# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 16122428-b8e5-570b-86db-f710c020b8e7
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-27
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 27.08.2025 WPR.2025.82
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2025-82_2025-08-27.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

WPR.2025.82 / Bu / vk / sa  
ZEMIS [***]; N [***]  

 

Urteil vom 27. August 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Busslinger, Vorsitz  

Gerichtsschreiberin i.V. Kuzmanović  

Rechtspraktikantin Angliker 

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau   

vertreten durch Beata Messmer, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau    

 

    
   

Gesuchsgegner   A._____, geboren am tt.mm.jjjj, von Algerien,  

alias B._____, geb. tt.mm.jjjj, von Algerien  

z.Zt. im Bezirksgefängnis, 5000 Aarau   

amtlich vertreten durch lic. iur. Fritz Tanner, Rechtsanwalt, 

Gschneitackerweg 1, 5727 Oberkulm  

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste am 3. Dezember 2018 erstmals illegal unter der 

Identität C._____, geb. tt.mm.jjjj, von Algerien, in die Schweiz ein (Akten 

des Amts für Migration und Integration [MI-act.] 4 ff., 14). Mit Entscheid vom 

26. Februar 2019 lehnte das Staatssekretariat für Migration (SEM) das 

Asylgesuch des Gesuchsgegners ab und wies diesen aus der Schweiz weg 

(MI-act. 26 ff.). Gemäss Mitteilung des SEM vom 23. Dezember 2020 

wurde der Gesuchsgegner von den algerischen Behörden als B._____, 

geb. tt.mm.jjjj, identifiziert (MI-act. 202 f.). 

 

In der Folge wurde der Gesuchsgegner am 26. Februar 2023 begleitet nach 

Algerien ausgeschafft (MI-act. 463 ff.), nachdem zuvor, am 14. November 

2022, eine unbegleitete Ausschaffung annulliert werden musste, da sich 

der Gesuchsgegner nicht zur Ausreise bereitgehalten hatte (MI-act. 431 f.). 

 

Am 25. Februar 2024 reiste der Gesuchsgegner eigenen Angaben zufolge 

erneut illegal in die Schweiz ein (MI-act. 495). Am 28. Mai 2024 wurde der 

Gesuchsgegner von der Kantonspolizei Aargau festgenommen, nachdem 

sich dieser der Anhaltung durch Flucht zu Fuss zu entziehen versucht hatte 

(MI-act. 523 ff.). 

 

Am 29. Mai 2024 wurde der Gesuchsgegner dem Amt für Migration und 

Integration Kanton Aargau (MIKA) zugeführt (MI-act. 546). Gleichentags 

verfügte das MIKA die Wegweisung des Gesuchsgegners aus der Schweiz 

und dem Schengen-Raum (MI-act. 540 ff.) und ordnete eine Ausschaf-

fungshaft für drei Monate an (MI-act. 551 ff.). 

 

Mit Urteil vom 30. Mai 2024 bestätigte der Einzelrichter des Verwaltungs-

gerichts die Ausschaffungshaft bis zum 27. August 2024, 12.00 Uhr 

(WPR.2024.51; MI-act. 585 ff.). 

 

Der Gesuchsgegner trat am 12. Juli 2024 im Bezirksgefängnis Zofingen 

eine unbedingte Freiheitsstrafe an (MI-act. 625 ff.) und wurde mit Ver-

fügung des Amts für Justizvollzug (AJV) vom 19. September 2024 am 

20. Oktober 2024 bedingt aus dem Strafvollzug entlassen (MI-act. 687 ff.). 

 

Mit Verfügung vom 1. November 2024 erliess das SEM gegen den 

Gesuchsgegner ein Einreiseverbot, gültig vom 15. November 2024 bis zum 

14. November 2028 (MI-act. 704 ff.). Der Gesuchsgegner reiste am 

14. November 2024 unter dem Namen B._____ mit einem Ersatz-

reisedokument freiwillig nach Algerien aus (MI-act. 714, 719). 

 

Gemäss eigenen Angaben reiste der Gesuchsgegner am 5. Februar 2025 

erneut illegal in die Schweiz ein (MI-act. 753). Die Kantonspolizei Aargau 

 - 3 - 

 

 

nahm den Gesuchsgegner am 6. Februar 2025 im Rahmen einer Perso-

nenkontrolle fest (MI-act. 720 f., 752). Dabei gab sich der Gesuchsgegner 

erneut als B._____, geb. tt.mm.jjjj, von Algerien, aus (MI-act. 753). 

 

Mit Verfügung vom 7. Februar 2025 wies das MIKA den Gesuchsgegner 

aus der Schweiz und dem Schengen-Raum weg (MI-act. 746 ff.) und 

ordnete eine Ausschaffungshaft von drei Monaten bis zum 5. Mai 2025 an 

(MI-act. 760 ff.). Mit Urteil vom 10. Februar 2025 bestätigte der Einzel-

richter des Verwaltungsgerichts die Ausschaffungshaft (WPR.2025.14; MI-

act. 797 ff.).  

 

In der Folge gab der Gesuchsgegner gegenüber dem MIKA seine wahre 

Identität, A._____, geboren am tt.mm.jjjj, an, erklärte, bei B._____ handle 

es sich um seinen jüngeren Bruder und sagte, er selbst lebe in Spanien 

(MI-act. 808). Auf Anfrage der Schweizer Behörden lehnten die spanischen 

Behörden am 4. März 2025 ein Rückübernahmegesuch jedoch ab (MI-

act. 875).  

 

Am 26. März 2025 erliess das SEM ein Einreiseverbot gegen den 

Gesuchsgegner gültig ab dem 15. November 2028 bis zum 14. November 

2030 und schrieb das Einreiseverbot im Schengener Informationssystem 

(SIS) aus (MI-act. 906). Am 4. April 2025 wurde der Gesuchsgegner nach 

Algerien ausgeschafft (MI-act. 965). 

 

Der Gesuchsgegner reiste eigenen Angaben zufolge am 24. August 2025 

erneut illegal in die Schweiz ein (MI-act. 994). Die Kantonspolizei Aargau 

nahm den Gesuchsgegner am 25. August 2025 im Rahmen einer Per-

sonenkontrolle fest (MI-act. 973). Am 26. August 2025, 13.05 Uhr, wurde 

der Gesuchsgegner aus der polizeilich motivierten Haft entlassen und dem 

MIKA zugeführt (MI-act. 992), welche gegen diesen eine Wegweisungs-

verfügung erliess (MI-act. 1002 ff.). 

 

B. 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

26. August 2025 das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft gewährt (MI-act. 992 ff.). Im Anschluss an die Be-

fragung wurde dem Gesuchsgegner die Anordnung der Ausschaffungshaft 

wie folgt eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft begann am 26. August 2025, 13.05 Uhr. Sie wird in Anwendung 
von Art. 76 AIG für drei Monate bis zum 25. November 2025, 12.00 Uhr, 
angeordnet. 
 

 - 4 - 

 

 

3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 
(ZAA) oder im Gefängnis Bässlergut vollzogen. Soweit für die Befragung 
oder die Durchführung einer Haftverhandlung zwingend, erfolgt die 
Inhaftierung für die notwendige Dauer im Bezirksgefängnis Aarau.  

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Einzelrichter des Verwal-

tungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchsgegner befragt. 

 

D. 

Der Gesuchsteller beantragte die Bestätigung der Haftanordnung 

(Protokoll S. 5 f., act. 37 f.). 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 6, act. 38): 

 

1. 
Das Gesuch um Bestätigung der Haft sei abzuweisen. 
 
2. 
Der Gesuchsgegner sei aus der Haft zu entlassen. 
 
3. 
Eventualiter: Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, sich wöchentlich bei 
der Gesuchstellerin zu melden. 
 
4. 
Dem Gesuchsgegner sei ab dem 2. September eine Woche Hafturlaub zu 
gewähren. 
 
5. 
Der amtliche Vertreter sei aus der Staatskasse zu entschädigen. 
 
6. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I.  

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und Angemes-

senheit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft aufgrund 

einer mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden (Art. 80 Abs. 2 

des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer und über die 

Integration vom 16. Dezember 2005 [Ausländer- und Integrationsgesetz, 

AIG; SR 142.20], § 6 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 

25. November 2008 [EGAR; SAR 122.600]). Die Haftüberprüfungsfrist 

beginnt mit der ausländerrechtlich motivierten Anhaltung der betroffenen 

Person zu laufen (vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2. b/aa). 

 - 5 - 

 

 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde der Gesuchsgegner am 26. August 2025, 

13.05 Uhr, zuhanden des MIKA aus der polizeilich motivierten Haft entlas-

sen. Die mündliche Verhandlung begann am 27. August 2025, 11.05 Uhr; 

das Urteil wurde um 11.45 Uhr eröffnet. Die richterliche Haftüberprüfung 

erfolgte somit innerhalb der Frist von 96 Stunden. 

 

II.  

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer erstinstanzlichen Landes-

verweisung belegt, kann die zuständige kantonale Behörde die betroffene 

Person zur Sicherstellung des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist bei 

migrationsamtlichen Wegweisungen gemäss § 13 Abs. 1 EGAR und bei 

Landesverweisungen gemäss § 89 der Verordnung über den Vollzug von 

Strafen und Massnahmen vom 23. September 2020 (Strafvollzugs-

verordnung, SMV; SAR 253.112) das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die 

Haftanordnung durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde 

erlassen (act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den Gesuchs-

gegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug sicher-

stellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche 

Landesverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG).  

 

Mit Verfügung vom 26. August 2025 wies das MIKA den Gesuchsgegner 

aus der Schweiz weg (MI-act. 1002 ff.). Diese Verfügung wurde dem Ge-

suchsgegner gleichentags eröffnet (MI-act. 1005). Damit liegt ein rechts-

genüglicher Wegweisungsentscheid vor. 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen Grün-

den undurchführbar ist. 

 

 - 6 - 

 

 

Im vorliegenden Fall sind keine Anzeichen vorhanden, die an der Ausschaf-

fungsmöglichkeit in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht Zweifel aufkom-

men lassen würden.  

 

Anlässlich der heutigen Verhandlung liess der Vertreter des MIKA 

verlauten, dass sowohl begleitete wie auch unbegleitete Flüge als Vollzugs-

möglichkeiten nach Algerien bestünden (Protokoll S. 5, act. 37). Die 

Beschaffung von Ersatzreisedokumenten sei aufwendig, aber möglich 

(Protokoll S. 5, act. 37).  

 

3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG, 

wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete Anzeichen befürchten 

lassen, dass sich die betroffene Person der Ausschaffung entziehen will, 

insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 

Abs. 1 lit. a oder Art. 47 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 

(AsylG, SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser Gesetzes-

bestimmung konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich eine Person 

der Ausschaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen bisherigen 

Verhaltens, insbesondere auch gegenüber den Behörden, sowie ihrer 

eigenen Aussagen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten für sich eine 

Ausschaffungshaft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der Gesamtheit 

der Vorkommnisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige Anhalts-

punkte dafür, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung entziehen 

und untertauchen will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der 

Wegweisung entziehen könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich 

gefährdet erscheinen (vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1).  

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen 

Person darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen 

widersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

 

Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als 

Präzisierung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die 

beiden Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. 

ANDREAS ZÜND, in: Spescha/Zünd/Bolzli/Hruschka/de Weck [Hrsg.], Kom-

mentar Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, N. 7 zu Art. 76 AIG; JANINE 

SERT, in: Caroni/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Aus-

länder- und Integrationsgesetz [AIG], 2. Aufl., Bern 2024, N. 17 zu Art. 76). 

 

Der Gesuchsgegner ist aufgrund der Wegweisungsverfügung des MIKA 

vom 26. August 2025 verpflichtet, die Schweiz zu verlassen (MI-

act. 1007 ff.). Anlässlich der Gewährung des rechtlichen Gehörs durch das 

 - 7 - 

 

 

MIKA erklärte sich der Gesuchsgegner am 26. August 2025 nicht bereit, 

die Schweiz in Richtung Algerien zu verlassen (MI-act. 995). Auch an der 

heutigen mündlichen Verhandlung gab der Gesuchsgegner an, er wolle 

nicht nach Algerien zurückkehren (Protokoll S. 7, act. 39). In der stetigen 

Weigerung der Ausreisepflicht nachzukommen, ist ein klares Anzeichen 

dafür zu erkennen, dass sich der Gesuchsgegner der Ausschaffung 

entziehen will. 

 

Hinzu kommt, dass sich der Gesuchsgegner bereits bei zwei früheren 

Ausschaffungen weigerte, in sein Heimatland zurückzukehren und aus-

geschafft werden musste. 

 

Nach dem Gesagten steht im vorliegenden Fall fest, dass beim Gesuchs-

gegner klare Anzeichen für eine Untertauchensgefahr bestehen. Es ist 

unter diesen Umständen nicht davon auszugehen, dass er nach einer 

Entlassung aus der Ausschaffungshaft die Schweiz auf direktem Weg 

freiwillig in Richtung Algerien verlassen würde. Damit ist der Haftgrund von 

Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG erfüllt. 

 

3.2. 

Gemäss Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 AIG i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. c AIG kann 

eine Person zur Sicherstellung des Wegweisungsvollzugs in Haft genom-

men werden, wenn sie trotz Einreiseverbot das Gebiet der Schweiz betritt 

und nicht sofort weggewiesen werden kann.  

 

Das SEM hat mit Verfügung vom 1. November 2024 gegen den Gesuchs-

gegner ein Einreiseverbot, gültig vom 15. November 2024 bis zum 14. No-

vember 2028, erlassen (MI-act. 704 f.). Dass dieses Einreiseverbot unter 

der damals angegebenen falschen Identität erfolgte, ändert nichts daran, 

dass sich das Einreiseverbot gegen den Gesuchsgegner richtete. Zudem 

verfügte das SEM am 26. März 2025 die Verlängerung des bestehenden 

Einreiseverbots gegen den Gesuchsgegner, gültig vom 15. November 

2028 bis zum 14. November 2030 (MI-act. 906 ff.). 

 

Mit seiner illegalen Einreise in die Schweiz, welche gemäss seinen eigenen 

Angaben am 24. August 2025 erfolgt ist, hat der Gesuchsgegner gegen 

dieses Einreiseverbot verstossen. Da er zudem bis heute keine gültigen 

Reisepapiere vorgelegt hat, ist ein sofortiger Vollzug der Wegweisung nicht 

möglich, da zuerst ein Ersatzreisedokument beschafft werden muss. Damit 

ist der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 AIG i.V.m. Art. 75 Abs. 1 

lit. c AIG erfüllt. 

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor 

(Protokoll S. 5, act. 37). 

 

 - 8 - 

 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem Be-

schleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte. 

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie 

möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen Ge-

wohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, ein 

Haftentlassungsgesuch zu stellen.  

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der Verhältnis-

mässigkeit verstossen würde. Eine mildere Massnahme zur Sicherstellung 

des Vollzugs der Wegweisung ist nicht ersichtlich. Bezüglich der familiären 

Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche gegen eine Haft-

anordnung sprechen würden. Der Gesuchsgegner macht auch nicht 

geltend, er sei nicht hafterstehungsfähig.  

 

Der Gesuchsgegner bringt vor, die Haft sei unverhältnismässig, da er in 

Spanien lebe und einen Termin bei einer spanischen Behörde wahrnehmen 

müsse (Protokoll S. 4, act. 36). Dem kann nicht gefolgt werden. Entgegen 

der offenbar bestehenden Auffassung des Gesuchsgegners stellt ein bei 

einer spanischen Behörde wahrzunehmender Termin weder einen Aufent-

haltstitel für noch eine Einreiseermächtigung nach Spanien dar. Bezüglich 

der behaupteten spanischen Aufenthaltsbewilligung legt der Gesuchs-

gegner keine entsprechende Bewilligung vor und ergeht eine solche auch 

nicht aus den Akten. Hinzu kommt, dass der kürzlich gestellte Rücküber-

nahmeantrag durch die spanischen Behörden abgelehnt wurde (MI-

act. 875). Im Falle einer Haftentlassung wäre damit zu rechnen, dass der 

Gesuchsgegner die Schweiz illegal in Richtung Spanien verliesse und er 

damit gegen das gegen ihn verhängte Einreiseverbot, welches für das 

gesamte Gebiet der Schengen-Staaten und damit auch für Spanien gilt, 

verstossen würde (MI-act. 704, 906). Nach dem Gesagten erhellt, dass der 

beantragte Hafturlaub, welcher im Übrigen im Rahmen der Ausschaf-

fungshaft nicht vorgesehen ist, nicht gewährt werden kann, da der 

Gesuchsgegner diesen für eine illegale Einreise nach Spanien miss-

brauchen würde. Ebenso wenig wäre die Auferlegung einer Meldepflicht 

zielführend. Selbst wenn der Gesuchsgegner dieser Meldepflicht anfäng-

lich nachkommen würde, bestünde die konkrete Gefahr des Unter-

tauchens, sobald man dem Gesuchsgegner die Flugdaten für seinen 

 - 9 - 

 

 

Rückflug nach Algerien bekannt gäbe. Sofern sich die spanischen 

Behörden wider Erwarten zur vom MIKA beantragten Rückübernahme des 

Gesuchsgegners bereit erklären (Protokoll S. 5 f., act. 37 f.), kann das 

MIKA den Gesuchsgegner immer noch nach Spanien ausschaffen (Art. 69 

Abs. 2 AIG). 

 

Insgesamt sind keinerlei Gründe ersichtlich, welche die angeordnete Haft 

als unverhältnismässig erscheinen liessen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da der Gesuchsteller eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen anordnete. Der Vertreter des Gesuchsgegners wird 

aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners seine Kostennote 

einzureichen. 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein Haftentlassungs-

gesuch frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung gestellt werden 

kann (Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist (§ 15 Abs. 1 

EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- 

und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359 ff., Erw. I/4.3 ff.). Im 

Rahmen der Befragung zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs hat 

das MIKA dem Gesuchsgegner daher die Frage zu unterbreiten, ob er die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung wünscht und ob er in diesem 

Fall eine Präsenzverhandlung verlangt oder mit einer Verhandlung via 

Videotelefonie einverstanden ist (Urteil des Bundesgerichts 2C_846/2021 

vom 19. November 2021). Die Anordnung einer allfälligen Haftverlänger-

ung ist dem Verwaltungsgericht spätestens acht Arbeitstage vor Ablauf der 

bewilligten Haft einzureichen. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien ausgehändigt. 

 

 - 10 - 

 

 

 
   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 26. August 2025, 13.05 Uhr angeordnete Ausschaffungshaft wird 

bis zum 25. November 2025, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich 

oder im Gefängnis Bässlergut Basel zu vollziehen. Für die Dauer der Be-

fragung oder die Durchführung einer Haftverhandlung kann die Inhaftier-

ung, soweit zwingend notwendig, im Bezirksgefängnis Aarau erfolgen. 

 

3. 

Der Gesuchsgegner ist spätestens am 28. August 2025 ins Zentrum für 

ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich oder in eine andere Haft-

anstalt, welche den Anforderungen an eine Haftanstalt für Ausschaffungs-

haft entspricht, zu überführen. Erfolgt keine Überführung, ist der Gesuchs-

gegner aus der Haft zu entlassen. 

 

4. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

5. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Fritz Tanner, Rechtsanwalt, 

Oberkulm, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach Haft-

entlassung des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote einzu-

reichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

 - 11 - 

 

 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz; BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 27. August 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Busslinger Kuzmanović