# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e204c64e-2481-5e25-968d-bb0df2ce7bfd
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.04.2013 UV 2012/89
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-89_2013-04-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/89

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 30.08.2019

Entscheiddatum: 08.04.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 08.04.2013
Art. 6 UVG; Art. 37 UVG; Art. 48 UVV. Gestützt auf die vorliegenden Akten ist 
eine vollständige Urteilsunfähigkeit im Suizidzeitpunkt nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen (Entscheid des 
Versicherungsgerichts vom 8. April 2013, UV 2012/89).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; a.o. Gerichtsschreiberin Annina Baltisser

Entscheid vom 8. April 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Rösler, Aeplistrasse 7, Postfach,

9008 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A. 

A.a B.___, geboren 1975, war seit 2005 bei der C.___ AG, Mels, tätig und dadurch bei 

der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch 

gegen Unfall versichert. Am 6. Juli 2011 beging der Versicherte in der Werkstatt der 

C.___ AG Suizid durch Erhängen (Suva-act. 7).

A.b Mit Schreiben vom 8. August 2011 teilte die Suva der Witwe des Versicherten, 

A.___, mit, dass mit Ausnahme der Bestattungskosten keine Versicherungsleistungen 

erbracht werden könnten, da der Versicherte seinen Tod absichtlich herbeigeführt habe 

(Suva-act. 11).

A.c Im Schreiben vom 1. September 2011 ersuchte der Vater des Versicherten, E.___, 

um ergänzende Abklärungen (Suva-act. 12). Im persönlichen Gespräch vom 20. 

September 2011 gaben A.___ und E.___ an, beim Versicherten sei in gesundheitlicher 

Hinsicht u.a. ca. 1997 eine Zyste unklarer Genese im Gehirn diagnostiziert worden. Bis 

vor seinem Tod habe der Versicherte insbesondere in Stresssituationen vermehrt an 

starken Migräneattacken gelitten. Belastet habe ihn auch die gesundheitliche Situation 

der Eltern, wie insbesondere ein beim Vater im Februar 2011 diagnostiziertes 

Prostatakarzinom. Wenige Wochen vor dem Tod des Versicherten sei die familiäre 

Situation des Öfteren eskaliert (Suva-act. 16).

A.d Im Schreiben vom 25. Oktober 2011 gab Dr. phil. F.___, Psychotherapeut SPV, an, 

der Versicherte sei nie bei ihm in psychotherapeutischer Behandlung gewesen (Suva-

act. 21). Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, führte im Arztbericht 

vom 28. Oktober 2011 aus, es sei am 5. Juli 2011 eine Konsultation aufgrund 

"linksseitiger Mittel- und Unterbauchschmerzen bei einer Vorgeschichte einer seit 

Jahren nicht mehr aktiven Proctosigmoiditis (2006) mit der Frage nach einer 

Standortbestimmung bzw. bei anamnestisch vorliegendem Prostatakarzinom seines 

Vaters zur diesbezüglichen Standortbestimmung" erfolgt, wobei die 

Rektaluntersuchung völlig normal ausgefallen sei. Gemäss retrospektiver Einschätzung 

aufgrund der Angaben der Ehefrau fänden sich Hinweise für das Vorliegen einer 

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schwersten Depression bei chronischer Überlastungssituation seit vielen Monaten 

(Suva-act. 22).

A.e Im Rahmen der am 31. Oktober 2011 von der Suva veranlassten psychiatrischen 

Beurteilung fand am 7. Februar 2012 ein persönliches Gespräch zwischen A.___ und 

med. pract. H.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, 

Konsiliarpsychiater der Suva, statt (Suva-act. 30, Suva-act. 28). In der psychiatrischen 

Beurteilung vom 19. April 2012 nahm dieser zur Frage der Urteilsfähigkeit des 

Versicherten wie folgt Stellung: Es könne unter Berücksichtigung des emotionellen 

Ausnahmezustandes des Versicherten im Rahmen einer langdauernden Belastung mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit weder das vollständige Vorhandensein noch die 

vollständige Aufhebung seiner Urteilsfähigkeit zum Suizidzeitpunkt festgestellt werden 

(Suva-act. 30).

A.f  Gestützt auf die psychiatrische Beurteilung vom 19. April 2012 lehnte die Suva ihre 

Leistungspflicht mit Ausnahme der Bestattungskosten mit Verfügung vom 7. Juni 2012 

ab (Suva-act. 32). Gegen diese Verfügung erhob A.___ am 9. Juli 2012 Einsprache und 

beantragte die Ausrichtung von UVG-Hinterlassenenleistungen. Im Wesentlichen 

machte sie geltend, es sei, allenfalls im Rahmen einer unabhängigen Begutachtung 

durch einen Spezialisten, zu prüfen, in welchem Ausmass der extreme Schlafentzug 

des Versicherten zu einer Urteilsunfähigkeit geführt habe (Suva-act. 37).

A.g Mit Einspracheentscheid vom 5. Oktober 2012 wies die Suva die Einsprache ab. Es 

bestehe kein Nachweis für die Annahme, dass der Versicherte im Tatzeitpunkt mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit psychopathologische Symptome aufgewiesen habe. 

Bezüglich des geltend gemachten Schlafmangels sei kein externes Gutachten 

einzuholen, da für die Beurteilung der Urteilsfähigkeit einzig der Zeitpunkt der Tat 

massgebend sei und die psychiatrische Beurteilung den Sachverhalt umfassend 

darstelle, wobei mehrfach auf den Erschöpfungszustand des Versicherten hingewiesen 

worden sei (Suva-act. 41).

B. 

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B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 9. 

November 2012 mit den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 5. Oktober 2012 sei 

aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin 

die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Es gebe sehr starke Anhaltspunkte dafür, 

dass der Versicherte den Suizid in vollkommener Urteilsunfähigkeit begangen habe. 

Unterblieben sei ausserdem die Klärung, ob die exzessive Arbeitsbelastung des 

Versicherten im Sinne eines arbeitsbedingten Suizids nicht als Berufskrankheit zu 

versichern sei (act. G 1)

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 10. Dezember 2012 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen an, es bestehe hinsichtlich der Frage, ob der Versicherte bezüglich der 

Selbsttötung gänzlich urteilsunfähig war, ein Zustand der Beweislosigkeit, welcher sich 

zuungunsten der Beschwerdeführerin auswirke. Eine geltend gemachte massive 

Übermüdung sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt und gemäss der 

psychiatrischen Beurteilung vom 19. April 2012 auch nicht als Ursache einer 

vollständigen Urteilsunfähigkeit zu betrachten. Sodann könne die Selbsttötung als 

Folge einer Berufskrankheit mangels rechtlicher Grundlage nicht zu einer 

Leistungspflicht führen (act. G 3).

B.c Die Beschwerdeführerin liess die Frist zur Einreichung einer allfälligen Replik 

unbenutzt verstreichen, worauf der Schriftenwechsel abgeschlossen wurde (act. G 5).

Erwägungen:

1.

1.1  Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin als Unfallversicherer für die 

Folgen des Ereignisses vom 6. Juli 2011 leistungspflichtig ist.

1.2  Stirbt ein Versicherter an den Folgen eines Unfalles, so haben der überlebende 

Ehegatte und die Kinder gemäss Art. 28 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) Anspruch auf Hinterlassenenrenten. Hat der 

Versicherte den Gesundheitsschaden oder den Tod absichtlich herbeigeführt, besteht 

gemäss Art. 37 Abs. 1 UVG mit Ausnahme der Bestattungskosten kein Anspruch auf 

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Versicherungsleistungen. Wollte sich der Versicherte nachweislich das Leben nehmen 

oder sich selbst verstümmeln, so findet Art. 37 Abs. 1 UVG keine Anwendung, wenn 

der Versicherte zur Zeit der Tat ohne Verschulden gänzlich unfähig war, 

vernunftgemäss zu handeln, oder wenn die Selbsttötung, der Selbsttötungsversuch 

oder die Selbstverstümmelung die eindeutige Folge eines versicherten Unfalles war 

(Art. 48 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]).

2.

2.1  Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist, ob der Versicherte im Zeitpunkt der 

am 6. Juli 2011 vorgenommenen Selbsttötung ohne Verschulden gänzlich unfähig war, 

vernunftgemäss zu handeln.

2.2  Gemäss Art. 48 UVV gelten Selbsttötung, Selbsttötungsversuch oder 

Selbstverstümmelung als Unfall, wenn beim Versicherten im Tatzeitpunkt die Fähigkeit 

gänzlich aufgehoben war, vernunftgemäss zu handeln. Hierbei ist auf die 

Urteilsfähigkeit nach Art. 16 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) 

abzustellen und diese in Bezug auf die in Frage stehende konkrete Handlung und unter 

Würdigung der bei ihrer Vornahme herrschenden objektiven und subjektiven 

Verhältnisse zu prüfen (BGE 113 V 63, E. 2c, mit Hinweisen). Massgeblich ist, ob im 

entscheidenden Moment jenes Minimum an Besinnungsfähigkeit zur kritischen, 

bewussten Steuerung der endothymen (d.h. vor allem der triebhaften innerseelischen) 

Abläufe vorhanden war. Damit eine Leistungspflicht des Unfallversicherers entsteht, 

muss mit anderen Worten eine Geisteskrankheit, Geistesschwäche usw. nachgewiesen 

sein, welche im Zeitpunkt der Tat, unter Würdigung der herrschenden objektiven und 

subjektiven Umstände sowie in Bezug auf die in Frage stehende Handlung, die 

Fähigkeit gänzlich aufgehoben hat, vernunftgemäss zu handeln. Es muss deshalb mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Geisteskrankheit oder eine schwere Störung 

des Bewusstseins nachgewiesen sein, also psychopathologische Symptome wie 

Wahn, Sinnestäuschungen, depressiver Stupor (plötzlicher Erregungszustand mit 

Selbsttötungstendenz), Raptus (plötzlicher Erregungszustand als Symptom einer 

seelischen Störung) u.a.m. Dazu muss das Motiv zum Suizid oder Suizidversuch aus 

der geisteskranken Symptomatik stammen, mit anderen Worten muss die Tat 

"unsinnig" sein. Eine blosse "Unverhältnismässigkeit" der Tat, indem der Suizident 

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seine Lage in depressiv-verzweifelter Stimmung einseitig und voreilig einschätzt, 

genügt zur Annahme von Urteilsunfähigkeit nicht. Für deren Nachweis ist nicht bloss 

die zu beurteilende Suizidhandlung von Bedeutung und somit nicht allein 

entscheidend, ob diese als unvernünftig, uneinfühlbar oder abwegig erscheint. 

Vielmehr ist auf Grund der gesamten Umstände, wozu das Verhalten und die 

Lebenssituation der versicherten Person vor dem Selbsttötungsereignis insgesamt 

gehören, zu beurteilen, ob sie in der Lage gewesen wäre, den Suizid oder 

Suizidversuch vernunftmässig zu vermeiden oder nicht (Urteil des Bundesgerichtes 

vom 17. April 2009, 8C_496/2008, E. 2.3, mit Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 6. Mai 2002, U 395/01, E. 1; Urteil des EVG vom 14. Februar 

2002, U 276/01, E. 1b; BGE 113 V 63, E. 2c).

2.3  Die Frage danach, ob die versicherte Person ohne Verschulden gänzlich unfähig 

war, vernunftgemäss zu handeln, ist eine Rechtsfrage. Es ist Aufgabe des Arztes bzw. 

der Ärztin, aufzuzeigen, inwieweit der Selbsttötung eine Geisteskrankheit zugrunde 

liegt und somit vollständige Urteilsunfähigkeit vorliegt. Das Gericht weicht nicht ohne 

zwingende Gründe von solchen Gutachten ab, ist aber grundsätzlich nicht an die 

fachliche Beurteilung gebunden (vgl. A. Rumo-Jungo, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 3. A., S. 192 zu Art. 37 UVG, mit Hinweisen).

2.4  Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Die 

Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht haben von 

sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts 

zu sorgen. Dabei sind rechtserheblich alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, 

ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. Der 

Untersuchungsgrundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in 

den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit 

Hinweisen). Die Mitwirkungspflicht bildet eine gewisse Ergänzung und Einschränkung 

des Untersuchungsgrundsatzes, darf aber nicht zu dessen Aufhebung führen. Die 

Mitwirkungspflicht bedeutet: Die Person, die aus einem Begehren gegenüber dem 

Sozialversicherungsträger Rechte ableitet oder zur Auskunft verpflichtet ist, hat bei der 

Feststellung des Sachverhalts mitzuwirken. Besondere Bedeutung hat die 

Mitwirkungspflicht dann, wenn der Sachverhalt ohne Mitwirkung der betroffenen 

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Person gar nicht (weiter) abgeklärt werden kann (Th. Locher, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 443 ff.). Der Untersuchungsgrundsatz 

schliesst eine Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. 

Wenn es sich jedoch als unmöglich erweist, im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 

Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen, greift die Beweisregel 

Platz, dass die Parteien eine Beweislast insofern tragen, als im Fall der Beweislosigkeit 

der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b, 115 V 142 E. 8a).

3.

3.1  Die Beschwerdegegnerin stützt sich in ihrem Einspracheentscheid vom 5. Oktober 

2012 insbesondere auf die psychiatrische Beurteilung vom 19. April 2012. Darin stellte 

der Konsiliarpsychiater med. pract. H.___ auf Grundlage der ihm vorliegenden Akten 

und des persönlichen Gesprächs mit der Witwe des Versicherten vom 7. Februar 2012 

fest, dass bei diesem aus psychiatrischer Sicht zum Tatzeitpunkt am ehesten von 

einem akuten emotionalen Ausnahmezustand als Reaktion auf eine andauernde 

Belastung im Rahmen einer mit grosser Wahrscheinlichkeit bestehenden 

Anpassungsstörung mit ängstlichen und subdepressiven Reaktionen sowie 

vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (ICD-10: F43.23) auszugehen 

sei. Hintergrund, Auslöser und Beginn der emotional, gegebenenfalls kognitiv 

ausgelösten Prozesse, welche zum Suizid führten, blieben offen bzw. unklar. Am 

Suizidtag liessen sich Elemente identifizieren, die sowohl für wie auch gegen das 

Bestehen einer vollständigen, partiellen oder aufgehobenen kognitiven/vernünftigen 

Fähigkeit zum Suizidzeitpunkt sprächen. Insgesamt könne weder das vollständige 

Vorhandensein noch die vollständige Aufhebung der Urteilsfähigkeit zum 

Suizidzeitpunkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden (Suva-act. 

30).

3.2  Zusammenfassend ist gemäss den psychiatrischen Ausführungen eine 

retrospektive Beurteilung der Urteilsfähigkeit des Versicherten im Suizidzeitpunkt nicht 

abschliessend möglich und es können weder eine vollständige Urteilsunfähigkeit noch 

eine vollständige Urteilsfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festgestellt 

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werden. Die psychiatrische Beurteilung stützt sich auf eine umfassende Würdigung der 

bestehenden medizinischen Akten und Gesprächsprotokolle und die diesbezüglichen 

Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar. Darüber hinaus sind den Akten keine 

Anhaltspunkte zu entnehmen, die Zweifel an der psychiatrischen Beurteilung zu 

begründen vermögen. Es ist somit den nachvollziehbaren gutachterlichen 

Ausführungen zu folgen und hinsichtlich der in Frage stehenden vollständigen 

Urteilsunfähigkeit im Zeitpunkt des Suizides vom 6. Juli 2011 Beweislosigkeit 

anzunehmen.

3.3  Was die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte exzessive Übermüdung 

betrifft, so hat deren Würdigung Eingang in die psychiatrische Beurteilung vom 19. 

April 2012 gefunden (Suva-act. 30, S. 18). Bei dieser Ausgangslage sind von 

zusätzlichen Erhebungen durch unabhängige Spezialisten keine entscheidrelevanten 

neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb von der Einholung eines externen 

Gutachtens abgesehen werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 236 E. 

5.3; BGE 134 I 148 E. 5.3 und BGE 124 V 94 E. 4b).

3.4  Schliesslich löst entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin eine 

Berufskrankheit als Ursache des Suizids keine Leistungspflicht des Unfallversicherers 

aus. Eine solche Leistungspflicht kommt gemäss Art. 48 UVV nur bei einer Selbsttötung 

als Folge eines Unfalls in Betracht.

4.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der vorliegenden Unterlagen nicht 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass der Ver­

sicherte im Suizidzeitpunkt vollständig urteilsunfähig war. Damit hat die 

Beschwerdeführerin die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen und die 

Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht aus der obligatorischen 

Unfallversicherung zu Recht verneint.

5.

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Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 5. Oktober 2012 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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