# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8c8d36da-e735-5781-be7a-77941c589946
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-28
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2010 und 1.1. - 31.12.2011
**Docket/Reference:** ST.2014.121
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2014_121_eh.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2014.121 

Entscheid 

28. August 2014 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiberin Vivienne Blunschi 

A   A G ,    

vertreten durch B GmbH,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrentin,  

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

Staats- und Gemeindesteuern 1.1. - 31.12.2010 und 1.1. - 31.12.2011 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  1.  Die  A  AG  (nachfolgend  die  Pflichtige)  wurde  am  …  2007  mit  Sitz  in  C 

gegründet und firmierte anfänglich als  D AG. Sie bezweckt gemäss den Statuten den 

Erwerb,  die  dauernde  Verwaltung  und  Veräusserung  von  Beteiligungen an  Unterneh-

men aller Art. Per … 2007 verlegte sie den Sitz nach E und änderte ihren Namen. Am 

…  2007 führte sie  eine  namhafte  Kapitalerhöhung  durch und übernahm  dabei  sämtli-

che  Geschäftsanteile  von  zwei  deutschen  Gesellschaften  als  Sacheinlage.  Danach 

übernahm sie als weitere Beteiligung noch im Gründungsjahr u.a. die F AG sowie von 

der A AG in G Werkzeuge und Mahlscheiben für maximal Fr. 720'000.-. 

2. In der Steuererklärung 2010 beanspruchte sie erstmals das Holdingprivileg 

und wies für das Geschäftsjahr 2010 einen Reingewinn von Fr. 1'064'116.- aus. Nach 

Verrechnung  mit  den  Vorjahresverlusten  resultierte  ein  steuerbarer  Reingewinn  von 

Fr. 94'000.-. Das steuerbare Eigenkapital gab sie mit Fr. 12'564'000.- an. In der Steu-

ererklärung 2011 deklarierte sie einen steuerbaren Reingewinn gemäss Abschluss von 

Fr. 2'462'200.- sowie ein steuerbares Eigenkapital von Fr. 15'026'000.-.  

Am 14. - 16. Mai 2011 wurden die Geschäftsjahre 2010 und 2011 der Pflichti-

gen  einer  steueramtlichen  Buchprüfung  unterzogen.  Im  abschliessenden  Bericht  vom 

16. Dezember 2013 vertrat die Revisorin die Auffassung, dass das Holdingprivileg nicht 

gewährt werden könne. Die Steuerkommissärin schloss sich dem in der Folge an und 

schätzte  die  Pflichtige  am  20.  Januar  2014  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  der 

Steuerperioden 1.1. - 31.12.2010 sowie 1.1. - 31.12.2011 ordentlich gemäss Steuerer-

klärung ein. 

B. Hiergegen liess die Pflichtige am 20. Februar 2014 Einsprache erheben mit 

dem Antrag, sie als Holdinggesellschaft zu besteuern. Das kantonale Steueramt wies 

die Einsprache am 4. April 2014 ab. 

C. Mit Rekurs vom 6. Mai 2014 liess die Pflichtige den Einspracheantrag wie-

derholen.  Das kantonale Steueramt  schloss am 6.  Juni  2014  auf  Abweisung  des  Re-

kurses. 

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Gemäss § 73 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) entrich-

ten  Kapitalgesellschaften  und  Genossenschaften,  deren  statutarischer  Zweck  zur 

Hauptsache  in  der  dauernden  Verwaltung  von  Beteiligungen  besteht  und  die  in  der 

Schweiz keine Geschäftstätigkeit ausüben, keine Gewinnsteuer, sofern die Beteiligun-

gen  oder  die  Erträge  aus  den  Beteiligungen  längerfristig  mindestens  zwei  Drittel  der 

gesamten  Aktiven  oder  Erträge  ausmachen.  Sodann  kommen  Holdinggesellschaften 

nach  §  82  Abs. 1  StG  in  den  Genuss  einer  auf  0,15  ‰  reduzierten  Kapitalsteuer. 

Zweck dieser Bestimmungen ist die Entlastung mehrfach besteuerter Erträge und Kapi-

talien bei Schaltung einer Gesellschaft zwischen eine Aktiengesellschaft und den Akti-

onär; indes verlangt das Gesetz keine vollständige Entlastung, sondern bloss eine Mil-

derung  (StE  2005  B 72.22  Nr.  11).  Daraus  geht  hervor,  dass  der  Holdingzweck 

statutarisch gesichert sein und tatsächlich verfolgt werden muss.  

b)  Als  Nebenzweck  darf  die  Gesellschaft  nur  Tätigkeiten  ausüben,  die  keine 

Geschäftstätigkeit darstellen, wie das bei der Verwaltung des übrigen eigenen Vermö-

gens, der Kapitalanlage und Konzernfinanzierung der Fall ist. Die eigentliche Konzern-

leitungstätigkeit gehört zu den Aufgaben einer Holdinggesellschaft. Zulässig ist sodann 

die  Bereitstellung  eines  zentralen  Führungs-  und  Reportingsystems  für  die  Unterneh-

mensbereichsorganisationen  einschliesslich  der  dafür  notwendigen  EDV-Unter-

stützung. Aber auch die Rechts- und Steuerberatung auf Konzernebene und Personal-

beratung im Bereich der Führungskräfte gehören zu den erlaubten Nebenzwecken wie 

die  zentrale  Mittelbeschaffung  auf  dem  Kapitalmarkt  für  den  Konzern  (Weisung  der 

Finanzdirektion  über  die  Besteuerung  von  Beteiligungs-,  Holding-,  Domizil-  und  ge-

mischten  Gesellschaften  vom  12.  November  2010,  Randziffer  [RZ]  24,  ZStB 

Nr. 26/052,  nachfolgend  Weisung  FD;  Konferenz  Staatlicher  Steuerbeam-

ter/Kommission  Steuerharmonisierung,  Steuerharmonisierung:  Harmonisierung  des 

Unternehmenssteuerrechts,  1995,  S.  104,  nachfolgend  Harmonisierung  des  Unter-

nehmenssteuerrechts). 

Der bei der Holdinggesellschaft anfallende Aufwand für die Aktivitäten, welche 

im  Interesse  des  Gesamtkonzerns  ausgeübt  werden, kann  den Tochtergesellschaften 

zu  marktmässigen  Konditionen  verrechnet  werden,  im  Regelfall  nach  der  cost-plus 

Methode mit einem Zuschlag von 5%. Die Entschädigungen der Tochtergesellschaften 

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müssen aber im Vergleich zum erzielbaren Ergebnis aus dem beteiligungsbezogenen 

Bereich untergeordneten Charakter haben. Andernfalls ist von einer unzulässigen Ge-

schäftstätigkeit auszugehen (RZ 25, Weisung FD). 

c) Die Führung von Tochtergesellschaften ist als Nebenzweck nur dann zuläs-

sig,  wenn  diese  Tätigkeit  im  Vergleich  zu  den  beteiligungsbezogenen  Aktivitäten  ge-

ringfügig  ist.  Im  Ergebnis  muss  eine  Holdinggesellschaft  mit  untergeordneten  Mana-

gementaufgaben und nicht eine  Managementgesellschaft mit Beteiligungen vorliegen. 

Ferner muss vorausgesetzt werden, dass die mit der Führung von Tochtergesellschaf-

ten  beauftragten  Personen  zivil-  und  sozialversicherungsrechtlich  bei  der  Holdingge-

sellschaft angestellt sind oder der damit verbundene Aufwand der Holdinggesellschaft 

belastet wird (RZ 26, Weisung FD). 

Die  Erbringung  von  anderen  Dienstleistungen  für  Gesellschaften  des  Kon-

zerns, insbesondere die Erfüllung administrativer Aufgaben für Tochtergesellschaften, 

gilt  dagegen  i.  d.  R.  als Geschäftstätigkeit.  Die  Abgrenzung  zu  den erlaubten  Neben-

zwecken kann in der Praxis schwierig sein (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommen-

tar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 73 N 11). 

d) Der Handel mit Wertpapieren in der Absicht, daraus Kapitalgewinne zu er-

zielen, stellt eine Handels- und demzufolge Geschäftstätigkeit dar. Reine Finanzgesell-

schaften  sind  vom  Holdingprivileg  daher  ausgeschlossen.  Indessen  ist  es  einer  Hol-

dinggesellschaft  grundsätzlich  nicht  verwehrt,  Beteiligungen  zu  veräussern  und  neue 

zu erwerben, wenn dadurch der Charakter als Holdinggesellschaft nicht beeinträchtigt 

wird (Harmonisierung des Unternehmenssteuerrechts, S. 103).  

Die Holdinggesellschaft darf im Ausland eine Geschäftstätigkeit ausüben, so-

fern diese Tätigkeit in einer ausländischen Betriebsstätte vorgenommen wird (Harmo-

nisierung  des  Unternehmenssteuerrechts,  S.  104;  Ernst  Höhn,  Holding-  und  Domizil-

gesellschaften  gemäss  StHG,  in:  Das  neue  Bundesrecht  über  die  direkten  Steuern, 

Direkte  Bundessteuer  und  Steuerharmonisierung,  Schriftenreihe  Finanzwirtschaft  und 

Finanzrecht,  Bd.  64,  1993,  S. 262).  Das  Betriebsstätteerfordernis  ist  aber  umstritten, 

indem es als unsachgemäss angesehen wird (Duss/von Ah/Rutishauser, in: Kommen-

tar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/1, 2. A., 2002, Art. 28 N 113 StHG, auch 

zum Folgenden). Bei dieser Betrachtungsweise kommt es lediglich darauf an, ob Güter 

bzw. Dienstleistungen in ausländischen Märkten eingekauft, produziert und angeboten 

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werden (so genanntes "Wirkungsortsprinzip"). Ist dies der Fall, steht die ausländische 

Tätigkeit  der  Besteuerung  als  Holdinggesellschaft  nicht  entgegen,  auch  wenn  diese 

nicht über eine Betriebsstätte im Ausland abgewickelt wird. 

e) Der Verfolgung von Nebenzwecken darf gegenüber der dauernden Verwal-

tung von Beteiligungen lediglich untergeordnete Bedeutung zukommen. Der Nichtbetei-

ligungsertrag darf daher ebenfalls nur von untergeordneter Bedeutung sein (Steuerre-

kurskommission I, 8. Juli 1993 = ZStP 1993, 281). 

f)  Nicht  ausgeschlossen  ist,  dass  die  Holding  Marken  und  Patente  hält.  Die 

Vergabe von Lizenzen an Tochtergesellschaften mit der Vereinnahmung von entspre-

chenden  Lizenzerträgen  ist  dabei  zulässig,  sofern  die  Holding  dadurch  nicht  zu  einer 

reinen  Lizenz-  oder  Patentverwaltungsgesellschaft  wird  (vgl.  Harmonisierung  des  Un-

ternehmenssteuerrechts,  S.  105).  Die  Bewirtschaftung  von  Immaterialgüterrechten  ist 

mit andern Worten nur dann zulässig, wenn sie als Nebenzweck betrieben wird und im 

Vergleich  zu  den  beteiligungsbezogenen  Aktivitäten  nur  geringfügig  ist  (RZ  27,  Wei-

sung FD).  

Eine aktive Lizenzverwertung verträgt sich im Allgemeinen nicht mit dem Hol-

dingprivileg (vgl. BGr, 6. April 2005, 2P.284/2004, www.bger.ch). Sie lässt vielmehr auf 

eine  unzulässige  Geschäftstätigkeit  schliessen,  da  die  Entwicklung  von  Erfindungen 

aufgrund  der  Forschungs-  und  Entwicklungstätigkeit  und  die  Verwaltung  der  Patente 

entsprechende personelle Ressourcen voraussetzen. Die Bewirtschaftung von Marken 

verlangt  einen  aktiven  Markenschutz,  die  Festlegung  einer  Kommunikationsstrategie, 

technische Assistenz und Qualitätskontrollen bei den Lizenznehmern. Solche Aktivitä-

ten stellen in der Regel eine mit der Besteuerung als Holdinggesellschaft nicht zu ver-

einbarende·Geschäftstätigkeit dar (RZ 28, Weisung FD). 

g)  Ob die  Voraussetzungen für  die Besteuerung  einer  Kapitalgesellschaft  als 

Holdinggesellschaft  vorliegen,  ist  grundsätzlich  bei  jeder  Einschätzung  neu  zu  ent-

scheiden (RB 1982 Nr. 75). Das heisst aber nicht, dass jede Steuerperiode isoliert be-

trachtet wird. Es ist zu vermeiden, dass die Holdinggesellschaft zwischen privilegierter 

und ordentlicher Besteuerung hin und her pendelt. Eine Toleranzfrist von einigen weni-

gen  -  drei  bis  vier  -  Jahren,  in denen  die  Voraussetzungen  nicht  mehr  erfüllt  sind,  ist 

hinzunehmen  (Harmonisierung  des  Unternehmenssteuerrechts,  S.  109  f.).  Dabei  darf 

jedoch nicht die Mindestquote nur im ersten Jahr erreicht werden und danach während 

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längerer  Zeit  nicht  mehr  (Höhn,  S.  258).  Beurteilungsgrundlage  bildet  demnach  nicht 

eine  einzelne  Steuerperiode,  sondern  ein  Zeitraum  von  mehreren  Jahren  (StRK  I, 

30. August 2002 = StE 2003 B 72.24 Nr. 2). 

2.  a)  Die  Pflichtige  vermag  diese  Kriterien  unstreitig  insofern  zu  erfüllen,  als 

sie laut ihren Statuten das Halten und Verwalten von Beteiligungen bezweckt und sich 

ihre Aktiven in den Geschäftsjahren 2008 und 2009 zu 86% bzw. 84% sowie 2010 und 

2011  zu  90%  bzw.  95%  aus  Beteiligungen  zusammensetzen.  Aber  auch  die  Erträge 

aus den Beteiligungen erreichen die erforderliche Limite von zwei Dritteln des gesam-

ten  Ertrags  zumindest  in  den  streitbetroffenen  Jahren  2010  und  2011  mit  68%  bzw. 

83% klar. Damit sind die Voraussetzungen zur Besteuerung als Holdinggesellschaft in 

den fraglichen Jahren insoweit gegeben. 

Dies  allein  reicht  für  die  Gewährung  des  Holdingprivilegs  jedoch  unter  Um-

ständen noch nicht aus, nämlich nach dem Gesagten dann, wenn die Gesellschaft ne-

ben  dem  Halten  von  Beteiligungen  als  Hauptzweck  noch  einen  Nebenzweck  verfolgt 

und dieser im Vergleich zu den beteiligungsbezogenen Aktivitäten nicht geringfügig ist 

bzw.  die  mit  dem  Nebenzweck  erzielten  Einnahmen  nicht  untergeordneten  Charakter 

aufweisen. 

b) Die Pflichtige erbrachte für ihre Tochtergesellschaft  F AG, E, und ihre En-

kelgesellschaft H GmbH & Co. KG, I, verschiedene Managementdienstleistungen. Sie 

lässt  sich  dafür  auf  Basis  der  Ist-Kosten  korrekt  mit  einem  Gewinnaufschlag  von  6% 

entschädigen. Die mit der Führung der beiden Gesellschaften betrauten Personen sind 

zudem  –  wie bei  einer  Gesellschaft  mit  Holdingstatus  erforderlich  –  bei ihr  angestellt. 

Die entsprechenden Managementfees entwickelten sich seit Gründung der Pflichtigen 

im Jahr 2007 indessen unstreitig wie folgt: 

2007 

95% 

2008 

70% 

2009 

75% 

2010 

22% 

2011 

10% 

2012 

62%. 

Daraus ergibt sich, dass die Abgeltungen für die Leistungen der Tochter- bzw. 

Enkelgesellschaft  mit  Ausnahme  der  streitbetroffenen  Geschäftsjahre  den  weit  über-

wiegenden  Teil  des  Betriebsertrags  ausmachten.  2010  und  2011  ist  die  Quote  zwar 

erheblich tiefer, jedoch nur vorübergehend, wie der markante Wiederanstieg per 2012 

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auf  62%  klar  zeigt.  Demnach  kann  aber  bei  den  Einnahmen  aus  den  Management-

dienstleistungen für die Tochter und Enkelgesellschaft über die ersten sechs Jahre der 

Pflichtigen  seit  ihrer Gründung  betrachtet,  d.h.  bis  Ende 2012,  nicht  von  unbedeuten-

den  Einkünften  die  Rede  sein.  Vielmehr  liegt  in  dieser  Zeit  –  um  mit  den Worten  der 

Weisung FD zu sprechen – eine Managementgesellschaft mit Beteiligungen und nicht 

eine  Holdinggesellschaft  mit  untergeordneten  Managementaufgaben  vor.  Die  isolierte 

Betrachtung nur der Geschäftsjahre 2010 und 2011 ist nicht zulässig. Denn gleich wie 

nach dem Gesagten bei einer bestehenden Holdinggesellschaft eine Toleranzfrist von 

drei  bis  vier  Jahren  hinzunehmen ist,  in denen  die  Voraussetzungen für die Besteue-

rung als solche Gesellschaft nicht mehr gegeben sind, kann umgekehrt eine solch kur-

ze Frist von zwei Jahren auch nicht genügen, um bei einer  – wie hier – bisher operativ 

tätigen  Gesellschaft  für  diesen  Zeitraum  mit  Erfolg  die  Holdingbesteuerung  zu  bean-

spruchen.  Demnach  steht  der  Pflichtigen  das  Holdingprivileg  in  den  streitbetroffenen 

Steuerperioden 2010 und 2011 – wie auch 2012 – nicht zu. Wie es sich ab der Steuer-

periode  2013  verhält,  muss  offen  bleiben,  da  die  diesbezüglichen  Verhältnisse  nicht 

bekannt sind. 

Nichts  daran  zu  ändern  vermag  der  Einwand  der  Pflichtigen  im  Rekurs,  sie 

habe  sich  in  den  letzten  Jahren  noch  in  der  Phase  des  Turn-arounds  befunden  bzw. 

befinde  sich  immer  noch  darin,  weshalb  es  gut  möglich  sei,  dass  die  Tochtergesell-

schaften während einiger Jahre keine Dividende hätten ausschütten können, weil zuvor 

die  Interessen  der  Fremdkapitalgeber  hätten  befriedigt  werden  müssen.  Denn  damit 

hat  die  Pflichtige  nur  die  Gründe  für  die  relativ  hohen  Einnahmen  aus  Management-

dienstleistungen  offen  gelegt,  ohne  damit  die  Höhe  dieser  Quote  am  Betriebsertrag 

selber  in  Frage  zu  stellen.  Mithin  sind  die  Voraussetzungen  für  die  Besteuerung  als 

Holdinggesellschaft in diesen Jahren noch nicht gegeben und möglicherweise erst spä-

ter erfüllt. Allerdings ist fraglich, ob die Erfüllung in absehbarer Zeit möglich sein wird, 

wenn die Pflichtige ausführt, sie bzw. die Gruppe befinde sich nach wie vor in der ge-

nannten  gewinn-/umsatzarmen  Phase  des  Turn-arounds  und  damit  in  derjenigen  des 

fehlenden Beteiligungsertrags. 

Ist  dem  Begehren  der  Pflichtigen  schon  allein  aus  diesem  Grund  nicht  statt-

zugeben,  erübrigte  es  sich  der  Frage  nachzugehen,  ob  dies  auch  noch  aus  den  an-

dern, von den Parteien diskutierten Gründen zutrifft. Nur der Vollständigkeit halber sei 

hierzu in der gebotenen Kürze noch Folgendes auszuführen: 

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c)  Die  Pflichtige  verbuchte  in  den  Geschäftsjahren  2008  -  2011  folgende  Li-

zenzeinnahmen: 

2008 

2009 

2010 

2011 

Fr. 

145'638.- 

139'543.- 

238'165.- 

256'634.- 

vom Ertrag 

30% 

25% 

10% 

7%. 

Im Jahr 2010 hat sie die Einnahmen nach eigenen Berechnungen nur zu 1,5% 

in der Schweiz und 2011 gänzlich im Ausland erwirtschaftet. Den entsprechenden Ab-

rechnungen ist jedoch zu entnehmen, dass die in der Schweiz erzielte Quote Im Jahr 

2010 2,85%, entsprechend Fr. 6'790.18, ausmachte (Fakturen an die F AG). Die übri-

gen,  allesamt  von  der  Enkelgesellschaft  H  GmbH  &  Co.  KG  in  I,  vereinnahmten  Li-

zenzerträge  gelten  nach  übereinstimmender  Auffassung  der  Parteien  als  im  Ausland 

erzielt, obwohl die Pflichtige in I über keine Betriebsstätte verfügt. Sieht man dergestalt 

vom  Betriebsstätteerfordernis  ab,  erwiesen  sich  die  für  die  Beurteilung  des  Holdings-

privilegs  massgebenden  Lizenzeinnahmen  in den  Steuerperioden  2010 und  2011  da-

mit  als  unbedeutend  bzw.  nicht  vorhanden,  weil  die  im  Ausland  erwirtschafteten  Zu-

flüsse nicht zu berücksichtigen sind. Es läge ein zulässiger Nebenzweck vor.  

d)  Allerdings  gilt  es  im  Geschäftsjahr  bzw.  in  der  Steuerperiode  2010  in  Be-

tracht  zu  ziehen,  dass  die  Pflichtige  aus  ihren  Managementdienstleistungen  für  die 

Tochter-  bzw.  Enkelgesellschaft  schon  Einnahmen  von  22%  erzielt  hat  und  demnach 

unter Einbezug der im Inland erwirtschafteten Lizenzeinkünfte insgesamt rund 25% des 

Ertrags mit Nebenzwecken vereinnahmte. Kommt hinzu, dass sie 2010 aus dem Ver-

kauf von Maschinen und Entwicklungen an die F AG unstreitig einen Buchgewinn von 

Fr.  154'671.45  realisiert  hat.  Dieser  Gewinn  entspringt  der  Ausübung  eines  Neben-

zwecks, gehört die Veräusserung von Maschinen und Entwicklungen an eine Tochter-

gesellschaft doch nicht zum Hauptzweck einer Holdinggesellschaft bzw. nicht zur Ver-

waltung des eigenen Vermögens. Dabei ist entgegen der Auffassung der Pflichtigen im 

Rekurs unerheblich, dass es sich – wirtschaftlich betrachtet – lediglich um einen ("un-

echten") Buchgewinn bzw. nur um "wieder eingebrachte Abschreibungen" handelt, da 

der Zufluss sich buchhalterisch und steuerlich eben gleichwohl als Gewinn und damit 

ertragswirksam  auswirkt.  Dadurch  erhöht  sich  die  Quote  der  Einnahmen  aus  Neben-

zwecken pro 2010 aber weiter auf über 27%. Bei einer solch hohen Quote erscheint es 

als nicht sachgerecht, diese noch als untergeordnet zu bezeichnen. Die Voraussetzun-

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gen zur Besteuerung als Holdinggesellschaft wären diesfalls in der Steuerperiode 2010 

auch bei isolierter Betrachtung derselben nicht erfüllt. 

In der Steuerperiode 2011 verfolgte die Pflichtige zwar ebenfalls die Vergabe 

von Lizenzen, jedoch resultierten daraus keine für die Beurteilung des Holdingprivilegs 

massgebenden  inländischen  Einnahmen,  sodass  –  wie erwähnt  –  von  einem  zulässi-

gen Nebenzweck auszugehen ist. Als weiterer Nebenzweck in dieser Periode verbleibt 

damit nur die Erbringung von Managementdienstleistungen. Weil die damit erwirtschaf-

teten  Einnahmen  nur  10%  des  Ertrags  ausmachen,  liegt  ebenfalls  ein  zulässiger  Ne-

benzweck vor. Gleichwohl steht der Pflichtigen das Holdingprivileg aber auch in dieser 

Periode nicht zu, weil die Voraussetzungen für dessen Gewährung schon in der Folge-

periode 2012 wegen überwiegender Einnahmen aus den Managementdienstleistungen 

als  Nebenzweck  erneut  nicht  erfüllt  sind.  Eine  einzige  Steuerperiode,  in  der  das  Hol-

dingprivileg gewährt werden könnte, danach aber nicht mehr, reicht nach dem Gesag-

ten nicht aus, um die Privilegierung für diese eine Periode zu gewähren, da der Status 

als Holdinggesellschaft längerfristig erfüllt sein muss. 

e) Weiter weist die Pflichtige in den Erfolgsrechnungen 2009 - 2011 aktivierte 

Entwicklungskosten  von  Fr.  378'005.-  (2009),  Fr.  732'736.-  (2010)  und  Fr.  597'904.- 

(2011) aus und schreibt diese linear über fünf Jahre ab. Dies verträgt sich mit dem Sta-

tus einer Holdinggesellschaft ebenfalls nicht. 

3.  Damit  ist  der  Rekurs  abzuweisen.  Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des 

Verfahrens der Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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