# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8ede467d-4aaf-573b-9445-f2a10a4eed4e
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-11
**Language:** de
**Title:** Erstanmeldung. Abstellen auf MEDAS-Gutachten. Einkommensvergleich. Rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 37 %.
**Docket/Reference:** IV.2019.00691
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2019.00691.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2019.00691
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Ersatzrichterin Tanner Imfeld
Gerichtsschreiberin Schleiffer Marais
Urteil
vom
1
1.
Juni 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1959 geborene
X.___
, welcher ein Maschinenbau-Studium absolviert
hatte
und zuletzt als
SAP Senior Consultant
bei der
Y.___
AG
tätig war
(Urk. 6/5)
, erlitt am 17. Juli 2017 einen Unfall auf einem Schnellboot, bei welchem er
s
ich
am Rücken verletzte
(Urk.
6/10/157
)
.
Am 19. Juli
respektive 5. September 201
8
meldete er sich unter Hinweis auf
drei Wirbelbrüche am Rücken
beziehungsweise
auf
Schm
erzen im gesamten Rückenbereich und
an der Halswirbelsäule
aufgrund des Unfalls sowie Schmerzen an
den Schultern
und
den Hüft-, Knie
-
und Fussgelenken
bei der Invalidenversicherung zwecks Früherfas
sung
und Berufliche Integration/Rente
an (Urk. 6/2
, Urk. 6/5
)
. Die Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, nahm erwerbliche und medizini
sche Abklärungen vor und zog unter anderem die
Akten des Unfallversicherers bei
.
Am 19. Februar 2019 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass von ihrer Seite keine Interventionsmöglichkeit bestehe und die Eingliederungsberatung abgeschlossen sei, da der Versicherte nach wie vor in seiner angestammten Tätigkeit arbeite (Urk. 6/15).
Der Unfallversicherer veranlasste eine Begutachtung beim Zentrum
Z.___
, woran sich die IV-Stelle mit Zusatzfragen beteiligte (
Urk.
6/14; Gutachten vom 1
5.
April 2019,
Urk.
6/19/2-77).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/23) verneinte die IV-Stelle am 13. September 2019 einen Leistungsanspruch des Versicherten (Urk. 2).
2.
A
m 30. September 2019
erhob der Versicherte
Beschwerde (Urk. 1)
gegen die Verfügung vom 13. September 2019
(Urk. 2)
und beantragte
deren
Aufhebung. Mit Beschwerdeantwort vom 4. November 2019 (Urk. 5) schloss die Beschwerde
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 7. November 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 7).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Ein
kommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermit
telt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdif
ferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Ein
kommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom 13. September 2019 (Urk. 2) damit, dass dem
Beschwerdeführer
aufgrund der medizinischen
Beurteilung bereits im März 2019
eine angepasste Tätigkeit zu 100 %
wieder
zumutbar gewesen sei. Es habe sich gezeigt, dass
die aktuelle Tätigkeit als SAP
Senior Consultant als optimal angepasste Tätigkeit angesehen werden könne. Somit könne
der Beschwerdeführer
ein rentenausschliessendes Pensum von 100 % erreichen
, weshalb ein Invaliditätsgrad
unter 40 % vorliege
(S. 1)
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), dass er gemäss dem
Z.___
-Gutachten
in einer angepassten Tätigkeit zu 100 %,
in seiner angestammten Tätigkeit als SAP
Senior Consultant
indessen
lediglich zu 70 % arbeitsfähig sei.
Seit April 2018 arbeite er mit einer Teilarbeitsfähigkeit von 70 %
. Der Arbeitgeber habe ihm während der Reintegrationsphase eine ange
passte Tätigkeit ermöglicht. In dieser Zeit habe sich gezeigt, dass eine weitere Steigerung, auch in einer angepassten Tätigkeit, nicht möglic
h
sei.
S
eine Arbeit
geberin
Y.___
könne zudem
diesen Schonarbeitsplatz längerf
ristig nicht mehr anbieten
.
3.
3.1
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH,
Dr.
med.
B.___
, Fachärztin für orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsappar
a
tes, und
Dr.
med.
C.___
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe
rapie,
Zentrum
Z.___
, stellten in ihrem vom Unfallver
sicherer veranlassten Gutachten vom 15. April 2019 (Urk. 6/
19/
2-77) folgende Diagnosen (S. 61 f.):
-
mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
rezidivierendes
Thorakolumbalsyndrom
bei knöchern konsolidierter asym
metrisch rechts
betonter inkompletter Deckp
lattenimpressionsfraktur von LWK 1
(AO
Klassifikation A3) vom 17. Juli 2017
-
rezidivierendes
Thor
a
kalsyndro
m
bei Keilwirbelbildung von BWK
7 und 8
und Status nach thorakalem Morbus
Scheuermann (unfallunabhängig)
-
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Osteopenie
(
DXA-
Osteodensitometrie
vom 29. Juli 2018, T-Score LWS [L1-L4]
-1.9, Schenk
el
hals links -2.0 und Radius [1/3] -1.9) (unfallunabhängig)
-
rechtskonvexe lumbale Skoliose (unfallunabhängig)
-
beginnende
Coxarthrose
beidseits (unfallunabhängig)
-
geringe Arthrose beider
Akromioklavikulargelenke
, rechtsbetont (unfallunabhängig)
-
Senk-Spreizfuss mit
Hallux
valgus
und beginnender
Digitus
superductus
D II auf D I beidseits (unfallunabhängig)
-
Verdacht auf Lipom rechte Unterarm
-
Streckseite (unfallunabhängig)
-
leichte Einbussen bei der Aufmerksamkeit (unfallunabhängig)
-
Verdacht auf gefährlichen
Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.81)
(
unfallunabhängig)
-
Verdacht auf Leistenhoden links und Hodenhypoplasie rechts (unfallunabhängig)
-
a
namnestisch leichte
Rhinocon
j
unktivitis
a
llergica
mit Pollensensibilisie
rung
(unfallunabhängig)
Die Gutachter führten aus,
dass sich im Rahmen de
r internistischen Untersuchung
keine Befunde oder Diagnosen fänden, welche die Arbeitsfähigkeit (bisherige und angepasste Tätigkeit) einschränkten (S. 64).
In chirurgisch-orthopädischer Hinsicht
ergebe
sich
aus den MRI
eine leicht rechts
konvexe Skoliose, eine Hyperkyphose im mittleren Drittel mit ventraler Höhen
minderung des
7.
und 8. Brustwirbels und
Schmorl’sche
Knötchen in den Brust
wirbelkörpern 5 bis 1
2.
Aufgrund der radiologischen Befunde mit Veränderung der Statik der Wirbelsäule durch die Höhenminderung
des
7.
und
8.
Brustwirbel
körpers
seien die angegebenen belastungsabhängigen thorakalen Schmerzen im Bereich
der
Schulterblätter von orthopädisch-
traumatologischer
Seite nachvoll
ziehbar, wobei diese Wirbelkörper-Veränderungen keine Folge des Unfalls vom 17. Juli 2017 darstellten. Im CT der Brust- und Lendenwirbe
lsäule vom 10. Januar 2018 zeig
e sich eine konsolidiert erscheinende rechtsbetonte Deckplattenimpres
sionsfraktur von LWK 1 mit erhaltenem
Intervertebralraum
Th12/L1,
mit
intraspongiöse
r
Di
skushernierung
decken
plattennah
e LWK 1 und
mit asym
me
trischen
spondylarthrotischen
Veränderungen.
Eine knöchern konsolidierte Fraktur von LWK 1 habe wahrscheinlich bereits am 20. September 2017
respek
tive
spätestens am
10. Janua
r 2018
vorgelegen.
Die angegebenen belastungsab
hängigen Beschwerden seien von orthopädisch-
traumatologischer
Seite aufgrund der bereits vor dem Unfall vorhandenen rechtskonvexen lumbalen Skoliose und inzwischen zusätzlich veränderter Wirbelsäulenstatik nachvollziehbar, allerdings stünden lediglich die Beschwerden im Bereich des
thorakolumbalen
Überganges mit dem Unfallereignis vom 1
7.
Juli 2018 in ursächlichem Zusammenhang. In Übereinstimmung mit den angegebenen Beschwerden und dem hier erhobenen Untersuchungsbefund stehe auch die lediglich bedarfsweise Einnahme von Analgetika.
Die Beschwerden
im Nackenbereich seien klar auf degenerative Verände
rungen zurückzuführen, da jegliche Hinweise auf posttraumatische Verän
derun
gen fehlten. Die Hüftbeschwerden seien Ausdruck einer beginnende
n Hüft
ge
lenksarthrose beidseits
(S. 64 f.).
Im Rahmen der neuropsychologischen Exploration
zeigten sich leichte Aufmerk
samkeitseinbussen ohne eigenen Krankheitswert
. Neuropsychologische Störun
gen mit Einfluss
auf die Leistungsfähigkeit
bestünden nicht (S. 65
).
In psychiatrischer Hinsicht sei aufgrund des teils relativ hohen und regelmässigen Alkoholkonsums die Diagnose eines gefährlichen Gebrauchs durch Alkohol zu diskutieren. Die
ICD-10-
Kriterien für eine
«
Psychische
-
und Verhaltensstörungen durch Alkohol
,
schädlicher Gebrauch
»
seien bei normalen Leberwerten und nur leicht erhöhtem MCV
-
und normalem CDT-Wert nicht erfüllt (S. 66).
Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde sei der Beschwerdeführer
aus
internistischer
, psychiatrischer und neuropsycholo
gischer
Hins
icht zu 100 % arbeitsfähig (bisherige und angepasste Tätigkeit).
Unter
traumatologisch
-orthopädischen
Gesichtspunkten
sei beim Beschwerdeführer i
n der bisherigen Tätigkeit als SAP Senior Consultant bei
Y.___
mit etwa 10 % Workshops und 90 % am PC tagsüber beim Kunden aufgrund eines gering erhöhten Pausenbedarfs von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % auszugehen. Die Tätigkeit als SAP Senior Consultant im Büro der
Y.___
an einem fixen Arbeits
platz mit einem höhenverstellbaren Schre
ibtisch und Bürostuhl,
Home Office
sowie
mit
Arbeiten bei Kunden an nur noch maximal 1 bis 2 Tagen pro Monat entspreche einer leidensangepassten Tätigkeit und sei dem Beschwerdeführer aus orthopädisch-
traumatologischer
Sicht zu 100 % zumutbar
. Aus interdisziplinärer Sicht bestehe somit für die bisherige Tätigkeit eine 70%ige respektive für eine
Verweistätigkeit
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 67).
Als leidensangepasste Tätigkeiten gälten körperlich leichte, wechselbelastende
Verrichtungen
ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule, ohne häufiges Bücken oder mit erhöhter Sturzgefahr, mit der Möglichkeit zu wechselnden Körperposi
tionen, ohne repetitives Heben und Tragen von mehr als leichten Lasten. Wegen den degenerativen
Ve
ränderungen der Halswirbelsäule
sollten repetitive Über
kopfarbeiten respektive
wegen
den beginnenden Hüftgelenksarthrosen lange Gehwege und langes Stehen am Ort vermieden werden (S. 67).
Im Weiteren wiesen die Gutachter darauf hin, dass die bisher aufgeführte
Arbeits
unfähigkeit
im retrospek
tiven Verlauf adäquat erscheine
und für die bisherige Tätigkeit folgende Arbeitsunfähigkeit bestehe: ab 17. Juli 2017: 100 %; ab 14. November 2017: 50 %; ab 9. April 2018
:
bleibend
30 %. Für eine Verweistä
tigkeit sei folgende Arbeitsunfähigkeit g
egeben: ab 17. Juli 2017: 100 %;
ab 14. November 2017: 50
%
; ab 9. April 2018: 0 %
(S. 67 f.).
Im Rahmen der Beantwortung der Zusatzfragen der
Beschwerdegegnerin
führten die Gutach
ter aus, die attestierte Arbeitsunfähigkeit von 30
%
in angestammter Tätigkeit sei hälftig unfallbedingt und hälftig degenerativ bedingt. Zusätzliche Arbeitsunfä
higkeiten in Anbetracht aller gesundheitlichen Probleme attestierten sie nicht (S.
75).
3.2
Der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD),
Dr.
med.
D.___
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, stellte in seiner Stellungnahme vom 17. Juni 2019 (Urk. 6/21/4-5) auf
die
Z.___
-
Expertise ab und ging
insbesondere
von den gleichen Diagnosen und der identischen Arbeitsfähigkeit in angestamm
ter und angepasster Tätigkeit
-
inklusive Belastbarkeitsprofil
-
aus wie die Gut
achter.
3.3
Dr. med.
E.___
, Oberarzt Wirbelsäulenchirurgie,
Klinik
F.___
, hielt in seinem – vom Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren eingereichten
- Bericht
vom 23. Juli 2019 (Urk. 3/2)
fest, dass er die
Einschätzung, wonach trotz Unfall
folgen eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100 % erbracht werden könne, nicht
teile
. Der Beschwerdeführer habe einen inkompletten Berstungsbruch
LWK 1
erlitten, welcher zu einer bleibenden asymmetrischen Deformierung des Wirbels und damit zu einer Ausbildung einer linkskonvexen Skoliose geführt habe. Besonders die asymmetrische Deformierung bedeute eine dauerhafte Beeinträch
tigung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Es liege zudem eine leichte Einengung des Spinalkanals vor und
die
zusätzlich
erlittene Brustwirbelfraktur sei auf eine bereits durch einen Morbus Sche
ue
rmann geschädigte Wirbelsäule getroffen, was
eine
Verstärkung des Rundrückens
bewirkt
habe. Dies alles führe dazu, dass eine leichte Tätigkeit in
wechselnder Körperhaltung ohne Heben/Tragen von Lasten und ohne Rumpfbeuge nicht mehr vollschichtig zugemutet werden könne
, auch weil eine solche Tätigkeit zulasten der Restgesundheit gehen würde
(vgl. auch die Angaben vom
4.
Juli 2018, Urk. 6/10/135)
.
4.
4.1
Das
Z.___
-Gutachten vom 15. April 2019 (vgl. E. 3.1
hievor
) entspricht den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise. So ist es für die streitigen Belange umfassend, gibt es doch Antwort auf die Frage nach dem Gesundheitszustand und der verbleibenden Arbeitsfähigkeit
des
Beschwerdefüh
rer
s
. Es beruht sodann auf den notwendigen int
ernistischen, orthopädischen, neuropsychologischen und
psychiatrischen Untersuchungen. Die Gutachter berücksichtigten detailliert die geklagten Beschwerden und setzten sich damit auseinander (Urk.
6/19/2-77 S.
20 f., S. 27, S. 37 f., S. 41 f.,
S.
46, S. 50 f., S. 54 ff., S. 63 f.
). Die Expertise wurde sodann in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abgegeben, wobei sich die Gutachter zur Krankheitsentwicklung äusserten und Bezug auf die medizinischen
Vorakten
nahmen (S.
3 ff., S. 14 ff
.
, S. 34 ff., S.
63
)
.
Schliesslich leuchtet die Expertise in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
und die Schlussfolgerungen
im Gutachten
sind begründet.
In diesem Sinne ging
die orthopädische Gutachterin Dr.
B.___
nachvollziehbar von einem rezidivierenden
Thorakolumbalsyndrom
bei knöchern konsolidierter asymmetrisch rechtsbetonter inkompletter Deckplattenimpressionsfraktur
von LWK 1 sowie
einem
rezidivierenden
Thorakalsy
ndrom
bei Keilwirbelbildung BWK
7 und 8
aus, wob
ei in der angestammten Tätigkeit als
mehrheitlich im Aus
sendienst tätiger
SAP Senior Consultant
eine Arbeitsfähigkeit von 70 % vorliegt. In einer
angepassten Tätigkeit mit körperlich leichten und wechselbelastenden Verrichtungen ohne
Zwangshaltungen der Wirbelsäule und
ohne häufiges Bücken respektive
als
über
wiegend im Innendienst tätiger
SAP Senior Consultant besteht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Dies bei insgesamt vergleichsweise diskre
ten Befunden
(S. 28 ff.)
.
Den übrigen chirurgisch-orthopädisch gestellten Diagnosen – namentlich der lumbale
n
Skoliose,
Coxarthrose
und
Arthrose
der
Akromioklavikulargelenke
– kommen
gemäss
der schlüssigen Einschätzung von
Dr.
B.___
keine die Arbeitsfähigkeit einschränkende Auswirkungen zu (S. 36, S. 39).
Dasselbe gilt auch
bezüglich der Nackenschmerzen, welche bereits im Mai 2018 eingehend abgeklärt worden waren (S. 9, S. 21, S. 65 f., S. 67, S. 75; vgl. auch
Urk.
6/10/116 f.,
Urk.
6/10/134 f.).
Dr.
A.___
verneinte in
nachvollzieh
barer
Weise unter Hinweis auf den Verdacht auf Leistenhoden links und
eine
Hodenhypoplasie rechts sowie eine leichte
Rhinoconjunktivitis
allergica
internis
tische Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 26). Unter
neuro
psychologischen
Gesichtspunkten beschrieb
dipl.
p
sych.
G.___
einleuchtend, dass
sich
die festgestellten leichten Aufmerksamkeitseinbussen nicht nachteilig auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (S. 46). Dr.
C.___
stellte in psychiatrischer Hinsicht
nachvollziehbar
einzig die Verdachtsdiagnose auf gefährlichen
Gebrauch von Alkohol,
welche
r sie
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
bei
mass (S. 60).
Die Expertise erfüllt demnach die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c), weshalb für die
Entscheidfindung
darauf abzustellen ist.
4
.2
An dieser Beurteilung vermag der Bericht von Dr.
E.___
vom 23. Juli 2019 (vgl. E. 3.3
hievor
) nichts zu ändern. Die vom behandelnden Arzt
erwähnten
Befunde
wurden
im Rahmen der
Z.___
-Begutachtung
eingehend berücksichtigt (Urk. 6/19/2-77 S.
37 f.)
. Eine Veränderung des Gesundheitszustands seit der gut
achterlichen Exploration wur
de von Dr.
E.___
nicht thematisiert
.
Die identische frühere Arbeitsunfähigkeitseinschätzung von
Dr.
E.___
vom 4. Juli 2018 (
Urk.
6/10/135) war den Gutachtern bei ihrer Beurteilung bekannt (S. 11), wie auch die entsprechende Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers (S. 28). Bezüglich der Angaben von
Dr.
E.___
ist sodann
die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Ebenso wenig vermag der Beschwerdeführer aus
s
einem Einwand, seitens von
Y.___
könne der Schonarbeitsplatz nicht l
änger
fristig angeboten werden (Urk. 1
; vgl. auch Urk. 3/1
), et
wa
s zu seinen Gunsten abzuleiten. Der Beschwer
deführer ist gestützt auf die gutachterliche Beurteilung in einer
Verweistätigkeit
zu 100 % arbeitsfähig.
Der Umstand, dass der Beschwerdeführer bei seiner bishe
rigen Arbeitgeberin eine leidensangepasste Tätigkeit nicht in einem 100 %-Pensum ausüben kann, ist bei
der Ermittlung
des Invaliditätsgrads (vgl. E. 1.2
f.
hievor
) nicht relevant.
Mit anderen Worten hat der Beschwerdeführer unter
inva
lidenversicherungsrechtlichen Gesichtspunkten keinen Anspruch
darauf, dass er
unter Entschädigung einer entsprechenden Lohneinbusse
weiterhin bei seiner bisherigen Arbeitgeberin tätig sein
kann, wenn bei dieser die Ausübung einer ange
passten Tätigkeit in einem Vollzeitpensum nicht möglich ist.
4.3
Nach dem Gesagten steht fest, dass der Beschwerdeführer
seit 9. April 2018 in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V
28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
5.2.2
Das vom Beschwerdeführer
bei
Y.___
in den Jahren vor dem Bootsunfall erzielte Einkommen
unterliegt teilweise nicht unerheblichen Schwankungen (Urk. 6/8), weshalb bei der Ermittlung des
Validenlohns
auf den Durchschnitts
wert
mehrerer Jahre
abzustellen ist.
Geht man vorliegend zugunsten des Beschwerdeführers jedoch vom Einkommen nur des Jahres 2016 vor Eintritt des Gesundheitsschadens aus, welches zudem das höchste ist
,
und passt dieses der
Nominallohnentwicklung
für das relevante Jahr 2019 (
Bundesamt für Statistik
[BFS], T1.1.10, Nominallohnindex
,
Männer, 2011-2018; Veränderung im Jahr 2017: 0.4, 2018: 0.5, 2019:
0.5)
an,
resultiert
ein
Validenlohn
von Fr.
210
'
942.7
8.
5.3
5.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh
ne gemäss den vom BFS
periodisch herausgegebenen Lohnstrukturer
hebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktu
ellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur
Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkre
ten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.3.2
Das Invalideneinkomme
n ist gestützt auf die LSE 2016 zu ermitteln,
da
aufgrund der Angaben
von
Y.___
vom 18. Juli 2019 (Urk. 3/1) nicht davon ausgegangen werden kann, dass der
Beschwerdeführer seine
angepasste Tätigkeit bei
Y.___
in
s
einem
bisherigen
Pensum von
70 %
- geschweige denn in einem Pensum von 10
0 %
-
längerfristig
ausüben kann. Da dem Besc
hwerdeführer körperlich leichte und
wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule und
ohne
häufiges Bücken zu 100 % zumutbar
sind
(vgl. E. 3.1
hievor
)
und aufgrund der langjährigen Berufserfahrung als IT-Berater
, ist auf
den Tabellenlohn von a
kademische
n und vergleichbaren
Fa
chkräfte
n
in der Informations- und
Kommunikationstechnologie abzustellen und von einem monatliche
n Invaliden
lohn von Fr. 10'538.--
auszugehen (BFS, T17,
Monatlicher Bruttolohn
[
Zentral
wert
]
nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht
,
Privater und öffentlicher Sektor
[
Bund, Kantone, Bezirke, Gemeinden, Körperschaften
]
zusammen
, Akade
mische Berufe, Ziff. 25, Total Männer >50 Jahre). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung und der betriebsüblichen Arbeitszeit (BFS,
T 03.02.03.01.04.01,
Betriebsübliche
Arbeitszeit
nach Wirtschaftsabteilungen
, Sektor III, Ziff. 62-63 Informationstechnologische und
Informationsdienstl
.) resultiert für das relevante Jahr 2019 ein Invalidenlohn von Fr. 132'402
.2
5.
5.4
Unter Berücksichtigung einer Einkommenseinbusse von
78'540.55
(Fr.
210
'
942
.78
– Fr. 132
'
402
.25
) resultiert bei einem 100 %-Pensum in ange
passter Tätigkeit ein rentenausschliess
ender Invaliditätsgrad von 3
7
%
(vgl. E. 1.2
hievor
).
Abzüge vom Tabellenlohn fallen nicht in Betracht.
Ob angesicht
s des bisherigen Verdienstes alle
nfalls ein höheres Invalideneinkom
men anzurechnen wäre
,
kann
offen bleiben
.
Im Ergebnis erweist sich die angefochtene Verfügung damit als rechtens. Die Beschwerde ist abzuweisen.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie de
m
Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt
. Rechnung und Einzahlungsschein werden dem Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubSchleiffer Marais