# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6bc37a03-abdf-59f4-b09c-c74c48e6bd0b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-05-31
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 31.05.2018 IV 2016/2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-2_2018-05-31.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/2

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 20.09.2019

Entscheiddatum: 31.05.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 31.05.2018
Art. 28 IVG. Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. 
Beweiswürdigung. Polydisziplinäre Gutachten nicht beweiskräftig. 
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Rückweisung zu weiteren 
medizinischen Abklärungen und anschliessender Neuverfügung (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Mai 2018, IV 
2016/2). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2018.

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Peter Wohnlich

Geschäftsnr.  

IV 2016/2

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Linda Keller,

Grand & Nisple Rechtsanwälte, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ arbeitete von 1988 bis 2003 als Küchenhilfe im B.___ und war danach bis 

und mit Februar 2008 als Raumpflegerin in einer Reinigungsfirma angestellt. Vom 1. 

März 2008 bis zum 20. Juni 2008 arbeitete sie in einem Pensum von 80% als 

Küchenhilfe im Alterszentrum C.___ (IV-act. 2). Nach einem Sturz auf die rechte 

Schulter am 17. Mai 2008 fand am 16. Juni 2008 eine Refixation der 

Supraspinatussehne der rechten Schulter am Kantonsspital St. Gallen statt (IV-act. 13, 

57). Da die Versicherte nach dem Unfall nicht mehr in der Lage gewesen war, ihre 

Arbeit wieder aufzunehmen, wurde das Arbeitsverhältnis seitens der Arbeitgeberin 

noch während der Probezeit per 20. Juni 2008 gekündigt (IV-act. 2). Am 21. Oktober 

2008 meldete sich die Versicherte für Massnahmen zur beruflichen Eingliederung an 

(IV-act. 2). Der Hausarzt Dr. med. D.___ meldete dem Regionalärztlichen Dienst der IV-

Stelle (RAD) am 24. November 2008 eine erneute Sehnenruptur (IV-act. 21).

A.b  Im Auftrag der Unfallversicherung wurde die Versicherte am 5. Dezember 2008 im 

Kantonsspital E.___ von Dr. med. F.___, Leitender Arzt Allgemeine- und Unfallchirurgie, 

Zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, begutachtet (Fremdakten). Im Gutachten 

vom 5. Dezember 2008 stellte Dr. F.___ folgende Diagnosen: Posttraumatische, 

ausgedehnte Ruptur der Supraspinatussehne Schulter rechts und Zustand nach 

Arthroskopie und partiell arthroskopisch geführter Rotatorenmanschettenrefixation am 

16. Juni 2008; kleine Re-Ruptur der Supraspinatussehne; anhaltende diffuse 

Schmerzsymptomatik an der rechten Schulter, der Halswirbelsäule und des 

Schultergürtels mit Ausstrahlung in die gesamte Wirbelsäule und das linke Bein, DD: 

Symptomausweitung im Rahmen einer somatoformen Schmerzstörung, 

Algodystrophie, Fibromyalgie. In der bisherigen Arbeitstätigkeit als Küchengehilfin sei 

die Versicherte aktuell zu 100% arbeitsunfähig. Unter Berücksichtigung der reduzierten 

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Belastbarkeit des rechten Armes könne sie medizinisch-theoretisch im Rahmen von 

80% eine Leistung erbringen. Mit Verfügung vom 12. Januar 2009 stellte die 

Unfallversicherung spätestens per 31. März 2009 die Taggeldleistungen ein 

(Fremdakten). Mit Mitteilung vom 2. März 2009 lehnte die IV-Stelle berufliche 

Eingliederungsmassnahmen ab (IV-act. 45).

A.c  Es folgten verschiedene Nachkontrollen in der Klinik für orthopädische Chirurgie 

des Kantonsspitals St. Gallen. Am 24. Juli 2009 wurde die Indikation für eine 

Schulterarthroskopie rechts mit anschliessender offener AC-Gelenksresektion, 

subacromialem Débridement und Refixation der Supraspinatussehne gestellt 

(Fremdakten; IV-act. 62).

A.d  Mit Vorbescheid vom 29. Juli 2009 kündigte die IV-Stelle der Versicherten an, sie 

gedenke, den Anspruch auf eine Invalidenrente abzulehnen. Aufgrund der Unterlagen 

bestehe in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit. 

Es sei der Versicherten deshalb möglich, weiterhin mindestens dasselbe 

Jahreseinkommen zu erzielen wie bisher (IV-act. 60, 61). Mit Verfügung vom 18. 

September 2009 lehnte die IV-Stelle den Rentenanspruch gemäss Vorbescheid ab (IV-

act. 64). Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

B.   

B.a  Am 5. August 2010 meldete sich die Versicherte erneut zum IV-Leistungsbezug an 

(IV-act. 68). In der Folge teilte die IV-Stelle der Versicherten am 25. August 2010 mit, 

sie benötige weitere Unterlagen, damit sie das neue Rentengesuch prüfen könne (IV-

act. 71). Am 31. August 2010 reichte der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. G.___, 

Innere Medizin FMH spez. Blutkrankheiten, der IV-Stelle ein ärztliches Zeugnis nach: 

Der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit Behandlungs¬beginn (18. 

März 2010) in keiner Art und Weise gebessert. Die Beschwerden im Bereich der 

Schulter rechts hätten in der Zwischenzeit noch zugenommen. Die Versicherte sei 

deshalb im Kantonsspital St. Gallen und im Swica Gesundheitszentrum in H.___ 

(richtig: I.___) kontrolliert worden. Aufgrund der Beschwerden sei sie seit dem 1. April 

2010 zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 72). Dem Arztzeugnis legte er die Berichte des 

Kantonsspitals St. Gallen vom 7. Juni 2010 und 9. Juli 2010 bei. Diverse weitere 

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Berichte des Kantonsspitals St. Gallen gingen bei der IV-Stelle vor dem 8. November 

2010 ein (IV-act. 73).

B.b  Nach Sichtung der Akten verneinte der RAD eine seit der Verfügung vom 18. 

September 2009 eingetretene relevante Veränderung des rechtserheblichen 

Sachverhalts (IV-act. 74, 84) und die IV-Stelle trat mit Verfügung vom 6. April 2011 

nicht auf das neue Leistungsbegehren ein (IV-act. 85).

B.c  In Gutheissung der gegen die Verfügung vom 6. April 2011 erhobenen 

Beschwerde hob das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Verfügung mit 

Entscheid IV 2011/178 vom 6. Dezember 2012 auf und wies die IV-Stelle an, das 

Gesuch der Beschwerdeführerin vom 5. August 2010 materiell zu prüfen (IV-act. 109).

C.

C.a In dem von der IV-Stelle in der Folge eingeholten Arztbericht vom 15. April 2013 

hielt Dr. G.___ als Diagnosen eine depressive Phase, einen Status nach Schultertrauma 

rechts OS/2008 mit zweimaliger Operation 2008 und 2009 sowie ein chronisches 

Ekzem an den Händen beidseits fest und attestierte der Versicherten eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit seit dem 1. April 2010 (IV-act. 115). Dr. med. J.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gab in seinem Bericht vom 12. Juni 2013 als 

Diagnosen eine Anpassungsstörung mit Depressivität und Angst (F43.22) bei 

Schmerzen im Bereich der rechten Schulter und psychosozialer Belastungssituation 

an. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. J.___ aus, dass die Versicherte nur 

zweimal bei ihm gewesen sei, so dass er zur Arbeitsfähigkeit nicht Stellung nehmen 

könne (IV-act. 120).

C.b Am 4. und 5. November 2013 fand eine polydisziplinäre Begutachtung durch die 

medas Ostschweiz statt (IV-act. 130). Aus polydiszipläner Sicht stellten die Gutachter 

als Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit chronische 

Schulterschmerzen rechts (ICD-10), eine Impingementsymptomatik bei 

Supraspinatussehnenruptur (M75.4;S46.0), eine AC-Gelenksreizung rechts bei 

leichtgradiger ACG-Arthrose (ICD-10:19.91), einen Status nach arthroskopischer 

Refixation der Supraspinatussehne rechts (16. Juni 2008), einen Status nach Infiltration 

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subacromial, einen Status nach Rotatorenmanschettenrekonstruktion Bicepstenodese 

rechts (7. August 2009), eine Hyperthyreose m/b M. Basedow sowie eine 

Hypoglykämie, DD iR. des M. Basedow, alimentär, diabetogen fest. Bezogen auf ein 

100%-Pensum bestehe aus allgemein-internistischer Sicht, aufgrund des neu 

entdeckten M. Basedow, eine 0%-ige Arbeitsfähigkeit. Die Beurteilung der mittel- und 

langfristigen Arbeitsfähigkeit habe nach der Behandlung dieser internistischen Störung 

zu erfolgen. Aus allgemein-internistischer Sicht handle es sich um einen instabilen 

Gesundheitszustand. Aus orthopädischer Sicht sei die Versicherte in der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit als Küchenhilfe aufgrund der aktuellen Beschwerden und der 

objektivierten Sehnenteilruptur zu 100% arbeitsunfähig. Sie sei nicht in der Lage, den 

rechten Arm ständig einzusetzen, und sie könne nicht über der Horizontalen arbeiten. 

Infolge der geplanten Operation sei auch hier von einem instabilen Zustand 

auszugehen. In einer angepassten Tätigkeit wurde der Versicherten aus rein 

orthopädischer Sicht eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Die orthopädischen 

Gutachter stützten sich in ihrer Beurteilung auf die durch den Hauptgutachter erstellten 

Aktenauszüge sowie die ausführliche Befragung und klinisch-orthopädische 

Untersuchung der Versicherten am 5. November 2013. Im psychischen Bereich seien 

keine Einschränkungen des Leistungsbildes, welche die Arbeitsfähigkeit der 

Versicherten handicapieren würden, gefunden worden. Polydisziplinär seien die 

somatischen Disziplinen führend. Es bestehe bezogen auf ein 100%-Pensum aktuell 

eine 0%-ige Arbeitsfähigkeit, dies aufgrund der Akutsituation eines nicht therapierten 

M. Basedow und einer erneuten Sehnenteilruptur mit geplanter Re-Operation. 

Insgesamt sei der Gesundheitszustand der Versicherten in versicherungsmedizinischer 

Hinsicht als instabil einzustufen. Die Festlegung der mittel- und langfristigen 

Arbeitsfähigkeit habe nach Abschluss der Therapiemassnahmen und nach einer 

entsprechenden Rekonvaleszenzzeit zu erfolgen. Aufgrund der Akutsituation bestehe 

polydisziplinär betrachtet auch in einer adaptierten Tätigkeit aus somatischer Sicht eine 

0%-ige Arbeitsfähigkeit  (IV-act. 130–47).

C.c Im zu Handen der IV-Stelle erstellten Verlaufsbericht vom 15. Mai 2014 gab Dr. 

G.___ einen verschlechterten Gesundheitszustand an. Die Versicherte mache 

zunehmende psychische Probleme und eine Schlaflosigkeit geltend. Sie führe an, 

grosse Schwierigkeiten mit ihrem Ehemann zu haben. In Bezug auf den im November 

2013 neu diagnostizierten M. Basedow habe die Versicherte bislang eine Therapie mit 

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Neo-Mercazol sowie auch eine mögliche Radio-Jod-Behandlung abgelehnt. Bezüglich 

der chronifizierten Schulterschmerzen rechts sei die Versicherte in der 

Schmerzsprechstunde gewesen. Sie stehe einer aktiven Teilnahme an einem 

Schmerzprogramm jedoch weiterhin ablehnend gegenüber. Es sei einfühlbar, dass die 

Versicherte im Sinne einer zeitweiligen Frozen Shoulder lokal mehr Schmerzen 

verspüre (IV-act. 140/1-2). Mit Schreiben vom 18. Juli 2014 orientierte Dr. G.___ die IV-

Stelle dahingehend, dass sich die Versicherte seit dem 18. Juli 2014 einer Behandlung 

ihres M. Basedow mit Neo-Mercazole unterziehe (IV-act. 148).

C.d Am 28. Januar 2015 gab die IV-Stelle eine polydisziplinäre Abklärung bei der 

medexperts AG in Auftrag (IV-act. 170). Die Gutachter hielten fest, dass polydisziplinär 

die orthopädischen Befunde führend seien. Die Leistungsfähigkeit sei aufgrund der 

Frozen Shoulder vermindert. In Bezug auf die Selbsteinschätzung der Versicherten 

führten die Gutachter aus, dass diese sich selbst für keinerlei Arbeitstätigkeit mehr 

fähig sehe. Diese Einschätzung komme auch im PACT Test zum Ausdruck, der 

keinerlei verwertbare Arbeitsleistung ergeben habe. Die Selbsteinschätzung der 

Versicherten bezüglich ihrer Arbeitsfähigkeit könne aufgrund der anhaltenden 

Schmerzen und der Funktionsbeeinträchtigung des rechten Schultergelenks aus 

orthopädischer Sicht nur teilweise nachvollzogen werden. Sie scheine psychisch 

überlagert zu sein. Polydisziplinär bestehe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bezogen 

auf ein 100% Pensum aufgrund der somatischen Einschränkungen eine 0%-ige 

Arbeitsfähigkeit. In Bezug auf eine adaptierte Tätigkeit stellten die Gutachter fest, aus 

orthopädischer Sicht sei die Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit ausgehend von 

einem Vollpensum zu 50% arbeitsfähig. Durch die starke Funktionsbeeinträchtigung 

der rechten Schulter, den therapierefraktären chronifizierten Schulterschmerzen bei 

Frozen-Shoulder-Symptomatik und der Cervikobrachialgie rechts bei im MRI 

verifizierter Diskushernie DH HWK 5/6 rechts, akuell ohne radikuläre Defizite, bestehe 

eine dauerhafte Leistungsminderung. Es sei allerdings fraglich, ob bei der fehlenden 

Motivation der Versicherten und der psychischen Überlagerung der 

Schmerzsymptomatik sowie der ängstlichen Selbstlimitierung eine Wiedereingliederung 

in den Arbeitsprozess möglich sei. Aus allgemein-internistischer und neurologischer 

Sicht hätten sich keine Einschränkungen des Leistungsbildes, die die berufliche 

Leistungsfähigkeit der Versicherten in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit handicapieren 

würden, ergeben. Aus psychiatrischer Sicht bestehe bezogen auf ein 100% Pensum 

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eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit. Die Gutachter umschrieben die adaptierte Tätigkeit als 

leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne regelmässigen Einsatz des rechten Armes, 

ohne ständiges über Tisch- und Schulterhöhe Arbeiten, ohne schweres Heben und 

Tragen von Lasten von maximal 10 kg sowie ohne einseitige Zwangshaltungen der 

Wirbelsäule. Weiter führten die Gutachter aus, dass bei der Versicherten 

möglicherweise eine Anpassungsstörung mit einer längeren depressiven Reaktion 

bestehe, bei der aber keines der Förster-Kriterien erfüllt sei, weshalb diese Erkrankung 

aus versicherungsmedizinischer Sicht alleine mittels einer Willensanstrengung 

überwindbar sei. Das Abhängigkeitssyndrom von Stilnox und von Halcion könne nicht 

alleine mittels einer Willensanstrengung überwunden werden. Ein ärztlich begleiteter 

Entzug dieser Medikamente sei aber möglich. Auf die Zusatzfrage, ob falls aus 

gutachterlicher Sicht eine somatoforme Schmerzstörung oder ein sonstiger 

vergleichbarer syndromaler Zustand diagnostiziert werde, eine psychisch 

ausgewiesene Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und 

Dauer vorliege oder andere Kriterien gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

gegeben seien, die aus medizinischer Sicht eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit 

begründen würden, antwortete die Hauptgutachterin, Dr. med. K.___, Fachärztin 

Allgemeine Innere Medizin, dass sie die mögliche Diagnose einer Anpassungsstörung 

mit längerer depressiver Reaktion stellen könne. Die leicht ausgeprägten depressiven 

Symptome könnten durch eine solche Erkrankung verursacht sein. Es sei keines der 

Förster-Kriterien erfüllt, weshalb sie aus versicherungsmedizinischer Sicht alleine 

mittels einer Willensanstrengung überwunden werden könne (IV-act. 175).

C.e Auf Rückfrage der IV-Stelle hin führten Dr. med. L.___, Facharzt für Neurologie 

FMH sowie Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH und Dr. med. M.___, 

Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie FMH, am 9. Juni 2015 aus, dass aus 

orthopädischer Sicht keine Symptomausweitung vorliege. Die Beschwerden seien 

somatisch erklärbar. Es liege eine „schmerzhafte Schultersteife“, eine sogenannte 

„Frozen Shoulder“, vor. Die Funktionsstörung der rechten Schulter sei durch die 

vorhandenen Pathologien erklärbar. Es bestehe eine anhaltende Kapsel- und 

Weichteilentzündung (IV-act. 179).

C.f  Der RAD notierte am 30. Juli 2015, auf das Gutachten der medas (gemeint wohl: 

medexperts AG) vom 20. Mai 2015 und das Antwortschreiben vom 9. Juni 2015 könne 

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nicht vollumfänglich abgestellt werden. Insbesondere seien die Angaben im 

orthopädischen Teilgutachten nicht schlüssig und nachvollziehbar. Im Aktenauszug sei 

nicht die gesamte Aktenlage berücksichtigt worden. Auch die Schlussfolgerungen 

hinsichtlich der Höhe der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit seien nicht 

plausibel und die Angaben zum zeitlichen Verlauf im neuen Gutachten seien nicht 

konsistent. Aufgrund der inkonsistenten Befunde seien auch die Diagnose der 

schmerzhaften Schultersteife rechts bei Verdacht auf Kapsulitis und die empfohlenen 

Therapiemassnahmen wenig nachvollziehbar, werde doch im Schreiben vom 9. Juni 

2015 dezidiert festgestellt, dass eine „anhaltende Kapsel- und Weichteilentzündung“ 

vorliege. Auf welcher Grundlage nun die Gewissheit dieser Diagnose bestehe, sei nicht 

nachvollziehbar. Es erstaune, dass bei angeblich langjährigem Einsatz nur als Hilfshand 

keine Muskelatrophie entstanden sei. Die Diagnose der Frozen Shoulder sei von den 

orthopädischen Chirurgen bereits im Juni 2010 gestellt worden und gemäss dem 

natürlichen Krankheitsverlauf wäre zumindest eine deutliche Schmerzregredienz zu 

erwarten gewesen. Im Rahmen einer Gesamtwürdigung könne eine unveränderte 

Schmerzsymptomatik bestätigt werden. Die Schulterbeweglichkeit habe sich leicht 

gebessert. Zudem lägen ein M. Basedow mit aktuell unter Neomercazol normalen 

Schilddrüsenwerten, welcher sich längerfristig nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirken 

werde, eine Störung durch Sedativa oder Hypnotika und ein Verdacht auf eine 

Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, welche gemäss Psychiater die 

Arbeitsfähigkeit nicht beeinflusse, vor. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe seit dem 5. 

Dezember 2008 eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 80% (IV-act. 180).

C.g Ausgehend von einer 80%-igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit stellte 

die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 14. August 2015 die Abweisung 

des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 183).

C.h Am 14. September 2015 attestierte Dr. G.___ der Versicherten weiterhin eine 

100%-ige Arbeitsunfähigkeit sowohl in der angestammten Tätigkeit als Küchenhilfe als 

auch in einer adaptierten Tätigkeit. Zur Begründung führte er aus, der 

Gesundheitszustand sei im Zeitverlauf schlechter geworden. Die Versicherte habe 

aufgrund von psychosozialen Problemen eine weitere Verschlechterung ihrer 

Stimmungslage erfahren. Die psychosozialen Probleme seien auf ein zerrüttetes 

Eheverhältnis zurückzuführen; der Ehemann befinde sich seit längerer Zeit in der 

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Psychiatrischen Klinik N.___ (IV-act. 187). Dr. J.___ hielt in einem Bericht vom 21. 

September 2015 als Diagnosen eine Anpassungsstörung mit Angst und Depressivität 

(F 43.22) bei Schmerzen infolge fachärztlich-orthopädischer Befunde im Bereich der 

rechten Schulter und der Halswirbelsäule und bei psychosozialer Belastungssituation 

sowie einen Status post Hypnotika-Missbrauch fest (IV-act. 190–6). 

C.i Am 2. November 2015 (IV-act. 190–1 ff.) begründete die Versicherte ihren bereits 

mit Eingabe vom 18. September 2015 (IV-act. 188) erhobenen Einwand auf den 

Vorbescheid der IV-Stelle und beantragte, ihr sei eine Invalidenrente basierend auf 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% zuzusprechen. In ihrer Begründung 

verwies die Versicherte auf den neu eingereichten Bericht von Dr. J.___ vom 21. 

September 2015. Sie führte aus, die Ausführungen zum Gutachten der medexperts AG 

vom 29. April 2015 seien zu berücksichtigen. Dr. J.___ habe festgehalten, dass durch 

die Wirkung der Hypnotika, die die Versicherte im Untersuchungszeitpunkt 

eingenommen habe, die psychiatrische Beurteilung des psychischen Zustandes wenn 

nicht verunmöglicht, so doch in hohem Mass beeinträchtigt gewesen sei. Dr. G.___ 

habe in seinem Bericht vom 14. September 2015 aufgrund des langjährigen schlechten 

Verlaufs nach Schultertrauma und konsekutiven Operationen, aber auch wegen der 

psychischen Verfassung, eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit festgehalten. Aus den 

Unterlagen gehe eindeutig hervor, dass sich die psychische Situation der Versicherten 

weiter verschlechtert habe bzw. dass auch aus psychiatrischer Sicht ohne weiteres von 

einer Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden müsse. Die Versicherte sei in ihrer 

Arbeitsfähigkeit zu 100%, mindestens aber zu 50% eingeschränkt, und zwar für 

jegliche Tätigkeiten auf dem freien Arbeitsmarkt. Auch die Gutachter der medexperts 

AG seien von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% alleine aus 

orthopädischer Sicht ausgegangen. Dabei seien die Einschränkungen aus 

psychiatrischer Sicht noch nicht einmal berücksichtigt worden, sodass insgesamt und 

polydisziplinär von einer 100%-igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen 

werden müsse.

C.j In einer erneuten Stellungnahme hielt der RAD am 18. November 2015 fest, der 

psychiatrische Gutachter habe sich ausführlich mit dem Zustandsbild der Versicherten 

unter Hypnotikaeinfluss auseinandergesetzt und dies plausibel in die 

Gesamtwürdigung mit Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit einbezogen. Die 

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Begründung der gesundheitlichen Verschlechterung durch psychosoziale Probleme 

aufgrund von Eheproblemen sei nun nach dem Tod des Ehemannes nicht mehr gültig 

und wenn man der Argumentation des Psychiaters folgen würde, so müsste nun gar 

von einer Besserung des psychischen Gesundheitszustandes ausgegangen werden. 

Die geltend gemachten psychischen Probleme sowie auch die Schulterproblematik 

seien im Gutachten gewürdigt worden. Deshalb liege hier eine andere Einschätzung 

desselben medizinischen Sachverhalts vor. Die Ausführungen der Rechtsvertreterin der 

Versicherten sowie die Schreiben von Dr. G.___ und Dr. J.___ würden nichts an den 

Ausführungen in der RAD Stellungnahme vom 30. Juli 2015 ändern, sodass weiterhin 

darauf abgestützt werden könne (IV-act. 192).

C.k Mit Verfügung vom 18. November 2015 wies die IV-Stelle gestützt auf einen 

festgestellten Invaliditätsgrad von 11% den Rentenanspruch der Versicherten ab (IV-

act. 193).

D.

D.a Gegen die Verfügung vom 18. November 2015 liess die Versicherte (nachfolgend 

Beschwerdeführerin) am 5. Januar 2015 (recte: 2016) Beschwerde erheben und 

beantragen, die Verfügung der IV-Stelle vom 18. November 2015 sei aufzuheben, der 

Beschwerdeführerin sei eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 

70% auszurichten und die Beschwerdegegnerin sei eventualiter zu verpflichten, ein 

polydisziplinäres Gutachten in Auftrag zu geben. Zudem sei die unentgeltliche 

Prozessführung zu gewähren und die Kosten des Verfahrens seien der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Zur Begründung liess die Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen vorbringen, die Gutachter der medexperts AG seien zum Schluss 

gekommen, dass in einer adaptierten Tätigkeit aus orthopädischer Sicht, ausgehend 

von einem Vollpensum eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit gegeben sei. Die begutachtende 

Orthopädin habe das Gutachten aus dem Jahre 2014 in ihre Beurteilung miteinbezogen 

und insbesondere festgehalten, dass im damaligen Zeitpunkt – zumindest aus 

orthopädischer Sicht – noch kein stabiler Gesundheitszustand vorgelegen habe und 

sich zudem die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin seit der 

Begutachtung im Jahre 2014 weiter verschlechtert habe. Dr. J.___ habe in seinem 

Bericht vom 21. September 2015 eine Anpassungsstörung mit Angst und Depressivität, 

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bei Schmerzen infolge fachärztlich-orthopädischer Befunde im Bereich der rechten 

Schulter und der Halswirbelsäule und bei psychosozialer Belastungssituation 

diagnostiziert. Weiter habe Dr. J.___ festgehalten, dass durch die Wirkung der 

Hypnotika die psychiatrische Beurteilung des psychischen Zustandes zumindest in 

hohem Mass beeinträchtigt gewesen sei. Inzwischen habe die Beschwerdeführerin den 

missbräuchlichen Hypnotika-Konsum aber eingestellt, sodass sich ihr psychischer 

Zustand beurteilen lasse (act. G 1).

D.b Am 21. Januar 2016 (act. G 4) beantragte die IV-Stelle (nachfolgend 

Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung brachte sie im 

Wesentlichen vor, zwischen dem ersten und dem zweiten medas Gutachten gebe es 

einzig bezüglich der Arbeitsfähigkeitsschätzung in den orthopädischen Teilgutachten 

eine Abweichung. Im ersten Gutachten habe Dr. M.___ der Beschwerdeführerin in einer 

angepassten Tätigkeit eine volle, im zweiten Gutachten hingegen lediglich noch eine 

50%-ige Arbeitsfähigkeit attestiert. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung im zweiten 

Gutachten sei nicht überzeugend. Dr. M.___ stütze ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung 

schwergewichtig auf die Schilderungen der Beschwerdeführerin ab. Die orthopädische 

Befundlage sei relativ harmlos, weshalb eine 50%-ige Einschränkung selbst in einer 

schulteradaptierten Tätigkeit nicht schlüssig sei. Dr. M.___ begründe nicht 

nachvollziehbar, weshalb sich die Arbeits¬fähigkeit der Beschwerdeführerin seit der 

ersten medas Begutachtung aus orthopädischer Sicht derart verschlechtert haben 

sollte. Da Dr. J.___ in seinem Bericht ebenfalls schwergewichtig auf die „dramatischen“ 

Schilderungen der Beschwerdeführerin bezüglich ihrer rechten Schulter abgestellt 

habe, bilde seine Arbeitsfähigkeitsschätzung keine taugliche Grundlage für die 

Invaliditätsbemessung. Hinzu komme, dass die von Dr. J.___ diagnostizierte 

Anpassungsstörung nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kein 

invalidisierendes Leiden darstelle. Die geltend gemachte Arbeitsunfähigkeit von 50% 

erscheine nach dem Gesagten nicht als überwiegend wahrscheinlich. Gestützt auf das 

erste und das zweite medas Gutachten sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen. Weitere medizinische 

Abklärungen seien entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin nicht angezeigt (act. 

G 4).

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D.c Gestützt auf die durch die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 10. Februar 2016 

(act. G 7) eingereichten Unterlagen (act. G 7.1), bewilligte das Gericht das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege und unentgeltliche Rechtsverbeiständung (act. G 8).

D.d Mit Replik vom 18. April 2016 hielt die Beschwerdeführerin an ihren 

Rechtsbegehren und deren Begründung vollumfänglich fest (act. G 12).

D.e Nachdem die Frist zur Einreichung einer allfälligen Duplik unbenutzt verstrichen 

war, stellte das Gericht den Verzicht auf die Einreichung einer Duplik fest und erklärte 

den Schriftenwechsel mit Schreiben vom 10. Juni 2016 als beendet (act. G 14).

Erwägungen

1. 

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin.

2.   

2.1  Eine versicherte Person hat gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG einen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, wenn sie 

während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach dem Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die Bemessung der Invalidität 

einer erwerbstätigen versicherten Person wird das Erwerbseinkommen, das diese nach 

dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in 

Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie 

gesund geblieben wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).

2.2  Bei der Beurteilung eines Rentenanspruches sind die rechtsanwendenden 

Behörden auf die Einschätzung der medizinischen Lage durch Fachpersonen 

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angewiesen, die den Gesundheitszustand beurteilen und dazu Stellung nehmen, in 

welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person 

arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Aufgabe der IV-Stelle und der 

Sozialversicherungsgerichte ist es, zu würdigen, ob die ärztlichen Aussagen und 

Einschätzungen eine zuverlässige Beurteilung des Leistungsanspruchs erlauben. Eine 

allfällige Arbeitsunfähigkeit muss dabei mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Ist dies der Fall, so ist gestützt auf diese 

medizinischen Feststellungen und, in der Regel, anhand eines Einkommensvergleichs 

(Art. 16 ATSG) der Invaliditätsgrad zu bemessen.

2.3  Der Sozialversicherungsträger hat den Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären 

(Art. 43 Abs. 1 ATSG). Mit welchen Mitteln die Sachverhaltsabklärung erfolgt, liegt im 

Ermessen des Versicherungsträgers. Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt ihm ein 

grosser Ermessenspielraum bezüglich Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit 

von medizinischen Erhebungen zu. Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der jeweiligen 

Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt 

soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann.

3. 

3.1  Zu beurteilen gilt es vorliegend in erster Linie, welche Schlüsse aus den 

vorhandenen ärztlichen Unterlagen zu ziehen sind bzw. ob die Sache medizinisch 

ausreichend abgeklärt ist.

3.2  Im Gutachten der medas Ostschweiz vom 3. Februar 2014 haben die Gutachter 

festgehalten, dass polydisziplinär die somatischen Disziplinen führend seien und dass 

bezogen auf ein 100%-Pensum aufgrund der Akutsituation eines nicht therapierten M. 

Basedow und einer erneuten Sehnenteilruptur mit geplanter Re-Operation eine 0%-ige 

Arbeitsfähigkeit bestehe. Weiter haben die Gutachter ausgeführt, dass die Festlegung 

der mittel- bis langfristigen Arbeitsfähigkeit nach Abschluss der Therapiemassnahmen 

und entsprechender Rekonvaleszenzzeit zu erfolgen habe. Aus psychiatrischer Sicht 

wurde von den Gutachtern keine die Arbeitsfähigkeit betreffende Diagnose gestellt. Da 

im Begutachtungszeitpunkt ein noch unbehandelter Morbus Basedow vorlag und die 

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Therapiemassnahmen im Zusammenhang mit der Schulterproblematik noch nicht 

abgeschlossen waren, insbesondere noch eine Operation der erneut aufgetretenen 

Sehnenteilruptur bevorstand, ist von einem im Beurteilungszeitpunkt noch instabilen 

Gesundheitszustand auszugehen. Aus diesem Grund kann dem Gutachten vom 3. 

Februar 2014 noch keine abschliessende Beurteilung des Gesundheitszustandes 

entnommen werden.

3.3  Im Zeitpunkt der Begutachtung durch die medexperts AG am 17., 18. und 19. 

März 2018 war der Morbus Basedow zufriedenstellend therapiert. Laut den Gutachtern 

standen zu diesem Zeitpunkt aus somatischer Sicht die orthopädischen Befunde im 

Vordergrund. Im orthopädischen Teilgutachten hat Dr. M.___ ausgeführt, die 

Versicherte sei vor allem durch die Schulterproblematik handicapiert. Als Küchenhilfe 

mit ständigem Einsatz des rechten Armes sowie dem Heben und Tragen von Lasten sei 

sie daher nicht mehr einsetzbar. Leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne 

repetitiven Einsatz des rechten Armes seien möglich, jedoch bei der vorliegenden 

Krankheitsüberzeugung und der mangelnden Motivation nur schwer umzusetzen. Da 

sie als Rechtshänderin überwiegend die rechte Hand bei fast allen Tätigkeiten 

einsetzen müsse, sei sie erheblich handicapiert und werde daher auch in adaptierten 

Tätigkeiten in Bezug auf ihre Leistungsfähigkeit als zu 50% eingeschränkt beurteilt. Bei 

ihrer Beurteilung hat sich Dr. M.___ massgeblich auf die Ausführungen der 

Beschwerdeführerin gestützt, denn weder radiologisch noch klinisch haben sich die 

Befunde verifizieren lassen. So hat Dr. M.___ ausgeführt, dass eindeutige 

Hinweiszeichen für eine Reruptur wegen den berührungs- und bewegungsabhängigen 

Schulterschmerzen klinisch nicht hätten verifiziert werden können. Ebenfalls liessen 

sich radiologisch keine Ossifikationen nachweisen. Gleichzeitig hat Dr. M.___ jedoch 

auch ausgeführt, dass die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin bezüglich ihrer 

Arbeitsfähigkeit aufgrund der anhaltenden Schmerzen und der 

Funktionsbeeinträchtigung des rechten Schultergelenkes aus orthopädischer Sicht nur 

teilweise nachvollzogen werden könne und psychisch überlagert zu sein scheine (IV-

act. 175 S. 36 ff.). Diese Ausführungen im Gutachten vom 29. April 2015 stehen im 

Widerspruch zu den Ausführungen der Dres. L.___ und M.___ im Schreiben vom 9. Juni 

2015, in welchem sie ausgeführt haben, dass aus orthopädischer Sicht keine 

Symptomausweitung vorliege. Die vorliegenden Beschwerden seien somatisch 

erklärbar. Es liege eine „schmerzhafte Schultersteife“, eine sogenannte „frozen 

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Shoulder“, vor. Die Funktionsstörung der rechten Schulter sei durch die vorhandenen 

Pathologien erklärbar, denn es bestehe eine anhaltende Kapsel- und 

Weichteilentzündung (IV-act. 179). Worauf sich die Gutachter bei dieser 

Diagnosestellung stützten, wird jedoch nicht klar. Die Diagnose steht auch in einem 

Widerspruch zu den im Gutachten getätigten Ausführungen, wonach sich die 

anhaltenden Schmerzen und die Funktionsbeeinträchtigung der rechten Schulter weder 

radiologisch noch klinisch verifizieren liessen und aus orthopädischer Sicht nur 

teilweise nachvollziehbar seien. Auch ist die von Dr. M.___ im Gutachten vom 29. April 

2015 gezogene Schlussfolgerung, dass aufgrund der Bewegungseinschränkungen des 

rechten Armes eine adaptierte Tätigkeit lediglich noch zu 50% ausgeübt werden könne, 

nicht nachvollziehbar und wird auch nicht näher begründet. So sind durchaus 

Tätigkeiten denkbar, in denen die rechte Hand lediglich als Hilfshand fungieren kann 

und trotzdem eine volle Leistung erbracht wird. Zusammenfassend ist festzustellen, 

dass der Einschätzung des RAD vom 30. Juli 2015 dahingehend gefolgt werden kann, 

dass das orthopädische Teilgutachten von Dr. M.___ nicht schlüssig und 

nachvollziehbar begründet ist, so dass aus orthopädischer Sicht nicht darauf abgestellt 

werden kann.

3.4  Im psychiatrischen Teilgutachten hat med. pract. N.___, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie FMH, ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe über verschiedene 

psychosoziale Belastungsfaktoren wie vor allem finanzielle Probleme sowie gewisse 

Eheprobleme, die als Folge der finanziellen Situation aufgetreten seien, berichtet (IV-

act. 175-29/5). Weiter hat er festgestellt, die Beschwerdeführerin nehme regelmässig 

Stilnox ein und dies auch am Tag. Dadurch könnten gewisse Gedächtnisfunktionen 

verlangsamt sein. Das Abhängigkeitssyndrom von Stilnox und Halcion könne nicht 

alleine mittels einer Willensanstrengung überwunden werden. So lange die 

Beschwerdeführerin Stillnox auch am Tag und gleichzeitig das Halcion einnehme und 

von diesen Medikamenten abhängig sei, könne sie keine nicht angepassten Tätigkeiten 

durchführen (IV-act. 175-32/59). Med. pract. N.___ hat sich jedoch nicht dazu 

geäussert, ob eine angepasste Tätigkeit trotz der Abhängigkeit und Einnahme von 

Stillnox und Halcion möglich wäre und wie eine solche Tätigkeit aussehen würde.

3.5  Im Schreiben vom 21. September 2015 hat Dr. J.___ eingehend zum psychischen 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin Stellung genommen. Aus den 

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Ausführungen von Dr. J.___ geht hervor, dass die durch die Ehegemeinschaft 

bestehende Belastungssituation stärker ausgeprägt war, als dies den Gutachtern 

bekannt gewesen war. So hatte der Ehemann bereits seit vier Jahren vor den Kindern 

im Haus exhibitioniert und er war gegenüber der Gesuchstellerin aggressiv gewesen. 

Dies war so weit gegangen, dass er sie mit dem Messer bedroht hatte. Wie Dr. J.___ 

ebenfalls ausgeführt hat, hatte die Beschwerdeführerin diese Probleme lange Zeit 

verschwiegen. Deshalb kann der Einschätzung von Dr. J.___ gefolgt werden, dass ohne 

diese Informationen eine Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und eine 

Diagnosestellung nicht möglich sind. In Bezug auf die belastende Familiensituation ist 

zudem unerheblich, dass der Ehemann der Gesuchstellerin mittlerweile verstorben ist. 

Denn die über einen längeren Zeitraum bestandene Belastungssituation kann durchaus 

auch nach Wegfall der Belastungsfaktoren Auswirkungen auf den psychiatrischen 

Gesundheitszustand einer Person haben. Hinzu kommen die durch Dr. J.___ ebenfalls 

erwähnten Auswirkungen des Hypnotikamissbrauchs, der unter Umständen einen 

Einfluss auf den psychischen Zustand der Beschwerdeführerin im 

Beurteilungszeitpunkt gehabt haben konnte. Es erscheint aus Laiensicht zumindest 

fraglich, ob eine psychiatrische Beurteilung trotz der Einnahme von Hypnotika möglich 

war.

3.6  Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass die eingeholten Gutachten sowohl 

aus orthopädischer wie auch psychiatrischer Sicht nicht zu überzeugen vermögen. 

Dies hat auch der RAD in seiner Stellungnahme vom 30. Juli 2015 festgestellt (IV-act. 

180). Die Ausführungen des RAD haben sich jedoch lediglich darauf bezogen, weshalb 

den vorliegenden Gutachten nicht gefolgt werden kann. Die eigene 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von 80% in einer adaptierten Tätigkeit hat der RAD jedoch 

nicht überzeugend begründet. Der medizinische Sachverhalt erweist sich damit als 

nicht genügend abgeklärt, sodass keine Aussage zur Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Erwerbstätigkeit gemacht werden 

kann.

4. 

4.1  Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin oder das Gericht eine erneute 

Begutachtung in Auftrag geben muss, d.h. ob die Sache an die Beschwerdegegnerin 

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zurückzuweisen oder ein Gerichtsgutachten zu veranlassen ist. Gemäss der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung holt ein kantonales Versicherungsgericht in der 

Regel dann ein Gerichtsgutachten ein, wenn es im Rahmen der Beweiswürdigung zum 

Schluss kommt, ein bereits erhobener medizinischer Sachverhalt müsse (insgesamt 

oder in wesentlichen Teilen) noch gutachtlich geklärt werden oder eine 

Administrativexpertise sei in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig. Eine 

Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn es darum geht, zu einer 

bisher vollständig ungeklärten Frage ein Gutachten einzuholen. Ebenso steht es dem 

Versicherungsgericht frei, eine Sache zurückzuweisen, wenn allein eine Klarstellung, 

Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 11. Dezember 2014, 8C_633/2014 E. 3.2; BGE 137 V 

210 E. 4.4.1.4). Diese bundesgerichtliche Praxis vermag aus den folgenden Gründen 

nicht zu überzeugen: Die IV-Stellen sind gestützt auf Art. 43 Abs. 1 ATSG verpflichtet, 

die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen. Sie haben somit unter 

anderem den medizinischen Sachverhalt soweit abzuklären, dass die 

Arbeitsunfähigkeit der versicherten Person mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit feststeht. Die Beschwerdegegnerin hat die Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin nur ungenügend abgeklärt. Würde das Versicherungsgericht nun 

ein Gerichtsgutachten in Auftrag geben, würde es die der Beschwerdegegnerin 

obliegende Aufgabe der Sachverhaltsermittlung „übernehmen“. Dies wäre 

gesetzwidrig, da der Gesetzgeber diese Aufgabe, d.h. die rechtsgenügliche Ermittlung 

des Sachverhalts, der Beschwerdegegnerin zugewiesen hat. Eine solche 

Rechtsverletzung kann durch die vom Bundesgericht angeführten Vorteile von 

Gerichtsgutachten, namentlich der Straffung des Gesamtverfahrens und der 

beschleunigten Rechtsgewährung (siehe BGE 137 V 210 E. 4.4.1.2), nicht „geheilt“ 

werden. Hinzu kommt, dass in einem Gerichtsgutachten nur der Gesundheitszustand 

und die Arbeitsfähigkeit bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung zu beurteilen 

sind, während eine Rückweisung der Beschwerdegegnerin die Möglichkeit gibt, den 

gesamten Verlauf der Arbeitsfähigkeit bis zu einer neuen Verfügung zu berücksichtigen. 

Zu beachten ist auch, dass einer versicherten Person durch die Einholung eines 

Gerichtsgutachtens die Möglichkeit genommen wird, den Rentenentscheid von zwei 

Instanzen überprüfen zu lassen. Dies ist insbesondere auch deshalb problematisch, 

weil das Bundesgericht nur über eine eingeschränkte Kognition verfügt, d.h. es kann 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

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den vom kantonalen Versicherungsgericht festgestellten Sachverhalt nur eingeschränkt 

überprüfen (siehe Art. 97 des Bundesgerichtsgesetzes, SR 173.110). Die Einholung 

eines Gerichtsgutachtens ist deshalb nur in jenen Fällen angezeigt, in denen die 

Beschwerdegegnerin den Sachverhalt zwar rechtsgenüglich abgeklärt hat, für die 

rechtliche Würdigung aber trotzdem die Einholung eines weiteren Gutachtens 

notwendig ist, namentlich weil zwei (oder mehr) überzeugende, sich jedoch 

widersprechende Arbeitsfähigkeitsschätzungen im Recht liegen. In der vorliegenden 

Angelegenheit liegt jedoch noch überhaupt kein den Beweisanforderungen 

genügendes Gutachten vor, womit die Beschwerdegegnerin ihrer Pflicht zur 

Sachverhaltsermittlung nicht rechtsgenüglich nachgekommen ist. Das 

Versicherungsgericht hält trotz der unbegründeten und unhaltbaren Kritik des 

Bundesgerichts in dessen Urteil 8C_580/2017 vom 9. Februar 2018, E. 5.3, an seiner 

diesbezüglichen Rechtsprechung fest.

4.2  Die angefochtene Verfügung ist daher in teilweiser Gutheissung der Beschwerde 

aufgrund einer Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nach Art. 43 Abs. 1 ATSG 

aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

5. 

5.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die 

Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die 

Verwaltung als volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (BGE 132 V 215 E. 

6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Die Beschwerdegegnerin hat der 

Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung auszurichten. Diese ist angesichts des 

durchschnittlichen Vertretungsaufwandes praxisgemäss auf 3'500 Franken 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

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5.2  Wenn der Gerichtsschreiber verhindert ist, muss gemäss Art. 39ter Abs. 2 VRP an 

seiner Stelle ein mitsitzender Richter das Urteil unterzeichnen. Da der an diesem 

Beschwerdeverfahren beteiligte Gerichtsschreiber verhindert ist, wird das Urteil vom 

vorsitzenden Richter und von einer mitsitzenden Richterin unterzeichnet.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 18. November 2015 

aufgehoben und die Sache wird zur weiteren medizinischen Abklärung und zur 

anschliessenden Neuverfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit Fr. 3'500.-- zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 31.05.2018
	Art. 28 IVG. Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Beweiswürdigung. Polydisziplinäre Gutachten nicht beweiskräftig. Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes. Rückweisung zu weiteren medizinischen Abklärungen und anschliessender Neuverfügung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Mai 2018, IV 2016/2). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2018.

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