# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 14704332-d068-5606-9ba9-1681b7b7bc74
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-01
**Language:** de
**Title:** Verordnung zum Schutz der Limmataltläufe in Dietikon/ Geroldswil/Oetwil a.d.L. - Unterschutzstellung von NHS-Objekten von nationaler und kantonaler Bedeutung mittels einheitlicher Naturschutzverordnung.
**Docket/Reference:** BRGE I Nrn. 0067-0071/2018
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_i_nrn._0067-0071-2018_vom_1._juni_2018a.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

G.-Nrn. 

BRGE I Nrn. 

R1L.2017.00018, R1L.2017.00019, R1L.2017.00020, R1L.2017.00021 und 
R1L.2017.00022 
0067/2018, 0068/2018, 0069/2018, 0070/2018 und 0071/2018 

Entscheid vom 1. Juni 2018 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident  Walter  Linsi,  Baurichter  Claude  Reinhardt,  Baurichter 
Jürg Trachsel, Gerichtsschreiber Daniel Schweikert     

in Sachen 

Rekurrierende 

R1L.2017.00018 
1.  Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, Wiedingstrasse 78, 

Postfach, 8036 Zürich  

2.  BirdLife Zürich, Wiedingstrasse 78, 8045 Zürich  

R1L.2017.00019 
P. Immobilien AG, [….]  

R1L.2017.00020 
G. Personalvorsorgestiftung, [….]  

R1L.2017.00021 
H. E. AG, [….]  

R1L.2017.00022 
B. AG, [….] 

gegen 

Rekursgegnerin 

R1L.2017.00018, R1L.2017.00019, R1L.2017.00020, R1L.2017.00021, R1L.2017.00022 
1.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

Mitbeteiligte 

R1L.2017.00018 
2. – 6 [….]    

R1L.2017.00019, R1L.2017.00020, R1L.2017.00021, R1L.2017.00022 
2. – 4 [….]   

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
betreffend 

Verfügung der Baudirektion Kanton Zürich vom 24. April 2017; Verordnung 
zum  Schutz  der  Limmataltläufe  in  Dietikon,  Geroldswil  und  Oetwil  a.d.L. 
(Naturschutzgebiete mit überkommunaler Bedeutung), Dietikon,  Geroldswil 
und Oetwil a.d.L. 
______________________________________________________ 

hat sich ergeben: 

A. 

Mit  Verfügung  vom  24.  April  2017  erliess  die  Baudirektion  Kanton  Zürich 

die Verordnung zum Schutz der Limmataltläufe in Dietikon, Geroldswil und 

Oetwil  a.d.L.  (Naturschutzgebiete  mit  überkommunaler  Bedeutung).  Die 

Publikation im Amtsblatt erfolgte am 19. Mai 2017. 

B. 

Hiergegen  erhoben  der  Schweizer  Vogelschutz  SVS/BirdLife  Schweiz  und 

BirdLife  Zürich  mit  gemeinsamer  Eingabe  vom  15.  Juni  2017  fristgerecht 

Rekurs an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragten Fol-

gendes: 

"1.  Es sei die Verordnung zum Schutz der Limmataltläufe in Dietikon, Ge-
roldswil und Oetwil an der Limmat vom 24. April 2017 (Naturschutzge-
biet  mit  überkommunaler  Bedeutung)  mit  Ausnahme  der  Art.  1,  7,  8, 
10, 11 und 13 aufzuheben und die Angelegenheit zur Neubearbeitung 
gemäss  der  nachfolgenden  Begründung  an  die  Rekursgegnerin  zu-
rückzuweisen. 

2.  Die  Rekursgegnerin  sei  anzuweisen,  bei  der  Überarbeitung  und  Neu-
festsetzung der Verordnung zum Schutz der Limmataltläufe in Dietikon, 
Geroldswil  und  Oetwil  a.d.L.  die  Vorgaben  der  Verordnung  der  Flach-
moore  von  nationaler  Bedeutung,  die  Vorgaben  der  Verordnung  zum 
Schutz der Auen von nationaler Bedeutung und die Vorgaben des Na-
tur-  und  Heimatschutzgesetzes  umzusetzen  sowie  den  mit  diesen  Er-
lassen verfolgten öffentlichen Interessen Rechnung zu tragen. 

Insbesondere sei zum Schutz des Flachmoors Nr. 865 des Anhangs 1 
der Verordnung über den Schutz von Flachmooren von nationaler Be-
deutung vom 7. September 1994 und des Auenobjektes Nr. 400 in der 
Schutzverordnung vorzusehen, dass 

R1L.2017.00018 

Seite 2 

 
 
 
 
2.1 

2.2 

2.3 

2.4 

2.5 

2.6 

2.7 

2.8 

2.9 

die  Zone  II  A  (Naturschutzumgebungszone)  um  das  Antoniloch
zwischen  Reppisch  und  Kanalstrasse  bis  an  die  Heimstrasse 
erweitert wird. 

im Bereich zwischen Reppisch und Grünaustrasse/Kanalstrasse 
sowie  zwischen  Heimstrasse  und  den  Geleisen  der  SBB  die 
maximale Gebäudegesamthöhe auf 22m begrenzt ist; 

im  gesamten  Perimeter  zwischen  Schutzgebietsgrenze  und 
Lerzenstrasse  zwischen  Fahrstrasse  und  Reservatsstrasse  die 
Bebauungsmöglichkeiten  hinsichtlich  Gebäudehöhen,  Grenzab-
ständen, Ausnützungsziffern maximal im heutigen Bestand zuge-
lassen und Untergeschosse verboten werden; 

die  Zone  IIS1  (Naturschutzumgebungszone)  ab  Lerzenstrasse 
bis  an  die  Silbernstrasse,  ab  Höhe  Binzstrasse  bis  an  die  Mut-
schellenstrasse  zu  erweitern  ist  mit  einer  maximalen  Bauhöhe 
von 25m; 

die  Zone  IIV1  (Naturschutzumgebungszone)  als  Landschafts-
schutzzone  auszuscheiden  ist,  in  der  Neubauten  und  Anlagen 
untersagt  sind  und  der  Bestandesschutz  auf  Unterhalt  und  Er-
neuerung beschränkt ist; 

die  hydrologischen  Pufferzonen  gemäss  dem  "Gutachten  zur 
Ausscheidung von hydrologischen Pufferzonen für das nationale 
Flachmoor  "Schachen",  Dietikon  –  unter  Berücksichtigung  von 
künftigen  baulichen  Entwicklungen  (Gestaltungsplan  SLS)"  von 
Naturplan und Dr. Heinrich Jäckli AG vom 18. April 2013 ausge-
schieden werden, wofür zunächst die Grundwasserströme zu er-
heben sind; 

die  Fischerei in  der Zone  1  (Naturschutzzone), in  der Zone  IVA 
(Waldschutzzone) sowie  in  der Zone  IXB  (Fluss-  und  Uferzone) 
verboten ist, 

die Vogeljagd innerhalb sämtlicher Zonen der Schutzverordnung 
verboten ist, 

auch die aus den Nutzungen der öffentlichen Hand (ARA, KVA, 
EKZ und ewz) im Schutzperimeter und den Pufferzonen resultie-
renden Beeinträchtigungen bei jeder sich bietenden Gelegenheit 
soweit  möglich  zu  beseitigen  bzw.  rückgängig  zu  machen  sind. 
Der  Bestandesschutz  für  diese  Anlagen  ist  auf  Unterhalt  be-
schränkt. Der für diese Bauten ausgeschiedene Perimeter ist der 
Zone I (Naturschutzzone) zuzuweisen und für  den  Zeitpunkt  der 
Aufgabe der heutigen Nutzung durch ARA und KVA die Renatu-
rierung festzulegen. 

3.  Es sei dem Rekurs die aufschiebende Wirkung insoweit zu erteilen, als 
damit  eine  Ausdehnung  der  Pufferzonen  und  eine  Verschärfung  der 
Schutzanordnungen  verlangt  wird  und  es  sei  als  vorsorgliche  Mass-
nahme zu verbieten, dass in den gemäss Rekursanträgen und Rekurs-
begründung  umstrittenen  Bereichen  bis  zur  rechtskräftigen  Erledigung 

R1L.2017.00018 

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des  Rekursverfahrens  Bauten,  Anlagen  oder  sonstige  Veränderungen 
realisiert  oder  Einwirkungen  vorgenommen  bzw.  zugelassen  werden, 
die die im Rekurs gestellten Anträge negativ präjudizieren oder sonst-
wie den damit angestrebten Schutz tangieren könnten. 

4.  Es sei ein zweiter Schriftenwechsel unter Ansetzung einer der Komple-
xität  und  dem  Umfang  der  Angelegenheit  angemessenen  Frist  zu  ge-
währen. 

5.  Es sei ein Augenschein durchzuführen. 

6.  Alles  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zu  Lasten  der  Rekurs-

gegnerin." 

C. 

Vom Rekurseingang wurde mit Verfügung vom 19. Juni 2017 unter der Ge-

schäftsnummer  R1L.2017.00018  Vormerk  genommen.  Weiter  wurden  auf 

ihre Beiladungsgesuche hin die L. und die B. AG – nebst den drei von Am-
tes  aufzunehmenden  betroffenen  Gemeinden  bzw.  Gemeinderäten  –  als 

Mitbeteiligte in das Rekursverfahren aufgenommen. Gleichzeitig wurde das 

dreissigtägige  Vernehmlassungsverfahren  eröffnet  sowie  der  Baudirektion 

und den fünf Mitbeteiligten eine zwanzigtägige Frist angesetzt, zu  dem die 

aufschiebende  Wirkung  und  die  vorsorglichen  Massnahmen  betreffenden 

Antrag Nr. 3 der Rekurrenten Stellung zu nehmen. 

D. 

Mit separaten Rekursschriften je vom 19. Juni 2017 gelangten auch die  P. 

Immobilien AG, die G. Personalvorsorgestiftung, die H. E. AG sowie die B. 

AG  an  das  Baurekursgericht.  Von  diesen  Rekurseingängen  wurde  unter 

den  Geschäftsnummern  R1L.2017.00019 

(P. 

Immobilien  AG), 

R1L.2017.00020  (G.  Personalvorsorgestiftung),  R1L.2017.00021  (H.  E. 

AG)  und  R1L.2017.00022  (B.  AG)  Vormerk  genommen  und  je  das  Ver-

nehmlassungsverfahren eröffnet. 

E. 

Die Rekursanträge der Rekurrentinnen  P. Immobilien AG, G. Personalvor-

sorgestiftung und H. E. AG lauten – mit den nachfolgend dargestellten Ab-

weichungen in Ziff. 9 und, soweit vorhanden, Ziff. 10 – wie folgt: 

R1L.2017.00018 

Seite 4 

 
 
"1.  Die  Verordnung  zum  Schutz  der  Limmataltläufe  sei  aufzuheben  und 
unter Beilage sämtlicher für diese Verordnung erstellten Gutachten er-
neut öffentlich aufzulegen. 

Eventualiter: 

2.  Die  Umschreibung  des  Schutzzieles  für  die  Zone  IIS1  in  Ziffer  3  der 
Verordnung  sei  aufzuheben,  bzw.  mindestens  insoweit  anzupassen, 
als  sie  über  die  Formulierung  der  allgemeinen  Schutzziele  in  Ziffer  3 
hinausgeht. 

3.  Das Verbot, "Bauten, Installationen und Gehölze im Abstand von 10 m 
von der Grenze, die mit irgendeinem Teil höher sind als 10 m über der 
Höhe  des  angrenzenden  Moors  (…).  Die  maximale  Höhe  von  10  m 
über  der  genannten  Kote  nimmt  ab  10  m  vom  Moorperimeter  mit  zu-
nehmendem  Abstand  in  einem  Winkel  von  26,6º  zu.  Ab  dem  Abstand 
von 40 m vom Moorperimeter sind Bauten höher als 25 m bewilligungs-
fähig,  wenn  dadurch  im  Sommerhalbjahr  (…)  nachweislich  keine  zu-
sätzliche  ökologisch  relevante  Beschattung  des  Moors  entsteht"  sei 
aufzuheben. 

4.  Das  Verbot  von  vogelunverträglichen  Fassaden  sei  grundsätzlich  auf 

neue Fassaden zu beschränken. 

5.  Das Gebot, in einem Abstand bis zu 100 m von der Moorgrenze nachts 
zwischen  März  und  Oktober  keine  vom  Moor  aus  sichtbaren,  fest  in-
stallierten Lichter brennen zu lassen, sei aufzuheben. 

  Das Gebot, in einem Abstand von mehr als 100 m ab Moorgrenze die 
fest installierten Lichtquellen quantitativ und qualitativ so zu optimieren, 
dass die Anlockwirkung auf die Fauna minimal ist, sei aufzuheben. 

6.  Das Gebot, die Gestaltung der Nutzungen so vorzunehmen, dass in ei-
nem Abstand von bis zu 150 m zur Moorgrenze Personen von keinem 
Punkt des Moors aus störend in Erscheinung treten, sei aufzuheben. 

7.  Das Gebot, die Nutzung zusätzlicher Bauten, Anlagen und Nutzungen 
so zu gestalten, dass am Moorrand keine moorrelevante Lärmmehrbe-
lastung entsteht, sei aufzuheben. 

8.  Die  vorliegende  Abgrenzung  der  hydrogeologischen  Pufferzonen  sei 

(zumindest vorläufig) aufzuheben. 

9.  Rekurrentinnen P. Immobilien AG und G. Personalvorsorgestiftung: 

  Die  vorliegende  Umschreibung  des  Bestandesschutzes  (Ziffer  6  der 
Verordnung)  sei  aufzuheben  und  es  sei  sicherzustellen,  dass  in  der 
Zone IIS1 die erweiterte Besitzstandsgarantie Gültigkeit hat. 

  Rekurrentin H. E. AG: 

R1L.2017.00018 

Seite 5 

 
  Die Liegenschaften der Rekurrentin seien aus der Zone IIS1 zu entlas-

sen. 

10.  Rekurrentin P. Immobilien AG: 

  Das Verbot der Versiegelung von Flächen sei aufzuheben. 

  Rekurrentin H. E. AG: 

  Die  vorliegende  Umschreibung  des  Bestandesschutzes  (Ziffer  6  der 
Verordnung)  sei  aufzuheben  und  es  sei  sicherzustellen,  dass  in  der 
Zone IIS1 die erweiterte Besitzstandsgarantie Gültigkeit hat. 

  Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

F. 

Die Rekursanträge der Rekurrentin B. AG lauten: 

"1.  Lemma 8 von Ziff. 4.3 der Verordnung zum Schutz der Limmataltläufe 
in Dietikon, Geroldswil und Oetwil a.d.L. (Naturschutzgebiete mit  über-
kommunaler  Bedeutung)  vom  24.  April  2017,  nachfolgend  Schutzver-
ordnung  genannt,  sei  zu  streichen,  eventualiter  durch  eine  an  die  in-
dustrielle  Nutzung  angepasste  Vorschrift  zu  ersetzen,  jedenfalls  mit 
Bezug auf die Parzellen 11857, 11858 und 12125. 

2.  Lemma 11 von Ziff. 4.3 der Schutzverordnung sei zu streichen, jeden-
falls mit Bezug auf die Parzellen 11857, 11858 und 12125. Eventualiter 
sei das  Verbot  so  zu formulieren,  dass die Nutzungsreserven  auf  den 
Grundstücken der Rekurrentin ohne Einschränkung zonenkonform ge-
nutzt werden können. 

3.  Lemma  1  von  Ziff.  4.5  der  Schutzverordnung  sei  jedenfalls  mit  Bezug 
auf die Parzellen Nrn. 11857, 11858 und 12125 zu streichen, eventuali-
ter durch eine Bestimmung über Mindestabstände von Kellerbauten zu 
ersetzen. 

4.  Lemma 4 von Ziff. 4.5 der Schutzverordnung sei zumindest mit Bezug 
auf  die  Parzellen  Nrn.  11857,  11858  und  12125  derart  abzuändern, 
dass  das  Niederschlagswasser  nur  dann  lokal  zur  Versickerung  zu 
bringen ist, wenn dies technisch möglich und wirtschaftlich tragbar ist. 

5.  Falls ein Dritter gegen diese Verordnung Rekurs einreicht, in welchem 
eine  Verschärfung  der  Vorschriften  zu  Lasten  der  Rekurrentin  bean-
tragt  wird,  sei  die  Rekurrentin  als  Partei  in  dieses  Verfahren  einzube-
ziehen. 

6.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen." 

R1L.2017.00018 

Seite 6 

 
G. 

Im  Rekursverfahren  der  Rekurrenten  Schweizer  Vogelschutz  SVS/BirdLife 

Schweiz und BirdLife Zürich erklärten zunächst die zwei mitbeteiligten Ge-

meinderäte Geroldswil (mit Schreiben vom 28. Juni 2017 ausdrücklich) und 

Oetwil a.d.L. (stillschweigend) ihren Verzicht auf jegliche Vernehmlassung. 

Mit Eingaben zwischen dem 11. Juli 2017 und dem 17. Juli 2017 schlossen 

sodann die B. AG (hier als Mitbeteiligte), die Baudirektion, die mitbeteiligte 

L. und der mitbeteiligte Stadtrat Dietikon auf Abweisung des Antrags Nr. 3 

betreffend die aufschiebende Wirkung und vorsorgliche Massnahmen. 

Mit  Eingaben  zwischen  dem  11.  Juli  2017  und  dem  26.  Juli  2017  folgten 

sodann  die  Vernehmlassungen  der  Ebengenannten,  welche  allesamt  auf 

Abweisung des Rekurses – teilweise: soweit darauf einzutreten sei – laute-

ten, unter Kostenfolge zu Lasten der Rekurrenten. Die mitbeteiligte  B. AG, 

die  mitbeteiligte  L.  und  der  mitbeteiligte  Stadtrat  Dietikon  stellten  überdies 

je ein Gesuch um Parteientschädigung. 

Am  7.  September  2017  erklärten  die  Rekurrenten  den  Rückzug  ihres  Ge-

suchs  betreffend  aufschiebende  Wirkung  und  vorsorgliche  Massnahmen. 

Hiervon  wurde  mit  Verfügung  vom  18.  September  2017  Vormerk  genom-

men und das Gesuch als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 

In  dem  am  19.  September  2017  abgeschlossenen  zweiten  Schriftenwech-

sel  hielten  alle  Parteien  an  ihren  jeweiligen  Anträgen  fest.  Auf  die  Anset-
zung eines dritten Schriftenwechsels – so ein Antrag der Rekurrenten in der 
Replik – war praxisgemäss zu verzichten. 

H. 

In  den  Rekursverfahren  der  Rekurrentinnen  P.  Immobilien  AG,  G.  Perso-

nalvorsorgestiftung und H. E. AG lauteten die Vernehmlassungen der sich 

einzig  äussernden  Baudirektion  je  vom  21.  Juli  2017  auf  Abweisung  der 

Rekurse unter Kostenfolge zulasten der jeweiligen Rekurrentin. 

In  den  am  25.  September  2017  abgeschlossenen  zweiten  Schriftenwech-

seln in diesen Verfahren hielten die Rekurrentinnen und die Baudirektion an 

ihren jeweiligen Anträgen fest. 

R1L.2017.00018 

Seite 7 

 
I. 

Auch  im  Rekursverfahren  der  Rekurrentin  B.  AG  äusserte  sich  einzig  die 

Baudirektion  und  beantragte  die  Abweisung  (auch)  dieses  Rekurses  unter 

Kostenfolge zulasten der Rekurrentin. 

In  dem  am  18.  September  2017  abgeschlossenen  zweiten  Schriftenwech-

sel in diesem Verfahren hielten die Rekurrentin und die Baudirektion an ih-

ren jeweiligen Anträgen fest. 

J. 

Am  7.  Februar  2018  führte  das  Baurekursgericht  im  Beisein  aller  Rekurs-

parteien,  der  Baudirektion,  des  mitbeteiligten  Stadtrats  Dietikon  und  der 

mitbeteiligten L. einen Abteilungsaugenschein vor Ort durch. 

K. 

Auf die Ausführungen der Parteien und die Erkenntnisse des Augenscheins 

ist nachfolgend insoweit einzugehen, als dies für die Begründung des Ent-

scheides erforderlich ist. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die  Rekurse  betreffen  dieselbe  Schutzverordnung,  weshalb  die  Verfahren 

G.-Nrn. 

R1L.2017.00018, 

R1L.2017.00019, 

R1L.2017.00020, 

R1L.2017.00021 und R1L.2017.00022 zu vereinigen sind. 

2.1. 

Der  Rekurrent  Schweizer  Vogelschutz  SVS/BirdLife  Schweiz  ist  eine  sich 

dem  Naturschutz  widmende,  gesamtschweizerisch  tätige  und  rein  ideelle 

Zwecke  verfolgende  Naturschutzorganisation.  Dementsprechend  ist  er  im 

Sinne  von  Art.  12  Abs.  1  lit.  b  des  Bundesgesetzes  über  den  Natur-  und 
Heimatschutz  (NHG)  zur  Anfechtung  von  den  Naturschutz  betreffenden 

R1L.2017.00018 

Seite 8 

 
Verfügungen kantonaler Behörden legitimiert (Art. 1 bzw. Anhang der Ver-

ordnung  über die Bezeichnung  der im  Bereich  des  Umweltschutzes  sowie 

des  Natur-  und  Heimatschutzes  beschwerdeberechtigten  Organisationen 

[VBO]). Der Rekurrent BirdLife Zürich (früher: Zürcher Vogelschutz) ist ge-

stützt  auf  das  kantonale  Verbandsbeschwerderecht 

rekurslegitimiert 

(§ 338b  Abs.  1  lit.  a  des  Planungs-  und  Baugesetzes  [PBG];  vgl. 

VB 89/0158 in RB 1990 Nr. 12). 

2.2. 

Die  Rekurrentinnen  P.  Immobilien  AG,  G.  Personalvorsorgestiftung,  H.  E. 

AG und B. AG sind allesamt Eigentümerinnen von Grundstücken im Indust-

riegebiet  Silbern-Lerzen-Stierenmatt, die  vom  Perimeter der Schutzverord-

nung  überlagert  und  dergestalt  aufgrund  verschiedener  Einschränkungen 

tangiert werden. Sie sind demnach in Bezug auf ihre Grundstücke durch die 

angefochtene  Anordnung  mehr  als  die  Allgemeinheit  betroffen  und  haben 

ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Änderung  im  Sinne  der  jeweiligen 

Rekursanträge.  Demnach  sind  auch  diese  vier  Rekurrentinnen  rekurslegi-

miert (§ 338a PBG). 

2.3. 

Weil auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Re-

kurse  grundsätzlich  einzutreten.  Soweit  dies  in  Bezug  auf  einzelne  Rügen 

nicht der Fall ist, wird dies nachfolgend im Einzelnen dargetan. 

3.1. 

Mit  der  Limmatkorrektion  um  1880  veränderte  sich  der  Flussraum  der 

Limmat im Raum Dietikon – Geroldswil – Oetwil a.d.L. einschneidend. Das 

Flussbett  wurde  eingeengt,  abgesenkt,  kanalisiert  und  vom  umliegenden 

Auengebiet  abgetrennt.  Verschiedene  im  Laufe  der  Jahrzehnte  erstellte 

Bauten (unter anderem die Abwasserreinigungsanlage Limmattal, die Keh-

richtverbrennungsanlage,  das  bereits  erwähnte  Industriegebiet  Silbern-

Lerzen-Stierenmatt  und  die  Autobahn  A1)  schnürten  das  Auengebiet,  ins-

besondere  auf  der  linken  Limmatseite,  weiter  ein.  Dennoch  sind  im  Raum 

Dietikon – Geroldswil – Oetwil a.d.L. Reste der ursprünglichen Aue erhalten 

geblieben,  die  als  letzte  Zeugen  des  ursprünglichen  Limmattals  mit  ihren 

Riedwiesen,  Altwässern,  lockeren  Baum-  und  Gebüschgruppen  und  den 
angrenzenden  Altbeständen  eine  der  bedeutendsten  Altwasserlandschaf-

R1L.2017.00018 

Seite 9 

 
ten  im  Kanton  Zürich  darstellen.  Teile  des  Gebietes  wurden  bereits  1930 

als eines der ersten Naturreservate im Kanton Zürich erstmals unter Schutz 

gestellt. Die Limmataltläufe weisen auch heute noch eine grosse Biotopviel-

falt  auf  und  bieten  vielen  geschützten  und/oder  gefährdeten  Tier-  und 

Pflanzenarten  Lebensraum,  worunter  etwa  eine  grosse  Zahl  von  Orchide-

engattungen.  Seit  1980  konnten  sodann  weit  über  100  verschiedene  Vo-

gelarten  (etwa  Pirol,  Grauspecht  oder  Nachtigall)  beobachtet  werden,  wo-

von  rund  40 Arten  regelmässig  im  Reservat brüten.  Neben  verschiedenen 

Säugetierarten  existiert  auch  eine  reichhaltige  Kleintierwelt  und  Flora  mit 

zahlreichen Amphibien-, Reptilien- und Lilienarten. 

Die grosse naturkundliche Bedeutung des Limmataltlaufgebiets bei Dietikon 

wurde sodann durch die Aufnahme des Gebiets in das Inventar der Natur- 

und  Landschaftsschutzobjekte  von  überkommunaler  Bedeutung  im  Jahr 

1980  und  durch  die  Festlegung  als  Naturschutzgebiet  von  kantonaler  Be-

deutung im kantonalen Richtplan (genehmigt vom Bundesrat im Jahr 2015) 

dokumentiert.  Die  zentralen  Teile  mit  Moorflächen  sind  sodann  seit  1994 

als Objekt Nr. 865 (Schachen) Bestandteil des Bundesinventars der Flach-

moore von nationaler Bedeutung. 

3.2. 

Mit  der hier  angefochtenen  Schutzverordnung  soll  der in  den  letzten  Jahr-

zehnten gestiegene Nutzungsdruck auf das Gebiet  – auch und gerade als 

Naherholungsgebiet  –  mit  den  Anforderungen  eines  zeitgemässen  Natur-

schutzes koordiniert und abgestimmt werden. Da zentrale Teile der Limma-

taltläufe wie erwähnt nicht nur kantonal, sondern als Flachmoor von natio-

naler Bedeutung auch auf Bundesebene inventarisiert sind, haben die fest-

zulegenden  Schutzmassnahmen  insoweit  auch  den  Anforderungen  der 

Verordnung  über  den  Schutz  der  Flachmoore  von  nationaler  Bedeutung 

(Flachmoorverordnung)  zu  genügen.  Dies  bedingt  insbesondere  die  Aus-

scheidung  von  ökologisch  ausreichenden  Pufferzonen,  die  den  unge-

schmälerten  Erhalt  der  Lebensräume  und  der  moortypischen  Tier-  und 

Pflanzenwelt gewährleisten.  

3.3. 

Zusammenfassend stellt Art. 1 der Schutzverordnung folgende zwei im In-

ventar  der  Natur-  und  Landschaftsschutzobjekte  von  überkommunaler  Be-
deutung  verzeichneten  Objekte  unter  Naturschutz:  erstens  das  Objekt 

"Limmataltläufe,  Antoniloch,  Schachen  und  Werd"  (Naturschutzobjekt  von 

R1L.2017.00018 

Seite 10 

 
kantonaler Bedeutung) und zweitens das Objekt "Auenwaldstreifen Binzerli" 

(Naturschutzobjekt von regionaler Bedeutung). Bei der Unterschutzstellung 

des  ersterwähnten  Naturschutzobjekts  trägt  die  Verordnung  sodann  dem 

Umstand  Rechnung,  dass  das  Gebiet  Schachen  auch  als  Flachmoor  von 

nationaler Bedeutung inventarisiert ist.  

Dementsprechend  werden  die  Schutzgebiete  –  unter  besonderer  Beach-

tung des nationalen Schutzobjekts – in Zonen gegliedert (Art. 2). Es werden 

zonenspezifischen  Schutzziele  (Art.  3)  und  Einschränkungen  (Art. 4)  defi-

niert;  weiter  wird  der  Unterhalt  von  bestehenden  Bauten  und  Anlagen 

(Art. 6),  die  Pflege  der  Naturschutzgebiete  (Art.  7)  und  die  Abgeltung  von 

Leistungen (Art. 8) festgelegt. 

Rekursverfahren  G.-Nr.  R1L.2017.00018  der  Rekurrenten  Schweizer 

Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz und BirdLife Zürich: 

4. 

Vom  Rückzug  des  Antrags  Nr.  3  betreffend  aufschiebende  Wirkung  und 

vorsorgliche Massnahmen wurde bereits Vormerk genommen (vorstehende 

Erwägung G). 

5.1. 

Die  Rekurrenten  machen  zusammengefasst  geltend,  dass  die  Schutzver-

ordnung  den  Interessen,  welche  erstens  mit  der  Flachmoorverordnung, 

zweitens  mit  der  Verordnung  zum  Schutz  der  Auengebiete  von  nationaler 

Bedeutung  (Auenverordnung)  sowie  drittens  –  allgemein  –  mit  dem  NHG 

verfolgt werden, nicht ausreichend Rechnung trage.  

Aus  diesem  Grund  sei  die  Schutzverordnung  aufzuheben  und  zur  Neube-

arbeitung an die Baudirektion zurückweisen. Die Baudirektion sei anzuwei-

sen, im Rahmen einer neuen Schutzverordnung insbesondere zum Schutz 

des Flachmoors Schachen und zum Schutz des Auenobjekts Nr. 400 (Diet-

ikon-Geroldswil) diverse Verschärfungen (siehe die Anträge Ziff. 2.1 - 2.9 in 

vorstehender Erwägung B) zu statuieren. 

R1L.2017.00018 

Seite 11 

 
5.2. 

Gegenstand  des  Rekursverfahrens  kann  nur  sein,  was  auch  Gegenstand 

der erstinstanzlichen Verfügung war bzw. nach richtiger Rechtsanwendung 

hätte sein sollen. Gegenstände, über welche die Vorinstanz zu Recht nicht 

entschieden  hat,  fallen  nicht  in  den  Kompetenzbereich  der  Rekursinstanz, 

ansonsten in die funktionelle Zuständigkeit der erstinstanzlich verfügenden 

Behörde eingegriffen würde (Martin Bertschi, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2014, Vorbemerkungen zu §§ 19 - 28a Rz. 45). 

Das  von  den  Rekurrenten  erwähnte  Auenobjekt  Nr.  400  (Dietlikon-

Geroldswil) ist nicht Gegenstand der hier angefochtenen Schutzverordnung 

und  hätte  dies  im  Zeitpunkt  ihres  Erlasses  (April  2017)  auch  nicht  sein 

müssen. Das Auenobjekt Nr. 400 wurde erst per 1. November 2017 in An-

hang  2  der  Auenverordnung  aufgenommen,  welcher  die  nicht  definitiv  be-

reinigten Objekte aufzählt (Art. 11a Abs. 1 Auenverordnung; vgl. auch Prot. 

S. 6). Erst seit 1. November 2017 kommt für das Auenobjekt Nr. 400 des-

halb  auch  Art. 11a  Abs.  2  der  Auenverordnung  zur  Anwendung,  gemäss 

welcher Bestimmung sich der Schutz der nicht definitiv bereinigten Objekte 

nach Art. 29 der Verordnung über den Natur- und Heimatschutz (NHV) und 

nach  Art.  7  der  Auenverordnung  richtet;  beide  Bestimmungen  regeln  den 

sogenannten vorsorglichen Schutz. Mithin ist es in rechtlicher Hinsicht ein-

zig  korrekt,  dass  sich  die  im  April  2017  erlassene  Schutzverordnung  nicht 

auch  bereits  explizit  mit  vorsorglichen  Schutzmassnahmen  betreffend  das 

erst später in den Anhang 2 der Auenverordnung aufgenommene Auenob-

jekt  Nr.  400  beschäftigt.  Hieran  ändert  nichts,  dass  nach  Auffassung  der 

Rekurrenten "in materieller Hinsicht" der Wert des Auenobjekts Nr. 400 be-

reits vor dem 1. November 2017 erstellt gewesen sei (Rekursschrift [act. 2], 

Ziff.  40). Auch  ist  der Umstand,  dass  mit  dem  Erlass  der hier angefochte-

nen Schutzverordnung nicht zugewartet wurde, um auch noch vorsorgliche 

Schutzmassnahmen für das Auenobjekt Nr. 400 in Betracht zu ziehen, kei-

neswegs  unsinnig  (Rekursschrift  [act.  2],  Ziff. 56).  Ob  überhaupt  und  in 

welchem  Umfang  das  Auenobjekt  Nr.  400  expliziter,  vorsorglicher  Schutz-

massnahmen nach Massgabe von Art. 29 NHV und Art. 7 der Auenverord-

nung  bedarf,  wird  allenfalls  Gegenstand  umfangreicher  Abklärungen  sein. 

Ein zusätzlich zu beachtender auenrechtlicher Schutzperimeter hätte offen-

kundig zu einer weiteren Verzögerung der gerade nach Auffassung der Re-

kurrenten  längst  überfälligen  Schutzverordnung  für  das  national  inventari-

sierte  Flachmoor  Schachen  geführt  (vgl.  die  insoweit  ohne  weiteres  nach-
vollziehbare Argumentation des Regierungsrates im Rahmen der Anhörung 

R1L.2017.00018 

Seite 12 

 
zur  Änderung  der  Verordnungen  über  den  Schutz  der  Biotope  und  Moor-

landschaften von nationaler Bedeutung [act. 5.20, S. 3]). Schliesslich ist in 

der  nicht  gleichzeitigen  Behandlung  aller  inventarisierter  Schutzobjekte  ei-

ner  bestimmten  Region  in  einer  einzigen  Schutzverordnung  auch  kein 

Verstoss  gegen  das  Koordinationsgebot  gemäss  Art.  25a  des  Raumpla-

nungsgesetzes  (RPG)  zu  erkennen.  Die  Festlegung  einer  oder  mehrerer 

Schutzverordnungen  gemäss  §  205  lit. b  PBG  ist  mitnichten  "materiell  be-

trachtet  ein  Nutzungsplanverfahren"  –  so  die  Rekurrenten  in  der  Replik  – 

auf  welches  die  Grundsätze  der  Koordination  "sinngemäss"  anzuwenden 

wären. 

5.3. 

Zusammengefasst  ist  auf  die  rekurrentischen  Ausführungen,  soweit  sie 

verschiedentlich  darauf  abzielen,  dass  die  Schutzverordnung  (auch)  des-

halb  aufzuheben  und  an  die  Baudirektion  zurückzuweisen  wäre,  weil  sie 

den  Anforderungen  der  Auenverordnung  nicht  genüge,  mangels  Streitge-

genständlichkeit nicht weiter einzugehen. 

6. 

Nach Massgabe des dergestalt eingegrenzten Streitgegenstandes machen 

die Rekurrenten als erstes eine ungenügende Pufferzonenausscheidung in 

der  Schutzverordnung  geltend.  Der  zugrundeliegende  Fokus  sei  nur  auf 

den  Moorschutz  gerichtet  und  im  Bereich  des  Moorschutzes  fast  aus-

schliesslich auf die Vegetation. Bei der Festlegung der Pufferzonen dürften 

nicht nur die Kriterien des Moorschutzes berücksichtigt werden. Die Puffer-

zonen  seien  vielmehr  so  auszuscheiden,  dass  sie  den  ungeschmälerten 

Erhalt  des  gesamten  Schutzobjekts  gewährleisten;  mithin  seien  sie  nicht 

nur ab dem Perimeter des Flachmoors Schachen, sondern ab der gesam-

ten  Schutzgebietsgrenze  zu  definieren.  Zum  Erhalt  des  gesamten 

Schutzobjekts  gehöre  insbesondere  die  Erhaltung  und  Förderung  der 

standortheimischen Pflanzen- und Tierwelt samt ihrer ökologischen Grund-

lagen. Diese Vorgabe werde angesichts der nur mit 10 m bemessenen Na-

turschutzumgebungszone IIA, in welcher keine Bauten zu stehen kommen 

sollen,  offensichtlich  nicht  erfüllt,  zumal  gemäss  dem  zugrundeliegenden 

Gutachten  Störungspuffer  "Schachen"  Dietikon  (act.  5.19;  nachfolgend: 

Gutachten  Störungspuffer)  der  diesbezügliche  Fokus  auf  Insekten  gelegt 
worden  sei.  Vögel  hätten  indes  weitaus  grössere  Ansprüche.  Selbst  weni-

ger  scheue  Arten  benötigten  deutlich  grössere  baufreie  Pufferzonen,  die 

R1L.2017.00018 

Seite 13 

 
überall,  wo  möglich,  realisiert  werden  sollten.  Ohnehin  sei  das  Gutachten 

Störungspuffer  in  fachlicher  Hinsicht  aus  verschiedenen  Gründen  ungenü-

gend. 

Die  hydrologischen  Pufferzonen  gemäss  dem  hydrologischen  Gutachten 

der  Büros  Dr.  Heinrich  Jäckli  AG  und  Naturplan  Roland  Haab  (act.  5.18; 

nachfolgend: hydrologisches Gutachten) seien vollständig umzusetzen. Der 

Einflussbereich  des  Grundwassers,  welches  für  das  Schutzgebiet  wesent-

lich  sei,  bedecke  eine  bedeutend  grössere Fläche,  als dies  in  der  Schutz-

verordnung  ausgewiesen  werde.  Die  hydrologischen  Pufferzonen  hätten 

den  unverzichtbaren  Zufluss  des  Grundwassers  in  das  Schutzobjekt  si-

cherzustellen.  Der  Grundwasserzufluss  in  das  Schutzobjekt  erfolge  aus 

dem  Grundwassersee  unterhalb  des  ausserhalb  des  Perimeters  der 

Schutzverordnung  gelegenen  Rangierbahnhofs.  Ohnehin  sei  der  genaue 

Verlauf  der  Grundwasserströme  nicht  bzw.  ungenügend  erhoben  worden 

(vgl. Ziff. 2.6 der Anträge [vorstehende Erwägung B]). 

Faunistische  Pufferzonen  sollen  Beeinträchtigungen  von  Nutzungen  aus-

serhalb  des  Schutzobjekts  auf  die  typischen  Tierarten  der  Schutzobjekte 

fernhalten. Angesichts der zahlreichen seltenen und gefährdeten Tier- und 

Pflanzenarten im Moor seien auch die ausgeschiedenen faunistischen Puf-

ferzonen deutlich zu klein. Sie berücksichtigten insbesondere nicht das Po-

tenzial des Schutzgebiets als Brut- und Rastgebiet für Vögel. 

Insgesamt liege in der ungenügenden Sachverhaltsermittlung und als deren 

Folge der nicht hinreichenden Ausscheidung von ökologisch ausreichenden 

Pufferzonen eine Verletzung der Pflicht, den Sachverhalt von Amtes wegen 

abzuklären  (§  7  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  [VRG]).  Sodann 

werde auch Art. 8 der Flachmoorverordnung verletzt, gemäss welcher Be-

stimmung die Kantone dafür sorgten, dass bestehende Beeinträchtigungen 

von Objekten bei jeder sich bietenden Gelegenheit soweit als möglich rück-

gängig  gemacht  werden.  Mit  der  hier  erlassenen  Schutzverordnung  ver-

passe  man  dies.  Zwar  seien  die  Möglichkeiten  zur  Behebung  von  Beein-

trächtigungen durch die Besitzstandsgarantie begrenzt. Dies könne jedoch 

nicht dazu führen, dass Art. 8 der Flachmoorverordnung ausser Acht gelas-

sen  werde.  Das  öffentliche  Interesse  am  Moorschutz  stehe  einem  Erhalt 

oder  gar  Ausbau  von  moorschutzwidrigen  Bauten  und  Anlagen  entgegen. 

Der  Bestandesschutz  müsse  sich  daher  auf  den  Investitionsschutz  und 

damit  auf  den  blossen  Unterhalt  der  Bauten  während  deren  Lebensdauer 

R1L.2017.00018 

Seite 14 

 
beschränken;  er  dürfe  mithin  ausschliesslich  Massnahmen  zur  Erhaltung 

und Modernisierung zwecks Beibehaltung des status quo beinhalten. 

7.1. 

Gemäss  Art. 78  Abs. 1  der  Bundesverfassung  (BV)  sind  die  Kantone  für 

den Natur- und Heimatschutz zuständig. Der Bund erlässt Vorschriften zum 

Schutz der Tier- und Pflanzenwelt und zur Erhaltung ihrer Lebensräume in 

der  natürlichen  Vielfalt.  Er  schützt  bedrohte  Arten  vor  Ausrottung  (Art. 78 

Abs. 4 BV). Gemäss Art. 78 Abs. 5 BV sind Moore von besonderer Schön-

heit und gesamtschweizerischer Bedeutung geschützt. Es dürfen darin we-

der  Anlagen  gebaut  noch  Bodenveränderungen  vorgenommen  werden. 

Ausgenommen  sind  Einrichtungen,  die  dem  Schutz  oder  der  bisherigen 

landwirtschaftlichen Nutzung der Moore und Moorlandschaften dienen.  

Gestützt  auf  die  ihm  mit  Art. 78  Abs. 4  BV  (Art. 24e  der  alten  Bundesver-

fassung vom 29. Mai 1874) eingeräumten Kompetenz erliess der Bund das 

NHG. Gemäss Art. 18a Abs. 1 NHG bezeichnet der Bundesrat nach Anhö-

ren  der  Kantone  die  Biotope  von  nationaler  Bedeutung.  Er  bestimmt  die 

Lage dieser Biotope und legt die Schutzziele fest. Die Kantone ordnen den 

Schutz und den Unterhalt der Biotope von nationaler Bedeutung. Sie treffen 

rechtzeitig die zweckmässigen Massnahmen und sorgen für ihre Durchfüh-

rung (Art. 18a Abs. 2 NHG).  

Gemäss Art. 14 Abs. 2 lit. d NHV werden Biotope von nationaler Bedeutung 

insbesondere geschützt durch die Ausscheidung ökologisch ausreichender 

Pufferzonen.    Gemäss  Art.  3  Abs.  1  der  Flachmoorverordnung  legen  die 

Kantone  den  genauen  Grenzverlauf  der  im  Flachmoorinventar  aufgenom-

menen Objekte fest und scheiden die besagten Pufferzonen aus. Die Kan-

tone  hören  dabei die  Grundeigentümer und  Bewirtschafter,  wie  Land-  und 

Forstwirte  sowie  Inhaber  von  Konzessionen  und  Bewilligungen  für Bauten 

und Anlagen, an. Allgemeines Schutzziel gemäss Art. 4 der Flachmoorver-

ordnung ist die ungeschmälerte Erhaltung des Objekts; in gestörten Moor-

bereichen  soll  die  Regeneration,  soweit  es  sinnvoll  ist,  gefördert  werden. 

Zum  Schutzziel  gehören  insbesondere  die  Erhaltung  und  Förderung  der 

standortheimischen  Pflanzen-  und  Tierwelt  und  ihrer  ökologischen  Grund-

lagen  sowie  die  Erhaltung  der  geomorphologischen  Eigenart.  Gemäss 

Art. 5  Abs.  3  der  Flachmoorverordnung  sind  Bauten,  Anlagen  und  Boden-
veränderungen in den Pufferzonen zulässig, soweit sie das Schutzziel nicht 

beeinträchtigen. 

R1L.2017.00018 

Seite 15 

 
Grundlage  für  die  Ausscheidung  der  erforderlichen  Pufferzonen  bildet  der 

Pufferzonenschlüssel  des  Bundesamts 

für  Umwelt  (BAFU;  vormals 

BUWAL) aus dem Jahr 1997. Gemäss dem Pufferzonenschlüssel sind die 

Kantone verpflichtet, ökologisch ausreichende Pufferzonen festzulegen, um 

zu  verhindern,  dass  Moorbiotope  durch  Nutzungen  in  der  Umgebung  ge-

fährdet  werden.  Diese  Pufferzonen  berücksichtigen  Gefährdungen  durch 

den  Eintrag  von  Nährstoffen  und  weiteren  nutzungsbedingten  Hilfsstoffen, 

die  Hydrologie  sowie  mögliche  weitere  Gefährdungen  der  biotopspezifi-

schen Pflanzen- und Tierwelt. Die ökologisch ausreichende Pufferzone be-

steht somit aus der Nährstoff-Pufferzone und zusätzlichen Pufferzonen, die 

aus der Gesamtbeurteilung abgeleitet werden (S. 14 sowie S. 19 Ziffer 4.5 

des  Pufferzonenschlüssels).  Die  Nährstoff-Pufferzone  verhindert  die  indi-

rekte  Düngung  der  Moore  durch  oberflächlichen  und  oberflächennahen 

Nährstoffeintrag  aus  der  direkten  Umgebung.  Hydrologischen  Pufferzonen 

kommt  die  Aufgabe  zu,  Beeinträchtigungen  des  Wasserhaushalts  des 
Moors  durch  Veränderungen  im  Wasserhaushalt  in  den  die  Moorbiotope 

umgebenden Flächen zu vermeiden. Sie werden in der Regel aufgrund von 

situationsbedingten  Abklärungen  gutachterlich  festgelegt.  Die  Pufferzonen 

zum  Schutz  vor weiteren Gefährdungen  werden  auch  als faunistische und 

floristische  Pufferzonen  bezeichnet.  Weitere  Gefährdungen  für  die  biotop-

spezifische  Pflanzen-  und  Tierwelt  können  insbesondere  Störungen  durch 

Bewegung oder Lärm, Lichtemissionen oder Schattenwurf sein (zum Gan-

zen VB.2011.00114 in BEZ 2011 Nr. 51). 

7.2. 

Vorliegend  handelt  es  sich  bei dem  Gebiet, für welches  die  Schutzverord-

nung  Pufferzonen  ausscheidet,  grösstenteils  um  ein  intensiv  genutztes  In-

dustriegebiet.  Die  bestehende  Nutzung  als  solche  und  das  Interesse  der 

betroffenen  Grundeigentümer,  diese  Nutzung  weiterzuführen  und  im  Rah-

men  der  betrieblichen  Bedürfnisse  auszubauen,  sind  bei  der  Festlegung 

der  Pufferzonen  zu  berücksichtigen.  Bezüglich  der  Dimensionierung  der 

Pufferzonen  steht  den  anordnenden  Behörden  ein  Beurteilungs-  und  Er-

messensspielraum  zur  Berücksichtigung  dieser  örtlichen  Verhältnisse  zu 

(BGE 124 II 19, E.  3). Im Baugebiet ist dabei ein gewisser Pragmatismus 

unerlässlich (VB.1999.00135 in RB 2000 Nr. 92, E. 4 b/dd). 

7.3. 
Offenkundig  unzutreffend  ist  zunächst  der Einwand,  der zugrundeliegende 

Fokus der gesamten Schutzverordnung sei nur auf den Moorschutz ausge-

R1L.2017.00018 

Seite 16 

 
richtet. Bereits die mit den strengsten Auflagen (Ziff. 4.1 der Schutzverord-

nung) verbundene Naturschutzzone I reicht über den Moorperimeter hinaus 

und umfasst erhebliche zusätzliche Gebiete, wie beispielsweise den Kanal 

der  Reppisch  oder  den  Unterwasserkanal  und  das  Limmatufer.  Sodann 

werden  ausserhalb  der  Naturschutzzone  I  mehrere  nicht  moorspezifische, 

teilweise  grossräumige  Naturschutzumgebungszonen  (IIA,  IIS1),  Wald-

schutzzonen  (IVA),  Fluss-  und  Uferschutzzonen  (IXB)  sowie  eine  Erho-

lungszone (VIA) ausgeschieden, die ebenfalls mit nicht unerheblichen Rest-

riktionen  versehen  sind.  Die  Rekurrenten  verkennen  grundsätzlich  die  in 

der  Schutzverordnung  durchaus  beachtete  Differenzierung  zwischen  dem 

in Art. 78 Abs. 5 BV festgeschriebenen ungeschmälerten, einer Interessen-

abwägung nicht zugänglichen Schutz der Moore von nationaler Bedeutung 

und  dem  weniger  weitgehenden  Schutz  gemäss  Art.  18  NHG  bzw. 

§§ 203 ff. PBG bezüglich des kantonalen Naturschutzobjekts, wie er in den 

nicht  moorspezifischen  Zonen  Ausdruck  gefunden  hat.  Die  Festsetzung 
moorschutzrechtlicher  Pufferzonen  gemäss  dem  Pufferzonenschlüssel  hat 

selbstredend  ausserhalb  des  Moorperimeters,  aber  unmittelbar  ab  diesem 

und nicht etwa erst ab der Grenze des kantonalen Schutzobjekts zu erfol-

gen. 

7.4. 

Die von den Rekurrenten als zu schmal kritisierte Naturschutzumgebungs-

zone IIA entspricht der Nährstoffpufferzone und wurde gemäss dem Puffer-

zonenschlüssel ermittelt und ausgeschieden. Nährstoffpufferzonen erfüllen 

gemäss  dem  Pufferzonenschlüssel  auch  die  Funktion  des  Übergangsle-

bensraums.  Die  in  der  Schutzverordnung  enthaltenen  Bestimmungen  für 

die  Naturschutzumgebungszone  IIA  erfüllen  die  Anforderungen  an  einen 

solchen Übergangslebensraum, in dem einzig die Nutzung als Streu- oder 

Dauerwiese  zulässig  ist  (Ziff.  4.2  der  Schutzverordnung).  Das  Mass  von 

10 m Breite mag sich – wie das Gutachten Störungspuffer konzediert – bio-

logisch nicht exakt herleiten lassen, es wird indes als ausreichend erachtet, 

um die notwendigen Strukturen und Lebensräume erstellen zu können. Ei-

ne Erweiterung der Naturschutzumgebungszone bis gar an die Heimstras-

se  (Ziff.  2.1  der  Anträge  [vorstehende  Erwägung  B])  ist  daher  nicht  ange-

zeigt.  Die  Baudirektion  durfte  ohne  Rechtsverletzung  (§  7  VRG)  das  im 

Gutachten Störungspuffer empfohlene Mass in die Schutzverordnung über-

nehmen. Die von den Rekurrenten gegen das Gutachten vorgetragene Ar-
gumentation ist zu unspezifisch, um die gutachterliche Empfehlung im Ge-

nerellen in Frage zu stellen, zumal der Fokus des Gutachtens keineswegs 

R1L.2017.00018 

Seite 17 

 
einfach nur auf Insekten gelegt wurde, sondern auch etwa Amphibien- und 

Reptilienarten  erwähnt  werden  (Gutachten  Störungspuffer,  S. 74  ff.).  Im 

Einzelnen  kann  zur  Qualifikation  in  Anwendung  von  §  28  Abs. 1  Satz  2 

VRG  auf  die  diesbezügliche  Argumentation  der  Baudirektion  (act.  25, 

S. 4 f.) verwiesen werden, welcher zuzustimmen ist. 

Weiter  machen  die  Rekurrenten  auch  nicht  substantiiert  geltend,  weshalb 

ohne  die  beantragte  Ausdehnung  der  Naturschutzumgebungszone  eine 
Gefährdung aufgrund unerwünschter  Nährstoffe  resultieren oder  moorspe-
zifische  Tiere  oder  Pflanzen  nicht  ausreichend  geschützt  würden.  Bei  den 
von  den  Rekurrenten  in  diesem  Zusammenhang  genannten  Vogelarten 

(etwa  Grau-  und  Nachtreiher  oder  Teichrohrsänger)  handelt  es  sich  denn 

auch  durchwegs  um  solche,  deren  Lebensraum  sich  nicht  spezifisch  auf 

Moore  beschränkt.  Die  Auswirkungen  respektive  Festsetzungen  der 

Schutzverordnung auf solche Vogelarten sind deshalb nicht unter dem Titel 

des  Moorschutzes,  sondern  des  allgemeinen  Arten-  und  Lebensraums-

schutzes gemäss Art. 18 ff. NHG zu beurteilen. Vorhaben, die den Bestand 

einheimischer  Arten  beeinträchtigen  können,  deren  Lebensraum  nicht  auf 

Moore  beschränkt  ist,  sind  denn  auch  im  konkreten  Anwendungsfall  nicht 

schutzzielwidrig im Sinne der Flachmoorverordnung. Bezüglich des Schut-

zes  nicht  moorspezifischer  Tiere  und  Pflanzen  ist  eine  allseitige  Interes-

senabwägung damit nicht nur zulässig, sondern geboten. Mit dieser grund-

sätzlichen Unterscheidung und der daraus resultierenden unterschiedlichen 

Vorgehensweise  bei  der  Festsetzung  der  entsprechenden  Zonen  setzen 

sich die Rekurrenten gar nicht erst auseinander. 

7.5. 

Die  Grundwassersituation  im  Gebiet  der  Schutzverordnung  ist,  wie  sich 

dem  hydrologischen  Gutachten  entnehmen  lässt,  äusserst  komplex.  Das 

hydrologische  Gutachten  hat  die  bekannten  Unterlagen  aufgearbeitet  und 

gestützt  hierauf  Abgrenzungen  vorgenommen.  Gemäss  dem  hydrologi-

schen Gutachten sind die erhobenen Daten ausreichend für die Festlegung 

von  räumlich  differenzierten  Anforderungen  an  jedwelche  Bauvorhaben. 

Die  Ausscheidung  der  hydrologischen  Pufferzonen  ist  präventiv  orientiert. 

Die  verschiedenen  hydrologisch  noch  bestehenden  Unwägbarkeiten  wer-

den  dadurch  berücksichtigt,  dass  die  Ausscheidung  der  hydrologischen 

Pufferzonen von jeweils grossen Belastungen bzw. Gefährdungsfällen aus-

geht. Dem Umstand, dass die Grundwasserströme im gesamten Schutzge-
biet  noch  nicht  restlos  geklärt  sind,  wird  gerade  dadurch  Rechnung  getra-

R1L.2017.00018 

Seite 18 

 
gen,  dass  in  den  ausgeschiedenen  hydrologischen  Pufferzonen  in  jedem 

Einzelfall  eines  zukünftigen  Bauvorhabens  der  Nachweis  erforderlich  sein 

wird, dass das Bauvorhaben in der Bauphase und im Betrieb zu keiner Be-

einträchtigung  des  Moorwasserhaushalts  führt,  insbesondere  zu  keinen 

Strömungsumlagerungen  und  Rückstaueffekten  (Ziff.  4.5  und  4.6  der 

Schutzverordnung,  jeweils  Lemma  1).  In  diesem  Zusammenhang  ist  fest-

zuhalten, dass der Vertreter des mitbeteiligten Stadtrats Dietikon anlässlich 

des  Augenscheins  bekräftigt  hat,  die  Stadt  Dietikon  beabsichtige  im  Falle 

des  Inkrafttretens  der  Schutzverordnung  in  Bezug  auf  die  Grundwasser-

ströme  und  deren  Veränderungen  ein  Messnetz  zu  erstellen;  die  entspre-

chenden  Daten  würden  den  bauwilligen  Grundeigentümern  zu  gegebener 

Zeit zur Verfügung gestellt. Mit dieser Vorleistung der Stadt Dietikon werde 

es  auch  effektiv  möglich  sein,  den  gemäss  Schutzverordnung  erforderli-

chen Nachweis zu erbringen (Prot. S. 8 f.).  

Damit  ist  das  in  Bezug  auf  den  Schutz  der  Moorhydrologie  nach  dem  je-

weils  aktuellen  hydrologischen  Erkenntnisstand  Bestmögliche  gewährleis-

tet.  Die  anderslautende  Rüge  der  Rekurrenten  ist  unbegründet.  Dasselbe 

gilt für die Forderung, die im hydrologischen Gutachten definierte grossflä-

chige  Zone  H3  in  den  Schutzperimeter  einzubeziehen.  Die  detaillierte  Be-

gründung  der  Baudirektion  (act.  25,  S.  3  unten;  vgl.  auch  act.  43,  S.  3), 

weshalb auf den Einbezug dieser Zone – welche sich nach Südwesten über 

einen grossen Teil der Stadt Dietikon erstrecken würde (act. 5.18, Beilage 

A.6b)  –  nach  Massgabe  einer  Verhältnismässigkeitsabwägung  verzichtet 

wurde, ist nachvollziehbar, weshalb auf sie in Anwendung von § 28 Abs. 1 

Satz VRG verwiesen werden kann. 

Erstmals  in  der  Replik  stellen  die  Rekurrenten  den  Antrag,  die  hydrologi-

schen  Pufferzonen  IIH4  und  IIH5  seien  auch  im  Gebiet  der  ökologischen 

Vernetzungszone  (Naturschutzumgebungszone  IIV1)  auszuscheiden.  Der 

Antrag ist zufolge verspätetem Vorbringen nicht weiter zu vertiefen (Kaspar 

Plüss, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 23 Rz. 16). 

7.6. 

Die Rüge mangelhafter Berücksichtigung der Fauna bei der Ausscheidung 

der Pufferzonen ("faunistische Pufferzonen") ist nicht ausreichend substan-

tiiert, weshalb darauf nicht weiter einzugehen ist. Die Rekurrenten machen 

diesbezüglich nur das vorstehend unter Erwägungsziffer 6 (3. Absatz) Wie-
dergegebene  geltend  (Rekursschrift  [act.  2],  Rz.  51).  Mit  dem  Begriff  der 

R1L.2017.00018 

Seite 19 

 
faunistischen  Pufferzone  sind  die  faunistisch  begründeten  Anforderungen 

an die Störungspufferzone (Naturschutzumgebungszone IIS1) gemeint. 

Nur der Vollständigkeit halber ist zu bemerken, dass die Rüge auch inhalt-

lich unbegründet wäre. Die Zielartenliste in Anhang 2 des Gutachtens Stö-

rungspuffer  zählt  über  80  Tierarten  (worunter  38  Vogelarten)  und  29  Ge-

fässpflanzenarten auf. Herausgearbeitet wurden jene Arten und Artengrup-

pen, welche am sensibelsten reagieren (Gutachten Störungspuffer, S. 15). 

Mithin  kann davon ausgegangen  werden, dass  die  weiteren Arten  und  Ar-

tengruppen durch denjenigen Störungspuffer, welcher für die am sensibels-

ten  reagierenden  Arten  und  Artengruppen  erarbeitet  wurde,  ausreichend 

mitgeschützt werden.   

7.7. 

Eine ungenügende Sachverhaltsermittlung (§ 7 VRG) kann der Baudirekti-
on  angesichts  der  eingeholten  Fachgutachten  offenkundig  nicht  vorgewor-

fen  werden.  Auch  der  Umstand,  dass  ein  Gutachter  stets  gezwungen  ist, 

dort,  wo  gesicherte  Fakten  und  Daten  fehlen,  auf  Erfahrungswissen  und 

gutachterliche  Einschätzungen  zurückzugreifen,  ist  nicht  zu  beanstanden, 

sondern entspricht einer üblichen Vorgehensweise. Weiter wird den Anfor-

derungen von Art. 8 der Flachmoorverordnung ("Die Kantone sorgen dafür, 

dass bestehende Beeinträchtigungen von Objekten bei jeder sich bietenden 

Gelegenheit soweit als möglich rückgängig gemacht werden") nach Auffas-

sung  der  Rekursinstanz  mit  der  hier  erlassenen  Schutzverordnung  durch-

aus  Genüge  getan:  Art.  6  der Schutzverordnung  beschränkt  Nutzung,  Un-

terhalt  und  Änderungen  an  bestehenden  Bauten  und  Anlagen  auf  die  Be-

standesgarantie;  die  erforderlichen  Massnahmen  haben  so  zu  erfolgen, 

dass den Schutzzielen bestmöglich Rechnung getragen wird. Damit ist das 

zum  Thema  Bestandesschutz  von  Bauten  und  Anlagen  im  Rahmen  einer 

Schutzverordnung  sinnvollerweise  Legiferierbare  gesagt.  Die  Schutzver-

ordnung  enthält  diverse  Bestimmungen,  die  darauf  hinwirken,  bestehende 

Beeinträchtigungen zu beheben; hinzuweisen ist insbesondere auf die Auf-

lagen  in  der  Naturschutzumgebungszone  IIS1  (Art.  4.3  der  Schutzverord-

nung). Entgegen rekurrentischer Auffassung vermag die Schutzverordnung 

nicht  alle  künftigen  Entwicklungen  vorauszusehen  und  ist  sie  auch  nicht 

das geeignete Gefäss, die entsprechenden zukünftigen Lösungen  – bspw. 

im  Falle  einer  Aufgabe  der  Nutzung  der  Abwasserreinigungsanlage  oder 

der  Kehrrichtverwertungsanlage  –  vorgängig  im  Einzelfall  festzulegen.  Es 
ist  nicht  Aufgabe  einer  Naturschutzverordnung,  sich  im  Detail  über  heute 

R1L.2017.00018 

Seite 20 

 
noch  unbekannte  zukünftige  Änderungen  an  Bauten  und  Anlagen  im 

Schutzperimeter  zu  äussern  (so  aber  offenbar  die  rekurrentische  Auffas-

sung [Antrag Ziff. 2.9 am Ende]). 

8.1. 

Die Rekurrenten rügen unter dem Titel der unzulässigen negativen Tangie-

rung "des Schutzobjekts" konkret acht einzelne  – teilweise vorstehend be-

reits  erwähnte  –  Punkte  (Rekursschrift  [act.  2],  Rz.  63  ff.),  auf  welche  wie 

folgt einzugehen ist: 

8.2. 

Die der Schutzverordnung unterstellte Ermöglichung der quasi bedingungs-

freien Errichtung von 25 m hohen Häusern in einem Abstand  von 10 m ab 

dem  Moorperimeter  ("Unterschreitung  der  bestehenden  Grenzabstände") 

ist schlicht unzutreffend. Die Schutzverordnung macht gar keine Aussagen 

zum  Grenzabstand  von  Gebäuden.  Im  Einzelnen  kann  in  Anwendung  von 

§ 28 Abs. 1 Satz 2 VRG auf die diesbezüglichen Entgegnungen der Baudi-

rektion (act. 25, S. 5 f.) und insbesondere auch des mitbeteiligten Stadtrats 

Dietikon (act. 29, S. 12) verwiesen werden.  

8.3. 

Die  Rekurrenten  monieren,  dass  mit  der  Schutzverordnung  nicht  auch 

gleichzeitig  eine  Pufferzone  zum  Wald  festgelegt  worden  sei,  welche  die 

Errichtung von Bauten und Anlagen in einem Abstand von 30 m vom Wald 

verbieten  und  zudem  die  zulässigen  Gebäudehöhen  im  Bereich  des  Wal-

des reduzieren würde. 

Diesbezüglich  ist  zu  bemerken,  dass  Waldabstandsgrenzen  gestützt  auf 

Art.  17  des  Waldgesetzes  (WaG)  im  Rahmen  des  Nutzungsplanungsver-

fahrens  festzusetzen  sind.  Gemäss  §  66  Abs.  2  PBG  muss  ein  Waldab-

stand  von  mindestens  30  m  festgelegt  werden;  bei  besonderen  örtlichen 

Verhältnissen  können  die  Waldabstandslinien  auch  näher  oder  weiter  von 

der  Waldgrenze  gezogen  werden.  Im  Rahmen  besonderer  örtlicher  Ver-

hältnisse können beispielsweise auch die Anforderungen, die sich aus einer 

Unterschutzstellung  wie  der  vorliegend  angefochtenen  ergeben,  berück-

sichtigt werden. Damit ist das öffentliche Interesse am Schutz des Waldes 
hinreichend  gewährleistet. Weitergehende  Festlegungen  im  Rahmen  einer 

Schutzverordnung sind nicht erforderlich. 

R1L.2017.00018 

Seite 21 

 
8.4. 

Unter  dem  Titel  der  "ungenügenden  Begrenzung  der  Gebäudevolumen, 

insbesondere der Gebäudehöhen innerhalb der Pufferzonen" beanstanden 

die Rekurrenten weiter, dass die Schutzverordnung mit einer komplizierten, 

der  Rechtssicherheit  abträglichen  Regelung  deutlich  höhere  Gebäude  in-

nerhalb der Naturschutzumgebungszone IIS1 zulassen wolle, als sie heute 

bestünden.  Dass  diese  Gebäudehöhen  mit  den  Schutzobjekten  vereinbar 

sein  sollen,  werde  aus  dem  Gutachten  Störungspuffer  abgeleitet.  Die  im 

Gutachten  vertretene  Argumentation  berücksichtige  aber  allein  den  Faktor 

Licht auf Pflanzen im Moor während der Sommermonate. Die Berechnung 

der  Bauhöhen  erfolge  dementsprechend  ab  dem  Moorperimeter  und  nicht 

erst  ab  der  Schutzgebietsgrenze,  was  falsch  sei.  Mit  Bezug  hauptsächlich 

auf Pflanzen nehme das Gutachten Störungspuffer ferner an, dass bezüg-

lich Beschattung primär das Sommerhalbjahr relevant sei. Die Vegetations-

zeit  dauere  aber  wesentlich  länger.  Deshalb  und  in  Berücksichtigung  der 
bei  Pflanzen  zum  Austreiben  benötigten  Wärmesumme  sei  die  Beschat-

tungszeit  an  sich  bereits  ab  Mitte  Februar  bis  circa  Ende  November  rele-

vant. Ohnehin spielten Sonnentage auch im Winter eine wichtige Rolle, z.B. 

in  Bezug  auf  die  Eisfreiheit  der  Gewässer, welche  für  gewisse  Vogelarten 

sehr wichtig sei. 

Soweit die Rekurrenten in diesem Zusammenhang als erstes erklären, die 

Berechnung der Bauhöhen erfolge zu Unrecht ab dem Moorperimeter und 

nicht ab  der Schutzgebietsgrenze,  ist auf  bereits  Gesagtes  (Erwägung  7.3 

am  Ende)  zu  verweisen.  Das  Gutachten Störungspuffer hat  den Schatten-

wurf auf das Moor umfassend untersucht und empfohlen, die Bauhöhen so 

zu  beschränken,  dass  die  Beschattung  durch  die  Bauten  im  Frühjahr  und 

Spätsommer nicht stärker wird als derjenige Schattenwurf, den der empfoh-

lene  Gehölzgürtel  rund  um  das  Schutzgebiet  selbst  wirft  (Gutachten  Stö-

rungspuffer, S. 70 f.). Der in Bezug auf den Schattenwurf auf das Moor zu 

regelnde  Sachverhalt  ist  aufgrund  des  sich  jahreszeitlich  ändernden  Son-

nenverlaufs  und  der  räumlichen  Lage  und  Höhe  der  möglichen  Gebäude 

einigermassen komplex. In Anbetracht dieser Komplexität ist die in Ziff. 4.3 

Lemma 2 der Schutzverordnung statuierte Formel zur Berechnung der zu-

lässigen  Gebäudehöhe  für  die  ersten  40  m  ab  dem  Moorperimeter  eine 

durchaus umsetzbare Regelung, die eine sachlich differenzierte Festlegung 

der  zulässigen  Gebäudehöhe  erlaubt.  Andernfalls  müsste  eine  pauschali-

sierende Lösung gefunden werden, welche dem jeweiligen Einzelfall kaum 
je gerecht würde. Im Einzelnen kann in Anwendung von § 28 Abs. 1 Satz 2 

R1L.2017.00018 

Seite 22 

 
VRG wiederum auf die plausiblen Ausführungen der Baudirektion (act. 25, 

S. 6 f.) und die dortigen Weiterverweisungen auf die massgeblichen Erläu-

terungen  im  Gutachten  Störungspuffer  verwiesen  werden.  Dies  gilt  insbe-

sondere  für  die  fachlich  begründbare  und  nachvollziehbare  Beschränkung 

der Beschattungsberechnungen auf die Zeitspanne zwischen Frühling und 

Herbst.  Weitere  Bauhöhenbeschränkungen  aus  beschattungstechnischen 

Gründen  sind  daher  nicht  angezeigt.  Hieran  ändert  nichts,  dass  von  den 

Rekurrenten  eingereichte  Ausdrucke  aus  dem  Internet  und  Zeitungsartikel 

(act. 5.25 f.) von einer längeren Vegetationsperiode ausgehen. Die globale 

Erwärmung führt ohnehin dazu, dass die Vereisung von Gewässern in der 

Schweiz  zukünftig  eher Seltenheitswert erlangen  wird.  Frieren  beschattete 

Bereiche  im  Winter  zunehmend  seltener  zu,  würde  dies  eher  dafür  spre-

chen,  dass  eine  zusätzliche  Beschattung  des  Moors  im Winter  gar  (noch) 

weniger problematisch erschiene. 

8.5. 

Entgegen den Ausführungen der Rekurrenten hat sich das Gutachten Stö-

rungspuffer sodann ausführlich und in nachvollziehbarer Weise mit der Kol-

lisionsgefahr  von  Vögeln  mit  Gebäuden  auseinandergesetzt  (Gutachten 

Störungspuffer,  S.  25  ff.  ["Kollisionspuffer"]).  Anders  als  die  Rekurrenten 

kommt  das  Gutachten  Störungspuffer  jedoch  zum  Schluss,  dass  für  die 
moorrelevante  Vogelpopulation  nicht  die  Höhe  der  Gebäude,  sondern 
hauptsächlich  deren  Fassadengestaltung  entscheidend  sei  (S.  28).  Diese 

Empfehlungen sind in die Schutzverordnung eingeflossen, indem in der ge-

samten Naturschutzumgebungszone IIS1 Gebäudefassaden verboten sind, 

die nicht gemäss jeweils aktuellem Wissensstand zur Vermeidung von Kol-

lisionen  vogelverträglich  gestaltet  sind  (Ziff.  4.3  Lemma  6  der  Schutzver-

ordnung). Warum diese Auflage nicht ausreichend sein sollte, wird von den 

Rekurrenten nicht substantiiert dargelegt. Sie vertreten diesbezüglich zwar 

eine  anderslautende  Ansicht;  inwiefern  die  gutachterlichen  Aussagen  des-

wegen  jedoch  unzutreffend  erscheinen  sollten,  ist  nicht  zu  erkennen.  Ins-

besondere  unterscheiden  die  Rekurrenten  (auch  hier)  gar  nicht  zwischen 

moorspezifischen  und  nicht  moorspezifischen  Vogelarten.  Anders  als  der 

von den Rekurrenten verlangte vollständige Verzicht auf Gebäude mit mehr 

als 30 m Höhe bis zur Silbernstrasse erscheint die in die Schutzverordnung 

aufgenommene  Bestimmung  betreffend  Fassadengestaltungen  zudem 

auch verhältnismässig. 

R1L.2017.00018 

Seite 23 

 
8.6. 

Weiter halten die Rekurrenten dafür, die Vorgabe gemäss Ziff. 4.3 Lemma 

8 der Schutzverordnung ("Die Nutzungen in der Zone IIS1 sind weiter der-

art zu gestalten, dass in einem Abstand von bis zu 100 m zur Moorgrenze 

nachts zwischen März und Oktober keine vom Moor aus sichtbaren, fest in-

stallierten Lichter brennen") sei bei hohen und bewohnten Gebäuden kaum 

vollziehbar.  Abgesehen  davon  sei  unklar,  weshalb  nur  100 m  vorgesehen 

seien; bei Vögeln sei mit einem Zug in der Breite von 200 m bis 300 m zu 

rechnen. 

Auf  das  in  Ziff.  4.3  Lemma  8  der  Schutzverordnung  festgesetzte  Mass 

(100 m) betreffend "Lichtgrenze" in der Naturschutzumgebungszone IIS1 ist 

im  Detail  im  Zusammenhang  mit  der  Behandlung  der  Grundeigentümerre-

kurse einzugehen. Bereits an dieser Stelle ist festzuhalten, dass die Forde-
rung nach einer Vergrösserung des festgesetzten Radius unbegründet ist. 

8.7. 

Dasselbe gilt in Bezug auf die Rüge, die um das Antoniloch herum ausge-

schiedenen  "Bewegungsstörungspufferzonen"  seien  zu  klein.  Gemeint  ist 

damit Ziff. 4.3 Lemma 7 der Schutzverordnung ("Die Nutzungen in der Zo-

ne ISI1  sind  weiter  derart  zu  gestalten,  dass  in  einem  Abstand  von  bis  zu 

150 m  zur  Moorgrenze  Personen  von  keinem  Punkt  des  Moores  aus  stö-

rend  in  Erscheinung  treten").  Auch  diesbezüglich  ist  vorwegzunehmen, 
dass jedenfalls eine Ausdehnung dieses Masses keineswegs angezeigt ist. 
Die Rüge ist demnach unbegründet. 

8.8. 

Gemäss Ziff. 6 der Schutzverordnung ("Unterhalt von bestehenden Bauten 

und  Anlagen")  sind  Nutzung,  Unterhalt  und  Änderungen  an  bestehenden 

Bauten  und  Anlagen  im  Rahmen  der  Bestandesgarantie  zulässig.  Die  er-

forderlichen  Massnahmen  haben  so  zu  erfolgen,  dass  den  Schutzzielen 

bestmöglich  Rechnung  getragen  wird.  Die  Abwasserreinigungsanlage 

(ARA),  die  Kehrrichtverwertungsanlage  (KVA)  und  die  Elektrizitätswerke 

des  Kantons  Zürich  (EKZ)  und  der  Stadt  Zürich  (ewz)  sowie  deren  be-

triebsnotwendigen  Nebenanlagen  im  Schutzperimeter  sind  in  ihrem  Be-

stand geschützt. Sämtliche Elemente können nach dem Stand der Technik 

erhalten und erneuert werden. 

R1L.2017.00018 

Seite 24 

 
Die Rekurrenten erklären, damit werde eine "fast absolute Bestandesgaran-

tie"  verfügt,  die  "so  von  der  Gesetzgebung  nicht  vorgesehen"  sei.  Sowohl 

die  ARA  als  auch  die  KVA  hätten  höchstens  regionale  Bedeutung,  träten 

also  mit  dem  Moorschutz  nicht  in  eine  Interessenabwägung.  Dementspre-

chend  sei  die  Formulierung,  wonach  die  Massnahmen  den  Schutzzielen 

"bestmöglich Rechnung" tragen sollen, nicht haltbar. Vielmehr sei zu formu-

lieren:  "Die  Massnahmen  dürfen  den  Schutzzielen  nicht  widersprechen". 

Zudem  sei  der  für  die  genannten  Bauten  ausgeschiedene  Perimeter  der 

Naturschutzzone I zuzuweisen und für den Zeitpunkt der Aufgabe der heu-

tigen Nutzungen durch ARA und KVA die Renaturierung festzulegen. 

Die rekurrentischen Einwände sind nicht stichhaltig. Die Bestandesgarantie 

ist  Ausfluss  der  Eigentumsgarantie  (Art.  26  BV)  und  schützt  insbesondere 

getätigte  Investitionen  bei  ursprünglich  rechtmässig  erstellten  Bauten.  In 

diesem  Sinne  hält  bereits  Art.  5  Abs.  2  lit.  b  der  Flachmoorverordnung 

selbst  fest,  dass  der  Unterhalt  und  die  Erneuerung  rechtmässig  erstellter 

Bauten und Anlagen zulässig sei, soweit diese das Schutzziel nicht beein-

trächtigen.  Ziff.  6 der Schutzverordnung  statuiert  inhaltlich  nichts Anderes, 

wenngleich die Formulierung nicht identisch ist. Auch mit der von den Re-

kurrenten vorgeschlagenen Formulierung wäre letztlich kein anderer Rege-

lungsgegenstand zu gewinnen. Die Rekurrenten verkennen, dass nicht nur 

der Moorschutz, sondern auch die Eigentumsgarantie Verfassungsrang ge-

niesst.  Dass  der ARA und  der KVA  "nur"  regionale Bedeutung  zukommen 

mag, ändert hieran nichts. Weshalb der für die genannten Anlagen ausge-

schiedene  Perimeter  der  Naturschutzzone  I  zuzuweisen  und  für  den  Zeit-

punkt der Aufgabe der heutigen Nutzung dieser Anlagen gar eine Renatu-

rierung  festzulegen  sei,  wird  von  den  Rekurrenten  nicht  näher  begründet, 

weshalb  darauf  nicht  weiter  einzugehen  ist.  Im  Einzelnen  sowie  der  Voll-

ständigkeit halber kann in Anwendung von § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG bezüg-

lich  des  Streitpunktes  Bestandesgarantie  im  Perimeter  der  Schutzverord-

nung auf die ausführlichen und zutreffenden Ausführungen der mitbeteilig-

ten L. (act. 26, Rz. 30 und Rz. 40-46) verwiesen werden. 

8.9. 

Die  Rekurrenten  halten  dafür,  in  der  Schutzverordnung  werde  postuliert, 

dass  in  den  Mooren  gefischt  werden  dürfe,  wenn  dies  schutzzieldienlich 

sei.  Es  werde  aber  nirgends  ausgeführt,  was  unter  einer  schutzzieldienli-

chen  Fischerei  zu  verstehen  sein  könnte.  Eine  solche  gebe  es  gar  nicht. 
Insbesondere  an  den  Altläufen,  welche  zusammen  mit  den  Flachmooren 

R1L.2017.00018 

Seite 25 

 
von nationaler Bedeutung eine Lebensraumeinheit für viele Arten bildeten, 

sei die Fischerei gänzlich zu untersagen. Die potentiellen Störungen seien 

beträchtlich.  Gänzlich  zu  untersagen  sei  auch  die  Vogeljagd,  welche  eine 

massive Störung des Schutzgebietes darstelle und auch aus Hegegründen 

in jedem Fall absolut unnötig sei. 

Ziff.  4.1  der  Schutzverordnung  Lemma  11  statuiert,  dass  in  der  Natur-

schutzzone  I  das  Töten,  Verletzen,  Fangen  oder Stören  von  wildlebenden 

Tieren  verboten  sei,  die  schutzzieldienliche  (in  den  nationalen  Biotopen 

[sprich: im Perimeter des Moores]) bzw. die schutzzielgerechte (in den Na-

turschutzzonen I der kantonalen Biotope) Jagd und Fischerei hingegen zu-

lässig. Schutzzieldienlich ist Fischerei und Bejagung, wenn sie explizit aus 

Naturschutzgründen  stattfindet;  schutzzielverträglich  dann,  wenn  dadurch 

die Naturschutzziele nicht beeinträchtigt werden. 

Wie die Rekurrenten selber erwähnen, kann schutzzieldienliche Fischerei – 

etwa  durch  den  Fischereiaufseher  –  beispielsweise  im  Rahmen  spezieller 

Einsätze, die für die Erhaltung und Förderung der Schutzziele und Zielarten 

erforderlich  oder  erwünscht  sind,  liegen.  Nichts  Anderes  statuiert  die  er-

wähnte Bestimmung. Jagd und Fischerei können auch in Mooren von nati-

onaler  Bedeutung  schutzzieldienlich  sein,  wenn  sie  nämlich  zum  Zweck 

haben, die moorspezifische Fauna und Flora vor "schädlichen" Tierarten zu 

bewahren  (Bernhard  Waldmann,  Der  Schutz  von  Mooren  und  Moorland-

schaften,  Freiburg  1997,  S.  310).  Schutzzielgerechte  Fischerei  ist  –  aus-

serhalb  des  national  geschützten  Moores  –  zulässig,  solange  die  Schutz-

ziele nicht tangiert werden; diesfalls ist eine Interessenabwägung durchaus 

möglich. 

Die  in  der Schutzverordnung  getätigte  Differenzierung  überzeugt.  Die  Sta-

tuierung  des  von  den  Rekurrenten  geforderten  Totalverbots  jeglicher  Fi-

scherei  und  Bejagung  unter  allen  Titeln  würde  –  richtig  verstandenem  – 

Moor- und Naturschutz letztlich nicht gerecht. 

8.10. 

Schliesslich  erklären  die  Rekurrenten,  für  das  nordwestliche  Gebiet  des 

Schutzperimeters  (links  der  Limmat,  nördlich  der  Autobahn  A1;  vgl.  Prot. 

S. 14 [8. Standort] und S. 27 [Foto Nr. 26]), welches der Naturschutzumge-

bungszone  IIV1  (ökologische  Vernetzung)  zugeteilt  wurde,  sei  richtiger-
weise  eine  Landschaftsschutzzone  zu  schaffen  (Ziff.  2.5  der  Anträge). Die 

Definition  der  Naturschutzumgebungszone  ("Die  Naturschutzumgebungs-

R1L.2017.00018 

Seite 26 

 
zone  [ökologische  Vernetzung]  dient  der  Sicherung  der  ökologischen  Ver-

netzung des Schutzgebiets"; vgl. Ziff. 3 der Schutzverordnung) und die hier 

geltenden Einschränkungen ("Insbesondere verboten sind Bauten und An-

lagen,  welche  die  ökologische  Vernetzung  beeinträchtigen";  vgl.  Ziff.  4.4 

der  Schutzverordnung)  seien  ungenügend.  Das  Gebiet  stelle  die  einzige 

Verbindung  dar,  über  die  Tiere,  welche  nicht  fliegen  könnten,  in  das 

Schutzgebiet  einwandern  könnten.  Der  jetzige  Text  in  der  Schutzverord-

nung  lade  geradezu  dazu  ein,  das  Gebiet  früher  oder  später  einzuzonen, 

indem bereits von Bauten und Anlagen in einer Zone die Rede sei, in wel-

cher heute  gar nicht  gebaut  werden  könne. Die  Sicherung  der  Freihaltung 

über den  kantonalen Richtplan  (Freihaltezone) und  über den  kommunalen 

Zonenplan (Landwirtschaftsgebiet) reiche nicht aus, da Richtpläne und Zo-

nen jederzeit geändert werden könnten. 

Die  Bedenken  der  Rekurrenten  sind  mit  der  Auffassung  der  Baudirektion 

unbegründet.  Die  geforderte  Ausscheidung  einer  Landschaftsschutzzone 

wäre  mitnichten  sachgerecht,  da  das  Schutzziel  hier  schlechterdings  nicht 

im  Schutz  der  Landschaft  besteht.  Dafür  fehlten  auch  die  übergeordneten 

Grundlagen (entsprechende Festlegungen im kantonalen Richtplan oder im 

entsprechenden  Inventar  der  Natur-  und  Landschaftsschutzgebiete  von 

überkommunaler Bedeutung). Die Rekurrenten selbst stellen das hier defi-

nierte  Schutzziel  (Gewährleistung  der  ökologischen  Vernetzung  mit  dem 

nächsten naturnäheren Raum flussabwärts) denn auch gar nicht in Abrede. 

Die Ausscheidung einer Naturschutzumgebungszone, die ausdrücklich der 

ökologischen  Vernetzung  dient,  ist  durchaus das  sachgerechte  Instrumen-

tarium  für  das  hier  verfolgte  Schutzziel.  Die  Argumentation,  die  Formulie-

rung  in  der  Schutzverordnung  lade  aufgrund  des  Umstandes,  dass  in  ihr 

der  Begriff  "Bauten  und  Anlagen"  vorkomme,  zur  zukünftigen  Einzonung 

des Gebiets ein, ist sodann abwegig. Es handelt sich wie erwähnt in jeder 

Hinsicht um eine Nichtbauzone (Freihaltegebiet gemäss kantonalem Richt-

plan,  Landwirtschaftsgebiet  gemäss  kommunalem  Zonenplan).  Wie  die 

Baudirektion  richtig  ausführt,  sind  zusätzliche  Bauten  und  Anlagen  auf-

grund der gezeigten Formulierungen in der Schutzverordnung höchstens in 

äusserst  kleinem  Umfang  (zum  Beispiel  ein  Stromverteilungskasten)  und 

nach  Massgabe  einer Abwägung  mit  dem  überragenden  Ziel der Gewähr-

leistung der ökologischen Vernetzung in diesem Gebiet denkbar. Die Rüge 

ist unbegründet. 

R1L.2017.00018 

Seite 27 

 
9. 

Zusammengefasst ist der Rekurs im Verfahren G.-Nr. R1L.2017.00018 ab-

zuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

Rekursverfahren  G.-Nr.  R1L.2017.00019 

(P. 

Immobilien  AG), 

R1L.2017.00020  (G.  Personalvorsorgestiftung)  und  R1L.2017.-00021 

(H. E. AG):  

10. 

Die praktisch gleichlautenden Rekursanträge der drei Rekurrentinnen wur-

den vorstehend unter Buchstabe E dargestellt. 

11.1. 

In formeller Hinsicht  rügen die  Rekurrentinnen als erstes,  die  Baudirektion 

habe die im vorliegenden Fall entscheidrelevanten insgesamt vier Fachgut-

achten  im  Rahmen  der  öffentlichen  Auflage  weder  der  Öffentlichkeit  noch 

den betroffenen Grundeigentümern zur Kenntnis gebracht. Die Eigentums-

beschränkungen für die Liegenschaften der Grundeigentümer hätten indes 

den  Charakter  von  Einzelverfügungen,  welche  der  Begründungspflicht  un-

terstünden. Wenn auf ein Gutachten abgestellt werde bzw. dessen Ergeb-

nisse  einfach  übernommen  würden,  könne  die  Begründung  der  verfügten 

Massnahmen allein in diesen Gutachten gefunden werden. Ohne Kenntnis 

derselben  sei  es  nicht  möglich,  die  Beweggründe  der  Behörde  zu  kennen 

und  allenfalls  zu  hinterfragen  und  kritisieren.  In  der  Nichtveröffentlichung 

der Gutachten liege unter diesen Umständen eine Verweigerung des recht-

lichen  Gehörs.  Nach  Art.  23b  Abs.  3  NHG  seien  die  betroffenen  Grundei-

gentümer  insbesondere  bei  der  Bestimmung  der  Lage  von  schützenswer-

ten  Moorlandschaften  anzuhören;  ähnliche  Vorschriften  gälten  gemäss 

Art. 3 Abs. 1 und Art. 5 Abs. 1 der Flachmoorverordnung in Bezug auf die 

Ausscheidung  von  Pufferzonen  sowie  die  Ermittlung  und  Festsetzung  von 

Schutz-  und  Unterhaltsmassnahmen.  Dass  die  Gutachten  nicht  öffentlich 

aufgelegt  worden  seien,  sei  auch  deshalb  unverständlich,  weil  Umweltin-

formationen  ohnehin  dem  Öffentlichkeitsprinzip  unterlägen  und  nach  Mög-

lichkeit  in  digitalen  Datensätzen  zur  Verfügung  gehalten  werden  sollten 

(Art.  10g  und  Art.  10e  Abs.  4  des  Umweltschutzgesetzes  [USG]).  Zufolge 

R1L.2017.00018 

Seite 28 

 
der massiven Verletzung des rechtlichen Gehörs sei die öffentliche Auflage 

mit vollständiger Aktenauflage zu erneuern. 

Die  Rekurrentinnen  halten  an  diesem  Antrag  in  ihren  Replikschriften  fest. 

Zwar  hätten  sie  die  Gutachten  zwischenzeitlich  einverlangt,  zufolge  der 

Reaktionszeit  nach  Erhalt  der  Rekursantworten  und  der  kurzen  Replikfrist 

von nur 20 Tagen habe ihnen aber zu wenig Zeit zur Verfügung gestanden, 

sich mit den umfassenden Gutachten auseinanderzusetzen. 

11.2. 

Die  Baudirektion  entgegnet,  anlässlich  von  Orientierungsveranstaltungen 

im  April  2016  und  im  Dezember  2016  sei  ausdrücklich  auf  die  Bedeutung 

von  beigezogenen  Gutachten  und  darauf  verwiesen  worden,  dass  diese 

Gutachten  auf Wunsch  eingesehen  werden  könnten.  Die  Gutachten  seien 

dementsprechend  von  diversen  Eigentümern  angefordert  und  etwa  auch 
von  den  Rekurrenten  im  Verfahren  G.-Nr.  R1L.2017.00018  der  Rekurs-

schrift  beigelegt  worden.  Die  Rekurrentinnen 

in  den  Verfahren 

G.-Nrn. R1L.2017.00019,  R1L.2017.00020  und  R1L.2017.00021  hätten 

weder  im  Vorfeld  des  Erlasses  der  Schutzverordnung  noch  danach  eine 

Zustellung  der  Gutachten  verlangt.  Auch  aus  dem  Öffentlichkeitsprinzip 

könne nicht etwa abgeleitet werden, dass alle Informationen, die öffentlich 

seien, auch publiziert würden. 

11.3. 

Die  rekurrentischen  Vorbringen  sind  unbegründet.  Tatsächlich  lässt  sich 

keiner  der  von  den  Rekurrentinnen  zitierten  Bestimmungen  entnehmen, 

dass eine Behörde im Falle des Erlasses einer Schutzverordnung nicht nur 

diese ordentlich zu publizieren hätte (was unzweifelhaft stattgefunden hat), 

sondern  dass  die  Behörde  darüber  hinaus  sämtliche  irgendwie  relevanten 

Akten  aufzulegen  oder gar alle  hypothetisch betroffenen Grundeigentümer 

zu informieren hätte (Vorliegend sind dies wohl hunderte, nachdem sich der 

Perimeter der Schutzverordnung über das Gebiet von drei Gemeinden und 

eine Fläche von schätzungsweise rund 1,5 Quadratkilometern erstreckt).  

Alle  relevanten  Gutachten  werden  in  den  Erwägungen  der  Schutzverord-

nung ausdrücklich erwähnt (Seite 3). Mit Recht führt die Baudirektion aus, 

dass  die  entscheidrelevanten  Unterlagen  von  allen  interessierten  und  be-

troffenen  Grundeigentümern  selbstredend  im  Rahmen  des  Akteneinsichts-
rechts  verlangt  werden  konnten  und  diese  Gelegenheit  auch  von  zahlrei-

R1L.2017.00018 

Seite 29 

 
chen unter ihnen wahrgenommen worden sei. Diese Möglichkeit hätte seit 

den erwähnten  Informationsveranstaltungen,  spätestens  aber seit dem  Er-

lass  der  Schutzverordnung  respektive  der  Publikation  im  Amtsblatt  auch 

den  Rekurrentinnen 

in  den  Verfahren  G.-Nrn.  R1L.2017.00019, 

R1L.2017.00020  und  R1L.2017.00021  offen  gestanden.  Dass  diese  erst 

während  der  Replikfrist  von  ihrem  umfassenden  Akteneinsichtsrecht  Ge-

brauch machten, ist nicht der Baudirektion vorzuwerfen. 

Im Übrigen vermochten sich die Rekurrentinnen mit den besagten Gutach-

ten  nunmehr  durchaus  noch  im  Detail  auseinanderzusetzen,  wie  die  Rep-

likschriften zeigen. Selbst wenn ein Mangel in der öffentlichen Auflage vor-

gelegen hätte – was hier indes zweifelsohne nicht der Fall ist – wäre dieser 

zwischenzeitlich geheilt. 

12.1. 

In materiellrechtlicher Hinsicht beanstanden die Rekurrentinnen als erstes, 

die Umschreibung der Naturschutzumgebungszone IIS1 gemäss Ziff. 3 der 

Schutzverordnung  sei  aufgrund  der  Formulierung  "[…]  Erhaltung  des  Le-

bensraumes für gefährdete Arten der Übergangsgebiete zwischen intensiv 

genutzter  Umgebung  und  Naturschutzzone"  unklar.  Es  sei  nicht  nachvoll-

ziehbar,  ob  mit  den  "Übergangsgebieten"  die  Pufferzonen  gemeint  seien, 

also  jene  Flächen,  die  zwischen  dem  intensiv  genutzten  Siedlungsgebiet 

ausserhalb  der  Schutz-  und  Pufferzonen  und  dem  Kernobjekt  des  Schut-

zes,  dem  Flachmoor  selbst,  liegen.  Ebenso  unklar  sei,  wo  genau  Lebens-

raum  für  gefährdete  Arten  erhalten  werden  soll.  Gehe  man  von  den  tat-

sächlichen  Verhältnissen  in  den  das  Industriegebiet  überlagernden  Puffer-

zonen  aus,  so  könne  wohl  kaum  gemeint  sein,  dass  dort  Lebensraum  für 

gefährdete Arten erhalten werden soll, denn solcher existiere gar nicht und 

wäre ohne vollständige Beseitigung der vorhandenen Bauten und Anlagen 

sowie grundlegender Naturierung auch nicht herstellbar. Die Umschreibung 

sei daher zumindest unnötig und könne Anlass für die Anwendung von un-

zulässigen  Eigentumsbeschränkungen  geben,  weshalb  auf  sie  zu  verzich-

ten sei. 

12.2. 

Mit  den  Übergangsgebieten  ist  der  unmittelbar  an  den  Rand  des  Moores 
angrenzende,  10  m  breite  Übergangslebensraum  innerhalb  der  Natur-
schutzumgebungszone IIS1 gemeint, welcher als Nahrungs-, Aufzucht- und 

R1L.2017.00018 

Seite 30 

 
Überwinterungsgebiet  zahlreicher  seltener  und  gefährdeter,  moortypischer 

Arten  von  Bedeutung  ist  (Gutachten  Störungspuffer, S.  74 bis 77).  Der so 

definierte Übergangslebensraum ist als Anordnung in Ziff. 4.3 Lemma 1 der 

Schutzverordnung  (mit  vier  Unterlemmata)  umgesetzt.  Die  zusätzliche  Er-

wähnung  (auch)  im  Zweckartikel  der  Naturschutzumgebungszone  IIS1  ist 

angesichts  dieser  nachfolgenden,  konkretisierenden  Regelung  durchaus 

vertretbar.  Im  10  m-Streifen  sind  keine  Bauten  und  Anlagen  zulässig,  der 

Boden  hat  unversiegelt  zu  bleiben  und  muss  als  naturnaher  Lebensraum 

gestaltet werden. Für die Gebiete ausserhalb des 10 m-Streifens sind auf-

grund  des  Übergangslebensraums  keine  Eigentumsbeschränkungen  zu 

erwarten,  die  nicht  bereits  anderweitig  in  der  Schutzverordnung  detailliert 
geregelt wären (so insbesondere die detaillierte Bauhöhenbeschränkung ab 
10 m von der Moorgrenze [Ziff. 4.3 Lemma 2; hierzu sogleich]). Dies haben 

die  Rekurrentinnen  in  den  Replikschriften  richtig  erkannt.  Zu  erwähnen  ist 

insbesondere, dass im Bereich der Parzelle Kat.-Nr. [….] der Rekurrentin P. 
Immobilien AG kein Übergangslebensraum existiert, da diese Parzelle vom 

nationalen  Moorperimeter  (grüne  Linie)  mehr  als  10  m  entfernt  liegt.  Die 

Befürchtungen  einer  zukünftigen  "Entsiegelung"  der  versiegelten  Flächen 

im nordöstlichen Bereich dieses Grundstücks (vgl. Prot. S. 23 bis 25, Fotos 

22  bis  25  [Standort  7])  sind  demnach  unbegründet.  Auch  das  Grundstück 

Kat.-Nr. [….] der Rekurrentin G. Personalvorsorgestiftung sowie die Grund-

stücke  Kat.-Nrn.  [….]  der  Rekurrentin  H.  E.  AG  sind  aufgrund  ihrer  (gros-

sen)  Distanz  zum  nationalen  Moorperimeter  von  der  speziellen  Regelung 

betreffend den Übergangslebensraum in der Zone IIS1 gar nicht betroffen. 

Zusammengefasst ist die Rüge unbegründet. 

13. 

Die  Rekurrentinnen  halten  die  in  Ziff.  4.3  Lemma  2  der  Schutzverordnung 

statuierte Formel zur Berechnung der zulässigen Gebäudehöhe zufolge ih-

rer  Komplexität  für  nicht  nachvollziehbar.  Dieses  Argument  warfen  bereits 

die  Rekurrenten  im  Verfahren  G.-Nr.  R1L.2017.00018  auf.  Nach  Auffas-

sung  der  Rekursinstanz  ist  die  Regelung,  welche  im  Dienste  der  Begren-

zung  des  Schattenwurfes  auf  das  national  geschützte  Moor  steht,  wie  er-

wähnt  durchaus  umsetzbar;  sie  erlaubt  eine  sachlich  differenzierte  Festle-

gung  der  zulässigen  Gebäudehöhe.  Es  kann  umfassend  auf  vorstehende 

Erwägungsziffer 8.4., 2. Absatz, verwiesen werden. 

R1L.2017.00018 

Seite 31 

 
Auch die Regelung, wonach ab 40 m vom Moorperimeter Bauten höher als 

25  m  (aus  moorschutzrechtlicher  Sicht)  bewilligungsfähig  sind,  wenn 

dadurch  im  Sommerhalbjahr  (21.3.  bis  23.9.)  nachweislich  keine  zusätzli-

che ökologisch relevante Beschattung des Moores entsteht, kann nicht als 

unnötig einschränkend oder unklar taxiert werden. Über 25 m hohe Gebäu-

de  sind  Hochhäuser.  Hochhäuser  sind  nur gestattet,  wo  die  Bau-  und  Zo-

nenordnung (BZO) sie zulässt (§ 282 PBG). Gemäss Art. 21 BZO Dietikon 

sind in der Industriezone maximal 21,5 m hohe Gebäude zulässig; die Er-

stellung von Hochhäusern ist damit bereits aufgrund der BZO ausgeschlos-

sen.  Die  hier monierte  Bestimmung  würde  überhaupt erst eine  Bedeutung 

erlangen,  wenn  dereinst  eine  schutzverordnungskompatible  BZO-Revision 

in Kraft träte, welche Hochhäuser in der Industriezone zuliesse, oder etwa 

eine  entsprechende  Sondernutzungsplanung,  welche  selbstredend  eben-

falls schutzverordnungskompatibel zu sein hätte. Für diesen Fall scheint es 

aus moorschutzrechtlicher Sicht durchaus angezeigt, im Fall der Erstellung 
eines  zukünftigen  Hochhauses  nahe  des  national  geschützten  Moores  ei-

nen Nachweis der ökologisch-beschattungstechnischen Moorverträglichkeit 

einzuverlangen,  zumal  bei  der  Projektierung  eines  Hochhauses  weit  kom-

plexere Nachweise zu erbringen wären und sich eine Bauherrschaft ohne-

hin  zwingend  mit  dem  Thema  Schattenwurf  zu  beschäftigen  hätte  (§  284 

Abs. 3 PBG). Die Beurteilung einer ökologisch relevanten Beschattung hät-

te  sich,  wie  die  Baudirektion  mit  Recht  bemerkt,  grundsätzlich  an  derjeni-

gen  Regelung  zu  orientieren,  welche  für  die  ersten  40  m  gilt.  Eine  über-

mässige Einschränkung des Grundeigentums kann in der monierten Rege-

lung jedenfalls nicht erkannt werden; die Rüge ist unbegründet. 

14. 

Die  Rekurrentinnen  thematisieren  ebenfalls  die  Bestimmung  von  Ziff.  4.3 

Lemma 6 der Schutzverordnung, wonach in der Naturschutzumgebungszo-

ne IIS1 Gebäudefassaden verboten sind, die nicht gemäss dem jeweils ak-

tuellem Wissensstand zur Vermeidung von Kollisionen vogelverträglich ge-

staltet sind (vgl. hierzu vorstehende Erwägungsziffer 8.5). 

Entgegen den Ausführungen der Rekurrentinnen geht aus dieser Formulie-

rung klar hervor, dass solche Fassaden  – eben – verboten sind (siehe die 

Wendung  "Insbesondere  sind  verboten"  vor  Ziff.  4.1  der  Schutzverord-

nung). Auch das Verhältnis dieser Bestimmung zur Bestandesgarantie (Ziff. 
6  der  Schutzverordnung)  ist  vollkommen  klar:  Bestehende  Gebäudefassa-

R1L.2017.00018 

Seite 32 

 
den kommen selbstredend in deren Genuss. Im Übrigen besteht zum The-

ma von Änderungen an in den Genuss der Bestandesgarantie gelangenden 

Gebäuden  sowie  in  Bezug  auf  die  diesbezüglich  gebräuchlichen  Begriffe, 

welche  auch  in  der  Schutzverordnung  verwendet  werden  (etwa:  "Unter-

halt") eine umfassende und gefestigte baurechtliche Rechtsprechung, wel-

che in einem konkreten Anwendungsfall von Ziff. 4.3 Lemma 6 der Schutz-

verordnung selbstredend heranzuziehen wäre. 

15.1. 

Die  Rekurrentinnen  halten  dafür,  die  Vorgabe  gemäss  Ziff.  4.3  Lemma  8 

der Schutzverordnung ("Die Nutzungen in der Zone IIS1 sind weiter derart 

zu  gestalten,  dass  in  einem  Abstand  von  bis  zu  100  m  zur  Moorgrenze 

nachts zwischen März und Oktober keine vom Moor aus sichtbaren, fest in-

stallierten  Lichter  brennen")  entbehre  nach  aktuellem  Forschungsstand 
ausreichender  wissenschaftlicher  Grundlagen.  Selbst  ein  im  Auftrag  des 

BAFU  erstellter  Grundlagenbericht  zur  Aktualisierung  der  Vollzugshilfe  zur 

Vermeidung  unnötiger Lichtimmissionen  halte fest, dass die  art-  und  habi-

tatspezifischen wissenschaftlichen Grundlagen noch nicht genügend erstellt 

seien, um bereits einen quantitativen Richtwert für Lichtimmissionen im Na-

turschutzbereich zu begründen. Bekannt sei, dass neben der Intensität der 

Lichtquellen  auch  ihr  Farbspektrum  und  die  Betriebsart  (Leuchtzeit  und  -

dauer) eine wichtige Rolle spielten. Die Effekte der verschiedenen Lichtfar-

ben auf die unterschiedlichen Tierarten seien aber ebenfalls noch zu wenig 

erforscht,  als  dass  bereits  fundierte  Vorschriften  erlassen  oder  Richtwerte 

festgelegt werden könnten. Das absolut formulierte Verbot fest installierter 

Lichtquellen  in  der  Nacht  sei  angesichts  dieses  Umstandes  nicht  haltbar 

und  für  ein  Industriegebiet  wie  das  vorliegende  überdies  auch  keinesfalls 

verhältnismässig. 

Die Baudirektion bemerkt, zum Schutz des Moores sei dem Umstand, dass 

übermässige  Lichtimmissionen  nachaktive  Tiere  erheblich  stören  könnten, 

Rechnung  zu  tragen,  auch  wenn  noch  keine  habitatspezifischen  wissen-

schaftlichen Grundlagen vorlägen. Vorschriften zu finden, die zweckmässig 

und  (in  einem  vollständig  überbauten  Gebiet)  praktikabel  seien,  sei  nicht 

einfach. Die Vorschrift gemäss Ziff. 4.3 Lemma 8 der Schutzverordnung sei 

im Gutachten Störungspuffer fachlich hergeleitet. 

R1L.2017.00018 

Seite 33 

 
In der Duplik erklärt die Baudirektion, es liege in der Logik der Sache, dass 

von der Vorschrift nur permanent bzw. sehr lange brennende Lichter betrof-

fen seien. 

15.2. 

Im Gutachten Störungspuffer finden sich zum Thema künstlicher Lichtquel-

len (S. 41 - 52) einige Hinweise darauf, dass bezüglich der konkreten Aus-

wirkungen von Lichtquellen spezifisch auf Moore der Forschungsstand tat-

sächlich  noch  nicht  allzu  klar  ist.  So  findet  sich  zum  Beispiel  die  Bemer-

kung, wonach die Gutachter "auch in Unkenntnis der konkreten Auswirkun-

gen im vorliegenden Einzelfall" davon ausgehen müssten, dass die Auswir-

kung künstlicher Lichtquellen am unmittelbaren Rand zu wertvollen Moorbi-

otopen auf einzelne Arten erheblich sei (S. 45). Tatsächlich existiert sodann 

der  von  den  Rekurrentinnen  erwähnte,  im  Auftrag  des  BAFU  erstellte 

Grundlagenbericht der Ernst Basler und Partner AG vom 22. April 2016 im 

Zusammenhang mit der Revision der Vollzugshilfe zur Vermeidung unnöti-

ger  Lichtimmissionen,  der  das  von  den  Rekurrentinnen  Erwähnte  festhält 

(www.bafu.admin.ch > Themen > Thema Elektrosmog und Licht > Fachin-

formationen  >  Lichtemissionen  (Lichtverschmutzung)  >  Studien;  besucht 

am 24. April 2018). 

15.3. 

Ungeachtet  der  konkreten  Forschungslage  sticht  vorliegend  jedenfalls  ins 

Auge, dass die Formulierung, so wie sie in die Schutzverordnung Eingang 

gefunden  hat,  einerseits  sehr  absolut  geraten  ist,  zumal  davon  beispiels-

weise auch durch Fenster sichtbare Innenbeleuchtungen in Lagerhallen er-

fasst werden, und sie andererseits eher unklar formuliert ist, wie die Inter-

pretationsversuche  der  Parteien  aufzeigen.  Jedenfalls  liegt  es  entgegen 

den Ausführungen der Baudirektion in der Duplik nicht einfach in der Logik 

der  Sache,  dass  von  der  Bestimmung  nur  permanent  bzw.  sehr  lange 

brennende Lichter betroffen seien – das sagt die Bestimmung in ihrer jetzi-
gen  Formulierung  nicht  aus.  Festzuhalten  ist,  dass  auch  das  Gutachten 
Störungspuffer  als  besonders  problematisch  im  wesentlichen  Dauerbe-

leuchtungen  moniert,  welche  eine  Fallenwirkung  für  nachtaktive  Insekten 

darstellen.  Gemeint  seien  damit  Gebäudeaussenseiten,  Schaufenster  und 

alle  äusseren  Beleuchtungsvorrichtungen  einschliesslich  Strassenlampen 

(S. 48). 

R1L.2017.00018 

Seite 34 

 
15.4. 

Staatliches Handeln, namentlich auch die Einschränkung von Grundrechten 

wie  der  Eigentumsgarantie  (Art.  26  BV)  oder  der  Wirtschaftsfreiheit 

(Art. 27 BV),  muss  verhältnismässig  sein  (Art.  5  Abs.  2  und  Art.  36 

Abs. 3 BV).  Damit  wird  zunächst  verlangt,  dass  staatliche  Massnahmen 

zwecktauglich  und  notwendig  sind  (Verhältnismässigkeit  im  weiteren  Sin-

ne). Die Notwendigkeit bedeutet, dass eine Massnahme in ihrer konkreten 

Ausgestaltung  über  das  zur  Erreichung  ihres  Ziels  Notwendige  nicht  hin-

ausgehen darf.  

Alsdann  muss  die  Verhältnismässigkeit  auch  im  engeren  Sinne  gewahrt 

sein. Das heisst, dass ein vernünftiges Verhältnis zwischen dem angestreb-

ten  Ziel und  dem  mit der Massnahme  verbundenen  Eingriff  in  die Rechts-

stellung  der  betroffenen  Person  bestehen  muss.  Staatliche  Massnahmen 

müssen  durch  ein  öffentliches  Interesse,  welches  das  private  überwiegt, 

gerechtfertigt sein, andernfalls sie für den Betroffenen unzumutbar sind. Für 

die Interessenabwägung massgeblich sind einerseits die Bedeutung der mit 

einer  staatlichen  Massnahme  verfolgten  öffentlichen  Interessen  und  ande-

rerseits  das  Gewicht  der  im  Spiele  stehenden  privaten  Interessen.  Eine 

Massnahme,  die  tief  greifende  Auswirkungen  auf  die  Rechtsstellung  des 

betreffenden  Rechtssubjektes  hat,  jedoch  bloss  von  geringem  öffentlichen 

Interesse  ist,  ist  somit  als unzulässig  einzustufen  (vgl.  zum  Ganzen  Ulrich 

Häfelin/Georg  Müller/Felix  Uhlmann,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 

7. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 514 ff.). 

15.5. 

Beim  Industriegebiet  Silbern/Lerzen/Stierenmatt  handelt  es  sich  um  ein 

gewerblich-industrielles  Areal von  kantonaler Bedeutung  mit  grossem  Um-

nutzung-  und  vereinzeltem 

Intensivierungspotential 

(www.are.zh.ch 

> Raumplanung  >  Veröffentlichungen  >  Studien  >  Gewerblich-industrielle 

Areale  im  Kanton  Zürich:  Bestandesaufnahme  und  Handlungsempfehlun-

gen vom 26. März 2013, Areal A2-6; besucht am 25. April 2018). Mithin be-

steht  (auch)  ein  eminentes  öffentliches  Interesse  an  einer  sinnvollen  Ent-

wicklung und Weiternutzbarkeit dieses Gebiets, wenngleich es in der Nähe 

eines nationalen Moorperimeters gelegen ist. Ein Industriegebiet ist stets in 

einem  gewissen  Masse  auf Licht angewiesen,  und  zwar unter Umständen 

auch  während  der  dunklen  Tages-  und  Nachtstunden.  Am  Augenschein 

wurde  doch  auch  klar,  dass  ein  wie  gezeigt  eher  unklar  formuliertes  und 
weit  in  das  Industriegebiet  hineinreichendes,  quasi  umfassendes  nächtli-

R1L.2017.00018 

Seite 35 

 
ches "Lichtverbot" äusserst weitreichende Einschränkungen zur Folge hät-

te, welche auch nach Massgabe der zumindest nicht restlos geklärten habi-

tatspezifischen Forschungslage nicht mehr in einem vernünftigen Verhältnis 

zum  damit  verfolgten  Zweck  stehen;  dies  gilt  insbesondere  in  Bezug  auf 

den  gewählten  Perimeter  von  immerhin  100 m  ab  Moorgrenze.  Dieses 

Mass ist auch nicht wirklich begründbar, nachdem sich in der Fachliteratur 

offenbar  Anlock-  und  Anflugdistanzen  für  Insekten  im  Bereich  zwischen 

10 m  und  bis  zu  250  m  finden.  Einer  hauptsächlich  zitierten  Studie  ist  zu 

entnehmen, dass etwa selbst bei klarem Himmel und Sichelmond aus einer 

Entfernung von über 50 m  nur noch vereinzelt Tiere zu einer Quecksilber-

dampflampe geflogen seien (Anlock- und Fallenwirkung); das Resultat wur-

de insgesamt so interpretiert, dass die meisten Anflüge aus der unmittelba-

ren Umgebung kämen (Gutachten Störungspuffer, S. 45 f.). 

Wie erwähnt ist im Baugebiet – und noch mehr in einem intensiv genutzten 

Industriegebiet  wie  dem  vorliegenden  –  ein  gewisser  Pragmatismus  uner-

lässlich.  Die  hier  formulierte  "Lichtauflage"  lässt  diesen  Pragmatismus  in-

des  vermissen,  indem  sie  die  ebenfalls  vorhandenen  Bedürfnisse  des  un-

mittelbar  angrenzenden  Industriegebiets  nach  Auffassung  der  Rekurs-

instanz  ausser  Acht  lässt.  Es  scheint  deshalb  angezeigt,  die  Vorgabe  ge-

mäss Ziff. 4.3, Lemma 8 der Schutzverordnung in zweierlei Hinsicht anzu-

passen. Einerseits ist die Bestimmung neu dergestalt zu formulieren, dass 

klar wird, welche Lichtquellen wirklich gemeint sind, und andererseits recht-

fertigt  sich  aus  Gründen  der  Verhältnismässigkeit  im  engeren  Sinne  eine 

Halbierung  des  Radius  auf  50 m.  Dementsprechend  ist  Ziff.  4.3  Lemma  8 

der Schutzverordnung wie folgt neu zu formulieren: 

" –  

in  einem  Abstand  von  bis  zu  50  m  zur  Moorgrenze  nachts  zwischen 
März  und  Oktober  keine  vom  Moor aus  sichtbaren  Dauerbeleuchtun-
gen im Freien brennen;" 

Von  Amtes  wegen  anzupassen  ist  in  Bezug  auf  das  genannte  Mass  auch 

die korrelierende Auflage gemäss Ziff. 4.3 Lemma 9 der Schutzverordnung, 

welche neu wie folgt zu formulieren ist: 

" –  

in  einem  Abstand  grösser  als  50  m  die  fest  installierten  Lichtquellen 
quantitativ und qualitativ so optimiert sind, dass die Anlockwirkung auf 
die  Fauna  minimal  ist.  Strassenbeleuchtungen  sind  zulässig,  sofern 
sie mit einem Blendschutz nach neustem Stand der Technik versehen 
sind;" 

R1L.2017.00018 

Seite 36 

 
 
 
 
 
 
 
In 

diesem 

Sinne 

sind 

die  Rekurse 

in 

den 

Verfahren 

G.-Nrn. R1L.2017.00019,  R1L.2017.00020  und  R1L.2017.00021  teilweise 

gutzuheissen. 

16.1. 

Die Rekurrentinnen erklären weiter, auch Ziff. 4.3 Lemma 7 der Schutzver-

ordnung sei völlig unverhältnismässig. Gemäss dieser Bestimmung sind die 

Nutzungen in der Zone IIS1 derart zu gestalten, dass in einem Abstand von 

bis zu 150 m zur Moorgrenze Personen von keinem Punkt des Moores aus 

störend in Erscheinung träten.  

Ein  solches  Verbot  könne  sich  extrem  einschneidend  und  eigentumsbe-

schränkend  auswirken,  nämlich  dann,  wenn  daraus  etwa  ein  absolutes 

Verbot  von  Fensteröffnungen  in  den  dem  Flachmoor zugewandten  Fassa-

den von Gebäuden abgeleitet werden sollte. Eine wissenschaftlich oder nur 

schon sachlich nachvollziehbare Begründung für das Verbot existiere nicht, 

ebenso wenig ein Nachweis, dass im Flachmoor vorkommende Tierarten in 

ihrem  Bestand  gefährdet  würden,  wenn  menschliche  Aktivitäten  –  bei-

spielsweise  auf  Balkonen,  welche  zum  Flachmoor  hin  gerichtet  seien  – 

sichtbar seien. 

Die  Baudirektion  verweist  auf  die  Herleitung  dieser  Auflage  im  Gutachten 

Störungspuffer und erklärt, die Bestimmung habe lediglich zur Folge, dass 

Aussenräume, die von Personen betreten werden könnten, verblendet sein 

müssten.  Die  Sicht  auf  Personen  hinter  Fenstern  sei  dann  zu  vermeiden, 

wenn  aufgrund  einer  Durchsicht  durch  das  Gebäude  die  Person  und  ihre 

Bewegungen klar erkennbar seien. 

16.2. 

Im Gutachten Störungspuffer beschäftigt sich Kapitel 4 mit Bewegungsstö-

rungen  (S.  18-24).  Bereits  heute  bieten  Gehölze  und  fensterlose  Häuser-

fronten gemäss dem Gutachten Störungspuffer streckenweise einen guten 

Sichtschutz  am  Moorrand,  wenngleich  die  Bedingungen  für  das  Vorkom-

men  mehrerer  störungsanfälliger  Vogelarten  sowohl  als  Brut-  als  auch  als 

Gastvögel  nicht  permanent  erfüllt  seien  (S.  22).  Unter  diesen  Umständen 

rechtfertigt  es  sich  nach  Massgabe  vorstehender Ausführungen  betreffend 

Interessenabwägung,  auch  diese  Auflage  etwas  enger  zu  fassen  und  na-
mentlich so zu formulieren, dass sie tatsächlich nur dasjenige besagt, was 

R1L.2017.00018 

Seite 37 

 
auch  verhältnismässig  erscheint,  nämlich  dass  direkte  Sichtbezüge  zwi-

schen  Aussenräumen,  die  regelmässig  und  dauerhaft  von  Personen  ge-

nutzt  werden  (bspw.  die  Terrasse  einer  Betriebskantine  oder  der  Wasch-

platz einer Self-Service-Autowaschanlage), und dem Moor durch geeignete 

Massnahmen  (bspw.  Anbringung  von  Sichtschutzwänden)  zu  verhindern 

sind.  In  ihrer  derzeitigen  Formulierung  ist  die  Auflage  hingegen  nicht  nur 

unverhältnismässig, sondern auch viel zu unbestimmt, würde sie doch eine 

Abgrenzung  zwischen  störendem  und  nicht  störendem  In-Erscheinung-

Treten von Personen in weiten Bereichen des Industriegebietes bedingen, 

was  schlechterdings  nicht  justiziabel  ist.  Zu  bemerken  ist,  dass  direkte 

Sichtbezüge, welche Massnahmen erforderten, für Gebäude, die etwa  wie 

jene der Rekurrentin H. E. AG aus Sicht des Moores in zweiter   (oder gar 

dritter usw.) Bautiefe hinter anderen Gebäuden liegen und  bereits aus die-

sem  Grund  vom  Moor  abgeschirmt  sind,  von  vornherein  nicht  vorliegen 

können. 

Dementsprechend  ist  die  Auflage  gemäss  Ziff.  4.3  Lemma  7  der  Schutz-

verordnung wie folgt neu zu formulieren: 

" –  

in einem Abstand von bis zu 50 m zur Moorgrenze direkte Sichtbezü-

ge zwischen Aussenräumen, die regelmässig und dauerhaft von Per-

sonen  genutzt  werden,  und  dem  Moor  mittels  geeigneter  Massnah-

men zu verhindern sind;" 

Auch 

diesbezüglich 

sind 

die  Rekurse 

in 

den 

Verfahren 

G.-Nrn. R1L.2017.00019,  R1L.2017.00020  und  R1L.2017.00021  teilweise 

gutzuheissen. 

17.1. 

Die  Rekurrentinnen  rügen  weiter  die  Unzulässigkeit  der  Auflage  gemäss 

Ziff.  4.3  Lemma  11  der  Schutzverordnung.  Gemäss  dieser  Bestimmung 

sind  die  Nutzungen  in  der  Zone  IIS1  weiter  derart  zu  gestalten,  dass  die 

Lärmbelastung  am  Moorrand  durch  zusätzliche  Bauten,  Anlagen  und  Nut-

zungen keine moorrelevante Mehrbelastung erfährt. 

Die  Adressaten  einer  Schutzverordnung  hätten  Anspruch  darauf,  dass  sie 

den  Inhalt  der Schutzvorschriften  erkennen könnten.  Aus dem  wie  gezeigt 

formulierten  Verbot  "moorrelevanter  Mehrbelastung"  am  Moorrand  gehe 
nicht ansatzweise hervor, was darunter überhaupt zu verstehen sein könn-

R1L.2017.00018 

Seite 38 

 
 
 
 
te. Ohnehin sei die Bestimmung nicht rechtens, weil mit ihr faktisch in einer 

kantonalen Verordnung die Grenzwerte gemäss der Lärmschutzverordnung 

(LSV) um das Kriterium der "Moorrelevanz" verschärft würden, was gemäss 

Art. 65 Abs. 2 USG ("Die Kantone dürfen keine neuen Immissionsgrenzwer-

te, Alarmwerte oder Planungswerte festlegen") unzulässig sei. Die Lärmbe-

urteilung habe ausschliesslich aufgrund des zwingenden bundesrechtlichen 

Systems  der  LSV  zu  erfolgen.  Zusätzliche  kantonale  Bewertungssysteme 

seien  bundesrechtswidrig.  Das  gelte  auch  für  den  Moorschutz.  Gemäss 

Art. 74 Abs. 1 BV erlasse der Bund Vorschriften über den Schutz des Men-

schen und  seiner natürlichen  Umwelt  vor schädlichen  und  lästigen  Einwir-

kungen.  Der  Bundesgesetzgeber  habe  diesen  Auftrag  mit  dem  USG  und 

der LSV abschliessend erfüllt. 

Die Baudirektion erklärt, Lärmauflagen hätten nicht zwingend auf dem USG 

zu  basieren,  sondern könnten auch  gestützt  auf die  Flachmoorverordnung 

ergehen, die eine ungeschmälerte Erhaltung des Schutzobjekts verlange. 

17.2. 

Die  erwähnte  Bestimmung  ist  vollends  nicht  justiziabel.  Es  ist  weder  klar, 

was  eine  moorrelevante  Mehrbelastung  sein  soll,  noch,  wo  der  Moorrand 

beginnen  bzw.  enden  könnte.  Der  nationale  Moorperimeter  kann  mit  dem 

Begriff  "Moorrand"  jedenfalls  nicht  gemeint  sein,  weil  dort  in  einem  10 m 

breiten  Bereich  ohnehin  keine  zusätzlichen  Bauten,  Anlagen  und  Nutzun-

gen denkbar sind (vorstehende Erwägungsziffer 12.2), welche Lärm verur-

sachen  könnten.  Die  Bestimmung  widerspricht  dem  Bestimmtheitsgebot, 

indem  sie  die  betroffenen  Grundeigentümer  in  jeder  Hinsicht  im  Unklaren 

lässt, inwiefern sich eine über die Grenzwerte der hier massgeblichen Emp-

findlichkeitsstufe  (ES)  IV  gemäss  LSV  relevante  Beschränkung  bei  der 

Ausübung des Grundeigentums ergeben könnte. Hinzu kommt, dass selbst 

gemäss  dem  Gutachten  Störungspuffer von  der Industriezone derzeit  kein 

relevanter  Dauerlärm  ausgeht.  Der  Lärm  beschränke  sich  subjektiv  auf 

schwache  Einzellärmereignisse,  vor  allem  verursacht  durch  Güterum-

schlag. Ob die aktuelle Lärmbelastung zur Beeinträchtigung von Vogelarten 

in den Moorbiotopen führe oder gar dazu beigetragen habe, dass Arten aus 

dem  Gebiet  verschwunden  seien,  lasse  sich  nicht  sagen.  Es  sei  aufgrund 

des  geringen  Lärmpegels eher nicht  davon  auszugehen,  dass  aktuell  eine 

massgebende Belastung vorliege (S. 33 f.).  

R1L.2017.00018 

Seite 39 

 
Nachdem selbst das Gutachten Störungspuffer letztlich nicht klar zu eruie-

ren  vermag,  inwiefern  der  (gemäss  Gutachten  gar  nicht  relevante)  Lärm 

aus dem Industriegebiet zur Beeinträchtigung von Vogelarten in den Moor-

biotopen führt, ist die Auflage auch als nicht erforderlich zu taxieren. In die-

sem  Zusammenhang  zu  bemerken  ist  auch,  dass  die  gerichtsnotorisch  zu 

jeder  Tages-  und  Nachtzeit  stark  befahrene  Autobahn  A1  quer  durch  den 

nationalen Moorperimeter führt und die mit Abstand grösste Lärmbelastung 

darstellt, was auch am Augenschein unüberhörbar war. Das Gutachten Stö-

rungspuffer  äussert  sich  zur  Autobahn  A1  denn  auch  an  verschiedenen 

Stellen sehr klar (S. 18, 22, und 31 sowie insbesondere S. 33-35).  

Nachdem die Auflage bereits aus den erwähnten Gründen aufzuheben ist, 

erübrigt  es  sich,  zu  prüfen,  ob  sie  nicht  im  Lichte  von Art.  65 Abs.  2  USG 

ohnehin bundesrechtswidrig wäre. 

17.3. 

Zusammengefasst  ist Ziff.  4.3  Lemma  11  der Schutzverordnung  in  teilwei-

ser Gutheissung der Rekurse aufzuheben. 

18.1. 

Weiter rügen die Rekurrentinnen die Dimensionierung und Abgrenzung der 

hydrologischen Pufferzonen. Der Nichteinbezug des SBB-Areals in den Be-

reich  der  hydrologischen  Pufferzonen  sei  nicht  nachvollziehbar.  Durch  die 

geforderten Gutachten im Baubewilligungsverfahren kämen auf die Grund-

eigentümer in den hydrologischen Pufferzonen massive Kosten zu. 

Nachdem  die  Grundstücke  der  Rekurrentinnen  P.  Immobilien  AG,  G.  Per-

sonalvorsorgestiftung und H. E. AG alle im Bereich der hydrologischen Puf-

ferzone  IIH4  liegen,  rügen  die  Rekurrentinnen  mit  dem  zweiten  Teil  ihrer 

Rüge offenkundig Ziff. 4.5 Lemma 1 der Schutzverordnung, wonach gross- 

und kleinvolumige Bauten, Anlagen und Massnahmen wie Fundationen un-

ter den lokal nachgewiesenem Hochwasserstand des Grundwasserspiegels 

verboten  sind,  sofern  nicht  nachgewiesen  wird,  dass  sie  in  der  Bauphase 

und  im  Betrieb  zu  keiner  Beeinträchtigung  des  Moorwasserhaushalts  füh-

ren,  insbesondere  zu keinen  Strömungsumlagerungen und  Rückstaueffek-

ten. 

R1L.2017.00018 

Seite 40 

 
18.2. 

Wie bereits ausgeführt ist die Grundwassersituation im Gebiet der Schutz-

verordnung äusserst komplex. In Bezug auf die Abgrenzung und Ausschei-

dung  der  hydrologischen  Pufferzonen  (und  insbesondere  auch  der  Nicht-

ausscheidung der Zone H3 gemäss hydrologischem Gutachten) kann voll-

umfänglich  auf  bereits  Gesagtes  verwiesen  werden  (vorstehende  Erwä-

gungsziffer  7.5).  Die  Abgrenzungen  und  Ausscheidungen  der  hydrologi-

schen  Pufferzonen  sind  nachvollziehbar;  ein  Eingreifen  der  Rekursinstanz 

ist  nicht  angezeigt.  Im  Übrigen  liefe  die  Rüge  des  unzulässigen  Nicht-

Einbezugs des SBB-Areals oder anderer Gebiete – selbst, wenn die Rüge 

als solche begründet wäre – auf die Geltendmachung eines Anspruchs auf 

Gleichbehandlung  im  Unrecht  hinaus.  Ein  solcher  Anspruch  existiert  be-

kanntlich  nur  unter  äusserst  eingeschränkten  Umständen,  welche  hier  of-

fenkundig nicht gegeben sind (vgl. hierzu Ulrich Häfelin/Walter Haller/Helen 

Keller/Daniela Thurnherr, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 9. Aufl., Zü-
rich/Basel/Genf  2016,  Rz.  770  ff.).  Auf  die  Grundeigentümer  kommen 
schliesslich nicht massive Kosten zu, wenn ein Nachweis – kein Gutachten 
–  der  moorhydrologischen  Verträglichkeit  von  Bauvorhaben  im  Grundwas-

serbereich während der Bauphase sowie des nachfolgenden Betriebes ver-

langt  wird.  Es  kann  auch  diesbezüglich  auf  bereits  Gesagtes  verwiesen 

werden (vorstehende Erwägungsziffer 7.5). Die Rüge ist unbegründet. 

19.1. 

Die  Rekurrentinnen  rügen,  die  Formulierung  betreffend  Bestandesgarantie 

gemäss Ziff. 6 der Schutzverordnung, wonach Nutzung, Unterhalt und Än-

derungen  an  bestehenden  Bauten  und  Anlagen  im  Rahmen  der  Bestan-

desgarantie  zulässig  seien,  sei  missverständlich.  Dies  deshalb,  weil  sich 

aus  der  Formulierung  die  sogenannte  erweiterte  Besitzstandsgarantie  ge-

mäss § 357 Abs. 2 PBG nicht klar ergebe, gemäss welcher Bauten und An-
lagen  auch  angemessen  erweitert  werden  dürften.  Zudem  sei  die  Bestan-

desgarantie  in  der  Naturschutzzone  IIS1  ohnehin  gerade  deshalb  nicht 

vollumfänglich gewahrt, da verschiedene Gebote festgelegt würden, die als 

Gebote der Nutzung erschienen. 

19.2. 

Die rekurrentische Besorgnis ist unbegründet. Wie bereits erwähnt besteht 
bezüglich des Begriffs der Bestandesgarantie und ihres Umfangs eine um-

fassende  und  gefestigte  Rechtsprechung,  welche  in  einem  konkreten  An-

R1L.2017.00018 

Seite 41 

 
wendungsfall  im  Perimeter  der  Schutzverordnung  zur  Anwendung  käme 

(vorstehende Erwägung 14 am Ende). Inkludiert ist dabei nach  Auffassung 

der  Rekursinstanz  grundsätzlich  auch  die  sogenannte  erweiterte  Bestan-

desgarantie, da die Bestimmung von Ziff. 6 der Schutzverordnung schlicht 

die  Formulierung  "[…]  im  Rahmen  der  Bestandesgarantie"  verwendet. 

Selbstredend – was die Rekurrentinnen ausser Acht zu lassen scheinen  – 

ist eine Berufung auf die Bestandesgarantie (so ausdrücklich auch der Ge-

setzeswortlaut  von  § 357  Abs.  1  PBG)  nur  dann  zulässig,  wenn  "keine 

überwiegenden  öffentlichen  oder  nachbarlichen  Interessen  entgegenste-

hen". Nichts Anderes gilt zukünftig vorliegend, wobei innerhalb des Perime-

ters  der  Schutzverordnung  überwiegende  öffentliche  Interessen  im  Schutz 
des Moores von nationaler Bedeutung liegen können. Ebenso wie im Falle 
von  Neubauvorhaben  wird  dies  in  jedem  Einzelfall  nach  Massgabe  einer 

umfassenden Interessenabwägung zu eruieren sein. So bestehen auch et-

wa  in  Pufferzonen  nicht  etwa  absolute  Bauverbote,  was  sich  bereits  aus 
Art.  5  Abs.  3  der  Flachmoorverordnung  ergibt  ("Bauten,  Anlagen  und  Bo-

denveränderungen  sind  in  den  Pufferzonen  zulässig,  sofern  sie  das 

Schutzziel  nicht  beeinträchtigen";  vgl.  auch  BRGE  III  Nr.  0115/2017,  insb. 

E. 5.4, in BEZ 2017 Nr. 33; www.baurekursgericht-zh.ch). 

Festzuhalten ist schliesslich, dass die Abwasserreinigungsanlage, die Kehr-

richtverwertungsanlage  und  die  Elektrizitätswerke  des  Kantons  Zürich  und 

der Stadt Zürich trotz ihrer separaten Erwähnung in der Schutzverordnung 

in  Bezug  auf  den  Umfang  der  Bestandesgarantie  in  einem  konkreten  An-

wendungsfall  nach  richtiger  Auffassung  der  Baudirektion  nicht  besser  und 

nicht  schlechter  zu  stellen  sein  werden  als  Bauten  und  Anlagen  privater 

Bauherrschaften. Eine Ungleichbehandlung liegt nicht vor. 

20.1. 

Unter dem Titel der Abgrenzung des Perimeters für die Naturschutzumge-

bungszone  IIS1  beantragt  die  Rekurrentin  H.  E.  AG  weiter,  ihre  Parzelle 

Kat.-Nr. [….] sei aus diesem Perimeter zu entlassen respektive der Perime-

ter dergestalt enger zu ziehen, dass er die Parzelle nicht tangiere. Mit Blick 

auf das Moor werde die Liegenschaft der Rekurrentin bereits durch die viel 

befahrene  Lerzenstrasse  abgegrenzt,  welche  in  jeder  Hinsicht  weit  mehr 

moorrelevante  Immissionen  verursachen  dürfte  als  die  vom  Moor  aus  be-

trachtet  hinter  der  Lerzenstrasse  situierte  Liegenschaft  der  Rekurrentin. 
Dies gelte umso mehr, als zwischen der Liegenschaft der Rekurrentin und 

R1L.2017.00018 

Seite 42 

 
dem  Moor  eine  rund  100  m  tiefe  Überbauung  auf  der  östlichen  Seite  der 

Lerzenstrasse bestehe und eine direkte Sicht vom Moor aus kaum denkbar 

sei.  Ein  sachgerechter  Perimeter  würde  die  Grenze  richtigerweise  bei  der 

Lerzenstrasse ziehen.  

20.2. 

Der  nordöstliche  Teil  des  Gebäudes  Vers.-Nr.  2650  auf  dem  Grundstück 

Kat.-Nr. [….] wird vom Perimeter der Naturschutzumgebungszone IIS1 ge-

rade noch angeschnitten (Prot. S. 22, Foto 20).  

Allein  hieraus  ergibt  sich  kein  Grund,  weshalb  der Perimeter in  Bezug  auf 

das  rekurrentische  Gebäude  enger  zu  ziehen  wäre.  Die  Festsetzung  der 

Perimeter für Schutzzonen um das Moor herum beruht nicht darauf, beste-

hende Gebäude zu umfahren, sondern geht richtigerweise allein vom in der 

Verordnung definierten Moorperimeter aus. Das ist fachlich bereits deshalb 
ohne  weiteres  begründbar,  weil  sich  der  Gebäudebestand  in  einer  Indust-

riezone auf längere Sicht auch verändern kann (bspw. durch Abbruch und 

Neubau), ebenso die strassenmässige Erschliessung. Ein Schutzperimeter 

hat  sich  daher  an  der  (Sinn  der  Unterschutzstellung  bildenden)  Unverän-

derlichkeit  des  Schutzobjekts  zu  orientieren und nicht  etwa  am  veränderli-

chen  Gebäudebestand  im  Umfeld  des  Schutzobjekts.  Die  Rüge  ist  unbe-

gründet. 

Nur der Vollständigkeit halber zu erwähnen ist, dass es faktisch in diesem 

äussersten Bereich der Naturschutzumgebungszone IIS1 ohnehin wohl nur 

noch  um  die  Optimierung  von  fest  installierten  Lichtquellen  gehen  wird 

(Ziff. 4.3  Lemma  9  der  Schutzverordnung  nach  Massgabe  der  zu  korrigie-

renden,  unter  vorstehender  Erwägungsziffer  15.5  wiedergegebenen  Fas-

sung; vgl. auch Prot. S. 10 f.). Bewegungsstörungen sind im Lichte der un-

ter  vorstehender  Erwägungsziffer  16.2  wiedergegebenen,  ebenfalls  anzu-

passenden  Formulierung  von  Ziff.  4.3  Lemma  7  der  Schutzverordnung 

kaum  mehr  ein  Thema,  nachdem  östlich  der  Lerzenstrasse  mehrere  Ge-

bäude Sichtbezüge zum Moor verunmöglichen. 

21.1. 

Die Rekurrentin P. Immobilen AG beantragt weiter eine Streichung von Ziff. 

4.3 Lemma 1, 2. Unterlemma der Schutzverordnung, wonach in den ersten 

R1L.2017.00018 

Seite 43 

 
10 m ab  der  Grenze des  nationalen  Moorperimeters  die  Versiegelung  von 

Flächen verboten ist. 

21.2. 

Wie  bereits  erwähnt  existiert  auf  dem  Grundstück  der  Rekurrentin  P.  Im-

mobilien  AG  kein  sogenannter  Übergangslebensraum  (10  m-Streifen  ab 

dem Moorperimeter), da die Parzelle Kat.-Nr. [….] und insbesondere auch 

die  versiegelte  Fläche  im  nordöstlichen  Grundstückbereich  weiter  vom 

Moorperimeter  entfernt  liegt.  Die  Rekurrentin  ist  von  den  insgesamt  vier 

Bestimmungen  betreffend  den  Übergangslebensraum,  worunter  jene  be-

treffend  Flächenversiegelung,  demnach  gar  nicht  betroffen.  Es  fehlt  ihr 

diesbezüglich  ein  schutzwürdiges  Anfechtungsinteresse,  weshalb  auf  die 

Rüge nicht einzutreten ist (vorstehende Erwägungsziffer 2.3). 

22. 

Zusammenfassend 

sind 

die 

Rekurse 

in 

den 

Verfahren 

G.-Nrn. R1L.2017.00019,  R1L.2017.00020  und  R1L.2017.00021  teilweise 

gutzuheissen.  Dementsprechend  sind  die  Bestimmungen  von  Ziff. 4.3 

Lemma  8  und  9  (Licht),  Lemma  7  (Bewegungsstörungen)  und  Lemma 11 

(Lärm)  der  Schutzverordnung  im  Sinne  der  vorstehenden  Erwägungszif-

fern 15.5., 16.2. und 17.3 neu zu formulieren respektive zu streichen. 

Im Übrigen sind die Rekurse abzuweisen; für den Rekurs der P. Immobilien 

AG gilt dies insoweit, als auf diesen überhaupt einzutreten ist (vorstehende 

Erwägungsziffer 21.2). 

Rekursverfahren G.-Nr. R1L.2017.00022 (B. AG): 

23. 

Die  Rekurrentin  B.  AG  rügt  als  Eigentümerin  der  von  der  Naturschutzum-

gebungszone  IIS1  und  der  hydrologischen  Pufferzone  IIH4  überlagerten 

Grundstücke  Kat.-Nrn.  […..]  ebenfalls  diesbezügliche  Bestimmungen.  Die 

Rekursanträge wurde einleitend unter Buchstabe F dargestellt. 

R1L.2017.00018 

Seite 44 

 
24. 

Bezüglich der gerügten Bestimmung von Ziff. 4.3  Lemma 8 der Schutzver-

ordnung  (Licht)  kann  vollumfänglich  auf  vorstehende  Erwägungsziffer  15 

verwiesen werden. In diesem Sinne ist auch der Rekurs der Rekurrentin B. 

AG teilweise gutzuheissen. 

25. 

Dasselbe  gilt  bezüglich  der gerügten  Bestimmung  von  Ziff.  4.3  Lemma  11 

der  Schutzverordnung  (Lärm);  vgl.  vorstehende  Erwägungsziffer  17.  Auch 

in diesem Sinne ist der Rekurs teilweise gutzuheissen. 

26. 

Unbegründet  ist  nach Auffassung der Rekursinstanz  indes  wie  gezeigt  die 
Rüge  der  Unverhältnismässigkeit  der  Bestimmung  von  Ziff.  4.5  Lemma  1 

der Schutzverordnung betreffend den moorhydrologischen Verträglichkeits-

nachweis  bei  Bauten  und  Anlagen  im  Grundwasserbereich.  Es  kann  auf 

vorstehende  Erwägungsziffer  18.2  in  Verbindung  mit  Erwägungsziffer  7.5 

verwiesen werden. 

27.1. 

Die  Rekurrentin  B.  AG  beantragt  schliesslich  die  Streichung  von  Ziff.  4.5 

Lemma  4  der  Schutzverordnung.  Gemäss  dieser  Bestimmung  ist  in  der 

hydrologischen  Pufferzone  IIH4  das  Ableiten  von  Niederschlagswasser 

verboten; dieses ist soweit technisch möglich vollumfänglich lokal zur Ver-

sickerung zu bringen. 

Die  Rekurrentin  erklärt,  der auf  ihren  Grundstücken  hoch  liegende  Grund-

wasserspiegel mache die Erstellung unterirdischer wie auch oberflächlicher 

Versickerungsanlagen  äusserst  schwierig;  bei  einem  Hochwasserspiegel, 

welcher lediglich  1,2 m  unter Terrain  liege, seien  solche  jedenfalls  nur mit 

unverhältnismässig  hohen  Kosten  realisierbar.  Indem  die  Schutzverord-

nung die Anforderung stelle, das Niederschlagswasser sei soweit als tech-

nisch möglich vollumfänglich lokal zur Versickerung zu bringen, ohne dabei 

auch  die  Frage  der Wirtschaftlichkeit  in  Betracht  zu  ziehen,  erschwere  sie 

die  bauliche  Entwicklung  des  Areals erheblich.  Sie  verstosse damit  gegen 
den Grundsatz der Verhältnismässigkeit. Ziff. 4.5 Lemma 4 der Schutzver-

R1L.2017.00018 

Seite 45 

 
ordnung  sei zumindest  derart  abzuändern,  dass  das  Niederschlagswasser 

nur dann lokal zur Versickerung zu bringen sei, wenn dies technisch mög-
lich und wirtschaftlich tragbar sei. 

27.2. 

Die Baudirektion erklärt in der Vernehmlassung selbst, dass das Prinzip der 

Verhältnismässigkeit  selbstverständlich  auch  bei  dieser  Anordnung  gelte, 

womit die von der Rekurrentin geforderte wirtschaftliche Tragbarkeit ausrei-

chend berücksichtigt sei. 

Dem  ist  nichts  beizufügen.  Erwiese  sich  die  Erstellung  unterirdischer  oder 

oberflächlicher  Versickerungsanlagen  als  nur  mit  unverhältnismässigen 

Kosten  realisierbar,  wäre  das  Beharren  auf  der  Einhaltung  von  Ziff.  4.5 

Lemma  4  der  Schutzverordnung  unverhältnismässig  und  demnach  nicht 

rechtens.  Das  Verhältnismässigkeitsprinzip  gilt  als  fundamentaler  Grund-
satz  uneingeschränkt  und  stets  (Art.  5  Abs.  2  BV).  Die  Bestimmung  von 

Ziff. 4.5 Lemma 4 der Schutzverordnung entspricht im Übrigen bereits heu-

te geltendem Recht: Gemäss Art. 12 Abs. 1 der Siedlungsentwässerungs-

verordnung  (SEVO)  der  Stadt  Dietikon  muss  –  wie  in  praktisch  jeder  Ge-

meinde – nicht verschmutztes Abwasser (worunter ausdrücklich Dachwas-

ser  und  stetig  anfallendes  Sickerwasser)  "nach  Möglichkeit"  auf  dem  glei-

chen Grundstück, auf dem es anfällt, versickert oder einer zentralen Versi-

ckerungsanlage zugeführt werden. Auch bei dieser Bestimmung ist das Er-

fordernis  der  wirtschaftlichen  Tragbarkeit  bereits  mitumfasst.  Die  Bestim-

mung  von  Ziff.  4.5  Lemma  4  der  Schutzverordnung  bringt  diesbezüglich 

nichts Neues.  

Zusammengefasst ist die Rüge unbegründet. 

28. 

Zusammenfassend  ist  der  Rekurs  im  Verfahren  G.-Nr.  R1L.2017.00022 

teilweise  gutzuheissen.  Dementsprechend  sind  die  Bestimmungen  von 

Ziff. 4.3 Lemma 8 und 9 (Licht) sowie Lemma 11 (Lärm) der Schutzverord-

nung  im  Sinne  der  vorstehenden  Erwägungsziffern  15.5  und  17.3  neu  zu 

formulieren respektive zu streichen. 

Im Übrigen ist der Rekurs abzuweisen. [….] 

R1L.2017.00018 

Seite 46 

 
Das Baurekursgericht erkennt: 

[….] 

II. 
Der Rekurs im Verfahren G.-Nr. R1L.2017.00018 wird abgewiesen, soweit 
darauf eingetreten wird. 

Die  Rekurse  in  den  Verfahren  G.-Nrn.  R1L.2017.00019,  R1L.2017.00020, 
R1L.2017.00021 und R1L.2017.00022 werden teilweise gutgeheissen. 

Dementsprechend  werden  folgende  Bestimmungen  der  Verfügung  der 
Baudirektion vom 24. April 2017 betreffend die Verordnung zum Schutz der 
Limmataltläufe in Dietikon, Geroldswil und Oetwil a.d.L. (Naturschutzgebie-
te mit überkommunaler Bedeutung) wie folgt neu formuliert: 

Ziff. 4.3 Lemma 8: 

" –   in  einem  Abstand  von  bis  zu  50  m  zur  Moorgrenze  nachts  zwischen 
März  und  Oktober  keine  vom  Moor  aus  sichtbaren  Dauerbeleuchtun-
gen im Freien brennen;" 

Ziff. 4.3 Lemma 9: 

" –   in  einem  Abstand  grösser  als  50  m  die  fest  installierten  Lichtquellen 
quantitativ und qualitativ so optimiert sind, dass die Anlockwirkung auf 
die Fauna minimal ist. Strassenbeleuchtungen sind zulässig, sofern sie 
mit  einem  Blendschutz  nach  neustem  Stand  der  Technik  versehen 
sind." 

Ziff. 4.3 Lemma 7: 

" –   in einem Abstand von bis zu 50 m zur Moorgrenze direkte Sichtbezüge 
zwischen Aussenräumen, die regelmässig und dauerhaft von Personen 
genutzt  werden,  und  dem  Moor  mittels  geeigneter  Massnahmen  zu 
verhindern sind." 

Ziff.  4.3  Lemma  11  ("–  die Lärmbelastung am  Moorrand  durch  zusätzliche 

Bauten,  Anlagen  und  Nutzungen  keine  moorrelevante  Mehrbelastung  er-

fährt.") wird ersatzlos aufgehoben. 

[…] 

R1L.2017.00018 

Seite 47