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**Case Identifier:** 9c1ea954-c571-5610-b442-73d458c1f931
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.03.2021 200 2020 857
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-857_2021-03-23.pdf

## Full Text

200 20 857 IV
ACT/PRN/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. März 2021

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. Oktober 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/857, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1993 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
gelernte ... EFZ mit Berufsmatur, meldete sich unter Hinweis auf eine Au-
tismus-Spektrum-Störung bzw. ein Asperger-Syndrom im September 2015 
bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbe-
zug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 2). In der Folge gewährte die 
IVB verschiedene berufliche Massnahmen - insbesondere ein autismuss-
pezifisches Coaching bei einer erstmaligen beruflichen Ausbildung in Form 
eines Studiums für … (AB 27, 31, 34, 41). Mit Verfügung vom 15. Januar 
2020 wurde die berufliche Eingliederung abgeschlossen, da das laufende 
Studium aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen nicht zumutbar 
sei, wogegen eine Eingliederung in den bereits erlernten Beruf als zumut-
bar und umsetzbar gesehen wurde (AB 93). Weiter holte die IVB unter an-
derem ein Gutachten von Dr. med. C.________, Facharzt für Kinder- und 
Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie für Psychiatrie und Psycho-
therapie, vom 29. März 2019 (AB 68.1) samt ergänzender Stellungnahme 
vom 23. Dezember 2019 (AB 90) ein und stellte mit Vorbescheid vom 
8. Januar 2020 bei einem Invaliditätsgrad von 36% die Abweisung des 
Rentenbegehrens in Aussicht (AB 92). Nach dagegen erhobenem Einwand 
(AB 98, 104, 109 f.) entschied die IVB mit Verfügung vom 20. Oktober 2020 
wie angekündigt (AB 116).

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. 
B.________, am 19. November 2020 (Poststempel) Beschwerde und stellte 
folgende Rechtsbegehren:

1. Es sei die Verfügung vom 20. Oktober 2020 aufzuheben und es 
sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdefüh-
rerin ab 1. März 2016 eine ganze IV-Rente auszurichten;

2. eventuell: es sei die Verfügung vom 20. Oktober 2020 aufzuhe-
ben und es sei die Sache zur weiteren Abklärung (insbesondere 
Einholung eines externen polydisziplinären Gutachtens) und neu-

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en Verfügung über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin 
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen;

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich Mehr-
wertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Dezember 2020 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 20. Oktober 2020 (AB 116). 
Streitig und zu prüfen ist einzig der Anspruch auf eine Invalidenrente 
(vgl. Beschwerde, S. 2 Rechtsbegehren).

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin vorab eine Ver-
letzung des rechtlichen Gehörs geltend, indem sie beanstandet, die Be-
schwerdegegnerin habe sich in der angefochtenen Verfügung nicht mit den 
erhobenen Einwänden bezüglich der medizinischen Sachverhaltsabklärung 
auseinandergesetzt. Zudem seien ihr die Berichte des Regionalen Ärztli-
chen Dienstes (RAD) vom 14. und 15. Oktober 2020 (AB 113 f.) vor Erlass 
der Verfügung nicht zugestellt worden (Beschwerde, S. 16 Ziff. 18).

2.2

2.2.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst alle Befugnisse, die 
einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Stand-
punkt wirksam zur Geltung bringen kann. Die Partei muss ganz allgemein 
zu Fragen tatsächlicher Natur, die für die Entscheidung der Streitsache 
erheblich sind, angehört werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör be-
steht und ist zu gewähren, wenn eine Verwaltungs- oder Gerichtsbehörde 
ihren Entscheid mit einer Rechtsnorm oder einem Rechtsgrund zu begrün-
den beabsichtigt, die oder der im bisherigen Verfahren nicht herangezogen 
wurde, auf die sich die beteiligten Parteien nicht berufen haben und mit 
deren Erheblichkeit im konkreten Fall sie nicht rechnen konnten (BGE 131 
V 9 E. 5.4.1 S. 26; ARV 2019 S. 279 E. 3.2.3; SVR 2009 AHV Nr. 8 S. 27 
E. 3.2). Der Anspruch auf rechtliches Gehör gebietet sodann, dass die 
Behörde die Parteien über neue, dem Dossier beigefügte Beweismittel in-
formiert, die für die Entscheidfindung massgebend sind. Unter Umständen 
kann es allerdings genügen, wenn sie die Akten zur Verfügung der Parteien 
hält (BGE 128 V 272 E. 5b bb S. 278; SVR 2008 UV Nr. 1 S. 2 E. 3.2). 

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2.2.2 Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 
(BV; SR 101). Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen 
Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung ge-
gebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl 
die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Trag-
weite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen 
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 
Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies 
bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständli-
chen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 
muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Ge-
sichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a 
S. 181; SVR 2020 AHV Nr. 2 S. 5 E. 4, 2017 KV Nr. 6 S. 30 E. 5).

2.2.3 Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwie-
gende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die be-
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu 
äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen 
kann. Die Heilung eines allfälligen Mangels soll aber die Ausnahme bleiben 
(BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2019 IV 
Nr. 65 S. 210 E. 4.3). Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung 
des rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des 
Mangels selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen 
Gehörs abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalisti-
schen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die 
mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an 
einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären 
(BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197; SVR 2019 AHV Nr. 7 S. 20 E. 3.1.1, 2013 
IV Nr. 26 S. 76 E. 4.2).

2.3 Die angefochtene Verfügung vom 20. Oktober 2020 (AB 116) er-
weist sich als hinlänglich begründet. Es ist ihr ohne Weiteres zu entneh-
men, weshalb nach Ansicht der Verwaltung kein Rentenanspruch besteht; 
dabei hat sie auf die Berichte des RAD vom 14. und 15. Oktober 2020 
(AB 113 f.) verwiesen (AB 116, S. 2). Damit hat die Beschwerdegegnerin 

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die wesentlichen Überlegungen genannt, von denen sie sich leiten liess 
und auf welche sie ihre Verfügung stützte. Die Verwaltung muss sich – ent-
gegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Beschwerde, S. 16 Ziff. 18) 
– nicht ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem 
rechtlichen Einwand auseinandersetzten, sondern sie kann sich auf die für 
den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (E. 2.2.2 hier-
vor). Ob die IVB die Berichte des RAD vom 14. und 15. Oktober 2020 
(AB 113, S. 2 ff.; 114, S. 2) der Beschwerdeführerin vor Verfügungserlass 
hätte zustellen müssen, und ob darin überhaupt ein neuer Aspekt behan-
delt wird (vgl. BGE 132 V 387 S. 390 E. 5.2; vgl. auch URS MÜLLER, Das 
Verwaltungsverfahren in der Invalidenversicherung, 2010, S. 251 
Rz. 1330), kann offen bleiben, da eine allfällige Verletzung geheilt wäre und 
die Rückweisung überdies zu einem prozessökonomischen Leerlauf führte 
(vgl. E. 2.2.3 hiervor). Die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs 
erweist sich somit als unbegründet.

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

3.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht ge-
sagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-
scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-

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gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 
E. 4.4 S. 110). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens 
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Ein-
schränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge-
hend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 
S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die 
Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 
S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429).

3.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

3.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-

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kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

4.

4.1 Zum Gesundheitszustand sowie zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
lässt sich den Akten im Wesentlichen folgendes entnehmen:

4.1.1 Die Ärzte des Spitals D.________ diagnostizierten im Bericht vom 
8. Februar 2018 einen Verdacht auf eine autonome somatoforme Funkti-
onsstörung des oberen Gastrointestinaltrakts und anamnestisch eine Au-
tismusvariante, Differentialdiagnose: Asperger-Syndrom (AB 86, S. 3). 

4.1.2 Im psychiatrischen Gutachten vom 29. März 2019 diagnostizierte 
Dr. med. C.________ eine soziale Phobie (ICD-10: F40.1), eine atypische 
Anorexia nervosa (ICD-10: F50.1) sowie eine spezifische Persönlichkeitss-
törung, unreife und anankastische (übermässige Leistungsorientierung) 
Anteile (ICD-10: F60.8; AB 68.1, S. 16 f.). Der Gesundheitsschaden ver-
mindere die Leistungsfähigkeit im angestammten Beruf als ... wegen der 
psychischen Labilität, der verminderten Flexibilität, des leicht verminderten 
Durchhaltevermögens und der sozialen Defizite. Es sei ein Einzelarbeits-
platz mit ruhiger, von Aktivitäten und von akustischen und visuellen Reizen 
(Sichtkontakt, Geräusche) anderer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ge-
schützter bzw. abgeschirmter Arbeitsplatzsituation, mit geordneten, über-
schaubaren Arbeitsabläufen, mit wenig Zeitdruck und ohne Arbeiten im 

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Team erforderlich. In der angestammten Tätigkeit, welche auch einer an-
gepassten Arbeit entspreche, sei eine Präsenz von ca. sieben Stunden pro 
Tag an fünf Tagen die Woche möglich; die Leistungsfähigkeit bezogen auf 
ein 100%-Pensum liege bei 75% seit September 2014 (Ende der Passerel-
le; AB 68.1, S. 24 f.). Die Leistungsfähigkeit im Studium sei massgeblich 
durch die psychische Instabilität beeinträchtigt bzw. limitiert. Die Beschwer-
deführerin sei emotional mit dem zeitlichen und dem Leistungsdruck des 
Studiums weitgehend überfordert. Eine Quantifizierung dieser Einschrän-
kungen sei nicht möglich (AB 68.1, S. 25).

4.1.3 Dr. med. E.________, Praktischer Arzt sowie Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie, Psychiatrische Dienste F.________, führte im Be-
richt vom 4. Oktober 2019 aus, es bestehe derzeit vor allem infolge des 
täglichen Erbrechens eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit für den Beruf als .... 
Zu einem gewissen Grad und fluktuierend phasenweise sei der Beschwer-
deführerin abhängig von Befinden und Tageszeiten im Rahmen ihrer Inter-
essengebiete und Beschäftigung ein Selbststudium im Bereich des bisheri-
gen Studienfaches möglich (AB 78, S. 3). Es liege klar eine Autismus-
Spektrum-Störung vor, wenngleich diese beim weiblichen Geschlecht in 
Kernkriterien auf der Verhaltensebene oft weniger bzw. anders typisch 
ausgeprägt sei. Das Gutachten von Dr. med. C.________ sei in wesentli-
chen Teilen, unter anderem hinsichtlich differentialdiagnostischen Überle-
gungen unter Einbezug von Vorbeurteilungen, nicht schlüssig, die Aktenla-
ge sei unvollständig (insbesondere sei der Bericht des Spitals D.________ 
vom 8. Februar 2018 nicht berücksichtigt worden) und in wesentlichen 
Punkten seien die Aussagen und Beurteilungen des Gutachters nicht be-
gründet resp. inkonsistent (AB 78, S. 4; vgl. auch Bericht vom 19. Novem-
ber 2019 [AB 86, S. 1 f.]).

4.1.4 Dr. med. C.________ führte in der Stellungnahme vom 23. Dezem-
ber 2019 aus, zwischen Dr. med. E.________ und ihm bestünde dahinge-
hend Einigkeit, dass ein Gesundheitsschaden vorliege. Differenzen 
bestünden in der diagnostischen Einschätzung. Die gutachterliche Beurtei-
lung der Leistungsfähigkeit basiere nicht auf der Diagnose, sondern auf 
den durch den Gesundheitsschaden verursachten Fähigkeits- und Funkti-
onseinbussen. Der Bericht des Spitals D.________ vom 8. Februar 2018 

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sei nicht Bestandteil des IV-Dossiers gewesen, das ihm zur Begutachtung 
zur Verfügung gestanden habe (AB 90, S. 5). Die diagnostische Zuordnung 
von Dr. med. E.________ werde durch den Bericht vom 8. Februar 2018 
nicht gestützt. Dagegen bestehe eine weitgehende Übereinstimmung mit 
der im Gutachten dargestellten Beurteilung der ätiologischen und diagnos-
tischen Zuordnung des klinisch dominierenden Anteils des Gesundheits-
schadens. Aufgrund der erhaltenen Unterlagen sei nicht von einem verän-
derten Zumutbarkeitsprofil auszugehen (AB 90, S. 6 f.). 

4.1.5 In der Stellungnahme vom 6. Februar 2020 führte Dr. med. 
E.________ aus, die Stellungnahme des Dr. med. C.________ zu seinen 
Einwänden sei nicht konsistent, unvollständig und würde nicht befriedigen 
(AB 98, S. 12 f.). Es sei weiterhin von einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit 
auszugehen, einschliesslich des Berufes der ...; dies insbesondere für eine 
Tätigkeit ausserhalt des bis 2015 langjährig gewohnten (elterlichen) Wohn-
umfeldes innerhalb der Stadt … mit entsprechenden vertrauten Unterstüt-
zungsstrukturen ohne grundlegende Settingveränderung, wie es bis 
2014/2015 offenbar bestanden habe (AB 98, S. 13). Gegebenenfalls sei 
eine mehrdisziplinäre Begutachtung (Gastroenterologie, Psychosomatik, 
Psychiatrie, gegebenenfalls Neurologie) unter Einbezug von Fachpersonen 
mit Expertise im Bereich Autismus-Spektrum-Störung im Erwachsenenalter 
zu befürworten (AB 98, S. 15).

4.1.6 Im Bericht des Spitals D.________ vom 7. April 2020 diagnostizier-
ten die Ärzte supratentorielle Marklagerläsionen unklarer Ätiologie, eine 
rezidivierende Emesis unklarer Ätiologie, anamnestisch eine Autismus-
Spektrum-Störung, Erstdiagnose 2015, eine ANA-Positivität und einen Vit-
amin D Mangel (AB 104, S. 2; vgl. auch AB 104, S. 4 f.). Es sei am ehesten 
von einer entzündlichen Ätiologie auszugehen. Laborchemisch bestehe 
bisher kein Hinweis auf eine systematische entzündliche Erkrankung. Dies-
bezüglich wäre eine demyelinisierende Ätiologie nicht ausgeschlossen – 
hierfür seien die zeitlichen Diagnosekriterien der Multiplen Sklerose erfüllt, 
jedoch aufgrund der Läsionslokalisation nicht die räumlichen Kriterien 
(AB 104, S. 3).

4.1.7 Dr. med. G.________, Fachärztin für Neurologie, diagnostizierte im 
Bericht vom 15. Juli 2020 ein psychoorganisches Syndrom unklarer Ursa-

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che, Differentialdiagnose: prä-perinatale Encephalopathie?, und eine ence-
phalitis disseminata (Multiple Sklerose) bei unklaren, leicht progredienten, 
flauen, nicht Kontrastmittel anreichernden Läsionen im supratentoriellen 
Marklager in Abklärung (AB 109, S. 6). Im Rahmen der Elektroenzephalo-
grafie (EEG) vom 27. Juli 2020 (AB 109, S. 4 f.) habe sich eine pathologi-
sche Überaktivität im Default-Mode-Network (DMN) und eine gestörte Vigi-
lanzregulation gefunden, die zu einer ständig fluktuierenden Aufmerksam-
keit führe (AB 109, S. 7). Aus neurophysiologischer Sicht seien die Befunde 
zwar nicht mit einem klassischen Autismus vereinbar. Es fänden sich aber 
sowohl im Autismus wie in anderen psychiatrischen Erkrankungen nicht 
selten Störungen des DMN. Die vegetativen Symptome wie Schwindel und 
chronisch rezidivierendes Erbrechen seien eine Folge der chronischen 
Überforderung der Beschwerdeführerin (AB 109, S. 8).

4.1.8 Die RAD-Ärztin Dr. med. H.________, Fachärztin für Neurologie, 
führte in der Stellungnahme vom 14. Oktober 2020 aus, die Ergebnisse der 
EEG hätten keine Relevanz bei der Sicherung der Diagnose. Es hätten sich 
bisher keine fokal-neurologischen Symptome gefunden, die in klassischer 
Weise einer typischen Multiple Sklerose-Symptomatik entsprächen. Es 
würden eher unspezifische vegetative Symptome dominieren, welche im 
Rahmen der im April 2019 durchgeführten psychiatrischen Begutachtung 
durch Dr. med. C.________ bereits umfassend dargestellt und bei der Be-
urteilung der Leistungsfähigkeit berücksichtigt worden seien. Die Ver-
dachtsdiagnose Multiple Sklerose sei nur durch die Durchführung einer 
Lumbalpunktion definitiv zu sichern oder auszuschliessen. Eine solche sei 
versucht worden, hätte jedoch abgebrochen werden müssen, da die Versi-
cherte mit Angst und erhöhtem Schmerzempfinden regiert habe (AB 113, 
S. 3). Zudem sei festzustellen, dass, völlig unabhängig von der bestehen-
den Unklarheit bezüglich der Verdachtsdiagnose Multiple Sklerose, keine 
Symptome der funktionellen Einbussen vorlägen, die neu und bisher nicht 
berücksichtigt worden seien. Das von Dr. med. G.________ diagnostizierte 
psychoorganisches Syndrom unklarer Ursache (Differentialdiagnose: prä-
perinatale Enzephalopathie?) stelle keine neurologische Diagnose nach 
einer gültigen Klassifikation dar, sondern sei eine unspezifische Beschrei-
bung der bekannten und gutachterlich bereits gewürdigten Symptomatik. 
Gestützt darauf sei festzustellen, dass sich auf neurologischem Fachgebiet 

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zwischenzeitlich keine neuen medizinisch gesicherten Aspekte ergeben 
hätten. Somit seien auch von einer neurologischen Begutachtung keine 
neuen medizinischen Erkenntnisse zu erwarten (AB 113, S. 4).

4.1.9 Im RAD-Bericht vom 15. Oktober 2020 führte med. pract. 
I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, in der Per-
son von Dr. med. C.________, der sowohl Facharzt für Kinder- und Ju-
gend- als auch Erwachsenenpsychiatrie und -psychotherapie sei, sei zwei-
felsfrei die Kompetenz versammelt, die es brauche, die zur Rede stehen-
den (psychosomatischen) Krankheitsbilder beurteilen zu können. Würden 
die Beschwerden (Erbrechen) auf somatischer Grundlage erklärbar sein, 
wären sie gut behandelbar (bzw. bereits behandelbar gewesen) und nicht 
IV-relevant. Die Abklärungspflicht sei – auch hinsichtlich des neurologi-
schen Fachgebietes – vollumfänglich erfüllt (AB 114, S. 7). 

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/857, Seite 13

4.3 Das psychiatrische Gutachten des Dr. med. C.________ vom 
29. März 2019 (AB 68.1) sowie dessen Ergänzung vom 23. Dezember 
2019 (AB 90, S. 2 ff.) erfüllen die Voraussetzungen der Rechtsprechung an 
Expertisen (vgl. E. 4.2 hiervor) und erbringen grundsätzlich vollen Beweis 
(vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Es ist nicht ersichtlich, welche we-
sentlichen Vorakten dem Gutachter nicht bekannt gewesen sein sollen; 
konkrete Angaben fehlen denn auch in der Beschwerde (S. 8 oben). Was 
den Bericht des Spitals D.________ vom 8. Februar 2018 (AB 86, S. 3 ff.) 
anbelangt, ist festzuhalten, dass sich der Experte dazu in der Stellungnah-
me vom 23. Dezember 2019 umfassend und überzeugend äusserte 
(AB 90, S. 5 f.). Der Umstand, dass die Berichte des Autismus-Coaching 
sowie des Lerncoachings im Gutachten nicht zusammengefasst aufgeführt 
(sondern allein mit Datum und Verfasser aufgelistet) wurden (AB 68.1, S. 3 
f.), vermag ebenfalls nichts zu ändern. Massgebend ist, dass der Gutachter 
die entsprechenden Berichte kannte und in seine Beurteilung miteinbezog, 
was vorliegend zu bejahen ist. Ebenso ist die fachliche Befähigung des 
Experten erstellt; eine Spezialisierung auf Autismus-Spektrum-Störungen 
(Beschwerde, S. 8 oben) ist nicht notwendig. Inwiefern Dr. med. 
C.________, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und 
-psychotherapie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie 
(www.medregom.ch), mit seiner Einschätzung zur Essstörung „in das ihm 
fremde Fachgebiet der Psychosomatik“ eingegriffen haben sollte (Be-
schwerde, S. 8 oben), ist nicht nachvollziehbar; im Übrigen existiert ein 
entsprechender Facharzttitel in der Schweiz denn auch nicht (vgl. AB 114, 
S. 7 unten). 

4.3.1 Nicht gegen die Zuverlässigkeit der Einschätzung des Experten 
sprechen die Berichte von Dr. med. E.________ vom 4. Oktober und 
19. November 2019 sowie vom 6. Februar 2020 (AB 78, S. 3 f.; 86, S. 1 f.; 
98, S. 11 ff.). 

Die Aktenlage war anlässlich der Begutachtung vollständig (vgl. auch E. 4.3 
hiervor). Allerdings verweigerte die Beschwerdeführerin den vollständigen 
Einblick in einen – für die hier zu behandelnde Frage nicht wesentlichen – 
Bericht des Spitals J.________ (AB 68.1, S. 3 Ziff. 1.3.2 und S. 12). Dies 
hat jedoch keinen Einfluss auf die Datengrundlage des Gutachtens, waren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/857, Seite 14

doch zumindest die Diagnosen (mit einer Kopie der ersten Seite des Be-
richts) bekannt (AB 68.3). 

Ferner sind die Schlussfolgerungen des Dr. med. C.________ nachvoll-
ziehbar und vollkommen überzeugend (AB 68.1, S. 16 ff.). Der Experte 
leitete die Diagnosen einer sozialen Phobie (ICD-10: F40.1), einer atypi-
schen Anorexia nervosa (ICD-10: F50.1) und einer spezifischen Persön-
lichkeitsstörung, unreife und anankastische (übermässige Leistungsorien-
tierung) Anteile (ICD-10: F60.8), schlüssig her (AB 68.1, S. 16 ff.). Hinsicht-
lich der Diagnose einer atypischen Anorexia nervosa wird denn auch in der 
Beschwerde (S. 9) erwähnt, im Bericht des Spitals D.________ vom 8. Fe-
bruar 2018 werde von einer atypischen Essstörung ausgegangen (AB 86, 
S. 5). Ebenso hat sich der Gutachter kritisch und überzeugend mit den Ak-
ten auseinandergesetzt und abweichende Meinungen werden differenziert 
dargestellt. Insbesondere führte Dr. med. C.________ schlüssig aus, wes-
halb er ein Asperger-Syndrom verneinte (AB 68.1, S. 18 f.). Da Hinweise 
auf zentrale Merkmale für eine entsprechende Diagnose durch den Gutach-
ter nicht festgestellt werden konnten, erübrigte sich eine differentialdiagnos-
tische Erörterung allfälliger Subkategorien im versicherungsmedizinischen 
Kontext (AB 90, S. 4). Der behandelnde Dr. med. E.________ belässt es 
hinsichtlich der Diagnosestellung des Gutachters denn auch bei pauscha-
len, nicht auf den konkreten Einzelfall bezogenen Einwendungen (AB 78, 
S. 4; 86, S. 1 f.; 98, S. 12).

Wenn im Bericht vom 6. Februar 2020 sodann von behandlungsbedürftigen 
Entwicklungsauffälligkeiten ausgegangen wird (AB 98, S. 13 oben), ist dies 
aktenwidrig. Dies wird im Abklärungsbericht in der Sprechstunde für Autis-
mus im Erwachsenenalter vom 29. Oktober 2015 (AB 15, S. 6) allein ana-
mnestisch berichtet, jedoch liegen keine echtzeitlichen medizinischen Un-
terlagen in den Akten, was mit Sicherheit der Fall wäre, wenn die geltend 
gemachten Auffälligkeiten einer Behandlung bedurft hätten.

Weiter begründet der behandelnde Arzt die Annahme einer vollständigen 
Arbeitsunfähigkeit allein mit allgemeinen Ausführungen, die jeden Bezug 
zur konkreten Situation der Beschwerdeführerin vermissen lassen (AB 78, 
S. 3; 98, S. 13 f.). In den diversen Berichten der Psychiatrischen Dienste 
F.________ wird denn auch mit keinem Wort die Tatsache berücksichtigt, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/857, Seite 15

dass die Beschwerdeführerin erfolgreich eine Lehre und die Berufsmaturität 
sowie die Passerelle abschliessen konnte (AB 2, S. 7). Es bleibt ferner un-
klar, weshalb das von Dr. med. E.________ angenommene Asperger-
Syndrom erst im Rahmen der Hochschulausbildung zum Tragen kommen 
sollte, was in keiner Art und Weise einsichtig ist, haben doch bereits vorher 
Veränderungen stattgefunden (AB 98, S. 13 unten), insbesondere der Um-
zug von … nach …, die Pubertät, der Schulabschluss, die Aufnahme und 
der Abschluss der Lehre. 

Wenn der behandelnde Arzt schliesslich rügt, die Einschätzung zu Punkt 
D3 („Beurteilung und Procedere“ im Bericht des Spitals D.________ vom 
8. Februar 2018) in der Ergänzung vom 23. Dezember 2019 sei „eine sub-
jektive Interpretation des Gutachters“ (AB 98, S. 14 unten), verkennt er, 
dass der Experte damit Stellung zum Bericht des Spitals D.________ vom 
8. Februar 2018 nimmt und seine Diagnosestellung erneut begründet 
(AB 90, S. 6), welche in der Sache vollständig überzeugt.

4.3.2 Die Berichte von Dr. med. G.________ vom 15. Juli und 13. August 
2020 (AB 109, S. 4 ff.) sprechen ebenfalls nicht gegen die Zuverlässigkeit 
der Annahmen des Experten. Insbesondere enthalten sie kein Element, 
dass das von der Psychiatrischen Dienste F.________ angenommene 
Asperger-Syndrom bestätigten würde; dies abgesehen davon, dass dieser 
Gesundheitszustand aus dem psychiatrischen Formenkreis stammt und 
somit neurologisch nicht nachweisbar ist. Aus den Berichten der Dr. med. 
G.________ ergibt sich im Übrigen keine Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit aus neurologischen Gründen. Gemäss der Beschwerde (S. 13 gegen 
oben) hat der behandelnde Psychiater mündlich angegeben, die von der 
Neurologin entdeckte Störung läge allenfalls schon lange, eventuell seit der 
Geburt vor. Damit aber wäre der Beweis erbracht, dass diese Störung kei-
ne Auswirkung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat, konnte die Versi-
cherte doch Lehre, Berufsmaturität und Passerelle problemlos abschlies-
sen.

4.3.3 Die in der Beschwerde (S. 14) geltend gemachte Veränderung des 
Gesundheitszustandes seit der Begutachtung durch Dr. med. C.________ 
ist medizinisch in keiner Art und Weise belegt. Insbesondere finden sich 
dafür keinerlei Anhaltspunkte in den diversen Berichten der Psychiatrischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/857, Seite 16

Dienste F.________. Inwiefern die nach der Begutachtung aufgenommene 
psychotherapeutische Behandlung die Einschätzung des Gutachters als 
falsch erscheinen lassen sollte (Beschwerde, S. 14), ist ebenfalls nicht 
nachvollziehbar. Dies ändert denn auch nichts daran, dass die Beschwer-
deführerin Behandlungen (auf Empfehlung des SUB Coaches) ausgewi-
chen ist, wie der Experte zutreffend festgehalten hat (AB 68.1, S. 22 f.).

4.3.4 Gastroenterologisch besteht kein Gesundheitsschaden mit Auswir-
kung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit, da ein solcher andernfalls mit 
Sicherheit behandelt worden wäre. Das häufige Erbrechen hat gemäss 
dem Gutachten von Dr. med. C.________ denn auch einen psychischen 
Hintergrund (AB 68.1, S. 17). Somatisch-neurologische Erkrankungen mit 
Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit liegen offensichtlich 
nicht vor. Entgegen der Auffassung in der Beschwerde (S. 15 Ziff. 17) 
wären die geltend gemachten Einschränkungen nicht durch Multiple Skle-
rose zu erklären, insbesondere ist kein Schub aktenkundig. Bei der Be-
schwerdeführerin dominieren eher unspezifische vegetative Symptome, 
welche bei der Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit durch Dr. 
med. C.________ bereits berücksichtigt worden sind. Weitere neurologi-
sche Abklärungen erübrigen sich daher (vgl. AB 113, S. 3 f.).

4.4 Nach dem Gesagten ist in medizinischer Hinsicht sowohl in der an-
gestammten wie in einer angepassten Tätigkeit eine Präsenz von ca. sie-
ben Stunden pro Tag an fünf Tagen die Woche erstellt; die Leistungsfähig-
keit bezogen auf ein 100%-Pensum liegt bei 75%. Diese Leistungsfähigkeit 
gilt seit September 2014 (AB 68.1, S. 24 f.). Dabei hat die Beschwerdefüh-
rerin – entgegen deren Auffassung (Beschwerde, S. 7 Ziff. 12) – nicht „wie-
der auf ihren Gesundheitszustand, den sie als junge Lernende (ohne Ver-
antwortung) hatte, zurückzugreifen“, sondern es handelt sich um den fest-
gestellten aktuellen Gesundheitszustand. Es bleibt zu ergänzen, dass auf-
grund der Formulierung von Dr. med. C.________ nicht hinreichend klar ist, 
ob dieser – wie die Beschwerdegegnerin und auch die Beschwerdeführerin 
annehmen – von einer Arbeitsfähigkeit von sieben Stunden pro Tag mit 
einer zusätzlichen Leistungsfähigkeit von 75% oder von einer Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von insgesamt 75% ausgeht (wobei 35 Stunden pro Wo-
che allerdings nicht einer Arbeitsfähigkeit von 75% entsprechen). Diese 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/857, Seite 17

Frage muss vorliegend jedoch nicht abschliessend geklärt werden, da 
selbst wenn (zu Gunsten der Beschwerdeführerin) von einer Arbeitsfähig-
keit von sieben Stunden pro Woche an fünf Tagen die Woche mit einer 
dabei zusätzlich zu berücksichtigenden Leistungsfähigkeit von 75% ausge-
gangen wird, kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert (vgl. E. 5.5 
hiernach). 

Hinsichtlich dieses Verfahrensausganges kann ebenfalls offen bleiben, ob 
der medizinischen Einschätzung bzw. Einschränkung in der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit auch rechtlich zu folgen ist (resp. ob nicht eine vollstän-
dige Arbeitsfähigkeit anzunehmen wäre), weshalb keine Indikatorenprüfung 
durchzuführen ist (vgl. E. 3.2 hiervor). Weitere Abklärungen, insbesondere 
ein polydisziplinäres Gutachten, sind – entgegen der Auffassung in der 
Beschwerde (S. 9) – nicht nötig (antizipierte Beweiswürdigung [BGE 144 V 
361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 
2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4]).

5.

5.1

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der 
tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung rea-
lisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statistische 
Werte wie die Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf je-
doch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung 
der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen 
und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; 
SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/857, Seite 18

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen LSE herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). 
Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 
E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medi-
zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen 
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen 
und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen 
dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

5.2 Frühestmöglicher Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der An-
meldung im September 2015 (AB 2) und des Art. 29 Abs. 1 IVG März 2016. 
Da jedoch in Anbetracht der hier erstellten gesundheitlichen Einschränkun-
gen (vgl. E. 4.4 hiervor) und unter Annahme einer durchschnittlichen be-
triebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche (BFS, Betriebsübli-
che Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [BUA], Total wie auch 
Ziff. 73-75 [„Sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/857, Seite 19

Dienstleistungen“]) eine Arbeitsunfähigkeit von 37% resultiert (100% / 41.7 
x 35 x 0.75 = 63% [Arbeitsfähigkeit]) – womit keine durchschnittliche Ar-
beitsunfähigkeit von mindestens 40% während eines Jahres gemäss 
Art.  28 Abs. 1 lit. b IVG erstellt ist – besteht von vornherein kein Rentenan-
spruch. Selbst wenn das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG als erfüllt 
anzusehen wäre, läge – wie nachfolgend dargelegt wird – kein rentenbe-
gründender Invaliditätsgrad vor.

5.3

5.3.1 Im Gesundheitsfall hätte die Beschwerdeführerin ein Hochschulstu-
dium im … Bereich abgeschlossen und wäre als … tätig. Solange sie stu-
diert hätte, hätte sie kein Einkommen erzielt, so dass auch keine invali-
ditätsbedingte Erwerbseinbusse resultiert hätte. In der Folge bestünde 
während der Zeit des Studiums so oder anders kein Rentenanspruch.

5.3.2 Für die Zeit nach Abschluss des Studiums ist nicht zu beanstanden, 
dass die Verwaltung das Valideneinkommen gestützt auf die LSE, Tabelle 
T17 (monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Berufsgruppen, Lebensalter 
und Geschlecht; privater und öffentlicher Sektor [Bund, Kantone, Bezirke, 
Gemeinden, Körperschaften] zusammen), Berufsgruppe 21 („Naturwissen-
schaftler/innen, Mathematiker/innen, Ingenieur/innen“), Lebensalter Total, 
Frauen, bestimmt und einen Betrag von monatlich Fr. 6'721.-- bzw. 
Fr. 80'652.-- pro Jahr angenommen hat (AB 116, S. 2; vgl. E. 5.1.1 hiervor). 
Die Zahlen der vom BFS herausgegebenen LSE geben praxisgemäss das 
für die Belange der Invalidenversicherung massgebenden hypothetische 
Einkommen wieder. Es ist kein Grund ersichtlich, weshalb hier davon ab-
zuweichen und auf die von der … erhobene Zahlen abzustellen wäre (Be-
schwerde, S. 17 Ziff. 20). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführe-
rin (Beschwerde, S. 18 Ziff. 21) ist vorliegend nicht auf die grundsätzlich bei 
einem Einkommensvergleich heranzuziehende Tabelle TA1 abzustellen, 
sondern auf die Tabelle T17, da diese eine genauere Festsetzung des hy-
pothetischen Einkommens erlaubt und der Beschwerdeführerin auch der 
öffentliche Sektor offensteht (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 13. Juni 2018, 8C_212/2018, E. 4.4.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/857, Seite 20

5.4 Die Beschwerdeführerin verwertet ihre Restarbeitsfähigkeit nicht, 
weshalb für die Berechnung des Invalideneinkommens ebenfalls auf die 
Tabellenlöhne abzustellen ist (vgl. E. 5.1.2 hiervor). Es ist folglich nicht zu 
beanstanden, dass in der angefochtenen Verfügung das Invalideneinkom-
men anhand der Tabelle T17, Berufsgruppe 3 („Techniker/innen und gleich-
rangige, nichttechnische Berufe“), festgelegt und von einem Betrag von 
monatlich Fr. 6'504.-- bzw. Fr. 78'048.-- pro Jahr und damit von einem Inva-
lideneinkommen von Fr. 51'219.-- (Fr. 78'048.-- / 40 x 35 x 0.75) ausge-
gangen wird (wobei die Frage des Umfangs der Rest-Arbeitsfähigkeit offen 
bleibt; E. 4.4 hiervor). Die statistischen Daten stellen das Lohniveau auf 
dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt dar, weshalb nicht auf 
einen Anfangslohn gemäss einer Internetseite abzustellen ist (Beschwerde, 
S. 17 Ziff. 19). Ebenso hat die Beschwerdeführerin die Ausbildung zur ... 
erfolgreich absolviert und ist damit zur Ausübung dieses Berufs befähigt, 
auch wenn ihr entsprechende Praxis fehlt (vgl. Beschwerde, S. 16 f.). 

Den gesundheitsbedingten Einschränkungen ist mit der reduzierten Ar-
beitsfähigkeit (vgl. E. 4.4 hiervor) genügend Rechnung getragen worden 
(vgl. Beschwerde, S. 19 f. Ziff. 23), während invaliditätsfremde Gründe 
(Alter, Dienstjahre, Nationalität und Aufenthaltskategorie, Beschäftigungs-
grad) für eine Kürzung der Tabellenlöhne bei beiden Vergleichseinkommen 
gleichermassen zu berücksichtigen wären. Folglich sind diese Faktoren 
vorliegend für die Ermittlung des Invaliditätsgrades unbeachtlich (Entscheid 
des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5).

5.5 Zusammenfassend resultiert aus der Gegenüberstellung der Ver-
gleichseinkommen ein rentenausschliessender IV-Grad von gerundet (BGE 
130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) maximal 36% ([Fr. 80'652.-- ./. 
Fr. 51'219.--] / Fr. 80'652.-- x 100). Somit ist die angefochtene Verfügung 
nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/857, Seite 21

keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

6.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2021, IV/20/857, Seite 22

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.