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**Case Identifier:** 58b6f3b5-7b2d-54b2-a62a-5e778c752080
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-31
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 31.03.2022 200 2022 59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-59_2022-03-31.pdf

## Full Text

200 22 59 ALV
KNB/BOC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 31. März 2022

Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern
Arbeitslosenkasse, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 27. Dezember 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, ALV/22/59, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1982 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich am 10. November 2020 zur Arbeitsvermitt-
lung an und stellte am 22. November 2020 einen Antrag auf Arbeitslosen-
entschädigung ab dem 11. November 2020 (Akten des Amtes für 
Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern [nachfolgend: AVA bzw. Be-
schwerdegegner; act. II] 143 f., 185 - 188). Da laut dem vom Versicherten 
eingereichten Kündigungsschreiben der C.________ AG vom 14. Oktober 
2020 (act. II 189) das entsprechende Arbeitsverhältnis auf Wunsch des 
Versicherten fristlos aufgelöst worden sei, gab die Arbeitslosenkasse, Zahl-
stelle …, diesem mit Schreiben vom 1. Dezember 2020 (act. II 169 - 172) 
Gelegenheit, sich zum Kündigungsgrund zu äussern, wovon der Versicher-
te mit Schreiben vom 3. Dezember 2020 (act. II 142, 160) Gebrauch mach-
te. Daraufhin stellte die Arbeitslosenkasse, Zahlstelle …, den Versicherten 
mit Verfügung vom 9. Dezember 2020 (act. II 139 - 141) wegen selbstver-
schuldeter Arbeitslosigkeit ab dem 15. Oktober 2020 für 48 Tage in der 
Anspruchsberechtigung ein. Dagegen erhob der Versicherte, vertreten 
durch Rechtsanwältin D.________, am 13. Januar 2021 Einsprache (act. II 
99 - 108). Nachdem die Rechtsvertreterin des Versicherten nach einer er-
folglosen Schlichtungsverhandlung im arbeitsrechtlichen Verfahren gegen 
die C.________ AG die Klageeinreichung in Aussicht gestellt hatte (act. II 
92, 107), sistierte die Arbeitslosenkasse, Fachdienst, am 2. Februar 2021 
(act. II 86 - 88) das Einspracheverfahren bis zum rechtskräftigen Urteil in 
der arbeitsrechtlichen Streitigkeit. 

Nachdem der Versicherte, neu vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
die Arbeitslosenkasse über den Abschluss des arbeitsrechtlichen Verfah-
rens in Form einer Vergleichsvereinbarung vom 18. bzw. 20. August 2021 
mit entsprechender Abschreibungsverfügung des Regionalgerichts … vom 
25. August 2021 (act. II 68 - 83) informiert hatte, hiess die Arbeitslosenkas-
se, Fachdienst, mit Einspracheentscheid vom 27. Dezember 2021 (act. II 
52 - 61) die Einsprache vom 13. Januar 2021 teilweise gut, indem das ver-
fügte Einstellmass von 48 Tagen auf 36 Tage reduziert wurde. 

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B.

Dagegen erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 21. Januar 2022 (Postaufgabe) Beschwerde. Er stellt die 
folgenden Rechtsbegehren:

1. Die vorliegende Beschwerde sei im Sinne der nachstehenden Er-
wägungen gutzuheissen.

2. Der Einspracheentscheid der Arbeitslosenkasse des Kantons 
Bern, Lagerhausweg 10, Postfach 502, 3018 Bern, vom 27. De-
zember 2021 sei aufzuheben.

3. Die Arbeitslosenkasse des Kantons Bern, Zahlstelle …, …, sei 
anzuweisen, dem Beschwerdeführer im Sinne der nachstehenden 
Erwägungen das rückwirkend seit dem 15. Oktober 2020 ge-
schuldete Arbeitslosentaggeld in Höhe von Fr. 169.50 pro Arbeits-
tag auf das der Arbeitslosenkasse bekannte Konto des 
Beschwerdeführers auszuzahlen.

4. Es sei dem Beschwerdeführer für die Abrechnungen der Arbeits-
losenkasse des Kantons Bern, Zahlstelle …, …, vom November 
2020, Dezember 2020 und Januar 2021, im Sinne einer Rück-
nahme, korrigierte Abrechnungen bzw. Verfügungen im Sinne des 
Antrags Ziff. 3 zuzustellen.

5. Eventualiter sei, sofern die Vereinbarkeit der Auferlegung einer 
Sanktion (Einstelltage) bejaht wird, Ziffer 1 des Entscheides der 
Vorinstanz vom 27. Dezember 2021 aufzuheben und der Ange-
messenheit der auferlegten Sanktion eine rechtliche Prüfung zu 
unterziehen. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Mit Beschwerdeantwort vom 2. März 2022 beantragt der Beschwerdegeg-
ner die Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, ALV/22/59, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung vom 31. August 
1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolven-
zentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 27. Dezember 2021 
(act. II 52 - 61). Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdegegner den 
Beschwerdeführer zu Recht für 36 Tage in der Anspruchsberechtigung 
wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit eingestellt hat.

1.3 Bei 36 umstrittenen Taggeldern in der Höhe von Fr. 169.50 (vgl. act. 
II 138) liegt der Streitwert mit Fr. 6'102.-- unter Fr. 20'000.--, weshalb die 
Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 
57 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen 
will, muss mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutba-
re unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen (Art. 
17 Abs. 1 Satz 1 AVIG).

2.2 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist die versicherte Person in der 
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden 
arbeitslos ist. Der Tatbestand der selbst verschuldeten Arbeitslosigkeit er-
fasst Verhaltensweisen der versicherten Person, die eine Verletzung der 
Pflicht, Arbeitslosigkeit zu vermeiden, bedeuten (ARV 2014 S. 147 E. 3.1). 
Die Arbeitslosigkeit gilt insbesondere dann als selbstverschuldet, wenn die 
versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne 
dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Ver-
bleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 
lit. b AVIV).

2.3 Die Auflösung eines Arbeitsverhältnisses "im gegenseitigen Einver-
ständnis" gilt aus der Sicht der Arbeitslosenversicherung als Auflösung des 
Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin, so-
fern diese nicht gezwungen waren, ihr Einverständnis zu geben, um z.B. 
einer drohenden Kündigung zuvorzukommen (ARV 1979 S. 120 E. 3; Ent-
scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute Bundes-
gericht {BGer}] vom 16. Februar 2005, C 212/04, E. 1.2.2).

2.4 Von einer freiwilligen Preisgabe der Beschäftigung im Sinne einer 
Selbstkündigung kann gemäss den massgebenden staatsvertraglichen 
Bestimmungen dann nicht gesprochen werden, wenn eine versicherte Per-
son die Beschäftigung nicht von sich aus aufgibt, sondern vom Arbeitgeber 
oder durch die Entwicklung am Arbeitsplatz zur Kündigung gedrängt wird. 
Gleiches gilt für den Fall, da die versicherte Person für das Verlassen der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, ALV/22/59, Seite 6

Stelle legitime Gründe zu nennen vermag (BGE 124 V 234 E. 4b aa S. 238; 
ARV 2009 S. 265 E. 2.2).

Stellt ein Arbeitgeber eine Arbeitnehmerin oder einen Arbeitnehmer un-
missverständlich vor die Alternative, entweder selbst zu kündigen oder 
sonst die Kündigung des Arbeitgebers entgegenzunehmen, so ist die 
Selbstkündigung durch die versicherte Person einer Kündigung durch den 
Arbeitgeber gleichzusetzen. Die Frage der selbstverschuldeten Arbeitslo-
sigkeit ist in einem solchen Falle unter dem Gesichtspunkt von Art. 44 Abs. 
1 lit. a AVIV zu prüfen (BGE 124 V 234 E. 2b S. 235; ARV 1980 S. 15 E. 2a 
und 2b).

2.5 Nach der Rechtsprechung ist bei der Prüfung der Frage, ob der ver-
sicherten Person ein Verbleiben am bisherigen Arbeitsplatz nicht mehr zu-
mutbar gewesen sei, ein strenger Massstab anzulegen (SVR 1997 ALV Nr. 
105 S. 323 E. 1). Dass die Art der Beschäftigung oder das Betriebsklima 
den Wünschen der versicherten Person nicht entsprochen haben, genügt 
zur Annahme der Unzumutbarkeit nicht (ARV 1986 S. 95 E. 2). Auch ein 
gespanntes Verhältnis zu Vorgesetzten oder Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
tern des früheren Arbeitgebers begründet für sich allein keine Unzumutbar-
keit (BGE 124 V 234 E. 4b bb S. 239; ARV 1986 S. 92 E. 2b; Entscheid des 
BGer vom 9. Juni 2017, 8C_66/2017, E. 2).

Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen muss durch ein eindeutiges 
ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel) 
belegt sein, wobei die Zumutbarkeit zum Verbleiben strenger beurteilt wird 
als die Zumutbarkeit zum Antritt einer neuen Stelle (BGE 124 V 234 E. 4b 
bb S. 238; ARV 2009 S. 265 E. 2.2; BGer 8C_66/2017, E. 2 und E. 4.3).

3.

3.1 In der Beschwerde (S. 3 ff.) werden die Entwicklungen bis zum 
14. Oktober 2020 (Datum Kündigung) sowie die Ereignisse des besagten 
Tages im Wesentlichen wie folgt geschildert: 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, ALV/22/59, Seite 7

Der Beschwerdeführer sei seit dem 1. Juli 2018 bei der C.________ AG zu 
einem 100 %-Pensum zunächst als … angestellt und im Jahr 2019 zum … 
(mit Verantwortung für zwei Mitarbeiter) befördert worden. Das Arbeitsver-
hältnis habe mit dem Schreiben vom 14. Oktober 2020 am selben Datum 
durch die schriftliche Kündigung der C.________ AG geendet. Einer der 
dem Beschwerdeführer unterstellten Mitarbeiter habe von Beginn weg teil-
weise Mühe gehabt, die Autorität des Beschwerdeführers anzuerkennen. 
Dies habe seitens des Beschwerdeführers immer wieder Geduld sowie 
Mehraufwand erfordert. Auch habe die Einweisung des Mitarbeiters ab und 
an zu Diskussionen über das Rollenverständnis und die Arbeitsteilung ge-
führt. In der Folge habe der Beschwerdeführer dem Geschäftsführer der 
C.________ AG mehrmals die Probleme mit dem besagten Mitarbeiter mit-
geteilt, woraufhin der Geschäftsführer dem Beschwerdeführer einzelne 
Ratschläge zur Lösung der Schwierigkeiten gegeben habe. Ende Septem-
ber 2020 habe sich der Beschwerdeführer beim Betrieb einer … am Finger 
verletzt, woraufhin er von seinem Arzt für drei Wochen krankgeschrieben 
worden sei. Nach zwei Wochen der Krankschreibung habe der Geschäfts-
führer um Mitteilung der Telefonnummer des behandelnden Arztes ersucht, 
da er sich erkundigen wolle, ob der Beschwerdeführer aufgrund der hohen 
Auftragslage im Betrieb administrative Arbeiten im Büro verrichten könne. 
Dieses Ersuchen habe der Beschwerdeführer aufgrund von Misstrauen 
gegenüber dem Geschäftsführer abgelehnt. Am 14. Oktober 2020, zwei 
Tage nach Ende der Krankschreibung, sei es zu den fraglichen Ereignissen 
gekommen, die zur arbeitsrechtlichen Klage geführt hätten. Aufgrund der 
hohen Auftragslage sei erhöhtes Engagement aller Mitarbeitenden und 
Mehrarbeit gefordert gewesen. Leider habe sich wiederum der besagte 
Mitarbeiter des Beschwerdeführers quer gestellt und habe die Anweisun-
gen nur ungenügend befolgt. Der Beschwerdeführer sei nach einer nicht 
zielführenden Diskussion mit dem Mitarbeiter im Büro des Geschäftsführers 
erschienen. In einer emotional aufgeladenen Diskussion, wo erstmals von 
Kündigung die Rede gewesen sei, habe der Beschwerdeführer bekannt 
gegeben, dass er jetzt aufgrund der negativen Emotionen nach Hause ge-
he und seine Kündigung schreiben wolle. In dieser Situation könne er sich 
schlecht vorstellen, noch länger im Betrieb tätig zu sein, daher erwäge er 
die ordentliche Kündigung auf Ende Jahr. Der Geschäftsführer sei mit die-
sem Vorgehen zunächst scheinbar einverstanden gewesen. Als der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, ALV/22/59, Seite 8

schwerdeführer jedoch den Arbeitsort habe verlassen wollen, habe ihn der 
Geschäftsführer aufgefordert zu warten, er werde umgehend ein Schreiben 
aufsetzen. Der Geschäftsführer habe verlauten lassen, dass es Arbeitsver-
weigerung sei, wenn er nun die Arbeitsstätte verlasse. Nach zirka zwanzig 
Minuten habe der Geschäftsführer dem Beschwerdeführer ein Schreiben 
vorgelegt und ihn gebeten, dieses zu unterzeichnen. Der Beschwerdeführer 
habe das Schreiben rasch quer durchgelesen und unterzeichnet, er habe 
einfach möglichst schnell diese Situation hinter sich bringen wollen, damit 
er sich zu Hause habe beruhigen können. Ergänzend sei zu erwähnen, 
dass der Beschwerdeführer aufgrund der unbefriedigenden Situation mit 
dem Mitarbeiter seit einigen Wochen vor der fristlosen, einseitigen Auflö-
sung des Arbeitsverhältnisses unter Schlafstörungen gelitten habe und der 
emotionale Stress ihm auch auf den Appetit geschlagen habe. Er habe 
bemerkt, dass eine Veränderung der Situation nötig gewesen sei bzw. dass 
das Verhalten des Mitarbeiters ihm gegenüber rasch habe ändern müssen, 
ansonsten wolle er das Arbeitsverhältnis auf Ende Jahr beenden und sich 
eine neue Herausforderung suchen. Die C.________ AG, die von der kon-
flikthaften und unguten Situation gewusst habe, habe keine genügenden 
Massnahmen zum Schutz des Beschwerdeführers als Arbeitnehmer ergrif-
fen, um ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen. 

Zur verfügten Einstellung in der Anspruchsberechtigung wird in der Be-
schwerde (S. 7) im Wesentlichen vorgebracht, der Beschwerdegegner ge-
he fälschlicherweise von einem Fall der Auflösung des Arbeitsverhältnisses 
ohne Zusicherung einer neuen Stelle aus, ohne dabei den massgeblichen 
Umstand gewertet zu haben, dass der Beschwerdeführer mit der Kündi-
gung nie einverstanden gewesen sei. Vielmehr sei dem Beschwerdeführer 
ungerechtfertigt gekündigt worden, was bereits aufgrund der mit der 
C.________ AG geschlossenen Vereinbarung vom 18. bzw. 20. Au-
gust 2021 klar ersichtlich sei. Weiter sei dem Umstand Rechnung zu tra-
gen, dass sich der Beschwerdeführer mittels arbeitsrechtlicher Klage zur 
Wehr gesetzt habe und dass Einstelltage vor diesem Hintergrund unge-
rechtfertigt erschienen. 

3.2 Demgegenüber bringt der Beschwerdegegner im Wesentlichen vor 
(Beschwerdeantwort S. 5), gemäss Arbeitgeberbescheinigung sei das Ar-

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beitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen per sofort am 14. Okto-
ber 2020 ohne Einhaltung der zweimonatigen Kündigungsfrist aufgelöst 
worden. Bei einer Kündigung im gegenseitigen Einvernehmen handle es 
sich gemäss aktueller Gerichtspraxis um eine Kündigung durch den Arbeit-
nehmer. Zudem sei im Kündigungsschreiben vermerkt, dass das Arbeits-
verhältnis auf Wunsch des Beschwerdeführers fristlos aufgelöst worden 
sei. Der Erhalt der Vertragsauflösung vom 14. Oktober 2020 sei durch den 
Beschwerdeführer mittels Unterschrift bestätigt worden. In der Einsprache 
sei zudem erwähnt worden, dass der Beschwerdeführer seit einigen Wo-
chen bereits gemerkt habe, dass eine Veränderung der Situation nötig ge-
wesen sei bzw. dass das Verhalten des Mitarbeiters ihm gegenüber rasch 
hätte ändern müssen. Der Beschwerdeführer habe somit bereits seit eini-
ger Zeit beabsichtigt gehabt, das Arbeitsverhältnis per Ende Jahr 2020 be-
enden zu wollen und sich eine neue Herausforderung zu suchen. Gestützt 
auf diese Sachlage sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzuneh-
men, dass der Beschwerdeführer auch effektiv die Kündigung im Oktober 
2020 per Ende Dezember 2020 eingereicht hätte. Zum Zeitpunkt der Kün-
digung sei keine Stelle zugesichert gewesen, der Beschwerdeführer sei 
dabei bewusst das Risiko eingegangen, arbeitslos zu werden (Art. 44 Abs. 
1 lit. b AVIV). Zudem habe der Beschwerdeführer bereits vor der fristlosen 
Kündigung seit einigen Wochen unter Schlafstörungen gelitten und der 
emotionale Stress habe ihm auch auf den Appetit geschlagen. Er habe 
bereits wegen der konflikthaften Situation beabsichtigt, das Arbeitsverhält-
nis auf Ende Jahr zu beenden und sich eine neue Herausforderung zu su-
chen. 

3.3 Dem mit "Fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses" betitelten 
und per Einschreiben an den Beschwerdeführer adressierten Schriftstück 
vom 14. Oktober 2020 (act. II 189) ist Folgendes zu entnehmen: "Hiermit 
lösen wir das zwischen der C.________ AG und ihnen bestehende Arbeits-
verhältnis, begründet durch den Arbeitsvertrag vom 1. Juli 2018 zum 14. 
Okt. 2020, auf ihren Wunsch fristlos auf. Wir bedauern diesen Schritt sehr, 
aber wenn sie sich nicht mehr im Stande sehen in unserem Betrieb und vor 
allem im … Team zu arbeiten, entsprechen wir ihrem Wunsch einer soforti-
gen Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Hiermit bestätige ich, 
A.________, die originalunterzeichnete Vertragsauflösung vom 14. Oktober 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, ALV/22/59, Seite 10

2020 erhalten zu haben." Unterzeichnet wurde dieses Schriftstück vom 
Geschäftsführer der C.________ AG und einem Mitarbeiter der Personal-
abteilung der C.________ AG sowie vom Beschwerdeführer. Weiter ist den 
Akten zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer gegen die C.________ 
AG im Zusammenhang mit der Auflösung des Arbeitsverhältnisses ein ar-
beitsrechtliches Verfahren eingeleitet hat (Schlichtungsgesuch vom 23. No-
vember 2020 [act. II 124 - 131]; Klage vom 27. April 2021 [act. II 72 - 83]), 
welches in einer aussergerichtlichen Vergleichsvereinbarung vom 18. bzw. 
20. August 2021 (act. II 71) mit entsprechender Abschreibung des Verfah-
rens (act. II 69 f.) mündete. Gemäss der genannten Vergleichsvereinba-
rung hatte die ehemalige Arbeitgeberin dem Beschwerdeführer 
unpräjudiziell und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht einen einmaligen 
Betrag von Fr. 10'000.-- brutto zu bezahlen (act. II 71). 

3.4 Mit Blick auf die gesamten Umstände ist erstellt, dass die Initiative 
zur Auflösung des unbefristeten Arbeitsverhältnisses vom Beschwerdefüh-
rer ausging. Gemäss seinen eigenen Schilderungen (vgl. E. 3.1 hiervor) 
wollte er am 14. Oktober 2020 nach Hause gehen und seine Kündigung 
schreiben, er erwog die ordentliche Kündigung auf Ende Jahr. Zudem war 
der Beschwerdeführer durch die unbefriedigende Situation mit dem unter-
gebenen Mitarbeiter belastet und erwog schon vor dem 14. Oktober 2020 – 
falls keine Änderung der Situation eintreten würde – die Kündigung des 
Arbeitsverhältnisses per Ende Jahr. Folglich kann er aus dem Umstand, 
dass die ehemalige Arbeitgeberin das Kündigungsschreiben aufgesetzt hat, 
nichts zu seinen Gunsten ableiten. Darin wird denn auch explizit festgehal-
ten, dass die Kündigung auf Wunsch des Beschwerdeführers erfolgte. So-
weit der Beschwerdeführer geltend macht, er sei nie mit der Kündigung 
einverstanden gewesen (vgl. E. 3.1 hiervor), ist festzuhalten, dass sich die-
ses fehlende Einverständnis lediglich auf die Fristlosigkeit der Kündigung 
bezog. Wie erwähnt ist überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass er ohne-
hin per Ende 2020 kündigen wollte und letztlich hat er eine Vergleichsver-
einbarung abgeschlossen (act. II 71), bei welcher er rund zwei 
Monatslöhne erhalten hat (vgl. act. II 71 i.V.m. act. II 73 Rechtsbegehren 
Ziff. 1; die Kündigungsfrist betrug zwei Monate [vgl. act. II 74]). Nach dem 
Dargelegten ist im Ergebnis von einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses 
im gegenseitigen Einvernehmen auszugehen. Da weder die Aktenlage 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, ALV/22/59, Seite 11

noch die Vorbringen des Beschwerdeführers darauf schliessen lassen, 
dass die ehemalige Arbeitgeberin auf die Beendigung des Anstellungsver-
hältnisses gedrängt hätte (vgl. E. 2.3 und 2.4 hiervor), sondern diese sich 
erst auf dessen Aussagen und Initiative vom 14. Oktober 2020 hin – er wol-
le jetzt nach Hause gehen und seine Kündigung schreiben – ihrerseits zum 
besagten Kündigungsschreiben veranlasst sah, ist diese Auflösung (wenn 
auch nicht als fristlose Kündigung) als Selbstkündigung im Sinne von Art. 
44 Abs. 1 lit. b AVIV zu werten. Folglich ist zu beurteilen, ob der Verbleib in 
der unbefristeten Stelle geradezu unzumutbar und der Beschwerdeführer 
daher aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht berechtigt war, das 
Arbeitsverhältnis ohne Zusicherung einer neuen Stelle zu beenden. Zwar 
bestand mit einem untergebenen Mitarbeiter des Beschwerdeführers eine 
schwierige und angespannte Situation und mit seinem Vorgesetzten war 
das Einvernehmen aufgrund der Vorkommnisse im Zusammenhang mit 
einer kurz vor dem 14. Oktober 2020 erfolgten Krankschreibung womöglich 
etwas getrübt; ein angespanntes Verhältnis zu Vorgesetzten und Mitarbei-
tenden des früheren Arbeitgebers begründet für sich allein jedoch keine 
Unzumutbarkeit (vgl. E. 2.5 hiervor). Da auch die vom Beschwerdeführer 
erwähnten gesundheitlichen Beschwerden (Schlafstörungen und Stress, 
der auf den Magen geschlagen habe, ausgelöst durch die angespannte 
Situation mit dem untergebenen Mitarbeiter) nicht durch ein ärztliches 
Zeugnis (oder andere geeignete Beweismittel) als schwerwiegend belegt 
sind, indem diese ein Weiterarbeiten in der dortigen Stelle aus gesundheit-
lichen Gründen ausschlössen (vgl. E. 2.5 hiervor), liegt mit Blick auf den 
strengen Massstab betreffend das Verbleiben an der bisherigen Arbeitsstel-
le keine Unzumutbarkeit vor.

3.5 Folglich hat der Beschwerdegegner den Beschwerdeführer – vom 
Grundsatz her – zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit in der 
Anspruchsberechtigung eingestellt.

4.

Zu prüfen bleibt die Angemessenheit der verfügten Sanktion von 36 Ein-
stelltagen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, ALV/22/59, Seite 12

4.1

4.1.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Ver-
schuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und nicht nach der tatsächlichen 
Dauer der Arbeitslosigkeit (BGE 113 V 154; SVR 2006 ALV Nr. 20 S. 71 E. 
3.1 f.). Massgebend ist das Gesamtverhalten der versicherten Person, das 
unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls, d.h. 
der objektiven und subjektiven Gegebenheiten zu würdigen ist (BGE 141 V 
365 E. 4.1 S. 369). Die Dauer der Einstellung beträgt 1 bis 15 Tage bei 
leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei 
schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV). Ein schweres Ver-
schulden liegt insbesondere vor, wenn die versicherte Person ohne ent-
schuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer 
neuen aufgegeben oder eine zumutbare Arbeit abgelehnt hat (Art. 45 Abs. 
4 lit. a und b AVIV). Die Einstellung gilt nur für Tage, für die die arbeitslose 
Person die Voraussetzungen der Anspruchsberechtigung erfüllt (Art. 30 
Abs. 3 Satz 1 AVIG).

Innerhalb dieses Rahmens entscheiden die Organe der Arbeitslosenversi-
cherung nach pflichtgemässem Ermessen. Das Sozialversicherungsgericht 
darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der Ver-
waltung setzen; die Rekursbehörde muss sich somit auf Gegebenheiten 
abstützen können, welche ihre abweichende Ermessensausübung als na-
heliegender erscheinen lassen (BGE 123 V 150 E. 2 S. 152; SVR 2020 
ALV Nr. 11 S. 36 E. 3.3; ARV 2020 S. 95 E. 4.2).

4.1.2 Bei Einstellungen nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV kann Art. 45 Abs. 4 
lit. a AVIV lediglich die Regel bilden, von welcher beim Vorliegen besonde-
rer Umstände im Einzelfall abgewichen werden darf. Insoweit ist das Er-
messen von Verwaltung und Sozialversicherungsrichter nicht auf eine 
Einstellungsdauer im Rahmen eines schweren Verschuldens beschränkt, 
sondern lässt auch eine mildere Sanktion zu (ARV 2005 S. 216 E. 2.3.1; 
vgl. auch BGE 130 V 125 E. 3.4.3 f. S. 130; SVR 2006 ALV Nr. 5 S. 16 E. 
2.3).

4.1.3 Das Verschulden an einer Kündigung kann in der Regel nicht als 
schwer qualifiziert werden, wenn die versicherte Person aufgrund der Län-

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ge der Kündigungsfrist, ihrer beruflichen Qualifikation und der Arbeitsmarkt-
lage annehmen durfte, dass sie auf den Zeitpunkt der Beendigung des Ar-
beitsverhältnisses eine neue Beschäftigung finden würde. Schliesslich sind 
nach der Rechtsprechung für den Grad des Verschuldens und die Bemes-
sung der Einstellungsdauer Umstände beachtlich, derentwegen eine Forts-
etzung des bisherigen Arbeitsverhältnisses zwar zumutbar ist, die aber 
dennoch für die versicherte Person eine erhebliche Belastung bedeuten 
und daher die voreilige Kündigung schuldmindernd erscheinen lassen 
(ARV 1989 S. 92 E. 3b).

4.2 Indem der Beschwerdegegner die Einstellung von ursprünglich 48 
auf 36 Tage reduziert hat, qualifizierte er das Verschulden des Beschwer-
deführers als schwer im unteren Bereich (vgl. E. 4.1 hiervor). Diese Reduk-
tion begründet der Beschwerdegegner damit, dass aufgrund der 
aussergerichtlichen Vereinbarung an der Einstellung wegen der Nichtein-
haltung der vertraglichen Kündigungsfrist nicht länger festgehalten werden 
könne (act. II 60; Beschwerdeantwort S. 5), was nicht zu beanstanden ist. 
Indem das Einstellmass von 36 Tagen im unteren Bereich des schweren 
Verschuldens liegt, wurde auch dem Umstand hinreichend schuldmindernd 
Rechnung getragen, dass ein angespanntes Verhältnis zu einem Mitarbei-
ter und teilweise zum Vorgesetzten bestand und der Beschwerdeführer 
deshalb unter (nicht mit einem ärztlichen Zeugnis belegten) gesundheitli-
chen Beschwerden litt (vgl. Beschwerdeantwort S. 6). Folglich besteht vor-
liegend kein Anlass in das Ermessen des Beschwerdegegners einzu-
greifen. 

4.3 Soweit der Beschwerdeführer (Beschwerde S. 9) die Verletzung der 
Beratungspflicht gemäss Art. 27 Abs. 2 ATSG durch die Organe der Ar-
beitslosenversicherung geltend macht und Bezug auf ein Erstgespräch am 
1. November 2020 (welches gemäss Beschwerdegegner jedoch am 
23. November 2020 stattgefunden haben soll [Beschwerdeantwort S. 7]), 
ist festzuhalten, dass die Kündigung bereits am 14. Oktober 2020 (act. II 
189) erfolgt war und sich der Beschwerdeführer am 10. November 2020 zur 
Arbeitsvermittlung angemeldet und am 22. November 2020 einen Antrag 
auf Arbeitslosenentschädigung gestellt hat (act. II 143 f., 185 - 188). Folg-
lich ist bereits aufgrund des zeitlichen Ablaufs eine Verletzung der Bera-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, ALV/22/59, Seite 14

tungspflicht – hinsichtlich der hier zu beurteilenden Einstelltage – durch die 
Organe der Arbeitslosenversicherung nicht gegeben. Dass der Beschwer-
deführer schon vor dem 14. Oktober 2020 Kontakt zur Arbeitslosenversi-
cherung gehabt hätte, wird weder geltend gemacht noch ist solches belegt, 
womit der Beschwerdeführer aus den Vorbringen betreffend Verletzung der 
Beratungspflicht gemäss Art. 27 Abs. 2 ATSG vorliegend nichts zu seinen 
Gunsten abzuleiten vermag.

4.4

4.4.1 Schliesslich bemängelt der Beschwerdeführer (Beschwerde S. 7), 
es sei nicht einzusehen, dass der Beschwerdegegner die Rahmenfrist in 
willkürlicher Weise auf den 11. Dezember 2020 verschoben habe, zudem 
würden die im Einspracheentscheid angestellten Berechnungen einer 
Rechtskontrolle nicht standhalten. Im angefochtenen Einspracheentscheid 
hat der Beschwerdegegner diesbezüglich festgehalten (act. II 59), der Be-
schwerdeführer habe (im arbeitsrechtlichen Verfahren) den Lohn inklusive 
anteilsmässigem 13. Monatslohn für die Zeit vom 15. Oktober 2020 bis 
31. Dezember 2020 gefordert. Er habe einen einmaligen Betrag von 
Fr. 10'000.-- erhalten, welcher einer Dauer von 1.90 Monaten entspreche 
(Fr. 10'000.-- / Fr. 5'254.-- [versicherter Verdienst; vgl. act. II 46 - 50]). Da 
sich der Beschwerdeführer während des gemäss Arbeitszeugnis noch lau-
fenden Arbeitsverhältnisses zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung 
angemeldet habe und der erhaltene Betrag von Fr. 10'000.-- nicht exakt der 
Dauer der Kündigungsfrist von (zwei Monaten) entspreche, müsse die 
Rahmenfrist für den Leistungsbezug entsprechend verschoben werden. 
Gemäss Arbeitszeugnis würde das Arbeitsverhältnis zwar erst per 31. De-
zember 2020 enden. Die Dauer von 1.90 Monaten entspreche 57 Tagen 
(1.90 Monate x 30 Tage) ab dem 15. Oktober 2020 (1. Tag nach Ende des 
Arbeitsverhältnisses). Die Rahmenfrist werde um 57 Tage verschoben, d.h. 
ab dem 58 Tag und somit per 11. Dezember 2021 (richtig: 2020) eröffnet.

4.4.2 Mit Blick auf die nachfolgenden Gesetzesbestimmungen ist die Ver-
schiebung des Beginns der Rahmenfrist für den Leistungsbezug auf den 
11. Dezember 2020 – nebst dem, dass ein Rechtsschutzinteresse des Be-
schwerdeführers zumindest fraglich erscheint – nicht zu beanstanden. 
Denn gemäss Art. 9 Abs. 2 AVIG beginnt die Rahmenfrist für den Leis-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, ALV/22/59, Seite 15

tungsbezug mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvorausset-
zungen erfüllt sind. Der Versicherte hat u.a. Anspruch auf Arbeitslosen-
entschädigung, wenn er einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat 
(Art. 8 Abs. 1 lit. b AVIG). Der Arbeitsausfall ist anrechenbar, wenn er einen 
Verdienstausfall zur Folge hat und mindestens zwei aufeinander folgende 
volle Arbeitstage dauert (Art. 11 Abs. 1 AVIG). Nicht anrechenbar ist ein 
Arbeitsausfall, für den dem Arbeitslosen Lohnansprüche oder wegen vor-
zeitiger Auflösung des Arbeitsverhältnisses Entschädigungsansprüche zu-
stehen (Art. 11 Abs. 3 AVIG). 

4.5 Nach dem Ausgeführten hat der Beschwerdegegner den Beschwer-
deführer zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für 36 Tage 
ab dem 11. Dezember 2020 in der Anspruchsberechtigung eingestellt. 
Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31. März 2022, ALV/22/59, Seite 16

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Arbeitslosen-

kasse 
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.