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**Case Identifier:** 3cf12bf0-b69a-50c6-8c2e-518e947ad822
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-27
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 27.02.2025 725 2023 190 (725 23 190)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2023-190_2025-02-27.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 27. Februar 2025 (725 23 190) 
 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Würdigung des medizinischen Sachverhalts 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller 
 
 

Parteien A____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Markus Schmid, Rechts-
anwalt, Lange Gasse 90, 4052 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 AXA Versicherungen AG, Rechtsdienst, General Guisan-Strasse 
40, Postfach 357, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin, vertreten 
durch Martin Bürkle, Rechtsanwalt, Thouvenin Rechtsanwälte KLG, 
Klausstrasse 33, 8024 Zürich 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A. Die 1968 geborene A.____ erlitt am 18. August 1995 einen ersten Unfall. Sie zog sich 
als Mitfahrerin in einem Tram bei einem Zusammenstoss zwischen dem Tram und einem Reise-
car eine Distorsion der Halswirbelsäule mit zusätzlicher Commotio zu. Die damals zuständige 
Unfallversicherung Suva sprach A.____ mit Einspracheentscheid vom 12. Februar 2002 eine In-
validenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 50 % und eine Integritätsentschädigung 

 

 
 
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basierend auf einem Integritätsschaden von 45 % zu. Am 14. Januar 2018 stürzte sie beim Ski-
fahren auf der Skipiste heftig und zog sich ein Polytrauma zu. Sie wurde mit der Rega ins B.____-
Spital geflogen. Dort wurden folgende Diagnosen gestellt: Berstungs-Fraktur BWK 2 und BWK 3, 
Lungenkontusion Ober- und Unterlappen rechts, Rippenserienfraktur rechts dorsal, obere und 
untere Schambeinast-Fraktur links und eine Massa lateralis Os sacrum-Fraktur rechts. A.____ 
wurde am 16. Januar 2018 im B.____-Spital operiert. Zu diesem Zeitpunkt war sie durch ihren 
Arbeitgeber bei der AXA Versicherungen AG (AXA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtbe-
rufsunfällen versichert. Im Oktober 2019 gab die AXA ein polydisziplinäres Gutachten in den Dis-
ziplinen Orthopädie, Neurologie, Psychiatrie und Neuropsychologie bei der Gutachterstelle Zofin-
gen (gutso) in Auftrag, welches am 29. Dezember 2020 erstattet wurde. Die Gutachter kamen 
zum Ergebnis, es bestehe sowohl im angestammten Beruf als Medizinische Praxisassistentin / 
Eventmanagerin als auch in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 0 %. Des 
Weiteren bestehe ein Integritätsschaden ausschliesslich aus der in leichter kyphotischer Fehlstel-
lung verheilten BWS-Fraktur und betrage 10 %. Mit Verfügung vom 9. Februar 2022 stellte die 
AXA ihre Taggeldleistungen sowie die Leistung von Heilbehandlungskosten mit Ausnahme von 
ein bis maximal zwei Serien Physiotherapie pro Jahr per 28. Februar 2021 ein. Ausserdem wurde 
eine Integritätsentschädigung basierend auf einem Integritätsschaden von 10 % zugesprochen. 
Der Anspruch auf eine Rente wurde abgelehnt. Eine dagegen erhobene Einsprache wurde mit 
Entscheid vom 12. Mai 2023 abgewiesen. 
 
B. Dagegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Markus Schmid, mit Eingabe vom 14. 
Juni 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungs-
recht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzu-
heben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr ab 1. März 2021 eine Invalidenrente nach 
Massgabe eines Invaliditätsgrades von 100 % auszurichten. Weiter sei die Beschwerdebeklagte 
zu verpflichten, ihr eine Integritätsentschädigung ausgehend von einem durch das Unfallereignis 
vom 14. Januar 2018 hervorgerufenen Integritätsschaden von mindestens 25 % auszurichten. In 
verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde die Durchführung einer öffentlichen Parteiverhandlung be-
antragt. Weiter sei die Beschwerdebeklagte zu verpflichten, dem Gericht die gesamten Akten 
versehen mit einem Aktenverzeichnis zusammen mit der Beschwerdeantwort einzureichen, alle 
Begehren unter o/e Kostenfolge.  
 
C. Mit Vernehmlassung vom 4. September 2023 lässt die AXA, vertreten durch Rechtsan-
walt Martin Bürkle, die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde beantragen. 
 
D. Anlässlich der Parteiverhandlung vom 31. Oktober 2024 wird die Beschwerdeführerin 
zum Sachverhalt befragt. Auf ihre Ausführungen wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen 
eingegangen. In ihren Parteivorbringen halten die Rechtsvertreter an ihren jeweiligen Anträgen 
und Begründungen fest.  
 
E. Mit Beschluss vom 31. Oktober 2024 stellte das Kantonsgericht den Fall aus und räumte 
der Versicherten Gelegenheit zur Stellungnahme sowie zum Beschwerderückzug ein. In der Be-
gründung wurde im Wesentlichen festgehalten, dass das Kantonsgericht – im Falle eines Urteils 
– beabsichtige, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit zur Vornahme 

 

 
 
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weiterer Abklärungen und anschliessenden Neubeurteilung an die AXA zurückzuweisen. Dies 
könne möglicherweise zu einer Schlechterstellung (reformatio in peius) führen.  
F. Mit Eingabe vom 14. November 2024 liess die Beschwerdeführerin mitteilen, dass sie 
an ihrer Beschwerde festhalte.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser in X.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen 
ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung 
(VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige 
gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungs-
träger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde der 
Versicherten ist demnach einzutreten. 
 
2. Strittig und im Folgenden zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente sowie die 
Höhe der Integritätsentschädigung. Nicht umstritten ist, dass der Endzustand per 28. Februar 
2021 eingetreten ist.  
 
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie 
gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähig-
keit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend 
gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag 
nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem 
Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindes-
tens 10 % invalid ist und sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat. 
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine nam-
hafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann 
und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit 
dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 
UVG). 

 

 
 
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2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen 
dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Inva-
lidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht 
(BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs 
nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö-
rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis im Sinne einer Teilursache zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträch-
tigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die 
eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 337 E. 1 mit 
weiteren Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö-
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwen-
dende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden 
Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit  
eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht 
(BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
3.1 Für die Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheits-
zustandes und der Arbeitsfähigkeit sowie der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im 
Bereich der Medizin – ist die Verwaltung bzw. das Gericht regelmässig auf Unterlagen angewie-
sen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Das Gericht hat diese 
medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts [ATSG] vom 6. Oktober 2000) – wie alle anderen Beweismittel – frei, 
d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 
Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie 
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine 
zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei ei-
nander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das ge-
samte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht 
auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 
demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 
Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 
E. 1c). 
 
3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 

 

 
 
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und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5).  
 
3.2.1 So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spe-
zialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen so-
wie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssi-
gen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2019, 9C_609/2018, 
E. 3.2.2).  
 
3.2.2 Zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versiche-
rungsinterner Fachpersonen – so auch der Berichte von RAD-Ärztinnen und -Ärzte – wird der 
Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger al-
leine nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 351 
E. 3b/ee). Diesen Berichten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG (in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung) eingeholten Gutachten ex-
terner Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind aber soweit zu berück-
sichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen 
(BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.7, Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2014, 
8C 385/2014, E. 4.2.2). 
 
3.2.3 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärztinnen und Ärzten darf und soll das Gericht 
der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrecht-
liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aus-
sagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des thera-
peutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten 
fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des damaligen Eidgenös-
sischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 
13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in 
Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärz-
tinnen und Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in 
denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, 
die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 
 
4. In vorliegender Angelegenheit liegen im Wesentlichen folgende relevanten medizini-
schen Unterlagen vor: 
 
4.1 Im Austrittsbericht des C.____-Spitals vom 6. März 2018 zum Aufenthalt der Beschwer-
deführerin vom 31. Januar 2018 bis 18. Februar 2018 wird ausgeführt, der Rehabilitationsverlauf 
habe sich regelrecht und relativ komplikationslos gestaltet. Es sei während des Aufenthalts eine 

 

 
 
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erfreuliche Besserung hinsichtlich Mobilität erzielt worden. Beim Duschen sei sie bei Austritt noch 
auf Hilfe angewiesen gewesen. Kurz vor dem Austritt habe die Patientin über intermittierende 
Schwindelattacken mit Kribbelparästhesien in den Fingern und der Zunge berichtet, die spontan 
zurückgetreten seien. Die Patientin habe in gutem Allgemeinzustand mit reizlosen und trockenen 
Wundverhältnissen auf ihren Wunsch entlassen werden können. Zum weiteren Kraftaufbau und 
zur Besserung der Gangsicherheit und Gehleistung sowie Belastungsaufbau sei ein Stabilisati-
onstraining der unteren Extremitäten geplant.  
 
4.2 Aus Röntgenbildern vom Juni 2018 ergibt sich eine zunehmend konsolidierte Fraktur des 
oberen und unteren Schambeinastes, keine sekundäre Dislokation einer Fraktur der Massa La-
teralis des Sacrum rechts.  
 
4.3 In der Patientenakte der D.____-Klinik wird am 7. Juni 2018 festgehalten, bezüglich 
Hüfte und Becken sei die Versicherte komplett beschwerdefrei, starke Schmerzen würden im 
Bereich des linken Schulterblattes bestehen. Als Befund wird eine ausgeprägte Scapuladyskine-
sie, eine schmerzhafte Einziehung im Narbenbereich mit teilweise ausstrahlender Dysästhesie 
sowie eine ausgeprägte Muskeldysbalance und eine Fehlfunktion der periscapulären Muskulatur 
festgehalten.  
 
4.4 Dem Bericht des B.____-Spitals vom 26. Juni 2018 lässt sich anamnestisch entnehmen, 
dass die Beschwerdeführerin bezüglich der Beckenfrakturen beschwerdefrei sei und keine 
Schmerzmedikamente für das Becken brauche. Bezüglich der Frakturen BWK 2 und BWK 3 habe 
sie mit einer Neuraltherapie begonnen sowie persistierende Schmerzen unter Analgesie mittels 
Novalgin und Cymbalta behandelt. In der klinischen Untersuchung ergibt sich, dass die Beweg-
lichkeit in der HWS und der BWS schmerzhaft stark eingeschränkt sei. 
 
4.5 PD Dr. med. E.____, Spinale Chirurgie, B.____-Spital, führt in seinem Bericht vom 30. 
Juli 2018 über die Sprechstunde vom 26. Juli 2018 aus, die Versicherte klage über persistierende 
starke Schmerzen im Bereich der BWS-Fraktur. Sie könne kaum eine Stunde etwas unterneh-
men, weil die Schmerzen so sehr zunehmen würden, dass sie sich hinlegen müsse. Sie habe 
einen zweistündigen Arbeitsversuch unternommen, wegen der Schmerzen aber abbrechen müs-
sen. PD Dr. E.____ hält einen guten Allgemeinzustand, akzentuierte Kyphose der oberen BWS, 
eine massive Verspannung des linksseitigen M. Trapezius sowie eine starke Druckdolenz fest. 
Das Gangbild sei unauffällig, Kraft und Sensibilität der oberen Extremitäten seien intakt. In der 
Radiologie zeige sich eine leichte Abkippung der Fraktur, Stabilisation nach rechts, in der seitli-
chen Aufnahme seien die Spitzen der Schrauben in BWK 4 unverändert zu den Voraufnahmen 
und im Vergleich zu den Aufnahmen postoperativ nach caudal rotiert. Dies geschehe als Folge 
der kyphotischen Abkippung der Frakturzone nach ventral. Es sei im CT zu einer Zunahme der 
Kyphose im Bereich der Fraktur gekommen. Es zeige sich zudem ein Lysesaum um die hinteren 
Schrauben. Beides könnte die protrahierten Schmerzen auslösen. Es sei zur Beurteilung der li-
gamentären Situation ein MRI geplant.  
 
4.6 Im Bericht vom 6. September 2018 nimmt PD Dr. E.____ Stellung zum MRI der HWS 
und oberen BWS vom 15. August 2018. Das MRI zeige eine progrediente ossäre Durchbauung 

 

 
 
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der Wirbelkörper BWK 2 und 3 nach kompletten Berstungsfrakturen. Kein Anhalt für Pseudoarth-
rose, kein Anhalt für ligamentäre Verletzungen in den beteiligten Segmenten. Vorbestehend sei 
gelockertes dorsales Stabilisationsmaterial. Sowohl MRI als auch CT belegten eine Ausheilung 
der Frakturen. Andererseits verursache das gelockerte Synthesematerial wahrscheinlich 
Schmerzen. Er empfiehlt die Entfernung von Schrauben und Stäben. 
 
4.7 Vom 17. bis 22. September 2018 ist die Beschwerdeführerin im B.____-Spital zwecks 
Osteosynthesematerialentfernung der BWK 1 bis 4 hospitalisiert. Postoperativ zeigt sich ein re-
gelrechter Verlauf. 
 
4.8 Am 3. Dezember 2018 berichtet PD Dr. E.____ über ein persistierendes cerviko-thora-
kales Schmerzsyndrom und einen Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung 
(PTBS). Seit dem letzten Eingriff sei sie generell niedergeschlagen, immer wieder habe sie Erin-
nerungen an den Unfall, Albträume, dazu eine vegetative Symptomatik wie Obstipation und viel 
mehr Kopfschmerzen als früher. Einzig wirksame Therapie sei die Neuraltherapie bei Dr. J.____. 
Die Patientin unterscheide die jetzt bestehenden Schmerzen zu den Schmerzen nach dem Unfall 
1995. Sie seien im Ausmass ausgeprägter. 
 
4.9 Ab 4. Dezember 2018 begibt sich die Beschwerdeführerin in psychiatrische Behandlung 
bei med. pract. F.____, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie. Diese diagnostiziert im Ja-
nuar 2019 eine PTBS und hält eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit fest.  
 
4.10 PD Dr. E.____ berichtet am 25. Februar 2019. Es bestehe ein leicht regredientes cer-
vico-thorakales Syndrom mit Schmerzangabe auf der VAS-Skala in Ruhe 2 mit deutlicher Zu-
nahme unter körperlicher Belastung. Physiotherapie helfe gut. Dank psychiatrischer Betreuung 
sei sie auf gutem Weg, das Trauma zu verarbeiten. Es gebe für ihn keinen Anhaltspunkt, an der 
Diagnose PTBS und den Schmerzangaben zu zweifeln. Am 4. Juni 2019 hält PD Dr. E.____ fest, 
anamnestisch gehe es nicht besser als bei der letzten Untersuchung. Deshalb erfolgt eine Über-
weisung an hausinterne Spezialisten für chronische Schmerzen. 
4.11 Med. pract. F.____ bestätigt im Bericht vom 3. Juli 2019 eine vollständige Arbeitsunfä-
higkeit. Neu stellt sie folgende Diagnosen: Panikstörung mittelgradig, Agoraphobie, Klaus-tropho-
bie, Verdacht auf Störung durch Sedativa oder Hypnotika. 
 
4.12 PD Dr. E.____ hält am 2. September 2019 fest, ein Urlaub in Italien habe gut getan. Sie 
habe sich bis zu 7 Stunden täglich hinlegen können. Er stellt fest, dass die Neuraltherapie wirk-
sam sei. Klinisch bestehe auch ein deutlich gebesserter psychischer Zustand. Die Behandlung 
betreffend das chronische Schmerzsyndrom starte nun im September. Chirurgisch bestehe kein 
Handlungsbedarf. 
 
4.13 Aus dem Bericht von med. pract. F.____ vom 6. Januar 2020 ergeben sich neue Diag-
nosen: Generalisierte Angststörung, Agoraphobie mit Panikattacken. Sie könne sich vorstellen, 
dass die Patientin aus psychischen Gründen zu 40 % im bestehenden 40%-Pensum arbeitsfähig 
sein könnte. 
 

 

 
 
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4.14 Das gutso-Gutachten datiert vom 29. Dezember 2020 und stützt sich auf orthopädische, 
psychiatrische und neurologische Untersuchungen vom Januar/Februar 2020 sowie auf eine neu-
ropsychologische Untersuchung vom September 2020. Die Gutachter halten folgende Diagnosen 
fest: 
 

- Myofasziale Verspannungen der oberen BWS bei Status nach Skiunfall-Polytrauma vom 
14.01.2018 mit: 

 - Berstungsfraktur BWK 2 und BWK 3 
 - Lungenkontusion Oberlappen und Unterlappen rechts 
 - Rippenserienfraktur 2-4 und 9-10 rechts dorsal 
 - oberen und unteren Schambeinastfraktur links 
 - Massa lateralis Os sacrum-Fraktur rechts 
  

- Agoraphobie mit Panikattacken (ICD-10 F40.01; unfallfremd) 
- Generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1; unfallfremd) 
- Chronische Schmerzen mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41; unfall-

fremd) 
- Neurasthenie (ICD-10 F48.0; unfallfremd) 
- Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10 Z73) mit ängstlichen und asthenischen Elementen 

(unfallfremd) 
- Migräne ohne Aura (ICHD-3: 1.1; unfallfremd) 
- "Persistent postural-perceptual dizziness" (unfallfremd) 
- Status nach Neuritis vestibularis 02/2018 (unfallfremd) 
- Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom rechts(unfallfremd) 
 

Aus der Anamnese, die durch den orthopädischen Gutachter erhoben wurde, ergibt sich folgen-
des: Sie habe starke Schmerzen im Bereich vor allem der oberen BWS. Diese würden bis in den 
Hinterkopf strahlen und zu Zwangshaltungen führen. Dies sei äusserst schmerzhaft. Die ganze 
Umgebung der postoperativen Narbe sei äusserst druckempfindlich, weshalb sie keinen BH tra-
gen könne. Die Schmerzen bestünden in Ruhe, aber auch beim Versuch von Bewegungen. Ins-
besondere bei Bewegungen am Kopf habe sie massive Schmerzen im oberen BWS-Bereich. 
Gelegentlich habe sie auch Schmerzen an den Schultern. Zusammen mit den BWS-Schmerzen 
komme es gehäuft zu massiven occipitalen Schmerzen bis zur Migräne und Lichtempfindlichkeit 
und Erbrechen. Manchmal habe sie das Gefühl, die Finger würden taub. 
 
Unter dem Titel "Zusammenfassung und Beurteilung" wird in einem ersten Schritt eine leichte 
traumatische Hirnverletzung als Folge des Unfalls 1995 verneint. Es werden Bemerkungen zur 
damaligen Kollisionsgeschwindigkeit getätigt. Die damalige Behandlung der vermuteten HWS-
Verletzung wird bemängelt, wobei eine relevante HWS-Verletzung von den Gutachtern eindeutig 
verneint wird, auch mit Blick darauf, dass sich bis 2018 keine relevanten Veränderungen der HWS 
ergeben hätten. In Bezug auf den Unfall im Jahr 2018 wird eine Bewusstseinsstörung und eine 
Amnesie verneint.  
 
Der orthopädische Gutachter anerkennt, dass die Schrauben bei der Operation nicht optimal ge-
setzt worden seien. Man habe dann eine gewisse Kyphosierung in Kauf genommen. Er hält fest, 

 

 
 
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dass die Frakturen BWK 2 und 3 vollständig ossär verheilt seien und neurologische Störungen 
nie aufgetreten seien. Gewisse Restbeschwerden seien trotz Untersuchungsschwierigkeiten an-
zunehmen, die Beweglichkeit sei leicht eingeschränkt. Durch die Verletzungen an der BWK könn-
ten keine mechanischen Störungen der Schultern und Arme erklärt werden. Unspezifische myal-
gieforme Verspannungen, generell Verspannungen im BWS-Bereich, Wetterfühligkeit und eine 
gewisse Hypersensibilität im Narbenbereich seien durchaus nachvollziehbar. Sie seien durch die 
leichte Kyphosierung erklärbar. Das schränke jedoch die globale Beweglichkeit der Wirbelsäule 
nicht relevant ein. Es sei von einer vollen Belastungs- und Leistungsfähigkeit auszugehen. Arbei-
ten mit monotoner Zwangshaltung wie auch Arbeiten mit Heben und Tragen von schweren Las-
ten, Überkopfarbeiten und langes Arbeiten bei Kälte und Nässe seien nicht zumutbar. Eine volle 
Leistungsfähigkeit sei für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit Möglichkeit, zwischen Sitzen 
und Stehen zu wechseln gegeben. Die aktuell angegebenen Schmerzen seien in der Intensität 
nicht nachvollziehbar. Auch die Verletzungen im Bereich des Beckens würden die Tätigkeit als 
Medizinische Praxisassistentin nicht einschränken, auch wenn sich entwickelnde Schmerzen im 
ISG-Bereich denkbar seien. Ausserdem schätzt der orthopädische Gutachter den Integritätsscha-
den gestützt auf die Suva-Tabelle 7 mit 10 %. 
 
Der Neurologe diskutiert den Schwindel, wobei er einen Lagerungsschwindel als nur möglich be-
urteilt. Bei den attackenartig auftretenden Kopfschmerzen handle es sich sicher um eine Migräne 
ohne Aura. Diese sei klar unfallfremd, da keine schmerzempfindlichen Strukturen am Kopf ver-
letzt seien. Er beurteilt weiter das Einschlafen am Arm. Dabei könne es sich um unspezifische 
Auswirkungen von Muskelverspannungen in Nacken und Schulter handeln. Davon seien offen-
sichtlich die Behandler ausgegangen. Es könne sich auch um ein Carpaltunnelsyndrom handeln. 
Er empfiehlt, dies abzuklären. 
 
Der psychiatrische Gutachter analysiert vorab die Lebensgeschichte, schliesst auf massive 
frühere narzisstische Kränkungen, Erschütterung des Selbstbewusstseins mit folgender Mamma-
plastik und folgender Behandlung nach wiederholten Kränkungen bis 2010 bei einer Frau Dr. 
G.____. Er beurteilt die Behandlung durch den Partner der Beschwerdeführerin nach dem Unfall 
2018 als aussergewöhnlich und leitet daraus eine ungünstige Dynamik ab. Dieser habe auch die 
Beschwerden vom Unfall 1995 hervorgehoben und in Unkenntnis der damaligen Fehlverarbei-
tung auch die Fehlverarbeitung des Unfalls im Jahr 2018 in Gang gesetzt. Bezüglich dieses Un-
falls seien anfänglich keine psychischen Beschwerden erwähnt. Erst der Partner habe im August 
2018 solche angeführt. Der Partner habe auch erste psychotherapeutische Interventionen vorge-
nommen, was mangels Fachkenntnisse und fehlender Neutralität ungünstige Konsequenzen ha-
ben könne. Der Gutachter verneint eine PTBS und nimmt Stellung zu med. pract. F.____, die den 
Unfall 1995 ausser Acht gelassen habe. Er gelangt nach längeren Überlegungen zum Schluss, 
dass eine Krankheitsverarbeitungsstörung vorliege. Diese führe zu offensichtlicher Aggravation 
von somatischen und kognitiven Beschwerden. Dass diese Störung bei der Verarbeitung der Fol-
gen des Unfalls 2018 eine wesentliche Rolle spielen würden, lasse sich aufgrund von diversen, 
inadäquaten Verhaltensweisen erkennen, welche in den Untersuchungen erfasst worden seien. 
Eine depressive Störung liege nicht vor, wenn doch, dann höchstens in leichter Form. Tatsächlich 
müsse eine Agoraphobie mit Panikattacken diagnostiziert werden. Anamnestisch würden sich 
Hinweise auf eine Angststörung ergeben. Die Akten würden Hinweise liefern über eine bereits 

 

 
 
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früher vorhandene episodisch paroxysmale Angst, womit die Störung als vorbestehend beurteilt 
werden müsse. Die generalisierte Angststörung stehe nicht überwiegend wahrscheinlich im Zu-
sammenhang mit dem Unfall 2018. Dass die Angststörungen nach dem zweiten operativen Ein-
griff vom 18. September 2018 offensichtlich eskalierten, hänge mit vernünftiger Wahrscheinlich-
keit mit dem Opiatentzug zusammen. Ferner müsse die Diagnose chronische Schmerzen mit 
somatischen und psychischen Faktoren gestellt werden. Die Schmerzen würden gemäss Fest-
stellungen aller Untersucher im Rahmen der Krankheitsverarbeitungsstörung relevant aggraviert. 
Weiter werden eine Neurasthenie und akzentuierte Persönlichkeitszüge diagnostiziert. 
 
Die neuropsychologische Untersuchung gelangte im Wesentlichen zum Ergebnis, es liege eine 
Aggravation kognitiver Minderleistungen vor, weshalb von der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 
abgesehen wurde.  
 
4.15 Prof. Dr. med. H.____, Chefarzt Spinale Chirurgie, B.____-Spital, führt in seinem Bericht 
vom 4. Mai 2021 aus, die Versicherte leide an progredienten, belastungsabhängigen Schmerzen 
am cervikothorakalen Übergang bei Status nach Stabilisation traumatischer Berstungsfrakturen 
BWK 2 und BWK 3 und Implantatentfernung bei Lockerung. In der klinischen Untersuchung falle 
eine schwere Kyphose der oberen BWS auf mit kompensatorischer Hyperlordose der HWS. Als 
bildmorphologisches Korrelat zeige die Ganzwirbelsäulenaufnahme eine schwere posttraumati-
sche Kyphose, sowohl im ehemaligen Fraktur-Bereich mit Keilwirbelbildungen von BWK 2 und 
BWK 3 sowie zusätzlicher Proximal Junctional Kyphosis (PJK) und Distal Junctional Kyphosis 
(DJK). Die Gesamtkyphose Th1/Th12 mit einem Cobb-Winkel von 102° sei gegenüber den post-
operativen Stellungskontrollen vom 24. Januar 2018 mit einem Cobb-Winkel von 62° stark pro-
gredient. Die SVA (Sagittal Vertical Axis) betrage 197 mm, liege vor den Femurköpfen und ent-
spreche somit einer ausgeprägten positiven sagittalen Dysbalance. Die Beschwerden seien 
durch diese radiologisch gut dokumentierte, schwere progrediente Fehlstellung erklärt. Aufgrund 
des bisherigen Verlaufes halte er eine weitere Progredienz der Kyphose für sehr wahrscheinlich. 
Hinzu komme, dass durch die kompensatorische Hyperlordose der HWS die Facettengelenke 
stärker belastet würden und damit das Risiko für eine vorzeitige Arthrose bestehe. In der Zusam-
menschau der Befunde sei für ihn deshalb die Indikation zur Korrektur-Spondylodese von C5 bis 
L1 mit Ponte-Osteotomien auf mehreren Etagen oder je nach Rigidität der Kyphose ggf. 3CO 
(three column osteotomies) gegeben. Die Operation würde unter Neuromonitoring erfolgen. Zum 
jetzigen Zeitpunkt sehe sich die Versicherte psychisch nicht in der Verfassung, sich einer solch 
grossen Operation zu unterziehen. Somit würden aktuell die Schmerztherapie sowie die physio-
therapeutischen Massagen, Lockerungs- und Dehnungsübungen und Faszientechniken verblei-
ben. Zur Stabilisierung des Zustandes sei die Patientin auf die regelmässige Physiotherapie im 
Sinne einer Langzeittherapie angewiesen. Aufgrund der subjektiven Beschwerden und der kli-
nisch und radiologisch gut korrelierenden Befunde, sei die Versicherte in ihrer Tätigkeit als medi-
zinische Praxisassistentin aus seiner Sicht aktuell zu 100 % arbeitsunfähig. 
 
4.16 Nachdem die Beschwerdeführerin das Gutachten mit Schreiben vom 9. April 2021 aus-
führlich bemängelt hatte, bezogen die Gutachter mit Schreiben vom 29. Oktober 2021 ergänzend 
Stellung. Dabei nahmen die Gutachter insbesondere auch zum Bericht von Prof. H.____ vom 
4. Mai 2021 Stellung. Vorweg wird vorgebracht, Prof. H.____ habe den Unfall aus dem Jahr 1995 

 

 
 
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nicht erwähnt. Er habe über verschiedene Methoden der Winkelmessung geschrieben, was je-
doch für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht von Bedeutung sei. Die Arbeitsfähigkeit sei 
nicht aufgrund der radiologischen Befunde, sondern aufgrund der umfassenden Würdigung der 
klinischen Befunde, den krankheitsbedingten Funktionsstörungen und deren Auswirkungen auf 
die spezifischen beruflichen Anforderungen beurteilt worden. Mit den Ausführungen von Prof. 
H.____ müsse von einer Besserung betreffend HWS-Rotation über das altersübliche Mass hin-
aus ausgegangen werden. Der Orthopäde der gutso schliesst sich der Beurteilung von Prof. 
H.____ nicht an. Er weist auf eine erhebliche Fehlhaltung hin, die aus dem Röntgenbild vom 
16. März 2021 ersichtlich sei. Darauf gehe Prof. H.____ nicht ein. Seine Ausführungen zur Ar-
beitsfähigkeit seien pauschal und unbegründet. Weiter führt der orthopädische Gutachter aus, 
dass man ein MRI mehrfach geplant habe, ein solches jedoch nicht durchführbar gewesen sei. 
Die im MRI erkennbaren Pathologien hätten indessen einzig auf die Höhe des Integritätsscha-
dens potentiellen Einfluss gehabt. Die Prüfung, ob deshalb bezüglich der Frage eines allfälligen 
höheren Integritätsschadens Beweislosigkeit vorliege, müsse der Rechtsanwender entscheiden. 
Für die Frage der weiteren Behandlungsnotwendigkeit und der Auswirkungen auf die Arbeitsfä-
higkeit sei die radiologische Untersuchung nicht erforderlich. Diese Auswirkungen würden sich 
aus den Funktionseinschränkungen ableiten. Weiter wird ausgeführt, dass es nach der Materia-
lentfernung durchaus zu einer gewissen Nachsinterung im Frakturbereich gekommen sein könne, 
aber nicht in dem Ausmass wie von Prof. H.____ beschrieben. Es müsse eine Osteoporose pos-
tuliert werden. Zur von Prof. H.____ erwähnten Indikation einer Operation sei festzuhalten, man 
müsse für eine solche Indikation genau die Pathologien, d.h. Befunde eines MRI kennen. Noch-
mals wird wiederholt, dass der genaue Winkel Einfluss auf die Höhe des Integritätsschadens 
haben könne. Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei dies aber nicht von Belang. 
 
4.17 Dr. med. I.____, Chefärztin Wirbelsäulenchirurgie Spital K.____, diagnostiziert in ihrem 
Bericht vom 25. März 2022 eine progrediente PJK und DJK. Die Patientin versuche nach ihrem 
Ermessen glaubhaft, alle ihr zur Verfügung stehenden Therapien umzusetzen, um eigenständig 
wieder ins Berufsleben zurückzufinden. Eine Fehlstellung, wie sie in der letzten Röntgenauf-
nahme vom 16. März 2021 dokumentiert sei, sei nicht physiologisch und mit einem enormen 
muskulären Aufwand verbunden. Die Arbeit bestehe darin, den Kopf zu tragen, dessen Schwer-
punkt weit nach vorne verlagert sei, um den aufrechten Blick zu halten und schliesslich nicht in 
einer Dropped-Head-Position zu verharren. Zudem sei ein enormer Effort nötig, um das Gleich-
gewicht zu halten. Dies erkläre, warum in liegender Position alles erträglicher sei. Um dem Prob-
lem Rechnung zu tragen, wäre eine Spondylodese nötig. Sie erachte die Beschwerdeführerin als 
zu 100 % arbeitsunfähig ein. Sie empfiehlt dringendst, ein Gegengutachten von einem unabhän-
gigen spinalen Chirurgen einzuholen. 
 
5. Die AXA stellte ihre Leistungen per 28. Februar 2021 gestützt auf das Gutachten der 
gutso vom 29. Dezember 2020 und deren ergänzenden Stellungnahme vom 29. Oktober 2021 
ein. 
 
5.1 Das Gutachten erscheint formell umfassend und korrekt erstellt. Es beruht auf eigenen 
Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden. Es liegen detaillierte Beurteilungen 
der Experten und eine interdisziplinäre Gesamtbeurteilung vor. In materieller Hinsicht ist jedoch 

 

 
 
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vorweg festzustellen, dass ein offensichtlicher Mangel vorhanden ist. Die Gutachter haben zwar 
versucht, aktuelle radiologische Abklärungen vorzunehmen, was ihnen zugute zu halten ist. Dies 
ist ihnen jedoch nicht gelungen, weshalb im Ergebnis keine aktuellen Bilder vorliegen. Weiter 
ergibt sich, dass beim orthopädischen Gutachter aufgrund des Berichts von Prof. H.____ vom 4. 
Mai 2021 Unsicherheiten in Bezug auf die Bewertung des Integritätsschadens aufgetreten sind. 
Es ist zwar richtig, dass Prof. H.____ dem Unfall im Jahr 1995 – wie dies die Gutachter bemängelt 
haben – keine Beachtung geschenkt und auch zur Fehlhaltung keine Stellungnahme abgegeben 
hat. Der orthopädische Gutachter geht aber nicht davon aus, dass die Feststellungen von Prof. 
H.____ völlig falsch sind, sondern gesteht zu, dass in einem allfälligen MRI erkennbare Patholo-
gien Einfluss auf die Höhe des Integritätsschadens haben können. Er führt sogar aus, es liege 
am Rechtsanwender zu entscheiden, ob nun Beweislosigkeit vorliege oder nicht. Von einer Be-
weislosigkeit kann vorliegend jedoch noch keine Rede sein, wenn ein MRI ergänzende Angaben 
liefern könnte. Es müsste also vorab geklärt werden, ob ein MRI zumutbar wäre, und dann die 
Beschwerdeführerin aufgefordert werden, sich einer solchen Untersuchung zu unterziehen. Am 
Ende des Ergänzungsberichts wiederholt der orthopädische Gutachter den möglichen Einfluss 
eines MRI auf die Integritätsentschädigung. Zu widersprechen ist dem Gutachter darin, dass die 
radiologische Befundung keinen Einfluss auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit haben könne. 
Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind sämtliche Befunde, klinisch und auch radiologisch, zu 
berücksichtigen und zu erwägen. Es erscheint im vorliegenden Fall durchaus plausibel, dass wei-
tere in der Bildgebung erkennbare Pathologien einen Einfluss auf die Schmerzsituation haben 
könnten. Der Gutachter führt selbst aus, dass die objektiven Befunde die Schmerzen nicht erklä-
ren könnten. Wenn dieser darauf abstellt, dass eben bei stabiler Abheilung einer Fraktur nach 
einschlägiger Leitlinie auch in leichter Kyphose von einer vollen Belastungs- und Leistungsfähig-
keit auszugehen sei, so steht diesbezüglich gerade zur Diskussion, ob vorliegend noch von einer 
leichten Kyphose auszugehen ist. 
 
In Bezug auf das psychiatrische Teilgutachten ist Folgendes anzumerken: Die Anamnese und die 
Beurteilung sind sehr ausführlich ausgefallen und auf den ersten Blick auch durchaus nachvoll-
ziehbar in der Herleitung der Diagnosen. Es fehlt jedoch eine Beurteilung der Unfallkausalität im 
Zusammenhang mit den vorhandenen psychiatrischen Krankheitsbildern. Abgesehen davon, 
dass der Gutachter die postulierte Krankheitsverarbeitungsstörung unter anderem mit Blick auf 
die somatisch erklärbaren Schmerzen beurteilt – was bei nicht genügender somatischer Abklä-
rung bereits in Frage gestellt werden kann –, stellt er fest, dass diese Krankheitsüberzeugung bei 
der Verarbeitung der Folgen des Unfalls im Jahr 2018 eine wesentliche Rolle gespielt habe. Dazu 
ist festzustellen, dass – wenn eine Krankheitsverarbeitungsstörung vorliegt und diese zu einer 
Störung der Verarbeitung der Folgen eines Unfalls führt – geklärt werden muss, ob der Unfall zu 
einer Verschlimmerung allfälliger vorbestehender Krankheiten geführt hat. Der Gutachter führt 
weiter aus, dass gerade die Angststörungen nach der zweiten Operation eskaliert seien, vermut-
lich im Zusammenhang mit dem Opiatentzug. An keiner Stelle äussert sich der Gutachter dazu, 
ob der Unfall im Jahr 2018 zu einer Verstärkung der Angststörung geführt hat. Er führt zwar aus, 
dass nicht von einer Verschlechterung der Agoraphobie allenfalls aufgrund von radiologischen 
Untersuchungen ausgegangen werden könne, weil die Beschwerdeführerin bereits früher eine 
Sedation bei entsprechenden Untersuchungen benötigt habe. Keine Aussagen finden sich dazu, 
inwiefern sich der Unfall selber oder die nachfolgenden Behandlungen auf die Angststörung 

 

 
 
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ausgewirkt haben. Auch zu einer allfälligen Verschlechterung der Schmerzstörung wird nichts 
ausgeführt. Aufgrund der Aktenlage ist davon auszugehen, dass sich die Schmerzen insbeson-
dere im Bereich der Unfallfrakturen verschlechtert haben. Diesbezüglich wäre interessant, ob die 
somatisch vermeintlich nicht erklärbaren Schmerzen trotzdem teilweise oder vollständig als na-
türlich kausal zum Unfall im Jahr 2018 zu sehen sind oder nicht. Dazu äussert sich der Gutachter 
nicht. Im Zusammenhang mit der psychiatrischen Einschätzung fehlt jedoch auch eine Auseinan-
dersetzung mit der Schwere des Unfalls, da die Unfallfolgen doch erheblich waren. Dies wäre mit 
Blick auf mögliche psychische Folgen doch erwähnenswert. Demzufolge ist auch die psychiatri-
sche Beurteilung unklar.  
 
In Bezug auf die neurologische Beurteilung im gutso-Gutachten fällt auf, dass der Neurologe das 
Einschlafen des rechten Armes entweder auf Muskelverspannungen im Nacken oder Schulter 
oder auf ein Karpaltunnelsyndrom (CTS) zurückführt. Weder wird diese Frage geklärt noch, ob 
die Ursache (teilweise) unfallkausal ist oder ob sie sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt.  
 
5.2 Soweit die Beschwerdeführerin eine sexuelle Belästigung durch den psychiatrischen 
Gutachter geltend macht, ist diesbezüglich festzuhalten, dass dafür keine Beweise vorliegen. 
Eine Aufzeichnungspflicht der Begutachtung galt damals noch nicht. Die zeitnahe Aktennotiz, 
welche die Beschwerdeführerin anfertigen liess, spricht für ein Fehlverhalten. In der Beschwerde 
wird andererseits die Situation mit weiteren Sachverhaltselementen ergänzt, welche sich in der 
erwähnten Notiz nicht finden lassen, was einen gewissen Widerspruch darstellt. Allein gestützt 
auf diese Äusserungen kann somit nicht von einem Fehlverhalten des Gutachters ausgegangen 
werden.  
 
5.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass das Gutachten in seinen Schlussfolgerungen nicht 
überzeugt. Es kann jedoch auch nicht auf die Beurteilung von Prof. H.____ abgestellt werden, 
wirft doch der orthopädische Gutachter zu Recht gewisse Fragen zur Fehlhaltung und der feh-
lenden Diskussion einer Osteoporose auf. Daran ändern auch die Ausführungen von Dr. I.____ 
nichts. Ausserdem bleiben auch Fragen aus psychiatrischer und neurologischer Sicht ungeklärt. 
Damit ergibt sich, dass der vorliegende Sachverhalt nicht rechtsgenüglich abgeklärt ist, weshalb 
die Angelegenheit an die Vorinstanz zur Vornahme weiterer Abklärungen und zum Erlass einer 
neuen Verfügung zurückzuweisen ist.  
 
6.1 Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei 
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen 
ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren 
keine Kosten zu erheben. 
 
6.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses be-
messen. Nachdem die Beschwerde gutzuheissen und die Sache zur Abklärung im Sinne der 
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, hat diese der Beschwerdeführerin 
eine Parteientschädigung auszurichten. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner 

 

 
 
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Honorarnote vom 31. Oktober 2024 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 25,1 
Stunden geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechts-
fragen als zu hoch erweist. Insbesondere als zu hoch erscheint der für die Erstellung der Be-
schwerdeschrift angegebene Aufwand von 19 Stunden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der 
Rechtsvertreter die Beschwerdeführerin bereits im Einspracheverfahren und auch im Rahmen 
des rechtlichen Gehörs zum gutso-Gutachten vertreten hat. So hat er am 9. April 2021 eine Stel-
lungnahme zum gutso-Gutachten (24 Seiten), am 31. Januar 2022 eine Stellungnahme zu den 
ergänzenden Ausführungen der gutso-Gutachter und am 14. März 2022 die Einsprache verfasst. 
Dieser Aufwand erfolgte somit nicht im Beschwerdeverfahren. Unter diesen Umständen erscheint 
ein Aufwand von rund 12 Stunden für die Erstellung der Beschwerdeschrift als angebracht. Damit 
ergibt sich ein zu entschädigender Aufwand von insgesamt 18 Stunden (inklusive 4 Stunden Auf-
wand für die Parteiverhandlung), was einem vergleichbaren Aufwand in ähnlich gelagerten Fällen 
mit durchgeführter Parteiverhandlung entspricht. Es sind denn vorliegend auch keine ausseror-
dentlichen Umstände ersichtlich, die einen höheren Aufwand rechtfertigen würden. Die Bemü-
hungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle 
zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstan-
den sind ferner die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 129.80. Die Beschwer-
degegnerin hat der Beschwerdeführerin demnach eine Parteientschädigung in der Höhe von 
Fr. 5'004.80 (18 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 129.80 sowie 8,1 % Mehrwert-
steuer) zu bezahlen. 
 
7.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a 
BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und 
damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er-
sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt 
es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und 
anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2). 
 
7.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
7.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher Praxis die in einem Rückweisungs-
entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelung – wie die Rückweisung im 

 

 
 
Seite 15    

Hauptpunkt selbst – einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG) darstellt, der in der Regel 
keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und 
damit nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst 
mit Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet die Instanz, an welche die Sache 
zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten der Beschwerde führenden Person, 
so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückweisungsentscheid direkt innerhalb 
der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentscheids mit ordentlicher Beschwerde beim 
Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil des Bundesge-
richts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2-4; vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts vom 
19. Februar 2008, 9C_748/2007). 
 

  

 

 
 
Seite 16    

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der Einsprache-
entscheid der AXA Versicherungen AG vom 12. Mai 2023 aufgehoben 
und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägun-
gen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die AXA Versicherungen 
AG zurückgewiesen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

 3. Die AXA Versicherungen AG hat der Beschwerdeführerin eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 5'004.80 (inkl. Auslagen und 8,1 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.