# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 07e5dfd7-1c62-5fdf-970c-9d89b8e1cb2b
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-29
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 29.02.2024 608 2023 119
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_608-2023-119_2024-02-29.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

608 2023 119

Urteil vom 29. Februar 2024

II. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsidentin: Daniela Kiener 
Richter: Johannes Frölicher,

Anne-Sophie Peyraud 
Gerichtsschreiber: Timothy Schertenleib

Parteien A.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Christian 
Lauri 

gegen

INVALIDENVERSICHERUNGSSTELLE DES KANTONS FREIBURG, 
Vorinstanz    

Gegenstand Invalidenversicherung (Rentenbeginn, Bemessung Invaliditätsgrad)

Beschwerde vom 25. August 2023 gegen die Verfügung vom 26. Juni 2023

Kantonsgericht KG
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Sachverhalt

A. A.________ (nachfolgend: Versicherte oder Beschwerdeführerin), geboren im Jahr 1981, 
verheiratet, Mutter eines Kindes (Jahrgang 2011), hat im Herbst 2009 das Studium der 
Rechtswissenschaften an den Universitäten Freiburg und Bern mit dem Master of Law 
abgeschlossen und im Herbst 2013 das Notariatspatent erlangt. Danach arbeitete sie für eine kurze 
Zeit als Notarin (10.2013-12.2014), bevor sie ein Praktikum beim Regierungsstatthalteramt Bern 
Mittelland (01.2015-05.2015) und in einer Anwaltskanzlei (06.2015-07.2015) absolvierte. Ab 
September 2015 arbeitete sie als kaufmännische Mitarbeiterin zu einem Pensum von 40 Prozent bei 
der B.________ AG. Das Arbeitsverhältnis wurde per Ende September 2017 aufgelöst.

Nachdem der Versicherten ab dem 17. Juni 2016 aus psychischen Gründen (F33 Rezidivierende 
depressive Störung [Diagnose in späteren Berichten: F31.8 Sonstige bipolare affektive Störungen, 
rapid cycling, ED 05/2018]; Migräne mit Aura, ED 09/2016) eine anhaltende volle Arbeitsunfähigkeit 
attestiert worden war, meldete sie sich am 5. September 2017 bei der Invalidenversicherungsstelle 
Freiburg (nachfolgend: IV-Stelle oder Vorinstanz) zum Leistungsbezug an. 

Vom 13. Juli 2018 bis zum 10. August 2018 (vorzeitiger Abbruch) absolvierte die Versicherte 
Integrationsmassnahmen (Support am Arbeitsplatz – Modell WISA). Ab dem 1. Oktober 2018 folgte 
ein Belastbarkeitstraining bei der C.________ GmbH, das zweimal bis zum 30. Juni 2019 verlängert 
wurde. Im Abschlussbericht vom 4. Juli 2019 wurde empfohlen, das Belastbarkeitstraining zu 
beenden. Eine berufliche Integration werde zum jetzigen Zeitpunkt als nicht realistisch erachtet, 
weshalb eine Rentenprüfung in Betracht zu ziehen sei.

In der Folge wurde ein Abklärungsbericht Haushalt eingeholt. Dieser wurde am 4. Dezember 2019 
erstattet und kommt zum Schluss, dass die Versicherte in ihrer Haushaltstätigkeit zu 17.93 Prozent 
eingeschränkt sei.

Ausserdem wurde – auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes Bern/Freiburg/Solothurn 
(nachfolgend: RAD) – ein psychiatrisches Gutachten eingeholt. Dieses wurde bei Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in Auftrag gegeben und datiert vom 13. 
März 2020. Im Gutachten wird die Diagnose einer bipolaren affektiven Störung, rapid cycling (F31.8) 
gestellt. Die angestammte Tätigkeit als selbständige Notarin sei angepasst, da sie der Versicherten 
ermögliche, ihre Arbeitszeiten selbständig einzuteilen und auch von zu Hause aus zu arbeiten. In 
dieser Tätigkeit sei die Versicherte aktuell und aktenanamnestisch seit mindestens September 2016 
zu 80 Prozent arbeitsunfähig. 

An diesem Gutachten wurden seitens des RAD mehrere Kritikpunkte erhoben. Da auch die 
eingeholten Stellungnahmen von Dr. med. D.________ vom 23. Juni 2020 und 27. Mai 2021 nichts 
an dieser Kritik zu ändern vermochten, wurde schliesslich bei Dr. med. E.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, ein neues psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. In diesem 
Rahmen fand auch eine neuropsychologische Untersuchung durch Dr. phil. F.________, 
neuropsychologischer Gutachter SIM, statt.

Im Gutachten vom 4. Mai 2022 bestätigt Dr. med. E.________ die Diagnose einer bipolaren 
affektiven Störung mit rapid cycling (F31.8). In der angestammten Tätigkeit (bis zum 30. September 
2017 administrative Mitarbeiterin für Rechtsfragen und Buchhaltung, danach selbständige Notarin) 
sei ab September 2016 von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. In einer angepassten 

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Tätigkeit (in der die Versicherte ihre Leistung dem aktuellen Befinden anpassen und eine gewisse 
Unterstützung durch den Ehemann erhalten sowie Aufträge selektionieren und solche mit einem 
erhöhten Risiko – z.B. Umgang mit viel Geld – ablehnen könne), sei von September 2016 bis zum 
3. November 2018 ebenfalls von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, ab dem 4. November 
2018 aber eine 15- bis 20-prozentige Arbeitsfähigkeit anzunehmen. Dabei sei zu beachten, dass 
dies vermutlich nur so lange gehen werde, wie es der Versicherten möglich sei, gröbere 
Fehlleistungen bedingt durch die manische Symptomatik zu vermeiden (z.B. Veruntreuung von 
Geldern).

Gestützt auf dieses Gutachten, das von der RAD-Ärztin Dr. med. G.________, Fachärztin für 
Psychiatrie und Psychotherapie, als schlüssig erachtet wurde, und den Abklärungsbericht Haushalt 
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom 26. Juni 2023 (Vorbescheid vom 16. Januar 
2023) und Wirkung ab 1. Juli 2019 eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung zu. Der 
Invaliditätsgrad von 67.60 Prozent wurde wie folgt ermittelt:

Haushaltstätigkeit Erwerbstätigkeit
(Anteil 20 Prozent) (Anteil 80 Prozent)

Einschränkung 17.93 Prozent 80 Prozent
Teilinvaliditätsgrad 3.60 Prozent 64 Prozent
Invaliditätsgrad 67.60 Prozent

Sowohl beim Validen- als auch beim Invalideneinkommen stellte die IV-Stelle auf statistische Werte 
(Schweizerische Lohnstrukturerhebung LSE 2018, TA1_Tirage_skill_level, Position 69-75) ab und 
legte ihren Berechnungen einen Bruttomonatslohn von CHF 8'137.- zugrunde. 

B. Gegen die Verfügung vom 26. Juni 2023 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
Christian Lauri, mit Eingabe vom 25. August 2023 Beschwerde an das Kantonsgericht. Sie stellt das 
Begehren, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihr ab März 2018 eine ganze 
Invalidenrente zuzusprechen. In der Begründung der Beschwerde moniert die Beschwerdeführerin 
den Beginn des Rentenanspruchs und die Bemessung des Invaliditätsgrades.

Der mit Verfügung vom 4. September 2023 einverlangte Kostenvorschuss von CHF 800.- wurde am 
8. September 2023 geleistet.

In ihren Bemerkungen vom 10. Oktober 2023 schliesst die Vorinstanz auf eine Abweisung der 
Beschwerde.

Ein weiterer Schriftenwechsel wurde nicht angeordnet.

C. Die übrigen Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit für die Beurteilung der 
vorliegenden Beschwerde massgebend, aus den nachstehenden Erwägungen.

Erwägungen

1.

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Die Beschwerde vom 25. August 2023 gegen die Verfügung vom 26. Juni 2023 wurde durch die 
rechtsgültig vertretene Beschwerdeführerin frist- und formgerecht bei der sachlich und örtlich zustän-
digen Beschwerdeinstanz eingereicht. Die Beschwerdeführerin hat ein schutzwürdiges Interesse 
daran, dass das Kantonsgericht, II. Sozialversicherungsgerichtshof, prüft, ob der Rentenanspruch 
korrekt ermittelt wurde.

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

Die Beschwerdeführerin meldete sich am 5. September 2017 bei der Vorinstanz zum 
Leistungsbezug an und machte geltend, seit dem 17. Juni 2016 aus gesundheitlichen Gründen 
arbeitsunfähig zu sein. Der vorliegende Fall beurteilt sich damit nach den Gesetzesbestimmungen, 
die bis zum 31. Dezember 2021 in Kraft waren (lit. b der Übergangsbestimmungen zur Änderung 
vom 19. Juni 2020 [Weiterentwicklung der IV] des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]; Kreisschreiben zu den Übergangsbestimmungen zur 
Einführung des linearen Rentensystems [KS ÜB WE IV, Ziffer 1007 ff.]).

Im Folgenden werden die massgebenden rechtlichen Bestimmungen in dieser Fassung zitiert.

3.

3.1. Der folgende medizinische Sachverhalt ist nicht bestritten:

Die Beschwerdeführerin leidet an einer bipolaren affektiven Störung mit rapid cycling (F31.8), welche 
im Mai 2018 erstmals diagnostiziert wurde; zuvor war von einer rezidivierenden depressiven Störung 
(F33) die Rede. Aufgrund ihrer Krankheit ist die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit 
seit September 2016 zu 100 Prozent arbeitsunfähig. Auch in einer angepassten Tätigkeit, wie sie 
die Beschwerdeführerin seit Juli 2018 ausübt (selbständige Notarin, die ihre Leistung dem aktuellen 
Befinden anpassen und eine gewisse Unterstützung durch den Ehemann erhalten sowie Aufträge 
selektionieren und solche mit einem erhöhten Risiko – z.B. Umgang mit viel Geld – ablehnen kann), 
lag bis zum 3. November 2018 eine volle Arbeitsunfähigkeit vor. Seit dem 4. November 2018 
hingegen besteht in dieser angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 15 bis 20 Prozent. Dies 
gilt aber nur für so lange, wie es der Beschwerdeführerin gelingt, gröbere Fehlleistungen bedingt 
durch die manische Symptomatik zu vermeiden (vgl. das psychiatrische Gutachten von Dr. med. 
E.________, IV-Akten S. 505 ff.; vgl. auch Dr. med. D.________, IV-Akten S. 336 ff.).

3.2. Streitig und zu prüfen sind indes der Beginn des Rentenanspruchs (nachstehende E. 4) 
sowie die Bemessung des IV-Grades (nachstehende E. 5).

4.

4.1. Mit der angefochtenen Verfügung wurde der Rentenbeginn auf den 1. Juli 2019 festgesetzt. 

Die Vorinstanz erwog hierzu, dass das Gesuch verspätet eingereicht worden sei, da die Wartezeit 
am 17. Juni 2017 abgelaufen sei, sich die Versicherte aber erst im September 2017 zum 
Rentenbezug angemeldet habe. Da bis zum 30. Juni 2019 Eingliederungsmassnahmen 
durchgeführt worden seien und die Versicherte während dieser Zeit Taggelder bezogen habe, könne 
der Rentenanspruch frühestens am 1. Juli 2019 entstehen (vgl. Begründungsteil der Verfügung, IV-
Akten S. 595-599, namentlich S. 595; Bemerkungen S. 3, act. 5).

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Dem hält die Beschwerdeführerin entgegen, dass erst ab dem 13. Juli 2018 Taggeldleistungen 
erbracht worden seien, weshalb bereits ab März 2018 – sechs Monate nach Geltendmachung des 
Leistungsanspruchs – ein Rentenanspruch bestehe. Dem Zusammentreffen von Renten- und 
Taggeldleistungen sei dabei insofern Rechnung zu tragen, als die Rente im konvergenten Zeitraum 
auf CHF 0.- festzusetzen sei.

4.2. Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre 
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig 
(Art. 6 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) gewesen sind (Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres 
zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind. Gemäss Art. 29 IVG entsteht der 
Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein 
Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an 
ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3).

Damit hat die IV-Stelle nach dem Grundsatz "Eingliederung vor Rente" zuerst abzuklären, ob die 
Erwerbsfähigkeit der versicherten Person (oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen) 
voraussichtlich durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder hergestellt, erhalten oder 
verbessert werden kann (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG). Nur wenn sie zum Schluss gelangt, dass 
keine entsprechenden Massnahmen (mehr) in Frage kommen, kann ein Rentenanspruch bejaht 
werden; andernfalls sind vorab geeignete Eingliederungsmassnahmen anzuordnen (Urteile BGer 
9C_108/2012 vom 5. Juni 2012 E. 2.2.1 und 9C_99/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 3.1, je mit 
Hinweis auf die Botschaft vom 22. Juni 2005 zur Änderung des Bundesgesetzes über die 
Invalidenversicherung [5. IV-Revision], BBl 2005 4459 ff., 4521 ff., 4531 und 4568). Nach der 
gesetzlichen Konzeption kann deshalb eine Rente vor der Durchführung von 
Eingliederungsmassnahmen (allenfalls auch rückwirkend) nur zugesprochen werden, wenn die 
versicherte Person wegen ihres Gesundheitszustandes nicht oder noch nicht eingliederungsfähig 
war (Urteil BGer 9C_108/2012 vom 5. Juni 2012 E. 2.2.1; BGE 121 V 190 E. 4a; MEYER/REICHMUTH, 
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage 2014, Art. 28 N. 16). Diese Grundsätze 
finden auch Anwendung auf Integrationsmassnahmen (wie sie auch der Beschwerdeführerin 
zugesprochen worden waren), bei welchen es sich um eine besondere Form von 
Eingliederungsmassnahmen handelt (vgl. dazu Art. 8 Abs. 3 Bst. abis und Art. 14a IVG sowie 
Art. 4quater ff. der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; 
SR 831.201]; vgl. Urteil BGer 9C_689/2019 vom 20. Dezember 2019 E. 3.1 und 3.2): Solange 
Integrationsmassnahmen in Betracht fallen können, ist der Anspruch auf eine Rente deshalb nicht 
zu prüfen und kann eine Rente nicht zugesprochen werden (Urteile BGer 8C_951/2010 vom 30. Mai 
2011 E. 3.3; 9C_99/2010 vom 6. Dezember 2010 E. 3.1). Dass der Rentenanspruch grundsätzlich 
erst nach Beendigung der Eingliederungsmassnahmen entstehen kann, gilt dabei selbst im Fall, 
dass diese nur einen Teilerfolg brachten oder scheiterten (Urteile BGer 9C_689/2019 vom 
20. Dezember 2019 E. 3.1 und 9C_450/2019 vom 14. November 2019 E. 3.3.1, je mit Hinweis auf 
BGE 121 V 190 E. 4c, d und e; MEYER/REICHMUTH, Art. 28 N. 7). Anders verhält es sich nach 
Abklärungsmassnahmen, die zeigen sollen, ob der Versicherte überhaupt eingliederungsfähig ist, 
und die dann ergeben, dass dies nicht zutrifft; diesfalls kann eine Rente rückwirkend zugesprochen 
werden (BGE 121 V 190 E. 4d; vgl. zum Ganzen: Urteil BGer 9C_380/2021 vom 31. Januar 2022 

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E. 5.1, mehrfach bestätigt, so u.a. in BGE 148 V 397 E. 6.2.4 und Urteil BGer 8C_345/2022 vom 
12. Oktober 2022 E. 5.3).

4.3. Es ergibt sich aus den Akten und ist unbestritten, dass die Vorinstanz im Rahmen von 
Integrationsmassnahmen (und nicht etwa im Rahmen von Abklärungsmassnahmen zur Prüfung der 
Frage der Eingliederungsfähigkeit) die Kosten für einen Support am Arbeitsplatz – Modell WISA 
(vom 13. Juli 2018 bis zum vorzeitigen Abbruch am 10. August 2018; IV-Akten S. 105-107) sowie 
die Kosten für ein Belastbarkeitstraining (vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. Juni 2019; IV-Akten 
S. 131-133, 147-148, 199-201) übernommen hat. Diese Integrationsmassnahmen hatten zum Ziel, 
die Arbeitstätigkeit von 10 Prozent monatlich um 10 Prozent zu steigern, bis die erwünschten 
60 Prozent erreicht sind (1. Integrationsmassnahme: Eingliederungsvereinbarung vom 6. Juli 2018; 
IV-Akten S. 101) resp. mit 2 Stunden täglich an 5 Arbeitstagen pro Woche einzusteigen und die 
Präsenz bei gutem Verlauf gegebenenfalls sukzessive zu steigern (2. Integrationsmassnahme: 
Zielvereinbarung vom 11. Oktober 2018; IV-Akten S. 135, siehe auch S. 187, 271) oder das Pensum 
von 2 Stunden täglich an 5 Arbeitstagen pro Woche einzuhalten (Verlängerung der 
2. Integrationsmassnahme: Zielvereinbarung vom 23. Mai 2019; IV-Akten S. 259). Dass die 
Beschwerdeführerin vor der Durchführung dieser Integrationsmassnahmen wegen ihres 
Gesundheitszustandes nicht oder noch nicht eingliederungsfähig gewesen sein soll, wird von ihr zu 
Recht nicht behauptet.

Während der durchgeführten Integrationsmassnahmen bezog die Beschwerdeführerin ein Taggeld 
der Invalidenversicherung in der Höhe von CHF 92.80 (IV-Akten S. 103-104, 112-113, 136-137, 145-
146, 197-198, 248).

4.4. Dass die Vorinstanz erkannte, eine Invalidenrente könne erst nach Abschluss dieser 
Integrationsmassnahmen – mithin ab 1. Juli 2019 – zugesprochen werden, steht im Einklang mit den 
dargelegten, von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen.

In diesem Punkt erweist sich die Beschwerde somit als unbegründet und ist abzuweisen.

5. 

5.1. Bei der Berechnung des IV-Grades hat die Vorinstanz die gemischte Methode 
(Erwerbstätigkeit: 80 Prozent; Haushaltstätigkeit: 20 Prozent) angewandt, was von der 
Beschwerdeführerin nicht kritisiert wird.

Weiter hat die Vorinstanz sowohl dem Validen- als auch dem Invalideneinkommen die statistischen 
Werte der LSE 2018, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Pos. 69-75 (Freiberufliche, wissenschaftliche 
und technische Dienstleistungen) zu Grunde gelegt und auf ein Bruttoeinkommen von monatlich 
CHF 8'137.10 abgestellt. Dieses ergibt sich aus dem Total Männer und Frauen von CHF 7'843.-, 
aufgerechnet auf eine wöchentliche Arbeitszeit von 41.5 Stunden. Auf dieser Basis ermittelte sie ein 
zu berücksichtigendes Jahreseinkommen von CHF 97'645.20 (12 x 8'137.10; Valideneinkommen) 
resp. CHF 19'529.05 (12 x 8'137.10 x 20 Prozent; Invalideneinkommen).

Die Beschwerdeführerin hält dem im Wesentlichen entgegen, dass dem Valideneinkommen die 
LSE 2018, Tabelle T17 zugrunde zu legen sei, die für die Berufsgruppe 26 (Juristen, 
Sozialwissenschaftler und Kulturberufe) in ihrem Alter (30 bis 49 Jahre) für Frauen ein 
Bruttoeinkommen von CHF 8'083.- ausweise. Das Invalideneinkommen wiederum sei anhand des 
tatsächlich erwirtschafteten Gewinns, der in den letzten drei Jahren (2019-2021) durchschnittlich 
CHF 9'578.65 betragen habe, zu bestimmen. Sollte dennoch auf die statistischen Werte der LSE 

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abgestellt werden, so müsste das so ermittelte Einkommen einerseits wegen des nunmehr noch 
möglichen Arbeitspensums um 10 Prozent gekürzt werden. Andererseits wäre ihr zusätzlich ein 
leidensbedingter Abzug von 20 Prozent zu gewähren.

5.2. Für die vorliegend streitige Festsetzung des Invalideneinkommens ist gemäss bisheriger 
Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte 
Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der –
 kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die 
ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das 
Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der 
tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches Erwerbseinkommen gegeben, 
namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls 
keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, können gemäss 
Rechtsprechung die Tabellenlöhne der LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2; 135 V 
297 E. 5.2). Dabei wird in der Regel der Totalwert angewendet (Urteile BGer 9C_237/2007 vom 24. 
August 2007 E. 5.1; 9C_206/2021 vom 10. Juni 2021 E. 4.4.2). Praxisgemäss ist beim anhand der 
LSE vorgenommenen Einkommensvergleich sodann von der Tabellengruppe A (standardisierte 
Bruttolöhne) auszugehen (BGE 124 V 321 E. 3b/aa), wobei üblicherweise auf die Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Privater Sektor, abgestellt wird (BGE 126 V 75 E. 7a; Urteile BGer 
8C_124/2021 vom 2. August 2021 E. 4.4.1; 8C_58/2021 vom 30. Juni 2021 E. 4.1.1). Dieser 
Grundsatz gilt jedoch nicht absolut, sondern kennt Ausnahmen. Es kann sich 
rechtsprechungsgemäss durchaus rechtfertigen, auf die Tabelle TA7 resp. T17 (ab 2012) 
abzustellen, wenn dies eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens erlaubt und wenn der 
versicherten Person der öffentliche Sektor auch offensteht (vgl. Urteile BGer 8C_124/2021 vom 2. 
August 2021 E. 4.4.1 und 8C_111/2021 vom 30. April 2021 E. 4.2.1, je mit Hinweisen). Bei der 
Verwendung der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss Rechtsprechung jeweils vom sogenannten 
Zentralwert (Median) auszugehen (BGE 126 V 75 E. 3b/bb; Urteile BGer 8C_58/2021 vom 30. Juni 
2021 E. 4.1.1; 8C_256/2021 vom 9. März 2022 E. 6.2).

5.3. Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin seit Juli 2018 als selbständige 
Notarin arbeitet. Dies ist nur deshalb möglich, weil sie in dieser konkreten Tätigkeit ihre Leistung 
dem aktuellen Befinden anpassen und eine gewisse Unterstützung durch den Ehemann erhalten 
sowie Aufträge selektionieren und solche mit einem erhöhten Risiko – z.B. Umgang mit viel Geld – 
ablehnen kann. Entsprechend attestiert ihr Dr. med. E.________ für die Tätigkeit als selbständige 
Notarin grundsätzlich eine volle Arbeitsunfähigkeit; nur in der konkreten aktuellen Tätigkeit bestehe 
eine geringe Arbeitsfähigkeit von 15-20 Prozent (IV-Akten S. 532; vgl. in diesem Sinne auch Dr. med. 
D.________, IV-Akten S. 387).

Damit ist auch gesagt, dass bezüglich des Invalideneinkommens nicht auf die statistischen Werte 
der LSE abgestellt werden kann, da der Beschwerdeführerin aus medizinischen Gründen gerade 
nicht zugemutet werden kann, ohne weiteres einer freiberuflichen wissenschaftlichen Tätigkeit (mit 
regelmässiger Arbeitszeit und freier Annahme von Aufträgen und ohne die Unterstützung von 
Drittpersonen) im Umfang von 20 Prozent nachzugehen; in einer solchen Tätigkeit besteht gemäss 
dem Gutachter eine 100-prozentige Arbeitsunfähigkeit. Eine Arbeitstätigkeit als selbständige Notarin 
ist nur im konkreten Kontext möglich.

Gemäss den zu den Akten gereichten Geschäftsabschlüssen (IV-Akten S. 540-560) erwirtschaftete 
die Beschwerdeführerin im Jahr 2019 einen Gewinn von CHF 5'434.07 (IV-Akten S. 546), im Jahr 
2020 einen Gewinn von CHF 10'465.60 (IV-Akten S. 552) und im Jahr 2021 einen Gewinn von 

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CHF 12'837.77 (IV-Akten S. 559). Nichts deutet darauf hin, dass die Beschwerdeführerin die ihr 
verbleibende Arbeitsfähigkeit in der aktuellen Tätigkeit nicht in zumutbarer Weise voll ausschöpft. 
Dass sie im Jahr 2019 einen deutlich geringeren Gewinn erwirtschaftete als in den Folgejahren, ist 
denn auch nicht auf ihren mangelnden Willen oder Einsatz zurückzuführen, sondern darauf, dass 
sie sich in diesem Jahr mit ihrer Notariatskanzlei noch in einer Aufbauphase befand. 

Für das Invalideneinkommen ist daher auf den mit dieser Tätigkeit tatsächlich erzielten Verdienst –
 im konkreten Fall auf den Durchschnitt der Jahre 2020-2021 (ausmachend CHF 11'651.70) – 
abzustellen. Das Jahr 2019, in dem sich die Beschwerdeführerin mit ihrer Notariatskanzlei noch in 
einer Aufbauphase befand, ist separat zu beurteilen.

Sollte das Invalideneinkommen weiter steigen, wäre dies im Revisionsverfahren entsprechend zu 
berücksichtigen.

5.4. Es ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 80 Prozent als 
selbständige Notarin erwerbstätig wäre. Da sie als Gesunde nie als selbständige Notarin 
erwerbstätig war, kann nicht auf konkrete Zahlen abgestellt werden, sondern sind auch hier 
statistische Werte massgebend. Die Vorinstanz hat die LSE 2018, Tabelle TA1_tirage_skill_level, 
Pos. 69-75 (Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen) herangezogen, was 
nicht zu beanstanden ist. Bei einem Beschäftigungsgrad von 100 Prozent (vgl. Art. 27bis Abs. 2 IVV) 
könnte die Beschwerdeführern also in einer Tätigkeit als selbständige (freiberufliche) Notarin ein 
Einkommen von CHF 94'454.05 (2019), CHF 96'437.60 (2020) resp. CHF 96'630.45 (2021), in den 
Jahren 2020-2021 also durchschnittlich CHF 96'534.05, erzielen (ausgehend vom 
Kompetenzniveau 4 Frauen: CHF 7'519.-, aufgerechnet auf eine wöchentliche Arbeitszeit von 41.5 
Stunden und indexiert mit dem Nominallohnindex Frauen [Tabelle T1.2.10] auf das jeweilige Jahr).

5.5. Bei einem Valideneinkommen von durchschnittlich CHF 96'534.05 (resp. CHF 94'454.05 für 
das Jahr 2019) und einem Invalideneinkommen von CHF 11'651.70 (resp. CHF 5'434.05 für das 
Jahr 2019) liegt der Teilinvaliditätsgrad im Bereich Erwerbstätigkeit bei 70.3 Prozent (resp. 
75.4 Prozent für das Jahr 2019). Nach Addition des unbestritten gebliebenen Teilinvaliditätsgrads 
im Bereich Haushalt (3.6 Prozent) ergibt sich ein globaler Invaliditätsgrad von 73.9 Prozent (resp. 
79 Prozent), der zu einer ganzen Invalidenrente berechtigt.

Bei dieser Ausgangslage braucht auf die weiteren Rügen der Beschwerdeführerin nicht weiter 
eingegangen zu werden.

6.

Damit ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die angefochtene Verfügung vom 26. Juni 
2023 insofern abzuändern, als der Beschwerdeführerin ab 1. Juli 2019 eine ganze Rente der 
Invalidenversicherung zuzusprechen ist.

Darüber hinausgehend wird die Beschwerde abgewiesen.

7.

7.1. Aufgrund des teilweisen Unterliegens der Beschwerdeführerin sind die Verfahrenskosten von 
insgesamt CHF 400.- je zur Hälfte (CHF 200.-) der Beschwerdeführerin und der Vorinstanz 
aufzuerlegen. Der Saldo von CHF 600.- (geleisteter Kostenvorschuss von CHF 800.- abzüglich   
CHF 200.-) ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

Kantonsgericht KG
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7.2. Die Beschwerdeführerin hat als teilweise obsiegende Partei Anspruch auf eine reduzierte 
Parteientschädigung zu Lasten der Vorinstanz. Die Entschädigung richtet sich nach Art. 146 ff. des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; SGF 150.1), dem 
kantonalen Tarif vom 17. Dezember 1991 über die Verfahrenskosten und Entschädigungen in der 
Verwaltungsjustiz (Tarif VJ; SGF 150.12) sowie der Komplexität der Angelegenheit und des notwen-
digen Aufwandes. 

Der Rechtsvertreter hat am 21. November 2023 eine Kostenliste über einen Betrag von 
CHF 3'189.85 eingereicht, welche ein Honorar von CHF 2'937.50 (11,75 Stunden à CHF 250.-), 
Auslagen von CHF 24.30 sowie eine Mehrwertsteuer (7,7 Prozent) von CHF 228.05 umfasst. Der 
fakturierte Aufwand und die geltend gemachten Auslagen erweisen sich nicht als unangemessen. 
Die von der unterliegenden Vorinstanz zu leistende Parteientschädigung ist damit auf insgesamt 
CHF 1'594.95 (Honorar: CHF 1'468.75, Auslagen: CHF 12.15, Mehrwertsteuer: CHF 114.05) 
festzusetzen.

(Dispositiv auf der nächsten Seite)

Kantonsgericht KG
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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und die Verfügung der 
Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg vom 26. Juni 2023 in dem Sinne 
abgeändert, als A.________ ab dem 1. Juli 2019 eine ganze Rente der Invalidenversicherung 
zugesprochen wird.

Darüber hinausgehend wird die Beschwerde abgewiesen.

II. Die Verfahrenskosten von CHF 400.- werden je zur Hälfte (CHF 200.-) A.________ und der 
Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg auferlegt.

III. Der Saldo des Kostenvorschusses von CHF 600.- wird A.________ zurückerstattet.

IV. A.________ wird zu Lasten der Invalidenversicherungsstelle des Kantons Freiburg eine 
reduzierte Parteientschädigung von insgesamt CHF 1'594.95, davon CHF 114.05 für die 
Mehrwertsteuer, zugesprochen.

V. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
eingereicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die 
Beschwerdeschrift muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen 
die Gründe angegeben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das 
Bundesgericht die Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der 
angefochtene Entscheid mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem 
Bundesgericht ist grundsätzlich kostenpflichtig.

Gegen die Festsetzung der Höhe der Verfahrenskosten und der Parteientschädigung ist innert 
30 Tagen die Einsprache an die Behörde, die entschieden hat, zulässig, sofern nur dieser Teil des 
Entscheides angefochten wird (Art. 148 VRG).

Freiburg, 29. Februar 2024/dki

Die Präsidentin Der Gerichtsschreiber