# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 926fe4fe-4652-5284-968e-45d033b6f950
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240514-O1
**Docket/Reference:** SB240514-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240514-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240514-O/U/cwo

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. M. Knüsel, Oberrichter lic. iur. R. Faga und 

Ersatzoberrichterin lic. iur. S. Mathieu sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Donatsch

Urteil vom 13. März 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Raub etc. und Widerruf 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung, 

vom 17. Juli 2024 (DG240011)

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 27. März 2024 

(Urk. 1/52) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 109 S. 23 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig



















des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 

der mehrfachen Gewaltdarstellung im Sinne von Art. 135 Abs. 1 StGB,

der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 StGB,

des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a 
WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. d WG, 

der mehrfachen qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne 
von Art. 90 Abs. 3 und Abs. 4 lit. c und lit. d SVG in Verbindung mit Art. 27 
Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit b und lit. d sowie Abs. 5 VRV, 

der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 
Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. a, 
lit. b und lit. d sowie Abs. 5 VRV, 

der widerrechtlichen Aneignung von Kontrollschildern im Sinne von Art. 97 
Abs. 1 lit. g SVG, 

der missbräuchlichen Verwendung von Kontrollschildern im Sinne von Art. 97 
Abs. 1 lit. a SVG sowie 

der mehrfachen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 
Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 
VRV.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 50 Monaten Freiheitsstrafe (wovon 178 Tage 

durch Haft erstanden sind) sowie mit einer Busse von Fr. 600.–.

3.

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine 

4.

5.

Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 16. Juni 2017 für die 

Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu Fr. 30.– gewährte bedingte Strafvollzug wird 

widerrufen (Probezeit zwei Jahre, mit Strafbefehl vom 12. Oktober 2017 der Staats-

anwaltschaft Winterthur / Unterland um ein Jahr verlängert). 

- 3 -

6.

Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 13. März 2024 

beschlagnahmte Schlagring (Asservaten-Nr. A014'736'584) wird eingezogen und 

der Kantonspolizei Zürich zur Vernichtung überlassen. 

7.

Die folgenden sichergestellten Gegenstände, Spuren und Spurenträger werden ein-

gezogen und der Kantonspolizei Zürich zur Vernichtung überlassen:

-

-

-

-

-

Tatort Fotografie (Asservaten-Nr. A016'413'131),

Vergleichs-WSA (Asservaten-Nr. A016'413'175),

Vergleichs-WSA (Asservaten-Nr. A016'413'186),

KK - Kommunikationskontrolle (Asservaten-Nr. A016'462'309),

KK - Kommunikationskontrolle (Asservaten-Nr. A016'462'365).

8.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:

5'000.–   Gebühr für das Vorverfahren

4'093.–   Auslagen div. Gutachten IRM

757.50   Auslagen Lagerkosten Fahrzeuge

2'400.–   Kosten Telefonkontrolle (RTI)

3'075.–   Auslagen morphologisches Gutachten FOR

620.–   Auslagen Polizei Auswertung Mobiltelefon

1'200.–   Gerichtsgebühr Haftbeschwerde OGer Kt. ZH

839.–

  bereits ausgerichtete amtl. Verteidigungskosten RA X2._____
  (inkl. MwSt. und Barauslagen)

Fr.

17'493.90

  amtl. Verteidigungskosten RA X2._____ (inkl. MwSt. und 
  Barauslagen)

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

9.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen 

Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 

StPO von der Gerichtskasse übernommen werden.

10.

(Mitteilungen)

11.

(Rechtsmittel)"

- 4 -

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 5)

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 126)

1.

Es  sei  davon  Vormerk  zu  nehmen,  dass  der  Antrag  auf  Anordnung  einer 

Massnahme nach Art. 61 StGB zurückgezogen wird.

2.

Es sei festzustellen, dass Dispositiv-Ziffern 1, 3, 5, 6, 7, 8 und 9 des Urteils 

des Bezirksgerichts Bülach vom 17. Juli 2024 in Rechtskraft erwachsen sind.

3.

Der Berufungskläger sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 30 Mona-

ten, wobei 15 Monate unbedingt zu vollziehen und 15 Monate bedingt aufzu-

schieben sind, bei einer Probezeit von 3 Jahren.

4.

Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.

b)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 115)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

- 5 -

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1.1.

Zum Verfahrensgang bis zum Erlass des erstinstanzlichen Urteils kann auf 

die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwie-

sen werden (Urk. 109 S. 4 f.). Mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 17. Juli 

2024  wurde  der  Beschuldigte  gemäss  dem  eingangs  wiedergegebenen  Urteils-

dispositiv schuldig gesprochen und bestraft. Dieses Urteil wurde den Parteien glei-

chentags mündlich eröffnet (Prot. I S. 24 ff.; Urk. 87). Gegen dieses Urteil meldete 

der Beschuldigte mit Eingabe vom 18. Juli 2024 innert Frist Berufung an (Urk. 90).

1.2. Mit Eingabe vom 9. Oktober 2024 teilte Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ dem 

erstinstanzlichen Gericht mit, dass ihn der Beschuldigte im vorliegenden Verfahren 

als  erbetenen  Verteidiger  beauftragt  habe,  und  reichte  eine  entsprechende  Voll-

macht  ein  (Urk. 97;  Urk. 98).  Mit  Schreiben  vom  18. Oktober  2024  beantragte  er 

sodann die Entlassung der amtlichen Verteidigung (Urk. 103). In der Folge wurde 

mit Verfügung vom 25. Oktober 2024 der amtlichen Verteidigung Frist angesetzt, 

um  sich  zum  entsprechenden  Gesuch  der  erbetenen  Verteidigung  zu  äussern 

(Urk. 104).  Mit  Schreiben  vom  28.  Oktober  2024  teilte  Rechtsanwalt  lic.  iur. 

X2._____ mit, keine Einwendungen gegen eine Entlassung zu haben (Urk. 106), 

worauf mit Verfügung vom 30. Oktober 2024 die amtliche Verteidigung von der Vor-

instanz widerrufen wurde (Urk. 107).

1.3. Nach  Zustellung  des  begründeten  Urteils  (Urk.  100;  Urk.  102)  liess  der 

Beschuldigte  mit  Eingabe  vom  11.  November  2024  fristgerecht  die  Berufungser-

klärung  einreichen  und  einen  Beweisantrag  stellen  (Urk.  111).  Mit  Präsidialver-

fügung vom 18. November 2024 wurde die Berufungserklärung in Anwendung von 

Art. 400 Abs. 2 und 3 und Art. 401 StPO der Privatklägerin sowie der Staatsanwalt-

schaft  zugestellt  und  diesen  Frist  angesetzt,  um  hinsichtlich  der  Berufung  des 

Beschuldigten gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder begründet ein 

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Gleichzeitig wurde ihnen Frist an-

gesetzt, um zum Beweisantrag des Beschuldigten Stellung zu nehmen (Urk. 113). 

Mit Eingabe vom 4. Dezember 2024 teilte die Staatsanwaltschaft den Verzicht auf 

- 6 -

Anschlussberufung mit und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

sowie die Abweisung des Beweisantrags (Urk. 115). Die Privatklägerin liess sich 

nicht  vernehmen.  Mit  Präsidialverfügung  vom  17.  Dezember  2024  wurde  der 

Beweisantrag des Beschuldigten abgewiesen (Urk. 116).

1.4. Am 7. Januar 2025 wurde auf den 13. März 2025 zur Berufungsverhandlung 

vorgeladen (Urk. 118).

1.5. Am 5. Februar 2025 ging das Nachtragsurteil der Vorinstanz vom 31. Januar 

2025 betreffend eine weitere Entschädigung des vormaligen amtlichen Verteidigers 

hier ein (Urk. 120).

1.6.

Zur Berufungsverhandlung vom 13. März 2025 erschienen der Beschuldigte 

in  Begleitung  seines  erbetenen  Verteidigers,  Rechtsanwalt  Dr.  iur.  X1._____ 

(Prot. II  S.  4  f.).  Vorfragen  waren  anlässlich  der  Berufungsverhandlung  keine  zu 

entscheiden  (Prot.  II  S.  7).  Es  wurden  –  abgesehen  von  der  Befragung  des 

Beschuldigten  (Urk.  125)  –  keine  Beweise  abgenommen.  Das  Urteil  erging  im 

Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II S. 13 ff.).

II. Prozessuales

1.

Anwendbares Recht

Am 1. Januar 2024 traten die revidierten Bestimmungen der StPO in Kraft (AS 2023 

468; BBl 2019 6697). Der angefochtene Entscheid erging am 17. Juli 2024. Infol-

gedessen  ist  für  das  vorliegende  Rechtsmittelverfahren  das  neue  Prozessrecht 

massgebend (Art. 448 Abs. 1 StPO; Art. 453 Abs. 1 StPO e contrario).

2.

Umfang der Berufung

2.1. Gemäss  Art.  402  StPO  hat  die  Berufung  im  Umfang  der  Anfechtung 

aufschiebende Wirkung. Die Rechtskraft des angefochtenen Urteils wird somit im 

Umfang der Berufungsanträge gehemmt, während die von der Berufung nicht er-

fassten Punkte in Rechtskraft erwachsen (vgl. BSK StPO-Eugster, Art. 402 N 1 f.).

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2.2. Der  Beschuldigte  hat  die  Berufung  auf  Dispositiv-Ziffer  2  (Strafe)  des 

vorinstanzlichen Urteils beschränkt (Urk. 111 S. 2 f.). Anlässlich der Berufungsver-

handlung modifizierte er seine Berufung dahingehend, dass er klarstellte, dass die 

ausgefällte Busse in Dispositiv-Ziffer 2 nicht angefochten werde; entsprechend sei 

die Ersatzfreiheitsstrafe gemäss Dispositiv-Ziffer 3 auch nicht angefochten worden 

(Prot.  II  S. 5).  Die  Frage  des  Vollzugs  der  Freiheitsstrafe  (Dispositiv-Ziffer  4  des 

vorinstanzlichen  Urteils)  ist  hingegen  als  mitangefochten  anzusehen.  Es  wird  im 

Rahmen  der  Berufungsverhandlung  zwar  kein  Aufschub  zugunsten  einer  Mass-

nahme mehr beantragt; es wird jedoch eine teilbedingte Strafe beantragt (Urk. 111 

S.  2  f.;  Urk.  126  ;  Prot.  II  S. 12  f.).  Nicht  als  mitangefochten  zu  erachten  ist  in 

vorliegender Konstellation der Widerruf gemäss Dispositiv-Ziffer 5 des vorinstanz-

lichen Urteils.

2.3. Unangefochten blieben mithin die Dispositiv-Ziffern 1 (Schuldspruch), 2 und 

3 (bezüglich Busse inkl. Vollzug) , 5 (Widerruf), 6-7 (Einziehungen), 8-9 (Kosten-

festsetzung und -verlegung) des vorinstanzlichen Urteils. In diesem Umfang ist der 

vorinstanzliche Entscheid in Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels Beschlus-

ses vorzumerken ist (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 437 StPO).

2.4.

Im  Übrigen  steht  der  angefochtene  Entscheid  unter  Berücksichtigung  des 

Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zur Disposition.

3.

Beweisantrag

3.1. Die Verteidigung beantragte mit ihrer Berufungserklärung, es sei ein psych-

iatrisches Gutachten in Auftrag zu geben, welches sich dazu äussern soll, ob beim 

Beschuldigten die Anordnung einer Massnahme nach Art. 61 StGB erfolgsverspre-

chend sei und wie die Schuldfähigkeit des Beschuldigten in Bezug auf die einzelnen 

ihm vorgeworfenen Delikte beurteilt werde (Urk. 111 S. 3). 

3.2. Dieser Beweisantrag wurde mit Präsidialverfügung vom 17. Dezember 2024 

begründet  abgewiesen  (Urk. 116).  Anlässlich  der  Berufungsverhandlung  hat  die 

Verteidigung den Beweisantrag nicht erneuert. Auch von Amtes wegen erscheinen 

keine  Beweisergänzungen,  insbesondere  keine  Erstellung  eines  psychiatrischen 

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Gutachtens über den Beschuldigten, notwendig (vgl. Art. 389 Abs. 3 StPO). Weder 

die Taten als solche noch die Art der Ausführung weisen Auffälligkeiten auf, welche 

Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit begründen könnten.

4.

Ungenügende Verteidigung

Die  Verteidigung  rügte  im  Rahmen  ihres  Plädoyers  vor  Berufungsinstanz,  der 

Beschuldigte  sei  in  der  Untersuchung  sowie  im  erstinstanzlichen  Verfahren  von 

seinem amtlichen Verteidiger ungenügend verteidigt worden. Die amtliche Vertei-

digung  habe  den  Beschuldigten  nicht  (ausreichend)  fachlich  und  empathisch 

begleitet respektive unterstützt (Prot. II S. 6 f.). Dabei zeigte die Verteidigung indes 

nicht auf, inwiefern die vormalige Verteidigung konkret schwerwiegende Fehler bei 

der Wahrung der Verteidigungsrechte des Beschuldigten begangen respektive die 

notwendige Sorgfalt bei der Ausübung ihrer Pflichten verletzt haben soll. Es wird 

sinngemäss  ausgesagt,  die  vormalige  Verteidigung  habe  eine  andere  Verteidi-

gungsstrategie gewählt. Sodann hat die Wahlverteidigung – zu Recht – auch keine 

Rückweisung  beantragt,  was  sie  konsequenterweise  hätte  tun  müssen,  wäre  sie 

tatsächlich der Meinung, es seien massiven Fehler bei der Wahrung der Verteidi-

gungsrechte begangen worden beziehungsweise es liege ein Fall ungenügender 

Verteidigung  vor.  Für  eine  solche  gibt  es  denn  auch  keine  Anhaltspunkte  in  den 

Akten. Die Einwendungen sind unbegründet.

5.

Allgemeines

5.1. Soweit nachfolgend auf die Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen 

Entscheid  verwiesen  wird,  erfolgt  dies  in  Anwendung  von  Art. 82  Abs. 4  StPO 

(vgl. dazu  Urteil 6B_570/2019  vom  23.  September  2019,  E.  4.2,  m.w.H.),  auch 

ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung findet.

5.2.

Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes 

einzelne  Vorbringen  ausdrücklich  widerlegen  muss  (BGE 146  IV  297  E. 2.2.7, 

m.H.). Die Berufungsinstanz kann sich somit in der Begründung auf die für ihren 

Entscheid wesentlichen Punkte beschränken.

- 9 -

III. Strafzumessung

1.

Ausgangslage/Anträge/Grundsätze/Strafrahmen/Straftart

1.1. Die  Vorinstanz  bestrafte  den  Beschuldigten  mit  einer  Freiheitsstrafe  von 

50 Monaten  (wovon  178  Tage  durch  Haft  angerechnet  wurden)  sowie  mit  einer 

Busse von Fr. 500.– (Urk. 109, Dispositiv-Ziff. 2-3).

1.2. Die Verteidigung beantragt im Berufungsverfahren eine Freiheitsstrafe von 

30 Monaten, unter Anrechnung der erstandenen Haft, wobei 15 Monate unbedingt 

zu vollziehen und 15 Monate bedingt aufzuschieben seien, bei einer Probezeit von 

3 Jahren (Urk. 126). Hierzu führte die Verteidigung aus, der Beschuldigte habe mit 

offenkundigen Entwicklungsdefiziten zu kämpfen, was sich bei der Strafzumessung 

deutlich  strafmindernd  auswirke.  Weiter  komme  seinem  abgelegten,  wenn  auch 

späten Geständnis unter den gegebenen Umständen stärkere Bedeutung zu und 

es müsse verstärkt berücksichtigt werden. Auch die dramatische Erfahrung der Ehe 

der Eltern sei mit einer deutlichen Strafminderung zu berücksichtigen. Schliesslich 

sei die Drogenproblematik, welche beim Beschuldigten in Bezug auf den Cannabis-

Konsum  ein  gefährliches  Ausmass  angenommen  habe,  zu  berücksichtigen.  Zur 

Schuldfähigkeit  führte  die  Verteidigung  sodann  aus,  mangels  psychiatrischen 

Gutachtens  liege  diesbezüglich  keine  Experteneinschätzung  vor,  aufgrund  des 

Traumas betreffend "Erleben der Ehe der Eltern" und des Drogenkonsums sei aber 

von einer im leichten bis mittleren Grad verminderten Schuldfähigkeit auszugehen. 

Kritik  an  der  vorinstanzlich  ausgefällten  Freiheitsstrafe  von  50  Monaten  übt  die 

Verteidigung  sodann,  indem  sie  vorbringt,  diese  stehe  nicht  im  Einklang  mit  den 

bezeichneten Tatschweren von leicht bis sehr leicht (Prot. II S. 9 ff.).

1.3. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Bestätigung der erstinstanzlich aus-

gefällten Strafe (Urk. 115).

1.4. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB  und  die  an  sie  gestellten  Begründungsanforderungen  wiederholt  dargelegt 

(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit Hinweisen). Entsprechendes gilt für die Bildung der 

Einsatz-  und  der  Gesamtstrafe  nach  Art. 49  Abs. 1  StGB  die  Anwendung  des 

Asperationsprinzips (BGE 144 IV 313 E. 1.1.; BGE 217 E. 2.2 und E. 3; BGE 141 

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IV  61  E. 6.1.2;  je  mit  Hinweisen).  Darauf  sowie  auf  die  zutreffenden  vorinstanz-

lichen Erwägungen (Urk. 109 S. 6 f.) kann verwiesen werden.

1.5. Die Bildung einer Gesamtstrafe ist nur bei gleichartigen Strafen möglich. 

Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen, da das Asperationsprinzip 

nur greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Mehrere 

gleichartige  Strafen  liegen  vor,  wenn  das  Gericht  im  konkreten  Fall  für  jeden 

einzelnen  Normverstoss  gleichartige  Strafen  ausfällen  würde.  Dass  die  anzu-

wendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt 

nicht  (BGE  142  IV  265  E. 2.3.2  S. 267  f.;  138  IV  120  E. 5.2  S. 122  f.;  je  mit 

Hinweisen).

1.6. Das per 1. Juli 2023 in Kraft getretene Bundesgesetz über die Harmoni-

sierung der Strafrahmen hat hier nur auf Art. 135 StGB Einfluss, indem dessen 

Abs. 1 teilrevidiert wurde. Als Ganzes ist die neue Fassung hinsichtlich des hier 

massgeblichen  ersten  Satzes  allerdings  unverändert  und  daher  die  bisherige 

Bestimmung anwendbar (Art. 135 aAbs. 1 StGB i.V.m. Art. 2 Abs. 2 StGB). 

1.7. Das  Gesetz  sieht  für  Raub  im  Sinne  von  Art. 140  Ziff. 1  StGB  als  hier 

schwerstes  Delikt  eine  Freiheitsstrafe  von  sechs  Monaten  bis  zu  zehn  Jahren 

vor.  Strafschärfungs-  und  Strafmilderungsgründe  führen  nur  bei  aussergewöhn-

lichen Umständen dazu, die Grenzen des ordentlichen Strafrahmens zu verlassen 

und sie nach oben oder unten zu erweitern (BGE 136 IV 55 E. 5.8 mit Hinweisen). 

Dies  entspricht  konstanter  höchstrichterlicher  Rechtsprechung  (anstatt  vieler: 

BGE  142  IV  265  E. 2.4.5;  Urteil  6B_918/2020  vom  19.  Januar  2021  E. 6.4.1), 

wobei  das  Bundesgericht  darauf  zurückzukommen  scheint  (BGE  148  IV  96 

E. 4.8).  Im  vorliegenden  Fall  kann  die  Strafe  innerhalb  des  ordentlichen 

Strafrahmens (Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis zu 10 Jahren) festgesetzt wer-

den.  Strafschärfungsgründe  sind  straferhöhend  und  Strafmilderungsgründe 

strafmindernd zu berücksichtigen.

1.8.

Für  die  qualifizierte  groben  Verkehrsregelverletzungen  ist  von  Gesetzes 

wegen ebenfalls eine Freiheitsstrafe auszufällen (Art. 90 Abs. 3 SVG). Die neue 

Gesetzesbestimmung von Art. 90 Abs. 3ter SVG kommt aufgrund der einschlägigen 

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Vorstrafen des Beschuldigten nicht zur Anwendung. Mit Verweis auf die zutreffen-

den  Erwägungen  der  Vorinstanz  (Urk.  109  S.  8)  ist  vorliegend  angesichts  der 

(teilweise einschlägigen) Vorstrafen und der mehrfachen Delinquenz während der 

laufenden Strafuntersuchung auch betreffend die groben Verkehrsregelverletzun-

gen und die weiteren SVG-Vergehen, die Irreführung der Rechtspflege, das Verge-

hen gegen das Waffengesetz und die Gewaltdarstellung je eine Freiheitsstrafe aus-

zusprechen.  Davon  geht  im  Übrigen  auch  die  Verteidigung  aus  (Urk. 84  S.  1 

Urk. 111 S. 3 und Urk. 126). Für diese Freiheitsstrafen hat die Vorinstanz nur eine 

Asperation vorgenommen, aber keine Einzelstrafen festgelegt (Urk. 109 S. 11 ff.). 

Dies ist nachzuholen. 

2.

Konkrete Strafzumessung

2.1. Raub

2.1.1.  Der  Beschuldigte  bedrohte  die  Angestellte  der  B._____  Filiale  mit  einem 

Baseballschläger, welchen er für den Überfall mit sich führte, und verlangte von ihr, 

dass  sie  die  Kasse  öffnet.  Die  dadurch  verängstigte  Geschädigte  folgte  den  An-

weisungen  des  Beschuldigten  und  öffnete  eine  der  sich  am  Tresen  befindlichen 

Kassen, woraufhin der Beschuldigte sich selber hinter den Tresen begab, Noten-

geld in der Höhe von rund Fr. 1'200.– aus der Kasse nahm und damit auf seinem 

Motorrad flüchtete. Dabei ist erschwerend zu berücksichtigen, dass er mit dem Ein-

setzen des Baseballschlägers, einem potentiell gefährlichen Gegenstand, drohte. 

Der  Deliktsbetrag  ist  zwar  nicht  besonders  hoch.  Dies  war  jedoch  in  gewissem 

Masse Zufall, wobei durchaus auch eine deutlich grössere Beute in einer entspre-

chenden  Fastfood-Filiale  denkbar  gewesen  wäre,  weshalb  der  nicht  besonders 

hohe Deliktsbetrag kaum zu seinen Gunsten ins Gewicht fallen kann. Es ist davon 

auszugehen, dass der Beschuldigte auf möglichst viel Geld aus war. Weiter hat die 

Vorinstanz zutreffend festgehalten, dass es sich bei diesem Raub – entgegen der 

vormaligen  Verteidigung  (Urk. 84  S.  5)  –  nicht  um  eine  Kurzschlussreaktion 

handelte. Vielmehr hatte der Beschuldigte die Tat vorher geplant. Der Beschuldigte 

inszenierte  zunächst  einen  Einbruch  in  das  Fahrzeug  Mercedes-AMG  GT63, 

Kontrollschild ZH 1, und täuschte den Diebstahl seines Motorrads DUCATI I Super 

Sport 950S vor. Weiter entwendete er das Kontrollschild ZH 2 von einem Roller und 

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montierte dieses an seinem Motorrad, mit dem er anschliessend zum Tatort des 

Raubes fuhr. Dabei führte der Beschuldigte – wie schon erwähnt – einen Baseball-

schläger mit sich. Sodann behielt der Beschuldigte beim Raubüberfall seinen Mo-

torradhelm auf und trug Chirurgenhandschuhe (Urk. 1/18, Foto 7-8; Urk. 1/19, Foto 

1-2).  Diese  geplante  Vorgehensweise  zeugt  von  einer  erheblichen  kriminellen 

Energie.

2.1.2.  In subjektiver Hinsicht ist zu beachten, dass der Beschuldigte direktvorsätz-

lich und aus egoistischen Motiven handelte. Auch wenn der Beschuldigte – wie die 

Vorinstanz  aufzeigte  (Urk. 109  S. 9  f.)  –  offenbar  gewisse  finanzielle  Schwierig-

keiten hatte, verfügte er im Tatzeitpunkt gemäss eigenen Angaben über eine feste 

Arbeitsstelle  mit  geregeltem  Einkommen  bei  der  Firma  seines  Vaters  (Urk. 1/8 

F/A 12,  44;  Prot.  I  S. 11  f.)  und  konnte  ansonsten  auf  die  Unterstützung  seiner 

Familie zählen (vgl. Urk. 1/11 F/A 21; Prot. I S. 12 f.; Urk. 84 S. 5). Die subjektive 

Tatschwere vermag die objektive nicht zu relativieren.

2.1.3. Insgesamt wiegt das Tatverschulden leicht. Die von der Vorinstanz festge-

setzte hypothetische Einsatzstrafe von 10 Monaten erscheint dafür allerdings als 

zu tief. Verschuldensangemessen erweist sich eine Sanktion von 15 Monaten Frei-

heitsstrafe. 

2.1.4. Entgegen der Verteidigung kann dem Beschuldigten weder gestützt auf die 

geltend gemachten dramatischen Erfahrungen in der Ehe seiner Eltern noch auf 

seine  vergangene  Drogenproblematik  im  Zusammenhang  mit  Cannabis-Konsum 

eine verminderte Schuldfähigkeit attestiert werden. Es sind psychische Abweichun-

gen erst dann relevant, wenn sie in hohem Masse in den Bereich des Abnormen 

fallen, was dann der Fall ist, wenn die Geistesverfassung des Täters nach Art und 

Grad stark vom Durchschnitt nicht bloss der Rechts- sondern auch der Verbrechen-

sgenossen  abweicht  (BGE  116  IV  276  E.  6;  BGE  133  IV  145  E.  3.3;  Donatsch, 

StGB Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 19 N 12). Hierfür liegen keine Anhaltspunkte 

vor. Zum von der Verteidigung aufgegriffenen Cannabis-Konsum ist wenig bekannt. 

Der eingereichte Bericht des Spitals Uster gibt hierzu keinen Aufschluss, weder zur 

zeitlichen  noch  sachlichen  Dimension  respektive  Einordnung  (Urk.  127).  Ähnlich 

sieht es mit der geltend gemachten schweren Traumatisierung durch die Ehe der 

- 13 -

Eltern des Beschuldigten aus. Dass es offenbar Eheprobleme gab und auch zur 

Scheidung kam, ist keine schöne Erfahrung für ein Kind oder Jugendlichen. Dass 

der  Beschuldigte  dadurch  aber  überdurchschnittlich  und  in  einem  Ausmass, 

welches eine Verminderung der Schuldfähigkeit zu begründen vermöchte, davon 

betroffen war beziehungsweise darunter gelitten hat und derartige Entwicklungs-

defizite daraus zu verzeichnen hatte, die unter diesem Titel eine Strafminderung 

rechtfertigen  würden,  ist  nicht  ersichtlich  (vgl.  auch  Ziff.  III  2.8.1).  Überdies  ist, 

selbst  wenn  man  der  Argumentation  der  Verteidigung  folgen  würde,  weder  ein 

sachlicher noch zeitlicher Konnex zwischen dem geltend gemachten Defizitzustand 

und den Taten ersichtlich.

2.2. Verbrechen und Vergehen gegen das SVG

2.2.1. Qualifizierte grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Dossier 9

Am 7. Mai 2020, einem Donnerstag, um 02.11 Uhr morgens, fuhr der Beschuldigte 

im Dunkeln auf der Autobahn A15, Höhe C._____, mit einer Geschwindigkeit von 

brutto  188 km/h  und  überschritt  damit  die  erlaubte  Höchstgeschwindigkeit  von 

80 km/h um netto 85.2 km/h. Kurz darauf beschleunigte der Beschuldigte gar noch 

und  lenkte  das  Fahrzeug  mit  einer  Geschwindigkeit  von  brutto  231  km/h.  Die 

Geschwindigkeit betrug damit netto 203.9 km/h anstelle der örtlich erlaubten und 

signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Diese massive Geschwindig-

keitsüberschreitung  liegt  weit  über  dem  Schwellenwert  zur  qualifizierten  groben 

Verkehrsregelverletzung.  Diese  "Raserfahrt"  filmte  der  Beschuldigte  mit  seinem 

Mobiltelefon (welcher Umstand wie bei den nachfolgend zu beurteilenden Fahrten 

bereits mit Busse sanktioniert wurde und hier nicht zusätzlich berücksichtigt wird 

[Urk. 109 S. 19 f.]). Angesichts der Örtlichkeit und der Tages- bzw. Nachtzeit im 

Zeitraum des Corona-Lockdowns ist von einem sehr geringen Verkehrsaufkommen 

auszugehen.  Entsprechend  ist  anzunehmen,  dass  das  Risiko  einer  Gefährdung 

von unbeteiligten Dritten eher klein war. Der Beschuldigte handelte direktvorsätz-

lich. Das Tatverschulden wiegt insgesamt nicht mehr leicht. Eine Einzelstrafe von 

20 Monaten erscheint angemessen.

- 14 -

2.2.2. Qualifizierte grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Dossier 6

Am  29.  November  2019,  einem  Freitag,  um  00.53  Uhr,  raste  der  Beschuldigte 

ausserorts in D._____ im Dunkeln mit einer Geschwindigkeit von brutto 171 km/h, 

was  (bei  signalisierter  Höchstgeschwindigkeit  von  80  km/h)  einer  Geschwindig-

keitsüberschreitung von netto 69.9 km/h entspricht. Wiederum filmte der Beschul-

digte die halsbrecherische Fahrt mit seinem Mobiltelefon. Angesichts der Örtlichkeit 

und der Tages- bzw. Nachtzeit ist von einem sehr geringen Verkehrsaufkommen 

und damit von einem eher kleinen Risiko einer Gefährdung von unbeteiligten Dritten 

auszugehen.  Subjektiv  ist  zu  beachten,  dass  der  Beschuldigte  direktvorsätzlich 

handelte. Das Tatverschulden wiegt im Rahmen dieses qualifizierten Tatbestands 

insgesamt leicht. Isoliert betrachtet erschiene eine Einzelstrafe von 14 Monaten an-

gemessen.

2.2.3. Qualifizierte grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Dossier 5

Der Beschuldigte ist am 26. Juni 2019, einem Mittwochabend, um ca. 22.00 Uhr im 

Dunkeln  ausserorts  in  E._____  bei  signalisierter  Höchstgeschwindigkeit  von  80 

km/h mit einer Geschwindigkeit von brutto 162 km/h gefahren. Nach dem Toleranz-

abzug betrug die Geschwindigkeitsüberschreitung netto 61.8 km/h. Dabei filmte der 

Beschuldigte diese Fahrt auch mit seinem Mobiltelefon. Angesichts der Örtlichkeit 

und  der  Tageszeit  ist  von  keinem  grossen  Verkehrsaufkommen  auszugehen, 

weshalb das Risiko einer Gefährdung von unbeteiligten Dritten nicht sehr hoch war. 

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Das Tatverschulden wiegt insgesamt 

leicht und es wäre isoliert betrachtet eine Einzelstrafe von 13 Monaten verschul-

densadäquat.

2.2.4. Grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Dossier 8

Der Beschuldigte lenkte am 4. April 2020, an einem Samstag, um 18.26 Uhr, sein 

Fahrzeug auf der Autobahn A15 in C._____ mit einer Geschwindigkeit von brutto 

205 km/h, was netto (bei signalisierter Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h) einer 

beträchtlichen Geschwindigkeitsüberschreitung von netto 60.5 km/h entspricht. Der 

Umstand, dass diese Geschwindigkeitsüberschreitung an einem Samstagabend zu 

- 15 -

Beginn der Corona-Pandemie, als sich die Schweiz noch in einem strengen Lock-

down befand, erfolgte, spricht für ein geringes Verkehrsaufkommen und damit auch 

ein  geringes  Risiko  einer  Gefährdung  von  unbeteiligten  Dritten.  Wiederum  filmte 

der  Beschuldigte  die  Fahrt  mit  seinem  Mobiltelefon.  Subjektiv  handelte  der 

Beschuldigte  vorsätzlich.  Die  Tatschwere  wiegt  insgesamt  noch  leicht  und  die 

Einzelstrafe wäre bei 5 Monaten anzusiedeln.

2.2.5. Grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Dossier 7

Am Sonntag 1. Dezember 2019, zwei Tage nach der Raserfahrt gemäss Dossier 

6, fuhr der Beschuldigte um 18.24 Uhr erneut in D._____ im Dunkeln mit massiv 

übersetzter Geschwindigkeit von brutto 148 km/h. Die Geschwindigkeitsüberschrei-

tung betrug damit (bei der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h) netto 

49.2 km/h. Auch diese Fahrt filmte der Beschuldigte mit seinem Mobiltelefon. Ort 

und Zeitpunkt lassen nicht auf ein grosses Verkehrsaufkommen und mithin auf ein 

geringes Risiko für die Gefährdung unbeteiligter Dritten schliessen. Subjektiv han-

delte der Beschuldigte vorsätzlich. Die Tatschwere erscheint insgesamt noch leicht; 

es erschiene eine Einzelstrafe von 4 Monaten angemessen.

2.2.6. Grobe Verkehrsregelverletzung gemäss Dossier 4

Der Beschuldigte fuhr am 3. Juli 2020, einem Freitag, um 17.28 Uhr, innerorts in 

F._____ mit überhöhter Geschwindigkeit. Anstelle der erlaubten 60 km/h lenkte er 

sein Fahrzeug mit netto 86 km/h, mithin netto 26 km/h zu schnell. Der Umstand, 

dass  diese  Geschwindigkeitsüberschreitung  innerorts  und  zur  Feierabendzeit  er-

folgte, spricht für ein nicht unerhebliches Risiko einer Gefährdung von unbeteiligten 

Dritten,  auch  wenn  da  wegen  der  Corona-Pandemie  generell  weniger  Verkehr 

herrschte. In subjektiver Hinsicht ist zu beachten, dass der Beschuldigte vorsätzlich 

handelte.  Die  Tatschwere  erscheint  insgesamt  sehr  leicht.  Die  Einzelstrafe  wäre 

bei einem halben Monat festzusetzen.

- 16 -

2.2.7. Widerrechtliche Aneignung von Kontrollschildern gemäss Dossier 2

Der Beschuldigte hat vorsätzlich die Kontrollschilder vom Motorrad des Geschädig-

ten G._____ entwendet, in der Absicht, sie dann an seinem Motorrad anzubringen 

und damit am öffentlichen Verkehr teilzunehmen. Das Tatverschulden wiegt sehr 

leicht. Es erscheint isoliert betrachtet eine Einzelstrafe von 1.5 Monate angemes-

sen.

2.2.8.  Missbräuchliche Verwendung von Kontrollschildern gemäss Dossier 2

In der Folge hat der Beschuldigte – wie bereits erwähnt – die vom Motorrad des 

Geschädigten G._____ entwendeten Kontrollschilder an seinem Motorrad Ducati I 

Super Sport 950S angebracht und ist damit von seinem Wohnort in H._____ zum 

I._____  [Einkaufszentrum]  in  J._____  und  von  dort  an  die  K._____-strasse  in 

J._____ gefahren, wo er schliesslich sein Motorrad abstellte und samt den daran 

angebrachten Kontrollschildern zurückliess. Er wählte diese Vorgehen, um seine 

Täterschaft  betreffend  Raub  zu  vertuschen.  Wiederum  handelte  er  mit  Vorsatz. 

Auch diesbezüglich ist das Tatverschulden insgesamt als sehr leicht zu qualifizie-

ren und isoliert betrachtet eine Einzelstrafe von 1.5 Monate festzulegen.

2.3.

Irreführung der Rechtspflege

2.3.1. Der  Beschuldigte  erstattete  Strafanzeige  und  bezichtigte  eine  unbekannte 

Täterschaft,  das  Fenster  der  Fahrertüre  seines  Fahrzeugs  aufgebrochen,  den  in 

der  Mittelkonsole  befindlichen  Motorradschlüssel  an  sich  genommen  und  damit 

sein Motorrad Ducati I Super Sport 950S entwendet zu haben. Um seine Darstel-

lung  zu  stützen,  schlug  er  vorgängig  das  entsprechende  Fenster  der  Fahrertüre 

seines Fahrzeugs selber ein. Infolgedessen wurde ein polizeiliches Ermittlungsver-

fahren eingeleitet. Dabei erstattete der Beschuldigte diese Anzeige, obwohl er von 

der  Polizei  auf  die  strafrechtlichen  Konsequenzen  einer  fälschlicherweise  ange-

zeigten  Straftat  hingewiesen  wurde  und  obschon  die  beschriebenen  Delikte  nie 

stattgefunden  haben.  Sein  Motiv  für  das  Vortäuschen  des  beschriebenen  delin-

quenten  Verhaltens  lag  darin,  den  Tatverdacht  betreffend  den  verfahrensgegen-

ständlichen Raubüberfall auf das Fastfood Restaurant B._____ von sich auf eine 

- 17 -

unbekannte Täterschaft zu lenken. Mit seinem Verhalten hat er nicht wenig perso-

nelle Ressourcen der Polizei unnötig beansprucht. Sein Handeln zeugt von einer 

gewissen kriminellen Energie. Wiederum handelte der Beschuldigte direktvorsätz-

lich.

2.3.2. Unter  Berücksichtigung  sämtlicher  Umstände  ist  die  Tatschwere  als  noch 

leicht  einzustufen.  Es  rechtfertigt  sich  isoliert  betrachtet  eine  Einzelstrafe  von 

5 Monaten festzusetzen.

2.4. Vergehen gegen das Waffengesetz

Der Beschuldigte bewahrte in seinem Schlafzimmer einen verbotenen Schlagring 

auf.  In  subjektiver  Hinsicht  ist  für  den  Besitz  von  einem  Eventualvorsatz  auszu-

gehen.  Insgesamt  erscheint  das  Verschulden  leicht  und  eine  Einzelstrafe  von 

2.5 Monaten bei isolierter Betrachtung verschuldensadäquat. 

2.5. Gewaltdarstellungen

2.5.1. Der Beschuldigte hatte auf seinem Mobiltelefon einerseits einen Film gespei-

chert, in welchem ein Mann brutal mit einem Gegenstand traktiert und eine Frau 

ebenfalls  geschlagen  wird,  sowie  einen  Film,  welcher  die  Zerfleischung  eines 

Mannes (an seinen Genitalien) durch einen Hund zum Inhalt hat. Zudem hat er die 

beiden Filme auch per WhatsApp je einer weiteren Person weitergesendet. Sowohl 

in Bezug auf den Besitz als auch das Weiterleiten handelte der Beschuldigte direkt-

vorsätzlich. Isoliert betrachtet erscheint für das leichte Tatverschulden eine Einzel-

strafe von 2.5 Monaten angemessen. 

2.6. Asperation 

Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips erscheint es angemessen, für die 

qualifizierten groben Verkehrsregelverletzungen (gemäss Dossier 9, 6 und 5) die 

Freiheitsstrafe um insgesamt 30 Monate [13+9+8] und für die groben Verkehrsre-

gelverletzungen (gemäss Dossier 8, 7 und 4) um insgesamt 5 Monate zu erhöhen. 

Angesichts  des  engen  sachlichen  und  zeitlichen  Konnexes  der  Vergehen  gegen 

Art. 97 SVG gemäss Dossier 2 einerseits mit dem Raub und der Irreführung der 

- 18 -

Rechtspflege  andererseits,  treten  diese  Vergehen  in  den  Hintergrund  und  es 

erscheint (mit der Vorinstanz) für Erstere eine Asperation von insgesamt einem Mo-

nat angemessen. Sodann ist die Einsatzstrafe für die Irreführung der Rechtspflege 

gemäss Dossier 3 um drei Monate zu asperieren, da hier nebst dem Konnex zum 

Raub erschwerend ins Gewicht fällt, dass mit diesem Tatbestand ein vollkommen 

anderes, indes ebenfalls gewichtiges Rechtsgut (das unbeeinträchtigte und unver-

fälschte  Funktionieren  der  Strafjustiz,  BSK  StGB-Delnon/Rüdy,  4.  Aufl.  2019, 

Art. 304 N 5) geschützt werden soll. Für die Gewaltdarstellungen ist eine weitere 

Asperation um eineinhalb Monate angezeigt. Das Vergehen gegen das Waffenge-

setz ist ebenfalls mit eineinhalb Monaten zu asperieren.

2.7.

Zwischenfazit

Angesichts der vorangehenden Erwägungen ist die für den Raub festgelegte hypo-

thetische Einsatzstrafe von 15 Monaten in Anwendung des Asperationsprinzips um 

insgesamt 42 Monate zu erhöhen, sodass unter Berücksichtigung der Tatkompo-

nenten eine Gesamtfreiheitsstrafe von 57 Monaten resultieren würde.

2.8.

Täterkomponente

2.8.1. Die Vorinstanz hat die persönlichen Verhältnisse zutreffend wiedergegeben; 

darauf  kann  vollumfänglich  verwiesen  werden  (109  S.  16  f.;  Urk.  1/8  F/A  9  ff.; 

Urk. 1/11 F/A 19 ff.; Prot. I S. 11 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung führte 

der  Beschuldigte  ergänzend  beziehungsweise  aktualisierend  aus,  er  arbeite  im 

Gefängnis  im  Metallbau  und  werde  regelmässig  von  seiner  Familie  (Eltern  und 

Schwester) besucht. Sodann gab er an, seine Eltern hätten sich im Jahr 2020 oder 

2021  scheiden  lassen,  ohne  hierzu  weitere  Ausführungen  zu  machen  (Urk. 125 

S.  1 ff.). Zur familiären Problematik führte die Verteidigung aus, die Ehe der Eltern 

des Beschuldigten sei von Beginn an von ständigem Auf und Ab gekennzeichnet 

gewesen. Es sei regelmässig zu Auseinandersetzungen gekommen und der Vater 

des Beschuldigten sei zeitweilig dem Alkoholmissbrauch verfallen. Alle Familien-

mitglieder hätten unter dieser belasteten Familiensituation, sowohl in der Ehe als 

auch  während  der  Scheidung,  gelitten.  Es  habe  ihn  aus  der  Bahn  geworfen. 

Sodann  seien  die  Verwöhnungstendenzen  der  Eltern  als  Kompensation  ihrer 

- 19 -

Schuldgefühle  für  ihn  nicht  förderlich  gewesen,  respektive  mit  diesem  Verhalten 

habe man ihm in seiner Entwicklung geschadet (Prot. II S. 10 f.). Es sind vorliegend 

allerdings  –  entgegen  der  Verteidigung  –  keine  derart  schwerwiegenden,  irregu-

lären Entwicklungen in  der  Kindheit  oder  Jungend  des  Beschuldigten  ersichtlich, 

welche sich als "schwierige Jugend" etikettieren liessen (Wohlers, StGB Handkom-

mentar, 4. Aufl. 2020, Art. 47 N 15, BGE 121 IV 202 E. 2 bb) und ihm unter diesem 

Titel eine Strafminderung attestieren würden. Das Vorleben und die persönlichen 

Verhältnisse sind mit der Vorinstanz neutral zu werten.

2.8.2. Der Beschuldigte weist zwei Vorstrafen auf (Urk. 112): Er wurde mit Straf-

befehl  der  Staatsanwaltschaft  Zürich-Limmat  vom  16. Juni  2017  wegen  grober 

Verletzung der Verkehrsregeln rechtskräftig verurteilt. Mit Strafbefehl der Staatsan-

waltschaft  Winterthur/Unterland  vom  12. Oktober  2017  wurde  der  Beschuldigte 

erneut der vorsätzlichen groben Verletzung der Verkehrsregeln sowie des vorsätz-

lichen Führens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs schuldig gesprochen. Diese 

(teilweise einschlägigen) Vorstrafen wirken sich deutlich strafschärfend aus. Hinzu 

kommt  betreffend  die  Verstösse  gegen  das  Strassenverkehrsgesetz  gemäss 

Dossier 5 bis 9 die Delinquenz während laufender verlängerter Probezeit. Ebenfalls 

merklich straferhöhend wirkt sich aus, dass der Beschuldigte während der laufen-

den  Strafuntersuchung  betreffend  verfahrensgegenständliche  Verkehrsregelver-

letzungen erneut straffällig wurde und den Raub, eine Irreführung der Rechtspflege 

sowie Verstösse gegen Art. 97 SVG beging.

2.8.3. Mit der Vorinstanz fällt das erst späte und bei relativ eindeutiger Beweislage 

erfolgte Geständnis – wobei der Beschuldigte auch keine echte Einsicht und auf-

richtige Reue zeigte – lediglich leicht strafmindernd ins Gewicht (Urk. 109 S. 17 f.). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung hat der Beschuldigte dann wieder gesagt, er 

habe die ihm vorgeworfenen Delikte nicht begangen (Urk. 125 S. 8 f.). Auch damit 

verdeutlicht er, dass er weder einsichtig noch reuig ist und keine Verantwortung für 

sein  fehlbares  Verhalten  übernehmen  will.  Wenn  die  Verteidigung  entsprechend 

unter  diesem  Titel  geltend  macht,  das  abgelegte  Geständnis  sei  aufgrund  der 

gesamten Umstände eine echte Leistung und müsse mit einer grösseren Strafre-

duktion berücksichtigt werden (Prot. II S. 9 f.), kann ihr nicht gefolgt werden.

- 20 -

2.8.4. Die Täterkomponente wirkt sich insgesamt deutlich straferhöhend aus. Sie 

schlägt mit weiteren 6 Monaten zu Buche.

2.9.

Fazit

2.9.1. Insgesamt erschiene eine Freiheitsstrafe von 63 Monaten schuldangemes-

sen.  Diese  Gesamtfreiheitsstrafe  steht  insgesamt  –  entgegen  der  Verteidigung 

(Prot. II S. 9) – angesichts der Vielzahl der zu sanktionierenden Delikte und unter 

Berücksichtigung  der  Strafrahmen  mit  hohen  Strafobergrenzen  keineswegs  im 

Widerspruch  zu  den  einzeln  festgesetzten  Tatschweren.  Unter  Berücksichtigung 

des  Verschlechterungsverbots  gemäss  Art.  391  Abs.  2  StPO  hat  es  bei  der 

vorinstanzlich ausgefällten Freiheitsstrafe von 50 Monaten sein Bewenden.

2.9.2. Der Beschuldigte ist (neben der rechtskräftigen Busse von Fr. 600.– für die 

Übertretungen gemäss Dossier 5 bis 9) mit einer Freiheitsstrafe von 50 Monaten 

zu bestrafen.

2.9.3. Dem Beschuldigten ist die erstandene Haft von 178 Tagen sowie der vorzei-

tige  Strafvollzug (seit  dem  13.  Juni  2024  bis und mit  heute) im  Umfang von 274 

Tagen,  insgesamt  452  Tage,  an  die  Freiheitsstrafe  anzurechnen  (Art.  51  StGB; 

Urk. 109 S. 21; Urk. 78; Urk. 80; Urk. 93). 

IV. Strafvollzug

Wie  die  Vorinstanz  richtig  ausführt,  fällt  bei  der  ausgefällten  Freiheitsstrafe  von 

50 Monaten  sowohl  der  bedingte  als  auch  der  –  seitens  der  Verteidigung  bean-

tragte  –  teilbedinge  Vollzug  von  vornherein  ausser  Betracht  (Art. 42  f.  StGB; 

Urk. 109 S. 21). Die Freiheitsstrafe ist zu vollziehen. 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Die  vorinstanzliche  Kostenfestsetzung  und  -verlegung  ist  bereits  in  Rechts-

kraft erwachsen (vgl. Ziff. II 2.3).

- 21 -

2.

Die  Gerichtsgebühr  für  das  Berufungsverfahren  ist  praxisgemäss  auf 

Fr. 3'000.–  zu  veranschlagen  (Art. 424  Abs. 1  StPO  in  Verbindung  mit  §  16 

Abs. 1 und § 14 der Gebührenverordnung des Obergerichts).

3.1. Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres  Obsiegens  oder  Unterliegens  (Art. 428  Abs.  1  StPO).  Ob  eine  Partei  im 

Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in 

welchem Ausmass ihre vor Beschwerdeinstanz bzw. Berufungsgericht gestellten 

Anträge  gutgeheissen  wurden  (DOMEISEN,  in: BSK StPO, 3. Aufl. 2023, Art. 428 

N 6; GRIESSER, StPO-Kommentar, 3. Aufl. 2020, Art. 428 N 1).

3.2. Bei  diesem  Verfahrensausgang  unterliegt  der  Beschuldigte  mit  seinen 

Berufungsanträgen  vollumfänglich.  Es  sind  ihm  daher  die  gesamten  Kosten  des 

Berufungsverfahrens aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO).

4.  Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte keinen Anspruch auf eine Prozessent-

schädigung (Art. 436 Abs 1 StPO e contrario).

- 22 -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 17. Juli 

2024 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist schuldig



















des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 

der mehrfachen Gewaltdarstellung im Sinne von Art. 135 Abs. 1 StGB,

der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 StGB,

des Vergehens gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 
lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. d WG, 

der mehrfachen qualifiziert groben Verletzung der Verkehrsregeln im 
Sinne von Art. 90 Abs. 3 und Abs. 4 lit. c und lit. d SVG in Verbindung 
mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit b und lit. d sowie Abs. 5 
VRV, 

der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 
Art. 90 Abs. 2 SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 4a 
Abs. 1 lit. a, lit. b und lit. d sowie Abs. 5 VRV, 

der widerrechtlichen Aneignung von Kontrollschildern im Sinne von 
Art. 97 Abs. 1 lit. g SVG, 

der missbräuchlichen Verwendung von Kontrollschildern im Sinne von 
Art. 97 Abs. 1 lit. a SVG sowie 

der mehrfachen einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 
Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 
Abs. 1 VRV.

Der Beschuldigte wird bestraft (…) mit einer Busse von Fr. 600.–.

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen.

(…)

Der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 16. Juni 2017 

für die Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu Fr. 30.– gewährte bedingte Straf-

vollzug wird widerrufen (Probezeit zwei Jahre, mit Strafbefehl vom 12. Okto-

ber 2017 der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland um ein Jahr verlän-

gert). 

2.

3.

4.

5.

- 23 -

6.

Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 13. März 

2024 beschlagnahmte Schlagring (Asservaten-Nr. A014'736'584) wird einge-

zogen und der Kantonspolizei Zürich zur Vernichtung überlassen. 

7.

Die folgenden sichergestellten Gegenstände, Spuren und Spurenträger wer-

den eingezogen und der Kantonspolizei Zürich zur Vernichtung überlassen:

-

-

-

-

-

Tatort Fotografie (Asservaten-Nr. A016'413'131),

Vergleichs-WSA (Asservaten-Nr. A016'413'175),

Vergleichs-WSA (Asservaten-Nr. A016'413'186),

KK - Kommunikationskontrolle (Asservaten-Nr. A016'462'309),

KK - Kommunikationskontrolle (Asservaten-Nr. A016'462'365).

8.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

4'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:

5'000.–   Gebühr für das Vorverfahren

4'093.–   Auslagen div. Gutachten IRM

757.50   Auslagen Lagerkosten Fahrzeuge

2'400.–   Kosten Telefonkontrolle (RTI)

3'075.–   Auslagen morphologisches Gutachten FOR

620.–   Auslagen Polizei Auswertung Mobiltelefon

1'200.–   Gerichtsgebühr Haftbeschwerde OGer Kt. ZH

839.–

  bereits ausgerichtete amtl. Verteidigungskosten RA X2._____
  (inkl. MwSt. und Barauslagen)

Fr.

17'493.90

  amtl. Verteidigungskosten RA X2._____ (inkl. MwSt. und 
  Barauslagen)

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

9.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen 

Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 

Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden.

10.

(Mitteilungen)

11.

(Rechtsmittel)"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

- 24 -

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte wird zudem bestraft mit 50 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

452 Tage durch Haft sowie vorzeitigen Strafvollzug bis und mit heute erstan-

den sind.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'000.–.

Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 

2.

3.

4.

5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben)

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (versandt)

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland

das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Waffen, 3003 Bern

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an













die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 
Vollzugsdienste 

das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Abteilung 
Administrativmassnahmen, Richterliche Fahrverbote, 8090 Zürich 
(PIN-Nr. 3)

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und Formular B

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"

die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich, 8090 Zürich.

- 25 -

6. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 13. März 2025

Die Präsidentin:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. M. Knüsel

MLaw A. Donatsch