# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff8df4b5-c00a-5ac0-aa5a-e5a44fc1568d
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1980-06-24
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 24.06.1980 Verwaltung ARGVP 1988 2028
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_Verwaltung-ARGVP-198_1980-06-24.pdf

## Full Text

B. Entscheide der Steuerrekurskommission 2027, 2028

laut des Steuergesetzes von Appenzell Ausserrhoden, sondern auch der 
sanktgallischen Gesetzgebung und Praxis.

Nach Art. 50f und Art. 50 h ist als Erwerbspreis und Veräusserungserlös 
der verurkundete Preis massgebend. Wenn ein Grundeigentümer einen 
Preis verurkunden lässt, der nicht den Tatsachen entspricht, so trägt er die 
sich daraus ergebenden Folgen für die Grundstückgewinnsteuerberech­
nung.

Aus diesen Gründen ist die Beschwerde in diesem Punkte unbegründet 
(vgl. auch «Die neue Steuerpraxis» 1964 S.134).

StRK 8.3.1965 (Nr. 263)

2028

Grundstückgewinnsteuer. Erbrachte Eigenleistungen sind nur anre­
chenbar, wenn diese als Einkommen versteuert wurden (Art. 61 Abs.1 
Ziff. 5 StG).

Gemäss Art. 61 Abs. 1 Ziff. 5 StG ist der Wert der eigenen Arbeit n u r dan n 
als Aufwendung anrechenbar, wenn er als Einkommen versteuert wird. 
Der Sinn dieser Vorschrift liegt auf der Hand. Schafft jemand durch eigene 
Arbeit eine Wertvermehrung, so soll die Substanz entweder als Einkom­
men oder als Kapitalgewinn (Grundstückgewinn) steuerlich erfasst wer­
den. Ist die Erfassung als Einkommen erfolgt, so wäre es nicht gerecht­
fertigt, dieselbe Substanz nochmals als Kapitalgewinn zu versteuern. Un­
terblieb aber die Erfassung als Einkommen aus irgendeinem Grunde, so 
greift die Besteuerung als Kapitalgewinn Platz. Wie der Rekurrent selbst 
darlegt, ist die Eigenarbeit im Kanton Zürich nicht als Einkommen be­
steuert worden. Der Kanton Appenzell A.Rh. ist deshalb berechtigt, die 
geschaffene Substanz mit der Grundstückgewinnsteuer zu erfassen, und 
die kantonale Steuerverwaltung hat die Berücksichtigung von Eigenarbeit 
als Aufwand zu Recht abgelehnt. Dass die Besteuerung als Einkommen 
mindestens in einzelnen Jahren nicht erfolgen konnte, weil der Rekurrent 
offenbar auch unter Hinzurechnung der Eigenarbeit kein steuerbares Ein­
kommen ausgewiesen hätte, spielt keine Rolle. Die Argumentation des 
Rekurrenten, der sich auf diesen Sachverhalt beruft, würde im Ergebnis 
dazu führen, dass der Kanton Appenzell A.Rh. bei der Veranlagung des 
Grundstückgewinns zürcherische Sozialabzüge zu berücksichtigen hätte.

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B. Entscheide der Steuerrekurskommission 2028, 2029

Wie hoch die Sozialabzüge in Zürich waren und ob der Rekurrent nach Be­
rücksichtigung dieser Abzüge überhaupt noch etwas zu versteuern hatte, 
kann aber bei der Veranlagung derausserrhodischen Grundstückgewinn­
steuer nicht massgebend sein. Wesentlich ist lediglich, dass der Rekurrent 
nicht zweimal für dieselbe Leistung besteuert wird. Nachdem er für die 
Eigenarbeit in Zürich nicht besteuert worden ist, besteht kein Grund dafür, 
die geschaffene Substanz im Kanton Appenzell A.Rh. ebenfalls aus der 
Besteuerung auszuschliessen (vgl. auch StRK 17.12.1982/5.5 .1985, 
Nr. 314).

StRK 24.6.1980 (Nr. 272)

2029

Leistungen des Erwerbers bei Berechnung der G rundstückgew inn­
steuer (Art. 50h Abs.1 und Art. 50e StG)1.

In diesem Beschwerdefall ist erstmals grundsätzlich zu entscheiden, ob zu 
den weiteren Leistungen des Erwerbers, welche nach Art. 50 h Abs. 1 dem 
Kaufpreis zuzuzählen sind, auch die Pflicht zur Übernahme der Grund­
stückgewinnsteuer gehört. Die Antwort auf diese Frage ergibt sich aus 
Art. 50c. Danach istderVeräusserer, der den Gewinn erzielt, steuerpflich­
tig. Das Gesetz regelt, wie der Gewinn zu berechnen ist. Insbesondere 
werden die Aufwendungen, welche vom Gewinn in Abzug gebracht wer­
den können, in A rt.50g einzeln aufgeführt. Nach Ziff.4 dieser Be­
stimmung können die Handänderungsabgaben, die Vermittlungspro­
vision usw. abgezogen werden, nicht aber die Grundstückgewinnsteuer 
selber. Das Gesetz folgt somit bei der Berechnung der Grundstückgewinn­
steuer dem gleichen Prinzip wie bei der allgemeinen Einkommenssteuer, 
bei welcher die Steuerleistungen nicht zu den abzugsberechtigten Un­
kosten gehören. Es ist müssig, diese Regelung, die der Gesetzgeber be­
wusst und klar festgelegt hat, mit der Behauptung anzufechten, es wirke 
stossend und für den Bürger unverständlich, eine Steuer auf der Steuer zu 
erheben.

Bei dieser gesetzlichen Regelung bleibt es auch dann, wenn durch Ab­
rede im Kaufvertrag die Pflicht zur Zahlung der Grundstückgewinnsteuer

1 Heute: Art. 62 Abs. 1 und Art. 57 StG

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