentenaudienz vom 24. Oktober 2012 beim Bezirks-
gerichtspräsidium Plessur.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 8% MWSt.) 
zulasten der Beschwerdegegnerin und der Vorinstanz.“

I. Mit Schreiben vom 9. Oktober 2012 verzichtete die Y. unter Hinweis auf die 
Ausführungen in der angefochtenen Verfügung auf die Teilnahme am Beschwer-
deverfahren.

Auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerdeschrift sowie in der angefochte-
nen Verfügung wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein-
gegangen.

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II. Erwägungen

1. Gegen prozessleitende Verfügungen kann gemäss Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO 
dann Beschwerde geführt werden, wenn durch die angefochtene Verfügung ein 
nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht. Anfechtungsobjekt im vorlie-
genden Fall ist die prozessleitende Verfügung des Instruktionsrichters am Be-
zirksgericht Plessur vom 26. September 2012. Durch diese Verfügung hat der Be-
schwerdeführer einen nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil hinzunehmen, 
zumal seine Duplik/Widerklagereplik vom 20. August 2012 infolge Säumnis aus 
dem Recht gewiesen wurde. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereich-
te Beschwerde ist demzufolge einzutreten.

2. Mit der Beschwerde können gemäss Art. 320 lit. a und b ZPO die unrichtige 
Rechtsanwendung sowie die offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachver-
halts gerügt werden. Der Begriff der unrichtigen Rechtsanwendung umfasst jeden 
Verstoss gegen geschriebenes und ungeschriebenes Recht, sei es Bundesrecht 
oder kantonales Recht. Für Rechtsfragen hat die Beschwerdeinstanz somit die 
gleiche freie Kognition wie die Vorinstanz (Alexander Brunner in: Paul Oberham-
mer [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, Basel 2010, N 2 zu Art. 310 und N 2 zu Art. 
320; Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweize-
rische Zivilprozessordnung, Basel 2010, N 2 zu Art. 310 und N 1 zu Art. 320). 

3. Gegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet die Frage, ob die Vorin-
stanz die Duplik/Widerklagereplik vom 20. August 2012 zu Recht als verspätet 
qualifiziert und aus dem Recht gewiesen hat. Dabei ist zum einen zu prüfen, wann 
die Frist zur Einreichung der Rechtsschrift unter Berücksichtigung der - im konkre-
ten Fall unbestrittenermassen geltenden - Gerichtsferien tatsächlich abgelaufen ist 
und zum anderen, ob die Fristerstreckung insbesondere mit Blick auf den Grund-
satz von Treu und Glauben und auf die Androhung der Säumnisfolgen gesetzes-
konform angeordnet wurde. 

4. Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe am 22. Juni 2012 um Erstre-
ckung der Frist um weitere 14 Tage ersucht. Diesem Gesuch habe der gegneri-
sche Rechtsanwalt schriftlich zugestimmt. Beide Parteien hätten damit keinen fi-
xen Endtag gefordert und beide Parteien hätten gewusst, dass der Fristablauf in 
die Gerichtsferien fallen würde. Die Vorinstanz habe daraufhin am 26. Juni 2012 
eine zweite Fristerstreckung bis zum 19. Juli 2012 bewilligt. Der Beschwerdeführer 
sei davon ausgegangen, dass die Fristerstreckung, welche somit in den Gerichts-
ferien endete, für die restlichen beantragten Erstreckungstage über das Ende der 

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Gerichtsferien hinweg bis am 19. August 2012 dauerte. Daher sei die infrage ste-
hende Rechtsschrift erst am Montag, 20. August 2012 eingereicht worden. Entge-
gen der Auffassung der Vorinstanz habe er aufgrund aller Erfahrungen und der 
Praxis des Bezirksgerichts Plessur und bei den anderen Bezirksgerichten im Kan-
ton Graubünden davon ausgehen dürfen, dass ihm die ganze beantragte und von 
der Gegenpartei zugestandene Verlängerung von 14 Tagen und nicht nur 10 Tage 
zur Verfügung standen. Ungewöhnlich und willkürlich sei zudem auch, dass sich 
der Bezirksgerichtspräsident darauf berufe, es sei mit dem 19. Juli 2012 ein fixer 
Endtermin festgelegt worden, der aber wegen der Gerichtsferien auf den 16. Au-
gust 2012 gefallen sei. Wenn dies so gedacht gewesen wäre, hätte das Gericht in 
der Fristerstreckung auch den 16. August 2012 erwähnen müssen. Nur damit wä-
re wirklich klar gewesen, dass die Erstreckung nicht in vollem Umfang bewilligt 
worden sei. 

a) Während den Gerichtsferien stehen gesetzliche und gerichtliche Fristen still 
(Art. 146 Abs. 1 ZPO). Der Stillstand erfasst auch Nachfristen und erstreckte Fris-
ten. Durch den Fristenstillstand wird eine bereits laufende Frist angehalten oder 
der Beginn des Fristenlaufes gehemmt. Der Stillstand kann jedoch nur für die nach 
Tagen bestimmten prozessualen Fristen Anwendung finden. Mit anderen Worten 
bleiben die Gerichtsferien ohne Einfluss auf gerichtliche Fristen, deren Ablauf 
ausdrücklich auf einen ausserhalb liegenden Kalendertag festgesetzt wurde. Wird 
der Ablauf einer gerichtlichen Frist (versehentlich) auf einen in die Gerichtsferien 
fallenden Kalendertag fixiert, so ist eine Verlängerung bis zum ersten Tag nach 
deren Ende anzunehmen. Der erste Tag nach Ablauf des Stillstands ist stets 
zählender Tag der Frist, es sei denn es handle sich um deren letzten Tag und zu-
gleich einen Samstag, Sonntag oder anerkannten Feiertag (vgl. zum Ganzen Urs 
H. Hoffmann-Nowotny in: Paul Oberhammer [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, a.a.O., 
N. 2 und 5 zu Art. 145 mit Hinweisen; Barbara Merz, DIKE-Kommentar ZPO, 
Zürich/St. Gallen 2011, N. 6 zu Art. 146; Samuel Marbacher in, Baker & McKenzie 
[Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung ZPO, Bern 2010, N. 1 zu Art. 146).

b) Im vorliegenden Fall verhält es sich derart, dass die Vorinstanz dem Be-
schwerdeführer zur Einreichung der schriftlichen Duplik und Widerklagereplik 
zunächst Frist bis zum 13. Juni 2012 ansetzte (act. VI.14). Mit Schreiben vom 
13. Juni 2012 (act. VI.15) ersuchte der Beschwerdeführer sodann um eine Frister-
streckung von 30 Tagen. Das Bezirksgericht Plessur bewilligte am 14. Juni 2012 
zwar eine Fristerstreckung, jedoch nicht für die geforderten 30 Tage, sondern le-
diglich bis zum 5. Juli 2012, somit bloss für 22 Tage. In der Folge ersuchte der 
Beschwerdeführer mit Schreiben vom 22. Juni 2012 (act. VI.16) erneut um eine 

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Fristerstreckung, diesmal für die Dauer von 14 Tagen. Das Bezirksgericht Plessur 
kam diesem Gesuch insofern nach, als es die Frist bis zum 19. Juli 2012 erstreck-
te. Wie bereits bei der ersten Fristerstreckung hiess es jedoch nicht das Gesuch 
des Beschwerdeführers gut, sondern bewilligte eine Fristerstreckung bis zu einem 
konkret aufgeführten Tag. Daraus ist ersichtlich, dass es sich sowohl bei der ers-
ten wie auch bei der zweiten Fristerstreckung nicht um eine nach Tagen bestimm-
te Frist, sondern um eine auf einen bestimmten Kalendertag fixierte Frist handelte. 
Daran vermag auch der Umstand, dass die zweite Fristerstreckung hinsichtlich 
ihrer Dauer dem Gesuch des Beschwerdeführers entsprach, nichts zu ändern. 
Bereits bei der ersten Fristerstreckung, welche nicht im Umfang des Gesuchs ge-
währt wurde, war für den Beschwerdeführer ersichtlich, dass es sich bei der vom 
Bezirksgericht Plessur angesetzten Frist gerade nicht um eine Tagesfrist handeln 
konnte. Da die zweite Fristerstreckung in derselben Form wie die erste erfolgte, 
musste er davon ausgehen, dass es sich folgerichtig auch um dieselbe Art von 
Frist handelte. Steht nach dem Gesagten fest, dass die Fristerstreckung (verse-
hentlich) auf einen in die Gerichtsferien fallenden Kalendertag, nämlich den 
19. Juli 2012, fixiert war, so ist eine Verlängerung bis zum ersten Tag nach Ende 
der Gerichtsferien, somit bis zum 16. August 2012 (Donnerstag) anzunehmen. 

5. Der Beschwerdeführer beruft sich auf eine Verletzung des Grundsatzes von 
Treu und Glauben gemäss Art. 52 ZPO. Das Vorgehen der Gerichtskanzlei habe 
nicht nur von der Parteidisposition und der bisherigen Übung abgewichen, son-
dern sei mit Blick auf die sonst geübte Praxis völlig aussergewöhnlich. Damit habe 
das Gericht gegen Art. 52 ZPO verstossen, woraus ihm kein prozessualer Nachteil 
erwachsen dürfe. Wie bereits dargelegt wurde, ging das Bezirksgericht sowohl bei 
der ersten wie auch bei der zweiten Fristerstreckung in derselben Art vor. Es ver-
hält sich somit nicht so, dass das Gericht in willkürlicher Weise einmal eine auf 
einen bestimmten Kalendertag fixierte Frist und einmal eine Tagesfrist angesetzt 
hätte. Vielmehr gewährte es bereits bei der ersten Fristerstreckung nicht vollum-
fänglich die vom Beschwerdeführer anbegehrte Zeit, sondern setzte das Fristende 
auf einen fixen Kalendertag fest, was jedoch der Beschwerdeführer in keinster 
Weise beanstandete. Darüber hinaus bestehen keine Vorschriften darüber, dass 
ein Gericht eine Frist nur nach Tagen und nicht auf einen konkreten Fixtag festle-
gen darf. Wie sich aus den vorstehenden Ausführungen ergibt, ist letzteres ohne 
weiteres zulässig und wird gemäss Lehre auch praktiziert (vgl. hierzu Urs H. Hoff-
mann-Nowotny in: Paul Oberhammer [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, a.a.O., N. 2 
und 5 zu Art. 145 mit Hinweisen; Barbara Merz, DIKE-Kommentar ZPO, a.a.O., N. 
6 zu Art. 146; Samuel Marbacher in, Baker & McKenzie [Hrsg.], Schweizerische 

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Zivilprozessordnung ZPO, a.a.O., N. 1 zu Art. 146). Daran vermag auch der Ver-
weis auf die Praxis anderer Gerichte nichts zu ändern. Dem Einwand des Be-
schwerdeführers, das Vorgehen des Gerichts habe damit nicht nur von der Partei-
disposition und der bisherigen Übung abgewichen, sondern sei mit Blick auf die 
sonst geübte Praxis völlig aussergewöhnlich gewesen, kann daher nicht gefolgt 
werden. Dem Beschwerdeführer ist jedoch insofern zuzustimmen, dass einer Par-
tei aus einer unklaren Auskunft oder Anordnung kein Nachteil erwachsen darf. Im 
vorliegenden Fall war die Fristansetzung insofern nicht ganz klar, als die Frister-
streckung (versehentlich) auf einen in die Gerichtsferien fallenden Kalendertag 
fixiert wurde. Sinnvoll wäre gewesen, wenn das Gericht, wie generell bei richterli-
chen Fristen, die Gerichtsferien bereits bei der Ansetzung der Frist berücksichtigt 
hätte. Da der Partei aus dieser Unterlassung gestützt auf den Grundsatz von Treu 
und Glauben kein Nachteil erwachsen darf, endet die Frist - wie vorstehend darge-
legt - somit nicht am Tag, der in der richterlichen Verfügung genannt ist, sondern 
erst am ersten Tag nach Ablauf der Stillstandsperiode. Insofern wird dem Vertrau-
ensschutz nach Art. 52 ZPO genügend Rechnung getragen.

6. Des Weiteren rügt der Beschwerdeführer, dass die fragliche Fristerstre-
ckung, welche als eigentliche prozessleitende, einer Anfechtung unterliegende 
Verfügung gelte, nicht vom Bezirksgerichtspräsidenten selber unterzeichnet wor-
den ist. Damit sei sie ungültig, was zur Folge habe, dass ihm eine neue Frist zur 
Einreichung der Rechtsschrift angesetzt werden müsse. Der Beschwerdeführer 
verkennt dabei jedoch, dass nicht jede mangelhafte Eröffnung einer Verfügung 
schlechthin nichtig ist. Aus dem bereits zitierten Grundsatz, wonach einer Partei 
aus einer mangelhaften Eröffnung keine Nachteile erwachsen dürfen, folgt viel-
mehr, dass dem beabsichtigten Rechtsschutz auch dann Genüge getan ist, wenn 
eine objektiv mangelhafte Eröffnung trotz des Mangels ihren Zweck erreicht. Das 
bedeutet nichts anderes, als dass im konkreten Einzelfall zu prüfen ist, ob die be-
troffene Partei durch den gerügten Eröffnungsmangel tatsächlich irregeführt und 
dadurch benachteiligt worden ist. In diesem Sinne findet die Berufung auf Form-
mängel ihre Grenzen am Grundsatz von Treu und Glauben, der auch in diesem 
prozessualen Bereich gilt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_120/2012 vom 21. 
Juni 2012 E. 4.1). Im vorliegenden Fall ist nicht ersichtlich und wird auch nicht 
näher ausgeführt, inwiefern dem Beschwerdeführer ein Nachteil daraus erwach-
sen sein soll, dass die Gewährung der Fristerstreckung nicht die Unterschrift des 
Bezirksgerichtspräsidenten, sondern einer Kanzleimitarbeiterin trug. Von einer 
Ungültigkeit der Verfügung kann somit keine Rede sein.

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7. Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, das Gericht habe die Parteien 
gemäss Art. 147 ZPO auf die Säumnisfolgen hinzuweisen, für den Fall, dass eine 
Prozesshandlung nicht rechtzeitig vorgenommen werde. Im vorliegenden Fall sei 
dieser Hinweis unterlassen worden, sodass sich die infrage stehende Fristerstre-
ckung auch aus diesem Grund als ungültig erweise. Demnach sei dem Beschwer-
deführer eine kurze Nachfrist zur Einreichung der Duplik/Widerklagereplik ein-
zuräumen. 

a) Gemäss Art. 147 Abs. 3 ZPO hat das Gericht die Parteien auf die Säumnis-
folgen hinzuweisen oder - gleichbedeutend - sie anzudrohen. Auf die Folgen der 
Säumnis ist sowohl bei der erstmaligen (und allenfalls gleichzeitig letztmaligen) 
Fristansetzung als auch bei einer Nachfrist hinzuweisen. Orientiert das Gericht in 
seiner Mitteilung nicht über die Konsequenzen der Säumnis, können die entspre-
chenden Folgen nicht eintreten. Die vorliegende Bestimmung ist demzufolge nicht 
als blosse Ordnungsvorschrift zu verstehen; vielmehr ist sie nach dem Prinzip von 
Treu und Glauben, auf dem sie beruht, Voraussetzung für den Eintritt der Präklu-
sivwirkung. Ähnlich wie bei der fehlenden Rechtsmittelbelehrung darf die säumige 
Partei bei mangelndem Hinweis auf die fehlende Präklusivwirkung vertrauen, aber 
nur dann, wenn sie die Rechtsfolge der Präklusivwirkung nicht erkannt hat und 
auch bei gebotener Sorgfalt nicht hätte erkennen können (vgl. zum Ganzen Barba-
ra Merz, a.a.O., N. 19 ff. zu Art. 147; Staehelin in: Sutter-Somm/Hasen-
böhler/Leuenberger, Kommentar zur schweizerischen Zivilprozessordnung [Hrsg.], 
Zürich/Basel/Genf 2010, N. 10 zu Art. 147 mit weiteren Hinweisen).

b) Im vorliegenden Fall bringt der Beschwerdeführer zwar vor, es habe der 
Hinweis auf die Rechtsfolgen gefehlt, er macht jedoch nicht geltend, die Rechts-
folge der Präklusivwirkung nicht erkannt zu haben. Die verspätete Einreichung der 
fraglichen Duplik/Widerklagereplik begründet er in seiner Beschwerdefrist vielmehr 
damit, dass er davon ausgegangen sei, die Frist sei bis zum 19. August 2012 er-
streckt worden. Daran hätte sich auch nichts geändert, wenn die Gewährung der 
Fristerstreckung mit den Säumnisfolgen versehen gewesen wäre. Kommt hinzu, 
dass bei Rechtsanwälten grundsätzlich strengere Anforderungen an die gebotene 
Sorgfalt zu stellen sind. Insbesondere nachdem bereits in der ursprünglichen 
Fristansetzung vom 23. Mai 2012 (act. B.2) ausdrücklich darauf hingewiesen wur-
de, dass das Verfahren ohne weiteres fortgeführt würde, wenn die beklagte Partei 
auf die Duplik und Widerklagereplik verzichte oder sie diese versäume, hätte der 
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit gebotener Sorgfalt erkennen müssen, 
dass diese Säumnisfolge trotz Fristerstreckung weiterhin Gültigkeit hat. Auch unter 
diesem Aspekt ist die fragliche Fristerstreckung nicht als ungültig zu qualifizieren. 

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8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Frist zur Einreichung der Du-
plik/Widerklagereplik am 16. August 2012 endete. Da der Beschwerdeführer seine 
Eingabe jedoch erst am 20. August 2012 einreichte, ist diese als verspätet zu qua-
lifizieren und aus dem Recht zu weisen. Mit der Fristansetzung durch das Bezirks-
gericht Plessur wurden keine Gesetzesbestimmungen und/oder Verfahrens-
grundsätze verletzt, weshalb der Antrag des Beschwerdeführers auf Ansetzung 
einer kurzen Nachfrist nicht gutgeheissen werden kann. Die Beschwerde ist dem-
zufolge vollumfänglich abzuweisen.

9. Nach Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten, die sich aus den Ge-
richtskosten und der Parteientschädigung zusammensetzen (Art. 95 Abs. 1 ZPO), 
grundsätzlich der unterliegenden Partei auferlegt. Gemäss Art. 114 lit. c ZPO wer-
den den Parteien bei Streitigkeiten aus einem Arbeitsverhältnis bis Fr. 30‘000.-- 
keine Gerichtskosten auferlegt, was gemäss bundesgerichtlicher Praxis in allen 
Verfahrensstufen und vor allen Instanzen sowie auch bei Streitigkeiten über pro-
zessuale Nebenpunkte zu gelten hat (vgl. Adrian Urwyler in: DIKE-Kommentar 
ZPO, a.a.O., N. 7 zu Art. 114 mit Hinweis). Laut Klageschrift vom 2. Dezember 
2011 wurden vor der Vorinstanz Fr. 50‘000.-- zuzüglich 5% Zins seit dem 9. März 
2011 eingeklagt. Die Kostenbefreiungsbestimmung von Art. 114 lit. c ZPO gelangt 
daher nicht zur Anwendung, weshalb die Kosten des Beschwerdeverfahrens von 
Fr. 1‘500.-- zu Lasten von X. gehen. Die Y. verzichtete auf eine Teilnahme am Be-
schwerdeverfahren, weshalb ihr auch keine Parteientschädigung zuzusprechen 
ist. 

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1‘500.-- gehen zu Lasten 
des Beschwerdeführers. 

3. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 15'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. a des Bundesge-
richtsgesetzes (BGG) Beschwerde an das Schweizerische Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht 
schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der 
Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzu-
reichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Vor-
aussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 
ff. und Art. 90 ff. BGG.   

4. Mitteilung an: