# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 812f68ee-d0c5-5c40-904d-0d4bbbf7db59
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-01-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.01.2014 A-1428/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1428-2013_2014-01-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung I 

A-1428/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  J a n u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 

Richter Michael Beusch, Richterin Salome Zimmermann,    

Gerichtsschreiber Beat König. 

 

 
 

Parteien 

 
A._______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 

 
Eidgenössische Erlasskommission für die direkte Bun-

dessteuer (EEK),  

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Erlass der direkten Bundessteuer. 

 

 

A-1428/2013 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A._______ (im Folgenden: der Steuerpflichtige bzw. der Beschwerdefüh-

rer) wurde für die direkte Bundessteuer des Jahres 2003 mit einer Steuer 

von Fr. 11'146.50 rechtskräftig veranlagt. Mit Gesuch vom 18. August 

2008 beantragte er beim Steueramt des Kantons B._______ einen voll-

ständigen Erlass dieser Steuer. 

B.  

Die für das Gesuch zuständige Eidgenössische Erlasskommission für die 

direkte Bundessteuer (EEK) wies das Gesuch mit Entscheid vom 

28. Februar 2013 ab, wobei jedoch der bis zum Datum des Entscheids 

aufgelaufene Verzugszins erlassen wurde. 

C.  

Mit Eingabe vom 18. März 2013 erhob der Steuerpflichtige Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht und beantragt sinngemäss die Aufhe-

bung des vorinstanzlichen Entscheids. 

Mit Eingabe vom 26. März 2013 stellt der Beschwerdeführer zudem ein 

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 21. Mai 2013 hiess das Bundesverwaltungs-

gericht namentlich gestützt auf Unterlagen, welche der Beschwerdeführer 

mit Schreiben vom 13. Mai 2013 auf entsprechende Aufforderung hin ein-

gereicht hatte (vgl. Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts 

vom 8. Mai 2013), das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege gut. 

E.  

In ihrer Vernehmlassung vom 24. Juni 2013 beantragt die EEK die kos-

tenfällige Abweisung der Beschwerde. 

F.  

Soweit entscheidrelevant wird auf die Begründung der Eingaben an das 

Bundesverwaltungsgericht im Rahmen der Erwägungen näher eingegan-

gen. 

 

A-1428/2013 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist für die Beurteilung von Beschwer-

den gegen Entscheide der EEK zuständig (Art. 31 des Bundesgesetzes 

vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht [Verwaltungsge-

richtsgesetz, VGG, SR 173.32], Art. 32 e contrario und Art. 33 Bst. f 

VGG). Soweit das VGG nichts anderes bestimmt, richtet sich das Verfah-

ren gemäss dessen Art. 37 nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Auf die form- 

und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Die subjektive Beweislast besteht in der Verpflichtung einer Partei, ei-

ne Tatsache zu beweisen. Die in Betracht fallende Prozesspartei hat die 

zur Beweisführung geeigneten Beweismittel zu nennen und allenfalls zu 

beschaffen (sog. Beweisführungslast; ERNST BLUMENSTEIN/PETER LO-

CHER, System des schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, 

S. 453 f.). Dementsprechend muss das Erlassgesuch mit den nötigen 

Beweismitteln schriftlich begründet eingereicht werden (Art. 167 Abs. 2 

des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundes-

steuer [DBG, SR 642.11]). Überdies obliegt dem Gesuchsteller im Rah-

men seiner Verfahrenspflichten, den Erlassbehörden Auskunft über seine 

wirtschaftlichen Verhältnisse zu erteilen (Art. 18 der Verordnung des Eid-

genössischen Finanzdepartements [EFD] vom 19. Dezember 1994 über 

die Behandlung von Erlassgesuchen für die direkte Bundessteuer [Steu-

ererlassverordnung, SR 642.121]; vgl. Urteile des Bundesverwaltungsge-

richts A-3888/2013 vom 18. November 2013 E. 1.2, A-430/2012 vom 

27. Juli 2012 E. 1.2). 

1.3 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid 

grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Der Beschwerdeführer kann 

neben der Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der un-

richtigen oder unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge der Unangemessenheit er-

heben (Art. 49 Bst. c VwVG). Jedoch ist es grundsätzlich nicht Sache der 

Rechtsmittelbehörden, den für den Entscheid erheblichen Sachverhalt 

von Grund auf zu ermitteln und über die tatsächlichen Vorbringen der 

Parteien hinaus den Sachverhalt vollkommen neu zu erforschen. Viel-

mehr geht es in diesem Verfahren darum, den von den Vorinstanzen er-

mittelten Sachverhalt zu überprüfen und allenfalls zu berichtigen oder zu 

ergänzen (statt vieler: Urteile des Bundesverwaltungsge-

A-1428/2013 

Seite 4 

richts A-3888/2013 vom 18. November 2013 E. 1.3, A-430/2012 vom 

27. Juli 2012 E. 1.3, A-3626/2009 vom 7. Juli 2010 E. 1.2, A-7164/2007 

vom 3. Juni 2010 E. 1.5, A-310/2009 vom 7. Mai 2010 E. 1.4). 

2.  

2.1 Der steuerpflichtigen Person, für die infolge einer Notlage die Be-

zahlung der Steuer, eines Zinses oder einer Busse wegen Übertretung 

eine grosse Härte bedeuten würde, können die geschuldeten Beträge 

ganz oder teilweise erlassen werden (Art. 167 Abs. 1 DBG). Diese Be-

stimmung wird in der Steuererlassverordnung konkretisiert. 

2.2  

2.2.1 Der Steuererlass stellt den Verzicht des Gemeinwesens auf einen 

ihm zustehenden steuerrechtlichen Anspruch dar, mit welchem das öffent-

liche Vermögen vermindert wird (MICHAEL BEUSCH, Der Untergang der 

Steuerforderung, Zürich 2012, S. 188). 

2.2.2 Ziel und Zweck des Steuererlasses ist es, zu einer langfristigen und 

dauernden Sanierung der wirtschaftlichen Lage der steuerpflichtigen Per-

son beizutragen. Bestimmungsgemäss hat er demzufolge der steuer-

pflichtigen Person selbst und nicht ihren Gläubigern zugute zu kommen 

(Art. 1 Abs. 1 Steuererlassverordnung). Dies bedeutet, dass auch bei Vor-

liegen einer Notlage (vgl. unten E. 2.6) von einem Erlass abgesehen wer-

den muss, wenn die Mittel der steuerpflichtigen Person in absehbarer Zeit 

nicht zur Befriedigung der Gläubiger ausreichen werden. Bei einem Ver-

zicht der Steuerbehörden würde in so einem Fall nämlich nicht sie selbst 

profitieren, sondern primär ihre übrigen Gläubiger, welche beim Zugriff auf 

das pfändbare Einkommen und Vermögen einen Konkurrenten verlieren 

würden. Dies widerspräche Ziel und Zweck des Steuererlasses (statt vie-

ler: Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-3888/2013 vom 18. No-

vember 2013 E. 2.2.2, A-430/2012 vom 27. Juli 2012 E. 2.2.2, 

A-3232/2011 vom 23. April 2012 E. 2.2.2; vgl. MARTIN ZWEIFEL/HUGO CA-

SANOVA, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, Direkte Steuern, Zürich 

2008, § 31 N. 16). 

2.2.3 Die Gründe für einen Erlass liegen letztlich stets in der „Person“ des 

Steuerschuldners: Diese soll aus humanitären, sozialpolitischen oder 

volkswirtschaftlichen Gründen nicht in ihrer wirtschaftlichen Existenz ge-

fährdet werden (BVGE 2009/45 E. 2.2). Aus Gründen der rechtsgleichen 

Behandlung der Steuerpflichtigen (Art. 8 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) 

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Seite 5 

muss der Steuererlass aber seltene Ausnahme bleiben, welche nur unter 

bestimmten Voraussetzungen gewährt werden kann (vgl. MICHAEL 

BEUSCH, in: Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen 

Steuerrecht, Bd. I/2a+b, 2. Aufl., Basel 2008 [Komm. DBG], N. 6 zu 

Art. 167 DBG). Ein Erlass ist ausnahmslos nur dann zulässig, wenn er 

gesetzlich vorgesehen ist. Undenkbar ist deshalb insbesondere ein "gna-

denweiser" Erlass über den gesetzlich geregelten hinaus (vgl. MICHAEL 

BEUSCH, in: Martin Kocher/Diego Clavadetscher [Hrsg.], Kommentar zum 

Zollgesetz [ZG], Bern 2009, N. 17 zu Art. 86 ZG). 

2.2.4 Sind die objektiven (vgl. E. 2.3 f.) und subjektiven (vgl. E. 2.5 ff.) 

Voraussetzungen erfüllt, so besteht gemäss klarem Wortlaut von Art. 2 

Abs. 1 Steuererlassverordnung und gemäss ständiger Rechtsprechung 

des Bundesverwaltungsgerichts ein öffentlich-rechtlicher Anspruch auf 

dessen Gewährung (vgl. BVGE 2009/45 E. 2.2; Urteile des Bundesver-

waltungsgerichts A-3888/2013 vom 18. November 2013 E. 2.2.4, 

A-430/2012 vom 27. Juli 2012 E. 2.2.4, A-7668/2010 vom 22. September 

2011 E. 2.2, A-5975/2007 vom 28. Juni 2010 E. 2.2, alle auch zum Fol-

genden).  

2.3 Der Steuererlass gehört nicht zur Steuerveranlagung, sondern zum 

Steuerbezug (bzw. zur Steuervollstreckung). Ein Erlass kann nur erfol-

gen, wenn die Veranlagung abgeschlossen ist und eine rechtskräftig fest-

gesetzte Steuer vorliegt, die noch nicht bezahlt ist (vgl. Art. 7 Abs. 2 

Steuererlassverordnung; objektive Voraussetzungen; PIERRE CURCHOD, 

in: Danielle Yersin/Yves Noël [Hrsg.], Impôt fédéral direct – Commentaire 

de la loi sur l'impôt fédéral direct, Basel 2008, N. 1 und 15 zu Art. 167 

DBG). Im Erlassverfahren ist demnach ausschliesslich zu prüfen, ob die 

gesetzlich statuierten Erlassvoraussetzungen erfüllt sind. In einem sol-

chen Verfahren kann es nicht um die Revision der Veranlagung und um 

die Begründetheit der Steuerforderung gehen (Art. 1 Abs. 2 Steuererlass-

verordnung). Die Erlassbehörde ist denn auch nicht befugt, Letztere 

nachzuprüfen (BVGE 2009/45 E. 2.3; Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts A-7164/2007 vom 3. Juni 2010 E. 2.3; vgl. FELIX RICHNER/WALTER 

FREI/STEFAN KAUFMANN/HANS ULRICH MEUTER, Handkommentar zum 

DBG, 2. Aufl., Zürich 2009, N. 3 zu Art. 167 DBG; BEUSCH, Komm. DBG, 

N. 7 und 12 f. zu Art. 167 DBG). 

2.4 Gegenstand eines Erlassgesuches können Steuern (inkl. Nachsteu-

ern) sein sowie Zinsen oder Bussen wegen Verfahrensverletzungen oder 

Übertretungen (Art. 7 Abs. 1 Bst. a-c Steuererlassverordnung). Die Auf-

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Seite 6 

zählung ist abschliessend (vgl. BEUSCH, Komm. DBG, N. 10 zu Art. 167 

DBG). 

2.5 Das Gesetz nennt zwei subjektive Voraussetzungen, die einen Erlass 

der geschuldeten Abgaben zu rechtfertigen vermögen. Es sind dies das 

Vorliegen einer Notlage und die grosse Härte (vgl. Art. 167 Abs. 1 DBG, 

oben E. 2.1). Wenngleich es zu deren Bestimmung objektive Prüfpunkte 

gibt, sind diese Voraussetzungen bei jedem Steuerpflichtigen anhand 

sämtlicher Umstände des konkreten Einzelfalles abzuklären (vgl. BEUSCH, 

Komm. DBG, N. 13 zu Art. 167 DBG). 

2.6  

2.6.1 Die erste im Gesetz genannte Voraussetzung – das Vorliegen einer 

Notlage – wird in Art. 9 Abs. 1 Steuererlassverordnung konkretisiert 

(BVGE 2009/45 E. 2.6, auch zum Folgenden). 

2.6.2 Demnach liegt eine solche vor, wenn der ganze geschuldete Betrag 

in einem Missverhältnis zur finanziellen Leistungsfähigkeit der steuer-

pflichtigen Person steht. Bei natürlichen Personen ist ein Missverhältnis 

dann gegeben, wenn die Steuerschuld trotz Einschränkung der Lebens-

haltungskosten auf das Existenzminimum in absehbarer Zeit nicht vollum-

fänglich beglichen werden kann (Art. 9 Abs. 1 Steuererlassverordnung).  

Unter Vorbehalt von Art. 10 Steuererlassverordnung ist es unerheblich, 

aus welchem Grund die steuerpflichtige Person in die geltend gemachte 

Notlage geraten ist (Art. 2 Abs. 2 Steuererlassverordnung). Dieser Vorbe-

halt bezieht sich – entgegen der zu unpräzisen Nennung – nur auf Art. 10 

Abs. 2 Steuererlassverordnung (zu dieser Bestimmung sogleich E. 2.6.3; 

vgl. BEUSCH, Komm. DBG, N. 14 zu Art. 167 DBG). Mögliche Ursachen 

für eine derartige Notlage werden beispielhaft in Art. 10 Abs. 1 Steuerer-

lassverordnung genannt. Dazu gehört unter anderem eine wesentliche 

Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse der steuerpflichtigen 

Person seit der Veranlagung, auf die sich das Erlassgesuch bezieht, zu-

folge längerer Arbeitslosigkeit, drückender Familienlasten oder Unter-

haltspflichten (Art. 10 Abs. 1 Bst. a Steuererlassverordnung). Weiter wird 

auch eine starke Überschuldung als Folge von ausserordentlichen Auf-

wendungen, die in den persönlichen Verhältnissen begründet sind und für 

die die steuerpflichtige Person nicht einzustehen hat, als Ursache ge-

nannt (Art. 10 Abs. 1 Bst. b Steuererlassverordnung). 

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Seite 7 

2.6.3 Eine einschränkende Ausnahme vom Grundsatz, wonach es auf die 

Ursache der Notlage nicht ankommt, enthält Art. 10 Abs. 2 Steuererlass-

verordnung. Liegen nämlich für die Überschuldung andere Gründe vor, 

als die in Art. 10 Abs. 1 Steuererlassverordnung genannten – insbesonde-

re geschäftliche Misserfolge, hohe Grundpfandschulden, Kleinkredit-

schulden als Folge eines überhöhten Lebensstandards usw. – so ist ein 

Erlass der Steuerschuld zugunsten anderer Gläubiger in jedem Fall aus-

geschlossen bzw. nur in demselben prozentualen Umfang möglich, wie 

andere Gläubiger ganz oder teilweise auf ihre Forderungen verzichten 

(Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung; vgl. auch BEUSCH, Komm. DBG, 

N. 15 f. zu Art. 167 DBG). Durch das Erfordernis eines gleichwertigen 

Verzichts der übrigen Gläubiger wird dem Grundsatz von Art. 1 Abs. 1 

Steuererlassverordnung, wonach ein Steuererlass nicht den anderen 

Gläubigern zugutekommen darf, Rechnung getragen (vgl. E. 2.2.2). Bei 

einem gleichwertigen Verzicht tragen sämtliche Gläubiger gleichermas-

sen zur Sanierung der wirtschaftlichen Lage des Schuldners bei, womit 

auch ausschliesslich dieser von einem Erlass profitiert.  

2.6.4 Die zu einem Erlass berechtigende Notlage setzt nicht voraus, dass 

die steuerpflichtige Person einen Anspruch auf Sozialhilfe hat oder sich 

gar auf das Recht auf Hilfe in Notlagen (Art. 12 BV) berufen können muss 

(vgl. BEUSCH, Komm. DBG, N. 17 zu Art. 167 DBG). 

2.7  

2.7.1 Die zweite in Art. 167 Abs. 1 DBG statuierte Voraussetzung ver-

langt, dass die Notlage zu einer grossen Härte für die steuerpflichtige 

Person führt. Die beiden genannten Voraussetzungen lassen sich nicht 

scharf voneinander abgrenzen, sondern überschneiden sich weitgehend 

(vgl. BEUSCH, Komm. DBG, N. 18 zu Art. 167 DBG). Während das Kriteri-

um der Notlage ausschliesslich die wirtschaftliche Lage des Schuldners 

bzw. der Schuldnerin berücksichtigt, können unter dem Aspekt der gros-

sen Härte auch andere Umstände massgebend sein, namentlich Billig-

keitserwägungen (BVGE 2009/45 E. 2.7; ZWEIFEL/CASANOVA, a.a.O., § 31 

N. 13 und 19). 

Eine grosse Härte kann etwa aus der anhaltenden Verschlechterung der 

wirtschaftlichen Verhältnisse seit der Veranlagung resultieren oder sich 

aus den besonderen Ursachen der Notlage ergeben. Dies trifft etwa zu, 

wenn die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen Person 

durch besondere Umstände wie aussergewöhnliche Belastungen durch 

den Unterhalt der Familie, dauernde Arbeitslosigkeit oder Krankheit, Un-

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Seite 8 

glücksfälle usw. erheblich beeinträchtigt wird (BVGE 2009/45 E. 2.7.1; Ur-

teile des Bundesverwaltungsgerichts A-3888/2013 vom 18. November 

2013 E. 2.7.1, A-430/2012 vom 27. Juli 2012 E. 2.7.1, A-6866/2008 vom 

2. März 2011 E. 2.8, A-4478/2009 vom 13. Juli 2010 E. 2.7.1; ZWEI-

FEL/CASANOVA, a.a.O., § 31 N. 14). 

2.7.2 Da die zu einem Erlass berechtigende Notlage nicht den Bezug von 

Sozialhilfe voraussetzt (vgl. E. 2.6.4), schliesst das Vorhandensein von 

Vermögen die Gewährung eines Erlasses nicht von vornherein aus. Ein 

Steuererlass kann daher gewährt werden, bevor die letzten Ersparnisse 

der gesuchstellenden Person aufgebraucht sind. Dies gilt insbesondere 

für nicht erwerbstätige Gesuchstellende (vgl. RICHNER/FREI/KAUF-

MANN/MEUTER, a.a.O., N. 21 zu Art. 167 DBG). Die Nichtgewährung eines 

Erlasses würde eine grosse Härte bedeuten, wenn die Belastung oder 

Verwertung des zum Verkehrswert berechneten Vermögens nicht zumut-

bar ist (vgl. Art. 11 Abs. 1 Steuererlassverordnung). Dies ist etwa dann 

der Fall, wenn ältere Steuerpflichtige ohne Erwerbseinkünfte und anderes 

Vermögen ihr selbstbewohntes und (weitgehend) hypothekenfreies 

Wohneigentum belasten oder veräussern müssten (vgl. BEUSCH, Komm. 

DBG, N. 19 zu Art. 167 DBG; CURCHOD, a.a.O., N. 13 zu Art. 167 DBG). 

Handelt es sich beim Vermögen um einen unentbehrlichen Bestandteil 

der Altersvorsorge, kann die Steuer ganz oder teilweise erlassen werden. 

Anwartschaften und nicht frei verfügbare Austrittsleistungen gemäss dem 

Bundesgesetz vom 17. Dezember 1993 über die Freizügigkeit in der be-

ruflichen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (Freizügigkeits-

gesetz, FZG, SR 831.42) bleiben bei der Vermögensberechnung unbe-

rücksichtigt (Art. 11 Abs. 2 Steuererlassverordnung; vgl. zum Ganzen Ur-

teil des Bundesverwaltungsgerichts A-3888/2013 vom 18. November 

2013 E. 2.7.2, A-430/2012 vom 27. Juli 2012 E. 2.7.2, A-7164/2007 vom 

3. Juni 2010 E. 2.6 f.). 

2.8 Beim Entscheid über einen Steuererlass sind die gesamten wirt-

schaftlichen Verhältnisse der steuerpflichtigen Person zu berücksichtigen. 

Massgebend ist dabei in erster Linie die Situation im Zeitpunkt des Ent-

scheids, daneben auch die Entwicklung seit der Veranlagung, auf die sich 

das Erlassbegehren bezieht, sowie die Aussichten für die Zukunft (Art. 3 

Abs. 1 Steuererlassverordnung; RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, 

a.a.O., N. 22 zu Art. 167 DBG; BEUSCH, Komm. DBG, N. 27 zu Art. 167 

DBG). 

A-1428/2013 

Seite 9 

Die Behörde hat zu prüfen, ob für die steuerpflichtige Person Ein-

schränkungen der Lebenshaltung geboten und zumutbar sind oder gewe-

sen wären. Einschränkungen gelten grundsätzlich als zumutbar, wenn die 

Auslagen die nach den Ansätzen für die Berechnung des betreibungs-

rechtlichen Existenzminimums (gemäss Art. 93 des Bundesgesetzes vom 

11. April 1889 über Schuldbetreibung und Konkurs [SchKG, SR 281.1]) 

sich ergebenden Lebenshaltungskosten übersteigen (Art. 3 Abs. 2 Steu-

ererlassverordnung); mit anderen Worten werden nur die notwendigen 

Lebenshaltungskosten berücksichtigt. Wäre der steuerpflichtigen Person 

im Zeitpunkt der Fälligkeit eine fristgerechte Zahlung möglich gewesen, 

so ist dies im Erlassentscheid zu berücksichtigen (Art. 3 Abs. 3 Steuerer-

lassverordnung). 

3.  

3.1 In seiner Eingabe 18. März 2013 verlangt der Beschwerdeführer 

sinngemäss eine Überprüfung des vorinstanzlichen Entscheids und die 

Aufhebung desselben.  

3.2  

3.2.1 Mit Entscheid vom 28. Februar 2013 hat die EEK festgestellt, dass 

sich der Steuerpflichtige zwar in einer Notlage im Sinne von Art. 9 Abs. 1 

Steuererlassverordnung befinde. Ein Steuererlass sei jedoch mangels ak-

tenkundiger Forderungsverzichte oder sonstiger Sanierungsvereinbarun-

gen betreffend Ansprüche von anderen Gläubigern ausgeschlossen. Es 

komme hinzu, dass die Erfüllung der vorliegenden Steuerschuld den Be-

schwerdeführer nicht in den Ruin treibe und zudem zur Zeit offen sei, ob 

sowie gegebenenfalls in welchem Umfang er Renten der Invalidenversi-

cherung erhalten werde.  

Dem hält der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdebegründung entge-

gen, es sei nicht nachzuvollziehen, weshalb ihm trotz des fehlenden Ein-

kommens und einer lang andauernden Arbeitsunfähigkeit kein Steuerer-

lass gewährt werde. Da ein finanzieller Ruin erwiesenermassen unmittel-

bar bevorstehe, sei eine Notlage gegeben.  

In ihrer Vernehmlassung vom 24. Juni 2013 hält die Vorinstanz an ihrer 

Auffassung fest. Ergänzend führt sie insbesondere aus, angesichts von 

Schulden in der Höhe von über Fr. 110'000.- würde ein Steuererlass kei-

ne wesentliche Verbesserung der wirtschaftlichen Situation des Be-

schwerdeführers bewirken.  

A-1428/2013 

Seite 10 

3.2.2 Gemäss den Angaben, welche der Beschwerdeführer im Zusam-

menhang mit seinem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege machte, 

verfügt er über kein monatliches Einkommen, erzielt seine Ehefrau ein 

Einkommen von rund Fr. 2'400.- (inkl. Kinderzulagen) und wird die Fami-

lie überdies von der Schwiegermutter mit einem monatlichen Betrag von 

rund Fr. 1'000.- unterstützt. Wie in der Zwischenverfügung des Bundes-

verwaltungsgerichts vom 21. Mai 2013 ausgeführt, wird die Richtigkeit der 

Angaben hinsichtlich des erzielten Einkommens aus Arbeitserwerb bzw. 

eines allfälligen Ersatzeinkommens durch die Schlussrechnung der 

Staats- und Gemeindesteuern 2012, das Lohnblatt der Ehefrau vom März 

2013 sowie den Aussteuerungsbescheid an den Beschwerdeführer der 

Arbeitslosenkasse C._______ vom 18. Dezember 2012 gestützt. Mangels 

gegenteiliger Anhaltspunkte in den Akten ist davon auszugehen, dass 

diese Angaben nach wie vor zutreffen. Insbesondere besteht kein Anlass 

für die Annahme, dass dem Beschwerdeführer zwischenzeitlich Leistun-

gen aus der Invalidenversicherung zugesprochen wurden.  

In Bezug auf seine Vermögensverhältnisse gab der Beschwerdeführer – 

ebenfalls im Kontext seines Gesuches um unentgeltliche Rechtspflege – 

an, über kein Vermögen zu verfügen, sondern vielmehr in der Höhe von 

Fr. 116'000.- verschuldet zu sein. Dabei legte er einen aktuellen Betrei-

bungsregisterauszug vom 19. April 2013 bei, dem zu entnehmen ist, dass 

gegen ihn zwölf Verlustscheine im Gesamtbetrag von Fr. 113'315.60 offen 

sind. In der Schlussrechnung der Staats- und Gemeindesteuern 2012 ist 

in Überstimmung mit den Angaben des Beschwerdeführers kein Vermö-

gen ausgewiesen. Auch ohne entsprechende Kontoauszüge ist vor die-

sem Hintergrund hinreichend belegt, dass der Beschwerdeführer über 

kein Vermögen verfügt (vgl. Zwischenverfügung des Bundesverwaltungs-

gerichts vom 21. Mai 2013).  

Mit Blick auf die aufgezeigten Einkommens- und Vermögensverhältnisse 

erscheint der Beschwerdeführer als offensichtlich nicht in der Lage, die 

für das Jahr 2003 geschuldete direkte Bundessteuer zu bezahlen. Dies ist 

zwischen den Parteien denn auch unbestritten.  

3.2.3 Das Bundesverwaltungsgericht verkennt nicht, dass die soeben 

dargelegte finanzielle Situation für den Beschwerdeführer belastend wirkt. 

Indessen muss aber auch berücksichtigt werden, dass der Beschwerde-

führer erhebliche Schulden hat. Allein die auf Verlustscheine entfallenden, 

sich unbestrittenermassen aus Forderungen öffentlicher und teilweise pri-

vater Gläubiger zusammensetzenden Schulden belaufen sich auf insge-

A-1428/2013 

Seite 11 

samt Fr. 113'315.60 (vgl. E. 3.2.2 hiervor und E. 4.3 des angefochtenen 

Entscheids). Es ist offensichtlich, dass ein Erlass der direkten Bundes-

steuer des Jahres 2003 nicht zu einer langfristigen und dauernden Sanie-

rung der wirtschaftlichen Lage des Beschwerdeführers beitragen würde. 

Bei der genannten Schuldenlast ist selbst unter Berücksichtigung des 

Umstandes, dass dem Beschwerdeführer möglicherweise noch Leistun-

gen aus der Invalidenversicherung zugesprochen werden, davon auszu-

gehen, dass der beantragte Steuererlass einzig den übrigen Gläubigern 

zugutekommen würde. Denn es ist weder dargetan noch ersichtlich, dass 

diese Gläubiger auf ihre Forderungen verzichtet haben. Ihre Quote bei 

allfälligen Zahlungen des Schuldners würde sich somit durch den Steuer-

erlass entsprechend erhöhen. In einem solchen Fall ist es dem Staat auf-

grund des klaren Wortlauts von Art. 1 Abs. 1 Steuererlassverordnung so-

wie der ständigen Rechtsprechung (vgl. Urteile des Bundesverwaltungs-

gerichts A-3888/2013 vom 18. November 2013 E. 2.2.2 und E. 3.6, 

A-430/2012 vom 27. Juli 2012 E. 2.2.2 und E. 3.2.4; vorn E. 2.2.2) nicht 

möglich, auf den Bezug der Steuern zu verzichten. 

3.2.4 Angesichts der festgestellten Überschuldung des Beschwerdefüh-

rers ist ein Steuererlass ausgeschlossen. 

4. 

Nach dem Ausgeführten ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Ver-

fahrensausgang wären dem Beschwerdeführer als unterliegender Partei 

grundsätzlich sämtliche Kosten für das Beschwerdeverfahren vor dem 

Bundesverwaltungsgericht aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Weil 

ihm indessen mit Zwischenverfügung vom 21. Mai 2013 die unentgeltli-

che Rechtspflege gewährt wurde, sind keine Verfahrenskosten zu erhe-

ben. 

5. 

Dieser Entscheid kann nicht mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-

gelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 83 

Bst. m des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht 

[BGG, SR 173.110]). 

  

A-1428/2013 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben); 

– die Vorinstanz (Ref.-Nr. […]; Einschreiben). 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Daniel Riedo Beat König 

 

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