# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 572c32c3-d516-5a4c-aac7-3e532cc13d3c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-12-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2005 PVG 2005 16
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2005-16_2005-12-31.pdf

## Full Text

9 /16 Steuern PVG 2005

Nachlasssteuer. Eröffnung der Veranlagungsverfügung an den 
Willensvollstrecker.
– Ist der Veranlagungsbehörde bekannt, dass ein Willens- 

vollstrecker eingesetzt wurde, darf sie die Veranla- 
gungsverfügung mit Wirkung für alle Erben an diesen 
eröffnen.

Imposta sulle successioni. Intimazione della decisione di 
tassazione all’esecutore testamentario.
– Se l’autorità incaricata della tassazione è a conoscenza 

dell’istituzione di un esecutore testamentario, può inti- 
mare la decisione di tassazione a questi con effetto per tutti 
gli eredi.

Erwägungen:
1. Der Rekurrent beanstandet, die Veranlagungsverfügung

für die Nachlasssteuer sei nur der Willensvollstreckerin, nicht aber 
ihm persönlich eröffnet worden. Da er als Erbe selbständig einspra- 
cheberechtigt sei, hätte die Veranlagungsverfügung auch ihm eröff- 
net werden müssen. Zwar ist es zutreffend, dass grundsätzlich eine 
Verfügung bei mehreren Beteiligten jedem Einzelnen individuell zu 
eröffnen ist. Von diesem Grundsatz gibt es aber Ausnahmen. Insbe- 
sondere haben mehrere Erben gemäss Art. 123c StG einen Vertreter 
zu bestimmen, an welchen die Veranlagungsverfügung zu eröffnen 
ist. Hat der Erblasser einen Willensvollstrecker bestimmt, ist dieser 
befugt und verpflichtet, die steuerrechtlichen Belange wahrzuneh- 
men, es sei denn, der Erblasser habe etwas anderes bestimmt ( vgl. 
Richner / Frei, Kommentar zum Zürcher Erbschafts- und Schen- 
kungssteuergesetz, N 11 zu § 9 ). Wo der Steuerbehörde bekannt ist, 
dass der Erblasser einen Willensvollstrecker eingesetzt hat,  darf 
sie ohne weiteres davon ausgehen, dass dieser als Erbenvertreter 
im Sinne von Art. 123c StG fungiert ( vgl. auch PVG 2000 Nr. 45 ). 
Dementsprechend darf und muss sie Verfügungen dem Willensvoll- 
strecker mit Wirkung für alle Erben zustellen. Anders ist nur vor- 
zugehen, wenn ihr bekannt gegeben wurde, dass der Willensvoll- 
strecker nicht alle Erben vertritt.
A 05 23 Urteil vom 24. Mai 2005

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