# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8b29e890-f7c3-52fe-bb86-52c481360957
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 17.11.2016 ZK2 2016 36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2016-36_2016-11-17.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 17. November 2016 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 16 36 18. November 2016

Entscheid
II. Zivilkammer

Vorsitz Hubert
RichterInnen Pritzi und Schnyder
Aktuar Nydegger

In der zivilrechtlichen Beschwerde

der X . _ _ _ _ _ , Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Guido 
Lazzarini, Via Retica 26, 7503 Samedan, 

gegen

den Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Inn vom 10. August 2016, mit-
geteilt am 11. August 2016, in Sachen der Y . _ _ _ _ _ , Beschwerdegegnerin, ver-
treten durch Rechtsanwalt lic. iur. Riet A. Ganzoni, Via Maistra 5, 7500 St. Moritz, 
gegen die Beschwerdeführerin,

betreffend vorsorgliche Beweisführung,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Die X._____ ist Eigentümerin des Grundstücks _____ im Grundbuch der 
Gemeinde A._____. Am 3. Dezember 2015 schloss sie mit der Y._____ eine Zu-
satzvereinbarung zum bereits bestehenden Werkvertrag vom 12. Juni 2014 be-
züglich Aus- und Umbauarbeiten am vorgenannten Grundstück. Die Parteien ver-
einbarten dabei unter anderem die Vergütung der Y._____. Gemäss Vereinbarung 
ist für den Zeitraum von Dezember 2015 bis Oktober 2016 ein Betrag von Fr. 
1'829'160.00 geschuldet, der in 11 monatlichen Raten von Fr. 166'287.27, erst-
mals am 15. Dezember 2015 und danach jeweils am 27. jeden Monats bis zum 
27. Oktober 2016, zu bezahlen ist. Mit Schreiben vom 19. Mai 2016 kündigte die 
X._____ das Werkvertragsverhältnis auf den 25. Mai 2016.

B. Am 31. Mai 2016 stellte die Y._____ beim Bezirksgericht Inn ein Gesuch 
um vorsorgliche Massnahmen und Beweisführung und beantragte, was folgt:

"1. Es sei der Gesuchsgegnerin unter Androhung der Bestrafung wegen 
Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 StGB su-
perprovisorisch ohne deren Anhörung zu untersagen, auf dem Grunds-
tück _____, Parzelle _____, Plan Nr. _____, im Grundbuch der Ge-
meinde A._____ bis zum Abschluss der vorsorglichen Beweisführung 
gemäss Rechtsbegehren 2 irgendwelche Veränderungen, insbesonde-
re bauliche Massnahmen jeglicher Art, vorzunehmen;

2. Es sei superprovisorisch und ohne Anhörung der Gesuchsgegnerin, 
eventualiter provisorisch, amtlich festzustellen, welche werkvertragli-
chen Leistungen die Gesuchstellerin auf dem Grundstück _____, Par-
zelle _____, Plan Nr. _____, im Grundbuch der Gemeinde A._____ bis 
zum 30. Mai 2016 erbracht hat und es seien diese Leistungen zu be-
werten;

3. Es sei der Gesuchsgegnerin unter Androhung der Bestrafung wegen 
Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen gemäss Art. 292 StGB su-
perprovisorisch ohne deren Anhörung zu untersagen, die Versorgung 
mit Energie, Wasser, Abwasser etc. zu unterbrechen, die Zufahrten 
oder Zugänge abzuriegeln oder die Nutzbarkeit der [recte: des] Grund-
stücks _____, Plan Nr. _____, im Grundbuch der Gemeinde A._____ 
für die Gesuchstellerin auf andere Weise einzuschränken;

4. Alls unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich gesetzlichem 
Mehrwertsteuerzuschlag, zu Lasten der Gesuchsgegnerin."

C. Mit Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Inn vom 1. Juni 2016, 
mitgeteilt am 2. Juni 2016, wurde das Gesuch teilweise gutgeheissen und, was 
folgt, verfügt:

"1. Ziff. 2 des Gesuchs wird teilweise gutgeheissen und Herr B._____, di-
pl. Ing. FH, eidg. pat. Ingenieur-Geometer, c/o C._____, wird super-
provisorisch mit der Feststellung des Baufortschritts bzw. der werkver-

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traglichen Leistungen der Gesuchstellerin bis zum 30. Mai 2016 auf 
Grundstück _____, Grundbuch A._____, beauftragt. Dem beauftragten 
Experten wird eine Kopie des Gesuches inkl. Beilagen zugestellt. Die 
Parteien sind rechtzeitig über den Zeitpunkt der Beweisabnahme in 
Kenntnis zu setzen und sie haben das Recht, bei der Beweiserhebung 
anwesend zu sein. Die Aufnahme der Beweise hat unverzüglich, d.h. 
bis spätestens 7. Juni 2016 zu erfolgen, die Dokumentation ist dem 
Bezirksgericht Inn bis zum 18. Juni 2016 in 3-facher Gesamtausferti-
gung abzuliefern.

2. Ziff. 3 des Gesuchs wird gutgeheissen und der Gesuchsgegnerin wird 
- bis zum definitiven Entscheid in der Angelegenheit - unter Androhung 
der Bestrafung wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen 
gemäss Art. 292 StGB superprovisorisch untersagt, die Versorgung 
mit Energie, Wasser, Abwasser etc. zu unterbrechen, die Zufahrten 
oder Zugänge abzuriegeln oder die Nutzbarkeit des Grundstücks 
_____, Parzelle _____, Plan Nr. _____, im Grundbuch der Gemeinde 
A._____ für die Gesuchstellerin auf andere Weise einzuschränken.

3. Im Übrigen wird das Gesuch abgewiesen.

4. Die gesuchsgegnerische Partei erhält eine Kopie des Gesuchs inkl. 
Beilagen (KB 1-9) mit der Möglichkeit zur Einreichung einer Stellung-
nahme innert 10 Tagen seit Mitteilung.

5. Auf die Durchführung einer Verhandlung wird verzichtet (vgl. Art. 256 
Abs. 1 ZPO). Es erfolgt ein Entscheid auf Grund der Akten, der den 
Parteien schriftlich zugestellt wird.

6. Die gesuchstellende Partei wird zur Leistung eines Kostenvorschusses 
von CHF 10'000.00 bis 6. Juni 2016 aufgefordert.

7. Die Kosten dieses Entscheides von CHF 900.00 bleiben bei der Pro-
zedur.

8. Gegen den Entscheid betreffend Anordnung der superprovisorischen 
Massnahme ist kein Rechtsmittel gegeben.

9. Entscheide über die Leistung von Vorschüssen sind mit zivilrechtlicher 
Beschwerde anfechtbar (Art. 103 i.V.m. Art. 319 ff. ZPO). Diese ist 
beim Kantonsgericht von Graubünden, Poststrasse 14, 7000 Chur, in-
nert 10 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich und begründet 
einzureichen. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen (Art. 321 
Abs. 2 und 3 ZPO i.V.m. Art. 7 EGzZPO).

10. [Mitteilung]".

D. Mit Stellungnahme vom 9. Juni 2016 beantragte die X._____, was folgt:

"1. Das gesuchstellerische Rechtsbegehren Ziff. 1, wonach der Gesuchs-
gegnerin untersagt wurde, auf Grundstück _____ irgendwelche Verän-
derungen - insbesondere bauliche Massnahmen jeglicher Art - vorzu-
nehmen (sogenanntes Veränderungsverbot), sei abzuweisen.

2. Es sei das gesuchstellerische Rechtsbegehren Ziff. 2, wonach die 
werkvertraglichen Leistungen der Gesuchstellerin, die diese bis zum 
30.05.2016 erbracht hat, amtlich festzustellen sind (sinngemäss gut-
achterliche Feststellung des Baufortschritts), gutzuheissen.

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3. Es sei das gesuchstellerische Rechtsbegehren betreffend Bewertung 
des Baufortschritts (Ziff. 2 am Schluss) abzuweisen.

4. Es sei das gesuchstellerische Rechtsbegehren Ziff. 3 betreffend Ver-
sorgungsunterbrechung und Verrieglung der Liegenschaft abzuweisen.

5. Unter amtlicher und ausseramtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge 
zu Lasten der Gesuchstellerin."

E. Mit Entscheid vom 10. August 2016, mitgeteilt am 11. August 2016, ent-
schied der Einzelrichter am Bezirksgericht Inn, was folgt:

"1. Ziff. 2 des Gesuchs der Y._____ wird gutgeheissen und Herr B._____, 
dipl. Ing. FH, eidg. pat. Ingenieur-Geometer, c/o C._____, wird mit der 
Bewertung der bisherigen werkvertraglichen Leistungen der Gesuch-
stellerin bis zum 17. Oktober 2016 auf Grundstück _____, Grundbuch 
A._____, beauftragt.

2. Die gesuchstellende Partei wird aufgefordert, innert 10 Tagen einen 
Kostenvorschuss in Höhe von [CHF] 20'000.00 auf das Konto des Be-
zirksgerichts Inn zu überweisen.

3. Das Verbot der Versorgungsunterbrechung und Verriegelung wird bis 
zum definitiven Entscheid betreffend Ausweisung der Y._____ (Proz. 
Nr. 135-2016-141) aufrecht [zu] erhalten.

4. Die Gerichts- und Beweiskosten bleiben bei der Prozedur.

5. Gegen diesen Entscheid kann zivilrechtliche Berufung geführt werden 
(Art. 308 ff. ZPO). Diese ist beim Kantonsgericht von Graubünden, 
Poststrasse 14, 7000 Chur, innert 10 Tagen seit Zustellung des Ent-
scheids schriftlich und begründet einzureichen. Der angefochtene Ent-
scheid ist beizulegen (Art. 311 und Art. 314 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 7 
EGzZPO).

6. [Mitteilung]."

F. Dagegen erhob die X._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Einga-
be vom 22. August 2016 ein als "Berufung" bezeichnetes Rechtsmittel an das 
Kantonsgericht von Graubünden und beantragte, was folgt:

"1. Der Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Inn vom 
10.08.2016 in Sachen der obgenannten Prozessparteien betreffend 
vorsorgliche Beweisführung nach Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO sei aufzu-
heben.

2. Der vorliegenden Berufung sei in Anlehnung an Art. 315 Abs. 4 lit. b 
ZPO aufschiebende Wirkung zu gewähren.

3. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge zu Lasten der Berufungsbeklagten."

G. Mit Verfügung des Vorsitzenden der II. Zivilkammer vom 25. August 2016 
wurde der "Berufung" einstweilen aufschiebende Wirkung erteilt.

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H. In ihrer "Berufungsantwort" vom 5. September 2016 stellte die Y._____ 
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die folgenden Rechtsbegehren:

"1. Die Berufung sei abzuweisen;

2. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. gesetzlicher MwSt.) zu 
Lasten der Berufungsklägerin"

Zudem stellte sie folgende Verfahrensanträge:

"1. Es sei die einstweilen verfügte aufschiebende Wirkung zu widerrufen;

2. eventualiter sei die Berufungsklägerin zur Leistung einer Sicherheit in 
der Höhe von CHF 684.189.99 zuzüglich Zins seit dem 25. Mai 2016 
zu verpflichten."

I. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie 
auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, im Fol-
genden eingegangen.

II. Erwägungen

1. Zunächst stellt sich die Frage nach dem für die Anfechtung des vorinstanz-
lichen Entscheides zulässigen Rechtsmittel.

a) Auf die vorsorgliche Beweisführung finden grundsätzlich die Bestimmungen 
über die vorsorglichen Massnahmen Anwendung (Art. 158 Abs. 2 ZPO). Die Ab-
weisung eines Gesuchs um vorsorgliche Beweisführung unterliegt damit der Beru-
fung (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO), wenn der Entscheid in einem eigenständigen Ver-
fahren ergeht. Denn damit wird das Gesuchsverfahren zum Abschluss gebracht 
(vgl. auch BGE 138 III 76 E. 1.2; Walter Fellmann, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/
Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 
3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, N 43 zu Art. 158 ZPO). In einer vermögensrecht-
lichen Angelegenheit muss der Streitwert Fr. 10'000.00 betragen (Art. 308 Abs. 2 
ZPO). Ist dies nicht der Fall, steht lediglich die Beschwerde offen (Art. 319 lit. a 
ZPO). Die Gutheissung des Gesuchs um vorsorgliche Beweisführung schliesst 
das Verfahren vor erster Instanz demgegenüber nicht ab; es ist erst nach Abnah-
me der Beweise abgeschlossen. Insofern fragt sich, wie der Entscheid betreffend 
die Gutheissung des Gesuchs um vorsorgliche Beweisführung zu qualifizieren ist 
bzw. welches Rechtsmittel in diesem Fall zulässig sein soll. Das Bundesgericht 
hat die Frage bislang offen gelassen (vgl. BGE 138 III 46). Die eine Auffassung 
geht davon aus, dass auch dieser Entscheid grundsätzlich der Berufung unterliegt 
bzw. - bei nicht gegebenem Streitwert - gestützt auf Art. 319 lit. a ZPO Beschwer-

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de zu erheben ist (vgl. Oliver M. Kunz/Urs H. Hoffmann-Nowotny/Demian Stauber, 
ZPO-Rechtsmittel, Berufung und Beschwerde, Kommentar zu den Art. 308-327a 
ZPO, Basel 2013, N 29 zu Art. 308 ZPO; Benedikt Seiler, Die Berufung nach ZPO, 
Zürich 2013, § 7 Rz. 365a [Fn. 1149]; wohl auch Entscheid des Obergerichts 
Zürich LF110134 vom 12. Januar 2012, E. 4). Die andere Auffassung qualifiziert 
den Entscheid, den beantragten Beweis abzunehmen, als prozessleitende Verfü-
gung (Fellmann, a.a.O., N 44a zu Art. 158 ZPO; Mark Schweizer, Vorsorgliche 
Beweisabnahme nach schweizerischer Zivilprozessordnung und Patentgesetz, in: 
zzz 2010, S. 3 ff., S. 30 f.; Flora Stanischewski, Die vorsorgliche Beweisführung 
nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zürich 2015, S. 53 f.; Entscheid 
des Kantonsgerichts Basel-Landschaft vom 24. Februar 2014, 400 13 285, E. 2 
m.w.H. auf die kantonale Praxis [abgedruckt in CAN 2015 Nr. 34]; offen gelassen 
bei Jürgen Brönnimann, in: Berner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessord-
nung, Band II, Bern 2012, N 32 zu Art. 158 ZPO). Eine solche ist - unabhängig 
vom Streitwert - lediglich mit Beschwerde anfechtbar, und auch nur dann, wenn 
durch sie ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht (Art. 319 lit. b Ziff. 
2 ZPO). Diese Voraussetzung ist beispielsweise erfüllt, wenn die Beweisabnahme 
Geschäftsgeheimnisse des Gesuchsgegners gefährdet (vgl. zum Ganzen Fell-
mann, a.a.O., N 44a zu Art. 158 ZPO; Schweizer, a.a.O., S. 30 f.). Dagegen wird 
eingewendet, die Differenzierung des Rechtsmittels je nach Ausgang des Ge-
suchsverfahrens komme in Art. 158 Abs. 2 ZPO, welcher auf die Bestimmungen 
über die vorsorglichen Massnahmen verweise, nicht zum Ausdruck (so Seiler, 
a.a.O., § 7 Rz. 367 [Fn. 1149]). Dem ist jedoch entgegen zu halten, dass gewisse 
Bestimmungen über die vorsorglichen Massnahmen (so etwa Art. 263 ZPO) auf 
die vorsorgliche Beweisführung nicht passen und daher ohnehin nur von einer 
analogen bzw. selektiven Anwendung die Rede sein kann (vgl. Fellmann, a.a.O., 
N 23 zu Art. 158 ZPO; Peter Guyan, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler 
Kommentar Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, N 7 zu Art. 
158 ZPO). Es erscheint sachgemäss, ein Rechtsmittel gegen ein gutgeheissenes 
Gesuch um vorsorgliche Beweisführung lediglich unter der Voraussetzung zuzu-
lassen, dass dem Gesuchsgegner durch die Beweisabnahme ein nicht leicht wie-
dergutzumachender Nachteil droht. Andernfalls ist kein legitimes Interesse ersicht-
lich, um die vom Gesuchsteller verlangte vorsorgliche Beweisführung zu verhin-
dern, zumal der Gesuchsteller die Gerichtskosten zu tragen hat, unabhängig da-
von, ob der Gesuchsgegner die Abweisung des Gesuchs beantragt und damit das 
Vorliegen der Voraussetzungen für eine vorsorgliche Beweisführung bestritten hat 
(BGE 140 III 30 E. 3.3 f.). Denn die vorsorgliche Beweisführung dient stets dem 
Interesse derjenigen Partei, die darum ersucht (BGE 140 III 30 E. 3.5). Sodann ist 

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zu berücksichtigen, dass sich das Verfahren um vorsorgliche Beweisführung dar-
auf beschränkt, den beantragten Beweis lege artis abzunehmen, sodass der ge-
suchstellenden Partei nach der Beweisabnahme ein gerichtlich erhobenes Be-
weismittel zur Verfügung steht (BGE 140 III 12 E. 3.3.3). Eine Beweiswürdigung 
hat jedoch nicht zu ergehen (Guyan, a.a.O., N 1 zu Art. 158 ZPO). Auch schliesst 
die vorsorgliche Beweisführung vor Einleitung des Prozesses eine Beweisabnah-
me zum gleichen Thema im Hauptprozess nicht aus. Selbst die Wiederholung der 
Beweisführung im Hauptprozess ist zulässig (vgl. PKG 2012 Nr. 8 E. 3c/aa; Fell-
mann, a.a.O., N 46 zu Art. 158 ZPO m.w.H.). Der Gesuchsgegner geht im Verfah-
ren der vorsorglichen Beweisführung somit keiner (materiellen) Rechte verlustig. 
Auch vor diesem Hintergrund lässt sich eine bloss eingeschränkte Anfechtungs-
möglichkeit bei einem gutgeheissenen Gesuch um vorsorgliche Beweisführung 
rechtfertigen. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass es sich bei der vorsorgli-
chen Beweisführung in der Sache um eine zeitliche Vorverlegung der Beweisab-
nahme handelt (Fellmann, a.a.O., N 6 zu Art. 158 ZPO m.w.H.). Funktional be-
trachtet weisen die Beweisverfügung, mit der die Beweisabnahme im Prozess an-
geordnet wird, und der ein Gesuch um vorsorgliche Beweisführung gutheissende 
Entscheid eine evidente Verwandtschaft auf. Zwecks Vermeidung einer unnötigen 
Verfahrensverzögerung ist die Anfechtung der Beweisverfügung grundsätzlich erst 
im Rahmen des Hauptrechtsmittels zusammen mit dem Endentscheid zulässig. 
Ausnahmsweise kann die Beweisverfügung als prozessleitende Verfügung jedoch 
selbständig mit Beschwerde angefochten werden, wenn ein nicht leicht wiedergut-
zumachender Nachteil droht (vgl. Franz Hasenböhler, in: Sutter-Somm/Hasen-
böhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 
[ZPO], 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, N 34 zu Art. 154 ZPO m.w.H.). Aufgrund 
der beschriebenen Verwandtschaft zur Beweisverfügung macht es Sinn, auch ge-
gen den ein Gesuch um vorsorgliche Beweisführung gutheissenden Entscheid nur 
dann ein Rechtsmittel als zulässig zu erachten, wenn durch die Beweisabnahme 
ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht. Demgegenüber liegen die 
Dinge bei einer Abweisung des entsprechenden Gesuchs anders: Würde man hier 
eine Anfechtung durch den Gesuchsteller ebenso nur dann zulassen, wenn ihm 
durch die verweigerte Beweisabnahme ein nicht leicht wiedergutzumachender 
Nachteil drohte, so würde letztlich die gesetzliche Vorgabe unterlaufen, wonach 
bei Vorliegen eines schützenswerten Interesses die vorsorgliche Beweisführung 
beantragt werden kann. Die Ansicht, wonach die Gutheissung und die Abweisung 
des Gesuchs um vorsorgliche Beweisführung unterschiedlichen Rechtsmitteln zu 
unterstellen sind, erscheint deshalb überzeugend. Demzufolge ist der Entscheid, 
mit welchem ein Gesuch um vorsorgliche Beweisführung gutgeheissen wurde, mit 

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Beschwerde anfechtbar, sofern ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil 
droht (Art. 319 lit. b ZPO).

b/aa) Vorliegend hiess der Vorderrichter das Gesuch um vorsorgliche Beweis-
führung gut. Dagegen ist nach dem Ausgeführten lediglich die Beschwerde vorge-
sehen. Die als Berufung bezeichnete Eingabe vom 22. August 2016 (KG act. A.1) 
ist deshalb praxisgemäss als Beschwerde entgegenzunehmen (zur Konversion 
von Rechtsmitteln eingehend Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 12 
12 vom 2. Juli 2012, E. 1b m.w.H.; ferner PKG 2014 Nr. 5 E. 1b). In Bezug auf die 
Rechtsmittelfrist ergeben sich dadurch keine Auswirkungen - jene beträgt vorlie-
gend so oder anders 10 Tage (vgl. Art. 314 Abs. 1 ZPO und Art. 321 Abs. 2 ZPO). 
Die Beschwerde erweist sich demzufolge als rechtzeitig.

bb) Die Beschwerde ist vorliegend nur unter der Voraussetzung zulässig, dass 
durch die angeordnete Beweisabnahme ein nicht leicht wiedergutzumachender 
Nachteil droht (Art. 319 lit. b ZPO). Der nicht leicht wiedergutzumachende Nachteil 
muss vom Beschwerdeführer substantiiert behauptet und nachgewiesen werden. 
Es sind Ausführungen zur Frage notwendig, inwiefern und weshalb sich dieser 
Nachteil später nicht mehr leicht wiedergutmachen lassen soll (vgl. Kurt Blicken-
storfer, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessord-
nung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, N 40 zu Art. 319 ZPO). Derlei 
Ausführungen sind in dem von der Beschwerdeführerin erhobenen Rechtsmittel 
nicht enthalten. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Rechtsmittelbeleh-
rung im angefochtenen Entscheid auf die Möglichkeit der Berufung hinwies und 
sich nach dem Ausgeführten somit als unzutreffend erweist. Nach der Praxis des 
Bundesgerichts darf derjenigen Partei, die sich auf eine unrichtige Rechtsmittelbe-
lehrung verlassen hat, grundsätzlich kein Nachteil erwachsen, es sei denn, sie 
habe die Unrichtigkeit tatsächlich gekannt oder die fehlende Kenntnis sei ihr oder 
ihrem Vertreter als grobe Nachlässigkeit anzulasten (vgl. die Hinweise bei Daniel 
Staehelin, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, N 
27 zu Art. 238 ZPO). Nur eine grobe prozessuale Unsorgfalt der betroffenen Partei 
oder ihres Anwalts vermag eine unrichtige Rechtsmittelbelehrung aufzuwiegen. 
Der Vertrauensschutz versagt zudem nur dann, wenn der Mangel in der Rechts-
mittelbelehrung für den Rechtsuchenden bzw. seinen Rechtsvertreter allein schon 
durch Konsultierung der massgebenden Verfahrensbestimmung ersichtlich gewe-
sen wäre (BGE 135 III 374 E. 1.2.2.1). Von einer groben Unsorgfalt der Be-
schwerdeführerin bzw. ihres Vertreters kann vorliegend nicht die Rede sein. Die 
Möglichkeit lediglich der Beschwerde gegen ein gutgeheissenes Gesuch um vor-

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sorgliche Beweisführung ergibt sich nicht explizit aus dem Gesetz. Sodann ist die 
Frage bislang höchstrichterlich nicht entschieden. In der Literatur bestehen dazu 
unterschiedliche Auffassungen und auch die kantonale Praxis ist nicht einheitlich. 
Die Beschwerdeführerin durfte vor diesem Hintergrund somit auf die im angefoch-
tenen Entscheid enthaltene Rechtsmittelbelehrung vertrauen. Demzufolge dürfen 
ihr aus der falschen Rechtsmittelbelehrung keine Nachteile im vorliegenden Ver-
fahren erwachsen. Der Umstand, dass sie sich nicht zum nicht leicht wiedergut-
zumachenden Nachteil äusserte, der ihr bei der angeordneten Beweisabnahme 
drohen sollte, ist deshalb nicht zu ihren Ungunsten zu veranschlagen. Ob ihr bei 
dieser Ausgangslage hätte Gelegenheit gegeben werden müssen, sich nachträg-
lich zur Frage des zulässigen Rechtsmittels bzw. zum Erfordernis des nicht leicht 
wiedergutzumachenden Nachteils zu äussern, kann indessen dahingestellt blei-
ben. Da die Beschwerde - wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt - 
ohnehin abzuweisen ist, entsteht der Beschwerdeführerin nämlich kein Nachteil 
daraus, dass mangels Ausführungen zum nicht leicht wiedergutzumachenden 
Nachteil auf die Beschwerde nicht einzutreten wäre. Mit anderen Worten ist nicht 
ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführerin schlechter gestellt sein sollte, wenn 
statt auf Nichteintreten auf die Abweisung der Beschwerde (oder umgekehrt) er-
kannt wird. Namentlich die Kostenfolge ist dieselbe (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO).

2. a) Nach Art. 320 ZPO kann mit der Beschwerde die unrichtige Rechtsanwen-
dung (lit. a) und die offensichtlich unrichtige und damit willkürliche Feststellung des 
Sachverhalts (lit. b) gerügt werden. In Rechtsfragen verfügt die Rechtsmittel-
instanz im Beschwerdeverfahren daher über eine freie Kognition, die derjenigen 
der Vorinstanz entspricht, wohingegen die Kognition der Rechtsmittelinstanz in 
Tatfragen im Beschwerdeverfahren auf eine Überprüfung, ob Willkür vorliege, be-
schränkt bleibt (vgl. Myriam A. Gehri, in: Gehri/Jent-Sørensen/Kramer [Hrsg.], 
Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2015, N 2 zu 
Art. 320 ZPO; Dieter Freiburghaus/Susanne Afheldt, in: Sutter-Somm/Hasen-
böhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 
[ZPO], 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, N 3 ff. zu Art. 320 ZPO). Im Beschwerde-
verfahren gilt ferner die Rügepflicht. Die beschwerdeführende Partei hat mit ande-
ren Worten in der Beschwerdeschrift im Einzelnen darzulegen, an welchen Män-
geln der angefochtene Entscheid leide und auf welche Beschwerdegründe sie sich 
beruft (Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., N 15 zu Art. 321 ZPO). Fehlt eine Begrün-
dung, ist auf den entsprechenden Punkt nicht einzutreten.

b) Gemäss Art. 326 Abs. 1 ZPO sind im Beschwerdeverfahren neue Anträge, 
neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel - anders als bei der Beru-

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fung (vgl. Art. 317 ZPO) - ausgeschlossen. Es gilt mithin im Beschwerdeverfahren 
unter dem Vorbehalt besonderer gesetzlicher Bestimmungen (Art. 326 Abs. 2 
ZPO) ein umfassendes Novenverbot. Die Beschwerde hat im Gegensatz zur Beru-
fung nicht den Zweck, das vorinstanzliche Verfahren weiterzuführen, sondern 
dient einer Rechtskontrolle des angefochtenen Entscheids. Massgebend ist somit 
der Prozessstoff, wie er im Zeitpunkt der Ausfällung des erstinstanzlichen Ent-
scheids bestanden hat (Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., N 3 f. zu Art. 326 ZPO). Das 
Novenverbot gilt nicht nur bei Verfahren, welche der Verhandlungsmaxime unter-
liegen, sondern auch bei jenen, welche vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht 
sind. Zulässig sind hingegen neue rechtliche Erwägungen (vgl. Freiburghaus/Af-
heldt, a.a.O., N 3 zu Art. 326 ZPO; Dominik Gasser/Brigitte Rickli, Schweizerische 
Zivilprozessordnung, Kurzkommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2014, N 1 zu Art. 
326 ZPO).

3. Gemäss Art. 158 Abs. 1 ZPO nimmt das Gericht jederzeit Beweis ab, wenn 
das Gesetz einen entsprechenden Anspruch gewährt (lit. a) oder wenn die ge-
suchstellende Partei eine Gefährdung der Beweismittel oder ein schutzwürdiges 
Interesse glaubhaft macht (lit. b).

a) Ein Beweismittel ist gefährdet, wenn es später, wenn es greifbar sein sollte, 
voraussichtlich nicht mehr oder nicht mehr im gleichen Zustand abgenommen 
werden kann. Das Tatbestandsmerkmal ist erfüllt im Falle eines drohenden Ver-
lustes eines Beweismittels. Dem drohenden Verlust gleichzusetzen ist eine dro-
hende wesentliche Veränderung des Beweismittels, die sich durch entscheidende 
Reduktion der möglichen Beweiskraft charakterisiert. Eine Gefährdung liegt auch 
vor bei drohender Unmöglichkeit einer zeitgerechten Beweisabnahme. Eine blosse 
Möglichkeit des Risikoeintritts genügt nicht; zu fordern ist eine Wahrscheinlichkeit 
(vgl. zum Ganzen Guyan, a.a.O., N 3 zu Art. 158 ZPO; ferner auch Fellmann, 
a.a.O., N 12 f. zu Art. 158 ZPO). Vor Einleitung eines Prozesses hat der Gesuch-
steller nur den drohenden Verlust des Beweismittels glaubhaft zu machen. Die 
Beweiserheblichkeit der nachzuweisenden Tatsache und die Tauglichkeit des Be-
weismittels hat der Richter nicht zu prüfen. Die Beweiserheblichkeit und Tauglich-
keit spielen vor Einleitung eines Prozesses nur eine Rolle, wenn die Beweisab-
nahme zur Verfolgung des rechtlichen Interesses des Antragstellers offensichtlich 
untauglich ist. In diesem Fall kann das Gericht das Gesuch abweisen (vgl. Fell-
mann, a.a.O., N 15 zu Art. 158 ZPO m.w.H.).

b) Nebst dem Fall der - bereits zahlreichen kantonalen Prozessgesetzen be-
kannten - vorsorglichen Beweisführung zum Zwecke der Beweissicherung lässt 

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die Schweizerische ZPO auch dann eine vorsorgliche Beweisführung zu, wenn ein 
entsprechendes schutzwürdiges Interesse geltend gemacht wird. Nach der Bot-
schaft zur ZPO kann das schutzwürdige Interesse im Sinne von Art. 158 Abs. 1 lit. 
b ZPO auch in der Abklärung der Beweis- und Prozessaussichten liegen. Mit die-
ser Möglichkeit soll dazu beigetragen werden, aussichtslose Prozesse zu vermei-
den (Botschaft vom 28. Juni 2006 S. 7315). Zu beachten ist, dass der Gesetzge-
ber mit dieser Zielsetzung im Vergleich zu den meisten ehemaligen Prozessgeset-
zen - so auch der alten bündnerischen Zivilprozessordnung (vgl. Art. 209 ZPO-
GR) - die Zulässigkeit einer vorprozessualen Beweisabnahme bewusst ausweiten 
wollte. An das Bestehen eines schutzwürdigen Interesses sind keine hohen Anfor-
derungen zu stellen; allerdings gilt es zu vermeiden, dass die vorsorgliche Beweis-
führung zur Beweisausforschung missbraucht wird (vgl. PKG 2012 Nr. 8 E. 3c/bb). 
Das schutzwürdige Interesse an einer vorsorglichen Beweisführung ist nur dann 
zu verneinen, wenn (a) es von vornherein offensichtlich ausgeschlossen ist, dass 
die zu beweisende Tatsache im Rahmen einer hängigen oder künftigen Leistungs- 
oder Gestaltungsklage zur Begründung eines Anspruchs verwendet werden kann, 
(b) die zu beweisende Tatsache offensichtlich unerheblich oder das Beweismittel 
offenkundig untauglich ist, oder (c) das Beweismittel ohne weiteres auf anderem 
Weg beschafft werden kann (vgl. PKG 2012 Nr. 8 E. 3c/cc).

c) Eine vorsorgliche Beweisführung kann nur mit Blick auf einen konkreten 
materiellrechtlichen Anspruch verlangt werden, hängt doch das Interesse an einer 
Beweisabnahme vom Interesse an der Durchsetzung eines damit zu beweisenden 
Anspruchs ab. Der Gesuchsteller muss daher glaubhaft machen, dass ein Sach-
verhalt vorliegt, gestützt auf den ihm das materielle Recht einen Anspruch gegen 
den Gesuchsgegner gewährt, und zu dessen Beweis das abzunehmende Be-
weismittel dienen kann. Lediglich für Tatsachen, die mit dem vorsorglich abzu-
nehmenden Beweismittel bewiesen werden sollen, kann keine eigentliche Glaub-
haftmachung verlangt werden. Stellt das abzunehmende Beweismittel das einzige 
dar, mit dem der Gesuchsteller seinen Anspruch beweisen kann, muss es genü-
gen, dass er das Vorliegen der anspruchsbegründenden Tatsachen lediglich sub-
stantiiert behauptet (vgl. zum Ganzen BGE 138 III 76 E. 2.4.2; Brönnimann, 
a.a.O., N 13 zu Art. 158 ZPO).

4. a) In der Sache hat der Vorderrichter erwogen, die Gesuchstellerin habe ein 
schutzwürdiges Interesse im Sinne von Art. 158 Abs. 1 lit. b ZPO dargelegt, da 
eine entsprechende gutachterliche Bewertung der Bauleistungen eine solide 
Grundlage für Vergleichsgespräche darstellen würde und damit die Erledigung 
durch Vergleich fördern könnte (vgl. angefochtener Entscheid, E. 3). Die Be-

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schwerdeführerin bringt dagegen vor, die Beschwerdegegnerin habe in ihrer 
Rechtsschrift (gemeint wohl: Gesuch um vorsorgliche Beweisführung) überhaupt 
keine Ausführungen zur Problematik der Beweis- und Prozessaussichten und zur 
Klageabwehr im Sinne des schutzwürdigen Interesses nach Art. 158 Abs. 1 lit. b 
ZPO gemacht. Wenn nun der Vorderrichter im angefochtenen Entscheid die Be-
wertung der werkvertraglichen Leistungen einzig mit dem Argument der Grundlage 
für Vergleichsgespräche begründe, so verstosse er gegen Art. 55 ZPO, denn der 
Richter dürfe für sein Urteil nur jene Tatsachen beiziehen, die ihm im Verlauf des 
Gerichtsverfahrens von den Prozessparteien vorgelegt worden seien (KG act. A.1 
[S. 12]).

b) In ihrem Gesuch um vorsorgliche Beweisführung beantragte die Beschwer-
degegnerin, es sei (allenfalls superprovisorisch) amtlich festzustellen, welche 
werkvertraglichen Leistungen sie auf dem Grundstück _____, Parzelle _____, 
Plan Nr. _____, Grundbuch der Gemeinde A._____, bis zum 30. Mai 2016 er-
bracht habe und es seien diese Leistungen zu bewerten. Zur Begründung ihres 
Gesuchs führte sie aus, sie und die Beschwerdeführerin hätten am 12. Juni 2014 
einen Werkvertrag betreffend Aus- und Umbauarbeiten am sich im Eigentum der 
Beschwerdeführerin befindenden Hotel (Grundstück _____, Parzelle _____, Plan 
Nr. _____, Grundbuch der Gemeinde A._____) abgeschlossen. In Ergänzung zu 
diesem Vertrag sei am 3. Dezember 2015 eine Zusatzvereinbarung betreffend die 
Vergütung der Beschwerdegegnerin getroffen worden. Mit Schreiben vom 19. Mai 
2016 habe die Beschwerdeführerin das Werksvertragsverhältnis auf den 25. Mai 
2016 gekündigt. Die Gültigkeit der Kündigung werde bestritten. Unabhängig davon 
seien ihr die erbrachten Leistungen zu vergüten. Diese Leistungen könnten aber 
nur im jetzigen Zeitpunkt gutachterlich festgestellt werden. Denn es sei zu erwar-
ten, dass die Beschwerdeführerin den Bau so schnell wie möglich vorantreiben 
möchte, um das Hotel bald eröffnen zu können. Ihr (der Beschwerdegegnerin) 
stehe aber ein noch zu beziffernder Anspruch auf Entschädigung für die erbrach-
ten Werkleistungen sowie den entgangenen Gewinn, mindestens aber für die zwei 
fälligen Raten vom April und Mai 2016 in der Höhe von total Fr. 332'574.54, zu. 
Die von ihr erbrachten werkvertraglichen Leistungen könnten nur vor der Weiter-
führung der Bauarbeiten festgestellt und bewertet werden, womit die Gefährdung 
des Beweismittels nachgewiesen sei. Der Entschädigungsanspruch der Be-
schwerdeführerin sei damit erwiesen, zumindest aber wahrscheinlich und damit 
glaubhaft.

c/aa) Entgegen der Begründung im angefochtenen Entscheid stützte die Be-
schwerdegegnerin ihr Gesuch um vorsorgliche Beweisführung nicht auf ein 

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schutzwürdiges Interesse, sondern auf eine Beweisgefährdung. Der Beschwerde-
führerin ist darin Recht zu geben, dass sich die Beschwerdegegnerin im Gesuch 
um vorsorgliche Beweisführung zur Thematik der Abklärung der Beweis- und Pro-
zessaussichten nicht äussert. Dies war bzw. ist aber auch nicht nötig in Anbetracht 
dessen, dass sie ihr Gesuch auf eine Beweisgefährdung stützte. Zu prüfen ist so-
mit, ob die Voraussetzungen der Beweisgefährdung glaubhaft gemacht wurden. 
Wie zuvor festgehalten, führte die Beschwerdegegnerin in ihrem Gesuch um vor-
sorgliche Beweisführung aus, die von ihr erbrachten werkvertraglichen Leistungen 
könnten nur vor der Weiterführung der Bauarbeiten festgestellt und bewertet wer-
den, womit die Gefährdung des Beweismittels nachgewiesen sei. In ihrer Stel-
lungnahme vom 9. Juni 2016 (BG act. I.3 [S. 5]) bestritt die Beschwerdeführerin 
nicht, bezüglich der Bewertung der von der Beschwerdegegnerin erbrachten Leis-
tungen liege eine Beweisgefährdung vor. Sie legte lediglich dar, dass es hierzu 
fundierter Abklärungen sowie Beweisunterlagen der Prozessparteien in einem 
kontradiktorischen Gerichtsverfahren benötige, wozu das Verfahren um Sicherstel-
lung eines gefährdeten Beweises weder geeignet noch bestimmt sei. An dieser 
Auffassung hält die Beschwerdeführerin auch im Beschwerdeverfahren fest (vgl. 
KG act. A.1 [S. 11 f.]). Mit anderen Worten bestritt bzw. bestreitet die Beschwerde-
führerin (lediglich) die Tauglichkeit bzw. Zulässigkeit des Beweismittels in Form 
des beantragten Gutachtens. Darüber ist jedoch im Verfahren um vorsorgliche 
Beweisführung grundsätzlich nicht zu befinden (vgl. Erwägung 3a). Anderes würde 
nur gelten, wenn das beantragte Beweismittel offensichtlich untauglich oder un-
zulässig wäre, wovon vorliegend nicht die Rede sein kann. Daran ändert nichts, 
wenn die Beschwerdeführerin vorbringt, nach der Kündigung seien die Arbeiten 
von der Beschwerdegegnerin weitergeführt worden, weshalb das beantragte Gut-
achten nicht aussagekräftig sei (vgl. KG act. A.1 [S. 9]). Die Beschwerdegegnerin 
wendet dagegen ein, sie habe bis zum Kündigungstermin (ihr zufolge der 25. Mai 
2015) die Arbeiten abgeschlossen gehabt und bis zum 30. Mai 2016 lediglich noch 
die Baustelle geräumt. In Anbetracht dessen lässt sich nicht zum Vornherein sa-
gen, das beantragte Beweismittel sei offensichtlich untauglich. Schliesslich ver-
fängt auch der Einwand nicht, die Beschwerdegegnerin hätte - statt nach Art. 158 
ZPO - nach Art. 367 Abs. 2 OR vorgehen müssen. Denn selbst wenn die Voraus-
setzungen von Art. 367 Abs. 2 OR vorliegend erfüllt wären, schlösse dies die 
Zulässigkeit des Vorgehens nach Art. 158 ZPO nicht aus, zumal es vorliegend 
nicht um die Frage der Mangelhaftigkeit des Werkes, sondern um die Bewertung 
der von der Beschwerdegegnerin erbrachten Leistungen geht (vgl. dazu auch 
Fellmann, a.a.O., N 11 zu Art. 158 ZPO m.w.H.; ferner BGE 138 III 76 E. 2.4.1 in 
Bezug auf Art. 77 PatG).

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bb) Was die nicht bestrittene Gefährdung des Beweismittels betrifft, ist zu be-
achten, dass auch im (Summar-)Verfahren um vorsorgliche Beweisführung die 
Verhandlungsmaxime gilt (Art. 255 ZPO e contrario; vgl. ferner Fellmann, a.a.O., 
N 26 zu Art. 158 ZPO). Es ist deshalb vom Grundsatz auszugehen, dass als be-
wiesen bzw. - im vorliegenden Fall - als glaubhaft gemacht gilt, was nicht bestrit-
ten wird (vgl. hierzu statt vieler Christoph Leuenberger, in: Sutter-Somm/Hasen-
böhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 
[ZPO], 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2016, N 19 zu Art. 222 ZPO). Daraus folgt, dass 
- mangels Bestreitung durch die Beschwerdeführerin - eine Beweisgefährdung 
vorliegend als glaubhaft gemacht gilt. Im Übrigen zog auch der Vorderrichter das 
Bestehen einer Beweisgefährdung offenbar nicht in Zweifel. Zwar lehnte er das 
Gesuch um superprovisorische Bewertung der von der Beschwerdegegnerin er-
brachten Leistungen ab, er begründete dies jedoch damit, dass es bezüglich der 
Bewertung an der Dringlichkeit (im Sinne von Art. 265 ZPO) fehle und sich eine 
superprovisorische Anordnung damit nicht rechtfertige (BG act. VI.1 [S. 5 f.]). Über 
eine angeblich fehlende bzw. nicht glaubhaft gemachte Gefährdung des Beweises 
äusserte er sich demgegenüber nicht, was von der Beschwerdeführerin verkannt 
wird (vgl. KG act. A.1 [S. 7 und 11 f.]).

cc) Schliesslich hat die Beschwerdegegnerin auch glaubhaft gemacht, dass ein 
Sachverhalt vorliegt, gestützt auf den ihr das materielle Recht einen Anspruch ge-
gen die Beschwerdeführerin gewährt, und zu dessen Beweis das abzunehmende 
Beweismittel dienen kann. Dass die Parteien einen Werkvertrag abgeschlossen 
haben, ist unbestritten, ebenso, dass die Beschwerdegegnerin bis zur Kündigung 
diverse Leistungen erbrachte und diese (noch) nicht vergütet wurden. Ein An-
spruch gegen die Beschwerdeführerin erscheint damit zumindest glaubhaft. Dies 
umso mehr auch deshalb, weil die Beschwerdeführerin selbst die Qualität der von 
der Beschwerdegegnerin erbrachten Leistungen nicht in Abrede stellt (vgl. KG act. 
A.1 [S. 5]). Was die Beschwerdeführerin gegen den Hauptsachenanspruch vor-
bringt, vermag nicht zu überzeugen. Sollte die Kündigung zu Unrecht ausgespro-
chen worden sein - wovon die Beschwerdegegnerin ausgeht -, ist sie als Rücktritt 
im Sinne von Art. 377 OR zu qualifizieren, demzufolge der Besteller vergütungs- 
und schadenersatzpflichtig wird (vgl. Gaudenz G. Zindel/Urs Pulver/Bertrand G. 
Schott, in: Honsell/Vogt/Wiegand [Hrsg.], Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 
Art. 1-529 OR, 6. Aufl., Basel 2015, N 2 zu Art. 377 OR). Aber auch bei einer gül-
tigen Kündigung mit Wirkung ex nunc gestützt auf Art. 366 OR hat eine Vergütung 
zu erfolgen (vgl. Zindel/Pulver/Schott, a.a.O., N 21 zu Art. 366 OR). Von einem 
Rücktritt mit Wirkung ex tunc, bei welchem eine Vergütungspflicht entfallen würde, 

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ist aufgrund der derzeitigen Aktenlage eher nicht auszugehen; jedenfalls erscheint 
die These, dass es sich beim entsprechenden Schreiben der Beschwerdeführerin 
vom 19. Mai 2016 (vgl. BG act. II.6) um eine Kündigung handelt (so denn auch die 
Titulierung des Schreibens), als vertretbar, weshalb ein Vergütungsanspruch für 
die bereits erbrachten Leistungen als glaubhaft erscheint. 

dd) Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die Anordnung der vorsorglichen 
Beweisführung in Form der Erstellung eines Gutachtens betreffend die Bewertung 
der von der Beschwerdegegnerin erbrachten Leistungen durch den Vorderrichter 
im Ergebnis zu recht erfolgte. Die Beschwerde ist in diesem Punkt somit abzuwei-
sen.

5. Der Vorderrichter erkannte im angefochtenen Entscheid, das (superproviso-
risch angeordnete [vgl. BG act. VI.1]) Verbot der Versorgungsunterbrechung und 
Verriegelung werde bis zum definitiven Entscheid betreffend Ausweisung der Be-
schwerdegegnerin (Proz. Nr. 135-2016-141) aufrechterhalten (Dispositivziffer 3 
des angefochtenen Entscheides). Die Beschwerdeführerin ficht den vorinstanzli-
chen Entscheid vollumfänglich an, weshalb auch dieser Punkt als angefochten gilt. 
Die Beschwerdeführerin äussert sich jedoch nicht, inwiefern der angefochtene 
Entscheid in diesem Punkt fehlerhaft sein soll; es fehlen jegliche Ausführungen 
dazu. Es mangelt somit an einer diesbezüglichen Begründung, weshalb darauf 
nicht einzutreten ist (vgl. Erwägung 2a).

6. Das Gesuch um Erlass eines Veränderungsverbotes am zur Diskussion 
stehenden Grundstück (vgl. Rechtsbegehren Ziff. 1 des Gesuchs um vorsorgliche 
Beweisführung [BG act. I.2 [S. 2]) wurde in der superprovisorischen Verfügung 
(BG act. VI.1) als unverhältnismässig betrachtet und deshalb abgewiesen. Im 
Rahmen des angefochtenen Entscheides blieb es unerwähnt, weshalb es bei der 
(definitiven) Abweisung blieb. Es bildet deshalb auch nicht mehr Gegenstand des 
vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Sofern sich die Beschwerdeführerin dazu 
äussert (vgl. KG act. A.1 [S. 10]), ist darauf nicht näher einzugehen.

7. Die Beschwerde ist somit abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

8. a) Damit verbleibt, über die Prozesskosten zu befinden. Anders als im (ei-
genständigen) erstinstanzlichen Verfahren um vorsorgliche Beweisführung, bei 
welchem das Unterliegerprinzip nicht gilt und die Prozesskosten grundsätzlich zu-
lasten des Gesuchstellers gehen (BGE 140 III 30), sind für das Rechtsmittelver-
fahren die Verteilungsgrundsätze gemäss Art. 106 ZPO massgebend (vgl. auch 
Fellmann, a.a.O., N 44c zu Art. 158 ZPO). Entsprechend des Ausgangs des Ver-

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fahrens wird die Beschwerdeführerin somit vollumfänglich kostenpflichtig (Art. 106 
Abs. 1 ZPO). Gestützt auf den geltenden Gebührenrahmen für Beschwerdeent-
scheide (Art. 10 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zivilverfahren [VGZ; 
BR 320.210]) erscheint eine Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 2'000.00 ange-
messen. Diese wird mit dem von der Beschwerdeführerin geleisteten Kostenvor-
schuss in Höhe von Fr. 2'000.00 verrechnet.

b) Die Beschwerdeführerin hat überdies die anwaltlich vertretene Beschwer-
degegnerin ausseramtlich mit Fr. 2'000.00 (inkl. Spesen und MWSt.) zu entschä-
digen. Die Entschädigung des Rechtsbeistands der Beschwerdegegnerin ist nach 
richterlichem Ermessen festzulegen, nachdem deren Rechtsvertreter keine Hono-
rarnote eingereicht hat (vgl. Art. 105 Abs. 2 Satz 2 ZPO).

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.00 gehen zu Lasten 
der X._____ und werden mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von 
Fr. 2'000.00 verrechnet.

3. Die X._____ hat die Y._____ für das Beschwerdeverfahren ausseramtlich 
mit Fr. 2'000.00 (inkl. Spesen und MWSt.) zu entschädigen.

4. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens Fr. 30'000.00 betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG Beschwerde in 
Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, ge-
führt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

5. Mitteilung an: