# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 26166697-1ae4-52a2-a76f-fefdb7676c6a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 12.03.2024 S 2024 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2024-8_2024-03-12.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 24 8

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterIn von Salis und Audétat

Aktuarin Hemmi

URTEIL

vom 12. März 2024

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti, 

Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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I. Sachverhalt:

1. A._____, geboren 1971, ist Landwirt und meldete sich im April 2017 unter 

Hinweis auf die bei einem Unfall am 10. August 2016 erlittenen Ober-

schenkel- und Beckenfrakturen bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden 

(fortan: IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Diese tätigte erwerbliche und 

medizinische Abklärungen. Insbesondere liess sie A._____ bei der 

B._____ AG monodisziplinär durch Dr. med. C._____, Fachärztin für or-

thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, be-

gutachten. In der am 27. Mai 2020 erstatteten Expertise (fortan: B._____-

Gutachten) diagnostizierte sie eine Arthralgie und Beugekontraktur des 

rechten Hüftgelenks (knöchern konsolidierte subtrochantäre Femurfraktur 

rechts), des vorderen Beckenrings rechts und beider Iliosakralgelenke mit 

Relevanz für die Arbeitsfähigkeit. Für körperlich leichte bis gelegentlich 

mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten mit vermehrtem Sitzen und 

ohne häufiges Knien oder Hocken erachtete sie A._____ ab November 

2018 zu 80 % arbeitsfähig. Ab dem Unfalltag am 10. August 2016 attes-

tierte sie ihm keine und ab September 2018 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit 

mit monatlicher Steigerung um 15 %.

2. Nach Einholung der Abschlussbeurteilung durch RAD-Arzt Dr. med. 

D._____ stellte die IV-Stelle A._____ mit Vorbescheid vom 11. August 

2020 die Zusprache einer ganzen Invalidenrente vom 1. Oktober 2017 bis 

zum 30. November 2018 und einer halben Invalidenrente vom 1. Dezem-

ber 2018 bis zum 31. Januar 2019 in Aussicht. Dagegen liess A._____ am 

14. September 2020, ergänzt mit Eingabe vom 6. November 2020, Ein-

wand erheben. Gestützt darauf gelangte die IV-Stelle zur Auffassung, 

dass das B._____-Gutachten von Dr. med. C._____ gewisse Ungereimt-

heiten enthalte und die gesundheitlichen Beschwerden möglicherweise 

nicht umfassend berücksichtigt habe. Sie beschloss, ein polydisziplinäres 

Gutachten in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, 

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orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats so-

wie Psychiatrie und Psychotherapie einzuholen, einschliesslich Durch-

führung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit. Der Auftrag 

wurde der estimed AG zugeteilt, wobei am 10. August 2021 bekannt ge-

geben wurde, dass für die Fachdisziplin orthopädische Chirurgie und Trau-

matologie des Bewegungsapparats Dr. med. E._____, Facharzt für Rheu-

matologie, eingesetzt werde. Dies eröffnete die IV-Stelle tags darauf 

A._____ und gab ihm die Möglichkeit, innert 12 Tagen Zusatzfragen zu 

stellen und triftige Einwände zu erheben. Diese Frist wurde auf Gesuch 

hin mit Schreiben vom 25. August 2021 um 20 Tage erstreckt.

3. Mit Schreiben vom 17. September 2021 liess A._____ beantragen, zur Be-

gutachtung in der Fachdisziplin orthopädische Chirurgie und Traumatolo-

gie des Bewegungsapparats sei anstelle von Dr. med. E._____ ein in der 

Schweiz ansässiger Facharzt mit Schwerpunkt chirurgische Orthopädie 

einzusetzen.

4. Die für den 24. November 2021 vorgesehene Begutachtung durch die       

estimed AG in der Fachdisziplin orthopädische Chirurgie und Traumatolo-

gie des Bewegungsapparats wurde nicht durchgeführt, nachdem A._____ 

dort von Dr. med. E._____ empfangen worden war und er daraufhin erklärt 

hatte, sich nicht durch ihn begutachten zu lassen. 

5. Mit Nachricht vom 1. Dezember 2021 teilte Prof. Dr. med. F._____, Ärztli-

cher Leiter der estimed AG, der IV-Stelle unter Beilage zweier Anerken-

nungsschreiben der Medizinalberufskommission mit, dass Dr. med. 

E._____ über den in der Schweiz anerkannten Facharzttitel orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats verfüge und somit 

dem Wunsch nach einer orthopädischen Untersuchung Genüge getan 

werde.

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6. Mit Zwischenverfügung vom 16. Dezember 2021 hielt die IV-Stelle daran 

fest, dass die Begutachtung in der Fachdisziplin orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie des Bewegungsapparats durch Dr. med. E._____ 

durchgeführt werde. Es fehlten (objektive) Anhaltspunkte dafür, dass das 

von Dr. med. E._____ zu erstellende Teilgutachten nicht korrekt zu Stande 

kommen werde. Die dagegen von A._____ erhobene Beschwerde wies 

das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit Urteil S 22 11 vom 

5. April 2022 ab. Es gelangte dabei zum Schluss, es sei aus rechtlicher 

Sicht nicht zu beanstanden, wenn das Vorliegen von Ausstands- und Ab-

lehnungsgründen sowie von anderen gegen den vorgesehenen Sachver-

ständigen erhobenen Einwendungen verneint worden sei.

7. In der Folge wurde A._____ polydisziplinär in den Fachrichtungen Allge-

meine Innere Medizin, Orthopädische Chirurgie, Neurologie und Psychia-

trie bei der estimed AG begutachtet. In der am 24. Oktober 2022 erstatte-

ten Expertise (fortan: estimed-Gutachten) wiesen die Gutachterin und Gut-

achter eine leichte depressive Episode mit Tendenz zur Somatisierung 

(ICD-10: F32.1) und einen dringenden Verdacht auf einen funktionalen An-

alphabetismus sowie eine sprachliche Teilleistungsschwäche (Dyslexie) 

(ICD-10: F81) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aus. Während sie 

A._____ in seiner bisherigen Tätigkeit als Landwirt zu 70 % arbeitsfähig 

erachteten, attestierten sie ihm für eine Verweistätigkeit eine Arbeitsfähig-

keit von 80 %.

8. Mit Vorbescheid vom 9. November 2022 stellte die IV-Stelle A._____ eine 

befristete Invalidenrente in Aussicht. Zum Abklärungsergebnis hielt sie 

fest, gemäss dem medizinischen Gutachten habe nach Ablauf der einjäh-

rigen Wartezeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit be-

standen. Ab September 2018 sei dem Versicherten eine leidensange-

passte Tätigkeit zu einem 80%-Pensum zumutbar. In Gegenüberstellung 

des in seiner bisherigen Tätigkeit als Landwirt erzielten Jahreseinkom-

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mens ohne Invalidität von CHF 47'669.-- und dem gestützt auf die Tabel-

len der Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik (LSE) des Jah-

res 2020, Kompetenzniveau 1, bei einer Leistungsfähigkeit von 80 % er-

mittelten Jahreseinkommen von CHF 53'072.25 resultiere ein Invaliditäts-

grad von 0 %, womit ab dem 1. Dezember 2018 kein Anspruch auf Ren-

tenleistungen mehr bestehe. Dagegen liess A._____ am 1. Dezember 

2022 Einwand erheben.

9. Mit Verfügung vom 12. Dezember 2023 entschied die IV-Stelle wie vorbe-

schieden und sprach A._____ vom 1. Oktober 2017 bis zum 30. Novem-

ber 2018 eine ganze Invalidenrente zu. Dabei erwog sie im Wesentlichen, 

den Ausführungen des Versicherten, wonach das chirurgisch-orthopädi-

sche Teilgutachten von Dr. med. E._____ und damit auch die Konsensbe-

urteilung aus verschiedenen Gründen mangelhaft seien, könne zwar 

mehrheitlich nicht gefolgt werden. Richtig sei aber, dass sich weder der 

chirurgisch-orthopädische Teilgutachter noch die anderen Gutachter mit 

der beim Versicherten diagnostizierten Coxarthrose und deren Auswirkun-

gen auf die Arbeitsfähigkeit auseinandergesetzt hätten. Damit komme 

dem estimed-Gutachten – wie bereits zuvor dem B._____-Gutachten – nur 

(aber immerhin) eine beschränkte Beweiskraft zu. Dies führe aber nicht 

dazu, dass der Versicherte über den 30. November 2018 hinaus Anspruch 

auf eine Invalidenrente hätte oder weitere Abklärungen vorzunehmen 

wären. Denn ein Rentenanspruch könne gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG 

grundsätzlich erst nach Ausschöpfung der Möglichkeiten zur Eingliede-

rung entstehen. Vorliegend ergebe sich aus den beschränkt beweiskräfti-

gen estimed- und B._____-Gutachten sowie den übrigen Akten deutlich, 

dass der Versicherte ab dem 1. Dezember 2018 in einer behinderungsge-

eigneten Tätigkeit eingliederungsfähig sei. Sowohl die erhobenen Befunde 

als auch die gestellten Diagnosen vermöchten offensichtlich keine Einglie-

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derungsunfähigkeit zu begründen, womit ab dem 1. Dezember 2018 kein 

Rentenanspruch bestehe.

10. Dagegen liess A._____ (fortan: Beschwerdeführer) am 24. Januar 2024 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben 

und in Änderung der angefochtenen Verfügung beantragen, ihm sei über 

den 30. November 2018 hinaus eine in der Höhe noch zu ermittelnde In-

validenrente, mindestens jedoch eine halbe Invalidenrente, zuzusprechen. 

Zudem sei ein unabhängiges Schmerzgutachten sowie ein neurophysiolo-

gisches Gutachten einzuholen und die orthopädische sowie neurologische 

Begutachtung durch einen unabhängigen Sachverständigen zu wiederho-

len. Begründend brachte er neben einer Verletzung des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör im Wesentlichen vor, wenn die IV-Stelle einen Renten-

anspruch mit der Begründung verneine, er sei aufgrund der Gutachten und 

der übrigen Akten in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit eingliede-

rungsfähig, und nebenbei verpflichtend anerkenne, dass den Gutachten 

aufgrund der Tatsache, dass eine Auseinandersetzung mit der Coxar-

throse – korrekterweise inklusive polyneuropathischen Beschwerden – 

und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fehlten, nur beschränkte 

Beweiskraft zukomme, so sei es offensichtlich, dass die Abklärungspflicht 

verletzt worden sei. Die IV-Stelle übersehe, dass das Potenzial einer all-

fälligen Eingliederungsfähigkeit gar nicht bekannt sein könne, wenn der 

medizinische Sachverhalt nicht umfassend abgeklärt sei. Ferner sei der 

Grundsatz "Eingliederung vor Rente" bis zur angefochtenen Verfügung nie 

im Raum gestanden. Hinzu komme, dass er nur mehr leichte Tätigkeiten 

als Landwirt ausübe und die jetzige Tätigkeit somit quasi als optimal an-

gepasst einzustufen sei; eine Selbsteingliederung sei bereits erfolgt. Auch 

zeige die IV-Stelle nicht ansatzweise auf, welche Eingliederungsmassnah-

men zur Verbesserung der Erwerbsfähigkeit dienten. Sodann sei im esti-

med-Gutachten kein einziges Wort zur Coxarthrose, zur schmerzbeding-

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ten Muskelaktivitätshemmung und zu den polyneuropathischen Schmer-

zen zu finden, weshalb dieses mangelhaft sei.

11. Die IV-Stelle (fortan: Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer Vernehmlas-

sung vom 8. Februar 2024 auf Abweisung der Beschwerde. Sie habe we-

der das rechtliche Gehör noch die Abklärungspflicht verletzt. Wenn der 

Beschwerdeführer sich keine andere Tätigkeit als die nicht behinderungs-

geeignete Tätigkeit als Landwirt vorstellen könne und er sich in der ange-

stammten Tätigkeit als Landwirt zu Unrecht als optimal eingegliedert sehe, 

dürfe dies nicht zu Ungunsten der Beschwerdegegnerin ausgelegt wer-

den.

12. Der Beschwerdeführer replizierte am 13. Februar 2024 bei unveränderten 

Rechtsbegehren. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 

23. Februar 2024 auf die Einreichung einer Duplik.

Auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung sowie die weiteren 

Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 12. Dezember 2023 (vgl. beschwer-

degegnerische Akten [Bg-act. 189 i.V.m. Bg-act. 210 und 212]). Eine sol-

che Anordnung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an das Versiche-

rungsgericht am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann beim Ver-

waltungsgericht des Kantons Graubünden als dem örtlich und sachlich zu-

ständigen Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 

lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] 

i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

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rung [IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allge-

meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formel-

ler und materieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der 

angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und er hat ein schutzwür-

diges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Er ist somit zur Be-

schwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die 

Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 

IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61 lit. b ATSG). 

Darauf ist somit einzutreten.

2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Beschwerdeführer über den 

30. November 2018 hinaus Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Dabei 

ist unstreitig, dass ihm infolge der auch nach Ablauf der einjährigen 

Wartefrist bestandenen 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit 

ab dem 1. Oktober 2017 (d.h. sechs Monate nach der Anmeldung im April 

2017 gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG) bis zum 30. November 2018 (mithin drei 

Monate nach der Verbesserung per September 2018 gemäss Art. 88a 

Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) 

eine ganze Invalidenrente zusteht. 

3. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem 1. Ja-

nuar 2022 die revidierten Bestimmungen des IVG (sowie des ATSG) und 

der IVV in Kraft sind (Weiterentwicklung der IV). Der vorliegende Rechts-

streit gründet auf einer revisionsrechtlichen Fragestellung, bei der die Be-

schwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung aufgrund der medizi-

nischen Abklärungen ab September 2018 von einem verbesserten Ge-

sundheitszustand ausgeht. Insofern kommt die hier massgebliche Ände-

rung noch vor dem 1. Januar 2022 zu liegen, weshalb die Bestimmungen 

des IVG und der IVV in der bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen 

Fassung Anwendung finden (vgl. Kreisschreiben über Invalidität und 

Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], Stand: 1. Januar 2022, 

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Rz. 5504 und 9102). Dies ergibt sich auch aus den allgemeinen Grund-

sätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sach-

verhalts (vgl. statt vieler: BGE 148 V 174 E.4.1, 144 V 210 E.4.3.1 und 129 

V 354 E.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_521/2021 vom 

22. März 2022 E.2.2).

4.1. In formeller Hinsicht ist zunächst auf die vom Beschwerdeführer gerügte 

Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör einzugehen.

4.2. Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]) umfasst als Mitwir-

kungsrecht all jene Befugnisse, die einem Betroffenen einzuräumen sind, 

damit er seinen Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 

144 II 427 E.3.1 und 135 II 286 E.5.1). Daraus folgt das Recht auf Einsicht 

in die Akten (vgl. BGE 144 II 427 E.3.1 und 132 II 485 E.3.1), sich vor 

Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache 

zu äussern sowie der Anspruch auf Abnahme der rechtzeitig und formrich-

tig angebotenen rechtserheblichen Beweismittel (vgl. BGE 144 II 427 

E.3.1 und 140 I 99 E.3.4). Die Behörde hat die Vorbringen der vom Ent-

scheid in ihrer Rechtsstellung Betroffenen tatsächlich zu hören, zu prüfen 

und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen (vgl. BGE 146 II 335 E.5.1 

und 136 I 229 E.5.2). Ein vorgängiges Anhörungsrecht besteht ferner, 

wenn der Entscheid mit einem Rechtsgrund begründet werden soll, der 

nicht bereits angerufen worden ist und mit dessen Erheblichkeit vernünfti-

gerweise nicht gerechnet werden musste (vgl. BGE 130 III 35 E.5; Urteile 

des Bundesgerichts 4A/2022 vom 7. August 2023 E.5.2 [zur Publikation 

vorgesehen] und 1C_543/2021 vom 15. August 2022 E.4.1.1). 

4.3. Auch wenn die Beschwerdegegnerin rechtsprechungsgemäss nicht gehal-

ten ist, sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinanderzusetzen 

und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich zu widerlegen (vgl. BGE 148 

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III 30 E.3.1, 141 III 28 E.3.2.4 und 141 V 557 E.3.2.1), ist dem Beschwer-

deführer vorliegend darin beizupflichten, dass es der angefochtenen Ver-

fügung vom 12. Dezember 2023 an einer rechtsgenüglichen Begründung 

mangelt. Aktenkundig ist, dass der Beschwerdeführer in seinem Einwand 

vom 1. Dezember 2022 zu der im Vorbescheid angekündigten befristeten 

Rentenzusprache (aufgrund der gestützt auf das estimed-Gutachten an-

genommenen Arbeitsfähigkeit von 80 % ab September 2018 [vgl. Bg-act. 

167 S. 2]) kundtat, das chirurgisch-orthopädische Teilgutachten von Dr. 

med. E._____ sei mängelbehaftet. Aufgrund des langjährigen Krankheits-

verlaufs und der jahrelangen Behandlung der Beschwerden verstehe sich 

von selbst, dass diese nicht einfach komplett negiert werden könnten. Der 

orthopädische Gutachter habe sich mit den ärztlichen Vorberichten und 

den ausgewiesenen Einschränkungen im Bereich des Beckens, der Hüfte 

und des Kniegelenks (inkl. Veränderungen der HWS/LWS) nicht ausein-

andergesetzt. Bezeichnend sei auch, dass das B._____-Gutachten und 

die Berichte der G._____ nicht im Aktenauszug aufgeführt seien. Ferner 

sei der Becken- und Oberschenkelbereich nicht richtig untersucht worden. 

Im orthopädischen Gutachten hätten zwingend auch Ausführungen zur 

Cox-arthrose und allenfalls auch zu den chronischen neuropathischen 

Schmerzen gemacht werden müssen. Wenn der orthopädische Gutachter 

gemeint habe, die Coxarthrose sei vom Neurologen zu beurteilen, hätte er 

bei Durchsicht der Akten und spätestens bei der Konsensbeurteilung mer-

ken müssen, dass die Arztberichte der G._____ mit neuen Befunden auch 

von diesem nicht gewürdigt worden seien. Auch seien die neuropathi-

schen Beschwerden aktenkundig. Weder im neurologischen Gutachten 

noch in der Konsensbeurteilung sei ein einziges Wort zur Coxarthrose, zur 

schmerzbedingten Muskelaktivitätshemmung und zu den polyneuropathi-

schen Schmerzen zu finden. Insofern müssten zwingend weitere Ab-

klärungen vorgenommen werden (vgl. Bg-act. 182). 

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Vor diesem Hintergrund durfte es die Beschwerdegegnerin in der ange-

fochtenen Verfügung vom 12. Dezember 2023 in ihrer Stellungnahme zum 

Einwand neben dem Hinweis auf die nicht berücksichtigte Coxarthrose 

nicht bei der pauschalen Feststellung bewenden lassen, dass den Aus-

führungen des Beschwerdeführers mehrheitlich nicht gefolgt werden 

könne (vgl. Bg-act. 189 S. 2 i.V.m. Bg-act. 210 und 212). Vielmehr obliegt 

ihr die korrekte gesetzeskonforme Bemessung der Invalidität genauso wie 

die Beschaffung der dazu erforderlichen Unterlagen (vgl. Art. 43 ATSG, 

Art. 57 Abs. 1 lit. f IVG [in der bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewese-

nen Fassung] und Art. 69 Abs. 2 IVV). Indem die Beschwerdegegnerin in 

der angefochtenen Verfügung vor allem weder auf die geltend gemachte 

Kritik am estimed-Gutachten vom 24. Oktober 2022 eingegangen ist noch 

die anbegehrten Abklärungen vorgenommen hat, sondern einen Renten-

anspruch ab dem 1. Dezember 2018 unerwartet und neu mit der Einglie-

derungsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten begründete (vgl. Bg-

act. 189 S. 2 f. i.V.m. Bg-act. 210 und 212), hat sie den Anspruch des 

Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt.

4.4. Der Gehörsanspruch ist zwar formeller Natur (vgl. BGE 148 IV 22 E.5.5.2, 

144 I 11 E.5.3 und 137 I 195 E.2.2). Nach der Rechtsprechung kann eine 

nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs al-

lerdings als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit er-

hält, sich vor einer Instanz zu äussern, die sowohl die Tat- als auch die 

Rechtsfragen uneingeschränkt überprüfen kann (vgl. BGE 148 IV 22 

E.5.5.2, 145 I 167 E.4.4 und 142 II 218 E.2.8.1; Urteil des Bundesgerichts 

8C_177/2022 vom 13. Juli 2022 E.7.2). Unter dieser Voraussetzung ist 

selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtli-

ches Gehör von einer Heilung des Mangels auszugehen, wenn die Rück-

weisung der Sache zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnöti-

gen Verzögerungen führen würde, die mit dem Interesse der betroffenen 

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Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren 

wären (vgl. BGE 147 IV 340 E.4.11.3, 142 II 218 E.2.8.1 und 137 I 195 

E.2.3.2; Urteile des Bundesgerichts 2C_259/2021 vom 30. November 

2021 E.4.4.1 und 2C_106/2021 vom 25. Juni 2021 E.2.3). Aufgrund der 

einlässlichen Ausführungen des Beschwerdeführers zum Anspruch auf 

eine Invalidenrente in seiner Beschwerde vom 24. Januar 2024 sowie in 

der Replik vom 13. Februar 2024 und der Stellungnahme der Beschwer-

degegnerin dazu in ihrer Vernehmlassung vom 8. Februar 2024 erwiese 

sich eine Rückweisung als formalistischen Leerlauf. Zudem kann das Ver-

waltungsgericht diesbezügliche Rechtsverletzungen und Sachverhalts-

feststellungen prüfen (vgl. Art. 61 Ingress ATSG i.V.m. Art. 51 Abs. 1 

VRG), weshalb hier kein Kognitionsgefälle besteht. Da sich der Beschwer-

deführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren zur im Streit liegenden 

Angelegenheit umfassend äussern konnte, ist eine Heilung der Gehörs-

verletzung vorzunehmen.

5.1. In materieller Hinsicht setzt der Anspruch auf Leistungen der Invalidenver-

sicherung im Allgemeinen unter anderem voraus, dass die versicherte 

Person invalid oder von Invalidität unmittelbar bedroht ist. Invalidität ist 

gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (vgl. ferner Art. 4 

IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 

der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche-

nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens 

einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit-

lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Art. 7 Abs. 2 Satz 1 ATSG).

5.2. Ein Anspruch auf eine Invalidenrente liegt gemäss aArt. 28 Abs. 1 IVG (in 

der bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung) vor, wenn 

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eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungs-

massnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern kann (lit. a), 

während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen ist 

(lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 

ATSG) ist (lit. c). Nach aArt. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad 

der Invalidität abgestuft, wobei bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente besteht.

5.3. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun-

gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des 

Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; an-

statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 9C_26/2022 vom 30. Mai 2022 

E.4.1 und 9C_528/2021 vom 11. Februar 2022 E.4.1). Den im Rahmen 

des Verwaltungsverfahrens (nach Art. 44 ATSG) eingeholten Gutachten 

von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtun-

gen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstat-

ten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen ge-

langen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, so-

lange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spre-

chen (vgl. BGE 137 V 210 E.1.3.4, 135 V 645 E.4.4 und 125 V 351 

E.3b/bb; siehe auch Urteile des Bundesgerichts 8C_84/2022 vom 19. Mai 

2022 E.2.2, 8C_784/2021 vom 9. Februar 2022 E.4.2, 8C_33/2021 vom 

31. August 2021 E.2.2.2 und 8C_38/2021 vom 16. August 2021 E.2). In 

Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll die Richterper-

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son auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass behandelnde 

Ärztinnen und Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-

trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussa-

gen (vgl. BGE 135 V 465 4.5 und 125 V 351 E.3b/cc). Insbesondere lässt 

es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch 

tätigen (Fach-)Person einerseits und von Begutachtungsauftrag des amt-

lich bestellten fachmedizinischen Experten (vgl. dazu BGE 124 I 170 E.4) 

andererseits nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in 

Frage zu stellen und zum Anlass für weitere Abklärungen zu nehmen, 

wenn die behandelnden Arztpersonen oder Therapiekräfte zu anderslau-

tenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben immerhin die 

Fälle, in denen sich eine vom (amtlichen) Gutachten abweichende Beur-

teilung aufdrängt, weil die Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 

wichtige – nicht rein der subjektiven Interpretation entspringende – As-

pekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt 

geblieben sind (vgl. BGE 135 V 465 E.4.5 f.; Urteile des Bundesgerichts 

8C_80/2022 vom 4. Mai 2022 E.4, 8C_787/2021 vom 23. März 2022 

E.11.2.2, 8C_736/2021 vom 22. März 2022 E.5.2, 8C_764/2021 vom 

3. März 2022 E.4.2, 9C_528/2021 vom 11. Februar 2022 E.4.2, 

8C_105/2021 vom 8. Juni 2021 E.3 und 8C_164/2021 vom 3. Mai 2021 

E.3.2.1).

5.4. Im Sozialversicherungsrecht gilt grundsätzlich der Untersuchungsgrund-

satz, wobei die Auskunfts‑ und Mitwirkungspflicht der Leistungen bean-

spruchenden Person zu berücksichtigen ist. Die Behörde hat, wo notwen-

dig, den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, 

ohne dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu sein (vgl. Art. 43 

Abs. 1 und 3 ATSG; KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich/Basel/ 

Genf 2020, Art. 43 Rz. 13 ff. und 96 ff.). Die Untersuchungspflicht gilt so-

wohl im Verwaltungsverfahren wie auch grundsätzlich im kantonalen Ge-

- 15 -

richtsverfahren (vgl. Art. 61 lit. c ATSG). Die Untersuchungspflicht dauert 

so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erfor-

derlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Wenn der Versiche-

rungsträger oder das kantonale Sozialversicherungsgericht im Rahmen ei-

ner umfassenden, sorgfältigen, objektiven und inhaltsbezogenen Beweis-

würdigung zur Überzeugung gelangt, dass ein bestimmter Sachverhalt 

überwiegend wahrscheinlich sei, steht dies einer antizipierten Beweiswür-

digung nicht entgegen. Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an der Vollstän-

digkeit und/oder Richtigkeit der getroffenen Tatsachenfeststellungen be-

stehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmass-

nahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. Urteile 

des Bundesgerichts 9C_475/2022 vom 4. Dezember 2023 E.4.2, 

8C_179/2023 vom 20. Oktober 2023 E.4.2, 8C_398/2018 vom 5. Dezem-

ber 2018 E.3.1 und 8C_616/2013 vom 28. Januar 2014 E.2.1; KIESER, 

a.a.O., Art. 43 Rz. 18 ff. und 29 f.). Kommt die Verwaltung ihrer Ab-

klärungspflicht nicht oder nicht genügend nach, kann die Sache aus die-

sem Grund an die Verwaltung zurückgewiesen werden (vgl. BGE 132 V 

368 E.5).

6.1. Nachdem die Beschwerdegegnerin vorliegend bereits nicht auf das 

B._____-Gutachten vom 27. Mai 2020 abgestellt hatte, zumal es gewisse 

Ungereimtheiten enthalte und die gesundheitlichen Beschwerden mögli-

cherweise nicht umfassend berücksichtigt habe (vgl. Case Report vom 

30. Oktober 2023 [Bg-act. 190 S. 21]), anerkannte sie auch mit Blick auf 

das estimed-Gutachten vom 24. Oktober 2022, dass sich die Gutachter 

mit der beim Beschwerdeführer diagnostizierten Coxarthrose und deren 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht auseinandergesetzt hätten. 

Daraus folgerte die Beschwerdegegnerin, dem estimed-Gutachten – wie 

bereits zuvor dem B._____-Gutachten – komme nur (aber immerhin) eine 

beschränkte Beweiskraft zu (vgl. Bg-act. 189 S. 2 i.V.m. Bg-act. 210 und 

- 16 -

212). Dennoch ortete sie keinen weiteren Abklärungsbedarf. Denn ein 

Rentenanspruch könne gemäss aArt. 28 Abs. 1 lit. a IVG grundsätzlich 

erst nach Ausschöpfung der Möglichkeiten zur Eingliederung entstehen, 

wobei sich aus den beschränkt beweiskräftigen estimed- und B._____-

Gutachten sowie den übrigen Akten deutlich ergebe, dass der Beschwer-

deführer ab dem 1. Dezember 2018 in einer behinderungsgeeigneten 

Tätigkeit eingliederungsfähig gewesen sei (vgl. ebenda).

6.2. Das in aArt. 28 Abs. 1 lit. a IVG (vgl. auch Art. 16 ATSG) geregelte An-

spruchserfordernis, die Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliede-

rungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern zu kön-

nen, bringt den Grundsatz "Eingliederung statt Rente" gemäss der 5. IV-

Revision (Art. 1a lit. a-c IVG) zum Ausdruck. Damit wird der seit Beginn 

der Invalidenversicherung geltende Grundsatz "Eingliederung vor Rente" 

verstärkt (vgl. MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts 

zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversiche-

rung [IVG], 4. Aufl., Zürich 2022, Art. 28 Rz. 4). Rentenleistungen werden 

nur erbracht, wenn die versicherte Person nicht oder in bloss ungenügen-

dem Masse eingegliedert werden kann (vgl. MEYER/REICHMUTH, a.a.O., 

Art. 28 Rz. 8). Gemäss der Selbsteingliederung als Ausdruck der allgemei-

nen Schadenminderungspflicht muss die versicherte Person, bevor sie 

Leistungen der Sozialversicherung verlangt, alles ihr Zumutbare selber 

vorkehren, um die Folgen der Invalidität bestmöglich zu mindern (vgl. Ur-

teil des Bundesgerichts 9C_674/2019 vom 9. Dezember 2019 E.3.4.3 mit 

Hinweis auf BGE 113 V 22 E.4a; vgl. auch MEYER/REICHMUTH, a.a.O., 

Art. 28 Rz. 4 ff. sowie KIESER, a.a.O., Vorbemerkungen Rz. 86 ff., mit Hin-

weis auf BGE 126 V 241 E.5). Ein Rentenanspruch kann erst nach Been-

digung der Eingliederungsmassnahmen entstehen, und zwar selbst dann, 

wenn diese nur einen Teilerfolg brachten oder scheiterten. Vor diesem 

Zeitpunkt ist eine Invalidenrente, gegebenenfalls auch rückwirkend, nur 

- 17 -

zuzusprechen, wenn die versicherte Person nicht oder noch nicht einglie-

derungsfähig war (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_450/2019 vom 

14. November 2019 E.3.3.1 mit Hinweis auf BGE 121 V 190 E.4c ff.). Eine 

Rente kann auch rückwirkend zugesprochen werden, wenn Abklärungs-

massnahmen ergeben, dass die versicherte Person nicht eingliederungs-

fähig war (vgl. BGE 148 V 397 E.6.2.4 und 121 V 190 E.4d; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_380/2021 vom 31. Januar 2022 E.5.1; vgl. zum Gan-

zen: Urteil des Bundesgerichts 8C_345/2022 vom 12. Oktober 2022 

E.5.3).

6.3. Wenn sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 

12. Dezember 2023 auf das Urteil des Bundesgerichts 9C_380/2021 vom 

31. Januar 2022 beruft, um den Rentenanspruch zu verneinen, und dazu 

ausführt, es sei irrelevant, ob effektiv Eingliederungsmassnahmen durch-

geführt worden seien (vgl. Bg-act. 189 S. 3 i.V.m. Bg-act. 210 und 212), 

vermag dies nicht zu verfangen. Denn im erwähnten Bundesgerichtsent-

scheid sind im Gegensatz zum vorliegenden Fall während gewisser 

Zeiträume tatsächlich Eingliederungsmassnahmen durchgeführt worden. 

So absolvierte der dortige Beschwerdeführer ab August 2018 ein Aufbau-

training, das infolge einer Verschlechterung des psychotischen Erlebens 

und einer notfallmässigen Hospitalisierung vorzeitig abgebrochen werden 

musste. Sodann fand ein zweites Aufbautraining von November 2019 bis 

Mai 2020 statt, welches ergab, dass der dortige Beschwerdeführer keine 

Integrationschancen auf dem ersten Arbeitsmarkt mehr habe (vgl. dortige 

E.5.1 und WILLI, IV-Rentenbeginn: Rentenanspruch entsteht erst nach Be-

endigung von Eingliederungsmassnahmen, Handicap und Recht 

04/2022). Das Bundesgericht entschied dabei, dass der Rentenanspruch 

grundsätzlich erst nach Beendigung der Eingliederungsmassnahmen ent-

stehen könne (d.h. dort ab dem 1. Mai 2020; siehe Urteil des Bundesge-

richts 9C_380/2021 vom 31. Januar 2022 E.5.1 ff.). Im hier zu beurteilen-

- 18 -

den Fall wurden jedoch gar keine Eingliederungsmassnahmen an die 

Hand genommen, sondern vielmehr medizinische Abklärungsmassnah-

men eingeleitet (vgl. Zwischeninformation vom 23. August 2017 [Bg-act. 

22], RAD-Beurteilungen vom 26. Juli 2017, 15. Dezember 2017, 28. Mai 

2018, 1. April 2019, 3. Mai 2019, 2. September 2019, 21. Januar 2020 und 

15. Juli 2020 [Bg-act. 190 S. 6 ff.] und Beurteilung des Rechtsdienstes der 

Beschwerdegegnerin vom 23. Juni 2021 [Bg-act. 190 S. 21] sowie RAD-

Beurteilung vom 12. Juli 2021 [Bg-act. 190 S. 22]; siehe ferner Mitteilung 

vom 14. Juli 2021 über die Einholung eines polydisziplinären Gutachtens 

[Bg-act. 113]). Wenn die Beschwerdegegnerin nun aber die Ansicht ver-

tritt, der Beschwerdeführer sei ab dem 1. Dezember 2018 in einer behin-

derungsgeeigneten Tätigkeit eingliederungsfähig gewesen bzw. die Er-

werbsfähigkeit des Beschwerdeführers hätte durch zumutbare Eingliede-

rungsmassnahmen wieder hergestellt, erhalten oder verbessert werden 

können, wäre sie gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gehal-

ten gewesen, geeignete Eingliederungsmassnahmen anzuordnen (vgl. 

BGE 148 V 397 E.6.2.4). Dies ist indes ausweislich der Akten unterblieben. 

Mithin kann sie dem Beschwerdeführer auch nicht vorwerfen, er habe sich 

trotz des Hinweises im Vorbescheid vom 11. August 2020, sich an sie zu 

wenden, falls er an Eingliederungsmassnahmen interessiert sei (vgl. Bg-

act. 95 S. 2), nie bei ihr gemeldet (vgl. Vernehmlassung vom 8. Februar 

2024 S. 2 f.). Abgesehen davon ist dieser Vorbescheid infolge Eintretens 

auf die dagegen erhobenen Einwände mit der Anordnung weiterer medi-

zinischer Abklärungsmassnahmen im Sinne einer polydisziplinären Begut-

achtung ohnehin dahingefallen (vgl. Bg-act. 113 ff. und Bg-act. 116 S. 2). 

Ebenso geht fehl, dem Beschwerdeführer fehlendes Eingliederungsinter-

esse vorzuhalten, nur weil er anlässlich der estimed-Begutachtung ange-

geben hat, sich keine andere Tätigkeit als diejenige als Landwirt vorstellen 

zu können (vgl. Bg-act. 165 S. 11 und S. 158; siehe ferner B._____-Gut-

achten vom 27. Mai 2020 [Bg-act. 85 S. 7]; ebenso wurde aus der Aus-

- 19 -

sage des Beschwerdeführers anlässlich des Evaluationsgesprächs am 

2. Mai 2017, wonach er nicht sagen könne, ob er sich beruflich neu orien-

tieren könne [Bg-act. 10 S. 3], fälschlicherweise geschlossen, er sei nicht 

an Eingliederungsmassnahmen interessiert [vgl. Triage Eingliederungs-

massnahmen vom 23. August 2017 {Bg-act. 21}; siehe ferner auch Bg-act. 

44 S. 2]). Denn daraus lässt sich eine gänzlich fehlende aktivierbare Moti-

vation für Eingliederungsmassnahmen kaum ableiten. Vielmehr können 

solche Reintegrationsmassnahmen durchaus geeignet sein, den Einglie-

derungswillen zu fördern (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_597/2022, 

8C_598/2022 vom 11. Januar 2023 E.6.2.1, 9C_317/2017 vom 19. Juni 

2017 E.3.3.2 und 8C_446/2014 vom 12. Januar 2015 E.4.2.3, nicht publi-

ziert in BGE 141 V 5). Zudem hat der Beschwerdeführer ausweislich der 

Akten den Folgen seines Gesundheitszustands im Rahmen seiner Tätig-

keit in der Landwirtschaft insoweit Rechnung getragen, als er Tätigkeiten 

ohne körperliche Belastung ausführt, wie z.B. Überwachungs- und Auf-

sichtstätigkeiten, während sein Sohn den bäuerlichen Betrieb übernom-

men hat (vgl. estimed-Gutachten vom 24. Oktober 2022 [Bg-act. 165 S. 94 

und S. 97 f.], Betriebswirtschaftliche Expertise des Plantahofs vom 30. Au-

gust 2021 [Bg-act. 130 S. 37], Gutachten von Dr. med. H._____ vom 

30. April 2021 [Bg-act. 130 S. 28], Bericht von Dr. med. I._____ vom 

17. September 2019 [Bg-act. 59 S. 3], Bericht von Dr. med. J._____ vom 

29. August 2019 [Bg-act. 58 S. 1], SMAB-Gutachten vom 27. Mai 2020 

[Bg-act. 85 S. 5 f.]; siehe ferner Evaluationsgespräch vom 2. Mai 2017 

[Bg-act. 10 S. 1]).

6.4. Der Beschwerdegegnerin kann des Weiteren nicht gefolgt werden, wenn 

sie gestützt auf die von ihr nur als beschränkt beweiskräftig erachteten 

Gutachten der B._____ AG und der estimed AG sowie auf die übrigen Ak-

ten schloss, der Beschwerdeführer sei ab dem 1. Dezember 2018 in einer 

leidensangepassten, d.h. kognitiv einfachen, körperlich leichten und sit-

- 20 -

zend auszuführenden Tätigkeit eingliederungsfähig gewesen (vgl. ange-

fochtene Verfügung vom 12. Dezember 2023 [Bg-act. 189 S. 3 i.V.m. Bg-

act. 210 und 212]). Denn so ist dem Beschwerdeführer darin beizupflich-

ten, dass mangels Beweiskraft der beiden Gutachten gar noch nicht be-

kannt sein kann, ob bzw. in welchem Ausmass dannzumal eine Eingliede-

rungsfähigkeit beim Beschwerdeführer vorgelegen haben soll. Mit anderen 

Worten kann infolge der anerkanntermassen unterbliebenen Auseinander-

setzung mit der nachweislich diagnostizierten Coxarthrose und deren 

funktionellen Auswirkungen der zeitliche und leistungsmässige Umfang 

der Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers gar noch nicht fest-

stehen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin ergibt sich denn 

auch aus den übrigen Akten, dass der Beschwerdeführer anlässlich des 

Arbeitsunfalls am 10. August 2016 ein Polytrauma mit Frakturen der Pro-

cessi transversi des 5. Lendenwirbelkörpers, einer instabilen Beckenring-

fraktur Typ C und einer 2°ig offenen subtrochantären Femurfraktur rechts 

erlitten hatte, welche osteosynthetisch versorgt werden mussten (vgl. CT 

Polytrauma vom 10. August 2016 [Bg-act. 85 S. 81] sowie Berichte der 

Dres. med. K._____ und L._____ vom 4. Mai 2020 [Bg-act. 85 S. 82 und 

S. 85]). Während die Fraktur des vorderen Beckenrings knöchern konsoli-

diert werden konnte (vgl. Bericht der Dres. med. M._____ und N._____ 

vom 23. Januar 2017 [Bg-act. 16 S. 1 f.]), bildete sich eine Pseudarthrose 

der subtrochantären Femurfraktur rechts (Non-Union) (vgl. Bericht der 

Dres. med. M._____ und N._____ vom 12. Juli 2017 [Bg-act. 23 S. 4 f.]). 

Nachdem am 21. März 2017 eine Revisions-Osteosynthese des rechten 

Femurs durchgeführt worden war (vgl. Bericht von Dr. med. J._____ vom 

29. August 2017 [Bg-act. 23 S. 1]; siehe ferner Berichte der Dres. med. 

M._____ und N._____ vom 4. Mai 2017 [Bg-act. 16 S. 5 f.] und vom 

6. April 2017 [Bg-act. 12 S. 5 f.]), wurden am 7. März 2018 bei bildgebend 

nachgewiesener hypertrophen Pseudarthrose eine Dekortikation und par-

tielle Ausräumung der Pseudarthrose des rechten Femurschafts, eine Ent-

- 21 -

fernung des lateralen Femur-Nagels und eine Restabilisierung des rechten 

Femurs mit einer winkelstabilen Platte vorgenommen (vgl. Operationsbe-

richt von Dr. med. M._____ vom 8. März 2018 [Bg-act. 38 S. 1 f.]; siehe 

ferner Bericht der Dres. med. M._____ und Trippel vom 19. Februar 2018 

[Bg-act. 32 S. 3 f.], Berichte der Dres. med. M._____ und O._____ vom 

28. August 2017 [Bg-act. 25 S. 6 f.] und vom 20. November 2017 [Bg-act. 

32 S. 1 f.], Bericht von Dr. med. J._____ vom 16. November 2017 [Bg-

act. 25 S. 1] und Bericht der Dres. med. M._____ und P._____ vom 9. Ok-

tober 2017 [Bg-act. 25 S. 8 f.]). Daraufhin persistierte gemäss Arztbericht 

von Dr. med. M._____, Chefarzt des Q._____, vom 12. Juni 2018 eine 

beträchtliche Symptomatik und Belastungsschwäche des rechten Beines, 

weshalb weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bestehe (vgl. Bg-act. 

38 S. 7 f.; siehe ferner Austrittsbericht der Dres. med. M._____ und 

R._____ sowie dipl. med. S._____ vom 13. März 2018 [Bg-act. 38 S. 4] 

und ärztliche Zeugnisse des Q._____ [Bg-act. 39]). Auch nach erhobenem 

Röntgenbefund führte Dr. med. M._____ mit Bericht vom 17. September 

2018 – d.h. im hier massgeblichen Zeitraum ab September 2018 – aus, an 

eine Wiederaufnahme der Arbeitsfähigkeit sei zurzeit nicht zu denken, da 

der Beschwerdeführer weiterhin Stöcke benötige, weshalb die Arbeitsun-

fähigkeit bis Ende Dezember 2018 zu verlängern sei (vgl. Aktenauszug 

aus dem Gutachten von Dr. med. H._____ vom 30. April 2021 [Bg-act. 130 

S. 11]; siehe ferner auch Bericht von Dr. med. J._____ vom 3. März 2019 

[Bg-act. 46] und Austrittsbericht der Dres. med. M._____ und T._____ so-

wie dipl. med. U._____ vom 7. März 2019 [Bg-act. 49 S. 3 f.]). Desgleichen 

hielt Dr. med. V._____ in seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung 

vom 5. Oktober 2018 fest, der Endzustand sei noch nicht erreicht, wobei 

die attestierte Arbeitsunfähigkeit bis Ende Jahr schlüssig und nachvoll-

ziehbar sei (vgl. Aktenauszug aus dem Gutachten von Dr. med. H._____ 

vom 30. April 2021 [Bg-act. 130 S. 11]). Diese echtzeitlichen Beurteilun-

gen kontrastieren (auch) mit der im B._____-Gutachten vom 27. Mai 2020 

- 22 -

ausgewiesenen retrospektiven Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, in welcher 

Dr. med. C._____ die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ab Septem-

ber 2018 auf 50 % mit monatlicher Steigerung um 15 % eingeschätzt hatte 

(vgl. Bg-act. 85 S. 17 f.). Am 5. März 2019 wurde sodann das Osteosyn-

thesematerial bei radiologisch nachgewiesener knöchernen Konsolidie-

rung entfernt (vgl. Operationsbericht von Dr. med. W._____ und dipl. med. 

X._____ vom 7. März 2019 [Bg-act. 49 S. 1 f.]; siehe zum Ganzen: 

B._____-Gutachten vom 27. Mai 2020 [Bg-act. 85 S. 14 f.], Gutachten von 

Dr. med. H._____ vom 30. April 2021 [Bg-act. 130 S. 20 f.] und estimed-

Gutachten vom 24. Oktober 2022 [Bg-act. 165 S. 94 f.]). In der Folge 

stellte Dr. med. H._____ in seinem zuhanden der Solida Versicherungen 

AG erstatteten Gutachten vom 30. April 2021 gestützt auf das gleichen-

tags erstellte Röntgenbild des Beckens eine Coxarthrose rechts mit ver-

schmälertem Gelenkspalt, subchondraler Sklerosierung und Osteophyten 

fest (vgl. Bg-act. 130 S. 23 f.). Dazu führte er aus, radiologisch zeige sich 

eine Coxarthrose, welche aufgrund der rechtsbetonten, komplexen Be-

ckenknochenverletzung als posttraumatisch einzustufen sei (vgl. Bg-act. 

130 S. 25). Dieser Befund bedürfe weiterer Abklärungen hinsichtlich der 

Behandlungsmassnahmen, wobei im Verlauf mit der Indikationsstellung 

für einen operativen Eingriff am rechten Hüftgelenk, möglicherweise im 

Sinne einer Hüft-Total-Endoprothese, zu rechnen sei (vgl. Bg-act. 130 

S. 29 f.). Gleichermassen wiesen PD Dr. med. Y._____ und Dr. med. 

Z._____ von der G._____ mit Bericht vom 15. Oktober 2021 eine posttrau-

matische Coxarthrose rechts aus, welche gemäss ihrer Beurteilung intra-

artikuläre Schmerzen verursache (vgl. Bg-act. 142; siehe ferner Berichte 

von PD Dr. med. Y._____ und Dr. med. AA._____ vom 17. September 

2021 sowie von Dr. med. AA._____ vom 20. Juli 2021 [beschwerdeführe-

rische Akten {Bf-act. 2}]). Zur zuvor durchgeführten neurologischen und 

neurophysiologischen Abklärung in der G._____ hielten die PD Dr. med. 

AB._____ sowie die Dres. med. AC._____ und AD._____ zur klinisch-neu-

- 23 -

rologischen Untersuchung fest, der Beschwerdeführer zeige eine diffuse 

Schwäche der proximalen Beinmuskulatur, welche durch Schmerzen v.a. 

in der Leiste, teilweise laterodorsal, eingeschränkt sei. Die Fussextension 

und -flexion seien ebenso von einer mässigen Parese betroffen. Die Sen-

sibilität im ganzen Oberschenkel und Unterschenkel sei deutlich reduziert 

mit lateraler Betonung. In der Summe der elektrophysiologischen Befunde 

sei eine leichtgradige Affektion des Plexus lumbosacralis im Rahmen des 

Initialtraumas gut denkbar. Die Schmerzkomponente limitiere teilweise die 

Motorik und es könne auch ein antalgisches zentrales Muster in Betracht 

gezogen werden. Zur weiteren Abklärung werde eine diagnostische Infil-

tration des Nervus cutaneus femoralis lateralis mit Ultraschallkontrolle 

empfohlen (vgl. Bericht vom 6. Oktober 2021 [Bf-act. 2]). Nachdem der 

Beschwerdeführer jedoch auf die durchgeführte ultraschallkontrollierte 

Blockade des Nervus cutaneus femoris lateralis rechts nicht angespro-

chen hatte (vgl. Bericht von Dr. med. AE._____ vom 3. Dezember 2021 

[Bf-act. 2]), empfahlen Prof. Dr. med. AF._____ und Dr. med. AG._____ 

von der G._____ bei der bekannten Diagnose einer posttraumatischen 

Coxarthrose rechts aufgrund der ausstrahlenden Schmerzen und dem ho-

hen Leidensdruck mit Mobilitätseinschränkungen letztlich die Implantation 

einer Hüft-Prothese (vgl. Bericht vom 31. Januar 2023 [Bf-act. 2]). 

Vor diesem Hintergrund vermag es nicht zu überzeugen, wenn die Be-

schwerdegegnerin – ohne auch nur ihren eigenen RAD-Arzt konsultiert zu 

haben – in der angefochtenen Verfügung vom 12. Dezember 2023 aus-

führt, die damals erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen vermöch-

ten in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit offensichtlich keine Einglie-

derungsunfähigkeit zu begründen (vgl. Bg-act. 189 S. 3 i.V.m. Bg-act. 210 

und 212). Vielmehr erweist sich der rechtserhebliche Sachverhalt mangels 

fachärztlicher bzw. sachverständiger Beurteilung in medizinischer Hinsicht 

als unvollständig abgeklärt. Denn so fehlt eine umfassende und nachvoll-

- 24 -

ziehbare Beurteilung der medizinischen Sachlage und deren – im Lichte 

der damaligen echtzeitlichen Befundungen einzuordnenden – Auswirkun-

gen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, insbesondere auch 

mit Blick auf die nachweislich bildgebend festgestellte posttraumatische 

Coxarthrose, mit welcher sich der orthopädische Gutachter Dr. med. 

E._____ im estimed-Gutachten vom 24. Oktober 2022 unbestrittenermas-

sen nicht auseinandergesetzt hat (vgl. Bg-act. 165 S. 103 ff.). Vielmehr 

hielt er in seiner medizinischen Beurteilung fest, die bisher untersuchen-

den Ärzte hätten keine nennenswerten wegweisenden Befunde erhoben 

(vgl. Bg-act. 165 S. 104). Insofern fehlt jedwede vertiefte Auseinanderset-

zung mit den vorbefundlichen Diagnosen und deren funktionellen Auswir-

kungen, obgleich die zwischen den gutachterlichen und den vorgenannten 

fachärztlichen Beurteilungen bestehenden Divergenzen unmittelbar für die 

zu klärenden Belange bedeutsam sind (vgl. BGE 137 V 210 E.6.2.4). Fer-

ner geht aus den vorerwähnten Berichten der G._____ hervor, dass der 

Beschwerdeführer an Unterarmgehstützen mobil ist (vgl. Bericht von Dr. 

med. AA._____ vom 20. Juli 2021 und Bericht von PD Dr. med. Y._____ 

und Dr. med. AA._____ vom 17. September 2021 [Bf-act. 2]; siehe ferner 

Bericht von Prof. Dr. med. AF._____ und Dr. med. AG._____ vom 31. Ja-

nuar 2023 und Bericht von Dr. med. univ. AH._____ und med. pract. 

AI._____ vom 2. Februar 2023 [Bf-act. 2]), was mit den gegenteiligen Aus-

führungen von Dr. med. E._____ im Rahmen der Untersuchungsbefunde 

kontrastiert (vgl. Bg-act. 165 S. 100). Schliesslich vermag es angesichts 

des hiervor aufgezeigten Krankheitsverlaufs mit namentlich mehreren 

operativen Eingriffen und weiteren Behandlungen nach dem erlittenen, 

schweren Arbeitsunfall nicht zu überzeugen, wenn die estimed-Expertin 

und Experten in der Konsensbeurteilung aus interdisziplinärer Sicht von 

einer Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 30 % und in 

einer Verweistätigkeit von 20 % ausgingen und zu deren Verlauf festhiel-

ten, die versicherungsmedizinische Relevanz der Diagnosen bestehe – 

- 25 -

mit Ausnahme der stationären Aufenthalte – seit dem Zeitpunkt des Un-

falls im Jahr 2016 (vgl. Bg-act. 165 S. 140). Darauf hat letztlich – indem 

sie eine befristete ganze Invalidenrente zusprach – denn auch nicht die 

Beschwerdegegnerin abgestellt. 

6.5. Im Weiteren bringt der Beschwerdeführer zu Recht vor, dass seine poly-

neuropathischen Beschwerden einer vertieften Abklärung bedürften. So 

berichteten bereits PD Dr. med. Y._____ und Dr. med. Z._____ in ihrem 

Bericht vom 15. Oktober 2021, dass eine neurophysiologische Abklärung 

stattgefunden habe, welche einerseits eine vorwiegend schmerzbedingte 

Muskelaktivitätshemmung und andererseits polyneuropathische Schmer-

zen gezeigt habe. In ihrer Beurteilung erachteten sie eine Infiltration des 

Nervus cutaneus femoris lateralis für indiziert (vgl. Bg-act. 142). Gleicher-

massen diagnostizierte Dr. med. I._____ in ihrem Bericht vom 23. März 

2022 persistierende Schmerzen im rechten distalen Ober- und Unter-

schenkel mit Verdacht auf eine neuropathische Hauptkomponente und kli-

nisch erhobenen Parästhesien und Hyperästhesie des rechten Unter-

schenkels lateral nach 15 bis 20 Minuten Belastung (vgl. Bg-act. 153; 

siehe ferner Berichte vom 17. September 2019 [Bg-act. 59], vom 27. De-

zember 2022 [Bg-act. 186], vom 20. Oktober 2023 [Bg-act. 194] und vom 

19. Dezember 2023 [Bg-act. 219]). Diese beiden Berichte wurden der Gut-

achterstelle nachgereicht (vgl. Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 

2. Mai 2022 [Bg-act. 162] und Case Report, Eintrag vom 22. Dezember 

2021 [Bg-act. 190 S. 26]). Dennoch setzte sich der neurologische estimed-

Gutachter Dr. med. AJ._____ nicht eingehend damit auseinander. So hielt 

er zwar in seiner Befunderhebung zur Sensibilität fest, dass eine Gefühls-

minderung an der Aussenseite des rechten Ober- und Unterschenkels so-

wie am ganzen rechten Fuss für alle Qualitäten angegeben worden sei. 

Auch sei das Temperaturempfinden am linken Fussrücken reduziert (vgl. 

Bg-act. 165 S. 160). Im Gegensatz zu den behandelnden Fachpersonen 

- 26 -

befundete er ansonsten aber eine allseits ungestörte Berührungssensibi-

lität sowie ein ungestörtes Schmerz- und Temperaturempfinden (vgl. 

ebenda). Immerhin führte er in seiner (versicherungs-)medizinischen Be-

urteilung aus, neurologisch zeige sich eine Minderung aller Funktionen 

des rechten Beines bei Angabe von Schmerzen in der Leiste; betont be-

troffen sei die Fuss- und Zehenhebung rechts, wobei diese teilweise sak-

kadierend erfolge und kurzzeitig kräftiger ausgeführt werden könne. Des 

Weiteren seien Gefühlsstörungen im ganzen Fuss angegeben worden, 

weshalb sie nicht radikulär imponieren würden (vgl. Bg-act. 165 S. 162). 

Dr. med. AJ._____ fokussierte in seinen weiteren Ausführungen sodann 

auf mögliche Kompressionen oder Reizungen lumbaler Nervenwurzeln, 

ohne sich jedoch ausdrücklich zu den in den Berichten von PD Dr. med. 

Y._____ und Dr. med. Z._____ vom 15. Oktober 2021 sowie von Dr. med. 

I._____ vom 23. März 2022 ausgewiesenen Diagnosen und Befundungen 

nach erfolgter neurophysiologischer Abklärung zu äussern (vgl. ebenda). 

Deren Beurteilung durch eine sachverständige Fachperson ist daher nach-

zuholen.

6.6. Bereits aus diesen Gründen vermag das estimed-Gutachten vom 24. Ok-

tober 2022 keine beweiswertig genügende, insbesondere umfassende 

und betreffend die medizinischen Zusammenhänge und deren funktionelle 

Auswirkungen nachvollziehbare Expertise zu bilden, was denn auch die 

Beschwerdegegnerin im Grundsatz anerkennt. Da sich das retrospektiv 

festzulegende Leistungsvermögen des Beschwerdeführers mangels 

genügender Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts auch nicht ge-

stützt auf die übrige Aktenlage zuverlässig und umfassend einschätzen 

lässt, erweist sich ein reformatorischer Entscheid im Sinne einer Zuspra-

che von Leistungen der Invalidenversicherung, insbesondere einer Invali-

denrente, wie dies vom Beschwerdeführer im Hauptrechtsbegehren ab 

dem 1. Dezember 2018 beantragt wird, als verfrüht. 

- 27 -

Erachtet das zuständige Sozialversicherungsgericht – wie hier – eine Sa-

che in medizinischer Hinsicht als ungenügend abgeklärt und somit auch 

die seitens der Verwaltung vorgenommene Beweiswürdigung als unvoll-

ständig, verbleibt ihm auch nach der neuen bundesgerichtlichen Recht-

sprechung die Möglichkeit, die Sache an den zuständigen Versicherungs-

träger zurückzuweisen, anstatt ein gerichtliches Gutachten zur Klärung ei-

ner offenen Frage in Auftrag zu geben. Ein solches ist in der Regel na-

mentlich dann einzuholen, wenn ein (im Verwaltungsverfahren anderwei-

tig) erhobener medizinischer Sachverhalt überhaupt für "gutachterlich ab-

klärungsbedürftig" gehalten wird oder eine Administrativexpertise in 

rechtserheblichen Punkten nicht ausreichend beweiswertig ist und dieser 

Mangel nicht alleine durch eine Klarstellung, Präzisierung oder Gutach-

tensergänzung behoben werden kann (vgl. FURRER, Rechtliche und prak-

tische Aspekte auf dem Weg zum Gerichtsgutachten in der Invalidenver-

sicherung, in: SZS 1/2019 S. 3 ff. S. 4 f.; BGE 139 V 496 E.4.4 und 137 V 

210 E.4.4.1.4 f.). Eine Rückweisung an den Versicherungsträger steht 

dem Versicherungsgericht aber weiterhin in den Fällen offen, in denen die 

Rückweisung in der Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage 

begründet ist oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Er-

gänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist (vgl. BGE 137 

V 210 E.4.4.1.4; KIESER, a.a.O., Art. 44 Rz. 71). 

6.7. Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin ihrer Abklärungspflicht nicht nach-

gekommen, indem sie letztlich auf das estimed-Gutachten vom 24. Okto-

ber 2022 abgestellt hat, obwohl dieses – wie sie selbst anerkennt – keine 

schlüssige Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der – 

auch retrospektiven – Folgeabschätzung enthält, womit die auch im revi-

sionsrechtlichen Kontext massgebliche Frage eines gegebenenfalls ver-

besserten Gesundheitszustands bisweilen immer noch offen ist und er-

gänzender fachärztlicher Klärung bedarf. Im Einklang mit BGE 137 V 210 

- 28 -

ist die Sache daher unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 

12. Dezember 2023 zu ergänzenden sachverständigen Abklärungen hin-

sichtlich des Krankheitsverlaufs und dessen funktionellen Auswirkungen 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Da aufgrund der anerkann-

ten Mängel am estimed-Gutachten vom 24. Oktober 2022 und dessen 

Vorgeschichte mit gegen einen Gutachter erhobenen Ausstands- und Ab-

lehnungsgründen sowie weiteren Einwendungen erhebliche Zweifel daran 

bestehen, dass sich die estimed-Experten noch als genügend ergebnisof-

fen präsentieren, um den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

und dessen funktionelle Auswirkungen – auch in retrospektiver Hinsicht – 

mit der gebührenden Sorgfalt zu beurteilen, drängt sich eine neue Begut-

achtung auf. Dabei hat bei bi- oder polydisziplinären medizinischen Gut-

achten die Vergabe nach dem Zufallsprinzip zu erfolgen (vgl. Art. 72bis 

Abs. 2 IVV).

7. Insgesamt ergibt sich somit, dass die Beschwerde gutzuheissen, die 

angefochtene Verfügung vom 12. Dezember 2023 aufzuheben und die 

Angelegenheit zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu 

neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Bei 

diesem Verfahrensausgang erübrigt es sich, auf die weiteren Vorbringen 

des Beschwerdeführers einzugehen.

8.1. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über Leistungen aus der 

Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- 

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 

durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in 

Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.-- 

fest. Eine Rückweisung gilt praxisgemäss als vollständiges Obsiegen der 

- 29 -

beschwerdeführenden Partei bezüglich der Verteilung der Gerichtskosten 

und der Zusprache einer Parteientschädigung (vgl. BGE 141 V 281 E.11.1, 

137 V 210 E.7.1 und 132 V 215 E.6.2). Infolge des Ausgangs des 

Beschwerdeverfahrens sind die Gerichtskosten von CHF 700.-- demnach 

der Beschwerdegegnerin zu überbinden (vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG).

8.2. Der Beschwerdeführer hat gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Die 

Bemessung der Entschädigung erfolgt ohne Rücksicht auf den Streitwert 

nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses, wobei der zeitliche Aufwand der Rechtsvertretung regelmässig 

durch die Schwierigkeit des Prozesses mitbestimmt wird. Im Übrigen wird 

die Bemessung der Parteientschädigung gemäss Art. 61 Ingress ATSG 

nach dem kantonalen Recht bestimmt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_714/2018 vom 18. Dezember 2018 E.9.2, 9C_321/2018 vom 

16. Oktober 2018 E.6.1 und 9C_688/2009 vom 19. November 2009 

E.3.1.1 f.). Gemäss Art. 78 VRG i.V.m. Art. 2 der Verordnung über die 

Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) wird die Parteientschädigung nach 

Ermessen des Gerichts festgesetzt, wobei es grundsätzlich von dem in der 

Honorarnote geltend gemachten (und als angemessen zu betrachtenden) 

Aufwand sowie (üblichen) Stundenansatz ausgeht. 

Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers machte in seiner Eingabe 

vom 13. Februar 2024 ein Honorar von CHF 2'859.95 (10.3 Stunden à 

CHF 250.-- [CHF 2'575.--] zzgl. 3 % Spesenpauschale [CHF 77.25] und 

7.7 % resp. 8.1 % MWST [CHF 137.65 bzw. CHF 70.05]) geltend. Eine 

Honorarvereinbarung liegt dabei im Recht, weshalb der veranschlagte 

Stundenansatz in der Höhe von CHF 250.-- nicht zu beanstanden ist. Zwar 

hält sich der geltend gemachte Aufwand an die rechtsprechungsgemäss 

anzuerkennende Spesenpauschale von 3 % des Honorars (vgl. Urteile 

- 30 -

des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] S 23 55 vom 

19. September 2023 E.9.2.2, S 22 106 vom 1. November 2022 E.4, S 20 

52 vom 24.  März 2022 E.11.3, S 21 117 vom 25. Januar 2022 E.9 und S 

2020 67 vom 8. Dezember 2020 E.7); allerdings ist die darauf zu 

entrichtende Mehrwertsteuer genauso wie auf die veranschlagten 

Aufwendungen, die zeitraumbezogen anfallen, periodengerecht auf die 

Jahre 2023 und 2024 aufzuteilen (vgl. VGU S 17 134 vom 28. Mai 2019 

E.10). Insgesamt erweist sich somit eine Entschädigung von 

CHF 2'859.70 (10.3 Stunden à CHF 250.-- [CHF 2'575.--] zzgl. 3 % 

Spesenpauschale [CHF 77.25] und 7.7 % MWST auf {CHF 1'787.50 + 

CHF 53.60} [CHF 141.75] und 8.1 % MWST auf {CHF 787.50 + 

CHF 23.65} [CHF 65.70]) als angemessen. In diesem Umfang hat die 

Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer aussergerichtlich zu 

entschädigen.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung vom 

12. Dezember 2023 aufgehoben und die Angelegenheit zu weiteren 

Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu neuem Entscheid an die 

IV-Stelle des Kantons Graubünden zurückgewiesen. 

2. Die Kosten von CHF 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden entschädigt A._____ ausserge-

richtlich mit CHF 2'859.70 (inkl. Spesen und MWST).

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]

Mitgeteilt am