# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 03d43c8b-0866-5dc6-b632-068749ca49f7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 02.02.2021 S 2020 120
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2020-120_2021-02-02.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 20 120

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterIn von Salis und Audétat

Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 2. Februar 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, IV-Stelle, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____ meldete sich erstmals im November 2012 unter Hinweis auf eine 

Rheumaerkrankung bei der IV-Stelle des Kantons B._____ zum Leistungs-

bezug an (berufliche Integration/Rente). Diese klärte in der Folge den 

Sachverhalt ab und holte verschiedene Arztberichte ein. Die Dres. med. 

C._____ und D._____, rheumatologische Poliklinik des Spitals T._____, 

stellten in ihrem Bericht vom 12. Februar 2013 folgende Diagnosen mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: Allgemeine Schwäche und Schmer-

zen als Residuum einer Myositis bestehend seit 2007 sowie Verdacht auf 

eine Depression und eine Dekonditionierung. Zudem verwiesen sie auf ih-

ren Bericht vom 9. Januar 2013, in welchem unter anderem eine Dermato-

myositis bei Erstmanifestation im 2007 mit Polymyositis, lymphozytärer 
Dermatitis, Adynamie, Leistungsintoleranz, Myalgien und Hepatitis ausge-

wiesen wurde. Der Hausarzt med. pract. E._____ hielt in seinem Bericht 

vom 20. Mai 2013 fest, dass A._____ leicht ausser Atem komme und er-

müdbar sei. Weiter stellte der behandelnde Psychiater am 13. November 

2013 namentlich folgende Diagnosen: Verdacht auf eine unverarbeitete 

posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), mittelschwere depressive 

Episode chronischen Verlaufs sowie Schwierigkeiten bei der kulturellen 
Eingewöhnung. Dr. med. F._____, Fachärztin für Psychiatrie und Psycho-

therapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), wies in ihrem psychiatrischen 

Untersuchungsbericht vom 17. Dezember 2013 unter anderem folgende 

Diagnosen aus: somatoforme autonome Funktionsstörung mehrerer Or-

gane und Systeme mit Schmerzen, Dyspnoe und vegetativen Symptomen 

wie Schwitzen, depressive Episode mit chronischem Verlauf, aktuell leicht, 

PTBS mit vorwiegend Körpererinnerungen, Hyperarousal und Rückzug, 

subsyndromal, sowie nicht näher bezeichnete dissoziative Störung. 

Mit Verfügung vom 19. März 2014 verneinte die IV-Stelle des Kantons 

B._____ mangels eines Gesundheitsschadens mit invalidisierender Wir-

kung im Rechtssinne einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversi-

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cherung. Das dagegen eingeleitete Beschwerdeverfahren wurde infolge 

Rückzugs des Rechtsmittels mit Urteil vom 23. Mai 2014 als erledigt abge-

schrieben. 

2. Im Juli 2014 meldete sich A._____ erneut bei der IV-Stelle des Kantons 

B._____ zum Leistungsbezug an (berufliche Integration/Rente). Ihr neuer 

Hausarzt Dr. med. G._____ wies in seinem Verlaufsbericht vom 2. Septem-

ber 2014 einen verschlechterten Gesundheitszustand aus und stellte fol-

gende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: Verschlechterung 

der rheumatischen Beschwerden, neuro-vaskuläre Probleme - transiente 

ischämische Attacke am 9./10. Juni 2014, schwere Depression, Anpas-

sungsstörung, zunehmende psychische und körperliche Ermüdbarkeit und 

Leistungsschwäche. Demgegenüber diagnostizierten die Dres. med. 

H._____ und I._____, Neurozentrum des Spitals T._____, in ihrem Bericht 

vom 13. November 2014 neben der bekannten Dermatomyositis unter an-

derem einen Verdacht auf eine transitorische ischämische Attacke am 

9. Juni 2014 bei klinisch transienten sensomotorischen Ausfällen im linken 

Arm und der linken Gesichtsseite sowie ein fibromyalgieformes Krankheits-

bild. Die neu behandelnde Psychiaterin Dr. med. J._____ und Psychothe-

rapeutin K._____ stellten in ihrem Bericht vom 2. September 2014 eine 

ausgeprägte PTBS sowie eine mittelschwere depressive Episode mit chro-

nischem Verlauf fest. In der Folge liess die IV-Stelle des Kantons B._____ 

A._____ durch Dr. med. L._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-

rapie, psychiatrische Universitätsklinik Q._____, psychiatrisch begutach-

ten. In seinem am 23. März 2016 erstatteten Gutachten wies er aus psych-

iatrischer Sicht eine aktuell leichte depressive Episode seit 2013, im Verlauf 

leicht bis mittelgradig ausgeprägt ohne zwischenzeitliche Remission, sowie 

aktenanamnestisch eine PTBS bei aktuell nicht erfüllten Kriterien aus. Die 

angestammte Tätigkeit als Leiterin eines Schneiderateliers befand er für 

nicht mehr zumutbar. Dagegen wies er für eine einfache, an ihre 

körperlichen Möglichkeiten angepasste Verweistätigkeit mit regelmässigen 

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Pausen und ohne Leitungsfunktion, Personalführung und 

Kundenbetreuung eine ca. 70%ige Arbeitsfähigkeit aus (unter 

Ausklammerung der somatischen Einschränkungen). 

Mit Verfügung vom 9. Juni 2017 wies die IV-Stelle des Kantons B._____ 

das Leistungsbegehren von A._____ ab. Gemäss psychiatrischer 

Abklärung liege aktuell eine leichte depressive Episode (seit 2013), im 

Verlauf leicht bis mittelgradig, vor. Dabei handle es sich um eine 

gesundheitliche Beeinträchtigung, die medizinisch behandelbar sei und zu 

keiner langandauernden Arbeitsunfähigkeit führe. Aus somatischer Sicht 

bestehe eine Dermatomyositis. Aufgrund der Diagnose bestehe eine 

maximale Leistungseinschränkung von 10 % für jede angepasste 

Hilfsarbeit. Insgesamt liege keine invalidenversicherungsrechtlich 

relevante gesundheitliche Einschränkung vor.

3. Nachdem A._____ in den Kanton Graubünden gezogen war, meldete sie 

sich im Juli 2020 bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden zum 

Leistungsbezug an (berufliche Integration/Rente). Zur Begründung einer 

wesentlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands reichte sie 

einen Bericht von Dr. med. M._____, Fachärztin für Rheumatologie, vom 

28. Juli 2020 ein. Mit Vorbescheid vom 13. August 2020 stellte ihr die IV-

Stelle das Nichteintreten auf ihr Leistungsbegehren in Aussicht.

4. In der Folge legte A._____ namentlich einen Arztbericht von Dr. med. 

N._____, psychiatrische Klinik P._____, vom 8. September 2020 ins Recht. 

Nach Einholung einer ärztlichen Stellungnahme beim RAD-Arzt Dr. med. 

O._____, Facharzt für Chirurgie, verfügte die IV-Stelle am 2. Oktober 2020 

wie vorbeschieden und sie trat mangels glaubhaft gemachter 

Verschlechterung des Gesundheitszustands auf das Leistungsbegehren 

von A._____ nicht ein. 

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5. Hiergegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 

29. Oktober 2020 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden. Neben der Aufhebung der Verfügung der IV-Stelle vom 

2. Oktober 2020 beantragte sie sinngemäss, es sei auf ihr 

Leistungsbegehren bzw. ihre Neuanmeldung einzutreten. Zudem sei auf 

die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die 

unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Begründend führte sie im 

Wesentlichen aus, dass ihre chronische Erkrankung zu sekundären Folgen 

und somit zu einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustands geführt 

habe. Die IV-Stelle habe ihr Gesuch nicht sorgfältig geprüft, keine 

notwendigen Abklärungen vorgenommen und somit ihre Sorgfaltspflicht 

verletzt. 

6. In ihrer Vernehmlassung vom 23. Dezember 2020 (Eingang) beantragte 

die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde. Für die Begründung verwies 

sie primär auf die angefochtene Verfügung.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene 

Verfügung sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nach-

stehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle 

des Kantons Graubünden vom 2. Oktober 2020, womit auf das Leistungs-

begehren der Beschwerdeführerin nicht eingetreten wurde. Gemäss Art. 69 

Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; 

SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem 

Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Als kantonales Ver-

sicherungsgericht ist das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden für 

die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde sowohl örtlich als auch sach-

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lich zuständig (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 57 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] 

und Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 

[VRG; BR 370.100]). Die Beschwerdeführerin ist Adressatin der angefoch-

tenen Verfügung, weshalb sie durch die angefochtene Verfügung unmittel-

bar betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 

oder Änderung hat. Sie ist demnach zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 60 und 

Art. 61 ATSG) eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten. 

2. Der Streitgegenstand erschöpft sich vorliegend in der Frage, ob die IV-

Stelle zu Recht mangels glaubhaft gemachter Verschlechterung des Ge-

sundheitszustands durch die Beschwerdeführerin nicht auf deren Leis-

tungsbegehren eingetreten ist. Darüber hinausgehende, erst im vorliegen-

den Beschwerdeverfahren geltend gemachte Vorbringen der Beschwerde-

führerin, namentlich zur Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit und deren 

Verwertbarkeit auf dem massgebenden Arbeitsmarkt sowie zu der in die-

sem Zusammenhang geltend gemachten Verletzung von Menschenrech-

ten und der Menschenwürde, zielen am Streitgegenstand vorbei und sind 

daher von Vornherein nicht zu hören. 

3.1. Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, 

so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn damit glaubhaft gemacht 

wird, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erhebli-

chen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 der Verordnung über 

die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]; Urteil des Bundesgerichts 

8C_256/2019 vom 23. August 2019 E.6.1). Eine solche Änderung der 

tatsächlichen Verhältnisse kann namentlich in einer Verschlechterung des 

Gesundheitszustands mit entsprechend verminderter Arbeitsfähigkeit oder 

in geänderten erwerblichen Auswirkungen einer im Wesentlichen gleich ge-

bliebenen Beeinträchtigung der Gesundheit liegen. Dagegen stellt eine 

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bloss abweichende Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen 

Sachverhalts keine relevante Änderung dar (Urteil des Bundesgerichts 

8C_606/2019 vom 5. Dezember 2019 E.3.2 m.w.H.; vgl. zum Ganzen auch 

Urteil des Bundesgerichts 8C_541/2019 vom 23. Dezember 2019 E.3.1). 

3.2.1. Im Rahmen der Prüfung, ob auf eine Neuanmeldung einzutreten ist, findet 

der Untersuchungsgrundsatz, wonach die Verwaltung resp. das Gericht 

von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtser-

heblichen Sachverhalts zu sorgen hat, keine Anwendung. Es ist Sache der 

versicherten Person, das Vorliegen eines veränderten Sachverhalts glaub-

haft zu machen. Erst wenn dies erfolgt ist und die IV-Stelle auf die Neuan-

meldung eintritt, hat sie unter Anwendung des Untersuchungsgrundsatzes 

den massgeblichen Sachverhalt zu erstellen (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 8C_476/2019 vom 18. September 2019 E.3 m.w.H.). Mit dem Be-

weismass des Glaubhaftmachens sind allerdings herabgesetzte Anforde-

rungen an den Beweis verbunden; die Tatsachenänderung muss nicht 

nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Grad der überwie-

genden Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 218 E.6) erstellt sein. Es genügt, 

dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheblichen 

Sachumstands wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn 

durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Ab-

klärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (vgl. 

zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts 9C_725/2019 vom 27. Januar 

2020 E.2.2 und 8C_389/2019 vom 5. September 2019 E.2.1 m.w.H.).

3.2.2. Da der Untersuchungsgrundsatz rechtsprechungsgemäss erst greift, wenn 

die Verwaltung auf ein Gesuch eintritt, zielt das Vorbringen der Beschwer-

deführerin, wonach die IV-Stelle keine Abklärungen vorgenommen und in-

sofern ihre Sorgfaltspflicht verletzt habe, von vornherein ins Leere.

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3.3.1. Die zeitliche Vergleichsbasis für die Frage, ob eine rentenrelevante Verän-

derung des Sachverhalts glaubhaft ist, bildet der Zeitpunkt der letzten um-

fassenden materiellen Prüfung. Der Vergleichszeitraum erstreckt sich 

grundsätzlich bis zur Prüfung und Beurteilung des Gesuchs, d.h. bis zum 

Erlass der Verfügung betreffend die Neuanmeldung. Für die beschwerde-

weise Überprüfung einer Nichteintretensverfügung ist somit der Sachver-

halt, wie er sich der Verwaltung bot, resp. die Aktenlage bei Erlass dieser 

Verfügung massgeblich (Urteil des Bundesgerichts 8C_256/2019 vom 

23. August 2019 E.6.1 m.w.H.; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 

9C_725/2019 vom 27. Januar 2020 E.2.2 m.w.H.).

3.3.2. Insofern sind die von der Beschwerdeführerin im vorliegenden Beschwer-

deverfahren ins Recht gelegten medizinischen Berichte, namentlich jener 

von Dr. med. M._____ vom 13. Oktober 2020 (beschwerdeführerische Ak-

ten [Bf-act.] 2), vom behandelnden Hausarzt vom 16. Oktober 2020 (Bf-

act. 3), von Dr. med. N._____ vom 20. Oktober 2020 (Bf-act. 5) sowie das 

ärztliche Zeugnis vom 16. Oktober 2020 (Bf-act. 4), unbeachtlich. Denn Ak-

tenstücke, die erst nach Erlass der Eintretensverfügung entstanden sind, 

können nicht dazu beitragen, einen bestimmten Sachverhalt im Zeitpunkt 

des Entscheids über das Eintreten auf eine Neuanmeldung glaubhafter zu 

machen (Urteil des Bundesgerichts 8C_606/2019 vom 5. Dezember 2019 

E.4.2.2). 

4.1. Im hier zu beurteilenden Fall bildet die Verfügung der IV-Stelle des Kantons 

B._____ vom 9. Juni 2017, mit welcher das Leistungsbegehren der Be-

schwerdeführerin nach einlässlichen medizinischen Abklärungen abgewie-

sen wurde, die zeitliche Vergleichsbasis für die Frage, ob eine rentenrele-

vante Veränderung des Sachverhalts glaubhaft ist. Die IV-Stelle des Kan-

tons B._____ erachtete dabei die seinerzeitig aktuelle leichte depressive 

Episode (seit 2013), im Verlauf leicht bis mittelgradig, als medizinisch be-

handelbar, weshalb sie aus psychiatrischer Sicht keine langandauernde Ar-

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beitsunfähigkeit annahm. Aus somatischer Sicht hielt sie eine Dermato-

myositis fest, aufgrund welcher sie eine maximale Leistungseinschränkung 

von 10 % für jede angepasste Hilfsarbeit annahm. Insgesamt verneinte sie 

eine invalidenversicherungsrechtlich relevante gesundheitliche Beeinträch-

tigung (vgl. IV-act. 116). 

4.2. Diesem Entscheid lagen neben mehreren Berichten der behandelnden 

Ärzte insbesondere das psychiatrische Gutachten von Dr. med. L._____ 

vom 23. März 2016 sowie die Stellungnahme der RAD-Ärztin R._____ vom 

6. März 2017 zugrunde. Daraus geht im Wesentlichen was folgt hervor: 

Mit Bericht vom 2. September 2014 wies der neue Hausarzt Dr. med. 

G._____ einen verschlechterten Gesundheitszustand aus. Er stellte fol-

gende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: Verschlechterung 

der rheumatischen Beschwerden, neuro-vaskuläre Probleme - transiente 

ischämische Attacke 9./10. Juni 2014, schwere Depression, Anpassungs-

störung, zunehmende psychische und körperliche Ermüdbarkeit und Leis-

tungsschwäche. Er erachtete die Beschwerdeführerin bis auf Weiteres zu 

100 % arbeitsunfähig (vgl. IV-act. 68 S. 1 f.). Die Dres. med. H._____ und 

I._____ diagnostizierten mit Bericht vom 13. November 2014 neben der be-

kannten Dermatomyositis unter anderem einen Verdacht auf eine transito-

rische ischämische Attacke am 9. Juni 2014 bei klinisch transienten senso-

motorischen Ausfällen im linken Arm und der linken Gesichtsseite sowie 

ein fibromyalgieformes Krankheitsbild als Residuum der Myositis mit allge-

meiner Schwäche und Schmerzen. Sie erachteten die Arbeitsfähigkeit als 

gegeben (vgl. IV-act. 75 S. 2 f.). 

Die neu behandelnde Psychiaterin Dr. med. J._____ und 

Psychotherapeutin K._____ stellten in ihrem Bericht vom 2. September 

2014 eine ausgeprägte PTBS sowie eine mittelschwere depressive 

Episode mit chronischem Verlauf fest. Die sehr schweren, sequentiell 

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angelegten Traumatisierungen in der Vergangenheit und mehrfachen 

Überbelastungen der Beschwerdeführerin hätten zwangsläufig zu 

seelischen Reaktionen, wie der aktuell gezeigten depressiven 

Stimmungslage, der generellen Freudlosigkeit sowie weiteren zahlreichen 

Symptomen wie einer PTBS mit wiederkehrenden Albträumen geführt. 

Diese kämen zusammengefasst in einer massiven Beeinträchtigung des 

psychischen und körperlichen Wohlbefindens, verbunden mit einer 

massiven Müdigkeit und Hoffnungslosigkeit sowie zusätzlich über 

körperliche Schmerzen zum Ausdruck (vgl. IV-act. 69 S. 1 ff.). Am 10. März 

2015 berichteten Dr. med. J._____ und Psychotherapeutin K._____ von 

einem nicht wesentlich veränderten Gesundheitszustand: Es liege eine 

mittelschwere Depression vor mit ausgeprägter Müdigkeit. Im 

Psychostatus wiesen sie zudem auf diffuse Schmerzen, schnelle 

Erschöpfbarkeit, Einschränkungen bei der Ausübung alltäglicher Arbeiten, 

Antriebslosigkeit, gedrückte Stimmung, Niedergeschlagenheit und sozialen 

Rückzug hin (vgl. IV-act. 86). In seinem psychiatrischen Gutachten vom 

23. März 2016 wies Dr. med. L._____ unter anderem eine aktuell leichte 

depressive Episode seit 2013, im Verlauf leicht bis mittelgradig ausgeprägt 

ohne zwischenzeitliche Remission, sowie aktenanamnestisch eine PTBS 

bei aktuell nicht erfüllten Kriterien aus (vgl. IV-act. 97 S. 26). Dazu hielt er 

namentlich fest, insgesamt hätten im aktuellen Querschnittbefund 

Beschwerden über erhöhte Ermüdbarkeit (auch im Verlauf des Gesprächs 

objektivierbar), eine Antriebsminderung, sozialer Rückzug sowie eine 

Schmerzproblematik imponiert. Die affektiven Symptome seien eher leicht 

ausgeprägt gewesen. Eine relevante Angstsymptomatik sei nicht eruierbar 

gewesen, insbesondere seien auch die Kriterien einer PTBS gemäss ICD-

10 nicht erfüllt (vgl. IV-act. 97 S. 30). In Anlehnung an die entsprechende 

ICD-10-Klassifikation für depressive Episoden sei vom Vorliegen einer 

leichtgradigen depressiven Episode auszugehen. Gestützt auf die Akten 

sei anzunehmen, dass die affektive Symptomatik seit 2013 in einer leicht- 

bis mittelgradigen Ausprägung bestehe. Eine vollständige Remission der 

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Symptomatik sei aktenanamnestisch nicht verzeichnet. Dr. med. L._____ 

erachtete die angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Leiterin 

eines Schneiderateliers für nicht mehr zumutbar. Dagegen wies er für eine 

einfache, an ihre körperlichen Möglichkeiten angepasste Verweistätigkeit 

mit regelmässigen Pausen und ohne Leitungsfunktion, Personalführung 

und Kundenbetreuung eine ca. 70%ige Arbeitsfähigkeit aus (unter 

Ausklammerung der somatischen Einschränkungen) (vgl. IV-act. 97 S. 33).

In ihrer Beurteilung vom 6. März 2017 führte RAD-Ärztin R._____ aus, der 

psychiatrische Gutachter habe bei der Beschwerdeführerin eine leichte 

depressive Episode, im Verlauf leicht bis mittelgradig ausgeprägt ohne 

zwischenzeitliche Remission, diagnostiziert, und er habe die Kriterien für 

eine PTBS als nicht erfüllt erachtet. Weiter hielt sie fest, dass sich die 

Beschwerdeführerin seit dem 10. Februar 2015 nicht mehr in 

psychiatrischer Behandlung befinde. Dem psychiatrischen Gutachten sei 

zu entnehmen, dass zusammenfassend von einer prämorbid unauffälligen 

Persönlichkeit der Beschwerdeführerin ausgegangen werde. Die 

Entwicklung der psychischen Beschwerden stehe im Zusammenhang mit 

den angegebenen mehrfachen belastenden Ereignissen in der 

Vorgeschichte (Migration, schwierige soziokulturelle Eingewöhnung sowie 

somatische Komorbidität mit u.a. Muskelschwäche, Schmerzen etc.). 

Gestützt darauf ging RAD-Ärztin R._____ davon aus, dass die psychischen 

Beschwerden eher die Folge der Grundproblematik im kulturellen und 

sozialen Bereich darstellten. Damit sollten die Lösungen mit adäquaten 

Instrumenten in diesen Lebenssphären und nicht mit medizinischen 

Massnahmen gesucht werden (vgl. IV-act. 114 S. 4). In somatischer 

Hinsicht hielt RAD-Ärztin med. pract. S._____, Fachärztin für Physikalische 

Medizin und Rehabilitation, in ihrer Beurteilung vom 6. Juli 2016 fest, dass 

der Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit als Schneiderin wie 

jede andere leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit ganztags mit einer 

maximalen Leistungsreduktion von 10 % zumutbar sei (vgl. IV-act. 106).

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5.1. In der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 2. Oktober 2020 trat die 

IV-Stelle mangels glaubhaft gemachter Verschlechterung des 

Gesundheitszustands auf das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin 

nicht ein (vgl. IV-act. 151). Dabei stützte sie sich namentlich auf die 

Beurteilungen von RAD-Arzt Dr. med. O._____ vom 13. August 2020 und 

30. September 2020, worin dieser in somatischer Hinsicht zum Schluss 

kam, dass bereits in der Vorgeschichte der Beschwerdeführerin erhebliche 

körperliche und schmerzhafte Funktionseinschränkungen dokumentiert 

worden seien, weshalb eine wesentliche Verschlechterung des 

Gesundheitszustands nicht nachvollziehbar sei (vgl. Case Report, IV-

act. 153 S. 5). In psychiatrischer Hinsicht folgerte er, dass von einer 

jahrelangen depressiven Erkrankung mit wechselhaften leicht- bis 

mittelgradigen Episoden auszugehen sei. Diese seien in den ausführlichen 

Abklärungen der IV-Stelle des Kantons B._____ bereits berücksichtigt 

worden, weshalb nicht von einer Verschlechterung des 

Gesundheitszustands auszugehen sei (vgl. Case Report, IV-act. 153 

S. 10).

5.2. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen im Wesentlichen ein, dass ihre 

chronische Erkrankung zu sekundären Folgen und somit zu einer 

Verschlechterung ihres Gesundheitszustands geführt habe. Chronische 

Erkrankungen gingen im Alter mit einer deutlichen Verringerung der 

Lebensqualität und Selbstständigkeit einher. Es könne nicht davon 

ausgegangen werden, dass ihre Gesundheit unverändert stabil bleiben 

werde. Vielmehr könne deren Verschlechterung mit zunehmendem Alter 

nicht ausgeschlossen werden. Zur Begründung einer wesentlichen 

Verschlechterung ihres Gesundheitszustands reichte sie im 

vorinstanzlichen Verfahren insbesondere einen Bericht von Dr. med. 

M._____ vom 28. Juli 2020 und von Dr. med. N._____ vom 8. September 

2020 ein. Im Einzelnen lässt sich diesen Berichten Folgendes entnehmen:

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5.2.1. Dr. med. M._____ hielt in ihrem Bericht vom 28. Juli 2020 fest, dass die 

Beschwerdeführerin, welche seit August 2019 durch sie betreut werde, 

bereits seit zehn Jahren wegen einer Polymyositis in rheumatologischer 

Behandlung stehe. Es hätten bereits zahlreiche immunsuppressive 

Therapien stattgefunden, die (jedoch) zu keiner Remission geführt hätten. 

Seit August 2019 bestehe eine deutlich verstärkte Krankheitsaktivität mit 

deutlicher Erhöhung der Kreatinkinase. Klinisch äussere sich dies in einer 

allgemeinen Schwäche und verstärkten Müdigkeit. Durch die langjährige 

Krankheitssymptomatik sei es zusätzlich zu einer chronisch generalisierten 

Schmerzsymptomatik gekommen. Im Alltag sei die Beschwerdeführerin 

durch die bestehende Krankheitsaktivität komplett eingeschränkt. Es 

bestünden eine ausgeprägte Müdigkeit und Schwäche. Aus 

rheumatologischer Sicht sei ihr keine Tätigkeit zumutbar; es bestehe eine 

anhaltende 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. zum Ganzen IV-act. 143).

5.2.2. Dr. med. N._____ diagnostizierte in seinem Bericht vom 8. September 

2020 neben der Polymyositis (ICD-10: M33.2) eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1). Er 

hielt fest, dass bei der Beschwerdeführerin, welche seit dem 24. Oktober 

2019 in einer ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen 

Behandlung stehe, psychische und kognitive Einschränkungen im Bereich 

der Konzentration und der Aufmerksamkeit sowie Einschränkungen in der 

Belastungsfähigkeit bestünden. Ein verlangsamtes Denken sowie 

Konzentrationsstörungen führten zu einer erhöhten Fehlerquote, 

verlangsamtem Arbeitstempo sowie erhöhtem Anleitungsbedarf. Zudem 

bestehe eine reduzierte Belastbarkeit infolge einer starken 

Schmerzsymptomatik mit Bewegungseinschränkungen sowie einer 

affektiven Labilität (vgl. zum Ganzen IV-act. 147).

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6. Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, geht in Würdigung dieser Berichte 

aus dem Vergleich zwischen der im Verfügungszeitpunkt am 2. Oktober 

2020 gegebenen medizinischen Situation und derjenigen, wie sie sich 

anlässlich der Verfügung vom 9. Juni 2017 bot, nicht hervor, dass die 

Beschwerdeführerin glaubhaft dargelegt hätte, dass sich die tatsächlichen 

Verhältnisse in einer für den Leistungsanspruch erheblichen Weise 

verändert haben.

6.1. Zwar geht aus dem Bericht von Dr. med. M._____ vom 28. Juli 2020 in 

somatischer Hinsicht mit Blick auf die Polymyositis hervor, dass seit August 

2019 eine deutlich verstärkte Krankheitsaktivität mit deutlicher Erhöhung 

der Kreatinkinase (4000 U/ml) bestehe (vgl. IV-act. 143), was in dieser 

Form im Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 9. Juni 2017 nicht der Fall 

war. Mit Bezug auf den Krankheitsverlauf ergibt sich aus den Akten 

vielmehr was folgt: Die Polymyositis manifestierte sich erstmals kurz nach 

der Einreise der Beschwerdeführerin in die Schweiz im Jahr 2007 (vgl. 

Berichte vom 20. September 2007 [IV-act. 20 S. 6] und vom 21. Dezember 

2007 [IV-act. 20 S. 2]), wobei sich im Vergleich zu den von Dr. med. 

M._____ im Bericht vom 28. Juli 2020 festgestellten Werten eine ähnlich 

hohe Kreatinkinase zeigte (vgl. Bericht vom 29. Oktober 2007 [IV-act. 20 

S. 4]). In der Folge wurden gegen Ende des Jahres 2012 bzw. Anfang 2013 

jedoch weder laborchemisch noch radiologisch Zeichen für eine Myositis 

bzw. eine Entzündungsaktivität infolge der durchgeführten Therapie mit 

Methotrexat und niedrig dosiertem Steroid festgestellt (vgl. Berichte vom 

9. Januar 2013 [IV-act. 18 S. 1 f.], vom 18. Juli 2013 [IV-act. 36 S. 7 f.], 

vom 8. Januar 2014 [IV-act. 48 S. 2] und vom 13. Februar 2014 [IV-

act. 103 S. 31]; vgl. ferner Bericht vom 12. Februar 2013 [IV-act. 17]). Ein 

Rezidiv zeichnete sich sodann gegen Ende des Jahres 2014 mit einer 

zunehmenden Aktivität vor allem im Bereich der Abduktoren links betont ab 

(vgl. Berichte vom 31. Dezember 2014 [IV-act. 81 S. 9 f. bzw. IV-act. 103 

S. 22 f.] und vom 25. November 2014 [IV-act. 103 S. 24 f.]). Dieses wurde 

- 15 -

im Februar 2015 bei erhöhter Kreatinkinase bestätigt und mit einer 

Mabthera-Gabe behandelt (vgl. Berichte vom 5. März 2015 [IV-act. 103 

S. 20 f.] und vom 31. März 2015 [IV-act. 103 S. 17 f.]), was zu einer 

Regredienz der Entzündungsaktivität führte (vgl. Bericht vom 20. Mai 2015 

[IV-act. 103 S. 14 f.]), bevor sich die Kreatinkinase-Werte wieder auf dem 

Niveau vor dem letzten Schub einpendelten und sich die Grunderkrankung 

stabilisierte (vgl. Berichte vom 16. Juli 2015 [IV-act. 103 S. 11 ff.], vom 

30. Oktober 2015 [IV-act. 103 S. 8 ff.], vom 6. Mai 2016 [IV-act. 103 S. 5 ff.] 

und vom 7. Juni 2016 [IV-act. 103 S. 2 f.]). Die fehlende Krankheitsaktivität 

der Polymyositis vermochte aber grundsätzlich nichts am beklagten 

Beschwerdebild, insbesondere was die angegebene Müdigkeit und 

Schwäche anbelangt, zu ändern. Vielmehr klagte die Beschwerdeführerin 

auch in Phasen der Remission der Polymyositis über eine ausgeprägte und 

persistierende Müdigkeit, eine ausgeprägte (Muskel)Schwäche, eine 

starke Erschöpfbarkeit, einen unveränderten Ganzkörperschmerz und 

Schwitzen (vgl. psychiatrisches Gutachten vom 23. März 2016 [IV-act. 97 

S. 14 f. und S. 29] sowie Berichte vom 7. Juni 2016 [IV-act. 103 S. 2 f.], 

vom 6. Mai 2016 [IV-act. 103 S. 6 f.], vom 30. Oktober 2015 [IV-act. 103 

S. 9], vom 16. Juli 2015 [IV-act. 103 S. 13], vom 25. November 2014 [IV-

act. 103 S. 25], vom 13. Februar 2014 [IV-act. 53 S. 7 f.], vom 

24. September 2013 [IV-act. 36 S. 1], vom 15. November 2013 [IV-act. 43 

S. 3], vom 20. Mai 2013 [IV-act. 25 S. 1], vom 9. Januar 2013 [IV-act. 18 

S. 2 und S. 4] und vom 21. Dezember 2012 [IV-act. 53 S. 16 f.]). So wurden 

denn auch die allgemeine Schwäche und Schmerzen von Seiten der 

behandelnden Ärzte als Residuen der seit 2007 bestehenden Myositis 

eingeordnet (vgl. Berichte vom 18. Juli 2013 [IV-act. 36 S. 9], vom 

12. Februar 2013 [IV-act. 17 S. 1] und 9. Januar 2013 [IV-act. 18 S. 1 f.]). 

Zudem gab die Beschwerdeführerin selbst an, dass die Beschwerden wie 

Müdigkeit und Ganzkörperschmerzen unverändert seien und sich so 

anfühlten wie seit der Erstmanifestation des Krankheitsbildes (vgl. 

psychiatrisches Gutachten vom 23. März 2016 [IV-act. 97 S. 16] sowie 

- 16 -

Berichte vom 31. März 2015 [IV-act. 103 S. 19], vom 18. Juli 2013 [IV-

act. 36 S. 8] und vom 13. Februar 2014 [IV-act. 53 S. 8]). Insofern kann 

angenommen werden, dass die anlässlich der Neuanmeldung von Dr. med. 

M._____ ausgewiesenen Funktionseinschränkungen in befundlicher 

Hinsicht bereits im Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 9. Juni 2017 

bekannt waren und in die seinerzeitige Einschätzung einer maximal 

10%igen Leistungsreduktion in der angestammten Tätigkeit als 

Schneiderin bzw. in jeder anderen leichten, überwiegend sitzenden 

Tätigkeit (vgl. dazu Aktennotiz von RAD-Ärztin med. pract. S._____ vom 

6. Juli 2016 [IV-act. 106] und Bericht von RAD-Ärztin med. pract. S._____ 

vom 22. Januar 2015 [IV-act. 78 S. 3 f.] i.V.m. Beurteilung durch RAD-

Ärztin med. pract. S._____ vom 8. Januar 2014 [IV-act. 48 S. 3]) sowie den 

damaligen Entscheid eingeflossen sind (vgl. IV-act. 116). Da die 

Polymyositis ferner bereits seit dem Jahr 2007 bestand und in diesem 

Zusammenhang generelle Schmerzen beklagt wurden (vgl. Berichte vom 

13. November 2014 [IV-act. 75 S. 3], vom 15. November 2013 [IV-act. 43 

S. 3], vom 18. Juli 2013 [IV-act. 36 S. 7 bzw. IV-act. 103 S. 35], vom 

13. Februar 2014 [IV-act. 53 S. 8], vom 24. September 2013 [IV-act. 36 

S. 1], vom 9. Januar 2013 [IV-act. 18 S. 2 und S. 4] sowie vom 

17. Dezember 2013 [IV-act. 47 S. 2]), ist zudem davon auszugehen, dass 

bereits anlässlich der Verfügung vom 9. Juni 2017, d.h. rund zehn Jahre 

nach der Erstmanifestation, eine chronisch generalisierte 

Schmerzsymptomatik vorlag. Insgesamt ergibt sich somit, dass in 

somatischer Hinsicht mit dem Bericht von Dr. med. M._____ vom 28. Juli 

2020 keine den Leistungsanspruch berührende Verschlechterung des 

Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin geltend gemacht wurde. 

Vielmehr handelt es sich bei der Einschätzung von Dr. med. M._____ um 

eine bloss abweichende Beurteilung eines im Wesentlichen gleich 

gebliebenen Sachverhalts, was vorliegend unbeachtlich ist. 

- 17 -

6.2. Gleichermassen mangelt es auch mit Blick auf den psychischen 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin an einer glaubhaft 

gemachten Änderung der tatsächlichen Verhältnisse. So wurde im 

psychiatrischen Gutachten von Dr. med. L._____ vom 23. März 2016, 

welches der Verfügung vom 9. Juni 2017 zugrunde lag (vgl. IV-act. 116), 

zwar eine leichtgradige depressive Episode festgestellt; zugleich wurde 

aber darauf hingewiesen, dass seit dem Jahr 2013 eine affektive 

Symptomatik in einer leicht- bis mittelgradigen Ausprägung ohne 

zwischenzeitliche Remission bestehe (vgl. IV-act. 97 S. 33; vgl. auch IV-

act. 97 S. 26). Dies findet denn auch seine Stütze in den Akten: Mit Bericht 

vom 13. November 2013 wies der damals behandelnde Psychiater 

namentlich eine mittelschwere depressive Episode chronischen Verlaufs 

aus (vgl. IV-act. 41 S. 2), während RAD-Ärztin Dr. med. F._____ anlässlich 

ihrer Untersuchung am 20. November 2013 eine depressive Episode mit 

chronischem Verlauf, aktuell leicht, feststellte (vgl. IV-act. 47 S. 4). Die neu 

behandelnde Psychiaterin Dr. med. J._____ und Psychotherapeutin 

K._____ diagnostizierten in ihren Berichten vom 2. September 2014 und 

10. März 2015 wiederum eine mittelschwere depressive Episode mit 

chronischem Verlauf (vgl. IV-act. 69 S. 1 und IV-act. 86 S. 1). Wenn nun 

Dr. med. N._____ in seinem Bericht vom 8. September 2020 erneut eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, 

diagnostiziert (vgl. IV-act. 147), vermag die sich darauf abstützende 

Beschwerdeführerin demnach keine Verschlechterung des psychischen 

Zustands glaubhaft zu machen. 

Hinzu kommt, dass Dr. med. N._____ selbst eine leichte Verbesserung des 

psychischen Zustands unter medikamentöser Behandlung feststellte (vgl. 

IV-act. 147 S. 2). Auch stimmt der im Bericht von Dr. med. N._____ vom 

8. September 2020 aufgeführte Psychostatus mit den früheren 

aktenkundigen psychopathologischen Befunderhebungen weitgehend 

überein (vgl. hinsichtlich beeinträchtigter Grundstimmung: psychiatrisches 

- 18 -

Gutachten von Dr. med. L._____ vom 23. März 2016 [IV-act. 97 S. 23 f.], 

Berichte von Dr. med. J._____ und Psychotherapeutin K._____ vom 

10. März 2015 [IV-act. 86 S. 1] und 2. September 2014 [IV-act. 69 S. 2], 

Bericht des damals behandelnden Psychiaters vom 13. November 2013 

[IV-act. 41 S. 1]; bezüglich reduziertem Antrieb: psychiatrisches Gutachten 

von Dr. med. L._____ vom 23. März 2016 [IV-act. 97 S. 24 und S. 29 f.], 

Bericht von Dr. med. J._____ und Psychotherapeutin K._____ vom 

10. März 2015 [IV-act. 86 S. 1], Bericht des damals behandelnden 

Psychiaters vom 13. November 2013 [IV-act. 41 S. 2]; betreffend 

Gedankenkreisen: psychiatrisches Gutachten von Dr. med. L._____ vom 

23. März 2016 [IV-act. 97 S. 24], Untersuchungsbericht von RAD-Ärztin Dr. 

med. F._____ vom 17. Dezember 2013 [IV-act. 47 S. 5]; hinsichtlich 

sozialem Rückzug: psychiatrisches Gutachten von Dr. med. L._____ vom 

23. März 2016 [IV-act. 97 S. 30; vgl. auch S. 15 und S. 19], Bericht von Dr. 

med. J._____ und Psychotherapeutin K._____ vom 10. März 2015 [IV-

act. 86 S. 1], Untersuchungsbericht von RAD-Ärztin Dr. med. F._____ vom 

17. Dezember 2013 [IV-act. 47 S. 4]; bezüglich (Ein-)Schlafstörungen: 

psychiatrisches Gutachten von Dr. med. L._____ vom 23. März 2016 [IV-

act. 97 S. 15, S. 16, S. 20 und S. 32], Untersuchungsbericht von RAD-

Ärztin Dr. med. F._____ vom 17. Dezember 2013 [IV-act. 47 S. 3], Bericht 

des damals behandelnden Psychiaters vom 13. November 2013 [IV-act. 41 

S. 2]). Darüber hinaus finden die im Bericht von Dr. med. N._____ vom 

8. September 2020 explizierten kognitiven Einschränkungen, namentlich 

im Bereich der Konzentration und Aufmerksamkeit sowie im verlangsamten 

Denken mit erhöhter Fehlerquote, grundsätzlich ihr Korrelat in früheren 

Befunderhebungen (vgl. psychiatrisches Gutachten von Dr. med. L._____ 

vom 23. März 2016 [IV-act. 97 S. 23 und S. 30], Untersuchungsbericht von 

RAD-Ärztin Dr. med. F._____ vom 17. Dezember 2013 [IV-act. 47 S. 5], 

Bericht des damals behandelnden Psychiaters vom 13. November 2013 

[IV-act. 41 S. 2]), weshalb sie als bereits bekannt und vorbestehend zu 

gelten haben.

- 19 -

6.3. Insgesamt ist somit nicht zu beanstanden, wenn die IV-Stelle mangels 

glaubhaft gemachter Verschlechterung des Gesundheitszustands durch 

die Beschwerdeführerin nicht auf deren Leistungsbegehren eingetreten ist.

7. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als unbegründet, weshalb 

sie abzuweisen ist. 

8. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 

Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen 

der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- 

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher 

Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in Berücksichtigung 

des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.-- fest. Diese sind von 

der unterliegenden Beschwerdeführerin zu tragen (vgl. Art. 73 Abs. 1 

VRG). Der obsiegenden IV-Stelle steht kein Anspruch auf eine ausserge-

richtliche Parteientschädigung zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

9.1. Zu prüfen bleibt, ob das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche 

Rechtspflege gutzuheissen ist, das heisst, ob die Kosten von CHF 700.-- in 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (vorläufig) von der Ge-

richtskasse zu übernehmen sind. 

9.2. Nach Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft (BV; SR 101) hat jede Person, die nicht über die erforderlichen 

Mittel verfügt, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn ihr Rechts-

begehren nicht aussichtslos erscheint (vgl. auch Art. 76 VRG). Vorliegend 

steht fest, dass die Beschwerdeführerin öffentlich unterstützt wird (vgl. 

URP-Akten). Ihre Bedürftigkeit ist damit ausgewiesen. Da die vorliegende 

- 20 -

Streitsache darüber hinaus nicht aussichtslos erschien, sind die Kosten von 

CHF 700.-- in Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (vorläufig) 

von der Gerichtskasse zu übernehmen.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.1. In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 76 VRG) werden 

die Kosten von CHF 700.-- zulasten von A._____ von der Gerichtskasse 

übernommen.

2.2. Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ ge-

bessert haben und sie hierzu in der Lage ist, hat sie das Erlassene zu 

erstatten (Art. 77 VRG).

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]