# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b408d047-318b-5bb4-812b-31bc808a5704
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.06.2024 D-1751/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1751-2024_2024-06-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1751/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  J u n i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richter Markus König; 

Gerichtsschreiberin Sarah Rutishauser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Janine Hugentobler,  

Rechtsschutz für Asylsuchende,  

Bundesasylzentrum Region Zürich,  

Förrlibuckstrasse 110, 8005 Zürich,  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug; beschleunigtes Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 13. März 2024 / N (…). 

 

 

 

D-1751/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein afghanischer Staatsangehöriger paschtuni-

scher Ethnie – suchte am 16. Januar 2024 in der Schweiz um Asyl nach. 

Er wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region Zürich zugewiesen. 

B.  

Der Beschwerdeführer wurde jeweils im Beisein seiner Rechtsvertretung 

am 24. Januar 2024 summarisch zu seiner Person (PA) befragt und am 

1. März 2024 zu seinen Asylgründen (nach Art. 29 AsylG [SR 142.31]) an-

gehört. 

Zur Begründung seines Asylgesuchs und zu seinem persönlichen Hinter-

grund führte er im Wesentlichen aus, Probleme mit den Taliban zu haben, 

die in Pakistan begonnen hätten. Er sei in einem afghanischen Flüchtlings-

camp in Peshawar (Pakistan) geboren und aufgewachsen. Nachdem er 

seine Ausbildung in Islamabad abgeschlossen habe, habe er im Jahr 2017 

geheiratet und sei mit seiner Familie im Dezember 2019 nach Jalalabad, 

Afghanistan, gezogen, wo er bis zum Regierungssturz im Jahr 2021 als 

Lehrer Wirtschaft und Statistik unterrichtet habe. Nach seinem Stellenan-

tritt im Jahr 2017 in Peshawar habe ihn sein damaliger Lehrer W.A., der 

zwischenzeitlich in der afghanischen Regierung mit zwei weiteren Gefähr-

ten (H.N. und H.) Einsitz genommen habe, als zu wenig gläubig kritisiert, 

und sie hätten in der Schule beziehungsweise auf Facebook gegeneinan-

der einen pro/contra-Taliban-Disput geführt. Alsdann sei er im Februar 

2019 in Pakistan von den Taliban angehalten und im Beisein von W.A. wäh-

rend dreier Nächte festgehalten und geschlagen worden. Für seine Frei-

lassung habe er ein Glaubensbekenntnis ablegen sowie alle Posts auf  

Facebook löschen müssen. Danach habe er die Fachhochschule in Pesha-

war abgeschlossen, seine Lehrerstelle gekündigt und dem afghanischen 

Konsulat die Zustände in den afghanischen Schulen in Peshawar berichtet. 

Er habe eine Anzeige gegen die Lehrer W.A und H.N. erstattet, woraufhin 

H.N. und dessen Bruder M. festgenommen worden seien. Deren Vater, jet-

ziges Mitglied der afghanischen Regierung, habe dem Beschwerdeführer 

im Januar 2020 gedroht, sich dafür an ihm zu rächen. Im März 2021 sei 

der Beschwerdeführer mit seinem Cousin, der aus einer militärnahen Fa-

milie stamme, und einem Ranger nach Kabul gefahren. Nach dem Verlas-

sen des Wagens sei eine Bombe im hinteren Teil des Fahrzeugs explodiert. 

Im gleichen Monat habe er nach einem Angriff auf ein Kinderspital in Kabul 

die Taliban mit einem Social-Media-Beitrag als Terroristen bezeichnet, 

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Seite 3 

woraufhin dieser Post von W.A. mit einer Drohung gegen ihn kommentiert 

worden sei. Am Tag des Regierungssturzes (26. August 2021) sei er 

zwecks Ausreise spontan – ohne seine Ehefrau und die vier Kinder – zum 

Flughafen gegangen, habe jedoch aufgrund des Menschenandranges erst 

in der zweiten Nacht illegal aus Afghanistan ausfliegen können. Am 27. Au-

gust 2021 habe er telefonisch von der Suche des Bildungsministeriums 

nach ihm erfahren. Nach der Ausreise hätten die Taliban bei ihm zu Hause 

mehrmals Razzien durchgeführt. Seinem Vater seien von H.N. im Rahmen 

der regelmässig stattfindenden Hausdurchsuchungen zwei an den Be-

schwerdeführer gerichtete Drohbriefe der Taliban übergeben worden.  

Zum Nachweis seiner Identität reichte der Beschwerdeführer beim SEM 

Kopien der Tazkara, des Passes sowie des pakistanischen Flüchtlingsaus-

weises und zur Stützung seiner Vorbringen zwei Drohbriefe der Taliban und 

verschiedene Schuldiplome wie auch Arbeitsbestätigungen aus Afghanis-

tan und Pakistan, ein. 

C.  

Die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers reichte am 12. März 2024 im 

Rahmen des rechtlichen Gehörs beim SEM eine Stellungnahme zum Ent-

scheidentwurf ein. 

D.  

Der Beschwerdeführer wurde am 13. März 2024 dem Kanton Aargau zu-

geteilt. 

E.  

Mit gleichentags eröffnetem Entscheid vom 13. März 2024 lehnte das SEM 

unter Verneinung der Flüchtlingseigenschaft das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers vom 16. Januar 2024 ab, ordnete die Wegweisung aus 

der Schweiz an und setzte den Vollzug zugunsten einer vorläufigen Auf-

nahme einstweilen aus.  

F.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 20. März 2024 erhob der Be-

schwerdeführer gegen diesen Entscheid Beschwerde beim Bundesverwal-

tungsgericht und beantragte die Aufhebung der Dispositivziffern 1 bis 3 

(Flüchtlingseigenschaft, Asyl, Wegweisung) der angefochtenen Verfügung 

und unter Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft die Gewährung von 

Asyl. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er unter Verzicht auf das 

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Erheben eines Kostenvorschusses um die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung.  

Der Beschwerde lag nebst dem angefochtenen Entscheid mit Empfangs-

bestätigung und einer Vollmacht ein medizinisches Datenblatt vom 

14. März 2024 mit der Diagnose «depressive Entwicklung» bei.    

G.  

Mit Schreiben vom 21. März 2024 bestätigte das Bundesverwaltungsge-

richt den Eingang der Beschwerde. 

H.  

Der Instruktionsrichter wies mit Verfügung vom 10. April 2024 das Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ab. Gleichzeitig for-

derte er den Beschwerdeführer zur Leistung eines Kostenvorschusses auf, 

welche fristgerecht erfolgte. 

I.  

Mit Eingaben vom 24. April 2024 und 7. Mai 2024 reichte der Beschwerde-

führer einen USB-Stick mit einem Video (Aufnahme einer Hausdurchsu-

chung bei der Familie) und einen Fotoausdruck (Telefon-Screenshots) ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet 

des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der Beschwerdeführer ist als Ver-

fügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf 

die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist nach Leistung des 

Kostenvorschusses einzutreten (Art. 105 und 108 Abs. 2 AsylG, Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

 

 

 

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Seite 5 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Subjektive Nachfluchtgründe 

führen zur Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft, aber zum Ausschluss 

des Asyls (Art. 54 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM führte in der angefochtenen Verfügung aus, der Beschwer-

deführer sei aufgrund seiner Propaganda gegen die Taliban in der Zeit als 

Lehrer in Pakistan als ideologischer Gegner wahrgenommen worden, je-

doch hätten sich die Auseinandersetzungen mit dem Lehrer W.A. und des-

sen Weggefährten bereits im Jahr 2017 ereignet. Der Social-Media-Post 

eines Fotos mit seinem militärnahen Onkel und Cousin sei bereits im Jahr 

2014 veröffentlicht worden. Die mutmassliche Festnahme im Jahr 2019 in 

Pakistan könne zwar als Vergeltungsaktion gewertet werden. Danach be-

ziehungsweise nach dem Umzug nach Jalalabad habe der Beschwerde-

führer aber gemäss eigenen Angaben weder aktiv gegen die Taliban Pro-

paganda betrieben noch sei er anderweitig politisch aktiv gewesen. Ferner 

sei das konkrete Ziel des mutmasslichen Autobombenanschlages im März 

2021 unklar und das Militärfahrzeug des Cousins (Kommandant der afgha-

nischen Special Forces) sei dafür wahrscheinlicher, als die Person des Be-

schwerdeführers. Beim Beschwerdeführer sei nicht von einem genügend 

geschärften Profil als bedeutendem politischem und ideologischem Geg-

ner auszugehen. Hätten die Taliban ein wahrhaftes Interesse an ihm ge-

habt, hätten sie ihn bereits Jahre vor der Machtübernahme, als er noch 

politisch engagiert gewesen sei und Stellung gegen die Taliban bezogen 

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habe, inhaftieren oder mundtot machen können. Im Weiteren sei ange-

sichts des spontanen Entschlusses zur Ausreise (keine Vorbereitungs-

pläne) nicht von einem unerträglichen psychischen Druck des Beschwer-

deführers auszugehen. Er habe unmittelbar nach dem Regierungssturz am 

26. August 2021 und damit vor der Information vom 27. August 2021, dass 

er gesucht werde, erfolglos ausreisen wollen. Der Grund für die Ausreise 

habe daher vielmehr in generellen Bedenken aufgrund der Machtüber-

nahme der Taliban als in einer konkreten Bedrohungssituation des Be-

schwerdeführers bestanden. Die Vorbringen hinsichtlich einer Verfolgung 

durch die Taliban seien mangels Intensität und Gezieltheit nicht flüchtlings-

rechtlich relevant. Ein erhöhtes Risikoprofil für sich alleine vermöge keine 

Furcht vor flüchtlingsrechtlich relevanter Verfolgung zu begründen, son-

dern es bedürfe zusätzlicher risikoschärfender Elemente, eine abstrakte 

Gefährdung individuell zu konkretisieren. Da der Beschwerdeführer ge-

mäss eigenen Angaben seit 2019 weder Handlungen gegen die Taliban 

vorgenommen, sich als Lehrer exponiert habe, noch politisch tätig gewe-

sen sei, müsse er bei einer Rückkehr nach Afghanistan und in absehbarer 

Zukunft nicht mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit mit flüchtlingsrechtlich re-

levanten Verfolgungsmassnahmen rechnen. Seine subjektive Furcht vor 

künftigen Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG sei objektiv nicht begründet 

und seine Vorbringen seien nicht geeignet, die Flüchtlingseigenschaft zu 

begründen. Aufgrund fehlender Asylrelevanz könne auf die Prüfung allfälli-

ger Unglaubhaftigkeitselemente verzichtet werden, auch wenn ein Vorbe-

halt betreffend Übergabe des (zweiten) Drohbriefes anzubringen sei. Den 

eingereichten Drohbriefen komme aber ohnehin kein Beweiswert zu (da 

käuflich erhältlich, leicht fälschbar) und die Glaubhaftigkeit der nach seiner 

Ausreise bei der Familie durchgeführten Razzien könne mangels Bewei-

sen und der Tatsache, dass es sich dabei um Informationen aus zweiter 

Hand handle, nicht überprüft werden.  

Der Stellungnahme der Rechtsvertretung zum Entscheidentwurf hinsicht-

lich Glaubhaftigkeit komme wenig Gewicht zu, weil die Vorinstanz diese 

nicht in Frage stelle. Insofern der Beschwerdeführer alsdann einräume, er 

habe ab dem Jahr 2019 zwar keine Propaganda mehr gegen die Taliban 

verbreitet, jedoch einwende, er habe dennoch weiterhin Posts auf Face-

book geteilt und sei von den Gegnern (W.A., F., H.H.) mehrheitlich münd-

lich und per WhatsApp bedroht worden, stelle das SEM die verbalen Dro-

hungen der Taliban gar nicht in Frage, sondern nur deren Intensität und 

das Risikoprofil des Beschwerdeführers. Die Stellungnahme bringe hierzu 

keine neuen Erkenntnisse. Zudem handle es sich bei den angeblichen Dro-

hungen per WhatsApp um ein nachgeschobenes Argument, das bisher 

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weder erwähnt noch belegt worden sei. Im Weiteren würden in der Stel-

lungnahme bisherige Vorbringen wiederholt und blieben unbelegt (regel-

mässige Hausdurchsuchungen bei der Familie). Zudem könne es sich bei 

den vorgebrachten Razzien um Routinehandlungen der Taliban zwecks 

Einschüchterung der Bevölkerung handeln. Im Weiteren überzeuge nicht, 

dass die Familie dem Beschwerdeführer wegen seines schlechten psychi-

schen Gesundheitszustandes zwar von einmal pro Monat stattfindenden 

Razzien, jedoch nicht von zweimonatlichen erzählt habe, um ihn damit zu 

schonen. Alsdann handle es sich bei der Information, der Vater sei zweimal 

auf den Polizeiposten vorgeladen worden, um ein weiteres, nachgescho-

benes Argument. Auch ändere die Präzisierung in der Stellungnahme, es 

habe sich beim im Militärfahrzeug mitfahrenden Cousin nicht um denjeni-

gen bei den Special Forces, sondern um dessen jüngeren Bruder gehan-

delt, nichts an der Unklarheit über das konkrete Angriffsziel. Das SEM halte 

an der Einschätzung des fehlenden Risikoprofils des Beschwerdeführers 

fest, was durch das Fehlen von drastischeren Massnahmen (wie Festnah-

men) gegen die Familienmitglieder trotz Razzien bestätigt werde. Zudem 

sei der Beschwerdeführer in den Monaten vor seiner Ausreise – abgese-

hen von Social-Media-Kommentaren der Taliban – nie bedroht worden.  

4.2 In der Beschwerde wird in Wiederholung der bisherigen Vorbringen im 

Wesentlichen die Glaubhaftigkeit der Schilderungen des Beschwerdefüh-

rers mittels detaillierter Aufzählung von Realkennzeichen dargelegt und die 

Stellungnahme zum Entscheidentwurf wiedergegeben. So bringt der Be-

schwerdeführer nochmals vor, er habe sich mehrere hochrangige Mitglie-

der der aktuellen Taliban-Regierung zu Feinden gemacht, habe ihre Unter-

stützung bereits im Jahr 2019 abgelehnt, sei auf den Sozialen Medien tätig 

gewesen und sei entführt sowie gefoltert worden. Nach seinem Umzug mit 

der Familie nach Afghanistan habe er bis zu seiner Ausreise im August 

2021 weiterhin talibanfeindliche Beiträge auf den Sozialen Medien geteilt 

und sei bis dahin mittels Facebook-Kommentaren und per Telefon bedroht 

worden. Aufgrund der Machtübernahme der Taliban und der Einsetzung 

seiner Feinde in hohen Positionen der Regierung habe er sich zur Ausreise 

entschieden. Das Haus seiner Familie werde seither regelmässig auf Hin-

weise auf seinen Verbleib durchsucht.  

5.  

5.1 Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung die vom Beschwerde-

führer geltend gemachten Vorbringen – ungeachtet ihrer Glaubhaftigkeit – 

zu Recht als nicht asylrelevant erachtet. Zur Vermeidung von Wiederho-

lungen kann auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung sowie 

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Seite 8 

auf E. 4.1 hiervor verwiesen werden. Die Ausführungen auf Beschwerde-

ebene führen, wie zu sehen sein wird, zu keiner anderen Betrachtungs-

weise. Auf die Entgegnungen in der Beschwerde ist im Folgenden näher 

einzugehen. 

 

5.2 Die Beschwerde enthält keine neuen Argumente und erschöpft sich in 

einer Wiederholung derer, mit denen sich die Vorinstanz bereits eingehend 

und zutreffend auseinandergesetzt hat. So hat die Vorinstanz in der ange-

fochtenen Verfügung aufgrund der Stellungnahme der Rechtsvertretung 

zum Entscheidentwurf festgehalten, dass die Glaubhaftigkeit der Vorbrin-

gen nicht in Frage gestellt wurde. Die hierzu dennoch (wiederholten) aus-

führlichen Darlegungen in der Beschwerde (S. 6 bis 9) sind nicht relevant. 

Alsdann wird hauptsächlich an den Vorbringen zum Taliban-Disput auf Fa-

cebook mit dem damaligen Lehrer W.A., zur Berichterstattung über die 

Schulbedingungen, der Entführung und Anzeige festgehalten, jedoch ha-

ben sich diese allesamt vor dem Umzug nach Afghanistan in Pakistan er-

eignet. Die Vorinstanz hat zutreffend festgestellt, dass seit dem Jahr 2019 

aus den Akten nicht hervorgeht, der Beschwerdeführer sei speziell politisch 

exponiert gewesen oder habe aktiv gegen die Taliban politisch propagiert 

und ebenso gibt es dafür in der Beschwerde keine Anhaltspunkte. Mit der 

blossen Wiederholung der bisherigen Argumente ohne rechtsgenügliche 

Auseinandersetzung mit der diesbezüglichen Begründung in der angefoch-

tenen Verfügung und mit den weiterhin unsubstantiierten, unbelegten Be-

hauptungen (talibanfeindliche Aktivitäten auf Social Media) vermag der Be-

schwerdeführer nichts zu seinen Gunsten abzuleiten (Beschwerde, S. 9 f.). 

Es ist nicht von einem ernsthaften Interesse der Taliban an ihm auszuge-

hen und der Vorinstanz zuzustimmen, dass die erstmals in der Stellung-

nahme zum Entscheidentwurf dargelegten Drohungen per Telefon sowie 

die angeblichen Vorladungen des Vaters auf den Polizeiposten – auch auf 

Beschwerdeebene – nicht nur unbelegt geblieben sind, sondern auch als 

nachgeschoben zu erachten sind. An dieser Einschätzung vermag die 

(wiederholte) blosse Behauptung, die Cousine des Beschwerdeführers 

habe gegenüber der Rechtsvertretung die Angaben zur Periodizität der 

Hausdurchsuchungen und zur diesbezüglichen Anwesenheit von H.N. seit 

November 2023 sowie die Vorladungen des Vaters per WhatsApp bestä-

tigt, nichts zu ändern. Einerseits sind solche Bestätigungen einer Drittper-

son – umso mehr, wenn sie von nahen Verwandten stammen – von niedri-

gem Beweiswert, da die Möglichkeit einer reinen Gefälligkeit nicht auszu-

schliessen ist. Andererseits räumt der Beschwerdeführer gleichzeitig ein, 

H.N. sei seit November 2023 der Provinz der Familie (Nangarhar) zugeteilt, 

weshalb seine Anwesenheit bei Hausdurchsuchungen in seinem 

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Seite 9 

Zuständigkeitsbereich nicht überrascht (Beschwerde, S. 11). Selbst bei der 

Annahme von regelmässig durchgeführten Hausdurchsuchungen nach der 

Ausreise sind solche seit dem erfolgten Regierungssturz in Afghanistan 

nicht unüblich, weshalb daraus – mit Bezug auf das Asylverfahren – nicht 

ohne Weiteres etwas zu seinen Gunsten abgeleitet werden kann. Es be-

stehen keine Hinweise darauf, der Beschwerdeführer sei aufgrund einer 

allfälligen Exponiertheit einem erhöhten Verfolgungsrisiko in Afghanistan 

ausgesetzt (vgl. dazu als eines von vielen das Urteil des BVGer  

D-2161/2021 vom 12. Januar 2022 E. 7.2 ff.), woran auch die bei der Vor-

instanz eingereichten Beweismittel, welche leicht fälschbar und käuflich zu 

erwerben sind, nichts zu ändern vermögen. Gegen eine gezielte Verfol-

gung des Beschwerdeführers spricht alsdann der Umstand, dass er seine 

Ehefrau und die vier Kinder im Heimatstaat zurückgelassen hat und ge-

genüber diesen – ausser den Hausdurchsuchungen, bei denen nach sei-

nem Verbleib gefragt werde – keine anderen beziehungsweise weiteren, 

gegen sie gerichtete Massnahmen, eingeleitet beziehungsweise dargetan 

wurden. Demgemäss kann der Beschwerdeführer aus dem nachgereich-

ten Video eben dieser mutmasslichen Hausdurchsuchung bei seiner Fami-

lie und dem dazugehörigen Handy-Screenshot, der das Datum der Auf-

nahme vom 12. April 2024 bestätigen soll, nichts zu seinen Gunsten ablei-

ten (act. 5 und 6).  

 

Das auf Beschwerdeebene eingereichte medizinische Dokument vom 

14. März 2024 stellt die Diagnose einer depressiven Entwicklung fest (Be-

schwerdebeilage 4). Der Beschwerdeführer reichte dieses Dokument als 

Nachweis für die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen (Anzahl Razzien) ein, 

jedoch wird eben diese im Grundsatz gar nicht bezweifelt respektive offen-

gelassen, wobei insbesondere auch die tatsächliche Periodizität der Haus-

durchsuchungen vorliegend nicht massgeblich relevant ist. Das beigelegte 

Dokument ist aber auch im Übrigen unbehelflich, weil ein Arztbericht eine 

psychische Störung beziehungsweise eine Depression zwar belegen kann, 

nicht aber deren genaue Ursache feststellen (BVGE 2015/11 E. 7.2.2). 

Das Argument des Beschwerdeführers, seine Familienmitglieder seien 

beim ehemaligen Militär tätig gewesen (Onkel als Brigadeadmiral in Jala-

labad; Cousin als Kommandant bei den Special Forces; Beschwerde, 

S. 12), vermag keine aktuelle, persönliche asylrechtlich relevante Verfol-

gung des Beschwerdeführers glaubhaft erscheinen zu lassen, zumal das 

gemeinsame auf Social Media veröffentlichte Foto aus dem Jahr 2014 aus 

Pakistan stammt. Ebensowenig besteht ein Grund für die Annahme einer 

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Seite 10 

Reflexverfolgung, da zudem auch nicht geltend gemacht wurde, die (bei-

den) Verwandten seien aus Afghanistan ausgereist. 

Die geltend gemachte Furcht vor einer (bisherigen und künftigen) asylrele-

vanten Verfolgung ist als unbegründet einzustufen. 

5.3 Insgesamt ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer keine aktuell 

drohende Verfolgung nach Art. 3 AsylG darlegen konnte. Das SEM hat die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers demnach zu Recht verneint 

und sein Asylgesuch folgerichtig abgelehnt.  

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt in der Schweiz insbesondere weder 

über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An-

spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach 

ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, 

je m.w.H.). 

7.  

Nachdem die Vorinstanz den Beschwerdeführer mit der angefochtenen 

Verfügung wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der 

Schweiz vorläufig aufgenommen hat, stellt sich die Frage nach dem Vor-

liegen der weiteren Voraussetzungen für einen Verzicht auf den Vollzug der 

Wegweisung – Unzulässigkeit und Unmöglichkeit – im vorliegenden Fall 

nicht.  

8.   

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Verfahrens dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

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Seite 11 

[VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG). Der am 22. April 

2024 in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der 

Verfahrenskosten zu verwenden.  

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Sarah Rutishauser 

 

 

Versand: