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**Case Identifier:** 5ff25cfd-cd6e-5903-90ae-045120042aaa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.08.2009 B-7934/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-7934-2007_2009-08-26.pdf

## Full Text

Abtei lung II
B-7934/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 6 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richter David Aschmann (Vorsitz), 
Richterin Vera Marantelli, Richter Claude Morvant, 
Gerichtsschreiber Philipp J. Dannacher.

A._______,
vertreten durch Wild Schnyder AG,
Beschwerdeführerin,

gegen

B._______,
vertreten durch Fürsprecher Dr. Lorenz Hirt,
Beschwerdegegnerin,

und

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum, 
Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verfügung vom 25. Oktober 2007 im 
Widerspruchsverfahren Nr. 8803 Fructa / Fructaid.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

B-7934/2007

Sachverhalt:

A.
Die internationale Marke IR 904'712  FRUCTAID der Beschwerdegeg-
nerin wurde am 28. Dezember 2006 gestützt auf eine deutsche Basis-
eintragung  in  der  Gazette  OMPI  des  marques  internationales  veröf-
fentlicht. Die Marke beansprucht in der Schweiz unter anderem Schutz 
für die folgenden Waren:

Klasse 5: Produits pharmaceutiques et vétérinaires, ainsi que produits  
de  soins  de  santé;  substances  diététiques  et  compléments  alimen-
taires  à  usage  médical;  substances  diététiques  et  compléments  ali-
mentaires à usage non médical, compris dans cette classe, à savoir  
enzymes pour la digestion; aliments pour bébés. 

Klasse 29:  Fruits  et  légumes conservés,  séchés et  cuits; confitures,  
compotes de fruits.

Klasse 32: Boissons aux fruits et jus de fruits; sirops et autres produits 
pour la préparation de boissons.

B.
Am 2. April 2007 erhob die Beschwerdeführerin teilweise Widerspruch 
gegen  den  Schweizer  Anteil  dieser  Markeneintragung,  nämlich  be-
schränkt auf die folgenden Waren:

Klasse 5:  produits de soins de santé; substances diététiques et com-
pléments alimentaires à usage médical; aliments pour bébés.

Klasse  29: Fruits  et  légumes conservés,  séchés et  cuits; confitures,  
compotes de fruits.

Klasse 32: Boissons aux fruits et jus de fruits; sirops et autres produits  
pour la préparation de boissons.

Sie stützte den Widerspruch auf ihre Marke IR 605'646 FRUCTA, die in 
der Schweiz für folgende Waren geschützt ist und am 19. Dezember 
1992 registriert worden war:

Klasse 5:  Thé diététique à usage médical; fruits déshydratés et con-
servés; marmelades, confitures et gelées de fruits; gelées de légumes, 
crèmes de fruits ou de légumes à tartiner; concentrés de légumes; bo-

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issons mélangées au lait non alcooliques; crèmes de fruits; vinaigre de  
fruits; müsli à base de blé, de flocons de blé, de sucre, de miel et/ou  
de chocolat contenant également des fruits, des fruits déshydratés et/
ou noisettes; boissons non alcooliques, à savoir eaux minérales et/ou  
gazeuses, jus de fruits, boissons aux jus de fruits, nectars de fruits,  
boissons de fruits, sirops de fruits pour boissons, limonades, boissons 
amères et boissons à base de coca, jus de légumes et autres bois-
sons non alcooliques à base de légumes; tous les produits  précités 
comme aliments diététiques à usage médical.

Klasse 29: Fruits déshydratés et conservés; marmelades, confitures et  
gelées de fruits; gelées de légumes, crèmes de fruits ou de légumes à 
tartiner; concentrés de légumes; boissons mélangées à base de lait  
non alcooliques; crèmes de fruits; tous les produits précités également 
comme aliments diététiques non à usage médical.

Klasse 30: Vinaigre de fruits; müsli à base de blé, de flocons de blé,  
de sucre, de miel  et/ou de chocolat  contenant également des fruits,  
des fruits déshydratés et/ou noisettes; thé; tous les produits précités 
également comme aliments diététiques non à usage médical. 

Klasse 31: Fruits frais. 

Klasse 32:  Boissons non alcooliques,  à savoir  eaux minérales et/ou 
gazeuses, jus de fruits, boissons au jus de fruits, nectars de fruits, bo-
issons de fruits,  sirops de fruits pour boissons, limonades, boissons 
amères et boissons à base de coca, jus de légumes et autres bois-
sons non alcooliques à base de légumes; tous ces produits également  
comme boissons diététiques non à usage médical.

C.
Mit Stellungnahme vom 17. Juli 2007 bestritt die Beschwerdegegnerin 
das Bestehen einer Verwechslungsgefahr zwischen der Widerspruchs-
marke und der angefochtenen Marke.

D.
Mit Verfügung vom 25. Oktober 2007 wies die Vorinstanz den Wider-
spruch mangels Bestehens einer Verwechslungsgefahr mit der Wider-
spruchsmarke ab.

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E.
Gegen diese Verfügung erhob die Beschwerdeführerin am 22. Novem-
ber  2007 Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht  mit  den Anträ-
gen:

"1. Es sei die Verfügung des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum 

vom 25. Oktober 2007 aufzuheben und der Widerspruch gutzuheissen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerde-

gegnerin."

Zur Begründung führte die Beschwerdeführerin an, im Umfang, in dem 
gegen die Marke der Beschwerdegegnerin Widerspruch eingelegt wor-
den sei, würden die Marken gleichartige, teilweise gar identische Wa-
ren beanspruchen. Auch bestehe zwischen ihnen Zeichenähnlichkeit. 
Da die Widerspruchsmarke normal kennzeichnungskräftig sei, bestehe 
eine Verwechslungsgefahr  oder,  wie  die  Beschwerdeführerin  sinnge-
mäss geltend macht, zumindest eine mittelbare Verwechslungsgefahr 
zwischen den beiden Marken.

F.
Die Vorinstanz verzichtete mit  Vernehmlassung vom 7. Februar 2007 
auf  das  Einreichen  einer  Stellungnahme  und  beantragte,  die  Be-
schwerde unter Kostenfolge abzuweisen.

G.
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Stellungnahme vom 31. März 
2008,  die Beschwerde unter  Kosten- und Entschädigungsfolgen voll-
umfänglich abzuweisen. Sie begründete ihren Antrag insbesondere da-
mit,  dass  aufgrund  der  schwachen  Kennzeichnungskraft  der  Wider-
spruchsmarke eine Verwechslungsgefahr zwischen den beiden Marken 
ausgeschlossen sei.

H.
Eine Parteiverhandlung wurde nicht durchgeführt  (Art. 40 Abs. 1 des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Das Bundesverwaltungsgericht  ist  zur  Beurteilung von Beschwerden 
gegen Verfügungen der Vorinstanz in  Widerspruchsverfahren zustän-
dig (Art. 31,  32 und 33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]). Die Beschwerde wurde in der ge-
setzlichen  Frist  von  Art.  50  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwal-
tungsverfahren  vom  20. Dezember 1968  (Verwaltungsverfahrensge-
setz, VwVG; SR 172.021) am 22. November 2007 eingereicht. Der ver-
langte  Kostenvorschuss  wurde  rechtzeitig  bezahlt.  Die  Beschwerde-
führerin ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und 
durch den Entscheid beschwert (Art. 48 VwVG). Somit ist sie zur Be-
schwerde legitimiert. Aus diesen Gründen ist auf die Beschwerde ein-
zutreten.

2.

2.1 Zeichen sind vom Markenschutz ausgeschlossen, wenn sie einer 
älteren  Marke  ähnlich  und  für  gleiche  oder  gleichartige  Waren oder 
Dienstleistungen registriert  sind, so dass sich daraus eine Verwechs-
lungsgefahr ergibt (Art. 3 Abs. 1 Bst. c des Markenschutzgesetzes vom 
28. August 1992 [MSchG, SR 232.11]). Die Beurteilung der Verwechs-
lungsgefahr richtet sich nach dem Ähnlichkeitsgrad der Zeichen im Er-
innerungsbild des Letztabnehmers (BGE 121 III 378 E. 2a Boss, 119 II 
473 E. 2 d  Radion) und nach dem Mass an Gleichartigkeit zwischen 
den geschützten Waren und Dienstleistungen. Zwischen diesen Ele-
menten besteht eine Wechselwirkung: An die Verschiedenheit der Zei-
chen sind umso höhere Anforderungen zu stellen, je ähnlicher die Pro-
dukte sind, und umgekehrt (LUCAS DAVID in: Kommentar zum Schweize-
rischen  Privatrecht,  Markenschutzgesetz  Muster-  und  Modellgesetz, 
Basel 1999, MSchG, Art. 3,  N. 8). Die Beurteilung von Art. 3 Abs. 1 
MSchG richtet sich dabei nach dem Registereintrag der Marken (Urtei-
le  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-5325/2007  vom  12.  November 
2007 E. 3 Adwista mit Hinweisen, B-7475/2006 vom 20. Juni 2007 E. 5 
All Star [Stern] [fig.]).

Damit  von einer  Verwechslungsgefahr  auszugehen ist,  müssen noch 
weitere Faktoren hinzukommen. Ausschlaggebend ist, ob aufgrund der 
Ähnlichkeit Fehlzurechnungen zu befürchten sind, welche das besser 
berechtigte Zeichen in seiner Individualisierungsfunktion beeinträchti-
gen (BGE 127 III  160 E. 2a, S. 166  Securitas).  Von einer Verwechs-

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lungsgefahr ist nicht nur auszugehen, wenn die angesprochenen Ver-
kehrskreise zwei Marken nicht auseinander zu halten vermögen (soge-
nannte unmittelbare Verwechslungsgefahr), sondern auch dann, wenn 
sie die Zeichen zwar auseinander halten können, aufgrund der Mar-
kenähnlichkeit  aber unzutreffende Zusammenhänge vermuten, insbe-
sondere an Serienmarken denken, die verschiedene Produktlinien ein 
und desselben Unternehmens oder verschiedener, wirtschaftlich mitei-
nander verbundener  Unternehmen kennzeichnen (sogenannte mittel-
bare Verwechslungsgefahr; BGE 122 III 384 E. 1  Kamillosan).  Zu be-
rücksichtigen sind im Einzelfall der Aufmerksamkeitsgrad, mit dem die 
Abnehmer Waren oder Dienstleistungen nachfragen, sowie die Kenn-
zeichnungskraft, da diese den Schutzumfang einer Marke massgeblich 
beeinflusst (CHRISTOPH WILLI,  in: Markenschutzgesetz, Kommentar zum 
schweizerischen  Markenrecht  unter  Berücksichtigung  des  europäi-
schen und internationalen Markenrechts, Zürich 2002, Art. 3, N. 17 ff.; 
BGE 122 III 382 E. 2a, S. 385 Kamillosan). 

2.2 Bei  Massenartikeln  des  täglichen  Gebrauchs  ist  die  Verwechs-
lungsgefahr strenger zu beurteilen (BGE 117 II  326 E. 4  Valser),  da 
diese  mit  einem  weniger  hohen  Aufmerksamkeitsgrad  nachgefragt 
werden. Nebst  der  Häufigkeit  des  Konsums hängt  der  Aufmerksam-
keitsgrad auch ab von den im Einzelfall  massgeblichen Verkehrskrei-
sen (BGE 126 III 320 E. 6 b) bb) Rivella; EUGEN MARBACH, Die Verkehrs-
kreise im Markenrecht,  sic!,  2007, S. 5 f.).  Für schwache Marken ist 
der geschützte Ähnlichkeitsbereich kleiner als für starke. Als schwache 
Marken gelten insbesondere Marken, deren Bestandteile sich eng an 
Sachbegriffe  des  allgemeinen Sprachgebrauchs anlehnen (BGE 122 
III 382 E. 2a, S. 385 Kamillosan). Dabei gilt es zu beachten, dass dem 
Schweizer Durchschnittskonsumenten auch die Wörter des englischen 
Grundwortschatzes  geläufig  sind  (Urteil  des  Bundesverwaltungsge-
richts  B-7468/2006  vom  6.  September  2007  E.  5.1  Seven).  Mit  der 
Übernahme  nicht  kennzeichnungskräftiger  Markenelemente  allein 
kann keine Verwechslungsgefahr begründet werden (vgl. Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts  B-7501/2006  vom  14.  März  2007  E.  8 
Inwa  International  Nordic  Walking  Association,  B-7506/2006  vom 
21. März 2007 E. 8 Karomuster/Karomuster).

Das im Registereintrag einer  Marke enthaltene Waren-  und Dienst-
leistungsverzeichnis  bedarf  im  Hinblick  auf  die  Frage  nach  der 
Gleichartigkeit mit Waren und Dienstleistungen einer anderen Marke 
der Auslegung. Gemäss Rechtsprechung ist es dabei nur ausnahms-

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weise  zulässig,  die  Auslegung  einzelner  Waren-  oder  Dienstleis-
tungsbezeichnungen  durch  einen  Quervergleich  zu  anderen,  mitbe-
anspruchten  Waren  vorzunehmen.  Eine  Ausnahme  liegt  dann  vor, 
wenn  es  sich  bei  einem Begriff  um eine  mehrdeutige  oder  unklare 
Bezeichnung  handelt  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
B-7503/2006 vom 11. Mai 2007 E. 3.5 f. Absolut).

3.
Als  erstes  sind  die  massgeblichen  Verkehrskreise  für  die  beidseits 
beanspruchten  Waren der  Klassen  5  und  29-32 des  Nizza  Abkom-
mens zu bestimmen. Diese lassen sich in vier Gruppen zusammen-
fassen, nämlich (1) Lebensmittel einschliesslich Babykost, (2) Diätle-
bensmittel,  (3)  Produkte  zur  Gesundheitspflege und (4)  Diätlebens-
mittel zu medizinischem Gebrauch.

3.1 Die massgeblichen Verkehrskreise  für  Lebensmittel  werden von 
natürlichen Personen gebildet. Hinzu kommen Speisen und Getränke 
anbietende Betriebe. In diesem Sinne ist auch "Babykost" in Klasse 5 
ein  alltägliches  Konsummittel.  Auch  es  dient  nicht  der  Heilung  von 
Krankheiten, ist bei Grossverteilern erhältlich und wird von Unterneh-
men  der  Nahrungsmittelindustrie  hergestellt.  Seine  massgeblichen 
Verkehrskreise  decken sich  weitgehend mit  denjenigen  für  Lebens-
mittel (vgl. Entscheid der RKGE vom 4. Mai 2005 E. 7 Leponex/Felo-
nex, veröffentlicht in sic! 2005 S. 655).

3.2 Für die im Eintrag der Widerspruchsmarke in den Klassen 29, 30 
und 32  erwähnten  Diätlebensmittel,  die  keinen  medizinischen  Zwe-
cken dienen,  sind  die  Verkehrskreise  ähnlich  zusammengesetzt,  da 
alle natürlichen Personen auf diätetische Ernährung angewiesen sein 
können und neben Spitalküchen, Kurhäusern und Heimen auch Gast-
gewerbebetriebe und Kantinen manchmal Diätlebensmittel im Ange-
bot  führen. Diese Waren werden von den Personen,  die sich diäte-
tisch ernähren müssen, täglich verzehrt  und daher nicht mit ausser-
ordentlicher Aufmerksamkeit erworben.

Die Verkehrskreise für die in den E. 3.1 f. genannten Produkte unter-
liegen im Sinne eines Zwischenergebnisses leichter einer allfälligen 
Verwechslungsgefahr, da ihr Aufmerksamkeitsgrad bei der Nachfrage 
mässig bis schwach ist.

3.3 Die bei beiden Marken in Klasse 5 eingetragenen Produkte zur 
Gesundheitspflege  (mit  Ausnahme  von  Babykost)  dienen  medizini-

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schen  Zwecken  (vgl.  Deutsches  Patent-  und  Markenamt,  Marken 
Klassifikation  –  Internationale  Klassifikation  von Waren und  Dienst-
leistungen für  die  Eintragung von Marken,  9. Aufl.,  München  2006, 
S. 11).  Sie  richten  sich  an  breite  Kreise  von  Endabnehmern.  Zwar 
zählen  dazu  auch  Ärzte,  Apotheker  und  Drogisten  sowie  Spitäler, 
Kurhäuser und Heime, die entsprechende Produkte an ihre Patienten 
abgeben. Die Waren richten sich aber letztlich, ohne weiterverarbeitet 
zu werden, mit  ihren Marken an die Endverbraucher (Entscheid der 
Eidgenössischen Rekurskommission für  geistiges Eigentum [RKGE] 
vom  4.  April  2003  E.  5  Rivotril/Rimostil,  veröffentlicht  in  sic!  2003 
S. 500,  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-6770/2007  vom 
9. Juni 2008 E. 7.2 Nasacort mit Hinweis). Diese Konsumentenkreise 
behandeln die Ware mit erhöhter Aufmerksamkeit, da ihnen bei Fehl-
käufen gesundheitliche Risiken drohen.

3.4 Auch  die  ebenfalls  in  Klasse  5  genannten  Diätlebensmittel zu 
medizinischem Gebrauch werden vor allem Personen angeboten, die 
auf deren medizinischen Zweck angewiesen sind, und darum mit hö-
herer  Aufmerksamkeit  erworben.  Ihre  Verkehrskreise  sind  darum 
weitgehend deckungsgleich mit den Verkehrskreisen für die Produkte 
zur Gesundheitspflege.

Die Verkehrskreise für die in den E. 3.3 f. genannten Produkte unter-
liegen im Sinne eines Zwischenergebnisses weniger rasch einer all-
fälligen Verwechslungsgefahr, da sie bei der Nachfrage einen erhöh-
ten Aufmerksamkeitsgrad zeigen.

4.
Die  Kennzeichnungskraft  der  Widerspruchsmarke  wurde  im  ange-
fochtenen Entscheid ohne Analyse für einzelne Waren pauschal ver-
neint. Eine differenzierte Prüfung ergibt folgendes Bild.

4.1 Die zweisilbige Wortmarke FRUCTA ist zwar eine Wortneuschöp-
fung. In  der  französischen  Sprache  gibt  es  aber  eine  ganze Reihe 
von Wörtern, die mit der Vorsilbe "fruct-" beginnen und im Sinngehalt 
mit  dem  Wort  "Frucht"  zusammenhängen:  "fructifère"  (Frucht  tra-
gend), "fructification" (Fruchtbildung, -ansatz), "fructifier" (Früchte tra-
gen), "fructose" (Fruchtzucker, Fructose beziehungsweise Fruktose), 
fructueux  (gewinnbringend)  (vgl.  Langenscheidt  Redaktion  [Hrsg.], 
Handwörterbuch  Französisch,  Teil  1  Französisch  –  Deutsch,  Berlin 
und München 2006,  S. 323). Auch Italienischsprachige werden das 
"A" am Wortstamm "FRUCT-" leicht mit dem Wort "frutto" (Frucht) in 

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Verbindung bringen. Nicht bloss die Angehörigen der Verkehrskreise 
in  französischsprachigen  Landesteilen  werden  daher  in  der  Wider-
spruchsmarke FRUCTA aufgrund der Vorsilbe "FRUCT-" einen deutli-
chen Hinweis auf "Früchte" erkennen.

Vorinstanz und Beschwerdegegnerin halten dafür, dass die massgeb-
lichen  Verkehrskreise  in  der  Widerspruchsmarke  (zusätzlich)  einen 
beschreibenden  Hinweis  auf  einen  Inhaltsstoff  der  beanspruchten 
Waren, nämlich "Fructose" oder "Fruchtzucker" erkennen. "Fructose" 
(Lateinisch fructus: "Frucht") ist ein in der Natur verbreiteter, in vielen 
Pflanzen,  Früchten und in  Honig enthaltener Zucker. Fructose dient 
zum Süssen von Speisen für Zuckerkranke (Lexikonredaktion des Bi-
bliographischen Instituts [Hrsg.]: Meyers Grosses Universal Lexikon, 
Mannheim 1981, Stichwort: "Fructose", S. 324 f.). Während aber das 
Wort  "Fruchtzucker"  von "Fructa"  relativ  weit  entfernt  ist,  zählt  das 
Wort  "Fructose"  nicht  zum  Sprachgebrauch  der  vorliegend  haupt-
sächlich angesprochenen Verkehrskreise. Diese werden daher in der 
Widerspruchsmarke für die meisten Waren nur einen beschreibenden 
Hinweis auf "Früchte" erkennen. FRUCTA wirkt mithin im Sinne einer 
Inhaltsangabe  im  Zusammenhang  mit  allen  beanspruchten  Waren, 
die  ganz oder  zum Teil  aus  Früchten bestehen können,  kennzeich-
nungsschwach.

4.2 Kein  derart  beschreibender  Zusammenhang  besteht  mit  Bezug 
auf Waren aus rohem oder verarbeitetem Gemüse. Denn der Unter-
schied zwischen Früchten und Gemüse ist  den Verkehrskreisen ge-
läufig. Es ist allgemein bekannt, dass sich die meisten Früchte eben-
so gut kombinieren lassen wie die meisten Gemüse, dagegen nach 
der europäischen Küche Früchte und Gemüse nur ausnahmsweise in 
derselben Speise kombiniert werden. Die beschreibende Wirkung von 
"Fructa-"  auf  Früchte  und  Waren,  die  gewöhnlich  oder  häufig  aus 
Früchten  bestehen,  kann  darum  auf  Gemüse  und  Waren,  die  ge-
wöhnlich oder  häufig  aus  Gemüse bestehen,  nicht  übertragen wer-
den.

Die Kennzeichnungskraft der Widerspruchsmarke ist  also mit  Bezug 
auf diejenigen Waren reduziert, die üblicherweise oder notwendig zu 
wesentlichen Teilen aus Früchten bestehen, nämlich: 

5 Thé diététique à  usage médical;  fruits  déshydratés  et  conser-
vés;  marmelades,  confitures  et  gelées  de  fruits;  crèmes  de 
fruits  à  tartiner;  boissons  mélangées  au  lait  non  alcooliques;  

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crèmes  de  fruits;  vinaigre  de  fruits;  müsli  à  base  de  blé,  de  
flocons de blé, de sucre, de miel  et/ou de chocolat  contenant 
également  des  fruits,  des  fruits  déshydratés  et/ou  noisettes;  
boissons non alcooliques, à savoir eaux minérales et/ou gazeu-
ses, jus de fruits, boissons aux jus de fruits, nectars de fruits, 
boissons  de  fruits,  sirops  de  fruits  pour  boissons,  limonades,  
boissons amères et boissons à base de coca, tous les produits  
précités comme aliments diététiques à usage médical.

Klasse 29: Fruits déshydratés et conservés; marmelades, confi-
tures et  gelées de fruits; crèmes de fruits à tartiner; boissons 
mélangées  à  base  de  lait  non  alcooliques;  crèmes  de  fruits;  
tous  les  produits  précités  également  comme  aliments  diététi-
ques non à usage médical.

30 Vinaigre de fruits; müsli  à base de blé,  de flocons de blé,  de 
sucre,  de  miel  et/ou  de  chocolat  contenant  également  des 
fruits,  des  fruits  déshydratés  et/ou  noisettes;  thé;  tous  les  
produits précités également comme aliments diététiques non à 
usage médical. 

31 Fruits frais. 

32 Boissons  non  alcooliques,  à  savoir  eaux  minérales  et/ou 
gazeuses,  jus  de  fruits,  boissons  au  jus  de  fruits,  nectars  de 
fruits,  boissons  de  fruits,  sirops  de  fruits  pour  boissons,  li-
monades,  boissons amères et  boissons à base de coca,  tous  
ces produits également comme boissons diététiques non à usa-
ge médical.

Die Widerspruchsmarke ist namentlich auch für die in Klasse 32 be-
anspruchten eaux minérales et/ou gazeuses, schwach zu werten, da 
diese  Waren  häufig  mit  Fruchtzusätzen  angereichert  werden  (vgl. 
Entscheid der RKGE vom 29. Dezember 2005 E. 5 Michel, veröffent-
licht  in  sic!  2006 S. 270).  Dagegen ist  die  Kennzeichnungskraft  der 
Widerspruchsmarke unversehrt anzuerkennen für die Waren 

5 Gelées de légumes, crèmes de légumes à tartiner; concentrés 
de légumes; jus de légumes et autres boissons non alcooliques 
à base de légumes; tous les produits précités comme aliments 
diététiques à usage médical,

29 gelées de légumes, crèmes de légumes à tartiner; concentrés 
de  légumes;  tous  les  produits  précités  également  comme 
aliments diététiques non à usage médical,

32 jus de légumes et autres boissons non alcooliques à base de 
légumes;  tous  ces  produits  également  comme  boissons 
diététiques non à usage médical.

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5.

5.1 Gleichartigkeit bedeutet, dass die massgeblichen Abnehmerkrei-
se auf den Gedanken kommen können, die unter Verwendung ähnli-
cher  Marken angebotenen  Waren würden angesichts  ihrer  üblichen 
Herstellungs-  und  Vertriebsstätten  aus  demselben  Unternehmen 
stammen oder doch wenigstens unter der Kontrolle eines gemeinsa-
men Markeninhabers hergestellt (DAVID, a.a.O., Art. 3, N. 35). Für das 
Bestehen  gleichartiger  Waren  sprechen  Übereinstimmungen  zwi-
schen den Herstellungsstätten der Waren, dem fabrikationsspezifisch 
erforderlichen Know-how, den  Vertriebskanälen,  den Abnehmerkrei-
sen  und  dem Verwendungszweck  der  Waren,  deren  Substituierbar-
keit,  verwandte oder gleiche technologische Indikationsbereiche so-
wie das Verhältnis von Hauptware und Zubehör (Urteil  des Bundes-
verwaltungsgerichts  B-7447/2006  vom  17.  April  2007  E.  5  Martini  
Baby, Entscheid der RKGE vom 16. August 2004 E. 6  Harry/Harry's 
Bar,  veröffentlicht  in  sic!  2004  S.  863,  Entscheid  der  RKGE  vom 
25. Mai 2005 E. 5 Käserosette, veröffentlicht in sic! 2006 S. 36). Ge-
gen das Vorliegen von Gleichartigkeit sprechen getrennte Vertriebs-
kanäle  innerhalb  derselben  Käuferschicht  sowie  das  Verhältnis  von 
Hilfsware oder Rohstoff zu Haupt-, Zwischen- oder Fertigware (Urteil 
des Bundesverwaltungsgerichts B-7447/2006 vom 17. April 2007 E. 5 
Martini  Baby,  Entscheid  der  RKGE  vom  16.  August  2004  E.  6 
Harry/Harry's Bar,  veröffentlicht in sic!  2004 S. 863,  EUGEN MARBACH, 
in: Roland von Büren/Lucas David [Hrsg.], Schweizerisches Immateri-
algüter-  und  Wettbewerbsrecht,  Kennzeichenrecht,  Markenrecht, 
2. Aufl., Basel 2009, S. 253 ff.).

5.2 Lebensmittel  des  täglichen Bedarfs,  die  dazu bestimmt sind,  in 
der Küche verwendet zu werden, wurden in der Rechtsprechung als 
miteinander gleichartig bezeichnet. Dies nicht nur mit Bezug auf ein-
zelne Lebensmittel  innerhalb der Klasse 29, sondern auch klassen-
übergreifend  mit  Waren  der  Klasse  30,  da  ihr  Verwendungszweck 
übereinstimmt und die Vertriebswege weitgehend identisch sind (Ent-
scheid der RKGE vom 27. März 2001 E.4 Elsie (fig.) / Elsa (fig.), ver-
öffentlicht in sic! 2001 S. 323; Entscheid der RKGE vom 14. Februar 
1997 E. 7 Gourmet House, veröffentlicht in sic! 1997 S. 177). Schoko-
ladeprodukte in Klasse 30 und Gemüsekonserven in Klasse 29 wur-
den aufgrund ihrer  unterschiedlichen Produktionsstätten  jedoch  nur 
als entfernt gleichartig betrachtet (Entscheid der RKGE vom 5. Okto-
ber 2000 E.5 Naturella/Naturessa, veröffentlicht in sic! 2000 S. 800). 

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Später  verdeutlichte  die  RKGE,  dass  Nahrungsmittel  zu  Getränken 
ungleichartig sind (Entscheid der RKGE vom 14. Mai 2001, E. 5 San-
pellegrino,  veröffentlicht  in  sic!  2002  S.  433;  vgl.  auch  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  B-7447/2006  vom  17.  April  2007  E.  5 
Martini Baby,  B-7452/2006 vom 17. April  2007 E.5  Martini). Mineral-
wässer und Fruchtgetränke sind unter sich gleichartig (Entscheid der 
RKGE vom 29. Dezember 2005, veröffentlicht in sic! 2006 S. 270 E. 5 
Michel  [fig.]).  Die  Gleichartigkeit  zwischen  Brotwaren  und  anderen 
Lebensmitteln  des  täglichen  Gebrauchs  in  Klasse  29  wurde  in  der 
Rechtsprechung bereits  verneint,  zwischen Brotwaren und entspre-
chenden Lebensmitteln in Klasse 30 hingegen bejaht (Entscheid der 
RKGE vom 16. August 2004 E. 9 f.  Harry [fig.],  veröffentlicht  in sic! 
2004 S. 863).

5.3 Vorliegend beansprucht die Widerspruchsmarke in Klasse 5 ver-
schiedene Diätlebensmittel  zu medizinischem Gebrauch. Die einzel-
nen beanspruchten Waren sind gleichartig mit den von der angegrif-
fenen Marke in Klasse 5 beanspruchten Produkten zur Gesundheits-
pflege, Diätsubstanzen und Nahrungsergänzungsmitteln zum medizi-
nischen  Gebrauch,  da  die  Herstellungsstätten  und  Vertriebswege, 
das fabrikationsspezifisch erforderliche Know-how sowie die Verwen-
dungszwecke  übereinstimmen.  Die  von  der  angegriffenen  Marke  in 
Klasse 5 beanspruchte Babykost ist aufgrund der gemeinsamen Her-
stellungsstätten mit den von der Widerspruchsmarke in den Klassen 
29 und 30 beanspruchten Lebensmitteln ebenfalls gleichartig.

Auch  die  von  der  Widerspruchsmarke  in  Klasse  29  beanspruchten 
getrockneten  und  konservierten  Früchte;  Fruchtgelees;  Gemüsegal-
lerten,  Früchte-  oder  Gemüseaufstriche;  Gemüsekonzentrate  und 
Fruchtcremes sind gleichartig mit den von der angefochtenen Marke 
in Klasse 29 beanspruchten, konservierten und gekochten Früchten 
und  Gemüsen.  Diese  verarbeiteten  Land-  und  Gartenbauprodukte 
werden nämlich oft von ein und den selben Unternehmen hergestellt 
und vertrieben. Das erforderliche Know-how stimmt weitgehend über-
ein,  und die  Waren sind  zum Teil  substituierbar. Warenidentität  be-
steht sodann zwischen getrockneten und konservierten Früchten und 
Marmeladen einerseits (Klasse 29, Widerspruchsmarke) und konser-
vierten, getrockneten und gekochten Früchten; Konfitüren und Frucht-
kompotten andererseits (Klasse 29, angefochtene Marke).

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Zwischen  den  von  der  angefochtenen  Marke  in  Klasse  32  bean-
spruchten  Fruchtgetränken  und  Fruchtsäften;  Sirupen  und  anderen 
Produkten  zur  Zubereitung  von  Getränken  mit  den  von  der  Wider-
spruchsmarke in Klasse 32 beanspruchten Boissons aux fruits et jus 
de fruits;  sirops  et  autres  produits  pour  la  préparation  de boissons 
besteht  ebenfalls Warenidentität. Darüber hinaus ist  bei  den Eintra-
gungen  in  dieser  Klasse  von  Gleichartigkeit  auszugehen,  etwa  mit 
Bezug  zu  den  Gemüsesäften  und  anderen  nichtalkoholischen  Ge-
tränken auf Gemüsebasis, da die Herstellungs- und Vertriebsstätten 
weitgehend übereinstimmen, die Waren in diesen Vertriebsstätten in 
"Regalnähe" angeboten werden sowie aufgrund des zur Fabrikation 
erforderlichen,  übereinstimmenden Know-hows und  verwandter  Ver-
wendungszwecke, zum Beispiel für sogenannte Saftkuren.

5.4 Sowohl die Beschwerdeführerin als auch die  Beschwerdegegne-
rin gehen von Warengleichartigkeit, die Beschwerdeführerin teilweise 
sogar von -identität  zwischen den beanspruchten Waren der beiden 
Marken aus. Die Beschwerdegegnerin macht allerdings geltend, zwi-
schen den in Klasse 5 beanspruchten Waren bestehe teilweise nur 
eine  entfernte  Warengleichartigkeit,  da  unter  der  Marke FRUCTAID 
spezifische Waren hergestellt würden, welche die Verdauung fördern 
und trotz einer "Fructoseunverträglichkeit" konsumiert  werden könn-
ten. Dies ergebe sich aus dem Firmennamen der Beschwerdegegne-
rin, sei aber auch aufgrund der von der Widerspruchsmarke in Klasse 
5  beanspruchten  Waren  erkennbar.  Diese  Waren  in  Klasse  5  sind 
vom vorliegenden  Teilwiderspruch  allerdings  wie  erwähnt  nicht  alle 
betroffen. Den Argumenten der Beschwerdegegnerin ist entgegenzu-
halten,  dass  aus  dem  Firmennamen  der  Beschwerdeführerin  "Pro 
Natura Gesellschaft für gesunde Ernährung mbH" nicht ohne weite-
res abgeleitet werden kann, dass es sich  ausschliesslich um Waren 
handelt, welche "die Verdauung fördern", beziehungsweise auch trotz 
Vorliegen  einer  "Fructoseunverträglichkeit"  konsumiert  werden  kön-
nen. Ob der  Firmenname einer Markeninhaberin bei  der  Auslegung 
des  Warenverzeichnisses  überhaupt  Berücksichtigung  finden  kann, 
kann daher offen bleiben. Andererseits ist der Beizug anderer bean-
spruchter Waren aus dem beschwerdegegnerischen Warenverzeich-
nis zur Auslegung der Begriffe "produits de soins de santé; substan-
ces  diététiques  et  compléments  alimentaires  à  usage  médical;  ali-
ments pour bébés" im von der Beschwerdegegnerin verlangten Sinne 
ausgeschlossen. Die Angaben "Produkte zur Gesundheitspflege; diä-

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tetische  Substanzen  und  Nahrungsergänzungsmittel  zum  medizini-
schen Gebrauch; Babykost" sind weder mehrdeutig noch unklar.

5.5 Im Ergebnis ist  von Gleichartigkeit  bzw. im dargelegten Umfang 
von Warenidentität  zwischen den zu vergleichenden Marken auszu-
gehen.

6.
Mit  Bezug  auf  diese  betroffenen Waren  ist  zu  prüfen,  ob  zwischen 
den Marken eine Zeichenähnlichkeit besteht.

6.1 Ob Zeichen einander ähnlich sind, wird aufgrund ihres Gesamt-
eindrucks beurteilt (Entscheid der RKGE vom 11. Mai 2006 E. 4 He-
ro, veröffentlicht in sic! 2006 S. 478). Beim Zeichenvergleich ist  von 
den  Eintragungen  im  Register  auszugehen  (BGE 119  II  475  E. 2b 
Radion),  doch gilt  es  zu  berücksichtigen,  dass  das  angesprochene 
Publikum die Marken in der Regel nicht gleichzeitig vor sich hat. Des-
halb ist auf das Erinnerungsbild abzustellen, das die Abnehmer von 
den  eingetragenen  Marken  bewahren  (Entscheid  der  RKGE  vom 
27. April 2005 E. 6 O [fig.], veröffentlicht in sic! 2006 S. 673). Diesem 
Erinnerungsbild haftet zwangsläufig eine gewisse Verschwommenheit 
an (MARBACH, a.a.O., N. 867 f.), wobei es wesentlich durch die kenn-
zeichnungskräftigen Markenelemente geprägt wird (BGE 122 III  386 
E.  2a  Kamillosan).  Schwache  oder  gemeinfreie  Markenbestandteile 
dürfen jedoch bei der Beurteilung der Markenähnlichkeit nicht einfach 
weggestrichen werden (WILLI, a.a.O., Art. 3, N. 65; vgl. Entscheid der 
RKGE vom 20. Oktober 2005 E. 6 f. Mictonorm, veröffentlicht in sic! 
2006 S. 90). Die unveränderte Übernahme der Widerspruchsmarke in 
die angefochtene Marke schafft in der Regel eine Verwechslungsge-
fahr, solange nicht  neue kennzeichnungskräftige Bestandteile  zu ei-
nem kennzeichnungsschwachen Element der älteren Marke hinzuge-
fügt  werden  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  B-3118/2006 
vom 6. November 2007 E. 2  Swing,  B-439/2006 vom 6. Juli 2007 E. 
7.1.1. Kinder).

6.2 Der Gesamteindruck von Wortmarken wird zunächst durch ihren 
Klang und ihr Schriftbild bestimmt; gegebenenfalls ist ihr Sinngehalt 
zu beachten. Das Silbenmass, die Aussprachekadenz und die Aufein-
anderfolge der Vokale prägen insbesondere den Klang, während das 
Schriftbild vor allem durch die Wortlänge und durch die Eigenheiten 
der  verwendeten Buchstaben bestimmt  wird  (Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts  B-7492/2006  vom 12. Juli  2007  E. 4  Aromata  mit 

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Hinweisen).  Grundsätzlich  genügt  eine  Übereinstimmung  zwischen 
Wortmarken unter einem der drei genannten Gesichtspunkte, um die 
Zeichenähnlichkeit  zu  bejahen.  Ein  klar  erkennbarer  unterschiedli-
cher Sinngehalt im Widerspruch stehender Marken kann eine festge-
stellte visuelle oder akustische Ähnlichkeit jedoch wettmachen (Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  B-7460/2006 vom 6. Juli  2007 E. 6 
ADIA, Entscheid der RKGE vom 10. März 2006 E. 7 Minergie/Sinner-
gie, veröffentlicht in sic! 2006 S. 413). Schliesslich wird bei der Beur-
teilung  der  Zeichenähnlichkeit  von  Wortmarken  dem  Wortanfang  in 
der Regel grössere Bedeutung beigemessen als dem Wortende (Ent-
scheid der RKGE vom 20. Oktober 2005 E. 6  Mictonorm, veröffent-
licht in sic! 2006 S. 90).

6.3 Vor diesem Hintergrund ist die Ähnlichkeit zwischen den Zeichen 
FRUCTA (Widerspruchsmarke) und FRUCTAID (angefochtene Marke) 
mit Bezug auf Wortklang, Schriftbild und allenfalls vorhandene Sinn-
gehalte zu untersuchen. Der klangliche Vergleich hängt davon ab, ob 
die  angefochtene  Marke  "frukta-id"  oder  eher  "fruktejd"  ausgespro-
chen wird. In Anlehnung an die bekannten französischen und engli-
schen Wörter "aide" beziehungsweise "aid" für "Hilfe" ist nicht davon 
auszugehen, dass die massgeblichen Verkehrskreise die angefochte-
ne Marke "frukta-id" aussprechen. Das von der Beschwerdegegnerin 
vorgebrachte Argument, wonach es sich bei der angegriffenen Marke 
im  Gegensatz  zu  der  Widerspruchsmarke  um ein  dreisilbiges  Wort 
("FRUCT-A-ÏD") handelt, ist nicht stichhaltig, da von einer einsilbigen 
Aussprache der Buchstaben "AI" wie in den genannten Wörtern "aid" 
beziehungsweise "aide" auszugehen ist. Selbst die Beschwerdegeg-
nerin  scheint  von  dieser  Art  der  Aussprache  der  Marke  durch  die 
massgeblichen  Verkehrskreise  auszugehen,  nimmt  sie  doch  unter 
dem  Aspekt  "Sinngehalt"  für  sich  in  Anspruch,  die  massgeblichen 
Verkehrskreise  würden  in  ihrer  Marke  das  englische  Wort  "aid"  für 
"Hilfe" klar erkennen. Diese Ansicht spricht aber für die Aussprache 
"fruktejd" der angefochtenen Marke.

Aus diesem Grund stimmen die Marken einerseits akustisch im Sil-
benmass (zwei  Silben)  und der  Aussprachekadenz überein,  obwohl 
sie sich in der Aufeinanderfolge der Vokale "U – A" beziehungsweise 
"U  –  EJ"  am  Markenende  unterscheiden.  Visuell  sind  die  Zeichen 
ebenfalls ähnlich: Die Widerspruchsmarke erscheint in der angefoch-
tenen Marke unverändert.  Durch das  Anfügen der  Buchstaben "ID" 
werden weder die Wortlänge noch die Eigenheiten der sechs Buch-

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staben der Widerspruchsmarke erheblich verändert, zumal der Buch-
stabe "I" graphisch unscheinbar wirkt. 

Andererseits ist  aufgrund der engen Gedankenverbindung zwischen 
FRUCTA  und  "Frucht"  von  einem  schwachen  übereinstimmenden 
Markenbestandteil auszugehen. Dagegen kann aufgrund des Sinnge-
halts der Schlusssilbe "-aid" der angefochtenen Marke, entgegen der 
Auffassung der Beschwerdegegnerin, nicht von einem klar erkennba-
ren, abweichenden Sinngehalt zwischen den beiden Marken gespro-
chen werden. Die angefochtene Marke legt nicht den Schluss nahe, 
dass die damit gekennzeichneten Waren "ihren Zweck in der Hilfe für 
Verdauung und bei Problemen mit Fructose haben". Vielmehr besteht 
über  das  beidseits  enthaltene  Element  "FRUCT"  als  Hinweis  auf 
"Früchte" eine sinngehaltliche aber für die meisten betroffenen Waren 
kennzeichnungsschwache  Übereinstimmung  zwischen  den  beiden 
Marken. Im Erinnerungsbild ist im Gesamteindruck eine Zeichenähn-
lichkeit  dennoch zu bejahen,  zumal  die  Übereinstimmung zwischen 
den beiden Zeichen auf ihrer Anfangssilbe liegt.

7.
Schliesslich ist in einer abschliessenden Gesamtbetrachtung die Ver-
wechslungsgefahr  zu  beurteilen.  Dabei  ist  einerseits  zu  beachten, 
dass das Wortelement "Fruct-" bzw. "Fructa" mit Bezug auf gewisse 
beanspruchte  Waren  der  Widerspruchsmarke  kennzeichnungs-
schwach wirkt. Andererseits kann dieses Wortelement als direkt be-
schreibender Bestandteil in der angefochtenen Marke nicht untersagt 
werden und keine Verwechslungsgefahr herbeiführen,  soweit  es die 
einzige  Übereinstimmung  zwischen  den  beiden  Marken  bildet  (vgl. 
E. 4).  Eine  Verwechslungsgefahr  zwischen  den  zu  vergleichenden 
Marken wird darum selbst unter Berücksichtigung der zum Teil gerin-
gen Aufmerksamkeit,  die die Verkehrskreise auf  die Wahl ihrer Pro-
dukte anwenden, durch die Abweichung im Suffix "-(a)id" der ange-
fochtenen Marke mit  Bezug auf diejenigen Waren ausgeglichen und 
verhindert,  die  notwendig  aus  Früchten  bestehen  bzw.  hergestellt 
werden (vgl. E. 2.2). Auch wenn zwischen den Marken weitgehende 
Warengleichartigkeit und teilweise -identität  sowie eine Zeichenähn-
lichkeit festgestellt werden kann, schafft die angefochtene Marke dar-
um  nicht  im  ganzen  Umfang  des  erhobenen  Teilwiderspruchs  eine 
Verwechslungsgefahr.

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Keine Verwechslungsgefahr  ist  damit  für  folgende Waren der  ange-
fochtenen Marke festzustellen:

29 Fruits  conservés,  séchés  et  cuits;  confitures,  compotes  de 
fruits;

32 Boissons aux fruits et jus de fruits.

Hingegen ist mit Bezug auf folgende Waren der angefochtenen Marke 
das Bestehen einer Verwechslungsgefahr zu bejahen:

5 Produits de soins de santé; substances diététiques et complé-
ments alimentaires à usage médical; aliments pour bébés;

29 Légumes conservés, séchés et cuits;
32 Sirops et autres produits pour la préparation de boissons.

8.
Die Beschwerde ist somit teilweise gutzuheissen und der angefochte-
nen Marke FRUCTAID für die Waren Produits de soins de santé; sub-
stances  diététiques  et  compléments  alimentaires  à  usage  médical;  
aliments  pour  bébés in  Klasse  5,  Légumes  conservés,  séchés  et  
cuits in Klasse 29 und  Sirops et autres produits pour la préparation 
de boissons in Klasse 32 der Schutz zu verweigern.

Mit  Bezug auf Fruits conservés, séchés et cuits; confitures, compotes 
de fruits" (Klasse 29) und "boissons aux fruits et jus de fruits  (Klasse 
32) ist die Beschwerde abzuweisen.

9.
Die  Kosten  des  erstinstanzlichen  Widerspruchsverfahrens  (Wider-
spruchsgebühr von Fr. 800.–) sind bei diesem Ausgang des Verfahrens 
im  Umfang  von  Fr.  400.– der  Beschwerdegegnerin  aufzuerlegen 
(Art. 34  MSchG,  Art. 54  VwVG). Da die  von der  Beschwerdeführerin 
bezahlte  Widerspruchsgebühr  von  der  Vorinstanz  zurück  behalten 
worden  ist,  hat  die  Beschwerdegegnerin  der  Gegenpartei  die  Hälfte 
davon, also Fr. 400.– zu bezahlen.

10.
Bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Verfahrenskosten  zur 
Hälfte der Beschwerdeführerin und zur anderen Hälfte der Beschwer-
degegnerin aufzuerlegen. Der Überschuss des von der Beschwerde-
führerin einbezahlten Kostenvorschusses ist ihr zurückzuerstatten.

Die Gerichtsgebühr ist nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsa-
che, Art  der Prozessführung und der finanziellen Lage der Parteien 

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festzulegen  (Art. 63  Abs. 4bis VwVG,  Art.  2  Abs. 1  des  Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]). Im Beschwerde-
verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht ist dafür ein Streitwert 
zu  veranschlagen  (Art.  4  VGKE),  wobei  dafür  im  Widerspruchsbe-
schwerdeverfahren das Interesse der Widersprechenden an der Lö-
schung, beziehungsweise der Widerspruchsgegnerin am Bestand der 
angefochtenen Marke zu veranschlagen ist. Es  würde allerdings zu 
weit führen und könnte im Verhältnis zu den geringen Kosten des er-
stinstanzlichen Verfahrens abschreckend wirken, wenn dafür im Ein-
zelfall  stets konkrete Aufwandsnachweise verlangt würden. Bei eher 
unbedeutenden  Zeichen  darf  von  einem  Streitwert  zwischen 
Fr. 50'000.– und Fr. 100'000.– ausgegangen werden (BGE 133 III 492 
E. 3.3  Turbinenfuss mit  Hinweisen).  Von diesem Erfahrungswert  ist 
auch  im  vorliegenden  Verfahren  auszugehen.  Nach  dem  Gesagten 
rechtfertigt  es  sich,  die  Verfahrenskosten  insgesamt  auf  Fr. 4'000.– 
festzulegen, wobei die Beschwerdeführerin einen hälftigen Anteil von 
Fr. 2'000.– und  die  Beschwerdegegnerin  ebenfalls  einen  Anteil  von 
Fr. 2'000.– zu tragen hat.

11.
In Anbetracht der hälftigen Aufteilung der Verfahrenskosten ist von der 
Zusprechung  einer  Parteientschädigung  abzusehen  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts B-246/2008 vom 26. September 2008 E. 4 
Red Bull / Dancing Bull mit Hinweisen).

12.
Gegen dieses Urteil ist keine Beschwerde ans Bundesgericht möglich 
(Art.  73  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]). Es ist somit rechtskräftig.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird  teilweise gutgeheissen. Ziffern  1,  2  und 4  der 
Verfügung der Vorinstanz vom 25. Oktober 2007 werden aufgehoben, 
und der Widerspruch wird teilweise gutgeheissen. Die Vorinstanz wird 
angewiesen,  der internationalen Marke IR 904'712  FRUCTAID  in der 
Schweiz  keinen  Schutz  für  die  Waren  „produits  de  soins  de  santé; 
substances  diététiques  et  compléments  alimentaires  à  usage  mé-
dical;  aliments  pour  bébés“ (in  Klasse 5);  „légumes  conservés,  sé-

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chés et  cuits“  (in  Klasse 29)  und „sirops et  autres produits  pour  la 
préparation de boissons“ (in Klasse 32) zu gewähren.

2.
Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 4'000.– werden im Umfang 
von Fr. 2'000.– der Beschwerdeführerin auferlegt und mit dem geleis-
teten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5'000.– verrechnet. Der ver-
bleibende Verfahrenskostenanteil von Fr. 2'000.– wird der Beschwerde-
gegnerin  auferlegt.  Der  Differenzbetrag  zum  geleisteten  Kostenvor-
schuss in der Höhe von Fr. 3'000.– wird der Beschwerdeführerin nach 
Rücksendung des Rückerstattungsformulares überwiesen.

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführerin  (Einschreiben;  Beilagen:  Akten  zurück, 
Rückerstattungsformular)

- die  Beschwerdegegnerin  (Einschreiben;  Beilagen:  Akten  zurück, 
Einzahlungsschein)

- die Vorinstanz (Ref.: W8803-scr/ule;  Einschreiben, Beilagen: Akten 
zurück)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

David Aschmann Philipp J. Dannacher

Versand: 1. September 2009

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