# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0db3faa5-cd54-5479-ad2f-8df674a258bf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.09.2008 E-6841/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6841-2006_2008-09-22.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6841/2006/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 . S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Bruno Huber (Vorsitz), 
Richterin Nina Spälti Giannakitsas, 
Richter Kurt Gysi, 
Gerichtsschreiberin Mareile Lettau.

A._______, geboren _______,
Sudan,
vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan, 
Advokatur Kanonengasse, _______, 
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl; 
Verfügung des BFM (bis 31.12.2004: Bundesamt für 
Flüchtlinge [BFF]) vom 25. August 2003 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Gegenstand

Parteien

E-6841/2006

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland eigenen Angaben zu-
folge im März 2003 und reiste am 20. Mai 2003 in die Schweiz ein, wo 
er gleichentags um Asyl nachsuchte. Die Empfangsstellenbefragung in 
(...)  erfolgte  am 26. Mai  2003,  die  Anhörung  durch  die  zuständigen 
Behörden des Kantons (...) am 27. Juni 2003 und am 8. Juli 2003.

Zur Begründung des Asylgesuches brachte der Beschwerdeführer im 
Wesentlichen vor, er gehöre der Ethnie der Zaghawa an und stamme 
aus  dem  Dorf  B._______ (Darfur).  Er  habe  seit  der  Einschulung 
(Primarschule) im Jahre 1993 bei seinem Onkel in  C._______ (Nord-
Darfur) gelebt. Während der Schulzeit sei er ein erstes Mal für einige 
Stunden  verhaft  worden,  weil  er  andere  Schüler  dazu  aufgefordert 
habe,  statt  der  vorgeschriebenen  islamischen  Lieder  die 
Nationalhymne zu singen. Ein zweites Mal sei er im (...)1999 verhaftet 
worden,  als  er  an  Demonstrationen  teilgenommen  und  Flugblätter 
verteilt  habe.  Anlass  der  Demonstrationen  sei  die  Schliessung  der 
Schule und die schlechte Situation in Darfur gewesen. Er sei  für ein 
paar  Stunden  festgehalten,  misshandelt  und  beleidigt  sowie  in  der 
Folge  von  der  Schule  ausgeschlossen  worden.  Im  (...)  1999  sei  er 
zurück nach B._______ zu seinen Eltern und Geschwistern gegangen. 
Dort habe er als Lebensmittelhändler und gelegentlich als Aushilfe bei 
der Viehzucht  gearbeitet. Im selben Jahr sei  sein Bruder  D._______ 
zum „Heiligen Krieg“ eingezogen worden. Im (...) 2002 seien arabische 
Nomaden  gekommen  und  hätten  das  Vieh,  für  das  sein  Bruder 
E._______ verantwortlich gewesen sei, mitnehmen wollen. Als dieser 
sich  geweigert  habe,  hätten  sie  ihn  umgebracht.  Sein  Vater  habe 
Anzeige  bei  den  Behörden  gemacht;  diese  hätten  ihn  aber  nicht 
unterstützt  und  erklärt,  man  könne  die  Araber,  da  sie  umher  reisen 
würden,  nicht  ausfindig  machen.  Dann  sei  dem  Beschwerdeführer 
mitgeteilt  worden,  er  habe zur  militärischen Ausbildung einzurücken. 
Zusammen mit ihm seien vier andere Männer des Dorfes aufgeboten 
worden. Wegen des Todes seines Bruders habe er einen (...) Aufschub 
bekommen und sich etwa 40 Tage zu Hause aufgehalten. Im (...) 2002 
habe  die  im  Geheimen  tätige  Opposition  erfolglos  versucht,  ihn  zu 
rekrutieren. Danach habe er sich in einem Nachbarort und später auf 
dem  Bauernhof  seiner  Familie  versteckt.  Im  (...)  2003  hätten  ihn 
umherziehende arabische Berittene dort gefangen genommen und als 
Sklaven verschleppt. Er habe als Hirte für sie arbeiten müssen und sei 

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mit ihnen durch Darfur gezogen. Im (...) 2003 habe er mit Hilfe einer 
Frau,  die  bei  den  Entführern  gewesen  sei,  fliehen  können. Er  habe 
vergeblich  versucht,  eine  Mitfahrgelegenheit  nach  C._______ zu 
seinem Onkel zu bekommen. Da ihm dies nicht gelungen sei, habe er 
sich der F._______ (Parteibezeichnung)  angeschlossen. Er sei in ein 
Ausbildungslager gebracht worden. Als H._______ von der F._______ 
erobert  worden  sei,  habe  er  dem  Kommandanten  von  seinen 
Problemen erzählte und ihm gesagt, dass er zu seinem Onkel gehen 
möchte,  damit  die Familie  wisse,  dass er  am Leben sei. Es sei  ihm 
- mit der Auflage, nach zwei Wochen zurückzukehren und niemandem 
etwas  vom  Lager  zu  erzählen  -  erlaubt  worden,  das  Camp  zu 
verlassen. Nach  Verlassen  des  Lagers  am (...)  2003  sei  er  am (...) 
2003  bei  seinem  Onkel  eingetroffen.  Dieser  habe  ihm  geraten,  das 
Land  zu  verlassen.  Leute  vom  Sicherheitsdienst  hätten  in  seiner 
Abwesenheit  mehrfach  nach  ihm  gefragt  und  gesagt,  der 
Beschwerdeführer  solle  bei  ihnen  statt  im  Militärdienst  aktiv  sein. 
Daraufhin  sei  er  am nächsten  Tag von  G._______ aus  über  Libyen 
nach Italien ausgereist  sei. Später sei er in die Niederlande gelangt, 
wo er ein Asylgesuch gestellt habe. Dort sei ihm mitgeteilt worden, er 
werde  nach  fünf  bis  sechs  Monaten  Wartezeit  nach  Italien 
zurückgeschickt, weil  er in diesem Lande bereits ein Asylgesuch ge-
stellt habe. Er habe deshalb sein Gesuch zurückgezogen und sei frei-
willig nach Italien zurückgereist. Die italienischen Zollbehörden hätten 
ihm  aber  die  Einreise  verweigert  und  ihn  den  Schweizer  Behörden 
übergeben. 

Anlässlich der  Anhörung am 8. Juli  2003 gab der Beschwerdeführer 
eine  englischsprachige  F._______-Mitgliedsbestätigung  mit  einem 
handschriftlich  vermerkten  Datum  vom  29.  Juni  2003  sowie  den 
arabischsprachigen  Internetausruck  einer  Pressemitteilung  (Datum 
des Ausdrucks: 9. April 2003) zu den Akten.

B.
Mit Verfügung vom 25. August 2003 - eröffnet am 26. August 2003 - 
lehnte das Bundesamt das Asylgesuch ab und verfügte die Wegwei-
sung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug. Es erachtete 
die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  als  unglaubhaft.  Es  leuchte 
nicht ein, dass jemand als zusätzliche Arbeitskraft entführt werde, und 
es dann doch wieder jemanden brauche, um die neue Arbeitskraft zu 
überwachen. Zudem erstaune es, dass einem rechtlosen Sklaven ein 
so kostspieliges Privileg wie ein Pferd gewährt werde. Auch seien die 

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Aussagen des Beschwerdeführers wahrheitswidrig, bei der F._______, 
wo  er  zwei  Wochen  lang  in  einem  Ausbildungslager  gewesen  sein 
wolle,  handle  es  sich  um  eine  Geheimorganisation.  Tatsächlich  sei 
diese  eine  legale  Partei,  Teil  der  Dachorganisation  I._______ 
(Parteibezeichnung),  sie  unterhalte  entgegen  den  Äusserungen  des 
Beschwerdeführers  keinen  unabhängigen  militärischen  Flügel.  Auch 
habe  er  bezeichnenderweise  nicht  darlegen  können,  ob  er  für 
Kampfhandlungen  ausgebildet  worden  sei  oder  mit  einer  anderen 
militärischen  Gruppe  Kontakt  gehabt  habe.  Das  eingereichte 
Schreiben  der  F._______ sei  als  Gefälligkeitsschreiben  mit 
ausschliesslich  allgemein  gehaltenen  Schilderungen  der  Lage  ein 
untaugliches  Beweismittel.  Im  Weiteren  seien  die  Vorbringen  ohne 
Substanz.  So  könne  der  Beschwerdeführer  etwa  das  Datum  seiner 
Einberufung  zum  Militärdienst  nicht  nennen  oder  entsprechende 
Dokumente abgeben. Auch fehle es den Aussagen über die angebliche 
Entführung  durch  arabische  Reitermiliz  an  Substanz.  Nach 
Erkenntnissen  des  Bundesamtes  sei  zudem  die  angebliche 
Wahlfreiheit  des  Beschwerdeführers  zwischen  dem  Dienst  bei  der 
allgemeinen  Sicherheitsabteilung  oder  beim  Militär  tatsachenwidrig. 
Weiter könne er die Ziele der Partei  nicht wiedergeben, und der an-
gebliche Angriff auf  H._______ habe zu einem anderen als dem vom 
Beschwerdeführer genannten Zeitpunkt stattgefunden, und er sei auch 
nicht  von  der  F._______,  sondern  von  der  J._______ 
(Parteibezeichnung)  ausgeführt  worden.  Schliesslich  habe  sich  der 
Beschwerdeführer  in  den  Befragungen  hinsichtlich  des  Zeitpunktes 
seiner Einberufung zum Militär widersprochen.

C.
In  seiner  Beschwerde  an  die  (vormals  zuständige)  Schweizerische 
Asylrekurskommission (ARK) vom 25. September 2003 beantragte der 
Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  die  vorinstanzliche 
Verfügung  aufzuheben,  die  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  und 
Asyl zu gewähren sowie eventualiter die Unzumutbarkeit allenfalls die 
Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzuges  festzustellen,  dies  unter 
Anordnung der vorläufigen Aufnahme. In verfahrensrechtlicher Hinsicht 
wurde  unter  Beilegung  einer  Fürsorgebestätigung  (...)  vom  15. 
September 2003 die Bewilligung unentgeltlicher Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie der Verzicht auf die 
Erhebung eines Kostenvorschusses beantragt. 

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Im Wesentlichen wurde geltend gemacht,  die Beweismittelwürdigung 
sei in ungenügender und falscher Weise erfolgt. Die Überwachung ei-
ner entführten Person sei im Gegensatz zur Auffassung der Vorinstanz 
nicht sehr aufwendig, und auch die Bereitstellung eines Reittieres sei 
bei Nomaden üblich. Die beschriebene Drangsalierung durch die ara-
bischen Nomaden stimme mit  verschiedenen Menschenrechtsberich-
ten überein. Wenn der  Beschwerdeführer  angegeben habe,  dass  es 
sich bei der  F._______ um eine Geheimorganisation handle, so habe 
er  damit  deren  militärischen  Flügel  gemeint,  der  gleichzeitig  zur 
K._______  (Parteibezeichnung)  gehöre.  Die  K._______ sei  von  der 
I._______ unabhängig.  Die  Behauptung  des  Bundesamtes,  die 
F._______ sei legal, entspreche nicht der Wahrheit. Das Schreiben der 
F._______ stelle kein untaugliches Beweismittel dar. Genaue Angaben 
zu  den  Aktivitäten  des  Beschwerdeführers  könnten  nicht  erwartet 
werden,  da  der  Verfasser  kaum über  derartige  Kenntnisse  verfügen 
könne. Er habe nie eine schriftliche Einberufung zum Militär erhalten, 
der Aufruf sei lediglich an den Dorfvorsteher ergangen. Die Unkenntnis 
des  genauen  Datums  sei  auf  seine  kulturelle  und  soziale  Prägung 
zurückzuführen.  Der  Beschwerdeführer  sei  nicht  genauer  zu  den 
Entführern  befragt  worden,  weshalb  es  an  entsprechenden 
Protokollangaben fehle. Seine Aussagen zur Wahlfreiheit des Dienstes 
(beim Militär  oder den PDF [Popular  Defence Force]) decke sich mit 
den  vom  Amt  selbst  gemachten  Aussagen.  Der  Beschwerdeführer 
habe nicht, wie vom Bundesamt behauptet, ausgesagt, die F._______ 
setze sich für die Abspaltung Darfurs ein. Der Angriff  auf  H._______ 
durch die  K._______, der auch die  F._______ angehöre, habe in der 
letzten (...) 2003 stattgefunden und nicht, wie vom BFF behauptet, (...) 
2003.  Der  Beschwerdeführer  habe  ausdrücken  wollen,  dass  die 
Eroberung  zum  Zeitpunkt  des  Beginns  seiner  Ausbildung 
stattgefunden  habe.  Ausserdem  sei  er  zweimal  aufgeboten  worden, 
das eine Mal im (...) 2002 durch den Dorfvorsteher, das andere Mal im 
(...)  2003  über  seinen  Onkel.  Gleichzeitig  werde  auf  die  starke 
Gefährdung von Mitgliedern  der  L._______ (Parteibezeichnung)  und 
der I._______ sowie auf die Menschrechtskrise in Darfur hingewiesen. 
Mit  der  Beschwerde  wurden  ein  F._______-Mitgliedsausweis, 
ausgestellt  am (...)  2003,  sowie  ein  englischsprachiger  Bericht  über 
die  Verfolgung  von  Mitgliedern  der  L._______ und  I._______,  ein 
englischsprachiger  Bericht  von  Amnesty  International  (AI)  über  die 
Menschenrechtskrise  in  Darfur  vom  16.  Juli  2003  und  ein 
Pressebericht in arabischer Sprache vom 1. März 2003 zu den Akten 
gereicht. 

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D.
Mit Zwischenverfügung vom 1. Oktober 2003 wurde dem Beschwerde-
führer mitgeteilt, er dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz 
abwarten,  und es wurde auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses 
verzichtet. Gleichzeitig wurde der Entscheid über die Gewährung un-
entgeltlicher Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG auf den End-
entscheid verschoben.

E.
In seiner Vernehmlassung vom 14. Oktober 2003 machte das BFF gel-
tend, die Angaben in der Beschwerde und bei den Befragungen zum 
Zeitpunkt  des  militärischen  Aufgebotes  und  zu  den  Aufenthaltsorten 
nach Erhalt des Aufgebotes beziehungsweise zur Kontaktierung durch 
die Oppositionspartei würden sich widersprechen. Ausserdem behaup-
te der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe entgegen den An-
gaben  in  den  Befragungen,  die  militärische  Grundausbildung  sei  in 
erster  Linie  theoretischer  Art  gewesen.  Seine  Angaben  zur 
bewaffneten „Geheimorganisation“,  die  ihn (als  Unbekannten) aufge-
nommen haben soll und 14 Tage später nach erfolgter Ausbildung ha-
be ziehen lassen, seien als unrealistisch zu bezeichnen. Auch habe er 
das sehr zentrale Vorbringen, die Suche nach ihm durch den Sicher-
heitsdienst  sei  ihm von seinem Onkel  mitgeteilt  worden,  erst  in  der 
kantonalen  Anhörung  vorgebracht.  Im  Übrigen  sei  es  unglaubhaft, 
dass  der  Sicherheitsdienst  den Onkel  als  eine  Drittperson  über  das 
Vorgehen informiert haben soll. Zudem habe der Beschwerdeführer in 
der kantonalen Anhörung die Verfolgung wegen Nichtleistung des Mili-
tärdienstes selber relativiert,  indem er als Fluchtgrund seinen Kampf 
für das Volk in den Vordergrund gestellt habe. Schliesslich sei dem Be-
schwerdeführer vorzuwerfen, dass er erst in der kantonalen Anhörung 
korrekte Angaben zum Reiseweg und vorherigem Asylgesuch gemacht 
habe.

F.
Mit  Replik  vom 31. Oktober  2003 entgegnete  der  Beschwerdeführer 
durch seinen Rechtsvertreter, in erster Linie hätten seine Erschöpfung 
nach der Flucht und die Angst vor einer weiteren Odyssee nach der 
Ablehnung des Gesuchs in den Niederlanden sowie Sprachschwierig-
keiten  zu  einem  unbefriedigenden  Protokoll  der  Erstbefragung  ge-
führt. Dieses sei im Übrigen in weniger als einer Stunde erstellt  wor-
den.  Es  werde  präzisiert,  dass  der  Beschwerdeführer  (...)  Juli  2002 
durch  den  Dorfvorsteher  zum  Militärdienst  aufgeboten  worden  sei. 

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Nach dem ihm gewährten einmonatigen Aufschub habe er sich in einer 
Koran-Schule und später für einige Monate auf  einem Bauerhof  ver-
steckt. Dass der Beschwerdeführer die militärische Grundausbildung, 
die sich auf  theoretische Ausführungen beschränkt  haben soll,  habe 
verlassen  können,  sei  angesichts  dessen,  dass  er  sich  der  Gruppe 
freiwillig angeschlossen habe und kein Geheimnisträger gewesen sei, 
nachvollziehbar. Der  Sicherheitsdienst  habe  dem  Beschwerdeführer, 
als  dieser  sich  nach  dem  Ausbildunglager  wieder  zu  seinem  Onkel 
nach  C._______ begeben habe, angeboten, statt  im Militärdienst bei 
ihm  zu  dienen,  weil  er  den  Behörden  als  Regierungsgegner  und 
Militärdienstverweigerer  bekannt  gewesen  sei.  Die  Einschätzungen 
des BFF zur Struktur des Widerstandes in Darfur und zum Angriff auf 
H._______ seien  tatsachenwidrig.  Das  Bundesamt  halte  in  der 
Vernehmlassung  seine  Erwägungen  nicht  mehr  aufrecht  und  liefere 
Begründungen  nach. Angesichts  der  Mangelhaftigkeit  der  Verfügung 
und  der  fehlenden  Beschwerdemöglichkeit  hinsichtlich  der  neuen 
Argumente  werde  die  Aufhebung der  Verfügung zur  Neubegründung 
durch die Vorinstanz beantragt.

G.
Mit Eingabe vom 14. Januar 2004 reichte der Beschwerdeführer durch 
seinen Rechtsvertreter  vier  Ausdrucke von Internetartikeln sudanesi-
scher Medien zur Situation in Darfur mit handschriftlichen Übersetzun-
gen ein. 

H.
Mit Eingabe vom 12. Februar 2004 reichte der Beschwerdeführer ei-
nen  englischsprachigen  Bericht  von  Amnesty  International  (AI)  vom 
November 2003 zur Situation in Darfur zu den Akten.

I.
Mit Eingabe vom 23. Juli 2004 informierte der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers über dessen politisches Engagement für Darfur in der 
Schweiz. Er habe mit anderen Personen aus West-Sudan einen Verein 
(M._______) gegründet und sei zum Pressesprecher gewählt worden. 
Der Verein habe Anfang April 2004 in Genf vor dem Gebäude der UNO 
demonstriert.  Es  lägen  ein  Foto  des  Beschwerdeführers  von  der 
Demonstration  sowie  eine  in  seine  Verantwortung  fallende 
(arabischsprachige)  Pressemitteilung  über  die  Demonstration  bei. 
Auch  würden  ein  Aufruf,  eine  entsprechende  Pressemitteilung  (in 
arabischer Sprache) und ein den Beschwerdeführer abbildendes Foto 

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von  einer  politischen  Veranstaltung  des  Vereins  sowie  ein 
englischsprachiges  Empfehlungsschreiben  des  Vorsitzenden  des 
Vereins eingereicht. An der 1. Mai-Demonstration in Zürich habe der 
Verein zusammen mit der L._______ Flugblätter über die Situation in 
Darfur  verteilt,  ein  entsprechendes  (deutschsprachiges)  werde 
beigelegt.  Auch  habe  der  Verein  im  Juni  2004  an  dem  von  AI 
organisierten  Solidaritätstag  zur  Flüchtlingstragödie  im  Sudan  aktiv 
mitgearbeitet,  wie  aus  einem  beigelegten  (arabischsprachigen) 
Internetausruck der Homepage des Vereins ersichtlich sei. Er verfüge 
über direkte Kontakte zu den Rebellen im West-Sudan, was mit  den 
beiden  beigelegten  Fotos  dokumentiert  würde,  auf  welchen  der 
Beschwerdeführer  mit  dem  Vizepräsidenten  der  F._______ und  mit 
dem Präsidenten der K._______ zu sehen sei. Im (...) 2004 hätten von 
der  Regierung  in  Khartoum  beauftragte  Personen  den 
Beschwerdeführer  kontaktiert,  um  ihn  als  exilpolitisch  aktive  Person 
von  der  Politik  der  Regierung  zu  überzeugen.  Dies  bezeuge  die 
Gefahr, welcher der Beschwerdeführer ausgesetzt sei.

J.
Mit Schreiben vom 6. Juni 2005 informierte der Beschwerdeführer über 
seine fortwährenden politischen Aktivitäten. Er habe im (...) 2005 als 
Delegierter  der  „N._______“  (Vereinigung)  an  der  „O._______“ 
(Veranstaltung)  teilgenommen,  was  mit  beigelegter  Teilnehmerkarte 
belegt  werde. Auch an der  von AI  durchgeführten  Veranstaltung zur 
Flüchtlingstragödie  im  Sudan  habe  er  aktiv  mitgearbeitet.  Mit  dem 
eingereichtem  Foto  würden  seine  direkten  Kontakte  zu 
Menschenrechtsaktivisten  in  Darfur  belegt.  Angesichts  der  neuen 
Tatsachen werde um eine erneute Vernehmlassung des BFM ersucht. 
Dem  Schreiben  lag  die  Kopie  einer  Geburtsurkunde  des 
Beschwerdeführers  (Ausstellungsdatum:  _______)  mit  Übersetzung 
bei. 

K.
Mit Schreiben vom 6. März 2006 machte der Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers  unter  Bezugnahme  auf  Menschenrechtsberichte 
Ausführungen  zur  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzuges,  dies 
auch unter dem Gesichtspunkt einer inländischen Fluchtalternative.

L.
Mit  Eingabe vom 13. April  2006 reichte  der Rechtsvertreter  des Be-
schwerdeführers  neue  Beweismittel  zu  dessen  exilpolitischen  Aktivi-

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täten ein. Mit  Fotos und einem vom Beschwerdeführer unter Angabe 
seiner Kontaktdaten verfassten und im Internet veröffentlichten Aufruf 
in arabischer Sprache werde die Organisation einer Demonstration in 
Bern und die Teilnahme an derselben belegt. Sie habe in Gedenken an 
den  30.  Dezember  2005  stattgefunden;  an  diesem  Tag  hätten  die 
ägyptischen Behörden in  Kairo einen friedlichen Protestzug sudane-
sischer Asylbewerber blutig niedergeschlagen. Anlässlich der Demon-
stration  habe der  Beschwerdeführer  der  (...)  Botschaft  (...)  Bern  ein 
(arabischsprachiges)  Protestschreiben  ausgehändigt,  welches  in 
Kopie beigelegt werde. Der Beschwerdeführer sei angesichts der Ver-
ärgerung  der  ägyptischen  Botschaft  über  sein  Protestschreiben  von 
der sudanesischen Gemeinschaft und der sudanesischen Botschaft in 
Bern aufgefordert worden, ein Entschuldigungsschreiben zu verfassen. 
Er habe sich widersetzt und den Vorfall  in einem arabischsprachigen 
Internetartikel  festgehalten. Zudem werde ein vom Beschwerdeführer 
verfasstes und an die Schweizer Behörden gerichtetes Schreiben zur 
gegenwärtigen  Situation  in  Darfur  beigelegt.  Weiter  wurden  ein 
deutschsprachiges Einladungsschreiben und ein Foto eingereicht, auf 
dem  der  Beschwerdeführer  bei  seiner  Teilnahme  an  einer  Benefiz-
Veranstaltung für Darfur im Januar 2004 gezeigt werde. Auch habe er, 
was  mit  beigelegten  Fotos  belegt  werde,  eine  Sitzungsrunde  von 
K._______ und  F._______ am  (...)  2005  geleitet  und  sei  seither 
Mitglied der K._______. Eingereichte Fotos und ein Statutenschreiben 
in  deutscher  Sprache  belegten,  dass  der  Beschwerdeführer 
massgeblich  an  der  Gründung  des  Vereins  „P._______“  beteiligt 
gewesen und zu dessen Generalsekretär gewählt worden sei.

M.
Mit Zwischenverfügung vom 30. Januar 2007 wurde der Beschwerde-
führer vom (seit dem 1.1.2007 zuständigen) Bundesverwaltungsgericht 
unter  Fristansetzung  angefragt,  ob  er  aufgrund  seiner  Heirat  vom 
(...)  2006 mit einer Schweizer Bürgerin und der ihm in der Folge am 
(...) 2006 erteilten Aufenthaltsbewilligung B, wodurch die Beschwerde 
vom  25.  September  2003  den  Vollzug  der  Wegweisung  betreffend 
gegenstandslos  geworden  sei,  an  der  Beschwerde  betref-fend 
Flüchtlingseigenschaft,  Asylgewährung  und  Wegweisung  festhal-ten 
wolle.

N.
Mit  Schreiben vom 14. Februar  2007 informierte der Rechtsvertreter 

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des  Beschwerdeführers  das  Bundesverwaltungsgericht,  er  halte  am 
Beschwerdeverfahren fest.

O.
Mit  Verfügung  des  Bundesverwaltungsgerichtes  vom  24.  April  2008 
wurde das BFM zu einer weiteren Vernehmlassung eingeladen, in wel-
cher insbesondere um Stellungnahme zu den vom Beschwerdeführer 
nach der  ersten Vernehmlassung in  mehreren Eingaben geltend ge-
machten exilpolitischen Tätigkeiten ersucht wurde.

P.
Im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens zog das BFM mit Verfü-
gung vom 20. Mai 2008 seinen Entscheid vom 25. August 2003 teil-
weise in Wiedererwägung: Das Bundesamt hob die Dispositivziffern 1 
und 3 desselben auf: Es stellte fest, dem Beschwerdeführer werde auf-
grund seiner exilpolitischen Aktivitäten zwar kein Asyl erteilt,  aber er 
werde als Flüchtling anerkannt. Der Entscheid über den weiteren Auf-
enthalt des Beschwerdeführers falle angesichts dessen, dass der Be-
schwerdeführer  eine Aufenthaltsbewilligung B besitze,  in die Zustän-
digkeit der kantonalen Migrationsbehörden.

Q.
Mit  Schreiben vom 27. Mai  2008 wurde der  Beschwerdeführer  unter 
Fristsetzung  vom  Bundesverwaltungsgericht  angefragt,  ob  er  ange-
sichts dessen, dass er vom BFM mit Verfügung vom 20. Mai 2008 als 
Flüchtling anerkannt worden sei, hinsichtlich Asyl an seiner Beschwer-
de festhalten wolle. 

Mit  Eingabe  vom  12.  Juni  2008  teilte  der  Rechtsvertreter  des  Be-
schwerdeführers mit, an der Beschwerde im Asylpunkt werde festge-
halten, und reichte eine Kostennote gleichen Datums ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das Bundesamt für 

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Migration (BFM) gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist da-
her  eine  Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das  Sach-
gebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 
Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung 
der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich end-
gültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  am  1.  Januar  2007  die  Be-
urteilung der  bei  der  ARK hängigen  Rechtsmittel  übernommen. Das 
neue Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 50 
und 52 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.4
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2.
In der Replik vom 31. Oktober 2003 macht der Beschwerdeführer gel-
tend, die Vorinstanz habe ihre erste Verfügung mangelhaft begründet 
und mit der Vernehmlassung eine neue Begründung nachgeschoben, 
weshalb dem Beschwerdeführer eine Beschwerdemöglichkeit genom-
men worden sei. Es werde daher die Rückweisung an die Vorinstanz 
zur Neubegründung der Verfügung beantragt.

Damit macht der Beschwerdeführer eine Verletzung des Grundsatzes 
des  rechtlichen  Gehörs  (Art.  29  Abs.  2  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101], 
Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG) geltend. Danach muss die verfü-
gende  Behörde  die  Vorbringen  des  Betroffenen  tatsächlich  hören, 
sorgfältig  und  ernsthaft  prüfen  und  in  der  Entscheidfindung  berück-
sichtigen, was sich in der Entscheidbegründung niederschlagen muss 
(vgl.  Art.  35  Abs.  1  VwVG; Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 38 E. 6.3 

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S. 264).  Die  Begründung  soll  es  dem Betroffenen  möglich  machen, 
den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anzufechten, was nur mög-
lich ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelin-
stanz  über  die  Tragweite  des  Entscheides  ein  Bild  machen  können 
(BGE 129 I 232 E. 3.2). Dabei muss sich die verfügende Behörde nicht 
ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem recht-
lichen Einwand auseinander setzen, sondern darf sich auf die wesent-
lichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 I 97 E. 2b). Die Begrün-
dungsdichte richtet sich nach dem Verfügungsgegenstand, den Verfah-
rensumständen und den Interessen des Betroffenen,  wobei  die bun-
desgerichtliche Rechtsprechung bei schwerwiegenden Eingriffen in die 
rechtlich geschützten Interessen des Betroffenen - und um solche geht 
es bei der Frage der Gewährung des Asyls - eine sorgfältige Begrün-
dung verlangt (BGE 112 Ia 110). 

Vorliegend ist  eine Verletzung der Begründungspflicht klar zu vernei-
nen, da das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich darge-
legt  hat,  weshalb  es  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  als  un-
glaubhaft  nach  Art.  7  AsylG  erachtet.  Sodann  hat  das  Bundesamt 
auch,  entgegen  den  Behauptungen  von  Beschwerdeseite,  in  seiner 
Vernehmlassung ausdrücklich erklärt,  an den Erwägungen der Verfü-
gung festzuhalten (vgl. act. A19). Sodann hat sich das Amt in seiner 
Vernehmlassung, wie mit dem Schriftenwechsel beabsichtigt, mit den 
Beschwerdevorbringen auseinandergesetzt  (siehe oben Bstn. C. und 
E.; act. A16, A19). Der Antrag auf Rückweisung an die Vorinstanz zur 
Neubegründung  wegen  Verletzung  der  Begründungspflicht  ist  dem-
nach abzulehnen.

3.
Durch die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung B am 11. Dezember 
2006  wurde,  wie  bereits  in  der  Zwischenverfügung  vom  30.  Januar 
2007 festgehalten, die Beschwerde vom 25. September 2003 den Voll-
zug der Wegweisung betreffend gegenstandslos. Aufgrund der im Rah-
men des zweiten Schriftenwechsels erfolgten Anerkennung der Flücht-
lingseigenschaft durch die Vorinstanz mit der Folge der Aufhebung der 
Dispositivziffern 1 (Flüchtlingseigenschaft) und 3 (Wegweisung) ist die 
Beschwerde auch betreffend Flüchtlingseigenschaft  und Wegweisung 
gegenstandslos geworden. Sie bezieht sich somit einzig noch auf die 
Asylgewährung, über die im Folgenden zu entscheiden ist.

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4.  

4.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

5.

5.1 Im angefochtenen Entscheid erachtete die Vorinstanz die vom Be-
schwerdeführer  für  seine  Ausreise  aus  dem  Sudan  vorgebrachten 
Gründe als unglaubhaft. Dabei hielt das BFM dem Beschwerdeführer 
entgegen, die Entführung durch die arabischen Milizen, die Ausbildung 
bei der  F._______ und die militärische Rekrutierung seien angesichts 
unrealistischer,  falscher  und  widersprüchlicher  Angaben  nicht 
glaubhaft gemacht.

5.2 In der Beschwerde hielt der Beschwerdeführer am angefochtenen 
Entscheid fest, bestritt den Vorwurf der Unglaubhaftigkeit der Vorbrin-
gen  und  den  Wahrheitsgehalt  der  Ausführungen  des  BFM  zur 
F._______. 

5.3 In der Vernehmlassung hält das BFM an seinen Erwägungen fest, 
weist auf Widersprüche und Ungereimtheiten in den Beschwerdeaus-
führungen und Aussagen der Befragungsprotokolle zum Aufgebot, zur 
Ausbildung bei der Oppositionspartei  sowie zur Suche durch die Be-

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hörden nach ihm hin und macht Zweifel an der persönlichen Glaubwür-
digkeit des Beschwerdeführers geltend.

5.4 In der Replik werden Ausführungen zum Versteck des Beschwer-
deführers, zur Einberufung des Beschwerdeführers zum Militär und zur 
Grundausbildung bei der Oppositionspartei gemacht.

5.5 Das  Bundesverwaltungsgericht  kommt  nach  Prüfung  der  Akten 
zum Ergebnis, dass der Beschwerdeführer die fluchtauslösenden Um-
stände nicht glaubhaft gemacht hat.

Der Beschwerdeführer konnte bereits die Entführung durch die arabi-
sche Reitermiliz  nicht  glaubhaft  machen. So ist  dem BFM zuzustim-
men,  dass  seine  Aussagen  zu  seiner  Überwachung  als  Hirte  ange-
sichts  des  damit  verbundenen Aufwandes als  unlogisch zu  erachten 
sind,  ebenso  die  Bereitstellung  eines  Pferdes  für  einen  rechtlosen 
Sklaven. Auch die angeblich aus Mitleid erfolgte Hilfe zur Flucht durch 
eine Frau, welche bei den Entführern gewesen sei, ist wenig glaubhaft. 
Auffällig sind auch die unsubstanziierten Aussagen in der freien Schil-
derung der kantonalen Anhörung zu den Entführern und über die Zeit, 
die der Beschwerdeführer bei diesen verbacht haben will (vgl. act. A10 
S. 26). 

Die  Mitgliedschaft  des  Beschwerdeführers  bei  der  F._______ kann 
ebenfalls nicht geglaubt werden. 

Die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  zur  F._______ in  den 
Befragungen und in der Beschwerde lassen erhebliche Zweifel an der 
Mitgliedschaft und am Aufenthalt im Ausbildungslager aufkommen.

Bereits das Motiv des Beschwerdeführers, der F._______ beizutreten - 
er könne nach der Flucht von den Entführern nicht zu seinem Onkel 
nach  C._______ gelangen  -  überzeugt  nicht.  Anfangs spricht  er  nur 
davon,  dass  Vertreter  „der  Oppositionspartei“  ihn  zum  Beitritt 
überreden wollten. Die Partei sei geheim (vgl. act. A10 S. 24, 27). Bei 
der  F._______ handelt  es  sich  indessen  nicht  um  eine 
Geheimorganisation,  wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  ausführt,  sondern 
um  eine  politische  Allianz,  die  1994  von  im  Ausland  lebenden 
Oppositionellen  gegründet  wurde  und  eine  Schwesterpartei  zur  im 
Osten  aktiven,  militärisch  bedeutenderen  I._______ darstellt  (siehe 
Zentrum  für  Internationale  Friedenseinsätze,  zir,  Konfliktübersicht 
Darfur,  Januar  2008).  Sie  verfügt  nur  über  schwache  militärische 

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Präsenz. Die Ausführungen des Beschwerdeführers zum  militärischen 
Flügel der Organisation lassen sich nicht bestätigen. Auch kann er sich 
trotz  seiner  angeblich  erfolgten  Ausbildung  im  Militärlager  zu  den 
Zielen der  F._______ nicht genauer äussern. Die Aussagen sind sehr 
vage (vgl. act. A1 S.4, A10 S. 7, 28). Wie das BFM zu Recht vorbringt, 
verfolgt die  F._______ zwar das Ziel einer dezentralen Staatsstruktur, 
in  welcher  die  traditionellen  Parteien  eine  weniger  wichtige  Rolle 
spielen,  aber nicht  die von ihm behauptete Abspaltung Darfurs  (vgl. 
act. A1 S. 4) . 

Die  Erklärungen in  der  Beschwerde vermögen die  zweifelhaften  An-
gaben  des  Beschwerdeführers  zu  seiner  Mitgliedschaft  in  der 
F._______ nicht  auszuräumen,  sondern  sie  verstärken  sie  eher.  So 
wird  in  der  Beschwerde  behauptet,  die  F._______ sei  Teil  der 
K._______ (s. Beschwerde Seiten 4 und 6). Dies stimmt aber nicht mit 
den Tatsachen überein: Sie ist stattdessen, wie die K._______, Teil der 
Dachorganisation  I._______ (s.  zir,  Konfliktübersicht  Darfur,  Januar 
2008).  Erst  ab  dem  Jahr  2006  kam  es  zu  losen  (militärischen) 
Zusammenschlüssen der  F._______ mit Abspaltungen der K._______ 
und anderen Gruppen (beispielsweise  zur  Gründung der  Q._______ 
im Juni 2006). 

Auch  sind  die  Angaben  des  Beschwerdeführers  zur  angeblichen 
militärischen Grundausbildung in der Partei unglaubhaft. Dass er nach 
zwei Wochen wieder das Ausbildungscamp verlassen durfte, erscheint 
unrealistisch,  zumal  er  angeblich  einen  Eid  leisten  musste  (vgl. 
act. A10 S. 28). Sodann sind die Aussagen in den Anhörungen und in 
der Beschwerde widersprüchlich. Das BFM weist zu Recht darauf hin, 
dass der Beschwerdeführer in der Erstbefragung geltend gemacht hat, 
er sei nicht nur ausgebildet worden, sondern habe auch gekämpft (vgl. 
act. A1 S. 4). In der kantonalen Anhörung ist  von einer militärischen 
Grundausbildung neben dem theoretischen Ausbildungsteil  die  Rede 
(vgl. act. A10 S. 28); in der Beschwerde dagegen wird behauptet, die 
Ausbildung sei hauptsächlich theoretischer Natur gewesen. Die Replik 
vermag die Widersprüche nicht zu entkräften.

Der Angriff  auf  H._______ hat zwar tatsächlich bereits Ende Februar 
2003  stattgefunden,  wie  die  Beschwerdeseite  zu  Recht  einwendet, 
und  nicht  erst  im  März  2003. Allerdings  ging  dieser  nicht,  wie  vom 
Beschwerdeführer behauptet, von der  K._______ aus. Auch schliesst 
die  K._______ nicht,  wie  behauptet,  die  F._______ ein  (s.  hierzu 

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oben), sondern die Eroberung  H._______s wurde von der  J._______ 
ausgeführt. Insofern müssen die Aussagen des Beschwerdeführers in 
der kantonalen Anhörung - als er sich der  F._______ angeschlossen 
habe, habe die  F._______ gerade  H._______ eingenommen (vgl. act. 
A10 S. 28) - als unwahr bezeichnet werden.

Die  vom Beschwerdeführer  eingereichten Schreiben zur  Bestätigung 
seiner F._______-Mitgliedschaft besitzen nicht nur keinen Beweiswert, 
sondern bestärken die Zweifel  an der Glaubhaftigkeit  der Vorbringen 
noch. Dass das bei der Vorinstanz eingereichte Bestätigungsschreiben 
lediglich  allgemeinen  Inhalts  ist,  wird  von  der  Beschwerdeseite  mit 
dem Argument bestätigt, dass der Vorsitzende der Partei mangels ent-
sprechenden Wissens keine Einzelheiten bestätigen könne. Zweifel an 
der Echtheit des Schreibens kommen dadurch auf, dass die F._______ 
nach offiziellen Angaben politisch operiert und nicht militärisch aktiv ist 
(s.  Interview  mit  dem  Anführer  der  F._______,  _______ [Name],  in 
BBC News, „Sudan: The suffering continues“ vom 4. August 2004), im 
Schreiben  aber  entgegen  diesen  offiziellen  Verlautbarungen  von 
Kampftruppen der  F._______ die Rede ist. Auch ist angesichts eines 
fehlenden  Zustellcouverts  unklar,  wie  das  Schreiben  zum 
Beschwerdeführer  gelangt  sein  soll. Die Zweifel  an der Echtheit  des 
Schreibens  werden  dadurch  bestärkt,  dass  es  sich  bei  dem  in  der 
kantonalen  Anhörung  vom  8.  Juli  2003 eingereichten 
Bestätigungsschreiben  nach  Aussagen  des  Beschwerdeführers  um 
das  in  der  Befragung  vom 27. Juni  2003  angekündigte  Parteipapier 
von  März  2003  handelt  (vgl.  act.  A10  S.  17),  das  eingereichte 
Parteischreiben aber vom 29. Juni 2003 datiert.

Auch an der Echtheit der eingereichten Mitgliedskarte bestehen Zwei-
fel. Den Ausführungen in der kantonalen Anhörung lässt sich nicht ent-
nehmen,  dass  der  Beschwerdeführer  sowohl  ein  Parteischreiben als 
auch eine Mitgliedskarte besitzt  (vgl. act. A10 S. 17). Bei der Einrei-
chung des Bestätigungsschreibens wird  auch nicht  das Nachreichen 
eines noch im  Heimatland befindenden Mitgliedsausweises von März 
2003 angekündigt. Zudem ist  auffällig,  dass  das Foto auf  der  offen-
sichtlich leicht zu fälschenden Mitgliedskarte, etwas über die auf der 
Karte aufgeführten Daten geschoben ist. Auch sie ist ohne Zustellcou-
vert  und ohne Erklärung zu den Akten  gelangt. Es  erstaunt  zudem, 
dass auf der angeblichen Mitgliedskarte, die am 12. März 2003 aus-
gestellt  worden sein  soll,  als  Geburtsdatum der  (...)  eingetragen ist. 
Der  Beschwerdeführer  hat  aber  noch  am  Anfang  der  kantonalen 

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Befragung vom 27. Juni 2003 darauf beharrt, dass sein Geburtsdatum 
der (...) ist (vgl. act. A10 S. 4). Demnach müsste also bei einer im März 
2003  ausgestellten  Mitgliedskarte  als  Geburtsjahr  (...)  eingetragen 
sein und nicht  1986. Dies spricht  dafür,  dass die angeblich im März 
2003 ausgestellte  Mitgliedskarte  erst  nachträglich,  nämlich  im Laufe 
des  Verfahrens,  ausgestellt  worden  ist.  Weitere  Unklarheit  zum 
Geburtsdatum  trägt  die  im  Beschwerdeverfahren  als  Kopie 
eingereichte Geburtsurkunde bei, auf welcher mit dem Datum (...) ein 
drittes  abweichendes  Geburtsdatum  angegeben  ist.  An  der 
Geburtsurkunde ist  auch auffällig,  dass sie am  (...)  2005 ausgestellt 
worden  sein  soll. Dies  ist  insofern  merkwürdig,  als  der 
Beschwerdeführer  in  der  kantonalen  Anhörung  vom  27.  Juni  2003 
ausgesagt  hat,  er  besitze  einen  Geburtsschein,  der  sich  im 
Heimatland befinde. Demnach müsste das Ausstellungsdatum vor dem 
Datum der Anhörung vom 27. Juni 2003 liegen. Auch ist unklar, wie der 
Geburtsregisterauszug zu den Akten gelangt ist. 

Dem BFM ist zuzustimmen, dass die Angaben des Beschwerdeführers 
zu seiner  Einberufung zum Militär und zum anschliessenden Versteck 
widersprüchlich sind, weshalb auch eine Verfolgung wegen Desertion 
nicht geglaubt werden kann.

Wie das Bundesamt in  der  Vernehmlassung zu Recht  ausführt,  gab 
der Beschwerdeführer in der Empfangstelle zu Protokoll, das militäri-
sche Aufgebot im Januar 2003 erhalten zu haben. Kurz darauf habe er 
sich auf dem elterlichen Bauernhof versteckt und sei nicht mehr nach 
Hause zurückgekehrt (vgl. act. A1 S. 4). In der kantonalen Anhörung 
und in der Beschwerde sagte er jedoch aus, das militärische Aufgebot 
im (...) 2002 erhalten zu haben. Nach Aussagen in der kantonalen An-
hörung hat er sich daraufhin im Nachbardorf versteckt und ist nur noch 
selten  nach  Hause  gekommen  (vgl.  act.  A10  S.  22).  Unklar  bleibt 
- auch nach Durchführung des Schriftenwechsels - wann sich der Be-
schwerdeführer bei den Eltern versteckt haben will, da dies einmal ab 
(...) 2003 (s. oben) gewesen sein soll,  nach späteren Aussagen aber 
ist  er  im  (...)  2003  nach  Hause  gekommen  und  von  seinen  Eltern 
einmal  zum  Bauernhof  geschickt  worden,  wo  ihn  gleichentags  die 
Nomaden aufgegriffen hätten (vgl. act. A10 S. 23). In der Beschwerde 
wird dagegen ausgeführt, er habe sich nach Kontaktnahme durch die 
Opposition im (...) 2002 auf der elterlichen Farm versteckt und sei nur 
noch  gelegentlich  nachts  nach  Hause  gekommen  (s.  Beschwerde 
S. 3). Auch die nachträglichen und als nachgeschoben zu qualifizieren-

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den  „Sachverhaltskorrekturen“  in  der  Replik,  wonach  sich  der  Be-
schwerdeführer  zunächst  in  einer  Koranschule und erst  später  -  der 
genaue Zeitpunkt  wird offengelassen -  auf  dem Bauernhof  versteckt 
haben will, vermögen keine Klarheit zu schaffen, zumal nur angegeben 
wird, er habe einige Monate auf dem Bauernhof verbracht (s. S. 2 der 
Replik vom 31. Oktober 2003).

Die Behauptung in der Replik, die Mängel im Protokoll der Erstbefra-
gung seien auf Erschöpfung zurückzuführen, vermag die widersprüch-
lichen Aussagen nicht zu erklären. Die Erstbefragung weist mit  einer 
Dauer  von 1 Stunde und 20 Minuten entgegen der Behauptung von 
Beschwerdeseite eine übliche Länge auf (vgl. act. A1 S. 6). Behauptete 
Sprachschwierigkeiten lassen sich dem Protokoll  ebenfalls nicht  ent-
nehmen,  zumal  der  Beschwerdeführer  unterschriftlich  bestätigt  hat, 
dass  dieses  seinen  Aussagen  entspricht  und  in  eine  verständliche 
Sprache  rückübersetzt  worden  ist  (vgl.  act.  A1  S. 6).  Zudem  wurde 
auch die kantonale Anhörung in arabischer Sprache durchgeführt (vgl. 
act. A10 S. 33). 

Auch hat das BFM in der Vernehmlassung zu Recht darauf hingewie-
sen, dass die Schilderung des Vorgehens der Sicherheitskräfte - die-
se hätten den Onkel über das Vorhaben informiert, den Beschwerde-
führer  zur Mitarbeit  zu gewinnen -  bezogen auf  einen Geheimdienst 
unrealistisch erscheint. 

Zu Recht wendet das Bundesamt der Vernehmlassung auch ein, der 
Beschwerdeführer  habe mit  seinen Aussagen in  der  kantonalen An-
hörung, wonach es nicht mehr um den Militärdienst zum heutigen Zeit-
punkt gehe, sondern um ganz andere Probleme, er wolle für das Volk 
kämpfen  (vgl.  act.  A10  S.  25),  seine  angebliche  Verfolgung  wegen 
Nichtleistung des Militärdienstes relativiert. 

Die erst nachträglich offengelegte Reiseroute mit vorherigem Asylge-
such in den Niederlanden (vgl. act. A10 S. 10) sowie die unterschied-
lichen Angaben zum Geburtsdatum schliesslich lassen Zweifel an der 
persönlichen Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers aufkommen.

5.6 Dem Beschwerdeführer ist  es insgesamt nicht gelungen, für den 
Zeitpunkt  seiner Ausreise  aus dem Sudan eine Verfolgung im Sinne 
von Art. 3 AsylG nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Vor diesem 
Hintergrund ist zu schliessen, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt 
seiner Ausreise aus dem Sudan in den Augen der sudanesischen Be-

Seite 18

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hörden als unbescholtener Bürger galt und jedenfalls nicht in ihr Visier 
genommen worden ist. 

6.

6.1 Für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist jedoch nicht al-
lein der Zeitpunkt der Ausreise aus dem Heimatland, sondern die Si-
tuation  im Zeitpunkt  des  Asylentscheides  massgebend  (vgl. EMARK 
2005 Nr. 18 E. 7.1 S. 164). 

6.2 Zunächst  stellt  sich  die  Frage  des  Bestehens  objektiver  Nach-
fluchtgründe, zumal Angehörige der Ethnie der Zaghawa im Rahmen 
kriegerischer  Auseinandersetzungen  nach  der  Ausreise  des  Be-
schwerdeführers  zum  Teil  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  waren 
beziehungsweise noch sind (vgl. EMARK 2006 Nr. 25). Da die konkret 
gegen ihn gerichteten Angriffe als unglaubhaft  erachtet worden sind, 
stellt sich die Frage, ob im heutigen Zeitpunkt jeder Angehörige dieser 
Ethnie begründete Furcht vor Verfolgung im Sudan haben muss. In die-
sem Zusammenhang ist festzustellen, dass die willkürlichen Übergriffe 
der  so  genannten Janjaweed-Milizen lokal  beschränkt  in  der  Region 
Darfur  stattfinden. Aus den Länderberichten ergeben sich keine Hin-
weise darauf,  dass sich Angehörige der betroffenen Minderheiten im 
ganzen Sudan ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sähen (vgl.  MICHAEL 
KIRSCHNER UND ANNA FACH, Sudan: Rückkehrgefährdung für Personen aus 
Darfur,  Bern,  28. November  2006). Sicherheitsprobleme mit  den Be-
hörden können zwar im Einzelfall  -  beispielsweise in Khartoum - be-
stehen,  insbesondere  wenn  politische  Aktivitäten  vermutet  werden, 
aber sie  betreffen nicht die Minderheiten als Kollektiv. Zudem leben 
die  intern  Vertriebenen zum Teil  unter  schwierigsten wirtschaftlichen 
Bedingungen,  was indessen gemäss herrschender  Praxis  unter  dem 
Aspekt  der  Zumutbarkeit  einer  bestehenden Fluchtalternative zu  be-
rücksichtigen wäre. Es gibt aber auch Zaghawa, die sich bereits seit 
Jahrzehnten in anderen Landesteilen niedergelassen haben und von 
den Konflikten in Darfur kaum oder nur indirekt betroffen sind. Es ist 
damit nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer allein auf-
grund seiner ethnischen Zugehörigkeit  begründete Furcht  vor Verfol-
gung ausserhalb Darfurs haben muss. 

7.
Die auf den Asylpunkt beschränkte Beschwerde ist demnach abzuwei-
sen und die angefochtene Verfügung  des  BFM vom 25. August 2003 
im  Asylpunkt  zu  bestätigen.  Soweit  das  Beschwerdeverfahren  die 

Seite 19

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Flüchtlingseigenschaft, die Anordnung der Wegweisung und den Weg-
weisungsvollzug betrifft, ist das Beschwerdeverfahren gegenstandslos 
geworden. 

8.

8.1 Bei Gegenstandslosigkeit  des Verfahrens werden die Kosten des 
Verfahrens und eine allfällige Parteientschädigung entsprechend den 
Prozessaussichten vor Eintritt  der  Gegenstandslosigkeit  ausgerichtet 
(vgl. Art. 5 sowie Art. 15 i.V.m. Art. 5 des Reglements vom 21. Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bun-
desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Aufgrund einer Prüfung 
der Aktenlage sind die Erfolgsaussichten den Vollzug der Wegweisung 
und die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft betreffend vor Eintritt 
der Gegenstandslosigkeit als gut zu bewerten.

8.2 Im Kostenpunkt  ist  der  Ausgang des Verfahrens (Abweisung der 
Beschwerde hinsichtlich Asyl und gute Erfolgsaussichten den (Nicht-) 
Vollzug der  Wegweisung und die  Anerkennung der  Flüchtlingseigen-
schaft  betreffend)  faktisch  als  teilweises  Obsiegen  zu  bezeichnen, 
wobei  bei  Verfahrenskonstellationen  wie  der  vorliegenden  der 
rechnerische Grad des Durchdringens praxisgemäss auf  zwei  Drittel 
festzulegen  ist.  Vorliegend  wären  die  ermässigten  Verfahrenskosten 
dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen.  Da  die  Beschwerde  nicht 
aussichtslos  war  und  sich  aus  den  Akten  Rückschlüsse  auf  die 
Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  ergeben,  ist  das  Gesuch  um 
unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG) gutzuheissen und 
der  Beschwerdeführer  davon  zu  befreien,  Verfahrenskosten  zu 
bezahlen.

8.3 Dem Beschwerdeführer ist  zu Lasten der Vorinstanz eine Partei-
entschädigung für die ihm erwachsenen notwendigen und verhältnis-
mässig  hohen  Vertretungskosten  zuzusprechen  (vgl.  Art.  64  Abs.  1 
VwVG i.V.m. Art. 7  Abs. 1 und 2 VGKE),  welche entsprechend dem 
Grad des Durchdringens auf zwei Drittel zu reduzieren ist. Der Rechts-
vertreter des Beschwerdeführers hat eine Kostennote eingereicht. Der 
zeitliche  Vertretungsaufwand  ergibt  sich  aus  der  Kostennote  vom 
12. Juni 2008. Der aufgeführte Zeitaufwand von 12 Stunden (Stunden-
satz von Fr. 200.– (vgl. 10 Abs. 2 VGKE) sowie der veranschlagte Be-
trag von Fr. 78.50 für Auslagen sind als angemessen zu erachten (vgl. 
8 und 9 Abs. 1 VGKE). Somit ergibt sich von einem Gesamtbetrag von 
Fr. 2'667.– (aufgerundet; inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer)  ausge-

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hend  eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 1778.– (inkl. Ausla-
gen und Mehrwertsteuer).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 21

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird,  soweit  sie nicht gegenstandslos geworden ist, 
abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen und auf die Auferle-
gung von Verfahrenskosten wird verzichtet.

3.
Das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer  für das Verfahren 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  reduzierte  Parteientschädi-
gung  von  Fr.  1778.– (inklusive  Auslagen  und  Mehrwertsteuer)  zu 
entrichten.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben) 
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- _______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Mareile Lettau

Versand: 

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