# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e0a505e-723b-5a57-a7f4-5e357b2616d4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.06.2010 E-3068/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3068-2010_2010-06-22.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3068/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  J u n i  2 0 1 0

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

X._______,
und dessen Ehefrau Y._______ und deren gemeinsamer 
Sohn Z._______,
Sri Lanka,

Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asylgesuch aus dem Ausland;
Verfügung des BFM vom 18. Februar 2010 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3068/2010

Sachverhalt:

A.
Am  12.  September  1986  stellte  der  Beschwerdeführer  unter  der 
Identität  W._______, in der Schweiz ein erstes Asylgesuch,  welches 
der damals zuständige Delegierte für das Flüchtlingswesen (DFW) mit 
Verfügung  vom  4.  Mai  1988  guthiess  und  ihm  Asyl  gewährte.  Am 
9. August  1993 verzichtete  der  Beschwerdeführer  freiwillig  auf  seine 
Flüchtlingseigenschaft  und seinen Asylstatus, weil er nach Sri Lanka 
zurückkehren wollte, worauf ihm mit Verfügung vom 10. August 1993 
das  ihm  gewährte  Asyl  widerrufen  und  seine  Flüchtlingseigenschaft 
aberkannt worden ist. Am 17. September 1993 ist er nach Sri  Lanka 
zurückgekehrt. 

B.
Mit englischsprachigen Eingaben vom 26. August 2008 und 18. Sep-
tember  2008  (Posteingang:  3. September  2008  [per  Fax]  respektive 
29. Dezember 2008) an das BFM ersuchte der Beschwerdeführer um 
Erteilung einer Einreisebewilligung und stellte ein zweites Asylgesuch.

Zur  Begründung  führte  der  Beschwerdeführer  aus,  er  sei  ein 
srilankischer  Staatsangehöriger  tamilischer  Ethnie  aus  A._______. 
Nach  seiner  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  im  Jahre  1993  habe  er  bei 
einem  oder  zwei  Arbeitgebern  gearbeitet.  Mitglieder  der  Liberation 
Tigers of Tamil Eelam (LTTE) sowie andere bewaffnete Gruppierungen 
hätten  wiederholt  Geld  von  ihm  verlangt.  Der  Druck  sei  für  ihn 
dermassen unerträglich geworden, dass er nicht  mehr in  Frieden zu 
Hause  in  der  Stadt  habe  leben  können. So  sei  er  umgezogen  und 
habe sich verheiratet. Mitglieder der LTTE und anderer Gruppierungen 
hätten  ihn  jedoch  wieder  aufgespürt  und  ihn  erneut  und  wiederholt  
behelligt.  Auf  der  Strasse  sei  er  zudem  mehrmals  von 
Sicherheitskräften  der  Thamil  Makal  Viduthalai  Pullikal  (TMVP) 
angehalten und beschuldigt worden, die LTTE finanziell unterstützt zu 
haben.  Am  12.  März  2005  sei  er  von  Armeeangehörigen  und 
Mitgliedern der TMVP zu Hause gesucht worden. Da er ausser Haus 
gewesen sei, hätten sie seine Frau nach ihm befragt und sie bedroht.  
Aus Angst sei er nach A._______ geflüchtet. Im Rahmen eines "round-
up" am 10. Juni 2008 sei er von Mitgliedern der Armee und der TMVP 
mitgenommen, misshandelt, verhört und beschuldigt worden, die LTTE 
in  mancher  Hinsicht  unterstützt  zu  haben. Am 11. Juli  2008 abends 
habe er aus dem Gewahrsam der TMVP fliehen können. Seither werde 

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er  überall  in  Sri  Lanka  gesucht,  weshalb  er  und  seine  Familie  sich 
nicht  mehr  zu  Hause aufhalten könnten. Zudem herrsche in  seinem 
Heimatland überall eine Situation allgemeiner Gewalt.

C.
Mit Schreiben vom 16. Oktober 2008 überwies das BFM der Schweizer 
Auslandvertretung in Colombo die Akten des Beschwerdeführers zur 
weiteren Behandlung.

D.
Mit  Schreiben  vom  28.  November  2008  forderte  die  Schweizer 
Vertretung in Colombo den Beschwerdeführer – sofern er am Gesuch 
festhalte  – auf,  seine  Asylvorbringen,  unter  Einreichung  allfällig 
vorhandener Beweismittel, detailliert auszuführen, zu einer eventuellen 
innerstaatlichen  Fluchtalternative  Stellung  zu  nehmen  und  Kopien 
betreffend seine Identität einzureichen.

E.
Mit zwei englischsprachigen Eingaben vom 28. November 2008 an die 
Schweizerische Botschaft in Colombo (Eingangsstempel: 2. Dezember 
2008) sowie vom 4. Dezember 2008 an das BFM (Eingangsstempel: 
4. Dezember 2008) ergänzte der Beschwerdeführer darüber hinaus, er 
sei  vor  zwei  Jahren  und  mehr  politisch  übel  und  zutiefst 
menschenunwürdig  behandelt  worden.  Zudem  habe  er  durch  den 
Tsunami  im  Dezember  2004  grossen  materiellen  Schaden  erlitten. 
Aufgrund dieser Umstände und der Kriegswirren sei es ihm und seiner  
Familie nicht möglich, in Frieden in Sri Lanka zu leben. 

F.
Mit Eingabe vom 20. Dezember 2008 teilte der Beschwerdeführer der 
Schweizer  Vertretung  in  Colombo  mit,  er  habe  ihr  Schreiben  vom 
28. November  2008  verspätet  erhalten.  Zugleich  reichte  er  ein 
Referenzschreiben  des  (...)  vom 20. Dezember  2008  zu  den  Akten. 
Darin  wird  bestätigt,  dass  der  Beschwerdeführer  am 12. September 
1986 in die Schweiz eingereist sei, hier Asyl erhalten habe und am 17. 
September 1993 wieder nach Sri Lanka zurückgekehrt sei, zumal sich 
die  allgemeine  Lage  in  seinem  Heimatland  wieder  beruhigt  habe. 
Aufgrund seiner finanziellen Unterstützung der LTTE sei er nach seiner 
Rückkehr  nach  Sri  Lanka  von  Mitgliedern  der  TMVP  und  den 
Sicherheitstruppen  belästigt  und  schikaniert  worden.  Zudem  hätten 
diese  den  Beschwerdeführer  am  10. Juni  2008  festgenommen  und 

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gefoltert.  Seit  seiner  Flucht  am  11. Juli  2008  führe  er  nun  ein 
zurückgezogenes Leben.

G.
Am 11. März 2009 fand die Anhörung zu den Asylgründen durch die 
Schweizerische Botschaft  in Colombo statt. Im Wesentlichen machte 
der  Beschwerdeführer  geltend,  nach  seiner  Rückkehr  in  sein 
Heimatland  im  Jahr  1993  habe  die  LTTE  wiederholt  Geld  von  ihm 
verlangt, zuletzt im Jahre 2001. Seit Februar 2007 sei es nunmehr die 
TMVP,  die  Geldforderungen  stelle  und  ihn  beschuldige,  die  LTTE 
finanziell  unterstützt  zu  haben. Auch  hätten sie  ihn  im Juni  2008  in 
eine  Art  Hütte,  welche  circa  5  km  von  A._______  entfernt  liege, 
mitgenommen,  ihn  dort  misshandelt  und  beschuldigt,  die  LTTE 
unterstützt zu haben. Am 11. Juli  2008 habe er von dort in die circa  
20 km  entfernte  Ortschaft  B._______  fliehen  können.  Auch 
Unbekannte hätten sich nach ihm erkundigt und hätten seine Ehefrau 
bedroht,  zuletzt  im  August  2007.  Seitdem sei  er  seitens  der  TMVP 
weder behelligt noch verhaftet oder sonstwie belangt worden. Zudem 
habe er weder  mit  der Sri  Lankan Security  Forces (SLSF) noch mit 
anderen lokalen Behörden Probleme. In Sri Lanka selbst habe er keine 
Fluchtalternative,  zumal  er  überall  mit  denselben  Problemen 
konfrontiert würde.

H.
Noch  gleichentags  überwies  die  Schweizerische  Vertretung  in 
Colombo dem BFM die Akten. 

I.
Mit Schreiben vom 14. März 2009 reichte der Beschwerdeführer sein 
Schreiben vom 28. November 2008 an die Schweizerische Vertretung 
in Colombo zum zweiten Mal ein.

J.
Mit  Schreiben  vom  23.  April  2009  an  das  BFM  teilte  der 
Beschwerdeführer  mit,  während er  von der  Anhörung  vom 11. März 
2009 in der Schweizer Auslandvertretung zurückgekehrt  sei, habe er 
verschiedene  Telefonanrufe  erhalten,  worin  man ihn  mit  dem Leben 
bedroht  und  ihn  unter  Androhung  von  Nachteilen  eingeschüchtert 
habe, sein  Heimatland nicht  zu verlassen. Er habe deswegen Angst 
und  fürchte  sich  um  seine  Existenz,  weshalb  er  nochmals  um  ein 
Visum ersuche.

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K.
Mit  Eingaben  vom  4.  Juli  2009,  vom  3.  August  2009  sowie  vom 
20. Oktober 2009 an das BFM erkundigte sich der Beschwerdeführer 
nach  dem  Verfahrensstand  und  machte  geltend,  dass  er  aufgrund 
seiner schwierigen, frustrierenden Lage Suizidgedanken hege und auf 
ein  Visum hoffe. Als  Beilage  zum Schreiben  vom 20. Oktober  2009 
legte  der  Beschwerdeführer  erneut  das  Referenzschreiben  des  (...) 
vom 20. Dezember 2008 zu den Akten.

L.
Mit Schreiben vom 28. Dezember 2009 gewährte das BFM der Ehefrau 
des  Beschwerdeführers  das  rechtliche  Gehör  dazu,  dass  sie 
voraussichtlich  nicht  angehört  werde. Mit  Schreiben  vom 28. Januar 
2010  (Eingangsdatum:  28.  Januar  2010  per  Fax)  bestätigte  der 
Beschwerdeführer dem BFM den Posteingangeingang des Schreibens 
an seine Ehefrau, ohne auf dessen Inhalt einzugehen. Vielmehr legte 
er  nochmals  seine  schwierige  Lage  in  Sri  Lanka  dar  und  ersuchte 
erneut um ein Visum. 

Auf  die  einzelnen  Vorbringen  wird,  soweit  entscheidrelevant,  in  den 
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

M.
Mit Schreiben vom 11. Januar 2010 meldete der Beschwerdeführer der 
Schweizerischen  Auslandvertretung  in  Colombo  seinen 
Wohnsitzwechsel  an  und  erkundigte  sich  erneut  nach  dem 
Verfahrensstand. 

N.
Mit  Verfügung  vom  18.  Februar  2010  – Datum  der  Eröffnung 
unbekannt – verweigerte das BFM dem Beschwerdeführer die Einreise 
in die Schweiz und lehnte sein Asylgesuch ab.

O.
Mit  englischsprachiger  Eingabe  vom  26.  März  2010  an  die 
Schweizerische  Botschaft  in  Colombo  (Eingangsstempel:  7.  April 
2010) und von dieser am 29. April 2010 (Datum Poststempel) an das 
Bundesverwaltungsgericht  übermittelt,  beantragte  der 
Beschwerdeführer  sinngemäss  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen 
Verfügung und die Bewilligung der Einreise in die Schweiz.

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Die  Beschwerde  ging  am  30.  April  2010  beim 
Bundesverwaltungsgericht ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni 
2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes 
vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art.  105  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998 
[AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Der  Zeitpunkt  der  Eröffnung der  angefochtenen Verfügung steht 
mangels  Vorliegens  einer  Empfangsbestätigung  nicht  fest.  Da  die 
Beweislast  für die Zustellung an die Partei  der eröffnenden Behörde 
obliegt  (vgl.  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, 

Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Handbücher für die 

Anwaltspraxis,  Band  X,  Basel  2008,  Rz.  3.150,  S.  166  f.),  ist 
zugunsten  des  Beschwerdeführers  davon  auszugehen,  dass  die  am 
26.  März  2010  bei  der  schweizerischen  Vertretung  in  Colombo 
eingegangene Beschwerde rechtzeitig erfolgt ist.

Der  Beschwerdeführer  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen,  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt,  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 27 VGG und Art. 38 
VwVG). 

1.3 Die Amtssprachen des Bundes sind das Deutsche, Französische 
und  Italienische  (vgl.  Art.  70  Abs.  1  der  Bundesverfassung  der 

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Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). 
Aus  prozessökonomischen  Gründen  wird  vorliegend  auf  eine 
Rückweisung der englischsprachigen Beschwerde zur Übersetzung in 
eine  Amtssprache  verzichtet,  da  die  gestellten  und  hinreichend 
begründeten Rechtsbegehren verständlich sind.

1.4 Auf  die  – abgesehen  vom  sprachlichen  Mangel  –  frist-  und 
formgerecht  eingereichte  Beschwerde ist  somit  einzutreten (Art. 108 
Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst.  e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 Obwohl  der  Beschwerdeführer  in  seinen Eingaben explizit  seine 
eigenen  Fluchtgründe  dartut  und  seine  Ehefrau  im  Rahmen  ihres 
rechtlichen Gehörs dazu nicht Stellung genommen hat, hielt das BFM 
in seiner angefochtenen Entscheid fest, dass sich diese Verfügung auf 
den Beschwerdeführer, seine Ehefrau und deren Sohn beziehe. Damit 
rechtfertigt sich die Annahme, die Ehefrau selbst vermöge keine, ihre 
Person betreffend, zusätzlichen Asylgründe dartun. Wie das BFM geht 
deshalb  auch  das  Bundesverwaltungsgericht  davon  aus,  die 
angefochtene  Verfügung  beziehe  sich  auch  auf  die  Ehefrau  des 
Beschwerdeführers und deren gemeinsamer Sohn. 

4.2 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn sie in ihrem Heimatstaat  oder im Land, in  dem sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 

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Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder 
begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 
ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib, 
Leben  oder  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen 
psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

4.3 Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch 
ablehnen,  wenn  die  asylsuchenden  Personen  keine  Verfolgung 
glaubhaft machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat 
zugemutet werden kann. Glaubhaft machen heisst, wenn die Behörde 
ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben 
hält.  Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen,  die  in  wesentlichen 
Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den 
Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder 
verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (vgl.  Art.  3,  Art.  7  und 
Art. 52 Abs. 2 AsylG).

4.4 Gemäss Art.  20 Abs.  2 AsylG bewilligt  das  BFM Asylsuchenden 
die  Einreise  zur  Abklärung  des  Sachverhaltes,  wenn  ihnen  nicht 
zugemutet  werden  kann,  im  Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu 
bleiben  oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen. Gestützt  auf  Art.  20 
Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement 
(EJPD) die schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden 
die  Einreise  zu  bewilligen,  die  glaubhaft  machen,  dass  eine 
unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem 
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.

4.5 Bei diesem Entscheid gelten restriktive  Voraussetzungen für  die 
Erteilung  einer  Einreisebewilligung,  wobei  den  Behörden  ein  weiter 
Ermessensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung 
im Sinne von Art. 3  AsylG sind namentlich  die Beziehungsnähe zur 
Schweiz, die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 
Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische 
Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen 
Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und 
Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen 
und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e.- g. S. 131 ff.; die dort akzentuierte Praxis 
hat nach bloss redaktionellen Änderungen bei der letzten Totalrevision 
des Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit).

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5.
5.1 Das  BFM  stellte  in  der  angefochtenen  Verfügung  fest,  der 
Beschwerdeführer sei nicht schutzbedürftig im Sinne von Art. 3 AsylG. 
Aus den Akten würden sich verschiedene Ungereimtheiten zwischen 
den schriftlichen Eingaben und den Aussagen anlässlich der Anhörung 
durch  die  Schweizerische  Vertretung  in  Colombo  ergeben. So  habe 
der Beschwerdeführer anlässlich seines Asylgesuchs einen Vorfall aus 
dem Jahr  2005  erwähnt,  hingegen  im Rahmen  der  Anhörung  nicht. 
Auch habe er bei seinem schriftlichen Asylgesuch nicht erwähnt, dass 
es  zu  Geldforderungen  seitens  der  TMVP  gekommen  sei.  Der 
Umstand,  dass  er  nach  der  angeblichen  Festnahme  im  Juni  2008 
durch  die  TMVP  und  seiner  anschliessenden  Flucht  aus  deren 
Gewahrsam  sich  mit  seiner  Familie  ohne  nennenswerte 
Schwierigkeiten während Monaten zu Hause aufgehalten habe, weise 
darauf hin, dass er keiner ernsthaften Verfolgungssituation ausgesetzt 
gewesen  sei. Daran  vermöge auch  der  Hinweis,  wonach er  bedroht 
würde nichts zu ändern. Schliesslich seien diese Vorbringen weder mit  
amtlichen  Dokumenten  noch  anderweitigen  Unterlagen  belegt.  Auch 
wenn  entsprechende  Beweismittel  fehlten,  schliesse  das  BFM 
dennoch weder aus, der Beschwerdeführer sei nach seiner Rückkehr 
in  sein  Heimatland  wiederholt  von  der  LTTE  oder  von  anderen 
Gruppierungen  um  finanzielle  Unterstützung  aufgefordert  worden, 
noch dass er seitens der Armee im Jahre 1994 während eines Tages 
und im Jahre 2004 während einer Woche festgehalten worden sei und 
durch  den Tsunami  im Dezember  2004 materiellen  Schaden erlitten 
habe.  Angesichts  des  zeitlichen  Zusammenhangs  zwischen  den 
geltend  gemachten  Vorfällen  und  der  Einreichung  des  Asylgesuchs 
seien  diese  geltend  gemachten  Vorbringen  einreiserechtlich  jedoch 
nicht relevant. 

Auch  seien  seine  Vorbringen  bezüglich  der  allgemeinen 
Sicherheitslage  in  seiner  Heimat  für  eine  allfällige  Erteilung  einer 
Einreisebewilligung nicht relevant, zumal durch Krieg oder Situationen 
allgemeiner Gewalt erlittene Nachteile keine Verfolgung im Sinne des 
Asylgesetzes darstellten, soweit diese nicht auf der Absicht beruhten,  
einen Menschen aus einem in der in Art. 3 AsylG erwähnten Gründen 
zu  treffen,  was  vorliegend  unter  Berücksichtigung  der  geschilderten 
Vorfälle  nicht  der  Fall  sei.  Auch  wenn  die  subjektive  Furcht  – ihr 
Vorhandensein einmal  vorausgesetzt  – des Beschwerdeführers unter 
Berücksichtigung des Geschilderten verständlich  sein möge, genüge 

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diese  indessen  nicht  zur  Annahme  einer  einreiserelevanten 
Verfolgungsgefahr, zumal vorliegend konkrete Indizien fehlten.

5.2 In  seiner  Rechtsmitteleingabe  macht  der  Beschwerdeführer 

geltend, dass die Unruhen und Angriffe durch Unbekannte immer noch 

andauern würden und es für ihn sowie seine Familie nicht möglich sei, 

in  Frieden  im  Heimatland  zu  leben.  Angesichts  der  Behelligungen 

seitens  der  Sicherheitskräfte  und  der  Mitglieder  anderer 

Gruppierungen habe er weiterhin ein zurückgezogenes Leben geführt.  

Nach  der  letzten  Präsidentschaftswahl  im  Februar  2010  hätten  die 

Sicherheitskräfte und andere Gruppenmitglieder sein Dreirad und sein 

Haus  in  Brand  gesetzt,  wobei  er  gerade  noch  habe  entkommen 

können. Dennoch sei er von den Sicherheitskräften erneut aufgespürt,  

verhaftet  und  in  ein  Lager  gebracht  worden.  In  der  Nacht  habe  er 

entkommen und zu einem Bekannten flüchten können. Angesichts der 

bevorstehenden  Parlamentswahlen  am  8.  April  2010  werde  überall 

nach  ihm  gesucht,  und  das  Verlies,  in  welchem  er  eingesperrt 

gewesen sei, sei am 15. April 2010 in Brand gesteckt worden.

5.3 Wie das BFM bereits in der angefochtenen Verfügung festgestellt  
hat,  sind  die  geltend gemachten Vorbringen  des Beschwerdeführers 
–  bei  Wahrunterstellung  –  nicht  einreise-  und  damit  auch  nicht 
asylrelevant. So weist er offensichtlich kein Gefährdungsprofil auf und 
hat  keine  konkreten  Benachteiligungen  im  Sinne  von  Art.  3  Asyl 
erlitten.  Vielmehr  passierte  er  auf  dem  Weg  zur  Anhörung  in  der 
Schweizer Auslandvertretung in Colombo mehrere Checkpoints ohne 
Probleme und wurde eigenen Angaben gemäss seit  dem Jahr  2001 
von der LTTE, seit dem Jahr 2006 seitens der SLSF und seitens der 
TMVP seit dem Jahr 2008 nicht mehr behelligt (vgl. A 13, S. 4 und 6). 
Abgesehen davon ist er am 11. Januar 2010 nach Colombo gezogen, 
was nicht nachvollziehbar ist,  zumal er zugleich behauptet,  weiterhin 
im Versteckten leben  zu müssen. Hätten die  heimatlichen Behörden 
und die Mitglieder anderer Gruppierungen ein effektives Interesse an 
seiner  Person,  hätten  sie  hinreichend  Gelegenheit  gehabt,  den 
Beschwerdeführer zu verhaften. Ferner vermögen seine Ausführungen 
in  seiner  Beschwerdeschrift  bezüglich  der  Vorfälle  nach  den 
Präsidentschaftswahlen  im  Februar  2010,  welche  ausser  der 
Datierung  mit  jenen  im Jahr  2008  deckungsgleich  ausgefallen  sind, 
nicht  zu  überzeugen  und  sind  als  nachgeschobene 
Sachverhaltsanpassungen an die aktuellste politische Entwicklung in 
Sri Lanka zu werten. Um weitere Wiederholungen zu vermeiden, kann 

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vorliegend  vollumfänglich  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  in  der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Dem Beschwerdeführer 
ist es somit nicht gelungen, eine aktuelle und unmittelbare Gefährdung 
im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  beziehungsweise  eine  künftige, 
asylrelevante  Verfolgung  und  eine  damit  einhergehende,  begründete 
Verfolgungsfurcht darzulegen. 

5.4 Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer 
nicht  schutzbedürftig  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  ist.  Aufgrund  der 
vorstehenden  Erwägungen  erübrigt  es  sich,  auf  die  weiteren 
Ausführungen sowie das ins Recht gelegte Beweismittel einzugehen, 
da diese am festgestellten Ergebnis nichts zu ändern vermögen. Das 
BFM hat demnach die Einreise in die Schweiz zu Recht nicht bewilligt 
und das Asylgesuch abgelehnt.

6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist daher abzuweisen.

7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Aus 
verwaltungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  6  Bst.  b  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  vorliegend 
jedoch auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

       Seite 11

E-3068/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer und das BFM.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

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       Seite 12