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**Case Identifier:** 4c2fbc25-cd5d-58d5-a1db-6b1190c590de
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-08
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 08.09.2025 SST.2024.211
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-211_2025-09-08.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2024.211 
(ST.2023.65; StA.2022.3457) 

 

 

Urteil vom 8. September 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier  

Oberrichterin Vasvary  

Gerichtsschreiberin M. Stierli 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

Privatkläger 1  A._____, 

[…] 

 

Privatkläger 2  B._____, 

[…] 

 

Privatklägerin 3  C._____, 

[…] 

 

alle Privatkläger unentgeltl. vertreten durch Rechtsanwalt Adrian Fiechter,  

[…] 

 

 
    

Beschuldigte   D._____,  

geboren am tt.mm.1961, von Affeltrangen, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Martin Leiser,  

[…] 

  

 
 

Gegenstand  Fahrlässige Tötung usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau erhob am 3. April 2023 Anklage 

gegen die Beschuldigte wegen fahrlässiger Tötung, mehrfacher fahrlässi-

ger Körperverletzung, Verletzung der Verkehrsregeln durch mangelnde 

Aufmerksamkeit, eventualiter Fahrens in fahrunfähigem Zustand, sowie 

Verletzung der Verkehrsregeln durch ungenügendes Rechtsfahren. 

 

2. 

Mit Urteil vom 29. Februar 2024 sprach das Bezirksgericht Lenzburg die 

Beschuldigte von Schuld und Strafe frei, verwies die Zivilklage der 

Privatkläger A._____, B._____ und C._____ auf den Zivilweg und nahm die 

Verfahrenskosten und die Parteikosten der Beschuldigten sowie der 

Privatkläger A._____, B._____ und C._____ auf die Staatskasse. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 10. September 2024 beantragte die Staats-

anwaltschaft, die Beschuldigte sei im Sinne der Anklage schuldig zu 

sprechen und mit einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren und einer 

Busse von Fr. 3'600.00, eventualiter einer bedingten Freiheitsstrafe von 

zwei Jahren, einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à Fr. 150.00 

und einer Busse von Fr. 3'300.00, zu bestrafen. Zudem beantragte die 

Staatsanwaltschaft die Einholung eines Gutachtens zur Frage, ob bzw. mit 

welcher Wahrscheinlichkeit die Beschuldigte im Unfallzeitpunkt eine 

Synkope aufgewiesen haben könnte. 

 

3.2. 

Mit Berufungserklärung vom 24. September 2024 beantragten die Privat-

kläger A._____, B._____ und C._____, die Beschuldigte sei der 

fahrlässigen Tötung, der mehrfachen fahrlässigen Körperverletzung sowie 

der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln durch mangelnde 

Aufmerksamkeit sowie durch ungenügendes Rechtsfahren schuldig zu 

sprechen und mit einer angemessenen Freiheitsstrafe und einer 

angemessenen Busse zu bestrafen. Zudem sei die Beschuldigte 

gegenüber den Privatklägern A._____, B._____ und C._____ sowie 

gegenüber den Erben von E._____ (A._____ und B._____) betreffend den 

Vorfall vom 6. Mai 2022 vollumfänglich schadenersatz- und 

genugtuungspflichtig zu erklären. 

 

3.3. 

Mit Eingaben vom 4. Oktober 2024 bzw. vom 23. Oktober 2024 nahmen 

die Privatkläger und die Beschuldigte zum Beweisantrag der Staatsanwalt-

schaft auf Einholung eines Gutachtens Stellung. 

 

 - 3 - 

 

 

3.4. 

Mit Eingaben vom 20. November 2024 und 18. Dezember 2024 bzw. vom 

26. November 2024 reichten die Privatkläger und die Beschuldigte weitere 

Stellungnahmen ein. 

 

3.5. 

Mit Eingabe vom 2. September 2025 nahm die Beschuldigte zum 

Zustandekommen der vor der Vorinstanz eingereichten verkehrs-

medizinischen Untersuchung vom 30. März 2023 Stellung und reichte 

medizinische Akten ein. 

 

3.6. 

Die Berufungsverhandlung fand am 8. September 2025 statt. Die Privat-

kläger änderten ihre Anträge anlässlich der Verhandlung dahingehend ab, 

als sie statt einer Verurteilung wegen mehrfacher Verletzung der Verkehrs-

regeln eine Verurteilung wegen mehrfacher grober Verletzung der 

Verkehrsregeln beantragten sowie den Antrag betreffend die Zivilforderung 

zurückzogen. Die Beschuldigte beantragte, sie sei von Schuld und Strafe 

freizusprechen, eventualiter der fahrlässigen Tötung sowie der mehrfachen 

fahrlässigen Körperverletzung schuldig zu sprechen und mit einer 

bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 150.00, Probezeit 2 Jahre, 

zu bestrafen. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Vorinstanz hat die Beschuldigte von Schuld und Strafe freigesprochen. 

Die Staatsanwaltschaft und die Privatkläger A._____, B._____ und 

C._____ beantragen Schuldsprüche in allen Anklagepunkten, womit das 

vorinstanzliche Urteil vollständig angefochten und entsprechend zu 

überprüfen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

1.2. 

Die Vorinstanz hat im Rubrum neben den fünf Richterinnen und Richtern 

(§ 3 Abs. 4 lit. b GOG) und der Gerichtsschreiberin eine Rechtspraktikantin 

in der Besetzung aufgeführt. Eine solche Besetzung des Spruchkörpers ist 

jedoch nicht zulässig. 

 

Gemäss Art. 335 Abs. 1 StPO tagt das Gericht während der ganzen 

Hauptverhandlung in seiner gesetzmässigen Zusammensetzung und im 

Beisein eines Gerichtsschreibers. Der Gerichtsschreiber nimmt an der 

Urteilsberatung mit beratender Stimme teil (Art. 348 Abs. 2 StPO) und 

unterzeichnet das Protokoll und den Entscheid als protokollführende 

Person (Art. 76 Abs. 2 StPO, Art. 80 Abs. 2 StPO). 

 - 4 - 

 

 

 

Sollte es sich bei der Rechtspraktikantin um eine selbständige Rechts-

praktikantin im Sinne von § 6 des Reglements der Justizleitung über die 

Praktikumsverhältnisse der Rechtspraktikanten vom 22. Oktober 2012 

(SAR 155.613) handeln, die gemäss § 42 Abs. 3 GOG als Vertretung eines 

Gerichtsschreibers beigezogen werden kann, hätten zwei Personen mit 

beratender Stimme an der Urteilsberatung teilgenommen, wodurch die 

beratende Stimme des Gerichtsschreibers gemäss Art. 348 Abs. 2 StPO 

verfälscht würde, denn sie könnte ein Übergewicht bekommen, wenn beide 

gleicher Meinung sind, oder neutralisiert werden, wenn sie gegenteiliger 

Meinung sind. Sollte es sich bei der Rechtspraktikantin hingegen um eine 

unselbständige Rechtspraktikantin handeln, der von Gesetzes wegen 

keine beratende Stimme zukommt und die lediglich unter Anleitung der 

Gerichtsschreiberin an der Vorbereitung des Falls oder der schriftlichen 

Begründung des Urteils mitgewirkt hat, ist diese selbstredend wie andere 

Mitarbeiter des Gerichts im Rubrum nicht als Teil des Spruchkörpers 

aufzuführen. 

 

Bei nicht richtiger Besetzung des Gerichts fällt eine Rückweisung an die 

Vorinstanz im Sinne von Art. 409 Abs. 1 StPO in Betracht (vgl. BGE 

143 IV 408 E. 6.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_165/2020 vom 20. Mai 

2020 E. 2.1, je mit Hinweisen). Selbst wenn die Rechtspraktikantin mit 

beratender Stimme an der Urteilsberatung teilgenommen hätte, könnte 

vorliegend jedoch ausnahmsweise auf eine Rückweisung verzichtet 

werden. Denn einerseits wiegt eine Überbesetzung von Gerichtsschrei-

bern, denen von Gesetzes wegen nur eine beratende Stimme zukommen 

kann, nicht so schwer, wie dies bei einer nicht gesetzmässigen Anzahl 

Richter der Fall wäre und was regelmässig zur Nichtigkeit des Urteils führen 

würde. Andererseits würde eine Rückweisung unter den vorliegenden 

Umständen weitgehend auf einen prozessualen Leerlauf hinauslaufen, was 

sich vorliegend mit dem Beschleunigungsgebot (Art. 5 StPO) schlecht 

vertragen würde. Auf die Berufung ist deshalb einzutreten. 

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigten wird zusammengefasst vorgeworfen, sie sei am 6. Mai 

2022 um ca. 22.20 Uhr ausserorts auf der Bünztalstrasse in Dintikon mit 

ihrem VW Phaeton, AG aaa, infolge mangelnder Aufmerksamkeit 

gegenüber dem Strassenverkehr und den Strassenverhältnissen sowie 

mangelhafter Beherrschung ihres Fahrzeugs, eventualiter infolge Über-

müdung, auf die Gegenfahrbahn geraten und infolgedessen frontal mit dem 

korrekt entgegenkommenden VW Golf von B._____ kollidiert, wodurch die 

Fahrzeuginsassen des VW Golfs, E._____, B._____, A._____ und 

C._____, verletzt worden seien und E._____ infolge der erlittenen 

Verletzungen am 15. Juli 2022 im Kantonsspital […] verstorben sei. 

 

 - 5 - 

 

 

2.2. 

Die Vorinstanz hat eine mangelnde Aufmerksamkeit oder eine Über-

müdung bzw. einen Sekundenschlaf mangels eindeutiger Indizien nicht als 

erstellt erachtet und die Beschuldigte «in dubio pro reo» von sämtlichen 

Vorwürfen freigesprochen (vorinstanzliches Urteil E. 5.4). 

 

Die Staatsanwaltschaft und die Privatkläger A._____, B._____ und 

C._____ beantragen einen Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung, 

mehrfacher fahrlässiger Körperverletzung und mehrfacher (grober) 

Verletzung der Verkehrsregeln zufolge mangelnder Aufmerksamkeit sowie 

durch ungenügendes Rechtsfahren, wobei die Staatsanwaltschaft 

eventualiter zur Verletzung der Verkehrsregeln zufolge mangelnder 

Aufmerksamkeit eine Verurteilung wegen Fahrens in fahrunfähigem 

Zustand beantragt. Sie machen im Wesentlichen geltend, es bestünden 

keine Hinweise auf eine Synkope [plötzliche kurzzeitige Bewusstlosigkeit, 

Ohnmacht], weshalb der Unfall darauf zurückzuführen sein müsse, dass 

die Beschuldigte ihrem Fahrzeug und dem Verkehr nicht die erforderliche 

Aufmerksamkeit gewidmet habe oder derart übermüdet gewesen sei, dass 

es zu einem Sekundenschlaf gekommen sei. 

 

Die Beschuldigte macht geltend, es sei unklar, weshalb sie auf die 

Gegenfahrbahn geraten sei. «In dubio pro reo» sei davon auszugehen, 

dass sie eine Synkope erlitten habe. 

 

2.3. 

Wer fahrlässig den Tod bzw. die Schädigung eines Menschen am Körper 

oder an der Gesundheit verursacht, macht sich der fahrlässigen Tötung 

gemäss Art. 117 StGB bzw. der fahrlässigen Körperverletzung gemäss 

Art. 125 StGB schuldig. 

 

Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger 

Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. 

Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht 

beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen 

Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Grundvoraussetzung 

für das Bestehen einer Sorgfaltspflichtverletzung und mithin für die 

Fahrlässigkeitshaftung bildet die Vorhersehbarkeit des Erfolgs. Die zum 

Erfolg führenden Geschehensabläufe müssen für den Täter mindestens in 

ihren wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Erforderlich ist zudem, dass 

der Eintritt des Erfolgs vermeidbar war (BGE 140 II 7 E. 3.4).  

 

Im Strassenverkehr richtet sich der Umfang der zu beachtenden Sorgfalt 

nach den Bestimmungen des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) und der 

dazugehörenden Verordnungen (BGE 129 IV 282 E. 2.2.1). Gemäss 

Art. 31 Abs. 1 SVG muss der Führer das Fahrzeug ständig so beherrschen, 

dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Art. 3 Abs. 1 VRV 

 - 6 - 

 

 

präzisiert diese Pflicht, indem dem Fahrzeugführer vorgeschrieben wird, 

dass er seine Aufmerksamkeit der Strasse und dem Verkehr zuwenden 

muss. Wer wegen Alkohol-, Betäubungsmittel- oder Arzneimitteleinfluss 

oder aus anderen Gründen, namentlich wegen Übermüdung (Art. 2 Abs.1 

VRV), nicht über die erforderliche körperliche und geistige Leistungs-

fähigkeit verfügt, gilt gemäss Art. 31 Abs. 2 SVG während dieser Zeit als 

fahrunfähig und darf kein Fahrzeug führen. Wer wegen Übermüdung 

fahrunfähig ist und ein Motorfahrzeug führt, macht sich des Fahrens in 

fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG schuldig. 

 

2.4. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten geblieben, dass die 

Beschuldigte mit ihrem VW Phaeton auf die Gegenfahrbahn geraten ist und 

dadurch die frontale Kollision mit dem korrekt entgegenkommenden VW 

Golf von B._____ verursacht hat (act. 262 ff.). Erstellt und unbestritten ist 

sodann, dass E._____ infolge des Unfalls verstorben ist (act. 95.1 ff., 170 

ff.) und B._____, A._____ und C._____ die in der Anklage beschriebenen 

Verletzungen infolge des Unfalls erlitten haben (act. 65 ff., 88 ff., 100 ff.). 

 

Umstritten und zu prüfen ist, aus welchem Grund die Beschuldigte auf die 

Gegenfahrbahn geraten ist und ob sie damit eine Sorgfaltspflicht verletzt 

hat. 

 

2.5. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die 

Beschuldigte günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Bloss 

abstrakte und theoretische Zweifel genügen nicht, weil solche immer 

möglich sind. Der Grundsatz «in dubio pro reo» verlangt indes nicht, dass 

bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für die 

Angeklagte günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidregel ist erst 

anwendbar, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen 

Beweise ausgewertet worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als 

Ganzem relevante Zweifel bestehen (BGE 148 IV 409 E. 2.2; BGE 144 IV 

345 E. 2.2.3). 

  

2.6. 

Für das Obergericht ist erstellt, dass die Beschuldigte ihr Fahrzeug in 

übermüdetem Zustand gelenkt und dadurch den Unfall verursacht hat. 

 

2.6.1. 

Aus den Aussagen von B._____ und von F._____, die mit ihrem Fahrzeug 

hinter dem VW Golf von B._____ gefahren ist, sowie den fehlenden 

Bremsspuren an der Unfallstelle und der frontalen Kollision (act. 262 ff.) 

 - 7 - 

 

 

ergibt sich, dass das Fahrzeug der Beschuldigten gerade und ungebremst 

in das entgegenkommende Fahrzeug auf der Gegenfahrbahn gefahren ist. 

Gemäss B._____ habe das Fahrzeug der Beschuldigten etwa 50 bis 100 

Meter vor ihm die Fahrspur verloren und sei auf der Gegenfahrbahn 

geradeaus gefahren. Es habe die Richtung nicht mehr geändert (act. 348). 

F._____ hat ausgesagt, das Fahrzeug der Beschuldigten sei linkslastig und 

nicht schwankend gefahren und dann auf die linke Fahrspur gezogen. Das 

Fahrzeug sei normal, mit ca. 70 km/h gefahren, und sie denke, es habe 

nicht gebremst (act. 326). 

 

Die Beschuldigte hat anlässlich ihrer delegierten Einvernahme vom 16. Mai 

2022, der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 29. Februar 2024 sowie 

der Berufungsverhandlung ausgesagt, sie wisse nicht, weshalb sie auf die 

Gegenfahrbahn geraten sei. Sie schilderte, dass sie im Tunnel in Lenzburg 

noch mit ihrem Ehemann gesprochen habe, und beschrieb, welche 

Gedanken sie sich beim Passieren des neuen Tunnels (Besprayen des 

Tunnels), der neuen Coop-Tankstelle (Benzinpreise) und des Schützen-

hauses (allfällige Schliessung) gemacht habe. Dann seien ihr drei 

Fahrzeuge entgegengekommen. Eines habe Volllicht gehabt und sie 

geblendet und sie habe sich Gedanken zur Helligkeit des Lichts gemacht. 

Danach wisse sie nicht, was passiert sei. Das Nächste, woran sie sich 

erinnern könne, sei, dass es einen Knall gegeben habe und sie im Airbag 

gelegen sei. Anschliessend seien Leute gekommen und hätten gesagt, sie 

müsse aussteigen. Ihre Tür habe aber geklemmt. Jemand habe ihr die Tür 

aufgemacht und sie sei dann ausgestiegen und jemand habe ihr gesagt, 

sie solle auf die Seite stehen (act. 302 ff., 473.1 ff., Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 5, 9 ff.). 

 

Der Unfallhergang, bei dem die Beschuldigte gerade und ungebremst in 

das entgegenkommende Fahrzeug auf der Gegenfahrbahn gefahren ist, 

sowie die Aussagen der Beschuldigten, wonach sie nicht wisse, was 

passiert sei und erst den Knall des Aufpralls wahrgenommen habe, legen 

nahe, dass die Beschuldigte am Steuer eingeschlafen und durch die 

Kollision erwacht ist. Anhaltspunkte dafür, dass sich der Unfall aufgrund 

einer Ablenkung der Beschuldigten ereignet haben könnte, sind hingegen 

nicht ersichtlich. Vielmehr sprechen die gerade, ungebremste Fahrt sowie 

die kurz vor dem Unfall wahrgenommenen Lichtquellen der entgegen-

kommenden Fahrzeuge gegen eine Unaufmerksamkeit der Beschuldigten. 

 

2.6.2. 

Für ein Einschlafen bzw. einen Sekundenschlaf infolge Übermüdung 

sprechen auch die folgenden Indizien: 

 

Der Unfall hat sich nachts um ca. 22.20 Uhr im Ausserortsbereich auf der 

Bünztalstrasse in Dintikon ereignet (act. 248). Die Beschuldigte war um ca. 

21.30 Uhr in Brügg BE losgefahren und befand sich zusammen mit ihrem 

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Ehemann auf dem Rückweg nach Hause nach R._____ (act. 34, 258, 302 

f., 331; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 7 f.). Der Unfall hat sich 

somit nach einer längeren nächtlichen Fahrt auf einer bekannten Strecke 

kurz vor dem Zielort ereignet. Hinzukommt, dass es sich beim Strecken-

abschnitt, auf dem es zum Unfall gekommen ist, um eine längere gerade 

und monotone Strecke handelt (act. 263 ff.). Diese Umstände (Nacht, 

längere Fahrt, Bekanntheit der Strecke, Eintönigkeit der Strasse) stellen 

wichtige ermüdungsfördernde Faktoren dar (vgl. BGE 126 II 206 E. 1a S. 

208). 

 

Die damals 61-jährige Beschuldigte hatte am Unfalltag, einem Freitag, frei, 

nachdem sie von Montag bis Donnerstag gearbeitet hatte. Sie ist um 6.00 

Uhr aufgewacht, hat im Verlauf des Morgens Haushaltsarbeiten erledigt 

und sich um ca. 13:00 Uhr zusammen mit ihrem Ehemann nach Brügg 

begeben, wo sie eine ehemalige Nachbarin besucht haben. Danach sind 

sie mit der Nachbarin nach Aarberg gefahren, haben die Ortschaft 

angeschaut, Kaffee getrunken und Kuchen gegessen und um ca. 18:00 Uhr 

zu Abend gegessen. Im Anschluss ist die Beschuldigte mit ihrem Ehemann 

zurück nach Brügg gefahren, wo sie bei ihrer ehemaligen Nachbarin 

zuhause einen Kaffee und Wasser getrunken und später um ca. 21.30 Uhr 

die rund einstündige Heimfahrt angetreten hat (act. 302 f., 331 f., 473 ff.; 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 5 ff.). Die Beschuldigte war somit 

zum Unfallzeitpunkt um 22.20 Uhr seit über 16 Stunden wach und hatte 

einen ereignisreichen Tag hinter sich. Es entspricht der allgemeinen 

Lebenserfahrung, dass unter diesen Umständen das Aufkommen von 

Müdigkeit nicht ungewöhnlich ist. Ihr Ehemann, mit dem sie den Ausflug 

unternommen hatte, ist denn auch kurz vor dem Unfall eingenickt (act. 331 

f., 475; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 10). Vor diesem Hintergrund 

erscheint die Aussage der Beschuldigten, dass sie während der Fahrt keine 

Müdigkeit verspürt habe (act. 303; vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 10), nicht glaubhaft und ist als Schutzbehauptung zu werten. Der 

Ehemann der Beschuldigten, G._____, hat zwar ausgesagt, er habe 

während der Fahrt nie das Gefühl gehabt, dass die Beschuldigte nicht 

reagiere oder abwesend sei. Gleichzeitig hat er jedoch ausgesagt, er habe 

die Beschuldigte während der Fahrt zwei- bis dreimal gefragt, ob sie 

abwechseln, also einen Fahrerwechsel vornehmen, sollten (act. 332), 

woraus ersichtlich ist, dass bei ihm zumindest gewisse Zweifel im Hinblick 

auf die Fahrfähigkeit der Beschuldigten bestanden haben. So vermutete er 

denn auch eine Unaufmerksamkeit oder ein Einnicken der Beschuldigten 

als Unfallursache (act. 332). 

 

Der Umstand, dass die Beschuldigte vor dem Unfall von einem 

entgegenkommenden Fahrzeug geblendet worden ist, spricht entgegen 

dem Vorbringen der Beschuldigten nicht gegen ein Einschlafen, zumal die 

von der Beschuldigten als äusserst stark («wahnsinnig», act. 473.1) 

 - 9 - 

 

 

wahrgenommene Blendung auch auf eine Ermüdung ihrer Augen 

hindeuten könnte. 

 

2.6.3. 

Konkrete Hinweise, die für eine andere Unfallursache als eine Übermüdung 

sprechen würden, sind nicht ersichtlich: 

 

Aus dem Gutachten des IRM vom 14. Juni 2022 geht hervor, dass aus 

forensisch-toxikologischer Sicht keine Hinweise auf eine Fahrunfähigkeit 

der Beschuldigten infolge Alkohol-, Betäubungsmittel- oder Arzneimittel-

einfluss im Ereigniszeitpunkt bestehen (act. 43 ff.). Das im Urin der 

Beschuldigten festgestellte Arzneimittel Metamizol, das die Reaktionsfähig-

keit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Maschinen zu bedienen 

beeinträchtigen kann, wurde der Beschuldigten nachweislich erst nach dem 

Unfall im Rahmen der notärztlichen Versorgung verabreicht (act. 53.11). 

 

Im Rahmen des Administrativverfahrens des Strassenverkehrsamts wurde 

die Beschuldigte am 31. Mai 2022 durch Prof. Dr. med. H._____ im Hinblick 

auf ihre Fahreignung verkehrsmedizinisch untersucht. Er hielt im Formular 

des Strassenverkehrsamts («Ärztlicher Bericht über die Fahreignung») als 

Befund eine Synkope fest und verneinte auf Nachfrage des 

Strassenverkehrsamts die Fahreignung der Beschuldigten, da es sich um 

einen «unklaren Bewusstseinsverlust» gehandelt habe, dessen mögliche 

Ursachen zunächst kardiologisch, neurologisch und mittels Pulsoxymetrie 

abgeklärt werden müssten. Weiter führte er aus, eine Fahreignung sei erst 

nach Vorliegen der Bestätigungen der entsprechenden Untersuchungen 

gegeben. Nach Vorliegen der kardiologischen, neurologischen, haus-

ärztlichen und schlafmedizinischen Berichte, in denen eine verkehrs-

medizinisch relevante Erkrankung verneint wurde, wurde Prof. Dr. med. 

H._____ vom Strassenverkehrsamt um eine Schlussbeurteilung 

hinsichtlich der Fahreignung der Beschuldigten gebeten (E-Mail vom 

17. August 2022). Im Formular «Ärztlicher Bericht über die Fahreignung» 

vom 21. August 2022, in dem wiederum als Befund eine Synkope 

aufgeführt war, bejahte Prof. Dr. med. H._____ darauf die Fahreignung der 

Beschuldigten und ihr wurde mit Verfügung vom 23. August 2022 der 

Führerausweis mit der Auflage einer regelmässigen Behandlung oder 

Kontrolle beim Hausarzt und des Tragens einer Brille oder Kontaktlinsen 

beim Lenken eines Fahrzeugs wiedererteilt (siehe beigezogene Akten des 

Strassenverkehrsamts). 

 

Die Beschuldigte liess sich am 30. März 2023 durch Dr. med. I._____, 

Verkehrsmediziner Stufe 3, verkehrsmedizinisch untersuchen, um die 

Frage nach einer medizinischen Ursache für die Frontalkollision vom 6. Mai 

2022 zu klären (act. 391; Eingabe vom 2. September 2025). Dr. med. 

I._____ lagen dabei die Berichte des Spitals […] vom 7. und 8. Mai 2022 

(act. 53.5 ff.), der kardiologischen Untersuchung von Dr. med. K._____ 

 - 10 - 

 

 

vom 15. Juni 2022, der neurologischen Untersuchung von Prof. Dr. med. 

L._____ vom 7. Juli 2022 und der schlafmedizinischen Untersuchung der 

Klinik […] von August bis September 2022 (siehe Beilagen zur Eingabe 

vom 2. September 2025) vor. Der Verkehrsmediziner hielt in seinem 

Bericht fest, dass der Unfallhergang einige typische Charakteristika eines 

Einschlafunfalls aufweise (Uhrzeit, gerade und bekannte Strecke nahe dem 

Ziel/Wohnort, Erinnerung an den Knall beim Aufprall). Eine vorbestehende 

Müdigkeit oder Schläfrigkeit würden von der Beschuldigten aber verneint. 

Auch werde in der schlafmedizinischen Abklärung der Klinik […] kein 

somnologisches Krankheitsbild festgestellt, welches einen allfälligen 

Sekundenschlaf erklären würde. Prodromi [Vorzeichen] als Hinweis für eine 

Synkope [plötzliche kurzzeitige Bewusstlosigkeit, Ohnmacht] würden von 

der Beschuldigten nicht beschrieben. Hinweise auf eine kardiale oder 

neurologische Ursache bestünden in den entsprechenden spezialärztli-

chen Berichten nicht. Eine Synkope lasse sich anhand der vorliegenden 

Berichte und seiner Untersuchungen jedoch nicht mit Sicherheit 

ausschliessen, wenn es auch keine spezifischen Hinweise dafür gebe. Zur 

weiteren Abklärung sei eine Kipptisch-Untersuchung möglich. Auch dabei 

würde ein unauffälliges Ergebnis eine stattgehabte Synkope aber nicht mit 

Sicherheit ausschliessen, da eine Kipptisch-Untersuchung zwar ein 

aussagekräftiger Bestätigungstest für eine Synkope, aber kein zuverlässi-

ger Suchtest sei. Differentialdiagnostisch könne man auch an ein Unfall-

ereignis ohne vorgängige Bewusstlosigkeit z.B. bei Ablenkung/Unachtsam-

keit am Steuer mit unfallbedingter retrograder Amnesie denken (act. 391 

f.). Zwar kommt Dr. med. I._____ in der Folge zum Schluss, dass sich in 

Anbetracht der Befunde für ihn die Unfallursache nicht abschliessend 

klären lasse und sich weder ein Einschlafunfall noch eine Synkope noch 

ein Unfall ohne vorgängige Bewusstlosigkeit mit retrograder Amnesie mit 

letzter Sicherheit ausschliessen lassen würden (act. 392). Die in Betracht 

gezogenen Möglichkeiten einer Synkope oder eines Unfalls ohne 

vorgängige Bewusstlosigkeit mit retrograder Amnesie beruhen anhand der 

Ausführungen von Dr. med. I._____ jedoch nicht auf objektivierbaren 

medizinischen Hinweisen, sondern auf der Aussage der Beschuldigten, 

wonach sie nicht müde gewesen sei. Wie vorstehend ausgeführt kann auf 

diese Aussage allerdings nicht abgestellt werden (vgl. E. 2.6.2). Nachdem 

keine Hinweise auf eine Ablenkung der Beschuldigten bestehen 

(vgl. vorstehend E. 2.6.1) und im Rahmen der verkehrsmedizinischen 

Untersuchung keine objektivierbaren Hinweise auf eine Synkope 

festgestellt worden sind, handelt es sich bei den Möglichkeiten eines 

Unfallereignisses ohne vorgängige Bewusstlosigkeit mit retrograder 

Amnesie oder einer Synkope damit nur um theoretische Möglichkeiten, die 

nie mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden können und im 

Rahmen der Gesamtwürdigung keine Zweifel an einem Einschlafen der 

Beschuldigten als Unfallursache zu begründen vermögen. 

 

 - 11 - 

 

 

Dass Prof. Dr. med. H._____ im Rahmen der Fahreignungsabklärung von 

einem unklaren Bewusstseinsverlust bzw. einer Synkope ausgegangen ist, 

vermag daran nichts zu ändern, zumal nicht ersichtlich und nachvollziehbar 

ist, wie er zu diesem Schluss gelangt ist und seine Untersuchung – im 

Gegensatz zur Untersuchung von Dr. med. I._____ – nicht auf die 

Feststellung der Unfallursache, sondern einzig die Fahreignung der 

Beschuldigten gerichtet war. An der Beurteilung einer Synkope als nur 

theoretische Möglichkeit vermag auch die Aussage der Beschuldigten 

anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung, wonach sie im Januar 

2024 auf die Knie und Hände gefallen sei, als sie von ihrem Arbeitsplatz zu 

ihrem Auto gegangen sei, nichts zu ändern, zumal die Beschuldigte dabei 

nicht ohnmächtig geworden ist und gemäss ihren Aussagen die in der 

Folge getätigten Untersuchungen (MRI und 24-Stunden-EKG) ebenfalls 

keinerlei Auffälligkeiten ergeben haben (act. 477 f.). 

 

Da im Rahmen der kardiologischen, neurologischen, schlafmedizinischen 

und verkehrsmedizinischen Untersuchungen keine medizinische Ursache 

für einen Sekundenschlaf ausgemacht werden konnte (act. 391 f.), 

bestehen für das Obergericht unter Würdigung der gesamten Umstände 

keine Zweifel daran, dass die Beschuldigte aus Übermüdung am Steuer 

eingeschlafen ist. Nachdem ein Einschlafen der Beschuldigten rechts-

genügend erwiesen ist, ist der Beweisantrag der Staatsanwaltschaft 

betreffend die Einholung eines Gutachtens zur Frage der Wahrscheinlich-

keit einer Synkope zum Unfallzeitpunkt abzuweisen (Art. 139 Abs. 2 StPO). 

 

2.7. 

Charakteristische Symptome der Ermüdung lassen sich im Augen-/Seh-

bereich (z.B. Lidschwere, Trübung des Blickes, Fremdkörperreiz), in 

psychischer Hinsicht (z.B. Abschweifen in Gedanken, Aufschrecken, kurze 

Absenz mit offenen Augen), in der allgemeinen körperlichen Verfassung 

(z.B. Gähnen, Mundtrockenheit mit Durst) und in der Fahrweise (z.B. 

verzögerte Reaktionen, Abweichen von der Fahrspur, verlorenes 

Geschwindigkeitsgefühl) feststellen. Bei einer gesunden und nicht aus 

anderen Gründen fahrunfähigen Fahrzeuglenkerin wie der Beschuldigten 

kann ein Einschlafen am Steuer ohne vorherige subjektiv erkennbare 

Ermüdungserscheinungen ausgeschlossen werden (vgl. BGE 126 II 206 

E. 1a S. 208; Urteile des Bundesgerichts 6B_611/2022 vom 23. Oktober 

2023 E. 2.2.2, 6B_26/2016 vom 6. Juni 2016 E. 3.5). Es ist somit davon 

auszugehen, dass die Beschuldigte vor dem Unfall Ermüdungserscheinun-

gen wahrgenommen, ihre Übermüdung allerdings unterschätzt hat und in 

der Hoffnung, wach zu bleiben, dennoch weitergefahren ist. Anhand der 

obligat auftretenden Ermüdungssymptome war für die Beschuldigte jedoch 

vorhersehbar, dass sie am Steuer einnicken und infolgedessen einen 

schweren Verkehrsunfall mit Todesfolge verursachen könnte. Sie durfte 

nicht darauf vertrauen, am Steuer nicht einzuschlafen, sondern hätte ihre 

Fahrt beim Auftreten der Ermüdungserscheinungen unterbrechen müssen, 

 - 12 - 

 

 

was ihr ohne Weiteres möglich gewesen wäre. Hätte die Beschuldigte 

pflichtgemäss gehandelt und wäre nicht in übermüdetem Zustand 

gefahren, wäre sie mit ihrem Fahrzeug nicht auf die Gegenfahrbahn 

geraten und mit dem entgegenkommenden Fahrzeug von B._____ 

kollidiert. Bei einem pflichtgemässen Verhalten der Beschuldigten wären 

der Tod von E._____ und die Körperverletzungen von B._____, A._____ 

und C._____ somit vermeidbar gewesen. 

 

2.8. 

Insgesamt hat die Beschuldigte ihre Sorgfaltspflicht gemäss Art. 31 Abs. 2 

SVG verletzt, indem sie ihr Fahrzeug in übermüdetem und damit fahr-

unfähigem Zustand gelenkt hat, und dadurch den Tod von E._____ und die 

Körperverletzungen von B._____, A._____ und C._____ verursacht, womit 

sie sich der fahrlässigen Tötung gemäss Art. 117 StGB sowie der 

mehrfachen fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 StGB schuldig 

gemacht hat. Durch das Fahren in übermüdetem Zustand hat die 

Beschuldigte auch den Tatbestand des Fahrens in fahrunfähigem Zustand 

gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG erfüllt. Zwischen Art. 91 SVG und Art. 117 

StGB bzw. Art. 125 StGB besteht echte Konkurrenz (GIGER, OFK SVG, 9. 

Aufl. Zürich 2022, N. 40 zu Art. 91 SVG; MAURER, in: OFK StGB, 21. Aufl. 

Zürich 2022, N. 24 zu Art. 91 SVG; WEISSENBERGER, Kommentar 

Strassenverkehrsgesetz, 2. Aufl. 2015, N. 33 zu Art. 91 SVG; 

FAHRNI/HEIMGARTNER, in: Basler Kommentar, Strassenverkehrsgesetz, 

2014, N. 68 zu Art. 91 SVG), womit die Beschuldigte zudem wegen 

Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG 

schuldig zu sprechen ist. Eine zusätzliche Verurteilung wegen Verletzung 

der Verkehrsregeln durch ungenügendes Rechtsfahren gemäss Art. 90 

Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 34 Abs. 1 SVG fällt hingegen ausser Betracht, da 

das Abkommen der Beschuldigten auf die Gegenfahrbahn alleine durch 

ihre Fahrunfähigkeit begründet worden ist (vgl. FAHRNI/ HEIMGARTNER, in: 

Basler Kommentar SVG, 2014, N. 66 zu Art. 91 SVG). Nachdem eine 

Tateinheit vorliegt und einzig das Konkurrenzverhältnis abweichend von 

der Anklage beurteilt wird, hat diesbezüglich jedoch kein Freispruch zu 

erfolgen (vgl. BGE 142 IV 378 E. 1.3). 

 

3. 

3.1. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.). Darauf kann 

verwiesen werden. 

 

3.2. 

Die Tatbestände der fahrlässigen Tötung gemäss Art. 117 StGB, der 

fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 StGB sowie des Fahrens in 

 - 13 - 

 

 

fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG sehen als 

Sanktion alternativ eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe vor. 

 

Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter 

Beachtung des Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die 

Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den 

Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu 

berücksichtigen (BGE 147 IV 241 E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 

82 E. 4.1). 

 

Wie zu zeigen sein wird, kommt für die fahrlässige Tötung aufgrund des 

Verschuldens eine Geldstrafe nicht mehr in Frage, sondern es ist auf eine 

Freiheitsstrafe zu erkennen. Hingegen kommt für die fahrlässigen Körper-

verletzungen und das Fahren in fahrunfähigem Zustand bei einer konkreten 

Einzelbetrachtung aufgrund des Verschuldens je noch eine Geldstrafe von 

maximal 180 Tagessätzen in Betracht. Auch unter dem Gesichtspunkt der 

präventiven Effizienz und Zweckmässigkeit ist nicht ersichtlich, dass sich 

die Beschuldigte nur von der Ausfällung einer Freiheitsstrafe beeindrucken 

liesse, zumal die Beschuldigte nicht vorbestraft ist (siehe aktueller Straf-

registerauszug). 

 

3.3. 

Der Tatbestand der fahrlässigen Tötung gemäss Art. 117 StGB sieht eine 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor. 

 

Es liegt in der Natur eines jeden Fahrlässigkeitsdelikts, dass der eingetre-

tene Erfolg vom Täter nicht beabsichtigt worden ist. Diesem Umstand wird 

bei der fahrlässigen Tötung bereits durch den gegenüber der vorsätzlichen 

Tötung reduzierten Strafrahmen Rechnung getragen. Bei Fahrlässigkeits-

delikten ist in erster Linie massgebend, wie schwerwiegend der Täter 

gegen die ihm obliegenden Sorgfaltspflichten verstossen hat: Gleich-

gültiges, leichtfertiges oder rücksichtsloses Verhalten wiegt offenkundig 

schwerer als blosse Unachtsamkeit oder eine Fehlreaktion, wie sie 

jedermann gelegentlich unterlaufen kann. Der Grad des Sorgfaltsverstos-

ses hängt dabei nicht nur von den äusseren Umständen, sondern auch von 

den persönlichen Fähigkeiten des Täters ab. Das Verschulden ist umso 

grösser, je leichter es für ihn gewesen wäre, die Rechtsgutsverletzung zu 

vermeiden (BGE 117 IV 112 E.1 und Urteil des Bundesgerichts 

6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Die Beschuldigte hat spätestens während der Fahrt Ermüdungs-

erscheinungen wahrgenommen und ist dennoch in übermüdetem Zustand 

weitergefahren, bis sie am Steuer eingenickt und dadurch auf die Gegen-

fahrbahn geraten und mit dem korrekt entgegenkommenden Fahrzeug von 

B._____ kollidiert ist. Insbesondere als erfahrene Fahrzeuglenkerin 

(act. 249, 303) durfte die Beschuldigte anhand der wahrgenommenen 

 - 14 - 

 

 

Ermüdungserscheinungen nicht darauf vertrauen, bis zum Zielort nicht am 

Steuer einzuschlafen, sondern hätte ihre Fahrt sofort unterbrechen 

müssen. Ihr Verhalten ist damit als leichtfertig zu bezeichnen. Beim Verbot, 

ein Fahrzeug in fahrunfähigem Zustand zu lenken (Art. 31 Abs. 2 SVG), 

handelt es sich um eine elementare Verkehrsregel. Die Beschuldigte hat 

diese in objektiv schwerer Weise verletzt, indem sie in derart übermüdetem 

Zustand gefahren ist, dass sie schliesslich eingeschlafen ist (vgl. BGE 126 

II 206 E. 1a S. 209). Der Beschuldigten wäre es auf der zurückgelegten 

Strecke sodann ohne Weiteres möglich gewesen, ihre Fahrt zu unter-

brechen, bevor sie aus Übermüdung am Steuer einschläft. Dementspre-

chend wäre es für sie ein Leichtes gewesen, den Unfall und damit auch den 

Tod von E._____ zu verhindern. 

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung des ordentlichen Strafrahmens von 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe und der davon erfassten 

fahrlässigen Tötungen von einem mittelschweren Tatverschulden und einer 

dafür angemessenen Freiheitsstrafe von einem Jahr sowie einer 

Verbindungsbusse von Fr. 5'000.00 (siehe dazu unten) als eine in ihrer 

Gesamtheit angemessene Sanktion auszugehen. 

 

3.4. 

Die Täterkomponente wirkt sich sodann neutral aus. Die Beschuldigte ist 

nicht vorbestraft, was jedoch als Normalfall zu gelten hat und sich deshalb 

nicht zu ihren Gunsten auswirkt (BGE 136 IV 1). Sie hat von Anfang an 

eingestanden, den Unfall verursacht zu haben. Ein Leugnen wäre aufgrund 

der erdrückenden Beweislage jedoch zwecklos gewesen, womit die 

Strafverfolgung dadurch nicht wesentlich erleichtert worden ist. In Bezug 

auf ihre Übermüdung zeigte sich die Beschuldigte hingegen nicht 

geständig, womit sie diesbezüglich auch nicht einsichtig sein kann. Eine 

erhebliche Strafminderung, wie sie bei einem von Anfang an vollumfänglich 

geständigen und einsichtigen Straftäter möglich ist, kommt vorliegend 

somit nicht in Frage. Weitere relevante, sich auf die Strafhöhe auswirkende 

Täterkomponenten sind nicht ersichtlich. Insbesondere sind keine ausser-

gewöhnlichen Umstände für die Annahme einer erhöhten Strafempfindlich-

keit auszumachen (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_1176/ 

2023 vom 12. Juni 2025 E. 1.3.3 mit Hinweisen). 

 

3.5. 

3.5.1. 

Für die fahrlässigen Körperverletzungen gemäss Art. 125 StGB zum 

Nachteil von B._____, A._____ und C._____ sowie das Fahren in 

fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG ist die 

Beschuldigte mit einer Geldstrafe zu bestrafen. 

 

 - 15 - 

 

 

3.5.2. 

Die Einsatzstrafe ist für die fahrlässige Körperverletzung zum Nachteil von 

B._____ als – bei gleichem Strafrahmen – qua Verschulden schwerste 

Straftat festzusetzen. 

 

B._____ erlitt durch den von der Beschuldigten verursachten Unfall eine 

stumpfe Verletzung des Brustkorbs mit Prellung der Lunge, des 

Schlüsselbeins und Verdacht auf eine Prellung des Herzens, eine stumpfe 

Verletzung des Bauchraums mit Verdacht auf eine Nierenprellung, eine 

Prellung des Beckens, eine Riss-Quetschwunde der Kniescheibe mit 

aufgeplatztem Schleimbeutel sowie einen offenen Unterschenkelbruch. Er 

wurde in der Folge zweimal operiert und rund zweieinhalb Wochen 

stationär im Kantonsspital […] und darauf rund zwei Wochen in der 

Rehaklinik […] behandelt (act. 100). Aufgrund anhaltender Beschwerden 

im Bereich des Knies und Unterschenkels wurde er rund eineinhalb Jahre 

nach dem Unfall im Dezember 2023 erneut operiert (act. 534). Gemäss den 

Ausführungen anlässlich der Berufungsverhandlung leide er noch heute an 

Beschwerden im Bereich des Knies (Plädoyer Berufungsverhandlung S. 7 

f.). Seine Verletzung wiegt im Spektrum der vom Tatbestand erfassten 

Körperverletzungen als nicht mehr leicht bis mittelschwer. 

 

Die Beschuldigte hat die Körperverletzung von B._____ verursacht, indem 

sie in übermüdetem Zustand gefahren ist. In Bezug auf die Schwere der 

Sorgfaltspflichtverletzung kann auf die vorstehenden Ausführungen in E. 

3.3 verwiesen werden. 

 

Insgesamt ist von einem nicht mehr leichten bis mittelschweren Verschul-

den auszugehen, für welches eine Einsatzstrafe von 180 Tagessätzen 

Geldstrafe angemessen erscheint. 

 

3.5.3. 

Die Einsatzstrafe wäre für die fahrlässigen Körperverletzungen zum 

Nachteil von A._____ und C._____ sowie das Fahren in fahrunfähigem 

Zustand in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu erhöhen. 

Die Asperation kann jedoch unterbleiben, weil die gesetzliche 

Strafobergrenze der Geldstrafe von 180 Tagessätzen (Art. 34 Abs. 1 StGB) 

bereits erreicht und ein Strafartenwechsel ausgeschlossen ist (vgl. BGE 

144 IV 313). Damit hat es bei einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen sein 

Bewenden. 

 

3.5.4. 

Die Tagessatzhöhe bestimmt sich nach den persönlichen und wirtschaftli-

chen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils (Art. 34 Abs. 2 

StGB). 

 

 - 16 - 

 

 

Die Beschuldigte verfügt aktuell über ein monatliches Nettoeinkommen von 

Fr. 5'416.00 (inkl. 13. Monatslohn; Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 3). Davon ist ein Pauschalabzug von 20 % für die Krankenkassen-

prämien, Steuern und die notwendigen Berufskosten vorzunehmen. Da 

eine hohe Anzahl Tagessätze ausgesprochen wird, ist eine Reduktion um 

weitere 15 % angebracht (BGE 134 IV 60 E. 6.5.2). Es resultiert somit ein 

Tagessatz von gerundet Fr. 120.00. 

 

3.5.5. 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei 

Jahren oder einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe 

nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). 

 

Die Beschuldigte ist nicht vorbestraft und es sind keine Gründe ersichtlich, 

die zu einer ungünstigen Prognose führen würden, weshalb für die ausge-

sprochene Freiheits- und Geldstrafe der bedingte Vollzug zu gewähren ist. 

Die Probezeit ist auf die gesetzliche Mindestdauer von zwei Jahren 

festzusetzen (Art. 44 Abs. 1 StGB). 

 

3.5.6. 

Vorliegend erscheint die Verbindung der bedingt ausgesprochenen 

Freiheits- und Geldstrafe mit einer Busse im Sinne von Art. 42 Abs. 4 StGB 

angezeigt, um der Beschuldigten die Ernsthaftigkeit der Sanktion und die 

Konsequenzen ihres Handelns deutlich vor Augen zu führen. Unter 

Berücksichtigung der Denkzettelfunktion, der untergeordneten Bedeutung 

der Verbindungsbusse, der wirtschaftlichen Verhältnisse und des Verschul-

dens der Beschuldigten (vgl. BGE 149 IV 321 E. 1.3.1; BGE 146 IV 145 

E. 2.2; BGE 135 IV 188 E. 3.4.4), erscheint eine Verbindungsbusse von 

Fr. 5'000.00 angemessen. 

 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Busse ist 

gestützt auf Art. 106 Abs. 2 StGB, ausgehend vom als Umrechnungs-

schlüssel zu verwendenden Tagessatz von Fr. 120.00 (BGE 134 IV 60 

E. 7.3.3), auf 42 Tage festzusetzen. 

 

3.6. 

Zusammenfassend ist die Beschuldigte zu einer bedingten Freiheitsstrafe 

von einem Jahr und einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 

Fr. 120.00, d.h. Fr. 21'600.00, je mit einer Probezeit von zwei Jahren, 

sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 5'000.00, ersatzweise 42 Tage 

Freiheitsstrafe, zu verurteilen. 

 

 - 17 - 

 

 

4. 

4.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

Die Berufungen der Staatsanwaltschaft und der Privatkläger erweisen sich 

als begründet und sind in den Hauptpunkten gutzuheissen. Bei diesem 

Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich, die obergerichtlichen 

Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 (§ 15 GebührD) vollumfänglich der 

Beschuldigten aufzuerlegen. 

 

4.2. 

Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 

47). Ausgangsgemäss hat die Beschuldigte ihre Parteikosten selbst zu 

tragen (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StPO e contrario). 

 

4.3. 

Der unentgeltliche Rechtsbeistand der Privatkläger A._____, B._____ und 

C._____ ist für das obergerichtliche Verfahren gestützt auf die anlässlich 

der Berufungsverhandlung eingereichten Kostennoten mit gerundet 

Fr. 3'970.00 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Staatskasse zu 

entschädigen (Art. 138 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 

Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT; § 13 AnwT). 

 

Die Beschuldigte befindet sich in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen 

(siehe Vermögen gemäss Steuererklärung, act. 10; Protokoll der Beru-

fungsverhandlung S. 3 f.), weshalb die Kosten für die unentgeltliche 

Verbeiständung ausgangsgemäss sofort von der Beschuldigten zurückzu-

fordern sind (Art. 426 Abs. 4 StPO). 

 

5. 

5.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person 

die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. 

 

Die Beschuldigte wird für den angeklagten Sachverhalt schuldig gespro-

chen, weshalb ihr die vorinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 16'954.05 

vollumfänglich aufzuerlegen sind. Diese Kosten bestehen aus einer 

Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.00, der Anklagegebühr von Fr. 2'900.00, den 

Kosten für Gutachten (Blutanalyse und Obduktion) von Fr. 5'573.00, 

Polizeikosten von Fr. 1'040.00 (§ 17 Abs. 2 lit. b Ziff. 2 und lit. c VKD; 

vgl. § 29 GebührD) sowie den Standkosten für das beschlagnahmte 

Fahrzeug von Fr. 3'441.05. 

 

 - 18 - 

 

 

5.2. 

Ausgangsgemäss hat die Beschuldigte ihre Parteikosten selbst zu tragen 

(Art. 429 Abs. 1 StPO e contrario). 

 

5.3. 

Die vor Vorinstanz noch nicht unentgeltlich vertretenen Privatkläger 

A._____, B._____ und C._____ haben ausgangsgemäss gegenüber der 

Beschuldigten Anspruch auf Erstattung des angemessenen 

Vertretungsaufwands im erstinstanzlichen Verfahren (Art. 433 Abs. 1 

StPO). Die Höhe der den Privatklägern im vorinstanzlichen Verfahren 

(ohne Rechtsgrundlage) zulasten der Staatskasse zugesprochenen 

Parteientschädigung von Fr. 7'911.05 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) 

ist im Berufungsverfahren unangefochten geblieben und nicht zu 

überprüfen. Die Beschuldigte ist demnach zu verpflichten, den 

Privatklägern A._____, B._____ und C._____ für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 7'911.05 (inkl. Auslagen und 

Mehrwertsteuer) auszurichten. 

 

6. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO, Art. 81 StPO). 

  

 - 19 - 

 

 

   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschuldigte ist schuldig 

- der fahrlässigen Tötung gemäss Art. 117 StGB; 

- der mehrfachen fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 StGB; 

- des Fahrens in fahrunfähigem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG. 

 

2. 

Die Beschuldigte wird gemäss den in Ziff. 1 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB, 

Art. 40 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 und 4 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB 

und Art. 106 StGB 

 

zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 1 Jahr, Probezeit 2 Jahre, 

 

zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 120.00, d.h. 

Fr. 21'600.00, Probezeit 2 Jahre, 

 

und zu einer Busse von Fr. 5'000.00, ersatzweise 42 Tage Freiheitsstrafe,  

 

verurteilt. 

 

3. 

3.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 werden der 

Beschuldigten auferlegt. 

 

3.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem unentgeltlichen Rechts-

beistand der Privatkläger A._____, B._____ und C._____ für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 3'970.00 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird von der Beschuldigten sofort zurückgefordert. 

 

3.3. 

Die Beschuldigte hat ihre Parteikosten für das Berufungsverfahren selbst 

zu tragen. 

 

4. 

4.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 16'954.05 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 2'900.00) werden der Beschuldigten auferlegt. 

 

 - 20 - 

 

 

4.2. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern A._____, B._____ und 

C._____ für das erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von 

Fr. 7'911.05 auszurichten. 

 

4.3. 

Die Beschuldigte hat ihre Parteikosten für das erstinstanzliche Verfahren 

selbst zu tragen. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu 

bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der 

Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB).  

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der vollstän-

digen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das Schweizerische 

Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 

Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde-

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

 - 21 - 

 

 

Aarau, 8. September 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     M. Stierli