# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 15218d4b-2659-556c-8fbd-0e23915a78df
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.04.2012 UV 2011/9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2011-9_2012-04-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2011/9

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 09.08.2019

Entscheiddatum: 19.04.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 19.04.2012
Art. 6 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden im 
Nachgang zu einem Autounfall mit HWS-Distorsion und Commotio cerebri 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. April 
2012, UV 2011/9).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 19. April 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Conzett, Kapfstrasse 46, 9453 Eichberg,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A. 

A.a A.___ war als Mechaniker bei der B.___ GmbH beschäftigt und dadurch bei der 

Suva obligatorisch unfallversichert, als er am 28. Dezember 1998 am Arbeitsplatz einen 

"Knacks" im Halswirbelbereich erlitt (UV-act. II/1). Dr. med. C.___, Facharzt FMH für 

Allgemeinmedizin, diagnostizierte im Bericht vom 3. Februar 1999 einen Verdacht auf 

ein cervikoradikuläres Syndrom im Bereich der unteren HWS, eventuell eine 

Diskushernie C6/C7. Die Frage, ob Unfallfolgen vorlägen, beantwortete er mit "eher 

nein" (UV-act. II/2). Die Suva anerkannte in der Folge dennoch ihre Leistungspflicht 

(UV-act. II/32). Seit 1. Mai 2001 bestand wieder eine volle Arbeitsfähigkeit beim 

Versicherten. Wegen des chronifizierten posttraumatischen 

Cervikothorakovertebralsyndroms konsultierte er in den Folgejahren Dr. C.___ in 

grossen Abständen (vgl. UV-act. II/95).

A.b Am 30. April 2008 kam der Versicherte mit seinem Personenwagen infolge eines 

Ausweichmanövers von der Strasse ab und verunfallte (UV-act. I/1, I/7 Beilage, I/11). 

Bei der Erstbehandlung wurde eine Kopfprellung mit Commotio cerebri diagnostiziert, 

bei unauffälligem Röntgenbild des Schädels und fehlenden neurologischen Defiziten 

(UV-act. I/11 S. 8 und 13). Dr. med. D.___, Facharzt Allgemeine Medizin FMH, 

bestätigte in den Berichten vom 24. und 30. Mai 2008 die Diagnosen einer Commotio 

cerebri, einer HWS-Distorsion sowie einer LWS- und Thorax-Kontusion (vgl. UV-act. I/6 

Beilage). Die Suva erbrachte Taggeldleistungen und übernahm Heilungskosten. Nach 

Durchführung von ärztlichen Behandlungen und Abklärungen informierte sie den 

Versicherten mit Schreiben vom 26. Februar 2009, dass er neben den unfallbedingten 

Beschwerden an der HWS unter Beschwerden leide, welche nicht auf den Unfall 

zurückzuführen seien (LWS, Diskushernie, Stuhl- und Harninkontinenz, Beinschwäche 

rechts, Morbus Dupuytren); die daraus resultierende Behandlung und allfällige 

Arbeitsunfähigkeit gehe nicht zu Lasten der Suva. Es bestehe vorerst weiterhin eine 

unfallbedingte Arbeitsfähigkeit von 50% ab 1. Februar 2009. Die beantragte 

Osteopathie-Behandlung könne von der Suva nicht übernommen werden (UV-act. I/

52). Mit Verfügung vom 23. Oktober 2009 stellte die Suva die Versicherungsleistungen 

auf den 31. Oktober 2009 ein mit der Begründung, die geklagten Beschwerden seien 

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organisch nicht hinreichend nachweisbar. Die adäquate Unfallkausalität sowie der 

Anspruch auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung seien zu verneinen (UV-act. 

I/92). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (UV-act. I/95) wies die Suva mit 

Einspracheentscheid vom 15. Dezember 2010 ab.

B.   

B.a Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Tim Walker, Trogen, für den 

Versicherten am 31. Januar 2011 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid und die 

Verfügung vom 23. Oktober 2009 seien aufzuheben (1), es seien ab 1. Februar 2009 

ganze Taggelder auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 100% auszuzahlen (2), über 

eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung sei später zu entscheiden, wenn 

sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stabilisiert habe (3), und die 

Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, sämtliche Beträge aufgrund eingereichter 

Rechnungen für die Behandlung von Unfallfolgen zu übernehmen (4). Es sei die 

unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter 

unter anderem dar, der Beschwerdeführer leide nach wie vor auch an den Folgen des 

ersten Unfalls vom 28. Dezember 1998. Die nach wie vor durchgeführte Therapie helfe, 

dessen Folgen nicht zu verschlimmern. Es gebe keinen Grund, die Taggelder ab 1. 

Februar 2009 zu reduzieren bzw. ab 1. November 2009 ganz einzustellen. Ihm sei nach 

wie vor keine Arbeit zumutbar, zumal er zwischenzeitlich, während des laufenden 

Einspracheverfahrens, einen weiteren Sturz erlitten habe. Die 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit sei adäquat-kausale Folge der drei Unfälle. Die Folgerungen des 

Kreisarztes würden weder mit den Erkenntnissen der Rehaklinik E.___ übereinstimmen, 

noch würden sie die Berichte der beteiligten Spezialärzte berücksichtigen. Dass sich 

die Bandscheiben-Probleme wieder verstärkt hätten, sei auf die übermässige 

Belastung/Fehlbehandlung in der Klinik E.___ nach dem Unfall vom 30. April 2008 

zurückzuführen. Dass dem Beschwerdeführer nach zwölf Jahren gekündigt worden sei, 

sei auf die fragwürdige Arbeit des Case Managers zurückzuführen. Die von der 

Beschwerdegegnerin nicht übernommene Osteopathie-Behandlung sei nachträglich 

(als Unfallbehandlung) zu anerkennen.

In der Beschwerdeergänzung vom 27. April 2011 hielt der neue Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Dr. Peter Conzett, Eichberg, unter anderem 

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zusätzlich fest, die kreisärztliche Untersuchung anerkenne, dass die HWS-Leiden zu 

den Unfallfolgen zu rechnen seien, nicht jedoch die weiteren Symptome. Die 

kreisärztliche Untersuchung gehe dann ohne jede Begründung davon aus, dass diese 

rein unfallbedingten Kriterien immer mehr in den Hintergrund treten dürften. Dies sei 

eine falsche Annahme, die seither nicht mehr in Frage gestellt worden sei. In der 

ärztlichen Beurteilung vom 29. September 2009 bezeichne der Kreisarzt die 

Veränderungen an der HWS plötzlich als degenerative Veränderungen, die als 

Krankheit eine sehr hohe Verbreitung in der Bevölkerung hätten, jedoch nicht dem 

Unfallereignis angelastet werden könnten. Dies ohne neue Untersuchung des Patienten 

und sehr im Gegensatz zu den Feststellungen in der kreisärztlichen Untersuchung vom 

24. Februar 2009. Der Beschwerdeführer leide heute noch an den HWS-

Veränderungen, die weitreichende Beschwerden auslösen würden. Der Arbeitsunfall 

von 1998 habe ihn nicht aus der Bahn geworfen. Vom Unfall 2008 habe er sich jedoch 

nicht mehr erholt und leide heute noch unter Auswirkungen desselben. Er sei bis heute 

arbeitsunfähig. Der Bericht der Rehaklinik E.___ könne diesbezüglich keine Beachtung 

finden. In der Rehaklinik E.___ habe sich eine Diskushernie gebildet, die aufgrund 

falscher Instruktionen in der Physiotherapie entstanden seien. Es sei nicht angezeigt 

gewesen, auch gegen die Rehaklinik ein Verfahren zu eröffnen, dessen Ausgang 

aufgrund der Beweisschwierigkeiten unsicher gewesen sei. Doch für die Frage der 

Adäquanz sei diese Fehlleistung, die auch zu einer Rückenoperation geführt habe, zu 

beachten (act. G 11). Mit Eingabe vom 8. Juni 2011 ergänzte der Rechtsvertreter das 

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (act. G 16).

B.b Am 21. Juni 2011 wurde das Gesuch betreffend unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung für das vorliegende Verfahren bewilligt (act. G 17).

B.c In der Beschwerdeantwort vom 22. Juni 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung verwies sie 

auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, soweit 

der Beschwerdeführer für die Zeit ab 1. Februar 2009 verlange, es seien für eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit Taggelder zu entrichten und es seien die Kosten für die 

Osteopathie-Behandlung zu übernehmen, sei auf die Beschwerde nicht einzutreten. 

Soweit auf den früheren Unfall vom 28. Dezember 1998 Bezug genommen werde, so 

könne darauf ebenfalls nicht eingetreten werden. Der angebliche, in Ziff. III.3 der 

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Beschwerde erwähnte Sturz sei der Beschwerdegegnerin nie gemeldet worden. Dieses 

angebliche Ereignis sei auch nicht Gegenstand des Verfügungs- und 

Einspracheverfahrens gewesen. In diesem Punkt könne auf die Beschwerde ebenfalls 

nicht eingetreten werden. Die mit Schreiben vom 26. Februar 2009 angenommene 

Arbeitsfähigkeit von 50% sei angesichts der medizinischen Aktenlage (UV-act. I/29 und 

I/50) nicht zu beanstanden. Die Adäquanz sei nicht nach der Schleudertrauma-Praxis, 

sondern nach der Psycho-Praxis zu prüfen. Ein typisches Beschwerdebild habe sich 

nicht in einem nahe beim Unfallzeitpunkt liegenden Zeitraum manifestiert. Ferner sei 

das Beschwerdebild von Anfang an psychisch geprägt und dominiert gewesen. Der 

medizinische Endzustand sei in Bezug auf die nicht objektivierbaren physischen 

Beschwerden per Ende Oktober 2009 klarerweise erstellt. Von weiteren Behandlungen 

habe weder mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit noch im 

erforderlichen Ausmass (erheblich, ins Gewicht fallend) eine Besserung des 

psychischen Gesundheitszustandes erwartet werden können. Ausgehend von einem 

mittelschweren Unfall im mittleren Bereich sei die adäquate Unfallkausalität zu 

verneinen.

B.d Mit Replik vom 5. Juli 2011 (act. G 21) und Duplik vom 12. Juli 2011 (act. G 23) 

bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.

Erwägungen:

1.

1.1  In der Beschwerde wird ein Sturz des Beschwerdeführers erwähnt, den dieser 

während des laufenden Einspracheverfahrens erlitten habe (act. G 1 III.3). In einem 

Bericht vom 10. Januar 2011 hielt die Psychiaterin Dr. med. F.___ fest, im September 

2010 sei der Beschwerdeführer auf der Strasse gestürzt und habe sich an der rechten 

Schulter verletzt. Er befinde sich in Behandlung bei Dr. med. G.___, FMH für 

Orthopädie, IV-Akten, UV-act. I/121). Dieser Sturz wurde der Beschwerdegegnerin 

unbestrittenermassen nicht gemeldet (vgl. act. G 18 S. 3) und bildete 

dementsprechend auch nie Gegenstand einer Verfügung bzw. des angefochtenen 

Einspracheentscheids. Hierauf kann in diesem Verfahren nicht eingetreten werden.

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Im angefochtenen Einspracheentscheid (E. 2), nicht jedoch in der diesem Entscheid 

zugrunde liegenden Verfügung (UV-act. I/92), thematisierte die Beschwerdegegnerin 

auch das Ereignis vom 28. Dezember 1998, indem sie diesbezügliche unfallkausale 

Restfolgen verneinte. Fest steht, dass nach dem Unfall vom 28. Dezember 1998 beim 

Beschwerdeführer seit 1. Mai 2001 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestand. Wegen 

des chronifizierten posttraumatischen Cervikothorakovertebralsyndroms konsultierte er 

in den Folgejahren Dr. C.___ in grossen Abständen, welcher jeweils eine Serie Nacken-

Massage verordnete (vgl. UV-act. II/95). Im Austrittsbericht der Rehaklinik E.___ vom 

16. Oktober 2008 wurde festgehalten, dass dieser Fall mittlerweile abgeschlossen sei 

(UV-act. I/29 S. 1 unten). Bei dieser Aktenlage hat als erstellt zu gelten, dass jedenfalls 

im Zeitpunkt des zweiten Unfalls vom 30. April 2008 keine durch das erste Ereignis 

bedingte Behandlungsbedürftigkeit mit der Aussicht auf eine namhafte Verbesserung 

des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit mehr vorlag (vgl. Art. 19 UVG) bzw. 

die zuvor durchgeführten sporadischen Behandlungsmassnahmen lediglich der 

Schmerzlinderung und Aufrechterhaltung des erreichten Zustands dienten. Der 

Beschwerdeführer liess denn auch ausführen, die nach wie vor durchgeführte Therapie 

helfe, die Folgen des Unfalls von 1998 nicht zu verschlimmern (act. G 1 III.2). 

Streitig und zu prüfen ist damit in erster Linie, ob die Leistungen, welche von der 

Beschwerdegegnerin nach dem Unfallereignis vom 30. April 2008 ausgerichtet wurden, 

auf den 31. Oktober 2009 eingestellt werden durften oder nicht. Die Leistungspflicht 

des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung 

von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im 

Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende 

Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der 

versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 

mit Hinweisen). Dabei muss der Unfallversicherer nicht den Beweis für unfallfremde 

Ursachen erbringen. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist 

unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter 

Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte 

Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben (RKUV 

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1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Ebenso wenig hat der Unfallversicherer den negativen 

Beweis zu erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die 

versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des Bundesgerichts [bis 31. 

Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 18. Dezember 

2003, U 258/02, vom 25. Oktober 2002, U 143/02, und vom 31. August 2001, U 

285/00).

1.2  Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von 

nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild 

gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] 

nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus 

dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu 

bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/

bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, 

ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu 

differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma bzw. 

keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung 

gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen 

das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum 

typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 

115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgen aufgestellten Grundsätze 

massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 

gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten 

Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang 

bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus 

dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die 

ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild 

ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).

2.

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2.1  Im Bericht der Klinik H.___ vom 12. Juni 2008 wurde festgehalten, die seit dem 

Unfall vom 30. April 2008 verstärkten (seit 1998 vorbestehenden) Schmerzen im 

Nacken- und Schulterbereich seien muskulär bzw. durch segmentale Dysfunktionen im 

Bereich der HWS verursacht. Es bestünden keine Hinweise für eine zervikale Instabilität 

oder eine zervikoradikuläre Symptomatik. Seit dem Unfall vom 30. April 2008 

bestünden auch ein leichtes Lumbovertebralsyndrom und ein Status nach Commotio 

cerebri (UV-act. I/12). Ein MRT des Schädels vom 19. Juni 2008 ergab keinen 

Nachweis von intracerebralen posttraumatischen Residuen (UV-act. I/13). Am 20. Juni 

2008 berichtete Dr. med. I.___, Ärztin für Allg. Medizin, über einen Verdacht auf 

posttraumatische Belastungsstörung (UV-act. I/14). Ein MR der HWS vom 30. Juni 

2008 zeigte eine subligamentäre Diskushernie C6/7 sowie eine Protrusion C3/4 (UV-

act. I/17 Beilage). Dr. med. J.___, Facharzt für Neurologie, fand gemäss Bericht vom 4. 

Juli 2008 keine Hinweise auf fokal-neurologische Defizite. Die angegebenen 

Beschwerden könnten auch nicht mit der cerebralen Bildgebung erklärt werden, so 

dass am ehesten von einer somatoformen Schmerzstörung auszugehen sei (UV-act. I/

17). Die Psychiaterin Dr. med. F.___ bestätigte im Bericht vom 8. Juli 2008 die 

Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie eine volle 

Arbeitsunfähigkeit aus rein psychiatrischer Sicht (UV-act. I/16). Die Ärzte der Rehaklinik 

E.___ berichteten im Nachgang zu einem stationären Aufenthalt des 

Beschwerdeführers am 16. Oktober 2008 unter anderem, infolge mässiger 

Selbstlimitierung aufgrund der psychischen Störung von Krankheitswert seien die 

Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren 

Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem Effort 

eine bessere Leistung erbracht werden könnte, als bei den Leistungstests und im 

Behandlungsprogramm vom Beschwerdeführer gezeigt worden sei. Das Ausmass der 

demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren 

Befunden sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären. Die 

Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb auf medizinisch-theoretische 

Überlegungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests und 

im Behandlungsprogramm. Die Tätigkeit als Anlagemechaniker für Giesserei (Stelle 

noch vorhanden) sei ihm nicht zumutbar, da mit bis zu sehr schweren Gewichten zu 

hantieren sei. Eine leichte, wechselbelastende Arbeit ohne Tätigkeiten über Kopfhöhe, 

ohne HWS-Zwangspositionen und ohne Arbeiten an vibrationserzeugenden Maschinen 

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sei ganztags zumutbar. Aufgrund der Schwindelbeschwerden kämen kein Bedienen 

von gefährlichen Maschinen und keine Tätigkeiten an absturzgefährdeten Stellen in 

Betracht. Aufgrund der LWS-Problematik (unfallfremd) seien LWS-Zwangspositionen 

zu vermeiden und Körperhaltungen in vornübergeneigter Position auf ein Minimum zu 

reduzieren. Im MRI der LWS vom 1. Oktober 2008 sei eine grosse Diskusherniation im 

Segment L5/S1 mit Kompression der Nervenwurzel S1 rechts erkennbar gewesen. 

Weiter hätten sich multisegmentale, degenerative Veränderungen im Sinn einer 

Osteochondrose, Spondylose und Spondylarthrose sowie eine Diskusprotrusion mit 

Anuluseinriss im Segment L3/4 ohne eindeutige Kompromittierung neuraler Strukturen 

gezeigt. Aufgrund des psychischen Leidens (posttraumatische Belastungsstörung, 

leichte depressive Episode) sei aktuell eine Arbeitsfähigkeit von 50% (halbtags) 

gegeben (UV-act. I/29).

2.2  Die Arbeitgeberin löste das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer auf Ende 

Januar 2009 auf (UV-act. I/33). Die Kündigung bewirkte gemäss Bericht von Dr. F.___ 

vom 3. Januar 2009 eine Verschlechterung der psychischen Situation (UV-act. I/44). 

Kreisarzt Prof. Dr. med. K.___, FMH Orthopädische Chirurgie, kam nach einer 

Untersuchung vom 24. Februar 2009 im Bericht vom 25. Februar 2009 zum Schluss, 

vor dem Hintergrund einer somatoformen Schmerzausweitung, einer numerischen 

Vergrösserung von weiteren Diagnosen (nicht unfallbedingt) und einer 

psychopathologischen Komponente könne es nicht mehr Aufgabe der Suva sein, die 

volle Arbeitsunfähigkeit seit der Kündigung finanziell zu kompensieren. Die 

unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit sei zunächst mit 50% zu attestieren und nach einer 

gewissen Zeit auf 25% zu senken. Die Arbeitsfähigkeit sei aus somatischer Sicht für 

folgende Tätigkeiten gegeben: Arbeitszeit ganztags, leichte bis mittlere Arbeiten, keine 

Tätigkeiten mit HWS-Zwangspositionen, keine Arbeiten über Kopfhöhe, keine 

Bedienung von gefährlichen Maschinen, keine Arbeiten an absturzgefährdeten Stellen. 

Die LWS-Problematik (unfallfremd) erlaube keine Zwangspositionen der LWS. Mangels 

objektivierbarer Unfallfolgen seien die Kosten für eine stationäre konservative Therapie, 

auch vor dem Hintergrund eines nur spärlich günstigen Resultats anlässlich des 

Aufenthalts in der Rehaklinik E.___, nicht zu übernehmen (UV-act. I/50). Am 27. Februar 

2009 bestätigte Dr. J.___, dass die Beschwerden im Bereich des linken Arms nicht mit 

einem neurogenen Kompressionssyndrom zu erklären seien. Es bestehe weiterhin ein 

chronifiziertes Schmerzsyndrom mit belastungsabhängigen Beschwerden. Hinsichtlich 

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eines operativen Procederes bezüglich des lumbovertebralen Schmerzsyndroms sei 

Zurückhaltung geboten (UV-act. I/53). Der Handchirurge Dr. med. L.___ riet im Bericht 

vom 26. März 2009 von einem operativen Vorgehen ab (UV-act. I/59.1). Eine Abklärung 

in der Befas Appisberg ergab gemäss Bericht vom 11. September 2009, dass dem 

Beschwerdeführer aktuell eine maximal sechsstündige Tagespräsenz mit einer 50% 

Tagesleistung zugemutet werden könne. Dabei wurde im Wesentlichen auf die 

psychische Situation verwiesen. Von somatischer Seite nicht mehr zumutbar sei 

körperliche Schwerarbeit. Optimal behinderungsangepasst seien körperlich leichte, 

wechselbelastende Tätigkeiten mit Arbeitseinsätzen überwiegend auf Tischhöhe, ohne 

grössere Kraftaufwendungen mit der linken oberen Extremität und linksseitig ohne 

Armeinsätze über Schulterhöhe. Längerdauerndes oder repetitives Tätigsein in stärker 

rückenbelastenden Körperpositionen sollte vermieden werden können. Der 

Beschwerdeführer sei vor allem psychisch zu wenig stabil für eine Direkteingliederung 

auf dem freien Arbeitsmarkt. Es werde daher ein aufbauendes Arbeitstraining 

empfohlen. Während der Abklärungszeit sei ein deutliches Schmerz- und 

Schonverhalten festzustellen gewesen. Der Beschwerdeführer habe wiederholt die 

Auffassung geäussert, dass er behinderungsbedingt nicht mehr in der Lage sei, eine 

Arbeit auszuführen (UV-act. I/80). In der Beurteilung vom 28. September 2009 

erachtete der Kreisarzt die Voraussetzungen für den Fallabschluss als gegeben. 

Aufgrund der Angaben aus Appisberg, der Erhebungen anlässlich der kreisärztlichen 

Untersuchung im Februar 2009 und der damals durchgeführten neurologischen 

Untersuchung sei rein unfallbedingt keine Arbeitsunfähigkeit mehr gegeben (UV-act. I/

83). Im Bericht vom 13. Oktober 2009 diagnostizierte die Psychiaterin Dr. F.___ eine 

posttraumatische Belastungsstörung, eine leichte depressive Episode mit somatischem 

Syndrom sowie Merkmale einer Persönlichkeitsstörung. Aus psychiatrischer Sicht 

bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (UV-act. I/88).

2.3  Die Klinik M.___ bescheinigte am 18. Dezember 2009 eine mittelgradige bis 

schwere depressive Episode mit somatischen Symptomen sowie einen Verdacht auf 

anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei ausgeprägter Akzentuierung 

zwanghafter Persönlichkeitszüge. Dem Patienten sei eine intensive psychosomatische 

Behandlung angeboten worden (UV-act. I/101). Der Neurochirurge Dr. med. F.___ 

berichtete am 29. März 2010 über einen operativen Bandscheibeneingriff am lumbalen 

Rücken (UV-act. I/111). Im Bericht zuhanden der IV vom 10. Dezember 2010 erwähnte 

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Dr. F.___ als therapeutische Massnahme einzig den am 25. März 2010 durchgeführten 

Eingriff und hielt fest, die Arbeitsfähigkeit lasse sich erst nach Erstellung eines neuen 

LWS-MRI beurteilen (IV-Akten, UV-act. I/121). Die Psychiaterin Dr. F.___ hielt im 

Bericht vom 10. Januar 2011 einen stationären Gesundheitszustand fest. Die 

posttraumatische Belastungsstörung bei Zustand nach Autounfall vom 30. April 2004 

(richtig 2008) sei nicht mehr relevant. Sie bestätigte eine leichte depressive Episode mit 

somatischem Syndrom sowie Merkmale einer Persönlichkeitsstörung und berichtete 

unter anderem, die psychosoziale Situation des Patienten habe sich durch den Streit 

mit den Versicherungen negativ auf dessen Gemütszustand ausgewirkt. Aus rein 

psychiatrischer Sicht bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (IV-Akten, UV-act. I/121). 

Der Neurochirurge Dr. F.___ bestätigte am 4. April 2011 einen stationären 

Gesundheitszustand und führte als therapeutische Massnahme eine stationäre 

Physiotherapie, eventuell mit Spondylodese L5/S1 an. Zur Frage der Arbeitsfähigkeit in 

einer zumutbaren Tätigkeit hielt der Arzt fest, die Behandlung der Rückenproblematik 

sei nicht abgeschlossen; wahrscheinlich sei eine weitere Operation nötig. Eine 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei erst danach möglich (IV-Akten, UV-act. I/121). Die 

Ärzte der Klinik M.___ hielten im Bericht vom 20. Mai 2011 fest, der Beschwerdeführer 

habe sich vom 28. März bis 21. April 2011 in einer ambulanten 

Rehabilitationsbehandlung bei ihnen befunden. Er habe sich mit Mühe in das 

Behandlungsprogramm integrieren können. Neben Fitness- und Ausdauertraining seien 

physio- und atemtherapeutische Übungen sowie Gruppengespräche und 

Gesundheitsvorträge durchgeführt und die Behandlung durch psychotherapeutische 

Einzelgespräche ergänzt worden. Die Therapie sei dabei insbesondere auf die aktuelle 

Lebenssituation sowie die bevorstehende Reintegration in den Alltag fokussiert 

worden. Die Medikation werde in den nächsten ambulanten Sitzungen optimiert (IV-

Akten, UV-act. I/121).

3.

Eine manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische, nicht 

aber objektivierbare Ergebnisse im Sinn eines organischen Substrats zu Tage. 

Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des 

Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde allein auf 

Ergebnisse klinischer Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein 

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organisches Substrat namhaft gemacht. Von organisch objektiv ausgewiesenen 

Unfallfolgen wird deshalb erst dann gesprochen, wenn die erhobenen Befunde auch 

mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 E. 9, 

117 V 359 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese 

Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 

231 E. 5.1 mit Hinweisen). Beispielsweise sind ein Thoracic outlet Syndrom (TOS), 

myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde für sich allein nicht als 

organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen 

und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie 

Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar 

ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches 

gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteile des 

Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008, 8C_124/2008, mit vielen Hinweisen, sowie vom 

7. Februar 2008, U 13/07, E. 3.2 und 3.3, und vom 22. September 2010, 8C_240/2010). 

In Bezug auf den HWS/Nacken-Bereich ist ein durch den Unfall vom 30. April 2008 

bedingter organisch-struktureller (somatischer) Gesundheitsschaden in Anbetracht der 

in E. 2 geschilderten medizinischen Aktenlage und der vorstehenden Ausführungen 

überwiegend wahrscheinlich zu verneinen (vgl. unter anderem UV-act. I/12; MR der 

HWS vom 30. Juni 2008 und Bericht Dr. J.___ vom 4. Juli 2008, UV-act. I/17 Beilagen). 

Hinsichtlich der Beschwerden im LWS-Bereich ist aktenmässig dokumentiert, dass 

nach dem Unfall vom 30. April 2008 auch ein leichtes Lumbovertebralsyndrom bestand 

(UV-act. I/12), die eigentliche LWS-Problematik aber unfallfremden (degenerativen) 

Ursprungs ist (vgl. Bericht Rehaklinik E.___ vom 16. Oktober 2008 mit Hinweis auf ein 

MRI der LWS vom 1. Oktober 2008; UV-act. I/29 S. 3 und 4). Für eine ärztliche 

Fehlbehandlung in der Rehaklinik E.___, wie sie der Beschwerdeführer behaupten lässt 

(act. G 1 Ziff. III./4; G 11 S. 5f), fehlt es an konkreten Anhaltspunkten und Belegen; eine 

solche ist umso weniger wahrscheinlich, als eine Kontusion von LWS und Thorax mit 

lumbalen Rückenschmerzen bereits unmittelbar nach dem Unfall vom 30. April 2008 

vermerkt wurde (vgl. UV-act. I/6 Beilagen). Ein (unfallfremdes) lumboradikuläres 

Schmerzsyndrom S1 mit entsprechender Operationsempfehlung findet sich zudem 

bereits in einem Arztbericht von 2002 erwähnt (UV-act. II/88). Die signifikante und 

dauernde Verschlimmerung einer vorbestandenen Schädigung der Wirbelsäule, 

hervorgerufen durch einen Unfall, ist nur dann bewiesen, wenn die Radioskopie ein 

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plötzliches Zusammensinken der Wirbel sowie das Auftreten und Verschlimmern von 

Verletzungen aufgrund eines Traumas aufzeigt (RKUV 2000, 45). Ein solcher 

Sachverhalt ist vorliegend mit Bezug auf den LWS-Bereich nicht dargetan. Selbst wenn 

es durch den Unfall vom 30. April 2008 zur Auslösung einer Schmerzsituation im LWS-

Bereich gekommen ist, so hat diese bei fehlendem Nachweis einer organisch-

strukturellen Unfallfolge jedenfalls auf Ende Oktober 2009 - eineinhalb Jahre nach dem 

Unfall - als abgeheilt zu gelten (vgl. Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung 

der Wirbelsäule, Medizinische Mitteilungen Nr. 67 der Suva, S. 45ff, wo die 

Abheilungsdauer bei vergleichbaren Sachverhalten mit maximal 12-18 Monaten 

angegeben wird). Da diesbezüglich eine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität 

nicht belegt ist, besteht für gesundheitliche Beschwerden im LWS-Bereich und daraus 

allenfalls resultierender Arbeitsunfähigkeit, Behandlungsbedürftigkeit und 

Integritätseinbusse jedenfalls für die Zeit ab November 2009 keine Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin.

3.2  Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert 

und liegt - wie vorliegend - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) Befund an der 

HWS vor, muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches 

Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, 

Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit 

und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. 

gegeben sein (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e; Bestätigung in 

BGE 134 V 109 E. 9). Dieses Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden 

muss jedoch nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 

72 Stunden nach dem Unfall aufgetreten sein. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem 

Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestiert haben (Urteile 

des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, U 215/05, und vom 15. März 2007, U 

258/06; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e).

Gemäss Berichten von Dr. N.___ vom 24. und 30. Mai 2008 hatte der Unfall vom 30. 

April 2008 eine Commotio cerebri, eine HWS-Distorsion sowie eine LWS- und Thorax-

Kontusion bewirkt, wobei der Beschwerdeführer über Kopf- und Nackenschmerzen 

sowie bewegungsabhängige lumbale Schmerzen klagte und erklärte, nach dem Unfall 

habe eine Bewusstlosigkeit von ca. 10 Minuten bestanden (UV-act. I/6 Beilage). Der 

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Arzt bestätigte mit dem Vorliegen einer Commotio cerebri grundsätzlich eine leichte 

traumatische Hirnverletzung (MTBI; vgl. dazu S. Johannes/R. Schaumann-von Stosch, 

Grundlegende Aspekte der leichten traumatischen Hirnverletzung, Medizinische 

Mitteilungen der SUVA Nr. 78 [2007], 74ff). Im Cervikal- bzw. HWS-Bereich lag ein 

gesundheitlicher Vorzustand vor (Status nach HWS-Trauma 1998) mit seitheriger 

Dauertherapie und residuellen Beschwerden (vgl. UV-act. I/6 Beilage, II/95). Im 

Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem 

Beschleunigungstrauma wurde am 15. Mai 2008 festgehalten, nach dem Unfall mit 

Kopfanprall hätten eine Bewusstlosigkeit und Übelkeit bestanden. Die neurologische 

Untersuchung habe normale Befunde ergeben. Die aktuelle Bewusstseinslage wurde 

mit einem Wert von 15 auf dem GCS-Score (Glasgow Coma Scale) bestätigt. Es hätten 

bereits vor dem Unfall behandlungsbedürftige Nackenschmerzen bestanden (UV-act. I/

6 Beilage). Angesichts der geschilderten Aktenlage kann vom Auftreten eines typischen 

Beschwerdebilds mit einer Häufung von Beschwerden, wozu auch die von der 

Rehaklinik E.___ angeführten psychischen Beschwerden zu zählen sind, gesprochen 

werden. Die Beschwerdegegnerin ging im Resultat von einer - wenn auch zeitlich 

befristeten - Unfalleinwirkung aus, indem sie ihre Leistungspflicht bis Ende Oktober 

2009 anerkannte.

4.  

4.1  Vorerst zu prüfen ist die - von der Beschwerdegegnerin bejahte (act. G 18 S. 2f) - 

Frage, ob die Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom 14. Januar 2009, mit welcher 

das Taggeld ab 1. Februar 2009 auf 50% reduziert wurde (UV-act. 40), sowie die 

Mitteilung vom 26. Februar 2009, mit welcher die Übernahme der Osteopathie-

Behandlung abgelehnt wurde (UV-act. I/52), in Rechtskraft erwuchsen. Über 

Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die 

betroffene Person nicht einverstanden ist, hat der Versicherungsträger schriftlich eine 

Verfügung zu erlassen (Art. 49 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Leistungen, Forderungen und 

Anordnungen, die nicht unter Art. 49 Abs. 1 ATSG fallen, können nach Art. 51 Abs. 1 

ATSG in einem formlosen Verfahren behandelt werden; diesfalls räumt Abs. 2 dieser 

Bestimmung der betroffenen Person die Möglichkeit ein, den Erlass einer Verfügung zu 

verlangen. Gemäss Art. 124 lit. b der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; 

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SR 832.202) ist eine Verfügung insbesondere über die Kürzung oder Verweigerung von 

Versicherungsleistungen zu erlassen. Die Beschwerdegegnerin wäre grundsätzlich 

verpflichtet gewesen, die Entscheide über die Taggeldreduktion und die Ablehnung 

einer Behandlung nicht formlos, sondern in Form von Verfügungen mitzuteilen. In 

Analogie zu Art. 51 Abs. 2 ATSG kann die versicherte Person jedoch einen Entscheid in 

Form einer Verfügung verlangen, wobei sich die Frage nach allfälligen zeitlichen 

Grenzen dieser Befugnis stellt (BGE 134 V 145 E. 5.1). Die versicherte Person kann 

einen unzulässigerweise im formlosen Verfahren erlassenen Entscheid des 

Unfallversicherers nicht zeitlich unbeschränkt in Frage stellen. Unterbleibt eine 

fristgerechte Intervention, entfaltet der im formlosen Verfahren ergangene Entscheid in 

gleicher Weise Rechtswirkungen, wie wenn er im durch Art. 51 Abs. 1 ATSG 

umschriebenen Rahmen erlassen worden wäre (BGE 134 V 145 E. 5.2 mit Hinweisen). 

Das Bundesgericht setzte die zeitliche Begrenzung im erwähnten Urteil auf ein Jahr 

fest. Eine längere Frist kommt allenfalls dann in Frage, wenn die betroffene Person - 

insbesondere wenn sie rechtsunkundig und nicht anwaltlich vertreten ist - in guten 

Treuen annehmen durfte, der Versicherer habe noch keinen abschliessenden Entscheid 

fällen wollen und sei mit weiteren Abklärungen befasst (BGE 134 V 145 E. 5.3.2). Die 

Rechtsbeständigkeit wird erreicht, wenn anzunehmen ist, dass die versicherte Person 

sich mit einer getroffenen Regelung abgefunden hat. Dies ist nach der Rechtsprechung 

dann der Fall, wenn sie sich nicht innert einer (nach den Umständen) angemessenen 

Überlegungs- und Prüfungsfrist dagegen verwahrt (BGE 122 V 367 E. 3 mit Hinweisen).

Die Beschwerdegegnerin verwies auf ein Bundesgerichts-Urteil vom 13. April 2011, 

8C_14/2011, wo es um die Frage der Rechtskraft von Taggeldabrechnungen bzw. des 

Taggeldansatzes ging. Für diesen Sachverhalt hatte das Bundesgericht die Frist, 

innerhalb welcher eine anfechtbare Verfügung zu verlangen ist, auf drei Monate 

festgelegt (Urteil 8C_14/2011, a.a.O., E. 5 mit Hinweisen). Vorliegend stehen nicht 

Modalitäten von Taggeldabrechnungen oder die Höhe des Taggeldsatzes zur 

Diskussion. Vielmehr gab die Beschwerdegegnerin im Schreiben 14. Januar 2009 den 

(partiellen) Fallabschluss insofern bekannt, als sie das Taggeld auf 1. Februar 2009 auf 

die Hälfte reduzierte und den Beschwerdeführer ausdrücklich darauf hinwies, dass er 

sich für ergänzende Teilleistungen bei der Arbeitslosenversicherung (RAV) melden solle 

(UV-act. I/47). Auch beim Schreiben vom 26. Februar 2009 handelt es sich nicht um 

eine Taggeldabrechnung, sondern um die Ablehnung der Übernahme der Osteopathie-

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Behandlung mit dem impliziten Hinweis, sich an den Krankenversicherer zu wenden 

(UV-act. I/52). In der Einsprache vom 1. Dezember 2009 - und damit rechtzeitig 

innerhalb eines Jahres nach Zustellung der formlosen Mitteilungen - wurden sowohl die 

Taggeldreduktion als auch die Ablehnung der Übernahme der Osteopathie-Behandlung 

beanstandet (UV-act. I/95). Beide Fragen sind daher materiell zu prüfen.

4.2  Die Ärzte der Rehaklinik E.___ erachteten im Bericht vom 16. Oktober 2008 die 

bisherige (körperlich zu schwere) Tätigkeit als nicht mehr zumutbar, gingen jedoch von 

der ganztägigen Zumutbarkeit einer leichten, wechselbelastenden, den 

gesundheitlichen Problemen des Beschwerdeführers angepassten Tätigkeit aus, wobei 

sie aktuell eine durch den psychischen Befund bedingte Einschränkung von 50% 

bescheinigten (UV-act. I/29). Nachdem Dr. F.___ am 3. Januar 2009 eine durch die 

Kündigung bedingte Verschlechterung der psychischen Situation bestätigt hatte (UV-

act. I/44), legte Kreisarzt Prof. K.___ die aktuelle Arbeitsfähigkeit im Bericht vom 25. 

Februar 2009 auf 50% fest und wies unter anderem auf das Vorliegen von nicht 

unfallbedingten Problemen hin (UV-act. I/50). Gemäss dem späteren Bericht der Befas 

Appisberg vom 11. September 2009 konnte dem Beschwerdeführer - bei nach Lage 

der Akten im Wesentlichen unveränderter gesundheitlicher Situation seit Februar 2009 

- eine sechsstündige Tagespräsenz mit 50% Tagesleistung zugemutet werden (UV-act. 

I/80). Vor dem geschilderten Hintergrund lässt sich nicht beanstanden, dass die 

Beschwerdegegnerin ab Februar 2009 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausging und 

das Taggeld entsprechend festsetzte. 

4.3  Was die streitige Osteopathie-Behandlung betrifft, wurde im Bericht der Rehaklinik 

E.___ vom 16. Oktober 2008 festgehalten, der Beschwerdeführer sei durch sie (die 

Klinik-Ärzte) bei O.___ für eine probatorische osteopathische Behandlung angemeldet 

worden. Da ein Termin im Rahmen des Rehabilitationsaufenthalts nicht möglich 

gewesen sei, werde der Hausarzt gebeten, den Beschwerdeführer in Wohnortnähe für 

eine solche Behandlung anzumelden (UV-act. I/29 S. 2). Auf Nachfrage der 

Beschwerdegegnerin vom 30. Oktober 2008, ob dies veranlasst worden sei (UV-act. I/

38), gab der Hausarzt Dr. med. P.___ am 13. Dezember 2008 die Adresse eines 

Osteopathen bekannt (UV-act. I/41 Beilage). Dem Kreisarzt gab der Beschwerdeführer 

am 24. Februar 2009 bekannt, er sei dreimal zwecks Osteopathie bereits in 

Behandlung gewesen (UV-act. I/50 S. 2). Dieser äusserte sich im Bericht zu dieser 

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Behandlung nicht und hielt lediglich fest, eine stationäre konservative Therapie (s. 

Antrag in UV-act. I/48) könne seitens der Suva mangels objektivierbarer Unfallfolgen 

nicht unterstützt werden (UV-act. I/50 S. 5). Ein Bericht des konsultierten Osteopathen 

findet sich bei den Akten nicht. Angesichts der geschilderten Aktenlage bestand kein 

ausgewiesener Grund, die Übernahme der - von der Rehaklinik E.___ empfohlenen - 

Osteopathie-Behandlung ohne Weiteres abzulehnen, zumal die übrigen 

Behandlungskosten bis Ende Oktober 2009 (Zeitpunkt der Leistungseinstellung) von 

der Beschwerdegegnerin anerkannt wurden. Einzig der Hinweis, dass es sich dabei um 

Alternativmedizin handle (UV-act. I/52) oder der Umstand, dass die Wirksamkeit der 

komplementär- und alternativmedizinischen Massnahmen (z.B. Akupunktur, 

Osteopathie und Alexandertechnik) umstritten ist (vgl. Urteil des EVG vom 28. Juni 

2005, U 376/04, E. 3.2.2), vermag für sich allein noch keine Leistungsablehnung zu 

begründen. Die Beschwerdegegnerin wird daher vorerst einen Bericht des 

behandelnden Osteopathen zur Dauer und Verlauf der durchgeführten Behandlung 

einzuholen und danach erneut über die Leistungsübernahme zu verfügen haben.

5.  

5.1  Bereits rund eineinhalb Monate nach dem Unfall vom 30. April 2008 stellte Dr. I.___ 

beim Beschwerdeführer den Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung 

(UV-act. I/14), welche am 8. Juli 2008 von der Psychiaterin Dr. F.___ und am 

16.Oktober 2008 von den Ärzten der Rehaklinik E.___ bestätigt wurde. Letztere hielten 

als Behandlungsergebnis fest, insgesamt habe trotz intensiven physiotherapeutischen 

Massnahmen, Vermittlung von Coping-Strategien und psychosomatisch orientierter 

Gesprächstherapie keine wesentliche Zustandsverbesserung erreicht werden können 

(UV-act. I/16, I/29). Am 13. Oktober 2009 vermerkte Dr. F.___ neben der 

posttraumatischen Belastungsstörung und einer leichten depressiven Episode auch 

Merkmale einer Persönlichkeitsstörung. Der Patient brauche eine längere intensive 

psychiatrische Behandlung. Im Heilungsverlauf würden unfallfremde Faktoren 

(Ablehnung der gewünschten Umschulung durch die IV) mitspielen. Die 

Schmerzproblematik habe sich chronifiziert. Es sei kaum zu erwarten, dass es zu einer 

deutlichen Besserung kommen werde. Die gesundheitlichen Beschwerden sowie 

psychosoziale Probleme hätten negativen Einfluss auf die Fortschritte der Therapie 

(UV-act. I/88). Am 11. November 2009 bescheinigte Dr. F.___ zuhanden der 

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Invalidenversicherung, dass die Behandlung eines Patienten mit dieser 

Persönlichkeitsstruktur (mit Merkmalen einer Persönlichkeitsstörung der Cluster-

Gruppe B) eine Herausforderung darstelle und eine Behandlungsprognose nicht 

absehbar sei (IV-Akten S. 274f; UV-act. I/121). Im Bericht der Klinik M.___ vom 18. 

Dezember 2009 wurde unter anderem auf eine ausgeprägte Akzentuierung der 

zwanghaften Persönlichkeitszüge hingewiesen und eine intensive psychosomatische 

Therapie als erforderlich erachtet (UV-act. I/101). Eine von der Invalidenversicherung im 

Oktober 2009 in Auftrag gegebene medizinische Begutachtung wurde später 

zurückgezogen (vgl. IV-Akten S. 270 und 285; UV-act. I/121). Von Seiten der Klinik 

M.___ wurde am 29. März 2010 festgehalten, unter weiterer psychiatrischer Betreuung 

sei mit der Erhaltung der 60%igen Arbeitsfähigkeit zu rechnen (IV-act. Akten S. 298; 

UV-act. I/121). Der Neurochirurge Dr. F.___ bestätigte am 9. April 2010 gegenüber der 

IV, dass am 25. März 2010 eine Bandscheibenoperation (LWS; L5/S1) durchgeführt 

worden sei. Eine Therapie-Prognose konnte er nicht stellen (IV-Akten S. 302f). Im 

Bericht vom 10. Januar 2011 erachtete die Psychiaterin Dr. F.___ - bei stationärem und 

damit durch die zwischenzeitliche Behandlung im Wesentlichen unverändertem 

psychischem Gesundheitszustand - die posttraumatische Belastungsstörung als nicht 

mehr relevant. Die Persönlichkeitsstörungs-Problematik rücke immer wieder in den 

Vordergrund. Es bestehe ein maladaptives Schema Anspruchshaltung/Grandiosität, 

welches aufgrund der schweren psychosozialen Belastungen nicht mehr habe 

kompensiert werden können. Bei fehlender Selbstreflexion sei es immer wieder zu 

schweren depressiven Krisen gekommen, wie nach dem Tod des Bruders im Mai 2010. 

Im Rahmen eines Rehabilitationsaufenthalts vom 26. Juli bis 31. August 2010 habe eine 

leichte Besserung der depressiven Stimmungslage erzielt werden können. Die 

Prognose bezüglich der psychiatrischen Problematik sei schlecht (IV-Akten, UV-act. I/

121).

Gestützt auf diese Aktenlage ist festzuhalten, dass bei den psychischen Problemen des 

Beschwerdeführers nach dem Unfall vom 30. April 2008 in erheblichem Umfang 

unfallfremde Aspekte (Persönlichkeitsstörung, psychosoziale Probleme) mitspielten 

oder sogar im Vordergrund standen (vgl. auch IV-Akten S. 298). Überwiegend 

wahrscheinlich ist davon auszugehen, dass jedenfalls per Ende Oktober 2009 keine 

unfallbedingte Behandlungsbedürftigkeit mit der Aussicht auf eine namhafte 

Verbesserung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit mehr vorlag und die 

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durchgeführten Behandlungsmassnahmen (bei unsicherem Behandlungserfolg) 

lediglich der Beschwerdelinderung (leichte Besserung der depressiven Stimmungslage) 

und Aufrechterhaltung des erreichten Zustands dienten. Auch hinsichtlich der 

cervikalen Beschwerden (HWS) stand nach Lage der Akten Ende Oktober 2009 ein 

namhafte Besserung des Zustands und der Arbeitsfähigkeit nicht überwiegend 

wahrscheinlich in Aussicht, zumal spätere Behandlungen in der Klinik M.___ (vgl. 

Bericht vom 20. Mai 2011; IV-Akten, UV-act. I/121) neben physiotherapeutischen 

Übungen im Wesentlichen auf den psychischen Gesundheitszustand gerichtete 

Massnahmen zur Zustandserhaltung umfasste. Der Abschluss des Falls durch den 

Unfallversicherer im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG bedingt lediglich, dass von weiteren 

medizinischen Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands 

mehr erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger 

erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2008, 8C_467/2008, 

E. 5.2.2.2.). Der Fallabschluss setzt nicht den Eintritt des Status quo sine/ante voraus, 

sondern lediglich den medizinischen Endzustand im erwähnten Sinn (BGE 134 V 109 E. 

3.2 und 4). Für die Annahme einer Weiterdauer der Behandlungskostenübernahme 

genügt es nicht, dass eine Therapie lediglich eine unbedeutende Besserung erhoffen 

lässt oder dass für eine namhafte Besserung nur eine weit entfernte Möglichkeit 

besteht (A. Maurer, Unfallversicherungsrecht, 2. A., Bern 1989, 274). Von einer 

namhaften Besserung des Gesundheitszustands kann auch dann nicht gesprochen 

werden, wenn eine therapeutische Massnahme mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nur die sich aus einem stationären Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für 

eine begrenzte Zeit zu lindern vermag (RKUV 2005, 388). Für die Bejahung eines 

medizinischen Endzustands wird sodann keine vollständige Schmerzfreiheit 

vorausgesetzt (vgl. Rumo-Jungo, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., 

S. 145). - Die durch den Neurochirurgen Dr. F.___ vorgeschlagenen oder veranlassten 

Massnahmen bezogen sich auf die Gesundheitsschädigung in der LWS (vgl. Bericht 

vom 10. Dezember 2010 in den IV-Akten; UV-act. I/121). Die LWS-Problematik war 

jedoch wie erwähnt (vorstehende E. 3.1) spätestens im Zeitpunkt der streitigen 

Leistungseinstellung (Ende Oktober 2009) überwiegend wahrscheinlich nicht mehr auf 

den Unfall vom 30. April 2008 zurückzuführen, weshalb auch die nach diesem 

Zeitpunkt vorgenommenen Behandlungen (vgl. UV-act. I/111) hier ausser Betracht zu 

bleiben haben. Die Beschwerdegegnerin nahm somit zu Recht den Fallabschluss im 

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Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG - als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V 

109) - auf Ende Oktober 2009 an.

5.2  Das Vorliegen eines Schädel-Hirntraumas, worunter sämtliche 

Hirnfunktionsstörungen mit oder ohne morphologisch fassbare Schädigung des 

Gehirns und seiner Hüllen, einschliesslich Gehirnschädel und Kopfschwarte subsumiert 

werden (Trentz/Bühren, Checkliste Traumatologie, Stuttgart/New York 2001, S. 122 ff.), 

rechtfertigt die analoge Anwendung der Schleudertrauma-Praxis nur, wenn die erlittene 

Hirnerschütterung mindestens im Grenzbereich zwischen Commotio und Contusio 

cerebri liegt. Leichte Hirnerschütterungen hingegen reichen hierfür nicht aus (vgl. 

Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgericht vom 6. Mai 2003, U 6/03, und vom 

13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.2.1). Vorliegend war nach dem streitigen Unfall wie 

erwähnt von einer leichten traumatischen Hirnverletzung auszugehen. Die Adäquanz 

beurteilt sich damit grundsätzlich nach Massgabe der in BGE 117 V 359 E. 6 

entwickelten und in BGE 134 V 109 E. 10 präzisierten Kriterien. Dabei ist auf eine 

Differenzierung zwischen psychischen und physischen Komponenten zu verzichten, 

wenn es an einer Dominanz psychischer Probleme fehlt (vgl. BGE 123 V 98 E. 2a). Die 

dargelegte medizinische Aktenlage (E. 5.1) weist klar darauf hin, dass im streitigen 

Einstellungszeitpunkt psychische Probleme beim Beschwerdeführer im Vordergrund 

standen bzw. zumindest einen erheblichen Stellenwert hatten. Ob die 

Adäquanzprüfung angesichts dieser Fakten nach der Schleudertrauma- oder der 

Psycho-Praxis durchzuführen ist, kann jedoch offen bleiben, da die Adäquanz auch bei 

Anwendung der für den Beschwerdeführer günstigeren Schleudertrauma-Praxis (vgl. 

dazu SVR 2010 UV Nr. 3 S. 11; Urteil des Bundesgerichts vom 18. September 2009, 

8C_283/2009) zu verneinen ist, wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen werden.

6.  

6.1  Der in Frage stehende Unfall vom 30. April 2008 ist aufgrund des 

Geschehensablaufs - das vom Beschwerdeführer gelenkte Fahrzeug überschlug sich, 

nachdem es wegen eines Ausweichmanövers von der Strasse abgekommen und in 

eine "Schlucht" (UV-act. I/7 Beilage) bzw. eine Böschung (UV-act. I/11 S. 3) 

hinuntergestürzt war - und der Verletzungen (UV-act. I/6 Beilage) nicht als 

ausserordentlich schweres, lebensbedrohliches Geschehen im Sinn der Praxis 

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(dargestellt in RKUV 1995, 91) einzustufen (vgl. auch Urteile des EVG vom 20. Juli 

2005, U 338/04, und vom 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.3). Die Unterscheidung 

zwischen mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den schweren Unfällen und 

solchen im mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung, als bei Unfällen im 

mittelschweren Bereich nach der Praxis mehrere Zusatzkriterien erfüllt sein müssen, 

um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die Zahl um so geringer sein kann, je 

näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt (vgl. dazu BGE 115 V 133 E. 6c/bb). 

Es scheint konkret gerechtfertigt, von einem mittelschweren Unfall auszugehen, 

allerdings nicht im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen (vgl. dazu etwa die 

Sachverhalte in den Urteilen des EVG vom 14. April 2000, U 257/99, und vom 

24. August 2007, U 497/06, E. 4.2, sowie vom 22. August 2008, 8C_609/2007, E. 

4.1.3). Weitere Abklärungen zum Unfallereignis bzw. zur Unfallursache vermöchten an 

dieser Einstufung nichts zu ändern. Nach den Angaben des Beschwerdeführers 

bewirkte der Unfall einen Bewusstseinsverlust von ca. 10-15 Minuten (UV-act. I/6 

Beilage, I/7 Beilage). Eine gewisse Eindrücklichkeit für den Beschwerdeführer kann 

dem Ereignis, sofern er sich tatsächlich an das Geschehen zu erinnern vermag, nicht 

abgesprochen werden. Eine besondere Eindrücklichkeit oder dramatische 

Begleitumstände sind allerdings nicht belegt, zumal das objektive Unfallgeschehen 

massgebend ist (vgl. die Kasuistik zu diesem Kriterium in Rumo-Jungo, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64, sowie Urteile des EVG vom 23. November 

2004, U 109/04, E. 2.3 und vom 2. März 2005, U 309/03, E. 5.1). Beim erlittenen 

Trauma handelt es sich nicht um eine Gesundheitsschädigung, die durch ihre Schwere 

oder besondere Art charakterisiert ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. August 

2007, 8C_101/2007, E. 5.2 und 5.3, und vom 21. Dezember 2007, U 558/06, E. 4.2.2, 

sowie Urteil des EVG vom 9. August 2004, U 116/04). Das Trauma dürfte konkret 

jedoch eine unter anderem im Cervikal-Bereich vorgeschädigte Wirbelsäule getroffen 

haben; es ist somit als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren. Das Kriterium ist 

damit - wenn auch nicht in besonders ausgeprägtem Masse - als erfüllt anzusehen (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2008, 8C_785/2007, E. 4.4).

6.2  Was das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung 

(vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.3) betrifft, ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 

nach dem Unfall vom 30. April 2008 mit initialer Behandlung in Bosnien und 

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anschliessender konservativer sowie psychiatrischer Therapie einen stationären 

Aufenthalt in der Rehaklinik E.___ absolvierte. Bei letzterem bestätigten sich durch 

Selbstlimitierung beeinflusste Abklärungsresultate. Diese ergaben unter anderem, dass 

trotz intensiver physiotherapeutisch und psychosomatisch orientierter Massnahmen 

keine wesentliche Zustandsverbesserung habe erreicht werden können (UV-act. I/6 

Beilage, I/11, I/14, I/16, I/17, I/29). Nach weiteren Therapiemassnahmen, welche auch 

die LWS-Problematik betrafen, zeigte sich anlässlich der Befas-Abklärung im August 

2009 erneut ein deutliches Schmerz- und Schonverhalten (UV-act. I80). Von 

psychiatrischer Seite wurden mit entsprechendem Behandlungsbedarf neben der 

somatoformen Schmerzstörung Merkmale einer (unfallfremden) Persönlichkeitsstörung 

bzw. zwanghafte Persönlichkeitszüge und psychosoziale Probleme festgehalten (UV-

act. I/88, I/101). Reine Abklärungsmassnahmen fallen hier - wie die Behandlung von 

unfallfremden Problemen - ausser Betracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. 

August 2008, 8C_687/2007, E. 5.3). Wie dargelegt war jedenfalls Ende Oktober 2009 

von weiteren Behandlungsmassnahmen keine namhafte Besserung mehr zu erwarten 

(vgl. vorstehende E. 5.1). In Anbetracht dieser Aktenlage kann eine fortgesetzt 

spezifische, den Beschwerdeführer belastende (unfallbedingte) ärztliche Behandlung im 

Sinn der Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juni 2008, 

8C_331/2007, E. 4.2.3) nicht als belegt gelten.

Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem 

Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende 

erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften 

Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die 

Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4). Anlässlich eines 

Aufenthalts in der Klinik M.___ vom Dezember 2009 gab der Beschwerdeführer an, seit 

dem Unfall unter Hinterkopfschmerzen, Gefühllosigkeit und Kraftminderung im linken 

Arm sowie Schluckbeschwerden und einer Depression zu leiden (UV-act. I/101). Dieses 

Beschwerdebild stimmt im Wesentlichen mit demjenigen überein, welches bereits nach 

dem Unfall von 1998 vermerkt wurde (vgl. UV-act. I/30 S. 3, II/42 und II/60). Die Pflege 

sozialer Kontakte gestaltet sich beim (zurückgezogen lebenden; UV-act. I/101) 

Beschwerdeführer soweit ersichtlich nicht wesentlich anders als vor dem Unfall von 

2008. Die Unfallkausalität der anhaltenden Beschwerden im LWS-Bereich 

(lumbovertebrales Syndrom; vgl. UV-act. I/80 S. 4) kann, wie diejenige der durch die 

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Persönlichkeitsstörung (vgl. UV-act. I/101 und Schreiben Dr. Q.___ vom 10. Januar 

2011 in den IV-Akten, UV-act. I/121) bedingten Beschwerden, wie erwähnt 

(vorstehende E. 3.1 dritter Abschnitt) nicht als belegt gelten. Damit lässt sich das 

Kriterium der ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden (unfallbedingten) erheblichen 

Beschwerden höchstens in geringem Umfang bejahen. Dies auch deshalb, weil nicht 

ausser Acht gelassen werden kann, dass es sich beim Beschwerdeführer um eine 

klagsame Person handelt, hat doch die Arbeitgeberin bereits früher mitgeteilt, geklagt 

habe der Mitarbeiter eigentlich immer. Irgendetwas habe ihm immer weh getan; vor 

allem Nacken, Kopf und Rücken hätten ihn immer geschmerzt. Man habe ihn dann 

jeweils einfach wieder an die Arbeit geschickt und die Sache sei erledigt gewesen (UV-

act. I/34). Im Weiteren können ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche 

Komplikationen angesichts der medizinischen Aktenlage (E. 2 und 3.1) nicht 

angenommen werden. Dieses Kriterium ist deshalb nicht erfüllt. Wie dargelegt kann 

auch eine die Unfallfolgen erheblich verschlimmernde ärztliche Fehlbehandlung, wie sie 

der Beschwerdeführer bezüglich des Aufenthalts in der Rehaklinik E.___ behaupten 

lässt (act. G 1 Ziff. III./4; G 11 S. 5f), nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als 

belegt gelten (vgl. dazu vorstehende E. 3.1).

6.3  Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE 134 

V 109 E. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis 

mittelschweren Schleudertraumen der HWS und leichten Schädelhirntraumen ein 

längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen 

Standpunkt aus eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist 

daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu 

überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Konkret 

muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung möglichst rasch wieder in 

den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person 

können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher 

Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der 

gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht 

fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in 

erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, 

kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 E. 10.2.7). - Nachdem in der Zeit nach dem 

Unfall eine volle unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit angenommen worden war, bestand 

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wie dargelegt ab Februar 2009 eine im Wesentlichen mit der psychischen Situation 

begründete 50%ige Arbeitsfähigkeit (vorstehende E. 4.2). Diese kann jedoch - soweit 

sie mit einer Persönlichkeitsstörung (der Cluster-Gruppe B; UV-act. I/88) und 

unfallfremden Problemen (Ablehnung der gewünschten Umschulung durch die IV; vgl. 

IV-act. I/88 S. 2) begründet wird (Berichte Dr. F.___ vom 11. November 2009 und vom 

10. Januar 2011 in den IV-Akten [UV-act. I/121]) - nicht ohne Weiteres als unfallkausal 

gelten. Der Kreisarzt war denn auch in der Beurteilung vom 29. September 2009 unter 

anderem gestützt auf die Angaben im Befas-Schlussbericht zum Schluss gelangt, dass 

keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr vorliege (UV-act. I/83). Der 

Regionalärztliche Dienst der IV (RAD) attestierte am 13. Oktober 2009 aus rein 

somatischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit (IV-

Akten, UV-act. I/121). Von Seiten der Klinik M.___ wurde am 8. März 2010 aus 

psychiatrischer Sicht eine mindestens 60%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt (IV-Akten S. 

295; UV-act. I/121). Die Arbeitgeberin hatte gegenüber dem Suva-

Aussendienstmitarbeiter am 27. Oktober 2008 festgehalten, nach dem Unfall habe sich 

der Beschwerdeführer nur sehr selten bei ihr gemeldet. Sie habe ihm übel genommen, 

dass er ihr nicht öfter berichtet habe und dass er nicht habe sagen können oder wollen, 

was er überhaupt habe (UV-act. I/34). Nach den Darlegungen im Befas-Bericht vom 11. 

September 2009 fokussierte der Beschwerdeführer sich während der Abklärungszeit 

auf berufliche Ausbildungen, für welche er die schulischen Voraussetzungen nicht 

mitbrachte. Über Arbeiten, bei denen er gute Leistungen habe zeigen können, habe er 

sich abschätzig geäussert. Er habe wiederholt die Auffassung geäussert, dass er 

behinderungsbedingt nicht mehr in der Lage sei, eine Arbeit auszuführen (UV-act. I/80). 

Bemühungen, sich wieder den Arbeitsprozess einzugliedern, sind bei dieser Aktenlage 

nicht ausgewiesen. Das Kriterium der erheblichen (unfallbedingten) Arbeitsunfähigkeit 

trotz Wiedereingliederungs-Anstrengungen kann dementsprechend nicht als erfüllt 

betrachtet werden. Bei Erfüllung von höchstens zwei Adäquanz-Kriterien (in geringem 

Umfang) kann dem Unfall keine adäquanzrechtlich massgebende Bedeutung für die 

andauernden gesundheitlichen Beschwerden beigemessen werden, da nach der 

Rechtsprechung bei mittelschweren Unfällen im engeren Sinn die Erfüllung von 

mindestens drei Adäquanzkriterien verlangt ist (SVR-V 2010 Nr. 25, 100 mit Hinweis auf 

Urteil 8C_421/2009 vom 2. Oktober 2009).

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6.4  Bei fehlendem bzw. mit dem Erreichen des medizinischen Endzustandes 

weggefallenem adäquatem Unfallkausalzusammenhang steht ein Anspruch auf Rente 

und Integritätsentschädigung nicht weiter zur Diskussion. Die Frage, ob die zusätzliche 

Anspruchsvoraussetzung der fehlenden Überwindbarkeit der Erwerbsunfähigkeit 

gegeben ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; BGE 136 V 279), stellt sich dementsprechend nicht. 

7.  

7.1  Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde, soweit darauf 

einzutreten ist, in dem Sinn teilweise gutzuheissen, dass die Angelegenheit zur Prüfung 

der Frage, ob die mit Schreiben vom 26. Februar 2009 abgelehnte Osteopathie-

Behandlung zu übernehmen sei, und zu neuer Verfügung hierüber an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

7.2  Im Umfang dieses teilweisen Obsiegens (20%) hat der Beschwerdeführer 

Anspruch auf Parteientschädigung gegenüber der Beschwerdegegnerin (Art. 61 lit. g 

ATSG). Ausgehend von der Pauschalentschädigung bei vollem Obsiegen von 

praxisgemäss Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) hat die 

Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer mit Fr. 800.-- zu entschädigen. Für die 

verbleibenden Fr. 3'200.-- hat der Staat aufgrund der bewilligten unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung im Umfang von 80% (Art. 31 Abs. 3 AnwG; sGS 963.75), d.h. 

mit einem Betrag von Fr. 2'560.-- aufzukommen. Die Kostennote des Rechtsvertreters 

ist mit Fr. 2'500.-- (act. G 21 Beilage) tiefer als der erwähnte Pauschalbetrag. Der in 

Rechnung gestellte Betrag beinhaltet aber im Gegensatz zur Pauschale weder die 

Mehrwertsteuer noch Barauslagen. Angesichts der konkreten Verhältnisse erscheint es 

daher gerechtfertigt, vom Pauschalbetrag auszugehen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1. Die Beschwerde wird, soweit darauf einzutreten ist, in dem Sinn teilweise 

gutgeheissen, dass die Angelegenheit zur Prüfung der Frage, ob die mit Schreiben vom 

26. Februar 2009 abgelehnte Osteopathie-Behandlung zu übernehmen sei, und zu 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/26

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neuer Verfügung darüber an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. Im Übrigen 

wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 800.-- zu entschädigen.

4. Der Staat entschädigt den Rechtsbeistand des Beschwerdeführers mit Fr. 2'560.--.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 19.04.2012
	Art. 6 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden im Nachgang zu einem Autounfall mit HWS-Distorsion und Commotio cerebri (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. April 2012, UV 2011/9).

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