# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7721885d-7475-5cfc-91b2-a8f723bc0d52
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.01.2021 200 2019 390
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-390_2021-01-14.pdf

## Full Text

200 19 390 IV
KNB/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. Januar 2021

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. April 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/19/390, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1981 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), ge-
lernter ... und ..., war ab 1. März 2009 für die B.________, …, tätig (Dossier 
der IVB, Antwortbeilage [AB] 3). Er meldete sich am 15. Januar 2010 erst-
mals bei der IV-Stelle (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Bezug von Leis-
tungen an wegen einer spinalen Muskelatrophie Kugelberg-Welander und 
Hüftproblemen (AB 1). Es erfolgte eine Umschulung zum ... (recte: Arbeits-
versuch [AB 58, 61, 64]) und der Versicherte war danach für die C.________ 
GmbH im ... tätig (AB 78). Mit Verfügung vom 13. März 2013 verneinte die 
IVB einen Anspruch auf eine Rente (AB 67). Am 16. Juli 2014 meldete sich 
der Versicherte bei der IVB erneut zum Bezug von Leistungen an (AB 73). 
Mit Verfügung vom 20. November 2014 verneinte die IVB einen Anspruch 
auf eine Rente (AB 82). Vom 20. Januar 2015 bis 31. August 2016 war der 
Versicherte für die D.________ AG als … tätig (AB 94). Nach einer Neuan-
meldung vom 27. Juli 2016 (AB 84) verneinte die IVB mit Verfügung vom 20. 
Juni 2017 den Anspruch eine Rente (AB 112).

B.

Am 9. Mai 2018 meldete sich der Versicherte erneut bei der IVB zum Bezug 
von Leistungen an (AB 120). Der Hausarzt reichte verschiedene Berichte ein 
(AB 127) und der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) erstellte eine Stellung-
nahme vom 21. August 2018 (AB 129). Mit Vorbescheid vom 24. August 
2018 stellte die IVB in Aussicht, auf die Neuanmeldung werde nicht einge-
treten, da keine wesentliche Änderung eingetreten sei (AB 150). Nach münd-
lichem Einwand und Eingang eines Berichtes des Neurozentrums 
K.________ vom 24. September 2018 (AB 132) sowie Einholung einer Stel-
lungnahme des RAD vom 2. November 2018 (AB 136, 137) stellte die IVB 
mit neuem Vorbescheid vom 23. November 2018 die Ablehnung einer Rente 
in Aussicht (AB 138). Hiergegen erhob der Versicherte, damals vertreten 
durch E.________, Einwand (AB 145). Nach Einreichung von Berichten des 
Spitals F.________ AG vom 12. Februar 2019 (AB 150) und des RAD vom 

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28. März 2019 (AB 152, 153) verneinte die IVB mit Verfügung vom 2. April 
2019 den Anspruch auf eine Rente (AB 154).

C.

Am 20. Mai 2019 erhob der Versicherte beim Verwaltungsgericht des Kan-
tons Bern Beschwerde. Er beantragt, es sei die Verfügung vom 2. April 2019 
aufzuheben und ihm sei eine Rente zuzusprechen sowie es sei ihm die un-
entgeltliche Rechtspflege bezüglich der Verfahrenskosten zu gewähren.

Am 28. Mai 2019 reichte der Versicherte eine Bestätigung des Sozialdiens-
tes G.________ ein zusammen mit einem SKOS-Budget (Beschwerdebei-
lage [BB] 2).

In der Beschwerdeantwort beantragt die IVB die Abweisung der Be-
schwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen 
nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Be-
schwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben 
(Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invali-
denversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist 

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(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. April 2019 (AB 154). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus 
drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 
lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teil-
weise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit 
(BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich 
zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder 
herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätzlich 

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während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). 
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3

2.3.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 
87 Abs. 2 IVV). Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgra-
des verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraus-
setzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 Abs. 3 IVV, vgl. auch BGE 130 V 343 
E. 3.5.3 S. 351).

2.3.2 Nach Eingang einer Neuanmeldung oder eines Revisionsgesuchs ist 
die Verwaltung zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen der ver-
sicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie 
das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei hat sie 
unter anderem zu berücksichtigen, ob die frühere Verfügung nur kurze oder 
schon längere Zeit zurückliegt, und dementsprechend an die Glaubhaftma-
chung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr 
ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den der Richter grundsätzlich zu re-
spektieren hat. Die Behandlung der Eintretensfrage durch die Verwaltung ist 
deshalb vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist (BGE 
109 V 108 E. 2b S. 114).

2.3.3 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, 
ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des 
Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der 

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Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver-
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie 
zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nun-
mehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invalidität 
zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die glei-
che materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 
198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.3.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Renten-
anspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden 
Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzun-
gen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2019 
IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.3.5 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen  (oder 
die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an 
sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. 
Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöh-
nung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist ferner un-
ter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung 
der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbe-
reichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; 
SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.3.6 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditäts-
grad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmel-
dungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – 
durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiel-
len Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjeni-
gen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 
130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

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Erfolgte nach einer ersten Leistungsverweigerung eine erneute materielle 
Prüfung des geltend gemachten Rentenanspruchs und wurde dieser nach 
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durch-
führung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung 
in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) abermals 
rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsansprechende Person dieses 
Ergebnis – vorbehältlich der Rechtsprechung zur Wiedererwägung oder pro-
zessualen Revision – bei einer weiteren Neuanmeldung entgegen halten las-
sen (BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beur-
teilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich wel-
cher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärzt-
liche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel-
che Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 
87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 9. Mai 2018 
(AB 120) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu 
prüfen ist (vgl. BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Umstritten ist, ob eine an-
spruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad erheblichen 
Tatsachen eingetreten ist; dabei ist der Sachverhalt, wie er im Zeitpunkt der 
Verfügung vom 20. Juni 2017, mit welcher ein Rentenanspruch bei einem 
Invaliditätsgrad von 11 % verneint wurde (AB 112), bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der angefochtenen Verfügung vom 2. April 2019, mit 
welcher ein Rentenanspruch (ebenfalls) bei einem rentenausschliessenden 
Invaliditätsgrad von 11 % verneint wurde (AB 154), zu vergleichen.

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3.2 Aus medizinischer Sicht stellte die Verfügung vom 20. Juni 2017 (AB 
112) auf den Bericht des Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine In-
nere Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Tropenmedi-
zin und Reisemedizin, RAD, vom 10. April 2017 ab, worin mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit rezidivierende Durchfälle und Oberbauchschmerzen 
unklarer Ätiologie seit Februar 2016, eine spinale Muskelatrophie und ein 
Status nach Hüftoperation links bei Impingement im 2011 diagnostiziert wur-
den (AB 108 S. 3). Als funktionelle Einschränkungen lägen eine erhöhte Er-
müdbarkeit, eine verminderte Leistungsfähigkeit, Durchfälle und verminderte 
Kraft allgemein vor. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei rein stehend und mit-
telschwer. Bei allfällig notwendigen Toilettengängen und erhöhter Ermüdbar-
keit sei diese Tätigkeit mit Bedienen von Maschinen aktuell nicht mehr zu-
mutbar. Die gesundheitliche Situation könne sich wieder bessern (AB 108 S. 
3). Die Tätigkeit als ... (…) sei wegen der Durchfälle aktuell nicht zumutbar. 
Eine angepasste Arbeit sei ab Januar 2017 zu 50 % und nach einer Steige-
rungsphase von einem Monat Dauer wieder zu 100 % zumutbar. Eine ange-
passte Tätigkeit müsste wegen der Ermüdbarkeit leicht, mit der Möglichkeit 
zum Sitzen, also wechselbelastend oder rein sitzend, sein. Eine Toilette 
sollte leicht zugänglich sein. Durch allfällig notwendige Pausen sei eine Leis-
tungseinschränkung von 10 % zu erwarten (AB 108 S. 4).

3.3 Bezüglich der angefochtenen Verfügung vom 2. April 2019 (AB 154) 
ist aus medizinischer Sicht den Akten im Wesentlichen das Folgende zu ent-
nehmen:

3.3.1 Im Bericht vom 29. Juni 2017 diagnostizierten die Neurologen Prof. 
Dr. med. I.________ und Dr. med. J.________, Neurozentrum K.________, 
einen Verdacht auf spinale Muskelatrophie und einen Zustand nach Hüfter-
satz links (AB 113 S. 2). Beim Patienten liege offensichtlich eine spinale Mus-
kelatrophie vor, die seit zehn Jahren progressiv sei und auch durch mus-
kuläre Überlastung und Gelenküberlastung zu Schmerzen, aktuell insbeson-
dere im Bereich der Hände führe. Der Patient habe bisher schwere körperli-
che Arbeit geleistet und werde voraussichtlich diese Arbeit nicht mehr leisten 
können. Aus neurologischer Sicht sei eine Abklärung im Hinblick auf eine 
mögliche Umschulung auf einen körperlich nicht belastenden Beruf durchzu-
führen (AB 113 S. 3/127 S. 7 f.). Im Bericht vom 10. Oktober 2017 führten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/19/390, Seite 9

die Neurologen aus, der Patient berichte über vermehrte Schmerzen im Be-
reich der LWS mit Ausstrahlung bis in den Kopf hinein. Es sei notwendig ein 
MRI des gesamten Spinalkanals durchzuführen (AB 127 S. 5). Im Bericht 
vom 17. Oktober 2017 hielt der Neurologe Dr. med. J.________ fest, in der 
durchgeführten Bildgebung der spinalen Achse könne eine zentrale struktu-
relle Läsion als Ursache für die Symptomatologie ausgeschlossen werden. 
Dieser normale Befund stütze die bereits geäusserte Verdachtsdiagnose ei-
ner spinalen Muskelatrophie. Bedeutsam sei aber insbesondere der Um-
stand, wonach hier keine kausalen therapeutischen Optionen beständen, um 
die Beschwerden des Patienten zu erklären (AB 127 S. 2).

3.3.2 Der Hausarzt Dr. med. L.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, führte im Bericht vom 11. Juni 2018 aus, zur Zeit leide der Patient 
nach geringer körperlicher Belastung an ausgeprägten Rücken- und Bein-
schmerzen sowie Bauchschmerzen und Durchfall. Er sei zurzeit für keine der 
gehabten Arbeitsstellen fähig (AB 127 S. 1).

3.3.3 Im Aktenbericht vom 21. August 2018 diagnostizierte Dr. med. 
M.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, RAD, mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf spinale Muskelatrophie, einen 
Status nach Hüftersatz links und chronische Diarrhoe und Bauchschmerzen 
unklarer Ätiologie. Er hielt fest, es liege ein unverändertes angepasstes Leis-
tungsprofil seit dem 10. April 2017 vor: eine körperlich leichte Tätigkeit mit 
der Möglichkeit zum Sitzen, somit wechselbelastend oder rein sitzend, mit 
leicht zugänglicher Toilette, mit zusätzlicher Leistungsminderung von 10 % 
aufgrund allfällig notwendiger Pausen sei zumutbar (AB 129 S. 5).

3.3.4 Im Bericht vom 24. September 2018 hielt der Neurologe Dr. med. 
N.________, Neurozentrum K.________, fest, der Patient sei bei beruflichen 
Tätigkeiten mit körperlicher Belastung nicht arbeitsfähig. Die Erkrankung sei 
progressiv, d.h. es sei zu erwarten, dass die Schwäche in den Beinen weiter 
zunehme und zu einem späteren Zeitpunkt auch auf Arme und Hände über-
greifen werde. Unabhängig von der neurologischen Erkrankung beständen 
noch zusätzliche leistungsbeeinträchtigende Erkrankungen mit chronischer 
Diarrhoe bei Nachweis einer deutlichen Bulbitis duodeni im Befund der Spital 
F.________ AG vom 30. März 2017. Der Patient könne nur Tätigkeiten aus-
üben, welche nicht körperlich schwer seien (AB 132 S. 3).

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3.3.5 Im Aktenbericht vom 2. November 2018 führte Dr. med. O.________, 
Fachärztin für Neurologie, RAD, aus, es bestehe das klinische Bild einer spi-
nalen Muskelatrophie. Prinzipiell sei bei diesem Krankheitsbild von einem 
chronisch progredienten Verlauf auszugehen. Entsprechend der vorliegen-
den Unterlagen sei eine leichte Verschlechterung des Gangbildes und der 
Kraftentfaltung der unteren Extremitäten im September 2018 dokumentiert. 
Dies ergebe sich beim Abgleich der neurologischen Befunde im Oktober 
2017 und September 2018. In einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwer-
deführer in der Lage, leichte und gelegentlich mittelschwere körperliche 
Tätigkeiten, bevorzugt im Sitzen oder mit Wechselbelastung auszuüben. 
Tätigkeiten mit permanentem Stehen und Gehen seien nicht möglich. 
Schwere körperliche Tätigkeiten mit häufigem Heben und Tragen von 
schweren Lasten sollten ebenfalls vermieden werden. Arbeiten mit Absturz-
gefahr, z.B. auf Leitern und Gerüsten, seien wegen der latenten Gang- und 
Standunsicherheit nicht möglich. Die Gebrauchsfähigkeit der Hände und die 
„Wegefähigkeit“ seien nicht eingeschränkt. Die Möglichkeit von kurzen zu-
sätzlichen Pausen sollte insbesondere wegen der internistischen Erkran-
kung eingeräumt werden. Eine angepasste Tätigkeit könne der Beschwer-
deführer während 8.5 Stunden pro Tag an fünf Tagen pro Woche, bei einer 
Leistungsfähigkeit von 90 %, ausüben (AB 137 S. 5).

3.3.6 Im Bericht vom 11. Januar 2019 führte der behandelnde Neurologe 
Prof. Dr. med. N.________, Neurozentrum K.________, aus, dass der Pati-
ent nicht in der Lage sei, Tätigkeiten mit körperlicher (auch nur leichter) Be-
lastbarkeit über mehrere Stunden auszuüben. Er könne allenfalls leichte 
Tätigkeiten, überwiegend im Sitzen, während vier Stunden ausüben. Auch 
für körperlich leichte, ausnahmsweise mittelschwere Tätigkeiten, mit der 
Möglichkeit zum Sitzen, bestehe eine Leistungsminderung aufgrund der neu-
rologischen Einschränkungen von 50 % (AB 144).

3.3.7 Im Austrittsbericht vom 12. Februar 2019 – gestützt auf einen statio-
nären Aufenthalt vom 4. bis 7. Februar 2019 – diagnostizierten PD Dr. med. 
P.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, und Assistenzarzt 
Q.________, Spital F.________ AG, eine atraumatische Weichteilschwel-
lung über PIP Dig III rechts im Februar 2019, einen Verdacht auf ein Reiz-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/19/390, Seite 11

darmsyndrom (irritable bowel syndrome, IBS), eine Lebersteatose im Fe-
bruar 2019, chronische Lumbalgien, a.e. muskulo-ligamentärer Ätiologie, ei-
nen Verdacht auf spinale Muskelatrophie Typ III/IV, Erstdiagnose 2009, DD 
hereditäre motorische Neuropathie, leichte Antrumgastritis Typ B und ul-
zeröse Duodenitis im April 2016, Mundsoor, einen Status nach Alkoholkrank-
heit und fremdanamnestisch arterielle Hypertonie (AB 150 S. 2 ff.). Bezüglich 
des Verdachts auf eine spinale Muskelatrophie liege ein milder Verlauf vor 
(AB 150 S. 5). Aus gastroenterologischer Sicht und bezüglich der Wir-
belsäule bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. Aus neurologischer Sicht könne 
nach einmaliger Untersuchung die Arbeits(un)fähigkeit nicht beurteilt werden 
(AB 150 S. 7).

3.3.8 Die Neurologin Dr. med. O.________, RAD, führte im Bericht vom 
28. März 2019 aus, der Bericht des Neurozentrums K.________ vom 11. Ja-
nuar 2019 beinhalte keinerlei klinische Angaben und/oder Untersuchungs-
befunde. Es werde lediglich angegeben, dass der Beschwerdeführer in sei-
ner Leistungsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei. Die diskrepanten Anga-
ben bezüglich Arbeits- und Leistungsfähigkeit würden nicht begründet. Im 
Austrittsbericht der Spital F.________ AG vom 12. Februar 2019 werde der 
Verdacht auf eine beinbetonte spinale Muskelatrophie mit mildem Verlauf 
bestätigt, die Situation scheine aktuell stabil (AB 153 S. 4). Es ergäben sich 
aus den neu vorgelegten Unterlagen bezüglich der Einschätzung der quali-
tativen und quantitativen Leistungsfähigkeit keine neuen Aspekte. Die un-
strittig bestehenden Leistungseinschränkungen seien im erstellten Zumut-
barkeitsprofil für eine angepasste Tätigkeit bereits berücksichtigt (AB 153 S. 
5).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne 
das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/19/390, Seite 12

3.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Be-
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor-
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizini-
schen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlagge-
bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines 
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge-
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a 
S. 352).

3.6 Hinsichtlich der Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit so-
wie des Zumutbarkeitsprofils stellte die Beschwerdegegnerin auf die – in 
Kenntnis der übrigen Berichte erstellten – Aktenbeurteilungen des RAD vom 
21. August 2018 (AB 129 S. 5), vom 2. November 2018 (AB 137 S. 5) und 
vom 28. März 2019 (AB 153 S. 4 f.) ab. Dr. med. M.________ stellte im Be-
richt vom 21. August 2018 fest, es liege ein unverändertes angepasstes Leis-
tungsprofil seit April 2017 vor (AB 129 S. 5); zudem präzisierte die RAD-Neu-
rologin in der Beurteilung vom 2. November 2018 die Arbeits- und Leistungs-
fähigkeit sowie das Zumutbarkeitsprofil. Gestützt darauf ist dem Beschwer-
deführer eine leichte, gelegentlich mittelschwere körperliche Tätigkeit im Sit-
zen oder mit Wechselbelastung während 8.5 Stunden pro Tag an fünf Tagen 
pro Woche und mit einer Leistungsminderung von 10 % zumutbar. Nicht aus-
üben kann er schwere körperliche Tätigkeiten mit häufigem Heben und Tra-
gen von schweren Lasten, Arbeiten mit Absturzgefahr, z.B. auf Leitern und 
Gerüsten. Nicht eingeschränkt sind der Gebrauch der Hände und die „We-
gefähigkeit“ (AB 137 S. 5). Diese Einschätzung ist mit Blick auf die Akten 
schlüssig und überzeugt. Nichts an diesem Ergebnis ändern die Berichte der 
behandelnden Ärzte: Mit dem vom RAD formulierten Zumutbarkeitsprofil 
stimmt auch die Beurteilung des Hausarztes im Bericht vom 11. Juni 2018, 
dem Beschwerdeführer seien die angestammten Tätigkeiten nicht mehr zu-
mutbar (AB 127 S. 1), insoweit überein, als dass es sich dabei um schwere 
körperliche Arbeiten (..., ...) handelte. Bezüglich der Einschätzung des Haus-
arztes, der Beschwerdeführer könne auch keine leichten angepassten Tätig-

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keiten mehr ausüben, fehlt eine Begründung. Ebenso stimmt die Einschät-
zung der Neurologen des Neurozentrums K.________ im Bericht vom 10. 
Oktober 2017 zur Unzumutbarkeit einer Tätigkeit als ... mit der Beurteilung 
der RAD-Neurologin überein (AB 127 S. 6), wobei die Ärzte des Neurozen-
trums offenbar immer noch davon ausgingen, der Beschwerdeführer übe 
diese schwere Tätigkeit aus. In den Berichten vom 29. Juni (AB 113), 10. 
und 17. Oktober 2017 (AB 127 S. 2 ff.) äusserten sich die behandelnden 
Neurologen nicht zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer angepassten 
Tätigkeit. Prof. Dr. med. N.________ ging im Bericht vom 11. Januar 2019 
zwar davon aus, dem Beschwerdeführer seien auch leichte, überwiegend im 
Sitzen ausgeübte Arbeiten aufgrund neurologischer Einschränkungen ledig-
lich zu 50 % zumutbar (AB 144). Diese Einschätzung überzeugt jedoch nicht, 
denn es fehlt – wie die RAD-Neurologin Dr. med. O.________ schlüssig 
festhält (AB 153 S. 4) – eine nachvollziehbare Begründung und es werden 
keine klinischen Angaben bzw. Untersuchungsbefunde gemacht. Zudem 
macht Prof. Dr. med. N.________ seine Ausführungen vorab prospektiv (d.h. 
für die Zukunft) unter Einbezug von Einschränkungen ausserhalb seines 
Fachgebiets (vgl. AB 132). Im Austrittsbericht der Spital F.________ AG vom 
12. Februar 2019 wurden aus neurologischer Sicht ein milder Verlauf und 
eine stabile Situation bestätigt. Es wird überzeugend begründet, dass bezüg-
lich der Wirbelsäule aktuell aufgrund des objektivierbaren Leidens, der Klinik 
und der Bildgebungen keine Arbeitsunfähigkeit besteht. Dies gilt auch für die 
Beurteilung aus gastroenterologischer Sicht (AB 150 S. 5 ff.). Die Beurteilung 
des RAD, es liege auch mit Blick auf die Kritik kein Grund vor, um von der 
Einschätzung der 90%igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer leichten 
angepassten Tätigkeit sowie vom formulierten Zumutbarkeitsprofil abzuwei-
chen (vgl. AB 137 S. 5, 152 S. 4, 153 S. 5), ist damit schlüssig und überzeugt.

Der Beschwerdeführer bringt vor, der RAD habe keine eigene Untersuchung 
vorgenommen (Beschwerde S. 1). Gemäss Rechtsprechung sind jedoch Ak-
tengutachten nicht zu beanstanden, wenn die Akten ein vollständiges Bild 
über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und das Zumut-
barkeitsprofil sowie die Arbeits- und Leistungsfähigkeit schlüssig und Bezug 
nehmend auf die aufgelegten Berichte dargelegt wird bzw. nachvollziehbar 
erläutert wird, weshalb andere Berichte nicht überzeugen. Der Untersu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/19/390, Seite 14

chungsbefund muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich dabei auf-
grund vorhandener Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen kön-
nen (vgl. RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b). Dies ist 
hier der Fall, denn die zur Verfügung stehenden medizinischen Berichte der 
behandelnden Ärzte sind soweit aussagekräftig, um eine Beurteilung auf-
grund der Akten zu erlauben. Es liegt ein lückenloser Befund vor und die 
RAD-Ärzte beurteilten lediglich einen an sich feststehenden medizinischen 
Sachverhalt; daran ändert – wie aufgezeigt – nichts, dass die behandelnden 
Ärzte die Arbeits- und Leistungsfähigkeit teilweise anders beurteilen. Die Ak-
tenbeurteilungen der RAD-Ärzte erfüllen die Voraussetzungen der Recht-
sprechung an Expertisen, weshalb darauf abzustellen ist, zumal die RAD-
Ärzte die andere Einschätzung der behandelnden Ärzte schlüssig entkräftet 
haben (vgl. vorne), so dass diese Berichte keine begründeten Zweifel an der 
RAD-Beurteilung zu erwecken vermögen. Dem Beschwerdeführer ist somit 
eine leichte, angepasste Tätigkeit während 8.5 Stunden pro Tag an fünf Ta-
gen pro Woche und mit einer Leistungsminderung von 10 % zumutbar (AB 
153 S. 5).

Insgesamt ergibt sich somit, dass seit der letzten rechtskräftigen Verfügung 
vom 20. Juni 2017 keine wesentliche Veränderung eingetreten ist, so dass 
vorliegend keine allseitige Prüfung zu erfolgen hat.

Daran ändert nichts, dass die RAD-Neurologin eine leichte Verschlechterung 
des Gangbildes und der Kraftentfaltung der unteren Extremitäten erwähnte 
(AB 137 S. 5). Eine allfällige leichte neurologische Veränderung wirkt sich – 
im massgebenden Zeitraum – mit Blick auf das Zumutbarkeitsprofil in einer 
angepassten leichten Tätigkeit nämlich nicht weiter auf die Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit aus (vgl. AB 108 S. 4, 153 S. 5).

Doch selbst wenn von einer wesentlichen Veränderung (vgl. E. 3.1 hiervor) 
ausgegangen würde, so resultierte nach wie vor – wie nachfolgend aufge-
zeigt – ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad.

4.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/19/390, Seite 15

4.1 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, 
dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der 
Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die 
fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden 
können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 
schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei-
chen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1 
S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 S. 64 E. 4.4.2).

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die 
versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach 
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten 
Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 4.1 S. 325; 
SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

4.3

4.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Per-
son konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte Person 
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an 
sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der 
Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik 
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden 
(BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

4.3.2 Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Per-
sonen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Ver-
gleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitneh-
mern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem 
Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 
129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/19/390, Seite 16

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nati-
onalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtli-
cher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 
25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 
327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige be-
reits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene ge-
sundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des lei-
densbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung 
desselben Gesichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2).

4.4 Mit Blick auf die Neuanmeldung im Mai 2018 (AB 120) erfolgte der 
Einkommensvergleich zu Recht für das Jahr 2018 (AB 154).

4.5 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens stellte die Beschwerde-
gegnerin auf die Angaben des Arbeitgebers vom 8. März 2010 (AB 13) ab, 
wonach der Beschwerdeführer im Jahr 2009 als Gesunder Fr. 4‘785.-- ver-
diente (x 13), was indexiert auf das Jahr 2018 Fr. 64‘709.-- ergab (AB 154 S. 
2) und nicht zu beanstanden ist.

4.6 Bezüglich des Invalideneinkommens stellte die Beschwerdegegnerin 
zu Recht auf die LSE 2016, Tabelle 17, Pos. 5 Dienstleistungsberufe/Ver-
kaufskräfte, von Fr. 5‘331.--, ab. Der Beschwerdeführer bringt vor, dass er 
kein ausgebildeter ... sei (Beschwerde S. 1). Wie es sich damit verhält 
braucht nicht abschliessend beurteilt zu werden, so ändert sich nichts, wenn 
auf die LSE 2016, Tabelle TA1, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach 
Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, 
Kompetenzniveau 1, Total, Männer, von Fr. 5‘340.-- abgestellt würde, ist die-
ser Bruttolohn doch sogar leicht höher. 

Bei einem monatlichen Einkommen von Fr. 5‘331.--, aufgerechnet auf ein 
Jahr, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit (41.7 Stun-
den pro Woche) und indexiert auf das Jahr 2018 (Tabelle T1.1.15, Nominal-
lohnindex, Männer, 2016-2018, Bst. K Ziff. 64-66, Finanz- und Versiche-

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rungsdienstleistungen, 2016: 101.4, 2018: 103.1) resultiert ein Invalidenein-
kommen von Fr. 67‘808.90 (Fr. 5‘331.-- x 12 / 40 x 41.7 / 101.4 x 103.1). Die 
Beschwerdegegnerin berücksichtigte in der angefochtenen Verfügung vom 
2. April 2019 (AB 154) einen Abzug von 15 %, was grosszügig erscheint, 
denn gestützt auf die Beurteilung des RAD ist lediglich von einer Leistungs-
minderung von 10 % auszugehen (vgl. AB 137 S. 5). Der Abzug beinhaltet 
somit nicht nur die Leistungsminderung von 10 %, sondern auch einen zu-
sätzlichen Abzug von Tabellenlohn (vgl. E.4.3.2); es kann hier offenbleiben, 
ob ein solcher gerechtfertigt ist. Es resultiert ein Invalideneinkommen von 
zumindest Fr. 57‘637.55 (Fr. 67‘808.90 x 0.85).

4.7 Die Gegenüberstellung ergibt – bei einem Valideneinkommen von 
Fr. 64‘709.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 57‘637.55 – eine Ein-
busse von Fr. 7‘071.45 und damit einen rentenausschliessenden Invaliditäts-
grad von gerundet 11 % (Fr. 7‘071.45 / Fr. 64‘709.-- x 100 = 10.9 %).

4.8 Nach dem Dargelegten ist die Verfügung vom 2. April 2019 (AB 154) 
nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das Be-
schwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkei-
ten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. 
Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege.

5.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, wenn 
die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Jan. 2021, IV/19/390, Seite 18

nicht aussichtslos erscheint (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 VRPG; 
SVR 2011 IV Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Prozessarmut des Beschwerdeführers ist gestützt auf die eingereichten 
Unterlagen erstellt (BB 2). Weiter ist das Beschwerdeverfahren nicht als von 
vornherein aussichtslos zu betrachten.

5.3 Der Beschwerdeführer ist damit – unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilpro-
zessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – vorläufig von der 
Bezahlung der Verfahrenskosten zu befreien.

5.4 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer zur 
Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege wird der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungs-
pflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.