# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4387ef09-b3cd-583d-b174-091b21401727
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-12-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.12.2014 BVGE 2014/51
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2014-51_2014-12-10.pdf

## Full Text

2014/51 Spitaltarife UV/MV/IV 

 

 

880 BVGE / ATAF / DTAF 

 

51 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung III 
i.S. A., Trägerschaft der B.-Klinik gegen 
drei staatliche Sozialversicherungen und 

Eidgenössisches Departement des Innern (EDI) 
C‒529/2012 vom 10. Dezember 2014 

Unfall-, Militär- und Invalidenversicherung. Hoheitliche Festsetzung 

eines Spitaltarifs durch das EDI im vertragslosen Zustand. 

Art. 53 und Art. 56 UVG. Art. 22 Abs. 3 und Art. 26 MVG. Art. 26bis 

und Art. 27 IVG. 

1. Zulassung der Leistungserbringer zur Tätigkeit zulasten der eid-
genössischen Sozialversicherer, Unfall-, Militär- und Invaliden-

versicherung (UV, MV und IV) (E. 6). 

2. Grundsatz der Vertragsautonomie im Tarifwesen der UV, MV 
und IV (E. 8). 

3. Fehlende generell-abstrakte Grundsätze zur Tarifordnung und 
zur Kostenermittlung für die Leistungsabgeltung auf Gesetzes- 

und Verordnungsstufe im Bereich der UV, MV und IV (E. 9.2). 

4. Unzulässigkeit der Tariffestsetzung im vertragslosen Zustand 
mittels Verfügung durch das EDI ohne generell-abstrakte 

Grundsätze der Tarifbestimmung. Diese sind durch den Bundes-

rat festzulegen (E. 9.4). 

Assurances accidents, militaire et invalidité. Fixation, par acte de 

puissance publique, d'un tarif hospitalier par le Département fédéral 

de l'intérieur (DFI), en l'absence de convention tarifaire. 

Art. 53 et art. 56 LAA. Art. 22 al. 3 et art. 26 LAM. Art. 26bis et 

art. 27 LAI. 

1. Autorisation des fournisseurs de prestations à exercer leur activi-
té à la charge des assurances accidents, militaire et invalidité fé-

dérales (AA, AM et AI) (consid. 6). 

2. Principe de l'autonomie contractuelle en matière de tarif dans le 
domaine des assurances fédérales AA, AM et AI (consid. 8). 

3. Absence, au niveau de la loi comme de l'ordonnance, de principes 
généraux et abstraits applicables au régime tarifaire et au calcul 

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des coûts pour la rémunération des prestations dans le domaine 

des assurances fédérales AA, AM et AI (consid. 9.2). 

4. Inadmissibilité de la fixation de tarifs par décision du DFI en 
l'absence de convention tarifaire et de principes généraux et ab-

straits applicables en la matière. Il incombe au Conseil fédéral de 

fixer ces principes (consid. 9.4). 

Assicurazione contro gli infortuni, assicurazione militare e assicura-

zione per l'invalidità. Fissazione, in modo autoritativo, di una tariffa 

ospedaliera da parte del Dipartimento federale dell'interno (DFI) in 

assenza di una convenzione tariffale. 

Art. 53 e art. 56 LAINF. Art. 22 cpv. 3 e art. 26 LAM. Art. 26bis e 

art. 27 LAI. 

1. Autorizzazione per i fornitori di prestazioni ad esercitare a carico 
dell'assicurazione contro gli infortuni, dell'assicurazione militare 

e dell'assicurazione per l'invalidità (AINF, AM e AI) (consid. 6). 

2. Principio dell'autonomia contrattuale in materia di tariffe 
nell'ambito delle assicurazioni federali AINF, AM e AI 

(consid. 8). 

3. Assenza, sia nella legge sia nell'ordinanza, di principi generali ed 
astratti applicabili all'ordinamento tariffale ed al calcolo dei costi 

per il rimborso delle prestazioni nell'ambito delle assicurazioni 

federali AINF, AM e AI (consid. 9.2). 

4. Inammissibilità della fissazione di tariffe mediante decisione da 
parte del DFI in assenza di una convenzione tariffale e di principi 

generali ed astratti per la determinazione delle tariffe. Compete 

al Consiglio federale di definire tali principi (consid. 9.4). 

 

Die B.-Klinik (nachfolgend: Klinik) ist eine (bis 31. Dezember 2011 

öffentlich subventionierte) Privatklinik, die unter anderem stationäre Be-

handlungen von Patienten der Unfall-, Militär- und Invalidenversiche-

rung (nachfolgend: UV/MV/IV) durchführt. Die in diesem Zusammen-

hang erbrachten Leistungen wurden ihr bis 30. Juni 2009 gestützt auf 

einen mit den eidgenössischen Sozialversicherern abgeschlossenen Tarif-

vertrag vom 21. Januar 2005 abgegolten. Nachdem die Verhandlungen 

zwischen der Klinik und der Medizinaltarif-Kommission UVG (nachfol-

gend: MTK) zum Abschluss eines neuen Tarifvertrags gescheitert waren, 

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ersuchte die Klinik am 14. Dezember 2009 den Bundesrat, einen Tarif ab 

1. Juli 2009 für die Behandlung von stationären UV/MV/IV-Patienten 

mit einer diagnosebezogenen Fallpauschale gemäss Patientenklassifika-

tionssystem All Patient Diagnosis Related Groups (nachfolgend: AP-

DRG und DRG) Version 5.1 und einem Basispreis von Fr. 9 481.‒ fest-

zusetzen. 

Die eidgenössische Preisüberwachung empfahl am 29. April 2011 den 

strittigen Basispreis ab 1. Juli 2009 auf maximal Fr. 7 816.‒ festzusetzen. 

Mit Verfügung vom 12. Dezember 2011 setzte das Eidgenössische De-

partement des Innern (EDI) den Basispreis für die Behandlung von 

stationären UV/MV/IV-Patienten durch die Klinik mit Wirkung ab dem 

1. Juli 2009 auf Fr. 7 816.‒ fest. 

Dagegen lässt die Trägerschaft der Klinik am 27. Januar 2012 Beschwer-

de erheben und beantragen, dass der Tarif für stationäre UV/MV/IV-

Patienten der Klinik mit einer DRG-Fallpauschale mit Wirkung ab 1. Juli 

2009 gemäss AP-DRG Version 5.1 und einem Basispreis von Fr. 9 481.‒ 

sowie mit Wirkung ab 1. Januar 2011 in der mit der AP-DRG Version 6.0 

korrespondierenden Höhe festzusetzen sei. Die Vorinstanz beantragt die 

Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerinnen beantragen, 

dass auf die Beschwerde mangels Zuständigkeit des Bundesverwaltungs-

gerichts nicht einzutreten sei, eventualiter sei sie abzuweisen. 

Das Bundesverwaltungsgericht hebt die angefochtene Verfügung auf. 

Aus den Erwägungen: 

1. Mit unangefochten gebliebenem Teilentscheid vom 3. Dezember 
2013 (BVGE 2013/58) ist das Bundesverwaltungsgericht auf die Be-

schwerde vom 27. Januar 2012 gegen die Verfügung der Vorinstanz vom 

12. Dezember 2011 eingetreten. 

2. Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegen-
standes des vorliegenden Beschwerdeverfahrens (BGE 136 II 457 E. 4.2) 

bildet die angefochtene Verfügung vom 12. Dezember 2011, mit welcher 

die Vorinstanz im Rahmen eines Tariffestsetzungsverfahrens nach Art. 56 

Abs. 3 UVG (SR 832.20), Art. 26 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 

19. Juni 1992 über die Militärversicherung (MVG, SR 833.1) und Art. 27 

Abs. 3 IVG (SR 831.20) gestützt auf die Empfehlung der Preisüber-

wachung vom 29. April 2011 mit Wirkung ab dem 1. Juli 2009 einen 

Basispreis in der Höhe von Fr. 7 816.‒ für die stationäre Behandlung von 

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Patienten der UV/MV/IV in der Klinik festgesetzt hat. Die Gültigkeit des 

festgesetzten Basispreises wurde bis zum Abschluss einer neuen Verein-

barung beschränkt. Die Verfahrensbeteiligten haben sich für die Jahre 

2012 bis 2014 auf definitive Tarife auf der Basis der Tarifstruktur 

SwissDRG geeinigt, weshalb der umstrittene Tarif vom 1. Juli 2009 bis 

am 31. Dezember 2011 zur Anwendung gelangt. Strittig und vom Bun-

desverwaltungsgericht zu prüfen ist insbesondere die Höhe des festge-

setzten Tarifs und in diesem Zusammenhang auch das von der Vorinstanz 

zugrunde gelegte Tarifberechnungsmodell. 

3.‒4. (…) 

5. Eine versicherte Person hat im UV/MV/IV-Bereich unter den 
gegebenen versicherungsspezifischen Voraussetzungen Anspruch auf 

Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung 

eines Spitals (Art. 10 Abs. 1 Bst. c UVG; Art. 17 Abs. 3 MVG; Art. 14 

Abs. 1 f. IVG). Die dabei erbrachten Leistungen werden den (zugelasse-

nen) Leistungserbringern durch die Sozialversicherungen aufgrund der 

massgeblichen Tarife vergütet (Art. 56 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 69a der 

Verordnung vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung [UVV, 

SR 832.202]; Art. 26 Abs. 1 MVG i.V.m. Art. 14 Abs. 2, 3 und 4 der 

Verordnung vom 10. November 1993 über die Militärversicherung 

[MVV, SR 833.11]; Art. 27 IVG; vgl. BEATRICE GROSS HAWK, Leis-

tungserbringer und Tarife in verschiedenen Sozialversicherungszweigen, 

in: Recht der Sozialen Sicherheit, 2014, S. 1213 Rz. 34.18; Naturalleis-

tungsprinzip). 

6. Im Folgenden sind zunächst die Rechtsnormen darzulegen, 
welche die Zulassung der Leistungserbringer zur Tätigkeit zulasten der 

eidgenössischen Sozialversicherer UV, MV und IV regeln. 

6.1 Art. 53 UVG regelt unter dem Titel « Eignung » die Frage, wer 
für die Unfallversicherung tätig sein darf. Geeignet und damit zugelassen 

ist, wer die Befugnis besitzt, für die Unfallversicherung im Rahmen der 

entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen selbstständig zu handeln 

(vgl. ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 

2. Aufl. 1989, S. 518). Nach Art. 53 Abs. 2 UVG legt der Bundesrat die 

Voraussetzungen fest, unter denen die Heil- und Kuranstalten sowie die 

medizinischen Hilfspersonen und Laboratorien zur selbstständigen Tätig-

keit für die Unfallversicherung zugelassen werden. Der Bundesrat ist 

diesem Auftrag mit Erlass von Art. 68 UVV nachgekommen. Gemäss 

Art. 68 Abs. 1 UVV gelten als Heilanstalten inländische Anstalten oder 

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Abteilungen von solchen, die der stationären Behandlung von Krankhei-

ten oder Unfallfolgen dienen, unter dauernder ärztlicher Leitung stehen, 

über das erforderliche fachgemäss ausgebildete Pflegepersonal und über 

zweckentsprechende medizinische Einrichtungen verfügen. Dem Ver-

sicherten steht nach Art. 68 Abs. 3 UVV die Wahl unter den Heil- und 

Kuranstalten, mit denen ein Zusammenarbeits- und Tarifvertrag abge-

schlossen wurde, im Rahmen der Art. 48 und 54 des Gesetzes frei. 

Die versicherte Person kann unter jenen Heilanstalten frei wählen, die 

den Eignungserfordernissen gemäss Art. 53 UVG entsprechen (vgl. 

Art. 10 Abs. 2 UVG; Botschaft vom 18. August 1976 zum Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, BBl 1976 III 141, 204, nachfolgend: Bot-

schaft UVG) und folglich die in Art. 68 UVV umschriebenen Anforde-

rungen erfüllen. Die versicherte Person kann sich zwar auch in einer 

Heilanstalt behandeln lassen, mit der kein Tarif- oder Zusammenarbeits-

vertrag abgeschlossen wurde. Aus Art. 15 Abs. 2 UVV ergibt sich aber, 

dass die Unfallversicherung in einem solchen Fall nur beschränkt leis-

tungspflichtig wird, da sie nur jene Kosten zu übernehmen hat, die ihr 

entstanden wären, wenn die versicherte Person in der allgemeinen Ab-

teilung des nächstgelegenen entsprechenden Vertragsspitals behandelt 

worden wäre (vgl. MAURER, a.a.O., S. 287 f.). 

6.2 Für die Militärversicherung hat der Bundesrat durch Verordnung 
die Voraussetzungen festzulegen, unter denen die Heil-, Kur- oder 

Pflegeanstalten und Institutionen für teilstationären Aufenthalt, die 

Abklärungsstellen sowie die medizinischen Hilfspersonen und die Labo-

ratorien zur selbstständigen Tätigkeit für die Militärversicherung zuge-

lassen werden (Art. 22 Abs. 3 MVG). Gestützt darauf bestimmt Art. 11 

Abs. 1 MVV, dass als Heilanstalten nach Art. 22 Abs. 3 des Gesetzes 

inländische Anstalten oder deren Abteilungen gelten, die der stationären 

oder teilstationären Behandlung von Gesundheitsschädigungen dienen, 

wenn sie unter dauernder ärztlicher Leitung stehen, über das erforder-

liche, fachgemäss ausgebildete Pflegepersonal und über zweckentspre-

chende medizinische Einrichtungen verfügen (Art. 11 Abs. 1 MVV). Die 

Zulassung im Bereich der Militärversicherung folgt weitgehend dem 

Modell der Unfallversicherung (Botschaft vom 27. Juni 1990 zum Bun-

desgesetz über die Militärversicherung, BBl 1990 III 201, 232, nachfol-

gend: Botschaft MVG). 

6.3 Im Bereich der Invalidenversicherung steht nach Art. 26bis IVG 
der versicherten Person die Wahl frei unter den medizinischen Hilfsper-

sonen, den Anstalten und Werkstätten sowie den Betrieben des allgemei-

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nen Arbeitsmarktes, die Eingliederungsmassnahmen durchführen, und 

den Abgabestellen für Hilfsmittel, wenn sie den kantonalen Vorschriften 

und den Anforderungen der Versicherung genügen (Abs. 1). Der Bundes-

rat kann nach Anhören der Kantone und der zuständigen Organisationen 

Vorschriften für die Zulassung der in Abs. 1 genannten Personen und 

Stellen erlassen (Abs. 2). Der Bundesrat hat die Zuständigkeit zum Erlass 

von Zulassungsvorschriften gemäss Art. 24 Abs. 1 IVV (SR 831.201) 

dem EDI übertragen, das in Bezug auf Heilanstalten jedoch keine ent-

sprechenden Vorschriften erlassen hat. Nach Art. 27 Abs. 1 IVG ist der 

Bundesrat befugt, mit der Ärzteschaft, den Berufsverbänden der Medizi-

nalpersonen und der medizinischen Hilfspersonen sowie den Anstalten 

und Werkstätten, die Eingliederungsmassnahmen durchführen, Verträge 

zu schliessen, um die Zusammenarbeit zu regeln und die Tarife fest-

zulegen, wobei er die Zuständigkeit gemäss Art. 24 Abs. 2 IVV an das 

Bundesamt für Gesundheit delegiert hat. Für Personen und Stellen, die 

Eingliederungsmassnahmen durchführen, ohne einem bestehenden Ver-

trag beizutreten, gelten die vertraglich festgelegten beruflichen Bedin-

gungen als Mindestanforderungen der Versicherung im Sinne von 

Art. 26bis Abs. 1 IVG und die festgesetzten Tarife als Höchstansätze im 

Sinne der Art. 21quater Abs. 1 Bst. c und Art. 27 Abs. 3 IVG (Art. 24 

Abs. 3 IVV). Das Bestehen eines Zusammenarbeitsvertrages ist somit 

nicht zwingende Voraussetzung der Leistungspflicht der Invalidenver-

sicherung (vgl. ULRICH MEYER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

IVG, 2. Aufl. 2010, S. 264 und 267). 

7. In Bezug auf das Tarifwesen im UV/MV/IV-Bereich enthalten 
die entsprechenden Gesetze und Verordnungen folgende Bestimmungen: 

7.1 Für die Unfallversicherung bestimmt Art. 56 Abs. 1 UVG unter 
dem Titel « Zusammenarbeit und Tarife », dass die Versicherer mit den 

Medizinalpersonen sowie den Heil- und Kuranstalten vertraglich die 

Zusammenarbeit regeln und die Tarife festlegen können. Sie können die 

Behandlung der Versicherten ausschliesslich den am Vertrag Beteiligten 

anvertrauen. Wer die Bedingungen erfüllt, kann dem Vertrag beitreten. 

Gemäss Art. 56 Abs. 2 UVG sorgt der Bundesrat für die Koordination 

mit den Tarifordnungen anderer Sozialversicherungszweige und kann 

diese anwendbar erklären. Er ordnet die Vergütung für Versicherte, die 

sich in eine Heilanstalt ohne Tarifvereinbarung begeben. Besteht kein 

Vertrag, so erlässt der Bundesrat nach Anhören der Parteien die erfor-

derlichen Vorschriften (Art. 56 Abs. 3 UVG). Für alle Versicherten der 

Unfallversicherung sind die gleichen Taxen zu berechnen (Art. 56 Abs. 4 

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UVG), weshalb es unzulässig ist, die Taxen nach Einkommens- oder 

Vermögensverhältnissen abzustufen (Botschaft UVG, BBl 1976 III 141, 

205; MAURER, a.a.O., S. 529). Nach BÜHLMANN sind ebenso wenig 

Abstufungen nach örtlichen Gesichtspunkten (z.B. Stadt/Land) zulässig 

(THOMAS A. BÜHLMANN, Die rechtliche Stellung der Medizinalpersonen 

im Bundesgesetz über die Unfallversicherung vom 20. März 1981, 1985, 

S. 168).  

Art. 15 UVV legt fest, dass die versicherte Person Anspruch auf Be-

handlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung 

einer Heilanstalt (Art. 68 Abs. 1), mit der ein Zusammenarbeits- und 

Tarifvertrag abgeschlossen wurde, hat (Abs. 1). Begibt sich die versicher-

te Person in eine andere als die allgemeine Abteilung oder in eine andere 

Heilanstalt, so übernimmt die Versicherung die Kosten, die ihr bei der 

Behandlung in der allgemeinen Abteilung dieser oder der nächstgele-

genen entsprechenden Heilanstalt nach Abs. 1 erwachsen wäre (Abs. 2). 

Die Zusammenarbeits- und Tarifverträge zwischen den Versicherern und 

Ärzten, Zahnärzten, Chiropraktoren und medizinischen Hilfspersonen 

müssen nach Art. 70 Abs. 1 UVV auf gesamtschweizerischer Ebene ab-

geschlossen werden. Diese Bestimmung gilt nicht für Heil- und Kuran-

stalten, weshalb für diese regional verschiedene Tarife vereinbart werden 

können, die überdies nach der Art der Anstalt differenziert werden dürfen 

(MAURER, a.a.O., S. 527 Fn. 1367a). Mit Heil- und Kuranstalten bilden 

die regionalen und individuellen Verträge die Regel (SCARTAZZINI/ 

HÜRZELER, Bundessozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 523 

Rz. 193). Kommt jedoch kein Vertrag nach Art. 56 Abs. 1 UVG zustande, 

so ist nach Art. 1 der Verordnung vom 17. September 1986 über die 

Tarife der Heil- und Kuranstalten in der Unfallversicherung (SR 

832.206.2) die mit der SUVA vereinbarte Zusammenarbeits- und Tarif-

ordnung massgebend. Art. 71 Abs. 1 UVV bestimmt ferner, dass die 

Tarife nach Art. 70 Abs. 1 ‒ welcher jedoch die Heil- und Kuranstalten 

nicht erwähnt ‒ nach Grundsätzen auszugestalten sind, die auch für 

andere Sozialversicherungszweige Anwendung finden können. Das De-

partement kann Richtlinien aufstellen. 

7.2 Die Militärversicherung kann mit den Medizinalpersonen, An-
stalten, Institutionen für teilstationären Aufenthalt, Abklärungsstellen und 

Laboratorien vertraglich die Zusammenarbeit regeln und die Tarife 

festlegen. Sie kann die Behandlung der Versicherten ausschliesslich den 

am Vertrag Beteiligten anvertrauen. Wer die Bedingungen erfüllt, kann 

dem Vertrag beitreten (Art. 26 Abs. 1 MVG). Der Bundesrat regelt durch 

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Verordnung die Koordination mit den Tarifordnungen anderer Sozialver-

sicherungen, die er für anwendbar erklären kann. In gleicher Weise 

ordnet er die Vergütung für Versicherte, die sich in eine Heilanstalt ohne 

Tarifvereinbarung begeben (Art. 26 Abs. 2 MVG). Besteht kein Vertrag, 

so erlässt der Bundesrat nach Anhören der Parteien die erforderlichen 

Bestimmungen (Art. 26 Abs. 3 MVG). Für alle Versicherten der Militär-

versicherung sind die gleichen Taxen zu berechnen (Art. 26 Abs. 4 

MVG). Art. 26 Abs. 2 und 3 MVG entsprechen inhaltlich Art. 56 Abs. 2 

und 3 UVG (Botschaft MVG, BBl 1990 III 201, 265). 

Die Tarife nach Art. 26 des Gesetzes sind nach Grundsätzen auszugestal-

ten, die auch für andere Sozialversicherungszweige Anwendung finden 

können. Das Departement kann Richtlinien aufstellen (Art. 14 Abs. 1 

MVV). Die Zusammenarbeits- und Tarifverträge nach Art. 26 des Ge-

setzes zwischen der Militärversicherung und den Ärzten, Zahnärzten, 

Chiropraktoren und medizinischen Hilfspersonen sind auf gesamtschwei-

zerischer Ebene abzuschliessen. Diese Bestimmung nennt wie Art. 70 

Abs. 1 UVV die Heil- und Kuranstalten nicht. Weiter bestimmt Art. 14 

Abs. 2 MVV, dass Versicherte, die sich in eine Heilanstalt ohne Tarifver-

einbarung begeben, Vergütungen erhalten, wie sie für eine vergleichbare 

Heilanstalt mit Tarifvereinbarung entrichtet werden. Vorbehalten bleiben 

Notfälle. 

7.3 Für den Bereich der Invalidenversicherung legt Art. 27 Abs. 1 
IVG fest, dass der Bundesrat befugt ist, mit der Ärzteschaft, den Berufs-

verbänden der Medizinalpersonen und den medizinischen Hilfspersonen 

sowie den Anstalten und Werkstätten, die Eingliederungsmassnahmen 

durchführen, Verträge zu schliessen, um die Zusammenarbeit mit den 

Organen der Versicherung zu regeln und die Tarife festzulegen. Soweit 

kein Vertrag besteht, kann der Bundesrat die Höchstbeträge festsetzen, 

bis zu denen den Versicherten die Kosten der Eingliederungsmassnahmen 

vergütet werden (Art. 27 Abs. 3 IVG). Nach Art. 24 Abs. 2 IVV (in der 

bis 31. Dezember 2011 geltenden Fassung) werden die Verträge gemäss 

Art. 27 IVG vom Bundesamt abgeschlossen. Für Heilanstalten, die Ein-

gliederungsmassnahmen durchführen, ohne einem bestehenden Vertrag 

beizutreten, gelten die festgesetzten Tarife als Höchstsätze im Sinne von 

Art. 27 Abs. 3 IVG (Art. 24 Abs. 3 IVV).  

8.  
8.1 Im UV/MV/IV-Tarifwesen gilt der Grundsatz, dass die Leis-
tungserbringer mit den Versicherern Tarifverträge abschliessen, wobei 

weitgehend Tarifautonomie herrscht. Die drei eidgenössischen Sozialver-

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sicherer schliessen in der Regel gemeinsam die Verträge mit den 

Spitälern ab (< http://www.zmt.ch > Wir über uns > Portrait MTK/ZMT, 

abgerufen am 27.10.2014). Die Tarifautonomie gilt als Leitmotiv, und im 

Gegensatz zur Krankenversicherung (vgl. Art. 46 Abs. 4 KVG) 

unterliegen die von den Parteien ausgehandelten Tarife nicht der Geneh-

migung durch eine Behörde (vgl. SANDRA SCHNEIDER, Tarifbildung im 

schweizerischen Gesundheitswesen, Soziale Sicherheit 2/2001 S. 60). 

8.2 Es ist unumstritten, dass die Tarifverhandlungen zwischen der 
Beschwerdeführerin und den Beschwerdegegnerinnen gescheitert sind, 

weshalb ab 1. Juli 2009 (bis 31. Dezember 2011) keine Vereinbarung im 

Sinne von Art. 56 Abs. 1 UVG, Art. 26 Abs. 1 MVG und Art. 27 Abs. 1 

IVG vorliegt und daher ein vertragsloser Zustand herrscht. 

9. Zu prüfen ist im Folgenden, nach welchen Normen der einschlä-
gigen Gesetze und Verordnungen der anwendbare Tarif zu bestimmen ist. 

9.1 Die Zuständigkeit des Bundesrates zur hoheitlichen Festsetzung 
eines Tarifs nach gescheiterten Vertragsverhandlungen ist im Zug der 

Totalrevision der Bundesrechtspflege gestützt auf Art. 47 Abs. 6 des 

Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes vom 21. März 1997 

(RVOG, SR 172.010, in Kraft seit 1. Januar 2007) auf das in der Sache 

zuständige EDI übergegangen, soweit eine Verfügung zu treffen ist, die 

der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht unterliegt (vgl. den 

unangefochten gebliebenen Teilentscheid des BVGer C‒529/2012 vom 

3. Dezember 2013; BVGE 2013/58 E. 5). Mangels spezialgesetzlicher 

Ausnahmebestimmung ist diese Voraussetzung im vorliegenden Fall 

grundsätzlich erfüllt. 

9.2 Im Gegensatz zum KVG enthalten das UVG, das MVG und das 
IVG keine inhaltlichen Vorgaben zur Bemessung der Tarife (vgl. auch die 

Antwort des Bundesrates vom 29. Mai 2013 auf die Interpellation von 

Ständerat Urs Schwaller, 13.3117). Es fehlen generell-abstrakte Grund-

sätze zur Tarifordnung und zur Kostenermittlung für die Leistungsab-

geltung, und zwar sowohl auf Gesetzes- wie auch auf Verordnungsebene. 

Auch aus den Materialien ergeben sich keine konkreten Hinweise auf im 

vertragslosen Zustand anzuwendende Tarifstrukturen, Tarifberechnungs-

modelle oder Tarifgestaltungsgrundsätze. In den Botschaften zum UVG, 

MVG und IVG finden sich diesbezüglich keine Ausführungen. Der 

Bundesrat wird aber immerhin gesetzlich verpflichtet, die Tariford-

nungen der verschiedenen Sozialversicherer zu koordinieren (Art. 43 

Abs. 7 KVG; Art. 56 Abs. 2 UVG; Art. 26 Abs. 2 MVG […]; vgl. GROSS 

Spitaltarife UV/MV/IV 2014/51 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 889 

 

HAWK, a.a.O., S. 1216 Rz. 34.26). Eine Koordination der Tarifordnungen 

der verschiedenen Sozialversicherungszweige dient nicht nur der Rechts-

sicherheit, sondern trägt auch zu einer Verminderung des administrativen 

Aufwandes der Tarifpartner bei (vgl. dazu auch Botschaft UVG, BBl 

1976 III 141, 205). In der Praxis stützen sich die vertraglich vereinbarten 

Entschädigungen der UV/MV/IV-Leistungserbringer für medizinische 

Heilbehandlungen auf die gleichen Tarifstrukturen, die im Krankenver-

sicherungsrecht gelten (vgl. GROSS HAWK, a.a.O., S. 1216 Rz. 34.27). 

9.3 Bei dieser Ausgangslage hat die Vorinstanz zur Bemessung der 
Höhe des umstrittenen Tarifs die Tarifordnung des KVG analog herange-

zogen. In der angefochtenen Verfügung wird ausgeführt, dass die Preis-

überwachung den Tarif anhand der Praxis zu den KVG-Tarifen, jedoch 

unter Berücksichtigung der Besonderheiten des UV/MV/IV-Bereichs 

ermittelt habe. Dieses Vorgehen sei angemessen, zumal sich auch das 

bisherige « Spitaltaxmodell SDK/MTK » am Recht der Krankenver-

sicherung orientiert habe. Die Preisüberwachung führt hierzu aus, dass 

im Gegensatz zur Krankenversicherung eine Tariffestsetzung durch den 

Bundesrat als Erstinstanz im UV/MV/IV-Bereich erst selten vorgekom-

men sei. Daraus folge, dass im UV/MV/IV-Bereich die Tarife in der 

Regel Resultat von Verhandlungen und der Anwendung des « Spitaltax-

modell SDK/MTK » seien und deshalb kaum eine gerichtliche Tarifbe-

rechnungspraxis existiere. Da die von der gleichen Institution erbrachten 

Spitalleistungen für UV/MV/IV-Patienten ähnlich seien wie diejenigen 

für KVG-Patienten und in diesem Bereich seit mehreren Jahren eine 

Tarifberechnungspraxis existiere, sei auf die Praxis zum KVG-Tarifrecht 

abzustellen, wobei aber die Besonderheiten des UV/MV/IV-Bereichs be-

rücksichtigt würden. 

9.4 Es erscheint zwar durchaus sachgerecht, die Medizinaltarife im 
Bereich der UV/MV/IV nicht nach einem anderen Modell zu berechnen 

als im Tarifrecht der Krankenversicherung. Die öffentliche Hand ist bei 

der Tarifierung jedoch nicht frei. Auch in diesem Bereich gelten für sie 

die allgemeinen Grundprinzipien des staatlichen Handelns. So muss sich 

die Tarifordnung auf eine gesetzliche Grundlage stützen können (vgl. 

MARTIN BRUNNSCHWEILER, Aktuelle Rechtsprobleme der Tarifgestaltung 

in öffentlichen und öffentlich subventionierten Spitälern, Jusletter vom 

16. Mai 2005 S. 2). Diese muss sodann genügend bestimmt sein, sodass 

das Handeln der Behörde im Einzelfall voraussehbar und rechtsgleich ist. 

Eine Blankettermächtigung, die der Behörde völlig freie Hand lässt und 

sie dazu ermächtigt, von Fall zu Fall zu entscheiden, ist unzulässig 

2014/51 Spitaltarife UV/MV/IV 

 

 

890 BVGE / ATAF / DTAF 

 

(vgl. dazu HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

6. Aufl. 2010, S. 87 Rz. 386). Liegt ein vertragsloser Zustand vor, so liegt 

es gemäss der oben dargestellten gesetzlichen Konzeption am Bundesrat, 

in generell-abstrakter Weise die Grundsätze der Tarifbestimmung zu 

regeln. Im Mittelpunkt der vom Bundesrat zu erlassenden Vorschriften 

steht die Tarifordnung (vgl. BÜHLMANN, a.a.O., S. 179; s. auch Votum 

Bundespräsident Hans Hürlimann im Rahmen der parlamentarischen 

Beratungen zur Einführung des UVG, AB 1979 S. 257‒259). Dabei wird 

der Bundesrat zuvor die Versicherungsträger und die jeweils interes-

sierten Verbände der Medizinalpersonen und Heilanstalten anhören (Bot-

schaft UVG, BBl 1976 III 141, 205; so auch die Antwort des Bundesrates 

vom 29. Mai 2013 auf die Interpellation von Ständerat Urs Schwaller, 

13.3117). Soll hingegen die Tarifordnung des KVG zur Anwendung 

gelangen, so ist das zumindest auf Verordnungsebene festzulegen (so 

ausdrücklich Art. 26 Abs. 2 MVG). Gestützt auf die generell-abstrakten 

Grundsätze hat dann die Vorinstanz mittels Verfügung einen konkreten 

Tarif im engeren Sinn, das heisst die Höhe des Taxpunktwertes oder des 

Basisfallwertes im konkreten Einzelfall (vgl. Urteil des BVGer 

C‒4168/2014 vom 23. Oktober 2014 E. 2.3) festzulegen. Dieser ist beim 

Bundesverwaltungsgericht mittels Beschwerde anfechtbar (BVGE 

2013/58 E. 2), nicht jedoch die durch den Bundesrat zu erlassende 

generell-abstrakte Regelung (vgl. BVGE 2011/61 E. 5.4.2.1). Der Bun-

desrat ist diesbezüglich aber wie erwähnt (s. E. 9.2) nicht tätig geworden, 

weshalb es an der nötigen generell-abstrakten Grundlage für die ver-

fügungsmässige Festsetzung des Tarifs im engeren Sinn im vorliegenden 

Fall fehlt. 

9.5 Weiter fällt auf, dass im Gegensatz zum Recht der Krankenver-
sicherung auch der Grad der Kostendeckung durch die eidgenössischen 

Sozialversicherer im UV/MV/IV-Bereich nicht gesetzlich geregelt ist. 

Nach dem Entscheid des Bundesrates vom 27. März 1985, in dem fest-

gehalten wurde, dass die Spitäler im UVG-Bereich keinen Anspruch auf 

vollkostendeckende Taxen haben, wurde offenbar gestützt auf einen 

Beschluss der Schweizerischen Sanitätsdirektorenkonferenz (heute: Ge-

sundheitsdirektorenkonferenz) aus dem Jahr 1987 ein Kostendeckungs-

grad von 80 % der anrechenbaren Betriebskosten für die innerkantonalen 

Patienten und von 100 % der anrechenbaren Betriebs- und Investitions-

kosten (Anlagenutzungskosten) für die ausserkantonalen Patienten fest-

gelegt (vgl. SVPK/MTK Spitaltaxmodell für Privatspitäler, Nr. 5 der 

Schriftenreihe der Medizinaltarif-Kommission UVG [MTK], 1995, 

S. 8 f.; vgl. auch Stellungnahme des Bundesrates vom 5. September 2007 

Spitaltarife UV/MV/IV 2014/51 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 891 

 

zur Motion von Nationalrat Walter Müller « Keine höheren Spitaltarife 

und Spitalkosten für die Patienten der Invalidenversicherung » vom 

21. Juni 2007, 07.3430). Die Berechnung der Preisüberwachung stützt 

ebenfalls darauf ab, dass die Pauschale 80 % der anrechenbaren Kosten 

für die Behandlung der innerkantonalen und die vollen anrechenbaren 

Kosten für die Behandlung der ausserkantonalen Patienten zu decken hat. 

Zu ergänzen ist, dass Art. 14bis IVG, in Kraft seit 1. Januar 2013, für den 

vorliegend zu beurteilenden Zeitraum nicht anwendbar ist. Nach dieser 

Bestimmung wird die Kostenvergütung für stationäre Behandlungen im 

Sinne von Art. 14 Abs. 1 und 2, die in einem nach Art. 39 KVG zu-

gelassenen Spital erbracht werden, zu 80 % durch die Versicherung und 

zu 20 % durch den Wohnkanton der versicherten Person geleistet. 

9.6 Der Mangel der fehlenden generell-abstrakten Regelung der 
Tarifgestaltungsgrundsätze kann nicht durch die Vorinstanz mittels ana-

loger Anwendung der KVG-Tarifgrundsätze im Rahmen der angefoch-

tenen Verfügung behoben werden. Sie ist gestützt auf Art. 47 Abs. 6 

RVOG lediglich für die verfügungsweise Festlegung der Höhe des Tarifs 

im engeren Sinn zuständig. Der Delegationsautomatismus nach Art. 47 

Abs. 6 RVOG greift nur in Bereichen, in denen eine Verfügung zu er-

lassen ist. Die Festlegung der Eckwerte für die Tarifgestaltung hat aber 

wie erwähnt in generell-abstrakter Form in dem dafür vorgesehenen Ver-

fahren und unter Einbezug der Tarifpartner zu geschehen und ist Aufgabe 

des Bundesrates. Dieser erlässt seine rechtsetzenden Erlasse in Form der 

Verordnung (vgl. THOMAS SÄGESSER, Handkommentar zum RVOG, 

2007, Art. 7 Rz. 26). Die Übertragung von rechtsetzenden Befugnissen 

vom Bundesrat an ein Departement hat nach Massgabe von Art. 48 

Abs. 1 RVOG zu erfolgen, wonach der Bundesrat unter Berücksichtigung 

der Tragweite der Rechtssätze die Zuständigkeit zum Erlass von Rechts-

sätzen auf die Departemente übertragen kann (Art. 48 Abs. 1 RVOG). 

Eine solche Delegation in Form einer Verordnung oder eines Beschlusses 

des Bundesrates (vgl. SÄGESSER, a.a.O., Art. 48 Rz. 15 f.) liegt hier je-

doch nicht vor. 

9.7 Weiter kann auch die im Rahmen der laufenden Revision des 
UVG vorgesehene Vereinheitlichung der Tarife der Unfall- und der 

Krankenversicherung die fehlende generell-abstrakte Regelung nicht er-

setzen. Gemäss dieser Revisionsvorlage soll im Hinblick auf eine bessere 

Koordination der Medizinaltarife in den verschiedenen Sozialversiche-

rungszweigen im UVG verankert werden, dass die Tarife auf den 

gleichen Strukturen basieren müssen wie in der Krankenversicherung. 

2014/51 Spitaltarife UV/MV/IV 

 

 

892 BVGE / ATAF / DTAF 

 

Der neue Art. 56 Abs. 4 UVG soll vorsehen, dass für die Vergütung der 

stationären Behandlung die Versicherer mit den Spitälern Pauschalen ver-

einbaren. Die Pauschalen sind leistungsbezogen und beruhen auf den 

nach Art. 49 KVG für die obligatorische Krankenpflegeversicherung 

festgesetzten, gesamtschweizerisch einheitlichen Strukturen. Die Ver-

tragsparteien können vereinbaren, dass besondere diagnostische oder 

therapeutische Leistungen nicht in der Pauschale enthalten sind, sondern 

getrennt in Rechnung gestellt werden. Laut der Botschaft des Bundes-

rates sei es den Spitälern nicht zuzumuten, je nach Sozialversicherung, 

für welche sie Leistungen erbringen, nach unterschiedlichen Strukturen 

abzurechnen. Allerdings soll es den Vertragspartnern möglich sein, den 

besonderen Bedürfnissen der obligatorischen Unfallversicherung Rech-

nung zu tragen. Demnach soll die Abrechnung spezieller diagnostischer 

oder therapeutischer Leistungen getrennt von den Fallpauschalen in 

Rechnung gestellt werden können. Weiter wird die heutige Verordnungs-

regelung betreffend die Behandlung von Versicherten, welche sich in ein 

Spital ohne Vertrag oder in eine andere als die allgemeine Abteilung 

begeben, im Gesetz verankert. Um die Koordination mit dem KVG zu 

fördern, wird die Formulierung des Art. 44 Abs. 1 KVG betreffend Tarif-

schutz übernommen (vgl. Botschaft vom 30. Mai 2008 zur Änderung des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung, BBl 2008 5395, 5430 f.). 

9.8 In Bezug auf die Grundsätze zur Tarifgestaltung kann auch nicht 
von einer übereinstimmenden Auffassung der Beschwerdeparteien ausge-

gangen werden. In ihren Eingaben vom 16. Juni 2014 beziehungsweise 

vom 15. Juli 2014 vertreten sie die Auffassung, es habe auf vertraglicher 

Ebene nie ein verbindliches Tarifierungssystem gegeben, was der Grund 

für die im Streit liegenden Differenzen sei (…). Die Beschwerdegegner-

innen haben zudem im vorinstanzlichen Verfahren in ihrer Stellung-

nahme vom 20. Mai 2010 eventualiter beantragt, dass der Bundesrat 

zunächst verbindliche Eckwerte für die Berechnung des Basispreises im 

System einer DRG-Pauschale festlege (…). Die Beschwerdeführerin be-

ruft sich darauf, dass die Parteien im Rahmen der Tarifverhandlungen 

immer vom bisherigen « Neidhard-Modell » ausgegangen seien, bis die 

Beschwerdegegnerinnen das Berechnungsmodell einseitig abgeändert 

hätten. Diese bestreiten jedoch die Existenz eines « Neidhard-Modells ». 

Auch bei dem von der Preisüberwachung und den Verfahrensbeteiligten 

verschiedentlich erwähnten « Spitaltaxmodell SDK/MTK » für öffent-

liche und öffentlich subventionierte Spitäler handelt es sich gemäss den 

Erläuterungen der Beschwerdegegnerinnen ‒ etwa im Unterschied zum 

Spitaltaxmodell SVPK/MTK für Privatspitäler aus dem Jahr 1994 ‒ nicht 

Spitaltarife UV/MV/IV 2014/51 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF 893 

 

um ein abgeschlossenes, in einem Dokument niedergeschriebenes Ver-

tragswerk, weshalb es auch nicht zu den Akten gegeben werden konnte 

(…). Daraus wird auch deutlich, dass hier zur Festsetzung beziehungs-

weise Überprüfung des umstrittenen Tarifs keine von den Tarifpartnern 

akzeptierten Eckwerte zur Tarifberechnung vorliegen. Der Vollständig-

keit halber ist letztlich darauf hinzuweisen, dass auch die Verordnung 

über die Tarife der Heil- und Kuranstalten in der Unfallversicherung (s. 

E. 7.1) keine Rechtsgrundlage für die Tariffestsetzung im vorliegenden 

Fall bildet, fehlt es doch gerade an einer mit der SUVA vereinbarten 

Zusammenarbeits- und Tarifordnung. 

9.9 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Grundsätze für die 
Ermittlung des umstrittenen Tarifs fehlen, die zumindest auf Verord-

nungsstufe generell-abstrakt festgelegt werden müssten. Es fehlt dem 

Gericht damit an einer generell-abstrakten Grundlage, um die Recht-

mässigkeit des durch die Vorinstanz mittels Verfügung festgelegten Tarifs 

zu prüfen. Ebenso fehlt der Vorinstanz die generell-abstrakte Regelung 

der Tarifermittlungsgrundsätze in Form gesetzlicher beziehungsweise 

verordnungsmässiger Erlasse, um den konkreten Tarif im Einzelfall 

mittels Verfügung festzusetzen. Solche Grundsätze können weder als 

zwischen den Parteien (stillschweigend) vereinbart gelten, noch hat die 

Revisionsvorlage zu Art. 56 UVG diesbezüglich eine verbindliche Vor-

wirkung, noch liegt der Erlass entsprechender generell-abstrakter Erlasse 

in der Zuständigkeit des Gerichts. Vielmehr hat der Gesetz- beziehungs-

weise der Verordnungsgeber die generell-abstrakten Tarifermittlungs-

grundsätze im vertragslosen Zustand zu regeln, ehe die Vorinstanz einen 

Tarif im Einzelfall mittels Verfügung festsetzen kann. Die angefochtene 

Verfügung ist daher aufzuheben und die Beschwerde in diesem Sinne 

gutzuheissen. Soweit weitergehend, ist sie abzuweisen. Mangels Vertrags 

und festgesetzten Tarifs kommt folglich die Regelung zur Anwendung, 

wonach den versicherten Personen (lediglich) diejenigen Kosten zu er-

statten sind, die entstanden wären, wenn sie sich in der allgemeinen 

Abteilung des nächstgelegenen Vertragsspitals hätten behandeln lassen 

(Art. 15 Abs. 2 UVV; Art. 14 Abs. 2 MVV).