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**Case Identifier:** f5202c6f-84f7-5821-9a7a-d085983b318a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-05-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.05.2015 D-6685/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6685-2014_2015-05-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-6685/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  M a i  2 0 1 5  

Besetzung 
 Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), 

Richterin Claudia Cotting-Schalch,  

Richterin Nina Spälti Giannakitsas,    

Gerichtsschreiber Linus Sonderegger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren (…), 

ohne Nationalität, 

vertreten durch Krishna Müller, Rechtsanwalt,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM;  

zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl;  

Verfügung des BFM vom 14. Oktober 2014 / N (…). 

 

 

 

D-6685/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer stammt aus Syrien und ist Angehöriger der kurdi-

schen Ethnie. Er gelangte gemäss eigenen Angaben am 3. September 

2012 in die Schweiz, wo er am gleichen Tag um Asyl nachsuchte.  

B.  

Er wurde am 7. September 2012 zu seiner Person, zum Reiseweg sowie 

summarisch zu seinen Gesuchsgründen befragt (Befragung zur Person 

[BzP]). Eine eingehende Anhörung zu den Gründen der Flucht fand am 16. 

September 2014 statt. 

Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch damit, dass er an De-

monstrationen teilgenommen habe und deshalb verhaftet worden sei. Hier 

in der Schweiz würde er sich exilpolitisch betätigen. Als Beweismittel 

reichte er ein Schulzeugnis, einen Ajnabi-Ausweis, eine Einschreibebestä-

tigung, eine Parteimitgliedschaftsbestätigung der Demokratischen Partei 

Kurdistans/Syrien (Partiya Demokrata Kurdistan a Sûriye – PDKS) sowie 

Fotos von exilpolitischen Aktivitäten in der Schweiz ein. 

C.  

Mit Verfügung vom 14. Oktober 2014 (Eröffnung am 16. Oktober 2014) 

lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete 

die Wegweisung aus der Schweiz an. Wegen Unzumutbarkeit des Vollzugs 

der Wegweisung wurde jedoch eine vorläufige Aufnahme angeordnet. 

D.  

Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechts-

vertreters vom 14. November 2014 (Poststempel) beim Bundesverwal-

tungsgericht an. Er beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfü-

gung und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei er als Flüchtling in der 

Schweiz vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht wurde um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung und amtlichen Rechtsverbei-

ständung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 110a AsylG (SR 142.31) 

sowie um Beizug der Asylakten des Bruders des Beschwerdeführers und 

um Einsicht in dieselben ersucht.  

Als Beweismittel lagen der Beschwerde eine Kopie des Asylentscheids des 

Bruders des Beschwerdeführers sowie eine Kopie eines Bestätigungs-

schreibens der PDKS bei. 

D-6685/2014 

Seite 3 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 20. November 2014 hiess das Bundesverwal-

tungsgericht das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung unter der Voraussetzung des Nachreichens einer Fürsorgebestäti-

gung gut, verschob den Entscheid über die amtliche Verbeiständung auf 

einen späteren Zeitpunkt und wies den Beschwerdeführer darauf hin, dass 

die Einsicht in die Akten des Bruders dessen Einwilligung voraussetze. 

F.  

Mit Eingabe vom 17. Dezember 2014 wurde die Fürsorgebestätigung, ein 

eingescanntes Bestätigungsschreiben der PDKS und eine Kopie des be-

reits eingereichten Ajnabi-Ausweises, beide mit deutscher Übersetzung, 

eingereicht. 

G.  

Mit Zwischenverfügung vom 19. Dezember 2014 wurde das Gesuch um 

Gewährung der amtlichen Verbeiständung nach Art. 65 Abs. 1 VwVG i.V.m. 

Art. 110a AsylG gutgeheissen und Rechtsanwalt Krishna Müller als Recht-

vertreter beigeordnet.  

H.  

Am 8. Januar 2015 reichte der Beschwerdeführer die Einwilligungserklä-

rung seines Bruders betreffend die Einsicht in das Asyldossier ein. 

I.  

Mit Zwischenverfügung vom 14. Januar 2015 wurden dem Beschwerde-

führer Kopien der wesentlichen Aktenstücke aus dem Dossier seines Bru-

ders zugestellt. Gleichzeitig wurde das SEM zur Vernehmlassung eingela-

den. 

J.  

In seiner Vernehmlassung vom 28. Januar 2015 hielt das SEM an seinen 

bisherigen Ausführungen fest und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde. Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 30. Ja-

nuar 2015 zur Kenntnisnahme zugestellt. 

 

 

 

D-6685/2014 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM respektive 

SEM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vor-

instanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende 

Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwal-

tungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei 

Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die be-

schwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG 

liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entschei-

det. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten, soweit die Aufhebung der Dispositivziffern 1, 2 und 3 beantragt 

wird. 

2.  

Mit Beschwerde kann im Geltungsbereich des Asylgesetzes die Verletzung 

von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Er-

messens) sowie die unrichtige und unvollständige Feststellung des rechts-

erheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

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Seite 5 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.   

4.1 Der Beschwerdeführer begründete sein Asylgesuch damit, dass er 

staatenloser Kurde (Ajnabi) sei und aus Syrien stamme, wo er in 

B._______ (Provinz C._______) gelebt habe. Er sei Mitglied der PDKS, 

habe Flugblätter verteilt und an Sitzungen teilgenommen. Kurz nachdem 

an seinem Wohnort die Demonstrationen begonnen hätten, habe er sich 

regelmässig an Freitagsdemonstrationen in seinem Quartier sowie in ei-

nem Nachbarquartier beteiligt. Einmal sei er nur knapp einer Verhaftung 

entgangen, als er von Polizisten mit Schlagstöcken zusammengeschlagen 

worden sei, habe aber dennoch fliehen können. Etwa am (…) 2012 habe 

er zusammen mit etwa 15 bis 20 Kommilitonen eine Demonstration vor 

dem Institut, an welchem er studiert habe, veranstaltet. Am nächsten Mor-

gen seien Polizisten ins Institut gekommen und hätten ihn sowie weitere 

Demonstrationsteilnehmer festgenommen. Er habe etwa einen Monat im 

Gefängnis verbracht. Er sei fast täglich mit Stockschlägen und Fusstritten 

misshandelt worden. Zweimal habe man ihn mit Elektroschocks traktiert. 

Etwa eine Woche nach seiner Freilassung habe die Polizei bei ihm zu-

hause in seiner Abwesenheit nach ihm gefragt und das Haus durchsucht. 

Aus Angst sei er zu seiner Tante ins Dorf, etwa 70km (…) von B._______ 

geflüchtet, wo er sich bis zur Ausreise aufgehalten habe.  

In der Schweiz nehme er regelmässig an exilpolitischen Veranstaltungen 

teil. Seine übrigen Familienmitglieder seien mittlerweile ebenfalls geflohen, 

da sie telefonische Drohungen aufgrund der exilpolitischen Aktivitäten des 

Beschwerdeführers sowie seines Bruders, dem in der Schweiz im Jahre 

2012 Asyl gewährt worden sei, erhalten hätten. Sie würden sich in der Tür-

kei aufhalten. Auch der Beschwerdeführer selbst habe aufgrund seines Fa-

cebook-Auftritts bereits telefonische Drohungen erhalten. 

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Seite 6 

4.2 Das BFM begründete seine Verfügung damit, die Vorbringen des Be-

schwerdeführers seien unglaubhaft, da sie widersprüchlich seien. Er habe 

in der BzP ausgesagt, die Demonstration am Institut habe am (…) 2012 

stattgefunden, während er in der Anhörung an einer Stelle den (…) und 

andernorts den (…) 2012 genannt habe. Gemäss BzP habe er bei der Ver-

haftung acht bis neun Polizisten gesehen. Demgegenüber habe er in der 

Anhörung von vier respektive acht bis zehn Beamten gesprochen. Gemäss 

Aussagen in der BzP sei er zweimal mit Strom gefoltert worden. Dem wi-

dersprechend habe er in der Anhörung nur einen solchen Vorfall erwähnt. 

In der BzP habe er ausgeführt, in einem unbekannten Gefängnis inhaftiert 

gewesen zu sein, während er in der Anhörung das zentrale Gefängnis in 

D._______ als Ort der Haft angegeben habe. In der BzP habe er den Zeit-

punkt der Entlassung nicht nennen können, während er in der Anhörung 

den (…) 2012 zu Protokoll gegeben habe. Gemäss BzP hätten die Polizis-

ten zehn Tage nach der Freilassung nach ihm gesucht. In der Anhörung 

habe er dem widersprechend von einer Woche gesprochen. Aufgrund die-

ser unstimmigen Angaben zu elementaren Aspekten der Vorbringen seien 

diese für unglaubhaft zu erachten. Die Aussagen seien überdies in wesent-

lichen Punkten zu wenig konkret, zumal angegeben worden sei, es sei zu-

hause nach ihm gesucht worden, ohne jedoch in der Lage gewesen zu 

sein, die Behörde genau zu bezeichnen. Ferner handle es sich beim Vor-

bringen, nach der Freilassung die Aufforderung erhalten zu haben, sich auf 

einem Polizeiposten zu melden, um eine nachgeschobene Behauptung, 

zumal er dies in der BzP noch nicht erwähnt habe, selbst nachdem er ex-

plizit darauf angesprochen worden sei, ob er zusätzliche Vorbringen habe.  

Schliesslich sei das exilpolitische Profil des Beschwerdeführers zu gering, 

als dass daraus eine ernsthafte Verfolgungsgefahr resultieren könnte. 

4.3 Diesen Erwägungen wurde in der Beschwerdeschrift entgegnet, der 

Beschwerdeführer sei bereits in Syrien als Mitglied der PDKS politisch aktiv 

gewesen. Sein Bruder, welcher in einer vergleichbaren Situation gelebt 

habe, habe in der Schweiz Asyl erhalten und es sei nicht nachvollziehbar, 

wieso lediglich der Bruder, nicht aber der Beschwerdeführer die Flücht-

lingseigenschaft erfülle. Die Vorinstanz habe bei der Glaubhaftigkeitsprü-

fung eine zu isolierte Betrachtung einzelner Unstimmigkeiten vorgenom-

men und den kohärenten und glaubwürdigen Gesamtkontext unbeachtet 

gelassen. Einige der Unstimmigkeiten könnten auf Gedächtnislücken in-

folge der erlittenen Stresssituation respektive Traumatisierung zurückge-

führt werden, während sich andere mit semantischen Verlusten bei der 

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Übersetzung erklären lassen würden. Ohnehin seien sie nicht überzube-

werten, zumal die Eckdaten sowie das Kerngeschehen übereinstimmend 

dargestellt worden seien. Eine wortwörtliche Schilderung des Geschehens 

in sämtlichen Befragungen wäre sogar verdächtig und würde einstudiert 

wirken. Demgegenüber würden ein gewisses Mass an Ungereimtheiten, 

kleinere Ungenauigkeiten und Abweichungen der Glaubhaftigkeit nicht 

schaden. Bereits eine einmalige Misshandlung stelle Folter dar und führe 

zur Flüchtlingseigenschaft. Der Beschwerdeführer, wie auch der Rest sei-

ner Familie würden aufgrund ihrer Ethnie, der Zugehörigkeit zu den Ajnabi 

und der politischen Anschauung in asylrelevanter Weise verfolgt. Der Be-

schwerdeführer sei auch in der Schweiz weiterhin politisch aktiv, wodurch 

er wiederum gefährdet sei. Er wolle in der Schweiz über einen gesicherten 

Status verfügen, zumal ihm dies bessere Möglichkeiten auf dem Arbeits-

markt sowie bessere Integrationschancen eröffnen würde, was zu einer 

Entlastung der Sozialwerke führen würde. Auch aus diesen Gründen sei er 

auf eine Änderung des negativen Asylentscheids angewiesen. 

5.   

5.1 Das BFM hat die Vorbringen des Beschwerdeführers zu Unrecht für 

unglaubhaft befunden. Allerdings gilt es vorauszuschicken, dass die in der 

Beschwerde gemachten Ausführungen, wonach dem Beschwerdeführer 

bei einer Gutheissung des Asylgesuchs bessere Möglichkeiten in der 

Schweiz eröffnet würden, offenkundig nicht geeignet sind, die Flüchtlings-

eigenschaft zu begründen.  

5.2 Nichtsdestotrotz handelt es sich bei den von der Vorinstanz angespro-

chenen Unstimmigkeiten – wenn überhaupt – um marginale Ungereimthei-

ten, welche nicht losgelöst von anderen Aspekten einer ganzheitlich zu er-

folgenden Glaubhaftigkeitsprüfung betrachtet werden dürfen. Denn Glaub-

haftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Gegensatz 

zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus 

Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen. Entscheidend 

ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der gesuchstellerischen Sachver-

haltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objek-

tivierte Sichtweise abzustellen. Eine wesentliche Voraussetzung für die 

Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschicksals ist eine die eigenen Erleb-

nisse betreffende, substanziierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie und 

konkrete Schilderung der dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheitsge-

mässe Schilderung einer tatsächlich erlittenen Verfolgung ist gekennzeich-

net durch Korrektheit, Originalität, hinreichende Präzision und innere Über-

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einstimmung. Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbe-

sondere bei wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachge-

schobenen Vorbringen. Bei der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es 

um eine Gesamtbeurteilung aller Elemente (Übereinstimmung bezüglich 

des wesentlichen Sachverhaltes, Substantiiertheit und Plausibilität der An-

gaben, persönliche Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen den Gesuch-

steller sprechen. Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die po-

sitiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es dem-

nach nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in 

Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Um-

stände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. Ur-

teil des Bundesverwaltungsgerichts D-5779/2013 vom 25. Februar 2015 E. 

5.6.1 m.w.H., als Referenzurteil publiziert). 

5.3 Diesem Aspekt der Gesamtbetrachtung hat das BFM zu wenig Beach-

tung geschenkt. Die Abweichung um zwei Tage hinsichtlich des Datums 

der Demonstration am Institut ist als marginal zu bezeichnen. Die Angabe 

in der angefochtenen Verfügung, der Beschwerdeführer habe einmal ledig-

lich von vier Beamten gesprochen, während er in der BzP noch acht bis 

neun Polizisten erwähnt habe, entspricht nicht der Aktenlage, zumal bei 

der vom BFM zitierten Antwort (act. A16 F117) genau wie bei der Präzisie-

rung in Frage F199 zusätzlich zu den vier Polizisten, welche den Be-

schwerdeführer und seine Studienkollegen herausgeführt hätten, noch 

zwei Beamte erwähnt wurden, die vor dem Institut gewartet hätten, was 

zusammen mit den beiden Fahrern eine Anzahl von acht ergibt, so dass 

hinsichtlich der in der BzP genannten acht bis neun Personen (vgl. act. A6 

S. 7) nicht von einem Widerspruch gesprochen werden kann. Die ange-

sprochene Unstimmigkeit betreffend den Zeitpunkt der Suche nach der 

Verhaftung (zehn Tage [act. A6 S. 8] beziehungsweise eine Woche [act. 

A16 F186 und F202]) ist als nicht wesentlich zu bezeichnen. Als nicht ele-

mentar zu gelten hat überdies auch die Ungenauigkeit in der Angabe, wel-

che Behörde zuhause vorbeigekommen sei. Diesbezüglich darf ferner 

nicht ausgeklammert werden, dass der Beschwerdeführer über den Be-

such nur vom Hörensagen weiss. Das Argument, der Beschwerdeführer 

habe die Aufforderung, sich auf dem Posten melden zu müssen, nachge-

schoben, erscheint aufgrund der Protokolle nicht stichhaltig, zumal eine 

derart detaillierte Wiedergabe des Erlebten in der BzP wegen des summa-

rischen Charakters dieser Befragung nicht erwartet werden kann. Der Vor-

halt, der Beschwerdeführer hätte aufgrund der Standardfrage, ob noch wei-

tere Gründe gegen eine Rückkehr sprächen, – nebst der erwähnten Suche 

nach seiner Person – zwingend auch die anlässlich der Suche geäusserte 

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Vorladung erwähnen müssen, überzeugt, wiederum mit Verweis auf den 

summarischen Charakters der BzP, nicht. Einzig den Ungereimtheiten be-

treffend den Ort der Inhaftierung sowie hinsichtlich der erlittenen Misshand-

lungen kann ein gewisses Gewicht beigemessen werden, wobei bei den 

Misshandlungen als Randbemerkung noch anzubringen bleibt, dass das 

Fehlen einer akribischen Schilderung der Häufigkeit und genauen Form ei-

ner Misshandlung allein nicht ausreicht, um auf deren Unglaubhaftigkeit zu 

schliessen. Aber auch diese Unglaubhaftigkeitsmomente dürfen nicht los-

gelöst von den zahlreichen Faktoren, die für die Glaubhaftigkeit der Vor-

bringen sprechen, betrachtet werden. So schilderte der Beschwerdeführer 

nebensächliche Details betreffend seine Motivation und diejenigen seiner 

Kollegen, überhaupt eine Demonstration zu organisieren (vgl. act. A16 

F129). Als weiteren, eigentlich nebensächlichen Schauplatz berichtete er 

über den Ablauf seiner Entlassung sowie den Nachhauseweg vom Gefäng-

nis (act. A16 F117). Dies nicht etwa auf direkte Nachfrage, sondern spon-

tan. Hinsichtlich der Festnahme von Mitdemonstranten fällt auf, dass der 

Beschwerdeführer zuerst die Festnahme von zwei namentlich genannten 

Kommilitonen erwähnte (act. A16 F117), diese Aussage dann später – und 

zwar spontan – dahingehend ergänzte, in der Folge sei eine dritte Person, 

die er ebenfalls namentlich nannte, verhaftet worden, welche mittlerweile 

gestorben sei (ebd. F136 f.). Zugleich gab der Beschwerdeführer Auskunft 

darüber, wie er diese Information erhalten habe (ebd. F139 f. sowie F184 

f.). Die Demonstration, den Ablauf der Verhaftung sowie die Erlebnisse 

während der Inhaftierung legte er in der BzP sowie der Anhörung weitge-

hen übereinstimmend dar. Sogar einzelne Details, wie etwa die zwei Fahr-

zeuge, die vor dem Institut gewartet hätten (act. A6 S. 7 und A16 F117), die 

drei Polizisten, die zurückgeblieben seien (act. A16 F117 und F138), den 

Zeitpunkt und die Anzahl der Verhöre sowie die Anzahl anwesender Beam-

ter (act. A6 S. 7 f. und A16 F117 sowie F176) vermochte er widerspruchsfrei 

zu Protokoll zu geben, wobei zusätzlich noch zu bemerken ist, dass zwi-

schen der BzP und der Anhörung gut zwei Jahre liegen. Des Weiteren er-

schöpft sich die Schilderung der Haft nicht in Pauschalitäten, indem er etwa 

erwähnte, zwei zusammengefesselte Mithäftlinge gesehen habe, als er 

zum Verhörraum gebracht worden sei, ohne den Vorgang jedoch genau 

verstanden zu haben (act. A16 F157). Ferner schilderte er etwa im Rahmen 

des freien Erzählens bildhaft, wie die Schreie der Mithäftlinge auf ihn ge-

wirkt hätten (act. A16 F117). In gleicher Weise ist letztendlich auch die 

Schilderung des Verhörvorganges als substanziiert zu bezeichnen (vgl. 

act. A16 F117 und F158 bis F162).  

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Seite 10 

5.4 In Würdigung der aufgezeigten Elemente, die für die Glaubhaftigkeit 

sprechen, und derjenigen, welche dagegensprechen, ist ein klares Über-

gewicht der ersteren festzustellen. Somit ist für glaubhaft zu erachten, dass 

der Beschwerdeführer an Demonstrationen teilgenommen hat und auf-

grund einer Demonstrationsteilnahme für einen Monat inhaftiert und miss-

handelt wurde. Hinzu kommt, dass der Bruder des Beschwerdeführers ge-

mäss Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-2434/2010 vom 23. Dezem-

ber 2011 aufgrund seiner politischen Tätigkeit für die PDKS in Syrien einer 

asylrelevanten Verfolgungsgefahr ausgesetzt ist. Ohne diesbezüglich ins 

Detail zu gehen ergibt sich daraus für den Beschwerdeführer eine zusätz-

liche (Reflex-)Verfolgungsgefahr. 

5.5 In Anbetracht dieser Umstände ist davon auszugehen, dass die syri-

schen Behörden den Beschwerdeführer als Regimegegner betrachten. Vor 

dem aktuellen länderspezifischen Hintergrund, wonach die syrischen Be-

hörden brutal und rücksichtslos gegen (vermeintliche) Regimegegner vor-

gehen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-5779/2013 vom 

25. Februar 2015 E. 5.7.2, als Referenzurteil publiziert), sind diese Flucht-

gründe geeignet, eine Verfolgungsgefahr im Sinne von Art. 3 AsylG zu be-

gründen. Eine innerstaatliche Fluchtalternative ist unter Verweis auf Erwä-

gung 5.9 des soeben zitierten Urteils zu verneinen. 

6.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass der Beschwerdeführer die 

Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG erfüllt. Mithin erübrigt sich 

eine Prüfung allfälliger subjektiver Nachfluchtgründe. Die Beschwerde ist 

daher gutzuheissen. Das SEM ist anzuweisen, den Beschwerdeführer als 

Flüchtling zu anerkennen und ihm in der Schweiz Asyl zu gewähren. 

7.   

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG). 

7.2 Gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG kann die Beschwer-

deinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen 

oder auf Begehren eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendi-

gen und verhältnismässig hohen Kosten zusprechen (vgl. für die Grund-

sätze der Bemessung der Parteientschädigung ausserdem Art. 7 ff. des 

Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-

waltungsgericht vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]). Im vorlie-

genden Verfahren hat der Beschwerdeführer keine Kostennote eingereicht. 

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Seite 11 

Auf die Nachforderung einer solchen wird indessen verzichtet (vgl. Art. 14 

Abs. 2 VGKE), weil im vorliegenden Verfahren der Aufwand für die Be-

schwerdeführung und den Schriftenwechsel zuverlässig abgeschätzt wer-

den kann. Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren 

(Art. 9-13 VGKE) ist die Parteientschädigung aufgrund der Akten daher auf 

Fr. 1'250.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Dieser Be-

trag ist dem Beschwerdeführer durch das SEM zu entrichten. Der Honorar-

anspruch des als amtlicher Rechtsbeistand eingesetzten Rechtsvertreters 

wird damit gegenstandslos. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Verfügung des BFM vom 

14. Oktober 2014 wird aufgehoben. 

2.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

4.  

Dem Beschwerdeführer wird eine Parteientschädigung von Fr. 1'250.– zu-

gesprochen, die ihm durch das SEM zu entrichten ist. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Bendicht Tellenbach Linus Sonderegger 

 

 

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