# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 072a0552-0ac1-5850-b067-469699a66d5d
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-28
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 28.03.2022 S 2020 100
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-100_2022-03-28.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: MLaw Jeannine Suter

U R T E I L  vom 28. März 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Leistungen)

S 2020 100

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Urteil S 2020 100

A. Mit Gesuch vom 5. November 2015 meldete sich A.________, geb. 1966, mit dem 
Hinweis auf "ADS" zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). 
Die IV-Stelle des Kantons Zug holte Berichte von behandelnden Ärzten ein, führte ein 
Standortgespräch durch und legte das Dossier ihrem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) 
vor (IV-act. 15, 24, 35). Mit Vorbescheid vom 7. Februar 2017 stellte die Verwaltung die 
Abweisung des Leistungsbegehrens – mit der Begründung, die Arbeitsunfähigkeit sei vor 
allem durch das Abhängigkeitsverhalten begründet und deshalb keine Invalidität im Sinne 
des Gesetzes vorliege – in Aussicht (IV-act. 36). Dagegen liess die Versicherte Einwände 
erheben (IV-act. 39, 43). In der Folge holte die IV-Stelle weitere Berichte ein, veranlasste 
vom 17. Oktober 2017 bis 16. Februar 2018 ein Belastbarkeitstraining (Schlussbericht der 
C.________ vom 1. März 2018, IV-act. 61) und liess A.________ nach weiteren 
Stellungnahmen des RAD (IV-act. 52, 58, 68, 73) neuropsychologisch und psychiatrisch 
begutachten (neuropsychologisches Gutachten vom 28. März 2019, IV-act. 86; 
psychiatrisches Gutachten vom 13. Mai 2019, IV-act. 90). Nach Einwendungen des 
Rechtsvertreters der Versicherten (IV-act. 93) und erneuten Stellungnahmen des RAD (IV-
act. 91, 94) veranlasste die IV-Stelle eine ergänzende rheumatologische Begutachtung 
(Gutachten vom 16. Dezember 2019, IV-act. 108) inklusive eines nachfolgenden 
bidisziplinären (rheumatologisch-psychologischen) Konsenses (IV-act. 110). Am 
13. Februar 2020 nahm der RAD abschliessend zu den eingegangenen Gutachten 
Stellung (IV-act. 113) und am 31. März 2020 beantwortete der psychiatrische Gutachter 
die Rückfragen der IV-Stelle hinsichtlich des Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 120). 
Schliesslich erfolgte am 22. April 2020 im Hinblick auf allfällige 
Eingliederungsmassnahmen erneut ein Standortgespräch mit der Versicherten unter 
Anwesenheit ihres Rechtsvertreters (IV-act. 123). 

Mit Verfügung vom 25. Juni 2020 sprach die IV-Stelle A.________ ab 1. August bis 
31. Dezember 2016 eine ganze Rente (Invaliditätsgrad von 100 %), vom 1. Januar bis 
31. Juli 2017 eine halbe Rente (Invaliditätsgrad von 54 %) und vom 1. August bis 
30. November 2017 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu (Invaliditätsgrad von 
100 %). Ab dem 1. Dezember 2017 bestehe bei einem Invaliditätsgrad von 36 % kein 
Rentenanspruch mehr. Zudem hielt die IV-Stelle fest, dass in Anbetracht des 
Invaliditätsgrades ein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe. Im Hinblick auf die 
erzielten Einkommen gemäss IK-Auszug sei eine Umschulung nicht notwendig, um in 
einer leidensangepassten Tätigkeit das bisherige Einkommensniveau erreichen zu 
können. Hingegen bestehe ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung, darüber erhalte die 
Versicherte eine separate Mitteilung (IV-act. 126 i.V.m. 138, 139 und 140 = Bf-act. 1). 

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Urteil S 2020 100

B. Dagegen liess A.________ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 26. August 
2020 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erheben und beantragen, es sei ihr eine Rente 
nach Gesetz zuzusprechen, es sei der Umschulungsanspruch im Grundsatz zu bestätigen 
und die IV-Stelle zu verpflichten, sie mit weitergehenden beruflichen Massnahmen zu 
unterstützen, zudem sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und in der 
Person des Unterzeichneten ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen (act. 1). 

C. Mit Verfügung vom 27. August 2020 verlangte der Vorsitzende der 
sozialversicherungsrechtlichen Kammer des Verwaltungsgerichts einen Kostenvorschuss 
in der Höhe von Fr. 800.– bis am 28. September 2020; innert derselben Frist stehe es der 
Beschwerdeführerin offen, ein nunmehr substantiiertes Gesuch um Bewilligung der 
unentgeltlichen Prozessführung einzureichen (act. 2). 

D. Mit Eingabe vom 22. September 2020 liess die Beschwerdeführerin dem Gericht 
das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege inklusive Beilagen zukommen (act. 3). 

E. Am 28. September 2020 bewilligte der Vorsitzende der 
sozialversicherungsrechtlichen Kammer die unentgeltliche Rechtspflege und stellte der 
Beschwerdeführerin für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht in der Person von RA 
B.________ einen unentgeltlichen Rechtsbeistand bei (act. 4). 

F. Die IV-Stelle (nachfolgend auch Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer 
Vernehmlassung vom 27. November 2020 die vollumfängliche Abweisung der 
Beschwerde (act. 6).

G. Mit Eingabe vom 7. Oktober 2021 liess die Beschwerdeführerin auf das 
Rechtsgutachten "Grundprobleme der Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung" 
von Gächter/Egli/Meier/Filippo vom 22. Januar 2021 aufmerksam machen. Mittlerweile 
seien bundesgerichtliche Beschwerden hängig und eine Praxisänderung des 
Bundesgerichts sei wahrscheinlich. In casu seien aufgrund der neuen statistischen 
Erkenntnisse die Invalideneinkommen linear um mind. 20 % zu senken. Bei einem 
Valideneinkommen von Fr. 78'713.– ergebe dies folgende Invaliditätsgrade:

Jahr: Arbeitsfähigkeit: Invalideneinkommen: Invaliditätsgrad:

2016/2017 50 % Fr. 21'916.– 72 %

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2017 70 % Fr. 30'682.– 61 %

2018 80 % Fr. 35'231.– 55 %

Die Beschwerdeführerin habe daher Anspruch auf entsprechende Rentenleistungen 
(act. 8). 

H. Das Schreiben vom 7. Oktober 2021 wurde der Beschwerdegegnerin zur 
Kenntnisnahme zugestellt (act. 9). In der Folge gingen beim Gericht keine Eingaben mehr 
ein. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird – soweit erforderlich – in 
den Erwägungen eingegangen. 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in 
casu: 25. Juni 2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). 
Dabei sind in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der 
Verwirklichung des zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 146 
V 364 E. 7.1). 

1.2 Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten 
Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Dementsprechend sieht 
Art. 82a ATSG vor, dass für im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 
2019 beim erstinstanzlichen Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die 
hier zu beurteilende Beschwerde wurde am 26. August 2020 der Schweizerischen Post 
übergeben, weshalb die bis 31. Dezember 2020 gültigen Normen des ATSG auf den 
vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden. 

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des Bundesgesetzes über die 
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil die angefochtene 
Verfügung vor dem Inkrafttreten dieser IVG-Änderung datiert, finden die bis 31. Dezember 

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2021 gültigen Normen des IVG auf den vorliegenden Fall Anwendung und werden in 
dieser Fassung zitiert.

1.3 Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG in Verbindung mit § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des 
Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversicherung [BGS 841.1]). Die örtliche 
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 
Abs. 1 lit. a IVG – Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – gegeben, stammt doch die 
angefochtene Verfügung von der 
IV-Stelle Zug. Die Verfügung datiert vom 25. Juni 2020 (Bf-act. 1) und ist dem 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 26. Juni 2020 zugegangen. Die 
Beschwerdeschrift wurde am 26. August 2020 der Post übergeben. Die Beschwerde ist 
damit – unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes gemäss Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG – 
im Sinne von Art. 60 Abs. 1 ATSG rechtzeitig eingereicht worden. Die Beschwerdeschrift 
entspricht sodann den formellen Anforderungen und die Beschwerdeführerin ist als von 
der Verfügung direkt Betroffene zur Beschwerde legitimiert, weshalb die Beschwerde vom 
Gericht zu prüfen ist. Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der 
Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

2. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Umstritten 
ist ebenso der Anspruch auf berufliche Massnahmen, namentlich eine Umschulung. 

3.
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die 
ihre Erwerbstätigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Bei einer Invalidität 
von 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50 % auf eine halbe, ab 60 % auf 
eine Dreiviertels- und ab 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

3.2 Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben 
gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese 

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notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) 
und die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind 
(lit. b). Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der 
Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der 
Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu 
berücksichtigen (Abs. 1bis). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch 
auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder 
in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Zu den Eingliederungsmassnahmen gehören unter 
anderem Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, 
Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe [Abs. 3 lit. b IVG]).

3.3 Gemäss Art. 17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf 
eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und 
dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann 
(Abs. 1). Nach der zu Art. 17 IVG ergangenen Rechtsprechung ist unter Umschulung 
grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu 
verstehen, die notwendig und geeignet sind, dem vor Eintritt der Invalidität bereits 
erwerbstätig gewesenen Versicherten eine seiner früheren annähernd gleichwertige 
Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der "annähernden 
Gleichwertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf 
die nach erfolgter Eingliederung zu erwartenden Verdienstmöglichkeiten. Der Anspruch 
auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere 
des Gesundheitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche 
berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder 
längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen 
blossen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen). Weiter ist 
vorausgesetzt, dass die versicherte Person objektiv und subjektiv eingliederungsfähig ist; 
massgebend sind die medizinischen und erwerblichen Rahmenbedingungen 
(Gesundheitszustand, Leistungsvermögen, Bildungsfähigkeit, Motivation usw.; EVG I 2/06 
vom 23. Mai 2006 E. 2.3; Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherung [BSV] 
über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art [KSBE], Rz. 4010). 

3.4 Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder länge-
re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Bei erwerbstätigen Versicher-
ten wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbsein-

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kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein-
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; sog. Einkommensvergleich; statt 
vieler: BGer 8C_219/2019 vom 30. September 2019 E. 3.2). 

3.5 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es 
verlässlicher medizinischer Entscheidgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Es gilt das 
Prinzip der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG; BGer 8C_260/2011 vom 25. Juli 
2011 E. 5.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 
dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der 
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 
Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1).

3.6 Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den 
Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezialärzte darf 
Beweiswert zuerkannt werden, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 
der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4; BGer 9C_18/2019 vom 14. Juni 2019 
E. 2.2 mit Hinweisen). Ein Administrativgutachten ist denn auch nicht stets dann in Frage 
zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn behandelnde Ärzte zu 
einem anderen Ergebnis gelangen; vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine 
abweichende Beurteilung aufdrängt, weil sie wichtige Aspekte benennen, die im Rahmen 
der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (BGer 8C_737/2019 vom 
19. Juli 2020 E. 5.1.4). 

4. Zum Gesundheitszustand und zur Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

4.1 Vom 23. Mai bis 19. Oktober 2016 war die Beschwerdeführerin aufgrund 
zunehmenden Verlustes der Kontrolle über ihren Alkoholkonsum in der D.________-Klinik 
in stationärer Behandlung. Im Schlussbericht vom 27. Oktober 2016 ist eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit bis 27. Oktober 2016 festgehalten. Die Erprobung der Abstinenz an den 
Wochenenden habe die Patientin dank neuer Coping-Strategien erfolgreich bestehen 

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können. Per 19. Oktober 2016 sei sie in die Tagesklinik der D.________-Klinik 
übergetreten (IV-act. 31). 

4.2 Dem Schlussbericht von Dipl.-Psych. E.________, vom 23. Oktober 2017 (IV-
act. 65 S. 2 f.: ohne Angabe der Klinik oder eines Adressaten) lässt sich ein stationärer 
Aufenthalt vom 30. Mai bis 27. September 2017 entnehmen (Arbeitsfähigkeit von 0 % bis 
25. Oktober 2017). Der Versicherten sei es seit ihrem Eintritt in die D.________-Klinik im 
Mai 2016 gelungen, die Alkoholabstinenz aufrecht zu erhalten. Nach dem Austritt aus der 
Tagesklinik im Oktober 2016 sei das Kiffen zunehmend in den Vordergrund getreten, bis 
sie sich zu einer weiteren Behandlung in der D.________-Klinik entschieden habe. Die 
Patientin habe bei Eintritt über reduzierten Antrieb mit Hoffnungslosigkeit, sozialem 
Rückzug und "Essattacken" in den angestammten Verhältnissen sowie nicht 
handlungsnahen Suizidgedanken bei vorhandener Absprachefähigkeit berichtet. Der 
Behandlungsverlauf habe sich insgesamt sehr positiv gestaltet. In der Entwöhnung habe 
sich anfänglich noch eine leichte depressive Symptomatik gezeigt. Im Verlauf habe die 
Patientin auf die Behandlung angesprochen und nur noch selten leichte depressive 
Symptome gehabt. 

4.3 Die Beschwerdeführerin absolvierte bei der C.________ vom 17. Oktober 2017 bis 
16. Januar 2018 bzw. verlängert bis 16. Februar 2018 ein Belastbarkeitstraining. Gemäss 
Schlussbericht vom 1. März 2018 habe die Versicherte sitzende Tätigkeit gut, ohne 
zusätzliche Pausen und ohne erhebliche körperliche Beschwerden bewältigen können. 
Stehende Arbeiten hätten starke Rückenschmerzen verursacht. Die geplante Steigerung 
des Pensums von 2 auf 3 Stunden an vier Tagen sei aufgrund der von der Versicherten 
angegebenen Rückenschmerzen gescheitert. Nach einem Standortgespräch im Dezember 
2017 sei die Verlängerung der Massnahme beschlossen worden. Die absolvierten 
Arbeiten seien mehrheitlich im Sitzen gewesen und gegen Ende Januar 2018 habe die 
Steigerung des Pensums auf 3 Stunden an vier Tagen erreicht und bis zum Ende des 
Belastbarkeitstrainings stabil gehalten werden können. Das Arbeitsverhalten sei von sehr 
hoher Motivation und Leistungseinsatz geprägt, das Konzentrationsvermögen und die 
Aufmerksamkeit seien hoch und konstant gewesen. Es hätten nur sitzende Tätigkeiten 
vorgenommen werden können und Themen wie Präsenzsteigerung seien schwierig 
anzusprechen gewesen. Im Vergleich zur hohen Arbeitsmotivation und Fleiss, habe das 
Verhalten nicht immer situationsgerecht gewirkt. Ansonsten sei die Versicherte flexibel 
gewesen (Arbeitsplatzgestaltung, Umstellung auf neue Arbeiten, offen für Neues). Sie 
besitze viel Sinn für Kooperation und für eine gute Zusammenarbeit, vorausgesetzt ihre 

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Schmerzen würden dies zulassen. Sie sei freundlich, kollegial und korrekt. Die körperliche 
Belastbarkeit sei somit nur geringfügig, der soziale Kontakt zu den Mitmenschen und die 
psychische Stabilität jedoch sehr gesteigert worden (IV-act. 61). 

4.4 Am 28. März 2019 erstattete lic. phil. F.________, Fachpsychologe für 
Neuropsychologie FSP sowie für Psychotherapie FSP, sein neuropsychologisches 
Gutachten (IV-act. 86). Im Rahmen der neuropsychologischen Abklärungen weise die 
Explorandin ein kognitives Leistungsvermögen im Bereich des unteren bis mittleren 
Normdurchschnitts aus. In der Gesamtschau aller erhobenen Befunde lasse sich ein 
kognitiver Normalbefund, respektive keinerlei relevante kognitive Funktionsschwäche, 
insbesondere auch nicht im Sinne einer relevanten ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-
/Hyperaktivitätsstörung) im Erwachsenenalter, objektivieren. Klinisch seien auf der 
allgemeinen Verhaltensebene bei der Versicherten ein leicht gesteigerter Antrieb, eine 
überdurchschnittliche Lebhaftigkeit mit Anzeigen einer vereinzelt grenzwertig gesteigerten 
Reaktionsbereitschaft unter Teststress und dann auch eine gesteigerte motorische Unruhe 
zu beobachten gewesen (S. 13). Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der 
angestammten und/oder in jedweder anderweitigen, beschwerdeadaptierten Tätigkeit 
liesse sich aus rein neuropsychologischer Sicht nicht begründen (S. 14). 

4.5 Gutachter Dr. med. G.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie sowie 
FMH Neurologie, stellte am 13. Mai 2019 gestützt auf die zur Verfügung gestellten Akten 
sowie seine psychiatrischen Untersuchungen der Versicherten am 7. März 2019 (9:00 bis 
11:30 Uhr) und am 3. April 2019 (9:00 bis 10:30 Uhr) folgende Diagnosen (IV-act. 90 
S. 60): 

Mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:

- Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (BPS; ICD-10 F60.31).

Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:

1. Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41);

2. Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen im Sinne von 

psychischen und Verhaltensstörungen durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig 

abstinent (ICD-10 F10.20);

3. Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen im Sinne von 

psychischen und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide, schädlicher Gebrauch, 

gegenwärtig abstinent (ICD-10 F12.10);

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4. Psychische und Verhaltensstörungen im Sinne von psychischen und Verhaltensstörungen 

durch Tabak, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F17.20);

5. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F33.4), DD: organisch 

bedingte affektive Störung, induziert durch den Konsum von psychotropen Substanzen 

(Alkohol, Cannabinoide), gegenwärtig remittiert (ICD-10 F06.32). 

Doktor G.________ setzte sich eingehend mit früheren, auch anderslautenden 
Beurteilungen auseinander und legte seine differenzialdiagnostischen Überlegungen 
ausführlich dar (vgl. S. 61 ff.). Er führte dabei insbesondere aus, die von der Versicherten 
beschriebenen Verhaltensauffälligkeiten seien überwiegend wahrscheinlich auf die 
emotional instabile Persönlichkeitsstörung zurückzuführen. Die differenzialdiagnostische 
Abgrenzung zwischen einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung und ADHS im 
Erwachsenenalter sei insbesondere im Falle der Versicherten schwierig (S. 70). Die 
Abgrenzung sei aber vor allem von akademischem – allfällig von therapeutischem – 
Interesse und habe aus versicherungsmedizinischer Sicht keine Auswirkung auf die 
Beurteilung des Einflusses der Störung auf die Arbeitsfähigkeit. Bei der Versicherten stehe 
im Zentrum der Symptomatik der BPS eine gestörte Affektregulation. Dies äussere sich in 
einer niedrigen Reizschwelle für die Auslösung emotionaler Reaktionen, einem hohen 
Erregungsgrad und einer verlängerten Dauer bis zum Abklingen der Gefühlsreaktion. Die 
erlebten Stimmungen und Gefühle könnten aber auch abrupt wechseln oder 
nebeneinander als überwältigendes "Gefühlschaos" auftreten. Menschen mit einer BPS 
hätten überdies grosse Schwierigkeiten, verschiedenen Gefühlsqualitäten differenziert 
wahrzunehmen und erlebten stattdessen (insbesondere anstelle negativer Emotionen) 
quälende, langanhaltende Spannungszustände. Diese gingen häufig mit dissoziativen 
Phänomenen, einer Analgesie oder anderen Körperwahrnehmungen einher (S. 71). Unter 
Berücksichtigung der typischen Merkmale einer BPS, der aktuellen Exploration und den 
Informationen aus der Versicherungsakte sei von einer leicht ausgeprägten 
Persönlichkeitsstörung auszugehen. Die Beschwerdeführerin erfülle die Kriterien vor allem 
durch ihre gestörte berufliche Reintegration aufgrund interaktioneller Konflikte. Bis auf die 
Probleme auf der Beziehungsebene und die Abhängigkeit von psychotropen Substanzen 
seien der Versicherungsakte keine weiteren Auffälligkeiten zu entnehmen (S. 72). 

Der unterschiedliche Konsum nicht ärztlich verordneter psychotroper Substanzen (Alkohol, 
Cannabinoide, früher Tabak) sei im Falle der Versicherten vor allem als Ausdruck der 
emotional instabilen Persönlichkeitsstruktur einzuordnen ("sekundär" im versicherungs-
medizinischen Verständnis). Sie sei gemäss ihren Angaben im Rahmen der Untersuchung 

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bezüglich des Konsums von Tabak, Alkohol und Cannabinoiden durchaus zu einer 
selbständig strukturierten und kontrollierten Modifikation ihres Konsums tatsächlich in der 
Lage. Dies könne als Ausdruck angemessener innerseelischer Ressourcen gewertet 
werden (S. 73). 

Zudem imponiere bei der Versicherten ein subjektives Schmerzsyndrom. Inkonsistent und 
diskrepant dazu falle auf, dass sie sich bezüglich der beklagten Schmerzen, insbesondere 
bei den geltend gemachten Einschränkungen als auch der beklagten Intensität (VAS 7–
10/10, vgl. hierzu auch die Ausführungen auf S. 65 f. des Gutachtens), in keiner 
fachärztlichen Behandlung befinde (S. 73). Aufgrund der von der Versicherten 
angegebenen körperlichen Schmerzen, der beklagten Intensität und der nicht 
ausreichenden Erklärbarkeit durch ein somatisches Korrelat sei gemäss den ICD-10-
Kriterien eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren zu 
diagnostizieren (ICD-10 F45.41; S. 73). Die differentialdiagnostische erwogene Diagnose 
einer anhaltenden Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) könne nicht gestellt werden; es fehle 
insbesondre das geforderte Charakteristikum im Sinne einer wiederholten Darbietung 
körperlicher Symptome in Verbindung mit hartnäckigen Forderungen nach medizinischen 
Untersuchungen trotz wiederholter negativer Ergebnisse und Versicherung der Ärzte, dass 
die Symptome nicht körperlich begründbar seien (S. 74). Bei der Versicherten würden sich 
Hinweise auf nicht in vorhandenem Umfang geklagte Beschwerden im Sinne zumindest 
einer Symptomausweitung ergeben. Die beklagte Intensität und das Ausmass der 
Beschwerden seien mit dem alltäglichen Aktivitätsniveau (siehe Tagesprofil) nicht 
vereinbar. Die gutachterliche Konsistenzprüfung ergebe bezüglich der vorgetragenen 
Schmerzen daher Diskrepanzen und Inkonsistenzen. Eine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit aufgrund der Schmerzen könne auf psychiatrischem Fachgebiet nicht 
attestiert werden (S. 75). Zusammenfassend stehe die Präsentation einer erheblichen 
Behinderung ("Ich kann überhaupt nicht arbeiten") nicht im Einklang mit der 
Verhaltensbeobachtung und dem klinischen Befund, sei klinisch untypisch und daher nicht 
plausibel (S. 78). 

Aufgrund einer reduzierten Flexibilität und Umstellungsfähigkeit habe die Versicherte 
Schwierigkeiten, sich neuen Situationen erwartungsgemäss anzupassen. Sie sei reduziert 
flexibel, d.h. ihre Fähigkeit, sich in Bezug auf wechselnde Anforderungen der Umwelt 
angemessen zu verhalten, sei mittelgradig eingeschränkt. Aufgrund der reduzierten 
Fähigkeit zur Anwendung fachlicher Kompetenzen schaffe es die Versicherte 
störungsbedingt nicht, eine ihren beruflichen Anforderungen entsprechende fachliche 

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Urteil S 2020 100

Kompetenz zu realisieren. Aufgrund der reduzierten Durchhaltefähigkeit könne die 
Versicherte keine volle Leistungsfähigkeit über die ganze Arbeitszeit hinweg zum Einsatz 
bringen. Ihr Durchhaltevermögen sei mittelgradig beeinträchtigt. An positiven Ressourcen 
seien die gute kognitive Leistungsfähigkeit der Versicherten, die sportliche 
Aktivität/Freizeitaktivitäten und eine gute Therapiebeziehung hervorzuheben. An negativen 
Ressourcen bestehe gegenwärtig eine fehlende persönliche und berufliche Zielklärung, 
Handlungstendenzen im beruflichen Kontext könnten nicht erkannt werden und es bestehe 
ein reduziertes Stresserleben. Die Versicherte habe offensichtlich keine Ziele, Visionen 
oder Ideen, keinen Partner oder Familienangehörige. Darüber hinaus bestehe keine 
ökonomische Stabilität mit hohen Schulden und Arbeitslosigkeit (S. 80). 

Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Telefonistin (mit hohem Kundenkontakt, Flexibilität, 
Multitasking und Belastbarkeit in Stresssituationen) sei seit Krankheitsbeginn (bzw. seit 
Aufgabe der letzten Tätigkeit 2014) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. 
Spätestens seit der aktuellen Abklärung beim Referenten bestehe für klar strukturierte 
Aufgaben, ohne Tätigkeiten, die ein hohes Mass an Flexibilität erforderten, ohne zu hohen 
Kundenkontakt, mit der Möglichkeit, sich zurückzuziehen, ohne Übernahme von Leitung 
und Verantwortung, eine mögliche Präsenz von täglich 6 Stunden an fünf Tagen die 
Woche bzw. eine Arbeitsfähigkeit von 80 % (S. 81 f.). Die 20%ige Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit, bezogen auf ein Arbeitspensum von 100 %, werde mit dem häufigen 
Bedarf an Pausen begründet (S. 83). Die beschriebenen Schwierigkeiten im beruflichen 
Kontext seien auf die Persönlichkeitsstörung der Versicherten zurückzuführen, weswegen 
die Versicherte auf einen angepassten Arbeitsplatz angewiesen sei. In einer angepassten 
Tätigkeit, d.h. bei einem konfliktarmen Arbeitgeber und mit der Möglichkeit, sich 
zurückzuziehen, seien negative Interaktionen sicherlich nicht zu erwarten (S. 85). Im 
Rahmen der Abklärung bei der C.________ hätten keine negativen Interaktionen mit 
anderen Mitarbeitern oder Vorgesetzten beobachtet werden können, die Versicherte habe 
konzentriert gewirkt, Aufmerksamkeitsstörungen seien nicht beobachtet und über 
Sorgfaltsfehler sei nicht berichtet worden. Das Ausmass der vorgetragenen Schmerzen 
könne auf psychiatrischem Gebiet nicht objektiviert werden. Inwieweit eine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit auf orthopädisch/rheumatologischem Fachgebiet bestehe, müsse 
durch einen entsprechenden Facharzt beurteilt werden. Ein geschützter Arbeitsplatz sei 
nicht erforderlich. Aus der Versicherungsakte würden sich keine Hinweise darauf ergeben, 
dass die durch die Versicherte gezeigten Reaktions- und Verhaltensmuster sozial 
unverträglich wären (S. 89). Eine Dekompensation aufgrund der Aufnahme einer 
angepassten Tätigkeit könne auf psychiatrischem Fachgebiet nicht begründet werden. Aus 

13

Urteil S 2020 100

fachärztlicher Sicht sei es der Versicherten möglich und auch zuzumuten, in der Zukunft 
auf den regelmässigen Konsum von psychotropen Substanzen zu verzichten (S. 90 f.). 

Berufliche Massnahmen im Sinne einer Unterstützung bei der beruflichen 
Wiedereingliederung in einer optimal angepassten Tätigkeit seien aus fachärztlicher Sicht 
sicherlich indiziert. Aufgrund des durchgeführten Belastbarkeitstrainings und vor dem 
Hintergrund der Selbsteinschätzung der Arbeitsfähigkeit (100%ige Arbeitsunfähigkeit für 
alle Tätigkeiten) müsse die Motivation der Versicherten zu solchen Massnahmen als 
gering beurteilt werden (S. 91). 

4.6 Der rheumatologische Gutachter Dr. med. H.________, FMH Rheumatologie 
sowie FMH Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 16. Dezember 2019 (IV-act. 108), in 
Zusammenschau der angegebenen Beschwerden, der Aktenlage sowie der klinischen, 
Labor- und bildgebenden Befunde, bestehe ein chronisches thorakovertebrales Schmerz-
syndrom auf dem Boden leichtgradiger degenerativer Veränderungen im mittleren/unteren 
Brustwirbelsäulenbereich mit leichtgradig eingeschränkter Brustwirbelsäulenbeweglichkeit 
insbesondere hinsichtlich Extension ohne Hinweise für eine entzündlich-rheumatische 
Wirbelsäulenerkrankung, ohne Anhalt für ein Tumorleiden und ohne Hinweise für eine 
metabolische Knochenkrankheit. Das Ausmass der von der Versicherten geschilderten 
Beschwerden und Funktionseinschränkungen lasse sich durch die insgesamt als 
leichtgradig einzustufenden Befunde an der Brustwirbelsäule nicht hinreichend erklären. 
Abgestützt auf die Befundebene würden sich Einschränkungen hinsichtlich körperlicher 
Schwerarbeiten sowie für Tätigkeiten in ausgesprochen rückenbelastenden 
Arbeitspositionen ergeben (S. 49 f.). Es sei darauf hinzuweisen, dass die Versicherte über 
Jahre fähig gewesen sei, ihrer beruflichen Tätigkeit vollumfänglich nachzukommen, zumal 
die 2016 festgestellten degenerativen Veränderungen der Brustwirbelsäule mit an 
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon vorbestanden haben dürften (S. 53). 
Allein aus rheumatologischer Sicht bestehe weder in zeitlicher noch in leistungsmässiger 
Hinsicht eine organisch begründbare Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der 
angestammten Tätigkeit (Telefonistin/Rezeptionistin/Büroangestellte; S. 54). Bezüglich der 
Resultate des Belastbarkeitstrainings bei der C.________ vom 17. Oktober 2017 bis 
16. Februar 2018 liessen sich die erwähnten Rückenschmerzen bei den durchgeführten 
körperlich leichten bis höchstens gelegentlich mittelschweren Arbeiten aus 
rheumatologischer Sicht nicht erklären (S. 55). 

14

Urteil S 2020 100

4.7 Im bidisziplinären Konsens vom 27. Dezember 2019 (Datum Schlussbesprechung; 
IV-act. 110) hielten Dr. H.________ und Dr. G.________ als einzige Diagnose mit 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom 
Borderline-Typ fest (S. 4). Die Gutachter diskutierten die funktionellen Auswirkungen der 
Befunde und Diagnosen, die relevanten Persönlichkeitsaspekte, Belastungsfaktoren und 
Ressourcen und führten eine Konsistenzprüfung durch (S. 5 ff.). Sie hielten dabei an ihren 
gutachterlichen Einschätzungen fest (S. 7 f.).

4.8 RAD-Arzt Dr. med. I.________, Facharzt Allgemeine Innere Medizin sowie 
Arbeitsmedizin, stufte die Schlussfolgerungen der Gutachter in seiner Stellungnahme vom 
13. Februar 2020 als einleuchtend und begründet ein. Die vom Bundesgericht 
aufgestellten Standardindikatoren für die Begutachtung seien inhaltlich und formal 
berücksichtigt worden. Basierend auf den Befunden des vorliegenden bidisziplinären 
Gutachtens handle es sich um eine Borderline-Persönlichkeitsstörung eher leichteren 
Ausmasses und um ein thorakovertebrales Schmerzsyndrom bei bildgebend 
leichtgradigen degenerativen Veränderungen der Brustwirbelsäule mit allenfalls 
leichtgradigen funktionellen Einschränkungen, wodurch das Heben, Tragen und Bewegen 
schwerer Lasten sowie Arbeiten in Zwangshaltungen des Achsenskeletts (Bücken, 
Kauern, Rotation) nicht leidensangepasst seien (IV-act. 113).

4.9 Auf die Rückfrage der IV-Stelle zum Arbeitsfähigkeitsverlauf in einer adaptierten 
Tätigkeit unter Berücksichtigung des Abhängigkeitssyndroms (vgl. IV-act. 116) führte 
Gutachter Dr. G.________ am 31. März 2020 (IV-act. 120) aus, zusammenfassend sei im 
psychiatrischen Gutachten unter Punkt 8.2 "Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit" 
festgehalten worden, dass die festgestellte 80%ige Arbeitsfähigkeit spätestens seit der 
aktuellen Abklärung gelte. Eine retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit könne 
anhand der vorliegenden und lückenhaften Aktenlage nur mit dem Grad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit eingeschätzt werden. Die Attestierung einer 100%igen 
Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt sei nur für den 
Zeitpunkt der stationären Aufenthalte gerechtfertigt. Unter Berücksichtigung der 
Diagnosen im Schlussbericht vom 23. Oktober 2017 über die stationäre Behandlung vom 
30. Mai bis 27. September 2017, wo keine depressive Symptomatik mehr beschrieben 
worden sei, sei mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, 
dass die Versicherte spätestens ab Beendigung der beruflichen Massnahmen 
(Schlussbericht C.________ vom 1. März 2018), d.h. ab 16. Februar 2018 in einer optimal 
angepassten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig gewesen sei (S. 4 f.). 

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Urteil S 2020 100

4.10 Gemäss Protokoll vom 28. April 2020 teilte die Versicherte anlässlich des 
Standortgesprächs vom 22. April 2020 mit, dass sie zurzeit freiwillige Arbeit leiste. Sie 
unterrichte eine kolumbianische Frau in Deutschkonversation einmal wöchentlich à 
2 1/2 Stunden. Ausserdem besuche sie fast täglich das J.________ Tageszentrum. 
Angesprochen auf eine mögliche Tätigkeit, die sich die Versicherte vorstellen könne, gab 
sie an, orientierungslos zu sein. Sie habe keine Ahnung und auch keine Ideen. Sie sei 
sehr sprachbegabt und könne sich vorstellen, Deutsch zu unterrichten. Leider verfüge sie 
nicht über die entsprechenden Diplome und auch in Sachen Grammatik sei sie nicht 
"sattelfest". Auf Nachfrage, ob sie sich subjektiv als arbeitsfähig einstufe, erklärte die 
Versicherte, dass diese Frage sehr schwer zu beantworten sei. Es komme darauf an, für 
welche Tätigkeit. Sie fühle sich schnell überfordert und unter Druck gesetzt. Wegen ihrer 
Rückenproblematik sei eine sitzende Tätigkeit zu bevorzugen. Bei der freiwilligen Arbeit 
erhalte sie keine Vorgaben und keinen Druck, dann könne sie ihre Leistung erbringen. Sie 
könne sich auch vorstellen, eine Weiterbildung zu absolvieren. Es müsse nicht unbedingt 
ein Diplom sein. Auf Nachfrage, ob sie sich denn überhaupt eine Weiterbildung zutraue, 
gab die Beschwerdeführerin an, dass sie diese Frage nicht beantworten könne. Sie habe 
keinen Plan, was sie überhaupt machen könne und ob sie einer Ausbildung gewachsen 
sei. Sie wünsche sich diesbezüglich Unterstützung seitens der IV. Auf Nachfrage nach 
ihrem Suchtverhalten erklärte die Versicherte, dass Drogen für sie kein Thema mehr seien 
und sie den Alkoholkonsum im Griff habe. Die Fachperson Eingliederung hielt daraufhin 
fest, die Arbeitsfähigkeit solle mittels Belastbarkeitstraining aufgebaut werden, damit sie 
sich langsam wieder an den Arbeitsprozess gewöhnen könne (IV-act. 123).

4.11 Nach Verfügungserlass (Verfügung vom 25. Juni 2020) wurde die 
Beschwerdeführerin für eine sechsmonatige berufliche Abklärung in der Stiftung 
K.________ (Abteilung Konfektion/Hygiene; 12. Oktober 2020 bis 11. April 2021) 
aufgeboten (IV-act. A3, A6). Ursprünglich war ein Startpensum von 50 % vorgesehen, 
welches auf Wunsch der Versicherten vor Abklärungsbeginn auf 20 % reduziert wurde 
(vgl. IV-act. A4). Mit E-Mail vom 16. Oktober 2020 teilte die Versicherte mit, sie habe am 
ersten Tag des Belastbarkeitstrainings (12. Oktober 2020, 13:00–15:00 Uhr) zuerst 10 
Minuten (stehend) gewartet. Dann sei sie für 10 Minuten (sitzend) zu L.________ ins Büro. 
Es sei ein Rundgang durchs Haus von 15 Minuten (laufend) erfolgt. Danach habe sie für 1 
Stunde und 10 Minuten (sitzend) kleine Teilchen für "M.________" einpacken müssen. 
Von 14:45–15:00 Uhr habe sie Pause machen und danach nachhause gehen dürfen. 
Diese insgesamt 2 Stunden hätten ihre sonst täglichen Rückenschmerzen so akut 

16

Urteil S 2020 100

verstärkt, dass sie zuhause die maximale Dosis an Schmerzmitteln (Novalgin 4000 mg) 
habe einnehmen müssen. Am 13. Oktober 2020 habe sie wegen eines Arzttermins nicht 
zur Arbeit kommen und somit ihre täglichen Rückenschmerzen ertragen müssen. Am 
Mittwoch, 14. Oktober 2020, habe sie frei gehabt (übliche Rückenschmerzen). Am 
Donnerstag, 15. Oktober 2020, habe sie bei der Stiftung K.________ von 13:00–15:00 Uhr 
Zimtstangen wiegen und in Tütchen einpacken müssen (sitzend). Schon nach einer 
halben Stunde seien die akuten Schmerzen wieder aufgetaucht. Sie hätte sich 
zusammengerissen, aber es sei immer schlimmer geworden und nur noch eine Qual 
gewesen. Sie habe es versuchen wollen und hätte es versucht, ihr sei aber somit klar 
geworden, dass sie und ihr Rücken es nicht aushielten. Somit breche sie das 
Belastbarkeitstraining ab (IV-act. A7). 

4.12 Daraufhin fand am 29. Oktober 2020 ein Folgegespräch mit der 
Eingliederungsberaterin statt. Die Versicherte gab dabei bezüglich des Abbruchs der 
Eingliederungsmassnahme zu Protokoll, dass sie es eigentlich nicht verstehe. Die 
Arbeiten seien sitzend und rückenschonend ausgeführt worden. Die Rückenschmerzen 
würden sich aktuell wieder im üblichen Rahmen bewegen. Ihr Fitnessabo sei abgelaufen, 
was sie sehr bedaure, sie habe früher regelmässig Sport betrieben. Sie würde gerne Yoga 
oder Pilates ausüben, das Sozialamt übernehme die Kosten aber nicht. Sie sei weiterhin 
drei- bis viermal pro Woche für jeweils 1 ½ bis 2 Stunden im Tageszentrum J.________. 
Es gebe den Treff, wo Gespräche geführt würden (sitzend) oder Lotto gespielt werde. Man 
könne auch malen, töpfern, kochen und anderen Tätigkeiten nachgehen. Manchmal 
würden auch Ausflüge organisiert (aktuell wegen der Corona-Krise nicht) oder man könne 
eine Ausstellung besuchen. Diese Ausflüge seien von unterschiedlicher Dauer (z.B. 
Besuch einer Kürbisausstellung oder auch Tagesausflüge bis zu 7 Stunden; IV-act. A10 
S. 5 f.). 

5.
5.1 In Würdigung der Aktenlage ist den Einschätzungen der Gutachter 
Dr. H.________ und Dr. G.________ (vorne E. 4.5, 4.6, 4.7 und 4.9) im Licht der 
dargelegten Rechtsprechung (vgl. E. 3.5 f.) voller Beweiswert zuzuerkennen. Die 
Expertisen sind für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend, berücksichtigen 
die geklagten Beschwerden, ergingen gestützt auf persönliche Untersuchungen und 
wurden in Kenntnis der Vorakten abgegeben. Die Gutachter stellen insbesondere 
begründet und schlüssig dar, wie sie zu ihrer Diagnosestellung kommen und wie sich die 
daraus ergebenden Einschränkungen funktionell auswirken. Dabei setzten sie sich 

17

Urteil S 2020 100

differenziert mit den vorbestehenden Berichten, namentlich auch mit den Ergebnissen aus 
dem Schlussbericht der C.________ vom 1. März 2018, auseinander. Die psychiatrische 
Beurteilung erfolgte zudem unter Beachtung der massgebenden Standardindikatoren. 
Kommt der psychiatrische Experte seiner Aufgabe – wie vorliegend – unter 
Berücksichtigung der durch BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen überzeugend nach, 
hat die medizinisch-psychiatrische Folgenabschätzung auch aus der juristischen Sicht des 
Rechtsanwenders Bestand (Verbot unzulässiger juristischer Parallelprüfung; BGE 145 V 
361 E. 4.3). Die vorgenommene Konsistenzprüfung überzeugt dabei insbesondere 
hinsichtlich der organisch nicht im beklagten Ausmass erklärbaren Rückenschmerzen 
(VAS 7–10/10) angesichts des übrigen Aktivitätsniveaus (vgl. hierzu etwa E. 4.10 und 
4.12) sowie der unbestrittenermassen (seit 2016) gänzlich fehlenden fachärztlichen 
Abklärung oder Behandlung des Rückenleidens (vgl. IV-act. 108 S. 50).

Die Beschwerdeführerin vermag demgegenüber keine konkreten Indizien vorzubringen 
(vgl. act. 1 Ziff. 15 ff.), die gegen die Zuverlässigkeit der gutachterlichen Einschätzungen 
sprechen würden. So legte der psychiatrische Gutachter insbesondere schlüssig dar, 
inwieweit sich die reduzierte Durchhaltefähigkeit konkret auf die Leistungsfähigkeit 
auswirkt. Er berücksichtigte diesbezüglich einen erhöhten Pausenbedarf, was sich 
entsprechend in der Arbeitsfähigkeitseinschätzung niederschlug. Den Schwierigkeiten im 
beruflichen Kontext aufgrund der Persönlichkeitsstörung wurden mit dem angepassten 
Arbeitsplatzprofil Rechnung getragen (vgl. vorne E. 4.5). Schliesslich beurteilte auch der 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin das Gutachten von Dr. G.________ vom 13. Mai 
2019 im Verwaltungsverfahren noch als "sehr ausführlich ausgefallen" und "im 
Wesentlichen nachvollziehbar", wenn er auch die 80%ige Arbeitsfähigkeit für zu 
optimistisch hielt (Stellungnahme zum Gutachten vom 18. Juni 2019, IV-act. 93). Dabei 
wies der Rechtsvertreter allerdings zu Recht darauf hin, dass der Gutachter die 80%ige 
Arbeitsfähigkeit mit einem täglichen Pensum von 6 Stunden gleichsetzte (IV-act. 93 S. 3; 
vorne E. 4.5). Bezogen auf eine 40-Stunden-Woche (Referenzwert, worauf etwa auch das 
Bundesamt für Statistik [BFS] bei der Erhebung der Tabellenlöhne der Schweizerischen 
Lohnstrukturerhebung [LSE] abstellt) entspricht die Anwesenheit von 6 Stunden an fünf 
Tagen einem Arbeitspensum von 75 %. Zu Gunsten der Versicherten ist auf diese 75%ige 
Arbeitsfähigkeit abzustellen, die Beweistauglichkeit der gutachterlichen Einschätzung 
beschlägt dies allerdings nicht. 

5.2 Gestützt darauf ergibt sich hinsichtlich der Erwerbsfähigkeit folgendes Bild:

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2022&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=145+V+361&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-V-281%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page281

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Urteil S 2020 100

5.2.1 Die angestammte Tätigkeit ist der Versicherten unbestrittenermassen nicht mehr 
zumutbar. 

5.2.2 Das Leistungsprofil einer angepassten Arbeitstätigkeit erschöpft sich aus 
psychiatrischer Sicht in klar strukturierten Aufgaben, ohne Tätigkeiten, die ein hohes Mass 
an Flexibilität erfordern, ohne zu hohen Kundenkontakt, mit der Möglichkeit, sich 
zurückzuziehen, ohne Übernahme von Leitung und Verantwortung (vgl. E. 4.5). Aus 
rheumatologischer Sicht ergeben sich Einschränkungen hinsichtlich körperlicher 
Schwerarbeiten sowie für Tätigkeiten in ausgesprochen rückenbelastenden 
Arbeitspositionen. Eine leidensangepasste Tätigkeit sollte (der letzten Beschäftigung 
entsprechend) kein Heben, Tragen und Bewegen schwerer Lasten sowie Arbeiten in 
Zwangshaltungen des Achsenskeletts (Bücken, Kauern, Rotation) beinhalten (vgl. E. 4.6; 
sowie in Konkretisierung der Ausführungen des rheumatologischen Gutachters die 
Beurteilung des RAD vom 13. Februar 2020, E. 4.8). 

Unter Berücksichtigung der Ergänzungen von Dr. G.________ vom 31. März 2020 (E. 4.9) 
ist für eine Verweistätigkeit von folgendem Arbeitsfähigkeitsverlauf auszugehen:

5.2.2.1 Für die Zeit des stationären Aufenthalts vom 23. Mai bis 19. Oktober 2016 (E. 4.1) 
ist eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. 

5.2.2.2 Betreffend die Zeitspanne vom 20. Oktober 2016 bis 29. Mai 2017 macht 
Dr. G.________ keine Angaben, abgesehen von der im Umkehrschluss für diese Zeit nicht 
gerechtfertigten 100%igen Arbeitsunfähigkeit. Die IV-Stelle hatte hierzu gestützt auf die 
übrige Aktenlage festgehalten, der Gesundheitszustand habe sich nach dem ersten 
stationären Aufenthalt laufend verbessert. Einerseits habe das Suchtverhalten 
therapeutisch positiv beeinflusst werden können. So sei nach dem ersten Klinikaufenthalt 
bezüglich des Alkoholsyndroms eine Abstinenz seit 23. Mai 2016 zu verzeichnen. 
Andererseits habe sich die rezidivierende depressive Störung (mittelgradige Episode), 
welche gemäss Bericht der D.________-Klinik am 27. Oktober 2016 noch vorgelegen 
habe, verbessert. Im Bericht der D.________-Klinik vom 23. Oktober 2017 werde lediglich 
von einer anfänglichen noch leichten depressiven Symptomatik gesprochen. Angesichts 
dieser Umstände rechtfertige es sich, in der Zeit vom 20. Oktober 2016 bis 29. Mai 2017 
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit anzunehmen (IV-act. 126 
S. 2). Dem kann mit Blick auf die Aktenlage gefolgt werden, zumal die Beschwerdeführerin 
hiergegen nichts vorbringt und in ihrer Replik vom 7. Oktober 2021 betreffend den 

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Urteil S 2020 100

Zeitraum "2016/2017" selbst von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % auszugehen scheint 
(act. 8 S. 5). 

5.2.2.3 Vom 30. Mai 2017 bis 27. September 2017 ist aufgrund des erneuten stationären 
Klinikaufenthaltes (E. 4.2) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit festzuhalten. 

5.2.2.4 Zur Zeitspanne vom 28. September 2017 bis 15. Februar 2018 lässt sich der 
Beurteilung von Dr. G.________ abermals keine konkrete Arbeitsfähigkeitsangabe 
entnehmen. Die IV-Stelle ging mit Verweis auf den Bericht von Dipl. Psych. E.________ 
vom 23. Oktober 2017, in welchem keine depressive Symptomatik mehr beschrieben 
worden sei, von einem nur geringfügig kleineren als ab dem 16. Februar 2018 attestierten 
Arbeitsfähigkeitsgrad von 80 % aus und berechnete den Invaliditätsgrad mit einer um 
10 % reduzierten 70%igen Leistungsfähigkeit (IV-act. 126 S. 2 f.). Auch gegen dieses 
Vorgehen brachte die Beschwerdeführerin keine Einwendungen vor (vgl. auch 
diesbezüglich act. 8 S. 5). Nach dem in vorstehender E. 5.1 Dargelegten, wonach statt von 
einer 80%igen von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist, rechtfertigt es sich – da 
die IV-Stelle die gutachterliche Arbeitsfähigkeitseinschätzung von 80 % explizit als 
Bezugsgrösse herangezogen hatte – entsprechend von einer zumutbaren Arbeitsfähigkeit 
von 65 % auszugehen (Reduktion von 10 %). 

5.2.2.5 Ab 16. Februar 2018 ist eine Arbeitsfähigkeit von 75 % erstellt (E. 4.5, 5.1). 

6. Zu prüfen bleibt, wie sich der festgestellte Gesundheitsschaden in erwerblicher 
Hinsicht auswirkt (vgl. E. 3.4). 

6.1 Unbestrittenermassen wäre die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall 
überwiegend wahrscheinlich nicht mehr bei ihrem letzten Arbeitgeber tätig. 
Dementsprechend ist rechtsprechungsgemäss bei der Ermittlung des Valideneinkommens 
auf die vom BFS herausgegebenen LSE abzustellen, wobei die für die Entlöhnung im 
Einzelfall relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 
139 V 28 E. 3.3 mit Hinweisen; BGer 9C_239/2019 vom 5. September 2019 E. 2.2.1). 

Die kinderlose Versicherte ist schweizerdeutscher sowie italienischer Muttersprache, 
besitzt sehr gute Französisch- und gute Englisch-Kenntnisse. Sie absolvierte eine 
Ausbildung als Hotelfachassistentin im Tessin und hatte in der Folge (1985–2005) diverse 
Anstellungen in der Hotellerie inne. Ab 2005 war sie bei unterschiedlichen Firmen in der 

20

Urteil S 2020 100

Deutsch- und Westschweiz als "Mitarbeiterin Alarmzentrale", Telefonistin, Rezeptionistin 
und Büroangestellte mit hohem Kundenkontakt in deutscher, französischer, italienischer 
und englischer Sprache erwerbstätig (vgl. den Lebenslauf, IV-act. 108 S. 74 f.). Vor 
diesem Hintergrund erweist sich der von der IV-Stelle herangezogene Tabellenlohn des 
Totals Sektor 3 Dienstleistungen von Fr. 4'776.– (LSE 2016, TA1_tirage_skill_level, Total 
Sektor 3 Dienstleistungen, Kompetenzniveau 2, Frauen) als nicht sachgerecht bzw. 
hinsichtlich der konkreten persönlichen und beruflichen Faktoren als zu wenig differenziert. 
Die Beschwerdegegnerin setzt sich denn auch in ihrer Vernehmlassung nicht mit den 
diesbezüglichen Vorbringen der Beschwerdeführerin – welche den Tabellenlohn von 
Fr. 6'578.– (LSE 2016, TA1_tirage_skill_level, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, 
Kompetenzniveau 2, Frauen) angewendet haben will (act. 1 Ziff. 30) – auseinander und 
führt keine Begründung für ihre Wahl des Tabellenlohns an (act. 6 S. 5 "Zu Ziff. 25 bis 
31"). Allerdings überzeugt angesichts der bisherigen Aufgabenbereiche der Versicherten 
(vgl. auch hierzu die Angaben im Lebenslauf, IV-act. 108 S. 74 f.) die Einordnung unter 
den Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen ebenfalls nicht. In 
Berücksichtigung des vorstehend zur Erwerbsbiographie Ausgeführten entspricht die 
Kategorie "Bürokräfte mit Kundenkontakt" (LSE 2016, monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] 
nach Berufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht, privater und öffentlicher Sektor, T 17, 
>=50 Jahre, Frauen, Ziff. 42) mit einem Tabellenlohn von monatlich Fr. 5'979.– für eine 
40-Stunden-Woche am ehesten der bisherigen Tätigkeit der Versicherten 
(Telefonistin/Rezeptionistin/
Büroangestellte mit hohem Kundenkontakt in verschiedenen Sprachen, Flexibilität, 
Multitasking und Belastbarkeit in Stresssituationen), weshalb darauf abzustellen ist. 
Betreffend das Jahr 2018 (zum Zeitpunkt des Einkommensvergleichs vgl. nachfolgende E. 
6.3) sind die entsprechenden Angaben der LSE 2018 (veröffentlicht am 21. April 2020) 
von monatlich Fr. 5'958.– heranzuziehen (anzuwenden sind die im Verfügungszeitpunkt 
bezogen auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns aktuellsten veröffentlichen Daten; BGer 
8C_202/2021 vom 17. Dezember 2021 E. 6.2.2). 

Daraus ergibt sich – aufgerechnet auf ein Jahr sowie unter Berücksichtigung der 
durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit – ein Valideneinkommen für das Jahr 2017 
von Fr. 75'019.68 (Nominallohnindex [T1.2.15 Frauen], Sektor 3 Dienstleistungen, 2016: 
100,9 und 2017: 101,2; Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit des BFS, Sektor 3, 2017: 
41,7) bzw. von Fr. 74'534.58 für das Jahr 2018 (Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit 
des BFS, Sektor 3, 2018: 41,7). Dieses Valideneinkommen erscheint sodann auch im 
Vergleich mit den in der Vergangenheit tatsächlich erzielten Löhnen (jeweils aufgerechnet 

21

Urteil S 2020 100

auf eine ganzjährige Anstellung) als gerechtfertigt (vgl. hierzu den IK-Auszug, IV-act. 72 
S. 39 ff.; sowie die Aufstellung der Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift, wonach 
für die Jahre 2007–2012 [aufgerechnete] Jahreslöhne von Fr. 61'564.– bis Fr. 75'110.– 
ausgewiesen sind, act. 1 Ziff. 27).

6.2 Demgegenüber ist am von der Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des 
Invalideneinkommens beigezogenen Tabellenlohn von Fr.  4'363.– (LSE 2016, 
monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und 
Geschlecht, TA1_tirage_skill_level, Total Privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Frauen) 
nichts einzuwenden (vgl. hierzu BGer 8C_458/2017 vom 6. August 2018 E. 6.2.3). 
Allerdings sind auch hier im nachfolgenden Einkommensvergleich betreffend das Jahr 
2018 die entsprechenden Angaben aus den LSE 2018 von monatlich Fr. 4'371.– 
anzuwenden. 

Soweit die Beschwerdeführerin aufgrund der Erkenntnisse aus dem Rechtsgutachten 
"Grundprobleme der Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung" von 
Gächter/Egli/Meier/Filippo vom 22. Januar 2021 eine Senkung des Invalidenkommens um 
mind. 20 % verlangt (act. 8), ist sie mit Blick auf BGer 8C_256/2021 vom 9. März 2022, 
worin das Bundesgericht (betreffend Fälle, welche – wie vorliegend – nach der bisherigen 
Rechtslage zu beurteilen sind) ausdrücklich an der Anwendbarkeit der LSE-Tabellen zur 
Bestimmung des Invaliditätsgrades festhält, nicht zu hören. Anderweitige Gründe für die 
Kürzung des Tabellenlohns bzw. für einen leidensbedingten Abzug bis maximal 25 % 
(vgl. BGE 126 V 75; BGer 8C_115/2021 vom 10. August 2021 E. 3.2.1) sind vorliegend 
weder substantiiert dargetan noch ersichtlich. Namentlich kann das Arbeitsplatzprofil der 
Versicherten nicht als derart eingeschränkt gelten (vgl. act. 1 Ziff. 32), als dass sich ein 
Leidensabzug rechtfertigen würde. So ist etwa eine psychisch bedingt verstärkte 
Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen rechtsprechungsgemäss in der 
Regel nicht als eigenständiger Abzugsgrund anerkannt (BGer 8C_393/2020 vom 
21. September 2020 E. 3.1; 9C_266/2017 vom 29. Mai 2018 E. 3.4.2). Gleiches gilt 
grundsätzlich auch für die Zumutbarkeit nur noch leichter und mittelschwerer Tätigkeiten 
(vgl. BGer 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 E. 4.3.2). Diesbezüglich sei angemerkt, 
dass der psychiatrische Gutachter das Verhalten der Beschwerdeführerin als sozial 
verträglich eingestuft (vgl. E. 4.5) und die Versicherte auch schon in ihrer angestammten 
Tätigkeit keine schweren Arbeiten ausgeführt hatte. Die Einschränkung in der 
Arbeitsfähigkeit ist sodann explizit mit dem erhöhten Pausenbedarf begründet, dieser ist 
somit bereits berücksichtigt (vgl. E. 4.5; BGer 8C_558/2013 vom 2. April 2014 E. 4.3).

22

Urteil S 2020 100

6.3 Im Rahmen einer rückwirkenden und/oder abgestuften Rente – wie sie hier zur 
Debatte steht – ist eine Verbesserung oder Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit im 
Sinne von Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) zu 
berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat 
(BGE 133 V 263 E. 6.1; 131 V 164 E. 2.2; BGer 8C_354/2019 vom 22. August 2019 
E. 2.3). Ein allfälliger Einkommensvergleich hat dabei zeitidentisch auf den Zeitpunkt des 
frühestmöglichen hypothetischen Renteneintritts (BGE 129 V 222 E. 4.1 und 4.2) bzw. auf 
die hypothetischen (rückwirkenden) Revisionszeitpunkte zu erfolgen (BGer 9C_425/2020 
vom 4. September 2020 E. 4.2). In Nachachtung dieser Grundsätze ergeben sich unter 
Berücksichtigung der vorstehend festgestellten Erwerbsunfähigkeiten und der 
Gegenüberstellung der einschlägigen Validen- und Invalideneinkommen folgende 
Rentenansprüche:

6.3.1 Ab 1. August 2016 (unbestrittener Ablauf der Wartezeit) bis 31. Januar 2017 
besteht infolge der vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit vom 23. Mai 2016 bis 19. Oktober 
2016 (vgl. E. 5.2.2.1) ein Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung. 

6.3.2 Aufgrund der vom 20. Oktober 2016 bis 29. Mai 2017 angenommenen 
Arbeitsfähigkeit von 50 % (vgl. E. 5.2.2.2) ist per 1. Februar 2017 ein 
Einkommensvergleich vorzunehmen. Aus dem vorliegend anwendbaren monatlichen 
Bruttolohn von Fr. 4'363.– gemäss den LSE 2016 (vgl. E. 6.2) aufgerechnet auf ein Jahr, 
indexiert auf das Jahr 2017 (Nominallohnindex [T1.2.15 Frauen], Total, 2016: 100,8 und 
2017: 101,2) und unter Berücksichtigung der durchschnittlich betriebsüblichen Arbeitszeit 
von 41,7 Stunden pro Woche (Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit des BFS, Total, 
2017) sowie des zumutbaren Arbeitspensums von 50 % ergibt sich ein 
Invalideneinkommen von Fr. 27'398.86. Die Gegenüberstellung des Valideneinkommens 
von Fr. 75'019.68 (vgl. E. 6.1) und des ermittelten Invalideneinkommen von Fr. 27'398.86 
ergibt einen Minderverdienst von Fr. 47'620.82 und damit einen Invaliditätsgrad von 
gerundet 63 %. Daraus resultiert ab 1. Februar 2017 bis 31. August 2017 ein Anspruch auf 
eine Dreiviertelsrente. 

6.3.3 Infolge der 100%igen Arbeitsunfähigkeit vom 30. Mai bis 27. September 2017 
(vgl. E. 5.2.2.3) besteht ab 1. September bis 31. Dezember 2017 wiederum ein Anspruch 
auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung. 

https://www.koordination.ch/fileadmin/files/bge/133/133V263.pdf
https://www.koordination.ch/fileadmin/files/bge/131/131_v_164.pdf

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Urteil S 2020 100

6.3.4 Per 1. Januar 2018 ist abermals ein Einkommensvergleich vorzunehmen 
(Arbeitsfähigkeit von 65 % vom 28. September 2017 bis 15. Februar 2018, vgl. E. 5.2.2.4). 
Aus dem anwendbaren monatlichen Bruttolohn von Fr. 4'371.– gemäss den LSE 2018 
(vgl. E. 6.2) aufgerechnet auf ein Jahr (keine Indexierung notwendig) und unter 
Berücksichtigung der durchschnittlich betriebsüblichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro 
Woche (Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit des BFS, Total, 2018) sowie des 
zumutbaren Arbeitspensums von 65 % ergibt sich ein Invalideneinkommen von 
Fr. 35'542.79. Die Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 74'534.58 (vgl. 
E. 6.1) und des ermittelten Invalideneinkommen von Fr. 35'524.79 ergibt einen 
Minderverdienst von Fr. 38'991.79 und damit einen Invaliditätsgrad von gerundet 52 %. 
Daraus folgt ab 1. Januar bis 31. Mai 2018 ein Anspruch auf eine halbe Rente. 

6.3.5 Schliesslich ist aufgrund der ab 16. Februar 2018 gesteigerten Arbeitsfähigkeit 
(vgl. E. 5.2.2.5) per 1. Juni 2018 wiederum ein Einkommensvergleich vorzunehmen. Dabei 
sind die gleichen Parameter wie in vorstehender E. 6.3.4 heranzuziehen, jedoch unter 
Berücksichtigung des zumutbaren Arbeitspensums von 75 %, was zu einem 
Invalideneinkommen von Fr. 41'010.91 führt. Die Gegenüberstellung des 
Valideneinkommens von Fr. 74'534.58 (vgl. E. 6.1) und des Invalideneinkommen von Fr. 
41'010.91 ergibt einen Minderverdienst von Fr. 33'523.67 und damit einen Invaliditätsgrad 
von gerundet 45 %. Daraus folgt ab 1. Juni 2018 ein Anspruch auf eine Viertelsrente. 

7. Abschliessend ist hinsichtlich des Anspruchs auf Umschulung mit der 
Beschwerdeführerin festzuhalten (act. 1 Ziff. 10 ff.), dass die Begründung der IV-Stelle in 
der Verfügung vom 25. Juni 2020, wonach im Hinblick auf die erzielten Einkommen 
gemäss IK-Auszug eine Umschulung nicht notwendig sei, bei einem gleichzeitig 
festgestellten Invaliditätsgrad von 36 % ab 1. Dezember 2017 bzw. 27 % ab 1. Mai 2018 
(IV-act. 126 S. 3), nicht nachvollzogen werden kann (vgl. hierzu E. 3.3). Aus der E-Mail der 
Versicherten vom 16. Oktober 2020 ergibt sich allerdings in aller Deutlichkeit, dass sich 
diese subjektiv zu beruflichen Massnahmen nicht in der Lage fühlt (vgl. E. 4.11). Auch 
wenn das Belastbarkeitstraining bei der Stiftung K.________ und dessen Abbruch nach 
der hier angefochtenen Verfügung vom 25. Juni 2020 erfolgten, so erlauben die 
Erkenntnisse daraus doch Rückschlüsse auf die Situation im Verfügungszeitpunkt und 
können somit beachtet werden (vgl. BGer 9C_269/2021 vom 9. Juli 2021 E. 2.4 mit 
Hinweisen). Zudem ist aufgrund der Einschätzung von Dr. G.________ am 13. Mai 2019, 
wonach die Motivation der Versicherten zu Eingliederungsmassnahmen als gering zu 
beurteilen sei (vgl. E. 4.5), der Planlosigkeit der Beschwerdeführerin bezüglich einer 

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Urteil S 2020 100

neuen Tätigkeit und ihrer Aussagen anlässlich des Standortgesprächs vom 22. April 2020, 
wonach es sinngemäss der Abwesenheit von Druck und Vorgaben bedürfe, damit sie ihre 
Leistung erbringen könne (vgl. E. 4.10) sowie in Anbetracht der Ergebnisse des 
Belastbarkeitstrainings bei der C.________ – mit dem erreichten Pensum von lediglich 3 
Stunden an vier Tagen und den dabei beklagten Rückenschmerzen bei leichten, 
höchstens gelegentlich mittelschweren Tätigkeiten (vgl. E. 4.3) – mit dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass bereits im 
Verfügungszeitpunkt bei der Versicherten keine (subjektive) Eingliederungsfähigkeit 
gegeben war (vgl. E. 3.3). Damit ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die 
Beschwerdegegnerin den Anspruch auf eine Umschulung verneint hat. 

8. Zusammenfassend hat die Beschwerdeführerin ab 1. August 2016 Anspruch auf 
eine ganze Rente, ab 1. Februar 2017 auf eine Dreiviertelsrente, ab 1. September 2017 
auf eine ganze Rente, ab 1. Januar 2018 auf eine halbe Rente und ab 1. Juni 2018 auf 
eine Viertelsrente. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen. Der Anspruch auf 
eine Umschulung wurde dagegen zu Recht verneint. 

9.
9.1 Abweichend von Art. 61 lit. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren um die 
Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem 
kantonalen Gericht kostenpflichtig. Die Gerichtskosten werden nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.– bis 
Fr. 1'000.– festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Die Kosten des Verfahrens sind vorliegend 
auf Fr. 800.– anzusetzen.

Die Beschwerdeführerin obsiegt insoweit, als die rückwirkend zugesprochenen 
abgestuften Renten teilweise erhöht sowie verlängert werden und ihr ab 1. Juni 2018 neu 
eine unbefristete Viertelsrente zugesprochen wird. Die mit Replik vom 7. Oktober 2021 
implizit geforderten höheren Renten (vgl. die Invaliditätsgrade in act. 8 S. 5) sowie die 
beschwerdeweise verlangte Umschulung haben den Prozessaufwand jedoch nicht in 
wesentlichem Umfang beeinflusst (vgl. hierzu BGE 117 V 401 E. 2c). So waren ohnehin 
mehrere Rentenabstufungen mittels Einkommensvergleich vorzunehmen. Das Unterliegen 
hinsichtlich des Umschulungsanspruchs ist zu vernachlässigen, zumal dieser in der Replik 
vom 7. Oktober 2021 (act. 8) – nachdem die IV-Stelle die Ablehnung des Anspruchs mit 
der Vernehmlassung vom 27. November 2020 (abweichend von der Begründung in der 
Verfügung vom 25. Juni 2020) mit der fehlenden subjektiven Eingliederungsfähigkeit 

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Urteil S 2020 100

begründet hatte (act. 6) – auch nicht mehr thematisiert wurde. Vor diesem Hintergrund 
rechtfertigt es sich der IV-Stelle die Kosten von Fr. 800.– vollumfänglich aufzuerlegen. 

9.2 In Anwendung derselben Grundsätze rechtfertigt es sich mit Blick auf den 
Ausgang des Verfahrens, der Beschwerdeführerin zu Lasten der IV-Stelle eine 
(ungekürzte) Parteientschädigung von Fr. 3'000.– (inkl. Auslagen und MWST) 
zuzusprechen. 

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Urteil S 2020 100

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, als die Verfügung vom 
25. Juni 2020 aufgehoben und der Beschwerdeführerin ab 1. August 2016 eine 
ganze Rente, ab 1. Februar 2017 eine Dreiviertelsrente, ab 1. September 2017 
eine ganze Rente, ab 1. Januar 2018 eine halbe Rente und ab 1. Juni 2018 eine 
Viertelsrente zugesprochen wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

2. Die Spruchgebühr von Fr. 800.– ist von der Beschwerdegegnerin zu tragen. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 
von Fr. 3'000.– (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen. 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (im Doppel), 
die IV-Stelle des Kantons Zug (Rechnung folgt nach Rechtskraft des Urteils), an 
das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und zum Vollzug von Ziffer 2 im 
Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 28. März 2022

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am