# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ebefde91-871e-539f-8738-cd7206a8dacf
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-07-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 07.07.2008 BZ.2007.58
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_BZ-2007-58_2008-07-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: BZ.2007.58

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 07.07.2008

Entscheiddatum: 07.07.2008

Entscheid Kantonsgericht, 07.07.2008
Art. 679/684 ZGB, Art. 688 ZGB (SR 210) und Art. 98 EGzZGB (sGS 911.1) 
sowie Art. 69 Abs. 3 BauG (sGS 731.1). Die von den Bäumen auf dem 
beklagtischen Grundstück ausgehende Beschattung bewirkt für das 
klägerische Grundstück im Winter einen Lichtentzug, der als übermässige 
Immission im Sinne von Art. 684 ZGB zu betrachten ist. Es liegt einer der 
seltenen Ausnahmefälle vor, in denen trotz Einhaltung der kantonalen 
Abstandsvorschriften eine Übermässigkeit deshalb zu bejahen ist, weil es 
sich nicht lediglich um markante Einzelbäume, sondern um eine dicht 
stehende Gruppe von neun Bäumen beträchtlicher Höhe (20-26 m) handelt, 
die als geschlossene Silhouette in Erscheinung treten, weshalb von ihnen 
ausserordentliche Einwirkungen auf das Nachbargrundstück ausgehen und 
daher der bundesrechtliche Mindestimmissionsschutz zum Zug kommt 
(Kantonsgericht St. Gallen, I. Zivilkammer, 7. Juli 2008, BZ.2007.58)

Aus den Erwägungen:

 

III.

3. a) Es ist zu prüfen, auf welcher Rechtsgrundlage die Klägerin 1 allenfalls die 

Beseitigung der umstrittenen Bäume verlangen kann. Nach Art. 688 ZGB sind die 

Kantone befugt, für Anpflanzungen je nach der Art des Grundstückes und der Pflanzen 

bestimmte Abstände vom nachbarlichen Grundstück vorzuschreiben. Der Kanton 

St. Gallen hat von dieser Befugnis in Art. 98 EGzZGB Gebrauch gemacht und unter 

anderem für hochstämmige Bäume einen Mindestabstand von sechs Metern von der 

Grundstücksgrenze festgelegt. Das st. gallische Recht sieht keine Verjährung des 

Beseitigungsanspruchs vor. Lange Zeit war unklar, ob die kantonale 

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Rechtsetzungskompetenz in diesem Bereich exklusiv sei oder ob auch Raum bleibe für 

eine ergänzende Anwendung von Art. 679/684 ZGB. In einem Grundsatzentscheid 

(BGE 126 III 452) hat nun das Bundesgericht festgehalten, dass das nachbarliche 

Pflanzenrecht zwar grundsätzlich vom kantonalen Recht beherrscht werde, es sich 

aber nicht um eine exklusive Rechtsetzungskompetenz handle. Der in Art. 684 ZGB 

enthaltene Grundsatz, wonach jedermann sich aller schädlichen Einwirkungen auf das 

Eigentum des Nachbarn zu enthalten habe, umschreibe das landesweit geltende 

Minimum dessen, was Nachbarn einander schuldeten. Durch das Wachstum von 

Pflanzen nähmen die von ihnen ausgehenden Einwirkungen von Jahr zu Jahr zu, und 

die kantonalen Abstandsvorschriften könnten unter Umständen keinen genügenden 

Schutz mehr gewährleisten. Besonders aktuell werde dies, wenn ein 

kantonalrechtlicher Beseitigungsanspruch wegen Ablaufs einer relativ kurzen 

Verjährungsfrist nicht mehr durchgesetzt werden könne; in einer derartigen Situation 

müsse der bundesrechtliche Immissionsschutz als Mindestgrundsatz Platz greifen. 

Solange Pflanzen die kantonalrechtlichen Abstände einhielten, dürften hingegen von 

ihnen nur in den seltensten Fällen übermässige Immissionen gemäss Art. 684 ZGB 

ausgehen (BGE 126 III 457 ff. E. 3; vgl. auch BGE 132 III 7 E. 3.2; 129 III 163 ff. E. 2.4 

und 2.5).

Wann derartige Ausnahmefälle vorliegen könnten, geht aus dem Entscheid nicht 

hervor. Wenn nicht die kantonale Rechtsetzungskompetenz vollständig ausgehöhlt 

werden soll, ist jedoch davon auszugehen, dass die Interessenabwägung und der 

Ortsgebrauch grundsätzlich schon implizit in den kantonalen Abstandsvorschriften 

enthalten sind, und nur in Ausnahmefällen von übermässigen Immissionen durch den 

Bestand der den kantonalrechtlichen Abstand einhaltenden Bäume gesprochen 

werden kann (vgl. Roos, Pflanzen im Nachbarrecht, Zürich 2002, 37 ff.; vgl. auch ZR 97 

[1998] Nr. 22 S. 67, wo das Zürcher Obergericht erwägt, dass ein verhältnismässig 

strenger Massstab anzulegen sei, wenn die kantonalen Vorschriften erfüllt seien, da 

diese bereits Ausdruck eines bestimmten Ortsgebrauchs seien). Zu denken ist etwa an 

Fälle, in denen sich durch die besondere Grösse einzelner Bäume oder durch deren 

Anordnung in einer Gruppe ausserordentliche Einwirkungen auf das 

Nachbargrundstück ergeben.Eine Interessenabwägung im Sinne einer Gewichtung der 

Interessen der Eigentümer der Bäume und der von der Einwirkung betroffenen 

Grundeigentümerin darf unter derartigen Umständen solange keine Rolle mehr spielen, 

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als nicht von einer reinen Schikane und damit von Rechtsmissbrauch seitens der 

Eigentümer der Bäume ausgegangen werden muss (vgl. Roos, a.a.O., 65).

b) Gemäss Art. 684 ZGB ist jedermann verpflichtet, bei der Ausübung seines 

Eigentums sich aller übermässigen Einwirkung auf das Eigentum der Nachbarn zu 

enthalten, wobei insbesondere alle schädlichen und nach Lage und Beschaffenheit der 

Grundstücke oder nach Ortsgebrauch nicht gerechtfertigten Einwirkungen durch Rauch 

oder Russ, lästige Dünste, Lärm oder Erschütterung verboten sind. Damit ist aus Art. 

684 ZGB abzuleiten, dass eine Duldungspflicht des Nachbarn besteht, soweit die 

Immissionen lediglich lästig oder sogar schädlich, aber nicht übermässig (lästig oder 

schädlich) sind; nur übermässige Immissionen brauchen nicht geduldet zu werden (vgl. 

Roos, a.a.O., 16; Meier-Hayoz, Berner Kommentar, Bern 1975, Art. 684 ZGB N 1 f.). 

Wo die Grenze zwischen zulässigen und übermässigen Immissionen zu ziehen ist, 

hängt namentlich von Lage und Beschaffenheit der Grundstücke sowie vom 

Ortsgebrauch ab (Art. 684 Abs. 2 ZGB). Es sind im konkreten Fall jedoch alle 

erheblichen Umstände nach objektiven Kriterien und aus der Sicht eines 

durchschnittlich empfindlichen Menschen zu beachten (Roos, a.a.O., 26, vgl. auch BGE 

121 II 326 f. E. 4b; 119 II 416 E. 4c). Im Zusammenhang mit Pflanzen kommen als 

materielle oder positive Immissionen z.B. auf das Nachbargrundstück fallendes Laub, 

Tannzapfen, Nadeln, Früchte, Samen und Äste in Frage. Umstritten war hingegen, ob 

vom Begriff der "Einwirkung" im Sinne von Art. 684 ZGB auch negative Immissionen 

wie z.B. Lichtentzug, Schattenwurf oder Entzug von Aussicht, die von Pflanzungen 

ausgehen, erfasst werden. Im genannten Grundsatzentscheid hat das Bundesgericht 

dies nun bejaht (BGE 126 III 455 ff. E. 2c; vgl. auch BGE 129 III 164 E. 2.5; in diesem 

Sinn vgl. insbesondere auch Meier-Hayoz, a.a.O., Art. 684 ZGB N 50 ff.).

4. a) Vor diesem rechtlichen Hintergrund ist nun der vorliegende Fall im Lichte von 

Art. 684 ZGB zu beurteilen. Die Ausgangslage unterscheidet sich von den 

Sachverhalten, die den von der Klägerin 1 zitierten Fällen und BGE 126 III 452 (vgl. 

dazu auch ZR 100 [2001] Nr. 19) zugrunde liegen, in verschiedener Hinsicht und 

insbesondere dadurch, dass hier sämtliche Bäume die kantonalrechtlichen 

Grenzabstände (Art. 98 Abs. 3 EGzZGB) nicht nur knapp, sondern zum Teil mehrfach 

einhalten; die von der Beklagten genannten tatsächlichen Grenzabstände der einzelnen 

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Bäume sind unbestritten geblieben. Dies spielt bei der Beurteilung der Übermässigkeit 

der Einwirkungen im Sinne von Art. 684 ZGB eine Rolle.

b/aa) Ohne Zweifel haben die umstrittenen Bäume gewisse Einwirkungen auf das 

klägerische Grundstück. Diese werden – soweit es um den Schattenwurf geht – durch 

die von der Vorinstanz eingeholte Expertise vom 31. März 2006 (insbesondere 

Erstellung eines Schattendiagramms für verschiedene Positionen auf dem klägerischen 

Grundstück) sowie die Beantwortung der Ergänzungsfragen zur Expertise vom 22. 

September 2006 in tatsächlicher Hinsicht näher erläutert. Daraus geht hervor, dass der 

Beobachtungspunkt 1 an der Südwestecke der klägerischen Liegenschaft, am Boden 

gemessen, von Oktober bis Februar nachmittags jeweils gut vier Stunden, im März 

noch knapp vier Stunden, also im Verhältnis zur Tageslänge zu 40-50 % im Schatten 

(der Bäume) liegt. Von November bis Januar dauert dieser bis Sonnenuntergang. Im 

Sommer reicht der Schatten am Punkt 1 während drei Monaten nie bis zur 

Hausfassade. Am Beobachtungspunkt 2, in der Südwestecke des Wintergartens, 

beträgt der Schatten laut Expertise noch von November bis Januar vier Stunden pro 

Tag, dauert jedoch nie bis Sonnenuntergang; vom März bis September liegt praktisch 

kein Schattenwurf vor (am 21. März und am 21. September noch je 45 Minuten). Diese 

jeweils an den beiden Beobachtungspunkten für jeden 21. des Monats 

vorgenommenen Messungen gehen allerdings davon aus, dass es sich um den 

Schatten eines Gebäudes (geschlossener Körper ohne Lichtdurchlass) handle. Der 

Experte stellt denn auch fest, dass der durch die Messungen ausgewiesene 

Schattenwurf deutlich über dem realen Schattenwurf liege, da der Schatten der neun 

Bäume weniger stark wirke wie derjenige eines geschlossenen Gebäudes gleicher 

Ausdehnung. Bei Laubbäumen sei der Unterschied bezüglich Lichtdurchlässigkeit 

zwischen dem Sommer und dem Winter sehr gross; im Fall der Buche (Baum Nr. 1) 

betrage die Lichtdurchlässigkeit im Winter ca. 75 %, im Fall der am westlichen Rand 

der Baumgruppe stehenden Föhren (Bäume 7 und 8) ca. 25-30 % von innen heraus. 

Lärchen, die im Winter die Nadeln verlieren, bildeten bereits im Sommer nicht einen 

dichten dunklen Körper. Der Experte gelangte schliesslich im Ergänzungsgutachten mit 

einer Reduktion der Silhouette der Baumgruppe wegen der "Ausfranselung" lediglich 

zu einem leicht, jedoch nicht wesentlich geringeren Schattenwurf (10 bis 25 Minuten 

pro Tag).

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bb) Die Klägerin 1 macht weiter positive Immissionen geltend durch Eindringen von 

Laub, Tannzapfen, Nadeln und kleinen Ästen; insbesondere nach stürmischem Wetter 

und sie beruft sich darauf, dadurch müssten die Dachrinne und insbesondere das 

Schwimmbad und dessen technische Einrichtungen häufiger gereinigt werden. Zum 

Nachweis legt sie Fotos ins Recht, ruft Zeugen an und legt eine Rechnung für die 

Reinigung des Schwimmbadablaufs mit Hochdruck ins Recht. Diese Rechnung beweist 

jedoch nicht, dass die Reinigung wegen der Bäume der Nachbarn nötig wurde. Es 

erübrigt sich auch, die beantragten Zeugen anzuhören, da sich die durch diese zu 

bestätigenden Immissionen ohnehin nicht als übermässig im Sinne von Art. 684 ZGB 

erweisen (vgl. nachfolgende E. c/aa).

c/aa) Was die genannten und zum Teil mit Fotos belegten positiven Immissionen 

betrifft, sind sie zweifellos lästig; es kann jedoch nicht von einer übermässigen 

Einwirkung im Sinne von Art. 684 ZGB gesprochen werden. Ein Schwimmbad verlangt 

ohnehin Unterhalt; eine sporadische Reinigung der Dachrinne ist durchaus üblich. 

Föhn- und Westwind-Wetterlagen mit starkem Wind sind nicht alltäglich. Dass nach 

einem Sturm in einem Wohnquartier mit Gärten gewisse Aufräumarbeiten nötig werden 

und Pflanzen(teile) in einem solchen Fall nicht vor den Grundstücksgrenzen Halt 

machen, ist nicht aussergewöhnlich. Ebenso gehört es zu derartigen Quartieren, dass 

normaler Laub- oder Nadelfall zum Teil auch die Nachbarn betrifft. Das kantonale 

Recht hat den Grenzabstand für hochstämmige Bäume auf sechs Meter festgelegt und 

damit signalisiert, was ortsüblich und grundsätzlich von Nachbarn zu tolerieren ist. Der 

geforderte Abstand ist im vorliegenden Fall mehr als eingehalten. Bei windigem Wetter 

könnten durchaus auch weniger hoch gewachsene Bäume oder Sträucher eine 

ähnliche Wirkung haben. Die von der Klägerin 1 in der Berufung und auch anlässlich 

des Augenscheins hervorgehobenen positiven Immissionen können unter den 

gegebenen Umständen nicht Grund für eine Fällung der umstrittenen Bäume wegen 

übermässiger Immissionen sein.

bb) Die Klägerin 1 begründet die Übermässigkeit der Einwirkungen jedoch 

insbesondere mit negativen Immissionen, dem Schattenwurf auf ihre Liegenschaft mit 

der Folge der Vermoosung eines Rasenteils und der Beeinträchtigung der 

Lebensqualität im Winter, da beträchtliche Teile der Liegenschaft von November bis 

Januar, zum Teil bis Februar, sonnenlos seien. Sie macht nicht geltend, dass in den 

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Sommermonaten ein relevanter Schattenwurf auf ihr Grundstück die Lebensqualität 

beeinträchtige. Bereits in tatsächlicher Hinsicht müssen die Behauptungen der Klägerin 

1 zum Teil korrigiert oder relativiert werden, ist doch die Liegenschaft zu keinem 

Zeitpunkt des Jahres wegen der umstrittenen Bäume sonnenlos, ein allfälliger 

Eigenschatten des klägerischen Hauses in den Morgenstunden der Wintermonate kann 

selbstverständlich bei der Beurteilung der Übermässigkeit des Baumschattens nicht 

berücksichtigt werden. Weiter ist zu berücksichtigen, dass die Buche, die am östlichen 

Rand der Baumgruppe steht, in den Monaten, für die die Expertise an den 

Messpunkten doch einen Schattenwurf von zum Teil mehr als vier Stunden ergeben 

hat, ohne Blätter ist und damit keineswegs einen Vollschatten wie ein Gebäude wirft, 

sondern rund 75 % Licht durchlässt. Damit vermindert sich die sich aus der Expertise 

ergebende Dauer des Schattenwurfs deutlich (der Experte spricht von 1-1 ½ Stunden), 

indem am Mittag eine kompakte Beschattung später eintritt. Die gesamte Baumgruppe 

erscheint entgegen der Aussage der Vorinstanz dadurch (insbesondere im Winter) auch 

nicht wie eine kompakte Wand eines Gebäudes, sind doch auch die Föhren am 

westlichen Rand der Baumgruppe wenigstens teilweise (20-30 %) lichtdurchlässig, dies 

zeigen schon die von der Klägerin 1 eingereichten Fotos und bestätigte sich anlässlich 

des Augenscheins vor Ort. Dieser ergab hingegen, dass der mittlere Bereich der 

Rottannen/Fichten kompakt erscheint.

Schon aufgrund dieser tatsächlichen Feststellungen erscheint es verfehlt, Art. 69 des 

kantonalen Baugesetzes betreffend Hochhäuser (über 25 m) sinngemäss 

heranzuziehen, um die Übermässigkeit der Einwirkung nach Ortsgebrauch zu 

beurteilen, wie dies die Vorinstanz getan hat. Nach Art. 69 Abs. 3 BauG darf ein von 

einem Hochhaus ausgehender Dauerschatten auf umliegende Parzellen und Gebäude 

an einem mittleren Sommertag nicht mehr als drei Stunden und an einem mittleren 

Wintertag nicht mehr als zwei Stunden betragen. Lediglich die vergleichbare Höhe der 

Bäume und eines Hochhauses macht jedoch die beiden Situationen insgesamt noch 

nicht vergleichbar; ein Ortsgebrauch in Bezug auf Bäume lässt sich über die 

Bestimmungen betreffend Beschattung durch Hochhäuser nicht begründen. Bäume 

werfen nicht nur keinen Vollschatten wie ein Hochhaus, sondern haben im Gegensatz 

zu einem Hochhaus auch noch wertvolle ökologische Funktionen. Der Ortsgebrauch 

ergibt sich vielmehr aus den kantonalen Bestimmungen zu den Anpflanzungen, die 

Ausdruck des im Kanton Üblichen und einer grundsätzlichen nachbarlichen 

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Interessenabwägung bilden. Es ist daher nach anderen Kriterien zu prüfen, ob der 

durch die Expertise erstellte Schattenwurf trotz der Einhaltung der Abstände nach Art. 

98 EGzZGB im Sinne von Art. 684 ZGB als übermässig zu beurteilen ist.

Zu Unrecht beruft sich die Klägerin 1 auf das Bundesgericht, wenn sie behauptet, 

dieses habe im Zusammenhang mit Lärchen entschieden, Waldbäume hätten in 

Wohngebieten grundsätzlich keinen Platz. Das Bundesgericht hat lediglich den vom 

Obergericht des Kantons Zürich getroffenen Ermessensentscheid, zwei Lärchen fällen 

zu lassen, in einem Fall, in dem die Grenzabstände verletzt, aber nach kantonalem 

Recht nicht mehr durchsetzbar waren, als nicht gegen Art. 684 ZGB verstossend 

bezeichnet (vgl. BGE 126 III 461 E. 4). Es ist in diesem Zusammenhang festzustellen, 

dass im Kanton St. Gallen gerade in Wohngebieten niedriger Dichte derartige Bäume 

alles andere als ungewöhnlich sind und dass vielerorts gar Baumschutzzonen 

ausgeschieden sind.

Eine durch den Schattenwurf der Bäume verursachte Vermoosung auf dem Südteil des 

Grundstücks im Umfang von rund zwei Aren wurde entgegen der Behauptung der 

Klägerin 1 vom vorinstanzlichen Gericht nicht festgehalten (im Augenscheinprotokoll 

und im Urteil nicht enthalten) und konnte vom Experten nicht mehr überprüft und 

beurteilt werden, da die Klägerin 1 dem Experten das Betreten des Gartens zur 

Beantwortung von Ergänzungsfragen verbot und sie den Garten im Sommer 2006 

umgestaltete. Damit hat sie sich den Beweis einer extremen Vermoosung wegen der 

Bäume selber verbaut. Mit dem neu als Zeugen angerufenen Gärtner kann der Beweis, 

dass die Bäume – und nicht etwa auch Hecken oder andere Bepflanzungen – Ursache 

einer starken Vermoosung eines Rasenteils waren, nicht erbracht werden. Abgesehen 

davon wäre eine Tendenz zur Vermoosung auf einem kleinen Teil des Grundstücks 

wegen häufigen Schattens nicht als übermässige Einwirkung von Bäumen, die den 

Grenzabstand einhalten, zu werten. Im Übrigen konnte zwei Jahre nach der 

Gartenumgestaltung anlässlich des Augenscheins keine relevante Vermoosung 

festgestellt werden.

Dass die Beklagte ihre rechtmässig gepflanzten Bäume nicht sofort nach dem Tod von 

X. und bis heute nicht gefällt hat, stellt keine Schikane im Sinne eines 

Rechtsmissbrauchs dar; dies selbst dann, wenn verschiedene Varianten für die spätere 

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Nutzung der Parzelle geprüft werden und allenfalls ein Verkauf (mit oder ohne 

Neuüberbauung des Grundstücks) bevorsteht. Da die kantonalen Abstandsvorschriften 

eingehalten werden, steht es der Beklagten – unter Vorbehalt des 

Rechtsmissbrauchsverbots und solange keine Übermässigkeit der Immissionen im 

Sinne von Art. 684 ZGB festgestellt ist – frei zu entscheiden, ob und wann sie ihre 

Bäume fällen will. Eine Interessenabwägung im Sinne einer Gewichtung der Interessen 

der Beklagten als Eigentümerin der Bäume und der Klägerin als von den Einwirkungen 

durch die Bäume betroffene Grundeigentümerin findet unter den gegebenen 

Umständen nicht statt (vgl. vorn E. III.3a).

d) Trotz Lage und Beschaffenheit der Grundstücke an einer Südhanglage in wenig 

dicht überbaubarem Wohngebiet in ländlicher Umgebung beträgt die Beschattung 

durch die Baumgruppe in den Wintermonaten täglich jedenfalls über drei, zum Teil vier 

Stunden an beiden Messpunkten und erstreckt sich jeweils auf die 

Nachmittagsstunden. Selbst wenn in der Gegend im Winter öfters Nebel liegt (so der 

Experte), bewirkt diese Beschattung für das klägerische Grundstück im Winter einen 

Lichtentzug, der als übermässige Immission im Sinne von Art. 684 ZGB zu betrachten 

ist. Es liegt einer der seltenen Ausnahmefälle vor, in denen trotz Einhaltung der 

kantonalen Abstandsvorschriften eine Übermässigkeit deshalb zu bejahen ist, weil es 

sich hier nicht lediglich um markante Einzelbäume, sondern um eine dicht stehende 

Gruppe von neun Bäumen beträchtlicher Höhe handelt, die – wie der Augenschein 

aufgezeigt hat – als geschlossene Silhouette in Erscheinung treten, weshalb von ihnen 

ausserordentliche Einwirkungen auf das Nachbargrundstück ausgehen und daher der 

bundesrechtliche Mindestimmissionsschutz zum Zug kommt. Die Tatsache, dass die 

Klägerin 1 erst baute, als die Bäume bereits vorhanden und recht hoch waren, darf 

nach Lehre und Rechtsprechung nicht berücksichtigt werden (vgl. Meier-Hayoz, a.a.O., 

Art. 684 ZGB N 133 ff., insbesondere N 137 ff. m.w.H.).

Vor dem gegebenen Hintergrund kommt die Fällung aller zehn Bäume nicht in Frage; 

eine bessere Besonnung/Belichtung im Winter kann auch durch zurückhaltendere 

Massnahmen erreicht werden. Weshalb der nicht in die Baumgruppe integrierte 

Nussbaum (Nr. 10) übermässige Immissionen verursachen soll, begründet die Klägerin 

1 nicht speziell. Dieser Baum verliert im Winter auch seine Blätter und hat deshalb in 

den Wintermonaten keinen entscheidenden Einfluss auf die Intensität der Beschattung 

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der klägerischen Liegenschaft. Eine Fällung fällt ausser Betracht. Ebenso wenig können 

unter den gegebenen Umständen die Buche und die Lärche wegbefohlen werden, wie 

dies die Vorinstanz entschieden hat, da sie im Winter – und diese Jahreszeit ist für die 

Frage der Übermässigkeit hier allein relevant – ohne Laub bzw. ohne Nadeln sind und 

daher für Licht und Besonnung wiederum einen geringen Einfluss haben. Es ist 

nochmals darauf zu verweisen, dass die Buche im Winter gemäss Expertise 75 % 

lichtdurchlässig ist. Vorliegend können die Verhältnisse auf das zumutbare Mass 

verbessert werden, wenn im besonders kompakten mittleren Bereich die Rottannen/

Fichten (Nr. 3 und 4) wegen ihrer Höhe von über 25 m und ihrer Art (kein Nadelverlust 

im Winter) gefällt werden, um insbesondere die volle Beschattung in den 

Wintermonaten zurückzunehmen. Mit dieser Auslichtungs-Massnahme wird die dicht 

stehende Baumgruppe durchbrochen und damit die Übermässigkeit der Einwirkung 

behoben.

Insgesamt ergibt sich somit, dass die Beklagte zu verpflichten ist, innert 30 Tagen ab 

Rechtskraft dieses Urteils die auf ihrem Grundstück Nr. Y., Grundbuchamt Z., gemäss 

Expertise vom 31. März 2006 bezeichneten Bäume Nr. 3 und 4 (Rottanne/Fichte) zu 

fällen. Im Übrigen wird die Anschlussberufung der Klägerin 1 abgewiesen. Für den Fall 

der Widerhandlung gegen diese Anordnungen wird der Beklagten die Bestrafung mit 

Busse gemäss Art. 292 StGB angedroht.

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