# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c42bda88-5c94-574a-8ebf-9a394aabb6ec
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 24.05.2017 FO.2015.18/2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_FO-2015-18-2_2017-05-24.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/4

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: FO.2015.18/2

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 24.05.2017

Entscheiddatum: 24.05.2017

Entscheid Kantonsgericht, 24.05.2017
Für den Betreuungsunterhalt wird im Kanton St. Gallen in Anwendung einer 
pauschalierten Betrachtungsweise grundsätzlich von einem Betrag von 
Fr. 2'800.00 für eine Betreuung von 100% ausgegangen, entsprechend den 
durchschnittlich anzunehmenden Lebenshaltungskosten einer erwachsenen 
Person. Liegt keine besondere Betreuungsbedürftigkeit des Kindes vor, so 
erscheint (in Anlehnung an die Altersstufen im Betreibungsrecht, vgl. Ziff. 3.2 
Kreisschreiben der Aufsichtsbehörde SchKG über die Berechnung des 
betreibungsrechtlichen Existenzminimums von Dezember 2008) 
sachgerecht, dem betreuenden Elternteil bis zum vollendeten 6. Altersjahr 
kein Arbeitspensum, bis zum vollendeten 12. Altersjahr ein solches von 35% 
und bis zum vollendeten 16. Altersjahr ein solches von 55% zuzumuten. 
(Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 24. Mai 2017, FO.2015.18/2).

Aus den Erwägungen:

III

7.    a) Per 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen zum 

Kindesunterhaltsrecht in Kraft getreten, die insbesondere das neue Institut des 

Betreuungsunterhalts einführen (Änderung des ZGB vom 20. März 2015). Diese sind 

bereits im vorliegenden Berufungsverfahren anzuwenden (Art. 13cbis Abs. 1 SchlT 

ZGB). Das sofortige Inkrafttreten des neuen Rechts hat zur Folge, dass für den ab 1. 

Januar 2017 geschuldeten Unterhalt (bzw. für den erstmals für den Monat Januar 2017 

geschuldeten Unterhalt) die Beurteilung nach neuem Unterhaltsrecht erfolgt 

(Schwander, Grund-sätze des intertemporalen Rechts und ihre Anwendung auf neuere 

Gesetzesrevisionen, in: AJP 2016, S. 1575, 1584; Dolder, Betreuungsunterhalt: 

Verfahren und Übergang, in: FamPra.ch 4/2016, S. 917, 919 ff.).

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Keine Änderung erfuhr mit dem neuen Recht der Grundsatz der Unantastbarkeit des 

Existenzminimums des Unterhaltsschuldners (vgl. Botschaft, BBl 2014, S. 529, 560 f.). 

Für einen höheren Unterhaltsbeitrag an ihren Sohn besteht bei den gegebenen, hiervor 

dargestellten finanziellen Verhältnissen der Klägerin demnach zurzeit kein Raum. 

Gemäss dem vorliegenden Entscheid bleibt es bei einem monatlichen 

Unterhaltsbeitrag von Fr. 510.00. Damit besteht beim Sohn der Klägerin eine 

Mankosituation. Der neue Art. 301a ZPO schreibt vor, dass in einem Entscheid, in dem 

Kinderunterhaltsbeiträge festgelegt werden, nicht mehr nur der Betrag anzugeben ist, 

der vom unterhaltspflichtigen Elternteil unter Berücksichtigung seiner 

Leistungsfähigkeit geschuldet ist, sondern unter anderem auch derjenige Betrag, der 

zur Deckung des gebührenden Unterhalts des Kindes fehlt bzw. notwendig wäre (vgl. 

Botschaft, a.a.O., S. 559; Dolder, a.a.O., S. 927 ff.). Nachdem auch im vorliegenden 

Entscheid ein Kindesunterhaltsbeitrag festgehalten bzw. zufolge nicht (mehr) 

veränderter Verhältnisse zumindest bestätigt wird, ist dieser Deklarationspflicht auch 

hier Genüge zu tun (was sich im Übrigen mit Blick auf Art. 286a ZGB und Art. 13c 

SchlT ZGB auch prozessökonomisch rechtfertigt).

Damit ist der gebührende Unterhalt des Sohnes der Klägerin zu berechnen. Vor diesem 

Hintergrund wurde den Parteien vom Gericht die Gelegenheit eingeräumt, ihre 

Rechtsbegehren zum Kindesunterhalt mit Blick auf das neue Recht zu überprüfen und 

gegebenenfalls neu zu stellen. Dies erfolgte mit Eingaben je vom 15. Februar 2017.

b)    Der von den Eltern zu deckende gebührende Unterhalt eines Kindes umfasst 

neben dem geldwerten Barunterhalt und dem durch Naturalbetreuung erbrachten 

Naturalunterhalt neu auch den Betreuungsunterhalt. Der Barunterhaltsbedarf, unter den 

die direkten Kosten des Kindes fallen (zu denen auch die Kosten für eine allfällige 

Fremdbetreuung gehören), ist wie bis anhin anhand der konkreten Bedarfspositionen 

zu ermitteln. Für den Betreuungsunterhalt wird im Kanton St. Gallen in Anwendung 

einer pauschalierten Betrachtungsweise grundsätzlich von einem Betrag von 

Fr. 2'800.00 für eine Betreuung von 100% ausgegangen, entsprechend den 

durchschnittlich anzunehmenden Lebenshaltungskosten einer erwachsenen Person. 

Liegt keine besondere Betreuungsbedürftigkeit des Kindes vor, so erscheint (in 

Anlehnung an die Altersstufen im Betreibungsrecht, vgl. Ziff. 3.2 Kreisschreiben der 

Aufsichtsbehörde SchKG über die Berechnung des betreibungsrechtlichen 

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Existenzminimums von Dezember 2008) sachgerecht, dem betreuenden Elternteil bis 

zum vollendeten 6. Altersjahr kein Arbeitspensum, bis zum vollendeten 12. Altersjahr 

ein solches von 35% und bis zum vollendeten 16. Altersjahr ein solches von 55% 

zuzumuten. Entsprechend reduziert sich der Betreuungsunterhalt mit Erreichen der 

jeweiligen Altersstufen. Ist der betreuende Elternteil schon früher in höherem Umfang 

erwerbstätig, ist grundsätzlich – wie schon nach der bis anhin geltenden 

Rechtsprechung – von den tatsächlichen Verhältnissen auszugehen.

c)    Zunächst ist der Barbedarf des Sohnes festzulegen. Dieser ist am 8. Januar 2005 

geboren und damit zurzeit 12 Jahre alt. Er wohnt bei seinem Vater. Der bei ihm 

einzusetzende Grundbetrag beläuft sich praxisgemäss auf Fr. 690.00 (um 20% 

erweiterter Grundbetrag gemäss betreibungsrechtlichem Existenzminimum, vgl. 

Kreisschreiben, a.a.O.). Hinzu kommt ein Anteil an den Wohnkosten, wobei ein Mietzins 

von Fr. 1'450.00 bzw. für den Sohn ein Anteil von Fr. 336.00 geltend gemacht wird. 

Dies ist angemessen. Ausgewiesen sind weiter Krankenkassenprämien von Fr. 71.70 

und durchschnittliche Fremdbetreuungskosten von Fr. 47.25 pro Monat. Dies ergibt 

einen Barbedarf des Sohnes von gerundet monatlich Fr. 1'145.00.

Sodann ist der Betreuungsunterhalt zu prüfen. Für ein 12jähriges Kind wird wie erwähnt 

grundsätzlich von einem Grad der Betreuungsbedürftigkeit von 45% ausgegangen. 

Gemäss seinen Angaben war der Vater aber vor seiner im November 2016 

eingetretenen Arbeitslosigkeit zu 90% arbeitstätig; er habe jeweils am 

Mittwochnachmittag seinen Sohn betreut. Die Klägerin bestreitet zwar, dass der Vater 

vor Beginn seiner Arbeitslosigkeit jemals weniger als 100% gearbeitet habe. Auch 

wenn sich aus den vom Vater eingereichten Unterlagen zum Pensum zwar nicht direkt 

ablesen lässt, dass er seinen Sohn am Mittwochnachmittag selber betreut hat, 

erscheint dies für einen alleinerziehenden Vater durchaus glaubhaft. Betrug das 

Pensum der Betreuung durch den Vater somit 10%, steht dem Sohn, ausgehend vom 

hievor genannten Betrag von Fr. 2'800.00 für eine 100%ige Betreuung, ein 

Betreuungsunterhalt von Fr. 280.00 zu. Auch der Beklagte stellt seine Berechnung auf 

der Basis eines 90%-Arbeitspensums an (wobei er allerdings von der vom Bundesrat 

verworfenen [vgl. Botschaft, S. 552] Opportunitätskosten-Methode ausgeht) und macht 

zu Recht nicht geltend, aufgrund seiner Arbeitslosigkeit gelte etwas anderes.

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Damit ist festzuhalten, dass der gebührende Unterhalt des Sohnes sich im heutigen 

Zeitpunkt auf insgesamt Fr. 1'425.00 (Barbedarf Fr. 1'145.00 + Betreuungsunterhalt 

Fr. 280.00) beläuft. An diesen Betrag anzurechnen sind die zu seinen Gunsten 

ausgerichteten Kinderzulagen, wobei diese grundsätzlich dem Vater ausbezahlt zu 

werden scheinen und im Kanton St. Gallen Fr. 200.00 betragen. Anzurechnen (und 

zwar dem Barbedarf) ist sodann der von der Klägerin zu bezahlende Unterhaltsbeitrag 

von Fr. 510.00. Damit besteht bei jenem ein Manko von Fr. 435.00 (Fr. 1'145.00 ./. 

Fr. 200.00 ./. Fr. 510.00), während der Betreuungsunterhalt von Fr. 280.00 

vollumfänglich ungedeckt ist, sodass eine Unterdeckung des gebührenden Unterhalts 

im Umfang von Fr. 715.00 (Fr. 435.00 + Fr. 280.00) besteht. Nichts an diesen Zahlen 

ändert schliesslich der Hinweis der Klägerin auf die Leistungsfähigkeit des Vaters des 

Beklagten: Der Vater erfüllt seine Unterhaltspflicht gegenüber seinem Sohn durch seine 

Naturalleistungen, d.h. durch seine Betreuung, bzw. indirekt dadurch, dass seine 

betreuungsbedingte Erwerbseinschränkung nur gerade mit 10% (an Stelle von 45%) 

angenommen wird. Dass er sich mit seinem Einkommen zusätzlich noch am Barbedarf 

des Sohnes beteiligen muss, ist aber nicht angezeigt, ganz abgesehen davon, dass 

sein aktuelles Einkommen aus Arbeitslosenentschädigung nur leicht über seinem um 

die Positionen Arbeitsbemühungen und Steuern erweiterten Existenzminimum liegt.

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	Entscheid Kantonsgericht, 24.05.2017
	Für den Betreuungsunterhalt wird im Kanton St. Gallen in Anwendung einer pauschalierten Betrachtungsweise grundsätzlich von einem Betrag von Fr. 2'800.00 für eine Betreuung von 100% ausgegangen, entsprechend den durchschnittlich anzunehmenden Lebenshaltungskosten einer erwachsenen Person. Liegt keine besondere Betreuungsbedürftigkeit des Kindes vor, so erscheint (in Anlehnung an die Altersstufen im Betreibungsrecht, vgl. Ziff. 3.2 Kreisschreiben der Aufsichtsbehörde SchKG über die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums von Dezember 2008) sachgerecht, dem betreuenden Elternteil bis zum vollendeten 6. Altersjahr kein Arbeitspensum, bis zum vollendeten 12. Altersjahr ein solches von 35% und bis zum vollendeten 16. Altersjahr ein solches von 55% zuzumuten. (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 24. Mai 2017, FO.2015.18/2).

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