# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 26eb13cf-4bb9-5a68-854b-06fb8ee65175
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.04.2025 E-2282/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2282-2025_2025-04-23.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2282/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 3 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Kaspar Gerber, 

mit Zustimmung von Richter Markus König;   

Gerichtsschreiberin Natassia Gili. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Russland,  

(…),   

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 7. März 2025. 

 

 

 

E-2282/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin suchte am 4. Januar 2023 in der Schweiz um Asyl 

nach und wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region B._______ zu-

gewiesen. 

B.  

B.a Am 15. Februar 2023 wurde das Dublin-Gespräch durchgeführt und 

der Beschwerdeführerin wurde das rechtliche Gehör zu einer möglichen 

Zuständigkeit Italiens für die Durchführung ihres Asylverfahrens gewährt. 

B.b Mit Verfügung vom 16. Mai 2023 trat das SEM auf das Asylgesuch der 

Beschwerdeführerin nicht ein und wies sie in den für sie zuständigen Dub-

lin-Mitgliedstaat Italien weg.  

B.c Eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wies das Bundes-

verwaltungsgericht mit Urteil E-2987/2023 vom 9. Juni 2023 ab. 

B.d Mit Eingaben vom 11. Dezember 2023 und 11. Januar 2024 beantragte 

die Beschwerdeführerin beim SEM die Wiederaufnahme ihres Asylverfah-

rens in der Schweiz aufgrund der abgelaufenen Überstellungsfrist nach Ita-

lien.  

B.e Mit Schreiben vom 28. Februar 2024 nahm das SEM das nationale 

Asylverfahren wieder auf und wies die Beschwerdeführerin dem Kanton 

C._______ zu. 

C.  

Die Beschwerdeführerin wurde am 6. Mai 2024 eingehend zu ihren Asyl-

gründen angehört und am 8. Mai 2024 dem erweiterten Verfahren zuge-

wiesen. Am 23. September 2024 wurde sie ergänzend zu ihren Asylvor-

bringen angehört. 

Zur Begründung ihres Asylgesuchs machte die Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen geltend, russische Staatsangehörige vorwiegend ukraini-

scher Ethnie und in D._______ aufgewachsen zu sein. Während ihrer 

Schulzeit habe sie im Jahre 2014 erstmals Probleme gehabt, weil sie mit 

propagandistischen Inhalten des Geschichtsunterrichts in Bezug auf den 

damals aufflammenden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine nicht 

einverstanden gewesen sei. Daraufhin sei sie zwar vom Schulfach Ge-

schichte dispensiert worden, habe die Schule aber abschliessen können. 

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Seite 3 

Im Jahre 2017 sei sie nach E._______ in der Region F._______ gezogen 

und habe ein (…)-Studium begonnen, welche sie nach kurzer Zeit wieder 

abgebrochen habe, da ihr Vater, der einige Jahre zuvor selbst oppositions-

politisch tätig gewesen sei und sich im Umfeld der G._______-Organisa-

tion bewegt habe, ihr davon abgeraten habe, eine (…) Karriere einzuschla-

gen. Im Jahre 2017 sei sie nach Moskau gezogen und habe zunächst im 

(…), später als (…) gearbeitet und zeitgleich ein (…)-Studium begonnen. 

2021 habe sie erstmals an einer Kundgebung zur Unterstützung des da-

maligen (…) G._______ teilgenommen, welche von Einheiten der russi-

schen Nationalgarde gewaltsam aufgelöst worden sei. Bei einer weiteren 

Demonstration habe sie sich daher absichtlich weit weg von den Polizisten 

positioniert. Daraufhin hätten ihre Eltern ihr verboten, an weiteren Kundge-

bungen teilzunehmen. Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Feb-

ruar 2022 habe sie sich auf Instagram unter einem Pseudonym aktiv gegen 

den Krieg geäussert und sei deswegen bedroht worden. Überdies habe sie 

einem russischen Soldaten Namen von ukrainischen Kriegsgefangenen 

geschickt, woraufhin dieser ihr ihm verfügbare geheime Informationen über 

deren Status und Aufenthaltsort weitergeleitet habe, so dass sie die ent-

sprechenden Familien habe benachrichtigen können. Nachdem sie sich 

der dadurch für sie entstandenen Gefahr bewusst geworden sei, habe sie 

zwar damit aufgehört, sei aber weiterhin aktiv gewesen, indem sie Geflüch-

tete zu ihrer in der Ukraine wohnhaften (…) gelotst sowie mögliche Routen 

für die Weiterreise nach Europa herausgesucht habe. Im Juni 2022 habe 

sie entschieden, ihr eigenes Unternehmen zu gründen und habe dazu ein 

Treffen mit einem Regierungsmitarbeiter benötigt, bei welchem ihr auch 

eine Inspektion durch den Inlandsgeheimdienst der Russischen Föderation 

(FSB) bevorgestanden habe. Aufgrund entsprechender Warnungen habe 

sie sämtliche regierungskritischen Inhalte auf ihrem Mobiltelefon entfernt 

und ihre Hilfsaktivitäten für Geflüchtete im Zusammenhang mit dem Krieg 

eingestellt. Einzig auf Instagram sei sie noch aktiv gewesen, wobei sie ver-

sucht habe, sich an die in Russland geltenden Regeln zu halten. Ihr bester, 

beim FSB tätiger Freund habe sie am 6. Oktober 2022 gewarnt, die russi-

schen Behörden seien auf sie aufmerksam geworden. Daraufhin habe sie 

den besten Freund ihres Bruders, welcher der Schwiegersohn von 

H._______, dem (…) des russischen Präsidenten sei, um Hilfe gebeten, 

wobei dieser ihr bestätigt habe, dass all ihre Posts auf Instagram den Be-

hörden bekannt seien. Er habe ihr zur Ausreise geraten und sie habe ihn 

gebeten, die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen sie zu verhindern – 

entsprechend sei auch nichts gegen sie unternommen worden. Sie habe 

nach Absprache mit dem Firmenanwalt und ihrem Vorgesetzten mittels ei-

nes italienischen Visums Russland am 22. Dezember 2022 auf legalem 

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Seite 4 

Weg verlassen. Da es sich bei diesem Tag um ihren Geburtstag handle, 

sei sie an der Grenzkontrolle nicht vertieft überprüft worden. 

Ausserdem sei sie bisexuell, was ihrer Familie (ausser ihrem Bruder) sowie 

ihren Freunden bekannt sei. Sie habe ihre sexuelle Orientierung nicht öf-

fentlich gemacht und deswegen in ihrem Heimatstaat keine Probleme ge-

habt. Ihr würde aber bei einer Rückkehr aufgrund der verschärften Vorge-

hensweise der russischen Behörden gegen Angehörige der LGBT-Ge-

meinschaft Gefahr drohen. 

Seit sie sich in der Schweiz befinde veröffentliche sie nur noch selten Bei-

träge auf Instagram. 

In gesundheitlicher Hinsicht leide sie an einer posttraumatischen Belas-

tungsstörung und wolle sich in psychologische Behandlung begeben.  

Zur Untermauerung ihrer Identität reichte die Beschwerdeführerin ihren 

russischen Reisepass im Original sowie Ausweise des Studiums, ihrer Ar-

beit und ihrer Krankenversicherung zu den Akten. Zum Nachweis ihrer gel-

tend gemachten Asylgründe reichte sie folgende Beweismittel ein: 

- Bildschirmfotos von ihren Posts und Interaktionen auf Instagram; 

- eine Hochzeitseinladung ihres besten Freundes für den 8. Oktober 

2022; 

- ein Nachrichtenverlauf, in welchem eine aus der Ukraine stammende 

Frau davon berichtet, dass die Beschwerdeführerin ihr geholfen habe, 

bei deren (…) in der Ukraine unterzukommen; 

- Fotos des Vaters der Beschwerdeführerin bei einer Kundgebung, auf 

welchen auch G._______ zu sehen sein soll; 

- Fotos von einem Chat, bei welchem es um die Identifizierung eines 

Kriegsgefangenen gehe. 

D.  

Mit Verfügung vom 7. März 2025 – eröffnet am 10. März 2025 – stellte die 

Vorinstanz fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte ihr Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie den Vollzug derselben an. 

E.  

Die bisherige Rechtsvertretung legte am 19. März 2025 ihr Mandat nieder. 

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Seite 5 

F.  

Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 2. April 2025 

(Datum Poststempel) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und 

beantragte die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Feststellung 

der Flüchtlingseigenschaft und sinngemäss die Gewährung von Asyl. Zu-

dem beantragte sie, ihre Rückführung nach Russland sei im Sinne eines 

Verstosses von Art. 3 EMRK zu verbieten und sie sei in der Schweiz vor-

läufig aufzunehmen. Im Weiteren sei die Sache aufgrund mangelhafter 

Sachverhaltsabklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer 

Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege un-

ter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.  

G.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 3. Ap-

ril 2025 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG [SR 142.31]). 

H.  

Am 3. April 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang 

der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

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Seite 6 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-

chende Person dann, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten 

hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehba-

rer Zukunft begründeterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und auf-

grund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates 

oder – sofern sich der Heimatstaat als schutzunfähig oder schutzunwillig 

erweist – durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungs-

weise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Begründete 

Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn kon-

kreter Anlass zur Annahme besteht, letztere hätte sich – aus der Sicht im 

Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in abseh-

barer Zeit verwirklicht oder werde sich – aus heutiger Sicht – mit ebensol-

cher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen (vgl. BVGE 

2010/57 E. 2.5). 

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Seite 7 

4.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 sowie 2012/5 E. 2.2). 

5.  

5.1 Das SEM führt in seiner Verfügung aus, die Beschwerdeführerin sei 

zwar in geringem Masse politisch aktiv gewesen, könne aber keineswegs 

als einflussreiche oppositionelle Aktivistin eingestuft werden. Vor Kriegs-

ausbruch habe sie sich lediglich einmal einer Demonstration zugunsten der 

(…) G._______ angeschlossen und eine weitere aus der Ferne beobach-

tet. Obschon sie bei der ersten Demonstrationsteilnahme Gewalt seitens 

des Sicherheitspersonals erlitten habe, sei auszuschliessen, dass sie per-

sönlich als Demonstrationsteilnehmerin erkannt und registriert worden sei 

und sie deswegen weitere Probleme zu befürchten habe. Des Weiteren 

habe ihr ihr Vater, der im Übrigen seit Jahren ebenfalls nicht mehr politisch 

aktiv sei, abgeraten, sich politisch oppositionell zu betätigen. Dass ihr Vater 

sich vor Jahren neben G._______ habe fotografieren lassen, qualifiziere 

ihn noch nicht als Oppositionspolitiker, zumal G._______ auf den Bildern 

offensichtlich nicht mit ihrem Vater interagiere. Es gebe mithin keine Hin-

weise darauf, dass die Familie der Beschwerdeführerin von den Behörden 

aufgrund eines oppositionspolitischen Verdachts beobachtet worden.  

In Bezug auf die von der Beschwerdeführerin ausgeführten Hilfeleistungen 

im Zusammenhang mit ukrainischen Flüchtlingen sei festzustellen, dass 

auch diese Aktivitäten die heimatlichen Behörden nicht interessieren dürf-

ten. Soweit die Beschwerdeführerin aber vorbringt, sensible Daten zu 

Kriegsgefangenen beschafft und weitergegeben zu haben, würde dies bei 

Kenntnisnahme durch die russischen Behörden weitreichende Folgen für 

die Beschwerdeführerin und ihren Bekannten, der russischer Soldat sein 

soll, haben. Gemäss Aktenlage sei sie jedoch in diesem Zusammenhang 

nie belangt worden und weder beim Screening vor ihrer Unternehmens-

gründung noch bei der Ausreise, als sie in Kontakt mit den Behörden 

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gewesen sei, durch Letztere behelligt worden. Es sei daher zweifellos da-

von auszugehen, dass die Behörden keine Kenntnis über ihre – wenn über-

haupt als glaubhaft zu erachtende – Tätigkeit hätten. Die Reichweite der 

unter einem Pseudonym aktiven Beschwerdeführerin in den sozialen Me-

dien sei ihren Angaben zufolge eher bescheiden; so würden ihre Stories 

circa 120 Personen erreichen und sie verfüge über eine Followerzahl von 

etwa 200. Aufgrund dieser Angaben sei kaum zu erwarten, dass die russi-

schen Behörden an ihr Interesse haben könnten. Die Beschwerdeführerin 

habe sodann vorgebracht, von Kontakten in den höchsten Kreisen der rus-

sischen Führung darüber informiert worden zu sein, dass ihr aufgrund ihrer 

Äusserung in den sozialen Medien Gefahr drohe. Dieselben Kontakte hät-

ten aber gleichzeitig dafür gesorgt, dass strafrechtlich nicht gegen sie vor-

gegangen worden sei. Ausserdem habe sie problemlos und auf legalem 

Wege ausreisen können, wobei ihre Begründung hierfür kaum plausibel 

sei: Wäre die Beschwerdeführerin bei den Behörden fichiert gewesen, 

hätte sie selbst an ihrem Geburtstag nicht derart problemlos ausreisen kön-

nen. Ebenso wenig sei nach ihrer Ausreise nach ihr gesucht oder seien 

juristische Schritte gegen sie eingeleitet worden. Sollte sie tatsächlich, wie 

vorgebracht, über enge Verbindungen zu H._______ verfügen, werde sie 

sich bei allfälligen Problemen an ihn wenden können.  

In Bezug auf ihre Bisexualität, die sie erst am Ende der ersten Anhörung 

am Rande erwähnt und nicht als Ausreisegrund genannt habe, sei festzu-

halten, dass einerseits eine Kollektivverfolgung von homosexuellen Perso-

nen in Russland gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

nicht festgestellt werden könne. Trotz eines generell feindlichen Klimas ge-

genüber Homosexuellen in Russland gebe es keinen Grund, von dieser 

Rechtsprechung abzuweichen. Andererseits habe die Beschwerdeführerin 

eigenen Angaben zufolge ihre sexuelle Orientierung nur ausgewählten 

Personen bekannt gemacht und sei kein aktives Mitglied der LGBT-Ge-

meinschaft in Moskau gewesen. Es sei mithin nicht davon auszugehen, 

dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer sexuellen Orientierung bei ei-

ner Rückkehr nach Russland gefährdet wäre. 

Das SEM verzichtete sodann aufgrund offensichtlich fehlender flüchtlings-

rechtlicher Relevanz auf die Prüfung der Glaubhaftigkeit, hielt aber fest, 

dass durchaus Zweifel bestünden, ob die Beschwerdeführerin tatsächlich 

derart gut vernetzt sei wie vorgebracht.  

5.2 Dem entgegnet die Beschwerdeführerin in der Beschwerde im Wesent-

lichen, sie habe im Jahre 2021 an einer Demonstration zur Unterstützung 

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von G._______ teilgenommen, an welcher sie durch die gewaltsame Auf-

lösung der Kundgebung unmittelbar betroffen gewesen sei. Zudem habe 

sie seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wiederholt 

öffentlich in den sozialen Netzwerken gegen das russische Regime und 

das militärische Vorgehen geäussert, wenn auch unter einem Pseudonym. 

Ihre Aktivitäten würden unter Art. 207.3 und 280.3 des russischen Strafge-

setzbuches («Diskreditierung der Armee», «Verbreitung von Falschinfor-

mationen») fallen, was mit einer bis zu 15-jährigen Haft geahndet werde. 

Durch ihre Hilfe für ukrainische Geflüchtete und die Übermittlung von Infor-

mationen über Kriegsgefangene erfülle sie zudem den Straftatbestand von 

Art. 275 («Landesverrat»), welcher lebenslange Haft vorsehe. Ungeachtet 

einer tatsächlichen Fichierung sei ihr Verhalten objektiv als politisch moti-

vierte Handlung zu qualifizieren. Der FSB zeige durch die angekündigte 

Inspektion im Rahmen ihrer Unternehmensgründung bereits ein konkretes 

Interesse an ihrer Person. Sie sei durch ihr Handeln exponiert und würde 

bei einer Rückkehr nach Russland mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sein.  

Des Weiteren sei sie bisexuell, wobei sie ihre sexuelle Orientierung aus 

Sicherheitsgründen nie öffentlich gemacht habe und nur ihr engeres Um-

feld davon wisse. Seit 2022 sei in Russland jegliche LGBT-Propaganda 

gesetzlich unter Strafe gestellt; seither habe sich die menschenrechtliche 

Lage weiter verschärft. Sie habe sich zwar bislang zurückhaltend verhal-

ten; es komme aber einer unzulässigen Verletzung der Menschenwürde 

gleich, wenn sie bei einer Rückkehr weiterhin gezwungen wäre, ihre sexu-

elle Orientierung zu verbergen. Selbst wenn sie momentan strafrechtlich 

nicht belangt werde, könne aufgrund der willkürlichen Praxis der russi-

schen Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden nicht ausgeschlossen 

werden, dass in Zukunft ein Verfahren gegen sie eröffnet werde. Die innen-

politische Lage Russlands sei durch repressives Vorgehen nicht nur gegen 

Regierungskritiker, sondern auch gegen sexuelle Minderheiten geprägt. 

Angesichts der sich laufend verschärfenden Gesetze und der systemati-

schen Verletzung von Menschenrechten in Russland sei eine Wegweisung 

mindestens als unzumutbar zu erachten.  

Das SEM habe im Übrigen indirekte Beweise (z.B. aus Angst gelöschte 

Chats) nicht geprüft, obschon dies in Ziffer 204 der UNHCR-Richtlinie vor-

gesehen sei. Es habe zudem die Chats mit der Ehefrau des Soldaten nicht 

überprüft und eine psychologische Begutachtung abgelehnt. Die vor- 

instanzliche Argumentation, ihre Unterstützungshandlungen seien flücht-

lingsrechtlich nicht relevant, da die Behörden keine Kenntnis davon hätten, 

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Seite 10 

greife zu kurz, zumal entscheidend sei, dass ihr bei einer Rückkehr mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit ernsthafte Nachteile drohen würden. 

Dadurch sei ihr Anspruch auf rechtliches Gehör sowie ihr Recht auf eine 

umfassende und sorgfältige Prüfung des Asylgesuchs verletzt worden.  

Mit der Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht des 

I._______ vom 5. August 2024 sowie bereits im erstinstanzlichen Verfah-

ren eingereichte Beweismittel (verschiedene Screenshots von Telegram-

Nachrichten und Instagram-Stories sowie einen Auszug aus dem Amnesty 

International Report 2022/23 über Russland) zu den Akten. 

6.  

Für die beantragte Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks rich-

tiger und vollständiger Sachverhaltsabklärung besteht keine Veranlassung, 

da der Sachverhalt – wie nachfolgend aufzuzeigen ist – rechtsgenüglich 

erstellt ist und in den Akten auch keine Verfahrensfehler erkennbar sind. 

Insbesondere beschlagen die in der Beschwerde im Abschnitt zur Rück-

weisung aufgeführten Rügen allesamt die materielle und rechtliche Würdi-

gung. Das Vorgehen des SEM in Bezug auf die Beweismittelprüfung ist 

nicht zu beanstanden. Mit Verweis auf die Mitwirkungspflicht der Beschwer-

deführerin gemäss Art. 8 AsylG hat das SEM ferner zu Recht auf weitere 

Abklärungen zu ihrem psychischen Gesundheitszustand verzichtet. Das 

entsprechende Begehren ist mithin abzuweisen. 

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin den Anforderungen 

an die Flüchtlingseigenschaft nicht standzuhalten vermögen. Zur Vermei-

dung von Wiederholungen kann vorab auf die ausführlichen und zutreffen-

den Ausführungen des SEM (s. angefochtene Verfügung S. 5 ff. und E. 5.1 

vorstehend) verwiesen werden. Die Ausführungen in der Beschwerde, in 

welcher im Wesentlichen die im erstinstanzlichen Verfahren vorgebrachten 

Asylgründe wiederholt und auf ein sich hieraus ergebendes relevantes Ver-

folgungsrisiko hingewiesen wird, sind nicht geeignet, zu einer anderen Be-

urteilung zu gelangen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] 

D-2975/2021 vom 24. Januar 2025 E. 9.1). 

7.2 Das SEM hat zutreffend festgehalten, dass die Beschwerdeführerin 

keine begründete Furcht vor einer aktuellen asylrelevanten Verfolgung hat. 

Es liegen auch auf Beschwerdeebene keinerlei Hinweise dafür vor, dass 

sie gegenwärtig Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt wäre. Entgegen der 

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Seite 11 

Auffassung der Beschwerdeführerin lassen sich den Akten keine stichhal-

tigen Anhaltspunkte für die Annahme entnehmen, dass sie wegen den von 

ihr geschilderten niederschwelligen politischen Aktivitäten – die zweifache 

Teilnahme an Kundgebungen zur Unterstützung G._______ im Jahre 

2021, die Veröffentlichungen in den sozialen Medien (Instagram) und als 

Fluchthelferin – in den Fokus der russischen Behörden geraten ist und ge-

gen sie in Zukunft strafrechtlich ermittelt wird. 

Ihr Vorbringen, im Zusammenhang mit einer Kundgebung im Januar 2021 

von einem Beamten geschlagen worden zu sein, ist mangels hinreichender 

Intensität nicht als relevante Verfolgung zu qualifizieren. Dasselbe gilt für 

die von ihr gegen sie und ihre Familie vorgebrachten Drohungen im Zu-

sammenhang mit ihren Posts in den sozialen Medien.  

Dass sie im April und Mai 2022 mithilfe einen russischen Soldaten Informa-

tionen betreffend Kriegsgefangene erhalten und an deren Angehörige wei-

tergeleitet habe, führt – ungeachtet der Frage der Glaubhaftigkeit – nicht 

zum Schluss, dass die russischen Behörden von dieser Tätigkeit Kenntnis 

erhalten und ein ernsthaftes Interesse an ihrer Person hätten. Vielmehr 

lässt die unbehelligte Ausreise auf dem Luftweg und legal mit ihrem eige-

nen Reisepass auf ein fehlendes Verfolgungsinteresse der heimatlichen 

Behörden schliessen. Ausserdem hat die Beschwerdeführerin ihre Aktivi-

täten vor ihrer Ausreise eingestellt und sich auf den Schutz ihrer für die 

Regierung tätigen Freunde berufen, die angeblich verhindern könnten, 

dass gegen sie strafrechtlich vermittelt werde.  

Schliesslich lässt sich aus dem vorgebrachten Engagement des Vaters der 

Beschwerdeführerin und dessen Nähe zu G._______ nichts zu ihren Guns-

ten ableiten, zumal ihr Vater ihren Angaben zufolge ohnehin seit Jahren 

politisch nicht mehr aktiv sei und weiterhin in Moskau lebe. 

7.3 In Bezug auf die in der Beschwerde vorgebrachte Verfolgungslage auf-

grund ihrer sexuellen Orientierung ist festzuhalten, dass die Beschwerde-

führerin ihre Bisexualität gemäss ihren Angaben bisher nicht öffentlich aus-

gelebt habe, weshalb diese im Heimatland nicht bekannt sein dürfte und 

sie in dem Zusammenhang auch keine gezielte Verfolgung oder intensiven 

Probleme mit den Behörden vorbringen konnte und angesichts des bishe-

rigen Nichtauslebens auch nicht auf das Vorliegen begründeter Furcht vor 

künftiger Verfolgung geschlossen werden kann (vgl. Urteil des BVGer  

E-2109/2019 vom 28. August 2020 E. 10.2). Es liegen ebenso wenig An-

zeichen dafür vor, dass das Nichtausleben der angeblichen Bisexualität bei 

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Seite 12 

der Beschwerdeführerin einen unerträglichen psychischen Druck hervor-

gerufen hat oder ihr ein menschenwürdiges Leben in Russland verunmög-

lichen würde (vgl. dazu Urteil des BVGer D-6539/2018 vom 2. April 2019 

E. 8.2 [als Referenzurteil publiziert]). 

7.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass keine konkreten Hinweise 

dafür vorliegen, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt ihrer Ausreise 

einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung oder einer entsprechenden 

Verfolgungsgefahr ausgesetzt war oder im Falle ihrer Rückkehr nach Russ-

land ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG zu gewärtigen 

hätte. Demnach hat die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft ver-

neint und das Asylgesuch abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2  

9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

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9.2.2 Nachdem die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht 

erfüllt, findet der in Art. 5 AsylG, Art. 25 Abs. 2 BV und Art. 33 Abs. 1 des 

Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, 

SR 0.142.30]) verankerte Grundsatz der flüchtlingsrechtlichen Nichtrück-

schiebung keine Anwendung. Sodann ergeben sich weder aus den Aussa-

gen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, 

dass sie für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit be-

achtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Über-

einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss 

der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) 

sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdefüh-

rerinnen eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder glaubhaft ma-

chen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche 

Behandlung drohen würden (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 

28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Da 

auch die sich zwar verschlechternde allgemeine Menschenrechtssituation 

in Russland den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als un-

zulässig erscheinen lässt, erweist sich der angeordnete Vollzug der Weg-

weisung auch im Sinne der völkerrechtlichen Bestimmung als zulässig.  

9.3  

9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.2 Auch unter Berücksichtigung der aktuellen Kriegssituation zwischen 

Russland und der Ukraine ist nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt 

im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG im Heimatstat der Beschwerdeführerin 

auszugehen, aufgrund derer eine Rückkehr als generell unzumutbar zu er-

achten wäre, zumal davon flächenmässig nur ein sehr geringer Teil des 

russischen Territoriums mitbetroffen ist. Die Argumentation in der Be-

schwerde, es sei aufgrund der sich verschärfenden Gesetze und der sys-

tematischen Verletzung von Menschenrechten von der Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs für Regierungskritiker auszugehen, erweist sich 

sodann schon deshalb als nicht stichhaltig, weil die Beschwerdeführerin, 

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wie oben dargelegt (vgl. E. 7.2), kein relevantes entsprechendes Profil auf-

weist.  

Das SEM führte in seiner Verfügung aus, dass es sich bei der Beschwer-

deführerin um eine junge, physisch gesunde Frau mit guter Bildung und 

mehreren Jahren Arbeitserfahrung handle. Ihre Eltern und vermutungs-

weise ein Freundes- und Bekanntenkreis würden weiterhin in Russland le-

ben, so dass sie auf ein bestehendes soziales Netz zurückgreifen könne. 

Ihre geltend gemachten psychischen Probleme, zu denen die Beschwer-

deführerin ausserdem keine Unterlagen eingereicht hat, sind sodann bei 

Bedarf auch in ihrem Heimatland behandelbar.  

Die Einschätzung des SEM, der Vollzug der Wegweisung sei zumutbar, ist 

zu bestätigen, und es kann auf die diesbezügliche Begründung verwiesen 

werden. Anzufügen bleibt, dass die Beschwerdeführerin gemäss dem mit 

der Beschwerde eingereichten Bericht der Psychiatrischen Dienste des 

I._______ vom 5. August 2024 an einer rezidivierenden depressiven Stö-

rung, einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie einer Hyperbiliru-

binämie leidet. Besagtem Bericht ist weiter zu entnehmen, dass die Be-

schwerdeführerin «zu diesem Zeitpunkt keine medikamentöse Therapie» 

wünscht. Empfohlen wurden ärztlicherseits bei einer Verschlimmerung der 

Symptome die Wiederaufnahme einer medikamentösen Behandlung sowie 

psychotherapeutisch «weitere Ressourcenaktivierung und den Aufbau ei-

ner Tagesstruktur».  

Ansonsten enthalten die vorliegenden Akten keine aktuellen ärztlichen Un-

terlagen; insbesondere geht aus den Akten nicht hervor, dass die Be-

schwerdeführerin dringend therapeutisch oder medikamentös auf eine 

komplexe medizinische Behandlung angewiesen ist. Entsprechend ist mit 

der Vorinstanz auf die Behandlungsmöglichkeit in psychischer, psychologi-

scher und physischer Hinsicht im Heimatstaat, insbesondere in Moskau, 

wo die Beschwerdeführerin zuletzt wohnhaft gewesen ist, hinzuweisen 

(vgl. auch Urteil des BVGer D-6648/2020 vom 20. September 2022 

E. 9.2.5 f. m.w.H.). Nebst ihren Eltern leben zahlreiche weitere Verwandte 

in Russland, wie ihr Halbbruder, Cousins, Onkel und Tanten (act. A50/16 

F43, F52 f.), so dass mit der Vorinstanz von einem sozialen Netz im Hei-

matstaat ausgegangen werden kann.  

9.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

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9.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, die über einen gültigen 

Reisepass verfügt, sich bei der zuständigen Vertretung des Heimatstaates 

die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen 

(vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der 

Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 

AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

11.1 Mit dem Entscheid in der Hauptsache ist der Antrag, es sei auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, gegenstandslos gewor-

den.  

11.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

ist – ungeachtet der geltend gemachten Bedürftigkeit der Beschwerdefüh-

rerin – abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Er-

wägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind (Art. 65 Abs. 1 

VwVG). 

11.3 Demzufolge sind bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Kaspar Gerber Natassia Gili 

 

 

Versand: