# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d358803-243f-5fe9-aeb8-5f9adc2de38a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.01.2012 E-6975/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6975-2011_2012-01-09.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­6975/2011

U r t e i l   v om   9 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn,
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;  
Gerichtsschreiber Urs David.

Parteien A._______,
Algerien,
mit diversen Alias­Identitäten,
(…),  
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 18. November 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 31. August 2005 ein erstes Asylgesuch in 
der Schweiz stellte und sich dabei als ein  in Libyen  (…) geborener und 
aufgewachsener, papierloser algerischer Staatsangehöriger präsentierte, 
der von 1996 bis 2000 in Algerien und sonst in Libyen wohnhaft gewesen 
sei,

dass  das  mit  Verfolgungen  sowohl  in  Algerien  als  auch  in  Libyen 
begründete  Asylgesuch  mit  Verfügung  des  BFM  vom  7.  Oktober  2005 
unter Anordnung der Wegweisung sowie des Vollzuges abgelehnt wurde,

dass  das  BFM  in  der  Begründung  erwog,  die  Verfolgungsvorbringen 
würden den Anforderungen gemäss Art. 3 und 7 des Asylgesetzes vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  das  Glaubhaftmachen  eines 
flüchtlingsrechtlich  beachtlichen  Sachverhalts  nicht  genügen,  die 
Wegweisung  stelle  die  Regelfolge  eines  ablehnenden  Asylentscheides 
dar  und  es  seien  keine  Gründe  ersichtlich,  die  auf  Unzulässigkeit, 
Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines  Wegweisungsvollzuges  nach 
Algerien schliessen lassen könnten,

dass  eine  gegen  diese  Verfügung  erhobene  Beschwerde  vom  28. 
Oktober  2005  mit  Urteil  der  damaligen  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  (ARK)  vom 14. November 2005  im vereinfachten 
Verfahren  als  offensichtlich  unbegründet  abgewiesen wurde,  wobei  das 
Richtergremium  insbesondere  erkannte,  die  Identität  des 
Beschwerdeführers  stehe  nicht  fest  und  es  sei  davon  auszugehen,  er 
wolle den Behörden seine Identitätspapiere vorenthalten,

dass  der  Beschwerdeführer  am  (…)  2007  nach  Algerien  zurückgeführt 
wurde,  zu  welchem  Zweck  das  BFM  vorgängig  auf  dem  Algerischen 
Konsulat  in  Genf  ein  auf  den  Beschwerdeführer  lautendes  "Laissez­
Passer" hatte ausstellen lassen,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge am 20. Mai 2011 
erneut  in  die  Schweiz  einreiste  und  am  21.  Mai  2011  ein  zweites 
Asylgesuch stellte, 

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  31. Mai  2011  im Empfangs­ 
und  Verfahrenszentrum  Vallorbe,  der  gleichentags  durchgeführten 
Anhörung  zu  den  Asylgründen  und  der  Ergänzungsanhörung  vom  17. 
November 2011 im Wesentlichen Folgendes geltend machte,

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dass er bei seiner Rückführung nach Algerien im (…) 2007 am Flughafen 
in  Algier  festgenommen,  der  Inhaberschaft  der  libyschen 
Staatsangehörigkeit  beschuldigt  und nach  zwei Tagen beziehungsweise 
einer Woche nach Libyen ausgeschafft worden sei,

dass die libyschen Behörden ihn sogleich in Haft genommen und ihn der 
Kontaktpflege  mit  der  Muslimbruderschaft  im  Exil  beschuldigt,  nach 
seinem  Aufenthalt  in  der  Schweiz  und  seiner  Verwandtschaft  befragt 
sowie bedroht und misshandelt hätten,

dass  sein  algerischer  Reisepass  und  seine  algerische  Identitätskarte 
seither  beziehungsweise  schon  seit  dem  Jahre  1997  im  Besitze  der 
libyschen Behörden seien,

dass  er  nach  über  zwanzig  Tagen  Haft  und  Unterzeichnung 
verschiedener Papiere unbekannten Inhalts entlassen, jedoch fortan vom 
Sicherheitsdienst  beschattet  und  in  seiner  Erwerbstätigkeit  beschränkt 
worden sei,

dass  er  dennoch  im  Jahre  2009  beziehungsweise  2010  in  Libyen 
eingebürgert  worden  sei,  wie  er  von  seinen  dort  ansässigen 
Familienangehörigen erfahren habe,

dass er  im Jahre 2009 mehrere Monate  in  Italien erwerbstätig gewesen 
und  in der Folge nach Libyen zurückgekehrt sei, dieses Land aber Mitte 
beziehungsweise  Ende  2009  beziehungsweise  im  März  2011  wieder 
verlassen habe, um abermals nach Italien zu gelangen beziehungsweise 
er  im  Jahre  2009  nach  Tunesien  ausgereist  und  nie mehr  nach  Libyen 
zurückgekehrt sei,

dass er zwischenzeitlich in Milano gelebt habe und in der Folge illegal in 
die Schweiz gelangt sei,

dass  er  nicht  nach  Algerien  zurückkehren  wolle,  weil  dieses  Land  ihn 
nicht  wolle,  und  eine  Rückkehr  nach  Libyen  solange  nicht  in  Frage 
komme, wie das Gaddafi­Regime an der Macht sei, 

dass  der  Beschwerdeführer  weder  Beweismittel  noch 
Identitätsdokumente beibrachte und einer am 21. Mai 2011 ergangenen 
schriftlichen Aufforderung zur Papierbeschaffung innert 48 Stunden – mit 
Nachdruck  erneuert  anlässlich  der  Kurzbefragung  und  der  Anhörungen 
zu den Asylgründen – nicht nachgekommen ist,

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dass er  zur Erklärung geltend machte,  keine Dokumente  beschaffen  zu 
können, da er keinen  libyschen Reisepass habe, sich seine algerischen 
Ausweise  bei  den  libyschen  Behörden  befänden  beziehungsweise  sein 
algerischer  Reisepass  zu  Hause  in  Libyen  sei,  er  sich  aber  um  die 
Beschaffung  seiner  libyschen  Geburtsurkunde,  seiner  libyschen 
Niederlassungsbewilligung  und  seiner  Einbürgerungsdokumente 
bemühen werde,

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung 
vom 18. November  2011  –  eröffnet  am 28. November  2011  –  ablehnte 
und dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  Bundesamt  seinen  ablehnenden  Asylentscheid  damit 
begründete,  dass  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  den 
Anforderungen  von  Art.  7  AsylG  an  die  Glaubhaftmachung  eines 
asylbegründenden Sachverhalts nicht genügen würden und er mithin die 
Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle,

dass die angeblichen Benachteiligungen durch die algerischen Behörden, 
die behauptete Ausschaffung nach Libyen und der  seitherige Aufenthalt 
dort  offenkundig  ungereimt  und  insbesondere  mit  zahlreichen 
Widersprüchen  versehen  seien,  weshalb  von  einem 
Sachverhaltskonstrukt  ausgegangen  werden  müsse  und  sich  eine 
Prüfung der Asylrelevanz erübrige,

dass die Wegweisung die Regelfolge eines ablehnenden Asylentscheides 
darstelle  und  keine  zureichenden  Gründe  ersichtlich  seien,  die  auf 
Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines 
Wegweisungsvollzugs schliessen lassen würden,

dass  mangels  Erfüllung  der  Flüchtlingseigenschaft  der  Grundsatz  der 
Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG keine Anwendung finde 
und keine Anhaltspunkte  für eine dem Beschwerdeführer  in Algerien mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  drohende,  durch  Art.  3  der  Konvention 
vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene  Bestrafung  oder 
Behandlung ersichtlich seien,

dass ferner weder die politische Situation in Algerien noch andere Gründe 
gegen die Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs sprächen, zumal der 
Beschwerdeführer  gesund  sei,  in  Algerien  seinen  Militärdienst  geleistet 
habe und dort über eine Schwester verfüge,

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dass es ihm zudem freistehe, von Algerien nach Libyen weiter zu reisen, 
zumal  er  selber  in  der  Anhörung  eine  freiwillige  Rückkehr  dorthin 
ausdrücklich  in  Aussicht  gestellt  habe,  sobald  das  Gaddafi­Regime 
gefallen sei,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  ausserdem  technisch  möglich  und 
praktisch durchführbar sei,

dass  es  angesichts  des  Erwogenen  irrelevant  erscheine,  ob  der 
Beschwerdeführer tatsächlich die libysche Staatsbürgerschaft besitze,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 27. Dezember 2011 gegen 
diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben 
hat  und  dabei  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  im 
Wegweisungspunkt,  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  unter 
Feststellung  der  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  sowie  in 
prozessualer  Hinsicht  die  unentgeltliche  Prozessführung  für  die 
Verfahrenskosten  inklusive  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses beantragt,

dass  er  sich  in  der  Begründung  hauptsächlich  auf  zwei  nun  vorlegbare 
Beweismittel  (in  Kopie)  beruft,  welche  sein  Bruder  zwischenzeitlich  bei 
den  libyschen  Behörden  habe  "nachmachen"  lassen  und  die  er 
baldmöglichst im Original und mit Übersetzungen nachreichen werde,

dass  es  sich  beim  einen Dokument  um  eine  Bestätigung  der  libyschen 
Behörden  betreffend  seine  Geburt  in  diesem  Land  und  betreffend  die 
libysche Staatsbürgerschaft seiner Familie mütterlicherseits handle, 

dass  es  sich  beim anderen Dokument  um eine unwiderrufliche  libysche 
Niederlassungsbewilligung handle,

dass ein Wegweisungsvollzug nach Algerien unzumutbar erscheine, weil 
er  nur  wenige  Jahre  dort  gelebt  habe,  kein  Französisch  spreche  und 
keinen  Bezug  zu  diesem  Land  habe,  zumal  er  bei  der  Einbürgerung  in 
Libyen wahrscheinlich die algerische Staatsbürgerschaft ohnehin verloren 
habe,  andernfalls  er  nicht  von  den  algerischen  Behörden  nach  Libyen 
ausgeschafft worden wäre,

dass  sich  sein  Lebensmittelpunkt  eindeutig  in  Libyen  befinde,  wo  auch 
der Grossteil  seiner  Familie  lebe,  ein Wegweisungsvollzug  dorthin  aber 

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aufgrund der  "momentan herrschenden Zustände" ebenfalls unzumutbar 
sei,

dass die  Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 30. Dezember 
2011  den  legalen  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  während  des 
Beschwerdeverfahrens feststellte, 

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m. 
Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 
vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 

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einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 
111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  in der Sachverhaltsfeststellung der angefochtenen Verfügung  (dort 
Ziff.  1  und  Ziff.  2  [1.  Abschnitt])  bei  der  Wiedergabe  der 
Verfahrenschronologie  von  Amtes  wegen  gleich  mehrere 
Redaktionsversehen festzustellen sind (Datum Urteil ARK, Datum Eintritt 
Rechtskraft und Datum zweites Asylgesuch), diese  jedoch weder  in den 
zeitlichen  Ausmassen  gravierend  noch  für  den  Verfahrensausgang 
erheblich  sind  und  vom  Beschwerdeführer  im  Übrigen  auch  nicht 
beanstandet werden,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass diese Erkenntnis vom Beschwerdeführer substanziell nicht bestritten 
wird,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie 
sind  zu  beweisen, wenn  der  strikte  Beweis möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl.,  Basel 
2009, Rz. 11.148),

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dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  einzig  den 
Wegweisungsvollzug  nach  Algerien,  nicht  aber  nach  Libyen  geprüft  hat 
und  diese  Einschränkung  insofern  durchaus  zutreffend  ist,  als  der 
Beschwerdeführer  zwar  –  in  offensichtlicher  Verletzung  der  ihm 
diesbezüglich  obliegenden  Mitwirkungspflicht  nach  Art.  8  Abs.  1  insb. 
Bstn.  a  und  b  AsylG  –  keine  rechtsgenüglichen  Identitätspapiere  mit 
schlüssigen  Hinweisen  auf  seine  Staatszugehörigkeit(en)  vorgelegt  hat, 
aber  klare  Indizien  für  eine nur  algerische und nicht  auch eine  libysche 
Staatsbürgerschaft bestehen,

dass  der  Beschwerdeführer  nämlich  den  behaupteten  Erwerb  der 
libyschen Staatsbürgerschaft, mit welchem er gleichzeitig den Verlust der 
algerischen glaubhaft  zu machen versucht,  nicht nur höchst unplausibel 
dargelegt hat  (z.B. Widerspruch betreffend Erwerbsjahr; Kenntnisnahme 
vom Erwerb  nur  vom Hörensagen  statt  durch  ein  offizielles Dokument), 
sondern  die  aktuelle  Inhaberschaft  einer  libyschen 
Niederlassungsbewilligung  klar  gegen  eine  libysche Staatsangehörigkeit 
spricht, andernfalls der Niederlassungsausweis keinen Sinn ergäbe,

dass  auch  die  nunmehr  als  Beweismittel  vorgelegte  Bestätigung  der 
libyschen  Behörden  gemäss  Inhaltsangabe  des  Beschwerdeführers  nur 
eine  Staatsbürgerschaftsbestätigung  betreffend  seine  Familie 
mütterlicherseits  (Mutter  und  Grosseltern)  beinhaltet,  gerade  aber  nicht 
betreffend seine eigene Person,

dass  daneben  auch  der  Umstand,  dass  die  algerischen  Behörden  im 
Jahre  2007  ein  "Laissez­Passer"  auf  seinen  Namen  ausgestellt  haben, 
auf  die  algerische  Staatsbürgerschaft  hindeutet,  zumal  er  selber 
unbestrittenermassen Inhaber algerischer Reisepässe (gewesen) sei,

dass  die mit  dem  "Laissez­Passer"  verbundene Einreisebewilligung  aus 
Sicht  der  algerischen  Behörden  keinen  Sinn  machen  würde,  wenn  für 
diese  zum  Vornherein  klar  ist,  der  Aufenthalt  der  Person  im  Land  sei 
mangels  algerischer  Staatszugehörigkeit  und  infolge  Bestehens  einer 
anderen Staatsbürgerschaft unerwünscht,

dass  der  Beschwerdeführer  sich  im  Übrigen  bei  der  Angabe  der 
Personendaten  in  seiner  Beschwerde  (dort  S.  1)  selber  als  algerischen 
Staatsangehörigen bezeichnet,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 

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Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105)  und der Praxis  zu Art. 3 EMRK ersichtlich  sind,  die  im 
Heimat­ oder Herkunftsstaat droht,

dass  auch  diese  Erkenntnis  vom  Beschwerdeführer  substanziell  nicht 
bestritten wird,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage in Algerien noch individuelle Gründe auf 
eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  dorthin  schliessen 
lassen,

dass  diesbezüglich  auf  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  verwiesen 
werden  kann  und  die  dagegen  erhobenen  Einwände  des 
Beschwerdeführers  (wenige  Aufenthaltsjahre  in  Algerien;  fehlende 
Französischkenntnisse,  geringe  Bezugsnähe  zum  Land)  offensichtlich 
unbehelflich  und  jedenfalls  nicht  geeignet  sind,  die  Annahme  einer 
existenziellen Notlage hervorzurufen,

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dass deshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass es dem Beschwerdeführer abgesehen davon nicht nur frei steht, von 
Algerien aus die Weiterreise nach Libyen, welchem Land er sich deutlich 
näher  verbunden  fühle,  anzutreten,  sondern  es  ihm  in  keiner  Weise 
verwehrt  ist, von der Schweiz aus  freiwillig direkt nach Libyen zu  reisen 
und  im  Bedarfsfall  das  BFM  oder  die  kantonale  Behörde  um 
Unterstützung  bei  der  Reisevorbereitung  (Papierbeschaffung  etc.)  zu 
ersuchen,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Algerien 
– im  Übrigen  offenbar  auch  nach  Libyen  –  schliesslich  möglich  ist,  da 
keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art. 83  Abs. 2  AuG),  und  es  dem 
Beschwerdeführer  nach  wie  vor  obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger 
Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  dazu  auch 
BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist  und  die  in  Aussicht  gestellten  weiteren  Beweismittel 
(Originaldokumente und Übersetzungen) mangels Entscheiderheblichkeit 
nicht abzuwarten sind,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.­­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG),

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ungeachtet der (bisher bloss behaupteten) 
Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  abzuweisen  ist,  da  die 
Beschwerdebegehren  nach  dem  Gesagten  als  aussichtslos  zu 
bezeichnen sind,

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Seite 11

dass  mit  dem  instruktionslosen  Direktentscheid  in  der  Hauptsache  das 
Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses hinfällig 
geworden ist.

(Dispositiv nächste Seite)

E­6975/2011

Seite 12

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  nach 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Regula Schenker Senn Urs David

Versand: