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**Case Identifier:** 3472845a-742a-5cf7-bc97-d688d55a97ee
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.06.2019 200 2018 22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2018-22_2019-06-03.pdf

## Full Text

200 18 22 IV
LOU/LUB/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. Juni 2019

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. November 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2019, IV/18/22, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1980 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im August 2015 unter Hinweis auf eine psychische Krankheit, 
einen Bandscheibenvorfall und Kniebeschwerden bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV [act. II] 4). 
In der Folge führte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) me-
dizinische und erwerbliche Erhebungen durch. Dabei gewährte sie Einglie-
derungsmassnahmen, namentlich ein Belastbarkeitstraining in der Ab-
klärungsstelle C.________ vom 14. März 2016 bis 31. Januar 2017 (Mittei-
lungen vom 22. März, 13. Mai, 31. August, 14. Dezember 2016; act. II 36, 
52, 64, 79), einen Arbeitsversuch vom 8. Mai bis 31. Juli 2017 (Mitteilung 
vom 5. Mai 2017; act. II 98), ein externes Coaching vom 8. Mai bis 31. Juli 
2017 (Mitteilung vom 8. Mai 2017; act. II 101) und Arbeitsvermittlung (Mit-
teilung vom 16. Mai 2017; act. II 103). Gestützt auf eine zwischenzeitlich 
veranlasste interdisziplinäre Begutachtung durch die Dres. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und Werner 
J.________, Facharzt für Rheumatologie und Physikalische Medizin und 
Rehabilitation (Gutachten vom 17. November 2016 [inkl. interdisziplinärer 
Beurteilung] bzw. 20. Februar 2017; act. II 75.1, 89.1), stellte die IVB der 
Versicherten mit Vorbescheid vom 13. Juni 2017 bei einem Invaliditätsgrad 
von 27 % die Verneinung eines Rentenanspruchs in Aussicht (act. II 107). 
Dagegen erhob die Versicherte verweisend auf einen Bericht der Klinik 
E.________ Einwand (act. II 110, 112). Nach Rücksprache mit dem 
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Stellungnahme vom 10. November 
2017; act. II 116) verneinte die IVB entsprechend dem Vorbescheid mit 
Verfügung vom 15. November 2017 einen Rentenanspruch (act. II 117).

B.

Mit Eingabe vom 8. Januar 2018 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwältin Dr. iur. B.________, Beschwerde. Sie beantragte, die ren-
tenablehnende Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zur Anord-

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nung eines polydisziplinären Gutachtens an die IV-Stelle zurückzuweisen; 
eventualiter sei ihr eine Rente der IV ab Januar 2016 zuzusprechen.

Mit Beschwerdeantwort vom 12. März 2018 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde und liess eine Stellungnahme von 
Dr. med. D.________ vom 23. Februar 2018 (act. II 124) sowie eine solche 
von Dr. med. J.________ vom 26. Februar 2018 (act. II 125) einreichen.

Mit Replik vom 11. Mai 2018 liess die Beschwerdeführerin dem Verwal-
tungsgericht medizinische Berichte zukommen und äusserte sich zu den 
Stellungnahmen der beiden Gutachter.

Mit Duplik vom 15. Juni 2018 hielt die Beschwerdegegnerin verweisend auf 
eine beigelegte Stellungnahme des RAD vom 12. Juni 2018 an der Abwei-
sung der Beschwerde fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 

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i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 15. November 2017 
(act. II 117). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführe-
rin auf eine Rente der Invalidenversicherung und in diesem Zusammen-
hang die Vollständigkeit der Sachverhaltsabklärung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-

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fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 
281 E. 2.1 S. 285).

Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 
2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prü-
fung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 
S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 
7.2 S. 429). 

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

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3.

3.1 Zum Gesundheitszustand bzw. zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin lässt sich den Akten im Wesentlichen das Folgen-
de entnehmen:

3.1.1 Im Kurzaustrittsbericht der psychiatrischen Dienste K.________ 
vom 14. April 2014 (act. II 16 S. 16 f.) wurden eine Anpassungsstörung mit 
längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21), ausgelöst durch den Suizid 
des … (ICD-10 Z63.4) und den Arbeitsplatzverlust (ICD-10 Z56.0), eine 
soziale Phobie (ICD-10 F40.1) und eine Agoraphobie (ICD-10 F40.0) dia-
gnostiziert (S. 16).

3.1.2 PD Dr. med. F.________ (im Medizinalberuferegister nicht ver-
zeichnet [vgl. www.medregom.admin.ch]; gemäss eigenen Angaben Fach-
arzt für Neurochirurgie) führte im Bericht vom 3. Dezember 2014 (act. II 16 
S. 10 f.) – nachdem er am 4. September 2014 eine mikrochirurgische Fla-
vektomie und Fensterung L4/5 links, Entfernung der Diskushernie L4/5 
links und Dekompression der Wurzel L5 und Duralsack L4/5 links durchge-
führt hatte (act. II 16 S. 14 f.) – als Diagnose eine grosse mediolaterale, 
diskret progressive Diskushernie L4/5 links auf. Der Verlauf sei erfreulich, 
da keine relevanten Schmerzen bestünden und sich die eindrückliche Pa-
rese deutlich zurückgebildet habe (S. 10). Empfohlen werde der Patientin 
ab 1. Januar 2015 eine Stelle zu suchen, wobei die Tätigkeit als … unter 
Einhaltung einer Rückenergonomie sehr günstig sei (S. 11). 

3.1.3 Der Hausarzt Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 2. Oktober 2015 (act. II 16 S. 2-7) 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive 
Störung, chronische Rückenschmerzen bei Status nach Operation einer 
Diskushernie L4/5 2014 und retropatelläre Knieschmerzen beidseits seit 
Mai 2015. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei eine leichte Anä-
mie bei Eisenmangel (S. 2). Es bestehe eine starke Einschränkung der 
körperlichen Leistungsfähigkeit durch den Rücken (S. 4).

3.1.4 Am 30. Oktober 2015 führte Dr. med. H.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik I.________, als Diagnosen mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung seit 

http://www.medregom.admin.ch

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Jugend, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F33.1), eine chronische 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Anteilen (betreffend 
Knie und Rücken) seit zwei Jahren (ICD-10 F. 45.41), einen Zustand nach 
Bandscheibenoperation und rezidivierende Arthritiden auf. Ohne Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit vermerkte er einen Nystagmus beidseits (ICD-
10 H55; act. II 18 S. 2). Als … bestehe eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit 
vom 5. August bis 30. Oktober 2015. Die bisherige Tätigkeit sei maximal in 
einem Rahmen von 70-80 % zumutbar (max. sechs Stunden pro Tag; 
act. II 18 S. 4). Ab Dezember 2015 könne mit einer Wiederaufnahme der 
beruflichen Tätigkeit im Umfang von 40 % gerechnet werden (act. II 18 
S. 5). Am 12. November 2015 erwähnte Dr. med. H.________ als Diagno-
sen eine depressive Episode, gegenwärtig mittelgradig (ICD-10 F32.1), DD 
Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2), einen Status nach 
zweimaligem Bandscheibenvorfall im Bereich L4/5, Status nach Operation 
September 2014, einen Nystagmus und sonstige abnorme Augenbewe-
gungen (ICD-10 F55) und attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bis 
30. November 2015 (act. II 28 S. 2, 5).

3.1.5 Im Bericht des Spitals L.________ vom 17. Februar 2016 (act. II 60 
S. 7 f.) wurden ein exazerbiertes lumboradikuläres Schmerzsyndrom 
rechts, eine mittelgradige depressive Episode bei rezidivierender depressi-
ver Störung und ein Nystagmus unklarer Ätiologie diagnostiziert (S. 7). Bei 
der seit einer Woche geklagten Schmerzexazerbation finde sich klinisch 
eine diskrete Sensibilitätsminderung am rechten lateralen Fuss und Unter-
schenkel, was für eine Wurzelaffektion S1 sprechen könnte bei ansonsten 
unauffälligem Neurostatus (S. 2).

3.1.6 Im Bericht des Spitals L.________ vom 19. April 2016 (act. II 89.2 
S. 9-11) wurden als Diagnosen ein lumbales Schmerzsyndrom, eine mittel-
gradige depressive Episode bei rezidivierender depressiver Störung (Angst 
und Depression gemischt, Agoraphobie) und als relevante Nebendiagnose 
ein horizontaler Nystagmus beidseits unklarer Ätiologie aufgeführt (S. 9). 
Die Beschwerden seien am ehesten im Rahmen von muskuloskelettalen 
Beschwerden zu beurteilen. Zudem scheine eine depressive Störung sowie 
eine Angstsymptomatik im Vordergrund zu stehen (S. 10).

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3.1.7 Am 1. Juli 2016 diagnostizierte Dr. med. M.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-
10 F32.0) und einen Zustand nach Bandscheibenvorfall mit Operationen 
(act. II 60 S. 1). Aktuell stünden bei der Patientin neben einer depressiven 
Symptomatik ausgeprägte Rückenschmerzen im Vordergrund, welche eine 
Steigerung des Arbeitspensums (von momentan drei Stunden täglich) ver-
unmöglichten (act. II 60 S. 3).

3.1.8 Dr. med. N.________, Facharzt für Rheumatologie, diagnostizierte 
im Bericht vom 2. September 2016 (act. II 89.2 S. 2-4) ein lumbospondylo-
genes Syndrom, eine Knieoperation 2002, eine Nasen- und Halsoperation 
vor Jahren, eine mittelgradige depressive Episode bei rezidivierender de-
pressiver Störung, eine Agoraphobie, einen Nystagmus beidseits unklarer 
Ätiologie, eine leichte Anämie und Leukopenie (S. 2). Aktuell könnten we-
der klinisch, radiologisch noch serologisch Hinweise für eine zusätzliche 
entzündliche Erkrankung gefunden werden (S. 3).

3.1.9 Im psychiatrischen Gutachten vom 17. November 2016 (act. II 75.1) 
führte Dr. med. D.________ als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit eine ängstlich betonte rezidivierende depressive Störung mit 
chronischem Verlauf und gegenwärtig leicht- bis mittelgradiger Episode 
(ICD-10 F33.0/1) auf. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
stellte er keine fest. Anlässlich der aktuellen Untersuchung lasse sich ein 
Schmerzsyndrom mit praktisch andauernden Schmerzen im Bereiche der 
lumbo-sacralen Wirbelsäule und intermittierend auftretende Schmerzen im 
Bereiche des rechten Knies nachweisen. Den somatischen Akten könne 
entnommen werden, dass die Schmerzen im Bereich der lumbo-sacralen 
Wirbelsäule sich hinreichend durch körperliche Störungen erklären liessen 
(S. 14). Aus psychiatrischer Sicht sei festzuhalten, dass sich Belastungen 
nachweisen liessen, welche schwerwiegend genug seien, um in einem ur-
sächlichen Zusammenhang mit den Schmerzen zu stehen, insbesondere 
eine konflikthafte Beziehung mit der Mutter aber auch der Suizid des … im 
… . Während der Untersuchung hinterlasse die Versicherte indes nicht den 
Eindruck, unter andauernden schweren und quälenden Schmerzen zu lei-
den, Mimik und Gestik deuteten lediglich selten einmal Schmerzen in der 

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lumbo-sacralen Wirbelsäule an. Eine anhaltende somatoforme Schmerz-
störung, resp. eine chronische Schmerzstörung mit körperlichen und psy-
chischen Anteilen, lasse sich nicht diagnostizieren. Die anamnestisch eru-
ierten Symptome der zeitweise bedrückten, manchmal auch weinerlichen 
und manchmal fröhlichen Stimmung, der verminderten Energie, der Ver-
gesslichkeit, der Libidoverminderung sowie des manchmal auftretenden 
Gefühls einer allgemeinen Sinnlosigkeit erfüllten die zur Diagnosestellung 
einer depressiven Episode notwendigen Kriterien (S. 15). Bei der Versi-
cherten liessen sich auch Ressourcen erkennen, diesbezüglich sei insbe-
sondere das vielseitige Interesse zu nennen, aber auch die weitgehend 
intakte psychosoziale Funktionsfähigkeit in der Beziehung mit ihren Freun-
dinnen, mit ihrem Freund und weitgehend auch mit ihren Geschwistern. 
Schwerwiegende Komorbiditäten liessen sich weder aus psychiatrischer 
noch aus somatischer Sicht nachweisen. In der Persönlichkeitsstruktur 
liessen sich vor allem unsichere, ängstliche und zur Vermeidung neigende 
Persönlichkeitsanteile feststellen. Insgesamt sei das Aktivitätsniveau in 
allen vergleichbaren Lebensbereichen als in etwa gleichem Ausmass ein-
geschränkt zu beurteilen. Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch 
lasse sich jedoch ein ausgewiesener Leidensdruck feststellen (S. 17). An 
Funktionseinschränkungen seien vor allem eine oft bedrückte, manchmal 
weinerliche Stimmung, eine verminderte Energie, sozial-phobische Ängste, 
eine gewisse Vergesslichkeit, eine unterschiedliche Selbstbehauptungs-
fähigkeit sowie zeitweise auftretende Gefühle einer Sinnlosigkeit zu nen-
nen. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren lasse sich aus psychiatri-
scher Sicht insgesamt eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sowohl in 
der zuletzt ausgeübten als auch in der aktuellen und in einer adaptierten 
Tätigkeit in medizinisch-theoretischer Hinsicht von 20 % begründen, dabei 
mitberücksichtigt sei eine gleichzeitige gewisse Verminderung der Leis-
tungsfähigkeit. Diese Einschränkung bestehe seit Ende Oktober 2015 
(S. 19).

Im rheumatologischen Gutachten vom 20. Februar 2017 (act. II 89.1) dia-
gnostizierte Dr. med. J.________ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
ein lumbospondylogenes Syndrom (Operation Diskushernie L4/5 Septem-
ber 2014 bei linksseitiger Ausfallsymptomatik, Flavektomie und Fensterung 
L4/5 links sowie eine Entfernung der Diskushernie und Dekompression der 

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Wurzel L5, aktuell rechtsseitige Ausstrahlungen ohne klinische Zeichen für 
eine Nervenwurzelirritation, degenerative Veränderung ohne Nervenwur-
zelkompression, Hypermobilität, aktenanamnestisch). Ohne Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit seien eine Knieoperation 2002 und retropatelläre 
Knieschmerzen beidseits seit 2015, eine Nasen- und Halsoperation vor 
Jahren, ein Nystagmus beidseits unklarer Ätiologie, eine leichte Anämie 
und Leukopenie und ein Eisenmangel (S. 21). Die Versicherte leide seit 
Januar 2014 an einer Lumboischialgie links. Dabei handle es sich um eine 
schwere Beeinträchtigung, weswegen eine vorübergehende Arbeitsun-
fähigkeit nachvollziehbar sei. Mit der im September 2014 erfolgten Operati-
on habe der Zustand jedoch verbessert werden können, weshalb ab Januar 
2015 die Arbeitsfähigkeit aus rein rheumatologischer Sicht von 50 % auf 
80 % hätte schrittweise gesteigert werden können (S. 25). Im somatischen 
Bereich habe lediglich die Affektion an der Lendenwirbelsäule Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit. Eine Wechselwirkung mit anderen somatischen 
Diagnosen bestehe nicht (S. 28). Wegen der Wirbelsäulenproblematik wer-
de die Versicherte wahrscheinlich andauernd in der Leistungsfähigkeit um 
schätzungsweise 20 % beeinträchtigt bleiben, da sie mehr Pausen benöti-
ge um zwischendurch die Position zu ändern bzw. kurz aufzustehen und 
kurze Strecken gehen zu können (S. 29).

In der interdisziplinären Beurteilung führten die Gutachter aus, aus rein 
rheumatologischer Sicht sei eine leichte adaptierte Tätigkeit mit einer Ein-
schränkung von 20 % zumutbar, darüber hinaus könne als gemeinsame 
interdisziplinäre Beurteilung diejenige des psychiatrischen Gutachtens un-
eingeschränkt übernommen werden (act. II 75.1 S. 26).

3.1.10 Am 28. Juli 2017 diagnostizierten Dr. med. O.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie, und lic. phil. P.________, Fachpsycho-
loge für Psychotherapie FSP, der Klinik E.________, mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit eine ängstlich (vermeidende) Persönlichkeitsstörung 
(ICD-10 F60.6), eine ängstlich betonte, rezidivierende depressive Störung 
mit chronischem Verlauf und gegenwärtig leicht bis mittelgradiger Episode 
(ICD-10 F33.0/F33.1) und eine chronische Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41; act. II 110 S. 2). Anders 
als im psychiatrischen Gutachten beschrieben, sei die depressive Störung 

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unter anderem als Ausdruck und Folge der Persönlichkeitsstörung zu se-
hen. Die sozialphobischen Ängste und das damit verbundene Vermei-
dungsverhalten seien somit nicht der Depression zu subsumieren, sondern 
bestünden andauernd und mehr oder weniger unabhängig von einer de-
pressiven Symptomatik. Ebenfalls abweichend vom Gutachten seien die 
Kriterien für eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi-
schen Faktoren erfüllt. Die Beurteilung, dass Schmerzen, die nicht hinrei-
chend durch eine körperliche Störung erklärbar wären, als Ausdruck der 
Depression zu betrachten seien, sei nicht haltbar. Unter Berücksichtigung 
all dieser Faktoren sei maximal von einer Arbeitsfähigkeit von 50-60 % 
auszugehen mit einer zeitgleich bestehenden Verminderung der Leistungs-
fähigkeit von ca. 20 % (act. II 110 S. 4).

3.1.11 In der RAD-Stellungnahme vom 10. November 2017 (act. II 116) 
legte Dr. med. Manfred Bode, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
dar, dass sich aus dem Bericht von Dr. med. O.________ und lic. phil. 
P.________ keine neuen medizinischen Sachverhalte ergäben, die mit 
ausreichender Wahrscheinlichkeit das Vorliegen zusätzlicher neuer Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wie eine chronische 
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41) und/oder eine ängstliche Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6) 
nachwiesen. Es könne weiterhin vollumfänglich auf das bidisziplinäre Gut-
achten der Dres. med. J.________ und D.________ abgestellt werden; das 
formulierte Zumutbarkeitsprofil habe daher weiterhin Gültigkeit (S. 9).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

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Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353). 

3.3 Das interdisziplinäre Gutachten der Dres. med. D.________ und 
J.________ vom 17. November 2016 (act. II 75.1) bzw. vom 20. Februar 
2017 (act. II 89.1) erfüllt die beweisrechtlichen Anforderungen der höch-
strichterlichen Rechtsprechung (vgl. E. 3.2 hiervor) und erbringt damit vol-
len Beweis.

3.3.1 Der psychiatrische Gutachter Dr. med. D.________ diagnostizierte 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einzig eine ängstlich betonte rezidi-
vierende depressive Störung mit chronischem Verlauf bei gegenwärtig 
leicht- bis mittelgradiger Episode (ICD-10 F33.0/1; act. II 75.1 S. 14). Er 
setzte sich mit den früheren Berichten auseinander und legte einsichtig dar, 
weshalb teilweise nicht darauf abzustellen ist (act. II 75.1 S. 19 f.), und eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung bzw. eine chronische Schmerz-
störung mit körperlichen und psychischen Anteilen nicht begründet werden 
kann. So führte er aus, es sei bei der Untersuchung kaum eine Einschrän-
kung durch die Schmerzen wahrnehmbar, zeitweise sei eine gewisse Dra-
matisierungstendenz erkennbar, aber ansonsten seien die Angaben weit-
gehend konsistent (act. II 75.1 S. 13). Die Beschwerdeführerin hinterlasse 
nicht den Eindruck unter andauernden schweren und quälenden Schmer-
zen zu leiden, Mimik und Gestik deuteten lediglich einmal Schmerzen in 
der lumbo-sacralen Wirbelsäule an. Ihren Angaben zufolge träten Schmer-
zen vor allem belastungsabhängig auf. Eine Diskrepanz dazu ergebe sich, 
indem die Beschwerdeführerin lediglich einmal alle zwei bis drei Wochen 
zwei Tabletten eines Schmerzmittels einnehme. Zu einer Schmerzauswei-
tung sei es nicht gekommen und die Rückenoperation habe zu einer deutli-
chen Verbesserung der radikulären Schmerzen in den Beinen geführt 
(act. II 75.1 S. 15). Dr. med. D.________ zeigte damit schlüssig auf, dass 
die diagnostischen Kriterien der somatoformen Schmerzstörung (vgl. DIL-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2019, IV/18/22, Seite 13

LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl. 
2015, S. 233) nicht erfüllt sind. Die Expertise entspricht auch den Kriterien 
der Indikatorenprüfung (vgl. E. 2.2 hiervor) und ist vollständig sowie nach-
vollziehbar. Einzig hinsichtlich der früheren Aufenthalte in den psychiatri-
schen Diensten K.________, auf welche die Beschwerdeführerin hingewie-
sen hatte (act. II 75.1 S. 8), nahm der Experte keine weiteren Abklärungen 
vor und erachtete sie offenkundig als nicht relevant; die von ihm aufgeliste-
ten medizinischen Unterlagen datieren erst ab 2014 (act. II 75.1 S. 3 ff.). 
Vorliegend kommt den früheren Berichten bei IV-Anmeldung im August 
2015 (act. II 4) keine entscheidrelevante Bedeutung zu. Die beigebrachten 
Berichte der psychiatrischen Dienste K.________ vom 16. März 2011 
(act II 119 S. 15-19), 13. September 2011 (Akten der Beschwerdeführerin 
[act. I] unpaginierte Seiten), 27. Oktober 2013 und 3. März 2014 (act II 119 
S. 20-25) enthalten keine wichtigen Diagnosen bzw. Aspekte, die im Rah-
men der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 
2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5, 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Insofern er-
scheint die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % in jeglicher ange-
passter Tätigkeit, worunter auch die bisherige als … fällt, als einleuchtend. 
Die Diskrepanzen in der Arbeitsunfähigkeit zu den Erfahrungen in den zahl-
reichen Massnahmen der Abklärungsstelle C.________ begründete der 
Gutachter nachvollziehbar. Als Funktionseinschränkungen nannte er eine 
oft bedrückte, manchmal weinerliche Stimmung, eine verminderte Energie, 
sozial-phobische Ängste, eine gewisse Vergesslichkeit, eine unterschiedli-
che Selbstbehauptungsfähigkeit sowie zeitweise auftretende Gefühle einer 
Sinnlosigkeit. Zudem hielt er verweisend auf den Bericht der Abklärungs-
stelle C.________ vom 7. Juli 2016 (act. II 61) ausdrücklich fest, dass auf-
grund der aktuellen Untersuchung sich aus psychiatrischer Sicht eine 
höchstens 20 %-ige Arbeitsunfähigkeit begründen lasse (act. II 75.1 
S. 19 f.). Mit Blick auf die Erwartungshaltung und die Selbstlimitierung so-
wie Fixierung auf ihre in diesem Ausmass nicht objektivierbaren Schmer-
zen der Beschwerdeführerin sowie gewisse Grenzen im Umgang mit Vor-
gesetzten, tiefe Frustrationstoleranz und Abwehrhaltung und hohe An-
sprüche an eine Arbeitsstelle (vgl. act. II 61 S. 3 f., 66 S. 3 f., 82 S. 2 f., 96 
S. 3 f., 111) überzeugt die Einschätzung des Experten. Sodann ist für die 
Festsetzung der Arbeitsfähigkeit (vorbehältlich der Berücksichtigung recht-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2019, IV/18/22, Seite 14

licher Gesichtspunkte) ohnehin vorrangig auf die Angaben der Ärzte bzw. 
Gutachter abzustellen, nicht diejenigen der beruflichen Eingliederungsfach-
leute (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 4. Juli 2008, 
9C_833/2007, E. 3.3.2). Erhebliche – nicht rein subjektiver Interpretation 
entspringenden – Diskrepanzen zwischen den jeweiligen Einschätzungen, 
welche Zweifel an der ärztlichen Einschätzung wecken würden, liegen hier 
ohnehin nicht vor, zumal auch von medizinischer Seite eine 20 %-ige Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert wird.

Das rheumatologische Gutachten vom 20. Februar 2017 (act. II 89.1) ver-
mag ebenso zu überzeugen, weshalb auch darauf abzustellen ist. Dr. med. 
J.________ hatte Kenntnis der Vorakten (act. II 89.1 S. 2 ff.) und setzte 
sich mit den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin und den objekti-
ven Befunden (act. II 89.1 S. 14 ff.) auseinander. Demnach besteht bei der 
Beschwerdeführerin als einzige Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit ein lumbospondylogenes Syndrom (act. II 89.1 S. 27). Aus der 
gutachtlichen Beurteilung ergeben sich somatische Verbesserungen nach 
adäquater Behandlung. Der Experte führte zusammenfassend aus, dass 
die Beschwerdeführerin ab Januar 2014 an einer Lumboischialgie links 
(Diskushernie mit Kompression der Nervenwurzel L5 und einer entspre-
chenden Zehenparese) gelitten habe und mit der im September 2014 er-
folgten Operation der Zustand habe verbessert werden können, weshalb 
aus rein rheumatologischer Sicht ab Januar 2015 eine schrittweise Steige-
rung der Arbeitsfähigkeit von 50 auf 80 % habe erfolgen können 
(act. II 89.1 S. 25). Dies steht auch im Einklang mit den Ausführungen der 
Dres. med. F.________ und N.________. Nach erfolgter Diskushernien-
operation berichtete der operierende Arzt im Dezember 2014 von einem 
erfreulichen Verlauf, da keine relevanten Schmerzen bestanden hätten und 
sich die Parese deutlich zurückgebildet habe (act. II 16 S. 10). Am 2. Sep-
tember 2016 bemerkte der behandelnde Rheumatologe nach der einge-
setzten Therapie des Hausarztes (mit Surmontil und leichten NSAR mit 
Vimovo) eine Besserung der Beschwerden und er konnte weder klinisch, 
radiologisch noch serologisch Hinweise für eine entzündliche Erkrankung 
finden. (act. II 89.2 S. 3). Die gutachtliche Beurteilung, wonach sowohl in 
der angestammten als auch in einer angepassten Verweistätigkeit eine 
Leistungsminderung von 20 % bestehe (act. II 89.1 S. 29), überzeugt. Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2019, IV/18/22, Seite 15

richte, welche Zweifel an dieser Einschätzung aufkommen lassen würden, 
liegen nicht vor.

Interdisziplinär erfolgte durch die beiden Gutachter eine knappe Festlegung 
der Gesamteinschränkung von 20 % (mit Verweis auf die psychiatrische 
Beurteilung), die indessen tatsächlich nicht ganz eindeutig formuliert ist 
(act. II 75.1 S. 26; vgl. E. 3.3.2 hiernach).

Mit Blick auf die umfangreichen und vielseitigen Bildungs-, Berufs- und Le-
benserfahrungen und auf das in den Abklärungen der Abklärungsstelle 
C.________ auch festgestellte gute Qualitätsbewusstsein und den Durch-
haltewillen zeigen sich bei der Beschwerdeführerin insgesamt erhebliche 
Leistungspotentiale und gute Ressourcen, auch wenn gewisse Einschrän-
kungen unstreitig bestehen. Nach Eingang des umfassenden Arztberichts 
der Klinik E.________, vom 2. August 2017 (act. II 110) nahm der RAD-
Arzt Dr. med. Bode ausführlich Stellung und legte überzeugend dar, dass 
an den beiden Gutachten festgehalten werden könne (act. II 116 S. 7 ff.). 
Darauf kann ohne weiteres verwiesen werden mit der Ergänzung, dass im 
Unterschied zu den beiden Gutachtern die Behandler des Ambulatoriums 
ganz wesentlich auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin ab-
zustellen scheinen und deren Bericht die angezeigte Objektivierung ver-
missen lässt.

3.3.2 In der Ergänzung vom 23. Februar 2018 (act. II 124) zum psychia-
trischen Gutachtens bestätigte Dr. med. D.________ einleuchtend die bis-
herigen Ausführungen und stellte klar, dass sich eine Addierung der 
(psychiatrischen und somatischen) Einschränkungen von je 20 % nicht 
erlaubt. So führte er aus, sollten nicht sämtliche Schmerzen hinreichend 
durch körperliche Störungen erklärt werden können, seien diese als Aus-
druck der Depression anzusehen. Die Depression sei, zumindest zu einem 
Teil, als Folge der organisch bedingten Schmerzen zu betrachten. Die Be-
schwerdeführerin habe beispielsweise berichtet, dass ihre Energie wegen 
den Schmerzen vermindert sei, deswegen müsse sie immer wieder Pausen 
machen. Es lasse sich insgesamt eine interdependente Beziehung zwi-
schen den organisch begründbaren Schmerzen und den depressiven Be-
schwerden feststellen (act. II 124 S. 1 f.). Ebenso nahm der Gutachter Stel-
lung zum Bericht des Ambulatoriums und legte nachvollziehbar dar, dass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2019, IV/18/22, Seite 16

sich eine ängstlich (vermeidende) Persönlichkeitsstörung nicht begründen 
lasse. Er erläuterte, dass sich auf der Objektbeziehungsebene Konstanzen 
nachweisen liessen, die psychosoziale Funktionsfähigkeit mit den fünf gu-
ten Freundinnen, welche sie zum Teil schon viele Jahre kenne, als intakt zu 
beurteilen sei, wie auch diejenige mit ihrem Freund, mit dem sie seit drei 
Jahren liiert sei. Zudem sei die psychosoziale Funktionsfähigkeit in der Be-
ziehung mit ihren beiden Geschwistern als weitgehend intakt zu beurteilen 
und die Beschwerdeführerin sei auch fähig gewesen, ein Studium an der … 
mit dem Bachelor erfolgreich zu absolvieren. Zudem sei sie in der Lage 
gewesen, während drei Saisons einer Tätigkeit als … einer … nachzuge-
hen und im Jahr 2012 mit ihren Freundinnen zusammen ein „…“ zu eröff-
nen und zu führen (act. II 124 S. 2 f.). Die für eine ängstlich (vermeidende) 
Persönlichkeitsstörung notwendige Vermeidung persönlicher Kontakte so-
wie die Vermeidung beruflicher und sozialer Aktivitäten, welche intensiven 
zwischenmenschlichen Kontakt mit sich bringen, liegen damit nicht vor (vgl. 
DILLING et al., a.a.O., S. 282).

Der rheumatologische Gutachter schloss sich mit der Stellungnahme vom 
26. Februar 2018 (act. II 125) dem von Dr. med. D.________ formulierten 
Zumutbarkeitsprofil an und begründet dies – entgegen der Darstellung in 
der Replik – umfassend und nachvollziehbar. Namentlich wies er darauf 
hin, dass bei Status nach Diskushernienoperation, ohne Zeichen einer Ner-
venwurzelkompression, sich im Grunde genommen eine Arbeitsunfähigkeit 
für eine leichte administrative Tätigkeit nicht begründen lasse. Mit der her-
abgesetzten Leistungsfähigkeit im Umfang von 20 % sei es der Beschwer-
deführerin möglich, mehr Pausen zu machen, insbesondere die Wechsel-
belastung einzuhalten (act. II  125 S. 2). Dr. med. J.________ geht damit, 
wie der psychiatrische Gutachter in seiner Ergänzung zutreffend ausführte, 
von einer Leistungsminderung von 20 % bei einem vollschichtigen Pensum 
aus (act. II 124 S. 1). Des Weiteren zeigte er nachvollziehbar auf, weshalb 
keine neurologische oder neurochirurgische Beurteilung nötig ist, da nach 
dem Eingriff im Jahr 2014 bei erfreulichem Verlauf keine radikulären Aus-
fälle mehr bestanden hätten, die bildgebende Abklärung vom 8. Februar 
2016 keine Nervenwurzelkompression gezeigt habe, für die geklagte Mi-
gräne keine Basistherapie erfolge und der von der Beschwerdeführerin 
angegebene Schwindel sich spontan gebessert habe (act. II 124 S. 2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2019, IV/18/22, Seite 17

Hinsichtlich des geltend gemachten und zum Zeitpunkt der Beschwerdeer-
hebung erstmals vorgetragenen Augenleidens besteht keine relevante Ein-
schränkung. Nichts anderes ergibt sich aus den Eingaben der Beschwerde-
führerin vom 11. Mai 2018 betreffend med. pract. ________, Fachärztin für 
Ophthalmologie (vgl. act. I Bericht vom 13. April 2018). Diese erwähnte, 
dass anamnestisch seit früher Kindheit ein Nystagmus, welcher in der Re-
gel nicht progredient sei, sowie eine Myopie media beidseits bestehe. Es 
fällt auf, dass die Beschwerdeführerin weder anlässlich der psychiatrischen 
noch bei der rheumatologischen Untersuchung Augenbeschwerden ange-
geben hatte. Aufgrund der Biographie der Beschwerdeführerin ist davon 
auszugehen, dass sie Arbeiten am Bildschirm verrichten musste (im Gym-
nasium und Studium, als … und …. sowie …; act. II 75.1 S. 9 f., act. II 89.1 
S. 11-13, act II 111 S. 6). Hinweise, dass dabei Beschwerden von Seiten 
der Augen aufgetreten wären bzw. im Vordergrund geständen hätten, fin-
den sich keine in den Akten. Auch hat die Beschwerdeführerin weitere au-
genärztliche Untersuchungen gegenüber der behandelnden Ophthalmolo-
gin abgelehnt (act. I Mail vom 20. April 2018). Unter diesen Umständen 
kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Augenproblematik sich 
auf das interdisziplinäre Zumutbarkeitsprofil auswirkt, was auch der RAD-
Arzt Dr. med. Q.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, in der 
Stellungnahme vom 12. Juni 2018 (im Gerichtsdossier) bestätigte. Desglei-
chen vermögen die Ausführungen der behandelnden lic. phil. R.________, 
Fachpsychologin FSP, und Dr. med. S.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie, vom 14. April 2018 zuhanden der Rechtsvertreterin 
der Beschwerdeführerin (act. I unpaginierte Seiten) die Einschätzung der 
Experten nicht in Zweifel zu ziehen, zumal der Erfahrungstatsache Rech-
nung zu tragen ist, dass Hausärzte bzw. behandelnde Spezialärzte mitun-
ter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfäl-
len eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 
353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3, Entscheid des Eidgenössischen 
Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 20. März 2006, I 655/05, E. 
5.4).

3.3.3 Nach dem Dargelegten erweist sich der medizinische Sachverhalt 
als rechtsgenüglich abgeklärt. Auf weitere Beweismassnahmen kann in 
antizipierter Beweiswürdigung (BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236, 124 V 90 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2019, IV/18/22, Seite 18

E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2017 ALV Nr. 6 S. 18 E. 4.2) 
verzichtet werden. Damit ist ausgehend vom Zumutbarkeitsprofil, wonach 
(spätestens seit Ende Oktober 2015) sowohl in der angestammten als auch 
in einer adaptierten (leichten) Tätigkeit eine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit von 20 % besteht, nachfolgend die Invaliditätsbemessung vorzu-
nehmen.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Für die Berücksichtigung 
einer beruflichen Weiterentwicklung müssen praxisgemäss konkrete An-
haltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person einen beruflichen 
Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert 
hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Sodann genügen blosse Ab-
sichtserklärungen der versicherten Person nicht. Vielmehr muss die Ab-
sicht, beruflich weiterzukommen, durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, 
Aufnahme eines Studiums, Ablegung von Prüfungen usw. kundgetan wor-
den sein. Diese Grundsätze gelten auch für junge Versicherte. Bei der Prü-
fung der mutmasslichen beruflichen Entwicklung können unter Umständen 
aus einer besonderen beruflichen Qualifizierung im Invaliditätsfall Rück-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2019, IV/18/22, Seite 19

schlüsse auf die hypothetische Entwicklung gezogen werden, zu der es 
ohne Eintritt des Gesundheitsschadens gekommen wäre. Nach der Recht-
sprechung ist eine solche Annahme unter anderem dann zulässig, wenn 
die angestammte Tätigkeit weitergeführt werden kann. Indessen darf aus 
einer erfolgreichen Invalidenkarriere in einem neuen Tätigkeitsbereich nicht 
ohne Weiteres abgeleitet werden, die versicherte Person hätte ohne Invali-
dität eine vergleichbare Position auch im angestammten Tätigkeitsgebiet 
erreicht (SVR 2018 IV Nr. 48 S. 153 E. 4.2, 2017 BVG Nr. 9 S. 38 E. 2.2.2, 
IV Nr. 4 S. 9 E. 4.4.3, 2010 UV Nr. 13 S. 52 E. 4.1).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297). 

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 
3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizini-
schen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht 
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2019, IV/18/22, Seite 20

so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen 
(SVR 2018 IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2).

4.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Aufgrund der im August 2015 erfolgten Anmeldung 
zum Rentenbezug (act. II 4) ist der (hypothetische) Beginn des Rentenan-
spruchs auf Februar 2016 festzusetzen (Art. 29 Abs. 1 IVG). Auf diesen 
Zeitpunkt hin ist ein Einkommensvergleich durchzuführen.

4.4 Das Valideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin in der ange-
fochtenen Verfügung vom 15. November 2017 auf Fr. 66‘586.-- festgelegt 
(act. II 117 S. 1). Dazu stützte sie sich auf den Lohn als … im T.________ 
im Jahr 2014 von monatlich Fr. 5‘500.-- (inkl. 13. Monatslohn; Beschäfti-
gungsgrad 100 %; act. II 32 S. 2 f.) und nahm eine Indexierung auf das 
Jahr 2016 vor.

Die Beschwerdeführerin hat diverse Ausbildungen erfolgreich absolviert 
(Wirtschaftsmittelschule, … Matur, … Studium mit Abschluss Bachelor in … 
, …kurs; act. II 12 , 111 S. 6). Das Studium an der … hat sie im Jahr 2007 
(vorzeitig) beendet. Gründe dazu sind nicht dokumentiert, sondern werden 
allein durch die Beschwerdeführerin genannt. Sie sei aufgrund ihrer psychi-
schen Probleme (Angst usw.) nicht in der Lage gewesen, das Studium fort-
zusetzen. Als zeitnahestes Dokument liegt der Bericht der K.________ vom 
16. März 2011 (act. II 119 S. 15-19) vor, aus dem gewisse seit der Kindheit 
bekannte soziale Ängste hervorgehen, die seit Herbst 2010 wieder ver-
stärkt aufgetreten seien. Die behandelnden Ärzte diagnostizierten eine de-
pressive Störung und den Verdacht auf soziale Phobie. Es bestand weder 
eine medikamentöse noch therapeutische Behandlung und als psychosozi-
aler Faktor kam die Beendigung einer 10-jährigen Beziehung hinzu 
(act. II 119 S. 15 f.). Im Austrittsbericht der psychiatrischen Dienste 
K.________ vom 13. September 2011 (act. I unpaginierte Seiten) über die 
teilstationäre Behandlung vom 11. April bis 15. Juli 2011 wurden als Dia-
gnosen eine soziale Phobie (ICD-10 F40.1) und Agoraphobie (ICD-10 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2019, IV/18/22, Seite 21

F40.0) gestellt, nicht mehr die Depression. Laut diesem Bericht absolvierte 
sie nach offenbar rebellischer Jugend und entgegen der Absicht der Eltern 
einen (Sprach-)Aufenthalt in … und dann die zuvor erwähnte Ausbildungs-
laufbahn bis zum Studium mit Erfolg und ohne wesentliche Probleme. Das 
(Teil-)Studium konnte sie trotz ihrer aufkommenden Ängste und Insuffizi-
enzgefühle mit dem Bachelor abschliessen. Sie hat danach etwa eine … 
übernommen und ein „…“ mit Freundinnen aufgebaut und betrieben 
(act. II 75.1 S. 10, act. II 111 S. 6). Vor diesem Hintergrund ist nicht ersicht-
lich, dass die Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen nicht in 
der Lage gewesen wäre, das Studium auch nach dem Bachelor noch mit 
dem Master abzuschliessen. Vielmehr erscheint überwiegend wahrschein-
lich, dass sie andere Lebenspläne hatte. Andere Unterlagen, die Gegentei-
liges belegen könnten, liegen nicht vor und sind nach so langer Zeit erfah-
rungsgemäss nicht mehr greifbar und wurden von der anwaltlich vertrete-
nen Beschwerdeführerin auch nicht eingebracht. Dass die Beschwerdefüh-
rerin bei guter Gesundheit als … tätig wäre, ist nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit ausgewiesen (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221; 144 V 427 
E. 3.2 S. 430), war sie doch seit jeher immer wieder im …- bzw. … tätig, so 
auch im Zeitpunkt der Anmeldung bei der IV (act. II 4, 111 S. 6). Demnach 
ist das Abstellen für das Valideneinkommen auf die Angaben im Arbeitsver-
trag mit der T.________ AG (act. II 32 S. 2 f.) nicht zu beanstanden. Wohl 
verfügt die Beschwerdeführerin über die Matur, das … und eine … sowie 
ein Studium mit Bachelorabschluss und es wären ihr Tätigkeiten mit 
Führungsfunktion im … grundsätzlich möglich. Solchen ging sie denn auch 
schon nach, so als … der … . In dieser Stelle verdiente sie indes gemäss 
IK-Auszug Fr. 61‘358.-- (act. II 10 S. 3) und somit weniger, als die Be-
schwerdegegnerin als Valideneinkommen beigezogen hat. Insofern ist das 
in der angefochtenen Verfügung ermittelte Valideneinkommen von 
Fr. 66‘586.-- nicht zu beanstanden.

4.5 Das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin auf 
Fr. 48‘714.-- festgelegt. Dieses ermittelte sie – zu Recht, da die Beschwer-
deführerin keine Tätigkeit im zumutbaren Rahmen aufgenommen hat und 
über ausgewiesene berufliche Erfahrungen als … verfügt – auf der Basis 
der LSE 2014, Tabelle TA1, Pos. 55-56 Gastgewerbe/Beherbergung und 
…, Kompetenzniveau 3, Frauen, aufgerechnet auf ein Jahr, indexiert auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2019, IV/18/22, Seite 22

das Jahr 2016, angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit 
und unter Berücksichtigung der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 
20 %. Ein leidensbedingter Abzug ist – entgegen der Ansicht der Be-
schwerdeführerin – nicht geboten. Den behinderungsbedingten Einschrän-
kungen trägt das medizinisch-theoretische Zumutbarkeitsprofil mit einer 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % umfassend Rechnung.

4.6 Der Einkommensvergleich ergibt, bei einem Valideneinkommen von 
Fr. 66‘586.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 48‘714.--, eine Er-
werbseinbusse von Fr. 17‘872.-- und damit einen Invaliditätsgrad von ge-
rundet 27 % (Fr. 17‘872.-- / Fr. 66‘586.-- x 100 = 26.84 %; zur Rundung: 
vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 S. 123). Folglich besteht kein Anspruch auf eine 
Invalidenrente (vgl. E. 2.3 hiervor). Die angefochtene Verfügung vom 
15. November 2017 (act. II 117) ist damit nicht zu beanstanden. Die dage-
gen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ent-
nommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Be-
schwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. Juni 2019, IV/18/22, Seite 23

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (mitsamt Eingabe der Beschwerdeführerin vom 18. Juli 

2018)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.