# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7bb230c4-4a52-5f47-85b4-5d21f240c665
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.07.2009 D-4693/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4693-2008_2009-07-10.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4693/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  J u l i  2 0 0 9

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz),
mit Zustimmung von Richterin Muriel Beck Kadima,
Gerichtsschreiber Jürg Hünerwadel.

A._______, dessen Ehefrau B._______, und die Kinder 
C._______, D._______, und E._______, Kolumbien,
c/o schweizerische Vertretung in Quito,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 20. Februar 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4693/2008

Sachverhalt:

A.
Mit  an die  schweizerische Vertretung in  Bogotá  gerichteter  und dort 
am 24. Juli  2007 eingegangener  Eingabe ersuchte  der  Beschwerde-
führer – ein kolumbianischer Staatsangehöriger mit letztem Wohnsitz 
in F._______ – für sich, seine Ehefrau und drei minderjährige Kinder 
um Gewährung von Asyl in der Schweiz. Zur Begründung machte er im 
Wesentlichen  geltend,  er  habe  während  dreizehn  Monaten  auf  dem 
Flughafen von G._______ gearbeitet und dabei  Unregelmässigkeiten 
von Mitarbeitern entdeckt; so sei beispielsweise der Flughafenleiter in 
Diebstähle und Veruntreuungen von Geldern sowie Drogengeschäfte 
verwickelt gewesen, an welchen auch illegale Gruppierungen wie die 
ELN (Ejército  de Liberación Nacional),  die  FARC (Fuerzas  Armadas 
Revolucionarias  de  Colombia)  und  die  EPL  (Ejército  Popular  de  Li-
beración)  beteiligt  gewesen seien. Nachdem er  deswegen seine Ar-
beitsstelle verloren habe, habe er mit einer Anzeige der Straftaten bei 
der  Staatsanwaltschaft  gedroht,  worauf  seine Ehefrau auf  dem Weg 
zur  Arbeit  von  zwei  Männern  angehalten  worden  sei,  welche  der 
ganzen Familie  für  den Fall  der  Denunziation mit  dem Tode gedroht 
hätten.  Er  habe  sich  trotz  dieser  Drohungen  an  die  Gerichtspolizei 
SIJÍN gewandt,  die ihm zur Anzeige der Delikte unter  Angabe eines 
fiktiven Namens geraten habe, was er in der Folge denn auch getan 
habe. Anfang Dezember 2006 habe er zu Hause einen Brief erhalten, 
in  welchem  er  –  vermutlich  von  der  ELN  –  zum  militärischen  Ziel 
erklärt  sowie  zum Verlassen  seines  Wohnortes  aufgefordert  worden 
sei.  Er  habe  in  dieser  Sache  Menschenrechtsorganisationen 
kontaktiert,  ohne  jedoch  Hilfe  zu  erhalten,  und  sich  schliesslich  an 
seinen  Geburtsort  H._______  (Departement  I._______)  begeben. 
Seine Ehefrau, welche in G._______ verblieben sei, um den Lebens-
unterhalt  der  Familie  weiterhin  sicherzustellen,  habe  danach  ihn 
betreffende telefonische Todesdrohungen erhalten; aus diesem Grund 
sei sie mit den Kindern zu ihm nach H._______ gezogen. Sie hätten 
sich  in  H._______  in  Sicherheit  gewähnt,  zumal  die  dortige  Polizei 
ihnen einen Beamten zur Seite gestellt habe. Am 28. April 2007 habe 
seine Ehefrau jedoch wiederum einen Drohanruf auf ihr  Mobiltelefon 
erhalten. Sie hätten daraufhin erneut ihren Aufenthaltsort  gewechselt 
und  befänden  sich  derzeit  in  F._______.  Sie  hätten  sich  mit  ihren 
Problemen  an  diverse  Stellen  gewandt,  so  unter  anderem  an  die 
Procuraduría  General  de  la  Nacion,  die  Defensoría  del  Pueblo,  das 
Innen-  und  Justizministerium,  die  Einwohnerkontrolle  von F._______ 

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sowie das IKRK, aber keinen ausreichenden Schutz erhalten.

Zur Stützung seiner Ausführungen reichte der Beschwerdeführer ent-
sprechende  Beweismittel  zu  den  Akten,  namentlich  Kopien  eines 
Schreibens der ELN vom November 2006, einer Anzeige vom 12. De-
zember  2006  sowie  von  Schreiben  verschiedener  Amtsstellen  und 
Nichtregierungsorganisationen.

B.
In der Folge füllten die Beschwerdeführer am 2. August 2007 einen ih-
nen von der schweizerischen Vertretung in Bogotá zugestellten Frage-
bogen aus. Sie gaben dabei  an,  bereits  bei  der  englischen und der 
deutschen Botschaft um Asyl nachgesucht zu haben. Von den übrigen 
Rubriken des behördlichen Fragebogens füllten sie diejenigen betref-
fend  ihre  Personalien,  ihre  Sprachkenntnisse  und  ihre  derzeitige 
Wohnadresse aus, nicht aber diejenigen betreffend allfällige Ausland-
reisen  und  verwandtschaftliche  oder  sonstige  Beziehungen  zur 
Schweiz oder anderen Ländern.

C.
Die  schweizerische  Vertretung  in  Bogotá  übermittelte  die  Akten  am 
2. August 2007 zuständigkeitshalber an das BFM.

D.
Am 13. November 2007 ging bei der schweizerischen Vertretung in Bo-
gotá eine weitere Eingabe der Beschwerdeführer vom 12. November 
2007 ein, welche die Botschaft  am 16. November 2007 an das BFM 
weiterleitete. Die Beschwerdeführer machten in ihrer ergänzenden Ein-
gabe geltend, der Beschwerdeführer habe in der Zwischenzeit an sei-
nem neuen Arbeitsort eine auf seinen Namen lautende Fürbitteschrift 
erhalten, mit dem Vermerk "In Gedenken an die Kröte Manuel Campo; 
bereite dich auf deine Ermordung vor, du Kröte, du und deine Familie". 
Sie hätten sich wiederum an verschiedene innerstaatliche Stellen und 
ausländische Botschaften gewandt,  aber  erneut  keine Hilfe erhalten. 
Der Beschwerdeführer habe sich deshalb gezwungen gesehen, seine 
Arbeit aufzugeben und seine Kinder an einem sichereren Ort unterzu-
bringen. Er  selber  halte  sich aus Furcht  um sein Leben seither  ver-
steckt,  während die Beschwerdeführerin eine Erwerbstätigkeit  für die 
Sicherung des Unterhalts  der  Familie  aufgenommen habe. Zur  Stüt-
zung ihrer Angaben reichten die Beschwerdeführer weitere Beweismit-
tel ein, so Schreiben des Beschwerdeführers vom 16. August 2007 an 

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die  zuständige Nuntiatur  und vom 1. November  2007 an die Defen-
soría del Pueblo sowie Antwortschreiben der holländischen, schwedi-
schen,  norwegischen  und  österreichischen  Botschaft  vom  23.  und 
24. August 2007, mit welchen ihre Gesuche um Gewährung von Asyl 
abgewiesen wurden.

E.
Mit Verfügung vom 20. Februar 2008 wies das BFM das Asylgesuch 
der  Beschwerdeführer  ab  und  verweigerte  ihnen  die  Einreise  in  die 
Schweiz. Zur Begründung führte das Bundesamt im Wesentlichen aus, 
der kolumbianische Staat verfüge grundsätzlich über eine funktionie-
rende und effiziente Schutzinfrastruktur, welche von den Beschwerde-
führern zumutbarerweise in Anspruch genommen werden könne. Fer-
ner handle es sich bei ihnen nicht um landesweit bekannte Personen, 
weshalb davon auszugehen sei, dass ihnen innerstaatliche Fluchtalter-
nativen offenstünden,  und schliesslich  sei  es ihnen möglich und zu-
mutbar,  gegebenenfalls  in  einem anderen Land als  der  Schweiz,  zu 
welcher  sie  keine  besonders  nahen  Beziehungen  geltend  gemacht 
hätten, um Schutz nachzusuchen, beispielsweise in einem der Nach-
barstaaten  Kolumbiens,  welche  sowohl  das  Abkommen  vom 28. Juli 
1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30)  als 
auch das entsprechende Zusatzprotokoll  vom 31. Juli  1967 ratifiziert 
hätten.

F.
Am 31. März 2008 teilte die schweizerische Vertretung in Quito (Ecua-
dor)  derjenigen in Bogotá mit,  der Beschwerdeführer  habe gleichen-
tags bei ihr vorgesprochen und dabei angegeben, er habe sich im Ja-
nuar 2008 von Kolumbien nach Ecuador begeben und sei dort in der 
Zwischenzeit  als  Flüchtling  anerkannt  worden,  fühle  sich  indessen 
nach wie vor unsicher,  weil  er  erneut  Drohungen erhalten habe. Die 
Botschaft  in  Quito legte ihrer  Mitteilung eine schriftliche Bestätigung 
der  zuständigen  ecuadorianischen  Behörde  vom  26. März  2008  be-
züglich der Anerkennung des Beschwerdeführers als Flüchtling bei.

G.
Am 22. April  2008  teilte  der  Beschwerdeführer  der  schweizerischen 
Vertretung in Bogotá mittels elektronischer Post mit, er habe sich mit 
seiner Familie nach Ecuador begeben, nachdem er keine Antwort auf 
sein  schriftliches  Asylgesuch  erhalten  habe.  Sie  würden  allerdings 

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auch in Ecuador weiterhin von ihren Verfolgern bedroht,  weshalb sie 
nach wie vor um Bewilligung der Einreise in die Schweiz ersuchten.

H.
Mit  elektronischer  Post  teilte  der  Beschwerdeführer  der  schweizeri-
schen Vertretung in Bogotá sodann am 28. Mai 2008 mit,  er habe in 
der Zwischenzeit die negative Antwort des BFM erhalten.

I.
Mit an die schweizerische Vertretung in Bogotá gerichteter, am 26. Ju-
ni  2008 dort  eingegangener  Eingabe erhoben die Beschwerdeführer 
gegen  die  Verfügung  des  BFM  vom  20. Februar  2008  Beschwerde, 
welche in der Folge zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungs-
gericht weitergeleitet wurde (Posteingang beim Bundesverwaltungsge-
richt: 15. Juli  2008). Zur Begründung ihrer  Beschwerde brachten die 
Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, sie lebten auch in Ecuador in 
ständiger Furcht vor ihren Verfolgern und müssten sich versteckt hal-
ten, weil letztere auch in diesem Land operieren würden; erst vor Kur-
zem sei in I._______ – nahe dem Ort, wo der Beschwerdeführer gear-
beitet  habe –  ein  Kommandant  derjenigen Gruppierung  der  Guerilla 
verhaftet worden, die sie an ihrem Heimatort in Kolumbien verfolgt ha-
be.

Im Rahmen ihrer Beschwerdeeingabe reichten die Beschwerdeführer 
eine Kopie einer Verfügung der zuständigen ecuadorianischen Behör-
de vom 22. Februar 2008 zu den Akten, mit welcher ihnen in Ecuador 
Asyl gewährt worden ist.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als 
Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden. 
Dazu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das 
Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art.  105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31]; 

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Art. 83 Bst. d  Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

1.3 Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abge-
fasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung kann 
indessen verzichtet werden, da der in Spanisch verfassten Beschwer-
deeingabe genügend klare, sinngemässe Rechtsbegehren und deren 
Begründung zu entnehmen sind und ohne weiteres darüber befunden 
werden kann.

1.4 Der  Zeitpunkt  der  Eröffnung der  angefochtenen Verfügung steht 
mangels Vorliegens einer Empfangsbestätigung nicht fest. Angesichts 
der Tatsache, dass die Beweislast für die Zustellung an die Partei der 
eröffnenden  Behörde  obliegt  (vgl.  FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungs-
rechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 61), ist daher zugunsten der Be-
schwerdeführer davon auszugehen, dass sie die angefochtene Verfü-
gung nicht vor dem 28. Mai 2008 (vgl. Sachverhalt, Bst. H.) erhalten 
haben und ihre am 26. Juni 2008 bei der schweizerischen Vertretung 
in Bogotá eingelangte Beschwerde rechtzeitig erfolgt ist.

1.5 Die Beschwerde ist nach dem Gesagten – abgesehen vom spra-
chlichen  Mangel  –  form-  und  fristgerecht  eingereicht  und  die  Be-
schwerdeführer sind legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 
Art. 50 und 52 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten.

2.
Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungswei-
se  einer  zweiten  Richterin  entschieden (Art. 111 Bst.  e  AsylG). Wie 
nachstehend aufgezeigt,  handelt  es sich vorliegend um eine solche, 
weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG).

3.
3.1 In  formeller  Hinsicht  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  gemäss 
Art. 19  AsylG ein  Asylgesuch  im Ausland bei  einer  schweizerischen 
Vertretung gestellt werden kann, welche es mit einem Bericht an das 

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Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Die schweizerische Ver-
tretung führt  mit  der asylsuchenden Person in der Regel eine Befra-
gung durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 
über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Ist dies nicht möglich, 
so wird die asylsuchende Person von der Vertretung aufgefordert, ihre 
Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Das Bun-
desverwaltungsgericht  hat  in  Auslegung  dieser  Bestimmungen  in 
BVGE 2007/30 erkannt, dass sich die Unmöglichkeit einer Befragung 
aus  organisatorischen  oder  kapazitätsmässigen Gründen  bei  der  je-
weiligen Vertretung, aus faktischen Hindernissen im betreffenden Land 
oder aus bei der asylsuchenden Person liegenden persönlichen Grün-
den ergeben kann (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.2 und 5.3). Da die Anhörung 
der Sachverhaltserstellung sowie der Gewährung des rechtlichen Ge-
hörs dient (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.5), ist die asylsuchende Person bei 
gegebener Unmöglichkeit einer Anhörung unter Hinweis auf ihre Mit-
wirkungspflicht in einem individualisierten Schreiben mittels konkreter 
Fragen aufzufordern, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten; ein stan-
dardisiertes  Schreiben  vermag  diesen  Anforderungen  damit  in  aller 
Regel  nicht  zu  genügen  (BVGE a.a.O. E. 5.4).  Allerdings  kann  sich 
eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklä-
rung erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereich-
ten Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden 
Person ist aber diesfalls immerhin im Sinne des rechtlichen Gehörs die 
Gelegenheit  zu  geben,  sich  zu einem abzusehenden negativen Ent-
scheid  zumindest  schriftlich  zu  äussern  (BVGE  a.a.O.  E.  5.7). 
Schliesslich ist  das Bundesamt in jedem Fall gehalten, das Absehen 
von einer Befragung in der Verfügung über das Asylgesuch zu begrün-
den (BVGE a.a.O. E. 5.6 sowie 5.7).

3.2
3.2.1 Im vorliegenden  Fall  wurden  die  Beschwerdeführer  weder  von 
der schweizerischen Vertretung in Bogotá zu ihrem am 24. Juli 2007 
eingegangenen Asylgesuch befragt, noch wurden sie mittels eines in-
dividualisierten  Schreibens  zur  weiteren  Konkretisierung  ihrer  Asyl-
gründe aufgefordert. Der ihnen von der Vertretung zugestellte Frage-
bogen genügt den oben erwähnten Anforderungen an eine schriftliche 
Sachverhaltsabklärung nicht, da er ausschliesslich Fragen zu persönli-
chen  Lebensdaten,  Sprachkenntnissen,  Auslandaufenthalten  bezie-
hungsweise Kontakten zu ausländischen Botschaften,  und verwandt- 
und/oder freundschaftlichen Beziehungen ausserhalb Kolumbiens ent-
hält; diese Fragen sind zwar für  die Beurteilung eines Asylgesuches 

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aus dem Ausland durchaus von Belang (vgl. dazu Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
1997 Nr. 15 S. 131 ff.), stehen jedoch in keinem Bezug zu den eigentli-
chen Asylgründen. Ungeachtet der Frage, ob der entscheidwesentliche 
Sachverhalt  im Zeitpunkt  des Erlasses der Verfügung des BFM vom 
20. Februar 2008 aufgrund der schriftlichen Eingaben der Beschwer-
deführer und der von ihnen zu den Akten gereichten Beweismittel als 
erstellt  erachtet  werden konnte, hat  die Vorinstanz den Beschwerde-
führern sodann weder die Gelegenheit gegeben, sich zum abzusehen-
den negativen Entscheid zu äussern, noch in der angefochtenen Verfü-
gung den Verzicht auf eine Befragung begründet. Vor dem Hintergrund 
der genannten Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts stellt 
dieses Vorgehen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, welche 
angesichts  dessen  formeller  Natur  grundsätzlich  zur  Aufhebung  der 
angefochtenen  Verfügung  führt  (vgl.  BVGE  2008/14  E.  4.1  S.  185, 
BVGE  2007/30  E.  8.2  S.  371  mit  weiteren  Hinweisen,  und  BVGE 
2007/27 E. 10.1 S. 332).

3.2.2 Der  festgestellte  Verfahrensmangel  kann  im  vorliegenden  Fall 
sodann  auf  Beschwerdeebene  nicht  geheilt  werden  (vgl.  zur  Praxis 
des Bundesverwaltungsgerichts betreffend die Frage der Heilung von 
Verfahrensmängeln BVGE 2007/30 E. 8.2 und im gleichen Sinne auch 
BVGE 2007/27 E. 10.1 S. 332, wobei gemäss diesem Entscheid eine 
Heilung die Ausnahme bleiben soll). Zum einen datiert die angefochte-
ne Verfügung vom 20. Februar 2008, mithin einem Zeitpunkt,  als die 
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts gemäss dem am 27. November 
2007 ergangenen BVGE 2007/30 der Vorinstanz bekannt war, und zum 
anderen hat sich die tatsächliche Situation in der Zwischenzeit  inso-
fern in massgeblicher Weise verändert, als die Beschwerdeführer ihren 
Heimatstaat  im  Januar  2008  verlassen  haben  und  sich  seither  in 
Ecuador aufhalten, wo ihnen am 22. Februar 2008 Asyl gewährt wor-
den ist. Vor diesem Hintergrund kann der rechtserhebliche Sachverhalt 
nicht  als  genüglich  abgeklärt  bezeichnet  werden,  zumal  die  Be-
schwerdeführer geltend machen, auch in Ecuador weiterhin ihren Ver-
folgern ausgesetzt zu sein und um ihr Leben zu fürchten. Die Erteilung 
von Asyl mag zwar ein Indiz für die grundsätzliche Schutzwilligkeit der 
ecuadorianischen  Behörden  darstellen,  genügt  aber  für  sich  alleine 
nicht, um eine eventuelle relevante Gefährdung von vornherein auszu-
schliessen. Es bleibt mithin im Rahmen einer Anhörung der Beschwer-
deführer – beziehungsweise bei allfälliger Unmöglichkeit einer solchen 
nach Massgabe der zitierten Rechtsprechung in anderer Weise – na-

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mentlich abzuklären, ob konkrete Anhaltspunkte für eine ihnen in die-
sem  Drittstaat  allenfalls  drohende  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3 
AsylG bestehen und inwieweit  die  Beschwerdeführer  gegebenenfalls 
bei den zuständigen ecuadorianischen Stellen um Schutz nachgesucht 
beziehungsweise solchen erhalten haben.

4.
4.1 Die  Feststellung  einer  Verletzung des rechtlichen  Gehörs  bezie-
hungsweise  der  unvollständigen  Abklärung  des  rechtserheblichen 
Sachverhalts führt indessen nicht dazu, dass den Beschwerdeführern 
die Einreise in die Schweiz bereits aus diesem Grunde zu bewilligen 
wäre.  Die  vorzunehmende  persönliche  Anhörung  beziehungsweise 
Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  kann  vielmehr  auch  über  die 
schweizerische Vertretung in Quito erfolgen, zumal angesichts der Ak-
tenlage keine genügend konkreten Anhaltspunkte für die Annahme be-
stehen, dass den Beschwerdeführern ein Verbleib in Ecuador für die 
Dauer  der  weiteren,  noch erforderlichen Verfahrenshandlungen nicht 
zumutbar im Sinne von Art. 20 Abs. 2 AsylG wäre.

4.2 Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfü-
gung Bundesrecht verletzt und der rechtserhebliche Sachverhalt nicht 
genüglich erhoben ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist nach dem 
Gesagten  gutzuheissen,  die  Verfügung  des  BFM  vom  20. Februar 
2008 aufzuheben und die Sache zur Abklärung des entscheidwesentli-
chen Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück-
zuweisen.

5.
5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerle-
gen (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).

5.2 Trotz ihres Obsiegens ist den Beschwerdeführern keine Parteient-
schädigung  auszurichten,  da  sie  im  Beschwerdeverfahren  keine 
Rechtsvertretung mandatiert haben und sich aus den Akten keine Hin-
weise  darauf  ergeben,  dass  ihnen selber  durch die  Beschwerdefüh-
rung verhältnismässig hohe Kosten im Sinne von Art. 64 Abs. 1 VwVG 
erwachsen wären.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen.

2.
Die Verfügung des BFM vom 20. Februar 2008 wird aufgehoben und 
die Sache wird zur Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts so-
wie zu neuem Entscheid an das BFM zurückgewiesen.

3.
Es werden keine Kosten erhoben.

4.
Es wird keine Parteientschädigung entrichtet.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführer, durch die schweizerische Vertretung in Quito
- die schweizerische Vertretung in Quito, mit der Bitte um Eröffnung 

dieses  Urteils  an  die  Beschwerdeführer  sowie  um Zustellung  der 
Empfangsbestätigung an das Bundesverwaltungsgericht ad acta

- die schweizerische Vertretung in Bogotá (in Kopie; zur Kenntnisnah-
me)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten (per Kurier; in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Jürg Hünerwadel

Versand:

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