# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 93645e8b-1967-5aad-8ced-dbe445333c7e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.07.2008 A-2147/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-2147-2008_2008-07-09.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-2147/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  J u l i  2 0 0 8

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Markus Metz, 
Richter Pascal Mollard, 
Gerichtsschreiber Urban Broger.

A._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Alkoholverwaltung (EAV),
Länggassstrasse 35, Postfach, 3000 Bern 9,
Vorinstanz.

Alkoholgesetzgebung; Konzession Hausbrennerei.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-2147/2008

Sachverhalt:

A.
A._______ betreibt  in  X._______/LU  eine  mechanische  Werkstätte. 
Anlässlich  einer  Ausstellung  machte  er  Bekanntschaft  mit  Frau 
B._______ aus Y._______/BE, die ihm im Verlaufe des Gesprächs ihre 
Hausbrennerei  Nr.___  zum Kauf  anbot.  Sie  einigten  sich,  woraufhin 
Frau  B._______  der  Eidgenössischen  Alkoholverwaltung  (EAV)  am 
27. Juli 2006 den erfolgten Handwechsel meldete.

B.
Da  der  Handwechsel  des  Brennapparates  ohne  vorgängige  Bewilli-
gung der EAV erfolgt war, erging ein Kontroll- und Untersuchungsauf-
trag, welcher am 11. September 2006 von einem Aussendienstmitar-
beiter der EAV ausgeführt wurde. Gemäss dessen Bericht befand sich 
die Brennerei anlässlich der Kontrolle in gutem Zustand und war kor-
rekt  plombiert. Die EAV sah aber keine Möglichkeit,  A._______ eine 
Konzession  zu  erteilen  und  verlangte  deshalb  die  Herausgabe  der 
Brennerei. Da  A._______ dies wiederholt ablehnte, eröffnete die EAV 
am  15. November  2007  eine  Strafuntersuchung  gegen  ihn  wegen 
Widerhandlung gegen des Bundesgesetz vom 21. Juni 1932 über die 
gebrannten Wasser (Alkoholgesetz, AlkG, SR 680).

C.
Am 19. November  2007 reichte  A._______ der  EAV ein  Gesuch um 
Übertragung der Brennereikonzession ein. Mit Verfügung vom 6. März 
2008 lehnte die EAV sein Gesuch ab mit  der Begründung, er erfülle 
die  Anforderungen  nicht,  um  als  Landwirt  zu  gelten;  dies  aber  sei 
Voraussetzung,  damit eine Konzession für eine Hausbrennerei  erteilt 
werden könne.

D.
Gegen  die  Verfügung  der  EAV erhebt  A._______ mit  Eingabe  vom 
14. März 2008 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er stellt 
sinngemäss  den  Antrag,  die  Konzessionsübertragung  sei  zu  bewil-
ligen. Aus keinem der  Artikel  der  Konzessionsurkunde  gehe  hervor, 
dass die  Übertragung der  Brennerei  verboten sei. Er  besitze Reben 
auf einer Fläche von 400 m² und plane deren Erweiterung auf 600 m². 
Für die Zeit nach der Aufgabe seiner mechanischen Werkstätte habe 
er vor, sich beruflich neu zu orientieren und den Beruf eines Brenners 
zu ergreifen. Das hierfür erforderliche Wissen habe er sich bereits an-

Seite 2

A-2147/2008

geeignet. Sofern die EAV spezielle Ausbildungen vorschreibe, werde 
er  diese absolvieren. Die  Verweigerung der  Konzessionsübertragung 
komme  einem  Berufsverbot  gleich  und  verletze  verschiedene  Men-
schenrechte.

E.
Die EAV hält mit Vernehmlassung vom 26. Mai 2008 entgegen, das Al-
koholgesetz  unterscheide  grundsätzlich  zwischen  gewerblichen  und 
nicht  gewerblichen Spirituosenproduzenten. Produzenten,  die  für  die 
Herstellung von gebrannten Wassern die eigene Brennerei  benützen 
wollten,  bräuchten eine Konzession entweder als  Gewerbe- oder als 
Hausbrenner. Die fragliche Brennerei Nr.___ mit Direktbefeuerung und 
einem Blaseninhalt von 55 Litern sei aufgrund der Befeuerungstechnik 
und  der  geringen  Grösse  nicht  für  die  gewerbliche  Herstellung  von 
Spirituosen  geeignet.  Der  Beschwerdeführer  mache  denn  auch  gar 
nicht geltend, er wolle von der EAV als Gewerbebrenner eingeteilt wer-
den. Damit bleibe zu prüfen, ob er als Hausbrenner anerkannt werden 
könne. Eine Konzessionierung als Hausbrenner setze voraus, dass der 
Beschwerdeführer Landwirt  sei. Weil  er  weder mit  seiner derzeit  be-
wirtschafteten Fläche noch mit der geplanten Erweiterung als Landwirt 
gelte, sei auch eine Konzessionierung als Hausbrenner ausgeschlos-
sen. Die Beschwerde sei abzuweisen; die Verfahrenskosten seien dem 
Beschwerdeführer zu überbinden.

F.
Auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Parteien  wird,  soweit  entscheidwe-
sentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das  Bundesverwaltungsgericht  beurteilt  Beschwerden  gegen  Verfü-
gungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021; vgl. Art. 31 des 
Bundesgesetzes  vom 17. Juni  2005 über  das  Bundesverwaltungsge-
richt [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]).

Da vorliegend keine Ausnahme des Art. 32 VGG einschlägig ist  und 
die EAV eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG darstellt, ist auf die 
form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten.

Seite 3

A-2147/2008

2.
2.1 Nach Art. 105 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft vom 18. April  1999 (BV, SR 101) ist  die  Gesetzgebung 
über Herstellung,  Einfuhr, Reinigung und Verkauf gebrannter Wasser 
Sache des Bundes. Er trägt den schädlichen Wirkungen des Alkohol-
konsums  Rechnung.  Der  hauptsächliche  Zweck  der  Alkoholordnung 
liegt im Schutz der öffentlichen Gesundheit (Urteil des Bundesgerichts 
2A.660/2004  vom  14. Juni  2005  E. 3.4;  Entscheide  der  Eidgenössi-
schen  Alkoholrekurskommission  vom  26. Mai  1998,  veröffentlicht  in 
Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB] 63.82  E. 9a-b;  vom 
8. Juni 2000,  veröffentlicht  in  VPB 64.115 E. 7b-d; vom 9. November 
2001,  veröffentlicht  in  VPB 66.45 E. 2a und E. 4e.cc;  Botschaft  des 
Bundesrates vom 29. Januar 1926 betreffend die Revision der Art. 31 
und 32bis  der [alten]  Bundesverfassung [Botschaft  1926],  BBl  1926 I 
278,  284 ff.;  MARC D. VEIT,  in: Die schweizerische Bundesverfassung, 
Kommentar, Zürich 2002, N. 4 zu Art. 105 BV;  KLAUS A. VALLENDER,  in: 
Schweizerisches Steuer-Lexikon,  Bd. I,  Bundessteuern,  2. Aufl.,  Zü-
rich 2006, S. 381 f.).

2.2 Seinen gesundheitspolitischen Auftrag erfüllt  der Bund insbeson-
dere durch Reduktion der Nachfrage nach gebrannten Wassern mittels 
fiskalischer Belastung  (vgl. Art. 131 Abs. 1 Bst. b BV; Urteil  des Bun-
desgerichts 2A.660/2004 vom 14. Juni 2005 E. 3.4;  VEIT,  a.a.O., N. 5 
zu Art. 105 BV; vgl. auch ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER, System des 
schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl.,  Zürich 2002, S. 210).  Gleich-
zeitig  reguliert  er  das  Angebot,  wozu  das  in  der  Verfassung  vorge-
zeichnete  und  in  Art. 3  Abs. 1  AlkG  festgehaltene  ausschliessliche 
Recht des Bundes zur Herstellung und Reinigung gebrannter Wasser 
dient (zum sogenannten Alkoholmonopol vgl. JEAN-FRANÇOIS AUBERT, in: 
Kommentar  zur  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenos-
senschaft  vom  29.  Mai  1874,  Basel/Zürich/Bern  1996,  N. 61 ff.  zu 
Art. 32bis aBV; VEIT, a.a.O., N. 6 zu Art. 105 BV). Die Ausübung dieses 
Rechts wird in der Regel genossenschaftlichen und anderen privatwirt-
schaftlichen  Unternehmungen  durch  Brennereikonzessionen  übertra-
gen (Art. 3 Abs. 2 AlkG). Das System  des Konzessionierung erlaubt 
eine Herabsetzung der Zahl der Brennereien und eine bessere Quali-
tätskontrolle  ihrer  Erzeugnisse  (AUBERT,  a.a.O.,  N. 60  zu  Art.  32bis 

aBV).

2.3 Art. 27 BV gewährleistet die Wirtschaftsfreiheit. Sie umfasst ins-
besondere die freie Wahl des Berufes sowie den freien Zugang zu ei-

Seite 4

A-2147/2008

ner privatwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit und deren freie Ausübung 
(BGE 132 I 282 E. 3.2; KLAUS A. VALLENDER, in: Die schweizerische Bun-
desverfassung,  Kommentar, Zürich 2002, N. 14 zu Art. 27 BV;  ULRICH 
HÄFELIN/WALTER HALLER,  Schweizerisches  Bundesstaatsrecht,  6. Aufl., 
Zürich/Basel/Genf 2005, Rz. 632 ff.). Nach Art. 94 Abs. 4 BV sind Ab-
weichungen  vom  Grundsatz  der  Wirtschaftsfreiheit  nur  zulässig, 
wenn sie in der Bundesverfassung vorgesehen oder durch kantonale 
Regalrechte begründet sind. Die in Art. 105 BV statuierte Kompetenz 
des Bundes zur Gesetzgebung über Herstellung, Einfuhr, Reinigung 
und Verkauf gebrannter Wasser impliziert eine solche Abweichungs-
ermächtigung  (HÄFELIN/HALLER,  a.a.O.,  Rz. 662).  Zumindest  Herstel-
lungsverfahren,  Reinigung  und  Einfuhr  von  Alkohol  sind  demnach 
dem Schutzbereich der Handels- und Gewerbefreiheit entzogen (vgl. 
auch AUBERT, a.a.O., N. 61 zu Art. 32bis aBV).

2.4 Das AlkG unterscheidet zwischen Gewerbebrennereien (Art. 4 ff. 
AlkG) und Hausbrennereien (Art. 14 ff. AlkG). Die Lohnbrennerei wird 
in  Art. 13  AlkG  als  Form  der  Gewerbebrennerei  geregelt.  Bei  den 
Konzessionen für  Gewerbebrennereien wird wiederum unterschieden 
zwischen Konzessionen mit und solchen ohne Übernahmerecht (Art. 4 
Abs. 2 und 3 AlkG). Konzessionen mit Übernahmerecht werden erteilt 
für  Hackfruchtbrennereien,  Kernobstbrennereien,  Industriebrennerei-
en, Rektifikationsanstalten und für Alkoholfabriken, also Betriebe, die 
auf chemischem Wege Alkohol gewinnen (Art. 4 Abs. 2 AlkG). Konzes-
sionen ohne Übernahmerecht werden erteilt für Spezialitätenbrenner-
eien und für Lohnbrennereien, das heisst feststehende oder fahrbare 
Brennereien, die für Dritte gegen Lohn brennen (Art. 4 Abs. 3 AlkG).

2.5 Die  nicht  gewerbsmässige  Herstellung  gebrannter  Wasser  zu 
Trinkzwecken darf hingegen nur in konzessionierten Hausbrennereien 
stattfinden (Art. 14 AlkG), wobei sich die  Brennereianlage in der Re-
gel einzig zusammen mit der Liegenschaft ihres Standortes (Brenner-
eiliegenschaft) auf Dritte übertragen lässt (Art. 14 Abs. 5 AlkG).

2.5.1 Der Gehalt der Normen über die Hausbrennerei entstammt und 
erklärt sich aus Art. 32bis der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 29. Mai 1874 (aBV). In Abs. 4 dieses Artikels 
war festgehalten, dass das nicht gewerbsmässige Brennen in schon 
vorhandenen Hausbrennereien oder in fahrbaren Brennereien gestat-
tet sei, wenn die entsprechenden Stoffe ausschliesslich inländisches 
Eigen- oder Wildgewächs sind. Der so entstandene Branntwein war 

Seite 5

A-2147/2008

von Verfassungs wegen steuerfrei, soweit er "im Haushalt und Land-
wirtschaftsbetrieb  des  Produzenten"  erforderlich  war. Die  alte  Bun-
desverfassung nannte eine Übergangsfrist von 15 Jahren, die mit An-
nahme des Art. 32bis aBV am 6. April 1930 zu laufen begann. Danach, 
das  heisst  ab  6. April  1945,  bedurften  auch Hausbrennereien einer 
Konzession.  Diese  Lösung  (Konzessionierung  nach  Übergangsfrist) 
war die Folge einer im Jahr 1923 vor dem Volk gescheiterten Revisi-
on  der  Alkoholordnung und stellte  einen Kompromiss  dar  zwischen 
den  Kreisen,  die  an  der  Beschränkung  der  Hausbrennerei  Anstoss 
nahmen und  behördliche  Eingriffe  in  den  bäuerlichen Betrieb  mög-
lichst vermeiden wollten, und Kreisen, die die Hausbrennerei aus ge-
sundheitspolitischen  Gründen  gänzlich  abschaffen  oder  zumindest 
umgehend konzessionieren wollten (vgl. Botschaft  1926,  BBl 1926 I 
278,  290 ff;  vgl.  auch  Botschaft  vom 13. Dezember  1943  zu  einem 
Bundesgesetz  über  die  Konzessionierung  der  Hausbrennerei  [Bot-
schaft 1943], BBl 1943 I 1289 ff.; AUBERT, a.a.O., N. 11 ff. zu Art. 32bis 

aBV).

2.5.2 Vor diesem verfassungshistorischen Hintergrund wird klar, dass 
die bevorzugte Behandlung der Hausbrennerei allein landwirtschafts-
politisch motiviert ist, die Hausbrennerei folglich den Landwirten vor-
behalten bleibt. AUBERT (a.a.O., N. 12 zu Art. 32bis aBV) spricht von ei-
nem  "Widerspruch  zwischen  Alkoholbekämpfungs-  und  Landwirt-
schaftspolitik"; der Verfassungsgeber habe insbesondere den Interes-
sen  und  Gefühlen  der  bäuerlichen  Bevölkerung  Rechnung  tragen 
müssen, welche ihre oftmals überschüssige Ernte absetzen und des-
halb an der herkömmlichen Hausbrennerei hätten festhalten wollen.

2.5.3 Zur  Umsetzung  der  (damals)  neuen  Verfassungsbestimmung 
von  Art.  32bis aBV verabschiedete  die  Bundesversammlung  am 
23. Juni  1944  das  Bundesgesetz  über  die  Konzessionierung  der 
Hausbrennerei  (HbG,  SR 680.1).  Es  trat  mit  Ablauf  der  15-jährigen 
Übergangsfrist,  d.h. am 6. April  1945,  in  Kraft.  Bereits  beim  Erlass 
des AlkG aber  war der Gesetzgeber davon ausgegangen, dass die 
nähere Umschreibung der als Hausbrenner anzuerkennenden Betrie-
be erst anhand der bei der Durchführung der neuen Alkoholordnung 
erzielten  Erfahrungen  möglich  sein  werde.  Art. 3  AlkG  ermächtigte 
deshalb den Bundesrat durch Verordnung näher zu bestimmen, was 
unter der "nicht gewerbsmässigen Herstellung gebrannter Wasser" zu 
verstehen sei (Botschaft 1943, BBl 1943 I 1289, 1293). Weil im Laufe 
der Jahre ein immer grösserer Kreis von Produzenten, insbesondere 

Seite 6

A-2147/2008

aus den Bereichen nicht bäuerlicher Tätigkeit, in den Genuss der Vor-
rechte  eines  Hausbrenners  kam  und  dies  dem  Zweck  der  Verfas-
sungsbestimmung  nach  Einschränkung  des  Konsums  gebrannter 
Wasser offensichtlich zuwiderlief, verordnete der Bundesrat, dass nur 
jener Produzent als Hausbrenner anerkannt werde, der einen Land-
wirtschaftsbetrieb  selber  bewirtschafte  (Botschaft  1943,  BBl 1943 I 
1289, 1294; Bundesratsbeschluss vom 28. Dezember 1938 über die 
Umschreibung der nicht gewerbsmässigen Herstellung der gebrann-
ten Wasser und über die Begrenzung des steuerfreien Eigenbedarfs 
[BS 6 941],  aufgehoben  durch  Art. 122  Abs. 2  Bst. d  der  Vollzieh-
ungsverordnung vom 6. April  1962 zum Bundesgesetz über  die ge-
brannten Wasser und zum Bundesgesetz über die Konzessionierung 
der Hausbrennerei [aVV AlkG, AS 1963 319]; wiederum aufgehoben 
durch die heute gültige Verordnung vom 12. Mai 1999 zum Alkohol- 
und Hausbrennereigesetz [Alkoholverordnung, AlkV, SR 680.11]; vgl. 
auch Art. 37 Abs. 1 aVV AlkG).

2.5.4 Nach Art. 37 Abs. 1 aVV AlkG galt als Hausbrenner der Land-
wirt,  der Inhaber einer Brennereieinrichtung war und allein oder mit 
seiner  Familie  oder  seinen  Dienstkräften  einen  Landwirtschaftsbe-
trieb  selbst  bewirtschaftete  und ausschliesslich  inländisches Eigen-
gewächs oder selbstgesammeltes inländisches Wildgewächs brannte. 
Das  Bundesgericht  prüfte  in  BGE  93 I 497  (E. 3)  die  Verfassungs- 
und Gesetzmässigkeit dieser Verordnungsbestimmung. Dabei ging es 
um einen PTT-Angestellten, der immerhin 18 Aren Wies- und Acker-
land mit Obstbäumen bewirtschaftete und weitere 126 Aren verpach-
tete.  Das  Bundesgericht  verwehrte  ihm eine  Konzession  als  Haus-
brenner und hielt fest, dass für den in Art. 14 Abs. 5 und 6 AlkG und 
Art. 4  HbG  verwendeten  deutschen  Ausdruck  der  Brennereiliegen-
schaft  in  den  romanischen  Texten  dieser  Bestimmungen  die  Worte 
"domaine de la distillerie" und "dominio della distilleria" oder "azienda 
in  cui  si  trova  l'apparecchio  per  distillare"  stünden.  Diese  Begriffe 
würden darauf hindeuten, dass die Brennereiliegenschaft eine gewis-
se  Ausdehnung  haben  müsse,  wie  sie  für  ein  landwirtschaftliches 
Heimwesen  charakteristisch  sei.  Sodann  bestimme  Art. 16  AlkG, 
dass der Hausbrenner lediglich den "in seinem Haushalt  und Land-
wirtschaftsbetrieb" erforderlichen Branntwein aus Eigengewächs und 
selbstgesammeltem inländischem Wildgewächs steuerfrei  zurückbe-
halten  dürfe. Diese Verbindung eines  "Haushalts"  mit  einem "Land-
wirtschaftsbetrieb"  kennzeichne das landwirtschaftliche Heimwesen. 
Dies spreche für  die Annahme, dass die Alkoholgesetzgebung dem 

Seite 7

A-2147/2008

Bundesrat nicht verwehre, nur den Landwirt, der ein landwirtschaftli-
ches  Heimwesen selbst  bewirtschafte,  als  Hausbrenner  anzuerken-
nen. Zudem sei nach Art. 32bis aBV (heute Art. 105 BV), auf den sich 
sowohl das AlkG wie auch das HbG stützten, die Gesetzgebung so 
zu gestalten, dass sie den Verbrauch von Trinkbranntwein und dem-
entsprechend dessen Herstellung vermindere. Es solle insbesondere 
die  nicht  gewerbsmässige  Herstellung  von  Trinkbranntwein  aus  Ei-
gen- und Wildgewächs beschränkt werden. Mit diesem Ziel  wäre es 
laut Bundesgericht nicht zu vereinen, die Hausbrennerei auch Produ-
zenten  zu  gestatten,  die  nicht  ein  landwirtschaftliches  Heimwesen, 
sondern  nur eine Bodenfläche von so geringer  Ausdehnung bewirt-
schafteten, dass sie daraus keinen ins Gewicht fallenden Beitrag zu 
ihrem Einkommen zu erzielen vermögen. Es entspreche folglich dem 
in Art. 32bis Abs. 2 aBV (Art. 105 BV) umschriebenen Zweck der Ge-
setzgebung,  dass  als  Hausbrenner  nur  anerkannt  werde,  wer  ein 
landwirtschaftliches  Heimwesen  selbst  bewirtschafte,  also  zum  be-
rufstätigen Bauernstand gehöre. Zudem habe bereits der Bundesrat 
in seiner Botschaft vom 29. Januar 1926 betreffend die Revision der 
Alkoholartikel  der  Bundesverfassung  ausgeführt,  dass  die  Haus-
brennerei dem "bäuerlichen Brenner" vorzubehalten sei (vgl. Pt. 2.5.1 
hievor; Botschaft 1926, BBl 1926 I 291, 295). Die gleiche Auffassung 
sei  bei  der  Beratung  der  Revisionsvorlage  in  den  eidgenössischen 
Räten immer wieder geäussert worden, wozu das Bundesgericht auf 
das  Sten.  Bull.  1927  NR  813 f.,  818,  995,  1031 ff.  und  auf  das 
Sten. Bull. 1928 SR 272, 295 ff. verwies (BGE 93 I 497 E. 3; bestätigt 
in  BGE 96 I 613 E. 1). Die Ausführungen des Bundesgerichts  zwin-
gen zum Schluss, dass sich die Beschränkung der Hausbrennerei auf 
landwirtschaftliche Betriebe nicht erst aus der Verordnung ergab bzw. 
ergibt, sondern dass die Beschränkung ihre Stütze bereits in Verfas-
sung und Gesetz findet (vgl. Pt. 2.5.2 hievor).

2.5.5 In der heute gültigen Fassung der AlkV fehlt zwar eine Art. 37 
aVV AlkG entsprechende  Bestimmung. Aus Art. 3  AlkV geht  jedoch 
klar hervor, dass Konzessionen für das Herstellen oder Reinigen von 
gebrannten  Wassern  allein  den  Kategorien  Gewerbe-,  Lohn-  und 
landwirtschaftliche  Brennereien  zugeordnet  werden;  eine  Kategorie 
für  nichtgewerbsmässige  und  gleichzeitig  nichtlandwirtschaftliche 
Brennereien besteht  nach wie vor nicht. Gemäss Art. 7 AlkV richtet 
sich die landwirtschaftliche Brennerei  nach dem HbG. Auch Art. 13, 
16  und  20  AlkV  verwenden  den  Begriff  "Landwirt  oder  Landwirtin-
nen". Es besteht kein Zweifel  daran, dass der Bundesrat mit  Erlass 

Seite 8

A-2147/2008

der  neuen AlkV an der  Beschränkung der  Hausbrennerei  auf  land-
wirtschaftliche Betriebe hat festhalten wollen. Mit  Blick auf  den ver-
fassungshistorischen Hintergrund (Pt. 2.5.1 ff. hievor) und die im Ge-
setz  anlegte  Konzeption  der  Hausbrennerei  (Pt.  2.5.4  hievor)  wäre 
ein Systemwechsel auf Verordnungsstufe und damit eine Ausweitung 
der Hausbrennerei auf Nichtlandwirte auch kaum zulässig.

2.6 Der Begriff des Landwirtes wird nunmehr in Art. 2 Bst. d AlkV de-
tailliert  umschrieben. Demnach gilt  als  Landwirt,  wer Bewirtschafter 
im Sinne der Verordnung vom 7. Dezember 1998 über landwirtschaft-
liche  Begriffe  und  die  Anerkennung  von  Betriebsformen  (LBV,  SR 
910.91) ist und einen Betrieb mit mindestens einer Hektare, bei Be-
trieben mit Spezialkulturen mindestens 50 Aren und bei Betrieben mit 
Reben  in  Steil-  und  Terassenlagen  mindestens  30  Aren  (3'000  m²) 
anrechenbarer Nutzfläche führt.

3.
3.1 Der  Beschwerdeführer  bringt  vor,  durch  die  Verweigerung  der 
Konzessionsübertragung  würden  "einige  Menschenrechte"  verletzt. 
Er legt nicht dar, welche Menschenrechte betroffen und inwiefern die-
se  verletzt  sind. Da  selbstredend  kein  Menschen-  bzw. Grundrecht 
darin besteht, selber Alkohol herstellen zu dürfen, erübrigen sich wei-
tere Ausführungen zu diesem ohnehin nicht  substantiierten Vorbrin-
gen.

3.2 Weiter  trägt  der  Beschwerdeführer  vor,  die  Verweigerung  der 
Konzessionsübertragung  komme für  ihn  einem Berufsverbot  gleich. 
Er rügt damit sinngemäss eine Verletzung der in Art. 27 BV statuier-
ten Wirtschaftsfreiheit bzw. der Berufsfreiheit als zentraler Teilgehalt 
derselben. Herstellungsverfahren, Reinigung und Einfuhr von Alkohol 
sind dem Schutzbereich der Handels- und Gewerbefreiheit entzogen. 
Hierbei handelt es sich um eine in der Bundesverfassung vorgesehe-
ne  Abweichung  vom  Grundsatz  der  Wirtschaftsfreiheit  (vgl.  Pt. 2.3 
hievor). Der Beschwerdeführer kann sich nicht auf die Wirtschaftsfrei-
heit berufen, denn in einem Recht, das ihm von Verfassungs wegen 
gar nicht zusteht, kann er auch nicht eingeschränkt werden. Im Übri-
gen geht aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer bei der 
EAV als Kleinproduzent anerkannt ist und jährlich eine kleinere Men-
ge Rohstoffe beim Lohnbrenner zu Spirituosen verarbeiten darf. Das 
Herstellen  gebrannter  Wasser  ist  ihm  somit  nicht  vollständig  ver-
wehrt.

Seite 9

A-2147/2008

3.3 Der Beschwerdeführer beruft sich sodann auf den Inhalt der Kon-
zessionsurkunde, in welcher er – so sein Vorbringen –  keinen Artikel 
gefunden habe, der einer Übertragung der Brennerei entgegenstehe. 
Er behauptet dies, ohne die entsprechende Urkunde ins Recht zu le-
gen. Aus einer solchen Urkunde kann der  Beschwerdeführer  schon 
deshalb nichts zu seinen Gunsten ableiten, da er nicht Adressat der-
selben ist,  womit  eine Beurteilung etwa unter  dem Aspekt  des Ver-
trauensschutzes von vornherein ausser Betracht fällt. Ohnehin kann 
eine  solche  Konzessionsurkunde  nicht  das  gesamte  anwendbare 
Recht enthalten.

3.4 Weiter  macht  der  Beschwerdeführer  geltend,  das  Gesetz  sei 
"überholt" und entspreche nicht mehr den heutigen Trinkgewohnhei-
ten,  da für  die heutigen Suchtprobleme nicht  mehr die Obstbrände, 
sondern  die  angesüssten  Alkoholgetränke verantwortlich  seien. Ab-
gesehen davon, dass der Beschwerdeführer hiermit  implizit  darlegt, 
das geltende Recht zu kennen und sich offenbar bewusst war, dass 
er keinen Anspruch auf Übertragung der Brennkonzession hat, bleibt 
ihm entgegenzuhalten, dass Bundesgesetze – auch älteren Datums – 
für  das  Bundesverwaltungsgericht  massgebend  sind  (Art. 190  BV). 
Hinzu kommt, dass der Gesetzgeber erst im Jahr 1996 eine Revision 
des 1932 erlassenen AlkG vorgenommen hat, die am 1. Januar 1999 
in Kraft getreten ist.

3.5 Die EAV verweigerte die Übertragung der Konzession sodann mit 
der Begründung, der Beschwerdeführer sei nicht Landwirt; eine Kon-
zessionierung als Hausbrenner aber sei den Landwirten vorbehalten. 
Der Beschwerdeführer macht geltend, es sei direkt absurd, wenn die 
EAV behaupte,  man  müsse  die  Brennerei  in  Verwahrung  nehmen, 
weil die Gefahr der Schwarzbrennerei bestehe. Der Ermessensspiel-
raum sei auf keine Art und Weise ausgeschöpft worden.

3.5.1 Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer als Landwirt im Sin-
ne von Art. 2 Bst. d AlkV gelten kann oder ob die EAV dies zurecht 
verneinte. Gemäss  eigenen  Angaben  besitzt  der  Beschwerdeführer 
Reben  auf  einer  Fläche  von  400 m²,  wobei  eine  Ausweitung  auf 
600 m² geplant sei. Ungeachtet dessen, dass der Beschwerdeführer 
aus einer erst geplanten Erweiterung noch nichts zu seinen Gunsten 
abzuleiten vermag, wäre selbst bei einer Rebfläche von 600 m² den 
Anforderungen des Art. 2  Bst. d  AlkV nicht  Genüge getan. Die  Ver-
ordnung  verlangt  30 Aren  (entsprechend  3'000 m²)  anrechenbarer 

Seite 10

A-2147/2008

Nutzfläche; dies unter dem Vorbehalt, dass es sich dabei um Spezial-
kulturen bzw. um Boden in Steil- und Terassenlage handelt. Andern-
falls  wären  sogar  50 Aren  bzw.  eine  Hektare  Nutzfläche  verlangt 
(Art. 2 Bst. d AlkV). Dass der Beschwerdeführer mit seinen vier Aren 
(400 m²) respektive sechs Aren (600 m²) unter diesen Voraussetzun-
gen nicht als Landwirt gelten kann, sticht ins Auge.

3.5.2 Die  Beschränkung  der  Hausbrennerkonzession  auf  Landwirte 
stützt sich nicht allein auf die AlkV; sie findet ihre Grundlage in Ver-
fassung und Gesetz (vgl. Pt. 2.5.2 ff. hievor). Weder Verfassung, Ge-
setz  noch  Verordnung  aber  lassen  der  Verwaltung  einen  Spielraum 
offen, Hausbrennereikonzessionen auf Nichtlandwirte zu übertragen. 
Der Vorwurf  der Ermessensverletzung geht  damit  bereits im Ansatz 
fehl.

4.
Nach  dem  Gesagten  ist  die  Beschwerde  abzuweisen.  Bei  diesem 
Ausgang sind die Verfahrenskosten in  der  Höhe von Fr. 800.--  dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG in Verbindung 
mit Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
zu verrechnen.

Seite 11

A-2147/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 800.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 800.-- verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr.___; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Riedo Urban Broger

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand am 10. Juli 2008

Seite 12