# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 67d1371d-ad7d-5707-90f6-5d7936616b03
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-09
**Language:** de
**Title:** Fallabschluss rechtens; Adäquanz verneint; kein Taggeldanspruch bis zum Fallabschluss, da keine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgewiesen.
**Docket/Reference:** UV.2014.00017
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00017.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00017
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiber Wyler
Urteil
vom
9. September 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1952 geborene
X.___
arbeitete als Carchauffeur-Aushilfe für die
Y.___
AG und war dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversi
che
rungsanstalt
(SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versi
cher
te, als er am 1
0.
September 2011 auf einer geschäftlichen
Carfahrt
sah, wie zwei Per
sonen eine
Drittperson
mit den Füssen traten.
X.___
alar
mierte die Polizei sowie die Ambulanz und fuhr danach, da diese nicht unver
züglich ein
trafen, seine Gäste an ihren Zielort. Anschliessend f
u
hr er zum Ort des Ge
schehens zurück. Dort zog sich eine Person am geöffneten Fenster des Reisecars
hoch und schlug
X.___
mit der Faust
ins Gesicht
. Dabei wurde die Brille
von
X.___
beschädigt
(Unfallmeldung vom 2
0.
Oktober 2011, Urk.
7/1).
Die Ärzte des Spitals
Z.___
diagnostizierten
gleichentags
Kopfschmerzen nach Faustschlag an die linke Schläfe und eine leichte
Distorsion der
Hals
wirbelsäule
(
HWS
[
Notfallbericht vom 1
0.
September 2011,
Urk.
7/24
]
)
. Die SUVA
kam in der Folge für Heilkosten auf und leistete eine Vergütung für den Ersatz
der Brille (Schreiben der SUVA vom 2
4.
Oktober 2011,
Urk.
7/2,
und
Telefon
notiz
vom 2
5.
Oktober 2011,
Urk.
7/4)
.
Dr.
med.
A.___
, Fachärztin FMH für Allgemeine Medizin, überwies
X.___
im April 2012
an
Dr.
med.
B.___
, Spezialarzt FMH für Psy
chiatrie und Psychotherapie (
Bericht
von
Dr.
B.___
vom 2
3.
Januar 2013,
Urk.
7/26)
. Am 1
4.
Mai 2013
nahm der
Konsiliarpsychiater
der SUVA
,
Dr.
med.
C.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
therapie,
eine psy
chia
trische Aktenbeurteilung vor
(
Urk.
7/45). Am 1
0.
Juni 2013 nahm Kreisarzt Dr.
med.
D.___
zur Angelegenheit Stellung (
Urk.
7/4
8
).
Die SUVA teilte
X.___
daraufhin a
m
3.
Juli 2013 mit, dass sie
hinsichtlich des
Vorfall
s
vom 1
0.
September 2011 das Vorliegen eines Schreckereigni
sses vernein
e, weshalb sie lediglich
für die körperlichen Folgen dieses Vorfalls
Heilkosten
erstattete
. Die
Heilbehandlung ab
1.
Januar 2012 stehe nicht mehr im Zusammenhang mit dem
Ereignis vom 1
0.
September 2011 (
Urk.
7/52).
Hieran hielt die SUVA, n
achdem
X.___
ihr
am 1
1.
Juli 2013 mitgeteilt hatte, dass er
damit
nicht ein
verstanden sei (
Urk.
7/54),
mit Verfügung vom 1
5.
Juli 2013 fest (
Urk.
7/56). Die
von
X.___
am 1
9.
Juli 2013 erhobene Einsprache (
Urk.
7/60)
hiess
die SUVA
nach weiteren Abklärungen
mit
Einspracheentscheid
vom 7.
Januar 2014
in dem Sinne teilweise gut, als sie feststellte, dass
X.___
die
Heilkos
ten
leistungen
bis 1
0.
Juni 2013 zu Recht ausgerichtet worden s
eien
, weshalb keine Heilkostenleistungen zurückgefordert würden
.
I
m Übrigen (weitergehende oder an
dere Anträge) wies sie die Einsprache ab
(Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X.___
am 2
1.
Januar 2014 Beschwerde und bean
tragte
sinngemäss, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm die gesetzli
chen Leistungen
für die Folgen des Ereignisses vom 1
0.
September 2011
zu er
bringen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
3.
April 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), was dem Beschwerde
führer am 1
4.
April 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin bringt zur Begründung ihres Entscheides vor, das Er
eignis vom 1
0.
September 2011 sei als Unfall im Rechtssinne zu qualifizieren.
Es stehe fest, dass spätestens im Zeitpunkt der kreisärztlichen Stellungnahme vom 1
0.
Juni 2013 nicht mehr von einer namhaften Besserung des körperlichen Ge
sund
heitszustandes habe ausgegangen werden können.
Da d
ie vom Be
schwer
de
führer
noch
geklagten Beschwerden nicht auf einem objektivierbaren organi
schen
Substrat im Sinne einer bildgebenden oder allenfalls anderswie klar nachweis
ba
ren strukturellen Veränderung
beruhten
, welche beim Unfall vom 1
0.
Sep
tem
ber 2011 gesetzt worden wäre, sei f
ür die Beurteilung der Kausalität der vom Be
schwerdeführer
noch
geklagten Beschwerden
und somit für ihre
Leistungs
pflicht
nach dem 1
0.
Juni 2013
eine eigenständige Adäquanzprüfung
vorzuneh
men
. Vorliegend sei die Adäquanz der subjektiven Beschwerden ge
mäss denjenigen
Kriterien
zu prüfen, die bei psychischen Beschwerden nach Unfällen zur Anwen
dung gelange.
Da bei diesem höchstens als mittelschwer zu qualifizierenden
Un
fallereignis
keines der massgeblichen Kriterien erfüllt
sei, sei
der adäquate Kau
sal
zusammenhang der subjektiven Beschwerd
en zum Unfall nicht gegeben sei. F
olglich
bestehe nach dem 1
0.
Juni 2013
keine
Leistungs
pflicht
ihrerseits
mehr
. Nichts anderes ergäbe die Prüfung der Adäquanz nach der Rechtsprechung zu einem Schreckereignis.
Für
die Zeit zwischen dem Unfall vom 1
0.
September 2011 und 1
0.
Juni 2013
sei
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
eine unfallbedingte Arbeitsun
fähigkeit
für die
angestammte
Tätigkeit als Carchauffeur
erstellt.
Der Beschwer
de
führer habe daher keinen Anspruch auf Taggeldleistungen (
Urk.
2 und
Urk.
6
)
.
1.2
Der Beschwerdeführer bringt zur Begründung seiner Beschwerde
im Wesentli
chen
vor, seine psychischen Probleme seien erst durch den Angriff und dessen
Folgen entstanden. Bei
m
Vorfall vom 1
0.
September 2011
habe
es sich um e
in Schreckereignis
gehandelt
. Er habe am 1
1.
September 2011 noch einen Einsatz ausgeübt, weil er bereits zugesagt habe. Dass er die Fahrt nicht mehr hätte an
n
e
hmen sollen, habe er spätestens
,
nachdem er die Einfahrt in eine Zahlstelle
nicht getroffen und einen Schaden an
einem Fahrzeug verursacht habe
,
ge
merkt.
Nach dieser Fahrt sei er nicht mehr gefahren, weil er es nicht mehr habe ver
antworten können. Er habe erst im Mä
rz wieder eine Fahrt angenommen, wobei er bloss
wieder gefahren
sei
, um
seine Existenz zu sichern (Urk.
1).
2.
2.1
Nach
Art.
10
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
invalid
(
Art.
8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
So
zialversicherungsrecht
,
ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invaliden
rente (
Art.
18
Abs.
1 UVG).
2.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüberge
henden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der ver
sicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
mass
nah
men der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl.
Art.
19
Abs.
1
, Art. 24
Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom
2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl.
auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_377/2013 vom
2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hin
weis auf
BGE 134 V 109, vgl. auch Urteil 8C 454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Be
griffes „
namhaft" in
Art.
19
Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch wei
tere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von
Art.
10
Abs.
1 UVG er
hoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender ge
ringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
füh
rung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cher
ten
Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt
werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom
2.
Mai
2014 E. 4.1 mit Hin
weisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom
2.
Dezember 2014 E.
3).
2.3
2.3.1
Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Er
folges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereig
ni
s allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.3.2
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische
Ge
sundheitsschädigung
herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen
Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als
Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu
einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungsmässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall
und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem
Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit
eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S.
288 E.
3b; BGE 115 V 133 E.
7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorge
nom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Un
fälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
2.3.
3
Die Beurteilung der Adäquanz in denjenigen Fällen, in denen die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule gehörenden Beein
trächtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zu einer ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, ist nach der Pra
xis des Bundesgerichts nicht nach den für das Schleudertrauma in BGE 117 V 359 entwickelten Kriterien, sondern nach den in BGE 115 V 133 für psychische
Fehlentwicklungen nach einem Unfall aufgestellten Kriterien vorzunehmen (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a, RKUV 1995 Nr. U 221 S. 113 ff., SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 1; ferner BGE 134 V 109 E. 10.2 f.).
3.
3.1
Die Ärzte des Spitals
Z.___
, wo der Beschwerdeführer nach dem Ereignis vom 1
0.
September 2011 behandelt wurde, diagnostizierten
mit Bericht vom 10.
September 2011
Kopfschmerzen nach Faustschlag an die linke Schläfe und eine HWS-Distorsion. Sie beurteilten die Kopfschm
erzen im Rahmen eines
post
kommo
tionellen
Syndroms. Durch den Schlag habe der Beschwerdeführer zu
dem eine leichte HWS-Distorsion erlitten. Der Nebenbefund im CT Schädel, Er
weiterung der basalen
Zysterne
im Kleinhirnbrückenwirbel, sei nicht auf den Faustschlag zurückzuführen (
Urk.
7/24).
3.2
Mit Zeugnis vom 1
9.
März 2012 hielt
Dr.
A.___
fest, aus medizinischen Grün
den empfehle sie dem Beschwerdeführer ab sofort zu 100
%
nicht mehr zu ar
bei
ten. Da der Beschwerdeführer selbständig arbeite und
über
keine Kranken
-
bzw. Unfalltaggeldversicherung
verfüge,
könne er sich dies finanziell jedoch nicht leisten. Sie empfehle
per
sofort ei
ne IV-Anmeldung zu machen (Urk.
7/23).
3.3
Am 1
6.
Juli 2012 teilte
Dr.
A.___
der Beschwerdegegnerin mit, aufgrund des Unfalles sei es
beim Beschwerdeführer
in der Folge zu psychologischen Proble
men gekommen. Daher habe sie mit ihm während der Sprechstunde über die psychologischen Probleme, welche durch den Unfall ausgelöst worden seien, ge
sprochen (
Urk.
7/12)
.
3.4
Dr.
B.___
hielt mit Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 2
3.
Januar
2013 als Diagnosen eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) und
eine Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und aggressiven Zügen (ICD-10
F60.8) fest. Der
Beschwerdeführer
sei körperlich und psychisch durch das
Unfall
ereignis
massiv eingeschränkt. Das kränkende und die Integrität destabi
lisie
ren
de
Ereignis treffe auf eine durch das Leben geprägte Verwundbarkeit und Bereit
schaft zur sozialen, depressiv gefärbten Desintegration, vor allem im Kontakt mi
t
öffentlichen Stellen. Der Zusammenhang zwischen den persistie
renden Beschwer
den (Schmerzen, Schlafstörung, Verspannung, depressiv-kränkbare
Grundstim
mung
) und dem belastenden Unfallereignis sei seines Er
achtens eindeutig gege
ben,
wobei aus psychiatrischer Perspektive die posttrau
matische
Belastungs
stö
rung
wesentlich sei.
Die etwa zwei
-
bis dreiwöchigen Gespräche hätten fast aus
schliesslich der brüchigen sozialen Situation, vor al
lem mit öffentlichen Stellen und dem Suchen nach Möglichkeit, diese zu ver
bessern, gegolten. Die Sympto
matik habe sich in den letzten acht Monaten nicht zurückgebildet. Die Einsätze als Chauffeur hätten den Beschwerdeführer in der Grundstimmung deutlich
stabi
lisiert
.
Die Arbeitsunfähigkeit sei als unregel
mässig und zwischen 30
%
und
50
%
liegend
eingestuft worden (
Urk.
7/26).
3.5
Dr.
A.___
nannte mit Bericht an die Beschwerdegegnerin
vom
2.
April 2013
als Diagnose einen Status nach HWS-Distorsion.
Es sei nach dem Ereignis vom 1
0.
September 2011 zu einer
Chronifizierung
der Schmerzen hauptsächlich im Nacken- und Kopfbereich gekommen. Ein durchgeführtes MRI der HWS habe keine Hinweise auf traumatische Läsionen der HWS gegeben. I
m Verlauf
sei zu
dem
eine posttraumatische Belastungsstörung aufgetreten.
Der Beschwerdefüh
re
r
habe immer wieder Träume
vom
Ereignis, dauernd müsse er in seiner Frei
zeit daran denken und komme in eine Art Abwärtsspirale. Aus diesem Grunde sei
eine ambulante psychotherapeutische Behandlung bei Dr.
B.___
eingeleitet
worden
. Gleichzeitig sei eine IV-Anmeldung gemacht worden. Der Beschwer
de
führer habe im April 2012 wieder mit der Arbeit begonnen.
Es bestünden aber
weiterhin Kopfschmerzen, welche zum Teil bis in die Zähne ausstrahlten. Eine zahnärztliche Abklärung habe aber nichts Besonderes
zu Tage gebracht
(
Urk.
7/39
; vgl. Urk. 73
).
3.6
Dr.
C.___
,
Konsiliarpsychiater
der Beschwerdegegnerin, hielt mit Beurteilung vom 1
4.
Mai 2013 fest,
die von
Dr.
B.___
gestellt
e
Diagnose einer posttrauma
tischen Belastungsstörung könne aus
dessen
Bericht nicht nachvollzogen wer
den.
Die beschriebenen persistierenden Beschwerden (Schmerzen, Schlafstörung, Ver
span
n
ung und depressiv kränkbare Grundstimmung) könnten als
Anpassungs
störung
nach einem Unfall eingeordnet werden.
Zudem werde die Diagnose eine
r Persönlichkeitsstörung mit
narzisstischen und aggressiven Zügen
(
ICD-10 F60.8)
gestellt, die aufgrund des kurzen, zwei
seitigen Berichtes ebenfalls
nicht nach
voll
zogen werden könn
e. Bei einer
Per
sönlichkeitsstörung
müsse davon ausge
gan
g
en werden, dass diese
bereits vor dem
Unfallereignis bestanden habe
n müsste (Urk. 7/45/8-9)
.
Die Anpassungsproblematik mit den genannten Symptomen könne aufgrund de
s
Berichts von
Dr.
B.___
in einem wahrscheinlichen natürlichen Kausalzu
sammen
hang mit dem Ereignis vom 1
0.
September 2011 gesehen werden. Auf
grund der Angaben mit einer früheren Traumatisierung und den verschiedenen sozialen Problemen würde es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine
Teil
kausalität
handeln
. Betreffend die Frage, ob
die
psychische
n
Beschwerden im Rahmen eines
HWS-Ereignisses oder im Rahmen des Schlages an den Kopf mit diag
nos
tizier
tem
postkontusioniertem
Syndrom zu sehen sei
en
, sei festzuhalten, dass aus
psy
chiatrischer Sicht die
psychotraumatologische
Symptomatik im April 20
1
2 bei der
Beurteilung durch
Dr.
B.___
eindeutig Dominanz auf
ge
wies
en habe
(
Urk.
7/45
/9
).
3.
7
Kreisarzt
Dr.
D.___
erklärte mit Stellungnahme vom 1
0.
Juni 2013, die vom Be
schwerde
führer geklagten Beschwerden seien nicht mit überwiegender Wahr
s
chein
lich
keit auf das Ereignis vom 1
0.
September 2011 zurückzuführen. Dass
die ausge
wiesene Arbeitsunfähigkeit vom 1
1.
September
2011 bis 2
4.
April 2012
min
dest
ens mit Wahrscheinl
ichkeit auf das Ereignis vom 1
0.
September 2011
zu
rückzuführen sei, sei möglich. Es hätten allerdings bereits anlässlich der Unter
suchung Stunden nach dem Vorfall weder Schwellung noch Hämatom durch „Faustschlag“ festgestellt werden können. Eine relevante HWS-Distorsion sei un
wahrscheinlich. Somatisch gäbe es keine Unfallfolgen
.
Unfallbedingt bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/48).
3.
8
Dr.
med.
E.___
, Fachärztin FMH für Neurologie, welche
den Beschwerde
führer am 2
6.
September 2013 untersuchte, hielt mit Bericht
an Dr.
A.___
vom
2
7.
September 2013 als Diagnosen fest
:
-
Status nach Schädelkontusion am 1
0.
September 2011, daraus resultie
rend chronische HWS-Beschwerden mit Ausstrahlung in den Kopf
-
ep
isodischer Spannungskopfschmerz
m
i
t teilweise
migräniformen
Zü
gen
-
möglicher Medikamentenübergebrauchs
-
Kopfschmerz
Die Kopfschmerzsymptomatik des Beschwerdeführers lasse
sich
am ehesten als episodischer Spannungskopfschmerz einordnen. Gut zwei Jahre nach dem
Un
fallereignis
sei bei
blander
Bildgebung nicht mehr von einem posttraumatischen
organischen Korrelat für die Kopfschmerzen auszugehen, so dass sie diagnos
tisch
am ehesten einen
zervikogenen
episodischen Spannungskopfschmerz postulie
ren
möchte. Die Anamn
e
se erg
ebe teilweise
migräniforme
Züge
mit au
s
geprägter Lich
t
empfindlichkeit
sowie gelegentlich begleitender Übelkeit. Mög
lich sei auch,
dass ein Medikamentenübergebra
uch zur
Chronifizierung
der
Kopfschmerz
sym
ptomatik
beigetragen habe. Die Anamnese sei diesbezüglich etwas wider
sprüch
lich. Einen Zusammenhang zwischen dem
zerebell
ä
ren
Be
fund und den Schmer
zen
könne sie nicht herstellen. Die vom Beschwerdeführer beschriebenen
Koor
di
nationsstörungen liessen sich in der klinischen Untersu
chung nicht objek
ti
vie
ren. Therapeutisch sei mit dem Beschwerdeführer die Möglichkeit einer
Kopf
schmerzprophylaxe
diskutiert worden. Aufgrund der re
lativ geringen Häufigkeit
der Kopfschmerzepisoden
und der nur mässigen Be
einträchtigung
lehne
er
je
doch
zum jetzigen Zeitpunkt eine
Kopfschmerzpro
phylaxe
ab. Die bis zum Frühjahr 2012 durchgeführte Physiotherapie habe nicht den gewünschten Erfolg erzielt, so dass auch diese therapeutische Option derzeit vom Besch
werdeführer nicht
ge
wünscht werde
. Aus neurologischer Sicht spre
che derzeit nichts gegen die Fah
r
eignung als Car-Chauffeur (
Urk.
7/77).
3.
9
Kreisarzt
Dr.
D.___
hielt
am 9. Dezember 2012
nach Einsicht in den Bericht von
Dr.
E.___
fest, es seien keine spezifischen unfallkausalen organischen Verletz
ungen dokumentiert (
Urk.
7/78).
3.
10
Dr.
B.___
erklärte
mit Stellungnahme
zuhanden der Beschwerdegegnerin
vom 2
4.
Dezember 2013, er habe den Beschwerdeführer im Zeitraum 2
0.
April 2012 bis 2
2.
Januar 2013 psychiatrisch betreut. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwer
de
führers sei schwierig einzuschätzen gewesen, weil die eine Arbeit
ihm psy
cho
sozial eher gut
zutun
geschienen
und stabilisierend gewirkt habe, an
dere
Arbeit
sei hingegen unmöglich gewesen
und dort habe er als
a
rbeitsunfähig eingestuft
werden müssen
. Übers Ganz
e
attestiere er eine Arbeitsunfähigkeit von April 2012
bis Januar 2013 von 50
%
(
Urk.
7/82)
.
4.
Die Beschwerdege
gnerin ging davon aus, dass spätestens im Zeitpunkt der
krei
s
ärztlichen
Stellungnahme von
Dr.
D.___
vom 1
0.
Jun
i 2013
(vgl. E.
3.7)
nicht mehr von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes des Be
schwerde
führers
habe
ausgegangen werden könne
n
und schloss den Fall ent
spr
e
chend per 1
0.
Juni 2013 ab (vgl. E.
1.1). Diese Einschätzung wird vom Be
schwerde
führer zu Recht nicht in Frage gestellt. So endete die psychiatrische Behandlung bei
Dr.
B.___
denn auch
bereits im Januar 2013 und hielt dieser auch keine über den 1
0.
Juni 2013 hinausgehende Arbeitsunfähigk
eit
fest (vgl. E.
3.
10
)
.
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin prüfte die Adäquanz in erster Linie nach den Kriterien für psychische Unfallfolgen gemäss BGE 115 V 133. Sie
qualifizierte
dabei
das Unfallereignis vom
1
0.
Septem
ber 2011, bei welchem sich eine Person am geöffneten Fenster des Reisecars hoch
zog und dem Beschwerdeführer mit der Faust in die linke Gesichtshälfte schlug (
Urk.
7/1), höchstens als mittelschwer (
Urk.
2 S.
8
). Dies ist nicht zu be
anstan
den. Diese Einschätzung wird denn auch vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt.
5.2
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Un
falles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Ge
samt
würdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
körperliche Dauerschmerzen;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Be
urteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu
den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu
einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S.
428, 1999 Nr. U 335 S.
207 ff.; 1999 Nr. U 330 S.
122 ff.; SVR 1996 UV Nr.
58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwieri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Han
del
t
es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem
Grenz
bereich
zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu be
rücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, da
mit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zu
sam
men
mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu for
schen, die mög
li
cherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit
mitbe
günstigt
haben könnten
(BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E.
5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
5
.
3
5
.3
.1
Der Unfall vom 1
0.
September 2011 war weder von besonderer Eindrücklichkeit noch war er von besonders dramatische
n
Begleitumstände
n
begleitet.
5
.
3.
2
Der Beschwerdeführer zog sich beim Unfall vom 1
0.
September 2011 Kopf
schmer
zen nach Faustschlag an die linke Schläfe mit l
e
ichter Prellung der lin
ken Schläfenseite und eine Zerrung der Muskulatur im H
WS-B
ereich zu (Be
richt
der Ärzte des Spitals
Z.___
an die Staatsanwaltschaft vom 2
7.
Januar 2012
,
Urk.
7/41). Die Ärzte des Spitals
Z.___
diagnostizierten
entsprechend
Kopf
schmerzen nach Faustschlag an die linke Schläfe und eine leichte HWS-Dis
tor
sion (
E. 3.1
). Diese Verletzungen sind weder von besonderer Art noch Schwere,
um erfahrungsgemäss geeignet zu sein,
psychische Fehlentwicklungen auszu
lösen
.
5
.
3
.3
Die vom Beschwerdeführer benötigten ärztlichen Behandlungen bewegten sich im üblichen Rahmen.
So wurde d
er Beschwerdeführe
r nach dem Unfall vom 10.
September 2011 lediglich ambulant behandelt (
Urk.
7/24). In der Folge be
schränkten sich die ärztlichen Behandlungen
im Wesentlichen auf die
hausär
z
t
liche
Behandlung bei
Dr.
A.___
(
Urk.
7/39) und die Be
handlung bei
Dr.
B.___
(
Urk.
7/82). In Anbetracht, dass die Behandlungen der psychischen Beschwerden bei der Prüfung des Kriteri
ums
ungewöhnliche Dauer der ärztlichen Behandlung nicht einzubeziehen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_533/2008 vom 2
6.
November 2008 E. 5.2), ist das Kriterium ohne
Weiteres
zu verneinen
5
.
3
.4
Gemäss Bericht von
Dr.
A.___
vom
2.
April 2013 (E. 3.5) kam es beim Be
schwer
deführer zu einer
Chronifizierung
der Schmerzen hauptsächlich im Na
cken-
und Kopfbereich. Für den Berichtszeitpunkt hielt sie Kopfschmerzen fest, welche zum Teil bis in die Zähne ausstrahlten.
Dr.
E.___
bestätigte
mit Bericht vom 2
7.
September 2013 (E.
3.
8)
, dass
der Beschwerdeführer an episodischem Spannungskopfschmerz leide
.
Dr.
E.___
führte jedoch aus, dass
Kopfschmerzen
lediglich
ein- bis zw
eimal pro Woche für
zwei
bis vier Stunden
aufträten, wobei der Beschwerdeführer die Intensität mit fünf von zehn ang
ebe
. Der Beschwer
deführer fühl
e
sich gemäss
Dr.
E.___
denn
auch
lediglich
mässig bee
i
nträchtigt und lehn
e eine Kopfschmerzprophylaxe ab. Das Kriterium
körperliche
Dauer
schmerzen
ist daher zu verneinen
.
5
.
3
.5
Für eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim
mert hätte, bestehen keinerlei Anhaltspunkte. Das Vorliegen dieses Kriteriums ist somit zu verneinen.
5.
3
.6
F
ür die Erfüllung des Kriteriums “schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen“ müssten besondere Gründe gegeben sein, welche die Heilung
be
einträchtigt haben. Derartige besondere Umstände können den Akten nicht entnommen werden, weshalb auch dieses Kriterium nicht gegeben ist.
5
.
3
.7
Dem Beschwerdeführer wurde von
Dr.
B.___
(E. 3.4 und E. 3.
10
) und
von
Dr.
A.___
(E.
3.2, sinngemäss auch
E.
3.5) eine Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Wie aus den Berichten
des
Psychiater
s
Dr.
B.___
hervorgeht, erfolgte
seine
At
te
stierung
einer Arbeitsunfähigkeit
aus psychischen Gründen.
Dr.
A.___
äus
sert
e
sich in ihrem Bericht vom 1
9.
März 2012 nicht zur Ursache der attestierten
Arbeitsunfähigkeit (E. 3.2). Im Bericht vom
2.
April 2013
erklärt
e
sie
jedoch, dass
die Arbeitsunfähigkeitszeugnisse hauptsächlich durch
Dr.
B.___
ausgestellt wor
den
seien. In Anbetracht
,
dass
Dr.
B.___
den Beschwerdeführer lediglich psy
chia
trisch betreute, lässt sich daraus schliessen, dass auch nach Ansicht von
Dr.
A.___
keine zusätzliche somatische bedingte Arbeitsunfähigkeit vorlag. Nach dem Gesagten ist das Kriterium
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit zu verneinen.
Dies gilt umso mehr,
als
– wie nachfolgend zu zeigen ist (E. 6) – auch keine relevante psychische Arbeitsunfähigkeit ausge
wiesen ist.
5
.
4
Nach dem Gesagten ist kein einziges Adäquanz- Kriterium erfüllt.
Bei Anwen
dung der "P
sychopraxis„
ist der
adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem
Unfall vom 1
0.
September 2011 und den vom Beschwerdeführer
nach dem 1
0.
Juni
2013
noch geklagten psychischen Beschwerden daher zu verneinen.
5.5
5.5.1
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht bemerkte (Urk. 2 Seite 8), ergibt sich auch
nichts anderes, wenn die Adäquanz nach der Rechtsprechung zu den soge
nannten Schreckereignissen geprüft wird.
5.5.2
Die Annahme eines Unfalles im Sinne eines Schreckereignisses setzt nach der
Rechtsprechung voraus, dass es sich um ein aussergewöhnliches
Schrecker
eignis
, verbunden mit einem entsprechenden psychischen Schock handelt; die seelische Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart des Versicherten sich abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer über
raschenden Heftigkeit geeignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschlag etc.) hervorzurufen (vgl. BGE 129 V 177 E. 2.1 mit
Hinweisen; vgl. auch die zahlreichen Beispiele bei
Rumo-Jungo
/Holzer in:
Murer
/
Stauffer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungs
recht
, UVG, 4. Auflage, S. 46 f.).
Bei psychischer Schädigung nach einem Schreckereignis richtet sich die
Adä
quanzprüfung
nach der allgemeinen Formel („gewöhnlicher Lauf der Dinge und
allgemeine Lebenserfahrung“). Bei „gemischten“ Vorfällen, in welchen die Ele
men
te eines Schreckereignisses (Überfall, Bedrohung) und einer ihrerseits den
Un
fallbegriff
erfüllenden physischen Einwirkung (Schläge, Zufügung von Ver
letz
ungen) kombiniert vorkommen, ist die Adäquanzprüfung unter beiden Aspek
ten vorzunehmen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_480/2013 vom 15. April 2014 E. 2 mit Hinweisen).
An den Kausalzusammenhang zwischen psychischen Beschwerden und
Schreck
ereignissen
werden hohe Anforderungen gestellt. Diese sind insbesondere an den Beweis der Tatsachen, die das Schreckereignis ausgelöst haben, und an die Aussergewöhnlichkeit des fraglichen Ereignisses sowie den entsprechenden psy
chi
schen Schock zu stellen. So verneinte das Bundesgericht etwa im Fall einer Versicherten, die auf offener Strasse von einem Unbekannten angegriffen, zu Boden gedrückt und in Tötungsabsicht gewürgt worden war, die Adäquanz ebenso wie im Fall einer Frau bei einem nächtlichen Angriff eines alko
ho
li
sierten Mannes mit Beschimpfungen und Würgen. Bejaht hat das Bundesgericht den adäquaten Kausalzusammenhang unter anderem in einem Fall, in welchem das weibliche Opfer von einem betrunkenen und mit einem Messer bewaffneten Unbekannten zu sexuellen Handlungen in Form von oralem Geschlechtsverkehr gezwungen wurde, und in einem Fall, in welchem eine Frau frühmorgens an ihrem Arbeitsplatz von drei Männern überwältigt, mit einer Pistole sowie verbal bedroht, auf den Boden gedrückt und an Armen und Beinen gefesselt wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_480/2013 vom 15. April 2014 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen).
5.5.3
Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer bei heruntergelassenem
Fenster, aber geschlossener Türe, auf dem Fahrersitz seines Cars sass, als der Täter
von aussen herantrat (Urk. 7/43 Seite 13). Nach dem unerwarteten Faustschlag ins Gesicht durch das offene Fenster kam es zu keinen weiteren Handgreif
lich
keiten. Namentlich kam der Täter auch nicht in den Bus. Nach dem Schlag war der Beschwerdeführer laut seinen Aussagen „so verdattert“, weil er auf das nicht
gefasst war, und hat als erstes seine Brille suchen müssen (Urk. 7/41 S. 14). Ty
pi
sche Angst- und Schreckwirkungen (vgl. E. 5.5.2) wurden von ihm aber nicht be
schrieben.
Ob vorliegend überhaupt von einem aussergewöhnlichen Schreckereignis und einem entsprechenden Schockzustand auszugehen ist, erscheint höchst fraglich,
kann aber offen bleiben. Beurteilt nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der
allgemeinen Lebenserfahrung ist nämlich jedenfalls festzustellen, dass der –
sehr kurzandauernde - Vorfall vom 10. September 2011 nicht geeignet war, einen
- anhaltenden - psychischen Gesundheitsschaden zu verursachen.
5.6
Demzufolge ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leis
tun
g
en
per
1
0.
Juni 2013 einstellte.
6
.
6.1
Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer in der Zeit zwischen
dem
Unfall
ereig
nis
vom 1
0.
September 2011 und dem Fallabschluss durch die
Be
schwerde
geg
nerin
per 1
0.
Juni 2013
infolge des Unfalles voll oder teilweise
a
rbeitsun
fähig (Art. 6 ATSG)
war
und dementsprechend Anspruch auf Taggeldleistungen der Beschwerdegegnerin
(
Art.
16 UVG)
hat.
Arbeitsunfähigkeit
ist
gemäss Art. 6 ATSG die durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil
weise
Unfähigkeit, im bisherigen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf berücksichtigt.
Massgebend ist die aufgrund ärztlicher Feststellungen ermittelte tatsächliche Un
f
ähigkeit, am angestammten Arbeitsplatz nutzbringend tätig zu sein, und nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit (vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer in:
Murer
/Stauffer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungs
recht
,
UVG, 4. Auflage, S. 123 f.).
6.2
Wie ausgeführt
,
attestierten
Dr.
A.___
und
Dr.
B.___
dem Beschwerdeführer
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, wobei sich
Dr.
A.___
nicht explizit zu
deren Ursache äusserte (E. 5.
3
.7).
Dr.
B.___
führte als Diagnosen eine post
trau
matische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) und eine
Persönlichkeitsstörung mit
narzisstischen und aggressiven Zügen (ICD-10 F60.8) an (E. 3.4).
Mit
Bericht vom
2
4.
Dezember 2013
erklärte er
, dass die Arbeitsunfähigkeit deshalb schwierig
ein
zuschätzen sei, weil die eine Arbeit dem Beschwerdef
ührer psycho-sozial eher
gutzu
tun geschienen habe und stabilisierend gewirk
t habe, während andere Ar
beit
ihm unmöglich gewesen sei
(E. 3.
10
). Im Bericht vom 2
3.
Januar 2013 hatte er hierzu bereits erklärt, dass die Einsätze als Chauffeur die Grundstimmung des
Beschwerdeführers deutlich stabilisiert hätten (E.
3.4).
Hieraus
lässt
sich
schliessen,
dass der Beschwerdeführer auch nach Ansicht von
Dr.
B.___
in der angestammte
n
Tätigkeit
Chauffeur, welche für die Beurteilung des Anspruchs auf Taggeldleistungen massgebend ist, nicht wesentlich in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war
.
Wie
Dr.
C.___
in seiner Stellungnahme vom 1
4.
Mai 20143
ausführt
e
, kann die von
Dr.
B.___
gestellte Diagnose
einer
posttraumatische
n
Belastungsstörung
je
doch sow
ieso nicht nachvollzogen werden. So führte
Dr.
B.___
keine typi
schen
Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung wie
Hyperarousel
, Intrusi
onen oder Vermeidungsverhalten an.
Betreffend die Diagnose
Persönlichkeits
störu
ng
mit narzisstischen und aggressiven Zügen (ICD-10 F60.8)
ist zudem ohne
Weiteres
davon auszugehen, dass diese Erkrankung – soweit sie überhaupt vorliegt - bereits vor dem Unfallereignis bestanden haben muss
(E. 3.6).
Hieraus ergibt sich, dass nicht zu beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin eine Arbeitsunfähigkeit
des Beschwerdeführers
für die Zeit zwischen dem
Un
fallereignis
vom 1
0.
September 2011 und dem Fallabschluss am 1
0.
Juni 2013 verneint hat.
7.
Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzu
weisen
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstWyler