# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9b90c812-d364-5c98-9032-3d1c42e23d0a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.06.2019 SB180404
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB180404_2019-06-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB180404-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Die Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, lic. iur. Ch. Prinz und 

die Ersatzoberrichterin lic. iur. P. Tschudi sowie die Gerichts-

schreiberin MLaw A. Donatsch 

 

Urteil vom 3. Juni 2019 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. P. Zanolla,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das  
Betäubungsmittelgesetz etc. und Widerruf  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung,  
vom 19. Juli 2018 (DG180021) 
 
 
 

- 2 - 

Anklage:  

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 23. Januar 

2018 ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 18/9). 

Urteil der Vorinstanz:  
(Urk. 59 S. 88 ff.) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-

gesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g BetmG in Verbindung mit 

Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, 

− der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a 

WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a und Abs. 5 WG, sowie 

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. Vom Vorwurf der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

betreffend VG 55 und VG 49 sowie vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz betreffend Soft-Air-Pistole wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 ¼ Jahren Freiheitsstrafe (wovon 169 Tage 

durch Haft erstanden sind) sowie einer Busse von CHF 1'500. 

4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

5. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so 

tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen. 

6. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl des Untersuchungsamts Gossau/SG vom 

27. Januar 2017 ausgefällten bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu 

CHF 100 wird verzichtet. 

7. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 6 Jahre des Landes ver-

wiesen. 

- 3 - 

Der Antrag der Staatsanwaltschaft betreffend Ausschreibung im Schengener Infor-

mationssystem wird abgewiesen. 

8. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei unter der Lager-Nummer B01108-

2017 aufbewahrten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (Asservate 

A010'278'316, A010'278'576, A010'278'645, A010'278'678, A010'287'975, 

A010'287'986, A010'287'997, A010'278'690, A010'278'703, A010'278'725, 

A010'278'758, A010'278'769, A010'281'477) werden nach Eintritt der Rechtskraft 

eingezogen und der Kantonspolizei Zürich zur Vernichtung überlassen. 

9. Die sichergestellte und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, aufbe-

wahrte Waffe (Asservat A010'281'159; Faustfeuerwaffe "Zastava" inkl. Magazin und 

Patronen) sowie die bei der Gerichtskasse lagernde Soft-Air-Pistole (Asservat 

A010'281'239) werden eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft der Kantons-

polizei Zürich bzw. der Gerichtskasse zur Vernichtung überlassen. 

10. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

7. September 2017 beschlagnahmten und bei der Gerichtskasse unter der Sach-

kaution Nr. 10478 aufbewahrten Gegenstände werden eingezogen und nach Eintritt 

der Rechtskraft vernichtet: 

− Asservat A010'278'292: 1 Mobiltelefon HTC; 

− Asservat A010'278'327: 1 Mobiltelefon HTC, IMEI 1; 

− Asservat A010'278'383: 1 SIM-Karten-Halterung Yallo; 

− Asservat A010'281'422: 11 Schachteln Ajanta Kamagra 100mg Oral Jelly. 

11. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

7. September 2017 beschlagnahmten und bei der Gerichtskasse unter der Sach-

kaution Nr. 10478 aufbewahrten Gegenstände werden dem Beschuldigten ab Ein-

tritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes Verlangen hin her-

ausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist werden die Sicherstellungen 

der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

− Asservat A010'278'338: 1 Mobiltelefon Samsung Galaxy, lMEl 2; 

− Asservat A010'278'350: 1 SIM-Karten-Halterung Swisscom; 

− Asservat A010'280'941: 1 USB-Stick "Hallo Kitty"; 

− Asservat A010'281'295: 1 Laptop Acer inkl. Ladegerät. 
 

 

- 4 - 

12. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 7'000 ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 3'000   Gebühr Strafuntersuchung 

CHF 500   Kosten der Kantonspolizei  

CHF 2'205   Auslagen Untersuchung  

CHF 2'594   Gutachten/Expertisen etc.  

CHF 39'948.05   amtliche Verteidigung  

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

14. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.  

15. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen als 

amtlicher Verteidiger mit CHF 39'948.05 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse ent-

schädigt. 

16. (Mitteilungen) 

17. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 5 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 88 S. 1; Prot. II S. 11) 

1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der mehrfachen Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz gemäss Ziff. 1 des Urteils des Bezirksgerichts 

Zürich vom 19. Juli 2018 von Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des illegalen Waffenbesitzes freizuspre-

chen. 

- 5 - 

3. Der Beschuldigte sei mit einer Zusatzstrafe von 6 Monaten Gefängnis, unter 

Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft, sowie mit einer Busse von 

CHF 1'000.– zu bestrafen; eventualiter sei der Beschuldigte mit einer Zu-

satzstrafe von 15 Monaten Gefängnis, unter Anrechnung der erstandenen 

Untersuchungshaft, sowie mit einer Busse von CHF 1'000.– zu bestrafen. 

4. Der Beschuldigte sei nicht des Landes zu verweisen. 

5. Unter ausgangsgemässer Regelung der Kostenfolgen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 67; schriftlich) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

Erwägungen: 

I. Prozessuales     

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-

meidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 59 S. 4 ff.). 

1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 19. Juli 2018 wurde 

der Beschuldigte A._____ im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteils-

dispositivs schuldig gesprochen und bestraft. Gegen dieses Urteil liess er innert 

Frist mit Schreiben vom 23. Juli 2018 Berufung anmelden (Urk. 53). Das begrün-

dete Urteil wurde dem Beschuldigten respektive seinem amtlichen Verteidiger in 

der Folge am 30. August 2018 zugestellt (Urk. 58/2), woraufhin letzterer mit Ein-

gabe vom 17. September 2018 fristgerecht die Berufungserklärung beim hiesigen 

Gericht einreichte (Urk. 62). 

- 6 - 

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 2. Oktober 2018 wurde der Anklagebehörde 

Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben, oder begründet ein Nicht-

eintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 64). Daraufhin teilte die Anklage-

behörde mit Eingabe vom 16. Oktober 2018 mit, sie verzichte auf die Erhebung 

einer Anschlussberufung und beantrage die Bestätigung des vorinstanzlichen Ur-

teils (Urk. 67). 

1.4. Am 3. Juni 2019 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der Be-

schuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. 

X._____, erschienen ist. Gleichzeitig wurden sodann die Berufungsverhandlungen 

in den jeweils separat geführten Verfahren gegen die teilweise Mitbeschuldigten 

B._____ (SB180402), C._____ (SB180405) und D._____ (SB180406) durchge-

führt (Prot. II S. 4 ff.). 

2. Umfang der Berufung 

2.1. In ihrer Berufungserklärung vom 17. September 2018 sowie anlässlich der 

Berufungsverhandlung beantragt die amtliche Verteidigung des Beschuldigten ei-

nen Freispruch vom Vorwurf der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz (Ziff. 1 al. 1) sowie einen solchen vom Vorwurf der 

Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Ziff. 1 al. 2). Als Folge der beantragten 

Freisprüche wird sodann die Sanktion (Strafhöhe und Vollzug; Ziff. 3-6) sowie die 

Landesverweisung und die Kostenauflage (Ziff. 13 und 14) angefochten (Urk. 62 

S. 2 ff.).  

2.2. Explizit unangefochten geblieben sind folgende Dispositiv-Ziffern: 1 al. 3 

(Schuldspruch wegen mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes), 

2 (Freisprüche), 7 Abs. 2 (Verzicht Ausschreibung im SIS), 8 - 11 (Entscheid über 

die Verwendung von sichergestellten respektive beschlagnahmten Gegenstän-

den), 12 (Kostenfestsetzung) und 15 (Entschädigung amtliche Verteidigung). 

Dementsprechend ist das vorinstanzliche Urteil betreffend diese Regelungen nicht 

angefochten und damit in Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels Beschluss 

festzustellen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO).  

- 7 - 

2.3.  Im übrigen Umfang steht das vorinstanzliche Urteil zwecks Überprüfung 

unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbotes (Verbot der reformatio in peius) 

zur Disposition (Art. 391 Abs. 2 StPO). 

3. Verwertbarkeit der Erkenntnisse aus den Überwachungsmassnahmen 

Die Vorinstanz hat sich ausführlich mit der Frage der Verwertbarkeit der diversen 

Überwachungsmassnahmen auseinandergesetzt und eine differenzierte und 

überzeugende Würdigung vorgenommen. Darauf kann vollumfänglich verwiesen 

werden (vgl. Urk. 72 S. 9 ff.). 

II. Schuldpunkt  

1. Sachverhalt 

1.1. Ziff. I. Drogenhandel (Kokain) 

1.1.1. VG 30/2 (Anstalten treffen Lieferung/Kauf von ca. 1'000 oder 500 Gramm 

Kokain) 

1.1.1.1. Dem Beschuldigten wird unter diesem Titel zusammengefasst vorgewor-

fen, der Mitbeschuldigte D._____ habe am 8. April 2016, ca. 17:19 Uhr, von sei-

nem Arbeitsort im E._____ in F._____, telefonisch den Mitbeschuldigten C._____, 

welcher sich an seinem Logisort G._____ [Strasse] … in Zürich befunden habe, 

Kontakt aufgenommen, um für den Beschuldigten zum Zwecke 

des Weiterverkaufs an Dritte eine Lieferung von ca. 1'000 oder zumindest 

ca. 500 Gramm Kokaingemisch (statistisches Gehalt 69% = ca. mind. 345 bis 

690 Gramm Reinsubstanz) zu organisieren. In der Folge habe sich der Mitbe-

schuldigte C._____ am gleichen Abend mit seinem Personenwagen 'Peugeot' 

(Kennzeichen ZH …) – mit einem Zwischenhalt beim E._____ in F._____ – zur 

Pizzeria "H._____" an der I._____-strasse … in J._____/SG des Beschuldigten 

begeben, um dort gegen 22:30 Uhr das bevorstehende Kokaingeschäft mit Letz-

terem zu besprechen (Urk. 18/9 S. 3). 

- 8 - 

1.1.1.2. Während der Beschuldigte in der Untersuchung überwiegend die Aus-

sage zu den einzelnen Vorgängen verweigerte (Urk. 3/1 S. 9 ff.; Urk. 3/2 S. 9; 

Urk. 3/9 S. 1 ff.; Urk. 3/15 S. 12), machte er in der Schlusseinvernahme und an-

lässlich seiner Befragung vor Vorinstanz teilweise Zugeständnisse. In Bezug auf 

den Anklagevorwurf VG 30/2 bestritt der Beschuldigte seine Täterschaft indes 

konsequent (Urk. 3/18 S. 19 und Urk. 47 S. 47). Anlässlich der Berufungsver-

handlung machte er sodann keine Aussagen mehr zur Sache (Urk. 87 S. 2). 

1.1.1.3. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, es falle zunächst 

auf, dass der Beschuldigte im Rahmen der Strafuntersuchung verschiedentlich 

widersprüchliche und in sich unstimmige Aussagen gemacht habe. So habe er 

zwar konstante Angaben zu seinem grundsätzlichen Umgang mit Drogen ge-

macht. Zur Frage hingegen, ob er das Kokain jeweils vor dem Konsum gestreckt 

habe, oder nicht, habe er unterschiedliche Angaben gemacht. Auch habe er zur 

Frage, wie er in den Besitz des bei ihm sichergestellten Kokains gekommen sei, 

unterschiedliche Aussagen gemacht. In Widersprüche habe er sich weiter verwi-

ckelt, wenn es um seine Beziehungen zu ebenfalls am Drogenhandel beteiligten 

Drittpersonen gegangen sei. Während zunächst von mehr oder weniger losen Be-

kanntschaften die Rede gewesen sei, habe sich im Verlauf des Verfahrens ge-

zeigt, dass die jeweiligen Beziehungen von weitreichenderer Intensität gewesen 

seien. Weitere Widersprüche im Aussageverhalten des Beschuldigten ortete die 

Vorinstanz auch bei der Frage, ob und seit wann er Brillenträger sei. In Bezug auf 

den Vorwurf gemäss VG 30/2 habe der Beschuldigte mehrheitlich von seinem 

Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Gestützt auf das überwachte 

Telefonat zwischen den Mitbeschuldigten D._____ und C._____ vom 8. April 

2016, 17.19 Uhr (vgl. Beilage 1 zu Urk. 3/9), sei erstellt, dass D._____ C._____ 

mitgeteilt habe, dass der Beschuldigte bei C._____ ein Kilogramm Kokain habe 

bestellen wollen. C._____ habe D._____ daraufhin mitgeteilt, dass er heute nicht 

liefern könne und dass er die Angelegenheit persönlich [mit dem Beschuldigten] 

besprechen werde. In der Tat habe sich C._____ denn auch am fraglichen Abend 

zum Restaurant des Beschuldigten nach J._____/SG begeben, was sich aus der 

GPS-Überwachung des von C._____ benutzten Personenwagens der Marke 

'Peugeot' ergebe (vgl. Beilagen 4 und 5 zu Urk. 3/9) und was C._____ letztlich 

- 9 - 

auch selbst eingeräumt habe. Dass es sich bei dem im fraglichen Telefonge-

spräch verwendeten Wort "Auto" um ein Codewort für 1 Kilogramm Kokain hand-

le, gehe einerseits aus dem Kontext der diversen überwachten Gespräche und 

andererseits auch aus dem entsprechenden Zugeständnis des Mitbeschuldigten 

B._____ (vgl. Urk. 5/1 S. 4, 17) hervor. Dieser habe nämlich ausdrücklich bestä-

tigt, dass mit einem "Brot" und einem "Auto" jeweils ein Kilogramm Kokain ge-

meint sei. Damit sei erstellt, dass im fraglichen Telefongespräch vom 8. April 

2016, 17:19 Uhr, von einem Kilogramm Kokain ("ein Auto") oder ½ Kilogramm 

Kokain ("ein halbes") die Rede gewesen sei. Dass der Beschuldigte in den Dro-

genhandel verwickelt gewesen sei, ergebe sich des Weiteren auch aus der akten-

kundigen WhatsApp-Kommunikation sowie aus den überwachten Telefongesprä-

chen zwischen ihm und dem Mitbeschuldigten D._____, namentlich im Zusam-

menhang mit den Anklagevorwürfen VG 46, 58 und 60. Bemerkenswert seien zu-

dem auch die Widersprüche in den Aussagen von K._____, C._____ und dem 

Beschuldigten, soweit es um die Vorkommnisse gegangen sei, welche sich am 

Abend des 8. April 2016 zwischen 22:21 Uhr und 23:03 Uhr in der Pizzeria des 

Beschuldigten ereignet hätten. Der Umstand, dass drei Personen ein und das 

selbe Zusammentreffen derart unterschiedlich geschildert hätten, lasse darauf 

schliessen, dass keine wahrheitsgemässen Angaben gemacht worden seien. 

Damit ergebe sich zusammengefasst, dass aus den überwachten Telefongesprä-

chen unmissverständlich hervor gehe, dass zwischen dem Beschuldigten und 

dem Mitbeschuldigten C._____ ein Drogenkontakt vermittelt worden sei. Aufgrund 

der weiteren Gegebenheiten stehe zudem fest, dass im Anschluss an die Anbah-

nung dieses Kontaktes gleichentags ein Drogengespräch in der Pizzeria des Be-

schuldigten stattgefunden habe. Der Anklagevorwurf sei damit in Bezug auf den 

Beschuldigten rechtsgenügend erstellt, wobei in quantitativer Hinsicht zu Gunsten 

des Beschuldigten von ½ Kilogramm Kokain auszugehen sei (Urk. 59 S. 19 ff.). 

1.1.1.4. Grundlage des hier interessierenden Anklagevorwurfs bildet zunächst das 

überwachte Telefonat zwischen den beiden Mitbeschuldigten D._____ und 

C._____ vom 8. April 2016, 17:19 Uhr (Urk. 3/9 Beilage 1). Dem Beschuldigten 

wurde der Mitschnitt dieses Telefongespräches anlässlich seiner polizeilichen Be-

fragung vom 2. Mai 2017 vorgespielt, woraufhin er zu Protokoll gab, bei den bei-

- 10 - 

den am Telefongespräch beteiligten Personen handle es sich um "D._____ und 

C'._____" (Urk. 3/9 Antwort auf Frage 5), wobei mit "C'._____" unbestrittenermas-

sen C._____ gemeint war. Zum Inhalt des Gespräches wollte sich der Beschuldig-

te sodann nicht äussern. Auf entsprechenden Vorhalt der GPS-Daten, mit wel-

chen das Bewegungsprofil des von C._____ benutzten Personenwagens der 

Marke 'Peugeot' dokumentiert wurde, stellte der Beschuldigte nicht in Abrede, 

dass C._____ am Abend des 8. April 2016, um 22:21 Uhr, bei der Pizzeria des 

Beschuldigten in J._____ eingetroffen und sich dort bis 23:03 Uhr aufgehalten 

habe. Er räumte weiter ein, dass er C'._____ "damals im April" das erste Mal ge-

sehen habe. Zuvor habe er ihn nicht gekannt. Er habe ihn über D._____ kennen-

gelernt. Dass es beim damals stattfindenden Gespräch um Kokain gegangen sei, 

stellte er indes vehement in Abrede (Urk. 3/9 Antwort auf Frage 23 ff.). Mit der Vo-

rinstanz steht ausser Frage, dass es beim Telefongespräch zwischen D._____ 

und C._____ inhaltlich um die Anbahnung eines Drogengeschäftes ging. Es ist 

gerichtsnotorisch, dass in Drogenhändlerkreisen üblicherweise eine codierte 

Sprache verwendet wird, um bei allfälligen Überwachungsmassnahmen nicht oh-

ne weiteres überführt werden zu können. Wenn also D._____ im fraglichen Tele-

fonat C._____ fragte, ob er "jenem von diesem Restaurant in L._____" ein "Auto" 

beschaffen könne und letzterer daraufhin antwortet, er könne es "heute nicht in 

Ordnung bringen", dann drängt sich bereits aufgrund der verklausulierten Formu-

lierungen der Verdacht auf, dass mit "Auto" gerade nicht ein Automobil gemeint 

gewesen sein dürfte. Vollends klar wird die Sache dann, wenn D._____ nachfragt, 

ob C._____ denn wenigstens ein "halbes Auto" liefern könne, wenn ein ganzes 

Auto nicht möglich sei. Mit der Vorinstanz besteht nicht der geringste Zweifel da-

ran, dass hier mit Codewörtern operiert wurde und das Wort "Auto" ein Äquivalent 

für ein Kilogramm Kokain darstellte. Bezeichnenderweise räumte der Mitbeschul-

digte B._____ denn auch in einem anderen Zusammenhang freimütig ein, dass 

die Wörter "Brot" und "Auto" für ein Kilogramm Kokain verwendet würden (Urk. 

5/1 S. 4 ff.). Es ist demnach erwiesen, dass D._____ und C._____ im fraglichen 

Telefonat vom 8. April 2016, 17:19 Uhr, vereinbarten, dass C._____ "dem vom 

Restaurant in L._____" ein respektive eine halbes Kilogramm Kokain beschaffen 

sollte, und dass C._____ noch am selben Abend zusammen mit dem Mitbeschul-

- 11 - 

digten K._____ zur Pizzeria des Beschuldigten nach J._____ bei L._____ fuhr, wo 

sie sich rund 40 Minuten aufgehalten haben. Daraus kann kein anderer Schluss 

gezogen werden, als dass der Mitbeschuldigte D._____ mit seiner telefonischen 

Mitteilung ein bevorstehendes Kokaingeschäft zwischen C._____ und dem Be-

schuldigten – welcher unter den gegeben Umständen entgegen der Ansicht der 

Verteidigung (Urk. 88 S. 4 ff.) eindeutig als "dieser vom Restaurant L._____" iden-

tifiziert werden kann – vermittelte und dass folglich am Abend des 8. April 2016 in 

der Pizzeria des Beschuldigten, wie durch C._____ am Telefon angekündigt, ef-

fektiv auch ein entsprechendes Drogengespräch stattfand. Die Vorinstanz hat 

weiter in überzeugender Manier dargetan, dass sämtliche weiteren Umstände wie 

namentlich: 

− der Umgang des Beschuldigten mit Drogen,  

− sein auffälliges und widersprüchliches Aussageverhalten in Bezug auf 

seine Beziehungen zu den weiteren Tatbeteiligten, 

− seine unglaubhaften Angaben zum angeblichem Geldverleih an 

D._____ und B._____, 

− seine widersprüchlichen Aussagen zur Frage, ob er Brillenträger gewe-

sen sei, 

− die eklatanten Widersprüche der drei am Gespräch in der Pizzeria be-

teiligten Personen 

zweifelsfrei dafür sprechen, dass sich die Ereignisse in Bezug auf den Beschul-

digten exakt so zugetragen haben, wie sie ihm durch die Anklagebehörde zur Last 

gelegt werden. Unter Verweis auf die in allen Teilen überzeugenden Erwägungen 

der Vorinstanz (Urk. 59 S. 19 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO) ist damit der Anklage-

vorwurf gemäss VG 30/2 mit der bereits durch die Vorinstanz festgestellten Ein-

schränkung, dass mengenmässig von einem "halben Auto" mithin von 

500 Gramm Kokain auszugehen ist, erstellt.  

 

- 12 - 

1.1.2. VG 62 (Übergabe/Verkauf von ca. 1'000 Gramm Kokain) 

1.1.2.1. Gemäss Anklagevorwurf soll der Beschuldigte zu einem nicht näher be-

kannten Zeitpunkt (ca. Anfang Mai 2016) an einem nicht näher bekannten 

Ort (entweder G._____ … in Zürich oder in der Pizzeria "H._____" in  

J._____/SG), zum Zwecke des Weiterverkaufs an Dritte, ca. 1'000 Gramm Koka-

ingemisch (statistisches Gehalt 69% = ca. 690 Gramm Reinsubstanz) an den Mit-

beschuldigten C._____ verkauft haben. Am 22. Mai 2016, ca. 22:15 Uhr, habe 

sich der Beschuldigte zum Mitbeschuldigten C._____ an dessen Logisort, 

G._____ … in Zürich, begeben und bei diesem die offenen Geldschulden für das 

gelieferte/verkaufte Kilogramm Kokain eingezogen (Urk. 18/9 S. 3 f.). 

1.1.2.2. Dieser Anklagevorwurf wurde vom Beschuldigten sowohl in der Unter-

suchung (Urk. 3/18 S. 19 f.) als auch vor Vorinstanz (Urk. 47 S. 47) vehement in 

Abrede gestellt. Anlässlich der Berufungsverhandlung machte er sodann keine 

Aussagen mehr zur Sache (Urk. 87 S. 2). 

1.1.2.3. Die Vorinstanz hielt diesbezüglich zunächst fest, dass der Mitbeschuldigte 

C._____ den Vorhalt teilweise anerkannt habe. Er habe eingestanden, vom Be-

schuldigten 100 Gramm Kokain gekauft zu haben, wofür er eine Anzahlung ge-

leistet habe. Den Rest des Kaufpreises habe der Beschuldigte bei ihm in 

der Wohnung G._____ … in Zürich abgeholt. Dieses Eingeständnis von C._____ 

erachtete die Vorinstanz – mit Ausnahme der eingestandenen Drogenmenge – 

als glaubhaft. Dies namentlich auch deshalb, weil sich C._____ mit seiner Zugabe 

selbst belastet habe, ohne dass ein Grund dafür ersichtlich sei, weshalb er dies 

zu Unrecht hätte tun sollen. Aufgrund des zwischen den Mitbeschuldigten 

C._____ und D._____ geführten Telefongespräches vom 21. Mai 2016, 02:18 

Uhr, zeige sich jedoch, dass erneut der Begriff "Auto" verwendet worden sei, und 

dass sich dieser Begriff, wie bereits dargelegt, mengenmässig auf 1 Kilogramm 

Kokain beziehe. Weiter gehe aus dem Telefongespräch unzweifelhaft hervor, 

dass mit der Bezeichnung "dieser vom Pizzas" der Beschuldigte gemeint gewe-

sen sei. Dies ergebe sich aus dem Zugeständnis von C._____, wonach er beim 

Beschuldigten Kokain bezogen, den Kaufpreis dafür aber lediglich teilweise begli-

chen habe. Mit der Wendung "er will alle Dokumente vom Auto", habe C._____ 

- 13 - 

klar zum Ausdruck gebracht, dass der Beschuldigte sein Geld für das übergebene 

Kokain eingefordert habe. Der weiteren Kommunikation zwischen dem Beschul-

digten und C._____ könne zudem entnommen werden, dass der Beschuldigte 

den Mitbeschuldigten C._____ G._____ … in Zürich besucht habe, wobei er des-

sen Logisort erst nach längerem Hin und Her gefunden habe. Dass der Grund des 

Besuchs effektiv darin bestanden habe, das Geld für das bereits vom Beschuldig-

ten gelieferte Kokain beim Mitbeschuldigten C._____ einzukassieren, stehe aus-

ser Frage: Einerseits habe der Mitbeschuldigte C._____ dies anerkannt und ande-

rerseits seien die Aussagen des Beschuldigten zu diesem Treffen auffällig wider-

sprüchlich und damit unglaubhaft ausgefallen. Aus all diesen Gründen sei der An-

klagevorwurf gemäss VG 62 in Bezug auf den Beschuldigten erstellt (Urk. 59 S. 

29 ff.). 

1.1.2.4. Beweisfundament des diesen Anklagepunkt betreffenden Vorgangs bildet 

das Telefongespräch zwischen den Mitbeschuldigten C._____ und D._____, wel-

ches am 21. Mai 2016 stattfand und aufgrund der laufenden Überwachung aufge-

zeichnet wurde. In der massgeblichen Passage des inkriminierten Telefonge-

sprächs teilte C._____ D._____ mit, "dieser vom Pizzas wolle weggehen". Auf die 

Frage von D._____, "wohin dieser vom Pizzas" weggehen wolle? Ob er weit weg-

gehen wolle?" antwortete C._____, "ja" er wolle weit weggehen und "er wolle alle 

Dokumente vom Auto". D._____ fragte, ob er auch "seine" Dokumente wolle, wo-

raufhin C._____ klarstellte, er (sprich "dieser vom Pizzas") wolle "seine, meine, al-

le" (TK Protokoll vom 21.05.2016, 02:18 ff. [Beilage 1 zu Urk. 3/7]). Wie die Vo-

rinstanz zunächst überzeugend erwog, ist mit der Bezeichnung "dieser vom Piz-

zas" – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 80 S. 7 ff.) – jeweils der Be-

schuldigte gemeint. Dies ergibt sich einerseits aus der Tatsache, dass der Be-

schuldigte in J._____ SG die Pizzeria "H._____" führte und vor allem andererseits 

aus dem Umstand, dass C._____ – mit dem vorliegenden Vorwurf konfrontiert – 

eingestand, vom Beschuldigten Kokain gekauft und dieses lediglich teilweise be-

zahlt zu haben (vgl. Urk. 4/11 S. 21 ff und Urk. 3/17 S. 24). Daran vermag der 

Umstand, dass unklar bleibt, was damit gemeint war, als C._____ D._____ mitteil-

te, "dieser vom Pizzas" wolle weggehen, nichts zu ändern. Wie bereits ausge-

führt, ist es in Drogenhändlerkreisen üblich, eine codierte Sprache zu verwenden, 

- 14 - 

um bei allfälligen Überwachungsmassnahmen nicht ohne Weiteres überführt wer-

den zu können. Damit einher geht auch, dass keine Namen und Verwandt-

schaftsverhältnisse genannt werden. Das Inkasso betreffend den noch offenen 

Betrag bildete damit fraglos Gegenstand des zuvor erwähnten Telefongespräches 

zwischen D._____ und C._____. Wenn C._____ D._____ wissen liess, dass "die-

ser vom Pizzas alle Dokument vom Auto wolle, bevor er weit weg gehe", brachte 

er damit in codierter Form zum Ausdruck, dass der Beschuldigte noch die Bezah-

lung der offenen Schulden einforderte und zwar von C._____ und D._____. Be-

zeichnenderweise gab C._____ auf Vorhalt der entsprechenden Telefonüberwa-

chung denn auch zu Protokoll, er wisse, worum es beim Gespräch gehe. Es gehe 

darum, dass der Beschuldigte das Geld, welches er aus dem Bezug von (einge-

standenermassen) 100 Gramm Kokain geschuldet habe, zurückverlangt habe. In 

diesem Zusammenhang bestätigte C._____ denn auch, dass ihn der Beschuldigte 

am 22. Mai 2016 an seinem Logisort aufgesucht habe (Urk. 4/11 S. 21 ff.; 

Urk. 3/17 S. 24). Dass der Beschuldigte am 22. Mai 2016 gegen 22.00 Uhr tat-

sächlich den Logisort des Beschuldigten, G._____ … in … Zürich, aufsuchte, 

ergibt sich weiter aus dem überwachten Telefongespräch, welches der Beschul-

digte mit C._____ führte. Daraus geht hervor, dass sich der Beschuldigte von 

C._____ telefonisch an dessen Adresse lotsen liess, nachdem er die Adresse 

wohl nicht eigenständig finden konnte (TK Protokoll vom 22.05.2016 [Beilage 7 zu 

Urk. 3/7]). Nachdem vorstehend bereits unter Ziffer II 1.1.1.4 erläutert wurde, dass 

der Ausdruck "Auto" für ein Kilogramm Kokain stand und der Begriff "Dokumente" 

aufgrund des bereits erwähnten Geständnisses von C._____ als Codewort für 

Geld verwendet wurde, besteht kein Zweifel mehr daran, dass sich der unter VG 

62 eingeklagte Sachverhalt im Sinne der Anklageschrift zugetragen hat. Dafür 

spricht neben dem bei Lichte betrachtet nicht anders interpretierbaren Telefonge-

spräch zwischen D._____ und C._____ namentlich auch das auffällig auswei-

chende und widersprüchliche Aussageverhalten des Beschuldigten mit Bezug auf 

die Fragen, in welchem Verhältnis er zu C._____ stehe und was der Grund für 

seinen Besuch vom 22. Mai 2016 bei letzterem gewesen sei. Die Vorinstanz hat 

sich hierzu erschöpfend und überzeugend geäussert, darauf kann verwiesen wer-

den (Urk. 59 S. 29 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Auch das Vorbringen der Vertei-

- 15 - 

digung, es hätte beim Beschuldigten Geld gefunden werden müssen (Urk. 88 

S. 10), überzeugt nicht, zumal der Beschuldigte erst Monate später verhaftet wur-

de. Für die rechtliche Würdigung ist daher uneingeschränkt vom Anklagesach-

verhalt gemäss VG 62 auszugehen. 

1.1.3. VG 60 (Übernahme/Kauf von ca. 1'000 Gramm Kokain) 

1.1.3.1. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten unter VG 60 vor, er habe 

vom Mitbeschuldigten B._____ und von M._____ am 22. Juni 2016, ca. 20:40 

Uhr, in seiner Pizzeria in J._____/SG, zum Zwecke des Weiterverkaufs an Dritte, 

ca. 1'000 Gramm Kokaingemisch (statistisches Gehalt 81% = ca. 810 Gramm 

Reinsubstanz) übernommen bzw. gekauft, wobei B._____ und M._____ das Ko-

kain zuvor in der Wohnung "N._____", G._____ … in Zürich, geholt hätten, um es 

gemeinsam im von M._____ gelenkten Personenwagen 'Peugeot' (Kennzeichen 

ZH …) nach J._____/SG zu transportieren. Das ausgelieferte Kokain habe aus 

einer durch die Mitbeschuldigten B._____ und C._____ zuvor in Holland organi-

sierten und am 14. Juni 2016 in die Schweiz eingeführten Lieferung von ca. 4 kg 

Kokaingemisch (statistisches Gehalt 81% = ca. 3'240 Gramm Reinsubstanz) ge-

stammt (Urk. 18/9 S. 4). 

1.1.3.2. Dieser Anklagevorwurf wurde vom Beschuldigten sowohl in der Unter-

suchung (Urk. 3/18 S. 20) als auch vor Vorinstanz (Urk. 47 S. 47) konstant bestrit-

ten. Der Beschuldigte wurde während des Verfahrens mehrmals auf den Vorgang 

angesprochen. In der Hafteinvernahme machte er geltend, vom Mitbeschuldigten 

B._____, abgesehen von höchstens kleineren Mengen für den Eigenkonsum, nie 

etwas bekommen zu haben (Urk. 3/2 S. 10 f.). In der Einvernahme zu VG 60 

machte er überwiegend von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch 

(Urk. 3/5 S. 2 ff.). Anlässlich der Berufungsverhandlung machte er sodann keine 

Aussagen mehr zur Sache (Urk. 87 S. 2). 

1.1.3.3. Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, dem Anklagvorwurf lägen Tele-

fonprotokolle und GPS-Daten zugrunde, anhand welcher sich der Vorgang rekon-

struieren lasse. Hinzuweisen sei zunächst auf ein Gespräch vom 22. Juni 2016, 

11:56 Uhr, in welchem der Mitbeschuldigte B._____ zu M._____ gesagt habe, 

- 16 - 

dass sie nun direkt zum Beschuldigten fahren würden. Aus den gesammelten 

GPS-Daten des meist vom Mitbeschuldigten C._____ benutzten 'Peugeot', wel-

cher an besagtem Tag jedoch von M._____ und dem Mitbeschuldigten B._____ 

verwendet worden sei, gehe hervor, dass der Mitbeschuldigte B._____ und 

M._____ später gemäss der vorerwähnten Ankündigung am Nachmittag um 16:09 

Uhr beim Beschuldigten in der Pizzeria gewesen seien. Des Weiteren sei aus den 

GPS-Daten ersichtlich, dass man um 16:38 Uhr die Pizzeria wieder verlassen und 

nach Zürich zum Logisort des Mitbeschuldigten C._____ (G._____ …) gefahren 

sei, wo der Mitbeschuldigte B._____ und M._____ um 17:53 Uhr angekommen 

seien. In der Folge seien sie um 19:29 Uhr erneut Richtung J._____/SG zur Piz-

zeria des Beschuldigten aufgebrochen, wo sie um 20:34 Uhr angekommen seien 

(vgl. Beilage 2 ff. zu Urk. 3/5). Während der Fahrt von Zürich zur Pizzeria des Be-

schuldigten sei ein weiteres Gespräch zwischen dem Mitbeschuldigten B._____ 

und M._____ aufgezeichnet worden. Aus der betreffenden Aufzeichnung gehe 

hervor, dass B._____ M._____ mitgeteilt habe, der Beschuldigte habe ihn wissen 

lassen, dass er bereit sei, ein Kilogramm Kokain für EUR 45'000.– zu überneh-

men, wobei B._____ bereit gewesen sei, dem Beschuldigten "das Brot" (sprich 

ein Kilogramm Kokain) für EUR 40'000.– zu verkaufen (vgl. Beilage 7 zu Urk. 3/5). 

Am darauf folgenden Tag, dem 23. Juni 2016, um 19:48 Uhr, sei sodann ein wei-

teres Audio-Gespräch zwischen dem Mitbeschuldigten B._____ und M._____ 

aufgezeichnet worden. Aus diesem Gespräch gehe klarerweise hervor, dass die 

im Anklagevorwurf erwähnte Lieferung vom 22. Juni 2016 tatsächlich auch erfolgt 

sei und dass der Beschuldigte diese innerhalb eines Tages bereits abgesetzt ha-

be. Damit sei auch erstellt, dass der Kauf des Kokains zum Zwecke des Weiter-

verkaufs getätigt worden sei (vgl. Beilage 1 zu Urk. 3/4). Aufgrund der abgehörten 

Kommunikation, welche zu den vorhandenen GPS-Daten passe, und angesichts 

des Umstands, dass der Beschuldigte auch andere Drogengeschäfte abgewickelt 

habe, sei der Anklagesachverhalt betreffend VG 60 in Bezug auf den Beschuldig-

ten rechtsgenügend erstellt (Urk. 59 S. 34 ff.). 

1.1.3.4. Die Anklagebehörde stützt ihren Tatvorwurf zunächst auf ein abgehörtes 

und aufgezeichnetes Gespräch, welches am Mittwoch, den 22. Juni 2016, 

11:56 Uhr, zwischen B._____ und M._____ stattfand. B._____ und M._____ ver-

- 17 - 

einbaren im betreffenden Gespräch, dass sie gemeinsam zum Beschuldigten 

"A._____" nach J._____ fahren, um dort mit dem Beschuldigten Gespräche über 

die Abnahme von Drogen zu führen (TK Protokoll vom 22.06.2016 [Beilage 1 zu 

Urk. 3/5]). Auf entsprechenden Vorhalt erkannte der Beschuldigte, dass in diesem 

Gespräch von ihm die Rede sei, er sich zum Inhalt des Gespräches aber nicht 

äussern könne (Urk. 3/5 Antwort auf Frage 6 f.). Aufgrund der GPS-Daten des 

überwachten 'Peutgeot', welcher am nämlichen Tag von M._____ und B._____ 

verwendet wurde, ergibt sich, dass die beiden tatsächlich und wie zuvor bespro-

chen, zur Pizzeria nach J._____ SG fuhren, wo sie um 16:09 Uhr eintrafen. Eine 

knappe halbe Stunde später, nämlich um 16:38 Uhr, fuhren sie wieder zurück 

nach Zürich, wo sie um 17:53 Uhr beim Logisort von C._____ G._____ … eintra-

fen. Schliesslich zeigt sich aufgrund der Auswertung der Ortungsdaten, dass der 

'Peugeot' mit B._____ und M._____ um 19:29 Uhr von G._____ … in Zürich er-

neut nach J._____ SG aufbrach, wo er um 20:34 Uhr bei der Pizzeria "H._____" 

des Beschuldigten eintraf (Beilagen 2-5 zur Urk. 3/5). Im Verlauf der zuletzt be-

schriebenen Fahrt von Zürich zur Pizzeria des Beschuldigten wurde ein weiteres 

Audio-Gespräch zwischen dem Mitbeschuldigten B._____ und M._____ aufge-

zeichnet (TK Protokoll vom 22.06.2016, 20:05 [Beilage 7 zu act. 3/5]). In diesem 

Gespräch erklärte B._____ seinem Gegenüber, dass er kiloweise und nicht halb-

kiloweise verkaufe und dass "A._____" zu ihm gesagt habe, er nehme "1 zu Euro 

45". Der Mitbeschuldigte B._____ führte daraufhin wörtlich aus: "Ich sagte ihm: 

Ja, hier ist es. Verkauf das und ich werde dir dann das Brot bringen. Ich habe es 

zu 45. Gib mir 40. Euro 5000 verdien selber". Wenn die Vorinstanz angesichts 

dieser Aufzeichnungen die Schlussfolgerung zog, aufgrund der verklausulierten 

Sprechweise und der Verwendung von Codewörtern – welche entgegen der Be-

hauptungen der Verteidigung (Urk. 80 S. 11 f.) auch in den für diesen Vorgang re-

levanten Audioaufnahmen verwendet wurden – sei es bei diesem Gespräch ein-

deutig um Drogen gegangen, ist ihr vollumfänglich zuzustimmen. Mit der Argu-

mentation der Vorderrichter und unter Hinweis auf das zuvor bereits unter Ziffer II 

1.1.1.4. Ausgeführte, besteht kein Zweifel daran, dass mit "ein Brot" ein Kilo-

gramm Kokain gemeint war. Der Beschuldigte hat demnach den Mitbeschuldigten 

B._____ wissen lassen, dass er bereit sei, ein Kilogramm Kokain für EUR 

- 18 - 

45'000.– zu übernehmen, wobei der Mitbeschuldigte B._____ seinerseits zusi-

cherte, ihm "das Brot", sprich das Kilogramm Kokain, zum Preis von EUR 

40'000.– zu verkaufen. Schliesslich – und darauf hat die Vorinstanz richtigerweise 

hingewiesen – wurde am darauf folgenden Tag, dem 23. Juni 2016, 19:48 Uhr 

respektive um 19:53 Uhr, erneut ein Gespräch zwischen B._____ und M._____ 

aufgezeichnet. Aus diesem Gespräch geht zweifelsfrei hervor, dass die im Ankla-

gevorwurf umschriebene Kokainlieferung an den Beschuldigten am 22. Juni 2016 

erfolgte und dass der Beschuldigte das Kokain innert Tagesfrist bereits abgesetzt, 

sprich weiterverkauft hatte (Beilage 1 zur Urk. 3/4 i.V.m. Beilage 2 zu Urk. 3/4). 

Die Vorinstanz hat die fragliche Gesprächspassage wörtlich zitiert, worauf ver-

wiesen werden kann. Ebenso zutreffend und im Ergebnis überzeugend hat die 

Vorinstanz eine Reihe von aufgezeichneten Gesprächen wiedergegeben und auf-

grund der betreffenden Äusserungen des Beschuldigten aufgezeigt, dass dieser 

entgegen seiner (wortkargen) Bestreitungen eben doch im Drogenhandel aktiv tä-

tig war. Auf die betreffenden Erwägungen unter Ziffer II B 3.3 3.2.4 des vor-

instanzlichen Urteils kann vollumfänglich verwiesen werden (Urk. 59 S. 36 f.; 

Art. 82 Abs. 4 StPO). Dagegen vermag im Übrigen auch die Verteidigung nichts 

Substanzielles vorzubringen. Die Vorinstanz hat es weiter mit überzeugender Be-

gründung und unter Hinweis auf die zumindest teilweisen Zugaben der Mitbe-

schuldigten C._____ und B._____ sowie auf die betreffenden Audio-

Aufzeichnungen, namentlich jene vom 16. Juni 2016 (Audio 16.06.2016, 

15:57 Uhr, Beilage 6 zu Urk. 5/6), vom 22. Juni 2016 (Audio 22.06.2016, 

19:29 Uhr, Beilage 6 zu Urk. 3/5) und vom 2. Juli 2016 (Audio 01.07.2016, 16:26, 

Beilage 4 zu Urk. 3/10), als bewiesen erachtet, dass das ausgelieferte Kokain aus 

einer durch B._____ und C._____ zuvor in Holland organisierten und am 14. Juni 

2016 in die Schweiz eingeführten Lieferung von ca. 4 kg Kokaingemisch stammte. 

Dieser Umstand bildet wohl Gegenstand des Anklagevorwurfes VG 60, ist jedoch 

für die Beurteilung eines allfällig strafbaren Verhaltens des Beschuldigten an die-

ser Stelle nicht von rechtlicher Relevanz. Im Sinne einer Zusammenfassung kann 

festgehalten werden, dass gestützt auf die abgehörten Gespräche, welche zwi-

schen B._____ und M._____ am 22. respektive 23. Juni 2016 stattfanden, und 

das mittels GPS ermittelte und nahtlos zur vorgenannten Kommunikation passen-

- 19 - 

de Bewegungsprofil sowie angesichts der offenkundigen Verstrickungen des Be-

schuldigten in Drogengeschäfte erstellt ist, das sich der Anklagesachverhalt ge-

mäss VG 60 so wie eingeklagt zugetragen hat. 

1.1.4. VG 46 (Übernahme/Kauf von ca. 500 Gramm Kokain) 

1.1.4.1. Dem Beschuldigten wird unter VG 46 vorgeworfen, er habe am 23. Juni 

2016, 19:53 Uhr, beim Mitbeschuldigten B._____ 500 Gramm Kokain bestellt. Da-

raufhin seien B._____ und M._____ um 23:01 Uhr, von Zürich aus nach 

J._____/SG gefahren, wo B._____ dem Beschuldigten in dessen Pizzeria 

"H._____" kurz nach Mitternacht zum Zwecke des Weiterverkaufs an Dritte ca. 

500 Gramm Kokaingemisch (statistisches Gehalt 81% = ca. 405 Gramm Rein-

substanz) zum Preis von EUR 17'000.– übergeben bzw. verkauft habe. 

Das ausgelieferte Kokain stamme aus einer durch die Mitbeschuldigten B._____ 

und C._____ zuvor in Holland organisierten und am 14. Juni 2016 in die Schweiz 

eingeführten Lieferung von ca. 4 kg Kokaingemisch (statistisches Gehalt 81% = 

ca. 3'240 Gramm Reinsubstanz; Urk. 18/9 S. 4 f.). 

1.1.4.2. Dieser Anklagevorwurf wurde vom Beschuldigten sowohl in der Untersu-

chung (Urk. 3/4 S. 3, Urk. 3/10 S. 3 und Urk. 3/18 S. 21), als auch vor Vorinstanz 

(Urk. 47 S. 47) konstant bestritten. Anlässlich der Berufungsverhandlung machte 

er sodann keine Aussagen mehr zur Sache (Urk. 87 S. 2). 

1.1.4.3. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, die vorhandenen 

Telefongesprächs- und Audioaufzeichnungen in Verbindung mit den GPS-Daten 

würden klar aufzeigen, dass dem Beschuldigten in der fraglichen Nacht 500 

Gramm Kokain geliefert worden seien. Zudem sei bereits im Zusammenhang mit 

der Beweiswürdigung betreffend VG 60 dargetan worden, dass das dem Be-

schuldigten gelieferte Kokain aus einer aus Holland eingeführten Lieferung stam-

me und dass der Beschuldigte das Kokain zum Zwecke des Weiterverkaufes an 

Dritte erworben habe. Entsprechend sei der Anklagesachverhalt in Bezug auf den 

Beschuldigten erstellt (Urk. 59 S. 39 ff.). 

- 20 - 

1.1.4.4. Auch betreffend den hier interessierenden Anklagevorwurf stützt sich die 

Anklagebehörde zunächst auf eine abgehörte und aufgezeichnete Kommunika-

tion, welche am 23. Juni 2016, 19:53 Uhr zwischen dem Beschuldigten und 

B._____ stattfand. Wörtlich wurde dabei was folgt besprochen (Beilage 2 zu 

Urk. 3/4): 

[…] 

Beschuldigter: Wann? 

B._____:  Gegen zehn, oder wann du es sagst. 

Beschuldigter: Ist gut, ich bin auch bereit. 

B._____:  Bravo. Bist Du bereit, soll ich dir das Auto organisieren? 

Beschuldigter: Es geht, aber es sollte etwas poliert sein. 

B._____:  Ich weiss es, ich weiss keine Sorge, du bist meine Familie. Ich 

muss aus dir in 10 Tagen den Stärksten machen. 

Beschuldigter: Ist gut, ist gut. 

[…] 

Auch bei diesem Gespräch fällt zunächst auf, dass die fragliche Passage inhalt-

lich keinen Sinn ergibt, es sei denn, man geht von der Verwendung von Code-

wörtern aus. Bezeichnenderweise taucht denn auch hier wieder das Wort "Auto" 

auf, das – wie bereits zuvor dargetan – unzweifelhaft als Codewort für 1 Kilo-

gramm Kokain verwendet wird. Der Beschuldigte erkundigte sich zunächst bei 

B._____, wann dieser kommen werde. B._____ teilte ihm daraufhin mit, er werde 

gegen 22.00 Uhr bei ihm sein, sofern der Beschuldigte keinen anderen Vorschlag 

habe. Der Beschuldigte zeigte sich mit dem Vorschlag von B._____ einverstan-

den und liess diesen wissen, dass er bereit sei. Daraufhin fragte ihn B._____, ob 

er ihm das Auto organisieren solle, woraufhin der Beschuldigte bejahte und darauf 

hinwies, dass es "etwas poliert sein sollte". Mit anderen Worten ersuchte der Be-

schuldigte B._____, ihm noch am selben Abend ein Kilogramm Kokain von guter 

("poliert") Qualität zu beschaffen, wobei er ihm mitteilte, dass er selbst "bereit" sei, 

was im Kontext nichts anderes bedeuten kann, als dass er das Geld für die Be-

gleichung des Kaufpreises beisammen habe. Unmittelbar im Anschluss an das 

Telefongespräch mit dem Beschuldigten sprach B._____ mit M._____ über den 

- 21 - 

Deal mit dem Beschuldigten. Aus der Audio-Aufzeichnung dieses Gespräches 

geht hervor, dass die beiden vereinbarten, dass sie dem Beschuldigten nicht wie 

gewünscht ein ganzes, sondern "nur" ein halbes Kilogramm Kokain liefern würden 

("Nein, nicht gleich eins, warte mal", "Halbe werden wir ihm geben…" (vgl. hierzu 

TK Protokoll vom 23.06.2016 S. 2, 19:53 Uhr "nach dem Telefongespräch", Beila-

ge 1 zu Urk. 3/4). Damit steht weiter auch zweifelsfrei fest, dass das zuvor aus-

zugsweise wiedergegebene Telefonat mit dem Beschuldigten zu einem Zeitpunkt 

geführt wurde, als B._____ zusammen mit M._____ im überwachten 'Peugeot' un-

terwegs war. Vollkommen zu recht hat die Vorinstanz in ihren Erwägungen die 

weiteren, aktenkundigen GPS-Daten der Nacht vom 23. auf den 24. Juni 2016 

sowie die zeitnah im und aus dem überwachten 'Peugeot' geführten (Telefon-

)Gespräche in einen direkten Zusammenhang mit dem Tatvorwurf gestellt. Aus 

dem mittels GPS-Überwachung gewonnenen Bewegungsprofil ergibt sich nämlich 

zwanglos, dass B._____ zusammen mit M._____ am 23. Juni 2016 um 23:01 Uhr 

in Zürich G._____ … starteten und eine knappe Stunde später, nämlich 12 Minu-

ten nach Mitternacht, beim Beschuldigten in der Pizzeria "H._____" in J._____/SG 

ankamen. Um 01:02 Uhr brachen sie dann von dort wieder auf (Beilage 4 zu Urk. 

3/4). Aus dem unmittelbar danach geführten Telefonat zwischen den Mitbeschul-

digten B._____ und C._____ (TK Protokoll vom 24.06.2016, 01:21 [Beilage 3 zu 

Urk. 3/4]) sowie aus dem am darauffolgenden Mittag geführten Audio-Gespräch 

zwischen B._____ und M._____ (TK Protokoll vom 24.06.2016, 12:52 [Beilagen 5 

zu Urk. 3/4]) geht unzweifelhaft hervor, dass das Kokain an den Beschuldigten 

geliefert wurde. Die Rede ist von "jenem mit dem Brille" und mehrfach auch expli-

zit von "A._____". Zur Argumentation der Verteidigung, der Beschuldigte sei im 

Tatzeitpunkt nicht Brillenträger gewesen, hat sich die Vorinstanz ausführlich und 

überzeugend geäussert, worauf verwiesen werden kann (Urk. 59 S. 42; Art. 82 

Abs. 4 StPO). Entgegen der Vorbringen der Verteidigung (Urk. 88 S. 13 f.) ist so-

dann auch mit "dieser aus dem Hotel" der Beschuldigte gemeint, zumal es einzig 

so einen Sinn ergibt, denn die von ihm zum relevanten Zeitpunkt geführte Pizzeria 

verfügte sehr wohl auch über Hotelzimmer. Ebenfalls steht gestützt auf die er-

wähnten Aufzeichnungen – entgegen der Verteidigung (Urk. 88 S. 14) – ausser 

Frage, dass der Beschuldigte B._____ das Geld für das gelieferte Kokain sozusa-

- 22 - 

gen Zug um Zug übergeben hat. Wörtlich soll sich "A._____" […] als Mann ent-

puppt […] und auf die Sekunde" [bezahlt] haben. "A._____ sei ein Boss, Boss der 

Bosse, wenn er direkt mit ihm [gemeint ist B._____] zu tun habe. Dass der Be-

schuldigte zum Weiterverkauf bezog und das gelieferte Kokain aus der Einfuhr 

von vier Kilogramm Kokain aus Holland stammte, wurde an anderer Stelle bereits 

dargetan, worauf zu verweisen ist (vgl. Ziff. II 1.1.3.4). Damit ist der Anklagesach-

verhalt betreffend VG 46 in Bezug auf den Beschuldigten rechtsgenügend erstellt. 

1.1.5. VG 58 (Übernahme/Kauf von ca. 1'000 Gramm Kokain) 

1.1.5.1. Der diesbezügliche Anklagevorwurf lautet dahingehend, dass der  

Beschuldigte am 24. Juni 2016, ca. 21:00 Uhr, in seiner Pizzeria "H._____" in 

J._____/SG zum Zwecke des Weiterverkaufs an Dritte von B._____ und M._____ 

ca. 1'000 Gramm Kokaingemisch (statistisches Gehalt 81% = ca. 810 Gramm 

Reinsubstanz) übernommen bzw. gekauft habe, wobei Letztere dieses Kokain zu-

vor in der Wohnung "N._____", G._____ … in Zürich, geholt hätten, um es da-

nach gemeinsam im von M._____ gelenkten Personenwagen 'Peugeot' (Kennzei-

chen ZH …) nach J._____/SG zu transportieren. Das ausgelieferte Kokain stam-

me aus einer durch die Mitbeschuldigten B._____ und C._____ zuvor in Holland 

organisierten und am 14. Juni 2016 in die Schweiz eingeführten Lieferung von ca. 

4 kg Kokaingemisch (statistisches Gehalt 81% = ca. 3'240 Gramm Reinsubstanz; 

Urk. 18/9 S. 5). 

1.1.5.2. Dieser Anklagevorwurf wurde vom Beschuldigten sowohl in der 

Schlusseinvernahme (Urk. 3/18 S. 22), als auch vor Vorinstanz (Urk. 47 S. 47) 

stets bestritten. Anlässlich der Berufungsverhandlung machte er sodann keine 

Aussagen mehr zur Sache (Urk. 87 S. 2). 

1.1.5.3. Dem Anklagevorwurf gemäss VG 58 liegt zunächst das abgehörte und 

aufgezeichnete Gespräch zwischen B._____ und M._____ vom 24. Juni 2016, 

18:58 Uhr, zugrunde, dessen wesentlicher Inhalt wörtlich wie folgt lautet (Beilage 

1 zu Urk. 3/8): 

M._____: Darf ich dir was sagen? 
B._____: Was? 

- 23 - 

M._____: Nehmen wir jetzt eins? Nicht dass es zu spät wird. Wir müssen dann 
um 21 Uhr kommen. 23, 24 sind wir dann dort. 

B._____: Es ist besser. Ich denke wir nehmen es. Wir haben den Hausschlüssel 
nicht.  

M._____: Ich gehe zu C'._____, und ich nehme den Schlüssel. Nehmen wir die 
Sache und ich lasse ihm die Schlüssel irgendwo. 

B._____: Gut. Du hast Recht. 
M._____: Und gehen wir. Wir haben Verspätung. 
B._____: Gut. 
M._____: Soll ich eins nehmen? 
B._____: Ja eins. 
M._____: Ok, ok. 
B._____: Nehme wir eins und stecken es wir dort.  
M._____:  Gut. 
 
[…] 
 
M._____: Ruf C'._____ an und sag ihm, er soll kurz nach draussen kommen. 
B._____: Nein, nein. Ich habe die Nummer nicht. 
M._____: Ok. 
B._____: Geh zu ihm und sag ihm: "Gib mir den Schlüssel, wir werden es dir 

beim Kasten deponieren.  
M._____: Bei welchem Kasten? 
B._____: Wo du willst. 
M._____: Bei der Post? 
B._____: Deponier es irgendwo. 
M._____: Ok, ok. Ich werde es ihm im Briefkasten deponieren. 
B._____: Weisst du wo "sie" sind? 
M._____: Ja, ja beim Bett. Ich weiss es. Was ist Dir heruntergefallen? Die Scho-

kolade? 
 
[…] 
 
B._____: Gehen wir und erledigen es dem A._____. Er hat es richtig gemacht, 

wie ein Mann. Er hat mir den Weg aufgemacht.  
 
[…] 
 
B._____: Nehmen wir eine Schachtel und legen es hinein.  
M._____:  Soll ich meine Tasche nehmen. 
B._____: Nein, wir nehmen die Tasche … (unverständlich) Wir sollen immer die 

Taschen mit uns tragen. So als ob wir zum Hotel O._____ gehen wür-
den. Jetzt fahren wir nicht mehr zu der Brücke. Sondern anderswo. 

M._____:  Ok 
 
TK Protokoll vom 24.06.2016; 19:17 Uhr (Beilage 2 zur Urk. 3/8) 
 

- 24 - 

B._____: Nehmen wir die Kleider. Nehmen wir das Brot. Gib den Schlüssel nicht 
dem C'._____. Er soll auf der Strasse bleiben. 

M._____: … (unverständlich). 
B._____: Nein es kann sein, dass jemand dort hinein geht.  
M._____: Nein es geht niemand hinein. 
B._____: Nein, nein. Gib ihm es nicht. Er soll auf der Strasse bleiben. Er hat Raki 

getrunken. 
[…].  

1.1.5.4. Zunächst fällt augenscheinlich auf, dass B._____ und M._____ auch bei 

dieser Konversation sehr darauf bedacht sind, das Kind sozusagen nicht beim 

Namen zu nennen. So führen sie zum Beispiel mit Bedacht nirgendwo aus, was 

sie mit "eins" respektive "die Sache" oder "sie" konkret meinen. Später verwenden 

sie dann wieder das hinlänglich geläufige Codewort "Brot", welches bekanntlich 

für 1 Kilogramm Kokain steht. Auch im weiteren Verlauf des Gesprächs zeichnet 

sich dieses durch seinen konspirativen Charakter und die verklausulierte Aus-

drucksweise aus. Insgesamt betrachtet besteht daher kein Zweifel daran, dass es 

sich inhaltlich beim abgehörten Gespräch von B._____ und M._____ um die An-

bahnung eines Drogengeschäftes handelte, was bereits die Vorinstanz mit zutref-

fender Begründung erkannte. Aus der Konversation ergibt sich, dass die beiden 

aus der Wohnung G._____ … in Zürich ein Kilogramm Kokain (eins, die Sache, 

ein Brot) holen wollten, um es hernach "dem A._____" – mithin dem Beschuldig-

ten – zu bringen. Zur Tarnung sollte das Kokain in einer Tasche transportiert wer-

den, so "als ob sie ins Hotel O._____ gehen wollten". Offenbar gab es bei der Ab-

holung des Kokains am Logsiort von C._____ insofern Kalamitäten, als B._____ 

und M._____ das Kilogramm Kokain ("nehmen wir die Kleider. Nehmen wir das 

Brot") in der Wohnung des Mitbeschuldigten C._____ zwar holten, diesem jedoch 

den Wohnungsschlüssel nicht aushändigen wollten, weil er zu viel Alkohol getrun-

ken hatte und sie befürchteten, er könnte in der Wohnung, wo sich das restliche 

Kokain befand, eine Dummheit anstellen. B._____ und M._____ holten das Kilo-

gramm Kokain zwischen 19:39 Uhr und 19:51 Uhr, was sich einerseits aus den 

oben zitierten, abgehörten Gesprächen und andererseits zwanglos aus der Aus-

wertung der GPS-Daten ergibt (Beilage 4 f. zu Urk. 3/8). Aus der betreffenden 

Auswertung folgt weiter, dass die beiden um 19:51 Uhr vom Logisort in Zürich aus 

starteten und auf direktem Weg nach J._____ zur Pizzeria des Beschuldigten fuh-

- 25 - 

ren, wo sie um 20:48 Uhr eintrafen und bis um 21:39 Uhr verweilten, ehe sie wie-

der nach Zürich zurück fuhren (Beilage 4 ff. zu Urk. 3/8). Wie die Vorinstanz wei-

ter zutreffend erkannte, geht aus der Audio-Aufzeichnung des am frühen Morgen 

des 25. Juni 2016 geführten Gespräches zwischen B._____ und M._____ (TK 

Protokoll vom 25.06.2016; 03:17:02; Beilage 8 zur Urk. 3/8) klar und unmissver-

ständlich hervor, dass dem Beschuldigten "das Brot" – entgegen der Verteidigung 

(Urk. 88 S. 15 f.) – am Abend des 24. Juni 2016 übergeben wurde und dass es 

B._____ aus Verärgerung über den Beschuldigten von diesem wieder zurückver-

langen wollte. Dass er dieses Vorhaben aber nicht in die Tat umsetzte, zeigt sich 

aufgrund einer Unterhaltung, welche am 2. Juli 2016 um 16:25 Uhr aufgezeichnet 

wurde (TK Protokoll vom 02.07.2016, 16:25 [Beilage 9 zu act. 3/8]). Aus dem 

Wortlaut des betreffenden Gesprächs geht hervor, dass B._____ C._____ gegen-

über ausführte, dass der Beschuldigte das Kilogramm für CHF 52'000 verkauft 

habe ("Der Kroate hat ihm eins 52'000 in bar bezahlt") und dass der Beschuldigte 

auch das halbe Kilogramm (vgl. VG 46) abgesetzt habe ("Auch das Halbe hat 

A._____ verkauft für Franken 25'000"). Dass das gelieferte Kokain – wie zuvor 

bereits dargetan – aus der Einfuhr der vier Kilogramm Kokain aus Holland stamm-

te, braucht an dieser Stelle eben so wenig wiederholt zu werden, wie der Um-

stand, dass das vom Beschuldigten bezogene Kokain dem Weiterverkauf an Drit-

te diente. Auf die betreffenden Erwägungen der Vorinstanz sowie auf das vorste-

hend hierzu Ausgeführte, kann vollumfänglich verwiesen werden (vgl. Ziff. II 

1.1.3.4). Der Anklagevorwurf gemäss VG 58 ist damit vollumfänglich erstellt, was 

bereits die Vorinstanz mit überzeugender Begründung, auf welche verwiesen 

wird, festgestellt hat (vgl. Urk. 59 S. 43 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

 

1.2. Ziffer II. Erwerb und Besitz von Kokain 

1.2.1. Der diesbezügliche Anklagevorwurf lautet dahingehend, dass der Beschul-

digte zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt an seinem Wohnort von einer 

nicht näher bekannten Person, zum Zwecke des Weiterverkaufs an Dritte, mind. 

ca. 500 Gramm Kokaingemisch (Reinheitsgehalt 91% = mind. ca. 455 Gramm 

Reinsubstanz) erworben habe, wofür er eine Anzahlung von CHF 6'000.– geleis-

- 26 - 

tet habe. Der Beschuldigte habe das Kokain zum Teil versteckt unter der Dusch-

wanne und/oder im Wassertank der Kaffeemaschine in seinem bzw. dem von ihm 

benutzten Zimmer an seinem Wohnort aufbewahrt oder dieses in kleineren Men-

gen verpackt in dem von ihm benutzten Personenwagen "Fiat", Model "Punto", 

Kennzeichen "SG …" aufbewahrt, wo anlässlich einer Hausdurchsuchung am 6. 

April 2017 noch insgesamt 410.2 Gramm netto (= 374.8 Gramm Reinsubstanz) 

sichergestellt worden seien. Dies habe der Beschuldigte im Wissen darum getan, 

dass der Erwerb und Besitz einer derart grossen Menge an Kokain zum Zwecke 

des Weiterverkaufs an Dritte geeignet sei, mittelbar oder unmittelbar die Gesund-

heit vieler Menschen in Gefahr zu bringen (Urk. 18/9 S. 8). 

1.2.2. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, der diesbezügliche 

Anklagevorwurf könne nur im Sinne der vom Beschuldigten in der Schlusseinver-

nahme gemachten Aussagen rechtsgenügend erstellt werden, nämlich dass er im 

September 2016 500 Gramm Kokaingemisch (Reinheitsgrad 91% = 455 Gramm 

Reinsubstanz) von einer nicht näher bekannten Person erhalten habe, wovon er 

150 Gramm für den Eigenkonsum gekauft und die restlichen 350 Gramm für diese 

Person aufbewahrt habe (Urk. 59 S. 55). 

1.2.3. Der Beschuldigte anerkannte den von der Vorinstanz erstellten Sachverhalt 

bereits in der Schlusseinvernahme (Urk. 3/18 S. 25 f.). Anlässlich der Befragung 

vor Vorinstanz bestätigte er sein diesbezügliches Geständnis (Urk. 47 S. 48). Die 

Beweiswürdigung der Vorinstanz wird folglich im Berufungsverfahren weder vom 

Beschuldigten noch von seinem Verteidiger in Frage gestellt. Nachdem keine An-

schlussberufung erhoben wurde, erübrigt es sich, den bislang bestrittenen und 

gemäss Vorinstanz nicht erstellten Teil der Anklage einer weitergehenden Über-

prüfung zu unterziehen. Der durch die Vorinstanz erstellte Sachverhalt ist gestützt 

auf das Geständnis des Beschuldigten, welches sich mit den Untersuchungser-

gebnissen deckt, auch im Berufungsverfahren als erstellt zu betrachten. Darauf ist 

abzustellen. Diesbezüglich macht die Verteidigung geltend, der Beschuldigte ha-

be in Bezug auf 350 Gramm keinen Vorsatz gehabt (vgl. Prot. II S. 12), worauf im 

Rahmen der rechtlichen Würdigung einzugehen ist.  

- 27 - 

 

1.3. Ziffer III. Illegaler Waffenerwerb und -besitz 

1.3.1. Dem Beschuldigten wird unter Anklageziffer III. im Wesentlichen vorgewor-

fen, er habe zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt vor dem 6. April 2017 von 

einer nicht näher bekannten Person eine Faustfeuerwaffe der Marke "Zastava" 

(Kaliber "6.35 mm", Serien-Nr. "ET-…") sowie ein dazugehöriges Patronenmaga-

zin mit vier Schuss Munition erworben. Diese Waffe habe er samt dem mit vier 

Patronen geladenen Magazin in dem von ihm bewohnten Zimmer im 2. Oberge-

schoss seiner Liegenschaft versteckt unter der Duschwanne aufbewahrt. Der Be-

schuldigte habe zudem zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt vor dem 

6. April 2017 von einer nicht näher bekannten Person eine Soft-Air-Pistole bau-

gleich dem Feuerwaffenmodell "Beretta 92 FS" (Waffennummer …) erworben, 

welche er ebenfalls unter der Duschwanne aufbewahrt habe. Dies habe er getan, 

obwohl er für den Erwerb und Besitz der Waffe "Zastava" samt Munition nicht 

über den hierfür erforderlichen Waffenerwerbsschein sowie für die Soft-Air-Pistole 

nicht über den hierfür erforderlichen schriftlichen Übertragungsvertrag verfügt ha-

be (Urk. 18/9 S. 9). 

1.3.2.  Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, die anklagegegen-

ständliche Faustfeuerwaffe (samt Magazin und Munition) sowie Soft-Air-Pistole 

seien im Zimmer des Beschuldigten sichergestellt worden. Diesen Umstand habe 

der Beschuldigte als zutreffend anerkannt. Wenngleich gewisse Anhaltspunkte 

gegen die Darstellung des Beschuldigten sprechen würden, sei aufgrund der nicht 

überzeugenden Beweislage zu Gunsten des Beschuldigten davon auszugehen, 

dass er die Faustfeuerwaffe und die Soft-Air-Pistole etwa 2006 – auf jeden Fall 

vor Inkrafttreten des revidierten Waffengesetzes am 12. Dezember 2008 – erwor-

ben habe. In diesem Sinne sei Anklagesachverhalt rechtsgenügend erstellt 

(Urk. 59 S. 57 ff.). 

1.3.3.  Der Beschuldigte anerkannte sowohl in der Schlusseinvernahme als auch 

vor Vorinstanz den objektiven Anklagesachverhalt als zutreffend (Urk. 3/18 S. 16 

ff. und Urk. 47 S. 48). Gestützt auf sein Geständnis, welches im Einklang mit dem 

Untersuchungsergebnis steht, ist mit der Vorinstanz der Anklagesachverhalt mit 

- 28 - 

der Einschränkung als erstellt zu betrachten, als dass er die Faustfeuerwaffe und 

die Soft-Air-Pistole vor Inkrafttreten des revidierten Waffengesetzes am 

12. Dezember 2008 erworben hat. Dies umso mehr, als auch die Verteidigung 

das vorinstanzliche Beweisergebnis mit keinem Wort in Abrede stellte. 

2. Rechtliche Würdigung 

2.1. Ziffer I. Drogenhandel (Kokain) 

2.1.1. Die Vorinstanz kam im Rahmen ihrer rechtlichen Würdigung der unter An-

klageziffer I. aufgeführten Vorgänge zusammengefasst zum Schluss, der Be-

schuldigte sei der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-

gesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g BetmG in Verbindung mit Art. 19 

Abs. 2 lit. a BetmG schuldig zu sprechen. Vom Vorwurf der qualifizierten Wider-

handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz betreffend VG 55 und VG 49 sprach 

sie den Beschuldigten indes frei (Urk. 59 S. 58). 

2.1.2. Bekanntlich stellt sich die Verteidigung auf den Standpunkt, die Täterschaft 

des Beschuldigten lasse sich nicht beweisen, weshalb bereits deshalb ein Frei-

spruch zu ergehen habe. Entsprechend hat sich die Verteidigung bereits vor Vor-

instanz nicht zur Frage der rechtlichen Subsumtion geäussert. Im Berufungsver-

fahren beanstandete sie die rechtliche Würdigung der Vorinstanz konsequenter-

weise auch nicht (Urk. 88).  

2.1.3. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz betreffend die unter Anklageziffer I 

aufgeführten Verhaltensweisen ist vollständig und zutreffend. Sie bedarf weder 

einer Ergänzung noch einer Korrektur und kann daher ohne Einschränkungen 

übernommen werden. Damit ist der Beschuldigte betreffend Anklageziffer I. 

(VG 30/2, 46, 58, 60 und 62) der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g BetmG in Verbindung 

mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig zu sprechen. 

 

 

- 29 - 

2.2. Ziffer II. Erwerb und Besitz von Kokain 

2.2.1. Diesbezüglich sprach die Vorinstanz den Beschuldigten der qualifizierten 

Widerhandlung gegen das BetmG im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG in 

Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG sowie der mehrfachen Übertretung des 

Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig (Urk. 59 

S. 59 f.). 

2.2.2. Die Verteidigung beanstandete die rechtliche Würdigung der Vorinstanz im 

Berufungsverfahren insofern, als sie behauptet, der Beschuldigte habe in Bezug 

auf 350 Gramm Kokain keinen Vorsatz gehabt (Prot. II S. 12). Dies überzeugt in-

des nicht, zumal der Beschuldigte selbst anerkannte, dieses Kokain für einen Drit-

ten aufbewahrt und somit mit Wissen und Willen gehandelt zu haben. 

2.2.3. Dementsprechend ist der vorinstanzliche Schuldspruch wegen qualifizierter 

Widerhandlung gegen das BetmG im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG in 

Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG und der mehrfachen Übertretung des 

Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG zu bestätigen. 

2.3. Ziffer III. Illegaler Waffenerwerb und -besitz 

2.3.1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten der Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 

Abs. 1 lit. a und Abs. 5 WG schuldig. Vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz betreffend Soft-Air-Pistole sprach sie ihn hingegen frei (Urk. 59 

S. 60 ff.). 

2.3.2. Vor Vorinstanz beantragte die Verteidigung einen Freispruch. Zur Begrün-

dung brachte sie zusammengefasst vor, der Beschuldigte habe die fragliche 

Faustfeuerwaffe vor der letzten grösseren Revision des Waffengesetzes erwor-

ben. Damals sei der Erwerb einer solchen Waffe ohne Waffenerwerbschein und 

ohne Vertrag zulässig gewesen. Da es sich nicht um eine verbotene Waffe im 

Sinne des Waffengesetzes gehandelt habe, habe auch keine Melde- bzw. nach-

trägliche Bewilligungspflicht bestanden. Das gleiche gelte auch für die Munition 

(Urk. 49 S. 41 f.).  

- 30 - 

2.3.3. Die Vorinstanz erwog zum Rechtlichen, die Rechtslage für die Faustfeuer-

waffe "Zastava" stelle sich folgendermassen dar: Eine Faustfeuerwaffe habe im 

Jahre 2006 als Waffe im Sinne des damals gültigen Waffengesetzes (Art. 4 Abs. 1 

lit. a aWG) gegolten. Gestützt auf Art. 7 aWG habe Art. 9 aWV ein Verbot für An-

gehörige bestimmter Staaten enthalten, Waffen zu erwerben. Der Beschuldigte 

sei bereits im Jahre 2006 Bürger von Mazedonien gewesen. Daraus ergebe sich, 

dass der Erwerb der Faustfeuerwaffe im Jahre 2006 durch ihn gesetzeswidrig 

gewesen sei, denn als mazedonischer Bürger sei er dem Verbot gemäss Art. 9 

aWV unterstellt gewesen. An diesem Faktum habe das Inkrafttreten des revidier-

ten Waffengesetzes selbstverständlich nichts geändert. Somit habe der Beschul-

digte die Faustfeuerwaffe "Zastava" samt Magazin und Munition ohne Berechti-

gung in seinem Besitz gehabt, weshalb er den Tatbestand der Widerhandlung 

gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit 

Art. 4 Abs. 1 lit. a und Abs. 5 WG in objektiver und subjektiver Hinsicht erfüllt ha-

be. 

2.3.4. Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte sich der amtliche Verteidiger 

diesbezüglich auf den Standpunkt, der Beschuldigte sei seit 1999 Doppelbürger. 

Er sei im Erwerbszeitpunkt sowohl mazedonischer als auch italienischer Staats-

bürger gewesen. Im Gegensatz dazu, dass mazedonischen Staatsbürgern im 

Jahr 2006 der Erwerb von Waffen in der Schweiz verboten gewesen sei, habe 

dies nicht für italienische Staatsbürger gegolten. Da es nicht angehe, dass man 

auf die ungünstigere Staatsbürgerschaft abstelle, habe der Beschuldigte die Waf-

fe legal erworben (Urk. 88 S. 18 ff.). 

2.3.5. Das Gesetz macht keine Ausführungen, wie diesbezüglich mit Doppel-

bürgern zu verfahren ist. Auch eine höchstrichterliche Rechtsprechung fehlt. Die 

Argumentation der Verteidigung überzeugt. Es ist zutreffend, dass der Beschul-

digte als italienischer Staatsbürger die entsprechende Waffe zum damaligen Zeit-

punkt legal erwerben konnte. Entsprechend ist der Beschuldigte vom Vorwurf der 

Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in 

Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a und Abs. 5 WG freizusprechen. 

 

- 31 - 

2.4. Fazit 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte gestützt auf die vorstehenden Erwägun-

gen der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-

gesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g BetmG in Verbindung mit Art. 19 

Abs. 2 lit. a BetmG schuldig zu sprechen. Vom Vorwurf der Widerhandlung gegen 

das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 

Abs. 1 lit. a und Abs. 5 WG ist der Beschuldigte freizusprechen. 

III. Sanktion 

1. Strafzumessung 

1.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 

5 ¼ Jahren betraft (Urk. 59 S. 89). Die Anklagebehörde verlangte im Hauptver-

fahren eine Sanktion von 7 ½ Jahren Freiheitsstrafe sowie eine Busse von 

Fr. 500.– und beantragt nun im Berufungsverfahren die Bestätigung der an-

gefochtenen Strafe (Urk. 18/9 S. 10 ff.; Urk. 48 S. 1; Urk. 67). Die Verteidigung 

beantragt im Berufungsverfahren eine Zusatzstrafe von maximal 15 Monaten 

Freiheitsstrafe sowie eine Busse von maximal Fr. 1'000.– (Urk. 88 S. 1 ff.).  

1.2. Die allgemeinen Grundsätze der Strafzumessung hat die Vorinstanz richtig 

wiedergegeben und den in diesem Fall massgeblichen Strafrahmen von einem bis 

zu 20 Jahren Freiheitsstrafe (Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG) korrekt abgesteckt, so-

dass vorweg darauf verwiesen werden kann (Urk. 59 S. 63 ff.; Art. 82 Abs. 4 

StPO). 

1.3. Auch in Bezug auf die konkrete Strafzumessung hat die Vorinstanz die ein-

zelnen Gesichtspunkte sorgfältig erörtert und zutreffend gewürdigt, worauf im Fol-

genden – unter anderem – kurz einzugehen ist. 

 

 

 

- 32 - 

1.4. Tatkomponente "mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das BetmG" 

1.4.1.  In Bezug auf die objektive Tatschwere hielt die Vorinstanz zutreffend fest 

(vgl. Urk. 59 S. 69 f.), dass der Beschuldigte zwischen dem 8. April 2016 und dem 

6. April 2017 an diversen Drogengeschäften im Umfang von 4,3 kg Kokain-

gemisch bzw. etwa 3,3 kg reinem Kokain beteiligt war. Dabei hat sie auch berück-

sichtigt, dass betreffend ½ kg Kokaingemisch bzw. ca. 345 g reines Kokain die 

Drogenhandelsaktivitäten des Beschuldigten als "Anstalten treffen" zu qualifizie-

ren waren, was entsprechend gemäss Art. 19 Abs. 3 lit. a BetmG strafmindernd 

zu gewichten ist. Dass diese Strafminderung nur geringfügig ausgefallen ist, er-

weist sich als überzeugend und ist entsprechend ebenfalls zu bestätigen. Sodann 

wurde straferhöhend berücksichtigt, dass der Beschuldigte mehrere deliktische 

Einzelhandlungen während der Zeitspanne eines Jahres vorgenommen hat. Ge-

stützt darauf wurde zu recht von einem beträchtlichen kriminellen Engagement 

gesprochen. Des Weiteren wurde berücksichtigt, dass der Beschuldigte ange-

sichts all seiner Aktivitäten (Kauf und Verkauf von Grossportionen, Aufbewahren 

einer Grossportion) zumindest zu einer mittleren Hierarchiestufe des Drogenhan-

dels gehörte. Sodann hat die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen, dass der 

Beschuldigte nicht aus eigenem Antrieb vom Umgang mit Drogen abgelassen ha-

be. Wenn die Vorinstanz die objektive Tatschwere gestützt auf diese Erwägungen 

als erheblich bis schwer einstufte und eine Einsatzstrafe von 5 Jahren festsetzte, 

ist dies keinesfalls zu beanstanden.  

1.4.2.  In subjektiver Hinsicht ist mit der Vorinstanz festzuhalten (Urk. 59 S. 70 f.), 

dass der Beschuldigte direktvorsätzlich und aus rein finanziellen, mithin egoisti-

schen Beweggründen, handelte. Entgegen der Vorbringen der Verteidigung 

(Urk. 88 S. 24 f.) lag beim Beschuldigten kein Fall von Beschaffungskriminalität 

vor. Es trifft zwar zu, dass der Beschuldigte im Tatzeitraum regelmässig zur Leis-

tungssteigerung Kokain konsumierte (Urk. 3/2 S. 6). Indes fehlt es an der Kausa-

lität zwischen deliktischer Tätigkeit und Drogenkonsum. Er hat die Taten nicht be-

gangen, um sich seine Sucht finanzieren zu können. Er hatte die Absicht, Gewin-

ne zu erzielen. Zusammengefasst vermag die subjektive Tatschwere die objektive 

nicht zu relativieren. 

- 33 - 

1.4.3.  Entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 88 S. 24 f.) liegen keine Hin-

weise auf eine eingeschränkte Schuldfähigkeit vor. Wie bereits ausgeführt, war 

der Beschuldigte zwar kokainabhängig, indes ist kein Kausalzusammenhang zwi-

schen dem Kokainkonsum und der Delinquenz ersichtlich. Es liegt kein Fall der 

Beschaffungskriminalität vor. Der Beschuldigte war voll schuldfähig. 

1.4.4.  Mit der Vorinstanz ist von einem erheblichen Tatverschulden sowie einer 

hypothetischen Einsatzstrafe von 5 Jahren auszugehen. 

1.5. Täterkomponente "mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das 

BetmG" 

1.5.1. Die Vorinstanz hat die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten und 

seinen Werdegang in den wesentlichen Punkten korrekt zusammengefasst und 

wiedergeben. Darauf ist zu verweisen (Urk. 59 S. 74 f.). Der Beschuldigte arbeitet 

nun im Hausdienst des Gefängnisses. Die Familienpizzeria musste in der Zwi-

schenzeit geschlossen werden (Urk. 87 S. 1 ff.). Die persönlichen Verhältnisse 

des Beschuldigten wirken sich strafzumessungsneutral aus. 

1.5.2. Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, weist der Beschuldigte in der 

Schweiz zwei Vorstrafen auf. Mit Strafbefehl des Untersuchungsamts St. Gallen 

vom 15. August 2013 wurde der Beschuldigte wegen Übertretung des Betäu-

bungsmittelgesetzes, Fahrens in fahrunfähigem Zustand und Führens eines nicht 

betriebssicheren Fahrzeuges mit einer bedingten Geldstrafe von 35 Tagessätzen 

zu CHF 100.– sowie einer Busse von CHF 1'700.– bestraft. Mit Strafbefehl des 

Untersuchungsamtes Gossau/SG vom 27. Januar 2017 wurde der Beschuldigte 

wegen Förderung des rechtswidrigen Aufenthalts mit einer bedingten Geldstrafe 

von 20 Tagessätzen zu CHF 100.– bestraft (Urk. 61). Mit der Vorinstanz fallen 

diese Vorstrafen, welche in Bezug auf die mehrfache qualifizierte Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz nicht einschlägig sind, in Bezug auf Anklage-

ziffer I. und II. kaum straferhöhend ins Gewicht.  

1.5.3. Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte mit rechtskräf-

tigem Urteil des Kreisgerichtes St. Gallen vom 5. März 2019 wegen "schwerer 

- 34 - 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz und Geldwäscherei" schuldig gesprochen und hierfür mit 

einer Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren sowie unter Einbezug des Widerrufs der mit 

Strafbefehl des Untersuchungsamtes Gossau vom 27. Januar 2017 bedingt aus-

gefällten Geldstrafe, einer (Gesamt-)Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu CHF 10.–, 

bestraft wurde. Nachdem der Beschuldigte die vorliegend zu beurteilenden Taten 

zwischen April 2016 und April 2017 begangen hat, liegt mit dem genannten Urteil 

des Kreisgerichts St. Gallen keine Vorstrafe vor. Vielmehr ist ein Fall retrospek-

tiver Konkurrenz im Sinne von Art. 49 Abs. 2 StGB gegeben. Darauf wird an-

schliessend einzugehen sein. 

1.5.4. Der Beschuldigte zeigte sich betreffend den Vorwurf der mehrfachen quali-

fizierten Widerhandlung gegen das BetmG nur marginal geständig und zwar nur 

dort, wo er durch das Untersuchungsergebnis ohnehin überführt war. Wenn die 

Vorinstanz dies geringfügig strafsenkend berücksichtigt, kann dies übernommen 

werden (vgl. Urk. 59 S. 75 f.). 

1.5.5. Weitere strafzumessungsrelevante Umstände sind nicht ersichtlich. Insbe-

sondere ist dem Beschuldigten mit der Vorinstanz keine besondere Strafempfind-

lichkeit zu attestieren (vgl. Urk. 59 S. 76). 

1.6. Zwischenfazit betr. Verschulden "mehrfache qualifizierte Widerhandlung 

gegen das BetmG" 

Mit den Vorderrichtern ist die Einsatzstrafe für die mehrfache qualifizierte Wider-

handlung gegen das BetmG auf 5 Jahre Freiheitsstrafe festzusetzen. Unter dem 

Titel Täterkomponente sind die zwei Vorstrafen aus den Jahren 2013 und 2017 

marginal straferhöhend zu berücksichtigen. Demgegenüber ist das teilweise Ge-

ständnis betreffend Anklageziffer II. mit der Vorinstanz – durchaus wohlwollend – 

als geringfügig strafsenkend in die Strafzumessung miteinzubeziehen. Ausdrück-

lich keine Berücksichtigung finden darf an dieser Stelle, dass der Beschuldigte 

kurze Zeit nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft im vorliegenden 

Verfahren erneut delinquierte und er sich dabei weder von der erlittenen Haft, 

noch vom hängigen Strafverfahren beeindrucken liess. Diese Umstände wurden 

- 35 - 

nämlich bereits im Entscheid des Kreisgerichtes St. Gallen berücksichtigt, wes-

halb sich ein nochmaliger Einbezug zum Nachteil des Beschuldigten verbietet. 

Damit hat es bei der festgesetzten Einsatzstrafe von 5 Jahren einstweilen sein 

Bewenden. 

1.7. Zusatzstrafe 

1.7.1. Wie gesehen, ist der Beschuldigte während des vorliegenden Verfahrens 

mit Urteil des Kreisgerichtes St. Gallen wegen "schwerer Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz, Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 

und Geldwäscherei" schuldig gesprochen und hierfür mit einer Freiheitsstrafe von 

3 ½ Jahren sowie (unter Einbezug des Widerrufs der mit Strafbefehl des Untersu-

chungsamtes Gossau vom 27. Januar 2017 bedingt ausgefällten Geldstrafe) einer 

(Gesamt-)Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu CHF 10.– bestraft worden (Urk. 80 

S. 26).  

1.7.2. Gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB bestimmt das Gericht, wenn es eine Tat zu 

beurteilen hat, die der Täter beging, bevor er wegen einer anderen Tat verurteilt 

wurde, die Zusatzstrafe in der Weise, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, 

als wenn die strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wären. Damit 

soll das Asperationsprinzip gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB auch bei retrospektiver 

Konkurrenz gewährleistet werden. Der Täter soll durch die getrennte Beurteilung 

von Straftaten, über die zeitlich zusammen hätte befunden werden können, nicht 

benachteiligt und soweit als möglich auch nicht besser gestellt werden. Die Zu-

satzstrafe gleicht dementsprechend die Differenz zwischen der ersten Einsatz- 

oder Grundstrafe und der hypothetischen Gesamtstrafe aus, die nach Auffassung 

des Richters bei Kenntnis der später beurteilten Straftat ausgefällt worden wäre. 

Eine Zusatzstrafe kann aber nur dann ausgefällt werden, wenn eine zur Grund-

strafe gleichartige Strafe gegeben ist (BGE 137 IV 57). 

1.7.3. Nachdem der Beschuldigte auch heute zu einer Freiheitsstrafe zu verurtei-

len ist, liegen gleichartige Strafen vor und es ist eine Zusatzstrafe zum Urteil des 

Kreisgerichts St. Gallen vom 5. März 2019 auszufällen. Wäre heute neben der 

mehrfach qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie 

- 36 - 

der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes auch noch die vom 

Beschuldigten zwischen Ende 2017 und dem 19. März 2018 begangene Betäu-

bungsmitteldelinquenz sowie die Geldwäscherei zu beurteilen gewesen, so wäre 

die mehrfache qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, 

welche der Beschuldigte zwischen dem 8. April 2016 und dem 6. April 2017 

beging, nach wie vor Ausgangspunkt für die Strafzumessung gewesen. Die dafür 

ausgefällte Sanktion wäre danach in Anwendung des Asperationsprinzips wegen 

der durch das Kreisgericht St. Gallen beurteilten Delinquenz angemessen zu er-

höhen gewesen.  

1.7.4. Dabei gilt es zunächst zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte über ei-

nen Zeitraum von rund drei Wochen in regelmässigen Abständen eine nicht uner-

hebliche Menge Kokain respektive Heroin (1 Mal 50 Gramm und 2 Mal 100 

Gramm Kokaingemisch bzw. ca. 287 Gramm reines Heroin) in jeweils relativ 

grossen Mengen verkaufte und Anstalten dazu traf, weitere grosse Mengen Koka-

in zu verkaufen (300 Gramm und 49.6 Gramm Kokaingemisch). Das verkaufte 

Kokaingemisch wies jeweils einen relativ hohen Reinheitsgrad von ca. 82% auf. 

Der Beschuldigte erzielte mit den Verkäufen einen Umsatz von CHF 21'400.00 

und traf Anstalten für weitere Verkäufe im Wert von ca. CHF 19'000.00. Der Be-

schuldigte handelte selbständig und war in der Wahl der Abnehmer und der Ver-

kaufskanäle frei. Die Menge des verkauften Kokains innerhalb des relativ kurzen 

Zeitraums zeigt zudem einen hohen Grad an krimineller Energie. Den erzielten 

Erlös gab der Beschuldigte jeweils sogleich an seine Lieferanten weiter, um damit 

seine Schulden zurückzuzahlen. Der Beschuldigte hatte keine Weisungsbefugnis 

gegenüber anderen und insbesondere keine ihm unterstellten Personen. Er erle-

digte vielmehr selbst die klassische Dealertätigkeit vor Ort, indem er das Heroin 

direkt an die Konsumenten verkaufte. Er war damit bestimmt nicht auf unterster, 

immerhin aber doch auf einer subalternen Hierarchiestufe anzusiedeln. Sein Tat-

verschulden muss aber insgesamt als erheblich bezeichnet werden. Gemäss 

Strafmass-Tabelle (vgl. Fingerhuth/Schlegel/Jucker, Kommentar BetmG, 3. Aufl., 

Zürich 2016, N 45 zu Art. 47 StGB) wäre die Einsatzstrafe dafür bei rund 5 Jahren 

Freiheitsstrafe festzusetzen. Die Drogenmenge, welcher zwar eine wichtige, je-

doch keine vorrangige Bedeutung bei der Strafzumessung zukommt (Urteil des 

- 37 - 

Bundesgerichts 6B_662/2015 vom 12. Januar 2016, E. 2.4.4.), ist jedoch insofern 

zu relativieren, als die Drogenhandelsaktivität des Beschuldigten in Bezug auf 

ca. 350 Gramm Kokaingemisch als "Anstalten treffen" zu qualifizieren ist, was 

gemäss Art. 19 Abs. 3 lit. a BetmG strafmildernd zu gewichten ist, wobei in casu 

maximal eine geringe Milderung in Frage kommen kann. Straferhöhend kam hin-

zu, dass der Beschuldigte unmittelbar nach seiner Entlassung aus einer halbjähri-

gen Untersuchungshaft und während laufenden Strafverfahrens wegen der ein-

schlägigen Delinquenz erneut delinquierte. Der Beschuldigte zeigte sich weder 

reuig noch einsichtig und legte einzig dort ein marginales Geständnis ab, wo er 

durch das Untersuchungsergebnis ohnehin überführt war. Insgesamt wäre nach 

dem Gesagten und auch im Quervergleich mit ähnlich gelagerten Fällen für die 

schwere Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz für sich allein be-

trachtet eine Freiheitsstrafe von 4 ½ Jahren gerechtfertigt.  

1.7.5. In Anwendung des Asperationsprinzips wäre damit für die mehrfache quali-

fizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz aus dem Jahre 2016 

und für die qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz aus 

dem Jahre 2017/2018 eine Gesamtfreiheitsstrafe von 8 Jahren 2 Monaten aus-

gesprochen worden. Davon ist die gemäss Urteil des Kreisgerichts St. Gallen 

ausgefällte Freiheitsstrafe von 3 ½ Jahren in Abzug zu bringen, womit noch 

4 Jahre und 8 Monate Freiheitsstrafe verbleiben, welche als Zusatzstrafe auszu-

sprechen sind.  

1.7.6.  Der Beschuldigte ist deshalb insgesamt mit einer Freiheitsstrafe von 

4 Jahren und 8 Monaten zu bestrafen, dies als Zusatzstrafe zur mit Urteil des 

Kreisgerichts St. Gallen vom 5. März 2019 ausgefällten Freiheitsstrafe. Die in die-

sem Verfahren erstandene Untersuchungshaft von 169 Tagen ist dem Beschul-

digten selbstredend an den Vollzug der Strafe anzurechnen (Art. 51 StGB). 

1.8. Busse 

Zur Tatkomponente des mehrfachen Betäubungsmittelkonsums und des Erwer-

bens von Betäubungsmitteln zum eigenen Konsum ist festzuhalten, dass der Be-

schuldigte einerseits im verjährungsrechtlich relevanten Zeitraum bis zum 5. April 

- 38 - 

2017 regelmässig Kokain und zudem gelegentlich Marihuana konsumiert und an-

dererseits grössere Mengen Kokain, das für den Eigenkonsum bestimmt war, er-

worben hat. Mit der Vorinstanz ist die diesbezüglich einschlägige Vorstrafe spür-

bar straferhöhend zu berücksichtigen. Deutlich strafmindernd fällt sodann das 

Geständnis des Beschuldigten ins Gewicht. Die von der Vorinstanz ausgefällte 

Busse von CHF 1'500.– erscheint – entgegen der Ansicht der Verteidigung 

(Urk. 88 S. 27) – dem Verschulden angemessen und ist entsprechend zu bestäti-

gen. 

2. Vollzug 

Die Freiheitsstrafe ist zu vollziehen. Die Busse ist zu bezahlen (Art. 105 Abs. 1 

StGB). Für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse ist eine Ersatz-

freiheitsstrafe von 15 Tagen festzulegen (Art. 106 Abs. 2 StGB). 

IV. Widerruf 

Es ist davon Vormerk zu nehmen, dass die mit Strafbefehl des Untersuchungs-

amts Gossau/SG vom 27. Januar 2017 ausgefällte bedingte Geldstrafe von 

20 Tagessätzen zu CHF 100.– mit Urteil des Kreisgerichts St. Gallen vom 5. März 

2019 rechtskräftig widerrufen worden ist. 

V. Landesverweisung 

1.  Die Vorinstanz sprach mit überzeugenden Argumenten eine 6-jährige Landes-

verweisung aus. Auf ihre Begründung kann vollumfänglich verwiesen werden, 

zumal auch die Verteidigung der überzeugenden Argumentation der Vorinstanz 

nichts Substantielles entgegenzusetzen vermochte. Insbesondere begründete die 

Vorinstanz – entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 88 S. 27) – zu Recht die 

Anwendbarkeit des neuen Rechts (vgl. Urk. 59 S. 81). Das vorinstanzliche Urteil 

setzte sich sodann ausführlich mit der Härtefallklausel im Sinne von Art 66a 

Abs. 2 StGB auseinander und kam mit entsprechend überzeugenden Argumenten 

zum Schluss, ein solcher liege in casu nicht vor. Erstens sei bereits ein schwerer 

- 39 - 

persönlicher Härtefall zu verneinen. Zweitens würden – selbst bei Annahme eines 

schweren persönlichen Härtefalls – die durchaus vorhandenen privaten Interes-

sen des Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz durch die öffentlichen Interes-

sen an seiner Wegweisung nicht überwiegen. Auch wurde im vorinstanzlichen 

Entscheid detailliert ausgeführt, dass eine gegenwärtige Gefährdung der öffent-

lichen Sicherheit und Ordnung vom Beschuldigten ausgeht, weshalb eine Weg-

weisung mit dem FZA vereinbar ist (vgl. auch BGer 6B_235/2018 vom 

1. November 2018). Auch die von der Vorinstanz ausgesprochene Dauer der 

Landesverweisung von 6 Jahren – am unteren Ende der möglichen Bandbreite – 

ist nicht zu beanstanden. Entsprechend ist die von der Vorinstanz ausgesproche-

ne Landesverweisung von 6 Jahren vollends überzeugend.  

2.   Die Verteidigung bringt sodann vor, sofern eine Landesverweisung ausge-

sprochen werde, müsse diese als Zusatzlandesverweisung zur mit Urteil des 

Kreisgerichts St. Gallen vom 5. März 2019 verhängten Landesverweisung von 

5 Jahren (vgl. Urk. 80 S. 24) ausgesprochen werden. Es sei so sicherzustellen, 

dass nicht in fünf Jahren eine Behörde die Auffassung vertrete, die beiden Lan-

desverweisungen seien insgesamt zu addieren (Urk. 88 S. 29 f.). 

3.   Es stellt sich die Frage, ob im Falle von sogenannter retrospektiven Kon-

kurrenz im Sinne von Art. 49 Abs. 2 StGB auch im Hinblick auf die Landesverwei-

sung eine Zusatzstrafe auszufällen ist. Eine höchstrichterliche Rechtsprechung 

fehlt noch. Es ist zu berücksichtigen, dass die Rechtsnatur der Landesverweisung 

nach Art. 66a ff StGB umstritten ist. Formell ist die Landesverweisung als Mass-

nahme ausgestaltet (vgl. Ackermann in Niggli/Wiprächtiger, BSK Strafrecht I, 

4. Aufl., 2019, Art. 49 N 111a). Auch systematisch ist die Landeverweisung bei 

den anderen Massnahmen eingeordnet. Es handelt sich formal um eine sichernde 

Massnahme, wenn auch mit einer starken materiellen Strafkomponente (Zurbrügg 

/Hruschka in Niggli/Wiprächtiger, BSK Strafrecht I, 4. Aufl., 2019, Art. 66a-66d 

N 57). Entsprechend könnte der Standpunkt vertreten werden, die Strafzumes-

sungsgrundsätze und somit auch Art. 49 StGB seien bei deren Ausfällung analog 

zu beachten. Indes überwiegt bei der "neuen" Landesverweisung – im Gegensatz 

zur altrechtlichen, welche als sogenannte Nebenstrafe ausgestaltet war (Zurbrügg 

- 40 - 

/Hruschka in Niggli/Wiprächtiger, BSK Strafrecht I, 4. Aufl., 2019, Art. 66a-66d 

N 54) – der Massnahmenzweck, weshalb eine analoge Anwendung von Art. 49 

Abs. 2 StGB nicht zu befürworten ist. Entsprechend ist die Landesverweisung von 

6 Jahren kumulativ zur mit Urteil des Kreisgerichts St. Gallen vom 5. März 2019 

verhängten Landesverweisung von 5 Jahren auszusprechen. 

2.1. In Bestätigung des angefochtenen Entscheides ist der Beschuldigte in An-

wendung von Art. 66a StGB für die Dauer von 6 Jahren des Landes zu verweisen. 

VI. Kosten- und Entschädigung 

1. Kosten 

1.1. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenauflage gemäss Dispositiv 

Ziffern 13 und 14 zu bestätigen. 

1.2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren wird auf CHF 5'000.– fest-

gesetzt. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Mass-

gabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Nachdem ledig-

lich der Beschuldigte Berufung erhoben hat und er mit seinen Anträgen grössten-

teils unterliegt, sind die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kos-

ten der amtlichen Verteidigung, dem Beschuldigten aufzuerlegen.  

2. Entschädigung 

Die amtliche Verteidigung des Beschuldigten, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, 

reichte am 29. Mai 2019 ihre Honorarnote betreffend ihre Aufwendungen im Beru-

fungsverfahren ein (Urk. 84). Die geltend gemachten Aufwendungen und Baraus-

lagen sind angemessen und ausgewiesen. Dementsprechend ist die amtliche 

Verteidigung mit Fr. 10'591.20 (inkl. MwSt.) zu entschädigen. Was die Kosten der 

amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren angeht, so sind diese auf die Ge-

richtskasse zu nehmen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gestützt auf 

Art. 135 Abs. 4 StPO. 

- 41 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, 

vom 19. Juli 2018 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− (…) 

− (…) 

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. Vom Vorwurf der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-

gesetz betreffend VG 55 und VG 49 sowie vom Vorwurf der Widerhandlung 

gegen das Waffengesetz betreffend Soft-Air-Pistole wird der Beschuldigte 

freigesprochen. 

3. - 6. (…) 

7. (…) 

Der Antrag der Staatsanwaltschaft betreffend Ausschreibung im Schengener 

Informationssystem wird abgewiesen. 

8. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei unter der Lager-Nummer 

B01108-2017 aufbewahrten Betäubungsmittel und Betäubungsmitteluten–

silien (Asservate A010'278'316, A010'278'576, A010'278'645, A010'278'678, 

A010'287'975, A010'287'986, A010'287'997, A010'278'690, A010'278'703, 

A010'278'725, A010'278'758, A010'278'769, A010'281'477) werden nach Ein-

tritt der Rechtskraft eingezogen und der Kantonspolizei Zürich zur Vernich-

tung überlassen. 

9. Die sichergestellte und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, auf-

bewahrte Waffe (Asservat A010'281'159; Faustfeuerwaffe "Zastava" inkl. Ma-

gazin und Patronen) sowie die bei der Gerichtskasse lagernde Soft-Air-Pistole 

(Asservat A010'281'239) werden eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft 

- 42 - 

der Kantonspolizei Zürich bzw. der Gerichtskasse zur Vernichtung überlas-

sen. 

10. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich 

vom 7. September 2017 beschlagnahmten und bei der Gerichtskasse unter 

der Sachkaution Nr. 10478 aufbewahrten Gegenstände werden eingezogen 

und nach Eintritt der Rechtskraft vernichtet: 

− Asservat A010'278'292: 1 Mobiltelefon HTC; 

− Asservat A010'278'327: 1 Mobiltelefon HTC, IMEI 1; 

− Asservat A010'278'383: 1 SIM-Karten-Halterung Yallo; 

− Asservat A010'281'422: 11 Schachteln Ajanta Kamagra 100mg Oral Jelly. 

11. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich 

vom 7. September 2017 beschlagnahmten und bei der Gerichtskasse unter 

der Sachkaution Nr. 10478 aufbewahrten Gegenstände werden dem 

Beschuldigten ab Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf 

erstes Verlangen hin herausgegeben. Nach ungenutztem Ablauf dieser Frist 

werden die Sicherstellungen der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

− Asservat A010'278'338: 1 Mobiltelefon Samsung Galaxy, lMEl 2; 

− Asservat A010'278'350: 1 SIM-Karten-Halterung Swisscom; 

− Asservat A010'280'941: 1 USB-Stick "Hallo Kitty"; 

− Asservat A010'281'295: 1 Laptop Acer inkl. Ladegerät. 

12. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 7'000 ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 3'000   Gebühr Strafuntersuchung 

CHF 500   Kosten der Kantonspolizei 

CHF 2'205   Auslagen Untersuchung 

CHF 2'594   Gutachten/Expertisen etc.  

CHF 39'948.05   amtliche Verteidigung  
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

13.-14. (…) 

15. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen 

als amtlicher Verteidiger mit CHF 39'948.05 (inkl. MwSt.) aus der Gerichts-

kasse entschädigt. 

- 43 - 

16. (Mitteilungen) 

17. (Rechtsmittel)" 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung 

gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g 

BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. 

2. Der Beschuldigte wird vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Waffen-

gesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 

lit. a und Abs. 5 WG freigesprochen. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 4 Jahren und 8 Monaten Freiheitsstrafe 

als Zusatzstrafe zum Urteil des Kreisgerichts St. Gallen vom 5. März 2019, 

wovon 169 Tage durch Untersuchungshaft erstanden sind, sowie einer Bus-

se von CHF 1'500.–. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen. 

5. Es wird davon Vormerk genommen, dass die mit Strafbefehl des Unter-

suchungsamts Gossau/SG vom 27. Januar 2017 ausgefällte bedingte Geld-

strafe von 20 Tagessätzen zu CHF 100.– mit Urteil des Kreisgerichts St. 

Gallen vom 5. März 2019 rechtskräftig widerrufen worden ist. 

6. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB für 6 Jahre 

des Landes verwiesen. 

7. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 13 und 14) wird bestätigt. 

 

- 44 - 

8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 5'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 10'591.20   amtliche Verteidigung 

9. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amt-

lichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genom-

men. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO vorbehalten. 

10. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des  
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (versandt) 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des  
Beschuldigten  

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich 
− das Bundesamt für Polizei 
− das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Waffen 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste  
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A 
− die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich 
− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG) 

- 45 - 

− das Amt für Justizvollzug des Kantons St. Gallen. 

11. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 3. Juni 2019 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Dr. iur. F. Bollinger 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw A. Donatsch 
 

 

	Urteil vom 3. Juni 2019
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:  (Urk. 59 S. 88 ff.)
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. c, d und g BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG,
	 der Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a und Abs. 5 WG, sowie
	 der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

	2. Vom Vorwurf der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz betreffend VG 55 und VG 49 sowie vom Vorwurf der Widerhandlung gegen das Waffengesetz betreffend Soft-Air-Pistole wird der Beschuldigte freigesprochen.
	3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 ¼ Jahren Freiheitsstrafe (wovon 169 Tage durch Haft erstanden sind) sowie einer Busse von CHF 1'500.
	4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	5. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen.
	6. Auf den Widerruf der mit Strafbefehl des Untersuchungsamts Gossau/SG vom 27. Januar 2017 ausgefällten bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 100 wird verzichtet.
	7. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 6 Jahre des Landes verwiesen.
	Der Antrag der Staatsanwaltschaft betreffend Ausschreibung im Schengener Informationssystem wird abgewiesen.
	8. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei unter der Lager-Nummer B01108-2017 aufbewahrten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien (Asservate A010'278'316, A010'278'576, A010'278'645, A010'278'678, A010'287'975, A010'287'986, A010'287'...
	9. Die sichergestellte und bei der Kantonspolizei Zürich, Asservaten-Triage, aufbewahrte Waffe (Asservat A010'281'159; Faustfeuerwaffe "Zastava" inkl. Magazin und Patronen) sowie die bei der Gerichtskasse lagernde Soft-Air-Pistole (Asservat A010'281'2...
	10. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 7. September 2017 beschlagnahmten und bei der Gerichtskasse unter der Sachkaution Nr. 10478 aufbewahrten Gegenstände werden eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft v...
	 Asservat A010'278'292: 1 Mobiltelefon HTC;
	 Asservat A010'278'327: 1 Mobiltelefon HTC, IMEI 1;
	 Asservat A010'278'383: 1 SIM-Karten-Halterung Yallo;
	 Asservat A010'281'422: 11 Schachteln Ajanta Kamagra 100mg Oral Jelly.

	11. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 7. September 2017 beschlagnahmten und bei der Gerichtskasse unter der Sachkaution Nr. 10478 aufbewahrten Gegenstände werden dem Beschuldigten ab Eintritt der Rechtskraft ...
	 Asservat A010'278'338: 1 Mobiltelefon Samsung Galaxy, lMEl 2;
	 Asservat A010'278'350: 1 SIM-Karten-Halterung Swisscom;
	 Asservat A010'280'941: 1 USB-Stick "Hallo Kitty";
	 Asservat A010'281'295: 1 Laptop Acer inkl. Ladegerät.

	12. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	14. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	15. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Bemühungen und Barauslagen als amtlicher Verteidiger mit CHF 39'948.05 (inkl. MwSt.) aus der Gerichtskasse entschädigt.
	16. (Mitteilungen)
	17. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 5 f.)
	1. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf der mehrfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Ziff. 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 19. Juli 2018 von Schuld und Strafe freizusprechen.
	2. Der Beschuldigte sei vom Vorwurf des illegalen Waffenbesitzes freizusprechen.
	3. Der Beschuldigte sei mit einer Zusatzstrafe von 6 Monaten Gefängnis, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft, sowie mit einer Busse von CHF 1'000.– zu bestrafen; eventualiter sei der Beschuldigte mit einer Zusatzstrafe von 15 Monaten Gef...
	4. Der Beschuldigte sei nicht des Landes zu verweisen.
	5. Unter ausgangsgemässer Regelung der Kostenfolgen.
	Erwägungen:
	I.  Prozessuales

	1. Verfahrensgang
	1.1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Vermeidung von unnötigen Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 59 S. 4 ff.).
	1.2. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 19. Juli 2018 wurde der Beschuldigte A._____ im Sinne des eingangs wiedergegebenen Urteilsdispositivs schuldig gesprochen und bestraft. Gegen dieses Urteil liess er innert Frist mit Schrei...
	1.3. Mit Präsidialverfügung vom 2. Oktober 2018 wurde der Anklagebehörde Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben, oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 64). Daraufhin teilte die Anklagebehörde mit Eingabe vom...
	1.4. Am 3. Juni 2019 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, erschienen ist. Gleichzeitig wurden sodann die Berufungsverhandlungen in den jeweils sep...

	2. Umfang der Berufung
	2.1. In ihrer Berufungserklärung vom 17. September 2018 sowie anlässlich der Berufungsverhandlung beantragt die amtliche Verteidigung des Beschuldigten einen Freispruch vom Vorwurf der mehrfachen qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel...
	2.2. Explizit unangefochten geblieben sind folgende Dispositiv-Ziffern: 1 al. 3 (Schuldspruch wegen mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes), 2 (Freisprüche), 7 Abs. 2 (Verzicht Ausschreibung im SIS), 8 - 11 (Entscheid über die Verwendung ...
	2.3.  Im übrigen Umfang steht das vorinstanzliche Urteil zwecks Überprüfung unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbotes (Verbot der reformatio in peius) zur Disposition (Art. 391 Abs. 2 StPO).

	3. Verwertbarkeit der Erkenntnisse aus den Überwachungsmassnahmen
	Die Vorinstanz hat sich ausführlich mit der Frage der Verwertbarkeit der diversen Überwachungsmassnahmen auseinandergesetzt und eine differenzierte und überzeugende Würdigung vorgenommen. Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden (vgl. Urk. 72 S. 9 ...
	II.  Schuldpunkt

	1. Sachverhalt
	1.1. Ziff. I. Drogenhandel (Kokain)
	1.1.1. VG 30/2 (Anstalten treffen Lieferung/Kauf von ca. 1'000 oder 500 Gramm Kokain)
	1.1.1.1. Dem Beschuldigten wird unter diesem Titel zusammengefasst vorgeworfen, der Mitbeschuldigte D._____ habe am 8. April 2016, ca. 17:19 Uhr, von seinem Arbeitsort im E._____ in F._____, telefonisch den Mitbeschuldigten C._____, welcher sich an se...
	1.1.1.2. Während der Beschuldigte in der Untersuchung überwiegend die Aussage zu den einzelnen Vorgängen verweigerte (Urk. 3/1 S. 9 ff.; Urk. 3/2 S. 9; Urk. 3/9 S. 1 ff.; Urk. 3/15 S. 12), machte er in der Schlusseinvernahme und anlässlich seiner Bef...
	1.1.1.3. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss, es falle zunächst auf, dass der Beschuldigte im Rahmen der Strafuntersuchung verschiedentlich widersprüchliche und in sich unstimmige Aussagen gemacht habe. So habe er zwar konstante Angaben zu ...
	1.1.1.4. Grundlage des hier interessierenden Anklagevorwurfs bildet zunächst das überwachte Telefonat zwischen den beiden Mitbeschuldigten D._____ und C._____ vom 8. April 2016, 17:19 Uhr (Urk. 3/9 Beilage 1). Dem Beschuldigten wurde der Mitschnitt di...
	 der Umgang des Beschuldigten mit Drogen,
	 sein auffälliges und widersprüchliches Aussageverhalten in Bezug auf seine Beziehungen zu den weiteren Tatbeteiligten,
	 seine unglaubhaften Angaben zum angeblichem Geldverleih an D._____ und B._____,
	 seine widersprüchlichen Aussagen zur Frage, ob er Brillenträger gewesen sei,
	 die eklatanten Widersprüche der drei am Gespräch in der Pizzeria beteiligten Personen
	zweifelsfrei dafür sprechen, dass sich die Ereignisse