# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d29b32c-e951-5529-85a3-cb2a8061fc97
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-01-11
**Language:** de
**Title:** Würdigung eines MEDAS Gutachtens; Prüfung der Indikatoren (Angst und depressive Störung gemischt und psychologische Faktoren).
**Docket/Reference:** IV.2017.00919
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.00919.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.00919
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens
Gerichtsschreiber Nef
Urteil
vom
11. Januar 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Dominique
Chopard
Werdstrasse
36, Postfach 9562, 8036 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1973 und Mutter dreier Kinder (Jahrgang 2011, 2002 und 1997) reist
e
im Juli 2009 in die Schweiz ein
und war zuletzt
als
Raumpflegerin im Stundenlohn bei der
Y.___
AG
in
einem
Teilzeit
pen
sum
von durchschnittlich fünf
Stunden pro Monat
angestellt
(
Urk.
8/17
Ziff.
2.9
)
.
Unter Angabe von Beeinträchtigungen nach einem Sturz auf einer Treppe im Jahr 2012 und
einer
daraus
folgend
en Fibromyal
g
i
e
meldete sie sich am 1
8.
August 2015 zum Bezug
von Leistungen der
Invalidenversicherung an
(
Urk.
8/8
Ziff.
6.2
)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nischen und erwerblich-beruflichen Verhältnisse ab. Dabei gab sie bei der
Z.___
AG
, ein polydisziplinäres Gut
ach
ten in Auftrag, welches am 1
9.
August 2016 erstattet wurde (
Urk.
8
/
52
).
Mit Vorbescheid vom 1
8.
Oktober 2016 (
Urk.
8/54) stellte sie die Abweisung
eines Anspruchs auf eine Invalidenrente in Aussicht.
Nachdem gegen den Vorbescheid
Einwand
erhoben w
o
rde
n war
(
Urk.
8/59)
,
zog die IV-Stelle die
Suva Akten
bei (
Urk.
6/65)
und wies mit
Verfügung vom
6.
Juli 2017
(
Urk.
2) den Anspruch
auf eine Invalidenrente
ab
.
2.
Gegen die Verfügung vom
6.
Juli 2017
(
Urk.
2) erhob
X.___
am
7.
September 2017
Beschwerde
und beantragte
(
Urk.
1
S. 2
f.
),
es sei die Ver
fügung vom
6.
Juli 2017 vollumfänglich aufzuheben und die gesetzlichen Versi
cherungsleistungen (Rente / berufliche Massnahmen) auszurichten.
Sodann sei
ihr
die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung zu gewähren.
Die IV-Stelle schloss i
n ihrer Beschwerdeantwort vom 1
6.
Oktober 2017 (
Urk.
7
) auf A
bweisung der Beschwerde. Dies wurde der
Beschwerdeführer
in mit gerichtlicher Verfügung vom 2
2.
Dezember 2017
zur
Kenntnis gebracht
und
das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechtsvertretung
–
mangels Nachweis der prozessualen Bedürftigkeit
–
abgewiesen (
Urk.
10
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli
che
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Der Rentenanspruch entsteht, sofern di
e entsprechenden Anspruchs
voraus
set
zungen
(
Art.
28
Abs.
1 IVG
) gegeben sind, sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruches nach
Art.
29
Abs.
1 ATSG, frühestens jedoch im Monat, der auf die Vollendung des 1
8.
Altersjahres folgt (
Art.
29
Abs.
1 IVG). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Art.
29
Abs.
3 IVG).
Die Wartezeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit einge
treten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen).
Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgaben
bereich berücksichtigt (
Art.
6 ATSG).
1.3
1.3
.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zel
fall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinwe
isen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
.2
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungsabweisung damit (
Urk.
2), dass die Abklärungen ergeben hätten, dass die Beschwerdeführerin in ihrer zuletzt aus
geübte
n Tätigkeit als Raumpflegerin
wie
auch
in einer angepassten Tätigkeit als zu 80
%
arbeitsfähig gelte. Das Wartejahr sei damit nicht erfüllt, da sie nicht durchschnittlich 40
%
arbeitsunfähig gewesen sei.
Im
Beschwerdev
erfahren
trug s
ie
weiter
vor (
Urk.
7 S. 3
f.
), im Gutachten vom 1
9.
August 2016 sei aufgrund der Diagnose einer Angst und depressiven Störung ge
mischt nach ICD-10 F41.2 und
p
sychologische
n
und Verhaltensfaktoren bei ander
en
orts klassifizierten Krankheiten nach ICD-10 F54 eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
angenommen worden. Das psychische Leiden sei nie adäquat behandelt
worden und
von einer Therapieresistenz
könne nicht gesprochen werden
. Das
Leiden
könne
keine Ar
beitsunfähigkeit begründen und a
us psychi
atri
scher Sicht sei von
eine
r
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit
auszugehen
.
Die Beschwerdeführerin sei damit i
n einer dem körperlichen Leiden optimal ange
passten Tätigkeit
100
%
arbeitsfähig und könn
e
ein
rentenausschliessendes Inva
li
den
einkommen erzielen.
Auch eine allfällige Einschränkung im Haushalt führe
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nicht zu
einem
rentenb
egründenden IV-Grad
, denn
die Beschwerdeführerin
könne lediglich schwere körperliche Arbeiten aufgrund der somatischen Leiden nicht mehr verrichten.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1
S. 5 f
f
.), es sei nach wie vor nicht erstellt, dass die Beschwerdegegnerin über
die
vollständige
n
Akten der involvierten Versicherungen verfügt habe und dement
sprechend sei das Gutachten der
Z.___
vom 1
9.
August 2016 nicht auf
der
Grundlage vollständiger Akten und in Auseinandersetzung damit erstattet worden
.
Die insgesamt zwei Jahre
andauernde Krankentaggeldperiode sei nicht vollstän
dig dokumentiert.
Sie
habe
anfänglich
auch
in der Baureinigung gearbeitet
, werde aber als Raumpflegerin bezeichnet. Die Baureinigung sei zumindest mittelschwere bis schwere Arbeit, die zumeist in Gruppen und unter grossem Zeitdruck zu erledigen sei. Die Gutachter seien davon ausgegangen, dass
sie eine
leichte bis
mittelschwere Reinigungstätigkeit verrichtet habe.
Es
sei
daher nicht erstellt, dass
sie
in der ange
stammten Tätigkeit
in der
Baustellenreinigung
zu 80
% arbeits
fähig sei
. Auch sei sie in ihrem Heimatland als Ambulanzmitarbeiterin ausge
bildet und erwerbstätig gewesen. So oder anders sei die angestammte Tätigkeit (Ambulanzmitarbeiterin oder Baustellenreinigung) nicht mehr zumutbar. Es sei daher ein Lohnvergleich vorzunehmen und auch wenn auf die polydisziplinäre Begutachtung abzustellen wäre, sei ein Anspruch auf berufliche Massnahmen ausgewiesen.
3.
Im Streit liegt die angefochtene
Verfügung vom
6.
Juli 2017
,
mit der
ein An
spruch auf
eine
Rente
der Invalidenversicherung
verneint
wurde (
Urk.
2). Nicht
Streitgegenstand sind
demgegenüber
berufliche Eingliederungsmassnahmen, über
welche die Beschwerdegegnerin
bereits
am
4.
Februar 2016 (
Urk.
6/25) entschie
den hat.
D
ie Anmeldung zum Leistungsbezug
erfolgte am
1
8.
August 201
5.
Damit fällt
ein
mögliche
r
Rentenanspruch
frühestens
ab Februar 2016 in Betracht
. Mit Blick auf das Wartejahr sind
die
medizinisch begründete
n
Arbeitsunfähigkeiten ab Februar 2015 mit den entsprechenden Berichterstattungen
relevant (vgl. E. 1.2 hiervor). Weiter zurückliegende Berichte werden nur soweit wiedergegeben, als sie dem Sachverhaltsverständnis dienlich sind.
3.1
Am
3.
Juni 2013
(
Urk.
8/49)
berichtete der zuständige Orthopäde
der
A.___
, die Beschwerdeführerin sei in der Folge eines Sturzereignisses vom
6.
Dezem
ber 2012 bereits
magnetresonanz
tomographisch
(MR-tomographisch)
an der Halswirbelsäule und der rechten, dominanten Schulter unters
ucht worden. Subjektiv berichte
sie von Schulterbeschwerden bereits vor dem Ereignis, welche sich jedoch durch den Sturz massiv verschlechtert hätten. Klinisch erinnere das Bild an ein
myofasziales
Schmerzsyndrom. Die aktive Beweglichkeit sei schmerz
haft eingeschränkt, wobei eindeutige Zeichen für eine
Rotatorenmanschetten
-R
uptur sowohl klinisch als auch MR-tomographisch fehlten.
Im Bericht vom
6.
Juni 2013 (
Urk.
8
/48) hielt der Orthopäde fest, e
s l
ä
gen Auf
nah
men von 2010 und
vom
1.
April 2013 vor. Die aktuellen Bilder zeig
t
en eine AC-Gelenksarthrose mit im Vergleich zu den Voraufnahmen geringerer Anreiche
rung im Bereich der lateralen Clavicula.
Es
bestehe
eine Flüssigkeit
sansammlung
subacromial
und ein
prominentes CA-Ligament. Korrespondierend dazu
sei die
Supraspinatussehne
geringgradig
eingeengt.
Eine
transmurale
Ruptur bestehe nicht und die Muskelqualität
und Quantität
seien
in beiden Aufnahmen tadellos.
Die Verankerung der
Bizeps
sehne
kranial zeige
keine Signalalteration.
Chondral
bestünden tadellose Überzüge an beiden Gelenk
s
partnern und kein
Knochen
mark
öde
m im Bereich des
Humeruskopfes
.
Der inferiore
Recessus
sei
regelrecht ausgebildet.
Die MR-tomographischen Befunde korrelierten nicht mit dem Aus
mass der subjektiv empfundenen Beschwerden.
3.2
Im Austrittsbericht der Reha
Clinic
B.___
vom 2
1.
April 2015
(
Urk.
8/
24
)
über die
Hospitalisation
vom 1
9.
März
bis
1
0.
April 2015 wurden die
folgenden
Diagnose
n festgehalten: Chronisches
cervico
- und
lumbospondylogenes
Schmerz
syn
drom
am ehesten im Rahmen einer muskulären
Dysbalance
,
Cortisol-Unver
träg
lichkeit
(anamnestisch).
Die Beschwerdeführerin sei
bei genannten Diagnosen zur station
ären Rehabilitation zugewiesen worden, wobei sie bei
Eintritt über Schmerzen im ga
nzen Rückenbereich mit
star
ker Intensität im Lumbalbereich
und in der HWS
(Halswirbelsäule)
mit Ausstrahlung zur rechten Schulter und zum rechten Arm
geklagt habe
.
Sie sei in
den ADL
(
Activities
of
Daily Living)
selb
st
ständig
und
habe sich
i
n der klinischen Untersuchung
ohne Hilfsmittel fort
bewegen
können
.
Es seien
paravertebra
le Druckschmerzen im HWS- und LWS
- (Lendenwirbelsäulen
)
Bereich in Kombination mit
muskulären Verspannungen auf
gefallen
.
Fokal-neurologische
Defizite
bestünden nicht und die aktive Motorik im rechten
Schultergelenk
(Anheben, Rotation)
sei
schmerzbedingt eingeschränkt
. Aufgrund der persistierenden depressiven Stimmung
in Kombination mit gemin
der
tem Antrieb sei
die vorbestehende antidepressive
Therapie mit
FIuoxetin
durch
Ci
pralex
ersetzt
worden, worunter sich eine
zunehmende
Aufhell
ung der Stim
mun
g und
eine
Besserung des allgemeinen
Zustandes
gezeigt hätten
.
Aufgrund des
chronischen Schmerzsyndroms und
einer
d
adurch bedingten
Schlafstörung sei
Saroten
zur Nacht
verabreicht worden
, wovon
die Beschwerdeführerin
auch gut
habe profitieren können. Die Schlafqualität habe sich gebessert und
die Rückenschmerzen
hätten
sich teilweise r
eduzieren lassen
. I
n gebessertem Allge
meinzustand
habe sie
nach Hause entlassen
werden können
.
3.3
Dr.
med.
C.___
, praktische Ärztin FMH
, führte
in den Berichten vom
1
4.
respektive
vom
1
5.
August
2015 zu Händen der Allianz Krankentaggeldversicherung (
Urk.
8/13/8-11)
die folgenden
Diagnosen
mit Ei
nfluss auf die Arbeitsfähigkeit
auf
: Fibromyalgie und
chronisches
cervico
- und
lumbospondylogenes
Schmerz
syndrom
,
Depression mittleren Grades
.
D
ie Beschwerdeführerin
habe sie
aufge
sucht
,
als die Kra
nkheit schon fortgeschritten gewesen sei
. S
ie
betreue
die Be
schwerdeführerin
psychiatrisch
in
ihre
r
Muttersprache
in Portugiesisch
. Die De
pres
sion habe nicht zugenommen
,
jedoch die
Fibromyalgie und
das chronische
cervico
- und
lumbospondylogene
Schmerzsyndrom.
Wegen
der
starken Schmerzen
brauche sie oft Infiltrationen und starke Analgesie.
Die Beschwerdeführerin dürfe a
uch keine Gewichte heben, weil sie danach im Schulterbereich ganz starke Schmerzen bekomme. Die grobe Kraft in den Armen sei star
k vermindert, sodass ihr beim Ge
schirrwaschen oft Teller aus den Händen fielen und
sie könne
im Haushalt nur das Wichtigste erledigen und müsse immer wieder Pausen einlegen. Im Beruf als Raumpfleger
in sei sie 100
%
arbeitsunfähig.
M
an könne sagen
, dass sie
in allen Bereichen wegen der starken Schmerzen und Erschöpfung einge
schränkt
sei
. Leider sei die Prognose nicht gut. Sowohl ein Aufenthalt in
B.___
als auch die Behandlung in der Schmerzklinik hätten nichts gebracht.
3.4
Dr.
med.
D.___
, Facharzt Anästhesiologie/
Interventionelle
Schmerztherapie
,
wies im Bericht vom
2
1.
Oktober 2015
(
Urk.
8/20)
auf
die Behandlung
der Be
schwerdeführerin
seit 2
9.
August 2013 mit letzte
r
Konsultation am
6.
Oktober 2015 hin.
Unter
Krankheiten führte er auf:
Sympathetic
Maintained
Pain
rechter ober
[er]
Quadrant;
Radikulär
es
Reizsyndrom C5 und C6 rechts;
Lumboradikuläres
Reizsyndrom L4, L5 und S1 jeweils rechts bei
Diskusprotrusion
L4/5 sowie
L5/S1;
Teilruptur des
Musc
ulus
supraspinatus
rechts;
M
yofasziale
Dysfunktion
;
(S
ekun
däre) Fibromyalgie
; P
sychiatrisch
e
Begleitung bei
depressive
n
Episoden.
Seit einem Treppensturz im November 2012 bestünden dauernd Schmerzen
. Es sei eine Schwellung
im Bereich des linken Daumengrund- sowie Sattelgel
enkes sowie am
linken OSG
(Oberschenkelgelenk)
aufgetreten. Seit August 2013 stünden
Schmerzen im B
ereich der rechten oberen Extremität/Schulter mit kraftloser Hand im Vordergrund. Ö
fters
seien der Beschwerdeführerin Gegenstände aus der Hand gefallen.
Zum damaligen
Zeitpunkt
habe sie in einem Halbtagespensum
als Reinigungskraft
gearbeitet
.
Es sei bis anhin keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden.
3.5
Im Formularbericht zu Händen der Beschwerdegegnerin vom 1
1.
November 2015
(
Urk.
8/22)
hielt
Dr.
C.___
fest, es best
ehe
eine schwere depressive Episode (ICD-10 F32.2 und F32.3). Bereits vor zwölf Jahren habe die Beschwerdeführerin unter einer Erschöpfungsdepression gelitten, habe fünf Jahre Medikamente einnehmen
müssen und sei wieder
gesund geworden
. Seit drei Jahren
bestehe
wiede
r eine vermehrte Müdigkeit,
eine
Fibromyalgie
sei aufgetreten und s
eit einem Jahr
bestehe
eine schwere depressive Episode.
Die
Erholung in einer Klinik sei nicht möglich, da die Beschwerdeführerin wegen ihrer Kinder nicht die nötige Ruhe finde. Es wurde ab
5.
November 2014 bis auf Weiteres eine 100%ige Arbeits
un
fähigkeit attestiert.
3.6
Dr.
med.
E.___
,
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates
,
hielt im Sprechstundenbericht vom
7.
April 2016 (
Urk.
8/50/2-3)
Knie
schmerzen rech
ts bei
patellafemoralem
Malalign
ment
aufgrund muskulärer Insuf
fizien
z
fest
. Es zeige sich eine adipöse Patientin mit absoluter Muskelinsuffizienz. Das Stehen auf einem Bein funktionier
e
selbst
mit Abstützen kaum und es zeige sich ein muskuläres Faszikulieren.
Das
rechte Kniegelenk
sei reizlos und es
be
stünden
ein deutlich erhöhter
Patellalift
bei ansonsten regelrechten intraarti
kulären Strukturen. Ab jetzt stehe
das mus
kuläre Training im Vorde
rgrund
.
3
.7
3.7
.1
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten MEDAS Gutachten der
Z.___
AG vom 1
9.
August 2016 (
Urk.
8/52/1-50), beruhend auf psychiatrischen, neurolo
gi
schen, allgemein-internistischen und rheumatologischen Untersuchungen, wurden
fo
lgende Diagnosen gestellt (S. 7
):
Diagnosen mit Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit:
1.
Psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassi
fizierten
Krankheiten (F54)
2.
Angst und depressive Störung
gemischt (F41.2)
3.
Leichtes
cervico-thoracospondylogenes
Syndrom rechts
-
Anamnestisch
radikuläres
Reizsyndrom C5/6
4.
Diskretes
lumbospondylogenes
Syndrom rechts
5.
Periarthropathia
humeroscapularis
tendopathica
rechts
-
Kein Hinweis
auf
Rotatorenmanschettenläsion
6.
Muskuläre Insuffizienz
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
7.
Übergewicht (BMI
[Bodymassindex]
29.8 kg/m2)
8.
Sekundäre Symptomausweitung mit
fibromyalgischer
Symptomatik
3.7
.2
Zur Arbeitsfähigkeit aus
psychiatrischer
Sich
t äusserte der Sachverständige, aufgrund der Schmerzen und der damit verbundenen Einschränkungen in der Mobi
lität sei es zu einer inzwischen
chronifizierten
depressiven Verstimmung gekommen. Neben einer depressiven Symptomatik bestünden agoraphobische Ängste und es komme auch zu Panikattacken. Die angstbezogene Symptomatik sei insgesamt nicht schwer genug, als dass eine eigenständige Angsterkrankung zu diagnostizieren wäre; insgesamt ergebe sich das Bild einer mässig ausge
präg
ten depressiven sowie auch einer mässig ausgeprägten Angstsymptomatik. Es bestünden Fähigkeitsstörungen in den Bereichen Durchhaltefähigkeit, Flexibilität und Umstellungs- und Selbstbehauptungsfähigke
it. Daher
werde
die
Arbeits
fäh
ig
keit
als
um 20
%
eingeschränkt
eingeschätzt,
sowohl hinsichtlich der z
uletzt ausgeübten Tätigkeit als
Reinigungskraft, als auch in einer optimal adaptierten Tätigkeit
(S. 8).
Die
neurologische
Sachv
erständige hielt fest
, die
Beschwerdeführerin leide ge
mäss
ihren Angaben infolge zweier Stürze unter chronisch-therapieresistenten Rücken
schmerzen sowie einer Schwäche der rechten Körperhälfte. Vorbeschrieben sei eine
radikuläre
Reizsymptomatik sowie ein chronisches
zerviko
- und
lumbo
spondylogenes
Schmerzsyndrom, am ehesten im Rahmen einer muskulären
Dys
balance
. Die aktuell neurologische Untersuchung habe keine Hinweise für eine zentrale Läsion oder eine periphere Störung, insbesondere auch keine Hinweise für eine
radikuläre
Symptomatik ergeben. Die demonstrierten Zuckungen, das Zittern, das Abweichen in den Zeigeversuchen rechts, die Unsicherheiten bei der Stand- und Gangprüfung seien nicht neurologischer Genese. Es bestünden keine neurologische
n
Diagnosen und insofern erge
be sich auch keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, weder qualitativ noch quantitativ
(S. 8)
.
Der Internist berichtete, dass in seinem Fachgebiet ein Übergewicht (BMI 29.8
kg/m2) vorliege und aufgrund dessen sehr schwere körperliche Arbeit
en
zu meiden seien. Im Übrigen sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt.
Aus rheumatologischer
Sicht legte der
Sachverständige
dar, die klinischen und rheumatologischen Untersuchung
en
zeig
t
e
n
eine muskuläre
Dekonditionierung
mit Haltungsinsuffizienz bei Übergewicht. Die objektiven
myofaszialen
Befunde mit einem leichten
zerviko-thorakospondylogenen
und einem
lumbospondylo
genen
Syndrom und einer PHS
(
Periarthr
opathia
humeroscapularis
)
rechts seien diskret. Nicht übersehbar seien die Zeichen der sekundären Symptomausweitung mit Überreaktion und Selbstlimitierung. In der bisherigen Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
zu sehen
und in einer leidensad
aptierten
Tätigkeit
sei die Arbeitsfähi
gkeit nicht eingeschränkt
.
3.7
.3
Zusammenfassend wurde
festgehalten, u
nter Berücksichtigung sämtlicher Fach
gebiete ergebe sich, dass die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 80
%
betrage und das gleiche
gelte
auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit.
Zum
Be
las
tungsprof
il
führten
die Experten
aus, g
e
eignet seien überwiegend sachbe
zo
gene Tätigkeiten ohne besondere Anforderungen an die emotionale Belastbarkeit. Aufgrund der agoraphobischen Ängste seien Tätigkeiten an stark frequentierten Orten (Bahnhöfe etc.) nicht geeignet. In somatischer Hinsicht sei eine körperlich leichte bis mittelsc
hwere Tätigkeit möglich (S. 9).
Retrospektiv
seien in der Vergangenheit
Einschränkungen der Arbeits
fähigkeit nur auf psychiatrischem und rheumatologischem Fachgebiet vorgelegen. Seit August 2013 sei eine Behandlung in der
F.___
durchgeführt und
c
irka
Mitte 2015 dort eine psychiatrische Behandlung empfohlen worden. Es werde
daher eingeschätzt, dass seit
c
irka
Juli 2015 eine psychiatrisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit um 20
%
vorge
legen habe. Der Rheumatologe teile eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 20
%
ab 2015 mit. Integral ergebe
sich damit, dass die Arbeitsfähigkeit
in der bisher
igen Tätigkeit
seit
2015 80
%
betrage
(S. 9).
In einer leidensadaptierten Tätigkeit seien in der Vergangenheit Arbeitsun
fähig
keiten nur auf psychiatrischem Fachgebiet vorgelegen. Ab Juli 2015 betrage die Arbeitsfähigkeit in einer leiden
sadaptierten Tätigkeit damit 80
% (S. 10).
4.
4.1
Das umfangreiche Gutachten der
Z.___
AG
e
rfüllt die praxisgemässen Krite
rien (vorstehend E.
1.4), setzt sich mit den Aspekten der gesundhei
tlichen Be
ein
trächtigungen der Beschwerdeführerin auseinander und berücksichtigt auch die medizinischen
Vorakten
und begründet A
bweichungen, soweit die Beurtei
lung mit diesen nicht im Einklang steht. Insgesamt erweist sich das Gutachten als nachvollziehbar und vermag zu überzeugen.
Anhaltspunkte, dass den Gutachtern wesentliche
medizinische
Akten der Krankentaggeldversicherung
oder anderer Versicherer
nicht vorgelegen haben, ergeben sich nicht
. D
ie Beschwerdeführerin
hatte
die diesbezüglichen Akten eingeholt (vgl.
Urk.
8/13)
und ihr gesamtes Dossier
der Gutachterstelle
vorgelegt
(
Urk.
8/51/1).
Sodann hat
die Gutachter
stelle
eigens
weitere
medizinische Bericht
bei den bekannt gewordenen Stellen angefordert (
Urk.
8/44 -
Urk.
8/51).
Insoweit die Beschwerdeführerin
vorbringt
,
das Gutachten basiere auf unvollständigen Akten
,
kann dem nicht beigepflichtet werden.
Es wird
denn auch nicht
näher substantiiert
,
inwiefern
zusätzliche
bisher nicht bekannte
Berichte behandelnder Ärzte
vorliegen, die im Gutachten nicht berücksichtigt worden
sind
,
und auch nicht dargetan
, dass solche Berichte im
Hinblick auf den
frühest
möglichen Rentenanspruch
ab Februar 2016
(vgl. E.
3 hiervor) von Relevanz
sind
.
4.2
In der Begutachtung konnten die
Experten a
ufgrund ihrer Untersuchungsbe
funde
als psychische Störun
gen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
einzig
eine
Angst und depressive Störung
gemischt (
ICD-10
F41.2)
und psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifizierten Krankheiten (ICD-10 F54)
aufführen
.
Zu einer
Störung nach ICD-10
F41.2
wird in der m
edizin
ischen Wissenschaft
ausgeführt,
dass diese Kategorie
bei gleichzeitigem Bestehen von Angst und De
pression Verwendung finden
soll
, jedoch nur, wenn keine der beiden Stö
rungen ein Ausmass erreicht, das eine entsprechende einzelne Diagnose rechtfertigen würde. Patienten mit dieser Kombination verhältnismässig milder Symptome
seien
in der Primärversorgung häufig
zu sehen und n
och viel häufiger
seien sie
in der Bevölkerung
zu finden
, ohne
dass sie je
in medizinische oder psychiatrische Behandlung gelang
t
en (
vgl. F
41
andere Angststörungen
in
Dilling
/
Mambour
/
Schmidt,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V [F]: Klinisch diagnostische Le
itlinien, 1
0.
Aufl. 2015, S. 199 f
.).
Zu
r
Störung
nach
ICD-10 F
54 hält das
medizinische
Manual fest, diese Kategorie soll
e
verwendet werden, um psychische und Verhaltenseinflüsse zu erfassen, die wahrscheinlich eine wesentliche Rolle in der Manifestation körperlicher Krank
heiten spiel
t
en, welche in anderen Kapiteln der ICD-10 klassifiziert werden. Diese psychischen Störungen
seien
meist leicht und oft
lang anhaltend
(wie Sorgen, emotionale Konflikte, Erwartungsangst) und rechtfertig
t
en nicht die Zuordnung zu einer anderen Kategorie im Kapitel (
Dilling
/
Mambour
/Schmidt
a.a.O
.
S.
286).
Mit Blick auf die
soeben
aufgeführte
medizinische
Literatur
und die
Recht
spre
chung zur
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen
und d
er
hierbei zu berücksichtigenden
St
andardindikatoren (BGE 143 V 41 und E.
1.3.2 hiervor)
zeigte
der
psychiatrische Exp
erte
nachvollziehbar
auf
, dass unter
der
Kategorie
«
Konsistenz
»
Diskrepanzen zur Selbsteins
chätzung der Beschwerde
führerin, welche vorgibt
,
keine erwerbliche Tätigkeit mehr ausüben
zu
könne
n
,
zu ihrem
tatsächlichen
Aktivitätsniveau im Haushalt
und in
ihrer
Freizeit be
stehen. Anderseits wurde auch
dargelegt
, dass ein gewisser Leidensdruck
dennoch zu bejahen ist
,
da
immerhin
(wöchentliche) psychologische Gespräche bei der Hausärztin durchgeführt werden, auch wenn es sich dabei nicht um eine
fach
ärztliche Behandlung
handelt
, was der Beschwerdeführerin
wahrscheinlich
nicht bewusst
ist
(
Urk.
8/52/27 f.).
Zur Kategorie funktioneller Schweregrad
konnten
demgegenüber weder im Komplex
«
Gesundheitsschädigung
» noch im
Komplex
«
Persönlichkeit
»
und auch nicht
im Komplex
«Sozialer Kontext»
beachtliche
Ver
hältnisse
aufgezeigt werden
, die
das Erbringen einer zumutbaren Arbeitsleistung in Frage stellen
(vgl.
Urk.
8/52/26 f.)
.
Zudem legten die neurologischen Unter
suchungen Hinweise
auf
Aggravation offen (
vgl.
Urk.
8/52/26). Die
Einschätzung
des psychiatrischen Experten
einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit
erweist sich vor diesem Hintergrund als grosszügig bemessen.
Jedenfalls erscheint
e
ine
mehr als 20
%
Arbeitsunfähigkeit
aus psychiatrischer Sicht
den
Verhältnissen nicht ange
messen und es liegt
auch keine andere Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus fach
psychiatrischer S
icht vor.
4.3
Aus
somatischer
Sicht
konnte einzig der rheumatologische
Sachverständige
zu
folge
muskuläre
r
Dekonditionierung
mit Haltungsinsuffizienz bei Übergewicht
und
objektiven
myofaszialen
Befunde
n
mit einem leichten
zerviko-thorako
spondy
logenen
und einem
lumbospondylogenen
Syndrom und einer
diskreten
PHS
Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit begründen
.
Dabei
waren
Zeichen
von
Symptomausweitung
und
Selbstlimitierung
unübersehbar
.
Das
s damit
das
Belastungsprofil
einer
leidensadaptierten Tätigkeit
auf
eine körperlich leic
hte bis mittelschwere Tätigkeit
beschränkt
,
jedoch
in einer
solchen
Tätigkeit
von einer zumutbaren
vo
llzeitig verwertbaren
Arbeitsfähigkeit
a
usgegangen
wurde
,
ist
eben
so nachvollziehbar
.
4.4
Nach dem Gesagten
besteht keine Veranlassung
,
nicht
auf das
Gutachten der
Z.___
AG
abzustellen. Es legt
einleuchtend dar, dass
im vorliegend relevanten Zeitraum (
ab Februar 2015
vgl. E. 3 hiervor) Arbeitsunfähigkeiten auf psychia
trischem un
d rheumatologischem Fachgebiet
c
irka
Mitte 2015
vorgelegen haben. Einleuchtend ist auch
die Beschränkung im rheumatologische
n
Belastungsprofil auf
körperlich leic
hte bis mittelschwere Tätigkeiten. Insofern die Beschwerde
führerin
behauptete
,
ihre angestammte Tätigkeit habe einer mittelschweren bis
schweren Tätigkeit entsprochen (Ambulanzmitarbeiterin oder Baustellenreini
gung
)
,
ist einerseits festzuhalten, dass sie
keiner Erwerbstätigkeit als
Ambulanz
mitarbeiterin
in der Schweiz
nachgegangen ist und
dementsprechend
für einen solchen Bereich im Rahmen der Invalidenversicherung
auch nicht versichert war. Gemäss Auszug aus dem Individuellen Konto
(
Urk.
8/15)
war
sie
auch,
nachdem sie
am 2
0.
Juli 2011 ihr drittes Kind geboren hatte (
Urk.
8/5/2)
,
nur noch
in einem sehr geringen Umfang (5 Stunden pro Monat [
Urk.
8/17/2]) erwerbstätig.
Ent
sprechend hoch
–
mit deutlich über 90
%
–
wäre
demnach
der prozentuale Anteil
im Aufgaben
bereich zu veranschlagen und von entsprechend
untergeordneter
bis vernachlässigbarer Bedeutung
der prozentuale Anteil im Erwerbsbereich, sodass in diesem Bereich ein Teilinvaliditätsgrad kaum ins Gewicht fallen würde.
Ebenso kann ausgeschlossen werden, dass bei gegebenem
medizinischem
Belastungs
profil
Einschränkungen in leistungsbegründender Höhe
im Aufgabenbereich der
Beschwerdeführerin
resultieren
. Damit ist der Beschwerdegegnerin
auch nicht vorzuwerfen, dass
sie
keine Haushaltsabklärung am Wohnort der Besch
werde
führerin durchgeführt hat
.
Zusammenfassend
steht fest, dass
kein
e Arbeitsunfähigkeit
vorliegt
,
aus der sich
ein
rentenbegründender
Invaliditätsgrad
ermitteln lässt. Dies führt zu Abweisung der Beschwerde.
5.
Nach
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versi
cherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig, wobei die Kosten nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt werden.
Entsprechend dem Verfahrensausgang s
ind die ermessensweise auf
Fr.
8
00.
--
fest
zusetzenden Gerichtskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Dominique
Chopard
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubNef