# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 71275253-9b16-5fab-bfdf-e0a3a5ab54fe
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-12-12
**Language:** de
**Title:** Verbesserung der Arbeitsfähigkeit durch Gutachten ausgewiesen, abgestufte Invalidenrente ist zu Recht erfolgt. Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2016.00900
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.00900.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.00900
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Sozialversicherungsrichterin Sager
Gerichtsschreiberin Peter-Schwarzenberger
Urteil
vom
12. Dezember 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Tobias
Figi
Fankhauser Rechtsanwälte
Rennweg 10, 8022 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1973, ha
t keinen Beruf erlernt, ist Mut
ter von
zwei Kindern (geboren 1995 und 1998)
und lebt seit 1992 in der Schweiz, wo sie als Putzfrau im Stundenlohn tätig sowie Hausfrau war (Urk.
8
/7 Ziff. 1.6, Ziff. 3.1-
3.2
,
Ziff.
5.3
-
5.
5). Am 25.
Oktober 2011 meldete sie sich unter Hinweis auf ein seit April 2011 bestehendes Rückenleiden (Diskushernie) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
8
/7 Ziff. 6.2-
6.3
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die medi
zinische und erwerbliche Situation ab
, holte
Arbeitgeberberichte (
Urk.
8/
18-19
, Urk.
8
/25, Urk.
8
/
30) sowie einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK
Auszug, Urk.
8
/20) ein und zog Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk.
8
/17,
Urk.
8
/39) bei. Zudem führte sie eine Haushaltabklärung durch, worüber am
10.
September 2012 berichtet wurde (Urk.
8
/36).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8
/43
, Urk.
8
/48, Urk.
8
/51
)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 7. Juni 2013 einen Rentenanspruch (Urk.
8
/53).
Die dagegen erhobene Beschwerde (Urk.
8
/55/3-15
= Urk.
8
/84
) wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 1
8.
Dezember 2013 in dem Sinne gutgeheissen, dass die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese nach erfolgter Abklärung neu verfüge (IV.2013.00653, Urk. 8/61
= Urk.
8
/82
).
1.2
In Nachachtung dieses Urteils veranlasste
die
IV-Stelle
unter anderem ein
orthopädisches Gutachten, das am 19. August 2014 erstattet wurde (Urk.
8
/81, vgl. Urk.
8
/86)
und
gab beim
Y.___
ein Gutachten inklusive einer
Evaluation der funktionellen Leistungsfäh
igkeit (EFL) de
r
Versicherten in Auftrag
,
das
am 2. Juni 2015
erstattet
wurde
(Urk.
8
/105).
Die IV-Stelle
holte IK-Auszüge ein (Urk.
8
/123, Urk.
8
/136, Urk.
8
/139-140)
und
veranlasste
überdies
eine Haushaltabklärung, worüber am 16.
Oktober
2015 berichtet wurde (Urk.
8
/122).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
8
/127, Urk.
8
/133,
Urk.
8
/138
) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 28. Juni 2016
bei einem
Invaliditätsgrad von 85 %
eine
befristete
ganze Rente
von
April 2012 b
is
Dezember 2013 zu (Urk.
8
/151 = Urk. 2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 26. August 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 28. Juni 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr auch ab Januar 2014 eine Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1).
Mit
Eingabe vom 13. September 201
6
reichte die Versicherte zwei Arztberichte ein (Urk. 5, Urk. 6/1-2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
23. September 2016 (Urk. 7
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde
der Beschwerdeführerin am 26. September 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 9
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
Bundesgesetz über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG) Versicherte
, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit
und der
Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt)
ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich
ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr z
umutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom 28. Juni 2016 (Urk. 2) fest,
dass die Abklärungen vor Ort am 12. August 2015 ergeben hätten, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden weiterhin im Rahmen von 80 % einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Die restlichen 20 % würden in den Aufgabenbereich entfallen. Ab Lehrabschluss ihres Sohnes, voraussichtlich im Juni 2016, sei von einer Vollerwerbstätigkeit auszugehen (S. 5 oben).
D
ie Beschwerdeführerin sei seit April 2011 in ihrer Arbeitsfähigkeit einge
schränkt.
Bei Ablauf der einjährigen Wartezeit habe weiterhin eine Arbeitsunfä
higkeit von 100 % für jegliche Erwerbstätigkeiten bestanden. Daraus resultiere im Erwerbsbereich eine Erwerbseinbusse von 100 %; im Haushaltsbereich
habe
eine Einschränkung von 24.5 %
bestanden
. Ab 1. April 201
2
bestehe deshalb
bei einem Invaliditätsgrad von 85 %
ein Anspruch auf eine ganze Invaliden
rente.
Ab Oktober 2013 habe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätig
keiten bestanden.
Bei einer Einschränkung von weiterhin 24.5 % im Haushalt resultiere ein Invaliditätsgrad von 28 %, weshalb der Anspruch auf eine ganze Rente per 31. Dezember 2013 zu befristen sei
(S. 5, S. 6 oben)
. Seit November
2014 bestehe eine 75%ige Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten. Daraus resultier
e ein Invaliditätsgrad von 5 % (S. 6 oben).
2.2
Demgegenüber vertrat die Beschwerdeführerin den Standpunkt (Urk. 1)
,
dass sie aus finanzieller Sicht einer Tätigkeit in einem Pensum von 100 % nachgehen würde, wenn sie gesund wäre. In Anbetracht dessen und des Umstandes, dass ihr jüngstes Kind im Zeitpunkt der zweiten Abklärung im August 2015 bereits 17 Jahre alt und in der Lehre
gewesen sei
, sei sie erneut aus nicht nachvollzieh
baren Gründen als zu 80 % Erwerbstätige und als 20 % im Haushalt Tätige qualifiziert worden.
Die Abklärungsperson habe ihrem Rechtsvertreter anlässlich der Abklärung mündlich bestätigt, dass sie ab dem Tag der Abklärung vor Ort als zu 100 % Erwerbstätige und als zu 0 % im Haushalt Tätige qualifiziert werde
(S. 12 Ziff. 5.22). Die Beschwerdegegnerin habe für den Zeitraum nach dem 31. Dezember 2013 somit weiterhin den Invaliditätsgrad nach der gemischten Methode berechnet, obwohl in der Zwischenzeit das Urteil
des
Europäischen Gerichtshof
s für Menschenrechte
im Fall di
Trizio
gegen die Schweiz rechts
kräftig geworden und die gemischte Methode als diskriminierend und somit nicht im Einklang mit der geschlechtlichen Gleichberechtigung erachtet worden sei (S. 14 Ziff. 5.26
, S. 17 ff. Ziff. 7
). Zudem habe die Beschwerdegegnerin – aus näher genannten Gründen – das Invaliden- und
Valideneinkommen
nicht korrekt berechnet und beim Invalideneinkommen kein leidensbedingter Abzug berücks
ichtigt (S. 13 f. Ziff. 5.25-5.26, S. 15 ff. Ziff. 6.4-6.5).
2.3
Die
Zusprache
einer ganzen Rente von April 2012 bis Dezember 2013 ist vor
liegend unbestritten
.
Streitig
ist hingegen, ob die
ganze
Rente
auf Ende Dezem
ber 2013 zu Recht befristet wurde
.
3.
3.1
Das hiesige Gericht hat die Sache mit Urteil vom 18. Dezember 2013 (IV.2013.00653, Urk. 8/61 = Urk. 8/82) an die Beschwerdegegnerin zurückge
wiesen, weil sich die Parteien einig waren, dass zur Beurteilung des
Leistungs
anspruchs
der Beschwerdeführerin weitere medizinische Abklärungen angezeigt waren.
D
ie Parteien
hatten
zutreffend erkannt,
dass
insbesondere die Stellung
nahmen des RAD-Arztes vom 17.
Januar 2013 (vgl. Urk. 8/41/4
) und vom 21.
Mai 2013 (vgl. Urk. 8/52
) keine taugliche Grundlage für die Beurteilung des Gesundheitszustands und der daraus resultierenden (Rest
)Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin dar
stellten
, da sie nicht auf eigenen Untersuchungen beruhten und entsprechend weder befundunterlegt noch nachvollziehbar waren (E. 3).
3.2
Dr.
Z.___
, Fachärztin für Anästhesiologie, führte in ihrem Bericht vom 23. April 2013 (Urk. 8/54) aus, dass seit der Revisionsoperation im Januar 2012 unverändert neuropathische Schmerzen in der linken Wade bestünden, welche weder mit Infiltrationen im Bereich der Nervenwurzel noch mit Medikamenten befriedigend behandelt werden könnten. Chronische Schmerzen würden zu einer verminderten körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit führen, wesha
lb aus medizinischer Sicht eine
100%ige Arbeitsfähigkeit als unrealistisch erachtet werde. Eine sehr leichte körperliche Arbeit mit Wechselbelastung zu maximal 50 % sollte der Beschwerdeführerin jedoch möglich sein.
3.3
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
B.___
, erstattete das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene orthopädische Gutachten am
19. August 2014
(Urk. 8/81) gestützt auf die ihm überlassenen Akten (S. 1
lit
. b), die Angaben
der Beschwerdeführerin (S. 2 f.
lit
. c) und auf
seine
am 25. Mai und 20. Juni 2014
durchgeführten ambulanten
Untersuchungen (S. 3 f.
lit
. d
, vgl. Urk. 8/86
).
Der
Gutachter nannte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (S. 5
lit
. e):
-
erneut aktiviertes
radikuläres
Schmerzsyndrom L5/S1 links bei
Diskus
hernienrezidiv
L5/S1 links mit
-
erneuter leichter Behinderung de
r
austretenden Nervenwurzel S1 links, unveränderte Rissbildung im
Anulus
fibrosus
-
erneutes kleines Bandscheibenfragment im
Rezessus
lateralis
L5/S1 links
-
epidurale
Narbenbildung postoperativ auf Höhe L5/S1 links
-
Zustand nach mikrochirurgischer
Fenestration
L5/S1 links und
Sequest
rektomie
Juni 2011 (Klinik
C.___
)
-
Zustand nach offener Revisionsoperation Januar 2012 mit erneuter mikrochirurgischer
Fenestration
L5/S1 links, Dekompression und
Adhä
siolyse
S1 links, sowie Entfernung eines
kleinvolumigen
Diskushernien
rezidivs
-
depressive Verstimmung
Die Beschwerdeführerin sei in der bisherigen Tätigkeit als Reinigungsfachfrau zu 50 %
arbeitsfähig
, sowohl zeitlich als auch leistungsmässig
(S. 6
lit
. f). Da die Beschwerdeführerin keine Lehre absolviert habe und die Deutsche Sprache nur schlecht beherrsche, werde eine andere Tätigkeit kaum in Frage kommen. Die leidensangepasste Erwerbstätigkeit bestehe daher am ehesten wohl wieder in Putzarbeiten, wobei jedoch das Tragen von repetierenden Lasten über 5 kg ver
mieden werden sollte. Zur Verrichtung der Arbeiten sollte
der Beschwerde
führerin
ein leicht zu stossender Wagen zur Verfügung gestellt werden. Ar
bei
ten in gebückter,
kniender oder sitzender Haltung mit vorgebeugtem Oberkörper
sollten vermieden werden. Beim Tragen von Lasten bis 5 kg sollten diese nach Möglichkeit von beiden Armen, die Gewichte
al
so verteilt, getragen werden. Im Aufgabenbereich könne die Beschwerdeführerin keine Arbeiten in gebückter Haltung ausführen.
Sitzende Arbeiten mit stark vorgebeugtem Oberkörper soll
ten vermieden werden. Das Tragen von Lasten über 5 kg, insbesondere repetie
rend, sollte nach Möglichkeit
ebenfalls
vermieden werden. Die Arbeiten im Haushalt sollten abwechslungsweise teils sitzend, teils stehend durchgeführt werden. Damit könne eine zeitliche und leistungsmässige 50%ige Arbeitsfä
hig
keit erreicht werden (S. 7).
3.4
Dr.
A.___
ergänzte sein orthopädisches Gutachten vom 19. August 2014 (vorstehend
E. 3.
3
)
auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin (Urk. 8/85) am 1. September 2014 dahingehend
(Urk. 8/86)
, dass auch in optimal
leidensange
passter
Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestehe, sowohl zeitlich wie auch leistungsmässig. Eine Angabe zum zeitlichen Verlauf sei in Anbetracht des neuerlichen Rezidivs schwierig festzulegen. Er rechne ab seine
n
Untersuchungs
daten
vom 25. Mai und 20. Juni 2014 mit einer Verlaufsdauer von 3-6 Mona
ten, während der diese Arbeitsfähigkeit etwa anhalten könnte.
3.5
Nach Untersuchungen
am
1
6.
und 17. März 2015
erstatteten
PD
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, und
E.___
, Physiotherapeut,
Y.___
, das von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen Gutachten inklusive EFL am 2. Juni 2015
(
Urk. 8/105)
.
Die Gutachter
nannten die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 16 Ziff. 4):
-
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom sowie sensibles
Ausfallsyn
drom
S1 links
-
aktuell dominierende
Fazettengelenksproblematik
sowie
myofasziale
Beschwerden
-
intermittierendes
radikuläres
Reizsyndrom S1 möglich
, Differential
diagnose
neuromeningeale
Verkürzung bei narbigen Veränd
e
rungen
-
Status nach mikrochirurgischer
Fenestration
L5/S1 links und
Seques
terektomie
Juni 2011
-
Status nach offener Revision mit erneuter mikrochirurgischer
Fenestration
L5/S1 l
inks, Dekompression und
Adhäsio
lyse
S1 links und Entfernung eines
kleinvolumigen
Diskushernienrezidivs
Januar 2012
-
generalisierte
Hyperlaxität
(
Beightonscore
6/9)
Bei der EFL habe die leistungsbereite Beschwerdeführerin insbesondere Mühe bei den statischen Tests in vorgeneigter Position
gehabt
. Sie habe dabei über zunehmende Schmerzen in der Lendenwirbelsäule und über das „Einschlafen“ vom linken Fuss geklagt. Diese Angaben seien aufgrund der klinischen Befunde
nachvollziehbar. Zudem
hätten
die beobachteten Reaktionen nach Testende (Bewegung des linken Fusses) den Angaben entsprochen. Bemerkenswert sei auch die jeweils spontane Angabe des Verschwindens der
Parästhesien
nach zirka
2
Minuten nach Testende gewesen. Die Gutachter beurteilten die
Leis
tungsbereitschaft
der Beschwerdeführerin als zuverlässig. Die Konsistenz bei den Tests sei gut gewesen. Die Belastbarkeit liege allgemein im Bereich einer leicht
en
bis mittelschweren, wechselbelastenden Arbeit mit seltenen
Gewichts
belastungen
bis 17.5 kg (S. 16 f. Ziff. 4.1.1).
Die von der Beschwerdeführerin beschriebene angestammte Tätigkeit als Putz
frau liege von den maximalen Gewichtsbelastungen her im Bereich einer mit
telschweren Arbeit. Die bei der EFL ermittelte funktionelle Leistungsgrenze liege im Bereich einer leicht bis mittelschweren Arbeit mit seltenen
Gewichtsbelas
tungen
b
is 17.5 kg. Das seltene (ein- bis zweimal
pro Tag) Hantieren eines Kü
bels mit 25 Liter (von der Beschwerdeführerin geschätzt) sei demzufolge nicht zumutbar.
Die wesentliche Belastung der beschriebenen Tätigkeit als Putzfrau sei statischer Natur. Insbesondere das Staubsaugen, Boden nass
A
ufnehmen und Reinigen der Bürotische finde vorwiegend in vorgeneigt stehender Position statt und komme bis zu
3
Stunden pro Tag vor. Gemäss den Testresultaten sollten Tätigkeiten in vorgeneigter Position nur selten (das heisst maximal eine halbe Stunde pro Tag, verteilt) vorkommen. Somit sei der Beschwerdeführerin die Arbeit als Putzfrau nicht zuzumuten (S. 17 Ziff. 4.1.2
, S. 23 unten
).
Der Beschwerdeführerin seien andere berufliche Tätigkeiten
zumutbar, sofern es sich dabei um leichte bis mittelschwere Arbeiten handle, die wechselbelastend seien und seltene Gewichtsbelastungen bis 17.5 kg umfass
t
e
n
. Die Beschwerdeführe
rin könne ganztags arbeiten, sie benötige zusätzliche Pausen, insgesamt etwa
2
Stunden pro Tag. Vorgeneigtes Stehen, vorgeneigtes Sitzes, Knien und Hock
stellung sollte nur selten (maximal eine halbe Stunde pro Tag, verteilt) vor
kommen. Stossen und Ziehen sollte nur manchmal (maximal
3
Stunden pro Tag, verteilt) vorkommen (S. 17 Ziff. 4.1.3).
Im Rahmen der medizinischen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hielten die Gut
achter fest, dass unter Berücksichtigung der erhaltenen
Arbeitsbeschreibung in der angestammten Tätigkeit als Putzfrau sowohl in zeitlicher Hinsicht wie auch in leistungsmässiger Hinsicht eine erhebliche Einschränkung bestehe. Unter Annahme einer Ganztagesarbeit sei
der Beschwerdeführerin
mit einer Präsenz von
6
Stunden mit zusätzlichen Pausen von
1
Stunde und einer zusätzlichen Leistungsminderung aufgrund des Hantierens und vor allem Tragens von Lasten zu rechnen, was einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 50 % entspreche (S. 17 Ziff. 5.1).
Eine angepasste Tätigkeit im leicht
en
bis mittelschweren Bereich und wechsel
belastendem Charakter mit Wechsel zwischen Gehen, Stehen und Sitzen und seltenen Gewichtsbelastungen bis maximal 17.5 kg wäre der Beschwerde
führerin grundsätzlich ganztags zumutbar mit allerdings
2
Stunden vermehrten Pausen über den Tag verteilt. Die Pausen würden sich durch die doch erheblich eingeschränkten statischen Haltungsfunktionen, welche auch bei
Wechselpo
sitionierung
zu Einschränkungen fü
hr
t
e
n
,
und welche auch klinisch und struk
turell gegeben sei
en
, begründen. Entsprechend bestehe zum aktuellen Zeitpunkt eine Arbeitsfähigkeit von 75 % in einer entsprechend angepassten Tätigkeit
(S. 18 Ziff. 5.2)
.
Retrospektiv
habe
in der Phase der akuten Behandlung, zumindest bis zum Erreichen einer stabilen Situation nach der zweiten Operation, das heisst bis zum Mai 2012, keine Arbeitsfähigkeit
vorgelegen
. Möglicherweise wäre theore
tisch anschliessend eine Teilarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit möglich gewesen, wobei die Beschwerdeführerin in dieser Phase konstant 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden sei und keine Stellungnahme zu angepassten Tätigkeiten vorgenommen worden sei. Mindestens ab Oktober 2013 sei eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit attestiert worden und sei entsprechend auch zumutbar. Unter Berücksichtigung der erneuten Schmerzverstärkung im Frühjahr sei zumindest nicht von einem verbesserten Gesundheitszustand auszugehen und in Übereinstimmung mit der Einschätzung im Gutachten von Dr.
A.___
und auch seiner nachvollziehbaren Prognose sei bis Ende Oktober 2014 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auch in einer ange
passten Tätigkeit auszugehen. Ab November 2014 bestehe unter Abstützung auf den subjektiven Verlauf und auch in Übereinstimmung mit der aktuellen klinischen Untersuchung die aktuell gültige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (S. 18 Ziff. 5.2).
Eine weitere Steigerung der Arbeitsfähig
keit durch Durchführen eines regelmässigen Trainings sei wenig wahrscheinlich (S. 18 Ziff. 5.4).
3.6
Dr. med.
F.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte in seiner Stellungnahme vom 9. Juni 2015 (Urk. 8/125/4-5) aus, dass die ergänzende EFL-Abklärung beim
Y.___
vollständig und schlüssig sei. Im Übrigen bestehe Übereinstimmung mit dem aktuellen Gutachten von Dr.
A.___
. Somit habe ab April 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestanden. Ab Oktober 2013 habe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. In einer angepassten Tätigkeit habe ab April 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, ab Oktober 2013 eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit und ab November 2014 eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden.
3.7
Am 12.
August 2015 fand eine
erneute
Haushaltabklärung vor Ort statt, wor
über am 16. Oktober 2015
berichtet wu
rde (
Urk. 8/122).
Die Abklärungsperson führte aus, dass die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben zum heutigen Zeitpunkt bei guter Gesundheit zu 100 % im Erwerb stehen würde.
S
ie habe aktuell ein niedriges Einkommen zur Verfügung (Sozialamt Fr. 1
‘300.-- und Alimente
Fr. 2‘200.--), mit Aussicht auf die Kürzung der Alimente, sobald ihr Sohn seine Lehre abschliesse. Der Sohn (
geboren Mai 1995
) werde spätestens in einem Jahr seine Lehre abschliessen und die Tochter
(geboren Mai 1998)
sei in der Ausbildung zur Kleinkindererzieherin.
Auf die Frage, weshalb die Beschwerdeführerin
zum damaligen Zeitpunkt
– gemeint ist der Zeitpunkt der letzten Haushaltabklärung im September 2012 (vgl. Urk. 8/36) – ihr Pensum nicht erhöht
habe, da ihre Kinder damals auch schon grösser gewesen seien, habe sie mehrmals erwidert, sie sei
mit dem Geld, das sie zur Verfügung gehabt habe, gut zurechtgekommen und es
sei nicht notwendig gewesen
, das Pensum zu erhöhen.
Es bleibe bei der Aussage, ihr Einkommen habe ihr für den Lebens
unterhalt genügt. Dies habe die Beschwerdeführerin mehrmals und nachdrück
lich betont (S. 3 Ziff. 2.5).
Die Beschwerdeführerin hätte rückblickend nach eigenen Angaben auch zu 100 % arbeiten woll
en, sie hätte ihre
Arbeitspensen
an die Schulzeiten der Kin
der anpassen können.
Die Abklärungsperson führte aus, dass das nicht schlüssig erscheine,
da die Beschwerdeführerin nicht versucht habe, ihr Arbeitspensum zu erhöhen, als sie noch gesund gewesen sei und ihr mehrmals berichtet habe, zum damaligen Zeitpunkt habe keine Notwendigkeit bestanden, das Pensum zu erhöhen, da sie mit ihrem Geld ausgekommen sei. Deshalb könne die erhobene Qualifikation nur für den Zeitpunkt des Lehrabschlusses ihres Sohnes, also frühestens im Juni 2016, Gültigkeit haben
(S. 3
f.
Ziff. 2.5).
Die
Abklärungs
person
qualifizierte die Beschwerdeführerin sodann – wie bereits in der
Haus
haltabklärung
im September 2012 (vgl. Urk. 8/36 S. 4 Ziff. 2.5) –
als
zu 80 % Erwerbstätige und als zu 20 % im Haushalt Tätige. Ab Wegfall der Alimente voraussichtlich im Juni
2016
sei sie als zu 100 % Erwerbstätige zu qualifizieren (S. 4 Ziff. 2.6).
Aus dem Abklärungsbericht geht ferner hervor, dass die Einschränkungen der Beschwerdeführerin im Haushalt nach eigenen Aussagen identisch seien wie bei der letzten Abklärung, es habe sich nichts geändert (S. 5 Ziff. 6). Die
Abklä
rungsperson
ermittelt
e
sodann – wie bei der letzten Haushaltabklärung (vgl. Urk. 8/36 S. 8 Ziff. 7) – eine Einschränkung von 24.5 %, was bei einem Anteil im Haushalt von 20 % einem Teilinvaliditätsgrad von 4.9 % entspricht (S. 8 Ziff. 7).
3.8
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, nannte in seinem Bericht vom
21. Dezember 2015
(Urk. 8/137) die folgenden Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
teilinvalidisierende, therapie
re
fraktäre Beschwerden im Rücken-/Beinbereich links mit/bei
-
persistierende
r
chronische
r
Radikulopathie
der Nervenwurzel S1 links
-
im MRI bestätigte
r
organisch bedingte
r
Kompression der
Nervenwur
zel
S1 links
-
Status nach mikrochirurgischer
Fenestration
L5/S1 links mit
Seques
terektomie
, Juni 2011 Klinik
C.___
-
Status nach mikrochirurgischer Re-
Fenestration
L5/S1 mit Dekom
pression und
Adhäsiolyse
vo
n S1 und Entfernung des
Diskushernien
rezidivs
, Januar 2012 Klinik
C.___
-
ausgedehnte
medikamentöse-, infiltrations- und p
hysiotherapeutische Ansätze mit ungenügendem Ansprechen
Die von der Beschwerdeführerin zuvor ausgeführte Tätigkeit als Reinigungskraft werde kaum mehr möglich sein und entsprechend der schulischen Ausbildung seien andere berufliche Tätigkeiten sehr eingeschränkt möglich.
Bei der Beschwerdeführerin seien einerseits die Ausdauer eingeschränkt, andererseits aber auch die Arbeitsintensität deutlich reduziert, sodass insgesamt eine berufli
che Einschränkung der Tätigkeiten von 50 % gerechtfertigt sei. Somit sei die bis anhin bestätigte 50%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher ihrer möglichen Tätig
keiten weiterhin gerechtfertigt
(S. 2 oben).
3.9
Dr.
med.
H.___
,
RAD, führte in seiner Stellungnahme vom 31. März 2016 (Urk. 8/144/2) aus, dass sich aufgrund des aktuellsten Arztberichts von Dr.
G.___
vom 21. Dezembe
r 2015 (vorstehend E. 3.8
)
keine neuen medizini
schen Fakten ergeben hätten. Ebenso seien alle bestehenden medizinischen Fakten/Tatsachen in der letzten RAD-Stellungnahme vom 9. Juni 2015 (vorste
hend
E. 3.6
) berücksichtigt worden. In den beiden neuesten Gutachten seien die psychiatrische Diagnose „depressive Verstimmung“ erwähnt worden. Die Diag
nose habe
im
angegebenen Ausmass keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Zudem werde von keiner Seite von einer fachpsychiatrischen Therapie in Bezug auf die Diagnose berichtet, was auf einen geringen Leidensdruck und damit die überwiegend wahrscheinlich vorliegende sehr geringe Relevanz für die Arbeits
fähigkeit hinweise.
3.10
Der Abklärungsdienst äusserte sich in
der
Stellungnahme vom 13. April 2016 (Urk. 8/144/3) dahingehend, dass im Abklärungsgespräch keine mündlichen Zusprachen bezüglich der Qualifikation von 100 % gemacht worden seien. Es sei im Laufe des Gesprächs über die allgemeinen Einschätzungen bezüglich der Haushaltabklärung von Hausfrauen insgesamt gesprochen worden. Es sei gar
nicht möglich, vor Ort schon verbindliche Zusagen zu machen; das wäre nicht zu verantworten.
Der Bericht werde nach reiflicher Überlegung und nochmaliger Betrachtung sämtlicher Fakten verfasst und dann an die Kundenberatung abge
geben.
3.11
Dr.
med.
I.___
, Facharzt für
Anästhesiologie
,
und PD Dr.
med.
J.___
, Facharzt für
Anästhesiologie
und
Pharmazeutische Medizin
,
K.___
, nannten in ihrem Bericht vom 28. Juni 2016 (Urk. 6/1) die folgende Diagnose (S. 1 Mitte):
-
chronisches lumbales Schmerzsyndrom („
failed
back
surgery
syn
drome
“), vor allem entlang der Nervenwurzel S1 links
-
aktuell: prädominant
myofaszial
bestimmt, keine motorischen Aus
fälle, keine
brush-Allodynie
, keine
pin
-prick-Hyperästhesie, Hypäs
thesie Versorgungsgebiet S1
-
epidurale
Narbe mit postoperativen Veränderungen L5/S1 (MRI Lendenwirbelsäule April 2016)
-
keine Hinweise auf
floride
Denervierungszeichen
, insgesamt unauffäl
lig (EMG
18.
März 2014)
-
Status nach
periradikulären
Infiltrationen S1 links Oktober 2012 und Februar 2013: kurzfristige Schmerzreduktion
-
Status nach mikrochirurgischer
Fenestration
L
5/S1 links und
Seques
terektomie
Juni 2011
C.___
-
Status nach mikrochirurgischer Re-
Fenestration
L5/S1 links, Dekom
pression und
Adhäsiolyse
S1 links, Entfernung
Diskushernienrezidiv
Januar 2012 Klinik
C.___
Insgesamt zeige sich im Laufe des letzten Jahres erneut eine Aggravation der bekannten Schmerzsymptomatik im Bereich der Wurzel S
1.
Eine medikamen
töse Therapie sei bei multiplen Unverträglichkeiten und erfolgloser Testung in der Vergangenheit wenig erfolgsversprechend (S. 1 unten).
3.12
Dr.
I.___
und PD Dr.
J.___
nannten
in ihrem – nach Verfügungserlass vom 28. Juni 2016
(
Urk. 2)
erstellten – Bericht vom 5. September 2016 (Urk. 6/2)
die folgende Diagnose
(S. 1 Mitte):
-
chronisches lumbales Schmerzsyndrom mit Kompression der
Nervenwur
zel
S1 links
-
aktuell: akute Zunahme der
radikulären
Schmerzen links seit 3. Juli 2016
-
Bandscheibenprotrusion
L4/5
paramedian links ohne
Neur
okompres
sion
(MRI Lendenwirbelsäule April 2016)
-
Verdacht auf
rezessales
Narbengewebe L5/S1 mit Kontakt zur Wurzel S1 links (MRI 1
5.
Juli 2016)
-
Status nach
periradikulären
Infiltrationen S1 links Oktober 2012 und Februar 2013: kurzfristige Schmerzreduktion
-
Status nach mikrochirurgischer
Fenestration
L5/S1 links und
Seques
terektomie
Juni 2011
C.___
-
Status nach mikrochirurgischer Re-
Fenestration
L5/S1 links, Dekom
pression und
Adhäsiolyse
S1 links, Entfernung
Diskushernienrezidiv
Januar 2012 Klinik
C.___
-
Status nach Steroid-Wurzelinfiltrationen S1 August 2014
-
Status nach therapeutischem
Sacralblock
am 15. Juli 2016 (
K.___
)
Am 3. Juli 2016 sei es zu einer akuten Exazerbation der Schmerzen gekommen, woraufhin im Spital
L.___
klinisch der Verdacht auf eine
Diskusprotrusion
L3 gestellt worden
sei. In der Bildgebung vom 15.
Juli 2016 habe sich diese nicht nachvollziehen
lassen
. Als Ursache der Beschwerden sehe man Narbengewebe im OP-Gebiet L5/S1 mit Kontakt zur Nervenwurzel. Neurochirurgisch bestehe derzeit keine operative Option für eine zuverlässige Besserung der Beschwerden. Ein Sakralblock mit Steroidgabe am 15. Juli 2016 habe nur kurzzeitige Bess
e
rung für wenige Tage gebracht (S. 3 oben).
4.
4.1
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig einzustu
fen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränder
ten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Diese Frage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypo
thetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist
(BGE 141 V 15 E. 3.1).
4.2
Aus dem Haushaltabklärungsbericht vom Oktober 2015 geht hervor, dass die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Abklärung vor Ort mit ihrer
17-jährigen Tochter (
geboren
1998) und ihrem fast 20-jährigem Sohn (geboren 1995) zusammen wohnte. Sie lebte von der Sozialhilfe und den Alimenten, wobei letztere bei Abschluss der Lehre ihres Sohnes in einem Jahr voraussichtlich gekürzt
werde
n würden
(vorstehend E. 3.
7
). Im Zeitpunkt der Rentenaufhebung per Januar 2014 war ihr Sohn somit 18 und ihre Tochter 15 Jahre alt. Jugendli
che in diesem Alter bedürfen keiner
umfassenden
Betreuung mehr
. Bereits
aus dem
Haus
halt
abklärungsbericht vom September 2012
ging hervor, dass die Kin
der für ihr Alter schon recht selbständig seien und nicht mehr
einer
intensiven Betreuung bed
u
rften (Urk. 8/36 S. 8 Ziff. 6.6). Es lag demnach keine
wesentliche
Betreuungspflicht gegenüber
den
Kindern mehr vor.
Bei der
Beschwerdeführerin
lag demnach spätestens ab Januar 2014
nebst ihrer Erwerbstätigkeit kein aner
kannte
r
Aufgabenbereich
vor
.
Die Beschwerdeführerin machte
in
der Beschwerde
geltend, dass sie bei
guter
Gesundheit aus finanzieller Sicht einer Tätigkeit in einem Pensum von 100 % nachgehen würde (
vorstehend E. 2.2).
Aus
dem
Haushaltabklärungsbericht vom August 2015 geht
jedoch im Zusammenhang mit der Frage, weshalb sie
ihr Pensum nicht schon zum Zeitpunkt der ersten Haushaltabklärung im September 2012, als ihre Kinder bereits
14 und 17 Jahre alt
waren, erhöhte habe,
folgendes hervor: Da
sie mit dem zur Verfügung stehendem Geld gut zurechtgekommen
sei
,
sei es
nich
t notwendig gewesen
, ihr Pensum zu erhöhen. Dies habe die Beschwerdeführerin mehrmals und nachdrücklich
betont (vorstehend E. 3.
7
).
Aus dem
IK-Auszug der Beschwerdeführerin geht
ferner
hervor, dass sie
vor der Erkrankung
keine
r
regelmässigen Erwerbstätigkeit nachgegangen ist und ihr Einkommen sehr schwankend war (Urk. 8/140).
Anlässlich der ersten
Haus
haltabklärung
im September 2012 gab die Beschwerdeführerin sodann auch an, insgesamt zu 40-50 % erwerbstätig zu sein (Urk. 8/36 S. 4 Ziff. 2.4). Gestützt auf die Erwerbsbiographie der Beschwerdeführerin
und ihre wiederholte Aus
sage
, sie sei mit dem ihr zur Verfügung stehenden Geld gut zurechtgekommen, weshalb sie ihr Pensum nicht erhöhte habe, kann mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit keiner 100%igen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Ein Pensum von 80 % erscheint wahrscheinlich, weshalb sie als Teilerwerbstätige, jedoch o
hne anerkannten Aufgabenbereich, zu qualifizieren ist.
4.3
Ob die Abklärungsperson dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin anläss
lich der Haushaltabklärung vor Ort mündlich bestätigte, dass sie die Beschwer
deführerin ab dem Tag der Abklärung als zu 100 % Erwerbstätige qualifizieren werde (vgl. vorstehend E. 2.2), was der Abklärungsdienst in seiner Stellung
nahme vom April 2016 verneinte (vorstehend E. 3.10), kann vorliegend offen gelassen werden,
da die Beschwerdeführerin un
abhängig
davon als Teiler
werbstätige
zu
qualifizier
en
ist (vorstehend E. 4.2).
5.
5.1
Vorliegend ist die
Zusprache
einer ganzen Rente von April 2012 bis Dezember 2013 unbestritten
(vgl.
vorstehend E. 2.1,
Urk. 1 S. 14 Ziff. 14)
und ergibt sich au
s den Akten (vgl.
Urk.
8/105 S. 18,
Urk. 8/125 S. 4-6)
, weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist.
Zu prüfen bleibt damit, ob sich die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
per September 2013
verbessert hat,
so
dass sich eine Aufhebung der ganzen Rente per Januar 2014 rechtfertigt.
5.2
Dr.
A.___
diagnostizierte in seinem orthopädischen Gutachten vom August 2014 ein erneut aktiviertes
radikuläres
Schmerzsyndrom L5/S1 links bei
Diskus
hernienrezidiv
L5/S1 links mit erneuter leichter Behinderung der austretenden Nervenwurzel S1 links, unveränderter Rissbildung im
Anulus
fibrosus
, einem erneuten kleinen Bandscheibenfragment im
Rezessus
lateralis
L5/S1 links und einer
epiduralen
Narbenbildung postoperativ auf Höhe L5/S1 links. Zudem diagnostizierte er einen Zustand nach mikrochirurgischer
Fenestration
L5/S1 links und
Sequestrektomie
im
Juni 2011 (Klinik
C.___
), einen Zustand nach offener Revisionsoperation
im
Januar 2012 mit erneuter mikrochirurgischer
Fenestration
L5/S1 links, Dekompression und
Adhäsiolyse
S1 links, sowie Ent
fernung eines
kleinvolumigen
Diskushernienrezidivs
sowie eine depressive Ver
stimmung. Er attestierte der Beschwerdeführerin sowohl in der bisherigen Tätig
keit als Reinigungsfachfrau als auch
in einer angepassten Tätigkeit eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, sowohl zeitlich wie auch leistungsmässig. Die Arbeitsfähigkeit gelte ab seinen Untersuchungen im Mai und Juni 2014 mit einer Verlaufsdauer von 3-6 Monaten (vorstehend E.
3.3-3.4
).
Zum weiteren Verlauf der Arbeitsfä
higkeit äusserte er sich jedoch nicht.
Das orthopädische Gutachten von Dr.
A.___
erfolge in Kenntnis der
Vorakten
, berücksichtige die beklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin und beruhte auf einer umfassenden orthopädischen Untersuchung. Die praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten sind somit erfüllt (
vorstehend E. 1.
6
), weshalb
das orthopädische Gutachten für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin herangezogen werden kann.
5.3
PD Dr.
D.___
und Physiotherapeut
E.___
diagnostizierten
in ihrem
Y.___
-
Gutachten
inklusive EFL
vom Juni 2015 ein chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom sowie
ein
sensibles Ausfallsyndrom S1 links bei aktuell dominierender
Fazettengelenksproblematik
sowie
myofaszialen
Beschwerden, intermittierendes
radikuläres
Reizsyndrom S1 möglich, Differentialdiagnose
neuromeningeale
Verkürzung bei narbigen Veränderungen
, einem
Status nach mikrochirurgischer
Fenestration
L5/S1 links und
Sequesterektomie
im
Juni 2011
, einem
Status nach offener Revision mit erneuter mikrochirurgischer
Fenestration
L5/S1 links, Dekompression und
Adhäsiolyse
S1 links und Entfernung eines
kleinvolumigen
Diskushernienrezidivs
im
Januar 2012
sowie eine
generalisier
te
Hyperlaxität
.
Die Gutachter attestierten
der Beschwerdeführerin eine
50%ige Arbeitsfähigkeit in der
angestammte
n
Tätigkeit als Putzfrau. Eine angepasste
,
leicht
e
bis mittel
schwere wechselbelastende
Tätigkeit mit Wechsel zwischen Gehen, Stehen und Sitzen und seltenen Gewichtsbelastungen bis maximal 17.5 kg
sei
der Beschwerdeführerin grundsätzlich ganztags zumutbar mit allerdings 2 Stunden vermehrten Pausen über den Tag verteilt. Entsprechend bestehe zum aktuellen
Zeitpunkt eine Arbeitsfähigkeit von 75 % in einer entsprechend ange
passten Tätigkeit.
Zudem attestierten die Gutachter der Beschwerdeführerin
retrospektiv
in der Phase der akuten Behandlung, zumindest bis zum Erreichen einer stabilen Situation nach der zweiten Operation, das heisst bis zum Mai 2012,
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Mindestens ab Oktober 2013 habe
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
bestanden
. Unter Berücksichti
gung der erneuten Schmerzverstärkung im Frühjahr sei zumindest nicht von einem verbesserten Gesundheitszustand auszugehen
; bis Ende Oktober 2014 habe eine
50%ige Arbeitsfähigkeit
bestanden
. Ab November 2014 bestehe unter Abstützung auf den subjektiven Verlauf und auch in Übereinstimmung mit der aktuellen klinischen Untersuchung die aktuell gültige Arbeitsfähigkeit
von 75 %
in einer angepassten Tätigkeit
(vorstehend E.
3.5
)
.
Das
Y.___
-
Gutachten erfolgte in Kenntnis der
Vorakten
, berücksichtige die beklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin und beruhte auf einer umfas
senden Untersuchung
inklusive EFL
. Die praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten sind demnach erfüllt (vorstehend
E. 1.6
), weshalb das
Y.___
-
Gutachten für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit herangezogen werden kann.
Das
Y.___
-Gutachten
beinhaltet eine umfassende Beurteilung der Arbeits
fähigkeit für den
zu beurteilenden
Zeitraum ab Januar 2014
, weshalb für die
Bestimmung
der Arbeitsfähigkeit hauptsächlich auf das
Y.___
-Gutachten abzu
stellen ist. So
dann
stimmt das
Y.___
-Gutachten
auch mit dem orthopädischen Gutachten von Dr.
A.___
überein, welcher der Beschwerdeführerin ab Mai beziehun
gsweise Juni 2014 eine Arbeits
fähigkeit von 50 % in einer ange
passten Tätigkeit mit einer Verlaufsdauer von 3
6
Monaten attestierte (vorste
hend E. 3.4).
Auch der Bericht von Dr.
Z.___
vom April 2013 stimmt mit dem
Y.___
-Gut
achten überein, in welchem der Beschwerdeführerin eine 50%ige Arbeitsfähig
keit für sehr leichte körperliche Arbeiten mit Wechselbelastung attestiert wor
den war (vorstehend E. 3.2).
5.4
Dr.
G.___
bestätigte
in seinem Bericht vom
De
zember 2015 die bis anhin beste
hende
50%ige Arbeitsfähigkeit für jegliche
der Beschwerdeführerin
mögli
chen Tätigkeiten, m
ithin
auch für
angepasste Tätigkeiten (vorstehend
E. 3.8
).
Die Beurteilung von Dr.
G.___
ist mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdi
gen, denn in Bezug auf Berichte
von Hausärztinnen und Hausärzten wie über
haupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351
E. 3b/cc
). Ausserdem hat Dr.
G.___
nicht dargelegt, auf
welche Unterlagen
und Einschätzungen
er
sich stützt
e
.
Dieser Bericht vermag demnach das
Y.___
-Gut
achten nicht zu entkräften.
5.5
Zu
m
nachträglich eingereichten Bericht von Dr.
I.___
und PD Dr.
J.___
vom Juni
und September
2016 (
vorstehend E. 3.11-3.12
) gilt, dass für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend ist, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwaltungsaktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessökonomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E.
1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 99 V 98 E. 4 mit Hinweisen).
Soweit davon auszugehen ist, dass diese Kriterien erfüllt sind, ist festzuhalten dass
sich der
Bericht vom Juni 2016 nicht
zur Arbeitsfähigkeit äussert. Ange
sichts des besc
hriebenen,
myofaszial
bestimmten
Schmerzgeschehens ohne moto
rische Ausfälle und ohne Nachweis einer Neurokompression ist jedoch auch nicht davon auszugehen, dass sich die vom
Y.___
attestierte Arbeitsfähig
keit trotz erwähnter im Lauf des
letzten Jahres
aufgetretener
„
Aggravation der Schmerzsymptomatik
“
im Bereich der Wurzel S1
wesentlich
verändert hat
.
Der Bericht von Juni 2016 vermag somit die Einschätzung des
Y.___
nicht in Frage zu stellen.
Der Bericht vom September 2016, aus welchem hervor geht, dass es am 3. Juli 2016 zu einer akuten Exazerbation der Schmerzen gekommen ist und seither die
radikulären
Schmerzen zugenommen hätten, betrifft
sodann
den Zeitraum nach Verfügungserlass und kann damit für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren nicht berücksichtigt werden.
Ausserdem wurden im Bericht
vo
m
September 2016 ebenfalls
keine Angaben gemacht, inwiefern sich die Zunahme der
radikulären
Schmerzen auf die Arbeitsfähigkeit auswirken.
5.
6
Der medizinische Sachverhalt ist somit dahingehend erstellt, dass
die Beschwer
deführerin ab April 2011 zu 100
%
arbeitsunfähig war im Zusammenhang mit den Rückenoperationen. Nach einer Stabilisierung kam es zu einer erneuten
Verschlechterung, weshalb
Dr.
A.___
im August 2014 eine mindestens seit O
ktober 2013 bestehende (vgl. E. 3.2, E.
3.5) 50
%
ige Arbeitsunfähigkeit attestierte in Übereinstimmung mit de
m
Y.___
und de
m
RAD. Das
Y.___
konnte im Juni 2015 schliesslich eine weitere Verbesserung feststellen, sodass kein aktiviertes
radikuläres
Schmerzsyndrom, sondern ein chronisches
lumbospondy
logenes
Syndrom sowie sensibles Ausfallsyndrom diagnostiziert werden konnte, welche lediglich noch zu einer 25
%
Arbeitsunfähigkeit ange
passt führten. In diesem Sinne hat sich der Gesundheitszustand im Verlauf we
sent
lich verändert (vgl.
Urk.
8
/81 S. 6 f.,
Urk.
8
/86,
Urk.
8/105 S. 18, Urk. 8
/125 S. 5).
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin wurde als Teilerwerbstätige ohne anerkannten Auf
gabenbereich qualifiziert (vorstehend E.
4.2
), weshalb vorliegend nicht die gemischte Methode, sondern allein die Methode des Einkommensvergleichs anwendbar ist, um den Invaliditätsgrad zu ermitteln
(BGE 142 V 290 E. 5, BGE 131 V 51, E. 5.1.2).
6.2
Das Bundesgericht hat mit ihrem Urteil vom 4. Mai 2016 (BGE 142 V 290) seine über 10-jährige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei
Teilerwerbstäti
gen
dahingehend geändert,
dass bei teilerwerbstätigen Versicherten ohne Auf
gabenbereich die anhand der Einkommensvergleichsmethode (
Art.
16 ATSG
) zu ermittelnde Einschränkung im allein versicherten erwerblichen Bereich propor
tional
–
im Umfang der hypot
hetischen Teilerwerbstätigkeit –
zu berücksichti
gen ist. Der Invaliditätsgrad entspricht der proportionalen Einschränkung im erwerblichen Bereich und kann damit den versicherten Bereich, welcher durch das hypothetische Teilzeitpensum definiert wird, nicht übersteigen. Denn andernfalls könnte ein das hypothetische erwerbliche Pensum übersteigender Invaliditätsgrad resultieren, womit indirekt
unzulässigerweise
eine Einschrän
kung in den weder Erwerbs- noch Aufgabenbereich darstellenden, nicht versi
cherten Freizeit
aktivitäten mitabgegolten würde (E. 7.3).
6.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Valideneinkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BG
E 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis
).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden aus
geglichenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Festsetzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.2 mit Hinweisen).
6.4
Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf erlernt. Sie war im Zeitpunkt der Erkrankung als Putzfrau im Stundenlohn bei verschiedenen Arbeitgebern tätig (vgl. IK-Auszug in
Urk. 8/139-
140; vgl. auch Urk. 8/36 S. 2 f. Ziff. 2.2).
Aus den einzelnen Fragebogen für
Arbeitgebende
gehen keine genauen Lohnangaben und Daten hervor (Urk. 8/18-19, Urk. 8/25, Urk. 8/30), weshalb
es sich rechtfer
tigt, für die
Bemessung des
Valideneinkommens
auf den standardisierten Durchschnittslohn für
einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors gemäss LSE abzustellen.
Das im Jahr 2012 von Frauen im Durchschnitt für einfache Tätigkeiten körperli
cher oder handwerklicher Art
in sämtlichen Wirtschaftszweigen
erzielte Ein
kommen betrug pro Monat Fr.
4
‘
112
.-- (LSE
2012, S. 35, Tabellengruppe TA1, Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftsz
w
eigen, Kompetenzniveau und Ge
schlecht, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1,
Total
Frauen)
, mithin Fr. 49‘344
.-
- pro Jahr
(Fr. 4
‘
112
.--
x 12) bei einem Pensum
von 100 %
.
Unter Berücksichtig
ung der allgemeinen Lohnentwicklung
im Jahr 2013
in der Höhe
von
0.
7
%
und im Jahr 2014 in der Höhe von
0.8
%
(Schweizerischer
Lohnin
dex nach Sektor, Tabellengruppe T1.93 Nominallohnindex 1993-2015
, Total
,
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen
/
Ar
beitskosten
, Lohnentwicklung) sowie der durchschnittlichen wöchentlichen
Arbeitszeit
im Jahr 2014
von
41.
7
Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
,
Total
, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Erwerbs
tätigkeit und Arbeitszeit,
Arbeitszeit, Arbeitsstunden
)
ergibt dies ein
Validen
ein
kommen
von rund
Fr.
52‘216
.--
für
das Jahr 2014
(Fr.
49
‘
344
.--
x 1.00
7 x 1.008
: 40 x 41.
7
) bei einem Pensum von 100 %.
Ohne gesundheitliche Ein
schränkungen würde die Beschwerdeführerin – wie bereits dargelegt wurde (vorstehend E.
4.2
) – einer 80%igen Erwerbstätigkeit nachgehen, weshalb das
Valideneinkommen
auf ein 80%iges Pensum zu reduzieren ist. Das
Validenein
kommen
beträgt demnach
rund
Fr. 41‘77
3
.--.
6.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die stan
dardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berück
sichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
betriebs
übliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat
die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
6.6
Aus den IK-Auszügen der Beschwerdeführerin geht hervor,
dass sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen bis im April 2011 erwerbstätig war (Urk. 8/140 S. 6, vgl. Urk. 8/36 S. 2 f. Ziff. 2.2). Im Jahr 2012 war sie nur ganz wenige Stunden als Putzfrau tätig und im Jahr 2013 arbeitete sie nicht. Mitte 2014 arbeitete sie wiederum für einige Stunden in der Reinigung und im Jahr 2015 ging sie keiner Erwerbstätigkeit nach (Urk. 8/139, vgl. vgl. Urk. 8/36 S. 2 Ziff. 2.2).
Für die Ermittlung des Invalideneinkommens rechtfertigt es sich des
halb, ebenfalls auf den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätig
keiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors gemäss LSE abzustellen. Das Invalideneinkommen beträgt demnach
ebenfalls
Fr. 52‘216.--
im Jahr 2014 bei einem Pensum von 100 % (
vorstehend E. 6.4).
Der Beschwerdeführerin war von Januar bis Oktober 2014 eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 50 % zumutbar
(vorstehend E. 5.7)
. Dies ergibt ein Invalideneinkommen von rund Fr. 26‘108.
-- (Fr. 52‘216.-- x 0.5)
. Ab November 2014 war der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 75 % zumutbar
(vorstehend E. 5.7)
, woraus sich ein Invalideneinkommen von
rund
Fr. 39‘162
.-- (Fr. 52‘216.-- x 0.75)
ergibt.
6.7
Zu prüfen bleibt, inwieweit vom
Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzug vorzunehmen ist. Die Beschwerdegegnerin gewährte der Beschwerde
führerin keinen leidensbedingten Abzug (vgl. Urk. 2 S. 6 f.), wohingegen die Beschwerdeführerin einen leidensbedingten Abzug von mindestens 10 % als gerechtfertigt erachtete (vorstehend E. 2.2). Nach Ansicht der Beschwerdeführe
rin sollten die Faktoren des Verlusts der Schwerarbeit, der
schlechten
Deutsch
kenntnisse
und
der
fehlenden Ausbildung berücksichtigt werden (Urk. 1 S. 16 Ziff. 6.5.2.b).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, f
ührt nicht automatisch zu einer
Verminderung des hypotheti
schen Invalidenlohnes, weil der Ta
bellenlohn im Kompetenzniveau 1
bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4).
Die angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Putzfrau war keine Schwerarbeit, sondern eine mittelschwere Arbeit, weshalb sich aufgrund dieses Faktors kein
leidensbe
dingter
Abzug rechtfertigt.
Zudem sind die Faktoren der schlechten
Deutsch
kenntnisse
und
der
fehlenden Ausbildung invaliditätsfremde Gründe und rechtfertigen
ebenfalls
keinen leidensbedingten Abzug.
Mit Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise leidensbedingten Abzug ist zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spek
trum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berück
sichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versi
cherten Person
realisti
scherweise
noch in Frage kommen
(Urteil des Bundesge
richts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3.1.1
mit Hinweisen).
Der
Beschwerdeführerin
sind aufgrund ihrer g
esundheitlichen Einschränkungen nur noch leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, die wechselbelastend sind und sel
tene Gewichtsbelastungen bis 17.5 kg
umfassen
, zumutbar.
Das medizinisch
e
Anf
orderungs- und Belastungsprofil stellt somit
eine zum zeitlich reduzierten Arbeitspensum hinzutretende zusätzliche gesundheitlich bedingte Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit dar, deren Relevanz für die Abzu
gsfrage
grundsätz
lich zu bejahen ist
. Demnach rechtfertigt sich ein leidensbedingter Abzug von 10 %.
Das ermittelte Invalideneinkommen von Januar bis Oktober 2014 reduziert sich demnach auf
rund
Fr. 23‘497.-- (
Fr. 26‘108.-- x 0.9)
und ab
November
2014 auf Fr. 35‘246.--
(Fr. 39‘162
.--
x 0.9).
6.8
F
ür den Zeitraum von Januar bis Oktober 2014 ergibt der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr. 41‘773.-- mit dem Invalideneinkommen von
Fr. 23‘497.--
eine Einkommenseinbusse von Fr.
18‘276
.-- und damit einen Invaliditätsgrad von
rund 44
%. Da die Beschwerdeführerin Teilerwerbstätige in einem Pensum von 80 % ohne Aufgabenbereich ist, ist der ermittelte
Invalidi
tätsgrad
proportional um den Faktor des Pensums zu gewichten
(vorstehend E. 6.2)
, was einen nicht rentenbegründenden In
validitätsgrad von rund 35 % (44
% x 0.8) ergibt.
F
ür den Zeitraum
ab November
2014 ergibt der Vergleich des
Validenein
kommens
von Fr. 41‘773.-- mit dem Invalideneinkommen von
Fr. 35‘246.--
eine
Einkommenseinbusse von Fr.
6‘527
.-- und damit einen Invaliditätsgrad von
rund 16
%. Da die Beschwerdeführerin Teilerwerbstätige in einem Pensum von 80 % ohne Aufgabenbereich ist, ist der ermittelte Invaliditätsgrad propor
tional um den Faktor des Pensums zu gewichten
(vorstehend E. 6.2)
, was einen nicht rentenbegründenden In
validitätsgrad von rund 13 % (16
% x 0.8) ergibt.
Folglich hat die
Beschwerdeführerin
ab
Januar
2014 keinen Anspruch mehr auf eine Rente. Die
Beschwerdegegnerin
hat die ganze Rente daher zu Recht von April 2012 bis Dezember 2013 befristet.
Dementsprechend ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die dage
gen erhobene Beschwerde abzuweisen.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
8
00
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Tobias
Figi
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannPeter-Schwarzenberger