# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 255fe6cf-81c9-5bdc-bde3-21e551645261
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.09.2014 200 2014 282
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-282_2014-09-29.pdf

## Full Text

200 14 282 IV
SCI/ABE/WOL/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. September 2014

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 17. Februar 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Sept. 2014, IV/14/282, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1988 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
gelernte …, meldete sich am 5. März 2013 wegen Hüftproblemen zum 
Leistungsbezug bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) an 
(Akten der IVB [act. II] 1). Die IVB nahm medizinische und erwerbliche Ab-
klärungen vor (act. II 11 ff.). Nachdem sie den Regionalen Ärztlichen Dienst 
(RAD) beigezogen hatte (act. II 31), stellte sie der Versicherten mit Vorbe-
scheid vom 5. Juli 2013 (act. II 32) die Abweisung des Leistungsbegehrens 
in Aussicht. Dagegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, unter Hinweis auf gegenwärtig noch laufende medizinische 
Abklärungen, am 7. August 2013 Einwand erheben (act. II 34). Am 
18. September 2013 reichte der Rechtsvertreter der Versicherten eine er-
gänzende Stellungnahme sowie ein Gesuch um unentgeltliche Rechtsver-
beiständung nach (act. II 38). Mit unangefochten gebliebener Verfügung 
vom 3. Oktober 2013 lehnte die IVB letzteres ab (act. II 40). Am 31. Januar 
2014 reichte die Versicherte einen Bericht vom 24. Januar 2014 des Spitals 
C.________ nach (act. II 43). Hierzu holte die IVB wiederum eine Stellung-
nahme beim RAD ein (act. II 46). Mit Verfügung vom 17. Februar 2014 (act. 
II 47) lehnte die IVB das Leistungsbegehren ab. Zur Begründung führte sie 
aus, es lägen keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
vor.

B.

Hiergegen liess die Versicherte, nach wie vor vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 20. März 2014 Beschwerde erheben und die kostenfällige 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Rückweisung der Sa-
che an die Vorinstanz beantragen. Weiter wird beantragt, die IVB sei anzu-
halten, gestützt auf die orthopädische Beurteilung des Spitals C.________ 
die aktuelle Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin abzuklären. Zur Be-
gründung wird im Wesentlichen geltend gemacht, die Beschwerdegegnerin 
habe den medizinischen Sachverhalt nicht genügend abgeklärt. Insbeson-

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dere ein derzeit noch ausstehender Bericht des Spitals C.________ werde 
weitere Hinweise auf ein orthopädisches Problem liefern können. Mit glei-
chem Datum reichte die Beschwerdeführerin ein Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege ein. Aufforderungsgemäss reichte sie am 26. März 2014 Un-
terlagen zum Gesuch nach.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 30. April 
2014 auf Abweisung der Beschwerde.

Die Beschwerdeführerin reichte mit Schreiben vom 1. Mai 2014 die in der 
Beschwerde in Aussicht gestellten ärztlichen Unterlagen ein.

Mit prozessleitender Verfügung vom 2. Mai 2014 ersuchte der Instruktions-
richter das Spital C.________ um Zustellung der vollständigen Krankenak-
ten der Beschwerdeführerin. Am 23. Mai 2014 gingen die verlangten Akten 
(act. III) ein.

Die Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin reichten am 13. Juni 
2014 jeweils eine Stellungnahme zum Beweisergebnis ein.

Mit prozessleitender Verfügung vom 16. Juni 2014 schloss der Instruktions-
richter den Schriftenwechsel und das Beweisverfahren.

Am 27. Juni 2014 reichte die Beschwerdeführerin weitere Unterlagen ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 

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11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 17. Februar 2014. 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversi-
cherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richter (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

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2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG haben nur jene Versicherten An-
spruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungs-
massnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können. Renten-
leistungen werden nur erbracht, wenn die versicherte Person nicht oder 
bloss in ungenügendem Masse eingegliedert werden kann. Der Rentenan-
spruch kann daher nicht entstehen, solange Eingliederungsmassnahmen 
durchgeführt werden (BGE 126 V 241 E. 5 S. 243; 121 V 190; AHI 2001 
S. 154 E. 3b).

2.4 Zur Prüfung des Leistungsanspruchs ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand resp. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin ist den Akten im Wesentlichen Folgendes zu ent-
nehmen:

3.1.1 Dr. med. D.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, diagnostizierte im Bericht vom 15. März 2013 (act. II 11) mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit ein leichtes Mischimpingement mit kleinem 

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Labrumriss an der Hüfte links sowie eine Myalgie der Adduktoren sowie der 
Aussenrotatoren. Seit September 2011 würden immer wieder progrediente 
Hüftschmerzen links auftreten. Derzeit sei die Patientin bei ihr in einer Trig-
gerpunkttherapie und bereits nach sieben Sitzungen habe sich eine Besse-
rung um insgesamt 50% eingestellt. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als 
… bestehe seit Dezember 2012 bis auf weiteres eine 100%-ige Arbeitsun-
fähigkeit. Langes Stehen, Sitzen und Laufen sei noch fast nicht möglich. 
Die bisherige Tätigkeit als … sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zu-
mutbar, eine andere Tätigkeit während ca. zwei Stunden täglich hingegen 
schon. Möglicherweise sei bei einer weiteren Besserung wieder eine Ar-
beitsfähigkeit möglich.

3.1.2 Dr. med. E.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, führte im Bericht vom 
10. Juni 2013 (act. II 30) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit einen juvenilen Hallux valgus rechts, einen „anterior knee pain“ 
links sowie eine Somatisierungstendenz auf. Als Diagnosen ohne Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen beginnenden Hallux valgus 
links sowie ein leichtes Impingement an der Hüfte links. Die Patientin sei 
jeweils bei ihm wegen orthopädischen Problemen (Hallux, Knie, oberes 
Sprunggelenk, Hüfte) in Behandlung gewesen. Ihre schwierige psychosozi-
ale Situation sei jedoch immer im Vordergrund gestanden. Von Seiten der 
Orthopädie beständen „nur Nebenschauplätze“, die möglicherweise durch 
die Somatisierung hervorgehoben würden, jedoch vom Schweregrad kaum 
von Bedeutung seien. Von orthopädischer Seite beständen aktuell keine 
Limiten. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht noch zumutbar. 
Eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe aus anderen als orthopädi-
schen Gründen.

3.1.3 Der RAD-Arzt Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, gab im Be-
richt vom 17. Juni 2013 (act. II 31/3) an, die Impingementsituation im Be-
reich der linken Hüfte sei diskret und lasse sich mit medizinischen Mass-
nahmen im Sinne von Physiotherapie behandeln. Im Vordergrund stehe 
eindeutig die nicht IV-relevante schwierige psychosoziale Situation resp. 
die Somatisierungstendenz. Gegen eine relevante somatische Pathologie 

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spreche insbesondere auch, dass mehrfach von Orthopäden dokumentiert 
worden sei, die Versicherte bedürfe keiner medikamentösen Schmerzthe-
rapie. Aus orthopädischer Sicht beständen keine gesundheitlichen Ein-
schränkungen, auch nicht in den bisherigen Tätigkeiten als ….

3.1.4 Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, Spital C.________, führte im Bericht vom 24. Januar 2014 (act. II 
43/2) folgende Diagnosen auf:

1. Chronische Hüftschmerzen links
- bildgebend diskretes femoroacetabuläres Impingement mit diskre-
ter superiorer Labrumläsion unklarer Relevanz
- zweimalige intraartikuläre Infiltration linkes Hüftgelenk mit kurzfris-
tiger Schmerzbesserung um ca. 80%
- Testinfiltration ISG links am 11.12.2013 mit Teilansprechen
- ICD-Code: M79.05

2. Subacromiales Impingement Schulter links
- diskrete Bursitis subacromialis links ohne Rotatorenmanschetten-
läsion
- subacromiale Infiltration am 21.11.2013 mit nur passagerer Bes-
serung

3. Nebendiagnosen
- Endometriose (St. n. 2 Operationen)
- Status n. Nephrolithiasis
- Status n. Tonsillektomie
- Status n. wiederholter Hallux valgus-OP rechts 2008/2009
- Allergien: Metamizol, Hunde- und Katzenhaare 

Die Patientin leide seit September 2011 unter initial belastungsabhängigen 
Schmerzen inguinal links, welche sich im weiteren Verlauf zu Dauer-
schmerzen mit Ausstrahlung über den gesamten Oberschenkel sowie nach 
lumbal entwickelt hätten. Im Vorfeld sei ein ursächliches femoroaceta-
buläres Mischimpingement diskutiert worden, eine initial gestellte Operati-
onsindikation sei jedoch im Rahmen einer orthopädischen Zweitmeinung 
wieder verworfen worden. Aufgrund der therapierefraktären, individualisie-
renden Beschwerden sei die Patientin in das multimodale, ambulante Re-
habilitationsprogramm eingeschlossen worden. Am Programm habe sie 
vom 7. Oktober 2013 bis 7. Januar 2014 teilgenommen. Im Verlauf habe 
eine gewisse Verbesserung der muskulären Stabilisierungsfähigkeit er-
reicht werden können, wenn auch zum Ende des Programmes noch deutli-
che Defizite beständen. Zur abschliessenden Evaluation einer allfälligen 

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Operations-Indikation sei die Patientin noch bei einem Kollegen der Or-
thopädie angemeldet worden. Zusätzlich wolle man sie bei den Kollegen 
der Psychosomatik für eine Evaluation hinsichtlich nicht somatischer 
Schmerzursachen anmelden. Aus rheumatologischer Sicht bestehe eine 
mindestens 70%-ige Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Arbeiten 
mit Wechselbelastung und in ergonomischer Körperposition. Eine 30%-ige 
Arbeitsunfähigkeit während 3-6 Monaten sei zu therapeutischen Zwecken 
indiziert. Ausgehend vom bisherigen Beruf als … sei aus rheumatologi-
scher Sicht daher eine berufliche Umschulung klar zu unterstützen.

3.1.5 Der RAD-Arzt Dr. med. F.________ hielt in der Stellungnahme vom 
6. Februar 2014 (act. II 46) fest, die Faktenlage sei nach wie vor die glei-
che. Es sei nicht davon auszugehen, dass sich aus einer nochmaligen or-
thopädischen Beurteilung neue relevante Fakten ergeben würden. Auf-
grund der bisherigen Anamnese und des Verlaufes sei ein somatisches 
Leiden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Dement-
sprechend könne weiterhin davon ausgegangen werden, dass kein IV-
relevanter Gesundheitsschaden vorliege.

3.1.6 Prof. Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, und I.________, Assis-
tenzärztin, Spital C.________, diagnostizierten im hüftchirurgischen 
Sprechstundenbericht vom 10. April 2014 (act. III 2) ein femoroaceta-
buläres Impingement vom Pincer-Typ bei Coxa profunda, craniale aceta-
buläre Retroversion und Coxa antetorta beidseits sowie einen Status nach 
zweimaliger intraartikularer Infiltration 10/2013 und 11/2013 mit ca. 80% 
Besserung durch die Rheumatologie. Die Patientin berichte, dass sie nun 
seit gut zweieinhalb Jahren an Schmerzen in der Leiste sowie des Gesäs-
ses mit Ausstrahlung in den gesamten Oberschenkel leide. Auf die Ein-
nahme von Analgetika wäre sie angewiesen, vertrage diese jedoch auf 
Grund von Magenbeschwerden trotz Magenschoner nicht. Zur muskulären 
Kräftigung mache sie einmal wöchentlich Physiotherapie. Die Beschwerde-
führerin sei derzeit in ihrem gelernten Beruf im … nicht arbeitsfähig. Es 
werde die kombinierte Durchführung einer chirurgischen Hüftluxation mit 
Pfannenrandtrimmung bei kranialer Retroversion des Acetabulums sowie 

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die Derotation des Femurs vorschlagen. Die entsprechende Operation 
wurde am 29. April 2014 durchgeführt (act. III 3).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 
Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-
hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.3

3.3.1 Bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 17. Februar 2014 
stützte sich die Beschwerdegegnerin massgeblich auf die Beurteilungen 
des RAD-Arztes Dr. med. F.________ vom 17. Juni 2013 (act. II 31/3) und 
vom 6. Februar 2014 (act. II 46/2). Die Einschätzung, es bestehe kein inva-
lidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden („keine Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit“) überzeugt vor dem Hin-
tergrund der gesamten, inzwischen vorliegenden Akten nicht. Gestützt auf 
die ihm damals zur Verfügung stehenden Unterlagen durfte Dr. med. 
F.________ im Rahmen seiner Aktenbeurteilung zwar durchaus mit einer 
gewissen Berechtigung einen relevanten Gesundheitsschaden ausschlies-

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sen. So hatte insbesondere der Orthopäde Dr. med. E.________ im Bericht 
vom 10. Juni 2013 (act. II 30) festgehalten, das leichte Impingement der 
Hüfte links würde sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirken resp. im 
Vordergrund ständen psychosoziale Faktoren. Insoweit bestanden und 
bestehen ernstzunehmende Hinweise auf eine mitwirkende psychosoziale 
oder psychosomatische Komponente. Allerdings erachtete Dr. med. 
G.________ am 24. Januar 2014 (act. II 43/2) weitere Abklärungen für indi-
ziert, weshalb es in der Folge zur internen Überweisung im Spital 
C.________ kam. Entgegen der Einschätzung des RAD-Arztes vom 6. Fe-
bruar 2014 (act. II 46/2) haben diese späteren Abklärungen (act. III 1 ff.) 
Anlass zur Operationsindikation gegeben. Selbst wenn voreilig operiert 
worden wäre und (nach wie vor) eine psychosoziale Komponente bestän-
de, liegen damit nun derart gewichtige Hinweise für eine (zumindest teil-
weise) somatische Ursache der geklagten Beschwerden vor, dass eine 
abschliessende Beurteilung gestützt auf die Aktenbeurteilung des RAD 
derzeit nicht möglich ist. Ob der Gesundheitsschaden aus invalidenversi-
cherungsrechtlicher Sicht relevant bzw. anspruchsbegründend ist, lässt 
sich ohne umfassende medizinische Begutachtung nicht beurteilen.

3.3.2 Die Beschwerdegegnerin hält in der Stellungnahme vom 13. Juni 
2014 (in den Gerichtsakten) dafür, die Berichte des Spitals C.________ 
(act. III) bezögen sich auf einen nach Erlass der angefochtenen Verfügung 
entstandenen Gesundheitszustand und die nachgereichten Berichte wür-
den keine wesentlich von der Einschätzung des RAD-Arztes abweichenden 
somatischen Befunde und Diagnosen beinhalten. Ausserdem beziehe sich 
die der Beschwerdeführerin attestierte 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ledig-
lich auf die Zeit vom 28. April bis 8. Juni 2014. Dieser Argumentation kann 
nicht gefolgt werden. Tatsache ist, dass die Beschwerdeführerin seit meh-
reren Jahren über Beschwerden klagt (act. II 11/3, 25/2, 26/2, 28/2). Erst 
längere (bereits vor Erlass der angefochtenen Verfügung in die Wege gelei-
tete [vgl. act. II 43/2]) Abklärungen führten zum Attest der Operationsindika-
tion. Insoweit lassen die nach Verfügungserlass erstellten Berichte auch 
Rückschlüsse auf die Zeit vor Erlass der Verfügung zu und sind somit zu 
berücksichtigen (vgl. SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4).

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Welche Schlüsse hier zu ziehen sind, kann das Gericht derzeit nicht beur-
teilen, da eine in Kenntnis aller Umstände, sowohl die invalidenversiche-
rungsrechtlich nicht relevanten psychosozialen, allenfalls überwindbaren 
psychiatrischen sowie die somatischen Aspekte berücksichtigende, 
fachärztliche Klärung der vor der Operation verbliebenden bzw. danach 
(wiederum) bestehenden Arbeits- und Leistungsfähigkeit bis heute nicht 
erfolgte. Auch wenn durchaus davon auszugehen ist, dass die Gesund-
heitsstörung eine (angepasste) Erwerbstätigkeit kaum wird ausschliessen 
können, lässt sich über die Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin, 
insbesondere die allfällige Notwendigkeit einer Umschulung wie auch einen 
(allenfalls befristeten) Rentenanspruch, nicht abschliessend entscheiden.

3.3.3 Die von der Beschwerdeführerin am 27. Juni 2014 eingereichten 
Unterlagen (undatierte Verordnung zur Physiotherapie des Spitals 
C.________, Aufgebot zur Kontrolluntersuchung im Spital C.________ vom 
18. Juni 2014, Ärztliches Zeugnis des Spitals C.________ vom 18. Juni 
2014 betreffend eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 23. Juni bis 23. Juli 
2014 sowie undatierte Röntgenaufnahmen) wurden nach Abschluss des 
Beweisverfahrens eingereicht (vgl. prozessleitende Verfügung vom 16. Juni 
2014). Gründe, das Beweisverfahren erneut zu eröffnen, bestehen nicht 
und die Unterlagen wären grundsätzlich aus den Akten zu weisen. Selbst 
wenn sie jedoch in die Beurteilung miteinbezogen würden, änderte sich am 
Ergebnis nichts. Für die (gerichtliche) Beurteilung sind sie nicht von weite-
rer Bedeutung, da bereits aufgrund der übrigen Unterlagen die Notwendig-
keit weiterer Abklärungen hervorgeht. Eine Einschätzung der offenen Fra-
gen zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit ermöglichen die nach Schliessung 
des Beweisverfahrens eingereichten Unterlagen ohne einlässliche gutach-
terliche Würdigung ebenfalls nicht.

3.4 Nach dem Dargelegten lassen sich die Arbeits- und Leistungsfähig-
keit und damit allfällige Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin ge-
stützt auf die vorliegenden medizinischen Unterlagen nicht abschliessend 
beurteilen. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich begründet. Die 
angefochtene Verfügung ist in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben 
und die Akten sind an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese 
wird weitere Abklärungen, insbesondere orthopädischer wie auch psychia-

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trischer Natur, durchzuführen haben. Anschliessend wird die Beschwerde-
gegnerin neu über das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin zu be-
finden haben.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’ 000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Partei hat Anspruch auf Er-
satz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG; BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61). Pra-
xisgemäss ist dem Gericht bei der Festsetzung der Parteientschädigung 
ein weiter Ermessensspielraum einzuräumen. Als Grundsatz gilt, dass die 
Parteientschädigung nur den objektiv erforderlichen Vertretungsaufwand 
umfassen soll (SVR 2006 BVG Nr. 26 S. 105 E. 11.3.1). Bei der Beurtei-
lung des Arbeits- und Zeitaufwandes darf das Sozialversicherungsgericht 
auch beachten, dass der Sozialversicherungsprozess im Unterschied zum 
Zivilprozess von der Untersuchungsmaxime beherrscht wird, wodurch in 
vielen Fällen die Arbeit des Anwalts erleichtert wird. Dessen Tätigkeit kann 
nur in dem Umfang berücksichtigt werden, als sich der Anwalt bei der Erfül-
lung seiner Aufgabe in einem vernünftigen Rahmen hält, unter Ausschluss 
nutzloser oder sonstwie überflüssiger Schritte. Im Weiteren fallen 
Bemühungen, welche der Anwalt vor der Einleitung des Prozesses unter-
nommen hat, bei der gerichtlichen Festsetzung der Höhe seines Honorars 
ausser Betracht (BGE 114 V 83 E. 4b S. 87; ZAK 1989 S. 254 E. 4b - d).

Im Lichte dieser Grundsätze erscheint die von Rechtsanwalt B.________ 
mit Kostennote vom 13. Juni 2014 geltend gemachte Entschädigung von 
Fr. 3‘734.20 (inkl. Auslagen und MWSt.) basierend auf einem Aufwand von 

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13 Stunden und 30 Minuten als hoch. Es handelte sich um wenig umfang-
reiche Akten. Die (vorab medizinischen) Berichte sind klar, einfach ver-
ständlich und thematisieren einen wenig komplexen Gesundheitsschaden. 
Die weiteren Abklärungen tätigte das Gericht (Beweismassnahmen). Der 
vorliegende Fall bedingte somit keinen besonders hohen Aufwand. Ange-
sichts der Notwendigkeit zur Stellungnahme im gerichtlichen Beweisverfah-
ren wie auch des gestellten Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege kann 
auf eine Kürzung der verlangten Parteikostenentschädigung jedoch gerade 
noch verzichtet werden. Gleichzeitig ist eine Erhöhung im Rahmen der un-
aufgefordert eingereichten, in der Kostennote noch nicht berücksichtigten 
Stellungnahme vom 27. Juni 2014 jedoch nicht geboten (vgl. auch E. 3.3.3 
vorstehend).

4.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das Gesuch um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege als gegenstandslos geworden vom Ge-
schäftsverzeichnis abzuschreiben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 17. Februar 2014 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘734.20 (inkl. Auslagen und MWSt.) zu er-
setzen.

4. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos 
geworden abgeschrieben

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Sept. 2014, IV/14/282, Seite 14

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin  (samt den 

eingereichten Akten)
- IV-Stelle Bern (samt Kopie des Schreibens der Beschwerdeführerin 

vom 27. Juni 2014 inkl. Beilagen sowie den eingereichten Akten)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.