# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92b9a756-1aae-522b-88bc-013b39d9e73f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.10.2011 E-4791/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4791-2011_2011-10-17.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­4791/2011

U r t e i l   v om   1 7 . 1 0 . 2 0 1 1

Besetzung Einzelrichterin Regula Schenker Senn,
mit Zustimmung von Richter Robert Galliker; 
Gerichtsschreiberin Aglaja Schinzel.

Parteien A._______,
Türkei, 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
29. Juli 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat 
am 22. Juni 2011 verliess und am 27. Juni 2011 in die Schweiz einreiste, 
wo er gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  vom  30.  Juni  2011  sowie  der 
Anhörung  vom  15.  Juli  2011  zur  Begründung  des  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen geltend machte, 

dass er  kurdischer Ethnie  sei,  ursprünglich aus dem Dorf C._______  in 
der  Provinz  D._______  stamme,  seit  1993  aber  mit  seiner  Familie  in 
Istanbul, im Stadtteil E._______, gelebt habe,

dass er im Juni 2010 in sein Heimatdorf zurückgekehrt sei mit dem Plan, 
Viehwirtschaft zu betreiben, wozu er Lämmer gekauft habe,

dass  es  dort  am  18.  März  2011  zu  einem  Gefecht  zwischen  der  PKK 
(Arbeiterpartei Kurdistans) und der türkischen Armee gekommen sei, bei 
welchem ein Soldat verletzt beziehungsweise getötet worden sei,

dass  er  zwei  Tage  vor  diesem  Vorfall  von  den  Guerillas  aufgesucht 
worden sei und diese ihm ein Schaf abgekauft hätten,

dass zwei Tage nach dem Gefecht 35 bis 40 Soldaten oder Angestellte 
des Geheimdienstes MIT zu ihm gekommen seien ­ er habe gerade seine 
Schafe  auf  der Weide  gehütet  ­  und  ihn  zum Vorfall  befragt  sowie  ihm 
vorgeworfen  hätten,  einen  gewissen  F._______  zu  kennen,  Kontakt mit 
den  PKK­Rebellen  gehabt  zu  haben  und  Kenntnis  habe  von  deren 
Versteck,

dass  er  all  dies  verneint  habe,  worauf  er  von  den  Soldaten  beschimpft 
und  misshandelt  worden  sei,  bis  plötzlich,  als  die  Soldaten  versucht 
hätten,  ihn  zu  vergewaltigen,  der  Dorfvorsteher  und  seine  Frau 
aufgetaucht  seien  und  ihm  geholfen  hätten,  worauf  die  Soldaten  sofort 
von ihm abgelassen hätten, der Dorfvorsteher ihn mit zu sich nach Hause 
genommen und seine Verletzungen gepflegt habe,

dass er eine Woche später nach Istanbul zu seinen Eltern gegangen sei,

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dass es am 22. Mai 2011, nachts um drei Uhr, zu einer Polizei­Razzia bei 
ihm  zu Hause  gekommen  sei,  er  von  den  Polizisten  zum Polizeiposten 
E._______  mitgenommen,  dort  während  zweier  Tage  festgehalten, 
verhört, mit Elektroschock misshandelt und am Abend des zweiten Tages 
um ungefähr 22 Uhr freigelassen worden sei,

dass drei oder vier Tage später der Dorfvorsteher seinen Vater angerufen 
und diesem erzählt habe, man habe das Versteck der Guerilla gefunden 
und  dort  einen  Sack  sichergestellt,  auf  dem  der  Name  des 
Beschwerdeführers stehe,

dass  er  aufgrund  der  Polizei­Razzia  von  den  Quartierbewohnern 
verdächtigt worden sei, Verbindungen zur PKK zu haben, weshalb er sich 
nicht mehr wohl gefühlt und beschlossen habe, ins Ausland zu fliehen,

dass er das Geld für die Reise vom Dorfvorsteher erhalten habe, welcher 
dafür die Schafe des Beschwerdeführers verkauft habe,

dass er am 22. Juni 2011 die Türkei in einem Lastwagen verlassen habe 
und über unbekannte Länder in die Schweiz eingereist sei,

dass er in seiner Familie ausserdem als Ehrenloser gelte, da er sich vor 
einigen  Jahren,  nachdem  seine  ältere  Schwester  zu  einem  Mann 
gegangen und er von den Ältesten der Familie beauftragt worden sei, die 
Schwester  umzubringen,  geweigert  habe,  dies  zu  tun  und  sich  deshalb 
vor den Verwandten habe verstecken müssen,

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung 
vom  29.  Juli  2011  –  eröffnet  am  3.  August  2011  –  ablehnte  sowie  die 
Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug anordnete,

dass das Bundesamt seinen ablehnenden Asylentscheid im Wesentlichen 
damit  begründete,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  hielten  den 
Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht  stand,  so  dass  ihre 
Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse,

dass sich der Beschwerdeführer  in Bezug auf das von  ihm geschilderte 
Gefecht widerspreche,  indem er  einmal  aussage,  ein Soldat  sei  getötet 
worden, und an anderer Stelle, dieser sei nur verletzt worden,

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dass der Beschwerdeführer jedenfalls damit habe rechnen müssen, dass 
die  Soldaten  nach  diesem  Anschlag  die  Gegend  nach  Terroristen 
durchsuchen würden,  weshalb  es  leichtsinnig  gewesen  sei,  kurz  darauf 
die Schafe auf der Weide zu hüten, 

dass  die  dargestellten  Misshandlungen  an  Füssen  und  Stirn  Spuren 
hinterlassen  hätten,  welche  vier  Monate  später  noch  sichtbar  gewesen 
wären,

dass es  konstruiert wirke,  dass  zwei Tage nach  seiner Freilassung den 
Beschwerdeführer belastendes Material aufgetaucht sei, wobei es keinen 
Grund gegeben habe, den Dorfvorsteher, welcher dem Beschwerdeführer 
nahe stehe, darüber zu unterrichten,

dass die Wegweisung die Regelfolge eines ablehnenden Asylentscheides 
darstelle, mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft der Grundsatz der 
Nichtrückschiebung  gemäss  Art.  5  Abs.  1  AsylG  nicht  angewendet 
werden könne und sich  ferner aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür 
ergäben,  dass  dem  Beschwerdeführer  im  Falle  einer  Rückkehr  in  den 
Heimatstaat  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art.  3  der 
Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene  Strafe  oder 
Behandlung drohe, 

dass  weder  die  in  der  Türkei  herrschende  politische  Situation  noch 
andere Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  der Rückführung  sprächen  und 
der  Vollzug  der  Wegweisung  technisch  möglich  und  praktisch 
durchführbar sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  31.  August  2011  gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 
die Aufhebung des angefochtenen Entscheides, die Gewährung von Asyl, 
eventualiter  die  Undurchführbarkeit,  insbesondere  Unzulässigkeit  und 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs,  sowie  den  Verzicht  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  die  Gewährung  der 
unentgeltlichen Prozessführung beantragte,

dass  er  in  der  Begründung  rügte,  seine  Vorbringen  in  den  beiden 
Interviews  seien  entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  glaubhaft, 
enthielten  zahlreiche  Realkennzeichen  und  seine  Schilderungen  seien 
detailliert und substantiiert,

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dass  er  seine  Schafe  auf  jeden  Fall  habe  hüten  müssen,  egal  ob 
Soldaten die Gegend durchsucht hätten und er keine andere Wahl gehabt 
habe,

dass er nach den Misshandlungen Blutergüsse und Platzwunden gehabt 
habe, welche nach vier Monaten verheilt gewesen seien,

dass  es  sich  bei  den  vom  BFM  angeführten  Unklarheiten  in  seinen 
Aussagen nur um Gegebenheiten handle, die er nicht selber erlebt habe 
und von denen er deshalb nichts Genaueres sagen könne,

dass  das  BFM,  indem  es  nichts  zu  seinen  Vorbringen  bezüglich  der 
Verfolgung  durch  seine  Verwandten  und  seinen  Status  als  Ehrenloser 
gesagt habe, seine Begründungspflicht verletzt habe,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom  2. 
September  2011  den  einstweilen  legalen  Aufenthalt  des 
Beschwerdeführers in der Schweiz feststellte,

dass  es mit  Zwischenverfügung  vom 14. September  2011  die Gesuche 
um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65 
Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  um  Verzicht  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  abwies,  die  Aussichtslosigkeit  der 
Beschwerde feststellte und einen Kostenvorschuss verlangte,

dass dieser am 28. September 2011 fristgerecht geleistet wurde,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

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dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schrif­
tenwechsel verzichtet wurde,

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass das BFM  in  seinen Erwägungen mit  zwar  relativ  knapper,  aber  im 
Ergebnis  überzeugender  Begründung  zur  Erkenntnis  gelangt  ist,  die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  würden  den  Anforderungen  an  die 

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Glaubhaftmachung  eines  asylbegründenden  Sachverhalts  nicht 
standhalten, weshalb er die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle,

dass  folglich  vollumfänglich  auf  die  vorinstanzlichen  Ausführungen 
verwiesen  werden  kann  und  die  Einwände  in  der  vorliegenden 
Beschwerde nicht geeignet sind, die vorinstanzlichen Schlussfolgerungen 
umzustossen, 

dass  die  Vorinstanz  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  als 
tatsachenwidrig erkannt hat und dieser Argumentation in der Beschwerde 
nichts Substanzielles entgegengehalten wird, 

dass  im  Weiteren  der  Beschwerdeführer  seine  Asylgründe  zwar 
ausführlich dargelegt hat, diese  jedoch  in  ihrer Gesamtheit aufgrund der 
stereotypen  und  praktisch  frei  von  persönlichen  Eindrücken  und 
subjektiven Wahrnehmungen geprägten Ausführungen konstruiert wirken 
(vgl. beispielhaft vorinstanzliche Akten A7/11 S. 7 F 38  ff.), weshalb der 
Einwand,  seine Vorbringen seien aufgrund zahlreicher Realkennzeichen 
als glaubhaft zu erachten, unbehelflich ist,

dass allgemein der Eindruck entsteht, der vom Beschwerdeführer geltend 
gemachte Sachverhalt  habe  er  nicht  selber  erlebt,  wofür  beispielsweise 
seine  bei  der  Befragung  zur  Person  gemachte  Aussage  zu  der 
versuchten  Vergewaltigung  spricht,  an  welche  er  sich  offenbar  bei  der 
Anhörung nur noch vage und auf Nachfragen hin zu erinnern vermochte 
(vgl. A4/8 S. 4 und A7/11 S. 6 F 53 f.),

dass  ferner die Rüge, das BFM habe seine Begründungspflicht verletzt, 
indem es sich zum Vorbringen, er gelte in den Augen seiner Verwandten 
als Ehrenloser, nicht geäussert habe, unbegründet erscheint, zumal sich 
eine  verfügende  Behörde  nicht  ausdrücklich  mit  jeder  tatbeständlichen 
Behauptung  und  jedem  rechtlichen  Einwand  auseinandersetzen  muss 
(vgl. BGE 126 I 97 S. 102 f. E. 2.b.),

dass  diesbezüglich  überdies  realitätsfremd  anmutet,  dass  der 
Beschwerdeführer einerseits geltend macht,  seine Familie wolle  sich an 
ihm rächen und ihn möglicherweise auch töten (vgl. Beschwerdeeingabe 
S.  2),  während  er  andererseits  zu  Protokoll  gab,  seit  dem  Jahr  1993 
zusammen  mit  seinen  Eltern  und  Geschwistern  in  Istanbul  gelebt  (vgl. 
A7/1  S.  2  F  4  f.)  und  sich  vor  der  Ausreise  bei  einem  Onkel 
mütterlicherseits aufgehalten zu haben (A7/11 S. 7 F 43),

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dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die 
Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt 
hat,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.9),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 

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da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105)  und der Praxis  zu Art. 3 EMRK ersichtlich  sind,  die  im 
Heimat­ oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage  in der Türkei noch  individuelle Gründe 
auf  eine  konkrete  Gefährdung  des  relativ  jungen  und  gemäss  Akten 
gesunden Beschwerdeführers im Falle einer Rückkehr schliessen lassen,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  schliesslich  möglich  ist,  da  keine 
Vollzugshindernisse  bestehen  (Art. 83 Abs. 2  AuG),  und  es  ihm  obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG) und mit dem am 28. September 2011 in gleicher Höhe geleisteten 
Kostenvorschuss zu verrechnen sind.

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(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Sie  sind durch den am 28. September 2011  in gleicher Höhe 
geleisteten Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Regula Schenker Senn Aglaja Schinzel

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