# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 03e2c63a-abe0-5a3c-a5c5-ad7e49ec5f67
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 11.05.2016 BRGE III Nr. 0066/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-III-Nr--0066-20_2016-05-11.pdf

## Full Text

BRGE III Nr. 0066/2016 vom 11. Mai 2016 in BEZ 2017 Nr. 28 
 
(Bestätigt mit VB.2016.00347 vom 12. Januar 2017.) 

Geplant war die Erstellung eines Mehrfamilienhauses mit 
Unterniveaugarage in der Wohnzone. Die Rekurrierenden machten geltend, die 
um 2 m in den Grenzabstandsbereich ragende Aussentreppe zum Hauszugang 
sei unzulässig, da sie das zulässige Vorsprungmass von einem Drittel der 
Fassadenlänge überschreite.  

Aus den Erwägungen: 

5.4.1 (…) In BEZ 1997 Nr. 12 hatte die Rekursinstanz ihren Entscheid 
BRKE III Nr. 38/1997 mit folgendem Resümee publiziert: Aussentreppen sind 
im Regelfall abstandsrechtlich relevante Gebäudeteile und dürfen als Vor-

sprünge höchstens 2 m und höchstens auf einem Drittel der betreffenden 
Fassadenlänge in den Abstandsbereich hineinragen.  

Aus den Erwägungen ergibt sich, dass «Aussen(Vor-)treppen» dann als 
bau- und abstandsrechtlich relevante Gebäudeteile (und nicht als von 
vornherein nicht abstandspflichtige Anlagen) anzusehen sind, wenn sie mit der 
Hauptbaute räumlich, baulich und funktionell eng verbunden sind. Dies sei mit 
Bezug auf Aussentreppen, welche dem Gebäudezugang dienten, der Fall. Mit 
Bezug auf das streitbetroffene Projekt stellte die Rekursinstanz alsdann fest, es 
stehe nicht eine den Zugang zu einem Hauptgebäude ermöglichende, sondern 
lediglich eine dem Wohnkomfort (zusätzlicher Gartenzugang vom Balkon her) 
dienende Treppe zur Beurteilung. Die Treppe sei mit dem Balkonvorbau 
räumlich, baulich und funktionell eng verbunden. Die Treppe sei als Bestandteil 
des Balkonvorbaus anzusehen und daher bei der Ermittlung von dessen Breite 
zu berücksichtigen. § 260 Abs. 3 PBG dürfe nicht zu Lasten der betroffenen 
Nachbarn allzu extensiv ausgelegt werden.  

5.4.2 Ob besagte spezielle bauliche Konfiguration – Balkonvorbaute mit 
zugehöriger Treppe zum Garten – den Schluss zulässt, dass Aussentreppen 
ganz allgemein höchstens auf einem Drittel der betreffenden Fassadenlänge in 
den Abstandsbereich hineinragen dürfen, muss bezweifelt werden. Zwar ist 
eine zur Haustüre führende Aussentreppe nicht als selbständige Anlage 
einzustufen, als welche sie überhaupt nicht abstandspflichtig wäre. Vielmehr 
bildet sie einen privilegiert abstandspflichtigen Vorsprung des betreffenden 
Gebäudes, womit ihre Ausladung in den Abstandsbereich auf 2 m begrenzt ist. 
Im Übrigen ist indes auf den Wortlaut von § 260 Abs. 3 PBG zu verweisen, 
wonach die Beschränkung auf einen Drittel der betreffenden Fassadenlänge für 

«Erker, Balkone und dergleichen» gilt. Ausser der Vorsprungsqualität hat eine 
Aussentreppe mit einem Erker oder einem Balkon kaum etwas gemein. Erstere 
dient der Erschliessung, letztere ermöglichen den – bei Balkonen gegebenen-
falls äusserst emissionsintensiven – Aufenthalt von Personen. Die Anrechnung 
an das Drittelsmass hätte gegebenenfalls zur Folge, dass eine Aussentreppe zu 
einer erheblichen Verschmälerung von Balkonen auf der gleichen Gebäude-
seite führte. Auch unter Hinweis auf den Nachbarschutz wäre eine solche 
Einschränkung kaum mehr zu rechtfertigen.  

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Allfällige seltene Sachverhalte wie der dem Entscheid BRKE III Nr. 
38/1997 zu Grunde liegende vorbehalten bleibt somit festzuhalten, dass 
Aussentreppen, die als Vorsprünge zu betrachten sind, zwar nicht mehr als 2 m 
in den Abstandsbereich hineinragen dürfen, aber nicht der Drittelsbeschränkung 
von § 260 Abs. 3 PBG unterliegen.  

Die vorliegende Aussentreppe erweist sich damit als baurechtskonform.