# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e172514f-20ac-5d3c-97f7-725d4f6f29cb
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.11.2017 UV 2015/47
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2015-47_2017-11-06.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2015/47

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 20.08.2019

Entscheiddatum: 06.11.2017

Entscheid Verfsicherungsgericht, 06.11.2017
Art. 6 UVG. Verneinung der natürlichen Kausalität der geltend gemachten 
Beschwerden. Würdigung Gutachten. Gutachten hinsichtlich der 
Arbeitsfähigkeitsschätzung beweistauglich. Bestimmung des 
Valideneinkommens unter Berücksichtigung einer Parallelisierung infolge 
Minderverdiensts. Invalideneinkommen mit Tabellenlohnabzug von 15%. 
Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 19% 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. 
November 2017, UV 2015/47).Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 
8C_841/2017.

Entscheid vom 6. November 2017

 

Besetzung                                                                      

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Daniel Furrer           

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2015/47            

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Josef Jacober, Oberer Graben 44, Postfach, 9001 

St. Gallen,

gegen

SWICA Versicherungen AG, Römerstrasse 37,

Postfach, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Invalidenrente

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ war seit 17. März 2008 bei der B.___ SA als Raumpflegerin angestellt und 

dadurch bei der Swica Versicherungen AG gegen die Folgen von Unfällen versichert, 

als sie am 17. Januar 2012 von einem Auto angefahren wurde und sich eine 

Tibiaplateaufraktur links zuzog (UV-act. 1 und 11). Die Swica anerkannte ihre 

Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlungskosten 

und Taggeld; UV-act. 7).

A.b  Die Versicherte war vom 17. Januar bis 4. Februar 2012 in der Klinik für 

Othopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des 

Kantonsspital St. Gallen (KSSG) hospitalisiert. Es wurde eine Spaltung der Tibialis 

anterior Loge im Unterschenkel links durchgeführt und, nach Wundrevision und -

verschluss, die Tibiaplateaufraktur links osteosynthetisch versorgt unter intravenöser 

Antibiose. Im Austrittsbericht vom 9. Februar 2012 wurde ein 

Unterschenkelkompartment bei Tibiaplateaufraktur links Typ Schatzker II und ein 

Subcutanhämatom anterolateral proximale Tibia links diagnostiziert (UV-act. 11). Vom 

13. bis 25. Mai 2012 war die Versicherte erneut im KSSG hospitalisiert, wo eine 

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Osteosynthesematerialentfernung proximale Tibia links sowie eine Knietotalprothese 

links mit lateralem Subvastus-Zugang und eine Tuberositasosteotomie durchgeführt 

wurden. Im Austrittsbericht des KSSG vom 29. Mai 2012 wurde eine Gonarthrose links 

diagnostiziert (UV-act. 40).

A.c  Dr. med. C.___, Facharzt für Innere Medizin FMH, stellte im Bericht vom 26. Juni 

2012 die Diagnose eines Unterschenkelkompartments bei Tibiaplateaufraktur links und 

eine vorbestehende bekannte moderate Gonarthrose links. Es wurde eine volle 

Arbeitsunfähigkeit attestiert und eine neue Beurteilung acht Wochen nach der 

Einsetzung der Totalprothese (14. Mai 2012) in Aussicht gestellt (UV-act. 41). Auch die 

Ärzte des KSSG hielten im Schreiben vom 2. Juli 2012 fest, dass eine Neubeurteilung 

der Arbeitsfähigkeit acht Wochen postoperativ stattfinden werde (UV-act. 43). Im 

Bericht des KSSG vom 19. Juli 2012 wurde ein protrahierter Verlauf festgehalten. 

Klinisch und radiologisch könne keine Ursache dafür festgelegt werden. Ein 

Infektverdacht habe mittels Punktion provisorisch ausgeschlossen werden können (UV-

act. 51).

A.d  Im Bericht der Klinik D.___ vom 4. September 2012 wurde das Bestehen eines 

mittelgradig depressiven Zustandsbildes im Rahmen einer Anpassungsstörung nach 

Autounfall mit chronifiziertem Schmerzsyndrom und einem daraus resultierenden 

psychophysischen Erschöpfungssyndrom festgehalten (UV-act. 65).

A.e  Im Bericht des KSSG vom 17. September 2012 wurde der Verlauf vier Monate 

postoperativ als gut mit noch leichter Restschmerzhaftigkeit beurteilt (UV-act. 72).

A.f  Die Versicherte wurde im Auftrag der Swica am 20. September 2012 von Dr. med. 

E.___, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, untersucht. Im Bericht vom 24. 

September 2012 diagnostizierte dieser eine schmerzhafte Arthroplastik Kniegelenk 

links bei Status nach Verkehrsunfall mit lateraler Tibiaplateaufraktur bei vorbestehender 

medial betonter Varus Gonarthrose links, einen Status nach Logenspaltung 

Unterschenkel links, einen Status nach Osteosynthese lateraler Tibiaplateaufraktur 

links, einen Status nach Knieprothese links, Adipositas, eine Coxarthrose links, eine 

Gonarthrose rechts und eine posttraumatische Verarbeitungsstörung. Der Unfall vom 

17. Januar 2012 sei nicht die einzige Ursache für die festgestellte gesundheitliche 

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Störung, aber eine Mitursache. Es sei davon auszugehen, dass früher oder später mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit die Gesundheitsstörung auch ohne den Unfall zur 

Geltung gekommen wäre (UV-act. 75).

A.g  Im Bericht des Departements Interdisziplinäre medizinische Dienste, 

Muskelzentrum ALS Clinic des KSSG vom 21. September 2012 wurde eine Läsion des 

nervus peroneus links mit Kribbelparesthesien wahrscheinlich im Rahmen eines 

Autounfalls mit Tibiaplateaufraktur links, ein dringender Verdacht auf eine Meralgie 

paraesthetica und ein dringender Verdacht auf eine somatoforme 

Schmerzverarbeitungsstörung diagnostiziert (UV-act. 96).

A.h  Im Schreiben vom 26. Oktober 2012 teilte Dr. med. F.___, Facharzt für Innere 

Medizin und Rheumatologie FMH, Rheumatologie G.___ mit, dass die Versicherte am 

26. April 2011 wegen einer aktivierten Varusgonarthrose links bei ihm in Abklärung 

gewesen sei. Sie habe über starke Knieschmerzen links seit zwei Monaten ohne 

vorangegangenes Trauma, vorübergehend verbunden mit einer Schwellung beim 

Schmerzbeginn, geklagt. Vorgängig habe sie leichtere Knieschmerzen im rechten 

Kniegelenk gehabt, welche aber zurückgegangen seien. Im linken Knie habe sie über 

Dauerschmerzen, verstärkt beim Gehen, besonders beim Treppabgehen, gelegentlich 

auch Nachtschmerzen berichtet (UV-act. 87).

A.i   Im Bericht der Klinik D.___ vom 6. November 2012 wurde aus psychiatrischer Sicht 

eine Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt festgehalten (UV-act. 92).

A.j   Im Auftrag der Swica wurde die Versicherte am 26. März 2013 orthopädisch durch 

Dr. med. H.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, und am 27. März 2013 

psychiatrisch durch Dr. med. I.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 

begutachtet. Im Gutachten vom 26. April 2013 diagnostizierte Dr. H.___ einen 

Restschmerz nach Knie-Totalprothese links wegen medialer Gonarthrose, einen Status 

nach Osteosynthese einer lateralen Tibiaplateaufraktur links und einen Status nach 

Logenspaltung Unterschenkel links sowie eine mediale Gonarthrose rechts. Für die 

zuletzt ausgeübte Tätigkeit in der Reinigung liege eine volle Arbeitsunfähigkeit vor. Eine 

vorwiegend sitzende Tätigkeit könne mit einer zeitlichen Einschränkung von 30% 

ausgeübt werden, dies bedingt durch vermehrte Pausen, Positionswechsel und 

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verlangsamtes Arbeitstempo. Aus psychiatrischer Sicht wurde keine Diagnose mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden 

eine Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung anderer Gefühle (Angst, Traurigkeit) 

und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

diagnostiziert. Im Fragenkatalog gaben die Gutachter bei der Arbeitsfähigkeit 

schliesslich an, dass aufgrund des rein unfallbedingten Zustandes Knien, Kauern und 

ausschliesslich stehendes Arbeiten mit ziemlicher Sicherheit nur noch im Umfang von 

50% bei voller Leistung, vorzugsweise in zwei Blöcken mit einer genügend langen 

Pause, möglich sei (UV-act. 136 und act. G 11.1).

A.k  Im Rahmen der Leistungskoordination bei Versicherten mit mehreren Arbeitgebern 

nach einem Nichtberufsunfall informierte die Swica die Suva mit Schreiben vom 3. Juni 

2013, dass ein Invaliditätsgrad von 41% und eine Integritätsentschädigung von 30% 

ermittelt worden sei (UV-act. 142). Mit Schreiben vom 5. Juli 2013 führte die Suva aus, 

dass sie mit der Berechnung des Invalideneinkommens nicht einverstanden sei, da die 

Annahme einer Leistung von noch 50% nicht genügend begründet sei (UV-act. 145). 

Die Swica unterbreitete Dr. H.___ in der Folge einige Zusatzfragen zum Gutachten, 

welche dieser mit Schreiben vom 22. September 2013 beantwortete. Dabei führte er 

unter anderem aus, dass ihm ein Fehler unterlaufen sei und der zeitliche Umfang für die 

Pausen und Positionswechsel 30% und nicht 50% betrage (UV-act. 155).

A.l   Daraufhin ermittelte die Swica einen Invaliditätsgrad von 0% und eine 

Integritätsentschädigung von 10% (UV-act. 158). Dies wurde von der Suva nicht 

beanstandet (UV-act. 160).

A.m Dem von Dr. C.___ eingereichten Gesuch vom 28. Oktober 2013 um Zuweisung 

zur stationären Rehabilitation in der Klinik Valens (UV-act. 161) wurde von der Swica 

mit Schreiben vom 1. November 2013 nicht entsprochen, da der Endzustand erreicht 

sei und die Versicherte keinen Anspruch auf Heilbehandlung mehr habe (UV-act. 162).

A.n  Mit Schreiben vom 1. November 2013 teilte die Swica der Versicherten mit, dass 

vorgesehen sei, die Taggeldleistungen und Heilungskosten per 27. März 2013 

einzustellen, dass die Adäquanz für die psychischen Beschwerden ab diesem Datum 

nicht mehr gegeben sei, dass kein Rentenanspruch resultiere und die 

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Integritätsentschädigung Fr. 12‘600.-- betrage. Der Versicherten wurde die Möglichkeit 

gegeben, Einwendungen zu diesem vorgesehenen Entscheid vorzubringen (UV-act. 

163).

A.o  Mit Schreiben vom 25. November 2013 nahm die Versicherte dazu Stellung. Die 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung seien noch nicht 

abgeschlossen, das entsprechende Verfahren sei vor dem Versicherungsgericht noch 

hängig. Weiter erstaune, dass noch nie ein Rehabilitationsaufenthalt gewährt worden 

sei, obwohl ein solcher grosse Aussicht auf Erfolg hätte. Sie sei auch nie zu einem 

Berufswechsel aufgefordert worden, weshalb ihr die gutachterlich festgelegte 70%ige 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht entgegengehalten werden könne. 

Solange der Fall nicht abgeschlossen werden könne, sei deshalb weiterhin das volle 

Taggeld geschuldet. Bezüglich der Adäquanz der psychischen Beschwerden hätten 

vor dem Unfall offensichtlich keine psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen 

bestanden und die seither bestehende psychische Störung sei allein auf den Unfall und 

die schwierige erfolglose Heilbehandlung zurückzuführen. Da gemäss Dr. I.___ die 

psychischen Beschwerden keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten, erübrige sich 

eine differenzierte Stellungnahme. Bei der Rentenberechnung sei zu berücksichtigen, 

dass die Versicherte vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens aus unfreiwilligen 

Stücken einen unterdurchschnittlichen Verdienst erzielt habe. Deshalb sei für das 

Validen- und Invalideneinkommen vom selben Wert auszugehen. Zudem sei ein 

Tabellenlohnabzug von 25% gerechtfertigt, womit sie grundsätzlich Anspruch auf eine 

Invalidenrente habe. Da der Vorzustand erst nach dem Unfall dekompensiert habe, sei 

von einer Integritätsentschädigung von 30% auszugehen (UV-act. 170).

A.p  Mit Verfügung vom 27. Februar 2014 stellte die Swica die Taggeldleistungen und 

Heilbehandlungskosten infolge Erreichens des Endzustandes bezüglich der 

Unterschenkelfraktur per 27. März 2013 ein. Für die psychischen Beschwerden sei 

spätestens ab 26. März 2013 die Adäquanz nicht mehr gegeben. Es resultiere kein 

Rentenanspruch. Die Integritätsentschädigung betrage Fr. 12‘600.--. Dabei stützte sich 

die Swica im Wesentlichen auf das Gutachten von Dr. H.___ und Dr. I.___. Aus rein 

objektivierbarer Sicht bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit in allen Tätigkeiten. Der 

Integritätsschaden sämtlicher unfallbedingter Verletzungen betrage 10% aufgrund der 

Knietotalprothese links ohne Berücksichtigung des Vorzustandes (UV-act. 176).

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A.q  Mit Schreiben vom 4. März 2014 erhob der Versicherte Einsprache gegen diese 

Verfügung und beantragte deren Aufhebung, soweit sie eine weitergehende 

Leistungspflicht der Unfallversicherung verneine. Weiter beantragte sie die Erteilung 

einer Kostengutsprache für eine stationäre Rehabilitation in der Klinik Valens oder einer 

vergleichbaren Institution, die weitere Ausrichtung des Taggeldes in voller Höhe und 

eventualiter die Ausrichtung einer Rente von 38% des versicherten Lohnes und einer 

Integritätsentschädigung von Fr. 37‘800.--. Die medizinische Behandlung sei noch 

nicht abgeschlossen, und es sei fest mit einer namhaften Besserung der Beschwerden 

zu rechnen. Auch die IV-Eingliederungsmassnahmen seien noch nicht abgeschlossen. 

Zudem werde die IV-Stelle die Versicherte in nächster Zeit polydisziplinär begutachten 

lassen. Die Gutachten von Dr. H.___ und Dr. I.___ würden die Wiedererlangung der 

vollen Arbeitsfähigkeit nicht bestätigen. Die Aussagen von Dr. H.___ seien 

widersprüchlich und unklar. Es dränge sich auf, die durch die IV-Stelle in Auftrag 

gegebene umfassende Begutachtung abzuwarten. Der von Dr. H.___ ermittelte 

Integritätsschaden von 10% sei zu tief (UV-act. 178).

A.r  Die IV-Stelle beauftragte das BEGAZ Begutachtungszentrum BL mit einer 

polydisziplinären (allgemeinmedizinischen, orthopädischen, rheumatologischen und 

psychiatrischen) Begutachtung mit folgenden Gutachtern: Dr. med. J.___, FMH für 

Allgemeinmedizin; Dr. med. K.___, Facharzt für orthopädische Chirurgie; Dr. med. 

L.___, FMH für Rheumatologie; Dr. med. M.___, FMH für Psychiatrie und 

Psychotherapie.  Die Swica richtete einen Katalog von Zusatzfragen an das BEGAZ 

(UV-act. 177 und 187).

A.s  Im polydisziplinären Gutachten der BEGAZ vom 26. Juni 2014 wurde ein 

chronisches Schmerzsyndrom am linken Knie mit funktioneller Bewegungs- und 

Belastungseinschränkung (nur teilweise organisch begründbar) bei variablen 

Bewegungsausmassen und fehlender Muskelatrophie trotz Schonhinken, Status nach 

Kompartimentspaltung Unterschenkel links (Tibialis anterior-Loge und Peroneusloge) 

am 18.01.2012 bei Unterschenkelkompartement-Syndrom infolge Tibiaplateau-Fraktur 

am 17.01.2012, Status nach Reposition, Auffüllen mit Knochenersatzmaterial und 

Plattenosteosynthese proximale Tibia links am 23.01.2012, Status nach Implantation 

einer Knietotalprothese links am 14.05.2012 nach Entfernung des 

Osteosynthesematerials bei Gonarthrose, weiter eine Varusgonarthrose rechts, ein 

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Status nach Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen 

Gefühlen, gegenwärtig remittiert, eine chronische Schmerzstörung mit somatischen 

und psychischen Faktoren mit Selbstlimitierung und Eingehen von ungünstigen 

Copingstrategien mit deutlichen Zeichen einer Schmerzfehlverarbeitung mit 

pseudoneurologischen Ausfällen und variablen Funktionsstörungen, keinem 

rheumatologischen Krankheitsbild entsprechend, eine muskuläre Dysbalance am 

Schultergürtel beidseits (Trapezius), unspezifische Kreuzschmerzen, 

differentialdiagnostisch im Rahmen der Schmerzfehlverarbeitung bei 5/5 positiven 

Waddell-non-organig-signs, ein Status nach Kontusion der LWS und des Sacrums am 

03.12.2010 bei Treppensturz mit Spondylarthrosen distal-lumbal mit geringgradiger 

degenerativer Olisthesis LWK4/5 sowie Chondrosen LWK4 bis S1 und diskreter 

rechtskonvexer Skoliose (LWS-Röntgen vom 07.12.2010), Spreizfüsse (beginnender 

Hallux valgus links) und eine Adipositas per magna diagnostiziert. Die Gutachter kamen 

zum Schluss, dass die Versicherte konstant mittelschwere nicht adaptierte und 

schwere körperliche Tätigkeiten seit dem Unfall nicht mehr ausüben könne. Leichte bis 

intermittierend mittelschwere adaptierte Tätigkeiten, welche vorwiegend im Sitzen und 

ohne Anwendung der Gehstützen durchgeführt werden könnten, seien der Versicherten 

vollschichtig möglich mit einer Einschränkung von 10%, dies ab ca. November 2012. 

Der Unfall sei nicht die einzige Ursache, aber eine Mitursache der festgestellten 

gesundheitlichen Störungen (UV-act. 189).

A.t   Im Rahmen der Leistungskoordination schlug die Swica der Suva vor, den 

Einspracheentscheid analog der Verfügung zu erlassen, mit der Ausnahme der 

Integritätsentschädigung, für welche neu 20% gewährt würden (UV-act. 192). Die Suva 

führte diesbezüglich aus, dass dem BEGAZ Gutachten aufgrund von Widersprüchen 

der Beweiswert abzusprechen und auf die Expertise von Dr. H.___ abzustellen sei. 

Letztendlich sei dies nur hinsichtlich der Integritätsentschädigung von Bedeutung. Der 

Anspruch auf eine Rente und der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem 

Unfall und den psychischen Beschwerden sei in jedem Fall abzulehnen (UV-act. 193).

A.u  Mit Einspracheentscheid vom 18. Juni 2015 wies die Swica die Einsprache ab und 

entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung. Gestützt auf die 

Gutachten von Dr. I.___ und Dr. M.___ sei die Versicherte aus psychiatrischer Sicht 

uneingeschränkt arbeitsfähig. In somatischer Hinsicht könne auf die Gutachten von Dr. 

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E.___, Dr. H.___, Dr. K.___ und Dr. L.___ abgestellt werden. Eine Unfallkausalität werde 

von Dr. E.___ und Dr. H.___ verneint. Es sei unfallbedingt von einer vollen 

Arbeitsfähigkeit auszugehen, weshalb der Endzustand erreicht sei. Da bezüglich der 

unfallbedingten Schädigung von einer weiteren Behandlung keine Besserung erwartet 

werden könne und das Schmerzsyndrom nur teilweise organisch begründbar sei, 

bestehe aus der obligatorischen Unfallversicherung keine Leistungspflicht für eine 

stationäre Rehabilitation. Für die Weiterausrichtung des Taggelds bestehe kein Anlass. 

Es würde auch die Rechtsgrundlage für eine Integritätsentschädigung dahinfallen. Es 

liege im Ermessen des Gerichts in einem allfälligen Verfahren eine reformatio in peius 

anzudrohen (UV-act.197).

B.   

B.a  Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 

25. August 2015. Die Beschwerdeführerin beantragt unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge, der Einspracheentscheid sei insoweit aufzuheben, als dass ihr 

keine Invalidenrente zugesprochen worden sei. Ihr sei eine Invalidenrente von 

mindestens 47.5% des versicherten Lohnes auszurichten, eventualiter sei ein 

gerichtliches Obergutachten einzuholen. Bezüglich Taggeldleistungen, Heilungskosten 

und Integritätsentschädigung werde der Einspracheentscheid nicht angefochten. Das 

BEGAZ-Gutachten sei ihr nicht zur Stellungnahme zugestellt worden, womit das 

rechtliche Gehör verletzt worden sei. Der natürliche Kausalzusammenhang sei 

gegeben, da bei allen Gutachtern Einigkeit herrsche, dass weder der status quo ante 

noch der status quo sine je erreicht werden könne, womit durch den Unfall eine 

richtungsgebende Verschlimmerung eingetreten sei. Da die Schmerzen am linken Knie 

zumindest teilweise begründbar seien, müsse bezüglich der psychischen Unfallfolgen 

auch die adäquate Kausalität bejaht werden. Auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des 

BEGAZ-Gutachtens könne nicht abgestellt werden, deshalb sei auf die Einschätzung 

von Dr. H.___ abzustellen. Es sei beim Invaliden- und beim Valideneinkommen vom 

selben Wert sowie von einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 70% 

auszugehen und ein Tabellenlohnabzug von 25% vorzunehmen (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 24. September 2015 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Aufgrund der medizinischen 

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Unterlagen sei die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht uneingeschränkt 

arbeitsfähig. Da die Kniegelenkstotalendoprothese links und die Gonarthrose rechts 

laut Dr. E.___ und Dr. H.___ nicht unfallbedingt seien, fehle es vorliegend an der 

Kausalität zwischen dem Unfall und der Leistungseinschränkung (act. G 6).

B.c  Mit Replik vom 1. Dezember 2015 hält die Beschwerdeführerin unverändert an 

ihrer Beschwerde fest (act. G 11). Mit der Replik reichte sie das psychiatrische 

Teilgutachten von Dr. I.___ vom 20. April 2013 mit dem beantworteten Fragekatalog 

vom 2. Mai 2013 ein (act. G 11.1 f.). Mit Duplik vom 9. Dezember 2015 stellt die 

Beschwerdegegnerin fest, es gehe aus dem eingereichten Teilgutachten von Dr. I.___ 

hervor, dass aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

bestehe (act. G 13).

Erwägungen

1.   

1.1  Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet der 

Einspracheentscheid vom 18. Juni 2015 (UV-act. 197), dem die Verfügung vom 27. 

Februar 2014 (UV-act. 176) zugrunde liegt. Darin wurde über die Einstellung von 

Taggeldleistungen und Heilungskosten, den Rentenanspruch und die 

Integritätsentschädigung befunden. Die Beschwerde richtet sich vorliegend einzig 

gegen den nicht gewährten Rentenanspruch, weshalb die Fragen der Einstellung von 

Taggeldleistungen und Heilungskosten sowie der Integritätsentschädigung nicht zum 

Streitgegenstand gehören. Diesbezüglich ist der angefochtene Einspracheentscheid 

bzw. die zugrunde liegende Verfügung in Rechtskraft erwachsen.

1.2  Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über 

die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den 

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden 

Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, 

und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach 

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bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen 

Bestimmungen Anwendung.

1.3  Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen bildet die 

Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für 

Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE 

HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). 

Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher 

Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf 

Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 

E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Bei physischen Unfallfolgen spielt indessen die Adäquanz 

als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich 

ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle (BGE 117 V 365 mit 

Hinweisen; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45).

1.4  Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht im Grundfall einmal anerkannt, so 

entfällt diese erst dann, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und adäquate 

Ursache der fortdauernd geklagten Beschwerden darstellt, d.h. wenn die Beschwerden 

nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruhen. Ebenso wie der 

leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder 

kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit 

dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender 

Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (RUMOR-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4; 

THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. 

Aufl. Bern 2014, § 70 N 58). Während bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang 

überhaupt jemals gegeben ist, die versicherte Person beweisbelastet ist, trägt die 

Beweislast für einen behaupteten Wegfall der Kausalität die Unfallversicherung (RKUV 

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1994 Nr. U 206 S. 326; Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, 

E. 2.2; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54 f.). Dieser muss jedoch nicht den Beweis 

für unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig geht es darum, vom 

Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden 

mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteil des 

Bundesgerichts vom 29. April 2008, 8C_465/2007, E. 3.1 mit Hinweisen; Urteil des EVG 

vom 31. August 2001, U 285/00, E. 5a). Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes 

Leiden hat, ist unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen 

eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen 

sind. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den Unfall 

verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaften Vorzustand 

entfällt erst, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand erreicht ist, wie er 

unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige 

Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften 

Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine; vgl. 

zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, mit Hinweisen; Urteil des 

Bundesgerichts vom 1. Juni 2007, U 290/06). Von einer richtunggebenden 

Verschlimmerung spricht die Rechtsprechung nur dann, wenn medizinischerseits 

feststeht, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht 

werden können (Urteil des Bundesgerichts vom 1. April 2015, 8C_484/2014, E. 2.1 mit 

Hinweisen; RUMO-JUNOG/HOLZER, a.a.O., S. 54).

1.5  Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 52 

ff. zu Art. 43). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

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Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und 

nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

2.   

2.1  Gemäss Bericht vom 24. September 2012 von Dr. E.___ kann ein Status quo ante 

beim vorliegenden Verletzungsmuster einer lateralen Tibiafraktur bei medialer 

Gonarthrose nie erreicht werden. Es könne zwar davon ausgegangen werden, dass es 

bei der Kombination körperlich anstrengender Beruf, Adipositas und medialer 

Gonarthrose im Lauf der nächsten 12 bis 24 Monate zu einer Dekompensation 

gekommen wäre und es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch ohne den Unfall 

zu dieser Gesundheitsstörung gekommen wäre. Dr. E.___ verneinte aber die Frage, ob 

durch den Unfall eine richtunggebende oder dauernde Verschlimmerung einer 

vorbestehenden Gesundheitsschädigung stattgefunden habe mit der Begründung, 

dass es sich um eine laterale Fraktur gehandelt, die Dekompensation aber medial 

stattgefunden habe (UV-act. 75, S. 5). Bei der Beurteilung des Integritätsschadens 

führte Dr. E.___ hingegen aus, dass eine laterale Tibiaplateaufraktur immer zu einer 

Gonarthrose führe, welche in der Regel früher oder später mit einer Arthroplastik 

versorgt werden müsse, welche aber häufig einen schlechten Erfolg bringe (UV-act. 75, 

S. 8).

2.2  Auch Dr. H.___ kommt zum Schluss, dass der Status quo ante nicht mehr erreicht 

werden könne, da die durch den Unfall verursachte Verschlimmerung durch die 

Knietotalprothese abschliessend mitbehandelt worden sei. Weiter führt er aus, dass 

mittelfristig eine Behandlung der vorbestehenden Kniebeschwerden nötig geworden 

wäre. Ob sie ebenfalls in Form einer Knietotalprothese erforderlich gewesen wäre, 

könne nicht gesagt werden. Der Status quo sine könne nach der Prothese nicht 

erreicht werden. Klinisch sei der Vorzustand zwar symptomfrei geblieben mit 

Ausnahme der Behandlung ein Jahr vor dem Unfall. Es habe aber kurz nach dem Unfall 

eine Verschlimmerung stattgefunden, obwohl der Unfall die Aussenseite des Knies und 

nicht die vorgeschädigte Innenseite betroffen habe. Die Verschlimmerung sei dauernd 

gewesen und habe eine Knieprothese erfordert. Der Unfallanteil der dauernden 

richtunggebenden Verschlimmerung wurde mit 30% beziffert (UV-act. 136, S. 8 f.).

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2.3  Auch die BEGAZ-Gutachter kommen zum Schluss, dass ein Status quo ante nicht 

mehr erreicht werden könne. Weiter könne nicht beurteilt werden, ob auch ohne das 

Unfallereignis der weitere Verlauf derart gewesen wäre, dass schliesslich eine 

Knietotalprothese hätte eingesetzt werden müssen. Insofern könne nicht zuverlässig 

gesagt werden, wann bzw. ob ein Status quo sine erreicht worden sei. Dr. L.___ führte 

weiter aus, es könne höchstens möglicherweise von einer richtunggebenden oder 

dauernden Verschlimmerung der vorbestehenden Gesundheitsschädigung durch den 

Unfall ausgegangen werden, da degenerative Gelenksveränderungen per se 

progredient verlaufen könnten. Dr. K.___ kam dagegen zum Schluss, es könne weder 

von einer richtunggebenden noch von einer dauernden Verschlimmerung durch den 

Unfall ausgegangen werden, da die Verletzung im lateralen Anteil des linken 

Kniegelenks stattgefunden habe und die Verschlimmerung sich im medialen Anteil des 

Knies entwickelt habe. Beide kamen jedoch zum Schluss, dass nicht zuverlässig 

gesagt werden könne, wann bzw. ob ein Status quo sine erreicht worden sei (UV-act. 

189, S. 68 f.). Bezüglich der Beurteilung des Integritätsschadens hielt Dr. K.___ fest, ein 

rein unfallbedingter Zustand liege nicht mehr vor und es bestehe jetzt ein 

krankheitsbedingter Zustand. Hätte man den Heilungsverlauf im April 2012 nicht durch 

das Einbringen der Kniegelenksprothese unterbrochen, wäre nach knöcherner 

Konsolidierung mit einem protrahierten Verlauf aufgrund der Arthrose zu rechnen 

gewesen. Erfahrungsgemäss sei bekannt, dass solche Arthrosen früher oder später zu 

einer alloarthroplastischen Versorgung gelangen würden (UV-act. 189, S. 76).

2.4  Die Gutachter kommen übereinstimmend zum Schluss, dass der Status quo ante 

nicht mehr erreicht werden könne. Bezüglich des Status quo sine halten die BEGAZ 

Gutachter und auch Dr. H.___ fest, dass dessen Erreichen nicht zuverlässig beurteilt 

bzw. dieser nicht mehr erreicht werden könne. Dr. E.___ äussert sich nicht explizit 

dazu.

2.5  Aufgrund der Ausführungen der Ärzte ist davon auszugehen, dass sowohl die 

vorbestehende Gonarthrose aufgrund ihres Verlaufs mittelfristig zu einer 

Dekompensation geführt hätte, die operativ mit einer Endoprothese hätte behandelt 

werden müssen, als auch die Tibiaplateaufraktur mittelfristig zu einer 

alloarthroplastischen Versorgung geführt hätte. Für beide Fälle konnten die Ärzte aber 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festhalten, dass eine Knietotalprothese 

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notwendig geworden wäre. Vorliegend hat das Zusammentreffen des Unfalls und des 

degenerativen Vorzustandes dazu geführt, dass vier Monate nach dem Unfall – und 

somit sicher früher als einzig basierend auf dem vorbestehenden degenerativen 

Gesundheitszustand – eine Knietotalprothese nötig wurde. Somit war der Unfall 

zumindest zeitlich für die Operationsindikation bestimmend, womit ein 

haftungsbegründender Kausalfaktor vorliegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 2. Mai 

2007, U 136/06 E. 3.29). Aufgrund der medizinischen Akten gelingt es der 

Beschwerdegegnerin nicht, das Erreichen des Status quo sine mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit zu beweisen, weshalb von einer richtunggebenden 

Verschlimmerung auszugehen ist. Vorliegend handelt es sich auch nicht um einen Fall, 

bei welchem medizinische Erfahrungstatsachen für eine Abheilung der unfallbedingten 

Folgen und somit ein Verschwinden der Kausalität vorliegen würden. Die Gutachter 

haben klar dargelegt, dass eine Tibiaplateaufraktur zu einer Gonarthrose und somit 

zum selben Gesundheitsschaden führen würde, welcher bei der Beschwerdeführerin 

zumindest teilweise bereits vorbestanden hatte. Da aber in beiden Situationen nicht 

klar ist, ob eine Knietotalprothese notwendig geworden und sich die entsprechenden 

gesundheitlichen Beschwerden entwickelt hätten, kann der Unfall hinsichtlich der 

Erreichung des abschliessend vorliegenden gesundheitlichen Zustands nicht 

weggedacht werden, ohne dass die eingetretene Entwicklung entfiele oder in anderer 

Weise eingetreten wäre. Somit ist die natürliche Kausalität des Unfalls auch nach 

Erreichen des medizinischen Endzustandes weiterhin gegeben.

3.   

3.1  In psychiatrischer Hinsicht stellte Dr I.___ keine Diagnose mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte sie eine 

Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung anderer Gefühle (Angst, Traurigkeit) und 

eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Sie 

führte dazu aus, dass die chronischen Schmerzen in der Knieregion links zwar ihren 

Ausgangspunkt in einer körperlichen Störung hätten, sich jedoch nicht durch objektive 

Befunde erklären liessen (act. G 11.1, S. 4). Im Bericht vom 2. Mai 2013 zur 

Beantwortung der Zusatzfragen verwies Dr. I.___ bezüglich der Diagnose auf ihr 

Gutachten. Auf die Frage, in welchen Tätigkeiten die Beschwerdeführerin unabhängig 

von der beruflichen Tätigkeit vor dem Unfall eingeschränkt sei, antwortete Dr. I.___, 

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dass bei der Beschwerdeführerin unabhängig von der beruflichen Tätigkeit vor dem 

Unfall keine psychischen Einschränkungen hätten festgestellt werden können. Auf eine 

praktisch gleich formulierte Frage führte sie dann jedoch aus, unabhängig von der 

beruflichen Tätigkeit vor dem Unfall seien der Beschwerdeführerin heute leichte 

Tätigkeiten, vor allem im Sitzen, mit häufigeren Pausen zumutbar. Sie verwies hierzu 

auf die ausführliche Beschreibung im Hauptgutachten. Durch die chronische 

Schmerzverarbeitung seien die psychische Belastbarkeit und Ausdauer gemindert, 

somit sei das zeitliche Ausmass auf 50% beschränkt (act. G 11.2). Diese letzte 

Aussage steht im Wiederspruch zu der restlichen Beurteilung von Dr. I.___. Da sie darin 

auf das Hauptgutachten verweist, muss davon ausgegangen werden, dass sich die 

Einschränkung auf die von Dr. H.___ zunächst fälschlicherweise mit 50% angegebene 

Einschränkung bezieht (vgl. UV-act. 136, S. 10) und nicht auf eine psychiatrisch 

bedingte Arbeitsunfähigkeit. Mit der Aussage im Bericht vom 2. Mai 2013 lässt sich 

eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen jedenfalls nicht beweisen.

3.2  Gemäss Dr. M.___ liegt bei der Beschwerdeführerin diagnostisch eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren vor. Psychischen 

Faktoren werde eine wichtige Rolle für Schweregrad, Exacerbation oder 

Aufrechterhaltung der Schmerzen beigemessen, jedoch spielten diese nicht die 

ursächliche Rolle für deren Beginn. Es könne davon ausgegangen werden, dass die 

Beschwerdeführerin nach dem Unfall eine chronische Schmerzstörung entwickelt habe, 

wobei aus psychiatrischer Sicht nicht bewiesen werden könne, ob dieser Unfall eine 

Hauptursache für diese chronische Schmerzentwicklung gewesen sei oder ob 

möglicherweise auch andere Faktoren, die sich bereits früher angebahnt hätten, mit 

eine Rolle gespielt haben könnten. Schliesslich kommt Dr. M.___ zum Schluss, dass 

aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit ausgemacht werden könne (UV-act. 

189, S. 57 ff.).

3.3  Die Einschätzung der beiden Gutachter deckt sich auch mit der Beurteilung der 

behandelnden Ärzte, welche ebenfalls von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus 

psychiatrischer Sicht ausgegangen sind (vgl. act. G 11.1, S. 2). Somit erübrigt sich 

vorliegend die Prüfung der Kausalität der psychischen Leiden, da diesbezüglich keine 

relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt.

4.   

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4.1  Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid (Art. 8 

ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Die 

Invalidenrente beträgt bei Vollinvalidität 80% des versicherten Verdienstes; bei 

Teilinvalidität wird sie entsprechend gekürzt (Art. 20 Abs. 1 UVG). Für die Bestimmung 

des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach 

Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

4.2  Dr. H.___ führte in seinem Gutachten aus, dass ein schlechtes Resultat nach Knie-

Totalprothese links vorliege. Eine vorwiegend sitzende Tätigkeit könne mit einer 

zeitlichen Einschränkung von 30% ausgeübt werden, dies bedingt durch vermehrte 

Pausen, Positionswechsel und verlangsamtes Arbeitstempo. Diese Einschätzung sei 

möglich, da doch schmerzfreie Phasen vorkommen würden und der permanente 

Gebrauch von zwei Stöcken nicht nachvollziehbar sei. Es bestehe eine 

Bewegungseinschränkung und es würden belastungsabhängige Schmerzen 

angegeben, was beides subjektiv gefärbte Aspekte seien. Daneben müsse man 

akzeptieren, dass nach einer Prothesenimplantation schlechte Ergebnisse vorkommen 

würden. Dies fliesse in die Beurteilung ein. Bildgebend liege dagegen ein gutes 

Resultat vor, und die für Lockerung empfindliche Szintigrafie sei negativ. Das heisse, es 

fänden sich keine objektivierbaren Befunde, die das Ausmass der Beschwerden 

erklären könnten. Nehme man diese Tatsache als Grundlage, würde keine 

Arbeitsunfähigkeit bestehen und alle Tätigkeiten wären zumutbar, was natürlich 

unrealistisch sei (UV-act. 136, S. 7; 155, S. 2).

4.3  Dr. K.___ hielt im BEGAZ-Gutachten fest, dass die erhobenen objektiven 

orthopädischen Befunde keineswegs das Ausmass, wie es von Dr. E.___ und Dr. H.___ 

attestiert wurde, gehabt hätten. Bedingt durch die chronische Kniegelenksproblematik 

seien der Beschwerdeführerin keine ausschliesslich gehenden oder stehenden 

Tätigkeiten zumutbar und auch keine Tätigkeiten mit häufigem in die Hocke Gehen 

oder Arbeiten in kauernder Stellung. Sie könne auch keine schweren Lasten (über 10 

kg) heben und tragen. Dagegen seien leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, welche 

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vorwiegend im Sitzen und ohne Anwendung der Gehstützen durchgeführt werden 

könnten, vollschichtig möglich. Schmerzbedingt bei Status nach Kniegelenks-

Totalendoprothese links und Femoropatellar-Gelenkschondropathie oder gar 

Chondromalazie mit Gonarthrose rechts bestehe eine Reduktion der Leistungsfähigkeit 

von 10%. Diese Einschätzung beziehe sich in erster Linie auf die chronische 

Schmerzsymptomatik am linken Knie und die geringe Gonarthrose am rechten Knie 

und gelte ab November 2012 (UV-act. 189, S. 38 f.). Auch Dr. L.___ hielt im BEGAZ-

Gutachten aus rheumatologischer Sicht fest, dass bei jeglicher vorwiegend sitzenden 

Tätigkeit verbunden mit in der Regel leichter Gewichtsbelastung bis intermittierend 

mittelschweren Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 90% bestehe. Die Einschränkung 

um 10% begründe sich durch einen vermehrten Pausenbedarf im Rahmen der 

Schmerzproblematik, die als sogenannt organischer Kern beurteilt werde. Es 

beständen keine Gründe für eine allfällige Kumulation mit einer durch andere 

Fachbereiche attestierten Teilarbeitsunfähigkeit. Die Diskrepanz zur Beurteilung von Dr. 

H.___ resultiere dadurch, dass der Anteil der nicht-organisch begründbaren 

Schmerzproblematik aus rheumatologischer Sicht höher gewertet werde als aus 

orthopädischer Sicht. Zudem seien die sogenannten Überlagerungssymptome damals 

nicht so ausgeprägt gewesen wie aktuell. Auch die Tatsache, dass keine 

Muskelatrophie im Bereich der Beine vorgelegen habe, sei offensichtlich nicht so stark 

gewertet worden (UV-act. 189, S. 45 f.). Insgesamt hielten die Gutachter im BEGAZ-

Gutachten fest, dass die Beschwerdeführerin gesamtmedizinisch konstant 

mittelschwere nicht adaptierte und schwere körperliche Tätigkeiten seit dem Unfall 

nicht mehr ausüben könne. Leichte bis intermittierend mittelschwere adaptierte 

Tätigkeiten, welche die Einschränkungen aus rheumatologischer/¬orthopädischer Sicht 

berücksichtigen würden, seien ihr vollschichtig möglich mit einer Einschränkung von 

10%, dies ab ca. November 2012 (UV-act. 189, S. 64).

4.4  Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass sogar die Suva das BEGAZ-Gutachten als 

nicht beweistauglich eingeschätzt habe und dass deshalb auf die Beurteilung von Dr. 

H.___ abzustellen sei (act. G 1, S. 15). In ihrer Stellungnahme vom 14. August 2014 

äussert sich die Suva jedoch lediglich zur Kausalitätsbeurteilung des BEGAZ-

Gutachtens und macht diesbezüglich Widersprüche geltend. Zur 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung, welche auch unabhängig von der Kausalitätsfrage 

vorgenommen wurde, äussert sich die Suva nicht (vgl. UV-act. 193).

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4.5  Auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des BEGAZ-Gutachten kann abgestellt 

werden. Das Gutachten stützt sich auf umfassende Untersuchungen und wurde in 

Kenntnis der vollständigen Aktenlage und unter Berücksichtigung des gesamten 

Leidensbildes erstellt. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist nachvollziehbar und es 

fand eine überzeugende Auseinandersetzung mit der früher erfolgten Beurteilung von 

Dr. H.___ statt. Dieser führte aus, dass die geltend gemachte 

Bewegungseinschränkung und die belastungsbhängigen Schmerzen subjektiv gefärbte 

Aspekte seien. Nehme man lediglich die objektivierbaren Befunde – welche für sich das 

Ausmass der Beschwerden nicht erklären könnten – als Grundlage, würde keine 

Arbeitsunfähigkeit bestehen (vgl. E. 4.3). Im BEGAZ-Gutachten wurde festgehalten, 

dass die aktuell erhobenen objektiven orthopädischen Befunde nicht das von Dr. E.___ 

und Dr. H.___ attestierte Ausmass hätten. So sei im Bereich der linken Hüfte im 

September 2012 eine Coxarthrose beschrieben worden, anlässlich der gegenwärtigen 

Untersuchungen hätte sich nur eine endgradig eingeschränkte und nur gering 

schmerzhafte Beweglichkeit der linken Hüfte finden lassen. Am rechten Knie sei 

mehrfach eine Varusgonarthrose beschrieben worden, klinisch habe sich aber eher 

eine leichte Valgusfehlstellung bei einwandfreier Funktion des rechten Kniegelenks 

finden lassen, der bildgebende Befund habe nur geringe degenerative Veränderungen 

ergeben (UV-act. 180, S. 38). Die Beschwerdeführerin stützt sich in ihrer Kritik am 

Gutachten einzig darauf, dass sogar die Suva das BEGAZ-Gutachten angezweifelt 

habe. Wie bereits vorgängig ausgeführt (vgl. E. 4.5), beziehen sich die Aussagen der 

Suva lediglich auf die Kausalitäts- und nicht auf die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung. Die 

Frage der Kausalität wurde bereits vorgängig ausführlich behandelt (vgl. E. 2 und 3), 

bezüglich der Frage der Arbeitsfähigkeit liegen jedoch keine überzeugenden 

Anhaltspunkte vor, die das BEGAZ-Gutachten in Frage stellen könnten. Vorliegend ist 

somit von einer Arbeitsfähigkeit von 90% in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen.

5.   

5.1  Das Valideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin basierend auf dem 

Jahresverdienst im Jahr 2011 bei den beiden Arbeitgebern der Beschwerdeführerin, 

hochgerechnet auf ein Pensum von 100% und angepasst an die Teuerung bis 2013, 

berechnet und damit ein Valideneinkommen von Fr. 46‘575.-- ermittelt (UV-act. 176, S. 

5).

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5.2  Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass sie vor dem Unfall in einer 

Tieflohnbranche gearbeitet habe und sie niemals freiwillig auf einen höheren Lohn 

verzichtet habe, sondern als Ausländerin ohne Deutschkenntnisse und ohne 

Ausbildung die Anstellungsbedingungen so habe akzeptieren müssen. Es seien 

deshalb beim Validen- wie auch Invalidenlohn auf denselben Wert abzustellen (act. G 1, 

S. 16).

5.3  Entgegen diesem Vorbringen der Beschwerdeführerin stellt sich infolge 

Minderverdienstes die Frage nach einer Parallelisierung der Vergleichseinkommen. 

Damit soll sichergestellt werden, dass die beiden Vergleichseinkommen auf gleichen 

Grundlagen ermittelt werden. Wenn eine versicherte Person in derjenigen Tätigkeit, die 

sie als Gesunde ausgeführt hat, einen deutlich unterdurchschnittlichen Lohn erzielt, 

weil ihre persönlichen Eigenschaften (namentlich fehlende Ausbildung oder 

Sprachkenntnisse, ausländerrechtlicher Status) die Erzielung eines 

Durchschnittslohnes verunmöglichen, dann ist nicht anzunehmen, dass sie mit einer 

gesundheitlichen Beeinträchtigung behaftet einen (anteilmässig) durchschnittlichen 

Lohn erzielen könnte. Stellt man auf ein Valideneinkommen ab, das aus den genannten 

Gründen deutlich unter den branchenüblichen Ansätzen lag, dann dürfen deshalb diese 

invaliditätsfremden Faktoren auch bei der Festlegung des zumutbaren Invalidenlohnes 

nicht ausser Acht gelassen werden. Die Parallelisierung der Einkommen trägt somit 

dem Umstand Rechnung, dass die versicherte Person als Invalide realistischerweise 

nicht den Tabellenlohn erzielen kann, weshalb ein entsprechend tieferes 

Invalideneinkommen anzunehmen ist. Es ist auch zulässig, das Valideneinkommen 

aufzurechnen, anstatt das Invalideneinkommen zu reduzieren (BGE 135 V 58 E. 3.4.3 

mit Hinweisen).

5.4  Es ist der von der versicherten Person vor Eintritt des Versicherungsfalls erzielte 

Verdienst mit den branchenüblichen Löhnen zu vergleichen (vgl. BGE 135 V 297), bevor 

zur genauen Bestimmung des Invaliditätsgrades der Einkommensvergleich nach Art. 16 

ATSG durchgeführt werden kann. Die Beschwerdeführerin arbeitete vor dem Unfall als 

Raumpflegerin. Reinigungspersonal und Hilfskräfte werden in der Tabelle T17 der LSE 

2012 unter Ziffer 91 und somit unter der Berufshauptgruppe 9 aufgeführt, welche dem 

Kompetenzniveau 1 entspricht. Da Reinigungspersonal in sämtlichen Sektoren 

gebraucht wird, ist als Referenzeinkommen der Wert der Tabelle TA1, Total, 

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Kompetenzniveau 1, Frauen von Fr. 4‘112.-- heranzuziehen. Aufgerechnet auf einen 

Jahreslohn und angepasst an die branchenübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden 

resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 51‘441.-- (Fr. 4‘112.-- / 40 x 41.7 x 12).

5.5  Beim Valideneinkommen muss die Anpassung an die Teuerung für das Jahr 2013 

nicht vorgenommen werden, wenn es mit dem Tabellenlohn für das Jahr 2012 

verglichen wird. Somit ergibt sich bei einem Valideneinkommen Fr. 46‘068.-- (Basis 

2012, vgl. act. 176, S. 5) ein Minderverdienst von 10.44% ([Fr. 51‘441.-- – Fr. 

46‘068.--] / Fr. 51‘441.--). Somit ist die Erheblichkeitsgrenze von 5% gemäss der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung (BGE 135 V 297) überschritten. Demgemäss ist 

das Valideneinkommen vorliegend um 5.44% auf Fr. 48‘574.-- heraufzusetzen.

6.   

6.1  Die Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen basierend auf der LSE 

Tabelle 2010 TA1, Total, Frauen, Anforderungsniveau 4 bestimmt. Dies ist an sich nicht 

zu beanstanden, jedoch ist, da vorgängig bei der Bestimmung des Valideneinkommens 

und der Parallelisierung bereits auf die LSE 2012 abgestellt wurde, diese aktuellere 

Version heranzuziehen. Hierbei ist analog die Tabelle TA1, Total, Frauen, 

Kompetenzniveau 1 anzuwenden was ein Jahreseinkommen von Fr. 51‘441.-- (vgl. E. 

5.3) ergibt. Auf die Berücksichtigung der Teuerung für das Jahr 2013 kann verzichtet 

werden, da sowohl das Valideneinkommen als auch das Invalideneinkommen auf 

Werten des Jahres 2012 basieren.

6.2  Bezüglich des Invalideneinkommens macht die Beschwerdeführerin geltend, dass 

aufgrund des Alters, der fehlenden Sprachkenntnisse, der fehlenden Bildung, des 

Ausländerstatus und vor allem aufgrund der leidensbedingten Einschränkungen ein 

Abzug von 25% vom Tabellenlohn vorzunehmen sei (act. G 1, S. 16).

6.3  Nach der Rechtsprechung hängen die Frage, ob und in welchem Ausmass 

Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen 

Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter, 

und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 

schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine 

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schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist nicht zulässig (BGE 126 V 79 E. 

5b und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).

6.4  Gemäss dem BEGAZ-Gutachten sind der Beschwerdeführerin keine 

ausschliesslich gehenden oder stehenden Tätigkeiten zumutbar, auch keine Tätigkeiten 

mit häufigem in die Hocke Gehen oder Arbeiten in kauernder Stellung. Sie könne auch 

keine schweren Lasten über 10 kg heben und tragen. Leichte bis mittelschwere 

wechselbelastende Tätigkeiten, vorwiegend im Sitzen und ohne Anwendung der 

Gehstützen könnten durchgeführt werden (Suva-act. 189, S. 38, 45, 73 f.). Aufgrund 

dieser Adaptationskriterien und dem vermehrten Pausenbedarf, welcher bereits bei der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt wurde, ist bei der Beschwerdeführerin im 

Vergleich zu gesunden Arbeitnehmern eine verminderte Flexibilität sowohl in zeitlicher 

Hinsicht (Überstunden) als auch in Bezug auf die Arbeitsplatzgestaltung (kein 

kurzfristiger Arbeitsplatzwechsel innerhalb des Betriebs welcher die 

Adaptationskriterien nicht erfüllt) als Konkurrenznachteil zu berücksichtigen, womit ein 

Abzugsgrund zu bejahen ist.

6.5  Im Zeitpunkt des Einspracheentscheides war die Beschwerdeführerin 59 Jahre alt. 

Dieses fortgeschrittene Alter wirkt sich aufgrund der höheren Lohnnebenkosten und 

der kürzeren Aktivitätsdauer abzugserhöhend aus (BGE 126 V 75 sowie etwa Urteile 

des Bundesgerichts vom 17. Februar 2012, 8C_257/2012 E. 6, und vom 29. November 

2012, 9C_655/2012 E. 3).

6.6  Die fehlenden Sprachkenntnisse, die fehlende Bildung und der Ausländerstatus 

rechtfertigen vorliegend keinen Abzug, da diese Eigenschaften bei den typischen 

Hilfsarbeitertätigkeiten häufig vorkommen und deshalb bereits im entsprechenden 

Tabellenlohn enthalten sind und zudem diese invaliditätsfremden Eigenschaften bereits 

aufgrund der Parallelisierung berücksichtigt wurden (vgl. dazu BGE 134 V 322 E. 5.2 

mit Hinweisen).

6.7  Insgesamt erscheint aufgrund der vorgängigen Ausführungen ein 

Tabellenlohnabzug von 15% angemessen. Damit resultiert unter Berücksichtigung 

einer Arbeitsfähigkeit von 90% und des Tabellenlohnabzugs von 15% ein 

Invalideneinkommen von Fr. 39‘352.-- (Fr. 51‘441.-- x 0.9 x 0.85).

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7.   

7.1  Ausgehend von einem Invalideneinkommen von Fr. 39‘352.-- und einem 

Valideneinkommen von Fr. 48‘574.-- resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 9‘222.-- 

und ein Invaliditätsgrad von gerundet 19% (Fr. 9‘222.-- / Fr. 48‘574.-- x 100). Damit hat 

die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Invalidenrente.

7.2  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 18. Juni 2015 aufgehoben und der 

Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 27. März 2013 eine unbefristete Invalidenrente 

entsprechend einem 19%igen Invaliditätsgrad zugesprochen wird. Zur Festsetzung 

und Ausrichtung der unbefristeten Rentenleistung ist die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

7.3  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

7.4  Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 

Parteientschädigung. Diese wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Im hier zu 

beurteilenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 4‘000.-- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 18. Juni 2015 aufgehoben und der Beschwerdeführerin mit 

Wirkung ab 27. März 2013 eine unbefristete Invalidenrente entsprechend einem 

19%igen Invaliditätsgrad zugesprochen wird. Zur Festsetzung und Ausrichtung der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/24

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unbefristeten Rentenleistung wird die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

4‘000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Verfsicherungsgericht, 06.11.2017
	Art. 6 UVG. Verneinung der natürlichen Kausalität der geltend gemachten Beschwerden. Würdigung Gutachten. Gutachten hinsichtlich der Arbeitsfähigkeitsschätzung beweistauglich. Bestimmung des Valideneinkommens unter Berücksichtigung einer Parallelisierung infolge Minderverdiensts. Invalideneinkommen mit Tabellenlohnabzug von 15%. Anspruch auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 19% (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. November 2017, UV 2015/47).Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2017.

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