# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 028d4902-93cf-5e69-90d7-ef5e8680f1c3
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 18.03.2014 UH140023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UH140023_2014-03-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: UH140023-O/U/KIE 

 

Mitwirkend: der Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Präsident, und die Ersatzoberrich-

ter lic. iur. A. Schärer und Dr. T. Graf sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. A. Gürber 

 

Beschluss vom 18. März 2014 
 

in Sachen 

 

A._____ S.p.A.,  
Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch B._____ srl 

 

gegen 

 

1. C._____,  
2. Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
Beschwerdegegner 

 

betreffend Herausgabe   
 
Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 
17. Dezember 2013, S-3/2013/3507 
    
 
 
 

 

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Erwägungen: 

1.1 Die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (Beschwerdegegnerin 2) führt eine Strafun-

tersuchung gegen unbekannte Täterschaft wegen Entwendung zum Gebrauch 

etc. im Zusammenhang mit einem Personenwagen der Marke BMW D X5 xDri-

ve35d, welcher am 18. Oktober 2011 zum Nachteil von D._____ in E._____ (Ita-

lien) gestohlen und am 26. Februar 2013 bei der F._____ AG an der …-Strasse 

… in … Zürich sichergestellt wurde. Die A._____ SPA (Beschwerdeführerin; 

Hauptsitz in G._____, Italien), bei welcher D._____ das Fahrzeug versichert hatte, 

zahlte dieser für den Verlust des Fahrzeugs eine Entschädigung aus, weshalb die 

A._____ SPA als Geschädigte in das Verfahren aufgenommen wurde (Urk. 7/9/4). 

1.2 C._____ (Beschwerdegegner 1) war im Zeitpunkt der Sicherstellung des 

Fahrzeugs dessen Halter; das Fahrzeug befand sich damals für Reparaturarbei-

ten in bei F._____ AG. Der Beschwerdegegner 1 führte gegenüber den Strafbe-

hörden aus, er habe das Fahrzeug in Deutschland gekauft; er habe nicht gewusst, 

dass das Fahrzeug gestohlen gewesen sei (Urk. 7/5/1-2). Die Beschwerdegegne-

rin 2 gelangte zur Auffassung, dass der Beschwerdegegner 1 als gutgläubiger 

Erwerber des genannten Personenwagens zu gelten habe (vgl. Urk. 7/9/2 und 

7/9/4). Mit Verfügung vom 17. Dezember 2013 ordnete sie deshalb die Herausga-

be des Fahrzeugs an C._____ an (Urk. 7/9/3 bzw. Urk. 5). Das Fahrzeug wurde 

am 19. Dezember 2013 der F._____ AG ausgehändigt (Urk. 7/9/10). 

1.3 Gestützt auf eine entsprechende Vollmacht (Urk. 3/1) erhob H._____ als Ver-

treter der Beschwerdeführerin für diese mit Schreiben vom 21. Januar 2014, wel-

ches am 24. Januar 2014 der italienischen Post in I._____ aufgegeben (Urk. 4) 

und am 29. Januar 2014 der schweizerischen Post übergeben wurde (Urk. 10), 

Beschwerde gegen die genannte Verfügung vom 17. Dezember 2013 (Urk. 2). 

Darin wird die Freigabe und Rückführung des Fahrzeugs zugunsten der Be-

schwerdeführerin beantragt. 

1.4 Da auf die Beschwerde klarerweise nicht einzutreten ist, kann in Anwendung 

von Art. 390 Abs. 2 StPO von der Durchführung eines Schriftenwechsels abgese-

hen werden. 

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2.1 Die Beschwerde ist - wie in der Rechtsmittelbelehrung der angefochtenen 

Verfügung zutreffend festgehalten - innert zehn Tagen schriftlich und begründet 

bei der Beschwerdeinstanz einzureichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Fristen gelten als 

eingehalten, wenn Eingaben am letzten Tag der Frist (bis spätestens 24.00 Uhr) 

bei der Strafbehörde abgegeben oder zu deren Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung 

übergeben werden (Art. 91 Abs. 2 StPO). Im Strafprozess gibt es keine Gerichts-

ferien (Art. 89 Abs. 2 StPO). 

2.2 a) Die Zustellung schriftlicher Mitteilungen der Strafbehörden erfolgt durch 

eingeschriebene Postsendung oder auf andere Weise gegen Empfangsbestäti-

gung, insbesondere durch die Polizei (Art. 85 Abs. 2 StPO). Mit dem Einverständ-

nis der betroffenen Partei kann jede Zustellung elektronisch erfolgen (Art. 86 

StPO). 

b) Die die Untersuchung führende Staatsanwältin nahm am 17. Dezember 2013 

vor dem Erlass der Herausgabeverfügung mit einer am Hauptsitz der Beschwer-

deführerin in G._____ für diese tätigen Mitarbeiterin telefonischen Kontakt auf und 

kam mit dieser überein, dass die Herausgabeverfügung der Beschwerdeführerin 

per Fax zugestellt werde (Urk. 7/9/2). Noch am 17. Dezember 2013 wurde die 

Verfügung der Beschwerdeführerin - zusammen mit einem Begleitschreiben der 

Beschwerdegegnerin 2 (Urk. 7/9/4-5) - per Fax zugestellt (Urk. 7/9/3 und 7/9/6). 

Die Beschwerdegegnerin 2 hat somit die Verfügung entgegen Art. 85 Abs. 2 StPO 

nicht durch eingeschriebene Postsendung oder auf andere Weise gegen Emp-

fangsbestätigung zugestellt.  

c) Amtliche Prozesshandlungen, die gegen Verfahrensvorschriften verstossen, 

sind grundsätzlich nur anfechtbar und nicht unwirksam. Sie entfalten nur dann 

keine Rechtswirkung, wenn das Gesetz diese Rechtsfolge selbst anordnet oder 

sich aus dem Schutzzweck der Norm ergibt, dass die Verfahrensvorschrift für die 

Wahrung der zu schützenden Interessen der betroffenen Person eine derart er-

hebliche Bedeutung hat, dass sie ihr Ziel nur erreichen kann, wenn bei deren 

Nichtbeachtung die Verfahrenshandlung ungültig ist. Erwachsen dem unmittelbar 

Betroffenen hingegen keine Rechtsnachteile aus der Verletzung der Verfahrens-

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vorschrift, kann die Prozesshandlung trotz ihrer Fehlerhaftigkeit wirksam sein. Die 

StPO enthält keine Rechtsfolgen für den Fall, dass eine Mitteilung der betroffenen 

Person in Verletzung von Art. 85 Abs. 2 StPO eröffnet wird. Die gesetzlich vorge-

schriebenen Zustellungsformen tragen dem Umstand Rechnung, dass Verfügun-

gen oder Entscheide, die der betroffenen Person nicht eröffnet worden sind, 

grundsätzlich keine Rechtswirkungen entfalten und der Beweis der ordnungsge-

mässen Eröffnung sowie deren Datums der Behörde obliegt, die hieraus rechtli-

che Konsequenzen ableiten will. Sie haben ausschliesslich Beweisfunktion. Ist der 

Zugang der Mitteilung (auf andere Weise) erbracht, kommt der Form der Zustel-

lung für die Wahrung der zu schützenden Interessen der betreffenden Person (In-

formationsrecht) keine weitergehende oder derart erhebliche Bedeutung zu, dass 

die Zustellung bei Nichtbeachtung von Art. 85 Abs. 2 StPO ungültig ist. Zudem 

verstösst die nachträgliche Rüge des Formmangels gegen Treu und Glauben mit 

der Folge, dass eine mangelhaft eröffnete Mitteilung unanfechtbar wird (vgl. zum 

Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 6B_390/2013 vom 6. Februar 2014 E. 2.3.2 

mit zahlreichen Hinweisen). 

d) Wie bereits erwähnt, wurde mit einer Mitarbeiterin der Beschwerdeführerin ver-

einbart, dass dieser die Herausgabeverfügung vom 17. Dezember 2013 per Fax 

zugestellt wird, und die Zustellung erfolgte noch am 17. Dezember 2013. In der 

Beschwerde wird die Art der Zustellung nicht thematisiert und somit auch nicht 

gerügt. Zudem ist nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführerin durch die Zustel-

lung der Verfügung per Fax ein Nachteil erwachsen wäre. Überdies wurde die 

Beschwerdeführerin vorgängig telefonisch über den voraussichtlichen Inhalt der 

Verfügung unterrichtet und in dem zusammen mit der Verfügung per Fax gesand-

ten Begleitschreiben wurde der Beschwerdeführerin ebenfalls schriftlich darge-

legt, aus welchen Gründen die Herausgabe des Fahrzeuges an C._____ ange-

ordnet worden sei (Urk. 7/9/4).  

e) In Würdigung der genannten Umstände, insbesondere der Tatsache, dass die 

Zustellung der Verfügung per Fax vorgängig mit einer Mitarbeiterin der Be-

schwerdeführerin vereinbart worden war, ist die Nichtbeachtung der gesetzlich 

vorgeschriebenen Zustellungsart vorliegend ohne Belang, zumal Art. 86 StPO - 

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allerdings bezüglich einer elektronischen Zustellung - beim Vorliegen des Einver-

ständnisses der betroffenen Person eine von Art. 85 Abs. 2 StPO abweichende 

Zustellungsform vorsieht. Da die Beschwerdeführerin die Verfügung tatsächlich 

erhalten hat, konnte sie danach die ihr zustehenden Verfahrensrechte wahrneh-

men, weshalb auch insofern kein rechtlich geschütztes Interesse daran besteht, 

dass die Zustellung keine Rechtsfolgen zeitigt (vgl. dazu auch das erwähnte Urteil 

des Bundesgerichts 6B_390/2013 vom 6. Februar 2014 E. 2.3.2 am Ende). Abge-

sehen davon würde es ohnehin klarerweise dem Grundsatz von Treu und Glau-

ben widersprechen, wenn sich eine Partei mit der Zustellung eines Entscheids per 

Fax einverstanden erklärt, der Entscheid anschliessend entsprechend übermittelt 

wird, die Partei danach nicht innert kurzer Frist gegen die Zustellungsart oppo-

niert, sondern dies erst mehrere Wochen nach der Zustellung tun würde; in einer 

solchen Konstellation sind nämlich prozessuale Einwände sogleich vorzutragen 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_682/2012 vom 25. April 2013 E. 1.4.2).  

2.3 Ist nach dem Gesagten von einer Zustellung der Verfügung vom 17. Dezem-

ber 2013 noch an jenem Tag auszugehen, begann die zehntägige Frist am 18. 

Dezember 2013 zu laufen (Art. 90 Abs. 1 StPO) und endete sie am 27. Dezember 

2013. Die vom 21. Januar 2014 datierte, am 24. Januar 2014 der italienischen 

Post übergebene Beschwerde erweist sich daher klarerweise als verspätet. Auf 

sie ist demnach nicht einzutreten. 

Damit kann offen bleiben, ob auf die Beschwerde - wäre sie rechtzeitig erhoben 

worden - überhaupt hätte eingetreten werden können. Voraussetzung dafür wäre 

nämlich ein hinreichendes aktuelles rechtlich geschütztes Interesse der Be-

schwerdeführerin an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entschei-

des (Art. 382 Abs. 1 StPO). Die Beschwer muss im Zeitpunkt des Rechtsmittel-

entscheides noch gegeben sein (Lieber in: Kommentar zur Schweizerischen 

Strafprozessordnung, Zürich 2010, Art. 382 N 13; Schmid, Handbuch des schwei-

zerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, Rz. 1458). Das 

Fahrzeug wurde - wie erwähnt - am 19. Dezember 2013 der F._____ AG ausge-

händigt, welche es danach zweifellos dem Beschwerdegegner 1 herausgegeben 

hat. Die Aufhebung der Verfügung hätte der Beschwerdeführerin nichts gebracht 

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und die Herausgabe des Fahrzeugs an sie durch die Behörden wäre nicht mehr 

möglich gewesen. Die erneute Sicherstellung des Fahrzeugs (und die anschlies-

sende Herausgabe an die Beschwerdeführerin) hätte nur durch eine neue ent-

sprechende Anordnung der Beschwerdegegnerin 2 erfolgen können. Die Be-

schwerdeinstanz kann jedoch praxisgemäss selbst bei Gutheissung einer Be-

schwerde die Staatsanwaltschaft nicht verbindlich anweisen, ein herausgegebe-

nes Fahrzeug erneut sicherzustellen und einer anderen Partei anschliessend her-

auszugeben (Beschluss der hiesigen Kammer vom 5. April 2012, UH120027, E. 5 

mit Hinweisen). 

2.4. Es rechtfertigt sich im vorliegenden Fall ausnahmsweise, auf die Erhebung 

einer Gerichtsgebühr zu verzichten. Entschädigungen sind nicht auszurichten; die 

unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen dahingehenden Anspruch, und dem 

Beschwerdegegner 1 sind im Beschwerdeverfahren keine entschädigungspflichti-

gen Aufwendungen entstanden. 

 
Es wird beschlossen: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

2. Für das Beschwerdeverfahren wird keine Gerichtsgebühr erhoben und wer-

den keine Entschädigungen ausgerichtet. 

3. Schriftliche Mitteilung an: 

− die Beschwerdeführerin, mit Rückschein 
− den Beschwerdegegner 1, mit Gerichtsurkunde 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, unter Beilage einer Kopie von Urk. 

2 sowie Rücksendung der Untersuchungsakten (Urk. 7), gegen Emp-
fangsbestätigung 

4. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen 
erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an ge-
rechnet, bei der Ersten öffentlichrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes 

(1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorge-

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schriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerdelegitimation und 

die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgebli-

chen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes. 

 
Zürich, 18. März 2014 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Th. Meyer 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. A. Gürber 
 

	Beschluss vom 18. März 2014
	
	Erwägungen:
	1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
	2. Für das Beschwerdeverfahren wird keine Gerichtsgebühr erhoben und werden keine Entschädigungen ausgerichtet.
	3. Schriftliche Mitteilung an:
	 die Beschwerdeführerin, mit Rückschein
	 den Beschwerdegegner 1, mit Gerichtsurkunde
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, unter Beilage einer Kopie von Urk. 2 sowie Rücksendung der Untersuchungsakten (Urk. 7), gegen Empfangsbestätigung

	4. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Ersten öffentlichrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 4...