# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5acb1ba-71b3-5c82-aeb2-9bff33664985
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-22
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Vergabekammer 22.07.2020 V 2020 37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_004_V-2020-37_2020-07-22.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

DIE HAFTRICHTERIN

V E R F Ü G U N G  vom 22. Juli 2020

in Sachen

Amt für Migration des Kantons Zug, Aabachstrasse 1, Postfach 857, 6301 Zug
Gesuchsteller

gegen

A.________, zzt. Strafanstalt Zug, Abteilung Ausschaffungshaft, 
An der Aa, 6301 Zug
Gesuchsgegner

betreffend

Verlängerung der Ausschaffungshaft
(Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. g und Art. 79 AIG)  

V 2020 37

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A. A.________, Jahrgang 1996, nigerianischer Staatsangehöriger, wurde erstmals 
am 17. August 2017 von der Zuger Polizei beim Verlassen eines Restaurants in Zug 
kontrolliert. Er konnte sich mit einer damals noch gültigen italienischen Aufenthaltsbewil-
ligung, einem nigerianischen Reisepass sowie einer italienischen Identitätskarte für Aus-
länder ausweisen und trug mehrere abgestempelte und ungültige schweizerische Fahr-
zeugausweise auf sich. Nach polizeilicher Überprüfung wurde er ohne weitere Mass-
nahmen aus der Kontrolle entlassen. Am 25. April 2019 wurde A.________ nach 
entsprechenden Beobachtungen von der Zuger Polizei wegen des Verdachts des 
Betäubungsmittelhandels festgenommen und von der Staatsanwaltschaft des Kantons 
Zug wurde ein Strafverfahren gegen ihn eröffnet. Mit rechtskräftigem Urteil vom 30. Januar 
2020 wurde er vom Strafgericht des Kantons Zug der qualifizierten Widerhandlung gegen 
das Betäubungsmittelgesetz schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von 30 Mo-
naten verurteilt, wobei der Vollzug der Freiheitsstrafe im Umfang von 18 Monaten unter 
Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben wurde, sowie für die Dauer von 
sieben Jahren des Landes verwiesen mit der Anordnung der Ausschreibung der Landes-
verweisung im Schengener Informationssystem. Mit rechtskräftiger Verfügung des Staats-
sekretariats für Migration (SEM) vom 9. März 2020 wurde A.________ gemäss Art. 64a 
Abs. 1 AIG aus der Schweiz in den zuständigen Dublin-Staat Italien weggewiesen, 
nachdem das Gesuch des SEM vom 24. Februar 2020 um Übernahme im Sinne von 
Art. 18 Abs. 1 lit. b VO Dublin am 9. März 2020 von den italienischen Behörden gutgeheis-
sen worden war. Mit Haftbefehl vom 24. April 2020 wurde A.________ nach der 
Entlassung aus dem Strafvollzug gleichentags vom Amt für Migration (AFM) in Ausschaf-
fungshaft genommen. Ebenfalls am 24. April 2020 wurde ihm die auf Art. 76 Abs. 1 lit. b 
Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. g AIG gestützte Haft eröffnet. 

B. Mit Eingabe vom 17. Juli 2020 beantragte das Amt für Migration (AFM) dem Ver-
waltungsgericht, A.________ für maximal drei Monate weiterhin in Haft zu belassen. Zur 
Begründung wurde ausgeführt, dass das AFM am 30. Juni 2020 die swissREPAT um 
Klärung der möglichen Ausreise in den zuständigen Dublin-Staat resp. allenfalls auch ins 
Heimatland ersucht habe, da zwischenzeitlich gewisse Grenzen bereits wieder geöffnet 
worden seien und wenige Flugmöglichkeiten in Betracht hätten gezogen werden können. 
Da wegen der Corona-Situation eine Rückführung gemäss Dublin nach Italien bis auf 
Weiteres noch nicht möglich gewesen sei, seien Möglichkeiten für Flugverbindungen nach 
Lagos angestrebt worden. Eine erste Ausreise nach Lagos sei gemäss swissREPAT am 
15. Juli 2020 erfolgreich durchgeführt worden, worauf das AFM am 16. Juli 2020 mit dem 
Gesuchsgegner Kontakt aufgenommen und ihm die Aussicht auf eine baldige Ausreise in 

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sein Heimatland erläutert habe. Der Gesuchsgegner habe jedoch bestimmt gemeint, dass 
er nun doch nicht gewillt sei, in sein Heimatland auszureisen, sondern vielmehr retour 
nach Italien wolle. Somit habe bis dato noch keine Ausreise organisiert werden können. 
Dem AFM könne keine Verletzung des Beschleunigungsgebots vorgeworfen werden; alle 
wesentlichen Schritte für eine erfolgreiche Ausreise seien bisher unternommen worden. Es 
liege somit kein veränderter Sachverhalt vor, der es gebieten würde, die Ausschaffungs-
haft zu beenden. Die lange Haftdauer werde durch die Corona-Lage und durch das 
unkooperative Verhalten des Gesuchsgegners verursacht. 

C. Am 22. Juli 2020, 10.00 Uhr, fand in Anwesenheit des Gesuchsgegners und einer 
Vertreterin des AFM die gesetzlich vorgeschriebene mündliche Verhandlung unter Beizug 
eines Englisch-Dolmetschers statt. Nach der Befragung der Parteien wurde ihnen Gele-
genheit zu einer abschliessenden Stellungnahme eingeräumt. Auf die entsprechenden 
Ausführungen ist - soweit erforderlich - in den Erwägungen einzugehen. Das Protokoll und 
die Tonaufnahme der Verhandlung einschliesslich der mündlichen Eröffnung des 
Entscheides stehen den Parteien bis zum Eintritt der Rechtskraft der Haftbestätigung zur 
Verfügung. 

Die Haftrichterin erwägt:

1. Gemäss Art. 80 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Auslän-
der und über die Integration vom 16. Dezember 2005 (Ausländer- und Integrationsgesetz, 
AIG, SR 142.20; vormals AuG) in der seit 1. Januar 2019 geltenden Fassung sind die 
Rechtmässigkeit und die Angemessenheit der Haft spätestens nach 96 Stunden durch 
eine richterliche Behörde aufgrund einer mündlichen Verhandlung zu überprüfen. Kanto-
nale richterliche Behörde im Sinne des AIG ist das Verwaltungsgericht, welches aus seiner 
Mitte den Haftrichter bezeichnet (§ 5 des am 1. Mai 2013 in Kraft getretenen Einführungs-
gesetzes zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und zum Asylgesetz 
vom 31. Januar 2013, EG AuG, BGS 122.5, i.V.m. § 56 Abs. 3 des Verwaltungsrechtspfle-
gegesetzes vom 1. April 1976, VRG, BGS 162.1, und § 3 Abs. 1 Ziff. 2 der Geschäftsord-
nung des Verwaltungsgerichts vom 14. Januar 1977, GO VG, BGS 162.11). Eine mündli-
che Überprüfung ist auch für die Zustimmung zur Verlängerung der Ausschaffungshaft 
nach Art. 79 AIG erforderlich (BGE 121 II 110), wobei der Antrag auf Zustimmung zur Ver-

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längerung der Ausschaffungshaft vom Amt für Migration spätestens 96 Stunden vor Ablauf 
der bewilligten Haft zu stellen ist (§ 11 EG AuG).  

Die am 24. April 2020 angeordnete Ausschaffungshaft wurde vom zuständigen Haftrichter 
mit Verfügung vom 24. April 2020 für drei Monate, mithin bis 23. Juli 2020, bestätigt (Ver-
fahren V 2020 17). Das vorliegende Gesuch des AFM um Zustimmung zur Haftverlänge-
rung wurde am 17. Juli 2020 gestellt und ging am 20. Juli 2020 und damit in Nachachtung 
von § 11 EG AuG rechtzeitig vor Ablauf der bewilligten Haft beim Verwaltungsgericht ein, 
weshalb es zu prüfen ist.  

2. Gemäss Art. 79 Abs. 1 AIG dürfen die Vorbereitungs- und die Ausschaffungshaft 
nach den Artikeln 75 - 77 sowie die Durchsetzungshaft nach Art. 78 zusammen die maxi-
male Haftdauer von sechs Monaten nicht überschreiten. Die maximale Haftdauer kann mit 
Zustimmung der kantonalen richterlichen Behörde um eine bestimmte Dauer, jedoch um 
höchstens zwölf Monate, für Minderjährige zwischen 15 und 18 Jahren um höchstens 
sechs Monate verlängert werden, wenn: a) die betroffene Person nicht mit der zuständigen 
Behörde kooperiert; b) sich die Übermittlung der für die Ausreise erforderlichen Unterlagen 
durch einen Staat, der kein Schengen-Staat ist, verzögert (Art. 79 Abs. 2 AIG). Gemäss 
Art. 80 Abs. 6 AIG wird die Haft beendet, wenn a) der Haftgrund entfällt oder sich erweist, 
dass der Vollzug der Weg- oder Ausweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen 
undurchführbar ist; b) einem Haftentlassungsgesuch entsprochen wird; oder c) die inhaf-
tierte Person eine freiheitsentziehende Strafe oder Massnahme antritt. Im Zustimmungs-
verfahren zur Haftverlängerung hat der Richter zuzüglich zu Haftgrund, Haftzweck, Durch-
führbarkeit der Ausschaffung und Verhältnismässigkeit der Haftanordnung zu prüfen, ob 
dem Vollzug der Weg- oder Ausweisung besondere Hindernisse entgegenstehen. Diese 
können, müssen aber nicht durch den Ausländer selbst verschuldet sein. Unter den Begriff 
der besonderen Hindernisse fallen unter anderem die aussergewöhnlich lange Dauer der 
Papierbeschaffung, die anhaltende Weigerung des Ausländers, bei der Papierbeschaffung 
mitzuwirken, die vorübergehende Unmöglichkeit einer Ausschaffung aus technischen 
Gründen, beispielsweise weil der Zielflughafen nicht angeflogen werden kann. Letztge-
nannter Grund bedingt allerdings, dass ein späterer Ausschaffungsvollzug in absehbarer 
Zeit ernsthaft als möglich beurteilt werden kann. Andererseits darf die Vollzugsbehörde 
auch bei Vorliegen besonderer Hindernisse nicht einfach untätig bleiben.

Die Ausschaffungshaft soll den Vollzug der geplanten Entfernungsmassnahme sicher-
stellen und muss ernsthaft geeignet sein, diesen Zweck zu erreichen, was nicht (mehr) 

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der Fall ist, wenn die Weg- oder Ausweisung trotz behördlicher Bemühungen nicht in ab-
sehbarer Zeit vollzogen werden kann. Artikel 80 Abs. 6 AIG sieht für diese Situation die 
Beendigung der Haft vor, soweit sie sich nicht mehr mit einem hängigen Ausweisungs-
verfahren rechtfertigen lässt (BGE 130 II 56 mit Verweis auf BGE 127 II 168). Der Um-
stand allein, dass die Ausreise nur unter Schwierigkeiten organisiert werden kann, lässt 
die Ausschaffung allerdings nicht bereits als undurchführbar erscheinen. Die Haft ist 
gestützt auf Art. 80 Abs. 6 AIG nur dann aufzuheben, wenn für die Undurchführbarkeit 
des Vollzugs der Entfernungsmassnahme triftige Gründe sprechen oder praktisch fest-
steht, dass sich die Ausschaffung innert der gesetzlichen Frist kaum wird realisieren las-
sen. Dies ist in der Regel aber nur dann der Fall, wenn die Ausschaffung auch bei gesi-
cherter Identität oder Nationalität des Betroffenen bzw. trotz seines Mitwirkens bei der 
Papierbeschaffung mit grosser Wahrscheinlichkeit als ausgeschlossen erscheint. Zu den-
ken ist an eine länger dauernde Transportunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen oder 
eine ausdrückliche oder zumindest klar erkennbare und konsequent gehandhabte Wei-
gerung eines Staates, gewisse Staatsangehörige zurückzunehmen. Nur falls keine oder 
bloss eine höchst unwahrscheinliche, rein theoretische Möglichkeit besteht, die Wegwei-
sung zu vollziehen, ist die Haft aufzuheben, nicht indessen bei ernsthaften, wenn auch 
allenfalls (noch) geringen Aussichten hierauf (BGE 127 II 168 mit Verweisen). Wie es 
sich mit der Durchführbarkeit in einem konkreten Fall verhält, ist regelmässig Gegen-
stand einer Prognose. Es geht um die Vorhersage darüber, ob sich das Ziel der Entfer-
nung innerhalb der vom Gesetz vorgegebenen zeitlichen Schranken erreichen lässt, mit-
hin ob der Vollzug absehbar ist (Pra 2/2004, S. 104 f., Erw. 2.1). Die Ausschaffungshaft 
muss ernsthaft geeignet sein, den Zweck - den Vollzug der Entfernungsmassnahme si-
cherzustellen - zu erreichen, was nicht (mehr) der Fall ist, wenn die Weg- oder Auswei-
sung trotz der behördlichen Bemühungen nicht in einem dem konkreten Fall angemesse-
nen Zeitraum vollzogen werden kann. Die Festhaltung hat, weil unverhältnismässig, dann 
als unzulässig zu gelten, wenn triftige Gründe für solche Verzögerungen sprechen oder 
praktisch feststeht, dass sich der Vollzug kaum innert vernünftiger Frist wird realisieren 
lassen. Nur falls keine oder bloss eine höchst unwahrscheinliche, rein theoretische Mög-
lichkeit besteht, die Wegweisung zu vollziehen, ist die Haft aufzuheben, nicht indessen 
bei einer ernsthaften, wenn auch allenfalls (noch) geringen Aussicht hierauf. Unter Vor-
behalt einer Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung durch die betroffene Person ist 
die Frage nach der Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs nicht notwendigerweise 
im Hinblick auf die maximal mögliche Haftdauer, sondern vielmehr auf einen den gesam-
ten Umständen des konkreten Falls angemessenen Zeitraum hin zu beurteilen (Urteil des 

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Bundesgerichts 2C_386/2020 vom 9. Juni 2020 Erw. 4.1 mit zahlreichen Hinweisen und 
in dem sich das Bundesgericht insbesondere zur aktuellen Corona-Lage äussert). 

3.
3.1 Aus den Akten ergibt sich über den oben unter lit. A beschriebenen Sachverhalt 
hinaus, dass das AFM nach der richterlichen Haftbestätigung vom 24. April 2020 sich wie-
derholt bei den Bundesbehörden nach der aktuellen Lage betreffend Flugmöglichkeiten 
und Ausreisen erkundigte. Mit dem Gesuchsgegner, der sich ambivalent betreffend einer 
Ausreise nach Italien oder in sein Heimatland Nigeria verhielt, korrespondierte das AFM 
ebenfalls und informierte ihn über die jeweils aktuelle Lage.   

3.2 An der mündlichen Verhandlung vom 22. Juli 2020 erklärte die Vertreterin des Ge-
suchstellers, dass sich seit der Haftrichterverhandlung vom 24. April 2020 nichts am Haft-
grund geändert habe. Allerdings ändere der Gesuchsgegner immer wieder seine Meinung, 
ob er nun nach Italien oder in sein Heimatland Nigeria auszureisen bereit sei. Die Ausreise 
sei sowohl nach Italien wie auch nach Nigeria grundsätzlich möglich. Der Gesuchsgegner 
habe eine mittlerweile abgelaufene Aufenthaltsbewilligung für Italien und die italienischen 
Behörden hätten der Rückübernahme bereits vor längerem zugestimmt. Allerdings seien 
alle Rückübernahmen im Moment wegen der Corona-Situation ausgesetzt worden; wann 
die Rückübernahmen wieder aufgenommen würden, sei aktuell nicht absehbar. Nach Ni-
geria könnte der Gesuchsgegner ohne weiteres ausreisen, da er über einen gültigen nige-
rianischen Reisepass verfüge. Die Situation präsentiere sich hier indessen so, dass bisher 
noch kaum Flüge nach Lagos stattfinden würden. Voraussichtlich werde Turkish Airways 
am 3. August 2020 den Flugbetrieb nach Nigeria starten und man werde versuchen, den 
Gesuchsgegner auf diesen Flug buchen zu lassen, sofern er dann noch bereit sei, nach 
Nigeria auszureisen. Auch die Fluggesellschaften Royal Air Maroc, Ethiopian Airlines und 
Air France planten derzeit die Wiederaufnahme von Flügen Mitte/Ende Juli 2020 nach La-
gos. Rechtliche oder tatsächliche Hindernisse stünden einer Ausschaffung nach Nigeria 
derzeit nicht entgegen und es sei damit zu rechnen, dass eine solche innert fünf bis sechs 
Wochen realisierbar sei, sofern der Gesuchsgegner kooperiere. Es sei vorgesehen, die 
Haft in der Abteilung Ausschaffungshaft der Strafanstalt Zug zu vollziehen. Der Gesuchs-
gegner sei aus Sicht des AFM gesund und hafterstehungsfähig und die ärztliche Betreu-
ung in der Haft sei jederzeit gewährleistet.

3.3 Der Gesuchsgegner erklärte, dass er bereit sei, sowohl nach Italien wie auch nach 
Nigeria auszureisen. Allerdings verstehe er nicht, weshalb die Haft um drei Monate verlän-

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gert werden solle. Die Haft habe ja schon drei Monate gedauert und das AFM habe in 
dieser Zeit gar nichts unternommen. Er sei ansonsten gesund und die Haftbedingungen 
seien zwar nicht gut, aber auch nicht sehr schlecht.  

4. Mit der Haftrichterverfügung vom 24. April 2020 (V 2020 17) wurde die Rechtmäs-
sigkeit der Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 
lit. g AIG bestätigt. Am Sachverhalt hat sich seither nichts geändert, was für eine Aufhe-
bung der Haft sprechen würde, es sei denn, die Ausschaffung des Antragsgegners in sei-
ne Heimat Nigeria oder nach Italien lasse sich in absehbarer Zeit nicht realisieren. Dies ist 
indes nicht der Fall. Mehrere Fluggesellschaften sind offenbar dabei, ihre Flüge nach dem 
mehrheitlichen Stillstand wegen der Corona-Situation wieder aufzunehmen und zwar auch 
mit der Destination Lagos. Da der Gesuchsgegner nigerianischer Staatsangehöriger ist, 
über einen gültigen nigerianischen Reisepass verfügt und sich nicht zuletzt auch an der 
Haftrichterverhandlung vom 22. Juli 2020 bereit erklärt hat, nach Nigeria auszureisen, wird 
der Vollzug der Wegweisung aus heutiger Sicht in absehbarer Zeit realisiert werden kön-
nen. Die italienischen Behörden hingegen lassen Rückführungen derzeit noch nicht zu, 
obwohl sich auch hier offensichtlich eine Entspannung der Corona-Situation abgezeichnet 
hat und mit einer Rückübernahme in absehbarer Zeit wieder zu rechnen ist. Rechtliche 
oder andere tatsächliche Vollzugshindernisse sind zurzeit nicht ersichtlich. Der Gesuchs-
gegner hat in der Schweiz keine Familienangehörigen und seine Bekanntschaften dürften 
sich auf den Drogenhandel beschränkt haben. Er ist nach eigenen Angaben gesund und 
relevante Beanstandungen an den Haftbedingungen hat er nicht vorgebracht. Der Haft-
zweck – die Sicherstellung des geordneten Vollzugs – ist gegeben. Eine mildere Massnah-
me als die Haft steht angesichts der erheblichen und schwerwiegenden Drogendelinquenz 
nicht zur Verfügung. Das AFM hat zudem alles in seiner Macht Stehende unternommen, 
um die Ausreise zu organisieren, sodass ihm auch keine Verletzung des Beschleuni-
gungsgebots vorgeworfen werden kann. Der Gesuchsgegner befindet sich sodann erst 
seit drei Monaten in ausländerrechtlich motivierter Haft und die maximal mögliche Haft von 
18 Monaten ist noch bei weitem nicht ausgeschöpft. In Berücksichtigung aller Aspekte er-
weist sich die Weiterführung der Haft in jeder Hinsicht als recht- und verhältnismässig. 
Dem Antrag des AFM auf Verlängerung der Ausschaffungshaft für die Dauer von drei Mo-
naten ist daher die richterliche Zustimmung zu erteilen. 

Der Gesuchsgegner wird in Nachachtung von § 10 Abs. 2 EG AuG abschliessend darauf 
hingewiesen, dass er gemäss Art. 80 Abs. 5 AIG das Recht hat, zwei Monate nach der 

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Haftüberprüfung beim Haftrichter ein Haftentlassungsgesuch einzureichen. Über dieses 
Gesuch wäre wiederum aufgrund einer mündlichen Verhandlung zu entscheiden.

5. Im Bereich der Zwangsmassnahmen werden gemäss § 14 Abs. 3 EG AuG in der 
Regel keine Verfahrenskosten erhoben.

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Die Haftrichterin verfügt:
___________________

1. Der Verlängerung der Ausschaffungshaft wird für die Dauer von drei Monaten, d.h. 
bis 23. Oktober 2020, die richterliche Zustimmung erteilt.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Gegen diese Verfügung kann innert 30 Tagen seit der schriftlich begründeten 
Mitteilung beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden.

4. Mitteilung in schriftlich begründeter Form (nach vorgängiger mündlicher Eröffnung 
des Dispositivs und der wesentlichen Entscheidgründe unmittelbar im Anschluss 
an die Verhandlung) an:

- A.________, c/o Strafanstalt Zug, Abteilung Ausschaffungshaft (Zustellung an 
die Direktion der Strafanstalt Zug zur Aushändigung des Entscheides und mit 
der Bitte um Rücksendung der separaten Empfangsbescheinigung)

- Direktion der Strafanstalt Zug (im Dispositiv)
- Amt für Migration des Kantons Zug, Aabachstrasse 1, 6301 Zug (unter Rück-

gabe der eingereichten Akten)
- Staatssekretariat für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern-Wabern.

Zug, 22. Juli 2020
Die Haftrichterin

lic. iur. Gisela Bedognetti-Roth

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