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**Case Identifier:** 8d39d2c9-354e-5ff3-8024-762a7e2e4006
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-02-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.02.2013 IV 2010/232
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2010-232_2013-02-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2010/232

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 11.02.2013

Entscheiddatum: 11.02.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 11.02.2013
Art. 28 IVG. Würdigung medizinischer Arbeitsfähigkeitsschätzungen, 
insbesondere auch eines Gutachtens. Verlauf mit Eintritt des Rentenfalls, 
späterer Aufhebung der Rente zufolge Verbesserung des 
Gesundheitszustands und Rückweisung zur ergänzenden Abklärungen für 
den Sachverhalt in der jüngsten zu beurteilenden Zeit (Entscheid des 
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 11. Februar 2013, IV 
2010/232).

Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug (Vorsitz), a.o. Versicherungsrichterin 

Gertrud Condamin-Voney, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus, 

Gerichtsschreiberin Fides Hautle

 

Entscheid vom 11. Februar 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Zollinger, Rämistrasse 5, Postfach 462, 

8024 Zürich,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

 

 

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ meldete sich am 22. August/16. September 2003 zum Bezug von 

Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich Arbeitsvermittlung 

und eine Rente. Er sei 1990 in die Schweiz gekommen und sei seither bis September 

2003 als B.___ angestellt gewesen. Die Behinderung bestehe seit einem Unfall vom 

16. August 2002; ihre Art sei aus den Unfallversicherungsakten ersichtlich. Gemäss 

Unfallmeldung vom 19. August 2002 (Fremdakten) war er bei der Arbeit mit der rechten 

Hand auf die Hobelwelle geraten. Gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom 

30. September 2003 (IV-act. 7) ist das Arbeitsverhältnis - der Versicherte habe bei einer 

Wochenarbeitszeit von 46.25 Stunden einen Stundenlohn von Fr. 21.50 und im Jahr 

2001 insgesamt Fr. 45'924.-- verdient - auf den 30. Juli 2003 gekündigt worden, weil 

der Versicherte nicht mehr einsetzbar gewesen sei und die Arbeit verweigert habe, 

obwohl die Unfallversicherung ihn für arbeitsfähig erklärt habe. Gemäss IK-Auszug (IV-

act. 6) verdiente der Versicherte im Jahr 2001 Fr. 48'950.--.

A.b   Das Kantonale Spital C.___ (Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Chirurgie) gab im 

IV-Arztbericht vom 17. Oktober 2003 (IV-act. 12) an, es bestehe beim Versicherten eine 

traumatische Endgliedamputation der Finger III und IV rechts. Seither sei er zu 100 % 

arbeitsunfähig. Er sollte eine Arbeit verrichten können, bei welcher die rechte Hand nur 

als Hilfshand eingesetzt werde. Sollte eine Nachamputation die Beschwerden lindern, 

könnte sie allenfalls wieder vermehrt einbezogen werden.

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A.c   Dr. med. E.___, Arzt für allgemeine Medizin, benannte in seinem Arztbericht vom 

1. Dezember 2003 (IV-act. 16) als Diagnosen einen St. n. traumatischer Endglied­

amputation der Finger III und IV rechts am 16.08.2002, ein Décollement am Thenar 

volar, eine (sc. bevorstehende) Nachamputation im Bereich der Finger III und IV im 

Spital C.___ und eine Verarbeitungsproblematik. In der bisherigen Arbeit sei der Ver­

sicherte nicht mehr arbeitsfähig, zurzeit auch nicht in einer anderen Tätigkeit, da in den 

nächsten Tagen eine weitere Operation vorgesehen sei. Eine Einschränkung von 

mindestens 20 % werde auch danach voraussichtlich bestehen bleiben. - Beigelegt 

war unter anderem ein Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 15. April 2003 (IV-

act. 16-36 ff.), wonach eine regrediente verminderte Belastbarkeit der rechten, 

dominanten Hand bestehe (stark ausgeprägte Berührungsintoleranz in den 

Fingerstümpfen). Im Bericht über die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 4. Juli 

2003 (IV-act. 16-42 ff.) war festgehalten worden, die bisherige Tätigkeit sei dem 

Versicherten nicht mehr zumutbar. Eine ganztägige Beschäftigung in einem adäquaten 

beruflichen Umfeld mit Arbeitseinsätzen der linken Hand und angepassten 

Zudientätigkeiten der rechten Hand seien ihm hingegen zumutbar. Für die 

Restbeschwerden werde ihm eine Anpassungs- und Übergangsphase von drei Jahren 

gewährt.

A.d   Gemäss den UV-Akten sprach die Unfallversicherung dem Versicherten mit Ver­

fügung vom 18. Juli 2003 ab August 2003 eine Rente bei einem Erwerbsunfähigkeits­

grad von 20 % und ab Februar 2005 bis Juli 2006 eine solche bei einer 

Erwerbsunfähigkeit von 10 % zu (infolge leichter Einschränkungen in der 

Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit). 

A.e   In einem Verlaufsbericht vom 8. April 2004 (Eingangsdatum; IV-act. 23) gab 

Dr. E.___ an, der Versicherte leide an schmerzhaften Fingeramputationsstümpfen III 

und IV rechts mit Narbenneurom. Am 12. Dezember 2003 habe eine Stumpfkorrektur 

mit Excision der Narbenneurome, Kürzung der Mittelphalanx und besserer Stumpf­

polsterung stattgefunden. Anfänglich habe der Eingriff gut verlaufen zu sein 

geschienen, inzwischen sei der Versicherte aber wieder am selben Punkt wie vor dem 

Eingriff. In einer Büroarbeit wäre der Versicherte zu 100 % arbeitsfähig. - Einem 

beigelegten Bericht des Kantonalen Spitals C.___ vom 1. April 2004 war zu entnehmen, 

dass die Schmerzen trotz guter Stumpfpolsterung und besserer Trophik nicht 

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nachlassen würden. Der Versicherte klage wiederum auch über Schmerzen im Arm, im 

Schulter- und im Halsbereich. Diese seien eine Folge der Schonung des rechten Arms. 

Vielleicht lasse sich die Stimmung mit einem Antidepressivum etwas aufhellen.

A.f    Am 8. Februar 2005 reichte der Versicherte (diesmal ohne Rechtsvertreter) eine 

weitere Anmeldung (IV-act. 25) ein und ersuchte um Ausrichtung von Leistungen 

(namentlich eine Rente), da er als Rechtshänder die rechte Hand nicht einsetzen und 

so den Alltag nur schwer meistern könne. - Einer beigelegten Verfügung der 

Kantonalen Arbeitslosenkasse vom 6. Januar 2005 (IV-act. 29) war zu entnehmen, dass 

die Unfallversicherung den Versicherten seit 1. Juli 2004 für zu 50 % arbeitsfähig hielt.

A.g   Am 11. August 2005 (IV-act. 33) erkundigte sich die Sozialversicherungsanstalt/

IV-Stelle des Kantons St. Gallen bei der Unfallversicherung und erhielt unter anderem 

die Auskunft, es seien dem Versicherten seit August 2004 keine Leistungen mehr 

gewährt worden.

A.h   In einem Formular zur Überprüfung des Leistungsanspruchs gab der Versicherte 

im August

2007 (IV-act. 40; Eingangsdatum 27. August 2007) an, er stehe zurzeit in einer RAV-

Tätigkeit.

A.i     In einer Arbeitgeberbescheinigung vom 3. September 2007 (IV-act. 41) gab der 

Verein F.___ an, der Versicherte habe vom 7. März 2005 bis 8. Dezember 2006 in einem 

befristeten Arbeitsverhältnis gestanden. Er habe vollzeitlich Personentransporte und 

diverse leichte Arbeiten erledigt.

A.j     Dr. med. G.___, Allgemeine Medizin FMH (IV-act. 44-1 bis 4), und Dr. med. H.___, 

Fachärztin für Allgemeine Medizin FMH (IV-act. 44-5 ff.), gaben in Verlaufsberichten 

vom 12. November 2007 und vom 13. November 2007 an, der Gesundheitszustand des 

Versicherten sei bei geänderter Diagnose stationär. Eine leichte, wechselbelastende 

körperliche Tätigkeit, etwa in Form von Kontrollfunktionen, ohne Arbeiten über Kopf, 

mit nur wenig Belastung der Nacken-/Schulterpartien und der rechten Hand sei ihm zu 

etwa 80 % zumutbar. Es bestünden (verkürzt wiedergegeben) chronische 

neuropathische Schmerzen und Allodynie an den Fingerstümpfen Dig. III und IV rechts 

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und chronische Schmerzen an Nacken, Schulter, Arm und Hand rechts bei unter 

anderem leichtem CTS rechts, rezidivierenden lokalen Veränderungen im Sinn eines 

komplexen regionalen Schmerzsyndroms (M. Sudeck) leichten Ausmasses, aus­

geprägten degenerativem Wirbelsäulenleiden der cervikalen Wirbelsäule mit Einengung 

des Neuroforamens HWK 5/6 (MRI HWS 05/07), und bei V. a. zentrale Fixierung der 

Schmerzen.

A.k   Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung erachtete am 

3. Januar 2008 (IV-act. 45) eine Arbeitsfähigkeit von 100 % für adaptierte Tätigkeiten 

für gegeben. Die medizinischen Voraussetzungen für Arbeitsvermittlung seien erfüllt.

A.l     Die Unfallversicherung gab am 7. Februar 2008 telefonisch die Auskunft (IV-

act. 46), nach einem kreisärztlichen Untersuch vom August 2007 seien die früheren 

Rentenbeschlüsse (Rente bis Juli 2006) bekräftigt worden.

A.m  Mit Vorbescheid vom 14. Februar 2008 (IV-act. 48 f.) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten die 

Abweisung seines Gesuchs um eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 0.44 % 

(Valideneinkommen Fr. 53'362.--, Invalideneinkommen Fr. 53'125.--) in Aussicht. Am 

18. Februar 2008 (IV-act. 52 f.) kündigte sie ihm auch eine Ablehnung von 

Arbeitsvermittlungsunterstützung an, da er bei der Stellensuche gesundheitlich nicht 

eingeschränkt sei. - Der Versicherte liess am 29. Februar 2008 (IV-act. 54) einwenden, 

er stehe in laufender spezialärztlicher Behandlung und Abklärung; es stünden eine 

grosse Bandscheibenoperation und eine Laseroperation bevor. Er sei voll 

arbeitsunfähig geschrieben. Mit Schreiben vom 27. März 2008 (IV-act. 58) legte er 

persönlich dar, leider hätten weder Schmerzspritzen noch eine transcutane elektrische 

Nervenstimulation im Kantonsspital St. Gallen die Schmerzen gelindert. Dr. H.___ 

ersuchte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 14. April 2008 (IV-act. 59) um eine 

Neubeurteilung unter Berücksichtigung der in der Interdisziplinären 

Schmerzsprechstunde am Kantonsspital St. Gallen erhobenen Befunde und allenfalls 

um einen Gutachtensauftrag an eine MEDAS.

A.n   In ihrem Verlaufsbericht vom 21. August 2008 (IV-act. 61) berichtete Dr. H.___ 

unter Beilage diverser ärztlicher Berichte unter anderem, die somatische Therapie sei 

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ausgeschöpft. Ob die im Bericht des Palliativzentrums des Departements Inter­

disziplinäre medizinische Dienste am Kantonsspital St. Gallen vom 29. Mai 2008 auf­

gelisteten Möglichkeiten ausprobiert werden sollten, sei fraglich. Neu werde der Ver­

sicherte nebst der hausärztlichen Betreuung auch durch den ambulanten psychi­

atrischen Dienst betreut. Der Versicherte habe als Magaziner und als Buschauffeur ge­

arbeitet; beides habe zu einer Schmerzzunahme geführt. Es sei fraglich, ob in einer 

Tätigkeit mit wenig Einsatz der nicht dominanten linken Hand eine volle Arbeitsfähigkeit 

bestehe. Wünschenswert sei eine Integration an einem geschützten Arbeitsplatz. - Die 

Psychiatrie-Dienste hatten am 24. Juni 2008 nach einer Erstkonsultation von einer An­

passungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (wie Ärger, 

aber auch Angst und Sorgen) und von einer ausgeprägten Schlafstörung berichtet.

A.o   Im Arztbericht vom 21. August 2008 (IV-act. 63) bezeichneten die Psychiatrie-

Dienste als (Haupt-) Diagnose eine Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerz­

syndrom bei zusätzlich bestehendem neuropathischem Schmerzsyndrom im Bereich 

der rechten Hand (Komplexes regionales Schmerzsyndrom) bei Status nach trauma­

tischer Endgliedamputation der Dig. III und IV der rechten Hand am 16.08.2002. Ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei ein seit Anfang 2007 bestehendes cervicocephales 

und -brachiales Syndrom rechts bei degenerativen HWS-Veränderungen v.a. HWK 5 

und 6. Der Versicherte sei als B.___ seit Anfang 2006 voll arbeitsunfähig. Tätigkeiten, 

welche nur den Einsatz der linken Hand erforderten, seien ihm aus psychiatrischer 

Sicht zu maximal 50 % zumutbar. Dabei sollte insbesondere die Möglichkeit zu 

längeren Pausen bestehen. Weil aufgrund der Schmerzen Konzentration und Ausdauer 

beeinträchtigt seien, sei für die verbleibende Arbeitsfähigkeit von einer verminderten 

Leistungsfähigkeit von ca. 30 bis 50 % auszugehen. Eine berufliche Massnahme 

könnte die Chancen der Integration in den freien Arbeitsmarkt verbessern.

A.p   Am 10. Juni 2009 erstattete das Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI) das Gut­

achten vom 9. Juni 2009 (Untersuchung vom 12. Mai 2009; IV-act. 71). Als Diagnosen 

mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden bezeichnet: (erstens) ein Komplexes 

regionales Schmerzsyndrom der rechten Hand bei Status nach Fräsenverletzung mit 

Endgliedamputation Dig. III und IV rechts sowie Décollement Thenar volar und nach­

folgendem Sudeck am 16.08.2002 und Status nach Stumpfkorrektur Dig. III und IV am 

12.12.2003, (zweitens) ein chronisches zervikovertebrales Schmerzsyndrom bei 

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Osteochondrose und Diskusprotrusion HWK5/6 mit foraminaler Einengung rechts (MRI 

04.05.2007) und (drittens) eine leichte depressive Episode. Für die zuletzt ausgeübte 

und andere körperlich anhaltend mittelschwere bis schwere, beidhändig belastende 

Tätigkeiten sei der Versicherte vollständig arbeitsunfähig. In einer körperlich leichten 

bis gelegentlich mittelschweren Tätigkeit ohne wesentliche Belastung der rechten Hand 

bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 %, in einem ganztägigen Pensum 

verwertbar. Aus neurologischer Sicht bestehe für die orthopädisch und neurologisch 

gesehen zumutbaren Tätigkeiten eine Leistungseinschränkung von 20 %, weil die 

Schmerzsymptomatik vermehrte Pausen erfordere. Durch die leichte depressive 

Episode werde die Arbeitsfähigkeit ebenfalls um 20 % eingeschränkt. Die Leistungs­

einbussen seien nicht zu kumulieren, da dieselben Zeitabschnitte für die Pausen 

genutzt werden könnten. Bei vollschichtigem Pensum ergebe sich ein leicht reduziertes 

Rendement.

A.q   Am 2. Juli 2009 (IV-act. 73) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem 

Rechtsvertreter des Versicherten mit, die Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen. 

Entsprechende Massnahmen machten keinen Sinn, weil der Versicherte sich subjektiv 

nicht arbeitsfähig fühle. Am 17. Juli 2009 (IV-act. 78 f.) stellte sie bei einem 

Invaliditätsgrad von 24 % (Valideneinkommen Fr. 50'479.--, Invalideneinkommen 

Fr. 38'424.--) eine Abweisung des Rentenanspruchs in Aussicht. - Der Versicherte liess 

am 23. Juli 2009 (IV-act. 80) die Zusprechung einer ganzen Rente beantragen, 

eventualiter von Arbeitsvermittlung. Eventuell sei eine ausführliche Berichterstattung 

der behandelnden Spezialärzte zu veranlassen. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI 

erstaune, seien doch klare Hinweise für eine Ausweitung der Schmerzproblematik 

festgestellt und sei einer palliativen Schmerztherapie zugestimmt worden. Die 

Diagnose einer Persönlichkeitsänderung sei (zu Unrecht) nicht bestätigt worden, weil 

angeblich keine deutlichen Schmerzen, keine Unfähigkeit, Beziehungen beizubehalten 

und keine Passivität mit Vernachlässigung von Freizeitbeschäftigung vorlägen. Im 

Gutachten stehe aber auch, der Versicherte sei psychisch verunsichert und traurig. Im 

Bericht der Psychiatrie-Dienste sei sogar von eindeutigem Lebensüberdruss mit 

passiven Todesgedanken die Rede. Der Versicherte leide ausserdem unter 

Appetitverlust. Die Auffassung des ABI, der Versicherte könne mit der notwendigen 

Willensanstrengung sehr wohl einer Erwerbstätigkeit nachgehen, sei subjektiv, denn 

nur er müsse diese Schmerzen seit fast sieben Jahren ertragen. Das ABI-Gutachten sei 

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auch widersprüchlich, stehe doch einerseits, der Versicherte könne keine Motivation 

zur Arbeit aufbringen, anderseits, er sei bereit, jegliche Tätigkeit auszuführen, wenn die 

Schmerzen am Nacken und der rechten oberen Extremität etwas abnähmen, und er 

leide, weil er keine Arbeit habe und kein Geld verdiene. Auch Dr. H.___ berichte, dass 

er ihr gegenüber wiederholt habe, wie gern er arbeiten würde.

A.r    In einem Verlaufsbericht vom 3. August 2009 (IV-act. 83) gaben die Psychiatrie-

Dienste an, im Kontext des negativen Entscheids der Verwaltung habe sich die leichte 

depressive Episode stark verschlechtert und erreiche nun einen mittleren bis schweren 

Ausprägungsgrad. Ausserdem habe das Sozialamt den Versicherten, obwohl dieser 

gegen den Vorbescheid ein "Rechtsmittel" eingelegt habe, unter Androhung einer 

Leistungskürzung aufgefordert, zu 50 % einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die zu­

sätzliche Aufnahme dieser Tätigkeit im Elektrorecycling ab dem 27. Juli 2009 habe zu 

einer Überforderung und zu dadurch bedingtem ausgeprägtem Lebensüberdruss ge­

führt, weswegen seit dem 30. Juli 2009 ein stationärer Behandlungsrahmen für den 

Versicherten notwendig geworden sei. In dem seit der ambulanten Behandlung ab dem 

24. Juni 2008 beobachteten Verlauf hätten die geforderten Kriterien einer andauernden 

Persönlichkeitsänderung bei chronischem Schmerzsyndrom festgestellt werden 

können. Ausserdem seien sie fremdanamnestisch durch die Hausärztin und durch die 

Mitarbeiterin des Sozialamts bestätigt worden. Es wäre daher erstaunlich, wenn der 

psychiatrische Gutachter selbst bei Anwendung der (nunmehr) richtigen Kriterien diese 

ausschliessen könnte. Es sei auch etwas unklar, was er sich unter den von ihm zu­

sätzlich geforderten schwereren Schmerzen vorstelle, sei doch das komplexe regionale 

Schmerzsyndrom auch vom orthopädischen Gutachter als von Einfluss auf die Arbeits­

fähigkeit erkannt worden. Es bestehe weiterhin eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

von mindestens 50 %.

A.s   Dr. H.___ teilte mit Verlaufsbericht vom 31. August 2009 (IV-act. 85) mit, es habe 

sich eine akute Verschlechterung mit schwerer Depression und Suizidalität eingestellt. 

Seit dem 30. Juli 2009 befinde sich der Versicherte in stationärer Therapie.

A.t    Gemäss einem Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm vom 15. Dezember 

2009 (IV-act. 93) hatte der Versicherte vom 19. Oktober bis 18. Dezember 2009 in einer 

Abklärung gestanden (zunächst mit einem Pensum von 50 %, ab 2. November mit 

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einem solchen von 60 bis 70 %). Er habe eine Leistung von 30 bis 40 % erbringen 

können, ohne dass es nach der Pensenausweitung zu einer deutlichen Veränderung 

gekommen wäre. Die Arbeitsqualität habe er immer sehr gut erreichen können, das 

Tempo sollte jedoch noch gesteigert werden. Aufgrund der körperlichen Einschränkung 

sei er momentan dem Druck des ersten Arbeitsmarktes nicht gewachsen; eine Arbeit in 

geschütztem Rahmen wäre erstrebenswert. - Die Eingliederungsberatung hielt weitere 

Bemühungen in der Folge für nicht sinnvoll (IV-act. 94 f.).

A.u   Nach einem entsprechenden Vorbescheid vom 28. Januar 2010 (IV-act. 97 f.) 

schloss die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen die Arbeits­

vermittlung mit Verfügung vom 10. März 2010 (IV-act. 99) ab. Aufgrund der gezeigten 

Leistungsfähigkeit sei eine Eingliederung im ersten Arbeitsmarkt nicht erfolgver­

sprechend.

A.v   Dr. H.___ hielt in einem Verlaufsbericht vom 16. März 2010 (IV-act. 100) dafür, der 

Versicherte könnte in geschütztem Rahmen allenfalls eine Arbeit von 50 % während 

voller Arbeitszeit leisten. Die Psychiatrie-Dienste erklärten am 24. März 2010 (IV-

act. 101), psychiatrisch gesehen bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 %; 

die Arbeitsunfähigkeit wegen der Einengung des Neuroforamens könne nicht beurteilt 

werden. Neu werde dem Versicherten eine sozialarbeiterische Unterstützung bei 

massivem sozialem Rückzug und zur Unterstützung bei finanziellen Problemen ge­

boten.

A.w   Der RAD befürwortete am 31. März 2010 (IV-act. 102), auf das Ergebnis der Be­

gutachtung abzustellen. Eine zwischenzeitliche wesentliche Verschlechterung des Zu­

stands sei nicht auszumachen. Die stark eingeschränkte Leistungsfähigkeit gemäss 

Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm sei auf die bekannte Selbstlimitation und 

Fixation auf die Verletzungsfolgen, also auf invaliditätsfremde Faktoren zurückzuführen. 

Die von der Hausärztin attestierte Arbeitsfähigkeit sei versicherungsmedizinisch nicht 

plausibel.

A.x   Mit Verfügung vom 27. April 2010 (IV-act. 103) wies die Sozialversicherungs­

anstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen Rentenanspruch des Versicherten bei 

einem Invaliditätsgrad von 24 % ab.

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B.       

Gegen diese Verfügung richtet sich die Einsprache (recte: Beschwerde) vom 26. Mai 

2010 (Poststempel: 27. Mai 2010). Der Beschwerdeführer beantragt sinngemäss Zu­

sprechung von Leistungen. Er leide an ständigen starken Schmerzen im Nacken, im 

rechten Arm und zeitweise in der linken Schulter und könne seine rechte Hand 

schmerzbedingt nicht benutzen. Aus der Sicht des Regionalen Arbeitsvermittlungs­

zentrums (RAV) sei er nicht mehr arbeitsfähig. - Am 27. Mai 2010 (Poststempel: 31. Mai 

2010) erhob auch Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Zollinger für den Betroffenen Be­

schwerde. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei dem 

Beschwerdeführer eine ganze Rente zuzusprechen, eventualiter sei die Sache zur 

Neubeurteilung zurückzuweisen, ausserdem sei dem Beschwerdeführer die unent­

geltliche Prozessführung zu gewähren. Die Ärzte würden von einer gravierenden Ver­

schlimmerung dessen Gesundheitszustands berichten. Die Depression habe sich 

selbst unter medikamentöser Behandlung verstärkt. Andere Therapiemassnahmen 

seien fehlgeschlagen und weitere kämen nicht in Frage. Die verfahrene Situation habe 

sich in einem weitgehenden sozialen Rückzug des Beschwerdeführers manifestiert. Es 

liege ein jahrelanger progredienter Verlauf und nicht eine blosse Episode der 

Beschwerden vor. Der seit langem behandelnde Spezialarzt könne über die 

Gesamtlage am zuverlässigsten Auskunft geben, zumal auch psychosoziale und 

soziokulturelle Faktoren für die medizinische Entwicklung - und damit auch für die 

juristische Beurteilung - von Bedeutung seien. Neben dem eindeutig ausgewiesenen 

somatischen Krankheitssubstrat liege eine vom blossen psychogenen Syndrom 

losgelöste andauernde schwere psychiatrische Erkrankung vor. Der mehrjährige 

Krankheitsverlauf, der Rückzug, ein therapeutisch kaum mehr angehbarer Verlauf einer 

missglückten Konfliktbewältigung und unbefriedigende Behandlungsergebnisse bei 

vorhandener Motivation und Eigenanstrengung sprächen für sich. Der 

Beschwerdeführer habe keine Ressourcen mehr. Die arbeitsmarktliche Anstellung sei 

an den Schmerzen und depressiven Symptomen gescheitert. Es sei ausserdem wegen 

der früheren schweren Tätigkeit und der Ausländerqualität, die in Kombination mit dem 

Alter trotz C-Bewilligung im Hinblick auf die extrem schwierigen psychosozialen 

Faktoren erheblich zu Buche schlage, mindestens der volle Leidensabzug von 25 % zu 

gewähren. Wegen der erheblichen Auswirkungen in anderen Rechtsgebieten (wie 

haftpflichtrechtlichen Entschädigungsfragen) sei der Invaliditätsgrad korrekt zu 

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ermitteln, auch wenn er nicht rentenbegründend sein sollte. Vor der Neubegutachtung 

hätte eine Stellungnahme eingereicht werden wollen. Die Beschwerdegegnerin weise 

eine solche Möglichkeit pauschal von sich. Das Gutachten sei ausserdem ohne den 

erforderlichen Dolmetscher gemacht worden und daher weitgehend unverwertbar. - 

Beigelegt war ein Bericht der Psychiatrie-Dienste an den Rechtsvertreter vom 10. Mai 

2010, wonach der Beschwerdeführer weder über verlässliche Beziehungen noch über 

eine eindeutige Tagesstruktur verfüge. Freizeitaktivitäten seien nicht nachvollziehbar. 

Der Beschwerdeführer sei affektarm und -gemindert.

C.       

In ihrer Beschwerdeantwort vom 8./12. Juli 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liege nicht 

vor. Anlässlich der psychiatrischen Exploration sei auf Wunsch des Beschwerdeführers 

ein Dolmetscher eingesetzt worden. Es bestünden im Übrigen keine Hinweise darauf, 

dass es Verständigungsschwierigkeiten gegeben habe. Die Arbeitsfähigkeit von 20 %, 

welche das ABI aus der leichten depressiven Episode abgeleitet habe, erscheine 

bereits als ziemlich grosszügig. Ob diesbezüglich volle Arbeitsfähigkeit vorliege, könne 

aber offen bleiben, weil sich an der Gesamtschätzung nichts änderte. Die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des Psychiatrie-Zentrums überzeuge dagegen nicht. Es 

stelle statt auf objektive Faktoren schwergewichtig auf die präsentierten Schmerzen ab. 

Dramatische Schmerzen dürften nur einbezogen werden, wenn sie durch 

entsprechende Befunde hinreichend erklärbar seien, was hier nicht der Fall sei. Klinisch 

und radiologisch seien die Verhältnisse unauffällig bzw. gut. Die Schmerzen an der 

rechten Hand seien somatisch nicht erklärbar. Es liege eine erhebliche 

Symptomausweitung vor. Die degenerativen Veränderungen bei der HWS würden die 

Nacken- und Schulterbeschwerden ebenfalls nicht erklären. Ob die vom Psychiatrie-

Zentrum benannte Persönlichkeitsänderung vorliege oder nicht, sei nicht 

ausschlaggebend, zumal eine solche Diagnose nicht per se invalidisierend sei. Es 

bestünden im Wesentlichen ätiologisch-pathogenetisch unerklärliche syndromale 

Leidenszustände, denen infolge der fehlenden Objektivierbarkeit keine invalidisierende 

Wirkung zukomme. Eine psychiatrische Komorbidität sei nicht ersichtlich. Auch andere 

Faktoren, welche die zumutbare Willensanstrengung für die Aufnahme einer 

Erwerbstätigkeit mit der notwendigen Intensität behindern könnten, seien nicht 

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erkennbar. Der mehrjährige chronifizierte Krankheitsverlauf ohne Besserung entspreche 

keiner Komorbidität. Die deutliche Beeinträchtigung an der rechten Hand könne mit 

einem Leidensabzug berücksichtigt werden. Die Berichte des Psychiatrie-Zentrums 

würden keine Gesichtspunkte enthalten, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt 

geblieben wären. Das Valideneinkommen 2001 betrage Fr. 48'950.--. Auf einem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt gebe es für den Beschwerdeführer angepasste 

Tätigkeiten, so dass das Invalideneinkommen anhand der Lohnstrukturerhebungen des 

Bundesamtes für Statistik berechnet werden könne. Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung (I 654/05) könnten sogar an einer Hand vollständig Gelähmte noch 

angepasste Tätigkeiten verrichten. Der Wert für das Jahr 2001 von Fr. 56'883.-- sei mit 

Ausnahme einer Differenz von 5 % zum Valideneinkommen zu kürzen, weil nicht 

anzunehmen sei, der Beschwerdeführer habe sich freiwillig mit einem bescheideneren 

Einkommen begnügen wollen. Mit dieser Parallelisierung seien alle invaliditätsfremden 

Faktoren berücksichtigt. Ein weiterer Abzug rechtfertige sich nicht. Hingegen sei 

gerechtfertigt, einen Leidensabzug von 20 % vorzunehmen, da der Beschwerdeführer 

nur noch leichte Hilfstätigkeiten ausüben könne und in seinen manuellen Fähigkeiten 

deutlich eingeschränkt sei. Anspruch auf einen Teilzeitabzug bestehe nicht. Das 

Invalideneinkommen betrage somit Fr. 32'894.-- und der Invaliditätsgrad mache 33 % 

aus.

D.       

Am 13. Juli 2010 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung 

(Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsver­

beiständung) gewährt.

E.        

Mit Replik vom 30. Juli/2. August 2010 bringt der Rechtsvertreter des Beschwerde­

führers vor, eine Tätigkeit, die vorwiegend mit der linken Hand ausgeführt werden 

könne, gebe es nicht, da der Beschwerdeführer Rechtshänder und die rechte seine 

Arbeitshand sei. Ein Folgebericht von Dr. E.___ sei nicht eingeholt worden. Im Bericht 

vom 7. November 2007 sei eine Eingliederungshilfe zu Unrecht als bereits erfolgt mit 

eingerechnet worden. Dr. H.___ habe in ihrem Verlaufsbericht vom 21. August 2008 

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eine Arbeitseinschätzung ohne Eingliederungshilfe als fraglich erachtet. Es sei zu 

fragen, woher die Differenz in den Arbeitsunfähigkeitsschätzungen des Psychiatrie-

Zentrums einerseits und der anderen Ärzte anderseits rühre. Der behandelnde Arzt sei 

auch bei Gutachten näher mit einzubeziehen. Die Ausführungen der Beschwerde­

gegnerin seien zu allgemein gehalten und würden den konkreten Sachverhalt nicht be­

rücksichtigen. Sie gehe wie offenbar die Ärzteschaft des ABI von einer falschen sach­

verhaltlichen Ausgangslage aus (Handverwechslung). Sie unterschätze die chronische 

körperliche Begleiterkrankung. Dass die Computerisierung und Maschinisierung er­

hebliche Einschränkungen bei der konkreten Zuweisung von Arbeit mit sich bringe, 

sollte wenigstens bei den beruflichen Massnahmen berücksichtigt werden. Es bestehe 

beim Leidensabzug die Möglichkeit einer Erhöhung auf 25 %, zumal wohl eher nur Teil­

zeitarbeit in Frage komme. Zu untersuchen wäre hier Krankes, nicht Gesundes ge­

wesen. Der Beschwerdeführer habe zwar vielleicht noch keinen Anspruch auf eine 

Rente, aber Anspruch auf ein korrektes Verfahren.

F.        

Die Beschwerdegegnerin hat am 13. August 2010 auf die Erstattung einer Duplik ver­

zichtet.

G.       

Das zuständige Abteilung II des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen hat 

das arbeitslosenversicherungsrechtliche Urteil der Abteilung I des Gerichts betreffend 

Vermittlungsfähigkeit und Arbeitslosenentschädigung des Beschwerdeführers vom 

22. Dezember 2005 (AVI 2004/172 und 2005/29) beigezogen. Die Parteien haben auf 

eine Stellungnahme dazu verzichtet.

 

Erwägungen:

1.        

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/28

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1.1    Angefochten ist eine Verfügung, die nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 

1. Januar 2008 ergangen ist, nämlich am 27. April 2010. Der Sachverhalt reicht in­

dessen in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Für den Rentenbeginn 

anwendbar ist eine vom Bundesamt für Sozialversicherungen lückenfüllend 

geschaffene (vgl. IV-Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007; vgl. Entscheid 

des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S M. vom 28. Oktober 2009, 

IV 2009/5), vom Gericht als rechtmässig erkannte (vgl. Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S F. vom 25. März 2011, IV 2009/425) 

übergangsrechtlichen Norm, wonach altes Recht für Fälle gilt, in denen der 

Versicherungsfall - definiert nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht - (nebst den 

Eintritten bis 2007) spätestens im Jahr 2008 eintritt (d.h. das Wartejahr vor dem 

1. Januar 2008 zu laufen beginnt und im Jahr 2008 erfüllt wird) und die Anmeldung 

spätestens im Jahr 2008 erfolgte. Bezüglich eines allfälligen Rentenbeginns sind 

deshalb vorliegend angesichts der IV-Anmeldung von 2003 und des Eintritts der 

Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2002 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen 

Bestimmungen anzuwenden. Für die Invaliditätsbemessung hat sich keine Änderung 

der Rechtslage ergeben. Die nach Erlass der angefochtenen Verfügung eingetretenen 

Rechtsänderungen sind vorliegend nicht zu berücksichtigen.

1.2    Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin das Leistungs­

gesuch des Beschwerdeführers von 2003 um eine Rente abgewiesen. Am 10. März 

2010 hatte sie die Arbeitsvermittlung verfügungsweise (und formell rechtskräftig) 

eingestellt, weil eine Eingliederung im ersten Arbeitsmarkt aufgrund der gezeigten 

Leistungsfähigkeit nicht erfolgversprechend sei. Der Beschwerdeführer lässt im 

Gerichtsverfahren (im Hauptstandpunkt) einzig Rentenleistungen beantragen. Strittig ist 

demnach zunächst ein allfälliger Anspruch auf eine Rente. Ergäbe sich allerdings, dass 

ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage steht, so gehörte zum 

Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz 

"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu 

Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.

2.        

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2.1    Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der seit 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Fassung) 

besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 

60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf 

eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf 

eine Viertelsrente.

2.2    Der altrechtliche Eintritt des Rentenfalls wird durch Art. 29 Abs. 1 IVG (in der bis 

31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung) geregelt. Der Rentenanspruch entsteht 

(abgesehen von der hier nicht anwendbaren lit. a) frühestens in dem Zeitpunkt, in dem 

die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch­

schnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b). Die 

einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 

20 % vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Im Rahmen des Art. 29 Abs. 1 IVG nicht an­

wendbar ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der Grundsatz, dass bei 

langdauernder Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf - oder sobald klar wird, dass 

die Wiederaufnahme der bisher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr in Frage kommt - nach 

Ablauf einer gewissen Übergangsfrist auch zumutbare Tätigkeiten in einem andern 

Beruf zu berücksichtigen sind. Bei der Anwendung dieser Bestimmung ist aus­

schliesslich die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu betrachten (Ent­

scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 23. Oktober 2003, 

I 392/02, vgl. BGE 130 V 99 E. 3.2, bereits unter Hinweis auf den künftigen Art. 6 ATSG; 

Bundesgerichtsentscheid i/S P. vom 27. Dezember 2007, 9C_684/07). Es genügt nach 

der Rechtsprechung, dass die versicherte Person im Zeitpunkt der rechtsgenüglich er­

wiesenen Verschlechterung des Gesundheitszustandes bzw. des festzusetzenden 

Rentenbeginns das Wartejahr bestanden hat (Entscheid des Eidgenössischen Ver­

sicherungsgerichts i/S S. vom 20. Juni 2003, I 285/02; vgl. auch 9C_684/07; eine 

Änderung war mit der Anpassung des IVG an das ATSG wohl nicht beabsichtigt). Ein 

wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person an 

mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29  IVV; Ent­

scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004, I 19/04). 

Auch vor der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu 

berücksichtigen (ZAK 1966 S. 58; Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts 

ter

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zum IVG, 1. A. 1997, S. 238; BGE 117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 2. März 2000, I 307/99).

2.3    Im Fall einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen 

notwendig, den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach 

Massgabe der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl. 

BGE 106 V 16; BGE 109 V 125). Bei einer rückwirkenden stufenweisen 

Rentenzusprechung richtet sich der Zeitpunkt einer Rentenherabsetzung oder -

aufhebung ausschliesslich nach Art. 88a Abs. 1 IVV. Art. 88 Abs. 2 IVV findet keine 

Anwendung (BGE 106 V 16). Nach Art. 88a Abs. 1 IVV ist die anspruchsbeeinflussende 

Änderung bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung oder 

Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem 

angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in 

jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei 

Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Der Zeitpunkt 

einer Rentenerhöhung richtet sich bei rückwirkenden Zusprachen ausschliesslich nach 

Art. 88a Abs. 2 IVV. Art. 88  Abs. 2 IVV findet keine Anwendung (vgl. BGE 109 V 125). 

Nach Art. 88a Abs. 2 IVV ist eine anspruchsbeeinflussende Änderung bei einer 

Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne 

wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Art. 29  IVV ist sinngemäss 

anwendbar.

2.4    Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen 

von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in 

der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits­

leistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 

E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tat­

sächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3045 des 

vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen, ab 1. Januar 2012 gültigen 

Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = 

KSIH).

3.        

bis

bis

bis

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3.1    Die Beschwerdegegnerin stellt in der angefochtenen Verfügung vom April 2010, 

mit welcher sie das Gesuch des Beschwerdeführers vom August/September 2003 zu 

beurteilen hatte, in medizinischer Hinsicht auf das Ergebnis der ABI-Begutachtung vom 

Juni 2009 ab und errechnet bei einer Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 

20 % einen Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers von 24 % (gemäss der 

Beschwerdeantwort lässt sie einen Leidensabzug von 20 % zu und gelangt zu einem 

Invaliditätsgrad von 33 %).

3.2    Das Gutachten erging nach Kenntnisnahme von den Vorakten und von Anamnese 

und geklagten Beschwerden. Es wurden internistisch/allgemeinmedizinisch der Status 

erhoben und Zusatzuntersuchungen durchgeführt. Ferner wurden in psychiatrischer, 

orthopädischer und neurologischer Hinsicht spezialärztliche Untersuchungen (Teilgut­

achten) getätigt, die sich jeweils auch mit früheren ärztlichen Einschätzungen aus­

einandersetzten. Den orthopädischen und neurologischen Befunden wurde eine 

Arbeitsunfähigkeit für körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten 

ohne Belastung der rechten Hand von 20 % zugeschrieben. Aufgrund der Schmerz­

symptomatik seien vermehrte Pausen notwendig. Daneben schränke eine leichte de­

pressive Episode die Arbeitsfähigkeit um 20 % ein. Die (beiden) Leistungseinbussen 

seien nicht zu kumulieren. - Eine abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung gaben die 

Psychiatrie-Dienste am 21. August 2008 ab. Aus psychischen Gründen sei die Arbeits­

fähigkeit des Beschwerdeführers zu 50 % eingeschränkt. Die Einschränkung sei auf 

eine Persönlichkeitsänderung zurückzuführen. Es wird wohl eine Restleistungsfähigkeit 

von insgesamt durchschnittlich 30 % (um durchschnittlich 40 % verminderte 

Leistungsfähigkeit während verbleibender Arbeitsmöglichkeit von 50 %) postuliert. - 

Was die Befunderhebung betrifft, sind vom psychiatrisch Begutachtenden - wie von 

den Psychiatrie-Diensten - eine depressive Stimmungslage, ein herabgesetzter Antrieb 

und Schlafstörungen festgestellt worden, daneben eine erhöhte Ermüdbarkeit. Seine 

Erhebungen und Darlegungen zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit erscheinen 

nachvollziehbar. Ob das auch auf die für die Würdigung der abweichenden Diagnose 

getroffenen Einschätzungen zutrifft, ist vorliegend wegen des finalen Charakters der 

Invalidenversicherung nicht von wesentlicher Bedeutung, jedenfalls nicht, solange sie - 

wie hier - nicht Anlass bieten, die Stichhaltigkeit insgesamt in Zweifel zu ziehen. Auf die 

gutachterliche psychiatrische Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit mit 20 % kann daher 

für die Zeit der Begutachtung vom Mai 2009 abgestellt werden. Gemäss dem 

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Gutachten ging die psychiatrische Exploration im Übrigen auf Wunsch des 

Beschwerdeführers mit einem Dolmetscher vonstatten. - In Bezug auf den somatischen 

Aspekt fällt auf, dass, obwohl der Beschwerdeführer bei der orthopädischen Abklärung 

von einer dreimaligen Blockade in den Jahren 2007 und 2008 an der rechten unteren 

Extremität (IV-act. 71-14) berichtet hatte, und dort eine diffuse rechtsseitige 

Hypästhesie an Ober- und Unterschenkel rechts (IV-act. 71-16 und 18) gefunden 

worden war, keine die LWS betreffenden röntgenologischen Massnahmen getroffen 

worden sind. Es ist allerdings einzuräumen, dass nach der letzten Injektion wegen der 

Blockaden eine Schmerzsistierung erfolgt ist und der Beschwerdeführer diesbezüglich 

offenbar keine weiteren Klagen vorbrachte. Der neurologisch begutachtende Facharzt 

hatte im Unterschied zum Orthopäden festgehalten, abgesehen von der rechten oberen 

Extremität bestehe kein sensibles Defizit. Der orthopädische Gutachter hielt ausserdem 

dafür, der Beschwerdeführer vermöchte sicherlich mehr zu leisten, als er ihm 

angegeben habe, denn die deutlichen Beschwielungen insbesondere der linken Hand 

und die fehlenden Atrophiezeichen der Vorderarmmuskulatur seien untrügliche Zeichen 

kürzlich erfolgter, nicht unerheblicher manueller Tätigkeit (IV-act. 71-20). Allerdings 

hatte die Umfangmessung rechts (an der dominanten Hand) 24 und links 24.5 cm 

ergeben. Es habe sich eine deutlich vermehrte palmare Beschwielung links, aber auch 

am Daumen rechts gezeigt. Der Orthopäde legte ausserdem dar, an der zervikalen 

Wirbelsäule bestünden deutliche degenerative Veränderungen samt foraminaler Enge 

der rechten Seite. Für nicht geklärt hielt er allerdings die Beschwerden an der rechten 

oberen Extremität und die Tatsache, dass es trotz langdauernder körperlicher 

Schonung, wiederholter konservativer Therapiemassnahmen und rechtsseitiger 

Infiltration HWK5/6 und einer Ganglion stellatum-Blockade nicht zu einer deutlichen 

Schmerzreduktion gekommen sei. Ferner habe der Beschwerdeführer am Ende der 

Untersuchung nicht über einen besonderen Schmerzzuwachs geklagt. Dass er am 

Untersuchungstag kein Analgetikum eingesetzt hatte, veranlasste den Experten, die 

Ausprägung des Leidensdrucks zu hinterfragen. Insgesamt hielt der orthopädische 

Gutachter dafür, es bestünden klare Hinweise für eine Ausweitung der 

Schmerzproblematik. Auch wenn diese Begründungsstränge teilweise nicht ohne 

weiteres stringent erscheinen, ist doch insgesamt das Ergebnis der Abklärung 

überzeugend, so dass darauf für den Zeitpunkt der Begutachtung vom Mai 2009 

abgestellt werden kann. Immerhin hat auch Dr. H.___ dem Beschwerdeführer im 

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November 2007 eine Arbeitsfähigkeit von 80 % attestiert und am 21. Juli 2008 eine 

Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit befürwortet, wobei sie eine Arbeitsfähigkeit von 

100 % für fraglich hielt.

3.3    Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 80 % kann als wirtschaftlich ver­

wertbar betrachtet werden, ist doch hypothetisch von einer ausgeglichenen Arbeits­

marktlage auszugehen (vgl. Art. 16 ATSG), bei welcher die verfügbaren Arbeitsplätze 

dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen (AHI 1998 S. 291 E. 3b). Der ausge­

glichene Arbeitsmarkt dient dazu, die Risiken Arbeitslosigkeit und Invalidität von­

einander abzugrenzen (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/

S C. vom 16. Juli 2003, I 758/02; BGE 110 V 276 E. 4b). Ein solcher Arbeitsmarkt be­

inhaltet von seiner Struktur her sowohl bezüglich der beruflichen und intellektuellen 

Voraussetzungen als auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes einen Fächer ver­

schiedenartiger Stellen (Bundesgerichtsentscheid i/S J. vom 24. April 2012, 8C_869/11; 

ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Die Gerichtspraxis geht davon aus, dass der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt selbst für Personen, welche funktionell als Einarmige zu betrachten sind 

und überdies nur noch leichte Arbeiten verrichten können, genügend realistische Be­

tätigungsmöglichkeiten bietet (Bundesgerichtsentscheid i/S V. vom 29. März 2012, 

8C_94/12). Zwar hat Dr. H.___ am 21. August 2008 einen geschützten Arbeitsplatz für 

den Beschwerdeführer als wünschenswert bezeichnet, doch ist aufgrund des 

Gutachtens für die betreffende Zeit nicht damit zu rechnen, dass seine Einsatzmöglich­

keiten so eingeschränkt gewesen sind, dass eine Erwerbstätigkeit realitätsfremd er­

schiene.

3.4    Gemäss IK-Auszug verdiente der Beschwerdeführer im Jahr 2001 Fr. 48'950.-- 

(nach einem Rückgang von Fr. 50'445.-- im Spitzenjahr 1999). Der statistische Brutto­

durchschnittslohn von Männern für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungs­

niveau 4) im privaten Sektor lag in jenem Jahr bei Fr. 56'883.-- (vgl. Anhang 2 der Text­

ausgabe Invalidenversicherung, Gesetze und Verordnungen, 2008, herausgegeben von 

der Informationsstelle AHV/IV, S. 204, basierend auf der Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik). Da der Beschwerdeführer 

somit unterdurchschnittlich verdiente, aber keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass 

er sich aus freien Stücken mit einem bescheidenen Einkommensniveau hätte begnügen 

wollen, kann für das Valideneinkommen und für den Ausgangspunkt zur Bestimmung 

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des Invalideneinkommens vom selben Wert ausgegangen werden. Der Invaliditätsgrad 

entspricht unter solchen Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Be­

rücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Entscheide des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S M. vom 8. Juni 2005, I 552/04 E. 3.4, und i/S Z. vom 

19. November 2003, I 479/03 E. 3.1).

3.5    Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre 

gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur 

mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den 

Tabellenlöhnen zu machen. Mit dem behinderungsbedingten Abzug wird in der Praxis 

dem Umstand Rechnung getragen, dass versicherte Personen, die in ihrer letzten 

Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens 

auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, dass sie - unabhängig von 

der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter 

Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder dass weitere 

persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, 

Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die 

Höhe des Lohnes haben können. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der 

Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter 

Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf 

höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen. Dabei ist zu beachten, dass 

allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen beachtete 

invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht 

nochmals berücksichtigt werden dürfen (vgl. zum Ganzen: BGE 134 V 322 E. 5.2 und 

BGE 126 V 75). - Die Beschwerdegegnerin hat in der Beschwerdeantwort einen 

Leidensabzug von 20 % befürwortet. Seit BGE 126 V 75 hat die bundesgerichtliche 

Praxis bei Versicherten, welche - wie der Beschwerdeführer - ihre dominante Hand 

gesundheitlich bedingt nur sehr eingeschränkt, z.B. als unbelastete Zudienhand, 

einsetzen können, regelmässig einen Abzug von 20 % oder sogar 25 % vorgenommen 

oder als angemessen bezeichnet (Bundesgerichtsentscheid i/S M. vom 17. September 

2008, 9C_418/08). In das Ermessen der Verwaltung braucht nicht eingegriffen zu 

werden. - Der Invaliditätsgrad stellt sich demnach auf 36 % (100 % - 0.80 x 80 %). 

Unter Berücksichtigung der Parallelisierungsaussparung von 5 % gemäss BGE 135 

V 297 ergäbe sich ein Invaliditätsgrad von gerundet 32 % (Fr. 48'950.-- 

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Valideneinkommen, Fr. 33'128.-- Invalideneinkommen [statt 14 nur 9 % 

Minderverdienst, von Fr. 56'883.-- ausgehend). Eine rentenbegründende Höhe 

erreichte der Invaliditätsgrad daher in der Zeit der Begutachtung nicht.

4.        

4.1    Das ABI hatte im Gutachten erklärt, die (volle) Arbeitsunfähigkeit in der ange­

stammten Tätigkeit bestehe seit dem Unfall im August 2002. Für die angepasste Tätig­

keit könne seither keine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit von mehr als 20 % be­

stätigt werden. Einen Verlauf der gesundheitlichen Beeinträchtigung und der Arbeits­

fähigkeit in den vergangenen fast sieben Jahren beschrieb es nicht.

4.2    Die Akten zeigen aber Folgendes: Der Beschwerdeführer war nach dem Unfall 

vom 16. August 2002 in seiner bisherigen Tätigkeit unbestrittenermassen zu 100 % 

arbeitsunfähig. Wie den UV-Unterlagen zu entnehmen ist, konnte bis Dezember 2002 

die am 7. November 2002 von kreisärztlicher Seite vorgesehene Arbeitsfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit als B.___ von 50 % noch nicht verwirklicht werden. In der Klinik 

Bellikon war im Februar 2003 keine psychische Störung von Krankheitswert gefunden 

worden. Die Art, sich zu präsentieren, sei mit einer Symptomausweitung bzw. 

Selbstlimitierung vereinbar, aber keineswegs beweisend dafür. Unter neurologischem 

Aspekt war im März 2003 festgehalten worden, sämtliche Befunde seien durch die 

Schmerzausstrahlung der amputierten Finger noch zu erklären. Es war weiterhin eine 

volle Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Auch bei der kreisärztlichen Abschlussunter­

suchung vom 4. Juli 2003 war festgestellt worden, dass dem Beschwerdeführer die 

bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Dabei ist es auch geblieben (vgl. ABI-

Begutachtung). Eine ganztägige Beschäftigung in einem adäquaten beruflichen Umfeld 

mit Arbeitseinsätzen der linken Hand und angepassten Zudientätigkeiten der rechten 

Hand hatte der Kreisarzt damals (am 4. Juli 2003) hingegen als zumutbar bezeichnet. 

Der Beschwerdeführer hat ab August 2003 zwar Arbeitslosenentschädigung für eine 

Arbeitsfähigkeit von lediglich 50 % beantragt, doch ist auf die medizinische 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des Kreisarztes abzustellen, da sie überzeugend erscheint. 

Es ist deshalb davon auszugehen, dass bei Ablauf einer erstmöglichen Wartezeit im 

August 2003 zwar noch volle Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, aber volle 

Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten bestand, weshalb sich selbst unter 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/28

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Berücksichtigung des maximalen Abzugs kein rentenbegründender Invaliditätsgrad 

ergab und kein Rentenanspruch entstand.

4.3    Im Dezember 2003 musste sich der Beschwerdeführer einer Nachoperation 

unterziehen. Dr. E.___ attestierte ihm im Arztbericht vom 1. Dezember 2003 eine volle 

Arbeitsunfähigkeit auch für adaptierte Arbeit. Wie dem Sachverhalt des arbeitslosen­

versicherungsrechtlichen Entscheids (AVI-Entscheid) vom 22. Dezember 2005 be­

treffend den Beschwerdeführer zu entnehmen ist, hat der Arzt dies in einem weiteren 

ärztlichen Zeugnis vom 15. Dezember 2003 (für die Zeit bis voraussichtlich Ende März 

2004) bestätigt und hat die Unfallversicherung ab 8. Dezember 2003 bis Ende Juni 

2004 wieder ein Taggeld für volle Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet. Im Juli 2004 

betrachtete die Unfallversicherung den Beschwerdeführer noch als zu 50 % 

arbeitsunfähig (vgl. IV-act. 29-1 und AVI-Entscheid), ab August 2004 richtete sie keine 

Leistungen mehr aus (vgl. IV-act. 33). - Bei dieser Sachlage ist - in Abweichung von der 

Einschätzung des ABI ("keine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit in höherem 

Ausmass") - eine lang dauernde volle Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in 

adaptierter Tätigkeit anzunehmen. Angesichts dieser vollen Arbeitsunfähigkeit selbst in 

adaptierter Tätigkeit ab Dezember 2003 ist ab diesem Zeitpunkt auch von einer vollen 

Erwerbsunfähigkeit auszugehen. Da in einem Wartejahr davor (Dezember 2002 bis 

Dezember 2003, immer noch) volle Arbeitsunfähigkeit als B.___ gegeben war und 

berufliche Massnahmen, die den Rentenanspruch noch hätten senken können, damals 

nicht möglich waren (also ganze Invalidität vorlag), entstand nach der oben (E. 2.2) 

erwähnten Rechtsprechung im Dezember 2003 Anspruch auf eine ganze Rente. Die 

angefochtene Verfügung ist demnach als unrichtig aufzuheben.

5.      

5.1    Bei der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 29. Juni 2004 (UV-Akten) 

wurde festgehalten, es bestehe weiterhin eine verminderte Belastbarkeit und einge­

schränkte Funktions- und Einsatzfähigkeit der rechten Hand. Eine gewisse 

Ressourcenmobilisationsfähigkeit sei bei dem differenzierten Beschwerdeführer trotz 

teilweise beträchtlicher Selbstlimitation und Fixation auf die Verletzungsfolgen im 

Bereich der rechten Hand möglich. Es seien ihm leichtere Beschäftigungen, 

insbesondere in einem adäquaten beruflichen Umfeld ganztags zumutbar. Ab Juli 2004 

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lebe eine Teilvermittlungsfähigkeit von 50 %, im August 2004 die volle 

Vermittlungsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit wieder auf. Nach der Aktenlage hat die 

Unfallversicherung (im Sinn der früher vorgesehenen Übergangsfrist) bis Januar 2005 

einen Erwerbsunfähigkeitsgrad von 20 % und von Februar 2005 bis Juli 2006 einen 

solchen von 10 % angenommen. Das Kantonale Spital C.___ hatte am 13. Mai 2004 

(UV-Akten) berichtet, es sei gut vorstellbar, dass der Beschwerdeführer noch 

Schmerzen habe. Verhängnisvoll sei, dass die Schmerzen im Cerebrum wahrscheinlich 

schon so stark eingraviert seien, dass sie kaum wegzubekommen seien. Nachdem der 

Beschwerdeführer nun sehr viel mit der Hand gearbeitet habe, habe man ihm 

empfohlen, keine speziellen Hand-Übungen mehr durchzuführen. Da er nachts offenbar 

fast alle zehn bis fünfzehn Minuten aufwache und über starke Spannungsschmerzen im 

Hals- und Nackenbereich klage, dränge sich eine Behandlung mit einem 

Psychopharmakon auf. Am 29. Juni 2004 berichtete das Kantonale Spital C.___, der 

Beschwerdeführer könne nun wenigstens etwa drei bis vier Stunden hintereinander 

schlafen; sobald er erwache, verspüre er Schmerzen in der rechten Hand. Positiv 

aufgefallen sei, dass die Schulter etwas lockerer geworden sei. - Im September 2004 

meldete sich der Beschwerdeführer wieder beim RAV an, im Februar 2005 gelangte er 

erneut an die Invalidenversicherung. Vom 7. März 2005 bis 8. Dezember 2006 hatte er 

in der Folge vollzeitlich in einem befristeten Arbeitsverhältnis 

(Beschäftigungsprogramm) gestanden.

5.2    Ärztliche Berichte liegen aus der Zeit ab Juli 2004 bis April 2007 mit Ausnahme 

eines Berichts von Dr. med. I.___, Neurologie FMH, vom 6. Oktober 2004 (IV-

act. 44-16) und von PD Dr. med. J.___, Facharzt FMH für Neurologie, vom 17. August 

2006 (IV-act. 44-14 f.) keine mehr vor. Dr. I.___ hatte klinisch und neurographisch Be­

funde eines leichteren - im sensiblen Bereich mässigen - CTS rechts festgestellt. Der 

Nervus ulnaris sei im Sulcus grenzwertig beeinträchtigt (wohl Druckschädigung). Nach 

PD Dr. J.___ waren damals ein komplexes regionales Schmerzsyndrom und ein leichtes 

Carpaltunnelsyndrom rechts festzustellen gewesen. Eine Arbeitsfähigkeitsschätzung 

haben beide Ärzte nicht abgegeben. - Die medizinische Aktenlage lässt darauf 

schliessen, dass der Beschwerdeführer ab August 2004 in adaptierter Tätigkeit volle 

Arbeitsfähigkeit erreichen konnte. Mit voller Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit 

ergibt sich (wie oben festgehalten) kein rentenbegründender Grad an Invalidität mehr. 

Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist der Rentenanspruch somit drei Monate nach der Ver­

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besserung, d.h. auf den 30. November 2004, einzustellen. - Angemerkt werden kann, 

dass gemäss der Arbeitgeberbescheinigung der Lohn (Stundenlohn von Fr. 18.40) des 

Beschwerdeführers für die vom März 2005 bis Dezember 2006 tatsächlich erbrachte 

Arbeit in einem Beschäftigungsprogramm seiner Leistung entsprach. Mit gewissen 

Tätigkeiten (z.B. als Chauffeur mit Schaltgetriebe) hat er dort allerdings wohl teilweise 

über das zumutbare Mass hinaus gearbeitet bzw. ungeeignete, weil schmerzfördernde 

Arbeit geleistet.

6.        

Am 23. April 2007 hatte gemäss Bericht vom 24. April 2007 (IV-act. 44-13) wegen 

rezidivierender, zum Teil heftigster Nackenschmerzen und Einschlafstörungen (zeit­

weise mit Brachialgie medial und Sensibilitätsstörung Dig. IV/V rechts) ein radio­

logischer Untersuch (HWS ap/lateral/Dens transbuccal) stattgefunden, der ausgeprägte 

degenerative Veränderungen im Segment HWK5/6 und eine Streckfehlhaltung der 

HWS ergab. Am 1. Mai 2007 (IV-act. 44-12) hat Dr. med. K.___, Handchirurgie FMH, 

von einem chronischen Schmerzsyndrom berichtet. Arbeitsfähigkeitsschätzungen sind 

in beiden Berichten nicht enthalten. Am 29. August 2007 hielt der UV-Kreisarzt (befasst 

mit den unfallkausalen Beschwerden) fest, es bestehe ein ausgesprochen stark chroni­

fiziertes Schmerzsyndrom an der rechten Hand mit erheblichem Beschwerdeaus­

weitungscharakter, ausserdem ein beträchtliches Krankheitsbewusstsein mit ent­

sprechendem Gesundheitsdefizit bei erkennbarer sozio-ökonomischer Problematik. 

Eine ausdrückliche Arbeitsfähigkeitsschätzung gab er nicht ab. Dr. H.___ beschrieb in 

ihrem Arztbericht vom 13. November 2007 eine gewisse Besserung der Schmerz­

situation (durch medikamentöse und Serien von physiotherapeutischer Behandlung). 

Leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten und mit wenig Belastung 

für die Nacken- und Schulterpartien und die rechte Hand seien mit einer Einschränkung 

um ca. 20 % zumutbar. Es rechtfertigt sich unter diesen Umständen die Annahme, 

dass ab April 2007 diese Einschränkung in adaptierter Tätigkeit, wie sie auch vom 

Gutachten eingeschätzt wurde, wieder eingetreten ist. Ein Rentenanspruch ergibt sich 

bei dieser Arbeitsfähigkeit nicht.

7.      

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/28

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7.1    Im August 2009 berichteten sowohl die Psychiatrie-Dienste wie Dr. H.___ 

von einer (starken bzw. akuten) Verschlechterung des Gesundheitszustands. Die 

Psychiatrie-Dienste gaben an, die leichte depressive Episode erreiche nun einen 

mittleren bis schweren Ausprägungsgrad, Dr. H.___ stellte eine schwere Depression 

und Suizidalität fest. Nach Angaben der Psychiatrie-Dienste hat die zusätzliche 

Aufnahme einer Tätigkeit im Elektrorecycling ab dem 27. Juli 2009 zu einer Über­

forderung und zu dadurch bedingtem ausgeprägtem Lebensüberdruss geführt, sodass 

ab dem 30. Juli 2009 ein stationärer Behandlungsrahmen notwendig geworden war. 

Die Hospitalisation dauerte nach der Aktenlage bis zum 18. September 2009 (IV-

act. 86). In der Folge fand auf Veranlassung der Beschwerdegegnerin vom 19. Oktober 

bis 18. Dezember 2009 eine berufliche Abklärung statt. Bei dieser Abklärung zeigte 

sich, dass der Beschwerdeführer, der sehr viel Engagement und Wille gezeigt habe, bei 

allen Arbeiten (fein- und grobmotorisch) schnell an die Grenze der körperlichen 

Belastbarkeit gekommen sei. Trotz der hohen Schmerzbelastung habe er stets 

versucht, bis zum Arbeitsende durchzuhalten, was ihm nicht immer gelungen sei. Er 

habe die unterbrochene Arbeit aber jeweils am nächsten Tag wieder aufgenommen 

und versucht, für sich neue Strategien zu finden, wie er länger durchhalten könne. 

Aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkung habe er viele Tätigkeiten nur 

einhändig verrichten können, was zu einer Minderung des Tempos geführt habe. Er sei 

darauf bedacht gewesen, die lädierte Hand als Haltehand einzusetzen, was aber wegen 

der entsprechenden Fehlbelastung zu Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich 

geführt habe.

7.2    Der RAD befürwortete daraufhin, bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung gemäss 

dem ABI-Gutachten zu bleiben. Es sei keine andauernde wesentliche Verschlechterung 

des Gesundheitszustands auszumachen. Die stark eingeschränkte Leistungsfähigkeit 

müsse auf die bekannte, in den medizinischen Akten immer wieder erwähnte Selbst­

limitation und Fixation auf die Verletzungsfolgen im Bereich der rechten Hand zurück­

geführt werden. - Dieser Einschätzung stehen zum einen die beiden erwähnten ärzt­

lichen Zeugnisse (vgl. auch noch IV-act. 100 f.) gegenüber, welche übereinstimmend 

von einer wesentlichen Verschlechterung des Gesundheitszustands des Beschwerde­

führers berichten. Das kann nicht ausser Acht gelassen werden, auch wenn die Psychi­

atrie-Dienste die Arbeitsunfähigkeit unverändert auf mindestens 50 % veranschlagten. 

Dr. H.___, die den Beschwerdeführer früher noch als zu 80 % arbeitsfähig bezeichnet 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/28

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hatte, attestierte ihm am 16. März 2010 (IV-act. 100) lediglich noch eine Arbeitsfähigkeit 

von 50 % in geschütztem Rahmen. Zum andern ist eine stationäre Behandlung 

erforderlich geworden. Vom Einholen eines ärztlichen Berichts der behandelnden Klinik 

Z.___ hat die Beschwerdegegnerin abgesehen. Bei der zwei Monate dauernden 

Arbeitsabklärung nach dem Klinikaustritt wurde im Weiteren eine Leistungsfähigkeit 

des Beschwerdeführers von 30 bis 40 % festgestellt. Seine Einschränkung wurde von 

der Bericht erstattenden Person als körperlich bedingt wahrgenommen.

7.3    Die Leistungseinschränkung anhand einer blossen Aktenwürdigung ohne weiteres 

auf Selbstlimitierung zurückführen zu wollen, geht bei diesen Gegebenheiten nicht an. 

Wohl wurde in der Gesamtbeurteilung des ABI-Gutachtens (IV-act. 71-25) im Juni 2009 

geschlossen, es sei eine deutliche Selbstlimitierung und Diskrepanz zwischen den 

angegebenen Beschwerden, den Untersuchungsbefunden und dem spontanen Ver­

halten des Beschwerdeführers festzustellen gewesen. Der UV-Kreisarzt hatte im 

August 2007 einen erheblichen Beschwerdeausweitungscharakter beschrieben. Schon 

im Juli 2003 hatte er von einem uneinheitlichen, ausgeweiteten, therapieresistenten 

Schmerzsyndrom mit nicht einstufbarer Selbstlimitation und Fixation auf die 

Verletzungsfolgen berichtet. In der Klinik Bellikon war im Februar 2003 aber festgestellt 

worden, die Art, sich zu präsentieren, sei mit einer Symptomausweitung bzw. 

Selbstlimitierung vereinbar, aber keineswegs beweisend dafür. Unter neurologischem 

Aspekt waren im März 2003 sämtliche Befunde als durch die Schmerzausstrahlung der 

amputierten Finger noch erklärbar bezeichnet worden. Der Psychiater des ABI hat im 

Juni 2009 in seiner Teilbeurteilung ebenfalls erklärt, eine deutlich ausgeprägte 

Symptomausweitung mit diffusen Schmerzen im Bewegungsapparat liege nicht vor (IV-

act. 71-12). Nachdem der Beschwerdeführer im April 2007 über starke 

Nackenschmerzen geklagt hatte, waren des Weiteren bei einem MRI (IV-act. 44-13) 

ausgeprägte degenerative Veränderungen im Segment HWK5/6 (mit foraminaler 

Einengung) und eine Streckfehlhaltung der HWS gefunden worden. Die Schilderung 

eines guten Leistungswillens des Beschwerdeführers im Abklärungsbericht 

Verzahnungsprogramm erscheint ausserdem nachvollziehbar, hat doch auch Dr. H.___ 

am 13. November 2007 (IV-act. 44-6) dargelegt, der Beschwerdeführer habe nie von 

sich aus eine Invalidisierung angesprochen, sondern sich zusammen mit dem RAV um 

eine Reintegration bemüht. Er habe immer einen grossen Willen gezeigt, seine 

Schmerzen zu überwinden und zu arbeiten. Er wolle sehr gern arbeiten können, auch 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/28

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um von den Schmerzen abgelenkt zu sein. Es zeigt sich denn auch aufgrund der Akten, 

dass der Beschwerdeführer die Arbeitsgelegenheiten genutzt hat.

7.4    Ohne ergänzende Abklärungen lässt sich die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde­

führers für die Zeit ab der geltend gemachten Verschlechterung des Zustands dem­

nach nicht ausreichend zuverlässig beurteilen. Die Darlegungen im Arztbericht der 

Psychiatrie-Dienste vom 24. März 2010 (IV-act. 101) werfen die Frage auf, ob sich 

allenfalls eine somatische Veränderung (von Seiten der Einengung des Neuroforamens) 

ergeben haben könnte. Es wird erwogen, es könne zurzeit nicht beurteilt werden, ob 

die paradoxe Reaktion auf die Nervenwurzelinfiltration ein psychisches Symptom 

gewesen sei oder ob es sich um eine Fehlinfiltration gehandelt habe. Die 

diesbezügliche Arbeitsunfähigkeit könne von der psychiatrischen Stelle nicht beurteilt 

werden. Unter psychiatrischem Gesichtspunkt wurde vom Einsatz 

psychotherapeutischer Gespräche und medikamentöser Behandlung und neu von 

sozialarbeiterischer Unterstützung infolge eines massiven sozialen Rückzugs berichtet. 

Die Sache ist daher zur Vornahme zusätzlicher medizinischer Abklärungen für die Zeit 

ab Juli 2009 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

8.        

8.1    Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung vom 27. April 2010 teilweise gutzuheissen. Dem Be­

schwerdeführer ist für die Zeit vom 1. Dezember 2003 bis 30. November 2004 eine 

ganze Rente zuzusprechen. Was den Sachverhalt in der Zeit ab Juli 2009 betrifft, ist die 

Sache zur Vornahme ergänzender medizinischer Abklärungen und zu entsprechender 

neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

8.2    Der Verfahrensausgang entspricht insgesamt einem weitgehenden Obsiegen des 

Beschwerdeführers: Für eine zurückliegende, allerdings befristete Zeit ergab sich ein 

Rentenanspruch. Eine Rückweisung zur weiteren Abklärung der Streitsache und an­

schliessender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin, wie vorliegend für den 

Sachverhalt ab Juli 2009 angeordnet, stellt praxisgemäss aus prozessualer Sicht in 

Bezug auf die Kosten ein vollständiges Obsiegen dar (vgl. SVR 1995 IV Nr. 51 S. 143; 

ZAK 1987 S. 266 E. 5a). Die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/28

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von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) 

vom 13. Juli 2010 ist damit obsolet geworden.

8.3    Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die 

Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest­

gelegt werden (Art. 69 Abs. 1  IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/

SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen.

8.4    Der Beschwerdeführer hat bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenüber der 

Beschwerdegegnerin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. 

VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen 

erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

 

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung 

vom 27. April 2010 aufgehoben und dem Beschwerdeführer für die Zeit vom 

1. Dezember 2003 bis 30. November 2004 eine ganze Rente zugesprochen.

2.       Was den Sachverhalt in der Zeit ab Juli 2009 betrifft, wird die Sache zur 

Vornahme ergänzender medizinischer Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu 

entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

4.       Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- zu bezahlen.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.02.2013
	Art. 28 IVG. Würdigung medizinischer Arbeitsfähigkeitsschätzungen, insbesondere auch eines Gutachtens. Verlauf mit Eintritt des Rentenfalls, späterer Aufhebung der Rente zufolge Verbesserung des Gesundheitszustands und Rückweisung zur ergänzenden Abklärungen für den Sachverhalt in der jüngsten zu beurteilenden Zeit (Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 11. Februar 2013, IV 2010/232).

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