# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff56255a-4126-5917-ad48-90d4f2e76f17
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-25
**Language:** de
**Title:** Kantonsgericht 1. Abteilung 25.08.2021 A1 2017 6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/XX_Upload/ZG_UPL_001_A1-2017-6_2021-08-25.pdf

## Full Text

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1. Abteilung A1 2017 6 

 

Kantonsrichterin lic.iur. D. Panico Peyer, Abteilungspräsidentin 

Kantonsrichter lic.iur. St. Szabó 

Kantonsrichter lic.iur. Ph. Sialm 

Gerichtsschreiberin MLaw T. Lötscher 

 

 

 

Entscheid vom 25. August 2021 

 

 

in Sachen 

 

 

A.________, 

vertreten durch RA MLaw B.________, 

Kläger, 

 

 

gegen 

 

 

C.________, 

vertreten durch RA lic.iur. D.________, 

Beklagte, 

 

 

betreffend 

 

 

Ehescheidung 

Seite 2/46 

 

Rechtsbegehren 

 

Kläger 

1. Es sei die am tt.mm.2006 vor dem Zivilstandsamt E.________ geschlossene Ehe der Par-

teien zu scheiden.  

2. Die beiden gemeinsamen Kinder F.________, geb. tt.mm.2006, und G.________, 

geb. tt.mm.2009, seien unter die gemeinsame elterliche Sorge zu stellen.  

3.1 Die beiden gemeinsamen Kinder F.________, geb. tt.mm.2006, und G.________, 

 geb. tt.mm.2009, seien unter die alternierende Obhut zu stellen. Der Kläger sei für berechtigt 

 zu erklären, die Kinder wie folgt zu betreuen:  

- Jedes Wochenende von Freitag 18.00 Uhr bis Montag 08.00 Uhr in den Monaten Dezem-

ber bis und mit März.  

- Jedes zweite Wochenende von Freitag 18.00 Uhr bis Montag 08.00 Uhr in den Monaten 

April bis und mit November.  

- Jeden Donnerstag ab 08.00 Uhr bis 20.00 Uhr in der schulfreien Zeit. Der Kläger sei hier-

bei für berechtigt zu erklären, die Kinder tagsüber durch seine Eltern (Grosseltern der 

Kinder) betreuen zu lassen. 

- In der 1. Woche der Sportferien, der 1. bis und mit 3. Woche der Sommerferien sowie der 

1. Woche Herbstferien. Ferien sollen jeweils am Freitagabend um 18.00 Uhr beginnen 

und am Sonntag 18.00 Uhr (der letzten Woche) enden.  

- Vom 25. Dezember 12.00 Uhr bis und mit 1. Januar um 18.00 Uhr. 

- In den ungeraden Jahren an Ostern von Gründonnerstag 18.00 Uhr bis Ostermontag 

20.00 Uhr.  

- An den übrigen Feiertagen am Wohnsitz der Kinder, sofern diese auf eine ungerade Wo-

che fallen. 

3.2 Eventualiter seien die beiden gemeinsamen Kinder F.________, geb. tt.mm.2006, und 

 G.________, geb. tt.mm.2009, unter die alleinige Obhut der Beklagten zu stellen. Der Kläger 

 sei für berechtigt zu erklären, die Kinder wie folgt zu betreuen:  

- Jedes Wochenende von Freitag 18.00 Uhr bis Montag 08.00 Uhr in den Monaten Dezem-

ber bis und mit März.  

- Jedes zweite Wochenende von Freitag 18.00 Uhr bis Montag 08.00 Uhr in den Monaten 

April bis und mit November.  

- Jeden Donnerstag ab 08.00 Uhr bis 20.00 Uhr in der schulfreien Zeit. Der Kläger sei hier-

bei für berechtigt zu erklären, die Kinder tagsüber durch seine Eltern (Grosseltern der 

Kinder) betreuen zu lassen.  

- In der 1. Woche der Sportferien, der 1. bis und mit 3. Woche der Sommerferien sowie der 

1. Woche Herbstferien. Ferien sollen jeweils am Freitagabend um 18.00 Uhr beginnen 

und am Sonntag 18.00 Uhr (der letzten Woche) enden.  

- Vom 25. Dezember 12.00 Uhr bis und mit 1. Januar um 18.00 Uhr. 

- In den ungeraden Jahren an Ostern von Gründonnerstag 18.00 Uhr bis Ostermontag 

20.00 Uhr.  

- An den übrigen Feiertagen am Wohnsitz der Kinder, sofern diese auf eine ungerade Wo-

che fallen.  

4. Die Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB für die gemeinsamen Kinder F.________ 

und G.________ sei zu belassen.  

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5.1 Es sei der Kläger zu verpflichten, an die Kosten des Barbedarfs des gemeinsamen Kindes 

 F.________ einen monatlichen indexierten Unterhaltsbeitrag in der Höhe von maximal 

 CHF 705.45 (zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats) bis zum  

 Abschluss einer ersten ordentlichen Ausbildung zu bezahlen.  

 Es sei der Kläger zu verpflichten, an die Kosten des Barbedarfs des gemeinsamen Kindes 

 G.________ einen monatlichen indexierten Unterhaltsbeitrag in der Höhe von maximal 

 CHF 705.45 (zahlbar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats) bis zum Ab-

 schluss einer ersten ordentlichen Ausbildung zu bezahlen.   

5.2 Es sei festzustellen, dass kein Betreuungsunterhalt geschuldet ist.  

5.3 Weiter sei festzustellen, dass die Parteien ausserordentliche Kinderkosten (bspw. Arztrech-

 nungen, Zahnarzt, Brille etc.) von mehr als CHF 200.00 pro Rechnung jeweils hälftig tragen. 

 Voraussetzung für die hälftige Kostentragung sei, dass sich die Parteien vorgängig über die 

 ausserordentliche Ausgabe geeinigt haben. Kommt keine Einigung zustande, so soll der ver -

 anlassende Elternteil die entsprechende Ausgabe einstweilen allein tragen; die gerichtliche 

 Geltendmachung der Kostenbeteiligung bleibt vorbehalten.  

6. Es sei festzustellen, dass kein nachehelicher Unterhalt an die Beklagte geschuldet ist.  

7. Das Pensionskassenguthaben sei gestützt auf Art. 122 ZGB festzustellen und hälftig zu  

 teilen.  

8. Die Erziehungsgutschriften der AHV seien den Parteien je hälftig anzurechnen.  

9. Die Beklagte habe dem Kläger CHF 9'000.00 nebst 5 % Zins seit dem 1. Juli 2009 zurück zu-

 erstatten. 

 Im Übrigen sei festzustellen, dass die Parteien güterrechtlich auseinandergesetzt sind.  

10. Es seien die Akten des vorsorglichen Massnahmenverfahrens ES 2019 410 beizuziehen.  

11. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten (zzgl. MWST). 

 

Beklagte 

1. Die am tt.mm.2006 vor dem Zivilstandsamt in E.________ geschlossene Ehe der Parteien 

sei gestützt auf Art. 114 ZGB zu scheiden.  

2. Die gemeinsamen Söhne F.________ (geb. tt.mm.2006) und G.________ (geb. tt.mm.2009) 

seien unter die elterliche Sorge der Beklagten zu stellen, eventualiter unter die gemeinsame 

elterliche Sorge der Parteien.  

3. Die Obhut über die beiden Kinder sei der Beklagten zuzuteilen. Die beiden Söhne sollen wei-

terhin bei der Beklagten wohnen.  

4. Der Kläger sei zu berechtigen und zu verpflichten, F.________ und G.________ auf eigene 

Kosten und ohne Abzug an den von ihm zu leistenden Unterhaltsbeiträgen jeweils wie folgt 

zu sich auf Besuch zu nehmen:  

- an jedem zweiten Wochenende (ungerade Wochen) von Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 

18.00 Uhr;  

- Erste Fasnachtsferienwoche jeweils von Freitag (Woche vor dem schmutzigen Donners-

tag) 18.00 Uhr, bis Samstag (nach dem schmutzigen Donnerstag), 18.00 Uhr;  

- Die ersten zwei Sommerferienwochen jeweils von Sonntag, 18.00 Uhr (Sonntag der letz-

ten Schulwoche), bis Sonntag, 18.00 Uhr (Sonntag der zweiten Schulferienwoche);  

- Die erste Herbstferienwoche jeweils von Freitag (letzte Schulwoche), 18.00 Uhr, bis 

Samstag (erste Ferienwoche), 18.00 Uhr; 

- Über Weihnachten jeweils vom 25. Dezember, 14.00 Uhr, bis 1. Januar, 18.00 Uhr;  

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- In den Jahren mit einer ungeraden Jahreszahl jeweils von Karfreitag, 10.00 Uhr bis Os-

termontag, 18.00 Uhr. In den Jahren mit gerader Jahreszahl betreut die Beklagte die Kin-

der über Ostern;  

- An den übrigen Feiertagen am Wohnsitz der Kinder, sofern diese auf  eine gerade Woche 

fallen.  

Anders lautende und im gegenseitigen Einverständnis getroffene Vereinbarungen der Par-

teien, die auch im Einverständnis mit F.________ und G.________ und unter Berücksichti-

gung des Kindeswohls getroffen werden, bleiben vorbehalten.  

5. Die bestehende Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB für die Kinder F.________ 

und G.________ sei unverändert zu belassen.  

6. Der Kläger habe der Beklagten ab Rechtskraft des Scheidungsurteils an den Unterhalt des 

gemeinsamen Sohnes F.________ monatlich vorauszahlbare und ab Verfall zu 5 % verzinsli-

che Beiträge an den Barunterhalt in der Höhe von mindestens CHF 1'331.00 bis 30. Novem-

ber 2021, anschliessend mindestens CHF 1'463.00 bis zum Abschluss einer angemessenen 

Erstausbildung zu bezahlen.  

An den Betreuungsunterhalt von Sohn F.________ habe der Kläger der Beklagten ab 

Rechtskraft des Scheidungsurteils monatlich vorauszahlbare und ab Verfall zu 5  % verzinsli-

che Beiträge in mindestens folgender Höhe zu bezahlen: Bis und mit 30. November 2021: 

CHF 765.00, ab 1. Dezember 2021 bis und mit 30. April 2022: CHF 600.00. 

Der Kläger sei zu verpflichten, sich an den ausserordentlichen Kosten von F.________ inklu-

sive Musikinstrument, Sportkurse, Sportausrüstung, Brillen, Privatschulen, Kosten von Ope-

rationen, Zahnkorrekturen usw. zur Hälfte zu beteiligen, soweit nicht Dritte für die Kosten auf-

kommen.  

Der Kläger habe der Beklagten ab Rechtskraft des Scheidungsurteils an den Unterhalt des 

gemeinsamen Sohnes G.________ vorauszahlbare und ab Verfall zu 5 % verzinsliche Bei-

träge an den Barunterhalt in der Höhe von CHF 1'331.00, ab 1. Dezember 2021 in der Höhe 

von CHF 1'463.00, ab 1. Dezember 2025 bis zum Abschluss einer angemessenen Erstaus-

bildung in der Höhe von mindestens CHF 1'663.00 zu bezahlen.  

An den Betreuungsunterhalt von Sohn G.________ habe der Kläger ab Rechtskraft des 

Scheidungsurteils monatlich vorauszahlbare und ab Verfall zu 5 % verzinsliche Beiträge in 

mindestens folgender Höhe zu bezahlen: Bis und mit 30. November 2021: CHF 1'275.00,  

ab 1. Dezember 2021 bis und mit 30. April 2022: CHF 600.00, ab 1. Mai 2022 bis und mit 

30. November 2025: CHF 1'200.00. 

Der Kläger sei zu verpflichten, sich an den ausserordentlichen Kosten von G.________ inklu-

sive Musikinstrument, Sportkurse, Sportausrüstung, Brillen, Privatschulen, Kosten von Ope-

rationen, Zahnkorrekturen usw. zur Hälfte zu beteiligen, soweit nicht Dritte für die Kosten auf-

kommen. 

7. Der Kläger habe der Beklagten persönlich einen monatlichen, vorauszahlbaren und ab Ver-

fall zu 5 % verzinslichen nachehelichen Unterhaltsbeitrag wie folgt zu bezahlen:  

- Ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit 30. November 2021 CHF 756.00 pro 

Monat, eventualiter CHF 1'500.00; 

- Ab 1. Dezember 2021 bis 30. November 2025 monatlich CHF 1'120.00, eventualiter 

CHF 1'500.00; 

- Ab 1. Dezember 2025 bis zum Abschluss der Erstausbildung von Sohn G.________ 

CHF 920.00, eventualiter CHF 1'500.00; 

- Und nach Abschluss der Erstausbildung von G.________ bis zur ordentlichen Pensionie-

rung des Klägers den Betrag von monatlich CHF 1'500.00, eventualiter CHF 1'800.00. 

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8. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Antrag Ziffer 6 und 7 seien mit einer gerichtsüblichen Index-

klausel zu versehen.  

9. Allfällige während der Ehe geäufnete Austrittsleistungen der beruflichen Vorsorge der Par-

teien seien nach Art. 122 ZGB hälftig zu teilen.  

10. Die Erziehungsgutschriften nach Art. 52fbis Abs. 2 AHVV seien zu 100 % der Beklagten anzu-

rechnen.  

11. Die Parteien seien als güterrechtlich auseinandergesetzt zu betrachten.  

12. Abweichende Anträge des Klägers seien abzuweisen.  

13. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers.  

 

 

Sachverhalt 

 

1. C.________ (nachfolgend: Beklagte) und A.________ (nachfolgend: Kläger) heirateten am 

tt.mm.2006 in E.________. Sie haben zwei gemeinsame Söhne, F.________, 

geb. tt.mm.2006, und G.________, geb. tt.mm.2009. Der Kläger hat ausserdem einen aus-

serehelichen Sohn, H.________, geb. tt.mm.2018.  

 

2. Am 10. Januar 2013 beantragte die Beklagte beim Bezirksgericht Luzern die Anordnung von 

Eheschutzmassnahmen. Mit Eheschutzentscheid vom 11. Juni 2013 (Verfahren 2C1 13 2 

und 2E1 13 3) wurde festgestellt, dass die Parteien berechtigt sind, den gemeinsamen Haus-

halt aufzuheben und seit dem tt.mm.2012 getrennt leben, wobei die eheliche Wohnung dem 

Kläger für die Dauer des Getrenntlebens zugewiesen wurde. F.________ und G.________ 

wurden unter die Obhut der Beklagten gestellt und der Kläger verpflichtet, der Beklagten an 

den Unterhalt von F.________ und G.________ monatliche Unterhaltsbeiträge von je 

CHF 920.00 und an den persönlichen Unterhalt der Beklagten einen monatlichen Unterhalts-

beitrag von CHF 1'420.00 zu bezahlen. 

 

Der Kläger legte am 24. Juni 2013 gegen den Entscheid des Bezirksgerichts Luzern vom 

11. Juni 2013 Berufung beim Kantonsgericht Luzern ein. Mit Urteil vom 27. August 2013 

(Verfahren 3B 13 46) hiess das Kantonsgericht Luzern die Berufung des Klägers teilweise 

gut und änderte den Rechtsspruch Ziff. 6 des Entscheids des Bezirksgerichts Luzern vom 

11. Juni 2013 dahingehend ab, als dass der Kläger verpflichtet wurde, der Beklagten einen 

persönlichen monatlichen Unterhaltsbeitrag von CHF 1'000.00 zu bezahlen. Im Übrigen 

wurde der Entscheid des Bezirksgerichts Luzern vom 11. Juni 2013 bestätigt. 

 

3. Mit Gesuch vom 14. August 2015 beantragte der Kläger, die Obhut für F.________ und 

G.________ sei neu ihm zuzuteilen und die Beklagte sei zu verpflichten, ihm an den Unter-

halt der Kinder monatlich je CHF 500.00 zuzüglich Kinderzulagen zu bezahlen. Mit Entscheid 

vom 15. Dezember 2015 wies das Bezirksgericht Luzern die Anträge des Klägers ab (Verfah-

ren 2C1 15 60). Gegen diesen Entscheid erhob der Kläger am 4. Januar 2016 Berufung beim 

Kantonsgericht Luzern und erneuerte die vor Bezirksgericht gestellten Rechtsbegehren. Mit 

Entscheid vom 23. September 2016 (Verfahren 3B 16 1) wurde die Berufung abgewiesen.  

 

4. Am 24. Januar 2017 machte der Kläger das Scheidungsverfahren vor dem Kantonsgericht 

Zug anhängig (act. 1).  

 

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5. Mit Schreiben vom 27. Januar 2017 wurden die Parteien aufgefordert, im Hinblick auf die Ei-

nigungsverhandlung verschiedene Belege einzureichen (act. 4; act. 5).  

 

6. Mit Eingabe vom 2. Mai 2017 reichte die Beklagte eine schriftliche Stellungnahme zur Klage 

ein (act. 15; act. 17/1).  

 

7. Am 18. Mai 2017 fand die Einigungsverhandlung statt, wobei eine Einigung über die Neben-

folgen der Ehescheidung nicht herbeigeführt werden konnte. Dem Kläger wurde Frist zur Be-

gründung der Scheidungsklage angesetzt (act. 24; act. 25).  

 

8. Die Kinder F.________ und G.________ wurden vom Referenten des Kantonsgerichts Zug 

am 31. Mai 2017 persönlich angehört (act. 27). 

 

9. Mit Eingabe vom 14. Juli 2017 reichte der Kläger die schriftliche Begründung der Schei-

dungsklage ein (act. 30). Die Klageantwort wurde von der Beklagten am 6. Oktober 2017 ein-

gereicht (act. 34).  

 

10. Am 30. November 2017 wurde vom Kläger die Replik (act. 38) und am 25. Januar 2018 von 

der Beklagten die Duplik (act. 42) eingereicht. 

 

11. Die Parteien wurden vom Referenten des Kantonsgerichts Zug am 19. April 2018 persönlich 

befragt (act. 47). 

 

12. Im Nachgang zur Parteibefragung unterbreitete der Referent den Parteien mit Schreiben vom 

5. Oktober 2018 einen schriftlichen Vergleichsvorschlag (act. 50). Der Vergleich kam nicht 

zustande (act. 51; act. 54).  

 

13. Auf die vom Kläger am 19. November 2018 eingereichte Noveneingabe (act. 54) nahm die 

Beklagte mit Eingabe vom 3. Dezember 2018 Stellung (act. 57). 

 

14. Mit Eingabe vom 11. April 2019 machte die Beklagte im Rahmen vorsorglicher Massnahmen 

für die Dauer des Scheidungsprozesses einen Prozesskostenvorschuss in der Höhe von 

CHF 15'200.00 geltend. Eventualiter beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und RA lic.iur. D.________ als unentgeltliche Rechtsbeiständin (act. 1 im Ver-

fahren ES 2019 238). Zudem ersuchte sie mit separater Eingabe vom 11. April 2019 um Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege. Mit Entscheid des Einzelrichters des Kantonsge-

richts Zug vom 15. April 2019 wurde das entsprechende Verfahren bis zum Vorliegen eines 

rechtskräftigen Entscheids über den gestellten Antrag betreffend Prozesskostenvorschuss 

sistiert (UP 2019 72). Das Gesuch um Leistung eines Prozesskostenvorschusses wurde in 

der Folge mit Entscheid des Einzelrichters vom 12. Juli 2019 und dasjenige um unentgeltli-

che Rechtspflege mit Entscheid vom 16. August 2019 abgewiesen. 

 

15. Am 11. Juli 2019 machte die Beklagte ein weiteres Begehren um Erlass vorsorglicher Mass-

nahmen für die Dauer des Scheidungsprozesses anhängig und stellte folgende Anträge:  

1. Dem Gesuchsgegner sei die elterliche Sorge über F.________, geb. tt.mm.2006, und 

 G.________, geb. tt.mm.2009, nach Art. 311 Abs. 1 ZGB zu entziehen. 

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2. Die beiden Söhne, F.________ und G.________, seien unter die alleinige elterliche 

 Sorge der Gesuchstellerin zu stellen. 

3. Eventualiter sei dem Gesuchsgegner in Bezug auf alle schulischen Belange von 

 F.________ und G.________ die elterliche Sorge zu entziehen. 

4. Ziffer 1 bis 3 seien superprovisorisch anzuordnen. 

5. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin einen Prozesskostenvor-

 schuss zur Deckung der Parteikosten für das Massnahmeverfahren in der Höhe von 

 CHF 3'000.00 zu leisten. 

6. Eventualiter sei der Gesuchstellerin die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und 

 ihr die Unterzeichnende als unentgeltliche Rechtsbeiständin beizugeben. 

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Gesuchsgegners. 

Die Anträge der Beklagten auf Erlass einer superprovisorischen Verfügung wurden mit Ent-

scheid des Kantonsgerichts Zug vom 12. Juli 2019 und das Gesuch um Erlass vorsorglicher 

Massnahmen für die Dauer des Scheidungsprozesses mit Entscheid vom 28. August 2020 

abgewiesen (vgl. act. 4 und act. 27 im Verfahren ES 2019 410). Dieser Entscheid erwuchs in 

Rechtskraft.  

 

16. Gestützt auf die Eingabe der Beklagten vom 9. Oktober 2020 wurde der Kläger mit Entscheid 

vom 12. Oktober 2020 aufgefordert, Urkunden im Zusammenhang mit seiner neuen Anstel-

lung als Projektleiter Bauherr/Bauherrenvertreter bei der I.________ einzureichen (act. 71; 

act. 72). Die Beklagte wurde mit Entscheid vom 23. Oktober 2020 ebenfalls aufgefordert, ak-

tuelle Belege betreffend ihr Einkommen einzureichen (act. 74).  

 

17. An der Hauptverhandlung vom 24. Februar 2021 präzisierten die Parteien ihre Rechtsbegeh-

ren im eingangs genannten Sinn (act. 77; act. 77A; act. 77B).  

 

18. Mit Entscheid vom 25. Februar 2021 wurden die Parteien sodann aufgefordert, die Jahres-

lohnausweise für das Jahr 2020 sowie die Belege der Vorsorgeeinrichtung (Pensionskasse) 

über die während der Ehe bis zum Zeitpunkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens erwor-

benen Ansprüche aus der beruflichen Vorsorge, inkl. Durchführbarkeitserklärung, einzu-

reichen (act. 78).  

 
 

Erwägungen 

 

1.1 Der Kläger hat seinen Wohnsitz im Kanton Zug. Gemäss Art. 23 Abs. 1 ZPO ist für eherecht-

liche Klagen das Gericht am Wohnsitz einer Partei zwingend zuständig. Das Kantonsgericht 

ist daher in örtlicher und gestützt auf § 27 Abs. 1 GOG und Art. 198 lit. c ZPO auch in sachli-

cher und funktioneller Hinsicht zur Beurteilung der vorliegenden Scheidungsklage zuständig.  

 

1.2 Die Parteien haben ihre Rechtsbegehren zuletzt an der Hauptverhandlung geändert (act. 77; 

act. 77A; act. 77B). In formeller Hinsicht ist daher vorab zu prüfen, ob die Klageänderungen 

der Parteien an der Hauptverhandlung zulässig waren.  

 

1.2.1 Vorliegend konnten sich die Parteien in einem doppelten Schriftenwechsel äussern. Damit ist 

grundsätzlich der Aktenschluss eingetreten (vgl. dazu auch BGE 140 III 312 E. 6.3.2 ff.). 

Streitigkeiten im Bereich des nachehelichen Unterhalts und der güterrechtl ichen Auseinan-

dersetzung werden sodann von der Verhandlungsmaxime beherrscht (Art.  277 Abs. 1 ZPO; 

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Urteil des Bundesgerichts 5A_621/2012 vom 20. März 2013 E. 4.3.1). Gilt die Verhandlungs-

maxime, ist eine Klageänderung nach Art. 230 ZPO nur noch zulässig, wenn die Vorausset-

zungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind (lit. a) und sie auf neuen Tatsachen oder Be-

weismitteln beruht (lit. b). 

 

1.2.2 In der Duplik beantragte die Beklagte, der Kläger sei zu verpflichten, ihr einen persönlichen 

monatlichen, vorauszahlbaren und ab Verfall zu 5 % verzinslichen nachehelichen Unterhalts-

beitrag wie folgt zu bezahlen: Bis Ende November 2019 CHF 880.00, ab Dezember 2019 bis 

und mit 30. November 2021 CHF 756.00, ab 1. Dezember 2021 bis 30. November 2025 

CHF 1'120.00, ab 1. Dezember 2025 bis zum Abschluss der Erstausbildung von Sohn 

G.________ CHF 920.00 und nach Abschluss der Erstausbildung von G.________ bis zur 

ordentlichen Pensionierung des Klägers den Betrag von monatlich CHF 1'500.00 (act.  42). 

An der Hauptverhandlung beantragte sie davon abweichend, der Kläger habe ihr einen per-

sönlichen monatlichen, vorauszahlbaren und ab Verfall zu 5 % verzinslichen nachehelichen 

Unterhaltsbeitrag wie folgt zu bezahlen: Ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit 30. 

November 2021 CHF 756.00 pro Monat, eventualiter CHF 1'500.00, ab 1. Dezember 2021 

bis 30. November 2025 monatlich CHF 1'120.00, eventualiter CHF 1'500.00, ab 1. Dezember 

2025 bis zum Abschluss der Erstausbildung von Sohn G.________ CHF 920.00 pro Monat, 

eventualiter CHF 1'500.00 und nach Abschluss der Erstausbildung von G.________ bis zur 

ordentlichen Pensionierung des Klägers den Betrag von monatlich CHF 1'500.00, eventuali-

ter CHF 1'800.00 (act. 77B). 

 

 Durch dieses im ersten Parteivortrag an der Hauptverhandlung gestellte neue Rechtsbegeh-

ren hat die Beklagte ihre ursprüngliche Klage geändert, wobei es sich bei der Änderung der 

nachehelichen Unterhaltsforderung um eine Klageänderung in Form einer Klageerweiterung 

handelt, welche erst nach der Duplik und somit nach Aktenschluss erfolgt ist. Da sich jedoch 

aus den nach der Parteibefragung und Instruktionsverhandlung verlangten Editionen, mithin 

aus dem vom Kläger eingereichten neuen Arbeitsvertrag und den Lohnabrechnungen, neue 

Tatsachen zur Unterhaltsberechnung ergaben, ist die Änderung der nachehelichen Unter-

haltsforderung im ersten Parteivortrag der Hauptverhandlung zulässig.  

 

1.2.3 Die von den Parteien vorgenommenen Änderungen im Bereich der Kindesunterhaltsbeiträge 

sind ebenfalls nicht zu beanstanden, denn nach Art. 296 ZPO gelten bezüglich der Kinderbe-

lange in familienrechtlichen Angelegenheiten der Untersuchungs- und Offizialgrundsatz. Das 

Gericht hat den Sachverhalt mithin von Amtes wegen abzuklären und berücksichtigt neue 

Tatsachen und Beweismittel gemäss Art. 229 Abs. 3 ZPO bis zur Urteilsberatung, weshalb 

die Erschwernis der Novenschranke nach Art. 230 Abs. 1 lit. b ZPO bei der Frage der Zuläs-

sigkeit der Klageänderung keine Bedeutung hat (Willisegger, Basler Kommentar, 3. A. 2017, 

Art. 230 ZPO N 19).  

 

2. Beide Parteien beantragen die Scheidung ihrer am tt.mm.2006 vor dem Zivilstandsamt 

E.________ geschlossenen Ehe. Die Ehe ist demnach antragsgemäss zu scheiden.  

 

3. Nachfolgend ist über die Nebenfolgen der Scheidung, vorab über die elterliche Sorge, die 

Obhut sowie das Besuchs- und Ferienrecht betreffend die beiden Kinder F.________ und 

G.________ zu befinden.  

 

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Während die Beklagte die alleinige elterliche Sorge für F.________ und G.________ bean-

tragt (act. 77B), verlangt der Kläger, dass die elterliche Sorge für F.________ und 

G.________ bei beiden Elternteilen zu belassen sei (act. 77A). 

 

3.1 Bei der elterlichen Sorge handelt es sich um ein sog. Pflichtrecht (BGE 142 III 1 E. 3.4 und 

E. 3.5). Es beinhaltet das Recht und die Pflicht der Eltern, die Pflege und Erziehung des Kin-

des zu leiten und die nötigen Entscheidungen zu treffen (Art. 301 Abs. 1 ZGB). Leben die ge-

meinsam sorgeberechtigten Eltern nicht in einem gemeinsamen Haushalt, kann derjenige El-

ternteil, der das Kind betreut, allein entscheiden, wenn die Angelegenheit alltäglich oder 

dringlich oder der andere Elternteil nicht mit vernünftigem Aufwand zu erreichen ist (Art. 301 

Abs. 1bis ZGB). Hierunter fällt namentlich die Befugnis zur täglichen Betreuung des Kindes 

und die Ausübung der Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit seiner Pflege und laufen-

den Erziehung (vgl. auch BGE 142 III 612 E. 4.1). Der nicht betreuende Elternteil hat im Um-

kehrschluss ein Mitbestimmungsrecht in allen Entscheiden, welche nicht die Alltagsgestal-

tung betreffen. Dabei ist beispielsweise zu denken an die Namensgebung (vgl. Art. 301 

Abs. 4 ZGB), die allgemeine und berufliche Bildung (vgl. Art. 302 ZGB), die Wahl der religiö-

sen Erziehung (vgl. Art. 303 ZGB), an medizinische Eingriffe und andere entscheidende bzw. 

das Leben des Kindes prägende Weichenstellungen wie beispielsweise die Ausübung von 

Hochleistungssport oder der Wechsel der Schule (Urteil des Bundesgerichts 5A_465/2017 

vom 26. Oktober 2017 E. 5.1.2). Ebenfalls Ausfluss der elterlichen Sorge ist die gesetzliche 

Vertretungsmacht des Kindes gemäss Art. 304 ZGB (Schwenzer/Cottier, Basler Kommentar, 

6. A. 2018, Art. 304/305 ZGB N 1). 

 

Gemäss Art. 296 Abs. 2 ZGB stehen die Kinder, solange sie minderjährig sind, unter der ge-

meinsamen elterlichen Sorge von Vater und Mutter. In einem Scheidungs- oder Eheschutz-

verfahren überträgt das Gericht einem Elternteil die alleinige Sorge, wenn dies zur Wahrung 

des Kindeswohls nötig ist (Art. 298 Abs. 1 ZGB). Nach der gesetzlichen Konzeption ist die 

gemeinsame elterliche Sorge aber der Regelfall, von dem nur in eng begrenzten Ausnahme-

fällen zur Wahrung des Kindeswohls abgewichen werden darf. Nach der Rechtsprechung 

kann ein Ausnahmegrund insbesondere ein schwerwiegender elterlicher Dauerkonflikt oder 

eine anhaltende Kommunikationsunfähigkeit sein. Auch in solchen Fällen kommt eine Allein-

zuteilung des elterlichen Sorgerechts jedoch nur in Frage, wenn sich die zwischen den Eltern 

bestehenden Probleme auf die Kinderbelange als Ganzes beziehen und das Kindeswohl 

konkret beeinträchtigen. Erforderlich ist die konkrete Feststellung, in welcher Hinsicht das 

Kindeswohl beeinträchtigt ist. Schliesslich ist eine Abweichung vom Grundsatz der gemein-

samen elterlichen Sorge nur dort am Platz, wo Aussicht darauf besteht, mit der Zuteilung der 

Sorge an einen Elternteil allein eine Entlastung der Situation herbeizuführen (BGE 142 III 1 

E. 3.3; 141 III 472 E. 4.6 f.; vgl. auch das Urteil 5A_81/2016 vom 2. Mai 2016 E. 5 mit vielen 

Hinweisen auf die bisherige Rechtsprechung). Damit ist zwangsläufig eine Prognose darüber 

verbunden, wie sich das Verhältnis zwischen den Eltern entwickeln wird. Dieser Wahrschein-

lichkeitsaussage über die künftige Entwicklung müssen konkrete Anhaltspunkte zugrunde lie-

gen, die aktenmässig erstellt sind. Mit anderen Worten muss aufgrund einer tatsachenbasier-

ten Sachverhaltsprognose geprüft werden, ob das gemeinsame Sorgerecht eine erhebliche 

Beeinträchtigung des Kindeswohls befürchten lässt. Damit trägt die Rechtsprechung dem 

Willen des Gesetzgebers Rechnung, wonach die Alleinsorge nicht schon dort ausgesprochen 

werden darf, wo sie dem Kindeswohl am besten gerecht würde  

(Urteil 5A_903/2016 vom 17. Mai 2017 E. 4.1 mit Hinweisen). 

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Auch ohne Vorliegen eines Elternkonfliktes ist die gemeinsame elterliche Sorge nach der 

Rechtsprechung dort zu verweigern, wo ein Elternteil weder Zugang zu aktuellen Informatio-

nen über das Kind noch persönlichen Kontakt zum Kind hat. Denn seine Verantwortung für 

das Kind kann nur sinnvoll wahrnehmen, wer dessen Bedürfnisse kennt. Ein Elternteil, der 

dauerhaft über keinen irgendwie gearteten Zugang zum Kind verfügt, kann keine Entschei-

dungen zum Wohl des Kindes treffen, auch nicht in gemeinsamer Sorge (BGE 142 III 197 

E. 3.5; Urteil 5A_214/2017 vom 14. Dezember 2017 E. 4.3). Allein die geographische Distanz 

zwischen den Eltern ist aber freilich noch kein Grund zur Annahme, dass eine gemeinsame 

Ausübung des Sorgerechts nicht in Frage kommt und im Sinne einer Ausnahme vom Grund-

satz einem Elternteil die Alleinsorge zuzuweisen wäre (BGE 142 III 56 E. 3).  

 

Bei alledem gilt es zu beachten, dass das Gericht im Streit um Kinderbelange in familien-

rechtlichen Angelegenheiten den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung 

an die Parteianträge entscheidet (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Entsprechend hat das Gericht 

im Streit um die elterliche Sorge von Amtes wegen zu prüfen, ob die gemeinsame Ausübung 

des Sorgerechts beibehalten werden kann, und zwar auch dann, wenn die Eltern je für sich 

die alleinige elterliche Sorge beantragen. Dass die Streitparteien in einem Scheidungspro-

zess bezüglich der elterlichen Sorge gegenteilige Rechtsbegehren stellen bzw. in erster Linie 

die alleinige elterliche Sorge für sich beantragen, kann in einem kontradiktorischen Gerichts-

verfahren kaum überraschen und ist daher für sich allein genommen auch noch kein Grund, 

von einer Beibehaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge abzusehen (Urteil 5A_412/2015 

vom 26. November 2015 E. 7.2; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 5A_106/2019 vom 

16. März 2020 E. 5.4). 

 

3.2 Die Beklagte stellt sich auf den Standpunkt, die Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge 

würde zu einer Beruhigung des Dauerkonflikts zwischen den Parteien führen und somit auch 

eine positive Auswirkung auf das Kindeswohl haben. Basis für die gemeinsame elterliche 

Sorge sei ein Mindestmass an sozialer Beziehung zwischen den Eltern und eine minimale 

Kooperationsfähigkeit, damit in zentralen Fragen der Kinderbelange eine Übereinstimmung 

gefunden werden könne. Der Kläger stelle sich aber bei jeder kleineren oder grösseren Ent-

scheidung betreffend die beiden gemeinsamen Kinder quer. Wenn sie eine Option vor-

schlage, sei für den Kläger selbstverständlich, dass er die gegenteilige Meinung vert rete. 

Eine Kooperationsbereitschaft betreffend Kinderbelange sei auf Seiten des Klägers nicht vor-

handen. Sie sei deshalb seit Jahren darauf angewiesen, bei Entscheidungen die Beiständin 

oder die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) zu involvieren. Der Einbezug der 

Behörden habe jedoch in der Vergangenheit ebenfalls zu Konflikten geführt. Es sei diesbe-

züglich an den Vorfall zu erinnern, bei welchem der Kläger anlässlich eines Besuchs in der 

Projektklasse seines Sohnes die Beiständin körperlich und verbal attackiert habe. Der Vorfall 

habe zu einer Strafanzeige gegen den Kläger sowie zu einem Beistandswechsel innerhalb 

der KESB geführt. Auch die neu eingesetzte Beiständin stosse bei ihrer Arbeit mit dem Klä-

ger an ihre Grenzen. Der Kläger weigere sich regelmässig, mit ihr zu sprechen, und wenn er 

sich dann doch überwinde, vergreife er sich ihr gegenüber im Ton und werfe mit herablas-

senden Äusserungen um sich. Anstatt mitzuarbeiten und seine Vorschläge betreffend Be-

suchsregelung an die Beiständin zu schicken, bezeichne er die Beiständin als politisch frau-

enfreundliche Lügnerin (act. 77B S. 1 f.). 

 

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Der Kläger schaffe es auch nicht, die Elternebene und die Paarebene auseinanderzuhalten. 

Er beziehe regelmässig die Kinder in den Konflikt der Parteien mit ein und instrumentalisiere 

die Kinder für seine Zwecke. Die Wünsche der Kinder würden beim Kläger nicht an erster 

Stelle kommen. Würden die Kinder einmal nicht zu ihrem Vater gehen wollen, würden sie 

vom Kläger per Telefon terrorisiert und mit Nachrichten wie "ich bin so enttäuscht von dir", 

"ich erwarte heute noch einen Anruf von Dir, sonst kannst du an Ostern dort bleiben wo du 

bist!" konfrontiert werden. Die manipulative, narzisstische Art des Klägers verursache bei den 

Kindern Schuldgefühle und führe zu einem Loyalitätskonflikt. Der Kläger schaffe es bis heute 

nicht, das Kindeswohl als oberste Maxime zu sehen und den Kindern zuliebe normal mit der 

Beklagten über notwendige Entscheidungen zu sprechen. Leiden die Kinder unter dem Dau-

erkonflikt der Eltern und sei damit das Kindswohl gefährdet, was in casu eindeutig der Fall 

sei, könne die elterliche Sorge ausnahmsweise nur einem Elternteil zugewiesen werden. 

Darüber hinaus habe der Kläger in den letzten Jahren regelmässig Arztzeugnisse einreichen 

lassen, die seine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit belegten. In der Therapiebestätigung 

vom 14. Oktober 2020 spreche der Arzt des Klägers von massiven psychosozialen Leiden, 

weswegen sich der Kläger seit 21. November 2019 in psychotherapeutischer Behandlung be-

finde. Angesichts dessen sei zu untersuchen, ob der Kindsvater aufgrund seiner medizini-

schen und psychischen Beeinträchtigungen überhaupt dazu in der Lage sei, weiterhin die 

grosse Verantwortung zu tragen, sich um die beiden Kinder G.________ und F.________ zu 

sorgen und die gemeinsame elterliche Sorge auszuüben (act. 77B S. 2 f.).  

 

3.3 Der Kläger entgegnet, die Alleinzuteilung der elterlichen Sorge solle als ultima Ratio gelten 

und nicht, weil es für eine Partei einfacher wäre. Es liege sicherlich kein Fall vor, welcher als 

ultima Ratio eingestuft werden müsste. Die beiden Kinder G.________ und F.________ 

seien am 23. August 2019 im Massnahmenverfahren angehört worden. Die Befragung habe 

keinen Anlass gegeben, um von einer Kindswohlgefährdung durch den Kläger auszugehen. 

Die Kinder würden gerne zum Vater gehen. Konflikte auf Elternebene würden nicht genügen, 

um eine Alleinzuteilung der elterlichen Sorge gutzuheissen. Zur elterlichen Sorge würden 

Fragen betreffend Erziehung/Ausbildung, gesetzliche Vertretung, Verwaltung des Vermögens 

und Bestimmung des Aufenthaltsortes gehören. Es bestünden in diesen Belangen keine Dif-

ferenzen der Ehegatten, welche eine Alleinzuteilung rechtfertigen würden. Die Probleme wür-

den mehrheitlich den Umgang der Parteien miteinander beschlagen (act. 77 S. 3; act. 77A 

S. 6). Zu den ärztlichen Zeugnissen sei ferner festzuhalten, dass diese nichts mit der Erzie-

hungsfähigkeit des Klägers zu tun hätten. Die Belastung durch die Verfahren sei einfach sehr 

gross und er habe sich Hilfe gesucht und sei nun wieder arbeitsfähig (act. 77 S. 3). 

 

3.4 Es ist durch die Akten des am Kantonsgericht Zug geführten Massnahmenverfahrens (Ver-

fahren ES 2019 410), wie aber auch der im Kanton Luzern vor verschiedenen Gerichtsinstan-

zen geführten familienrechtlichen Verfahren erstellt, dass zwischen den Eltern schon seit 

Jahren ein Dauerkonflikt mit Blick auf die Kinderbelange, vor allem in erzieherischer und 

schulischer Hinsicht, besteht. Daran hat sich in all den Jahren zwischen den Parteien denn 

auch nichts geändert. Daher wurde auch eine Beistandschaft über die beiden Söhne errich-

tet, über deren Fortbestand nachfolgend in E. 7 Ausführungen gemacht werden. Wenn sich 

in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit der Beiständin – wie von der Beklagten 

geltend gemacht – durch die Art des Klägers erschwert, bedeutet dies aber nicht, dass ihm 

deswegen die ihm von Gesetzes wegen ebenfalls zustehende elterliche Sorge (vgl. Art. 296 

Abs. 2 ZGB) zu entziehen ist. Wie bereits im Entscheid des Massnahmenverfahrens ES 2019 

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410 ausgeführt wurde, ist Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der bestehenden Beistand-

schaft nicht durch den Entzug der elterlichen Sorge zu begegnen, sondern es sind – sofern 

überhaupt notwendig – Massnahmen in der Führung der Beistandschaft zu treffen. 

 

Es ist vorliegend zwar von einem Dauerkonflikt der Parteien auszugehen, welcher schon län-

gere Zeit andauert, und es mag auch zutreffen, dass die Kommunikation zwischen den Par-

teien schwierig ist; sie ist aber sicherlich nicht in der gebotenen Schärfe unmöglich. An der 

Parteibefragung im April 2018 führte die Beklagte denn auch noch aus, sie hätten seit fünf 

Jahren die geraden und die ungeraden Wochenenden, die fix seien. An den geraden Wo-

chenenden seien die Kinder bei ihr und an den ungeraden beim Kläger. Zum Teil gebe es 

auch Änderungen. Dieses Jahr laufe es aber sehr gut. Sie seien auch schon sehr eingespielt 

bzgl. der Ferien. Für Fälle, in denen es ein Hin und Her gebe, hätten sie aber noch die Be-

suchsbeiständin, die noch begleiten würde, wenn es Fragen oder Unklarheiten gebe (act.  47 

Ziff. 32). Rechtlich gelte immer noch der Eheschutzentscheid des Bezirksgerichts Luzern 

vom 11. Juni 2013. Diesen hätten sie aber ein bisschen ausgeweitet (act.  47 Ziff. 33). Der 

Kläger mache bezüglich der Kontakte zwischen den Kindern und den Elternteilen meistens 

einen Vorschlag und stelle diesen der Beklagten zu. Dann komme ein anderer Vorschlag zu-

rück und es brauche dann ein paar Wochen, bis der Plan bereinigt sei und sie sich geeinigt 

hätten (act. 47 Ziff. 35 ff.). Der Kläger führte dazu auch aus, er glaube, die Parteien könnten 

das geteilte Sorgerecht und die geteilte Obhut gut miteinander managen (act.  47 Ziff. 2). Auf 

die Frage, ob Elterngespräche gemeinsam besucht würden, antwortete er, dass er ein biss-

chen ausgegrenzt und auch nicht informiert worden sei. Es habe sich so ergeben. Es sei nun 

aber so, dass sie besser miteinander auskommen und die Beklagte den Kläger auch infor-

mieren würde (act. 47 Ziff. 11). Die Beklagte bestätigte, dass sie ihm Informationen der 

Schule bezüglich Elterngespräche nicht weitergeleitet habe, als dieser nicht dabei gewesen 

sei. Der Kläger sei hinterher informiert worden, da es sehr schwierig gewesen sei, mit dem 

Kläger über Schulthemen zu sprechen. Sie hätten nun aber einen besseren Kontakt. Das 

fände sie sehr schön, auch für die Kinder (act. 47 Ziff. 15). 

 

Soweit aktenkundig, betrifft der Streit zwischen den Parteien mithin hauptsächlich den Anteil 

der Betreuung der gemeinsamen Söhne F.________ und G.________ sowie schulische Be-

lange. Weder aus den Akten noch den Ausführungen der Beklagten geht aber hervor, dass 

die Parteien relevante Konflikte hinsichtlich der im Rahmen der elterlichen Sorge zu treffen-

den Entscheide bezüglich der Erziehung, der Vertretung, des Vermögens oder des Aufent-

haltsortes von F.________ und G.________ gehabt hätten.  

 

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass der Kläger auch bei einer Alleinzutei-

lung der elterlichen Sorge und – konsequenterweise – der Obhut an die Beklagte gestützt auf 

Art. 273 ZGB ein Besuchs- bzw. Betreuungsrecht hätte, was die Beklagte auch anerkennt. 

So oder anders haben die Parteien als Eltern von F.________ und G.________ eine Lösung 

der Konflikte betreffend die Betreuung zu finden, weshalb die Alleinzuteilung der elterlichen 

Sorge an die Beklagte in dieser Hinsicht zu keiner Entschärfung des Elternkonflikts führen 

würde.  

 

Zu berücksichtigen ist zudem, dass sich die Kommunikation der Parteien betreffend 

F.________ und G.________ gemäss eigenen Ausführungen der Parteien an der Parteibe-

fragung über die Jahre auch verbessert hat. Die Parteien bestätigten, dass die angeordnete 

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Betreuungsregelung gelebt werde, ja sogar ausgeweitet worden sei. Im Rahmen ihres Plädo-

yers an der Hauptverhandlung nannte die Beklagte auch keine wesentlichen aktuellen Ereig-

nisse oder Konflikte aus den Jahren 2020 und 2021, welche die Parteien bezüglich der Be-

lange von F.________ und G.________ erlebt hätten.  

 

Aus den von der Beklagten zitierten Arztzeugnissen geht schliesslich auch nicht hervor, dass 

der Kläger ausserstande wäre, die elterliche Sorge pflichtgemäss auszuüben. Die Beklagte 

behauptete an der Hauptverhandlung im Februar 2021, dass sich der Kläger seit Ende 2019 

in psychotherapeutischer Behandlung befinde, führte aber selbst aus, dass die Kinder jedes 

zweite Wochenende beim Kläger seien (act. 77B S. 3). Es ist mithin nicht davon auszugehen, 

dass der Kläger aufgrund seiner psychischen Angeschlagenheit seinen Erziehungspflichten 

als Vater nicht gewissenhaft nachkommen kann. Es wurden von der Beklagten sodann weder 

konkrete Behauptungen gemacht, noch sind aktenmässig konkrete Anhaltspunkte ersichtlich, 

wonach und weshalb der Kläger aufgrund seiner psychotherapeutischen Behandlung nicht in 

der Lage wäre, wesentliche Entscheidungen im Rahmen der elterlichen Sorge zu treffen. Es 

ist folglich nicht belegt, dass der Kläger aufgrund seiner psychischen Erkrankung nicht für die 

beiden Söhne sorgen könnte und seine Erkrankung die von ihm im Rahmen der elter lichen 

Sorge zu treffenden Entscheide betreffend die Erziehung, die Vertretung, das Vermögen  

oder den Aufenthaltsort von F.________ und G.________ beeinträchtigen würde. 

 

3.5 Von einer schwerwiegenden dauerhaften und anhaltenden Kommunikationsunfähigkeit der 

Parteien kann nach dem Gesagten deshalb nicht gesprochen werden. Aufgrund der sodann 

über die Jahre hinweg gelebten Besuchs- und Betreuungsregelung lässt das gemeinsame 

Sorgerecht keine erhebliche Beeinträchtigung des Wohls von F.________ und G.________ 

befürchten. Die aus der Ehe der Parteien hervorgegangenen Söhne F.________ und 

G.________ sind somit mit Verweis auf die vorstehenden Ausführungen unter der gemeinsa-

men elterlichen Sorge zu belassen.  

 

4. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge muss das mit dieser Frage befasste Gericht auf Begehren 

eines Elternteils oder des Kindes hin prüfen, ob eine alternierende Obhut möglich und mit 

dem Wohl des Kindes vereinbar ist (Art. 298b Abs. 3ter ZGB). Dabei hat es gestützt auf fest-

gestellte Tatsachen der Gegenwart und der Vergangenheit eine sachverhaltsbasierte Prog-

nose darüber zu stellen, ob die alternierende Obhut als Betreuungslösung aller Voraussicht 

nach dem Wohl des Kindes entspricht (BGE 142 III 612 E. 4.2 mit Hinweis; Urteil des Bun-

desgerichts 5A_629/2019 vom 13. November 2020 E. 4.1).  

 

Die alternierende Obhut kommt grundsätzlich nur in Frage, wenn beide Eltern erziehungsfä-

hig sind. Weiter ist dieses Betreuungsmodell nur praktisch umsetzbar, wenn die Eltern fähig 

und bereit sind, in Kinderbelangen laufend miteinander zu kommunizieren und im Hinblick 

auf die notwendigen organisatorischen Vorkehrungen zu kooperieren (BGE 142 III 617 

E. 3.2.3 und E. 4.3). Die Kommunikation zwischen den Eltern kann auch bloss schriftlich er-

folgen. Es steht einer alternierenden Obhut sodann nicht entgegen, wenn die Eltern zur ge-

meinsamen Entscheidfindung über die Kinderbelange auf die Vermittlung einer Drittperson 

angewiesen sind (vgl. zur elterlichen Sorge Urteile 5A_685/2019 vom 9. September 2019 

E. 5; 5A_923/2014 vom 27. August 2015 E. 2 und 5.5, nicht publ. in: BGE 141 III 472, aber 

in: FamPra.ch 2015 S. 961 ff. und 970). Ferner kann allein aus dem Umstand, dass ein El-

ternteil sich einer Regelung mit geteilter Betreuung widersetzt, nicht ohne weiteres 

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geschlossen werden, die nötige Kooperation sei nicht gewährleistet. Unter diesem Aspekt ist 

von einer alternierenden Obhut nur abzusehen, wenn das Verhältnis unter den Eltern hin-

sichtlich anderer Kinderbelange von einer Feindseligkeit gezeichnet ist, die annehmen lässt, 

eine alternierende Obhut würde das Kind dem gravierenden Elternkonflikt in einer Weise 

aussetzen, die seinen Interessen offensichtlich zuwiderläuft. Weiter kommt es auf die geo-

grafische Situation an, namentlich die Distanz zwischen den Wohnungen der beiden Eltern. 

Bedeutsam ist auch die Kindeswohlwirksamkeit der Stabilität, wie sie mit einer Weiterführung 

der bisherigen Regelung einhergeht. In diesem Sinne ist eine alternierende Obhut umso eher 

angezeigt, wenn die Eltern das Kind schon vor ihrer Trennung abwechselnd betreut haben. 

Andere Kriterien sind das Alter des Kindes, seine Beziehungen zu (tatsächlichen oder fakti-

schen) Geschwistern und seine Einbettung in das weitere soziale Umfeld (BGE 142 III 617 E. 

3.2.3 und E. 4.3; je mit Hinweisen). Die Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu be-

treuen, spielt hauptsächlich dann eine Rolle, wenn spezifische Bedürfnisse des Kindes eine 

persönliche Betreuung notwendig erscheinen lassen oder wenn ein Elternteil selbst in den 

Randzeiten (morgens, abends und an den Wochenenden) nicht bzw. kaum zur Verfügung 

stünde; ansonsten ist von der Gleichwertigkeit von Eigen- und Fremdbetreuung auszugehen  

(vgl. BGE 144 III 481 E. 4.6.3 und E. 4.7). Beachtung verdient auch der Wunsch des Kindes, 

selbst wenn es bezüglich der Betreuungsregelung (noch) nicht urteilsfähig ist. Die Erzie-

hungsfähigkeit beider Eltern ist in jedem Fall notwendige Voraussetzung einer alternierenden 

Obhut. Die weiteren Beurteilungskriterien hängen oft voneinander ab; ihre jeweilige Bedeut-

samkeit richtet sich nach den konkreten Umständen. So spielt das Kriterium der Stabilität bei 

Säuglingen und Kleinkindern eine wichtige Rolle. Geht es hingegen um Jugendliche, kommt 

der Zugehörigkeit zu einem sozialen Umfeld grosse Bedeutung zu. Die Kooperationsfähigkeit 

der Eltern wiederum verdient besondere Beachtung, wenn das Kind schulpflichtig ist oder die 

Entfernung zwischen den Wohnorten der Eltern ein Mehr an Organisation erfordert (BGE 142 

III 617 E. 3.2.3 und E. 4.3; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 5A_629/2019 vom 

13. November 2020 E. 4.2). 

 

4.1 Der Kläger beantragt die alternierende Obhut in Form eines ausgedehnten Besuchs- und Fe-

rienrechts (act. 77A). Die Beklagte beantragt dagegen die alleinige Obhut über F.________ 

und G.________ (act. 77B).  

 

Zusammengefasst führt der Kläger aus, er wünsche sich die alternierende Obhut. Die Kinder 

seien mittlerweile im Teenageralter und es sei fraglich, wie sinnvoll starre Betreuungsrege-

lungen in diesem Alter noch seien. Es sei auch festzuhalten, dass es sich vorliegend nicht 

um eine der gängigen Betreuungssituationen handle. Die Parteien hätten sich gemeinsam 

und im Interesse der Kinder darauf geeinigt, dass auf die Wünsche und Hobbies der Kinder 

bei deren Betreuung Rücksicht zu nehmen sei. Die Kinder seien grosse Skifahrer und wür-

den im Winter jeweils am Wochenende mit dem Vater Skifahren gehen. Gleichzeitig fahre 

insbesondere F.________ im Sommer sehr gerne und intensiv BMX. Dieses Hobby übe er 

mit seiner Mutter aus. Dies führe dazu, dass die Kinder jeweils die Monate Dezember bis und 

mit März an den Wochenenden beim Vater verbracht hätten. Im Sommer seien die Kinder am 

Wochenende abwechselnd durch den Vater oder die Mutter betreut worden. Dazu kämen die 

jeweiligen Ferienbetreuungen und die verlängerten Betreuungswochenenden an den Feierta-

gen. Weiter seien die Kinder auch massgeblich von den Grosseltern (Eltern des Klägers) be-

treut worden. Die Grosseltern würden die Kinder jeweils am Donnerstag betreuen. In den 

letzten Jahren habe sich gezeigt, dass über ein ganzes Jahr betrachtet die Betreuung der 

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Parteien jeweils ungefähr gleich gross gewesen sei. Die Mehrbetreuung des Vaters im Win-

ter werde im Sommer wieder korrigiert. Beim Betreuungsplan 2020 zeige sich deutlich, dass 

beide Parteien immer wieder Rücksicht auf die Wünsche der Kinder genommen hätten. Inso-

fern beantrage der Kläger weiterhin die alternierende Obhut und ein auf den Wunsch der Kin-

der und des bisher Gelebten abgestimmtes Betreuungsrecht (act.  77A S. 6 f.). 

 

Demgegenüber stellt sich die Beklagte auf den Standpunkt, die Kinder würden bei ihr woh-

nen und leben und jedes zweite Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend zum Klä-

ger auf Besuch gehen. Dies gelte auch für die Wochenenden zwischen Dezember und März. 

Die Kinder würden schon seit längerer Zeit nicht mehr jedes Wochenende in der Winter-Sai-

son zum Kläger gehen. Dies auf eigenen Wunsch der Kinder, da sie auch gerne Wochenen-

den zu Hause verbringen würden. Die gelebte Konstellation sehe also so aus, dass die Kin-

der jedes zweite Wochenende bei ihrem Vater seien. Die Parteien würden demnach keine 

alternierende Obhut praktizieren. Vielmehr habe die Beklagte die elterliche Obhut über 

G.________ und F.________ alleine inne, während der Kläger ein klassisches Besuchsrecht 

ausübe. Die Betreuung der Grosseltern stelle sodann eine Fremdbetreuung während der Be-

treuungszeit des Klägers dar. Er könne sich diese Zeit nicht als eigene Betreuungszeit an-

rechnen lassen. Weiter komme es auch auf die geografische Situation an, namentlich die 

Distanz zwischen den Wohnungen der beiden Eltern. Die Beklagte wohne in J.________ und 

der Kläger in K.________. Das bedeute eine 30-minütige Autofahrt oder aber eine Stunde 

Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Kläger habe bereits im Eheschutzverfahren 

vergeblich versucht vorzubringen, dass er sich zu 50 % an der Kinderbetreuung beteilige. Er 

arbeite seit September 2020 in einem 100 % Pensum als technischer Fachspezialist bei der 

I.________. Bis heute habe der Kläger keinen Nachweis erbracht, dass er nebst seinem 

100 % Pensum in der Lage sei, die beiden gemeinsamen Kinder zu betreuen oder dass 

seine Arbeitssituation eine Pensums-Reduktion zulassen würde, falls das Gericht wider Er-

warten die alternierende Obhut anordnen würde. Darüber hinaus wäre der Schulweg von 

K.________ nach J.________ und am Abend wieder zurück eine unnötige und unzumutbare 

Belastung für die Kinder. Alsdann würden sie aus ihrem sozialen Umfeld gerissen und der 

Kläger könne nach wie vor nicht aufzeigen, wie er die Kinder über den Mittag sowie am 

Nachmittag nach der Schule betreuen wolle. Zur Wahrung des Kindeswohls sei daher von 

der Anordnung einer alternierenden Obhut abzusehen, die Kinder unter die Obhut der Be-

klagten zu stellen und dem Kläger ein Besuchsrecht im bisherigen Umfang einzuräumen 

(act. 77 S. 2; act. 77B S. 3 ff.).  

 

4.2 Gestützt auf die Akten, und insbesondere die abgenommenen Beweise, ist anhand der bun-

desgerichtlichen Kriterien betreffend die Obhutszuteilung (Erziehungsfähigkeit, Kommunikati-

onsfähigkeit, Kontinuität, Stabilität, geographische Situation etc.) zu prüfen, welche Betreu-

ungsregelung dem vorliegenden Einzelfall angemessen ist. Im Zentrum steht dabei das Wohl 

von F.________ und G.________ und nicht die Interessen der Eltern bzw. gesellschaftspoliti-

sche Überlegungen.  

 

4.2.1 Unter den Kriterien, auf die es bei dieser Beurteilung ankommt, ist zunächst die Erziehungs-

fähigkeit der Eltern hervorzuheben, und zwar in dem Sinne, dass die alternierende Obhut 

grundsätzlich nur dann in Frage kommt, wenn beide Eltern erziehungsfähig sind. Erziehungs-

fähigkeit wird als die grundlegende Kompetenz eines Elternteils verstanden, die emotionalen 

und körperlichen Bedürfnisse seines Kindes zu erkennen, das Kind zu versorgen und zu 

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betreuen sowie erzieherisch angemessen auf die kindlichen Bedürfnisse einzugehen. Dabei 

ist die Erziehungsfähigkeit gegeben, wenn der Elternteil in der Lage ist, die Grundbedürf-

nisse des Kindes adäquat bzw. ausreichend zu erfüllen (Ludewig/Baumer/Salzgeber/Häfeli/ 

Albermann, Richterliche und behördliche Entscheidungsfindung zwischen Kindeswohl und 

Elternwohl: Erziehungsfähigkeit bei Familien mit einem psychisch kranken Elternteil, in:  

FamPra.ch 2015 S. 562, 574). An der Erziehungsfähigkeit fehlt es nur bei fundamentalen De-

fiziten. Es müssen konkrete Anhaltspunkte vorliegen, die eine ernsthafte Einschränkung der 

Erziehungsfähigkeit erkennen lassen (Urteil des Bundesgerichts 5A_157/2012 vom 23.  Juli 

2012 E. 3.3; Fountoulakis/Breitschmid, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 133 ZGB N 11). Das 

Vorliegen einer psychiatrischen Diagnose bedeutet nicht zwangsläufig die Beeinträchtigung 

oder Aufhebung der Erziehungsfähigkeit (FamPra.ch 2015 S. 562, 564). Die Erziehungsfä-

higkeit eines psychisch kranken Elternteils ist gegeben, wenn seine elterlichen Kompetenzen 

unter Berücksichtigung möglicher einschränkender Einflüsse aufgrund seiner Erkrankung 

ausreichen, um die Grundbedürfnisse des Kindes zu erfüllen. Bei der Beurteilung der Erzie-

hungsfähigkeit spielt nicht das Vorhandensein der psychiatrisch-psychologischen Diagnose 

eine Rolle, sondern die Intensität, Dauer und die Auswirkungen der Störung, also insbeson-

dere ihr damit verbundener Einfluss auf die Möglichkeit des Elternteils, die Grundbedürfnisse 

des Kindes adäquat zu erfüllen. Um diese Beurteilung vornehmen zu können, muss ana ly-

siert werden, ob allein angesichts der Schwere der psychischen Störung eine wesentliche 

Gefährdung des Kindes zu erwarten ist (FamPra.ch 2015 S. 562, 577 f.).  

 

Den im Recht liegenden Akten, insbesondere aber auch den Parteiaussagen und den Aus-

führungen der Kinder, lassen sich keine Anhaltspunkte darüber entnehmen, dass bei einer 

Partei – insbesondere beim Kläger – die Erziehungsfähigkeit fehlen würde. Zwar verweist die 

Beklagte auf die Arztzeugnisse, wonach der Kläger in psychotherapeutischer Behandlung ist, 

führte an der Hauptverhandlung im Februar 2021 aber selbst aus, dass die Kinder nach wie 

vor jedes zweite Wochenende beim Kläger seien (act. 77B S. 3). Der Kläger liess diesbezüg-

lich ausführen, die Belastung durch die Verfahren sei einfach sehr gross gewesen, weshalb 

er sich Hilfe gesucht habe; er sei nun aber wieder arbeitsfähig (act. 77 S. 3). Es ist mithin 

nicht davon auszugehen, dass der Kläger aufgrund seiner psychischen Angeschlagenheit 

seinen Erziehungspflichten als Vater nicht gewissenhaft nachkommen kann. Es wurden von 

der Beklagten sodann weder konkrete Behauptungen gemacht, noch sind aktenmässig kon-

krete Anhaltspunkte ersichtlich, wonach und weshalb der Kläger aufgrund seiner psychothe-

rapeutischen Behandlung nicht in der Lage wäre, die Bedürfnisse von F.________ und 

G.________ zu erkennen und darauf einzugehen. Es liegen mithin keine Anhaltspunkte dafür 

vor, dass sich die – von der Beklagten ins Feld geführte – psychische Angeschlagenheit des 

Klägers negativ auf das Kindeswohl auswirken würde oder seine Möglichkeit, die Grundbe-

dürfnisse von F.________ und G.________ adäquat zu erfüllen, beeinflussen oder gar beein-

trächtigen würde. Es lässt sich demnach keine ernsthafte Einschränkung der Erziehungsfä-

higkeit des Klägers erkennen und die Erziehungsfähigkeit beider Eltern ist somit zu bejahen. 

 

4.2.2 Weiter sind die Kriterien der Kontinuität und Stabilität zu beurteilen. Die Parteien betreuen 

die Kinder nicht zu mehr oder weniger gleichen Teilen. Gestützt auf die aktuell gelebten Be-

treuungszeiten betreut die Beklagte die Kinder von Montag bis Mittwoch und am Freitag, 

während der Kläger bzw. seine Eltern die Betreuung am Donnerstag übernehmen. Am Wo-

chenende werden die Kinder abwechslungsweise von beiden Elternteilen betreut, wobei un-

bestritten ist, dass die Kinder in den Wintermonaten teilweise auch mehrere Wochenenden 

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hintereinander mit dem Vater Skifahren gehen. Dabei gilt zu beachten, dass der Kläger auf-

grund seiner Vollzeitanstellung die Kinder nur jeweils am Abend und am Wochenende selber 

betreuen kann. In denjenigen Wochen, in welchen die Kinder das Wochenende nicht beim 

Kläger verbringen, sieht er diese daher nur am Donnerstagabend, falls er ebenfalls zu seinen 

Eltern auf Besuch geht. Es ist daher fraglich, ob der Kläger tatsächlich genügend regelmässi-

gen und intensiven Kontakt mit den Kindern pflegen kann, so dass seine Mitsprache bei all-

täglichen Angelegenheiten der Kinder mit Blick auf die alternierende Obhut sinnvoll er-

scheint. Doch selbst wenn man dem Kläger die Betreuungszeit durch dessen Eltern ebenfalls 

zurechnet, erfolgt die Betreuung während den Werktagen nur in einem untergeordneten Um-

fang von rund 20 % der gesamten Betreuungszeit. Rechnet man die Betreuung an jedem 

zweiten Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend hinzu, erhöht sich der Betreu-

ungsanteil des Klägers auf rund 30 %. Selbst wenn man noch davon ausgeht, dass der Klä-

ger die Kinder in den Wintermonaten von Dezember bis März tatsächlich jedes Wochenende 

betreut, so erhöht sich der Betreuungsanteil des Klägers angesichts der acht verbleibenden 

Monate mit wechselnder Wochenendbetreuung nicht in einem solchen Umfang, als dass von 

mehr oder weniger gleichen Betreuungsteilen gesprochen werden könnte. Von alternierender 

Obhut kann deshalb vorliegend aufgrund der klar unterschiedlich grossen Betreuungsantei-

len nicht die Rede sein. Der Kläger ist sodann in einem 100 %-Pensum arbeitstätig, weshalb 

dessen Eltern oder seine neue Partnerin die Kinder während seiner Abwesenheit betreuen. 

Somit kann der Kläger die Kinder an den Werktagen lediglich am Donnerstagabend sowie – 

wenn das Betreuungswochenende des Vaters folgt – auch am Freitagabend betreuen. Seine 

Möglichkeiten, zur Pflege und Erziehung der Kinder persönlich beizutragen, sind deshalb klar 

nur in vermindertem Umfang gegeben.  

 

Was sodann die vom Kläger behaupteten unregelmässigen arbeitsbedingten Abwesenheiten 

der Beklagten betrifft (act. 38 S. 10), so sind sich die Parteien einig, dass die Grosseltern vä-

terlicherseits bereits in der Vergangenheit die Parteien in der Betreuung der Kinder unter-

stützten und dies auch in Zukunft gerne machen. Sollte die Beklagte einmal an einem Tag 

die Betreuung nach der Schule nicht selbst übernehmen können, so wohnen die Eltern des 

Klägers in unmittelbarer Nähe oder wäre eine Betreuung durch die Nachbarin, wie diese je-

weils am Montag erfolgt (act. 47 Ziff. 47), sichergestellt. Eine solche Betreuung von 

F.________ und G.________ ist altersgerecht. Soziale Kontakte insbesondere mit Freunden, 

wie beispielsweise den Nachbarskindern auf dem Hof, sind wichtig für F.________ und 

G.________. Wesentliche zusätzliche und aktuelle Abwesenheiten der Beklagten werden 

vom Kläger denn auch nicht substantiiert geltend gemacht oder belegt (act. 77A).   

 

4.2.3 Ausserdem liegen die Wohnorte J.________ und K.________ nicht in einer solchen Distanz 

zueinander, dass ein Wechsel der Kinder zwischen den Wohnorten unterwöchig problemlos 

möglich wäre. Durch einen solchen Wechsel würde auch die Einbettung in das soziale Um-

feld der Kinder problematisch werden. Bei Jugendlichen kommt nach der bundesgerichtli-

chen Rechtsprechung der Zugehörigkeit zu einem sozialen Umfeld grosse Bedeutung zu. 

Aus den Kinderanhörungen ging sodann hervor, dass die Kinder in J.________ zur Schule 

gehen und F.________ in J.________ auch die meisten Freunde hat (act. 27; act. 13 im Ver-

fahren ES 2019 410). Die Kinder sind nun in einem Alter, in dem sie nicht mehr nur perso-

nenorientiert sind, sondern eine gefestigte Umgebungsverbundenheit und einen Freundes-

kreis bzw. ein soziales Umfeld haben. Das familiäre und soziale Umfeld von F.________ und 

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G.________ ist in J.________ grösser und spricht daher auch weiterhin für eine Hauptbe-

treuung durch die Mutter.  

 

4.2.4 Gegen eine alternierende Obhut spricht vorliegend aber insbesondere die mangelnde Kom-

munikations- und Kooperationsfähigkeit zwischen den Parteien selber. Angesichts des unbe-

strittenermassen gelebten Besuchs- und Betreuungsrechts ist zwar erstellt, dass die Parteien 

in der Lage sind, zu funktionieren und die Betreuung ihrer beiden Söhne F.________ und 

G.________ sicherzustellen. Das Verhältnis zwischen den Parteien ist jedoch belastet und 

geprägt von gegenseitigen Vorwürfen. Dem Verhalten und den gegenseitigen Aussagen der 

Parteien kann entnommen werden, dass die Parteien nicht bereit sind, kooperativ und offen 

über die Kinderbelange miteinander zu sprechen. So führten denn auch beide Parteien aus, 

hinsichtlich der Regelung der Betreuung von F.________ und G.________ auf die Vermitt-

lung durch die eingesetzte Besuchsbeiständin angewiesen zu sein. Auch wenn bisher nach 

Darstellung der Parteien am Ende immer eine Lösung gefunden werden konnte, hat die Lö-

sungsfindung in Kinderbelangen in der Vergangenheit immer wieder dazu geführt,  dass in 

Konfliktsituationen der Parteien häufig auch Drittpersonen bzw. sogar das Gericht selber in-

volviert wurden. Es ist dem Wohl der Kinder abträglich, wenn selbst bei alltäglichen Themen 

und kleineren Absprachen immer zuerst eine Drittperson beigezogen werden muss, bevor 

ein endgültiger Entscheid gefällt werden kann. Die eingereichten Akten und das Verhalten 

der Parteien im gesamten Prozess der ehelichen Auseinandersetzung zeigen eben gerade 

auf, dass die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit zwischen ihnen in Bezug auf die 

Kinderbelange gestört war und nach wie vor gestört ist. Die Anordnung einer alternierenden 

Obhut würde zu einer signifikanten Häufung der zwischen den Eltern zu besprechenden Kin-

derbelange führen. Es ist jedoch nicht zu erwarten, dass sich die Parteien über Alltagsfragen 

absprechen und sich auch einigen könnten. Die Anordnung einer alternierenden Obhut 

würde mithin zu vermeidbaren Konflikten führen, welche dem Kindeswohl nicht förderlich 

sind. 

 

4.2.5 Auf die von F.________ und G.________ an der Kinderanhörung im Verfahrens ES 2019 

410 gemachte Aussage, sie würden sich wünschen, dass beide Eltern dieselbe Berechtigung 

hätten, sie zu gleichen Teilen zu betreuen, kann überdies nicht alleine abgestellt werden. 

Zwar zeigt die Aussage deutlich, dass die beiden Söhne gerne Zeit mit dem Vater verbrin-

gen. Gleichzeitig ist ihnen aber bewusst und führen sie auch aus, dass das Verhältnis zwi-

schen den Eltern nicht gut sei und sie hoffen, dass das Verhältnis nach der Scheidung bes-

ser werde. Den Kindern ist der Konflikt zwischen den Eltern offensichtlich bewusst.  Bei der 

Anordnung einer alternierenden Obhut und den dadurch vermehrt zu besprechenden Kinder-

belangen ist zu erwarten, dass die Kinder dem unbestrittenermassen bestehenden Eltern-

konflikt häufiger ausgesetzt wären, als sie bis anhin schon waren. 

 

4.3 Vorliegend fehlt es somit für die alternierende Obhut einerseits am Betreuungsanteil des Klä-

gers; andererseits konnten und können die Eltern in Kinderbelangen regelmässig nicht zu-

sammenarbeiten mit der Folge, dass die Kinder im Szenario einer künftigen alternierenden 

Obhut dem gravierenden Elternkonflikt in einer Weise ausgesetzt würden, die ihren Interes-

sen offenkundig zuwiderläuft. Sowohl dem Anliegen der Aufrechterhaltung der bisherigen Be-

treuungszeiten als auch dem Wunsch der Kinder, den Vater weiterhin regelmässig zu sehen, 

kann vorliegend vielmehr mit einem erweiterten Besuchsrecht angemessen Rechnung getra-

gen werden (vgl. dazu nachstehend E. 6). Ebenso wird mit dem erweiterten Besuchsrecht die 

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soziale Einbettung und Weiterführung der bisherigen Betreuung gewahrt, ohne dass die Kin-

der dem grösseren Konfliktpotential ausgesetzt sind. Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung 

entspricht die Zuteilung der alleinigen Obhut an die Beklagte dem Kindeswohl daher am bes-

ten. Die Obhut über die Kinder F.________ und G.________ ist deshalb bei der Beklagten zu 

belassen. 

 

5. Entsprechend sind auch die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV-/IV-

Renten der Beklagten als überwiegend betreuendem Elternteil anzurechnen (vgl. Art. 52fbis 

Abs. 2 AHVV). 

 

6. In einem nächsten Schritt ist der persönliche Verkehr zwischen dem Kläger und den Kindern 

zu regeln. Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die Obhut nicht zusteht, und 

das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen Verkehr, wo-

bei den Anträgen der Parteien angemessen Rechnung zu tragen ist. Beim Besuchsrecht han-

delt es sich um ein gegenseitiges Pflichtrecht, wobei es in erster Linie dem Interesse des 

Kindes dient. Was als "angemessener" persönlicher Verkehr zu verstehen ist, lässt sich nur 

anhand der Umstände des Einzelfalls unter Berücksichtigung des Zwecks des Besuchsrechts 

bestimmen, wobei für die Beurteilung des angemessenen persönlichen Verkehrs grundsätz-

lich auf die momentanen Verhältnisse abgestellt wird und darauf, wie die Betreuung bisher – 

nach der Trennung – geregelt worden ist (Schwenzer/Cottier, a.a.O., Art. 273 ZGB N 10; 

BGE 123 III 445; Urteil des Bundesgerichts 5A_409/2008 vom 26. November 2008 E. 3.2). 

Massgebend für die Gewährung, den Umfang und die Ausgestaltung des Rechts auf persön-

lichen Verkehr ist stets das Kindeswohl (Urteil des Bundesgerichts 5C.178/2006 vom 16. No-

vember 2006 E. 4.1.1). 

 

Unter den Parteien ist nicht strittig, dass der Kläger die Kinder jedes zweite Wochenende von 

Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, betreut und die Kinder jeweils am Donnerstag 

von den Eltern des Klägers betreut werden. Der Kläger beantragt nun, das Besuchswochen-

ende bis Montagmorgen, 08.00 Uhr, zu verlängern und die Kinder in den Monaten Dezember 

bis März jedes Wochenende betreuen zu können. Die nahezu dogmatische Handhabung der 

Rückgabezeit am Sonntag um 18.00 Uhr würde dazu führen, dass die Kinder den Sonntag 

nur stundenweise geniessen könnten und auf das gemeinsame Abendessen mit der gesam-

ten Familie des Klägers verzichten müssten. Dabei werde ihm die qualitativ hochwertige ge-

meinsame Zeit mit den Kindern unnötigerweise beraubt (act. 30 S. 6; act. 77A). Die Beklagte 

beantragt hingegen ein Besuchsrecht an jedem zweiten Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr, 

bis Sonntag, 18.00 Uhr (act. 77B).  

 

6.1 Im vorliegenden Fall bestätigten beide Parteien, dass die Kinder gerne Zeit mit beiden Eltern-

teilen sowie auch mit den Grosseltern väterlicherseits verbringen. Dies erklärten auch 

F.________ und G.________ an der Anhörung. F.________ führte an der Kinderanhörung im 

Verfahren ES 2019 410 aus, dass G.________ im Sommer jedes zweite Wochenende beim 

Vater sei. Wegen seiner BMX-Rennen sei er selber im Sommer öfters bei der Mutter. Dafür 

gehe er im Winter fast jedes Wochenende zum Vater, wobei sie dann oft Skifahren gehen 

würden (act. 13 im Verfahren ES 2019 410). Die im Eheschutzverfahren festgelegte Betreu-

ungsregelung wurde dementsprechend bisher auch gelebt, ja sogar um einige Wochenenden 

erweitert, und hat im Grundsatz auch funktioniert. Demgemäss ist diese Regelung auch im 

Scheidungsfall im Grundsatz beizubehalten.  

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Eine Verpflichtung dahingehend, dass die beiden Kinder in den Wintermonaten jedes Wo-

chenende beim Kläger verbringen, erscheint angesichts des zunehmenden Alters von 

F.________ (15-jährig) und G.________ (bald 12-jährig) und dem gerade bei älterwerdenden 

Kindern wichtigen Freizeitverhalten (Freundeskreis, Hobbies, etc.) aber nicht angebracht. 

Dagegen erscheint eine Ausdehnung des Besuchsrechts bis Montagmorgen, 08.00 Uhr, als 

sinnvoll. So kann der Kläger die Kinder am Freitagabend abholen und sie am Montagmorgen 

wieder direkt in die Schule bringen. Eine solche Ausdehnung des Besuchsrechts sollte eine 

mögliche Konfrontation bei der Übergabe am Sonntagabend verhindern und ist sowohl mit 

dem Stabilitätskriterium wie auch der geografischen Entfernung zwischen den Wohnorten der 

Parteien (J.________ und K.________) vereinbar. Überdies kann so dem Wunsch der Kinder 

sowie des Klägers, möglichst viel Zeit miteinander zu verbringen, und dem gleichzeitigen Be-

dürfnis der Kinder nach einer möglichst einfachen und klaren Gestaltung des Besuchsrechts 

Rechnung getragen werden. Es ist zudem unbestritten, dass die Kinder bis anhin jeweils am 

Donnerstag von den Grosseltern väterlicherseits betreut wurden und die Kinder die Grossel-

tern gerne sehen und ein gutes Verhältnis zu ihnen haben. Diese gelebte Betreuungsrege-

lung ist auch weiterhin beizubehalten. Der Kläger bzw. seine Eltern wird daher berechtigt und 

verpflichtet, F.________ und G.________ jeden Donnerstagmittag sowie nach Schulschluss 

bis 20.00 Uhr (während der schulfreien Zeit den ganzen Donnerstag ab 08.00 Uhr bis 20.00 

Uhr) und jedes zweite Wochenende (ungerade Wochen) von Freitag, 18.00 Uhr, bis Montag, 

08.00 Uhr bzw. Schulbeginn, zu oder mit sich auf Besuch zu nehmen.  

 

6.2 Da die Kommunikation zwischen den Parteien schwierig ist und insbesondere die Betreu-

ungsaufteilung ein grosses Problem darstellt, sind im Folgenden auch die Betreuung an den 

Feiertagen sowie die Ferien zu regeln. Hinsichtlich dieser sind sich die Parteien grundsätz-

lich nur bezüglich der Dauer der Sommerferien uneinig. Der Kläger beantragt , die Kinder 

während den ersten drei Wochen der Sommerferien zu betreuen, wohingegen die Beklagte 

beantragt, dem Kläger sei ein Ferienrecht nur während der ersten zwei Sommerferienwochen 

zuzusprechen (act. 77A; act. 77B). 

 

Ferien mit dem nicht obhutsberechtigten Elternteil sind sowohl für den obhutsberechtigten 

Elternteil, wie auch das Kind wichtig. Der obhutsberechtigte Elternteil kann auf diese Weise 

selbst Ferien ohne Betreuungsaufgaben planen und das Kind hat die Möglichkeit, mehrere 

Tage in Folge mit dem sonst abwesenden Elternteil zu verbringen. Beim Besuchsrecht ist in 

erster Linie eine im Wohl des Kindes liegende Lösung zu treffen und es geht weniger um die 

Durchsetzung elterlicher Rechte, zumal die Regelung des Besuchsrechts nicht einen Aus-

gleich zwischen den Eltern bezweckt. Es stellt sich dennoch die Frage, ob bei strittigen Ver-

hältnissen ein Richtmass von zwei bis drei Schulferienwochen noch zeitgemäss ist. Denn ein 

auf zwei Wochen festgelegtes Ferienrecht entspricht nicht einmal einem Sechstel der gesam-

ten Schulferien des Kindes (Urteil des Bundesgerichts 5A_570/216 vom 1. März 2017 

E. 3.3.1). Vorliegend wurde von der Beklagten weder die Fähigkeit noch der Wille des Klä-

gers, sich während den Ferien um F.________ und G.________ zu kümmern, in Frage ge-

stellt. Ein fünfwöchiges Ferienrecht erscheint daher als zeitgemäss und angemessen. So 

wird sowohl dem Interesse des Klägers, möglichst viel gemeinsame Ferien mit seinen Söh-

nen zu verbringen, als auch dem gerade bei älterwerdenden Kindern wichtigen Freizeitver-

halten (Ferienlager, Freundeskreis, Hobbies, etc.) Rechnung getragen (Büchler/Clausen, 

a.a.O., S. 554). 

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Mithin wird, um beiden Elternteilen die Möglichkeit zu geben, die Kinder während den Feier-

tagen (Weihnachten/Neujahr; Ostern/Pfingsten; Auffahrt und Fronleichnam) und den Ferien 

zu betreuen, folgende Aufteilung festgelegt: 

 

- Der Kläger betreut die Kinder in der ersten Woche der Sport-/Fasnachtsferien, den ers-

ten drei Wochen der Sommerferien, sowie der ersten Woche der Herbstferien, jeweils 

von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr;  

- Der Kläger betreut die Kinder ferner über Weihnachten und Neujahr, jeweils vom 25. De-

zember, 12.00 Uhr, bis 1. Januar, 18.00 Uhr; 

- In den Jahren mit ungerader Jahreszahl betreut der Kläger und in Jahren mit gerader 

Jahreszahl die Beklagte die Kinder von Gründonnerstag, 18.00 Uhr, bis Ostermontag, 

18.00 Uhr. 

 

An den übrigen Feiertagen erfolgt die Betreuung gemäss der normalen wöchentlichen bzw. 

zweiwöchentlichen Betreuungsregelung.  

 

7. Sodann ist über die von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Luzern mit 

Entscheid vom 28. Oktober 2014 errichtete und mit Entscheid vom 15. November 2016 er-

weiterte Beistandschaft zu entscheiden (vgl. act. 15 im Verfahren ES 2019 410).  

 

7.1 Haben die Ehegatten unmündige Kinder, so trifft der Richter nach den Bestimmungen über 

die Wirkung des Kindesverhältnisses die nötigen Massnahmen. Erfordern es die Verhält-

nisse, so kann dem Kind ein Beistand ernannt werden, der die Eltern in ihrer Sorge um das 

Kind mit Rat und Tat unterstützt (Art. 308 Abs. 1 ZGB). Eine Beistandschaft zur Überwa-

chung des persönlichen Verkehrs ist immer dann – auch ohne ausdrücklichen Antrag – anzu-

ordnen, wenn eine erhebliche Gefahr besteht, dass sich bei der Ausübung dieses Rechts 

durch den nicht obhutsberechtigten Elternteil Schwierigkeiten ergeben. Anlass zur Anord-

nung dieser Massnahme besteht vor allem dann, wenn sich derartige Schwierigkeiten bereits 

im Laufe des Trennungsverfahrens der Eltern gezeigt haben (vgl. BGE 108 II 373). Jede Kin-

desschutzmassnahme setzt voraus, dass das Wohl des Kindes gefährdet ist. Weiter ist nach 

dem Prinzip der Subsidiarität notwendig, dass diese Gefahr nicht von den Eltern selbst abge-

wendet werden kann (Art. 307 Abs. 1 ZGB). Sodann verlangt der Grundsatz der Verhältnis-

mässigkeit, der das gesamte Kindesschutzrecht beherrscht, dass die verfügte Massnahme 

zur Abwendung der Kindeswohlgefährdung geeignet und erforderlich ist. Damit ist stets die 

mildeste Massnahme zu wählen. Eine Besuchsrechtsbeistandschaft ist dann anzuordnen, 

wenn die Eltern mit keiner anderen Möglichkeit zu einer Gestaltung des persönlichen Ver-

kehrs, welche dem Kindeswohl Rechnung trägt, angehalten werden können. Es muss mit ei-

ner gewissen Wahrscheinlichkeit erwartet werden können, dass ein Beistand durch Aufklä-

rung, organisatorische Unterstützung, Vermittlung, Beziehungsarbeit und Motivation die El-

tern zur einvernehmlichen Beziehungsgestaltung mit dem Kind gewinnen kann. 

 

7.2 Beide Parteien beantragen, dass die mit Entscheid vom 28. Oktober 2014 errichtete und mit 

Entscheid vom 15. November 2016 erweiterte Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 

Abs. 2 ZGB aufrechterhalten wird (act. 77A; act. 77B). Es ist denn auch unbestritten, dass es 

zwischen den Parteien in der Vergangenheit im Zusammenhang mit der Betreuungsregelung 

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immer wieder zu Konflikten gekommen ist und die Parteien häufig auch Drittpersonen bzw. 

das Gericht angerufen haben.  

 

7.3 Mit Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Luzern vom 28. Oktober 

2014 wurde für die Kinder F.________ und G.________ eine Beistandschaft im Sinne von 

Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet. Diese Kindesschutzmassnahme wurde mit Entscheid der 

KESB Luzern vom 15. November 2016 ausgeweitet und es wurde zusätzlich eine Erzie-

hungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 ZGB errichtet und dem Beistand insbesondere 

die Sicherstellung der Ausübung des Besuchs- und Ferienrechts, die Organisation und Über-

wachung des Besuchs- und Ferienrechts sowie die Unterstützung der Eltern bezüglich der 

schulischen und persönlichen Interessen von G.________ und F.________ und in diesem 

Zusammenhang die Überwachung der erzieherischen Verhältnisse in der Familie sowie die 

Organisation und Koordination allenfalls neu hinzukommender ambulanter und stationärer 

Betreuungsangebote übertragen (act. 15 im Verfahren ES 2019 410).  

 

7.4 Die errichtete Beistandschaft besteht folglich seit bald sieben Jahren. Die Parteien haben so-

dann weder behauptet, noch bestehen Anhaltspunkte dafür, dass sich die Verhältnisse in 

diesen Jahren dahingehend verändert hätten, dass ein Fortbestand der Beistandschaft nicht 

mehr notwendig wäre. Die nun mehrjährige Aufrechterhaltung der Beistandschaft sowie das 

bisherige Verhalten der Parteien, insbesondere die zwischen ihnen bestehenden Spannun-

gen und die anhaltenden Kommunikationsprobleme, zeigen klar, dass die Beistandschaft 

nach wie vor angezeigt ist. Es ist überdies zu befürchten, dass es auch in Zukunft zu Konflik-

ten zwischen den Parteien kommen wird und die Beistandschaft zum Wohle von F.________ 

und G.________ weiterhin erforderlich sein wird. Aufgrund der Ausführungen sowie des Ver-

haltens der Parteien in der Vergangenheit ist die für die Kinder mit Entscheid vom 28. Okto-

ber 2014 errichtete und mit Entscheid vom 15. November 2016 erweiterte Besuchsrechtsbei-

standschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB damit weiterzuführen. 

 

8. In einem nächsten Schritt ist über die finanziellen Nebenfolgen der Scheidung zu entschei-

den. Zuerst ist über die an die gemeinsamen Kinder F.________ und G.________ zu leisten-

den Kindesunterhaltsbeiträge und danach über den nachehelichen Unterhalt zu befinden.  

Dabei ist der Bedarf des ausserehelichen Sohnes des Klägers, H.________, in den nachfol-

genden Berechnungen auch mit zu berücksichtigen.  

 

8.1 Die Beklagte beantragt für F.________ bis zum 30. November 2021 einen monatlichen Bar-

unterhalt in der Höhe von mindestens CHF 1'331.00 und anschliessend bis zum Abschluss 

einer angemessenen Erstausbildung einen solchen von mindestens CHF 1'463.00. Bis zum 

30. November 2021 beantragt sie zusätzlich einen Betreuungsunterhalt von CHF 765.00 und 

ab 1. Dezember 2021 bis und mit 30. April 2022 einen in der Höhe von CHF 600.00. Für 

G.________ beantragt sie bis zum 30. November 2021 ebenfalls einen monatlichen Barun-

terhalt in der Höhe von CHF 1'331.00, ab 1. Dezember 2021 einen im Betrag von 

CHF 1'463.00 und ab 1. Dezember 2025 bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbil-

dung einen solchen von mindestens CHF 1'663.00. An den Betreuungsunterhalt von 

G.________ habe der Kläger ab Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit 30. Novem-

ber 2021 CHF 1'275.00, ab 1. Dezember 2021 bis und mit 30. April 2022 CHF 600.00 und ab 

1. Mai 2022 bis und mit 30. November 2025 CHF 1'200.00 zu bezahlen (act. 77B). 

 

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Betreffend den nachehelichen Unterhalt beantragt die Beklagte, der Kläger sei zu verpflich-

ten, ihr bis und mit 30. November 2021 CHF 756.00 pro Monat, eventualiter CHF 1'500.00, 

ab 1. Dezember 2021 bis 30. November 2025 monatlich CHF 1'120.00, eventualiter 

CHF 1'500.00, ab 1. Dezember 2025 bis zum Abschluss der Erstausbildung von Sohn 

G.________ CHF 920.00, eventualiter CHF 1'500.00, und nach Abschluss der Erstausbil-

dung von G.________ bis zur ordentlichen Pensionierung des Klägers den Betrag von mo-

natlich CHF 1'500.00, eventualiter CHF 1'800.00, zu bezahlen (act. 77B). 

 

8.2 Demgegenüber beantragt der Kläger, er sei zu verpflichten, für die beiden Kinder bis zum 

Abschluss einer ersten ordentlichen Ausbildung einen monatlichen Unterhaltsbeitrag in der 

Höhe von je CHF 705.45 zu bezahlen. Ein Betreuungsunterhalt und nachehelicher Unterhalt 

an die Beklagte seien nicht geschuldet (act. 77A). 

 

8.3 Der Kinderunterhalt wird gemäss Art. 276 ZGB durch Pflege, Erziehung und Geldzahlung ge-

leistet (Abs. 1). Die Eltern sorgen gemeinsam, ein jeder Elternteil nach seinen Kräften, für 

den gebührenden Unterhalt des Kindes und tragen insbesondere die Kosten von Betreuung, 

Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen (Abs. 2). Die Eltern sind von der Un-

terhaltspflicht in dem Mass befreit, als dem Kinde zugemutet werden kann, den Unterhalt aus 

seinem Arbeitserwerb oder andern Mitteln zu bestreiten (Abs. 3). Die Unterhaltspflicht der El-

tern dauert bis zur Mündigkeit des Kindes (Art. 277 Abs. 1 ZGB). Hat das Kind nach Eintritt 

der Mündigkeit noch keine angemessene Ausbildung, so haben die Eltern, soweit es ihnen 

nach den gesamten Umständen zugemutet werden darf, für seinen Unterhalt aufzukommen, 

bis eine entsprechende Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen werden kann (Art.  277 

Abs. 2 ZGB). Gemäss Art. 285 ZGB soll der Unterhaltsbeitrag den Bedürfnissen des Kindes 

sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen; dabei sind das Ver-

mögen und die Einkünfte des Kindes zu berücksichtigen (Abs. 1). Der Unterhaltsbeitrag dient 

auch der Gewährleistung der Betreuung des Kindes durch die Eltern oder Dritte (Abs. 2). Ge-

mäss den revidierten Art. 276 Abs. 2 und Art. 285 Abs. 2 ZGB sind also auch die Kosten der 

Betreuung des Kindes durch die Eltern Teil des von diesen zu tragenden Kindesunterhalts 

(dies nebst dem bereits bekannten Barunterhalt des Kindes). Der zur Deckung dieser Kosten 

dienende Teil des Unterhaltsbeitrags wird als Betreuungsunterhalt bezeichnet (vgl. Botschaft 

zu einer Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Kindesunterhalt] vom 29.  No-

vember 2013, BBl 2014 S. 529 ff., S. 551 f.). Ein Betreuungsunterhalt ist aber nur insoweit 

geschuldet, als der betreuende Elternteil seine Lebenshaltungskosten aufgrund der Kinder-

betreuung nicht decken kann (sog. Lebenshaltungskostenansatz; vgl. Urteil des Bundesge-

richts 5A_454/2017 vom 17. Mai 2018). Das Gericht trifft dabei im Rahmen der Untersu-

chungsmaxime die Pflicht, immer wenn der Unterhalt eines Kindes zu berechnen ist, die Le-

benshaltungskosten der persönlich betreuenden Person zu erforschen, sei diese nun Pro-

zesspartei oder eine am Prozess unbeteiligte Drittperson (Maier/Niederberger/Hampel, Die 

Berechnung von Unterhaltsbeiträgen bei Patchworkfamilien, in: AJP 2019 S. 879 ff, 898). Im 

Hinblick auf den Kindesunterhalt gilt sodann das Gleichbehandlungsgebot. Danach haben 

Kinder eines Elternteils – aus derselben oder aus verschiedenen Beziehungen – Anspruch 

auf Gleichachtung ihrer individuellen, an den jeweiligen wirtschaftlichen Rahmenbedingun-

gen zu bemessenden Verhältnissen, woraus die Notwendigkeit folgt, bei Kindesunterhaltsbe-

rechnungen und Kindern in verschiedenen Familien die finanziellen Verhältnisse sämtlicher 

Kinder, sämtlicher Elternteile sowie sämtlicher persönlich betreuender Personen festzustellen 

(Maier/Niederberger/Hampel, a.a.O., S. 899). 

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Nach der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist für die Berechnung des Unter-

haltsbeitrages von Kindern einheitlich die zweistufige Methode anzuwenden. Hierbei werden 

die finanziellen Ressourcen den Bedürfnissen der Beteiligten gegenübergestellt und sodann 

entsprechend einer bestimmten Reihenfolge verteilt. Besondere Situationen sind im Rahmen 

einer allfälligen Überschussverteilung zu berücksichtigen. Dies schliesst gemäss dem Bun-

desgericht jedoch nicht aus, dass in besonderen Situationen, namentlich bei aussergewöhn-

lich guten Verhältnissen, anders vorgegangen oder auch ganz von einer konkreten Rech-

nung abgesehen wird (Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 vom 11. November 2020 

E. 6.5). 

 

8.4 Ist einem Ehegatten nicht zuzumuten, für den ihm gebührenden Unterhalt, inklusive eines an-

gemessenen Vorsorgeunterhalts, selbst aufzukommen, so hat ihm der andere Ehegatte ge-

mäss Art. 125 Abs. 1 ZGB einen angemessenen nachehelichen Unterhalt zu leisten, soweit 

er hierzu in der Lage ist. Diese Bestimmung verdeutlicht zwei Grundsätze. Einerseits denjeni-

gen der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Ehegatten, wonach jeder Ehegatte im Rahmen 

des Möglichen nach der Scheidung für seine eigenen Lebenshaltungskosten aufzukommen 

hat (sog. "clean break"). Andererseits denjenigen der nachehelichen Solidarität, wonach die 

Ehegatten gemeinsam nicht nur die Konsequenzen der während der Ehe gelebten Aufgaben-

teilung zu tragen haben (Art. 163 Abs. 2 ZGB), sondern auch die Nachteile, welche bei einem 

der Ehegatten ehebedingt angefallen sind und ihn daran hindern, für den ihm gebührenden 

Unterhalt selbst aufzukommen. 

 

8.4.1 Zur Bestimmung des nachehelichen Unterhalts nach Art. 125 ZGB ist in einem ersten Schritt 

der gebührende Unterhalt zu bestimmen, wofür die massgebenden Lebensverhältnisse der 

Parteien festzustellen sind. Auf welche Lebensverhältnisse abzustellen ist, bestimmt sich da-

nach, ob die Ehe lebensprägend war oder nicht. Von einer Lebensprägung ist insbesondere 

dann auszugehen, wenn die Ehe lange, d.h. in der Regel mehr als zehn Jahre (der Zeitraum 

berechnet sich bis zum Trennungszeitpunkt, vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_478/2010 

vom 20. Dezember 2010 E. 4.1.2) gedauert hat oder wenn aus ihr Kinder hervorgegangen 

sind. Bei fehlender Prägung wird an den vorehelichen Verhältnissen angeknüpft, während 

sich der gebührende Unterhalt bei lebensprägender Ehe grundsätzlich an dem in der Ehe zu-

letzt gelebten Standard bemisst (zuzüglich scheidungsbedingter Mehrkosten), auf dessen 

Fortführung bei genügenden Mitteln beide Parteien Anspruch haben, der aber gleichzeitig 

auch die Obergrenze des gebührenden Unterhalts bildet (BGE 135 III 59 E. 4 und 4.1; 

132 III 593 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts 5A_43/2015 vom 13. Oktober 2015 E. 3.1). 

 

8.4.2 Nach der jüngsten bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist auch im Bereich des nacheheli-

chen Unterhaltes zukünftig schweizweit verbindlich nach der zweistufig konkreten Methode 

vorzugehen, soweit nicht ausnahmsweise eine Situation vorliegt, bei welcher dies schlicht 

keinen Sinn macht, wie dies insbesondere bei aussergewöhnlich günstigen finanziellen Ver-

hältnissen der Fall sein kann (Urteil des Bundesgerichts 5A_891/2018 vom 2. Februar 2021 

E. 4.5).  

 

8.4.3 Streitigkeiten im Bereich des nachehelichen Unterhalts werden sodann von der Verhand-

lungsmaxime beherrscht. Das Gericht darf sein Urteil mithin nur auf die von den Parteien im 

Prozess vorgebrachten Tatsachen stützen. Der Unterhaltsberechtigte trägt die Beweislast 

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dafür, dass er den eingeklagten Betrag zur Weiterführung des während der Ehe gelebten 

Standards benötigt. Dazu muss er jeden einzelnen Posten des Bedarfs substantiieren, bele-

gen und beziffern. Gewisse Pauschalierungen, beispielsweise beim Grundbetrag, sind je-

doch unausweichlich (Schwenzer/Büchler, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKomm 

Scheidung, a.a.O., Art. 125 ZGB N 107 f. mit Hinweisen). Der Richter ist in Bezug auf den 

nachehelichen Unterhaltsbeitrag nur an die formellen Parteianträge, d.h. an den insgesamt 

eingeklagten oder anerkannten Betrag (mithin an den im Rechtsbegehren eingeklagten Be-

trag), nicht aber an die einzelnen Einnahme- und Aufwandpositionen gebunden. Es kann so-

mit für eine Position mehr oder für eine andere weniger zugesprochen werden, als in der Be-

gründung verlangt oder anerkannt wird (Urteile des Bundesgerichts 5A_310/2010 vom 

19. November 2010 E. 6.4.2; 5P.481/2006 vom 19. Februar 2007 E. 4). 

 

8.5 Der Kläger behauptet, es liege keine lebensprägende Ehe vor. Die Parteien hätten am 

tt.mm.2006 geheiratet und würden seit dem tt.mm.2012 getrennt leben. Mittlerweile würden 

die Parteien schon so lange getrennt leben, wie sie zusammengelebt hätten. Dieser Umstand 

verbiete es, von einer lebensprägenden Ehe auszugehen. Die Lebensprägung ergebe sich 

aufgrund des Zusammenlebens und nicht aufgrund des formell-rechtlichen Bestandes der 

Ehe (act. 54 S. 10).  

 

8.5.1 Die am tt.mm.2006 geschlossene Ehe der Parteien hat bis zur Trennung am tt.mm.2012 

mehr als sechs Jahre gedauert. Zudem sind aus der Ehe zwei Söhne hervorgegangen. Es ist 

daher von einer lebensprägenden Ehe auszugehen (vgl. E. 8.4.1). Daran ändert auch die 

vom Kläger angeführte Tatsache, dass die Parteien seit Mitte mm.2012 getrennt leben wür-

den, nichts.  

 

8.5.2 Der gebührende Unterhalt entspricht der Lebenshaltung, welche die Eheleute während ihres 

Zusammenlebens erreicht und entsprechend ihrer Übereinkunft gepflegt und auf deren Wei-

terführung sie im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten auch nach der Scheidung ihrer 

Ehe jedenfalls dann Anspruch haben, wenn ihre Ehe lebensprägend war (BGE 137 III 102 

E. 4.2.1.1; 134 III 145 E. 4). Eine Korrektur hinsichtlich des für den nachehelichen Unterhalt 

grundsätzlich geltenden Massstabes des in der Ehe zuletzt gelebten Lebensstandards ist ge-

mäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im umgekehrten Sinn nur dort vorzunehmen, 

wo die Ehegatten sich schon lange vor der Scheidung getrennt haben. Im Sinne einer Aus-

nahme ist folglich lediglich bei sehr langem vorgängigem Getrenntleben, in der Regel min-

destens acht bis zehn Jahre, der Lebensstandard der anspruchsberechtigten Partei während 

der Trennungszeit massgebend (Gloor/Spycher, Basler Kommentar, a.a.O., Art.  125 ZGB 

N 3; Hausheer/Spycher, Handbuch des Unterhaltsrechts, 2. A. 2010, Rz 5.57; BGE 130 

III 537 E. 2.2; BGE 137 III 102). Vorliegend waren die Parteien im Zeitpunkt der Einreichung 

der Scheidungsklage am 24. Januar 2017 jedoch erst seit etwas mehr als vier Jahren ge-

trennt, womit nicht von einem sehr langen vorgängigen Getrenntleben die Rede sein kann.  

 

Entscheidend ist mithin der zuletzt in der Ehe gelebte Lebensstandard, wobei auf den Zeit-

punkt vor Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes abgestellt wird. Diesen Lebensstandard 

haben die Parteien übereinstimmend nach der zweistufigen Methode berechnet (act. 77A 

S. 16; act. 77B S. 6). Da keine aussergewöhnlich günstigen finanziellen Verhältnisse vorlie-

gen, sind die Unterhaltsbeiträge gestützt auf die jüngst ergangene bundesgerichtliche 

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Rechtsprechung nach der zweistufigen Methode der Existenzminimumsberechnung mit 

Überschussverteilung zu berechnen.  

 

8.5.3 Nach der zweistufigen Methode der Existenzminimumsberechnung mit Überschussverteilung 

ist in einem ersten Schritt der Bedarf der Parteien zu ermitteln. Ausgangspunkt der Bedarfs-

ermittlung bilden die Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und Konkursbeamten der 

Schweiz für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums, wobei in Abwei-

chung davon für jedes Kind ein Wohnkostenanteil einzusetzen ist und im Übrigen auch die 

Fremdbetreuungskosten zu berücksichtigen sind. Diese beiden Positionen sowie die in den 

Richtlinien genannten Zuschläge (Krankenkassenprämien, Schulkosten, besondere Gesund-

heitskosten) sind zum Grundbetrag hinzuzurechnen. Bei knappen Verhältnissen muss es für 

den Barunterhalt dabei sein Bewenden haben und auch ein allfälliger Betreuungsunterhalt ist 

auf der Basis des betreibungsrechtlichen Existenzminimums des betreuenden Elternteils zu 

bestimmen. Soweit es die finanziellen Mittel zulassen, ist jedoch der gebührende Unterhalt 

zwingend auf das sogenannte familienrechtliche Existenzminimum zu erweitern, auf welches 

diesfalls Anspruch besteht. Bei den Elternteilen gehören hierzu typischerweise die Steuern, 

ferner eine Kommunikations- und Versicherungspauschale, unumgängliche Weiterbildungs-

kosten, den finanziellen Verhältnissen entsprechende statt am betreibungsrechtlichen Exis-

tenzminimum orientierte Wohnkosten, Kosten zur Ausübung des Besuchsrechts und allen-

falls angemessene Schuldentilgung; bei gehobenen Verhältnissen können namentlich auch 

über die obligatorische Grundversicherung hinausgehende Krankenkassenprämien und al-

lenfalls private Vorsorgeaufwendungen von Selbständigerwerbenden im Bedarf berücksich-

tigt werden. Beim Barbedarf des Kindes gehören zum familienrechtlichen Existenzminimum 

namentlich die Ausscheidung eines Steueranteils, ein den konkreten finanziellen Verhältnis-

sen entsprechender Wohnkostenanteil und gegebenenfalls über die obligatorische Grundver-

sicherung hinausgehende Krankenkassenprämien (Urteil des Bundesgerichts 5A_311/2019 

vom 11. November 2020 E. 7.2). Würden darüber hinaus Positionen im tatsächlichen Umfang 

beim familienrechtlichen Existenzminimum eingerechnet, fände eine Vorabzuweisung von 

finanziellen Mitteln an eine Partei statt bzw. würden Ausgabenpositionen dem zu teilenden 

Überschuss entzogen. Dies würde im Ergebnis dazu führen, dass eine Partei mehr erhalten 

würde, als ihr zustünde. Um eine Gleichbehandlung der Ehegatten zu erreichen, sind daher 

alle übrigen Auslagen aus dem Überschuss zu finanzieren (BGE 140 III 337 E. 4.2.3; Urteil 

des Bundesgerichts 5A_267/2014 vom 15. September 2014 E. 5.2; Arndt, Die Sparquote, in: 

Fankhauser/Reusser/Schwander [Hrsg.], Brennpunkt Familienrecht, Festschrift für Thomas 

Geiser, 2017, S. 43 ff., S. 45 und S. 47; Tuor/Schnyder/Schmid/Jungo, Das Schweizerische 

Zivilgesetzbuch, 14. A. 2015, § 24 N 61). 

 

8.5.4 Der monatliche Bedarf der Parteien und der gemeinsamen Kinder sowie des ausserehelichen 

Sohnes H.________ beziffert sich wie folgt (in CHF):  

 

 Beklagte F.________ G.________ Kläger H.________ 

Grundbetrag CHF 1'350.00 CHF 600.00 CHF 600.00 CHF 850.00 CHF 400.00 

Wohnkosten CHF 934.00 CHF 300.00 CHF 300.00 CHF 859.50 CHF 859.00 

Krankenkassenprämien (KVG) CHF 337.25 CHF 85.25 CHF 85.25 CHF 266.05 CHF 69.65 

Drittbetreuungskosten     CHF 1'560.00 

Auswärtige Verpflegung    CHF 220.00  

Mobilitätskosten CHF 400.00   CHF 321.00  

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Existenzminimum CHF 3'021.25 CHF 985.25 CHF 985.25 CHF 2'516.55 CHF 2'888.65 

Krankenkassenprämien (VVG) CHF 39.20 CHF 17.40 CHF 17.40 CHF 246.20 CHF 54.20 

Kommunikationspauschale CHF 100.00   CHF 100.00  

Versicherungspauschale CHF 50.00   CHF 50.00  

Steuern CHF 530.00 CHF 125.00 CHF 125.00 CHF 125.00 CHF 35.00 

Erw. Existenzminimum CHF 3'740.45 CHF 1'127.65 CHF 1'127.65 CHF 3'037.75 CHF 2'977.85 

 

8.5.5 Zu den einzelnen Positionen ist Folgendes anzumerken:  

 

- Grundbetrag: Nach den Richtlinien des Obergerichts für die Berechnung des betrei-

bungsrechtlichen Existenzminimums vom 10. Dezember 2009 (nachfolgend "Richtlinien") 

beträgt der Grundbetrag für eine alleinstehende Person ohne Betreuungspflichten 

CHF 1'200.00 pro Monat. In diesem Betrag sind die Auslagen für Nahrung, Kleidung und 

Wäsche (einschliesslich deren Instandhaltung), Körper- und Gesundheitspflege, Unter-

halt der Wohnungseinrichtung, Privatversicherungen, Kulturelles sowie Auslagen für Be-

leuchtung, Kochstrom und/oder Gas etc. enthalten. Für eine Person mit Betreuungs-

pflichten wird hingegen mit einem Grundbetrag von monatlich CHF 1'350.00 gerechnet. 

Bei den Kindern sind für über 10-jährige Grundbeträge von CHF 600.00 pro Monat und 

für H.________ ein solcher von CHF 400.00 pro Monat zu berücksichtigen.  

 

Der Kläger stellt sich auf den Standpunkt, bei der Beklagten sei von einer kostensenken-

den Wohngemeinschaft auszugehen und ein Grundbetrag von CHF 850.00 zu berück-

sichtigen, da bei ihr ihr volljähriger und arbeitstätiger Sohn lebe. Dieser habe sich an den 

Lebenshaltungskosten zu beteiligen (act. 77A S. 11). Die Richtlinien des Obergerichts 

des Kantons Zug sehen jedoch keinen besonderen Grundbetrag für einen alleinstehen-

den Schuldner in Haushaltsgemeinschaft mit erwachsenen Personen vor. Eine Wohnge-

meinschaft mit einem volljährigen Kind ist nicht mit einem Konkubinat oder gar einer Ehe 

gleichzusetzen. Auch angesichts der finanziellen Verhältnisse der Parteien ist es vorlie-

gend nicht gerechtfertigt, den Grundbetrag der Beklagten zu reduzieren. Es ist für sie der 

Grundbetrag für eine Person mit Betreuungspflichten in der Höhe von CHF 1'350.00 ein-

zusetzen (vgl. Urteil des Obergerichts des Kantons Zug Z2 2020 40 vom 11. Februar 

2021 E. 6.3.3). 

 

Der Kläger wohnt hingegen unbestrittenermassen mit seiner Lebenspartnerin zusammen, 

weshalb ihm die Hälfte des Grundbetrages für ein Ehepaar, mithin CHF 850.00 anzu-

rechnen ist (act. 77A S. 12).  

 

- Wohnkosten: Die monatlichen Mietkosten der Beklagten belaufen sich unbestrittener-

massen auf CHF 2'300.00 pro Monat und sind belegt (act. 11/9; act. 42 S. 32; act. 77A 

S. 11). Der Kläger verlangt, dass für den volljährigen und bei der Beklagten lebenden 

Sohn ein Wohnkostenanteil von 2/6, mithin CHF 766.00 in Abzug zu bringen sei 

(act. 77A S. 11). Lebt ein Ehegatte mit einem volljährigen Kind zusammen, demgegen-

über er nicht mehr unterstützungspflichtig ist, sind die Wohnkosten im Bedarf des Ehe-

gatten auf die Hälfte zu reduzieren. Ist das bereits volljährige Kind noch in Ausbildung, 

sind die Wohnkosten nur in Relation zum erzielten oder zumutbaren Einkommen ange-

messen zu reduzieren (vgl. Six, Eheschutz, 2. A. 2014, N 2.101 f.; Urteil des Oberge-

richts des Kantons Zug Z2 2020 40 vom 11. Februar 2021 E. 6.4.3). Mangels anderer 

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Behauptungen der Beklagten ist davon auszugehen, dass gegenüber ihrem volljährigen 

Sohn keine Unterstützungspflichten mehr bestehen. Es ist ihm mithin zumutbar, sich – 

wie vom Kläger beantragt – mit rund 2/6, also CHF 766.00, im Monat an den Wohnkos-

ten der Beklagten zu beteiligen. Von den restlichen Wohnkosten im Betrag von 

CHF 1'534.00 ist der Wohnkostenanteil der beiden Söhne in Abzug zu bringen, der vor-

liegend mit CHF 300.00 pro Kind veranschlagt wird (ca. ein Drittel der Wohnkosten, 

vgl. Fountoulakis, a.a.O., Art. 285 ZGB N 9; Aebi-Müller/Schweighauser, Der Betreu-

ungsunterhalt, FamPra.ch 1/2017 S. 164, 172 f.). Folglich beträgt der im Bedarf der Be-

klagten zu berücksichtigende Wohnkostenanteil noch CHF 934.00. 

 

Der Kläger wohnt mit seiner Partnerin in K.________. Die Wohnkosten belaufen sich auf 

CHF 2'578.00 (act. 77A/4). Praxisgemäss ist ein Drittel der anfallenden Wohnkosten im 

Betrag von rund CHF 859.00 im Bedarf von H.________, dem ausserehelichen Sohn des 

Klägers, anzurechnen (Fountoulakis, a.a.O., Art. 285 ZGB N 9; Aebi-Müller/Schweighau-

ser, a.a.O., S. 164, 172 f.). Die Hälfte der restlichen Wohnkosten von CHF 1'719.00 

(= CHF 2’578.00 ./. CHF 859.00), mithin CHF 859.50, sind im Bedarf des Klägers zu be-

rücksichtigen.  

 

- KK-Prämien (KVG + VVG): Die Krankenversicherungsprämien sind ausgewiesen und be-

tragen für die Beklagte CHF 376.45 (CHF 337.25 KVG + CHF 39.20 VVG; act. 77B/74) 

und für F.________ und G.________ je CHF 102.65 (CHF 85.25 KVG + CHF 17.40; 

act. 77B/74). Diejenigen des Klägers belaufen sich auf CHF 512.25 pro Monat 

(CHF 266.05 KVG + CHF 246.20 VVG; act. 77A/5). Bei H.________ belaufen sich die 

Krankenkassenprämien auf CHF 123.85 pro Monat (CHF 69.65 KVG + CHF 54.20 VVG; 

act. 77A/6). Im Rahmen des familienrechtlichen Existenzminimums sind die Prämien 

nach VVG ebenfalls im Bedarf der Parteien zu berücksichtigen.  

 

Der Kläger behauptet sodann, es sei davon auszugehen, dass die Beklagte auch weiter-

hin eine Prämienverbilligung erhalten werde (act. 77 S. 3). An der Parteibefragung im Ap-

ril 2018 führte die Beklagte diesbezüglich aus, sie würde aufgrund ihres Einkommens nur 

für die beiden Söhne eine Prämienverbilligung erhalten (act. 47 Ziff. 84). Gemäss Richtli-

nien ist der Prämienaufwand für die Krankenversicherung unter Einschluss einer allfälli-

gen Prämienverbilligung zum Grundbetrag hinzuzuzählen (vgl. Beschluss und Urteil des 

Obergerichts Zürich vom 22. April 2015, LC140029 E. 3.2.3). Aufgrund des aktuellen 

massgeblichen steuerbaren Einkommens der Beklagten ist die zukünftige Gewährung 

einer Prämienverbilligung jedoch nicht oder – wenn überhaupt – nur in sehr geringem 

Umfang zu erwarten. Eine hypothetische Prämienverbilligung anzurechnen, geht deshalb 

an der Sache vorbei.  

 

- Auswärtige Verpflegung: Der Kläger arbeitet in einem 100 %-Pensum in L.________. Ge-

mäss den Richtlinien sind ihm dafür unbestrittenermassen monatliche Kosten von 

CHF 220.00 anzurechnen (vgl. Richtlinien, Ziff. 4.2). Die Beklagte macht in ihrem Bedarf 

keine Kosten für die auswärtige Verpflegung geltend. Sie führte an der Parteibefragung 

denn auch aus, während der Schulzeit bloss an Halbtagen als Spielgruppenleiterin zu 

arbeiten (act. 47 Ziff. 47). Der Beklagten sind daher keine Kosten für die auswärtige Ver-

pflegung im Bedarf anzurechnen.  

 

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- ÖV/Mobilität: Der Kläger macht Kosten für ein Generalabonnement von CHF 345.00 pro 

Monat geltend (act. 77A S. 14). Die Beklagte geht beim Kläger allerdings von Mobilitäts-

kosten in der Höhe von CHF 280.00 pro Monat aus (act. 42 S. 48). Die Kosten der Fahrt 

zum Arbeitsplatz als Teil der unumgänglichen Berufskosten sind als Zuschlag zum mo-

natlichen Grundbetrag zu berücksichtigen. Abzustellen ist grundsätzlich auf die effektiven 

Auslagen für die Benützung des öffentlichen Verkehrs. Die Kosten für ein Generalabon-

nement in der 2. Klasse belaufen sich auf CHF 3'860.00 pro Jahr und mithin CHF 321.00 

pro Monat. Dem Kläger ist daher der Ersatz für ein Abonnement des öffentlichen Ver-

kehrs in der Höhe von lediglich CHF 321.00 pro Monat in seinem Bedarf anzurechnen 

(https://www.sbb.ch/de/geschaeftskunden/angebot/abonnemente/das-generalabonne-

ment.html).  

 

Die Beklagte macht Mobilitätskosten von CHF 400.00 pro Monat geltend (act. 42 S. 39). 

Sie behauptet, auf ein eigenes Fahrzeug angewiesen zu sein. Sie brauche es, um an die 

verschiedenen Kursorte zu gelangen. Sie unterrichte in M.________, N.________, 

K.________, J.________ und O.________. Dank dem Auto könne sie die Betreuung der 

Kinder abdecken. Vor allem benötige sie aber ein Auto, damit F.________ sein Hobby 

(BMX) ausüben und sie G.________ für den Klavierunterricht in die Stadt bringen könne 

(act. 34 S. 23; act. 47 Ziff. 79 ff.). Der Kompetenzcharakter des Fahrzeugs der Beklagten 

wird vom Kläger bestritten. Die Beklagte benötige kein Auto, da die Unterrichtsorte in 

M.________, N.________, K.________ und J.________ sowie O.________ leicht mit 

den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen seien. Das Fahrzeug sei auch nicht not-

wendig, damit F.________ sein BMX-Hobby ausüben könne (act. 38 S. 35). An der Par-

teibefragung führte die Beklagte diesbezüglich jedoch aus, die Rennen würden in 

P.________, der Zen