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**Case Identifier:** c6413302-eb1d-57e3-a90c-630322057884
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.12.2023 IV 2023/65
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2023-65_2023-12-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/65

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.02.2024

Entscheiddatum: 20.12.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 20.12.2023
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines polydisziplinären 
Administrativgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 20. Dezember 2023, IV 2023/65). Das Bundesgericht hat die 
Beschwerde abgeschrieben 9C_51/2024.

Entscheid vom 20. Dezember 2023

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Corinne 

Schambeck; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2023/65

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

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Rente (Befristung)

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Juni 2018 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Sie gab an, sie habe in ihrem Herkunftsland die 

Primarschule besucht; einen Beruf habe sie nicht erlernt. Zuletzt sei sie als Produk­

tionsmitarbeiterin im Vollpensum tätig gewesen. Der Psychiater med. pract. B.___ teilte 

der IV-Stelle im Juni 2018 mit (IV-act. 5), die Versicherte leide an einer schweren 

depressiven Episode, weshalb sie seit Oktober 2017 vollständig arbeitsunfähig sei. Sie 

habe im Juli 2017 ein „Schleudertrauma“ erlitten. Seitdem leide sie an starken 

Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule. Die Prognose sei ungewiss. Bereits im Mai 

2018 hatte der Orthopäde Dr. med. C.___ berichtet (IV-act. 24–7 f.), die Versicherte 

leide an einer fortgeschrittenen Osteochondrose C5–7. Zudem bestehe der Verdacht 

auf eine Trigeminusneuralgie links. Hinweise für posttraumatische Veränderungen der 

Halswirbelsäule hätten sich nicht ergeben. Im November 2017 hatte die Klinik für 

Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen eine neuropsychologische Testung 

durchgeführt. Die Neuropsychologen hatten in ihrem Bericht vom 5. Dezember 2017 

festgehalten (IV-act. 24–10 ff.), insgesamt habe sich ein eher diffuses kognitives 

Ausfallmuster gezeigt, das wohl auf die aktuell im Vordergrund stehende psychische 

Instabilität zurückzuführen sei. Eine suboptimale Anstrengungsbereitschaft könne 

allerdings nicht ausgeschlossen werden, weshalb der Schweregrad der 

neurokognitiven Beeinträchtigung nicht angegeben werden könne. Es sei davon 

auszugehen, dass sich die kognitive Leistungsfähigkeit im Verlauf der folgenden 

Wochen und Monaten verbessern werde, da eine milde Hirnerschütterung, die die 

Versicherte offenbar bei einem Arbeitsunfall (Sturz auf die linke Gesichtshälfte) erlitten 

habe, in aller Regel nur vorübergehend zu neurokognitiven 

Funktionsbeeinträchtigungen führe. Sollte sich bis Ende Februar 2018 keine 

Verbesserung oder Stabilisierung einstellen, sei eine Verlaufsuntersuchung indiziert. Im 

November 2018 wurde die Versicherte am rechten Daumen operiert, nachdem infolge 

einer Stichverletzung eine Osteomyelitis aufgetreten war; der intra- und postoperative 

Verlauf war komplikationslos und unauffällig (IV-act. 44–4 f. sowie IV-act. 45).

A.a. 

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Im Dezember 2018 führte eine Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle ein 

„Assessmentgespräch“ mit der Versicherten. Sie berichtete (IV-act. 46), die Versicherte 

sei stark auf ihre Einschränkungen, insbesondere am rechten Daumen, fokussiert 

gewesen. Sie habe deutlich den Eindruck vermittelt, dass sie sich eine 

Wiedereingliederung ins Erwerbsleben nicht vorstellen könne. Im Juli 2019 berichtete 

der Psychiater B.___ (IV-act. 68), zwischenzeitlich habe sich der psychische 

Gesundheitszustand der Versicherten deutlich stabilisiert. Die depressive Störung sei 

lediglich noch mittelgradig ausgeprägt. Eine leidensadaptierte Tätigkeit sei der 

Versicherten zu 50 Prozent zumutbar. Einem Bericht des Spitals D.___ vom 19. Juli 

2019 war zu entnehmen (IV-act. 80), dass die Versicherte weiterhin über Schmerzen im 

rechten Daumen geklagt hatte, obwohl der radiologische und klinische Befund 

unauffällig gewesen war. Der Handchirurg Prof. Dr. med. E.___ war zum Schluss 

gelangt, dass eine Allodynie vorliege. Er hatte eine weitere Operation empfohlen. Im 

Dezember 2019 gewährte die IV-Stelle der Versicherten eine Arbeitsvermittlung (IV-act. 

92). Mit einer Mitteilung vom 9. Juni 2020 wurde die Arbeitsvermittlung abgeschlossen 

und das Begehren um weitere berufliche Massnahmen wurde abgewiesen (IV-act. 112).

A.b. 

Im Januar 2021 berichtete der Psychiater B.___ (IV-act. 128), der psychische 

Gesundheitszustand der Versicherten habe sich wieder deutlich verschlechtert. 

Diagnostisch leide die Versicherte an einer rezidivierenden depressiven Störung, die 

sich chronifiziert habe und die sich auf einem schwergradigen Niveau bewege, sowie 

an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und emotional instabilen 

Zügen. Sie sei vollständig arbeitsunfähig. Die therapeutischen Möglichkeiten seien 

erschöpft. Von Mitte Mai 2021 bis Mitte Juni 2021 befand sich die Versicherte für eine 

stationäre Behandlung in der Klinik F.___. Im Austrittsbericht (IV-act. 149) wurden eine 

mittelgradige depressive Episode, der Verdacht auf eine somatoforme autonome 

Funktionsstörung, eine gastro-oesophageale Refluxkrankheit sowie Obstipationen als 

Diagnosen angeführt. Die Ärzte hielten fest, angesichts der aktuell fehlenden Kraft, der 

aktuell eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit, der Kopfschmerzen, des Schwindels 

und des regelmässigen Erbrechens sei die Versicherte wohl nicht arbeitsfähig.

A.c. 

Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die SMAB AG am 12. Januar 2022 ein 

polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 172). Der federführende orthopädische 

Sachverständige hielt fest, die Versicherte habe sämtliche Positionswechsel ohne 

A.d. 

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Einschränkungen oder Schmerzäusserungen durchführen können. Das An- und 

Auskleiden habe sich unauffällig gestaltet. Der Gang sei ebenfalls unauffällig gewesen. 

Die Schuhe hätten seitengleiche Benutzungszeichen aufgewiesen. Der (im Gutachten 

detailliert beschriebene) objektive klinische Befund sei vollständig unauffällig gewesen. 

Die Versicherte habe auch – trotz mehrfacher Nachfrage – nicht über Beschwerden 

orthopädischer Art geklagt. Aus orthopädischer Sicht sei sie folglich uneingeschränkt 

arbeitsfähig. Für die Vergangenheit könne, wenn überhaupt, höchstens für einen 

Zeitraum von je drei Monaten nach den beiden Unfallereignissen am 28. Juli 2017 und 

am 10. Oktober 2017, also maximal für den Zeitraum vom 28. Juli 2017 bis zum 1. 

Februar 2018, eine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Der internistische 

Sachverständige führte aus, die Versicherte müsse gemäss ihren eigenen Angaben seit 

etwa zwei Jahren täglich erbrechen. Eine Ursache dafür habe bislang nicht gefunden 

werden können. Die im November 2019 nachgewiesene Reflux-Oesophagitis bei 

kleiner Hiatushernie komme als Ursache nicht in Frage. Infolge eines jahrelangen 

Nikotinabusus habe sich mittlerweile eine chronische Bronchitis gemäss der WHO-

Definition entwickelt. Im Übrigen sei der internistische Befund unauffällig gewesen, 

weshalb aus internistischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit zu stellen sei. Der handchirurgische Sachverständige hielt fest, der (im 

Gutachten detailliert beschriebene) objektive klinische Befund sei weitestgehend 

unauffällig gewesen. Die Versicherte habe zudem angegeben, dass sie durch die nur 

noch geringen Schmerzen an der rechten Daumenkuppe nicht mehr wesentlich 

behindert sei. Aus handchirurgischer Sicht sei deshalb keine Diagnose mit Auswirkung 

auf die Arbeitsfähigkeit zu stellen. Retrospektiv sei für einen Zeitraum von zwei 

Monaten nach der Schnittverletzung und Operation am rechten Daumen im November 

2018, also für die Zeit bis zum 1. Februar 2019, eine vollständige Arbeitsunfähigkeit zu 

attestieren. Für die Zeit bis zum 1. März 2019 sei eine Arbeitsunfähigkeit von 50 

Prozent zu attestieren. Der psychiatrische Sachverständige führte aus, die Versicherte 

habe im Wartezimmer unter lautem Stöhnen mit einer deutlichen demonstrativ-

appellativen Komponente eine Übelkeit entwickelt und sich dann mehrfach auf die 

Toilette begeben, um zu erbrechen. Nach einer längeren Phase von etwa 30 Minuten 

habe sie sich wieder beruhigt. Sie habe sich neben der Stuhlreihe auf den Boden 

gesetzt, um zu entspannen. Schliesslich habe sie ohne Unterstützung ins 

Untersuchungszimmer geleitet werden können, wo eine ausführliche Exploration und 

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Untersuchung durchgeführt worden sei, ohne dass ein neuerliches Erbrechen 

aufgetreten wäre. Im Kontakt sei die Versicherte freundlich und zugewandt gewesen. 

Sie habe sämtliche Fragen umfänglich und differenziert beantwortet. Aufgrund eines 

gesteigerten Redeflusses habe sie teilweise unterbrochen werden müssen. Die 

Aufmerksamkeit, die Konzentration und die Orientierung seien nicht eingeschränkt 

gewesen. Das Denken sei formal geordnet gewesen. Die Sprachmodulation sei 

adäquat und das Sprachverständnis sei erhalten gewesen. Hinweise auf Störungen der 

Merkfähigkeit oder des Gedächtnisses hätten nicht festgestellt werden können. Das 

Antriebsniveau sei lebhaft, die Psychomotorik völlig unauffällig gewesen. Die 

Grundstimmung sei subdepressiv-angespannt gewesen. Bezüglich der emotionalen 

Auslenkbarkeit sei eine leichte Einschränkung aufgefallen. Von der Persönlichkeit her 

sei die Versicherte einfach differenziert; sie verfüge über geringe Fähigkeiten zur 

selbstkritischen Introspektion und Reflexion, weshalb sie die psycho-pathogenetischen 

Grundkonstellationen ihrer Beschwerden nicht zu verstehen vermöge. Trotz der 

mehrjährigen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung bleibe sie in ihrer 

gedanklichen Vorstellungswelt auf die somatischen Beschwerden fixiert, ohne ein 

psychosomatisches Krankheitsmodell zuzulassen. Diagnostisch leide sie an einer 

rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig leichten depressiven 

Episode, an einer somatoformen Schmerzstörung sowie an einer somatoformen 

autonomen Funktionsstörung. Die von der Versicherten vorgetragene aktuelle 

Gestaltungs- und Erlebnisfähigkeit begründe nicht die Diagnose einer mittelgradigen 

depressiven Episode, weshalb sich aus psychiatrischer Sicht aktuell kein 

Arbeitsunfähigkeitsattest rechtfertigen lasse. Der behandelnde Psychiater B.___ habe in 

seinen Berichten weder den jeweiligen Schweregrad der von ihm diagnostizierten 

depressiven Störung noch die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung nachvollziehbar 

begründet. Seine Arbeitsfähigkeitsschätzung sei durchwegs zu pessimistisch gewesen. 

Die im Austrittsbericht der Klinik F.___ enthaltene Feststellung, die Interessen- und 

Freudlosigkeit hätten sich nur leicht gebessert, sei kaum zu verstehen, wenn man 

bedenke, dass die Versicherte im selben Zeitraum aktiv einen Erholungsurlaub in ihrem 

Herkunftsland durchgeführt habe, den sie mit einer positiven emotionalen 

Wahrnehmung verbinde. Zusammenfassend liege eine Einschränkung der emotionalen 

Belastbarkeit mit einer Begrenzung des Durchhaltevermögens und der 

Konzentrationsfähigkeit vor, die einen leicht erhöhten Pausenbedarf und damit eine 

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Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von zehn Prozent für eine leidensadaptierte 

Tätigkeit begründe. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei nicht als leidensadaptiert zu 

qualifizieren. Diese Tätigkeit sei der Versicherten lediglich noch zu etwa 40 Prozent 

zumutbar. Retrospektiv sei gestützt auf den Bericht des behandelnden Psychiaters 

B.___ vom 22. Juni 2018 eine vorübergehende vollständige Arbeitsunfähigkeit 

bezüglich der letzten Tätigkeit nachvollziehbar. Ab Juli 2019 sei gestützt auf den 

damaligen Verlaufsbericht des Psychiaters B.___ von einem Arbeitsfähigkeitsgrad in 

der zuletzt ausgeübten Tätigkeit von 40 Prozent auszugehen, der bis dato bestehe. 

Eine leidensadaptierte Tätigkeit sei der Versicherten ab Juli 2019 zu mindestens 50 

Prozent zumutbar gewesen. Aktuell sei ein Arbeitsfähigkeitsgrad von 90 Prozent zu 

attestieren. Der neurologische Sachverständige hielt fest, der objektive klinische 

Befund sei unauffällig gewesen. Aus neurologischer Sicht könne keine Diagnose mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Auch für die Vergangenheit lasse 

sich aus neurologischer Sicht kein Arbeitsunfähigkeitsattest für mehr als für jeweils 

wenige Tage nach den beiden Unfällen rechtfertigen. Nach der Konsensbesprechung 

führten die Sachverständigen aus, die Versicherte leide an einer rezidivierenden 

depressiven Störung mit einer gegenwärtig leichten Episode, an einer somatoformen 

Schmerzstörung, an einer somatoformen autonomen Funktionsstörung sowie – ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einer chronischen Bronchitis, an einer Reflux-

Oesophagitis, an einem Erbrechen unklarer Genese, an einem Status nach einer 

Halswirbelsäulenzerrung, an einem Status nach einer Schädelprellung und an einem 

Status nach einer Verletzung am rechten Daumen. Für leidensadaptierte Tätigkeiten sei 

für den Zeitraum vom 28. Juli 2017 bis zum 1. Februar 2018 sowie für die Zeit vom 22. 

Juni 2018 bis zum 17. Juli 2019 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, für die Zeit ab 

dem 18. Juli 2019 ein Arbeitsfähigkeitsgrad von 50 Prozent und für die Zeit ab der 

aktuellen Begutachtung ein Arbeitsfähigkeitsgrad von 90 Prozent zu attestieren. Im 

Januar 2022 notierte Dr. med. G.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst 

(RAD), das Gutachten sei in jeder Hinsicht überzeugend, weshalb auf es abzustellen sei 

(IV-act. 173).

Mit einem Vorbescheid vom 28. Januar 2022 teilte die IV-Stelle der Versicherten 

mit, dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens mangels eines rentenbegründenden 

Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 176). Dagegen wandte die Versicherte am 4. März 

A.e. 

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2022 ein (IV-act. 182–1 f.), ihres Erachtens bestehe ein Anspruch auf eine befristete 

Rente. Zudem habe sich ihre depressive Problematik zwischenzeitlich wieder 

verschlechtert. Der Eingabe lag eine „Verschlechterungsmeldung“ des behandelnden 

Psychiaters B.___ vom 14. Februar 2022 bei (IV-act. 182–5 f.). Der Psychiater hatte 

festgehalten, die Antriebslosigkeit und die Hoffnungslosigkeit hätten sich massiv 

gesteigert, die Ein- und Durchschlafstörungen seien schlimmer geworden und die 

Versicherte leide häufiger unter Panikattacken. Im Gespräch dissoziiere sie oft. Sie 

drifte mit den Gedanken ab und habe zunehmend Mühe, dem Gesprächsverlauf zu 

folgen. Im formalen Denken sei eine Verlangsamung festzustellen. Der Affekt sei 

deutlich deprimierter. Der affektive Rapport sei oft nur schwer herstellbar. Die RAD-

Ärztin Dr. G.___ hielt im April 2022 fest (IV-act. 187), die Ausführungen des 

behandelnden Psychiaters seien nicht nachvollziehbar. Einerseits habe er schon vor 

der Begutachtung eine schwergradige depressive Störung diagnostiziert (was der 

psychiatrische Sachverständige der SMAB als nicht überzeugend widerlegt habe) und 

andererseits sei es nicht plausibel, dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten 

in so kurzer Zeit so erheblich verschlechtert habe. Die Stellungnahme des 

behandelnden Psychiaters sei aber mit der Frage den Sachverständigen der SMAB 

vorzulegen, ob eine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes plausibel 

sei. Auf die entsprechende Aufforderung der IV-Stelle hin hielten die Sachverständigen 

der SMAB am 14. Juni 2022 fest (IV-act. 189), die Stellungnahme des behandelnden 

Psychiaters enthalte keine neuen Aspekte. Rein formal seien zwar in der 

Querschnittsbetrachtung die Kriterien einer schwergradigen depressiven Episode 

erfüllt, wenn man auf die Ausführungen des behandelnden Psychiaters B.___ abstelle. 

In der Längsschnittbetrachtung sei das Attest einer länger dauernden erheblichen 

Arbeitsunfähigkeit aber nicht gerechtfertigt.

Mit einem Vorbescheid vom 5. Oktober 2022 teilte die IV-Stelle der Versicherten 

mit (IV-act. 196), dass sie die Zusprache einer befristeten ganzen Rente für die Zeit ab 

dem 1. Juni 2019 und einer halben Rente für die Zeit vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. 

April 2020 vorsehe. Dagegen wandte die Versicherte am 9. November 2022 ein (IV-act. 

200–1), die Rente dürfe erst per Ende Februar 2022 und nicht bereits per Ende April 

2020 aufgehoben werden. Zudem habe sich ihr psychischer Gesundheitszustand 

verschlechtert. Der Eingabe lag eine „Verschlechterungsmeldung“ des behandelnden 

A.f. 

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B.  

Psychiaters B.___ vom 18. Oktober 2022 bei, die wortwörtlich jener vom 14. Februar 

2022 entsprach (IV-act. 200–5 f.). Am 14. Dezember 2022 ging bei der IV-Stelle eine 

dritte „Verschlechterungsmeldung“ ein, die sich im Wortlaut nur marginal von den 

beiden früheren „Verschlechterungsmeldungen“ unterschied (IV-act. 201). Der RAD-

Psychiater Dr. med. H.___ hielt am 9. Januar 2023 fest, die Stellungnahmen des 

behandelnden Psychiaters B.___ enthielten keinen Hinweis auf eine relevante 

Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes der Versicherten seit der 

Begutachtung durch die SMAB (IV-act. 202). Mit einer Verfügung vom 17. März 2023 

sprach die IV-Stelle der Versicherten eine ganze Rente für die Zeit vom 1. Juni 2019 bis 

zum 30. September 2019 und eine halbe Rente für die Zeit vom 1. Oktober 2019 bis 

zum 30. April 2020 zu (IV-act. 206).

Am 12. April 2023 erhob die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) 

eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 17. März 2023 (act. G 1). Sie beantragte 

die Zusprache einer unbefristeten Rente und eventualiter einer per Ende Februar 2022 

befristeten Rente. Zur Begründung führte sie aus, ihr Gesundheitszustand habe sich 

nach der Begutachtung durch die SMAB erheblich verschlechtert, wie die Berichte des 

behandelnden Psychiaters B.___ belegten.

B.a. 

Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 4. Juli 2023 

die teilweise Gutheissung der Beschwerde respektive die Zusprache einer ganzen 

Rente für die Zeit vom 1. Dezember 2018 bis zum 31. Oktober 2019 und einer halben 

Rente für die Zeit vom 1. November 2019 bis zum 30. April 2022 (act. G 8). Zur 

Begründung führte sie an, für die Bemessung der Arbeitsfähigkeit sei das Gutachten 

der SMAB massgebend. Das sogenannte Wartejahr habe im Juli 2018 geendet. Da sich 

die Beschwerdeführerin im Juni 2018 zum Bezug einer Rente angemeldet habe, sei der 

Rentenanspruch am 1. Dezember 2018 entstanden. Die Arbeitsfähigkeit habe sich im 

Juli 2019 verbessert, weshalb die Rente per 1. November 2019 herabzusetzen sei. Eine 

weitere Verbesserung sei im Januar 2022 eingetreten, weshalb die Rente per 1. Mai 

2022 aufzuheben sei.

B.b. 

Am 10. Juli 2023 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung 

bewilligt (act. G 9).

B.c. 

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Erwägungen

1.

Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung 

auf deren Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem des 

Verwaltungsverfahrens entsprechen muss, das mit dieser Verfügung abgeschlossen 

worden ist. Dieses hat sich nach der Abweisung des Begehrens um berufliche 

Eingliederungsmassnahmen am 9. Juni 2020 auf die Prüfung des Rentenbegehrens 

vom Juni 2018 und damit auf die Frage beschränkt, ob die Beschwerdeführerin ab dem 

1. Dezember 2018 (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) einen Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung gehabt hat. Auch in diesem Beschwerdeverfahren ist folglich nur 

zu prüfen, ob ab dem 1. Dezember 2018 ein Rentenanspruch bestanden hat.

2.  

Am 25. Juli 2023 machte der behandelnde Psychiater B.___ gegenüber dem 

Versicherungsgericht geltend, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe 

sich ab Oktober 2022 massiv verschlechtert (act. G 11).

B.d. 

Die Beschwerdeführerin hielt am 5. September 2023 an ihrem Antrag um 

Zusprache einer unbefristeten Rente fest (act. G 13).

B.e. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 15).B.f. 

Am 14. November 2023 wies das Versicherungsgericht die Beschwerdeführerin 

darauf hin (act. G 17), dass nach einer ersten Aktendurchsicht Zweifel an der 

Überzeugungskraft jener medizinischen Berichte bestünden, auf denen die befristete 

Rentenzusprache beruhe. Deshalb sei es denkbar, dass der Beschwerdeentscheid zu 

Ungunsten der Beschwerdeführerin fällen könnte. Das Versicherungsgericht räumte der 

Beschwerdeführerin die Gelegenheit zum Rückzug der Beschwerde ein. Die 

Beschwerdeführerin erklärte am 28. November 2023, dass sie an ihrer Beschwerde 

festhalte (act. G 18).

B.g. 

Gemäss dem Art. 28 IVG hat eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder 

verbessern kann, die während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem 

2.1. 

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Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, einen Anspruch auf eine 

Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität wird gemäss dem 

Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das 

die versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach 

der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei einer 

ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu jenem 

Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben wäre.

Die Beschwerdeführerin hat keine Berufsausbildung absolviert. Sie ist folglich als 

eine typische Hilfsarbeiterin zu qualifizieren, was bedeutet, dass das 

Valideneinkommen dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne 

entspricht.

2.2. 

Für die Bemessung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist 

entscheidend, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht in 

welchem Umfang noch zugemutet werden können. Die Beschwerdegegnerin hat zur 

Beantwortung dieser Frage ein polydisziplinäres Gutachten der SMAB eingeholt. Die 

Sachverständigen der SMAB haben die Beschwerdeführerin umfassend persönlich 

untersucht und die medizinischen Akten eingehend gewürdigt. Sie haben damit über 

eine fundierte Kenntnis vom für ihre Beurteilung massgebenden medizinischen 

Sachverhalt verfügt. Nichts deutet darauf hin, dass sie eine wesentliche Tatsache 

übersehen oder ignoriert hätten. In somatischer Hinsicht ist der im Gutachten detailliert 

beschriebene objektive klinische Befund weitestgehend unauffällig gewesen, weshalb 

das Attest einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit aus internistischer, 

handchirurgischer, neurologischer und orthopädischer Sicht überzeugt. Als ebenso 

überzeugend erweisen sich die retrospektiven Ausführungen zum Verlauf der 

Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht anhand der gut dokumentierten Krankheits- 

respektive Unfallgeschichte. Gestützt auf das Gutachten der SMAB steht folglich mit 

dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die 

Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht ausser nach der Stichverletzung am 

rechten Daumen im September 2018, die zu einer Arbeitsunfähigkeit von 100 Prozent 

für sechs Monate und von 50 Prozent für weitere sechs Monate geführt hat, nie mehr 

als einige Wochen bis maximal wenige Monate am Stück arbeitsunfähig gewesen ist. 

Der psychiatrische Sachverständige der SMAB hat überzeugend aufgezeigt, dass die 

Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Untersuchung weder mittel- noch schwergradig 

depressiv gewesen ist, da weder ein Verlust an Lebensfreude oder an 

Interessenneigungen noch eine relevante Störung der sozialen 

2.3. 

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Kommunikationsfähigkeit oder der Autonomie bezüglich der alltäglichen 

Lebensorganisation vorgelegen hat. Der behandelnde Psychiater B.___ hatte zwar 

durchgehend eine mittel- bis schwergradige depressive Störung mit einer 

ausgeprägten Chronifizierung sowie eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, aber 

der psychiatrische Sachverständige der SMAB hat überzeugend aufgezeigt, dass diese 

Diagnosestellung nicht zu den Befundschilderungen in den Berichten des 

behandelnden Psychiaters gepasst hat. Der behandelnde Psychiater B.___ hat als 

Reaktion auf das Gutachten mehrere „Verschlechterungsmeldungen“ gemacht, die 

jedoch sowohl von den RAD-Ärzten Dres. G.___ und H.___ als auch vom 

psychiatrischen Sachverständigen der SMAB als nicht überzeugend qualifiziert worden 

sind. Der behandelnde Psychiater hatte nämlich bereits vor der Begutachtung eine 

chronifizierte schwergradige depressive Störung diagnostiziert, weshalb nicht 

einzusehen ist, worin die angebliche erhebliche Verschlechterung bestehen sollte. Der 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin kann sich nämlich offenkundig nicht von 

„schwergradig depressiv“ zu „schwerergradig depressiv“, dann zu „schwerstgradig 

depressiv“ und schliesslich zu „allerschwerstgradig depressiv“ verschlechtert haben. 

Der Glaubwürdigkeit dieser „Verschlechterungsmeldungen“ wenig zuträglich ist zudem 

die Tatsache, dass es sich bei diesen drei Meldungen weitestgehend wortwörtlich um 

ein und dieselbe Meldung handelt, die lediglich mit jeweils einem neuen Datum des 

Eintrittes der angeblichen Verschlechterung versehen worden ist. Ganz offensichtlich 

haben diese „Verschlechterungsmeldungen“ darauf abgezielt, der Beschwerdeführerin 

zu einer Rente zu verhelfen, was darauf hindeutet, dass der behandelnde Psychiater 

B.___ objektiv zugunsten seiner Patientin befangen gewesen ist. Da er zudem die von 

den Sachverständigen der SMAB anschaulich beschriebene Aggravationstendenz der 

Beschwerdeführerin konsequent ausgeblendet und alle subjektiven Angaben für bare 

Münze genommen hat, haben seine Berichte keinen Beweiswert. Wenn aber seine 

Berichte für die Zeit nach der Begutachtung keinen Beweiswert haben, können sie 

auch für die Zeit vor der Begutachtung keinen Beweiswert haben, weshalb die 

Behauptung des psychiatrischen Sachverständigen der SMAB, für die Zeit vor der 

Begutachtung könne auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des behandelnden Psychiaters 

B.___ abgestellt werden, nicht überzeugt. Demzufolge kann die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Sachverständigen der SMAB für die 

Zeit vor der Begutachtung ebenfalls keinen Beweiswert haben. Damit erweist sich der 

Sachverhalt bezüglich einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin aus 

psychischen Gründen für die Zeit vor der Begutachtung als unbewiesen respektive als 

nur behauptet. Von weiteren Abklärungen kann in antizipierender Beweiswürdigung 

kein Erkenntnisgewinn erwartet werden, denn es gibt keine unbefangene 

Auskunftsperson, die noch befragt werden könnte, und keine Akten, die noch nicht 

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hinzugezogen worden wären. Damit liegt bezüglich einer allfälligen Arbeitsunfähigkeit 

aus psychischen Gründen für die Zeit vor der Begutachtung eine objektive 

Beweislosigkeit vor. In einer lückenfüllenden, analogen Anwendung des Art. 8 ZGB 

kann deshalb für die Zeit bis zur Begutachtung keine Arbeitsunfähigkeit aus 

psychischen Gründen berücksichtigt werden. Bleibt die Frage zu beantworten, ob die 

Beschwerdegegnerin aufgrund der drei „Verschlechterungsmeldungen“ des 

behandelnden Psychiaters B.___ (von „schlimm“ zu „schlimmer“, „noch schlimmer“ 

und schliesslich „am allerschlimmsten“) gehalten gewesen wäre, eine 

Verlaufsbegutachtung in Auftrag zu geben. Bezüglich der geltend gemachten 

depressiven Störung ist dies augenscheinlich nicht der Fall gewesen, weil es 

unglaubwürdig ist, dass diesbezüglich tatsächlich eine Verschlimmerung eingetreten 

sein soll. Zwar lässt die Diagnose einer leichten Depression tatsächlich Raum für eine 

Verschlimmerung, aber gestützt auf das Gutachten der SMAB steht mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die 

Beschwerdeführerin bewusstseinsnah aggraviert hat. Die natürliche Reaktion auf den 

(bezüglich eines Rentenanspruchs für die Zukunft) ablehnenden Vorbescheid und die 

ebenfalls ablehnende Verfügung hat darin bestanden, die Aggravation zu verstärken. 

Diese Intensivierung muss allerdings nicht auf den Schweregrad der Depression 

beschränkt gewesen sein, sondern kann auch in einer Ausweitung des 

Symptomenkomplexes bestanden haben. Überwiegend wahrscheinlich sind deshalb 

auch die „neue“ Panikstörung und die „neuen“ Wahnvorstellungen als eine Reaktion 

auf die ablehnende Haltung der Beschwerdegegnerin zu interpretieren, denn die 

Kombination der geltend gemachten Symptome weckt den Verdacht auf eine 

Aggravation, allenfalls sogar auf eine Simulation. Die Beschwerdegegnerin ist deshalb 

nicht verpflichtet gewesen, eine Verlaufsbegutachtung in die Wege zu leiten. 

Zusammenfassend steht also gestützt auf das überzeugende Gutachten der SMAB 

sowie die anschliessenden ergänzenden Ausführungen des psychiatrischen 

Sachverständigen und der RAD-Ärzte Dres. G.___ und H.___ mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin 

aus psychiatrischer Sicht während des gesamten hier massgebenden Zeitraums für 

ideal leidensadaptierte Tätigkeiten zu mindestens 90 Prozent arbeitsfähig gewesen ist.

Der Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens 

entspricht dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne und damit dem 

Valideneinkommen, weshalb der Betrag bei der Berechnung des Invaliditätsgrades 

mathematisch keine Rolle spielen kann. Der Invaliditätsgrad entspricht folglich dem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen dem sogenannten Tabellenlohnabzug 

analogen Abzug (sog. Prozentvergleich). Ein solcher Abzug ist zu berücksichtigen, 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/14

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3.  

Da erst ab einem Invaliditätsgrad von 40 Prozent ein Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung besteht, hätte die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren 

abweisen müssen. Die angefochtene Verfügung, mit der sie der Beschwerdeführerin 

eine befristete Rente zugesprochen hat, erweist sich damit als rechtswidrig, weshalb 

sie im Sinne einer reformatio in peius aufzuheben und durch eine Abweisung des 

Rentenbegehrens zu ersetzen ist. Dieser Verfahrensausgang gilt hinsichtlich der 

Kosten- und Entschädigungsfolgen als ein vollständiges Unterliegen der 

Beschwerdeführerin. Die angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes 

praxisgemäss auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten wären deshalb an sich 

der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen 

Prozessführung ist sie allerdings von der Pflicht, die Gerichtskosten zu bezahlen, 

vorläufig befreit. Sollten es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird 

sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet werden können (Art. 99 Abs. 2 

VRP i.V.m. Art. 123 ZPO).

Entscheid

wenn davon ausgegangen werden muss, dass die versicherte Person ihre 

Arbeitsfähigkeit nicht mit demselben ökonomischen Erfolg verwerten kann wie eine 

gesunde, im selben Pensum tätige Person, das heisst wenn anzunehmen ist, dass ein 

strikt ökonomisch-betriebswirtschaftlich denkender, also keinen Soziallohn 

ausrichtender Arbeitgeber der versicherten Person keinen durchschnittlichen, sondern 

nur einen unterdurchschnittlichen Lohn ausbezahlen würde, um seinen aus der 

Anstellung der versicherten Person resultierenden „Arbeitsmehrwert“ – die Differenz 

zwischen dem ökonomischen Wert der Arbeitsleistung und den direkten und indirekten 

Lohn- und Lohnnebenkosten – auf einen durchschnittlichen Betrag zu erhöhen. Bei 

einem Arbeitsfähigkeitsgrad von mindestens 90 Prozent kann weder von einer deutlich 

überdurchschnittlich starken Schwankung der Arbeitsleistung noch von deutlich 

überdurchschnittlich häufigen krankheitsbedingten Absenzen ausgegangen werden, 

weshalb – wenn überhaupt – nur eine geringe betriebswirtschaftlich-ökonomische 

„Einbusse“ bei der Verwertung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen haben kann, die 

jedenfalls keinen dem Tabellenlohnabzug analogen Abzug von mehr als fünf Prozent 

rechtfertigen könnte. Damit resultiert ein Invaliditätsgrad von maximal 14,5 Prozent (= 

100% – 95% × 90%).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/14

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin ist vorläufig von der Pflicht, die Gerichtskosten von 600 

Franken zu bezahlen, befreit.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 20.12.2023
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Würdigung eines polydisziplinären Administrativgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Dezember 2023, IV 2023/65). Das Bundesgericht hat die Beschwerde abgeschrieben 9C_51/2024.

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		2025-07-19T00:34:34+0200
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