# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e9707b5b-ff07-5044-921a-47668fd4c2cc
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.06.2017 UV 2015/37
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2015-37_2017-06-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2015/37

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2019

Entscheiddatum: 15.06.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 15.06.2017
Art. 18 UVG. Einkommensvergleich. Bestimmung von Validen- und 
Invalideneinkommen. Keine Vornahme einer Parallelisierung. Praktisch 
identisches Validen- und Invalideneinkommen. Tabellenlohnabzug von 15% 
angemessen. Zusprache einer Invalidenrente entsprechend einem 15%igen 
Invaliditätsgrad (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 15. Juni 2017, UV 2015/37).Teilweise aufgehoben durch Urteil des 
Bundesgerichts 8C_499/2017.

Entscheid vom 15. Juni 2017

Besetzung                                                                      

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und

Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiber Daniel Furrer            

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2015/37           

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli, advokatur am brühl, 

Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen,

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gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Invalidenrente (Einkommensvergleich)

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ war zuletzt arbeitslos bzw. im Zwischenverdienst bei B.___ angestellt und 

somit bei der Suva obligatorisch unfallversichert, als er am 16. August 2012 mit dem 

Motorrad einen Unfall erlitt. Dabei zog er sich eine Flexionsdistraktionsverletzung Th12/

L1, eine Rippenserienfraktur 4.-9. Rippe links, eine Rippenfraktur rechts Costa 11 und 

einen Hämatopneumothorax links zu. Er war vom 16. bis 29. August 2012 im 

Kantonsspital St. Gallen (KSSG) hospitalisiert (Suva-act. 2, 14). Die Suva anerkannte 

ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen 

(Heilbehandlungen und Taggelder).

A.b  Vor der Arbeitslosigkeit war der Versicherte bei der C.___ AG als ungelernter 

Elektriker angestellt und an die D.___ ausgeliehen gewesen (Suva-act. 12, 89 und 92).

A.c  Gestützt auf einen Bericht des KSSG vom 14. Februar 2013 (Suva-act. 54) teilte 

die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 28. Februar 2013 mit, dass er in der 

Lage sei, eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 75% auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt 

zu erreichen. Die Arbeitsfähigkeit würde ab 1. März 2013 entsprechend festgelegt und 

die Taggeldleistungen auf diesen Zeitpunkt hin eingestellt (Suva-act. 55).

A.d  Mit Schreiben vom 26. März 2013 liess der Versicherte den Erlass einer förmlichen 

Verfügung über den Taggeldanspruch beantragen (Suva-act. 56).

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A.e  Im Bericht vom 11. April 2014 zur kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 10. 

April 2014 hielt Suva-Kreisärztin med. pract. E.___, Fachärztin für Chirurgie FMH, fest, 

es dürfe davon ausgegangen werden, dass weitere medizinische Behandlungen und 

Therapien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer deutlichen 

Verbesserung des unfallbedingten Gesundheitszustandes beitragen würden. Somit sei 

der Zeitpunkt für einen Fallabschluss gekommen. Dem Versicherten sei eine leichte bis 

selten mittelschwere Tätigkeit ganztags zumutbar, sicherlich überwiegend sitzend, 

insgesamt jedoch wechselbelastend mit frei wählbar einnehmender Körperposition 

inklusive Stehen und Gehen. Zwangshaltungen für den Rücken, Kauern, regelmässig 

vornübergebeugtes Arbeiten, repetitive Rotationsbewegungen des Oberkörpers, 

Tragen von Lasten über 10kg dauerhaft, unerwartete asymmetrische Lasteinwirkungen 

seien zu vermeiden (Suva-act. 83). Weiter schätzte med. pract. E.___ den 

Integritätsschaden auf 15% (Suva-act. 84).

A.f  Mit Verfügung vom 17. Dezember 2014 wurde die Ausrichtung einer Invalidenrente 

abgelehnt. Mit einer an die Unfallfolgen angepassten Tätigkeit sei auf dem allgemeinen, 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt ein Einkommen von Fr. 60‘800.-- zu erzielen 

(Schweizerische Lohnstrukturerhebung [LSE] 2012, Tabelle 1, Total, Kompetenzniveau 

2, hochgerechnet auf 41.7 Stunden pro Woche mit einem leidensbedingten Abzug von 

15% und zuzüglich der Teuerung für die Jahre 2013 und 2014). Aus dem Vergleich mit 

dem Einkommen ohne Unfall von Fr. 62‘527.-- resultiere eine Erwerbseinbusse von 

2.76%. Weiter wurde eine Integritätsentschädigung von Fr. 18‘900.-- bei einer 

Integritätseinbusse von 15% zugesprochen (Suva-act. 99).

A.g  Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Schreiben vom 29. Januar 2015 

Einsprache. Darin bemängelt er insbesondere, dass keine Parallelisierung der 

Vergleichseinkommen vorgenommen worden sei. Zudem sei nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt, dass für die Ermittlung des Invalideneinkommens noch das 

Kompetenzniveau 2 angenommen werden könne (Suva-act. 106).

A.h  Mit Einspracheentscheid vom 29. Mai 2015 wies die Suva die Einsprache ab. Da 

das von der C.___ AG angegebene Einkommen über den Vereinbarungen des 

Gesamtarbeitsvertrages der Branche liege, bestehe kein Raum für eine Parallelisierung. 

Es könne nicht auf die LSE abgestellt werden, da der Versicherte über ein 

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Personalvermittlungsbüro angestellt gewesen sei. Gemäss Lebenslauf habe der 

Versicherte viele Semester Physik studiert, eine Berufsausbildung als 

Kommunikationselektriker/Informationstechniker absolviert und in verschiedenen 

Bereichen gearbeitet. Demzufolge rechtfertige es sich, beim Invalideneinkommen auf 

das Kompetenzniveau 2 abzustellen. Ein leidensbedingter Abzug von 15% sei 

sachgerecht. Es wurde ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von gerundet 8% 

ermittelt (Suva-act. 109).

B.   

B.a  Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 1. Juli 2015. 

Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolge die 

Zusprache einer Rente. Es gehe nicht, dass für das Valideneinkommen der zuletzt in 

der prekären Temporäranstellung erzielte Lohn eingesetzt werde, während für die 

Bestimmung des Invalideneinkommens auf die intellektuellen Fähigkeiten abgestellt 

werde und kein Raum für eine Parallelisierung bestehe, wenn er den Mindestlohn 

gemäss GAV erreicht habe. Zudem würde den multiplen Einschränkungen, welche die 

Lohnerwartungen drücken würden, mit einem Tabellenlohnabzug von 15% 

ungenügend Rechnung getragen, zumal es sich beim Versicherten um einen Ausländer 

handle (act. G 1).

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 6. August 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Die Annahme eines Validenlohnes in der Höhe des 

Durchschnitts der Löhne des Kompetenzniveaus 2 und 3 gemäss LSE 2012, TA1, 

Position 27 sei angesichts der tatsächlichen Gegebenheiten (keine Aussicht auf ein 

Lohn als ausgelernter Elektriker, technische Kenntnisse auch in der Vergangenheit 

beruflich nicht nachhaltig und lohnwirksam umgesetzt, Studien in Physik nie 

abgeschlossen) völlig realitätsfremd und keinesfalls mit dem erforderlichen Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Für die Frage der Parallelisierung der 

Vergleichseinkommen könne höchstens das Salär eines ungelernten Elektrikers als 

Ausgangswert in Frage kommen, da er bei der D.___ entsprechend eingesetzt worden 

sei. Damit bestehe keinerlei Raum für eine Parallelisierung. Bei der Bestimmung des 

Invalidenlohnes seien die intellektuellen Fähigkeiten sowie die technischen und 

sprachlichen Kenntnisse des Beschwerdeführers mitzuberücksichtigen. Dass er diese 

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Fähigkeiten bisher nicht lohnwirksam umgesetzt habe, schliesse deren 

Berücksichtigung bei der Festsetzung des Invalidenlohnes nicht aus. Seine 

unfallfremden, nicht invalidisierenden psychischen Störungen seien dabei ohne 

Relevanz (act. G 3).

B.c  Mit Replik vom 9. Dezember 2015 führt der Beschwerdeführer aus, es sei belegt, 

dass er gelernter Kommunikationselektroniker sei und dass dies dem schweizerischen 

Telematiker EFZ entspreche. Der Personalverleiher C.___ habe den GAV-Mindestlohn 

nicht eingehalten. Zudem bilde der GAV-Mindestlohn nicht die durchschnittliche 

Lohnerwartung der betreffenden Arbeitnehmenden ab, diese lasse sich hingegen der 

LSE entnehmen (act. G 11).

B.d  Mit Duplik vom 18. Januar 2016 hält die Beschwerdegegnerin fest, aufgrund des 

beruflichen Werdegangs könne keinesfalls davon ausgegangen werden, dass der 

Beschwerdeführer ohne Unfall in der Schweiz als Kommunikationselektroniker 

arbeitstätig gewesen wäre (act. G 13).

Erwägungen

1.   

1.1  Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 

Invalidenrente. Unbestritten geblieben ist, dass spätestens per 1. März 2013 der 

gesundheitliche Endzustand erreicht war und daher ein Renten- und 

Integritätsentschädigungsanspruch ab bzw. in diesem Zeitpunkt zu prüfen ist. Damit ist 

das Begehren um eine förmliche Verfügung über die Taggeldeinstellung obsolet. 

Unbestritten ist sodann die Höhe der Integritätsentschädigung geblieben.

1.2  Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über 

die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den 

Übergangsbestimmungen werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor 

Inkrafttreten der Änderung ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden daher 

die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

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1.3  Gemäss Art. 18 UVG hat der Versicherte einen Anspruch auf eine Invalidenrente, 

wenn er zu mindestens 10% invalid ist. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 

830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 

oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.4  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung – und im 

Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes respektive der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den 

Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Es hat demnach zu prüfen, ob die 

vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Leistungsanspruchs gestatten (Art. 43 Abs. 1 ATSG).

2.   

2.1  Hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts steht unbestrittenermassen fest, dass 

dem Beschwerdeführer eine leichte bis selten mittelschwere Tätigkeit ganztags 

zumutbar sei, sicherlich überwiegend sitzend, insgesamt jedoch wechselbelastend mit 

frei wählbar einzunehmender Körperposition inklusive Stehen und Gehen. 

Zwangshaltungen für den Rücken, Kauern, regelmässig vornübergebeugtes Arbeiten, 

repetitive Rotationsbewegungen des Oberkörpers, Tragen von Lasten über 10kg 

dauerhaft, unerwartete asymmetrische Lasteinwirkungen seien zu vermeiden (Suva-act. 

83, S. 5).

2.2  Weiter geht aus dem Bericht von Dr. med. F.___, Facharzt FMH für Psychiatrie/

Psychotherapie und für Allgemeinmedizin, vom 2. August 2013 hervor, dass der 

Beschwerdeführer seit 1995 an einer paranoiden Schizophrenie leide. Zusätzlich wird 

eine Spielsucht und eine Alkoholabhängigkeit diagnostiziert (Suva-act. 71). Ob diese 

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Leiden jedoch eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haben, bzw. mitverantwortlich 

sind, dass der Beschwerdeführer keine anspruchsvollere Tätigkeit ausüben konnte, 

geht aus den Akten nicht hervor.

3.   

3.1  Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird 

gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt. Dabei wird das 

Einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn 

sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

3.2  Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des möglichen Rentenbeginns – vorliegend im Jahr 2013 – nach 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich 

verdient hätte. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. 

Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft; dies in der Annahme, 

dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 

134 V 322 E. 4.1; BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).

3.2.1      Die Beschwerdegegnerin stellte beim Valideneinkommen auf das zuletzt bei 

der C.___ AG erzielte Einkommen ab und ermittelte daraus ein Valideneinkommen von 

62‘527.-- (Suva-act. 99, S. 2). Der Beschwerdeführer hätte entgegen seinen 

Ausführungen keinesfalls in Aussicht gehabt, einen Lohn als ausgelernter Elektriker/

Elektromonteur zu erzielen, da er über keinen entsprechenden branchenspezifischen 

Berufsabschluss verfügt habe. Weiter ergebe sich aus den Akten, dass er seine 

technischen Kenntnisse in der Vergangenheit beruflich nicht nachhaltig und 

lohnwirksam umgesetzt habe (act. G 3, E. 5.1).

3.2.2      Der Beschwerdeführer hält dem entgegen, dass er ausgebildeter 

Kommunikationselektroniker sei und als solcher vor der Einreise in die Schweiz auch 

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schon im Beruf gearbeitet habe. In der Schweiz sei er zunächst als ungelernter 

Elektromonteur eingesetzt worden, es habe aber durchaus die Aussicht bestanden, 

schon nach einem Jahr den Lohn einer Fachkraft mit Erfahrung zu erzielen. Es sei 

richtig, dass er an sich das Potenzial gehabt hätte, eine anspruchsvollere Tätigkeit 

auszuüben, er habe im Verlauf seines Lebens denn auch schon Verschiedenes 

versucht. Dass er die Anstellung bei der C.___ AG zum GAV-Mindestlohn für einen 

Mitarbeiter ohne Berufsabschluss habe annehmen müssen, liege daran, dass er durch 

eine psychische Erkrankung immer wieder zurückgeworfen worden sei. Dies sei mittels 

Parallelisierung des Validenlohnes zu berücksichtigen (act. G 1). Als Bestätigung, dass 

der Beruf des Kommunikationselektronikers dem Beruf des Telematikers EFZ 

gleichzusetzen sei, reichte der Beschwerdeführer eine E-Mail des Fachsekretärs PLK-

Vollzug der Paritätischen Landeskommission (PLK) vom 8. Dezember 2015 ein, in 

welchem dieser bestätigt, dass er diese beiden Berufe gleich setzen würde (act. G 

11.2). Die Beschwerdegegnerin spricht dieser Bestätigung jegliche Beweistauglichkeit 

ab (act. G 13).

3.2.3      Vorliegend erscheinen die Ausführungen der Beschwerdegegnerin plausibel. 

Der Beschwerdeführer reiste am 1. Juli 2011 in die Schweiz ein und arbeitete bis am 

31. März 2012 über die C.___ AG bei der D.___ als ungelernter Elektromonteur (Suva-

act. 12 und 92). Auch vor der Einreise in die Schweiz sind aus dem Lebenslauf des 

Beschwerdeführers keine längerfristigen Tätigkeiten im Bereich als 

Kommunikationselektroniker erkennbar. So arbeitete er von 2003 bis 2010 gemäss 

eigenen Angaben selbständig als Kurier-/Taxifahrer mit „Elektro im Eigenverleih und 

Handelsvertreter“ (act. G 11.4). Von Dezember 2010 bis Juni 2011 arbeitete er als 

Elektriker in G.___. Dieses Arbeitsverhältnis wurde aber (aus betriebsbedingten 

Gründen) innerhalb der Probezeit beendet (act. G 1.3)  Aus dieser Berufskarriere geht 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit hervor, dass der Beschwerdeführer ohne 

Unfall eine andere Tätigkeit als die zuletzt bei der C.___ AG ausgeübt hätte. Somit ist 

die Bestimmung des Valideneinkommens mit Fr. 62‘527.-- nicht zu beanstanden.

3.2.4      Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers ist keine Parallelisierung 

vorzunehmen, da kein unterdurchschnittliches Einkommen vorliegt. Das Heranziehen 

der GAV-Mindestlöhne zur Bestimmung der Unterdurchschnittlichkeit entspricht der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. Mai 2016, 

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8C_141/2016, 8C_142/2016 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts vom 19. Januar 2017, 

8C_549/2016 E. 5.2).

3.3  Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär 

von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person 

konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – 

kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, 

dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und 

erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als 

Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein 

solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die 

versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 

ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung entweder die LSE-Tabellenlöhne oder die sogenannten DAP-Zahlen 

(DAP = Dokumentation von Arbeitsplätzen der Suva) herangezogen werden (BGE 135 V 

297 E. 5.2 mit Hinweisen).

3.3.1      Die Beschwerdegegnerin stellt beim Invalideneinkommen auf die LSE 2012, 

TA1, Kompetenzniveau 2, Männer ab und ermittelte hochgerechnet auf die 

durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden sowie unter 

Mitberücksichtigung der Nominallohnentwicklung 2013 und eines leidensbedingten 

Abzugs von 15% ein Invalideneinkommen von Fr. 60‘317.-- (Suva-act. 109, S. 8). Dazu 

hält sie fest, dass bei der Bestimmung des Invalideneinkommens die intellektuellen 

Fähigkeiten sowie die technischen und sprachlichen Kenntnisse des 

Beschwerdeführers mitzuberücksichtigen seien. Dass der Beschwerdeführer diese 

bislang beruflich nicht lohnwirksam umgesetzt habe, schliesse deren Berücksichtigung 

bei der Festsetzung des Invalidenlohnes nicht aus. Aufgrund seiner 

Schadenminderungspflicht sei er vielmehr gehalten, seine Fähigkeiten und Kenntnisse 

zwecks Erzielung eines rentenausschliessenden Einkommens lohnwirksam 

auszuschöpfen. Seine unfallfremden, nicht invalidisierenden psychischen Störungen 

seien dabei ohne Relevanz (act. G 3, E. 5.4).

3.3.2      Vorliegend ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer offensichtlich 

über keine relevante Berufserfahrung in seinem erlernten Beruf verfügt und zudem die 

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Anerkennung dieser Ausbildung in der Schweiz zumindest umstritten ist. Aufgrund 

dessen erscheint eine Qualifikation im Kompetenzniveau 2 fraglich. Auch wenn man die 

unfallfremden psychischen Störungen ausblendet, kann deshalb nicht davon 

ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer trotz des Unfalls plötzlich eine 

wesentlich qualifiziertere Tätigkeit ausüben würde.

3.3.3      In der LSE 2010 wurde das Anforderungsniveau 4 mit „einfache und repetitive 

Tätigkeiten“, das Anforderungsniveau 3 mit „Berufs- und Fachkenntnisse 

vorausgesetzt“ definiert. Aufgrund der vorgängigen Ausführungen könnte der 

Beschwerdeführer hier lediglich dem Anforderungsniveau 4 mit einem monatlichen 

Einkommen von Fr. 4‘901.-- zugeordnet werden. In der LSE 2012 handelt es sich beim 

Kompetenzniveau 2 um „praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege Datenverarbeitung 

und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/

Sicherheitsdienst/Fahrdienst“. Das Kompetenzniveau 1 wird mit „einfache Tätigkeiten 

körperlicher oder handwerklicher Art“ definiert. Hier ist eine Zuordnung des 

Beschwerdeführers wesentlich problematischer, da weder das Kompetenzniveau 1 

noch das Kompetenzniveau 2 den Voraussetzungen des Beschwerdeführers 

angemessen Rechnung tragen. Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, 

vorliegend auf die LSE 2010 zurückzugreifen.

3.3.4      Ausgehend vom LSE 2010, TA1, Total, Anforderungsniveau 4, Männer, betrug 

das durchschnittliche Einkommen Fr. 4‘901.--. Aufgerechnet auf die betriebsübliche 

Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2013 resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 

61‘312.-- (Fr. 4‘901.-- / 40 x 41.7 x 12). Angepasst an die Nominallohnentwicklung 

(Index 2010: 2‘151; 2013: 2‘204) resultiert ein Jahreseinkommen für das Jahr 2013 von 

Fr. 62‘823.--. Somit entspricht das Invalideneinkommen vor der Vornahme eines 

Tabellenlohnabzugs praktisch dem Valideneinkommen (Fr. 62‘527.--).

4.   

4.1  War die Leistungsfähigkeit des Versicherten aufgrund einer nicht versicherten 

Gesundheitsschädigung vor dem Unfall dauernd herabgesetzt, so ist für die 

Bestimmung des Invaliditätsgrades der Lohn, den er aufgrund der vorbestehenden 

verminderten Leistungsfähigkeit zu erzielen imstande wäre, dem Einkommen 

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gegenüber zu stellen, das er trotz der Unfallfolgen und der vorbestehenden 

Beeinträchtigung erzielen könnte (Art. 28 Abs. 3 UVV).

4.2  Der Beschwerdeführer leidet offensichtlich seit längerem unter einer paranoiden 

Schizophrenie, sowie unter einer Spielsucht und einer Alkoholabhängigkeit (vgl. E. 2.2). 

Ob diese Leiden bereits vor dem Unfall eine Auswirkung auf seine Leistungsfähigkeit 

hatten in dem Sinne, dass er keine qualifiziertere Tätigkeit ausüben konnte, ist aus den 

Akten nicht ersichtlich. Dr. F.___ äusserte sich diesbezüglich nicht. Eine weitere 

Abklärung dieser Frage ist vorliegend jedoch nicht notwendig. Wenn der 

Beschwerdeführer bereits vor dem Unfall in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt 

gewesen wäre, würde dies unter Berücksichtigung von Art. 28 Abs. 3 UVV die 

Anwendung eines Prozentvergleiches rechtfertigen, da dem Beschwerdeführer in 

diesem Fall sowohl vor als auch nach dem Unfall grundsätzlich die gleichen 

Erwerbstätigkeiten zumutbar gewesen wären. Im Ergebnis würde dies zum gleichen 

Resultat führen wie es bereits am Ende von Erwägung 3 mit praktisch gleich hohen 

Vergleichseinkommen ermittelt wurde.

5.   

5.1  Weiter zu prüfen ist, ob und in welcher Höhe sich vorliegend ein 

Tabellenlohnabzug rechtfertigt.

5.1.1      Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass 

Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen 

Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter 

und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 

schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine 

schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b 

und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).

5.1.2      Die Beschwerdegegnerin anerkannte einen leidensbedingten Abzug von 15% 

(Suva-act. 99, S. 2). Im Einspracheentscheid wurde diesbezüglich begründet, dass 

aufgrund der unfallbedingten Einschränkungen ein leidensbedingter Abzug von 15% 

sachgerecht sei (Suva-act. 109, S. 8).

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5.1.3      Der Beschwerdeführer argumentiert, dass den multiplen Einschränkungen, 

welche die Lohnerwartungen drücken würden, mit einem Tabellenlohnabzug von 15% 

ungenügend Rechnung getragen werde, zumal er Ausländer sei (act. G 1, S. 3).

5.1.4      Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen Staatsbürger aus H.___ (vgl. 

Suva-act. 2). Inwiefern dies einen zusätzlichen Tabellenlohnabzug rechtfertigen sollte, 

ist nicht ersichtlich. Bezüglich der leidensbedingten Beeinträchtigungen (vgl. E. 2.1) mit 

Einschränkungen selbst bei leichten Tätigkeiten erscheint ein Tabellenlohnabzug als 

angebracht. Dies wurde von der Beschwerdegegnerin bereits berücksichtigt. Weitere 

Gründe für einen höheren Tabellenlohnabzug sind vorliegend nicht ersichtlich, weshalb 

der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Abzug von 15% nicht zu 

beanstanden ist.

5.2  Zusammenfassend resultiert vorliegend bei beinahe identischen 

Vergleichseinkommen bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit 

und einem Tabellenlohnabzug von 15% ein Invaliditätsgrad von 15%, womit der 

Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente hat.

6.   

6.1  Nach dem Gesagten ist in Gutheissung der Beschwerde der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 29. Mai 2015 aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit 

Wirkung ab 1. März 2013 eine unbefristete Invalidenrente entsprechend einem 

15%igen Invaliditätsgrad zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der 

unbefristeten Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

6.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

6.3  Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 

Parteientschädigung für die Kosten der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g 

ATSG). Die Parteientschädigung ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei 

insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen 

ist. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; 

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sGS 963.75) pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Mit Blick auf die eingeschränkte 

Streitfrage erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3‘000.-- (einschliesslich 

Mehrwertsteuer und Barauslagen) angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid vom 29. 

Mai 2015 aufgehoben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. März 2013 eine 

Invalidenrente entsprechend einem 15%igen Invaliditätsgrad zugesprochen. Zur 

Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.   

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

3‘000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 15.06.2017
	Art. 18 UVG. Einkommensvergleich. Bestimmung von Validen- und Invalideneinkommen. Keine Vornahme einer Parallelisierung. Praktisch identisches Validen- und Invalideneinkommen. Tabellenlohnabzug von 15% angemessen. Zusprache einer Invalidenrente entsprechend einem 15%igen Invaliditätsgrad (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Juni 2017, UV 2015/37).Teilweise aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_499/2017.

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		2025-07-19T07:15:29+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen