# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d609ac29-d597-5991-bfe0-f73526d04e60
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 04.12.2017 110 2017 103
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2017-103_2017-12-04.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2017/103 Bern, 4. Dezember 2017

in der Beschwerdesache zwischen

A.________
Beschwerdeführerin

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Orpund, Gemeindeverwaltung, 
Gottstattstrasse 12, Postfach 171, 2552 Orpund

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Orpund vom 
4. August 2017 (Baugesuch Nr. 744-23/16; Abbruch Gewächshaus, Neubau Wohnung)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdeführerin reichte am 13. Oktober 2016 bei der Gemeinde Orpund ein 

Baugesuch ein für die Umnutzung eines Gewächshauses in eine Wohnung sowie die 

Erhöhung des Dachs auf Parzelle Orpund Grundbuchblatt Nr. B.________. Auf dem 

Baugesuchsformular 3.0 "Entwässerung von Grundstücken", datiert vom 13. Oktober 2016, 

vermerkte der Projektverfasser, dass die Grundstücksentwässerung im Mischsystem 

erfolge und keine Versickerungsanlage bestehe. Die entwässerte Dachfläche bleibe 

unverändert.1 Die Parzelle liegt in der Mischzone "Kern" und in der Gewässerschutzzone 

B.

1 Vorakten, Register 9

RA Nr. 110/2017/103 2

Die Gemeinde Orpund erteilte mit Bauentscheid vom 28. Februar 2017 die Baubewilligung 

für das Vorhaben gemäss den mit selbigem Datum gestempelten Plänen. Zu diesen 

gehörte insbesondere der vom Projektverfasser unterzeichnete Plan "Werkleitungen" vom 

12. September 20162, wo eine vom umgebauten Gebäude zum Teich verlaufende Leitung 

"Regenwasser neu" eingezeichnet ist. Die Gemeinde verpflichtete die Beschwerdeführerin 

in ihrem Bauentscheid u.a. zur Einhaltung der Auflagen gemäss der 

Gewässerschutzbewilligung der Gemeinde Orpund vom 27. Februar 2017. Diese erklärte 

den Mitbericht Nr. 1 vom 24. Februar 2017 des Ingenieurbüros C.________ AG, Nidau, 

zum integrierenden Bestandteil. Laut dem Mitbericht Nr. 1 gilt für die Entwässerung das 

Trennsystem. Für das Regen-/ Reinabwasser schreibt er die Versickerung mit 

Oberbodenpassage vor und hält fest: "Das Dachwasser wird über einen Schlammsammler 

(…) in einen Teich entwässert".3

Mit Schreiben vom 27. März 2017 teilte die Beschwerdeführerin der Gemeinde Orpund mit, 

in der Baubewilligung sei ein Irrtum enthalten. Diese sei dahingehend zu ändern, dass das 

Dachwasser beim Bauvorhaben wie bisher in den bestehenden Kontrollschacht auf der 

Ostseite und über das Mischsystem abzuleiten sei. Die Wasserundurchlässigkeit des 

Untergrunds erlaube keine Versickerung. Die Gemeinde beauftragte das Ingenieurbüro 

C.________ mit der Revision des Mitberichts. Das Ingenieurbüro forderte die 

Beschwerdeführerin zur Einreichung eines revidierten Plans ein. Nach diesem4 führen zwei 

Leitungen "Schmutzabwasser neu" in den bestehenden Kontrollschacht; eine separate 

Regenabwasserleitung ist nicht eingezeichnet.

Im revidierten Mitbericht (Mitbericht Nr. 2 vom 14. Juli 2017) hielt das Ingenieurbüro an der 

Entwässerung über das Trennsystem fest und sah für das Regen-/Reinabwasser den 

Anschluss an das öffentliche Regenabwassernetz vor. Es hielt fest: 
"Gemäss dem generellen Entwässerungsplan der Gemeinde Orpund ist für den südlichen Teil 

der Bauparzelle mit dem Gewächshaus das Trennsystem vorgegeben! Für den nördlichen 

Teil, auf welchem keine Veränderung erfolgt, ist das Mischsystem vorgegeben. Ein Anschluss 

an die Mischabwasserkanalisation kann aus diesem Grund nur bewilligt werden, wenn 

nachgewiesen wird, dass der maximale Regenabwasserabfluss des gesamten Grundstücks 

(Parz. B.________), welcher in die Kanalisation entwässert wird, nicht grösser als 6 l/s ist. 

2 Vorakten, Beilage 1, als ungültig gekennzeichnet
3 Vorakten, Register 9
4 Plan "Werkleitungen" datiert vom 12. September 2016, von der Gemeinde gestempelt am 4. August 2017, 
Vorakten, Beilage 1

RA Nr. 110/2017/103 3

Falls der Abfluss grösser ist, muss eine entsprechende Retentionsanlage vorgesehen 

werden. Das Dachwasser wird richtigerweise über einen Schlammsammler (…) beim 

bestehenden Kontrollschacht an die Grundstücksanschlussleitung angeschlossen."5

Am 4. August 2017 verfügte die Gemeinde Orpund, dass die Auflagen gemäss dem 

Mitbericht Nr. 2 vom 14. Juli 2017 des Ingenieurbüros C.________ einen integrierenden 

Bestandteil der Baubewilligung vom 28. Februar 2017 bilden.

2. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 31. August 2017 Beschwerde bei der 

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragt die 

Aufhebung der Auflagen betreffend Entwässerung bzw. die Bewilligung des Vorhabens mit 

der Erlaubnis, das Regenabwasser wie bisher uneingeschränkt in die 

Mischabwasserkanalisation abzuführen.

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet6, holte die 

Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Die Gemeinde hält mit Stellungnahme 

vom 21. September 2017 sinngemäss an der angefochtenen Verfügung fest. Auf 

Schlussbemerkungen haben die Beteiligten stillschweigend verzichtet.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

Die angefochtene Verfügung erklärt die Auflagen gemäss dem Mitbericht Nr. 2 vom 14. Juli 

2017 des Ingenieurbüros C.________ zum integrierenden Bestandteil der Baubewilligung 

vom 28. Februar 2017. Es handelt sich um einen Bauentscheid, der nach Art. 40 BauG7 

innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden kann. 

5 Vorakten, Register 9
6 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
7 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

RA Nr. 110/2017/103 4

Die BVE ist somit für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt 

sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die 

Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Die 

Beschwerdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen Verfügung durch diese 

beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht 

eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Nachträgliche Projektänderung

a) Die Baubewilligungsbehörde kann Änderungen eines bewilligten Projekts vor oder 

während der Bauausführung ohne neues Baugesuchsverfahren gestatten, wenn öffentliche 

oder wesentliche nachbarliche Interessen nicht zusätzlich betroffen sind. Vorausgesetzt ist, 

dass das Bauvorhaben in seinen Grundzügen gleich bleibt (Art. 43 Abs. 1 und 2 BewD8).

b) Diese Voraussetzungen sind hier erfüllt; die Grundzüge des Bauvorhabens blieben 

mit der Neuregelung der Regenabwasserentsorgung unverändert und die Bauausführung 

war im Zeitpunkt der Projektänderung noch nicht abgeschlossen.

3. Entwässerung

a) Nach der angefochtenen Verfügung muss das Regenabwasser grundsätzlich im 

Trennsystem über das öffentliche Regenabwassernetz entwässert werden. Erlaubt wird 

aber eine Einspeisung in die Mischabwasserkanalisation, soweit der dort abgeführte 

Regenabwasserabfluss des gesamten Grundstücks nicht mehr als 6 Liter pro Sekunde (l/s) 

beträgt. Bei grösserem Abfluss muss eine Retentionsanlage erstellt werden, um die 

Beschränkung des Abflusses auf 6 l/s zu gewährleisten.

Die Beschwerdeführerin ersucht um Bewilligung der unbegrenzten Einleitung des 

Regenabwassers in die Mischabwasserkanalisation. Sie begründet dies damit, dass bis 

anhin sämtliches Regenabwasser der Mischabwasserkanalisation zugeführt worden sei 

und mit dem Bauvorhaben kein zusätzliches Regenabwasser anfalle. Es sei nicht 

8 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)

RA Nr. 110/2017/103 5

verständlich, dass die Gemeinde den südlichen Teil der Parzelle dem Trennsystem 

zuordne. Da es sich lediglich um einen Umbau handle, sei eine Anpassung an das 

Trennsystem unverhältnismässig. Im Übrigen sei der Maximalwert von 6 l/s für die 

Einleitung in die Mischwasserkanalisation willkürlich; gegenwärtig betrage der 

Regenabwasserabfluss ca. 14 l/s.

b) Die Beschwerdeführerin bestreitet nicht, dass das Bauvorhaben einer 

Gewässerschutzbewilligung bedarf.9 Sie vertritt aber sinngemäss die Ansicht, aufgrund der 

Besitzstandsgarantie dürfe mit dieser keine andere Entwässerung angeordnet werden als 

bisher.

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Eigentumsgarantie (Art. 26 BV10) und 

zum Rückwirkungsverbot (Art. 5 BV) ist die sofortige Anwendung neuer 

Eigentumsbeschränkungen auf bestehende, nach altem Recht rechtmässig erstellte 

Bauten grundsätzlich unzulässig (sog. Besitzstandsgarantie). Sofern dies kein gewichtiges 

öffentliches Interesse verbietet, sind zumindest die bisherige Nutzung und der normale 

Unterhalt weiterhin zu erlauben. Die Kantone sind befugt, den Besitzstand darüber hinaus 

in einer weitergehenden Weise zu garantieren.11 Die kantonale Besitzstandsgarantie darf 

dabei die gewässerschutzrechtlichen Vorschriften des Bundes nicht aushöhlen.12 

Im Kanton Bern wird die Besitzstandsgarantie in Art. 3 BauG geregelt. Danach werden 

Bauten und Anlagen durch neue Vorschriften und Pläne nicht berührt, wenn sie bei ihrer 

Erstellung aufgrund des damaligen Rechts bewilligt wurden oder bewilligungsfrei waren 

(Abs. 1). Solche Bauten und Anlagen dürfen unterhalten, zeitgemäss erneuert und, soweit 

dadurch ihre Rechtswidrigkeit nicht verstärkt wird, auch umgebaut und erweitert werden 

(Abs. 2). Die Besitzstandsgarantie erstreckt sich auch nach kantonalem Recht nicht auf 

neubauähnliche Umgestaltungen oder Nutzungsänderungen.13 Wer solche Änderungen 

vornimmt, muss daher auch die erforderlichen Anpassungen an das geltende Recht 

vornehmen. Analoges gilt, wenn eine bewilligte Baute den Vorschriften von Anfang an nicht 

9 Art. 11 Kantonales Gewässerschutzgesetz vom 11. November 1996 (KGSchG; BSG 821.0), Art. 25 f. 
Kantonale Gewässerschutzverordnung vom 24.03.1999 (KGV; BSG 821.1)
10 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101)
11 Urteil des BGer 1P.418/2002 vom 16.12.2002, E. 3.1.1
12 Vgl. Urteil des BGer 1C_473/2015 vom 22. März 2016, E. 4.2
13 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 3 
N. 2a und N. 3a

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entsprach oder (z.B. wegen Verschärfung der Praxis) heute nicht mehr so bewilligt werden 

könnte.14

Das Bauvorhaben der Beschwerdeführerin (Umbau und Umnutzung eines Gewächshauses 

in eine Wohnung) wird von der Besitzstandsgarantie nach Art. 26 BV und Art. 3 BauG nicht 

umfasst. Gemäss den Plänen15 soll das bestehende Untergeschoss (Garagen) bestehen 

bleiben; im Erdgeschoss soll aber das bisherige Gewächshaus einschliesslich Wänden und 

Dach abgebrochen und an seiner Stelle eine Wohnung mit neuen Innen- und 

Aussenwänden, Dach, Terrassen und Ausstattung (Bad, Küche) gebaut werden. Ein 

Umbau von diesem Ausmass ist als neubauähnlich zu qualifizieren. Hinzu kommt, dass die 

Nutzung (bisher: Gewächshaus) geändert wird (neu: Wohnung). Die Besitzstandsgarantie 

greift daher nicht. Das bewilligungspflichtige Vorhaben ist daher auf Übereinstimmung mit 

den geltenden Vorschriften zu prüfen.

c) Nach Art. 7 GSchG16 und Art. 3 ff. GSchV17 gelten für verschmutztes und nicht 

verschmutztes Abwasser unterschiedliche Regelungen. Nicht verschmutztes Abwasser 

insbesondere von Dachflächen (Art. 3 Abs. 3 Bst. a GSchV) ist versickern zu lassen, oder 

wenn das nicht möglich ist, in ein oberirdisches Gewässer einzuleiten. Dies kann auch 

indirekt über eine Kanalisation erfolgen.18 Dabei sind nach Möglichkeit 

Rückhaltemassnahmen zu treffen, damit das Wasser bei grossem Anfall gleichmässig 

abfliessen kann (Art. 7 Abs. 2 GSchG). Die Gemeinden müssen mit ihrer 

Entwässerungsplanung (Art. 7 Abs. 3 GSchG) dafür sorgen, dass die 

Schmutzwasserkanalisation und die Abwasserreinigungsanlage nicht durch Einleitung von 

nicht verschmutztem Abwasser unnötig belastet werden (Art. 5 Abs. 2 Bst. b und e 

GSchV).19 Die Gemeinden scheiden dafür in öffentlich zugänglichen20 generellen 

Entwässerungsplänen (GEP) insbesondere Gebiete aus, in denen das von bebauten oder 

14 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 3 N. 2c
15 Plan "Grundrisse + Schnitt" im Mst. 1:100, von der Gemeinde Orpund gestempelt am 28. Februar 2017, 
sowie Plan "Fassaden" im Mst. 1:100, von der Gemeinde Orpund gestempelt am 28. Februar 2017; Vorakten, 
Beilage 5
16 Bundesgesetz vom 24. Januar 1991 über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG; SR 
814.20)
17 Gewässerschutzverordnung des Bundesrates vom 28. Oktober 1998 (GSchV; SR 814.201)
18 Hettich/Jansen/Norer (Hrsg.), Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und zum Wasserbaugesetz, 
Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 7 N. 55
19 Hettich/Jansen/Norer, a.a.O., Art. 7 N. 69
20 Art. 5 Abs. 4 GSchV

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befestigten Flächen abfliessende Niederschlagswasser getrennt vom anderen Abwasser 

beseitigt werden muss (Art. 5 Abs. 2 Bst. b GSchV) und definieren Gebiete, in denen nicht 

verschmutztes Abwasser versickern zu lassen (Art. 5 Abs. 2 Bst. c GSchV) bzw. in ein 

oberirdisches Gewässer einzuleiten ist (Art. 5 Abs. 2 Bst. d GSchV). Die Behörde 

entscheidet im Einzelfall gestützt auf den GEP und in pflichtgemässer 

Ermessensausübung, auf welche Weise nicht verschmutztes Abwasser zu entsorgen ist.21

d) Im GEP der Gemeinde Orpund22 wird der nördliche Teil der Bauparzelle mit dem 

bestehenden Wohnhaus dem Mischsystem zugerechnet; der südliche Parzellenteil, wo 

gemäss dem Baugesuch das bestehende Gewächshaus zu einer Wohnung umgebaut 

werden soll, wird dem Trennsystem zugeordnet. Nördlich und südlich des Grundstücks ist 

jeweils eine Mischabwasserkanalisation eingezeichnet. Gemäss der Stellungnahme der 

Gemeinde vom 21. September 2017 ist offenbar ein Wasserbauprojekt "D.________" 

geplant, mit dessen Umsetzung die Einleitung des Regenabwassers in den Bach möglich 

würde. Hingegen ist nicht ersichtlich, dass eine direkte oder indirekte Ableitung des 

Regenabwassers in den Bach oder ein anderes oberirdisches Gewässer bereits heute 

möglich ist.

Die Abgrenzung zwischen Misch- und Trennsystem muss nicht zwingend entlang von 

Parzellengrenzen verlaufen, zumal diese unterschiedliche Grössen aufweisen, durch 

Rechtsgeschäft aufgeteilt oder zusammengelegt werden oder mehrfach bebaut sein 

können. Die Gemeinde erläutert in ihrer Stellungnahme vom 21. September 2017, die 

Zuordnung des südlichen Parzellenteils zum Trennsystem hänge damit zusammen, dass 

gemäss dem Versickerungsplan die Sickerschicht in diesem Gebiet gut durchlässig sei. 

Der GEP Nr. 1620 - 23 "Versickerung"23 markiert auf dem nördlichen Parzellenteil gemäss 

Legende "Molassefels (undurchlässige Schichten)" und auf dem südlichen Teil 

"Sickerschicht gut durchlässig". Dass die Abgrenzung zwischen Misch- und Trennsystem 

quer durch die Parzelle der Beschwerdeführerin verläuft, erklärt sich demnach mit den 

hydrogeologischen Verhältnissen und ist nicht zu beanstanden. Dabei bildet der GEP die 

Plangrundlage, die in der individuellen Entwässerungsanordnung in pflichtgemässem 

Ermessen umgesetzt werden muss. Damit kann und muss die Sachgerechtigkeit 

einzelfallweise sichergestellt werden.

21 Hettich/Jansen/Norer, a.a.O., Art. 7 N. 47 und N. 79
22 Plan Nr. 1620 - 17: Zonen 3 und 4 im Mst. 1:1000 vom 24. März 1999; Vorakten, Beilage 2
23 Vom 9. September 2004; Vorakten, Beilage 3

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e) Die Gemeinde hat die Darstellung der Beschwerdeführerin, wonach der Untergrund 

auch im südlichen Parzellenteil eine Versickerung erfahrungsgemäss nicht zulasse, ohne 

geologische Überprüfung zum Anlass genommen, die Entwässerungsanordnung 

anzupassen. Sie hat der Beschwerdeführerin mit der angefochtenen Verfügung erlaubt, 

das Regenabwasser vom Dach der geplanten Wohnung in die Mischabwasserkanalisation 

einzuleiten, jedoch mit der Beschränkung, dass bei grösserem Regenanfall nicht mehr als 

6 Liter pro Sekunde in die Kanalisation eingespeist werden dürfen.

Die Gemeinde erläutert dazu in ihrer Stellungnahme vom 21. September 2017, für die 

Berechnung der zulässigen Entwässerungsmenge im Mischsystem sei von einer Fläche 

von 444 m2 ausgegangen worden. Dies entspricht knapp der Hälfte der Gesamtfläche der 

Parzelle Nr. B.________, welche gemäss dem Grundstücksinformationssystem Grudis 

1'032 m2 beträgt. Die Gemeinde hat also offenbar den Parzellenteil berücksichtigt, der dem 

Mischsystem zugeordnet ist. Die Gemeinde führt weiter aus, der im GEP berücksichtigte 

Spitzenabflussbeiwert (maximaler Abfluss im Vergleich zum maximalen Niederschlag 

während einer bestimmten Regendauer24) betrage 40 %. Folglich dürften 40 % des 

Niederschlags (Regenspende) auf 444 m2 in die Mischabwasserkanalisation entwässert 

werden. Hinsichtlich der Regenspende hat die Gemeinde die Schweizer Norm SN 592 000 

"Anlagen für die Liegenschaftsentwässerung - Planung und Ausführung"25 herangezogen. 

Nach dieser ist für schweizerische Verhältnisse mit einer Regenspende von 0,03 Liter pro 

Sekunde pro Quadratmeter (l/sm2) zu rechnen. Die entsprechende Berechnung (444 m2 x 

0,03 l x 40 / 100 sm2) ergibt eine zulässige Abflussmenge von 5,328 Liter pro Sekunde 

(l/s). Die Gemeinde hat dies auf 6 l/s aufgerundet. Mit anderen Worten hat die Gemeinde 

der Beschwerdeführerin erlaubt, das Regenabwasser der ganzen Parzelle in die 

Mischabwasserkanalisation abzuführen, jedoch unter der Verpflichtung, mittels einer 

Retentionsanlage dafür zu sorgen, dass pro Zeiteinheit nicht mehr als so viel 

Regenabwasser abgeführt wird, als für den nördlichen, dem Mischsystem zugeordneten 

Parzellenteil gemäss GEP vorgesehen ist.

Die von der Gemeinde getroffene Regelung ist nachvollziehbar und einleuchtend. Sie 

entspricht den Planzielen des GEP, namentlich dem Schutz der Entwässerungsanlagen 

24 Definition gemäss Glossar des Verbands Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute VSA, abrufbar 
unter https://www.vsa.ch/nc/glossar/de/terms/main/1/
25 Suissetec/VSA, 2012; Auszug in Vorakten, Beilage 4

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und der ARA vor Überlastung durch nicht verschmutztes Regenwasser. Ob das 

unbeschränkte Einspeisen des Regenabwassers in die Mischabwasserkanalisation in der 

Vergangenheit zu Überflutungen geführt hat oder entsprechende Probleme konkret zu 

erwarten wären, ist dabei nicht entscheidend. Es geht nicht darum, eine nachweisliche 

Überlastung im konkreten Einzelfall zu verhindern, sondern vielmehr darum, dass die 

Entwässerungsbewilligung mit dem verbindlich vorgeschriebenen Planziel übereinstimmen 

muss. Die Beschränkung der Einspeisemenge ergibt sich vorliegend aus den im GEP 

abgebildeten Zielen der Entwässerungsplanung. Gleichzeitig trägt die 

Entwässerungsanordnung der Gemeinde der Tatsache Rechnung, dass eine Versickerung 

auf der Bauparzelle nach Angaben der Beschwerdeführerin nicht möglich ist. Es ist nicht 

ersichtlich und wird von der Beschwerdeführerin nicht dargetan, dass die Ziele der 

Gewässerschutzgesetzgebung und der kommunalen Entwässerungsplanung mit milderen, 

ebenfalls geeigneten Massnahmen erreicht werden könnten. Bei einem Wohnungsbau 

erscheint die Verpflichtung zur Erstellung einer Retententionsanlage aus 

gewässerschutzrechtlichen Gründen auch nicht als unzumutbar. Die Verhältnismässigkeit 

ist demnach mit der streitigen Regelung gewahrt.

4. Ergebnis und Kosten

a) Nach dem Gesagten ist die Anordnung der Gemeinde, wonach beim Bauvorhaben 

die Entwässerung nach dem Mitbericht Nr. 2 des Ingenieurbüros C.________ vom 14. Juli 

2017 erfolgen muss, nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist daher abzuweisen und die 

angefochtene Verfügung zu bestätigen.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie hat die 

Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine 

Pauschalgebühr von Fr. 600.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV26). 

Parteikosten sind nicht angefallen.

26 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Die Verfügung der Gemeinde Orpund vom 

4. August 2017 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung 

auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- A.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Orpund, Gemeindeverwaltung, 

eingeschrieben

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin