# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6283c5a6-f9c6-58d3-b582-cbdb26bfbb08
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.05.2008 D-5846/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5846-2006_2008-05-06.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5846/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  M a i  2 0 0 8

Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 
Richter Daniel Schmid, Richter Martin Zoller,
Gerichtsschreiberin Anna Kühler.

A._______, geboren X._______, Elfenbeinküste, alias 
B._______, geboren J._______, Nigeria, D._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 28. Feb-
ruar 2006 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5846/2006

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer,  gemäss  seinen  eigenen  Angaben  ein  ivori-
scher Staatsangehöriger und Angehöriger der C._______-Ethnie aus 
Z._______, reichte am 10. Februar  2006 in  der Schweiz ein Asylge-
such ein. Dazu wurde er vom BFM am 15. Februar 2006 befragt und 
am 27. Februar 2006 direkt angehört. 

Der  Beschwerdeführer  legte  keine  Identitätspapiere  vor  und  machte 
geltend, weder einen Pass noch eine Identitätskarte zu besitzen. Da er 
nicht lesen und schreiben könne, habe er keine  Identitätskarte bean-
tragen können, und auch seine Familienmitglieder hätten keine Identi-
tätskarte für ihn beantragt.

Der  Beschwerdeführer  gab  an,  er  sei  in  E._______  respektive 
F._______ geboren und in F._______ bzw. G._______, einem Quartier 
von  Z._______,  aufgewachsen.  Bis  zu  seiner  Ausreise  habe  er  in 
F._______  respektive  G._______  gewohnt.  Seinen  Lebensunterhalt 
habe er  mit  seiner Arbeit  bei  einem Coiffeur verdient  und zusätzlich 
habe er auf dem Markt ausgeholfen.

Zu seinem Reiseweg führte der Beschwerdeführer aus, er habe die El-
fenbeinküste am 23. Dezember 2005 verlassen und sei von Z._______ 
mit dem Auto nach I._______ gelangt, wo er sich bis zum 31. Dezem-
ber 2005 aufgehalten habe. Über M._______, ihm unbekannte Länder, 
Y._______ und V._______ sei  er  am 10. Februar 2006 mit  dem Zug 
illegal in die Schweiz gelangt. Der Beschwerdeführer machte geltend, 
dass er während der Reise keine Ausweispapiere besessen habe und 
nicht kontrolliert worden sei. 

Als Gründe für sein Asylgesuch brachte er vor, dass er seinen Vater 
und seine zwei Brüder verloren habe. Sein Vater sei im Jahr 2002 res-
pektive 2003 von seiner Mutter vergiftet worden, weil sie einen ande-
ren Mann habe heiraten wollen. Danach sei die Mutter mit diesem an-
deren  Mann  an  einen  unbekannten  Ort  gezogen.  Auch  seine  zwei 
Brüder seien ermordet worden. Sein älterer Bruder, von welchem ge-
sagt worden sei, er sei ein Aufständischer, sei im Jahr 2002 respektive 
2003  von  Unbekannten  erschossen  worden.  Sein  jüngerer  Bruder 
habe im Jahr 2005 einen Ladendiebstahl begangen und sei anschlie-
ssend  von  einer  Gruppe  von  Männern  erschlagen  worden.  Der  Be-

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schwerdeführer selber sei in der Folge vom Ladenbesitzer beschuldigt 
worden, den Ladendiebstahl begangen zu haben. Die Polizei habe ihn 
deswegen vorgeladen. Er habe der Vorladung jedoch nicht Folge ge-
leistet, weil er Angst gehabt habe, dass ihm etwas zustossen könnte. 
Das Land habe er aber nicht wegen der Vorladung verlassen, sondern 
weil er nach dem Tod seines Vaters und seiner Brüder befürchtet habe, 
als Nächster sterben zu müssen. Viele Menschen seien getötet wor-
den. Die Unsicherheit, es könnte ihm ein Leid angetan werden, sei für 
ihn unerträglich geworden.

Der Beschwerdeführer brachte weiter vor, er habe nie eine strafbare 
Handlung begangen und sei nie inhaftiert  oder vor Gericht gewesen. 
Politisch oder religiös sei er nicht aktiv gewesen. Er habe sich bisher 
weder in W._______ noch in U._______ aufgehalten und habe in kei-
nem anderen Land ein Asylgesuch gestellt. Er machte ferner geltend, 
dass Französisch seine Muttersprache sei und er keine anderen Spra-
chen beherrsche. Da er  offenkundig  gewisse Deutschkenntnisse be-
sass, und zudem angegeben hatte, von V._______ aus in die Schweiz 
gelangt zu sein, führte das BFM einen Fingerabdruckvergleich in ver-
schiedenen europäischen Staaten durch. 

B.

Mit Verfügung vom 28. Februar 2006 - eröffnet am gleichen Tag - wies 
das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab. Es stellte fest, 
dass dieser die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, und verfügte seine 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug.  Zur  Begründung 
führte  das  BFM im  Wesentlichen  aus,  dass  die  Vorbringen  des  Be-
schwerdeführers den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft im 
Sinne  von  Art. 3  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 
142.31) nicht genügten. Da keine konkreten Hinweise auf Verfolgung 
vorlägen,  bestehe  kein  begründeter  Anlass  zur  Annahme,  dass  der 
Beschwerdeführer künftigen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt sei. 
Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich. 

C.

Mit Rechtsmitteleingabe vom 22. März 2006 an die damals zuständige 
Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) erhob der Beschwerde-
führer  Beschwerde  und  beantragte  sinngemäss  die  Gewährung  von 
Asyl. 

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D.

Mit Zwischenverfügung vom 29. März 2006 verfügte die ARK, der Be-
schwerdeführer  könne  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz 
abwarten. Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wurde verzich-
tet. 

E.

Mit  Schreiben vom 7. Juni 2006 brachte die ARK dem Beschwerde-
führer zur Kenntnis, dass er in U._______ daktyloskopisch registriert 
und  unter  den  Personalien  B._______,  geboren  J._______,  Nigeria, 
erfasst  sei.  Zum  Ergebnis  des  Fingerabdruckvergleichs  wurde  dem 
Beschwerdeführer das rechtliche Gehör gewährt. 

F.

In seiner Stellungnahme vom 19. Juni 2006 bestritt  der Beschwerde-
führer  die  von  den  U._______  Behörden  vorgelegten  Abklärungs-
ergebnisse zu seiner  Identität  und bestätigte nochmals die Wahrheit 
der  Angaben,  welche  er  anlässlich  der  Befragung  vom  15. Februar 
2006 und der Anhörung vom 27. Februar 2006 gemacht hatte.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bun-
desgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 50 ff. 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

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4.

4.1 Das BFM hielt zur Begründung des ablehnenden Asylentscheides 
im Wesentlichen fest, angesichts der offensichtlich fehlenden Asylrele-
vanz könne darauf verzichtet werden, auf allfällige Unglaubhaftigkeits-
elemente in den Vorbringen des Beschwerdeführers einzugehen. 

Die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Befürchtungen,  es 
könnte ihm – wie seinen Angehörigen – irgendwann etwas zustossen, 
seien  nicht  geeignet,  eine  asylerhebliche  Verfolgung  gemäss 
Art. 3 AsylG  zu  begründen.  Es  genüge  nicht,  dass  die  geltend  ge-
machte  Furcht  vor allfälliger  Verfolgung lediglich  mit  Vorkommnissen 
oder Umständen, die sich früher oder später möglicherweise ereignen 
könnten,  begründet  werde.  Ob  im  konkreten  Fall  eine  solche  Wahr-
scheinlichkeit bestehe, sei aufgrund einer objektivierten Betrachtungs-
weise zu beurteilen. Es müssten somit hinreichende Anhaltspunkte für 
eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem Menschen in 
vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss 
zur Flucht hervorrufen würden. Aus den Akten würden sich keine kon-
kreten Hinweise auf Verfolgung ergeben. Auch habe der Beschwerde-
führer keine substanziierten, nachvollziehbaren und konkreten Anga-
ben darzulegen vermocht, weshalb und von wem konkret er etwas zu 
befürchten hätte. Gemäss seinen eigenen Angaben habe er sich auch 
nie eines Deliktes schuldig gemacht und habe somit weder vom Staat 
noch von Dritten etwas zu befürchten. Auch deshalb könne den Vor-
bringen keine Asylrelevanz zugesprochen werden. 

4.2 Der  Beschwerdeführer  brachte  demgegenüber  auf  Beschwerde-
ebene vor, dass er bei einer Rückkehr in die Elfenbeinküste von den 
dort agierenden Rebellengruppen bedroht werden würde, so dass sein 
Leben gefährdet wäre. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, 
dass sein Bruder von Mitgliedern einer der zahlreichen illegalen Re-
bellengruppen  erschossen worden  sei.  Die  Regierung  hindere  diese 
Rebellengruppen nicht daran, junge Männer zu rekrutieren. Weigerten 
sich diese, würden sie erschossen oder ihre Familienmitglieder würden 
mit dem Tod bedroht. Die Regierung sei machtlos dagegen. Da er von 
den Rebellen bereits dazu aufgefordert  worden sei, sich ihnen anzu-
schliessen,  habe er  beschlossen,  sein  Land zu verlassen. Bei  einer 
Rückkehr an die Elfenbeinküste müsste er um sein Leben und um das-
jenige seiner Familienangehörigen fürchten. 

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4.3 Der  Beschwerdeführer  vermag  keine  substanziierten,  nachvoll-
ziehbaren und konkreten Angaben zu seinen Befürchtungen vorzubrin-
gen, es werde ihm bei einer Rückkehr in die Elfenbeinküste ein Nach-
teil im Sinne von Art. 3 AsylG zustossen. Seine Vorbringen sind des-
halb  nicht  geeignet,  die  Anforderungen  an  den  Flüchtlingsbegriff  im 
Sinne von Art. 3 AsylG zu erfüllen. Sofern der Beschwerdeführer zur 
Begründung  seines  Asylgesuchs  auf  den  Verlust  seines  Vaters  ver-
weist,  kann  daraus  nicht  auf  eine  asylrechtlich  relevante  Verfolgung 
geschlossen  werden.  Den  Angaben  des  Beschwerdeführers  zufolge 
wurde sein Vater von seiner Mutter vergiftet. Ebensowenig begründet 
der Verlust seiner Brüder eine asylrechtlich relevante Verfolgung, auch 
wenn der Beschwerdeführer aus subjektiver Sicht befürchtet, aufgrund 
von Umständen im Zusammenhang mit  ihrem Tod künftig verfolgt zu 
werden.  Befürchtungen,  künftig  Verfolgungsmassnahmen  ausgesetzt 
zu sein, sind nur dann relevant, wenn eine beachtliche Wahrscheinlich-
keit dafür spricht, dass sich die Befürchtungen in absehbarer Zeit ver-
wirklichen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 1 E. 5.3 S. 9 f.; 1993 Nr. 11 
E. 4.c S. 71). Die Vorbringen des Beschwerdeführers lassen jedoch auf 
keine konkreten und tatsächlichen Umstände schliessen,  welche auf 
eine unmittelbar oder in nächster Zukunft drohende Verfolgung hinwei-
sen. Insbesondere ist sein Vorbringen, dass er bei einer Rückkehr in 
die  Elfenbeinküste  von  Rebellengruppen  bedroht  werden  würde,  zu 
wenig substanziiert. Zu Recht  ging das BFM davon aus,  dass keine 
hinreichenden Anhaltspunkte für  eine konkrete Bedrohung bestehen. 
Die Erwägungen des BFM zu den fehlenden Voraussetzungen an die 
Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3  AsylG treffen somit  zu und die 
Ausführungen in der Beschwerdefrist sind nicht geeignet, sie in einem 
anderen Licht erscheinen zu lassen.

4.4 Ergänzend  ist  anzufügen,  dass  die  Staatsangehörigkeit  des  Be-
schwerdeführers  nicht  bekannt  ist.  Sein  Einwand,  dass  er  nicht  die 
Person sei,  welche gemäss den Ergebnissen des Fingerabdruckver-
gleichs  in  U._______  unter  dem Namen  B._______  daktyloskopisch 
registriert  ist,  es  müsse  sich  um  eine  Verwechslung  handeln,  kann 
nicht  berücksichtigt  werden,  handelt  es  sich  beim  Fingerabdruck-
vergleich doch um ein erfahrungsgemäss ausserordentlich zuverlässi-
ges,  anerkanntes  Beweismittel  (vgl.  EMARK 1999  Nr. 19  S. 122  ff., 
1996 Nr. 15 S. 134). Deshalb  kann auch nicht  überprüft  werden,  ob 
seine Vorbringen glaubhaft  sind oder nicht  (vgl. hierzu auch EMARK 
2005 Nr. 1 E. 3.2.2 S. 5). Wie das BFM zutreffend festhielt,  kann die 

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Frage,  ob  seine  Schilderungen  insgesamt  glaubhaft  erscheinen 
(Art. 7 AsylG), ohnehin offen gelassen werden, da seine Flüchtlingsei-
genschaft offensichtlich bereits gestützt auf Art. 3 AsylG zu verneinen 
ist.

5.

5.1 Lehnt das BFM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 
den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 
Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. EMARK 2001 Nr. 21). 

6.

6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder nicht möglich, regelt das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
[AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-

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vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.3 Ist das Herkunftsland des Beschwerdeführers nicht eindeutig fest-
stellbar,  ist  davon  auszugehen,  dass  einer  Wegweisung  aus  der 
Schweiz keine Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG 
i.V.m. Art. 83 Abs. 2-4 AuG entgegenstehen. Diese Annahme ist des-
halb gerechtfertigt, weil die bezüglich solcher Hindernisse grundsätz-
lich  bestehende Untersuchungspflicht  der  Asylbehörden  ihre  Grenze 
an der Mitwirkungspflicht der asylsuchenden Person (Art. 8 AsylG), die 
im Übrigen auch die Substanziierungslast trägt (Art. 7 AsylG), findet. 
Verunmöglicht der Gesuchsteller durch die Verheimlichung seiner Na-
tionalität  den Asylbehörden,  sinnvoll  zu  prüfen,  ob  ihm im tatsächli-
chen Heimat- oder Herkunftstaat Gefahr drohe, so kann es unter die-
sen, vom Gesuchsteller selber herbeigeführten Umständen nach Treu 
und Glauben nicht Sache der Asylbehörden sein, nach allfälligen Weg-
weisungsvollzugshindernissen  in  hypothetischen  Heimat-  oder  Her-
kunftsländern  zu forschen (vgl.  WALTER KÄLIN,  Grundriss  des  Asylver-
fahrens,  Basel/Frankfurt  a.M. 1990,  S. 262 f.). Vielmehr  hat  der  Ge-
suchsteller die Folgen seiner mangelhaften Mitwirkung zu tragen, in-
dem in solchen Fällen ohne weiteres angenommen werden kann, sei-
ne  Rückschiebung  habe  keine  Verletzung  von  Art.  3  EMRK  (vgl. 
EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2 S. 5, mit weiteren Hinweisen) oder anderer 
Bestimmungen (insbesondere Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 7 des Internatio-
nalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte sowie Art. 3 FoK, 
welche in ihrer Tragweite aber ohnehin nicht über Art. 3 EMRK hinaus-
gehen, vgl. die Hinweise a.a.O.) zur Folge, welche ebenfalls die Aus-
schaffung von Personen in einen Staat verbieten, in dem ihnen Folter 
oder eine andere Art grausamer und unmenschlicher Strafe oder Be-
handlung droht. Desgleichen ist in solchen Fällen davon auszugehen, 
dass sich der  Vollzug der Wegweisung in  den tatsächlichen Heimat- 
oder  Herkunftsstaat  für  den  Gesuchsteller  nicht  als  unzumutbar  im 
Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darstellt, weil in der Regel zu vermuten 
ist, dass er dort nicht als Folge eines Krieges, Bürgerkrieges oder all-
gemeiner bzw. ihm als Individuum unmittelbar drohender Gewalt kon-
kret gefährdet wäre, eine absolut notwendige medizinische Versorgung 
nicht erhielte oder - aus objektiver Sicht - wegen der vorherrschenden 
Verhältnisse mit grosser Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich in völli-
ge Armut gestossen würde, dem Hunger und somit einer ernsthaften 
Verschlechterung  seines  Gesundheitszustandes,  der  Invalidität  oder 

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sogar dem Tod ausgeliefert wäre (vgl. EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2 S. 6; 
2003 Nr. 24 E. 5.b S. 157, mit weiteren Hinweisen).

6.4 Im  vorliegenden  Fall  macht  der  Beschwerdeführer  geltend,  er 
stamme aus der Elfenbeinküste. Der Fingerabdruckvergleich ergab je-
doch, dass er in U._______ geltend machte, aus Nigeria zu stammen. 
Für beide Vorbringen sind keine Beweismittel vorhanden, weshalb die 
Staatsangehörigkeit  nicht  festgestellt  werden  kann. Demzufolge  wird 
der Vollzug als durchführbar erachtet. 

6.5 Im Übrigen kann festgehalten werden, dass der Vollzug der Weg-
weisung des Beschwerdeführers sowohl in die Elfenbeinküste (vgl. das 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D-4477/2006  vom  28.  Januar 
2008 E. 8.2 und 8.3) als auch nach Nigeria ohnehin zulässig und zu-
mutbar ist. 

7.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten auf Fr. 600.-- fest-
zusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE,  SR  173.320.2])  und  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen 
(Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- K. _______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Anna Kühler

Versand: 

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