# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 79fcf8e0-f62b-50ff-9b0e-eb22a1655059
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.07.2010 D-8223/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8223-2008_2010-07-15.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-8223/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Robert Galliker (Vorsitz), 
Richter Maurice Brodard, Richter Hans Schürch;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

A._______, geboren (...),
Kosovo,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 21. November 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-8223/2008

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer suchte am 27. Oktober 2008 in der Schweiz um 
Asyl nach. 

Anlässlich der Befragung im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) 
B._______  vom  30.  Oktober  2008  und  der  am  selben  Ort  statt-
gefundenen  Anhörung  vom  4.  November  2008  machte  der  Be-
schwerdeführer im Wesentlichen geltend, er sei kosovarischer Staats-
angehöriger  serbischer  Ethnie  und  stamme  aus  C._______,  wo  er 
auch - mit Ausnahme zweier Jahre, in denen er in Kosovska Mitrovica 
in einem Studentenwohnheim gelebt habe - von Geburt bis zu seiner 
Ausreise gewohnt habe. Am 5. und 20. September 2008 - als er  mit 
einem Freund auf dem Weg an die Uni in Kosovska Mitrovica gewesen 
sei -  hätten Albaner bei einer Kreuzung in der Nähe von C._______ 
mit einem Holzstock die Frontscheibe ihres Autos eingeschlagen und 
sie  bedroht.  Ausserdem sei  er  ständig  von  der  Polizei  beleidigt  be-
ziehungsweise mehrmals schikaniert worden. So sei er von ihr einmal 
angehalten  worden,  als  er  seinen  kranken  Onkel  mit  dem Auto  mit 
übersetzter Geschwindigkeit zum Arzt habe bringen wollen. Erst nach 
zirka 45 Minuten habe er weiter fahren können. Zudem habe kurz vor 
seiner  Ausreise die Polizei  seine Identitätskarte zerrissen,  als er  mit 
dem  Bus  auf  dem  Heimweg  von  Kosovska  Mitrovica  gewesen  sei. 
Wegen der fehlenden Sicherheit, der fehlenden Bewegungsfreiheit und 
wegen  finanziellen  Problemen habe  er  schliesslich  den  Kosovo  ver-
lassen und sei mit der Hilfe eines Schleppers via Serbien, Ungarn und 
ihm  ansonsten  unbekannte  Länder  unter  Umgehung  der  Grenz-
kontrolle in die Schweiz gereist. Bezüglich der weiteren Aussagen be-
ziehungsweise  der  Einzelheiten  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
wird auf die Protokolle bei den Akten verwiesen. 

Im Laufe des Verfahrens vor der Vorinstanz gab der Beschwerdeführer 
einen  Identitätsausweise  der  United  Nations  Interim  Administration 
Mission in Kosovo (UNMIK) sowie einen Studentenwohnheim-Ausweis 
zu den Akten.

B.
B.a Mit  Verfügung  vom  21.  November  2008  -  eröffnet  am  24. 
November 2008 - stellte das BFM fest, dass der Beschwerdeführer die 
Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Es lehnte das Asylgesuch ab und 

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ordnete  seine  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Weg-
weisungsvollzug an. 

B.b Zur  Begründung führte  das BFM im Wesentlichen aus,  der  Be-
schwerdeführer mache geltend, er habe den Kosovo wegen der dort 
fehlenden  Sicherheit,  der  fehlenden  Bewegungsfreiheit  sowie  wegen 
finanziellen  Schwierigkeiten  verlassen.  Zum  angeführten  Vorfall,  bei 
dem seine  Identitätskarte  von  der  Polizei  zerrissen  worden  sei,  sei 
festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die Möglichkeit gehabt hätte, 
gegen diese unstatthafte Handlung der Polizei bei einer vorgesetzten 
Stelle zu protestieren, was er jedoch nicht getan habe. Die vom Be-
schwerdeführer  vorgebrachten  Nachteile  seien  auf  die  allgemeine 
Situation  im  Kosovo  zurückzuführen,  weshalb  die  Vorbringen  nicht 
asylrelevant seien. Soweit der Beschwerdeführer geltend mache, er sei 
im  September  2008  zweimal  von  Albanern  angegriffen  und  bedroht 
worden,  sei  festzuhalten,  dass  es  in  Kosovo  in  den  vergangenen 
Jahren  vereinzelt  zu  schwerwiegenden  Übergriffen  auf  Angehörige 
ethnischer  Minderheiten  gekommen  sei.  Es  könne  jedoch  nicht  von 
allgemeinen  Vertreibungen  ausgegangen  werden.  Nach  der  Un-
abhängigkeitserklärung vom 17. Februar 2008 sei in Kosovo weiterhin 
eine  internationale  zivile  und  militärische  Präsenz  vorgesehen.  Die 
UNO-Verwaltung  (UNMIK)  solle  sukzessive  von  der  EU-Mission 
(EULEX)  abgelöst  werden.  Internationale  Sicherheitskräfte  und  der 
Kosovo Police Service (KPS) garantierten die Sicherheit. Auch in den 
Siedlungsgebieten  der  Kosovo-Serben  garantierten  internationale 
Sicherheitskräfte  und teilweise auch serbische Angehörige  des KPS 
die Sicherheit. Am 15. Juni 2008 sei die neue kosovarische Verfassung 
in Kraft getreten, die den Minderheiten umfassende Rechte zugestehe. 
Die internationalen Sicherheitskräfte und der KPS seien in der Lage, 
die ethnischen Minderheiten zu schützen. Die polizeiliche Präsenz sei 
gut sichtbar und flächendeckend. Strafgerichtsbarkeit und Strafvollzug 
funktionierten grösstenteils. Bei Übergriffen intervenierten die Sicher-
heitskräfte regelmässig und Straftaten gegen Angehörige von Minder-
heiten  würden  geahndet.  Da  demnach  vom  Vorhandensein  eines 
adäquaten  Schutzes  auszugehen  sei,  seien  die  vom  Beschwerde-
führer  geltend  gemachten  Bedrohungen  und  Übergriffe  nicht  asyl-
relevant. Zudem bestehe für Serben aus den südlichen Bezirken eine 
innerstaatliche Fluchtalternative im Norden von Kosovo. Eine weiter-
gehende  Auseinandersetzung  mit  der  Frage,  ob  Serben  in  den 
südlichen  Provinzen  einer  asylrechtlich  relevanten  Gefährdung  aus-
gesetzt  seien,  erübrige  sich  damit.  Der  Beschwerdeführer  erfülle 

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demzufolge die Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb sein Asylgesuch 
abzulehnen sei.

Hinsichtlich der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sei 
festzustellen, dass die Wahrscheinlichkeit einer konkreten Gefährdung 
für Serben ausserhalb ihrer Enklaven trotz der Verbesserung der all -
gemeinen Sicherheitslage in den vergangenen Jahren weiterhin nicht 
ausgeschlossen werden könne,  weshalb für  sie eine Rückkehr  nach 
Kosovo in der Regel als unzumutbar erachtet werde. Eine Ausnahme 
bilde jedoch der Norden von Kosovo. Für Serben mit letztem Wohnsitz 
im Norden des Landes sei die Rückkehr dorthin zumutbar.

Zwar stamme der Beschwerdeführer aus C._______, wo eine konkrete 
Gefährdung  aufgrund  der  ethnischen  Zugehörigkeit  noch  nicht  aus-
geschlossen werden könne. Er  verfüge jedoch über  eine innerstaat-
liche  Aufenthaltsalternative  im  Norden  von  Kosovo,  zumal  er  ein 
gesunder junger Mann sei, der eine sehr gute Schulbildung genossen 
und  den  grössten  Teil  eines  Studiums  in  Elektrotechnik  absolviert 
habe. Zudem habe er sich während zweier Jahre im Rahmen seines 
Studiums  in  einem  Studentenwohnheim  in  Kosovska  Mitrovica  auf-
gehalten. Dem Beschwerdeführer sei daher die Inanspruchnahme der 
innerstaatlichen Aufenthaltsalternative im Norden von Kosovo zumut-
bar. Da der Kosovo gemäss serbischer Verfassung von 2006 nach wie 
vor integraler  Bestandteil  Serbiens sei  und Serben aus dem Kosovo 
auch  nach  der  Unabhängigkeit  als  serbische  Staatsangehörige  be-
trachtet  würden,  sei  es  dem  Beschwerdeführer  unbenommen,  sich 
früher  oder  später  für  eine Aufenthaltsalternative  in  Serbien zu  ent-
scheiden. Der Vollzug der Wegweisung sei daher als zulässig, zumut-
bar und möglich zu bezeichnen. 

C.
Mit  Eingabe  vom 19.  Dezember  2008  (Poststempel)  erhob  der  Be-
schwerdeführer  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde,  in 
welcher  um  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  sinn-
gemäss um Asyl ersucht wurde.

Zur  Begründung  machte  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen 
geltend, die Vorinstanz habe im angefochtenen Entscheid den Sach-
verhalt ungenügend festgestellt  und das Gesetz verletzt. Die Albaner 
würden die anderen Ethnien mit dem Tod bedrohen, falls sie das Dorf 
nicht verlassen würden. Zudem würden Nichtalbaner durch die kosovo-
albanische Polizei  nicht geschützt. Die Leute in serbischen Enklaven 

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lebten in einem Getto, wo die Verhältnisse sehr schlecht seien. Überall 
werde Gewalt gegen die nichtalbanische Bevölkerung ausgeübt. In den 
letzten Jahren seien viele Menschen bei  organisierter  Gewalt  gegen 
Serben  getötet  und  verletzt  worden.  Bis  heute  hätten  die 
internationalen  Kräfte  die  nichtalbanische  Bevölkerung  ungenügend 
geschützt. Seine Rückweisung nach Belgrad sei nicht zumutbar, weil 
er  dort  nicht  zu  Hause  sei.  In  Serbien  würden  sich  sehr  viele 
Flüchtlinge  aus  Kroatien,  Bosnien  und  Kosovo  aufhalten,  die  in 
unzumutbaren  Verhältnissen  lebten.  In  Kosovska  Mitrovica  sei  die 
Situation  ebenfalls  sehr  schlecht,  da  auch  dort  die  Leute  in  einem 
Getto leben würden. Im südlichen Stadtteil lebten die Kosovoalbaner, 
die  einen  grossen  Hass  auf  alles  hätten,  was  nicht  albanisch  sei.  
Zudem hätten die Leute keine Arbeit und lebten in Armut. 

Der Beschwerdeführer reichte mit der Rechtsmittelschrift eine Vielzahl 
von Berichten über die Lage von Serben im Kosovo zu den Akten. 

D.
Mit Zwischenverfügung vom 8. Januar 2009 (eine identische Verfügung 
vom 5.  Januar  2009  konnte  nicht  zugestellt  werden)  stellte  der  zu-
ständige Instruktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts fest, dass 
der  Beschwerdeführer  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz 
abwarten  könne. Gleichzeitig  forderte  er  den  Beschwerdeführer  auf, 
bis zum 23. Januar 2009 einen Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zu be-
zahlen.

E.
Am 16. Januar 2009 wurde der Kostenvorschuss bezahlt. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 

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die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf 
dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Der Beschwerdeführer ist  durch die angefochtene Verfügung be-
sonders berührt  und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-
hebung beziehungsweise Änderung; er ist  daher zur Einreichung der 
Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG). 

1.4 Es  handelt  sich  um  eine  sogenannte  Laienbeschwerde,  an  die 
keine  hohen  formellen  Anforderungen  zu  stellen  sind,  weshalb  zu 
Gunsten  des  Beschwerdeführers  auf  die  insoweit  form-  und  frist-
gerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  1 
AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Die  Abteilungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  entscheiden  in  der 
Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (Spruch-
körper; vgl. Art. 21 Abs. 1 VGG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG 
kann  das  Bundesverwaltungsgericht  auch  in  solchen  Fällen  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichten.

4.  
4.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 

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Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2 Die  im  Gesetz  so  definierte  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt  eine 
asylsuchende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  be-
gründeterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund be-
stimmter  Verfolgungsmotive  durch  Organe  des  Heimatstaates  oder 
durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise 
zugefügt  zu  werden  drohen  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen 
Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2008/4  E.  5.2  S.  37;  Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2006 Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 ff.; EMARK 2005 
Nr. 21  E. 7  S. 193). Aufgrund  der  Subsidiarität  des  flüchtlingsrecht-
lichen  Schutzes  setzt  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft 
ausserdem voraus,  dass  die  betroffene  Person  in  ihrem Heimatland 
keinen  ausreichenden  Schutz  finden  kann  (vgl.  BVGE  2008/12  E. 
7.2.6.2 S. 174 f.; BVGE 2008/4 E. 5.2 S. 37 f.; EMARK 2006 Nr. 18 E. 
10 S. 201 ff.; EMARK 2005 Nr. 21 E. 7.3 S. 194 und E. 11.1 S. 201 f.).

4.3 Begründete Furcht vor Verfolgung liegt vor, wenn konkreter Anlass 
zur Annahme besteht,  eine Verfolgung hätte sich - aus der Sicht  im 
Zeitpunkt  der  Ausreise  -  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in 
absehbarer Zeit  verwirklicht beziehungsweise werde sich -  auch aus 
heutiger Sicht - mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zu-
kunft  verwirklichen.  Eine  bloss  entfernte  Möglichkeit  künftiger  Ver-
folgung genügt nicht; es müssen konkrete Indizien vorliegen,  welche 
den  Eintritt  der  erwarteten  -  und  aus  einem  der  vom  Gesetz  auf-
gezählten  Motive  erfolgenden  -  Benachteiligung  als  wahrscheinlich 
und  dementsprechend  die  Furcht  davor  als  realistisch  und  nach-
vollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2009/51 E. 4.2.5 S. 745, mit 
Hinweisen; EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193 f., EMARK 2004 Nr. 1 E.  
6a S. 9).

5.
5.1 Vorab  stellt  das  Gericht  nach  Prüfung  der  Akten  fest,  dass  die 
Rüge  des  Beschwerdeführers,  die  Vorinstanz  habe  den  Sachverhalt 
ungenügend festgestellt, unbegründet ist.

5.2 Der Beschwerdeführer macht einerseits geltend, er sei ständig von 
der Polizei beleidigt und ab und zu schikaniert worden. So habe sie ihn 

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einmal  angehalten,  als  er  seinen  kranken  Onkel  mit  dem  Auto  mit 
übersetzter Geschwindigkeit zum Arzt habe bringen wollen. Erst nach 
zirka 45 Minuten habe er weiter fahren können. Zudem habe kurz vor 
seiner Ausreise die Polizei  seine Identitätskarte zerrissen,  als er auf 
dem Heimweg von Kosovska Mitrovica gewesen sei. Diesbezüglich ist 
festzuhalten, dass es sich bei diesen Vorbringen nicht um ernsthafte 
Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG handelt, zumal der Beschwerde-
führer  nicht  vorbringt,  von  der  Polizei  unberechtigter  Weise  fest-
genommen, inhaftiert oder misshandelt worden zu sein.

5.3 Der  Beschwerdeführer  bringt  andererseits  vor,  er  habe  den 
Kosovo  wegen  der  dort  fehlenden  Sicherheit,  der  fehlenden  Be-
wegungsfreiheit  sowie  wegen finanziellen  Schwierigkeiten verlassen. 
Diese geltend gemachten schlechten Lebensbedingungen  in Kosovo 
stellen  nicht  gezielte,  auf  einem  flüchtlingsrechtlich  relevanten  Ver-
folgungsmotiv  basierende  ernsthafte  Nachteile  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG dar und sind daher nicht geeignet, die Flüchtlingseigenschaft im 
asylrechtlichen  Sinne  zu  begründen.  Die  aus  der  aktuellen  ge-
sellschaftlichen,  sozialen  und  politischen  Situation  sich  ergebenden 
Beeinträchtigungen und schlechten Lebensbedingungen stellen keine 
asylrechtlich relevante individuelle Gefährdung dar.

5.4 Der  Beschwerdeführer  macht  im  Weiteren  ethnisch  motivierte 
Übergriffe von Seiten privater Dritter geltend. Aufgrund der Akten er-
weisen  sich  die  vorinstanzlichen  Erwägungen,  wonach  die  Asyl-
relevanz  dieses  Verfolgungsvorbringen  zu  verneinen  sei,  als  zu-
treffend.  Zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  kann  daher  auf  die 
diesbezüglich nicht zu beanstandenden Erwägungen des BFM in der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Die  Behauptung in  der 
Rechtsmittelschrift, wonach Straftaten gegen Angehörige von Minder-
heiten von der kosovo-albanischen Polizei nicht geahndet würden, ist  
nach Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts unzutreffend. 

5.5 Der Vollständigkeit halber ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass 
der Beschwerdeführer aufgrund der Aktenlage als Staatsangehöriger 
der Republik Kosovo zu betrachten ist, wobei er infolge der serbischen 
Abstammung und Geburt  auf  ehemaligem Staatsgebiet  der Republik 
Serbien  gemäss  serbischem  Gesetz  (Nr. 135/04  vom 21. Dezember 
2004)  auch über  die  serbische Staatsangehörigkeit  verfügt  (vgl. das 
zur Publikation vorgesehene Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-
7561/2008  vom 15. April  2010 E. 6.4.2).  Asylsuchende,  die  mehrere 

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Staatsangehörigkeiten besitzen, sind nicht auf den Schutz eines Dritt -
staates  angewiesen,  sofern  sie  in  einem der  Staaten,  deren Staats-
angehörige sie sind, Schutz vor Verfolgung finden können (vgl. a.a.O. 
E. 6.5.1). Der Beschwerdeführer kann sich aufgrund seiner serbischen 
Staatszugehörigkeit in Serbien niederlassen, und es liegen auch keine 
Anhaltspunkte  dafür  vor,  dass  ihm  dort  asylrechtlich  relevante  Ver-
folgung drohen würde. Zudem wurde in der angefochtenen Verfügung 
in  zutreffender  Weise darauf  hingewiesen,  dass  für  Serben aus den 
südlichen  Bezirken  von  Kosovo  grundsätzlich  eine  innerstaatliche 
Fluchtalternative im Norden des Landes besteht,  die die Flüchtlings-
eigenschaft - und damit auch die Asylgewährung - ausschliesst.

5.6 Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass die Asylvorbringen 
des Beschwerdeführers den Anforderungen an die Asylrelevanz nicht 
zu genügen vermögen. Der Beschwerdeführer vermag mit seinen Be-
schwerdevorbringen zu keiner anderen Betrachtungsweise zu führen, 
zumal er den vorinstanzlichen Erwägungen nichts Substanzielles ent-
gegenhält,  weshalb es sich erübrigt,  weiter darauf einzugehen. Auch 
die zahlreich eingereichten Dokumente vermögen nicht zu einer ver-
änderten Betrachtungsweise zu führen. Das BFM hat das Asylgesuch 
des Beschwerdeführers demnach zu Recht abgelehnt. 

6.  
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21). 

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme  von  Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

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Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2
7.2.1 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Ver-
pflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat  ent -
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie  
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmensch-
licher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen 
werden.

7.2.2 Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrecht-
lich erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, 
kann das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung 
finden.  Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  in  den  Kosovo ist 
demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerde-
führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 
einer Ausschaffung in den  Kosovo dort  mit  beachtlicher Wahrschein-

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lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 
Behandlung ausgesetzt  wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-
richtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN-Anti-
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Ge-
fahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall  
einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung drohen 
würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren 
Hinweisen).  Dies  ist  ihm nach  den  vorstehenden  Erwägungen  nicht 
gelungen.  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Kosovo 
lässt  den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt  nicht  als  un-
zulässig  erscheinen.  Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der  Weg-
weisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Be-
stimmungen zulässig.

7.3
7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG -  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

7.3.2 Wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat, erscheint der Voll -
zug  der  Wegweisung  des  aus  C._______  im  Süden  von  Kosovo 
stammenden  Beschwerdeführers  dorthin  nicht  zumutbar,  zumal  die 
Wahrscheinlichkeit  einer konkreten Gefährdung für  ethnische Serben 
ausserhalb ihrer Enklaven im Norden von Kosovo weiterhin nicht aus-
geschlossen werden kann. Nachfolgend ist deshalb zu prüfen, ob für 
den  Beschwerdeführer  eine  Aufenthaltsalternative  im  Norden  von 
Kosovo,  der  überwiegend  von  Serben  bewohnt  wird,  besteht.  Zum 
Norden von Kosovo gehören die Grossgemeinden Leposavic, Zvecan, 
Zubin  Potok  sowie  der  nördliche  Teil  der  Grossgemeinde  Mitrovica, 
wozu auch der nördliche Teil der Stadt Kosovska Mitrovica zu zählen 
ist.

7.3.3 Hinsichtlich der allgemeinen Sicherheits-  und Menschenrechts-
lage ist - entgegen den Vorbringen in der Rechtsmittelschrift - festzu-
stellen,  dass  im  Norden  von  Kosovo  nicht  von  einer  Situation  all-

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gemeiner  Gewalt  oder  von kriegerischen oder bürgerkriegsähnlichen 
Verhältnissen gesprochen werden kann, die den Wegweisungsvollzug 
dorthin unzumutbar erscheinen liessen. Der Vollzug der Wegweisung 
ethnischer Serben mit letztem Wohnsitz im Süden in den Norden von 
Kosovo ist daher grundsätzlich zumutbar.

7.3.4 Zu  prüfen  bleibt,  ob  der  Beschwerdeführer  in  den  serbischen 
Enklaven  aus  individuellen  Gründen  einer  konkreten  Gefährdung 
ausgesetzt sein könnte. Bei der Beurteilung einer alternativen Aufent-
haltsmöglichkeit, an die naturgemäss höhere Anforderungen zu stellen 
sind,  als  bei  einer  Rückführung  in  die  Heimatregion,  sind  die  nach-
folgend unter E. 7.3.5 aufgeführten Kriterien zu berücksichtigen (vgl. 
BVGE D-7561/2008 vom 15. April 2010 E. 8.3.3 ff. und EMARK 1996 
Nr. 2).

7.3.5
7.3.5.1 Sicherung  des  wirtschaftlichen  Existenzminimums: 
Massgebend  sind  in  erster  Linie  die  Sprachkenntnisse  sowie  die 
Schulbildung und Berufserfahrung der  asylsuchenden Person,  wobei 
auch Kenntnisse zu berücksichtigen sind, die sie sich im Rahmen ihres 
Aufenthalts  in  der  Schweiz  angeeignet  hat.  Gute  Kenntnisse  der 
Sprache des Zufluchtsorts und ein hoher Ausbildungsgrad wirken sich 
generell  begünstigend  auf  die  Sicherung  des  wirtschaftlichen  Exi-
stenzminimums aus.

7.3.5.2 Bezug  zum  möglichen  Zufluchtsort:  Beziehungen  zum  Zu-
fluchtsort  erleichtern das wirtschaftliche und soziale Fortkommen der 
asylsuchenden Person. Solche Beziehungen können sich aus früheren 
Aufenthalten der betroffenen Person selbst am möglichen Zufluchtsort 
ergeben, wobei diese erst ab einer gewissen minimalen Dauer ernst -
haft ins Gewicht fallen. Daneben sind aber auch Beziehungen zu Ver-
wandten  und  Freunden  vor  Ort  zu  berücksichtigen.  Bei  enger  Ver-
wandtschaft  kann  die  Unterstützungsbereitschaft  je  nach  sozio-
kulturellem Hintergrund grundsätzlich vermutet werden. Bei Freunden 
und Bekannten muss sich eine solche dagegen ausdrücklich aus den 
Akten  ergeben.  Das  Kriterium  des  sozialen  Beziehungsnetzes  wird 
relativiert  beziehungsweise  ganz  aufgehoben,  wenn  der  betreffende 
Ort  durch  überdurchschnittliche  Repression  gegenüber  Angehörigen 
ethnischer Minderheiten gekennzeichnet ist.

7.3.5.3 Soziale Integration: Diesbezüglich sind neben der allgemeinen 
familiären Situation der betroffenen Person auch das Geschlecht, der 

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Zivilstand, das Alter, die Frage Einzelperson oder Familie, die Anzahl 
und das Alter allfälliger Kinder, die vorhandenen finanziellen Mittel und 
der allgemeine Gesundheitszustand zu beachten.

7.3.6 Aus den Akten ergibt sich, dass es sich beim Beschwerdeführer 
um einen jungen, ledigen und - soweit aktenkundig - gesunden Mann 
handelt, der - mit Ausnahme von zwei Jahren - bis zu seiner Ausreise 
aus  dem  Kosovo  immer  in  C._______  gewohnt  hat.  Da  er  nach 
eigenen  Angaben  im  Rahmen  seines  Studiums  in  Elektrotechnik  in 
Kosovska Mitrovica von 2004 bis 2006 in einem Studentenwohnheim 
in  Kosovska  Mitrovica  gelebt  hat  und  er  sich  auch  nach  seiner 
Rückkehr  nach  C._______  wegen  seines  Studiums  bis  zu  seiner 
Ausreise im Oktober 2008 regelmässig dort aufgehalten hat, ist davon 
auszugehen, dass er einen guten Bezug zu dieser Stadt hat. Zudem 
ist  aufgrund  seines  jahrelangen  Aufenthalts  in  Kosovska  Mitrovica 
davon  auszugehen,  dass  er  dort  über  viele  Freunde  und  Bekannte 
verfügt, die ihm bei einer Rückkehr eine Reintegration im nördlichen, 
überwiegend von Serben bewohnten Teil der Stadt erleichtern können. 
Der Beschwerdeführer spricht neben Serbisch auch etwas Albanisch, 
Russisch, Englisch sowie Deutsch, er verfügt über einen Mittelschul-
abschluss in der Fachrichtung Elektrotechnik und hat den grössten Teil 
eines Studiums in Elektrotechnik absolviert. Überdies verfügt er über 
Berufserfahrung  im  Baugewerbe,  in  der  Landwirtschaft  und  in  der 
Lebensmittelindustrie,  weshalb davon auszugehen ist,  er  könne sich 
im  nördlichen  Teil  von  Kosovska  Mitrovica  auch  in  wirtschaftlicher 
Hinsicht wieder integrieren. Es ist dem Beschwerdeführer ausserdem 
durchaus zuzumuten, seine in Kosovo wohnhaften Eltern, Geschwister 
und übrigen Verwandten um (finanzielle) Hilfe zu bitten. Schliesslich ist  
an dieser Stelle auf das Rückkehrhilfeprogramm der Schweiz zu ver-
weisen (vgl. Art. 62 ff. der Asylverordnung 2 über Finanzierungsfragen 
vom 11. August 1999 [AsylV 2, SR 142.312).

Mit Blick auf die vorstehenden Erwägungen bestehen keine konkreten 
und glaubhaften Anhaltspunkte  dafür,  dass der  Beschwerdeführer  in 
Kosovska  Mitrovica  aus  individuellen  Gründen  in  eine  existenzielle 
Notlage geraten würde, weshalb der Vollzug der Wegweisung dorthin 
insgesamt  als  zumutbar  zu  bezeichnen  ist.  An  dieser  Einschätzung 
ändern auch die diesbezüglichen Vorbringen in der Rechtsmittelschrift 
und die eingereichten Beweismittel nichts. 

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7.4 Schliesslich  obliegt  es  dem Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung zu be-
stätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zu-
mutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine  An-
ordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht  (Art. 83 Abs. 1-4 
AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten von Fr. 600.-- 
dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1  VwVG; Art. 1-3 
des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]). Sie sind durch den am 16. Januar 2009 im gleichen Um-
fang  geleisteten  Kostenvorschuss  gedeckt  und  mit  diesem  zu  ver-
rechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (...)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

Versand: 

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