# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d15b02b9-45e3-5421-89f4-e31f3ffc8149
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.02.2014 200 2012 468
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2012-468_2014-02-11.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten hat das Bundesgericht am 13.06.2014 abgewiesen (9C_237/2014).

200 12 468 IV und
200 12 469 IV (2)
SCP/GET/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Februar 2014

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügungen vom 12. und 19. April 2012

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1970 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im Juni 2006 unter Hinweis auf eine schwere de-
pressive Episode, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie 
eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Bezug einer Invalidenrente an (Akten der 
IV-Stelle Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II] 1 S. 
1 ff.). Die IVB tätigte erwerbliche Abklärungen, holte diverse ärztliche Un-
terlagen sowie ein polydisziplinäres Gutachten der MEDAS (act. II 29) ein 
und liess durch ihren Abklärungsdienst einen Abklärungsbericht Haushalt 
erstellen (act. II 30). Mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 10. 
Dezember 2008 (act. II 38) verneinte sie bei einem in Anwendung der ge-
mischten Methode (50% Erwerb; 50% Haushalt) ermittelten Invaliditätsgrad 
von 12% einen Anspruch auf Ausrichtung einer Invalidenrente. 

B.

Am 6. Juli 2010 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine schwe-
re Depression erneut bei der IV zum Leistungsbezug an (act. II 42). Die IVB 
zog medizinische Berichte ein und veranlasste auf Empfehlung des Regio-
nalen Ärztlichen Dienstes (RAD) in der MEDAS ein polydisziplinäres Ver-
laufsgutachten (act. II 63.1 ff.). Ferner liess sie durch ihren Abklärungs-
dienst einen Abklärungsbericht Haushalt erstellen (act. II 69). Mit Vorbe-
scheid vom 25. Januar 2012 (act. II 70) stellte die IVB bei einem in Anwen-
dung der Einkommensvergleichsmethode ermittelten Invaliditätsgrad von 
28% die Ablehnung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Hiergegen liess 
die Versicherte Einwand erheben (act. II 71) und ein Gutachten von Dr. 
med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zu 
den Akten reichen (act. II 74 S. 4 ff.). Nachdem die IVB bei Dr. med. 
E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH (RAD) eine 
Stellungnahme eingeholt hatte (act. II 75), verfügte sie am 12. April 2012 
(act. II 76) wie im Vorbescheid in Aussicht gestellt. Mit weiterer Verfügung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 3

vom 19. April 2012 (act. II 80) lehnte die IVB zudem die Übernahme der 
Kosten für das Privatgutachten von Dr. med. D.________ ab. 

C.

Gegen die Verfügungen vom 12. und 19. April 2012 liess die Versicherte, 
vertreten durch Rechtsanwalt und Notar B.________, mit Eingabe vom 
15. Mai 2012 Beschwerde erheben und folgende Rechtsbegehren stellen: 

1. Die Verfügungen der IV-Stelle Bern vom 12. April 2012 und 19. 
April 2012 seien aufzuheben.

2. a) Die Beschwerdesache sei zur korrekten Durchführung des 
Vorbescheidverfahrens an die IV-Stelle Bern zurück zu wei-
sen.

b) Eventualiter: Es seien der Versicherten ab wann rechtens die gesetzli-
chen Leistungen (Integrationsmassnahmen nach Art. 14a IVG, berufliche 
Massnahmen, Invalidenrente) nach Massgabe einer Erwerbsunfähigkeit 
von mindestens 40% auszurichten.

c) Subeventualiter: Es sei ein interdisziplinäres Gerichtsgutachten (unter 
Einbezug der Fachrichtungen Rheumatologie, Neurologie, Dermatologie, 
Pneumologie, Kardiologie und Psychiatrie) unter Einschluss einer EFL 
einzuholen.

d) Subsubeventualiter: Es sei die Beschwerdesache zur Einholung eines 
unabhängigen, den Verfahrensgarantien von BGE 137 V 210 entspre-
chendes interdisziplinäres Gutachten unter Einschluss einer EFL und an-
schliessenden erwerbsbezogenen, beruflichen Abklärungen und Mass-
nahmen zurück zu weisen. 

3. Es sei die IV-Stelle zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die 
ihr im Zusammenhang mit dem Gutachten von Dr. med. 
D.________ vom 6. März 2012 entstandenen Kosten im Be-
trage von Fr. 6‘400.-- zu ersetzen.

4. Es sei das Beschwerdeverfahren bis zum Abschluss des von 
der IV-Stelle zugesicherten Arbeitstrainings zu sistieren. 

5. Es sei eine öffentliche Gerichtsverhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 
EMRK mit zusätzlicher Parteibefragung durchzuführen. 

6. Vor der Eröffnung des materiellen Endentscheides sei dem un-
terzeichneten Rechtsanwalt Gelegenheit zur Einreichung einer 
detaillierten Kostennote zur Geltendmachung einer Parteien-
tschädigung zu geben (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV).

7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin. 

In formeller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs geltend, indem sich die Beschwerdegegnerin im Vorbe-

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scheidverfahren unzureichend mit den vorgebrachten Rügen auseinander-
gesetzt und damit eine sachgemässe Anfechtung der Verfügung (vom 
12. April 2012) verunmöglicht habe. Für den Fall, dass das Gericht den 
geltend gemachten Mangel als geheilt beurteile, so sei die Gehörsverlet-
zung im Rahmen der Verfahrenskostenauferlegung zu berücksichtigen 
bzw. die Verfahrenskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Ferner 
sei der Auftrag zur Begutachtung in Verletzung der Verfahrensgrundsätze 
von BGE 137 V 210 ergangen. In materieller Hinsicht macht die Beschwer-
deführerin im Wesentlichen geltend, das Gutachten der MEDAS vom 25. 
August 2011 erfülle die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an den 
Beweiswert medizinischer Berichte nicht. Demgegenüber komme dem 
Gutachten von Dr. med. D.________, gestützt worauf die Überwindung der 
psychischen Beschwerden der Beschwerdeführerin nicht zumutbar sei, 
voller Beweiswert zu. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 21. Mai 2012 wies der Instruktionsrich-
ter das Gesuch um Sistierung des Beschwerdeverfahrens ab. 

Mit Beschwerdeantwort vom 20. Juni 2012 schliesst die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde. Sie macht hauptsächlich geltend, eine 
Verletzung des rechtlichen Gehörs liege nicht vor, sei es dem Rechtsvertre-
ter gestützt auf die Verfügung vom 12. April 2012 sowie dem darin als inte-
grierender Bestandteil erklärten Abklärungsbericht vom 18. Januar 2012 
doch möglich gewesen, sich ein Bild darüber zu machen, ob eine Be-
schwerde zu erheben sei oder nicht. Ferner komme dem MEDAS-
Gutachten Beweiswert zu, was auf das Privatgutachten von Dr. med. 
D.________ nicht zutreffe, weshalb es nicht als Beurteilungsgrundlage die-
nen könne und eine Übernahme der entsprechenden Kosten durch die Be-
schwerdegegnerin ausser Betracht falle. 

Zur Vervollständigung der Akten ersuchte der Instruktionsrichter am 6. De-
zember 2013 den behandelnden Psychiater der Beschwerdeführerin, 
Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 
um Zustellung der echtzeitlichen Aufzeichnungen in der Krankengeschichte 
(bei delegierter Therapie inkl. echtzeitlicher Aufzeichnungen des psycholo-
gischen Therapeuten) sowie von Berichten über den Verlauf der Therapie-
bemühungen zuhanden anderer Ärzte und allfällig weiterer Leistungser-

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bringer bzw. von allgemeinen Berichten und Zeugnissen zuhanden von 
Arbeitgebern oder Versicherungen, wobei von besonderem Interesse der 
Zeitraum bis April 2012 sei. 

Mit gleichentags erlassener prozessleitender Verfügung orientierte der In-
struktionsrichter die Parteien über die getroffene Beweismassnahme. 
Gleichzeitig setzte er den Termin der öffentlichen Schlussverhandlung un-
ter Bekanntgabe der Zusammensetzung des Spruchkörpers auf den 3. Fe-
bruar 2014 an. 

Am 23. Dezember 2013 reichte Dr. med. F.________ die Patientendoku-
mentation ein, welche der Instruktionsrichter mit prozessleitender Verfü-
gung vom 24. Dezember 2013 den Parteien, verbunden mit der Gelegen-
heit zur Einreichung einer Stellungnahme bis 27. Januar 2014, zustellte. 

Mit Stellungnahme vom 27. Januar 2014 hält die Beschwerdegegnerin an 
der mit Beschwerdeantwort vom 20. Juni 2012 beantragten Abweisung der 
Beschwerde fest und macht im Wesentlichen geltend, dass der Patienten-
dokumentation von Dr. med. F.________ keine objektiv feststellbaren Ge-
sichtspunkte zu entnehmen seien, welche im Rahmen der psychiatrischen 
Begutachtung unerkannt geblieben wären bzw. geeignet seien, zu einer 
abweichenden Beurteilung zu führen. Ferner teilte die Beschwerdegegnerin 
mit, an der öffentlichen Schlussverhandlung vom 3. Februar 2014 nicht 
teilzunehmen. 

An der öffentlichen Schlussverhandlung vom 3. Februar 2014 wurden die 
beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren dahingehend präzisiert, als 
gemäss Ziffer 2b (eventualiter) nur mehr die Ausrichtung einer Invaliden-
rente nach Massgabe einer Erwerbsunfähigkeit von 40% beantragt wird. 
Ferner sei das gemäss Ziffer 2c subeventualiter beantragte interdisziplinäre 
Gerichtsgutachten unter zusätzlichem Einbezug der Fachrichtungen Immu-
nologie und Innere Medizin einzuholen. Im Übrigen wurden die in der Be-
schwerde gestellten Rechtsbegehren gemäss den Ziffern 1-3 und 7 
bestätigt; auf das Rechtsbegehren gemäss Ziffer 4 wurde verzichtet, eben-
so auf die Rechtsbegehren gemäss den Ziffern 5-6, welchen mit der öffent-
lichen Schlussverhandlung vom 3. Februar 2014 bzw. mit der Möglichkeit 
der Einreichung der Kostennote Folge gegeben worden sei. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Die Beschwerde richtet sich gegen zwei Verfügungen. Der durch die 
Verfügung vom 19. April 2012 (act. II 80) bestimmte Streitgegenstand ist 
konnex mit dem Verfahren betreffend den Rentenanspruch (Verfügung vom 
12. April 2012 [act. II 76]), weshalb die beiden Verfahren nicht zu trennen 
und in einem Urteil zu erledigen sind. 

1.2 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.3 Angefochten sind die Verfügungen vom 12. und 19. April 2012 (act. 
II 76; 80). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Rente der Invalidenversicherung sowie die Übernahme der Kosten 
für das Privatgutachten von Dr. med. D.________ (act. II 74) in der Höhe 
von Fr. 6‘400.-- durch die Beschwerdegegnerin. 

1.4 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 7

1.5 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs bzw. „das Fehlen jeglicher Begründung und in-
haltsbezogener Auseinandersetzung“ mit den im Vorbescheidverfahren 
vorgebrachten Rügegründen dergestalt, dass sie gestützt auf das Vorliegen 
der Verfügung gar nicht in die Lage versetzt gewesen sei, sich anhand der 
dortigen Ausführungen ein Bild darüber zu machen, ob eine Beschwerde 
zu erheben sei oder nicht. 

2.2 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Par-
teien nicht voll entsprechen (Art. 49 Abs. 3 ATSG). 

Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf 
rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; 
SR 101). Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Mo-
tiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung gegebe-
nenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl die 
betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite 
des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigs-
tens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde 
hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet 
indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Be-
hauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Viel-
mehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte 
beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a S. 181). 

2.3 Die namentlich die Verfügung vom 12. April 2012 (act. II 76) betref-
fende Rüge der Beschwerdeführerin ist unbegründet. Die Beschwerdegeg-
nerin hat sich in der nämlichen Verfügung – soweit erforderlich – mit den im 
Vorbescheidverfahren geltend gemachten Einwänden befasst. Daraus so-
wie aus dem Bestandteil dieser Verfügung bildenden Abklärungsbericht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 8

vom 18. Januar 2012 (act. II 69) geht rechtsgenüglich hervor, von welchen 
Überlegungen sich die Beschwerdegegnerin für die Beurteilung des Ren-
tenanspruchs hat leiten lassen. Der (bereits im Vorbescheidverfahren) an-
waltlich vertretenen Beschwerdeführerin war es denn auch möglich, die 
Verfügung sachgerecht anzufechten, zumal sie nicht geltend macht, ak-
tenmässig nicht umfassend dokumentiert gewesen zu sein. Ebenso wenig 
gereicht es der Beschwerdegegnerin für sich genommen zum Vorwurf, auf 
die von der Beschwerdeführerin beantragten weiteren (medizinischen) 
Abklärungen verzichtet zu haben: Einerseits hat die Verwaltung nach den 
Grundsätzen des Amtsbetriebs die Herrschaft über das Verfahren, so auch 
über die Abklärung der entscheidwesentlichen Tatsachen. Andererseits ist 
auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten, wenn ein bestimmter 
Sachverhalt als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten ist und weitere 
Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr än-
dern können, oder wenn der Sachverhalt, den die Partei beweisen will, 
nicht rechtserheblich erscheint (BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). So verhält 
es sich auch mit Bezug auf den von der Beschwerdeführerin anlässlich der 
öffentlichen Schlussverhandlung geäusserten Vorwurf, indem die Be-
schwerdegegnerin auf die Durchführung einer EFL verzichtet habe, habe 
sie den Untersuchungsgrundsatz bzw. das „Recht auf Beweis“ verletzt: 
Nach geltender Rechtsprechung ist ein EFL-Testverfahren nicht in jedem 
Fall durchzuführen, sondern allenfalls in Betracht zu ziehen, wenn sich die 
beteiligten Fachärzte ausser Stande sehen, eine zuverlässige 
Einschätzung des leistungsmässig Machbaren vorzunehmen, und deshalb 
eine konkrete leistungsorientierte berufliche Abklärung als zweckmässigste 
Massnahme ausdrücklich empfehlen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 23. Februar 2011, 8C_ 976/2010, E. 5.5). Wenn die 
Beschwerdegegnerin somit in antizipierter Beweiswürdigung auf die 
Durchführung einer EFL verzichtet hat, liegt darin für sich allein noch keine 
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes begründet. 

Der Vorwurf der Verletzung des rechtlichen Gehörs ist somit unbegründet.  

2.4 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, der Auftrag zur 
Begutachtung in der MEDAS sei in Verletzung der Verfahrensgrundsätze 
von BGE 137 V 210 ergangen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 9

Auch diese Rüge dringt nicht durch: Die Mitteilung betreffend die vorgese-
hene medizinische Abklärung erfolgte am 28. Februar 2011 (act. II 54). Am 
25. Mai 2011 wurde die (zu diesem Zeitpunkt) durch die G.________ ver-
tretene Beschwerdeführerin unter Bekanntgabe der untersuchenden Ärzte 
zur Begutachtung aufgeboten (act. II 58 f.). Die einzelnen fachmedizini-
schen Untersuchungen erfolgten zwischen dem 28. Juni und dem 20. Juli 
2011 (act. II 63.1 S. 1 f.), zu welchem Zeitpunkt der heutige Rechtsvertreter 
der Beschwerdeführerin deren Vertretung bereits übernommen hatte (act. II 
60) und in der Folge weder Einwände gegen die Begutachtung an sich 
noch gegen die vorgesehenen Experten erhob. Am 28. Juni 2011 – und 
damit nach dem in rechtlicher Hinsicht massgebenden Zeitpunkt der Ertei-
lung des Begutachtungsauftrags – erging BGE 137 V 210, weshalb die 
darin definierten Anforderungen an die Einholung von MEDAS-Gutachten 
noch nicht zur Anwendung gelangten. Im Übrigen verlieren nach altem Ver-
fahrensstandard eingeholte Gutachten ihren Beweiswert auch mit Rück-
sicht auf die in BGE 137 V 210 erläuterten Korrektive nicht. Vielmehr ist im 
Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifi-
schen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob das 
abschliessende Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen im ange-
fochtenen Entscheid vor Bundesrecht standhält (BGE 137 V 210 E. 6 
S. 266; SVR 2012 IV Nr. 48 S. 175 E. 4.1.1), weshalb auch insofern eine 
neue Begutachtung allein aus formellen (verfahrensrechtlichen) Gründen 
nicht erforderlich ist. 

2.5 Nach dem Dargelegten sind die vorgebrachten formellen Rügen 
somit unbegründet. 

3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 10

werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

3.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

3.3

3.3.1 Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenan-
spruchs als auch anlässlich einer Rentenrevision stellt sich unter dem Ge-
sichtspunkt von Art. 8 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditäts-
bemessungsmethode (Art. 16 ATSG sowie Art. 28a Abs. 2 und 3 IVG).

Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung einer 
anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 
E. 3.3 S. 508).

3.3.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). 

3.3.3 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 11

Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegat-
ten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 
festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen 
(sog. gemischte Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150). 

3.4

3.4.1 Tritt die Verwaltung auf eine Neuanmeldung ein, so hat sie die Sa-
che materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi-
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades 
auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei 
einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV 
Nr. 2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der 
früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so 
weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prü-
fen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbe-
gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Be-
schwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge-
richt (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). 

3.4.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 S. 132). Die 
Invalidenrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung 
des Gesundheitszustandes revidierbar, sondern auch dann, wenn sich die 
erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im 
üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszu-
standes erheblich verändert haben; zudem kann auch eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs einen Revisionsgrund darstellen (BGE 130 V 343 E. 3.5 
S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; AHI 1997 S. 288 E. 2b).

3.4.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 12

Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV 
Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

3.4.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

4.

4.1

4.1.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht zum 
Schluss gekommen ist, die Beschwerdeführerin sei nicht in rentenbegrün-
dendem Ausmass invalid. Massgebende Vergleichszeitpunkte bilden die 
Verfügung vom 10. Dezember 2008, mit der ein Rentenanspruch bei einem 
Invaliditätsgrad von 12% rechtskräftig verneint worden war, und die nun-
mehr angefochtene Verfügung vom 12. April 2012 (vgl. E. 3.4.4 vorne). 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 13

4.1.2 Die Beschwerdegegnerin ging insofern von einer Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen und damit von einem Revisionsgrund aus, als 
sie in der angefochtenen Verfügung vom 12. April 2012 einen Status 100% 
Erwerb zugrunde legte, wohingegen sie in der Verfügung vom 10. Dezem-
ber 2008 (act. II 38) noch von einem Status von 50% Erwerb und 50% 
Haushalt ausgegangen war. 

Ein Statuswechsel im Sinne eines Revisionsgrundes, wie er von der Be-
schwerdegegnerin angenommen wird, muss mit dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein, die blosse Mög-
lichkeit dazu genügt nicht (BGE 126 V 353 E. 5b S. 360; SVR 2011 UV Nr. 
11 S. 42 E. 10). Zwar gab die Beschwerdeführerin im Rahmen der Haus-
haltabklärung – im Beisein des Rechtsvertreters – an, die Kinder seien 
„jetzt gross“ und „sehr früh zur Selbständigkeit erzogen“ worden, weshalb 
sie im Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig wäre (act. II 69 S. 4). Diesbe-
züglich ist jedoch festzustellen, dass die drei jüngeren Kinder nach wie vor 
im Haushalt der Beschwerdeführerin wohnen (S. 3) und sich bereits anläss-
lich der Erhebungen im August 2008 drei der vier Kinder in einem Alter 
befanden, in welchem (die geltend gemachte frühe) Selbständigkeit sowie 
Mithilfe im Haushalt hätte erwartet werden können. Insofern haben sich die 
häuslichen Verhältnisse im Zeitraum zwischen den Haushaltsabklärungen 
nicht wesentlich verändert. Es kommt hinzu, dass die Beschwerdeführerin 
mit der Doppelbelastung Erwerb/Haushalt „an die Grenze der Erschöpfung 
gelangte“ (act. II 63.1 S. 12; vgl. auch act. II 29 S. 18) und sie gemäss ei-
genen Angaben durch die Mithilfe der Kinder und ihres Ehemannes im 
Haushalt „nicht nennenswert entlastet“ werde (act. II 63.1 S. 9). Ob die Be-
schwerdeführerin im Zeitpunkt der Neuanmeldung bzw. der angefochtenen 
Verfügung (vgl. E. 3.4.4 vorne) mit der für einen Fünfpersonenhaushalt 
verbliebenen Verantwortung tatsächlich ein 100%-Pensum geleistet hätte, 
ist damit noch nicht überwiegend wahrscheinlich. Wie es sich damit verhält, 
kann indessen offen bleiben, da – wie nachfolgend zu zeigen ist – selbst 
bei Annahme eines revisionsbegründenden Statuswechsels mit anschlies-
sender umfassender Prüfung des Rentenanspruchs (vgl. E. 3.4.3 vorne) 
die Beschwerde abzuweisen ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 14

4.2 Bei Erlass der Verfügung vom 10. Dezember 2008 stützte sich die 
Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf das 
polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 6. Juni 2008 (act. II 29). Darin 
wurde als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgra-
dige depressive Episode genannt. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit wurden ein Wirbelsäulensyndrom ohne radikuläre Defizite 
sowie ein Spannungskopfschmerz festgehalten (S. 17). Die zuletzt als „…“ 
ausgeübte Tätigkeit sei im Umfang von täglich sechs Stunden entspre-
chend einer Arbeitsfähigkeit von 75% zumutbar (S. 20), wobei die Be-
schwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit am 
besten verwerten könne (S. 21). 

4.3 Für den Zeitraum zwischen Erlass der Verfügung vom 10. Dezem-
ber 2008 und der hier angefochtenen Verfügung vom 12. April 2012 prä-
sentiert sich die medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt: 

4.3.1 Mit Überweisungsschreiben an Dr. med. F.________ vom 18. Fe-
bruar 2009 (act. II 50.3 S. 9) hielt Dr. med. H.________, Facharzt für All-
gemeine Innere Medizin FMH, fest, bei der Beschwerdeführerin bestehe 
ein schweres depressives Syndrom mit starker Somatisierung, weshalb 
eine psychiatrische Behandlung erforderlich sei. 

4.3.2 Mit Bericht vom 2. Dezember 2009 (act. II 50.3 S. 2) hielt Dr. med. 
I.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (seit 2012) und 
Allgemeine Innere Medizin FMH, fest, zwischenanamnestisch gehe es der 
Beschwerdeführerin rein von der Beziehungsgestaltung her sehr viel bes-
ser. Die Beurteilung bleibe aber die gleiche: Es handle sich um eine schwe-
re depressive Episode mit psychotischen Syndromen. Dies beinhalte visu-
elle, akustische und coenästhetische Halluzinationen. Zudem leide sie an 
einer PTBS und an spannungsbedingten Kopfschmerzen sowie an 
Schmerzen andernorts im Körper, die durch die psychische Situation, die 
sich im Körper als Verspannung niederschlage, ausgelöst werde (S. 3). 

4.3.3 Ab dem 20. Januar 2010 war die Beschwerdeführerin im Spital 
C.________ hospitalisiert (act. II 49 S. 6 ff.). Am 9. Februar 2010 erfolgte 
der Übertritt in die Psychiatrie des Spitals J.________, wo sie bis am 
25. Februar 2010 hospitalisiert war. Im entsprechenden Austrittsbericht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 15

vom 16. März 2010 (act. II 48) wurden eine PTBS (ICD-10 F43.1), eine 
schwere depressive Episode (ICD-10 F32.2), teilweise mit psychotischen 
Symptomen (ICD-10 F32.3) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerz-
störung (ICD-10 F45.4) diagnostiziert (S. 6). Die Beschwerdeführerin wirke 
sehr bedrückt und ratlos. Es beständen Verständigungsschwierigkeiten 
wegen der Fremdsprache. Hinweise auf Gedächtnisstörungen gebe es 
keine. Denken und Sprechen seien leicht verlangsamt, mit spürbar wenig 
Interesse am Gespräch. Sie berichte über Albträume und Stimmen sowie 
undefinierbare Geräusche, die sie zu Hause ängstigen würden. Die 
Schwingungsfähigkeit sei eingeschränkt, es beständen Ein- und Durch-
schlafstörungen mit Albträumen (S. 5). Die Beschwerdeführerin habe 
Schwierigkeiten gehabt, einen Sinn in ihrem Aufenthalt zu sehen. Sie habe 
sich keine Verbesserung ihrer Beschwerden erhofft. Während des Aufent-
haltes habe sie viel über ihre schmerzende Schulter und über das immer 
wieder auftretende starke Zittern geklagt. Dies sei schlimmer geworden, 
nachdem sie den Eindruck erhalten habe, als Simulantin wahrgenommen 
zu werden. Im Rahmen eines Gesprächs hätten die Angehörigen der Be-
schwerdeführerin geäussert, dass sie immer noch stark unter der Kränkung 
durch das IV-Gutachten leide. Sie habe sich nicht ernstgenommen und 
abgewertet gefühlt (S. 5). Die Beschwerdeführerin habe sich zu Hause mit 
ihren Einschränkungen eingerichtet und könne mit diesen eigentlich umge-
hen. Die Angehörigen hätten die Beschwerdeführerin in ihrem Wunsch, die 
Behandlung im Spital möglichst kurz zu halten, unterstützt. Sie sei auf ihren 
Wunsch hin am 25. Februar 2010 aus der Behandlung ausgetreten (S. 6). 

4.3.4 Mit Bericht vom 11. Juni 2010 (act. II 50.2 S. 7) des Spital 
C._______ wurde festgehalten, bei der Beschwerdeführerin stehe seit 
mehreren Jahren ein ausgeprägtes cervico-brachiales und cerviko-
cephales Schmerzsyndrom bei bildgebend blandem MRI der HWS im Vor-
dergrund, welches zumindest teilweise als somatoformes Schmerzsyndrom 
bei zudem bestehender schwerer depressiver Störung interpretiert worden 
sei. Die Ätiologie der zudem seit drei bis vier Jahren beobachteten fokalen 
Schmerzen im Bereich der rechten Schulter bleibe unklar. Ein fokal ent-
zündliches Geschehen sei möglich, das Vorliegen einer systemischen 
Myositis jedoch eher unwahrscheinlich (S. 9). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 16

Am 16. Juli 2010 wurde an der rechten Schulter eine Biopsie durchgeführt. 
Die Ätiologie der fokalen Muskelproblematik blieb auch danach unklar. 
Hinweise für das Vorliegen einer Myositis im eigentlichen Sinne ergaben 
sich nicht (act. II 50.2. S. 5). 

4.3.5 Mit Bericht vom 15. November 2010 (act. II 50.1) hielt Dr. med. 
H.________ fest, die Beschwerdeführerin sei als K.________ seit Januar 
2006 bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig (S. 3). Es bestehe eine ex-
treme Kraft- und Antriebslosigkeit sowie Leistungsintoleranz (S. 4). 

4.3.6 Am 25. August 2011 erstattete die MEDAS unter Federführung von 
Dr. med. L.________ zu Handen der Beschwerdegegnerin ein polydiszi-
plinäres Verlaufsgutachten (act. II 63.1). Als Diagnosen mit Auswirkung auf 
die Arbeits- und Leistungsfähigkeit wurden festgehalten (S. 18 f.): 

1. Mittelgradige depressive Episode bei rezidivierender depressiver Störung 
(ICD-10 F33.1)

2. Schmerzverarbeitungsstörung, generalisiertes Schmerzsyndrom mit Beto-
nung im Zervikocephal-, Zervikobrachial- sowie Lumbalbereich

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit: 

3. Spannungskopfschmerz 
4. Wirbelsäulensyndrom ohne radikuläre Defizite
5. Fehlstatik der Wirbelsäule, Haltungsinsuffizienz, muskulärer Hartspann und 

deutlich verschmächtigte Rumpfmuskulatur, radiologisch weitgehend alters-
entsprechende Befunde. Kein Nachweis eines nervenwurzelbezogenen 
neurologischen Defizits 

6. Status nach Operation bei dorso-radialem Ganglion am rechten Handgelenk
7. Status nach Muskelbiopsie des Deltoideus rechts 

In der Beurteilung wurde festgehalten, die psychiatrische Exploration erge-
be – wie bereits anlässlich der Vorbegutachtung – das Bild einer mittel-
schwer ausgeprägten depressiven Episode. Abweichend von der seinerzeit 
geäusserten Einschätzung sei retrospektiv von einer rezidivierenden de-
pressiven Störung auszugehen, weil bei weiterer eingehender Exploration 
einzelne frühere, allerdings subsyndromal anmutende depressive Phäno-
mene anamnestisch geschildert worden seien und zwischenzeitlich, seit 
der letzten Begutachtung, auch die Annahme einer schweren depressiven 
Episode in den Raum gestellt worden sei. Ungeachtet dieser differential-
diagnostischen Erwägungen zum Verlauf der depressiven Erkrankung er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 17

gebe sich daraus aber keine Relevanz für die sozialmedizinische Bewer-
tung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Auf der Symptomebene bestehe 
weiterhin ein mittelschwer ausgeprägtes depressives Bild mit Einschrän-
kung der psychischen Grundbelastbarkeit der Beschwerdeführerin (S. 19). 

Aus neurologischer Sicht werde ein chronisches Schmerzsyndrom be-
schrieben, welches jedoch nicht durch eine neurologische Systemerkran-
kung erklärt werden könne. Die internistische Untersuchung ergebe keine 
Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit. Aus orthopädischer Sicht 
werde ebenfalls auf das chronische Schmerzsyndrom hingewiesen; eine 
Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit lasse sich aber nicht stellen 
(S. 20). 

Aus rheumatologischer Sicht werde eine Minderung der Leistungsfähigkeit 
bei chronischem Schmerzsyndrom postuliert, jedoch darauf hingewiesen, 
dass eine rheumatische Erkrankung im engeren Sinne nicht vorliege. Damit 
lasse sich aus interdisziplinärer Sicht festhalten, dass die im rheumatologi-
schen Zusatzgutachten beschriebene Minderung der Leistungsfähigkeit in 
der wesentlich aus psychiatrischer Optik begründeten Arbeitsunfähigkeit 
aufgehe. Bei einer Einschränkung des Arbeitszeitpensums auf sechs Stun-
den arbeitstäglich, sei eine Minderung der Leistungsfähigkeit zusätzlich 
nicht mehr zu berücksichtigen (S. 20). 

Aus polydisziplinärer Sicht ergebe sich folglich gegenüber der letzten Be-
gutachtung keine massgebliche Veränderung. Die Beschwerdeführerin sei 
weiterhin in der Lage, leichte und mittelschwere körperliche Arbeiten einfa-
cher geistiger Natur mit geringer Verantwortung zu verrichten. Tätigkeiten 
unter besonderem Zeitdruck, erhöhten Anforderungen an die Ein- und Um-
stellfähigkeit sowie Tätigkeiten unter Nachtschichtbedingungen seien aus-
zuschliessen. Damit sei die Beschwerdeführerin in der Lage, sowohl die 
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als K.________  wie auch Verweistätigkeiten zu 
verrichten, dies regelmässig zu arbeitstäglich sechs Stunden und ohne 
darüber hinausgehende weitere Leistungsminderung (S. 20). 

Mit Bezug auf die Entwicklung der Arbeitsfähigkeit sei davon auszugehen, 
dass im Rahmen einer schweren depressiven Episode vorübergehend eine 
Arbeitsunfähigkeit von 100% vorgelegen habe. Nach Teilremission der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 18

schweren Depression sei das jetzige Ausmass der Arbeitsfähigkeit erreicht. 
Insgesamt bestehe im Verlauf seit der letzten Begutachtung im Jahre 2008 
keine anhaltende massgebliche Verschlechterung (S. 21). 

4.3.7 Mit im Auftrag des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin ver-
fasstem Gutachten vom 6. März 2012 (act. II 74 S. 4 ff.) diagnostizierte 
Dr. med. D.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chroni-
sche Depression, Beginn 2004, aktuell schwergradig (ICD-10 F33.2); eine 
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, 
Beginn 2005, ICD-10 (GM 2009) F45.41 sowie eine PTBS (ICD-10 F43.1). 
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte er keine (S. 22). 

Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin werde durch starke depressive 
Beschwerden, durch eine chronische Schmerzerkrankung und durch eine 
PTBS eingeschränkt. Depressive Beschwerden schwächten den Antrieb, 
führten zu vorzeitiger Ermüdung und sie beeinträchtigten die Konzentration 
und die Motivation. Depressive Menschen unterschätzten ihr Leistungs-
vermögen, erlebten sich als ungenügend und unfähig und limitierten sich 
dadurch selber in ihren Leistungen. Schmerzen seien ein sehr aversiver 
Affekt und führten ab einer gewissen Intensität zu Beeinträchtigungen der 
Aufmerksamkeit, konsumierten Energie und beschleunigten Ermüdung 
bzw. reduzierten per se den inneren Antrieb eines Menschen. Die PTBS 
mit reduzierter psychischer Belastbarkeit, Gereiztheit, erhöhter Vigilanz und 
ängstlichen Illusionen belaste und schwäche die Explorandin zusätzlich 
und schränke so die Fähigkeit zur willentlichen Überwindung der Schmer-
zen wie auch der depressiven Beschwerden zusätzlich ein. Alle drei 
Störungen, d.h. Depression, Schmerzen und Angst, beeinträchtigten bzw. 
verstärkten sich gegenseitig (S. 33). Die bisherige Tätigkeit als … sei nicht 
mehr zumutbar. Da sie nicht einmal mehr in der Lage sei, einfache Haus-
haltstätigkeiten für ihre eigenen Kinder zu verrichten, müsse querverglei-
chend angenommen werden, dass ihr auch eine externe angepasste Ar-
beitstätigkeit nicht mehr möglich sei. Auch eine selbständige, eigeninitiative 
Verrichtung von Haushaltaufgaben sei ihr nicht mehr möglich (S. 34). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 19

4.4

4.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

4.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 232 E. 5.1, 125 V 
351 E. 3a S. 352). 

4.4.3 Der Beweiswert eines Parteigutachtens ist nicht schon deshalb 
zweifelhaft, weil es von einer Partei ins Verfahren eingebracht wird (BGE 
125 V 351 E. 3b dd S. 353, 122 V 157 E. 1c S. 161; RKUV 1993 U 167 
S. 96 E. 5a; ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Es besitzt jedoch nicht den gleichen 
Rang wie ein vom Gericht oder von einem Unfallversicherer nach dem vor-
gegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten. Es verpflichtet indes-
sen den Richter, den von der Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien für 
die Beweiswürdigung folgend, zu prüfen, ob es in rechtserheblichen Fragen 
die Auffassung und Schlussfolgerungen des vom Gericht oder vom Unfall-
versicherer förmlich bestellten Gutachters derart zu erschüttern vermag, 
dass davon abzuweichen ist (RKUV 1999 U 356 S. 573 E. 3c). Dieselbe 
Prüfungspflicht obliegt dem Richter, wenn mit einem Privatgutachten Ein-
wendungen gegen eine von einer IV-Stelle im Rahmen des Abklärungsver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 20

fahrens eingeholte Expertise erhoben werden, insbesondere gegen solche 
einer spezialisierten unabhängigen Abklärungsstelle (AHI 2001 S. 115 
E. 3c). 

4.4.4 Dem Umstand, dass ein nach altem Standard (vgl. E. 2.4 vorne) in 
Auftrag gegebenes Gutachten eine massgebende Entscheidungsgrundlage 
bildet, ist unter Umständen bei der Beweiswürdigung Rechnung zu tragen. 
In dieser speziellen Übergangssituation lässt sich die beweisrechtliche 
Situation der versicherten Person mit derjenigen bei versicherungsinternen 
medizinischen Entscheidungsgrundlagen vergleichen (Entscheid des 
Bundesgerichts vom 17. September 2012, 9C_148/2012, E. 1.4).

4.5 In medizinischer Hinsicht erging die angefochtene Verfügung vom 
12. April 2012 im Wesentlichen gestützt auf das polydisziplinäre Verlaufs-
gutachten der MEDAS (act. II 63.1). Dieses erfüllt die Voraussetzungen der 
Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 4.4.2 hiervor) und erbringt vollen 
Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Es ist durchwegs nachvoll-
ziehbar und die Schlussfolgerungen sind überzeugend begründet. Zu kei-
ner anderen Beurteilung führt das von der Beschwerdeführerin ins Recht 
gelegte psychiatrische Privatgutachten von Dr. med. D.________ vom 
6. März 2012 (act. II 74 S. 4 ff.), wie sich aus den nachfolgenden Erwägun-
gen ergibt: 

4.5.1 Zunächst überzeugt die von Dr. med. D.________ gestellte Diagno-
se einer PTBS nicht, deren Vorliegen er damit begründet, dass die damals 
sechsjährige Beschwerdeführerin nach dem plötzlichen Tod des Vaters 
weg von der Mutter zu einem Onkel habe gehen müssen. Dort sei sie von 
der Stiefmutter wie auch deren Kindern schlecht behandelt (und geschla-
gen) worden. Mit 14 Jahren sei sie zurück zur Mutter geflüchtet. Diese Le-
benssituation habe insbesondere bei einem Kind ein erhebliches traumati-
sches Potential, weshalb das „Kriterium A“ der PTBS „knapp“ erfüllt sei (S. 
15). Indessen lässt sich die Einschätzung von Dr. med. D.________, wo-
nach die Beschwerdeführerin während ihrer Kindheit „körperlichen Gewalt-
erfahrungen“ (S. 21) ausgesetzt gewesen sei, weder anhand der be-
schwerdegegnerischen Akten noch aufgrund der im vorliegenden Be-
schwerdeverfahren edierten Patientendokumentation von Dr. med. 
F.________ verifizieren. Generell übersieht der Privatgutachter, dass die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 21

Kindheitszeit der Beschwerdeführerin in den diversen Arztberichten unter-
schiedlich geschildert wird: So wird im von allfälligen Überlegungen versi-
cherungsrechtlicher Art noch nicht beeinflussten Austrittsbericht des Spitals 
J.________ vom 26. September 2006 anamnestisch festgehalten, dass – 
nach dem Tod des Vaters – die Mutter die vier Kinder alleine grossgezogen 
habe, wobei die Mutter als stark erlebt worden sei (act. II 14 S. 17; 48 S. 5). 
Im Bericht des Spital C.________ vom 25. November 2008 wird hierzu 
festgehalten, die Familie habe in finanzieller Not gelebt, die Kinder seien oft 
alleine gewesen, da die Mutter arbeiten gegangen sei. Die Beschwerdefüh-
rerin sei in ihrer Kindheit alleine und vernachlässigt, oft für die jüngeren 
Kinder zuständig gewesen. Die Beschwerdeführerin habe sich damals 
schutzlos und überfordert gefühlt und sei von anderen Kindern schikaniert 
worden (act. II 50.4 S. 2). Im MEDAS-Gutachten vom 6. Juni 2008 wird zur 
Kindheit der Beschwerdeführerin schliesslich ausgeführt, die Familie habe 
von der Unterstützung durch Verwandte gelebt und die Mutter habe nicht 
ausserhäuslich gearbeitet (act. II 29 S. 10). Indem Dr. med. D.________ 
die Diagnose einer PTBS in Ausblendung der aktenkundig stark divergie-
renden Angaben zur Kindheit einzig auf die im Rahmen der Begutachtung 
erfolgte Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin abstützt, kann 
ihm nicht gefolgt werden und die Diagnose einer PTBS erweist sich als in 
rechtlicher Hinsicht nicht überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen. Eben-
so wenig ist seine Theorie einer nach Jahren erfolgten Reaktivierung eines 
kindheitlichen Traumas nachvollziehbar: Zwar ist gemäss Fachliteratur das 
Auftreten der Symptomatik auch mit mehrjähriger Latenz nicht vollständig 
ausgeschlossen. Dies setzte indessen u.a. voraus, dass keine andere Dia-
gnose (wie z.B. eine Depression) gestellt werden kann (vgl. DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 8. Aufl. 
2011, S. 208), was vorliegend jedoch gerade nicht zutrifft, diagnostizierte 
Dr. med. D.________ doch selber eine Depression bzw. ist dieselbe ak-
tenmässig hinreichend erstellt und im Übrigen unbestritten. Zudem verlangt 
die Leistungsberechtigung in der Invalidenversicherung eine gewisse Ob-
jektivierung, weshalb derartige Konstellationen in rechtlicher Hinsicht zum 
Vornherein ausser Betracht bleiben müssen (Entscheid des BGer vom 
26. Juni 2013, 9C_228/2013, E. 4.1.3; SVR 1/2014 Nr. 1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 22

Nachdem Dr. med. D.________ der PTBS eine massgebliche Bedeutung 
für die Einschätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit beimisst (S. 22) 
bzw. damit die willentliche Unüberwindbarkeit der Schmerzen und der De-
pression begründet (act. II 74 S. 33), die fragliche Diagnose jedoch in 
rechtlicher Hinsicht nicht erstellt ist, kommt seinem Gutachten bereits aus 
diesen Gründen nicht eine volle Beweiskraft zu. 

Im Weiteren ist zwar – dem bereits Gesagten zufolge – unbestritten, dass 
die Beschwerdeführerin (unverändert) an einer Depression leidet. Während 
jedoch im MEDAS-Verlaufsgutachten eine mittelgradige depressive Episo-
de bei rezidivierender depressiver Störung (act. II 63.1 S. 18) diagnostiziert 
wurde, hielt Dr. med. D.________ eine chronische Depression „aktuell 
schwergradig“ fest (act. II 74 S. 22). Diesbezüglich ist zunächst festzustel-
len, dass die unterschiedliche Beurteilung des Schweregrades einer De-
pression für sich allein noch keinen Grund darstellt, die Einschätzungen 
des vom Versicherungsträger bestellten Experten in Frage zu stellen. Viel-
mehr ist entscheidend, ob objektive Gesichtspunkte aufgezeigt werden, 
welche im Administrativgutachten unberücksichtigt blieben. Dies ist vorlie-
gend nicht der Fall: Mit Bezug auf die Feststellung von Dr. med. 
D.________ ist zu berücksichtigen, dass der Ehemann der Beschwerdefüh-
rerin im Februar 2012 (und damit nach der Begutachtung in der MEDAS) 
eine Hirnblutung erlitt (S. 5), was eine (vorübergehende) Verschlechterung 
des depressiven Zustands erklären könnte, welche jedoch im (hier mass-
geblichen) Verfügungszeitpunkt (vgl. E. 4.1.1 vorne) noch nicht dauerhafter 
Natur war bzw. noch nicht drei Monate gedauert haben konnte (Art. 88a 
Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 
1961 [IVV; SR 831.201]). 

Hiervon abgesehen fällt auf, dass in Bezug auf die – in der MEDAS detail-
lierter – erhobenen objektiven Befunde keine erheblichen Unterschiede 
zwischen den Gutachten bestehen (vgl. act. II 63.1 S. 13 ff; act. II 74 S. 
13 f.). Vielmehr stützte Dr. med. D.________ – wie schon bei der PTBS – 
seine Beurteilung überwiegend auf die subjektiven Angaben der Be-
schwerdeführerin ab (S. 17 f.; vgl. auch S. 36 unten), was in rechtlicher 
Hinsicht nicht überzeugt. Soweit die Beschwerdeführerin in der öffentlichen 
Schlussverhandlung geltend machen liess, eine psychiatrische Begutach-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 23

tung basiere letztlich immer auf den subjektiven Angaben des Betroffenen, 
ist dem entgegenzuhalten, dass der Gutachter im sozial- bzw. invalidenver-
sicherungsrechtlichen Kontext stets gehalten ist, solche inneren und einem 
direkten (Gegen)-Beweis nicht zugänglichen Tatsachen anhand der objek-
tiven Befunde sowie der Aktenlage zu plausibilisieren, vermag doch eine 
einzig oder überwiegend auf subjektiven Beschwerdenangaben basierende 
Beurteilung der Beeinträchtigungen zum Vornherein keine Leistungspflicht 
der Invalidenversicherung zu begründen. 

Was sodann die Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit anbelangt, 
kommt hinzu, dass diese offenbar nicht unmassgeblich (auch) auf den An-
gaben der Tochter (S. 35) basiert, was sich im vorliegenden Kontext als 
problematisch erweist, nachdem sich die Beschwerdeführerin gemäss An-
gaben der Angehörigen durch die Ergebnisse der ersten MEDAS-
Begutachtung gekränkt gefühlt hat (act. II 48 S. 5). Abgesehen davon kann 
das (funktionelle) Leistungsvermögen ohnehin nicht in einer den beweis-
rechtlichen Anforderungen genügenden Weise basierend auf fremdana-
mnestischen Erhebungen beurteilt werden. Im Weiteren ist entgegen Dr. 
med. D.________ der Grad der Arbeitsunfähigkeit nicht schematisch auf-
grund des Schweregrades einer Depression festzulegen, sondern stets 
anhand des konkreten Einzelfalles, weshalb auch seine Kritik, bei einer 
mittelschweren Depression sei entgegen dem MEDAS-Verlaufsgutachten 
in der Regel von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (S. 35), 
nicht verfängt. 

Soweit Dr. med. D.________ mit Bezug auf die Schmerzproblematik 
schliesslich kritisiert, im MEDAS-Verlaufsgutachten sei die Diagnose 
gemäss ICD-10 F45.41 „verpasst“ worden (S. 35), ist festzustellen, dass 
die Experten der MEDAS eine Schmerzverarbeitungsstörung – mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit – diagnostiziert und dem Schmerzgeschehen 
damit durchaus Rechnung getragen haben, weshalb der Vorwurf ins Leere 
stösst. Abgesehen davon lässt eine nominal andere Bezeichnung eines 
Leidens für sich genommen noch keine Rückschlüsse auf die daraus allen-
falls resultierende Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 24

Demnach erweist sich das Privatgutachten von Dr. med. D.________ we-
der als beweiskräftig noch vermag es am Beweiswert des MEDAS-
Verlaufsgutachtens irgendwelche Zweifel zu wecken (vgl. E. 4.4.4 vorne). 

4.5.2 Zu keinem anderen Ergebnis führen die übrigen in der Beschwerde 
vorgebrachten Einwände: So greift der Vorwurf der Beschwerdeführerin, es 
sei lebensfremd, unter den gegebenen Umständen von der Überwindbar-
keit ihrer Beschwerden auszugehen, ins Leere, haben doch die MEDAS-
Gutachter eine medizinisch-theoretische Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit bejaht und hat die Beschwerdegegnerin diese als rechtlich relevante 
Einschränkung der Erwerbsfähigkeit berücksichtigt. 

Was die Kritik am psychiatrischen Gutachten von Dr. med. L.________ 
betrifft, ist zunächst festzuhalten, dass der Umstand, wonach keine test-
psychologischen Verfahren durchgeführt wurden, den Beweiswert des Teil-
gutachtens für sich allein nicht erschüttert, obliegt es doch allein dem Gut-
achter zu entscheiden, ob solche Tests überhaupt sachdienlich sind (Ent-
scheid des BGer vom 4. Dezember 2013, 9C_618/2013, E. 4.1). Für die 
Qualität des Gutachtens ist zudem in jedem Fall die klinische Untersuchung 
in Kenntnis der Anamnese massgebend (Entscheid des BGer vom 17. 
Dezember 2009, 8C_695/2009, E. 3.2.2). 

Im Weiteren geht die anlässlich der öffentlichen Schlussverhandlung von 
der Beschwerdeführerin wiederholte Kritik, die von Dr. med. L.________ 
geltend gemachte, unter Medikation erfolgte Teilremission der schweren 
depressiven Symptomatik sei nicht hinreichend begründet, fehl: Im 
MEDAS-Gutachten vom 6. Juni 2008 wurde in psychiatrischer Hinsicht eine 
mittelgradige depressive Episode diagnostiziert (act. II 29 S. 17), während 
in den übrigen medizinischen Akten bereits seit 2005 fortlaufend eine 
schwere depressive Episode festgehalten wurde (vgl. act. II 7 S. 1; 12 S. 1; 
14 S. 2; 50.6 S. 6). Mit Bezug auf den vorliegend massgeblichen 
Beurteilungszeitraum (vgl. E. 4.1.1 vorne) zeigt sich ein ähnliches Bild, 
wobei die anlässlich der psychiatrischen Begutachtung im März 2008 
erhobenen Befunde weitgehend mit denen von Juli 2011 korrelieren (vgl. 
act. II 29 S. 13 ff; 63.1 S. 13 ff.). Wenn Dr. med. L.________ deshalb seit 
der rechtskräftigen Ablehnung eines Rentenanspruchs im Dezember 2008 
im Längsschnitt weiterhin von einem mittelschwer ausgeprägten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 25

depressiven Beschwerdebild ausging, ist dies nur folgerichtig. Zudem liegt 
der rechtliche Fokus vorliegend – nachdem die Beschwerdegegnerin auf 
das Neuanmeldungsgesuch eingetreten ist und unter Annahme eines 
Revisionsgrundes den Leistungsanspruch umfassend und frei geprüft hat – 
ohnehin nicht (mehr) auf der Frage nach einer Veränderung des 
Gesundheitszustandes, sondern darauf, ob und gegebenenfalls inwiefern 
sich im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns gesundheitliche 
Beeinträchtigungen auf das funktionelle Leistungsvermögen auszuwirken 
vermögen, was vom Gericht allseitig und frei zu prüfen ist. Auch wenn bei 
depressiven Erkrankungen für die Beantwortung dieser Frage Kenntnisse 
über den bisherigen Verlauf der Krankheit vorauszusetzen sind, schadet es 
entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht, dass Dr. med. 
L.________ beim behandelnden Psychiater Dr. med. F.________ keine 
zusätzlichen Berichte einverlangte. Wie sich den medizinischen Akten 
entnehmen lässt, standen sowohl der Hausarzt der Beschwerdeführerin als 
auch das Spital C.________ und das Spital M.________ jeweils mit Dr. 
med. F.________ in Kontakt, so dass der Gutachter davon ausgehen 
konnte, die in den Austritts- und Verlaufsberichten (act. II 46, 49, 50.1 und 
50.2, S. 20 ff.) jeweils festgehaltenen Befunde stünden in Übereinstimmung 
mit den von Dr. med. F.________ gemachten Aufzeichnungen. Die Edition 
der Patientendokumentation im Gerichtsverfahren führte denn auch nicht 
zu neuen (rechtserheblichen) Aspekten, welche im psychiatrischen 
Gutachten nicht beachtet worden wären. Namentlich sprechen die in der 
Patientendokumentation festgehaltenen psychopathologischen Befunde 
nicht für eine längerdauernde schwere depressive Störung (wobei auffällt, 
dass die Beschwerdeführerin auf ärztlicherseits festgestellte 
Verbesserungen des Gesundheitszustandes mit verstärkten 
Beschwerdenangaben reagierte [vgl. act. II 50.3 S. 2; Aufzeichnung vom 9. 
November 2009 {in den Gerichtsakten}]). Vielmehr stützen sie die im 
Gutachten getroffene Einschätzung, wonach seit der ersten Begutachtung 
im Jahre 2008 von einem im Wesentlichen unveränderten (psychischen) 
Gesundheitszustand auszugehen ist, wovon die Beschwerdeführerin im 
Übrigen auch selber ausgeht, führte sie doch anlässlich der Begutachtung 
im Juli 2011 aus, dass sich in psychischer Hinsicht in den letzten drei 
Jahren keine nennenswerten Veränderungen eingestellt hätten (act. II 63.1 
S. 9). Insgesamt legen die Aufzeichnungen von Dr. med. F.________ – in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 26

Übereinstimmung mit den Aufzeichnungen des Gutachters (vgl. act. II 63.1 
S. 8 und 11 f.) – den Schluss nahe, dass sich die Beschwerdeführerin in 
ihrer Rolle als „Mutter, Ehefrau und Mitarbeiterin und Geldbringerin“ 
überfordert fühlt(e), was zu psychosozialen Problemen führte (vgl. 
Aufzeichnungen vom 15. Februar 2011 und 28. Februar 2012 [in den 
Gerichtsakten]). Diese beeinflussen die festgestellten gesundheitlichen 
Einschränkungen massgebend mit, stellen indessen invaliditätsfremde 
Faktoren dar und sind deshalb invalidenversicherungsrechtlich 
grundsätzlich unbeachtlich (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 
52 S. 189 E. 3.2). Ob überhaupt ein invalidisierender Gesundheitsschaden 
vorliegt, ist deshalb fraglich, kann hier jedoch offen bleiben, da die 
Invaliditätsbemessung zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad 
führt (vgl. E. 5.3 hinten). 

Sodann überzeugt auch die Kritik am rheumatologischen Zusatzgutachten 
(act. II 63.5) nicht, geht doch daraus hervor, dass das chronische Schmer-
zgeschehen – ohne erhebliche somatische Ursache – am ehesten mit einer 
längerdauernden psychischen Störung in Zusammenhang steht (S. 6). Fol-
gerichtig waren aus rheumatologischer Sicht keine Diagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen (S. 7). Dass dennoch Diagnosen 
unter „mit Relevanz für die Arbeits- und Leistungsfähigkeit“ aufgelistet wur-
den (S. 6), ist darauf zurückzuführen, dass der Gutachter aufgrund der ge-
nerellen Schmerzen eine Leistungseinschränkung von 20% festgehalten 
hat (S. 7), welche jedoch – aus polydisziplinärer Sicht – in der psychiatrisch 
begründeten Arbeitsunfähigkeit aufging. 

Im Weiteren wurde die im neurologischen Zusatzgutachten (act. II 63.2) 
erfolgte Einschätzung, wonach durchschnittlich mittelschwere Tätigkeiten 
zumutbar seien, im Hauptgutachten berücksichtigt (act. II 63.1 S. 21). 

Was ferner die geltend gemachten Beschwerden an der rechten Schulter 
anbelangt, so fanden diesbezüglich umfangreiche Abklärungen statt, ohne 
dass ein hinreichend ausgewiesenes organisches Substrat hätte eruiert 
werden können (act. II 50.2 S. 5), weshalb nicht zu beanstanden ist, dass 
die MEDAS-Gutachter diesbezüglich keine weiteren Abklärungen vornah-
men. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 27

Dass die Beschwerdegegnerin sodann die geltend gemachte Tachykardie 
nicht weiter abklärte, gereicht ihr ebenso wenig zum Nachteil, finden sich 
doch selbst im Privatgutachten von Dr. med. D.________ keine Hinweise 
auf dadurch bedingte Einschränkungen. 

Im Weiteren ändert die Behauptung der Beschwerdeführerin, wonach ihre 
letzte Tätigkeit entgegen dem MEDAS-Verlaufsgutachten als schwer zu 
qualifizieren sei, nichts daran, dass gemäss dem Zumutbarkeitsprofil leich-
te bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar sind (act. II 63.1 S. 21). 

Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich kritisiert, die Beschwerdegeg-
nerin habe im Hinblick auf die Rentenprüfung auf eine EFL verzichtet, ist 
darauf hinzuweisen, dass sich die Gutachter ohne weiteres in der Lage 
sahen, die Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu beurteilen, weshalb die Be-
schwerdegegnerin auf die Anordnung einer EFL verzichten durfte (vgl. 
E. 2.3 vorne). Was sodann den von der Beschwerdeführerin anlässlich der 
öffentlichen Schlussverhandlung erwähnten Bericht der BEWO betrifft, er-
folgte dieser bzw. die nämliche Abklärung ausserhalb des vorliegend rele-
vanten Beurteilungszeitraums (vgl. E. 4.1.1 vorne), weshalb er nicht zu 
berücksichtigen ist. Zudem ist die Frage nach der noch zumutbaren Ar-
beitsleistung durch die Ärzte nach Massgabe der objektiv feststellbaren 
Gesundheitsschädigung zu beantworten und nicht durch die Eingliede-
rungsfachleute aufgrund der subjektiv erbrachten Arbeitsleistung (Ent-
scheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: BGer] 
vom 4. Dezember 2006, I 928/05, E. 3).

4.5.3 Zusammenfassend erweist sich der rechtserhebliche Sachverhalt 
gestützt auf das MEDAS-Verlaufsgutachten als rechtsgenüglich abgeklärt, 
weshalb es der in der Beschwerde eventualiter beantragten weiteren Ab-
klärungen nicht bedarf. 

4.6 Gestützt auf das polydisziplinäre MEDAS-Verlaufsgutachten (act. II 
63.1) ergibt sich in gesundheitlicher Hinsicht seit der letzten Begutachtung 
im Jahr 2008 keine massgebliche Veränderung. Demnach ist die Be-
schwerdeführerin in der Lage, leichte bis mittelschwere körperliche Arbei-
ten einfacher geistiger Natur mit geringer Verantwortung zu verrichten. 
Tätigkeiten unter besonderem Zeitdruck, mit erhöhten Anforderungen an 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 28

die Ein- und Umstellfähigkeit sowie Tätigkeiten unter Nachtarbeitsbedin-
gungen sind auszuschliessen. Eine dergestalt dem Belastbarkeitsprofil an-
gepasste Tätigkeit kann die Beschwerdeführerin an sechs Stunden pro 
Arbeitstag verrichten, was – ausgehend von einer 42-Stundenwoche – ei-
ner medizinisch-theoretischen Einschränkung von 28% entspricht. 

5.

5.1 Ausgehend von einer im Gesundheitsfall hypothetisch angenomme-
nen 100%igen Erwerbstätigkeit (vgl. E. 4.1.2 vorne) ist in Anwendung der 
Einkommensvergleichsmethode nachfolgend der Invaliditätsgrad zu be-
stimmen. Für dessen Bemessung ist der Zeitpunkt des (potentiell) frühest-
möglichen Rentenbeginns – vorliegend Januar 2011 (vgl. Art. 29 Abs. 1 
IVG) – massgebend, weshalb Validen- und Invalideneinkommen auf das 
Jahr 2011 hin festzulegen sind. 

5.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

5.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325, 129 V 222 
E. 4.3.1 S. 224). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das 
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hin-
reichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte 
gemäss Tabellenlohn abzustellen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 29

5.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 
SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 
E. 4.1.1).

5.3 Die Bestimmung des Valideneinkommens hat vorliegend anhand 
der LSE zu erfolgen, nachdem eine Vollzeittätigkeit als … beim bisherigen 
Arbeitgeber aus betrieblichen Gründen offenbar nicht möglich gewesen 
wäre (act. II 69 S. 4). Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführe-
rin als Gesunde überwiegend wahrscheinlich auch weiterhin einer Hilfsar-
beitertätigkeit nachginge, weshalb das Valideneinkommen gestützt auf Ta-
belle TA1 der LSE 2010 (abrufbar unter www.bfs.admin.ch), Anforderungs-
niveau 4 (einfache und repetitive Arbeiten), Totalwert, Frauen, zu bestim-
men ist. 

http://www.bfs.admin.ch/

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 30

Nachdem die Beschwerdeführerin keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht, 
ist das Invalideneinkommen unter Berücksichtigung einer medizinisch-
theoretischen Arbeitsunfähigkeit von 28% (vgl. E. 4.6 vorne) sowie ausge-
hend vom selben Tabellenlohn wie das Valideneinkommen zu berechnen 
(vgl. E. 5.2.2 vorne). Die Beschwerdegegnerin hat dabei keinen leidensbe-
dingten Abzug berücksichtigt (act. II 69 S. 7). Dies ist nicht zu beanstan-
den: Mit Bezug auf das Kriterium der leidensbedingten Einschränkung er-
gibt sich, dass den gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei der Beurtei-
lung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit im MEDAS-Verlaufsgutachten be-
reits umfassend Rechnung getragen worden ist (act. II 63.1 S. 20). Sind 
zudem – wie vorliegend – leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zumutbar, 
ist allein deswegen auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit noch kein 
Abzug gerechtfertigt, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 be-
reits eine Vielzahl von leichten bis mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. 
Entscheid des BGer vom 8. Mai 2013, 9C_1043/2012, E. 3.2.1). Schliess-
lich sind auch die übrigen, praxisgemäss zu berücksichtigenden Kriterien 
(vgl. E. 5.2.2 vorne) nicht erfüllt, weshalb auch insoweit kein Anlass für ei-
nen entsprechenden Abzug besteht. 

Eine konkrete Berechnung der Lohnwerte kann bei gegebener Sachlage 
unterbleiben (Entscheid des EVG vom 15. April 2003, I 1/03, E. 5.2). Dem-
nach entspricht der Invaliditätsgrad der medizinisch-theoretischen Ein-
schränkung von 28%. 

5.4 Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung vom 
12. April 2012 als rechtens. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

6.

6.1 Die Beschwerdeführerin beantragt die Übernahme der Kosten für 
das Privatgutachten von Dr. med. D.________ im Betrag von Fr. 6‘400.-- 
durch die Beschwerdegegnerin, was Letztere mit Verfügung vom 19. April 
2012 (act. II 80) ablehnte. 

6.2 Der Versicherungsträger übernimmt die Kosten der Abklärung, so-
weit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen ange-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 31

ordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für 
die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil 
nachträglich zugesprochener Leistungen bilden (Art. 45 Abs. 1 ATSG). 

Die Kosten eines vom Versicherten selbst veranlassten Privatgutachtens 
sind vom Versicherer zu übernehmen, wenn sich der medizinische Sach-
verhalt erst aufgrund des im kantonalen Beschwerdeverfahren beigebrach-
ten Untersuchungsergebnisses schlüssig feststellen lässt und dem Versi-
cherer insoweit eine Verletzung der ihm nach dem Untersuchungsgrund-
satz obliegenden Pflicht zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung vor-
zuwerfen ist (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 15 f. E. 10). 

6.3 Die Beschwerdegegnerin kam mit der Einholung eines in allen Tei-
len beweiskräftigen Verlaufsgutachtens ihren Abklärungspflichten umfas-
send nach. Demgegenüber zeigte das Gutachten von Dr. med. 
D.________ keine (rechtlich erheblichen) Aspekte auf, welche im Verwal-
tungsverfahren unberücksichtigt geblieben wären, weshalb es für die Leis-
tungsbeurteilung unmassgeblich bleibt. Unter diesen Umständen besteht 
keine Kostenübernahmepflicht seitens der Beschwerdegegnerin. 

Demnach ist die Beschwerde auch insoweit abzuweisen. 

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Nachdem der Beschwerdegegnerin keine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs vorzuwerfen ist (vgl. E. 2.3 ff. vorne), hat bei diesem Ausgang des 
Verfahrens die unterliegende Beschwerdeführerin die Verfahrenskosten 
des Verfahrens IV/2012/468 (Invalidenrente), gerichtlich bestimmt auf 
Fr. 1‘000.--, zu tragen. Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 32

7.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1‘000.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt Protokoll der öffentli-

chen Schlussverhandlung vom 3. Februar 2014)
- IV-Stelle Bern (samt Protokoll der öffentlichen Schlussverhandlung 

vom 3. Februar 2014)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Feb. 2014, IV/12/468, Seite 33

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.