# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ea8c738-9dd2-5ef8-9e19-56b90b04cb98
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.06.2008 E-3513/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3513-2008_2008-06-04.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3513/2008/
koh/bos/gsi
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  J u n i  2 0 0 8

Einzelrichterin Therese Kojic, 
mit Zustimmung von Richter Robert Galliker, 
Gerichtsschreiberin Sandra Bodenmann.

A_______, geboren (...),
B_______, geboren (...),
und deren Kind
C_______, geboren (...),
Burkina Faso,
wohnhaft (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 26. Mai 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3513/2008

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführer verliessen ihr Heimatland gemäss eigenen An-
gaben am 10. April 2007 und fuhren zuerst mit dem Auto und einem 
Lastwagen via  Niger  nach  Libyen. Nach  einem mehrmonatigen  Auf-
enthalt in Tripolis, wo zudem ihr Kind zur Welt gekommen sei, seien sie 
mit dem Schiff nach Nizza gelangt. Danach seien sie angeblich nach 
Verona weitergereist und von dort mit dem Flugzeug nach Belfast ge-
langt. Da ihnen ohne gültige Papiere die Einreise nicht gelungen sei, 
seien sie über Verona wieder zurück nach Nizza gereist und kurze Zeit 
darauf mit dem Zug in die Schweiz eingereist, wo sie am 6. April 2008 
in Basel ein Asylgesuch einreichten.

Zur Begründung ihrer Asylgesuche machten die Beschwerdeführer im 
Wesentlichen Folgendes geltend: Sie hätten sich im Dezember 2006 
an einem Fest kennen gelernt und daraus sei  eine Liebesbeziehung 
entstanden. Wegen der unterschiedlichen Religionszugehörigkeit – er 
sei Baptist, sie sei Muslimin – seien jedoch nicht sämtliche Familien-
angehörige mit dieser Verbindung einverstanden gewesen. Am 10. Ap-
ril 2007 sei es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Beschwer-
deführer  und  Familienangehörigen  der  Beschwerdeführerin  ge-
kommen. Im Verlaufe dieser Auseinandersetzung sei es zu Handgreif-
lichkeiten  gekommen,  wobei  der  Beschwerdeführer  eine  ihn  angrei-
fende Person zu Boden geschlagen habe. Daraufhin sei er zu einem 
Freund geflüchtet, wo etwas später auch die Beschwerdeführerin auf-
getaucht sei. Die Beschwerdeführer hätten zudem erfahren, dass die 
zu  Boden  gefallene  Person  zwischenzeitlich  verstorben  sei  und  die 
Angreifer  das  Geschäft  des  Beschwerdeführers  in  Brand  gesteckt 
hätten. Daraufhin hätten sie sich zur Flucht entschieden und seien mit 
50'000  CFA  aus  dem  Ersparten  der  Beschwerdeführerin  Richtung 
Niger aufgebrochen.

B.
Mit Verfügung vom 26. Mai 2008 trat das BFM gestützt auf Art. 32 Abs. 
2 Bst. a  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf 
die Asylgesuche nicht ein und ordnete die Wegweisung der Beschwer-
deführer  aus der  Schweiz und deren Vollzug an. Auf  Einzelheiten in 
der Begründung des angefochtenen Entscheides wird -  soweit  erfor-
derlich - in den Erwägungen eingegangen.

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C.
Am 29. Mai 2008 reichten die Beschwerdeführer gegen die Verfügung 
des BFM Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. Sie bean-
tragten dabei die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung. Weiter sei 
die  Vorinstanz  anzuweisen,  auf  das  Asylgesuch  einzutreten.  In  ver-
fahrensrechtlicher  Hinsicht  sei  ihnen  die  unentgeltliche  Prozess-
führung zu bewilligen, und es sei auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses zu verzichten.

D.
Die vorinstanzlichen Akten sind am 30. Mai 2008 beim Bundesverwal-
tungsgericht eingegangen (Art. 109 Abs. 2 AsylG).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju- 
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Be-
hörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme im 
Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist  daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG;  Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführer  sind  durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-
weise  Änderung.  Die  Beschwerdeführer sind  daher  zur  Einreichung 
der Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 6 AsylG i.V.m. 
Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

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halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

1.4 Die  vorliegende  Beschwerde  richtet  sich  gegen  eine  Verfügung, 
laut  deren  Dispositiv  das  BFM  nicht  auf  die  Asylgesuche  der  Be-
schwerdeführer  eingetreten  ist.  Bei  Beschwerden  gegen  Nichteintre-
tensentscheide, mit  denen es das BFM ablehnt,  das Asylgesuch auf 
seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), ist die Beur-
teilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage 
beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht ein-
getreten ist. Die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretens-
entscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  enthält  sich  demnach  einer 
materiellen Prüfung. Sie hebt  einzig die angefochtene Verfügung auf 
und weist die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück 
(vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylre-
kurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.). 

Im Falle des Nichteintretens auf ein Asylgesuch gemäss Art. 32 Abs. 2 
Bst.  a  und  Abs.  3  AsylG  ist  indessen  über  das  Nichtbestehen  der 
Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden, soweit 
dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 
2007/8  insbes. E.  5.6.5  S. 90  f.).  Dementsprechend  bildet  in  einem 
diesbezüglichen  Beschwerdeverfahren  –  ungeachtet  der  vorzu-
nehmenden Überprüfung eines formellen Nichteintretensentscheides – 
auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand  (vgl.  BVGE 
2007/8 E. 2.1 S. 73). Die Asylgewährung bildet  jedoch nicht  Gegen-
stand  des  vorliegenden  Verfahrens.  Bezüglich  der  Frage  der  Weg-
weisung und des Wegweisungsvollzuges hat die Vorinstanz eine mate-
rielle Prüfung vorgenommen, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht 
diesbezüglich volle Kognition zukommt.

1.5 Da es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine offen-
sichtlich unbegründete Beschwerde handelt, wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungs-
weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG) und 
der Beschwerdeentscheid ist lediglich summarisch zu begründen (Art. 
111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend zudem auf einen 
Schriftenwechsel verzichtet. 

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2.  
2.1
2.1.1 Gemäss  Art.  32  Abs. 2  Bst.  a  AsylG wird  auf  ein  Asylgesuch 
nicht  eingetreten,  wenn Asylsuchende den Behörden nicht  innerhalb 
von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitäts-
papiere abgeben. Diese Bestimmung findet jedoch keine Anwendung, 
wenn  Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus 
entschuldbaren  Gründen  nicht  in  der  Lage  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  a 
AsylG),  oder wenn aufgrund der Anhörung sowie gestützt  auf  Art. 3 
und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 
Bst. b AsylG), oder sich aufgrund der Anhörung die Notwendigkeit zu-
sätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  ergibt  (Art.  32  Abs.  3 
Bst. c AsylG).

2.1.2  Unter den Begriff “Reise- oder Identitätspapier“ gemäss Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG fallen nur fälschungssichere Dokumente und Aus-
weise,  welche  von  den  heimatlichen  Behörden  hauptsächlich  zum 
Zwecke des Identitätsnachweises ausgestellt worden sind und sowohl 
eine  zweifelsfreie  Feststellung  der  Identität  –  einschliesslich  der 
Staatsangehörigkeit – als auch den allfälligen Vollzug der Wegweisung 
der asylsuchenden Person ermöglichen. Diese Anforderungen erfüllen 
nur Reisepässe und Identitätskarten, nicht aber zu anderen Zwecken 
ausgestellte  Dokumente  wie  insbesondere  Führerausweise,  Berufs- 
und Schulausweise sowie Geburtsurkunden (vgl. BVGE 2007/7).

2.2 
2.2.1  Die  Beschwerdeführer  haben  den  Asylbehörden  innerhalb  der 
ihnen eingeräumten Frist von 48 Stunden keine Reise- oder Identitäts-
papiere abgegeben.

2.2.2 Zutreffend ist im Weiteren die Schlussfolgerung der Vorinstanz, 
die Beschwerdeführer hätten nicht glaubhaft machen können, dass die 
Nichtabgabe  von  Reise-  oder  Identitätspapieren  auf  entschuldbare 
Gründe gemäss Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG zurückzuführen gewesen 
wäre. Die Rechtfertigungen der Beschwerdeführer bezüglich der Un-
möglichkeit,  Reise- oder Identitätspapiere vorzulegen,  sowie der  von 
ihnen geschilderte Reiseweg mit beziehungsweise ohne Papiere sind 
mit  diversen  Ungereimtheiten  behaftet.  So  gaben  die  Beschwerde-
führer bei der ersten Anhörung an, direkt von Frankreich mit dem Zug 
in die Schweiz eingereist zu sein (vgl. A 1, S. 8 und A 2, S. 8). Erst als 

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sie bei der Anhörung durch das BFM mit Beweisen über angebliche 
innereuropäische Flüge konfrontiert  wurden,  gaben die Beschwerde-
führer an, zuerst via Italien nach Nordirland gereist zu sein (vgl. A 22, 
S. 3-4 und A 23, S. 3-4). Bezüglich der Fragen, wie man ohne jegliche 
Ausweisepapiere innerhalb Europas mit dem Flugzeug unterwegs sein 
könne,  flüchteten  sich  die  Beschwerdeführer  in  ausweichende  Aus-
sagen, dass ein Freund, von dem inzwischen jegliche Spur fehle, die 
ganze Reise organisiert  und ihnen zwischenzeitlich Reisedokumente 
zur Verfügung gestellt habe (vgl. A 22 S. 3-4). Weiter ist aufgrund der 
äusserst vagen und oberflächlichen Aussagen über ihren angeblichen 
Herkunftsort  (vgl. A 1, S. 2 und A 2, S. 2) zudem die Vermutung der 
Vorinstanz zu stützen, dass die Beschwerdeführer ihre wahren Reise-
umstände sowie ihre richtige Identität zu verbergen versuchen.

Es liegen deshalb keine entschuldbaren Gründe vor, die es den Be-
schwerdeführern  verunmöglicht  haben,  rechtsgenügliche  Ausweis-
papiere einzureichen.

2.2.3 Bezüglich  der summarischen Prüfung einer allfälligen Erfüllung 
der  Flüchtlingseigenschaft  oder  des  Bestehens  von  Wegweisungs-
vollzugshindernissen hat die Vorinstanz zudem zahlreiche weitere Un-
stimmigkeiten in den Vorbringen der Beschwerdeführer aufgezeigt. So 
antwortete die Beschwerdeführerin bei der Frage nach muslimischen 
Festtagen äussert ausweichend und sie konnte einzig ein Fest namens 
„Sala“  als  muslimischen Feiertag  nennen (vgl.  A  23,  S. 5). Die  Ver-
mutung der Vorinstanz, die Beschwerdeführerin gehöre somit nicht der 
muslimischen  Religion  an,  ist  damit  zu  teilen.  Folglich  sind  die  er-
wähnten Streitigkeiten des Beschwerdeführers mit  Teilen der  Familie 
der  Beschwerdeführerin,  welche  religiös  motiviert  gewesen  sein 
sollen, stark in Frage gestellt. Zudem verstricken sich die Beschwerde-
führer  bezüglich  des  angeblichen  Übergriffes  auf  den  Beschwerde-
führer  in  weitere  Widersprüche. Bezüglich des genauen Ablaufs  des 
Übergriffs und der späteren gemeinsamen Flucht  sind die Aussagen 
der  Beschwerdeführer  inhaltlich  nicht  übereinstimmend.  So  gab  die 
Beschwerdeführerin etwa bei der Erstbefragung an, dass ihr Ehemann 
bereits  vor  dem Eintreffen  bei  ihrem Freund  T. erfahren  habe,  dass 
sein Laden niedergebrannt sei (vgl. A 2, S. 7), während der Beschwer-
deführer bei der Anhörung zu Protokoll  gab, dass er dies erst durch 
seine Frau erfahren habe (vgl. A 22, S. 6). Weitere Widersprüche sind 
beim  Beschwerdeführer  aufgrund  seiner  Aussagen  zum  erwähnten 
Übergriff festzustellen. So schlug er gemäss seinen Aussagen bei der 

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Erstbefragung den Angreifer mit einem Schuh nieder, während er bei 
der Anhörung von einer Eisenstange sprach (vgl. A 1, S. 6 und A 22, 
S. 5). Weiter sind die Ausführungen des Beschwerdeführers, dass er 
zuerst  nahezu bewusstlos geschlagen worden sei,  sich aber danach 
mit einer Eisenstange habe zur Wehr setzten können und in der Lage 
gewesen sei, vor etwa 15 ihn attackierenden Männern zu fliehen (vgl. 
A 22, S. 5-6), als unglaubhaft zu werten.

Bezüglich der Angaben des Beschwerdeführers, ihm drohe bei  einer 
Rückkehr  die  Verhaftung  seitens  der  Polizei,  da  er  eine  Person  er-
schlagen  habe,  ist  zudem  festzustellen,  dass  es  sich  bei  allfälligen 
polizeilichen Ermittlungshandlungen um eine legitime staatliche Mass-
nahme handeln würde, welche keine asylrelevante Verfolgung darstellt.

2.2.4 Die Ausführungen in der Beschwerdeschrift sind nicht geeignet, 
zu einer anderen Einschätzung zu gelangen. Die Einwände, wonach 
entschuldbare  Gründe  für  die  Papierlosigkeit  vorlägen,  ist  dahin-
gehend zu entkräften, dass die Beschwerdeführer bei ihren innereuro-
päischen  Flügen  mit  Reisedokumenten  unterwegs  gewesen  sein 
mussten. Zudem gab der Beschwerdeführer an, er habe jeweils Waren 
nach Niger gefahren, habe hierzu bei der Grenze jedoch weder einen 
Ausweis  vorweisen  müssen  noch  sei  er  im  Besitze  eines  Führer-
ausweises  (vgl.  A  1,  S. 5).  Die  Beschwerdeführerin  will  ihr  einziges 
amtliches Dokument – eine Wählerkarte – auf ihrer Reise in der Wüste 
verloren haben (vgl. A 2, S. 5). Die Vermutung, die Beschwerdeführer 
wollten die Behörden über ihre wahre Identität täuschen, bleibt damit 
bestehen.

2.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bereits aufgrund einer sum-
marischen Prüfung der Vorbringen der Beschwerdeführer festzustellen 
ist, dass sie die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht erfüllen.

Gemäss Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG ist auf ein Asylgesuch jedoch auch 
dann einzutreten, wenn sich aufgrund der Anhörung erweist, dass zu-
sätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  eines  Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind. Da im Falle der Beschwerdeführer - wie sich 
aus den nachfolgenden Erwägungen zur Frage des Wegweisungsvoll-
zuges  ergeben  wird  -  offensichtlich  keine  Wegweisungsvollzugshin-
dernisse vorliegen und entsprechend diesbezüglich keine zusätzlichen 
Abklärungen nötig waren, ist die Vorinstanz zu Recht gestützt auf Art. 
32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf die Asylgesuche nicht eingetreten.

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3.
Lehnt das BFM das Asylgesuch ab oder tritt  es darauf nicht ein,  so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 
den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Ist der Vollzug der Wegweisung 
nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bun-
desamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestim-
mungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 
AsylG; Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

4.
Die  Beschwerdeführer  besitzen  keine  Aufenthalts-  oder  Nieder-
lassungsbewilligung, weshalb die Vorinstanz gestützt auf Art. 44 Abs. 1 
AsylG  zu  Recht  ihre  Wegweisung  verfügt  hat  (vgl.  EMARK  2001 
Nr. 21).

5.
5.1  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflich-
tungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Aus-
länders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegen-
stehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Den Beschwerdeführern  ist  es vorliegend nicht  gelungen die Flücht-
lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG beziehungsweise Art. 1 A Ziff. 2 
FK glaubhaft darzulegen, weshalb das nur auf Flüchtlinge Anwendung 
findende Non-Refoulement-Prinzip nach Art. 33 Ziff. 1 FK im vorliegen-
den Verfahren keine Anwendung findet. Aufgrund der zahlreichen Un-
stimmigkeiten  in  den  Aussagen  der  Beschwerdeführer  bestehen  zu-
dem keine Gründe für die Annahme, dass ihnen bei einer Rückführung 
nach  Burkina  Faso  eine  gemäss  Art.  3  der  Konvention  vom  4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung drohen würde.

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Der Vollzug der Wegweisung erscheint daher in Beachtung der mass-
geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig.

5.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

Die aktuelle politische Lage in Burkina Faso ist nicht durch Krieg oder 
eine Situation allgemeiner Gewalt  gekennzeichnet,  womit eine Rück-
kehr daher generell als zumutbar zu betrachten ist.

Zudem sprechen auch keine individuellen Gründe gegen die Zumut-
barkeit einer Rückkehr. Beide Beschwerdeführer hatten die Schule be-
sucht  und  sprechen  oder  verstehen  zumindest  weitere  Sprachen. 
Beide waren zuletzt in ihrer Heimat berufstätig (...) und beide gemäss 
eigenen  Aussagen  genug  Geld  für  ihren  Lebensunterhalt  verdienten 
(vgl.  A  22,  S.  6).  Weiter  verfügen  beide  Beschwerdeführer  gemäss 
ihren  eigenen  Angaben  in  ihrem Heimatstaat  über  ein  bestehendes 
Beziehungsnetz,  welches  ihnen  die  Reintegration  erleichtern  sollte. 
Bezüglich  der  ambulanten Behandlung des Kindes der  Beschwerde-
führer am 6. Mai 2008 ist zu erwähnen, dass sich das Kind gemäss 
Aktenlage inzwischen nicht  mehr in ärztlicher Untersuchung befindet 
und somit  auch  diesbezüglich  keine individuellen  Gründe  gegen die 
Zumutbarkeit eines Wegweisungsvollzuges sprechen.

Weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatstaat  der  Beschwerdeführer 
noch  individuelle  Gründe  lassen  somit  im  Falle  einer  Rückkehr  auf 
eine konkrete Gefährdung schliessen, weshalb der Vollzug der Weg-
weisung vorliegend auch als zumutbar bezeichnet werden kann.

5.3 Schliesslich  obliegt  es  den Beschwerdeführern,  sich  bei  der  zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

6.
Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung zu be-

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stätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zu-
mutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine  An-
ordnung der  vorläufigen Aufnahme ausser  Betracht  (Art. 83 Abs. 1-4 
AuG).

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

8.
Mit dem direkten Entscheid in der Sache wird das Gesuch um Erlass 
des  Kostenvorschusses  gegenstandslos. Das  Gesuch  um unentgelt-
liche Prozessführung ist abzuweisen, da es sich hier - wie aus den Er-
wägungen  hervorgeht  -  um  eine  offensichtlich  unbegründete  Be-
schwerde handelt  und  sich  die  Rechtsbegehren  als  aussichtslos  er-
weisen.

Bei  diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten daher den Be-
schwerdeführern  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG)  und  auf  ins-
gesamt Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Feb-
ruar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten (Ref.-Nr. N_______; in Kopie)
- (...)

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Therese Kojic Sandra Bodenmann

Versand: 

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