# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a418e562-d9b3-536a-9158-4acc9df55f31
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-10-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.10.2023 C-4695/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4695-2019_2023-10-10.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-4695/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 0 .  O k t o b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Viktoria Helfenstein (Vorsitz), 

Richter David Weiss, Richterin Caroline Gehring,    

Gerichtsschreiberin Patrizia Levante. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Frankreich), 

vertreten durch MLaw Andrea Suter, Advokatin, 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz, 

 

B._______ AG, 

Beigeladene. 

  
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung (IV), Rentenanspruch,  

Verfügung der IVSTA vom 31. Juli 2019. 

 

 

 

C-4695/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der am (…) 1962 geborene, in Frankreich wohnhafte französische Staats-

angehörige A._______ (nachfolgend: Versicherter) ist gelernter Spengler 

(Akten der Invalidenversicherungsstelle für Versicherte im Ausland [nach-

folgend: IVSTA-act.] 8, 10). Er arbeitete in den Jahren 1980 bis 2017 als 

Grenzgänger in der Schweiz und entrichtete dabei Beiträge an die obliga-

torische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV; IV-

STA-act. 8, 11/2 ff., 17). Zuletzt war der Versicherte ab dem 1. November 

2015 vollschichtig bei der C._______ AG in (…) als Projektleiter im Sani-

tärbereich tätig. Er war vor allem für Büroarbeiten bzw. Kundenkontakte 

zuständig (IVSTA-act. 12/3, 17, 34/2). Ab dem 23. März 2017 war der Ver-

sicherte infolge kardialer Probleme zu 100 % arbeitsunfähig (IVSTA-

act. 1/1, 12/2, 17/2).  

B.  

B.a Der Versicherte meldete sich mit Formular vom 9. Juni 2017 bei der IV-

Stelle des Kantons D._______ (nachfolgend: IV-Stelle D._______; Ein-

gang: 19. Juni 2017) zum Bezug von Leistungen der schweizerischen In-

validenversicherung (berufliche Integration/Rente) an und reichte diverse 

medizinische Unterlagen ein (IVSTA-act. 8, 9). Zur Begründung gab er an, 

seit 2005 an einer ventrikulären Extrasystole, seit dem 16. April 2015 an 

einer Myokarditis und seit dem 23. März 2017 an einer ventrikulären Ta-

chykardie zu leiden (IVSTA-act. 8/5). 

B.b Die IV-Stelle D._______ nahm in der Folge die Abklärung der medizi-

nischen und erwerblichen Situation des Versicherten an die Hand (IVSTA-

act. 11 ff.).  

B.c Der Versicherte tätigte ab dem 3. Juli 2017 am bisherigen Arbeitsplatz 

einen Arbeitsversuch (Pensum: 50 %), welcher jedoch aus medizinischen 

Gründen scheiterte (IVSTA-act. 17/3, 20/2, 24.2) und seitens der Arbeitge-

berin die Auflösung des Arbeitsverhältnisses per 30. September 2017 nach 

sich zog (IVSTA-act. 17/2). Die IV-Stelle D._______ teilte dem Versicher-

ten folglich mit Schreiben vom 28. Juli 2017 mit, dass keine Eingliede-

rungsmassnahmen möglich seien und daher der Rentenanspruch geprüft 

werde (IVSTA-act. 23/1). 

B.d Die IV-Stelle D._______ holte zwecks Prüfung des Rentenanspruchs 

medizinische Auskünfte bzw. Unterlagen ein (IVSTA-act. 24 ff.). Neben den 

C-4695/2019 

Seite 3 

Berichten der behandelnden Arztpersonen (IVSTA-act. 9, 13, 15, 28) sowie 

den Unterlagen der E._______ (IVSTA-act. 24 f.) wurden namentlich die 

Akten der zuständigen Krankentaggeldversicherung F._______ (nachfol-

gend: F._______) beigezogen (IVSTA-act. 12, 18, 31). In den Akten der 

F._______ befindet sich ein «kardiologisches Gutachten», welches 

Dr. med. G._______ aus (…) am 3. Juli 2018 im Auftrag der F._______ 

hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit des Versicherten verfasst hatte (IVSTA-

act. 34). Ausserdem ist eine kardiologische Stellungnahme vom 23. Okto-

ber 2018 aktenkundig (IVSTA-act. 43), in welcher sich Dr. G._______ zu 

den Rückfragen äusserte, welche die IV-Stelle D._______ zunächst der 

F._______ (IVSTA-act. 36) und sodann Dr. G._______ (IVSTA-act. 42) un-

terbreitet hatte. Gemäss der Einschätzung von Dr. G._______ ist der Ver-

sicherte in einer adaptierten Tätigkeit von 2015 bis 2017 als zu 50 % ar-

beitsfähig und ab Januar 2018 als zu 100 % arbeitsfähig anzusehen (IV-

STA-act. 34/11, 43). 

B.e Der Versicherte reichte der IV-Stelle D._______ am 11. bzw. 20. De-

zember 2018 ein Gegengutachten («contre expertise médicale») ein, wel-

ches der Kardiologe Dr. med. H._______ aus (…) (F) am 3. Dezember 

2018 erstellt (IVSTA-act. 45/2 f.) und nachträglich in einem «Postskriptum» 

ergänzt hatte (IVSTA-act. 46/3). Gemäss diesem Gegengutachten ist der 

Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig (IVSTA-

act. 45/2 und 46/3). Der zuständige Arzt des regionalen ärztlichen Dienstes 

(RAD) (…) kam in seiner Stellungnahme vom 24. Januar 2019 – nach Sich-

tung der neuen Unterlagen – zum Schluss, dass auf das «kardiologische 

Gutachten» bzw. die ergänzende Stellungnahme von Dr. G._______ abzu-

stellen sei. In der angestammten Tätigkeit sei der Versicherte daher seit 

März 2017 zu 50 % arbeitsunfähig, und in einer leidensangepassten Ver-

weistätigkeit bestehe beim Versicherten von März bis Dezember 2017 eine 

Arbeitsfähigkeit von 50 % bzw. ab Januar 2018 eine Arbeitsfähigkeit von 

100 % (IVSTA-act. 48/2 f.). 

B.f Gestützt auf diese Stellungnahme des RAD-Arztes teilte die IV-Stelle 

D._______ dem Versicherten mit Vorbescheid vom 18. Februar 2019 mit, 

dass der ermittelte Invaliditätsgrad 26 % betrage und das Leistungsbegeh-

ren – mangels anspruchsbegründender Invalidität – folglich abgewiesen 

werde (IVSTA-act. 50). 

B.g Gegen diesen Vorbescheid liess der Versicherte, vertreten durch Ad-

vokatin Andrea Suter, mit Schreiben vom 21. März 2019 vorsorglich Ein-

wand erheben mit dem Antrag, der Vorbescheid sei aufzuheben und es sei 

C-4695/2019 

Seite 4 

ihm eine angemessene IV-Rente zuzusprechen (IVSTA-act. 57). Mit Ein-

gabe seiner Rechtsvertreterin vom 30. April 2019 reichte der Versicherte 

die Begründung seines Einwands nach (IVSTA-act. 58/1-5) und legte 

gleichzeitig einen Arztbrief vom 18. April 2019 ins Recht, welcher die von 

Dr. med. I._______ am Universitätsspital in (…) durchgeführte kardiologi-

sche Begutachtung des Versicherten betrifft (IVSTA-act. 58/6 ff.) und wo-

nach in einer adaptierten Tätigkeit ein Arbeitspensum von 50 % als zumut-

bar erachtet wird (IVSTA-act. 58/8). Die IV-Stelle D._______ unterbreitete 

Dr. G._______ daraufhin die seitens des Versicherten eingereichten – von 

Dr. H._______ und Dr. I._______ verfassten – medizinischen Dokumente 

(IVSTA-act. 62). Die angeforderte kardiologische Stellungnahme von 

Dr. G._______ datiert vom 22. bzw. 23. Mai 2019 (IVSTA-act. 64) und 

wurde dem zuständigen RAD-Arzt vorgelegt. Dieser kam in seinem Bericht 

vom 6. Juni 2019 zum Schluss, gestützt auf die Stellungnahme von 

Dr. G._______ sei an der bisherigen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit fest-

zuhalten (IVSTA-act. 67). 

B.h Mit Verfügung vom 31. Juli 2019 wies die IVSTA das Leistungsbegeh-

ren des Versicherten ab und bestätigte damit ihren Vorbescheid vom 

18. Februar 2019 (IVSTA-act. 71). Die Vorinstanz führte aus, der Versi-

cherte sei seit März 2017 ununterbrochen in seiner Arbeitsfähigkeit einge-

schränkt. Unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Situation könne er 

seine bisherige Tätigkeit als Projektleiter nicht mehr vollumfänglich ausü-

ben. Aus spezialärztlicher Sicht seien ihm jedoch körperlich leichte bis mit-

telschwere Tätigkeiten unter Vermeidung von Dauerstress ganztags zu-

mutbar. In Frage kämen z.B. Kontroll-, Sortier- oder Überwachungstätig-

keiten sowie einfache administrative oder logistische Arbeiten (IVSTA-

71/2). 

B.i Der Versicherte gelangte mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 

20. August 2019 an die IV-Stelle D._______ mit dem Antrag, die Verfügung 

vom 18. Februar 2019 sei aufzuheben und nach erfolgter Untersuchung 

des Versicherten im Universitätsspital (…) in Wiedererwägung zu ziehen 

(IVSTA-act. 72). Mit Antwortschreiben vom 23. August 2019 teilte die IV-

Stelle D._______ der Rechtsvertreterin des Versicherten mit, dass die be-

sagte Verfügung nicht aufgehoben werde (IVSTA-act. 74). 

C.  

C.a Gegen die Verfügung der IVSTA (nachfolgend: Vorinstanz) vom 31. Juli 

2019 erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe 

C-4695/2019 

Seite 5 

seiner Rechtsvertreterin vom 13. September 2019 Beschwerde beim Bun-

desverwaltungsgericht (vgl. Akten des Beschwerdeverfahrens [nachfol-

gend: BVGer-act.] 1; Eingang: 16. September 2019) und stellte das 

Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem 

Beschwerdeführer sei mit Wirkung ab März 2018 eine unbefristete IV-

Rente zuzusprechen, eventualiter sei der Beschwerdeführer begutachten 

zu lassen und nach Vorliegen des Gutachtens sei ihm eine angemessene 

Rente zuzusprechen, subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kostenfolge.  

Der Beschwerdeführer rügt in materieller Hinsicht, die Vorinstanz habe den 

medizinischen Sachverhalt nicht ausreichend abgeklärt. Er bestreitet, dass 

ab Januar 2018 eine Stabilisierung seiner gesundheitlichen Situation ein-

getreten sei. Auf die entsprechende Einschätzung von Dr. G._______ 

könne nicht abgestellt werden. Vielmehr sei auf die Einschätzungen von 

Dr. H._______ und Dr. I._______ abzustellen oder sonst im Sinne des 

Eventualbegehrens eine neue Begutachtung durchzuführen, wobei ein ak-

tuelles Schreiben von Dr. I._______ vorgelegt wird (BVGer-act. 1/3). In for-

meller Hinsicht beantragt der Beschwerdeführer die Beiladung der 

J._______, bei welcher der Beschwerdeführer vorsorgeversichert gewe-

sen sei (BVGer-act. 1 Rz. 15 ff., 23 ff.). 

C.b Der mit Zwischenverfügung vom 20. September 2019 erhobene Kos-

tenvorschuss von Fr. 800.- (BVGer-act. 2) wurde am 25. September 2019 

einbezahlt (BVGer-act. 4).  

C.c Die B._______ AG teilte mit Schreiben vom 7. Oktober 2019 – auf ent-

sprechende Einladung hin (BVGer-act. 5) – mit, dass sie im vorliegenden 

Verfahren als beigeladene Partei keine Stellungnahme einreichen werde 

(BVGer-act. 6). 

C.d Die Vorinstanz reichte mit Eingabe vom 3. Dezember 2019 (BVGer-

act. 9) die Stellungnahme der IV-Stelle D._______ vom 13. November 

2019 ein, wonach bei Dr. I._______ nachzufragen ist, ob die Holter-EKG 

Untersuchung wiederholt worden sei, und dieser gegebenenfalls zu ersu-

chen sei, den entsprechenden Bericht samt Ergebnissen dem Bundesver-

waltungsgericht zuzustellen. Gleichzeitig beantragte die IV-Stelle 

D._______, nach Eingang der Antwort von Dr. I._______ eine ausführliche 

Stellungnahme bzw. Beschwerdeantwort nachreichen zu dürfen (BVGer-

act. 9/1). 

C-4695/2019 

Seite 6 

C.e In ihrer Eingabe vom 11. Dezember 2019 (BVGer-act. 11) verwies die 

Vorinstanz vollumfänglich auf die ausführliche Stellungnahme bzw. Ver-

nehmlassung der IV-Stelle D._______ vom 5. Dezember 2019, welche sie 

als Beilage einreichte (BVGer-act. 11/1). Die IV-Stelle D._______ bean-

tragte in ihrer Stellungnahme – unter Kostenfolge – die vorsorgliche Abwei-

sung der Beschwerde, da Dr. I._______ nicht plausibel darzulegen ver-

möge, weshalb er die Arbeitsfähigkeit auch für leichte körperliche Tätigkei-

ten auf 50 % beschränke. 

C.f Mit Eingabe vom 24. Februar 2020 (BVGer-act. 15) übermittelte die 

Vorinstanz ein Schreiben der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers 

vom 17. Februar 2020 (BVGer-act. 15/1), mit welchem diese an die Vor-

instanz gelangte, auf einen Vorfall mit Aktivierung des Defibrillators hinwies 

und – für den Fall, dass die Vorinstanz an den Anträgen festhalten und der 

Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren unterliegen 

sollte – die Revision der angefochtenen Verfügung aufgrund der beim Be-

schwerdeführer eingetretenen Verschlechterung des Gesundheitszustan-

des beantragte. Dem anwaltlichen Schreiben lagen diverse medizinische 

Dokumente bei (BVGer-act. 15/1/1-4). 

C.g Mit Replik vom 28. Februar 2020 liess der Beschwerdeführer an den 

beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren unter Kostenfolge festhalten 

(BVGer-act. 16) und aktuelle medizinische Unterlagen einreichen (BVGer-

act. 16/1-5).  

C.h Die Vorinstanz erneuerte in ihrer Duplik vom 5. Mai 2020 (BVGer-

act. 20) – unter Hinweis auf die beigelegte Stellungnahme der IV-Stelle 

D._______ vom 30. April 2020 (BVGer-act. 20/1) – ihren Antrag auf Be-

schwerdeabweisung und Bestätigung der angefochtenen Verfügung. In der 

eingeholten Stellungnahme wird – nach Rücksprache mit dem zuständigen 

RAD-Arzt (BVGer-act. 20/2) – an den Ausführungen gemäss Vernehmlas-

sung vom 5. Dezember 2019 festgehalten. 

C.i Mit Verfügung vom 8. Mai 2020 wurde der Schriftenwechsel geschlos-

sen, wobei weitere Instruktionsmassnahmen vorbehalten blieben (BVGer-

act. 21). 

C.j Mit unaufgeforderter Eingabe vom 21. September 2023 teilte die 

Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers – unter Hinweis auf einen beilie-

genden Spitalbericht (BVGer-act. 26/1) – mit, dass dieser am 8. September 

C-4695/2019 

Seite 7 

2023 eine ventrikuläre Tachykardie mit Herzstillstand erlitten habe und sich 

demnächst einer weiteren Operation unterziehen müsse (BVGer-act. 26). 

C.k Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Un-

terlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-

gegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 

Abs. 1 Bst. b IVG (SR 831.20) ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beur-

teilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich grund-

sätzlich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt 

(Art. 37 VGG). Vorbehalten bleiben gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG die be-

sonderen Bestimmungen des ATSG (SR 830.1). Nach den allgemeinen in-

tertemporalrechtlichen Regeln finden diejenigen Verfahrensregeln Anwen-

dung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung in Kraft stehen 

(BGE 130 V 1 E. 3.2). 

1.3 Der Beschwerdeführer ist als Adressat durch die angefochtene Verfü-

gung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 

oder Änderung (Art. 59 ATSG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde (Art. 60 i.V.m. Art. 38 Abs. 4 Bst. b ATSG; 

Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist daher einzutreten, nachdem auch der Kostenvor-

schuss rechtzeitig geleistet wurde (Art. 63 Abs. 4 i.V.m. Art. 21 Abs. 3 

VwVG).  

2.  

2.1 Gemäss Art. 40 Abs. 2 IVV (SR 831.201) ist bei Grenzgängern die IV-

Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet der Grenzgänger eine Erwerbstätigkeit 

ausübt, zur Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung zuständig. Dies 

gilt auch für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren 

ordentlichen Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der 

Gesundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurück-

geht. Die Verfügungen werden von der IVSTA erlassen. 

C-4695/2019 

Seite 8 

2.2 Bis zum Zeitpunkt der Arbeitsaufgabe (März 2017) war der Beschwer-

deführer als Grenzgänger in (…) erwerbstätig. Im Zeitpunkt der Anmeldung 

bei der IV-Stelle D._______ (Juni 2017) wohnte er im benachbarten (…) 

(F), wo er heute noch lebt (IVSTA-act. 8). Der Beschwerdeführer macht 

einen Gesundheitsschaden geltend, der auf den Zeitpunkt seiner Tätigkeit 

als Grenzgänger. Unter diesen Umständen war die IV-Stelle D._______ für 

die Entgegennahme und Prüfung der Anmeldung zuständig und die IVSTA 

bzw. Vorinstanz war kompetent für den Erlass der angefochtenen Verfü-

gung. 

3.  

3.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

3.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-

anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-

gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die 

von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. BVGE 2013/46 E. 3.2). 

3.3 Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der erstinstanzliche Sozi-

alversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht 

(vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 61 Bst. c ATSG; Art. 12 VwVG). Danach hat 

die Verwaltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes we-

gen für die richtige und vollständige Abklärung des erheblichen Sachver-

halts zu sorgen (vgl. BGE 136 V 376 E. 4.1.1). Sofern das Gesetz nicht 

etwas Abweichendes vorsieht, gilt im Sozialversicherungsrecht der Be-

weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 143 V 168 E. 2; 138 

V 218 E. 6). 

4.  

4.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1). 

Das am 1. Januar 2022 in Kraft getretene revidierte IVG (Weiterentwick-

lung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Juni 2020, AS 2021 705, BBl 2017 

C-4695/2019 

Seite 9 

2535) findet hier keine Anwendung, weil die angefochtene Verfügung vor 

dem 1. Januar 2022 erging (vgl. statt vieler: BGE 148 V 174 E. 4.1). 

4.2 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 31. Juli 2019) eingetretenen Sachverhalt ab 

(BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verän-

dert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsver-

fügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 

4.3 Der Beschwerdeführer ist französischer Staatsangehöriger, wohnt in 

Frankreich und war in der AHV/IV versichert. Es liegt damit offensichtlich 

ein grenzüberschreitender Sachverhalt mit Bezug zur EU vor (vgl. dazu 

BGE 145 V 231 E. 7.1 m.H.). Folglich gelangen das Freizügigkeitsabkom-

men vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der 

Gemeinschaft zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit ge-

mäss Anhang II des FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 

2012 in Kraft getretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 

0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 (SR 0.831.109.268.11), zur Anwen-

dung. Seit dem 1. Januar 2015 sind auch die durch die Verordnungen (EU) 

Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in 

den Beziehungen zwischen der Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten an-

wendbar. Das Vorliegen einer anspruchserheblichen Invalidität beurteilt 

sich indes auch im Anwendungsbereich des FZA und der Koordinierungs-

vorschriften nach schweizerischem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Ur-

teil des BGer 9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4). 

5.  

5.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine 

C-4695/2019 

Seite 10 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufga-

benbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die 

zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-

sichtigt (Art. 6 ATSG). 

5.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungs-

massnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-

destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Bst. b) und nach 

Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind 

(Bst. c).  

5.3 Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf 

eine Viertelsrente, bei mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei mindes-

tens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 % auf eine 

ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

5.4 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 

nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-

spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die 

Vollendung des 18. Altersjahrs folgt.  

5.5 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwaltung 

und – im Beschwerdefall – das Gericht auf Unterlagen, die von ärztlichen 

und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen 

sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 

dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tä-

tigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4; 125 V 

256 E. 4).  

5.5.1 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel 

zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfah-

ren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versi-

cherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. 

ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu wür-

digen. Dies bedeutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, unabhän-

gig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden 

hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

C-4695/2019 

Seite 11 

streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c). 

5.5.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, 

ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-

nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation ein-

leuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertinnen und Experten be-

gründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Ausschlaggebend 

für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft des Beweis-

mittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

medizinischen Beurteilung als Bericht, Gutachten oder Stellungnahme (vgl. 

BGE 125 V 351 E. 3.a; 122 V 157 E. 1c). Eine begutachtende medizinische 

Fachperson muss aber über die notwendigen fachlichen Qualifikationen 

verfügen (Urteil des BGer 9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 

m.H.). 

5.5.3 Versicherungsexterne Gutachten haben vollen Beweiswert, wenn sie 

den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechen und nicht konkrete 

Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 137 V 210 E. 2.2.2; 

135 V 465; 125 V 351 E. 3b/bb). Werden solche Expertisen demnach durch 

anerkannte Spezialärztinnen und -ärzte aufgrund eingehender Beobach-

tungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten erstattet und 

gelangen diese Arztpersonen bei der Erörterung der Befunde zu schlüssi-

gen Ergebnissen, so kommt diesen Gutachten volle Beweiskraft zu, so-

lange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spre-

chen (BGE 122 V 157 E. 1 c; 104 V 209 E. c). 

5.5.4 Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht 

nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die Beurteilung 

versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen zu entscheiden. In sol-

chen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen 

in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465; 122 V 

157 E. 1d). Die RAD-Berichte sind als versicherungsinterne Dokumente zu 

C-4695/2019 

Seite 12 

würdigen (vgl. Urteile des BGer 9C_159/2016 vom 2. November 2016 

E. 2.2 f. sowie 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4). 

5.5.5 Die Berichte und Stellungnahmen des RAD, welche nicht auf eigenen 

Untersuchungen beruhen, können – wie reine Aktengutachten – beweis-

kräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen 

nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizini-

schen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der 

versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des BGer 

9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 

E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je m.H.). Die Aufgabe der 

versicherungsinternen Fachpersonen besteht insbesondere darin, aus me-

dizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen 

Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leis-

tungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zu-

sammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei wi-

dersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu 

beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber 

eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei (vgl. BGE 142 V 58 

E. 5.1; Urteile des BGer 8C_756/2008 E. 4.4 m.H. [SVR 2009 IV Nr. 50] 

sowie 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Enthalten die Akten für 

die streitigen Belange keine beweistauglichen Unterlagen, kann die Stel-

lungnahme einer versicherungsinternen Fachperson in der Regel keine ab-

schliessende Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehen-

den Abklärungen Anlass geben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 

25. März 2011 E. 3.3). 

5.5.6 Der Umstand, dass ein Gutachten im Auftrag eines Krankentaggeld-

versicherers – und somit nicht im Verfahren nach Art. 44 ATSG (vgl. dazu 

BGE 141 V 330 E. 3.2; 137 V 210 E. 3.4.2.9) – erstellt wurde, spricht nicht 

gegen dessen Beweiskraft für die Beurteilung des Rentenanspruchs ge-

genüber der Invalidenversicherung. Indessen sind an die Beweiswürdi-

gung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel 

an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit einer solchen Expertise, so sind 

– wie bei versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen – ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen. Einem «Fremdgutachten» kommt somit nicht 

von vornherein dieselbe Beweiskraft zu wie einer gerichtlich oder im Ver-

fahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Expertise 

unabhängiger Sachverständiger (Urteil des BGer 9C_280/2020 vom 

12. August 2020 E. 2.2 m.w.H.).   

C-4695/2019 

Seite 13 

5.5.7 Grundsätzlich besitzt auch das Parteigutachten, welches von der 

versicherten Person eigenständig bei einem Dritten eingeholt wird, nicht 

den gleichen Rang wie ein vom Gericht oder Sozialversicherungsträger 

nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten (vgl. 

BGE 125 V 351). Es gibt auch keinen Anspruch der versicherten Person, 

abschliessend nach einem Parteigutachten beurteilt zu werden (vgl. 

KASPAR GERBER, Das medizinische Privatgutachten in der Invaliden-

versicherung, in: Jusletter vom 10. August 2009, Rz. 3), genauso wenig wie 

die rechtsanwendenden Behörden ein solches allein mit Blick auf diese 

Eigenschaft unbeachtet lassen dürfen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/dd; Urteil 

des BGer 8C_200/2018 vom 7. August 2018 E. 6.2). Das Parteigutachten 

verpflichtet indessen das Gericht, den von der Rechtsprechung 

aufgestellten Richtlinien für die Beweiswürdigung folgend, zu prüfen, ob es 

in rechtserheblichen Fragen die Auffassung und Schlussfolgerungen des 

vom Gericht oder vom Versicherungsträger förmlich bestellten Gutachters 

derart zu erschüttern vermag, dass davon abzuweichen ist (vgl. BGE 125 

V 351 E. 3c; Urteil des BGer 8C_635/2022 vom 16. Februar 2023 E. 4.1 

m.H.).   

5.5.8 Eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der 

behandelnden Ärztinnen und Ärzte (z.B. Hausärzte oder Spezialärztinnen) 

kommt im Beschwerdeverfahren kaum in Frage, zumal deren Berichte in 

der Regel nicht die materiellen Anforderungen an ein Gutachten erfüllen. 

Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte stehen in einem auftragsrechtlichen 

Verhältnis zur versicherten Person und haben sich in erster Linie auf die 

Behandlung zu konzentrieren. Bei der Würdigung ihrer Berichte hat das 

Gericht sowohl dem Unterschied zwischen Behandlungs- und Begutach-

tungsauftrag wie auch der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte mitunter im 

Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher 

zu Gunsten ihrer Patienten aussagen, Rechnung zu tragen (BGE 135 V 

465 E. 4.5). Der Umstand allein, dass eine Einschätzung von der Hausärz-

tin oder dem Hausarzt stammt, darf jedoch nicht dazu führen, sie als von 

vornherein unbeachtlich einzustufen. Die einen längeren Zeitraum abde-

ckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärztinnen und 

Ärzte bringt oft wertvolle Erkenntnisse hervor (Urteil des BGer 

8C_278/2011 vom 26. Juli 2011 E. 5.3). Ihre Berichte können insbesondere 

geeignet sein, die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit von versicherungsin-

ternen medizinischen Stellungnahmen in Zweifel zu ziehen (BGE 135 V 

465 E. 4.5). 

C-4695/2019 

Seite 14 

6.  

Vorliegend ist streitig, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine 

Invalidenrente hat. Zunächst ist zu prüfen, ob der Sachverhalt in medizini-

scher Hinsicht rechtsgenüglich abgeklärt ist. 

6.1 Die Vorinstanz nahm hinsichtlich der gesundheitlichen Situation des 

Beschwerdeführers die folgenden medizinischen Unterlagen zu den Akten:  

− Compte-rendu, Laboratoire d’épreuve d’effort, (…) (F), vom 23.3.2017 
(IVSTA-act. 28/27 ff.), 7.12.2017 (IVSTA-act. 28/19); 

− Bulletin/Certificat d’hospitalisation, L._______, (…) (F), vom 8.4.2017 
(IVSTA-act. 9/6), 10.4.2017 (IVSTA-act. 9/5, 12/11, 31/72), Hôpital civil, (…) 
(F), vom 9.4.2017 (IVSTA-act. 9/7, 12/13, 31/74), 13.4.2017 (IVSTA-act. 9/8, 
12/12, 31/73); 

− Avis d’arrêt de travail vom 13.4.2017 (IVSTA-act. 12/10, 31/71), 21.4.2017 
(IVSTA-act. 9/4, 12/9, 31/70), 7.6.2017 (IVSTA-act. 9/1, 12/7), 11.6.2017 
(IVSTA-act. 24.6), 22.6.2017 (IVSTA-act. 24.5); 

− Certificat/Rapport médical, Dr. med. M._______, médecine générale, (…) (F), 
vom 18.5.2017 (IVSTA-act. 9/3, 12/8, 31/69), 31.5.2017 (IVSTA-act. 12/6, 
31/67), 9.6.2017 (IVSTA-act. 9/2), 12.7.2017 (IVSTA-act. 15/2 ff., 31/66), 
31.7.2017 (IVSTA-act. 18/2, 31/65, 31/38), 28.8.2017 (IVSTA-act. 31/64), 
25.9.2017 (IVSTA-act. 31/63), 20.10.2017 (IVSTA-act. 31/62), 20.11.2017 
(IVSTA-act. 31/61), 20.12.2017 (IVSTA-act. 31/78), 18.1.2018 (IVSTA-
act. 31/79), 22.2.2018 (IVSTA-act. 31/83), 26.2.2018 (IVSTA-act. 28/2 ff.); 

− Berichte, Dr. med. N._______, Cabinet de Cardiologie, (…) (F), vom 
21.11.2016 (IVSTA-act. 15/42, 28/25), 16.5.2017 (IVSTA-act. 13/7), 
29.5.2017 (IVSTA-act. 13/9), 9.9.2017 (IVSTA-act. 28/11 ff.), 9.11.2017 
(IVSTA-act. 28/7), 22.5.2019 (IVSTA-act. 65/2); 

− Bericht, Clinique O._______, (…) (F), vom 9.1.2018 (IVSTA-act. 28/10), 
7.2.2018 (IVSTA-act. 28/9); 

− Kardiologisches Gutachten/kardiologische Rückfragen/kardiologische Stel-
lungnahme, Dr. med. G._______, FMH Kardiologie, (…) (P._______), vom 
3.7.2018 (IVSTA-act. 34), 23.10.2018 (IVSTA-act. 43), 22./23.5.2019 (IVSTA-
act. 64); 

− Contre-expertise médicale, Dr. med. H._______, Cabinet de cardiologie, (…) 
(F), vom 3.12.2018 (IVSTA-act. 45, 46/2 f.); 

− Arztbrief, Dr. med. I._______, Universitätsspital Q._______, Kardiovaskuläre 
Prävention/ambulante Klinik, vom 18.4.2019 (IVSTA-act. 58/6 ff.); 

− Medizinische Stellungnahmen/Berichte des RAD, Dr. med. R._______, Allge-

meinmedizin und Arbeitsmedizin FMH, vom 18.8.2017 (IVSTA-act. 20), 

Dr. med. S._______, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom 26.7.2018 

(IVSTA-act. 35), 29.9.2018 (IVSTA-act. 41), 24.1.2019 (IVSTA-act. 48/2 f.), 

10.5.2019 (IVSTA-act. 60), 6.6.2019 (IVSTA-act. 67), 30.10.2019 (IVSTA-

act. 78).  

C-4695/2019 

Seite 15 

6.2 Die angefochtene Verfügung stützt sich namentlich auf die Stellung-

nahmen des RAD-Arztes Dr. S._______ vom 24. Januar 2019 und 6. Juni 

2019, welche auf das «kardiologische Gutachten» von Dr. G._______ vom 

3. Juli 2018 bzw. auf dessen Stellungnahmen vom 23. Oktober 2018 und 

22. bzw. 23. Mai 2019 abstellen. 

6.2.1 Der RAD-Arzt und Allgemeinmediziner Dr. S._______ (nachfolgend 

auch: RAD-Arzt) äussert sich in seinen – der angefochtenen Verfügung zu-

grunde liegenden – Stellungnahmen im Wesentlichen wie folgt: 

6.2.1.1 In der Stellungnahme vom 24. Januar 2019 (IVSTA-act. 48/2 ff.) 

kommt der RAD-Arzt – namentlich nach Einsicht in die Stellungnahme des 

Kardiologen Dr. G._______ vom 23. Oktober 2018 (IVSTA-act. 43) und in 

das Gegengutachten des Kardiologen Dr. H._______ vom 3. Dezember 

2018 (IVSTA-act. 45, 46/2) – zum Schluss, dass gemäss versicherungs-

medizinischer Beurteilung auf die gutachterliche Einschätzung von 

Dr. G._______ abzustellen sei. Angesichts der abweichenden Einschät-

zung von Dr. H._______ aus Frankreich ist laut RAD-Arzt fraglich, ob sich 

dieser der differenzierten Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im Schweizer So-

zialversicherungssystem bewusst sei. Der RAD-Arzt attestiert dem Be-

schwerdeführer in der angestammten Tätigkeit folglich eine Arbeitsunfähig-

keit von 50 % seit März 2017. In einer leidensangepassten Verweistätigkeit 

(körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit Vermeidung von andau-

erndem Stress) geht der RAD-Arzt beim Beschwerdeführer von März bis 

Dezember 2017 von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % und ab Januar 2018 

von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % aus.  

6.2.1.2 In der Stellungnahme vom 6. Juni 2019 (IVSTA-act. 67/2 ff.) gelangt 

der RAD-Arzt – nach Vorlage der Stellungnahme von Dr. G._______ vom 

22. bzw. 23. Mai 2019 (IVSTA-act. 64) sowie des Berichts des behandeln-

den Kardiologen Dr. N._______ vom 22. Mai 2019 (IVSTA-act. 65/2) – zur 

versicherungsmedizinischen Beurteilung, dass die vorgelegte Stellung-

nahme von Dr. G._______ ausführlich, differenziert und versicherungsme-

dizinisch nachvollziehbar sei. Der RAD-Arzt empfiehlt daher, an der bishe-

rigen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit festzuhalten. 

6.2.2 Aus den vom Kardiologen Dr. G._______ aus (…) erstellten akten-

kundigen medizinischen Unterlagen, auf welche der RAD-Arzt abstellt, 

ergibt sich im Wesentlichen das Folgende: 

C-4695/2019 

Seite 16 

6.2.2.1 Im «kardiologischen Gutachten» vom 3. Juli 2018 (IVSTA-act. 34), 

welches zuhanden der F._______ verfasst wurde, erhebt Dr. G._______ 

beim Beschwerdeführer die folgenden Diagnosen:  

«Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Status nach Myokarditis unklaren Datums 

− Polytope ventrikuläre Extrasystolen bis hin zu selbstlimitierenden Kam-
mertachykardien, Erstdiagnose 2005 

− Status nach Ablationsbehandlung (…) 6/16 

− Persistierende ausgeprägte ventrikuläre Ektopie, seit der Therapie mit Fle-
cainid und Bisoprolol deutliche Besserung 

− Status nach Implantation eines Defibrillators 11.04.2017 (…), bisher ohne 
Aktivierung 

− Herz-MRI: Narbe lateral und apikal mit leicht eingeschränkter EF von 51 % 
(letzte MRI-Untersuchung 1/17) 

− Echo 7/18: Apikale Hypo- bis Akinesie, leicht dilatierter linker Ventrikel, EF 
53 %, diastolische Dysfunktion Grad II, leichte Mitralinsuffizienz» 

 

«Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

1. Rezidivierende Synkopen, wahrscheinlich vasovagaler Ätiologie 
2. Penicillinallergie 

3. Status nach geringem Nikotinkonsum bis vor 5 Jahren» 

 

Als derzeitige Medikation wird erwähnt (S. 5): Flecainid 200 mg 1-0-0, Bisoprolol 

2.5 mg 0-0-1 (seit ca. Anfang 2018). 

 

Dr. G._______ führte am 3. Juli 2018 – neben einer Befragung und einer 

kardiologischen Untersuchung des Beschwerdeführers – ein Ruhe-EKG, 

eine Ergometrie sowie eine transthorakale Echokardiografie durch (S. 2). 

In seiner Beurteilung (S. 8 ff.) kommt Dr. G._______ zum Schluss, dass 

während der rhythmologisch instabilen Situation und Abklärung von 

ca. 2015 bis Januar 2018 eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit des Beschwer-

deführers in seinem angestammten Beruf als Projektleiter bestanden habe. 

Seit 2018 liege aus rein kardiologischer Sicht eine 50 %-ige Arbeitsfähig-

keit im angestammten Beruf vor. Da ein Arbeitsversuch des Beschwerde-

führers bei einem Pensum von 50 % aber an der geringen Leistungsfähig-

keit gescheitert sei, wäre laut Dr. G._______ aufgrund des vermehrten Zeit-

bedarfs eine Präsenz von 70 % nötig. Für leichte und mittelschwere kör-

perliche Arbeiten, die stressfrei durchgeführt werden könnten, sei der Be-

schwerdeführer hingegen zu 80 % arbeitsfähig, wobei die 20 %-ige 

C-4695/2019 

Seite 17 

Arbeitsunfähigkeit dem vermehrten Pausenbedarf aufgrund der Medikation 

Rechnung trage. Eine stressfreie Tätigkeit mit vor allem sitzender bis ma-

ximal mittelschwerer körperlicher Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer zu 

100 % zumutbar. Sehr stressbelastende Arbeiten und körperliche Arbeiten 

seien dem Beschwerdeführer jedoch nicht zuzumuten. Auch dürfe der Be-

schwerdeführer Arbeiten in starken Magnetfeldern sowie mit mechanischer 

Beanspruch der ICD-Loge nicht durchführen. Ebenso wenig seien Arbeiten 

verbunden mit Nacht- und Schichtarbeit zumutbar.  

6.2.2.2 In seiner Stellungnahme vom 23. Oktober 2018 (IVSTA-act. 43) 

präzisiert der Kardiologe Dr. G._______ – aufgrund der Rückfragen der IV-

Stelle D._______ (IVSTA-act. 36, 42) – seine bisherige Beurteilung dahin-

gehend, dass der Beschwerdeführer rückwirkend von Anfang 2015 bis 

Ende 2017 auch für eine angepasste Tätigkeit nur zu 50 % arbeitsfähig 

anzusehen sei. Seit Januar 2018 bestehe jedoch eine 100 %-ige Arbeits-

fähigkeit für eine angepasste Tätigkeit. Es gelte insgesamt, dass eine sit-

zende, stressfreie, leichte Arbeit als adaptierte Arbeit anzusehen sei und 

der Beschwerdeführer dabei seit Januar 2018 zu 100 % arbeitsfähig sei. 

Eine mittelschwere körperliche, stressfreie Arbeit verursache jedoch etwas 

mehr Pausenbedarf und könne – bei einer Präsenz von 100 % – zu 80 % 

ausgeführt werden. Insofern sei die mittelschwere Arbeit nicht als vollstän-

dig adaptiert anzusehen. 

6.2.2.3 In einer weiteren Stellungnahme vom 22. bzw. 23. Mai 2019 (IV-

STA-act. 64), welche nach Vorlage der vom Beschwerdeführer eingereich-

ten medizinischen Unterlagen zuhanden der IV-Stelle D._______ erfolgte 

(IVSTA-act. 62), hält der Kardiologe Dr. G._______ an seiner bisherigen 

Beurteilung fest, wonach der Beschwerdeführer bei einer leichten und 

stressfreien Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers für mittelschwere Arbeiten reduziert Dr. G._______ – 

angesichts der doch ausgeprägteren, zumindest intermittierend vorhande-

nen ventrikulären Extrasystolen – allerdings auf 50 % wegen vermehrten 

Pausenbedarfs. Ausserdem erwähnt Dr. G._______ in seiner Stellung-

nahme, dass ein Ausbau der Betablockertherapie und eine allfällige Amio-

daron-Therapie möglich und sinnvoll erschienen, weshalb die medikamen-

töse Therapie noch nicht vollständig ausgeschöpft sei (IVSTA-act. 64/5). 

Zudem würden sicherlich die Verarbeitung der Rhythmusstörungen und die 

dabei auftretende Angst eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Insofern sei 

allenfalls auch eine psychiatrische Beurteilung in Auftrag zu geben (IVSTA-

act. 64/7). 

C-4695/2019 

Seite 18 

6.3 Der Beschwerdeführer bestreitet die Beweiskraft der medizinischen 

Unterlagen, welche der angefochtenen Verfügung zugrunde liegen. 

6.3.1 Der Beschwerdeführer kritisiert im Beschwerdeverfahren (BVGer-

act. 1, 16) – wie bereits im Vorbescheidverfahren (IVSTA-act. 57, 58) – die 

Auffassung der Vorinstanz, wonach dem Beschwerdeführer – gestützt auf 

die Einschätzung des RAD-Arztes – leichte und mittelschwere Tätigkeiten 

ganztags zumutbar seien. Damit werde – ohne Begründung – sogar von 

einer höheren Arbeitsfähigkeit für mittelschwere Tätigkeiten ausgegangen 

als in der von Dr. G._______ vorgenommenen Beurteilung, weshalb die 

angefochtene Verfügung auf falschen Annahmen beruhe und aufzuheben 

sei. Der Beschwerdeführer macht geltend, Dr. G._______ und der RAD-

Arzt würden – trotz fehlender aktenkundiger Unterlagen – davon ausge-

hen, dass ab Januar 2018 eine Stabilität der Situation eingetreten sei, wel-

che die Erhöhung der Arbeitsfähigkeit begründe. Dies stehe aber nament-

lich im Widerspruch zu den Ergebnissen anlässlich der im Universitätsspi-

tal Q._______ durchgeführten umfassenden Untersuchung vom 18. April 

2019. Auf die Einschätzung von Dr. G._______, deren Begründung nicht 

nachvollziehbar und im Widerspruch zu früheren Äusserungen stehe, 

könne somit nicht abgestellt werden. Vielmehr sei auf die von 

Dr. I._______, Dr. H._______ sowie Dr. M._______ vorgenommene Ein-

schätzung einer 50 %-igen Arbeitsfähigkeit in angepasster leichter, stress-

freier Tätigkeit abzustellen und dem Beschwerdeführer eine entspre-

chende Rente auszurichten. Weiter rügt der Beschwerdeführer, die Vor-

instanz habe unterlassen zu klären, ob die Untersuchungsbefunde vom 

18. April 2019 – wie von Dr. G._______ erwähnt – auf eine geringere Be-

tablockerwirkung oder eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

des Beschwerdeführers zurückzuführen seien. Damit habe sie den medizi-

nischen Sachverhalt nicht ausreichend abgeklärt. Es sei daher eventualiter 

eine neue Begutachtung auf der Grundlage sämtlicher Akten und nach er-

neuter Untersuchung mit überwachter Einnahme der Medikamente durch-

zuführen, sofern auf die von Dr. I._______ und Dr. H._______ vorgenom-

menen Einschätzungen nicht abgestellt werden sollte (vgl. insb. BVGer-

act. 1 Rz. 23 ff.). Der Beschwerdeführer stützt seine Argumentation na-

mentlich auf die folgenden, mehrheitlich bereits im Vorverfahren einge-

reichten medizinischen Unterlagen, deren fehlende oder unrichtige Würdi-

gung seitens der Vorinstanz er sinngemäss beanstandet. 

6.3.2 Zunächst beruft sich der Beschwerdeführer auf die im Vorverfahren 

eingereichten Belege der behandelnden Arztpersonen: Die Hausärztin und 

Allgemeinmedizinerin Dr. M._______ aus (…) (F) attestierte dem 

C-4695/2019 

Seite 19 

Beschwerdeführer gemäss Vorakten ab dem 23. März 2017 eine Arbeits-

unfähigkeit von 100 %, ab dem 13. Juni 2017 (IVSTA-act. 12/6) bzw. 

17. Juli 2017 eine solche von 50 % und ab dem 20. August 2017 bis auf 

unbestimmte Zeit erneut eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (IVSTA-

act. 28/3). Eine Äusserung zur Prognose erachtete die Hausärztin als 

schwierig (IVSTA-act. 28/3). Eine zu erwartende Erhöhung der Arbeitsfä-

higkeit schloss sie aus (IVSTA-act. 28/4). Laut Dr. M._______ leidet der 

Beschwerdeführer an einer ventrikulären Tachykardie als Folge einer My-

okarditis (IVSTA-act. 9/2). Der behandelnde Kardiologe Dr. N._______ aus 

(…) ging laut Vorakten am 29. Mai 2017 ebenfalls davon aus, dass der 

Beschwerdeführer ab Mitte Juni 2017 wieder zu 50 % arbeitsfähig sei (IV-

STA-act. 13/9). Im Bericht vom 9. November 2017 kam Dr. N._______ zu 

folgendem Schluss: «Examen cardiovasculaire stable. Probable récidive 

du trouble de rythme ventriculaire. Contrôle DAI fin novembre à (…). 

Épreuve d’effort prévue, échocardiographie d’expertise de contrôle prévue 

auprès du Docteur H._______» (IVSTA-act. 28/8). Der Beschwerdeführer 

folgert daraus, dass Dr. N._______ eine stabile rhythmologische Situation 

nicht habe feststellen können (BVGer-act. 16 Rz. 8). 

6.3.3 Weiter stützt sich der Beschwerdeführer auf das von ihm bei der IV-

Stelle D._______ eingereichte Gegengutachten («Contre-expertise médi-

cale»), welches der Kardiologe Dr. H._______ aus (…) am 3. Dezember 

2018 erstellte (IVSTA-act. 45/2; Eingang: 11. Dezember 2018) und nach-

träglich – auf Wunsch des Beschwerdeführers bzw. seiner Rechtsvertrete-

rin – ergänzte (IVSTA-act. 46; Eingang: 20. Dezember 2018). 

Dr. H._______ geht – nach Untersuchung des Beschwerdeführers – von 

folgender Diagnose aus: «Cardiomyopathie avec hyperexcitabilité ventri-

culaire stabilisée et fonction VG conservée». In Anbetracht dieser Diag-

nose (Kardiomyopathie mit stabilisierter ventrikulärer Übererregbarkeit und 

erhaltener Funktion des linken Ventrikels) sowie unter der Voraussetzung 

regelmässiger kardiologischer Kontrollen attestiert Dr. H._______ dem Be-

schwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 50 %, wobei Stress vermieden 

werden müsse, eine geringe körperliche Belastung (< 15 kg) empfohlen 

sei und möglichst keine Nachtarbeit getätigt werden dürfe (IVSTA-act. 46).  

6.3.4 Der Beschwerdeführer nimmt sodann Bezug auf den im Verwaltungs-

verfahren vorgelegten Arztbrief, welcher am 18. April 2019 von 

Dr. I._______, Oberarzt am Universitätsspital (Kardiovaskuläre Prävention, 

Ambulante Klinik, Präventions-Sprechstunde), verfasst wurde (IVSTA-

act. 58/6 ff.). Darin werden die folgenden kardiologischen Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:  

C-4695/2019 

Seite 20 

«Ausgeprägte polymorphe ventrikuläre Extrasystolie ED 2005 

− Koronararographie 2005: normal 

− Herz-MRI 2010: inferolaterale Narbe, Hinweise auf eine mögliche stattgefun-
dene Myokarditis 

− Koronararographie 2010: normal 

− Herz-MRI 2015: Hinweise für eine stattgefundene Myokarditis, LVEF 45% 

− UHZ (…) 2016: 6 verschiedene VES-Morphologien, Katheterablation aus 
dem LV-Apex 

− Herz-MRI 01/2017 (Hôpitaux universitaires de (…)): LVEF 51%, Hinweise für 
eine stattgefundene Myokarditis, grosse Narbe des linken Ventrikels lateral. 
Ähnliches Bild zu den vorherigen MRI von 2010 und 2015. 

− TTE 02/2018 (Dr. H._______): erhaltene LVEF 

− St. n. Implantation eines DDD-ICD (Medtronic) 04/2017 

− TTE 18.04.2019: LVEF 53% 

− Spiroergometrie 18.04.2019: VO2max/kg 33.2 ml/(min x kg), Auftreten von 
zahlreichen ventrikulären Extrasystolen, insbesondere in der Erholungs-
phase. Zahlreiche symptomatische Episoden von kurzen nicht anhaltenden 
VT (bis 5 Schläge) in der Erholungsphase 

− Holter 18.04.2019: Häufige ventrikuläre Extrasystolen mit mindestens 2 Mor-
phologien maximal über 4 Schläge (12.5% aller Schläge), fast 10’000 VES 
über 24 Std.» 

 

Dr. I._______ führte die kardiologische Begutachtung des Beschwerdefüh-

rers – im Auftrag des Beschwerdeführers bzw. seiner Rechtsvertreterin – 

am 18. April 2019 durch. Die Untersuchungen umfassten eine TTE (Trans-

thorakale Echokardiographie), eine Spiroergometrie sowie ein Holter (IV-

STA-act. 58/6). In seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde-

führers kommt Dr. I._______ zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in 

seiner ehemaligen beruflichen Tätigkeit als Spengler nicht mehr arbeitsfä-

hig sei. Aufgrund der ventrikulären Extrasystolie sei die rapportierte Müdig-

keit des Beschwerdeführers bei Belastung klar verständlich. Eine körper-

lich leichte, ruhige Arbeit sei dem Beschwerdeführer in einem reduzierten 

Pensum von 50 % zumutbar. Dr. I._______ schliesst sich der Einschätzung 

von Dr. H._______ an und geht somit für Tätigkeiten mit körperlich leichter 

Belastung von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % und für körperlich mittel-

schwere und schwere Tätigkeiten von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % 

aus. Als medizinische Massnahme sieht Dr. I._______ den möglichen Ver-

such einer erneuten Aufsättigung mit Amiodaron und dann eine Therapie 

mittels 200 mg ein Mal täglich während dreier Monate, wobei diese bei ei-

ner ausbleibenden Besserung der Anzahl der VES sistiert werden könnte. 

Bei inakzeptablen Nebenwirkungen von Amiodaron, sollte laut 

C-4695/2019 

Seite 21 

Dr. I._______ die Betablocker-Therapie ausgebaut werden. Abschliessend 

hält Dr. I._______ fest, dass die Angaben des Beschwerdeführers bezüg-

lich seiner Leistungsfähigkeit mit den technischen Untersuchungen sowie 

den Ergebnissen der Echokardiographie, der Spiroergometrie und des 

Holtres ebenso konsistent seien wie mit den Vorbefunden von 

Dr. H._______ (IVSTA-act. 58/8 ff.).  

6.3.5 Im Beschwerdeverfahren reicht der Beschwerdeführer schliesslich 

die folgenden medizinischen Unterlagen als Beweismittel ein: 

6.3.5.1 Zum einen legt der Beschwerdeführer mit der Beschwerdeschrift 

den Arztbrief vom 22. August 2019 vor, mit welchem Dr. I._______ die von 

ihm bzw. seiner Rechtsvertreterin am 2. August 2019 gestellten Fragen zu-

sammengefasst wie folgt beantwortet: Sowohl eine qualitative als auch 

eine quantitative Messung des Betablockers sei möglich, wobei letztere 

äusserst kompliziert sei. Die vom Beschwerdeführer am 18. April 2019 er-

reichten 24h-Holter-EKG-Werte und die Spiroergometrie-Werte könnten 

unter der verschriebenen Betablocker-Therapie erreicht werden. Konkret 

empfiehlt Dr. I._______, die Betablocker-Therapie von 2.5 mg auf 5 mg 

Bilol zu erhöhen und die Therapie mit Flecainid weiterzuführen. Er schlägt 

vor, die Spiroergometrie und die Holter-EGK-Untersuchung zu wiederho-

len, wobei der Beschwerdeführer die Therapie in der Kardiologie einzuneh-

men hätte (BVGer-act. 1/3). 

6.3.5.2 Zum anderen reicht der Beschwerdeführer mit der Replik die nach-

stehenden medizinischen Dokumente vor, welche dem Gericht – mit Aus-

nahme des Berichts von Dr. H._______ – auch seitens der Vorinstanz über-

mittelt wurden (vgl. BVGer-act. 15 und 15/1). Der Beschwerdeführer macht 

gestützt auf diese Unterlagen geltend, angesichts eines Vorfalls vom 

1. Februar 2020 mit Aktivierung des Defibrillators sei eine Verschlechte-

rung seines Gesundheitszustandes eingetreten: 

− Bulletin de situation, Hôpitaux T._______, (…) (F), vom 2.2.2020 (BVGer-
act. 16/3, 15/1/1); 

− Compte-rendu d’hospitalisation provisoire, Hôpitaux T._______, (…) (F), vom 
2.2.2020 (BVGer-act. 16/4, 15/1/2); 

− Bericht (Contrôle défibrillateur), Dr. med. U._______, Kardiologe, Clinique 
O._______, (…) (F), vom 5.2.2020 (BVGer-act. 16/5, 15/1/3); 

− Bericht (Compte-rendu de consultation rythmologique), Dr. med. V._______, 
Clinique O._______, (…) (F), vom 10.2.2020 (BVGer-act. 16/2, 15/1/4); 

− Schreiben von Dr. H._______, Kardiologe, (…) (F), vom 2.2.2020 (BVGer-
act. 16/1). 

C-4695/2019 

Seite 22 

 

6.3.5.2.1 Aus den mit der Replik vorgelegten Unterlagen geht hervor, dass 

der Beschwerdeführer Anfang Februar 2020 zwecks Kontrolle des Defibril-

lators kurzzeitig hospitalisiert war (BVGer-act. 16/3-5). Gemäss dem ein-

gereichten Bericht des Kardiologen Dr. V._______ vom 10. Februar 2020 

liegt beim Beschwerdeführer eine komplexe strukturelle Kardiomyopathie 

vor. Infolge des – bei schneller ventrikulärer Tachykardie – am 2. Februar 

2020 erlittenen ICD-Schocks sei die antiarrhythmische Therapie erhöht 

worden, um weitere Herzrhythmusstörungen zu vermeiden. Dr. V._______ 

geht aufgrund der kardialen Erkrankungen des Beschwerdeführers davon 

aus, dass dieser nur leichte körperliche Tätigkeiten ohne psychischen 

Stress ausführen könne, wobei diese Tätigkeiten bis maximal 50 % der 

Arbeitszeit (nicht länger als 4 Stunden pro Tag, 5-mal in der Woche) betra-

gen könnten (BVGer-act. 16/2). 

6.3.5.2.2 Dr. H._______ hält im – ebenfalls mit der Replik – vorgelegten 

Bericht vom 26. Februar 2020 an seinen bisherigen Schlussfolgerungen 

fest und weist auf die schwere Herzkrankheit des Beschwerdeführers hin, 

welche unbestreitbar über fortschreitendes Potenzial verfüge und prophy-

laktische Massnahmen erfordere. Ausserdem führt Dr. H._______ in sei-

nem Bericht aus, dass der Beschwerdeführer im Moment zwar paucisymp-

tomatisch sei (d.h. wenige Symptome aufweise), jedoch – gemäss einer 

kürzlich durchgeführten Holter-Untersuchung – weiterhin eine erhebliche 

ventrikuläre Übererregbarkeit («une importante hyperexcitabilité ventricu-

laire au holter effectué récemment») bestehe. Hinsichtlich seiner Einschät-

zung der Arbeits(un)fähigkeit des Beschwerdeführers erneuert 

Dr. H._______ seine bisherigen Aussagen und ergänzt diese dahinge-

hend, dass die Beschäftigung des Beschwerdeführers in einer adaptierten 

Tätigkeit vier Stunden pro Tag – mit notwendigen Pausen – nicht über-

schreiten dürfe (BVGer-act. 16/1). 

6.3.5.3 Mit Eingabe vom 21. September 2023 weist der Beschwerdeführer 

schliesslich auf eine von ihm am 8. September 2023 erlittene ventrikuläre 

Tachykardie mit Herzstillstand hin, wobei der Defibrillator dreimal ausgelöst 

worden sei. Die Hospitalisation habe bis zum 12. September 2023 gedau-

ert. Er müsse sich demnächst einer weiteren Operation unterziehen. Der 

Beschwerdeführer macht geltend, aufgrund seiner Herzerkrankung sei er 

weiterhin nicht belastbar und die Verhältnisse seien – entgegen der Be-

hauptung der Vorinstanz und der Einschätzung von Dr. G._______ – nach 

wie vor nicht stabil (BVGer-act. 26). Im beiliegenden Bericht von 

Dr. W._______, Clinique O._______ in (…), vom 12. September 2023, 

C-4695/2019 

Seite 23 

werden der erneute kardiale Vorfall und der vorgesehene Eingriff (Ablation) 

bestätigt (BVGer-act. 26/1). 

6.4 Die genannten Stellungnahmen des RAD-Arztes Dr. S._______ 

(E. 6.2.1), auf welche sich die vorinstanzliche Verfügung stützt, beruhen 

nicht auf eigenen Untersuchungen. Sie können deshalb – wie dargelegt 

(E. 5.5.8) – nur dann abschliessende Beurteilungsgrundlage bilden, sofern 

ein lückenloser Befund vorliegt und die Akten für die streitigen Belange be-

weistaugliche Unterlagen enthalten. Dies ist vorliegend aus den folgenden 

Gründen nicht der Fall. 

6.4.1 Wie erwähnt, stellt der RAD-Arzt Dr. S._______ auf die vom Kardio-

logen Dr. G._______ vorgenommenen Beurteilungen ab. Das von 

Dr. G._______ verfasste «kardiologische Gutachten» wurde von der 

F._______ in Auftrag gegeben, weshalb es als ein «Fremdgutachten» zu 

qualifizieren ist, welchem – wie dargelegt (E. 5.5.6) – nicht dieselbe Be-

weiskraft zukommt wie einer gerichtlich oder von der Verwaltung veran-

lassten Expertise. Es genügen bereits geringe Zweifel an der Zuverlässig-

keit und Schlüssigkeit des «Fremdgutachtens», um dieses zu entkräften. 

Vorliegend bestehen aufgrund der Akten – wie die folgenden Erwägungen 

zeigen – stichhaltige Gründe gegen den Beweiswert des von 

Dr. G._______ erstellten «kardiologischen Gutachtens»: 

6.4.1.1 Zunächst ist festzuhalten, dass das «kardiologische Gutachten» 

von Dr. G._______ die nach der Rechtsprechung für den Beweiswert me-

dizinischer Expertisen geltenden Anforderungen nicht ohne Weiteres erfüllt 

(siehe E. 5.5.2; vgl. auch die Begutachtungsleitlinien Versicherungsmedi-

zin, Stand 1. Juli 2020, https://www.swiss-insurance-medicine.ch, abgeru-

fen am 8.9.2023). Zu erwähnen ist namentlich Folgendes: 

6.4.1.1.1 Das «Gutachten» wurde nicht in Kenntnis sämtlicher Vorakten 

abgegeben. Dr. G._______ führt in der Expertise aus, er habe von der 

F._______ keine medizinischen Unterlagen erhalten, indessen habe der 

Beschwerdeführer entsprechende Unterlagen mitgebracht (IVSTA-

act. 34/1). Die in der Expertise aufgelisteten Akten sind aber offensichtlich 

nicht vollständig (vgl. E. 6.1) und teils nicht aktenkundig (z.B. Bericht von 

Dr. N._______ vom 6.2.2018). Die Vorakten (inkl. medizinische Unterla-

gen) wurden Dr. G._______ – soweit ersichtlich – im Übrigen auch nicht zu 

einem späteren Zeitpunkt zugestellt. 

C-4695/2019 

Seite 24 

6.4.1.1.2 Das «Gutachten» beruht nicht auf allseitigen Untersuchungen. 

Dr. G._______ führte keine Spiroergometrie und insbesondere kein Holter-

EKG durch, sondern verliess sich teilweise auf Aussagen des Beschwer-

deführers betreffend «in den letzten Monaten» durchgeführte Holter-EKGs 

(vgl. IVSTA-act. 34/4-5). Die entsprechenden Unterlagen finden sich aller-

dings (auch) nicht in den Vorakten, weshalb die Angaben nicht überprüft 

werden können. Laut dem aktenkundigen Holter-EKG-Bericht vom 8. Juni 

2017 wurden jedenfalls auch nach der Implantation des Defibrillators im 

April 2017 zahlreiche Extrasystolen festgestellt (IVSTA-act. 15/7), was den 

Ausführungen von Dr. G._______ widerspricht, wonach «in der Folge … 

nur noch seltene Extrasystolen … festgestellt» wurden (IVSTA-act. 34/4).  

6.4.1.1.3 Das «Gutachten» ist nicht hinreichend schlüssig und nachvoll-

ziehbar. Dr. G._______ geht zunächst ab Januar 2018 – mit kurzem Hin-

weis auf die medikamentöse Rhythmustherapie und das Fehlen rhyth-

mogener Synkopen – von einer Stabilisierung der kardialen Situation des 

Beschwerdeführers aus und nimmt folglich ab diesem Zeitpunkt eine Stei-

gerung von dessen Arbeitsfähigkeit auf 100 % an. Gleichzeitig stellt 

Dr. G._______ aber eine unsichere Prognose, weil eine kurative Behand-

lung nicht möglich sei und die Rhythmusstörungen sehr variabel auftreten 

könnten (IVSTA-act. 34/8-10). In der Stellungnahme vom 22. bzw. 23. Mai 

2019 geht Dr. G._______ beim Beschwerdeführer sodann von einem «Zu-

stand nach Myokarditis mit bekannten ventrikulären Extrasystolen, die in 

ihrer Ausprägung wahrscheinlich variabel sein dürften» aus (IVSTA-

act. 64/6). Er erwähnt sogar die Möglichkeit einer tatsächlichen Ver-

schlechterung der ventrikulären Ektopie (IVSTA-act. 64/3). Unklar ist wei-

ter, ob und inwiefern der Medikation bzw. den entsprechenden Nebenwir-

kungen bei der Beurteilung im «Gutachten» Rechnung getragen wird. Ei-

nerseits geht Dr. G._______ deswegen in einer angepassten Arbeit von ei-

nem vermehrten Pausenbedarf bzw. einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % aus 

(IVSTA-act. 34/8). Andererseits betrachtet er den Beschwerdeführer ab Ja-

nuar 2018 zu 100 % arbeitsfähig (IVSTA-act. 34/11). In den ergänzenden 

Stellungnahmen (vgl. E. 6.2.2.2 f.) ist von der Medikation bzw. dem ent-

sprechenden Pausenbedarf sodann keine Rede mehr, was der Beschwer-

deführer zu Recht beanstandet (vgl. BVGer-act. 1 Rz. 6). Vielmehr wird ein 

Pausenbedarf nun mit der mittelschweren körperlichen Arbeit begründet 

(IVSTA-act. 43/2). Im «Gutachten» erachtet Dr. G._______ die medika-

mentöse Therapie als ausgeschöpft (IVSTA-act. 34/10). In der Stellung-

nahme vom 22. bzw. 23. Mai 2019 erscheint Dr. G._______ demgegen-

über ein Ausbau der Medikation als möglich und sinnvoll, weshalb er sich 

noch nicht für eine definitive Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

C-4695/2019 

Seite 25 

aussprechen könne (IVSTA-act. 64/5). Nach dem Gesagten enthalten die 

von Dr. G._______ im «kardiologische Gutachten» sowie in den ergänzen-

den Stellungnahmen gemachten Aussagen Widersprüche und Unklarhei-

ten. 

6.4.1.2 Weiter ergeben sich aus den vom Beschwerdeführer ins Recht ge-

legten medizinischen Unterlagen (vgl. E. 6.3) mehr als geringe Zweifel an 

der Zuverlässigkeit und Richtigkeit der von Dr. G._______ getroffenen Ein-

schätzung, wonach ab Januar 2018 beim Beschwerdeführer eine Stabili-

sierung der gesundheitlichen Situation eingetreten sei, welche zu einer 

100 %-igen Arbeitsfähigkeit in leichter Tätigkeit führe:  

6.4.1.2.1 Gemäss Bericht des Kardiologen Dr. N._______ vom 9. Novem-

ber 2017 beklagte sich der Beschwerdeführer zwei Tage nach einem Hö-

henaufenthalt über erneute Herzrhythmusstörungen (IVSTA-act. 28/7). 

Laut Bericht des Kardiologen Dr. U._______ vom 9. Januar 2018 erlitt der 

Patient einen weiteren Schwächeanfall bzw. eine Lipothymie (vgl. IVSTA-

act. 28/10). Weiter blieb die Ejektionsfraktion zwischen Januar 2017 und 

Februar 2018 – soweit in den Akten ersichtlich – praktisch unverändert (IV-

STA-act. 13/7, 28/9) und die Medikation zwischen November 2017 und Ja-

nuar 2018 wurde nicht abgeändert (Flécaïne 200 mg/Tag und Bisocé 2.5 

mg/Tag; IVSTA-act. 28/3 und 8). Ausserdem stellte die Hausärztin 

Dr. M._______ im Bericht, welcher im Anschluss an die letzte Untersu-

chung vom 18. Januar 2018 verfasst wurde, – mit Hinweis auf die aktuellen 

Symptome – eine unsichere Prognose und wies auf eine mögliche weitere 

Ablation hin (IVSTA-act. 28/3).  

6.4.1.2.2 Zu berücksichtigen ist weiter, dass die vorgelegten Berichte der 

Kardiologen Dr.  H._______ und Dr. I._______ auf Explorationen beruhen, 

welche am 3. Dezember 2018 bzw. 18. April 2019 durchgeführt wurden und 

daher näher am massgeblichen Verfügungszeitpunkt (31. Juli 2019) lagen 

als die Untersuchung durch Dr. G._______ vom 3. Juli 2018 (vgl. 

E. 6.3.3 f.), welcher damals im Übrigen – wie erwähnt – von einer unsiche-

ren Prognose sprach (IVSTA-act. 34/9). Zwar nennt Dr. H._______ am 

3. Dezember 2018 – wie die Vorinstanz richtig bemerkt (BVGer-act. 20/1 

S. 2) – ebenfalls eine gewisse Stabilisierung der kardialen Situation des 

Beschwerdeführers, allerdings ohne Durchführung von umfassenden Un-

tersuchungen. Gleichzeitig verweist Dr. H._______ bei seiner Einschät-

zung (Arbeitsfähigkeit von 50 %) aber auf das Stressproblem und die ge-

samten gesundheitlichen Umstände (IVSTA-act. 45/2). Dr. I._______ be-

tont am 18. April 2019 eine – mittels K._______ festgestellte – ausgeprägte 

C-4695/2019 

Seite 26 

ventrikuläre Extrasystolie (IVSTA-act. 58/6 ff.), welche Dr. G._______ in 

seiner Stellungnahme vom 22. bzw. 23. Mai 2019 im Übrigen anerkennt 

(IVSTA-act. 64), und die in diesem Zusammenhang vom Beschwerdefüh-

rer rapportierte Müdigkeit bei Belastung, welche gemäss Dr. I._______ klar 

verständlich ist, so dass eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer leichten, 

ruhigen Tätigkeit zumutbar sei (IVSTA-act. 58/8).  

6.4.1.2.3 Die nach dem Verfügungszeitpunkt erstellten und vorgelegten 

medizinischen Unterlagen (E. 6.3.5) sind gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung in die Beurteilung miteinzubeziehen, soweit sie Rück-

schlüsse auf den im relevanten Zeitraum gegebenen Sachverhalt erlauben 

(vgl. BGE 121 V 362 E. 1b in fine S. 366). Vorliegend betreffen die einge-

reichten Dokumente von Anfang Februar 2020 einen beim Beschwerdefüh-

rer am 1. Februar 2020 eingetretenen kardialen Vorfall (Aktivierung des 

Defibrillators samt Hospitalisation) (vgl. E. 6.3.5.2.1), und im aktenkundi-

gen Bericht vom 26. Februar 2020 verweist Dr. H._______ auf das fort-

schreitende Potenzial der schweren Herzkrankheit des Beschwerdeführers 

(BVGer-act. 16/1). Der vorgelegte Spitalbericht vom 12. September 2023 

betrifft schliesslich einen erneuten kardialen Vorfall mit Hospitalisation und 

einen vorgesehenen Eingriff (vgl. E. 6.3.5.3). Diese Unterlagen können als 

Indiz dafür gewertet werden, dass die gesundheitliche Situation des Be-

schwerdeführers seit Januar 2018 – entgegen der Ansicht von 

Dr. G._______ – nicht ohne Weiteres als stabil und nicht invalidisierend zu 

betrachten war.  

6.4.2 Hinzu kommt, dass der RAD-Arzt Dr. S._______ – ohne Begründung 

– zulasten des Beschwerdeführers teilweise von den Beurteilungen des 

Kardiologen Dr. G._______ abweicht: In Bezug auf die angestammte Tä-

tigkeit geht der RAD-Arzt ab März 2017 von einer Arbeitsfähigkeit des Be-

schwerdeführers von 50 % aus (E. 6.2.1.1), während Dr. G._______ dem 

Beschwerdeführer diesbezüglich ab 2015 bis Januar 2018 eine Arbeitsun-

fähigkeit von 100 % und danach eine solche von 50 % (bei einer Präsenz 

von 70 %) attestiert (E. 6.2.2.1). Betreffend mittelschwere Tätigkeiten 

weicht der RAD-Arzt ebenfalls – ohne Begründung – von der Beurteilung 

des Kardiologen Dr. G._______ ab. Während Dr. G._______ in seiner letz-

ten Stellungnahme vom 22. bzw. 23. Mai 2019 annimmt, der Beschwerde-

führer sei für mittelschwere Arbeiten zu lediglich 50 % arbeitsfähig (vgl. 

E. 6.2.2.3), hält der RAD-Arzt hinsichtlich einer mittelschweren Tätigkeit an 

seiner bisherigen Beurteilung fest, wonach der Beschwerdeführer ab Ja-

nuar 2018 zu 100 % arbeitsfähig sei (vgl. E. 6.2.1). Der abweichenden Ein-

schätzung des RAD-Arztes liegen – wie der Beschwerdeführer zu Recht 

C-4695/2019 

Seite 27 

rügt (BVGer-act. 1 Rz. 16, 23) – keine kardiologischen oder andere medi-

zinische Unterlagen zugrunde. Da der Allgemeinmediziner Dr. S._______ 

über keine Facharztausbildung in der Disziplin Kardiologie verfügt und den 

Beschwerdeführer – wie erwähnt – nicht persönlich untersucht hat, ist 

seine diesbezügliche unbegründete Beurteilung nicht überzeugend.  

6.4.3 Schliesslich ist festzuhalten, dass ein lückenloser Befund auch aus 

den folgenden Gründen nicht vorliegt: Der Beschwerdeführer beklagt – ge-

mäss Akten – seit Jahren eine permanente und starke Müdigkeit, Schwin-

del mit Sturzfolgen (z.B. Fraktur des Mittelfussknochens im Juni 2017) so-

wie elektrisierende Schmerzen im linken Bein (siehe u.a.: IVSTA-

act. 15/3 f., 15/42, 18/2, 24.12, 28/7, 34/3 und 5-6, 45/2, 58/7). Aktenkundig 

ist weiter, dass die Hausärztin Dr. M._______ die eingeschränkte Arbeits-

fähigkeit des Beschwerdeführers in ihrer Stellungnahme vom 12. Juli 2017 

(IVSTA-act. 15/4) u.a. auf eine leichte depressive Reaktion zurückführt. Der 

Kardiologe Dr. G._______ geht in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 

22. bzw. 23. Mai 2019 sodann davon aus, dass die Verarbeitung der Rhyth-

musstörungen und die dabei auftretende Angst des Beschwerdeführers 

eine nicht unerhebliche Rolle spielen würden, weshalb allenfalls eine psy-

chiatrische Beurteilung in Auftrag zu geben sei (IVSTA-act. 64/4-5 und 7). 

Ausserdem nennt Dr. G._______ am 3. Juli 2018 als Diagnose – ohne Aus-

wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit – «Rezidivierende Synkopen, wahr-

scheinlich vasovagaler Ätiologie» (IVSTA-act. 34/9). Da vasovagale 

Synkopen u.a. durch emotionalen Stress ausgelöst werden können, kann 

das synkopale Leiden des Beschwerdeführers allenfalls im Zusammen-

hang mit einem psychischen Leiden stehen (vgl. Urteil des BVGer B-

3056/2011 vom 19. November 2013 E. 7.3.4). Auch diese Frage blieb aber 

ungeklärt. Die Vorinstanz hätte angesichts der genannten Umstände somit 

weitergehende fachärztliche Abklärungen vornehmen müssen. 

6.4.4 Aus dem Gesagten folgt, dass sich die Vorinstanz bei Erlass der an-

gefochtenen Verfügung zu Unrecht auf die Beurteilungen des RAD-Arztes 

Dr. S._______ stützte. Den Einschätzungen des RAD-Arztes, welcher den 

Beschwerdeführer nicht selber untersucht hatte, lag hierfür – wie aufge-

zeigt – keine hinreichend beweistaugliche und vollständige medizinische 

Dokumentation zugrunde.  

6.5 Das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers kann – entgegen der 

Ansicht des Beschwerdeführers – allerdings auch nicht gestützt auf das 

übrige aktenkundige Beweismaterial beurteilt werden. Im Hauptantrag ver-

langt der Beschwerdeführer die Zusprechung einer unbefristeten IV-Rente 

C-4695/2019 

Seite 28 

ab März 2018 auf der Grundlage der von ihm eingereichten Berichte, wo-

nach er in einer angepassten leichten, stressfreien Tätigkeit einzig zu 50 % 

arbeitsfähig sei (BVGer-act. 1 Rz. 24). Aus den vorne aufgelisteten Unter-

lagen (vgl. E. 6.3.2 ff.), welche vom Beschwerdeführer ins Recht gelegt 

werden, gehen sein Gesundheitszustand und seine funktionelle Leistungs-

einschränkung jedoch nicht mit der erforderlichen überwiegenden Wahr-

scheinlichkeit hervor. 

6.5.1 Die bei Dr. H._______ und Dr. I._______ eingeholten Berichte bzw. 

Gutachten wurden im Auftrag des Beschwerdeführers erstellt. Sie sind da-

her als Parteigutachten zu qualifizieren und bereits aus diesem Grunde – 

anders als die von Verwaltung oder Gericht angeordneten Gutachten – 

nicht voll beweiskräftig (vgl. E. 5.5.7). Hinzu kommt, dass die vorgelegten 

Unterlagen die Anforderungen der Rechtsprechung an den Beweiswert ei-

nes Arztberichts nicht ohne Weiteres erfüllen (vgl. E. 5.5.2). Das von 

Dr. H._______ verfasste Gegengutachten vom 3. Dezember 2018 (IVSTA-

act. 45/2-4) ist insgesamt (zu) kurz gefasst, listet die Vorakten nicht auf und 

beruht – soweit ersichtlich – weder auf einer ausführlichen Anamnese noch 

auf umfassenden Untersuchungen (E. 6.3.3). Die Angaben zur Ar-

beits(un)fähigkeit wurden von Dr.  H._______ – auf Wunsch seitens des 

Beschwerdeführers – zwar nachträglich etwas präzisiert (IVSTA-act. 46/3). 

Es fehlen diesbezüglich aber nach wie vor hinreichend begründete Ein-

schätzungen, welche auch widersprüchliche Vormeinungen diskutieren. 

Der im Beschwerdeverfahren eingereichte und nach dem Verfügungszeit-

punkt erstellte Kurzbericht von Dr. H._______ (BVGer-act. 16/1) ändert 

nichts an der eingeschränkten Beweiskraft seines Gegengutachtens. Glei-

ches gilt für den von Dr. I._______ – auf Wunsch des Beschwerdeführers 

– erstellten Arztbrief vom 18. April 2019 (IVSTA-act. 58/6 ff.). Dieser Bericht 

ist – im Unterschied zu demjenigen von Dr. H._______ – zwar ausführlicher 

und umfassender (vgl. E. 6.3.4). Dennoch fehlt ebenfalls namentlich eine 

Auseinandersetzung mit der abweichenden Einschätzung von 

Dr. G._______. Zudem ist die von Dr. I._______ vorgenommene Beurtei-

lung zu hinterfragen, nachdem er eine Tätigkeit als angestellter Spengler – 

und nicht diejenige als Projektleiter im Sanitärbereich – als angestammten 

Beruf des Beschwerdeführers betrachtet (IVSTA-act. 58/8). Ausserdem 

empfiehlt Dr. I._______ die Aufsättigung mit Amiodaron (IVSTA-act. 58/8), 

eine Erhöhung der Betablocker-Therapie sowie – nach Einnahme des Be-

tablockers in der Klinik – die Wiederholung der Spiroergometrie und der 

Holter-EGK-Untersuchung (BVGer-act. 1/3). Die aktenkundige (arbeits-

)medizinische Einschätzung durch Dr. I._______ scheint folglich (noch) 

nicht definitiv zu sein. 

C-4695/2019 

Seite 29 

6.5.2 Die übrigen Dokumente, auf welche sich der Beschwerdeführer be-

ruft, sind allesamt sehr knapp gehalten, stammen teils von behandelnden 

Arztpersonen (E. 6.3.2) oder betreffen die Zeit nach dem Verfügungserlass 

(E. 6.3.5.2 f.) und entsprechen den beweisrechtlichen Anforderungen an 

einen Arztbericht (E. 5.5.2) nicht ohne Weiteres. Wie vorne dargelegt 

(E. 6.4.1.2), ergeben sich aufgrund der vom Beschwerdeführer vorgeleg-

ten medizinischen Unterlagen jedoch stichhaltige Gründe, welche gegen 

die Zuverlässigkeit der – der angefochtenen Verfügung zugrunde gelegten 

– medizinischen Unterlagen sprechen. Die eingereichten Dokumente lie-

fern konkrete Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer bis zum Zeit-

punkt des Verfügungserlasses und darüber hinaus eine nicht unerhebliche 

gesundheitliche Problematik aufwies und deswegen in Frankreich in ärztli-

cher Behandlung stand. Schliesslich ist festzuhalten, dass trotz der einge-

schränkten Beweiskraft der vorgelegten medizinischen Dokumente für das 

vorliegende Beschwerdeverfahren nicht auf deren mangelnde Eignung als 

Grundlage für ein erneutes Gutachten geschlossen werden kann, da für 

die Beweiskraft und die Tauglichkeit als Grundlage für ein Gutachten nicht 

dieselben Aspekte massgebend sind. Es ist davon auszugehen, dass die 

vorgelegten aktenkundigen Unterlagen glaubwürdige echtzeitliche Be-

obachtungen enthalten, die es einer Gutachterperson erlauben, die ihr un-

terbreiteten Fragen zu beantworten (vgl. dazu Urteil des BGer 4A_66/2018 

vom 15. Mai 2019 E. 2.6.2.3).  

6.6 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass der vorinstanzlichen 

Verfügung vom 31. Juli 2019 in medizinischer Hinsicht ein nicht rechts-

genüglich abgeklärter Sachverhalt zugrunde liegt (vgl. Art. 12 und Art. 49 

Bst. b VwVG sowie Art. 43 ATSG), weshalb hier über den streitigen Ren-

tenanspruch des Beschwerdeführers nicht mit dem Beweisgrad der über-

wiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann und die genannte 

Verfügung aufzuheben ist. In den Akten fehlen umfassende, schlüssige, 

hinreichend begründete und nachvollziehbare medizinische Angaben zur 

Frage, wie sich der Gesundheitszustand und die Funktionseinschränkun-

gen des Beschwerdeführers seit spätestens dem Jahre 2017 entwickelt 

haben. Erforderlich sind entsprechende medizinische Angaben zum Ge-

sundheitsverlauf und der damit einhergehenden Arbeits(un)fähigkeit des 

Beschwerdeführers in der bisherigen Tätigkeit (als Projektleiter im Sanitär-

bereich) und in einer leidensangepassten Tätigkeit, wobei deren medizini-

sches Anforderungsprofil zu bestimmen ist. Zu diesem Zweck ist ein inter-

disziplinäres Gutachten, welches insbesondere die bisher involvierten 

Fachrichtungen (Kardiologie und Allgemeine Innere Medizin) umfassen 

soll, bei mit der Sache nicht vorbefassten Facharztpersonen in der Schweiz 

C-4695/2019 

Seite 30 

einzuholen. Angesichts der in den aktenkundigen medizinischen Grundla-

gen erwähnten allfälligen psychischen Problematik des Beschwerdefüh-

rers, erscheint es angezeigt, namentlich auch die Disziplin Psychiatrie in 

die Begutachtung miteinzubeziehen. Die Fachdisziplinen werden aller-

dings von der Gutachterstelle abschliessend festzulegen sein (vgl. die Ver-

fahrensbestimmung in Art. 44 Abs. 1 Bst. c i.V.m. Abs. 5 ATSG [in Kraft seit 

1. Januar 2022]). Das vorliegende Ergebnis entspricht dem Grundsatz, wo-

nach die umfassende administrative Erstbegutachtung regelmässig poly-

disziplinär und zufallsbasiert anzulegen ist, sofern die medizinische Situa-

tion nicht offenkundig ausschliesslich ein oder zwei Fachgebiete beschlägt, 

was hier nicht der Fall ist (BGE 139 V 349 E. 3.2). 

6.7 Die Sache ist folglich gestützt auf Art. 61 Abs. 1 VwVG zur weiteren 

Abklärung bzw. Vervollständigung der Akten in medizinischer Hinsicht 

(E. 5.6) sowie zur anschliessenden Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen. Die Rückweisung zur weiteren Abklärung ist hier rechtspre-

chungsgemäss (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4; 141 V 281 E. 6.4) aus-

nahmsweise möglich, da relevante Fragen bzw. Aspekte bisher vollständig 

ungeklärt blieben (vgl. E. 6.4). Würde eine derart mangelhafte Sachver-

haltsabklärung bzw. -würdigung durch Einholung eines Gerichtsgutachtens 

im Beschwerdeverfahren korrigiert, bestünde die Gefahr der unerwünsch-

ten Verlagerung der den Durchführungsorganen vom Gesetz übertragenen 

Pflicht, den rechtserheblichen Sachverhalt nach dem Untersuchungs-

grundsatz abzuklären (Art. 43 Abs. 1 ATSG), auf das Gericht (vgl. Urteil des 

BVGer C-6529/2014 vom 4. Juli 2016 E. 7.4). 

7. Die Beschwerde ist somit insoweit gutzuheissen, als die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und die Sache zu weiteren Abklärungen im Sinne 

der Erwägungen und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen ist. 

8. Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Partei-

entschädigung. 

8.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG 

die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Da eine 

Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der beschwerdeführenden Par-

tei gilt (BGE 132 V 215 E. 6), sind im vorliegenden Fall dem Beschwer-

deführer keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvor-

schuss von Fr. 800.- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechts-

kraft des vorliegenden Urteils auf ein von ihm zu bezeichnendes Konto 

C-4695/2019 

Seite 31 

zurückzuerstatten. Der Vorinstanz sind ebenfalls keine Verfahrenskosten 

aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

8.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden 

Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er-

wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 1, 2 und 4 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE], SR 173.320.2). Der Beschwerdeführer hat aufgrund 

seines Obsiegens Anspruch auf eine Parteientschädigung zulasten der 

Vorinstanz (Art. 64 Abs. 2 VwVG). Da vorliegend keine Kostennote einge-

reicht wurde, ist die Entschädigung aufgrund der Akten festzusetzen 

(Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des Verfahrensaus-

gangs, des gebotenen und aktenkundigen Aufwands, der Bedeutung der 

Streitsache und der Schwierigkeit des hier zu beurteilenden Verfahrens ist 

eine Parteientschädigung von Fr. 2'800.- (inkl. Auslagen; Art. 9 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 10 Abs. 2 VGKE [Stundenansatz für Anwälte/Anwältinnen mindestens 

Fr. 200.- und höchstens Fr. 400.-]) gerechtfertigt. Der Beschwerdeführer 

hat folglich Anspruch auf eine von der Vorinstanz zu leistenden Parteient-

schädigung in dieser Höhe. Die unterliegende Vorinstanz hat – als Bundes-

behörde – keinen Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG 

e contrario; Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

 

Das Dispositiv folgt auf der nächsten Seite. 

  

C-4695/2019 

Seite 32 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird insoweit gutgeheissen, als die angefochtene Verfü-

gung aufgehoben und die Sache zu weiteren Abklärungen im Sinne der 

Erwägungen und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückgewiesen 

wird. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer wird 

der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.- nach Eintritt der Rechtskraft 

des vorliegenden Urteils auf ein von ihm zu bezeichnendes Konto zurück-

erstattet. 

3.  

Dem Beschwerdeführer wird zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädi-

gung von Fr. 2'800.- zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz, die Beigela-

dene und das BSV. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Viktoria Helfenstein Patrizia Levante 

 

  

C-4695/2019 

Seite 33 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. Die Frist ist gewahrt, 

wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundes-

gericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder 

einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung 

übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat die Be-

gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unter-

schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

Versand: