# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7850768-ca9b-5e4f-bf36-cf381e433329
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.08.2008 E-5280/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5280-2008_2008-08-22.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5280/2008/ame
luc/fea/gsi
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  A u g u s t  2 0 0 8

Einzelrichterin Christa Luterbacher, 
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi, 
Gerichtsschreiber Andreas Felder.

A_______, geboren (...),
Niger,
vertreten durch Frau Felicity Oliver, 
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration BFM,
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 8. August 2008 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5280/2008

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland gemäss eigenen An-
gaben im August 2007 und gelangte via Algerien nach Libyen, wo er 
sich zuerst einige Monate aufhielt, bevor er mit einem Boot in ein ihm 
unbekanntes Land gelangte und von dort aus am 24. Juni 2008 mit ei-
nem Lkw  unter  Umgehung  der  Grenzkontrollen  in  die  Schweiz  ein-
reiste,  wo  er  gleichentags  ein  Asylgesuch  stellte.  Der  Beschwerde-
führer wurde in der Folge an das Empfangs- und Verfahrenszentrum 
Kreuzlingen überwiesen, wo er am 11. Juli 2008 summarisch und am 
29. Juli  2008 vom BFM im Rahmen einer  Direktanhörung zu seinen 
Asylgründen befragt wurde.

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im 
Wesentlichen  Folgendes  geltend:  Mitte  Juni  2007  seien  Rebellen  in 
Agadez aufgetaucht und hätten ihn von zu Hause mitgenommen und 
in ihr Militärcamp in der Wüste verschleppt. In diesem Camp habe er 
verschiedenste Arbeiten verrichten müssen. Mit  der Zeit  sei  ein Ver-
trauensverhältnis zwischen ihm und den Rebellen entstanden, so dass 
er jeweils in ihrem Auftrag selbstständig Einkäufe getätigt habe. Bei ei-
nem dieser Einkäufe habe er einen Mann kennen gelernt, welcher sich 
gut in der Wüste auskenne, und dieser habe sich bereit erklärt, ihm bei 
seiner Flucht behilflich zu sein. Mitte August sei er deshalb nachts aus 
dem Rebellencamp geflohen und mit  Hilfe dieses Mannes durch die 
Sahara Richtung Algerien marschiert.

B.
Mit Verfügung vom 8. August 2008 - gleichtentags eröffnet - trat das 
BFM gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht ein und ordnete die 
Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den Weg-
weisungsvollzug  an.  Auf  Einzelheiten  in  der  Begründung  des  ange-
fochtenen Entscheides wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen 
eingegangen.

C.
Am  15.  August  2008  reichte  der  Beschwerdeführer  über  seine 
Rechtsvertreterin  Beschwerde  gegen  die  Verfügung  des  BFM  beim 
Bundesverwaltungsgericht ein. Er beantragte dabei die Aufhebung der 
vorinstanzlichen  Verfügung,  die  Gutheissung  seines  Asylgesuches 

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oder  zumindest  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme.  In 
verfahrensrechtlicher Hinsicht sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege 
gemäss Art. 65 Abs. 1  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren.

D.
Die  vorinstanzlichen  Akten  sind  am 18.  August  2008  beim Bundes-
verwaltungsgericht eingegangen (Art. 109 Abs. 2 AsylG).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM 
gehört  zu den Behörden nach  Art. 33 VGG und ist  daher eine Vorin-
stanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betref-
fende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bun-
desverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vor-
liegenden  Beschwerde und  entscheidet  in  diesem Bereich  endgültig 
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2  Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 
Abs. 1 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sach-
verhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

1.4 Die  vorliegende  Beschwerde  richtet  sich  gegen  eine  Verfügung, 
laut  deren  Dispositiv  das  BFM  nicht  auf  das  Asylgesuch  des  Be-
schwerdeführers  eingetreten  ist.  Bei  Beschwerden  gegen  Nichtein-
tretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf 
seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), ist die Beur-

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teilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage 
beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht ein-
getreten ist. Die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretens-
entscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  enthält  sich  demnach  einer 
materiellen Prüfung. Sie hebt  einzig die angefochtene Verfügung auf 
und weist die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurück 
(vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asyl-
rekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.). 

Im Falle des Nichteintretens auf ein Asylgesuch gemäss Art. 32 Abs. 2 
Bst.  a  und  Abs.  3  AsylG  ist  indessen  über  das  Nichtbestehen  der 
Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden, soweit 
dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. BVGE 
2007/8  insbes. E.  5.6.5  S. 90  f.).  Dementsprechend  bildet  in  einem 
diesbezüglichen  Beschwerdeverfahren  –  ungeachtet  der  vorzu-
nehmenden Überprüfung eines formellen Nichteintretensentscheides – 
auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand  (vgl.  BVGE 
2007/8 E. 2.1 S. 73). Die Asylgewährung bildet  jedoch nicht  Gegen-
stand  des  vorliegenden  Verfahrens;  insoweit  ist  auf  die  Beschwerde 
nicht  einzutreten.  Bezüglich  der  Frage  der  Wegweisung  und  des 
Wegweisungsvollzuges  hat  die  Vorinstanz  eine  materielle  Prüfung 
vorgenommen, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich 
volle Kognition zukommt.

1.5 Da es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine offen-
sichtlich unbegründete Beschwerde handelt, wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungs-
weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG) und 
der Beschwerdeentscheid ist lediglich summarisch zu begründen (Art. 
111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend zudem auf einen 
Schriftenwechsel verzichtet. 

2.   
2.1
2.1.1 Gemäss  Art.  32  Abs. 2  Bst.  a  AsylG wird  auf  ein  Asylgesuch 
nicht  eingetreten,  wenn Asylsuchende den Behörden nicht  innerhalb 
von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitäts-
papiere abgeben. Diese Bestimmung findet jedoch keine Anwendung, 
wenn  Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus 
entschuldbaren  Gründen  nicht  in  der  Lage  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  a 

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AsylG),  oder wenn aufgrund der Anhörung sowie gestützt  auf  Art. 3 
und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 
Bst. b AsylG), oder sich aufgrund der Anhörung die Notwendigkeit zu-
sätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  ergibt  (Art.  32  Abs.  3 
Bst. c AsylG).

2.1.2  Unter den Begriff “Reise- oder Identitätspapier“ gemäss Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG fallen nur fälschungssichere Dokumente und Aus-
weise,  welche  von  den  heimatlichen  Behörden  hauptsächlich  zum 
Zwecke des Identitätsnachweises ausgestellt worden sind und sowohl 
eine  zweifelsfreie  Feststellung  der  Identität  –  einschliesslich  der 
Staatsangehörigkeit – als auch den allfälligen Vollzug der Wegweisung 
der asylsuchenden Person ermöglichen. Diese Anforderungen erfüllen 
nur Reisepässe und Identitätskarten, nicht aber zu anderen Zwecken 
ausgestellte  Dokumente  wie  insbesondere  Führerausweise,  Berufs- 
und Schulausweise sowie Geburtsurkunden (vgl. BVGE 2007/7).

2.2
2.2.1  Der Beschwerdeführer hat den Asylbehörden innerhalb der ihm 
eingeräumten Frist von 48 Stunden keine Reise- oder Identitätspapiere 
abgegeben.

2.2.2 Zutreffend ist im Weiteren die Schlussfolgerung der Vorinstanz, 
der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft machen können, dass die 
Nichtabgabe  von  Reise-  oder  Identitätspapieren  auf  entschuldbare 
Gründe gemäss Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG zurückzuführen gewesen 
wäre. Die Aussagen des Beschwerdeführers, wonach er in seiner Hei-
mat  niemanden  kenne,  den  er  anrufen  könnte,  sind,  wie  das  BFM 
treffend  festgesellt  hat,  als  Schutzbehauptungen  anzusehen.  Auch 
wenn dem Gericht bewusst ist, dass in afrikanischen Staaten nicht ein 
flächendeckendes Kommunikationsnetz wie in Westeuropa vorhanden 
ist,  erscheint  es  unglaubhaft,  dass  der  Beschwerdeführer,  welcher 
selber  über  ein  Mobiltelefon  verfügt,  in  einer  grösseren  Stadt  wie 
Agadez niemanden kennt, zu dem er Kontakt aufnehmen könnte und 
der  ihm  irgendwie  behilflich  sein  könnte,  gewisse  Dokumente  zu 
beschaffen,  welche  seine  Identität  belegen  könnten.  Weiter  ist  die 
Aussage  des  BFM  zu  stützen,  wonach  der  Reiseweg  des 
Beschwerdeführers unglaubhaft  erscheint. Der Beschwerdeführer  will 
die  ganze  Reise  ohne  jegliche  Papiere  bestritten  haben,  kann  sich 
nicht  erinnern  in  welchem  europäischen  Staat  er  mit  dem  Boot 

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angekommen ist,  und äusserst  sich  auch sonst  sehr  unsubstanziiert 
und  allgemein.  Der  Beschwerdeführer  ist  zudem  nicht  im  Stande, 
zentrale Fragen zu seinem Heimatstaat zu beantworten. So weiss er 
etwa  nicht,  wann  der  Unabhängigkeitstag  in  Niger  gefeiert  wird, 
obwohl  er  in  Agadez  entsprechende  Feierlichkeiten  sicherlich 
mitbekommen  hätte  (vgl.  A  12,  S.  3  und  4). Zusammenfassend  ist 
somit die Vermutung der Vorinstanz zu stützen, dass der Beschwerde-
führer seine wahren Reiseumstände sowie seine richtige Identität  zu 
verbergen  versucht.  Es  ist  davon  auszugehen,  dass  der 
Beschwerdeführer  in  Wirklichkeit  Reisepapiere  besitzt,  diese  den 
Behörden aber nicht einreicht.

2.2.3 Bezüglich der summarischen Prüfung einer allfälligen Erfüllung 
der  Flüchtlingseigenschaft  oder  dem  Bestehen  von  Wegweisungs-
vollzugshindernissen hat die Vorinstanz zudem zahlreiche weitere Un-
stimmigkeiten  in  den  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  aufgezeigt. 
So ist der Beschwerdeführer nicht im Stande, substanziierte und ge-
naue Angaben zu seiner  Verschleppung durch die Rebellen,  seinem 
Aufenthalt  in  deren  Trainingslager  und  seiner  späteren  Flucht  zu 
liefern.  Von  einer  Person,  welche  die  geschilderten  Ereignisse 
tatsächlich erlebt hat, kann erfahrungsgemäss erwartet werden, dass 
sie detailgetreu und ausführlich darüber zu berichten vermag. Weiter 
ist  es  nicht  nachvollziehbar,  dass  der  Beschwerdeführer  das  Camp 
nach  einer  gewissen  Zeit  alleine  habe  verlassen  dürfen  und  dabei 
einmal  sogar  in  die  Stadt  gegangen  sei,  wo  er  zufälligerweise  eine 
Person getroffen habe, welche sich bereit erklärt  habe, ihm bei einer 
Flucht  zu  helfen,  er  danach  jedoch  wieder  freiwillig  ins  Camp 
zurückgehrt sei (vgl. A 12, S. 4). Jede wirklich gefährdete Person hätte 
bereits diese Möglichkeit genutzt, um das Land zu verlassen. Auch die 
vom  Beschwerdeführer  geschilderte  Flucht,  wonach  er  sich  gegen 
Abend  langsam  auf  seine  Flucht  vorbereitet  habe  und  danach  bei 
Dunkelheit einfach das Lager verlassen habe, ist völlig unsubstanziiert 
und erscheint  zudem realitätsfremd. Die Feststellung der  Vorinstanz, 
dass  es  sich  bei  den  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  um  ein 
Konstrukt handle, sind demnach zu stützen.

2.2.4 Die Ausführungen in der Beschwerdeschrift sind nicht geeignet, 
zu  einer  anderen  Einschätzung  zu  gelangen. Die  Beschwerdeschrift 
wiederholt  im  Wesentlichen  den  bereits  bei  den  Anhörungen  vorge-
tragenen Sachverhalt und liefert nichts Neues, was zu einem anderen 
Entscheid zu führen vermöchte. 

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2.3 
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bereits aufgrund einer sum-
marischen  Prüfung  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  festzu-
stellen war, dass er die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht er-
füllt. Gemäss Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG ist auf ein Asylgesuch jedoch 
auch  dann  einzutreten,  wenn  sich  aufgrund  der  Anhörung  erweist, 
dass  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  eines  Wegweisungs-
vollzugshindernisses  nötig  sind. Da im Falle  des  Beschwerdeführers 
– wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen zur Frage des Weg-
weisungsvollzuges ergeben wird – offensichtlich keine Wegweisungs-
vollzugshindernisse  vorliegen  und  entsprechend  diesbezüglich  keine 
zusätzlichen Abklärungen nötig waren, ist die Vorinstanz zu Recht ge-
stützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch nicht einge-
treten.

3.
Lehnt das BFM das Asylgesuch ab oder tritt  es darauf nicht ein,  so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 
den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Ist der Vollzug der Wegweisung 
nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bun-
desamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetzlichen  Bestim-
mungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 
AsylG; Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

4.
Der Beschwerdeführer besitzt keine Aufenthalts- oder Niederlassungs-
bewilligung, weshalb die Vorinstanz gestützt auf Art. 44 Abs. 1 AsylG 
zu Recht seine Wegweisung verfügt hat (vgl. EMARK 2001 Nr. 21)

5.
5.1  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflich-
tungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Aus-
länders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegen-
stehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 

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28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Dem Beschwerdeführer  ist  es  vorliegend  nicht  gelungen  die  Flücht-
lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG beziehungsweise Art. 1 A Ziff. 2 
FK glaubhaft darzulegen, weshalb das nur auf Flüchtlinge Anwendung 
findende Non-Refoulement-Prinzip  nach  Art.  33  Ziff.  1  FK im vorlie-
genden Verfahren keine Anwendung findet. Aufgrund der unsubstan-
ziierten und in Allgemeinplätzen behafteten Aussagen des Beschwer-
deführers bestehen zudem keine Gründe für die Annahme, dass ihm 
bei einer Rückführung nach Niger eine gemäss Art. 3 der Konvention 
vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grund-
freiheiten (EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe oder Behandlung dro-
hen würde.

Der Vollzug der Wegweisung erscheint daher in Beachtung der mass-
geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig.

5.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. 

Niger  hat  seit  1999  eine  demokratisch  gewählte  Regierung,  welche 
trotz  zahlreichen Schwierigkeiten bestrebt  ist,  die  Wirtschaft  und die 
Lebensbedingungen  im  Land  zu  verbessern  und  dies  zumindest  in 
kleinen Schritten auch verwirklichen konnte. Zwar ist  im 2007 in der 
Region  um  Agadez  erneut  ein  bewaffneter  Konflikt  zwischen  nig-
rischen  Sicherheitskräften  und  Rebellen  ausgebrochen,  jedoch  sind 
gemäss neusten Meldungen erneut Friedensverhandlungen im Gange 
und die Tuareg-Rebellen seien bereit, ihre Waffen niederzulegen (vgl. 
U.S. Departement of State, Country Reports on Human Rights Practi-
ces – 2007 zu Niger; Freedom House Report – 2008 zu Niger; BBC 
News vom 19. August  2008). Gesamthaft  gesehen kann somit  nicht 
von  einer  Situation  allgemeiner  Gewalt  gesprochen  werden,  welche 
den Wegweisungsvollzug als generell unzumutbar erscheinen liesse.

Gemäss Aktenlage gehört der Beschwerdeführer zudem zum Volk der 
Haussa,  welche  in  Niger  die  ethnische  Mehrheit  darstellen  und  die 
wichtigsten Bereiche in Politik und Wirtschaft besetzen (vgl. Freedom 
House Report – 2008 zu Niger). Weiter besitzt der Beschwerdeführer 
eigenen Angaben zufolge ein grosses Ackergebiet,  welches von ihm 

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und seiner Familie bewirtschaftet wird (vgl. A 1, S. 3). Der Beschwer-
deführer  ist  ein  junger,  gesunder  Mann,  dem  es  somit  zugemutet 
werden kann, wieder als Ackerbauer in seiner Heimat tätig zu sein und 
mit dieser Tätigkeit seinen Lebensunterhalt und den seiner Familie zu 
bestreiten.

Somit  lassen  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatstaat  des  Be-
schwerdeführers noch individuelle Gründe im Falle einer Rückkehr auf 
eine konkrete Gefährdung schliessen, weshalb der Vollzug der Weg-
weisung vorliegend auch als zumutbar bezeichnet werden kann.

5.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zustän-
digen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

6.
Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung zu be-
stätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zu-
mutbar  und  möglich  erachtet.  Nach dem Gesagten fällt  eine  Anord-
nung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1-4 
AuG).

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist  nach dem Gesagten abzuweisen,  soweit  auf  sie einzu-
treten ist.

8.
Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung ist abzuweisen, da es 
sich  hier  -  wie  aus  den  Erwägungen  hervorgeht  -  um  eine  offen-
sichtlich  unbegründete  Beschwerde  handelt  und  sich  die  Rechts-
begehren als aussichtslos erweisen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten daher dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf ins-
gesamt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Feb-
ruar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

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(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird 
abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers  (Einschreiben;  Bei-
lagen: Angefochtene Verfügung im Original, Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, ad Ref.-Nr. 
N_______ (per Kurier; in Kopie)

- (...)

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Christa Luterbacher Andreas Felder

Versand: 

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