# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 088dbbb5-0f57-5595-bedc-7e022a08edd2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-06-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.06.2018 D-6942/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6942-2017_2018-06-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6942/2017 
vao 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  J u n i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Hans Schürch (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler, 

Richter Simon Thurnheer,    

Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Staat unbekannt,   

vertreten durch Ass. iur. Christian Hoffs, 

HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende SG/AI/AR, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 13. November 2017 

 

 

 

D-6942/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland gemäss eigenen Aussa-

gen mit seiner eigenen Identitätskarte am 27. März 2015 auf dem Landweg 

in Richtung B._______, wo er während sieben Monaten bei einem bekann-

ten Händler aus seiner Region geblieben sei. Am 3. November 2015 sei er 

mit einem (…) Reisepass über den Luftweg nach C._______ geflogen. Dort 

habe ihm der Schlepper seine Identitätskarte abgenommen und nicht wie-

der zurückgegeben. Anschliessend sei er mit einem (…) Büchlein in zwei 

weiteren Flugzeugen in ein ihm unbekanntes Land weitergereist und am 

16. November 2015 im Zug in eine ihm unbekannte Ortschaft respektive 

am darauf folgenden Tag nach D._______ gefahren. Am 17. November 

2015 stellte er sein Asylgesuch. Am 26. November 2015 fand die Befra-

gung zur Person statt, am 21. März 2017 fand ein Telefongespräch zur Er-

stellung einer Lingua-Analyse statt und am 5. Oktober 2017 erstellte die 

sachverständige Person einen Lingua-Bericht. Am 26. Oktober 2017 hörte 

ihn das SEM an. Dabei wurde ihm auch das rechtliche Gehör zur Lingua-

Analyse gewährt.     

Der Beschwerdeführer machte geltend, er sei chinesischer Staatsangehö-

riger tibetischer Ethnie und stamme aus dem Kreis E._______ im Provinz-

bezirk F._______ in der autonomen Region Tibet. Dort habe er seit seiner 

Geburt bis zur Ausreise im März 2015 gelebt. Nach dem Tod des Vaters sei 

er im Alter von zwischen 22 und 25 Jahren von G._______ nach 

H._______ gezogen, wo er mit seiner Ehefrau und den beiden Kindern ge-

lebt habe. Bis drei Jahre vor der Ausreise habe er als (…) und danach als 

(…) bei Händlern in E._______ gearbeitet.  

Im Februar 2015 sei er mit Freunden zu einer heissen Quelle gefahren und 

unterwegs in einen Autounfall mit einem chinesischen Beamten verwickelt 

worden beziehungsweise er habe fast einen Unfall mit einem Polizeiauto, 

in welchem drei Polizisten gewesen seien, gehabt. In der Folge sei er wäh-

rend zwei Tagen auf dem Polizeiposten von E._______ festgehalten, be-

fragt und geschlagen worden. Aus Wut über diesen Vorfall habe er Ende 

Februar 2015 oder am 2. März 2015 oder am 26. März 2015 bei einer Pla-

kataktion mitgemacht. Dabei habe er zusammen mit zwei anderen Perso-

nen ein Plakat mit pro-tibetischen Parolen an einem provisorischen Kon-

trollposten in der Nähe E._______ angebracht. Ende Februar 2015 habe 

er eine einwöchige Ausreisegenehmigung beantragt, welche er nach einer 

Woche erhalten habe. Am 3. März 2015 beziehungsweise am 27. März 

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2015 habe er H._______ verlassen und sei mit seiner Identitätskarte und 

der Ausreisegenehmigung in Richtung B._______ aufgebrochen. Zwei 

Tage nach seiner Ankunft in B._______ habe er einen Händler aus seiner 

Herkunftsgegend getroffen, der ihm gesagt habe, dass er von den Chine-

sen an seinem Wohnort gesucht worden sei, beziehungsweise ein Kollege 

habe ihn angerufen und ihm von der Suche nach seiner Person durch die 

Chinesen berichtet.  

Der Beschwerdeführer gab keine heimatlichen Identitätsdokumente zu den 

Akten.   

B.  

Mit Verfügung vom 13. November 2017 – eröffnet am folgenden Tag – 

lehnte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, wies ihn aus 

der Schweiz weg, ordnete den Vollzug der Wegweisung an und schloss 

einen solchen nach China aus. Auf die Begründung wird in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen. 

C.  

Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

7. Dezember 2017 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und be-

antragte Akteneinsicht in die Aufzeichnung des Lingua-Gesprächs, die Auf-

hebung der angefochtenen Verfügung, die Anerkennung als Flüchtling, die 

Gewährung von Asyl, eventualiter die Aufhebung der angefochtenen Ver-

fügung in den Dispositivziffern 1 bis 4 und 6, die Anerkennung als Flüchtling 

und die Gewährung der vorläufigen Aufnahme infolge fehlender Zulässig-

keit des Wegweisungsvollzugs, subeventualiter die Aufhebung der ange-

fochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache zur erneuten Prü-

fung des Sachverhalts. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Einsetzung des 

Rechtsvertreters als amtlichen Beistand. Der Beschwerde lagen Kopien 

der angefochtenen Verfügung und der Vollmacht, Kopien von Fotos, von 

Kartenausdrucken aus dem Internet, von Internetausdrucken über 

E._______, einer Schnellrecherche der Schweizerischen Flüchtlingshilfe 

(SFH) vom 19. November 2014, einer Bestätigung der Fürsorgeabhängig-

keit des Beschwerdeführers vom 27. November 2017 und eine Kostennote 

bei. Zur Begründung wird nachfolgend Stellung genommen.  

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 12. Dezember 2017 teilte das Bundesverwal-

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Seite 4 

tungsgericht dem Beschwerdeführer mit, dass er den Ausgang des Be-

schwerdeverfahrens in der Schweiz abwarten könne. Das SEM wurde auf-

gefordert, innert Frist über Ziff. 1 der Beschwerdebegehren (Einsicht in die 

Aufnahme des Lingua-Gesprächs) zu befinden, dem Beschwerdeführer im 

Fall der Gutheissung baldmöglichst die Möglichkeit zu gewähren, das Ge-

spräch anzuhören und dem Bundesverwaltungsgericht eine entspre-

chende Bestätigung zukommen zu lassen, sowie eine allfällige Abweisung 

dem Gericht innert Frist unter Beilage der ablehnenden Verfügung mitzu-

teilen. Das SEM wurde zudem gebeten, dem Bundesverwaltungsgericht 

innert Frist mitzuteilen, ob es sich bei der anlässlich des Lingua-Gesprächs 

befragenden Person um diejenige handelt, welche auch die Einschätzung 

vorgenommen hat. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung wurde gutgeheissen, und auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses wurde verzichtet. Das Gesuch um Einsetzung des Rechtsvertre-

ters als amtlichen Beistand wurde gutgeheissen und Ass. iur. Christian 

Hoffs, HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende St. Gallen/Appen-

zell, als amtlicher Beistand eingesetzt.  

E.  

Mit Eingabe vom 18. Dezember 2017 teilte das SEM dem Bundesverwal-

tungsgericht mit, dass im Zusammenhang mit der Lingua-Abklärung die 

das Telefongespräch führende Person nicht identisch sei mit derjenigen, 

welche die Analyse erstellt habe.   

F.  

Mit Schreiben vom 18. Dezember 2017 wurde der Beschwerdeführer vom 

SEM vorgeladen, damit er das Lingua-Gespräch anhören konnte.  

G.  

Mit Eingabe vom 6. Februar 2018 bestätigte der Rechtsvertreter des Be-

schwerdeführers, dass das Lingua-Gespräch habe angehört werden kön-

nen. Er nahm erneut zur Lingua-Analyse Stellung. Bezüglich der Einzelhei-

ten wird auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen. 

H.  

Am 9. Februar 2018 wurde das SEM zur Vernehmlassung eingeladen.  

I.  

In seiner Vernehmlassung vom 19. Februar 2018 stellte das SEM zusam-

menfassend fest, dass keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweis-

mittel vorlägen, welche eine Änderung des Standpunktes rechtfertigen 

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Seite 5 

könnten. Das SEM hielt vollumfänglich an seinen Erwägungen fest. Auf die 

Einzelheiten ist nachfolgend zurückzukommen. 

J.  

Am 23. Februar 2018 wurde dem Beschwerdeführer ein Replikrecht einge-

räumt.  

K.  

In seiner Eingabe vom 12. März 2018 nahm er zur vorinstanzlichen Ver-

nehmlassung Stellung.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG und im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

  

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Seite 6 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM erachtete die vom Beschwerdeführer geltend gemachten 

Flucht- und Ausreisegründe insgesamt teilweise als nicht glaubhaft und 

teilweise als flüchtlingsrechtlich nicht relevant.  

4.1.1 Gestützt auf den mit einem Experten durchgeführten Sprach- und 

Herkunftstest habe seine Sozialisation sehr wahrscheinlich nicht in dem 

von ihm dargelegten geografischen Raum, sondern in der exiltibetischen 

Gemeinschaft ausserhalb der Volksrepublik China stattgefunden. Der Be-

schwerdeführer habe anlässlich des Tests weder die Gemeinden im Kreis 

E._______ noch Nachbarkreise E._______ oder andere Kreise in 

F._______ nennen können. Seine Kenntnisse im Bereich der (…) seien 

trotz seiner langjährigen Tätigkeit als (…) mangelhaft. Ausserdem habe er 

angegeben, vier bis fünf Personalausweise besessen zu haben, ohne in-

dessen das Prozedere zu deren Ausstellung richtig darstellen zu können. 

Auch seine Kenntnisse über das Schulwesen seien mangelhaft. Aus der 

linguistischen Analyse sei ferner ersichtlich, dass seine Aussprache trotz 

der Aufforderung, im Heimatdialekt zu sprechen, dem (.. Dialekt oder der 

exiltibetischen Koine entspringen müsse. Anlässlich des ihm am 26. Okto-

ber 2017 gewährten rechtlichen Gehörs, bei welchem ihm auch Einsicht in 

die Qualifikation und den Werdegang der Expertenperson gegeben worden 

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sei, habe er in seiner Stellungnahme die Fachkompetenz der Expertin im-

mer mehr infrage gestellt, ohne indessen ein einziges Mal eine plausible 

Erklärung für die Wissenslücken in Bezug auf die Heimatregion abzuge-

ben. Zwar habe er ausgesagt, das Kinderfest werde am 1. Juni gefeiert, 

was korrekt sei; jedoch habe er nicht erklärt, warum er im Interview mit der 

Expertin dargelegt habe, dieses finde wahrscheinlich im März statt.  

4.1.2 Angesichts dieser Erkenntnisse sei den geltend gemachten Ausreise- 

und Asylgründen jede Grundlage entzogen. Die widersprüchlichen Anga-

ben des Beschwerdeführers würden darüber hinaus diesen Schluss bestä-

tigen. So habe er anlässlich der Befragung angegeben, die Plakataktion 

am 26. März 2015 durchgeführt zu haben und am 27. März 2015 ausgereist 

zu sein. Demgegenüber habe er anlässlich der Anhörung dargelegt, er 

habe die Plakataktion Ende Februar 2015 durchgeführt und sei am 3. März 

2015 von zuhause aus abgereist. In einer dritten Version habe er zu Pro-

tokoll gegeben, dass die Plakataktion nicht Ende Februar stattgefunden 

habe und er gleich einen Tag danach abgereist sei. Schliesslich habe er 

aber darauf bestanden, dass die Plakataktion am 2. März 2015 gewesen 

sei, um danach diese wieder auf Ende Februar 2015 zu datieren (vgl. Akten 

A4 S. 7 f. und A18 S. 5 f. und 9). Ausserdem habe er anlässlich der Anhö-

rung andere Slogans, welche auf den Plakaten gestanden seien, als dieje-

nigen der Befragung erwähnt (vgl. Akte A4 S. 9 und A18 S. 6). Auch die 

Angaben über die geltend gemachte Suche nach seiner Person sei unter-

schiedlich dargestellt worden: Während er gemäss den Aussagen anläss-

lich der Befragung von Händlern aus der Region, welche er in B._______ 

getroffen habe, davon erfahren habe, sei er gemäss den Angaben anläss-

lich der Anhörung von einem Freund telefonisch darüber informiert worden 

(vgl. Akten A4 S. 8 und A18 S. 8). Widersprüche hätten sich ferner bezüg-

lich der Ausreise ergeben: So habe er einerseits ausgesagt, er sei den gan-

zen Weg bis nach I._______ in B._______ in einem Lastwagen gefahren, 

während er andererseits von J._______ nach I._______ in einem Bus ge-

reist sei (vgl. Akten A4 S. 7 und A18 S. 9). Anlässlich des ihm zu den Wi-

dersprüchen gewährten rechtlichen Gehörs habe er keine plausiblen Er-

klärungen abgegeben.  

4.1.3 Darüber hinaus habe er weder den dargelegten Unfall noch die zwei-

tägige Haft oder die Plakataktion und die Ausreise trotz Aufforderung auch 

nur annähernd ausführlich schildern können. Eine persönliche Beteiligung 

lasse sich vermissen. Es sei nicht der Eindruck von tatsächlich Erlebtem 

entstanden. Auch die Route von C._______ bis in die Schweiz sei nur sub-

stanzlos geschildert worden. Es sei deshalb davon auszugehen, dass er 

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Seite 8 

unter Verwendung eigener Identitäts- und Reisepapiere in die Schweiz ge-

kommen sei.  

4.1.4 In Bezug auf die geltend gemachte chinesische Staatsangehörigkeit 

und die Ausreise aus Tibet/China stellte das SEM fest, dass der Beschwer-

deführer gestützt auf die Lingua-Expertise sehr wahrscheinlich nicht im Ti-

bet beziehungsweise in der Volksrepublik China hauptsozialisiert worden 

sei, sondern vielmehr nie einen Fuss auf tibetisches oder chinesisches Ge-

biet gesetzt habe und somit weder legal noch illegal aus Tibet/China aus-

gereist sein könne. Folglich könne er den chinesischen Behörden nicht als 

ausgereister Staatsangehöriger bekannt sein. Somit lägen keine der in 

BVGE 2009/29 festgehaltenen Anhaltspunkte für das Vorliegen von sub-

jektiven Nachfluchtgründen vor. In ähnlichen Verfahren habe das Bundes-

verwaltungsgericht ebenfalls subjektive Nachfluchtgründe verneint (vgl.  

D-3963/2012, E-3473/2012; E-4193/2013 und E-5095/2014). Aus der Täu-

schung über die Hauptsozialisierung sei indessen nicht der Schluss zu zie-

hen, der Beschwerdeführer habe die Asylbehörden auch über die geltend 

gemachte Staatsangehörigkeit getäuscht, wobei im Fall von fehlenden 

Identitätspapieren – wie vorliegend – bezüglich der Glaubhaftmachung auf 

die Aussagen abgestützt werden müsse. Der Beschwerdeführer sei im 

Rahmen der ihm obliegenden Mitwirkungspflicht nach Art. 8 AsylG ver-

pflichtet, seine Staatsangehörigkeit offenzulegen, und trage die Folgen der 

Beweislosigkeit beziehungsweise der fehlenden Glaubhaftigkeit selber. 

Vorliegend sei seine Angabe, er könne mangels Kontaktmöglichkeiten zur 

Familie keine Identitätspapiere beschaffen, nicht nachvollziehbar. Im Übri-

gen könnten seine Aussagen zur Staatsangehörigkeit nicht geglaubt wer-

den. Allein aus der Tatsache, dass er tibetisch spreche und wahrscheinlich 

tibetischer Ethnie sei, könne nicht auf die chinesische Staatsangehörigkeit 

geschlossen werden, zumal zahlreiche Tibeter – insbesondere solche aus 

Indien – auch die indische Staatsangehörigkeit annehmen würden. Insge-

samt sei somit die geltend gemachte chinesische Staatsangehörigkeit nicht 

glaubhaft. Seine tatsächliche Staatsangehörigkeit sei unbekannt.  

4.2 In der Beschwerde wurde Folgendes eingewendet:  

4.2.1 Der vorinstanzlichen Einschätzung betreffend Herkunft des Be-

schwerdeführers sei zu widersprechen. Zunächst sei festzuhalten, dass die 

im erstinstanzlichen Verfahren bereits eingereichten Fotos von der Vo-

rinstanz nicht berücksichtigt worden seien, weshalb sie im Beschwerdever-

fahren nochmals zu den Akten gegeben würden. Die Beilage 3 enthalte ein 

Foto, welches den Beschwerdeführer und den Mann seiner Cousine bei 

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der Arbeit als (…) zeige. Auf dem Foto in der Beilage 4 erkenne man den 

Beschwerdeführer beim Steinesammeln. Mit diesen würden die Felder um-

säumt, um die Tiere zu schützen. Das auf der Beilage 5 enthaltene Foto 

zeige ihn ebenfalls beim Sammeln von grossen Steinen. Auf dem Foto in 

Beilage 6 sei er in der Nähe seines Arbeitsplatzes in der Stadt K._______ 

abgebildet. Im Hintergrund seien Läden, welche auf Chinesisch und Tibe-

tisch angeschrieben seien, erkennbar. Die Beilagen 7 und 10 enthielten je 

ein Foto mit dem Beschwerdeführer vor dem Tempel in der Stadt 

E._______. Dieser Tempel sei auch auf Google Maps in der Stadt 

E._______ abgebildet, was die Beilage 8 belege. Auf den Fotos in Beilage 

11 und 12 befinde sich der Beschwerdeführer vor dem Haus seiner Cou-

sine, welches mit der chinesischen Flagge geschmückt sei, weil dies ge-

mäss der Aussage des Beschwerdeführers im Tibet Pflicht sei. Auf der 

Rückseite der Beilage 12 sei die Telefonnummer seiner Cousine aufge-

schrieben. Die Beilage 13 schliesslich zeige den Beschwerdeführer auf 

dem Weg zum Pilgerort L._______. Insbesondere bei den Fotos 6, 7, 11 

und 12 sei davon auszugehen, dass sie im Tibet aufgenommen worden 

seien, weshalb die Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach der Be-

schwerdeführer nie einen Fuss auf chinesisches Gebiet gesetzt habe, un-

verständlich sei. Die Fotografien würden die Herkunft des Beschwerdefüh-

rers belegen. Weil dem Beschwerdeführer sowohl die Ausreiseerlaubnis 

als auch die Identitätskarte auf dem Weg in die Schweiz abgenommen wor-

den seien, könne er keine heimatlichen Identitätspapiere abgeben. Das Fa-

milienbüchlein befinde sich beim Dorfvorsteher, weshalb die Familie darauf 

keinen Zugriff habe.  

4.2.2 In Bezug auf das Lingua-Herkunftsgutachten werde Einsicht in das 

Gespräch verlangt. Die Feststellung des Experten, wonach der Beschwer-

deführer sehr wahrscheinlich ausserhalb des Autonomen Gebietes des Ti-

bets sozialisiert worden sei, schliesse die vom Beschwerdeführer geltend 

gemachte Sozialisierung in diesem Gebiet nicht a priori aus (vgl. dazu auch 

das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-3796/2016 vom 27. Oktober 

2017 E. 6.2.1). Zudem seien die Resultate der Herkunftsgutachten in viel-

facher Hinsicht in Frage zu stellen: So lägen keine Angaben über die Qua-

lifikation derjenigen Person vor, welche das Gespräch durchgeführt habe, 

da sich die dem Beschwerdeführer vorgelesenen und beiliegenden Quali-

fikationen auf diejenige Person bezögen, welche das Gespräch ausgewer-

tet habe. Die Qualifikation der gesprächsführenden Person sei indessen 

wichtig, weil der Beschwerdeführer anlässlich des ihm gewährten rechtli-

chen Gehörs mehrmals angegeben habe, die gesprächsführende Person 

habe ihn nicht verstanden, wenn er im E._______-Dialekt gesprochen 

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habe. Es sei dann zu vielen Missverständnissen gekommen, und er sei 

infolge der sprachlichen Schwierigkeiten verunsichert gewesen. Beispiels-

weise habe er den Begriff „ten“ in seinem Dialekt ausgesprochen, was von 

der Expertin nicht verstanden worden sei und aufzeige, dass sie nicht in 

der Lage gewesen sei, seinen Dialekt zu verstehen. Aus diesem Grund 

habe er fortan im zentraltibetischen Dialekt gesprochen. Inwiefern diese 

Verständigungsprobleme vom beurteilenden Experten berücksichtigt wor-

den seien, könne dem rechtlichen Gehör nicht entnommen werden. Ferner 

könne es aufgrund der unterschiedlichen Ortsbezeichnungen in der chine-

sischen und tibetischen Sprache bei den administrativen Verwaltungsein-

heiten ebenfalls zu Unklarheiten und Missverständnissen kommen, so bei-

spielsweise in Bezug auf die im Kreis E._______ liegende Stadt 

M._______ oder N._______ (tibetisch) beziehungsweise O._______ (vgl. 

Beilagen 9, 14, 15 und 16). Unklar geblieben sei auch, inwiefern die Beein-

flussung der Sprache des Beschwerdeführers aufgrund der verschiedenen 

in E._______ gesprochenen Dialekte berücksichtigt worden seien. Ange-

sichts der zahlreichen tibetischen Dialekte – mehr als 200 – sei es zudem 

erstaunlich, dass die aus Westeuropa stammende sachverständige Per-

son, welche das Lingua-Gespräch analysiert habe, fähig sei, Sprachen in 

der ganzen Volksrepublik China und beinahe im ganzen tibetischen 

Sprachraum beurteilen zu können. Zudem könne der Beschwerdeführer 

einfache Sätze in chinesischer Sprache sprechen. Von der Vorinstanz wür-

den fehlende Chinesisch-Kenntnisse bei der Beurteilung der Herkunft tibe-

tischer Asylsuchender üblicherweise stets aufgeführt. Auch andere – für die 

Herkunft sprechende – Aspekte seien beim rechtlichen Gehör und in der 

angefochtenen Verfügung völlig ausser Acht gelassen worden. Es sei des-

halb nicht zu ermitteln, welche Gründe für die angegebene Herkunft ge-

sprochen hätten.  

4.2.3 Der Vorwurf der Vorinstanz, wonach der Beschwerdeführer anläss-

lich des Lingua-Gesprächs von vier bis fünf Personalausweisen gespro-

chen habe, während er anlässlich der Anhörung diese Aussage dementiert 

habe, werde zurückgewiesen. Er habe nie von vier bis fünf Ausweisen ge-

sprochen und immer nur eine Identitätskarte, das Familienbüchlein und ein 

paar Fotos besessen. Zum Vorwurf, er habe das Ausfüllungsprozedere für 

den Erhalt der Identitätskarte nicht richtig genannt, könne er nicht Stellung 

nehmen, weil im rechtlichen Gehör nicht präzisiert worden sei, für welches 

Identitätspapier er diesbezüglich nicht korrekte Angaben gemacht habe. 

Hingegen habe er korrekt angegeben, dass man die Identitätskarte mit 16 

Jahren bekomme, er diese aber erst ein Jahr später beantragt habe, was 

mit den Erkenntnissen in der Schnellrecherche der SFH übereinstimme.  

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Seite 11 

4.2.4 Seine Aussage, wonach er in G._______ geboren, indessen später 

von den chinesischen Behörden umgesiedelt worden sei, spreche ange-

sichts des genauen ortsspezifischen Wissens für die Glaubhaftigkeit seiner 

Angaben. Nebst H._______, seinem späteren Wohnsitz, habe er die Ort-

schaft P._______ in seiner Umgebung, die Stadt E._______ und die Grenz-

stadt J._______ erwähnt. Zur Tatsache, dass er anlässlich des Lingua-Ge-

sprächs keine weiteren Gemeinden, Ortschaften und Kreise habe nennen 

können, obwohl er dem Rechtsvertreter gegenüber solche dargelegt habe, 

so beispielsweise den Pilgerort L._______, könne angesichts der fehlen-

den Einsichtnahme in das Lingua-Gespräch momentan nicht Stellung ge-

nommen werden. Unklar geblieben sei aus dem gleichen Grund auch, in-

wiefern er falsche Angaben zur administrativen Einteilung von H._______ 

gemacht habe. Diesbezüglich sei festzuhalten, dass es aufgrund der un-

terschiedlichen sprachlichen Bezeichnungen und dem Umstand, dass 

E._______ sowohl eine Bezeichnung für den Kreis und die Kreishauptstadt 

als auch für die Stadt darstelle, oft zu Missverständnissen komme. Auch 

zum Vorwurf, er habe die tibetischen Festtage nicht korrekt erwähnt, könne 

er erst nach Einsichtnahme in die Aufzeichnung des Lingua-Gesprächs 

Stellung nehmen. Das Gleiche gelte zum Vorwurf, seine Kenntnisse über 

die (…) oder das Schulwesen seien schlecht, zumal er nicht aufgefordert 

worden sei, darüber zu sprechen. Die Verunsicherung des Beschwerde-

führers infolge der sprachlichen Schwierigkeiten anlässlich der Herkunfts-

befragung habe sicherlich Einfluss auf sein Aussageverhalten gehabt. Mit 

den eingereichten Fotos seien seine Tätigkeiten in der (…) jedenfalls be-

legt.  

4.2.5 In Bezug auf die dem Beschwerdeführer vorgeworfenen Widersprü-

che werde festgehalten, dass die Angaben anlässlich der Befragung falsch 

seien. Ende Februar 2015 habe es erst einen Plan zur Plakataktion gege-

ben; durchgeführt worden sei sie am 2. März 2015, und am Tag danach sei 

er ausgereist. Hinsichtlich der Kenntnisnahme der Suche nach seiner Per-

son sei es zu einem Missverständnis bei der Übersetzung gekommen, weil 

der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung nicht präzisiert habe, wer 

mit wem telefoniert habe, sondern nur ausgesagt habe, es sei ein Telefon 

gekommen. Ein Händler habe von der Cousine erfahren, dass der Be-

schwerdeführer gesucht werde, worauf er seinen Kollegen S. angerufen 

und ihm dies erklärt habe. S. habe daraufhin mit dem Beschwerdeführer 

gesprochen und ihm abgeraten, in die Heimat zurückzukehren. Des Wei-

teren könnten seine Angaben zum beinahe passierten Unfall und den da-

rauffolgenden Ereignissen nicht als substanzlos qualifiziert werden. Er sei 

somit im Fall einer Rückkehr ins Heimatland einer politisch begründeten 

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Verfolgung ausgesetzt, weshalb er als Flüchtling anzuerkennen und ihm 

Asyl zu gewähren sei. Allenfalls sei er gestützt auf BVGE 2009/29 als 

Flüchtling vorläufig aufzunehmen, da illegal ausgereiste Tibeter verdächtigt 

würden, den Dalai Lama zu unterstützen und damit Gefahr liefen, als se-

paratistisch gesinnte Oppositionelle zu gelten, weshalb sie im Fall einer 

Rückkehr ins Heimatland mit flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungs-

massnahmen zu rechnen hätten.  

4.3 In seiner Eingabe vom 6. Februar 2018 legte der Beschwerdeführer 

nach der ihm gewährten Einsicht in das Lingua-Gespräch dar, dass es zwi-

schen ihm und der das Gespräch führenden Person offensichtlich Missver-

ständnisse gegeben habe. Er habe nie gesagt, vier bis fünf Personalaus-

weise besessen zu haben; vielmehr habe er zum Ausdruck gebracht, dass 

sein Personalausweis aufgrund seines Alters und der körperlichen Verän-

derungen vier bis fünf Mal erneuert worden sei. Zudem habe er von der 

Ortschaft Q._______ in der Nähe von R._______ gesprochen, während die 

gesprächsführende Person S._______ verstanden habe. Bei weiteren Ort-

schaften sei es zu ähnlichen Verwechslungen gekommen. Ferner habe er 

Ortschaften erwähnt, welche von der gesprächsführenden Person nicht er-

kannt worden seien. In Bezug auf die administrative Gliederung gebe es 

den Kreis T._______ (chinesisch: [U._______]) und die Städte M._______, 

V._______ (chinesisch: [W._______]) und E._______, X._______ (chine-

sisch: [Y._______). Da die Stadt M._______ – wie in der Beschwerde be-

reits erwähnt – auch Z._______ genannt werde, habe dies anlässlich des 

Lingua-Gesprächs für Verwirrung gesorgt, weshalb sich der Beschwerde-

führer missverstanden gefühlt habe. Den Satz „Hast du einen Fernseher?“ 

habe er in der chinesischen Sprache bereits anlässlich des Lingua-Ge-

sprächs verstanden, die andern beiden Sätze erst beim Anhören der Auf-

zeichnung. Obwohl er einige einfache Begriffe in chinesischer Sprache ver-

stehe, sei er nicht aufgefordert worden, Chinesisch zu sprechen. Seine An-

gabe, das Kinderfest werde im 3. Monat gefeiert, sei aufgrund eines Black-

outs falsch, indessen anlässlich der Anhörung bei der Gewährung des 

rechtlichen Gehörs korrigiert worden. Andere Angaben über die Schule 

seien von ihm zutreffend vorgetragen worden. Er könne nicht nachvollzie-

hen, dass seine Kenntnisse in der (…) mangelhaft seien. Er habe alles über 

seine diesbezüglichen Tätigkeiten erklären wollen, sei indessen unterbro-

chen worden. Die gesprächsführende Person habe von ihm nur wissen 

wollen, wie oft er (…) , (…)  und (…) habe und wie er (…)  habe. Er habe 

gesagt, dass er dies mit (…)  getan habe, während andere (…)  unterei-

nander auch (…)  geliehen hätten. Er habe auch erklärt, wie (…)  gewon-

nen werde und dass die Reste als (…)  verwendet würden. Gemäss der 

D-6942/2017 

Seite 13 

dolmetschenden Person der Rechtsvertretung verwende der Beschwerde-

führer den tibetischen Kalender.  

4.4 In seiner Vernehmlassung vom 19. Februar 2018 stellte das SEM fest, 

dass die Argumente in der Eingabe vom 6. Februar 2018 als Schutzbe-

hauptungen zu sehen seien. Auch wenn er nicht vier bis fünf Ausweise be-

sessen habe, sondern seinen Personalausweis vier bis fünf Mal erneuert 

habe, sei es nicht nachvollziehbar, dass er mit dem Ausstellungsprozedere 

solcher Ausweise nicht vertraut sei. Angesichts seiner Aussage anlässlich 

des Lingua-Gesprächs, er spreche kein Chinesisch, sei es zudem nach-

vollziehbar, dass er nicht aufgefordert worden sei, Chinesisch zu sprechen.  

4.5 In seiner Eingabe vom 12. März 2018 wandte der Beschwerdeführer 

ein, dass die Vorinstanz die geltend gemachten Missverständnisse anläss-

lich des Lingua-Gesprächs nicht bestritten habe. Damit bestünden erneut 

Zweifel an der Qualität des durchgeführten Telefongesprächs und der da-

rauf basierenden Analyse. Zudem sei er sehr wohl in der Lage, detailliert 

und genau Auskunft zum Ausstellungsprozedere der Ausweise zu geben. 

Die Durchführung des Gesprächs per Telefon habe ihn nervös gemacht. 

Es wäre einfacher gewesen, wenn er die Person gesehen hätte, weil er sie 

dann auch besser verstanden hätte. Er habe ein Durcheinander gehabt 

und sich nicht gut konzentrieren können, was die Missverständnisse eben-

falls erkläre. Es werde sodann daran festgehalten, dass der Beschwerde-

führer über bescheidene Chinesisch-Kenntnisse verfüge, da die Vorinstanz 

diesbezüglich in ihrer Stellungnahme unklar geblieben sei und auf den In-

halt der Original-Lingua-Analyse verwiesen habe, in welche keine Einsicht 

gewährt worden sei, obwohl der Beschwerdeführer bereits anlässlich der 

Befragung angegeben habe, einfache Sätze in chinesischer Sprache zu 

sprechen.  

5.  

5.1 In der Beschwerde wird sinngemäss geltend gemacht, das rechtliche 

Gehör sei verletzt worden, weil die vom Beschwerdeführer zu den Akten 

gegebenen Fotos nicht gewürdigt worden seien. Ferner sei der Sachver-

halt nicht richtig und unvollständig erhoben worden, weil es anlässlich des 

Lingua-Telefongesprächs Missverständnisse aufgrund der unterschiedli-

chen Dialekte zwischen derjenigen Person, welche die Telefonbefragung 

durchgeführt habe, und dem Beschwerdeführer gegeben habe. Weiter wur-

den in der Beschwerde Zweifel bezüglich der Qualifikation der sachver-

ständigen Person erhoben, da diese angegeben habe, aus Westeuropa zu 

stammen und Sprachen in der ganzen Volksrepublik China und beinahe im 

D-6942/2017 

Seite 14 

ganzen tibetischen Sprachraum beurteilen zu können, obwohl es in der ti-

betischen Region eine Vielfalt von Dialekten gebe. Der Sprachanalyse 

komme daher kein Beweiswert zu. Ferner habe das SEM die Begrün-

dungspflicht verletzt, weil es die Elemente, welche für eine Sozialisation in 

Tibet spreche, nicht berücksichtigt habe. 

5.2 Das SEM hat einerseits die Pflicht, den rechtserheblichen Sachverhalt 

richtig und vollständig abzuklären (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG) und 

hierzu alle für das Verfahren rechtlich relevanten Umstände zu ermitteln 

und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen. Dabei hat es alle sach- 

und entscheidwesentlichen Tatsachen und Ergebnisse in den Akten fest-

zuhalten (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1 m.w.H.). Andererseits ergibt sich aus 

dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) das Recht der 

Parteien auf vorgängige Äusserung und Anhörung, welches den Betroffe-

nen Einfluss auf die Ermittlung des wesentlichen Sachverhalts sichert, so-

wie die Pflicht der Behörde, die Vorbringen sorgfältig und ernsthaft zu prü-

fen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen, was sich entspre-

chend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss. Die Abfassung 

der Begründung soll es dem Betroffenen also ermöglichen, den Entscheid 

gegebenenfalls sachgerecht anzufechten (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.2). 

5.3 Zwar trifft es zu, dass das SEM in der angefochtenen Verfügung die 

vom Beschwerdeführer abgegebenen Farbkopien von Fotos weder im 

Sachverhalt aufgenommen noch in den Erwägungen gewürdigt hat. Indes-

sen muss sich die Behörde nicht mit jeder tatbeständlichen Behauptung 

und jedem Beweismittel auseinandersetzen, sondern kann sich auf die für 

den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Vorliegend hat 

das SEM die angefochtene Verfügung in ausreichender Dichte begründet 

sowie seine Überlegungen genannt, von denen es sich leiten liess und auf 

die sich sein Entscheid stützt. Seine Begründung ist so abgefasst, dass der 

Beschwerdeführer die angefochtene Verfügung sachgerecht anfechten 

konnte und das Bundesverwaltungsgericht eine Überprüfung vornehmen 

kann. Unter diesen Umständen konnte das SEM darauf verzichten, noch 

zusätzlich zu den eingereichten Kopien der Fotos Stellung zu nehmen, da 

sie an der Einschätzung nichts zu ändern vermögen. Einerseits ist den 

Farbkopien nicht zu entnehmen, wo und unter welchen Umständen sie ent-

standen sind, weshalb sie als Beweismittel nicht tauglich sind; andererseits 

ist aus denjenigen Abbildungen, welche einen Rückschluss auf einen Auf-

enthalt des Beschwerdeführers in Tibet zulassen könnten, nicht auf die von 

ihm geltend gemachte Sozialisierung zu schliessen, weil angesichts der 

D-6942/2017 

Seite 15 

nachfolgenden Erwägungen nicht auszuschliessen ist, dass die Fotos an-

lässlich eines Ferienbesuchs in diesem Gebiet entstanden sind. Ange-

sichts der Farbkopien der Fotos ist es zwar denkbar, dass die Feststellung 

des SEM, wonach der Beschwerdeführer nie einen Fuss auf chinesisches 

Territorium gesetzt habe, möglicherweise unzutreffend ist. Indessen würde 

sie, selbst wenn sie in dieser Absolutheit unzutreffend sein sollte, nichts an 

der gesamthaften Einschätzung zu ändern vermögen. 

5.4 Eine LINGUA-Analyse als solche stellt kein Sachverständigengutach-

ten (Art. 12 Bst. e VwVG; Art. 57 ff. des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 

1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG) dar, 

sondern eine schriftliche Auskunft einer Drittperson (Art. 12 Bst. c VwVG; 

Art. 49 BZP i.V.m. Art. 19 VwVG). Sofern bestimmte Anforderungen an die 

fachliche Qualifikation, Objektivität und Neutralität des Experten wie auch 

an die inhaltliche Schlüssigkeit und Nachvollziehbarkeit der Analyse erfüllt 

sind, ist ihr jedoch erhöhter Beweiswert beizumessen (vgl. BVGE 2014/12 

E. 4.2.1). Die Rechtsprechung definierte ferner Mindeststandards, denen 

die Gewährung des rechtlichen Gehörs und der Akteneinsicht betreffend 

LINGUA-Analysen zu genügen hat. Zwar stünden der nach Art. 26 VwVG 

grundsätzlich zuzugestehenden Einsicht in ein LINGUA-Gutachten über-

wiegende öffentliche und private Geheimhaltungsinteressen entgegen, die 

eine Verweigerung der vollumfänglichen Offenlegung des Gutachtens an 

die Asylsuchenden rechtfertigen (Art. 27 Abs. 1 VwVG). Dazu seien na-

mentlich die Verhinderung eines Lerneffektes und einer missbräuchlichen 

Weiterverbreitung des Fragekatalogs, wodurch ähnliche Abklärungen in 

zukünftigen Verfahren erschwert oder verunmöglicht würden, sowie der Si-

cherheitsanspruch des Sachverständigen zu zählen. Zur Wahrung des An-

spruchs auf rechtliches Gehör muss der asylsuchenden Person aber vom 

wesentlichen Inhalt des Gutachtens Kenntnis gegeben werden, mit der 

Möglichkeit, sich dazu zu äussern (Art. 30 VwVG) und Gegenbeweise zu 

bezeichnen (Art. 28 VwVG). Dazu muss die Behörde der asylsuchenden 

Person in zusammenfassender Weise die von der Fachperson gestellten 

Fragen und den wesentlichen Inhalt der darauf erhaltenen Antworten sowie 

die weiteren in den Akten enthaltenen Beweiselemente, auf welche die 

Fachperson ihre Einschätzung stützt, offenlegen, sei es in einer aktenkun-

digen schriftlichen Notiz, sei es anlässlich der Gewährung des rechtlichen 

Gehörs im Rahmen einer zu protokollierenden mündlichen Anhörung. Dem 

Anspruch auf rechtliches Gehör ist gemäss Rechtsprechung überdies nur 

dann Genüge getan, wenn den Betroffenen im Rahmen der LINGUA-Ab-

klärung Herkunft, Dauer und Zeitraum des Aufenthalts der sachverständi-

D-6942/2017 

Seite 16 

gen Person im umstrittenen Herkunftsland oder -gebiet sowie deren Wer-

degang, auf den sich ihre Sachkompetenz abstützt, zur Kenntnis gebracht 

wird. Nur so können sich die Betroffenen und im Übrigen auch das Gericht 

klare Vorstellungen über die gutachterliche Qualifikation machen (vgl. 

BVGE 2015/10 E. 5.1).  

5.5 Vorliegend wurde dem Beschwerdeführer anlässlich der Gewährung 

des rechtlichen Gehörs und in der angefochtenen Verfügung der wesentli-

che Inhalt des Gutachtens und auch die Herkunft der sachverständigen 

Person sowie die Dauer und der Zeitraum ihres Aufenthalts im umstrittenen 

Herkunftsland oder -gebiet sowie ihr Werdegang, auf den sich ihre Sach-

kompetenz abstützt, zur Kenntnis gebracht. Der Beschwerdeführer hatte 

ferner die Gelegenheit, in den Räumlichkeiten des SEM das Telefoninter-

view, auf welches sich das LINGUA-Gutachten stützt, anzuhören. Folglich 

liegt keine Verletzung des rechtlichen Gehörs im Zusammenhang mit der 

Einhaltung der Minimalanforderungen, welche an LINGUA-Analysen ge-

stellt werden, vor.  

5.6 Auch wenn die befragende Person und der Beschwerdeführer anläss-

lich des Lingua-Gesprächs unterschiedliche Dialekte gesprochen haben, 

stellt dies grundsätzlich kein Ausschluss zur richtigen Sachverhaltsermitt-

lung dar, solange der Beschwerdeführer seinen Dialekt sprechen konnte 

und nicht, wie in der Beschwerde geltend gemacht, ins Exiltibetische hat 

ausweichen müssen, damit er von der befragenden Person verstanden 

wurde. Wäre dies der Fall gewesen, wäre die Sprachanalyse tatsächlich 

nicht aussagekräftig. Gemäss dem Lingua-Experten AS19, der das Tele-

fongespräch auswertete, war die Verständigung zwischen der befragenden 

Person und dem Beschwerdeführer aber gut (vgl. Akte A41/1 S. 1). Entge-

gen der Meinung in der Beschwerde muss die am Telefon befragende Per-

son nicht zwingend den gleichen Dialekt sprechen wie der Beschwerdefüh-

rer. Es reicht, wenn sie einander verstehen, der Beschwerdeführer in sei-

nem Dialekt sprechen konnte und allfällige Verständnisprobleme während 

des Gesprächs thematisiert wurden, damit der Experte diese bei der Aus-

wertung berücksichtigen kann. Insofern ist die Qualifikation der am Telefon 

befragenden Person nicht zu hinterfragen und muss nicht ediert werden. 

Vorliegend ist davon auszugehen, dass die befragende Person und der 

Beschwerdeführer aufgrund des umfangreichen Fragenkataloges einander 

verstanden haben und der Beschwerdeführer seinen Dialekt hat sprechen 

können, zumal er am Anfang des Gesprächs explizit darum gebeten wurde, 

seinen Heimatdialekt zu sprechen (vgl. Akte A14/17 S. 2 oben und 12 un-

ten) und ihm demnach die Wichtigkeit diesbezüglich bewusst gewesen war. 

D-6942/2017 

Seite 17 

Sein Einwand im Beschwerdeverfahren, es sei anlässlich des Telefonge-

sprächs zu Missverständnissen zwischen ihm und der befragenden Person 

gekommen, weil diese seinen Dialekt nicht verstanden habe und er des-

halb auf den Dialekt, der von ihr gesprochen worden sei, ausgewichen sei, 

vermag aufgrund der Aktenlage nicht zu überzeugen. 

5.7 Der Beschwerdeführer stammt gemäss seinen Angaben aus dem Ge-

biet E._______. Selbst, wenn der Experte nicht vorwiegend dieses Gebiet 

analysiert hat, so ist er doch Sachverständiger für die Volksrepublik China, 

vor allem Zentraltibet, Khamtibet und Amdotibet, hat sich 34 Jahre in dieser 

Region aufgehalten und ein Doktorat in Tibetologie und Sinologie verfasst. 

Der Lingua-Experte hat in Kenntnis der Herkunft des Beschwerdeführers 

seine Sprache analysiert und dabei Dialekte der angegebenen Herkunfts-

region benutzt, um in den Bereichen Phonetik/Phonologie, Morphologie 

und Lexikon eine wissenschaftliche Analyse zu erstellen. Der Lingua-Ex-

perte wird deshalb als fachlich ausreichend qualifiziert erachtet, um die 

Sprachkenntnisse des Beschwerdeführers zu beurteilen. Es ergehen aus 

der Lingua-Expertise auch keine Hinweise, dass der Experte voreingenom-

men gewesen wäre. Seine Einschätzung zur Herkunft ist als objektiv be-

gründet zu erachten. Inhaltlich ist die Analyse als ausgewogen zu bezeich-

nen, indem bei der Einschätzung der landeskundlichen Kenntnisse sowie 

der sprachlichen Fähigkeiten des Beschwerdeführers auch seinem biogra-

fischen Hintergrund Rechnung getragen wurde. So hat der Lingua-Experte 

bei der Analyse auch die Zeit des Beschwerdeführers, welche er aus-

serhalb von Tibet gelebt hat, berücksichtigt. Er hatte aufgrund seines Auf-

enthalts in B._______ und der Schweiz gewisse Einflüsse erwartet und in 

Betracht gezogen, dass er aufgrund des Kontakts mit Exiltibetern und Exilt-

ibeterinnen exiltibetische Elemente in seine Sprache aufgenommen hat auf 

der Ebene des Lexikons und allenfalls der Phonetik/Phonologie, weniger 

aber im Bereich der Morphologie. Ausserdem hat er berücksichtigt, dass 

sich der Beschwerdeführer während des Telefongesprächs teilweise auch 

an die Sprache der befragenden Person angepasst hat (so beispielsweise 

Akte A14/17 S. 10 oben). Des Weiteren wurden nicht nur die Aspekte ab-

gewogen, welche gegen eine Sozialisation in der angeblichen Heimatre-

gion sprechen, sondern auch diejenigen, welche dafür sprechen. Der 

Sachverhalt wurde demnach vollständig und richtig festgestellt. 

5.8 In der Beschwerde wird sinngemäss geltend gemacht, das SEM habe 

die Begründungspflicht dadurch verletzt, dass es vorwiegend Elemente er-

wähnt habe, welche gegen eine Sozialisation in Tibet spreche. Dem kann 

indessen nicht zugestimmt werden. Das SEM hat in der angefochtenen 

D-6942/2017 

Seite 18 

Verfügung auch die Stellungnahme berücksichtigt, welche anlässlich der 

Gewährung des rechtlichen Gehörs eingereicht wurde. Es hat – abgese-

hen davon, dass es zu den eingereichten Farbkopien der Fotos nicht Stel-

lung genommen hat (vgl. dazu die vorangehenden Erwägungen unter E. 

5.3) – weder Elemente ausgeblendet noch solche unausgewogen begrün-

det. 

5.9 Zusammenfassend kann keine Verletzung des rechtlichen Gehörs fest-

gestellt werden. Der Antrag, die Sache sei zur hinreichenden Abklärung 

des rechtserheblichen Sachverhaltes an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

ist abzuweisen. 

6.  

6.1 Glaubhaft sind die Vorbringen von Asylsuchenden grundsätzlich dann, 

wenn sie genügend substantiiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie 

dürfen sich nicht in vagen Schilderungen erschöpfen, in wesentlichen 

Punkten nicht widersprüchlich sein oder der inneren Logik entbehren und 

auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. 

Darüber hinaus muss die gesuchstellende Person persönlich glaubwürdig 

erscheinen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn sie ihre Vor-

bringen auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abstützt, aber auch 

dann, wenn sie wichtige Tatsachen unterdrückt oder bewusst falsch dar-

stellt, im Laufe des Verfahrens Vorbringen auswechselt, steigert oder un-

begründet nachschiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die 

nötige Mitwirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet ferner – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des 

Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob im Rahmen einer Gesamtwürdigung 

die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Asylsu-

chenden sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte 

Sichtweise abzustellen (Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG; BVGE 2010/57 E. 2.3). 

 

6.2 Einleitend ist festzuhalten, dass die Identität des Beschwerdeführers 

nicht feststeht. Er hat im bisherigen Verfahren weder Ausweispapiere noch 

andere Beweismittel eingereicht, die geeignet wären, etwas zur Klärung 

seiner Identität und seiner Herkunft beizutragen. Anlässlich der Befragung 

gab er an, er habe nie einen Pass beantragt und seine Identitätskarte dem 

Schlepper abgegeben. In seiner Eingabe vom 6. Februar 2018 räumt der 

Beschwerdeführer ein, dass sein Personalausweis vier bis fünf Mal erneu-

ert worden sei. 

D-6942/2017 

Seite 19 

6.3 In Bezug auf die Asylvorbringen ist dem SEM zuzustimmen, dass sich 

der Beschwerdeführer bei der Zeitangabe, wann er an der Plakataktion teil-

genommen habe, mehrfach widersprochen hat, während die Einwände im 

Beschwerdeverfahren nicht überzeugen. In Übereinstimmung mit dem 

SEM ist ferner festzuhalten, dass er nicht übereinstimmende Slogans, wel-

che auf das Plakat geschrieben worden seien, genannt hat. Diesbezüglich 

ist somit auf die zutreffende Argumentation in der angefochtenen Verfü-

gung zu verweisen, um unnötige Wiederholungen zu vermeiden. Unter-

schiedlich gab er darüber hinaus an, wie und unter welchen Umständen er 

von der Suche nach seiner Person durch die Chinesen erfahren haben will: 

Während dies gemäss der einen Version über Händler aus der Region, 

welche er in B._______ getroffen habe, geschehen sei (vgl. Akte A4/14 S. 

8), will er gemäss einer weiteren Variante in B._______ von einem Kolle-

gen telefonisch kontaktiert und dabei über die Suche nach seiner Person 

orientiert worden sein (vgl. Akte A18/15 S. 8). Seine Erklärungen im Be-

schwerdeverfahren vermögen ebenfalls nicht zu überzeugen, sondern stel-

len untaugliche Erklärungsversuche dar. Ferner stellte das SEM auch zu 

Recht fest, dass die vom Beschwerdeführer angegebenen Ausreisemoda-

litäten nicht übereinstimmend vorgetragen worden sind. Auch diesbezüg-

lich ist auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung 

zu verweisen. Schliesslich ergibt sich aus der Durchsicht der beiden Pro-

tokolle, dass die vom Beschwerdeführer dargelegten Vorbringen insge-

samt nur oberflächlich und ohne Details geschildert worden sind. Weder 

über den geltend gemachten Unfall noch über die zweitägige Haft oder die 

Plakataktion konnte er substanzielle Angaben zu Protokoll geben. So 

beliess er seine Angaben auf die Aufforderung, die Plakataktion möglichst 

genau darzustellen, in einer bloss dreizeiligen Antwort, was jeder Substanz 

entbehrt (vgl. Akte A18/15 S. 6). Auch vermag die Antwort auf die Frage, 

wie die Plakataktion geplant worden und zustande gekommen sei, nämlich 

„sie“ hätten diese schon seit langem geplant, seien kurz davor zu einer 

heissen Quelle in P._______ gegangen und mit den Motorrädern unter-

wegs gewesen (vgl. Akte A18/15 S. 6), nicht als substanziell zu gelten. Viel-

mehr ist diese Antwort ausweichend. Der nachfolgenden Aufforderung, 

sich klar auszudrücken, kam er nicht nach, sondern erzählte vom Beinahe-

Unfall und der anschliessenden Inhaftierung (vgl. Akte A18/15 S. 6), womit 

er erneut den verlangten Informationen ausgewichen ist. Schliesslich gab 

er an, er habe aus Wut und Ärger an der Plakataktion teilgenommen; „sie“ 

hätten sich im Restaurant getroffen und dort die Slogans aufgeschrieben 

(vgl. Akte A18/15 S. 6), was ebenfalls nicht als detailliert gelten kann. Als 

er hätte den Ablauf des Unfalls beschreiben sollen, erklärte er, dieser sei 

bei einem Fluss namens Aa._______ bei E._______ auf einem Kehrplatz 

D-6942/2017 

Seite 20 

passiert (vgl. Akte A18/15 S. 7), was indessen nicht als Unfallbeschreibung 

aufzufassen ist und überdies ebenfalls jeder Substanz entbehrt. Ähnlich 

dürftig sind seine Angaben im Zusammenhang mit der Darstellung der 

zweitägigen Haft ausgefallen (vgl. Akte A18/15 S. 7), womit die Substanz-

losigkeit seiner Aussagen untermauert wird. Aufgrund der mehrfach wider-

sprüchlichen und in Bezug auf den wesentlichen Sachverhalt insgesamt 

substanzlosen Angaben bestehen auch Zweifel an den zur Begründung 

des Asylgesuchs geltend gemachten Vorbringen. 

6.4 Wie festgehalten (vgl. E. 5.5 ff.) genügt die vorliegende Lingua-Analyse 

den Anforderungen an die fachliche Qualifikation, Objektivität und Neutra-

lität des Experten, ist inhaltlich schlüssig und nachvollziehbar, weshalb ihr 

erhöhter Beweiswert beizumessen ist. Der mit der Erstellung der Lingua-

Analyse beauftragte Experte gelangte zum Schluss, dass der Beschwer-

deführer gewisse landeskundlich-kulturelle Kenntnisse zur angegebenen 

Heimatregion habe nachweisen können, so beispielsweise korrekte Dis-

tanzangaben, was man aus Raps herstellen könne, dass in E._______ 

eine Schule stehe, die Kinder Schuluniformen tragen würden und anderes 

mehr. Diese Informationen müssten indessen nicht zwingendermassen vor 

Ort in Tibet erworben worden sein, sondern hätten auch erlernt werden 

können. Die Kenntnisse des Beschwerdeführers seien in manchen der un-

tersuchten Bereiche unbefriedigend oder lückenhaft gewesen, wobei die 

Lücken auch unter der Berücksichtigung, dass er keine Schule besucht 

habe, nicht erklärbar seien. Bei einer einheimischen Person mit dem von 

ihm angegebenen Alter, sowie dem angegebenen sozialen, ethnischen und 

Tätigkeitshintergrund sei nicht mit diesen spezifischen Lücken zu rechnen. 

Seine Sprache weise auf den drei Ebenen der Analyse nur wenige Ge-

meinsamkeiten mit dem in E._______ gesprochenen Dialekt auf. Stattdes-

sen enthalte sie eine Mischung aus solchen und zahlreichen Merkmalen 

des (…)-Dialektes oder der exiltibetischen Koine, sowie verschiedenen an-

deren inner- und aussertibetischen Dialekten, wie zum Beispiel Formen, 

die in Indien oder B._______ belegt seien. Die exiltibetische Koine, mit wel-

cher er in B._______ und der Schweiz wahrscheinlich in Kontakt gekom-

men sei, möge eine gewisse Beeinflussung zu erklären, aber es erscheine 

unplausibel, dass ein Sprecher des in E._______ gesprochenen Tibeti-

schen in insgesamt etwa drei Jahren seinen Heimatdialekt zugunsten einer 

anderen Varietät grösstenteils aufgebe. Die Übereinstimmungen mit dem 

in E._______ gesprochenen Dialekt, beispielsweise auf der Ebene der 

Morphologie, könne darauf hindeuten, dass die Familie des Beschwerde-

führers aus dieser Gegend stamme, obwohl es sehr unwahrscheinlich sei, 

dass er selbst einen wesentlichen Teil seiner Sozialisierung dort erlebt 

D-6942/2017 

Seite 21 

habe. Ausserdem könne nicht ausgeschlossen werden, dass er anlässlich 

des Telefongesprächs seine Sprache teilweise derjenigen der befragenden 

Person angepasst habe. Indessen sei nicht zu erwarten gewesen, dass er 

überwiegend Formen des Lhasa-Tibetischen und der exiltibetischen Koine 

gebraucht habe. Sein Einwand, die befragende Person habe seinen Dia-

lekt nicht verstanden, weshalb er sich ihrem Dialekt angepasst habe, ist 

nicht überzeugend, wie vorangehend bereits festgehalten wurde (vgl. E. 

5.6). Der Beschwerdeführer verfüge auch nur über sehr wenige Kenntnisse 

des Chinesischen, was eher nicht einem Bewohner Tibets seinem Alter 

entspreche. Sein Einwand im Beschwerdeverfahren, er habe dennoch we-

nige chinesische Sätze verstanden, vermag an dieser Schlussfolgerung 

nichts zu ändern, zumal von ihm insbesondere angesichts seiner Angabe, 

er habe mehrere Jahre als Gepäckträger in der Stadt E._______ gearbei-

tet, eingehendere Chinesisch-Kenntnisse zu erwarten wären. Seine An-

gabe zu Beginn des telefonischen Gesprächs, wonach er kein Chinesisch 

spreche, lässt sich somit nicht mit seinem langjährigen Aufenthalt in der 

angegebenen Herkunftsregion vereinbaren, auch wenn er den einen oder 

anderen Satz in dieser Sprache versteht. Zudem vermochten die sowohl in 

der Beschwerde als auch in der Replik geäusserten Zweifel an der Fach-

kunde des Experten nicht zu überzeugen. Das Gericht verkennt zwar nicht, 

dass der Beschwerdeführer punktuell über landeskundliche und sprachli-

che Kenntnisse der genannten Herkunftsregion verfügt. Es wird vorliegend 

auch nicht angezweifelt, dass er tibetischer Ethnie ist und wie in der Ana-

lyse festgehalten, es Hinweise dafür gibt, dass die Familie ursprünglich aus 

jener Region stammt. Dies würde auch erklären, warum die Familie in der 

angegebenen Herkunftsregion noch Bekannte hat, deren Telefonnummern 

der Beschwerdeführer eingereicht hat, und warum der Beschwerdeführer 

Farbkopien von Fotos abgeben konnte, welche ihn möglicherweise in 

E._______ zeigen. Insgesamt hat der Lingua-Experte somit überzeugend 

dargelegt, dass die Sozialisierung des Beschwerdeführers sehr wahr-

scheinlich nicht in Tibet stattgefunden hat. 

6.5 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist der Schluss zu ziehen, 

dass der Beschwerdeführer entsprechend dem Ergebnis der Lingua-Ana-

lyse tibetischer Ethnie ist, seine Vorbringen jedoch hinsichtlich des Ortes 

seiner hauptsächlichen Sozialisation, der illegalen Ausreise aus Tibet und 

der ihm drohenden Verfolgung insgesamt unglaubhaft sind. Unter diesen 

Umständen kann auch die von ihm geltend gemachte Verfolgung sowie die 

illegale Ausreise aus Tibet/China nicht geglaubt werden. 

  

D-6942/2017 

Seite 22 

6.6  

6.6.1 Aufgrund der Aktenlage ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit da-

von auszugehen, dass er vor seiner Ankunft in der Schweiz längere Zeit in 

der exiltibetischen Diaspora gelebt hat. Namhafte exiltibetische Gemein-

schaften gibt es – nebst der Schweiz und Nordamerika – lediglich in Indien 

und B._______. Es ist daher zu vermuten, dass er in Indien oder 

B._______ aufgewachsen ist beziehungsweise dort während vieler Jahre 

gelebt hat.  

6.6.2 Angesichts dieser Ausgangslage wäre von Bedeutung zu wissen, ob 

er über die chinesische Staatsangehörigkeit verfügt, was eine Prüfung der 

Drittstaatsregelung im Sinne von Art. 31a Abs. 1 AsylG zur Folge hätte, o-

der ob er die Staatsangehörigkeit von Indien oder B._______ erlangt hat, 

in welchem Fall das Vorliegen einer asylrechtlich relevanten Gefährdung 

im betreffenden Staat zu prüfen wäre. 

6.6.3 Der Beschwerdeführerin hat – wie bereits vorstehend erwogen – 

keine Identitätspapiere oder anderen Dokumente eingereicht, die Rück-

schlüsse über seine Staatsangehörigkeit (und damit einen Teilaspekt sei-

ner Identität) zuliessen. Da er auch keinerlei zielführenden Bemühungen 

aufzeigte, entsprechende Beweismittel beizubringen, hat er die ihm ge-

mäss Art. 8 AsylG obliegende Mitwirkungspflicht verletzt und dadurch den 

Behörden nähere Abklärungen und eine Rückschaffung in seinen tatsäch-

lichen Heimatstaat verunmöglicht. Durch die Verletzung dieser Pflicht ver-

hindert er auch die Abklärung, welchen effektiven Status er in Indien oder 

B._______ innehat. Er hat die Folgen dieses Verhaltens zu verantworten, 

und es ist vermutungsweise davon auszugehen, dass keine flüchtlings- o-

der wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen eine Rückkehr an den bishe-

rigen Aufenthaltsort bestehen (vgl. BVGE 2014/12 E. 5.10). 

6.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer keine 

Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachzuweisen oder zumindest glaub-

haft zu machen vermag und deshalb nicht als Flüchtling anerkannt werden 

kann. Die Vorinstanz hat seine Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneint 

und das Asylgesuch zu Recht abgelehnt. Es erübrigt sich auf die weiteren 

Ausführungen in den Eingaben auf Beschwerdeebene im Einzelnen einzu-

gehen, da sie an der Würdigung des Sachverhalts nichts zu ändern vermö-

gen.  

7.  

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7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

8.2 Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit eines Wegweisungsvoll-

zugs sind zwar von Amtes wegen zu prüfen, aber die Untersuchungspflicht 

findet ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers. Es 

ist nicht Aufgabe der Behörden, bei fehlenden Hinweisen nach etwaigen 

Wegweisungsvollzugshindernissen in hypothetischen Herkunftsländern zu 

forschen. Vielmehr hat der Beschwerdeführer, welcher seine wahre Her-

kunft verschleiert beziehungsweise verheimlicht, die Folgen seines Verhal-

tens zu verantworten. Dementsprechend ist davon auszugehen, dass 

keine flüchtlings- oder wegweisungsbeachtlichen Gründe gegen eine 

Rückkehr an seinen bisherigen Aufenthaltsort, wobei insbesondere 

B._______ oder Indien in Betracht fallen, bestehen (vgl. BVGE 2014/12 E. 

5.10). Ein Vollzug der Wegweisung in die Volksrepublik China ist im ange-

fochtenen Entscheid (Dispositivziffer 5) ausdrücklich ausgeschlossen wor-

den. Es obliegt sodann dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen 

Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reise-

dokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12). Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit auch als 

möglich (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

8.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz den Wegweisungs-

vollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnete. Eine An-

ordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit nicht in Betracht (Art. 83 

Abs. 1-4 AuG). 

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Seite 24 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit Zwischenver-

fügung vom 12. Dezember 2017 wurde der Entscheid über das Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 

Abs. 1 VwVG gutgeheissen. Angesichts dessen ist auf die Erhebung von 

Verfahrenskosten zu verzichten.  

10.2 Dem Beschwerdeführer wurde mit vorangehend erwähnter Zwischen-

verfügung die amtliche Rechtsverbeiständung gewährt und Ass. iur. Chris-

tian Hoffs, HEKS Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende St. Gallen/Ap-

penzell, als amtlicher Rechtsbeistand eingesetzt. Der Rechtsvertretung ist 

daher ein amtliches Honorar zu entrichten. 

10.3 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat mit Eingabe vom 

12. März 2018 eine Kostennote eingereicht, in welcher insgesamt 7.75 

Stunden respektive ein Honorar in der Höhe von  

Fr. 1600.- zusätzlich Übersetzungskosten und Barauslagen in der Höhe 

von Fr. 170.- geltend gemacht wird. Dabei wurde ein Stundenansatz von 

Fr. 200.- angesetzt. Bei amtlicher Vertretung wird in der Regel von einem 

Stundenansatz von Fr. 100.– bis Fr. 150.– für nicht anwaltliche Vertreterin-

nen und Vertreter ausgegangen (vgl. Art. 12 i.V.m. Art. 10 Abs. 2 VGKE), 

wobei nur der notwendige Aufwand zu entschädigen ist (vgl. Art. 8 Abs. 2 

VGKE). Vorliegend ist deshalb der Stundenansatz auf  

Fr. 150.– zu kürzen, womit das Honorar Fr. 1162.- beträgt. Zuzüglich der 

Kosten von Fr. 170.- ist dem amtlichen Rechtsvertreter unter Berücksichti-

gung der massgebenden Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VGKE) zulas-

ten der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von insgesamt gerundet 

Fr. 1333.– (inkl. Auslagen) zuzusprechen. 

 

(Dispositiv nachfolgende Seite) 

 

 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand Ass. iur. Christian Hoffs wird ein amtliches 

Honorar zulasten der Gerichtskasse in der Höhe von insgesamt Fr. 1333.– 

zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Hans Schürch Eva Zürcher 

 

 

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