# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec07225e-9a9d-517f-b208-113d9e8d98e4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.10.2008 B-2486/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2486-2008_2008-10-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-2486/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richter Hans-Jacob Heitz (Vorsitz), Richter Ronald Flury, 
Richter Philippe Weissenberger, 
Gerichtsschreiber Stefan Wyler.

A._______,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Laszlo Georg Séchy,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Revisionsaufsichtsbehörde RAB,
Vorinstanz.

Zulassung als Revisorin.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-2486/2008

Sachverhalt:

A.
A._______  (Beschwerdeführerin)  stellte  am  13. Dezember 2007  ein 
Gesuch um Zulassung als Revisorin. Nach summarischer Prüfung kam 
die Vorinstanz am 25. Januar 2008 zum Schluss, die Beschwerdefüh-
rerin  verfüge über  keine genügende Ausbildung,  um eine Zulassung 
als Revisorin zu erhalten. Die Vorinstanz räumte der Beschwerdeführe-
rin  daraufhin Zeit  bis 18. Februar 2008 ein,  um sich zum vorläufigen 
Prüfungsergebnis zu äussern und ihr  Gesuch gegebenenfalls mit  ei-
nem  anerkannten  Diplom  zu  ergänzen.  Nach  gewährter  Fristerstre-
ckung liess sich die Beschwerdeführerin vernehmen und beantragte, 
ihr Gesuch sei zu bewilligen, sie sei als Revisorin zuzulassen und im 
Register einzutragen. Sie habe den grössten Teil der Ausbildung zur 
Treuhänderin mit eidgenössischem Fachausweis absolviert, den nicht-
bestandenen Prüfungsteil  aber aus persönlichen Gründen sowie auf-
grund grosser Arbeitsbelastung nicht wiederholen können. Das nötige 
Fachwissen habe sie jedoch berufsbegleitend erworben. Eine Zulas-
sung sei schliesslich für sie auch von existenzieller Bedeutung.

B.
Die Vorinstanz  wies  das  Gesuch am 12. März 2008 mit  der  Begrün-
dung ab, die Beschwerdeführerin verfüge über keine abgeschlossene 
Ausbildung im Sinne des Gesetzes, ein Härtefall liege nicht vor und im 
Übrigen sei die Ablehnung weder überspitzt formalistisch noch unver-
hältnismässig.

C.
Am  17. April 2008  liess  die  Beschwerdeführerin  Beschwerde  beim 
Bundesverwaltungsgericht erheben und beantragte unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen,  die  Verfügung  der  Vorinstanz  sei  aufzuheben 
und ihr Gesuch um Zulassung als Revisorin sei zu bewilligen. Zur Be-
gründung  brachte  die  Beschwerdeführerin  vor,  seit  1992  sei  sie  als 
Treuhänderin tätig und betreue seit 1996 erfolgreich diverse Revisions-
mandate.  Daneben  sei  sie  Vizepräsidentin  der  Rechnungsprüfungs-
kommission  der  Stadt  O._______  und  Mitinhaberin  einer  Firma,  die 
neben  der  Vermögensverwaltung  auch  Treuhanddienstleistungen  an-
biete. Angesichts ihrer Bankausbildung und der langjährigen Berufser-
fahrung verfüge sie über die nötige fachliche Erfahrung als Revisorin 
auch ohne  entsprechendes  Diplom. Dies  sei  einer  abgeschlossenen 
Ausbildung mit Diplom gleichwertig. Anders zu entscheiden sei über-

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spitzt  formalistisch,  verstosse gegen die Wirtschaftsfreiheit,  das Ver-
hältnismässigkeitsprinzip,  das  Willkürverbot  und  das  Gleichbehand-
lungsgebot. Aufgrund der Gesamtsituation sei zwingend eine Ausnah-
meregelung zu schaffen, da geeignete Übergangs- resp. Ausnahmebe-
stimmungen fehlen würden.

D.
Die Vorinstanz liess sich am 17. April 2008 vernehmen und beantragte 
die  Abweisung  der  Beschwerde,  soweit  darauf  einzutreten  sei.  Sie 
führt  insbesondere aus, dass die Wirtschaftsfreiheit gestützt auf eine 
genügende gesetzliche Grundlage, im öffentlichen Intresse und unter 
Wahrung der  Verhältnismässigkeitsgrundsätze vom Gesetzgeber  ein-
geschränkt werden könne. Vorliegend seien die Voraussetzungen zur 
Einschränkung dieses Grundrechts erfüllt. Der Entscheid verletze we-
der  das  Willkürverbot,  noch  verstosse  er  gegen  das  Gleichbehand-
lungsgebot. Die Zulassungsvoraussetzungen seien von allen Betroffe-
nen in gleicher Weise zu erfüllen. Schliesslich sei die gesetzliche Här-
tefallklausel restriktiv anzuwenden und könne nicht dazu dienen, Per-
sonen ohne Ausbildung eine Zulassung als Revisorin oder Revisor zu 
ermöglichen.

E.
Die Beschwerdeführerin reichte am 11. Juli 2008 eine Replik ein und 
hielt  darin vollumfänglich an ihren Anträgen fest. Sie verweist  insbe-
sondere auf die aussergewöhnliche Härte und die unverhältnismässi-
gen Konsequenzen, welche sich aus dem vorinstanzlichen Entscheid 
ergäben.

F.
Mit Duplik vom 20. August 2008 hält die Vorinstanz ihrerseits am in der 
Vernehmlassung gestellten Rechtsbegehren fest. Sie verweist  insbe-
sondere  auf  die  zwingend  zu  erfüllende  Voraussetzung  einer  abge-
schlossenen Ausbildung, damit die Beschwerdeführerin als Revisorin 
zugelassen werden kann.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss Art. 31 des Verwaltungsge-
richtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  i.V.m.  Art. 5 
Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom 
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) zuständig für die Beurteilung 
der Beschwerde gegen den Entscheid der Eidgenössischen Revisions-
aufsichtsbehörde (Art. 33 Bst. e VGG i.V.m Art. 28 Abs. 2  des Revisi-
onsaufsichtsgesetzes  vom 16. Dezember  2005  [RAG,  SR 221.302]). 
Die Beschwerdeführerin hat sich über ihre rechtsgenügliche Vertretung 
ausgewiesen  und  den  Kostenvorschuss  rechtzeitig  geleistet  (Art. 11 
Abs. 1 und 2 sowie Art. 63 Abs. 4 VwVG). Sie ist im Sinne von Art. 48 
Abs. 1 VwVG zur Beschwerde legitimiert. Auf die form- und fristgerecht 
erhobene  Beschwerde  ist  einzutreten (Art. 50  und  Art. 52  Abs. 1 
VwVG).

2.
Das  Revisionsaufsichtsgesetz  (RAG)  ist  am  1. September 2007  in 
Kraft  getreten. Es regelt  die  Zulassung und die Beaufsichtigung von 
Personen, die Revisionsdienstleistungen erbringen und dient der ord-
nungsgemässen Erfüllung und Sicherstellung der Qualität von Revisi-
onsdienstleistungen (Art. 1 Abs. 1 und 2 RAG).

2.1 Natürliche Personen, die Revisionsdienstleistungen erbringen, be-
dürfen  einer  Zulassung  durch  die  Aufsichtsbehörde  (Art. 3  Abs. 1 
RAG). Nach Art. 28 Abs. 1 RAG obliegt  die Aufsicht  der Eidgenössi-
schen  Revisionsaufsichtsbehörde  (RAB).  Sie  entscheidet  gemäss 
Art. 15 Abs. 1 Bst. a RAG auf Gesuch hin über die Zulassung von Re-
visorinnen und Revisoren.

2.1.1 Der  Gesetzgeber  hat  in  den  Art. 43  Abs. 3  RAG  und  Art. 47 
der  Revisionsaufsichtsverordnung  vom  22. August 2007  (RAV, 
SR 221.302.3) für den Übergang zum neuen Recht eine Erleichterung 
betreffend das Zulassungsverfahren vorgesehen. Danach dürfen natür-
liche Personen, die bis vier Monate nach Inkrafttreten dieses Gesetzes 
bei der Aufsichtsbehörde ein Gesuch um Zulassung als Revisorin oder 
Revisor einreichen, bis zum Entscheid über die Zulassung Revisions-
dienstleistungen im Sinne von Art. 2 Bst. a RAG erbringen. Bei fristge-
rechter Einreichung eines Zulassungsgesuchs wird der Gesuchsteller 
grundsätzlich  provisorisch  zugelassen.  Die  RAB  kann  aber  gemäss 
Art. 47 Abs. 2 RAV Gesuche abweisen und eine provisorische Zulas-

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sung  verweigern,  wenn  die  Zulassungsvoraussetzungen  nach  einer 
summarischen Überprüfung offensichtlich nicht erfüllt sind, etwa wenn 
das Gesuch nicht vollständig oder aussichtslos ist (vgl. auch Botschaft 
zur  Änderung  des  Obligationenrechts  [Revisionspflicht  im  Gesell-
schaftsrecht] sowie zum Bundesgesetz über die Zulassung und Beauf-
sichtigung der Revisorinnen und Revisoren vom 23. Juni 2004 [nach-
folgend: Botschaft], BBl 2004 4092 f.).

2.1.2 Die Beschwerdeführerin hat das Gesuch um Zulassung als Revi-
sorin  am 13. Dezember 2007  und  damit  innerhalb  der  vorerwähnten 
viermonatigen Frist bei der zuständigen Behörde (RAB) eingereicht.

2.2 Nach Art. 5 Abs. 1 RAG kann eine natürliche Person als Revisorin 
oder Revisor zugelassen werden, wenn sie über einen unbescholtenen 
Leumund verfügt (Bst. a), eine Ausbildung im Sinne von Art. 4 Abs. 2 
RAG abgeschlossen hat (Bst. b) und eine Fachpraxis von einem Jahr 
nachweist (Bst. c). Als zugelassene Revisorinnen und Revisoren wer-
den Personen bezeichnet, die berechtigt sind, Unternehmen im Rah-
men  der  gesetzlichen  Erfordernisse  eingeschränkt  zu  revidieren 
(Art. 727  Bst. c  des  Obligationenrechts  vom  30. März  1911  [OR, 
SR 220]). Sie müssen über dieselbe Ausbildung wie zugelassene Re-
visionsexperten  und  über  einen  unbescholtenen  Leumund  verfügen, 
haben aber im Allgemeinen eine deutlich kürzere Fachpraxis nachzu-
weisen.  Der  nötige  Sachverstand  muss  somit  durch  einen  Ausbil-
dungsabschluss  und  die  entsprechende  Fachpraxis  belegt  werden 
(Botschaft, BBl 2004 3998, 4007).

2.2.1 Nach Art. 4 Abs. 2 RAG erfüllen die Anforderungen an die Aus-
bildung:  eidgenössisch  diplomierte  Wirtschaftsprüferinnen  und  Wirt-
schaftsprüfer (Bst. a), eidgenössisch diplomierte Treuhandexpertinnen 
und Treuhandexperten,  Steuerexpertinnen und Steuerexperten sowie 
Expertinnen  und  Experten  in  Rechnungslegung  und  Controlling 
(Bst. b),  Absolventinnen  und  Absolventen  eines  Universitäts-  oder 
Fachhochschulstudiums in Betriebs-, Wirtschafts- oder Rechtswissen-
schaften einer schweizerischen Hochschule, Fachleute in Finanz- und 
Rechnungswesen mit  eidgenössischem Fachausweis sowie  Treuhän-
derinnen und Treuhänder mit  eidgenössischem Fachausweis (Bst. c), 
und schliesslich Personen, die eine in den Buchstaben a, b oder c auf-
geführte vergleichbare ausländische Ausbildung abgeschlossen haben 
(Bst. d). Der  Gesetzgeber  ermöglicht  somit  einem breiten Personen-
kreis mit unterschiedlichen Ausbildungen den Zugang zur Erbringung 

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von Revisionsdienstleistungen ermöglicht. Bei den weniger spezifisch 
auf die Revisionsdienstleistung ausgerichteten Ausbildungen wird der 
tiefere Ausbildungsstand durch das Erfordernis  einer längeren Fach-
praxis  im Bereich  des  Rechnungswesen und der  Rechnungsrevision 
ausgeglichen (Botschaft, BBl 2004 3998, 4062).

2.2.2 Mit  der  neuen  gesetzlichen  Regelung  von Revisionsdienstleis-
tungen  wurde  das  Ziel  verfolgt,  dass  Revisionsdienstleistungen  nur 
noch durch fachlich hinreichend qualifizierte Personen erfolgen und so 
die  Erwartungen an die  Qualität  der  Revisionen erfüllt  werden (Bot-
schaft, BBl 2004 3978 f.). Durch das neu eingeführte Zulassungssys-
tem wird sichergestellt, dass Personen, welche über keine qualifizierte 
Ausbildung verfügen, nicht als Revisoren und Revisionsexperten zuge-
lassen werden. Bei der Erarbeitung des RAG orientierte sich der Ge-
setzgeber für die Anforderungen an Ausbildung und Erfahrung an den 
entsprechenden  Regelungen  der  Europäischen  Union  und  unserer 
Nachbarstaaten (Botschaft, BBl 2004 3998, 4108). Es war denn auch 
erklärtes Ziel, dass Praktikerinnen und Praktiker ohne abgeschlossene 
Ausbildung nach Art. 4 Abs. 2 RAG oder ohne qualifizierte Berufser-
fahrung nicht als Revisorinnen und Revisoren zugelassen werden. Nur 
ausnahmsweise  sollten  durch die  Härtefallklausel  von Art. 43  Abs. 6 
RAG Personen privilegiert und als Revisorinnen oder Revisoren zuge-
lassen werden können, die zwar die Anforderungen an die beaufsich-
tigte Fachpraxis nicht erfüllten, aber über langjährige Erfahrung verfüg-
ten und somit  für  sorgfältige Arbeit  garantieren könnten. Diese Aus-
nahmeregelung muss aber auf Personen beschränkt bleiben, die über 
eine Ausbildung nach Art. 4 Abs. 2 RAG verfügen und eine langjährige 
praktische  Erfahrung  vorweisen  können,  aber  die  Anforderungen  an 
die Fachpraxis nicht erfüllen oder die erworbene Fachpraxis aus nach-
vollziehbaren Gründen nicht nachweisen können (Botschaft, BBl 2004 
4093 f.). Personen ohne Ausbildung nach Art. 4  Abs. 2 RAG können 
von dieser Ausnahmebestimmung hingegen nicht profitieren.

3.
Die Beschwerdeführerin bringt im Wesentlichen vor, sie verfüge zwar 
über kein Diplom, könne aber stetige berufsbegleitende Weiterbildung 
belegen  und  jahrelange,  tadellose  Revisionsdienstleistungen  vorwei-
sen. Die gestützt auf Art. 4 Abs. 2 RAG verfügte Nichtzulassung verlet-
ze die in Art. 27 und 94 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 110) garantierte Wirt-

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schaftsfreiheit, das Gleichbehandlungsgebot von Art. 8 Abs. 1 BV so-
wie das Willkürverbot von Art. 5 Abs. 2 BV.

3.1 Die Rüge, verfassungsmässige Rechte seien verletzt,  ist  im Ver-
fahren  vor  Bundesverwaltungsgericht  zulässig.  Dabei  ist  jedoch  das 
Anwendungsgebot von Art. 190 BV zu beachten, wonach Bundesge-
setze und Völkerrecht für das Bundesgericht und die anderen rechts-
anwendenden  Behörden  von  Bund  und  Kantonen  massgebend  sind 
(BGE 129 II 249 E. 5.4). Bundesgesetze sind grundsätzlich anzuwen-
den, selbst wenn sie der Verfassung widersprechen. Weder das Bun-
desgericht noch eine andere rechtsanwendende Behörde darf  einem 
Bundesgesetz unter Berufung auf dessen (angebliche oder erwiesene) 
Verfassungswidrigkeit die Anwendung versagen. Art. 190 BV verankert 
in diesem Sinne den Anwendungsvorrang der massgebenden Normen 
gegenüber der Bundesverfassung (BGE 131 II 562 E. 3.2). Die Korrek-
tur einer allfällig verfassungswidrigen bundesgesetzlichen Regelung ist 
nach dem Willen des Verfassungsgebers allein Sache des Gesetzge-
bers, nicht der Gerichte (BGE 131 V 256 E. 5.3). Indessen bedeutet 
dies nicht, dass der Rechtsanwender an den Normwortlaut gebunden 
wäre.  Art. 190  BV  schliesst  die  Anwendung  allgemein  anerkannter 
Auslegungsprinzipien, besonders der Regel, dass Bundesgesetze ver-
fassungskonform auszulegen sind,  nicht  aus (BGE 131 II  217,  221). 
Dabei ist zu beachten, dass der Gesetzgeber anlässlich eines Norm-
setzungsverfahrens alle  relevanten Verfassungsgehalte berücksichtigt 
und  gegeneinander  abwägt.  Die  Konkretisierung  der  Verfassung  ob-
liegt  in  erster  Linie  dem Gesetzgeber; der  Rechtsanwender  ermittelt 
zunächst den Gesetzessinn durch Auslegung. Den gesetzgeberischen 
Vorentscheidungen ist so weit wie möglich Vorrang einzuräumen. Da-
mit wird die Schranke für richterliche Gesetzeskorrekturen besonders 
hoch angesetzt. Sie ist zwar nicht unüberwindbar, doch muss gegen-
läufigen Verfassungsgehalten direkt die Entleerung ihres Gehaltes dro-
hen, damit ein Gesetz in ihrem Sinne korrigiert werden kann. Art. 190 
BV statuiert  ein Anwendungsgebot,  kein Prüfungsverbot (BGE 129 II 
249  E. 5.4;  GIOVANNI BIAGGINI,  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft,  Zürich 2007, Art. 190 N. 6 ff.;  YVO HANGARTNER, in: 
Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 2. Aufl.; 
Zürich/St. Gallen 2008, N. 10 ff. zu Art. 190;  THOMAS GÄCHTER, Rechts-
missbrauch im öffentlichen Recht, Zürich/Basel/Genf 2005, S. 374 ff.).

3.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat somit Art. 5 Abs. 1 Bst. b i.V.m. 
Art. 4 Abs. 2 RAG anzuwenden. Es können folglich nur Personen als 

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Revisorinnen und Revisoren zugelassen werden, welche eine in Art. 5 
Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 4 Abs. 2 RAG aufgeführte Ausbildung erfolg-
reich abgeschlossen haben. Es liegt nicht in der Kompetenz des Ge-
richts, auf eine der kumulativ zu erfüllenden gesetzlichen Zulassungs-
voraussetzungen, wie sie Art. 5 Abs. 1 RAG vorschreibt, von sich aus 
zu verzichten, zumal die klare gesetzliche Regelung diesbezüglich kei-
nen Auslegungsspielraum lässt (vgl. oben E. 3.1). Dass nun eine ge-
nau umschriebene Ausbildung als Zulassungsvoraussetzung geradezu 
den Gehalt  eines  verfassungsrechtlich  garantierten  Rechts  oder  An-
spruchs entleeren könnte,  ist  hier  nicht  ersichtlich  und wird von der 
Beschwerdeführerin auch nicht rechtsgenüglich dargetan. Die Vorins-
tanz  zeigt  klar  auf,  was der  Gesetzgeber  mit  Einführung der  Zulas-
sungspflicht erreichen wollte. Sie hebt die Reformziele, welche sich in 
aller Deutlichkeit aus der Botschaft ergeben (BBl 2004 3977, 3978 f.), 
hervor und legt  überzeugend dar,  dass im Rahmen der Gesetzesre-
form Personen ohne genügende Ausbildung von der Revisorentätigkeit 
ausgeschlossen  werden  sollten,  selbst  wenn  sie  schon  seit  einigen 
Jahren dieser Tätigkeit nachgegangen sein sollten (vgl. E. 2.2.2). Zu-
lassungsbedingungen bestehen im Weiteren auch bei anderen Tätig-
keiten (z.B. Versicherungsvermittler, Rechtsanwälte) und sind regelmä-
ssig  mit  einem  Ausbildungsnachweis  als  Eintragungsvoraussetzung 
verbunden. Im Übrigen ist nicht nachvollziehbar, warum ein formeller 
Leistungsausweis wie ein Diplom oder der erfolgreiche Abschluss ei-
nes Lehrgangs nicht dazu dienen könnte, einen hohen resp. genügen-
den Ausbildungsstand zu belegen.

Solange als eine genügende (formelle) Ausbildung im Sinne von Art. 5 
Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 4 Abs. 2 RAG fehlt, lässt sich diese nicht mit 
einem  Überschuss  an  (materieller)  Berufserfahrung  gemäss  Art. 5 
Abs. 1  Bst. c  RAG  kompensieren,  wie  dies  die  Beschwerdeführerin 
gerne  sähe.  Als  zwingend  notwendige  Eintragungsvoraussetzung 
muss die Beschwerdeführerin damit eine abgeschlossene Ausbildung 
im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 4 Abs. 2 RAG nachweisen 
können.

3.3 Obwohl  die Beschwerdeführerin  am Rande erwähnt,  sie  verfüge 
über eine Bankausbildung, macht sie nicht geltend, diese sei mit einer 
Ausbildung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 4 Abs. 2 RAG 
vergleichbar, und ihr  sei  deshalb die Zulassung zu erteilen. Dies zu 
Recht, da das Bundesverwaltungsgericht in einem neueren Entscheid 
zum Schluss kam, dass auch ein eidgenössisch diplomierter Bankbe-

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amter über keine abgeschlossene Ausbildung verfüge, welche eine Zu-
lassung als Revisor ermögliche (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsge-
richt B-1940/2008 vom 10. Juni 2008 E. 2.4 und E. 2.6).

4.
Die Beschwerdeführerin macht zudem geltend, in Bezug auf ihre Per-
son bestehe ein  Härtefall,  der  zwingend nach  einer  Ausnahmerege-
lung verlange.

4.1 Mit  der Härtefallklausel  von Art. 43 Abs. 6 RAG sollen Personen 
privilegiert  und als Revisoren oder Revisorinnen zugelassen werden, 
welche zwar die Anforderungen an die beaufsichtigte Fachpraxis nicht 
erfüllen, aber über langjährige Erfahrung verfügen und somit für sorg-
fältige Arbeit garantieren können. Sie soll aber nicht ermöglichen, dass 
Praktikerinnen  und  Praktiker  ohne  abgeschlossene  Ausbildung  nach 
Art. 5 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 4 Abs. 2 RAG als Revisorinnen oder Re-
visoren zugelassen werden können (vgl. auch E. 2.2.2 in fine).

Da  die  Beschwerdeführerin  keine  abgeschlossene  Ausbildung  nach-
weisen kann, wird sie von der gesetzlichen Härtefallregelung nicht er-
fasst.

4.2 Dem Vorwurf fehlender Übergangs- bzw. Ausnahmebestimmungen 
ist entgegenzuhalten, dass Art. 43 RAG eine ganze Reihe von Über-
gangslösungen, Erleichterungen und Ausnahmen vorsieht. Diese ent-
halten aber gerade keine Regeln, die sich auf den hier zu beurteilen-
den  Fall  beziehen  würden. Dies  liegt  jedoch  nicht  daran,  dass  eine 
Konstellation, wie sie hier zu beurteilen ist, zu regeln vergessen wur-
de, sondern gründet in der schlichten Tatsache, dass der Gesetzgeber 
Gesuchsteller ohne abgeschlossene Ausbildung explizit von der Zulas-
sung als Revisor oder Revisorin ausschliessen wollte (vgl. Botschaft, 
BBl 2004 4093 f. und vorstehende E. 2.2.2). Damit verbietet sich von 
vorneherein die Prüfung einer aussergesetzlichen Härtefallklausel.

5.
Zusammenfassend ergibt  sich,  dass  die  Beschwerdeführerin  die  Zu-
lassungsbedingungen nicht erfüllt. Ihr fehlt  es an einer im Sinne von 
Art. 5 Abs. 1 Bst. b i.V.m. Art. 4 Abs. 2 RAG abgeschlossenen Ausbil-
dung. Ein Härtefall im Sinne von Art. 43 Abs. 6 RAG liegt zudem nicht 
vor.

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Der Entscheid der Vorinstanz verletzt  daher keine bundesrechtlichen 
Vorschriften und die Beschwerde ist abzuweisen.

6.
Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin die Verfah-
renskosten zu tragen (Art. 63 VwVG). Eine Parteientschädigung kann 
ihr nicht zugesprochen werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt und mit dem Kostenvorschuss von Fr. 1'200.- verrechnet. Der 
Restbetrag  von  Fr. 800.-  ist  innert  30  Tagen  nach  Rechtskraft  des 
vorliegenden Urteils an die Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an:

- die Beschwerdeführerin (mit Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 105566/BEM0308; mit Gerichtsurkunde)
- Eidgenössisches  Justiz-  und  Polizeidepartement  (mit  Gerichtsur-

kunde)

Für die Rechtmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Hans-Jacob Heitz Stefan Wyler

Seite 10

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 8. Oktober 2008

Seite 11