# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e859872a-1f45-5608-8d3d-0573dd7050a2
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-27
**Language:** de
**Title:** Kein Rentenanspruch, da weder eine durchschnittliche 40%ige Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahres noch eine nach Ablauf des Wartejahres verbleibende 40%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sind.
**Docket/Reference:** IV.2012.00404
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.00404.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.00404
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiberin Onyetube
Urteil
vom
27. August 2013
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Nachdem
die Beschwerdegegnerin
mit
Verfügung
vom
20. März 2012
den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Invalidenversicherung verneint hatte
(
Urk.
2
),
nach Einsicht in die Beschwerde vom
11. April 2012
, mit welcher
der Beschwer
de
führer
die Aufhe
bung
der angefochtenen Verfügung
und sinnge
mäss die
Zu
sprache
einer Invalidenrente
beantragt hat (
Urk.
1
),
in die auf Ab
weisung der
Be
schwerde schliessende Beschwerdeantwort
der Beschwerdegegnerin
vom
18. Mai
2012
(
Urk.
6
)
sowie die weiteren Akten
,
unter Hinweis darauf, dass das Doppel der Beschwerdeantwort dem Beschwerdeführer mit Begleitschreiben vom 22. Mai 2012 zugestellt worden ist (Urk. 8),
in Erwägung,
dass Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit ist (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG), und Folge von
Geburts
ge
brechen
, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
), und dass Er
werbsunfähigkeit der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sach
te
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
keiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt ist (Art. 7 ATSG),
dass
Versicherte Anspruch auf eine Rente gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG haben, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG)
sind,
wobei di
e seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen bei einem
In
validitätsgrad
von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente geben (
Art.
28
Abs.
2 IVG),
dass sich der
seit 2002 arbeitslose und fürsorgeabhängige (Urk. 7/1, Urk. 7/3/4)
Be
schwer
deführer am 13. Juli 2011 bei der Invalidenversicherung z
um
Leistungs
bezug
angemeldet hat
(Urk. 7/3),
dass die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, einen Auszug aus dem
Individuellen Konto (Urk. 7/8) sowie Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 7/6, 7/9, 7/21) ein
holte,
dass dem Bericht der Klinik für Innere Medizin des
Y.___
vom 2. Dezember 2010 (Urk. 7/7/21-26) zu entnehmen ist, dass der
Beschwerdeführer zwecks Abklärung des Zufallsbefunds einer grossen
Raumfor
de
rung
im rechten Oberlappen vom 16. bis 25. November 2010 statio
när behan
delt wurde (Urk. 7/7/21),
dass die behandelnden Ärzte der Klinik für
Thoraxchirurgie
des
Y.___
im Bericht vom 24. August 2011 (Urk. 7/9) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit stellten (S. 1):
1.
Status nach wenig differenziertem,
grosszelligem
neuroendokrinem
Bron
chuskarzinom
im Oberlappen rechts
-
Tumorstadium (7. Auflage 2010): ypT2a ypN1 (1/14) L1 V1 G3; UICC-Stadium IIA
-
Status nach 3 Zyklen
neoadjuvanter
Chemotherapie mit Taxotere und
Cisplatin
(12/10 – 02/11)
-
gutes metabolisches und mässiges morphologisches Ansprechen
-
Status nach offener Oberlappenresektion mit arteriellem und bronchialem
Sleeve
rechts und mediastinaler
Lymphadenektomie
am 14. März 2011
2.
COPD (
chronic
obstructive
pulmonary
disease
) GOLD II
-
zentrobuläres
Lungenemphysem
-
mittelgradige obstruktive Ventilationsstörung
-
RF:
Nikontinabusus
(60
py
)
dass die Klinikärzte weiter berichteten, der Beschwerdeführer beklage aktuell persistie
ren
de rechtsthorakale Schmerzen, die bisherige Tätigkeit als Texter wie auch leichte körperliche Arbeiten
seien
ca. drei Monate postoperativ zu 100 % ohne
Leis
tungseinbusse
wieder zumutbar, für schwere körperliche Arbeiten und
Kopf
vor
wärts-Arbeiten
sei der Beschwerdeführer indes aktuell zu 100 % arbeitsun
fähig (Urk. 7/9/2-3),
dass
damit der am 14. März 2011 durchgeführte operative Eingriff (
Oberlappenresek
tion
mit arteriellem und bronchialem
Sleeve
rechts, mediastinale
Lympha
denek
tomie
) entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers keine länger andau
ern
de Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Operationsbericht des
Y.___
vom 1
4.
März
2011, Urk. 7/7/11-12),
dass die Hausärztin Dr. med.
Z.___
in ihrem Bericht vom 29. Juli 2011 (Urk. 7/7) keine Befunde und Diagnosen nennt, welche die von ihr attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit
abweichend von der Beurteilung der behan
delnden Fachärzte des
Y.___
rechtfertigen könnten,
dass das Gericht in Bezug auf ihren Bericht der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte und behandelnde Spezialärzte (so etwa Urteil des damaligen Eidgenössischen
Ver
sicherungsgerichts I 570/04 vom 21. Februar 2005 E. 5.1 mit Hinweisen) mit
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
fels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, ausserdem Rechnung tra
gen soll und darf (BGE 125 V 353 E. 3b/cc),
dass
die Beschwerdegegnerin damit zu Recht von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit von November
2010 bis Ende Juni 2011
mit anschliessender 100%iger Arbeits
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Texter
ausgegangen ist (Stellung
nahme von Dr. med.
A.___
, Fachärztin für Innere Medizin, Regionaler Ärzt
licher Dienst (RAD), vom 15. November 2011, Urk. 7/23/3),
dass mithin weder die Voraussetzung einer durchschnittlichen 40%igen Arbeitsunfä
higkeit während eines Jahres ohne Unterbruch
noch
diejenige
einer
nach Ablauf des Wartejahres
Ende Oktober 2011 verbleibenden mindestens 40%igen Ar
beits
unfähigkeit erfüllt ist,
dass sich auch aus dem eingereichten Zeitungsartikel, worin
d
er
Beschwerdeführer
als Bauer
n
opfer der Missbrauchsbekämpfung des Zürcher Sozialamtes beschrieben
wird (Urk. 3/1), keine höhere medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit ab
leiten
lässt,
dass die Beschwerde daher abzuweisen ist,
dass die Kosten des Verfahrens auf Fr.
4
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss vom Be
schwerdeführer zu tragen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG),
erkennt das Gericht:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
4
00
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung
und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstOnyetube
VC/JO/ESversandt