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**Case Identifier:** 9708ea18-0190-572d-810e-87ed25c3eaee
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.05.2021 100 2019 252
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2019-252_2021-05-20.pdf

## Full Text

100.2019.252U publiziert in BVR 2021 S. 312
STE/BIP/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Mai 2021

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Bürki, Verwaltungsrichter Daum
Verwaltungsrichter Rolli, Verwaltungsrichterin Steinmann
Gerichtsschreiber Bieri 

Einwohnergemeinde Münchenbuchsee
handelnd durch den Gemeinderat, Bernstrasse 12, 3053 Münchenbuchsee
vertreten durch Fürsprecher …
Appellantin 

gegen

A.________

Appellat

und

Enteignungsschätzungskommission des Kantons Bern
Thunstrasse 24, 3005 Bern

betreffend Strassenentwässerung; Schadenersatz (Entscheid der 
Enteignungsschätzungskommission des Kantons Bern vom 2. Juli 2019; 
2018 09)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.05.2021, Nr. 100.2019.252U, 
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Sachverhalt:

A.

A.________ pflanzte im Jahr 2018 Kartoffeln auf den von ihm gepachteten 
Grundstücken Münchenbuchsee Gbbl. Nrn. 1________ und 2________. 
Diese grenzen südöstlich an den …weg. Nach starkem Regen floss am 
19. Mai 2018 Wasser vom …weg auf das Kartoffelfeld. Es entstand ein Scha-
den, den das Inforama Rütti, Amt für Landwirtschaft und Natur des Kantons 
Bern (LANAT), auf Fr. 2'096.-- schätzte. A.________ ersuchte die Einwoh-
nergemeinde (EG) Münchenbuchsee am 24. August 2018, ihm diesen Scha-
den gestützt auf Art. 77 des Strassengesetzes vom 4. Juni 2008 (SG; 
BSG 732.11) zu ersetzen und die Rechnung des Inforama von 
Fr. 310.-- zu übernehmen. Die Gemeinde lehnte dies mit Schreiben vom 
5. November 2018 ab.

Am 4. Dezember 2018 gelangte A.________ an die 
Enteignungsschätzungskommission des Kantons Bern (ESchK) und 
beantragte, die EG Münchenbuchsee sei zu verpflichten, ihm eine 
Entschädigung von Fr. 2'096.-- zu bezahlen und die Kosten für die 
Kulturschadenschätzung von Fr. 310.-- zu ersetzen. Die ESchK verpflichtete 
die EG Münchenbuchsee mit Entscheid vom 2. Juli 2019, A.________ den 
Betrag von insgesamt Fr. 2'406.-- zu bezahlen.

B.

Gegen den Entscheid der ESchK hat die EG Münchenbuchsee am 25. Juli 
2019 Beschwerde (richtig: Appellation) erhoben. Sie beantragt, der Ent-
scheid der ESchK sei aufzuheben und A.________ sei keine Entschädigung 
auszurichten.

A.________ beantragt mit Appellationsantwort vom 26. August 2019, die Ap-
pellation sei abzuweisen und die EG Münchenbuchsee sei zu verpflichten, 
ihm eine Entschädigung von insgesamt Fr. 2'406.-- zu bezahlen. Die ESchK 
hat sich in ihrer Vernehmlassung vom 9. August 2019 zur Appellation geäus-
sert, ohne einen förmlichen Antrag zu stellen.

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Mit Verfügung vom 10. September 2019 hat die Instruktionsrichterin ver-
schiedene Sachverhaltsfragen aufgeworfen, zu denen die EG München-
buchsee am 26. September 2019 Stellung genommen hat. A.________ hat 
sich zu den Fragen und zur Eingabe der EG Münchenbuchsee am 12. No-
vember 2019 geäussert. In der Folge hat die Instruktionsrichterin weitere 
Unterlagen eingeholt, darunter einen Bericht des Inforama zur Kulturscha-
denschätzung. Anschliessend haben sich die EG Münchenbuchsee und 
A.________ wiederholt zur Sache geäussert und weitere Dokumente 
eingereicht, zuletzt mit Eingaben vom 19. November bzw. 15. Dezember 
2020. Die ESchK hat auf weitere Ausführungen verzichtet.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht überprüft auf Appellation hin Urteile unterer 
Verwaltungsjustizbehörden, die im Klageverfahren ergangen sind (Art. 93 
Abs. 1 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]). Der Entscheid der ESchK vom 2. Juli 2019 stellt ein 
solches Urteil dar (vgl. Art. 77 SG und Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes vom 
3. Oktober 1965 über die Enteignung [BSG 711.0]). Die Bestimmungen über 
Form und Frist sind eingehalten (Art. 94 Abs. 1 und Art. 32 VRPG). Auf die 
«Beschwerde», die als Appellation entgegenzunehmen ist (vorne Bst. B), ist 
einzutreten. 

1.2 Dem Verwaltungsgericht stehen die gleichen Erkenntnisbefugnisse 
wie der Vorinstanz zu. Es würdigt die Vorbringen der Parteien in tatsächlicher 
und rechtlicher Hinsicht nach pflichtgemässem Ermessen (Art. 93 Abs. 2 
i.V.m. Art. 92 Abs. 1 VRPG; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommen-
tar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 93 N. 10).

1.3 Bei einem Streitwert von Fr. 2'406.-- fällt der Entscheid an sich in die 
einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 
2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwalt-

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schaft [GSOG; BSG 161.1]). Die rechtlichen Verhältnisse rechtfertigen indes 
eine Beurteilung in Fünferbesetzung (Art. 57 Abs. 6 i.V.m. Art. 56 Abs. 2 
Bst. a GSOG). 

1.4 Der Appellat verzichtet auf eine anwaltliche Vertretung vor Verwal-
tungsgericht. Die Gemeinde vermutet, er erhalte bei der Redaktion seiner 
Eingaben juristische Unterstützung (Eingabe vom 26.9.2019 Ziff. 11 S. 6). 
Sie beantragt daher, das Verwaltungsgericht solle den Appellaten auffordern 
offenzulegen, wer ihn unterstützt. Ausserdem sei von Amtes wegen prüfen, 
«ob durch die Vertretung eines nicht registrierten Rechtsanwalts» eine Ver-
letzung der Strafbestimmungen von Art. 44 des Kantonalen Anwaltsgeset-
zes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) vorliegen könnte (Eingabe vom 
19.11.2020 S. 9). – Nach Art. 15 Abs. 1 VRPG können sich Parteien verbei-
ständen und, soweit nicht persönliches Handeln oder Erscheinen nötig ist, 
aufgrund schriftlicher Vollmacht vertreten lassen. Es besteht aber kein Ver-
tretungszwang (Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum ber-
nischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 15 N. 1; vgl. auch BVR 2015 S. 301 
E. 2.2). Der Verzicht auf eine (offizielle) anwaltliche Vertretung untersagt es 
einer Partei freilich nicht, sich für die selbständige Verfahrensführung juris-
tisch beraten oder unterstützen zu lassen. Zieht sie eine Rechtsanwältin oder 
einen Rechtsanwalt bei, die oder der aber nicht als bevollmächtigter Rechts-
beistand auftritt, steht ihr dafür kein Parteikostenersatz zu (Art. 104 Abs. 1 
VRPG; BVR 2020 S. 476 E. 3 f.). Vor diesem Hintergrund ist der Appellat 
nicht verpflichtet, dem Verwaltungsgericht oder den anderen Verfahrensbe-
teiligten bekannt zu geben, ob bzw. durch wen er beim Verfassen seiner Ein-
gaben unterstützt worden ist. Es ist im Übrigen weder ersichtlich noch näher 
begründet, inwiefern eine nicht offengelegte juristische Unterstützung gegen 
den Grundsatz des «Fair Trial» verstossen sollte, zumal die Gemeinde ihrer-
seits anwaltlich vertreten ist. Da es dem Appellaten freisteht, auf eine Partei-
vertretung vor Verwaltungsgericht zu verzichten und eine rechtsberatende 
Tätigkeit nicht dem Anwaltsmonopol unterliegt, ist auch nicht ersichtlich, 
inwiefern eine Widerhandlung gegen Art. 44 KAG vorliegen könnte (vgl. auch 
Art. 7 KAG; VGE 2016/285 vom 1.6.2016 E. 5.4; Michel Daum, a.a.O., 
Art. 15 N. 21). Den Anträgen der Gemeinde wird nicht stattgegeben.

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2.

Zu prüfen ist, ob die Gemeinde dem Appellaten gestützt auf Art. 77 SG eine 
Entschädigung für den auf dem Kartoffelfeld entstandenen Schaden bezah-
len muss.

2.1 Vorab ist zu klären, für welche Situationen Art. 77 SG eine Schaden-
ersatzpflicht vorsieht. Diese Frage ist mittels Auslegung zu klären. Aus-
gangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut (grammatikalisches Aus-
legungselement). Ist der Normtext nicht klar und sind verschiedene Interpre-
tationen möglich, so muss unter Berücksichtigung aller Auslegungselemente 
nach seiner wahren Tragweite gesucht werden. Zu berücksichtigen sind der 
Zusammenhang mit anderen Gesetzesbestimmungen (systematisches Aus-
legungselement), die Entstehungsgeschichte (historisches Auslegungsele-
ment) sowie Sinn und Zweck der Norm (teleologisches Auslegungselement), 
soweit diesen bei der Auslegung überhaupt eigenständige Bedeutung zu-
kommt. Gleich wie das Bundesgericht lässt sich das Verwaltungsgericht von 
einem pragmatischen Methodenpluralismus leiten, der keinem Auslegungs-
element einen grundsätzlichen Vorrang einräumt. Es muss im Einzelfall 
abgewogen werden, welche Methode oder Methodenkombination zu der Lö-
sung führt, die im normativen Gefüge und mit Blick auf die Wertentschei-
dungen des Gesetzgebers am meisten überzeugt (statt vieler BVR 2020 
S.476 E. 4.2 mit weiteren Hinweisen).

2.2 Nach dem deutschen Wortlaut von Art. 77 SG hat die Eigentümerin 
oder der Eigentümer der Strasse für namhaften Schaden aufzukommen, der 
durch abfliessendes Strassenwasser verursacht wird. Die französische Fas-
sung lautet: «Le ou la propriétaire de la route répond des dégâts importants 
causés par de l’eau s’écoulant de la route». Die Schadenersatzpflicht setzt 
damit grammatikalisch nur voraus, dass ein namhafter Schaden (un dégât 
important) entstanden ist und dieser durch strassenabfliessendes Wasser 
verursacht wurde. Weitere Haftungsvoraussetzungen nennt die Bestimmung 
nicht.

2.3 In systematischer Hinsicht lässt sich zunächst festhalten, dass Art. 77 
SG nur öffentliche Strassen betrifft (Erläuterungen des Tiefbauamts des 
Kantons Bern zum SG und zur Strassenverordnung vom 29. Oktober 2008 

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[SV; BSG 732.111.1]; Ausgabe vom 1.1.2012 [nachfolgend: Erläuterungen 
TBA] S. 105 mit Hinweis auf den Titel des Kapitels 7 des Gesetzes [Art. 73-
85 SG]: «Öffentliche Strassen und benachbartes Grundeigentum»; vgl. auch 
Art. 2 und 4 SG). Weiter ist zu bemerken, dass Art. 77 SG zu den Normen 
der Strassenentwässerung zählt. Diese wird in Art. 75-78 SG geregelt. 
Art. 75 SG enthält folgende Grundsätze: Das von der Strasse natürlich ab-
fliessende Wasser ist vom anstossenden Grundeigentum aufzunehmen 
(Abs. 1). Die Eigentümerin oder der Eigentümer der Strasse hat das Stras-
senwasser in Entwässerungsanlagen zu fassen und wegzuleiten (künstliche 
Entwässerung), wenn auf dem anstossenden Grundeigentum zur Aufnahme 
des Wassers künstliche Durchleitungsanlagen nötig wären (Abs. 2 Bst. a) 
oder wenn anstossende Kulturen durch verschmutztes Wasser stark befah-
rener Strassen beeinträchtigt würden und die künstliche Entwässerung ohne 
unverhältnismässigen Aufwand möglich ist (Abs. 2 Bst. b). Art. 76 SG regelt 
die künstliche Entwässerung, wobei die Durchleitung einer künstlichen Ent-
wässerung durch privates Grundeigentum gegen vollen Ersatz des verur-
sachten Schadens zu dulden ist (Bst. b). Die Anlagen der künstlichen Ent-
wässerung sind Bestandteile der Strasse (vgl. Art. 76 Bst. a SG). Art. 78 SG 
erklärt schliesslich die Einleitung von Dach- und Vorplatzwasser sowie von 
Abwasser in eine Strassenentwässerungsanlage für bewilligungspflichtig. 
Nach der gesetzlichen Konzeption bildet die natürliche Entwässerung somit 
den Regelfall. Niederschlagswasser, das von Strassen abfliesst, ist grund-
sätzlich über die Schulter gleichmässig versickern zu lassen. Künstliche Ent-
wässerungsanlagen sollen die Ausnahme bilden (Vortrag des Regierungs-
rats zum SG, in Tagblatt des Grossen Rates 2008, Beilage 2 S. 4 ff., 23). In 
systematischer Hinsicht ist augenfällig ist, dass Art. 77 SG weder der natür-
lichen Entwässerung (Art. 75 Abs. 1 SG) noch der künstlichen Entwässerung 
(Art. 75 Abs. 2 und Art. 76 SG) zugeordnet ist. Die Bestimmung spricht 
zudem im Unterschied zu Art. 75 Abs. 1 SG nicht von «natürlich abfliessen-
dem Wasser», sondern nur von «abfliessendem (Strassen-)Wasser».

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2.4 Zur historischen Auslegung ergibt sich Folgendes:

2.4.1 Art. 77 SG trat am 1. Januar 2009 zusammen mit dem totalrevidierten 
Strassengesetz in Kraft (vgl. BAG 08-131). Entstehungsgeschichtlich zeigt 
sich, dass die Norm auf altrechtlichen Haftungsnormen basiert: Bereits das 
Gesetz vom 14. Oktober 1934 über den Bau und Unterhalt der Strassen 
(SBG 1934; GS 1934 S. 757 ff.) enthielt in Art. 16 eine Pflicht der Eigentü-
merinnen und Eigentümer eines an die Strasse anstossenden Grundstücks, 
das von der Strasse natürlich abfliessende Wasser aufzunehmen. In der Be-
ratung dieser Bestimmung diskutierte der Grosse Rat über grössere Gewit-
terschäden, lehnte eine Entschädigungspflicht der Strasseneigentümerinnen 
und -eigentümer für Schäden aber letztlich ab, weil dies einer Haftung für 
höhere Gewalt entspräche (vgl. Tagblatt des Grossen Rates 1933 S. 597 ff. 
zu Art. 18 des Entwurfs). Mit der Totalrevision des SBG 1934 im Jahr 1964 
wurde dann eine Entschädigungspflicht für Schaden aus abfliessendem 
Wasser eingeführt, wobei sich den Materialien nichts Näheres zu den Be-
weggründen und zur Tragweite der neuen Regelung entnehmen lässt (Vor-
trag der damaligen Baudirektion zum SBG, in Tagblatt des Grossen Rates 
1963 Beilage 15 [Vortrag SBG 1964], S. 196; vgl. dazu auch Hans Siegen-
thaler, Das Gesetz über Bau und Unterhalt der Strassen, in MBVR 1964 
S.  369 ff., 388). Art. 61 Abs. 1 SBG 1964 (GS 1964 S. 6 ff., 33) lautete wie 
folgt: 

«Das von der Strasse natürlich abfliessende Wasser muss vom anstos-
senden Grundeigentum aufgenommen werden, auch wenn die Ablei-
tung durch Entwässerungsschalen, Rinnen oder Durchlässe erfolgt, 
jedoch nur dann, wenn durch die Aufnahme des Wassers für den Grund-
eigentümer keine künstlichen Durchleitungsanlagen nötig werden. Die 
Durchlässe und die Abzugsgräben sind stets offenzuhalten. Im übrigen 
ist, wenn namhafter Schaden entsteht, Ersatz zu leisten, worüber im 
Streitfall der Zivilrichter entscheidet.»

Die französische Fassung lautete wie folgt (bulletin des lois, décrets et or-
donnances du canton de berne 1964 S. 6 ff., 35):

«L’eau qui s’écoule naturellement de la chaussée doit être reçue par les 
fonds voisins, même si l’évacuation a lieu par des caniveaux, des sai-
gnées ou des aqueducs, mais seulement si cela n’oblige pas les pro-
priétaires des dits fonds à établir des installations d’écoulement artifi-
cielles. Il est interdit d’obstruer les saignées et les aqueducs destinés à 
l’évacuation des eaux. Par ailleurs, une indemnité sera versée en cas 
de dommage important. En cas de litige, le juge civil tranchera.»

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Art. 61 Abs. 1 SBG 1964 betraf somit sowohl die natürliche Entwässerung, 
einschliesslich das durch Entwässerungsschalen, Rinnen oder Durchlässe 
abgeleitete Wasser, als auch die künstliche Entwässerung. Die Bestimmung 
sah mithin für alle Entwässerungssysteme eine Ersatzpflicht im Schadensfall 
vor («im Übrigen ist […] Ersatz zu leisten»; «par ailleurs, une indemnité sera 
versée […]»). Begrenzt war die Schadenersatzpflicht auf «namhaften Scha-
den» bzw. «dommage important»; weitere Voraussetzungen enthielt die Be-
stimmung nicht. – Im Jahr 1985 erfolgte eine Teilrevision des SBG 1964. 
Dabei wurde Art. 61 SBG 1964 neu gegliedert und die Schadenersatzpflicht 
der Strasseneigentümerinnen und -eigentümer separat in Abs. 4 vorgesehen 
(vgl. GS 1985 S. 36 ff., 49 f.; Änderung vom 12.2.1985, in Kraft seit 
1.1.1986). Diese Teilrevision diente der redaktionellen Bereinigung. Zudem 
sollte das Enteignungsgericht und nicht mehr der «Zivilrichter» über eine Ent-
schädigung entscheiden. Zur Frage, wann eine Entschädigung geschuldet 
ist, lässt sich den Materialien wiederum nichts entnehmen (vgl. Vortrag der 
damaligen Baudirektion zur Änderung des SBG, in Tagblatt des Grossen 
Rates 1984, Beilage 24 S. 2, 20 und 51 f.; zur parlamentarischen Debatte 
vgl. Tagblatt des Grossen Rates 1984 S. 860). 

2.4.2 Mit der Totalrevision des SBG 1964 im Jahr 2008 sollte nur noch das 
Notwendige auf Gesetzesstufe geregelt werden (vgl. Vortrag SG S. 4). Im 
gemeinsamen Antrag von Regierungsrat und Kommission zum aktuellen 
Strassengesetz war daher im Unterschied zum Vorgängererlass keine 
detaillierte Regelung der Strassenentwässerung mehr vorgesehen. Es sollte 
nur noch die Wasserabnahmepflicht als Duldungspflicht der Strassenanstös-
serinnen und -anstösser in Art. 74 Abs. 2 Entwurf SG (im Folgenden: E-SG) 
verankert werden (vgl. Tagblatt des Grossen Rates 2008, Beilage 2 S. 43; 
Artikeltitel). Eine Entschädigung für durch strassenabfliessendes Wasser 
entstandene Schäden war im Entwurf nicht mehr vorgesehen. Zu den allge-
meinen Duldungspflichten nach Art. 74 Abs. 1 Bst. a-c E-SG hält der Vortrag 
fest, es gehe dabei um Eigentumsbeschränkungen von untergeordneter Be-
deutung und Massnahmen der Gefahrenabwehr. Analog der vergleichbaren 
Bestimmung von Art. 136 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 
721.0) seien die betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer 
rechtzeitig zu benachrichtigen, seien deren Anlagen möglichst zu berück-
sichtigen, unnötige Beeinträchtigungen zu vermeiden, Kultur- und Sachscha-

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den zu ersetzen und erhebliche Nachteile in der Benützung oder Bewirt-
schaftung des Grundstücks zu entschädigen (Vortrag SG S. 23). Art. 136 
Abs. 3 Satz 1 BauG sieht als Ausgleich für geringfügige Eigentumsbeschrän-
kungen vor, dass Kultur- und Sachschaden zu ersetzen ist. Es soll damit 
gewissermassen aus Billigkeitsgründen ein Mittelweg zwischen voller Ent-
schädigung bei Enteignungen und entschädigungslos hinzunehmenden 
Eigentumsbeschränkungen geschaffen werden (VGE 23449 vom 23.2.2009 
E. 3.7). Die Entschädigung nach Art. 136 Abs. 3 BauG setzt kein widerrecht-
liches Handeln oder Unterlassen voraus (vgl. auch VGE 2010/75 vom 
17.12.2010 E. 5.2).

2.4.3 In der ersten Lesung zum geltenden Strassengesetz beschloss der 
Grosse Rat, Art. 74 Abs. 2 E-SG zur Überarbeitung an die Kommission zu-
rückzuweisen. Er folgte damit dem Antrag von Grossrätin Hänni, die mit Blick 
auf die verminderte Aufnahmefähigkeit der Böden und vermehrt auftretende 
starke Regenfälle eine konkretere Regelung der Strassenentwässerung for-
derte. Zudem verwies sie auf das Verursacherprinzip: Übermässige Kosten 
sollten nicht allein von den Anstösserinnen und Anstössern getragen werden 
müssen. Als mögliche Massnahmen nannte sie «Rückhaltebecken für Me-
teorwasser, schadenbegrenzende Einrichtungen oder Entschädigungen für 
belastete Grundstücke» (Tagblatt des Grossen Rates 2008 S. 53 f.). Der in 
der Folge anstelle von Art. 74 Abs. 2 erarbeitete Art. 74a E-SG sah eine 
Regelung der Strassenentwässerung vor, die sich an Art. 61 SBG 1964 
orientierte, wie er seit 1986 lautete (dazu vorne E. 2.4.1). Die Strassenent-
wässerung soll danach weiterhin grundsätzlich durch Versickerung erfolgen. 
Nur in Ausnahmefällen haben die Eigentümerinnen und Eigentümer von 
Strassen für eine künstliche Entwässerung zu sorgen. Nicht übernommen 
wurde der bisherige Zusatz, dass Wasser auch aufgenommen werden muss, 
wenn es über Entwässerungsschalen, Rinnen oder Durchflüsse abfliesst, 
weil dies an sich kein natürlicher Abfluss mehr sei und eine unzumutbare 
Belastung der anstossenden Grundeigentümerinnen und -eigentümer 
bedeute. Die Haftungsbestimmung wurde hingegen unverändert aus dem 
bis anhin geltenden Recht übernommen (Art. 74a Abs. 4 E-SG); sie soll die 
Anstösserinnen und Anstösser absichern, «wenn trotz Einleitung oder ver-
nünftigem Versickernlassen etwas schief läuft» (Protokoll der Sitzung der 
Kommission des Grossen Rates vom 11.4.2008 S. 19 f. [act. 12A]; vgl. auch 

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Tagblatt des Grossen Rates 2008, Beilage 15 S. 16 f.). Die Redaktionskom-
mission beantragte, die Strassenentwässerung nicht in einem Artikel zu 
regeln, sondern vier Artikel unter dem Titel «Strassenentwässerung» zu be-
schliessen (Art. 74a E-SG: Grundsätze der Strassenentwässerung; Art. 74b 
E-SG: Künstliche Entwässerung; Art. 74c E-SG: Schadenersatz und Art. 74d 
E-SG: Bewilligungspflicht; vgl. Tagblatt des Grossen Rates 2008, Beilage 15 
S. 17 f.). Der Grosse Rat stimmte dem Antrag der Redaktionskommission 
ohne inhaltliche Diskussion zu (Tagblatt des Grossen Rates 2008 S. 518). 
Die Staatskanzlei nahm offenbar vor Inkrafttreten des Strassengesetzes eine 
Neunummerierung der Gesetzesartikel vor, sodass Art. 74a-74d E-SG 
Art. 75-78 SG entsprechen (vorne E. 2.3; zur Entstehungsgeschichte vgl. 
auch angefochtener Entscheid E. 5.1 S. 5).

2.5 Das Verwaltungsgericht gelangt nach dem Erwogenen zum Schluss, 
dass Art. 77 SG grundsätzlich eine Ersatzpflicht für sämtliche durch abflies-
sendes Strassenwasser verursachte Schäden vorsieht. Einzige Einschrän-
kung der Tatbestandselemente schädigendes Ereignis, Schaden und Kau-
salität bildet die Voraussetzung, dass der eingetretene Schaden «namhaft» 
bzw. «important» sein muss (dazu hinten E. 3). Die Ersatzpflicht bezieht sich 
nicht auf ein bestimmtes Entwässerungssystem. Sie knüpft sodann nicht an 
Pflichtverletzungen oder Ordnungswidrigkeiten an (z.B. mangelhafter Unter-
halt, Werkmängel, Überschreiten der Eigentumsrechte, unterlassene Erstel-
lung einer künstlichen Entwässerung; insoweit unzutreffend somit Erläute-
rungen TBA S. 105). Dieses Normverständnis ergibt sich bereits aus dem 
Wortlaut und der Gesetzessystematik (vgl. vorne E. 2.2 f.) und wird durch die 
Entstehungsgeschichte bestätigt. Aus Art. 61 Abs. 1 SBG 1964 in seiner ur-
sprünglichen Fassung ging deutlich hervor, dass die Schadenersatzpflicht 
nicht auf bestimmte Situationen beschränkt sein soll. Dass der Gesetzgeber 
an dieser ursprünglichen Konzeption mit der Teilrevision 1985 oder der 
Totalrevision 2008 etwas hätte ändern wollen, ist nicht ersichtlich (E. 2.4 
hiervor). Zusammenfassend setzt Art. 77 SG somit allein voraus, dass ein 
«namhafter» Schaden entstanden ist und dieser durch von einer öffentlichen 
Strasse abfliessendes Wasser verursacht wurde. Die Haftung nach Art. 77 
SG gründet demnach auf Billigkeitsüberlegungen (vgl. auch Jost Gross, 
Schweizerisches Staatshaftungsrecht, 2. Aufl. 2001, S. 309 und 311): Die 
Grundeigentümerinnen und -eigentümer von strassenanstossenden Liegen-

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schaften müssen zwar dulden, dass von Strassen natürlich abfliessendes 
Wasser auf ihren Grundstücken versickert. Es handelt sich um einen Eingriff 
in ihre Eigentumsrechte, der entschädigungslos hinzunehmen ist, weil die 
Schwelle zur (materiellen) Enteignung nicht erreicht wird. Die Anstösserin-
nen und Anstösser sollen aber nicht das Risiko von Schäden tragen müssen, 
die durch strassenabfliessendes Wasser verursacht werden («wenn etwas 
schief läuft»). Solche Schäden sollen ihnen grundsätzlich ersetzt werden. Es 
handelt sich bei Art. 77 SG mithin nicht um eine Haftung im engeren Sinn, 
sondern vielmehr um eine besondere Form der Entschädigung (vgl. allge-
mein zu den sog. Billigkeitshaftungen Kälin/Bolz, Handbuch des bernischen 
Verfassungsrechts, 1995, Art. 71 N. 5a; Jürg Wichtermann, Staatshaftungs-
recht, in Müller/Feller [Hrsg.], Bernisches Verwaltungsrecht, 3. Aufl. 2021, 
S. 109 ff., S. 141 N. 81; allgemein zur Haftung für rechtmässiges Staatshan-
deln vgl. etwa Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 
8. Aufl. 2020, N. 2166 ff.; Tschannen/Zimmerli/Müller, Allgemeines Verwal-
tungsrecht, 4. Aufl. 2014, § 62 N. 45 ff.; Felix Uhlmann, Schweizerisches 
Staatshaftungsrecht, 2017, N. 129 ff.). Sie ist vergleichbar mit der Schaden-
ersatzpflicht nach Art. 136 Abs. 3 BauG, die bei den anderen gesetzlichen 
Duldungspflichten der Strassenanstösserinnen und -anstösser nach Art. 74 
SG analog zur Anwendung gelangen soll (vorne E. 2.4.2). Mit Blick auf diese 
Überlegungen setzt die Schadenersatzpflicht nach Art. 77 SG auch keine 
Widerrechtlichkeit voraus (insoweit zutreffend Vernehmlassung ESchK S. 2). 

2.6 Die Gemeinde erachtet eine Kausalhaftung für sämtliche Schäden 
als «unangemessen», denn es würde zu unverhältnismässig hohen Kosten 
führen, wenn sie auch auf Flurwegen bauliche Abhilfemassnahmen wie 
Regeneinlaufschächte und Leitungen bauen müsste (Appellation Art. 2 S. 6; 
Eingabe vom 10.9.2020 Ziff. 6 S. 7; vgl. auch Eingabe vom 26.9.2019 Ziff. 2 
S. 2).

2.6.1 Art. 77 SG sieht nach dem vorstehend Gesagten tatsächlich eine 
sehr weit reichende Schadenersatzpflicht für die Eigentümerinnen und Ei-
gentümer von öffentlichen Strassen vor – insbesondere auch im Vergleich 
zum Privatrecht: Nach Art. 689 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbu-
ches (ZGB; SR 210) ist jede Grundeigentümerin und jeder Grundeigentümer 
verpflichtet, das Wasser aufzunehmen, das von dem oberhalb liegenden 

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Grundstück natürlicherweise abfliesst, namentlich Regenwasser, Schnee-
schmelze und Wasser von Quellen, die nicht gefasst sind. Nach Abs. 2 darf 
niemand den natürlichen Ablauf zum Schaden der Nachbarschaft verändern. 
Bei einem Verstoss gegen Art. 689 Abs. 2 ZGB liegt ein Überschreiten der 
Eigentumsrechte vor. Nur dann stehen die Klagemöglichkeiten nach Art. 679 
Abs. 1 ZGB (z.B. eine Schadenersatzklage) zur Verfügung (vgl. BGE 127 III 
241 E. 5c; Rey/Strebel, in Basler Kommentar, 6. Aufl. 2019, Art. 689/690 
ZGB N. 15). Wird ein Schaden durch ein natürliches Ereignis oder durch 
natürlichen Abfluss des Wassers verursacht, entsteht keine Schadenersatz-
pflicht (grundlegend Arthur Meier-Hayoz, Berner Kommentar, 1973, 
Art. 689/690 ZGB N. 21; vgl. allgemein zur Grundeigentümerhaftpflicht nach 
Art. 679 ZGB etwa Rey/Wildhaber, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 
5. Aufl. 2018, N. 1320 ff.). 

2.6.2 Die Gemeinde übergeht mit ihrer Argumentation indes die Tatsache, 
dass die Gemeinden den Unterhalt von Gemeindestrassen besorgen und die 
Verantwortung für eine funktionierende Strassenentwässerung tragen (vgl. 
hinten E. 6.4). Es ist daher ohne weiteres haltbar, ihnen das Risiko von Was-
serschäden auf benachbartem Grundeigentum zu überbinden. Aus Art. 77 
SG ergibt sich sodann keine Pflicht, überall künstliche Entwässerungsanla-
gen zu bauen. Nach der gesetzlichen Konzeption soll vielmehr die natürliche 
Entwässerung den Regelfall bilden; eine Pflicht zur Erstellung einer künstli-
chen Entwässerung besteht nur unter den Voraussetzungen von Art. 75 
Abs. 2 SG (vgl. vorne E. 2.3 und E. 2.4.3). Das gleichmässige Versickern-
lassen von Strassenwasser über die Schulter ist sodann ein anerkanntes und 
bewährtes Entwässerungssystem. Das von den Gemeinden zu tragende 
Restrisiko dürfte daher überschaubar sein, was sich auch im hier zu beurtei-
lenden Sachverhalt zeigt: Es kam nur deshalb zu einem Erosionsschaden, 
weil ein Graswalm zwischen Strasse und Kartoffelfeld das gleichmässige 
Versickern des abfliessenden Wassers verhinderte und das Wasser durch 
einzelne Abschläge im Walm konzentriert auf das Feld gelangte (vgl. hinten 
E. 5.2 und E. 6.3). Der Schaden hätte damit auch ohne bauliche Massnah-
men verhindert werden können. Schliesslich ist anzumerken, dass die Ge-
meinden als Strasseneigentümerinnen dann nicht haften, wenn ein Regen-
ereignis ausnahmsweise als höhere Gewalt einzustufen ist oder wenn sich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.05.2021, Nr. 100.2019.252U, 
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Strassenanstösserinnen und -anstösser ein schweres Selbstverschulden 
vorwerfen lassen müssen (hinten E. 5.1 und E. 6.1). 

2.6.3 Schliesslich ist auch nicht erkennbar, dass die Bestimmung gegen 
Bundeszivilrecht verstossen würde: Die zivilrechtlichen Bestimmungen zum 
Nachbarrecht umschreiben das Minimum dessen, was Nachbarinnen und 
Nachbarn einander schulden (vgl. zu Art. 684 ZGB BGE 138 III 49 E. 4.4.4 
[Pra 101/2012 Nr. 75]; Thomas Koller, Berner Kommentar, 2012, Art. 6 ZGB 
N. 141 und 143; Tarkan Göksu, in Handkommentar zum Schweizer Privat-
recht, Sachenrecht, 3. Aufl. 2016, Art. 684 ZGB N. 14). Den Kantonen muss 
es daher erlaubt sein, eine weiterreichende Haftungsbestimmung für Was-
serschäden zu verankern, die von öffentlichen Strassen ausgehen (vgl. 
Art. 6 Abs. 1 ZGB). Eine solche Haftung kennt etwa auch der Kanton Wallis 
(vgl. Art. 196 Abs. 4 und Art. 198 Abs. 3 des Strassengesetzes vom 3. Sep-
tember 1965 [StrG; SGS 725.1]).

2.7 Die Gemeinde hat somit den Schaden des Appellaten gestützt auf 
Art. 77 SG zu ersetzen, wenn dieser «namhaft» bzw. «important» ist und 
durch von einer öffentlichen Strasse abfliessendes Wasser verursacht 
wurde. Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein, wobei die 
geschädigte Person die Beweislast trägt (vgl. zur Beweislastverteilung bei 
staatshaftungsrechtlichen Streitigkeiten BVR 2011 S. 200 E. 2.4.2, 2005 S. 3 
E. 3.1; Michel Daum, a.a.O., Art. 18 N. 16 mit weiteren Hinweisen). – Der 
...weg ist unbestrittenermassen eine öffentliche Strasse. Unerheblich ist, 
dass er nur von Zubringerinnen und Zubringern sowie zu landwirt-
schaftlichen Zwecken mit Motorfahrzeugen befahren werden darf (vgl. Ein-
gaben der Gemeinde vom 10.9.2020 Ziff. 6 S. 7 und vom 19.11.2020 Ziff. 6 
S. 5 f. [mit Fotos]). Die Haftung knüpft an das Bestehen einer öffentlichen 
Strasse. Inwiefern diese strassenverkehrsrechtlich befahren werden darf, ist 
nicht erheblich. Ebenfalls nicht streitig ist, dass die Gemeinde Eigentümerin 
des ...wegs ist, woran nichts ändert, dass sie das Eigentum von der 
Flurgenossenschaft übernommen habe (vgl. Eingabe vom 10.9.2020 Ziff. 6 
S. 7). Umstritten ist dagegen, ob ein namhafter Schaden entstanden ist und 
ob dieser durch strassenabfliessendes Wasser verursacht wurde. Streitig ist 
weiter, ob den Appellaten ein Selbstverschulden trifft. Dies ist im Folgenden 
zu prüfen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.05.2021, Nr. 100.2019.252U, 
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3.

Strittig ist zunächst, ob ein «namhafter» Schaden entstanden ist.

3.1 Die ESchK hat den geltend gemachten Schaden von insgesamt 
Fr. 2'406.-- für den Kulturlandschaden und die Schätzkosten als «namhaft» 
im Sinn von Art. 77 SG beurteilt. Gemäss Kulturschadenschätzung sei auf 
einer Fläche von 4,11 Aren der Erntewert um 75-100 % beeinträchtigt wor-
den, was erheblich sei. Ein solcher Schaden gehe über das Mass hinaus, 
das eine Eigentümerin oder ein Eigentümer eines an eine öffentliche Strasse 
angrenzenden Kulturland-Grundstücks entschädigungslos hinzunehmen 
habe (angefochtener Entscheid E. 5.3 S. 6 f.; Vernehmlassung S. 1 f.). Die 
Gemeinde ist der Ansicht, es liege kein «namhafter» Schaden vor. Die be-
troffene Fläche von 411 m2 entspreche etwa der Grösse eines Schrebergar-
tens. Mit Blick auf das Einkommen des Appellaten und die gesamte Nut-
zungsfläche könne der geltend gemachte Ernteverlust auf dieser Fläche 
nicht als «namhaft» eingestuft werden (vgl. Appellation Art. 3 S. 8 f.). 

3.2 Die Entschädigungsvoraussetzung «namhafter Schaden» bzw. «dé-
gât important» umschreibt das Gesetz in offener Weise. Es bedarf daher 
einer wertenden Konkretisierung, um zu entscheiden, ob im Einzelfall eine 
Ersatzpflicht besteht. Damit liegt ein sogenannter unbestimmter Gesetzes-
begriff vor. Die Konkretisierung solcher Begriffe erfolgt wiederum auf dem 
Weg der Auslegung, wobei es sich um eine Rechtsfrage handelt, welche das 
Verwaltungsgericht grundsätzlich frei prüft (BVR 2013 S. 105 E. 3.2 mit wei-
teren Hinweisen; vgl. auch vorne E. 2.1 zu den einzelnen Auslegungsele-
menten). – Wie gesehen wurde die Entschädigungspflicht für durch abflies-
sendes Strassenwasser verursachte Schäden mit der Totalrevision des SBG 
im Jahr 1964 eingeführt. Bereits damals wählte der Gesetzgeber die Formu-
lierung «namhafter Schaden» (Art. 61 Abs. 1 SBG 1964). Die deutsche For-
mulierung wurde bei der Teilrevision des SBG 1964 im Jahr 1985 und beim 
Erlass des Strassengesetzes im Jahr 2008 übernommen (vgl. vorne E. 2.4). 
Die französische Fassung lautete ursprünglich «dommage important» (vorne 
E. 2.4.1). Seit der Teilrevision spricht der französische Gesetzestext von 
«dégât important» (bulletin des lois, décrets et ordonnances du canton de 
berne 1985 S. 38 ff., 53; vgl. auch hinten E. 4.2). Die Voraussetzung, dass 
der Schaden «important» sein muss, blieb somit auch im französischen Text 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.05.2021, Nr. 100.2019.252U, 
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unverändert. Zwar enthalten die Materialien zu Art. 61 SBG 1964 keine Hin-
weise zur Frage, wann ein Schaden «namhaft» bzw. «important» ist. Im Ge-
setz fand sich aber noch an anderer Stelle die Voraussetzung «namhafter 
Schaden» bzw. «dommage important»: Gemäss Art. 47 Abs. 3 SBG 1964 
hatte die oder der Unterhaltspflichtige angemessenen Ersatz zu leisten, 
wenn auf anstossendem Land infolge des Winterdienstes «namhafter» 
Schaden entstanden war (vgl. GS 1964 S. 6 ff., 26; für den französischen 
Text vgl. bulletin des lois, décrets et ordonnances du canton de berne 1964 
S. 6 ff., 28; vgl. auch Vortrag SBG 1964 S. 194). Der Grosse Rat wollte hier 
mit dem Adjektiv «namhaft» sicherstellen, dass die zuständigen gerichtlichen 
Behörden (damals: «Zivilrichter») keine Bagatellfälle behandeln müssen 
(vgl. Tagblatt des Grossen Rates 1963 S. 334 und 336 sowie Beilage 26 
S. 393). Art. 47 Abs. 3 und Art. 61 Abs. 1 SBG 1964 betrafen je Schäden auf 
strassenanstossenden Grundstücken. Es ist anzunehmen, dass der Gesetz-
geber bei beiden Normen vom gleichen Begriffsverständnis ausging. Zwar 
trifft zu, dass dem Adjektiv «namhaft» bzw. «important» etwa die Bedeu-
tungen «gross», «nennenswert» oder «ansehnlich» zukommen (vgl. 
<www.duden.de/rechtchreibung/namhaft>; insoweit zutreffend Antwort-
schreiben der Gemeinde vom 5.11.2018, unpag. Akten ESchK). Allerdings 
lässt sich den Materialen zur Totalrevision des SBG 1964 klar entnehmen, 
dass es dem Gesetzgeber mit der Formulierung «namhafter» Schaden allein 
darum ging, Bagatellfälle, d.h. unbedeutende und geringfügige Angelegen-
heiten auszuschliessen. Insbesondere im Licht der Entstehungsgeschichte 
ist somit davon auszugehen, dass der Gesetzgeber mit der Eingrenzung auf 
«namhafte» Schadensfälle eine Haftung für Bagatellschäden ausklammern 
wollte. 

3.3 Bagatellschäden werden bisweilen durch Festsetzen einer absoluten 
Grenze definiert. So kennt das Jagdrecht eine mit Art. 77 SG insoweit ver-
gleichbare Haftungsnorm, als auch die Entschädigung von Schäden an land-
wirtschaftlichen Kulturen geregelt wird: Nach Art. 13 Abs. 1 Satz 1 des Bun-
desgesetzes vom 20. Juni 1986 über die Jagd und den Schutz wildlebender 
Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz, JSG; SR 922.0) wird Schaden angemes-
sen entschädigt, den jagdbare Tiere an Wald, landwirtschaftlichen Kulturen 
und Nutztieren anrichten (sog. Wildschaden). Nach Abs. 2 sind keine Ent-
schädigungen zu leisten, wenn es um Bagatellschäden geht. Weiter hat der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.05.2021, Nr. 100.2019.252U, 
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bernische Verordnungsgeber in Art. 3 Abs. 2 Bst. a der Verordnung vom 
22. November 1995 über die Verhütung und Entschädigung von Wildschä-
den (Wildschadenverordnung, WSV; BSG 922.51) definiert, dass Bagatell-
schäden bis zu einem Betrag von Fr. 100.-- nicht ersetzt werden. Eine 
Bagatellgrenze kennt sodann das Strafrecht: Nach Art. 172ter Abs. 1 des 
Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB; SR 311.0) wird eine Täterin oder 
ein Täter, auf Antrag, mit Busse bestraft, wenn sich ein Vermögensdelikt nur 
auf einen geringen Vermögenswert oder auf einen geringen Schaden richtet. 
Dabei ging es dem Gesetzgeber darum, die Strafverfolgungsbehörden von 
der Bagatellkriminalität zu entlasten. Das Bundesgericht hat die Grenze des 
geringen Schadens bei Fr. 300.-- festgelegt (etwa BGE 142 IV 129 E. 3.1, 
140 II 520 E. 5.2.4). Vor diesem Hintergrund kann jedenfalls ein Schaden, 
der wenige hundert Franken übersteigt, nicht mehr als Bagatellfall bezeich-
net werden, sondern hat als «namhaft» im Sinn von Art. 77 SG zu gelten 
(vgl. auch E. 3.2 hiervor).

3.4 Es ist nach dem soeben Erwogenen nicht sachgerecht, den geltend 
gemachten Kulturschaden in Relation zu einer anderen Grösse (beispiels-
weise zur gesamten Anbaufläche oder zum Gesamteinkommen) zu setzen. 
Vielmehr ist von einer absoluten Grenze auszugehen (E. 3.3 hiervor). Auch 
Streitwertgrenzen – die ebenfalls der Entlastung der Justiz dienen – werden 
absolut definiert (vgl. etwa Art. 85 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 
über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110]; dazu 
Hänni/Meyer, in Basler Kommentar, 3. Aufl. 2018, Art. 85 BGG N. 8; ferner 
etwa Art. 57 Abs. 1 GSOG). Aus den von der Gemeinde angeführten Urteilen 
des Bundesgerichts und des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern (So-
zialversicherungsrechtliche Abteilung) kann nicht geschlossen werden, dass 
der Schaden in Bezug zu einer anderen Grösse gesetzt werden müsste (vgl. 
Appellation Art. 3 S. 8; Antwortschreiben der Gemeinde vom 5.11.2018, un-
pag. Akten ESchK). Die Urteile äussern sich nicht dazu, was ein «namhafter» 
Schaden im Sinn von Art. 77 SG ist. Vielmehr mussten die Gerichte jeweils 
prüfen, ob eine bestimmte Veränderung namhaft ist (Verbesserung des Ge-
sundheitszustands [BGE 134 V 109 E. 4.3]; Bildung einer Wertschwan-
kungsreserve [BGE 143 V 19 E. 6.1.5]; Minderung der Leistungs- bzw. Ar-
beitsfähigkeit [VGE IV/2015/272 vom 23.2.2016 E. 3.3.2]). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.05.2021, Nr. 100.2019.252U, 
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3.5 Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass ein Schaden, der 
wenige hundert Franken übersteigt, «namhaft» im Sinn von Art. 77 SG ist, 
wobei keine Rolle spielt, welche Grösse die gesamte Nutzungsfläche oder 
welches Einkommen die geschädigte Person hat. Der Beweisantrag der Ge-
meinde, es seien Angaben über Betrieb, Nutzfläche und landwirtschaftliches 
Einkommen 2018 beim Appellaten zu edieren, bezieht sich damit auf nicht 
entscheidwesentliche Tatsachen und wird daher abgewiesen (Appellation 
Art. 2 S. 7; Eingabe vom 26.9.2019 Ziff. 1 S. 2; vgl. auch Eingabe vom 
19.11.2020 Ziff. 4 S. 2). Der geltend gemachte Schaden ist nach dem Ge-
sagten «namhaft». 

4.

Strittig ist weiter, ob der behauptete Schaden nachgewiesen ist. 

4.1 Am 25. Mai 2018 begutachtete ein Berater des Inforama den Scha-
den vor Ort. Er schätzte den Kulturschaden auf Fr. 2'096.--, wobei er sich auf 
die Wegleitung des Schweizer Bauernverbands (agriexpert) für die Schät-
zung von Kulturschäden stützte (Ausgabe 2018; vgl. Stellungnahme des 
Inforama vom 6.8.2020 S. 1 [act. 15]). Der Schaden setzt sich aus dem «Ern-
tewert der geschädigten Kultur» (Fr. 770.05) und aus «zusätzlichem Mehr-
aufwand» zusammen (Fr. 1'325.95). Gemäss der Schätzung beträgt der Ern-
teausfall auf einer Fläche von 9 Aren 10 %, auf einer Fläche von total 3,39 
Aren 75% und auf einer Fläche von 0,72 Aren 100 %. Pro Are veranschlagte 
der beigezogene Berater einen Erntewert von Fr. 185.-- (vgl. Schätzung vom 
9.6.2018, unpag. Akten ESchK). In der Spalte «zusätzlicher Mehraufwand» 
bildet die Position Bezug und Transport von 12 m3 Humus bei der «Firma 
…» den höchsten Betrag (total Fr. 658.--). Weiter sind verschiedene Arbeiten 
aufgelistet (Dammformen inkl. Traktor und Arbeit [Fr. 113.25]; Herbi-
zidspritzung [Spritzmittel und Arbeit; total Fr. 98.90]; Instandstellung der 
Flächen, Verteilen des Humus [total Fr. 334.--]; Mehraufwand Ernte 
[Fr. 121.80]). Für die Schätzung stellte das Inforama Fr. 310.-- in Rechnung. 
Die ESchK erachtete den Schaden gestützt auf die Schätzung und die Rech-
nung des Inforama als erwiesen (vorne Bst. A). – Die Gemeinde rügt, die 
ESchK hätte bei der Festsetzung der Entschädigung nicht auf die Kultur-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.05.2021, Nr. 100.2019.252U, 
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schadenschätzung des Inforama abstellen dürfen. Sie kritisiert namentlich, 
dass die Schätzung vor der Schadensbehebung erfolgt sei; es fehlten Nach-
weise für die effektiven Aufwendungen und Arbeitsrapporte. Zudem sei im 
Zeitpunkt der Schätzung nur eine Prognose zum Ernteausfall möglich gewe-
sen sei. Es sei nicht belegt, dass der Appellat effektiv einen Ernteausfall (in 
vorgebrachter Höhe) verzeichnet habe, zumal die Kartoffelpflanzen oberir-
disch normal gewachsen seien (vgl. Appellation Art. 2 S. 5 und 7 sowie Bei-
lage 5; Eingabe vom 26.9.2019 Ziff. 5 S. 3 f. und Ziff. 10 S. 5 f.; Eingabe vom 
10.9.2020 Ziff. 1 S. 1). 

4.2 Das Strassengesetz enthält keine eigene Schadensdefinition. Es ist 
daher wie im Staatshaftungsrecht auf den privatrechtlichen Schadensbegriff 
abzustellen (vgl. zur Massgeblichkeit des Privatrechts etwa Jürg Wichter-
mann, a.a.O., S. 132 N. 59; Tschannen/Zimmerli/Müller, a.a.O., § 62 N. 12). 
Schaden ist demnach die ungewollte Verminderung des Reinvermögens 
(statt vieler BVR 2014 S. 297 E. 6.2). Zu einem Kultur- bzw. Sachschaden 
zählen namentlich Ernteausfälle, Wiederherstellungs- und Reparaturkosten. 
Daneben kann er auch mittelbare Schäden der Eigentümerschaft (sog. 
Folgeschäden) umfassen (vgl. dazu und allgemein zum Begriff des Sach-
schadens etwa Roland Brehm, Berner Kommentar, 4. Aufl. 2013, Art. 41 OR 
N. 74 und 77 ff.; Rey/Wildhaber, a.a.O., N. 360 ff.). Zum Schaden gehören 
schliesslich die Kosten für Umtriebe, die bei der Schadensermittlung entste-
hen (z.B. Expertisen zur Schadenshöhe; Roland Brehm, a.a.O., Art. 41 OR 
N. 77f). Der französische Wortlaut «dégât» deutet auf ein engeres Begriffs-
verständnis, da der Begriff nur den Schaden an einer Sache selber, jedoch 
keine Folgeschäden beinhaltet. Allerdings entsprach die französische Fas-
sung ursprünglich ebenfalls dem weiteren privatrechtlichen Schadensbegriff 
«un dommage» im Sinn von Art. 41 OR (vgl. vorne E. 2.4.1 und E. 3.2). Mit 
der Teilrevision im Jahr 1985 bezweckte der Gesetzgeber lediglich eine 
redaktionelle Anpassung und keine inhaltliche Änderung (vorne E. 2.4.1). 
Der deutsche Wortlaut blieb dementsprechend unverändert. Es besteht des-
halb kein Anlass, aufgrund des französischen Wortlauts von einem engeren 
Schadensverständnis auszugehen. – Ein Schaden ist grundsätzlich «ziffern-
mässig», also auf Franken und Rappen genau nachzuweisen (vgl. auch 
Art. 42 Abs. 1 OR). Ist ein strikter Beweis nach der Natur der Sache nicht 
möglich oder nicht zumutbar, darf der Schaden nach Art. 42 Abs. 2 OR mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.05.2021, Nr. 100.2019.252U, 
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Rücksicht auf den gewöhnlichen Lauf der Dinge und auf die von den Ge-
schädigten getroffenen Massnahmen nach dem Ermessen der Richterin 
oder des Richters abgeschätzt werden. Schaden und Schadenshöhe gelten 
im Anwendungsbereich von Art. 42 Abs. 2 OR bereits als erwiesen, wenn 
sich genügend Anhaltspunkte ergeben, die geeignet sind, auf sie zu schlies-
sen; der Schluss muss sich mit einer gewissen Überzeugungskraft auf-
drängen (BGE 132 III 379 E. 3.1). Diese Beweiserleichterung ist nach der 
Praxis des Verwaltungsgerichts auch in Staatshaftungsverfahren anwendbar 
(vgl. etwa BVR 2002 S. 481 E. 4a; VGE 2011/309 vom 13.12.2012 E. 3.1). 
Art. 42 Abs. 2 OR bewirkt nur eine Beweiserleichterung, entbindet die 
Geschädigten aber nicht von der Beweislast. Die Geschädigten haben alle 
Umstände, die für den Eintritt eines Schadens sprechen und dessen 
Abschätzung erlauben oder erleichtern, soweit möglich und zumutbar zu be-
haupten und zu belegen (etwa Fellmann/Kottmann, Schweizerisches Haft-
pflichtrecht, Band I, 2012, N. 1447; Rey/Wildhaber, a.a.O., N. 235; BGE 144 
III 155 E. 2.3). Vorausgesetzt wird eine «Beweisnot». Diese Voraussetzung 
ist nicht nur dann erfüllt, wenn ein strikter Beweis nach der Natur der Sache 
nicht möglich ist. Der Unmöglichkeit wird vielmehr auch die Unzumutbarkeit 
des Beweises gleichgestellt, wenn z.B. der Beweis Kosten verursachen 
würde, die nicht mehr in einem vernünftigen Verhältnis zum Schaden stehen 
(Roland Brehm, a.a.O., Art. 42 N. 47; Rey/Wildhaber, a.a.O., N. 225; BGer 
4C.184/2005 vom 4.5.2006 E. 4.2.1). Die Beweiserleichterung kam bei-
spielsweise zum Tragen bei Umtrieben infolge von Flurschäden durch par-
kierte Autos (vgl. Roland Brehm, a.a.O., Art. 42 N. 64a mit Hinweisen). Auch 
im einzelnen nicht bezifferbare Ernteverluste können nach Art. 42 Abs. 2 OR 
abgeschätzt werden (vgl. BGE 109 II 304 E. 7). 

4.3 Für die Bewertung der Beweise gilt der Grundsatz der freien Beweis-
würdigung (statt vieler BVR 2009 S. 481 E. 2.1; Michel Daum, a.a.O., Art. 19 
N. 36). Dabei gilt es zu beachten, dass das Inforama das Aus- und Weiter-
bildungs-, Beratungs- und Tagungszentrum für Land- und Hauswirtschaft, 
Gemüsebau und Pferdeberufe im Kanton Bern ist; das Inforama Rütti in 
Zollikofen ist einer von mehreren Standorten (vgl. dazu die Angaben auf den 
Internetseiten <www.inforama.ch> und <www.vol.be.ch> Rubriken «Land-
wirtschaft/Beratung am INFORAMA»). Es handelt sich um eine Organisa-
tionseinheit des LANAT (vgl. Art. 8 Abs. 2 der Verordnung vom 18. Oktober 

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1995 über die Organisation und die Aufgaben der Wirtschafts-, Energie- und 
Umweltdirektion [Organisationsverordnung WEU, OrV WEU; BSG 
152.221.111]; Organigramm des LANAT). Das Inforama ist somit die kanto-
nale Fachstelle in landwirtschaftlichen Fragen. Vor diesem Hintergrund sind 
die Einwände der Gemeinde unbegründet, es sei keine neutrale Institution. 
Die pauschale Behauptung, das Inforama arbeite nicht mit Gemeinden 
zusammen, belegt die Gemeinde nicht näher (Eingabe vom 10.9.2020 Ziff. 5 
S. 5 f.; vgl. auch Appellation Art. 2 S. 5) und erscheint mit Blick auf Stellung 
und Aufgaben einer kantonalen Fachstelle wenig plausibel. Soweit die Ge-
meinde die Objektivität der Kulturschadenschätzung mit der angeblichen Mit-
wirkung des Inforama an der Redaktion der Rechtsschriften des Appellaten 
in Frage stellt (Eingabe vom 26.9.2019 Ziff. 11 S. 6), handelt es sich um eine 
reine Mutmassung. Die Kulturschadenschätzung ist daher im Rahmen der 
Beweiswürdigung als Amts- bzw. Fachbericht anzusehen. In Fachfragen darf 
von einer gutachtensmässigen Einschätzung einer Fachstelle nur aus trifti-
gen Gründen bzw. bei begründeten Zweifeln abgewichen werden (vgl. BVR 
2017 S. 556 E. 5.2 bezüglich einer Stellungnahme der Eidgenössischen 
Natur- und Heimatschutzkommission). Kriterien für die Beweiswürdigung 
bilden die Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit und Schlüssigkeit der Darle-
gungen (etwa BGE 136 III 161 E. 3.4.2; Michel Daum, a.a.O., Art. 19 N. 38). 

4.4 Zu prüfen ist zunächst, ob hier eine Schätzung als Schadensnach-
weis ausreicht (vorne E. 4.2). 

4.4.1 Das Inforama führt aus, es sei gängige Praxis, solche Schäden zu 
schätzen (z.B. für Leistungen der Schweizerischen Hagelversicherung). Ein 
Schadensnachweis sei oft mit einem grossen Aufwand verbunden; auch bei 
einer Schadenserhebung müssten Annahmen getroffen werden. Die Begut-
achtungskosten würden bei einer Schadenserhebung den Kulturschaden oft-
mals übersteigen. Im vorliegenden Fall hätten mehrfach mittels Handarbeit 
Probegrabungen auf den unterschiedlich beschädigten und den nicht be-
schädigten Flächen gemacht werden müssen, um den Ernteausfall zu ermit-
teln. Eine Erhebung des Schadens bzw. des «wahren Werts» wäre daher 
unverhältnismässig bzw. unmöglich gewesen (Stellungnahme des Inforama 
vom 6.8.2020 [act. 15] S. 1 und 4). 

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4.4.2 Dies überzeugt ohne weiteres: Mit Blick auf den geschätzten Ernte-
verlust von nur Fr. 770.05 wäre ein strikter Schadensnachweis unzumutbar 
gewesen (vgl. auch vorne E. 4.1 und E. 4.2). Nicht anders verhält es sich mit 
den geschätzten «zusätzlichen Mehraufwänden», die durch den Erosions-
schaden ausgelöst wurden. Eine exakte Bestimmung der erodierten Boden-
menge muss mit Blick auf die Schadenshöhe ebenfalls als unzumutbar 
bezeichnet werden. Da viele der in der Schätzung angeführten Arbeiten 
üblicherweise von Landwirtinnen und Landwirten selber ausgeführt werden, 
erstaunt sodann nicht, dass der Appellat diese Aufwände nicht mittels Rech-
nungen zu belegen vermag. Kommt hinzu, dass die Gemeinde die Schät-
zung ursprünglich nicht in Frage stellte (vgl. hinten E. 4.8). Dass der Appellat 
keine weiteren Beweismassnahmen (z.B. Videoaufnahmen oder Zeitmes-
sungen) ergriffen hat, um die zusätzlichen Arbeiten oder die längere Ernte-
dauer nachzuweisen, darf ihm deshalb nicht zum Nachteil gereichen. Viel-
mehr rechtfertigt es sich, die Schadensschätzung gestützt auf Art. 42 Abs. 2 
OR als Schadensnachweis genügen zu lassen und keinen strikten Beweis 
zu verlangen. Damit sind die Einwände der Gemeinde unbehelflich, es 
handle sich bloss um eine Prognose und es fehlten «Angaben (Fotos) über 
ausgelegte Messbänder oder Drohnenaufnahmen etc.» (Eingabe vom 
10.9.2020 Ziff. 1 S. 3). Der Appellat hat im Übrigen weitere Unterlagen bei-
gebracht, um den geschätzten Schaden zu belegen. Anhand von Fotos und 
der Stellungnahme eines Sachverständigen der kantonalen Fachstelle Bo-
den ist dargetan, dass Erosionsschäden entstanden sind (vgl. Stellung-
nahme vom 30.9.2020 [act. 20A]). Die Rechnung der …AG belegt zudem 
den Bezug von Humus (vgl. act. 4A).

4.5 Weiter ist zu prüfen, ob die Schätzung des Inforama nachvollziehbar 
und plausibel ist (vgl. vorne E. 4.3). – Als Grundlage für die Schätzung diente 
die Wegleitung des Bauernverbands (vgl. auch vorne E. 4.1). Damit ist nach-
vollziehbar, von welchen Ansätzen der Berater ausging. Diese Wegleitung 
wird in mehreren Kantonen zur Schätzung von Wildschäden herangezogen 
(vgl. z.B. Art. 46 Abs. 2 der Verordnung des Kantons Freiburg vom 21. Juni 
2016 über den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel und ihrer Lebens-
räume [SchutzV; SGF 922.13]; Weisungen des Departements Bau, Verkehr 
und Umwelt des Kantons Aargau vom 1.1.2019 über die Verhütung und Ver-
gütung von Wildschaden; Richtlinie der Baudirektion des Kantons Zürich für 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.05.2021, Nr. 100.2019.252U, 
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die Verhütung und Vergütung von Wildschäden). Es handelt sich mithin um 
eine anerkannte Wegleitung eines Fachverbands, auf die sich das Inforama 
abstützt. Der Vorhalt, die Schätzung und die Ausführungen des Inforama 
«strotz[t]en nur vor ‹Annahmen›», verfängt daher nicht (Eingabe der Ge-
meinde vom 10.9.2020 Ziff. 1 S. 2 und Ziff. 2 S. 3).

4.6 Der Berater des Inforama hat zudem erläutert, weshalb der Erosions-
schaden zu einer Beeinträchtigung der Knollen und damit zu Minderein-
nahmen führte und dass vom Zustand des oberflächigen Krautes weder auf 
den Ertrag noch auf die Qualität der Knollen im Boden geschlossen werden 
könne (vgl. Stellungnahme Inforama S. 2). Er hat aufgrund eines Augen-
scheins detailliert angegeben, welche Flächen in welchem Umfang betroffen 
waren. Zusammen mit der Wegleitung des Schweizerischen Bauernver-
bands ist die Schätzung des Ernteverlusts somit nachvollziehbar und plau-
sibel. Das Gleiche gilt für die «zusätzlichen Mehraufwände», die in der 
Schätzung einzeln aufgeführt sind. Zwar trifft zu, dass die Schätzung selber 
keine Erläuterungen dazu enthält. Es leuchtet aber ohne weiteres ein, dass 
die Erosionsschäden zusätzliche Arbeiten notwendig machten (z.B. erneutes 
Spritzen oder erneutes Formen der Kartoffelfurchen). Das Inforama hat alle 
dazu gestellten Fragen beantwortet (vgl. z.B. zur Notwendigkeit des Damm-
formens Stellungnahme Inforama S. 2 f.). Es besteht daher kein Anlass, die 
in der Schätzung berücksichtigten Arbeitsaufwände als unnötig oder als 
nutzlos zu betrachten. Dass trotz dieser Arbeiten ein Ernteverlust resultierte 
bzw. Schäden an den Knollen zu erwarten waren, erlaubt jedenfalls keinen 
solchen Schluss (zu diesem Kritikpunkt Eingabe der Gemeinde vom 
10.9.2020 Ziff. 2 und 3 S. 4). Plausibel erscheint überdies die Begründung, 
weshalb das Inforama den Bezug von Humus in die Schätzung aufgenom-
men hat: Mit dem Humus könnten nach der Ernte die entstandenen Gräben 
aufgefüllt werden; damit werde die langfristige Bodenfruchtbarkeit erhalten 
(Stellungnahme Inforama S. 4). Zur Schadensposition «Mehraufwand Ernte 
fünf Personen à 25 min» hat das Inforama ausgeführt, durch die Schäden 
werde die Erntearbeit erschwert, weil auf den betroffenen Flächen mehr Kar-
toffelknollen und mehr Erde aussortiert werden müssten. Bei der Kartoffel-
ernte würden vier Personen benötigt, die die Erdkluten aussortierten, und 
eine Person, die den Traktor fährt. Erfahrungswerte zeigten, dass bei idealen 
Bodenbedingungen rund zwölf Stunden benötigt würden, um eine Hektare 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.05.2021, Nr. 100.2019.252U, 
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Kartoffeln zu ernten; unter schlechten Bedingungen steige der Zeitaufwand 
auf 15 Stunden, was zu höheren Lohnkosten führe. Dieser Mehraufwand 
sei in die Schätzung eingeflossen (Stellungnahme Inforama S. 3). Damit 
lässt sich eine längere Erntezeit von 25 Minuten für die betroffenen 13 Aren 
entgegen der Auffassung der Gemeinde nachvollziehen (Eingabe vom 
10.9.2020 Ziff. 4 S. 4).

4.7 Was die Gemeinde im Übrigen gegen die Schätzung vorbringt, ver-
mag diese nicht in Frage zu stellen. 

4.7.1 Unbehelflich ist insbesondere der Einwand, dass gemäss einem 
Artikel der Fachzeitung «Schweizer Bauer» vom 19. April 2008 beim Kartof-
felanbau sehr hohe Strukturkosten entstünden, sodass bei einer Vollkosten-
rechnung ein Verlust resultiere (Eingabe vom 10.9.2020 S. 2; vgl. auch Ein-
gabe vom 19.11.2020 Ziff. 4 S. 3 «Defizitgeschäft»). Die im Zeitungsartikel 
erwähnten Strukturkosten dürfen entgegen der Auffassung der Gemeinde 
nicht in die Kostenschätzung einfliessen. Zu berücksichtigen sind bei der 
Schadensschätzung nur die durch das Schadensereignis zusätzlich anfal-
lenden Kosten sowie Mindereinnahmen (vgl. zum Schadensbegriff vorne 
E. 4.2). Wie der Appellat zu Recht vorbringt, zählen die zusätzlichen Kosten 
gemäss Kostenschätzung nicht zu den Strukturkosten (vgl. Eingabe vom 
6.10.2020 S. 1). Somit trifft die Behauptung der Gemeinde nicht zu, dass der 
Appellat bei Zusprechung des Schadenersatzes fast doppelt so viel ver-
diene, als wenn gar kein Erosionsschaden entstanden wäre. Ebenso wenig 
kann von einer zusätzlichen «Einnahmenquelle» für Landwirtinnen und 
Landwirte gesprochen werden (Eingabe der Gemeinde vom 10.9.2020 Ziff. 1 
S. 2 und Ziff. 6 S. 7 sowie Beilage [act. 18A]). 

4.7.2 Soweit die Gemeinde die geschätzte Schadensfläche bzw. den ge-
schätzten Humusverlust in Frage stellt (vgl. Eingaben vom 10.9.2020 Ziff. 1 
S. 3 und vom 19.11.2020 Ziff. 5 S. 3 f.), verfängt ihre Kritik ebenfalls nicht: 
Die Schadensschätzung erfolgte aufgrund eines Augenscheins. Auf der 
Schätzung ist festgehalten, es gehe (nur) um den Schaden, der durch das 
«Ableiten des Strassenwassers in die Kartoffelparzelle» (Schadensgrund) 
entstanden ist. Es sind keine Anhaltspunkte auszumachen, dass der Berater 
Schäden einbezogen haben könnte, die nicht durch Strassenwasser ent-
standen sind. Daran ändert das von der Gemeinde ins Recht gelegte Foto 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.05.2021, Nr. 100.2019.252U, 
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Nr. 2 (Eingabe vom 19.11.2020 Ziff. 9 S. 8) nichts, das einen Schaden am 
südöstlichen Rand des Kartoffelfelds zeigt. Sodann hat der Appellat zwei 
Stellungnahmen eines Sachverständigen der kantonalen Fachstelle Boden 
ins Recht gelegt. Dieser begutachtete die Schäden kurz nach dem Regen-
ereignis vor Ort. Aus seinen Stellungnahmen ergibt sich, dass es sich um ein 
meldepflichtiges Erosionsereignis (Bodenverschiebung >2-4t/ha) handelte. 
Überdies sei die betroffene Fläche – anders als die Gemeinde behaupte – 
grösser als 10 m2 gewesen (Stellungnahme vom 30.9.2020 [act. 20A] Ant-
worten 1 und 2; Stellungnahme vom 10.12.2020 [act. 25A] Antwort 2). Wes-
halb diese Angaben nicht zutreffen sollten, substanziiert die Gemeinde nicht 
näher. Die beispielhaften Fotografien von unterschiedlich starken Boden-
erosionen auf der Internetseite des LANAT erwecken jedenfalls keine ernst-
haften Zweifel an der Richtigkeit der Fachmeinung (Eingabe vom 19.11.2020 
Ziff. 5 S. 3 mit Beilage 1 [act. 23A]). Der Appellat vermag schliesslich mit 
einer Rechnung der … AG zu belegen, dass die bezogene Menge Humus 
dem durch das Inforama geschätzten Volumen entspricht (Bezug von 13,6 
Tonnen; act. 4A). Der Vorwurf einer «Überkompensation» geht damit fehl 
(Eingabe der Gemeinde vom 19.11.2020 [act. 18] Ziff. 5 S. 3). Es trifft zwar 
zu, dass der durch die … AG in Rechnung gestellte Betrag tiefer ist als der 
in der Schätzung festgehaltene Betrag für die Humuslieferung (Eingabe vom 
10.9.2020 Ziff. 1 S. 2). Dies vermag die Richtigkeit des geschätzten 
Schadens allerdings ebenfalls nicht ernsthaft in Frage zu stellen, da die 
Schätzung im Unterschied zur Rechnung nicht nur den Kauf, sondern auch 
den Transport von Humus umfasst. Die … AG stellte dem Appellaten den 
Abholpreis in Rechnung («Menge x Ansatz»; vgl. Preisliste Materialverkauf 
des Entsorgungszentrums gültig ab März 2019, einsehbar unter 
<www…..ch/preisliste.html>). Daraus erhellt, dass der Appellat den Humus 
selber transportierte.

4.8 Zu berücksichtigen gilt es weiter, dass sich die Gemeinde damit ein-
verstanden erklärt hatte, das Inforama für die Schätzung beizuziehen (Ap-
pellation Art. 1 S. 3); sie habe jedenfalls nicht dagegen «opponiert» (Eingabe 
vom 10.9.2020 Ziff. 5 S. 5). Auch bestritt sie zunächst die Richtigkeit der 
Schätzung nicht. Dies tut sie erst vor Verwaltungsgericht. In ihrem Antwort-
schreiben an den Appellaten lehnte sie die Übernahme des Schadens nur 
deshalb ab, weil aus ihrer Sicht kein «namhafter» Schaden vorliege. Sie ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.05.2021, Nr. 100.2019.252U, 
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stand damals ein, dass es sich um «ein Schadenereignis durch abfliessen-
des Strassenwasser bei einem Starkregenereignis» gehandelt habe (Schrei-
ben vom 5.11.2018, unpag. Akten ESchK). Vor der Vorinstanz verzichtete 
sie auf weitere Äusserungen (vgl. Eingabe vom 23.1.2019, unpag. Akten 
ESchK). Zwar trifft zu, dass darin kein «Schadeneingeständnis» oder 
«Schuldeingeständnis» erblickt werden kann (Eingaben vom 16.9.2019 
Ziff. 7 S. 4 und vom 10.9.2020 Ziff. 5 S. 5; vgl. auch Eingabe vom 19.11.2020 
Ziff. 2 S. 2). Es wäre aber zu erwarten gewesen, dass sie früher gerügt hätte, 
die Schätzung sei falsch, wenn diese aus ihrer Sicht tatsächlich deutlich zu 
hoch ausgefallen sein sollte.

4.9 Anders als die Gemeinde zu meinen scheint, ist die Schätzung 
schliesslich als vollständig zu betrachten. Weder war es Sache des Inforama, 
sich zur Frage zu äussern, ob der geschätzte Schaden «namhaft» im Sinn 
von Art. 77 SG ist (zutreffend Eingabe des Appellaten vom 6.10.2020 S. 2), 
noch war für die Schätzung des Schadens notwendig, dass der Berater An-
gaben dazu macht, wieviel Wasser vom gegenüberliegenden Feld auf die 
Strasse und anschliessend auf das Kartoffelfeld gelangte (vgl. zu diesen Ein-
wänden Eingabe der Gemeinde vom 10.9.2020 Ziff. 6 S. 6). Das Inforama 
wurde nur beauftragt, den Schaden zu schätzen, der durch strassenabflies-
sendes Wasser entstanden war. Entsprechend bestand auch kein Anlass für 
einen Kontrollbesuch, um die Mindereinnahmen zu verifizieren (Eingabe 
vom 10.9.2020 Ziff. 1 S. 3). Auch ist nicht ersichtlich, weshalb sich der Bera-
ter des Inforama mit der Gemeinde hätte in Verbindung setzen müssen (Ein-
gabe vom 10.9.2020 Ziff. 5 S. 5). 

4.10 Zusammenfassend genügt die Schätzung des Inforama als Scha-
densnachweis. Der geschätzte Kulturschaden ist somit zusammen mit der 
ESchK als erwiesen zu betrachten. Als Schadensposition zu berücksichtigen 
sind überdies die Kosten für die Schätzung (vorne E. 4.2). Damit ist ein Scha-
den in der Höhe von total Fr. 2'406.-- nachgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.05.2021, Nr. 100.2019.252U, 
Seite 26

5.

Weiter ist strittig, ob das von der Strasse abfliessende Wasser ursächlich für 
den eingetretenen Schaden war:

5.1 Die Entschädigung nach Art. 77 SG setzt voraus, dass der Schaden 
durch strassenabfliessendes Wasser verursacht wurde. Erforderlich ist mit-
hin ein adäquater Kausalzusammenhang (vorne E. 2.5; dazu statt vieler 
Tschannen/Zimmerli/Müller, a.a.O., § 62 N. 15; Jürg Wichtermann, a.a.O., 
S. 134 f. N. 64). Ein solcher liegt im Allgemeinen vor, wenn ein Umstand 
nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfah-
rung geeignet ist, den eingetretenen Erfolg zu bewirken, sodass der Eintritt 
dieses Erfolgs als durch die fragliche Bedingung wesentlich begünstigt 
erscheint (BGE 144 IV 285 E. 2.8.2, 143 II 661 E. 5.1.2; BVR 2011 S. 97 
E. 4.1 am Ende). Der Kausalzusammenhang zwischen der fraglichen Ursa-
che und dem Schadenseintritt entfällt, wenn eine andere Ursache hinzutritt, 
welche die erste Ursache gleichsam ablöst; die Rede ist dann von einer Un-
terbrechung des Kausalzusammenhangs. Als Unterbrechungsgrund kom-
men höhere Gewalt, das schuldhafte Verhalten einer Drittperson und Selbst-
verschulden der geschädigten Person in Frage (BVR 2014 S. 297 E. 5.3.1, 
1996 S. 262 E. 4b; VGE 23303 vom 11.6.2009 E. 4.5; Rey/Wildhaber, 
a.a.O., N. 676; Walter Fellmann, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Band II, 
2013, N. 124). Gefordert wird, dass eine Schadensursache gegenüber einer 
anderen völlig in den Hintergrund tritt, wobei die Intensität der beiden Ursa-
chen von entscheidender Bedeutung ist: Eine Unterbrechung des Kausal-
zusammenhangs wird nur angenommen, wenn bei einer wertenden Betrach-
tung eine Ursache derart intensiv erscheint, dass sie die andere gleichsam 
verdrängt und als unbedeutend erscheinen lässt (statt vieler BGE 143 II 661 
E. 7.1). Für das Vorliegen von Unterbrechungsgründen trägt die voraussicht-
lich haftpflichtige Person die Beweislast (BVR 2014 S. 297 E. 5.3.1; VGE 
23303 vom 11.6.2009 E. 5.5.1). 

5.2 Sachverhaltlich lässt sich den Akten Folgendes entnehmen: Das Kar-
toffelfeld und der ...weg werden durch einen ca. 0,5 m breiten Grasstreifen 
getrennt (anders Appellationsantwort S. 4 [Streifen sei 0,8 m breit]). Der 
Grasstreifen bildet einen Walm; d.h. er ist nicht ebenerdig, sondern 
gegenüber der Strasse und dem Feld leicht erhöht (vgl. Fotos, Appellations-

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Seite 27

beilagen 3-5; Eingabe des Appellaten vom 15.12.2020 S. 1 [act. 25]). Laut 
Angaben des Appellaten handelt es sich um einen sog. «Pufferstreifen» im 
Sinn von Art. 21 der Verordnung vom 23. Oktober 2013 über die Direktzah-
lungen an die Landwirtschaft (Direktzahlungsverordnung, DZV; SR 910.13; 
vgl. Eingabe vom 15.12.2020 S. 1; vgl. auch Stellungnahme der Fachstelle 
Boden vom 10.12.2020 Antwort. 4). Die Gemeinde beschreibt den Grasstrei-
fen als «Damm» zwischen Strasse und Kartoffelfeld (Appellation Art. 2 S. 6). 
Der Grasstreifen wies gemäss übereinstimmender Darstellung der Parteien 
mehrere Abschläge («Dammdurchbrüche») auf (vgl. etwa Appellationsant-
wort S. 2; Eingabe der Gemeinde vom 26.9.2019 Ziff. 3 S. 3). Laut dem 
Sachverständigen der Fachstelle Boden gelangte das Wasser durch diese 
Abschläge konzentriert auf das Kartoffelfeld und verursachte so die Ero-
sionsschäden. Der Schaden sei daher nicht bewirtschaftungsbedingt ent-
standen (vgl. Stellungnahme vom 30.9.2020 [act. 20A] Antworten 4 und 5; 
Stellungnahme vom 10.12.2020 [act. 25A] Antworten 2, 4 und 5 und Foto). 
Auch die Verfahrensbeteiligten gehen davon aus, dass die Abschläge (mit-) 
ursächlich für die Schäden auf dem Kartoffelfeld waren (für die Darstellung 
der Gemeinde vgl. Appellation Art. 2 S. 6 und Art. 4 S. 10, Eingabe vom 
26.9.2019 Ziff. 9 S. 5; anders aber Eingabe vom 10.9.2020 Ziff. 1 S. 3; für 
die Darstellung des Appellaten vgl. namentlich Appellationsantwort S. 2). 
Umstritten ist, wie der Walm entstanden ist und wer die Abschläge vorge-
nommen hat. Die Gemeinde hält dem Appellaten vor, den Walm aufgeschüt-
tet und die Abschläge gemacht zu haben. Der Appellat vertritt die Auffas-
sung, der Walm sei durch das Befahren der Strasse entstanden; es handle 
sich um ein Strassenbankett. Die Abschläge seien vom Werkhof vorgenom-
men worden. Strittig ist ferner der Verlauf der Parzellengrenzen. Nach Auf-
fassung der Gemeinde zählt der Grasstreifen zum Pachtland. Laut dem 
Appellaten könne der Verlauf der Grundstücksgrenzen nur vermutet werden 
(vgl. Eingaben der Gemeinde vom 26.9.2019 Ziff. 3 f. S. 3 mit Beilage 
[Schreiben des Werkhofs vom 25.9.2019; act. 7A], 10.9.2020 S. 3 und 
19.11.2020 Ziff. 3 S. 2; Appellationsantwort S. 2 und 4; Eingaben des Appel-
laten vom 12.11.2019 S. 3 f. und 6.10.2020 S. 1). 

5.3 Die Gemeinde bestreitet den Kausalzusammenhang. Sie bringt zu-
nächst vor, auf der gegenüberliegenden Seite des ...wegs sei das Gelände 
ansteigend. Von dieser Seite sei offensichtlich «Hangwasser» auf die 

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Strasse und anschliessend in das tieferliegende Kartoffelfeld des Appellaten 
geflossen. Es sei somit nicht bewiesen, dass der Schaden durch ab-
fliessendes Strassenwasser verursacht worden sei (vgl. Appellation Art. 2 
S. 5 f. und Art. 4 S. 10; Eingabe vom 26.9.2019 Ziff. 6 S. 4, je mit Hinweis 
auf nach dem Schaden erstellte Fotos [Appellationsbeilagen 3 und 4]; Ein-
gabe vom 19.11.2020 Ziff. 8 S. 6 f.). – Mit Blick auf das hiervor Erwogene 
verfängt diese Argumentation nicht: Das Wasser wurde wie gesehen wegen 
des Graswalms auf der Strasse zurückgehalten bzw. konnte nicht flächig ab-
fliessen und gelangte durch einzelne Abschläge im «Damm» konzentriert auf 
das Kartoffelfeld (E. 5.2 hiervor). Damit ist erstellt, dass der Schaden durch 
von der Strasse abfliessendes Wasser entstanden ist. Anders als die Ge-
meinde zu meinen scheint, wird nicht vorausgesetzt, dass es sich aus-
schliesslich um Regenwasser handelt, das auf die Strasse gefallen ist. Es 
kann nicht darauf ankommen, von wo das Wasser stammt, das von der 
Strasse abfliesst. Eine solche Abgrenzung wäre zudem kaum praktikabel 
und würde zu erheblichen Beweisproblemen führen. Es ist folglich unerheb-
lich, dass sich das Schadensgebiet in einer Senke befindet und das nördlich 
liegende Gebiet erosionsgefährdet ist, wie die Gemeinde behauptet (vgl. 
Appellation Art. 1 S. 3; Eingabe vom 19.11.2020 Ziff. 9 S. 7 [mit Foto]). Un-
behelflich ist damit auch ihr Einwand, wonach das Wasser von einem ande-
ren Kartoffelfeld (Parzelle Nr. 3________) auf einen privaten Flurweg 
(Nr. 4________) und von dort auf den ...weg geflossen und schliesslich auf 
den Kartoffelacker gelangt sei (Eingabe vom 19.11.2020 Ziff. 8 S. 6 sowie 
Beilage 3 [Situationsplan und Fotos]). Im Übrigen erscheint ohnehin wenig 
wahrscheinlich, dass «Hangwasser» vom gegenüberliegenden Feld den 
Schaden auf dem Kartoffelfeld des Appellaten verursachte angesichts der 
höchstens sanften Neigung und dem Umstand, dass es sich beim 
gegenüberliegenden Feld um einen (unversiegelten) Acker handelt. 

5.4 Die Gemeinde bringt weiter vor, der «Starkregen» stelle höhere Ge-
walt dar, wofür niemand haftbar gemacht werden könne (Appellation Art. 4 
S. 9 mit Hinweis auf BGE 111 II 429; vgl. auch Art. 2 S. 6). – Höhere Gewalt 
wird umschrieben als unvorhergesehenes, unvorhersehbares, ausserge-
wöhnliches Ereignis, das mit unabwendbarer Gewalt von aussen herein-
bricht (Fellmann/Kottmann, a.a.O., N. 460; Rey/Wildhaber, a.a.O., N. 690). 
Dementsprechend werden Regenfälle von der Rechtsprechung nur in Aus-

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nahmefällen als höhere Gewalt anerkannt, wenn es sich um einzigartige und 
ausserordentliche Ereignisse handelt. Jährlich vorkommende Gewitter stel-
len keine höhere Gewalt dar (vgl. Roland Brehm, a.a.O., Art. 58 OR N. 99a ff. 
mit einer Übersicht der bundesgerichtlichen Praxis; vgl. auch BVR 2000 
S. 537 E. 6). Mit Blick auf diese Definition können die Regenfälle vom 
19. Mai 2018 nicht als höhere Gewalt bezeichnet werden. Weder ist ersicht-
lich noch dargetan, dass es an diesem Datum zu grossen Überschwemmun-
gen oder ähnlichem gekommen wäre. Die Schäden auf den Kartoffelfeldern 
des Appellaten und dessen Nachbarn lassen jedenfalls nicht auf ein derart 
ungewöhnliches Regenereignis schliessen. Damit besteht auch kein Anlass, 
bei MeteoSchweiz entsprechende Wetterdaten anzufordern. Der Beweisan-
trag der Gemeinde wird abgewiesen (vgl. Appellation Art. 4 S. 10).

6.

Zu prüfen bleibt, ob ein Selbstverschulden des Appellaten vorliegt:

6.1 Falls ein überwiegendes Selbstverschulden der Geschädigten ur-
sächlich für den eingetretenen Schaden ist, führt dies zur Unterbrechung des 
Kausalzusammenhangs und damit zum Haftungsausschluss (vorne E. 5.1). 
Ein weniger erhebliches Selbstverschulden bildet zwar keinen Unterbre-
chungsgrund, kann aber zu einer Reduktion des Schadenersatzes führen 
(Rey/Wildhaber, a.a.O., N. 677). Diese Grundsätze gelten auch bei der als 
Kausalhaftung ausgestalteten Staatshaftung (BVR 2014 S. 297 E. 5.4.1 mit 
weiteren Hinweisen). Beweisbelastet ist die voraussichtlich haftpflichtige 
Partei, da es sich um eine schadensersatzausschliessende bzw. -reduzie-
rende Tatsache handelt (vgl. Martin A. Kessler, in Basler Kommentar, 7. Aufl. 
2020, Art. 44 OR N. 3; Hanspeter Walter, Berner Kommentar, 2012, Art. 8 
ZGB N. 296 f.).

6.2 Die Gemeinde macht geltend, der Appellat habe den Schadenseintritt 
selber zu verantworten und sei seiner Schadenminderungspflicht nicht nach-
gekommen. Der Appellat habe den Grasstreifen entlang des ...wegs zu 
einem «Damm» aufgeschüttet. Damit sei das Strassenwasser «kanalisiert» 
worden und habe vom angrenzenden Land nicht aufgenommen werden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.05.2021, Nr. 100.2019.252U, 
Seite 30

können. Der Appellat sei folglich «seiner Wasserabnahmepflicht über die 
Schulter» nicht nachgekommen. Ohne den Damm wäre der Schaden nicht 
entstanden. Damit wiege das Selbstverschulden schwer. Ausserdem sei der 
Grasstreifen nicht ausreichend breit. Je grösser ein Grasstreifen sei, desto 
mehr Strassenwasser könne ohne Schaden versickern. Deshalb könne die 
Gemeinde nicht haftbar gemacht werden. Das Selbstverschulden sei 
wenigstens schadensmindernd zu berücksichtigen (Appellation Art. 2 S. 6 
und Art. 4 S. 10; Eingabe vom 26.9.2019 Ziff. 2 S. 2 und Ziff. 9 S. 5; vgl. auch 
vorne E. 5.2). Sie verweist überdies auf ein «Merkblatt» des LANAT zu 
Querstreifen am Feldrand. Landwirtinnen und Landwirte müssten danach 
eigenverantwortlich vorbeugende Massnahmen gegen Bodenerosionen tref-
fen. Unter anderem werde entlang von Wegen und Strassen ein begrünter 
Querstreifen mit einer Breite von mindestens drei Metern verlangt. Indem der 
Appellat keinen solchen Streifen zwischen Kartoffelfeld und der Strasse be-
lassen, sondern einen Walm gemacht habe, treffe ihn ein Selbstverschulden 
(Eingabe vom 19.11.2020 Ziff. 5 Bst. b S. 4 f. und Beilage 2). 

6.3 Es trifft zu, dass der Grasstreifen zwischen der Strasse und dem Kar-
toffelfeld nicht ebenerdig ist, sondern einen «Walm» bzw. «Damm» bildet, 
der ein gleichmässiges Versickern des Strassenwassers verhinderte. 
Ebenso ist erwiesen, dass der Schaden ohne die Abschläge im Damm nicht 
entstanden wäre (vgl. vorne E. 5.2). Hätte der Appellat – wie von der Ge-
meinde behauptet wird – den Walm und die Abschläge erstellt, käme nach 
dem Gesagten ein haftungsausschliessendes Selbstverschulden in Frage. 
Beides erscheint aber wenig wahrscheinlich: Nach allgemeiner Lebens-
erfahrung erhöhen sich Strassenbankette durch Strassenschmutz und Ve-
getationsrückstände mit der Zeit ohne Zutun (vgl. <https://de.wikipe-
dia.org/wiki/Bankett_(Straße)>). Wie der Appellat treffend anführt, ist sodann 
nicht ersichtlich, welches Interesse er an der Erstellung eines Dammes und 
der Abschläge gehabt hätte (vgl. Eingabe vom 12.11.2019 S. 3). Die Ge-
meinde hat dagegen dem Appellaten geschrieben, dass der Damm bzw. das 
Strassenbankett «punktuelle Abschläge» erfordere (vgl. Schreiben der Ge-
meinde vom 5.11.2018, unpag. Akten ESchK). Beweismässig ist damit nicht 
erstellt, dass der Appellat den Damm und die Abschläge erstellt hat. Solches 
kann auch nicht aus der Schätzung des Inforama geschlossen werden. Die 
Position «Dammformen» bezieht sich auf die Kartoffeldämme und lässt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20.05.2021, Nr. 100.2019.252U, 
Seite 31

keine Rückschlüsse auf das Entstehen des Walmes am Strassenrand zu 
(vgl. Appellation Art. 2 S. 6). Es sind keine tauglichen Beweismittel zur Klä-
rung der Frage ersichtlich. Damit gelangen die Beweislastregeln zur Anwen-
dung (vgl. Michel Daum, a.a.O., Art. 18 N. 11). Die Beweislosigkeit geht zu 
Lasten der Gemeinde (vorne E. 6.1).

6.4 Die Gemeinde macht weiter geltend, der Appellat habe den Grasstrei-
fen gesät, gemäht und sonst unterhalten, was zwangsläufig auch die Ab-
schläge beinhalte. Jedenfalls habe er die Abschläge nicht zugeschüttet. Er 
habe den Zustand damit geduldet und trage folglich die Verantwortung für 
die Abschläge auf seinem Land (Eingabe vom 19.11.2020 Ziff. 3 S. 2). 

6.4.1 In der Strassengesetzgebung gilt der Grundsatz, dass die jeweilige 
Eigentümerin oder der jeweilige Eigentümer der Strasse für deren Bau, Be-
trieb und Unterhalt zuständig ist (vgl. Art. 38 Abs. 1, Art. 41 Abs. 1 und 
Art. 42 SG; so für den Unterhalt noch ausdrücklich Art. 44 Abs. 2 SBG 1964 
[GS 1964 S. 6 ff., 25]; BVR 2016 S. 167 E. 3.6). Die Gemeinde ist mithin für 
den Unterhalt des ...wegs verantwortlich. Damit trägt sie auch die Pflicht, für 
eine funktionierende Strassenentwässerung zu sorgen (vgl. auch Art. 75 
Abs. 2 SG; vorne E. 2.3). Bestandteile der öffentlichen Strassen sind alle 
Bauten und Anlagen, die insbesondere aus technischen, betrieblichen, 
gestalterischen, umweltrechtlichen oder aus Gründen der Verkehrssicherheit 
oder der öffentlichen Sicherheit innerhalb und ausserhalb der Strasse nötig 
sind (Art. 5 SG). Namentlich zählen dazu auch die Grünstreifen und Stras-
senbankette (auf nachbarlichem Boden) oder Böschungen, deren Unterhalt 
nicht den Anstösserinnen und Anstössern zugemutet werden kann. Der 
strassenrechtliche Bestandteilsbegriff deckt sich nicht mit dem sachenrecht-
lichen Begriff (vgl. Art. 1 Abs. 1 Bst. a und f SV; Vortrag SG S. 11; Erläute-
rungen TBA S. 13 und 133 f.). 

6.4.2 Die Gemeinde ist somit unabhängig von den Eigentumsverhältnissen 
dafür verantwortlich, dass der Grasstreifen so unterhalten wird, dass die Ent-
wässerung richtig funktioniert. Für die Strassenanstösserinnen und 
-anstösser ergibt sich hingegen aus der Strassengesetzgebung keine solche 
Pflicht: Nach Art. 73 Abs. 1 SG dürfen Anstösserinnen und Anstösser die öf-
fentlichen Strassen zwar weder durch Bauten, Anlagen, Pflanzen, Bäume 
noch durch sonstige Vorkehren beeinträchtigen (Beeinträchtigungsverbot) 

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und kann das zuständige Gemeinweisen aus Gründen der Verkehrssicher-
heit verlangen, dass solche Vorkehren bzw. Beeinträchtigungen innert ange-
messener Frist beseitigt oder angepasst werden (VGE 2013/55 vom 
10.3.2014 E. 5.2; Art. 84 Abs. 2 SG). Eine Pflicht zum Unterhalt von Stras-
senbanketten oder Randstreifen zum Zweck der Strassenentwässerung 
(etwa durch Abfräsen) ergibt sich daraus aber nicht. Nach Art. 74 Bst. a SG 
besteht für Anstösserinnen und Anstösser lediglich eine Duldungspflicht für 
Eingriffe, die sich aus Massnahmen des Strassenbaus und -unterhalts erge-
ben. Überdies darf die Strassenentwässerung nicht behindert werden. Alt-
rechtlich war dies noch ausdrücklich festgehalten: Nach Art. 61 Abs. 1 SBG 
1964 (in der Fassung vom 12.2.1985, GS 1985 S. 36, 49) durften die Grund-
eigentümerinnen und -eigentümer und Bewirtschafterinnen oder Bewirt-
schafter von anstossendem Grundeigentum die Abflussverhältnisse nicht 
zum Nachteil der Strasse verändern. Abzugsgräben und Durchlässe waren 
stets offenzuhalten (vgl. auch vorne E. 2.4). 

6.4.3 Nach dem Gesagten ist kein Selbstverschulden darin zu erblicken, 
dass der Appellat nichts gegen den Walm oder die Abschläge unternommen 
hat. Es ist überdies weder ersichtlich noch vorgebracht, dass die Gemeinde 
den Appellaten auf das Problem hingewiesen hätte oder sich dieser gewei-
gert hätte, den Walm abfräsen zu lassen.

6.5 Unbehelflich sind schliesslich der Vorhalt, der Randstreifen sei zu 
schmal. Das beigebrachte «Merkblatt zu Querstreifen am Strassenrand» ge-
hört zum Massnahmenkatalog des Berner Pflanzenschutzprojekts (vgl. 
LANAT, Berner Pflanzenschutzprojekt: Umweltgerechten Pflanzenschutz 
fördern, Dezember 2019, Ziff. 3 S. 11, einsehbar unter: <www.vol.be.ch> 
bzw. <www.weu.be.ch>, Rubriken: «Landwirtschaft/Pflanzenschutz/Berner 
Pflanzenschutzprojekt»). Es trifft zwar zu, dass Querstreifen am Strassen-
rand grundsätzlich Wasserschäden verhindern oder reduzieren können. Sie 
haben den Vorteil, dass durch Versickern von Wasser im Streifen Hochwas-
serspitzen entschärft werden (vgl. Massnahmenkatalog Pflanzenschutzpro-
jekt Ziff. 3 S. 11). Allerdings übersieht die Gemeinde, dass im vorliegenden 
Fall nicht die fehlende Breite des Streifens zum Erosionsschaden führte. Ur-
sächlich war vielmehr, dass ein Walm bestand, der Abschläge aufwies. Ein 
breiterer Streifen hätte den Erosionsschaden bei diesen Gegebenheiten 

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nicht verhindert. Kommt hinzu, dass sich auch aus dem Pflanzenschutzpro-
jekt keine Unterhaltspflicht des Appellaten für Randstreifen ableiten lässt. 
Landwirtinnen und Landwirte können sich vielmehr freiwillig für das Berner 
Pflanzenschutzprojekt anmelden und die Massnahmen erfüllen. Erstellen sie 
genügend breite Pufferstreifen am Feldrand, erhalten sie dafür Subventio-
nen, wobei entlang von Wegen bzw. Strassen ein Streifen von 0,5 m und 
nicht 3 m Breite anzulegen ist (vgl. auch Art. 21 und Anhang 1 Ziff. 9.3 Bst. b 
DZV; Stellungnahme der Fachstelle Boden vom 10.12.2020 Antwort 4). Die 
erwähnten Querstreifen (sog. «Pufferstreifen») werden sodann nicht geför-
dert, um Wasserschäden zu verhindern. Sie sollen vielmehr verhindern, dass 
Pflanzenschutzmittel (PSM) in die Gewässer gelangen. Namentlich sollen 
sie verhindern, dass Boden weggespült und auf die Strasse gelangt und so 
die in den Bodenpartikeln enthaltenen PSM via Schächte in Oberflächenge-
wässer gelangen. Vor diesem Hintergrund lässt sich nicht auf eine Pflicht 
schliessen, einen drei Meter breiten Grünstreifen anzulegen, um Wasser-
schäden auf dem Feld zu verhindern. 

6.6 Auch sonst sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, die auf ein Selbst-
verschulden des Appellaten schliessen lassen. Namentlich trifft nicht zu, 
dass der Appellat an «exponierter Stelle» eine «hoch sensible Kultur» wie 
Kartoffeln angesät hat (vgl. Eingabe der Gemeinde vom 26.9.2019 Ziff. 2 
S. 2). Vielmehr erklärt der Sachverständige der Fachstelle Boden, die Par-
zelle des Appellaten sei nicht besonders erosionsgefährdet. Überdies habe 
der Appellat die Kartoffeln aus eigener Initiative nach den Vorgaben der bo-
denschonenden Bodenbearbeitung angebaut und damit Präventionsmass-
nahmen gegen Erosion getroffen (Stellungnahme vom 10.12.2020 [act.25A] 
Antwort 4 mit Hinweis auf Erosionskarte). 

6.7 Es liegt somit kein Selbstverschulden des Appellaten vor. Die Kausa-
lität wurde nicht unterbrochen (vgl. auch vorne E. 5.4). Auch besteht kein 
Anlass für eine Schadensminderung.

7.

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Nach dem Erwogenen ist Art. 77 SG auf den hier zu beurteilenden Scha-
densfall anwendbar. Die Entschädigungsvoraussetzungen sind erfüllt. Die 
Gemeinde muss dem Appellaten daher den auf dem Kartoffelfeld entstanden 
Schaden ersetzen und die Kosten für die Schätzung bezahlen. Damit erüb-
rigen sich Weiterungen zur Frage, ob das Verhalten der Gemeinde den 
Grundsatz von Treu und Glauben verletzte und widersprüchlich sei (vgl. dazu 
etwa Eingabe des Appellaten vom 6.10.2020 S. 2). Sodann kann auf die be-
antragten Einvernahmen des Experten der Bodenschutzfachstelle und des 
Beraters des Inforama verzichtet werden (vgl. Appellationsantwort S. 2 bzw. 
3); die entsprechenden Beweisanträge des Appellaten werden abgewiesen. 

8.

8.1 Die Appellation erweist sich nach dem Gesagten als unbegründet. 
Nach neuem Verständnis des Appellationsprozesses verzichtet das Verwal-
tungsgericht darauf, die Rechtsfolgen im Dispositiv wie bisher selbständig 
auszusprechen, hier die Gemeinde zur Bezahlung von Fr. 2'406.-- zu ver-
pflichten. Vielmehr bezieht es sich wie in der nachträglichen Verwaltungs-
rechtspflege nur mehr auf das Rechtsmittel (so überzeugend Ruth Herzog, 
a.a.O., Art. 93 N. 7 ff.). Die Appellation ist daher abzuweisen. Die von der 
ESchK mit Entscheid vom 2. Juli 2019 getroffenen Anordnung in der Sache 
und der Kostenspruch bleiben damit bestehen.

8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Gemeinde 
die Verfahrenskosten zu tragen. Ersatzfähige Parteikosten sind keine ange-
fallen (Art. 109 Abs. 1 und 104 Abs. 1 VRPG).

9.

In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Beschwerde in öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 ff. BGG unzulässig auf dem Gebiet 
der Staatshaftung, wenn der Streitwert weniger als 30'000 Franken beträgt 
(Art. 85 Abs. 1 Bst. a BGG). Erreicht der Streitwert diesen Betrag nicht, so 
ist die Beschwerde dennoch zulässig, wenn sich eine Rechtsfrage von 

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grundsätzlicher Bedeutung stellt (Art. 85 Abs. 2 BGG). Ansonsten kann nur 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG geführt werden. 
Die strittige Entschädigung nach Art. 77 SG dürfte wohl als Staatshaftung im 
Sinn von Art. 85 Abs. 1 Bst. a BGG aufzufassen sein, da das Bundesgericht 
diesen Begriff weit auslegt (vgl. Hänni/Meyer, a.a.O., Art. 85 BGG N. 11 und 
16). Die Nähe zum Enteignungsrecht spricht allerdings für die Zulässigkeit 
der Einheitsbeschwerde unabhängig vom Streitwert (vgl. Hänni/Meyer, 
a.a.O., Art. 85 BGG N. 17). Das Urteil ist daher mit dem Hinweis auf beide 
Rechtsmittel zu versehen (Art. 117 i.V.m. Art. 112 Abs. 1 Bst. d BGG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Appellation wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 4'000.--, werden der Einwohnergemeinde 
Münchenbuchsee auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- Appellantin
- Appellat
- Enteignungsschätzungskommission des Kantons Bern

Der Abteilungspräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden, sofern nicht das Gebiet der Staats-
haftung betroffen ist oder sofern sich Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung 
stellen. Ansonsten kann subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 
Art. 113 ff. BGG geführt werden. Der Streitwert im Sinn von Art. 51 ff. i.V.m. Art. 85 
Abs. 1 BGG erreicht Fr. 30'000.-- nicht.