# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 683c8642-c7c8-57b9-b10f-cdcf98547825
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.11.2009 E-5952/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5952-2009_2009-11-11.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5952/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 1 .  N o v e m b e r  2 0 0 9

Einzelrichterin Regula Schenker Senn, 
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;
Gerichtsschreiber Urs David.

A._______,
Somalia,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom
15. September 2009 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5952/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  Somalia  am 
28. Mai 2008 verliess und am 31. Mai 2008 in die Schweiz einreiste, 
wo er am 4. Juni 2008 um Asyl nachsuchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung vom 1. Juli 2008 im B._______ 
sowie der Anhörung vom 16. Oktober 2008 zu den Asylgründen seinen 
Herkunftsort  mit  der  Stadt  C._______  bezeichnete,  welche  30 
Kilometer von Mogadishu entfernt in der Region Shabelle liege,

dass er  als  Grund seiner Ausreise im Wesentlichen geltend machte, 
von der Rebellengruppe Al Shahab verfolgt zu sein, da er deren Auf-
forderung, sich in ihren Reihen bei den Kämpfen in Mogadishu zu be-
teiligen, nicht befolgt habe,

dass für den detaillierten Inhalt der Sachverhaltsvorbringen auf die Be-
fragungs- und Anhörungsprotokolle zu verweisen ist, 

dass  der  Beschwerdeführer  im  Verlaufe  seines  Aufenthaltes  in  der 
Schweiz mehrfach straffällig geworden ist,

dass das BFM mit Verfügung vom 15. September 2009 das Asylgesuch 
des Beschwerdeführers vom 4. Juni 2008 ablehnte sowie dessen Weg-
weisung aus der Schweiz und den Vollzug anordnete,

dass es sachverhaltlich die Stadt C._______ in der nordsomalischen 
Verwaltungsregion  Sool  lokalisierte,  welche  von  Somaliland  und 
Puntland beansprucht werde,

dass  das  BFM  ferner  den  ablehnenden  Asylentscheid  damit 
begründete, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers infolge auf-
getretener Widersprüche (betreffend Chronologie und Aufenthaltsorte 
nach einer ihm von der Al Shabab zugefügten Verletzung sowie betref-
fend Täterschaft  der Tötung seines Bruders)  den Anforderungen von 
Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) an die 
Glaubhaftmachung eines asylbegründenden Sachverhalts nicht genüg-
ten, weshalb er die Flüchtlingseigenschaft unbesehen der Frage nach 
der Asylrelevanz der Vorbringen nicht erfülle,

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dass die Wegweisung ferner die Regelfolge der Ablehnung eines Asyl-
gesuchs  darstelle  und  keine  zureichenden  Anhaltspunkte  gegen  die 
Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit eines Wegweisungsvollzu-
ges in den Nordosten Somalias bestünden,

dass im Übrigen eine vorläufige Aufnahme in Anwendung von Art. 83 
Abs. 7 Bst. a des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die 
Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) ohnehin verweigert 
werden müsste,  da der  Beschwerdeführer  wegen zahlreicher Delikte 
zu einer Freiheitsstrafe von insgesamt 230 Tagen verurteilt worden sei,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 18. September 2009 und 
Ergänzung vom 15. Oktober 2009 gegen diese Verfügung beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde erhob und darin die Aufhebung der 
angefochtenen  Verfügung,  die  Gewährung  von  Asyl,  eventualiter  die 
Anordnung der vorläufigen Aufnahme sowie in  prozessualer  Hinsicht 
die  unentgeltliche  Prozessführung  nach  Art.  65  Abs.  1  des  Verwal-
tungsverfahrensgesetzes  vom  20. Dezember  1968  (VwVG, 
SR 172.021) unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
beantragt,

dass er in der handschriftlichen, in mangelhaftem Deutsch verfassten, 
aber dennoch verständlichen Laieneingabe vom 18. September 2009 
an  seinen Verfolgungsvorbringen  festhält,  zu  den  ihm vorgehaltenen 
vermeintlichen  Widersprüchen  Stellung  nimmt  und  schliesslich  mit 
Nachdruck seine Herkunft  aus der nahe Mogadishu und im „Canton“ 
Shabelle gelegenen Stadt C._______ bekräftigt, wogegen er nie eine 
Herkunft aus Nordsomalia geltend gemacht habe,

dass er ebenso an der Unzumutbarkeit  eines Wegweisungsvollzuges 
festhält, zumal in seiner Heimat Krieg herrsche und die gegen ihn in 
der Schweiz verhängten Strafen ungerechtfertigt und zudem mit seiner 
fünfmonatigen Erwerbstätigkeit in der Schweiz abzuwägen seien,

dass er in der maschinenschriftlichen, in korrektem Deutsch und ein-
wandfreier  Form abgefassten,  aber  offensichtlich nicht  von ihm redi-
gierten Ergänzungseingabe vom 18. September  2009 an der Glaub-
haftigkeit  der Vorbringen und deren flüchtlingsrechtlichen Beachtlich-
keit  festhält  sowie unter Berufung auf  die Praxis die Unzumutbarkeit 
eines  Wegweisungsvollzuges in  seine in  Nordsomalia  gelegene Hei-
matregion bekräftigt,

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dass  mit  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 
23. Oktober 2009 das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten gutge-
heissen, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet und die 
Vorinstanz zur Vernehmlassung bis zum 9. November 2009 eingeladen 
wurde,  wobei  die  Instruktionsrichterin  das  BFM (Zitat:)  „speziell  zur  
Stellungnahme zu Seite 2 der Beschwerde vom 18. September 2009 
betreffend den Herkunftsort  des  Beschwerdeführers  (Nähe Mogadis-
hu; Region Shabelle) und zum Aktennachweis seiner anderslautenden 
Sachverhaltsfeststellung gemäss angefochtener Verfügung (Herkunfts-
ort in der nordsomalischen Region Sool)“ einlud,

dass  das  BFM  in  seiner  die  Beschwerdeabweisung  beantragenden 
Vernehmlassung vom 29. Oktober 2009 geltend macht, es gebe in So-
malia zwei Orte namens C._______, wobei selbst bei Annahme einer 
Herkunft  aus  dem  vom  Beschwerdführer  nun  in  der  Nähe  von 
Mogadishu  lokalisierten  C._______  die  bereits  im  angefochtenen 
Entscheid erwogene Anwendbarkeit von Art. 83 Abs. 7 Bst. a AuG zum 
Tragen käme,

dass die Vernehmlassung dem Beschwerdeführer aus prozessökono-
mischen Gründen bislang nicht zur Kenntnis gebracht worden, ihm die-
se jedoch als Beilage zum vorliegenden Urteil zur Kenntnis zu bringen 
ist,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

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dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird 
(Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufge-
zeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art. 2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält, 

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-
sentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch-
te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), 

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

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dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf  Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass der Vollzug nicht möglich ist, wenn die Ausländerin oder der Aus-
länder weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen 
Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 
AuG),

dass die vorläufige Aufnahme nach den Absätzen 2 und 4 insbesonde-
re dann nicht verfügt wird, wenn die weg- oder ausgewiesene Person 
zu  einer  längerfristigen  Freiheitsstrafe  im In-  oder  Ausland verurteilt 
wurde oder wenn gegen sie eine strafrechtliche Massnahme im Sinne 
von  Art.  64  oder  61  des  Schweizerischen  Strafgesetzbuchs  vom 
21. Dezember  1937  (StGB,  SR  311.0)  angeordnet  wurde  (Art. 83 
Abs. 7 Bst. a AuG),

dass  es  in  sachverhaltlicher  Hinsicht  festzuhalten  gilt,  dass  der  Be-
schwerdeführer  im  erstinstanzlichen  Verfahren  und  insbesondere  in 
den beiden durchgeführten Befragungen übereinstimmend seine Her-
kunft aus der in der Nähe von Mogadishu und in der Region Shabelle 
gelegenen  Stadt  C._______  deklarierte  und  hierzu  auch  zahlreiche 
nähere Angaben zum Wohnquartier, zum Verwaltungsbezirk, zu deren 
Hauptstadt und zur Clanzugehörigkeit machte (vgl. insb. acta A1 S. 1-3 
und A17 S. 3-6),

dass  die  Sachverhaltsfeststellung  gemäss  angefochtener  Verfügung 
nicht nur diese übereinstimmenden und geografisch tatsachenkonfor-
men  Angaben  ignoriert,  sondern  darüberhinaus  eine  Lokalisierung 
einer Stadt C._______ (einzig) in Nordsomalia behauptet, ohne hierfür 
– trotz expliziter Aufforderung bei der Einladung zur Vernehmlassung – 
eine Aktengrundlage oder einen Beweis liefern zu können,

dass  diesbezüglich  somit  eine  ungenügende  Sachverhaltsabklärung 
beziehungsweise eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung vorliegt,  an 
welcher Erkenntnis auch der Umstand nichts ändert, dass in der Be-
schwerdeergänzung vom 15. Oktober 2009 im Widerspruch zur Einga-
be  vom 18. September  2009  eine  Herkunft  aus  Nordsomalia  erklärt 
wird,

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dass  es  sich  hierbei  offensichtlich  um  eine  Unsorgfalt  der  die  Be-
schwerdeergänzung  verfassenden  Hilfsperson  handelt,  welche  sich 
ohne Aktenstudium auf die Sachverhaltserfassung gemäss angefoch-
tener Verfügung abstützt,

dass  die  Vorinstanz  diesem  Mangel  einer  ungenügenden  Sachver-
haltsabklärung  beziehungsweise  unrichtigen  Sachverhaltsfeststellung 
mit dem Einwand eines irrelevanten Sachverhaltselements zu begeg-
nen versucht, indem sie in der Vernehmlassung die Anwendbarkeit von 
Art. 83 Abs. 7 Bst. a AuG bekräftigt,  welche Bestimmung vorliegend 
unbesehen der Lokalisierung des Herkunftsortes eine vorläufige Auf-
nahme ausschliessen würde,

dass dieser Einwand gleich in mehrfacher Hinsicht untauglich und un-
behelflich ist,

dass sich nämlich die Vorinstanz mit keinem Wort über die Relevanz 
des Herkunftsortes für die Prüfung der Frage der Glaubhaftigkeit und 
der flüchtlingsrechtlichen Beachtlichkeit der Asylvorbringen ausspricht,

dass sie zudem übersieht,  dass der Ausschluss der vorläufigen Auf-
nahme gemäss dem klaren Wortlaut von Art. 83 Abs. 7 AuG nur die 
Frage  der  Möglichkeit  und  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges 
beschlägt, nicht aber jene nach der Zulässigkeit,

dass die dreizeilige Erwägung zur Anwendbarkeit  von Art. 83 Abs. 7 
Bst. a AuG zudem zweifelhaft erscheinen lässt, ob sie den Ansprüchen 
an die Begründungspflicht genügt,

dass die in Art. 35 Abs. 1 VwVG verankerte Begründungspflicht  ver-
langt,  dass  die  Begründung  eines  Entscheides  so  abgefasst  sein 
muss, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten 
kann  (vgl.  LORENZ KNEUBÜHLER in:  Kommentar  zum  VwVG, 
Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Zürich  2008,  N. 6 ff. zu  Art. 35; 
BVGE 2007/30 E. 5.6) und die Behörde wenigstens die Überlegungen 
kurz anzuführen hat,  von denen sie sich leiten liess und auf  welche 
sich ihr Entscheid stützt, wobei sie sich auf die wesentlichen Gesichts-
punkte beschränken kann (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK]  1994 Nr. 3 E. 4a-b 
S. 25),

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dass das BFM weder eine Subsumption der erwirkten Freiheitsstrafen 
unter eine oder mehrere Tatbestandsvarianten von Art. 83 Abs. 7 Bst. a 
AuG, oder eine Würdigung der (scheinbar angenommenen) Langfris-
tigkeit dieser Strafen nach Massgabe der hierfür relevanten Rechtspre-
chung  und  Lehre,  noch  eine  Verhältnismässigkeitsprüfung  vornimmt 
(vgl. diesbezüglich EMARK 2004 Nr. 39, 2006 Nr. 11 E. 7, 2006 Nr. 23 
E. 8,  2006 Nr. 30 sowie  BVGE 2007/32; vgl. ferner  MARC SPESCHA,  in 
MARC SPESCHA/HANSPETER THÜR/ANDREAS ZÜND/PETER BOLZLI,  Kommentar 
Migrationsrecht, Zürich 2008, N. 6 zu Art. 62 AuG, sowie PETER BOLZLI, 
a.a.O., N. 22 zu Art. 83 AuG und N. 5 zu Art. 84 AuG),

dass  gerade  für  letztere  Frage  wiederum  der  Herkunftsort  des  Be-
schwerdeführers von besonderer Bedeutung sein kann,  da nach der 
Praxis (vgl. insb. EMARK 2006 Nr. 2) die Zumutbarkeitsanforderungen 
für eine Rückkehr nach Nordsomalia deutlich tiefer liegen als in andere 
Landesteile,

dass  die  Beschwerde demnach infolge  Verletzung  von Bundesrecht, 
sowie  unrichtiger  und unvollständiger  Feststellung des rechtserhebli-
chen Sachverhalts insoweit gutzuheissen ist, als darin die Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung beantragt wird,

dass somit die Sache zur vollständigen und richtigen Sachverhaltsfest-
stellung und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen ist,

dass angesichts des Ausgangs des Verfahrens keine Kosten zu erhe-
ben sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 - 3 VwVG),

dass nicht davon auszugehen ist, dem im Beschwerdeverfahren nicht 
anwaltlich  vertretenen  Beschwerdeführer  seien  notwendige  und  ver-
hältnismässig hohe Kosten entstanden, weshalb keine Parteientschä-
digung auszurichten ist (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 
und 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE, 
SR 173.320.2). 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Verfügung  des BFM vom 15. September  2009  wird  aufgehoben 
und die Sache zur richtigen und vollständigen Sachverhaltsfeststellung 
sowie zur Neubeurteilung an das BFM zurückgewiesen.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Es wird keine Parteientschädigung entrichtet.

4.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kanto-
nale Behörde. 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Urs David

Versand:

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