# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1086daa6-3633-515e-b5e9-d7b25a8f264a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.12.2008 E-7796/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7796-2008_2008-12-15.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7796/2008/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  D e z e m b e r  2 0 0 8  

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter Daniel Schmid;
Gerichtsschreiber Jonas Tschan.

A_______, geboren _______,
Nigeria,
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Ver-
fügung des BFM vom 26. November 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7796/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  Nigeria  im 
März 2008 verliess und am 17. Mai 2008 in die Schweiz einreiste, wo 
er gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass  er  am  9.  Juni  2008  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum 
Chiasso zu seinen Asylgründen summarisch befragt und am 27. Okto-
ber 2008 durch das BFM angehört wurde,

dass er im Wesentlichen angab, sein Vater sei im Jahr (...) bei einem 
Brand ums Leben gekommen,

dass  dessen  Bruder  (...)  hierfür  die  Mutter  des  Beschwerdeführers 
verantwortlich gemacht und schikaniert habe,

dass (...) im (...) auf die Felder (welche der Beschwerdeführer und sein 
Bruder von ihrem Vater geerbt hätten) gekommen sei und die Mutter 
aufgefordert habe, diese zu verlassen,

dass  sie  sich  geweigert  habe,  worauf  (...)  begonnen  habe,  sie  zu 
beschimpfen und mit einem Stock zu schlagen,

dass der Beschwerdeführer und sein Bruder der Mutter zu Hilfe geeilt 
seien und Ersterer dabei seinen Onkel mit einer Machete im Nacken 
getroffen  habe,  so  dass  dieser  zu  Boden  gegangen  und  später  im 
Spital gestorben sei,

dass der Beschwerdeführer anschliessend geflohen sei und nun von 
den Kindern des verstorbenen Onkels sowie von der Polizei  gesucht 
werde,

dass das BFM mit Verfügung vom 26. November 2008 in Anwendung 
von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat 
und seine Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  BFM zur  Begründung  im Wesentlichen anführte,  es  lägen 
keine entschuldbaren Gründe vor, die es dem Beschwerdeführer ver-
unmöglicht  hätten,  Reise-  oder  Identitätspapiere  einzureichen,  seine 
diesbezüglichen Angaben seien unglaubhaft,

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dass  sich  der  Beschwerdeführer  bei  seinen  Ausführungen  in  zahl-
reiche wesentliche Widersprüche – so beispielsweise hinsichtlich der 
Anzahl der Brüder seines Vaters oder bezüglich seiner Ausbildung – 
verstrickt habe,

dass auch weitere Angaben unstimmig seien, so dass ihm seine Vor-
bringen nicht geglaubt werden könnten,

dass  er  demzufolge die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art.  3  und 7 
AsylG nicht erfülle und zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der 
Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses 
aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich seien,

dass sich  aus  den Akten keine Anhaltspunkte ergeben würden,  wo-
nach dem Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr in den Heimat-
staat  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch Art.  3  der Kon-
vention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und 
Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung 
drohe,

dass  im  Hinblick  auf  Nigeria  nicht  von  einer  Situation  allgemeiner 
Gewalt oder von kriegerischen Ereignissen gesprochen werden könne, 
welche für den Beschwerdeführer bei dessen Rückkehr eine konkrete 
Gefahr darstellen würden,

dass sich der Wegweisungsvollzug daher als zulässig, zumutbar und 
möglich erweise,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 4. Dezember 2008 (Post-
stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde erhob und dabei beantragte, es sei die Verfügung des BFM 
vom  26.  November  2008  aufzuheben  und  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers vom 17. Mai 2008 gutzuheissen, eventualiter sei die 
Wegweisungsverfügung  aufzuheben  und  die  vorläufige  Aufnahme 
anzuordnen,

dass er  in  prozessualer  Hinsicht  um Gewährung der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021) ersuchte,

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dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz - sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  auf  die  form-  und  fristgerecht  eingereichte  Beschwerde  -  mit 
Ausnahme des Antrags auf Gutheissung des Asylgesuchs - einzutre-
ten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell  geprüft  hat,  weshalb  dem Bundesverwaltungsgericht  diesbezüg-
lich volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend um eine solche handelt,  weshalb der 

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Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a 
Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet werden kann,

dass gemäss der revidierten,  am 1. Januar 2007 in  Kraft  getretenen 
Bestimmung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht 
eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb 
von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitäts-
papiere abgeben,

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuld-
baren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder 
wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG 
die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) 
oder wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlich-
er Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass  zufolge  der  Gesamtumstände  im  vorliegenden  Fall  keine 
entschuldbaren  Gründe  für  die  Nichteinreichung  von  Identitätsdoku-
menten  innert  48  Stunden  seit  Einreichung  des  Asylgesuchs  er-
sichtlich sind,

dass  mithin  nach erfolgter  Gesetzesrevision  neu  seit  dem 1. Januar 
2007  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand  des  Be-
schwerdeverfahrens bildet, wobei im Rahmen der summarischen Prü-
fung das offenkundige Fehlen der Flüchtlingseigenschaft, sei es, weil 
die Vorbringen offensichtlich unglaubhaft sind, oder sei es, weil sie of-
fensichtlich keine flüchtlingsrechtliche Relevanz nach Art. 3 AsylG auf-
weisen,  und  das  offenkundige  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshin-
dernissen zu beurteilen ist (vgl. Entscheide des Schweizerischen Bun-
desverwaltungsgerichts BVGE 2007/8 E. 2.1),

dass in der Beschwerde rudimentär der zur Begründung des Asylgesu-
ches geltend gemachte Sachverhalt wiederholt und angefügt wird, der 
Beschwerdeführer sei Flüchtling im Sinne von Art. 1 A Abs. 2 des Ab-
kommens  vom 28. Juli 1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge 
(FK, SR 0.142.30) und er befürchte, bei einer Rückkehr Behandlungen 
ausgesetzt zu werden, die gegen Art. 3 EMRK verstossen würden,

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dass  die  Beschwerde  keine  weiteren  Ausführungen  enthält,  mithin 
nicht ansatzweise dargetan wird, inwiefern die Erwägungen des BFM 
unzutreffend  sein  sollen,  und  auch  aus  den  Akten  nicht  ersichtlich 
wird,  inwiefern  die  angefochtene Verfügung  Bundesrecht  verletzen, 
den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  fest-
stellen oder unangemessen sein könnte,

dass deshalb ohne weitere Erörterungen und unter Hinweis auf die zu-
treffenden Erwägungen in der angefochtenen Verfügung festzustellen 
ist, dass  das BFM zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 
die Wegweisung verfügt und deren Vollzug angeordnet hat, 

dass die offensichtlich unbegründete Beschwerde deshalb abzuweisen 
ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
demnach abzuweisen ist und die Kosten des Verfahrens von Fr. 600.- 
dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 1-3  des  Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  dem  Beschwerde-
führer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- das _______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Jonas Tschan

Versand: 

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