# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88364c2d-ddb8-5b1e-ad12-2eafa8547aa7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 11.01.2021 20-3409
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_20-3409_2021-01-11.pdf

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© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/23

Publikationsplattform

Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden

Fall-Nr.: 20-3409

Stelle: Generalsekretariat Bau- und Umweltdepartement

Instanz: Bau- und Umweltdepartement

Publikationsdatum: 25.01.2021

Entscheiddatum: 11.01.2021

BDE 2021 Nr. 2
Art. 67 Bst. a und Art. 85 Abs. 1 PBG. Schreibt ein Sondernutzungsplan 
ausdrücklich vor, dass in einem Baubereich nur Schrägdächer zulässig sind, 
ist es nicht möglich, Bauten mit einem Flachdach zu erstellen und lediglich 
das Attikageschoss mit einem Schrägdach zu versehen (Erw. 5.2). Es 
entspricht zudem der bisherigen Rechtsprechung, dass eine Kombination 
aus Attikageschoss und Schrägdach ohnehin unzulässig ist, wenn aus den 
kommunalen Bauvorschriften nicht ausdrücklich hervorgeht, dass eine 
solche Kombination zulässig sein soll (Erw. 5.3.4). Lassen kommunalen 
Bauvorschriften zu, dass die Lage des Attikageschosses über dem obersten 
Vollgeschoss verschoben werden kann, sofern nachbarliche Interessen nicht 
erheblich beeinträchtigt werden, wird das Mass dieser Verschiebung stets 
durch die Fläche des obersten Vollgeschosses, welche durch die 
Gebäudefassaden (ohne Vorbauten) gebildet wird, begrenzt. Ein 
Attikageschoss darf nicht über die Gebäudefassade des darunterliegenden 
Vollgeschosses hinausragen, solange sich aus den kommunalen 
Bauvorschriften nicht das Gegenteil ergibt (Erw. 5.4.1).

BDE 2021 Nr. 2 finden Sie im angehängten PDF-Dokument

Kanton St.Gallen 

Baudepartement 

 

 
 

  

 

 

 

 

 

20-3409 

 

Entscheid Nr. 2/2021 vom 11. Januar 2021 

Rekurrenten 

  

 A.___ 

B.___ 

alle vertreten durch lic.iur.HSG Christian Bütikofer, Rechtsanwalt, 

Nelkenstrasse 2, 9201 Gossau 

 

   

gegen 

 

 

Vorinstanz  Gemeinderat Z.___ (Entscheid vom 21. April 2020) 

 

 

Rekursgegnerin 

 

 C.___ 

 

 

Betreff  Baubewilligung (Abbruch bestehender Bauten/Neubau 

Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage), Sichtzone 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 2/22 

 

Sachverhalt 

A.  

a) Die C.___, Y.___, ist Eigentümerin von Grundstück Nr. 001, 

Grundbuch Z.___, an der M.___strasse in Z.___. Das Grundstück liegt 

gemäss geltendem Zonenplan der Gemeinde Z.___ vom 1. Oktober 

2003 in der Wohnzone für zweigeschossige Bauten (W2a). Es ist über 

die M.___strasse, eine Gemeindestrasse erster Klasse, erschlossen 

und mit einem Einfamilienhaus (Vers.-Nr. 002) und einer freistehen-

den Nebenbaute (Vers.-Nr. 003) überbaut.  

 

b) Durch den westlichen Teil des Baugrundstücks Nr. 001 fliesst 

ein eingedolter Bach. Das Grundstück ist nach der Gefahrenkarte des 

Kantons St.Gallen mit der "Gefahr Wasser" mit geringer (gelb) und 

mittlerer (blau) Gefährdung bzw. Restgefahr (gelb schraffiert) überla-

gert. 

 

c) Das Grundstück Nr. 001 liegt innerhalb des Perimeters des 

Überbauungsplans "X.___" (im Folgenden Überbauungsplan) mit be-

sonderen Vorschriften (besV) vom 6. Oktober 1993.  

 

B.  

a) Mit Baugesuch vom 23. April 2019 beantragte die C.___ beim 

Gemeinderat Z.___ die Baubewilligung für den Abbruch der bestehen-

den Bauten und die Erstellung eines Mehrfamilienhauses mit Tiefga-

rage.  

 

b) Innert der Auflagefrist vom 20. Mai bis 3. Juni 2019 erhoben 

B.___ sowie A.___, alle Z.___, zwei separate Einsprachen gegen das 

Bauvorhaben. Sie rügten, der Baukörper sei überdimensioniert, passe 

nicht in das Quartier und beeinträchtige das Landschaftsbild. Sodann 

seien die strassenmässige Erschliessung über die einspurige, zu 

schmale M.___strasse ungenügend und die Baustellenerschliessung 

ungeklärt. Die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage sei gefährlich und es 

würden nicht genügend Besucherparkplätze vorliegen. Auch der 

Gewässerabstand zum unterirdisch verlaufenden Bach werde nicht 

eingehalten. Nebst der ungenügenden Instrastruktur des Quartiers 

(Wasser, Abwasser, Elektrizität) sowie der Gefahr von 

Hangrutschungen und Erschütterungen durch die Bauarbeiten wurden 

im Übrigen übermässiger Schattenwurf und unzumutbare 

Lärmimmissionen für die Nachbarliegenschaften geltend gemacht. 

 

c) Am 27. September 2019 wurde ein Augenschein vor Ort 

durchgeführt. 

 

d) Vom 7. bis 20. Dezember 2019 wurden die von der 

Baugesuchstellerin nachgereichten Korrekturpläne sowie ergänzende 

Unterlagen öffentlich aufgelegt. Innert der Einsprachefrist erhoben 

A.___, nunmehr vertreten durch lic.iur.HSG Christian Bütikofer, 

Rechtsanwalt, Gossau, sowie B.___ wiederum öffentlich-rechtliche 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 3/22 

 

und privatrechtliche Einsprache gegen das Korrekturgesuch. Die 

Einsprecher beantragten die Abweisung des Korrekturgesuchs und 

brachten inhaltlich dieselben Argumente vor, welche bereits gegen 

das ursprüngliche Baugesuch vorgebracht worden waren. Der 

Vertreter von A.___ beantragte zudem die Durchführung eines 

erneuten Augenscheins. 

 

e) Mit Beschluss vom 21. April 2020 erteilte der Gemeinderat Z.___ 

die Baubewilligung unter Bedingungen und Auflagen und wies die Ein-

sprachen von B.___ sowie A.___ ab. Zur Begründung wurde geltend 

gemacht, das Bauvorhaben halte die Regelbauvorschriften wie auch 

die besV des Überbauungsplans ein. Eine Verletzung des Verunstal-

tungsverbots liege nicht vor. Das Bauvorhaben sei weder überdimen-

sioniert noch beeinträchtige es das Orts- bzw. Landschaftsbild. Auch 

sei das Baugrundstück über die M.___strasse hinreichend erschlos-

sen. Die Strassenbreite (ohne Gehweg) genüge für den Begegnungs-

fall Personenwagen/Fahrrad. Für den Begegnungsfall Personenwa-

gen/Personenwagen könne der nur durch eine Begrenzungslinie von 

der Fahrbahn abgegrenzte Gehweg mitbeansprucht werden. Die vor-

handene Strassenbreite sei auch für die Zufahrt von Baustellenfahr-

zeugen genügend. Durch den koordinierten Erlass einer Sichtzonen-

verfügung seien nun auch die erforderlichen Sichtweiten bei der ge-

planten Tiefgaragenausfahrt gesichert. Da der definitive Gewässer-

raum für den Bach im Bereich des Baugrundstücks noch nicht festge-

legt worden sei, gelte der übergangsrechtliche Gewässerabstand, wel-

cher vorliegend 8,4 m betrage und vom Bauvorhaben eingehalten 

werde. Den Befürchtungen bezüglich Hangrutschungen und Erschüt-

terungen durch Bauarbeiten begegnete der Gemeinderat mit einer 

Auflage in der Baubewilligung, wonach bei der Projekt-ausführung 

Massnahmen zur Vermeidung von Schäden an Bauwerken und Anla-

gen in der Nachbarschaft zu treffen seien. Da das Bauvorhaben so-

dann die anwendbaren öffentlich-rechtlichen Bauvorschriften einhalte, 

verursache es auch keine übermässigen Immissionen, weshalb auch 

die privatrechtliche Immissionseinsprache nach Art. 684 des Schwei-

zerischen Zivilgesetzbuchs (SR 210; abgekürzt ZGB) unbegründet 

sei.  

 

f) Ebenfalls mit Beschluss vom 21. April 2020 verfügte der 

Gemeinderat Z.___ eine Sichtzone auf den Grundstücken Nrn. 004, 

005, 001 und 006.  

 

C.  

Gegen diese beiden Beschlüsse erhoben A.___ sowie B.___, 

gemeinsam und nun alle vertreten durch lic.iur.HSG Christian 

Bütikofer, Rechtsanwalt, Gossau, mit Schreiben vom 7. Mai 2020 Re-

kurs beim Baudepartement. Es werden folgende Anträge gestellt: 

 
1. Die Rekurse beider Rekurrenten gegen beide Verfü-

gungen seien in einem einzigen Rekursverfahren zu 
führen, weil die beiden angefochtenen Entscheide eng 
zusammenhängen. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 4/22 

 

2. Beide Entscheide seien aufzuheben, dem Baugesuch 
BG 19-036 sei die Bewilligung zu verweigern, und auf 
den Erlass einer Sichtzone sei mangels Bewilligungs-
fähigkeit des Projekts, auf das die Sichtzone sich be-
zieht und wegendessen sie überhaupt erst notwendig 
wird, zu verzichten. 

3. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge.  

 

Zur Begründung wird u.a. geltend gemacht, die Strassen im Quartier 

seien viel zu eng, um ein solch grosses Bauvorhaben erschliessen zu 

können. Das Bauprojekt passe sodann in keiner Art und Weise ins 

Quartier, orientiere sich nicht an den bestehenden Überbauungen und 

schaffe damit einen gefährlichen Präzedenzfall für künftige Bauvorha-

ben.  

 

D.  

a) Mit Schreiben vom 2. Juli 2020 verzichtet die Rekursgegnerin 

auf eine Vernehmlassung. 

 

b) Mit Vernehmlassung vom 3. Juli 2020 beantragt die Vorinstanz, 

den Rekurs abzuweisen. Zur Begründung wird auf die angefochtenen 

Entscheide verwiesen. 

 

c) Mit Amtsbericht vom 15. Juli 2020 führt das kantonale Tiefbau-

amt (TBA) aus, die Breite der M.___strasse decke den massgeblichen 

Grundbegegnungsfall Personenwagen/Personenwagen bei stark re-

duzierter Geschwindigkeit nicht ab. Die potenziellen Ausweichstellen 

würden zu weit auseinanderliegen und seien schlecht erkennbar. Die 

Wahrscheinlichkeit, dass das Trottoir von Motorfahrzeugen mitgenutzt 

werden müsse, sei hoch und nach Ansicht des TBA aus Verkehrssi-

cherheitsgründen kritisch zu werten.  

 

d) Mit Amtsbericht vom 11. September 2020 führt das Amt für 

Umwelt (AFU) – nach Rücksprache mit den Abteilungen Wasserbau 

und Naturgefahren des Amtes für Wasser und Energie (AWE) – aus, 

in der Nutzungsplanung der Gemeinde Z.___ sei der Gewässerraum 

noch nicht festgelegt worden, weshalb Abs. 2 Bst. a der Übergangs-

bestimmungen zur Änderung der eidgenössischen Gewässerschutz-

verordnung vom 4. Mai 2011 (SR 814.201; abgekürzt GSchV) zum 

Tragen komme. Das zu beurteilende Gewässer weise im eingedolten 

Zustand eine Breite von 40 cm auf (Rohrdurchmesser), womit sich 

nach den Übergangsbestimmungen ein Abstand von 8,4 m ergebe. 

Gemäss den Plänen halte die geplante Baute diesen Abstand ein. 

Inwiefern das derzeit eingedolte Gewässer durch die geplante Baute 

beeinträchtigt werden sollte, sei nicht ersichtlich. Ein Handlungsbe-

darf für eine Ausdolung gestützt auf Art. 38 des eidgenössischen Ge-

wässerschutzgesetzes (SR 814.20; abgekürzt GSchG) bestehe der-

zeit nicht. Zu den Naturgefahren habe die Abteilung Naturgefahren 

des AWE in ihrem Mitbericht vom 11. September 2020 festgestellt, 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 5/22 

 

dass die Gefährdung durch Hochwasser erkannt und dementspre-

chend ein Objektschutznachweis ausgearbeitet und zusammen mit 

dem Baugesuch eingereicht worden sei. Die im Objektschutznachweis 

abgehandelten Massnahmen seien wirksam und plausibel. Die Ge-

meinde habe die Verpflichtung zur Realisierung der Objektschutz-

massnahmen mit einer Auflage in der Baubewilligung verfügt. Eine 

Gefährdung durch Rutschung bestehe für den zu beurteilenden Hang 

gemäss Gefahrenkarte und Ereigniskataster des Kantons St.Gallen 

nicht. Während der Bauphase sei bei Berücksichtigung der Erkennt-

nisse des geotechnischen Berichts und der Auflagen in der Baubewil-

ligung vom 21. April 2020 ebenfalls nicht mit Rutschungen zu rechnen. 

 

e) Mit Schreiben vom 30. September 2020 nimmt die Vorinstanz 

Stellung zur Vernehmlassung des TBA. Sie führt aus, die 

M.___strasse sei vor wenigen Jahren im Rahmen eines Strassenbau-

projekts verkehrsberuhigt ausgestaltet worden. Sie weise heute neben 

einer Mischfläche von 1,6 m für Fussgänger und Fahrzeuge eine Rest-

Fahrbahnbreite von 3,8 m auf. Die Mischfläche sei von der Fahrbahn 

durch überfahrbare Randsteine und vereinzelte Gummipfosten abge-

trennt, damit Fahrzeuge für den Begegnungsfall Personenwagen/Per-

sonenwagen auf die Mischfläche ausweichen könnten.  

 

E.  

a) Das Baudepartement führte am 5. November 2020 in Anwesen-

heit der Verfahrensbeteiligten einen Augenschein durch. 

 

b) Mit Eingabe vom 9. November 2020 lässt sich das TBA zum Au-

genscheinprotokoll vernehmen. Am 20. November 2020 reichen auch 

der Vertreter der Rekurrenten und am 30. November 2020 die Rekurs-

gegnerin je eine Stellungnahme zum Augenscheinprotokoll ein. 

 

c) Der Vertreter der Rekurrenten nimmt mit Eingabe vom 21. De-

zember 2020 Stellung zu den vorgenannten Stellungnahmen.  

Erwägungen 

1.  

1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus 

Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1; 

abgekürzt VRP).  

 

1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 

VRP sind – unter nachfolgender Einschränkung – erfüllt.  

 

1.2.1 Art. 48 Abs.1 VRP bestimmt, dass der Rekurs einen Antrag so-

wie eine Darstellung des Sachverhalts und eine Begründung enthalten 

muss. Weiter ist der Rekurs zu unterzeichnen. Fehlt eine dieser for-

mellen Gültigkeitsvoraussetzungen, ist dem Rekurrenten eine Frist zur 

Ergänzung des Rekurses anzusetzen. Zugleich ist ihm anzudrohen, 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 6/22 

 

dass nach unbenütztem Ablauf dieser Frist auf den Rekurs nicht ein-

getreten werde (Art. 48 Abs. 3 VRP). 

 

1.2.2 Nach Art. 48 Abs. 1 VRP trifft die Rekurrenten also eine Begrün-

dungspflicht. An die Qualität und die Ausgestaltung der Rekursbegrün-

dung dürfen zwar keine grossen Anforderungen gestellt werden. Nach 

der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtes ist von einer Rekurs-

begründung aber zu erwarten, dass sie sich mit dem angefochtenen 

Entscheid auseinandersetzt. Eine Begründung ist deshalb nur dann 

als ausreichend zu werten, wenn Argumente vorgebracht werden, 

nach denen ein Entscheid oder eine Verfügung auf einer fehlerhaften 

Sachverhaltsfeststellung oder Rechtsanwendung beruht. Wenn sich 

die Vorbringen demgegenüber nicht auf den angefochtenen Entscheid 

bzw. dessen Motive beziehen, genügt die Begründung den Anforde-

rungen nicht (CAVELTI/VÖGELI, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton 

St.Gallen – dargestellt an den Verfahren vor Verwaltungsgericht, 

St.Gallen 2003, N 921 f.). Entsprechend hat sich ein Rekurs zumindest 

in den Grundzügen zu den tatsächlichen und rechtlichen Mängeln des 

angefochtenen Entscheids zu äussern (GVP 2011 Nr. 110). 

 

1.2.3 Die Rekurrenten beantragen die vollumfängliche Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids. Sie führen jedoch nicht aus, in-

wiefern der privatrechtliche Einspracheentscheid der Vorinstanz nach 

Art. 684 ZGB fehlerhaft sein soll. Folglich ist auf den Rekurs in diesem 

Punkt mangels Begründung nicht einzutreten.  

 

1.3 Nachdem die Rekursberechtigung gegeben ist (Art. 45 VRP) ist, 

ist im Übrigen auf den Rekurs einzutreten. 

 

2.  

Am 1. Oktober 2017 ist das Planungs- und Baugesetz (sGS 731.1; 

abgekürzt PBG) in Kraft getreten und das Baugesetz vom 6. Juni 1972 

(nGS 8, 134; abgekürzt BauG) aufgehoben worden (Art. 172 Bst. a 

PBG). Der erstinstanzliche Einsprache- und Baubewilligungsent-

scheid erging am 21. April 2020. Mithin sind vorliegend grundsätzlich 

die Bestimmungen des PBG anwendbar, sofern sie gemäss Anhang 

zum Kreisschreiben „Übergangsrechtliche Bestimmungen im PBG“ 

vom 8. März 2017 (Baudepartement SG, Juristische Mitteilungen 

2017/I/1) als unmittelbar anwendbar erklärt werden. Im Übrigen gelan-

gen weiterhin das Baugesetz und das entsprechende Baureglement 

zur Anwendung.  

 

3.  

Die Rekurrenten machen eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtli-

ches Gehör geltend. Die Vorinstanz habe sich mit dem Einwand der 

Bachbeeinträchtigung und der Nichteinhaltung des Bachabstands 

nicht auseinandergesetzt. Auch die Einwände betreffend Erschlies-

sung habe die Vorinstanz nicht ernst genommen. Den Befürchtungen 

der Rekurrenten betreffend den zu erwartenden Erschütterungen und 

den Veränderungen des Wasserabflusses am Hang habe die  

Vorinstanz ebenfalls keine Beachtung geschenkt. Sodann habe die 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 7/22 

 

Vorinstanz den Rekurrenten im Einspracheverfahren den beantragten 

zusätzlichen Augenschein verwehrt, obwohl sie selbst zwecks Erlass 

der Sichtzone die Situation vor Ort nochmals geprüft habe. 

 

3.1 Der Umfang der Begründungspflicht bemisst sich primär nach 

dem kantonalen Recht, subsidiär nach dem in Art. 29 Abs. 2 der Bun-

desverfassung (SR 101) enthaltenen Anspruch auf rechtliches Gehör 

und den daraus fliessenden Mindestgarantien. Nach Art. 24 Abs. 1 

Bst. a VRP soll eine Verfügung die Tatsachen, die Vorschriften und die 

Gründe enthalten, auf die sie sich stützt. Der verfassungsrechtliche 

Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt, dass eine Behörde die Vor-

bringen der vom Entscheid Betroffenen tatsächlich hört, sorgfältig und 

ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt 

die grundsätzliche Pflicht, einen Entscheid zu begründen. Die Begrün-

dung muss so abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid 

sachgerecht anfechten kann (BGE 125 II 149 Erw. 2a; 123 I 34 

Erw. 2c). Diesen Anforderungen genügt nach der Praxis des Bundes-

gerichtes auch ein Verweis auf Erwägungen in einem vorinstanzlichen 

Urteil (BGE 123 I 34 Erw. 2c mit Hinweisen). Die entscheidende Be-

hörde ist auch nicht gehalten, sich über alle Vorbringen auszuspre-

chen, die in der Einsprache geäussert werden. Vielmehr kann sie sich 

auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. 

Insbesondere ist die Behörde nicht verpflichtet, sich mit allen Stand-

punkten der am Verfahren Beteiligten einlässlich auseinanderzuset-

zen. Es genügt, die Vorbringen des Rechtssuchenden durch die Dar-

legung der eigenen, gegenteiligen Ansicht zu widerlegen, sofern jener 

auf diese Weise genügend Aufschluss darüber erhält, ob und, wenn 

ja, mit welchem Ergebnis sein Vorbringen geprüft worden ist (BDE 

Nr. 63/2008 vom 29. September 2008 Erw. 3 mit Hinweisen; 

Nr. 66/2019 vom 10. Oktober 2019 Erw. 2). 

 

3.2 Aus Erw. 2 des angefochtenen Einspracheentscheids ergibt 

sich, dass die Vorinstanz die bestehende strassenmässige Erschlies-

sung für ausreichend erachtete. Sie erwog, dass die Strassenbreite 

(ohne Gehweg) von 3,8 m für den Begegnungsfall Personenwa-

gen/Fahrrad ohne Inanspruchnahme des Gehwegs ausreiche. Für den 

Begegnungsfall Personenwagen/Personenwagen könne zusätzlich 

der nur durch eine Begrenzungslinie von der Fahrbahn abgegrenzte 

Gehweg mitbeansprucht werden, womit die Gesamtbreite der Strasse 

5,4 m betrage. Die in regelmässigen Abständen angebrachten Poller 

würden die Fussgänger sodann vom Durchfahren der Motorfahrzeug-

lenker auf der Mischverkehrsfläche schützen und die Fahrzeuglenker 

bei Kreuzungsmanövern zum Abbremsen oder sogar zum Anhalten 

zwingen. Mit dieser Begründung hat sich die Vorinstanz sehr wohl mit 

dem Einwand der Einsprecher, die strassenmässige Erschliessung 

über die einspurige, zu schmale M.___strasse sei nicht hinreichend 

und die Fussgänger würden durch das Ausweichen von Fahrzeugen 

auf den Gehweg gefährdet, beschäftigt. In Erw. 5 befasste sich die  

Vorinstanz sodann mit dem Gewässerabstand. Sie erwog, der defini-

tive Gewässerraum sei noch nicht ausgeschieden worden, weshalb 

nach Abs. 2 der Übergangsbestimmungen ein übergangsrechtlicher 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 8/22 

 

Gewässerabstand von 8 m plus der Breite der bestehenden Gerinne-

sohle gelte. Das geplante Bauvorhaben halte diesen übergangsrecht-

lichen Gewässerabstand von vorliegend 8,4 m (8 m zuzüglich Gerin-

nequerschnitt von 0,4 m) ein. Auch eine allfällige spätere Offenlegung 

des Bachs im Bereich des Baugrundstücks könne aufgrund des gros-

sen übergangsrechtlichen Gewässerabstands problemlos erfolgen. 

Damit hat sich die Vorinstanz auch zum Einwand der Einsprecher, der 

Abstand zum unterirdisch verlaufenden Bach werde nicht eingehalten, 

geäussert. Den Bedenken betreffend Hangrutschungen und Erschüt-

terungen durch Bauarbeiten begegnete die Vorinstanz in Erw. 7 so-

dann mit einer entsprechenden Auflage in der Baubewilligung, wonach 

bei der Projektausführung Massnahmen zur Vermeidung von Schäden 

an Bauwerken und Anlagen in der Nachbarschaft zu treffen seien. Da-

bei seien insbesondere die Vorgaben der Norm SN 640 312 (Erschüt-

terungen/Erschütterungseinwirkung auf Bauwerke) der Vereinigung 

Schweizerischer Strassenfachleute (VSS) einzuhalten. Für die Verfü-

gung weitergehender Massnahmen sah die Vorinstanz aufgrund des 

geotechnischen Berichts hingegen keine Anhaltspunkte. Die Rüge, die 

Vorinstanz habe in der angefochtenen Verfügung die Begründungs-

pflicht verletzt, ist damit unzutreffend und der Rekurs in diesem Punkt 

unbegründet. 

 

3.3 Zum Einwand, es sei von der Vorinstanz zu Unrecht kein zweiter 

Augenschein in Anwesenheit der Einsprecher durchgeführt worden, 

sei erwähnt, dass im Verwaltungsverfahren zwar grundsätzlich die Un-

tersuchungsmaxime gilt. Die Verwaltungsbehörden haben somit den 

rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen richtig und vollstän-

dig zu ermitteln und die Beweise zu erheben (CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., 

N 589 mit Hinweisen). Nach Art. 12 VRP ermittelt die Behörde oder 

das von ihr beauftragte Verwaltungsorgan den Sachverhalt und erhebt 

die Beweise von Amtes wegen. Der Entscheid über die Durchführung 

eines Augenscheins liegt dabei im pflichtgemässen Ermessen der ur-

teilenden Instanz. Ergibt sich eine Tatsache zweifelsfrei aus den Ak-

ten, so braucht sie nicht durch einen Augenschein überprüft zu werden 

(CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., N 966). Der Vorinstanz sind die örtlichen Ver-

hältnisse aufgrund ihrer eigenen Ortskunde bestens bekannt. Es kann 

ihr deshalb nicht der Vorwurf gemacht werden, sie hätte zu Unrecht 

auf einen erneuten Augenschein verzichtet, zumal bereits ein Augen-

schein in Anwesenheit aller Beteiligten durchgeführt worden war. Zwar 

trifft es zu, dass die Vorinstanz danach noch einen weiteren Augen-

schein durchgeführt hatte. Dieser diente nach den Vorakten indessen 

lediglich dazu zu prüfen, ob und wie der Erlass von Sichtzonen vor Ort 

erfolgen könnte. Weil die Rekurrenten von diesen Sichtzonen, die le-

diglich die unmittelbaren Nachbargrundstücke an der M.___strasse 

beschlagen, nicht selbst betroffen sind, ist der Vorinstanz kein Vorwurf 

zu machen, sie nicht dazu eingeladen zu haben. Der Rekurs ist damit 

auch in diesem Punkt unbegründet. 

 

4.  

In materieller Hinsicht rügen die Rekurrenten, die Entwässerungssitu-

ation an dem zu überbauenden Hang sei bereits heute ungenügend. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 9/22 

 

Bei Hochwasserereignissen, aber auch bereits bei blossem Starkre-

gen, erfolge der Wasserabfluss oberhalb der geplanten Baute nur 

mehr oberflächlich über die Wiese, weil der eingedolte Bach das Was-

ser gar nicht aufzunehmen vermöge; teilweise fliesse es dann sogar 

über die N.___strasse ab. Wenn nun bei dieser ohnehin schon ange-

spannten Entwässerungssituation noch ein Querriegel in Form der 

umstrittenen Baute in die Abflussschneise gebaut werde, so würden 

sich die Abflussverhältnisse für das an der Oberfläche abfliessende 

Regenwasser zulasten der Nachbargrundstücke verschlechtern.  

 

4.1 Durch den westlichen Teil des Baugrundstücks Nr. 001 fliesst 

ein eingedolter Bach. Das Grundstück ist nach der Gefahrenkarte des 

Kantons St.Gallen mit der "Gefahr Wasser" mit geringer und mittlerer 

Gefährdung überlagert. Auf den vom Vertreter der Rekurrenten am 

Rekursaugenschein und mit Stellungnahme zum Augenscheinproto-

koll vom 20. November 2020 eingereichten Bildern ist erkennbar, dass 

bei starkem Regen das Wasser über die Wiese oberhalb des Bauvor-

habens und sogar über die N.___strasse abfliesst. Genau dasselbe 

Phänomen ist auch aus der "Gefährdungskarte Oberflächenabfluss" 

des Bundesamtes für Umwelt ersichtlich. Diese Karte zeigt das bei ei-

nem Starkregen an der Oberfläche (und zwar ausserhalb eines Bach-

gerinnes) abfliessende Regenwasser auf:  

 

 
Gefährdungskarte Oberflächenabfluss - Quelle: Geoportal 

 

Die Fliesstiefe des bei einem Starkregen abfliessenden Oberflächen-

wassers liegt auf dem Baugrundstück Nr. 001 im Wesentlichen bei un-

ter 10 cm Wassertiefe. Der Abflusskorridor liegt zudem grossteils 

westlich der geplanten Baute. Das Mehrfamilienhaus tangiert den Ab-

flussbereich lediglich geringfügig. Deshalb und wegen der geringen 

Fliesstiefe des oberflächlich abfliessenden Regenwassers und auf-

grund der Tatsache, dass das Gelände zwischen den Grundstücken 

Nrn. 001 und 007 von Osten nach Westen ansteigt, ist keine Gefah-

renverlagerung auf das Nachbargrundstück Nr. 007, geschweige denn 

auf andere Grundstücke, zu erwarten.  

 

N.___strasse 

Fliesstiefe des Oberflächenwassers 

unter 10 cm 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 10/22 

 

4.2 Aus der Karte "Intensitäten skaliert" des Kantons St.Gallen 

("Überflutung seltene Ereignisse [100-j.]"), welche nicht – wie die vor-

erwähnte Karte – den Oberflächenabfluss von Regenwasser, sondern 

nur mehr Hochwasserereignisse, die aus einem überlaufenden Bach-

gerinne resultieren, abbildet, ist ersichtlich, dass im Bereich des Bau-

grundstücks Nr. 001 bei einem hundertjährigen Hochwasser eine 

Fliesstiefe von 0 bis 25 cm und eine Fliessgeschwindigkeit von 0 bis 

1 m/s zu erwarten ist:  

 

 
Überflutung seltene Ereignisse (100-j.) - Quelle: Geoportal 

 

Grund für das an der Oberfläche abfliessende Bachwasser ist, dass 

der in diesem Hangbereich eingedolte Bach die bei einem 100jährigen 

Hochwasser auftretende Wassermenge nicht abzuleiten vermag. Der 

Einlauf in diese Eindolung liegt jedoch weit oberhalb des Baugrund-

stücks Nr. 001. Die Errichtung des geplanten Mehrfamilienhauses hat 

keinerlei Auswirkungen auf die Abflusskapazität des eingedolten 

Bachs. Das geplante Mehrfamilienhaus berührt den massgeblichen 

Gefahrenbereich zudem bloss an einem Randbereich. Aufgrund der 

geringen Fliesstiefe und -geschwindigkeit selbst eines 100jährigen 

Hochwasserereignisses und der nur marginalen Verengung des vor-

handenen Abflussbereichs durch die geplante Baute ist wiederum 

keine relevante Gefahrenverschiebung auf ein Nachbargrundstück zu 

erwarten. Nichts anderes ergibt sich aus dem zusammen mit dem Bau-

gesuch eingereichten Objektschutznachweis ("Nachweis Objekt-

schutzmassnahmen Formular A und B"; act. 29 der Vorinstanz). Im 

Objektschutznachweis wird deklariert, dass durch die gewählten Ob-

jektschutzmassnahmen "die Gefährdung von anderen Objekten (…) 

durch die getroffenen Massnahmen nicht erhöht (werde). Der Wasser-

verlauf (entspreche) in etwa dem ursprünglichen Zustand". Das AFU 

bestätigt im Amtsbericht vom 11. September 2020 nach der Prüfung 

des Objektschutznachweises durch die Abteilung Naturgefahren des 

AWE, dass die im Objektschutznachweis abgehandelten Massnah-

men wirksam und plausibel seien. Entgegen der Rüge der Rekurren-

ten scheint eine Gefahrenverlagerung im Fall der Realisierung des 

Bauvorhabens als unwahrscheinlich. Der Rekurs erweist sich damit in 

diesem Punkt als unbegründet. 

Fliesstiefe des Hochwassers 0 bis 

25 cm 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 11/22 

 

 

5.  

Die Rekurrenten beanstanden weiter, dass das geplante Mehrfamili-

enhaus das nach Art. 2 besV geforderte Schrägdach nicht aufweise. 

 

5.1 Art. 2 besV bestimmt, dass im Gebiet westlich der N.___strasse 

nur Flachdächer und im Gebiet östlich der N.___strasse nur Schräg-

dächer mit Firstrichtung parallel zum Hang zulässig sind. Bei Schräg-

dächern sind Dacheinschnitte und Dachaufbauten bis maximal 1/3 der 

Fassadenlänge zulässig. Die Schrägdächer sind mit dunklen Dachma-

terialien einzudecken. 

 

5.2 Da das fragliche Baugrundstück östlich der N.___strasse liegt, 

muss die geplante Baute nach Art. 2 besV ein Schrägdach mit First-

richtung parallel zum Hang aufweisen. Vorliegend hat sich die Rekurs-

gegnerin dafür entschieden, ein Mehrfamilienhaus mit Flachdach und 

einem Attikageschoss zu erstellen. Um die Anforderung von Art. 2 

besV erfüllen zu können, soll das Attikageschoss mit einem Satteldach 

versehen werden. Dabei übersieht die Rekursgegnerin jedoch, dass 

durch die gewählte Dachform des Mehrfamilienhauses weiterhin 

grossteils ein Flachdach vorliegt. Das Satteldach befindet sich ledig-

lich auf dem Attikageschoss, welches mit seiner Fläche von 213,3 m2 

nur rund 65 % des obersten Vollgeschosses (rund 328 m2) ausmacht.  

 

 
Ansicht des geplanten Mehrfamilienhauses von der M.___strasse aus 

 

Optisch tritt das Mehrfamilienhaus als Flachdachbaute in Erscheinung, 

von dem lediglich das über dem Flachdach liegende Attikageschoss 

ein Schrägdach aufweist. Dies genügt jedoch nach dem klaren Wort-

laut von Art. 2 besV nicht, um dessen Anforderungen zu erfüllen. Bau-

ten östlich der N.___strasse müssen ein Schrägdach mit Firstrichtung 

parallel zum Hang aufweisen. Mit dieser Bestimmung ist nicht verein-

bar, ein Mehrfamilienhaus mit Flachdach zu erstellen und lediglich das 

darüber angeordnete Attikageschoss mit einem Schrägdach zu verse-

hen. Die Baute als solche müsste gesamthaft mit einem Schrägdach 

versehen sein, um den besV des Überbauungsplans zu genügen. 

Nachdem die gewählte Dachform des Mehrfamilienhauses Art. 2 besV 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 12/22 

 

widerspricht, ist die angefochtene Baubewilligung bereits aus diesem 

Grund aufzuheben. 

 

5.3 Im Übrigen ist die gewählte Kombination von Satteldach und At-

tikageschoss aber auch nach den kommunalen Regelbauvorschriften 

unzulässig.  

 

5.3.1 Hinsichtlich Dachgestaltung und Beschreibung von Geschossen 

enthielt das Baugesetz keine Bestimmungen. Diesbezügliche Vor-

schriften sind in den Baureglementen der Gemeinden enthalten 

(VerwGE B 2009/104 vom 28. Januar 2010 Erw. 2.3.2, S. 10 mit Hin-

weis auf B. HEER, St.Gallisches Bau- und Planungsrecht unter Berück-

sichtigung des Raumplanungs- und Umweltschutzrechts des Bundes, 

Bern 2003, N 656 und 690 ff.; BDE Nr. 44/2018 vom 28. September 

2018 Erw. 3.5).  

 

5.3.2 Nach Art. 7 Abs. 1 des Baureglements der Gemeinde Z.___ vom 

26. April 2016 (BauR) gilt als Vollgeschoss jedes Stockwerk, das we-

der als Untergeschoss noch als Dach- oder Attikageschoss gilt. Ge-

mäss Art. 7 Abs. 3 BauR liegt das Dachgeschoss unterhalb einer Li-

nie, die durch die Verbindung der Schnittlinie von Dachoberkante und 

Fassade auf der Längsseite und dem First gebildet wird. Der Kniestock 

(aussen gemessen) darf nicht mehr als 1 m betragen.  

 

 
Abb. zu Art. 7 Abs. 3 im Anhang zum BauR (Dachgeschoss) 

 

5.3.3 Nach Art. 7 Abs. 4 BauR liegt ein Attikageschoss vom Schnitt-

punkt der Längsfassaden mit der Dachoberkante unter einem Winkel 

von 45 ° zurück. Vorbauten werden bei der Bestimmung des Schnitt-

punkts nicht berücksichtigt. Es ist nur ein Attikageschoss zulässig. 

Vordächer sowie Dachvorsprünge dürfen das Profil horizontal um 1 m 

und Absturzsicherungen vertikal um 1,1 m überschreiten.  

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 13/22 

 

 
Abb. zu Art. 7 Abs. 4 im Anhang zum BauR (Attikageschoss) 

 

5.3.4 Nach dem Wortlaut der Vorschrift bestehen somit grundsätzlich 

zwei Möglichkeiten, ein Geschoss als Dachgeschoss auszubauen: 

Das Dachgeschoss ist entweder als Schrägdach (Sattel-, Walm- oder 

Pultdach) oder als Attikageschoss auszugestalten. Entgegen der An-

nahme der Rekursgegnerin und der Vorinstanz ist es nicht zulässig, 

im Einzelfall von beiden Möglichkeiten gleichzeitig Gebrauch zu ma-

chen. Aus dem Wortlaut von Art. 7 BauR müsste ausdrücklich hervor-

gehen, dass eine solche Kombination zulässig ist (vgl. VerwGE 

B 2004/120 vom 25. Januar 2005 Erw. 2b/bb). Aufgrund der Abbildun-

gen im Anhang zum BauR ist jedoch das Gegenteil der Fall. Das Atti-

kageschoss wird zum einen in der Abbildung zu Art. 7 Abs. 4 im An-

hang des BauR – wie es in sämtlichen Baureglementen im Kanton 

St.Gallen die Regel ist – mit einem Flachdach dargestellt. Zum ande-

ren wird das zulässige Mass der horizontal vorstehenden Dachvor-

sprünge in Art. 7 Abs. 4 BauR mit 1 m festgelegt und in der Abbildung 

im Anhang zum BauR ebenfalls grafisch als horizontale Vorsprünge 

dargestellt. Damit wird einerseits aufgrund der Definition und der bild-

lichen Darstellung im BauR klar zum Ausdruck gebracht, dass ein als 

Attikageschoss ausgestaltetes Dachgeschoss ein Flachdach aufzu-

weisen hat. Dass Attikageschosse ein Flachdach aufzuweisen haben, 

entspricht andererseits auch der bisherigen Rechtsprechung des Bau-

departementes und des Verwaltungsgerichtes. Nach dieser wird die 

Kombination aus Attikageschoss und Schrägdach als unzulässig er-

achtet, sofern aus den kommunalen Bauvorschriften einer Gemeinde 

nicht ausdrücklich hervorgeht, dass eine solche Kombination zulässig 

ist (BDE Nr. 44/2018 vom 28. September 2018 Erw. 3.7; VerwGE 

B 2004/120 vom 25. Januar 2005 Erw. 2b). Somit ergibt sich, dass das 

vorliegende Attikageschoss mit Schrägdach nicht mit Art. 7 BauR ver-

einbar ist und demnach auch nicht gestützt auf die baurechtliche 

Grundordnung bewilligt werden könnte. 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 14/22 

 

5.4 Nicht bloss die Ausgestaltung des Dachs des Attikageschosses, 

sondern auch die Positionierung des Attikageschosses über dem 

obersten Vollgeschoss ist unzulässig.  

 

5.4.1 Gemäss Art. 7 Abs. 4 BauR liegt das Attikageschoss vom 

Schnittpunkt der Längsfassade mit der Dachoberkante unter einem 

Winkel von 45 ° zurück, wobei Vorbauten (gemeint sind solche des 

darunterliegenden Vollgeschosses) nicht berücksichtigt werden. Ein 

Attikageschoss darf damit grundsätzlich nur auf den beiden Stirnseiten 

eines Gebäudes fassadenbündig ausgestaltet sein. Nach Art. 7 Abs. 5 

BauR kann die Lage des Attikageschosses zwar verschoben werden, 

wenn nachbarliche Interessen nicht erheblich beeinträchtigt werden 

(Bst. a), eine gute Gesamtwirkung erzielt wird (Bst. b) und die anre-

chenbare Geschossfläche die Fläche nicht übersteigt, die bei einer 

Ausführung gemäss Abs. 4 möglich wäre (Bst. c). Der Begriff des "Ver-

schiebens" gemäss Art. 7 Abs. 5 BauR bedeutet dabei aber nichts an-

deres, als dass die höchstzulässige Attikageschossfläche über dem 

obersten Vollgeschoss auch anders als nach Art. 7 Abs. 4 BauR vor-

geschrieben platziert und damit – sofern die Voraussetzungen dafür 

gegeben sind – z.B. auch entlang den Gebäudelängsfassaden fassa-

denbündig erstellt werden darf. Die Möglichkeit der Verschiebung des 

Attikageschosses wird dabei aber stets durch die Fläche des obersten 

Vollgeschosses, welche wiederum durch die Gebäudefassaden (ohne 

Vorbauten) gebildet wird, begrenzt. Dass ein Attikageschoss auch 

über die Gebäudefassade des darunterliegenden Vollgeschosses hin-

ausragen darf, ergibt sich weder aus dem BauR noch aus den besV. 

Eine ausdrückliche Bestimmung im BauR oder den besV wäre aller-

dings notwendig, um eine Verschiebung eines Attikageschosses über 

die seine Lage begrenzenden Gebäudefassaden des unterliegenden 

Vollgeschosses hinaus zulassen zu können.  

 

5.4.2 Vorliegend hat die Rekursgegnerin von der Möglichkeit der Ver-

schiebung der Lage des Attikageschosses nach Art. 7 Abs. 5 BauR 

Gebrauch gemacht. Allerdings springt die nordöstliche Ecke des Atti-

kageschosses nach dem Plan "Grundrisse" (Massstab 1:100; act. 17 

der Vorinstanz) über die Gebäudefassade des darunterliegenden Voll-

geschosses hinaus und kommt über dessen Balkon zu liegen. Das ist 

nach dem oben Gesagten unzulässig, weshalb das Attikageschoss 

auch in dieser Hinsicht gegen die Regelbauvorschriften verstösst.  

 

5.5 Die Rekurrenten stören sich weiter insbesondere an der Ge-

schossigkeit und Höhe des geplanten Mehrfamilienhauses, wie ihr 

Vertreter anlässlich des Augenscheins vom 5. November 2020 wieder-

holt ausführte. 

 

5.5.1 In der Wohnzone W2a, in welcher sich das Baugrundstück be-

findet, beträgt die maximale Firsthöhe 10,5 m. Die Firsthöhe entspricht 

dem senkrechten Abstand zwischen Niveaupunkt und höchstem Punkt 

der Dachfläche (Art. 6 BauR). Als Niveaupunkt gilt der Schwerpunkt 

des Gebäudegrundrisses auf dem gewachsenen Boden (Art. 60 

Abs. 2 BauG). Der Niveaupunkt wird als Referenzpunkt zur Ermittlung 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 15/22 

 

der Gebäude- und Firsthöhe stets vom Schwerpunkt jenes Teils des 

Gebäudevolumens bestimmt, der den gewachsenen Boden durch-

schneidet. Veränderungen am Gebäudevolumen unter- oder oberhalb 

dieser Schnittebene haben keinen Einfluss auf die Festlegung des Ni-

veaupunkts und damit auf die Gebäudehöhe (GVP 2008 Nr. 102; BDE 

Nr. 96/2020 vom 13. Oktober 2020 Erw. 6.3.1 f., Nr. 124/2020 vom 

10. Dezember 2020 Erw. 10.1.2). 

 

5.5.2 Aus dem Plan "Baurecht" (Bezugsfläche Niveaupunkt; act. 19 

der Vorinstanz) ergibt sich, dass der Niveaupunkt vorliegend aufgrund 

des Schwerpunkts "aller das gewachsene Terrain durchstossenden 

Geschosse" und damit auf der Basis der Grundrisse des gesamten 

Erdgeschosses und des gesamten Untergeschosses ermittelt wurde: 

 

 
Plan "Baurecht" (Bezugsfläche Niveaupunkt) 

 

Diese Berechnung ist nicht korrekt. Sie verkennt, dass aus dem Plan 

"Ansichten/Schnitte" (Massstab 1:100, 1:50) zweifelsfrei hervorgeht, 

dass auf der Bergseite (Südseite) der geplanten Baute der gewach-

sene Boden nur vom Erdgeschoss, nicht aber vom Untergeschoss 

durchschnitten wird. Das Untergeschoss selbst durchschneidet den 

gewachsenen Boden hauptsächlich talseitig, also entlang der Nord-

seite des Mehrfamilienhauses. Hangseitig dagegen liegt das Unterge-

schoss bereits weit unter dem gewachsenen Boden, weshalb dieser 

Teil des Grundrisses auch nicht zu jenem Teil des Gebäudevolumens 

gehört, das für die Ermittlung des Niveaupunkts relevant ist. Darf aber 

das südliche, unter dem gewachsenen Boden liegende Volumen des 

Untergeschosses nicht bei der Ermittlung des Niveaupunkts berück-

sichtigt werden, verschiebt sich die horizontale Lage des Niveau-

punkts zwangsläufig Richtung Norden, also zur M.___strasse hin. Der 

Niveaupunkt läge damit tiefer als der der Baubewilligung zugrundelie-

gende Niveaupunkt. Da die gestützt auf den zu hoch angesetzten Ni-

veaupunkt bemessene Firsthöhe vom Bauvorhaben bereits bis auf 

14 cm ausgeschöpft wird, ergibt sich, dass das geplante Gebäude die 

maximal zulässige Firsthöhe wohl deutlich überschreitet.  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 16/22 

 

 

5.6 Nachdem das Bauvorhaben den besV des Überbauungsplans 

wie auch den Regelbauvorschriften des BauR widerspricht und die an-

gefochtene Baubewilligung sowie der Einspracheentscheid vom 

21. April 2020 aufzuheben sind, ist auch die ebenfalls am 21. April 

2020, koordiniert mit der Baubewilligung erlassene Sichtzonenverfü-

gung aufzuheben. Diese ist auf das konkrete Baugesuch abgestimmt 

und damit von der Existenz der Baubewilligung abhängig. Die Anord-

nung von Sichtzonen für Nachbargrundstücke ist von vornherein un-

verhältnismässig, wenn die zugrundeliegende Baubewilligung nicht er-

teilt werden kann. 

 

6.  

Bei diesem Ergebnis erübrigten sich eigentlich weitere Ausführungen. 

Aus verfahrensökonomischen Gründen scheint es jedoch angezeigt, 

auf die wesentlichsten Einwände der Rekurrenten im Folgenden noch 

kurz einzugehen. 

 

6.1 Die Rekurrenten beanstanden, dass sich das Bauvorhaben in 

keiner Art und Weise ins Quartier einfüge und sich nicht an den beste-

henden Überbauungen orientiere. 

 

6.1.1 Die Vorinstanz führte im Einspracheentscheid vom 21. April 

2020 aus, das Baugrundstück Nr. 001 befinde sich nicht in einem Orts-

bild- oder Landschaftsschutzgebiet und auch der Überbauungsplan 

stelle ausser den Anforderungen an die Dachgestaltung (Art. 2 besV) 

und die zu verwendenden Baumaterialien (Art. 3 besV) keine weiter-

gehenden Anforderungen mit Bezug auf Gestaltung und Einordnung 

der Bauten im Planperimeter. Damit bestehe keine rechtliche Grund-

lage für die von den Einsprechern geforderte Reduktion der Gebäude-

dimensionen. Die Vorinstanz stützte sich bei der Beurteilung der um-

strittenen Einfügung lediglich auf das Verunstaltungsverbot nach 

Art. 99 Abs. 1 PBG.  

 

6.1.2 Dabei verkennt die Vorinstanz, dass Art. 4 besV sehr wohl wei-

tergehende Anforderungen mit Bezug auf die Einordnung stellt. Nach 

Art. 4 besV haben sich Wohnbauten und freistehende Nebenbauten 

architektonisch gut in die Umgebung einzufügen. Im Vergleich zum 

Verunstaltungsverbot stellt dieses Einfügungsgebot klar höhere ge-

stalterische Anforderungen an ein Bauvorhaben. Dabei ist die Gestal-

tung eines Gebäudes regelmässig für sich allein und auch in Zusam-

menhang mit der baulichen und landschaftlichen Umgebung zu beur-

teilen. Diese Auslegung ergibt sich jedenfalls, wenn man auf die allge-

meine Definition des Begriffs der "Architektur" abstellt, wonach diese 

im weitesten Sinn die handwerkliche Beschäftigung und ästhetische 

Auseinandersetzung des Menschen mit dem gebauten Raum bezeich-

net und planvolles Entwerfen, Gestalten und Konstruieren von Bau-

werken den zentralen Inhalt der Architektur darstellen (https://de.wi-

kipedia.org/wiki/Architektur). Den kommunalen Behörden steht bei der 

Anwendung von kommunalen Ästhetikvorschriften ein besonderer Er-

messensspielraum zu, der im Rechtsmittelverfahren zu beachten ist. 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 17/22 

 

Ist der Einordnungsentscheid einer kommunalen Behörde nachvoll-

ziehbar, beruht er mithin auf einer vertretbaren Würdigung der mass-

gebenden Sachumstände, haben die Rechtsmittelinstanzen diesen zu 

respektieren und dürfen das Ermessen der kommunalen Behörde 

nicht durch ihr eigenes ersetzen (VerwGE B 2018/41 vom 19. Novem-

ber 2018 Erw. 4.1). Hingegen ist die Aufhebung und Rückweisung an 

die Vorinstanz dann geboten, wenn der angefochtene Verwaltungsakt 

mit formellen Mängeln behaftet ist und diese im Rechtsmittelverfahren 

nicht geheilt werden können. Ferner ist die neue Verfügung oder der 

neue Entscheid dann der Vorinstanz zu überlassen, wenn ausgespro-

chene Ermessensfragen zu entscheiden sind. Dies gilt namentlich 

dort, wo es um die besondere Würdigung örtlicher Verhältnisse geht, 

oder wenn die neue Verfügung oder der neue Entscheid in einem en-

gen zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit weiteren Anordnun-

gen, die die Vorinstanz zu treffen hat, zu stehen kommt. Schliesslich 

drängt sich die Rückweisung auf, wenn die Vorinstanz den Sachver-

halt nur ungenügend ermittelt hat oder im Rechtsmittelverfahren um-

fangreiche Nova vorgebracht worden sind, so dass weitere Abklärun-

gen und Beweiserhebungen nötig werden, die vorzunehmen die  

Vorinstanz aus personellen, fachlichen oder anderen Gründen allen-

falls besser in der Lage ist (CAVELTI/VÖGELI, a.a.O., N 1029). 

 

6.1.3 Vorliegend hat die Vorinstanz überhaupt nicht geprüft, ob sich 

das geplante Bauvorhaben architektonisch gut in die Umgebung ein-

fügt und damit der Vorgabe von Art. 4 besV entspricht. Die Vorinstanz 

ist offenbar irrtümlicherweise davon ausgegangen, der Überbauungs-

plan enthalte keine besonderen Einfügungsvorschriften, weshalb sie 

ihrer Beurteilung des Baugesuchs lediglich das Verunstaltungsverbot 

zugrunde legte. Da die Vorinstanz bei der Beurteilung der Einfügungs-

frage grosses Ermessen hat, kann diese nicht erstmals im Rekursver-

fahren durch die Rechtsmittelinstanz erfolgen. Die angefochtene Ver-

fügung wäre daher – wenn sie nicht sowieso aufgrund der Verstösse 

gegen die besV des Überbauungsplans wie auch die Regelbauvor-

schriften des BauR aufzuheben gewesen wäre – mangels genügender 

Sachverhaltsabklärung und Begründung aufzuheben und zu neuem 

Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen gewesen. 

 

6.2 Im Weiteren beanstanden die Rekurrenten die unzureichende 

Erschliessung des Baugrundstücks Nr. 001 über die M.___strasse. 

 

6.2.1 Nach Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung 

(SR 700; abgekürzt RPG) ist Land insbesondere dann erschlossen, 

wenn die für die betreffende Nutzung hinreichende Zufahrt besteht. Da 

das Bundesrecht nur allgemeine Grundsätze enthält, ergeben sich die 

Anforderungen an die Erschliessung im Detail aus dem kantonalen 

Recht (HEER, a.a.O., Rz. 508). Nach Art. 67 Bst. a PBG ist Land stras-

senmässig erschlossen, wenn es über hinreichende Zu- und Wegfahr-

ten verfügt. Diese Bestimmung des PBG ist unmittelbar anwendbar 

und bedarf keiner Umsetzung im kommunalen Recht (vgl. Anhang 

zum Kreisschreiben Bst. B.I). Art. 67 Bst. a PBG entspricht jedoch in-

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 18/22 

 

haltlich Art. 49 Abs. 2 Bst. a BauG. Damit kann für die Frage der hin-

reichenden strassenmässigen Erschliessung auf die Rechtsprechung 

zum BauG abgestellt werden. Eine Zufahrt ist dann als hinreichend zu 

betrachten, wenn sie tatsächlich so beschaffen ist, dass sie bau- und 

verkehrstechnisch der bestehenden und der geplanten Überbauung 

genügt, den zu erwartenden Fahrzeugen und Fussgängern sicheren 

Weg bietet und von den öffentlichen Diensten (namentlich Feuerwehr, 

Sanität, Kehrichtabfuhr und Schneeräumung) ungehindert benützt 

werden kann und – wenn sie über fremdes Grundeigentum führt – 

rechtlich gesichert ist (HEER, a.a.O., Rz. 513).  

 

6.2.2 Für die Beurteilung der technischen Anforderungen einer Er-

schliessungsanlage werden zwar in der Regel die Normblätter der 

VSS beigezogen. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung anerkennt 

die VSS-Normen in ständiger Rechtsprechung aber nicht als Ersatz für 

eine gesetzliche Grundlage, sondern lediglich als Hilfsmittel für die 

Prüfung der sich bei der Abklärung des öffentlichen Interesses stellen-

den Frage, ob eine bestimmte Anlage den Anforderungen der Ver-

kehrssicherheit genügt (BGE 94 I 138 Erw. 2.b mit Hinweisen). Weil 

es sich dabei nur um Richtlinien handelt, deren Anwendung im Einzel-

fall vor den allgemeinen Rechtsgrundsätzen standhalten muss, dürfen 

diese nicht schematisch und unbesehen der konkreten Verhältnisse 

zur Anwendung gebracht werden (vgl. WALDMANN/HÄNNI, Handkom-

mentar Raumplanungsgesetz, Bern 2006, N 21 zu Art. 19 mit Hinweis 

auf das Urteil des Bundesgerichtes 1P.40/2004 vom 26. Oktober 

2004). 

 

6.2.3 Das TBA ging im Amtsbericht vom 15. Juli 2020 noch davon 

aus, dass die Fahrbahnbreite der M.___strasse die Mindestanforde-

rungen der VSS-Norm 40 201 (Geometrisches Normalprofil: Grundab-

messungen und Lichtraumprofil der Verkehrsteilnehmer) nicht erfülle. 

Es führte aus, für den Begegnungsfall Personenwagen/Personenwa-

gen müsse das Trottoir zum Ausweichen mitbenutzt werden. Dies sei 

aus Sicherheitsgründen kritisch zu werten. Auch der Begegnungsfall 

Personenwagen/leichtes Zweirad könne nicht überall auf der 

M.___strasse sichergestellt werden, weil die Strasse im Kurvenbe-

reich keine Fahrbahnerweiterung aufweise. Anlässlich des Rekursau-

genscheins erklärte der Vertreter der Vorinstanz, dass die 

M.___strasse, die erst vor wenigen Jahren im Rahmen eines Stras-

senbauprojekts verkehrsberuhigt ausgestaltet worden sei, heute ne-

ben einer Mischverkehrsfläche von 1,6 m für Fussgänger und Fahr-

zeuge eine Rest-Fahrbahnbreite von 3,8 m aufweise. Am Augen-

schein zeigte sich, dass diese "Mischverkehrsfläche" von der Fahr-

bahn durch überfahrbare Randsteine und vereinzelte Gummipfosten 

abgetrennt ist, damit Motorfahrzeuge für den Begegnungsfall Perso-

nenwagen/Personenwagen auf diese ausweichen können.  

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 19/22 

 

 
M.___strasse unterhalb des Baugrundstücks Nr. 001 

 

An diesem Rekursaugenschein und mit Stellungnahme vom 9. No-

vember 2020 zum Augenscheinprotokoll präzisierte der Vertreter des 

TBA seinen Amtsbericht vom 15. Juli 2020 dahingehend, dass er die 

für die Verkehrsberuhigung gewählten baulichen Elemente an der 

M.___strasse zwar nach wie vor nicht als normgerecht beurteile. Der 

von der Vorinstanz als Mischverkehrsfläche bezeichnete Strassenteil, 

stelle eigentlich ein Trottoir dar, auch wenn dieses einen überfahrba-

ren Randstein aufweise. Auf einem Trottoir wähne sich der schwä-

chere Verkehrsteilnehmer in Sicherheit, was er auf einer Mischver-

kehrsfläche, die keinerlei bauliche Abgrenzung von der Fahrbahn auf-

weise, sondern Teil dieser sei, gerade nicht tue. Allerdings herrsche 

im Quartier nur wenig Fahrzeugverkehr und es gebe an der 

M.___strasse auch nur geringe Fussgängerfrequenzen. Weil zudem 

der Schulverkehr durch einen Abholservice abgewickelt werde, er-

scheine es ihm vertretbar, wenn Motorfahrzeuge für das notwendige 

Ausweichen beim Begegnungsfall Personenwagen/Personenwagen 

das Trottoir mitbenützten. Zwar stellten solche Manöver grundsätzlich 

immer ein Sicherheitsrisiko dar. Allerdings spielten bei der Beurteilung 

eines solchen Risikos stets auch die Sichtverhältnisse eine entschei-

dende Rolle und diese seien an der M.___strasse grundsätzlich aus-

reichend. In den Kurvenbereichen wären Kurvenerweiterungen (d.h. 

Verbreiterung der Fahrbahn) an sich weiterhin nötig. Nachdem sich 

vor Ort allerdings gezeigt habe, dass wenigstens die Sichtverhältnisse 

im kritischen, abfallenden Kurvenbereich beim Baugrundstück Nr. 001 

ausreichend seien, könne auch die fehlende Kurvenerweiterung tole-

riert werden. Die Verkehrsteilnehmer könnten sich gegenseitig frühzei-

tig erkennen und hätten deshalb auch ohne Kurvenerweiterung genü-

gend Zeit, um korrekt zu reagieren.  

 

Mischverkehrsfläche 

Fahrbahn 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 20/22 

 

6.2.4 Der Vertreter der Rekurrenten bestreitet in seiner Stellung-

nahme vom 20. November 2020 zum Augenscheinprotokoll und in ei-

ner weiteren Eingabe vom 21. Dezember 2020, dass es nur wenig 

Fahrzeugverkehr auf der M.___strasse gebe und diese nur geringe 

Fussgängerfrequenzen aufweise. Auch der Abholservice für die Schul-

kinder werde beschönigend dargestellt, weil diese trotzdem einen Ab-

schnitt der M.___strasse bis zum Sammelplatz zu Fuss bewältigen 

müssten. Zudem reicht er mit seinen Eingaben eine Vielzahl von Fotos 

mit Lastwagen ein, um zu belegen, dass ein Kreuzen zwischen einem 

Lastwagen und einem Personenwagen auf der M.___strasse kaum 

möglich sei.  

 

6.2.5 Bei der M.___strasse handelt es sich um eine Zufahrtsstrasse 

gemäss VSS-Norm 40 045. Als solche wäre sie baulich grundsätzlich 

auf den Grundbegegnungsfall Personenwagen/Personenwagen bei 

stark reduzierter Geschwindigkeit auszurichten. Es steht ausser Zwei-

fel, dass auch auf solchen Zufahrtsstrassen Begegnungen zwischen 

einem Personenwagen und einem Lastwagen stattfinden. Allerdings 

entspricht das nicht dem Regelfall, weshalb solche Manöver für das 

Grundbegegnungsszenario unbeachtlich sind und der Ausbau einer 

Strasse auch nicht darauf auszulegen ist. Die von den Rekurrenten 

diesbezüglich erhobenen Einwände sind deshalb unbegründet. Im 

Weiteren kann die M.___strasse in Anbetracht ihres heutigen Aus-

baustandards den von der Norm vorgegebenen Grundbegegnungsfall 

Personenwagen/Personenwagen bei stark reduzierter Geschwindig-

keit knapp sicherstellen, weil die Strasse wenigstens so ausgestaltet 

ist, dass Motorfahrzeuge für diesen Begegnungsfall auf das Trottoir 

ausweichen können. Es ist dem TBA zuzustimmen, dass das Befahren 

des Trottoirs zwar stets mit einem Sicherheitsrisiko für die schwäche-

ren Verkehrsteilnehmer verbunden und deshalb nicht unbedingt 

zweckmässig ist. Diesbezüglich fällt indessen in Betracht, dass der 

M.___strasse, obwohl sie als Gemeindestrasse erster Klasse einge-

teilt ist, erschliessungstechnisch keine hohe Bedeutung zukommt. Auf 

der M.___strasse ist kein Durchgangsverkehr zu erwarten, sie wird 

aufgrund ihrer abgelegenen Hanglage nicht für Umfahrungszwecke 

benutzt und stellt die Groberschliessung für nur etwa 50 Grundstücke 

in der Bauzone sicher. Damit liegt ihre Bedeutung deutlich unter einer 

Zufahrtsstrasse nach der VSS-Norm 40 045, die der Erschliessung 

von bis zu 150 Wohneinheiten dient. Berücksichtigt man weiter, dass 

die Sichtverhältnisse an der M.___strasse gut und auch in den Kurven 

grundsätzlich ausreichend sind, erscheint es vertretbar und für die Si-

cherstellung einer ausreichenden Erschliessung genügend, den 

Grundbegegnungsfall Personenwagen/Personenwagen in der vorlie-

gend gewählten Form, nämlich über ein abschnittsweises Befahren 

des Trottoirs, zu gewährleisten. Dem TBA ist allerdings auch insofern 

zuzustimmen, dass die Zutrittsbereiche der Fussgänger aus den Lie-

genschaften auf dieses auch von Motorfahrzeugen befahrbare Trottoir 

baulich besser abgegrenzt werden müssten, damit zumindest an die-

sen Stellen beim Begegnungsfall Personenwagen/Personenwagen 

keine Ausweichmanöver von Motorfahrzeugen stattfinden können. Al-

les in allem ist die vorhandene Erschliessung des Baugrundstücks 

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 21/22 

 

Nr. 001 über die M.___strasse in Anbetracht der örtlichen Verhältnisse 

jedoch als knapp ausreichend zu beurteilen, auch wenn sie den Anfor-

derungen der VSS-Norm nicht vollständig entspricht. 

 

7.  

Zusammenfassend ergibt sich somit, dass das Bauvorhaben den besV 

des Überbauungsplans und den Regelbauvorschriften des BauR wi-

derspricht. Das geplante Mehrfamilienhaus weist kein Schrägdach auf, 

und das Attikageschoss ist aufgrund seiner Platzierung und mit der 

vorgesehenen Dachform nicht regelbaukonform. Auch wurde der Ni-

veaupunkt falsch ermittelt und ist die Firsthöhe wohl überschritten. Die 

angefochtene Baubewilligung, der Einspracheentscheid sowie die 

Sichtzonenverfügung der Vorinstanz vom 21. April 2020 sind deshalb 

aufzuheben. Der Rekurs erweist sich insgesamt als begründet und ist 

im Sinn der Erwägungen gutzuheissen. 

 

8.  

8.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die 

Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen 

werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'500.– (Nr. 20.13.01 des 

Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung, 

sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die 

amtlichen Kosten der Rekursgegnerin zu überbinden. 

 

8.2 Der vom Vertreter der Rekurrenten am 9. Juni 2020 geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 1'800.– ist zurückzuerstatten. 

 

9.  

Die Rekurrenten stellen ein Begehren um Ersatz der ausseramtlichen 

Kosten. 

 

9.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt, 

soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-

messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-

digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-

liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung 

(Art. 98ter VRP).  

 

9.2 Die Rekurrenten obsiegen mit ihren Anträgen. Da das Verfahren 

zudem in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten bot, 

die den Beizug eines Rechtsvertreters rechtfertigen, besteht grund-

sätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98bis 

VRP). Weil keine Kostennote vorliegt, ist die ausseramtliche Entschä-

digung in Anwendung von Art. 6 in Verbindung mit Art. 22 der Hono-

rarordnung (sGS 963.75; abgekürzt HonO) ermessensweise auf 

Fr. 3'250.– festzulegen; sie ist von der Rekursgegnerin zu bezahlen. 

Da kein begründeter Antrag um Zusprechung der Mehrwertsteuer ge-

stellt wurde, wird diese aufgrund des per 1. Januar 2019 geänderten 

Art. 29 HonO nicht zum Honorar hinzugerechnet.  

 

 

 

 

 

 
 
 

Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 2/2021), Seite 22/22 

 

Entscheid 

1.  

a) Der Rekurs von A.___ sowie B.___, alle Z.___, wird im Sinn der 

Erwägungen gutgeheissen, soweit darauf ein getreten wird. 

 

b) Baubewilligung, Einspracheentscheid und Sichtzonenverfügung 

des Gemeinderates Z.___ vom 21. April 2020 werden aufgehoben. 

 

2.  

a) Die C.___, Y.___, bezahlt eine Entscheidgebühr von Fr. 3'500.–

. 

 

b) Der am 9. Juni 2020 von D.___, W.___, geleistete Kostenvor-

schuss von Fr. 1'800.– wird zurückerstattet. 

 

3.  

Das Begehren von A.___ sowie B.___ um Ersatz der ausseramtlichen 

Kosten wird gutgeheissen. Die C.___ entschädigt A.___ sowie B.___ 

ausseramtlich mit insgesamt Fr. 3'250.–. 

 

 

 

Die Vorsteherin 

 

 

 

Susanne Hartmann 

Regierungsrätin 

	Publikationsplattform
	Kanton St.Gallen und St.Galler Gemeinden
	BDE 2021 Nr. 2
	Art. 67 Bst. a und Art. 85 Abs. 1 PBG. Schreibt ein Sondernutzungsplan ausdrücklich vor, dass in einem Baubereich nur Schrägdächer zulässig sind, ist es nicht möglich, Bauten mit einem Flachdach zu erstellen und lediglich das Attikageschoss mit einem Schrägdach zu versehen (Erw. 5.2). Es entspricht zudem der bisherigen Rechtsprechung, dass eine Kombination aus Attikageschoss und Schrägdach ohnehin unzulässig ist, wenn aus den kommunalen Bauvorschriften nicht ausdrücklich hervorgeht, dass eine solche Kombination zulässig sein soll (Erw. 5.3.4). Lassen kommunalen Bauvorschriften zu, dass die Lage des Attikageschosses über dem obersten Vollgeschoss verschoben werden kann, sofern nachbarliche Interessen nicht erheblich beeinträchtigt werden, wird das Mass dieser Verschiebung stets durch die Fläche des obersten Vollgeschosses, welche durch die Gebäudefassaden (ohne Vorbauten) gebildet wird, begrenzt. Ein Attikageschoss darf nicht über die Gebäudefassade des darunterliegenden Vollgeschosses hinausragen, solange sich aus den kommunalen Bauvorschriften nicht das Gegenteil ergibt (Erw. 5.4.1).

		2024-05-27T01:26:12+0200
	"9001 St.Gallen"
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