# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7bf719e-9e82-5c6f-acc9-688700bea158
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-01-31
**Language:** de
**Title:** Revision, erwerblicher Revisionsgrund, Gutachten beweiskräftig, Indikatorenprüfung, Einkommensvergleich (Validen- und Invalideneinkommen anhand der LSE ermittelt)
**Docket/Reference:** IV.2018.00861
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2018.00861.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2018.00861
V. Kammer
Sozialversicherungsrichter Vogel, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Sozialversicherungsrichterin Senn
Gerichtsschreiberin Weber
Urteil
vom
31. Januar 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Laube
KSPartner
Ulrichstrasse 14, 8032 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1973 geborene
X.___
, welcher die Berufslehre zum Maschi
nen
mechaniker abgeschlossen hat
te
(
Urk.
9/80/1, 9/80/13) sowie sich zum Pro
jekt
leiter SIZ
hatte
weiterbilden
lassen
(
Urk.
9/80/2, 9/80/11),
war von 2008 bis Mitte November 2010 in der Funktion als Kundendienst-
und Projektleiter in
einem 100
%-Pensum (Urk. 9/8/2, 9/34/7, 9/80/1) und von da an bis März 2015 als Kundendienstleister und Qualifizierer, d.h. ohne Leitungsfunktion, in einem Stellenumfang von 50 % (Urk. 9/8/2, 9/80/1) beim Verpackungsunternehmen
Y.___
AG angestellt (Auszug Individuelles Konto [IK],
Urk.
9/9 und 9/55, vgl. auch
Urk.
9/1/6, 9/80/3). Infolge Konkurs
es
seiner Arbeitgeberin wurde das Arbeitsverhältnis im März 2015 aufgelöst (
Urk.
9/75/24, 9/75/49, 9/
80/4
). Am 1
8.
April 2011 (Eingangsdatum, Urk. 9/1
) meldete sich der Versicherte
unter Hin
weis auf
die Erkrankung eines
Morbus Bechterew zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (
Urk.
9/1/7). Die IV-Stelle zog daraufhin die Akten der Krankentaggeldversicherung bei (
Urk.
9/10) und holte einen Arbeitgeberbericht ein (Urk. 9/8). Berufliche Eingliederungsmassnahmen wurden mit der Begrün
dung, der Versicherte sei weiterhin bei seinem bisherigen Arbeitgeber tätig, keine in die Wege
geleitet (Mitteilung vom 1
2.
September 2011, Urk. 9/15).
Am
1
5.
und 1
6.
November 2011 evaluierte die Reha Klinik
Z.___
die funktionelle Leis
tungsfähigkeit des Versicherten (Gutachten vom 6. Januar 2012,
Urk.
9/19). Bei einem Invaliditätsgrad von 50 % wurde dem Versicherten ab Juli 2011 eine
Viertelsrente
und ab Oktober 2011 eine halbe Invalidenrente zugesprochen (Ver
fügung vom 2
1.
M
ai 2012,
Urk.
9/28,
9/30).
1.2
Mit Anmeldung vom 1
9.
Januar 2015 (Eingangsdatum,
Urk.
9/34) ersuchte der Ver
sicherte mit der sinngemässen Begründung, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert, um eine höhere als die bisherige
halbe
Invalidenrente. Auf das erneute Leistungsbegehren wurde mit der Begründung, der Versicherte habe nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten
Verfügung wesentlich verändert hätten, nicht eingetreten (Verfügung vom 29. Mai
2015,
Urk.
9/45).
1.3
Mit Anmeldung vom 2
6.
Oktober 2016 (Eingangsdatum,
Urk.
9/51) ersuchte der Versicherte
wiederum
und mit der Begründung, sein Gesundheitszustand habe sich kontinuierlich verschlechtert, um eine höhere als die bisherige Invaliden
rente. Die IV-Stelle veranlasste daraufhin bei der
A.___
ein
bidis
zi
pli
näres
Gutachten,
i
m
Rahmen dessen
der Versicherte am 2
3.
August 2017 rheu
ma
tologisch und am 2
8.
August 2017 psychiatrisch untersucht wurde (Gutachten vom 2
0.
September 2017,
Urk.
9/75). Am 3
1.
Oktober 2017 wurde dem Versi
cher
ten mitgeteilt,
berufliche Eingliederungsmassnahmen würden keine durchgeführt, da er anlässlich des Gesprächs vom 3
0.
Oktober 2017 mitgeteilt habe, diese seien ihm zurzeit aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich (Mitteilung vom 3
1.
Oktober 2017,
Urk.
9/78). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vor
be
scheid vom 27. November
2017,
Urk.
9/82) wurde mit Verfügung vom 1
8.
September 2018 die bisherige halbe Rente ab November 2018 auf eine
Vier
tels
rente
herabgesetzt (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X.___
mit Eingabe
n
vom
3.
beziehungsweise 18. Oktober 2018 (
Urk.
1 und 5)
Beschwerde beim hiesigen Sozialversiche
rungs
gericht und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin, auch nach dem
1.
November 2018, eine halbe Rente der Inva
li
denversicherung auszurichten. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwer
de
antwort vom 16. November 2018 (
Urk.
8) auf Abweisung der Beschwerde, wovon dem Beschwerdeführer am 2
0.
November 2018 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
10). Mit Eingabe vom 1
1.
März 2019 (Urk. 11) teilte der Beschwerdeführer mit, beim Versuch, seine Restarbeitsfähigkeit beim Regionalen Arbeitsver
mitt
lungs
zentrum (RAV) zu realisieren, sei er - gestützt auf die Beurteilung seines behandelnden Rheumatologen - als nicht vermittelbar qualifiziert worden. Mit Mitteilung vom 1
3.
März 2019 wurde die Beschwerdegegnerin darüber in Kennt
nis gesetzt (Urk. 13).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem
Invaliditätsgrad
von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
.
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
benem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachver
halts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wes
entlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
achtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
1.4.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl.
BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie aus
gewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7,
Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
lidi
tätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medi
zinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über
wie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Janu
ar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen ein
ander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psy
chischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Dar
legung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Ex
per
te oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin setzte den bisherigen Rentenanspruch mit Wirkung per
1.
November 2018 auf eine
Viertelsrente
herab (
Urk.
2). Zur Begründung führte sie an, laut Gutachten vom 2
0.
September 2017 sei seit Anfang 2017 von einer leichten Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen. Mithin bestehe neu in einer angepassten Tätigkeit eine 60%ige Arbeitsfähigkeit (anstelle der bishe
rigen 50 %), wobei die vom Beschwerdeführer zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Projektleiter weiterhin einer solchen entspreche und somit als leidensangepasst zu betrachten sei.
2.2
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber vor, das Gutachten sei veraltet. So befinde er sich seit Dezember 2017 in psychiatrischer Therapie, was im Zeitpunkt der Begutachtung noch nicht der Fall gewesen sei (Urk. 5 S. 10). Die Schluss
folgerungen der Gutachter in psychiatrischer Hinsicht seien deshalb heute nicht mehr zutreffend und gäben ein falsches Gesamtbild ab (
Urk.
5 S. 8). Auch aus
rheumatologischer Sicht seien neue - unberücksichtigt gebliebene - Befunde vorhanden (
Urk.
5 S. 6). Im Weiteren hätten die Gutachter den Sachverhalt nicht richtig beziehungsweise nicht vollständig erfasst (
Urk.
5 S. 9), indem sie bei
spiels
weise keinen Belastungs- und
Gehtest
durchgeführt hätten (
Urk.
5 S. 9). Zudem seien im Gutachten die Beschwerden ungenügend und der Tagesablauf sowie die Freizeitgestaltung viel zu positiv geschildert (
Urk.
5 S. 9). Das Gutachten sei für die strittigen Belange deshalb nicht umfassend und erfülle damit die Kriterien eines beweiswertigen Arztberichtes nicht (Urk. 5 S. 6). Darüber hinaus lasse sich aus dem Gutachten auch keine
dauerhafte
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ab
leiten (
Urk.
5 S. 4). Vielmehr sei von einer tendenziellen Verschlechterung aus
zugehen (
Urk.
5 S. 4-5, 9). Es leuchte deshalb nicht ein, wie die Gutachter bei nicht wesentlicher Verbesserung der Funktionalität zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
hätte
n
gelangen
können
(
Urk.
5 S. 6). Schliesslich
sei auch
das Invaliden
einkommen fal
sch berechnet worden (
Urk.
5 S.
10).
3.
3.1
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
(Verfügung vom 2
1.
Mai 2012,
Urk.
9/28 und 9/30) basierte in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit durch die Reha-Klinik
Z.___
(Gutachten vom
6.
Januar 2012, Urk. 9/19, 9/24/3), wobei damals folgende - mit dem Ver
merk «gemäss Akten» - Diagnosen gestellt wurden (
Urk.
9/19/1):
-
HLA B27 - positive
Spondylarthropathie
, deutlich erhöhte Entzündungs
zeichen
-
Erstdiagnose 2004, Beginn der Symptome Anfang der 90er Jahre
-
SIG-Arthritis beidseitig mit chronischem und akutem Teil (MRI SIG 11/09) Score 2/2
-
St. n. anamnestischen, augenärztlich gesicherten
Uveitiden
2005, 2006
-
MRI 01/11: akute und chronische Veränderungen beider SIG (betont cranial), der vorderen Brustwand (Höhe
3.
Rippe rechts und Grenze Corpus
sterni
/
Xiphoid
) und der
Fazettengelenke
(Th3, Th4, Th5)
-
Anamnestisch rezidivierende Prostatitis (Behandlung Spital Bülach)
-
Ureaplasma
urealyticum
PCR im Morgenurin positiv
-
Leichtes obstruktives
Schlapfapnoe
-Syndrom (Erstdiagnose 10/10)
Die
Gutachter hielten fest, es l
i
e
ge keine psychiatrische Störung mit Krankheits
wert beziehungsweise keine neuropsychologische Störung vor, welche eine arbeits
relevante Leistungsminderung begründen könn
t
e (
Urk.
9/19/5). Als adap
tiert erachteten
sie
die vom Beschwerdeführer damals ausgeübte Tätigkeit als Mit
arbeiter im Kundendienst, wobei es ihrer Einschätzung zufolge dem Beschwerde
führer auch zumutbar gewesen wäre, mit Lasten zwischen fünf bis zehn Kilo
gramm zu hantieren, viel zu stehen und zu gehen sowie belastende Arm- oder Beinfunktionen auszuüben, sofern diese Tätigkeiten nicht sitzend hätten verrich
tet werden müssen. Auch übermässig häufige Drehbewegungen des Rumpfes und der Wirbelsäule waren ihrer Auffassung zufolge zu vermeiden. In quantitativer Hinsicht hielten die Gutachter fest, die adaptierte Tätigkeit könne halbtags, d.h. 5
.25 Stunden pro Tag, an durchschnittlich vier Tagen pro Woche ausgeübt werden
. Zusätzliche Pausen seien nicht nötig, da sich der Beschwerdeführer nach Über
einkunft mit dem Arbeitgeber arbeitsorganisatorisch selbst einteilen könne (
Urk.
9/19/5).
3.2
Die vorliegend angefochtene Verfügung (
Urk.
2) basiert in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf der am 2
3.
und 2
8.
August 2017 durchgeführten rheuma
tologischen und psychiatrischen Untersuchung respektive dem Gutachten
der
A.___
vom 2
0.
September 2017 (
Urk.
9/75). Interdisziplinär wurden dabei folgende Diagnosen gestellt (
Urk.
9/75/9):
Mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Spondy
l
arthropathie
, HLA B27-positiv (Morbus Bechterew), mit axialem Befall und verdachtsweisem Einbezug der Schulter-Arm-Peripherie links
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Depressive Anpassungsstörung (F43.0)
-
Anamnestisches Schlafapnoesyndrom (2010)
-
Degenerative
Diskopathie
der Halswirbelsäule
-
Beginnende
Coxarthrose
, linksbetont
-
Osteoporose anamnestisch (unbestätigt)
-
St. n. rezidivierender Prostatitis
-
St. n. rezidivierender
Uveitis
Die Gutachter hielten fest, es sei dem Beschwerdeführer nicht mehr möglich, die angestammte Tätigkeit des Maschinenmechanikers in der ursprünglichen Betäti
gungs
form auszuüben. Hier l
i
e
ge eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor. In einer an
gepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer hingegen zu 60 % arbeitsfähig. Die
Gutachter führten die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit von bisher 50
%
auf neu 60
%
auf eine tendenziell leichte Zustandsverbesserung infolge geringeren Medi
kamentenbedarfs sowie spärlicher Arztkonsultationen
zurück (
Urk.
9/75/12-13, 9/75/29
). Als angepasste Tätigkeit wurde namentlich die zuletzt vom Beschwerde
führer ausgeübte als Projektleiter bezeichnet. Infolge erhöhter allgemeiner Ermüd
barkeit, durch Rückenschmerzen bedingter Haltungswechsel sowie erforderlicher
kurzer Aufstehpausen gingen die Gutachter von einer Einschränkung der Leis
tungsfähigkeit von circa 40
%
aus (Urk. 9/75/12).
Hinsichtlich des Belastungsprofils hielt der rheumatologische Gutachter fest, Tätig
keiten mit der Anforderung rasch wechselnder, teilweise auch unge
wöhn
licher Arbeitspositionen, insbesondere des Rumpfes, seien durch die stark ver
min
derte Beweglichkeit der Wirbelsäule ausgeschlossen. Gleiches gelte, was Tätig
keiten mit wesentlichen Belastungen der Arme (speziell des linken Armes) anbelange. Auch Tätigkeiten mit sehr langem Sitzen seien eher ungünstig respek
tive müsse hier die Möglichkeit vorhanden sein, dass sich der Beschwerdeführer je nach Bedarf kurz erheben könne (
Urk.
9/75/29). In rheumatologischer Hinsicht wurde
n
eine funktionell leichte bis mässige Einschränkung der Wirbelsäu
len
be
weg
lichkeit (insbesondere der Hals- und Lendenwirbelsäule), eine diskrete Ein
schränkung der Hüftfunktion links sowie eine mässige Beweglichkeits- und Kraftein
schränkung des linken Schultergelenkes sowie der Hand festgestellt. In psy
chiatrischer Hinsicht wurde festgehalten, die vorhandenen depressiven An
pas
sungssymptome seien leicht ausgeprägt (Urk. 9/75/13)
; eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht nicht (
Urk.
9/75/40)
.
4.
Die hier zu prüfende Herabsetzung der
mit Verfügung vom 2
1.
Mai
2012 (Urk. 9/28, 9/30)
zugesprochenen
halben
Rente setzt voraus, dass eine wesent
liche Änderung der tatsächl
ichen Verhältnisse - namentlich
des Gesundheits
zu
standes oder seiner erwerblichen Auswirkungen - mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit nachgewiesen ist (
E.
1.3
).
Die Beschwerdegegnerin führt an, es liege
- da über die frühere Arbeitgeber
in
des Beschwerdeführers der Konkurs eröffnet worden sei -
ein erwerblicher Revisions
grund vor (
Urk.
2). Der Beschwerdeführer
hatte im Rahmen der Neuanmeldung
vor
gebracht
, seit September 2014 vollständig arbeitsunfähig zu sein (
Urk.
9
/51/7
).
Allerdings
ist aus den Akten ersichtlich, dass der Beschwerdeführer aus betrieb
lichen (und nicht etwa aus gesundheitlichen) Gründen, mithin dem Konkurs seiner Arbeitgeberin im März 2015 (
Urk.
9/75/24, 9/75/49, 9/
80/4
), seine An
stellung verloren hat.
Dies bedeutet, dass ab dem Zeitpunkt des Konkurses
eine
wesentliche Grundlage der seinerzeitigen Invaliditätsbemessung entfallen ist, wurde
der Invaliditätsgrad ursprünglich doch gestützt auf das konkrete Arbeits
verhältnis bei der
Y.___
AG ermittelt (
Urk.
9/23, 9/28/2), während nunmehr die Invalidität neu nach der allgemeinen Einkommensvergleichsmethode bezogen auf den allgemeinen (ausgeglichenen) Arbeitsmarkt zu bemessen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_479/2018 vom 2
2.
Februar
2019 E.
2.1 mit weiteren Hinweisen). Damit ist -
wie
von der Beschwerdegegnerin zutreffend vorgebracht - von einem erwerbli
chen Revisionsgrund auszugehen und
die Beschwerde
geg
ne
rin berechtigt, den
Rentenanspruch in
rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht um
fassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen best
eht
(BGE 141 V 9 E. 2.3).
5.
Nachdem dem Beschwerdeführer unbestrittenermassen die Tätigkeit als Maschi
nen
mechaniker nicht mehr zumutbar ist (
Urk.
5 S. 10,
Urk.
9/81/3), ist strittig und
im Folgenden
zu prüfen, in welchem Umfang der Beschwerdeführer eine Ver
weistätigkeit auszuüben vermag. Im Gutachten wird diesbezüglich von einer
60%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Diese Einschätzung vermag zu überzeu
gen: So tätigten die Gutachter sorgfältige, umfassende Abklärungen, berücksich
tig
ten die geklagten Beschwerden und begründeten ihre Einschätzung in nach
voll
ziehbarer Weise sowie in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Urk. 9/75/3-8)
,
womit die rechtsprechungsgemässen Kriterien für beweiskräftige ärztliche
Entscheidungsgrundlagen (E.
1.5
) erfüllt sind
. Die vom Beschwerdeführer gegen das Gutachten erhobene Kritik vermag - aus nachstehend dargelegten Gründen - nicht zu überzeugen:
So kann der vom Beschwerdeführer in Bezug auf die angewandten Unter
such
ungsmethoden erhobenen Kritik, es
seien lediglich Röntgenaufnahmen und keine
Magnetresonanztomographie erstellt,
dem
Röntgeninstitut keine Voruntersuch
ungen
zum Vergleich vorgelegt worden, womit es an einem «Längsschnitt», d.h. der Beurteilung d
es Verlaufs
fehle sowie keine Belastungs- und
Gehtest
durch
geführt worden
(
Urk.
5 S. 4
und 9
),
nicht gefolgt werden.
Nach bundesge
richt
li
cher
Rechtsprechung kommt den Gutachtern - was die Wahl der Unter
such
ungsmethoden betrifft - ein weiter Ermessensspielraum zu. Das beinhaltet auch die Auswahl der vorzunehmen
den fachärztlichen Abklärungen
.
Auch liegt
im Ermessen der Gutachter, ob der
Beizug
weiterer Experten notwendig ist (vgl.
statt vieler Urteil des Bun
desgerichts 8C_780/2014 vom 25.
März 2015 E. 5.1). In der Folge ist nicht zu beanstanden, dass
kein Belastungs- u
nd
Gehtest
durchgeführt
und
keine
Magnetresonanztomographie
erstellt wurde
n
,
lag der Entscheid, ob diese Untersuchungsmethoden angezeigt waren,
im Ermessen der Gutachter.
In Ergänzung dazu kann festgehalten werden
, dass
auch
der behandelnde
Rheuma
tologe
eine
Beurteilung anhand von Röntgenbildaufnahmen vorgenommen hatte
(vgl. Bericht vom
2.
Februar 2018,
Urk.
9/88/1)
. Hinsichtlich des
angeblich feh
len
den
Längsschnitts
ist
anzufügen, dass
die
Krankheitsentwicklung
von den Gutachtern
berücksichtigt
w
urde
(
Urk.
9/75/23) und
in
ihre Beurteilung mitein
fl
oss
. Dies
ergibt
sich insbesondere daraus, dass
bei
Beurteilung
der Zustands
entwicklung
ausdrücklich
Bezug auf früheren Einschätzungen
genommen wurde
(«[...]
gegenüber den früheren Beurteilungen keine fassbare Zustandsver
schlech
terung, [...],
Urk.
9/75/29)
.
Darüber hinaus
schlossen die Gutachter
auch ältere Rönt
g
enaufnahmen
in ihre Beurteilung mit ein
(
Urk.
9/11/5-10, 9/75/4
). Eine
Beurteilung des Verlaufs
hat
, soweit dies erforderlich war,
somit stattgefunden
.
Zu der, unter Verweis auf die neu eingereichte Beilage
Urk.
6/5
vorgetragenen Rüge,
die Verschlimmerung
der
Beschwerden seit 2012 sei nicht berü
cksichtigt worden (
Urk.
5 S. 7), ist, nebst dem Umstand, dass das vom Beschwerdeführer an
geführte Beweismittel (
Urk.
6/5) lediglich eine Auflistung subjektiv empfun
dener Beschwerden darstellt, hinzuzufügen, dass sich sein Beweismittel auf das Jahr 2015 bezieht, vorliegend aber der Gesundheitszustand im Jahr 2017 - mithin im Gutachtenzeitpunkt - zu beurteilen war.
Dass die Gutachter die damals (2017) vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden nicht oder nicht hinlänglich ge
würdigt hätten, ist
nicht
ersichtlich
.
So ist auch aus dem vom
Bes
chwerdeführer angeführten
Arztbericht des behandelnden Rheumatologen,
Dr.
B.___
,
vom
2.
Februar 2018 (
Urk.
9/88)
keine relevante Verschlechterung des Gesundheits
zustandes
zu erkennen
(Urk.
5 S.
4
)
, zumal sich dies
er nicht auf aktuelle Röntgen
aufnahmen, sondern auf ältere von 2014 und 2017 gestützt hatte (
Urk.
9/88/1)
.
Vom b
ehandelnden Rheumatologen wurden zudem
keine neuen, bisher unbekannten Beschwerden genannt, die nicht gewürdigt worden wären. Mithin
waren
die von den Radiologen bildgebend nachgewiesenen Verknöche
rungen im Gutachten
bereits berücksichtigt worden (Urk.
9/75/10, 9/75/27), weshalb
nicht
von einer Vernachlässigung dieser Befunde (
Urk.
5 S. 7) die Rede sein kann.
Soweit der Beschwerdeführer
eine
Stellungnahme zur (behaupteten) vollständigen Arbeitsunfähigkeit seit September
2014
bemängelt
(
Urk.
5 S. 6)
ist darauf hinzuweisen, dass
die Veranlassung dazu, den Beschwerdeführer
voll
ständig
arbeitsunfähig zu schreiben, nicht vom behandelnden Arzt gekommen war. Vielmehr war dies offensichtlich auf Wunsch des Beschwerdeführers ge
schehen
(«[...] weshalb er [Anm.: der Beschwerdeführer] den Arzt aufforderte, ihn 100
%
AUF zu schreiben [...]»,
Urk.
9/75/23).
D
er behandelnde Rheumatologe
hatte sich denn auch
weder
zu einem früheren Zeitpunkt in der Lage
gesehen
, ein Ressourcenprofil für eine berufliche Tätigkeit zu erstellen (
Urk.
9/54/2, Bericht vom 2
3.
Novemb
e
r 2016, vgl. auch
Urk.
9/75/7)
,
noch
später
- konkret in Zu
sammenhang mit
der durch den begutachtenden Rheumatologen am
5.
Septem
ber 2017 erhobenen telefonischen Fremdanamnese
-
Angaben zur aktuellen Arb
eitsfähigkeit
zu machen. Vielmehr hielt er ergänzend fest, e
ine Deklaration habe er seit längerem nicht mehr ausstellen müssen, wobei die Beurteilung auch bei früheren Konsultationen sehr schwierig gewesen sei (
Urk.
9/75/25).
Im Lichte dieser Gegebenheiten erübrigte sich
eine weitere Auseinandersetzung und ist die diesbezügliche Aussage der Gutachter (Urk. 9/75/29) hinreichen
d
klar.
Was die im Bericht der Universitätsklinik
C.___
,
Klinik für Radiologie, vom 15.
Oktober 2018
beschriebenen Beschwerden
(
Urk.
6
/4) sowie die im Zeugnis des behan
deln
den Rheumatologen vom
9.
Januar 2019 attestierte Arbeits
un
fähigkeit (
Urk.
12/2)
betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass die angefochtene Verfügung vom 1
8.
Septem
ber 2018 (
Urk.
2) die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis bildet (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Entgegen de
m Beschwerdeführer
(
Urk.
5 S. 5) ist deshalb - nur schon aus formellen Gründen - nicht von einem
veralteten Gutachten auszugehen, zumal d
i
e
Gutachter
ihrer Beurteilung eine Spondylarthritis mit langfristig klar erhöhten Entzündungs
werten
zugrunde
legen (Urk. 9/75/29).
Unzutreffend ist auch
- unter Verweis auf die obigen Ausführungen -
die Behauptung, die Gutachter hätten sich nicht hin
reichend mit
der
beklagten Schmerzsituation, namentlich
der
in den Hüftgelenken sowie im Wirbelsäulenbereich
,
auseinandergesetzt (
Urk.
5 S. 6 und 8).
So hielt der rheu
matologische Gutachter fest, die seit einiger Zeit bestehende Schmerz
haftig
keit der linken Schulter / Armpartie müsse vermutlich im Rahmen eines nicht nur axialen (=
Wirbelsäule), sondern auch peripheren Befalls der
Spondy
l
arthropathie
gesehen werden (
Urk.
9/75/10
, 9/75/28), währen
d
dem bei dem als besonders prob
lematisch bezeichneten linken Hüftgelenk eher von einem beginnenden De
ge
ne
rationsvorgang statt von einer Schmerzursache auszugehen sei (
Urk.
9/75/10).
Zu berücksichtigen ist weiter, dass anlässlich
der
Untersuchung vom
28. August 2017
die Hüfte sowie die Wirbelsäule geröntgt (Urk. 9/75/42-43) sowie
die Rönt
genaufnahmen
vom Gutachter anschliessend gewürdigt wurden (
Urk.
9/75/27). Eine unzureichende Auseinandersetzung mit den beklagten Schmerzen ist des
halb nicht zu erkennen.
Schliesslich kann auch dem Einwand, in Bezug auf eine Verweistätigkeit könne nicht von einer verbesserten Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden, nicht gefolgt werden. So hatte der
Beschwerdeführer
in diesem Zusammenhang dem
rheuma
tologischen Gutachter
mitgeteilt, seit der Behandlung
mit
Tilur
retard
gehe alles ein wenig besser. Er empfinde weniger Nebenwirkungen in Form von Übelkeit, Schwarz
werden vor den Augen oder auch
Hunger. Auch die Kombination mit besse
rer Ernährung spiele bei seinem besseren Befinden eine Rolle (
Urk.
9/75/23).
Aus der erhobenen Eigen- und Fremdanamnese (
Urk.
9/75/22-25), den fest
ge
stellten Befunden (Urk. 9/75/25-26) sowie den durchgeführten Untersuchungen (Urk. 9/75/26-27) schloss
der rheumatologische Gutachter, eine Tätigkeit in der zuletzt ausgeübten - solchermassen adaptierten - Tätigkeit scheine auch im heu
tigen Zeitpunkt nach wie vor zumutbar und werde weder durch
eine
funk
tionelle Einschränkung noch durch massive Schmerzen beeinträchtigt. Gemäss eigenen
Angaben fühle sich der Beschwerdeführer bezüglich Schmerzen mit der heutigen, relativ milden und einfachen Behandlung mit zwei täglichen Tabletten des Ent
zündungshemmer
s
Tilur
Retard recht gut eingestellt. Es sei auch die Bemerkung
von ‘gewisser Besserung’ gefallen. Bezeichnend sei ja der praktisch nicht not
wen
dige Einsatz von Reserve-Schmerzmedikamenten. Falls sich die heutige Medi
kation in Zukunft doch als nicht mehr genügend erweis
en sollte, stünde
die
-
erfahrungsgemäss in den meisten Fällen stärker wirkende
-
Alternative eines sogenannten
Biologikums
zur Verfügung
.
In diesem Sinne könne heute aus rheu
matologischer Sicht gegenüber den früheren Beurteilungen keine fassbare Zu
standsverschlechterung, sondern im Gegenteil eine leichte Zustand
sbesserung fest
gestellt werden
(
Urk.
9/75/28-29).
Diese Erläuterungen
erscheinen überzeu
gend
, zumal eine Verbesserung des Gesundheitszustandes bei gleich gebliebener Funktionalität nicht im Widerspruch steht, liessen die Gutachter weitere Aspekte
wie beispielsweise die Tatsache, dass auch der Beschwerdeführer selbst mehrfach von einer Besserung gesprochen hatte (
Urk.
9/75/23)
,
in
i
hre Beurteilung mitein
fliessen
(vgl. auch Urk. 9/75/19)
.
Soweit der Beschwerdeführer nunmehr vortragen lässt, er sei seit Dezember 2017 - mithin zwei Monate nach der Begutachtung u
nd nach Erlass des Vorbescheids
- in psychiatrischer Therapie, weshalb die Schlussfolgerungen des Gutachtens nicht mehr zutreffend seien und ein falsches Gesamtbild des Beschwerdeführers abgeben würden (Urk. 5 S. 8), hat er es versäumt, sein Vorbringen zu belegen. Im Übrigen waren die von ihm beklagten Beschwerden bereits im Zeitpunkt der Begutachtung bekannt (Urk. 9/75/38).
Zusammenfassend vermögen die vom Beschwerdeführer erhobenen Einwände das Gutachten nicht zu erschüttern, weshalb gestützt auf das Gutachten
eine Arbeitsfähigkeit von 60
%
in
angepasster Tätigkeit ausgewiesen
ist
.
6.
6.1
Da grundsätzlich bei sämtlichen psychischen Erkrankungen das strukturierte Be
weisverfahren durchzuführen ist, ist im Folgenden zu prüfen, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechts
erheblichen Indikatoren auf eine Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (E.
1.4.1
und
1.4.2
).
6.2
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» in der Kategorie «funktioneller Schwere
grad» ist festzuhalten, dass die anlässlich der psychiatrischen Begutachtung erho
benen objektiven Befunde und Symptome nicht besonders ausgeprägt erschienen
(
Urk.
9/75/13). So hielt der psychiatrische Gutachter
namentlich
fest, in der psy
chiatrischen Untersuchung habe sich keine Erklärung für die vorgebrachten Ermüdungs- und Konzentrationsprobleme
finden lassen
. Die diagnostizierte de
pres
sive Anpassungsstörung sei hierfür jedenfalls nicht ursächlich (Urk. 9/75/10). Der Beschwerdeführer habe in der Explorationssituation aufmerksam und kon
zentriert gewirkt. Der Spannungsbogen habe während des gesamten Gesprächs gehalten werden können (
Urk.
9/75/37). Ferner
vermerkte der Gutachter, der
Beschwerdeführer
lasse sich
psychiatrisch nicht behandeln. Er habe sich lediglich
beraten lassen (
Urk.
9/75/39), was auch der Beschwerdeführer selbst bestätigt hatte
(
vgl. Fragebogen vom 1
3.
Juli 2017,
Urk.
9/75/48-49).
Hinsichtlich
ressourcen
ein
schränkender Komorbiditäten ist festzuhalten, dass solche vom psychiatri
sche
n Gutachter ausdrücklich verneint wurden
(
Urk.
9/75/39). Insgesamt ist damit nicht
von einer erheblichen Gesundheitsschädigung auszugehen. Sodann ist zum Kom
plex «Persönlichkeit» festzuhalten, dass keine
Auffälligkeit in der Persön
lich
keits
struktur und in der Persönlichkeitsentwicklung
festgestellt wurde
(
Urk.
9/75/
39
)
. Der psychiatrische Gutachter ging, gestützt auf
seine
Exploration, von einer durchschnittlichen Intelligenz aus (
Urk.
9/75/37). Zu berücksichtigen ist weiter, dass sich der Beschwerdeführer
beruflich erfolgreich in den Erwerbs
alltag inte
grieren konnte, schloss er nicht nur
die Berufslehre zum Maschinen
mechaniker
ab (
Urk.
9/80/1, 9/80/13), sondern liess sich auch
zum Projektleiter SIZ
weiter
bilden
(
Urk.
9/80/2, 9/80/11). Hinsichtlich des Komplexes «Sozialer Kontext» ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer in einer 3.5-Zimmer-Miet
woh
nung lebt (
Urk.
9/75/24). Seine Schilderungen zum Tagesablauf (Auf
stehen um 07:15 Uhr,
sodann
Atemübungen durchführen,
anschliessend
f
rüh
stücken und duschen, später während des Vormittags Lockerungs- und Deh
nung
s
übungen
verrichten
und lesen
,
sodann das Mittagessen zubereiten
,
am Nachmit
tag
Physio
therapie- und Arzttermine wahrnehmen sowie
Einkäufe
erledigen und
spazieren
gehen, abends erneut kochen,
Urk.
9/75/15, 9/75/22, 9/75/33) lassen auf eine relativ aktive Teilhabe am Alltag schliessen.
Insbesondere scheint es dem Be
schwerdeführer auch möglich zu sein
, dreimal wöchentlich
das
Krafttraining
in der Physiotherapie
zu
besuchen
(
Urk.
9/75/23). Auch das soziale Umfeld des Beschwerdeführers scheint intakt zu sein. So geht er einmal wöchentlich mit seinem Bruder
zum
Mittagessen (Urk. 9/75/15, 9/75/22) und erhält auch Besuch von Freunden (
Urk.
9/75/33). Insgesamt verfügt der Beschwerdeführer deshalb über ein ausreichend intaktes soziales Umfeld mit mobilisierbaren Ressourcen.
6.3
Zum Aspekt der «Konsistenz» ist darauf hinzuweisen, dass
der Beschwerdeführer
nach wie vor ein relativ hohes Aktivitätsniveau aufweist, ist es ihm doch möglic
h, sich mit Freunden zu treffen,
regelmässigen Kontakt
zu
seinem Bruder zu pflegen
sowie mehrmals wöchentlich ins Krafttraining zu gehen
. Sodann nimmt der Be
schwerdeführer seine alltäglichen Verrichtungen regelmässig wahr. Kontras
tie
rend hierzu
hält
sich der Beschwerdeführer
für kaum
arbeitsfähig (Urk. 9/75/18, 9/75/24, 9/75/36). Diese Selbsteinschätzung findet in den Akten allerdings keine
genügende
Stütze.
Nachdem wie festgestellt im Freizeitverhalten keine erhebli
chen Einschränkungen ausgemacht werden konnte
n
, sind im Weiteren die
–
über
zeugenden - Ausführungen des psychiatrischen Gutachters, welche den (psychia
trischen) Gesundheitszustand erläutern, zu berücksichtigen. So führte dieser aus,
die Antriebslosigkeit
lasse sich
nicht mit einer psych
iatrischen Erkrankung erklä
ren
(
Urk.
9/75/38-39).
Gesamthaft betrachtet sei in psychiatrischer Hinsicht nur von einer leichten
Gesundheitsstörung
auszugehen, die
unter Psychotherapie
be
ziehungsweise
mit schmerzmodulierender Medikation gebessert werden
könne
(Urk. 7/75/40). Angesichts dessen und unter Berücksichtigung, dass den Akten keine
Indizien zu entnehmen
sind
, die auf einen erhe
blichen Leidensdruck hin
wiesen,
war der Beschwerdeführer bislang nur sehr sporadisch, im Gutachten
zeit
punkt überhaupt nicht in Behandlung gewesen (E.
6.2
)
, w
eist die Kategorie der Konsistenz deshalb Auffälligkeiten auf.
6.4
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass unter Berücksichtigung eines nicht aus
gewiesenen erheblichen Leidensdrucks bei gleichzeitig erhaltenen Kompensa
tions
potentialen und eines nicht erheblichen Schweregrads der Gesundheits
schä
digung das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers nicht eingeschränkt erscheint
.
Zu Recht wu
rd
e
aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit deshalb verneint (
Urk.
9/75/39).
Von einer wie im Gutachten atte
stierten
(
reduzierten
)
Arbeitsfähigkeit von 60 % ist nur deshalb auszugehen, da der Beschwerdeführer in rheumatologischer Hinsicht gesundheitliche Ein
schrän
kungen aufweist.
7.
Zu prüfen bleibt anhand der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs, wie sich die gesundheitliche Beeinträchtigung in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
7.1
7.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
7.1.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktu
ellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1).
7.1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
be
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.
3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu ver
wenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178
E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
7.2
7.2.1
Es ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer seine bis zum 1
6.
November 2010 in der Funktion als Kundendienst- und Projektleiter verrichtete Tätigkeit (
Urk.
9/8/2, 9/34/7, 9/80/1) ohne gesundheitliche Beschwerden fortgesetzt hätte
. Allerdings wäre es ihm selbst bei guter Gesundheit nicht mehr möglich, der zuvor ausgeübten Tätigkeit nachzugehen. Dies, da seine vormalige Arbeitgeberin im März 2015 Konkurs anmelden musste und der Beschwerdeführer in Zuge dessen seine Anstellung verlor. Infolge dessen sind zwecks Ermittlung des
Validenein
kommens
Tabellenlöhne heranzuziehen (E.
7.1.2
). Unter Berücksichtigung des Ge
sagten, mithin der im Gesundheitsfall ausgeübten Leitungsfunktion in der Ver
packungsbranche (Urk. 9/80/3), erweist es sich als sachgerecht, für die Bestim
mung des
Valideneinkommens
auf den statistischen Durchschnittslohn des Wirt
schaftszweiges «Maschinenbau» (
Ziff.
28)
,
Männer
,
Kompetenzniveau 3
,
gemäss TA1 der LSE 2014 abzustellen, welcher bei einer Arbeitszeit von 40
Wochen
stunden monatlich Fr.
7’334
.-- betrug. Unter Berücksichtigung der betriebs
üb
lichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.
1
Stunden im Jahr 2018 (vgl.
BFS, Tabelle T 03.02.03.01.04.01
,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
tei
lungen, Ziff.
28
,
Maschinenbau
) und der Nominallohnentwicklung bei Männern im Wirtschaftszweig
«Maschinenbau»
zwischen den Jahren 201
4
und 2018 (Index 201
4
: 10
3.3, Index 2018: 105.3
; vgl.
Bundesamt für Statistik [BFS], Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex, Männer 2011-2018,
Ziff.
10-33 Verarbeitendes Ge
werbe / Herstellung von Waren) resultiert für das Jahr 2018 ein
Validen
ei
nkommen
von Fr.
92'179.
-- (Fr.
7’334
.-- x 12 / 40 x 41.
1
/
103.3 x 105.3
) bei einem zumutbaren Vollzeitpensum
.
7.2.2
Mangels eines tatsächlich erzielten Verdienstes
sowie unter Berücksichtigung, dass der Beschwerdeführer die zuletzt von ihm ausgeübte Anstellung infolge Kon
kurs
es
seiner vormaligen Arbeitgeberin
verloren hat,
sind zur Ermittlung des
In
valideneinkommens praxisgemäss die LSE-Tabellenlöhne heranzuziehen (E.
7.1.3
).
Hinsichtlich der Wahl des zur Anwendung gelangenden Kompetenzniveaus recht
fertigt es sich,
grundsätzlich
auf das von den Gutachtern definierte Leistungs
profil
(vgl. E.
3.2
)
abzustellen.
In Bezug auf die von den Gutachtern als adaptiert bezeichnete
,
vom Beschwerdeführer
zuletzt
ausgeübte Tätigkeit als Projektleiter ist jedoch festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bereits im Zeitpunkt der
Ren
ten
zusprache
eine angepasste Tätigkeit
mit deutlich weniger Verantwortung
aus
geübt hatte (vgl.
Gutachten vom 6. Januar 2012,
Urk.
9/19
/2).
Dass eine ange
passte Tätigkeit auch fortan solchermassen ausgestaltet zu sein hat, erschliesst sich aus der Einschätzung der Gutachter, wonach die im Zeitpunkt der ersten Anmeldung (2011) in einem 50
%-Pensum ausgeübte Tätigkeit zu Recht als an
gepasst beurteilt worden
sei (Urk. 9/75/13). Darauf ist vorliegend abzustellen. Unter Berücksichtigung der guten Fachkenntnisse und langjährigen Berufser
fah
rung des Beschwerdeführers (Urk. 9/80/1-4) ist davon auszugehen, dass ihm ein genügend breites Feld von erwerblichen Tätigkeiten auf d
em Kompetenzniveau 2 offensteht
. Es ist daher
auf den statistischen Durchschnittslohn aller Wirt
schafts
zweige («Total») von Männern auf dem Kompetenzniveau
2 gemäss Tabelle
TA1 der LSE 2014 abzustellen, welcher bei einer Arbeitszeit von 40 Wochen
stunden monatlich Fr. 5'
660
.-- betrug. Unter Berücksichtigung der betriebs
übli
chen wöchentlichen Arbei
tszeit von 41.7 Stunden im Jahr
2018 (vgl. die vorer
wähnte Tabelle T 03.02.03.01.04.01, «Total») und der Nominallohnentwicklung bei Männern im «Total» aller Wirtschaft
szweige zwischen den Jahren 2014
und 2018 (Index 201
4: 103.2
, Index 2018: 105.1; vgl. die vorerwähnte Tabelle T1.1.10) resultiert für das Jahr 2018 ein Invalideneinkommen von Fr.
72’110
.-- (Fr.
5’660.-- x 12 / 40 x 41.7 / 103.2
x 105.1) bei
einem zumutbaren Vollzeit
pensum.
Dies führt bei einer
dem Beschwerdeführer
noch
zumutbaren Arbeits
fähigkeit von 60 %
(E. 6.4) zu einem
Invalideneinkommen von Fr. 43'266.-- (
Fr.
72'110.-- x 60
%
)
.
7.2.3
Die Annahme eines leidensbedingten Abzuges rechtfertigt sich nicht, da Hinweise dafür, dass
der Beschwerdeführer
seine Restarbeitsfähigkeit von 6
0 % in einer angepassten Tätigkeit nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten könnte, nicht aktenkundig sind.
Im Vergleich zum
Valideneinkommen
resultiert damit eine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 48'913.-- (
Fr.
92'179.
—
abzüg
lich Fr. 43'266.--), womit von einem Invaliditätsgrad von 53
%
(zur Rundung BGE 130 V 121 E. 3.2) auszugehen ist.
8.
Dies hat
zur Folge
, dass der Beschwerdeführer bei einem Invaliditätsgrad von 53 % weiterhin Anspruch auf ein
e halbe Invalidenrente hat
. Die
Verfügung der IV-Stelle vom
18. September 2018
ist deshalb aufzuheben und d
ie Beschwerde ist
daher gutzuheissen
.
9.
9.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder
Verweigerung
von
Versicherungsleistungen
geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzu
legen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
9.2
Ausgangsgemäss steht dem
anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG und § 34 Abs. 1 und 3
des
Gesetz
es
über das Sozial
versi
cherungsgericht (
GSVGer
)
eine Prozessentschädigung zu, welche ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
2’000.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzu
setzen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
1
8.
September 2018
aufgehoben und festgestellt
, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente
der Invalidenver
siche
rung
hat
.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
2’000
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Thomas Laube
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
VogelWeber