# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9b78b9f4-649a-519f-ada2-e72598011f00
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.11.2011 D-1235/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1235-2011_2011-11-30.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­1235/2011

U r t e i l   v om   3 0 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richterin Muriel Beck Kadima,
Richter Bendicht Tellenbach; 
Gerichtsschreiber Daniel Widmer.

Parteien A.______,
Irak,
vertreten durch lic. iur. Monique Bremi,
Beratungsstelle für Asyl­ und Ausländerrecht,
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 11. Februar 2011 / (…).

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Sachverhalt:

A. 
A.a.  Der  Beschwerdeführer  verliess  eigenen  Angaben  zufolge  seinen 
Heimatstaat  am  15. November  2008  auf  dem  Luftweg  in  Richtung 
B._______. Von dort gelangte er auf dem Landweg über ihm unbekannte 
Länder  ungefähr  am  27. November  2008  illegal  in  die  Schweiz.  Am 
7. Dezember  2008  suchte  er  in  C._______  um  Asyl  nach.  Da  er  dabei 
keinerlei  Dokumente  abgab,  wurde  er  noch  gleichentags  aufgefordert, 
innert  48  Stunden  rechtsgenügliche  Ausweispapiere  nachzureichen, 
verbunden  mit  der  Androhung,  im  Unterlassungsfall  werde  auf  das 
Asylgesuch nicht eingetreten.

A.b. Am 11. Dezember 2008 fand im Empfangs­ und Verfahrenszentrum 
(EVZ) C._______ eine erste Befragung statt. Dabei erklärte er, er sei als 
irakischer  Staatsangehöriger  kurdischer  Volkszugehörigkeit  in  der  Stadt 
Kirkuk geboren.  Im Alter von drei oder vier Jahren sei er zusammen mit 
seiner Familie nach Suleimaniya umgesiedelt worden. Von dort seien sie 
im Jahr 2004 nach Kirkuk zurückgekehrt, wo er sich bis zur Ausreise aus 
dem  Heimatstaat  aufgehalten  habe  und  als  (…)  tätig  gewesen  sei.  In 
Kirkuk  bestehe  aufgrund  terroristischer  Aktivitäten  keine 
Lebenssicherheit.  Er  habe  nie  einen  eigenen  Reisepass  besessen, 
sondern  sei mit  einem  auf  seine  Personalien  ausgestellten, mit  seinem 
Foto  versehenen  gefälschten  irakischen  Reisepass,  welcher  ihm  vom 
Schlepper zur Verfügung gestellt worden sei, mit einer  ihm unbekannten 
Fluggesellschaft  von  D._______  nach  E._______  geflogen.  Dort  sei  er 
nach einem (…) Aufenthalt  in einen LKW verladen worden, mit welchem 
er  über  ihm  unbekannte  Länder  in  die  Schweiz  gelangt  sei.  Seine 
Identitätskarte  sei  auf  Antrag  seiner  Mutter  auf  legale  Art  ausgestellt 
worden, als er noch ein Kind gewesen sei, befinde sich bei dieser im Irak 
und  sei  von  unbeschränkter Gültigkeitsdauer.  Er  besitze  keine weiteren 
Ausweispapiere.

A.c. Ebenfalls am 11. Dezember 2008 beauftragte das Bundesamt seine 
Fachstelle  Lingua  mit  einer  Abklärung  der  Herkunft  des 
Beschwerdeführers.  Nach  verschiedenen  Verzögerungen  führte  eine 
sachverständige Person am 17. August 2010 mit dem Beschwerdeführer 
ein  Telefongespräch.  Das  entsprechende  länderkundlich­kulturelle  und 
sprachliche  Gutachten  wurde  indes  erst  am  27. Januar  2011  erstellt. 
Dieses  ergab,  dass  die Hauptsozialisation  des Beschwerdeführers  nicht 

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in der Stadt Kirkuk, sondern höchstwahrscheinlich in einer Region östlich 
oder südöstlich von Kirkuk erfolgt sei (vgl. auch nachstehend Bst B).

A.d. Am  23. Dezember  2008  traf  beim  EVZ  eine  an  dieses  adressierte 
Dokumentensendung  ein,  welche  eine  Identitätskarte  und  einen 
Nationalitätenausweis  enthielt,  beide  auf  die  Personalien  des 
Beschwerdeführers  lautend,  zusammen  mit  einem  Luftfrachtbrief  vom 
14. Dezember 2008, auf welchem ein Büro  in Suleimaniya als Absender 
verzeichnet  ist. Am 30. Dezember 2008 liess das Bundesamt die beiden 
irakischen  Ausweise  bei  einer  kantonalen  Fachstelle  auf 
Fälschungsmerkmale  hin  überprüfen.  Die  entsprechenden  Berichte  und 
Untersuchungsergebnisse  datieren  vom  31. Dezember  2008.  Demnach 
handle es sich bei der Identitätskarte um eine Totalfälschung und enthalte 
der Nationalitätenausweis ebenfalls Fälschungsmerkmale.

A.e. Am  10. Februar  2011  wurde  der  Beschwerdeführer  im  EVZ  durch 
das Bundesamt in Anwendung von Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) angehört.

Dabei bestätigte der Beschwerdeführer seine Aussagen zu seiner Person 
und Herkunft und machte im Wesentlichen geltend, nach dem Sturz des 
Baath­Regimes  seien  fast  alle  Kurden  im  Jahr  2004  oder  2005  von 
Suleimaniya und Erbil nach Kirkuk zurückgeschickt worden. Dort habe er 
(…).  Wegen  der  zahlreichen  von  Terroristen  verübten  Attentate  und 
Anschläge  habe  er  in  Kirkuk  keine  Lebenssicherheit  mehr  gehabt  und 
deshalb seinen Heimatstaat verlassen.

Anlässlich  der  Befragung  vom  10. Februar  2011  wurde  dem 
Beschwerdeführer  das  rechtliche  Gehör  zu  den  Berichten  der 
Ausweisprüfstelle  und  zum  Gutachten  der  Fachstelle  Lingua  gewährt. 
Dabei  beharrte  er  auf  der  Echtheit  der  beiden  von  ihm  eingereichten 
Dokumente  und  begründete  seine  Unkenntnis  bezüglich  besonderer 
Merkmale  der  Stadt  Kirkuk  mit  dem  Umstand,  dass  er  dort  vor  der 
Ausreise  aus  dem  Heimatstaat  nur  während  weniger  Jahre  gewohnt 
habe.

Für  die  weiteren  Aussagen  wird  auf  die  Protokolle  bei  den  Akten 
verwiesen.

B. 
Mit  Verfügung  vom  11. Februar  2011  –  eröffnet  am  15. Februar  2011 – 
trat das BFM auf das Asylgesuch gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst.  a AsylG 

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nicht  ein  und  ordnete  die Wegweisung  des Beschwerdeführers  aus  der 
Schweiz  sowie  den  Vollzug  der  Wegweisung  unter  Anordnung  einer 
einmonatigen  Ausreisefrist  an.  Zudem  zog  es  die  zwei  als  gefälscht 
erkannten irakischen Ausweispapiere ein. 

Zur  Begründung  führte  die  Vorinstanz  im  Wesentlichen  aus,  auf  ihre 
Aufforderung  vom  7. Dezember  2008  zur  Einreichung  von  Reise­  oder 
Identitätspapieren  hin  habe  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der 
Befragung  vom  11. Dezember  2008  erklärt,  diesbezüglich  noch  nichts 
unternommen  zu  haben.  Dadurch  habe  er  die  ihm  zumutbare 
Mitwirkungspflicht verletzt. Seinen Aussagen zufolge seien seine beiden 
nachgereichten Ausweispapiere  in seiner Heimat so ausgestellt worden, 
wie  er  sie  dem  BFM  eingereicht  habe.  Damit  vermöge  er  dem 
Fälschungsbefund  der  Ausweisprüfstelle  nichts  Substanzielles 
entgegenzuhalten  und  müsse  sich  daher  darauf  behaften  lassen,  die 
Schweizer  Asylbehörden  hinsichtlich  seiner  Identität  offenkundig  zu 
täuschen  versucht  zu  haben.  Deswegen  sei  seine  persönliche 
Glaubwürdigkeit  generell  schwer  erschüttert.  Auch  lägen  keine 
entschuldbaren Gründe vor, die es dem Beschwerdeführer verunmöglicht 
hätten,  innerhalb  der  eingeräumten  Frist  von  48  Stunden  authentische 
Reise­  oder  Identitätspapiere  einzureichen.  Sodann  erachtete  die 
Vorinstanz  die  Flüchtlingseigenschaft  als  offensichtlich  nicht  erfüllt  und 
stellte fest, dass zusätzliche Abklärungen zur Feststellung derselben oder 
eines  Wegweisungshindernisses  nicht  erforderlich  seien.  So  seien  die 
geltend  gemachten  Verfolgungsvorbringen  nicht  asylbeachtlich.  Zum 
einen  handle  es  sich  dabei  nicht  um  eine  gezielte  Verfolgung  des 
Beschwerdeführers  im Sinne des Asylgesetzes.  Zum anderen  seien die 
angeblichen  Verfolger  –  Terroristen  –  Drittpersonen,  gegen  welche  die 
staatlichen  Sicherheitskräfte  im  Irak  bekanntlich  massiv  vorgingen. 
Zudem  wäre  es  dem  Beschwerdeführer  zuzumuten  gewesen,  sich  den 
gewalttätigen  Ereignissen  in  Kirkuk  zu  entziehen,  mittels  Realisierung 
einer  innerstaatlichen  Aufenthaltsalternative  in  der  irakischen  Provinz 
Suleimaniya.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  sei  zulässig,  zumutbar  und 
möglich.  Das  Bundesverwaltungsgericht  sei  in  seinem  Grundsatzurteil 
vom 14. März 2008 (BVGE 2008/5) zum Schluss gekommen, dass in den 
drei  von  der  kurdischen  Regionalregierung  kontrollierten  nordirakischen 
Provinzen  Dohuk,  Erbil  und  Suleimaniya  keine  Situation  allgemeiner 
Gewalt  herrsche  und  der  Wegweisungsvollzug  dorthin  daher 
grundsätzlich  zumutbar  sei.  Es  beständen  erhebliche  Zweifel  am 
Vorbringen des Beschwerdeführers, er habe die Provinz Suleimaniya  im 
Jahr 2004 oder 2005 verlassen und sei in die Stadt Kirkuk zurückgekehrt, 

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zumal  dem  Gutachten  der  Fachstelle  Lingua  zu  entnehmen  sei,  dass 
seine  diesbezüglichen  Angaben  von  grosser  Unkenntnis  zeugten. 
Unabhängig davon habe er den Grossteil seines Lebens  in Suleimaniya 
verbracht und dort auch die Schulen besucht. Vor diesem Hintergrund sei 
davon  auszugehen,  dass  er  dort  über  ein  soziales  Beziehungsnetz 
(Freunde,  Bekannte,  etc.)  verfüge,  zumal  auch  noch  F._______  in  der 
Stadt  Suleimaniya  wohne.  Im  Übrigen  habe  der  Beschwerdeführer  die 
Schweizer Asylbehörden mittels Einreichung gefälschter Ausweispapiere 
gezielt  zu  täuschen  versucht.  Seine  Identität  sei  nicht  rechtsgenüglich 
belegt.  Seine  Aussagen  zur  behaupteten  Identität,  zu  seiner  Biografie, 
namentlich  zu  seinen  Wohn­  und  Aufenthaltsorten  im  Irak,  zu  seiner 
familiären Situation und damit zum verwandtschaftlichen Beziehungsnetz 
im Irak seien nicht gesichert. Aufgrund dieser Umstände sei es dem BFM 
nicht möglich, sich  in voller Kenntnis der  tatsächlichen persönlichen und 
familiären  Situation  des  Beschwerdeführers  zur  Zumutbarkeit  des 
Vollzugs  der  Wegweisung  vertieft  zu  äussern.  Zwar  seien 
Wegweisungshindernisse  grundsätzlich  von  Amtes  wegen  zu  prüfen, 
diese  Untersuchungspflicht  finde  jedoch  ihre  Grenzen  an  der 
Mitwirkungs­  und  Wahrheitspflicht  der  asylsuchenden  Person.  Nach 
ständiger  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  sei  es  nicht 
Aufgabe  der  Asylbehörden,  bei  fehlenden  Hinweisen  seitens  der 
asylsuchenden  Person  nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen  zu 
forschen,  falls  die  betreffende  Person  –  wie  vorliegend  –  ihrer 
Mitwirkungs­ und Wahrheitspflicht im Rahmen der Sachverhaltsermittlung 
nicht  nachgekommen  sei  und  die  Asylbehörden  zu  täuschen  versucht 
habe.

C. 
Mit  Eingabe  vom  22. Februar  2011  (Datum  des  Poststempels)  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  beantragte  der  Beschwerdeführer  unter 
Kosten­  und  Entschädigungsfolge,  es  sei  die  Verfügung  der  Vorinstanz 
aufzuheben  und  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen;  eventualiter  sei  die  Sache  zur  Abklärung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen; 
eventualiter  sei  der  Beschwerdeführer  direkt  gestützt  auf  die  Akten  als 
Flüchtling anzuerkennen und die Vorinstanz anzuweisen, ihm Asyl in der 
Schweiz  zu  gewähren;  subeventualiter  sei  die  Vorinstanz  anzuweisen, 
den  Beschwerdeführer  wegen  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  der 
Wegweisung vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht wurde der 
Verzicht  auf  das  Erheben  eines  Kostenvorschusses  sowie  die 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  beantragt.  Auf  die  

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Begründung  wird,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

D. 
Mit Zwischenverfügung vom 1. März 2011 teilte das Bundesverwaltungs­
gericht dem Beschwerdeführer mit, dass er den Ausgang des Verfahrens 
in  der  Schweiz  abwarten  könne.  Gleichzeitig  wurde  ihm  Frist  bis  zum 
16. März  2011  zur  Einreichung  einer  Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung 
eingereicht,  das  nachträgliche  Erheben  eines  Kostenvorschusses 
vorbehalten  und  der  Entscheid  über  das  Gesuch  um  Erlass  allfälliger 
Verfahrenskosten  auf  einen  späteren  Zeitpunkt  verschoben.  Zudem 
wurde  ihm eine 30­tägige Frist  zur Einreichung der  von  ihm  in Aussicht 
gestellten  Dokumente  sowie  der  Ergebnisse  seiner  Abklärungen  im 
Zusammenhang  mit  dem  Nationalitätenausweis  gesetzt  und 
diesbezüglich auf Art. 32 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) verwiesen.

E. 
E.a. Mit Schreiben  vom 1. März  2011  reichte  der Beschwerdeführer  die 
Identitätsausweise  seiner  G._______  und  seines  H._______  samt 
Teilübersetzungen  sowie  eine  Wohnsitzbestätigung  der  G._______  in 
Kopie  ein.  Dazu  wurde  ausgeführt,  die  Familie  des  Beschwerdeführers 
habe  die  Dokumente  im  Original  der  Post  übergeben,  ebenso  das 
Familienbüchlein, wobei sie umgehend nach Empfang zusammen mit der 
Mittellosigkeitserklärung eingereicht würden.

E.b.  Mit  Schreiben  vom  15. März  2011  reichte  der  Beschwerdeführer 
folgende  Dokumente  im  Original  ein:  Fürsorgebestätigung; 
Identitätsausweis  des  H._______;  Bestätigung  betreffend  Wohnsitz  der 
G._______ in Kirkuk; Familienbüchlein beziehungsweise Registerauszug; 
Versandhülle der ausländischen Dokumente.

F. 
F.a. Mit Schreiben vom 4. April 2011 ersuchte der Beschwerdeführer um 
Erstreckung  der  Frist  für  die  Einreichung  der  ausstehenden 
Übersetzungen  und  der  Abklärungsergebnisse  betreffend  den 
Nationalitätenausweis.

F.b. Am 6. April 2011 wurde die Frist  im Auftrag des  Instruktionsrichters 
bis zum 13. April 2011 erstreckt.

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G. 
Mit  Schreiben  vom  13. April  2011  führte  die  Rechtsvertreterin  des 
Beschwerdeführers  aus,  dieser  habe  wiederholt  telefonisch  und 
persönlich  erfolglos  versucht,  zwecks  Bestätigung  der  Echtheit  seiner 
Dokumente  mit  der  Irakischen  Botschaft  in  I._______  Kontakt 
aufzunehmen,  und  reichte  diesbezüglich  zwei  Fotos  sowie  je  eine 
schriftliche Anfrage an die  Irakische Botschaft  und an die Nordirakische 
Kurden­Vertretung  (KRG)  in  I._______  in  Kopie  zu  den  Akten.  Sodann 
führte  die  Rechtsvertreterin  aus,  es  sei  ihr  nach  mehreren  erfolglosen 
Versuchen  am  13. April  2011  gelungen,  telefonisch  Kontakt  mit  dem 
Irakischen Konsulat in I._______ aufzunehmen. Dieses habe zugesichert, 
die  Kopie  des  Ausweises  des  Beschwerdeführers  zur 
Echtheitsbestätigung  nach  J._______  zu  schicken.  In  diesem 
Zusammenhang  wurde  ein  entsprechendes  Schreiben  der 
Rechtsvertreterin,  ebenfalls  vom  13. April  2011,  in  Kopie  eingereicht. 
Schliesslich  wurden  die  Übersetzungen  der  Identitätskarten  der 
G._______  und  des H._______  sowie  des Registerauszugs  eingereicht 
und  darum  ersucht,  die  noch  nicht  vorliegenden  Prüfungsergebnisse 
abzuwarten.

H. 
Mit  Schreiben  vom  26. April  2011  reichte  der  Beschwerdeführer  eine 
Bestätigung der Irakischen Botschaft  in I._______ vom 20. April 2011 zu 
den  Akten,  wonach  seine  Dokumente  zur  Prüfung  an  die  zuständige 
Behörde im Irak weitergeleitet worden seien, verbunden mit dem Hinweis, 
dass dieser Prozess einige Zeit in Anspruch nehmen könne.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  im  Bereich  des  Asylrechts  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsbegehrens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 

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Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht;  der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt,  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 108  AsylG  sowie  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und  Art. 48 
Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.4.  Auf  die  Durchführung  eines  Schriftenwechsels  wurde  verzichtet 
(Art. 111a Abs. 1 AsylG).

2. 
Das  BFM  hat  den  angefochtenen  Nichteintretensentscheid  auf  der 
Grundlage  von  Art.  32  Abs. 2  Bst. a  AsylG  getroffen.  Bei  Beschwerden 
gegen  solche  Nichteintretensentscheide  ist  die  Beurteilungskompetenz 
der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt,  ob  die 
Vorinstanz  zu Recht  auf  das Asylgesuch nicht  eingetreten  ist, wogegen 
die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell 
prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle 
Kognition  zukommt.  Bei  Begründetheit  der  Beschwerde  ist  die 
angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zu  neuer 
Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist (vgl. Entscheidungen 
und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2004 Nr.  34 E.  2.1. S. 240 f.).  Indessen  ist  im Falle  des Nichteintretens 
auf  ein  Asylgesuch  gestützt  auf  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  und  Abs. 3  AsylG 
über  das  Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft  abschliessend 
materiell  zu  entscheiden,  soweit  dies  im  Rahmen  einer  summarischen 
Prüfung möglich  ist  (vgl. BVGE 2007/8  insb. E. 5.6.5 S. 90 f.).  In  einem 
entsprechenden   Beschwerdeverfahren  bildet  dementsprechend – 
ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  –  auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73).

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3. 
In  der  Beschwerde  wird  zu  Recht  nicht  eingewendet,  der 
Nichteintretensentscheid  sei  in  Verletzung  der  in  Art. 37  AsylG 
festgesetzten  Entscheidungsfrist  von  zehn  Arbeitstagen  nach  der 
Gesuchstellung  viel  zu  spät  –  erst  nach  über  zwei  Jahren  –  ergangen. 
Gemäss der immer noch gültigen, in EMARK 2002 Nr. 15 veröffentlichten 
Rechtsprechung handelt es sich dabei um eine Ordnungs­ und nicht um 
eine Verwirkungsfrist. Somit können Nichteintretensentscheide durchaus 
nach Ablauf der zehntägigen Entscheidungsfrist gefällt werden. Gemäss 
der  erwähnten  Rechtsprechung  ist  auf  ein  Asylgesuch  bei  gegebenen 
Voraussetzungen  für  einen  Nichteintretensentscheid  gemäss  Art. 32­35 
AsylG auch dann nicht einzutreten, wenn die erwähnte Entscheidungsfrist 
längst  abgelaufen  ist,  indessen  kann  die  Anordnung  des  sofortigen 
Vollzugs  den Grundsatz  der Verhältnismässigkeit  verletzen, wenn diese 
Frist  erheblich  überschritten  wird.  Vorliegend  wurde  jedoch  eine 
Ausreisefrist von mehr als 30 Tagen gesetzt, wodurch der Grundsatz der 
Verhältnismässigkeit gewahrt wurde.

4. 
4.1. Gemäss  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  AsylG  wird  auf  ein  Asylgesuch  nicht 
eingetreten,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb  von  48 
Stunden  nach  Einreichung  des  Gesuchs  Reise­  oder  Identitätspapiere 
abgeben.  Diese  Bestimmung  findet  jedoch  keine  Anwendung,  wenn 
Asylsuchende  entweder  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus 
entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), 
oder auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die 
Flüchtlingseigenschaft  festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder 
aber sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen 
zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art.  32  Abs. 3  Bst. c 
AsylG).

4.2. Auch wenn  keine  ernsthaften  Zweifel  an  der  von  ihr  angegebenen 
Identität bestehen mögen, ist die asylsuchende Person zur Abgabe eines 
Reise­  oder  Identitätspapiers  bei  der  Einreichung  des  Gesuchs  oder  in 
den  48  Stunden  danach  verpflichtet.  Ist  sie  einmal  dieser  Verpflichtung 
nicht  nachgekommen,  ändert  die  Nachreichung  eines  Reise­  oder 
Identitätspapiers  im  weiteren  Verlauf  des  erstinstanzlichen  Verfahrens 
oder  während  eines  angehobenen  Beschwerdeverfahrens  nichts  daran, 
dass  eine  nicht  rechtzeitige  Herausgabe  eines  zur  Identifizierung 
geeigneten Dokuments an die Behörden im Sinne des Grundtatbestands 

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von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG vorliegt (vgl. BVGE 2010/2 E. 4.1 S. 23, 
BVGE 2007/7 E. 5.3 S. 69).

Der  Beschwerdeführer  gab  bei  der  Einreichung  seines  Asylgesuchs  im 
EVZ  am  7. Dezember  2008  weder  einen  Reisepass  noch  eine 
Identitätskarte  ab.  Auch  in  den  48  Stunden  nach  Gesuchseinreichung 
versäumte  er  es,  einen  Reisepass,  eine  Identitätskarte  oder  den 
Nationalitätenausweis  im  Original  einzureichen.  Zwar  trafen  16  Tage 
nach  der  Gesuchseinreichung  eine  Identitätskarte  und  ein 
Nationalitätenausweises  beim  EVZ  im  Original  ein,  wozu  sich  der 
Beschwerdeführer  mit  keinem  Wort  äusserte.  Damit  ist  vorliegend  die 
Nichtabgabe  von  Reise­  oder  Identitätspapieren  innert  48  Stunden  ab 
Einreichung  des  Asylgesuchs  als  Grundtatbestand  für  die  Anwendung 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG gegeben.

4.3.  Entschuldbare  Gründe  im  Sinne  von  Art.  32  Abs. 3  Bst.  a  AsylG 
liegen vor, wenn die asylsuchende Person glaubhaft machen kann, dass 
sie ohne  ihre aus  zwingenden Gründen  im Heimat­  oder Herkunftsstaat 
oder  in  einem  Drittstaat  zurückgelassenen  Papiere  in  die  Schweiz 
eingereist  ist  und  sich  umgehend  und  ernsthaft  darum  bemüht,  die 
zurückgelassenen  Papiere  innert  angemessener  Frist  zu  beschaffen 
(BVGE  2010/2  E. 6  S. 28 ff.).  An  entschuldbaren  Gründen  fehlt  es 
insbesondere dann, wenn unglaubhafte Äusserungen über den Verzicht 
auf  eine  Beantragung  oder  die  Verweigerung  einer  Ausstellung  im 
Heimatland, über den Verlust oder ein anderweitiges Abhandenkommen, 
über  das  unbemerkte  Passieren  von  Landesgrenzen  oder  das 
Durchschreiten  von  Grenzkontrollen  den  Schluss  nahe  legen,  die 
Nichtabgabe  eines  Reise­  oder  Identitätspapiers  habe  ihren  Grund 
gerade  nicht  darin,  dass  die  asylsuchende  Person  auf  keine  solchen 
Dokumente  greifen  kann  (vgl.  BVGE  2007/8  E. 3.2  S.  74)  und  deshalb 
geschlossen  werden  muss,  dem  Umstand,  dass  diese  Person  keine 
Reise­  oder  Identitätspapiere  abgibt,  liege  die  Absicht  zugrunde,  den 
Aufenthalt  in  der  Schweiz  unrechtmässig  zu  verlängern  (vgl.  BVGE 
2010/2 E. 5.6 S. 27 f.).

Zur Frage, ob der Beschwerdeführer entschuldbare Gründe im Sinne von 
Art. 32  Abs. 3  Bst. a  AsylG  glaubhaft  machen  kann,  ist  Folgendes 
festzuhalten:  Der  Beschwerdeführer  gab  zu  Protokoll,  er  habe  für  den 
Flug  von  D._______  nach  E._______  einen  auf  seine  Personalien 
lautenden  und  mit  seinem  Foto  versehenen  gefälschten  irakischen 
Reisepass vom Schlepper erhalten. Ein solches Vorgehen ist ernsthaft in 

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Zweifel zu ziehen, zumal aus den Aussagen des Beschwerdeführers nicht 
auf  eine  gezielte  staatliche  Verfolgung  seiner  Person  zu  schliessen  ist 
und er nicht unter zeitlichem Druck stand, den Heimatstaat so schnell wie 
möglich  zu  verlassen.  Unter  diesen  Umständen  ist  nicht  ersichtlich, 
weshalb  er  sich  nicht  ein  echtes  Reisepapier  ausstellen  liess,  umso 
weniger,  als  die  angebliche  Verfolgung  nicht  von  den  Behörden  seines 
Heimatstaats ausging und er damit das Risiko vermieden hätte, bei einer 
Kontrolle  erwischt  zu  werden  und  auf  die  Aus­  beziehungsweise 
Weiterreise  verzichten  zu  müssen.  Aus  denselben  Gründen  ist  nicht 
ersichtlich,  weshalb  er  seine  Identitätskarte  bei  der  Ausreise  bei  seiner 
G._______ im Irak zurückgelassen haben will. Auf die Frage, was er auf 
die  ihm  am  7. Dezember  2008  vom  BFM  eingeräumte  Frist  zur 
Einreichung  rechtsgenüglicher  Ausweis­  beziehungsweise  Reisepapiere 
unternommen  habe,  antwortete  er  lediglich,  er  habe  kein  Geld,  um  zu 
Hause anzurufen. Was die beiden am 23. Dezember 2008 kommentarlos 
nachgereichten  Ausweise  anbelangt,  fällt  zunächst  auf,  dass  der 
Beschwerdeführer  anlässlich  der  Erstbefragung  erklärte,  nebst  der 
Identitätskarte  keine  weiteren  Ausweise  zu  besitzen.  Deshalb  erstaunt, 
weshalb  er  in  der  Folge  trotzdem  einen  Nationalitätenausweis 
nachreichte.  Auch  die Beschwerdeschrift  enthält  keinerlei  Ausführungen 
dazu, weshalb es  ihm nicht hätte möglich sein sollen, dieses Dokument 
zu  einem  früheren  Zeitpunkt  einzureichen.  In  Bezug  auf  die 
nachgereichte  Identitätskarte machte er  nie geltend,  dass es  sich dabei 
um  den  bei  der  G._______  im  Irak  zurückgelassenen  Ausweis  handle. 
Vielmehr erklärte er  in diesem Zusammenhang anlässlich der Anhörung 
vom  10. Februar  2011  in  Widerspruch  zu  seinen  Angaben  bei  der 
Erstbefragung,  seine  Identitätskarte  sei  im Jahr  (…) ausgestellt worden; 
die in seiner Kindheit ausgestellte Identitätskarte sei ohne Foto gewesen 
und er habe sie später erneuern lassen beziehungsweise er habe sich im 
Jahr  (…) selber eine  Identitätskarte ausstellen  lassen. Sodann schliesst 
sich  das  Bundesverwaltungsgericht  nach  Überprüfung  der  Akten  der 
Einschätzung  der  Vorinstanz  an,  wonach  der  Beschwerdeführer  den 
Fälschungsbefunden betreffend die beiden nachgereichten Ausweise  im 
Rahmen des rechtlichen Gehörs nichts Substanzielles entgegenzuhalten 
vermag. Auch die Ausführungen  in der Beschwerde, wonach er die  ihm 
im  Zusammenhang  mit  den  Fälschungsvorwürfen  gestellten  Fragen 
falsch  eingeschätzt  habe,  sind  nicht  geeignet,  an  den 
Fälschungsbefunden etwas zu ändern. Schliesslich  ist die Fotokopie der 
Identitätskarte,  welche  der  Beschwerdeführer  den  irakischen  Behörden 
hat  zukommen  lassen,  nicht  beweistauglich,  da  damit  die  Echtheit  des 
Dokuments  nicht  überprüft  werden  kann.  Mithin  kann  darauf  verzichtet 

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werden,  allfällige  Prüfungsergebnisse  der  irakischen  Behörden 
abzuwarten. Was die auf Beschwerdeebene nachgereichten Dokumente 
anbelangt,  handelt  es  sich  beim  Familienbüchlein  beziehungsweise 
Registerauszug nicht um ein  Identitätspapier  im Sinne von Art. 1a Bst. c 
der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen 
(AsylV 1,  SR  142.311),  weil  es  kein  amtliches Dokument mit  Fotografie 
ist,  das  zum  Zweck  des  Nachweises  der  Identität  seines  Inhabers 
ausgestellt  wurde  (vgl.  BVGE  2007/7  E.  4.­6.).  Dasselbe  gilt  für  die 
Wohnsitzbestätigung  der  G._______,  während  dieser  aus  der 
Identitätskarte  seines  H._______  in  diesem  Zusammenhang  nichts  zu 
seinen Gunsten vermag, da dieses Dokument nicht seine Person betrifft.

Nach dem Gesagten wurde das Vorliegen von entschuldbaren Gründen, 
die  es  dem  Beschwerdeführer  verunmöglicht  hätten,  rechtsgenügliche 
Reise­ oder  Identitätspapiere einzureichen, durch das die Vorinstanz  im 
Ergebnis zu Recht verneint. Daran vermögen auch die Ausführungen des 
Beschwerdeführers  auf  Beschwerdeebene  und  die  nachgereichten 
Beweismittel nichts zu ändern.

Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Aussagen  des 
Beschwerdeführers zum Verbleib seiner Identitätskarte unglaubhaft sind. 
Von  der  Asylgesuchseinreichung  am  7. Dezember  2008  an  bis  zum 
Nichteintretensentscheid  am  11. Februar  2011  hätte  er  überdies 
hinreichend  Zeit  gehabt,  rechtsgenügliche  Reise­  oder  Identitätspapiere 
beizubringen. Auch genügen die nachgereichten Dokumente,  soweit  sie 
nicht  als  Fälschungen  zu  qualifizieren  sind,  den  Anforderungen  von 
Art. 1a Bst.  b  und  c AsylV 1  nicht. Daher  ist  es  ihm nicht  gelungen,  für 
dieses  Versäumnis  entschuldbare  Gründe  im  Sinne  von  Art. 32  Abs. 3 
Bst. a AsylG glaubhaft zu machen.

4.4.  Sodann  konnte  die  Vorinstanz  im  vorliegenden  Fall  aufgrund  der 
Aktenlage,  wie  sie  sich  nach  der  Anhörung  vom  10. Februar  2011 
präsentierte,  unter  Verzicht  auf  zusätzliche  tatbestandliche  oder 
rechtliche  Abklärungen  im  Rahmen  einer  bloss  summarischen  Prüfung 
den  Schluss  ziehen,  dass  der  Beschwerdeführer  die 
Flüchtlingseigenschaft  offenkundig  nicht  erfüllt  und  einem  Vollzug  der 
Wegweisung  ebenso  keine  Hindernisse  entgegenstehen  (vgl.  zu  den 
Anforderungen  betreffend  Art.  32  Abs. 3  Bstn  b  und  c  AsylG:  BVGE 
2007/8 E. 5.5. und 5.6.).

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Die Überprüfung der Akten in diesem Kontext ergibt, dass die Vorinstanz 
die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu  Recht  als  offensichtlich 
asylrechtlich  nicht  relevant  qualifizierte,  wobei  auf  die  entsprechenden 
Erwägungen  des  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen 
werden kann (vgl. Sachverhalt Bst. B). Insbesondere hielt die Vorinstanz 
zutreffend fest, dass es sich bei den geltend gemachten und befürchteten 
Nachteilen  nicht  um  eine  gezielte  Verfolgung  des  Beschwerdeführers 
handelt  und  dieser  über  eine  innerstaatliche  Fluchtalternative  in  der 
Provinz  Suleimaniya  verfügt.  Aus  den  Ausführungen  in  der 
Beschwerdeschrift ergeben sich keine Erkenntnisse, die zu einer von der 
Vorinstanz  abweichenden  Beurteilung  führen  könnten,  zumal  darin  mit 
keinem Wort darauf eingegangen wird, inwiefern der Beschwerdeführer in 
seinem Heimatstaat  individuell­konkret  verfolgt  sein  soll.  Er  erfüllt  somit 
die  Flüchtlingseigenschaft  offensichtlich  nicht,  und  die  Vorinstanz  durfte 
auf weitere Abklärungen zur Feststellung derselben verzichten.

4.5.  In  der  Beschwerde  wird  geltend  gemacht,  das  BFM  hätte  auf  das 
Asylgesuch auch deshalb eintreten müssen, weil deutliche Hinweise auf 
Wegweisungshindernisse  vorlägen,  welche  der  Beschwerdeführer  in 
seiner  Anhörung  angeführt  habe.  Diesbezüglich  werden  in  der 
Beschwerde  die  Bemühungen,  nach  der  Arabisierungspolitik  unter 
Saddam  Hussein  Kirkuk  wieder  zu  kurdiseren,  und  die  Situation  der 
kurdischen Bevölkerung in Kirkuk geschildert.

Hierzu ist festzuhalten, dass zwar auch der Bedarf weiterer Abklärungen 
im  Zusammenhang  mit  allfälligen  Wegweisungsvollzugshindernissen  zu 
einem ordentlichen Verfahren  führen  kann  (vgl. BVGE 2007/8 E. 5.6.4 – 
5.6.6 S. 89  ff.). Der Begriff des  "Wegweisungsvollzugshindernisses" von 
Art. 32  Abs.  3  Bst.  c  AsylG  umfasst  jedoch  ausschliesslich  diejenigen 
Hindernisse, welche sich auf die Zulässigkeit des Vollzugs (Art. 83 Abs. 3 
des Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]) auswirken können (vgl. BVGE 2009/50 
E. 6.4,  7  und 8  S. 726  ff.).  Ergibt  sich  aufgrund  der  Anhörung  die 
Notwendigkeit  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  gemäss  Art.  83  Abs.  2  und  4  AuG 
(Möglichkeit  bzw.  Zumutbarkeit  des  Vollzugs),  hat  allein  dies  nicht  zur 
Folge,  dass  auf  das  Asylgesuch  einer  (unentschuldigt)  papierlosen 
Person einzutreten wäre.

Im  vorliegenden  Fall  bestehen  aufgrund  der  Akten  keine  Anhaltspunkte 
für  Wegweisungsvollzugshindernisse,  welche  sich  auf  die  Zulässigkeit 

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des  Vollzugs  beziehen,  zumal  der  Beschwerdeführer  über  eine 
innerstaatliche  Fluchtalternative  in  der Provinz Suleimaniya  verfügt  (vgl. 
vorstehend  E. 4.4).  Demnach  hat  die  Vorinstanz  zu  Recht  die 
Notwendigkeit  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  von 
Wegweisungsvollzugshindernissen  im  Sinne  von  Art. 32  Abs.  3  Bst.  c 
AsylG verneint.

4.6.  Aufgrund  dieser  Erwägungen  sind  die  Voraussetzungen  zur 
Anwendung  von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG  gegeben.  Zu Recht  ist  das 
BFM  nicht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  eingetreten  und 
hat  die  beiden  nachgereichten  irakischen  Ausweise  aufgrund  deren 
Fälschungsmerkmale eingezogen.

5. 
5.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733 mit weiteren Hinweisen).

6. 
6.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

6.2. Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche 
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  in  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

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6.2.1. So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder 
unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen 
werden.

6.2.2.  Die  Vorinstanz  wies  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf  hin,  dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  nur  Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das in Art. 5 
AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden.

6.2.3.  Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des 
Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für 
den Fall  einer Ausschaffung  in  seinen Heimatstaat dort mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  einer  nach Art. 3 EMRK oder Art.  1 FoK  verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des 
Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener 
des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine 
konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass 
ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung 
drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil 
vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr.  37201/06,  §§  124  bis  127,  mit 
weiteren  Hinweisen).  Dies  ist  ihm  nicht  gelungen.  Auch  die  allgemeine 
Menschenrechtslage  im  Nordirak  lässt  den  Wegweisungsvollzugs  zum 
heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen.

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6.2.4. Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der Wegweisung  sowohl  im 
Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.3. 
6.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug der Wegweisung für 
Ausländerinnen  oder  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­ 
oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83  Abs. 7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl. 
Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.3.2. Das Bundesverwaltungsgericht  ist  in  seinem Grundsatzurteil  vom 
14. März 2008  (BVGE 2008/5) aufgrund einer umfassenden Beurteilung 
der aktuellen Situation in den nordirakischen Provinzen Dohuk, Erbil und 
Suleimaniya  zum  Schluss  gekommen,  dass  in  den  drei  kurdischen 
Provinzen  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt  herrscht  und  die  dortige 
Lage nicht dermassen angespannt ist, als dass eine Rückführung dorthin 
als generell unzumutbar betrachtet werden müsste. Die Region ist zudem 
mit  Direktflügen  aus  Europa  und  aus  den  Nachbarstaaten  erreichbar. 
Damit entfällt das Element der unzumutbaren Rückreise via Bagdad und 
anschliessend auf  dem Landweg durch den  von Gewalt  heimgesuchten 
Zentralirak.

Zusammenfassend wurde im erwähnten Entscheid festgehalten, dass die 
Anordnung  des  Wegweisungsvollzugs  in  der  Regel  für  alleinstehende, 
gesunde und junge kurdische Männer, die ursprünglich aus einer der drei 
Provinzen  stammen  und  dort  nach wie  vor  über  ein  soziales Netz  oder 
Parteibeziehungen verfügen, zumutbar ist. Für alleinstehende Frauen und 
für  Familien  mit  Kindern  sowie  für  Kranke  und  Betagte  ist  bei  der 
Feststellung  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  grosse 
Zurückhaltung angebracht. Bei Kurden, welche aus kurdisch dominierten 
Gebieten  ausserhalb  der  drei  Provinzen  Dohuk,  Erbil  und  Suleimaniya 
stammen  –  namentlich  aus  Kirkuk  und Mosul  –  bleibt  die  Zumutbarkeit 
des  Vollzugs  ebenfalls  im  Einzelfall  zu  prüfen  (vgl.  a.a.O.  E.  7.5  und 
insbesondere 7.5.8).

Auch das UNHCR spricht sich nicht generell gegen Wegweisungen in die 
betreffenden nordirakischen Provinzen aus. Es empfiehlt eine individuelle 
Prüfung  jedes  einzelnen  Falles  (UNHCR's  Eligibility  Guidelines  for 

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Assessing  the  International  Protection  Needs  of  Iraqi  Asylum­Seekers, 
August 2007, S. 131; s. auch UNHCR, Governorate Assessment Report – 
Suleimaniya  Governorate,  September  2007).  Diesem  Anliegen  wird  mit 
der  Einzelfallprüfung  allfälliger  individueller  Wegweisungshindernisse 
Rechnung getragen.

6.3.3.  Gemäss  dem  vom  Beschwerdeführer  eingereichten 
Familienbüchlein  beziehungsweise  Registerauszug  wurde  er  in  Kirkuk 
geboren. Seinen Angaben zufolge lebte er im Zeitraum von zirka 1992 bis 
2004/2005 in der Stadt Suleimaniya in der gleichnamigen Provinz, wo er 
die  (…)  besucht  hat  und  F._______  noch  wohnt.  Demgegenüber 
bestehen  –  wie  die  Vorinstanz  gestützt  auf  die  durchgeführte 
Herkunftsanalyse  zutreffend  ausführte  –  erhebliche  Zweifel  an  seinem 
Vorbringen,  wonach  er  nach  dem  erwähnten  Zeitraum  nach  Kirkuk 
zurückgekehrt  sei  und  sich  dort  bis  zur  Ausreise  aus  dem Heimatstaat 
aufgehalten  habe.  Daran  vermag  unter  den  gegebenen Umständen  die 
auf  Beschwerdeebene  nachgereichte  Bestätigung,  wonach  sich  der 
Wohnsitz der G._______  in Kirkuk befinde, nichts zu ändern. Zudem  ist 
davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer,  selbst  wenn  er  sich 
tatsächlich während der  letzten drei  oder  vier  Jahre vor der Ausreise  in 
Kirkuk  aufgehalten  hätte,  in  der  Provinz  Suleimaniya,  wo  er  den 
grösseren  Teil  seines  Lebens  verbracht  hat,  nach  wie  vor  ein 
Beziehungsnetz  besitzt.  Schliesslich  verfügt  der  noch  relative  junge, 
alleinstehende  und  –  soweit  aktenkundig  ersichtlich  –  gesunde 
Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  über  eine  mehrjährige 
Schuldbildung,  besitzt  neben  seiner  Muttersprache  (…)  und  war  bis  zu 
seiner  Ausreise  aus  dem  Heimatstaat  erwerbstätig.  Unter  diesen 
Umständen  kann  davon  ausgegangen  werden,  dass  er  sich  mit  Hilfe 
seiner  Verwandten,  die  ihm  bei  einer  unerwarteten  Notlage  wohl  kaum 
eine minimale Unterstützung verweigern würden, wieder in den irakischen 
Arbeitsmarkt  wird  integrieren  können.  Überdies  sind  keine  weiteren 
individuellen  Gründe  ersichtlich,  aufgrund  derer  allenfalls  geschlossen 
werden  könnte,  der  Beschwerdeführer  gerate  im  Falle  der  Rückkehr  in 
die Heimat in eine existenzbedrohende Situation. Bei dieser Sachlage ist 
der Vollzug der Wegweisung –  in Übereinstimmung mit dem BFM – als 
zumutbar zu erkennen.

6.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  seines  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen Reisepapiere zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. auch 

D­1235/2011

Seite 18

BVGE 2008/34  E. 12  S. 513 ff.),  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung 
auch als möglich zu bezeichnen ist.

6.5.  Insgesamt  ist  der  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen. Das BFM hat diesen zu Recht als zulässig, 
zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art.83 Abs. 1 – 4 AuG).

7. 
Zusammenfassend  ergibt  sich  somit,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  49  VwVG).  Die 
Beschwerde ist daher abzuweisen.

8. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  dessen  Kosten  dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen  (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Nachdem 
sich die Beschwerde jedoch zum Zeitpunkt ihrer Anhängigmachung nicht 
als  aussichtslos  erwiesen  hat  und  aufgrund  der  Aktenlage  zum 
gegenwärtigen Zeitpunkt nach wie vor von der prozessualen Bedürftigkeit 
des  Beschwerdeführers  auszugehen  ist  –  dieser  ist  erst  seit  Kurzem 
erwerbstätig –, ist das in der Beschwerde vom 22. Februar 2011 gestellte 
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 
VwVG)  gutzuheissen  und  auf  die Auferlegung  von Verfahrenskosten  zu 
verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

D­1235/2011

Seite 19

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
In  Gutheissung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  werden  dem  Beschwerdeführer  die  Verfahrenskosten 
erlassen.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Daniel Widmer

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