# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 655deb42-7677-5241-a960-bd72ae875ff7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-10-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.10.2017 E-5719/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5719-2017_2017-10-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5719/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  O k t o b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Einzelrichterin Barbara Balmelli, 

mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;   

Gerichtsschreiberin Evelyn Heiniger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Kongo (Kinshasa),   

vertreten durch Alfred Ngoyi Wa Mwanza,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Flughafenverfahren (Asyl und Wegweisung);  

Verfügung des SEM vom 28. September 2017 / N (…). 

 

 

 

E-5719/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.a  

Der Beschwerdeführer stellte am 8. September 2017 bei der Flughafenpo-

lizei im Flughafen Zürich ein Asylgesuch. Am 10. September 2017 wurde 

ihm die Einreise in die Schweiz vorläufig verweigert und der Transitbereich 

des Flughafens für die Dauer von maximal 60 Tagen als vorläufiger Aufent-

haltsort zugewiesen. 

A.b Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) am 11. September 2017 

sowie der Anhörung zu seinen Asylgründen vom 18. September 2017 

brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, er sei kongolesischer 

Staatsangehöriger aus Kinshasa, Demokratische Republik Kongo (DR 

Kongo). Sein Vater sei (…) bei der religiös-nationalistischen Sekte Bundu 

dia Kongo (BDK) beziehungsweise Bundu dia Mayala (BDM) gewesen. Er 

selbst habe organisatorische Aufgaben übernommen, junge Mitglieder re-

krutiert und mitgeholfen, Demonstrationen zu organisieren. Als der kongo-

lesische Präsident nach Ende seiner Amtszeit nicht abgetreten sei, habe 

der Führer der BDK, B._______, eine Rede gegen diesen Verfassungs-

bruch gehalten. B._______ habe eine weitere Demonstration organisieren 

wollen und daher die Mitglieder zu sich nach Hause eingeladen. Sein Bru-

der und er hätten sich dort aufgehalten, als Ordnungskräfte gekommen 

seien. Danach sei ihnen das Wasser und der Strom abgestellt worden und 

am (…) 2017 sei schliesslich das Anwesen gestürmt worden. B._______ 

sei sofort verhaftet worden, während die Sicherheitsleute mit ihm und sei-

nem Bruder zu ihnen nach Hause gegangen seien, um das Haus zu durch-

suchen. Als sich sein Vater darüber beschwert habe, sei dieser angeschos-

sen und er sowie sein Bruder seien ins Gefängnis gebracht worden. Am 

(…) 2017 seien Fremde ins Gefängnis eingedrungen und hätten Leute be-

freit, wobei es auch ihm gelungen sei, zu fliehen und sich zu einer Tante zu 

begeben. Nach etwa einer Woche sei er nach Brazzaville (Republik Kongo) 

gereist. Von dort sei er Ende Juli mit einem Franzosen in den Senegal, über 

die Philippinen nach Hong Kong und von da alleine in die Schweiz gereist.  

B.  

Mit Verfügung vom 28. September 2017 stellte die Vorinstanz fest, der Be-

schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylge-

such ab, wies ihn aus dem Transitbereich des Flughafen Zürichs weg und 

ordnete – unter Androhung von Zwangsmitteln – den Vollzug der Wegwei-

sung an. 

E-5719/2017 

Seite 3 

C.  

Mit Eingabe vom 5. Oktober 2017 reichte der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte sinngemäss, der 

Entscheid des SEM vom 28. September 2017 sei aufzuheben, es sei die 

Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewähren. Eventuali-

ter sei eine vorläufige Aufnahme anzuordnen. Eventualiter sei die Sacher 

zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer 

Hinsicht sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und 

ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. 

D.  

Die vorinstanzlichen Akten wurden dem Bundesverwaltungsgericht am 

9. Oktober 2017 elektronisch übermittelt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist einzutre-

ten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver-

fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG) 

und mit summarischer Urteilsbegründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

E-5719/2017 

Seite 4 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 mit Verweisen). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an das 

Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG nicht stand.  

5.2 Zur Begründung hielt sie fest, einzelne Teile der Vorbringen des Be-

schwerdeführers würden zwar auf verifizierbaren Fakten beruhen, insge-

samt seien seine Ausführungen aber unsubstantiiert. Insbesondere seien 

seine Angaben zur BDK und BDM nicht fundiert, was erstaune, da sein 

Vater (…) der Bewegung und er selbst ein aktives Mitglied gewesen sei. 

Seine Kenntnisse würden sehr rudimentär erscheinen. Er habe namentlich 

nicht gewusst, dass die BDK im Jahr 2008 verboten worden sei und sein 

Wissen über die Ziele der Organisation habe nicht über oberflächliche Aus-

sagen hinaus gereicht. Dementsprechend habe er auch seine eigenen Tä-

tigkeiten für die Bewegung detailarm und substanzlos geschildert. Organi-

sationsspezifische Details hätten gänzlich gefehlt. Da er lediglich sehr we-

nige Demonstrationen organisiert und es sich daher um ausserordentliche 

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Seite 5 

Ereignisse gehandelt habe, erscheine es unerklärlich, dass er deren An-

zahl nicht spontan habe nennen können. Weiter erscheine seine Schilde-

rung zum Tag als sein Vater angeschossen und er verhaftet worden sei 

pauschal und wenig erlebnisbasiert. Schliesslich habe er auch die Dauer 

seiner Haft widersprüchlich geschildert. Im Laufe der Anhörung habe er 

einmal von sechs Wochen, ein anderes Mal vom (…) bis zum (…) 2017, 

was elf Wochen wären, gesprochen. Die Ereignisse am (…) und (…) 2017 

seien in den Medien bekannt gemacht worden, seine Haftdauer hingegen 

habe er nicht richtig angeben können, was den Eindruck vermittle, seine 

Vorbringen seien konstruiert. Dementsprechend habe er die Diskrepanz in 

seinen Angaben nicht nachvollziehbar erklären können. Die Ausführungen 

zu seiner Flucht hätten sich auf Informationen beschränkt, die in öffentli-

chen Medienpublikationen nachzulesen seien. Angesichts seiner wider-

sprüchlichen Angaben in zentralen Punkten, würden sich die Zweifel an der 

Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen erhärten und er habe in Anbetracht der 

diversen Unklarheiten und Ungereimtheiten die geltend gemachte Furcht 

vor eine Verfolgung im Heimatland nicht glaubhaft machen können.   

5.3  

5.3.1 In der Rechtsmitteleingabe rügt der Beschwerdeführer, die Vor-

instanz habe den Massstab des Glaubhaftmachens nicht richtig angewen-

det, mithin Bundesrecht verletzt.  

5.3.2 Zunächst bringt der Beschwerdeführer vor, er sei aufgrund der Vor-

fälle und den Umständen auf seiner Flucht traumatisiert, weshalb es durch-

aus normal erscheine, dass er sich in seinen Schilderungen widersprochen 

habe. Er habe denn auch bereits zu Beginn des Asylverfahrens angege-

ben, er sei psychisch beeinträchtigt.  

Zunächst ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im Rahmen seiner 

Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) bis heute keinen entsprechenden Beleg 

für die geltend gemachte psychische Beeinträchtigung eingereicht hat. 

Vielmehr hat er anlässlich der BzP angegeben, er sei bei guter Gesundheit 

(vgl. SEM-Akten A8/15-26). Den Protokollen der BzP und der Anhörung 

sind denn auch keinerlei Hinweise für eine psychische Beeinträchtigung 

des Beschwerdeführers zu entnehmen. Er konnte ohne Probleme auf die 

gestellten Fragen antworten und seine Gründe ausführlich schildern. Dar-

über hinaus hat auch die zur Beobachtung einer korrekten Anhörung an-

wesende Hilfswerksvertretung keine entsprechenden Feststellungen ge-

macht. Die Protokolle können dem vorliegenden Entscheid folglich zu 

Grund gelegt werden. Die Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz 

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erweist sich weder als unrichtig noch als unvollständig. Für eine Rückwei-

sung der Sache an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung besteht somit 

keine Veranlassung, weshalb dieser Antrag abzuweisen ist.  

5.3.3 Die vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. In der 

angefochtenen Verfügung wird ausführlich dargelegt, aus welchen Grün-

den die Vorbringen des Beschwerdeführers unsubstantiiert, wenig fundiert, 

detailarm, oberflächlich, widersprüchlich sowie nicht nachvollziehbar und 

damit insgesamt nicht glaubhaft sind. Was in der Rechtsmitteleingabe da-

gegen vorgebracht wird, ist nicht geeignet, die Aussagen in einem anderen 

Licht erscheinen zu lassen. Soweit sich der Beschwerdeführer zur Klärung 

der Unstimmigkeiten in den Aussagen auf seinen psychischen Zustand be-

ruft, ist dieser nicht näher belegt und vermag er daraus nichts zu seinen 

Gunsten abzuleiten. Auch mit dem sinngemässen Wiederholen des akten-

kundigen Sachverhalts und dem Festhalten daran, er habe konzis und 

übereinstimmend ausgesagt, legt er nicht dar, inwiefern die Vorinstanz zu 

Unrecht auf Unglaubhaftigkeit geschlossen hat. Solches ist auch nicht er-

sichtlich. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann auf die zutreffenden Er-

wägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Eine Bun-

desrechtsverletzung ist nicht erkennbar.  

5.4 Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer nichts vorgebracht, das 

geeignet wäre, die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder glaubhaft zu 

machen. Bei dieser Sachlage besteht keine Veranlassung, den Eingang 

allfälliger weiterer Beweismittel abzuwarten. Die Vorinstanz hat die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Asyl-

gesuch abgewiesen.  

6.  

Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine aus-

länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-

teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeord-

net (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

 

7.  

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Seite 7 

Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 

möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.  

8.1 Der Vollzug der Wegweisung ist nach Art. 83 Abs. 3 AuG unzulässig, 

wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen. Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist 

das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Voll-

zuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völ-

kerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkom-

mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-

menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; 

Art. 3 EMRK). 

Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den Akten er-

geben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Ausschaffung in 

den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 

EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt 

wäre. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich sowohl im Sinne der asyl- 

als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen als zulässig. 

8.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.  

Hinsichtlich der Beurteilung der allgemeinen Lage in Kongo (Kinshasa) ist 

auf das Urteil BVGE 2010/57 zu verweisen, welches eine detaillierte Ana-

lyse zur politischen Situation (E. 4.1.1) und zur allgemeinen Menschen-

rechtslage (E. 4.1.2) enthält. Die Lageanalyse trifft grundsätzlich auch 

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Seite 8 

heute noch zu, wobei der bewaffnete Konflikt im Osten des Landes andau-

ert und als Folge davon Übergriffe auf Zivilisten ausgehend sowohl durch 

die Sicherheitskräfte als auch die nicht-staatlichen bewaffneten Gruppen 

bekannt geworden sind. Im Vorfeld der geplanten Neuwahlen in Kinshasa 

kam es zudem zu gewalttätigen Zusammenstössen zwischen Demonstran-

ten und Sicherheitskräften. Trotzdem kann im heutigen Zeitpunkt in Kongo 

(Kinshasa) nach wie vor nicht generell von Krieg, Bürgerkrieg oder von ei-

ner Situation allgemeiner Gewalt gesprochen werden (Referenzurteil des 

BVGer E-731/2016 vom 20. Februar 2017 E. 7.3.3 f.). Was die individuellen 

Voraussetzungen betrifft, so kann nach geltender Praxis des Bundesver-

waltungsgerichts die Rückkehr von Personen grundsätzlich als zumutbar 

bezeichnet werden, wenn der letzte Wohnsitz der betroffenen Person die 

Hauptstadt Kinshasa oder eine andere, über einen Flughafen verfügende 

Stadt im Westen des Landes war, oder wenn die Person in einer dieser 

Städte über ein gefestigtes Beziehungsnetz verfügt (Referenzurteil des 

BVGer, a.a.O., E. 7.3.3).  

Der Beschwerdeführer stammt aus Kinshasa und hat bis zu seiner Aus-

reise dort gelebt. Soweit er in der Beschwerde geltend macht, er sei psy-

chisch beeinträchtigt, hat er dies, wie vorstehend dargetan, nicht näher be-

legt. Als demnach gesunder, junger und unverheirateter Mann ohne Kinder 

gehört er nicht zu jener Gruppe, für welche eine Rückkehr als unzumutbar 

zu erachten ist (oben genanntes Referenzurteil E. 7.3.4 f.). Auch leben 

zahlreiche nahe Verwandte und Bekannte aus seiner Schul- und Arbeits-

zeit ebenfalls in Kinshasa, auf deren Unterstützung er bei einer Rückkehr 

zurückgreifen kann. Sodann hat er die Schule mit (…) abgeschlossen und 

verfügt über Arbeitserfahrung als (…), mithin sollte es ihm möglich sein, 

eine Anstellung zu finden. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der 

Wegweisung als zumutbar. 

8.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

8.4 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

E-5719/2017 

Seite 9 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorstehenden 

Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtslos zu gelten 

haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht 

gegeben, weshalb dem Gesuch nicht stattzugeben ist. Mit dem vorliegen-

den Urteil ist der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses gegenstandslos geworden.  

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5719/2017 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Barbara Balmelli Evelyn Heiniger 

 

 

Versand: