# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e07a80cc-fe8d-59e9-a672-b52f7bd669e7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-03-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.03.2007 D-1193/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1193-2007_2007-03-26.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1193/2007
gar/frg
{T 0/2}

Urteil vom 26. März 2007
Mitwirkung: Richter Galliker, Richterin Kojic, Richter Valenti,

Gerichtsschreiberin Freihofer

A_______,
dessen Ehefrau B_______,
sowie deren Kinder C_______,
D_______, Serbien,
alle vertreten durch E_______,

Beschwerdeführer

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

betreffend

Verfügung vom 12. Januar 2007 i. S. Asyl und Wegweisung / N 

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

2

Sachverhalt:

A. Eigenen Angaben zufolge verliessen die Beschwerdeführer ihren Heimatstaat am 
10. Juni 2005 und gelangten unter Umgehung der Grenzkontrolle in die Schweiz, 
wo sie am 13. Juni 2005 um Asyl ersuchten. Am 16. Juni 2005 fanden in Vallorbe 
die Empfangszentrumsbefragungen statt,  und am 27.  Juni 2005 erfolgten die di-
rekten Anhörungen durch das BFM. Im Wesentlichen machten die Beschwerdefüh-
rer dabei geltend, sie seien ethnische Ägypter und stammten aus F_______. Ein 
Onkel des Beschwerdeführers habe während des Kosovo-Krieges 1998/1999 mit 
den  Serben  kollaboriert.  Deshalb  seien  sie  von  der  albanisch-stämmigen  Dorf-
bevölkerung andauernd schikaniert und beschimpft worden. Sie hätten deswegen 
auch ihren Sohn nicht zur Schule schicken können. Seit Frühjahr 2005 seien auch 
ihre  albanischen  Nachbarn  gegen  sie  gewesen,  die  sie  vorher  noch  unterstützt 
hätten. Die Beschwerdeführerin habe deswegen Probleme mit ihren Nerven. Des-
halb seien sie ausgereist.

B. Mit Verfügung vom 29. Juni 2005 stellte das BFM fest, die Beschwerdeführer er-
füllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte die Asylgesuche ab. Gleichzei-
tig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und deren Vollzug.

C. Die am 29. Juli 2005 erhobene Beschwerde wurde mit Urteil der Schweizerischen 
Asylrekurskommission (ARK) vom 25. Oktober 2005 gutgeheissen. Die angefoch-
tene Verfügung vom 29. Juni 2005 wurde aufgehoben und die Sache zum neuen 
Entscheid im Sinne der Erwägungen an das BFM zurückgewiesen.

D. Am 17. November 2005 liess das BFM über das Schweizerische Verbindungsbüro 
in Prishtina Abklärungen vornehmen. Das Abklärungsergebnis vom 16. Mai 2006 
wurde den Beschwerdeführern vom BFM am 24. Mai 2006 im Rahmen des recht-
lichen Gehörs unter  Ansetzung einer  Frist  zur  Stellungnahme gegeben.  Die Be-
schwerdeführer liessen sich dazu nicht vernehmen.

E. Die Behörden Deutschlands und Österreichs wurden zudem um Abklärungen zu 
einem eventuellen Aufenthalt der Beschwerdeführer in diesen Staaten ersucht. Die 
Mitteilung  der  deutschen  Behörden,  wonach  sich  die  Beschwerdeführer  in 
Deutschland  aufgehalten  hätten,  wurde diesen  mit  Schreiben  vom 9.  November 
2006 zur Kenntnis und Stellungnahme gegeben. Eine solche erfolgte mit Eingabe 
vom 29. November 2006.

F. Mit  Verfügung vom 12. Januar 2007 - eröffnet  am 15. Januar 2007 - stellte  das 
BFM  fest,  die  Beschwerdeführer  erfüllten  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und 
lehnte  die  Asylgesuche  ab.  Gleichzeitig  verfügte  es  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz und den Vollzug. 

G. Mit Beschwerde vom 14. Februar 2007 und Beschwerdeergänzung vom 21. Febru-
ar  2007  liessen  die  Beschwerdeführer  beantragen,  der  negative  Asylentscheid 
vom 12. Januar 2007 sei aufzuheben. Es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustel-
len und ihnen Asyl zu gewähren. Es sei eventualiter die Unzulässigkeit respektive 
die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung festzustellen und als Folge da-
von die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Es sei die unentgeltliche Rechtspflege 

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zu gewähren.

H. Mit  Zwischenverfügung vom 23.  Februar  2007 wies der zuständige Instruktions-
richter des Bundesverwaltungsgerichts das Gesuch um Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ab und setzte Frist zur Leistung 
eines Kostenvorschusses in der Höhe von Fr.  600.--.  Dieser  wurde am 7.  März 
2007 einbezahlt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss Art.  31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG; SR 
173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen 
nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG; SR 172.021),  sofern keine Ausnahme nach Art.  32 VGG vor-
liegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33  und 34 VGG genannten  Behörden. 
Dazu gehören Verfügungen des BFM gestützt  auf  das Asylgesetz  vom 26.  Juni 
1998  (AsylG;  SR 142.31);  das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem 
Bereich  endgültig  (Art.  105 AsylG;  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [BGG; SR 173.110]).

1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll-
ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessen-
heit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.3 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einem vereinfachten Ver-
fahren entschieden.  Wie nachstehend aufgezeigt,  handelt  es sich vorliegend um 
eine solche, weshalb auf einen Schriftenwechsel verzichtet werden kann und der 
Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu begründen  ist  (Art.  111 Abs.  1 und 3 
AsylG).

2. Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht; die Beschwerdeführer sind 
legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 50 ff. VwVG). Auf die Beschwer-
de ist mithin einzutreten.

3.

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. 
Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimat-
staat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  poli-
tischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gel-
ten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, 
die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken;  den  frauenspezifischen 

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Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumin-
dest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht,  wenn die Behörde ihr Vor-
handensein mit  überwiegender Wahrscheinlichkeit  für gegeben hält.  Unglaubhaft 
sind insbesondere  Vorbringen,  die in  wesentlichen Punkten zu wenig  begründet 
oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

4.  

4.1 Das BFM lehnte  die Asylgesuche  der  Beschwerdeführer  ab,  da ihre  Vorbringen 
weder den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG noch denje-
nigen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG zu genügen vermöchten. 
Die Beschwerdeführer hätten geltend gemacht,  sie seien im März nach Albanien 
geflüchtet und im August 1999 in ihr Dorf zurückgekehrt, wo sie bis zur Ausreise 
im Juni 2005 gelebt hätten, was aber nicht mit dem Abklärungsergebnis der deut-
schen Behörden korrespondiere, wonach sie am 7. September 1998 (Beschwerde-
führer)  respektive am 21.  Mai  1999 (Beschwerdeführerin)  in  Deutschland einge-
reist seien und der Fortzug am 20. Juni 2005 erfolgt sei. Ferner gehe aus dem Ab-
klärungsbericht  des  Schweizerischen  Verbindungsbüros  in  Prishtina  hervor,  die 
Mutter des Beschwerdeführers habe ausgesagt, sie und ihr Ehemann hätten gute 
Kontakte  mit  den  albanischen  Nachbarn  gehabt  und  seien  selbst  während  des 
Krieges nie behelligt worden. Für den Beschwerdeführer sei die Situation schwie-
riger gewesen, weil er aufgrund seiner engen Kontakte mit Serben der Kollaborati-
on mit dem Feind verdächtigt worden sei, weshalb er den Kosovo im Jahre 1998 
verlassen habe. Vor diesem Hintergrund seien die geltend gemachten Probleme 
mit der lokalen albanischen Bevölkerung vollumfänglich unglaubhaft. Im Weiteren 
hätten die Beschwerdeführer nie geltend gemacht, der Beschwerdeführer sei we-
gen enger Kontakte mit Serben der Kollaboration mit dem Feind verdächtigt wor-
den. Da schliesslich vom Schutzwillen und der weitgehenden Schutzfähigkeit der 
Sicherheitskräfte im Kosovo auszugehen sei und die Beschwerdeführer aus einem 
Bezirk  kämen,  wo  die  Sicherheitslage  nicht  als  problematisch  eingstuft  werden 
müsse, bestehe keine begründete Furcht vor Verfolgung aufgrund der ethnischen 
Zugehörigkeit.

4.2 Aus der Rechtsmitteleingabe ergibt sich als Rüge die Verletzung von Bundesrecht, 
indem das BFM den Beschwerdeführern zu Unrecht kein Asyl gewährt habe. Die 
unsubstanziierten Ausführungen in der Beschwerde sind jedoch offensichtlich nicht 
geeignet, die vorinstanzlichen Erwägungen zu entkräften. So beschränken sich die 
Beschwerdeführer im Wesentlichen lediglich darauf,  zu behaupten,  sie seien bei 
einer Rückkehr in den Kosovo gefährdet, weil der Beschwerdeführer einen engen 
Kontakt mit seinem Onkel gehabt habe, der tatsächlich mit den Serben zusammen 
gearbeitet habe, ohne dies jedoch zu belegen oder konkreter auszuführen. Im Üb-
rigen wiederholen sie nur die Erwägungen der Vorinstanz und weisen auf die an-
gespannte  Lage im Kosovo  hin.  Eine Prüfung der  vorliegenden Akten lässt  das 
Bundesverwaltungsgericht  zum  Schluss  kommen,  dass  die  Vorinstanz  den  Be-
schwerdeführern  zu  Recht  und  mit  zutreffender  Begründung  nicht  Asyl  gewährt 
hat. Es kann daher vollumfänglich auf die zutreffenden Erwägungen des BFM ver-

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wiesen werden (Art. 109 Abs. 3 BGG i.V.m. Art. 6 AsylG), ohne näher auf die Aus-
führungen in der Beschwerde einzugehen, welche am Ergebnis auch nichts zu än-
dern vermögen. Die erhobene Rüge erweist sich nach dem Gesagten als unbe-
gründet.

4.3 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass die Beschwerdeführer keine Ver-
folgung  im Sinne  von Art.  3  AsylG glaubhaft  machen  oder  nachweisen  und sie 
nicht als Flüchtlinge anerkannt werden können. Mangels erfüllter Flüchtlingseigen-
schaft ist ihnen zu Recht das nachgesuchte Asyl nicht gewährt worden. 

5.  

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; da-
bei  ist  der Grundsatz der Einheit  der Familie  zu berücksichtigen (Art.  44 Abs.  1 
AsylG). Ist der Vollzug der Wegweisung nicht möglich, nicht zulässig oder nicht zu-
mutbar,  so regelt  das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis  nach den gesetz-
lichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 
2 AsylG; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung 
der Ausländer [ANAG; SR 142.20]).

5.2 Der Vollzug ist nicht möglich, wenn der Ausländer weder in den Herkunfts- oder in 
den Heimatstaat noch in einen Drittstaat verbracht werden kann. Er ist nicht zuläs-
sig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Aus-
länders in seinen Heimat-,  Herkunfts-  oder einen Drittstaat  entgegenstehen.  Der 
Vollzug kann insbesondere nicht zumutbar sein, wenn er für den Ausländer eine 
konkrete Gefährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 ANAG).

5.3 Niemand darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in 
dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 
AsylG gefährdet sind oder in dem die Gefahr besteht, dass er zur Ausreise in ein 
solches Land gezwungen wird (Art. 5 Abs. 1 AsylG).

5.4 Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-
zember  1984 gegen Folter  und andere  grausame,  unmenschliche oder  erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK; SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon-
vention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 
1950 (EMRK; SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder ernied-
rigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

5.5 Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine fremdenpolizeiliche Aufenthalts-
bewilligung  noch  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung 
wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und 
Mitteilungen der ARK [EMARK] 2001 Nr. 21).

5.6 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf hin, dass 
der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen schützt, die die Flüchtlingsei-
genschaft  erfüllen (vgl.  M. Gattiker,  Das Asyl-  und Wegweisungsverfahren,  Bern 
1999, S. 89). Da es den Beschwerdeführern nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 

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5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-refoulements im vorlie-
genden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführer 
in ihren Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

5.7 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführer noch aus 
den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Ausschaffung in ihren 
Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder 
Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis 
des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses müssten die Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real  risk") 
nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Fol-
ter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16, S. 
122, m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation in Serbien lässt den Weg-
weisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt auch für Angehörige der Ethnie der Ägyp-
ter nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Weg-
weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 

zulässig. 

5.8 Aus  humanitären  Gründen,  nicht  in  Erfüllung  völkerrechtlicher  Pflichten  der 
Schweiz, wird auf den Vollzug der Wegweisung auch verzichtet,  wenn die Rück-
kehr in den Heimatstaat  für den Betroffenen eine konkrete Gefährdung darstellt. 
Eine solche Gefährdung kann angesichts der im Heimatland herrschenden allge-
meinen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situati-
on  allgemeiner  Gewalt  kennzeichnet,  oder  aufgrund  anderer  Gefahrenmomente, 
wie  beispielsweise  einer  notwendigen  medizinischen  Behandlung,  angenommen 
werden (vgl. Botschaft zum Bundesbeschluss über das Asylverfahren vom 22. Juni 
1990, BBl 1990 II 668).

5.9 Eine Situation, welche die Beschwerdeführer als Gewalt- oder de-facto-Flüchtlinge 
qualifizieren würde, lässt sich aufgrund der heutigen allgemeinen politischen Lage 
in Serbien nicht in genereller Form bejahen. Die Menschenrechtslage hat sich ge-
rade in Bezug auf die Minderheiten in den letzten Jahren, insbesondere seit den 
gewalttätigen ethnischen Auseinandersetzungen im März 2004, wesentlich verbes-
sert und stabilisiert.  Wenn vereinzelte Übergriffe von Privatpersonen auf Ägypter 
und auch behördliche Schikanen und Diskriminierungen auch nicht völlig  auszu-
schliessen sind, so erreichen sie doch nach Auffassung des Bundesverwaltungs-
gerichts im Allgemeinen nicht eine solche Intensität, dass der Vollzug der Wegwei-
sung in jedem Fall  als unzumutbar erschiene (vgl.  dazu EMARK 2006 Nr. 10 E. 
5.4. S. 107 ff.). Die mit der Beschwerde eingereichten Beweismittelbeilagen in Be-
zug auf den künftigen Status des Kosovo sind nicht geeignet, zu einem anderen 
Ergebnis zu führen.

5.10 Darüber hinaus ist  festzustellen, dass auch keine individuellen Unzumutbarkeits-
kriterien vorliegen.  Es steht den Beschwerdeführern offen und ist ihnen zuzumu-
ten, sich wieder im Kosovo niederzulassen. Wie die Abklärungen vor Ort ergeben 
haben, dürfte sich zwar die wirtschaftliche Situation der Beschwerdeführer gerade 
zu Beginn als schwierig herausstellen, da sie von Seiten der engsten Familie des 
Beschwerdeführers (Eltern  und Bruder  des Beschwerdeführers)  kaum finanzielle 
Unterstützung erwarten können, da diese in F_______ selbst in engen und armen 
Verhältnissen leben müssen. Immerhin können die Beschwerdeführer in ihrer Hei-

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mat,  vornehmlich  in  F_______,  aber  auf  ein  familiäres  Beziehungsnetz 
zurückgreifen. Zudem ergibt sich aus dem Abklärungsbericht des Schweizerischen 
Verbindungsbüros  in  Prishtina  vom  16.  Mai  2006,  dass  ein  in  Deutschland 
lebender Bruder des Beschwerdeführers bereits heute regelmässige Geldbeträge 
in seine Heimat schicken lässt und so die Familie finanziell  unterstützt. Überdies 
sind  bei  den  Beschwerdeführern  auch  keine  gravierenden  gesundheitlichen 
Probleme  aktenkundig,  aufgrund  derer  ein  Wegweisungsvollzug  als  unzumutbar 
erachtet  werden  müsste.  Darüber  hinaus  hat  der  Beschwerdeführer  eigenen 
Angaben  zufolge  eine  Handelsschule  Richtung  Verkauf  besucht,  was  ihm  den 
Einstieg in das Berufsleben erleichtern dürfte. Es bestehen somit keine Hinweise, 
wonach  die  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  in  ihren  Heimatstaat  in  eine 
existenzielle  Notlage  geraten  würden. Zudem  stellen  blosse  soziale  und 
wirtschaftliche  Schwierigkeiten,  wie  namentlich  der  Mangel  an  Wohnungen  und 
Arbeitsstellen,  nach  konstanter  Rechtsprechung  keine  existenzbedrohende 
Situation dar, welche den Vollzug der Wegweisung in den Heimatstaat eines be-
troffenen Ausländers als unzumutbar erscheinen liesse (vgl EMARK 2003 Nr. 24 
E. 5e S. 159, 1994 Nr. 19 E. 6b S. 149; die Praxis wird vom Bundesverwaltungsge-
richt als weiterhin zutreffend erachtet). In diesem Zusammenhang ist schliesslich 
auch auf die Möglichkeit der individuellen Rückkehrhilfe im Sinne von Art. 93 Abs. 
1 Bst. c AsylG hinzuweisen. 

5.11 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung somit auch als zumutbar zu 
bezeichnen.

5.12 Schliesslich obliegt  es den Beschwerdeführern,  sich bei  der zuständigen Vertre-
tung ihres Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu 
beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 
möglich zu bezeichnen ist.

5.13 Insgesamt  ist  die durch die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung zu bestätigen.  Die 
Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erach-
tet.  Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung der  vorläufigen Aufnahme ausser 
Betracht (Art. 14a Abs. 1 - 4 ANAG).

6. Aus diesen Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundes-
recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest-
stellt  und angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Beschwerde  ist  nach  dem Ge-
sagten abzuweisen.

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdeführern auf-
zuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 
16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements über die Kosten und Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  vom  11.  Dezember  2006 
[VGKE]). Sie sind mit dem am 7. März 2007 in gleicher Höhe geleisteten Kosten-
vorschuss zu verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die  Verfahrenskosten,  bestimmt  auf  Fr.  600.--,  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3. Dieses Urteil geht an:

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer, 2 Expl. (eingeschrieben)

- die  Vorinstanz,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den  Akten 
(Ref.-Nr. N )

- das Amt für Migration des Kantons G_______ (Beilage: Identitätsausweis )

Der Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Robert Galliker Gabriela Freihofer

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