# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f26e6aa7-45c3-5d59-812c-715a390d03aa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.09.2010 E-6199/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6199-2006_2010-09-10.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6199/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richterin Regula Schenker Senn (Vorsitz), 
Richter Martin Zoller, Richter Kurt Gysi, 
Gerichtsschreiber Rudolf Raemy.

A._______,
Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 
18. Oktober 2006 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6199/2006

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer,  ein  Angehöriger  tamilischer  Ethnie  aus 
B._______ (Distrikt Batticaloa), reichte mit Eingabe vom 3.  Juni 2006 
bei  der  Schweizer  Botschaft  in  Colombo  – dort  eingegangen  am 
7. Juni  2006 –  ein  Asylgesuch  ein  und ersuchte  um Bewilligung  der 
Einreise in die Schweiz.

Zur Begründung seines Gesuchs machte er geltend, er sei  Reporter 
für zwei in Batticaloa erscheinende tamilische Zeitungen (...). Daneben 
sei  er  persönlicher  Sekretär  von  C._______,  welcher  Parla-
mentsmitglied für den Distrikt  Batticaloa sei. Wiederholt  habe er von 
unbekannten Personen telefonisch und auf andere Weise Drohungen 
erhalten,  in  welchen  er  mit  dem  Tode  bedroht  und  verschiedenster 
Dinge beschuldigt worden sei. Er sei aufgefordert worden, von seiner 
Reportertätigkeit  und  seinen  politischen  Aktivitäten  abzusehen.  Am 
16. Mai 2006 sei er auf dem Weg von (...) von unbekannten Personen 
angehalten  und  aus  dem  Wagen  gezerrt  worden.  Die  Unbekannten 
hätten ihn sodann erschiessen wollen, seien aber durch Schreie von 
Passanten verjagt  worden und seien weggerannt. Am 26. Mai  2006, 
um 20.30 Uhr, habe er sich im Haus von C._______ aufgehalten, als 
unbekannte Personen über die Mauer gesprungen seien und versucht 
hätten, ihn – den Beschwerdeführer – zu erschiessen. Er sei indessen 
weggerannt und habe die Polizei in B._______ informiert. Diese habe 
in  der  Folge unter  anderem zerbrochene Flaschen gefunden. Weiter 
führte der Beschwerdeführer aus, dass er für seine alte, kranke und 
verwitwete  Mutter  sowie  für  zwei  seiner  Schwestern  (inkl.  deren 
Kindern),  deren  Ehemänner  von  Unbekannten  erschossen  worden 
seien,  verantwortlich  sei.  Unter  diesen  Umständen  sei  es  ihm nicht 
möglich, weiter in Sri Lanka zu leben.

B.
Die  Schweizer  Botschaft  bestätigte  dem  Beschwerdeführer  am 
23. Juni 2006 den Eingang seines Gesuchs und forderte ihn auf, seine 
Vorbringen  detailliert  zu  schildern  und  mittels  Beweismitteln  zu 
belegen, sofern er an seinem Gesuch festhalten wolle.

C.
Der Beschwerdeführer reichte mit  Eingabe vom 10. Juli  2006 Kopien 

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folgender Dokumente  ein: (...). Zudem brachte er  das Original  eines 
Unterstützungsschreibens von C._______ vom 5. Juli 2006 bei.

D.
Am 5. September  2006  führte  die  Schweizer  Vertretung in  Colombo 
ein Interview mit dem Beschwerdeführer durch. Anlässlich dieser An-
hörung machte er unter anderem ergänzend eine Unterstützungstätig-
keit  für  das  Parlamentsmitglied  D._______  seit  1996  geltend.  Diese 
habe er indessen nach dem Erhalt  von Drohungen durch die Eelam 
People's  Democratic  Party  im  Jahre  2000  eingestellt  und   sei  nach 
E._______  umgezogen. Weiter  führte  er  aus,  dass  es  sich  bei  den 
Personen,  die  ihn  am  16. Mai  2006  hätten  erschiessen  wollen,  um 
Mitglieder der EPDP gehandelt  habe. Nach dem Vorfall  vom 26. Mai 
2006  habe  er  das  Haus  nicht  verlassen  und  habe  die  Polizei 
telefonisch informiert. Am 15. Juli  2006 habe er einen Drohbrief  und 
am  2.  sowie  am  6. August  2006  telefonische  Drohungen  von 
Unbekannten  erhalten.  Als  weitere  Beweismittel  reichte  er 
Niederschriften  von zwei  Telefonanrufen  und  eines  Drohbriefs  sowie 
einen  Auszug  aus  dem  "Information  Book"  der  Polizeistation  (...) 
(Anzeige  der  Mutter  des  Beschwerdeführers)  vom 17. August  2006, 
ausgestellt  am 31. August  2006,  mit  englischer  Übersetzung zu den 
Akten.  Gemäss  dieser  Anzeige  sei  der  Beschwerdeführer  am 
16. August 2006 in seiner Abwesenheit von vier bewaffneten Personen 
gesucht worden. Diese hätten ihn erschiessen wollen.

E.
Die  Schweizer  Vertretung  übermittelte  das  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers  am  5. September  2006  zuständigkeitshalber  an 
das BFM.

F.
Mit Verfügung vom 18. Oktober 2006 verweigerte das BFM die Einrei-
se des Beschwerdeführers in die Schweiz und lehnte sein Asylgesuch 
ab.  Dieser  Entscheid  wurde  dem  Beschwerdeführer  gemäss  Rück-
schein der srilankischen Post am 6. November 2006 und gemäss der 
vom Beschwerdeführer  bei  der  Schweizer  Botschaft  unterzeichneten 
Empfangsbestätigung  am  14. November  2006  eröffnet.  Auf  die 
Begründung  der  Verfügung  wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

G.
Der  Beschwerdeführer  reichte  mit  Eingabe  vom 17. November  2006 

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bei  der  Schweizer  Vertretung Beschwerde gegen die vorinstanzliche 
Verfügung  ein.  Sinngemäss  beantragte  er  die  Aufhebung  der 
Verfügung sowie die Bewilligung der Einreise in die Schweiz und die 
Gewährung  von  Asyl.  Auf  die  Begründung  der  gestellten  Begehren 
wird, soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

H.
Mit  Schreiben  vom  23. November  2006  überwies  die  Botschaft  die 
Beschwerdeeingabe  an  die  damals  zuständige  Schweizerische 
Asylrekurskommission (ARK).

I.
Der  Beschwerdeführer  gelangte  mit  Eingabe  vom  13. März  2007 
erneut  an die  Botschaft  und führte  unter  anderem aus,  dass  er  am 
21. Februar 2007 einem Entführungsversuch entkommen sei. Diesen 
habe er bei der Polizeistation (...) zur Anzeige gebracht. Weiter verwies 
er  auf  einen  Bombenanschlag  auf  das  Haus  von  C._______  vom 
21. Juli  2006 sowie darauf,  dass ein für  Jaffna zuständiger Reporter 
der Zeitung Thinakural entführt  und nicht wieder freigelassen worden 
sei. Als weitere Beweismittel legte er seiner Eingabe eine Übersetzung 
seiner  Anzeige bei  der  Polizeistation (...),  ein Bestätigungsschreiben 
von  C._______  sowie  ein  Schreiben  des  Rechtsanwalts  F._______ 
vom 9. März 2007 bei. 

J.
In  einem  Schreiben  vom  12. Januar  2009  verwies  der  Beschwer-
deführer vorab auf seine bisherigen Eingaben und führte unter ande-
rem aus, dass er unter dem Schutz und im Haus von C._______ lebe. 
Am  14. November  2008  sei  C._______  für  eine  Untersuchung 
mitgenommen worden  und  habe  sich  danach  ins  Ausland  begeben. 
Am  16. Dezember  2008  hätten  Personen  in  einem  weissen  Van  im 
Quartier  Erkundigungen  eingezogen,  hätten  sich  zwei  Tage  später 
telefonisch  nach  C._______  erkundigt  und  dabei  den  Namen  des 
Beschwerdeführers  erwähnt.  Es  sei  ihm  mitgeteilt  worden,  dass  sie 
alle umgebracht würden.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet im Bereich 
des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung  der  damals  bei  der  ARK  hängigen  Rechtsmittel  übernommen. 
Das neue Verfahrensrecht  ist  anwendbar  (vgl.  Art.  53  Abs. 2  VGG). 
Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 
soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art.  37  VGG und  Art. 6 
AsylG).

1.3 Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abge-
fasst. Aus prozessökonomischen Gründen wurde auf die Ansetzung ei-
ner  Frist  zur  Beschwerdeverbesserung  jedoch  verzichtet,  da  der  in 
Englisch verfassten Beschwerdeeingabe genügend klare, sinngemäs-
se  Rechtsbegehren  und  deren  Begründung  zu  entnehmen sind  und 
ohne weiteres darüber  befunden werden kann. Der vorliegende Ent-
scheid  ergeht  hingegen  in  deutscher  Sprache  (vgl.  Art. 33a 
Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).

1.4 Abgesehen vom sprachlichen Mangel ist die Beschwerde frist- und 
formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer  ist  durch  die  an-
gefochtene  Verfügung  besonders  berührt,  hat  ein  schutzwürdiges 
Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung und ist da-
her zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. 
Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1, 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwer-
de ist einzutreten.

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1.5 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

2.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wird vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet. 

3.

3.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu letzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Gemäss Art. 19 AsylG kann ein Asylgesuch im Ausland bei einer 
schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem Be-
richt an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Das Bundes-
amt  kann ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch ablehnen,  wenn die 
asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder ihr die 
Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden  kann  (vgl.  Art. 3, 
Art. 7  und  Art. 52  Abs. 2  AsylG).  Gemäss  Art. 20  Abs. 2  AsylG 
bewilligt  das  Bundesamt  einem Asylsuchenden  die  Einreise  zur  Ab-
klärung des Sachverhalts, wenn ihm nicht zugemutet werden kann, im 
Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land 
auszureisen.  Gestützt  auf  Art. 20  Abs. 3  AsylG  kann  das  Eid-
genössische  Justiz-  und  Polizeidepartement  (EJPD)  schweizerische 
Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu bewilligen, 
die  glaubhaft  machen,  dass  eine  unmittelbare  Gefahr  für  Leib  und 
Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art.  3 Abs. 1 AsylG 
bestehe.  Hinsichtlich  des  Verfahrens  bei  der  schweizerischen  Ver-
tretung im Ausland sieht Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 
1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vor, dass diese mit 
der  asylsuchenden  Person  in  der  Regel  eine  Befragung  durchführt 
(Art. 10  Abs. 1  AsylV 1).  Ist  dies  nicht  möglich,  so  wird  die  asyl-

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suchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten 
(Art. 10  Abs. 2  AsylV 1;  vgl.  hierzu  auch  Entscheide  des 
Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE] 2007/30).  Die 
Schweizer  Botschaft  in  Colombo führte  am 5. September  2006  eine 
persönliche  Befragung  des  Beschwerdeführers  gemäss  Art. 10 
Abs. 1 AsylV 1 durch.

3.3 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Vor-
aussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum 
zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von 
Art. 3 AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die 
Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die 
Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und 
objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die 
voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilationsmöglichkeiten  in 
Betracht  zu  ziehen.  Ausschlaggebend  für  die  Erteilung  der 
Einreisebewilligung  ist  dabei  die  Schutzbedürftigkeit  der  betroffenen 
Personen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin die 
Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3  AsylG 
glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die 
Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet  werden kann  (vgl. dazu 
die  in  diesem ganzen  Zusammenhang  nach  wie  vor  massgeblichen 
EMARK  1997  Nr. 15  E. 2.e-g  S. 130 f.,  EMARK  2004  Nr. 20  E. 3b 
S. 130 f. und Nr. 21 E. 2 S. 136 f., EMARK 2005 Nr. 19 E. 4 S. 174 ff.).

4.

4.1 Das BFM wies das Einreise- und Asylgesuch des Beschwerdefüh-
rers gestützt auf Art. 20 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 3 AsylG ab. Zur Be-
gründung führte es aus, die Schilderungen des Beschwerdeführers ge-
nügten aufgrund widersprüchlicher und unstimmiger Angaben bezüg-
lich  zentraler  Vorbringen  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit 
nicht.  So  mache  der  Beschwerdeführer  zu  bestimmten  Ereignissen 
(Tötungsversuch  vom  16.  Mai  2006  und  Überfall  aufs  Haus  von 
C._______  vom  26.  Mai  2006)  andere  Datumsangaben  als  das 
Bestätigungsschreiben  der  Nonviolent  Peaceforce,  gemäss  welchem 
sich die Ereignisse im März 2006 zugetragen haben sollen. Letzteres 
erwähne  zudem  einen  Vorfall  vom  30.  März  2006,  der  vom  Be-
schwerdeführer  selber  nicht  geltend  gemacht  worden  sei.  Wider-
sprüchlich seien sodann die Aussagen zu den Urhebern des Überfalls 

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vom 16. März  (beziehungsweise  Mai)  2006  sowie  der  Beschreibung 
des zweiten Überfalls. Der als Beweismittel eingereichte Polizeirapport 
erwähne zudem in Bezug auf den zweiten Überfall  lediglich telefoni-
sche Drohungen, nicht indessen einen konkreten Angriff. Bei der An-
hörung durch die Schweizer Botschaft in Colombo habe der Beschwer-
deführer  sodann  verschiedene  Ereignisse  trotz  konkreter  Fragestel-
lung nicht erwähnt. Weiter habe es der Beschwerdeführer unterlassen, 
einen angeblich am 15. Juli  2006 erhaltenen Drohbrief  einzureichen, 
oder zu erklären, weshalb es ihm nicht möglich sei, diesen einzurei-
chen. Unklar seien schliesslich auch seine Angaben in Bezug auf den 
Beginn der geltend gemachten telefonischen Bedrohungen. Aufgrund 
der Unstimmigkeiten in seinen Vorbringen habe der Beschwerdeführer 
keine  für  die  Erteilung  der  Einreisebewilligung  relevante  Vorbringen 
glaubhaft  machen  können. Eine  konkrete  und  gegen  ihn  persönlich 
gerichtete Verfolgung sei aus den Akten nicht erkennbar. Es erübrige 
sich daher, auf eine allfällige asylrechtliche Relevanz der Vorbringen 
sowie  auf  eine  mögliche  innerstaatliche  Aufenthaltsalternative  näher 
einzugehen.

4.2 In der Begründung seiner Beschwerde erklärte der Beschwerde-
führer den ihm in Bezug auf das Datum des ersten Überfalls vorgehal-
ten Widerspruch (März beziehungsweise Mai 2006) dadurch, dass sich 
der Überfall im März ereignet habe, die Anzeige bei der Polizei dage-
gen im Mai eingereicht worden sei. Weiter machte der Beschwerdefüh-
rer  Angaben zur Sicherheitslage junger Tamilen. Viele junge Tamilen 
würden durch Unbekannte in weissen Vans entführt und getötet. Es sei 
bekannt, dass dabei die Karuna-Gruppe, die EPDP und die Geheim-
dienstkräfte bei der Verfolgung von der Tamil United Liberation Front 
(TULF)  nahe  stehenden  Personen  zusammenarbeiten  würden,  da 
davon  ausgegangen  werde,  dass  diese  die  LTTE  unterstützten.  In 
Colombo  seien  ungefähr  60  Tamilen  festgenommen  worden.  Einige 
seien  nach  Lösegeldzahlungen  frei  gekommen,  andere  seien 
umgebracht  worden. Weiter  verwies der Beschwerdeführer auf  einen 
Bombenanschlag,  welcher  am  21. Juli  2006  auf  das  Haus  von 
C._______ verübt worden sei. Der Beschwerdeführer und C._______ 
seien dem Tod nur  entkommen, weil sie ausser Haus gewesen seien.

In der Eingabe vom 13. März 2007 wurde ergänzend ausgeführt, dass 
der  Beschwerdeführer  am  21. Februar  2007  einem  Entführungsver-
such  entkommen  sei.  Diesen  habe  er  bei  der  Polizeistation  (...)  zur 
Anzeige gebracht. Weiter wurde unter anderem darauf verwiesen, dass 

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ein für Jaffna zuständiger Reporter der Zeitung Thinakural entführt und 
nicht wieder freigelassen worden sei.

In seiner Eingabe vom 12. Januar 2009 verwies der Beschwerdeführer 
vorab auf seine bisherigen Eingaben und führte unter anderem aus, 
dass er unter dem Schutz und im Haus von C._______ lebe. Dieser sei 
am 14. November 2008 für eine Untersuchung mitgenommen worden 
und   danach  ins  Ausland  gereist.  Am  16. Dezember  2008  hätten 
Personen  in  einem  weissen  Van  im  Quartier  Erkundigungen 
eingezogen und sich  zwei  Tage später  unter  Nennung des  Namens 
des  Beschwerdeführers  nach  C._______  erkundigt.  Es  sei  ihm 
mitgeteilt  worden,  dass  sie  alle  getötet   würden.  Aufgrund  der 
Drohungen  und  aus  Angst  sei  er  seit  mehr  als  zweieinhalb  Jahren 
nicht  mehr  in  seinem Haus  im  Distrikt  E._______  gewesen,  und  in 
Colombo könne er  sich  nicht  mehr  frei  bewegen. Er  sei  mental  und 
physisch müde geworden. Täglich  würden  in  Sri  Lanka  Medienleute 
umgebracht  und  auch  Medienunternehmen  angegriffen.  In  der 
Abwesenheit von C._______ befürchte er, dass ihm etwas widerfahren 
könne. Aus diesem Grund sei ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren, 
bis sich die Verhältnisse in Sri Lanka verbessert hätten.

4.3 Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zum Schluss, dass das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
zu  Recht  und  mit  zutreffender  Begründung  abgewiesen  hat  und 
schliesst sich der Ansicht der Vorinstanz an, wonach die geltend ge-
machten  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an 
die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG beziehungsweise denjenigen 
an  die  Voraussetzungen  zur  Gewährung  einer  Einreisebewilligung 
nicht  zu  genügen  vermögen.  Die  Vorinstanz  hat  im  angefochtenen 
Entscheid die Gründe, weshalb aufgrund der Aktenlage die Vorbringen 
des Beschwerdeführers als unglaubhaft zu erachten sind, in schlüssi -
ger und nachvollziehbarer Weise aufgezeigt. Insbesondere hat sich der 
Beschwerdeführer  in  Bezug  auf  das  Datum  und  die  Urheber  des 
Überfalls  auf  das  Haus  von  C._______  vom  16. März 
(beziehungsweise  Mai)  2006  und  sein  Verhalten  nach  dem  Vorfall 
widersprochen. Seine Aussagen decken sich nicht mit den Angaben im 
dazu als Beweismittel eingereichten Polizeirapport vom 29. Mai 2006, 
erwähnt doch dieser beispielsweise weder einen konkreten Angriff auf 
den Beschwerdeführer noch die Abgabe eines oder mehrerer Schüs-
se. Nicht nachvollziehbar ist sodann, dass im eingereichten Beweismit-
tel der  "Nonviolent  Peaceforce"  vom 4. Juli  2006  ein  – offensichtlich 

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nicht unerhebliches – Ereignis (der Beschwerdeführer sei am 30. März 
2006 zu Hause von einer  unbekannten bewaffneten Person gesucht 
worden) vom Beschwerdeführer selber nicht geltend gemacht wurde. 
Ebenfalls  schwer  verständlich  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  den 
Bombenabgriff  vom  21. Juli  2006  auf  das  Haus  von  C._______ 
anlässlich  der  bei  der  Botschaft  durchgeführten  Anhörung  am 
5. September  2006  nicht  erwähnt,  sondern  diesen  erstmals  auf 
Beschwerdeebene geltend gemacht hat. Soweit der Beschwerdeführer 
schliesslich  in  seiner  Beschwerde  ausführt,  er  habe  diesen 
Bombenangriff  zusammen mit  C._______ nur  deshalb  überlebt,  weil 
sie  zu  diesem  Zeitpunkt  nicht  zu  Hause  gewesen  seien,  ist 
festzuhalten, dass öffentlich zugänglichen Quellen entnommen werden 
kann,  dass  sich  – zumindest –  C._______  und  mehrere  seiner 
Verwandten zum Zeitpunkt  des Anschlags im Haus befunden haben 
sollen. Aufgrund  dieser  Ungereimtheiten  erübrigt  es  sich,  weiter  auf 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  einzugehen,  und  es  kann  zur 
Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  entsprechenden 
Ausführungen  im  angefochtenen  Entscheid  verwiesen  werden  (vgl. 
Art. 109 Abs. 3 BGG i.V.m. Art. 6 AsylG).

Die Ausführungen auf Beschwerdeebene sowie die dazu eingereichten 
Beweismittel  sind nicht geeignet,  die angefochtene Verfügung in ent-
scheidwesentlicher Hinsicht in einem anderen Licht erscheinen zu las-
sen. So verzichtet der Beschwerdeführer weitestgehend darauf, zu den 
ihm  in  der  angefochtenen  Verfügung  vorgehaltenen  Widersprüchen 
und Unstimmigkeiten konkret  Stellung zu nehmen. Sein einziges auf 
Beschwerdeebene  gemachtes  Vorbringen,  wonach  sich  der 
Widerspruch  in  Bezug  auf  die  Datierung  des  Vorfalls  vom  März 
beziehungsweise Mai 2006 dadurch erkläre, dass sich der Vorfall  im 
März  ereignet  habe,  die  Anzeige  dagegen  im  Mai  2006  eingereicht 
worden sei, vermag nicht zu überzeugen, zumal der Beschwerdeführer 
diesen  Vorfall  in  der  Anhörung  vom  5. September  2006  – nach 
entsprechendem Vorhalt – mit  Mai  2006 datiert  hat,  so dass die auf 
Beschwerdeebene  abgegebene Erklärung  im  Widerspruch  zu  seiner 
früheren Aussage steht. 

Aufgrund  der  verschiedenen  von  der  Vorinstanz  festgehaltenen  und 
auf Beschwerdeebene unwidersprochen gebliebenen Ungereimtheiten 
sind die zusammen mit der Beschwerde eingereichten Beweismittel - 
Schreiben  von  C._______.  vom  13. März  2007,  Übersetzung  einer 
Polizeianzeige vom 21. Februar 2007 und Schreiben von Rechtsanwalt 

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F._______  vom  9. März  2007  -  nicht  geeignet,  zu  einem  anderen 
Ausgang  des  Verfahrens  zu  führen.  Zu  ersterem  kann  der 
Vollständigkeit  halber  festgehalten  werden,  dass  in  diesem 
Bedrohungen  des  Beschwerdeführers  durch  die  "Srilanka  Forces" 
geltend  gemacht  werden,  was  indessen  vom  Beschwerdeführer 
anlässlich der Anhörung vom 5. September 2006 ausdrücklich verneint 
worden ist.

Soweit  sich  der  Beschwerdeführer  sodann  in  seiner  Eingabe  vom 
13. März  2007  auf  einen  versuchten  Überfall  vom 21. Februar  2007 
durch  unbekannte  Personen  auf  Motorrädern  beruft  und  dazu  eine 
Übersetzung  seiner  Anzeige  bei  der  Polizei  in  (...)  einreicht,  ist 
festzuhalten, dass sich aus diesem Vorkommnis, welches lediglich mit 
der Übersetzung einer Anzeige belegt wird, keine konkreten Hinweise 
auf eine asylrechtlich relevante Verfolgung ergeben.

Aus  dem  Schreiben  von  Rechtsanwalt  F._______,  das  keine 
substanziierten   Angaben  zur  angeblichen  Verfolgungssituation  des 
Beschwerdeführers  enthält,  sondern  vielmehr  Ausführungen  zur 
allgemeinen  Situation  in  Sri  Lanka  beinhaltet,  vermag  der 
Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.

4.4 Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer 
keine aktuelle Gefährdung beziehungsweise keine konkreten Hinweise 
auf  eine unmittelbare künftige Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG 
darzulegen  vermochte.  Die  vom Beschwerdeführer  geltend  gemacht 
Furcht scheint zudem nicht derart  zu sein, dass ihm der Verbleib im 
Heimatland  nicht  zugemutet  werden  könnte  (Art.  20  Abs. 2  AsylG). 
Unter diesen Umständen hat die Vorinstanz dem Beschwerdeführer zu 
Recht  das Asyl  verweigert  und die Erteilung der  Einreisebewilligung 
verweigert.

5.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

6.
Bei diesem Ausgang wären die Verfahrenskosten von Fr. 600.– grund-
sätzlich dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen (Art. 63  Abs. 1 VwVG). 

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E-6199/2006

Aus verwaltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art.  6 
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen  vor dem Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 173.320.2) 
ist  allerdings auf  die  Erhebung von diesen Verfahrenskosten zu ver-
zichten. 

(Dispositiv nächste Seite)

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E-6199/2006

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
Schweizer Botschaft in Colombo

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Rudolf Raemy

Versand: 

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