# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 80dd9637-c937-5342-b32d-a0a41dd83052
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 01.02.2024 200 2023 169
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-169_2024-02-01.pdf

## Full Text

200 23 169 UV und
200 23 203 UV (2)
KOJ/SHE/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 1. Februar 2024

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiber Schnyder

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG
Richtiplatz 1, 8304 Wallisellen, Zustelladresse: Postfach, 8010 Zürich
Beschwerdeführerin 1

Visana AG
Weltpoststrasse 19, 3000 Bern 16
Beschwerdeführerin 2

gegen

Solida Versicherungen AG
Saumackerstrasse 35, Postfach, 8048 Zürich
vertreten durch A.________
Beschwerdegegnerin

in Sachen 
B.________

betreffend Einspracheentscheid vom 17. Februar 2023 (...)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1970 geborene B.________ (nachfolgend Versicherte) war über ihren 
Arbeitgeber bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG 
(nachfolgend Allianz oder Beschwerdeführerin 1) obligatorisch gegen die 
Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten 
versichert, als sie gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG vom 22. Mai 2014 
am 17. Mai 2014 ... ausrutschte, sich mit der linken Hand abstützte und 
sich dabei eine distale Radiusfraktur links zuzog (vgl. Akten der Allianz [act. 
I] 3). Die Allianz kam vorerst für die Folgen des Ereignisses auf, indem sie 
Heilbehandlung gewährte (act. I 10). 

Die Versicherte war über ihre neue Arbeitgeberin (Anstellung per 3. Januar 
2018) bei der die Solida Versicherungen AG (nachfolgend Solida oder 
Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und 
Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert, als gemäss 
Schadenmeldung UVG vom 24. Juni 2020 am 4. November 2019 beim 
Versuch, einen ... festzuhalten, ihre linke Hand abgedreht wurde und sie 
einen stechenden Schmerz verspürte. Als Verletzung wurde eine 
Bandruptur des linken Handgelenks angegeben (vgl. Akten der Solida [act. 
IIA 1]). Nach dem Einholen einer Stellungnahme bei Dr. med. C.________, 
Facharzt für Rheumatologie sowie Allgemeine Innere Medizin, vom 9. 
November 2020 (act. IIA 9/28) teilte die Solida mit Schreiben vom 18. 
November 2020 (act. IIA 7/59) mit, im Zusammenhang mit dem Ereignis 
vom 4. November 2019 sei per 31. Dezember 2019 der Status quo ante 
eingetreten und das bei der Allianz versicherte Ereignis vom 17. Mai 2014 
sei relevant für die aktuelle SL-Läsion und den geplanten Eingriff am linken 
Handgelenk. Die Solida stellte formlos die Versicherungsleistungen im 
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 4. November 2019 per 1. Januar 
2020 ein. An diesem Entscheid hielt sie nach dem Einholen von 
Stellungnahmen bei den Dres. med. C.________ vom 15. Dezember 2020 
(act. IIA 9/16) und 24. Februar 2021 (act. IIA 9/10) und D.________, 
Fachärztin für Handchirurgie sowie Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 21. Januar 2021 (act. IIA 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 3

9/14) mit Verfügung vom 22. März 2021 (act. IIA 7/51) fest, wogegen die 
Allianz (act. IIA 7/25, 7/44) und die Visana AG (nachfolgend Visana oder 
Beschwerdeführerin 2) als obligatorischer Krankenpflegeversicherer (act. 
IIA 8/45, 7/47) Einsprache erhoben.

Mit Verfügung vom 17. September 2021 (act. I 10) stellte die Allianz 
gestützt auf den Bericht von Dr. med. E.________ Facharzt für Chirurgie, 
vom 7. Juli 2021 (act. I 9) und der Begründung, der Status quo ante sei 
sechs Monate nach dem Ereignis eingetreten, die Versicherungsleistungen 
im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 17. Mai 2014 per 17. November 
2014 ein. Die dagegen von der Visana erhobene vorsorgliche Einsprache 
(vgl. Akten der Visana [act. IA] 11) zog diese am 7. Januar 2022 (act. IA 
12) wieder zurück. Weiter erhob die Solida Einsprache gegen die 
Verfügung der Allianz (vgl. act. I 11 f.). 

Mit Einspracheentscheid vom 17. Februar 2023 (act. IIA 34) hiess die 
Solida gestützt auf die bei Dr. med. F.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
eingeholte Aktenbeurteilung vom 6. Oktober 2022 (act. IIA 28) die 
Einsprachen gegen die Verfügung vom 22. März 2021 (act. IIA 7/51) 
insoweit teilweise gut, als sie die angefochtene Verfügung vom 22. März 
2021 dahingehend abänderte, als sie die Versicherungsleistungen im 
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 4. November 2019 erst per 13. März 
2020 einstellte. Soweit weitergehend wies sie die Einsprachen ab.

B.

Mit Eingabe vom 10. März 2023 erhob die Allianz Beschwerde gegen den 
Einspracheentscheid der Solida vom 17. Februar 2023 mit folgenden 
Rechtsbegehren: 

„ 1. Der Einspracheentscheid vom 17.02.2023 sei aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Versicherten, Frau 
B.________, die gesetzlichen Leistungen über den 13.03.2020 hinaus 
zu erbringen.

3. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zwecks Vornah-
me weiterer Abklärungen zurückzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 4

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegeg-
nerin.“

Dieses Beschwerdeverfahren wurde im Geschäftsverzeichnis des 
Verwaltungsgerichts unter der Verfahrensnummer UV/2023/169 registriert.

C.

Mit Eingabe vom 21. März 2023 erhob die Visana Beschwerde gegen den 
Einspracheentscheid der Solida vom 17. Februar 2023. Sie beantragte, die 
Verfügung vom 22. März 2021 sei aufzuheben, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge. Der Beschwerde beigelegt war u.a. eine 
Aktenbeurteilung von Dr. med. G.________, Fachärztin für Chirurgie und 
Gefässchirurgie, vom 16. März 2023 (act. IA 15). 

Dieses Beschwerdeverfahren wurde im Geschäftsverzeichnis des 
Verwaltungsgerichts unter der Verfahrensnummer UV/2023/203 registriert.

D.

Mit prozessleitender Verfügung vom 22. März 2023 vereinigte der 
Instruktionsrichter die beiden Verfahren UV/2023/169 und UV/2023/203.

Am 23. März 2023 (act. I 13) sistierte die Allianz das Einspracheverfahren 
betreffend die Verfügung vom 17. September 2021 (act. I 10) bis zum 
Ausgang des vorliegenden Beschwerdeverfahrens.

Rechtsanwalt A.________ wies sich mit Schreiben vom 27. April 2023 als 
Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin aus und stellte nach mehrfach 
gewährten Fristerstreckungen mit Beschwerdeantwort vom 28. Juli 2023 
folgende Anträge:

„ 1. Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 vom 10. März 2023 sei 
vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 2 vom 21. März 2023 sei 
vollumfänglich abzuweisen.“

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Der Beschwerdeantwort beigelegt war u.a. eine Aktenbeurteilung von 
Dr. med. F.________ vom 10. Mai 2023 (act. IIC 55).

Mit Duplik (recte: Replik) vom 9. August 2023 verzichtete die 
Beschwerdeführerin 2 mit Verweis auf ihre Beschwerde vom 21. März 2023 
auf eine weitere Stellungnahme. 

Die Beschwerdeführerin 1 hielt nach einmaliger Fristerstreckung mit Replik 
vom 12. Oktober 2023 an den in der Beschwerde vom 10. März 2023 
gestellten Rechtsbegehren fest. Der Replik beigelegt war namentlich eine 
Stellungnahme von Dr. med. H.________, Facharzt für Chirurgie sowie 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
vom 27. September 2023 (act. IIC 14). 

Mit Duplik vom 1. November 2023 hielt die Beschwerdegegnerin an den in 
der Beschwerdeantwort gestellten Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin 2 ist als 
Trägerin der obligatorischen Krankenpflegeversicherung der Versicherten 
vor dem Hintergrund der intersystemischen Koordination i.S.v. Art. 64 f. 
ATSG (vgl. UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 4. Aufl. 2020, Art. 64 N. 
23) durch den angefochtenen Entscheid berührt, ist im vorinstanzlichen 
Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen und hat ein 

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schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (vgl. Art. 49 Abs. 4 ATSG bzw. Art. 59 ATSG). Auch 
die Beschwerdeführerin 1 hat im vorliegenden Fall ein Interesse daran, 
dass die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin festgestellt wird, da 
andernfalls die Möglichkeit besteht, dass sie selber (wegen Rückfalls oder 
Spätfolgen) leistungspflichtig wird. Die Beschwerdeführerin 1 ist daher 
ebenfalls beschwerdelegitimiert (vgl. SVR 2009 UV Nr. 5 S. 19 E. 9.2). Die 
örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die 
Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, 
ist auf die Beschwerden grundsätzlich (vgl. jedoch E. 1.2 hiernach) 
einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 17. Februar 
2023 (act. IIA 34). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu 
Recht ihre Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Ereignis 
vom 4. November 2019 per 13. März 2020 eingestellt hat. Die 
Beschwerdeführerin 2 beantragt formell zwar die Aufhebung der Verfügung 
vom 
22. März 2021 (act. IIA 7/51), den Ausführungen in ihrer Beschwerde ist 
indessen zu entnehmen, dass diese sich gegen den im Nachgang an die 
Verfügung ergangenen Einspracheentscheid vom 17. Februar 2023 (act. 
IIA 34) richtet. Letzterer ist an die Stelle der ursprünglichen Verfügung 
getreten. Soweit die Beschwerdeführerin 2 die Aufhebung der Verfügung 
vom 22. März 2021 beantragt, ist auf die Beschwerde somit nicht 
einzutreten (vgl. RUTH HERZOG, in: Kommentar zum bernischen VRPG, 2. 
Aufl. 2020, Art. 60 N. 30, Art. 72 N. 4). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 7

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen 
Unfallversicherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, 
eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 
des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung 
[UVG; SR 832.20]). 

2.2 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.3 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
147 V 161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 12. Juli 2022, 8C_596/2021 [zur Publikation 
vorgesehen], E. 3).

2.3.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind al-
le Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele („conditio sine qua non“; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö-
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worü-
ber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm 
obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 8

chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. 
Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die Begründung 
eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 
E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den Unfall ver-
schlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaften Vor-
zustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäqua-
te Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und aussch-
liesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entweder 
der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 
bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich 
nach schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch 
ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht 
ist (BGE 147 V 161 E. 3.3 S. 163).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht all-
gemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nach-
gewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursäch-
licher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine 
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als 
bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammen-
hang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfall-
versicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56).

2.3.2 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358; Entscheid des BGer vom 8. August 2023, 8C_125/2023 
[zur Publikation vorgesehen], E. 5.2; SVR 2020 UV Nr. 34 S. 137 E. 3.2).

2.4 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, 
insbesondere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und 
im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 9

Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 
195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Aufgrund der Akten erstellt (vgl. etwa act. I 3 und act. IIA 1) und von 
den Parteien zu Recht unbestritten (vgl. etwa Beschwerde der 
Beschwerdeführerin 1 S. 5 Ziff. 16 sowie Beschwerdeantwort S. 12 Ziff. 34) 
erfüllen sowohl das Ereignis vom 17. Mai 2014 als auch jenes vom 4. 
November 2019 die Anforderungen an den Unfallbegriff (vgl. E. 2.2 
hiervor).

3.2 Aus medizinischer Sicht ist den Akten im Wesentlichen das 
Folgende zu entnehmen:

3.2.1 Gemäss dem Bericht des Spitals I.________ vom 19. Mai 2014 (act. 
IIA 9/34) hätten die am 17. Mai 2014 erstellten Röntgenaufnahmen des 
linken Handgelenks keinen Hinweis auf eine Dissoziationsstörung gezeigt. 
Es liege eine nicht dislozierte Fraktur des Processus styloideus radii vor. 

3.2.2 Dr. med. J.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie 
Allergologie und klinische Immunologie, diagnostizierte im Bericht vom 18. 
Juli 2014 (act. I 4) eine nichtdislozierte Fraktur des Processus styloideus 
der linken Hand. Es sei mit einer volaren Schiene therapiert worden. Der 
Behandlungsabschluss sei voraussichtlich in vier bis sechs Wochen. 

3.2.3 Am 13. Februar 2018 wurden Röntgenbilder beider Hände und 
Füsse angefertigt (act. IIA 9/33). Betreffend die rechte Hand habe sich ein 
regelrechter Stellungsbefund gezeigt. Eine Rhizarthrose mit subkortikalen 
Geröllzysten in der Grundphalanx sei nachweisbar gewesen. Die übrigen 
ossären Strukturen seien regelrecht und die Weichteile unauffällig 
gewesen. In der linken Hand habe es keine Arthrosezeichen im 
Daumengrundgelenk gegeben. Die übrigen ossären Strukturen seien 
regelrecht gewesen, ebenso der Stellungsbefund. Die Knochentransparenz 
sei normal gewesen, die Weichteile unauffällig. 

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3.2.4 Dr. med. D.________ diagnostizierte im Bericht vom 14. April 2020 
(act. IIA 9/35) eine SL-Dissoziation mit beginnendem SLAC-Wrist links 
sowie eine fortgeschrittene Rhizarthrose rechts und links. Am linken 
Handgelenk müsse zufolge eines früheren Traumas von einer scapho-
lunären Distorsion bei der Arbeit im November 2019 ausgegangen werden. 
Auf gezieltes Befragen hin habe vor etwa sechs bis sieben Jahren ein 
Unfallereignis bestanden. Die Versicherte habe effektiv schon länger 
gewisse Beschwerden im Handgelenk verspürt, habe diese aber nicht 
genau differenzieren können von den ausstrahlenden Beschwerden von 
Seiten der Rhizarthrose. 

3.2.5 Dr. med. K.________, Facharzt für Chirurgie und Handchirurgie, di-
agnostizierte im Bericht vom 22. Juni 2020 (act. IIA 4) eine scapho-lunäre 
Dissoziation bei SL-Bandläsion links (Status nach Trauma/Distorsion) 
sowie eine Rhizarthrose Grad IV nach Eaton und Littler beidseits. Klinisch 
zeige sich an beiden Händen eine Rhizarthrose Grad IV nach Eaton und 
Littler sowie eine leichte STT-Arthrose. Zusätzlich bestehe auf der linken 
Seite nach einem Trauma im letzten Jahr eine scapho-lunäre Dissoziation. 
Diese Beschwerden störten die Versicherte insbesondere.

Am 1. September 2020 führte Dr. med. K.________ eine diagnostische 
Arthroskopie des linken Handgelenkes durch. Gemäss Operationsbericht 
vom 3. September 2020 (act. IIA 17) habe sich die Versicherte bei einer 
Distorsion des Handgelenkes eine SL-Bandläsion zugezogen. Radiologisch 
sei ein bereits erweiterter SL-Abstand festgestellt worden. Der Unfall sei 
bereits im November 2019 erfolgt und es drohe mit der Zeit eine Arthrose 
der Gelenke. Am 27. Oktober 2020 (act. IIA 18) führte Dr. med. 
K.________ einen weiteren operativen Eingriff durch. Die Versicherte leide 
an einer vollständigen Ruptur des SL-Bandes. Zusätzlich bestehe eine 
Rhizarthrose im fortgeschrittenen Status. Aufgrund der bereits länger 
zurückliegenden Ruptur sei eine Direktnaht des SL-Bandes nicht mehr 
möglich. 

3.2.6 Dr. med. L.________, Fachärztin für Rheumatologie, führte in der E-
Mail vom 29. September 2020 (act. IIA 9/31) aus, sie kenne die Versicherte 
seit 2016. In seinem Zuweisungsschreiben vom 31. Mai 2016 habe Dr. 
med. J.________ einen Status nach distaler Radiusfraktur links am 17. Mai 

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2014 erwähnt. Weitere Angaben lägen ihr nicht vor. Wegen 
belastungsabhängigen Schmerzen im Bereich der Daumenbasis beidseits 
und zum Ausschluss einer entzündlich-rheumatischen Affektion habe sie im 
Februar 2018 Röntgenuntersuchungen der Hände und Füsse veranlasst.

3.2.7 Dr. med. C.________, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, 
führte in der Beurteilung vom 9. November 2020 (act. IIA 9/28) aus, 
aufgrund des beschriebenen Mechanismus vom 4. November 2019 sei die 
empfohlene arthroskopische Operation überwiegend wahrscheinlich Folge 
des Ereignisses vom 17. Mai 2014. Beim Ereignis vom 4. November 2019 
handle es sich höchstens um ein bagatelläres Ereignis. Als 
krankheitsbedingte Folgen lägen Rhizarthrosen beidseits vor. Das Ereignis 
vom 17. Mai 2014 sei verantwortlich für die aktuelle SL-Läsion. Das 
Ereignis vom 4. November 2019 habe höchstens zu einer 
vorübergehenden Verschlimmerung der vorbestehenden Beschwerden von 
zwei bis drei Wochen geführt. Der Status quo ante sei spätestens Ende 
Dezember 2019 erreicht worden. In Bezug auf das Ereignis vom 4. 
November 2019 habe ab Ende Dezember 2019 keine Arbeitsunfähigkeit 
bestanden. Danach sei die Arbeitsunfähigkeit Folge der 
krankheitsbedingten Rhizarthrosen und des Ereignisses vom 17. Mai 2014.

3.2.8 Dr. med. K.________ führte in der E-Mail vom 11. Dezember 2020 
(act. IIA 9/23) aus, die Versicherte habe am 4. November 2019 bei der 
Arbeit ein Trauma der linken Hand mit hörbarem Knall erlitten. Die 
Abklärungen hätten die Ruptur des scapho-lunären Bandes gezeigt. Der 
Befund sei mit dem Unfallereignis absolut kausal und nachvollziehbar. 

3.2.9 Dr. med. C.________ führte in der Stellungnahme vom 15. 
Dezember 2020 (act. IIA 9/21) aus, im Befund der Röntgenaufnahme der 
linken Hand vom 13. Februar 2018 werde kein Hinweis auf eine SL-
Dislokation gemacht. Falls der konventionelle Röntgenbefund der Hand 
vom 13. Februar 2018 korrekt beurteilt worden sei, müsste man der 
Beurteilung von Dr. med. K.________ Recht geben. Eine SL-Bandläsion im 
Jahr 2014 hätte nicht nach sechs Jahren, sondern bereits schon vier Jahre 
später (2018) eine scapho-lunäre Dissoziation bewirkt und wäre im 
Röntgenbild sichtbar gewesen. Dr. med. C.________ bat die 

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Beschwerdegegnerin, Dr. med. D.________ zu den Ausführungen von Dr. 
med. K.________ Stellung nehmen zu lassen.

3.2.10 Dr. med. D.________ hielt im Bericht vom 21. Januar 2021 (act. IIA 
9/14) fest, beim Ereignis vom 18. November 2019 handle es sich um ein 
gewisses Verdrehen/eine Distorsion bei der Arbeit als ..., als die 
Versicherte einen grossen ... haben festhalten müssen. Am 14. April 2020 
sei eine exakte Anamnese erhoben und seien die Details bezüglich des 
Unfallereignisses, der aktuellen und der auch vorbestehenden 
Beschwerden festgehalten worden. Anamnestisch habe vor allem ein 
brennender Schmerz, auch Ruheschmerz in der Nacht, bestanden. Die 
Versicherte könne diese Handgelenksbeschwerden differenzieren von den 
Rhizarthrose-Beschwerden rechts und links, welche sie schon lange habe. 
Die schon länger bestehenden Handgelenksbeschwerden habe diese als 
Ausstrahlung von Seiten der Rhizarthrose links interpretiert. Betreffend 
Unfallereignis vom 17. Mai 2014 sei gemäss Schreiben der 
Beschwerdeführerin 2 damals eine nicht dislozierte Radiusstyloidfraktur im 
Handgelenk links festgestellt worden. Die Rhizarthrose rechts und links 
bestünden seit Jahren, seien intermittierend schmerzhaft, aber nicht 
Unfallfolge. Der klinische und der radiologische Befund passten zu einer 
scapho-lunären Bandläsion im Handgelenk links mit beginnendem SLAC-
Wrist, wie dies am 14. April 2020 beurteilt worden sei. Das beschriebene 
„Unfallereignis“ vom November 2019 könne kaum zu einer relevanten 
scapho-lunären Bandläsion führen. Das heisse, es müsse in diesem 
Bereich ein Problem vorbestanden haben. Dazu passe die offenbar 
stattgehabte Radiusstyloidfraktur von 2014. Ebenso passe die Anamnese 
mit intermittierenden Handgelenksbeschwerden dazu. Ein 
Traumamechanismus und eine Radiusfraktur im Bereich des 
Radiusstyloids könne sehr wohl kombiniert sein mit einer scapho-lunären 
Bandläsion. Diese würde typischerweise initial nicht diagnostiziert und dann 
über Jahre nur leichte Beschwerden verursachen. In der Folge des 
Bagatelltraumas vom November 2019 dürften die Beschwerden von Seiten 
der scapho-lunären Bandläsion aktiviert worden sein. Es müsse 
festgehalten werden, dass es sich beim Handgelenkproblem links mit 
Sicherheit um eine Unfallfolge handle. Am ehesten habe eine Schädigung 
des scapho-lunären Ligamentes seit 2014 bestanden, welche dann aktiviert 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 13

durch das Trauma vom November 2019 eine entsprechende 
Verschlimmerung der subjektiven Symptomatik zur Folge gehabt habe. Das 
Trauma vom November 2019 sei nicht relevant genug gewesen, um eine 
frische, traumatische scapho-lunäre Bandläsion auszulösen. Es sei also 
entweder die Unfallversicherung von 2014 oder diejenige von 2019 
zuständig. Es sei nicht so, dass eine scapho-lunäre Bandläsion von 2014 
im Röntgen 2018 unbedingt nachweisbar sein müsste, die Röntgenbilder 
von 2018 lägen ihr (Dr. med. D.________) nicht vor. Zu dem von der 
Beschwerdeführerin 2 zitierten Befund bezüglich der Röntgenbilder vom 
13. Februar 2018 könne sie nicht Stellung nehmen, der SL-Winkel werde 
nicht explizit beschrieben und die Röntgenbilder lägen ihr nicht vor.

3.2.11 Der beratende Arzt der Beschwerdeführerin 1, Dr. med. 
M.________, Facharzt für Chirurgie, diagnostizierte im Bericht vom 9. 
Februar 2021 (act. IIA 25/3) einen Status nach distaler Radiusfraktur links 
vom 17. Mai 2014 (komplikationsloser Verlauf nach konservativer 
Behandlung) sowie eine Distorsion/Zerrung des linken Handgelenks vom 4. 
November 2019 (im Verlauf anhaltende Beschwerden und SL-Dissoziation 
mit beginnendem SLAC-Wrist links). Unfallfremd lägen bekannte 
Rhizarthrosen beidseits vor. Die aktuellen Beschwerden seien 
möglicherweise kausal zum Ereignis vom 17. Mai 2014. Der Status quo 
ante vel sine im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 17. Mai 2014 sei 
bei komplikationslosem Verlauf am 18. Juli 2014 eingetreten. Die 
Leistungseinstellung der Beschwerdegegnerin basiere offenbar auf dem 
Bericht von Dr. med. C.________ vom 9. November 2020. Abgesehen 
davon, dass er eine Radiusfraktur mit „Elle“ bezeichne, fehle hier als 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin sowie Rheumatologie die 
unfallchirurgisch-traumatologische Kompetenz zur Beurteilung einer 
versicherungsmedizinisch-gutachterlich anspruchsvollen Situation. 
Immerhin sei ihm zugute zu halten, dass er auf eine Beurteilung der 
Fachärztin für Handchirurgie Dr. med. D.________ vom April 2020 abstelle. 
Darin würden neben klinisch beidseits deutlich imponierenden 
Rhizarthrosen eine dorsoradiale Schmerzhaftigkeit des linken 
Handgelenkes festgehalten mit einem radiologisch korrespondierenden 
Befund einer SL-Bandläsion. Da mit anhaltenden/progredienten 
Beschwerden zu rechnen sei, werde es eher früher als später in dieser 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 14

Situation zu einschneidenden operativen Konsequenzen einer noch relativ 
jungen Versicherten kommen. Die Beschwerdegegnerin moniere basierend 
auf dem Bericht von Dr. med. D.________, dass diese SL-Bandverletzung 
nicht Folge des Ereignisses vom 4. November 2019 sein könne; in Frage 
käme aufgrund der Anamnese das Ereignis vom Mai 2014. Die Beurteilung 
von Dr. med. D.________ stehe dem Bericht von Dr. med. K.________ 
vom 22. Juni 2020 im Sinne einer Zweitmeinung gegenüber. Dieser sehe 
die SL-Bandläsion im Rahmen der Distorsionsverletzung vom 4. November 
2019. Argumentativ scheine die Ansicht von Dr. med. K.________ 
naheliegender: Im Mai 2014 habe eine undislozierte distale Radiusfraktur 
vorgelegen, die komplikationslos ausgeheilt sei. SL-Bandläsionen könnten 
übersehen werden, aber ein komplikationsloser Verlauf mit Fallabschluss 
nach drei Monaten spreche gegen eine damals erlittene SL-
Bandverletzung. Im Februar 2018 seien im Rahmen der schmerzhaften 
Rhizarthrosen im Spital I.________ beide Hände geröntgt worden. Der 
damalige Befund spreche gegen eine SL-Bandverletzung im Rahmen des 
Ereignisses vom Mai 2014. 

3.2.12 Dr. med. C.________, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, 
führte am 24. Februar 2021 (act. IIA 33/45 f.) gestützt auf den Bericht von 
Dr. med. D.________ vom 21. Januar 2021 aus, es gebe keinen Grund, 
seine Stellungnahmen vom November und Dezember 2020 zu ändern. Die 
SL-Läsion sei Folge des Ereignisses des Jahres 2014 und sei durch das 
Ereignis vom 4. November 2019 vorübergehend verschlimmert worden. 
Eine arthroskopische Operation wäre somit Folge des Ereignisses vom 17. 
Mai 2014. Am Erreichen des Status quo spätestens Ende Dezember 2019 
könne festgehalten werden. Die Behandlungen ab Januar 2020 seien auf 
den Vorzustand und die unfallfremden Rhizarthrosen zurückzuführen (vgl. 
auch act. IIA 33/47). 

3.2.13 Dr. med. E.________, beratender Arzt der Beschwerdeführerin 1, 
stellte in der Aktenbeurteilung vom 7. Juli 2021 (act. I 9) folgende 
Diagnosen:

- Symptomatische, posttraumatische scapho-lunäre Dissoziation mit SL-
Bandläsion links nach Distorsionstrauma vom 4. November 2019

- Rhizarthrose beidseits

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 15

- Zustand nach diagnostischer Arthroskopie Handgelenk links vom 1. 
September 2020

- Zustand nach konservativ verheilter, nicht dislozierter distaler Radiusfraktur 
links vom 17. Mai 2014

Die Versicherte habe am 17. Mai 2014 eine distale, nicht dislozierte 
Radiusfraktur links erlitten, welche mit einer einfachen Schienung habe 
behandelt werden können. Wann die Behandlung habe abgeschlossen 
werden können, gehe aus den Akten nicht hervor. Betreffend eine SL-
Bandläsion habe der Radiologe anlässlich der Beurteilung der am 17. Mai 
2014 erstellten Röntgenaufnahmen „kein Hinweis auf eine 
Dissoziationsstörung“ festgehalten. Im Jahr 2018 sei die Versicherte wegen 
Beschwerden in den Daumengelenken in rheumatologischer Abklärung 
gewesen; der Verdacht auf eine beidseitige Rhizarthrose sei gestellt 
worden. Handgelenksbeschwerden seien nicht beklagt worden. Die 
Röntgenaufnahmen beider Hände hätten rechts eine Rhizarthrose gezeigt, 
Hinweise auf eine SL-Bandläsion links hätten nicht festgestellt werden 
können. Falls es beim Ereignis von 2014 zu einer SL-Bandläsion 
gekommen wäre, hätte sich das mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in 
den Röntgenaufnahmen im Jahr 2018, knapp vier Jahre nach dem 
Ereignis, zeigen müssen. Hingegen sei das Ereignis vom 4. November 
2019 geeignet gewesen, eine SL-Bandläsion zu verursachen. Dieses 
Ereignis sei im Bericht von Dr. med. D.________ vom 14. April 2020 nur 
sehr rudimentär erfasst worden. Diese habe die Ursache der SL-
Bandläsion im Ereignis vom 17. Mai 2014 vermutet. Im Gegensatz zu Dr. 
med. D.________ sei der Handchirurg Dr. med. K.________ der Ansicht, 
dass das Ereignis vom 14. November 2019 geeignet gewesen sei, diese 
Bandverletzung zu bewirken. Dieser Meinung sei auch Dr. med. 
M.________ in der Beurteilung vom 9. Februar 2021. Für die Annahme, 
dass die SL-Bandläsion neueren Datums sei, spreche auch die Tatsache, 
dass Dr. med. K.________ anlässlich der diagnostischen Arthroskopie vom 
1. September 2020 keinen Knorpeldefekt am Scaphoid und Lunatum haben 
finden können. Eine Bandläsion vor mehr als sechs Jahren hätte mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit dort ihre Spuren hinterlassen. Die 
Vermutung der Dres. med. D.________ und C.________, am 17. Mai 2014 
sei es zu einer Teilläsion gekommen und das Trauma vom 4. November 
2019 hätte dann zur vollständigen Ruptur geführt, sei reine Spekulation und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 16

lasse sich durch nichts belegen. Wenn Dr. med. D.________ behaupte, die 
Versicherte hätte schon vor dem Ereignis vom 4. November 2019 
Beschwerden im Handgelenksbereich verspürt, treffe dies mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht zu, zumal die Versicherte selbst in 
ihrer E-Mail vom 25. September 2020 angegeben habe, in den fünf Jahren 
bis zum Ereignis vom 2019 keine Schmerzen im Handgelenk verspürt zu 
haben. Somit könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 
ausgegangen werden, dass die Verletzung am distalen Radius links vom 
17. Mai 2014 folgenlos abgeheilt sei. Die im November 2019 erfolgte 
Distorsion habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu der 
nachgewiesenen SL-Bandläsion geführt. Somit bestehe zwischen den 
Operationen vom 1. September und 27. Oktober 2020 und dem Ereignis 
vom 17. Mai 2014 kein Zusammenhang. Die zugleich am 27. Oktober 2020 
operierte Rhizarthrose sei unfallfremd. Zum Zeitpunkt des Ereignisses vom 
2014 habe im linken Handgelenk kein Vorzustand bestanden. Die 
Beschwerden im linken Handgelenk seit November 2019 stünden mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit in keinem Zusammenhang mit dem 
Ereignis vom 17. Mai 2014. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei im 
Zusammenhang mit dem Ereignis von 2014 spätestens nach sechs 
Monaten der Status quo ante erreicht worden.

3.2.14 Dr. med. F.________, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin, 
stellte in der orthopädischen Aktenbeurteilung vom 6. Oktober 2022 (act. 
IIA 28) folgende Diagnosen:

- Status nach undislozierter Fraktur Processus styloideus radii links vom 
17. Mai 2014 mit posttraumatischer SL-Dissoziation (ICD S52.59)

- Status nach Handgelenksdistorsion links am 4. November 2019 (ICD-10 
S63.3)

- Rhizarthrosen beidseits (ICD-10 M18.0)

Am 17. Mai 2014 habe sich die Versicherte bei adäquatem Unfallmechanis-
mus eine undislozierte Fraktur des Processus styloideus radii des linken 
Handgelenkes zugezogen. Radiologisch betrachtet sei diese ossäre 
Verletzung einfach gewesen und habe auch problemlos einfach und 
konservativ (Schiene) behandelt werden können. Dass diese Fraktur in 
einem hohen Prozentsatz mit begleitenden ligamentären Verletzungen vor 
allem der scapho-lunären Bänder einhergehen könne, sei gemäss Akten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 17

initial nicht diskutiert worden. Konventionell radiologisch hätten am 17. Mai 
2014 sowohl auf dem anterior-posterioren Bild (zentriert auf das 
Handgelenk) sowie auch auf der seitlichen Aufnahme Messungen 
vorgenommen werden können, welche knapp pathologisch resp. noch 
knapp in der Norm gewesen seien. Diese Messungen hätten eine SL-
Dissoziation zu diesem Zeitpunkt ausgeschlossen, nicht jedoch eine SL-
Bandläsion mit okulter Instabilität.

Im weiteren Verlauf habe die Versicherte offensichtlich 
Handgelenksschmerzen links entwickelt. Inwieweit diese durch eine 
symptomatische, aber radiologisch zu diesem Zeitpunkt noch nicht oder 
zumindest noch nicht in ausgeprägter Form dokumentierbare Rhizarthrose 
erklärbar gewesen seien, sei nie abgeklärt bzw. in den Akten dokumentiert 
worden. Am 13. Februar 2018 sowie 11. Februar 2020 seien weitere 
radiologische Abklärungen der linken Hand erfolgt. Vor allem die 
vermeintlich unauffälligen Röntgenaufnahmen vom 13. Februar 2018 seien 
in den verschiedenen versicherungsmedizinischen Stellungnahmen zitiert 
und teilweise unterschiedlich gewürdigt worden. In keinen in den zur 
Verfügung gestellten Akten sei von den verschiedenen Ärzten erwähnt 
worden, dass es sich bei den zitierten Röntgenbildern um Ganz-Hand-
Aufnahmen im anterior-posterioren-Strahlengang gehandelt habe, ohne 
Darstellung des Radiokarpalgelenkes von seitlich. Diese Aufnahmen seien 
nicht geeignet gewesen, zuverlässig im anterior-posterioren-Strahlengang 
eine Vergrösserung des SL-Abstandes zu dokumentieren. Die fehlende 
seitliche Darstellung des Radiokarpalgelenkes habe eine Monitorisierung 
des SL-Winkels in den folgenden Jahren nach der Radiusfraktur (SL-
Winkel knapp normal am 17. Mai 2014 bis deutlich pathologisch am 14. 
April 2020) verunmöglicht. Weshalb keiner der involvierten Ärzte bisher auf 
die Problematik der Technik der Röntgenaufnahmen aufmerksam gemacht 
habe, sei nicht nachvollziehbar. Die fehlende Diskussion dieser 
Problematik durch die involvierten Ärzte sei auch ein Zeichen dafür, dass 
bisher die vorliegenden bildgebenden Dokumente zu wenig kritisch und 
vertieft gewürdigt worden seien. Dazu gehöre auch das völlige Ausblenden 
des MRIs vom 12. März 2020 in den vorliegenden Akten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 18

Das Ereignis vom 4. November 2019 sei gemäss Schadenmeldung 
einschneidend gewesen. Die Versicherte habe darin einen „stechenden 
Schmerz (wie Messerstich)“ geltend gemacht. Die Dramatik des 
Ereignisses sei am 11. Dezember 2020 in einem E-Mail von Dr. med. 
K.________ mit dem Hinweis eines „hörbaren Knalls“ untermauert worden. 
Die Erwähnung eines Geräuschphänomens in der ... sei allerdings in den 
zeitnah zum Ereignis vom 4. November 2019 angefertigten Dokumenten 
vermisst worden. Über die fehlende klinische Relevanz von 
Geräuschphänomenen sei bereits hingewiesen worden. Aus der als 
dramatisch empfundenen Schmerzsymptomatologie vom 4. November 
2019 dürfe somit nicht selbstredend ein adäquater Schadensmechanismus 
abgeleitet werden. 

Auch wenn die Versicherte vor dem 4. November 2019 seitens ihres SL-
Gelenkes asymptomatisch gewesen wäre, so hätte das erstmalige 
Auftreten von Beschwerden nach dem rubrizierten Vorfall nicht 
selbstredend einen pathologischen Vorzustand ausgeschlossen (post hoc 
ergo propter hoc). Das Vorliegen eines Vorzustandes wegen der 
Radiusfraktur vom 
17. Mai 2014 sei unter Würdigung der Fachliteratur überwiegend 
wahrscheinlich. Auch die kritische Interpretation der Röntgenbilder vom 17. 
Mai 2014 würde dafür sprechen, dass eine SL-Bandschädigung noch ohne 
Diastase (okultes Stadium) vorgelegen habe. Die nachfolgenden 
radiologischen Bestandesaufnahmen vom 13. Februar 2018 und 11. 
Februar 2020 seien technisch bedingt nicht geeignet gewesen, eine 
Diastase zu erkennen. Zudem habe auf den zitierten Röntgenbildern die 
Darstellung des Radiokarpalgelenkes im seitlichen Strahlengang gefehlt.

In sämtlichen vorliegenden ärztlichen und versicherungsmedizinischen 
Berichten sei zu wenig explizit zwischen der morphologischen SL-Band-
schädigung (welche konventionell radiologisch nicht erkennbar sei) und ei-
ner SL-Dissoziation unterschieden worden (welche bei technisch korrekter 
resp. adäquater Aufnahmetechnik erkennbar sei). Eine SL-Bandläsion 
könne zeitglich mit einer Diastase einhergehen. Die Diastase (SL-
Dissoziation) könne aber auch erst in einem sehr langen Intervall manifest 
werden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 19

Anlässlich des Ereignisses vom 4. November 2019 habe es durch einen 
fehlenden Sturz überwiegend wahrscheinlich nicht zu einer traumatischen 
Läsion intakter SL-Bänder kommen können. Wäre es trotz fehlendem 
adäquatem Trauma anlässlich des rubrizierten Ereignisses in 
hypothetischer Weise zu einer traumatischen Schädigung der SL-Bänder 
mit sofortiger erheblicher Diastase von 6 mm gekommen (was nur mit einer 
erheblichen Traumatisierung einhergehe), so hätte diese erhebliche 
Traumatisierung überwiegend wahrscheinlich im MRI vom 12. März 2020 
(angefertigt vier Monate nach dem Ereignis) abbildbar sein müssen. Im 
MRI hätten dann überwiegend wahrscheinlich Bone-bruise-Veränderungen 
am Os lunatum und Os scaphoideum nachweisbar sein müssen, genauso 
wie SL-Bandreste ohne ödematöse Involution sowie eine diffuse 
Ergussbildung im Handgelenksbereich. Dies sei jedoch nicht der Fall 
gewesen.

Bei der Versicherten habe überwiegend wahrscheinlich bedingt durch den 
Unfall vom 17. Mai 2014 ein erheblicher Vorzustand im Bereich der SL-
Bänder vorgelegen. Wäre es am 4. November 2019 zu einer 
richtunggebenden Verschlechterung des präexistenten Vorzustandes 
gekommen, so hätten entsprechende MR-tomografische Zeichen vorliegen 
müssen (Knorpelschäden, Erguss, Bone bruise). Aber auch die 
offensichtlich nach dem rubrizierten Ereignis bestehende Klinik habe gegen 
eine richtunggebende Verschlechterung gesprochen. Hätte eine solche 
vorgelegen, wäre überwiegend wahrscheinlich zeitnah zum Ereignis eine 
bildgebende Diagnostik erfolgt, welche fokussiert gewesen wäre auf das 
Handgelenk (am 10. Februar 2020 sei die gesamte Hand in einer Ebene 
und nicht das Handgelenk in zwei Ebenen geröntgt worden) und die 
Schadenmeldung wäre überwiegend wahrscheinlich zeitnaher zum 
Ereignis erfolgt. 

Somit habe das Ereignis vom 4. November 2019 nur zu einer 
vorübergehenden Verschlechterung eines präexistenten Vorzustandes 
geführt. Bedingt durch eine überwiegend wahrscheinlich am 17. Mai 2014 
stattgefundenen SL-Bandläsion sei es progredient zu einer langsamen 
Diastase gekommen, welche allerdings einer bildgebenden Dokumentation 
infolge ungeeignetem Strahlengang entgangen sei. Da mit dem MRI vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 20

12. März 2020 eine richtunggebende Verschlechterung bildmorphologisch 
habe ausgeschlossen werden können, sei spätestens zu diesem Zeitpunkt 
der Status quo sine erreicht worden. Somit habe auch keine Teilkausalität 
zwischen den nachfolgenden operativen Behandlungen und dem Ereignis 
vom 4. November 2019 bestanden. 

3.2.15 Dr. med. G.________, beratender Arzt der Beschwerdeführerin 2, 
führte in der Aktenbeurteilung vom 16. März 2023 (act. IA 15) aus, mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit spielten unfallfremde Faktoren auf die 
Entwicklung der SL-Bandläsion hin zur diagnostizierten SL-
Dissoziation/zum beginnenden SLAC-Wrist keine Rolle. Diese 
Einschätzung werde von den Dres. med. D.________ im Bericht vom 21. 
Januar 2021 und K.________ in der E-Mail vom 11. Dezember 2020 
geteilt. Auch in der Aktenbeurteilung vom 6. Oktober 2022 werde von Dr. 
med. F.________ dargelegt, dass die SL-Dissoziation das Resultat einer 
traumatischen SL-Bandläsion sei. In Zusammenschau der klinischen und 
bildgebenden Befunde sowie des klinischen Verlaufs sei der Unfall vom 4. 
November 2019 für die im MRI vom 12. März 2020 erstmals festgestellte 
strukturelle Läsion (SL-Dissoziation infolge einer SL-Bandruptur) nicht 
wegzudenken. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit stehe die SL-
Dissoziation, welche zu den Operationen vom 1. September und 27. 
Oktober 2020 führte, mit dem Unfall vom 4. November 2019 zumindest in 
teilkausalem Zusammenhang. Der Unfall vom 4. November 2019 habe in 
Abwägung der vorliegenden Fakten zu einer richtunggebenden 
Verschlimmerung des Vorzustandes geführt. Zwar sei die Feststellung von 
Dr. med. F.________, dass die Bildgebung der Hand vom 13. Februar 
2018 und 11. Februar 2020 zur radiologischen Verlaufskontrolle nicht 
geeignet gewesen sei, korrekt. Soweit er eine überwiegend 
wahrscheinliche Unfallkausalität der SL-Bandläsion zum Ereignis vom 17. 
Mai 2014 mit progredienter langsamer Diastase mit der Begründung, dass 
diese einer bildgebenden Dokumentation infolge ungeeigneten 
Strahlengangs entgangen sei, herstellte, könne ihm jedoch nicht gefolgt 
werden. Rein aufgrund der vorliegenden Bildgebung sei die Argumentation 
der Unfallkausalität zum Ereignis vom 17. Mai 2014, der erstmals in der 
MRI vom 12. März 2020 festgestellten SL-Dissoziation, nicht korrekt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 21

3.2.16 Dr. med. F.________ führte in der Aktenbeurteilung vom 10. Mai 
2023 (act. IIC 55) aus, er halte weiterhin vollumfänglich an sämtlichen 
Ausführungen in seiner Beurteilung vom 6. Oktober 2022 fest. Die 
orthopädische und versicherungsmedizinische Beurteilung im vorliegenden 
Fall sei durch das Fehlen von Echtzeit- oder Nahzeit-Dokumenten nach 
dem 4. November 2019 erschwert. Die Dokumentation der Behandlung bei 
der Rheumatologin Dr. med. L.________ seit dem Jahr 2016 bis zur 
Anmeldung zum MRI vom 12. März 2020 (vier Monate nach dem geltend 
gemachten Ereignis in der ...) sei rudimentär. Aus diesem Grund habe er 
beim Verfassen der Aktenbeurteilung vom 6. Oktober 2022 versucht, 
möglichst sämtliche Dokumente, welche direkt oder indirekt Hinweise auf 
den Gesundheitszustand der linken Hand der Versicherten seit dem 17. 
Mai 2014 dokumentierten, zu würdigen. Nur so habe aus seiner Sicht eine 
vertiefte, kritische und umfassende Beurteilung betreffend die SL-
Pathologie erfolgen können. Bei der Beurteilung von Dr. med. G.________ 
sowie in den Ausführungen der Beschwerdeführerin 1 vom 20. April 2023 
fehlten teilweise die Bezugnahme und die kritische Diskussion sämtlicher 
Akten. Diese habe beispielsweise auch die Würdigung des ausführlichen 
Berichts von Dr. med. D.________ vom 21. Januar 2021 betroffen. Darin 
habe diese zur biomechanischen Adäquanz des Ereignisses vom 4. 
November 2019 Stellung bezogen. In der vorliegenden Stellungnahme 
habe er an verschiedenen Stellen aufgezeigt, dass seitens der 
Beschwerdeführerinnen Dokumente in den Akten nicht umfassend 
gewürdigt worden seien, welche auf medizinische Auffälligkeiten hinwiesen 
(beispielsweise Latenz zwischen dem Ereignis im November 2019 und 
einer ersten Röntgenabklärung drei Monate später). 

3.2.17 In der E-Mail von Dr. med. H.________, beratender Arzt der 
Beschwerdeführerin 1, vom 27. September 2023 (act. I 14) führte dieser 
aus, aufgrund der Dokumentation sei für ihn nicht ersichtlich, ab wann, in 
welcher Frequenz, mit welchen Diagnosen und mit welchen 
therapeutischen Bemühungen sich die Versicherte in rheumatologischer 
Behandlung befunden habe. Aufgrund der Tatsache, dass sie offensichtlich 
Schmerzen in den Handgelenken/Daumen gehabt habe, erscheine es ihm 
möglich, dass sie zum Beispiel mittels Cortisoninjektion behandelt worden 
sei und die SL-Ruptur auch krankheitsbedingt sein könnte. Keiner der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 22

beurteilenden Ärzte scheine die intraoperativen Bilder von Dr. med. 
K.________ gesichtet und beurteilt zu haben. Ob die Weite des SL-Spaltes 
wie von Dr. med. F.________ behauptet bereits 2014 leicht pathologisch 
gewesen sein solle, könne er (Dr. med. H.________) nicht beurteilen, da 
ihm die Bilder nicht zur Verfügung stünden. Er wage allerdings zu 
behaupten, dass man auch zu anderer Ansicht gelangen könne, denn 
seitenvergleichende radiologische Aufnahmen seien ja nicht gemacht 
worden und es sei durchaus möglich, dass diese „leicht pathologischen 
Werte“ den physiologischen, normalen Zustand darstellten bei der 
Versicherten. Auch in Bezug auf die Interpretation der MRI-Bilder seitens 
Dr. med. F.________ sei er (Dr. med. H.________) sich nicht sicher, ob 
diese zulänglich seien. Dass vier Monate nach dem Ereignis kein Bone 
bruise mehr zu sehen sei, erachte er als durchaus möglich und aus der 
Absenz eines solchen zu diesem Zeitpunkt lasse sich nicht herleiten, dass 
kein traumatisches Ereignis stattgefunden habe. Es gebe noch einige 
andere Punkte, die sicher kritisch durch einen Facharzt für Handchirurgie 
beurteilt werden könnten. Was sicher sei, sei die Tatsache, dass die 
Stellungnahme von Dr. med. F.________ in Bezug auf die Wertigkeit aller 
anderen ärztlichen Stellungnahmen bei weitem überlegen sei, erstens weil 
er sich sehr detailliert mit der Dokumentation auseinandergesetzt habe, 
zweitens – und das scheine der wichtigste Punkt – er sich als einziger 
eingehend mit der gesamten Bilddokumentation auseinandergesetzt habe 
und drittens wissenschaftliche Literatur anfüge, die seine Argumente zu 
stützen schienen. 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 23

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati-
on einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen In-
halt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Beratende Ärzte eines Versicherungsträgers sind, was den Beweiswert ih-
rer ärztlichen Beurteilung angeht, versicherungsinternen Ärzten gleichzu-
setzen (SVR 2021 UV Nr. 34 S. 155 E. 2.3). Den Berichten und Gutachten 
versicherungsinterner Ärzte kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig 
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind 
und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 
E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV Nr. 3 S. 8 E. 3.2). Trotz dieser grundsätzli-
chen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizini-
scher Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie ei-
nem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versiche-
rungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll 
ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschie-
den werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu 
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der ver-
sicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und 
Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der 
versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Be-
richt eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pau-
schale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 
E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das 
Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an 
den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 24

nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 
S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; SVR 2021 
UV Nr. 34 S. 155 E. 2.3).

3.4

3.4.1 Die Beschwerdegegnerin hat im Wesentlichen auf die 
Aktenbeurteilungen ihres beratenden Arztes Dr. med. F.________ vom 6. 
Oktober 2022 (act. IIA 28) und 10. Mai 2023 (act. IIC 55) abgestellt. 
Danach habe das Ereignis vom 4. November 2019 nur zu einer 
vorübergehenden Verschlechterung eines präexistenten Vorzustandes 
geführt. Bedingt durch eine überwiegend wahrscheinlich am 17. Mai 2014 
stattgefundene SL-Bandläsion sei es progredient zu einer langsamen 
Diastase gekommen, welche allerdings einer bildgebenden Dokumentation 
infolge ungeeignetem Strahlengang entgangen sei. Spätestens mit dem 
bildmorphologischen Ausschluss einer richtunggebenden Verschlimmerung 
am 12. März 2020 sei im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 4. 
November 2019 der Status quo sine erreicht worden. Damit bestehe auch 
keine Teilkausalität zwischen diesem Ereignis und den nachfolgenden 
operativen Behandlungen. Sie stünden vielmehr im Zusammenhang mit 
dem Ereignis vom 17. Mai 2014 bzw. seien krankheitsbedingt (act. IIA 
28/35 ff.). 

Die Aktenbeurteilungen von Dr. med. F.________ sind für sich allein 
genommen durchaus plausibel. Indessen begründen die Berichte der 
behandelnden Ärzte wie auch der beratenden Ärzte der 
Beschwerdeführerinnen – wie nachfolgend dargelegt – zumindest geringe 
Zweifel (vgl. E. 3.3. hiervor) an den Schlussfolgerungen von Dr. med. 
F.________.

3.4.2 Während die Dres. med. D.________ (vgl. Beurteilungen vom 14. 
April 2020 [act. IIA 9/35] und 21. Januar 2021 [act. IIA 9/14]) und 
C.________ (Stellungnahmen vom 9. November 2020 [act. IIA 9/28], vom 
15. Dezember 2020 [act. IIA 9/21] und 24. Februar 2021 [act. IIA 33/45]) 
mit Dr. med. F.________ einen auf das Ereignis vom 17. Mai 2014 
zurückzuführenden Vorzustand annehmen, welcher durch das Ereignis 
vom 4. November 2019 vorübergehend verschlimmert worden sei, gehen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 25

sämtliche weiteren im vorliegenden Verfahren befassten Ärzte davon aus, 
dass das Ereignis vom 4. November 2019 zumindest zu einer 
richtunggebenden Verschlimmerung eines Vorzustandes geführt hat bzw. 
die zur Diskussion stehende SL-Dissoziation durch dieses verursacht 
wurde (vgl. Berichte und Beurteilungen der Dres. med. K.________ 
[Operateur] vom 22. Juni 2020 [act. IIA 4], 3. September 2020 [act. IIA 17] 
und 11. Dezember 2020 [act. IIA 9/23], M.________ vom 9. Februar 2021 
[act. IIA 25/3], E.________ vom 7. Juli 2021 [act. I 9] und G.________ vom 
16. März 2023 [act. IA 15]) bzw. man auch anderer Meinung sein könne als 
Dr. med. F.________ (vgl. E-Mail von Dr. med. H.________ vom 27. 
September 2023 [act. I 14]).

3.4.3 Der betreffend das Ereignis vom 17. Mai 2014 nachbehandelnde 
Arzt, Dr. med. J.________, hat im Bericht vom 18. Juli 2014 festgehalten, 
nach dem Unfall vom 17. Mai 2014 habe bei einer Röntgenuntersuchung 
eine nichtdislozierte Fraktur des Radius distalis links festgestellt werden 
können, welche konservativ behandelt worden sei (act. I 4). Wie die 
Beschwerdeführerin 1 zu Recht vorbringt (vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. 2), 
heilte diese Verletzung offensichtlich innert kurzer Zeit folgenlos aus. Dies 
wird auch durch die übrigen Akten gestützt. So teilte die Versicherte der 
Beschwerdegegnerin am 25. September 2020 per E-Mail mit, sie habe in 
den letzten fünf Jahren bis zum Ereignis vom 4. November 2019 keine 
Schmerzen im Handgelenk verspürt, hätte sich ohne Einschränkungen 
oder Schmerzen „normal“ abstützen und Liegestützen durchführen können 
(act. IIA 32/108). Nach dem 18. Juli 2014 (act. I 4) bis zur Anfertigung von 
Röntgenbildern beider Hände am 13. Februar 2018 (act. IIA 9/33) und 
danach bis zum 11. Februar 2020 (act. IIA 33/42) sind denn auch keine 
Behandlungen oder Untersuchungen zum linken Handgelenk dokumentiert 
und es fehlen damit ärztliche Berichte in den Akten, welche bezüglich des 
linken Handgelenks Hinweise auf Brückensymptome geben würden. Die 
die Versicherte ab 2016 behandelnde Rheumatologin Dr. med. L.________ 
teilte mit E-Mail vom 29. September 2020 der Beschwerdegegnerin mit, sie 
habe wegen belastungsabhängigen Schmerzen im Bereich der 
Daumenbasis beidseits und zum Ausschluss einer entzündlichen 
rheumatischen Affektion im Februar 2018 Röntgenuntersuchungen der 
Hände und Füsse der Versicherten veranlasst (act. IIA 9/31). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 26

Handgelenksbeschwerden nannte die Rheumatologin dabei nicht. Auch 
dem diesbezüglichen Röntgenbericht vom 13. Februar 2018 sind keine 
Handgelenksbeschwerden zu entnehmen (act. IIA 9/33). Dr. med. 
L.________ tätigte in ihren Berichten keine näheren Angaben, ob ihre 
Behandlungen/Abklärungen die Füsse oder die Hände betrafen. Jedenfalls 
wurde betreffend dem Röntgenbild vom 13. Februar 2018 ein Zustand nach 
Operation am Grosszehengrundgelenk festgehalten und sie informierte am 
29. September 2020 die Beschwerdegegnerin dahingehend, dass ihr bis 
auf den Hinweis im Überweisungsschreiben vom 31. Mai 2016 keine 
weiteren Angaben zu Handgelenksbeschwerden vorliegen (act. IIA 9/31). 
Weiter wurde im MR-Bericht des linken Handgelenks vom 12. März 2020 
über ein seit mehreren Monaten bestehendes, belastungsabhängiges 
Schmerzzentrum im linken Handgelenk berichtet (act. IIA 33/43). In der 
rund drei Wochen später stattgefundenen klinischen Untersuchung bei Dr. 
med. D.________ gab die Versicherte sodann an, seit dem Unfallereignis 
im November 2019 an Handgelenksschmerzen links zu leiden (act. IIA 
9/35). Dass Dr. med. D.________ im gleichen Bericht erwähnte, die 
Versicherte habe wohl schon länger Handgelenksbeschwerden, könne 
diese aber nicht genau von den ausstrahlenden Beschwerden von Seiten 
der Rhizarthrose differenzieren, steht dabei im Widerspruch zu den 
Aussagen der Versicherten. 

Aufgrund des Dargelegten deckt sich ein Grossteil der medizinischen Akten 
mit den Aussagen der Versicherten vom 25. September 2020, sie habe von 
Seiten des linken Handgelenks vor dem 4. November 2019 keine 
Beschwerden verspürt und stehen mit den Annahmen von Dr. med. 
F.________ im Widerspruch (vgl. etwa act. IIA 28/19 f., 28/32, act. IIC 55/5 
ff.). Die Frage, ob Dr. med. F.________ bei seiner Beurteilung damit von 
falschen Prämissen ausgegangen ist, wie die Beschwerdeführerin 1 
geltend macht (vgl. Beschwerde S. 7 Ziff. 26), ist aufgrund der vorliegenden 
Akten nicht zu beantworten. Gleich verhält es sich mit der damit 
unweigerlich verknüpften Angabe von Dr. med. F.________, es habe eine 
langsame Progredienz der SL-Bandläsion stattgefunden (vgl. etwa act. IIA 
28/35, 28/37, act. IIC 55/5, 55/11, 55/23 f.). Wie die Beschwerdeführerin 1 
zu Recht vorbringt (vgl. Beschwerde S. 7 Ziff. 26), ist entgegen der 
Interpretation von Dr. med. F.________ damit nicht geklärt, ob die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 27

Versicherte zwischen 2014 und 2019 betreffend dem linken Handgelenk 
Beschwerden hatte. Dr. med. F.________ brachte denn auch in seinen 
Aktenbeurteilungen selbst vor, die Dokumentation zwischen den beiden 
Unfallereignissen bzw. von Dr. med. L.________ zwischen 2016 und der 
Anmeldung zum MRI vom 12. März 2020 sei nur sehr rudimentär und 
„äusserst dürftig“ und bezeichnete den Umstand, dass in nahezu sechs 
Jahren die Rheumatologin trotz überwiegend wahrscheinlich mehreren 
Kontakten mit der Versicherten keine Krankengeschichteneinträge oder 
Hausarztberichte erstellt habe, als nicht nachvollziehbar (act. IIA 28/19, IIC 
55/19, 55/25). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass 
entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (vgl. etwa 
Beschwerdeantwort S. 25 Ziff. 92 sowie Duplik S. 6 Ziff. 17) die E-Mail vom 
22. September 2020 (act. IIA 9/32), in welchem ihre Sachbearbeiterin 
gegenüber Dr. med. L.________ ein Telefongespräch mit der Versicherten 
zitiert, wonach diese gesagt haben soll, bereits vor dem Ereignis vom 4. 
November 2019 Probleme mit dem linken Handgelenk gehabt zu haben, 
kein massgeblicher Beweiswert zukommt, zumal keine Angaben über das 
Datum, an dem das Telefongespräch stattgefunden haben soll, gemacht 
werden und die zitierte Aussage den übrigen von der Versicherten in den 
Akten gemachten Aussagen widerspricht. 

3.4.4 Es bestehen auch weitere Hinweise, welche zumindest geringe 
Zweifel an den Aktenbeurteilungen von Dr. med. F.________ begründen. 
Nicht zu überzeugen vermag insbesondere, wenn Dr. med. F.________ 
eine durch das Ereignis vom 4. November 2019 bedingte richtunggebende 
Verschlimmerung verneint, weil diesfalls überwiegend wahrscheinlich 
zeitnah zum Ereignis eine auf das Handgelenk fokussierte bildgebende 
Diagnostik erfolgt wäre (IIA/28 S. 35; IIC/55 S. 10). Allein aus dem Fehlen 
einer solchen spezifischen Untersuchungsmassnahme kann nichts 
Entscheidendes für oder gegen das Vorliegen einer richtunggebenden 
Verschlimmerung abgeleitet werden. Ebenso überzeugt nicht, wenn Dr. 
med. F.________ den Beschwerdeführerinnen vorhält, dass diese den – 
bei Annahme einer richtunggebenden Verschlimmerung 
vorauszusetzenden – Vorzustand nicht genau umschreiben würden (act. 
IIC 55/24; vgl. auch Beschwerdeantwort S. 22 Ziff. 78), währenddem er 
selber dadurch, dass er eine Kausalität zum Unfall vom 17. Mai 2014 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 28

bejaht, gerade von einem solchen Vorzustand (mit raschem Erreichen des 
Status quo sine nach dem Ereignis vom 4. November 2019) ausgeht. 
Weiter stehen sich in den Akten betreffend Kausalität der SL-Dissoziation 
diverse ärztliche gleichwertige Meinungen diametral gegenüber. Während 
die Dres. med. D.________, C.________ und F.________ die SL-
Dissoziation im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 17. Mai 2014 sehen 
(vgl. Beurteilungen vom 14. April 2020 [act. IIA 9/35], 9. November 2020 
[act. IIA 9/28], 21. Januar 2021 [act. IIA 9/14], 24. Februar 2021 [act. IIA 
33/45], 6. Oktober 2022 [act. IIA 28], 10. Mai 2023 [act. IIC 55]), sprechen 
sich die Dres. med. K.________, M.________, E.________ für eine 
anlässlich des zweiten Ereignisses vom 4. November 2019 erfolgte 
Ursache aus (vgl. Berichte vom 22. Juni 2020 [act. IIA 4], 3. September 
2020 [act. IIA 17], 
11. Dezember 2020 [act. IIA 9/23], 9. Februar 2021 [act. IIA 25/3], 7. Juli 
2021 [act. I 9]). Weiter sieht Dr. med. G.________ die Verletzung 
zumindest in einem teilkausalen Zusammenhang mit dem Ereignis vom 4. 
November 2019 (Beurteilung vom 16. März 2023 [act. I 15]), während Dr. 
med. H.________ auch eine krankheitsbedingte Genese in Betracht zieht 
(vgl. E-Mail vom 27. September 2023 [act. I 14]). Während sodann Dr. 
med. F.________ in seiner Aktenbeurteilung vom 6. Oktober 2022 ausführt, 
wäre es am 4. November 2019 zu einer richtunggebenden 
Verschlechterung eines präexistenten Vorzustandes gekommen, hätten 
entsprechende MR-tomografische Zeichen vorliegen müssen 
(Knorpelschäden, Erguss, Bone bruise; act. IIA 28/35), sieht Dr. med. 
E.________ in seiner Beurteilung vom 7. Juli 2021 den Umstand, dass in 
der diagnostischen Arthroskopie vom 1. September 2020 kein 
Knorpeldefekt im Saphoid und Lunatum gefunden werden konnte, gerade 
als Zeichen, dass die SL-Dissoziation neueren Datums sei (act. IIA 7/33). 
Dr. med. H.________ brachte diesbezüglich in der E-Mail vom 27. 
September 2023 (act. I 14) vor, der Umstand, dass vier Monate nach dem 
Ereignis kein Bone bruise mehr zu sehen sei, erachte er als durchaus 
möglich und aus der Absenz eines solchen zu diesem Zeitpunkt lasse sich 
nicht herleiten, dass kein traumatisches Ereignis stattgefunden habe. 

Die vorliegenden umfangreichen medizinischen Akten mit vorwiegend 
Aktenbeurteilungen von beratenden und behandelnden Ärzten erlauben 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 29

dem Gericht keine abschliessende Beurteilung dieser Widersprüche und es 
besteht insoweit Klärungsbedarf.

3.4.5 Zusammenfassend sind die Schlussfolgerungen derjenigen Ärzte, 
auf welche sich die Beschwerdeführerinnen stützen, ebenso plausibel wie 
jene, auf welche sich die Beschwerdegegnerin beruft. Es liegen im 
vorliegenden Fall gleichwertige Expertenmeinungen vor, welche sich 
widersprechen und keine abschliessende Beurteilung zulassen, sodass 
nicht willkürfrei und ohne Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes auf 
nur eine der diversen Meinungen abgestellt werden kann (Entscheid des 
BGer vom 13. Januar 2016, 9C_578/2015, E. 2.3). Insbesondere vermögen 
die Stellungnahmen der Dres. med. C.________, D.________ und 
F.________ nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu beweisen, dass 
die hier interessierende SL-Dissoziation durch das Unfallereignis vom 17. 
Mai 2014 verursacht wurde bzw. dass in Bezug auf das Unfallereignis vom 
4. November 2019 spätestens per 13. März 2020 der Status quo ante vel 
sine erreicht war. Aber auch die Beurteilungen der Dres. med. K.________, 
M.________, E.________, G.________ und H.________ vermögen nicht, 
die hier sich stellenden Fragen schlüssig und mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit zu beantworten. Damit bestehen gestützt auf die 
derzeitige Aktenlage und mit Blick auf den massgebenden Beweisgrad (vgl. 
E. 2.3.1 hiervor) zumindest geringe Zweifel an den Einschätzungen von Dr. 
med. F.________. Der Sachverhalt erweist sich hinsichtlich der besagten 
Punkte als nicht rechtsgenüglich erstellt. Folglich bleiben die vorliegend 
beweisrechtlich relevanten Fragen insgesamt ungeklärt und es bedarf 
weiterer (erstmalig umfassender) Abklärungen in Form eines 
versicherungsmedizinischen Gutachtens. Dies hat die Beschwerdegegnerin 
nachzuholen. Namentlich ist abzuklären, ob der Unfall vom November 2019 
mindestens teilkausal zu den nach dem 13. März 2020 persistierenden 
Handgelenkbeschwerden links ist bzw. dieser zu einer richtunggebenden 
Verschlimmerung geführt hat. Zu diesem Zweck ist eine Begutachtung bei 
einem externen Facharzt für Handchirurgie durchzuführen. Insbesondere 
hat die Beschwerdegegnerin – wie von der Beschwerdeführerin 1 gefordert 
(vgl. Beschwerde S. 7 Ziff. 27) – weitere Abklärungen zum Verlauf der 
Handgelenksbeschwerden zwischen 2014 und 2019 beim obligatorischen 
Krankenversicherer oder den behandelnden Ärzten vorzunehmen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 30

3.5 Aufgrund des Dargelegten sind die Beschwerden, soweit darauf 
einzutreten ist, dahingehend gutzuheissen, als der angefochtene 
Einspracheentscheid vom 17. Februar 2023 (act. IIA 34) aufzuheben und 
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie nach 
Veranlassung einer Begutachtung und Abklärungen im Sinne der 
Erwägungen über den Leistungsanspruch neu verfüge. 

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht weder für die unterlie-
gende Beschwerdegegnerin noch für die obsiegenden Beschwerdeführe-
rinnen – da in ihrer Funktion als Sozialversicherungsträgerinnen handelnd 
(vgl. KIESER, a.a.O., Art. 61 N. 219) – ein Anspruch auf eine Parteientschä-
digung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG; BGE 128 V 124 E. 5b 
S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Soweit darauf einzutreten ist, werden die Beschwerden dahingehend 
gutgeheissen, als der angefochtene Einspracheentscheid der Solida 
Versicherungen AG vom 17. Februar 2023 aufgehoben und die Sache 
an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit sie – nach 
Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge. 

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 1. Feb. 2024, UV/23/169, Seite 31

3. Zu eröffnen (R):
- Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG 
- Visana AG
- Rechtsanwalt A.________ z.H. der Beschwerdegegnerin
- Bundesamt für Gesundheit

Zur Kenntnisnahme:
- B.________

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.