# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c5193ffd-6c8c-5125-8e7e-b8cc26831fa0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 21.10.2014 B 2014/145
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2014-145_2014-10-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2014/145

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 21.10.2014

Entscheiddatum: 21.10.2014

Urteil Verwaltungsgericht, 21.10.2014
Öffentliches Beschaffungswesen. Art. 32 VöB.Die Preisdifferenz zwischen 
dem Angebot der Beschwerdegegner und dem nächsthöheren Angebot 
erreicht zwar die nach der st. gallischen Rechtsprechung geltende Grenze 
von zwanzig Prozent nicht. Die Differenz geht allerdings auf wesentlich 
tiefere Lohnkosten zurück, so dass sich fragt, ob die Zahlen den tatsächlich 
bezahlten Löhnen und Gehältern entsprechen oder ob Mittel aus anderen 
Quellen – Quersubventionen oder Defizitgarantie der öffentlichen Hand – 
beigezogen werden. Sollten die tatsächlich bezahlten Löhne und Gehälter 
nicht höher sein, fragt sich, ob ausreichend qualifiziertes Personal während 
der gesamten Kursdauer anwesend ist. Beides könnte sich auf die 
Beurteilung der Qualität des Angebots auswirken (Verwaltungsgericht, 
B 2014/145).

Entscheid vom 21. Oktober 2014

Besetzung

Präsident Eugster; Verwaltungsrichter Linder, Heer, Rufener, Bietenharder; 

Gerichtsschreiber Scherrer

Verfahrensbeteiligte

Genossenschaft Migros Zürich, Pfingstweidstrasse 101, 8005 Zürich,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Claudia Steiger, Schaub Steiger Rechtsanwälte, 

Limmatquai 72, Postfach, 8022 Zürich,

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gegen

Amt für Wirtschaft und Arbeit, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

sowie

Schweizerisches Arbeiterhilfswerk SAH Zürich, Josefstrasse 84, 8005 Zürich,

und

Asyl-Organisation Zürich, Zypressenstrasse 60, 8040 Zürich,

Beschwerdegegner,

Gegenstand

Bewerbungscoaching für erwerbslose Personen (Zuschlag Los 4 Rapperswil)

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.           Das Amt für Wirtschaft und Arbeit schrieb am 10. März 2014 im Rahmen der 

arbeitsmarktlichen Massnahmen zur raschen und dauerhaften Wiedereingliederung 

Erwerbsloser ins Erwerbsleben unter anderem für die RAV-Region Rapperswil (Los 4) 

die Durchführung von jährlich zehn Kursen "Bewerbungscoaching+" und 16 Kursen 

"Bewerbungscoaching" im offenen Verfahren aus (ABl 2014 S. 611 f.). Als 

Mindeststandard wurde unter anderem für die Kursleitung und für die beim Kurstyp 

"Bewerbungscoaching+" erforderliche Co-Leitung ein Zertifikat des Schweizerischen 

Verbandes für Weiterbildung (SVEB) verlangt (Ziffer 4.1 der Ausschreibungsunterlagen, 

act. 2/5). Als Zuschlagskriterien wurden "Anbieter und Infrastruktur" (30 Prozent, davon 

"Kursanbieter" und "Erfahrung" je neun Prozent, "Aufgabenteilung Kurs- und Co-

Leitung", "Kursort", "Kursraum" und "Aufenthaltsraum/Verpflegungsmöglichkeiten" je 

drei Prozent), "Konzept" (33 Prozent, davon "Methodik/Didaktik" und "Probelektion" je 

neun Prozent, "Lehrplan Kurs" 15 Prozent), "Kursleitung" (30 Prozent, davon 

"Qualifikation und Erfahrung" 18 Prozent und "Anforderungsprofil" zwölf Prozent) und 

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"Preis" (27 Prozent; Ziffer 7.8 und Anhang 7 der Ausschreibungsunterlagen; act. 2/8) 

aufgeführt.

B.           Innert der bis 17. April 2014 laufenden Frist gingen für das Los 4 drei 

Angebote von drei Anbietern, unter anderem jenes der Genossenschaft Migros Zürich 

zum Preis von CHF 937'614, ein. Die Regierung des Kantons St. Gallen beschloss am 

24. Juni 2014, den Zuschlag dem Schweizerischen Arbeiterhilfswerk SAH Zürich, der 

sein Angebot zusammen mit der Asyl-Organisation Zürich eingereicht hatte, zum Preis 

von CHF 771'576 zu erteilen. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit vollzog die Vergabe am 

26. Juni 2014.

C.           Die Genossenschaft Migros Zürich (Beschwerdeführerin) erhob gegen die 

Zuschlagsverfügung des Amts für Wirtschaft und Arbeit (Vorinstanz) vom 26. Juni 2014 

(zugestellt am 30. Juni 2014) mit Eingabe ihrer damaligen Rechtsvertreterin vom 10. 

Juli 2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Rechtsbegehren, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge sei nach Einsicht in die detaillierten Angaben des 

Angebots des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks SAH Zürich und der Asyl-

Organisation Zürich (Beschwerdegegner) unter Wahrung des Geschäftsgeheimnisses 

die angefochtene Verfügung aufzuheben und der Zuschlag der Beschwerdeführerin zu 

erteilen, eventualiter die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Das von der Beschwerdeführerin gleichzeitig gestellte Gesuch, es sei der Beschwerde 

die aufschiebende Wirkung zu erteilen, hiess der Vizepräsident des 

Verwaltungsgerichts am 21. Juli 2014 gut. Die Verfügung wurde unangefochten 

rechtskräftig.

Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 29. Juli 2014, die aufschiebende 

Wirkung sei der Beschwerde wieder zu entziehen, der Beschwerdeführerin keine 

Einsicht in die Offerte der Beschwerdegegner zu gewähren und die Beschwerde – 

eventualiter – abzuweisen. Die Beschwerdegegner verzichteten in der Hauptsache 

stillschweigend auf eine Vernehmlassung. Mit Eingabe ihrer jetzigen Rechtsvertreterin 

vom 21. August 2014 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest und äusserte 

sich zur vorinstanzlichen Vernehmlassung.

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die Akten wird, soweit wesentlich, 

in den Erwägungen eingegangen.

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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.            Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 5 Abs. 

2 des Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über das öffentliche 

Beschaffungswesen; sGS 841.1, EGöB). Die Beschwerdeführerin, die beim Zuschlag 

nicht berücksichtigt wurde, ist zur Beschwerde legitimiert; die Beschwerde wurde 

fristgerecht erhoben und erfüllt die Anforderungen in formeller und inhaltlicher Hinsicht 

(Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art 15 Abs. 3 der Interkantonalen 

Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen, sGS 841.32, IVöB). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten.

2.            Die Beschwerdeführerin beantragt die Aufhebung des Zuschlags an die 

Beschwerdegegner. Zur Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, da das Angebot 

der Beschwerdegegner ungewöhnlich niedrig sei, hätte die Vorinstanz – umso mehr als 

sie auf dessen genügende Defizitgarantie verwiesen habe – zusätzliche Abklärungen 

zur Sicherstellung der Einhaltung der Teilnahmebedingungen und zum Ausschluss von 

Quersubventionen tätigen müssen (dazu nachfolgend Erwägung 3). Beim Angebot des 

Beschwerdegegners fehlten sodann die für die Erfüllung des Mindeststandards der 

Kursleitung und der Co-Leitung erforderlichen Aus- und Weiterbildungsdokumente. 

Werde das Angebot nicht bereits ausgeschlossen, müsse es immerhin beim 

Zuschlagskriterium "Kursleitung" mit null, jenes der Beschwerdeführerin mit zwanzig 

Punkten bewertet werden (dazu nachfolgend Erwägung 4.1). Schliesslich sei bei der 

Bewertung des Preises nicht auf die Summe der Preise für je einen Einzelkurs, sondern 

auf den Totalpreis abzustellen (dazu nachfolgend Erwägung 4.2). Hinsichtlich der 

Musterlebensläufe habe die Vorinstanz das Angebot der Beschwerdeführerin strenger 

und damit rechtsungleich bewertet (dazu nachfolgend Erwägung 4.3).

3.            Gemäss Art. 12 Ingress und lit. a VöB kann der Auftraggeber einen Anbieter 

vom Vergabeverfahren unter anderem dann ausschliessen, wenn dieser die 

Eignungskriterien nicht erfüllt. Ein ungewöhnlich niedriges Angebot ist nur dann 

mangels Eignung auszuschliessen, wenn Anlass besteht, an der Fähigkeit des 

Anbieters zur Auftragserfüllung zu den angebotenen Konditionen und damit an der 

grundsätzlichen Seriosität des Angebots zu zweifeln (vgl. D. Lutz, Angebotspreis: 

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Kalkulationsfreiheit und die Schranken, in: Zufferey/Stöckli [Hrsg.], Aktuelles 

Vergaberecht 2014, Zürich/Basel/Genf 2014, S. 295 f.). Die Beweislast liegt bei der 

Vergabebehörde (vgl. Lutz, a.a.O., S. 296). Werden ungewöhnlich niedrige Angebote 

eingereicht, kann der Auftraggeber gemäss Art. 32 VöB zusätzliche Unterlagen und 

Auskünfte verlangen, um die Einhaltung der Teilnahmebedingungen zu prüfen. Bei 

einem Angebot, das rund 20 Prozent unter der preislich zweitniedrigsten Offerte liegt, 

sind nach der st. gallischen Vergabepraxis und Rechtsprechung zusätzliche 

Abklärungen jedenfalls gerechtfertigt (www.beschaffungswesen.sg.ch unter 

Vergabeverfahren/Zuschlag/ungewöhnlich niedrige Angebote, Ziffer 5; GVP 2002 Nr. 

33). Eine Pflicht besteht nur dann, wenn Anhaltspunkte oder Verdachtsmomente dafür 

bestehen, dass der Anbieter Teilnahme- oder Auftragsbedingungen verletzt, wobei 

teilweise sogar offensichtliche und krasse Fälle verlangt werden (vgl. Lutz, a.a.O. S. 

289 mit Hinweisen).

Wie bereits in der Zwischenverfügung vom 21. Juli 2014 festgestellt, beträgt die 

Differenz zwischen dem Angebotspreis der Beschwerdegegner und dem 

nächsthöheren Preis 17,6 Prozent. Die Differenz erreicht die nach der st. gallischen 

Rechtsprechung geltende Grenze von 20 Prozent zwar nicht. Sie geht indessen zurück 

auf unterschiedlich hohe Aufwendungen für Löhne und Gehälter beim Kurstyp 

"Bewerbungscoaching+", wo die Anwesenheit von zwei Leitungspersonen gefordert 

ist. Bei der Beschwerdeführerin ergeben sich Kosten für Löhne und Gehälter je Lektion 

von CHF 152, nämlich CHF 80 für die den Kurs leitende Person und CHF 72 für die Co-

Leitung. Bei den Beschwerdegegnern belaufen sich diese Kosten auf CHF 109.21, bei 

der dritten Anbieterin auf CHF 128.57, wobei die Verteilung auf Leitung und Co-Leitung 

nicht bekannt ist. Für den Kurstyp "Bewerbungscoaching", der lediglich von einer 

Person geführt wird, betragen diese Kosten je Lektion CHF 80 bei der 

Beschwerdeführerin, CHF 74.13 bei den Beschwerdegegnern und CHF 99.63 bei der 

dritten Anbieterin. Insbesondere der Vergleich der Aufwendungen für Löhne und 

Gehälter innerhalb des Angebots der Beschwerdegegner wirft Fragen auf, da die 

Kosten für eine Person – wie sie sich für den Kurstyp "Bewerbungscoaching" ergeben 

– zwar auch etwas tiefer liegen als bei der Beschwerdeführerin, aber beim Kurstyp 

"Bewerbungscoaching+" bei gleicher Entlöhnung der Kursleitung noch ein 

Stundenansatz von CHF 35.08 verbliebe. Diese Konstellation ist geeignet, Zweifel 

daran zu wecken, ob der Beschwerdegegner in seinem Angebot die verlangten 

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Mindeststandards erfüllt. Konkret fragt sich, ob die Zahlen den tatsächlich bezahlten 

Löhnen und Gehältern entsprechen oder ob Mittel aus anderen Quellen – 

Quersubventionen oder Defizitgarantie der öffentlichen Hand – beigezogen werden. 

Sollten die tatsächlich bezahlten Löhne und Gehälter nicht höher sein, fragt sich des 

weiteren, ob die Beschwerdegegner beim Kurstyp "Bewerbungscoaching+" 

ausreichend qualifiziertes Personal für die Co-Leitung einsetzt oder davon ausgeht, 

dass diese Person nicht während des gesamten Kurses, das heisst während siebzig 

Lektionen anwesend sein muss. Beide Umstände müssten sich auf die Qualität des 

Angebots auswirken.

Damit erweist sich die Beschwerde, insoweit damit beanstandet wird, die Vorinstanz 

hätte im Zusammenhang mit den ausgesprochen tiefen Aufwendungen der 

Beschwerdegegner für Löhne und Gehälter beim Kurstyp "Bewerbungscoaching+" 

zusätzliche Abklärungen treffen müssen, als begründet. Die Zuschlagsverfügung ist 

dementsprechend aufzuheben und die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen im Sinn 

der Erwägungen und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Dabei 

wird die Vorinstanz je nach Ergebnis der Abklärungen auch darüber zu befinden haben, 

ob das Angebot der Beschwerdegegnerin die Mindeststandards gemäss 

Ausschreibungsunterlagen erfüllt.

4.            Aus prozessökonomischen Gründen ist es angebracht, zu weiteren 

Vorbringen in der Beschwerde wie folgt Stellung zu nehmen.

4.1.        Die Beschwerdeführerin rügt, die Beschwerdegegner hätten den gemäss 

Mindeststandard der Ausschreibungsunterlagen erforderlichen Ausbildungsstand der 

Kursleiter nicht nachgewiesen. In tatsächlicher Hinsicht wurde in der 

Zwischenverfügung vom 21. Juli 2014 festgehalten, das erforderliche SVEB-Zertifikat 

liege lediglich für eine für die Kursleitung vorgesehene Person bei. Bei den weiteren 

drei Personen werde im Lebenslauf angegeben: "Eidg. Fachausweis als Ausbilderin 

(SVEB II)", "Erwachsenenbildung SVEB I, ibbk, Bülach" sowie Lehrveranstaltungen. mit 

Erw. durchführen SVEB1; AEB Zürich", ohne dass sich unter den zahlreichen 

Dokumenten die entsprechenden Zertifikate befänden.

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Gemäss Art. 12 Abs. 1 Ingress und lit. h VöB kann vom Vergabeverfahren 

ausgeschlossen werden, wer wesentliche Formvorschriften des Vergabeverfahrens 

verletzt. Die "Kann-Vorschrift" räumt dem Auftraggeber einen Spielraum bezüglich der 

Frage ein, ob ein Anbieter im Einzelfall vom Verfahren ausgeschlossen werden soll. Das 

Ermessen ist jedoch pflichtgemäss auszuüben, und insbesondere ist dem 

Rechtsgleichheitsgebot, dem Verhältnismässigkeitsprinzip und der Pflicht zur Wahrung 

der öffentlichen Interessen Rechnung zu tragen. Ausserdem sind Sinn und Zweck der 

gesetzlichen Ordnung zu beachten. Ein wirksamer Wettbewerb als wesentliche 

Zielsetzung einer jeden Submission gebietet, bei der Kontrolle der 

Bewerbungsunterlagen nicht zu kleinlich vorzugehen (vgl. GVP 2002 Nr. 33). Teilweise 

geht die Rechtsprechung davon aus, es sei nicht überspitzt formalistisch, wenn die 

Vergabebehörde Angebote, denen verlangte Bescheinigungen (oder andere 

Bestandteile) fehlen, ohne weiteres vom Verfahren ausschliesse (vgl. die Hinweise bei 

M. Beyeler, Die Rechtsprechung 2012-2013, in: Stöckli/Beyeler [Hrsg.], Das 

Vergaberecht der Schweiz, 9. Auflage 2014, S. 465 ff., Nr. 122). Nach Auffassung der 

Lehre besteht allerdings kein relevanter Wettbewerbsvorteil darin, einfach zu 

erhaltende Bescheinigungen Dritter über so oder so feststehende und feststellbare 

Zustände erst nach Ablauf der Offertfrist (aber noch vor dem Zuschlag) einzureichen 

(selbst wenn der Bieter die Bescheinigung erst nach Ablauf der Offertfrist anfordert 

oder erhält). Allerdings sei die verspätete Einreichung kein Ruhmesblatt für den 

Anbieter, sondern weise auf gewisse Organisationsmängel hin (vgl. Beyeler, a.a.O., 

Anmerkung zu Nr. 123).

Wie bereits in der Zwischenverfügung vom 21. Juli 2014 ausgeführt, wurde in den 

Ausschreibungsunterlagen das Einreichen des SVEB-Zertifikats nicht ausdrücklich 

verlangt. Wenn auch die Belege in Form von Kopien der Zertifikate fehlen, enthalten die 

Lebensläufe der für die Kursleitung vorgesehenen Personen immerhin Anhaltspunkte 

dafür, dass sie die entsprechende Ausbildung erfolgreich absolviert haben. Unter 

diesen Umständen erschiene es einerseits überspitzt formalistisch, das Angebot der 

Beschwerdegegner wegen der fehlenden Zertifikate auszuschliessen. Anderseits 

verletzt es aber auch den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Gleichbehandlung der 

Anbieter (vgl. Art. 1 Abs. 3 Ingress und lit. b IVöB) nicht, wenn die Vorinstanz den 

Beschwerdegegnern bei der Neubeurteilung die Möglichkeit einräumt, die Unterlagen 

mit Kopien der SVEB-Zertifikate zu ergänzen.

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4.2.        Als für die Bewertung massgebender Angebotspreis gilt gemäss den 

Ausschreibungsunterlagen der "Totalpreis", nämlich "alle Kurspreise bei 12 Personen 

zusammengezählt (entsprechend der Kurse des betreffenden Loses)". Die 

Beschwerdeführerin macht geltend, es sei auf den maximalen Gesamtpreis für das Los 

abzustellen. Der Totalpreis sei jener Preis, auf den der Zuschlag erfolge. Das Total 

Kurskosten, das die Vorinstanz erst im Beschwerdeverfahren als massgeblichen 

Totalpreis behandelt haben will, habe schlicht und einfach deshalb in keiner ihrer 

Korrespondenzen Eingang gefunden, weil die Kosten nicht den Preis bildeten und sie 

für die Bewertung der Angebote irrelevant seien. Die Angebote seien für die 

prognostizierte Anzahl Kurse abgegeben worden. Ein bindendes Angebot nur auf einen 

Kurs hätte den Anforderungen der Ausschreibung nicht genügt.

Die Vorinstanz stellte auf die durchschnittlichen Kosten bei der Durchführung je eines 

Kurses des Typs "Bewerbungscoaching+" und "Bewerbungscoaching" bei 12 

Teilnehmern ab mit der Begründung, es könne keine bestimmte Anzahl Kurse oder 

Teilnehmende verbindlich zugesichert werden. Zu viele Faktoren beeinflussten den 

tatsächlichen Bedarf. Der Begriff "Totalpreis" im Anhang 7 decke sich mit dem Begriff 

"Total Kurskosten", wie er im Anhang 6 ("Formular Kosten") und im Fragenkatalog 

unter lit. D verwendet werde. Der Begriff "entsprechend" sei mit "in Übereinstimmung" 

gleichzusetzen. Mit anderen Worten heisse dies, dass alle Kurspreise, die mit den 

jeweiligen Kursen übereinstimmten, zu addieren seien. Daraus werde ersichtlich, dass 

hier "nicht ein Volumen bezeichnet" werde, sondern "die Bezugsgrösse 

übereinstimmenden Werte pro Kurs".

Gemäss Art. 34 Abs. 2 Ingress und lit. a VöB ist insbesondere der Preis ein Kriterium 

für die Ermittlung des wirtschaftlich günstigsten Angebots. Zu klären ist, welcher Preis 

für die Bewertung bei einem unbestimmten Mengengerüst massgebend ist. Angesichts 

des Ermessensspielraums, welcher der Vergabebehörde bei der Festlegung und 

Umschreibung der Zuschlagskriterien zukommt, ist in erster Linie auf die 

Umschreibung in den Ausschreibungsunterlagen abzustellen. Die Vorinstanz geht vom 

"Totalpreis des Kursanbieters" aus. Es sind "alle Kurspreise … entsprechend der Kurse 

des betreffenden Loses" zusammenzuzählen. Der "Durchschnittspreis", welcher mit 1,5 

benotet werden soll, ergibt sich, indem "die Totalpreise der Lose" durch "die Anzahl 

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Offerten" geteilt werden. Der Wortlaut der Umschreibung des Preiskriteriums ist damit 

unklar.

In der Anleitung wird auf den Anhang 6 der Unterlagen verwiesen. Danach ist als Preis 

das "Total Kurskosten" bei 12 Teilnehmern je Kurstyp zu übertragen. Darauf stützt die 

Vorinstanz im Wesentlichen ihre Auffassung. Sie lässt aber ausser Acht, dass die 

beiden Kurstypen "Bewerbungscoaching+" und "Bewerbungscoaching" mutmasslich 

nicht in der gleichen Anzahl durchgeführt werden. Vielmehr geht die Ausschreibung 

von einer grösseren Nachfrage nach den Kursen "Bewerbungscoaching" – vorgesehen 

sind maximal 16 Kurse jährlich – als nach den Kursen "Bewerbungscoaching+" – 

vorgesehen sind maximal zehn Kurse jährlich – aus. Dementsprechend muss bei der 

Preisbewertung – was auch im Begriff "Totalpreis der Lose" zum Ausdruck kommt – 

diese Gewichtung berücksichtigt werden. Ob dabei auf das gewichtete Mittel je eines 

Kurses oder aber auf den "Totalpreis" der ausgeschriebenen Anzahl Kurse des Loses 

abgestellt wird, führt zum selben Ergebnis. Dieser Betrachtungsweise entspricht im 

Übrigen auch die Tatsache, dass die Vorinstanz den Zuschlag zu den vom 

berücksichtigten Anbieter offerierten maximalen Kosten des Loses, das heisst bei 

Durchführung von jährlich zehn Kursen "Bewerbungscoaching+" und 16 Kursen 

"Bewerbungscoaching" während dreier Jahre, erteilt hat. Wie bereits in der 

Zwischenverfügung vom 21. Juli 2014 festgestellt, ist das Angebot der 

Beschwerdeführerin beim Kriterium Preis mit einem Punkt zu bewerten.

4.3.         Die Beschwerdeführerin beanstandet schliesslich die Benotung ihres 

Angebotes unter dem Subkriterium "Kursanbieter". Die Vorinstanz hat das mit neun 

Punkten gewichtete Subkriterium in die vier, je mit 2,25 Punkten gewichteten und in 

den Ausschreibungsunterlagen bekannt gegebenen Teilbereiche "Portrait", "Leitbild", 

"Qualitätsmanagement" und "Beispiel Lebenslauf" gegliedert. Das Angebot der 

Beschwerdeführerin wurde im Teilbereich "Beispiel Lebenslauf" mit 1,5 Punkten, in den 

übrigen Teilbereichen mit dem Punktemaximum bewertet. Der Abzug beim Lebenslauf 

wurde damit begründet, dessen Gestaltung wirke "insgesamt jedoch etwas lieblos".

Die Vorinstanz hat das Subkriterium "Kursanbieter" weiter bis zu einer Gewichtung der 

einzelnen Teilbereiche von 2,25 von insgesamt 100 Punkten verfeinert. Dadurch ist es 

möglich, die Benotung der Angebote im Detail nachzuvollziehen, und das Gebot der 

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Transparenz (vgl. Art. 1 Abs. 3 Ingress und lit. c IVöB) wird vorbildlich umgesetzt. Bei 

der Benotung nach den einzelnen Kriterien, Subkriterien und Subsubkriterien kommt 

der Vergabebehörde, welche über die besonderen fachtechnischen Kenntnisse verfügt, 

ein erhebliches Ermessen zu (vgl. BGer 2D_49/2011 vom 25. September 2012 E. 7.4 

mit Hinweis auf BGE 125 II 86 E. 6). Die Vergabebehörde hat sich bei der Benotung des 

Angebots der Beschwerdeführerin bezüglich der Musterlebensläufe, die aufgrund des 

Schrifttyps, der vertikalen und horizontalen Gliederung sowie den Abständen zwischen 

den einzelnen Informationen und Themen nicht besonderes übersichtlich erscheinen, 

innerhalb dieses Ermessensspielraums bewegt. Insbesondere hat sie die 

Beschwerdeführerin gegenüber den Beschwerdegegnern, deren – einziger – 

Musterlebenslauf in gestalterischer Hinsicht zu keiner Bemerkung Anlass gab und mit 

1,125 Punkten und damit lediglich mit der Hälfte der bei diesem Subsubkriterium 

maximal erzielbaren Punktzahl benotet wurde, nicht rechtsungleich behandelt.

5.            Zusammenfassend erweist sich die Beschwerde, soweit damit die Aufhebung 

der angefochtenen Zuschlagsverfügung vom 26. Juni 2014 der Vorinstanz beantragt 

wird, als begründet. Jedoch kann der Beschwerdeführerin nicht wie ebenfalls beantragt 

der Zuschlag für die Kurse "Bewerbungscoaching+" und "Bewerbungscoaching" des 

Loses 4 (Rapperswil) erteilt werden. Vielmehr ist die Angelegenheit im Sinn der 

Erwägungen zur weiteren Klärung des Sachverhalts und zur erneuten Prüfung der 

Angebote der Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegner – der weitere nicht 

berücksichtigte Anbieter hat sich mit der Nichtberücksichtigung abgefunden und ist am 

Verfahren nicht mehr beteiligt (vgl. Galli/Moser/Lang/Steiner, a.a.O., Rz. 1397; VerwGE 

B 2014/61 vom 16. September 2014 E. 4) – sowie zu neuer Entscheidung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen.

6.            Bei diesem Ausgang des Verfahrens – die Beschwerde ist teilweise begründet 

– sind die Kosten des Hauptverfahrens der Beschwerdeführerin und dem Staat – die 

Beschwerdegegner haben sich am Hauptverfahren nicht mehr beteiligt – je zur Hälfte 

aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 4'000 erscheint 

angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Anteil 

der Beschwerdeführerin von CHF 2'000 ist mit ihrem Kostenvorschuss von CHF 5'000 

zu verrechnen. CHF 3'000 sind ihr zurückzuerstatten. Auf die Erhebung des 

Kostenanteils des Staats ist nicht zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Bei diesem 

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Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf Entschädigung der 

ausseramtlichen Kosten im Hauptverfahren.

Die Kosten des Zwischenverfahrens – dem Gesuch um aufschiebende Wirkung war 

stattzugeben – sind dem Staat und den Beschwerdegegnern – welche Abweisung des 

Begehrens beantragten – je zur Hälfte aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von CHF 1'000 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 211 der 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung des Kostenanteils des 

Staates ist nicht zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Staat und Beschwerdegegner 

haben die Beschwerdeführerin für das Zwischenverfahren ermessensweise je mit CHF 

1'000 inklusive Barauslagen und ohne Mehrwertsteuer – die Beschwerdeführerin selbst 

ist mehrwertsteuerpflichtig – ausseramtlich zu entschädigen.

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1.            Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Zuschlagsverfügung vom 26. Juni 

2014 aufgehoben.

2.            Die Angelegenheit wird zu weiteren Abklärungen im Sinn der Erwägungen und 

zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

3.            Die amtlichen Kosten des Zwischenverfahrens von CHF 1'000 bezahlen der 

Staat und die Beschwerdegegner je zur Hälfte. Die amtlichen Kosten des 

Hauptverfahrens von CHF 4'000 bezahlen die Beschwerdeführerin und der Staat je zur 

Hälfte. Der Kostenanteil der Beschwerdeführerin von CHF 2'000 ist mit ihrem 

Kostenvorschuss von CHF 5'000 zu verrechnen. CHF 3'000 sind ihr zurückzuerstatten.

4.            Der Staat und die Beschwerdegegner entschädigen die Beschwerdeführerin 

für das Zwischenverfahren ausseramtlich je mit CHF 1'000 ohne Mehrwertsteuer

Der Präsident                    Der Gerichtsschreiber

Eugster                              Scherrer

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