# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2c6088b-f865-5719-9d91-e4e70239147f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-02-07
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 07.02.2018 100 2017 111
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2017-111_2018-02-07.pdf

## Full Text

100.2017.111U
ARB/SPA/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 7. Februar 2018

Verwaltungsrichterin Arn De Rosa 
Gerichtsschreiber Spring 

A.________
Beschwerdeführende

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Sägemattstrasse 2, Postfach 54, 3097 Liebefeld

betreffend Erlass der Kantons- und Gemeindesteuern; Nachsteuern und 
Bussen 2004-2012 (Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons 
Bern vom 14. März 2017; 100 16 184 und 185, 200 16 142 und 143)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 07.02.2018, Nr. 100.2017.111U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

A.________ ersuchten am 28. April 2015 um Erlass der Nachsteuern und 
Bussen betreffend die Steuerjahre 2004-2014. Der Regierungsrat wies am 
3. Februar 2016 das Erlassgesuch für die Kantons- und Gemeindesteuern 
2004-2012 ab und trat auf das Erlassgesuch betreffend die Jahre 2013 und 
2014 nicht ein. Die Steuerverwaltung des Kantons Bern eröffnete am 
12. April 2016 den Regierungsratsbeschluss zusammen mit weiteren 
«Erlassentscheiden» über die bei der direkten Bundessteuer für die Jahre 
2004-2012 geschuldeten Nachsteuern und Bussen. 

B.

Gegen den Regierungsratsbeschluss vom 3. Februar 2016 erhoben 
A.________ soweit die Steuerjahre 2004-2012 betreffend am 3. Mai 2016 
Rekurs bei der Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK), die das 
Rechtsmittel auch als sinngemässe Beschwerden gegen die 
«Erlassentscheide» vom 12. April 2016 entgegennahm. Am 14. März 2017 
wies die StRK den Rekurs in Bezug auf die kantonalen und kommunalen 
Nachsteuern und Bussen der Steuerjahre 2004-2012 ab. Auf die 
Beschwerden trat sie nicht ein und hob die entsprechenden 
«Erlassentscheide» der Steuerverwaltung von Amtes wegen auf. Sie 
auferlegte A.________ die hälftigen Verfahrenskosten. 

C.

Am 15. April 2017 haben A.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
gegen die Entscheide der StRK erhoben. Sinngemäss beantragen sie, die 
Entscheide der StRK seien aufzuheben und die Nachsteuern und Bussen 
bei den Kantons- und Gemeindesteuern bzw. bei der direkten Bundesteuer 
2004-2014 seien zu erlassen. 

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Mit Eingaben vom 28. April und 19. Mai 2017 haben sich A.________ 
erneut zur Sache geäussert und (sinngemäss) an ihren Anträgen 
festgehalten. 

Am 10. Juni 2017 haben A.________ ein Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege gestellt und mit Eingabe vom 5. Juli 2017 Beilagen 
nachgereicht. 

Die StRK und die Steuerverwaltung beantragen mit Vernehmlassung vom 
16. Juni 2017 bzw. Beschwerdeantwort vom 30. Juni 2017 die Abweisung 
der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11]). Die Beschwerdeführenden haben am 
vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, sind durch die angefochtenen 
Entscheide besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an 
deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 201 
Abs. 2 StG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist 
unter Vorbehalt von E. 1.2 und 1.3 einzutreten.

1.2 Das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht ist grundsätzlich auf den 
Streitgegenstand begrenzt, wobei für dessen Bestimmung von den ange-
fochtenen Entscheiden der StRK auszugehen ist (vgl. 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, 
Art. 72 N. 6). Soweit die Beschwerdeführenden einen Erlass der Steuern 
der Jahre 2013 und 2014 beantragen, ist darauf nicht einzutreten. Sowohl 

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der Regierungsratsbeschluss vom 3. Februar 2016 (Vorakten Steuerver-
waltung [in act. 9B] pag. 50-47) wie auch die damit verbundenen «Erlass-
entscheide» der Steuerverwaltung vom 12. April 2016 (Vorakten Steuer-
verwaltung pag. 58-51) betrafen einzig die Steuerjahre 2004-2012 (vgl. 
Rekurs- und Beschwerdevernehmlassung der Steuerverwaltung vom 
30.8.2016, Vorakten StRK [in act. 9A] pag. 57). Da die weiteren 
Steuerjahre zum damaligen Zeitpunkt noch nicht rechtskräftig veranlagt 
waren, trat der Regierungsrat zu Recht auf das Erlassgesuch in Bezug auf 
die Jahre 2013 und 2014 nicht ein. Dementsprechend befassten sich auch 
die Entscheide der StRK ausschliesslich mit dem Steuererlass für die Jahre 
2004-2012 (vgl. angefochtene Entscheide E. 1.2). Die Steuerjahre 2013 
und 2014 liegen damit ausserhalb des Streitgegenstands. 

1.3 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz und der Steuerverwaltung 
(vgl. angefochtene Entscheide E. 1.1; Rekurs- und Beschwerdevernehm-
lassung der Steuerverwaltung vom 30.8.2016, Vorakten StRK pag. 58-57) 
ist von einer irrtümlichen Eröffnung der «Erlassentscheide» betreffend die 
Nachsteuern und Bussen der direkten Bundessteuer 2004-2012 durch die 
Steuerverwaltung auszugehen (Vorakten Steuerverwaltung pag. 54-51). 
Die Steuerverwaltung hat sich noch nicht materiell mit dieser Frage befasst 
und darüber in dieser Sache noch keinen Entscheid gefällt. Sie wird über 
das entsprechende Erlassgesuch, wie von ihr in Aussicht gestellt, zu einem 
späteren Zeitpunkt entscheiden. Dementsprechend ist der Erlass der 
Nachsteuern und Bussen der direkten Bundessteuer 2004-2012 nicht 
Streitgegenstand im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, womit auf das 
diesbezüglich (sinngemäss) gestellte Rechtsbegehren ebenfalls nicht 
einzutreten ist (vgl. hiervor E. 1.2). 

1.4 Das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht beschränkt sich damit 
auf die Frage des Erlasses der Nachsteuern und Bussen der Kantons- und 
Gemeindesteuern der Jahre 2004-2012.

1.5 Neben dem Erlass von Kantonssteuern ist auch jener von Gemein-
desteuern streitig. Für den diesbezüglichen Entscheid ist die Gemeinde 
zuständig, wobei sie ihre Erlasskompetenz der für den Erlass der Kantons-
steuer zuständigen kantonalen Behörde übertragen kann (vgl. Art. 240 
Abs. 4 StG). Die Einwohnergemeinde (EG) B.________ hat am 29. April 

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2015 den Anschluss an den Entscheid des Kantons begehrt (vgl. Vorakten 
Steuerverwaltung pag. 38), worauf mit Regierungsratsbeschluss vom 
3. Februar 2016 (auch) über den Erlass ihrer Steuerforderung befunden 
worden ist. Am 28. Februar 2013 hat sie mit Generaldelegation ihre 
«Kompetenz zur Wahrung der Gemeindeinteressen in den 
Steuerjustizverfahren» an die Steuerverwaltung abgetreten bzw. delegiert. 
Aufgrund dieser steuergesetzlich ausdrücklich vorgesehenen 
«Kompetenzdelegation» (so Erläuterungen zum Steuergesetz 2001, 
S. 303) ist die Steuerverwaltung befugt, anstelle der materiell berechtigten 
EG B.________ das Rechtsmittelverfahren in eigenem Namen (auch) 
hinsichtlich des Erlasses der Gemeindesteuern zu führen (vgl. BVR 2014 
S. 197 [VGE 2013/184/185 vom 29.1.2014] nicht publ. E. 1.3 mit 
Hinweisen). Damit erübrigt es sich, die EG B.________ als notwendige 
Partei in das Verfahren einzubeziehen.

1.6 Der vorliegende Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit 
(Art. 57 Abs. 2 Bst. a des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organi-
sation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1]).

1.7 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG). 

2.

2.1 Die jährliche Veranlagung des steuerbaren Einkommens stellt 
sicher, dass jede steuerpflichtige Person entsprechend ihrer aktuellen wirt-
schaftlichen Leistungsfähigkeit in Anspruch genommen wird (Art. 104 
Abs. 1 der Verfassung des Kantons Bern [KV; BSG 101.1]; vgl. auch 
Art. 127 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Es ist deshalb grund-
sätzlich davon auszugehen, dass den Steuerpflichtigen die Bezahlung der 
veranlagten Steuern sowohl möglich als auch zumutbar ist. Dennoch kön-
nen gemäss Art. 240 Abs. 1 StG rechtskräftig festgesetzte Kantons-, 
Gemeinde- und Kirchensteuern sowie Zinsen, Gebühren und allenfalls 
(gewisse) Bussen ganz oder teilweise erlassen werden, wenn ihre Zahlung 

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in Ausnahmefällen mit einer erheblichen Härte verbunden wäre. Bei 
solchen Gegebenheiten soll ein Steuererlass zur langfristigen Sanierung 
der wirtschaftlichen Lage der steuerpflichtigen Person beitragen (vgl. 
Art. 240a Abs. 1 StG; BVR 2014 S. 197 E. 2.1).

2.2 Sind die einschlägigen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, räumt 
das kantonale Steuergesetz der steuerpflichtigen Person einen Rechts-
anspruch auf Steuererlass ein; allerdings kann dessen Gewährung an Be-
dingungen wie Abzahlungen oder die Leistung von Sicherheiten geknüpft 
werden (Art. 240 Abs. 5 StG). Vorbehältlich der gesetzlichen Ausschluss-
gründe gemäss Art. 240c StG kommt es dabei nicht darauf an, weshalb die 
steuerpflichtige Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist (vgl. 
Art. 35 Abs. 2 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Bezug und 
die Verzinsung von Abgaben und anderen zum Inkasso übertragenen For-
derungen, über Zahlungserleichterungen, Erlass sowie Abschreibungen 
infolge Uneinbringlichkeit [Bezugsverordnung, BEZV; BSG 661.733]). Ob 
ein Härtefall im Sinn von Art. 240 Abs. 1 StG vorliegt, beurteilt sich mit Blick 
auf die gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse der steuerpflichtigen Per-
son, wie sie sich im Entscheidzeitpunkt präsentieren, wobei auch den Zu-
kunftsaussichten Rechnung zu tragen ist (Art. 240a Abs. 2 Satz 1 StG). 
Wäre der steuerpflichtigen Person im Zeitpunkt der Fälligkeit eine fristge-
rechte Zahlung möglich gewesen, so ist dies beim Erlassentscheid zu be-
rücksichtigen (Art. 240a Abs. 2 Satz 2 StG; BVR 2014 S. 197 E. 2.2).

2.3 Entscheidend für das Vorliegen eines Härtefalls im Sinn von 
Art. 240 Abs. 1 StG ist, ob Einschränkungen in der Lebenshaltung geboten 
und zumutbar sind, was grundsätzlich immer dann der Fall ist, wenn die 
verfügbaren Mittel der steuerpflichtigen Person deren betreibungsrecht-
liches Existenzminimum gemäss Art. 93 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
11. April 1889 über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG; SR 281.1) 
übersteigen (Art. 240a Abs. 3 StG). Dementsprechend ist das Bestehen 
einer finanziellen Notlage gesetzlich umschrieben: Gemäss Art. 240b 
Abs. 1 Bst. b StG setzt eine Notlage voraus, dass die Steuerschuld in 
einem Missverhältnis zur finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichti-
gen Person steht, so dass diese den geschuldeten Betrag trotz Beschrän-
kung der Lebenshaltungskosten auf das betreibungsrechtliche Existenz-

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minimum in absehbarer Zeit nicht vollständig begleichen kann (BVR 2014 
S. 197 E. 2.3).

2.4 Allerdings ist trotz Vorliegens eines Härtefalls ganz oder teilweise 
von einem Steuererlass abzusehen, wenn einer der in Art. 240c StG aufge-
zählten gesetzlichen Ausschlussgründe gegeben ist (BVR 2014 S. 197 
E. 2.4). Bussen und Nachsteuern werden nur in besonders begründeten 
Ausnahmefällen erlassen (Art. 240b Abs. 2 StG). 

3.

3.1 Die StRK hat offengelassen, ob sich die Beschwerdeführenden in 
einer finanziellen Notlage befinden, da sie überschuldet seien. Damit liege 
der Ausschlussgrund gemäss Art. 240c Abs. 1 Bst. c StG vor, der einem 
Steuererlass entgegenstehe. – Die Beschwerdeführenden beanstanden 
sinngemäss, dass die Vorinstanz die sinkenden Einnahmen nicht berück-
sichtigt habe. Aufgrund zunehmender gesundheitlicher Probleme könne der 
Beschwerdeführer nur noch eingeschränkt arbeiten und sie seien nicht in 
der Lage, die geschuldeten Nachsteuern und Bussen zu bezahlen. 

3.2 Von einem Steuererlass ist dann ganz oder teilweise abzusehen, 
wenn die steuerpflichtige Person überschuldet ist und ein Steuererlass 
vorab ihren übrigen Gläubigerinnen und Gläubigern zugute kommen würde, 
es sei denn, die anderen Gläubigerinnen und Gläubiger verzichten im glei-
chen Ausmass wie das Gemeinwesen auf ihre Forderungen (Art. 240c 
Abs. 1 Bst. c StG). Eine Überschuldung liegt bei natürlichen Personen dann 
vor, wenn ihre Passiven, d.h. ihre Schulden, grösser sind als ihre Aktiven 
bzw. Vermögenswerte (vgl. BGer vom 19.3.1981, in ASA 52 S. 518 E. 3 
und 5; zuletzt VGE 2017/66 vom 20.11.2017 E. 3.2). Ist eine steuerpflich-
tige Person überschuldet, befindet sie sich zwar in besonders schwierigen 
finanziellen Verhältnissen. Weil ihre Mittel aber nicht zur Deckung aller 
Forderungen ausreichen, würde von einem Verzicht der Steuerbehörden 
primär ihre übrige Gläubigerschaft profitieren, welche beim Zugriff auf das 
pfändbare Einkommen und Vermögen eine Konkurrentin verliert. Nur wenn 
die übrigen Gläubigerinnen und Gläubiger im gleichen Umfang wie die 

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Steuerbehörden auf ihre Forderungen verzichten, profitiert niemand vom 
Verzicht der anderen und der Steuererlass trägt unmittelbar zur langfristi-
gen und dauernden Sanierung der Finanzen der steuerpflichtigen Person 
selbst bei (vgl. BGer 2P.307/2004 vom 9.12.2004 E. 3.2; BGer vom 
19.3.1981, in ASA 52 S. 518 E. 5; statt vieler VGE 2017/66 vom 
20.11.2017 E. 3.2; Markus Langenegger, in Leuch/Kästli/Langenegger 
[Hrsg.], Praxiskommentar zum Berner Steuergesetz, Band 2, 2011, 
Art. 240c N. 7; Zweifel/Casanova, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, 
Direkte Steuern, 2008, § 31 N. 16). Für die Beurteilung der Überschuldung 
werden nicht nur die aktuellen, fälligen Forderungen der übrigen Gläubige-
rinnen und Gläubiger berücksichtigt, sondern auch vorhandene Pfändungs-
verlustscheine (Markus Langenegger, a.a.O., Art. 240c N. 8; zur Ab-
grenzung zwischen Pfändungs- und Konkursverlustscheinen auch 
VGE 2009/229 vom 16.7.2010 E. 4.5-4.7).

3.3 Gemäss Betreibungsregisterauszug vom 9. Oktober 2015 liegen 
16 Verlustscheine für Forderungen verschiedener Gläubigerinnen und 
Gläubiger von insgesamt Fr. 119'184.45 gegen den Beschwerdeführer vor. 
Der jüngste Verlustschein einer Bank über Fr. 92'276.25 datiert vom 
11. September 2008 (vgl. Vorakten Steuerverwaltung pag. 44-42), womit 
entgegen den Aussagen der Beschwerdeführenden nicht nur Verlust-
scheine «aus den 80er Jahren» bestehen, wofür «Verzichtserklärungen» 
abgegeben worden sein sollen (Eingabe vom 10.6.2017). Zudem stellt sich 
bei den jüngeren Verlustscheinen aus den Jahren 2003-2008 bis auf weite-
res die Frage der zwanzigjährigen Verjährungsfrist von Art. 149a Abs. 1 
SchKG nicht. Die Beschwerdeführenden haben die Schulden weder im 
vorliegenden Verfahren noch vor der StRK bestritten. Vielmehr verweisen 
sie in der Beschwerde darauf, dass für die «anderen Schulden» Verlust-
scheine bestünden und diese «auf die nächsten Jahre bestätigt» seien 
(Beschwerde S. 2). Da davon auszugehen ist, dass die Beschwerde-
führenden über kein Vermögen verfügen, gelten sie als überschuldet im 
vorgenannten Sinn. Es liegen keine Hinweise vor, dass die privaten 
Gläubigerinnen und Gläubiger bereit sind, auf ihre Forderungen im gleichen 
Ausmass zu verzichten, weshalb ein Steuererlass primär ihnen und nicht 
den Beschwerdeführenden zugute kommen würde. Dass die Beschwerde-
führenden weder gewillt noch in der Lage sind, die den Verlustscheinen 

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zugrunde liegenden Forderungen zu bezahlen (vgl. Art. 149a Abs. 2 
SchKG), ändert nichts an deren Überschuldung. Zudem ist unbeachtlich, 
dass der Beschwerdeführer stets gearbeitet, durch seine vorübergehende 
berufliche Selbständigkeit angeblich «dem Staat mehr als Fr. 500'000.-- 
gespart» und keine neuen Schulden angehäuft habe (Beschwerde S. 2; 
vgl. Eingabe Beschwerdeführende vom 10.6.2017). Damit ist der Aus-
schlussgrund der Überschuldung gemäss Art. 240c Abs. 1 Bst. c StG 
gegeben. Ob aufgrund des Umstands, dass der Beschwerdeführer seiner 
Tochter sowie einem Inkassobüro monatlich je Fr. 200.-- zur Schulden-
tilgung überweist (vgl. Eingabe Beschwerdeführende vom 5.7.2017, in 
act. 12) zusätzlich der Ausschlussgrund der Gläubigerbevorzugung ge-
mäss Art. 240c Abs. 1 Bst. d StG erfüllt wäre, braucht nicht geklärt zu wer-
den. Gleiches gilt für den Ausschlussgrund der ernstlichen Verletzung von 
Pflichten im Veranlagungsverfahren nach Art. 240c Abs. 1 Bst. a StG. 
Schliesslich ist zu erwähnen, dass der Erlass von Nachsteuern und Bussen 
ohnehin nur in besonders begründeten Ausnahmefällen gewährt wird (vgl. 
vorne E. 2.4). 

3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochtenen Ent-
scheide der Rechtskontrolle standhalten. Die Beschwerde erweist sich als 
unbegründet und ist abzuweisen.

4.

4.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die Beschwerdeführen-
den die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 
VRPG). Ersatzfähige Parteikosten sind nicht entstanden (Art. 151 StG 
i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und Art. 104 VRPG). Die Beschwerdeführenden 
haben jedoch ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt.

4.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt 
und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Ein Prozess ist 

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nicht aussichtslos, wenn berechtigte Hoffnung besteht, ihn zu gewinnen, 
das heisst wenn Gewinnaussichten und Verlustgefahren sich ungefähr die 
Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Als aussichtslos 
sind nach der bundesgerichtlichen Praxis demgegenüber Prozessbegehren 
anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als 
die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden 
können. Massgebend ist dabei, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel 
verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen 
oder aber davon absehen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie 
auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb aus-
tragen können, weil er sie nichts kostet (BVR 2016 S. 369 E. 3.1; 
BGE 142 III 138 E. 5.1).

4.3 Angesichts der klaren Verhältnisse, die schon in den angefochtenen 
Entscheiden deutlich zum Ausdruck gekommen sind, muss die vorliegende 
Beschwerde als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden. Die Über-
schuldung der Beschwerdeführenden ist aufgrund des im Wesentlichen 
unbestrittenen Sachverhalts offensichtlich. Das Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege ist daher abzuweisen, ohne dass die Prozessarmut zu prüfen 
wäre. Da über das Gesuch erst im Rahmen des vorliegenden Sachent-
scheids befunden wird und die Beschwerdeführenden keine Gelegenheit 
hatten, die Beschwerde nach Abweisung des Gesuchs zurückzuziehen und 
damit Kosten zu sparen, sind diese praxisgemäss bloss in der Höhe der 
üblichen Abschreibungsgebühr zu erheben (BVR 2014 S. 437 E. 7.9). Für 
den Entscheid über das Gesuch sind keine Verfahrenskosten zu erheben 
(Art. 112 Abs. 1 VRPG). 

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Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 500.--, werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt. 

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

5. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführenden
- der Steuerverwaltung des Kantons Bern
- der Steuerrekurskommission des Kantons Bern

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde 
gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) oder, falls sich eine Rechtsfrage von grund-
sätzlicher Bedeutung stellt oder es sich aus anderen Gründen um einen besonders 
bedeutenden Fall handelt, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. BGG geführt werden. Gegebenenfalls ist in der 
Begründung auszuführen, warum sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Be-
deutung stellt oder es sich aus anderen Gründen um einen besonders bedeuten-
den Fall handelt.