# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b301b309-aa30-5106-949e-18b4bbf26dd1
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-04
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 04.09.2017 BK 2017 307
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2017-307_2017-09-04.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 17 307

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 4. September 2017

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichterin Bratschi, Ober-
richter Stucki
Gerichtsschreiber Müller

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigter/Beschwerdeführer

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

Gegenstand Entschädigung

Strafverfahren wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten

Beschwerde gegen die Verfügung des Regionalgerichts Berner 
Jura-Seeland, Einzelgericht, vom 27. Juli 2017 (PEN 16 300)

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Erwägungen:

1. Am 13. April 2017 fand vor dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland (nachfol-
gend: Regionalgericht) die Hauptverhandlung im Strafverfahren gegen A.________ 
(nachfolgend: Beschwerdeführer) wegen Vernachlässigung von Unterhaltspflichten 
statt. Das Verfahren endete mit dem Abschluss einer Vereinbarung zwischen den 
Parteien und wurde eingestellt. Am 27. Juli 2017 verfügte das Regionalgericht, 
dass dem Beschwerdeführer gestützt auf Art. 429 Abs. 1 Bst. a Schweizerische 
Strafprozessordnung (StPO; SR 312) eine Entschädigung von CHF 83.00 für die 
angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte ausgerichtet werde. 

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 31. Juli 2017 (Eingang 
Beschwerdekammer: 2. August 2017) Beschwerde und beantragte eine höhere 
Entschädigung. Zudem stellte er gleichzeitig ein «Gesuch um Erlass der Verfah-
renskosten im Beschwerdeverfahren PEN 16300». Sowohl die Generalstaatsan-
waltschaft am 9. August 2017 als auch das Regionalgericht am 24. August 2017 
verzichteten auf eine Stellungnahme. Kopien der Verzichtserklärungen wurden am 
28. August 2017 an den Beschwerdeführer versandt.

2. Gegen Verfügungen und Beschlüsse sowie Verfahrenshandlungen erstinstanzli-
cher Gerichte kann innert 10 Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt 
werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 396 Abs. 1 StPO; Art. 35 des Gesetzes 
über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts 
[OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch die Nichtausrichtung wei-
tergehender Entschädigungen unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interes-
sen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). 
Auf die form- und fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.

3. Die Begründung der angefochtenen Verfügung lautet – soweit hier von Bedeutung 
– wie folgt:
6. A.________ fordert in seinem Antrag eine Entschädigung für seine finanziellen Auslagen im Ver-

fahren. Auf ein Schmerzensgeld verzichtet er ausdrücklich. ln der detaillierten Auflistung seiner 
Auslagen (Beilage 5) beziffert er seine Auslagen unter „total Ausgaben“ mit CHF 1‘291.00. Als 
einzelne Auslagepositionen sind Postgebühren (insgesamt CHF 83.00), Reisekosten (insgesamt 
CHF 364.00) und Arbeitsausfallentschädigungen (insgesamt CHF 310.00) aufgeführt. Zusam-
mengezählt ergeben die Auslagepositionen aber richtigerweise CHF 757.00 und nicht 
CHF 1‘291.00, wie angegeben. 

7. Das Gesetz sieht eine Entschädigung Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO ausdrücklich nur für die ange-
messene Ausübung der Verfahrensrechte vor. Dies bedeutet verkürzt gesagt, dass sich sowohl 
der Beizug eines Verteidigers als auch der von diesem betriebene Aufwand als angemessen dar-
stellen müssen. Gemäss Botschaft ist eine solche Angemessenheit hinsichtlich des Beizugs eines 
Verteidigers dann gegeben, wenn die beschuldigte Person aufgrund der Schwere des Tatvorwurfs 
und dem Grad der Komplexität des Sachverhalts sowie nach den persönlichen Verhältnissen ob-
jektiv begründeten Anlass hatte, einen Anwalt beizuziehen (BSK StPO, Art. 429 StPO N 13.). In 
der Praxis wird grundsätzlich nur eine Entschädigung für die Aufwendungen zur angemessenen 
Ausübung der Verfahrensrechte gesprochen, wenn der Beschuldigte anwaltlich vertreten ist. 

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Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird einer Partei, die sich selber vertritt, nur aus-
nahmsweise eine Entschädigung zugesprochen, wenn besondere Verhältnisse vorliegen. Nach 
der Praxis des Bundesgerichts lagen solche besonderen Verhältnisse etwa dann vor, wenn es 
sich um eine komplizierte Sache mit hohem Streitwert handelt und die lnteressenwahrung einen 
hohen Arbeitsaufwand notwendig macht, der den Rahmen dessen überschreitet, was der Einzelne 
üblicher- und zumutbarerweise nebenbei zur Besorgung der persönlichen Angelegenheiten auf 
sich zu nehmen hat (BGE 125 ll 518 E. 5b m.w.H.). 

8. A.________ hat sich im vorliegenden Verfahren nicht anwaltlich vertreten lassen. Gemäss oben 
genannter Rechtsprechung ist ihm folglich nur eine Entschädigung zuzusprechen, wenn es die 
besonderen Umstände des Verfahrens rechtfertigen. Das Gericht stellt fest, dass der vorliegende 
Sachverhalt keine besondere Komplexität aufweist und kein besonders hoher notwendiger Ar-
beitsaufwand ersichtlich ist, der eine Entschädigung im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO be-
gründen würde. Betreffend die von A.________ geltend gemachten Postgebühren kann aber fest-
gestellt werden, dass ihm diese entschädigt würden, hätte er sich anwaltlich vertreten lassen. in-
sofern rechtfertigt sich vorliegend, A.________ eine Entschädigung im Sinne von Art. 429 Abs. 1 
lit. a StPO für Auslagen von insgesamt CHF 83.00 auszurichten. 

9. Als Entschädigung wirtschaftlicher Einbussen im Sinne von Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO werden 
grundsätzlich Lohn und Erwerbseinbussen, die wegen Freiheitsentzuges oder der Beteiligung an 
den Verfahrenshandlungen erlitten wurden, insbesondere auch etwa die durch das Verfahren ver-
ursachten Reisekosten, entschädigt. Bei geringfügigen Aufwendungen kann das Gericht von einer 
Entschädigung absehen (Art. 430 Abs. 1 lit. c StPO). Vorliegend macht A.________ unter diesem 
Titel Reisekosten von insgesamt CHF 364.00 und Arbeitsausfallentschädigungen von insgesamt 
CHF 310.00 geltend. Zu den Reisekosten stellt das Gericht fest, dass der Verhandlungstermin 
nach den Wünschen von A.________ festgesetzt wurde, da er im Zeitraum der Verhandlung für 
eine medizinische Behandlung in die Schweiz reisen musste. Daher fehlt es am kausalen Zu-
sammenhang zwischen dem Wirken der Strafverfolgungsbehörden und den Reisekosten, welcher 
für eine Entschädigung notwendig ist. Zur beantragten Arbeitsausfallentschädigung stellt das Ge-
richt fest, dass die geltend gemachten Aufwendungen den Rahmen nicht überschreiten, was Ein-
zelne üblicher- und zumutbarerweise nebenbei zur Besorgung der persönlichen Angelegenheiten 
auf sich zu nehmen haben. Ein Lohnausfall ist zudem nicht belegt und aufgrund der Geringfügig-
keit der Aufwendungen auch nicht ersichtlich. Es sieht daher in Anwendung von Art. 430 Abs. 1 lit. 
c StPO von einer Entschädigung ab. 

10. Weitergehende Aufwendungen sind in der Stellungnahme von A.________ nicht genügend sub-
stantiiert und auch nicht ersichtlich.

11. Die Voraussetzungen für eine Genugtuung im Sinne von Art. 429 Abs. 1 Bst. c StPO sind vorlie-
gend nicht erfüllt. Die beschuldigte Person wurde durch das Verfahren nicht besonders schwer in 
ihren persönlichen Verhältnissen verletzt. 

12. Gemäss Art. 432 StPO hat die obsiegende beschuldigte Person gegenüber der Privatklägerschaft 
Anspruch auf angemessene Entschädigung für die durch die Anträge zum Zivilpunkt verursachten 
Aufwendungen. Obsiegt die beschuldigte Person bei Antragsdelikten im Schuldpunkt, so können 
die antragstellende Person, sofern diese mutwillig oder grob fahrlässig die Einleitung des Verfah-
rens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat, oder die Privatklägerschaft verpflichtet 
werden, der beschuldigten Person die Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Ver-
fahrensrechte zu ersetzen. 13. Die antragstellende Person und die Privatklägerschaft wird also nur 
entschädigungspflichtig für die Aufwendungen zum Strafpunkt, wenn sie die Einleitung des Ver-

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fahrens mutwillig oder grob fahrlässig bewirkt, bzw. dessen Durchführung erschwert hat (BSK 
StPO, Art. 432 StPO N 16). Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht erfüllt. Es bestehen keine 
Hinweise darauf, dass die Straf- und Zivilklägerin, die Stadt Biel, handelnd durch den Erwachse-
nen» und Jugendschutz, aus objektiver Sicht das Verfahren mutwillig oder grob fahrlässig bewirkt 
oder erschwert hat und diese Wirkung auch subjektiv bewusst und gewollt oder grob fahrlässig 
herbeigeführt hat.

4.

4.1 Der Beschwerdeführer begründet seine Eingabe im Wesentlichen folgendermas-
sen: Die Richtigstellung der Gesamtsumme von CHF 757.00 sei korrekt. Seit dem 
Erhalt des Strafbefehls am 4. Oktober 2015 habe er hunderte Seiten an Anträgen, 
Beschwerden, Belegen und E-Mails erstellen müssen. Dies sei zeitraubend gewe-
sen. Sein Antrag auf einen kostenlosen Rechtsbeistand sei von der Staatsanwalt-
schaft abgewiesen worden. Für ihn als Auslandschweizer seien es komplizierte 
Verhältnisse, mit denen er konfrontiert sei. Der hohe Streitwert von mehreren Mo-
natsgehältern und der immense Aufwand, alle Dokumente innerhalb der Fristen zu 
erstellen und von Ägypten in die Schweiz zu befördern, habe zu enormen Arbeits-
ausfällen geführt, nebst den Auslagen zur Beförderung der Dokumente. Auch das 
Regionalgericht habe seinen Antrag auf einen kostenlosen Rechtsbeistand abge-
wiesen. Die Feststellung des Gerichts, die Mühen zur Erstellung der Dokumente 
als «keinen besonders hohen Arbeitsaufwand» zu bezeichnen, sei falsch. Sämtli-
che Arbeitsausfälle seien eine Konsequenz davon, ihm einen kostenlosen Rechts-
beistand vorzuenthalten. Er sei gezwungen gewesen, seine Arbeitszeit drastisch 
einzuschränken, um in der Lage zu sein, auf Dokumente aus der Schweiz fristge-
recht reagieren zu können. Diese Dokumente sodann von Ägypten in die Schweiz 
zu befördern sei ein Aufwand, welcher als «Geringfügigkeit» zu betiteln absurd sei 
und die Unkenntnis des Regionalgerichts über ägyptische Verhältnisse belege. 

Die Wahl des Zeitpunkts der Hauptverhandlung vom 13. April 2017 habe nichts mit 
den medizinischen Untersuchungen in der Schweiz zu tun gehabt. Der Verhand-
lungstermin habe mehrmals verschoben werden müssen, weil die Staatsanwalt-
schaft ihm die Verfahrensakten über zehn Monate vorenthalten habe. Viele Flug-
gesellschaften hätten in diesem Zeitraum alle Flüge von und nach Ägypten einge-
stellt, so dass es unmöglich gewesen sei, einfach und direkt in die Schweiz zu rei-
sen. Einzig die Auflage des Regionalgerichts, dass er persönlich zur Verhandlung 
zu erscheinen habe, sei der Grund für die Reise in die Schweiz gewesen. Die Tat-
sache, dass er medizinische Untersuchungen machen lasse, wenn er in der 
Schweiz sei, sei nur natürlich. Diese hätten aber genauso gut in Ägypten stattfin-
den können. Das Regionalgericht sei nicht in der Lage, eine sachliche Bewertung 
darüber abzugeben, wie weit seine persönlichen Verhältnisse in Ägypten verletzt 
worden seien. Einen Arbeitsausfall von 50% über die Dauer von fast zwei Jahren 
als «nicht besonders schwer» zu bezeichnen, sei weltfremd. Die Staatsanwalt-
schaft habe seine bei allen Ämtern in Biel und Bern bekannte Adresse in Ägypten, 
die nach wie vor gültig sei, für ungültig erklärt und ihn zur Fahndung ausgeschrie-
ben. Er sei deshalb am 9. Juli 2015 bei der Einreise festgenommen worden. Das 
sei illegal. Sein im Strafbefehl aufgeführtes monatliches Einkommen werde von der 
Staatsanwaltschaft verdreifacht. Das sei eine mutwillige Falschaussage. Zudem 

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seien ihm die Verfahrensakten erst auf wiederholtes Drängen und durch das Ge-
richt zugestellt worden. Dies sei Willkür.

4.2 Zum «Gesuch um Erlassung der Verfahrenskosten in dem Beschwerdeverfahren 
PEN 16300» führt er aus, Belege seien schwierig zu beschaffen, da solche in 
Ägypten kaum existierten. Er habe seinen Beruf als Tauchlehrer vor sechzehn Jah-
ren aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen. Der Grund dafür seien etwa 
25 Granatsplitter, die noch in seinem Körper steckten. Dies sei bei einem Putsch-
versuch mit Geiselnahme auf den Malediven passiert, wo er als Tauchlehrer gear-
beitet habe. Er habe eine Umschulung machen müssen und sich auf das Reparie-
ren von Tauchausrüstungen spezialisiert. Der Süd-Sinai lebe vom Tourismus. Sei-
ne Auftragslage hänge zu 100% davon ab. In den letzten Jahren habe der Touris-
mus drastisch abgenommen. Seine Auftragslage sei stark betroffen. Sein monatli-
ches Einkommen liege zwischen CHF 300.00 und CHF 500.00. Er repariere auch 
Haushaltsgegenstände, um ein Überleben zu ermöglichen. Er spare überall. Je-
doch müsse er in Erwägung ziehen, die Sozialhilfe für Auslandschweizer um Hilfe 
zu bitten oder in die Schweiz umzuziehen. Er verdiene etwa das Doppelte des 
durchschnittlichen Einkommens eines Ägypters. Trotzdem sei er weit entfernt von 
einem schweizerischen Existenzminimum. Er besitze ein altes Militärfahrzeug mit 
einem Schweizer Verkehrswert von null Franken. Er wohne in einem knapp 30-
jährigen kleinen Haus, das er selbst gebaut habe. Er sei ledig und lebe alleine. Er 
versuche, die Familie in der Schweiz einmal im Jahr zu besuchen. Dafür müsse er 
ein ganzes Jahr sparen. Es sei ihm nicht möglich, eine Summe von CHF 400.00 für 
ein Beschwerdeverfahren zu bezahlen. Falls sein Gesuch abgelehnt würde, müsste 
er ein Gesuch um Ratenzahlung stellen. Er bitte die Beschwerdekammer, diesen 
Umständen Rechnung zu tragen, wenn sie entscheide, was ein Härtefall im Sinne 
von Art. 10 Abs. 1 Bst. a Verfahrenskostendekret (VKD; BSG 161.12) sei.  

5.

5.1 Wird die beschuldigte Person freigesprochen, hat sie gemäss Art. 429 Abs. 1 Bst. a 
StPO Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Aus-
übung ihrer Verfahrensrechte. Nach Art. 429 Abs. 1 Bst. b StPO werden Lohn- und 
Erwerbseinbussen entschädigt, die wegen der notwendigen Beteiligung an Verfah-
renshandlungen erlitten wurden, wie etwa auch die durch das Verfahren verursach-
ten Reisekosten. Es sind nur Schäden zu ersetzen, die kausal durch das Wirken 
der Strafverfolgungsorgane verursacht wurden. Die beschuldigte Person hat die 
wirtschaftliche Einbusse und deren adäquate Verursachung durch die Strafunter-
suchung zu belegen beziehungsweise glaubhaft zu machen (WEHRENBERG/FRANK, 
in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, N. 23 f. zu Art. 429 StPO). Die Straf-
behörde prüft den Anspruch von Amtes wegen und kann die beschuldigte Person 
auffordern, ihre Ansprüche zu beziffern und zu belegen (Art. 429 Abs. 2 StPO).  

5.2 Die am 27. Juli 2017 festgesetzte Entschädigung ist in dieser Höhe rechtmässig. 
Es kann vorab auf die einlässliche Begründung der Verfügung verwiesen werden 
(vorne E. 3). Dieser bleibt nur Weniges beizufügen. Nichts für sich abzuleiten ver-
mag der Beschwerdeführer, wenn er behauptet, das Regionalgericht kenne die 
ägyptischen Verhältnisse nicht. Selbst wenn diese nämlich schlecht sind – wovon 

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auch die Kammer grundsätzlich ausgeht –, so fallen die damit verbundenen Kon-
sequenzen einzig in den Verantwortungsbereich des Beschwerdeführers. Er hat 
sich entschieden, als Auslandschweizer am Süd-Sinai Wohnsitz zu nehmen und 
dort seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Er gibt selber an, er könne nötigenfalls 
Sozialhilfe für Auslandschweizer beantragen oder in die Schweiz zurückkehren. Im 
Übrigen scheint seine Angabe bemerkenswert, rund doppelt so viel zu verdienen 
wie der Durchschnitt in Ägypten. Und dies trotz angeblichen Arbeitsausfalls von 
50% über die letzten Jahre, der ihm aufgrund des Strafverfahrens (und nicht auf-
grund der ebenfalls von ihm breit dargelegten schlechten Tourismus- und Wirt-
schaftslage in Ägypten) entstanden sei.

Des Weiteren ist es zwar richtig, dass der Beschwerdeführer einige Aufwendungen 
im Strafverfahren tätigte. Ob diese gänzlich notwendig und angemessen waren, ist 
indes eine andere Frage. So oder anders kommt die Kammer diesbezüglich zu kei-
nem anderen Schluss als das Regionalgericht. Es liegen hier keine – nach der Pra-
xis des Bundesgerichts – besonderen Verhältnisse vor wie eine komplizierte Ange-
legenheit mit zum Beispiel hohem Streitwert, deren Interessenwahrung einen im-
mensen Arbeitsaufwand notwendig macht, der den Rahmen dessen überschreitet, 
was ein Einzelner üblicher- und zumutbarerweise nebenbei zur Besorgung der per-
sönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat. Im Gegenteil hat die Kammer 
bereits im Beschluss des Obergerichts BK 16 10 vom 26. Februar 2016 E. 4.2 fest-
gestellt, dass es sich um einen Bagatellfall handelt/e, der keine tatsächlichen oder 
rechtlichen Schwierigkeiten bietet. Vor dem Hintergrund, dass es sich beim einge-
stellten Strafverfahren um eine Anzeige wegen Vernachlässigung von Unterhalts-
pflichten handelt, ist daran festzuhalten. Es ist daher keine Entschädigung für 
Lohn- oder Erwerbseinbussen auszurichten. 

Die beschwerdeführerischen Angaben zu den Reisekosten verfangen ebenfalls 
nicht. Es mag sein, dass die Zusendung der Verfahrensakten nach Ägypten und 
deren Organisation eher lange gedauert hat. Dies ist aber aufgrund der Entfernung 
verständlich und es lässt sich daraus keine Willkür ableiten. Zudem wurde der neue 
Termin für die Hauptverhandlung unverkennbar mit Absicht so gelegt, dass der Be-
schwerdeführer auf dessen Wunsch – nachdem er nach längerer Zeit einen Arzt-
termin (10. April 2017) fixieren konnte – anlässlich derselben Reise in die Schweiz 
an der Hauptverhandlung vom 13. April 2017 teilnehmen konnte. Davon zeugen di-
verse Aktenstücke. Es sei verwiesen auf die E-Mail des Beschwerdeführers an das 
Regionalgericht vom 6. Oktober 2016, das «Gesuch um Verschiebung des Ge-
richtstermins vom 15. November 2016» vom 13. Oktober 2016 (zweitletzter Ab-
satz), die Verfügung des Regionalgerichts vom 13. Oktober 2016, das «Gesuch um 
Verschiebung des Gerichtstermins vom Januar 2017» vom 5. Dezember 2016 
(viertletzter Absatz), die E-Mail des Beschwerdeführers an das Regionalgericht 
vom 24. Januar 2017, den Brief des Beschwerdeführers an das Regionalgericht 
vom 24. Januar 2017 sowie auf die E-Mail des Stadtspitals D.________ an den 
Beschwerdeführer vom 10. Januar 2017. Es sind somit – bereits mangels Kausa-
lität – keine Reisekosten zu entschädigen.  

Was der Beschwerdeführer ferner zu seiner behaupteten Festnahme und zur Ta-
gessatzhöhe vorbringt, ist ausserhalb des Streitgegenstands und daher irrelevant.

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5.3 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen.

6. Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 428 
Abs. 1 StPO). Mit Blick auf seine wirtschaftliche Lage werden diese sehr moderat 
gehalten.   

Zu seinem «Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren 
PEN 16300» – mit welchem er das Beschwerdeverfahren BK 17 307 meinen wird, 
da soweit ersichtlich keine sonstigen Verfahrenskosten offen sind – bleibt Folgen-
des anzufügen: Es ist begriffslogisch nicht möglich, ein Erlassgesuch für Kosten zu 
stellen, die einer Person noch gar nicht rechtskräftig auferlegt und in Rechnung ge-
stellt wurden. Sein Gesuch kann nach Ansicht der Kammer auch nicht als Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege gedeutet werden. Deshalb ist dem Beschwerdefüh-
rer mitzuteilen, dass es ihm offen steht, mit Blick auf diesen Beschluss nach der 
Rechnungsstellung ein eigenständiges begründetes Gesuch um Erlass der Verfah-
renskosten gemäss Art. 10 VKD zu stellen.

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 400.00, werden dem Be-
schwerdeführer auferlegt.

3. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer
- dem Regionalgericht Berner Jura-Seeland, a.o. Gerichtspräsidentin B.________

(mit den Akten)
- der Generalstaatsanwaltschaft

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland, Staatsanwältin 

C.________

Bern, 4. September 2017 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell

Der Gerichtsschreiber:

Müller

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Be-
schwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.