# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3fdddc76-a285-510d-a66f-7b919c1349c5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.05.2010 D-2817/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2817-2010_2010-05-06.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2817/2010
law/joc/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  M a i  2 0 1 0

Einzelrichter Walter Lang, 
mit Zustimmung von Richter François Badoud;
Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg.

A.__________, Geburtsdatum unbekannt,
Tunesien,
vertreten durch Christian Affentranger, 
Rechtsanwalt und Notar, Rudolf & Bieri AG, 
(...)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 23. März 2010 / (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2817/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge am 2. Mai 2008 
illegal  in  die  Schweiz  einreiste,  wo  er  gleichentags  um  Asyl  nach-
suchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum (EVZ) Chiasso vom 4. Juni 2008 sowie der direkten Anhörung 
durch das BFM vom 18. Mai 2009 zur Begründung des Asylgesuchs im 
Wesentlichen geltend machte, er stamme aus Tunesien und habe dort 
im November  2007 respektive im Januar  2008 mit  dem Auto seines 
Vaters  das  er,  ohne über  einen Fahrausweis zu  verfügen,  unerlaubt 
benützt  habe,  einen Jungen überfahren,  der in der Folge verstorben 
sei, 

dass er aus Angst vor einem Racheakt der Familienangehörigen des 
getöteten Jungen sein Heimatland verlassen und sich danach für ein 
paar Monate in Libyen und Frankreich aufgehalten habe, dort  jedoch 
ebenfalls  habe  befürchten  müssen,  von  Familienangehörigen  des 
Opfers  gefunden  zu  werden,  weshalb  er  sich  nach  Italien  begeben 
habe und von dort aus am 2. Mai 2008 in die Schweiz gelangt sei, 

dass der Beschwerdeführer mit Strafverfügung des B.__________ vom 
27. November  2008 wegen geringfügigen Diebstahls  zu einer Busse 
sowie mit Strafverfügung des C.___________ vom 22. Dezember 2009 
wegen mehrfacher Hehlerei zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, 

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  23.  März  2010  –  eröffnet  am 
25. März 2010 – feststellte,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die Flücht-
lingseigenschaft nicht, sein Asylgesuch ablehnte, die Wegweisung aus 
der Schweiz verfügte und deren Vollzug anordnete,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die  Vor-
bringen des Beschwerdeführers  seien zufolge widersprüchlicher,  un-
substanziierter  und nicht  nachvollziehbarer Angaben  als nicht  glaub-
haft im Sinne von Art. 7  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31) zu erachten, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 
22.  April  2010  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerde erheben und beantragen liess, die Verfügung vom 

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23. März 2010 sei vollumfänglich aufzuheben und das Asylgesuch des 
vom 2. Mai 2008 sei gutzuheissen, 

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesge-
setzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) ersuchen liess, 

und zieht in Erwägung,

dass das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM 
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichts-
gesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass die Frage der Prozessfähigkeit als Sachurteilsvoraussetzung von 
Amtes wegen zu prüfen ist (vgl. FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechts-
pflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 73), 

dass der Beschwerdeführer, stellt man auf die von ihm mittels Eingabe 
seiner  Vertrauensperson  vom  9.  Februar  2009  gemachten  Angaben 
zum Alter ab (vgl. act. A18/2 S. 1), er am 22. Dezember 1993 geboren 
und damit im aktuellen Zeitpunkt noch minderjährig wäre, 

dass diese Altersangabe indessen – wie vom BFM mit Schreiben vom 
9. Februar 2009 der Vertrauensperson mitgeteilt (vgl. act. 25/3 S. 1) – 
als nicht glaubhaft erscheint, da der Beschwerdeführer sowohl an der 
Erstbefragung  als  auch  auf  dem  Personalienblatt  sowie  auch  der 
Grenzwache  gegenüber  sein  Geburtsdatum  mit  dem  22.  Dezember 
1990 angab respektive vorbrachte,  er  sei  fast  18  Jahre  alt  (vgl. act. 
A1/10 S. 1 und S. 3, act. A2/2 S. 2, act. A5/14 S. 13), 

dass  der  Eingabe  vom 9. Februar  2009  beigelegten  Ausbildungsbe-
stätigung in Französischer und Arabischer Sprache nicht geeignet ist, 
das Geburtsdatum vom 22. Dezember 1993 zu bestätigen, da  diese 
nicht von einer öffentlichen Behörde ausgestellt wurde,

dass  darüber  hinaus der  auf  dem Dokument  aufgeführte  Geburtsort 
mit  D.___________ bezeichnet  wird,  während der  Beschwerdeführer 

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demgegenüber  an der  Erstbefragung  E.___________ als  Geburtsort 
nannte (vgl. act. A1/10 S. 1)  und er  zudem im Rahmen der einläss-
lichen Anhörung nicht im Stande war, den Namen des Ausstellers der 
Ausbildungsbestätigung zu nennen (vgl. act. A25/11 S. 4), 

dass das BFM zufolge ungereimter Aussagen bereits im Zeitpunkt der 
Befragung  zur  Person erhebliche Zweifel  an  der  geltend  gemachten 
Minderjährigkeit  hegte  respektive  von  dessen  Volljährigkeit  ausging, 
zumal  der  Beschwerdeführer  – der  sich der  Grenzwache gegenüber 
und auf  dem Personalienblatt  als  Palästinenser  bezeichnete – keine 
Identitätspapiere einreichte (vgl. act. A1/10 S. 4), seine Angaben das 
Alter  seiner  Schwester  und  den  Todeszeitpunkt  seiner  Mutter  be-
treffend  ungereimt  ausfielen  (vgl.  act.  A1/10  S.  3,  6),  die  vor-
genommene Handknochenaltersanalyse ein Alter von eindeutig mehr 
als 18 Jahren ergab (vgl. act. A7/1) und  – wie nachfolgend aufgezeigt 
– die von ihm geltend gemachten Fluchtgründe nicht glaubhaft sind, 

dass somit von der Volljährigkeit des Beschwerdeführers auszugehen 
ist,

dass  schliesslich  darauf  hinzuweisen  ist,  dass  das  Einreichen eines 
Asylgesuchs  sowie  das  Ergreifen  von  in  diesem  Kontext  stehenden 
Rechtsmitteln höchstpersönliche Rechte im Sinne von Art. 19 Abs. 2 
des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB, 
SR 210) darstellen, welche ein urteilsfähiger Unmündiger auch ohne 
Zustimmung  seines  gesetzlichen  Vertreters  auszuüben  vermag  (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 1996 Nr. 3), 

dass demnach selbst  im Falle  seiner  Unmündigkeit  der  urteilsfähige 
Beschwerdeführer prozessfähig wäre, 

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  der  Vorinstanz  teilge-
nommen hat,  durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt 
ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  dessen  Aufhebung  bezie-
hungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 
VwVG),

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 
VGG und 52 Abs. 1 VwVG),

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dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl  gewährt  (Art. 2 
Abs. 1  AsylG),  wobei  als  Flüchtling  eine  ausländische  Person  aner-
kannt wird, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie 
zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörig-
keit  zu  einer  bestimmten sozialen Gruppe oder  ihrer  politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden  (Art. 3  Abs. 1 
AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaub-
haft gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft  glaubhaft  gemacht ist,  wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält (Art. 7 Abs. 2 AsylG), 

dass Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in we-
sentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich widersprüchlich 
sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  ge-
fälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 Abs. 3 
AsylG),

dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  auf  ver-
schiedene  Unglaubhaftigkeitsmerkmale  in  der  Gesuchsbegründung 
des Beschwerdeführers hinweist,

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dass diesbezüglich  zur  Vermeidung von Wiederholungen auf  die  Er-
wägungen  des  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen 
werden kann,

dass dabei  hervorzuheben ist,  dass die  Aussagen des Beschwerde-
führers in zentralen Punkten massiv voneinander abweichen, indem er 
den Zeitpunkt, an dem er geflüchtet sei respektive das Kind überfahren 
habe, einmal mit dem 6. oder 7. Januar 2008 respektive mit anfangs 
Januar 2008 angibt (vgl. act. A1/10 S. 1 f., S. 5 und S. 7), an anderer 
Stelle jedoch erklärt, der Unfall habe sich zirka am 7. November 2007 
ereignet (vgl. act. A25/11 S. 5 und S. 7), 

dass er auf Frage hin antwortet, seine Familie habe ihn über den Tod 
des Kindes informiert,  als  er  in  Libyen gewesen sei  (vgl. act. A1/10 
S. 6), später jedoch behauptet, sie seien noch am Abend des Unfalls 
darüber  informiert  worden,  dass  das  Kind  gestorben  sei  respektive 
seine Schwester habe ihm noch am Vormittag, etwa eine halbe Stunde 
nach dem Unfall, vom Tod des Kindes berichtet (vgl. act. A25/11 S. 4 
und S. 6), 

dass  der  Beschwerdeführer  –  wie  das  BFM zu Recht  festhält  –  zur 
Familie des Kindes, welches er angefahren haben soll,  keine unsub-
stanziierten Angaben machen konnte, 

dass  auch seine Ausführungen zum eigentlichen Unfallhergang,  wo-
nach er auf der Strasse, auf der es Passanten gehabt habe, gerade-
aus gefahren sei,  ihm der Knabe den Weg abgeschnitten respektive 
dieser unvermittelt auf die Strasse getreten sei und er ihn angefahren 
habe und dann nach Hause geflüchtet  sei  (vgl. act. A1/10 S. 6,  act. 
A25/11 S. 4 und S. 6), wenig detailliert sind,

dass  in  der  Beschwerde  nichts  Stichhaltiges  geltend  gemacht  wird, 
was  allenfalls  zu  einer  anderen  Beurteilung  der  Glaubhaftigkeit  der 
Vorbringen führen könnte, da sich die darin enthaltenen Ausführungen 
im Wesentlichen darin erschöpfen, Fragmente des bereits bekannten 
Sachverhaltsdarstellung zu wiederholen und nunmehr pauschal auf ein 
lückenhaftes  oder  gar  fehlendes  Erinnerungsvermögen  des  Be-
schwerdeführers zu verweisen,

dass allein damit die zuvor festgestellten Unglaubhaftigkeitselemente 
jedoch nicht entkräftet werden, 

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dass  auch  das  blosse  in  Aussicht  stellen  eines  nicht  näher  konkre-
tisierten  Dokumentes,  das  den  vom Beschwerdeführer  verursachten 
Unfall belegen soll, nicht zu einer anderen Beurteilung führt, 

dass einerseits nicht  einleuchtet,  weshalb es dem Beschwerdeführer 
seit seiner Einreise in die Schweiz vom 2. Mai 2008 nicht möglich ge-
wesen sein sollte, einen entsprechenden Nachweis zu erbringen, 

dass im Übrigen ein solches Dokument höchstens den Nachweis dafür 
erbringen könnte, dass der Beschwerdeführer einen Unfall verursacht 
hätte,  indessen  damit  weder  der  Beleg  für  die  von ihm geltend  ge-
machte polizeiliche Suche – vor der er im Übrigen keine Angst habe 
(vgl. act. A25 S. 7) – noch für die von ihm befürchteten Repressalien 
seitens der Familienangehörigen erbracht werden könnte, 

dass selbst wenn die Vorbringen des Beschwerdeführers als glaubhaft 
zu erachten wären, diese als nicht asylrelevant zu erachten wären, da 
vorliegend kein  Verfolgungsmotiv  ersichtlich  wäre,  zumal  aus  seinen 
Schilderungen nicht  erhellt,  aus welchem der in  Art. 3 Abs. 1 AsylG 
aufgezählten Gründe der Beschwerdeführer in seiner Heimat in naher 
Zukunft konkret befürchten müsste, verfolgt zu werden, 

dass  demnach  –  im  Sinne  einer  antizipierten  Beweiswürdigung 
(vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2 S. 356 f.) – darauf verzichtet werden kann, 
dem Beschwerdeführer eine Frist zur Beibringung der von ihm in Aus-
sicht gestellten Urkunde einzuräumen, 

dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlings-
eigenschaft  nachzuweisen oder glaubhaft  zu machen und daher das 
BFM sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 

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oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
im  Sinne  von  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) 
ersichtlich sind, die ihm in Tunesien droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  in  Tunesien  weder  Krieg,  Bürgerkrieg  noch  eine  Situation  all-
gemeiner Gewalt herrscht, 

dass auch keine individuellen Gründe den Vollzug der Wegweisung als 
unzumutbar erscheinen lassen, da der Beschwerdeführer jung und – 
soweit  bekannt  –  gesund  ist,  die  Schule  sowie  eine  Ausbildung  als 
Schmied  absolvierte  und  in  Tunesien  mit  seinem  Vater  –  der  ihn 
finanziell  unterstützte  –  sowie  seinen  Geschwistern  über  ein  trag-

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fähiges soziales Beziehungsnetz verfügt  (vgl. act. A1/10 S. 2 f.,  act. 
A25/11 S. 3), 

dass demnach weder  die  allgemeine Lage noch individuelle  Gründe 
bestehen, die auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr 
des  Beschwerdeführers  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug  der 
Wegweisung vorliegend nicht unzumutbar ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  be-
stehen (Art. 83  Abs. 2 AuG),  und es  dem Beschwerdeführer  obliegt, 
bei  der  Beschaffung  allfälliger  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken 
(Art. 8 Abs. 4 AsylG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 
und Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG – 
ungeachtet  der  Frage  der  bis  dato  nicht  belegten  prozessualen  Be-
dürftigkeit des Beschwerdeführers – zufolge Aussichtslosigkeit der ge-
stellten Beschwerdebegehren abzuweisen sind,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

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1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 
Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg

Versand: 

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