# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed4cfa21-8dcc-53a0-b927-c3a8dc4a4123
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.03.2010 D-1159/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1159-2010_2010-03-02.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1159/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  M ä r z  2 0 1 0

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Robert Galliker;
Gerichtsschreiber Gert Winter.

A._______, geboren (...),
Turkmenistan,
vertreten durch lic. iur. Pascale Bächler,
(...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Ver-
fügung des BFM vom 19. Februar 2010 / N .

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1159/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge am 25. Januar 
2009  auf  dem  Luftweg  aus  dem  Heimatstaat  ausreiste  und  am 
23. Januar 2010 in der Schweiz um Asyl ersuchte,

dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Befragung vom 1. Februar 
2010 zur  Person (BzP)  im Empfangs-  und Verfahrenszentrum (EVZ) 
M._______ sowie der direkten Anhörung vom 17. Februar 2010 durch 
das BFM zur Begründung ihres Asylgesuchs im Wesentlichen geltend 
machte, sie sei eine ethnische Turkmenin aus der Stadt N._______,

dass ihre Mutter  und ihr  Stiefvater  im Jahre 2008 ihr  Einverständnis 
mit  dem  Ansinnen  der  Beschwerdeführerin,  eine  universitäre  Aus-
bildung zu absolvieren, bekundet hätten,

dass  ihr  indessen  schon  die  Aufnahme  an  einer  Universität  wegen 
fehlender finanzieller Ressourcen verwehrt geblieben sei,

dass sie in  der Folge im Dezember 2008 einen Brief  an das Schul-
ministerium geschickt habe, verbunden mit der Bitte, ihr das Studium 
zu ermöglichen,

dass sich am 7. oder 8. Januar 2009 Polizisten bei ihr zu Hause zu-
nächst danach erkundigt hätten, weshalb sie diesen Brief geschrieben 
habe, und ihr daraufhin die Verhaftung in Aussicht gestellt hätten, falls 
sie nochmals ein derartiges Schreiben verfasse,

dass dieses Ereignis ihren Stiefvater dazu motiviert  habe, sie zu be-
schimpfen, zu schlagen und ihr die Immatrikulation an einer Schule zu 
verbieten,

dass sie deswegen am 25. Januar 2009 von O._______ nach Istanbul 
geflogen sei, wo sie sich im folgenden Jahr aufgehalten und gearbeitet 
habe,

dass sie am 16. Januar 2010 mit einem Auto an einen unbekannten 
Ort in der Türkei gebracht worden sei, von wo aus sie mit einem Bus 
durch unbekannte Länder in die Schweiz gelangt sei,

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dass das BFM die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 23. Januar 
2010  aufforderte,  innerhalb  von  48  Stunden  Reise-  oder  Identitäts-
papiere einzureichen,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  19.  Februar  2010  – eröffnet  am 
gleichen  Tag –  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  a  des  Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  auf  das Asylgesuch 
nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug 
anordnete,

dass  das  BFM zur  Begründung  im Wesentlichen  anführte,  sie  habe 
den Asylbehörden innerhalb  der  eingeräumten Frist  von 48 Stunden 
keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben, weshalb zu prüfen sei, 
ob sie sich in  diesem Zusammenhang auf  entschuldbare Gründe im 
Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG berufen könne,

dass die  Beschwerdeführerin  tatsachenwidrige,  unsubstanziierte  und 
widersprüchliche  Angaben  zur  Provinz,  zu  der  N._______  gehören 
solle, gemacht habe,

dass sie keinerlei Orte in der Umgebung dieser Stadt kenne und ihre 
Vorbringen  zum  Reiseweg  ebensowenig  glaubhaft  seien  wie  die-
jenigen zum einjährigen Aufenthalt in Istanbul,

dass die  Beschwerdeführerin  kein Transitland zwischen der  Schweiz 
und der  Türkei  habe angeben können,  und auch ihre  Angaben zum 
Reisepass unsubstanziiert ausgefallen seien,

dass  auch keine Hinweise vorlägen,  welche  Anstrengungen  der  Be-
schwerdeführerin in Bezug auf den Nachweis ihrer Identität erkennen 
liessen, und dies trotz schriftlichen und mündlichen Hinweisen auf die 
Wichtigkeit dieser Frage,

dass  in  Anbetracht  der  Sachlage  davon  auszugehen  sei,  die  Be-
schwerdeführerin sei in Wirklichkeit bemüht, ihre wahre Herkunft, den 
Ausreisezeitpunkt  und ihren effektiven Reiseweg zu verschleiern  be-
ziehungsweise  eine  allfällige  Rückschaffung  in  ihren  Heimatstaat  zu 
erschweren oder  gar  zu  verunmöglichen,  weshalb  sie  keine Papiere 
abgebe,

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dass demnach keine entschuldbaren Gründe vorlägen, die es der Be-
schwerdeführerin  verunmöglichten,  Reise- oder Identitätspapiere ein-
zureichen,

dass  bei  Papierlosigkeit  zu  prüfen  sei,  ob  aufgrund  der  Anhörung 
sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft fest-
gestellt  werden  könne  oder  ob  zusätzliche  Abklärungen  zur  Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig seien,

dass die Beschwerdeführerin behauptet habe, sie habe ihr Schreiben 
an das Ministerium zu einem Zeitpunkt verfasst, als Präsident Nijazov, 
der im Dezember 2008 verstorben sei, noch am Leben gewesen sei, 
doch sei dieser in Wirklichkeit bereits zwei Jahre früher verstorben,

dass demnach davon auszugehen sei,  die Beschwerdeführerin  habe 
sich zum Zeitpunkt der geltend gemachten Probleme längst nicht mehr 
in Turkmenistan aufgehalten,

dass die Beschwerdeführerin  anlässlich der Anhörung nicht in nach-
vollziehbarer Weise habe darlegen können, weshalb sie einen Brief an 
das Ministerium geschrieben habe, ohne vorgängig abzuklären, ob sie 
vom  Staat  überhaupt  finanzielle  Unterstützung  für  ihr  Studium  be-
kommen könnte,

dass  die  Beschwerdeführerin  schliesslich  ihre  Probleme  mit  ihrem 
Stiefvater  erst  im Verlaufe der  Anhörung geltend gemacht habe,  ob-
wohl sie während der BzP mehrfach dazu Gelegenheit gehabt habe,

dass  die  von  der  Beschwerdeführerin  geltend  gemachten  Probleme 
angesichts dieser Sachlage nicht glaubhaft seien,

dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom  25. Februar 2010 
gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 
erheben und dabei unter anderem die Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung vom 19. Februar 2010,  Eintreten auf  das Asylgesuch und 
nochmalige  Befragung  der  Beschwerdeführerin  zu  den  Asylgründen 
sowie zu allfälligen Wegweisungshindernissen durch ein Frauenteam 
beantragen liess,

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dass  die  Vorinstanz  eventualiter  anzuweisen  sei,  den  rechtserheb-
lichen Sachverhalt abzuklären und eine allfällige Anhörung durch ein 
Frauenteam vornehmen zu lassen,

dass sie schliesslich in prozessualer Hinsicht die Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  des Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) und um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses ersuchen liess,

dass die vorinstanzlichen Akten am 26. Februar 2010 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet  (Art. 105 
AsylG  i.V.m.  Art. 31  -  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen (Art. 32  -  35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 

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die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerde-
verfahren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines 
formellen  Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand ist (vgl. a.a.O. E. 2.1 S. 73),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich 
volle Kognition zukommt, 

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art. 111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuld-
baren  Gründen  nicht  in  der  Lage  (Art. 32  Abs. 3  Bst. a  AsylG),  auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder 
sich auf  Grund der Anhörung erweist,  dass zusätzliche Abklärungen 
zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungs-
vollzugshindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

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dass hinsichtlich  der  zur  Begründung des Asylgesuches geltend ge-
machten  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  vorweg  auf  deren  im 
Empfangszentrum  M._______  am  1.  Februar  2010  protokollierten 
Aussagen sowie auf das Protokoll der direkten Bundesanhörung vom 
17. Februar 2010 zu verweisen ist,

dass  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer  Beschwerde  im  Wesentlichen 
geltend macht,  ihre Mutter  und der Rest  der Familie  hätten sie end-
gültig loswerden wollen und für ihre Ausreise in die Türkei gesorgt,

dass der dortige Arbeitgeber ihren Reisepass zerrissen habe, weshalb 
sie aufgrund der Konfiszierung dieses Dokuments keine Papiere bei-
bringen könne und ihre Papierlosigkeit unverschuldet sei,

dass  es  die  Vorinstanz  unterlassen  habe,  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären,

dass  das  Zusammenleben  in  der  Familie  insofern  problembehaftet 
gewesen sei, als ihr Stiefvater Wert darauf gelegt habe, sie bei jeder 
sich  bietenden  Gelegenheit  unschicklich  anzufassen,  doch  habe  sie 
sich weitergehenden Wünschen verweigert,

dass sie diese regelmässigen sexuellen Übergriffe nicht schon in der 
Anhörung geltend gemacht habe, weil sie es dort mit zwei Männern zu 
tun gehabt  habe,  dem Befrager  und dem Dolmetscher, und sie  sich 
geschämt habe,

dass es somit an einem sozialen Beziehungsnetz im Heimatstaat fehle 
und  namentlich  nicht  davon ausgegangen  werden  könne,  sie  könne 
bei  ihrem Onkel  oder  ihrer  Tante  in  N._______  leben,  hätten  diese 
doch selber eine Familie,

dass  aufgrund  der  totalitären  politischen  Situation,  des  im  Klienten-
gesprächs sehr  glaubhaft  geltend gemachten sexuellen  Missbrauchs 
durch  den  Stiefvater  sowie  ihrer  Bekanntheit  bei  den  heimatlichen 
Behörden  eine  vertiefte  Prüfung  des  vorliegenden  Asylgesuchs  an-
gebracht sei,

dass  die  entsprechende  Anhörung  durch  ein  Frauenteam  vorzu-
nehmen sei,

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dass  es  aufgrund  der  Akten  keinen  Grund  gebe,  den  von  der  Be-
schwerdeführerin genannten Ausreisezeitpunkt, den 25. Januar 2009, 
zu bezweifeln,

dass  diese  Vorbringen  in  der  Beschwerdeschrift  indessen  nicht  zu 
einer veränderten Betrachtungsweise zu führen vermögen,

dass  die  Beschwerdeführerin  zunächst  einmal  keine  entschuldbaren 
Gründe  für  die  Nichtabgabe  eines  beweistauglichen  Identitäts-
dokuments  (vgl.  BVGE  2007/7  E. 4  -  6)  innerhalb  der  Frist  von  48 
Stunden nach Einreichen des Asylgesuchs glaubhaft zu machen ver-
mag (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG; vgl. BVGE 2007/8 E. 3.2),

dass die  Beschwerdeführerin  nach eigenen Angaben am 25. Januar 
2009 auf dem Luftweg aus dem Heimatstaat ausreiste und dafür den 
Reisepass  verwendete,  den  der  Arbeitgeber  in  Istanbul  zerrissen 
haben soll,

dass  sie  dementsprechend  während  ihres  einjährigen  Aufenthalts  in 
Istanbul ausreichend Zeit gehabt hätte, sich für spätere Reisen einen 
neuen Reisepass zu besorgen,

dass die Aussengrenze der Europäischen Union (EU) zum einen rigide 
überwacht wird, und den Protokollen zum anderen keine Vorbringen zu 
entnehmen  sind,  welche  erklären  könnten,  aufgrund  welcher  Um-
stände die Beschwerdeführerin es hätte zuwege bringen können, ohne 
gültige Papiere in die EU einzureisen (vgl. A1/9 S. 6),

dass sie ihre Unwissenheit über die Reiseroute zudem mit dem Um-
stand verbindet, sie sei begleitet gewesen,

dass in Anbetracht ihrer unsubstanziierten Vorbringen zum Reiseweg 
davon auszugehen ist, die Beschwerdeführerin sei in Wirklichkeit mit 
einem gültigen Reisepass in die Schweiz gereist,

dass im Übrigen Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit der Schilde-
rung des Reisewegs Rückschlüsse auf  die Glaubhaftigkeit  einer gel-
tend gemachten Verfolgungssituation  zulassen (EMARK 1998 Nr. 17 
E. 4b S. 150),  was sich - wie nachstehend aufgezeigt  wird - auch in 
casu bestätigt,

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dass im vorliegenden Fall aufgrund der Aktenlage, wie sie sich nach 
der Direktanhörung vom 17. Februar 2010 präsentierte, unter Verzicht 
auf  zusätzliche  tatbestandliche  oder  rechtliche  Abklärungen  im 
Rahmen  einer  bloss  summarischen  Prüfung  der  Schluss  gezogen 
werden konnte, sie erfülle die Flüchtlingseigenschaft offenkundig nicht, 
und ebenso offenkundig stünden einem Vollzug der Wegweisung keine 
Hindernisse entgegen (Art. 32 Abs. 3 Bst. b  und c AsylG; vgl. BVGE 
2007/8 E. 5.5. und 5.6.),

dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  zur  angeblichen  Ver-
folgungssituation unsubstanziiert, wirklichkeitsfremd und widersprüch-
lich ausgefallen sind,

dass  die  Beschwerdeführerin  beispielsweise  auf  Nachfrage  hin  be-
stätigte,  sie  habe  im  Jahre  2006  die  Mittelschule  abgeschlossen 
(A8/15 F136/7 S. 12), weshalb die Klage, sie sei aus der Schule ent-
lassen worden, obwohl sie sich in allen Fächern gut ausgekannt habe, 
unpassend erscheint, dies umso mehr, als sie auf einen weiteren Vor-
halt hin ausführte, sie habe im Jahre 2008 eine Aufnahmeprüfung an 
der Universität abgelegt, alle Fragen richtig beantwortet und sei trotz-
dem nicht aufgenommen worden (A8/15 F138 – F140 S. 12),

dass  bei  dieser  Sachlage  ein  lapidares  Schreiben,  wie  es  die  Be-
schwerdeführerin  im  Dezember  2008  an  ein  Ministerium  geschickt 
haben will (A8/15 F53/4 S. 6), weder zweckmässig noch geeignet ge-
wesen wäre, eine staatliche Verfolgung auszulösen,

dass  keineswegs  anzunehmen  ist,  Polizisten  kämen  aufgrund  eines 
solchen  Schreibens  auf  die  Idee,  sich  nach  den  Motiven  der  Ver-
fasserin zu erkundigen,

dass  die  Angaben  der  Beschwerdeführerin  zur  Höhe  der  Studien-
gebühren und zur Immatrikulationsgebühr (A8/15 F69 – F71 S. 7) den 
Eindruck  bestätigen,  die  Beschwerdeführerin  kann  bei  ihren 
Schilderungen nicht auf Erinnerungen an tatsächliche Begebenheiten 
und Erlebnisse zurückgreifen,

dass  der  Ausreisepunkt  sehr  wohl  zu  bezweifeln  ist,  darf  man doch 
davon  ausgehen,  die  Beschwerdeführerin  hätte  vom  Tod  des 
Präsidenten  Nijazov  (gestorben  am  21.  Dezember  2006)  Bescheid 
gewusst und diesen Zeitpunkt korrekt in den eigenen Lebenslauf ein-

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betten können, wenn sie zu jenem Zeitpunkt noch in Turkmenistan ge-
lebt hätte,

dass die Beschwerdeführerin anlässlich der BzP vom 1. Februar 2010 
ausführte, die Stadt N._______, in der sie sich von Geburt an bis zur 
Ausreise aufgehalten habe, gehöre zur Provinz Kirkin (A1/9 S. 2 oben), 
während sie anlässlich der Direktanhörung vom 17. Februar 2010 eine 
Zuordnung zur Provinz Mary vornahm (A8/15 F35/6 S. 4), wodurch die 
Beschwerdeführerin  zwar  ihre  Lernfähigkeit  im  Februar  2010  unter 
Beweis stellt, nicht aber eine langjährige Sozialisation in N._______,

dass  auch  andere  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  begründete 
Zweifel  an  der  Dauer  ihres  Aufenthalts  in  Turkmenistan  aufkommen 
lassen (A8/15 F37/8 S. 4),

dass  die  Flüchtlingseigenschaft  bei  dieser  Sachlage  auf  Grund  der 
Anhörung und gestützt auf die Artikel  3 und 7 AsylG eindeutig nicht 
festgestellt werden kann,

dass die Beschwerdeführerin auf Beschwerdeebene erstmals geltend 
machte, das Zusammenleben in der Familie sei insofern problematisch 
gewesen,  als  sich  der  Stiefvater  häufig  zu  sexuell  gefärbten  Über-
griffen auf sie habe verleiten lassen,

dass dem Protokoll der BzP in diesem Zusammenhang indessen nicht 
der geringste Hinweis auf gestörte Familienverhältnisse zu entnehmen 
ist, 

dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Direkt-
anhörung  in  Bezug  auf  die  Unterstützung  durch  die  Familie  wider-
sprüchlich ausgefallen sind, machte sie doch unter anderem geltend, 
ihr Stiefvater sei wie vor allem auch ihre Mutter mit ihren schulischen 
Aspirationen einverstanden gewesen (A8/15 F59 – F61 S. 6),

dass der oben erwähnte Besuch der Polizisten unglaubhaft erscheint, 
weshalb auch die Misshandlung durch den Stiefvater im Januar 2009 
nicht geglaubt werden kann (A8/15 F55 S. 6), was im Übrigen auch mit 
der  oben aufgeführten Erwägung in  Übereinstimmung steht,  die  Be-
schwerdeführerin  könne  zu  diesem  Zeitpunkt  nicht  mehr  in 
Turkmenistan gelebt haben,

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dass sexuelle Übergriffe unabhängig vom tatsächlichen Aufenthaltsort 
der  Beschwerdeführerin  im  Heimatstaat  grundsätzlich  nicht  staatlich 
geduldet werden, weshalb schweizerische Behörden in Anbetracht der 
Unglaubhaftigkeit  der geltend gemachten Verfolgungssituation keinen 
Anlass haben, in diesem Zusammenhang Abklärungen irgendwelcher 
Art  (beispielsweise  durch  ein  Frauenteam)  zu  treffen,  nachdem  die 
Beschwerdeführerin  selbst  keinen  Anlass  sah,  die  angeblichen 
Übergriffe anlässlich der Befragung oder der Anhörung in geeigneter 
Weise zu thematisieren,

dass nämlich – im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung - in casu 
ohne Willkür  vorweg die Annahme getroffen werden kann, die recht-
liche Überzeugung würde durch weitere Beweiserhebungen nicht ge-
ändert  (vgl.  EMARK  2003  Nr. 13  E.  4c  S.  84,  Alfred  Kölz/Isabelle 
Häner,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des 
Bundes,  2.  Aufl.,  Zürich  1998,  S.  39,  Rz.  111  mit  Hinweis  auf 
BGE 122 V 162, 119 Ib 505 f.),

dass das  BFM demnach zu Recht  gestützt  auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m.  Art. 32  Abs. 3  AsylG  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerde-
führerin nicht eingetreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2 AsylG; Art.  83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  (Schweizerische  Asylrekurskommission) 
der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft gilt, das 
heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und 

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andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, 
in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel, 
Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb  das  in  Art. 5  AsylG verankerte  Prinzip des flüchtlingsrecht-
lichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung ersichtlich sind, die der Beschwerdeführerin im Heimat- oder 
Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat der 
Beschwerdeführerin  noch individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Ge-
fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll-
zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass es sich bei der Beschwerdeführerin insbesondere um eine junge 
und den Akten zufolge gesunde Frau handelt,  die nach eigenen An-
gaben  in  der  Lage  war,  sich  in  Istanbul  mit  Putzarbeiten  durchzu-
schlagen,  weshalb  davon  auszugehen  ist,  sie  werde  sich  aufgrund 
ihrer  bisherigen  Arbeitserfahrungen  auch  im  Heimatstaat  eine  neue 

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Existenzgrundlage erarbeiten können, wobei sie nötigenfalls auf das in 
Wirklichkeit vorhandene Netz zurückgreifen kann,

dass  es  nämlich  entgegen der  Darstellung in  der  Beschwerdeschrift 
nicht  darauf  ankommt,  ob  es  sich  bei  ihren  Bezugspersonen  im 
Heimatstaat, die für sie das soziale Netz darstellen, um alleinstehende 
Personen oder um ganze Familien handelt,  weshalb in  casu die Zu-
mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausser Frage steht,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es der Beschwerdeführerin obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass mit  dem Entscheid in der Hauptsache das Gesuch um Verzicht 
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos wird,

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen 
ist, da die Begehren – wie sich aus den vorliegenden Erwägungen er-
gibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die kumulativen 
Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
nicht erfüllt sind,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführerin  (vorab  per  Telefax; 
Einschreiben, Beilage: Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  M._______  (per 
Telefax, zu den Akten Ref.-Nr. N )

- (...) (per Telefax)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand: 

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