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**Case Identifier:** 9d9c0598-c92c-54b2-b976-2cf9fcedfbea
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-12-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.12.2025 200 2024 435
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2024-435_2025-12-09.pdf

## Full Text

IV 200 2024 435 
MAK/BOC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. Dezember 2025

Verwaltungsrichterin Mauerhofer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt und Notar B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern  
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 22. Mai 2024

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2025, IV 200 2024 435

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Sachverhalt:

A.

Die 1968 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich im Juni 2015 bei der IV-Stelle … unter Hinweis auf 
ein Burnout zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [nachfol-
gend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 21). Nach Gewährung diver-
ser beruflicher Massnahmen verneinte die IV-Stelle … mit Verfügung vom 
10. Februar 2017 (act. II 74) den Anspruch auf weitere berufliche Mass-
nahmen sowie den Anspruch auf eine Invalidenrente, letzteren aufgrund 
des nicht erfüllten Wartejahres. Diese Verfügung blieb unangefochten. 

B.

Im Juli 2022 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf einen "Rück-
fall" zum Burnout und eine Covid-Erkrankung bei der IVB zum Leistungs-
bezug an (act. II 81, 95). Die IVB teilte am 12. Dezember 2022 mit, zur Zeit 
seien keine Eingliederungsmassnahmen möglich (act. II 105) und klärte 
den Rentenanspruch ab, insbesondere durch eine psychiatrische Begut-
achtung der Versicherten (Expertise vom 17. Oktober 2023 [act. II 
132.1 ff.]). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren und der Einholung 
einer Stellungnahme der psychiatrischen Gutachterin (act. II 137, 145, 
153 f., 156 - 158, 160) verneinte die IVB mit Verfügung vom 22. Mai 2024 
(act. II 161) bei einem Status von 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Haushalt 
sowie einem Invaliditätsgrad von total 4 % ab dem 1. Januar 2023 bzw. von 
12 % ab dem 1. Januar 2024 den Anspruch auf eine Invalidenrente.

C.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 19. Juni 2024 Beschwerde. Sie stellte die folgenden Rechtsbegehren: 

1. Die Verfügung der IV-Stelle Kanton Bern vom 22. Mai 2024 sei vollum-
fänglich aufzuheben.

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2. a) Die Beschwerdesache sei zur Erstellung eines polydisziplinären Gut-
achtens unter Einbezug der Fachrichtungen Wirbelsäulenorthopädie, 
Rheumatologie, Otologie, Ophthalmologie, Psychiatrie und Neuropsy-
chologie, zur weiteren Abklärung und zum Neuentscheid an die Invali-
denversicherung zurückzuweisen.
b) Eventualiter: Die Beschwerdesache sei an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen und diese sei gerichtlich anzuweisen, der Beschwerde-
führerin – auf einem permanenten Datenträger reproduzierbar – die 
vollständigen Tonaufnahmen der gutachterlichen Explorationsgespräche 
vom 15. Juni und vom 23. Juni 2023 und der fremdanamnestischen Ab-
klärung mit dem früheren Arbeitgeber C.________ inkl. Transkriptionen 
zukommen zu lassen.
c) Subeventualiter: Es seien der Versicherten ab wann rechtens die ge-
setzlichen Leistungen nach Massgabe einer Erwerbsunfähigkeit von 
mindestens 40 % (inkl. berufliche Eingliederungsmassnahmen) zzgl. ei-
nes Verzugszinses zu 5 % ab wann rechtens auszurichten.

3. Es sei gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskon-
vention (EMRK; SR 0.101) eine öffentliche Gerichtsverhandlung mit Pu-
blikums- und Presseanwesenheit anzusetzen und durchzuführen.

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwer-
degegnerin.

Mit Beschwerdeantwort vom 29. August 2024 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 9. September 2024 wurde die Be-
schwerdegegnerin ersucht, die anlässlich der psychiatrischen Begutach-
tung durch Dr. med. D.________, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie, erstellten Tonaufnahmen einzureichen. Gleichzeitig wurde 
der Antrag der Beschwerdeführerin auf Parteibefragung abgewiesen. Wei-
ter wurde die Beschwerdeführerin aufgefordert, dem Gericht mitzuteilen, ob 
sie am Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Schlussverhandlung 
festhalte.

Die anlässlich der psychiatrischen Begutachtung durch Dr. med. 
D.________ erstellte Tonaufnahme ging am 23. September 2024 beim 
Gericht ein (Akten der Beschwerdegegnerin [IIA]). 

Mit Eingabe vom 30. September 2024 zog die Beschwerdeführerin den 
Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Schlussverhandlung nach Art. 6 
Ziff. 1 EMRK zurück, wobei die Einreichung weiterer Beweismittel, und/oder 

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das Stellen weiterer Anträge respektive Ausführungen vorbehalten wurde. 
Ein Doppel dieser Eingabe wurde der Beschwerdegegnerin mit prozesslei-
tender Verfügung vom 1. Oktober 2024 zur Kenntnisnahme zugestellt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 22. Mai 2024 (act. II 161). Strei-
tig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Eine Rente 
nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Ein-
gliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1bis und 1ter nicht ausgeschöpft sind 
(Art. 28 Abs. 1bis IVG).

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Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in pro-
zentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invali-
ditätsgrad von 50 bis 69 % entspricht der prozentuale Anteil dem Invali-
ditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), bei einem Invaliditätsgrad ab 70 % besteht 
Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invali-
ditätsgrad zwischen 40 und 49 % gelten die prozentualen Anteile nach 
Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG). 

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 180, 9C_540/2020 E. 2.3). 

3.

3.1 Die Beschwerdeführerin hatte bereits im Jahr 2015 um Ausrichtung 
einer Invalidenrente ersucht (act. II 21). Der Rentenspruch wurde daraufhin 
mit Verfügung vom 10. Februar 2017 (act. II 74) von der IV-Stelle … abge-
wiesen, weil das Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG; vgl. E. 2.2 hiervor) 
nicht erfüllt war. Diese Abweisung erfolgte somit nicht aufgrund eines zu 
geringen Invaliditätsgrades bzw. es erfolgte damals keine materielle Prü-
fung des Rentenanspruchs. Da nur auf materiellen Prüfungen basierende 
Verfügungen Vergleichszeitpunkte im Sinne des Neuanmeldungsrechts 
darstellen können (vgl. BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 
S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b), liegt keine Neuanmeldungskonstellation 

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(Art. 87 Abs. 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenver-
sicherung [IVV; SR 831.201]) im eigentliche Sinne vor. Vielmehr ist die 
Anmeldung vom Juli 2022 (act. II 81, 95) wie eine Erstanmeldung zu be-
handeln, so dass nicht geprüft werden muss, ob seit der letzten rechtskräf-
tigen leistungsverweigernden Verfügung vom 10. Februar 2017 (act. II 74) 
eine Änderung der rentenrelevanten Verhältnisse eingetreten ist (vgl. MEY-
ER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 4. Aufl. 
2022, Art. 30 N. 120 mit Hinweis auf BGE 97 V 58).

3.2 In medizinischer Hinsicht sind vorliegend die folgenden Aktenstücke 
relevant: 

3.2.1 Im psychiatrischen Gutachten von Dr. med. D.________ vom 
17. Oktober 2023 (act. II 132.1 ff.) wurden die folgenden aktuellen psychia-
trischen Diagnosen nach ICD-10 aufgeführt (act. II 132.1/33 Ziff. 6.3): 

F33 St. n. rezidivierender depressiver Störung, (1997, 2015, 2022), leicht- 
bis mittelgradig, derzeit Vollremission unter Dauerprophylaxe mit einem An-
tidepressivum
F51.2 Nichtorganische Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus
Z72 Probleme bei der Lebensführung (Bewegungsmangel, ungeeignete 
Essgewohnheiten)
Z73 Akzentuierte Persönlichkeitszüge (Streben nach Anerkennung und Do-
minanz)
Z61 Probleme durch negative Kindheitserlebnisse (Probleme sich in diver-
sen Situationen adäquat abzugrenzen)

Dr. med. D.________ führte aus (act. II 132.1/33 Ziff. 6.1), insgesamt habe 
ausser Hinweisen auf akzentuierte Persönlichkeitszüge keine psychische 
Störung festgestellt werden können. Ein Long-Covid-Syndrom liege nicht 
vor. Die schlechte Performance am letzten Arbeitsplatz, insbesondere nach 
Begutachtung, sei am ehesten auf Defizite in der Motivation der Beschwer-
deführerin und eine daraus resultierende (mangelnde) Anstrengungsbereit-
schaft zurückzuführen. Dr. med. D.________ gab zudem an, die Gründe für 
die Funktionseinbussen zum Zeitpunkt der Begutachtung seien multifakto-
riell (act. II 132.1/38 Ziff. 6.3). Ausschlaggebend seien Schlafstörung mit 
Verschiebung des Tag-Nacht-Rhythmus, Dekonditionierung durch Überge-
wichtigkeit und Bewegungsmangel sowie andauernde psychosoziale Belas-
tungsfaktoren, akzentuierte Wesenszüge und die Wahl eines ungeeigneten 

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Arbeitsplatzes. Da die Beschwerdeführerin zuvor einen besser geeigneten 
Arbeitsplatz ausgeschlagen habe, bestehe zusätzlich der Verdacht auf mo-
tivational bedingt einschränkende Faktoren. 

Zu den Ergebnissen der Beurteilung von Aktivitäts- und Partizipationss-
törungen des Mini-ICF-APP bezogen auf den letzten Arbeitsplatz (Adminis-
tration in …), wurden die folgenden Beeinträchtigungen festgehalten (act. II 
132.1/43 Ziff. 7.1): keine Beeinträchtigung bei der Kontaktfähigkeit zu Drit-
ten, den Spontan-Aktivitäten und der Selbstpflege; leichte Beeinträchtigung 
bei der Anpassung an Regeln und Routinen, der Durchhaltefähigkeit, der 
Selbstbehauptungsfähigkeit, der Gruppenfähigkeit, den familiären bzw. 
intimen Beziehungen und der Verkehrsfähigkeit; mittlere Beeinträchtigung 
bei der Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Flexibilität und Um-
stellungsfähigkeit, der Anwendung fachlicher Kompetenzen und der Ent-
scheidungs- und Urteilsfähigkeit. 

Zur Arbeitsfähigkeit in der erlernten Tätigkeit als ... führte die Gutachterin 
aus (act. II 132.1/43 f. Ziff. 8), in einer solchen Tätigkeit wäre eine maxima-
le Präsenz von 7.5 Stunden pro Tag möglich, dabei bestehe eine Leis-
tungseinschränkung in Form von vermehrtem Pausenbedarf, zirka 5 % 
wegen Konzentrationsdefiziten. In einer solchen Tätigkeit bestehe im freien 
Arbeitsmarkt, bezogen auf ein 100%-Pensum eine Arbeitsfähigkeit von 
90 %. Der zeitliche Verlauf der Entwicklung dieser Arbeitsfähigkeit sei wie 
folgt: Die Beschwerdeführerin sei ab dem 9. August 2021 zu 100 % ar-
beitsunfähig gewesen, ab dem 1. September 2021 zu 50 %. Ab dem 1. 
November 2021 sei sie zu 75 % arbeitsfähig gewesen, ab dem 2. Oktober 
2022 zu 100 %. Ab dem 1. März 2022 sei sie erneut bis zum 31. Oktober 
2022 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen, ab dem 1. November 2022 wieder 
mindestens zu 80 % "vermittlungsfähig", ab dem 1. Dezember 2022 zu 
100 % arbeitsfähig.

Zur Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit in einer ... wurde 
festgehalten (act. II 132.1/44 Ziff. 8), in dieser Tätigkeit habe die Be-
schwerdeführerin drei bis vier Stunden an vier Tagen pro Woche anwesend 
sein können. Die qualitative Leistungsfähigkeit sei unzureichend gewesen, 
wegen Anforderungen an einen zu leistenden … und häufigen Unterbre-
chungen durch eilende Aufgabenstellungen sowie ungenügender Fach-

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kenntnisse. Das reduzierte Hörvermögen habe bei vorhandenem erhöhtem 
Lärmpegel zu Missverstehen und konsekutiven Missverständnissen ge-
führt. Die Beschwerdeführerin habe zunehmend grobe Fehlleistungen be-
gangen, welche aus Sicht des Arbeitgebers nicht nachvollziehbar und auch 
medizinisch nicht begründbar gewesen seien. Hauptgrund seien wahr-
scheinlich eine nachlassende Anstrengungsbereitschaft nach Kündigung 
des Arbeitsverhältnisses gewesen. Laut dem Arbeitgeber habe die Ver-
wertbarkeit der Gesamtleistungen unter 20 % gelegen. Die Arbeitsfähigkeit 
bei einem festgelegten Arbeitspensum von 40 %, 4.2 Stunden an vier Ta-
gen wöchentlich, habe ab dem 1. Februar 2023 100 % betragen, ab Mitte 
Juni 2023 sei sie auf 50 % gesunken. 

Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit führte Dr. med. 
D.________ aus (act. II 132.1/44 f. Ziff. 8), eine optimal angepasste Tätig-
keit im Angestelltenverhältnis umfasse ein ruhiges, wertschätzendes Ar-
beitsumfeld, ein kleines Team, eine flache Hierarchie, inhaltlich 
Vorherrschen eines Umganges mit Zahlen und eine eigenständige Auftei-
lung der Aufgaben in einem vorgegebenen, klar definierten Aufgabenge-
biet. In einer solchen Tätigkeit wäre eine maximale Präsenz von 7.5 bis 8 
Stunden pro Tag möglich; dabei bestehe eine Leistungseinschränkung in 
Form von vermehrtem Pausendarf, zirka 5 % wegen vermehrter Erschöpf-
barkeit. In einer solchen Tätigkeit bestehe im freien Arbeitsmarkt, bezogen 
auf ein 100%-Pensum eine Arbeitsfähigkeit von 90 % bis 100 %. Zum zeit-
lichen Verlauf der Entwicklung dieser Arbeitsfähigkeit machte die Gutachte-
rin die gleichen Angaben wie bei der erlernten Tätigkeit. 

3.2.2 In der Stellungnahme vom 29. April 2024 (act. II 160) führte die 
Gutachterin Dr. med. D.________ aus, bezüglich der Tonaufnahme sei 
festzuhalten, dass in der drei Stunden dauernden Untersuchung des zwei-
ten Untersuchungstags überwiegend Tests durchgeführt worden seien. Aus 
Gründen des Testschutzes seien diese nicht aufgenommen worden, da es 
für die Nachbesprechung der Antworten erforderlich gewesen sei, Fragen 
der Testbögen wortwörtlich nochmals vorzulesen. Die Beschwerdeführerin 
sei grundsätzlich über alle geplanten Untersuchungsschritte informiert wor-
den. Weiter wurde festgehalten, bei den Korrekturen durch die Beschwer-
deführerin falle die perfektionistische Art und Weise auf, mit der sie diese 

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Details nun nachträglich und mit der moralischen Bewertung als "richtig" 
und "falsch", sowie mit roter Tinte ergänze. Ein derart exaktes Verhalten 
wäre am Arbeitsplatz sicher angebracht und auch erwünscht gewesen. Mit 
der akribischen Durchforstung des Gutachtens durch die Beschwerdeführe-
rin, welche mit dem Ergebnis der Begutachtung nicht einverstanden sei, 
möchte sie offenbar, unterstützt durch ihren Anwalt, eine Neubegutachtung 
erreichen. Zu Punkten, welche auf Optimierungsmöglichkeiten ihrer ge-
sundheitlichen Situation hinwiesen, habe sie hingegen keinerlei Stellung 
genommen. An der bisherigen Beurteilung und Einschätzung der medizini-
schen Situation ergäben die Eingaben vom 10. Januar und vom 21. und 
27. Februar 2024 (act. II 145, 153 f.) keine Änderungen.

4.

4.1

4.1.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.1.2 Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen 
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-
chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 
Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246, 8C_260/2020 E. 2.2). 

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4.1.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2 Die angefochtene Verfügung vom 22. Mai 2024 (act. II 161) basiert 
in medizinischer Hinsicht auf dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. 
D.________ vom 17. Oktober 2023 (act. II 132.1 ff.). Das Gutachten wurde 
dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) nicht zur Überprüfung vorgelegt, 
obschon Rz. 3134 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversi-
cherungen (BSV) über das Verfahren in der Invalidenversicherung vorsieht, 
dass die IV-Stelle innert 20 Tagen nach Eingang des Gutachtens unter 
Einbezug des RAD die versicherungsmedizinische Qualitätssicherung der 
eingegangenen Gutachten durchzuführen hat (KSVI; zur Bedeutung von 
Verwaltungsweisungen vgl. BGE 150 V 1 E. 6.4.2 S. 6, 148 V 385 E. 5.2 
S. 391, 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 146 V 224 E. 4.4.2 S. 228, 132 V 121 
E. 4.4 S. 125). Dieses Vorgehen wirkt sich in concreto insofern nachteilig 
aus, als der RAD nicht zu den Mängeln im Gutachten – auf die nachfolgend 
einzugehen ist – Stellung nehmen und zeitnah Einfluss auf das weitere 
Vorgehen nehmen konnte. 

4.2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend (Beschwerde S. 15 ff. 
B./b)/Ziff. 5; act. II 153/4 ff., 154/5 f.), das Gutachten von Dr. med. 
D.________ weise diverse formelle Mängel auf, weshalb bereits deshalb 
beweisrechtlich nicht auf das Gutachten abgestellt werden könne. Wie die 
Beschwerdeführerin zu Recht geltend macht, weist das Gutachten von 
Dr. med. D.________ gewisse formelle und inhaltliche Mängel auf. So z.B. 
wurde die Hausnummer bei der Adresse der Beschwerdeführerin mit "... 
anstatt mit "..." festgehalten (act. II 132.1/1), obwohl die Beschwerdeführe-
rin dies im Rahmen der Begutachtung korrekt angegeben hat (Tonspur 
00min 34sec). Weiter arbeitete die Beschwerdeführerin bei der E.________ 

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AG in einem 80%-Pensum (act. II 110/3 Ziff. 2.3), was im Gutachten einmal 
falsch mit einem 60%-Pensum (act. II 132.1/3 Ziff. 1.2), aber dann auch 
wieder zwei Mal korrekt angegeben wurde (act. II 132.1/16 Ziff. 3.2, 
132.1/32 Ziff. 6.1). Andere Einwendungen treffen hingegen nicht zu (vgl. 
auch Beschwerdeantwort S. 3 f. C./Ziff. 7). So bemängelt die Beschwerde-
führerin (act. II 153/8), entgegen den Angaben im Gutachten (act. II 
132.1/14) sei ihr Grossvater kein Verdingbub gewesen, gegenüber der 
Gutachterin hat die Beschwerdeführerin dies jedoch so erzählt (Tonspur 
4min 16sec; vgl. auch act. II 154/5, wo die Beschwerdeführerin anerkennt, 
dass das Gutachten diesbezüglich nicht fehlerhaft ist, sondern dass sie 
irrtümlich vom Grossvater anstelle des Urgrossvaters gesprochen hat). Die 
fehlerhaften Stellen betreffen weitgehend Sachverhaltselemente, die im 
Ergebnis unbedeutend sind, das Gutachten verliert somit nicht bereits des-
halb seine Beweistauglichkeit, wie die Beschwerdegegnerin zu Recht ein-
wendet (Beschwerdeantwort S. 4 C./Ziff. 7). Das Gutachten weist indes 
einen gewichtigen formellen Mangel dergestalt auf, dass die Tonaufnahme 
des ersten Begutachtungstermins unvollständig ist, endet die Aufnahme 
doch nach 4 h 32 min 32 sec mitten im Gespräch. Mit Blick auf das Ergeb-
nis kann indes offenbleiben, was die Folgen der teilweise fehlenden 
Tonaufnahme wären (vgl. hierzu BVR 2023 S. 352).

4.2.2 Das Gutachten enthält zudem aber auch inhaltliche Widersprüche 
und Unklarheiten. So beurteilt die Gutachterin die letzte Arbeit in der ... als 
nicht angepasste Tätigkeit (insbesondere wegen der Hörminderung der 
Beschwerdeführerin und der konstanten Lärmbelastung). Dass die Be-
schwerdeführerin dort die erwartete Leistung nicht erbracht hat, führt die 
Gutachterin hingegen auf mangelnde Anstrengungsbereitschaft zurück 
(act. II 132.1/44 Ziff. 8). Auch bei der Beurteilung von Konsistenz und Plau-
sibilität wird im Gutachten vermerkt (act. II 132.1/33 Ziff. 6.2), es bestünden 
Hinweise auf eine verminderte Anstrengungsbereitschaft sowohl während 
der Begutachtung als auch beim letzten Arbeitgeber. Es bleibt jedoch un-
klar, gestützt auf welche Anhaltspunkte sie den Schluss auf mangelnde 
Anstrengungsbereitschaft am letzten Arbeitsplatz zog. Zudem widerspricht 
der ehemalige Arbeitgeber in seiner Stellungnahme vom 4. April 2024 (act. 
II 157/4) dieser Auffassung ausdrücklich. Er hielt fest, er sei zwar kein 
Psychiater, sein Eindruck sei aber, dass die hier vorgetragenen Probleme 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2025, IV 200 2024 435

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nicht auf einem fehlenden Willen beruhten, sondern krankheitsbedingt sei-
en. Diese Auffassung begründe er insbesondere auch damit, dass die Be-
schwerdeführerin am Ende des Arbeitstages völlig erschöpft gewesen sei, 
aufgrund der nicht erfüllten Aufträge ein schlechtes Gewissen gehabt und 
teilweise auch geweint habe. Soweit die Gutachterin zudem festhielt, die 
Beschwerdeführerin habe zuvor (vor der Stelle bei der ...) einen besser 
geeigneten Arbeitsplatz ausgeschlagen und den Verdacht auf das Beste-
hen von motivational bedingt einschränkenden Faktoren äusserte (act. II 
132.1/38 Ziff. 6.3), ist zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin diese 
Stelle nicht ausgeschlagen, sondern eine Absage erhalten hat, da sie den 
potentiellen neuen Arbeitgeber offen über ihre gesundheitlichen Probleme 
informiert hat (Tonspur ab 3 h 36 min 45 sec). Mithin leuchtet nicht ein, 
weshalb die Gutachterin ohne Weiteres auf fehlende Motivation der Be-
schwerdeführerin schloss.

4.2.3 Weiter sind die Daten zum Verlauf der Arbeitsunfähigkeit (act. II 
132.1/44 f. Ziff. 8) in mehrfacher Hinsicht widersprüchlich, insbesondere die 
Arbeitsfähigkeit von 100 % ab dem 2. Oktober 2022; dieses Datum kolli-
diert in unauflösbarer Weise mit den nachfolgenden Angaben, wo vom 
1. März bis 31. Oktober 2022 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert 
wird. Dieser Widerspruch tritt an zwei Stellen auf, nämlich bei der Arbeits-
fähigkeit in der "erlernten Tätigkeit" und bei der Arbeitsfähigkeit in einer 
angepassten Tätigkeit (act. II 132.1/44 f. Ziff. 8). Es ist sodann nicht nach-
vollziehbar, wie dies mit ihrer Beurteilung zu vereinbaren wäre, wonach 
eine Krankschreibung vom 1. März bis 1. Dezember 2022 aufgrund eines 
Long-Covid-Syndroms nicht zu rechtfertigen sei (act. II 132.1 S. 36). Die 
behandelnde Psychiaterin hatte im Übrigen am 12. Oktober 2022 eine 
100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1. September bis 31. Oktober 2022 attes-
tiert (act. II 109.3/8 bzw. 10). 

4.2.4 Sodann führt die Gutachterin aus (act. II 132.1/33 Ziff. 6.1), insge-
samt habe ausser Hinweisen auf akzentuierte Persönlichkeitszüge (eine Z-
Diagnose, welche nicht unter den Begriff einer 
invalidenversicherungsrechtlich erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigung 
fällt [Urteil des Bundesgerichts {BGer} 8C_804/2021 vom 1. Juni 2022 E. 
4.1.3]) keine psychische Störung festgestellt werden können. Im Wider-

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spruch dazu diagnostiziert die Gutachterin hingegen auf derselben Seite 
(act. II 132.1/33) unter Ziff. 6.3 – neben der voll remittierten Depression – 
eine nichtorganische Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus (ICD-10: F51.2). 
Ferner attestiert die Gutachterin der Beschwerdeführerin in einer ange-
passten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von (gemittelt) 95 % (act. II 132.1/44 
f. Ziff. 8); die Leistungsfähigkeit sei um 5 % eingeschränkt wegen vermehr-
ter Erschöpfbarkeit. Besteht eine Einschränkung um 5 %, muss dies auf 
eine psychische Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zurückge-
hen.

4.3

4.3.1 Insgesamt ist festzuhalten, dass das psychiatrische Gutachten von 
Dr. med. D.________ vom 17. Oktober 2023 (act. II 132.1 ff.) unsorgfältig 
verfasst ist und dass es unauflösbare Widersprüche, Ungenauigkeiten und 
Fehler enthält. Es erfüllt die an den Beweiswert einer medizinischen Exper-
tise gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.1.1 hiervor) somit nicht und die Be-
schwerdegegnerin hat sich zu Unrecht darauf gestützt.

4.3.2 Auf die Einschätzung der behandelnden Dr. med. F.________, 
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Praktische Ärztin, 
kann ebenfalls nicht abgestellt werden. Diese hatte im Bericht vom 22. No-
vember 2022 (act. II 101) die Diagnose ICD-10: F33.2 anxio-depressives 
Zustandsbild, klinisch phänomenologisch posttraumatische Entwicklung 
klinisch-phänomenologisch im Sinne einer rezidivierenden depressiven 
Störung mit Somatisierung und intermittierenden präsuizidal depressiv ex-
azerbierten Phasen festgehalten und medizinisch theoretisch eine 80 - 
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. auch die Berichte vom 25. 
Februar 2021 [act. II 93.2/33ff.], 25. Mai 2022 [act. II 93.2/4 ff.] und 
21. September 2022 [act. II 109.3/12 ff.]). Abgesehen davon, dass aktuelle 
Berichte nicht aktenkundig sind, kommt eine direkte Leistungzusprache 
gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärzte kaum je in Frage (Urteil 
des BGer 8C_222/2010 vom 19. Juli 2010 E. 4.2.2). Folglich ist die psych-
iatrische Begutachtung zu wiederholen. Entgegen dem in der Beschwerde 
gestellten Antrag (S. 2 Ziff. 2) ist die Erstellung eines polydisziplinären Gut-
achtens nicht notwendig, da gemäss der RAD-Stellungnahme vom 17. Ja-
nuar 2023 (act. II 114) die von der behandelnden Psychiaterin Dr. med. 

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F.________ im Bericht vom 22. November 2022 (act. II 101) erwähnte 
"somatische Akutbelastung" nach Rücksprache bei der Beschwerdeführerin 
am 2. Dezember 2022 nicht zutreffe. 

4.3.3 Unter diesen Umständen kann offen bleiben, ob es einen Mangel 
darstellt, dass vom zweiten Begutachtungstermin am 23. Juni 2023 (act. II 
132.1/2 Ziff. 1.1), keine Tonaufnahmen gemacht wurden, zumal die psych-
iatrische Begutachtung ohnehin – durch eine andere Person – zu wiederho-
len ist. Anlässlich dieses Termins waren überwiegend – aber nicht 
ausschliesslich – Tests durchgeführt worden (act. II 160/2). Immerhin ist 
dazu zu bemerken, dass gemäss Art. 44 Abs. 6 ATSG die "Interviews" in 
Form von Tonaufnahmen zwischen der versicherten Person und dem 
Sachverständigen erstellt und in die Akten des Versicherungsträgers auf-
genommen werden, wobei gemäss Art. 7k Abs. 1 der Verordnung vom 
11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSV; SR 830.11) das Interview das gesamte Untersuchungsge-
spräch umfasst, welches aus der Anamneseerhebung und der 
Beschwerdeschilderung durch die versicherte Person besteht (Art. 44 Abs. 
6 ATSG; vgl. auch Anhang III KSVI "Auftrag für medizinische Gutachten"). 
Laut dem IV-Rundschreiben Nr. 412 "Verfahrensfragen im Rahmen von 
medizinischen Gutachten" des BSV vom 20. Januar 2022 darf der testpsy-
chologische Begutachtungsteil bei psychiatrischen, neurologischen und 
neuropsychologischen Untersuchungen oder auch die Testung im Rahmen 
einer EFL (Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit) nicht aufge-
zeichnet werden (vgl. auch "Informationen über Tonaufnahmen" des BSV 
vom 26. Juni 2023 Ziff. 2, abrufbar unter <htt-
ps://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/sozialversicherungen/iv/grundlagen-
gesetze/gutachten-iv/gutachten-qualitaet.html#-1818865252>).

4.3.4 Mit Blick auf den Ausgang des vorliegenden Verfahrens erübrigen 
sich schliesslich Weiterung zur geltend gemachten Verletzung des An-
spruchs auf rechtliches Gehör (insbesondere Akteneinsichtsrecht und Ak-
tenführungspflicht; vgl. Beschwerde S. 6 ff. B./b)/Ziff. 4).

4.4 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 22. Mai 
2024 (act. II 161) in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sa-
che an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen zwecks Durchführung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2025, IV 200 2024 435

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einer erneuten psychiatrischen Begutachtung (durch eine bisher nicht in-
volvierte Fachperson) und anschliessendem Erlass einer neuen Verfügung. 
Dieser kassatorische Entscheid ist mit Blick auf die Rechtsprechung von 
BGE 137 V 210 zulässig. Die Rückweisung der Sache an die Beschwerde-
gegnerin zur weiteren Abklärung des rechtserheblichen medizinischen 
Sachverhalts entspricht dem von der anwaltlich vertretenen Beschwerde-
führerin prinzipaliter gestellten Antrag (Beschwerde S. 2 Ziff. 2 lit. a).

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Rechtsanwalt B.________ macht mit Kostennote vom 15. Oktober 2024 ein 
Honorar von Fr. 4'760.-- (19.04 Std. à Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von 
Fr. 48.40 und Mehrwertsteuer von Fr. 389.50 (8.1 % von Fr. 4'808.40), total 
Fr. 5'197.90 geltend, was im Vergleich zu ähnlich gelagerten Fällen als 
übersetzt zu qualifizieren ist. Der Rechtsvertreter war bereits im Vorbe-
scheidverfahren involviert und es haben sich keine komplexen rechtlichen 
Fragen gestellt. Unter Berücksichtigung des in vergleichbaren Fällen als 
geboten bezeichneten Aufwands erscheint eine Entschädigung von pau-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Dez. 2025, IV 200 2024 435

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schal Fr. 3'500.--, inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer, als angemes-
sen. Die Parteientschädigung wird demnach für das vorliegende Verfahren 
auf Fr. 3'500.-- (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt; diesen Betrag hat 
die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 22. Mai 2024 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Eintritt der Rechtskraft 
des Urteils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'500.-- (inkl. Auslagen und MWST), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt und Notar B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.