# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 27af635b-3721-5d13-8f66-785b952dd835
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-09-27
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2007 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2007
**Docket/Reference:** DB.2013.85
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2013_85_un.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2013.85 
1 ST.2013.87 

Entscheid 

27. September 2013 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Anton Tobler, Steuerrichter  
Michael Ochsner und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

A,    
im Ausland, 
Steuergemeinde B, 

vertreten durch C AG,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Direkte Bundessteuer 2007 sowie  
Staats- und Gemeindesteuern 2007 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  1.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige),  Betriebsökonom  HWV,  trat  1998  in  die 

Dienste der damals in D domizilierten E Industrie AG ein und übernahm in den Folge-

jahren deren operative Leitung. Am … … 2005 nahm er Einsitz in den Verwaltungsrat 

der E Holding AG (= schweizerische Konzerngesellschaft der E Gruppe) und gleichzei-

tig stieg er auch in die Geschäftsleitung der dänischen E-Gruppe auf; kurz zuvor hatte 

er  von  der  F  "G"  (nachfolgend  G)  das  Angebot  erhalten,  sich  an  der  Ende  2004  ge-

gründeten E Holding A/S mit Sitz in Dänemark zu beteiligen. Bei der G handelt es sich 

um eine Private Equity Gesellschaft mit Sitz in H, welche im … 2005 sämtliche Aktien 

der E Holding A/S übernommen und danach dem Pflichtigen sowie drei dänischen Ge-

schäftsleitungsmitgliedern  ("Executives")  die  Möglichkeit  eröffnet  hatte,  sich  im  Rah-

men  einer  Kapitalerhöhung  an  dieser  Gesellschaft  zu  beteiligen.  Mit  Shareholder 

Agreement  vom  …  …  2005  nahm  der  Pflichtige  das  entsprechende  Angebot  an  und 

verpflichtete sich gegenüber G wie folgt: 

  Erwerb  von 171'582 Aktien der E Holding A/S à DKK 4.8139 = DKK 825'981.- 

bzw. Fr. 171'582.-.  

  Erwerb  von  343'164  Call-Optionen  à  DKK  0.37456  =  DKK  128'554.-  bzw. 

Fr. 27'318.-;  dabei  berechtigt  jede  Option  zum  Kauf  einer  E  Holding  A/S  Aktie 

zum  Ausübungspreis  von  DKK  4.8139,  wobei  der  Ausübungspreis  jährlich  um 

15% erhöht wird.  

  Übernahme  der  Gläubigerposition  eines  von  G  an  E  Holding  A/S  gewährten 

Darlehens im Umfang von DKK 1'445'465.- bzw. Fr. 301'100.-. 

Die  gesamte  Investition  belief  sich  damit  auf  exakt  Fr.  500'000.-.  Einbezahlt 

mit Valuta per … … 2005 wurde der entsprechende Betrag indes nicht vom Pflichtigen, 

sondern  von  einem  gewissen  I,  von  Beruf  Finanzanalytiker  und  Vermögensverwalter. 

Letzterer hatte dem Pflichtigen für die vorgenannte Investition angeblich ein zinsloses 

Darlehen  gewährt.  Am  …  …  2005  überwies  der  Pflichtige  I  einen  Betrag  von 

Fr. 49'488.-  mit  dem  Vermerk  "Projekt  E".  Weitere  Fr.  300'000.-  zahlte  er  diesem  mit 

dem  Vermerk  "Auflösung  Co-Investment"  am  …  …  2006  zurück;  dies,  nachdem  ihm 

zuvor die E Holding A/S das Darlehen zurückbezahlt hatte.  

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Am … … 2006 teilte der Pflichtige der E Holding A/S mit, seine Call-Optionen 

per … … 2007 auszuüben und 343'164 Aktien dieser Gesellschaft zum Preis von DKK 

6.10 pro Aktie zu erwerben (Total = DKK 2'093'379.- bzw. Fr. 452'366.-). Die entspre-

chenden  Aktien  wurden  erneut  über  eine  Kapitalerhöhung  geschaffen  und  am  …  … 

2007  auf  den  Pflichtigen  übertragen.  Insgesamt  hielt  er  per  letzteres  Datum  damit 

514'746  Aktien  der  E  Holding  A/S,  was  einer  Beteiligung  an  dieser  Gesellschaft  von 

insgesamt 4.437% entsprach. 

Einen Tag später, am … … 2007, verkauften sämtliche Aktionäre der E Hol-

ding A/S ihre Aktien an eine kurz zuvor gegründete E Holding II A/S. Der Pflichtige er-

hielt  aus  dem  Verkauf  seiner  514'746  Aktien  einen  Barbetrag  von  DKK 17'071'894.-  

(= DKK 33.17 pro Aktie) bzw. Fr. 3'688'280.- sowie 514'746 Aktien der neu gegründe-

ten E Holding II A/S, welche gemäss Verkaufsvertrag einen Wert von DKK 7'986'439.- 

(= DKK 15.5153 pro Aktie) bzw. Fr. 1'725'420.- reflektierten. Gesamthaft erzielte er aus 

dem Verkauf somit einen Erlös von Fr. 5'413'700.-. 

Im  …  …  überwies  der  Pflichtige  nach  eigenen  Angaben  einen  Betrag  von  

Fr.  423'000.-  an  I,  enthaltend  die  Rückzahlung  des  Restdarlehens  von  Fr. 150'000.- 

sowie einen "freiwilligen Betrag von Fr. 223'000.- als Dank für die Unterstützung". 

2. In der Steuererklärung 2005 hatte der Pflichtige die vorerwähnte Investition 

(Aktien,  Optionen,  Aktiv-  und  Passivdarlehen)  nicht  aufgeführt.  Erst  nach  Rechtskraft 

der entsprechenden Veranlagung bzw. Einschätzung und nach Abwicklung des vorer-

wähnten  Finanzgeschäfts  teilte  er  der  Steuerbehörde  am  24.  Januar  2007  mit,  

per 2005 ca. Fr. 50'214.- an steuerbarem Vermögen nicht deklariert zu haben. Konkret 

habe er bei seiner Arbeitgeberin am … … 2005 für Total Fr. 500'000.- "Aktien G" und 

"Warrants" sowie ein "Darlehen an G" erworben; zur Finanzierung habe er eigene Mit-

teln  von  Fr.  50'000.-  sowie  ein  zinsloses  Darlehen  über  Fr. 450'000.-,  welches  I  zur 

Verfügung gestellt habe, eingesetzt. Weil sich an der Bewertung der erworbenen Posi-

tionen per Ende 2005 nichts geändert habe, erhöhe sich damit das steuerbare Vermö-

gen um Fr. 50'000.-. 

Mit Schreiben vom 15. Februar 2007 antwortete ihm das kantonale Steueramt 

(Abteilung  Spezialdienste),  dass  nach  Überprüfung  des  Falls  unter  Berücksichtigung 

der gesamten Umstände darauf verzichtet werde, ein Nachsteuer- und Bussenverfah-

ren betreffend die Steuerperiode 2005 zu eröffnen.  

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3.  In  der  am  4.  Juli  2007  eingereichten  Steuererklärung  2006  deklarierte  der 

Pflichtige  sein  im  Umfeld  seines  Arbeitsverhältnisses  eingegangenes  Engagement  im 

Wertschriftenverzeichnis,  jedoch  mit  völlig  falschen  Angaben  wie  "171'582  G  Däne-

mark"  und  "343'164  J  Dänemark".  Dies  veranlasste  das  kantonale  Steueramt 

(Dienstabteilung Wertschriften), die Verhältnisse rund um die deklarierten Wertschriften 

im angegebenen Gesamtbetrag von nunmehr plötzlich rund Fr. 1 Mio. zu untersuchen. 

Nach  dieser  Untersuchung  präsentierte  sich  der  Steuerbehörde  der  Sachverhalt  wie 

unter Ziff. 1 hiervor beschrieben.  

In der Folge ermittelte die steueramtliche Wertschriftenabteilung für die Steu-

erperiode  2006  einen  vermögensseitigen  Korrekturbedarf  von  rund  Fr.  800'000.-, 

(Wertschriften  von  Fr.  1'824'150.-,  statt  deklariert  Fr.  1'008857.-)  was  die  Steuerkom-

missärin  im  Rahmen  der  unangefochtenen  Einschätzung  betreffend  die  Staats-  und 

Gemeindesteuern 2006 entsprechend umsetzte.  

4. Für die Steuerperiode 2007 ermittelte die steueramtliche Wertschriftenabtei-

lung im Zusammenhang mit dem Verkauf sämtlicher Aktien der E Holding A/S per An-

fang  2007  an  die  E  Holding  II  A/S  einen  ertragsseitigen  Korrekturbedarf  von  gut  

Fr. 6.5  Mio.  (Total  Wertschriftenertrag  Fr.  6'508'244.-  statt  deklariert  Fr. 2'449.-);  der 

vermögensseitige  Korrekturbedarf  wurde  sodann  auf  rund  Fr.  2.7  Mio.  beziffert 

(Fr. 4'045'279.-  statt  deklariert  Fr.  1'348'666.-).  Unter  Übernahme  dieser  Korrekturen 

nahm die Steuerkommissärin die Einschätzung bzw. Veranlagung für die Steuerperio-

de 2007 am 15. Juli/20. September 2010 wie folgt vor: 

Staats- und Gemeindesteuer 

Direkte Bundessteuer 

Fr. 

Fr. 

Steuerbares Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

Rückerstattungsanspruch 
Verrechnungssteuer 2007 

6'706'800.- 

4'077'000.- 

 977.20. 

6'711'900.- 

B.  Mit  Einsprachen  vom  17.  September/14. Oktober  2010  liess  der  Pflichtige 

die Aufrechnung von Wertschriftenertrag zurückweisen und beantragen, das steuerba-

re Einkommen der Steuerperiode 2007 auf Fr. 201'500.- (Staats- und Gemeindesteuer) 

bzw. Fr. 206'600.- (direkte Bundessteuer) festzusetzen. In der Begründung wurde zu-

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sammengefasst geltend gemacht, der Pflichtige habe im Zusammenhang mit dem frag-

lichen Investment bzw. dem Kauf und Verkauf der Aktien der E Holding A/S per 2007 

einen  steuerfreien  Kapitalgewinn  auf  Privatvermögen  erzielt;  im  Übrigen  sei  der  Ge-

winn falsch berechnet bzw. sei ein Teil des Gewinns doppelt erfasst worden.  

Im  Einspracheverfahren kam  es  in  der  Folge  zu  weiteren  steuerbehördlichen 

Sachverhaltsabklärungen  und  Besprechungen  zwischen  den  Parteien.  Zudem  erliess 

das  Steueramt  der  Stadt  B  am  …  …  2011  mit  Blick  auf  die  Wohnsitzverlegung  des 

Pflichtigen  nach  K  eine  Sicherstellungsverfügung  betreffend  die  Staats-  und  Gemein-

desteuern 2007.  

Am  15.  Mai  2012  unterbreitete  der  neu  zuständige  Steuerkommissär  dem 

Pflichtigen einen Einschätzungs- bzw. Veranlagungsvorschlag im Einspracheverfahren; 

darin sah er vor, die Aufrechnung des Wertschriftenertrags auf Fr. 4'197'363.- zu redu-

zieren.  Der  letztere  Betrag  entsprach  dem  Gesamterlös,  welcher  der  Pflichtige  aus 

dem  Verkauf  der  insgesamt  514'746  Aktien  der  E  Holding  A/S  Aktien  erzielt  hatte 

(Fr. 3'688'280.- in cash und Fr. 1'725'420.- in Aktien der E Holding II A/S), reduziert um 

den Gewinnsteuerwert der verkauften Aktien (Fr. 551'266.-), die Gewinnbeteiligung von 

I (Fr. 223'000.-) sowie die errechneten Sozialversicherungsbeiträge (Fr. 442'240.-). Zur 

Begründung fügte er an, dass die zu beurteilende Investition des Pflichtigen als neben-

beruflicher  "Beteiligungshandel"  qualifiziere.  Auch  wenn nur  eine  isolierte Transaktion 

zu beurteilen sei, so liege hier Gewerbsmässigkeit vor, weil der Pflichtige die Investition 

zu  90%  fremdfinanziert  und  zudem  über  Spezialkenntnisse  verfügt  habe.  Die  2005 

erworbene  Beteiligung  an  der  E  Holding  A/S  habe  damit  Geschäftsvermögen  darge-

stellt, womit der erzielte Gewinn steuerbar sei.  

Nachdem der Pflichtige diesen Vorschlag mit Eingabe vom 12. Juni 2012 hat-

te zurückweisen lassen, hiess das kantonale Steueramt – daran festhaltend – die Ein-

sprachen mit Entscheiden vom 12. März 2013 teilweise gut und korrigierte das steuer-

bare  Einkommen  für  die  Steuerperiode  2007  auf  Fr.  4'398'700.-  (Staats-  und 

Gemeindesteuern) bzw. Fr. 4'403'800.- (Direkte Bundessteuer). Die übrigen Steuerfak-

toren blieben unverändert. 

C. Hiergegen erhob der Pflichtige am 9. April 2013 Beschwerde bzw. Rekurs, 

wiederholte dabei die Einspracheanträge und verlangte die Zusprechung einer Partei-

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entschädigung. Zur Begründung wurde geltend gemacht, dass bei einer Beteiligungs-

quote von  lediglich  1.715%  von  vornherein kein gewerbsmässiger  Beteiligungshandel 

vorliegen könne. Im Übrigen sei ein solcher Handel auch deshalb nicht gegeben, weil 

der Pflichtige die Aktien bei einer sich zufällig bietenden Gelegenheit erworben habe; 

ein systematisches, planmässiges Vorgehen bzw. eine in ihrer Gesamtheit auf Erwerb 

ausgerichtete  Aktivität  sei  nicht  erkennbar.  Der  Pflichtige  habe  denn  auch  nicht  über 

Spezialkenntnisse verfügt. Sodann habe die Fremdfinanzierung seiner Investition ledig-

lich  Fr.  120'000.-  betragen.  Aufgrund  seiner  damaligen  Lohnerhöhung  im  selben  Be-

trag habe er diese über sehr kurze Zeit refinanzieren können, womit auch kein Risiko 

bestanden habe. Selbst ein Zinsrisiko habe nicht bestanden, nachdem er das Fremd-

kapital  zum  Erwerb  der  Investition  von  I  zinsfrei  erhalten  habe.  Schliesslich  habe  die 

Steuerbehörde  im  Zusammenhang mit  der  Nachdeklaration  2005  bereits  rechtskräftig 

verfügt,  dass  die  fraglichen  Aktien  nicht  als  Geschäftsvermögen,  sondern  als  Privat-

vermögen qualifizierten. 

Das  kantonale  Steueramt  schloss  mit  Beschwerde-  und  Rekursantwort  vom 

27. Mai 2013 auf Abweisung der Rechtsmittel. Im Rahmen der ausführlichen Begrün-

dung wurde dabei geltend gemacht, dass I entgegen den Ausführungen des Pflichtigen 

kein zinsloses Darlehen deklariert habe. In diesem Zusammenhang wurde eine steuer-

behördliche Aktennotiz betreffend die Deklarationen von I in den Steuerjahren 2005 bis 

2007 vorgelegt; danach hatte der Letztere in diesen Jahren nicht nur ein verzinsliches 

Darlehen, sondern auch Aktien der E Holding A/S deklariert.  

Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) liess sich nicht vernehmen. 

Im Rahmen eines angeordneten zweiten Schriftenwechsels hielten die Partei-

en mit Replik vom 15. Juli 2013 bzw. Duplik vom 29. Juli 2013 an ihren Standpunkten 

fest. Der Pflichtige brachte dabei vor, die Aktennotiz zu den Deklarationen von I sei in 

sich widersprüchlich und damit nicht beweistauglich. 

Auf die Vorbringen der Parteien in den verschiedenen Rechtsschriften ist, so-

weit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.  

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. Streitig ist, ob der vom Pflichtigen zwischen Mai 2005 und Januar 2007 ge-

tätigte Handel mit Aktien der E Holding A/S als selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinn 

von  Art.  18  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom 

14. Dezember  1990  (DBG)  bzw.  §  18  Abs.  1  und  2  des  Steuergesetzes  vom  8.  Ju-

ni 1997 (StG) qualifiziert, oder ob sich dieser im Rahmen der privaten Vermögensver-

waltung  abgespielt  hat;  im  letzteren  Fall  wäre  der mit  diesem  Handel  erzielte  Gewinn 

steuerfrei.  

2. a) Nach Art. 16 Abs. 1 DBG unterliegen "alle wiederkehrenden und einmali-

gen  Einkünfte"  der  Einkommenssteuer.  Der  Gesetzgeber  hat  damit  am  bereits  in 

Art. 21 Abs. 1 des Bundesratsbeschlusses vom 9. Dezember 1940 über die Erhebung 

einer  direkten  Bundessteuer  (BdBSt)  enthaltenen  Grundsatz  der  Gesamtreineinkom-

mensbesteuerung  festgehalten.  Steuerfrei  sind  nach  Art.  16  Abs.  3  DBG  die  Kapital-

gewinne aus der Veräusserung von Privatvermögen. Damit bestätigt das Gesetz aus-

drücklich,  was  schon  unter  dem  BdBSt  Gültigkeit  hatte  (BGr,  23. Oktober  2009, 

2C_868/2008, E. 2.2, www.bger.ch, auch zum Folgenden).  

b)  Art.  18  Abs.  1  DBG  bestimmt,  dass  alle  Einkünfte  aus  einem  Handels-,  In-

dustrie-,  Gewerbe-,  Land-  und  Forstwirtschaftsbetrieb,  aus  einem  freien  Beruf  sowie 

jeder anderen selbstständigen Erwerbstätigkeit steuerbar sind. Zu den Einkünften aus 

selbstständiger  Erwerbstätigkeit  gehören  nach  Art.  18  Abs.  2  DBG  auch  alle  Kapital-

gewinne  aus  Veräusserung,  Verwertung  oder  buchmässiger  Aufwertung  von  Ge-

schäftsvermögen.  

Wie  das  Bundesgericht  erkannt  hat,  wollte  der  Gesetzgeber  die  Besteuerung 

der  Einkünfte  aus  Erwerbstätigkeit,  namentlich  aus  Liegenschaften-  oder  Wertschrif-

tenhandel,  im  Vergleich  zum  früheren  Recht  nicht  einschränken.  Er  hat  vielmehr  be-

wusst eine Erweiterung gegenüber dem bisherigen Recht vorgenommen, indem er die 

Kapitalgewinnsteuerpflicht aufgrund von Art. 18 Abs. 2 DBG auf den gesamten Bereich 

der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit,  d.h.  auf  alle  Gegenstände  des Geschäftsvermö-

gens, ausgedehnt hat, während sie nach bisherigem Recht aufgrund von Art. 21 Abs. 1 

lit. d BdBSt auf buchführungspflichtige Unternehmen beschränkt war.  

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Nach bisheriger und ständiger Praxis des Bundesgerichts zu Art. 21 Abs. 1 lit. a 

BdBSt  unterliegen  Gewinne  aus  der  Veräusserung  von  Vermögensgegenständen  – 

namentlich  Liegenschaften,  Wertpapieren,  Edelmetallen  und  Devisen  –  als  Er-

werbseinkommen der direkten Bundessteuer, wenn dabei eine Tätigkeit entfaltet wird, 

die in ihrer Gesamtheit auf Erwerb gerichtet ist (vgl. statt vieler: BGE 122 II 446, E. 3, 

mit Hinweisen). Diese Praxis gilt grundsätzlich auch für das DBG. Demnach sind steu-

erfreie private Kapitalgewinne im Sinn von Art. 16 Abs. 3 DBG nur diejenigen Gewinne, 

die  im  Rahmen  der  schlichten  Verwaltung  privaten  Vermögens  entstehen,  also  ohne 

besondere,  in  ihrer  Gesamtheit  auf  Erwerb  gerichtete  Tätigkeit  des  Steuerpflichtigen, 

oder  bei  einer  sich  zufällig  bietenden  Gelegenheit  (BGr,  23. Oktober  2009, 

2C_868/2008, E. 2.3, www.bger.ch).  

Ob  einfache  Vermögensverwaltung  oder  auf  Erwerb  gerichtete  Tätigkeit  vor-

liegt, ist unter Berücksichtigung der gesamten Umstände des Einzelfalls zu beurteilen. 

Als Indizien für eine selbstständige Erwerbstätigkeit fallen nach der langjährigen Praxis 

des Bundesgerichts etwa in Betracht: Systematische oder planmässige Art und Weise 

des  Vorgehens,  Häufigkeit  der  Transaktionen,  kurze  Besitzdauer,  enger  Zusammen-

hang  mit  der  beruflichen  Tätigkeit  der  steuerpflichtigen  Person,  Einsatz  spezieller 

Fachkenntnisse  oder  erheblicher  fremder  Mittel  zur  Finanzierung  der  Geschäfte,  Ver-

wendung der erzielten Gewinne bzw. deren Wiederanlage in gleichartige Vermögens-

gegenstände.  Jedes  dieser  Indizien  kann  zusammen  mit  andern,  unter  Umständen 

jedoch  auch  allein  zur  Annahme  einer  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  im  Sinn  von 

Art. 18  DBG  ausreichen.  Dass  einzelne  typische  Elemente  einer  selbstständigen  Er-

werbstätigkeit im Einzelfall nicht erfüllt sind, kann durch andere Elemente kompensiert 

werden, die besonders ausgeprägt vorliegen (vgl. zur Gewichtung der einzelnen Krite-

rien  nachstehend  E. 2c/aa).  Entscheidend  ist,  dass  die  Tätigkeit  in  ihrem  gesamten 

Erscheinungsbild  auf  Erwerb  ausgerichtet  ist  (BGr,  23. Oktober  2009,  2C_868/2008, 

E. 2.4, www.bger.ch).  

c) Nachdem das Zürcher Verwaltungsgericht diese langjährige Rechtsprechung 

des  Bundesgerichts  zum  gewerbsmässigen  Wertpapierhandel  im  Entscheid  vom 

22. Oktober  2008  (SB.2007.00127)  kritisiert  hatte,  hielt  Letzteres  im  Entscheid  vom 

23. Oktober  2009  (2C_868/2008,  www.bger.ch)  an  dieser  fest,  erachtete  dabei  aber 

gewisse Anpassungen und Präzisierungen für erforderlich. Dabei erwog es:  

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aa) Die Frage, ob schlichte (gewöhnliche) Verwaltung des privaten Vermögens 

oder  gewerbsmässiger  Wertschriftenhandel  vorliege,  sei  weiterhin  aufgrund  mehrerer 

Indizien  und  unter  Würdigung  sämtlicher  konkreter  Umstände  des  Einzelfalls  zu  be-

antworten.  Das  schematische  Vorgehen  verschiedener  kantonaler  Steuerverwaltun-

gen,  wonach  beim  Vorliegen  bestimmter  Kennzahlen  auf  eine  Gesamtwürdigung  ver-

zichtet  werde  bzw.  selbstständige  Erwerbstätigkeit  als  ausgeschlossen  gelten  könne, 

führe nur  in denjenigen  Fällen  zu  einem  sachgerechten  Ergebnis,  bei  denen die Ver-

hältnisse klar und eindeutig seien. In den übrigen Fällen sei die Tätigkeit jeweils nach 

wie  vor  in  ihrem  gesamten  Erscheinungsbild  rechtlich  zu  beurteilen  (BGr,  23.  Okto-

ber 2009, 2C_868/2008, E. 2.6 f., www.bger.ch, auch zum Folgenden).  

In der Literatur sei teilweise Kritik geäussert worden, wonach die bisherige bun-

desgerichtliche  Praxis  weder  Rechtssicherheit  noch  Gleichbehandlung  gewährleiste, 

da sie mehr auf subjektiven als auf objektiven Kriterien beruhe. Als Lösung sei darum 

etwa  vorgeschlagen  worden,  quantifizierbare  Alternativkriterien  zu  formulieren.  Dage-

gen könnte grundsätzlich eingewendet werden, dass sich jeder Versuch, ein für allemal 

"eindeutige"  Abgrenzungskriterien für  den Begriff  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit 

zu entwickeln,  als  problematisch erweise.  Allerdings  sei  durchaus einzuräumen,  dass 

in den letzten Jahren bestimmte Kriterien durch eine dynamische Entwicklung an den 

Finanzmärkten,  welche  in  immer  schnellerem  Rhythmus  neue  und  moderne  Finanz-

produkte anbieten würden, an Bedeutung verloren hätten, derweil sich andere Kriterien 

oder  Indizien gleichzeitig  als  gewichtiger  und entscheidender  erwiesen hätten:  So sei 

nicht von der Hand zu weisen, dass sich das Kriterium der "systematischen und plan-

mässigen  Vorgehensweise"  bei  näherer  Betrachtung  als  nicht  mehr  sehr  zeitgemäss 

erweise;  diese  Voraussetzung  erfülle  heute nämlich  wohl  fast jede Person,  die sich  – 

privat  oder  gewerbsmässig  –  mit  Wertschriftenhandel  befasse.  Das  Gleiche  gelte  für 

die  "speziellen  Fachkenntnisse".  Diese  beiden  Kriterien  könnten  bei  der  Beurteilung 

des gewerbsmässigen Wertschriftenhandels nur noch eine untergeordnete Bedeutung 

haben,  namentlich im  Sinn  von  Ausschlusskriterien.  Dagegen  träten  die beiden Krite-

rien  der  "Höhe  des  Transaktionsvolumens"  (betragsmässige  Summe  aller  Käufe  und 

Verkäufe) sowie der "Einsatz erheblicher fremder Mittel zur Finanzierung der Geschäf-

te"  in  den  Vordergrund  und  seien  fortan  stärker  zu  gewichten.  Diese  beiden  Kriterien 

beruhten  auf  objektiven  und  quantifizierbaren  Gegebenheiten,  was  ihre  Anwendung 

wesentlich erleichtere. Zudem würden diese beiden Voraussetzungen von der Praxis – 

wenn auch mit Vorbehalten – als die tauglichsten erachtet (vgl. etwa Fritz Müller, Der 

Quasi-Wertschriftenhandel, ST 2007 S. 406). 

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bb) Im konkreten Fall schloss das Bundesgericht alsdann auf gewerbsmässigen 

Wertschriftenhandel, weil der Steuerpflichtige im betroffenen Steuerjahr mit mindestens 

184 Transaktionen ein Volumen von Fr. 35'000'000.- umgesetzt hatte, was dem zehn-

fachen Wert seines Vermögens entsprach. Durchgeführt worden seien dabei in erster 

Linie kurzfristige Wertschriftengeschäfte. Der Handel mit Derivaten habe dabei weniger 

der Absicherung des Aktienvermögens gedient, sondern sei spekulativer Natur gewe-

sen und im Verhältnis zum Gesamtvermögen sei ein grosses Volumen umgesetzt wor-

den.  Auch  seien  die  getätigten  Transaktionen  mit  Devisen  mit  beträchtlichen  Risiken 

verbunden  gewesen,  hätten  sehr  kurzfristig  stattgefunden  und  der  getätigte  Umsatz 

erscheine  im  Verhältnis  zum  Vermögen  als  sehr  hoch.  Dazu  komme,  dass  auch 

Fremdmittel (Erhöhung der Hypothek) eingesetzt worden seien. Es erhelle damit ohne 

Weiteres, dass die Kriterien für die Annahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit im 

Sinn  der  bisherigen  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  erfüllt  seien.  Daran  ändere 

auch  nichts,  wenn  nach  Auffassung  des  Verwaltungsgerichts  zutreffe,  dass  Derivate 

und  strukturierte  Produkte  ebenso  wie  Anteile  an  Hedge  Fonds  mittlerweile  auch  bei 

Privatanlegern  weit  verbreitet  seien,  wie  die  umfangreiche  einschlägige  Werbung  in 

seriösen Tageszeitungen zeige,  und Optionen  auch  in ein  "normales"  Portefeuille ge-

hören  dürften.  Der  Optionshandel  könne  auf  gewerbsmässiges  Vorgehen  hindeuten, 

wenn  die  Optionen  nicht  in  erster  Linie  zur  Absicherung  von  Risiken  verwendet  wür-

den,  was  vorliegend  gerade  nicht  der  Fall  gewesen  sei  (vgl.  BGr,  31. März  2003, 

2A.486/2002, E. 3, www.bger.ch). Entscheidend sei hier aber, dass es sich um ein sehr 

hohes Transaktionsvolumen gehandelt und recht zahlreiche spekulative und kurzfristi-

ge Geschäfte getätigt worden seien. Das Festhalten an der bisherigen Praxis bedeute 

aber  nicht,  dass  es  etwa  einem  Steuerpflichtigen  nicht  möglich  sein  sollte,  in  seiner 

Freizeit  neben  der  Ausübung  der  (im  vollen  Pensum  verrichteten)  Haupterwerbstätig-

keit  sein  Vermögen  nach  modernen  Anlagestrategien  und  mithilfe  moderner  Anlage-

formen zu verwalten, ohne als selbstständig Erwerbstätiger qualifiziert zu werden. Die 

private Vermögensverwaltung beschränke sich demzufolge nicht auf Obligationen und 

Beteiligungsrechte und unterliege auch nicht einem Gebot, diese in aller Regel zu hal-

ten oder nur selten zu verkaufen.  

3.  a)  Der  in  Frage  stehende  Kapitalgewinn  in  Millionenhöhe  beruht  auf  dem 

Handel mit einem einzigen Titel bzw. auf dem Kauf und Verkauf von Aktien der E Hol-

ding A/S. Nach Ausübung seiner Call-Optionen per … … 2007 verfügte der Pflichtige 

über 514'746 Aktien der vorgenannten Gesellschaft, was einer Beteiligung von 4.437% 

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entspricht. Von einer massgeblichen Beteiligung kann damit nicht gesprochen werden, 

weshalb  sich  der  vorinstanzlich  verwendete  Begriff  "Beteiligungshandel"  zumindest 

nicht  aufdrängt.  Entscheidend  ist  indes  nicht,  ob  nun  von  einem  Handel  mit  einem 

grösseren  Aktienpaket  oder  einer  kleineren  Beteiligung  die Rede ist,  sondern  ob  sich 

dieser  Handel  im  Rahmen  einer  gewerbsmässigen  Aktivität  oder  anlässlich  schlichter 

privater Vermögensverwaltung abgespielt hat.  

b) Der Pflichtige will Gewerbsmässigkeit von vornherein ausgeschlossen wis-

sen, weil ihm die Steuerbehörde im Anschluss an seine Nachdeklaration für die Steu-

erperiode 2005 mit Schreiben vom 15. Februar 2007 eröffnet habe, auf die Durchfüh-

rung eines Nachsteuer- und Bussenverfahrens zu verzichten. Damit sei nämlich explizit 

auch darauf  verzichtet  worden,  die  per  2005  erworbenen  Aktien  als  Geschäftsvermö-

gen zu qualifizieren.  

c)  Letzteres  trifft  in  keiner  Weise  zu:  Mit  der  erwähnten  Nachdeklaration 

(Schreiben vom … …2007) teilte der Pflichtige der Steuerbehörde mit, per 2005 verse-

hentlich  rund  Fr.  50'000.-  an  steuerbarem  Vermögen  zu  wenig  deklariert  zu  haben. 

Obwohl er zu diesem Zeitpunkt seine E Holding A/S Aktien bereits an die E Holding II 

A/S verkauft hatte (am … … 2007) und damit einen Bruttoerlös von mehr als Fr. 5 Mio. 

erzielt  hatte,  legte  er  die  Verhältnisse  nicht  offen,  sondern  berichtete  in  Widerspruch 

zum tatsächlichen Sachverhalt davon, gegenüber seiner Arbeitgeberin am … … 2005 

folgendes Engagement eingegangen zu sein: 

"  171'582 Aktien G à nom. 1 DKK = DKK 171'582 
   343'164 Warrants 
  Darlehen an G 
  Total 

zum Preis   DKK   825'981 = CHF       171'582 
zum Preis   DKK   128'554 = CHF         27'318 
DKK 1'445'465 = CHF      301'100 
DKK 2'400'000 = CHF      500'000" 

Weiter erklärte er, zur Finanzierung seines Engagements Fr. 50'000.- aus ei-

genen  Mitteln  und  Fr. 450'000.-  durch  ein  zinsloses  Darlehen  von  I  aufgewendet  zu 

haben.  Weil  die  Bewertung  der  Positionen  per  Ende  Jahr  unverändert  geblieben  sei, 

habe er also Fr. 50'000.- zu wenig Vermögen deklariert. 

Im  Antwortschreiben  des  kantonalen  Steueramts  (Dienstabteilung  Spezial-

dienste)  vom  15. Februar  2007  wurde  unter  Bezugnahme  auf  das  nicht  deklarierte 

Vermögen von rund Fr. 50'000.- festgehalten, dass darauf verzichtet werde, ein Nach-

steuer-  und  Bussenverfahren  zu  eröffnen;  dies  ist  angesichts  der  Geringfügigkeit  der 

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entgangenen  Vermögenssteuer  ohne  Weiteres  nachvollziehbar  (steuerbares  Vermö-

gen von Fr. 160'000.- statt deklariert Fr. 110'000.-; steuerbar gemäss § 47 Abs. 2 StG 

zum  Verheiratetentarif  von  nahezu  0%).  Mitnichten  hat  das  Steueramt  mit  diesem 

Schreiben  demnach  über  die  Qualifikation  der  nachdeklarierten Wertschriften  als  Pri-

vat- oder Geschäftsvermögen befunden. Die Frage wurde vom Pflichtigen im Rahmen 

der  Nachdeklaration  denn  auch  nicht  aufgeworfen  und  dementsprechend  wurden  die 

nachdeklarierten  Positionen  auch  nicht  dahingehend  untersucht.  Hinzu  kommt,  dass 

die  streitbetroffenen  Aktien  und  Optionen  betreffend  die  E  Holding  A/S  gerade  nicht 

nachdeklariert  worden  sind  (sondern  nur  solche  der  G),  womit  deren  Zuordnung  zu 

Privat- oder Geschäftsvermögen gar nie Thema sein konnte.  

4. a) Wie vorstehend erwähnt, kann bei der Frage nach der Abgrenzung zwi-

schen  gewerbsmässigem  Wertschriftenhandel  und  privater  Vermögensverwaltung  in 

bestimmten  Konstellationen  schon  ein  einziges  Kriterium  ausschlaggebend  sein.  Ein 

schwergewichtiges  Indiz  in  diesem  Sinn  ist  eine  sehr  hohe  Fremdfinanzierung  eines 

Investments, spricht eine solche doch per se gegen die schlichte Verwaltung von priva-

tem  Vermögen.  Der  Einsatz  von  erheblichen  Fremdmitteln  ist  in  der  privaten  Vermö-

gensverwaltung  atypisch  und  normalerweise  wird  bei  der  gewöhnlichen  Anlage  von 

privatem  Vermögen  zumindest  darauf  geachtet,  dass  die  Erträge  den  (Zins-)Aufwand 

übersteigen (ESTV-Kreisschreiben Nr. 36 vom 27. Juli 2012, Gewerbsmässiger Wert-

schriftenhandel, Ziff. 4.3.2, mit Hinweis auf BGr, 2. Dezember 1999, in: ASA 69, 788). 

b)  Die  streitbetroffene  Investition  über  gesamthaft  Fr.  500'000.-,  welche  der 

Pflichtige am … … 2005 in direktem Zusammenhang mit seinem Arbeitsverhältnis ein-

gegangen ist, wurde zunächst im vollen Umfang von I finanziert (vgl. Belastungsanzei-

ge  zum  Bank  L-Konto  von  I  betreffend  die  Überweisung  von  DKK 2'400'000.-  = 

Fr. 500'000.-  mit  Valuta  …  …  2005  an  M  AG,  N,  zu  Gunsten  A).  Dies  lässt  darauf 

schliessen, dass ihm zu dieser Zeit kein liquides privates Vermögen mit entsprechen-

dem Anlagebedarf zur Verfügung gestanden hat. Wenn er vor diesem finanziellen Hin-

tergrund  unter  Eingehung  einer  Verschuldung  gleichwohl  eine  Investition  in  der  Höhe 

von einer halben Million Franken tätigte, müssen dafür andere Gründe als die schlichte 

Verwaltung des Privatvermögens ausschlaggebend gewesen sein.  

c) aa) Der Pflichtige wendet ein, dass er die für die Investition benötigten Mit-

tel ohne Weiteres auch aus dem Familienvermögen hätte aufbringen können.  Zu den 

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Vermögensverhältnissen  der  Familie  hätten  der  Steuerbehörde  Informationen  gefehlt, 

weil  er  in  B  nur  individualbesteuerter Wochenaufenthalter  gewesen  sei.  Ein  Rückgriff 

auf  das  Familienvermögen  sei  indes  nicht  notwendig  gewesen,  weil  I,  ein  Studien-

freund, ihm einen zinsfreien Vorschuss zur Verfügung gestellt habe. 

bb)  Tatsächlich  verfügte  der  verheiratete  Pflichtige  zur  fraglichen  Zeit  in  B 

über einen eigenen steuerrechtlichen Wohnsitz; seine Ehefrau wohnte mit den Kindern 

in  O  (Frankreich)  und  war  offenbar  dort  steuerpflichtig.  Familienvermögen  –  falls  vor-

handen  –  hätte  der  Pflichtige  jedoch  im  Rahmen  des  satzbestimmenden  Vermögens 

auch hierorts deklarieren müssen. Dies hat er in der Steuererklärung 2005 indes nicht 

getan,  entspricht  doch  das  im  Kanton  Zürich  steuerbare  Vermögen  von  Fr. 110'000.- 

gleichzeitig dem Gesamtvermögen. Mithin ist davon auszugehen, dass kein Familien-

vermögen  (mit  oder  ohne  Anlagebedarf)  vorhanden  war  und  der  Pflichtige  für  die  Fi-

nanzierung seines Investments demzufolge auf ein Darlehen eines Dritten in der Höhe 

seiner Investition angewiesen war. Doch selbst wenn dieses vorhanden gewesen wäre, 

ist  zu  berücksichtigen,  dass  der  Pflichtige  die  tatsächlichen  Verhältnisse  mit  der  Auf-

nahme  eines  Darlehens  zur  Finanzierung  seines  Investments  eben  bewusst  anders 

gestaltet  hat.  Für  schlichte  private  Vermögensverwaltung  sprechende  Indizien  sind 

somit weiterhin nicht ersichtlich.  

d)  aa)  Zur  Relativierung  seines  Fremdkapitalbedarfs  lässt  der  Pflichtige  aus-

führen, I bereits am … … 2005 einen Betrag von ca. Fr. 50'000.- zurückbezahlt zu ha-

ben. Weitere Fr. 300'000.- habe er diesem am … … 2006 retourniert und der restliche 

Betrag  von  Fr.  150'000.-  sei  dann  im  …  2007  getilgt  worden.  Im  Umfang  von  

Fr. 50'000.- habe er den Kauf der 1.715%-Beteiligung (gemeint sind die 171'582 Aktien 

der  E  Holding  A/S)  für  rund  Fr. 170'000.-  eigenfinanziert;  nur  ein  Anteil  von 

Fr. 120'000.- sei also kurzfristig fremdfinanziert worden. Dabei habe sein Studienfreund 

davon ausgehen können, dass er, der Pflichtige, den erhaltenen Vorschuss in kürzes-

ter Zeit aus eigenen Mitteln, aus dem ehelichen Vermögen sowie aus der erheblichen 

Lohnsteigerung von Fr. 120'000.- werde zurückzahlen können. Der Vorschuss sei des-

halb  ohne  schriftlichen  Vertrag,  ohne  Sicherheiten  und  zudem  zinsfrei  zur  Verfügung 

gestellt  worden.  Das  Ausfallrisiko  habe  I  mithin  als  äusserst  gering  erachtet  und  tat-

sächlich sei die Rückzahlung denn auch innert kürzester Zeit erfolgt.  

Die  für  die  Optionen  bezahlten  Prämien  stellten  sodann  keine  Investition  in 

eine Beteiligung dar. Der Kaufpreis sei nämlich erst dann zu bezahlen, wenn die Opti-

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on ausgeübt werde. Der Preis für den Kauf der Aktien aus den Optionen in der Höhe 

von  umgerechnet  Fr.  434'004.-  sei  per  2007  vollständig eigenfinanziert worden.  Nach 

Ausübung  dieser  Optionen  habe  die Beteiligung an  der  E  Holding  A/S  4.437%  betra-

gen,  wobei  vom  Kaufpreis  von  gesamthaft  Fr.  605'250.-  demnach  nur  ein  Betrag  von 

rund Fr. 120'000.- für eine kurze Zeit zinsfrei habe fremdfinanziert werden müssen.  

Unbestritten sei, dass das kurzfristige Aktionärsdarlehen durch einen zinsfrei-

en Vorschuss refinanziert worden sei.  

bb)  Mit  dem  Shareholder  Agreement  vom  …  …  2005  ermöglichte  die  G  als 

Alleinaktionärin  der  E  Holding  A/S  dem  Pflichtigen  und  drei  weiteren  Geschäftslei-

tungsmitgliedern ("Executives") der E-Gruppe, sich im Rahmen von Kapitalerhöhungen 

an  der  E  Holding  A/S  zu  beteiligen.  Die  vier  (Mitarbeiter-)Beteiligungen  präsentierten 

sich dabei als Investments, welche im Rahmen von Gesamtpaketen den Kauf von Ak-

tien  der  E  Holding  A/S,  den  Kauf  von  Optionen  zum  späteren  Erwerb  solcher  Aktien 

sowie die Übernahme von Aktionärsdarlehen enthielten. Der Pflichtige konnte dabei die 

grösste  der  vier  Beteiligungen  zu  einem  Gesamtpreis  von  umgerechnet  Fr. 500'000.- 

übernehmen. Wenn er demnach die Aktien und Optionen nicht isoliert, sondern nur im 

Rahmen des besagten Gesamtpakets erwerben konnte, so ist die Frage der Fremdfi-

nanzierung  nicht  auf  die  einzelnen  Bestandteile  des  Investments  (Aktien,  Optionen, 

Darlehen)  auszurichten,  sondern  auf  dieses  Gesamtpaket.  Auszugehen  ist  mithin  da-

von, dass er mit Blick auf den Erwerb der auf ihn zugeschnittenen Beteiligung an der  

E  Holding  A/S  per  …  …  2005  eine  Investition  von  Fr. 500'000.-  tätigte,  welche  er  zu 

100%  fremdfinanzierte,  weil  er  zu  dieser  Zeit  offensichtlich  über  keine  eigenen  Anla-

gemittel verfügte.  Ein Akt der privaten Vermögensverwaltung kann darin nicht erblickt 

werden.  

Daran  ändert  nichts,  dass  der  Pflichtige  I  am  …  …  2005  einen  Betrag  von  

Fr.  49'488.-  zurückbezahlt  hat  (vgl.  Gutschriftanzeige  zum  Bank  L-Konto  des  Letzte-

ren). Einerseits vermag diese Teilrückzahlung die ursprüngliche 100%ige Fremdfinan-

zierung nicht aufzuheben und andrerseits belief sich damit der Fremdfinanzierungsgrad 

noch immer  auf gut  90%.  Hinzu  kommt,  dass der  Pflichtige bei  der  Überweisung  des 

vorgenannten  Betrags  an  I  als  Zahlungsgrund  "Projekt  E"  vermerkte  und  nicht  etwa 

"Rückzahlung  Darlehen/Vorschuss".  Dies  lässt  darauf  schliessen,  dass  I  (ein  renom-

mierter  Finanzanalytiker  und  Vermögensverwalter)  als  Geldgeber  mit  dem  Pflichtigen 

im Rahmen eines (mit Blick auf den Risikoaspekt ihm wohl im Detail bekannten) Inves-

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titionsprojekts  zusammenwirkte,  was  erneut  nicht  dafür  spricht,  dass  es  hier  um  die 

blosse Verwaltung von Privatvermögen ging. Eigenmittel für die Optionsausübung per 

…  …  2007  benötigte  der  Pflichtige  im  Übrigen  nicht,  weil  er  die  optionierten  Aktien  

der  E  Holding  A/S  am  …  …  2007  praktisch  zeitgleich  zum  x-fachen  Wert  an  die  

E Holding II A/S verkaufte und dergestalt eine Verrechnung stattgefunden hat.  

e) aa) Weiter lässt der Pflichtige vorbringen, gemäss erwähntem Kreisschrei-

ben des ESTV könne gewerbsmässiger Wertschriftenhandel ausgeschlossen werden, 

wenn fünf spezifizierte Kriterien kumulativ erfüllt seien. Soweit eines dieser Kriterien die 

hier im Vordergrund stehende Fremdfinanzierung betreffe, halte das Kreisschreiben in 

Ziff. 3 fest, dass Anlagen nicht fremdfinanziert sein dürften oder (kursiv) die steuerba-

ren  Vermögenserträge  aus  den  Wertschriften  (wie  Zinsen,  Dividenden  usw.)  höher 

seien  als  die  anteiligen  Schuldzinsen.  Die  letztere  Voraussetzung  sei  hier  gegeben, 

habe doch I das Darlehen zinsfrei zur Verfügung gestellt und beliefen sich die anteili-

gen Schuldzinsen damit auf Fr. 0.-. Die steuerbaren Vermögenserträge aus den Wert-

schriften seien damit grösser als die anteiligen Schuldzinsen, womit das Ausschlusskri-

terium der Fremdfinanzierung (neben den vier anderen) erfüllt sei. 

bb)  Ob  diese  für  das  Steuerrekursgericht  nicht  verbindliche  Richtlinie  der 

ESTV jedem Einzelfall gerecht wird, erscheint fraglich, kann aus den folgenden Grün-

den hier aber dahingestellt bleiben:  

Der Pflichtige hat in den Steuerjahren 2005 bis 2007 nie einen Wertschriften-

ertrag  deklariert,  weder  aus  dem  hier  zur  Diskussion  stehenden  E-Investment,  noch 

aus anderen Wertschriften; Zinserträge von  wenigen Franken aus bescheidenen Gut-

haben bei Banken (Salärkonti, Privatkonti etc.) sind keine Wertschriftenerträge, welche 

im Rahmen der Betrachtungsweise der ESTV zu berücksichtigen wären. Selbst wenn 

der  Pflichtige  das  Fremdkapital  tatsächlich  zinslos  erhalten  hätte,  fehlte  es  damit  an 

Vermögenserträgen,  welche  die  anteiligen  Schuldzinsen  überstiegen  hätten.  Den  in 

Sachen I beigezogenen Steuerakten lässt sich gemäss einer Aktennotiz des kantona-

len Steueramts vom 24. Mai 2013 jedoch entnehmen, dass von einem zinsfreien Dar-

lehen keine Rede sein kann. So deklarierte dieser per 2005 ein ab … … 2005 laufen-

des  Darlehen  an  den  Pflichtigen  über  Fr. 50'000.-  zum  Zins  von  2.4%  (mit  Zinsertrag 

Fr. 0.-)  sowie  Aktien  der  E  AG  im  Wert  von  Fr. 300'000.-  (mit  Ertrag  Fr. 0);  per  2006 

deklarierte er zum gleichen Darlehen bei gleichen Zinskonditionen einen Zinsertrag von 

Fr. 3'600.-,  während er als  Aktienposition  E AG "Fr. 0"  sowie die Bemerkung "Teilver-

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kauf  per  …  …  2006  mit  Ertrag  Fr. 0"  aufführte.  Per  2007  deklarierte  er  das  besagte 

Darlehen  mit  "Fr. 0.-;  Rückzahlung  2007"  und  einen  Zinsertrag  von  Fr. 600.-.  Auch 

wenn  diese  Angaben  –  wie  vom  Pflichtigen  replicando  geltend  gemacht  –  zum  Teil 

widersprüchlich sind, so steht doch fest, dass I ertragsseitig Darlehenszinsen deklariert 

hat  und  mithin  von  einem  verzinslichen  Darlehen  auszugehen  ist.  Mit  dem  blossen 

Hinweis auf Widersprüche in der Deklaration von I vermag der (mit Blick auf die gefor-

derte Steuerfreiheit des Kapitalgewinns beweisbelastete) Pflichtige das Gegenteil nicht 

nachzuweisen;  hierfür  hätte  er  beispielsweise  eine  Erklärung  seines  Studienfreunds 

einholen können bzw. müssen.  

Das Kriterium der Fremdfinanzierung spricht damit auch bei Abstellen auf die 

Vorgaben der ESTV im einschlägigen Kreisschreiben nicht für das Vorliegen von priva-

ter Vermögensverwaltung.  

f) Zusammenfassend steht damit fest, dass im vorliegenden Fall die vollstän-

dige  Fremdfinanzierung  schon  für  sich  allein  schwergewichtig  auf  gewerbsmässigen 

Wertschriftenhandel schliessen lässt. Wer über kein Privatvermögen mit Anlagebedarf 

verfügt und gleichwohl eine in der Folge fremdfinanzierte berufsnahe Investition in der 

Höhe  von  einer  halben  Million  Franken  tätigt,  betreibt  nicht  die  schlichte  Verwaltung 

von Privatvermögen (so im Ergebnis auch BGr, 9. Juli 1999, 2A_72/1999, in: ASA 69, 

652,  wo  es  ebenfalls  um  den  Erwerb  einer  zu  100%  fremdfinanzierten  Beteiligung 

ging).   

5. a) Ein weiteres für Gewerbsmässigkeit sprechendes Kriterium sieht die Vor-

instanz  zudem  in  den  Spezialkenntnissen,  über  welche  der  Pflichtige  als  Mitglied  der  

E-Geschäftsleitung  sowohl  allgemein,  als  auch  in  Bezug  auf  das  Übernahmegeschäft 

im Besonderen, verfügt habe. Hinzu komme, dass seine Beteiligung nur infolge seiner 

speziellen Stellung im Betrieb zustande gekommen sei. Dabei hätten er und die ande-

ren  Mitglieder  des  Topmanagements  am  hier  zu  beurteilenden  Geschäft  zusammen-

gewirkt, womit auch das Kriterium der Berufsnähe erfüllt sei.  

b)  Der  Pflichtige  lässt  in  diesem  Zusammenhang  entgegnen,  in  den  

Steuerjahren  bis  2004  weder  Angestellter  noch  Verwaltungsrat  der  schweizerischen  

E Holding AG gewesen zu sein. Ebensowenig sei er Angestellter, Manager oder  Ver-

waltungsrat der dänischen E Holding A/S gewesen. Seine Funktion habe sich auf die 

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Leitung  der  industriellen  Produktion  der  hiesigen  Tochtergesellschaft  E  Industrie  AG 

beschränkt.  Dergestalt  habe  er  zwar  über  vertiefte  fertigungstechnische  Kenntnisse 

verfügt,  nicht  aber  über  Spezialkenntnisse  hinsichtlich  des  Übernahmegeschäfts. 

Erst  im  Zusammenhang  mit  der  Unterzeichnung  des  Shareholder  Agreements  vom 

… … 2005 sei er Verwaltungsrat der E Holding AG und zugleich Geschäftsleitungsmit-

glied  der  E  Holding  A/S  geworden.  Damit  habe  er  erst  nach  Unterzeichnung  dieses 

Agreements  über  die  für  das  Übernahmegeschäft  erforderlichen  Spezialkenntnisse 

verfügen können. Im Zeitpunkt der Unterzeichnung des Agreements seien bei ihm we-

der  die  für  die  Transaktion  relevanten  Spezialkenntnisse  vorhanden  gewesen,  noch 

hätten  seine  fertigungstechnischen  Kenntnisse  eine  besondere  Berufsnähe  zum  "Be-

teiligungshandel" aufgewiesen. Letztlich habe er weder beruflich noch privat je irgend-

welche Erfahrungen mit Aktienhandel oder gar Firmenbeteiligungen gemacht.  

Weiter  lässt  der  Pflichtige  darauf  hinweisen,  die  Möglichkeit  ins  oberste  Ma-

nagement  der  E  Gruppe  aufzusteigen,  im  Zusammenhang  mit  dem  Erwerb  der  

E  Holding  AG (recte:  E Holding  A/S)  durch die "G"  erhalten  zu haben.  Bedingung für 

diesen Aufstieg sei die Unterzeichnung des besagten Shareholder Agreement und da-

mit  das  Tätigen  der  streitbetroffenen  Investition  gewesen.  Hätte  er  das  Agreement 

nicht  unterzeichnet,  wäre  er  für  das  Management  nicht  in  Frage  gekommen.  Daraus 

folge,  dass  er  nicht  systematisch  und  planmässig  vorgegangen  sei;  vielmehr  habe  er 

mit  dem  Investment  eine  sich  zufällig  bietende  Gelegenheit  ausgenutzt  bzw.  sei  er 

hierzu mit Blick auf den beruflichen Aufstieg sogar verpflichtet gewesen. Letztlich gehe 

es hier ganz einfach um einen ordentlichen Karriereverlauf innerhalb derselben Struk-

tur. 

c) Das hier zu beurteilende Geschäft basiert nicht auf komplexen Transaktio-

nen, beinhaltet es doch lediglich den Erwerb von Aktien der E Holding A/S (Direktkauf 

sowie via Ausübung von zuvor gekauften Optionen) sowie den anschliessenden Wie-

derverkauf  dieser  Aktien.  Von  daher  steht  nicht  die  Frage  im  Vordergrund,  ob  der 

Pflichtige  –  immerhin  aber  gelernter  Betriebsökonom  HWV  –  über  Spezialkenntnisse 

im Aktien- oder Beteiligungshandel verfügte. Indes war ihm als Leiter einer Tochterge-

sellschaft der E Gruppe kurz vor dem designierten Aufstieg in den Verwaltungsrat der 

E Holding AG sowie in das oberste Management auf internationaler Gruppenebene mit 

Bestimmtheit bekannt, welche Gewinnmöglichkeit ihm die Beteiligung an der E Holding 

A/S nach Massgabe des Shareholder Agreements eröffnen würde. Gestützt auf dieses 

Agreement sowie aufgrund seiner Mitwirkung bei dessen Aushandlung kannte er zwei-

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fellos  den  Hintergrund  des  ganzen  Konstrukts  rund  um  die  Beteiligung  des  obersten  

E-Managements  an  der  E  Holding  A/S,  welche  zu  dieser  Zeit  speziell  gegründet  und 

von einer Offshore-Gesellschaft gehalten wurde (vgl. dazu auch nachfolgend E. 7). Die 

Unterzeichnung  des  Shareholder  Agreements  bzw.  die  damit  verbundene  Investition 

qualifiziert von daher in keiner Art und Weise als "sich einem Privatanleger zufällig bie-

tende Gelegenheit"; für den Pflichtigen ging es offensichtlich vielmehr darum, im direk-

ten  beruflichen  Umfeld  für  ihn  gut  abschätzbare  Gewinnaussichten  mittels  der  ihm  

eingeräumten Beteiligungsmöglichkeit an der E Holding A/S wahrzunehmen. Von feh-

lender Berufsnähe kann demzufolge keine Rede sein. Ebensowenig fehlt es an einem 

planmässigen Vorgehen, wenn sich der Pflichtige Fremdkapital beschaffte, um die ihm 

von  Seiten  des  Arbeitsgebers  allein  aufgrund  seiner  Geschäftsleitungsfunktion  einge-

räumte Möglichkeit zu nutzen, sich mit privaten Mitteln zu beteiligen und damit auf ei-

genes Risiko am Erfolg der E Gruppe zu partizipieren. Wenn er im Zusammenhang mit 

dem  eingegangen  Risiko  geltend  macht,  dieses  sei  äusserst  gering  gewesen,  weil  er 

jederzeit mit der Werthaltigkeit der erworbenen Beteiligung habe rechnen können, än-

dert  dies  nichts  daran,  dass  grundsätzlich  ein  Risiko  bestanden  hat.  Belegt  ist  damit 

zudem erneut die Berufsnähe, zeigt sich doch, dass der Pflichtige offenbar Informatio-

nen  hatte,  welche  auf  einen  wahrscheinlichen  Gewinn  haben  schliessen  lassen  und 

ihm damit ermöglichten, Fremdkapital bei einem befreundeten Finanzspezialisten ohne 

jegliche Sicherheiten aufzunehmen.  

Neben  der  Fremdfinanzierung  ist  demnach  mit  der  Berufsnähe  ein  weiteres 

Indiz für das Vorliegen einer gewerbsmässigen Tätigkeit gegeben. 

6. a) Die weiteren, insbesondere quantitativen Abgrenzungskriterien fallen hier 

weniger stark ins Gewicht. Der eher gegen Gewerbsmässigkeit sprechende Umstand, 

dass  hier keine grosse Anzahl  von  Transaktionen  zu  beurteilen  ist,  wird dadurch auf-

gewogen,  dass  der  Pflichtige  per  2005  ungeachtet  seiner  damals  bescheidenen  Ver-

mögensverhältnisse immerhin einen fremdfinanzierten Betrag von Fr. 0.5 Mio. einsetz-

te, um – auch unter Einsatz von derivaten Finanzinstrumenten bzw. Optionsgeschäften 

ohne  blosse  Absicherungsfunktion  (vgl.  vorstehend  E. 2c/bb)  –  letztlich  in  den  Besitz 

von  über  500'000  arbeitgeberbezogenen  Aktien  zu  kommen,  welche  er  nach  ver-

gleichsweise kurzer  Haltedauer  von  gut  eineinhalb Jahren für  über  Fr. 5 Mio.  an  eine 

wiederum  neu  gegründete  arbeitgeberbezogene  Gesellschaft  (E  Holding  II  A/S)  zu-

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rückverkaufen  konnte.  Nicht  unbedeutend  ist  im  Rahmen  der  quantitativen  Indizien 

sodann, dass er sich bei der Letzteren wiederum mit über 500'000 Aktien beteiligt hat.  

b)  Insgesamt  überwiegen  damit  die  für  eine  Erwerbsmässigkeit  im  Sinn  von 

Art. 18  Abs. 2  DBG  sprechenden  Indizien  klar,  weshalb  die  Vorinstanz  den  in  Frage 

stehenden Gewinn in unbestrittenem Nettoausmass von Fr. 4'197'363.- zu Recht nicht 

als  steuerfreien  Kapitalgewinn  qualifiziert,  sondern  der  Einkommenssteuer  zugeführt 

hat.  

7. a) Anzufügen bleibt mit Blick auf eine Anfechtung dieses Entscheids durch 

den  Pflichtigen  Folgendes:  Würde  eine  gewerbsmässige  Tätigkeit  aus  Wertschriften-

handel  verneint,  so  läge  damit  nicht  zwangsläufig  ein  steuerfreier  Kapitalgewinn  vor; 

vielmehr  wäre  aufgrund  der  bereits  angesprochenen  Berufsnähe  zu  prüfen,  ob  der 

fragliche Gewinn nicht als Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit im Sinn 

von Art. 17 Abs. 1 DBG qualifiziert.  

b) Dafür sprechen gute Gründe: Die G, welche die E Gruppe kontrollierte, er-

möglichte  gemäss  Shareholder  Agreement  vom  …  …  2005  allein  den  vier  obersten 

E-Managern, sich an der kurz zuvor gegründeten E Holding A/S zu beteiligen. Damit ist 

aber von im Arbeitsverhältnis begründeten Mitarbeiterbeteiligungen auszugehen. Dies 

legen denn auch die Bestimmungen des Agreements samt Appendix 1 nahe. So lautet 

etwa Appendix 1 Ziff. 2 wie folgt:  

"The  warrants  are  issued  as  a  part  of  a  general  management  co-investment 

program ("Management Co-Investment Program")".  

Ist  Hintergrund  der  Beteiligungen  an  der  E  Holding  A/S  demnach  ein  "Co-

Investment  Program"  für  das  Management,  erklärt  dies  auch,  wieso  im  Shareholder 

Agreement  den  vier  Executives  unterschiedlich  grosse  Beteiligungsmöglichkeiten  ein-

geräumt worden sind. Offensichtlich ging es bei diesem Programm um nichts anderes, 

als  um  eine  moderne  Form  der  Zusatzentlöhnung  von  Topmanagern  im  Sinn  eines 

Bonus bzw. einer Provision, abgestuft nach Massgabe der Verantwortung (Hierarchie-

Stufe)  des  jeweiligen  Managers  sowie,  in  quantitativer  Hinsicht,  letztlich  an  den  Ge-

schäftserfolg gekoppelt, welchen die Manager im Rahmen ihrer Arbeitstätigkeit für die 

Gesellschaft  erreichen.  Wenn  das  Agreement  sodann  in  Ziff.  13  Konkurrenzverbots-

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klauseln  enthält,  dokumentiert  auch  dies  den  direkten  Zusammenhang  zwischen  den 

Beteiligungen  der  Manager  und  deren  Arbeitsverhältnissen.  Damit  können  aber  die 

Gewinne,  welche  die  E-Manager  mit  ihren  Beteiligungen  an  der  E  Holding  A/S  erzielt 

haben,  grundsätzlich  auch  als  Einkommen  aus  dem  Arbeitsverhältnis  und  damit  aus 

unselbstständiger Erwerbstätigkeit qualifiziert werden.  

Dass  die  E-Manager  für  den  Erwerb  ihrer  Beteiligungen  private  Mittel  einzu-

schiessen  hatten,  ändert  daran  grundsätzlich  nichts  (ausser,  dass  sich  damit  die  Ab-

grenzungsfrage stellt, ob der Gewinn unselbstständiger oder selbstständiger Erwerbs-

tätigkeit entstammt; vgl. dazu nachstehend E. 7c). Es verhält sich hier nicht anders als 

im Fall, welchen das Steuerrekursgericht sowie anschliessend das Verwaltungsgericht 

im  Fall  von  Kaderleuten  einer  grösseren  schweizerischen  Gesellschaft  zu  behandeln 

hatte. Auch dort wurde eine Beteiligungsgesellschaft für Anlagemöglichkeiten von Kon-

zernleitungsmitgliedern  gegründet,  womit  die  Letzteren  mittels  privaten  Investitionen 

am  Erfolg  der  (Haupt-)Gesellschaft  teilhaben  konnten.  Das  Verwaltungsgericht  hielt 

fest, dass nach den einschlägigen Abgrenzungskriterien betreffend das Vorliegen von 

Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit massgebend sei, ob zwischen dem 

vom  Konzernleitungsmitglied  erzielten  Gewinn  und  seiner  Erwerbstätigkeit  ein  wirt-

schaftlicher  bzw.  kausaler  Zusammenhang  bestehe,  wobei  das  gesamte  Erschei-

nungsbild  unter  Berücksichtigung  sämtlicher  Umstände  des  Einzelfalls  entscheidend 

sei. Im zu beurteilenden Fall führe eine solche Gesamtbetrachtung zum Schluss, dass 

ein derartiger wirtschaftlicher Zusammenhang bestanden habe; dies insbesondere mit 

Blick  auf  die  Beschränkung  der  Beteiligten  auf  Konzernleitungsmitglieder  unter  Aus-

schluss  von  Dritten  sowie  aufgrund  der  zeitlichen  Übereinstimmung  mit  dem  Arbeits-

verhältnis,  der  personellen  Verflechtungen  und  der  Vorteile,  welche  die  (Haupt-

Gesellschaft  ihren  Konzernleitungsmitgliedern  gewährt  habe  (vgl.  VGr,  27. Juni  2012, 

SB.2010.00149, www.vgr.zh.ch). 

Auch im vorliegenden Fall ging es nach dem Gesagten um ein über eine spe-

ziell  gegründete  Gesellschaft  (die  E  Holding  A/S)  abgewickeltes  Co-Investment  Pro-

gramm  für  das  oberste  Management  und  wurde  auf  Basis  des  Shareholder  Agree-

ments  unter  Ausschluss  von  Dritten  allein  den  obersten  Geschäftsleitungsmitgliedern 

der  E-Gruppe  die  Möglichkeit  gegeben,  mit  eigenen  Investments  am  Erfolg  der  

E-Gruppe zu partizipieren. Die (im Anschluss an die Gewinnrealisation nach eineinhalb 

Jahren)  erfolgte  Weiterführung  der  Beteiligung  des  Pflichtigen  mit  gleicher  Aktienan-

zahl  im  Rahmen  der  neu  gegründeten  E  Holding  II  A/S  unterstreicht  zusätzlich,  dass 

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zwischen dem Gewinn, welchen der Pflichtige als Manager der E-Gruppe aus dem Co-

Investment Programm für das Management erzielt, und dem laufenden Arbeitsverhält-

nis ein wirtschaftlicher bzw. kausaler Zusammenhang besteht. 

c)  Die  detaillierten  Umstände  rund  um  das  vorstehend  aufgedeckte  Co-

Investment  Programm für  E-Manager  sind  nicht aktenkundig  und steuerbehördlich of-

fenbar  nicht  untersucht  worden.  Aufschlussreich  wäre  in  diesem  Zusammenhang  si-

cher  der  Arbeitsvertrag  des  Pflichtigen,  könnte  dieser  doch  Hinweise  auf  das  Beteili-

gungsprogramm  enthalten.  Auf  eine  Zusatzuntersuchung  ist  indes  zu  verzichten,  weil 

nach dem  Gesagten  nicht  zu  beanstanden ist,  dass  die Vorinstanz  den  streitbetroffe-

nen Gewinn als Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit qualifizierte und eine 

Umqualifikation in Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit (abgesehen von 

möglichen Unterschieden in Bezug auf Sozialversicherungsbeiträge) letztlich zum glei-

chen Resultat des Nichtvorliegens eines steuerfreien Kapitalgewinns führt. 

8. a) Die einkommenssteuerrechtlichen §§ 16 bis 18 StG entsprechen im We-

sentlichen  Art. 16  bis  18  DBG.  Daraus  folgt,  dass  die  vorstehenden  Erwägungen  zur 

direkten Bundessteuer auch für die Staats- und Gemeindesteuern gelten.  

Die  Einschätzung  des  steuerbaren  Vermögens  bei  den  Staats-  und Gemein-

desteuern  sowie  die  Festsetzung  des  Anspruchs  auf  Rückerstattung  der  Verrech-

nungssteuer sind unbestritten und nicht zu beanstanden.  

b) Nach alledem sind die Beschwerde und der Rekurs abzuweisen. Ausgangs-

gemäss sind die Kosten dem Pflichtigen, unter Verrechnung mit den geleisteten Kos-

tenvorschüssen,  aufzuerlegen  (Art. 144  Abs.  1  DBG,  §  151  Abs.  1  StG).  Die  Zuspre-

chung  einer  Parteientschädigung  fällt  ausser  Betracht  (Art.  144  Abs.  4  DBG  i.V.m. 

Art. 64  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  12.  Dezem-

ber 1968;  § 152  StG  i.V.m.  §  17  Abs.  2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom  

24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

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Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  Der Rekurs wird abgewiesen.  

[…] 

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