# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1a75c07-3e37-5d0e-8a5e-a87fecde2755
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 21.01.2021 3-RV.2018.63
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2018-63_2021-01-21.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

 

3-RV.2018.63       
P 18 
 

 

 
 

Urteil vom 21. Januar 2021 
 
 
 

Besetzung  Präsident Heuscher  

Richter Mazzocco  

Richter Herzog  

Gerichtsschreiberin Hammerer          

 

 

 
 

   

Rekurrentin   A._____ AG 

 

vertreten durch Dr. Urs Fasel, Fürsprecher und Notar, Effingerstrasse 8, 

3001 Bern    

    

 

 
 
 

Gegenstand  Einspracheentscheid des Steueramtes des Kantons Aargau, 

Sektion juristische Personen, vom 19. Februar 2018 

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2012 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 9. Juni 2017 wurde die A. AG vom Kantonalen Steuer-

amt (KStA), Sektion juristische Personen (JP), für die Kantons- und Ge-

meindesteuern 2012 zu einem steuerbaren und satzbestimmenden Rein-

gewinn von CHF  207'549.00 (Anteil Kanton Aargau 100 %) und zu einem 

steuerbaren Eigenkapital von CHF 1'437'900.00 (Anteil Kanton Aargau 100 

%) veranlagt. Dabei wurde eine "Forderungsabschreibung B. AG von CHF 

525'000.00" zum deklarierten Reingewinn hinzugerechnet. Gleichzeitig 

wurde eine gewinnmindernde und kapitalbildende "Minusreserve auf For-

derungsabschreibung B. AG" (als Gewinn versteuerte Reserve) von CHF 

105'000.00 gebildet. 

 

2. 

Gegen die Verfügung vom 9. Juni 2017 betreffend Kantons- und Gemein-

desteuern 2012 erhob die A. AG mit Schreiben vom 10. Juli 2017 Einspra-

che. Sie stellte die 

 

"Anträge 
 
1. Die Veranlagungen seien zu begründen. Es sei eine Einsprachever-

handlung durchzuführen. 
 
2. Die Veranlagungen seien gemäss Selbstdeklaration der Steuerpflichti-

gen vorzunehmen." 
 

3. 

Mit E-Mail vom 11. Januar 2018 verzichtete die A. AG auf die Durchführung 

einer Einspracheverhandlung. 

 

4. 

Mit Entscheid vom 19. Februar 2018 wies das KStA JP die Einsprache ab.  

 

5. 

Den Einspracheentscheid vom 19. Februar 2018 (Zustellung am 20. Feb-

ruar 2018) hat die A. AG mit Rekurs vom 22. März 2018 (Postaufgabe am 

gleichen Tag) an das Spezialverwaltungsgericht weiterziehen lassen mit 

den Anträgen:  

 

"1. Die angefochtenen Entscheide seien aufzuheben; 
 
2. (…) 
 
3. Die Veranlagung der A. AG für das Jahr 2012 sei um den aufgerechne-

ten Betrag von CHF 525'000.00 zu reduzieren.  
 

 - 3 - 

 

 

je unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des 
Kantons Aargau" 

 

Auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den Er-

wägungen eingegangen. 

 

6. 

Das KStA beantragt die kostenfällige Abweisung des Rekurses. 

 

7. 

Dem Gesuch der A. AG um Akteneinsicht vom 20. Juni 2018 wurde ent-

sprochen. 

 

8. 

8.1. 

Mit Schreiben vom 3. August 2018 liess die A. AG um Edition von internen 

Akten oder mündlichen Protokollnotizen des KStA ersuchen. 

 

8.2. 

Mit Schreiben des Spezialverwaltungsgerichtes vom 6. August 2018 wurde 

der Editionsantrag abgewiesen. 

 

9. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat die Akten der B. AG (bis 11. April 2013 

D. AG; nachfolgend: D.) für das Jahr 2013 beigezogen. 

 

10. 

Die A. AG hat eine Replik erstatten lassen. 

 

11. 

11.1. 

Der A. AG wurde vom Spezialverwaltungsgericht mit Schreiben vom 1. De-

zember 2020 die Möglichkeit gegeben, sich zur Frage der "nahestehenden 

Person" innert einer nicht erstreckbaren Frist bis zum 5. Januar 2021 zu 

äussern. 

 

11.2. 

Mit Schreiben vom 8. Dezember 2020 liess die A. AG um eine "ordentliche 

Fristansetzung" ersuchen. 

 

11.3. 

Mit Schreiben des Spezialverwaltungsgerichtes vom 9. Dezember 2020 

wurde die Frist für die Stellungnahme bis zum 14. Januar 2021 verlängert. 

 

 - 4 - 

 

 

11.4. 

Auf Gesuch wurden der A. AG die seit der letzten Akteneinsicht dem Dos-

sier beigefügten Akten in Kopie zugestellt. 

 

11.5. 

Die A. AG hat eine Stellungnahme einreichen lassen und den Verfahrens-

antrag gestellt, es sei ein nachgelagertes Behauptungsverfahren durchzu-

führen.  

 

12. 

Das Spezialverwaltungsgericht hat die Akten des Verfahrens 3-RV.2018.61 

in Sachen C. AG und die Akten der B. AG (bis 11. April 2013 D. AG; nach-

folgend: D.) für das Jahr 2013 beigezogen. 

 

  

 - 5 - 

 

 

 
   

Das Gericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Der vorliegende Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2012. 

Massgebend für die Beurteilung sind das Steuergesetz vom 15. Dezember 

1998 (StG) und die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September 

2000 (StGV). 

 

2. 

2.1. 

Die Rekurrentin mit Sitz in Y. bezweckt den Betrieb einer Textil-Veredelung, 

Handel mit Waren, insbesondere mit Textilien und Textilrohstoffen sowie 

Erwerb, Betrieb und Verwaltung von Kraftwerken und alternativen Elektri-

zitätsgewinnungen aus erneuerbaren Energieträgern. Die Gesellschaft 

kann Zweigniederlassungen und Tochtergesellschaften errichten, sich an 

anderen Unternehmungen beteiligen sowie Grundeigentum erwerben, be-

lasten, veräussern und verwalten (Internet-Handelsregisterauszug vom 11. 

März 2020). Die Gewährung von Darlehen an Dritte wird nicht vom statuta-

rischen Zweck umfasst.  

 

Im Jahr 2012 war die Rekurrentin ausschliesslich im Kanton Aargau steu-

erpflichtig.  

 

2.2. 

Die Rekurrentin ist einer Schwestergesellschaft der C. AG (Verfahren 3-

RV.2018.61). 

 

2.3. 

Umstritten ist im Rekursverfahren die Aufrechnung von CHF 525'000.00 

(abzüglich CHF 105'000.00 für Steuern) aus der Abschreibung einer For-

derung gegenüber der D.. Darauf ist nachfolgend einzugehen. 

 

2.4. 

Das KStA rechnete der Rekurrentin im Veranlagungsverfahren (Verfügung 

vom 9. Juni 2017) die Forderungsabschreibung in der Differenz zwischen 

Nominalwert und Verkaufspreis mit CHF 525'000.00 unter der Rubrik "Ge-

winnausschüttungen und gleichgestellte Leistungen an die Gesellschafter 

oder Genossenschafter oder ihnen nahestehende Personen, soweit diese 

Leistungen auf Kosten des Geschäftsergebnisses ausgerichtet wurden" 

zum steuerbaren Gewinn hinzu. Gleichzeitig wurde in der Rubrik "Der Er-

folgsrechnung belastete und nicht begründete Rückstellungen und Ab-

schreibungen inkl. Wegfall der geschäftsmässigen Begründetheit von 

Rückstellungen" eine "Minusreserve auf Forderungsabschreibung B. AG" 

 - 6 - 

 

 

(zusätzliche Steuerrückstellung) von CHF 105'000.00 gebildet (Veranla-

gungsvorschlag vom 6. Juni 2016 mit "Berechnungsblatt"). Zur Begründung 

wurde im "Berechnungsblatt" ausgeführt: 

 

"- 2012 A. AG, Y.: Forderungsabtretung der D. AG in Höhe von CHF 
700'000 an I. AG für CHF 175'000 per 20.12.2012 und Darlehensab-
schreibung in Höhe von CHF 525'000. 

- 2013 D. AG, U.: Darlehensübernahme der I. AG durch G. per 
10.01.2013. 

- 2013 D. AG, U.: Umfirmierung in B. AG, U. per 16.04.2013. 
- 2013 C. AG, Y.: LS-Verkauf Z., X-Strasse 11 an B. AG für 2'700'000 

per 01.09.2013. 
- 2014 B. AG, U.: LS-Verkauf Z., X-Strasse 11 an H. AG für 4'300'000 

per 01.01.2014. 
 
Beurteilung: LS-Verkauf erfolgte unterpari an die Nahestehende B. AG. 
Aktionäre (J. / K.) haben durch Rückführung der Darlehen profitiert. Aus-
sergewöhnlichkeit der nicht marktüblichen Leistung zur Nahestehenden." 

 

2.5. 

Mit der Einsprache wurde in formeller Hinsicht die Begründung der Veran-

lagungen (der Rekurrentin und der C. AG [3-RV.2018.61]) beantragt. Die 

Veranlagungen seien ohne eine separate Begründung versandt worden. 

Nachfolgend wird zur Begründung des Antrages von der Rekurrentin aus-

schliesslich auf eine in Aussicht gestellte Liegenschaftsbewertung Bezug 

genommen. Diese betrifft die Bewertung der von der C. AG verkauften Lie-

genschaft an der X-Strasse 11 in Z. (nachfolgend: Liegenschaft Z.). Im Vor-

feld der Veranlagungsentscheide, sei eine Bewertung der verkauften Lie-

genschaft Z. vereinbart worden. Entgegen dieser Abmachung sei vom 

KStA keine Bewertung vorgelegt worden. Der Vertreter der Rekurrentin 

habe im Veranlagungsverfahren der C. AG Bewertungen der L. AG und der 

M. AG eingereicht. Es bestehe der Verdacht, dass die Bewertung des KStA 

zum gleichen Ergebnis wie die genannten beiden Schätzungen gekommen 

und deshalb die vom KStA vorgenommene Schätzung nicht zugestellt wor-

den sei. Es sei nicht erklärt worden, weshalb das KStA eine Liegenschafts-

schätzung als nicht mehr notwendig und massgeblich erachtet habe. 

 

Aus den bisherigen Begründungen gehe nicht hervor, wer, zu wem, aus 

welchem Grund als nahestehend qualifiziert werde. Weder der Verkauf der 

Liegenschaft Z., noch der vorliegend umstrittene Darlehensverkauf an die 

I. AG hätten unter nahestehenden Personen stattgefunden. Die Rekurren-

tin und die C. AG seien Schwestergesellschaften. Deren Aktien seien seit 

2006 im Eigentum von N. (22 %), J. (39 %), und K. (39 %). Alleinaktionär 

der I. AG sei O.. Die D. stehe seit ihrer Gründung im Eigentum von P.. Das 

Aktionariat der H. AG sei zwar nicht bekannt, sicher sei jedoch, dass keine 

persönlichen oder verwandtschaftlichen Beziehungen bestanden. Auch die 

D. und der H. AG seien keine nahestehenden Personen. 

 

 - 7 - 

 

 

Die Rekurrentin habe in den vergangenen Jahren viele Darlehen an natür-

liche Personen und Gesellschaften vergeben. Diese Darlehen seien immer 

verzinst und zurückbezahlt worden. Die Rekurrentin sei wie alle anderen 

Gläubiger mit den finanziellen Schwierigkeiten der D. konfrontiert worden. 

In Berücksichtigung der Jahresrechnung, der Betreibungsregisterauszüge 

und einer externen Beurteilung habe die Rekurrentin beschlossen, der Sa-

nierungsofferte der I. AG zuzustimmen. Die Sanierungsbedürftigkeit der D. 

sei nachgewiesen gewesen. Wie ausgeführt, stehe die A. AG der D. nicht 

nahe. 

 

Dem Aktionariat und dem Verwaltungsrat der AA.-Gesellschaften sei be-

kannt gewesen, dass G. (Verwaltungsrat der C. AG) die ursprüngliche For-

derung der Rekurrentin gegenüber der D. übernommen hatte, als er den 

Verkauf der Liegenschaft Z. an die D. vorgeschlagen habe. In Kenntnis die-

ser Tatsachen hätten die Aktionäre der C. AG dem Verkauf der Liegen-

schaft für CHF 2.7 Mio. zugestimmt. Den Aktionären der C. AG sei bewusst 

gewesen, dass G. bei einem Verkauf der Liegenschaft Z. zu einem besse-

ren Preis durch die D. ein Gewinn im Rahmen der Sanierung zufliessen, 

umgekehrt aber auch ein Totalverlust entstehen könne. G. habe sich als 

Darlehensgläubiger der D. sicher auch um den Weiterverkauf der Liegen-

schaft Z. bemüht, um das Sanierungsprojekt D. erfolgreich abzuschliessen. 

Das sei ein legitimes wirtschaftliches Handeln, solange die Interessenkolli-

sion offengelegt werde. G. sei aber weder zu den Aktionären der AA.-Ge-

sellschaften, noch zu den Mitverwaltungsräten Q. und R. oder zum Aktionär 

der D. nahestehend. Weshalb die H. AG CHF 4.3 Mio. bezahlt habe, sei 

nicht bekannt. Die C. AG habe den Marktwert der Liegenschaft Z. mit 

CHF 2.5 Mio. bis CHF 3 Mio. veranschlagt. 

 

2.6. 

Das KStA JP hielt im Einspracheentscheid vorerst fest, die Abweichungen 

zur Steuererklärung seien der Rekurrentin mit der Veranlagungskopie vom 

6. Juni 2016 bekannt gegeben worden (Abweichungsbegründung). 

 

Zum Darlehen wurde ausgeführt, dieses sei "via irreführender Kontenbe-

zeichnung 'Konto 6750 Debitorenverluste' über einen genetteten Betrag 

von CHF 525'000.00 erfolgswirksam ausgebucht" worden. Die D. habe die 

Darlehensverbindlichkeiten gegenüber der I. AG in der Bilanz 2012 ausge-

wiesen. Demgegenüber sei die von der Rekurrentin an die I. AG abgetre-

tene Forderung von CHF 700'000.00 in deren Bilanz nicht aktiviert worden. 

Weder die Aktivierung nach dem Bruttoprinzip, noch die Verbuchung der 

"genetteten" Forderung von CHF 175'000.00 seien erfolgt. Damit seien die 

Geschäftsvorfälle in der Rechnung der I. AG nicht ordnungsgemäss erfasst 

worden. Dementsprechend bestünden Zweifel, ob die I. AG überhaupt wirt-

schaftliche Käuferin der übernommenen Darlehensforderung gegenüber 

der D. gewesen sei. Im Anhang zur Jahresrechnung 2012 werde erwähnt, 

G. habe die Forderung per 10. Januar 2013 übernommen. Die vorliegende 

 - 8 - 

 

 

Situation sei aus wirtschaftlicher Sicht in keinster Weise erklärbar. Der zeit-

nahe Rückkauf der Forderung durch G. über den Jahreswechsel als auch 

die fehlende Aktivierung der Forderung bei der I. AG zeigten, dass G. der 

eigentliche Käufer der vollen Darlehensforderung von CHF 1.13 Mio. ge-

wesen sei.  

 

Im folgenden Jahr 2013 habe die D. einen ausserordentlichen Ertrag aus 

dem Verkauf der Liegenschaft Z. von CHF 1'738'536.00 erzielt. Mit dem 

Liegenschaftsertrag sei es der D. erst möglich geworden, die Darlehens-

verbindlichkeiten in voller Höhe an G. zurückzubezahlen. In Anbetracht 

dessen, dass die Forderung der Rekurrentin im Nachhinein in voller Höhe 

wiederauflebte, sei die Forderungsabschreibung unzulässig. Es liege eine 

geldwerte Leistung vor. G. habe direkt profitiert. Er sei zu den AA.-Gesell-

schaften nahestehende Person. Entgegen der Angaben der Rekurrentin 

sei G. gestützt auf einen Tauschvertrag vom 15. Januar 2005 Aktionär ge-

wesen. Des Weiteren sei die wirtschaftliche Verbindung zur C. AG belegt, 

da G. Mitglied des Verwaltungsrates der C. AG und mit deren operativen 

Führung betraut gewesen sei. G. habe sich beim Liegenschaftsverkauf gar 

nicht im Ausstand befunden. Auch bestehe nicht nur eine persönliche Ver-

bindung zu den AA.-Gesellschaften, sondern auch eine wirtschaftliche Ver-

bindung zur D.. Durch die Schuldübernahme habe er bei der D. eine be-

herrschende Stellung innegehabt. Die Werthaltigkeit der Forderung sei mit-

tels inszeniertem Verkauf und Weiterverkauf der Liegenschaft Z. ermöglicht 

worden. 

 

2.7. 

Im Rekurs macht die Rekurrentin erneut geltend, die Begründungspflicht 

sei verletzt worden. In formaler Hinsicht fehlten insbesondere Verweise auf 

Gesetzesbestimmungen und Entscheide. Die massgeblichen Tatsachen-

behauptungen würden nicht den massgeblichen rechtlichen Voraussetzun-

gen zugeordnet. In materieller Hinsicht seien die Voraussetzungen einer 

geldwerten Leistung nicht erwähnt worden. 

 

Weiter wird ausgeführt, auch das rechtliche Gehör sei verletzt worden. Der 

angefochtene Entscheid sei weder strukturiert, noch fänden sich darin die 

notwendigen rechtlichen Ausführungen. Vielmehr sei die Begründung pau-

schal und teilweise sachverhaltswidrig abgefasst. Die Vorinstanz habe sich 

mit den Vorbringen der Rekurrentin weder sorgfältig noch ernsthaft bzw. 

gar nicht auseinandergesetzt. Aufgrund der Verletzung des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör sei der Einspracheentscheid aufzuheben. 

 

In materieller Hinsicht wird erklärt, dass die Voraussetzungen für die Auf-

rechnung einer geldwerten Leistung nicht erfüllt seien. Es liege eine Auf-

rechnung ohne gesetzliche Grundlage vor. 

 

 - 9 - 

 

 

Die beiden Schwestergesellschaften unterhielten keinerlei Wertschriften-

portefeuilles und würden das Finanzvermögen auch nicht anderweitig be-

wirtschaften. Die Rekurrentin und auch die C. AG gewährten jedoch seit 

Jahren Privatdarlehen an bekannte Drittpersonen (Privatpersonen und Un-

ternehmungen), so auch an die D.. Das Darlehen an die D. sei das einzige 

in einer langen Reihe, welches zu Verlust gekommen sei. Das Darlehen sei 

am 1. November 2010 vereinbart worden. Die Liegenschaft Z. sei erst am 

14. Juni 2011 gekauft worden. 

 

Das von den Aktionären der Rekurrentin bewilligte, zweckbestimmte Dar-

lehen habe dazu dienen sollen, eine Track-Day-Struktur für Kunden der D. 

aufzubauen. Das Projekt sei aufgrund des persönlichen Versagens von P. 

(Aktionär der D.) gescheitert. Ende 2011 habe sich gezeigt, dass die D. von 

diesem Projekt überfordert gewesen sei. Vorhandene Anfragen seien nicht 

umgesetzt worden. Ende 2011 habe die Rekurrentin die Notbremse gezo-

gen und das Darlehen gekündigt. 2012 sei erfolglos versucht worden, zu 

retten, was zu retten war. Am 26. Oktober 2012 sei die Betreibung einge-

leitet worden. P. habe mit O. Kontakt aufgenommen und diesen um Unter-

stützung gebeten, was zur Sanierungsofferte der I. AG geführt habe. Im 

Zeitpunkt des Forderungsverkaufs an die I. AG sei die D. überschuldet ge-

wesen. 

 

Was bei Übertragung der Darlehensforderung von der I. AG auf G. verein-

bart worden sei, sei der Rekurrentin nicht bekannt, ebenso wenig die Ver-

buchung bei der I. AG. Am 10. Dezember 2012 habe der Verwaltungsgrat 

der Rekurrentin dem Verkauf der Forderung zugestimmt. Am 20. Dezember 

2012 sei der Vertrag mit der I. AG unterzeichnet worden. Die Zahlung der 

I. AG sei am 27. Dezember 2012 erfolgt. Am 11. Januar 2013 habe die I. 

AG das Darlehen an G. abgetreten. Dieser habe am 15. Januar 2013 den 

Kaufpreis überwiesen. Die Liegenschaft Z. sei erst am 20. Dezember 2013 

an die H. AG verkauft worden. Im Dezember 2012 habe niemand wissen 

können, dass die H. AG im Dezember 2013 CHF 4.3 Mio. für die Liegen-

schaft bezahlen werde. Im Jahr 2012 habe die C. AG vielmehr vergeblich 

versucht, die Liegenschaft Z. zu verkaufen.  

 

G. als Gläubiger der Forderung gegenüber der D. und im Risiko des For-

derungsverlustes stehend habe deshalb eine Vorwärtsstrategie mit dem 

Verkauf der Liegenschaft Z. an die D. vorgeschlagen. G. sei im Verwal-

tungsrat der C. AG in den Ausstand getreten. Der Verwaltungsratspräsident 

Q. habe in Absprache mit den Aktionären ein Bewertungs- und Verkaufs-

mandat erteilt. Die Schätzung der AB. AG vom 28. Januar 2013 habe einen 

Wert der Liegenschaft Z. von CHF 2.5 bis CHF 3.0 Mio. gezeigt. Die Aktio-

näre und der Verwaltungsrat hätten sich dann mit G. auf einen Preis von 

CHF 2.7 Mio. geeinigt. Anschliessend hätten sich die D. und (wahrschein-

lich auch G.) um den Weiterverkauf des Grundstücks bemüht. Aufgrund 

persönlicher Beziehungen von P. sei der Verkauf an die H. AG gelungen. 

 - 10 - 

 

 

Die H. AG als Erwerberin der Liegenschaft Z. stehe mit niemandem der an 

der Rekurrentin Beteiligten in irgendeiner Beziehung, ebensowenig die D. 

bzw. P.. Die Transaktion habe nicht unter nahestehenden Personen statt-

gefunden. Profitiert hätten nur G. als Darlehensgläubiger und P. als Allein-

aktionär der D.. Weitere Verbindungen seien nicht relevant. Die D. sei ent-

gegen den Ausführungen im Einspracheentscheid keine der Rekurrentin 

nahestehende Person. Daran ändere auch nichts, dass Q. bei der D. als 

Rennfahrer in einem Langstreckenteam gestartet sei. Q. habe dieses En-

gagement privat finanziert. 

 

Die Rekurrentin lässt sodann unter dem Titel "Rechtliche Würdigung: Miss-

verhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung" weitere Ausführungen 

zum Verkehrswert der Liegenschaft Z. machen, welche den Rekurs der C. 

AG (3-RV.2018.61) betreffen. Es wird vorgebracht, dass zwischen dem 

Verkaufspreis der C. AG an die D. von CHF 2.7 Mio. und dem Verkehrswert 

kein Missverhältnis bestehe.  

 

Der Umstand, dass sich an den Verkäufen der Liegenschaft Z. beteiligte 

Personen (bereits länger) kennen, bedeute steuerrechtlich nicht, dass es 

sich um nahestehende Personen handle. Die teils gegenläufigen Interes-

sen würden völlig ausser Acht gelassen. Ein Zusammenwirken sei gera-

dezu unrealistisch. Nur G. (als Darlehensgläubiger) und P. (als Alleinaktio-

när der D.) hätten von den Transaktionen profitiert. Dass Q. als Rennfahrer 

bei der D. tätig gewesen sei, begründe ebensowenig ein Verhältnis unter 

nahestehenden Personen. Das sei den Organen der Rekurrentin bekannt 

gewesen. Q. habe seinen Rennsportbeitrag privat finanziert. Die restliche 

Finanzierung erfolgte über Sponsoren, die Werbung machen oder techni-

sche Forschung betrieben. 

 

Der Entscheid des Verwaltungsrates und der Aktionäre, der I. AG die For-

derung zu verkaufen, werde vom KStA erst im Kontext mit der anschlies-

senden Übertragung der Forderung auf G. und dem Verkauf der Liegen-

schaft Z. als geldwerte Leistung qualifiziert. Die weiteren Abläufe mit dem 

abschliessenden Verkauf der Liegenschaft Z. an die H. AG von CHF 4.3 

Mio. seien beim Verkauf des Darlehens von CHF 700'000.00 am 10. De-

zember 2012 nicht erkennbar gewesen. 

 

Es sei sodann für die Aktionäre klar gewesen, dass nach dem Sanierungs-

verkauf der Forderung gegenüber der D. an G., dieser von einem gewinn-

bringenden Verkauf der Liegenschaft durch die D. hätte profitieren können, 

bei einem Verlust jedoch unverändert das Risiko eines Forderungsverlus-

tes getragen hätte. Nachdem der Forderungsverlust bei der Rekurrentin mit 

der Abtretung an die I. AG bereits realisiert worden sei, habe mit dem Ver-

kauf der Liegenschaft Z. zweifellos niemand G. nochmals begünstigen wol-

len. Die Aktionäre hätten nicht erkennen können, dass die Forderung von 

G. mit einem 10 Monate später erfolgten Verkauf der Liegenschaft Z. für 

 - 11 - 

 

 

CHF 4.3 Mio. gedeckt würde. Die Aktionäre der Rekurrentin und der C. AG 

hätten von den Transaktionen nicht profitiert. 

 

2.8. 

In seiner Vernehmlassung erwiderte das KStA im Wesentlichen, die Be-

gründungspflicht sei nicht verletzt. Die Abweichungen seien der Rekurren-

tin mündlich und mit der Veranlagungskopie und dem Berechnungsblatt 

schriftlich angezeigt worden. Die Veranlagungskopie sei auch mit dem vor-

maligen Vertreter der Rekurrentin besprochen worden. Die Aufrechnungen 

seien durchaus verstanden worden, was die auch im Einspracheverfahren 

gewünschten Vergleichsgespräche belegten. Die Voraussetzungen von 

geldwerten Leistungen seien im Einspracheentscheid genannt. Die drei Kri-

terien seien abgehandelt worden. Es lägen weder Formmängel noch Struk-

turlosigkeit vor. 

 

Es liege weder ein Eröffnungsmangel noch ein Verfahrensmangel vor, wel-

cher eine Aufhebung des Einspracheentscheides begründen könnten. Im 

Veranlagungsverfahren sei der Rekurrentin insbesondere mit der Bespre-

chung zwischen der Revisorin des KStA und dem damaligen Vertreter die 

Teilnahme am Beweisverfahren ermöglicht worden.  

 

Die Rekurrentin habe mit dem Verkauf des Darlehens an die I. AG offen-

sichtlich auf CHF 525'000.00 verzichtet. Ein Forderungsverzicht bewirke im 

Gegensatz zum Rangrücktritt eine echte Sanierung der Bilanz. Vorliegend 

sei jedoch keine Sanierung der D. erfolgt, da der Forderungsverzicht der 

Rekurrentin in der D. nicht erfolgswirksam verbucht worden sei. Erst durch 

den unterpreislichen Verkauf der Liegenschaft Z. durch die C. AG an die D. 

und dem aus dem folgenden Verkauf an die H. AG habe ein ausserordentli-

cher Ertrag erzielt werden können. Damit habe die Überschuldung ausge-

glichen und das Darlehen an G. zurückgeführt werden können. Die I. AG 

habe kein Interesse an der Sanierung der D. gehabt, was sich an der Nicht-

verbuchung der erworbenen Forderung zeige. Zudem wird in Bezug auf 

den Beleg der Bank E. vom 6. März 2018 betreffend Zahlung von CHF 

300'000.00 an die I. AG Stellung genommen. Dieser Beleg zeige, dass der 

behauptete Verfahrensablauf in zeitlicher Hinsicht nicht stimmen könne. 

Dem KStA seien der Forderungskaufvertrag vom 10. Januar 2013 und die 

Zession vom 11. Januar 2013 zwischen der I. AG und G. nicht eingereicht 

worden.  

 

Sowohl G. (Hauptgläubiger der D. mit Rangrücktritt) wie auch Q. (Teamchef 

und Rennfahrer bei der D.) und O. (Rennfahrer der D.) seien aufgrund ihrer 

persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen als der D. nahestehende 

Personen zu qualifizieren. Q. habe auch ein privates Darlehen gegenüber 

der D. von CHF 141'064.00 gehabt (Bilanz der D. per 31. Dezember 2011), 

welches ebenfalls von G. übernommen worden sei. Geschäftsführer der 

Rekurrentin seien eindeutig Q. und G., was anlässlich der Domizilrevision 

 - 12 - 

 

 

und durch Belege bestätigt worden sei. Der Verwaltungsrat der Rekurren-

tin, R., sei Treuhänder von N.. Es sei davon auszugehen, dass er bei der 

Rekurrentin ähnliche Funktionen übernehme. Auf einigen Buchungsbele-

gen sei jeweils das Visum von R. zu erkennen. N. sei als Vizepräsident des 

Verwaltungsrates nicht zeichnungsberechtigt. Er könne daher wie R. mit 

keinen Führungsaufgaben betraut sein. Dafür sprächen insbesondere die 

höheren Entschädigungen von Q. und G.. 

 

Die zeitliche Abfolge von der Forderungsabtretung bis zum Liegenschafts-

verkauf zeige klar, dass G. gar nie ein Ausfallrisiko für die Forderung von 

CHF 1.13 Mio. gehabt habe, was ebenfalls vorhersehbar gewesen sei. Es 

sei offensichtlich von einem geplanten Vorgehen auszugehen. Das Krite-

rium der Erkennbarkeit für die handelnden Organe sei nicht mit der direkten 

Begünstigung der Anteilseigner gleichzusetzen. Schenkungen an Anteils-

eigner seien dafür nicht erforderlich. 

 

2.9. 

In der Replik liess die Rekurrentin daran festhalten, dass ein Einsprache-

entscheid eine Seitennummerierung und eine Struktur aufweisen müsse, 

die ein vernünftiges Zitieren im Rahmen eines Rechtsschriftenwechsels er-

mögliche. Ebenso wurde daran festgehalten, dass die Begründungspflicht 

verletzt worden sei, da Gesetzesverweise und Ausführungen zur Recht-

sprechung fehlten. 

 

Weiter wurde die Frage aufgeworfen, ob das KStA ein doppeltes Dossier 

führe, da sich die Aktennotiz vom 2. Mai 2017 nicht auf dem Spezialverwal-

tungsgericht eingereichten Schreiben vom 2. Dezember 2016 befunden 

habe. Es erscheine als offensichtlich, dass das KStA Akten unterdrücke 

und damit das rechtliche Gehör der Rekurrentin verletze. Es stelle sich die 

strafrechtliche Frage der Urkundefälschung mittels Aktenunterdrückung 

nach Art. 254 StGB. Das Spezialverwaltungsgericht wurde ersucht, die für 

die Aktenunterdrückung verantwortliche Person der Rekurrentin mitzutei-

len.  

 

In materieller Hinsicht wurde ergänzt, dass die Rekurrentin nie auf eine 

Forderung verzichtet habe, sondern diese an die I. AG verkauft habe. Auf 

die folgende (Nicht-)Verbuchung bei der I. AG hätten weder die Rekurrentin 

noch die D. Einfluss gehabt. Aus dem Schreiben der I. AG vom 2. Novem-

ber 2012 – verfasst von einem Anwalt – könne sodann kein Mandatsver-

hältnis zwischen dieser Gesellschaft und G. abgeleitet werden. Zu diesem 

Zeitpunkt habe zwischen O. und G. gar kein Kontakt bestanden. Erst im 

Dezember 2012 hätten sich diese beiden Personen bei einem Mittagessen 

getroffen. O. habe G. das Angebot gemacht, die Forderung von CHF 1.13 

Mio. für CHF 300'000.00 zu übernehmen. Die von G. geleistete Zahlung sei 

 - 13 - 

 

 

per 15. Januar 2013 ohne rückwirkende Valutierung erfolgt. Dementspre-

chend habe G. auch das Risiko eines vollständigen Forderungsverlustes 

im Konkursfall der D. getragen. 

 

Es treffe zu, dass Q. und O. im Rennteam D. tätig gewesen seien. Sie hät-

ten jedoch dafür jederzeit kostendeckende Beiträge an die D. geleistet. An-

dere Fahrer hätten ihren Beitrag nicht bezahlt, was zum Finanzproblem der 

D. geführt habe. 

 

Das Tagesgeschäft der Rekurrentin sei von den "effektiven" Geschäftsfüh-

rern Q. und G. geführt worden. Dagegen hätten R. und N. die Funktion als 

Verwaltungsräte immer selbst ausgeübt. Finanzielle Entscheide von über 

CHF 100'000.00 wie die Darlehensgewährung an die D. und der Verkauf 

des Darlehens seien immer vom Verwaltungsrat zu genehmigen gewesen. 

R. habe die Belege regelmässig eingesehen. Er habe die Jahresrechnung 

kontrolliert und genehmigt. 

 

Rangrücktritte würden von der Revisions- oder Buchhaltungsstelle bei ei-

ner Überschuldung regelmässig erst im Folgejahr gestützt auf einen vorlie-

genden Abschluss einverlangt. Dass G. den Rangrücktritt gegenüber der 

D. dementsprechend im August 2013 unterzeichnet habe, sei folgerichtig, 

habe aber keinen Zusammenhang mit dem am 8. August 2013 unterzeich-

neten Kaufvertrag zwischen der C. AG und der D. betreffend Liegenschaft 

Z.. Die Forderungsabtretung mit Zahlung vom 15. Januar 2013 und der 

Verkauf der Liegenschaft Z. von der D. an die H. AG vom 20. Dezember 

2013 seien weder vorhersehbar, noch zeitnah gewesen. 

 

Bezüglich des Verkaufs der Liegenschaft Z. wurde auf die Ausführungen 

im Parallelverfahren der C. AG (3-RV.2018.61) verwiesen, ebenso bezüg-

lich der Ausführungen "Rechtliche Würdigung: Missverhältnis zwischen 

Leistung und Gegenleistung" und im Grundsatz betreffend "nahestehende 

Personen". 

 

Für die Beurteilung, ob die Rechtsgeschäfte unter nahestehenden Perso-

nen abgewickelt worden seien, unterscheide das KStA nicht zwischen Dar-

lehensverkauf der Rekurrentin und dem Verkauf der Liegenschaft Z. durch 

die C. AG an die D.. Das KStA werfe zu Unrecht alles in einen Topf. Bisher 

sei einzig nicht behauptet worden R. und N. seien mit irgendeiner anderen 

Partei in einer nahestehenden Beziehung. Den Entscheid über die Darle-

hensbegebung an die D. hätten jedoch einzig diese beiden Personen ge-

troffen. Das Darlehen sei von Anfang an risikobehaftet gewesen. 

 

Bezüglich "Erkennbarkeit für die handelnden Organe" wurde festgehalten, 

im Zeitpunkt des Verkaufs der Darlehensforderung sei weder für die Ver-

waltungsräte R. und N., noch für Q. und G. erkennbar gewesen, dass die 

D. mit dem Verkauf der Liegenschaft Z. am 20. Dezember 2013 wieder 

 - 14 - 

 

 

zahlungsfähig sein werde. Das Vorgehen habe nicht geplant werden kön-

nen. Wäre die Liegenschaft Z. nicht an die D. verkauft worden, wäre das 

Darlehen ohnehin zu Verlust gegangen. Die Offerte der I. AG mit 25 % des 

Darlehensbetrages sei eher günstig gewesen. Ein Missverhältnis zwischen 

Leistung und Gegenleistung habe nicht bestanden.  

 

2.10. 

2.10.1. 

Mit Schreiben vom 1. Dezember 2020 wurde der Rekurrentin Gelegenheit 

gegeben, sich unter Hinweis auf das Ergebnis eine Internetrecherche des 

Spezialverwaltungsgerichtes, wonach G. unter dem Aliasnamen AG. gleich 

wie Q. und O. im Team der D. als Rennfahrer tätig sei, zur Frage der "na-

hestehenden Personen" zu äussern.  

 

2.10.2. 

Mit Stellungnahme vom 14. Januar 2021 rekapitulierte der Vertreter der 

Rekurrentin "die Ausgangslage dieses Verfahrens zu Beginn der Veranla-

gung durch das Steueramt ". Im Wesentlichen wurde sodann einmal mehr 

dargelegt, dass weder J., noch K., noch N. der D. nahestehende Personen 

seien. Es entstehe der Eindruck, dass mit den "act. 487 - 498 ersatzweise 

eine solche nahestehende Stellung der Herren G., Q. und O. zur B. AG" 

nachgewiesen werden soll, "die dann auf das Steuersubjekt C. AG bzw. 

deren Aktionäre (G., K. und N.) übertragen werden soll."  

 

Weiter wurde zur rechtlichen Qualifikation der Internetrecherche Stellung 

genommen. Bei geldwerten Leistungen habe die Steuerbehörde nachzu-

weisen, dass eine nahestehende Person Leistungen erhalten habe. Der 

Steuerpflichtige habe das Recht zur Entgegnung und zur Anrufung von Ge-

genbeweisen. Das Ergebnis der Internetrecherche sei als "Beweismittel" zu 

qualifizieren. Die Entstehung der Internetrecherche sei unklar. Sobald be-

kannt sei, wer diese Beweise auf welche Veranlassung ins Verfahren ein-

gebracht hat, werde es erst möglich, unter Wahrung des rechtlichen Ge-

hörs Stellung zu nehmen. Es sei ein nachgelagertes Behauptungsverfah-

ren durchzuführen.  

 

3. 

Nachfolgend ist vorerst auf die formellen Rügen einzugehen. Erst wenn 

eine Verletzung von Verfahrensrechten und damit die Aufhebung des Ein-

spracheentscheides und eine Rückweisung an die Vorinstanz zu verneinen 

sind, sind die materiellen Rügen zu behandeln. 

 

 - 15 - 

 

 

4. 

4.1.  

4.1.1. 

In § 195 Abs. 3 StG – gleich wie in § 26 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 (VRPG) – wird ausge-

führt, dass ein Einspracheentscheid eine Begründung zu enthalten hat. Bei-

den Gesetzen ist darüber hinaus nicht zu entnehmen, wie Entscheide im 

Detail (insbesondere Struktur/Seitennummerierung) auszusehen haben. 

 

4.1.2. 

Der Einwand, den Einspracheentscheiden fehlten eine Seitennummerie-

rung und eine genügende Struktur, ist unbehelflich. Massgeblich ist alleine, 

dass den Entscheiden eine genügende Begründung entnommen werden 

kann, auch wenn die Einhaltung bestimmter – nicht zwingender – Forma-

lien die Anfechtung eines Entscheides durch die Steuerpflichtigen oder ihre 

Vertretung erleichtern könnte.  

 

Auf den Umfang der Begründungpflicht ist nachfolgend einzugehen 

 

4.2. 

4.2.1. 

Der Einspracheentscheid ist gemäss § 195 Abs. 3 StG schriftlich zu be-

gründen. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass jedenfalls die bun-

desrechtlichen Minimalanforderungen, wie sie aus Art. 29 Abs. 2 BV ("Die 

Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör") abgeleitet werden, Be-

achtung finden. Die tatsächlichen Feststellungen und rechtlichen Überle-

gungen, welche die Einsprachebehörde dem Entscheid zu Grunde gelegt 

hat, müssen nachvollzogen werden können. Die Begründung hat zudem 

eine Beurteilung der Beweismittel zu enthalten. Weiter hat die Einsprache-

behörde zu den Anträgen der steuerpflichtigen Person so Stellung zu neh-

men, dass ersichtlich wird, wieweit ihnen entsprochen wird. Sie muss sich 

jedoch nicht mit jedem Vorbringen der steuerpflichtigen Person auseinan-

dersetzen und jedes einzelne Argument ausdrücklich widerlegen. Sie darf 

sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Als Mini-

malerfordernis verbleibt aber stets, dass sich die am Verfahren beteiligten 

Personen anhand der Begründung über die Tragweite des Entscheids Re-

chenschaft ablegen können. Dieses Minimalerfordernis wird verletzt, wenn 

sich die Steuerbehörde im Einspracheentscheid mit mehreren Begehren 

und mit Beweismitteln, welche die steuerpflichtige Person angerufen hat, 

überhaupt nicht auseinandersetzt (Bundesgerichtsurteil vom 20. Dezember 

2012 [2C_843/2012]; Bundesgerichtsurteil vom 3. Mai 2005 [1P.115/2005], 

mit Verweis auf BGE 126 I 97; VGE vom 1. Dezember 2008 [WBE.2007. 

154]; Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 4. Auflage, Muri-Bern 2015, 

§ 175 StG N 31, § 195 StG N 9, mit Hinweisen). 

 

 - 16 - 

 

 

4.2.2. 

Vor Erlass der Veranlagungsverfügungen vom 9. Juni 2017 stand das KStA 

in einem schriftlichen und mündlichen Austausch mit dem damaligen Ver-

treter der Rekurrentin. Die hier umstrittene Aufrechnung einer geldwerten 

Leistung wurde mit dem Veranlagungsvorschlag vom 6. Juni 2016 mit "Be-

rechnungsblatt" offengelegt. Ebenso sind die in der Rechtsprechung entwi-

ckelten Kriterien geldwerter Leistungen hinreichend erwähnt. Insbesondere 

wenn dazu die Zitierung der Rechtsprechung oder die wörtliche Abschrift 

gesetzlicher Grundlagen fehlen sollte, ändert das nichts am Umstand, dass 

die wesentlichen Punkte in der Begründung enthalten sind.  

 

4.2.3. 

Eine Verletzung der Begründungspflicht ist nicht festzustellen und der Re-

kurs in diesem Punkt abzuweisen. 

 

4.3.  

4.3.1. 

Die vom Vertreter der Rekurrentin verlangte Edition eines "Schattendos-

siers" entbehrt jeder Grundlage. Das KStA JP hat die vorhandenen Akten 

eingereicht, insbesondere auf Nachfrage auch die Aktennotiz auf dem 

Schreiben des damaligen Vertreters vom 2. Dezember 2016. Dabei handelt 

es sich um eine Notiz eines Mitarbeiters der Sektion Grundstückschätzung 

KStA und damit um eine interne Notiz ohne jeglichen relevanten materiellen 

Gehalt für das vorliegende Verfahren. Festgestellt wird jedenfalls ausdrück-

lich, dass von der Sektion Grundstückschätzung KStA keine Schätzung der 

Liegenschaft Z. vorgenommen wurde.  

 

4.3.2. 

Soweit die Rekurrentin die Nennung von verantwortlichen Personen betref-

fend "Urkundenfälschung durch Unterdrückung von Akten" durch das Spe-

zialverwaltungsgericht zwecks Einreichung einer Strafanzeige beantragt, 

ist auf den Rekurs nicht einzutreten. Zum einen stand und steht es der Re-

kurrentin jederzeit frei, eine Strafanzeige gegen unbekannt einzureichen. 

Zum anderen ist das Spezialverwaltungsgericht nicht zur Anzeige von Am-

tes wegen verpflichtet, solange kein substantiierter Sachverhalt eine solche 

verlangt. Die Ausführungen betreffend Strafanzeige wegen "Urkundenfäl-

schung durch Unterdrückung von Akten" finden in den Akten keine Stütze. 

 

4.3.3.  

Im Übrigen gilt bezüglich des beim Verkauf der Liegenschaft Z. im Urteil 

des Spezialverwaltungsgerichtes in Sachen der C. AG (3-RV.2018.61) zur 

Verkehrswertschätzung Gesagte: 

 

"6.4. 
6.4.1. 
Der Verkehrswert ist der Marktwert, der einem Vermögensobjekt am jewei-
ligen Stichtag zukommt. Es handelt sich um denjenigen Wert, der bei einer 

 - 17 - 

 

 

Veräusserung im gewöhnlichen Geschäftsverkehr normalerweise zu erzie-
len wäre (vgl. auch Erw. 7.5.2.). Im gleichen Sinn äussert sich die Verord-
nung über die Bewertung der Grundstücke (VBG) vom 4. November 1985 
in § 12 Abs. 1 und § 12 Abs. 2 lit. a VBG, wo für die Verkehrswertbestim-
mung vor dem mittelbaren und unmittelbaren Preisvergleich und der For-
melhaften Bewertung von Grundstücken der Verkehrswert mit dem Kauf-
preis gleichgesetzt wird. Vorbehalten bleiben ungewöhnliche oder persön-
liche Verhältnisse. 
 
6.4.2. 
Dass das KStA JP als Massstab für den massgeblichen Verkehrswert auf 
den von einem Dritten (H. AG) bezahlten Kaufpreis abgestellt hat, und auf 
eine eigene Schätzung verzichtete, kann nicht beanstandet werden. Das 
Vorgehen ist in formeller Hinsicht zweifellos zulässig. Dabei ist die Frage, 
ob damit auf den 'richtigen' Verkehrswert abgestellt wurde, an dieser Stelle 
nicht zu beurteilen. 
 
Das KStA JP hat der Rekurrentin mit den Schreiben vom 2. Mai 2017 und 
23. Mai 2017 – und damit vor der Eröffnung der Veranlagungsverfügung 
vom 9. Juni 2017 – mitgeteilt, dass für die Beurteilung der geldwerten Leis-
tung auf den bezahlten Kaufpreis abgestellt werde.  
 
Auf eine Befragung des Vertreters im Einspracheverfahren kann an dieser 
Stelle in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden, da weder die 
von ihm verfassten Schreiben zur Gutachtenerstellung in Frage gestellt 
werden, noch das KStA JP die zwar in Aussicht gestellte Schätzung durch 
den Mitarbeiter der Sektion Grundstückschätzung des KStA erstellen liess. 
Ebenso ergibt sich aus der von S. verfassten Aktennotiz vom 2. Mai 2017, 
dass keine KStA-interne Schätzung erstellt wurde. Auf eine Zeugenbefra-
gung von S. kann daher ebenfalls verzichtet werden." 

 

4.4. 

4.4.1. 

Es ist sodann auf den Antrag einzugehen, es sei betreffend der Frage der 

"nahestehenden Person" und der Internetrecherche des Spezialverwal-

tungsgerichtes (vgl. Erw. 2.10.) dazu ein nachgelagertes Behauptungsver-

fahren durchzuführen. 

 

4.4.2. 

Der Rekurs ist ein vollkommenes Rechtsmittel, weil das Spezialverwal-

tungsgericht bei der Beurteilung der ihm vorgelegten Streitsachen Sach-

verhalts-, Rechts- und Ermessensfragen frei überprüfen kann, ohne an die 

Parteianträge gebunden zu sein (Kommentar zum Aargauer Steuergesetz, 

a.a.O., § 196 StG N 2). 

 

Vor diesem Hintergrund kann das Spezialverwaltungsgericht ohne weiteres 

Sachverhaltsprüfungen/-abklärungen, insbesondere Internetrecherchen, 

vornehmen. Werden solche Abklärungen vorgenommen ist sodann das 

Recht zur Stellungnahme zum Ergebnis (rechtliches Gehör) zu wahren.  

 

 - 18 - 

 

 

4.4.3. 

Mit Schreiben vom 14. September 2018 wurde dem KStA JP die Replik der 

Rekurrentin zur Kenntnisnahme und mit dem Hinweis, dass kein weiterer 

Schriftenwechsel stattfinde, zugestellt. Das Behauptungsverfahren war da-

mit abgeschlossen.  

 

Im Anschluss an das Behauptungsverfahren fand eine weitere Sachver-

haltsprüfung/-abklärung statt mit dem Ergebnis, dass G. unter dem Alias-

namen AG. wie Q. und O. als Rennfahrer für D. tätig war. In der Folge 

wurde diese Erkenntnis der Rekurrentin (Vertreter) mit Schreiben vom 1. 

Dezember 2020 mit der Möglichkeit zur Stellungnahme, insbesondere be-

treffend "nahestehende Person", mitgeteilt.  

 

4.4.4. 

Der Antrag auf ein "nachgelagertes Behauptungsverfahren" ist daher ab-

zuweisen. Mit dem Schreiben vom 1. Dezember 2020 wurde der Rekurren-

tin die Möglichkeit zur Stellungnahme zur Internetrecherche gegeben. Da-

mit bestand für die Rekurrentin auch die Möglichkeit, einen "allfälligen Ge-

genbeweis" (vgl. Stellungnahme vom 14. Januar 2021) einzureichen. Ob 

und in welchem Umfang die Rekurrentin zum Ergebnis der Internetrecher-

che Stellung nehmen will, ist vollständig ihr überlassen. Der Gehörsan-

spruch wurde damit gewahrt.  

 

4.5. 

Zusammenfassend sind keine Gründe feststellbar, die zu einer Aufhebung 

des Einspracheentscheides aus formellen Gründen führen könnten. Sämt-

liche diesbezüglichen Anträge sind damit abzuweisen. 

 

5. 

5.1. 

Die Darlehensgewährung gehört nicht zum statutarischen Zweck der Re-

kurrentin. Dessen ungeachtet gewährte die Rekurrentin der D. mit Darle-

hensvertrag vom 1. November 2010 ein unbefristetes (teilweise partiari-

sches; Ziff. IV.3. des Darlehensvertrages) Darlehen von "maximal 

CHF 700'000.-". Gemäss der Zweckumschreibung im Vertrag sollte das 

Darlehen der Finanzierung der erforderlichen Anschaffungen für die Durch-

führung von Rennsportevents (Rennbesuch und TrackDays) für Unterneh-

men (Kader- und Kundenanlässe) gemäss vorliegendem Businessplan die-

nen. Als Sicherheit verpfändete die D. "ihre sämtlichen aktuellen Aktiven 

gemäss Inventarliste", insbesondere auch alle im unbelasteten Eigentum 

der D. stehenden Mobilien. Der Darlehensvertrag wurde für die Rekurrentin 

von Q. und für die D. von P. unterzeichnet. 

 

5.2. 

Die Darlehenskündigung erfolgte am 29. Dezember 2011. Am 26. Oktober 

2012 wurde der D. der Zahlungsbefehl vom 24. Oktober 2012 über eine 

 - 19 - 

 

 

Forderung von CHF 700'000.00 zuzüglich Zinsen 2011 von CHF 6'318.05 

und Zinsen 2012 von CHF 3'480.55 zuzüglich Zins von 8 % seit 1. Juli 2012 

zugestellt. Die D. hat Rechtsvorschlag erhoben (vgl. Bestätigung des Be-

treibungsamtes V., Dienststelle W., auf dem Zahlungsbefehl vom 6. No-

vember 2012). Der Zahlungsbefehl ging bei der Rekurrentin gemäss Ver-

merk auf dem Zahlungsbefehl am 7. November 2012 ein. 

 

5.3. 

Mit Schreiben vom 2. November 2012 offerierte die I. AG der Rekurrentin 

den Kauf der Darlehensforderung von CHF 700'000.00 für 

CHF 175'000.00. Dabei wurde auf die Überschuldung der D. per 31. De-

zember 2011 verwiesen. Als Grund für ihr Engagement wurde von der I. 

AG die persönlichen Beziehungen zwischen der D. und der I. AG bzw. der 

beteiligten Aktionäre angegeben.  

 

5.4. 

Mit Vertrag vom 20. Dezember 2012 verkaufte die Rekurrentin der I. AG 

die Forderung gegenüber der D. von CHF 700'000.00 zuzüglich Zinsen und 

Kosten für CHF 175'000.00. Der Forderungskaufvertrag wurde für die Re-

kurrentin von Q. unterzeichnet. Die Forderung von CHF 700'000.00 zuzüg-

lich Zinsen wurde gleichentags an die I. AG zediert. Mit Valuta 27. Dezem-

ber 2012 wurde dem Konto der Rekurrentin bei der Bank F. eine Zahlung 

der I. AG von CHF 175'000.00 gutgeschrieben. Die Rekurrentin machte in 

der Erfolgsrechnung 2012 einen Debitorenverlust von CHF 525'000.00 als 

Finanzaufwand geltend. In der Buchhaltung/Jahresrechnung 2012 der I. 

AG wurde das gekaufte Darlehen im Nominalbetrag von CHF 700'000.00 

nicht ausgewiesen. 

 

5.5. 

G. erwarb von der I. AG mit Kaufvertrag vom 10. Januar 2013 Forderungen 

gegenüber der D. im Nominalbetrag von CHF 1.13 Mio. zuzüglich Zinsen 

und Kosten für CHF 300'000.00 (Belastungsanzeige der Bank E. mit Valuta 

15. Januar 2013 datiert vom 6. März 2018; Kontoauszug der Bank E. vom 

1. Februar 2013 mit Belastung des Forderungskaufpreises am 15. Januar 

2013; E-Mail der Bank E. vom 7. September 2018). Die I. AG bestätigte 

dabei, dass die Übertragung der Forderungsrechte ohne Gewähr erfolge, 

gleichzeitig wurde aber bestätigt, dass die Forderung Bestand habe. Der 

Forderungsbetrag basierte dabei auf der Bilanz der D. per 31. Dezember 

2011 und der Zwischenbilanz der D. per 31. August 2012. Gemäss sepa-

rater Zessionsvereinbarung wurde die Forderung von CHF 1.13 Mio. zu-

züglich Zinsen am 11. Januar 2013 von der I. AG an G. zediert. Der Forde-

rungsbetrag setzt sich aus der Ablösung der Darlehen der Rekurrentin von 

CHF 706'318.05, "Rennwagen Q." von CHF 141'064.000 und T. S.A. von 

CHF 287'014.90 zusammen. Ein Schulderlass der letztgenannten zwei 

Gläubiger wird nicht geltend gemacht.  

 

 - 20 - 

 

 

Der Verkauf wurde nach den Angaben der Rekurrentin an einem Treffen 

von O. und G. "über Weihnachten 2012 auf der Skipiste in X." vereinbart. 

O. fragte dabei G. an, ob er die Forderung gegen die D. übernehmen 

könne, "weil er den investierten Betrag von CHF 300'000.00 für ein uner-

wartetes anderes Engagement wieder benötigte. Herr G. willigte ein, so 

kam es zum Forderungskauf zwischen I. AG und G. vom 11. Januar 2013" 

(Replik, S. 7, Art. 5). 

 

5.6. 

Aus der Jahresrechnung 2012 der D. (am 6. August 2013 erstellt) ergibt 

sich per 31. Dezember 2012 ein Verlustvortrag von CHF 761'073.60. Im 

Anhang zur Jahresrechnung 2012 der D. wurde unter Ziff. 12. "Risikobeur-

teilung" das folgende festgehalten: 

 

"Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 
Das Darlehen I. AG im Umfang von Fr. 1'130'000.-- wurde von G. per 
10.1.2013 übernommen. Herr G. als Gläubiger hat im Umfang des Verlust-
vortrages des Jahresverlustes per 31.12.12 einen Rangrücktritt erklärt." 

 

Der Rangrücktritt wurde von G. im August 2013 rückwirkend auf den Bi-

lanzstichtag 31. Dezember 2012 erklärt (Replik, S. 11, Art., Rz 18), obwohl 

er zu diesem Zeitpunkt nicht Gläubiger der D. war. 

 

5.7. 

In der Bilanz 2013 der D. wurde das Darlehen der I. AG über CHF 1.13 Mio. 

nicht mehr ausgewiesen. Ebenfalls wurde kein Darlehen zu Gunsten von 

G. aufgeführt. Im Jahr 2013 muss damit die Rückzahlung des Darlehens 

an G. erfolgt sein. G. hat damit einen Kapitalgewinn von CHF 813'000.00 

erzielt. 

 

5.8. 

5.8.1. 

Mit Kaufvertrag vom 8. August 2013 und Nachtrag zum Kaufvertrag vom 

8. Oktober 2013 veräusserte die C. AG der D. die Liegenschaft Grundstück 

Nr. xxxx im Halte von 2'250 m2, Büro- und Lagergebäude, an der X-Strasse 

11 in Z. für CHF 2.7 Mio. Der Beginn von Nutzen und Schaden wurde auf 

den 1. September 2013 festgelegt. 

 

5.8.2. 

Mit Kaufvertrag vom 20. Dezember 2013 verkaufte die D. die Liegenschaft 

Z. für CHF 4.3 Mio. an die H. AG. Der Übergang von Nutzen und Schaden 

wurden auf den 1. Januar 2014 festgesetzt. 

 

6. 

6.1.  

Gegenstand der Gewinnsteuer ist der Reingewinn (§ 67 StG). Der steuer-

bare Reingewinn setzt sich zusammen aus dem Saldo der Erfolgsrechnung 

 - 21 - 

 

 

unter Berücksichtigung des Saldovortrages der Vorjahre und den der Er-

folgsrechnung nicht gutgeschriebenen Erträgen (§ 68 Abs. 1 lit. c StG) ei-

nerseits sowie anderseits allen vor Berechnung des Saldos der Erfolgs-

rechnung ausgeschiedenen Teilen des Geschäftsergebnisses, die nicht zur 

Deckung von geschäftsmässig begründetem Aufwand verwendet werden, 

wie insbesondere nicht begründete Abschreibungen und Rückstellungen 

(§ 68 Abs. 1 lit. b Ziff. 2 StG) sowie offene und verdeckte Gewinnausschüt-

tungen und geschäftsmässig nicht begründete Zuwendungen an Dritte 

(§ 68 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 StG).  

 

6.2. 

6.2.1. 

Zur steuerlichen Gewinnermittlung wird vorerst auf das Ergebnis eines han-

delsrechtskonformen Rechnungsabschlusses abgestellt. Für juristische 

Personen gilt dementsprechend das Massgeblichkeitsprinzip (Bundesge-

richtsurteil vom 23. Januar 2020 [2C_57/2018], Erw. 6.2.; Bundesgerichts-

urteil vom 6. August 2015 [2C_16/2015], Erw. 2.2.2), d.h. das Prinzip der 

Massgeblichkeit der Handelsbilanz (BGE 137 II 360 f.). Gemäss dem Mass-

geblichkeitsprinzip ist die handelsrechtliche Bilanz, welche den handels-

rechtlichen Vorschriften entspricht, für die steuerliche Gewinnermittlung 

und die Steuerbilanz verbindlich, soweit nicht eine steuerliche Korrektur-

vorschrift eingreift. Eine steuerpflichtige Person muss sich deshalb auf eine 

im Rahmen der handelsrechtlichen Vorschriften ordnungsgemäss aufge-

stellten und den Steuerbehörden vorgelegten Bilanz behaften lassen. Aus 

dem Massgeblichkeitsprinzip ergibt sich, dass eine handelsrechtskonforme 

Bilanz und Erfolgsrechnung nicht einfach abgeändert werden kann.  

 

6.2.2. 

Nach Art. 960a OR sind alle Aktiven bei der Ersterfassung höchstens zu 

den Anschaffungs- und Herstellungskosten zu bewerten (Abs. 1). In den 

Folgebewertungen dürfen Aktiven nicht höher bewertet werden als zu den 

Anschaffungs- und Herstellungskosten. Vorbehalten bleiben Bestimmun-

gen für einzelne Arten von Aktiven (Abs. 2). Der nutzungs- und altersbe-

dingte Wertverlust muss durch Abschreibungen, anderweitige Wertverluste 

müssen durch Wertberichtigungen berücksichtigt werden. Abschreibungen 

und Wertberichtigungen müssen nach den allgemein anerkannten kauf-

männischen Grundsätzen vorgenommen werden. Sie sind direkt oder indi-

rekt bei den betreffenden Aktiven zulasten der Erfolgsrechnung abzusetzen 

und dürfen nicht unter den Passiven ausgewiesen werde (Abs. 3). Handels-

rechtlich darf eine Aktiengesellschaft somit ihr Anlagevermögen höchstens 

zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, unter Abzug der notwendi-

gen Abschreibungen, aktivieren; steuerrechtlich ist sie zur Bewertung und 

Aktivierung in dieser Höhe verpflichtet.  

 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=2C_958%2F2016&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-II-353%3Ade&number_of_ranks=0#page353

 - 22 - 

 

 

6.3. 

6.3.1. 

Das Bundesgericht äusserte sich im Urteil vom 28. März 2019 (2C_797/ 

2018) zur Gewinn-/Verlustermittlung – jedoch bezogen auf einen selbstän-

dig Erwerbenden – wie folgt: 

 

"2.   
2.1. Als geschäfts- oder berufsmässig begründete Kosten werden nament-
lich die ausgewiesenen Abschreibungen des Geschäftsvermögens abge-
zogen (vgl. Art. 10 Abs. 1 lit. a StHG).   
 
Im Recht der direkten Bundessteuer sind geschäftsmässig begründete Ab-
schreibungen von Aktiven zulässig, soweit sie buchmässig oder - wenn 
eine kaufmännische Buchhaltung fehlt - in besonderen Abschreibungsta-
bellen ausgewiesen sind (vgl. Art. 28 Abs. 1 DBG in der hier noch anwend-
baren, bis Ende 2015 gültig gewesenen Fassung vom 14. Dezember 1990 
[AS 1991 1208]). Dabei wird die planmässige Berücksichtigung der Wert-
verminderung des Anlagevermögens infolge Abnutzung oder Substanz-
verringerung als ordentliche Abschreibung, die ausserplanmässige Herab-
setzung des Buchwerts von Gütern des Anlage- oder des Umlaufvermö-
gens als ausserordentliche Abschreibung (und nicht als Wertberichtigung) 
bezeichnet. Anlass für eine Abschreibung geben hauptsächlich die Abnut-
zung des Vermögenswerts und die Verringerung der Substanz. Dem defi-
nitiven Wertverzehr auf Aktiven wird steuerlich mittels Abschreibungen 
Rechnungen getragen, wogegen vorübergehende Wertveränderungen 
durch Wertberichtigungen im Sinn von Art. 29 DBG bei selbständiger Er-
werbstätigkeit natürlicher Personen und Art. 63 DBG bei juristischen Per-
sonen, d. h. durch Rückstellungen, berücksichtigt werden. Abschreibun-
gen dürfen erst vorgenommen werden, wenn der Wertverlust sicher oder 
endgültig oder zumindest von Dauer erscheint, wogegen für Wertberichti-
gungen im Sinn von Rückstellungen das Risiko eines Verlusts genügt. Der 
laufende Wertverzehr eines Wirtschaftsguts begründet die Pflicht zur Vor-
nahme ordentlicher Abschreibungen. Demgegenüber finden ausseror-
dentliche Abschreibungen ihre Begründung in einem einmaligen, ausser-
ordentlichen Ereignis (vgl. Urteil 2C_330/2017 vom 16. Juli 2018 E. 2.3 bis 
E. 2.5). Diese Grundsätze gelten auch für die harmonisierten kantonalen 
Steuern (zur vertikalen Steuerharmonisierung vgl. E. 1.2 hiervor)."  

 

Die gleichen Erwägungen sind vorliegend zu übernehmen, da die handels-

rechtlichen und steuerrechtlichen Begriffe und Definitionen für juristische 

Personen gleich zu interpretieren sind. 

 

6.3.2. 

Das Bundesgericht hat in seinem Urteil vom 28. März 2019 (2C_797/2018) 

einmal mehr bestätigt, dass gemäss dem im schweizerischen Steuerrecht 

geltenden Periodizitätsprinzip ein Unternehmen in der jeweiligen Steuerpe-

riode denjenigen Gewinn zu versteuern hat, den es in der entsprechenden 

Steuerperiode erzielt hat. Es dürfen nicht die Ergebnisse der Geschäftspe-

riode untereinander ausgeglichen werden, indem diejenigen einer Periode 

zugunsten oder zu Lasten einer andern vermindert oder erhöht werden (vgl. 

Bundesgerichtsurteil vom 29. September 2008 [2C_553/2007], Erw. 2.1) 

 - 23 - 

 

 

Das Periodizitätsprinzip verbietet eine Schmälerung der steuerbaren Ge-

winne mittels ausserordentlicher Abschreibungen oder Rückstellungen für 

künftige Ereignisse (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 23. November 2015 

2C_1101/2014], Erw. 3).  Das Bundesgericht hat im genannten Urteil weiter 

ausgeführt: 

 

"5.   
5.1. Im Hinblick auf die richtige Periodisierung des (allfälligen) Kapitalver-
lustes stellt sich vorliegend die Frage, ob und in welchem Umfang Tatsa-
chen, welche sich erst nach dem Bilanzstichtag ereignen, unter dem Stich-
tagsprinzip zu beachten sind. Die Praxis unterscheidet insoweit zwischen 
einerseits sog. wertaufhellenden Tatsachen, d. h. Umständen, die - ob-
wohl sie sich erst nach dem Bilanzstichtag ereignen - lediglich anzeigen, 
wie sich die Verhältnisse am Bilanzstichtag objektiv darstellten, und ande-
rerseits sog. wertbeeinflussenden oder wertverändernden Tatsachen. 
Während Erstere Aufschluss darüber geben, wie sich die Lage am Stichtag 
darstellte, werden durch Letztere neue Geschäftsvorfälle geschaffen, die 
erst in der neuen Rechnungsperiode ihren Niederschlag finden dürfen (vgl. 
Urteil 2C_102/2018 vom 15. November 2018 E. 5.3). Als Beispiele für wert-
aufhellende Tatsachen gelten der Konkurs eines Schuldners, soweit er 
zeigt, dass der Schuldner schon am Bilanzstichtag in Schwierigkeiten war, 
aber auch die Entstehung einer Konventionalstrafe oder einer Schadener-
satzpflicht, soweit deren Ursache im alten Jahr liegt (vgl. Urteil 2C_102/ 
2018 vom 15. November 2018 E. 5.4.1)."  

 

6.4. 

6.4.1. 

Ab 2011 war die D. – so ausdrücklich die Angaben der Rekurrentin – über-

schuldet (vgl. Bilanz der D. per 31. Dezember 2011 [Verlustvortrag: 

CHF 610'116.06]; Schreiben der I. AG vom 2. November 2012, Rekursbei-

lage 17). Die Rekurrentin kündigte das Darlehen in der Folge und leitete im 

Jahr 2012 die Betreibung ein.  

 

Aus dem Zahlungsbefehl ergibt sich, dass die Zinsen für das Jahr 2011 und 

das Jahr 2012 von der D. nicht bezahlt wurden, was klar finanzielle Schwie-

rigkeiten ab dem Geschäftsjahr 2011 indiziert. Weshalb die Zinsen im Zah-

lungsbefehl (und damit auch im Betreibungsbegehren) in Abweichung vom 

Darlehensvertrag statt mit 1 % mit 8 % eingesetzt wurden, lässt sich aller-

dings nicht nachvollziehen. Die vereinbarte Gewinnbeteiligung (partiari-

sches Darlehen) kann aufgrund des Misserfolges der D. nicht zum Tragen 

gekommen sein. In der Replik (S. 13, Art. 13 Rz 21) wird ausgeführt, dass 

dem Aktionär N. bereits bei Darlehensbegebung im November 2010 be-

wusst war, dass dieses Darlehen risikobehaftet war. Insofern kam den Or-

ganen der Rekurrentin zweifellos eine erhöhte Pflicht zur Überwachung zu. 

Allein deshalb muss die Überschuldung der D. im Jahr 2011 bekannt ge-

wesen sein, was die Kündigung des Darlehens im Jahr 2011 unzweifelhaft 

nahelegt.  

 

 - 24 - 

 

 

6.4.2. 

Bestanden für die Rekurrentin – folgt man ihren eigenen Angaben – offen-

sichtlich erkennbare finanzielle Schwierigkeit mit Auswirkung auf die Boni-

tät der D. und damit der Werthaltigkeit der Darlehensforderung bereits im 

Jahr 2011, stellt sich vorab die Frage, weshalb der von der Rekurrentin 

festgestellten und behaupteten fehlenden Werthaltigkeit nicht – was han-

delsrechtlich zwingend gewesen wäre – mit einer Abschreibung/Wertbe-

richtigung spätestens per 31. Dezember 2011 Rechnung getragen wurde. 

Die Verbuchung des Forderungsverlustes im Jahr 2012 erweist sich daher 

als periodenfremd, was bereits zur Abweisung des Rekurses führen muss. 

Da die finanziellen Schwierigkeiten bereits im Jahr 2011 bekannt waren, 

kann nach der zitierten Rechtsprechung auch keine Korrektur der unterlas-

senen Abschreibung/Wertberichtigung mehr vorgenommen werden. 

 

6.5. 

Sollte nicht von einer Verpflichtung der Rekurrentin, die Darlehensforde-

rung im Jahr 2011 (mangels der von ihr behaupteten Werthaltigkeit) abzu-

schreiben bzw. wertzuberichtigen, auszugehen sein, muss der Rekurs ab-

gewiesen werden, da – wie nachfolgend gezeigt wird – die Kriterien einer 

geldwerten Leistung erfüllt sind. 

 

7. 

7.1. 

Ein geldwerter Vorteil (verdeckte Gewinnausschüttung) liegt dann vor, 

wenn eine Gesellschaft, ohne dies ordnungsgemäss als Gewinnverwen-

dung zu verbuchen, einem Anteilsinhaber oder einer ihr nahestehenden 

Person direkt oder indirekt einen Vorteil zukommen lässt, der einem unab-

hängigen Dritten so nicht erbracht würde. Das ist dann der Fall, wenn die 

Gesellschaft für ihre Leistung klarerweise keinen genügenden Gegenwert 

erhält, wenn also das Verhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung so 

ungewöhnlich ist, dass es sich mit einem sachgemässen Geschäftsgeba-

ren nicht vereinbaren lässt. Der Sachverhalt muss eindeutig so sein, dass 

sowohl auf Seite des Empfängers als auch auf Seiten der Gesellschaft das 

Vorliegen einer geldwerten Leistung erkennbar ist (BGE 119 Ib 116; 

BGE 113 Ib 25; Bundesgerichtsurteile vom 13. Juni 2012 [2C_862/2011 

und 2C_863/2011; Ertragsverzicht], vom 23. Juli 2003 [2A.602/2002] und 

vom 22. Mai 2003 [2A.590/2002], je mit Hinweis auf die Judikatur; ASA 63 

S. 671; AGVE 2004 S. 133; VGE vom 17. März 2010 [WBE.2009.218]). 

 

Die steuerliche Behandlung als verdeckte Gewinnausschüttung setzt somit 

kumulativ voraus, dass  

 

- die Gesellschaft keine oder keine gleichwertige Gegenleistung erhält, 

- der Aktionär oder eine der Gesellschaft nahestehende Person oder Un-

ternehmung direkt oder indirekt einen Vorteil erhält, der einem Dritten 

 - 25 - 

 

 

unter gleichen Bedingungen nicht zugebilligt worden wäre, die Leistung 

also insofern ungewöhnlich ist, und 

- der Charakter dieser Leistung für die Gesellschaftsorgane erkennbar 

war. 

 

7.2. 

7.2.1. 

Nach der im Steuerrecht allgemein gültigen Regel trägt die Steuerbehörde 

die Beweislast für steuerbegründende Tatsachen, während der Beweis für 

steueraufhebende oder steuermindernde Tatsachen grundsätzlich dem 

Steuerpflichtigen obliegt, wobei er diese Tatsachen nicht nur zu behaupten, 

sondern auch zu belegen hat (BGE 140 II 248, Erw. 3.5 mit Hinweisen; 

Bundesgerichtsurteil vom 29. September 2016 [2C_162/2016 und 2C_163/ 

16], Erw. 2.3., mit Hinweisen). Die entscheidende Behörde würdigt dabei 

nach ihrer eigenen, freien Überzeugung, ob ein Beweismittel glaubwürdig 

ist. Auch wenn im Steuerrecht an sich das Beweismass der vollen Über-

zeugung ("Regelbeweismass") herrscht, bedarf es keiner absoluten Ge-

wissheit. Es genügt, dass die Veranlagungsbehörde nach erfolgter Beweis-

würdigung und aufgrund objektiver Gesichtspunkte mit an Sicherheit gren-

zender Wahrscheinlichkeit vom Vorliegen der rechtserheblichen Tatsache 

überzeugt ist. Die Auffassung kann auf Indizien beruhen und bedingt kei-

nen direkten Beweis (Bundesgerichtsurteil vom 12. Mai 2020 [2C_926/ 

2019], Erw. 2.3). 

 

7.3. 

7.3.1. 

Nachfolgend wird zuerst die Frage geprüft, ob der Verkauf der Forderung 

von der Rekurrentin an die I. AG unter nahestehenden Personen erfolgte. 

Aufgrund der wirtschaftlichen und persönlichen Verknüpfungen sind die Ab-

läufe bei der Rekurrentin, die Gegenstand dieses Verfahrens bilden, und 

bei der C. AG (Verfahren 3-RV.2018.61) im Gesamtzusammenhang zu be-

trachten. 

 

7.3.2. 

Als einem Beteiligungsinhaber nahestehend betrachtet die Praxis eine na-

türliche oder juristische Person, die zum beherrschenden Beteiligungsinha-

ber enge wirtschaftliche oder persönliche Beziehungen unterhält (Bundes-

gerichtsurteil vom 6. August 2015 [2C_16/2015], Erw. 2.3.2, mit Hinweisen; 

VGE vom 27. Oktober 2010 [WBE.2020.172], Erw. 1.5.3.). Rechtsge-

schäfte unter nahestehenden Personen sind zu Drittmarktkonditionen vor-

zunehmen, d.h. sie sind zu den gleichen Bedingungen abzuwickeln, wie sie 

auch mit aussenstehenden Dritten vereinbart würden (BGE 138 II 61; Urteil 

des Bundesgerichts vom 5. Dezember 2011 [2C_272/2011], Erw. 3.2.2 = 

StR 67 S. 129).  

 

 - 26 - 

 

 

7.3.3. 

G. war, so ergibt sich mindestens aus dem Tauschvorvertrag zwischen ihm 

und der C. AG vom 15. Januar 2005, dem Kaufvertrag vom 10. August 

2006 zwischen G. und N. und dem Wertschriftenverzeichnis 2005 Aktionär 

der Rekurrentin und der C. AG. Im Zeitpunkt des Verkaufes der Liegen-

schaft Z. bestand das Aktionariat der Rekurrentin und der C. AG je aus J. 

(39 %), N. (22 %) und K. (39 %). Die Schwestergesellschaften sind damit 

zweifellos als nahestehende Personen zu qualifizieren.  

 

Der Verwaltungsrat der Rekurrentin bestand aus R. (ab 10. Mai 1996) und 

N. (ab 13. Juni 1996), derjenige der C. AG aus Q. und G. (je ab 15. Februar 

2000; Rekursbeilage 11/Internethandelsregisterauszug). 

 

7.3.4. 

G. und Q. waren im Zeitpunkt des Darlehensverkaufes weder Aktionäre, 

noch Verwaltungsräte der Rekurrentin. Hingegen wird in der Replik zuge-

standen, dass G. und Q. (je ohne Eintrag im Handelsregister) faktische Ge-

schäftsführer der Rekurrentin waren. Festzustellen ist in diesem Zusam-

menhang, dass Q. im Namen der Rekurrentin am 1. November 2010 den 

Darlehensvertrag mit der D. und am 20. Dezember 2012 den Forderungs-

kaufvertrag mit der I. AG und die Zession unterzeichnete, obwohl ihm in 

diesem Zeitpunkt eine handelsrechtliche Vertretungsbefugnis offensichtlich 

fehlte. Dass die "faktischen" Geschäftsführer damit nur das Tagesgeschäft 

in Bezug auf Vermietung und technischen Unterhalt geführt haben sollen 

(Replik, S. 10, Art. 9), widerspricht offensichtlich den tatsächlichen Verhält-

nissen. Vielmehr waren die Befugnisse in Bezug auf rechtliche Verpflich-

tungen allumfassend. 

 

G. und Q. sind offensichtlich als der Rekurrentin nahestehende Personen 

zu qualifizieren. 

 

7.3.5. 

J. ist die geschiedene Ehefrau von G., K. die Ehefrau von Q.. Insoweit be-

stehen persönliche und auch wirtschaftliche Beziehungen zwischen Aktio-

nariat und faktischer Geschäftsführung der Rekurrentin bzw. Verwaltungs-

rat der C. AG. Auch insofern ist von nahestehenden Personen auszugehen. 

 

7.3.6. 

In den Verkauf der Liegenschaft Z. waren neben den Aktionären und dem 

Verwaltungsrat der Rekurrentin die D. (Aktionär und Verwaltungsrat P.) als 

Käuferin involviert. Der Verwaltungsrat der C. AG, G. gelangte in den Besitz 

einer Forderung über CHF 1.13 Mio. gegenüber der D. durch Forderungs-

abtretung (Forderungskauf und Zession vom 20. Dezember 2012) der Re-

kurrentin an die I. AG (Aktionär und Verwaltungsrat O.) und von dieser an 

G. (Zession vom 11. Januar 2013). Insoweit besteht eine enge wirtschaftli-

che Verbindung zwischen der Rekurrentin, G. und der D..  

 - 27 - 

 

 

 

7.3.7. 

Die persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen und Interessen zwi-

schen den involvierten Gesellschaften (Rekurrentin, C. AG, B. AG [vormals 

D. AG] und I. AG) und Personen (G., Q., O. und P.) lassen sich zudem mit 

dem Automobilrennsport auf einen klaren gemeinsamen Nenner bringen. 

G. – dieser unter dem Alias "AG." –, Q. und O. waren allesamt als Renn-

fahrer und/oder Teammanager für die D. AG (D.) des P. tätig, was sich aus 

einer Internetrecherche mit den Begriffen "D." bzw. "AG.", "Q." und O." (ins-

besondere Treffer unter […]) ergibt. Diese Beziehungen zu P. bestanden 

bezogen auf Q. und G. bis mindestens 2016. Das wurde von der Rekurren-

tin mit der Stellungnahme vom 14. Januar 2021 zu Recht nicht bestritten. 

 

O. (I. AG) stand mindestens ab 2010 bis 2012 bei D. im Einsatz (Dass sich 

O. im Schreiben der I. AG vom 2. November 2012 [in den Akten A. AG, 3-

RV.2018.63] als am Fortbestand der D. interessiert erklärte, verwundert 

daher kaum.), Q. mindestens ab 2010 bis mindestens 2014, und G. ab 2013 

bis 2016 für D. (D.) als Rennfahrer im Einsatz (…).  

 

Aus dem Schreiben der I. AG an die Rekurrentin vom 2. November 2012 

(Rekursbeilage 17) ergibt sich eindeutig, dass die I. AG "während mehrerer 

Jahre eine Partnerin der Gesellschaft des Herrn P." war und auf Ebene der 

Aktionäre der D. und der I. AG eine Freundschaft bestand.  

 

7.3.8. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass G., Q. und O. bzw. die I. AG unmittel-

bar und ebenso P. bzw. die D. im Verhältnis zur Rekurrentin "nahestehende 

Personen" sind. Insoweit ist von einem Zusammenwirken der Beteiligten 

auszugehen, zumal mit dem Vorgehen auch die Fortführung der D. als Trä-

gerin der Rennaktivitäten von G., Q., P. und O. gesichert wurde. Dement-

sprechend ist keine Einzelbetrachtung von Forderungsverkauf bei der Re-

kurrentin und Liegenschaftsverkauf bei der C. AG (ebenso im Verfahren 3-

RV.2018.61), sondern eine Gesamtbetrachtung der Vorgänge vorzuneh-

men. 

 

7.4. 

7.4.1. 

Nachfolgend ist in Beachtung des Gesamtzusammenhanges der Transak-

tionen (Verkauf der Darlehensforderung und Verkauf Liegenschaft Z.) und 

der personenbezogenen Verknüpfungen zu prüfen, ob die Rekurrentin die 

Darlehensforderung gegenüber der D. von nominal CHF 700'000.00 unter-

preislich an die I. AG verkauft hat und damit von einem erkennbaren Miss-

verhältnis von Leistung und Gegenleistung auszugehen ist. Ein solches 

Missverhältnis kann nur Vorliegen, wenn der Wert der Darlehensforderung 

von nominal CHF 700'000.00 im Verkaufszeitpunkt über dem von der I. AG 

bezahlten Kaufpreis von CHF 175'000.00 liegt. Dabei ist auf den Marktwert, 

 - 28 - 

 

 

der einem Vermögensobjekt am jeweiligen Stichtag zukommt, abzustellen. 

Es handelt sich um denjenigen Wert, der bei einer Veräusserung im ge-

wöhnlichen Geschäftsverkehr normalerweise zu erzielen wäre. Massge-

bend ist somit eine technische bzw. rechtlich-objektive und nicht eine sub-

jektiv-wirtschaftliche Betrachtungsweise (Bundesgerichtsurteil vom 28. Au-

gust 2015 [2C_94/2014], Erw. 3.2.).  

 

Die Rekurrentin macht im Wesentlichen geltend, der Verkauf der Darle-

hensforderung an die I. AG sei zum im Verkaufszeitpunkt massgeblichen 

Verkehrswert erfolgt. Die D. sei überschuldet gewesen. 

 

7.4.2. 

Werden Güter von Gesellschaftern oder nahestehenden Personen erwor-

ben, so sind ihre Aufwendungen nur in Höhe des wirklichen Wertes, des 

Verkehrswertes, geschäftsmässig begründet und als Anschaffungskosten 

anzusehen. Eine Gesellschaft wird für Güter, die im freien Handel erhältlich 

sind, bei normalem Geschäftsgebaren nicht mehr als den Verkehrswert 

zahlen, ungeachtet des Umstands, dass sie diese Güter als Anlagegüter 

zur Führung des Geschäfts benötigt. Die Aktivierung hat somit zum Ver-

kehrswert zu erfolgen. Was die Gesellschaft (juristische Person) darüber 

hinaus bezahlt, stellt eine verdeckte Gewinnausschüttung dar (VGE vom 

14. Mai 2004 [BE.2003.00275]). Dasselbe gilt umgekehrt, wenn Gesell-

schaftsaktiven an Gesellschafter oder nahestehende Personen unterpreis-

lich verkauft werden. 

 

7.4.3. 

Ab 2011 war die D. überschuldet (vgl. Bilanz der D. per 31. Dezember 2011 

[Verlustvortrag: CHF 610'116.06]; Schreiben der I. AG vom 2. November 

2012, Rekursbeilage 17). Die Rekurrentin kündigte das Darlehen in der 

Folge und leitete im Oktober 2012 die Betreibung ein. 

 

Als Folge der Betreibung stand der Rekurrentin gemäss Darlehensvertrag 

vom 1. November 2010, Ziff. VII., das Recht zu, die als Sicherheit verpfän-

deten Gegenstände – gemäss Darlehensvertrag sämtliche Aktiven gemäss 

Inventarliste – freihändig zu verwerten. Davon hat die Rekurrentin keinen 

Gebrauch gemacht, obwohl per 31. Dezember 2012 Aktiven von rund 

CHF 0.5 Mio. in der Bilanz ausgewiesen wurden. Stattdessen hat sie das 

Angebot der I. AG angenommen. 

 

Das Angebot der I. AG vom 2. November 2012 umfasst gemäss der dem 

Schreiben vom 2. November 2012 angefügten "Aktivenübersicht Verkaufs-

werte" zum einen nicht sämtliche in der Bilanz 2012 ausgewiesenen Akti-

ven und weist zum anderen erhebliche Abweichungen bei der Bewertung 

aus, so insbesondere beim Wert der Fahrzeuge, welcher in der Bilanz per 

31. Dezember 2012 – und damit nach der Beurteilung gemäss Offerte der 

I. AG – noch mit über CHF 340'000.00 ausgewiesen wurde. Allein dieser 

 - 29 - 

 

 

Umstand spricht klar für ein Missverhältnis zwischen Leistung und Gegen-

leistung und damit für eine geldwerte Leistung. 

 

7.4.4. 

Mit dem KStA ist sodann – nicht nur (aber auch) wegen der Nichtverbu-

chung der Forderung im Abschluss der I. AG per 31. Dezember 2012 – von 

einem fiktiven Verkauf der Forderung an die I. AG auszugehen. Die feh-

lende (notwendige) Verbuchung allein zeigt, dass die I. AG selbst nicht von 

einem Forderungserwerb ausgegangen ist. 

 

Der Forderungskaufvertrag zwischen der Rekurrentin und der I. AG wurde 

am 20. Dezember 2012 abgeschlossen. Dieser Kaufvertrag beruht auf der 

Offerte der I. AG vom 2. November 2012. Darin wird noch gestützt auf den 

Jahresabschluss 2011 von einer deutlichen Überschuldung und einer Kon-

kursgefahr ausgegangen. Die Betreibung im Oktober 2012 wird nicht er-

wähnt. Mit dem Forderungskauf durch die I. AG sollte der D. und P. die 

Weiterführung des Geschäftes ermöglicht werden. Mit dem Forderungs-

kauf allein konnten deren finanziellen Schwierigkeiten aber gar nicht beho-

ben werden. Für eine tatsächliche Sanierung wären weitere Schritte wie 

etwa ein (teilweiser) Forderungsverzicht oder ein Rangrücktritt notwendig 

gewesen. Solche weiteren Schritte wurden von der I. AG nicht gemacht. 

Stattdessen will O. – will man der Darstellung in der Replik (S. 7, Art. 5 Rz 

5) folgen – über die Weihnachtstage den ihm bis dahin unbekannten G. in 

den Weihnachtferien auf der Skipiste getroffen und ihm bei einem Essen 

den Kauf der Forderungen gegen die D. im Gesamtbetrag von CHF 1.13 

Mio. vorgeschlagen haben. Dieses Angebot soll erfolgt sein, weil O. den 

investierten Betrag von CHF 300'000.00 "für ein unerwartetes anderes En-

gagement wieder benötigte". 

 

Diese Darstellung ist in Würdigung der im Schreiben der I. AG vom 2. No-

vember 2012 geäusserten Absichten, der in der Folge fehlenden Einleitung 

von dringenden Sanierungsmassnahmen und der Nichtverbuchung des 

Darlehens im Abschluss 2012 der I. AG völlig unglaubwürdig. Für ein rein 

treuhänderisches Handeln von O. bzw. der I. AG spricht vielmehr gerade 

die äusserst kurzfristige Weiterveräusserung der Forderung an G.. Dieser 

erklärte erst im August 2013 rückwirkend auf den Bilanzstichtag vom 31. 

Dezember 2012 (obwohl ihm in diesem Zeitpunkt die Forderung gar nicht 

gehörte) den für einen Weiterbestand der D. notwendigen Rangrücktritt.  

 

Im Ergebnis darf für die Beurteilung, ob ein Missverhältnis zwischen Leis-

tung und Gegenleistung beim Verkauf der Forderung gegen die D. durch 

die Rekurrentin erfolgte, nicht allein auf das Verhältnis der I. AG bzw. von 

O. zu den Vertragsparteien der Transaktionen, sondern vielmehr auf die 

Beziehungen zwischen der Rekurrentin und G. abgestellt werden. 

 

 - 30 - 

 

 

7.4.5. 

Es ist davon auszugehen, dass G. im Zeitpunkt der Übernahme der Darle-

hensforderung bekannt war, dass die Liegenschaft Z. verkauft werden 

sollte. Wie die Rekurrentin in der Replik (S. 12, Art. 9 Rz 19) zu Recht aus-

führen lässt: "[E]ine solche Liegenschaft kauft man ja nicht innert wenigen 

Tagen". Es wird in der Replik in Bezug auf das Kaufsgeschäft zwischen der 

D. und der H. AG von einer Vorlaufszeit von etwa zwei Monaten ausgegan-

gen. Wird derselbe zeitliche "Massstab" auf den Beschluss der ausseror-

dentlichen Generalversammlung vom 24. Februar 2013 der C. AG ange-

wandt, müssen entsprechende Abklärungen durch die Verwaltungsräte G. 

und Q. vorbereitend bereits im Januar 2013 eingeleitet worden sein. Das 

dem so ist, zeigt das Protokoll der Verwaltungsratssitzung der C. AG vom 

14. Januar 2013, wo bereits eine Offerte der D. (obwohl deren Umfirmie-

rung erst am 11. April 2013 erfolgte) erwähnt ist. 

 

7.4.6. 

Das Zusammenwirken der beteiligten nahestehenden Personen ergibt sich 

aus der Chronologie der Transaktionen: 

 

20. Dezember 2012  Zession der Forderung der A. AG gegenüber der D. 

von CHF 700'000.00 an die I. AG für CHF 175'000.00 

(Gutschriftanzeige der Bank F. vom 27. Dezember 

2012;  

Akten A. AG [3-RV.2018.63]) 

 

11. Januar 2013 Zession der Forderungen der I. AG gegen die D. über 

nominal CHF 1.13 Mio. an G. für CHF 300'000.00 

(Rekursbeilage 21) 

 

14. Januar 2013 Protokoll der Verwaltungsratssitzung der C. AG mit 

Erwähnung einer Offerte der D. für den Kauf der Lie-

genschaft Z. (Rekursbeilage 24) 

 

15. Januar 2013 Zahlung an die I. AG durch G. 

 

28. Januar 2013 Verkehrswertschätzung der AB. AG (bei den Akten 

des Rekursverfahrens der C. AG [3-RV.2018.61]) 

 

26. Februar 2013 Verkaufsbeschluss der ausserordentlichen General-

versammlung der Rekurrentin betreffend Liegen-

schaft Z. für CHF 2.7 Mio.  

 

6. August 2013  Erklärung des Rangrücktrittes zu Gunsten der D. für 

die Forderung von CHF 1.13 Mio. durch G. 

 

 - 31 - 

 

 

28. August 2013 Zahlungsversprechen der Bank E. an die D. über 

CHF 2.7 Mio. 

 

30. August 2013 Verkauf der Liegenschaft Z. an die D. für CHF 2.7 

Mio. ("G. hat das Angebot im Auftrag von B. AG 

nochmals auf CHF 2'700'000.— erhöht"; Rekursbei-

lage 26) 

 

20. Dezember 2013 Verkauf der Liegenschaft durch die D. an die H. AG 

für CHF 4.3 Mio. 

 

31. Dezember 2013 Forderung von G. gegenüber der D. über CHF 1.13 

Mio. aufgrund der Rückzahlung nicht mehr ausge-

wiesen. 

 

7.4.7. 

Aufgrund des von G. im August 2013 (Anhang zur Jahresrechnung der D. 

2012, datiert vom 6. August 2013) erklärten Rangrücktrittes musste die D. 

die Bilanz im Jahr 2012 nicht deponieren. Mit dem Verkauf der Liegenschaft 

Z., welcher am 8. August 2013 beurkundet wurde, an die D. für CHF 2.7 

Mio. und den Weiterverkauf durch die D. am 20. Dezember 2013 (Datum 

der öffentlichen Beurkundung) an die H. AG für CHF 4.3 Mio. konnte die D. 

saniert und deren Rennbetrieb fortgeführt werden. Wie im Parallelverfahren 

der C. AG (3-RV.2018. 

61) mit Urteil vom 21. Januar 2021, Erw. 7.5., ausführlich festgehalten, er-

folgte der Verkauf der Liegenschaft Z. an die nahestehende D. unter dem 

Marktwert. Auf die entsprechenden Ausführungen zur Liegenschaftsbewer-

tung im gleichentags gefällten Urteil in Sachen C. AG (3-RV.2018.61) kann 

verwiesen werden. Diese Liegenschaftstransaktionen ermöglichten es der 

D. auch, G. für die Forderungen im Nominalbetrag von CHF 1.13 Mio. zu 

entschädigen. 

 

Daraus muss geschlossen werden, dass die Darlehensforderung gegen die 

D. im Zeitpunkt des Forderungsverkaufes durch die Rekurrentin erkennbar 

vollständig werthaltig war. 

 

7.5. 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes kann auf die Befragung 

von Zeugen verzichtet werden, wenn es sich dabei um der steuerpflichtigen 

Person Nahestehende handelt, von denen kaum ein unbeeinflusstes Zeug-

nis zu erwarten wäre (Entscheid vom 1. März 2012 [2C_785/2011]). Daher 

kann vorliegend auf die Befragung der angerufenen Zeugen verzichtet wer-

den, soweit diese als nahestehend gelten. 

 

 - 32 - 

 

 

7.6. 

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Voraussetzungen für die Auf-

rechnung einer geldwerten Leistung aus der Forderungsabschreibung im 

Umfang von CHF 525'000.00 erfüllt sind.  

 

8. 

Bezüglich der Höhe der geldwerten Leistung von CHF 525'000.00 bringt 

die Rekurrentin keine detaillierten Einwände vor. Mängel der Berechnung 

sind für das Spezialverwaltungsgericht keine ersichtlich. 

 

9. 

Der Rekurs ist damit insgesamt abzuweisen. 

 

10. 

Bei diesem Verfahrensausgang hat die Rekurrentin die Kosten des Rekurs-

verfahrens zu tragen (§ 189 Abs. 1 StG). Es ist keine Parteientschädigung 

auszurichten (§ 189 Abs. 2 StG). 

 

 

 

 

  

 - 33 - 

 

 

 
   

Das Gericht erkennt: 

 

1. 

Der Rekurs wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Rekurrentin hat die Kosten des Rekursverfahrens, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von CHF 5'000.00, der Kanzleigebühr von CHF 420.00 und 

den Auslagen von CHF 100.00, insgesamt CHF 5'520.00 zu bezahlen. 

 

3. 

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Vertreter der Rekurrentin (2) 

das Kantonale Steueramt  

das Gemeindesteueramt Y. 

 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung  

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Be-

schwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau angefochten 

werden. Die Beschwerde ist in doppelter Ausfertigung beim Spezialver-

waltungsgericht, Laurenzenvorstadt 9, 5001 Aarau, einzureichen. Die 

Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit dem 7. Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August und vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerdeschrift muss einen Antrag, wie 

der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Begründung enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizu-

legen (§§ 28 und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 

4. Dezember 2007 [VRPG] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 der Schwei-

zerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 [ZPO]; §§ 187, 

196 und 198 des Steuergesetzes vom 15. Dezember 1998 [StG]). 

 

  

 - 34 - 

 

 

 

 
   

Aarau, 21. Januar 2021 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Steuern 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Heuscher Hammerer