# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9763d125-ae79-558b-9c4d-9ddbc8a7fbb4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-18
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 18.02.2021 BK 2020 492
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2020-492_2021-02-18.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 20 492

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 18. Februar 2021

Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichterin Bratschi
Gerichtsschreiberin Lustenberger

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt Dr. B.________

Beschuldigter

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

C.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin

Gegenstand Einstellung

Strafverfahren wegen Verletzung des Berufsgeheimnisses

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Berner Jura-Seeland vom 6. November 2020
(BJS 19 16676)

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Erwägungen:

1. Am 27. Juni 2019 erhob C.________ Strafanzeige gegen A.________ (nachfol-
gend: Beschuldigter) wegen Verletzung des Berufsgeheimnisses. Sie beschuldigte 
ihn, während einer Stage bei der Sanitätspolizei Bern erlangte Informationen später 
in seiner angestammten Funktion als Polizist unrechtmässig verwendet zu haben. 
C.________ konstituierte sich als Privatklägerin im Straf- und im Zivilpunkt. Das 
von der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland (nachfolgend: Staats-
anwaltschaft) am 7. August 2019 eröffnete Verfahren wurde am 6. November 2020 
eingestellt. Gegen die Einstellungsverfügung erhob C.________ am 23. November 
2020 Beschwerde. Sie beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben 
und die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, das Strafverfahren betreffend Verlet-
zung des Berufsgeheimnisses gegen den Beschuldigten wieder aufzunehmen, dies 
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. In ihren Stellungnahmen vom 3. Dezem-
ber 2020 und 26. Januar 2021 beantragten die Generalstaatsanwaltschaft und der 
Beschuldigte jeweils die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. 

2. Die Parteien können eine Einstellungsverfügung innert zehn Tagen schriftlich und 
begründet bei der Beschwerdeinstanz anfechten (Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 396 
Abs. 1 StPO). Zuständig ist die Beschwerdekammer in Strafsachen (Art. 35 des 
Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft 
[GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Ober-
gerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Die Beschwerdelegitimation der Beschwerdefüh-
rerin (Art. 382 Abs. 1 StPO) gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die form- und 
fristgerecht erhobene Beschwerde wird eingetreten. 

3. Dem von der Beschwerdeführerin erhobenen Vorwurf liegt folgender Sachverhalt 
zugrunde: Am 23. November 2017 geriet die Tochter der Beschwerdeführerin, 
E.________, in eine vom Beschuldigten durchgeführte Verkehrskontrolle. Wegen 
Führerausweisentzugs hätte E.________ damals nicht fahren dürfen. Gegenüber 
dem Beschuldigten gab sie an, sie heisse F.________ (dies ist ihre Schwester). Da 
sie sich nicht ausweisen konnte, wurde sie zum Polizeiposten gebracht, wo ihr eine 
weitere Person die Ausweispapiere vorbeibrachte. Die Übergabe fand im Ein-
gangsbereich des Polizeipostens statt, wo keiner der Polizeibeamten diese Dritt-
person zu Gesicht bekam.

Am 16. Februar 2018 wurde die Beschwerdeführerin wegen Schmerzen in der 
Brust von der Sanitätspolizei Bern ins Spital gebracht. Beim Einsatz dabei war 
auch der Beschuldigte, welcher als Polizist eine zweitägige Stage bei der Sanitäts-
polizei absolvierte. Vor Ort gab die Beschwerdeführerin den Anwesenden bekannt, 
dass sogleich ihre Tochter E.________ eintreffen werde. Als diese Tochter dann 
eintraf, erkannte der Beschuldigte E.________ als F.________. Nachdem 
E.________ ihm seinen Namen genannt hatte, wurde dem Beschuldigten klar, 
dass er am 23. November 2017 nicht F.________, sondern E.________ kontrolliert 
hatte und diese sich vermutlich als ihre Schwester ausgegeben hatte. Diese Er-
kenntnisse hielt der Beschuldigte in einem Anzeigerapport vom 16. Januar 2019 
zuhanden der Staatsanwaltschaft fest. 

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4. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren mit der Begründung ein, der Strafan-
trag vom 27. Juni 2019 sei verspätet erfolgt, womit es an einer notwendigen Pro-
zessvoraussetzung fehle. Davon abgesehen würden die preisgegebenen Informa-
tionen kein Berufsgeheimnis darstellen, welches der Beschuldigte hätte verletzen 
können. Gestützt auf seine gesetzlichen Meldepflichten als Polizist sei die Orientie-
rung der Staatsanwaltschaft bzw. die Anzeigeerstattung vielmehr geboten gewe-
sen.

5. Dagegen wendet die Beschwerdeführerin ein, sie habe erst am 24. Juni 2019 durch 
ihre Töchter Kenntnis von den Strafakten und damit von der Berufsgeheimnisver-
letzung und der dafür verantwortlichen Person Kenntnis erlangt. Die von der 
Staatsanwaltschaft gezogenen Schlüsse hinsichtlich der verspäteten Stellung des 
Strafantrags würden sich daher als falsch erweisen. 

Weiter argumentiert die Beschwerdeführerin, der Beschuldigte sei anlässlich seines 
Einsatzes vom 16. Februar 2018 als Stagiaire bei der Sanitätspolizei an ein Be-
rufsgeheimnis gebunden gewesen. Dies ergäbe sich aus der aktenkundigen Prakti-
kumsvereinbarung, in der ein einzelner «Einblickstag» explizit erwähnt werde. Dass 
die Vereinbarung nicht unterschrieben sei, sei unwesentlich, zumal der Beschuldig-
te sich dem Einsatz der Sanitätspolizei und den dort geltenden Regeln wie ein 
Praktikant angeschlossen habe. Unabhängig von der Dauer des Einsatzes sei er 
ohne Zweifel Hilfsperson der Rettungssanitäter und damit an die Schweigepflicht 
gemäss Art. 27 des Gesundheitsgesetzes (GesG; BSG 811.01) gebunden gewe-
sen. Bei den vom Beschuldigten verwerteten Informationen (Name einer Tochter 
der Beschwerdeführerin, Name der Beschwerdeführerin sowie deren medizinisches 
Problem) handle es sich offenkundig um Geheimnisse i.S.v. Art. 321 Ziff. 1 StGB. 
Während des Einsatzes am 16. Februar 2018 sei der Beschuldigte in der Uniform 
der Sanitätspolizei zu einem medizinischen Notfall ausgerückt, weswegen das 
Element des Sanitäters gegenüber demjenigen des Polizisten damals überwogen 
habe. Im Deckmantel der Sanitätspolizei habe er die für die Beschwerdeführerin 
und deren Angehörigen betrübliche Situation ausgenutzt, um völlige Gewissheit 
über seine getroffenen Annahmen zu erhalten.

Die Beschwerdeführerin führt sodann aus, da der Beschuldigte im Rahmen seines 
Einsatzes bei der Sanitätspolizei der Schweigepflicht unterworfen gewesen sei, 
hätten ihn nicht mehr die gleichen Meldepflichten nach Art. 302 StPO getroffen. 
Auch die Meldepflicht nach Art. 28 Abs. 2 GesG sei nicht einschlägig.

Inwiefern der Beschuldigte den subjektiven Tatbestand erfüllt haben könnte, sei in 
den bisherigen Ermittlungen ungenügend eruiert worden. Hierzu, namentlich zur 
Frage, inwieweit der Beschuldigte über die geltende Schweigepflicht aufgeklärt 
worden sei, drängten sich weitere Abklärungen auf. 

6. Die Staatsanwaltschaft verfügt gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO unter anderem die 
Einstellung des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage 
rechtfertigt (Bst. a), wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (Bst. b) oder wenn Pro-
zessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt werden können. Der Entscheid über die 
Einstellung eines Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz «in dubio pro duriore» 
zu richten. Danach darf eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft grundsätzlich 

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nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozessvoraussetzungen 
angeordnet werden. Hingegen ist, sofern die Erledigung mit einem Strafbefehl nicht 
in Frage kommt, Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher er-
scheint als ein Freispruch. Ist ein Freispruch genauso wahrscheinlich wie eine Ver-
urteilung, drängt sich in der Regel, insbesondere bei schweren Delikten, eine An-
klageerhebung auf. Bei zweifelhafter Beweis- oder Rechtslage hat nicht die Staats-
anwaltschaft über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu entscheiden, 
sondern das zur materiellen Beurteilung zuständige Gericht. Der Grundsatz, dass 
im Zweifel nicht eingestellt werden darf, ist auch bei der Überprüfung von Einstel-
lungsverfügungen zu beachten (BGE 143 IV 241 E. 2.2.1; Urteil des Bundesge-
richts 6B_127/2019 vom 9. September 2019 E. 4.1.1).

7.

7.1 Gemäss Art. 321 Ziff. 1 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB; SR 312.0) 
machen sich unter anderem Ärzte und ihre Hilfspersonen strafbar, wenn sie ein 
Geheimnis offenbaren, das ihnen infolge ihres Berufs anvertraut worden ist oder 
das sie in dessen Ausübung wahrgenommen haben. Beim Tatbestand der Verlet-
zung eines Berufsgeheimnisses handelt es sich um ein echtes Sonderdelikt, wel-
ches nur auf Antrag strafbar ist. Hilfspersonen werden erfasst, sofern sie unter der 
Leitung und Aufsicht der genannten Berufsangehörigen tätig werden. Hilfsperson 
ist in diesem Sinn, wer bei der Berufstätigkeit von einem der genannten Haupt- 
Geheimnisträger in der Weise mitwirkt, dass er grundsätzlich von den dabei wahr-
genommenen Tatsachen ebenso Kenntnis erhält. Es genügt, wenn die Hilfsperson 
den Geheimnisträger in irgendeiner Funktion bei der Erfüllung seiner Aufgabe un-
terstützt und dabei Geheimnissen der betreuten Person erfährt (OBERHOLZER, in: 
Basler Kommentar, Strafrecht, 4. Aufl. 2014, N. 10 zu Art. 321 StGB; TRECH-
SEL/VEST, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, 
N. 13 zu Art. 321 StGB).

7.2 Als Geheimnis gilt jede Tatsache, die nur einem beschränkten Personenkreis be-
kannt ist und an deren Geheimhaltung für den Geheimnisherrn ein berechtigtes In-
teresse besteht, das er gewahrt wissen will. Der Begriff des Geheimnisses ist weit 
auszulegen. So gehören etwa beim Arztgeheimnis nebst den Informationen betref-
fend die Gesundheit des Patienten auch sämtliche Angaben über persönliche, fa-
miliäre, berufliche, wirtschaftliche oder finanzielle Umstände zu den geheimhal-
tungspflichtigen Tatsachen. Selbst die Identität des Patienten und die Tatsache, 
dass er sich in ärztlicher Behandlung befindet, unterliegen der ärztlichen Schwei-
gepflicht (OBERHOLZER, a.a.O., N. 14 zu Art. 321 StGB). Die Tathandlung besteht 
im Offenbaren, d.h. Zugänglichmachen des Berufsgeheimnisses gegenüber einem 
aussenstehenden Dritten, von dem dieser noch keine bzw. keine sichere Kenntnis 
hat (WOHLERS, in: Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar, 4. Aufl. 
2020, N. 12 zu Art. 321 StGB).

7.3 Strafbar ist nur die vorsätzliche Verletzung des Berufsgeheimnisses, wobei Even-
tualvorsatz genügt (OBERHOLZER, a.a.O., N. 21 zu Art. 321 StGB).

7.4 Vorbehalten bleiben nach Art. 321 Ziff. 3 StPO die eidgenössischen und kantona-
len Bestimmungen über die Melde- und Mitwirkungsrechte, über die Zeugnispflicht 

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und über die Auskunftspflicht gegenüber einer Behörde. Soweit das Gesetz den 
Berufsgeheimnisträger zur Meldung seiner in Ausübung des Berufs gemachten 
Feststellungen verpflichtet oder zumindest berechtigt, ist er von der Pflicht zur 
Wahrung des Berufsgeheimnisses entbunden und zur Offenbarung befugt. Es liegt 
ein Rechtfertigungsgrund nach Art. 14 StGB vor, da die Handlung, welche das Ge-
setz gebietet oder erlaubt, nicht strafbar sein kann. Besteht nicht nur ein Melde-
recht, sondern trifft den Berufsgeheimnisträger gar eine Meldepflicht, ist er nicht nur 
berechtigt, sondern im eigentlichen Sinn verpflichtet, der zuständigen Behörde 
Meldung zu erstatten. Einer Entbindung durch die vorgesetzte Behörde oder Auf-
sichtsbehörde bedarf er dazu nicht. Unterlässt er die gesetzlich vorgeschriebene 
Anzeige, läuft er Gefahr, selbst wegen Begünstigung in eine Strafuntersuchung ge-
zogen zu werden (OBERHOLZER, a.a.O., N. 32 zu Art. 321 StGB; Urteil des Bun-
desgerichts 1B_96/2013 vom 20. August 2013 E. 5.3).

7.5 Die Strafbehörden sind nach Art. 302 Abs. 1 StPO verpflichtet, alle Straftaten, die 
sie bei ihrer amtlichen Tätigkeit festgestellt haben, der zuständigen Behörde anzu-
zeigen, sofern sie für die Verfolgung nicht selber zuständig sind. Als amtliche 
Tätigkeit sind diejenigen Verrichtungen zu verstehen, welche in Erfüllung öffentli-
cher Aufgaben erfolgen (BGE 135 IV 198 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 
6B_921/2008 vom 21. August 2009 E. 4.3). Gemäss Art. 306 StPO gehört die Er-
mittlungstätigkeit zu den grundlegenden Aufgaben der Polizei. Diese hat nament-
lich Spuren und Beweise sicherzustellen und auszuwerten und tatverdächtige Per-
sonen zu ermitteln und zu befragen (Art. 306 Abs. 2 Bst. a und b StPO). All dies 
folgt aus einem der massgeblichen Grundsätze im Strafverfahren, nämlich aus dem 
Untersuchungsgrundsatz und damit verbunden dem Verfolgungszwang.

8. Die umstrittene Frage, ob der Strafantrag der Beschwerdeführerin rechtzeitig er-
folgte, kann offen bleiben. Richtigerweise ist das Verfahren (auch) deshalb einzu-
stellen, weil eindeutig kein Straftatbestand erfüllt ist. 

8.1 Fest steht, dass Angehörige der Sanitätspolizei und deren Hilfspersonen dem Be-
rufsgeheimnis nach Art. 321 Ziff. 1 StGB unterstehen. Erfasst werden gewöhnlich 
auch Praktikanten und weitere Personen wie Lehrlinge oder – so sieht es Art. 321 
Ziff. 2 StGB ausdrücklich vor – Studenten. Wie die theoretischen Ausführungen un-
ter E. 7.1 hiervor zeigen, ist der Begriff der Hilfsperson weit gefasst. Auch ein 
Schnupperlehrling, der dem Haupt-Geheimnisträger für einen Tag über die Schulter 
schaut und ihn nur mit untergeordneten Handgriffen unterstützt, kann folglich eine 
Hilfsperson sein. Ob dies auch auf den Beschuldigten zutrifft, ist nicht restlos klar. 
Folgt man seinen Angaben, wonach er nichts weiter als ein Zuschauer gewesen 
sei, der nichts habe machen dürfen, ausser eben mitlaufen und zuschauen (Ein-
vernahme vom 12. August 2020 Z. 66 f.), ist der Beschuldigte nicht als Hilfsperson 
im dargelegten Sinn zu betrachten. 

Selbst wenn er als Hilfsperson der Rettungssanitäter zu behandeln wäre, könnte 
dem Beschuldigten jedoch keine Berufsgeheimnisverletzung vorgeworfen werden. 
Der vorliegende Fall liegt in dem Sinne besonders, als es der Polizist A.________ 
war, welcher die Stage, welche ihn allenfalls zur Hilfsperson eines Haupt-
Geheimnisträgers machte, absolvierte. Die Idee der Stage war es, Polizisten die 

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Arbeit der Sanitäter näher zu bringen. Der Beschuldigte konnte diesen Einsatz nur 
absolvieren, weil er Polizist ist, und er hat dies auch in dieser Funktion getan. Die 
Rolle des Polizisten legte er in dieser Zeit nicht ab. Da der Polizist A.________ so-
zusagen immer mit dabei war, war der Beschuldigte auch immer seinen Aufgaben 
als Polizist verpflichtet. Dazu gehört insbesondere, aufgrund eigener Feststellung 
den für eine Straftat relevanten Sachverhalt festzustellen (Art. 306 Abs. 1 StPO) 
und die entsprechenden Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft zu rapportieren (Art. 
307 Abs. 3 StPO). Polizisten nehmen in ihrer täglichen Ermittlungstätigkeit laufend 
geheimnisgeschützte Informationen zur Kenntnis, was mitunter ein Grund ist, wes-
halb sie dem Amtsgeheimnis nach Art. 320 Ziff. 1 StGB verpflichtet sind. Solche In-
formationen zu verwerten und, soweit erforderlich, an die Staatsanwaltschaft (wel-
che ihrerseits dem Amtsgeheimnis untersteht) weiterzugeben, ist ein notwendiger 
Bestandteil ihrer Arbeit. Darin jedes Mal eine Berufsgeheimnisverletzung zu erbli-
cken, würde die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden wenn nicht verunmöglichen, 
dann doch in nicht vertretbarem Mass behindern. Die mögliche Hilfspersonenstel-
lung im vorliegenden Fall vermag nichts daran zu ändern, dass der Beschuldigte 
die so erlangten Informationen verwenden durfte und musste. Ein entsprechender 
Vorbehalt ist in Art. 321 Ziff. 3 StGB denn auch ausdrücklich enthalten. In diesem 
Sinne stellt das Vorgehen des Beschuldigten – sollte darin überhaupt eine Berufs-
geheimnisverletzung erblickt werden können – eine gesetzlich erlaubte Handlung 
nach Art. 14 StGB dar und ist damit rechtmässig.

8.2 Davon abgesehen würde eine Verurteilung des Beschwerdeführers auf der subjek-
tiven Tatbestandsebene scheitern. Diesbezüglich kann vollumfänglich auf die zu-
treffenden Ausführungen der Generalstaatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme 
vom 3. Dezember 2020 verwiesen werden:

«Aus der Einvernahme des Beschuldigten vom 12. August 2020 wird klar ersichtlich, dass zumindest 
der subjektive Tatbestand von Art. 321 StGB offensichtlich nicht erfüllt ist. Der Beschuldigte führte 
nämlich aus, er sei damals als Zuschauer im Rahmen eines Stage mit der Sanitätspolizei mitgelaufen. 
Er sei als Polizist dort gewesen und nicht als Sanitäter. Er sei auch als Polizist vorgestellt worden. Er 
habe zuvor einmal einen Fall mit E.________ gehabt und an dem Tag erkannt, dass sie sich damals 
als eine andere Person ausgegeben habe. Er sei dazu verpflichtet Anzeige zu machen, sobald es um 
ein Vergehen gehe. Er habe nicht in Betracht gezogen, dass er durch sein Handeln Tatsachen offen-
baren könnte, die allenfalls der Geheimhaltung unterliegen könnten. Er sei seiner Ansicht nach nicht 
in Kenntnis von Tatsachen gelangt, die allenfalls der Geheimhaltung unterliegen könnten. Er habe als 
Polizist eine Schweigepflicht. Die habe er nicht verletzt. Er habe nur seine Arbeit gemacht. Er habe 
sein Vorgehen mit einem Vorgesetzten bei der Kantonspolizei besprochen. Er habe keine Bedenken 
gehabt aufgrund seiner Schweigepflicht. Aus seiner Sicht sei sein Handeln rechtens gewesen und er 
habe sich nicht einmal Gedanken darüber gemacht, dass er etwas verletzt haben könnte oder etwas 
nicht gut gemacht haben könnte. (...).»

Gemäss diesen glaubhaften Angaben war der Beschuldigte der festen Überzeu-
gung, die ihm als Polizist obliegenden Pflichten zu erfüllen – unabhängig davon, in 
welchem Umfang er über die ärztliche Schweigepflicht aufgeklärt worden war. Auch 
in subjektiver Hinsicht überwog für ihn während des streitigen Einsatzes klar die 
Rolle des Polizisten. In Bezug auf die zur Anzeige gebrachte Verletzung eines Be-
rufsgeheimnisses fehlt es ihm folglich am erforderlichen Vorsatz.

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8.3 Im Ergebnis ist der Tatbestand der Verletzung des Berufsgeheimnisses klarerweise 
nicht erfüllt. Die Verfahrenseinstellung ist zu Recht erfolgt. Die dagegen erhobene 
Beschwerde wird abgewiesen.

9. Bei diesem Verfahrensausgang wird die unterliegende Beschwerdeführerin kosten-
pflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden auf 
CHF 1'200.00 festgesetzt.

10.

10.1 Der Beschuldigte hat im Beschwerdeverfahren Anspruch auf eine Entschädigung 
seiner Aufwendungen für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte 
(Art. 429 Abs. 1 Bst. a StPO). Beim Tatbestand der Verletzung des Berufsgeheim-
nisses handelt es sich um ein Antragsdelikt (Art. 321 Ziff. 1 StGB). Richtet sich die 
allein von der Privatklägerschaft erhobene Beschwerde gegen die Einstellung eines 
Antragsdelikts, hat die Privatklägerschaft gemäss jüngster bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung für die Entschädigung der beschuldigten Person aufzukommen 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_582/2020 vom 17. Dezember 2020 E. 4.2). Dem-
nach wird die dem Beschuldigten zustehende Parteientschädigung der Beschwer-
deführerin zur Bezahlung auferlegt.

10.2 Der Verteidiger des Beschuldigten macht in seiner Kostennote vom 8. Februar 
2021 Aufwendungen von insgesamt zehn Stunden sowie Auslagen von CHF 25.00 
geltend. Diese Aufwände geben zu keinen Beanstandungen Anlass. Die Be-
schwerdeführerin wird deshalb verpflichtet, dem Beschuldigten eine Parteientschä-
digung von insgesamt CHF 2'719.40 (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen. 

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1'200.00, werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt.

3. Die Beschwerdeführerin wird verurteilt, dem Beschuldigten eine Parteientschädigung 
von CHF 2'719.40 (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen.

4. Zu eröffnen:
- der Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin, v.d. Rechtsanwalt D.________

(per Einschreiben)
- dem Beschuldigten, v.d. Rechtsanwalt B.________ (per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland, Staatsanwältin 

G.________
(mit den Akten – per Einschreiben)

Bern, 18. Februar 2021 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter J. Bähler

Die Gerichtsschreiberin:

Lustenberger

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.