# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aa8991e5-d129-52e0-ba7d-388f114ad2ba
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.03.2022 200 2021 859
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-859_2022-03-22.pdf

## Full Text

200 21 859 IV
SCI/SHE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. März 2022

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. November 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. März 2022, IV/21/859, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1969 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Be-
schwerdeführerin) meldete sich im Februar 2014 unter Hinweis auf eine 
seit Mai 2013 bestehende Multiple Sklerose (MS) bei der IV-Stelle Aargau 
(IVA) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1). Die IVA tätigte in der Folge berufliche 
und medizinische Abklärungen. Mit Verfügung vom 18. März 2016 (act. II 
39/2) sprach sie der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 50% ab 
dem 1. August 2014 eine halbe Invalidenrente inkl. zweier Kinderrenten zu. 

Mit Schreiben vom 14. März 2017 (act. II 40) meldete die Versicherte der 
IVA eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes. Nachdem die IVA 
Abklärungen eingeleitet hatte, teilte die Versicherte in der Folge am 
27. April 2017 mit, dass es sich nicht um ein Erhöhungsgesuch gehandelt 
habe (act. II 44 f.). Die IVA schloss das Verfahren ohne Weiterungen ab 
(act. II 47). Wegen Wegfalls einer Kinderrente verfügte die IVA am 30. Juni 
2017 (act. II 50) die Weiterausrichtung der bisherigen halben Invalidenrente 
inkl. nun einer Kinderrente. Infolge Wegzugs der Versicherten in den 
Kanton Bern überwies die IVA am 12. Juli 2017 (act. II 53) die Akten an die 
IVB. 

Im August 2017 (act. II 54) meldete die Versicherte eine Verschlechterung 
des Gesundheitszustandes und stellte sinngemäss den Antrag auf 
Berufsberatung. Daraufhin leitete die IVB ein Revisionsverfahren ein (act. II 
55). Mit Mitteilung vom 7. November 2017 (act. II 67) gewährte sie 
berufliche Massnahmen und bestätigte am 15. November 2017 (act. II 70) 
die halbe Invalidenrente. 

Im Rahmen eines im November 2018 von Amtes wegen eingeleiteten 
Revisionsverfahrens (act. II 86) tätigte die IVB berufliche und medizinische 
Abklärungen. Mit Mitteilung vom 8. Mai 2019 (act. II 105) bestätige sie bei 
einem Invaliditätsgrad von weiterhin 50% die halbe Invalidenrente. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. März 2022, IV/21/859, Seite 3

B.

Nachdem die Versicherte die IVB im Dezember 2019 (act. II 111) über die 
vollständige Krankschreibung ab dem 3. Dezember 2019 sowie 
anstehende medizinische Untersuchungen informiert hatte, tätigte Letztere 
abermals erwerbliche und medizinische Abklärungen. Auf Empfehlung des 
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 26. August 2020 (act. II 139) 
beauftragte die IVB die C.________ (nachfolgend MEDAS), mit der 
Beurteilung der Versicherten (act. II 147). Gestützt auf deren 
polydisziplinäres Gutachten vom 21. Juli 2021 inkl. Teilgutachten (act. II 
164.1-164.7) bestätigte die IVB nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren (act. II 172, 174) mit Rückfrage bei der MEDAS (vgl. 
Stellungnahme vom 8. November 2021; act. II 177) mit Verfügung vom 9. 
November 2021 (act. II 178) bei unverändertem Invaliditätsgrad von 50% 
den Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.

C.

Mit Eingabe vom 10. Dezember 2021 erhob die Versicherte, vertreten 
durch Rechtsanwalt B.________, Beschwerde mit folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung vom 9. November 2021 sei aufzuheben.

2. Der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin sei auf 80% festzusetzen und es 
sei eine ganze Invalidenrente auszurichten.

– unter Kosten- und Entschädigungsfolge –

Die Beschwerdegegnerin schliesst mit Beschwerdeantwort vom 21. Januar 
2021 auf Abweisung der Beschwerde. 

Mit unaufgeforderter Eingabe vom 8. Februar 2022 machte die 
Beschwerdeführerin weitere Ausführungen und reichte eine Stellungnahme 
des Arbeitgebers vom 7. Februar 2022 (Akten der Beschwerdeführerin [act. 
I] 8) ein. Hierzu äusserte sich die Beschwerdegegnerin am 14. Februar 
2022.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch 
den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 
ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 9. November 
2021 (act. II 178). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und dabei 
insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht den Anspruch auf eine 
höhere als die bisher ausgerichtete halbe Rente verneint hat. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). Weil in zeitlicher Hinsicht – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ord-
nenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213) und die ange-
fochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der Gesetzesänderungen vom 
19. Juni 2020 datiert, ist der Rentenanspruch nach den bis 31. Dezember 
2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.3 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe 
Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf 
eine Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 

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zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder 
aufgehoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG).

2.5.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität oder der Hilflosigkeit oder die 
Höhe des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwands oder Hilfebedarfs des 
Versicherten in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). 

2.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das 
Revisionsgesuch ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu 
vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte 
Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt 
sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen 
Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch 
ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte 
Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. 
anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu bejahen, und hernach zu 
beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle 
Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 
IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.5.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, 
sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 

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ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Be-
messung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 
2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.5.4 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im 
Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige 
zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 
343 E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 
3.1). Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als 
zeitliche Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, 
sofern eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich 
stattgefunden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) 
Sachverhaltsabklärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – 
sofern Hinweise für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des 
Gesundheitszustands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt 
worden sind (BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2019 IV Nr. 68 S. 220 E. 
2).

2.5.5 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der 
Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung 
ausschlaggebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an 
frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 
198 E. 4b S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

3.

3.1 Da die Beschwerdegegnerin auf das Gesuch um Erhöhung der 
Rente vom Dezember 2019 (act. II 111) eingetreten ist und über den 
Anspruch materiell entschieden hat, ist die Eintretensfrage gerichtlich nicht 
zu überprüfen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

3.2 In der angefochtenen Verfügung vom 9. November 2021 (act. II 
178) ging die Beschwerdegegnerin davon aus, seit der Verfügung vom 

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18. März 2016 (act. II 39/2) habe sich keine relevante Veränderung des 
Gesundheitszustandes und der funktionellen Einschränkungen ergeben. 

Nachdem die Beschwerdegegnerin ohne weitergehende medizinische 
Abklärungen am 30. Juni 2017 (act. II 50) und 15. November 2017 (act. II 
70) bei einem Invaliditätsgrad von 50% die bisher bezogene halbe 
Invalidenrente bestätigt hatte, leitete sie im November 2018 (act. II 86) ein 
weiteres Revisionsverfahren ein. Sie klärte dabei die erwerblichen (act. II 
88 f., 101, 104) und medizinischen Verhältnisse ab. Insbesondere holte sie 
Berichte der neurologischen Abteilung des Spitals D.________ vom 2. Juli 
2018 (act. II 99/8), 12. Dezember 2018 (act. II 99/5) und 22. März 2019 
(act. II 103/5) sowie des behandelnden Hausarztes med. pract. 
E.________, Praktischer Arzt, vom 26. März 2019 (act. II 99/2) und 12. 
April 2019 (act. II 103/1) ein. Diese Abklärungen, die sowohl erwerblich wie 
auch medizinisch auf hinreichenden aktuellen Unterlagen beruhten, 
definierten mit der Mitteilung des unveränderten Invaliditätsgrads und der 
Weiterausrichtung der bisherigen halben Invalidenrente vom 8. Mai 2019 
(act. II 105) den Vergleichszustand. Soweit die Beschwerdegegnerin den 
Referenzzeitpunkt auf den Zeitpunkt der rentenzusprechenden Verfügung 
vom 18. März 2016 festlegt, kann ihr nicht gefolgt werden. Wie es sich 
damit und ganz grundsätzlich auch mit der Frage nach einer allfälligen 
erwerblichen oder medizinischen Veränderung seither verhält, braucht 
letztlich nicht abschliessend beurteilt zu werden. Denn selbst, wenn 
entgegen der nachvollziehbaren und überzeugenden polydisziplinären 
Konsensbeurteilung der MEDAS vom 21. Juli 2021, wonach keine 
Veränderung des Gesundheitszustandes eingetreten ist (vgl. E. 3.3.5 
hiernach), und der Akten, denen keine Hinweise für erwerbliche 
Änderungen zu entnehmen sind, ein Revisionsgrund angenommen und der 
Rentenanspruch frei geprüft würde (vgl. E. 2.5.5 hiervor), änderte sich am 
Ergebnis (vgl. E. 4 hiernach) nichts. 

3.3 Aus medizinsicher Sicht ergibt sich im Wesentlichen das Folgende: 

3.3.1 Der Hausarzt med. pract. E.________ attestierte im ärztlichen 
Zeugnis vom 3. Dezember 2019 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 
3. bis 18. Dezember 2019, welche er am 18. Dezember 2019 (act. II 117/3) 
bis zum 10. Januar 2020 verlängerte. 

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3.3.2 Im Bericht vom 31. Januar 2020 (act. II 121/6) diagnostizierte die 
behandelnde Ärztin Dr. med. F.________, Fachärztin für Neurologie, eine 
MS schubförmig; als Nebendiagnose gab sie u.a. 
Spannungskopfschmerzen an (S. 6). Aktuell bestünden kognitive Probleme 
mit Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie eine ausgeprägte 
Müdigkeit im Denken wie auch körperlich. Bei Anstrengung und Ermüdung 
würden Gesichtsfeldstörungen auftreten. Seit einem Jahr leide die 
Versicherte an einer Blasenstörung mit Urgesymptomatik und Inkontinenz. 
Sie leide an einer wahrscheinlich seit 1987 symptomatischen, primär 
schubförmig verlaufenden MS. Die Diagnose sei 2013 gestellt bzw. ihr 
2014 nach einem schweren Schub mit motorischer Störung rechts, 
kognitiven Problemen und ausgeprägter Fatigue kommuniziert worden. 
Dieser Schub habe sich nur teilweise wieder zurückgebildet. Anamnestisch 
seien in den letzten Jahren die MR-Befunde unverändert. Schübe seien 
keine mehr aufgetreten. Seit ca. 2014 sei die Versicherte von der 
Invalidenversicherung wegen der schweren kognitiven Einschränkungen zu 
50% berentet. Diese Einschränkungen hätten im weiteren Verlauf 
zugenommen. Die Restarbeitsfähigkeit sei gering. Sie habe die Versicherte 
heute für das 50%-Pensum zu 60% arbeitsunfähig geschrieben. Pro 
Woche arbeite die Versicherte noch ca. 10-15 Stunden bei einem Soll von 
25 Stunden (S. 7 f.).

3.3.3 Med. pract. E.________ hielt im Verlaufsbericht vom 4. April 2020 
(act. II 121) einen stationären Gesundheitszustand seit dem 8. Mai 2019 
fest (S. 2 Ziff. 1). Seit der letzten Diagnosestellung habe sich keine 
Änderung ergeben (Ziff. 2). Als Diagnose mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit nannte er die MS (Ziff. 3). Nach einem zwischenzeitlichen 
Schub sei „wieder Ruhe“ eingekehrt (Ziff. 4). Im Vergleich zum 
vorangegangen Bericht vom 12. April 2019 seien keine Veränderungen 
eingetreten (Ziff. 5). Vom 3. Dezember 2019 bis zum 10. Januar 2020 habe 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden (S. 3 Ziff. 11).

3.3.4 Im Bericht vom 15. Mai 2020 (act. II 129.2/9) führte Dr. med. 
F.________ aus, die Lebensqualität habe sich durch das kleinere 
Arbeitspensum etwas gebessert. Die Versicherte habe wieder Energie, um 
sich draussen mit den Hunden zu bewegen und Situationen, in denen sie 

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vor lauter Erschöpfung nur noch weinen könne, würden seltener auftreten. 
Die gleichentags durchgeführte ca. einstündige neuropsychologische 
Untersuchung habe subjektiv zu völliger Erschöpfung geführt. Die 
Leistungen seien aber, abgesehen von leichten Beeinträchtigungen im 
verbalen Kurzzeitgedächtnis, gut ausgefallen. Die Blasenstörung mit 
Urgesymptomatik und Inkontinenz sowie die Missempfindungen in den 
Beinen und im Nacken-Schulter-Rückenbereich wie auch die Krämpfe in 
den Unterarmen hätten zugenommen. Im Vordergrund stünden weiterhin 
die Fatigue, die Schwäche rechts, die Missempfindungen und Krämpfe, die 
zunehmenden Blasenprobleme und die müdigkeitsabhängigen 
Schwindelbeschwerden. Die Versicherte bleibe 60% arbeitsunfähig (S. 11). 

Im Verlaufsbericht vom 20. Mai 2020 (act. II 128) bestätigte Dr. med. 
F.________ einen seit dem 8. Mai 2019 verschlechterten 
Gesundheitszustand (S. 3 Ziff. 1). Von Seiten der Diagnosestellung sei 
keine Änderung eingetreten (Ziff. 2). Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
bestehe eine MS (Ziff. 3). Aktuell bestehe ein Arbeitspensum von 50%. Seit 
dem 1. Februar 2020 bestehe anhaltend eine 60%-ige Arbeitsunfähigkeit 
(S. 4 Ziff. 11). 

Im Bericht vom 30. Oktober 2020 (act. II 164.8/4) führte Dr. med. 
F.________ aus, im Verlauf seien keine eindeutigen neuen neurologischen 
Symptome aufgetreten bzw. es fehlten Hinweise für ein neues 
Schubereignis. Anfang August 2020 seien schmerzhafte Bläschen und 
Aphten im Mund aufgetreten (progredient). Vom Hausarzt sei eine 
Gürtelrose diagnostiziert und antiviral behandelt worden. Die Bläschen und 
auch die damit verbundenen Schmerzen im Gesicht rechts, ausstrahlend 
gegen die rechte Schulter, seien vollständig verschwunden. Ab dem 25. 
August 2020 hätten Fieber, Gliederschmerzen und eine Abgeschlagenheit 
bestanden. Ein Coronatest sei negativ ausgefallen. Die Versicherte sei vier 
Wochen krank geblieben. In deutlich gebessertem Zustand befinde sie sich 
erst wieder seit Anfang Oktober 2020. Sie habe von der 
Invalidenversicherung eine Information erhalten, dass eine Begutachtung 
stattfinde. Dies belaste sie und sie wolle deswegen psychologische 
Betreuung in Anspruch nehmen. Die Versicherte bleibe 60% 
arbeitsunfähig. Sie arbeite noch 20%. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. März 2022, IV/21/859, Seite 11

Im Bericht vom 22. Dezember 2020 (act. II 164.8/1) führte Dr. med. 
F.________ aus, die Versicherte habe an anhaltenden, nicht 
bewegungsabhängigen Schmerzen im Bereich des linken Unterkiefers 
gelitten, welche gelegentlich auch nach oben in die Stirn und 
Schläfenregion ausgestrahlt hätten. Ein Zahn sei zahnärztlich behandelt 
worden. Gemäss dem Zahnarzt sei der Zahn jedoch nicht für die 
Schmerzen verantwortlich gewesen. Seit diesem Eingriff seien die 
Schmerzen jedoch verschwunden. Es bestünden noch leichte Parästhesien 
im Kinnbereich links. Vorhanden seien, wechselnd ausgeprägt, 
Visusstörungen, teilweise mit Verschwommensehen und Flimmerskotome; 
zum Teil sehe die Versicherte ein Schachbrettmuster. 
Migränekopfschmerzen seien nicht mehr aufgetreten. Die Versicherte 
profitiere von Pregabalin. Es lindere die Schmerzen, entspanne und 
beruhige zudem die Blase. Weiter habe sie eine psychotherapeutische 
Behandlung begonnen. Wie in der Physiotherapie sei dabei Entspannung 
ein wichtiges Thema. Sie bleibe weiter 60% arbeitsunfähig und arbeite 
20%, wobei sie in der Ausgestaltung dieser Arbeit sehr viel Freiheiten 
habe. 

3.3.5 In der polydisziplinären Konsensbeurteilung der MEDAS vom 
21. Juli 2021 (act. II 164.1) wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine schubförmige MS (Erstsymptome 1987, Erstdiagnose 2013) sowie 
Kopfschmerzen, am ehesten vom Spannungstyp, diagnostiziert. Ohne 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe der Verdacht auf eine Migraine 
sans Migraine (S. 5 f. Ziff. 4.2). 

Die schubförmige MS zeichne sich bei der Versicherten durch nur geringe 
entzündliche Krankheitsaktivität aus. Neurologisch zeige sich im Vergleich 
zu den Vorbeurteilungen keine Zunahme der klinisch-neurologischen 
Symptome und auch bildgebend habe sich seit der letzten Beurteilung 
keine Progredienz im cerebralen oder spinalen MRI ergeben. Gesamthaft 
könne neurologisch bei geltend gemachter Verschlechterung der 
Konzentrationsfähigkeit und der kognitiven Belastbarkeit keine Änderung 
der Befunde im Vergleich zu den Vorbeurteilungen dokumentiert werden. In 
der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung hätten sich 
Leistungsbeeinträchtigungen im Sinne einer leichtgradigen neurokognitiven 

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Leistungsminderung gezeigt. Es bestehe eine knapp unterdurchschnittliche 
Aufmerksamkeitsaktivierung, eine unterdurchschnittliche Leistung der 
verbalen auditiven Behaltensspanne und Arbeitsgedächtnisleistung, der 
visuell-räumlichen Arbeitsgedächtnisleistung sowie auch der verbalen 
Flexibilitätsleistung. Berücksichtige man zudem die objektivierbare, als 
schwere MS-Fatigue zu bezeichnende erhöhte Ermüdbarkeit, dann ergebe 
sich in der Gesamtkonstellation eine deutliche Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit. Im Vergleich zur Voruntersuchung im Jahr 2017 im Spital 
G.________ bestünden neben den aufgeführten neurokognitiven Defiziten 
weiterhin eine im Vordergrund stehende Fatigue-Symptomatik. Eine 
Veränderung im Sinne einer Verschlechterung sei neuropsychologisch 
nicht feststellbar. Während der Untersuchung habe eine schwankende 
Konzentrationsbelastungsfähigkeit und damit einhergehend eine insgesamt 
schwankende Testleistung beobachtet werden können, welche die 
Explorandin durch ihre Leistungs- und Motivationsbereitschaft aber auch 
durch vermehrte Pausen mit aktivierender Bewegung teilweise habe 
kompensieren können. Eine psychiatrische Diagnose könne aufgrund der 
vermuteten Dissimulation nicht klar gestellt werden. In der Begutachtung 
sei das Gefühl einer „ich habe alles im Griff-Fassade“ mit einem 
dahinterliegenden gewissen psychischen Leidensdruck festgestellt worden. 
Aber auch, wenn hinter diese dissimulierende Fassade hätte geschaut 
werden können, würde allenfalls eine leichte psychische Störung vorliegen 
oder zumindest eine solche, die die Funktionsfähigkeit der Versicherten 
(aus psychiatrischer Sicht) nur geringfügig einschränken würde. Ohne 
Dissimulation käme eine Agoraphobie oder eine schwer fassbare Art von 
Somatisierungsstörung in Betracht, eine kriteriengeleitete Diagnose könne 
jedoch nicht gestellt werden. Im Vordergrund der Symptomatik stünden die 
mit der MS verbundenen Beeinträchtigungen. 

Die von der Versicherten beklagte und von den Behandlern plausibel 
attestierte Verschlechterung sei für den Zeitraum von ca. Dezember 2019 
bis zur aktuellen Begutachtung denkbar, könne jedoch aktuell nicht 
objektiviert werden. Bei von ihr geltend gemachter zugenommener 
Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten, im Vergleich zur 
Vorbeurteilung mit daraus folgender Rentenverfügung im März 2016, lasse 
sich eine solche gutachterlich, insbesondere auch in der dreistündigen 

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neuropsychologischen Untersuchung, nicht feststellen. Aufgrund der 
schweren Fatigue sei von einem vermehrten Pausenbedarf und einem 
hierdurch zeitlich eingeschränkten Pensum auszugehen. Die aktuelle 
Tätigkeit der Versicherten sei als optimal angepasst zu bezeichnen. 
Konsensual bestehe eine unveränderte 50%-ige Arbeitsfähigkeit (S. 4 ff. 
Ziff. 4).

3.3.6 In der im Rahmen des Vorbescheidverfahrens bei den Experten ein-
geholten ergänzenden Stellungnahme vom 8. November 2021 (act. II 177) 
führten die Gutachter aus, mit den von ihnen gestellten Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit gingen funktionelle Einschränkungen in 
Form einer schweren einschränkenden kognitiven, aber auch motorisch 
einschränkenden Fatigue-Symptomatik einher, welche einen vermehrten 
Pausenbedarf und ein hierdurch zeitlich eingeschränktes Pensum 
begründe. 

Die Versicherte mache geltend, in der neuropsychologischen Beurteilung 
sei eine umfassende Würdigung der Untersuchung im Spital G.________ 
von 2017 unterblieben. Der Bericht dieser Untersuchung vom 13. April 
2017 sei in die Begutachtung miteinbezogen worden. Es handle sich um ei-
nen kurzen Bericht mit Anamnese und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. 
Die Befunderhebung und Beurteilung sei nicht mit der fachgutachterlichen 
Untersuchung vergleichbar. Der besagte Bericht sei im Gutachten 
dementsprechend gewürdigt worden, wobei betreffend die 
Leistungsfähigkeit in der gutachterlichen Einschätzung davon abgewichen 
werde. In der fast eineinhalb Stunden dauernden psychiatrischen 
Untersuchung seien alle erforderlichen Angaben ausführlich erfragt und bei 
der gutachterlichen Einschätzung gewürdigt worden. 

Unter Berücksichtigung aller lege artis sorgfältig und umfassend erhobenen 
Befunde und unter Würdigung aller dokumentierten und anamnestischen 
Informationen seien sie (die Gutachter) in der interdisziplinären Beurteilung 
zur Einschätzung einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit gelangt. Dabei seien die 
von der Versicherten angegebenen funktionellen Einschränkungen 
eingehend erfragt und berücksichtigt sowie mit der Situation zum Zeitpunkt 
der Verfügung vom 18. März 2016 verglichen worden, woraus sich keine 
relevante Veränderung des Gesundheitszustandes und der funktionellen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. März 2022, IV/21/859, Seite 14

Einschränkungen ergeben habe. Die Einwendungen der Versicherten vom 
2. September 2021 würden keine Angaben beinhalten, welche eine 
Änderung der gutachterlichen Einschätzung veranlassen würden. 

3.3.7 Dr. med. F.________ führte in der im vorliegenden Verfahren 
aufgelegten Stellungnahme vom 8. Dezember 2021 (Akten der 
Versicherten [act. I] 7) aus, sie betreue die Versicherte erst seit Januar 
2020. Klinisch bestünden eine leichtgradige Hemisymptomatik rechts, 
Blasenstörungen, eine leichte Gangataxie, eine Überempfindlichkeit am 
ganzen Körper auf Berührung, betont im Bereich der Beine, Schwindel 
sowie die im Vordergrund stehende schwere Fatigue, bei auch schweren 
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen. Die kognitive 
Belastbarkeit bzw. Leistungsfähigkeit sei sehr gering. Schon 2017 seien 
von neuropsychologischer Seite her im Spital G.________ schwere 
Aufmerksamkeitsstörungen attestiert worden, welche sich stark auf die 
Arbeitsfähigkeit auswirkten. Dieses Ergebnis sei vereinbar mit 
mittelschweren subcorticalen Funktionsstörungen, was gut zu einer MS 
passe. Es sei zudem zu vermerken, dass die Situation während einer 
Untersuchung nie der Situation im Alltag oder bei der Arbeit entspreche. 
Dies falle gerade bei Aufmerksamkeits- und Konzentrationsproblemen stark 
ins Gewicht. Die Versicherte sei körperlich, kognitiv und psychisch wenig 
belastbar und gerate in allen Bereichen schnell in einen 
Erschöpfungszustand, wobei sich die körperliche Belastbarkeit durch 
regelmässiges Training habe verbessern lassen. Es liege anamnestisch ein 
sehr langer Krankheitsverlauf vor mit ersten Symptomen in den 1980er 
Jahren. Die Einschränkungen seien glaubhaft. Bei einem vertraglichen 
Arbeitspensum von 50% sei sie seit langem 60% arbeitsunfähig 
geschrieben. Sie könne 20% arbeiten bei passenden Arbeitsbedingungen. 
Es sei unrealistisch, dass die Versicherte 50% arbeite. 

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. März 2022, IV/21/859, Seite 15

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezial-
ärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246 E. 2.2). Eine von anderen mit der versicherten 
Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung vermag die Objektivität 
des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten 
eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen 
und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf welche Einschätzung 
letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls 
Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 
E. 7.2.2 S. 110).

3.5 Das MEDAS-Gutachten vom 21. Juli 2021 mit polydisziplinärer Kon-
sensbeurteilung und Teilgutachten (act. II 164.1-164.7) sowie ergänzender 
Stellungnahme vom 8. November 2021 (act. II 177) erfüllt die 
Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.4 hiervor). 
Die Feststellungen der Gutachter beruhen auf eigenen spezialärztlichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. März 2022, IV/21/859, Seite 16

Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter 
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die 
Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind 
für die streitigen Belange umfassend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand werden nachvollziehbar und 
einleuchtend begründet. Dem Gutachten kommt damit voller Beweiswert zu 
und es ist in der Folge darauf abzustellen; namentlich auch insoweit, als im 
Grundsatz keine Veränderung eingetreten ist (vgl. E. 3.2 in fine) und in der 
aktuellen Tätigkeit, welche als optimal angepasst zu bezeichnen ist, 
unverändert eine 50%-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht (act. II 
164.1/7 Ziff. 4.7 f.). Daran vermögen die Vorbringen im Einwand auf den 
Vorbescheid (act. II 174/2) wie auch in der Beschwerde sowie die übrigen 
medizinischen Berichte in den Akten – wie nachfolgend dargelegt – nichts 
zu ändern. Der Sachverhalt erweist sich als durch die Beschwerdegegnerin 
genügend abgeklärt und von ergänzenden Abklärungen (vgl. Beschwerde 
S. 6 f. Ziff. 11) kann abgesehen werden (vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 
124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 
E. 4). 

3.5.1 Soweit die Beschwerdeführerin inhaltliche Unstimmigkeiten im 
MEDAS-Gutachten geltend macht (vgl. Beschwerde S. 7 ff. Ziff. 13 ff.), 
kann ihr nicht gefolgt werden. Anders als in der Beschwerde vorgebracht 
(S. 7 Ziff. 15), ergeben sich mit Blick auf die seitens der Gutachter 
einlässlich erhobenen und diskutierten Befunde und psychosozialen 
Aspekte keine Anzeichen dafür, dass sie ihrer Beurteilung einen nicht 
zutreffenden Sachverhalt zugrunde gelegt hätten. Die von den Gutachtern 
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50% bezieht sich auf ein Vollzeitpensum 
und berücksichtigt sämtliche Einschränkungen, was aus den Teilgutachten 
wie auch der polydisziplinären Konsensbeurteilung eindeutig hervorgeht. 

Soweit die Beschwerdeführerin die Dissimulation als Grund vorbringt, 
warum sie 2018 ihr Arbeitspensum zeitweise auf 50% erhöht habe 
(Beschwerde S. 9 Ziff. 19 f.), vermag sie hierdurch nichts zu ihren Gunsten 
abzuleiten. Überzeugend haben die Gutachter eine Dissimulation bzw. 
Anzeichen hierfür bestätigt (vgl. act. II 164.7/7 Ziff. 4.1, 164.7/9 Ziff. 4.3, 
164.7/12 f. Ziff. 7.1, 164.1/5 Ziff. 4.1, 164.1/7 Ziff. 4.6). Dissimulation 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. März 2022, IV/21/859, Seite 17

bedeutet denn auch, dass die Beschwerdeführerin nicht klagend ihre 
Defizite in den Vordergrund stellt, sondern vielmehr ihre Ressourcen und 
diese dabei überbewertet, sich also stärker darstellt, als sie in Wirklichkeit 
ist. Dieser Umstand war den Gutachtern bekannt, wurde von ihnen benannt 
und insbesondere bei der Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
berücksichtigt. Weiter hatte der psychiatrische Gutachter mit der 
behandelnden Psychiaterin telefonischen Kontakt aufgenommen und 
wusste bei seiner Beurteilung dementsprechend auch um die von dieser 
gestellten Diagnose einer reaktiven Depression (act. II 164.7/10 Ziff. 5). 
Ebenfalls war den Gutachtern die Einschätzung der früher behandelnden 
Neurologen sowie der seit 2020 behandelnden Neurologin Dr. med. 
F.________ bekannt. Dass der psychiatrische Gutachter zum Schluss kam, 
dass auch unter Berücksichtigung dieser Komponente keine die 
Leistungsfähigkeit einschränkende psychische Erkrankung zu attestieren 
ist, ist nachvollziehbar begründet und überzeugt.

3.5.2 Soweit die Beschwerdeführerin mit Verweis auf die Berichte der be-
handelnden Ärztinnen und Ärzte den Beweiswert des MEDAS-Gutachtens 
in Frage stellt, kann ihr nicht gefolgt werden: 

3.5.2.1 Der Bericht der Klinik für Neurologie des Spitals G.________ vom 
13. April 2017 (act. II 48/6) liegt weit vor dem Revisionsbegehren vom 
Dezember 2019, ab welchem Zeitpunkt frühestens eine Rentenanpassung 
erfolgen kann (vgl. Art. 88bis Abs. 1 lit. a IVV). Der Bericht betreffend die 
zweieinhalb Jahre vorher stattgefundene Untersuchung im Spital 
G.________ vermag über den hier zur Diskussion stehenden 
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin keine Aussage zu tätigen und 
ist für das vorliegende Verfahren, anders als von ihr vorgebracht (vgl. 
Beschwerde S. 5 ff. Ziff. 6 f.), nicht relevant. Zudem enthält er weder 
Befunde noch Angaben zu erfolgten Tests. Die vom Spital G.________ 
angebotene Verlaufsuntersuchung zu einem späteren Zeitpunkt wurde 
offenbar nicht vorgenommen. Zudem haben sich die Gutachter – anders 
als beschwerdeweise bemängelt – auch mit dem besagten Bericht 
auseinandergesetzt und diesen berücksichtigt. Im neuropsychologischen 
Teilgutachten wurde dargelegt, dass ein Vergleich mit der Abklärung vom 
April 2017 im Spital G.________ nicht möglich sei, da damals nur die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. März 2022, IV/21/859, Seite 18

Fatigue beurteilt worden sei, der Bericht hingegen keine Äusserungen 
enthalte, wie der Befund erhoben worden sei. Zu den neurokognitiven 
Befunden seien nur „eingeschränkte Aufmerksamkeitsfunktionen“ 
festgehalten, ohne dass dies differenzierter ausgeführt worden wäre (act. II 
164.4/25 Ziff. 3). In der ergänzenden Stellungnahme der MEDAS vom 8. 
November 2021 wurde denn auch zu Recht nochmals festgehalten, der 
besagte Untersuchungsbericht des Spitals G.________ sei in der 
Begutachtung miteinbezogen worden. Dabei handle es sich um einen 
kurzen Bericht mit Anamnese und Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Die 
Befunderhebung und Beurteilung sei nicht mit der fachtgutachterlichen 
Untersuchung vergleichbar. Der Bericht sei dementsprechend gewürdigt 
worden, wobei betreffend Leistungsfähigkeit in der gutachterlichen 
Einschätzung davon abgewichen werde (act. II 177/2). 

3.5.2.2 Dr. med. F.________, welche die Beschwerdeführerin seit Januar 
2020 behandelt, führte im Erstbericht vom 31. Januar 2020 aus, die MR-
Befunde seien in den letzten Jahren unverändert geblieben, Schübe seien 
keine mehr aufgetreten (act. II 121/8). Klinisch ständen kognitive Probleme, 
die Fatigue, eine zunehmende leichte Blasenstörung, Gefühlsstörungen im 
Bereich der Hände und Füsse, selten Krämpfe in den Unterarmen und 
leichte Gleichgewichtsstörungen im Vordergrund (act. II 121/6). Die 
kognitiven Einschränkungen hätten im Verlauf zugenommen. Diese 
Erkenntnisse bestätigte Dr. med. F.________ im Wesentlichen in den 
übrigen Berichten (vgl. E. 3.3.4 hiervor). Bezüglich Restarbeitsfähigkeit 
führte Dr. med. F.________ im Bericht vom 31. Januar 2020 aus, diese sei 
gering, weshalb sie die Beschwerdeführerin für das 60%-Pensum zu 50% 
arbeitsunfähig geschrieben habe (act. II 121/8). Diese Darlegung ist 
abgesehen vom jedoch von der Beschwerdeführerin (vgl. Signatur; act. II 
157/1) stammenden handschriftlichen Vermerk im 
Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 30. Oktober 2020 (act. II 145/1) einmalig 
und nicht wie beschwerdweise vorgebracht wiederholt (Beschwerde S. 6 
Ziff. 10). Es wurde von Dr. med. F.________ erst nach Erlass der 
vorliegend angefochtenen Verfügung am 8. Dezember 2021 (act. I 7) 
einmalig in gleicher Weise bestätigt. Andernorts attestierte die behandelnde 
Neurologin hingegen stets eine Arbeitsunfähigkeit von 60% mit zuweilen 
ergänzender wertfreier Beurteilung, die Beschwerdeführerin arbeite 20% 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. März 2022, IV/21/859, Seite 19

(act. II 117/2, 126/2, 128/4, 129.2/11, 137/1, 157/2, 164.8/2 f., 164.8/6), 
insbesondere auch gegenüber der Krankentaggeldversicherung, die 
ausdrücklich ein Attest bezogen auf ein 100%-Pensum verlangt hatte (act. 
II 129.1/8). Den Gutachtern waren sämtliche Berichte und Atteste von Dr. 
med. F.________ bekannt (act. II 164.2). Sie setzten sich sowohl im 
Rahmen der Teilgutachten als auch der polydisziplinären 
Konsensbeurteilung überzeugend und nachvollziehbar damit auseinander 
(act. II 164.6/9 Ziff. 7.1, 164.6/10 f. Ziff. 8.1. 164.4/2 f. Ziff. 1, 164.4/25 Ziff. 
3,164.1/3 Ziff. 3) und legten schliesslich überzeugend dar, dass sich der 
Gesundheitszustand sowie die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht 
relevant verändert haben (act. II 164.1/5). Der Widerspruch gegen die 
gutachterliche Beurteilung von Dr. med. F.________ vom 8. Dezember 
2021 (act. I 7) ändert nichts, zumal sie sich darauf beschränkt, ihre eigene 
Einschätzung bezogen auf die zumutbare (Rest-)Arbeitsfähigkeit 
abzugeben, ohne anhand objektiver medizinischer Befunde und 
Diskussionen resp. Einschätzung darzulegen, inwiefern die Gutachter 
wesentliche Aspekte zu berücksichtigen vergessen hätten oder ihre 
Schlussfolgerungen falsch sein sollten. Zudem ist in Bezug auf Atteste von 
Hausärzten der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter 
im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; 
SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3), was nicht nur für den allgemein prak-
tizierenden Hausarzt, sondern ebenso auch für den behandelnden Spezial-
arzt gilt (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heu-
te Bundesgericht {BGer}] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4).

3.6 Aufgrund des Dargelegten ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin 
unverändert zu 50% in der von ihr angepassten und ausgeführten Tätigkeit 
arbeits- und leistungsfähig ist. Ein Revisionsgrund liegt nicht vor, so dass 
es mit der halben Rente sein Bewenden hat.

4.

Aber auch die Durchführung eines Einkommensvergleichs änderte am 
Ausgang des Verfahrens nichts (vgl. E. 3.2 in fine hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. März 2022, IV/21/859, Seite 20

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs-
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Ar-
beitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom-
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat so 
konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 
E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1). Nicht massgebend ist, 
was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59, 131 V 51 
E. 5.1.2 S. 53; SVR 2021 IV Nr. 29 S. 91 E. 2.2).

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Übt die versicherte 
Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – ku-
mulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzu-
nehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer 
Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar-
beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich 
der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 143 V 295 E. 2.2 
S. 296; SVR 2021 IV Nr. 51 S. 168 E. 3.2).

4.4 Die Beschwerdeführerin ist in der angestammten wie in einer ander-
weitig angepasstenTätigkeit weiterhin zu 50% arbeitsfähig. In der aktuellen 
Anstellung verdient sie die Hälfte desjenigen Lohnes, den sie als Gesunde 
verdienen würde (vgl. insbesondere act. II 101, 104, 133). Die 
Arbeitgeberin hatte hierzu ausdrücklich bestätigt, dass der ausbezahlte 
Lohn der von der Beschwerdeführerin erbachten Leistung entspreche (act. 
II 136). Aus dem Lohnauszug ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. März 2022, IV/21/859, Seite 21

tatsächlich 50% des 100%-Gehalts erhält. Daran hat sich unbstritten bis 
heute nichts geändert (vgl. act. I 8). Im vorliegenden Verfahren wird nun 
aber seitens der Arbeitgeberin sinngemäss geltend gemacht, der Lohn 
werde allein aus sozialem Engagement im Umfang eines 50%-Prozent-
Pensums ausgerichtet (act. I 8). Dieser offensichtlich von 
versicherungsrechtlichen Überlegungen geprägten Stellungnahme kann 
nicht gefolgt werden. Sie ändert nichts daran, dass die Beschwerdeführerin 
die Tätigkeit gemäss der hier massgeblichen medizinischen Einschätzung 
zu 50% erbringen könnte, womit der Invaliditätsgrad, nachdem die 
Beschwerdeführerin weiterhin in der gleichen Anstellung wie als Gesunde 
tätig ist, dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, d.h. 50% entspricht. Nichts daran 
ändern letztlich die besonderen Umstände der konkreten Anstellung. Dass 
die Beschwerdeführerin mit der in einer … eingebundenen Arbeit in einem 
besonderen Umfeld erwerbstätig ist, hat nichts mit den gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen zu tun. Dass das Valideneinkommen im Vergleich mit 
statistischen Löhnen tief ist, hat seinen Grund in der konkreten von der 
Beschwerdeführerin vor langen Jahren selbst gewählten persönlichen 
Situation (vgl. auch act. I 8), wobei die arbeitgebende Organisation allen 
Personen gleichermassen tiefe Löhne, die gerade die Sicherung des Exis-
tenzminimus gewährleisten sollen, bezahlt. Es ist schliesslich zu Recht 
nicht bestritten, dass die Beschwerdeführerin auch als Gesunde weiterhin 
bei dieser Arbeitgeberin tätig wäre.

Hinsichtlich des Invalideneinkommens würde beim Abstellen auf statisti-
sche Löhne der Vergleich zu dem als Gesunde verdienten Einkommen gar 
zu einem tieferen Invaliditätsgrad führen. Dies bedingte einen von der Be-
schwerdegegnerin mit beruflichen Massnahmen unterstützten Berufswech-
sel. Ein solcher wurde seitens der Beschwerdegegnerin bis heute nicht 
thematisiert bzw. verlangt. Mit Blick auf die hier vorliegende Erkrankung 
einerseits und die gute und stützende Einbindung bei der aktuellen Arbeit-
geberin andererseits hat es deshalb mit der Feststellung sein Bewenden, 
dass im vorliegenden Fall keine massgebliche Verschlechterung eingetre-
ten ist und der Invaliditätsgrad basierend auf einem Vergleich der effektiven 
Einkommen weiterhin 50% beträgt; die Beschwerdeführerin hat daher wei-
terhin Anspruch auf die bisherige halbe Invalidenrente. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. März 2022, IV/21/859, Seite 22

5.

Die angefochtene Verfügung vom 9. November 2021 (act. II 178) ist nicht 
zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

6.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. März 2022, IV/21/859, Seite 23

- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.