# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 47a0a425-fd3f-5e06-b575-de341f746fec
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-17
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 17.09.2015 200 2015 155
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-155_2015-09-17.pdf

## Full Text

200 15 155 IV
FUR/ABE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 17. September 2015

Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. Januar 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/15/155, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1955 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
gelernter ..., betreibt seit 1983 eine eigene ... (Antwortbeilage [AB] 1/5, 
1/10). Im Dezember 2007 meldete er sich wegen Rückenproblemen bei der 
IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an 
(AB 1). Die IVB führte medizinische und erwerbliche Erhebungen durch und 
gewährte Berufsberatung und Abklärung der beruflichen Eingliederungs-
möglichkeiten (AB 17). Daraufhin erteilte sie Kostengutsprache für eine 
Betriebsanalyse (AB 21). Gestützt auf die entsprechende Evaluation wurde 
die Weiterführung des ...-Betriebs, kombiniert mit einer teilzeitlichen Tätig-
keit als … an einer ... angestrebt (AB 23/3 f.). Im Hinblick auf Letztere resp. 
zum Erwerb fachtechnischer und … Kenntnisse (vgl. AB 24/1) erteilte die 
IVB am 18. Februar 2010 Kostengutsprache für verschiedene Kurse (AB 
28). Zudem erhielt der Versicherte diverse Hilfsmittel (Arbeitsstühle) zuge-
sprochen (AB 36). Ab Juni 2010 … er durchschnittlich einen Tag pro Wo-
che an einer ...; das eigene Geschäft führte er weiter (AB 62/1, 63/4).

Am 18. Juni 2012 teilte die IVB mit, sie schliesse das Dossier im Eingliede-
rungsmanagement (AB 37). Daraufhin machte der Versicherte geltend, da 
er jetzt vermehrt … arbeite, benötige er zusätzliche Weiterbildungen (AB 
38). Nach weiteren Abklärungen erwog die IVB, der Versicherte sei als ... 
und ... optimal eingegliedert; Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen 
bestehe nicht (Mitteilung vom 22. November 2013 [AB 53]). Damit zeigte 
sich der Versicherte nicht einverstanden bzw. verlangte den Erlass einer 
anfechtbaren Verfügung (AB 55). Nach weiteren Abklärungen (u.a. Ab-
klärungsbericht für Selbstständigerwerbende [AB 63]) und durchgeführten 
Vorbescheidverfahren (AB 60, 64, 65) sprach die IVB dem Versicherten 
vom 1. Dezember 2007 bis 30. September 2010 eine Viertelsrente zu (Ver-
fügung vom 29. Juli 2014 [AB 71/2]). Das Gesuch um weitere berufliche 
Massnahmen wies sie mit Verfügung vom 20. Januar 2015 (AB 76) ab.

B.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/15/155, Seite 3

Am 16. Februar 2015 erhob der Versicherte Beschwerde gegen die Verfü-
gung vom 20. Januar 2015 betreffend die Ablehnung weiterer beruflicher 
Massnahmen. Er machte geltend, die Sachverhaltsdarstellung in der Ver-
fügung sei nicht korrekt. Er befürchte, dass sich dies nachteilig auswirken 
würde, sollte er sich wegen einer allfälligen Verschlechterung des Gesund-
heitszustands erneut an die Invalidenversicherung wenden müssen.

Mit Beschwerdeantwort vom 15. April 2015 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten.

Auf Aufforderung der Instruktionsrichterin (Schreiben vom 21. April 2015) 
hin reichte der Beschwerdeführer am 29. April 2015 eine „Beschwerde-
Verbesserung“ ein; unter anderem beantragt er zusätzliche Abklärungen 
oder Kursbewilligungen. Eine weitere Eingabe, worin der Beschwerdeführer 
über eine Veränderung der beruflichen Situation orientierte und die Prüfung 
eines Rentenanspruchs beantragte, ging dem Gericht am 1. Juli 2015 zu.

Am 2. Juli 2015 ging sodann eine Ergänzung zur Beschwerdeantwort ein. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/15/155, Seite 4

gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist grundsätzlich 
(vgl. E. 1.2.2 hiernach) auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. Januar 2015 
(AB 76), mit welcher das Leistungsbegehren für (weitere) berufliche Mass-
nahmen abgewiesen wurde.

1.2.1 Soweit der Beschwerdeführer weitere berufliche Massnahmen, d.h. 
insbesondere die Finanzierung von …, beantragt, ist auf die Beschwerde 
einzutreten.

1.2.2 Hingegen ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, soweit der Be-
schwerdeführer verlangt, der Verfügungstext sei insofern anzupassen, als 
die Sachverhaltsdarstellung zu korrigieren sei. Dieses Begehren richtet sich 
lediglich gegen die Begründung der Verfügung, ohne dass sich jene auf die 
– alleine Rechtsverbindlichkeit erlangende – Entscheidformel (Dispositiv) 
auswirken würde; insoweit ist auf die Beschwerde mangels eines Rechts-
schutzinteresses im Sinne von Art. 59 ATSG nicht einzutreten. Da zudem 
der Rentenanspruch nicht Gegenstand des Anfechtungsobjekts bildet (vgl. 
unangefochten gebliebene Rentenverfügung vom 29. Juli 2014 [AB 71/2]), 
kann auf die Beschwerde auch insoweit nicht eingetreten werden, als der 
Beschwerdeführer die Prüfung eines Anspruchs auf eine „Teilrente“ (Ein-
gabe vom 30. Juni 2015) beantragte.

1.3 Bei 31.5 Kurstagen (Beschwerdebeilage [BB] 24; vgl. AB 25/2) und 
Kosten von Fr. 240.-- pro Ausbildungstag (AB 28) bzw. einem Taggeld von 
Fr. 46.40 (AB 29/2) liegt der Streitwert unter Fr. 20'000.--, weshalb die Be-
urteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit fällt (Art. 57 
Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/15/155, Seite 5

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit 
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten 
oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den Anspruch auf 
die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Eingliederungsmassnahmen 
bestehen nach Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG unter anderem in Massnahmen beruf-
licher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, 
Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe) im Sinne von Art. 15 ff. IVG.

2.2.1 Gemäss Art. 15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der 
Berufswahl oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, 
Anspruch auf Berufsberatung. Die spezielle Invalidität im Sinne von Art. 15 
IVG liegt in der gesundheitlich bedingten Behinderung in der Berufswahl 
oder in der Ausübung der bisherigen Tätigkeit der an sich zur Berufswahl 
fähigen versicherten Person. In Betracht fällt jede körperliche oder psychi-
sche Beeinträchtigung, die den Kreis der für die versicherte Person nach 
ihrer Eignung und Neigung möglichen Berufe oder Betätigungen einengt 
oder die Ausübung der bisherigen Aufgabe unzumutbar macht. Ausge-
schlossen sind geringste Behinderungen, die keine nennenswerte Beein-
trächtigung zur Folge haben und deshalb die Inanspruchnahme der 
Invalidenversicherung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 29 E. 1a S. 29).

2.2.2 Arbeitsunfähige Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, ha-
ben Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten 
Arbeitsplatzes und begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhal-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/15/155, Seite 6

tung ihres Arbeitsplatzes (Art. 18 Abs. 1 IVG). Die im Zusammenhang mit 
dem Anspruch auf Arbeitsvermittlung relevante Invalidität besteht darin, 
dass die versicherte Person bei der Suche nach einer geeigneten Arbeits-
stelle aus gesundheitlichen Gründen Schwierigkeiten hat (BGE 116 V 80 
E. 6a S. 8; SVR 2006 IV Nr. 45 S. 164 E. 4.1.1; AHI 2000 S. 68 f.).

2.2.3 Gemäss Art. 17 IVG besteht Anspruch auf Umschulung auf eine 
neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig 
ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbes-
sert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit 
ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2).

Unter Umschulung ist nach der Rechtsprechung grundsätzlich die Summe 
der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die not-
wendig und geeignet sind, den vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbs-
tätig gewesenen Versicherten eine ihrer früheren annähernd gleichwertige 
Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 139 V 399 S. 403 und 404 E. 5.4 
und 5.5, 130 V 488 E. 4.2 S. 489, 124 V 108 E. 2a S. 110). Dabei bezieht 
sich der Begriff der „annähernden Gleichwertigkeit“ nicht in erster Linie auf 
das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Einglie-
derung zu erwartende Verdienstmöglichkeit (vgl. Art. 6 Abs. 1bis der Ver-
ordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV; 
SR 831.201]; BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 489, 124 V 108 E. 2a S. 110).

Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt, wer nicht hinreichend eingegliedert 
ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und Schwere erreicht hat, welche 
die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise unzu-
mutbar macht. Dabei muss der Invaliditätsgrad ein bestimmtes erhebliches 
Mass erreicht haben; nach der Rechtsprechung ist dies der Fall, wenn die 
versicherte Person in den ohne zusätzliche berufliche Ausbildung noch 
zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde 
Erwerbseinbusse von etwa 20% erleidet, wobei es sich um einen blossen 
Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 490, 124 V 108 E. 2b S. 110; 
SVR 2010 IV Nr. 24 S. 74 E. 4). 

2.3 Die versicherte Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem 
jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnah-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/15/155, Seite 7

men, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen 
Vorkehren (vgl. Art. 8 Abs. 1 IVG). Das Gesetz will die Eingliederung ledig-
lich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch 
genügend ist (BGE 139 V 115 E. 5.1 S. 118).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen: 

3.1.1 Dr. med. B.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
legte im Bericht vom 13. März 2008 (AB 16/5) dar, 1980 sei auf der Höhe 
von L5 eine Diskushernie operiert worden. Der Patient leide seit Jahren 
unter tieflumbalen Schmerzen nach Belastungen mit unterschiedlichem 
Verlauf. 2006 sei eine Diskushernie L4/5 ohne klare Wurzelkompression 
gefunden worden. Kraftverluste beständen nicht; die Arbeitsfähigkeit sei 
aber wegen der Lumboischialgie eingeschränkt. Seit 2004 sei eine Bursitis 
calcarea rechts bekannt; diese verursache rezidivierende Schulterschmer-
zen mit Ausstrahlung in den rechten Arm. Schliesslich liege ebenfalls seit 
Jahren ein chronisches Zervikalsyndrom vor. Es sei nicht davon auszuge-
hen, dass die Arbeit als ... je wieder einschränkungslos ausgeübt werden 
könne. Das Heben von Lasten werde immer wieder zu Schmerzen führen, 
wie auch die Arbeiten über Kopf. Die Verminderung der Belastbarkeit be-
trage ca. 30%.

3.1.2 Dr. med. C.________, Facharzt für Rheumatologie und für Allge-
meine Innere Medizin FMH, nannte im Bericht vom 5. April 2012 (AB 50/4) 
hauptsächlich folgende Diagnosen: Zunehmendes lumbospondylogenes 
(DD: radikuläres) Schmerzsyndrom links und persistierende PHS (Periar-
thritis humero-scapularis) Schulter rechts. Der Patient leide sodann unter 
Sensibilitätsstörungen in den Zehen links. Aufgrund einer Zustandsverbes-
serung wurde auf weitere Abklärungen verzichtet (Bericht vom 30. April 
2012 des Dr. med. D.________ [AB 50/2]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/15/155, Seite 8

3.1.3 Med. pract. E.________, Fachärztin für Physikalische Medizin und 
Rehabilitation, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), führte im Bericht vom 
18. November 2013 (AB 52/2) Folgendes auf:

Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit

• St. n. Diskushernienoperation L5/S1 1981 mit/bei:
- rezidivierenden Lumbalgien ohne radikuläre Ausfälle
- kleine mediolaterale Diskushernie L4/5 ohne Neurokompression, degene-

rative Veränderungen 

Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit

• Chronisches Panvertebralsyndrom mit/bei
- Diagnose 1
- Zervikalsyndrom
- muskulärer Dysbalance

• Tendinitis calcarea der Supraspinatussehne beidseits. Erstdiagnose 2004 mit 
PHS-Beschwerden rezidivierend seit 1984

Überkopfarbeiten sowie schwere und mittelschwere Tätigkeiten mit 
Zwangshaltungen seien nicht mehr zumutbar. Die aktuelle Tätigkeiten als 
... und als ... seien seit spätestens 2010 ganztags und ohne Leistungsmin-
derung zumutbar. Nach den beruflichen Massnahmen 2008/2009 habe der 
Beschwerdeführer weder als ... noch als ... ungeeignete körperliche Tätig-
keiten mehr ausüben müssen. Seither sei er 100% arbeitsfähig für jegliche 
leichte Tätigkeit unter Einhaltung der Rückenergonomie. 

3.2 Auf der Basis der in den Akten liegenden Arztberichte ist festzustel-
len, dass der Gesundheitszustand hinreichend erhoben wurde und die me-
dizinischen Beurteilungen eine schlüssige Einschätzung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit zulassen. Namentlich ist den Unterlagen übereinstim-
mend zu entnehmen, dass für angepasste Tätigkeiten keine Einschränkung 
bestehen. Dies wird vom Beschwerdeführer denn auch zu Recht nicht be-
stritten. Vielmehr hat er explizit bestätigt, dass er die nun vermehrten … mit 
den von der IV finanzierten Hilfsmitteln gut bewältigen könne (AB 35/1). 
Ganz generell räumte der Beschwerdeführer ein, dass die Tätigkeiten als ... 
und als ... mit seinen Gesundheitsschädigungen ohne weiteres vereinbar 
seien (Eingaben vom 16. Februar und vom 29. April 2015, je S. 2). Medizi-
nisch ist folglich von einem 100%-igen Rendement auszugehen (vgl. auch 
AB 63/12).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/15/155, Seite 9

4.

4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Beschwerdegegnerin 
habe den Sachverhalt bezüglich der beruflich-befähigenden Massnahmen 
nicht genügend abgeklärt. Er verlangt eine „neutrale Abklärung“, ob er mit 
seinen bisherigen Weiterbildungen den Anforderungen als ... und ... wirklich 
genüge. Sodann beantragt er eine Beratung bezüglich eines allfälligen 
Verbesserungspotentials im neuen Aufgabenbereich.

Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdegegnerin seit Anfang 
2008 umfangreiche und umfassende Abklärungen durchgeführt hat. Nebst 
medizinischen und erwerblichen Erhebungen gewährte sie Berufsberatung 
und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten (AB 17), über-
nahm die Kosten für eine Betriebsanalyse (AB 21) und förderte sowohl die 
Weiterführung des eigenen Betriebs als auch die Umschulung zum ... mit-
tels Finanzierung diverser Kurse (AB 28) und Hilfsmittel (AB 36). Bei diesen 
Gegebenheiten kann nicht gesagt werden, es seien „nur oberflächlich“ Ab-
klärungen durchgeführt worden (Eingabe vom 16. Februar 2015). Vielmehr 
konnte durch die langjährigen Eingliederungsmassnahmen nicht nur eine 
Schliessung des ...betriebs verhindert, sondern auch ein neuer Erwerbs-
zweig erschlossen werden: Der Beschwerdeführer arbeitet nach wie vor in 
seinem …geschäft (vgl. <www…..ch> bzw. <www…..ch>), wobei er seine 
Hauptaktivität vom praktischen in den administrativen Bereich verlagerte. 
Ferner war er ab Juni 2010 zusätzlich rund einen Tag pro Woche als … 
bzw. als … an einer ... tätig (AB 62/1, 63/4).

Da von abermaligen Abklärungen – auch etwa im Rahmen von Berufsbera-
tung (vgl. E. 2.2.1 hiervor) – keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind 
(antizipierte Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 E. 1d S. 162]), erübrigen 
sich entsprechende Massnahmen. 

4.2 Weiter stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, ihm 
würden wichtige Grundlagenkenntnisse in … fehlen. Er macht geltend, von 
den ursprünglich 58 Kurstagen, die für … bewilligt wurden (vgl. AB 25/2, 
28/1), habe er einen Teil nicht erhalten. Seine Kenntnisse in den … seien 
lückenhaft; er arbeite deshalb ineffizient.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/15/155, Seite 10

4.2.1 Erstellt ist, dass sich die Kostengutsprache vom 18. Februar 2010 
(AB 28) sowohl auf … Kurse (…, … und … [5 Tage; Fr. 3‘400.--]) als auch 
auf diverse … (58 Tage à Fr. 240.--) bezog. Letztere waren vorgesehen zur 
Erarbeitung von Kenntnissen im … (26 Tage), für … [22 Tage]) und übrige 
… (u.a. … [10 Tage]). Die Kostengutsprache war beschränkt auf die Dauer 
vom 20. März 2009 bis zum 7. September 2010 (AB 28).

Ende Juni 2011 erwähnte der Beschwerdeführer gegenüber der Beschwer-
degegnerin erstmals (implizit), dass er noch nicht alle Kurse absolviert ha-
be (AB 35); im Dezember 2013 zeigte er sodann auf, welche Aus- bzw. 
Weiterbildungsmodule er besucht hat und welche nicht (AB 55/3). Als Be-
gründung, warum er nicht in den „Genuss“ aller damaligen Kurse gekom-
men sei (AB 64/1), gab der Beschwerdeführer an, aus zeitlichen Gründen 
habe er fortlaufend immer nur das Nötigste erledigt. Er habe sich als … 
auch um … kümmern müssen; so sei ein Teil der Weiterbildung auf der 
Strecke geblieben (AB 69). Dass der Beschwerdeführer nicht alle zuge-
sprochenen Kurse absolviert hat, lag somit an „terminlichen Gründen“ (Pro-
tokolleintrag vom 7. August 2015; vgl. auch AB 72). Nähere Angaben sind 
den Akten nicht zu entnehmen. Namentlich geht daraus nicht hervor, ob die 
entsprechenden Kurse bereits vergütet wurden und ob sich der Beschwer-
deführer ordnungsgemäss abgemeldet hat bzw. entschuldigt war.

4.2.2 Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, brauchen diesbezüglich 
keine weiteren Abklärungen getätigt zu werden. Auch kann vorliegend die 
Rechtsfrage offen bleiben, ob nicht bezogene, mittels Kostengutsprache 
bewilligte Kurstage nach Ablauf der Anspruchsdauer verfallen, oder ob 
bzw. unter welchen Umständen die versicherte Person Anspruch darauf 
hat, solche Kurse nachzuholen.

Dass dem Beschwerdeführer „wichtige Grundkenntnisse in der …“ fehlen 
würden bzw. dass er deswegen sowohl als ... als auch als ... „ineffizient“ sei 
(Eingabe vom 16. Februar 2015), ist weder belegt noch enthalten die Akten 
entsprechende Anhaltspunkte. Vielmehr hat der Beschwerdeführer den 
Tatbeweis erbracht, dass er zur vollen Zufriedenheit des Auftraggebers (...) 
ohne medizinische oder ausbildungsbedingte Leistungseinschränkungen 
erwerbstätig sein konnte. Die nebenerwerbliche …tätigkeit mit einem 
durchschnittlichen Pensum von 10-20% übte er von Juni 2010 (AB 63/4) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/15/155, Seite 11

bis Juni 2015, d.h. ganze 5 Jahre aus. Hätte der Beschwerdeführer nicht 
über das „nötige Rüstzeug“ (Eingabe vom 30. Juni 2015) verfügt, wäre er 
mit Sicherheit nicht über eine so lange Dauer beschäftigt worden. Der Vor-
gesetzte hat gegenüber der Eingliederungsfachperson denn auch bestätigt, 
dass der Beschwerdeführer die …tätigkeit an der ... auch ohne die fragli-
chen Kurse habe ausüben können und integriert sei (Protokolleintrag vom 
15. Januar 2015). Inwiefern bei seiner Tätigkeit als … invaliditätsbedingte 
Defizite im … behoben werden müssten, ist ebenfalls nicht ersichtlich. Da-
mit erweisen sich die hier zur Diskussion stehenden Kurse nicht notwendig, 
um die Erwerbsfähigkeit in dem Sinne zu beeinflussen, dass eine Anstel-
lung erhalten bzw. verbessert werden könnte (vgl. Rz. 4016 des Kreis-
schreibens über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art [KSBE] 
des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV]; abrufbar unter 
www.bsv.admin.ch). Aufgrund des Dargelegten ändert daran auch nichts, 
dass die ... die Zusammenarbeit mit dem Beschwerdeführer im Juni 2015 – 
nach Erlass der hier angefochtenen Verfügung – beendet hat. Wie er sel-
ber einräumt, erfolgte diese Beendigung auch nicht aus gesundheitlichen 
Gründen (Eingabe vom 30. Juni 2015).

Abgesehen davon, dass sich der Beschwerdeführer mit dem Abschluss der 
beruflichen Massnahmen einverstanden erklärt hatte (Protokolleintrag vom 
15. Januar 2015), wollte die ... offenbar prüfen, ob sie für eine zusätzliche 
Fortbildung aufkommt (Protokolleintrag vom 15. Januar 2015). Gründet ein 
Bedarf an Weiterbildung nicht in einer Invalidität, besteht von vornherein 
kein Anspruch auf entsprechende Schulung zu Lasten der Invalidenversi-
cherung; diese hat nicht einzustehen für eine allgemeine Förderung der 
beruflichen Qualifikationen (vgl. E. 2.2 ff. hiervor).

Nach dem Dargelegten ist nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. BGE 138 V 218 E. 6 S. 221) er-
stellt, dass der Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen oder auf-
grund von invaliditätsbedingten Ausbildungsdefiziten weiterer beruflicher 
Massnahmen bedarf.

4.3 Die Verfügung vom 20. Januar 2015 (AB 76) ist damit nicht zu be-
anstanden. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/15/155, Seite 12

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Im vorliegenden Fall werden die Ver-
fahrenskosten auf Fr. 700.-- festgesetzt und dem unterliegenden Be-
schwerdeführer zur Bezahlung auferlegt. Diese werden dem geleisteten 
Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss).

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Sept. 2015, IV/15/155, Seite 13

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.