# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 453799bf-2f3e-52b5-ab4c-4a2ff1b1f7ab
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-30
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 30.11.2023 725 2023 298 / 276 (725 23 298 / 276)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2023-298---276_2023-11-30.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 30. November 2023 (725 23 298 / 276) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Unfallversicherung 
 
 
Leistungseinstellung, Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhangs: Beweistauglich-
keit der vertrauensärztlichen Aktenbeurteilung verneint 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advoka-
tin, Advokatur Biaggi, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 2102, 
4002 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  

 
 
 
A. Der 1983 geborene A.____ arbeitete seit dem 9. Mai 2022 bei der B.____ AG in C.____ 
als Reinigungsangestellter und war in dieser Eigenschaft bei der Suva obligatorisch gegen die 
Folgen von Unfällen versichert. Gemäss Schadenmeldung vom 15. Dezember 2022 erlitt der Ver-
sicherte am 29. November 2022 einen Unfall, als er auf der Treppe stürzte und sich den Fuss 
verletzte. Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Versiche-
rungsleistungen (Heilbehandlungskosten und Taggelder). Anlässlich eines Telefonats am 

 

 
 
Seite 2  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

28. Februar 2023 mit dem Unfallversicherer führte A.____ aus, dass er sich beim Unfall nicht am 
Fuss verletzt habe. Vielmehr sei er auf der Treppe rückwärts gestürzt und mit dem Rücken auf 
die Treppentritte aufgeschlagen. Er habe sich nach dem Sturz sofort in das Spital D.____ bege-
ben, wo man Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen vorgenommen habe. Mit Verfügung vom 
5. Mai 2023 stellte der Unfallversicherer die Leistungen per 29. März 2023 unter Hinweis auf den 
Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhangs, namentlich das Erreichen des Status quo sine, 
ein. Eine dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache wurde mit Entscheid vom 30. August 
2023 abgewiesen. Begründungsweise wurde festgehalten, dass gemäss der Beurteilung des ver-
sicherungsmedizinischen Dienstes die heute bestehenden Beschwerden am Rücken nicht mehr 
unfallbedingt seien. Bildgebend seien keine Hinweise auf unfallbedingte strukturelle Läsionen 
festgestellt worden. Es sei folglich festzustellen, dass das Ereignis vom 29. November 2022 le-
diglich zu einer vorübergehenden Verschlimmerung eines vorbestehenden Zustands geführt 
habe. Die anderslautende Einschätzung des behandelnden Facharztes vermöge nicht zu über-
zeugen.  
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertreten durch Advokatin Raffaela 
Biaggi, am 26. September 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, es sei die Beschwerdegegnerin in Aufhebung des 
Einspracheentscheids vom 30. August 2023 zu verpflichten, an den Beschwerdeführer die ge-
setzlichen Leistungen auszurichten; eventualiter sei ein Gerichtsgutachten einzuholen; subeven-
tualiter sei die Angelegenheit zur umfassenden Abklärung des rechtserheblichen medizinischen 
Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; alles unter  
o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass die vertrauensärztlichen 
Stellungnahmen, auf welche sich die Beschwerdegegnerin bei der Leistungseinstellung berufe, 
nicht beweistauglich seien. Ihnen stehe die abweichende und begründete Beurteilung des be-
handelnden Facharztes gegenüber. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszu-
gehen, dass die Diskushernie durch den Unfall selbst verursacht worden sei. Die Beschwerde-
gegnerin habe jedenfalls das Erreichen eines Status quo sine nicht mit dem erforderlichen Be-
weisgrad bewiesen. 
 
C. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 5. Oktober 2023 auf das Einrei-
chen einer ausführlichen Vernehmlassung und schloss unter Hinweis auf die Ausführungen im 
Einspracheentscheid auf vollumfängliche Abweisung der Beschwerde.  
 
D. Mit Verfügung vom 24. Oktober 2023 wurde der vorliegende Fall dem Gericht zur Beur-
teilung überwiesen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 

 

 
 
Seite 3  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser in E.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen 
ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung 
(VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige 
gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungs-
träger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerden zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde vom 
26. September 2023 ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Versicherungsleistungen zu 
Recht per 29. März 2023 einstellte. In diesem Zusammenhang ist insbesondere zu prüfen, ob die 
vom Beschwerdeführer in diesem Zeitpunkt geklagten Rückenbeschwerden mit dem Unfall vom 
29. November 2022 in einem rechtsgenüglichen Kausalzusammenhang stehen. 
 
3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts Anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie 
gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. 
 
3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt unter anderem voraus, 
dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher Kau-
salzusammenhang besteht (BGE 129 V 177 E. 3.1). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausal-
zusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht 
als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge-
dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kau-
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache 
gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit ande-
ren Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt 
hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die einge-
tretene gesundheitliche Störung entfiele. Für die Bejahung der natürlichen Unfallkausalität eines 
Beschwerdebilds genügt damit eine Teilursächlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 mit Hinweisen, 
Urteil des Bundesgerichts vom 20. Mai 2019, 8C_437/2018, E. 2.1). Ob zwischen einem schädi-
genden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be-
steht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streit-
fall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversiche-
rungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die 
blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs 
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 

 

 
 
Seite 4  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst 
manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die 
natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur 
noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder 
der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status 
quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines 
krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), 
erreicht ist (BGE 147 V 161 E. 3.3, Urteil des Bundesgerichts vom 10. August 2016, 
8C_269/2016, E. 2.4; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328, je mit Hinweisen). Ebenso wie der leistungs-
begründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung 
von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 
allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 
mit Hinweisen) nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächli-
cher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende 
Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender 
natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim 
Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 mit Hinweisen). Der Beweis des Wegfalls des Kausalzu-
sammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. Ebenso 
wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Ge-
sundheitsschaden mehr vorliege oder die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Ent-
scheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeu-
tung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2009, 
8C_847/2008, E. 2 mit Hinweisen). 
 
3.4 Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversiche-
rungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenverän-
derungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Vorausset-
zungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Dis-
kushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet 
war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen und die Symptome der Diskushernie (ver-
tebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit auftreten. 
Bezüglich der Verschlimmerung eines vorbestehenden Gesundheitsschadens gelten dieselben 
Kriterien, was dazu führt, dass eine Unfallkausalität nur ausnahmsweise und insbesondere nur 
dann in Frage kommt, wenn der Unfall auch geeignet gewesen wäre, eine gesunde Bandscheibe 
zu verletzen (Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juli 2012, 8C_151/2012, E. 4 mit Hinweisen). In 
solchen Fällen hat die Unfallversicherung auch für Rezidive und allfällige Operationen aufzukom-
men. Als Beispiele für die Bejahung einer Unfallkausalität sind etwa ein freier Sturz aus erhebli-
cher Höhe, ein Sprung aus 10 m Höhe, ein Sturz beim Tragen von schweren Lasten oder ein 
Zusammenstoss bei grosser Geschwindigkeit zu nennen (Urteil des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts [EVG, heute: Bundesgericht, III. und IV öffentlich-rechtliche Abteilung] vom 9. Mai 
2005, U 408/04, E. 3.1 und Urteil des Bundesgerichts vom 4. März 2013, 8C_811/2012, E. 6.2). 
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind zudem fast alle (seltenen) traumatischen Dis-
kushernien mit ossären Läsionen verbunden (Urteil des EVG vom 26.  Juli 2000, U 24/00, E. 3c). 

 

 
 
Seite 5  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Ist die Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur aktiviert, nicht aber ver-
ursacht worden, so hat die Unfallversicherung nur Leistungen für das unmittelbar im Zusammen-
hang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Nach derzeitigem medizinischem 
Wissensstand kann das Erreichen des Status quo sine bei posttraumatischen Lumbalgien und 
Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtung-
gebende Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen 
Progression abheben muss; eine traumatische Verschlimmerung eines klinisch stummen dege-
nerativen Vorzustandes an der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spä-
testens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (Urteile des Bundesgerichts vom 
11. Februar 2019, 8C_755/2018, E. 4.4.2, und vom 14. Oktober 2015, 8C_571/2015, E. 2.2.3 je 
mit Hinweisen; SVR 2009 UV Nr. 1 S. 1 E. 2.3 [8C_677/2007]).   
 
4.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschie-
den werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
4.2 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen. Das Gericht hat diese nach dem für den Sozial-
versicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c 
ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, so-
wie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsge-
richt alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu 
entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die 
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die 
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be-
schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).  
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 

 

 
 
Seite 6  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versiche-
rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. An 
die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall 
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe 
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-
lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 in fine mit Hin-
weis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 
 
5. Für die Beurteilung des medizinischen Sachverhalts liegen im Wesentlichen folgende 
Unterlagen vor: 
 
5.1 Im Austrittbericht der interdisziplinären Notfallstation des Spitals D.____ vom 29. No-
vember 2022 wurden eine Kontusion der Lendenwirbelsäule (LWS) nach Stolpersturz am selben 
Tag sowie ein Status nach Appendektomie im Jahr 2020 diagnostiziert. Der Patient habe berich-
tet, auf der Treppe ausgerutscht und mit dem Rücken und dem Gesäss gegen die Treppe ge-
schlagen zu sein. In diesem Bereich seien Prellmarken vorhanden. Anlässlich der Röntgenunter-
suchung vom selben Tag am Spital D.____ habe sich eine diskrete rechtskonvexe skoliotische 
Fehlhaltung bei erhaltenem ventralen und dorsalen Alignement gezeigt. Eine Luxation der Facet-
tengelenke, Höhenminderung der Wirbelkörper oder frische, frakturverdächtige Aufhellungslinie 
seien nicht sichtbar geworden. Der Dens axis sei zentriert und intakt. Es bestehe eine geringe 
Osteochondrose und Facettengelenksarthrose der kaudalen Lendenwirbelsäule (LWS). Die pa-
ravertebralen Weichteile seien unauffällig. Der Patient sei unter analgetischer Medikation entlas-
sen worden.  
 
5.2 Dem Bericht vom 28. Dezember 2022 über ein gleichentags durchgeführtes MRI ist zu 
entnehmen, dass der Patient an einer lumbosakralen Übergangsvariante Castellvi Typ 2 rechts 
mit Pseudarthrose und geringem Knochenmarksödem zwischen dem vergrösserten Processus 
transversus und der Massa lateralis ossis sacri rechts leide. Als Übergangswirbel werde der Len-
denwirbelkörper (LWK) 5 bezeichnet. Ferner liege eine leichte Keilform des Brustwirbelkörpers 
(BWK) 11 als Variante vor sowie einzelne kleine intraspongiöse Hernien, z.B. an der Deckplatte 
LWK 2 und LWK 3 sowie an der Bodenplatte LWK 3. Am LWK 4/5 zeige sich eine leichte Spon-
dylarthrose, Spondylose mit kleinen Retrospondylophyten sowie eine degenerative Diskopathie 
mit mässiger Höhenminderung des Bandscheibenfachs, zirkulärer Diskusvorwölbung und fokaler 
medianer bis rechts foraminaler Diskushernie sowie kleinem Sequester entlang der Wurzeln 
LWK 5. Eine Irritation der Wurzeln LWK 5 rechts sei möglich. Eine Fraktur habe nicht festgestellt 
werden können.  
 
5.3 In der Folge unterzog sich der Versicherte vom 22. Februar 2023 bis 16. März 2023 In-
filtrationen, die jedoch nicht den gewünschten längerzeitigen Erfolg gebracht haben.  
 
5.4 Dr. med. F.____, FMH Neurologie, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 28. März 2023 
ein posttraumatisches lumboradikuläres Schmerzsyndrom bei Status nach Sturz auf Treppe im 
November 2022. Der Patient berichte aktuell von permanenten, in der Intensität fluktuierenden 

 

 
 
Seite 7  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Schmerzen, welche lumbal in das rechte Bein ausstrahlen würden. Er habe auch das Gefühl, 
weniger Kraft zu haben. Intermittierend bestünde ein Taubheitsgefühl am rechten Oberschenkel. 
Aufgrund der aktuellen Situation habe er seine Arbeitsstelle verloren. Nach einer klinisch-neuro-
logischen sowie elektrophysiologischen Untersuchung stellte Dr. F.____ fest, dass die geklagten 
Schmerzen nicht direkt einem Dermatom zuzuordnen seien. Elektromyografisch habe sich – so-
weit beurteilbar, da die Untersuchung schmerzbedingt habe abgebrochen werden müssen – ein 
Normalbefund gezeigt. Die Ursache der Schmerzen sei neurologisch somit nicht begründbar. Der 
Leidensdruck des Patienten sei sehr hoch. Es sei eine Vorstellung des Patienten in einer 
Schmerzklinik zu erwägen.  
 
5.5 In seinem ärztlichen Zwischenbericht zuhanden des Unfallversicherers diagnostizierte 
Dr. med. G.____, FMH Rheumatologie, ein posttraumatisches persistierendes lumbospondylo-
genes Schmerzsyndrom bei heftiger Kontusion der tieflumbalen Region rechts nach Sturz am 
29. November 2022, aktuell mit klinisch persistierender Irritation des Segments LWK 5/SWK 1 
rechts bei Übergangsvariante Castellvi Typ 2 rechts mit Pseudarthrose und geringem Knochen-
marksödem zwischen dem vergrösserten Processus transversus und der Massa lateralis ossis 
sacri sowie diffuse myotendinotische Verspannungen der Glutealmuskulatur und der Beinmusku-
latur rechts. Der Patient habe sich am 29. November 2022 bei einem Treppensturz eine heftige 
Kontusion des Gesässes und des Rückens zugezogen. Unmittelbar im Anschluss an den Unfall 
seien massiv zunehmende Schmerzen im Bereich des lumbosakralen Übergangs rechts aufge-
treten, mit Ausstrahlung in das rechte Bein bis zur Wade rechts. Aufgrund des neuropathischen 
Charakters der Schmerzen (zermürbend mit Kribbelparästhesien) sei initial die Möglichkeit einer 
posttraumatischen irritativen Radikulopathie LWK 5 rechts als prioritär berücksichtigt worden, die 
Rückenkontusion sei heftig gewesen und hätte für die im MRI festgestellte Diskusluxation verant-
wortlich sein können. Nunmehr sei ein neurologischer Wurzelbefall ausgeschlossen worden. In 
der Untersuchung gehe der Patient antalgisch mit gestrecktem rechten Bein, er könne das rechte 
Bein weder belasten noch abrollen. Die Prüfung der Kraft des rechten Beins sei schmerzbedingt 
erschwert bzw. unmöglich. Palpatorisch zeige sich eine massive Druckdolenz auf Höhe des Fa-
cettengelenks LWK 5/ SWK1 rechts, wo die Castellvi-Malformation Typ 2 vorliege, mit Memory 
pain und Schmerzausstrahlung über die Gesässregion rechts seitlich bis in die Wade (pseudora-
dikuläre Schmerzausstrahlung SWK 1, differenzialdiagnostisch Exazerbation von kettenmy-
otendinotischen Verspannungen der Glutealmuskulatur, des Musculus tensor fasziae latae und 
der Tibiamuskulatur, die massiv druckdolent seien). Es gebe keine Umstände, die den Heilungs-
verlauf ungünstig beeinflussen könnten, der Patient habe vor dem Ereignis keine Rückenschmer-
zen gehabt und sei in seiner Arbeit gut integriert gewesen. Als Prozedere werde Folgendes emp-
fohlen: Definitiver Ausschluss einer ossären Fraktur mittels CT der LWS und Beckens am 6. April 
2023, anschliessend Infiltrationen auf Höhe LWK 5/SWK 1 rechts bei lumbosakraler Übergangs-
variante Castellvi Typ 2 rechts mit traumatisch aktivierter Pseudarthrose und geringem Knochen-
marksödem, eventuelle Radiofrequenzablation periartikulär LWK 5/SWK 1. 
 
5.6 In seiner versicherungsmedizinischen Kurzbeurteilung vom 19. April 2023 hielt 
Dr. med. H.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
fest, dass die Gesundheit des Versicherten bei der vom aktuellen Unfallereignis betroffenen Kör-
perregion bereits vor dem Unfall in stummer oder manifester Weise beeinträchtigt gewesen sei, 

 

 
 
Seite 8  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

namentlich aufgrund der Osteochondrose und Facettengelenksarthrose der kaudalen LWS, der 
foraminalen Diskushernie LWK 4/5 mit Irritation der Wurzel LWK 5 und der lumbosakralen Über-
gangsvariante mit Pseudarthrose. Strukturelle Läsionen, welche mit dem Unfallereignis in Ver-
bindung zu bringen wären, hätten nicht nachgewiesen werden können. Folglich handle es sich 
um eine stattgehabte vorübergehende Verschlimmerung vorbestehender Veränderungen an der 
LWS. Die Ausheilungszeit dieser vorübergehenden Verschlimmerung sei nach vier Monaten als 
abgeschlossen anzusehen.  
 
5.7 Im Einspracheverfahren reichte Dr. G.____ im Sinne einer medizinischen Einwandbe-
gründung eine Stellungnahme zuhanden des Unfallversicherers ein. Mit Schreiben vom 22. Mai 
2023 führte er aus, dass der Versicherte vor dem Ereignis vom 29. November 2022 in Bezug auf 
seinen Rücken völlig beschwerdefrei gewesen sei, auch bezüglich der lumbosakralen Über-
gangsvariante Castellvi Typ 2 rechts. Er habe keine Beschwerden gehabt und habe auch prob-
lemlos schwere Gegenstände tragen können. Beim Sturz habe es sich um einen heftigen An-
schlag der tieflumbalen Region an der Kante des Treppentritts gehandelt. Im MRI vom 28. De-
zember 2022 habe sich die lumbosakrale Übergangsvariante mit traumatisch aktivierter Pseu-
darthrose bei geringem Knochenmarksödem gezeigt. Auch wenn anlässlich der elektrophysiolo-
gischen Untersuchung keine radikuläre Läsion habe bewiesen werden können, könne eine irrita-
tive Radikulopathie in Anbetracht der heftigen Klinik nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der 
starken Schmerzsymptomatik sei die neurologische Untersuchung unter erschwerten Umständen 
erfolgt. Es handle sich somit um weitere unfallbedingte Komplikationen, die vor dem Unfall nicht 
vorhanden gewesen seien. Es gebe keine Hinweise, die ab dem 5. Mai 2023 mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit den Wegfall von unfallkausalen Elementen beweisen könnten.  
 
5.8 Dr. H.____ nahm mit versicherungsmedizinischer Beurteilung vom 17. Juli 2023 zu den 
Einwänden von Dr. G.____ Stellung. Er hielt an seiner versicherungsmedizinischen Stellung-
nahme vom 19. April 2023 fest. Es sei Fakt, dass die radiologischen Auffälligkeiten bereits vor 
dem Unfallereignis bestanden hätten und nicht durch den Sturz verursacht worden seien. Dass 
es durch die Kontusion der LWS zu einer Aktivierung dieser lumbosakralen Auffälligkeiten ge-
kommen sei, sei von versicherungsmedizinischer Seite unbestritten, doch sei bei fehlenden 
neuen, unfallbedingten strukturellen Läsionen von einer lediglich vorübergehenden Verschlimme-
rung des Vorzustandes auszugehen. Auch der neuropathische Charakter der Beschwerden sei 
kein Hinweis auf eine traumatische Ursache. Es handle sich dabei nicht um eine unfallbedingte 
Komplikation, sondern um eine erwartbare Manifestation von ausstrahlenden Schmerzen, welche 
durch die Wurzelreizung LWK 5 rechts im Rahmen der vorbestehenden foraminalen Diskushernie 
LWK 4/5 provoziert werden könne. Die versicherungsmedizinische Beurteilung stütze sich auf die 
Bildgebung sowie die neurologische Einschätzung vom 28. März 2023.  
 
6.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid vom 
30. August 2023 bei der Einstellung der Leistungen in medizinischer Hinsicht auf die vertrauens-
ärztlichen Beurteilungen von Dr. H.____ vom 19. April 2023 und 17. Juli 2023. Die bundesge-
richtliche Rechtsprechung hat den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen 
grundsätzlich stets Beweiswert zuerkannt (BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee). Auch 
einem reinen Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund 

 

 
 
Seite 9  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden 
medizinischen Sachverhalts geht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. März 2008, 
8C_540/2007, E. 3.2 mit Hinweisen). Wie in Erwägung 4.3 hiervor ausgeführt, sind jedoch an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne die Einho-
lung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bereits bei geringen Zweifeln an der 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen (Akten-)Beurteilungen sind ergän-
zende Abklärungen vorzunehmen. Solche Zweifel sind vorliegend gegeben. 
 
6.2 Dr. H.____ geht in seinen Beurteilungen davon aus, dass der Unfall vom 29. November 
2022 bloss zu einer vorübergehenden Verschlimmerung geführt habe, die innert vier Monaten als 
ausgeheilt anzusehen sei. Die aktuell beklagten Beschwerden basierten auf dem Vorzustand der 
LWS. Wie auch der Versicherungsmediziner in seiner Stellungnahme vom 17. Juli 2023 zutref-
fend ausführt, liegen beim Beschwerdeführer diverse nicht unfallkausale Vorzustände an der be-
troffenen Körperregion vor, insbesondere die Übergangsvariante Castellvi Typ 2 mit Pseudarth-
rose. Indessen erscheint es gerade aufgrund dieser Vorzustände als äusserst fraglich, ob der von 
Dr. H.____ herangezogene Ehrfahrungssatz vorliegend überhaupt angewendet werden darf. Der 
in Erwägung 3.4 hiervor erwähnte, von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung definierte, Er-
fahrungssatz postuliert, dass im Regelfall bei posttraumatischen Lumbalgien und Lumboischial-
gien nach drei bis vier Monaten von einer Heilung auszugehen ist. Aufgrund der Vorzustände, 
namentlich die Übergangsstörung, liegt hier doch eine atypische Konstellation vor, die sich von 
einem “üblichen Diskushernienfall“ massgeblich unterscheidet. Die Anwendung des Erfahrungs-
satzes erscheint folglich nicht sachgerecht und der Wegfall des natürlichen Kausalzusammen-
hangs wäre von Seiten der Beschwerdegegnerin bzw. von ihrem Versicherungsmediziner für den 
konkreten Fall zu begründen gewesen. In den entsprechenden Stellungnahmen findet sich indes-
sen weder eine solche Begründung noch eine wirkliche Auseinandersetzung mit den Vorzustän-
den des Beschwerdeführers, womit die Beschwerdegegnerin den Wegfall des natürlichen Kau-
salzusammenhangs nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit hat bele-
gen können. Letztlich ist auch nicht geklärt, ob die Beschwerden des Versicherten überhaupt auf 
die Diskushernie zurückzuführen sind, da die beigezogene Neurologin dies zu verneinen scheint. 
Der Versicherungsmediziner unterlässt es jedoch, eine andere Ursache der Schmerzen in Be-
tracht zu ziehen. Festzustellen ist auch, dass sich aufgrund des bildgebend festgehaltenen Kno-
chenmarködems durchaus auch die Frage einer richtungsgebenden Verschlimmerung stellen 
könnte, was ebenfalls undiskutiert geblieben ist.  
 
6.3 Zusammenfassend bestehen nach dem Ausgeführten an den versicherungsinternen Be-
urteilungen von Dr. H.____ mindestens geringe Zweifel, womit nicht mehr auf sie abgestellt wer-
den kann. Indem sich die Beschwerdegegnerin im Rahmen der Beweiswürdigung auf die medi-
zinische Erfahrungstatsache bei Diskushernien beschränkt und gleichzeitig die medizinischen 
Besonderheiten des vorliegenden (Einzel-) Falles ausser Acht gelassen hat, hat sie eine unvoll-
ständige Würdigung des massgebenden medizinischen Sachverhaltes vorgenommen. Eine ab-
schliessende Beurteilung der streitigen Kausalitätsfrage ist unter diesen Umständen nicht mög-
lich, weshalb der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und ein externes medizinisches 
Gutachten (Art. 44 ATSG) zu veranlassen ist. 

 

 
 
Seite 10  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

7. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann das Sozialversicherungsgericht 
nicht frei entscheiden, ob es eine Streitsache an die Verwaltung zurückweist. Die Beschwer-
deinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst die nötigen Abklärungen vorzunehmen, wenn sie einen 
im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklä-
rungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht 
beweiskräftig ist (BGE 137 V 263 E. 4.4.1 ff.). Da die Beschwerdegegnerin den medizinischen 
Sachverhalt im vorliegenden Fall aber unvollständig abgeklärt hat und es nicht die Aufgabe des 
kantonalen Gerichts ist, im Verwaltungsverfahren versäumte Abklärungen nachzuholen, steht ei-
ner Rückweisung an die Beschwerdegegnerin unter Berücksichtigung der zitierten Rechtspre-
chung des Bundesgerichts nichts entgegen. Demzufolge ist die Angelegenheit zur weiteren Ab-
klärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese muss die Unfallkausalität in Bezug 
auf die beim Versicherten über den 29. März 2022 hinaus bestehenden Beschwerden an der 
Lendenwirbelsäule und – falls ein natürlicher (Teil-)Kausalzusammenhang bejaht wird – die 
Frage des Erreichens des medizinischen Endzustands durch ein versicherungsexternes Gutach-
ten abklären lassen. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Aktenergänzung wird sie in der Folge 
über den Leistungsanspruch des Versicherten neu zu befinden haben. Die Beschwerde ist in 
diesem Sinne gutzuheissen. 
 
8.1 Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die 
Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben. 
 
8.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch 
auf Ersatz ihrer Parteikosten. Dem Beschwerdeführer als obsiegende Partei ist demnach eine 
Parteientschädigung zulasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin des 
Beschwerdeführers hat in ihrer Honorarnote vom 26. Oktober 2023 für das vorliegende Verfahren 
einen Zeitaufwand von 7 Stunden und 40 Minuten geltend gemacht, was sich in Anbetracht der 
sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind 
zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwen-
dung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.– zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind 
sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 61.90. Dem Beschwerdeführer 
ist deshalb eine Parteientschädigung in der geltend gemachten Höhe von Fr. 2'130.90 (7 Stunden 
und 40 Minuten à Fr. 250.– und Auslagen von Fr. 61.90 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Las-
ten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide 
sind – mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegeh-
ren (vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 
würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 

 

 
 
Seite 11  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2).  
 
9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
 
 

  

 

 
 
Seite 12  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochtene 
Einspracheentscheid vom 30. August 2023 aufgehoben und die Ange-
legenheit zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zum 
Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückge-
wiesen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 2'130.90 (inklusive Auslagen und 7,7% 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht