# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ef47167f-3dea-5988-8465-45b8887086de
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-03-13
**Language:** de
**Title:** Unfallähnliches Ereignis. Entsprechend der Empfehlung der Ad-hoc-Kommission Schaden UVG hat bei rezidivierenden Schulterluxationen der Versicherer des letzten unfallähnlichen Ereignisses für Heilbehandlung und Taggelder aufzukommen.
**Docket/Reference:** UV.2014.00172
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00172.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00172
damit vereinigt
UV.2014.00190
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Widmer
Urteil
vom
13. März 2015
in Sachen
1.
Progrès
Versicherungen AG
Zürichstrasse
130, 8600 Dübendorf
2.
X.___
Beschwerdeführende
Beschwerdeführerin 1 Zustelladresse:
Progrès
Versicherungen AG
Versicherungsrecht
Postfach, 8081 Zürich Helsana
Beschwerdeführer 2 vertreten durch Rechtsanwalt Jürg
Leimbacher
Advokaturbüro
Leimbacher
Sadeg
Marktgasse 34, Postfach, 8180 Bülach
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt Christian
Leupi
Grossenbacher
Rechtsanwälte AG
Zentralstrasse 44, 6003 Luzern
dieser substituiert durch Rechtsanwältin Vera
Häne
Grossenbacher
Rechtsanwälte AG
Zentralstrasse 44, 6003 Luzern
weitere Verfahrensbeteiligte:
Groupe
Mutuel
Assurances
GMA SA
Rechtsdienst
Rue des
Cèdres
5, 1920 Martigny
Beigeladene
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 19
88
, war
bei der Arbeitslosenversicherung angemel
det
und dadurc
h
bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) ge
gen die Folgen von Unfällen versichert, als
ihm
laut Unfallmeldung vom
7.
Oktober 2013
am 2
6.
September 2013 beim
Kampfsportt
raining die rechte Schulter aus
kugelte
(Urk. 13/
1)
.
Am
1.
Oktober 2013 begab er sich in die
Y.___
Klinik, wo eine rezidivierende Schulterluxation rechts diagnostiziert wurde. Der dortige Sportmediziner
Dr.
med.
Z.___
,
Facharzt
für
Orthopädische Chi
rur
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, hielt in seinem
gleichentags verfassten
Bericht
f
est, der
Versicherte
habe
über frühere Luxationen berichtet
(Urk. 13/11 S. 1)
.
Es folgten weitere Arztkonsultationen und medizinische Be
hand
lungen. Unter anderem wurde am
5.
Dezember 2013
im
A.___
-Spital Richterswil eine Schulterarthroskopie mit
arthroskopi
schem
Bankart-
Repair
und ventraler Kapselstraffung vorgenommen
(Urk. 13/
21 S. 1
).
Mit Schreiben vom
6.
November 2013 sowie hernach mit Verfügung vom 2
4.
April 2014 lehnte die Suva ihre Leistungspflicht ab. Dies mit der Begrün
dung
,
dass gemäss den kreisärztlichen Beurteilungen vom
5.
November 2013 sowie vom
1
0.
April
2014 kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusam
menhang zwischen
dem Ereignis vom
2
6.
September 201
3
und den gemeldeten
Schulter
be
schwer
den
rechts
bestehe (
Urk.
13/
15
, Urk. 13/
36
). Gegen die Verfü
gung der Suva vom
2
4.
April 2014
erhob
en
die
Progrès
Versicherungen AG
(nachfolgend:
Progrès
) als
Krankenversicherung von
X.___
,
der Versi
cherte
selber
sowie dessen früherer Unfallversicherer
Groupe
Mutuel
Assurances
GMA SA (nach
folgend:
Groupe
Mutuel
) Einsprache (Urk. 13/
39, Urk. 13/41, Urk. 13/43, Urk. 13/46
)
.
Die Suva wies die Einsprache
n des
X.___
so
wie der
Progrès
mit Einspracheentscheid vom
2
5.
Juni 2014
ab
. Auf die Ein
sprache der
Groupe
Mutuel
trat sie
in demselben Einspracheentscheid nicht ein
(
Urk.
13/
48
=
Urk.
2).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 2
5.
Juni 2014 erhob die
Progrès
mit Ein
gabe vom 1
1.
Juli 2014 Beschwerde und beantragte,
der angefochtene Ein
spra
cheentscheid sowie die Verfügung vom 2
4.
April 2014 seien aufzuheben und
die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die gesetzlichen UVG-Leistun
gen zu
erbringen. Eventualiter sei die Sache zur Vornahme weitere
r
Abklärun
gen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Subeventualiter
sei die
Be
schwerde
geg
nerin
zu verpflichten, die UVG-Vorleistungen
- während der Dauer der Ver
fahren (Urk. 1 S. 6) -
zu erbringen und die endgültige Leistungspflicht mit der
Groupe
Mutuel
als Unfallversicherin zu koordinieren. Ferner beantragte sie die Beiladung der
Groupe
Mutuel
zum vorliegenden Verfahren
(Urk. 1 S. 2
; Prozess Nr. UV.2014.00172
).
Mit Eingabe vom 2
7.
August 2014 erhob auch
X.___
Beschwerde ge
gen
den Einspracheentscheid der Suva vom 2
5.
Juni 201
4.
Er beantragte, der an
ge
fochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leist
ungen für die Folgen des Unfall
s vom 2
7.
September 2013 auszurichten (Urk. 6/1 S. 2
; Prozess Nr. UV.2014.00190
).
Mit gerichtlicher Verfü
gung vom
1.
September 2014
wurde
der
Prozess Nr.
U
V.201
4
.00
190
,
in dessen Beschwerdeschrift der
Versicherte
denselben Ein
spra
cheentscheid
hatte an
fech
ten lassen
wie die
Progrès
, mit dem vorliegenden Ver
fahren vereinigt und als dadurch erle
digt abgeschrieben (Urk.
7
). Mit
Beschwer
de
antwort
vom
11. November 2014
beantragte die
Suva
die
vollumfängliche
Ab
wei
sung der Beschwerden (Urk. 1
2
).
Mit gerichtli
cher Verfügung vom 1
7.
Novem
ber 2014
wurde
die
Groupe
Mutuel
zum Prozess beigeladen
(Urk. 1
5
)
, woraufhin sie am 30. Dezember 2014 Stellung nahm
(Urk.
19)
. Der Inhalt dieser Stell
ung
nahme wurde den übrigen Parteien
am
5.
Januar 2015 zur Kenntnis gebracht
(Urk.
20).
Am 2
0.
Januar 2015 folgte eine weitere Stellungnahme der Suva, wel
che den an
deren Parteien am 2
1.
Ja
nuar 2015 wiederum zur Kenntnisnahme zugestellt
wurde
(Urk.
24).
Mit Eingabe vom
9.
Februar 2015 berichtigte der
Ver
sicherte
seine Sachverhaltsdarstellung unter Beilage
einer entsprechenden Bestäti
gung
(Urk.
25 und 26), was den übrigen Parteien am 10. Februar 2015 zur Kennt
nis gebracht wurde
(Urk.
27).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Be
rufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der
Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2).
Von dieser Kompetenz hat der Bun
desrat in Art. 9 Abs. 2
der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
Gebrauch gemacht und folgende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Bei den unfallähnlichen Körperschädigungen im Sinne von
Art.
9
Abs.
2 UVV entfällt im Vergleich zu den eigentlichen Unfällen nach
Art.
4 ATSG einzig das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit des auf den Körper einwirkenden
äusseren Faktors. Alle übrigen Begriffsmerkmale eines Unfalles müssen hinge
gen
auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen erfüllt sein. Dies gilt na
ment
lich für das Erfordernis des einwirkenden äusseren Faktors an sich, wo
runter ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv feststellbarer, sinnfälliger - eben
un
fall
ähnlicher
- Einfluss auf den Körper zu verstehen ist. Dabei kann die schädi
gende Einwirkung auch in einer körpereigenen Bewegung bestehen (Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.2 mit Hinweisen auf BGE 139 V 327 E. 3.1, 3.3.1; 129 V 466 E. 2.2, 4.1
;
123 V 43 E. 2b).
Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist ein gesteigertes
Schädi
gungspotenzial
, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der alltäglichen Lebensverrichtung führenden Faktors. Die physiologische Beanspruchung des
Skeletts, der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren Fak
tor
dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_696/2013 vom 1
4.
November 2013 E. 5.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1, 129 V 466 E. 4.2.2, 4.3). Ein äusserer Faktor mit erheblichem Schädigungspotenzial liegt nach der Rechtspre
chung vor, wenn die zur Diskussion stehende Betätigung mit einer mehr als physio
logisch normalen und psychologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers, ins
besondere seiner Gliedmassen, verbunden ist (Urteil des Bundesge
richts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 327 E. 3.3.1). Erfüllt ist das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Ände
rungen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu kör
pereigenen Traumen führen können, so etwa beim plötzlichen Aufstehen aus der Hocke, bei heftigen belastenden Bewegungen oder bei einer wegen äusserer Einflüsse un
kon
trollierbar gewordenen Positionsänderung (vgl. BGE 129 V 466 E. 4.2.3, Urteil des Bundesgerichts 8C_40/2014 vom
8.
Mai 2014 E. 2.2.3).
Ein degenerativer oder pathologischer Vorzustand schliesst eine unfallähnliche Körperschädigung nicht aus, sofern ein unfallähnliches Ereignis den
vorbeste
henden
Gesundheitsschaden verschlimmert oder manifest werden lässt. Bei den in
Art.
9
Abs.
2 lit. a bis h UVV abschliessend erwähnten Verletzungen muss aber eine schädigende, äussere Einwirkung wenigstens im Sinne eines
Auslö
sungsfaktors
zu den (vor- oder überwiegend) krankhaften oder degenerativen Ursachen hinzutreten, damit eine unfallähnliche Körperschädigung vorliegt (vgl. BGE 123 V 43 S. 45 E. 2b mit Hinweisen, insbes. auf BGE 116 V 155 E. 6c, 117 V 360 E. 4a, 114 V 301 E. 3c; RKUV 1988 Nr. U 57 S. 373 E. 4b).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vor
han
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht
werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
tür
lichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Der Umstand, dass eine Gesundheitsschädigung bei gegebener Unfallkausalität nicht mit Sicherheit oder überwiegender Wahrscheinlichkeit einem von mehre
ren Unfallereignissen zugeordnet werden kann, darf nicht dazu führen, dass eine
Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt und die Kosten von der ver
sicherten Person zu tragen sind. Denn anders als beim Beweis des
Unfaller
eig
nisses
(RKUV 1996 Nr. U 247 S.
171 E.
2a) und der Unfallkausalität als sol
cher (RKUV 1994 Nr. U 206 S.
328 E. 3b) rechtfertigt es sich nicht, die versi
cherte Person die Folgen der Beweislosigkeit tragen zu lassen, wenn eine ein
deutige Zuordnung der Gesundheitsschädigung zu mehreren versicherten Un
fällen aus medizinischer Sicht nicht möglich ist, die Unfallkausalität aber mit überwie
gen
der Wahrscheinlichkeit feststeht (RKUV 2002 Nr. U 469 S. 528 E. 3a).
Betreffend den bei wiederkehrenden unfallähnlichen Körperschädigungen
leis
tungs
pflichten
Unfallversicherer hat die Ad-hoc-Kommission Schaden UVG Emp
fehlungen zur Anwendung von UVG und UVV erlassen (vgl. Empfehlung Nr. 2/86 Ziff. 2 lit. b).
Die Empfehlungen zur Anwendung von UVG und UVV der Ad-hoc-Kommission Schaden UVG sind weder Verwaltungsverordnungen
noch stellen sie Weisungen der Auf
sichtsbehörde an die Durchführungsorgane dar.
Sie sind für den Richter nicht verbindlich.
Sie sind jedoch geeignet, eine rechtsgleiche Praxis sicherzustellen, weshalb sie bei der Festsetzung der
Leis
tungskürzung
zu berücksichtigen sind (
BGE 120 V 224 E.
4c mit Hinweise auf BGE 114 V 318 E
. 5c).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
stellte sich in ihrem Einspracheentscheid auf den Stand
punkt,
die Einschätzung des erfahrenen Versicherungsmediziners Prof.
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie,
sei umfassend und schlüssig begründet, widerspruchsfrei und überzeugend. Darin seien die er
ho
b
e
nen Befunde sowie die gesamte
Aktenlage berücksichtigt worden. Es be
stehe kein
Anlass, davon abzuweichen. Ob ein natürlicher Kausalzusammen
hang zum Ereignis vom 1
0.
Juni 2012 bestehe, sei nicht Gegenstand des Ver
fahrens. Unter allen beurteilenden Ärzten bestehe völlige Übereinstimmung da
rin, dass der Ver
sicherte an rezidivierenden Schulterluxationen leide. Ein Re
zidiv sei indes in jedem Fall ein Rückfall zu einem Grundfall und schliesse sich nach der Recht
sprechung begrifflich stets an ein bestehendes Unfallereignis an. Dass die
Schul
terarthroskopie
als Folge des Ereignisses vom 2
6.
September 2013 medizinisch
für indiziert angesehen worden
sei, bedeute nicht automatisch, dass hierfür der letzte Unfallversicherer aufzukommen habe
(Urk. 2 S. 9).
Die Emp
fehlung der
A
d-hoc-Kommission UVG gelange im vorliegenden Fall, in wel
chem ein Rück
fall vorliege und die Suva aber für keinen potentiellen Grundfall zuständig sei, nicht zur Anwendung (Urk. 2 S. 10).
Bei einem Rückfall zu einem nicht Suva-ver
sicherten Grundfall falle eine Leistungspflicht der Suva vielmehr von Vorn
herein nicht in Betracht (Urk. 2 S. 11).
In der Beschwerdeantwort hielt die Suva daran fest, dass bereits früher Luxa
tio
nen stattgefunden hätten (Urk. 12 S. 4
f.
).
Im Übrigen habe sich die
Schulter
luxa
tion
vom 2
6.
September 2013 ebenfalls sofort wieder selber reponiert, während es für die
Schulterluxa
tion
vom 2
7.
September 2013 nach den initialen Angaben des Versicherten an einem äusseren Faktor mangle, weshalb keine
un
fallähnliche
Körperschädigung vorliegen könne (Urk. 12 S. 5).
Weiter fügte die Suva an, beim Ereignis vom 1
0.
Juni 2012 sei eine unfallähnliche
Körper
schä
di
gung
gegeben, nachdem ein heftiger Schlag am Körper des Gegenübers vorbei mehr als eine physiologisch normale Beanspruchung der Gliedmassen darstelle und nach der Lage der Akten sowie den Angaben des Versicherten eine
Schul
ter
luxation
und nicht eine
Sub
luxation
die Folge gewesen sei (Urk. 23).
2.2
Die
Progrès
hielt in ihrer Beschwerde fest, die medizinische Beurteilung des be
ratenden Arztes der
Groupe
Mutuel
und diejenige des Kreisarztes der Suva stünden sich diametral entgegen. Die Kausalitätsfrage sei mithin nicht geklärt. Abgesehen davon habe die Suva für das bei ihr versicherte Unfallereignis vom 2
6.
September 2013 nicht den Nachweis des Erreichens des Status quo sine
vel
ante erbracht.
Es stehe fest, dass die Beschwerden auf ein Unfallereignis zurück
zuführen seien und somit entweder die Suva oder die
Groupe
Mutuel
leistungs
pflichtig
sei
, selbst wenn eine Zuordnung zu einem von mehreren in Frage
kommenden Unfallereignissen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mög
lich sei
. Dies ergebe sich insbesondere aus der Empfehlung der Ad-hoc-Kom
mis
sion Nr. 3/89
(Urk. 1 S. 4
f.
).
Die Suva als
die
dem letzten Unfallereignis in zeitlicher Hinsicht am nächsten stehende Unfallversicherung habe gegenüber dem Versicherten zumindest vorläufig die vollen Leistungen zu erbringen und die definitive Leistungspflicht mit der
Groupe
Mutuel
zu koordinieren (Urk. 1 S. 6).
2.3
Der
Rechtsvertreter des
Versicherte
n
legte in seiner Beschwerdeschrift dar, dass
d
er
Versicherte
sich am 1
0.
Juni 2012 teilweise die rechte Schulter ausgerenkt, sie jedoch durch eine Gegenbewegung wieder selb
er
habe
einrenken
können
. Wegen Schmerzen habe er tags darauf sei
n
en Hausarzt aufgesucht. Eine An
mel
dung des Versicherungsfalles bei der damaligen Unfallversicherung
Group
e
Mutue
l
habe sich erübrigt, weil die Beschwerden ba
ld zurückgegangen seien. Am 26.
September 2013 habe sich die Schulter
nach dem Auskugeln
ebenfalls wieder selbst reponiert.
Jedoch sei es am Folgetag zu einer Verrenkung gekom
men, bei der sich der Arm so weit ausgekugelt habe, dass er sich nicht mehr von
selbst reponiert habe.
Nach diesem Vorfall habe er an starken Schmerzen ge
litten, welche im Gegensatz zum Vorjahr nicht mehr zurückgegangen seien (Urk. 6/1 S. 3).
Nach der bund
esgerichtlichen Rechtsprechung
seien unter die zu den unfallähnlichen Körperschädigungen gehörenden Verrenkungen nur Luxa
tio
nen, nicht aber unvollständige Verrenkungen - sogenannte Subluxationen - zu
subsumieren. Im Gegensatz zu Luxationen reponierten sich Subluxationen selbst
(Urk. 6/1 S. 5).
Bei den Ereignissen vom 1
0.
Juni 2012 sowie vom 2
6.
September 2013 habe es sich um Subluxationen gehandelt, welche
nicht als
Unfall
er
eig
nisse
zu sehen seien
. Anders sei dies am 2
7.
September 2013 gewe
sen. Ent
spre
chend liege kein Rezidiv vor. Erst diese
letzte
Luxation
habe zu ei
ner erheb
lichen Körperschädigung geführt und einen operativen Eingriff nötig gemacht. Selbst wenn wegen des Ereignisses vom 1
0.
Juni 2012 ein Vorschaden vorläge, seien die Beschwerden zumindest teilweise durch die Luxation vo
m 2
7.
Septem
ber 2013 verursacht
(Urk. 6/1 S. 6 f.).
Bezüglich der Empfehlung Nr. 3/89 der Ad-
h
oc-Kommission merkte er an, aus deren Einführung gehe klar hervor, dass die Empfehlung für sämtliche negativen Kompetenzkonflikte gelte (Urk. 6/1 S. 7).
Mit Eingabe vom
9.
Februar 2015 brachte der Rechtsvertreter des Versicherten vor, er habe den Sachverhalt falsch dargestellt, da er sich auf den nicht mit den Angaben des Versicherten übereinstimmenden Bericht von
Dr.
Z.___
gestützt habe. Wie den Sachverhaltsdarstellungen des Versicherten selber zu entnehmen sei, sei es am 2
6.
September 2013 zu einer vollständigen Luxation gekommen und zu keiner weiteren am Folgetag (Urk. 25).
2.4
Die Beigeladene
führte aus, ihre Sachverhaltsabklärung habe ergeben, dass sich der Versicherte die Schulter erstmals am Wettkampf vom 2
6.
September 2013 der
art ausgerenkt habe, dass er sie nicht mehr selber
habe
einrenken
können
(Urk. 19 S. 3
Ziff.
6).
Beim Ereignis vom 1
0.
Juni 2012 handle es sich mangels eines ungewöhnlichen äusseren Faktors nicht um einen Unfall. Auch liege keine
unfallähnliche Körperschädigung vor,
da ge
mäss den Röntgenbildern vom 11.
Juni
2012 und dem Bericht von
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Chi
rurgie,
vom 1
0.
März 2014 nur eine Subluxation vorgelegen habe, welche nicht zu den Listenverletzungen gehöre
.
Ohne Grundfall könne kein Rückfall dazu vor
liegen, es seien keine Brückensymptome dokumentiert und vor dem Ereignis
vom 2
6.
September 2013 sei keine Operation angezeigt gewesen
(Urk. 19 S. 4 f.).
Nachdem drei weitere Subluxationen und eine vollständige Luxation gefolgt seien, sei die Ursache für die Operation nicht mit überwiegender Wahrschein
lich
keit auf das Ereignis vom 1
0.
Juni 2012 zurückzuführen (Urk. 19 S. 6).
Aus der Ad-
h
oc-Empfehlung Nr. 2/86 Punkt II lit.
b gehe zudem hervor, dass im Fall wiederkehrender Körperverletzungen wie Schulterluxationen die Heilungskosten und Taggelder vom jeweils für das letzte Ereignis leistungspflichten
Unfallversi
cherer
bis zum Erreichen des Status quo sine
vel
ante
auszurichten
seien
(Urk. 19 S. 5).
3.
3.1
Nach dem Ereignis vom 1
0.
Juni 2012 begab sich der Versicherte am 11. Juni 2012 bei seinem Hausarzt
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Allgemeine In
nere Medizin und Nephrologie,
in Behandlung. Dieser führte eine Röntgenun
tersuchung durch. Am 2
1.
Juni 2012 fand eine weitere
und gleichzeitig letzte
Konsultation statt (Urk. 13/22 S. 24-27).
3.2
Am
1.
Oktober 2013
begab sich der Versicherte
dann
bei
Dr.
Z.___
in ärztli
che Behandlung. Dem gleichentags verfassten Bericht ist die Diagnose einer re
zidivierenden Schulterluxation rechts zu entnehmen. Anamnestisch habe der Ver
sicherte über eine erste traumatische Schulterluxation beim Kic
k
box-Trai
ning vom 1
7.
Juni 2012 (später auf den 1
0.
Juni 2012 korrigiert, Urk. 13/
21 S.
4 und S. 8
) berichtet. Im weiteren Verlauf seien bei Alltagstätigkeiten zwei Luxa
tionen aufgetreten
, und am
2
6.
September 2013
sei es
beim Boxtraining
erneut
zu
eine
r
Luxation
gekommen
(Urk. 13/
11
S. 1
)
.
3.
3
Laut dem
Arthro
-MRI-Bericht der Uniklinik
E.___
vom 1
0.
Oktober 2013 la
gen am rechten Schultergelenk ein nicht dislozierter Labrumriss anterioinferior (sogenannte
Perthesläsion
)
, eine grosse Hill-Sachs-Läsion,
ein nicht dislozierter Labrumriss
posterosuperior
sowie eine
Bizepstendinopathie
vor (Urk. 13/
13
).
Dr.
Z.___
nannte in seinem Bericht vom 1
1.
Oktober 2013 als Diagnose einen
Status nach dreifacher Schulterluxation mit Labrumläsion und Hill-Sachs-Lä
sion
(Urk. 13/12).
Am
5.
Dezember 2013 wurde am
A.___
-Spital eine
Schulterarthroskopie mit
arthroskopischem
Bankart-
Repair
und ventraler
Kapsel
raffung
vorgenommen (Urk. 13/22 S. 15-17).
3.
4
In seiner Kurzbeurteilung vom
5.
November 2013 hielt der Kreisarzt
Prof.
Dr.
B.___
fest, nach Kenntnis der Berichte und der bildgebenden Befunde seien die jetzigen Unfallfolgen ohne vernünftigen Zweifel
auf das Unfallereignis vom
17.
Juni 2012 (richtig: 1
0.
Juni 2012) zurüc
kzuführen. Zum Ereignis vom 26.
Septem
ber 2013 bestünden keine Unfallfolgen (Urk. 13/
14
).
3.
5
In seiner ärztlichen Beurteilung vom 1
0.
März 2014 zuhanden der
Groupe
Mutuel
führte deren Vertrauensarzt
Dr.
C.___
aus,
die Erstluxation der Schulter sei bei einem jungen Sportler ein sehr schmerzhaftes Ereignis, wobei die Repo
sition kaum
spontan erfolge und in aller Regel eine Anästhesie benötige. Da
rauf
hin folge eine Ruhigstel
lung und praktisch obligat
eine Arbeitsunfähigkeit.
Dies sei beim Versicherten am 1
0.
Juni 2012 offenkundig nicht der Fall gewe
sen
. Die Erstkonsultation sei erst am nächsten Tag erfolgt, eine vollständige Lu
xa
tion sei ärztlich nicht dokumentiert. Möglicherwe
is
e habe es sich um eine
Sub
luxation
oder bereits
um
eine habituelle Luxation gehandelt. Mehr als ein Jahr später sei es, ohne zwischenzeitliche Brückensymptome, zu einem erneuten Ereig
nis gekommen, und kurze Zeit darauf
zu
eine
r
Reluxation, in deren Folge
die Indikation zu einer operativen Stabilisierung erfolgt sei. Das
Arthro
-MRI vom
1
0.
Oktober 2013 zeige multiple Läsionen, deren Kausalzusammenhang zum Baga
tellfall vom 1
0.
Juni 2012, welcher nicht einmal deklariert worden sei, un
wahrscheinlich sei. Gemäss allgemeiner Praxis würden Operationskosten dem letzten Ereignis angelastet, da sich erfahrungsgemäss jede Reluxation ver
schlimmernd auf den Zustand auswirke. Dies entspreche im Übrigen den Emp
fehlungen der Ad-hoc-Kommission UVG. In Beantwortung der ihm gestellten Fragen stellte
Dr.
C.___
die Diagnose einer rezidivierenden Schulterluxation. Der natürliche Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 1
0.
Juni 2012 sei bei fehlenden Brückensymptomen höchstens möglich, zum Ereignis vom September 2013
hingegen
überwiegend wahrscheinlich, da die Operationsindikation eine unmittelbare Folge
dessen
darstelle (Urk. 13/
22
S. 1-2
).
3.
6
In seiner kreisärztlichen Beurteilung vom 1
0.
April 2014 wies Prof.
Dr.
B.___
da
rauf hin, dass
sich
der Versicherte gemäss dem Bericht der
Y.___
Klinik
vom
1.
Oktober 2013
im Juni 2012
nachweislich eine traumatische
Schulterlu
xa
tion
, welche anschliessend selbständig reponiert
worden sei
, zu
gezogen habe. Somit bestehe ein
erheblicher Vorschaden, welcher im Nachfolgenden die re
zi
di
vierenden Luxationen, worunter auch diejenige vom 2
6.
September 2013, aus
gelöst habe. Hier gelte das Prinzip ex
nunc
et pro
futur
o
. Die Suva sei für die
Folgen des damaligen, nicht Suva-versicherten Unfallereignisses nicht
leis
tungs
pflichtig
(Urk. 13/
33
).
4.
4.
1
Bei Schulterluxationen und ähnlichen wiederkehrenden Körperverletzungen sind
Heilungskosten und Taggelder vom jeweils für
das letzte Ereignis (Unfall be
zieh
ungsweise
unfallähnliches Ereignis) leistungspflichtigen Unfallversicherer bi
s zum Er
reichen des Status quo sine beziehungsweise
ante zu entschädigen. Er
scheint die alleinige Leistungspflicht des für das letzte Ereignis
leistungs
pflich
tigen
Unfallversicherers als stossend, weil beispielsweise eine Operation, welche schon nach dem vorhergegangenen Ereignis klar angezeigt gewesen wäre, aus persönlichen oder beruflichen Gründen nicht durchgeführt wurde, sowie bei all
fälligen Integritäts- und Invaliditätsentschädigungen, die beim letzten Ereignis ausgelöst werden aber teilweise auch auf Folgen früherer Ereig
nisse zurück
zu
führen sind, so ist eine Einigung zu suchen, wobei
Art.
100 UVV analog anzu
wenden ist (
Ad-
h
oc-Empfehlung Nr. 2/86
Ziff.
II lit. b
mit Hinweis auf die
Emp
fehlung Nr. 3/89).
4.2
Eine ärztlich diagnostizierte Luxation stellt eine Verrenkung
von Gelenken im Sinne von Art.
9
Abs.
2 lit. b UVV dar (
Urteil 8C_1000/2008 vom 2
7.
Februar 2009, E. 2.3 mit Hinweisen).
Zur Luxation vom 2
6.
September 2013 kam es laut den Angaben des Versicherten vom
5.
Juni 2014 beim Boxen im Rahmen eines Trainings. Der Gegner wich dem Schlag des Versicherten aus, weshalb letzterer
hauptsächlich ins Leere schlug, wobei sein Schultergelenk auskugelte (Urk. 6/3/2).
Beim
kraftvolle
n
Boxen auf einen Gegner, der indes verfehlt wird,
handelt es sich
um
eine Betätigung mit einer mehr als physiologisch normalen und psy
cho
logisch beherrschten Beanspruchung des Schultergelenkes, sodass eine
un
fall
ähnliche
Körperschädigung zu bejahen ist. Falls durch die vorgängi
gen Luxa
tio
nen oder Subluxationen bereits ein pathologischer Vorzustand vor
lag, schliesst
dieser ein unfallähnliches Ereignis nicht aus, zumal der Vorfall vom 2
6.
Septem
ber 2013 zu einer
Läsion
und einer
Operationsindi
kation
geführt hat (vgl. vor
stehende E.
1.1).
Da es zuvor nie zu einer Arbeits
unfähigkeit gekommen war, nie eine Behandlungsbedürftigkeit bestand und keine Läsionen dokumentiert waren, ist nicht - wie die Suva annahm (vgl. Urk. 2 S. 10) - von einem Rückfall auszugehen, sondern von ei
ner neuen
Ge
sundheitsschädigung
mit allenfalls einem pathologischen Vorzustand.
Anamnestisch erwähnte Dr.
Z.___
im Bericht vom 1. Oktober 2013 nebst der Luxation vom 26. September 2013 eine weitere tags darauf (Urk. 13/11 S.
1). Eine weitere Luxation am 27. Oktober 2013 ist weder in der Unfallmeldung (Urk.
13/1) oder in den weiteren Angaben des Versicherten zum Unfall vom 9. Oktober 2013 (Urk. 13/10 S. 2) noch in anderen Arztberichten erwähnt. Somit liegt der Schluss nahe, dass Dr.
Z.___
irrtümlich eine weitere Luxation er
wähnte. Auch die Beschwerdegegnerin geht einzig von einer am 26. September 2013 erlittenen Luxation aus (vgl. Urk. 2 S. 9 lit. b, Urk. 12 S. 5 Ziff. 20.5).
4.
3
Nach
dem erstmaligen Auskugeln
des rechten Schultergelenks vom 1
0.
Juni 2012, bei welche
m
nicht echtzeitlich dokumentiert ist, ob es sich um eine Luxa
tion ode
r um eine Subluxation handelte
,
wurde eine Röntgenuntersuchung der rech
ten Schulter vorgenommen. Diese gab
aber zu keiner weiterführenden Be
handlung, insbesondere zu keiner
Operation Anlass.
Vielmehr
wurde die Behand
lung
mit
der folgenden Konsultation abgeschlossen. Auch wurde der Versicherte nicht arbeitsunfähig geschrieben und konnte in der Folge
seinen Kampfsport
wieder wie gewohnt aus
führen.
Ein weiterer Arztbesuch und eine
Unfallmel
dun
g
erfolgten
nach dem Vorfall vo
m 26.
September 2013
, nach welchem mittels
Arthro
-MRI-
Untersuchung
behandlungsbedürftige
Schä
digungen
erkannt worden
waren.
Ab dann wurde dem Versicherten auch eine Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 13/
22 S. 29).
4.4
Unter
diesen Umständen, insbe
sondere
bei
diesem zeitlichen Ablauf, ist die Beur
teilung des Kreisarztes,
wonach die Schädigungen ausschliesslich auf den Vor
fall vom 1
0.
Juni 2012 zurückzu
führen seien (vgl. vorstehende E. 3.4), nicht
nachvollziehbar.
Soweit er von ei
nem erheblichen Vorschaden ausg
ing
(vgl. vor
s
tehende E.
3.6), ist darauf hin
zuweisen, dass
es für das Bejahen der
Leistungs
pflicht
ausreicht, wenn durch den Unfall oder das unfallähnliche Ereignis eine Teilursache geset
zt wurde. Hingegen ist es
nicht erforderlich, dass ein Unfall die
alleinige oder unmittel
bare Ursache
gesundheitlicher Störungen ist
(vgl. vor
steh
ende E. 1
.2
).
Entspre
chend den Ausführungen von
Dr.
C.___
, welcher angab,
erfahrungs
ge
.
mäss
wirke sich
jede Reluxation verschlimmernd auf den Zustand aus
und
bei der dem Ereignis vom 2
6.
September 2013 unmittelbar folgenden
Opera
ti
ons
indi
kation
sei die Schädigung überwiegend wahrscheinlich auf diese
s
Ereig
nis zu
rückzuführen
(vgl. vorstehende E. 3.5)
, steht mit überwiegender Wahrschein
lichkeit fest, dass mit dem
Vorfall vom 26.
September 2013 zumindest
eine
Teil
ursache
gesetzt wurde.
Die Anwendung der Ad-Hoc-Empfehlung Nr. 2/86
Ziff. 2
II lit. b ist somit sachgerecht,
in dem
Sinne,
dass
ausschliesslich
die Suva
leis
tungs
pflichtig
ist, bis der Status quo sine
vel
ante wieder hergestellt ist.
D
ie Suva
hat
die Kosten der Heil
behandlung zu übernehmen sowie
Taggelder aus
zu
rich
ten.
5.
Ausgangsgemäss ist dem Beschwerdeführer
2
eine Prozessentschädigung zuzu
sprechen. Diese ist auf
Fr.
1‘
5
00.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzusetzen.
Hingegen
darf obsiegenden Behörden oder mit
öf
fent
lichrechtli
chen
Aufgaben betrauten Organisationen in der Re
gel keine
Parteientschädi
gung
zu
gesprochen werden. In An
wen
du
ng dieser Bestimmung hat das Bundes
gericht der S
uva
und den privaten UVG-Versiche
rern so
wie - von Sonderfällen abge
sehen - den Krankenkassen keine
Partei
entschädigungen
zugesprochen, weil sie
als Orga
nisa
tionen mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben zu qua
lifizieren sind (BGE
112 V 356 E. 6 mit Hinweisen).
Dementsprechend steht der Beschwer
de
führerin 1 sowie der Beigeladenen trotz Obsiegens keine Parteientschädigung zu.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerden wird der Einspracheentscheid der
Suva
vom 2
5. Juni 2014
aufgehoben, und die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, die
gesetzlichen Leis
tungen für das Ereignis vom
2
6.
September 2013
zu erbringen.
Die Sache wird an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie über die in Be
tracht fallenden Leistungsansprüche befinde.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer 2
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
1'500
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Progrès
Versicherungen AG
-
Rechtsanwalt Jürg
Leimbacher
-
Rechtsanwältin Vera
Häne
-
Groupe
Mutuel
Assurances
GMA SA
-
Bundesamt für Gesundheit
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigWidmer