# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f1e0770c-d66a-57e2-b6de-be22cf88e8f2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.10.2014 200 2014 222
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-222_2014-10-14.pdf

## Full Text

200 14 222 KV
GRD/COC/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. Oktober 2014

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer , Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Helsana Versicherungen AG 
Recht, Postfach, 8081 Zürich
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 1. Februar 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Okt. 2014, KV/14/222, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1961 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war seit dem 1. Juni 2002 bei der B.________ als … angestellt und dabei 
über die Arbeitgeberin bei der Helsana Versicherungen AG (Helsana bzw. 
Beschwerdegegnerin) in einer Kollektiv-Taggeldversicherung nach dem 
Bundesgesetz über die Krankenversicherung vom 18. März 1994 (KVG; 
SR 832.10) für ein Taggeld in der Höhe von 80% des versicherten Lohnes 
ab dem 61. Krankheitstag versichert (Akten der Helsana [act. II] 17, 19).

Mit Krankmeldung Kollektiv-Taggeldversicherung vom 3. Oktober 2012 
(act. II 19) meldete die Arbeitgeberin die Versicherte wegen einer seit dem 
10. August 2012 bestehenden Arbeitsunfähigkeit zufolge Krankheit zum 
Leistungsbezug an. In der Folge nahm die Helsana die Abklärungen auf 
und richtete Taggeldleistungen aus (vgl. act. II 22). Dabei veranlasste sie 
insbesondere eine fachvertrauensärztliche Untersuchung im C.________. 
Dabei erfolgte am 6. und 7. Dezember 2012 eine funktionsorientierte Medi-
zinische Abklärung (C.________-Gutachten vom 11. Januar 2013; act. II 
26). Gestützt auf die entsprechende Beurteilung sowie nach Rücksprache 
mit ihrem Vertrauensarzt (act. II 28) stellte die Helsana die Taggeldleistun-
gen mit Verfügung vom 14. Juni 2013 (act. II 38) – unter Gewährung einer 
dreimonatigen Anpassungszeit – per 30. September 2013 ein. 

Die dagegen erhobene Einsprache vom 16. August 2013 (act. II 40) wies 
die Helsana mit Entscheid vom 1. Februar 2014 (act. II 45) ab.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte am 6. März 2014 Beschwerde und stellte 
folgende Anträge:

1. Es sei der Einspracheentscheid vom 1. Februar 2014 aufzuheben.
2. Es sei die Helsana Versicherungen AG zu verpflichten, die weite-

ren notwendigen Abklärungen vorzunehmen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Okt. 2014, KV/14/222, Seite 3

3. Es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu 
bewilligen.

4. Alles unter o/e- Kostenfolge.

Mit Beschwerdeantwort vom 11. März 2014 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde. 

Am 30. September 2014 reichte die Beschwerdeführerin eine Verfügung 
der IV-Stelle Bern (IVB) vom 22. September 2014 (Beschwerdebeilage 
[act. I] 7) beim Gericht ein, mit welcher die zuvor zugesprochene Arbeits-
vermittlung abgeschlossen wurde, da die gesundheitliche Situation im Mo-
ment keine aktive Stellensuche zulasse. 

Daraufhin edierte der Instruktionsrichter mit prozessleitender Verfügung 
vom 6. Oktober 2014 bei der IVB die amtlichen Akten, welche in der Folge 
am 10. Oktober 2014 beim Gericht eingingen.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG; vgl. Zustellnachweis vom 11. März 2014; act. II 46) sowie Form 

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(Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes 
über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) 
eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der auf der Verfügung vom 14. Juni 2013 
(act. II 38) basierende Einspracheentscheid vom 1. Februar 2014 (act. II 
45). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
Weiterausrichtung von Taggeldern durch die Beschwerdegegnerin über 
den 30. September 2013 hinaus.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Wer in der Schweiz Wohnsitz hat oder erwerbstätig ist und das 15., 
aber noch nicht das 65. Altersjahr zurückgelegt hat, kann bei einem Versi-
cherer nach Artikel 68 eine Taggeldversicherung abschliessen (Art. 67 Abs. 
1 KVG). Die Taggeldversicherung kann als Kollektivversicherung 
abgeschlossen werden. Kollektivversicherungen können unter anderem 
von Arbeitgebern für sich und ihre Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen 
abgeschlossen werden (Art. 67 Abs. 3 lit. a KVG).

2.1.1 Das versicherte Taggeld wird vom Versicherer mit dem 
Versicherungsnehmer vereinbart (Art. 72 Abs. 1 Satz 1 KVG). Das Gesetz 
enthält in Art. 72 KVG zwingende Bestimmungen insbesondere zum 
Anspruchsbeginn (Abs. 2), zur Dauer des Anspruchs (Abs. 3) sowie zur 
Kürzung der Leistung bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit (Abs. 4) und bei 
Überentschädigung (Abs. 5). Nach Abs. 2 Satz 1 dieser Bestimmung 
entsteht der Taggeldanspruch, wenn die versicherte Person mindestens 
zur Hälfte arbeitsunfähig ist. Vertraglich kann jedoch schon bei einer 
Arbeitsunfähigkeit von unter 50% ein Taggeldanspruch statuiert werden 

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(vgl. Art. 73 Abs. 1 KVG; GEBHARD EUGSTER, Krankenversicherung, in UL-
RICH MEYER [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], 
Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Aufl. 2007, S. 783 N. 1123). Nach Abs. 2 
Satz 2 von Art. 72 KVG entsteht der Anspruch am dritten Tag nach der 
Erkrankung, sofern nichts anderes vereinbart ist; der Leistungsbeginn kann 
jedoch gegen eine entsprechende Herabsetzung der Prämie aufgeschoben 
werden. Das Taggeld ist für eine oder mehrere Erkrankungen während 
mindestens 720 Tagen innerhalb von 900 Tagen zu leisten (Art. 72 Abs. 3 
KVG).

2.1.2 Gemäss Ziff. 13.1 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen 
(AVB) für die Helsana Business Salary Kollektiv-Taggeldversicherung nach 
KVG (Ausgabe vom 1. Januar 2007 [abrufbar unter www.helsana.ch]) wird 
das Taggeld bei nachgewiesener Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25% 
anteilsmässig entsprechend dem Grad der Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet.

2.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 ATSG ist Krankheit jede Beeinträchtigung der 
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines 
Unfalles ist und die eine medizinische Untersuchung oder Behandlung er-
fordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat.

Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Un-
fähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu 
leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem ande-
ren Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand resp. zur Arbeitsfähigkeit der Beschwer-
deführerin lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen: 

3.1.1 Dr. med. D.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, diagnostizierte im Bericht vom 24. September 2012 (act. II 18) insbe-
sondere einen Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung. Sie habe 
die Beschwerdeführerin am 10. August 2012 wegen Nackenbeschwerden, 

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einer Präsynkope sowie Unzufriedenheit am Arbeitsplatz mit Klagen wegen 
repetitiver Arbeit gesehen. Die sichtlich leidende, stark bedrückte Be-
schwerdeführerin mit muskulärer Dysbalance und Fehlhaltung sei ab dem 
9. August 2012 zu 100% arbeitsunfähig geschrieben worden. Seither seien 
intensive Physiotherapiesitzungen erfolgt. Der am 17. September 2012 
gestartete Arbeitsversuch im Rahmen eines Arbeitspensums von 50% sei 
wegen starken rechtsseitigen Schulter/-Armschmerzen einhergehend mit 
inkonstanten Parästhesien im rechten Bein gescheitert. Die Beschwerde-
führerin sei weiter arbeitsunfähig (S. 1).

Im Bericht vom 12. Oktober 2012 (act. II 20) führte Dr. med. D.________ 
als Diagnosen ein Zervikovertebralsyndrom, eine muskuläre Dysbalance, 
einen Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung sowie eine Anpas-
sungsstörung an (S. 1). Die Beschwerdeführerin leide unter belastungs-
abhängigen Schmerzen im Schulter/Nacken-Bereich rechts und im rechten 
Bein. Wahrscheinlich sei es der Beschwerdeführerin nicht zumutbar, in 
einer vergleichbaren Stelle wie bisher zu arbeiten. Eine leichte, andersarti-
ge berufliche Tätigkeit erachtete die Ärztin als zumutbar, wobei die Höhe 
der Arbeitsfähigkeit vom Verlauf der Beschwerden und vom psychischen 
Zustand abhängig sei (S. 2). 

3.1.2 Auf Veranlassung der Beschwerdegegnerin wurde die Beschwerde-
führerin durch die Fachärzte des C.________ begutachtet, wobei auch eine 
Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) 
stattfand. Im diesbezüglichen Gutachten vom 11. Januar 2013 (act. II 26) 
wurden ein chronisches, generalisiertes, undifferenziertes Schmerzsyn-
drom sowie ein Verdacht auf eine Polyneuropathie diagnostiziert (S. 1 
Ziff. 1). Bei schon seit Jahren bestehenden multiplen Beschwerden am 
Bewegungsapparat sei nun ein chronifiziertes, undifferenziertes Schmerz-
bild entstanden, für welches bildgebend kein spezifisches Korrelat gefun-
den werden könne. Somit dominiere die Schmerzchronifizierung mit subjek-
tiv allgemeinem Schwächegefühl, wobei objektiv der Eindruck entstehe, 
dass diese Schwäche rein schmerzbedingt zustande komme. Es stelle sich 
die Frage, ob eine depressiv gefärbte Stimmung die Beschwerden mitbe-
stimmen könnte (S. 2 f. Ziff. 2). Die EFL habe ergeben, dass das arbeitsbe-
zogene relevante Problem vor allem ein inadäquater Umgang mit den Be-

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schwerden sowie ein ausgeprägtes Schon- und Vermeidungsverhalten sei. 
Infolge erheblicher Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz 
seien die Resultate der Belastbarkeitstests für die Beurteilung nicht ver-
wertbar. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei gutem 
Effort mehr leisten könnte, als was sie bei den Leistungstests gezeigt habe. 
Deshalb könne die Zumutbarkeit nicht aufgrund der Erhebungen durch die 
EFL-Testung beurteilt werden, sondern müsse medizinisch-theoretisch 
erfolgen (S. 3 Ziff. 3). In der bisherigen Tätigkeit bestehe aus rheumatolo-
gisch-orthopädischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 25% bei leicht redu-
zierter Leistungsfähigkeit (entsprechend 2.5 Stunden am Tag). Im Verlauf 
sollte schrittweise versucht werden, den prozentualen Anteil der Arbeits-
fähigkeit zu steigern. Es sei jedoch nicht damit zu rechnen, dass die Be-
schwerdeführerin insgesamt auf mehr als 75% der Arbeitsfähigkeit in der 
bisherigen Tätigkeit hinausgelange. In einer alternativen leichten Tätigkeit 
mit Möglichkeit der Wechselpositionierung und Wechselbelastung bestehe 
dagegen eine volle Arbeitsfähigkeit (S. 4 Ziff. 6).

3.1.3 Der Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin Dr. med. E.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, hielt in seiner Stellungnahme 
vom 13. Januar 2013 (act. II 28) fest, gestützt auf das C.________-
Gutachten sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer 
angestammten Tätigkeit ab Januar 2013 zu 40%, ab April 2013 zu 50% 
und ab Juli 2013 zu 75% arbeitsfähig sei. In einer angepassten (leichten) 
Tätigkeit bestehe ab sofort eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit.

3.1.4 Im – von der Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren einge-
reichten – Bericht des Spitals F.________ vom 7. November 2013 (act. I 2) 
wurde ein chronisches, therapieresistentes Schulter/-Armsyndrom rechts 
mit somatischen und psychischen Anteilen sowie ein chronisches lumbo-
vertebrales Schmerzsyndrom diagnostiziert. Als psychische Komorbidität 
wurde eine beginnende subdepressive Episode angeführt. Die Beschwer-
deführerin berichte über belastungsabhängige Schmerzen im Bereich des 
Nackens, im HWS-/Schultergürtelbereich und in der LWS. Die Nacken-
schmerzen strahlten in den rechten Arm bis in die Hand aus. Die lumbalen 
Rückenschmerzen zeigten eine Schmerzausstrahlung in das linke Bein. 
Die Durchführung einer Infiltration sei von der Beschwerdeführerin wegen 

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einer Spritzenphobie abgelehnt worden. Eine Therapie werde zurzeit nicht 
durchgeführt (S. 1). Weiter wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin leide 
an einem panvertebralen Schmerzsyndrom, das ein organisches Korrelat 
(degenerative Veränderungen HWK 5/6 und 6/7 bei dorsaler Diskusprotru-
sion) aufweise und infolge der Schmerzausweitung und Generalisierung mit 
konsekutiver anhaltender Arbeitsunfähigkeit von 50% seit über einem Jahr 
auch eine psychische Komponente beinhalte. Infolge Kündigung per Ende 
September 2013 habe eine Schmerzexazerbation stattgefunden. Es zeige 
sich nicht nur eine beginnende Ausweitungs- und fragliche Somatisierungs-
tendenz, sondern auch typische Schmerzcharakteristika im Rahmen eines 
möglichen fibromyalgieformen Beschwerdebildes. Die beginnende leicht-
gradige depressive Episode sei vor allem durch Zukunftsängste geprägt. 
Die subdepressive Episode sei jedoch derzeit nicht behandlungsbedürftig 
(S. 2). 

3.1.5 Im Bericht des Spitals F.________ vom 10. Dezember 2013 (Akten 
der IVB [act. III] 34 S. 4 ff.) wurde insbesondere ein chronisches, therapie-
resistentes, beidseitiges, cervikobrachiales Schmerzsyndrom mit somati-
schen und psychischen Anteilen, rechtsseitige Schulterbeschwerden und 
ein beidseitiges, lumbospondylogenes Schmerzsyndrom diagnostiziert. Als 
psychische Komorbidität wurde wiederum eine beginnende subdepressive 
Episode angeführt (S. 4 f.). Aktuell liessen sich Anteile einer beginnenden 
leichtgradigen depressiven Episode feststellen. Es zeige sich ein blockier-
ter Heilungsverlauf, welcher weiterhin ungünstig durch Erwartungsängste 
und psychosoziale Konflikte unterhalten werde. Gesamthaft seien dies un-
günstige Prädiktoren für eine Chronifizierung mit Gefahr von Schmerzzen-
tralisierungsprozessen. Weiter wurde ausgeführt, die Beschwerdeführerin 
müsste eine neue, klar strukturierte Kräftigungstherapie durchführen mit 
regelmässiger Kontrolle. Den Vorschlag einer Hospitalisation im Spital 
G.________ wie auch die Durchführung von Infiltrationen habe die Be-
schwerdeführerin abgelehnt. Sie möchte mit Heimübungen weiterfahren. 
Die subdepressive Episode sei gemäss Bericht des Spitals F.________ 
vom 7. November 2014 nicht behandlungsbedürftig (S. 6).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 

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unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich im vorliegend angefochtenen Ein-
spracheentscheid massgeblich auf das C.________-Gutachten vom 
11. Januar 2013 (act. II 26) gestützt. Die Gutachter haben sich in ihrer ärzt-
lichen Beurteilung in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit 
den gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin auseinan-
dergesetzt und ihre Schlussfolgerungen insbesondere gestützt auf ihre 
eigene (rheumatologisch-orthopädische) Untersuchung sowie die Ergeb-
nisse der durchgeführten EFL getroffen. Die Ausführungen in der Beurtei-
lung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezo-
genen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand nachvollziehbar be-
gründet. Somit erfüllt das Gutachten die von der höchstrichterlichen Recht-
sprechung an den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten 
Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zu-
kommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Die Gutachter haben klar 
und schlüssig dargelegt, dass ein chronisches, generalisiertes, undifferen-
ziertes Schmerzsyndrom sowie ein Verdacht auf eine Polyneuropathie be-

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steht. Weiter haben sie nachvollziehbar begründet, weshalb die Beschwer-
deführerin ihre Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als … auf 
nicht mehr als 75% wird steigern können und in einer angepassten (leich-
ten, wechselbelastenden) Tätigkeit ab dem Begutachtungszeitpunkt eine 
100%-ige Arbeitsfähigkeit besteht (S. 4 Ziff. 6). Diese Beurteilung ist nicht 
nur für sich allein nachvollziehbar und überzeugend, sondern sie wurde von 
Dr. med. E.________ auch bestätigt (act. II 28). Darauf ist abzustellen. 

An dieser schlüssigen Beurteilung ändern die Berichte des Spitals 
F.________ vom 7. November 2013 (act. I 2) und 10. Dezember 2013 
(act. III 34 S. 4 ff.) nichts. Zum einen stehen die darin erhobenen Diagno-
sen (chronisches, therapieresistentes Schulter/-Armsyndrom rechts und 
chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom resp. chronisches, thera-
pieresistentes, beidseitiges, cervikobrachiales Schmerzsyndrom, rechtssei-
tige Schulterbeschwerden und beidseitiges, lumbospondylogenes 
Schmerzsyndrom) im Einklang zu denjenigen im C.________-Gutachten. 
Zum anderen beinhalten die besagten Berichte keine Beurteilung der Ar-
beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Soweit zusätzlich eine beginnende 
subdepressive Episode diagnostiziert wurde, ist darauf hinzuweisen, dass 
diese explizit als nicht behandlungsbedürftig bezeichnet wird (act. I 2 S. 2 
und act. III 34 S. 6). Somit kann auch aus den Berichten des Spitals 
F.________ (in einer angepassten Tätigkeit) keine Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit abgeleitet werden. Soweit in der Beschwerde (S. 2 Ziff. 3) 
geltend gemacht wird, die Einstellung der Taggeldleistungen sei verfrüht 
erfolgt, da insbesondere noch Therapien „im Gange“ seien, steht dies im 
Widerspruch zu den Ausführungen im Bericht des Spitals F.________ vom 
7. November 2013, in welchem festgehalten wurde, dass zurzeit keine The-
rapien durchgeführt würden (act. I 2 S. 1). Darüber hinaus geht aus dem 
Bericht des Spitals F.________ vom 10. Dezember 2013 (act. III 34 S. 6) 
hervor, dass die Beschwerdeführerin alle (Therapie-)Vorschläge der Ärzte 
(Hospitalisation, Infiltrationen) abgelehnt und sich dazu entschieden hat, 
mit Heimübungen weiterzufahren.

Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ist folglich gestützt auf 
die vorliegenden Arztberichte, insbesondere das überzeugende 
C.________-Gutachten, hinreichend erstellt, weshalb sich die in der Be-

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schwerde (S. 1 Ziff. 2) beantragten weiteren medizinischen Abklärungen 
erübrigen (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d 
S. 162).

4.

4.1 Nach der im ganzen Sozialversicherungsrecht geltenden Pflicht zur 
Schadenminderung ist eine in ihrem bisherigen Tätigkeitsbereich dauernd 
arbeitsunfähige versicherte Person gehalten, innert nützlicher Frist Arbeit in 
einem andern Berufs- oder Erwerbszweig zu suchen und anzunehmen, 
soweit dies möglich und zumutbar ist. Verwertet die versicherte Person ihre 
restliche Arbeitsfähigkeit nicht, obgleich sie hierzu unter Berücksichtigung 
der Arbeitsmarktlage und nötigenfalls einer bestimmten Anpassungszeit 
zumutbarerweise in der Lage wäre, so hat sie sich die berufliche Tätigkeit 
anrechnen zu lassen, die sie bei gutem Willen ausüben könnte; das Fehlen 
des guten Willens ist nur dort entschuldbar, wo es auf einer Krankheit be-
ruht. Die einer versicherten Person einzuräumende Anpassungszeit be-
misst sich nach den jeweiligen Umständen des Falles. In der Praxis wurden 
Zeiten von drei bis fünf Monaten als angemessen betrachtet (BGE 114 V 
281 E. 1d S. 283, 111 V 235 E. 2a S. 239; RKUV 2005 KV 342 S. 357 
E. 1.3).

4.2 Wie zuvor dargelegt wurde ist die Beschwerdeführerin in ihrer an-
gestammten Tätigkeit als … gesundheitsbedingt nicht mehr zu 100% ar-
beitsfähig. Dagegen besteht in einer angepassten Tätigkeit eine 100%-ige 
Arbeitsfähigkeit. Deshalb war sie – wie die Beschwerdegegnerin in der Ver-
fügung vom 14. Juni 2013 (act. II 38) zutreffenderweise ausgeführt hat – 
aufgrund der im gesamten Sozialversicherungsrecht geltenden Pflicht zur 
Schadenminderung (vgl. E. 4.1 hiervor) gehalten, innert nützlicher Frist 
zumutbare Arbeit in einer (ihren gesundheitsbedingten Einschränkungen) 
angepassten Tätigkeit zu suchen und anzunehmen. 

Die von der Beschwerdegegnerin gewährte Anpassungszeit von dreiein-
halb Monaten ab Erlass der Verfügung vom 14. Juni 2013 ist weder hin-
sichtlich der Dauer noch betreffend den Anfangszeitpunkt zu beanstanden, 
zumal sie am 6. Mai 2013 die Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses per 

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30. September 2013 erhalten hat (act. II 36) und ihr zudem ab dem Begut-
achtungszeitpunkt im Dezember 2012 – und somit bereits sechs Monate 
vor der Verfügung – bekannt war, dass sie nicht mehr in der Lage ist, im 
angestammten Beruf 100% zu arbeiten (vgl. act. II 26 S. 1). Folglich wurde 
ihr mit der Übergangsfrist genügend Zeit eingeräumt, sich mit der neuen 
Ausgangslage bzw. mit den veränderten Verhältnissen auseinanderzuset-
zen und eine entsprechende Stelle per 1. Oktober 2013 zu suchen.

Zu prüfen bleiben die lohnmässigen Auswirkungen der gesundheitlichen 
Situation ab dem 1. Oktober 2013.

4.3 Da die Beschwerdeführerin im hier zu beurteilenden Zeitraum ihrer 
Schadenminderungspflicht nicht nachgekommen ist bzw. keine ihr zumut-
bare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, hat sie sich anrechnen zu lassen, 
was sie zumutbarerweise hätte verdienen können. Denn bei gebotenem 
Berufswechsel ist für den Taggeldanspruch die Höhe des Restschadens 
massgebend. Dieser ist zu definieren als die Differenz zwischen dem Ein-
kommen, welches die versicherte Person ohne Krankheit in ihrem bisheri-
gen Beruf verdienen könnte, und dem Einkommen, das sie zumutbarerwei-
se im neuen Beruf erzielt oder erzielen könnte (BGE 114 V 281 E. 3c 
S. 286; vgl. auch GEBHARD EUGSTER, a.a.O., S. 7853 N. 1128). Der Rest-
schaden (Erwerbseinbusse) ist in analoger Weise wie der Invaliditätsgrad 
nach Art. 16 ATSG zu ermitteln. Demgemäss wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-
chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie-
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie 
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

4.3.1 Das Valideneinkommen ist gestützt auf die bisherige Tätigkeit als … 
bei der B.________ zu ermitteln (vgl. E. 4.3 hiervor). Somit ist nicht zu be-
anstanden, dass die Beschwerdegegnerin dieses auf Fr. 58‘580.20 festge-
legt hat (act. II 38 S. 2). 

4.3.2 Das Invalideneinkommen ist mangels Aufnahme einer angepassten 
Erwerbstätigkeit anhand von Tabellenlöhnen (Schweizerische Lohnstruk-
turerhebung [LSE] des Bundesamtes für Statistik [BFS]) zu ermitteln. 
Gemäss LSE 2010, TA1, Frauen, Anforderungsniveau 4 (einfache und re-

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petitive Tätigkeiten) beträgt der Totalwert monatlich Fr. 4‘225.--. Auf die 
betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden (BFS, Betriebsübliche 
Wochenarbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total) und das Jahr 2013 
aufgerechnet, resultiert daraus ein Invalideneinkommen von Fr. 54‘099.-- 
(Fr. 4‘225.-- : 40 x 41.6 x 12 : 100 x 102.6 [BFS, Nominallohnindex Frauen 
2010 – 2013, Tabelle T1.2.10, Total]).

4.4 Eine Gegenüberstellung von Validen- (Fr. 58‘580.20) und Invaliden-
einkommen (Fr. 54‘099.--) ergibt einen Erwerbsunfähigkeitsgrad resp. eine 
Erwerbseinbusse von gerundet 8% (vgl. BGE 130 V 121 S. 123 E. 3.2 und 
3.3). 

Somit hat die Beschwerdegegnerin die weitere Ausrichtung von Taggeldern 
über den 30. September 2013 hinaus zu Recht abgelehnt. Die Beschwerde 
erweist sich demzufolge als unbegründet und ist abzuweisen.

5.

5.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 KVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Be-
schwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 KVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

5.3 Infolge der Kostenlosigkeit des Verfahrens und mangels Vertretung 
besteht kein Rechtsschutzinteresse an der Beurteilung des Gesuchs um 
unentgeltliche Rechtspflege. Folglich ist das entsprechende Gesuch ge-
genstandslos und als erledigt vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Okt. 2014, KV/14/222, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird als gegenstandslos 
geworden abgeschrieben.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Helsana Versicherungen AG
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.