# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c40148a-84e9-5d59-9990-c01d2cc7a7a2
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** UE240371-O4
**Docket/Reference:** UE240371-O4
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/UE240371-O4.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: UE240371-O/U/JST

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. D. Oehninger, Präsident, und lic. iur. B. Stiefel, 

Oberrichterin  lic.  iur.  K.  Eichenberger  sowie  Gerichtsschreiber 

Dr. A. Brüschweiler

Beschluss vom 14. April 2025

in Sachen

A._____ AG,

Beschwerdeführerin

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. X._____,

gegen

1.

2.

B._____, 

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis,

Beschwerdegegner

1 verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____,

betreffend Nichtanhandnahme  

Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt-

schaft Limmattal/Albis vom 27. September 2024

Erwägungen:

I.

Die  A._____  AG  (nachfolgend  Beschwerdeführerin)  liess  mit  Eingabe  an  die 

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 11. Juni 2024 Strafanzeige gegen B._____ 

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(nachfolgend  Beschwerdegegner  1)  wegen  Betruges  erstatten  (Urk.  16/3).  Die 

Staatsanwaltschaft  nahm  mit  Verfügung  vom  27. September  2024  eine  Untersu-

chung nicht an Hand (Urk. 6). Gegen diese Nichtanhandnahmeverfügung liess die 

Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom  11. Oktober  2024  innert  Frist  Beschwerde 

erheben und die folgenden Anträge stellen (Urk. 2 S. 2): 

1.

Die Nichtanhandnahmeverfügung vom 27. September 2024 sei aufzu-

heben.  

2.

Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis sei anzuweisen, die Strafunter-

suchung durchzuführen. 

3.

Der  Beschwerdeführerin  seien  die  Mitwirkungsrechte  im  Verfahren  zu 

gewähren. 

4.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegeg-

ner. 

Mit Verfügung vom 15. Oktober 2024 wurde der Beschwerdeführerin aufgegeben, 

eine  Prozesskaution  von  einstweilen  Fr.  2'500.–  zu  leisten  (Urk.  7),  worauf  am 

25. Oktober  2024  eine  entsprechende  Zahlung  einging  (Urk.  10).  Nachdem  der 

Staatsanwaltschaft und dem Beschwerdegegner 1 mit Verfügung vom 31. Oktober 

2024  Frist  zur  Stellungnahme  angesetzt  worden  war  (Urk. 11),  verzichtete  die 

Staatsanwaltschaft am 6. November 2024 auf eine Vernehmlassung (Urk. 14). Der 

Beschwerdegegner  1  liess  in  seiner  Stellungnahme  vom  8.  November  2024  die 

Abweisung der Beschwerde beantragen (Urk. 19 S. 2). Die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin replizierte mit Eingabe vom 27. November 2024 innert der mit 

Verfügung vom 14. November 2024 angesetzten Frist (Urk. 22 und Urk. 24). Das 

Verfahren ist damit spruchreif.

II. 

1.

Begründung der Staatsanwaltschaft zur Nichtanhandnahmeverfügung

Die Staatsanwaltschaft begründete ihre Nichtanhandnahmeverfügung im Wesent-

lichen damit, Grundlage für die Strafanzeige würden die Mietverträge (betreffend 

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den  Büroarbeitsplatz  und  den  Lagerraum  in  der  Liegenschaft  an  der  C._____-

strasse  ...  in  D._____)  zwischen  der  Beschwerdeführerin  und  dem  Beschwerde-

gegner 1 bilden, die auf die E._____ GmbH übertragen worden seien, bei welcher 

der  Beschwerdegegner  1  Gesellschafter  und  Vorsitzender  der  Geschäftsführung 

sei. Die Beschwerdeführerin werfe ihm vor, er habe in Aussicht gestellt, er werde 

eine auf die neue Mieterschaft (d.h. auf die E._____ GmbH) lautende Bürgschafts-

urkunde der F._____ in der Höhe von Fr. 10'000.– bei ebendieser ausstellen und 

der Beschwerdeführerin zukommenlassen. Gestützt darauf habe die Beschwerde-

führerin die neuen Mietverträge, lautend auf die E._____ GmbH, ausgestellt. Der 

Beschwerdegegner 1 habe jedoch nie eine neue Bürgschaftsurkunde eingereicht, 

was er auch zu keiner Zeit beabsichtigt habe. In der Folge sei der Mietzins für sechs 

Monate nicht bezahlt worden, wodurch der Beschwerdeführerin ein Schaden von 

insgesamt Fr. 20'220.– entstanden sei, der im Umfang von Fr. 10'000.– durch die 

Bürgschaft der F._____ hätte gedeckt sein sollen. 

Die  Beschwerdeführerin  habe  im  Zeitpunkt  der  Vertragsunterzeichnung  mit  der 

E._____ GmbH auf das Vorliegen einer auf diese lautenden Bürgschaftsurkunde 

verzichtet und auf die Zusicherung des Beschwerdegegners 1, dass er diese nach-

reichen werde, vertraut. Damit sei sie - wenn auch verständlicherweise aufgrund 

der bereits bestehenden Geschäftsbeziehung mit dem Beschwerdegegner 1 - be-

wusst und gewollt das Risiko eingegangen, einen allfälligen Mietzinsausfall nicht 

durch eine Bürgschaft decken zu können, womit eine grundlegende mietrechtliche 

Sicherungsmassnahme  des  Mietzinses  nicht  vorgenommen  worden  sei.  Ferner 

stelle die Aussage des Beschwerdegegners 1 eine einfache Lüge dar. Der von der 

Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführerin  eingereichte  Email-Verkehr  mit  der 

F._____ belege hierzu, dass mit einer kurzen Anfrage habe überprüft werden kön-

nen,  ob  eine  Änderung  der  Kaution  durch  den  Beschwerdegegner  1  bei  der 

F._____ beantragt worden sei, was nicht der Fall gewesen sei. Dies zeige auf, dass 

die einfache Lüge problemlos überprüfbar gewesen sei, weshalb keine Arglist und 

damit auch kein Betrug vorlägen (Urk. 6 S. 1 ff.). 

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2.

Begründung der Beschwerde

Zur Begründung ihrer Beschwerde liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen 

vorbringen, da sie vorab mit dem Beschwerdegegner 1 einen Mietvertrag auf des-

sen Person abgeschlossen habe, habe ein besonderes Vertrauensverhältnis vor-

gelegen, aufgrund dessen er vorausgesehen habe, dass sie eine Überprüfung un-

terlassen werde. Ihre Rechtsvertreterin habe ihn mehrfach aufgefordert, die Ände-

rung bei der Versicherung vorzunehmen, und er habe sie mittels zweier E-Mails, 

die  gemäss  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  als  Urkunden  gälten,  im 

Glauben gelassen, dies in die Wege geleitet zu haben. Eine Opfermitverantwortung 

werde von der Rechtsprechung nur in Ausnahmefällen angenommen, und die ab-

schliessende Beurteilung obliege dem Gericht und nicht der Staatsanwaltschaft. Im 

Weiteren verkenne die Staatsanwaltschaft, dass zum Abschluss des Bürgschafts-

vertrages ein Mietvertrag habe eingereicht werden müssen. Die Beschwerdeführe-

rin habe daher den Mietvertrag ausstellen müssen im guten Vertrauen darauf, dass 

die  Versicherungspolice  entsprechend  angepasst  werde.  Prozessrechtlich  sei  zu 

rügen, dass am 25. Juni 2024 eine Einvernahme des Beschwerdegegners 1 statt-

gefunden habe,  zu welcher  die  Beschwerdeführerin  nicht  eingeladen  worden sei 

und die ihr auch nicht mitgeteilt worden sei (Urk. 2 S. 2 ff.). 

3.

Stellungnahme des Beschwerdegegners 1

In seiner Stellungnahme liess der Beschwerdegegner 1 im Wesentlichen einwen-

den,  es  werde  bestritten,  dass  ein  unterzeichneter  Mietvertrag  vorliegen  müsse, 

damit  ein  Bürgschaftsvertrag  unterzeichnet  werden  könne.  Der  Rechtsvertreterin 

der  Beschwerdeführerin  sei  anlässlich  der  Unterzeichnung  der  Mietverträge  am 

26. September  2022  bewusst  gewesen,  dass  keine  Bürgschaft  bestanden  habe. 

Die  Darstellung  der  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführerin,  wonach  zwei  E-

Mails  des  Beschwerdegegners  1  ihr  Vertrauen  auf  die  Nachreichung  der  Bürg-

schaftsurkunde begründet hätten, sei unzutreffend, denn diese E-Mails seien erst 

am 11. November 2022 und am 11. Januar 2023 und somit nach Vertragsunter-

zeichnung versandt worden. Die beiden Mietverträge hätten die Klausel beinhaltet, 

dass zur Sicherstellung sämtlicher Ansprüche aus dem Mietverhältnis bei Vertrags-

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schluss eine Kaution vereinbart werde. Nach der Logik der Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin müsste jeder Schuldner, der von der Gläubigerin zur Vertrags-

erfüllung aufgefordert werde und diese verspreche, jedoch dann trotzdem nicht er-

fülle, wegen Betruges verurteilt werden. Gegen die Nichterfüllung der Klausel habe 

die  Beschwerdeführerin  ein  zivilrechtliches  Verfahren  eingeleitet,  allerdings  nicht 

gegen die E._____ GmbH in Liquidation, sondern gegen den Beschwerdegegner 1 

persönlich.  Nachdem  sie  zivilrechtlich  mit  ihrer  Forderung  nicht  durchgedrungen 

sei, versuche sie es nun auf diesem Wege, wofür jedoch ein Strafverfahren nicht 

vorgesehen sei. Bei der Befragung vom 25. Juni 2024 habe es sich um eine poli-

zeiliche Einvernahme gehandelt. Vor Eröffnung einer Strafuntersuchung bestehe 

kein Anspruch auf Parteiöffentlichkeit (Urk. 19 S. 1 ff.). 

4.

Replik der Beschwerdeführerin

Replicando  liess  die  Beschwerdeführerin  im  Wesentlichen  geltend  machen,  die 

E._____  GmbH  sei  per  tt.mm.2022  ins  Handelsregister  eingetragen  worden.  Es 

stelle  sich  die  Frage,  weshalb  die  Mietverträge  erst  im  September  2022  auf  die 

E._____  GmbH  übertragen  worden  seien.  Es  müsse  heute  davon  ausgegangen 

werden, dass diese bereits im September 2022 in Schieflage geraten und zu be-

fürchten gewesen sei, dass die Mieten nicht mehr hätten bezahlt werden können. 

Um nicht persönlich haften zu müssen, habe der Beschwerdegegner 1 die Übertra-

gung der Mietverträge forciert und die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin im 

Glauben gelassen, dass er für die Umschreibung der Bürgschaftsverträge besorgt 

sei. Für die Bürgschaftsausstellung müsse gemäss dem Formular "Antrag für die 

F._____ Gewerbliche Mietkautionsversicherung" (Urk. 3/6 S. 2: "Beilagen: Diesem 

Antrag  sind  folgende  Unterlagen  beizulegen:  Kopie  Mietvertrag")  der  unterzeich-

nete Vertrag vorliegen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin habe somit 

den Mietvertrag unterzeichnen müssen, damit eine Bürgschaftsurkunde habe er-

stellt werden können (Urk. 24 S. 2 f.). 

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5.

Rechtliches und Folgerungen

a) Gemäss Art. 309 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Eröff-

nung einer Untersuchung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der Po-

lizei, aus der Strafanzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender 

Tatverdacht ergibt, wenn sie Zwangsmassnahmen anordnet sowie wenn sie von 

der Polizei über schwere Straftaten oder andere schwerwiegende Ereignisse infor-

miert  wurde.  Gelangt  sie  hingegen  zum  Schluss,  dass  die  fraglichen  Straftatbe-

stände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind, Verfahrens-

hindernisse bestehen oder gemäss Art. 8 StPO aus Opportunitätsgründen auf eine 

Strafverfolgung  zu  verzichten  ist,  verfügt  sie  die  Nichtanhandnahme  (Art. 310 

Abs. 1 StPO). Die Staatsanwaltschaft darf dann die Untersuchung - z.B. aufgrund 

einer Anzeige - nicht an Hand nehmen, wenn mit Sicherheit feststeht, dass der zur 

Beurteilung vorliegende Sachverhalt unter keinen Straftatbestand fällt oder wenn 

mit anderen Worten eine Anzeige von vornherein aussichtslos ist, weil offensicht-

lich keine Straftatbestände oder Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Ebenso ist 

keine Untersuchung an Hand zu nehmen, wenn Prozesshindernisse, wie z.B. Ver-

jährung, gegeben sind. Eine Nichtanhandnahmeverfügung darf jedoch nicht erge-

hen, wenn es bloss zweifelhaft ist, ob ein Straftatbestand vorliegt (vgl. zum Ganzen: 

Jositsch/Schmid,  Handbuch  des  schweiz.  Strafprozessrechts,  4.  Aufl.,  Zürich/       

St.  Gallen  2023,  N  1231;  Jositsch/Schmid,  StPO  Praxiskommentar,  4.  Aufl.,  Zü-

rich/St.  Gallen  2023,  N  3  f.  zu  Art.  309  StPO,  N  1  ff.  zu  Art.  310  StPO;  Nathan 

Landshut/Thomas  Bosshard,  in:  Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers,  Kommentar 

zur StPO, 3. Auflage, Zürich 2020, N 11-14 und N 19-23 zu Art. 309 StPO, N 2 ff. 

zu Art. 310 StPO).

b) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe wird nach Art. 146 

Abs. 1 StGB bestraft, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu 

bereichern,  jemanden  durch  Vorspiegelung  oder  Unterdrückung  von  Tatsachen 

arglistig irreführt oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu 

einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Ver-

mögen schädigt. 

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Einfache Lügen erfüllen das Merkmal der Arglist insbesondere dann, wenn die An-

gaben nicht oder nur mit besonderer Mühe auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden 

können. Nicht überprüfbar sind namentlich innere Tatsachen, so betreffend Anga-

ben zum Erfüllungswillen des Kontrahenten (BGE 119 IV 288, 125 IV 127). Diese 

Art der Täuschung kann jedoch dann nicht als arglistig gelten, wenn ohne Weiteres 

überprüfbare  Tatsachen  erkennen  lassen,  dass  die  zugesagte  Leistung  nicht  er-

bracht werden kann (BGE 118 IV 361, 125 IV 128). 

Die Beschwerdeführerin liess dem Beschwerdegegner 1 im Rahmen ihrer Strafan-

zeige vom 11. Juni 2024 vorwerfen, er habe von Anfang an die Absicht gehabt, die 

Bürgschaftserklärung nicht auf die E._____ GmbH umzuschreiben, und er habe bei 

der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin den Irrtum bewirkt, dass sie anstelle 

einer Kaution als Depot eine Bürgschaftsurkunde erhalte (Urk. 16/3 S. 4). Thema 

des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet allein dieser Betrugsvorwurf, denn 

die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführerin  hat  diesen  Betrugsvorwurf  gegen-

über der Staatsanwaltschaft vor dem Erlass der angefochtenen Nichtanhandnah-

meverfügung nicht in dem Sinne erweitert, dass sie dem Beschwerdegegner 1 zu-

sätzlich vorgeworfen hätte, er habe sie im Rahmen der Verhandlungen betreffend 

die Übertragung der Mietverträge auf die E._____ GmbH über seinen Erfüllungs-

willen (als Vertreter dieser GmbH) und deren Erfüllungsfähigkeit bezüglich der mo-

natlichen Mietzinse ebenfalls getäuscht. Erst im Rahmen ihrer Replik liess die Be-

schwerdeführerin vorbringen, es müsse heute davon ausgegangen werden, dass 

die E._____ GmbH bereits im September 2022 in Schieflage geraten und zu be-

fürchten gewesen sei, dass die Mieten nicht mehr hätten bezahlt werden können; 

um nicht persönlich haften zu müssen, habe der Beschwerdegegner 1 die Übertra-

gung der Mietverträge forciert und die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin im 

Glauben gelassen, dass er für die Umschreibung der Bürgschaftsverträge besorgt 

sei. Dieser erst nachträglich erhobene, zusätzliche Vorwurf (betreffend die Bezah-

lung der Mietzinsen) bildete nicht Gegenstand der angefochtenen Nichtanhandnah-

meverfügung, weshalb er auch nicht Gegenstand des vorliegenden Beschwerde-

verfahrens sein kann. 

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Die Beschwerdeführerin liess gegenüber dem von der Staatsanwaltschaft vertrete-

nen Standpunkt, wonach mit einer kurzen Anfrage hätte überprüft werden können, 

ob  eine  Änderung  der  Kaution  durch  den  Beschwerdegegner  1  bei  der  F._____ 

beantragt worden sei, einwenden, für die Bürgschaftsausstellung müsse gemäss 

dem Formular "Antrag für die F._____ Gewerbliche Mietkautionsversicherung" der 

unterzeichnete Vertrag vorliegen (Urk. 3/6 S. 2: "Beilagen: Diesem Antrag sind fol-

gende Unterlagen beizulegen: Kopie Mietvertrag"), weshalb die Rechtsvertreterin 

der Beschwerdeführerin den Mietvertrag habe unterzeichnen müssen, damit eine 

Bürgschaftsurkunde habe erstellt werden können. Auf dem entsprechenden For-

mular der F._____ ist auf der ersten Seite im ersten Abschnitt der folgende Text 

eingerahmt (Urk. 3/6 S. 1): "Bitte beachten Sie, dass die Gewerbliche Mietkautions-

versicherung  nur  abgeschlossen  werden  kann,  wenn  eine  natürliche  Person  mit 

entsprechendem Einfluss und Beteiligung an der Unternehmung als zweite Mieterin 

den  Mietvertrag  mitunterzeichnet.  Alternativ  zur  obengenannten  Bedingung  wird 

eine private Rückbürgschaft mit öffentlicher Beurkundung akzeptiert." Aus den Bei-

lagen zur Strafanzeige geht hervor, dass auf dem neuen, schriftlichen Mietvertrag 

ausschliesslich die E._____ GmbH als Mieterin aufgeführt ist (Urk. 16/4/7). Unter 

diesen  Umständen  hätte  eine  gewerbliche  Mietkautionsversicherung  mit  der 

F._____  nur  abgeschlossen  werden  können,  wenn  der  Beschwerdegegner  1  zu 

einer privaten Rückbürgschaft mit öffentlicher Beurkundung bereit gewesen wäre. 

Ob eine solche Bereitschaft tatsächlich bestand, hätte die Beschwerdeführerin vor 

der vorbehaltlosen Übertragung der Mietverträge auf die E._____ GmbH durch ent-

sprechende  Anfragen  beim  Beschwerdegegner  1  und  vor  allem  bei  der  F._____ 

überprüfen können (indem sie sich bei der F._____ erkundigt hätte, ob Vorberei-

tungen für eine öffentliche Beurkundung im Gange seien), was sie jedoch offenbar 

nicht tat; auf jeden Fall liess sie im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfah-

rens nicht geltend machen, sie habe entsprechende Abklärungen durchführen las-

sen. Im Ergebnis hat daher die Staatsanwaltschaft in der Begründung der ange-

fochtenen Nichtanhandnahmeverfügung zu Recht festgehalten, dass die einfache 

Lüge ohne Weiteres überprüfbar gewesen sei.

c)

Einfache Lügen erfüllen das Merkmal der Arglist auch dann, wenn der 

Täter aufgrund bestimmter Umstände voraussieht, dass der Getäuschte eine Über-

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prüfung  unterlassen  werde  (BGE  122  IV  248  m.w.H.).  Nach  der  bundesgerichtli-

chen Praxis reicht die Voraussicht, dass nicht überprüft wird, nur dort als Grundlage 

der Arglist aus, wo sie sich aus einem besonderen Vertrauensverhältnis ergibt oder 

auf klaren Regelungen bzw. Zusicherungen beruht und nicht nur eine auf gewissen 

Beobachtungen beruhende Erwartung, sondern eine Gewissheit darstellt (BGE 107 

IV 171, 119 IV 37, 142 IV 157). Nicht jede Geschäftsbekanntschaft begründet ein 

besonderes  Vertrauensverhältnis  (BGE  126  IV  116).  So  wurde  zum  Beispiel  ein 

solches verneint bei jemandem, der einen ihm von früheren geschäftlichen Bezie-

hungen her bekannten Bankdirektor um Gewährung von Kontokorrentkrediten er-

suchte (BGE 119 IV 37). Wenn die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin daher 

geltend macht, es habe ein besonderes Vertrauensverhältnis vorgelegen, weil sie 

vorab mit dem Beschwerdegegner 1 einen Mietvertrag auf dessen Person abge-

schlossen habe (ohne weitere, konkrete Gründe zu nennen, die auf ein besonderes 

Vertrauensverhältnis schliessen lassen), so genügt eine solche Geschäftsbekannt-

schaft eben gerade nicht für dessen Annahme. 

Somit ist mangels Arglist ein hinreichender Verdacht eines Betruges zu verneinen. 

d)

Die Beschwerdeführerin liess geltend machen, dass am 25. Juni 2024 

eine Einvernahme des Beschwerdegegners 1 stattgefunden habe, zu welcher sie 

nicht eingeladen und die ihr auch nicht mitgeteilt worden sei. Wie die Staatsanwalt-

schaft in zutreffender Weise ausgeführt hat, handelte es sich bei der Befragung des 

Beschwerdegegners 1 vom 25. Juni 2024 um eine polizeiliche, nicht von der Staats-

anwaltschaft  delegierte  Einvernahme  (Urk.  16/1  S. 5  und  Urk. 16/5),  bei  welcher 

noch  keine  solchen  Teilnahme-  und  Mitwirkungsrechte  bestehen  wie  nach  einer 

Eröffnung der Strafuntersuchung im Falle von delegierten oder eigenen Einvernah-

men der Staatsanwaltschaft (Art. 147 Abs. 1 StPO und Art. 312 Abs. 2 StPO). An-

gesichts  der  Tatsache,  dass  der  Beschwerdegegner  1  anlässlich  seiner  polizeili-

chen Einvernahme vom 25. Juni 2024 vom Aussageverweigerungsrecht Gebrauch 

machte, hätte eine Anwesenheit einer Vertretung der Beschwerdeführerin vermut-

lich ohnehin nichts bewirkt.

Zusammenfassend ist die Beschwerde abzuweisen. 

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III. Kosten- und Entschädigungsfolgen

Ausgangsgemäss sind die Kosten für das Beschwerdeverfahren der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Diese sind in Anwendung von § 2 

Abs. 1 lit. b-d und gestützt auf § 17 Abs. 1 der Gebührenverordnung des Oberge-

richts vom 8. September 2010 (GebV OG) auf Fr. 1'300.– festzusetzen und mit der 

geleisteten Prozesskaution von Fr. 2'500.– zu verrechnen.

Der  Beschwerdegegner  1  bzw.  sein  erbetener  Rechtsvertreter  hat  Anspruch  auf 

eine Entschädigung. Diese geht zulasten der Beschwerdeführerin, da mit der Be-

schwerde  gegen  die  Nichtanhandnahmeverfügung  kein  öffentliches  Interesse  an 

einer Strafverfolgung wahrgenommen wurde (vgl. BGE 147 IV 47 E. 4.2.5).

Die  Entschädigung  richtet  sich  nach  der  Verordnung  über  die  Anwaltsgebühren 

(AnwGebV). Im Beschwerdeverfahren wird eine pauschale Gebühr zugesprochen 

(vgl. § 19 Abs. 1 AnwGebV). Innerhalb der Pauschale bemisst sich der Betrag nach 

§ 2 AnwGebV. Unter Berücksichtigung der in § 2 Abs. 1 lit. b-e AnwGebV aufge-

führten  Bemessungsgrundlagen  (Bedeutung  des  Falls,  Verantwortung  des  An-

walts, notwendiger Zeitaufwand des Anwalts und Schwierigkeit des Falls) erweist 

sich aufgrund der relativ geringen Komplexität der vorliegenden Angelegenheit und 

mit Blick auf den als angezeigt erscheinenden Aufwand eine Anwaltsgebühr von 

Fr. 1'000.– (inklusive Mehrwertsteuer) als angemessen. 

Die  Beschwerdeführerin  ist  daher  für  das  Beschwerdeverfahren  zu  verpflichten, 

dem  Rechtsvertreter  des  Beschwerdegegners  1  eine  Prozessentschädigung  von 

Fr. 1'000.– zu bezahlen. Diese Entschädigung ist ebenfalls aus der geleisteten Pro-

zesskaution zu entrichten.

- 11 -

Es wird beschlossen:

1.

2.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

Die  Gerichtsgebühr  für  das  Beschwerdeverfahren  wird  auf  1'300.–  festge-

setzt, der Beschwerdeführerin auferlegt und mit der geleisteten Prozesskau-

tion von Fr. 2'500.– verrechnet.

3.

Die Beschwerdeführerin wird verpflichtet, dem Rechtsvertreter des Beschwer-

degegners 1 für das Beschwerdeverfahren eine Prozessentschädigung von 

Fr.  1'000.–  zu  bezahlen.  Die  Entschädigung  wird  aus  der  Kaution  bezogen 

und Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ von der Gerichtskasse überwiesen.

Der Restbetrag der Kaution (Fr. 200.–) wird der Beschwerdeführerin zurück-

erstattet, vorbehältlich des staatlichen Verrechnungsrechts.

4.

Schriftliche Mitteilung an:







RAin Dr. iur. X._____, im Doppel für sich und zuhanden der Beschwer-
deführerin (per Gerichtsurkunde)

RA lic. iur. Y._____, im Doppel für sich und zuhanden des Beschwer-
degegners 1 (per Gerichtsurkunde)

die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis (gegen Empfangsbestätigung)

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an:



die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis unter gleichzeitiger Rücksen-
dung der beigezogenen Akten [Urk. 16] (gegen 
Empfangsbestätigung)die Zentrale Inkassostelle der Gerichte 
(elektronisch) 

5.

Rechtsmittel:

Gegen  diesen  Entscheid  kann  Beschwerde  in  Strafsachen  erhoben  wer-

den.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der ge-

mäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bun-

desgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgeset-

zes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

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Die  Beschwerdelegitimation  und  die  weiteren  Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Hinweis:  Eingaben  müssen  spätestens  am  letzten  Tag  der  Frist  beim  Bundesgericht 

eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen 

diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.

Zürich, 14. April 2025

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer

Präsident:

Gerichtsschreiber:

lic. iur. D. Oehninger

Dr. iur. A. Brüschweiler