# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 251a2d4c-8108-58c9-accb-b3e8ef41df82
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-04
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 04.03.2022 SK 2021 312
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-312_2022-03-04.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 21 312

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 4. März 2022 

Besetzung Obergerichtssuppleantin Schaer (Präsidentin i.V.), 
Oberrichterin Friederich Hörr, Oberrichter D. Bähler
Gerichtsschreiberin Herger

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigte/Berufungsführerin

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand gewerbsmässiger Betrug und mehrfache Urkundenfälschung

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Oberland (Kolle-
gialgericht) vom 30. März 2021 (PEN 19 14)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Oberland (Kollegialgericht; nachfolgend Vorinstanz) erkannte 
mit Urteil vom 30. März 2021 über die Beschuldigte und Berufungsführerin 
A.________ (nachfolgend Berufungsführerin) was folgt (pag. 2795 ff., Hervorhe-
bungen im Original):

Das Gericht erkennt:

B. 

I. 

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des gewerbsmässigen Betrugs (Gesamtdeliktsbetrag CHF 368'615.10), begangen 

1.1. von Sommer 2012 bis September 2014 in Laupen, Murten und Neuenegg, z.N. 
D.________;

1.2. im September / Winter 2014 in Neuenegg und Ins, z.N. E.________;

1.3. von Herbst 2014 bis Oktober 2015 in Laupen, Murten und Neuenegg, z.N. D.________;

1.4. von Dezember 2014 bis Oktober 2015 in Langnau, Thun, Belp, Brienz und Neuenegg, z.N. 
F.________;

1.5. von Februar bis Oktober 2015 in Belp, Neuenegg, Steffisburg und Ittigen, z.N. 
G.________;

1.6. von Februar bis Oktober 2015 in Steffisburg, Muri, Worb und Neuenegg, z.N. H.________;

1.7. von April bis Oktober 2015 in Wilderswil, Interlaken, Neuenegg und Iseltwald, z.N. 
I.________ und J.________;

1.8. von März bis Oktober 2015 in Muri, Thun, Neuenegg, Ittigen und Zürich, z.N. K.________ 
und L.________;

1.9. im Sommer 2015 in Blankenburg und Neuenegg, z.N. M.________;

2. der Urkundenfälschung, mehrfach begangen in der Zeit von Sommer 2012 bis Oktober 2015 
in Laupen, Murten, Neuenegg, Ins, Thun, Langnau, Belp, Brienz, Steffisburg, Ittigen, Muri, Worb, 
Wilderswil, Interlaken, Iseltwald, Blankenburg und Zürich;

und in Anwendung der Art.
40, 43, 44, 47, 49 Abs. 1, 51, 146 Abs. 1 und 2, 251 Ziff. 1 StGB
426 Abs. 1, 433 Abs. 1 StPO

3

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten.

Davon sind 10 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 22 Monaten wird der Vollzug aufge-
schoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

Die Untersuchungshaft von 41 Tagen wird im Umfang von 41 Tagen auf die zu vollziehende 
Teilstrafe angerechnet.

2. Zu den auf sie entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 
CHF 11'125.00 und Auslagen von CHF 2'166.50, insgesamt bestimmt auf CHF 13'291.50.

[…]

II. 

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von A.________ 
durch Rechtsanwalt B.________ werden unter Berücksichtigung der bereits mit Verfügung vom 
18.12.2018 ausbezahlten amtlichen Entschädigung von CHF 22'194.35 (inkl. MWSt ohne Auslagen) 
wie folgt bestimmt:

[…]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit weiteren CHF 15'016.95. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung von CHF 37'211.30 
(CHF 22'194.35 [Vorschuss 18.12.2018] + CHF 15'016.95) zurückzuzahlen und Rechtsanwalt 
B.________ die Differenz von CHF 11'916.70 (CHF 5'140.00 [nachforderbarer Betrag 18.12.2018] + 
CHF 6'776.70) zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald 
es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

III. 

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 OR sowie Art. 433 StPO weiter verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 45‘752.10 Schadenersatz zuzüglich 5% Zins seit 05.02.2014 an die 
Straf- und Zivilklägerin E.________.

Soweit weitergehend wird die Klage abgewiesen.

2. Zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 100.00 an die Straf- und Zivilklägerin 
E.________ persönlich sowie von CHF 11‘668.95 (inkl. Auslagen und MwSt) für ihre notwendi-
gen Aufwendungen im Verfahren.

3. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden. 

Letztlich traf die Vorinstanz die erforderlichen Verfügungen (Bst. C des erstinstanz-
lichen Urteilsdispositivs).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete A.________ (nachfolgend Berufungsführerin), nach 
wie vor amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________, mit Schreiben vom 
9. April 2021 form- und fristgerecht die Berufung an (pag. 2806). Die schriftliche Ur-

4

teilsbegründung datiert vom 7. Juli 2021 (pag. 2813 ff.). Mit Eingabe vom 2. August 
2021 erklärte Rechtsanwalt B.________ für die Berufungsführerin form- und fristge-
recht beschränkt auf den Sanktionenpunkt (Höhe des Strafmasses) Berufung 
(pag. 2855 ff.).

Bezugnehmend auf die Verfügung vom 3. August 2021 (pag. 2859 f.) verzichtete 
die Generalstaatsanwaltschaft mit Schreiben vom 9. August 2021 auf die Erklärung 
einer Anschlussberufung und machte keine Gründe für ein Nichteintreten auf die 
Berufung der Berufungsführerin geltend (pag. 2863 f.).

Die Straf- und Zivilklägerin E.________ (nachfolgend Privatklägerin), vertreten 
durch Rechtsanwalt N.________, verzichtete mit Eingabe vom 24. August 2021 auf 
die Erklärung einer Anschlussberufung und machte keine Gründe für ein Nichtein-
treten auf die Berufung der Berufungsführerin geltend (pag. 2882).

Am 4. März 2022 fand vor der 2. Strafkammer die Berufungsverhandlung statt 
(pag. 3017 ff.). 

3. Entlassung der Privatklägerin aus dem Verfahren

Auf entsprechende Aufforderungen der Verfahrensleitung hin teilten Rechtsanwalt 
B.________ namens der Berufungsführerin mit Schreiben vom 23. September 
2021, die Generalstaatsanwaltschaft mit Schreiben vom 24. September 2021 sowie 
Rechtsanwalt N.________ namens der Privatklägerin mit Schreiben vom 4. Okto-
ber 2021 mit, gegen die Entlassung der Privatklägerin aus dem Verfahren keine 
Einwände zu haben (pag. 2892, pag. 2894 f. bzw. pag. 2896). 

Mit Beschluss der 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern vom 
10. November 2021 wurde die Privatklägerin aus dem Verfahren entlassen. Weiter 
hielt die 2. Strafkammer fest, dass die Festsetzung einer Parteientschädigung der 
Privatklägerin im Endurteil erfolge, falls die entsprechenden Voraussetzungen nach 
Art. 433 der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) gegeben sei-
en (pag. 2917, vgl. Ziff. IV.12.1.2 hiernach).

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurden über die Berufungsführe-
rin von Amtes wegen ein Leumundsbericht (datierend vom 28. Januar 2022; 
pag. 2930 ff.) samt Erhebungsformular wirtschaftliche Verhältnisse und Verlust-
scheinübersicht (datierend vom 26. Januar 2022, pag. 2934 ff.), ein aktueller Be-
treibungsregisterauszug samt Verlustscheinübersicht (datierend vom 1. Februar 
2022; pag. 2942 ff.) sowie ein aktueller Strafregisterauszug (datierend vom 3. Fe-
bruar 2022; pag. 2941) eingeholt.

Rechtsanwalt B.________ stellte mit Berufungserklärung vom 2. August 2021 na-
mens der Berufungsführerin die Beweisanträge, es seien das Schreiben von Frau 
O.________, 3280 Murten, vom 20. März 2021 (recte 20. April 2021; Beilage 1), 
die Handnotizen des Beschuldigten C.________ sel. vom Mai 2019 (Beilagen 2a/b) 
sowie die Krankenakten der Berufungsführerin A.________, datierend vom 
24./27. Juli und 20. Oktober 2020 (Beilagen 3a-c), zu den Akten zu erkennen 
(pag. 2856 f.). Mit Stellungnahme vom 11. August 2021 teilte die Generalstaatsan-

5

waltschaft mit, keine Einwände gegen die Beweisanträge der Berufungsführerin zu 
erheben (pag. 2880 f.). Mit Verfügung vom 25. August 2021 erkannte die Verfah-
rensleitung die mit Berufungserklärung vom 2. August 2021 seitens der Berufungs-
führerin eingereichten Beilagen 1 bis 3c zu den Akten (pag. 2884 f.).

Mit Schreiben vom 18. Februar 2022 (Posteingang 21. Februar 2022) stellte 
Rechtsanwalt B.________ namens der Berufungsführerin die Beweisanträge, es 
seien die Beilagen – Bericht P.________ vom 22. November 2021 (Beilage 4), An-
drohung Fahrzeugentzug & Brief Arbeitgeber vom 22. November 2021 (Beilage 5), 
Bericht Q.________ vom 30. November 2021 (Beilage 6), Bericht R.________ vom 
28. Dezember 2021 (Beilage 7), Bericht S.________ vom 29. September 2021 
(Beilage 8), Bericht T.________ vom 29. November 2021 (Beilage 9), Bericht 
U.________ vom 8. Dezember 2021 (Beilage 10), Lebenslauf A.________ (Beila-
ge 11), Auszug individuelles AHV-Konto vom 9. März 2021 (Beilage 12), Steuerbe-
scheinigung BEKB für 2021 (Beilage 13), Auszüge SMS und Bilder 2016/2017 von 
C.________ sel. (Beilage 14) – zu den Akten zu erkennen (pag. 2951 ff.). Mit Ver-
fügung vom 21. Februar 2022 wurde der Generalstaatsanwaltschaft vom Eingang 
des Schreibens der Berufungsführerin vom 18. Februar 2022 samt Beilagen durch 
Zustellung eines Doppels Kenntnis gegeben. In gleicher Verfügung wurde den Par-
teien bekanntgegeben, dass die Kammer vorsieht, die vorerwähnten Beilagen an-
lässlich der Berufungsverhandlung zu den Akten zu erkennen sowie, dass sich die 
Generalstaatsanwaltschaft spätestens anlässlich der Verhandlung zu diesem An-
trag der Berufungsführerin äussern könne (pag. 3014 f.). Anlässlich der oberin-
stanzlichen Hauptverhandlung vom 4. März 2022 erkannte die Kammer die vorste-
hend angeführten Beilagen 4 bis 14 zu den Akten (pag. 3019).

Im Rahmen der oberinstanzlichen Hauptverhandlung vom 4. März 2022 wurde die 
Berufungsführerin befragt (pag. 3020 ff.).

5. Anträge der Parteien

5.1 Anträge der Berufungsführerin

Rechtsanwalt B.________ beantragte anlässlich der oberinstanzlichen Verhand-
lung namens und im Auftrag der Berufungsführerin was folgt (Hervorhebungen im 
Original; pag. 3045):

1. Es sei die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten gemäss dem Urteil des Regio-
nalgerichts Oberland vom 30. März 2021 im Verfahren PEN 19 14/15 aufzuheben und die Be-
schuldigte zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, unter Anrechnung der erstandenen Untersu-
chungshaft von total 41 Tagen und unter Gewährung des bedingten Vollzuges bei einer Probe-
zeit von zwei Jahren, zu verurteilen; 

2. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuerlegen; 

3. Die oberinstanzlichen Verteidigungskosten der Privatklägerin E.________ seien dem Kanton 
Bern aufzuerlegen; 

4. Die oberinstanzlichen Verteidigungskosten der Beschuldigten seien dem Kanton Bern aufzuer-
legen; 

und im Weiteren sei zu verfügen:

6

5. die beigelegte Kostennote des amtlichen Verteidigers sei zu genehmigen; 

6. die Entschädigung des amtlichen Verteidigers gemäss dem Urteil des Regionalgerichts Ober-
land vom 30. März 2021 im Verfahren PEN 19 14/15 sei zu bestätigen.

5.2 Anträge der Generalstaatsanwaltschaft

Der stellvertretende Generalstaatsanwalt Y.________ stellte und begründete an-
lässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung für die Generalstaatsanwaltschaft 
folgende Anträge (Hervorhebungen im Original; pag. 3046 ff):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Oberland (Kollegialgericht 
in Dreierbesetzung) vom 30. März 2021 insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als 

1. A.________ schuldig gesprochen wurde 

1.1. des gewerbsmässigen Betrugs (Gesamtdeliktsbetrag CHF 368’615.10), begangen 
1.1.1. von Sommer 2012 bis September 2014 in Laupen, Murten und Neuenegg, z.N.

D.________;

1.1.2. im September / Winter 2014 in Neuenegg und Ins, z.N. E.________; 

1.1.3. von Herbst 2014 bis Oktober 2015 in Laupen, Murten und Neuenegg, z.N. 
D.________; 

1.1.4. von Dezember 2014 bis Oktober 2015 in Langnau, Thun, Belp, Brienz und Neuenegg, 
z.N. F.________; 

1.1.5. von Februar bis Oktober 2015 in Belp, Neuenegg, Steffisburg und Ittigen, z.N. 
G.________; 

1.1.6. von Februar bis Oktober 2015 in Steffisburg, Muri, Worb und Neuenegg, z.N. 
H.________; 

1.1.7. von April bis Oktober 2015 in Wilderswil, Interlaken, Neuenegg und Iseltwald, z.N. 
I.________ und J.________; 

1.1.8. von März bis Oktober 2015 in Muri, Thun, Neuenegg, Ittigen und Zürich, z.N. 
K.________ und L.________; 

1.1.9. im Sommer 2015 in Blankenburg und Neuenegg, z.N. M.________; 

1.2. der Urkundenfälschung, mehrfach begangen in der Zeit von Sommer 2012 bis Oktober 2015 
in Laupen, Murten, Neuenegg, Ins, Thun, Langnau, Belp, Brienz, Steffisburg, Ittigen, Muri, 
Worb, Wilderswil, Interlaken, lseltwald, Blankenburg und Zürich; 

2. A.________ in Anwendung von Art. 41 OR sowie Art. 433 StPO verurteilt wurde: 

2.1. Zur Bezahlung von CHF 45’752.10 Schadenersatz zuzüglich 5 % Zins seit 05.02.2014 an die 
Straf- und Zivilklägerin E.________. 

Soweit weitergehend die Klage abgewiesen wurde. 

2.2. Zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 100.00 an die Straf- und Zivilklägerin 
E.________ persönlich sowie von CHF 11’668.95 (inkl. Auslagen und MwSt) für ihre not-
wendigen Aufwendungen im Verfahren. 

2.3. Für den Zivilpunkt keine Kosten ausgeschieden wurden. 

7

3. Folgende Gegenstände zur Vernichtung eingezogen wurden (Art. 69 StGB): 

 A.________: 

1. Ass.-Nr. 011 Unterlagen V.________ 

2. Ass.-Nr. 010 Quittung „W.________" F.________ 

3. Ass.-Nr. 012 Braune Mappe mit div. Unterlagen 

4. Ass.-Nr. 107 Fahrzeugausweis in Kopie It. auf A.________ 

 A.________ und C.________ sel.: 

5. Ass.-Nr. 001 Div. Unterlagen Trauung 

6. Ass.-Nr. 009 Brief "W.________" 

7. Ass.-Nr. 106 Agenda rot 

8. Ass.-Nr. 101 Brief CH Eid. an "W.________" 

9. Ass.-Nr. 103 Visitenkartenbox mit div. Visitenkarten 

10. Ass.-Nr. 105 Couvert mit zwei Einzahlungsscheinen Raiffeisenbank 

11. Ass.-Nr. 202 Div. Unterlagen von Swisscom und div. Simkarten 

12. Ass.-Nr. 203 Darlehensvertrag C.________/A.________ CHF 50’000.00 

13. Ass.-Nr. 204 Div. Quittungen 

14. Ass.-Nr. 205 Mahnung Leasingvertrag BMW 

15. Ass.-Nr. 206 Div. Bankunterlagen der UBS und CS 

16. Ass.-Nr. E01 Notizheft mit Zahlenreihen 

17. Ass.-Nr. 1000 Akten 

18. Ass.-Nr. 1001 Akten 

19. Ass.-Nr. 1002 Akten 

20. Ass.-Nr. 1003 Ordner 

21. Ass.-Nr. 1004 Ordner grün 

22. Ass.-Nr. 1005 Ordner "A.________ privat" 

23. Ass.-Nr. 1006 Ordner rot div. Bankunterlagen 

24. Ass.-Nr. 1007 Ordner rot 

25. Ass.-Nr. 1008 Akten 

26. Ass.-Nr. 1009 Akten 

8

II.

A.________ sei gestützt auf die rechtskräftigen Schuldsprüche und in Anwendung der einschlägigen 
Bestimmungen 

zu verurteilen: 

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten, unter bedingtem Aufschub einer Teilstrafe von 22 Mona-
ten bei einer Probezeit von 2 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft 
von 41 Tagen auf die zu vollziehende Teilstrafe. 

2. Zur Bezahlung der auf sie entfallenden erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine 
Gebühr von Fr. 300.00 gemäss Art. 21 VKD). 

III.

Es seien die üblichen Verfügungen zu treffen (amtl. Honorar, Löschung DNA-Profil und erkennungs-
dienstliche Daten). 

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Die Berufungsführerin hat das erstinstanzliche 
Urteil teilweise angefochten. Ihre Berufung ist gemäss Berufungserklärung vom 
2. August 2021 (pag. 2855 ff.) einzig auf den Sanktionenpunkt (Höhe des Straf-
masses) gerichtet. Verhandlungsgegenstand bildet demnach nur die Verurteilung 
der Berufungsführerin zu einer Freiheitsstrafe von 32 Monaten (Sanktionspunkt 1 
unter Bst. B. Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteildispositivs; pag. 2797). Konsequen-
terweise ist auch die erstinstanzliche Verlegung der Verfahrenskosten Gegenstand 
des oberinstanzlichen Verfahrens (Art. 428 Abs. 3 StPO). Ausserdem muss die 
Entschädigung der amtlichen Verteidigung für das gesamte Verfahren festgesetzt 
werden (Art. 135 Abs. 2 StPO). Praxisgemäss ist schliesslich über das erstellte 
DNA-Profil und die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten neu zu 
befinden (Bst. C. Ziff. I.2. und I.3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs; 
pag. 2800).

Demgegenüber stellte die 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern mit 
Beschluss vom 10. November 2021 fest, dass das Urteil der Vorinstanz vom 
30. März 2021 betreffend die Berufungsführerin in den unangefochten gebliebenen 
Punkten – Schuldpunkt (Bst. B. Ziff. I.1. und I.2. des erstinstanzlichen Urteilsdispo-
sitivs, Schuldsprüche wegen gewerbsmässigen Betruges und mehrfacher Urkun-
denfälschung; pag. 2796 f.), Zivilpunkt (Bst. B. Ziff. III. I.1., I.2. und I.3. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositivs, Schadenersatz und Parteientschädigung; pag. 2799) 
sowie die weiteren Verfügungen (Bst. C. Ziff. I.1. des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs, Einziehung von Gegenständen zur Vernichtung; pag. 2799 f.) – in Rechts-
kraft erwachsen ist (pag. 2913 ff.). 

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Punkte über volle Ko-
gnition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Aufgrund der alleinigen Berufung der Berufungsfüh-
rerin darf das Urteil nicht zum Nachteil der Berufungsführerin abgeändert werden; 
es ist das Verschlechterungsverbot (Verbot der «reformatio in peius») zu beachten 
(Art. 391 Abs. 2 StPO).

9

II. Sachverhalt, Beweiswürdigung und Rechtliche Würdigung

Die vorinstanzlichen Schuldsprüche wegen gewerbsmässigen Betruges und mehr-
facher Urkundenfälschung sind zufolge der beschränkten Berufung in Rechtskraft 
erwachsen. Die Kammer geht deshalb nachfolgend lediglich kurz auf die den 
Schuldsprüchen zugrundeliegenden Sachverhalte und deren Würdigung durch die 
Vorinstanz ein.

7. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7.1 Vorwürfe der Anklageschrift 

In der Anklageschrift vom 18. Januar 2019 wurde der Berufungsführerin Betrug, 
gewerbsmässig (Art. 146 Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; 
SR 311.0]) und Urkundenfälschung, mehrfach (Art. 251 StGB) im Deliktsbetrag von 
CHF 368'615.10 gemeinsam begangen in Mittäterschaft mit C.________ (verstor-
ben im Laufe des erstinstanzlichen Verfahrens am 16. Juni 2019; nachfolgend Mit-
beschuldigter) in der Zeit von Sommer 2012 bis Oktober 2015 vorgeworfen 
(pag. 2489 ff.). 

7.2 Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz kam nach Würdigung der objektiven und subjektiven Beweismittel 
im Wesentlichen zum Schluss, es seien keine Hinweise ersichtlich, die auf ein nicht 
korrektes Geständnis der Berufungsführerin hinwiesen. Dieses korrespondiere ei-
nerseits mit den Aussagen des Mitbeschuldigten und der Geschädigten anderer-
seits bekräftigten die vorhandenen umfangreichen Dokumentationen die Aussagen 
der Berufungsführerin. Die Vorinstanz behaftete die Berufungsführerin daher auf ih-
re Aussagen und erachtete die Sachverhalte gemäss der Anklageschrift vom 
18. Januar 2019 (vgl. pag. 2489 ff.; vgl. E. II.7.1 hiervor) als erwiesen (vgl. S. 6 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2818).

Angesichts dieser Ausgangslage beschränkte die Vorinstanz ihre weitere Beweis-
würdigung aufgrund der Vorbringen der Berufungsführerin anlässlich der vor-
instanzlichen Hauptverhandlung auf das Ausmass der Tatbeteiligung der Beru-
fungsführerin, die Täuschung und Irreführung der Geschädigten sowie auf die An-
zahl der Geschädigten und kam in diesen Punkten zusammengefasst zu folgen-
dem Beweisergebnis (vgl. S. 6-10 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 2818 ff.):

Die Beschuldigten unterhielten eine ebenbürtige Zusammenarbeit. Der Tatbeitrag 
der Berufungsführerin betreffend das Ausdenken und Aufrechterhalten der Stiftung 
W.________ sei wesentlich und mindestens so gross wie derjenige des Mitbe-
schuldigten. Hingegen lägen entgegen ihrem Vorbringen keine konkreten Hinweise 
vor, dass die Berufungsführerin ihrerseits vom Mitbeschuldigten getäuscht und in 
die Irre geführt worden wäre. Die Berufungsführerin habe die zehn Geschädigten 
(zusammen mit dem Mitbeschuldigten) absichtlich getäuscht und in die Irre geführt, 
um ihnen Geld abzunehmen. Dies im Wissen, dass sie ihnen das Geld mangels In-
vestoren und Einnahmen nicht werde zurückbezahlen können.

10

8. Rechtliche Würdigung

8.1 Gewerbsmässiger Betrug

Gestützt auf die Ergebnisse ihres Beweisverfahrens sprach die Vorinstanz die Be-
rufungsführerin schuldig des gewerbsmässigen Betruges nach Art. 146 StGB. Zu-
sammengefasst hielt sie fest (S. 11 ff. der Urteilsbegründung; pag. 2823 ff.):

Die Berufungsführerin habe die Geschädigten zusammen mit dem Mitbeschuldig-
ten auf professionelle und umfassende Weise arglistig getäuscht. Auch wenn viel-
leicht anfänglich die Idee bestanden habe, Tieren helfen zu wollen, seien sämtliche 
Geschädigte in jeder Hinsicht über die Existenz und die Aktivität der Stiftung 
W.________ getäuscht worden.

Es existierten weder eine Stiftung, noch Stiftungsräte, noch zugehörige Gutshöfe, noch ein Hofladen, 
noch eine Kantine, noch Büroräumlichkeiten, noch freie Arbeitsstellen oder eine Vorsorgestiftung. 

Auch die Verbindung zur X.________ AG war frei erfunden. Die Beschuldigte arbeitete nie bei der 
X.________ AG und es gab auch keine Anleihen der X.________ AG und auch keinen Erbauskauf-
vertrag zu Gunsten der Beschuldigten.

Die Berufungsführerin habe Unterlagen und Dokumentationen über die Stiftung 
W.________ und auch bezüglich der angeblichen Anleihen der X.________ AG mit 
verblüffender Professionalität erstellt. Sie habe zu allen Geschädigten freundschaft-
liche Beziehungen gepflegt. Allfällige Zweifel seien mit neuen Ausreden und Aktio-
nen (u.a. Zeigen von angeblichen zukünftigen Büroräumlichkeiten, gegenseitiges 
Vorstellen der angeblichen Mitarbeitenden, Erteilen von Aufträgen, teilweise Rück- 
bzw. Auszahlung von Darlehen, Gewinne, Löhne und Dividenden) aus der Welt ge-
schafft worden. Die Opfermitverantwortung der Geschädigten sei geringfügig. Auch 
objektive Drittpersonen hätten an den Bestand der Stiftung geglaubt. In Anbetracht 
des ausgeklügelten Lügengebäudes sowie der zahlreichen (gut) gefälschten Unter-
lagen (Machenschaften) sowie des Vertrauensverhältnisses, sei die Arglist ohne 
weiteres als gegeben zu erachten.

Die Irrtümer der Geschädigten über die Tätigkeit der Berufungsführerin bei der 
X.________ AG, über die angeblich von der X.________ AG ausgegebenen Anlei-
hen, über die Existenz und Aktivitäten der Stiftung W.________ sowie über die of-
fenen Stellen, die Finanzkraft und die Vorsorgestiftung beruhten auf den Lügen der 
Berufungsführerin. Gestützt darauf disponierten die Geschädigten an die Beru-
fungsführerin und/oder an die Stiftung W.________ Vermögen in Form von Geldbe-
trägen. Mangels Existenz der Stiftung sowie der Anleihen seien sämtliche durch die 
Geschädigten vermeintlich eingegangenen Rechtsverhältnisse nichtig. Die Be-
schuldigten seien überdies nicht rückzahlungsfähig. Die Renten- und die Rückfor-
derungsansprüche könnten nicht geltend gemacht werden. Die Geschädigten erlit-
ten Vermögensschäden.

Die Vorinstanz erwog hinsichtlich des subjektiven Tatbestandes weiter, die Be-
schuldigten handelten mit direktem Vorsatz und mit der Absicht sich unrechtmässig 
zu bereichern. Das Vorgehen der Beschuldigten erfülle die Qualifikation der Ge-
werbsmässigkeit.

11

8.2 Urkundenfälschung

Gestützt auf die Ergebnisse ihres Beweisverfahrens sprach die Vorinstanz die Be-
rufungsführerin weiter der Urkundenfälschung, mehrfach begangen – in 32 Fällen – 
i.S.v. Art. 251 StGB schuldig. Sie führte im Wesentlichen aus (S. 15 ff. der Urteils-
begründung; pag. 2827 ff.):

Die von der Berufungsführerin erstellten und in der Anklage genannten 32 Doku-
mente – Stiftungsreglement, Darlehensvertrag, Kontoauszüge, Arbeitsverträge, 
Änderungen der Arbeitsverträge, Vorsorgevertrag, Lohnabrechnungen, Erbaus-
kaufvertrag und Rechtsanwaltsschreiben – seien allesamt Dokumente mit Beweis-
funktion, die mit Ausnahme der drei Anwaltsschreiben, im Rechtsverkehr verwen-
det worden seien. Die Urkunden hielten fest, was vereinbart worden bzw. was für 
die Stiftung gegolten habe (Reglement). Die Schreiben eines Rechtsanwalts wie 
auch die von einer Bank ausgestellten Kontoauszüge geniessten eine erhöhte 
Glaubwürdigkeit. Alle Dokumente seien als Urkunden im Sinne des StGB zu quali-
fizieren. Sie seien inhaltlich falsch und täuschten auch über die Aussteller. Die an-
geblichen Aussteller der Unterlagen/Dokumente seien nicht existierende Rechts-
subjekte. Ihnen könne aufgrund ihrer Inexistenz keine Erklärung eines allfälligen 
Vertreters zugerechnet werden. Die wirkliche Ausstellerin der Urkunden bzw. die 
wirklich Erklärende sei die handelnde Berufungsführerin. Die Dokumente seien in 
jeder Hinsicht falsch, es handle sich um Totalfälschungen. 

Die Vorinstanz bejahte im Weiteren sowohl Vorsatz als auch die Vorteils- und Täu-
schungsabsicht der Berufungsführerin. 

8.3 Konkurrenzen

Unter Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung (Urteil des Bundesge-
richts 6B_722/2011 [recte: 6B_772/2011] vom 26. März 2012 E. 1.3) hielt die Vor-
instanz überdies fest, zwischen Art. 146 und Art. 251 StGB bestehe echte Konkur-
renz, wenn der Täter für einen Betrug gefälschte Urkunden verwende. Dies gelte 
auch, wenn das Urkundendelikt als Vortat alleine im Hinblick auf das Vermögens-
delikt begangen werde. Dementsprechend sei die Berufungsführerin neben dem 
gewerbsmässigen Betrug auch für sämtliche angeklagten Urkundenfälschungen 
schuldig zu sprechen (S. 17 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2829).

III. Strafzumessung

9. Oberinstanzliche Vorbringen der Parteien

9.1 Vorbringen der Berufungsführerin

Seitens der Berufungsführerin wird im Berufungsverfahren – unter teilweiser Be-
zugnahme auf die ihrerseits eingereichten Beilagen 1-14 (vgl. Ziff. I.4 hiervor) – im 
Wesentlichen vorgebracht (pag. 3030 ff.): 

Es sei im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB für das schwerste Delikt, den gewerbs-
mässigen Betrug nach Art. 146 Abs. 2 StGB, eine Strafe festzusetzen. Diese sei 
sodann im Rahmen der Asperation um die Strafen für die Urkundenfälschungen 
nach Art. 251 Ziff. 1 StGB zu erhöhen.

12

Zu den Tatkomponenten: Das Ausmass des verschuldeten Erfolgs sei gestützt auf 
die vorliegende Deliktssumme von CHF 368'000.00 und aufgrund der Anzahl von 
10 Geschädigten im Vergleich zu gleichgelagerten Fällen nicht als sonderlich hoch 
zu bewerten. Die Betrugshandlungen seien unbestritten. Die Berufungsführerin sei 
nach Weiterbildungen und Berufstätigkeit im kaufmännischen Bereich fähig gewe-
sen, Dokumente von hoher Qualität zu erstellen. Aufgrund ihres Perfektionismus 
habe sie auch die vorliegend relevanten Dokumente, obwohl diese unwahr gewe-
sen seien, gut erstellen wollen. Der bereits zuvor wegen Betruges verurteilte Mit-
täter sei der Vordenker der zu beurteilenden Taten gewesen. Ein Ausstieg seitens 
der Berufungsführerin sei ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr möglich gewe-
sen. Auch hätte dies das Ende der Partnerschaft mit Herrn C.________ bedeutet. 
Sie seien wirtschaftlich voneinander abhängig gewesen. Die Berufungsführerin ha-
be bis zuletzt an das Projekt sowie daran geglaubt, dass Herr C.________ noch 
Geld beschaffen könne. Dieser habe der Berufungsführerin immer wieder Hoffnun-
gen gemacht, aus der Schuldengeschichte rauszukommen (Beilage 1, 2) sogar 
noch während des Strafverfahrens (Beilage 14). Zwar sei von einer vorsätzlichen 
Tatbegehung auszugehen, nicht aber von der Absicht, sich übermässig bereichern 
zu wollen. Nebst, dass ein grosser Teil der Deliktssumme für die Deckung der Be-
triebskosten der Stiftung aufgewendet worden sei (Mitarbeiteranlässe, Lohnaus-
zahlungen etc.), sei das Geld für einen normalen, bescheidenen Lebensunterhalt 
verwendet worden. Es sei nicht von Beginn weg mit betrügerischen Absichten ge-
handelt worden. Die Berufungsführerin habe für ihre Selbständigkeit als Mediapla-
nerin von 2007 bis 2015 ihr ganzes Pensionskassenvermögen bezogen (Beila-
ge 12).

Zu den Täterkomponenten: Die Berufungsführerin sei auf einem Bauernhof aufge-
wachsen. Nach der Lehre zur Detailhandelsfachfrau sei sie als kaufmännische An-
gestellte tätig gewesen und habe entsprechende Weiterbildungen absolviert. Im 
Rahmen ihrer Tätigkeit bei der Z.________ (AG) von 2005 bis 2008 habe sie Herrn 
C.________ kennen gelernt. Nach Verkauf des Verlags sei sie von 2007 bis 2015 
als selbständige Mediaplanerin tätig gewesen. Seit der Verhaftung im Oktober re-
sp. der Haftentlassung im November 2015 bis zum Tod von Herrn C.________ im 
Jahr 2019 habe sie sich vollzeitig um dessen Pflege gekümmert (Beilage 14). An-
schliessend habe sie diverse Teilzeitarbeiten u.a. als Support-Mitarbeiterin verrich-
tet und zusätzlich Sozialhilfe bezogen. Seit dem Sommer 2020 arbeite sie in einem 
Vollzeitpensum in der Gastronomie (Beilage 11). Sie wohne bescheiden alleine in 
einem Bauernhaus (Beilagen 4, 6, 7 und 10).

Die Vorinstanz unterstelle der Berufungsführerin, sich nicht genügend um eine An-
stellung im kaufmännischen Bereich gekümmert zu haben, mit welcher sie mögli-
cherweise die Forderungen der Geschädigten begleichen könne. Ihr sei zu entgeg-
nen, dass es sich für die Berufungsführerin aufgrund des Strafregistereintrages 
wegen gewerbsmässigen Betruges und Urkundenfälschung schwierig gestalte, im 
kaufmännischen Bereich eine Anstellung zu erhalten. Der Lebenslauf entspreche 
zudem entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen den tatsächlichen Gegebenhei-
ten (Beilagen 11, 12). 

13

Nach dem Tod von Herrn C.________ habe die Berufungsführerin zwischenzeitlich 
psychische Probleme gehabt (Beilagen 3a-3c). Sie müsse alleine für die gemein-
sam begangenen Delikte geradestehen. Im Austrittsbericht des Psychiatriezen-
trums Münsingen vom 27. Juli 2020 (Beilage 3b) werde die Diagnose einer akuten 
polymorphen psychotischen Störung mit Symptomen einer Schizophrenie und 
demnach, entgegen den Darstellungen der Generalstaatsanwaltschaft, einer 
schweren psychischen Erkrankung gestellt. Die Berufungsführerin habe sich jedoch 
wieder aufgerappelt sowie während der ausserordentlich langen Verfahrensdauer 
von knapp 6 Jahren gesellschaftlich und beruflich gut integriert (Beilage 4, 6, 7, 9 
und 10). Neben den Aussagen der Berufungsführerin sei die Stellungnahme von 
Frau T.________ (Beilage 9) zu beachten. Die Aufrechterhaltung des Arbeitsver-
hältnisses sei demnach wesentlich. Die Berufungsführerin beabsichtige, mittelfristig 
in die Lage zu kommen, die Forderungsabzahlungen der Geschädigten angehen 
zu können. Eine Freiheitsstrafe würde sowohl die starken Bemühungen um Wie-
dereingliederung zunichte machen als auch die Schuldenbegleichung hemmen.

Die Berufungsführerin sei nicht vorbestraft und habe sich seit den vorliegenden De-
likten wohl verhalten. Sie bereue ihre Taten und habe ein vollständiges Geständnis 
abgelegt. Ohne dieses Geständnis hätten sich die Ermittlungen der Untersu-
chungsbehörden massiv beschwerlicher gestaltet. Mit allen Geschädigten, die das 
gewollt hätten, seien Vereinbarungen geschlossen und die Schulden anerkannt 
worden. Im Verfahren sei die mangelnde Kontaktaufnahme zu den Geschädigten 
kritisiert worden. Teilweise hätten diese jedoch signalisiert, keinen Kontakt haben 
zu wollen.

Verglichen mit einschlägiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung, insbesondere 
mit Blick auf die Deliktssummen und Anzahl der Geschädigten (Urteile 
6B_1223/2013 und 6B_697/2017), sei das erstinstanzliche Strafmass ausserge-
wöhnlich hoch ausgefallen. Für den vorliegenden gewerbsmässigen Betrug – die 
Deliktssumme betrage CHF 368'000.00 bei 10 Geschädigten – sei eine Einsatz-
strafe von 26 Monaten angemessen. Diese sei aufgrund der Tatkomponenten um 
2 Monate zu erhöhen. Für die mehrfache Urkundenfälschung seien 4 Monate an-
gemessen. Das Geständnis und die vollständige Kooperation seien mit mindestens 
10 Monaten zu honorieren. Aufgrund der ausserordentlich langen Verfahrensdauer, 
sei das Strafbedürfnis vermindert. Zudem sei das Verfahren nicht seitens der Beru-
fungsführerin in die Länge gezogen worden, sondern bei den Strafbehörden liegen 
geblieben. Angezeigt sei eine Reduktion von mindestens 4 Monaten. Eine Frei-
heitsstrafe von max. 18 Monaten sei angemessen. Die Voraussetzungen nach 
Art. 42 StGB seien vorliegend klar erfüllt. Die Freiheitsstrafe sei bedingt mit einer 
Probezeit von 2 Jahren auszusprechen. Die Untersuchungshaft sei im Umfang von 
41 Tagen auf die Freiheitsstrafe anzurechnen.

9.2 Argumente der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft erachtet die vorinstanzlichen Erwägungen als zu-
treffend und bringt im Berufungsverfahren im Wesentlichen was folgt vor 
(pag. 3035 ff.): 

14

Die Vorinstanz habe zu Recht die Deliktssumme für den gewerbsmässigen Betrug 
als nicht übermässig hoch taxiert sowie aber auch festgehalten, dass die von den 
Geschädigten einbezahlten Beträge für diese persönlich erheblich gewesen seien 
und mehrere der Geschädigten durch die Machenschaften der Beschuldigten in 
äusserst schwierige finanzielle Situationen geraten und beruflich und finanziell er-
heblich zurückgeworfen worden seien. Für den dabei ebenfalls entstandenen Ver-
trauensbruch sei die Berufungsführerin, als Hauptansprechperson der Geschädig-
ten, verantwortlich.

Die Vorinstanz habe das Vorgehen zu Recht als äussert verwerflich qualifiziert. 
Das Lügengebäude sei sowohl betreffend die Anleihen bei der X.________ AG als 
auch betreffend die Stiftung W.________ bestens durchdacht gewesen und zeuge 
von Raffinesse. So auch das professionelle Herstellen der zahlreichen Dokumente. 
Weiter seien auch vertrauensbildende Massnahmen ergriffen worden. Das Vorge-
hen zeuge von grosser krimineller Energie.

Es sei von einem leichten bis mittelschweren Tatverschulden auszugehen. Die von 
der Vorinstanz auf 36 Monate festgesetzte Einsatzstrafe könne mit Blick auf die 
bundesgerichtliche Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts 6B_1096/2010 vom 
7. Juli 2011 E. 4.2 m.H.) als moderat erachtet werden.

Die Berufungsführerin habe aus keinerlei ehrenhaften Beweggründen gehandelt. 
Das Geld sei für den Lebensunterhalt sowie um das Lügengebäude aufrecht zu er-
halten verwendet worden. Die Berufungsführerin habe sich die Notlagen der Ge-
schädigten für ihren eigenen Profit zu Nutze gemacht. Wie die Vorinstanz zutref-
fend ausführe (pag. 2834 in fine) habe die Berufungsführerin schon vor dem Auf-
kommen der Stiftungsidee Geld erschlichen. Unglaubhaft seien damit ihre Aussa-
gen, immer an das Projekt geglaubt, niemanden habe betrügen wollen sowie das 
Geld sei lediglich zur Überbrückung vorgesehen gewesen. Sie habe rein eigennüt-
zige, egoistische Motive verfolgt. Die subjektive Tatschwere sei demnach negativ 
zu gewichten und wirke sich straferhöhend aus. Die von der Vorinstanz vorge-
nommene Erhöhung der Einsatzstrafe um 2 Monate sei angemessen.

Zur Asperation für die Urkundenfälschungen werde auf die vorinstanzlichen Aus-
führungen verwiesen. Die Berufungsführerin habe ohne Skrupel 32 Urkunden ge-
fälscht. Sie sei geschickt vorgegangen und sei sich ihres illegalen Handelns durch-
aus bewusst gewesen. Insbesondere habe sie auch Massnahmen ergriffen, um die 
Reichweite der Dokumente zu begrenzen. Eine Erhöhung der Freiheitsstrafe um 
4 Monate sei schuldadäquat.

Dem Vorbringen der Verteidigung, die Reduktion der Strafe gestützt auf das Ge-
ständnis und die lange Verfahrensdauer sei in erster Instanz mit 8 Monaten zu ge-
ring ausgefallen, sei mit Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur 
Geständnisberücksichtigung entgegen zu halten, dass der Berufungsführerin auf-
grund der Beweislage und den Aussagen des Beschuldigten C.________, kaum 
eine andere Wahl geblieben sei, als zu kooperieren. Die Sachverhaltsaufklärung 
wäre auch ohne ihr Geständnis aufgrund der objektiven Beweismittel ohne weiteres 
möglich gewesen. Die Berufungsführerin sei sich immer noch nicht bewusst oder 
wolle es nicht wahrhaben, wie kriminell ihr Verhalten tatsächlich gewesen sei. Sie 

15

sehe sich als Opfer. Hierzu sei auch auf die vorinstanzlichen Erwägungen zu ver-
weisen (pag. 2820). Die Untersuchung bei der Staatsanwaltschaft sei überdies we-
gen eines Wechsels zeitweise nicht vorangetrieben worden. Aber auch die von der 
Berufungsführerin aussergerichtlichen Vereinbarungen hätten sich hingezogen. Ein 
höherer Abzug als von der Vorinstanz gewährt, sei vorliegend nicht gerechtfertigt.

Bei den seitens der Berufungsführerin eingereichten Beilagen handle es sich in der 
Mehrheit um Gefälligkeitsschreiben, die auf der Darstellung der Berufungsführerin 
gegenüber den jeweiligen Schreibenden gründeten, sie als Opfer und Herrn 
C.________ als Schuldiger und Drahtzieher zu charakterisieren (Beilage 1, 4, 6, 7, 
8, 9, 10). Die Schreiben hätten System und seien in der Mehrheit nicht von Belang. 
So habe die Vorinstanz im Rahmen ihrer Beweiswürdigung schlüssig dargelegt, 
dass keine konkreten Hinweise vorlägen, dass die Berufungsführerin ihrerseits von 
Herrn C.________ getäuscht oder in die Irre geführt worden wäre (Beilagen 1 und 
2a/b). Gesamthaft bestätigten die Krankenberichte (Beilagen 3a-3c) nicht, dass die 
Berufungsführerin je in einem rechtlich relevanten Ausmass psychisch beeinträch-
tigt gewesen sei. Dies habe die Berufungsführerin vor der Vor- und der Berufungs-
instanz auch selber zu Protokoll gegeben. Der Berufungsführerin sei es gelungen, 
sich von der Sozialhilfe loszulösen (Beilage 9). Das Bestreben ein neues Leben 
aufzubauen, dürfe jedoch erwartet werden und sei zudem von der Vorinstanz 
berücksichtigt worden. Die Auswahl der eingereichten Auszüge aus SMS und Bil-
der sei willkürlich. Daraus gehe einzig die gegenseitige Zuneigung der Berufungs-
führerin und des Mitbeschuldigten hervor. Sie zeigten, dass die Berufungsführerin 
voll und ganz zu Herrn C.________ gestanden sei (Beilage 14).

Die Berufungsführerin sei zu 32 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 10 Monate unbe-
dingt zu vollziehen seien, zu verurteilen. Die Berufungsführerin könne sich um Voll-
zugserleichterungen bemühen, womit auch ihre Wiedereingliederung ins Berufsle-
ben nicht eingeschränkt würde.

10. Erwägungen der Kammer

10.1 Anwendbares Recht

Am 1. Januar 2018 sind die revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des 
StGB in Kraft getreten. Hat der Täter oder die Täterin ein Verbrechen oder Verge-
hen vor Inkrafttreten des neuen Strafgesetzbuches begangen, erfolgt die Beurtei-
lung aber erst nachher, so ist gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB das neue Gesetz anzu-
wenden, wenn dieses das mildere ist. Der Vergleich der Schwere verschiedener 
Strafnormen ist nach der sogenannten konkreten Methode vorzunehmen, wonach 
umfassende Beurteilungen des Sachverhalts nach altem und nach neuem Recht 
einander gegenüberzustellen sind. Anzuwenden ist in Bezug auf ein und dieselbe 
Tat nur entweder das alte oder das neue Recht. Eine kombinierte Anwendung der 
beiden Rechte ist ausgeschlossen. Hat der Täter mehrere selbständige strafbare 
Handlungen begangen, so ist in Bezug auf jede einzelne Handlung gesondert zu 
prüfen, ob das alte oder das neue Recht milder ist. Gegebenenfalls ist eine Ge-
samtstrafe zu bilden (BGE 134 IV 82 E. 6.2.1 und 6.2.3). Ausschlaggebend ist, 
nach welchem der beiden Rechte der Täter für die gerade zu beurteilende Tat bes-
ser wegkommt (vgl. zum Ganzen TRECHSEL/VEST, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], 

16

Schweizerisches Strafgesetzbuch Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, N 11 zu Art. 2 
m.w.H.; DONATSCH, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 20. Aufl. 2018, N 10 zu 
Art. 2 sowie BGE 126 IV 5 E. 2c – je mit Hinweisen). Der Gesetzesvergleich hat 
sich ausschliesslich nach objektiven Gesichtspunkten zu richten (BGE 134 IV 82 
E. 6.2.2). Massgebend ist dabei das Ausmass der mit einer Sanktion verbundenen 
Beschränkung der persönlichen Freiheiten, namentlich der Bewegungsfreiheit, des 
Eigentums, der Ehre, der Betätigungsfreiheit und der Beziehungsfreiheit. Unter den 
möglichen Strafformen hat die Freiheitsstrafe als die strengste zu gelten, gefolgt 
von der Geldstrafe. Sind im Übrigen die Sanktionen im Einzelfall gleichwertig, so ist 
altes Recht anzuwenden (POPP/BERKEMEIER in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler 
Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, N 20 zu Art. 2 m.w.H).

Die zur Diskussion stehenden Taten hat die Berufungsführerin vom Sommer 2012 
bis Oktober 2015 und damit vor Inkrafttreten der jüngsten Revision des Sanktionen-
rechts begangen. Während die Straftatbestände des gewerbsmässigen Betruges 
und der Urkundenfälschung unverändert blieben, wurde mit den neu in Kraft getre-
tenen Änderungen vor allem der Anwendungsbereich der Geldstrafe eingeschränkt 
und derjenige der Freiheitsstrafe ausgeweitet.

Die Kammer gelangt zum Schluss, dass sich das neue Recht im Ergebnis und in 
Anwendung auf den gewerbsmässigen Betrug nicht als milder erweist, weshalb 
nach Art. 2 Abs. 2 StGB das altrechtliche im Zeitpunkt der Tatbegehung geltende 
StGB (aStGB) anzuwenden ist. Vorliegend erweist sich jedoch das neue Recht für 
die Berufungsführerin bezüglich der Urkundenfälschung als das mildere, zumal für 
sämtliche Urkundenfälschungen eine Geldstrafe auszufällen ist und diese nach 
neuem Recht höchstens 180 Tagessätze beträgt (Art. 34 Abs. 1, Art. 41 Abs. 1 
StGB).

In Abweichung zu der vorinstanzlichen Auffassung (vgl. S. 18 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung; pag. 2830) ist deshalb in Anwendung von Art. 2 Abs. 2 StGB für 
den gewerbsmässigen Betrug das alte Recht und für die Urkundenfälschungen das 
neue Recht anzuwenden.

10.2 Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung

Gemäss Art. 47 (a)StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des 
Täters zu. Bei der Strafzumessung ist zwischen Tat- und Täterkomponenten zu un-
terscheiden. Die Tatkomponenten umfassen das Ausmass des verschuldeten Er-
folges, die Art und Weise der Begehung der Tat, die Willensrichtung und die Be-
weggründe des Täters. Zu den Täterkomponenten sind die persönlichen Verhält-
nisse des Täters, das Vorleben und die Vorstrafen, das Verhalten nach der Tat und 
im Strafverfahren, die Strafempfindlichkeit sowie weitere strafmindernde und straf-
erhöhende Aspekte zu zählen. Nach Art. 50 (a)StGB hat das Gericht in der Urteils-
begründung die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren 
Gewichtung zu begründen. Insgesamt müssen seine Erwägungen die ausgefällte 
Strafe rechtfertigen, d.h. das Strafmass muss plausibel erscheinen (BGE 134 IV 17 
E. 2.1). 

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für meh-
rere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 

17

schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass 
der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das 
gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 (a)StGB). Die Vor-
aussetzungen der Gleichartigkeit i.S.v. Art. 49 Abs. 1 (a)StGB sind erfüllt, wenn das 
Gericht im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss die gleiche Strafart 
ausfällt. Dass die anzuwendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen 
androhen, genügt dabei nicht. Geldstrafe und Freiheitsstrafe stellen keine gleichar-
tigen Strafen i.S.v. Art. 49 Abs. 1 (a)StGB dar (BGE 144 IV 217). Bei der Wahl der 
Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten 
Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre 
präventive Effizienz zu berücksichtigen. Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit 
soll bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen im Regelfall diejenige ge-
wählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift 
bzw. die ihn am wenigsten hart trifft. Im Vordergrund steht daher auch bei Strafen 
bis zu einem Jahr die Geldstrafe als gegenüber der Freiheitsstrafe mildere Sankti-
on (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 6B_207/2013 E. 1.4.1.; BGE 134 IV 
97 ff. E. 4.2).

Bei der Strafzumessung ist vorab der Strafrahmen für die schwerste Straftat zu be-
stimmen. Alsdann hat das Gericht die Einsatzstrafe für die schwerste Straftat in-
nerhalb des Strafrahmens festzusetzen, indem es alle diesbezüglichen strafer-
höhenden und strafmindernden Umstände berücksichtigt. Bei der Festsetzung der 
Einsatzstrafe sind zunächst alle (objektiven und subjektiven) verschuldensrelevan-
ten Umstände zu beachten. In einem weiteren Schritt sind die übrigen Delikte zu 
beurteilen. Auch insoweit muss es den jeweiligen Umständen Rechnung tragen 
(BGE 144 IV 217, BGE 142 IV 265, BGE 144 IV 313). Resultiert für alle Delikte ei-
ne gleichartige Strafe, ist die Einsatzstrafe in einem weiteren Schritt unter Einbezug 
der anderen Straftaten angemessen zu erhöhen, wobei in Anwendung des Aspera-
tionsprinzips aufzuzeigen ist, in welchem Ausmass die Einsatzstrafe erhöht wird. 
Das Gericht hat sämtliche Einzelstrafen für die von ihm zu beurteilenden Delikte 
festzusetzen und zu nennen, damit beurteilt werden kann, ob die einzelnen Strafen 
und deren Gewichtung bei der Strafschärfung bundesrechtskonform sind (BGE 142 
IV 265 E. 2.4.3. m.H., BGE 144 IV 313).

10.3 Strafrahmen, Wahl der Strafarten und Methodik

Gewerbsmässiger Betrug wird gemäss Art. 146 Abs. 2 aStGB mit Freiheitsstrafe 
bis zu 10 Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen bestraft. Urkundenfäl-
schung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder 
Geldstrafe sanktioniert.

Für sämtliche Delikte ist somit sowohl die Ausfällung einer Freiheitsstrafe als auch 
die Ausfällung einer Geldstrafe möglich.

Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer 
bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld 
sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen. Nach dem Prinzip der Verhält-
nismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen im Regelfall 
diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betrof-

18

fenen eingreift bzw. die ihn am Wenigsten hart trifft. Kommen mithin sowohl eine 
Geld- als auch eine Freiheitsstrafe in Betracht und scheinen beide den begange-
nen Fehler angemessen zu sanktionieren, steht nach dem Verhältnismässigkeits-
prinzip grundsätzlich die Geldstrafe im Vordergrund, die in das Vermögen des Be-
troffenen eingreift und damit eine mildere Strafe als eine seine persönliche Freiheit 
treffende Freiheitsstrafe darstellt (vgl. zum Ganzen BGE 144 IV 313 E. 1.1.1; BGE 
134 IV 97 E. 4.2.2; BGE 138 IV 120 E. 5.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1).

Grundsätzlich stehen die einzelnen Urkundenfälschungen in echter Realkonkurrenz 
zueinander. Die Vorinstanz behandelte jedoch alle Urkundenfälschungen als Ta-
teinheit und beurteilte sie gesamtheitlich, ohne dies näher zu begründen. Die Aus-
fällung einer Gesamtfreiheitsstrafe begründete sie sodann mit der Tatschwere und 
dem Verschulden der Berufungsführerin (vgl. S. 19 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung; pag. 2831). Nach Auffassung der Kammer ist die Ausfällung einer Ge-
samtfreiheitsstrafe vor dem Hintergrund der aktuellen bundesgerichtlichen Recht-
sprechung nicht sachgerecht. Die Vorinstanz wich damit vom Asperationsprinzip 
nach Art. 49 Abs. 1 StGB ab. Das Bundesgericht hat in BGE 144 IV 217 E. 2.4 und 
E. 3.5.4 festgehalten, dass die ausufernde Anwendung von Ausnahmen des Aspe-
rationsprinzips zu einer (selektiven) Aufgabe der Gesamtstrafe zugunsten einer ge-
setzlich nicht vorgesehenen «Einheitsstrafe» führe. Das komme einer Wiederein-
führung der aufgegebenen Rechtsfigur des fortgesetzten Delikts gleich. Eine Ge-
samtbetrachtung rechtfertigt sich nur, wenn das gesamte, auf einem einheitlichen 
Willensakt beruhende Tätigwerden des Täters kraft eines engen räumlichen und 
zeitlichen Zusammenhanges der Einzelakte bei natürlicher Betrachtungsweise ob-
jektiv noch als ein einheitliches, zusammengehörendes Geschehen erscheint, in-
dem in diesen Fällen durch mehrere Einzelhandlungen ein einheitlicher Deliktser-
folg herbeigeführt wird (ACKERMANN, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kom-
mentar StGB, 4. Aufl. 2019, N 45 zu Art. 49). 

Dass die vom Gesetzgeber getroffene Konkurrenzregelung nicht in allen Konstella-
tionen mehrfacher Deliktsverwirklichung befriedigt und insbesondere im Hinblick 
auf das seit dem 1. Januar 2018 reduzierte Höchstmass der Geldstrafe auf 
180 Tagessätze, das auch im Rahmen der Gesamtstrafe zur Anwendung kommt, 
bei mehrfach begangener leichter Kriminalität zu unbilligen Ergebnissen führen 
wird, ist hinzunehmen und rechtfertigt kein systemwidriges und ergebnisorientiertes 
Abweichen vom Willen des Gesetzgebers und dem Wortlaut der Norm (BGE 144 IV 
217 E. 3.6). 

Dementsprechend ist nach Auffassung der Kammer vorliegend einzig für den 
Schuldspruch wegen gewerbsmässigen Betruges eine Freiheitsstrafe (mit einem 
Strafrahmen bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe) auszufällen (vgl. Ziff. III.10.4 unten), 
während für den Schuldspruch wegen mehrfacher Urkundenfälschung bei isolierter 
Betrachtung jeder einzelnen Urkundenfälschung jeweils Geldstrafen auszufällen 
sind. Aus Letzteren wird in der Folge aufgrund der Gleichartigkeit der Strafen (kon-
krete Methode) eine Gesamtgeldstrafe zu bilden sein. Dabei unterstehen alle mit 
Geldstrafe zu sanktionierenden Schuldsprüche derselben abstrakten Strafdrohung. 
Es ist somit von der schwersten Urkundenfälschung auszugehen, welche das 
schwerste Delikt darstellt. Folglich wird zunächst dafür eine Einsatzstrafe festzule-

19

gen und diese in einem zweiten Schritt aufgrund der weiteren Urkundenfälschun-
gen zu erhöhen sein. Der Strafrahmen reicht dabei bis zu 180 Tagessätzen (vgl. 
Ziff. III.10.5 hiernach).

10.4 Gewerbsmässiger Betrug – Freiheitsstrafe

10.4.1 Tatschwere

Objektive Tatschwere

Schwere der Verletzung des betroffenen Rechtsguts bzw. Ausmass des verschul-
deten Erfolges: Geschütztes Rechtsgut beim Betrug ist das Vermögen. Geschädig-
ter ist somit derjenige, der durch den Betrug in seinem Vermögen geschädigt wird 
(MAEDER/NIGGLI, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar StGB, 
4. Aufl. 2019, N 11 zu Art. 146). Ausgehend von einem durchschnittlichen Fall mit 
ca. 30 Geschädigten und einem Deliktsbetrag in der Höhe von CHF 300'000.00, für 
welchen eine Einsatzstrafe von 24 Monaten Freiheitsstrafe zu veranschlagen wäre, 
gewichtet die Kammer unter dem Titel der objektiven Tatschwere zunächst mit der 
Vorinstanz das Ausmass des verschuldeten Erfolges als nicht übermässig hoch. 
Der Deliktsbetrag von CHF 368'615.10 wurde in casu von der Berufungsführerin in 
gut 3 Jahren zu Lasten von 10 Geschädigten erzielt. Die geleisteten Beträge waren 
für jede/n Geschädigte/n jedoch beträchtlich.

Hierzu hielt die Vorinstanz Folgendes fest (S. 20 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung; pag. 2832):

Von der Privatklägerin ist bekannt, dass sie sich ihr Pensionskassengeld hatte ausbezahlen lassen 
(pag. 2768, Z. 2 f.) und von ihre Tochter D.________, dass sie ein gewisses Vermögen geerbt hatten. 
H.________ konnte die Summe ebenfalls aus Eigenmitteln aufbringen (pag. 268, Z. 213 ff.). Da die 
Einlage in die Vorsorgestiftung regelmässig Bedingung war für die Anstellung, nahmen die Ehegatten 
I.________ und J.________ einen Kredit bei einer Bank auf und verschuldeten sich damit (pag. 299, 
Z. 63, pag. 299, Z. 55). Die Beschuldigten veranlassten die Ehegatten I.________ und J.________ 
zudem, ihre Arbeitsstellen zu kündigen (pag. 299, Z. 54 ff.) und beraubten sie damit ihrer Existenz-
grundlage. Auch F.________ hatte für die vermeintlich neue Anstellung ihren Job gekündigt und ein 
Darlehen aufgenommen, um die Einlage in den Rentenfonds bezahlen zu können (pag. 188, Z. 221 ff. 
und pag. 190, Z. 336 ff.). Die Ehegatten K.________ und L.________ liessen sich die zwingende Ein-
lage in die Vorsorgestiftung zur Hochzeit schenken (pag. 314 f.). Die Beschuldigte forderte 
K.________ geradezu auf, seine bisherige Stelle zu kündigen (pag. 353). Mehrere der Geschädigten 
wurden somit in äusserst schwierige finanzielle Situationen gebracht. Sie werden lange brauchen, um 
ihre Schulden abbezahlen zu können. Andere haben damit ihre Ersparnisse verloren, mit denen sie 
für das Alter zumindest teilweise abgesichert gewesen wären. Die Geschädigten wurden beruflich und 
finanziell zurückgeworfen. Sie werden für Jahre verschuldet sein und sich finanziell einschränken 
müssen, um die Schulden abzubezahlen. 

Weiter verhalf F.________ ihrer Tochter, G.________, eine Einlage von 
CHF 25'000.00 zu leisten. Hierzu wurden CHF 10'000.00 Bankguthaben verwen-
det. Die restlichen CHF 15'000.00 wurden von F.________ «organisiert» (pag. 229 
Z. 169 ff., pag. 231 Z. 282 ff.). Auch M.________ kam durch einen Elternteil, sei-
nem Vater H.________, mit der Berufungsführerin in Kontakt und gewährte ihr ein 
Darlehen von CHF 45'000.00. Dabei handelte es sich um seine Ersparnisse und 
um einen Geldbetrag, für welchen er als «normalen Arbeiter» 20-30 Jahre arbeiten 

20

müsse, um ihn «zusammenkratzen» zu können. (pag. 378 Z. 21 f., pag. 381 Z. 150 
ff., pag. 383 Z. 248 ff.).

Verwerflichkeit des Handelns bzw. Art und Weise der Herbeiführung des Erfolges: 
Das Vorgehen der Berufungsführerin ist mit der Vorinstanz als äusserst verwerflich 
zu qualifizieren. Betreffend die Art und Weise der Herbeiführung des Erfolges kann 
daher ebenfalls vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (S. 20 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2832 f.). Sie führte 
unter anderem aus:

[…] Für die Geschädigten, die die Beschuldigten schon länger kannten und meinten, mit ihnen be-
freundet zu sein, war die Erkenntnis, getäuscht worden zu sein, besonders schmerzhaft (pag. 270, 
Z. 305 ff.). […] Sie [die Berufungsführerin und der Mitbeschuldigte] nutzten die teilweise schwierigen 
Lebensumstände der Geschädigten aus, um an deren Geld zu gelangen. Sie boten den Geschädig-
ten eine vermeintlich neue berufliche Perspektive und veranlassten sie dazu, ihre Arbeitsstellen zu 
kündigen und sich zu verschulden. Die Beschuldigte war Hauptansprechperson der vermeintlichen 
Stiftung W.________ und erschlich sich das Vertrauen der Geschädigten. Sie umwarb sie und schil-
derte ihnen überzeugend eine rosige Zukunft. Die Beschuldigte freundete sich mit ihnen an und gab 
sich grosszügig mit Einladungen und Geschenken (pag. 360, 363). Sie war überaus freundlich, immer 
gut gelaunt und nahm vermeintlich Anteil am Leben der Geschädigten (pag. 233, Z. 371). Zu 
F.________ und H.________ bauten die Beschuldigten eine enge Freundschaft auf (pag. 184, Z. 40 
ff., pag. 185, Z. 49 f., pag. 265, Z. 68 ff., pag. 267, Z. 157 ff.). 

Auch für die Kammer steht bei der Beurteilung der Art und Weise der Her-
beiführung des Erfolges die Vorgehensweise der Berufungsführerin und deren Op-
ferauswahl im Vordergrund. Die Berufungsführerin suchte die Geschädigten in ih-
rem persönlichen Umfeld. Bei 9 von 10 Geschädigten handelte es sich um Freunde 
oder Bekannte. Wohingegen in den von der Verteidigung angeführten Bundesge-
richtsentscheiden 6B_1223/2013 und 6B_697/2017 unbekannte Anleger getäuscht 
wurden, wurde vorliegend das entgegengebrachte Vertrauen, die emotionale Ver-
bundenheit bewusst ausgenutzt. Die Berufungsführerin lockte zudem mit der Arbeit 
zu Gunsten des Tierwohls. Es wurde vorgespiegelt, dass der Stiftungszweck in der 
Förderung und Umsetzung des Tierschutzes liege (pag. 443), womit Beschützerin-
stinkte bzw. Helferinstinkte angesprochen wurden. So war es auch, wie die Beru-
fungsführerin anlässlich ihrer Hafteröffnung am 8. Oktober 2015 selber zu Protokoll 
gab, «am wichtigsten, dass diese Personen Herz haben.» (pag. 14 Z. 98). Im Miss-
brauch von Bekannten und Freunden liegt für die Kammer ein Straferhöhungs-
grund.

Die Berufungsführerin wendete ein erhebliches Mass an Zeit und Energie für die 
deliktische Tätigkeit auf (pag. 2774 Z. 4 f.). Sie erzählte nicht nur Lügen, sondern 
ergriff aktiv vertrauensbildende Massnahmen, insbesondere erstellte sie gefälschte 
Dokumente, um die Ausführungen zu untermauern. Hierzu können wiederum die 
ausführlichen Erwägungen der Vorinstanz hinzugezogen werden (S. 21 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2833):

[…] Ihr Lügengebäude sowohl betreffend die Anleihen bei der X.________ AG als auch betreffend die 
Stiftung W.________ war bestens durchdacht und raffiniert aufgebaut. Die vereinzelten Rückzahlun-
gen bzw. Lohn- und Dividendenzahlungen erfolgten nur, um die Zweifel der Geschädigten auszuräu-

21

men. Ein echter Rückzahlungswille bestand nicht, es ging nur darum, das Lügengebäude weiterhin 
aufrechtzuerhalten. Die zahlreichen Dokumentationen und Unterlagen der W.________ waren profes-
sionell hergestellt. Auch die Arbeitsverträge, Pflichtenhefte und Kontoauszüge waren von beeindru-
ckender Qualität. Immer wieder wurden vertrauensbildende Massnahmen ergriffen, die die Glaubwür-
digkeit der Geschichte bestärken sollten. So wurden den Geschädigten Gebäude gezeigt, in denen 
angeblich später die Büros sein sollten und es wurden auch Dokumentation von angeblichen solchen 
Gebäuden herumgereicht (pag. 434, Z. 340 ff., pag. 730 ff.). Um die angeblichen Anleihen der 
X.________ AG zu decken, erstellte die Beschuldigte für die Buchhaltung und den Treuhänder der 
Geschädigten D.________ und E.________ zusätzliche Darlehensverträge (pag. 491, Z. 362 ff. und 
pag. 527, Z. 184 ff.). Ausserdem wurden die vermeintlichen Dividenden pünktlich ausbezahlt (pag. 
492, Z. 384 ff.) und eine Geheimhaltungsklausel in den Vertrag aufgenommen, da möglichst niemand 
sonst davon wissen sollte, um nicht aufzufliegen (pag. 490, Z. 315 ff., pag. 127, Z. 316 ff.). Die erfun-
dene Verbindung der Stiftung W.________ zu X.________ AG und die angebliche Geschäftsadresse 
in Zürich wurden ebenfalls zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit eingebracht (pag. 428, Z. 67 ff., pag. 
429 Z. 76, pag. 429 Z. 78 ff. und pag. 696, Z. 106 ff.). Weiter wurde vermeintlich eine öffentliche Pro-
jektbesichtigung organisiert (pag. 434, Z. 346 ff.). 

Auch wurden Ausreden – um Events, Treffen und Stellenantritte abzusagen bzw. 
zu verschieben – sowie Personen erfunden (pag. 435 Z. 385 ff., pag. 436 Z. 431 ff., 
pag. 438 Z. 548 ff., pag. 439 Z. 569 ff., pag. 605 Z. 138 ff., pag. 609 Z. 336 ff., 
pag. 613 f. Z. 562 ff., pag. 696 ff. Z. 118 ff., pag. 704 ff. Z. 472 ff., pag. 802 Z. 425 
ff., pag. 805 Z. 573 ff., pag. 875 Z. 128 ff., pag. 879 Z. 343 ff.). Auffallend ist zudem 
der Umstand, dass der Mitbeschuldigte teilweise in der Rolle des angeblichen Prä-
sidenten der Stiftung auftrat und diese Rolle sowohl mit einem Doktortitel (Dr. med. 
vet.) als auch mit einem «von» im Nachnamen versehen wurde, was auf die Ge-
schädigten zusätzlich vertrauensfördernd wirken bzw. die Vergangenheit des Mit-
beschuldigten verbergen sollte (pag. 16 Z. 163, pag. 430 Z. 153 ff., pag. 437 
Z. 514, pag. 604 Z. 110 f., pag. 695 Z. 56 ff., pag. 698 Z. 175 ff., pag. 874 Z. 96 ff.).

Nach Angeführtem kann die Kammer den Aussagen der Berufungsführerin, sie ha-
be zu keinem Zeitpunkt daran gezweifelt, dass die Stiftung zustande komme (u.a. 
pag. 2773 Z. 32 ff., pag. 2776 Z. 19 f. und Z. 44 f., pag. 3023 Z. 23 ff.), der Mitbe-
schuldigte habe sicher mehr gewusst als sie, er sei der Vordenker gewesen 
(pag. 2774 Z. 37 ff., pag. 2776 Z. 31, pag. 3031), auch ihr Vertrauen sei vom Mit-
beschuldigten missbraucht worden (pag. 2772 Z. 26 ff.), sie sei da reingeraten, in 
einen «Strudel» gekommen, den sie nicht mehr habe bremsen können (pag. 3023 
Z. 28 ff.), keinen Glauben schenken. Daran vermag auch ihr wiederholtes Vorbrin-
gen, auch sie habe ihre Pensionskasse aufgelöst und verloren (pag. 2773 Z. 45 f., 
pag. 2774 Z. 11 ff., pag. 3024 Z. 7 f.), nichts zu ändern. 

Auch aufgrund des Vorbringens der Berufungsführerin, wie der Verlustschein der 
Ausgleichskasse des Kantons Genf im Betrag von über CHF 150'000.00 entstan-
den sei (pag. 3032, vgl. auch Verlustschein-Journal vom 1. Februar 2022; 
pag. 2945), kann ihrer Darstellung nicht gefolgt werden. Naheliegender ist viel-
mehr, dass sie nach dieser Erfahrung aufmerksamer handelte und Lügen des Mit-
beschuldigten, zumal sie auch über kaufmännische Kenntnisse verfügt, erkannte.

Schliesslich betrog die Berufungsführerin auch unabhängig von der Idee mit der 
Stiftung W.________. Sie erschlich sich bereits vorher bei zwei Geschädigten 

22

Geld, indem sie eine Streitigkeit in der Familie sowie die vorgenannten Betreibun-
gen infolge Konkurs der Unternehmung bei welcher sie ein Verwaltungsmandat in-
nehatte geltend machte. Zur Sicherheit der Rückzahlungen dieser Gelder gab sie 
vor, bald Leistungen aus einem vermeintlich abgeschlossenen Erbauskaufvertrag 
zu erhalten (pag. 122 Z. 48 ff. und Z. 62 f., pag. 123 Z. 115 ff., pag. 524 f. Z. 42 ff., 
pag. 526 Z. 122 f., pag. 537 Z. 693 ff., pag. 2491).

Die seitens der Verteidigung geltend gemachte emotionale und wirtschaftliche Ab-
hängigkeit der Berufungsführerin zum Mitbeschuldigten (pag. 3031) ist nachvoll-
ziehbar. Jedoch war die Berufungsführerin nicht dessen willenloses Werkzeug oder 
Opfer, sondern wurde, wie angeführt, in einem wesentlichen Umfang selber tätig. 
Anlässlich der Berufungsverhandlung gab sie auf Frage, ob es eine dominante 
Person in ihrer Beziehung mit dem Mitbeschuldigten gegeben haben, auch zu Pro-
tokoll, sie hatte das Gefühl, sie seien auf gleicher Höhe gewesen (pag. 3024 Z. 41 
ff.). 

Das Verhalten der Berufungsführerin ist als zielgerichtet und fokussiert zu bezeich-
nen. Der Berufungsführerin ist, auch wenn sie sich dies bis zu Letzt nicht eingeste-
hen will (pag. 3042), eine ausgeprägte kriminelle Energie zuzusprechen. Die Be-
trugshandlungen erstreckten sich doch immerhin über rund 3 Jahre. Das objektive 
Tatverschulden ist dennoch als noch gerade leicht zu bezeichnen. Konkret erachtet 
die Kammer aufgrund des objektiven Tatverschuldens eine Strafe von 34 Monaten 
Freiheitsstrafe als schuldangemessen.

Subjektive Tatschwere

Was die subjektive Tatschwere anbelangt kann wiederum auf die umfassenden 
und zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 22 f. der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2834 f.).

Willensrichtung und Beweggründe: Die Berufungsführerin wusste, dass mehrere 
Geschädigte Darlehen und Kredite für die Einlagen aufgenommen haben. Auch 
wurden diese Gelder bewusst nicht absprachegemäss, sondern zum eigenen Ge-
brauch eingesetzt (pag. 2777 Z. 9 f., pag. 3024 Z. 14 ff.). Zudem war sie über ihre 
finanzielle Schieflage und damit über die Unmöglichkeit einer Rückzahlung der 
Darlehen und Einlagen im Bilde (pag. 3024 Z. 4 ff.). Die Berufungsführerin verfügte 
selber über kein Einkommen. Sie lebte auf Kosten der Geschädigten. Ihr damaliger 
Lebensstil ist auch, entgegen der Verteidigung (pag. 3031), nicht als bescheiden zu 
werten. Sie fuhr einen BMW, für welchen monatlich eine Leasingrate von 
CHF 1'159.60 anfiel (pag. 760 Z. 274 f., pag. 883 Z. 521 ff., pag. 919 ff.), ging öf-
ters auswärts essen (u.a. pag. 489 Z. 261, pag. 530 Z. 368, pag. 603 Z. 39, 
pag. 607 Z. 256, pag. 760 Z. 277) oder wohnte teilweise in Ferienwohnungen (insb. 
pag. 671 Z. 19 ff., pag. 803 Z. 505 f.).

Wie vorgehend bereits angeführt, betrog die Berufungsführerin bereits vor dem 
Projekt «W.________». Der Einwand der Verteidigung, nicht von Beginn weg sei 
mit betrügerischen Absichten gehandelt worden (pag. 3031), geht demnach eben-
falls fehl.

23

Die Berufungsführerin handelte direkt vorsätzlich und aus finanziellen, mithin egois-
tischen Beweggründen, was jedoch deliktsimmanent ist und bei der Strafzumes-
sung neutral zu werten ist.

Vermeidbarkeit der Verletzung des Rechtsguts: Die Berufungsführerin hätte sich 
ohne Weiteres rechtskonform verhalten können. Nachdem sie durch ihre Selbstän-
digkeit nicht genügend Einkommen erzielen konnte, hätte sie sich um eine Anstel-
lung etwa im kaufmännischen Bereich und damit um ein legales Einkommen 
bemühen können. Die Tat war für die Berufungsführerin ohne Weiteres vermeidbar.

Fazit Tatschwere

Die subjektive Tatschwere wirkt sich neutral aus und es bleibt bei einer Freiheits-
strafe von 34 Monaten.

10.4.2 Täterkomponenten

Vorleben und persönliche Verhältnisse

Die Kammer schliesst sich den Erwägungen der Vorinstanz zum Vorleben und den 
persönlichen Verhältnissen der heute 51-jährigen Berufungsführerin an. Diese führ-
te hierzu das Folgende aus (S. 24 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; 
pag. 2836 f.):

Die Beschuldigte hat keine Vorstrafen (pag. 2092).

Die Beschuldigte ist auf einem Landwirtschaftsbetrieb aufgewachsen und hat eine Berufslehre als 
Verkäuferin absolviert (pag. 616, Z. 704 ff.). Von 2005 bis 2009 hat sie bei der Z.________ (AG) ge-
arbeitet (pag. 617), wo sie den Beschuldigten kennengelernt hat. Anschliessen war sie ab 2009 als 
selbständige Media Planerin tätig (pag. 617), war damit aber nicht erfolgreich. 

Wie aus dem oberinstanzlich eingeholten Leumundsbericht weiter hervorgeht 
(pag. 2930 ff.), widmete sich die Berufungsführerin nach ihrer Entlassung aus der 
Untersuchungshaft von November 2015 bis im Juni 2019 dem Haushalt und der 
Pflege des Mitbeschuldigten. Nach dessen Tod war sie kurzzeitig von Dezember 
2019 bis Mitte Februar 2020 bei der PosTec GmbH im Bereich Programmierung für 
Gastronomiekassen angestellt (vgl. auch Lebenslauf der Berufungsführerin; 
pag. 2975 ff.). 

Aktuell arbeitet die Beschuldigte seit Juni 2020 in einem Restaurant und ist dort für die kalte Küche 
zuständig. Zusätzlich dazu hat sie einen Putzjob angenommen. Sie kann sich damit nicht gänzlich 
selber finanzieren und wird vom Sozialdienst unterstützt. Sie wohnt alleine und hat zwei Hunde 
(pag. 2771, Z. 21 ff.). Gemäss Angaben der Beschuldigten hat sie sich ein soziales Netz aufbauen 
können mit Leuten, die ihre Geschichte kennen (pag. 2772, Z. 14 ff.). Körperlich fühlt sie sich fit und 
psychisch wieder stabil (pag. 2772, Z. 44 ff.). Sie fühlt sich von ihren Arbeitgebern unterstützt und 
wohl in ihrem neuen Arbeitsumfeld (pag. 2773, Z. 3 ff.). 

Betreffend die persönlichen Verhältnisse der Berufungsführerin sind zwischenzeit-
lich folgende Änderungen eingetreten: Die Berufungsführerin wurde gemäss dem 
Schreiben des Sozialdienstes der Gemeinde AA.________ per 30. Juni 2021 von 
der Sozialhilfe abgelöst (pag. 2970). Das Nettoeinkommen der Berufungsführerin 
beläuft sich derzeit auf CHF 3'345.90 (Gastronomie- und Reinigungsarbeit). Sie ist 
mit rund CHF 520'000.00 hoch verschuldet (Verlustscheine und Betreibungen, vgl. 

24

Erhebungsformular wirtschaftliche Verhältnisse; pag. 2934 f., Betreibungsregister-
auszug samt Verlustscheinübersicht; pag. 2942 ff.).

25

Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren

Strafmindernd im Sinne eines entlastenden Nachtatverhaltens wirken gemäss 
Rechtsprechung und Lehre vor allem das Bekunden von Reue und Bedauern und 
eine Stabilisierung der Lebensverhältnisse. Ein Geständnis ist nur dann strafmin-
dernd zu berücksichtigen, wenn es Ausdruck von Einsicht und Reue der beschul-
digten Person ist und die Strafverfolgung erleichtert. Straferhöhend muss dagegen 
die Delinquenz während laufender Strafuntersuchung und laufender Probezeit nach 
der bedingten Entlassung berücksichtigt werden (WIPRÄCHTIGER/KELLER, in: Nigg-
li/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, N 175 u. 177 zu 
Art. 47; MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl. 2019, N 334 ff.).

Nach Ansicht der Vorinstanz war die Berufungsführerin dem Grundsatze nach von 
Anfang an geständig, weshalb sie ihr einen Geständnisbonus gewährte (S. 25 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2837 f.). Diesen Ausführungen folgt 
die Kammer nicht vollständig. Die Berufungsführerin beantwortete die erste Frage 
zur Sache anlässlich ihrer Hafteröffnung «Was können Sie mir zur Stiftung 
W.________ sagen?» wie folgt: «Die Stiftung ist im Aufbau. […] Nun haben wir ge-
sehen, dass uns das Ganze etwas überrollt. Darum hatten wir vor, das Ganze wie-
der abzubrechen. […]» (pag. 12 Z. 40 ff.). Über diese ganze erste Einvernahme 
hielt sie daran fest, dass die Stiftung inkl. Gutsbetriebe in Planung sei (pag. 12 f. 
Z. 47 ff.). Zum Ende führte sie sodann aus: «Ich möchte einfach nochmals sagen, 
dass die Stiftung schon während dem Aufbau wieder hat abgebaut werden müs-
sen.» (pag. 18 Z. 255). Zu dieser Zeit lag damit seitens der Berufungsführerin nur 
ein Teilgeständnis vor. Demgegenüber war ihr Mitbeschuldigter von Beginn weg 
von sich aus umfassend geständig (pag. 50 ff. Z. 42 ff.). Es ist aber dennoch davon 
auszugehen, dass die Aussagen der Berufungsführerin die Strafverfolgung verein-
facht haben.

Noch in der Berufungsverhandlung machte es den Anschein, dass die Berufungs-
führerin sich über das Ausmass ihres kriminellen Verhaltens nicht vollumfänglich 
bewusst ist (pag. 3025 f. Z. 31 ff., pag. 3042). Insbesondere aus den seitens der 
Verteidigung im Berufungsverfahren eingelegten Schreiben aus dem Umfeld der 
Berufungsführerin geht zudem hervor, dass sie sich weiterhin selber als Betrogene 
des Mitbeschuldigten sieht (vgl. u.a. Beilage 1; pag. 2866 ff., Beilagen 2a/b; 
pag. 2869 f., Beilage 4; pag. 2953 ff.). Dennoch lässt das Nachtatverhalten der Be-
rufungsführerin Einsicht und Reue erkennen. Die Kammer erachtet das anlässlich 
der beiden Gerichtsverhandlungen vorgebrachte Bedauern für aufrichtig. Weiter hat 
die Berufungsführerin die Zivilforderungen der Geschädigten anerkannt. Ferner hat 
sie sich seit der ihr zur Last gelegten Vorfälle nichts mehr zu Schulden kommen 
lassen und verhielt sich im vorliegenden Verfahren korrekt (vgl. Strafregisteraus-
zug; pag. 2941). Die Berufungsführerin konnte überdies glaubhaft darlegen, eine 
klare Kehrtwende in ihrer Lebensführung vollzogen zu haben.

Strafempfindlichkeit

Die Verteidigung macht eine erhöhte Strafempfindlichkeit der Berufungsführerin 
geltend, indem sie anführt durch eine Freiheitsstrafe würden einerseits die starken 

26

Bemühungen um Wiedereingliederung der Berufungsführerin zunichtegemacht und 
andererseits auch die Schuldenbegleichung gehemmt werden (pag. 3033).

Der Vollzug einer längeren Freiheitsstrafe bringt es zwangsläufig mit sich, dass die 
betroffene Person aus ihrem Umfeld herausgerissen wird. Nach bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung ist dies als unmittelbare Folge einer unbedingten Freiheits-
strafe nur bei aussergewöhnlichem Umständen strafmindernd zu berücksichtigen 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_291/2012 vom 16. Juli 2013 E. 6.3).

Gründe für eine allenfalls erhöhte Strafempfindlichkeit sind bei der Berufungsführe-
rin keine auszumachen. Die Verbüssung einer Freiheitsstrafe ist für jede arbeits-
tätige und in ein familiäres Umfeld eingebettete Person mit einer gewissen Härte 
verbunden (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_243/2016 vom 8. September 
2016 E. 3.4.2).

Fazit Täterkomponenten

Die Täterkomponenten wirken sich insgesamt leicht strafmindernd auf das Straf-
mass aus. Die Kammer erachtet eine Reduktion um 4 Monate als angemessen.

10.4.3 Verletzung des Beschleunigungsgebots

Das Beschleunigungsgebot (Art. 5 StPO, Art. 29 Abs. 1 der Schweizerischen Bun-
desverfassung [BV; SR 101] und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK; SR 0.101]) verpflichtet die Behörden, 
das Strafverfahren zügig voranzutreiben, um die beschuldigte Person nicht unnötig 
über die gegen sie erhobenen Vorwürfe im Ungewissen zu lassen. Es gilt für das 
ganze Verfahren. Das Verfahren muss innert «angemessener Frist» zum Ab-
schluss gebracht werden. Es besteht keine konkrete zeitliche Vorgabe für die Dau-
er des Verfahrens im Idealfall; vielmehr wird die Angemessenheit der Verfahrens-
dauer angesichts der spezifischen Umstände des Falls und gemäss den relevanten 
Kriterien beurteilt. Neben dem wichtigsten Kriterium, dem Verhalten der Behörden, 
sind verschiedene andere Faktoren zu berücksichtigen, wie der Umfang und die 
Komplexität des Falles, das Verhalten der beschuldigten Person und die Bedeu-
tung des Verfahrens für die beschuldigte Person (SUMMERS, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, N 7 zu Art. 5). 
Die Folgen einer Verletzung des Beschleunigungsgebots sind im Gesetz nicht aus-
drücklich geregelt. Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zeigt auf, dass bei ei-
ner Verletzung des Beschleunigungsgebots verschiedene Sanktionen möglich sind, 
namentlich die Berücksichtigung der Verfahrensverzögerung im Rahmen der Straf-
zumessung, Schuldigsprechung des Täters unter gleichzeitigem Verzicht auf Strafe 
und in extremen Fällen, als ultima ratio, die Verfahrenseinstellung (SUMMERS, 
a.a.O., N 15 zu Art. 5).

Das Verfahren wurde mit Verfügung vom 5. August 2015 gegenüber der Beru-
fungsführerin eröffnet (pag. 1). Die Anklageschrift datiert vom 18. Januar 2019 
(pag. 2489 f.) und die erstinstanzliche Urteilsbegründung vom 7. Juli 2021 
(pag. 2813 ff.). Die Kammer erblickt mit der Vorinstanz und der Verteidigung ange-
sichts des überblickbaren Aktenumfangs, der durch die (Teil-)Geständnisse der Be-
rufungsführerin und des Mitbeschuldigten erleichterten Strafverfolgung sowie der 
mässigen rechtlichen Komplexität des vorliegenden Falles in der Dauer bis zum 

27

erstmaligen Abschluss des Verfahrens im Jahr 2021 eine Verletzung des Be-
schleunigungsgebots (S. 26 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2838 f., 
pag. 3034). Verzögerungen sind durch einen Wechsel der Verfahrensleitung, wie 
vorliegend seitens der Generalstaatsanwaltschaft geltend gemacht (pag. 3036), 
nicht zu rechtfertigen. Die von Seiten der Berufungsführerin durchgeführten aus-
sergerichtlichen Vereinbarungen führten jedoch ebenfalls zu einer Verlängerung 
des Verfahrens (vgl. Akten- / Telefonnotizen der Staatsanwaltschaft des Kantons 
Bern, Region Oberland vom 1. September und 27. Oktober 2017; pag. 2133 f.).

Nach Ansicht der Kammer rechtfertigt die lange Verfahrensdauer eine moderate 
Reduktion der schuldangemessenen Strafe um 2 Monate auf 28 Monate.

10.4.4 Anrechnung Haft 

Gemäss Art. 51 (a)StGB wird die Untersuchungshaft, die der Täter während dieses 
oder eines anderen Verfahrens ausgestanden hat, auf die Strafe angerechnet. 
Werden im selben Urteil mehrere Strafen unterschiedlicher Art ausgesprochen, 
wird immer zuerst an die Freiheitsstrafe angerechnet, unabhängig davon, ob diese 
bedingt oder unbedingt ausgesprochen wird (BGE 135 IV 126 E. 1.3.6).

Die ausgestandene Untersuchungshaft von 41 Tagen wird vollumfänglich an die 
Freiheitsstrafe angerechnet.

10.4.5 Vollzug 

Nach Art. 43 (a)StGB kann das Gericht den Vollzug einer Freiheitsstrafe von min-
destens einem Jahr und höchstens drei Jahren teilweise aufschieben, wenn dies 
notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen 
(Abs. 1). Der unbedingt vollziehbare Teil darf dabei die Hälfte der Strafe nicht über-
steigen (Abs. 2). Sowohl der aufgeschobene wie auch der zu vollziehende Teil 
müssen mindestens sechs Monate betragen (Abs. 3). Innerhalb dieses gesetzli-
chen Rahmens liegt die Festsetzung des aufzuschiebenden und des zu vollziehen-
den Teils im Ermessen des Gerichts. Bemessungsregel bei der Festsetzung des 
aufzuschiebenden und des zu vollziehenden Strafteils bildet das Ausmass des 
Verschuldens. Das Verhältnis der Strafteile ist so festzusetzen, dass darin die 
Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung des Täters einerseits und dessen Einzel-
tatschuld anderseits hinreichend zum Ausdruck kommen. Je günstiger die Progno-
se und je kleiner die Vorwerfbarkeit der Tat, desto grösser muss der auf Be-
währung ausgesetzte Strafteil sein. Der unbedingte Strafteil darf das unter Ver-
schuldensgesichtspunkten (Art. 47 StGB) gebotene Mass nicht unterschreiten (zum 
Ganzen Urteil des Bundesgerichts 6B_377/2017 vom 5. Mai 2018 E. 2.1).

Auch wenn Art. 43 Abs. 1 (a)StGB nur die auslegungsbedürftige Formulierung «um 
dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu tragen» enthält, müssen die 
materiellen Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges 
gemäss Art. 42 (a)StGB erfüllt sein. Die Prüfung der Bewährungsaussichten des 
Täters ist anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzuneh-
men. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das 
Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf 
den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Für die 
Einschätzung des Rückfallrisikos ist ein Gesamtbild der Täterpersönlichkeit uner-

28

lässlich. Relevante Faktoren sind etwa strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisations-
biografie und Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen, Hinweise auf 
Suchtgefährdungen usw. (SCHNEIDER/GARRÉ, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler 
Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, N 11 f. zu Art. 43 und N 38 ff. zu Art. 42 m.w.H.). 

Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, bestimmt es 
dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahre (Art. 44 Abs. 1 (a)StGB). 
Welche Probezeit innerhalb dieses Rahmens angemessen gilt, entscheidet sich 
nach den Umständen des Einzelfalls, insbesondere nach der Persönlichkeit und 
dem Charakter des Verurteilten sowie der Gefahr seiner Rückfälligkeit. Je grösser 
die Rückfallgefahr ist, desto länger muss die Bewährungsprobe mit ihrem Zwang 
zum Wohlverhalten sein. Keine Rolle spielt die Schwere der Tat (BGE 95 IV 121 
E. 1; Urteil des Bundesgerichts 6B_140/2011 vom 17. Mai 2011 E. 7.1).

Die Berufungsführerin ist weder vorbestraft noch ist sie seit den vorliegend zu beur-
teilenden Taten erneut straffällig in Erscheinung getreten. Seit ihrer Delinquenz 
sind sodann auch bereits mehr als 6 Jahre vergangen (vgl. Strafregisterauszug; 
pag. 2941). Überdies haben sich ihre persönlichen Verhältnisse stabilisiert. Bei der 
Berufungsführerin ist eine günstige Prognose auszumachen.

Die Voraussetzungen für einen teilbedingten Vollzug sind erfüllt. Um dem Ver-
schulden gerecht zu werden, ist es ausreichend, den unbedingt vollziehbaren Teil 
auf 6 Monate – an der Untergrenze des nach Art. 43 Abs. 3 (a)StGB Erlaubten – 
festzusetzen. Der bedingt vollziehbare Teil beträgt damit 22 Monate. Ebenfalls 
kann die Probezeit auf das gesetzliche Mindestmass von 2 Jahren festgesetzt wer-
den (Art. 44 Abs. 1 (a)StGB).

10.5 mehrfache Urkundenfälschung – Gesamtgeldstrafe

Die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbands Bernischer Richterinnen und 
Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (nachfolgend VBRS-Richtlinien) 
empfehlen für einen Referenzsachverhalt, bei welchem der Täter einen Autolea-
singvertrag mit einem falschen Namen unterzeichnet, weil er selber mit vielen Be-
treibungen verzeichnet ist, eine Strafe von 30 Strafeinheiten (S. 50 VBRS-
Richtlinien). Im Vergleich dazu fällt vorliegend straferhöhend ins Gewicht, dass die 
Berufungsführerin die 32 Urkunden selber herstellte. In Anbetracht der Tatsache, 
dass gesamthaft ohnehin nicht mehr als 180 Tagessätze Geldstrafe ausgespro-
chen werden können (Höchstmass Strafart gemäss dem für die Berufungsführerin 
milderen Rechts, vgl. Ziff. III.10.1 hiervor), verzichtet die Kammer darauf, für die 
einzelnen Urkundenfälschungen eine Einzelstrafe zuzumessen. Sie veranschlagt 
stattdessen für die Gesamtheit von 32 Urkundenfälschungen pauschal 180 Stra-
feinheiten. 

Wegen des geltenden Verschlechterungsverbots darf das Urteil der Vorinstanz – 
mit welchem die Berufungsführerin zu 32 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt wurde –
jedoch nicht zuungunsten der Berufungsführerin abgeändert werden. Der Kammer 
ist es demnach nicht möglich – nachdem der gewerbsmässige Betrug bereits mit 
28 Monaten Freiheitsstrafe sanktioniert wird –, mehr als 120 Strafeinheiten, d.h. 
120 Tagessätze Geldstrafe, für die Urkundenfälschungen auszusprechen.

29

10.5.1 Tagessatzhöhe

Das durchschnittliche Monatseinkommen der Berufungsführerin beläuft sich auf 
netto CHF 3'345.90 (vgl. Erhebungsformular wirtschaftliche Verhältnisse vom 
26. Januar 2022; pag. 2934). Sie verfügt über kein Vermögen, sondern hat Schul-
den (vgl. Betreibungsregisterauszug und Verlustscheinjournal vom 1. Februar 
2022; pag. 2942 ff.). Nach Vornahme eines Pauschalabzuges von 50% (Kranken-
kasse, Steuern) resultiert ein Tagessatz von CHF 50.00.

10.5.2 Vollzug

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von 
mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn ei-
ne unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung 
weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Bei guter 
Legalprognose besteht von Gesetzes wegen grundsätzlich ein Anspruch auf Straf-
aussetzung (vgl. TRECHSEL/PIETH, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches 
Strafgesetzbuch Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, N 7 zu Art. 42).

Der Berufungsführerin ist eine gute Legalprognose zu stellen (vgl. auch Ziff. 10.4.4 
hiervor). Die Geldstrafe ist daher bedingt auszusprechen. Die Probezeit wird auf 
2 Jahre festgesetzt (Art. 44 Abs. 1 StGB).

10.6 Konkretes Strafmass

Die Berufungsführerin wird verurteilt zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten. Da-
von sind 6 Monate zu vollziehen. Für die verbleibenden 22 Monate wird der Vollzug 
aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Die Untersuchungshaft 
von 41 Tagen wird an den zu vollziehenden Teil der Freiheitsstrafe angerechnet.

Die Berufungsführerin wird ferner verurteilt zu einer Geldstrafe von 120 Tagessät-
zen zu CHF 50.00, ausmachend CHF 6’000.00. Der Vollzug der Geldstrafe wird 
aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

IV. Kosten und Entschädigungen

11. Verfahrenskosten

Das Gericht legt die Kostenfolgen im Endentscheid fest (Art. 421 Abs. 1 StPO). 
Fällt das Berufungsgericht einen neuen Entscheid, so befindet es darin auch über 
die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Die Ver-
fahrenskosten setzen sich aus den Gebühren zur Deckung des Aufwands und den 
Auslagen im konkreten Straffall zusammen (Art. 422 Abs. 1 StPO). Im Kanton Bern 
gelangt das Verfahrenskostendekret (VKD; BSG 161.12) zur Anwendung. Die Ver-
fahrenskosten werden grundsätzlich vom Kanton getragen, der das Verfahren ge-
führt hat (Art. 423 Abs. 1 StPO). Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskos-
ten, wenn sie verurteilt wird (Art. 426 Abs. 1 StPO). 

11.1 Erstinstanzliches Verfahren

Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die erstinstanzlichen 
Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Entsprechend werden die erstinstanzli-

30

chen Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf CHF 13‘291.50 (pag. 2798) der 
Berufungsführerin zur Bezahlung auferlegt (exkl. Kosten für die amtliche Verteidi-
gung).

11.2 Oberinstanzliches Verfahren

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Berufungsführerin unter-
liegt in oberer Instanz. In Bezug auf die Strafarten wurde ein zum erstinstanzlichen 
Entscheid abweichendes Urteil gefällt. Dies wurde seitens der Berufungsführerin 
jedoch nicht beantragt. Den Anträgen der Berufungsführerin wurde nicht gefolgt.

Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten werden angesichts der eingeschränkten 
Berufung auf CHF 3'000.00 festgesetzt (exkl. Kosten für die amtliche Verteidigung; 
Art. 24 Bst. b VKD) und vollumfänglich der Berufungsführerin auferlegt.

12. Entschädigungen

12.1 Parteientschädigung Privatklägerschaft

Die Privatklägerschaft hat nach Art. 433 Abs. 1 StPO gegenüber der beschuldigten 
Person Anspruch auf angemessene Entschädigung für notwendige Aufwendungen 
im Verfahren, wenn sie obsiegt (Bst. a) oder die beschuldigte Person nach Art. 426 
Abs. 2 kostenpflichtig ist (Bst. b). 

Die Ansprüche der Privatklägerschaft gegen die beschuldigte Person sind auf die 
beiden vorgenannten Varianten beschränkt. In den übrigen Fällen hat die Privat-
klägerschaft keinen Anspruch auf Entschädigung, also weder gegen die beschul-
digte Person noch gegenüber dem Staat (SCHMID/JOSITSCH, Schweizerische Straf-
prozessordnung Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N 4 zu Art. 433). Was unter einer 
angemessenen Entschädigung für notwendige Aufwendungen zu verstehen ist, 
wird von der Rechtsprechung nicht abschliessend umschrieben. Gemäss Lehre ist 
dies insbesondere der Fall, wenn die Privatklägerschaft wesentlich zur Abklärung 
der Strafsache beigetragen hat, bei komplexen Straffällen, an deren Untersuchung 
die Privatklägerschaft ein erhebliches Interesse hatte, oder wenn der Beizug eines 
Anwalts im Hinblick auf die sich stellenden, nicht einfachen rechtlichen Fragen ge-
rechtfertigt erschien. Die Aufwendungen gemäss dieser Bestimmung betreffen in 
erster Linie die Anwaltskosten, soweit diese durch die Beteiligung am Strafverfah-
ren selbst verursacht wurden und für die Wahrung der Interessen der Privatkläger-
schaft notwendig waren. Beim Entscheid darüber, ob der Privatklägerschaft eine 
angemessene Entschädigung für notwendige Auslagen zusteht, verfügt das Gericht 
über ein weites Ermessen. Die Privatklägerschaft obsiegt, wenn im Falle der Straf-
klage die beschuldigte Person schuldig gesprochen und/oder wenn im Falle der Zi-
vilklage die Zivilforderung geschützt wird (GRIESSER, in: Donatsch/Lieber/-
Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
StPO, 3. Aufl. 2020, N 1, 1b und 3 zu Art. 433 m.w.H.).

12.1.1 Erstinstanzliches Verfahren

Im erstinstanzlichen Verfahren obsiegte die Privatklägerin i.S.v. Art. 433 Abs. 1 
Bst. a StPO.

31

Die erste Instanz legte die Entschädigung von Rechtsanwalt N.________ gestützt 
auf seine Kostennote vom 26. März 2021 (pag. 2792) auf CHF 11'668.95 (inkl. 
Auslagen und MWST) als Entschädigung für die Rechtsvertretung der Privatkläge-
rin fest und auferlegte diese der Berufungsführerin (pag. 2799). Diese Kostenaufer-
legung ist in Rechtskraft erwachsen (vgl. Beschluss der 2. Strafkammer des Ober-
gerichts des Kantons Bern vom 10. November 2021; pag. 2913 ff.).

12.1.2 Oberinstanzliches Verfahren

Mit Beschluss vom 10. November 2021 wurde die Privatklägerin aus dem vorlie-
genden Verfahren entlassen. Weiter hielt die 2. Strafkammer fest, dass die Fest-
setzung einer Parteientschädigung der Privatklägerin im Endurteil erfolge, falls die 
entsprechenden Voraussetzungen nach Art. 433 StPO gegeben seien (pag. 2917, 
vgl. auch Ziff. I.3 hiervor).

Mit Schreiben vom 4. Oktober 2021 liess Rechtsanwalt N.________ dem Oberge-
richt eine Kostennote für die bisherige Teilnahme seitens der Privatklägerin am Be-
rufungsverfahren zugehen und stellte den Antrag, die Berufungsführerin sei zu ver-
urteilen, der Privatklägerin eine entsprechende Parteientschädigung zu bezahlen 
(pag. 2896 f.). In seiner Kostennote vom 4. Oktober 2021 macht Rechtsanwalt 
N.________ für das oberinstanzliche Verfahren ein Honorar von insgesamt 
CHF 786.20 (Zeitaufwand; 2.5 Stunden zu CHF 280.00 [somit CHF 700.00]; Ausla-
gen: CHF 30.00; Mehrwertsteuer: jeweils zuzüglich 7.7%, ausmachend CHF 56.20) 
geltend. Auf entsprechende Aufforderung der Verfahrensleitung hin äusserte sich 
Rechtsanwalt N.________ mit Schreiben vom 25. Oktober 2021 zur Höhe der ein-
gereichten Honorarnote und führte aus, dass sich dieses auf die notwendigen 
Tätigkeiten seit dem 13. Juli 2021 beziehe. Es sei ein Zeitaufwand von total 
2 Stunden und 30 Minuten (45 Minuten für das Studium der schriftlichen Urteilsbe-
gründung, 35 Minuten für drei telefonische Besprechungen mit der Klientin, 40 Mi-
nuten für fünf Korrespondenzen mit der Klientin, 15 Minuten für zwei Korrespon-
denzen mit dem Obergericht und 15 Minuten für zwei Korrespondenzen mit der 
Generalstaatsanwaltschaft) angefallen (pag. 2907 f.).

Mit Stellungnahme vom 13. Oktober 2021 führte die Generalstaatsanwaltschaft 
aus, der Privatklägerin fehle es mangels Beschwer infolge der beschränkten Beru-
fung der Berufungsführerin auf die Strafzumessung an der Legitimation für die Teil-
nahme am oberinstanzlichen Verfahren und damit an einem Verfahrensgegenstand 
dessen Beurteilung eine entsprechende Parteientschädigung zulasten der Beru-
fungsführerin nach sich ziehen könne (pag. 2904). 

Rechtsanwalt B.________ beantragte namens der Berufungsführerin mit Schreiben 
vom 25. Oktober 2021, dass über die Verlegung der Parteikosten der Privatklägerin 
im Rahmen des Abschlusses des Berufungsverfahrens zu befinden sei, da diese 
von dessen Ausgang abhänge. Gegen die Höhe der Honorarnote von Rechtsan-
walt N.________ sei hingegen nichts einzuwenden (pag. 2905). 

Bereits mit Einreichung der Berufungserklärung beschränkt auf die Strafzumessung 
am 2. August 2021 war für die Privatklägerschaft ihre fehlende Beschwer und damit 
fehlende Legitimation für die Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren offensicht-
lich. Seitens der Privatklägerschaft fielen spätestens ab diesem Zeitpunkt keine 

32

notwendigen Aufwendungen mehr an. Vorgängige Leistungen waren nach Ansicht 
der Kammer ebenfalls nicht geboten, um die privatklägerische Interessenwahrung 
zu gewährleisten. Der Antrag der (ehemaligen) Straf- und Zivilklägerin E.________ 
auf Verurteilung der Berufungsführerin zur Bezahlung einer Parteientschädigung im 
oberinstanzlichen Verfahren wird abgewiesen.

13. Amtliche Entschädigung

Zu den Verfahrenskosten gehören grundsätzlich auch die Kosten der amtlichen 
Verteidigung (Art. 422 Abs. 2 Bst. a StPO). Diese werden von der Kammer jedoch 
praxisgemäss separat ausgeschieden. 

Gemäss Art. 42 Abs. 1 des Kantonalen Anwaltsgesetzes (KAG; BSG 168.11) be-
zahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwälten eine angemessene Entschädi-
gung, die sich nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Ho-
norar gemäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz (Art. 41 KAG) entspricht. 
Bei der Festsetzung des gebotenen Zeitaufwands sind die Bedeutung der Streitsa-
che und die Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auszugehen ist vom 
Zeitaufwand, den ein fachlich ausgewiesener, gewissenhafter Anwalt unter Berück-
sichtigung der Schwierigkeit der tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse und des 
Aktenumfangs für die korrekte Erledigung des Geschäftes benötigt. Auslagen und 
Mehrwertsteuer, sofern der Anwalt mehrwertsteuerpflichtig ist, werden zusätzlich 
entschädigt. Gemäss Art. 17 Abs. 1 Bst. c der Verordnung über die Bemessung 
des Parteikostenersatzes (PKV; BSG 168.811) beträgt das Honorar vor dem Regi-
onalgericht (Kollegialgericht) CHF 2'000.00 bis CHF 50'000.00. In Rechtsmittelver-
fahren beträgt es 10 bis 50% des erstinstanzlichen Honorars 
(Art. 17 Abs. 1 Bst. f PKV). Der Stundenansatz für die Entschädigung der amtlich 
bestellten Anwälte beträgt im Kanton Bern CHF 200.00 (Art. 1 der Verordnung über 
die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte [EAV; BSG 168.711]).

13.1 Erstinstanzliches Verfahren

Die Vorinstanz hat die Honorarnote von Rechtsanwalt B.________ vom 26. März 
2021 (pag. 2793 f.) in der Höhe von insgesamt CHF 37'211.30 genehmigt (S. 30 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 2842). Die von der Vorinstanz fest-
gesetzte amtliche Entschädigung von Rechtsanwalt B.________ für die Verteidi-
gung der Berufungsführerin im erstinstanzlichen Verfahren ist nicht zu beanstan-
den. Für die Berechnung wird auf das Dispositiv verwiesen. Die Berufungsführerin 
ist in vollem Umfang rück- und nachzahlungspflichtig (Art. 135 Abs. 4 StPO).

13.2 Oberinstanzliches Verfahren

Für das oberinstanzliche Verfahren wird die Entschädigung des amtlichen Verteidi-
gers der Berufungsführerin, Rechtsanwalt B.________, gestützt auf die von ihm in 
der oberinstanzlichen Verhandlung vom 4. März 2022 eingereichten Honorarnote 
(pag. 3049 ff.) festgesetzt. 

Die Kammer erachtet jedoch den für das oberinstanzliche Verfahren geltend ge-
machten Zeitaufwand von 31 Stunden angesichts des gebotenen Zeitaufwands, 
der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses als zu hoch. 
Der Aktenumfang ist vorliegend durchschnittlich und es sind weder besondere pro-

33

zessuale noch materiell-rechtliche Schwierigkeiten auszumachen. Zudem wurde 
die Berufung beschränkt erhoben und der diesbezügliche Vorbereitungsaufwand 
für die oberinstanzliche Verhandlung entspricht praktisch demjenigen der bereits 
für die Vorbereitung und Durchführung der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
entschädigt wurde. Es kommt hinzu, dass Rechtsanwalt B.________ im erstin-
stanzlichen Verfahren für 157 Stunden entschädigt worden ist (pag. 2794). Auf die 
entsprechenden Arbeiten, Vorbereitungen und Abklärungen konnte Rechtsanwalt 
B.________ auch im oberinstanzlichen Verfahren zurückgreifen. Der gebotene 
Aufwand für das Verfahren vor dem Obergericht hielt sich damit in Grenzen. Der 
Posten «gebotener Zeitaufwand» ist folglich um 6 Stunden auf 25 Stunden zu kür-
zen. Weiter werden von Rechtsanwalt B.________ Auslagen in der Höhe von 
CHF 356.40 geltend gemacht. Davon entfallen CHF 220.00 auf 550 Fotokopien à 
CHF 0.40. Der Kammer erschliesst sich nicht, inwiefern es vorliegend hätte erfor-
derlich sein können, im Berufungsverfahren diese Anzahl von Kopien zu machen, 
zumal seitens der Verteidigung bereits in erster Instanz 5’987 Kopien in Rechnung 
gestellt wurden (vgl. pag. 2794). Die Kammer erachtet eine Anzahl von 250 Kopien 
als ausreichend bzw. immer noch grosszügig berechnet. Die Honorarnote wird ent-
sprechend gekürzt und Rechtsanwalt B.________ werden für Fotokopien 
CHF 100.00 vergütet. Darüber hinaus gibt die Honorarnote vom 4. März 2022 zu 
keinen Bemerkungen Anlass. Die Berechnung der Entschädigung ergibt sich im 
Weiteren aus dem Dispositiv.

Die Berufungsführerin ist in vollem Umfang rück- und nachzahlungspflichtig 
(Art. 135 Abs. 4 StPO).

V. Verfügungen

Zu bestätigen sind schliesslich die Verfügungen, soweit sie noch nicht rechtskräftig 
oder der Rechtskraft nicht zugänglich sind. Dies gilt für die Verfügungen betreffend 
das DNA-Profil der Berufungsführerin sowie ihre biometrischen erkennungsdienstli-
chen Daten. Diese Verfügungen sprechen für sich und brauchen nicht näher be-
gründet zu werden. Es wird auf das Dispositiv verwiesen.

34

VI. Dispositiv

Die 2. Strafkammer erkennt:

A. 

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Oberland vom 30. März 2021 
insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als

I. 

A.________ schuldig erklärt wurde:

1. des gewerbsmässigen Betrugs (Gesamtdeliktsbetrag CHF 368'615.10), begangen

1.1. von Sommer 2012 bis September 2014 in Laupen, Murten und Neuenegg; 
z.N. D.________;

1.2. im September / Winter 2014 in Neuenegg und Ins, z.N. E.________;

1.3. von Herbst 2014 bis Oktober 2015 in Laupen, Murten und Neuenegg; 
z.N. D.________;

1.4. von Dezember 2014 bis Oktober 2015 in Langnau, Thun, Belp, Brienz und 
Neuenegg, z.N. F.________;

1.5. von Februar bis Oktober 2015 in Belp, Neuenegg, Steffisburg und Ittigen, 
z.N. G.________;

1.6. von Februar bis Oktober 2015 in Steffisburg, Muri, Worb und Neuenegg, 
z.N. H.________;

1.7. von April bis Oktober 2015 in Wilderswil, Interlaken, Neuenegg und Iseltwald; 
z.N. I.________ und J.________;

1.8. von März bis Oktober 2015 in Muri, Thun, Neuenegg, Ittigen und Zürich, 
z.N. K.________ und L.________;

1.9. im Sommer 2015 in Blankenburg und Neuenegg; z.N. M.________;

2. der Urkundenfälschung, mehrfach begangen in der Zeit von Sommer 2012 bis 
Oktober 2015 in Laupen, Murten, Neuenegg, Ins, Thun, Langnau, Belp, Brienz, 
Steffisburg, Ittigen, Muri, Worb, Wilderswil, Interlaken, Iseltwald, Blankenburg und 
Zürich.

II. 

A.________ in Anwendung von Art. 41 OR sowie Art. 433 StPO weiter verurteilt wurde:

1. Zur Bezahlung von CHF 45'752.10 Schadenersatz zuzüglich 5 % Zins seit 5. Februar 
2014 an die Straf- und Zivilklägerin E.________.

Soweit weitergehend die Klage abgewiesen wurde.

35

2. Zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 100.00 an die Straf- und 
Zivilklägerin E.________ persönlich sowie von CHF 11'668.95 (inkl. Auslagen und 
MWST) für ihre notwendigen Aufwendungen im Verfahren. 

3. Für den Zivilpunkt keine Kosten ausgeschieden wurden.

III. 

verfügt wurde, dass folgende Gegenstände nach Rechtskraft des Urteils zur Vernichtung 
eingezogen werden (Art. 69 StGB):

- A.________:

6. Ass.-Nr. 011 Unterlagen V.________ 

7. Ass.-Nr. 010 Quittung „W.________“ F.________ 

8. Ass.-Nr. 012 Braune Mappe mit div. Unterlagen 

9. Ass.-Nr. 107 Fahrzeugausweis in Kopie lt. auf A.________ 

- A.________ und C.________ sel.:

10. Ass.-Nr. 001 Div. Unterlagen Trauung 

11. Ass.-Nr. 009 Brief „W.________“

12. Ass.-Nr. 106 Agenda rot 

13. Ass.-Nr. 101 Brief CH Eid. an „W.________“

14. Ass.-Nr. 103 Visitenkartenbox mit div. Visitenkarten 

15. Ass.-Nr. 105 Couvert mit zwei Einzahlungsscheinen Raiffeisenbank 

16. Ass.-Nr. 202 Div. Unterlagen von Swisscom und div. Simkarten

17. Ass.-Nr. 203 Darlehensvertrag C.________/A.________ CHF 50‘000.00 

18. Ass.-Nr. 204 Div. Quittungen

19. Ass.-Nr. 205 Mahnung Leasingvertrag BMW

20. Ass.-Nr. 206 Div. Bankunterlagen der UBS und CS 

21. Ass.-Nr. E01 Notizheft mit Zahlenreihen

22. Ass.-Nr. 1000 Akten

23. Ass.-Nr. 1001 Akten

24. Ass.-Nr. 1002 Akten

25. Ass.-Nr. 1003 Ordner

26. Ass.-Nr. 1004 Ordner grün 

27. Ass.-Nr. 1005 Ordner „A.________ privat“

28. Ass.-Nr. 1006 Ordner rot div. Bankunterlagen 

29. Ass.-Nr. 1007 Ordner Rot

36

30. Ass.-Nr. 1008 Akten

31. Ass.-Nr. 1009 Akten 

B.

I. 

A.________ wird gestützt auf die in Rechtskraft erwachsenen Schuldsprüche gemäss 
Ziff. A.I. hiervor sowie in Anwendung der Artikel

40, 43, 44 Abs. 1, 47, 51, 146 aStGB
34, 42 Abs. 1, 44 Abs. 1, 47, 49 Abs. 1, 251 Ziff. 1 StGB
426 Abs. 1, 428 Abs. 1 und Abs. 3 StPO

verurteilt: 

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten.

Davon sind 6 Monate zu vollziehen. Für eine Teilstrafe von 22 Monaten wird der Voll-
zug aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

Die Untersuchungshaft von 41 Tagen wird an den zu vollziehenden Teil der Freiheits-
strafe angerechnet.

2. Zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu CHF 50.00, ausmachend CHF 6'000.00.

Der Vollzug wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.

3. Zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 13'291.50.

4. Zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 3'000.00.

II.

Der Antrag der (ehemaligen) Straf- und Zivilklägerin E.________ auf Verurteilung von 
A.________ zur Bezahlung einer Parteientschädigung im oberinstanzlichen Verfahren wird 
abgewiesen.

III.

Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers von A.________, Rechtsanwalt 
B.________, wurde bzw. wird für das erst- bzw. oberinstanzliche Verfahren wie folgt be-
stimmt:

37

Erste Instanz
Leistungen

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 54.00 200.00 CHF 10’800.00

CHF 3’143.30
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 13’943.30 CHF 1’073.65
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 15’016.95

volles Honorar 54.00 250.00 CHF 13’500.00
CHF 6’735.50

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 20’235.50 CHF 1’558.15
Total CHF 21’793.65

nachforderbarer Betrag CHF 6’776.70

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

Es wird festgestellt, dass die Entschädigung des amtlichen Verteidigers von A.________, 
Rechtsanwalt B.________, für das erstinstanzliche Verfahren unter Berücksichtigung der 
bereits mit Verfügung vom 18. Dezember 2018 ausbezahlten amtlichen Entschädigung 
von CHF 22'194.35 (inkl. MWST ohne Auslagen) bestimmt wurde.

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ im erstinstanzlichen Verfahren mit weiteren CHF 15'016.95 (bereits vollstän-
dig ausbezahlt).

A.________ hat dem Kanton Bern die für das erstinstanzlichen Verfahren ausgerichtete 
amtliche Entschädigung von CHF 37'211.30 (CHF 22'194.35 [Vorschuss 18. Dezember 
2018] + CHF 15'016.95) zurückzuzahlen und Rechtsanwalt B.________ die Differenz von 
CHF 11'916.70 (CHF 5'140.00 [nachforderbarer Betrag 18. Dezember