# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e4d4e27a-8e93-5e48-bbc7-cbd12eecfff0
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-31
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 31.03.2014 SB130137
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130137_2014-03-31.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB130137-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Vorsitzender, und lic. iur. P. Marti, 

Ersatzoberrichterin lic. iur. R. Affolter sowie der Gerichtsschreiber 

lic. iur. P. Rietmann 

Urteil vom 31. März 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Leitende Staatsanwältin Dr. iur. U. Frauenfelder Nohl,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend 

mehrfache qualifizierte Veruntreuung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich,  
10. Abteilung - Einzelgericht, vom 9. November 2012 (GG120177) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 3. Juli 2012 (Urk. 29) 

ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 63 S. 82 ff.) 
"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB 

in Verbindung mit Art. 138 Ziff. 2 StGB. 

2. Der Beschuldigte ist nicht schuldig und wird freigesprochen von den Vorwürfen 

- der Gehilfenschaft zu Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB  

in Verbindung mit Art. 25 StGB; 

- der Gehilfenschaft zu Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB  

in Verbindung mit Art. 25 StGB; 

- der Gehilfenschaft zu versuchtem Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB  

in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und Art. 25 StGB. 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu Fr. 60.–.  

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.  

5. Die von der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl mit Verfügung vom 3. Juli 2012 beschlag-

nahmten Dokumente und Gegenstände (Beschlagnahmeverfügung gemäss HD-act. 17/12,  

F-2/2006/8816, "Beschuldigte Person: A._____") werden dem Beschuldigten nach Eintritt 

der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgegeben. 

6. Die von der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl mit Verfügung vom 3. Juli 2012 beschlagnahm-

ten Dokumente und Gegenstände (Beschlagnahmeverfügung gemäss ND1-act. 14/14,  

F-2/2006/8816, "Beschuldigte Person: B._____") werden B._____, … [Adresse], nach Ein-

tritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgegeben. 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägerinnen 1 bis 3 gesamthaft, zur Aufteilung 

im internen Verhältnis gemäss Teilungsschlüssel des Nachlasses von CA._____,  

gestorben tt. Dezember 2004, Fr. 43'704.85, zuzüglich 5% Zins ab 5. August 2005, zu  

bezahlen. Im übrigen Umfang wird das Schadenersatzbegehren der Privatklägerinnen 1 bis 

3 auf den Zivilweg verwiesen. 

-   3   - 

8. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 1 wird abgewiesen. 

9. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 3'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'000.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr.    Kosten Kantonspolizei 

Fr. 2'028.95   Auslagen Untersuchung 

Fr.    amtliche Verteidigung (ausstehend) 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen derjenigen 

der amtlichen Verteidigung, werden zu zwei Dritteln dem Beschuldigten auferlegt und zu  

einem Drittel auf die Gerichtskasse genommen. 

11. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbe-

halten bleibt eine Nachforderung im Umfang von zwei Dritteln gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird mit separater Verfügung ent-

schieden. 

12. Dem Beschuldigten wird betreffend Vorfälle zum Nachteil von D._____ (ND1) für die anwalt-

liche Verteidigung eine Prozessentschädigung aus der Gerichtskasse zugesprochen. Über 

deren Höhe wird nach Vorlage der Honorarnote mit separater Verfügung entschieden. 

13. Das Schadenersatzbegehren des Beschuldigten wird abgewiesen. 

14. Das Genugtuungsbegehren des Beschuldigten wird abgewiesen. 

15. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägerinnen 1 bis 3 gesamthaft eine Prozess-

entschädigung von Fr. 11'660.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

16. (Mitteilungen.) 

17. (Rechtsmittel.)" 

-   4   - 

 

Berufungsanträge: 

a) der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 110): 

1. Das Urteil der Vorinstanz vom 9. November 2012 (Geschäfts- 

Nr. GG120177-L/U) sei aufzuheben und zwar in all jenen Punkten, in denen 

der Berufungskläger beschwert ist. 

2. Der Berufungskläger sei bezüglich der Anklage Ziff. 1 lit. A freizusprechen. 

3. Auf das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren der Geschädigten sei 

nicht einzutreten. 

4. Dem Berufungskläger sei Schadenersatz und Genugtuung zuzusprechen. 

5. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8% MwSt. zu Lasten des 

Staates. 

b) der Staatsanwaltschaft (Urk. 71; schriftlich): 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) der Privatklägerschaft (Prot. S. 13): 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

Das Gericht erwägt: 

I. Verfahrensgang und Gegenstand der Berufung 

1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil des Bezirksgerichts 

Zürich, 10. Abteilung, Einzelgericht, vom 9. November 2012 wurde der Beschul-

digte der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 

-   5   - 

Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 138 Ziff. 2 StGB schuldig gesprochen. Von 

den Vorwürfen der Gehilfenschaft zu Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 

Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB, der Gehilfenschaft zu Veruntreuung 

im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 25 StGB und der 

Gehilfenschaft zu versuchtem Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB in Ver-

bindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB und Art. 25 StGB sprach die Vorderrichterin den 

Beschuldigten frei. Der Beschuldigte wurde mit einer auf zwei Jahre bedingt auf-

geschobenen Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu Fr. 60.-- bestraft. Weiter ordne-

te die Vorderrichterin an, dass die beschlagnahmten Dokumente und Gegenstän-

de nach Eintritt der Rechtskraft dem Beschuldigten bzw. B._____ auf  

erstes Verlangen herausgegeben werden. Der Beschuldigte wurde sodann ver-

pflichtet, den Privatklägerinnen 1 bis 3 gesamthaft Fr. 43'704.85 zuzüglich  

5% Zins ab 5. August 2005 zu bezahlen. Im übrigen Umfang wurde das  

Schadenersatzbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. Das Genug-

tuungsbegehren der Privatklägerin 1 wies die Vorderrichterin ab. Die Kosten der 

Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens – ausgenommen die Kosten der 

amtlichen Verteidigung – wurden zu zwei Dritteln dem Beschuldigten auferlegt 

und zu einem Drittel auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung wurden auf die Gerichtskasse genommen, unter Vorbehalt einer 

Nachforderung im Umfang von zwei Dritteln. Ferner sprach die Vorderrichterin 

dem Beschuldigten betreffend die Freisprüche (Vorfälle zum Nachteil von  

D._____) für die anwaltliche Verteidigung eine mit separater Verfügung zu be-

stimmende Prozessentschädigung aus der Gerichtskasse zu. Das  

Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Beschuldigten wies die Vorder-

richterin ab. Schliesslich wurde der Beschuldigte zur Bezahlung einer Prozess-

entschädigung von Fr. 11'660.-- einschliesslich Mehrwertsteuer an die Privat-

klägerinnen 1 bis 3 verpflichtet (Urk. 63 S. 82 ff.).  

2. Gegen dieses Urteil liess der Beschuldigte noch gleichen Tags durch seinen 

amtlichen Verteidiger Berufung anmelden (Urk. 57). Die Berufungserklärungen 

des Beschuldigten persönlich vom 27. März 2013 und seines Verteidigers vom 

2. April 2013 gingen innerhalb der gesetzlichen Frist bei der Berufungsinstanz ein 

(Urk. 64 und Urk. 66). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf Anschlussberufung 

-   6   - 

und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 71). Mit Schrei-

ben vom 14. Mai 2013 reichte der Beschuldigte das Datenerfassungsblatt samt 

zahlreichen Beilagen ein (Urk. 80 - 82). Die Privatklägerinnen erhoben keine  

Anschlussberufung. Beweisanträge wurden in jenem Zeitpunkt von keiner Partei 

gestellt. Anlässlich der Berufungsverhandlung liess der Beschuldigte jedoch bean-

tragen, es seien seine Steuerakten sowie die Akten des Nach- und Strafsteuer-

verfahrens der Privatklägerinnen beizuziehen (Prot. II S. 9). 

3. In seiner Berufungserklärung machte der Beschuldigte zudem geltend, das 

Vertrauensverhältnis zu seinem amtlichen Verteidiger sei gestört und hielt eine 

weitere Zusammenarbeit für absolut unzumutbar (Urk. 64). Damit beantragte er 

sinngemäss einen Wechsel der amtlichen Verteidigung. Zu diesem Gesuch nahm 

der Verteidiger mit Schreiben vom 26. April 2013 Stellung (Urk. 72). Mit Präsidial-

verfügung vom 6. Mai 2013 wurde das Gesuch um Wechsel der amtlichen Vertei-

digung abgewiesen (Urk. 77; auch Urk. 75 und 79).  

4. Am 2. September 2013 wurden die Parteien auf den 7. November 2013 zur 

Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 85). Mit Eingabe vom 24. Oktober 2013 

liess der Beschuldigte mitteilen, dass er weder aus psychischen noch aus  

medizinischen Gründen in der Lage sei, an der Verhandlung vom 7. November 

2013 teilzunehmen (Urk. 89), wobei ein ärztliches Attest vom 23. Oktober 2013 

eingereicht wurde, welches den Beschuldigten für die Zeitdauer vom 14. Oktober 

2013 bis zum 14. November 2013 als verhandlungsunfähig bezeichnete (Urk. 91). 

Mit Präsidialverfügung vom 25. Oktober 2013 wurde hierauf eine amtsärztliche 

Untersuchung des Beschuldigten beim Institut für Rechtsmedizin der Universität 

Zürich angeordnet, mit welcher die Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten im 

Hinblick auf den 7. November 2013 überprüft werden sollte (Urk. 92). Auf  

entsprechende Nachfrage beim Institut für Rechtsmedizin vom 5. November 2013 

hielt die zuständige Dr. med. E._____ fest, dass es nicht möglich sei, den  

Beschuldigten noch vor dem 7. November 2013 zu untersuchen (Urk. 94), worauf 

die Ladungen zur Berufungsverhandlung abgenommen sowie eine amtsärztliche 

Untersuchung des Beschuldigten mit Erstattung des diesbezüglichen Berichts bis 

zum 6. Dezember 2013 angeordnet wurde (Urk. 95). Mit Gutachten vom 

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4. Dezember 2013 hielt das Institut für Rechtsmedizin in der Folge fest, dass die 

Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten bejaht werden könne (Urk. 100), worauf 

die zuständige Gutachterin sich – nach erneuter Vorladung der Parteien auf den 

31. März 2014 – bereit erklärte, den Tag der Berufungsverhandlung in Zürich zu 

verbringen und sich für eine allfällig notwendige erneute Begutachtung des  

Beschuldigten bereit zu halten (Urk. 102), wobei sich eine solche in der Folge als 

nicht notwendig erwiesen hat (Prot. II S. 7 ff.). 

5. Unangefochten sind vorliegend der Freispruch des Beschuldigten von  

den Vorwürfen der Gehilfenschaft zu diversen Delikten (Dispositiv Ziffer 2), die  

Herausgabe der beschlagnahmten Dokumente und Gegenstände an den  

Beschuldigten bzw. an B._____ (Dispositiv Ziffern 5 und 6), die Abweisung des 

Genugtuungsbegehrens der Privatklägerin 1 (Dispositiv Ziffer 8), die Festsetzung 

der erstinstanzlichen Gerichtsgebühr (Dispositiv Ziffer 9), die Kostenübernahme 

der Verteidigerkosten auf die Gerichtskasse (Dispositiv Ziffer 11) und die gespro-

chene Prozessentschädigung betreffend die Freisprüche (Vorfälle zum Nachteil 

von D._____; Dispositiv Ziffer 12).  

In diesen Regelungen ist das erstinstanzliche Urteil rechtskräftig geworden, was 

vorab mit Beschluss festzustellen ist.  

6.  Auf die Argumente der Verteidigung sowie auf die erwähnten Beweisanträge 

ist im Rahmen der nachstehenden Erwägungen einzugehen. Dabei muss sich das 

Gericht nicht ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtli-

chen Einwand auseinandersetzen; vielmehr kann es sich auf die für die Ent-

scheidfindung wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 E. 3.1 

mit Hinweisen; Urteile 6B_526/2009 vom 2. September 2009 E. 3.2 sowie 

6B_678/2009 vom 3. November 2009 E. 5.2). 

-   8   - 

II. Schuldpunkt 

1.  Eingeklagter Sachverhalt 

1.1 Der eingeklagte Sachverhalt im hier noch strittigen Umfang betreffend die 

Vorfälle zum Nachteil der Familie C._____ / F._____ (HD) findet sich in der An-

klageschrift (Urk. 29 S. 2-4) und ist auch im angefochtenen Urteil umfassend dar-

gestellt; darauf kann verwiesen werden (Urk. 63 S. 4-7; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

1.2 Insoweit der Verteidiger den Anklagegrundsatz verletzt sieht, weil hinsicht-

lich der Verwendungszwecke der vom Beschuldigten bezogenen (genau beziffer-

ten; vgl. Urk. 29 S. 3 oben) Geldbeträge in der Anklageschrift teilweise nur eine 

ungefähre, auf Tausend Franken gerundete Zahl genannt wird (Urk. 29 S. 3 f.; 

Urk. 54 S. 9; Prot. I S. 10), ist zustimmend auf die Ausführungen im angefochte-

nen Urteil zu verweisen (Urk. 63 S. 13 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Aus den durch-

wegs näheren Beschreibungen geht ohne Weiteres hervor, welche Art der Ver-

wendung dem Beschuldigten vorgeworfen wird und wofür er die Gelder konkret 

eingesetzt haben soll, was eine wirksame Verteidigung erlaubt. Aufgrund der  

Akten – die diesbezüglich weitgehend vom Beschuldigten selbst produziert  

wurden – ist es im Übrigen auch kaum möglich, exakte Beträge hierzu zu  

eruieren. Das Anklageprinzip ist somit gewahrt.  

1.3   Der Beschuldigte bestreitet nicht, die drei fraglichen Geldbezüge in Höhe von 

Fr. 25'824.--, Fr. 35'350.-- und Fr. 4'222.50 zu Lasten des Nachlassvermögens 

der aus CB._____, CC._____ und FA._____ bestehenden Erbengemeinschaft ge-

tätigt zu haben – mithin Geldbezüge von insgesamt Fr. 65'396.50 – was auch ak-

tenmässig belegt ist (Urk. 5/1 S. 14, Urk. 5/3 S. 4 und 6, Urk. 5/22 S. 13 f. und 

Urk. 49 S. 6 sowie Urk. 2/21, 2/22 und 2/24, Urk. 107 S. 9 ff.). Der Anklagesach-

verhalt ist insoweit anerkannt und erstellt (Urk. 29 S. 2 f.).  

Nach Aussage des Beschuldigten hat es sich um Akontozahlungen gehandelt für 

seine vergangenen und künftigen Bemühungen als Willensvollstrecker, wovon er 

aber auch Rechnungen für die Erbengemeinschaft und die für die Erbsachen ent-

standenen Anwaltskosten bezahlt habe. Es sei ja darum gegangen, die Interes-

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sen der Erben zu schützen (Urk. 5/3 S. 4 und Urk. 49 S. 6). Der Beschuldigte 

stellt sich durchgehend auf den Standpunkt, die getätigten Bezüge für die ent-

sprechenden Zwecke seien sicher berechtigt gewesen (u.a. Urk. 5/22 S. 13, 

Urk. 107 S. 9 ff.).  

Laut dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft waren diese Bezüge im Umfang von 

mindestens rund Fr. 40'608.-- nicht gerechtfertigt, weshalb der Erbengemein-

schaft durch das Verhalten des Beschuldigten ein Schaden in der entsprechen-

den Höhe entstanden sei und sich der Beschuldigte der mehrfachen qualifizierten 

Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 138 

Ziff. 2 StGB schuldig gemacht habe (Urk. 29 S. 4 und 10).  

1.4 Es bleibt somit zu erörtern, ob das bezogene Geld rechtmässig verwendet 

wurde – also für Auslagen, welche aus der Erbmasse zu bezahlen sind, oder für 

die eigentliche Aufteilung des Erbes zu Gunsten der Erbinnen –, oder ob (bzw. in 

welchem Umfang) es unrechtmässig zum Nutzen des Beschuldigten oder eines 

Dritten verwendet wurde (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB).  

2. Grundsätze der Beweiswürdigung 

Bei der Prüfung der Frage, ob der vom Beschuldigten nicht eingestandene Sach-

verhalt aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten  

Argumente erstellt werden kann, stützt sich das Gericht auf die von Lehre und 

Praxis entwickelten Beweisgrundsätze. Diese Grundsätze der Beweiswürdigung 

sind im angefochtenen Urteil korrekt und vollständig dargestellt, so dass zur  

Vermeidung von Wiederholungen darauf verwiesen werden kann (Urk. 63 

S. 18 f.).  

3. Rechtliches zum Tatbestand der Veruntreuung und Beweiswürdigung 

3.1 Der Veruntreuung von Vermögenswerten im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 

StGB macht sich schuldig, wer ihm anvertraute Vermögenswerte unrechtmässig 

in seinem oder eines anderen Nutzen verwendet.  

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Dabei besteht gemäss Art. 138 Ziff. 2 StGB unter anderem für berufsmässige 
Vermögensverwalter sowie generell für Personen, die in Ausübung ihres  
Berufes handeln, ein qualifizierter Straftatbestand mit erhöhter Strafandrohung. 

Als berufsmässiger Vermögensverwalter gilt, wessen Tätigkeit typischerweise  

gerade darin besteht, Vermögen zu verwalten. Die Qualifikation soll nur Täter-

gruppen erfassen, die ein erhöhtes Vertrauen geniessen, wobei als berufsmässig 

Tätigkeiten gelten, die einen bedeutenden Teil der Erwerbstätigkeit des Verwal-

ters darstellen und einen erheblichen Umfang aufweisen. Nicht erforderlich ist, 

dass sich der Täter ausschliesslich der Vermögensverwaltung widmet; er kann 

sich daneben in erheblichem Umfange noch anders betätigen und dennoch  

Vermögensverwalter im Sinne von Ziff. 2 sein. Wesentlich ist aber, dass er  

selbständig über die Vermögenswerte verfügen kann (BSK StGB II - Niggli/Riedo, 

3. Auflage Basel 2013, Art. 138 N 177 f. mit Hinweisen). Als berufsmässiger  

Vermögensverwalter wurde z.B. ein Treuhänder qualifiziert (BSK StGB II - Niggli/ 

Riedo, Art. 138 N 181 mit Hinweis auf Urteil des Bundesgerichts 6B_136/2008 

vom 18. Juli 2008 und BGE 100 IV 30). 

Der Tatbestand der Veruntreuung von Vermögenswerten im Sinne von Art. 138 

Ziff. 1 Abs. 2 StGB verlangt in objektiver Hinsicht das Tatobjekt der Vermögens-

werte (nachfolgende Erwägung 3.2), deren Anvertrautsein beim Täter (nach-

folgende Erwägung 3.3), die Tathandlung eines unrechtmässigen Verwendens 

(nachfolgende Erwägung 3.4) sowie einen daraus resultierenden Vermögens-

schaden (nachfolgende Erwägung 3.5) bei Geschädigten (BSK StGB II - Niggli/ 

Riedo, Art. 138 N 24 ff., 40 ff., 105 ff. sowie 109 ff.). Erforderliche subjektive Tat-

bestandsmerkmale sind (Eventual-)Vorsatz sowie die Absicht unrechtmässiger 

Bereicherung (BSK StGB II - Niggli/Riedo, Art. 138 N 112 und 113 ff.). 

3.2 Vermögenswerte 

Als Vermögenswert im Kontext von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB gilt z.B. Buchgeld 

(BSK StGB II - Niggli/Riedo, Art. 138 N 29 mit zahlreichen Hinweisen auf die  

Lehre und die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Im vorliegenden Fall stellt 

das Buchgeld auf den Konten des verstorbenen Erblassers CA._____ Vermö-

-   11   - 

genswerte im Sinne des Gesetzes dar. Dies wird – soweit ersichtlich – vom  

Beschuldigten auch nicht bestritten. 

3.3 Anvertrautsein 

Anvertraut sind Vermögenswerte nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung, 

wenn sie mit der gesetzlichen oder mit der ausdrücklichen bzw. stillschweigenden 

vertraglichen Verpflichtung empfangen worden sind, sie in bestimmter Weise im 

Interesse eines andern zu verwenden, insbesondere sie zu verwahren, zu ver-

walten oder abzuliefern (BSK StGB II - Niggli/Riedo, Art. 138 N 40 mit zahlreichen 

Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, z.B. BGE 120 IV 117, 

E. 2b). Im vorliegenden Fall war der Beschuldigte zum Zeitpunkt der fraglichen 

Geldbezüge Willensvollstrecker für das Erbe von CA._____. Während das  

Eigentum am ganzen Nachlass mit dem Tod des Erblassers von Gesetzes wegen 

und gesamthaft auf die Erben, die drei Privatklägerinnen, übergegangen war,  

erlangte der Beschuldigte eine besondere Stellung, welche ihn berechtigte (und 

verpflichtete), den Besitz, die Verwaltung und die Nutzung am Nachlass auszu-

üben. So hatte er den Willen des Erblassers zu vertreten, dessen Schulden zu 

bezahlen und namentlich die Erbschaft – unter Vorbereitung der Teilung – zu 

verwalten (vgl. Art. 518 Abs. 2 ZGB; Art. 560 Abs. 1 ZGB). Den Erben ist dabei 

das Recht auf Verwaltung und Verfügung entzogen (BK ZGB, Das Erbrecht - 

Künzle, Bern 2011, Vorbemerkungen zu Art. 517-518 N 2). Die Verwaltungspflicht 

des Willensvollstreckers beinhaltet auch eine Werterhaltungspflicht (BSK StGB II - 

Niggli/Riedo, Art. 138 N 47). Aus dem Gesagten erhellt, dass das Erbe von 

CA._____ inklusive der Bankkonten bzw. der darauf bestehenden Guthaben 

(Buchgeld), von welchen die drei fraglichen Geldbeträge bezogen worden sind, 

dem Beschuldigten anvertraut war, hatte er doch die alleinige Verfügungsmacht 

über die Konten (Donatsch, Strafrecht III, 9. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2008, S. 

138; Trechsel/Crameri, Schweizerisches Strafgesetzbuch Praxiskommentar, Zü-

rich/St. Gallen 2008, Art. 138 N 11 mit Hinweisen).  

Daran ändert sich auch nichts, wenn man statt auf die – in der Lehre nicht unum-

strittene – Definition des Anvertrautseins des Bundesgerichts auf andere, in der 

Lehre vorgeschlagene Definitionen abstellt. So ist beispielsweise nach den  

-   12   - 

Kommentatoren Niggli/Riedo (Art. 138 N 45) anvertraut, "(1) was jemand mit der 

besonderen Verpflichtung empfängt, es dem Treugeber zurückzugeben, oder es 

für diesen an einen Dritten weiterzuleiten, (2) wobei der Treugeber seine  

Verfügungsmacht über das Anvertraute aufgibt". Im vorliegenden Fall hat der  

Beschuldigte als Willensvollstrecker die Verfügungsmacht über das Erbe erhalten, 

um es im Sinne des Erblassers und der gesetzlichen Vorschriften letztlich an die 

Erben zu verteilen, wobei der Erblasser als Verstorbener naturgemäss und  

logischerweise keine Verfügungsmacht über die Erbmasse mehr hatte (vgl. BSK 

StGB II - Niggli/Riedo, Art. 138 N 46). Vielmehr lag die Verfügungsmacht aus-

schliesslich beim Beschuldigten als Willensvollstrecker (BSK StGB II - Niggli/  

Riedo, Art. 138 N 97).  

3.4 Tathandlung 

Die tatbestandsmässige Handlung besteht bei der Veruntreuung von Ver-

mögenswerten in einem Verhalten, durch welches der Täter eindeutig seinen  

Willen bekundet, den obligatorischen Anspruch des Treugebers zu vereiteln (BGE 

133 IV 21 E. 6.1.1; BGE 121 IV 23 E. 1c mit Hinweisen). Dies passiert beispiels-

weise durch Verbrauchen, ohne dass der Täter gleichzeitig jederzeit eine ent-

sprechende Quantität zur Verfügung des Treugebers hält. Der Täter muss also 

die anvertrauten Vermögenswerte entgegen den Vereinbarungen bzw. Weisun-

gen oder dem Gesetz in zweckwidriger Weise verwenden (BGE 129 IV 259). Der 

Täter braucht die Vermögenswerte nicht völlig aus der Hand zu geben; es reicht, 

dass er sie so bindet, dass er nicht mehr frei über sie verfügen kann, sie beiseite 

schafft oder vortäuscht, er habe sie pflichtgemäss verwendet. Dabei erscheint bei 

Geldern auf einem fremden Konto – hier waren es zwei Konten der Erbengemein-

schaft C._____ –, über welches der Täter verfügen darf, bereits eine pflichtwidrige 

Abbuchung als eine unrechtmässige Verwendung anvertrauter Vermögenswerte 

im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, ohne dass es darauf ankäme, ob der 

Täter anderweitig über entsprechende Gelder verfügt (Donatsch, Strafrecht  

III, S. 130; BSK StGB II - Niggli/Riedo, Art. 138 N 107 f. mit weiteren Hinweisen). 

Die Prüfung, ob die durch den Beschuldigten anerkanntermassen zu Lasten des 

Nachlassvermögens bezogenen Gelder in Höhe von Fr. 25'824.--, Fr. 35'350.-- 

-   13   - 

und Fr. 4'222.50 rechtmässig im Rahmen der Nachlassverwaltung oder unrecht-

mässig zum Nutzen des Beschuldigten oder eines Dritten verwendet wurden, 

ergibt das Folgende: 

3.4.1  An Ämter bezahlte Rechnungen in Höhe von Fr. 1'497.90 

In der Anklageschrift wurde die Verwendung dieser Fr. 1'497.90 zu Lasten der 

Erbengemeinschaft zu Recht nicht als strafbares Verhalten gewürdigt (vgl. Urk. 29 

S. 3), ergibt sich doch aus der Aufstellung des Beschuldigten, dass er damit  

zwischen August und Dezember 2005 Steuer- und Gebührenrechnungen des 

Kantons Graubünden betreffend das Feriendomizil der Erbengemeinschaft  

beglich (Urk. 5/4/1; Urk. 63 S. 21 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3.4.2  Kleinspesenpauschale von Fr. 1'290.60 

Ebenfalls nicht als unrechtmässiges Verwenden eingeklagt ist eine vom Beschul-

digten bezogene Kleinspesenpauschale von Fr. 1'290.60 (Urk. 29 S. 3;  

Urk. 5/4/1). Die Vorinstanz erwog zutreffend (vgl. Urk. 63 S. 22 f., 28 f., 37 f.), 

dass Willensvollstrecker nach Art. 517 Abs. 3 ZGB Anspruch auf eine angemes-

sene Vergütung für ihre Arbeit haben und auch befugt sein müssen, sich für ihre 

Spesen (soweit angemessen) schadlos zu halten. Wie zu zeigen sein wird, hat 

der Beschuldigte entgegen der von den Privatklägerinnen vertretenen Position 

tatsächlich gewisse Arbeiten im Rahmen des Willensvollstreckermandates  

geleistet, womit auch ein Anspruch auf diesbezüglichen Spesenersatz besteht 

(Art. 402 Abs. 1 OR; BSK ZGB II - Karrer/Vogt/Leu, 4. Auflage Basel 2011,  

Art. 517 N 31; BK ZGB, Das Erbrecht - Künzle, Art. 517-518 N 405). 

Auch ist die Ansicht der Vorderrichterin zu teilen, wonach der Sinn und Zweck  

einer Pauschale gerade darin liegt, keine detaillierten Aufstellungen machen und 

damit einen relativ grossen Aufwand für eher kleine Beträge betreiben zu müssen, 

weshalb das Fehlen einer eingehenden Auflistung keinen strafrechtlich relevanten 

Vorwurf zeitigen kann. Dass eine Pauschale die effektiv entstandenen Kosten 

über- oder unterschreiten kann, liegt vielmehr in der Natur der Sache und ist in 

Kauf zu nehmen.  

-   14   - 

Die vorliegende Kleinspesenpauschale bezieht sich allerdings auf alle geltend 

gemachten Stunden (Urk. 5/4/1). Nachdem die Staatsanwaltschaft aber auf eine 

Differenzierung zu diesem Spesenbetrag hinsichtlich berechtigtem und unbe-

rechtigtem Stundenaufwand verzichtet und den Spesenbezug insgesamt als nicht 

strafbar taxiert hat, erübrigen sich weitere Ausführungen. In welchem Umfang  

die Pauschale zulässig war und ob eine Differenz erstattet werden muss, ist  

gegebenenfalls in einem zivilrechtlichen Verfahren zu klären.   

3.4.3  Steuerberatungshonorar von Fr. 3'500.-- betreffend Ehepaar F._____ 

Laut eigener Aussage und Aufstellung hat der Beschuldigte mit den fraglichen 

Bezügen bei der … Bank unter dem Titel Willensvollstrecker-Honorar eine offene 

Rechnung gegenüber FA._____ und FB._____ von Fr. 3'500.-- betreffend Steu-

erberatungen aus dem Nachlassvermögen beglichen (Urk. 2/24; Urk. 5/4/1 S. 2; 

Urk. 5/8/2 - 5/8/4; Urk. 5/9 S. 5; Urk. 5/16 S. 10 f.; Urk. 54 S. 7).  

Abgesehen davon, dass diese Forderung ganz oder zumindest teilweise bestritten 

ist (vgl. die Ausführungen im angefochtenen Urteil, Urk. 63 S. 23), richtete sie sich 

gegen das Ehepaar F._____. Die Vorinstanz hielt dazu fest, der Beschuldigte ha-

be sich für diese Forderung aus der Erbmasse schadlos gehalten, also zu Lasten 

der Erbengemeinschaft. Da Erbengemeinschaft und Ehepaar F._____ nicht iden-

tisch seien, handle es sich beim Ehepaar F._____ aus Sicht der Erbengemein-

schaft um Dritte. Daran ändere auch der Umstand nichts, dass FA._____ Teil der 

Erbengemeinschaft sei. Dürfte man nämlich Erbmassen für eine Schuld eines Er-

benteils belasten, so führte dies – auch unter Berücksichtigung der Ausgleichs-

pflicht – faktisch zu einer (wenn auch auf die Höhe der Erbschaft beschränkten) 

Haftung der übrigen Erbinnen und Erben für die Schulden ihrer Miterbinnen und 

Miterben. Eine solche Haftung sei aber im Gesetz nicht vorgesehen, weshalb sie 

auch nicht angenommen werden könne. Daraus schloss die Vorinstanz, dass die 

Forderung des Beschuldigten gegenüber dem Ehepaar F._____ ohne Zustim-

mung aller Erbinnen nicht aus der Erbmasse hätte befriedigt werden dürfen (Urk. 

63 S. 23 f.). Weiter wird von der Vorderrichterin erwogen, dass auch eine allfällige 

Vollmacht des Erblassers, wonach der Beschuldigte Honorare für die Tätigkeit zu 

Gunsten von dessen Töchtern direkt dem Konto bei der Bank ... belasten durfte 

-   15   - 

(vgl. Urk. 5/9, S. 6 f. sowie Urk. 5/10/4 und Urk. 54 S. 8), nichts ändere. Nach 

CA._____s Tod habe das Buchgeld auf dem besagten Konto nämlich nicht mehr 

dem Erblasser, sondern der Erbengemeinschaft gehört; folglich seien mit dem 

Tod auch allfällig erteilte Vollmachten für den Zugriff auf das Vermögen erlo-

schen. Die Ansprüche aus Leistungen zu Gunsten von Dritten – und seien diese 

auch Teil der Erbengemeinschaft – hätten dementsprechend nicht ohne Zustim-

mung sämtlicher Erbberechtigter aus der Erbmasse befriedigt werden dürfen (Urk. 

63 S. 24 f.). Dieser Argumentation ist ohne Einschränkung beizupflichten. Ebenso 

unmassgeblich sind zudem die Einwände des Beschuldigten, dass er gemäss 

Kundenprofil bei der ... Bank auch die Rechnungen von Familienmitgliedern 

CA._____s dem fraglichen Bankkonto habe belasten können (Urk. 5/4/1 S. 2 und 

Urk. 5/10/4) sowie dass die Erbteilung allenfalls länger dauern konnte und es ihm 

– mit dem Segen des Rechtsdienstes der Bank – um eine Akontozahlung gegan-

gen sei (Urk. 5/9 S. 6). Dies gilt auch für den durch den Beschuldigten anlässlich 

der Berufungsverhandlung geltend gemachten Umstand, dass bei der Kontoeröff-

nung bei der Bank ... der Zweck des Kontos mit "Honorarabrechnungen für Fami-

lie / mit Familienmitgliedern" klar umschrieben worden und vom Erblasser unter-

schriftlich bestätigt worden sei (Urk. 107 S. 10), sowie für die von ihm geltend 

gemachte Tatsache, dass auch die Rechnungen zulasten des Ehepaar F._____s 

bereits vor dem Tod des Erblassers unterzeichnet worden seien (Urk. 107 S. 11). 

Auch die – gemessen am gesamten Nachlassvermögen – relativ geringe Höhe 

des Betrages ändert entgegen dem Verteidiger des Beschuldigten (Prot. II 

S. 11 f.) natürlich nichts an der grundsätzlichen Strafbarkeit der durch den Be-

schuldigten vorgenommenen Transaktion. 

Es kommt hinzu, dass sich der Beschuldigte stets bewusst war, dass das Steuer-

beratungsmandat des Ehepaars F._____ nichts mit der Erbengemeinschaft bzw. 

der Willensvollstreckung zu tun hat, auf welchen Umstand er selber das Ehepaar 

F._____ aufmerksam gemacht hatte (Urk. 5/8/5; auch Urk. 63 S. 24). Angesichts 

dieser Tatsache, dass die Steuerberatung für das Ehepaar F._____ nicht mit der 

Tätigkeit für die Erbengemeinschaft zu vermischen war ("dass ich FB._____ + 

FA._____'s Angelegenheiten nicht [mit den Erben C._____] vermischen kann!!"; 

Urk. 5/8/5), war dem Beschuldigten als langjährigem Finanzberater, Steuer-

-   16   - 

rechtsexperten und Inhaber eines Treuhandbüros (vgl. Urk. 5/6/1) auch klar, dass 

seine Aufwendungen für die Steuerberatung des Ehepaars F._____ nicht der Er-

bengemeinschaft belastet werden durften, dies auch nicht vorübergehend bis zu 

einer allfälligen erbrechtlichen Ausgleichung (welche Auffassung der Beschuldigte 

überdies vertrat, vgl. Urk. 5/16 S. 10 f., Prot. II S. 11 f.).  

All diese Gründe führen mit der Vorinstanz zum Ergebnis, dass die Fr. 3'500.-- 

nicht von der Erbmasse zu bezahlen waren, der betreffende Bezug daher nicht 

rechtmässig war und folglich eine unrechtmässige Verwendung im Sinne von  

Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB vorliegt (Urk. 63 S. 25).  

3.4.4  Anwaltshonorar Dr. G._____ von Fr. 16'144.40  

3.4.4.1  Aus den Geldbezügen hat der Beschuldigte laut seinen Aufstellungen  

sodann in drei Teilzahlungen die Anwaltskosten für Rechtsanwalt Dr. G._____ 

von insgesamt Fr. 16'144.40 beglichen (Urk. 5/4/1 für die ersten zwei Teilzahlun-

gen und Urk. 5/8/1 für alle drei Teilzahlungen).  

3.4.4.2  In der Einvernahme durch die Kantonspolizei Zürich vom 2. Dezember 

2008 machte der Beschuldigte geltend, Rechtsanwalt Dr. G._____ sei hinzugezo-

gen worden, "um die Interessen der Erben zu schützen" (Urk. 5/3 S. 4). Auf die 

anschliessende Frage führte der Beschuldigte dann aus, dass es "ja auch um RA 

H._____, um den Stil und die falschen Behauptungen" gegangen sei (Urk. 5/3 

S. 4 f.). Mit anderen Worten machte der Beschuldigte geltend, dass die Erbenge-

meinschaft und der von dieser kurz nach dem Tod des Erblassers und noch vor 

dessen Beerdigung beigezogene Rechtsanwalt, H._____, zu harsch – nämlich mit 

schlechtem Stil und falschen Behauptungen – gegen ihn vorgegangen seien, ihm 

auch sein Willensvollstreckermandat wegzunehmen gedachten und dass er sich 

demnach habe zur Wehr setzen müssen. Dass es beim Beizug von Rechtsanwalt 

Dr. G._____ nicht um den Schutz der Erbengemeinschaft, sondern vielmehr um 

den eigenen Schutz vor der Erbengemeinschaft (im Sinne von Waffengleichheit) 

ging, machte der Beschuldigte auch in der darauf folgenden Aussage klar: "Der 

Anwalt war aus meiner Sicht notwendig, war doch die Erbengemeinschaft eben-

falls anwaltlich vertreten." (Urk. 5/3 S. 5). 

-   17   - 

Dass Rechtsanwalt Dr. G._____ nicht zu Gunsten der Erbengemeinschaft, son-

dern – im Gegenteil – gegen die Erben eingesetzt worden war,  

bestätigte auch Rechtsanwältin lic. iur. X1._____, die den Beschuldigten im Ab-

setzungsverfahren über zwei Gerichtsinstanzen vertreten hatte (vgl. Urk. 2/12 und 

2/13). In ihrer Einvernahme als Zeugin führte sie aus, dass sie die Meinung ge-

äussert habe, dass es "vorsichtiger gewesen wäre, die Kosten [für Rechtsanwalt 

Dr. G._____] zunächst selbst zu bezahlen und [erst] dann dem Nachlass zu be-

lasten, da dies die Erben aufgebracht haben muss, dass er einen Anwalt gegen 

sie nahm und er diesen auch aus dem Nachlass bezahlte." (Urk. 6/9 S. 9). Ob-

wohl Rechtsanwältin X1._____ betonte, damit nicht zur Frage der Rechtmässig-

keit des Geldbezuges Stellung genommen zu haben, bekräftigt die Aussage doch 

den Umstand, dass es beim Auftrag an Rechtsanwalt Dr. G._____ nicht darum 

ging, zu Gunsten der Erben tätig zu werden, sondern vielmehr darum, gegen sie 

zu kämpfen. 

Anlässlich der Einvernahme durch die Vorinstanz vom 8. November 2012 führte 

der Beschuldigte demgegenüber aus, dass er Rechtsanwalt Dr. G._____ "Nicht 

nur im Zusammenhang mit der Absetzung [als Willensvollstrecker]" engagiert hat-

te. Vielmehr sei es auch darum gegangen, "das Inventar zu vervollständigen" und 

deshalb habe er Rechtsanwalt Dr. G._____ mandatiert. Und auf Vorhalt zweier 

Schreiben von Rechtsanwalt Dr. G._____ an Rechtsanwalt H._____ vom 6. und 

8. Juni 2005 (vgl. Urk. 5/2/51 und 5/2/52) erklärte der Beschuldigte, man habe 

nach Auftauchen der Schwarzgelder eine Lösung aus der verfahrenen Situation 

gesucht, und zwar in gegenseitigem Einvernehmen (Urk. 49 S. 8 und 9). Wie 

schon die Vorderrichterin mit Recht konstatierte (vgl. Urk. 63 S. 26 f.), sind diese 

Aussagen jedoch nicht nur schwer mit seinen oben zitierten Aussagen gegenüber 

der Polizei sowie mit den Aussagen von Rechtsanwältin X1._____ vereinbar, 

sondern sie stehen zudem in eklatantem Widerspruch zu den Ausführungen von 
Rechtsanwalt Dr. G._____ (Urk. 6/11). Dieser verneinte in der einlässlichen Be-
fragung als Zeuge zu seinem Auftrag nämlich dezidiert,  

- dass er irgendwelche Tätigkeiten im Zusammenhang mit der effektiven Willens-

vollstreckertätigkeit des Beschuldigten gemacht habe (Urk. 6/11 S. 5),  

-   18   - 

- dass er im Zusammenhang mit unversteuerten Vermögenswerten irgendwie  

tätig geworden sei (Urk. 6/11 S. 6),  

- dass er zusammen mit dem Beschuldigten je eine Liste bzw. seitenweise Auf-

listungen betreffend Schwarzgeldkonten erstellt habe (auf jeden Fall könne er sich 

nicht daran erinnern, er mache auch keine Steuerberatung; Urk. 6/11 S. 6 

und 11),  

- dass es sein Job gewesen sei, den Beschuldigten in dessen Funktion als  

Willensvollstrecker zu beraten (Urk. 6/11 S. 7),  

- dass es während des Mandats 2005 in seinem Büro je zu Besprechungen mit 

der Gegenpartei betreffend die Gesamterbensituation gekommen sei (er wisse 

nicht einmal, ob Frau CB._____ Kinder habe, um welche Erbmasse es gehe etc.; 

Urk. 6/11 S. 7 und 11), 

- dass er hier steuerrechtlich beraten habe (er sage noch einmal, er habe keine 

Steuerberatung gemacht), was auch aus den detaillierten Aufzeichnungen her-

vorgehe, welche er gemacht habe. Es stehe nirgends etwas von Abklärungen von 

Steuerfragen oder Steuerkonsequenzen (Urk. 6/11 S. 10; Urk. 6/12/1 und 6/12/2). 

- Schliesslich beantwortete der Zeuge auch die Ergänzungsfrage des Beschuldig-

ten, ob es nicht so sei, "dass die Rechnungsstellung von Ihnen eigentlich die  

Erbengemeinschaft C._____ betrifft?", mit einem klaren Nein. Diese betreffe 

A._____ als Willensvollstrecker im Zusammenhang mit seinen Problemen mit 

dem Nachlass CA._____. Sonst hätte er die Rechnung nämlich der Familie 

C._____ geschickt (Urk. 6/11 S. 13).   

In übereinstimmender Würdigung mit der Vorinstanz zeigt diese Zeugenaussage 

mit aller Deutlichkeit, dass es bei der Arbeit von Rechtsanwalt Dr. G._____ nicht 

um eine Beratung des Beschuldigten zu Gunsten der Erbengemeinschaft oder 

auch nur im Rahmen seiner Willensvollstreckertätigkeit – und insbesondere nicht 

um die Vervollständigung des Inventars – ging, sondern im Gegenteil nur darum, 

die Interessen des Beschuldigten gegen jene der Erbengemeinschaft zu schützen 

und zu diesem Zweck einen Vergleich zwischen dem Beschuldigten und der Er-

-   19   - 

bengemeinschaft zu erreichen. So war der Zeuge nach seiner wiederholten und 

unmissverständlichen Darstellung als Anwalt beigezogen worden, weil der Be-

schuldigte als Willensvollstrecker Probleme mit der Erbengemeinschaft, vertreten 

durch Rechtsanwalt H._____, hatte und mit dem Ziel, eine Vergleichs-

vereinbarung in diesem Zwist zwischen dem Willensvollstrecker und der Erben-

gemeinschaft auszuhandeln, was jedoch scheiterte. Das Mandat von Rechts-

anwalt Dr. G._____ hatte mit andern Worten nichts anderes zum Gegenstand als 

einen einträchtigen Abgang des Beschuldigten als unerwünschten  

Willensvollstrecker (Urk. 6/11 S. 5, 7, 10, 11). Das ergibt sich zudem ergänzend 

aus den beiden Honorarrechnungen von Rechtsanwalt Dr. G._____ vom 1. Juli 

2005 und vom 7. September 2005 (Urk. 6/12/1 und 6/12/2), mit welchen sich die 

Vorinstanz sorgfältig und zutreffend auseinandergesetzt hat und worauf zu ver-

weisen ist (Urk. 63 S. 28). Schliesslich sprechen dafür auch die beiden Entwürfe 

zu den Vergleichsvereinbarungen (Urk. 6/12/3 und 6/12/4) sowie die Schreiben 

von Rechtsanwalt Dr. G._____ an Rechtsanwalt H._____ vom 6. und 8. Juni 2005 

(Urk. 5/2/51 und 5/2/52). Auch der anlässlich der Berufungsverhandlung durch 

den Rechtsvertreter des Beschuldigten vorgebrachte Umstand, dass Rechtsan-

walt Dr. G._____ in seinem Schreiben vom 7. Februar 2006 den Betreff "Beratung 

in Sachen Willensvollstreckung für Prof. Dr. CA._____" verwendet hat (Urk. 110 

S. 4, Urk. 111/3) vermag an dieser klaren Sachlage nichts zu ändern. Dies gilt 

auch für die Anmerkung des Beschuldigten selbst, dass entsprechende Vollmach-

ten mit "Willensvollstreckung CA._____" und nicht mit "Absetzung A._____" über-

schrieben gewesen seien (Urk. 107 S. 12). 

3.4.4.3  Als gesetzliche Grundlage für den Anspruch des Willensvollstreckers auf 

Bezahlung bzw. Ersatz seiner Spesen und Auslagen (neben seinem Honorar) hat 

die Vorinstanz korrekt Art. 517 Abs. 3 ZGB i.V.m. Art. 402 Abs. 1 OR angeführt.  

So hat der Beauftragte Anspruch auf Ersatz der "Auslagen und Verwendungen, 

die dieser in richtiger Ausführung des Auftrages gemacht hat". Sinn und Zweck 

dieser Norm wird in BSK OR I - Rolf H. Weber, Basel 2011, Art. 400 N 3 treffend 

wie folgt umschrieben: "Weil der Beauftragte fremde Interessen wahrt, soll ihm 

kein Vermögensnachteil entstehen." Der Auslagenersatz betrifft etwa Kosten für 

-   20   - 

den Beizug von Banken oder Rechtsanwälten oder die Auslagen für Liegen-

schaftsschätzungen (BK ZGB - Künzle, Art. 517-518 N 405). Auch hier gilt, dass 

der Beizug des Dritten rechtmässig im Rahmen der Tätigkeit als Willensvoll-

strecker und im Interesse des Nachlasses erfolgt sein muss. Entsprechend dürfen 

Auslagen bzw. Unkosten des Willensvollstreckers nur soweit der Erbengemein-

schaft belastet werden, wie sie in deren Interesse liegen bzw. für eine ordnungs-

gemässe Mandatsführung erforderlich sind.  

Wiederum ist im Einklang mit der Vorderrichterin zu betonen, dass die Inan-

spruchnahme von Rechtsanwalt Dr. G._____ keineswegs fremden Interessen – 

weder jenen der Erbengemeinschaft noch jenen der Allgemeinheit – diente,  

sondern vollumfänglich jenen des Beschuldigten zugute kam. Wie gesehen, ver-

suchte Rechtsanwalt Dr. G._____ im Interesse des Beschuldigten eine Ver-

gleichsvereinbarung auszuhandeln, welche zu dessen Gunsten eine möglichst 

hohe Entschädigung für den Verzicht auf das Willensvollstreckermandat (sowie 

für bisher geleistete Tätigkeiten) vorsieht, während Rechtsanwalt lic. iur. H._____ 

im Gegenteil im Interesse der Erbengemeinschaft einen Vergleich mit einer  

möglichst tiefen Entschädigung anstrebte (Urk. 6/12/3 und 6/12/4). Die Interessen 

standen sich diametral entgegen, und der Beizug von Rechtsanwalt Dr. G._____ 

nützte gerade nicht den Interessen der Erbengemeinschaft, sondern dem mit  

dieser im Clinch stehenden Willensvollstrecker – zu Lasten der Erbengemein-

schaft. 

3.4.4.4  Wenn die Vorinstanz gestützt auf die eigenen Aussagen des Beschuldig-

ten, die Zeugenaussagen von X1._____ und namentlich jene von Dr. G._____ 

sowie die diversen erwähnten Dokumente zum Schluss gelangte, dass sämtliche 
Tätigkeiten von Rechtsanwalt Dr. G._____ den Interessen des Beschuldigten und 

nicht jenen der Erbengemeinschaft dienten und dass die Auslagen für den Beizug 

von Rechtsanwalt Dr. G._____ für eine ordnungsgemässe Mandatsführung des 

Beschuldigten als Willensvollstrecker nicht erforderlich waren, so ist dem vorbe-

haltlos zuzustimmen.  

Daher ist mit der Vorinstanz festhalten, dass der Beschuldigte nicht berechtigt 

war, zur Bezahlung der Rechnungen (Anwaltshonorar) von Rechtsanwalt Dr. 

-   21   - 

G._____ die Erbmasse zu belasten, mithin auch die diesbezügliche Verwendung 

von Teilen der abgehobenen Geldbeträge nicht rechtmässig war und sich daher 

das aus der Erbmasse beglichene Anwaltshonorar in vollem Umfang von Fr. 

16'144.40 als unrechtmässige Verwendung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 

StGB erweist (Urk. 63 S. 29 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3.4.5  Willensvollstreckerhonorar des Beschuldigten von Fr. 43'020.-- 

3.4.5.1  Der Beschuldigte hat sich aus den Geldbezügen ein Willensvollstrecker-

honorar im Umfang von Fr. 43'020.-- (exkl. die nicht eingeklagte Kleinspesenpau-

schale von Fr. 1'290.60) ausbezahlt, nämlich für geleistete 179.25 Stunden à 

Fr. 240.-- (vgl. die provisorische Zwischenabrechnung des Beschuldigten  

per 9.2.2006, Urk. 5/4/1, sowie die dazu gehörige Stundenliste, Urk. 5/4/2).  

Wie schon die Vorderrichterin zutreffend festgestellt hat, ist aufgrund dieser Liste 

erkennbar, dass der Beschuldigte tatsächlich gewisse Arbeiten im Rahmen der 

eigentlichen Willensvollstreckertätigkeit geleistet hat. Ebenso richtig wird ange-

merkt, dass die Tätigkeit als Willensvollstrecker zwar typischerweise den Interes-

sen der Erbinnen und Erben dient, dies aber nicht zwingend zu tun braucht, da 

der Willensvollstrecker – etwa bei Fällen von Steuerunehrlichkeit – auch Interes-

sen der Allgemeinheit wahren muss. Im Übrigen ergibt sich aber aus der Liste, 

dass der Beschuldigte sich aus der Erbmasse auch für Handlungen entschädigt 

hatte, welche mit der eigentlichen Willensvollstreckertätigkeit nichts zu tun hatten, 

sondern im Gegenteil entweder nur dem Eigeninteresse dienten oder aber durch 

frühere Honorarzahlungen bereits abgegolten waren.  

3.4.5.2  In minutiöser Analyse, mit überzeugender Begründung und kalkulatorisch 

exakt hat die Vorinstanz auf Basis dieser vom Beschuldigten selbst erstellten 

mehrseitigen Liste (vgl. Urk. 5/4/2) eruiert, welche Tätigkeiten des Beschuldigten 

im Rahmen der Willensvollstreckung sowie im Interesse der Erbengemeinschaft 

erfolgten und welche zur Wahrung von Eigeninteresse vorgenommen wurden. Es 

besteht kein Anlass, von diesen sorgfältigen Beurteilungen abzuweichen, weshalb 

vorab darauf zu verweisen ist (Urk. 63 S. 30-36; Art. 82 Abs. 4 StPO). Zusam-

-   22   - 

menfassend und teilweise ergänzend sind nachfolgend noch einige Bemerkungen 

anzubringen:  

3.4.5.3  Sämtliche Positionen, die unmittelbar und klarerweise den Erbgang als 

solchen oder dringliche Tätigkeiten im Rahmen der Nachlassverwaltung betrafen, 

wurden korrekt nicht als unrechtmässige Aufwendungen taxiert. Das betrifft  

namentlich die ersten Kontakte des Beschuldigten nach dem Ableben von Prof. 

Dr. CA._____ mit dessen Familienmitgliedern sowie Abklärungen und Handlun-

gen des Beschuldigten im Verkehr mit diversen Behörden und Institutionen wie  

dem Bezirksgericht, mit Banken, Versicherungen, Steuerämtern sowie dem 

Grundbuchamt und mit Fachpersonen. Gleich – und dies somit stets zu Gunsten 

des Beschuldigten – ging die Vorinstanz bei Tabellenpositionen vor, die nicht ein-

deutig zuweisbar waren oder gleichzeitig unterschiedlich einzustufende Handlun-

gen umfassten, die schwer ausscheidbar waren. Zu letzterem zählen z.B. die Po-

sitionen vom 23.5.2005, 27.5.2005, 30.5.2005 und 5.8.2005. Nimmt man alle im 

vorinstanzlichen Urteil (Urk. 63 S. 30-36) nicht explizit genannten Kalenderdaten 

der fraglichen Liste zusammen, so ergibt sich präzis die Summe von 73.2 Stun-

den. Für den Arbeitsaufwand von höchstens 73.2 Stunden ist daher in Überein-
stimmung mit der Vorinstanz zumindest nicht auszuschliessen, dass es sich um 

eigentliche Willensvollstreckertätigkeit gehandelt hat. Mit Recht hat die Vor-
derrichterin vermerkt, dass eine allfällige nähere Prüfung in einem zivilrechtlichen 

Verfahren zu erfolgen hätte (Urk. 63 S. 37).   

3.4.5.4  Zu den verrechneten 106.05 Stunden, welche nicht der eigentlichen 
Willensvollstreckung dienten, sondern entweder der Ablage der Rechenschaft 
für frühere Tätigkeiten oder aber der Wahrung von Eigeninteressen, bleibt anzu-

fügen, dass das Schreiben des Beschuldigten vom 22.12.2004 an CB._____ die 

Durchsetzung eines hohen Stundenansatzes für das Willensvollstreckermandat 

bezweckte. Solche Korrespondenz ist ebenso wenig honorarberechtigt wie das 

Erstellen der eigenen Honorarrechnung oder Erläuterungen dazu. Vielmehr ist die 

eigene Rechnungsstellung im Stundenansatz inbegriffen und der Aufwand dafür 

kann nicht separat in verrechnet werden (BK ZGB - Künzle, Art. 517-518 N 396). 

-   23   - 

Das gilt analog für die Honorarfestsetzung bzw. das Bestimmen/Aushandeln des 

Stundentarifs.  

Die Rechenschaftsablage für die frühere Tätigkeit des Beschuldigen als Vermö-

gensverwalter und Steuerberater hat mit der Willensvollstreckung nichts zu tun. 

Insoweit der Beschuldigte Zeitaufwand geltend macht, weil er vom Rechts-

vertreter der Erbengemeinschaft, Rechtsanwalt H._____, ab 30.12.2004 bis im 

Mai 2005 mehrfach aufgefordert wurde, eine Zusammenstellung über diese Tätig-

keiten seit 1995 zu liefern, ist seine Forderung daher, entgegen den diesbezügli-

chen Vorbringen des Verteidigers (Urk. 110 S. 6 ff.), unzulässig. Abgesehen da-

von hatte der Beschuldigte aufgrund des früheren Auftrages durch Prof. Dr. 

CA._____ gestützt auf Art. 400 Abs. 1 OR eine nicht wegbedingbare Pflicht zur  

Rechenschaftsablage, bestehend aus Informations- (jederzeit) und Abrechnungs-

pflicht (BSK OR I - Rolf H. Weber, Art. 400 N 2 ff.), so dass unmassgeblich ist 

bzw. offen bleiben kann, ob CA._____ den Beschuldigten allenfalls von dieser 

Pflicht befreit hat, wie der Beschuldigte behauptet. Das vereinbarte Honorar mit 

dem Auftraggeber beinhaltete auch die Entschädigung für die Erfüllung gesetzli-

cher Pflichten (auch Urk. 63 S. 35 ff.). Folglich ist der Zeitaufwand rund um die 

Rechenschaftsablage durch frühere Honorarzahlungen zu Lebzeiten des Erb-

lassers bereits abgegolten. Es handelte sich bei diesen Tätigkeiten des Beschul-

digten, entgegen den Ausführungen seines Rechtsvertreters (Urk. 110 S. 6 ff.), 

eben nicht um hinsichtlich der Inventarisierung des Nachlasses notwendige  

Abklärungen, sondern um eine blosse Rechenschaftsablegung für seine vor dem 

Tod des Erblassers als Vermögensverwalter und Steuerberater für diesen getätig-

ten Aufwendungen. 

Die Tätigkeiten des Beschuldigten im Zusammenhang und teilweise gemeinsam 

mit Rechtsanwalt Dr. G._____ und dem als Mediator fungierenden I._____ (Urk. 

5/7 S. 15) sowie zum Teil Rechtsanwalt H._____ erfolgten im Hinblick auf die an-

gestrebte Vergleichsvereinbarung als Kontrahent der Erbengemeinschaft und 

somit in Wahrnehmung von Eigeninteressen. 

3.4.5.5  Zum vom Beschuldigten beanspruchten Stundentarif von Fr. 240.-- führte 

die Vorinstanz gestützt auf BSK ZGB II - Karrer/Vogt/Leu, Art. 517 N 27, 30, 32 

-   24   - 

und Art. 518 N 28 (mit weiteren Hinweisen) aus, der Willensvollstrecker habe  

einen Anspruch auf angemessene Vergütung, der sich ausschliesslich nach  

Bundesrecht – also nicht automatisch nach berufsständischen Honorarverord-

nungen oder kantonalen Tarifen – bestimme. Die Erben könnten eine Ermässi-

gung einer vom Erblasser festgelegten Vergütungshöhe geltend machen, wenn 

die festgesetzte Vergütung nicht "angemessen" sein sollte. Hinsichtlich der  

bundesrechtlichen Angemessenheit halte das Bundesgericht fest, dass die Höhe 

der angemessenen Vergütung nur unter Berücksichtigung der Umstände des  

Einzelfalls festgesetzt werden könne, wobei sie der aufgewendeten Zeit, der 

Komplexität, dem Umfang und der Dauer des Auftrages sowie der damit ver-

bundenen Verantwortung Rechnung tragen müsse; dabei sei eine Bemessung 

der Vergütung rein als Prozentsatz des Nachlassvermögens abzulehnen (BGE 

129 I 330 E. 3.2). Ein Honorarabzug sei gerechtfertigt, wenn der Willensvoll-

strecker nach den Umständen des Falles und seiner Berufsqualifikationen nach-

lässig gehandelt habe (BGE 124 III 423 E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 

4C.80/2005 vom 11. August 2005 E. 2.2.1). Berufsständische Honorarordnungen 

oder kantonale Tarife könnten als Anhaltspunkte für die Üblichkeit der Vergütung 

im Sinne von Art. 394 Abs. 3 OR bzw. vorliegend Art. 517 Abs. 3 ZGB herange-

zogen werden, aber nur für die von ihnen erfassten Fachpersonen und unter  

Berücksichtigung von deren beruflichen Kostenstrukturen. Während diese im Ein-

zelfall den bundesrechtlichen Massstäben auf Angemessenheit entsprechen 

könnten, seien sie aber wegen der bundesrechtlichen Natur des Vergütungsan-

spruchs nicht verbindlich (vgl. BGE 117 II 282 E. 4c). Dabei trage der Willensvoll-

strecker die Beweislast für die bundesrechtlichen Berechnungsfaktoren (BSK 

ZGB II - Karrer/Vogt/Leu, Art. 517 N 32; ZR 201, 87 ff.). Diesen Darlegungen im 

angefochtenen Urteil (Urk. 63 S. 37 f.) ist – unter ergänzendem Hinweis auf  

BK ZGB - Künzle, Art. 517-518 N 390 und 392 ff. – ohne weiteres zuzustimmen.  

Von diesen Grundsätzen ausgehend ist die Vorderrichterin mit zutreffenden  

Überlegungen zum nachvollziehbaren Ergebnis gelangt, dass die verlangte und 

nicht allzu bescheidene Vergütung von Fr. 240.-- pro Stunde – für die es im  

Übrigen keiner Einigung mit der Erbengemeinschaft bedurfte – noch innerhalb der 

Honorarempfehlung der Treuhand-Kammer (vgl. Urk. 5/23/5) liege und dass die 

-   25   - 

Anwendung der dort vorgesehenen Tarife durch den Beschuldigten aus straf-

rechtlicher Sicht nicht zu beanstanden sei. Mit der Vorinstanz bleibt zu konstatie-

ren, dass die Höhe des vorliegenden Honorars in zivilrechtlichem Sinne damit 

nicht gebilligt ist. Das Willensvollstreckungshonorar als solches ist hier nämlich 

nur am Rande Verfahrensgegenstand und eine Streitigkeit über dessen  

Angemessenheit nach Art. 517 Abs. 3 ZGB ist in einem eigenständigen Zivil-

prozess zu lösen (auch Urk. 63 S. 38 f.).  

3.4.5.6  Die Verrechnung von 73.2 Stunden à Fr. 240.-- zuzüglich 7.6% damalige 

Mehrwertsteuer, total Fr. 18'903.15, ist nach dem Gesagten nicht strafrechtlich 

vorwerfbar. 

3.4.6  Das führt zur bereits im angefochtenen Urteil erwähnten Zwischenbilanz, 

dass die Bezüge des Beschuldigten aus strafrechtlicher Sicht soweit nicht zu  

beanstanden sind, als sie die (nicht Anklagegegenstand bildenden) staatlichen 

Rechnungen von Fr. 1'497.90, die (ebenfalls nicht eingeklagte) Kleinspesen-

pauschale von Fr. 1'290.60 sowie das Willensvollstreckerhonorar in Höhe von 

Fr. 18'903.15, mithin total Fr. 21'691.65 betreffen.  

Subtrahiert man das strafrechtlich nicht zu beanstandende Willensvollstrecker-

honorar in Höhe von Fr. 18'903.15 von dem laut Anklageschrift unrechtmässig 

verwendeten Betrag von Fr. 62'608.-- (Urk. 29 S. 3), resultieren unrechtmässig 
bezogene bzw. verwendete Vermögenswerte (abgebuchte Beträge) von 
Fr. 43'704.85 (auch Urk. 63 S. 39).  

3.4.7  Indem der Beschuldigte mit diesen Vermögenswerten u.a. eine offene 

Rechnung von FA._____ und FB._____ aus seiner für diese erfolgten Tätigkeit 

als Steuerberater in der Höhe von Fr. 3'500.-- und seine Anwaltskosten von 

Rechtsanwalt Dr. G._____ im Zusammenhang mit seiner von der Erbengemein-

schaft angestrebten Absetzung als Willensvollstrecker im Umfang von 

Fr. 16'144.40 deckte sowie im Eigeninteresse betriebenen Zeitaufwand für Tätig-

keiten ausserhalb des eigentlichen Willensvollstreckermandates entlöhnte, ver-

wendete er insoweit das ihm anvertraute Erbe – konkret die Guthaben auf den 

fraglichen Bankkonten – nicht entsprechend seinen Pflichten als Willensvoll-

-   26   - 

strecker, sondern in zweckwidriger Weise zu seinem persönlichen Vorteil. Damit 

bekundete er eindeutig seinen Willen, den obligatorischen Anspruch des Treuge-

bers, bzw. hier denjenigen der Erbengemeinschaft als Nachfolgerin des Erb-

lassers und Treugebers, zu vereiteln. Wie schon eingangs (Erwägung II. 3.4) dar-

gelegt, lag indessen bereits in der pflichtwidrigen Abbuchung der Bankguthaben 

zu seinem Nutzen eine Verletzung der Werterhaltungspflicht und damit eine un-

rechtmässige Verwendung der ihm anvertrauten Vermögenswerte im Sinne von 

Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB, unabhängig davon, ob der Beschuldigte anderweitig 

über entsprechende Gelder verfügte (Donatsch, Strafrecht III, S. 130; BSK StGB 

II - Niggli/Riedo, Art. 138 N 108).    

3.5  Vermögensschaden  

3.5.1  Der Vermögensschaden stellt ein ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal 

der Veruntreuung von Vermögenswerten dar.  

3.5.2  Mit der Vorinstanz (Urk. 63 S. 39 f.) und unter Hinweis auf BSK StGB II - 

Niggli/Riedo, Art. 138 N 110 f. mit weiteren Verweisen, v.a. auf die bundesgericht-

liche Rechtsprechung, ist festzuhalten, dass vorliegend die Erbengemeinschaft  

offensichtlich einen Vermögensschaden im Umfang der durch den Beschuldigten 

unrechtmässig bezogenen Vermögenswerte von Fr. 43'704.85 erlitten hat. Die 

Tathandlung ist mit einer entsprechenden Vermögensschädigung identisch, stellt 

doch die Veruntreuung ein schlichtes Tätigkeitsdelikt dar. Denn wer einen Ver-

mögenswert unrechtmässig verwendet, gefährdet die Forderung des Treugebers, 

womit diese gleichzeitig an Wert verliert (vgl. Trechsel/Crameri, Art. 138 N 17; 

Riedo, AJP 12 [2003] S. 1483 f.). Es ist der Vorinstanz daher auch darin zu fol-

gen, dass die Rückforderungsmöglichkeit am Faktum des Vermögensschadens 

nichts ändert. Zum einen ist eine Forderung immer mit dem Risiko verbunden, 

dass sie bestritten wird, der Schuldner bzw. Täter sie nicht bezahlen kann 

und/oder nicht bezahlen will, was ihren Wert reduziert, und zum andern verhindert 

eine Rückforderungsmöglichkeit bzw. ein Rückforderungsanspruch nicht die Ent-

stehung des Schadens. Jede gegenteilige Annahme widerspräche der ratio legis 

von Art. 138 StGB und würde diese Norm faktisch ausser Kraft setzen. Vielmehr 

bedeutet schon die Gefährdung der Verwirklichung ihres obligatorischen  

-   27   - 

Anspruchs auf Rückerstattung der unrechtmässig bezogenen bzw. verwendeten 

Geldbeträge für die Erbengemeinschaft einen Vermögensschaden (vgl. auch  

Urteil 6B_459/2007 vom 18. Januar 2008 E. 8.7).  

3.6 Damit sind alle objektiven Tatbestandsmerkmale der Veruntreuung von 

Vermögenswerten erfüllt. 

3.7 Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz und ein Handeln in unrecht-

mässiger Bereicherungsabsicht (BGE 129 IV 257 E. 2.2.1).  

3.7.1  Der Vorsatz muss sich auf die wirtschaftliche Fremdheit der Vermögens-

werte sowie auf die Unrechtmässigkeit der Verwendung des Empfangenen (und 

damit zugleich auf die Vermögensschädigung) beziehen (BSK StGB II - Niggli/ 

Riedo, Art. 138 N 112). Es genügt, wenn der Beschuldigte die Verwirklichung des 

objektiven Tatbestandes in Kauf genommen hat (Eventualvorsatz).  

3.7.1.1  Mit einlässlicher Begründung ist die Vorinstanz zum Ergebnis gelangt, 

dass der Beschuldigte zumindest im Bewusstsein gehandelt hat, etwas Unrechtes 

zu tun, dass er aber dennoch gehandelt und damit die Unrechtmässigkeit seines 

Vorgehens und den daraus resultierenden Vermögensschaden in Kauf genom-

men hat, womit zumindest Eventualvorsatz vorliegt. Diese vorinstanzliche Beurtei-

lung ist als zutreffend zu übernehmen (Urk. 63 S. 41 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

3.7.1.2  Dem Beschuldigten als langjährigem Finanzberater, Steuerrechtsexper-

ten und Treuhänder (vgl. Urk. 5/1 S. 1 ff.; Urk. 5/6/1; Urk. 5/24 S. 4; Urk. 49 

S. 1 ff.) muss bewusst gewesen sein, dass die Konten des Verstorbenen, 

CA._____, Teil der Erbmasse sind und somit nicht ihm, sondern der Erbenge-

meinschaft gehörten, dass er für Rechnungen an das Ehepaar F._____ nicht die 

Erbmasse belasten durfte, dass er sich für die Wahrung von Eigeninteressen und 

die in diesem Rahmen angefallenen Auslagen nicht zu Lasten der Erbmasse ver-

güten durfte sowie dass die Rechenschaftsablegung für frühere Aufträge als Ver-

mögensverwalter und Steuerberater des Erblassers und dessen Familie bereits 

mit dem damals empfangenen Honorar abgegolten war. So führte er selber aus, 

dass das Nachlassvermögen bis zu dessen Aufteilung der Erbengemeinschaft 

-   28   - 

gehört (Urk. 5/9 S. 6) und wies auf den Umstand hin, dass die Steuerberatung für 

das Ehepaar F._____ nichts mit der Willensvollstreckung zu tun hat (vgl. auch 

vorne Erwägung II. 3.4.3). Aufgrund seiner fundierten Ausbildung, der grossen  

Berufserfahrung im Treuhandwesen und als selbständig Erwerbender sowie  

seiner darüber hinaus langjährigen Revisorentätigkeit in verschiedenen (wirt-

schaftlich geprägten) Vereinigungen darf davon ausgegangen werden, dass der 

Beschuldigte die massgebenden rechtlichen Vorschriften betreffend die Rechen-

schaftsablegung über die Geschäftsführung und hinsichtlich Auslagenersatz  

(namentlich Art. 400 und 402 OR) kannte.  

Aber auch bei fehlender genauer Kenntnis der Rechtslage hätte dem Beschuldig-

ten jedenfalls bewusst sein müssen, dass sein Verhalten – die im Ausmass mit-

nichten unbescheidene Verrechnung von Aufwand für Rechenschaftsablegung in 

der Vergangenheit zu Lasten der Erbengemeinschaft und die Deckung von  

persönlichen Anwaltskosten im Kampf gegen die Erbengemeinschaft aus der 

Erbmasse – rechtlich problematisch sein könnte.  

3.7.1.3  Weiter darf vorausgesetzt werden, dass sich der Beschuldigte spätestens 

nach seiner (umstrittenen) Ernennung zum Willensvollstrecker im Januar 2005 im 

Hinblick auf dieses Mandat in den Grundzügen mit den gesetzlichen Vorschriften 

betreffend die Willensvollstreckung (Art. 517 - 518 ZGB) befasste – insbesondere 

auch mit den Regelungen und Usanzen rund um Vergütung und Auslagenersatz – 

und diese somit kannte.  

Selbst wenn es an Kenntnis gemangelt haben sollte, ist angesichts seiner Bio-

grafie und Lebenserfahrung nichts anderes vorstellbar, als dass der Beschuldigte 

zumindest das Empfinden haben musste, Unrechtes zu tun, als er sich für seine 

eigenen Anwaltskosten als Kontrahent der Erbengemeinschaft aus der Erbmasse 

schadlos hielt. Dies gilt erst recht in Anbetracht der Tatsache, "[dass] das Mandat 

als Willensvollstrecker (…) von allem Anfang an unter einem unglücklichen Stern 

[stand]" (Urk. 54 S. 5), der Beschuldigte von der Witwe verzögert über den Tod 

des Erblassers informiert worden war, ihm seitens der Erbengemeinschaft – die 

nach dem Ableben von CA._____ unverzüglich einen Rechtsvertreter beauftragt 

hatte – sofort grosses Misstrauen ("wahnsinniges Misstrauen"; vgl. Urk. 54 S. 10) 

-   29   - 

entgegengeschlagen und man versucht hatte, ihn von der Mandatsannahme ab-

zuhalten, sämtliche frühere Vollmachten widerrufen und lückenlose Rechenschaft 

über seine vorangegangene Vermögensverwaltungstätigkeit ab 1995 verlangt 

worden war, seine Absetzung als Willensvollstrecker Thema war, diesbezügliche 

Vergleichsgespräche (beidseits mit Rechtsanwälten und unter Beizug eines Me-

diators) bevorstanden und per 25. Mai 2005 terminiert waren etc. Das alles wuss-

te der Beschuldigte, ist doch vielfach aktenkundig, dass er selber unmittelbar we-

sentlicher Teil dieses Tauziehens war (Urk. 2/1 [div.]; Urk. 5/2/48-52; Urk. 2/14 ff.; 

Urk. 5/1 S. 14; Urk. 5/3 S. 4 ff.; Urk. 5/7 S. 15, 20; Urk. 5/9 S. 2 f.; Urk. 5/16 S. 7 

ff.; Urk. 5/8/5; Urk. 5/10/3; Urk. 6/9, 6/11 und 6/12/3-4; Urk. 7/2; etc.).   

3.7.1.4  Wenn der Beschuldigte vor diesem Hintergrund am 22. April 2005 und 

9. Mai 2005 – mithin lange vor dem vereinbarten Termin betreffend der Ver-

gleichsgespräche, welche bekanntlich scheiterten (Urk. 5/2/52; Urk. 6/12/3-4) – 

zwei Akontobezüge von insgesamt über Fr. 61'000.-- vom Konto des Erblassers 

bei der ... Bank tätigte, dies hauptsächlich für seine bisherigen und künftigen Auf-

wendungen als Willensvollstrecker, wie er selber erklärte, liess er es nicht nur an 

jeder Sensibilität in seinem Auftreten gegenüber der Erbengemeinschaft fehlen, 

sondern er handelte fraglos nicht frei von Unrechtsbewusstsein. Dies umso mehr, 

als er die zum damaligen Zeitpunkt klar übermässig hohen Beträge nach nur we-

nigen Monaten als Willensvollstrecker, zumindest teilweise als vorrätig und zudem 

erkennbar und zugegebenermassen heimlich, ohne die Erbengemeinschaft (zu-

vor) zu informieren, abdisponierte (vgl. die Fax Mitteilung von RA Dr. G._____ an 

RA lic. iur. H._____ vom 8. Juni 2005, Urk. 5/2/51; Urk. 5/22 S. 13 ff.; Urk. 49 S. 

8; Urk. 50/9). Daran ändert nichts, dass das formelle Absetzungsverfahren da-

mals noch nicht pendent war (Urk. 2/12 und 2/13). Bei der von Beginn an ernst-

haften und heftigen Auseinandersetzung um sein Amt als Willensvollstrecker und 

namentlich der Androhung eines Absetzungsverfahrens war dem Beschuldigten 

klar bzw. musste ihm klar sein, dass er mit den Bankbezügen äusserst risikoreich 

und allenfalls unrechtmässig handelte, und er nahm dies billigend in Kauf. Es ist 

offensichtlich, dass sich der Beschuldigte durch diese zwei beträchtlichen Bar-

auszahlungen (Urk. 2/21) noch schnell zu Lasten der Erbengemeinschaft wirt-

schaftlich besser stellen wollte.  

-   30   - 

3.7.1.5  Mit stichhaltigen Argumenten hat die Vorinstanz einen beachtlichen 

Rechtsirrtum des Beschuldigten im Sinne von Art. 21 StGB verworfen (Urk. 63 

S. 43 f.). 

Der Rechtsvertreter des Beschuldigten machte in diesem Zusammenhang  

anlässlich der Berufungsverhandlung geltend, alle im anklagerelevanten Zeitraum 

involvierten Rechtsanwälte hätten sich vom Beschuldigten aus dem Nachlass  

bezahlen lassen, weshalb sie beim Eingang der Zahlungen zu erkennen vermocht 

hätten, woher die entsprechenden Mittel stammen. Da keiner der Anwälte den 

Beschuldigten darauf hingewiesen habe, dass eine Bezahlung aus dem Nachlass 

unstatthaft sei, könne nicht in Zweifel gezogen werden, dass der Beschuldigte in 

diesem Zusammenhang guten Glaubens gewesen bzw. einem Rechtsirrtum  

unterlegen sei (Urk. 110 S. 4 f.). In Ergänzung zu den bereits getätigten  

Erwägungen ist diesbezüglich aufzuführen, dass nicht gesagt werden kann, dass 

den Anwälten aufgrund des Eingangs der Zahlungen des Beschuldigten klar  

gewesen sein muss, dass die ihnen zugewandten Mittel aus dem Nachlass 

stammen, zumal dies aus den entsprechenden Belegen nicht zwingend erkennbar 

wird. Des Weiteren könnte eine Garantenpflicht der Rechtsanwälte im Hinblick auf 

die Information des Beschuldigten betreffend die Unstatthaftigkeit seiner  

Überweisungen aus dem Nachlass ohnehin nicht bejaht werden. Im Übrigen  

liegen auch keinerlei Hinweise darauf vor, dass einer der involvierten Rechts-

anwälte gegenüber dem Beschuldigten je den Anschein erweckt bzw. diesem die 

Auskunft erteilt hätte, die durch ihn getätigten Transaktionen zulasten des Nach-

lasses seien statthaft. Solches geht auch aus dem in diesem Zusammenhang 

durch den Verteidiger des Beschuldigten angerufenen Schreiben von Rechts-

anwalt Dr. G._____ vom 6. Juni 2005 nicht hervor (vgl. Urk. 110 S. 5 und  

Urk. 111/5), betreffend welchem ohnehin zu berücksichtigen ist, dass es sich an 

die Gegenpartei (und nicht an den Beschuldigten) richtete. 

Wie auch in den vorstehenden Erwägungen aufgezeigt, hätte der Beschuldigte 

bei seinem persönlichen und beruflichen Hintergrund nicht nur um die Rechts-

widrigkeit seines Verhaltens wissen können, sondern er hat die Rechtswidrigkeit 

in Kauf genommen oder sogar darum gewusst. Wer aber wie der Beschuldigte im 

-   31   - 

Bewusstsein handelt, Unrecht zu tun, kann sich nicht auf einen unvermeidbaren 

Rechtsirrtum berufen. Insbesondere hätte selbst eine allfällige Falschauskunft  

eines Anwaltes, wonach die Bezüge für die vorliegenden Verwendungszwecke 

rechtmässig seien, keinen beachtlichen Rechtsirrtum zu bewirken vermocht. 

Schon der Umstand, dass sich der Beschuldigte hinsichtlich der Akontobezüge 

bei Rechtsexperten erkundigt und abgesichert haben will (Urk. 49 S. 9), spricht – 

entgegen den Ausführungen des Verteidigers (Urk. 110 S. 5) – für ein "bloss  

unbestimmtes Empfinden, […] etwas Unrechtes zu tun", (vgl. BSK StGB I - Niggli/ 

Maeder, 3. Auflage Basel 2013, Art. 21 N 13 mit Hinweis auf BGE 72 IV 150, 

155), was genügt, um die Anwendung von Art. 21 StGB auszuschliessen. Abge-

sehen davon datieren die zwei grossen der insgesamt drei umstrittenen Bank-

bezüge vom 22. April 2005 und vom 9. Mai 2005 (vgl. Urk. 2/21 und 2/24), und 

der Beschuldigte konnte zumindest hinsichtlich des ersten Bezuges Rechtsanwalt 

Dr. G._____ nicht betreffend Rechtmässigkeit angefragt haben, wurde dieser 

doch erstmals am 6. Mai 2005 für den Beschuldigten tätig (Urk. 6/11 S. 4; Urk. 

6/12/1 S. 2). Zudem fällt auf, dass in der Zeit bis zum zweiten Bankbezug vom 

9. Mai 2005 nur gerade ein einziges kürzeres Telefongespräch von  

0.2 Stunden bzw. 12 Minuten zwischen dem Beschuldigten und Rechtsanwalt  

Dr. G._____ – wohl ein erstes Kennenlernen aus der Distanz – stattgefunden hat-

te, nämlich am 6. Mai 2005. Zu einer (ersten persönlichen) Besprechung sowie 

zum Aktenstudium betreffend Nachlass CA._____ durch Rechtsanwalt  

Dr. G._____ kam es erst am 20. Mai 2005, mithin elf Tage nach dem zweiten 

Bankbezug, und die offizielle Bevollmächtigung von RA Dr. G._____ erfolgte gar 

erst am 25.5.2005 (Urk. 6/12/1 S. 2; Urk. 50/12). Dies deutet darauf, dass auch 

der zweite Bankbezug durch den Beschuldigten vom 9. Mai 2005 ohne bzw.  

jedenfalls ohne eine vertiefte sachbezügliche Besprechung des Beschuldigten mit 

Rechtsanwalt Dr. G._____ erfolgt sein dürfte. 

3.7.2  Nach der Rechtsprechung bereichert sich bei der Veruntreuung von Ver-

mögenswerten unrechtmässig, wer die Vermögenswerte, die er dem Berechtigten 

jederzeit zur Verfügung zu halten hat, in seinem Nutzen verwendet, ohne fähig 
und gewillt zu sein, sie jederzeit sofort zu ersetzen (BGE 133 IV 21 E. 6.1.1 und 
E. 6.1.2 mit Hinweisen).  

-   32   - 

Als Bereicherung gilt jede – dauernde oder bloss vorübergehende – wirtschaftli-

che Besserstellung, auf die ihr Empfänger keinen Rechtsanspruch besitzt (BGE 

118 IV 30 und 114 IV 133 E. 2b; Donatsch, Strafrecht III, S. 85). In der Regel ist 

mit der Aneignung auch eine Bereicherung verbunden. Unrechtmässig ist die  

Bereicherung, wenn sie im Widerspruch zu einer oder mehreren Rechtsnormen 

steht (Donatsch, Strafrecht III, S. 85), wenn die Vermögensverschiebung vom 

Recht missbilligt wird. Keine unrechtmässige Bereicherung liegt deshalb vor, 

wenn sich der Täter für eine fällige Forderung Befriedigung verschafft. Da es um 

ein subjektives Tatbestandsmerkmal geht, genügt es, dass die Forderung zwar 

nicht tatsächlich, aber in der Vorstellung des Täters bestand (Trechsel/Crameri, 

Art. 138 N 18 f.). An der Absicht unrechtmässiger Bereicherung kann es zudem 

fehlen, wenn der Täter Ersatzbereitschaft aufweist, d.h. wenn er den Willen und 

die Möglichkeit hatte, zeitgerecht, d.h. jederzeit und sofort sowie aus eigenen Mit-

teln Ersatz zu leisten; die Möglichkeit, es mit Hilfe Dritter zu tun, genügt nicht 

(BGE 118 IV 30; BSK StGB II - Niggli/ Riedo, Art. 138 N 116 ff.; Trechsel/Crameri, 

Art. 138 N 19).  

Die Eventualabsicht, sich unrechtmässig zu bereichern, genügt, wobei es für eine 

solche ausreicht, dass sich der Täter nicht sicher ist, ob die betreffende Bereiche-

rung rechtmässig ist. Mithin kann Eventualabsicht vorliegen, wenn der Täter nicht 

völlig vom Bestehen seiner eigenen zu verrechnenden Forderung bzw. von der 

jederzeitigen Möglichkeit zur Ersatzleistung überzeugt ist (BGE 118 IV 32; BGE 

105 IV 29, 36; BGE 72 IV 125; zuletzt bestätigt in Urteil des Bundesgerichts 

6B_472/2011 vom 14. Mai 2012; Donatsch, Strafrecht III, S. 87, 115, 130 f.). 

3.7.2.1  Völlig zu Recht hat die Vorinstanz (Urk. 63 S. 45) bezüglich des Beschul-

digten erwogen, er habe gewusst, dass die Forderung in Höhe von Fr. 3'500.--, 

wenn überhaupt, gegen FA._____ und FB._____ bestand, und nicht gegenüber 

der Erbengemeinschaft; ebenso habe er gewusst, dass er zwar eigene Interessen 

verfolgen durfte, die dafür aufgewendete Arbeit sowie der finanzielle Aufwand 

aber nicht der Interessengegnerin – der Erbengemeinschaft – verrechnen durfte. 

Weiter rechnete die Vorinstanz dem Beschuldigten das Wissen an, dass die Re-

chenschaftsablage für seine frühere Tätigkeit mit dem damaligen Honorar, wel-

-   33   - 

ches nach eigener Darstellung des Beschuldigten bis zum Todestag von 

CA._____ am 22.12.2004 beglichen war (vgl. Urk. 9/5/5), abgegolten war. Selbst 

wenn der Beschuldigte all dies nicht gewusst hätte, so konnte er jedenfalls nicht 

vom Gegenteil überzeugt sein, was für die Erfüllung des subjektiven Tatbe-

standsmerkmals der Bereicherungsabsicht (im Sinne der Eventualabsicht) bereits 

genügt.  

3.7.2.2  Zuzustimmen ist auch den Ausführungen der Vorderrichterin zur Restitu-

tionsfähigkeit und -willigkeit (Urk. 63 S. 45 f.):  

Der Beschuldigte mag zum Zeitpunkt der Bezüge – auch Dank seines Grundei-

gentums (Ferienhaus bzw. Hausteil in …; Urk. 49 S. 5, Urk. 82/1) –, grundsätzlich 

über genügend Mittel verfügt haben, um das bezogene Geld zurück zu zahlen. Er 

mag damit allenfalls restitutionsfähig gewesen sein, wobei anzumerken ist, dass 

die Ersatzfähigkeit – wie bereits erwähnt – zu verneinen ist bei der blossen Aus-

sicht oder Möglichkeit, dass sich der Täter das Benötigte von Dritten wird be-

schaffen können, vorliegend etwa durch Erhöhung der Hypothek (BSK StGB II - 

Niggli/Riedo, Art. 138 N 128). Wie es sich mit der Fähigkeit des Beschuldigten 

verhält, zum Tatzeitpunkt aus eigenen Mitteln Ersatz leisten zu können, kann trotz 

der vorliegenden Illiquidität seines Grundeigentums indessen offen bleiben, denn 

er hatte nicht – jedenfalls nicht zum Zeitpunkt der Bezüge – den Willen, dies zu 

tun. Im Gegenteil liess er durch Rechtsanwalt Dr. G._____ dem Anwalt der Er-

bengemeinschaft, Rechtsanwalt H._____, am 6. Juni 2005 per Fax mitteilen, dass 

er unter keinen Umständen bereit sei, die aus seiner Sicht rechtmässig verein-

nahmten Honorare für geleistete Dienste zurückzuerstatten. Dabei wurde im 

Schreiben ausdrücklich auf die "CHF 70'000.--" von der Bank ... Bezug genom-

men, welche der Beschuldigte als Akontozahlung für seine Willensvollstreckertä-

tigkeit in Anspruch genommen habe, was durchaus statthaft gewesen sei (Urk. 

5/2/52; auch Urk. 49 S. 9 [wobei zu präzisieren ist, dass die Starteinlage von Sep-

tember 2003 auf das Konto bei der Bank ... Fr. 70'000.-- betragen hatte, während 

sich die Bezüge des Beschuldigten auf Fr. 61'174.-- beliefen; vgl. Urk. 2/24]). Mit 

dieser eindeutigen Äusserung wurde eine Rückerstattung der Bezüge, namentlich 

auch des unrechtmässig verwendeten und als Vermögensschaden zu betrach-

-   34   - 

tenden Teilbetrages von Fr. 43'704.85, kategorisch abgelehnt, womit auch die 

Restitutionswilligkeit klarerweise zu verneinen ist. Anlässlich der Berufungsver-

handlung verwies der Verteidiger des Beschuldigten im Zusammenhang mit des-

sen Restitutionswilligkeit darauf, dass der Beschuldigte ja zum Abschluss eines 

Vergleichs gewillt gewesen sei (Urk. 110 S. 10). Dabei ist jedoch darauf hinzuwei-

sen, dass ein solcher Vergleich nur einen Teil des Betrages der Bereicherung um-

fasst hätte und dass der Abschluss eines Vergleiches – im Gegensatz zu einer 

vorbehaltlosen Restitutionswilligkeit – immer von zukünftigen Umständen bzw. 

von einer Einigung mit der Gegenseite abhängt, welche vorliegend jedoch nie zu-

stande gekommen ist. Der Beschuldigte hat den von ihm verursachten Schaden 

sodann auch bis heute nicht beglichen. Sein Restitutionswille kann somit auch un-

ter Berücksichtigung der anlässlich der Berufungsverhandlung getätigten Äusse-

rungen nicht bejaht werden.  

3.7.2.3  Die im Mai 2005 vorgenommenen Vermögensdispositionen würden auch 

keinerlei Sinn ergeben, wenn der Beschuldigte schon zum Zeitpunkt ihrer Vor-

nahme vorgehabt hätte, sie ohnehin gleich wieder rückgängig zu machen. Er  

bezog das Geld bzw. die im Ergebnis als unrechtmässig einzustufende Teilsum-

me von Fr. 43'704.85 ja genau mit dem Ziel, sie seinem Vermögen zuzuführen – 

teilweise dafür, um eine Verminderung seines Vermögens wegen der Kosten von 

Rechtsanwalt Dr. G._____ zu verhindern, und teilweise dafür, um sein Vermögen 

zu mehren. Aus den Akten ergeben sich auch keinerlei Anhaltspunkte, dass der 

Beschuldigte den Willen hatte, das Geld auf einen bestimmten (späteren) Zeit-

punkt hin zurückzubezahlen. Der Barbezug der dritten Geldtranche von 

Fr. 4'222.50 durch den Beschuldigten vom Konto des Erblassers bei der UBS am 

5. August 2005 zwecks Bezahlung des restlichen Honorars von Rechtsanwalt 

Dr. G._____ (vgl. Urk. 2/22, Urk. 5/8/1 und Urk. 6/12/1) spricht gerade und zusätz-

lich gegen jeden Ersatzwillen. Selbst wenn der Beschuldigte eine  

spätere Rückzahlung vorgehabt hätte, wäre das Tatbestandselement der un-

rechtmässigen Bereicherungsabsicht gleichwohl erfüllt, denn für die Strafbarkeit 

nach Art. 138 StGB genügt bereits eine vorübergehende wirtschaftliche Besser-

stellung (vgl. BGE 118 IV 30, BGE 114 IV 133 E. 2b; Donatsch, Strafrecht III, 

S. 85). Dies besagt auch der vom Verteidiger des Beschuldigten (unvollständig) 

-   35   - 

zitierte Bundesgerichtsentscheid, BGE 77 IV 10, 13 (vgl. Urk. 110 S. 11 und Prot. 

II S. 12). 

3.7.2.4  Da der Beschuldigte jedenfalls nicht gewillt war, die unrechtmässig in  

seinem Nutzen bezogenen und verwendeten Vermögenswerte sofort d.h. jeder-

zeit zu ersetzen bzw. das Geld zurückzuzahlen, war er (zumindest vorüber-

gehend) besser gestellt. Folglich ist auch das Tatbestandsmerkmal der unge-

rechtfertigten Bereicherungsabsicht zu bejahen.  

3.7.3  Der subjektive Tatbestand der Veruntreuung von Vermögenswerten im  

Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB ist damit ebenfalls erfüllt.  

3.8  Vor diesem Hintergrund erübrigt es sich, die Steuerunterlagen des Beschul-

digten sowie die Akten des Nach- und Strafsteuerverfahrens der 

Privatklägerinnen beizuziehen, wie es der Beschuldigte mit seinem Beweisantrag 

beantragen liess (Prot. II S. 9). Zur Begründung des Beweisantrages wurde 

vorgebracht, dass nur so der sich aufgrund der desolaten Steuersituation der 

Familie C._____ ergebende Aufwand des Beschuldigten abgeschätzt werden 

könne (Urk. 110 S. 5). Dass es der Beschuldigte nicht mit einem einfachen zu 

bewältigenden Willensvollstreckermandat zu tun hatte, welches ihm viel Arbeit 

bescherte, steht aber auch ohne Beizug der Akten fest, ist jedoch zur Beurteilung 

der vorliegenden Strafsache von keinerlei Relevanz. Der entsprechende 

Beweisantrag des Beschuldigten ist deshalb abzuweisen. 

3.9 Nach Art. 138 Ziff. 2 StGB wird strenger bestraft, wer die Tat unter anderem 

als berufsmässiger Vermögensverwalter in Ausübung der betreffenden Tätigkeit 

begeht (für Einzelheiten siehe vorne Erwägung II. 3.1).  

Das trifft auf den Beschuldigten zu, wie bereits die Vorderrichterin richtig konsta-

tiert hat (Urk. 63 S. 46). Der Beschuldigte ist von Beruf Treuhänder und führt eine 

eigene Firma mit den Spezialitäten Finanzberatung, Steuerrechtspraxis, Treu-

handbüro (Urk. 5/6/1). Im Rahmen dieser Berufstätigkeit hat er für den Erblasser 

CA._____ seit 1995 Dienstleistungen als Steuerberater und als Vermögensver-

walter erbracht. Die Einsetzung des Beschuldigten als Willensvollstrecker war für 

-   36   - 

CA._____ insofern nahe liegend, als die Willensvollstreckung zu den  

typischen Tätigkeiten eines Treuhänders gehört und er dem Beschuldigten  

vertraute. Aufgrund dieser Konstellation und angesichts des Umstandes, dass der 

Beschuldigte – zu Recht oder zu Unrecht – die fraglichen Barbezüge als Akonto-

zahlungen für seine geleistete und künftige Willensvollstreckertätigkeit vornahm, 

hat er die Tat im Rahmen der Ausübung seines Berufes, hier als Willensvollstre-

cker, begangen, weshalb er sich der qualifizierten Veruntreuung im Sinne von  

Art. 138 Ziff. 2 StGB schuldig gemacht hat.  

3.10 Der Willensvollstrecker ist im Besitz von Nachlassgegenständen und kann 

über den Nachlass verfügen. Das gilt auch für Bankkonten bzw. die darauf be-

stehenden Guthaben (BK ZGB - Künzle, Art. 517-518, N 49 ff., N 198 ff.). Wenn 

der Willensvollstrecker – wie hier – das anvertraute Gut bzw. Buchgeld den Erben 

entzieht und für seine eigenen Zwecke verwendet, liegt eine Veruntreuung  

gemäss Art. 138 StGB vor (BK ZGB - Künzle, Art. 517-518 N 567 mit Hinweisen 

auf die Rechtsprechung, namentlich ZR 78/1979 Nr. 117 E. 6a und Urteile des 

Bundesgerichts 6S.398/2004 vom 3. Februar 2005 und 6S.287/2003 vom  

17. Oktober 2003). In Bestätigung des angefochtenen Urteils ist der Beschuldigte 

der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 in 

Verbindung mit Art. 138 Ziff. 2 StGB schuldig zu sprechen, wobei die Delikts-

summe Fr. 43'704.85 beträgt.  

III. Strafzumessung 

1. Strafrahmen 

1.1 Der ordentliche Strafrahmen für qualifizierte Veruntreuung reicht von einem 

Tagessatz Geldstrafe bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe (Art. 34 StGB; Art. 138 

Ziff. 2 StGB). 

1.2 Mehrfache Tatbegehung kann sich grundsätzlich gemäss Art. 49 Abs. 1 

StGB strafschärfend auswirken und vorliegend den oberen ordentlichen Straf-

rahmen auf bis zu 15 Jahren Freiheitsstrafe öffnen. In den meisten Fällen ist die 

tat- und täterangemessene Strafe jedoch grundsätzlich innerhalb des ordentlichen 

-   37   - 

Strafrahmens der (schwersten) anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. 

Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit gefasst worden, um 

sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. Entgegen einer auch in 

der Praxis verbreiteten Auffassung wird der ordentliche Strafrahmen durch Straf-

schärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert, worauf dann 

innerhalb dieses neuen Rahmens die Strafe nach den üblichen Zumessungskrite-

rien festzusetzen wäre. Zwar ist auch in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

darauf hingewiesen worden, das Gesetz sehe eine Strafrahmenerweiterung vor 

(vgl. BGE 116 IV 300 E. 2a S. 302). Damit sollte aber nur ausgedrückt werden, 

dass der Richter infolge eines Strafschärfungs- bzw. Strafmilderungsgrundes 

nicht in jedem Fall an die Grenze des ordentlichen Strafrahmens gebunden ist. 

Der ordentliche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände 

vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu 

hart bzw. zu milde erscheint. Die Frage einer Unterschreitung des ordentlichen 

Strafrahmens kann sich stellen, wenn verschuldens- bzw. strafreduzierende  

Faktoren zusammentreffen, die einen objektiv an sich leichten Tatvorwurf weiter 

relativieren, so dass eine Strafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens dem 

Rechtsempfinden widerspräche. Dabei hat der Richter zu entscheiden, in  

welchem Umfang er den unteren Rahmen wegen der besonderen Umstände 

 erweitern will. Der vom Gesetzgeber vorgegebene ordentliche Rahmen ermög-

licht in aller Regel, für eine einzelne Tat die angemessene Strafe festzulegen. Er 

versetzt den Richter in die Lage, die denkbaren Abstufungen des Verschuldens 

zu berücksichtigen. Zum Beispiel führt die verminderte Schuldfähigkeit allein des-

halb grundsätzlich nicht dazu, den ordentlichen Strafrahmen zu unterschreiten. 

Dazu bedarf es weiterer ins Gewicht fallender Umstände, die das Verschulden als 

besonders leicht erscheinen lassen. Nur eine solche Betrachtungsweise vermag 

der gesetzgeberischen Wertung des Unrechtsgehaltes einer Straftat und damit 

letztlich der Ausgleichsfunktion (auch) des Strafrechts Rechnung zu tragen (BGE 

136 IV 55 E. 5.8; Urteil des Bundesgerichts 6S.73/2006 E. 3.2 vom 5. Februar 

2007; BGE 116 IV 300 E. 2a S. 302; Schwarzenegger/Hug/Jositsch, Strafrecht II, 

8. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2007, S. 74).  

-   38   - 

Das Gericht ist indessen verpflichtet, die Strafschärfungs- oder Strafmilderungs-

gründe mindestens straferhöhend bzw. -mindernd zu berücksichtigen, wobei sich 

diese in ihrer zweiten Bedeutung kompensieren können (BGE 121 IV 49, 54 f.; 

BGE 116 IV 13 f.; BGE 116 IV 300 E. 2a).  

Vorliegend besteht kein Anlass, den ordentlichen Strafrahmen zu verlassen, da 

sich die Strafe ohne Berücksichtigung des Strafschärfungsgrundes nicht am  

oberen Rand des ordentlichen Strafrahmens bewegen würde. Die mehrfache Tat-

begehung ist daher im Rahmen der Tatkomponente lediglich straferhöhend zu  

berücksichtigen (Donatsch/ Flachsmann/Hug/Weder, Kommentar Schweizeri-

sches Strafgesetzbuch, 18. Aufl. Zürich 2010, Art. 48a N 4; BGE 136 IV 55 

E. 5.8).  

1.3 Strafmilderungs- und Strafminderungsgründe sind nicht ersichtlich. Es  

bestehen keine Anzeichen für eine verminderte Schuldfähigkeit und es liegen ins-

besondere auch keine Verschuldensminderungsgründe im Sinne von Art. 48 

StGB vor. Folglich ist vom ordentlichen Strafrahmen von einem Tagessatz Geld-

strafe bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe auszugehen.  

2. Strafzumessung 

2.1 Zu den theoretischen Grundsätzen der Strafzumessung kann vorab auf die 

Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 63 S. 70 f.) sowie auf das Urteil 6B_466/2013 

vom 25. Juli 2013 E. 2 (mit Hinweisen auf die weitere bundesgerichtliche Praxis) 

verwiesen werden.  

2.2 Vorerst ist die objektive Tatschwere als Ausgangskriterium für die Verschul-

densbewertung festzulegen und zu bemessen. Es gilt zu prüfen, wie stark das 

strafrechtlich geschützte Rechtsgut überhaupt beeinträchtigt worden ist. Darunter 

fallen etwa das Ausmass des Erfolges (Deliktsbetrag, Gefährdung, Risiko, Sach-

schaden etc.) sowie die Art und Weise des Vorgehens. Von Bedeutung ist auch 

die kriminelle Energie, wie sie durch die Tat und die Tatausführung offenbart wird 

(BSK StGB I - Wiprächtiger, 2. Auflage, Basel 2007, Art. 47 N 69 ff.; BSK StGB I - 

Wiprächtiger/Keller, 3. Auflage, Basel 2013, Art. 47 N 90 ff.; Trechsel/ Affolter-

-   39   - 

Eijsten, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, Zürich/ St.Gallen 

2008, Art. 47 N 19 ff.).  

Bei der Bewertung des subjektiven Verschuldens stellt sich die Frage, wie dem 

Täter die objektive Tatschwere tatsächlich anzurechnen ist. Der Richter hat im  

Urteil darzutun, welche verschuldensmindernden und welche verschuldens-

erhöhenden Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamt-

einschätzung des Tatverschuldens zu gelangen. Dazu gehören etwa die Frage 

der Schuldfähigkeit (Art. 19 StGB) sowie das Motiv. Auch ist in diesem Zusam-

menhang entscheidend, über welches Mass an Entscheidungsfreiheit der Täter 

verfügte. Unter anderem trifft denjenigen ein geringerer Schuldvorwurf, dem ledig-

lich eventualvorsätzliches Handeln anzulasten ist (Art. 12 Abs. 2 StGB) oder der 

die Tat durch Unterlassung begeht (Art. 11 Abs. 4 StGB). 

2.3 Tatkomponente  

2.3.1 Objektive Tatschwere 

Ausgangspunkt bildet vorliegend der Deliktsbetrag von insgesamt Fr. 43'704.85, 

der jedenfalls gemessen an der wirtschaftlichen Situation des Beschuldigten als 

beträchtlich erscheint. Der Beschuldigte hat zwar seit 2006 keine Steuererklärung 

mehr eingereicht (Urk. 82/1 S. 2). In der Schlussrechnung betreffend die Staats- 

und Gemeindesteuern 2005 bzw. in den provisorischen Steuerrechnungen für die 

Jahre 2006 ff. figuriert mehr oder weniger abwechslungsweise ein Einkommen 

von Fr. 172'300.-- oder von Fr. 8'700.--, was laut dem Beschuldigten entweder zu 

viel oder zu wenig ist (Urk. 80; Urk. 82/6 ff.). Geht man vom Mittelwert von  

ca. Fr. 90'000.-- aus, erreicht der Deliktsbetrag doch annähernd die Hälfte davon. 

Immerhin wurden die Betroffenen durch das Verhalten des Beschuldigten nicht in 

arge finanzielle Nöte gebracht (vgl. die Steuererklärung 2004 des Erblassers 

CA._____ und der Privatklägerin CB._____, Urk. 3/2/8 und 9/7/6).  

Erschwerend hinzu kommt die Art und Weise des Vorgehens durch den Beschul-

digten: Er bezog die Beträge heimlich und ungeachtet des Umstandes, dass die 

Erbengemeinschaft ihm von Anfang an stark misstraute und seine Rolle als  

-   40   - 

Willensvollstrecker ablehnte und entsprechend heftig bekämpfte. Pikant ist auch 

der Zeitpunkt der ersten zwei von drei Geldbezügen. So bediente er sich noch vor 

den Vergleichsgesprächen, bei welchen es zentral um seine Absetzung bzw.  

seinen Rücktritt als Willensvollstrecker ging, und dies nicht nur für – aus seiner 

Sicht – bereits geleistete Arbeit im Rahmen des Mandats, sondern auch für künf-

tige Aufwendungen. Offensichtlich ging es ihm darum, noch schnell vermeintliche 

bzw. erhoffte Honoraransprüche als Willensvollstrecker zu sichern sowie die  

seinen eigenen Interessen dienenden Anwaltskosten und das aus seiner Warte 

geschuldete Honorar für die Steuerberatung von FA._____ und FB._____ ohne 

Einverständnis der Erben aus der Erbmasse zu decken. Der dritte und letzte 

Geldbezug erfolgte, nachdem die Vergleichsgespräche gescheitert waren und  

bereits das formelle Absetzungsverfahren gegen den Beschuldigten hängig war, 

was den Unrechtsgehalt des Handelns noch bestärkt. Das Vorgehen des  

Beschuldigten erweist sich als umso perfider, als er die alleinige Verfügungs-

macht über die Vermögenswerte hatte, keiner unmittelbaren Kontrolle unterstand, 

die Administration über ihn lief und er als langjähriger Vermögens- und Steuer-

berater sowie Vertrauter des Erblassers und ehemaligen Treugebers wohl auch 

einen besseren Überblick über die Finanzlage besass als die Personen der  

Erbengemeinschaft. Der Beschuldigte scheute sich somit nicht, die inferiore  

Situation der Privatklägerinnen, die nicht mit der Treugeberschaft überein-

stimmen, auszunutzen. Zwar ist der Bruch des Vertrauens als solcher dem Tat-

bestand der Veruntreuung immanent und darf für die konkrete Strafzumessungs-

entscheidung innerhalb des anzuwendenden gesetzlichen Strafrahmens nicht 

noch einmal in die Waagschale gelegt werden. Vorliegend ist jedoch angesichts 

des schwelenden Konflikts, der einseitigen Zugriffsmöglichkeit und des un-

gleichen Wissens- bzw. Informationsstandes von einem besonders gravierenden 

Vertrauensbruch bzw. -missbrauch seitens des Beschuldigten auszugehen, wes-

halb das Ausmass dieses Tatumstandes bei der Sanktion Berücksichtigung finden 

darf (Wiprächtiger, BSK StGB I, Art. 47 N 77 samt Verweisen; Trechsel / Affolter-

Eijsten, Art. 47 N 27). 

Straferhöhend wirkt sich sodann die mehrfache Tatbegehung aus.  

-   41   - 

Insgesamt ist in objektiver Hinsicht noch knapp von einem leichten Verschulden 

auszugehen.  

2.3.2  Subjektive Tatschwere 

In subjektiver Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschuldigte bei intakter Schuld-

fähigkeit und (zumindest) eventualvorsätzlich gehandelt hat. Letzteres ist straf-

reduzierend zu werten. Straferhöhend wirkt sich demgegenüber das rein egoisti-

sche Motiv seines Handelns aus, ging es ihm doch um die eigene finanzielle  

Besserstellung bzw. Entlastung. Seine Entscheidungsfreiheit war in keiner Weise 

eingeschränkt, hätte er doch mit der Erbengemeinschaft vorgängig über die Höhe 

seines Honorars bzw. seiner Akontobezüge verhandeln und damit sein Vorgehen 

offenlegen sowie seine persönlichen Anwaltskosten (vorab) selber bezahlen  

können. Die subjektive Komponente vermag die objektive Tatschwere im Ergeb-

nis nicht zu relativieren.  

2.3.3  Fazit Tatkomponente 

Angesichts des weiten Strafrahmens und des gerade noch als leicht einzustufen-

den Verschuldens rechtfertigt sich für die Tatkomponente eine Einsatzstrafe, die 

an der Schwelle zum untersten Zehntel des Rahmens liegt. Auszugehen ist von 

360 Tagessätzen Geldstrafe bzw. 12 Monaten Freiheitsstrafe. Da die Vorinstanz 

auf eine Geldstrafe erkannt hat und die Staatsanwaltschaft eine Bestätigung des 

erstinstanzlichen Urteils beantragt, bleibt es infolge des Verschlechterungsverbots 

bei der Geldstrafe.   

2.4 Täterkomponente 

Die Täterkomponente (vgl. Art. 47 Abs. 1 Satz 2 StGB) umfasst das Vorleben,  

die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat und im Straf-

verfahren. Bei der Beurteilung des Vorlebens fallen einerseits früheres Wohl-

verhalten, andererseits Zahl, Schwere und Zeitpunkt von Vorstrafen ins Gewicht.  

Unter dem Gesichtspunkt der persönlichen Verhältnisse ist etwa zu berück-

sichtigen, ob sich der Täter im Strafverfahren kooperativ verhielt, ob er Reue und 

Einsicht zeigte, ob er mehr oder weniger strafempfindlich ist.  

-   42   - 

2.4.1  Werdegang und persönliche Verhältnisse 

Zur Biografie des Beschuldigten ergibt sich aufgrund seiner Angaben (Urk. 5/1 

S. 1 ff.; Urk. 5/6/1; Urk. 5/24; Urk. 49 S. 1 ff.; Urk. 107), dass er in seinem Heimat-

ort und auch heutigen Wohnort J._____ aufwuchs. Nach sechs Jahren Primar- 

und drei Jahren Sekundarschule absolvierte der Beschuldigte die dreijährige 

kaufmännische Lehre Typ R bei der damaligen Schweizerischen Kreditanstalt 

(SKA) am Paradeplatz in Zürich, wobei er gleichzeitig während eineinhalb Jahren 

die interne Lehrlingsfachschule der SKA besuchte. Sodann besuchte er in der 

Folge in den Bereichen Revision, EDV, Verkauf und Steuerrecht sowie im Treu-

handwesen Weiterbildungskurse. Der Beschuldigte ist verheiratet und hat zwei 

Kinder (Jg. 1999 und 2002). Er lebt mit seiner Familie in einer Mietwohnung in 

J._____. 

Seit 1989 ist der Beschuldigte selbständig als Treuhänder erwerbstätig und führt 

ein eigenes Unternehmen (Urk. 5/6/1). Aktuell erzielt er gemäss eigenen Angaben 

ein monatliches Einkommen von rund Fr. 5'000.– brutto mit dieser Tätigkeit, wobei 

die Entschädigung als RPK-Mitglied der Gemeinde J._____ von jährlich 

Fr. 6'400.– wie auch die Entschädigung der …, bei welcher er als … [Funktion] 

der Region Zentralschweiz/Zürich jährlich Fr 11'000.– bis Fr. 12'000.– inklusive 

Spesen einnehme (vgl. Urk. 82/16), darin enthalten sei (Urk. 49 S. 4). Weiter 

ergibt sich aus seinen Ausführungen, dass der Verdienst seiner Ehefrau aus Bü-

rotätigkeit (Kleinbuchhaltungen) für ihn und andere Kleinunternehmer mit 

Fr. 18'000.– versichert sei (Urk. 49 S. 3). Der Beschuldigte  

verfügt zusammen mit seiner Ehefrau über ein Vermögen von Fr. 100'000.– bis  

Fr. 150'000.– sowie über ein Ferienhaus bzw. einen Hausteil mit einem Wert von 

ca. Fr. 350'000.–, wovon indes noch Schulden in der Höhe von rund Fr. 88'000.– 

abzuziehen seien (Urk. 49 S. 5). 

Insgesamt lässt sich der Lebensgeschichte des Beschuldigten nichts entnehmen, 

was sich auf die Strafzumessung auswirken würde.  

-   43   - 

2.4.2  Vorstrafen 

Der Beschuldigte ist nicht vorbestraft (Urk. 68). Da die Vorstrafenlosigkeit gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung dem Normalfall entspricht (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_390/2009 vom 14. Januar 2010 E. 2.6), rechtfertigt sich keine 

Strafreduktion.   

2.4.3  Nachtatverhalten 

Bei der Strafzumessung ist auch das Nachtatverhalten eines Täters zu beachten. 

Darunter fällt das Verhalten nach der Tat sowie im Strafverfahren. Insbesondere 

wirken ein Geständnis, das kooperative Verhalten eines Täters bei der Aufklärung 

von Straftaten sowie die Einsicht und aufrichtige Reue strafmindernd (Trechsel/ 

Affolter-Eijsten, Art. 47 N 22 ff.; BSK StGB I - Wiprächtiger, Art. 47 N 131).  

Der Beschuldigte ist weder geständig noch hat er Anzeichen von Reue und Ein-

sicht gezeigt. Daher ist auch das Nachtatverhalten strafzumessungsneutral zu 

werten.  

2.4.4  Strafempfindlichkeit 

Schliesslich ist die Wirkung der Strafe auf das Leben der Beschuldigten zu  

berücksichtigen. Mit dieser Formulierung in Art. 47 Abs. 1 StGB wird letztlich die 

Strafempfindlichkeit angesprochen. Die Berücksichtigung der Strafempfindlichkeit 

kommt namentlich in Betracht, wenn der Täter aus medizinischen Gründen wie 

Krankheit, Alter oder Haftpsychose besonders empfindlich ist (Urteil des Bundes-

gerichts 6S.703/1995 vom 26. März 1996 E. c mit Hinweisen). Im Übrigen ist  

erhöhte Strafempfindlichkeit nur sehr zurückhaltend, bei Vorliegen aussergewöhn-

licher Umstände, anzunehmen (Urteile des Bundesgerichts 6B_1065/2010  

vom 31. März 2011 E. 1.10, 6B_415/2010 vom 1. September 2010 E. 5.8, 

6B_470/2009 vom 23. November 2009 E. 2.5 und 6B_626/2009 vom 3. Novem-

ber 2009 E. 2.2).  

Solch aussergewöhnliche Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich. Der  

Beschuldigte ist mit 54 Jahren weder alt noch ist er (ernsthaft) krank (vgl. in  

-   44   - 

diesem Zusammenhang Urk. 100). Er hat zwar Unterhaltspflichten gegenüber 

seiner Ehefrau und seinen zwei minderjährigen Kindern. Doch ist zu beachten, 

dass hier die Sanktion bedingt auszufällen sein wird und daher den Beschuldigten 

nicht unmittelbar trifft bzw. gar nicht zum Tragen kommen wird, wenn sich der  

Beschuldigte während der anzusetzenden Probezeit bewährt. Er ist daher keine 

besondere Strafempfindlichkeit erkennbar, die zu berücksichtigen wäre.  

2.4.5  Die Täterkomponente enthält keine Faktoren, welche sich strafmindernd 

oder straferhöhend auswirken würden.  

2.5 Fazit Strafe  

2.5.1  Ausgehend von der im Rahmen der Tatkomponente festgesetzten Einsatz-

strafe von 360 Tagessätzen Geldstrafe und unter Berücksichtigung des Umstan-

des, dass sich die Täterkomponente neutral auf die Strafzumessung auswirkt,  

resultiert eine dem Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des  

Beschuldigten angemessene Sanktion von 360 Tagessätzen Geldstrafe.  

2.5.2  Tagessatzhöhe 

Die von der Vorderrichterin festgesetzte Tagessatzhöhe von Fr. 60.-- erweist sich 

angesichts der dargestellten Einkommensverhältnisse sowie der monatlichen 

Krankenkassenkosten für die Familie von rund Fr. 1'500.-- (Urk. 82/18) als ange-

messen. Anzufügen bleibt, dass Wohnosten, hier die Mietzinsen, bei der Bestim-

mung der Tagessatzhöhe nicht zu berücksichtigen sind (BGE 134 IV 60 E. 6.4).  

2.5.3  Der Beschuldigte ist somit in Bestätigung der Vorinstanz mit einer Geld-

strafe von 360 Tagessätzen zu Fr. 60.-- zu bestrafen.  

IV. Strafvollzug 

Die objektiven und subjektiven Voraussetzungen für den bedingten Vollzug der 

auszufällenden Strafe sind im angefochtenen Urteil korrekt aufgeführt. Mit der  

Vorinstanz ist festzustellen, dass dem Beschuldigten keine ungünstige Prognose 

-   45   - 

zu stellen und die Geldstrafe daher bedingt auszusprechen ist, unter Ansetzung 

einer minimalen Probezeit von 2 Jahren (Urk. 63 S. 73 f.).    

V. Zivilforderung Privatklägerinnen 1 bis 3 

Mit zutreffender Begründung, auf die in allen Teilen verwiesen werden kann, hat 

die Vorderrichterin den Privatklägerinnen 1 bis 3 Schadenersatz im Betrag von 

Fr. 43'704.85 zuzüglich 5% Zins ab 5. August 2005 zugesprochen, den weiter-

gehenden Schadenersatzanspruch jedoch auf den Zivilweg verwiesen. Auch  

dieser Entscheid ist zu bestätigen (Urk. 63 S. 75 f.).  

VI. Schadenersatz und Genugtuung Beschuldigter 

Die Vorderrichterin hat sich einlässig und korrekt mit den Ansprüchen  

des Beschuldigten auf Schadenersatz und Genugtuung infolge Teilfreispruchs  

betreffend der eingeklagten Vorfälle zum Nachteil von D._____ (ND 1)  

befasst und die Forderungen allesamt – zu Recht – abgewiesen (Urk. 63 S. 79 f.). 

Daran ändern auch seine und des Verteidigers Vorbringen im Berufungsverfahren 

nichts.   

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Bei diesem Verfahrensausgang zu bestätigten ist sodann die Kostenrege-

lung der Vorderrichterin, wonach aufgrund des Teilfreispruches zwei Drittel der 

Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens vor erster Instanz 

dem Beschuldigten aufzuerlegen sind und der übrige Drittel auf die Gerichtskasse 

zu nehmen ist (Urk. 63 S. 78 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Die von der Vorinstanz den Privatklägerinnen zugesprochene Prozessentschädi-

gung für die Untersuchung und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren von 

Fr. 11'660.-- (einschliesslich Mehrwertsteuer) ist ausgewiesen und ebenfalls zu 

bestätigen (Urk. 63 S. 81 f.).  

-   46   - 

2. Ausgangsgemäss sind auch die Kosten des Berufungsverfahrens dem  

Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Davon ausgenommen sind 

die Kosten für die amtliche Verteidigung, welche auf die Gerichtskasse zu  

nehmen sind. Die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO ist dabei 

vorzubehalten (Art. 138 Abs. 1 StPO; Art. 422 Abs. 2 lit. a StPO).  

3. Vom Verzicht der Privatklägerinnen 1-3 auf eine Prozessentschädigung 

(Prot. II S. 16) ist Vormerk zu nehmen. 

4. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 4'800.-- festzuset-

zen. 

5.1 Betreffend die Kosten der amtlichen Verteidigung hielt Rechtsanwalt  

X._____ anlässlich der Berufungsverhandlung vom 30. April 2014 fest, dass er, 

aufgrund eines Absturzes des Computersystems in seiner Kanzlei, keine  

Honorarnote habe beibringen können (Prot. II S. 10), dass er aber einen  

Stundenaufwand von fast 100 Stunden geltend mache (Prot. II. S. 13). 

5.2 Gemäss Praxis ist bei der Festsetzung des Honorars des amtlichen  

Verteidigers bei sogenannten einfachen Standardverfahren von den in der 

Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 

(Anwaltsgebührenverordnung; LS 215.3) aufgeführten Ansätzen auszugehen. In 

Verfahren, die nicht zu solch einfachen Standardfällen gezählt werden können, ist 

demgegenüber gestützt auf eine sachgerechte Auslegung der Anwaltsgebühren-

verordnung von der Honorarabrechnung des Verteidigers auszugehen 

(vgl. ZR 111 [2012] Nr. 16 E. 2.1.3 mit weiteren Hinweisen). 

5.3 Im vorliegenden Fall ist in Anbetracht der gesamten Umstände noch von  

einem einfachen Standardverfahren im Sinne der Rechtsprechung auszugehen. 

Den Umständen, dass der Aktenumfang und die tatsächliche Komplexität des  

Falles für ein einfaches Standardverfahren an der oberen Grenze liegt, ist bei der 

Bemessung der Gebühr Beachtung zu schenken. 

5.4 Die Gebühr für die Führung eines Strafprozesses (einschliesslich 

Vorbereitung des Parteivortrages und Teilnahme an der Hauptverhandlung) 

-   47   - 

beträgt im Bereich der einzelgerichtlichen Zuständigkeit – auch im 

Berufungsverfahren – in der Regel Fr. 600.– bis Fr. 8'000.–, wobei auch zu 

berücksichtigen ist, ob das vorinstanzliche Urteil ganz oder nur teilweise 

angefochten wurde (§ 18 Abs. 1 i.V.m. § 17 Abs. 1 lit.