# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 98129a17-b9ce-5414-b934-af456ebd37bd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.09.2011 D-4790/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4790-2011_2011-09-05.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­4790/2011/sed

U r t e i l   v om   5 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Hans Schürch,
mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli,
Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut.

Parteien A._______, geboren am _______,
Tunesien,
vertreten durch lic. iur. Bernhard Zollinger, Rechtsanwalt,
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 23. August 2011 / N _______.

D­4790/2011

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 6. April 2009 erstmals in der Schweiz um 
Asyl nachsuchte und dabei geltend machte, er sei am 1. September 1980 
geboren worden und algerischer Staatsangehöriger mit letztem Wohnsitz 
in B._______,

dass er im Jahr 2007 aus Algerien ausgereist sei, weil sein Vater im Jahr 
2004 grundlos zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden sei und die 
Behörden in der Folge mehrmals auch nach ihm gesucht hätten,

dass  das  BFM  auf  das  erste  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers 
zunächst mit Verfügung vom 28. Januar 2010 gestützt auf Art. 34 Abs. 2 
Bst.  d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht 
eintrat und die Wegweisung sowie deren Vollzug nach Italien verfügte,

dass dieser Entscheid unangefochten in Rechtskraft erwuchs,

dass  indessen  in  der  Folge  die  Frist  für  die  Überstellung  nach  Italien 
ungenutzt  ablief  und  die  Zuständigkeit  für  die  Behandlung  des 
Asylgesuchs demzufolge auf die Schweiz überging,

dass  das  BFM  seine  Verfügung  vom  28.  Januar  2010  daher  mit 
Verfügung  vom  26.  März  2010  aufhob  und  das  Asylverfahren  wieder 
aufnahm,

dass  der  Beschwerdeführer  am  5.  Mai  2010  ausführlich  zu  seinen 
Asylgründen  angehört  wurde,  wobei  er  erklärte,  sein  Vater  sei  im  Jahr 
2004  verhaftet  und  ins  Gefängnis  gesteckt  worden,  weil  man  ihn  des 
Terrorismus verdächtigt habe,

dass die Polizei  in der Folge mehrmals zuhause auch nach ihm gesucht 
habe, worauf er jeweils vorübergehend nach Libyen geflüchtet sei,

dass  er  sich  schliesslich  im  Jahr  2007  aus  Furcht  vor  einer  Verhaftung 
entschlossen habe, sein Heimatland definitiv zu verlassen,

dass das BFM daraufhin mit Verfügung vom 28. Mai 2010 feststellte, der 
Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  da  seine 
Asylvorbringen unglaubhaft seien,

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dass es das Asylgesuch demzufolge ablehnte und die Wegweisung aus 
der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass dieser Entscheid unangefochten in Rechtskraft erwuchs,

dass  für den weiteren  Inhalt des ersten Asylverfahrens auf die Akten zu 
verweisen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  am  10.  Mai  2011  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  C._______  ein  zweites  Asylgesuch  stellte  und  dort 
am 1. Juni 2011 summarisch befragt wurde,

dass  er  in  der  Folge  für  die  Dauer  des  Verfahrens  dem  Kanton 
D.______zugewiesen wurde,

dass der Beschwerdeführer zur Begründung seines zweiten Asylgesuchs 
im Wesentlichen vorbrachte, er sei am 1. Oktober 1979 geboren worden 
und  tunesischer  Staatsangehöriger  mit  letztem  Wohnsitz  in  E._______ 
(Provinz Sfax),

dass er nach der Ablehnung seines ersten Asylgesuchs die Schweiz am 
5. April 2011 verlassen habe und nach Tunesien zurückgekehrt sei, sein 
Problem,  welches  er  bereits  im  ersten  Asylverfahren  geschildert  habe, 
jedoch immer noch bestehe,

dass  sein  Vater  inzwischen  aus  dem Gefängnis  geflüchtet  sei  und  sich 
nun in Algerien oder Marokko befinde,

dass  nach  seiner  Ankunft  in  Tunesien,  am  10.  April  2011,  unbekannte, 
vermummte Personen zuhause nach  ihm gefragt hätten, weshalb er am 
25.  April  2011  aus  Tunesien  ausgereist  und  wieder  in  die  Schweiz 
gekommen sei,

dass  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  am  29.  Juli  2011  gestützt  auf 
Art. 36  Abs.  2  AsylG  das  rechtliche  Gehör  hinsichtlich  eines  allfälligen 
Nichteintretensentscheides gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG gewährte,

dass innert der gesetzten Frist keine Stellungnahme eingereicht wurde,

dass  das  BFM mit  Verfügung  vom  23.  August  2011  –  eröffnet  am  25. 
August  2011  –  in Anwendung  von Art.  32 Abs.  2 Bst.  e AsylG  auf  das 

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zweite  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  die 
Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  die  Vorinstanz  zur  Begründung  ihres  Entscheids  im Wesentlichen 
ausführte, das erste Asylverfahren sei rechtskräftig abgeschlossen,

dass die im zweiten Asylverfahren vorgetragenen Gesuchsgründe bereits 
im ersten Asylentscheid als nicht glaubhaft qualifiziert worden seien,

dass  die  Asylgründe  nach  wie  vor  nicht  glaubhaft  seien,  zumal  der 
Beschwerdeführer  im  ersten  Asylverfahren  unter  anderer  Identität 
aufgetreten sei,

dass im Weiteren die geltend gemachte zwischenzeitliche Rückkehr nach 
Tunesien nicht glaubhaft sei, da die Ausreise weder kontrolliert erfolgt sei 
noch durch Beweismittel belegt werde,

dass  insgesamt  keine  Hinweise  auf  seit  dem  letzten  Asylverfahren 
eingetretene  Ereignisse  vorlägen,  welche  geeignet  wären,  die 
Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung 
vorübergehenden Schutzes relevant wären, weshalb auf das Asylgesuch 
nicht einzutreten sei,

dass der Vollzug der Wegweisung nach Tunesien durchführbar sei,

dass  die  verspätete  Stellungnahme  des  Beschwerdeführers  vom  22. 
August 2011 am 23. August 2011 beim BFM einging, 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  vom  31.  August  2011  (Poststempel)  gegen 
den  Entscheid  vom  23. August  2011  Beschwerde  erheben  und  dabei 
beantragen liess, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei 
Asyl  zu  gewähren,  eventuell  sei  von  der  Wegweisung  abzusehen, 
subeventuell  sei  die  Sache  zur  weiteren  Prüfung  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen,

dass  auf  den  Inhalt  der  Beschwerde,  soweit  entscheidrelevant,  in  den 
nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen wird,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  1.  September  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 
6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung 
von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 

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selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass daher auf das Begehren, es sei Asyl zu gewähren, nicht einzutreten 
ist,

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
dagegen  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht 
diesbezüglich volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  auf  ein  Asylgesuch  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in 
der Schweiz bereits  ein Asylverfahren erfolglos  durchlaufen haben oder 
während  des  hängigen  Asylverfahrens  in  den  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  zurückgekehrt  sind,  ausser  es  gebe Hinweise  auf  in  der 
Zwischenzeit  eingetretene  Ereignisse,  die  geeignet  sind,  die 
Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung  des 
vorübergehenden Schutzes relevant sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG),

dass  bei  der  Prüfung,  ob  Hinweise  auf  Ereignisse  vorliegen,  welche 
geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  vom  engen 
Verfolgungsbegriff im Sinne von Art. 3 AsylG auszugehen ist,

dass  jedoch  gleichzeitig  ein  gegenüber  der  Glaubhaftmachung 
reduzierter  Beweismassstab  zur  Anwendung  kommt,  weshalb  auf  ein 
Asylgesuch bereits dann eingetreten werden muss, wenn sich Hinweise 
auf  eine  relevante  Verfolgung  ergeben,  welche  nicht  von  vornherein 
haltlos sind (vgl. EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3 S. 17),

dass der Beschwerdeführer unbestrittenermassen in der Schweiz bereits 
ein Asylverfahren erfolglos durchlaufen hat,

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dass  er  zur Begründung  seines  zweiten Asylgesuchs  auf  die  bereits  im 
ersten  Asylverfahren  dargelegten  Asylgründe  verweist  (Inhaftierung  des 
Vaters und in der Folge behördliche Suche nach dem Beschwerdeführer),

dass  diese  Vorbringen  im  ersten  Asylverfahren  rechtskräftig  für 
unglaubhaft befunden worden waren,

dass  in  der  Zwischenzeit  keine  Ereignisse  eingetreten  sind,  welche 
geeignet wären,  diese Vorbringen nachträglich  als  glaubhaft  erscheinen 
zu lassen,

dass  –  im  Gegenteil  –  der  Eindruck  der  Unglaubhaftigkeit  dieser 
Vorbringen  bekräftigt  wird  durch  die  Tatsache,  dass  der 
Beschwerdeführer  offensichtlich  im  Rahmen  des  ersten  Asylverfahrens 
unwahre Angaben zu seiner Identität gemacht hat,

dass  mit  Blick  auf  die  vorstehenden  Ausführungen  auch  die  geltend 
gemachte  zwischenzeitliche  Rückkehr  nach  Tunesien  sowie  die  dort 
angeblich  erlittene  erneute  Verfolgung  als  unglaubhaft  zu  erachten  ist, 
zumal  der Beschwerdeführer  die  angebliche Rückkehr  nicht  zu  belegen 
vermochte (beispielsweise mittels Schiffsticket o.ä.),

dass in der Beschwerde geltend gemacht wird, in Tunesien herrsche ein 
Klima  allgemeiner  Gewalt,  weshalb  der  Beschwerdeführer  die 
Flüchtlingseigenschaft erfülle,

dass  jedoch  nicht  ersichtlich  ist  und  auch  nicht  konkret  dargelegt  wird, 
inwiefern der Beschwerdeführer deswegen aus einem Grund nach Art. 3 
Abs. 1 AsylG in Tunesien verfolgt sein sollte,

dass  dem  zweiten  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nach  dem 
Gesagten  offensichtlich  keine  Hinweise  auf  in  der  Zwischenzeit 
eingetretene Ereignisse zu entnehmen sind, welche geeignet wären, die 
Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung 
vorübergehenden Schutzes relevant wären,

dass die weiteren Ausführungen  in der Beschwerde nicht geeignet sind, 
an dieser Einschätzung etwas zu ändern, weshalb darauf an dieser Stelle 
nicht mehr näher einzugehen ist,

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dass das BFM folglich zu Recht in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e 
AsylG  auf  das  zweite  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht 
eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), 

dass sich der Beschwerdeführer  in der Beschwerde auf Art. 8 Ziff. 1 der 
Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und Grundfreiheiten  (EMRK, SR 0.101) beruft und dabei geltend macht, 
er lebe in der Schweiz im Konkubinat,

dass  den Akten  diesbezüglich  zu  entnehmen  ist,  der  Beschwerdeführer 
beabsichtige, sich mit einer Schweizerin zu verheiraten (vgl. V11),

dass  mangels  anderweitiger  Hinweise  indessen  davon  auszugehen  ist, 
eine Heirat sei bis heute nicht erfolgt,

dass  bezüglich  seiner  Beziehung  zu  dieser  Schweizerin  keine  näheren 
Informationen  vorliegen,  jedoch  immerhin  feststeht,  dass  der 
Beschwerdeführer im April 2009 erstmals in die Schweiz kam,

dass  er  zudem anlässlich  der  Anhörungen  in  den  beiden Asylverfahren 
mit keinem Wort erwähnte, er führe eine Beziehung zu einer Schweizerin,

dass  insbesondere  auch  in  der  (verspäteten)  Stellungnahme  vom  22. 
August 2011 keine Rede von einer Schweizer Lebenspartnerin ist,

dass bei dieser Sachlage davon auszugehen ist, die Beziehung zu dieser 
Schweizerin  bestehe  erst  seit  kurzer  Zeit,  womit  offensichtlich  keine 
dauerhafte eheähnliche Gemeinschaft vorliegt (vgl. dazu vgl. BVGE 2008 
Nr. 47 E. 4.1.1. und EMARK 1993 Nr. 24), weshalb der Beschwerdeführer 
aus Art. 8 EMRK nichts zu seinen Gunsten ableiten kann,

dass  die  verfügte  Wegweisung  demnach  im  Einklang  mit  den 
gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 

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nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormals  in  dieser  Materie  zuständigen  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  (ARK)  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Tunesien  vorliegend  in 
Beachtung  dieser  massgeblichen  völker­  und  landesrechtlichen 
Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen 
ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder 
glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des 
flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement  im vorliegenden Verfahren keine 
Anwendung findet,

dass  überdies  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige 
Behandlung  im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101), 
von  Art. 3  des Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter 
und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung 
oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  EMRK  ersichtlich 
sind, die dem Beschwerdeführer in Tunesien droht,

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dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  Tunesien  noch  individuelle  Gründe 
auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen,

dass  zwar  die  poltische  Situation  in  Tunesien  im  Anschluss  an  die 
namentlich  in Tunis erfolgten Demonstrationen von Dezember 2010 und 
Januar  2011  gegen  die  Arbeitslosigkeit,  die  Korruption  und  die 
polizeiliche  Repression  (sogenannte  Jasmin­Revolution),  welche  zum 
Abgang  des  im  Jahr  1987  gewählten Staatspräsidenten Ben Ali  geführt 
haben, zur Zeit noch nicht stabil ist,

dass  sich  aber  die  Sicherheitslage  seit  Beginn  des  demokratischen 
Übergangs  merklich  verbessert  hat  (vgl.  dazu  E­2957/2011  S. 7,  Urteil 
vom 6. Juni 2011),

dass  in  Tunesien  im  heutigen  Zeitpunkt  keine  Situation  allgemeiner 
Gewalt herrscht,

dass  der  Beschwerdeführer  im  Weiteren  keine  gesundheitlichen 
Probleme geltend  gemacht  hat, welche  einem Vollzug  der Wegweisung 
entgegenstehen könnten,

dass er in Tunesien als Schweisser erwerbstätig war und sich den Akten 
zufolge mindestens seine Mutter und seine Geschwister nach wie vor  in 
der Heimatregion aufhalten,

dass demnach nicht davon auszugehen ist, der Beschwerdeführer würde 
im  Falle  seiner  Rückkehr  ins  Heimatland  in  eine  existenzbedrohende 
Situation  geraten,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  im  heutigen 
Zeitpunkt als zumutbar zu erachten ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  den  Heimatstaat  schliesslich 
möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), 
und  es  dem  Beschwerdeführer  obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger 
Reisepapiere  mitzuwirken  (Art.  8  Abs.  4  AsylG  und  dazu  auch 
BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

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dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.– 
(Art.  1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

D­4790/2011

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut

Versand: