# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5976c2b0-715d-5dfc-8a8a-c0adbcccdb7e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 24.03.2022 SB210087
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210087_2022-03-24.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB210087-O/U/jv damit vereinigt SB210088 und SB210089 
 
Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

M. Knüsel und Ersatzoberrichter lic. iur. P. Castrovilli sowie die  

Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Kümin Grell 
 

Urteil vom 24. März 2022 

in Sachen 
 

1. A._____,  
2. B._____,  
3. C._____,  
Beschuldigte und Berufungsklägerinnen 

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____,  

2 amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X2._____,  

3 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X3._____,  
 

gegen 
 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. H. Wieser,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte sowie Anschlussberufungsklägerin 
 
betreffend mehrfache sexuelle Nötigung etc.  
 
Berufung gegen die Urteile des Bezirksgerichts Bülach, I. Abteilung,  
vom 9. Juli 2020 (DG190077, DG190079 und DG190080)  

- 2 - 

Anklage: 
(Urk. 34) 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

12. Dezember 2019 ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

Urteil der Vorinstanz i.S. der Beschuldigten A._____:  
(Urk. 151 S. 149 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte ist schuldig 

− der mehrfachen, gemeinsam begangenen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 
Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB; 

− der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 
StGB;  

− der mehrfachen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte 
im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 StGB;  

− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB;  

− der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB. 

2. Vom Vorwurf des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird die Beschuldigte 

freigesprochen. 

3. Die Beschuldigte wird bestraft mit 44 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 214 Tage durch Haft 

und Ersatzmassnahme erstanden sind. 

4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.  

5. Die Beschuldigte wird in Anwendung von Art. 66a Abs. 1 lit. g und h StGB für 5 Jahre des 

Landes verwiesen. 

6. Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem an-

geordnet. 

7. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 26. November 2019 

beschlagnahmte Mobiltelefon Samsung Galaxy S9+ Duos, SM-G965F, Rufnummer 1, As-

servatennummer A012'425'499 wird eingezogen und der Kantonspolizei Zürich, EG-SK und 

Asservatentriage, zur Vernichtung überlassen.  

- 3 - 

8. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 26. November 2019, 

beschlagnahmten Gegenstände werden der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf 

erstes Verlangen herausgegeben. Verlangt die Beschuldigte die Gegenstände nicht innert 

30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils heraus, werden sie der zuständigen Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen:  

− Mobiltelefon Samsung 4, IMEI-Nummer 2 (A012'439'928); 

− Zubehör, externes CD/DVD-Laufwerk, enthaltend original Fahrschul CD 

(A012'439'951); 

− Mobiltelefon Samsung Galaxy 4 mini (A012'439'973); 

− Notebook, Acer Aspire (Seriennummer 3) (A012'439'984); 

− andere Datenträger, USB Memory Stick, SanDisk (A012'439'995); 

− Mobiltelefon Wiko Jerry (A012'440'005); 

− Mobiltelefon, Microsoft Lumis 535 (A012'449'005).  

9. Der Schadenersatzanspruch in der Höhe von Fr. 320.– zuzüglich Zins zu 5 % seit 11. März 

2019 der Privatklägerin wird abgewiesen.  

10. Der Schadenersatzanspruch der Privatklägerin in der Höhe von Fr. 480.– sowie im 

Mehrbetrag zuzüglich Zins zu 5 % seit 11. März 2019 werden auf den Zivilweg verwiesen. 

11. Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Genugtuung von Fr. 6'250.–, 

solidarisch haftend für den Gesamtbetrag von Fr. 25'000.–, zuzüglich Zins zu 5 % seit 

11. März 2019 zu bezahlen.  

12. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 1'500.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr.  269.75   Auslagen (Gutachten) 

Fr. 1'550.50   Auslagen 

Fr.  420.–   Auslagen Polizei  

Fr.  7'190.025 
  Entschädigung unentgeltlicher Rechtsbeistand inkl.  
  MWST (Privatklägerin), wovon Fr. 2'813.66 inkl. MWST 
  bereits ausbezahlt wurden 
  wurden 

Fr. 46'827.75   Amtliche Verteidigungskosten inkl. MWST  

 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

- 4 - 

13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der Beschuldigten 

auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, einschliesslich 

derjenigen der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, welche einstweilen und 

unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden.  

14. (Mitteilungen) 

15. (Rechtsmittel)" 

 

Urteil der Vorinstanz i.S. der Beschuldigten B._____:  
(Urk. 157/151 S. 143 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte ist schuldig 

− der mehrfachen, gemeinsam begangenen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 
Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB; 

− der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 
StGB;  

− der mehrfachen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte 
im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 StGB;  

− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB;  

− der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB. 

2. Vom Vorwurf des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird die Beschuldigte 

freigesprochen. 

3. Die Beschuldigte wird bestraft mit 28 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 101 Tage durch Haft 

und Ersatzmassnahme erstanden sind. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten aufgeschoben und die 

Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (8 Monate abzüglich die bereits erstandene 

Haft und Ersatzmassnahmen) wird die Freiheitsstrafe vollzogen. 

5. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 26. November 2019 

beschlagnahmte Mobiltelefon Apple IPhone X Max (A012'417'902) wird der Beschuldigten 

nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen herausgegeben.  

6. Der Schadenersatzanspruch in der Höhe von Fr. 320.– zuzüglich Zins zu 5% seit 11. März 

2019 der Privatklägerin wird abgewiesen.  

- 5 - 

7. Der Schadenersatzanspruch der Privatklägerin in der Höhe von Fr. 480.– sowie im 

Mehrbetrag zuzüglich Zins zu 5% seit 11. März 2019 werden auf den Zivilweg verwiesen. 

8. Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Genugtuung von Fr. 6'250.–, 

solidarisch haftend für den Gesamtbetrag von Fr. 25'000.–, zuzüglich Zins zu 5% seit 

11. März 2019 zu bezahlen.  

9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 1'500.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 269.75   Auslagen (Gutachten) 

Fr.  56.60   Auslagen 

Fr.  420.–   Auslagen Polizei 

Fr.  7'190.025 
  Entschädigung unentgeltlicher Rechtsbeistand inkl.  
  MWST (Privatklägerin), wovon Fr. 2'813.66 inkl. MWST 
  bereits ausbezahlt wurden 

Fr. 45'543.70   amtl. Verteidigungskosten inkl. MWST 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

10. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der Beschuldigten 

auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, einschliesslich 

derjenigen der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, welche einstweilen und 

unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden. 

11. (Mitteilungen) 

12. (Rechtsmittel)" 

 

Urteil der Vorinstanz i.S. der Beschuldigten C._____:  
(Urk. 158/151 S. 138 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte ist schuldig 

− der mehrfachen, gemeinsam begangenen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 
Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 200 StGB; 

− der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 
StGB;  

- 6 - 

− der mehrfachen Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte 
im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 StGB;  

− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB;  

− der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB. 

2. Vom Vorwurf des Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird die Beschuldigte 

freigesprochen. 

3. Die Beschuldigte wird bestraft mit 40 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 95 Tage durch Haft 

und Ersatzmassnahmen erstanden sind. 

4. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.  

5. Die nachfolgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 26. November 2019 

beschlagnahmten Gegenstände werden der Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft auf 

erstes Verlangen herausgegeben. Verlangt die Beschuldigte die Gegenstände nicht innert 

30 Tagen nach Rechtskraft des Urteils heraus, werden sie der zuständigen Lagerbehörde 

zur Vernichtung überlassen:  

− Mobiltelefon Apple IPhone 8 weiss, schwarze Hülle mit Logo … Gang, defektes 
Display, Tel. Nr. 4 (A012'420'847); 

− Tablet PC, Apple IPad 9.7, Seriennummer 5 (A012'437'160); 

− Notebook, HP Pavillon weiss/silber, Seriennummer 6 (A012'437'182). 

6. Die folgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

26. November 2020 beschlagnahmten Gegenstände, forensisch gesicherten Spuren und 

Spurenträger bei der Kantonspolizei Zürich, EG-SK und Asservatentriage sowie z.H. des 

FOR, werden nach Rechtskraft des Urteils zur Vernichtung freigegeben. 

− Messer, 2 Besteckmesser, Griff weiss mit schwarzen Verzierungen (an einer Messer-
klinge kleben noch Haare) (A012'427'962); 

− Körperpflegemittel/Kosmetik, 4 Tampons (A012'427'984, A012'427'995, 
A012'428'001, A012'428'023); 

− Sexartikel, 1 Kondom (A012'428'034); 

− 7 Wattetupfer (A012'440'083); 

− Datenträger für Computer, 1 Stick mit Fotos des untersuchten Autos (A012'440'094). 

7. Die folgenden gesicherten Daten bei der Kantonspolizei Zürich werden nach Rechtskraft 

des Urteils zur definitiven Löschung freigegeben:  

− Tatort-Fotografie, Übersichts- und Detailsaufnahmen (A012'427'939); 

− IRM-Fotografie, Übersichts- und Detailsaufnahmen aus Frauenklinik (A012'416'114); 

− Videodatensicherung, Videoüberwachung AD._____ Tankstelle (A012'418'892).  

- 7 - 

8. Die folgenden bei der Kantonspolizei Zürich, ITO-DF, Ref. Nr. 7, gesicherten Daten (Fotos) 

werden nach Rechtskraft des Urteils zur definitiven Löschung freigegeben. 

9. Die folgenden bei der Kantonspolizei Zürich sichergestellten Gegenstände werden der 

Privatklägerin nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen herausgegeben. Verlangt 

die Privatklägerin die Gegenstände nicht innert 30 Tagen ab Rechtskraft des Urteils heraus, 

werden sie der zuständigen Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:  

− Haarpflegegerät, Haarbürste, Kunststoff, schwarz (A012'416'158);  

− Damenbluse, schwarz, Marke H&M, Grösse 34 (A012'416'169); 

− Gürtel, Handtaschengürtel braun, mit goldfarbenen Karabinerhaken (A012'416'170); 

− Haarersatz, Kunsthaarverlängerungen blond (A012'416'125).  

10. Die folgenden bei der Kantonspolizei Zürich sichergestellten Gegenstände, werden nach 

Rechtskraft des Urteils zur Vernichtung freigegeben:  

− Flasche, Petflasche, 5dl, FANTA, halbleer (A012'4160316);  

− Gegenstand, Plastikdeckel einer Capri Sonne (Getränk) (A012'416'147).  

11. Folgende forensisch sichergestellten Spurenträger bei der Kantonspolizei Zürich, EG-SK 

und Asservatentriage bzw. beim Forensischen Institut (FOR) werden zur Vernichtung freige-

geben, sofern sie nicht bereits vernichtet wurden:  

− DNA-Wattetupfer (A012'417'526); 

− DNA-Wattetupfer (A012'417'537); 

− DNA-Wattetupfer (A012'417'560).  

12. Der Schadenersatzanspruch in der Höhe von Fr. 320.– zuzüglich Zins zu 5 % seit 11. März 

2019 der Privatklägerin wird abgewiesen.  

13. Der Schadenersatzanspruch der Privatklägerin in der Höhe von Fr. 480.– sowie im 

Mehrbetrag zuzüglich Zins zu 5 % seit 11. März 2019 werden auf den Zivilweg verwiesen. 

14. Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin eine Genugtuung von Fr. 6'250.–, 

solidarisch haftend für den Gesamtbetrag von Fr. 25'000.–, zuzüglich Zins zu 5 % seit 

11. März 2019 zu bezahlen.  

- 8 - 

15. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 1'500.–   Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 269.75   Auslagen (Gutachten)  

Fr.  50.45   Auslagen 

Fr.  420.–   Auslagen Polizei  

Fr.  7'190.025 
  Entschädigung unentgeltlicher Rechtsbeistand inkl.  
  MWST (Privatklägerin), wovon Fr. 2'813.66 inkl. MWST 
  bereits ausbezahlt wurden 

Fr. 16'480.30   amtl. Verteidigungskosten inkl. MWST für RA lic. iur. Y1._____    bereits ausbezahlt 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

16. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der Beschuldigten 

auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtlichen Verteidigung, einschliesslich 

derjenigen der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, welche einstweilen und 

unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden.  

17. (Mitteilungen) 

18. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung der Beschuldigten A._____: 

 (Urk. 212 S. 2 f.; Prot. II S. 17 sinngemäss) 

1. Das Verfahren wegen mehrfacher, gemeinsam begangener sexueller 

Nötigung i.S.v. Art. 189 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 200 StGB gegen die 

Beschuldigte sei einzustellen; 

2. Eventualiter sei die Beschuldigte vom Vorwurf der mehrfachen, ge-

meinsam begangenen sexuellen Nötigung i.S.v. Art. 189 Abs. 1 StGB 

i.V.m. Art. 200 StGB freizusprechen; 

- 9 - 

3. Die Beschuldigte sei vom Vorwurf der schweren Entführung i.S.v. 

Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 i.V.m. 184 Abs. 3 StGB sowie vom Vorwurf der 

einfachen Freiheitsberaubung und Entführung i.S.v. Art. 183 Ziff. 1 

Abs. 1 und 2 StGB freizusprechen; 

4. Das Verfahren wegen mehrfacher Verletzung des Geheim- oder Pri-

vatbereichs durch Aufnahmegeräte im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 

StGB sei einzustellen;  

5. Eventualiter sei die Beschuldigte vom Vorwurf der mehrfachen Ver-

letzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte im 

Sinne von Art. 179quater Abs. 1 StGB freizusprechen; 

6. Die Beschuldigte sei vom Vorwurf des Raubes im Sinne von Art. 140 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB freizusprechen; 

7. Das Verfahren wegen Sachentziehung i.S.v. Art. 141 StGB sei einzu-

stellen; 

8. Eventualiter sei die Beschuldigte vom Vorwurf der Sachentziehung 

i.S.v. Art. 141 StGB freizusprechen; 

9. Die Beschuldigte sei vom Vorwurf der Sachbeschädigung freizuspre-

chen; 

10. Die Zivilansprüche der Privatklägerschaft inkl. Genugtuungsansprüche 

seien vollumfänglich abzuweisen resp. auf den Zivilweg zu verweisen; 

11. Die Kosten des gesamten Strafverfahrens, einschliesslich derjenigen 

der amtlichen Verteidigung (inkl. MWST), seien vollständig und definitiv 

von der Staatskasse zu tragen.  

12. Die Ersatzmassnahmen seien aufzuheben.  

- 10 - 

b) Der Verteidigung der Beschuldigten C._____: 

(Urk. 213 S. 1 f.; Prot. II S. 18) 

1. In Abänderung von Dispositiv-Ziffer 1, erster Punkt, des Urteils des Be-

zirksgerichts Bülach, I. Abteilung, vom 9. Juli 2020 sei die Beschuldigte 

vom Vorwurf der mehrfachen sexuellen Nötigung, begangen in Mittä-

terschaft, im Sinne von Art. 189 Abs. i.V.m. Art. 200 StGB freizuspre-

chen.  

Im Übrigen sei Dispositiv-Ziffer 1 des angefochtenen Urteils hinsichtlich 

der (nicht qualifizierten) Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne 

von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 StGB zu bestätigen.  

2. Dispositiv-Ziffer 2 des vorinstanzlichen Urteils sei ebenfalls zu bestäti-

gen. 

3. In Abänderung von Dispositiv-Ziffer 3 des vorinstanzlichen Urteils sei 

die Beschuldigte, unter Anrechnung der erstandenen Haft und der Er-

satzmassnahmen, mit einer Freiheitsstrafe von maximal 18 Monaten zu 

bestrafen. 

4. In Abänderung von Dispositiv-Ziffer 4 des vorinstanzlichen Urteils sei 

der Vollzug der Freiheitsstrafe aufzuschieben, dies unter Ansetzung ei-

ner Probezeit von 2 Jahren. 

5. Die Dispositiv-Ziffern 5 bis 13 des vorinstanzlichen Urteils seien zu 

bestätigen.  

6. In Abänderung von Dispositiv-Ziffer 14 des vorinstanzlichen Urteils sei 

die Beschuldigte zu verpflichten, der Privatklägerin eine Genugtuung 

von maximal CHF 2'000 nebst Zins seit dem 11. März 2019 zu bezah-

len.  

7. Und schliesslich seien in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 16 des 

vorinstanzlichen Entscheids die Verfahrenskosten der Beschuldigten 

zu 50 Prozent aufzuerlegen und darüber hinaus auf die Staatskasse zu 

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nehmen. Die Kosten des vorliegenden Berufungsverfahrens seien 

vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen.  

8. Die seit 1031 Tagen laufenden Ersatzmassnahmen seien aufzuheben. 

c) Der Verteidigung der Beschuldigten B._____: 

(Urk. 217 S. 1 f., teilw. sinngemäss) 

1. In Gutheissung der Berufung seien Dispositiv-Ziffern 3, 4, 8 und 10 des 

vorinstanzlichen Urteils aufzuheben. 

2. Die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft sei abzuweisen. 

3. Die Beschuldigte sei mit einer bedingten Freiheitsstrafe (unter Anrech-

nung der erstandenen Haft und Ersatzmassnahmen) zu bestrafen. Die 

Probezeit sei auf zwei Jahre festzusetzen.  

4. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Beschuldigte das Genug-

tuungsbegehren der Privatklägerin im Umfange von CHF 5'000.-- 

anerkannt und bereits bezahlt hat. Im Übrigen sei das Genugtuungs-

begehren der Privatklägerin abzuweisen. 

5. Es sei festzulegen, dass die Beschuldigten die vom Gericht festzu-

legende Genugtuung im Innenverhältnis nach folgenden Quoten zu 

tragen haben: 

- A._____: 1/2 

- C._____: 1/4 

- D._____<: 5/8 

- B._____: 3/8 

Es sei festzulegen, dass die Beschuldigte im den gesamten zugespro-

chenen Genugtuungsbetrag 3/8 übersteigenden Betrag ein Regress-

recht gegen A._____, C._____ und D._____ zusteht. 

- 12 - 

6. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und des unentgeltlichen 

Rechtsbeistandes seien auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Kosten 

des Verfahrens seien der Beschuldigten teilweise aufzuerlegen und 

teilweise auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die auferlegten Kosten 

seien sofort und definitiv abzuschreiben. 

 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse. 

7. Die angeordneten Ersatzmassnahmen seien umgehend aufzuheben. 

d) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 221 S. 2 f.; Prot. II S. 21) 

1. Die Berufungsanträge der Beschuldigten A._____, C._____ und 

B._____ seien allesamt abzuweisen. 

2. Die Urteile des Bezirksgerichtes Bülach vom 9.7.2020 seien mit fol-

genden Änderungen zu bestätigen: 

a) A._____: 

 1. Die Beschuldigte A._____ sei nicht nur der einfachen, sondern 

der schweren Freiheitsberaubung und Entführung (grausame Be-

handlung) im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 StGB in Ver-

bindung mit Art. 184 al. 3 StGB schuldig zu sprechen. 

 2. Der Freispruch vom Vorwurf des Raubes im Sinne von Art. 140 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB sei aufzuheben. 

 3. Die Beschuldigte A._____ sei nicht mit 44 Monaten, sondern mit 

56 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen.  

 4. Die Beschuldigte A._____ sei nicht für fünf, sondern für sieben 

Jahre des Landes zu verweisen.  

b) C._____: 

- 13 - 

 1. Die Beschuldigte C._____ sei nicht nur der einfachen, sondern 

der schweren Freiheitsberaubung und Entführung (grausame 

Behandlung) im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 StGB in 

Verbindung mit Art. 184 al. 3 StGB schuldig zu sprechen.  

 2. Der Freispruch vom Vorwurf des Raubes im Sinne von Art. 140 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB sei aufzuheben.  

 3. Die Beschuldigte C._____ sei nicht mit 40 Monaten, sondern mit 

49 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen. 

 c) B._____: 

 1. Die Beschuldigte B._____ sei nicht nur der einfachen, sondern 

der schweren Freiheitsberaubung und Entführung (grausame 

Behandlung) im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 StGB in 

Verbindung mit Art. 184 al. 3 StGB schuldig zu sprechen. 

 2. Der Freispruch vom Vorwurf des Raubes im Sinne von Art. 140 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB sei aufzuheben.  

 3. Die Beschuldigte B._____ sei nicht mit 28 Monaten, sondern mit 

33 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen. 

3. Die Ersatzmassnahmen, das heisst die Schriftensperre bei C._____ 

und B._____ sowie das Electronic Monitoring bei A._____ seien bis 

zum Strafantritt zu verlängern. Allfällig pendente Kontaktsperren zur 

Privatklägerin seien aufrecht zu erhalten. 

e) Der Privatklägerin: 

(Urk. 222 S. 2) 

1. Die Beschuldigten A._____, B._____ sowie C._____ seien für ihre 

Straftaten zum Nachteil der Privatklägerin entsprechend den 

Schuldsprüchen in den Urteilen der Vorinstanz vom 9. Juli 2020 

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(DG190077, DG190079 und DG 190080) schuldig zu sprechen, soweit 

noch nicht in Rechtskraft erwachsen, und angemessen zu bestrafen. 

2. Weiterhin seien A._____, B._____ sowie C._____ unter solidarischer 

Haftung zu verpflichten, an E._____ eine Genugtuung in der Höhe von 

CHF 25'000.-- zzgl. Zinsen von 5% ab dem 11. März 2019 zu bezah-

len. 

3. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass B._____ an E._____ auf die 

vorerwähnte Genugtuungssumme bereits eine Zahlung von Fr. 5'000.-- 

geleistet hat.  

4. Die Kosten des gesamten Strafverfahrens einschliesslich diejenigen 

der unentgeltlichen Rechtsvertretung von E._____ seien den Beschul-

digten aufzuerlegen.  

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

 1. Die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (vormals Staatsanwaltschaft 

IV des Kantons Zürich, nachfolgend "Staatsanwaltschaft") führte gestützt auf die 

Anzeige von E._____ (Geschädigte und Privatklägerin, nachfolgend "Privat-

klägerin") vom 11. März 2019 (Urk. D1/1) eine Strafuntersuchung gegen A._____ 

(nachfolgend "Beschuldigte A._____"), B._____ (nachfolgend "Beschuldigte 

B._____"), C._____ (nachfolgend "Beschuldigte C._____"), D._____ (nachfolgend 

"Beschuldigte D._____") und F._____ (nachfolgend "Beschuldigte F._____") 

durch. Am 12. Dezember 2019 erliess die Staatsanwaltschaft gegen die 

Beschuldigte F._____ einen – zwischenzeitlich rechtskräftigen – Strafbefehl 

betreffend Gehilfenschaft zur Freiheitsberaubung und Entführung (Urk. 32). 

Gegen die übrigen Beschuldigten erhob sie unter dem gleichen Datum Anklage 

beim Bezirksgericht Bülach (nachfolgend "Vorinstanz") betreffend qualifizierte 

Freiheitsberaubung etc. (Urk. 34), wobei der Vorinstanz in Sachen der 

- 15 - 

Beschuldigten D._____ noch eine "Neben-Anklage" zur Beurteilung unterbreitet 

wurde (Urk. 35). 

 2. Die Vorinstanz führte die Verfahren unter vier separaten Prozessnum-

mern (DG190077, DG190078, DG190079, DG190080). Zum Verfahrensgang im 

Einzelnen ist zur Vermeidung von Wiederholungen auf die Darstellung der Vo-

rinstanz zu verweisen (Urk. 151 S. 9 ff.; Urk. 157/151 S. 10 ff.; Urk. 158/151 

S. 9 ff.). Am 9. Juli 2020 fällte die Vorinstanz die eingangs aufgeführten Urteile.  

 3. Gegen die am 9. Juli 2020 mündlich eröffneten Urteile meldeten die 

Beschuldigten A._____, B._____ und C._____ rechtzeitig Berufung an (Urk. 107; 

Urk. 108; Urk. 110). Die Beschuldigte D._____ akzeptierte den Entscheid der Vo-

rinstanz inklusive der Vorwürfe gemäss Nachtragsanklage u.a. zum Nachteil einer 

weiteren Privatklägerin (Urk. 134/2; Urk. 35).  

 4. Die begründeten Urteile der Vorinstanz wurden am 17. Dezember 2020 

versandt. Die Berufungserklärungen der amtlichen Verteidigungen gingen innert 

der 20-tägigen Frist ein (Sammelbeilage Urk. 135 i.V.m. Urk. 152, Urk. 157/152 

und Urk. 158/152).  

 5. Die Berufungsverfahren wurden auf der Kammer zunächst unter den 

Geschäfts-Nrn. SB210087, SB210088 (Urk. 157/151-157) und SB210089 

(Urk. 158/151/157) geführt, jedoch mit Beschluss vom 26. Februar 2021 vereinigt 

und unter der Geschäfts-Nr. SB210087 weitergeführt. Die Verfahren SB210088 

und SB210088 wurden als durch Vereinigung erledigt abgeschrieben (Urk. 155 

und Urk. 156).  

 6. Mit Präsidialverfügung vom 16. März 2021 wurde der Privatklägerschaft 

und der Staatsanwaltschaft Frist zur Erhebung einer Anschlussberufung bzw. zum 

Antrag auf Nichteintreten auf die Berufungen angesetzt. Den Beschuldigten und 

der Staatsanwaltschaft wurde gleichzeitig die Möglichkeit eingeräumt, innert fünf 

Arbeitstagen zu einer allfälligen Verlängerung der Ersatzmassnahmen Stellung zu 

nehmen (Urk. 160). Die Staatsanwaltschaft reichte am 23. März 2021 ihre Ver-

nehmlassung betreffend Ersatzmassnahmen ein (Urk. 165). Die Beschuldigte 

- 16 - 

B._____ liess sich hierzu unter dem 25. März 2021 vernehmen (Urk. 166). Mit 

Eingabe vom 31. März 2021 erklärte die Staatanwaltschaft Anschlussberufung mit 

Bezug auf die Beschuldigten A._____ und B._____ (Urk. 170 und Urk. 172). In 

Sachen der Beschuldigten C._____ stellte sie Antrag auf Nichteintreten auf deren 

Berufung. Eventualiter erklärte sie Anschlussberufung (Urk. 174).  

 7. Mit Präsidialverfügung vom 6. April 2021 wurden die für die Beschuldigten 

angeordneten (und bereits verlängerten) Ersatzmassnahmen bis zum End-

entscheid der Berufungsinstanz verlängert (Urk. 176).  

 8. Am 13. April 2021 verfügte der Präsident, dass auf die Berufungen der 

Beschuldigten einstweilen eingetreten werde. Zudem wurden den übrigen 

Beschuldigten und der Privatklägerin die Anschlussberufungserklärungen der 

Staatsanwaltschaft zugestellt (Urk. 178).  

 9. Am 1. Oktober 2021 wurden über die Beschuldigten neue Strafregister-

auszüge eingeholt (Urk. 190-192).  

 10. Da die DVD mit der aufgezeichneten Einvernahme der Privatklägerin 

vom 14. Mai 2019 (Urk. D1/7/5) hier nicht abgespielt werden konnte (Urk. 185), 

wurde die Staatsanwaltschaft am 6. September 2021 ersucht, einen lesbaren Da-

tenträger zu übermitteln (Urk. 187). Diesem Ersuchen kam sie am 7. September 

2021 nach (Urk. 189).  

 11. Am 4. Januar 2022 wurde zur Berufungsverhandlung auf den 23. und 

24. März 2022 vorgeladen (Urk. 195). Die Verhandlung konnte ordnungsgemäss 

durchgeführt werden. Zu dieser erschienen sind die drei Beschuldigten mit ihren 

amtlichen Verteidigungen, der zuständige Staatsanwalt und der Vertreter der 

Privatklägerin (Prot. II S. 9). Vorfragen waren anlässlich der Berufungsverhand-

lung keine zu entscheiden und – abgesehen von der Befragung der Beschuldigten 

(Urk. 209-211) – auch keine Beweise abzunehmen (Prot. II S. 9 ff.). 

II. Prozessuales 

 1. Bemerkungen zur Aktenanlage vor Vorinstanz 

- 17 - 

 Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft wurde gegen alle fünf Beschul-

digten gemeinsam unter der Nummer STA A-4/2019/10009003 geführt. Gegen 

die Beschuldigte F._____ erging ein Strafbefehl (Urk. 32). Die an die übrigen 

Beschuldigten adressierten Vorwürfe wurden der Vorinstanz in einer 

gemeinsamen Anklage zur Beurteilung unterbreitet (Urk. 34). Die Vorinstanz 

führte die Strafverfahren dann zwar getrennt (DG190077, DG190078, DG190079, 

DG190080), verhandelte diese aber in einer gemeinsamen Hauptverhandlung 

und erstellte auch nur ein gemeinsames Protokoll (Prot. I). Die Akten des 

Gerichtsverfahrens wurden – trotz unterschiedlicher Verfahrensnummern und vier 

separater Urteile – gar einzig im Verfahrensdossier betreffend die Beschuldigte 

A._____ akturiert.  

 2.  Abweichungen im Dispositiv der mündlich eröffneten Urteile gegenüber 

den Dispositiven der begründeten Urteile 

 2.1. Die Vorinstanz eröffnete die gegen die Beschuldigten gefällten Urteile 

am 9. Juli 2020 mündlich (Prot. I S. 236). Die Urteilsdispositive wurden den Par-

teien nach der Eröffnung und mündlichen Begründung übergeben (Prot. I S. 251). 

Diese weichen teilweise von den Dispositiven der begründeten Urteile ab. Es ist 

auf die einzelnen "Korrekturen" nachfolgend einzugehen.  

 2.2.1. Betreffend die Beschuldigte A._____ hielt die Vorinstanz im begründe-

ten Urteil unter dem Titel "Haftanrechnung" (Erw. VI) fest, dass das Gericht die 

Dispositivziffer 3 des Urteils unvollständig aufgeführt habe. So fehle der Hinweis, 

dass der Beschuldigten 214 Tage als durch Haft und Ersatzmassnahmen abge-

golten anzurechnen seien. Hierzu hält die Vorinstanz sodann fest: "Gemäss 

Art. 83 Abs. 1 StPO nimmt das Gericht von Amtes wegen eine Erläuterung oder 

Berichtigung des Entscheids vor, falls dessen Dispositiv unklar, widersprüchlich 

oder unvollständig ist oder es mit der Begründung im Widerspruch steht. Eine Be-

richtigung ist dann vorzunehmen, wenn im Urteilsdispositiv ein offensichtlicher 

Redaktions- oder Rechnungsfehler vorliegt. Offensichtlich ist ein Versehen, wenn 

aus dem Dispositiv des Entscheids eindeutig hervorgeht, dass das, 'was das Ge-

richt aussprechen oder anordnen wollte, nicht mit dem übereinstimmt, was es tat-

sächlich ausgesprochen oder angeordnet hat' (BSK StPO-STOHNER, Art. 83 N 

- 18 - 

10). Vorliegend unterliess das Gericht – trotz entsprechender Beratung (vgl. Prot. 

S. 218) die durch Haft und Ersatzmassnahmen als abgegolten geltenden Tage 

der Strafe aufzuführen. Dies wird mit diesem begründeten Entscheid entspre-

chend nachgeholt." (Urk. 151 S. 131). Im Aktenexemplar des Urteilsdispositivs 

vom 9. Juli 2020 fehlen in der Tat anrechenbare Ersatzmassnahmen (Urk. 102/1 

S. 6, Dispositiv-Ziffer 6).  

 2.2.2. Weiter hielt die Vorinstanz betreffend Genugtuung fest: "Es ist sodann 

anzumerken, dass das Gericht Dispositivziffer 14 des Urteils widersprüchlich zur 

Urteilsberatung aufführte. Unter dieser Ziffer wurde – in Übereinstimmung mit der 

Urteilsberatung – festgehalten, dass die Beschuldigte zu einer Genugtuungs-

zahlung von Fr. 6'250.– an die Privatklägerin verpflichtet wird. Indessen wurde – 

im Widerspruch zur Urteilsberatung (vgl. Prot. S. 217 - 218) – festgehalten, dass 

die Beschuldigte für den Betrag von Fr. 6'250.– solidarisch haftet. Korrekt lauten 

müsste es, dass die Beschuldigte für den Gesamtbetrag von Fr. 25'000.– zuzüg-

lich Zins zu 5 % seit 11. März 2019 solidarisch haftet." (Urk. 151 S. 144). Auch 

hier erachtete die Vorinstanz die Abweichung als offensichtlichen Redaktions- o-

der Rechnungsfehler und berichtigte die entsprechende Dispositiv-Ziffer direkt im 

begründeten Entscheid (Urk. 151 S. 144).  

 2.2.3. Daraus ergibt sich, dass die Vorinstanz die Diskrepanzen zwar be-

merkt hat, diese aber nicht im Rahmen einer selbständigen Berichtigung im Sinne 

von Art. 83 StPO angegangen ist. Die Korrekturen erfolgten auch ohne speziellen 

vorgängigen Hinweis im Rahmen der schriftlichen Urteilsbegründung, sondern 

erst im Verlaufstext. Dabei erweist es sich auch als problematisch, dass die "Be-

richtigung" faktisch nur verfahrensleitend und nicht durch den ganzen Spruchkör-

per erfolgte, welche im Rahmen einer separaten Berichtigung das tatsächliche 

Ergebnis der Beratung in corpore hätte bestätigen können. Zudem sind auch die 

Erwägungen zur "Berichtigung" teilweise noch falsch, da sich diese korrekter-

weise auf Dispositiv-Ziffer 11 zu beziehen hätte und nicht auf Dispositiv-Ziffer 14 

(Mitteilungssatz). 

 2.2.4. Im konkreten Fall ist die Abweichung in Dispositiv-Ziffer 3 (zusätzliche 

Anrechnung der erstandenen Ersatzmannahmen) zugunsten der Beschuldigten 

- 19 - 

A._____. Die Änderung in Dispositiv-Ziffer 11 ist primär eine redaktionelle. Inhalt-

lich konnte die Regelung mit doppelter Nennung der solidarischen Haftung und 

des Gesamtbetrages von Fr. 25'000.– vorher schon so verstanden werden, dass 

der auf die Beschuldigte A._____ fallende Anteil an der Gesamtgenugtuung (von 

Fr. 25'000.–) Fr. 6'250.– betrug, sie aber grundsätzlich zufolge solidarischer 

Haftung für die ganzen Fr. 25'000.– einzustehen hat.  

 Zu beachten ist, dass sich die Berufung der Beschuldigten A._____ u.a. 

gegen Dispositiv-Ziffern 3 und 11 richtet (Urk. 212 S. 2 f.). Damit bilden die 

"korrigierten" Punkte ohnehin Berufungsthema. Obwohl die Vorinstanz hier nicht 

lege artis vorgegangen ist und das Dispositiv in einem gewissen Umfang zu 

interpretieren ist, erscheint es in der Gesamtbetrachtung aus 

prozessökonomischen Gründen gerechtfertigt, von einer Rückweisung 

abzusehen, da die Verteidigungsrechte im Rahmen des Berufungsverfahrens 

wahrgenommen werden können.  

 2.3.1. Betreffend die Beschuldigte B._____ präsentiert sich die gleiche 

Problematik hinsichtlich der Anrechnung der Ersatzmassnahme und der Ver-

pflichtung zur Leistung einer Genugtuungsforderung. So wies die Vorinstanz im 

begründeten Urteil darauf hin, "[…] dass das Gericht die Dispositivziffer 3 und 4 

des Urteils unvollständig aufführte" (Urk. 157/151 S. 130 bzw. S. 138). Sie verfuhr 

in gleicher Manier und "berichtigte" das "Versehen" im begründeten Urteil ohne 

speziellen Hinweis im Verlaufstext.  

 2.3.2. Auch hier fällt die erste Anpassung zugunsten der Beschuldigten 

B._____ aus, indem nicht nur die Hafttage angerechnet werden, sondern auch die 

Einschränkung durch die angeordneten Ersatzmassnahmen im begründeten 

Urteil berücksichtigt wird. Betreffend die Regelung der Genugtuung gilt das 

bezüglich der Beschuldigten A._____ Gesagte (obige Ziff. 2.2.4.). Dispositiv-

Ziffern 3-4 und 8 wurden von der Beschuldigten B._____ angefochten 

(Urk. 157/152 S. 2 f.). Die Beschuldigte B._____ konnte ihre Rechte innert Frist 

wahrnehmen, so dass auch hier zugunsten der Verfahrensbeschleunigung auf 

eine Rückweisung wegen des so nicht vorgesehenen Prozederes der Vorinstanz 

zu verzichten ist. 

- 20 - 

 2.4.1. Schliesslich unterliefen der Vorinstanz auch in Sachen der Beschul-

digten C._____ Fehler. Sie wies im begründeten Urteil auf Versehen im Urteils-

dispositiv hin und "berichtigte" diese analog der oben erwähnten Vorgehensweise 

(Urk. 158/151 S. 125 und 132). Betroffen waren unter dem Titel der Haftanrech-

nung die Ersatzmassnahmen sowie die Genugtuung. Dispositiv-Ziffern 3 und 14 

wurden wie bei den Beschuldigten A._____ und B._____ "berichtigt". Diese Rege-

lungen wurden (u.a.) angefochten (Urk. 158/152 S. 2 ff. i.V.m. Urk. 84 S. 4, sinn-

gemäss). Von einer Rückweisung ist aus den oben dargelegten, gleichen Grün-

den abzusehen. 

 2.5. Im Rahmen der "Urteilsberichtigung" schlich sich in den Erwägungen 

der Vorinstanz in allen Urteilen ein weiterer Fehler ein, indem die Genugtuung auf 

insgesamt Fr. 25'000.00 inklusive Zins zu 5 % seit 11. März 2019 festgelegt wur-

de (Urk. 151 S. 143; Urk. 157/151 S. 137; Urk. 158/151 S. 131). In Abweichung 

dazu sieht das Dispositiv der Urteile eine Genugtuung von Fr. 25'000.00 zuzüglich 

Zins zu 5 % seit 19. März 2019 vor (a.a.O, Dispositiv-Ziffer 14; a.a.O., Dispositiv-

Ziffer 8; a.a.O., Dispositiv-Ziffer 11). Massgebend ist das Dispositiv.  

 3. Umfang der Berufung 

 3.1. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung 

(Art. 402 StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in 

Rechtskraft. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil nur 

in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 3.2.1. Die amtliche Verteidigung der Beschuldigten A._____ beantragt eine 

Aufhebung des Urteils und eine Neufassung hinsichtlich dessen Dispositiv-Ziffern 

1-7, 9-11 sowie 13 (Prot. II S. 15; Urk. 212 S. 2 f.). In Bezug auf Dispositiv-Ziffer 9 

(Abweisung des Schadenersatzanspruchs seitens der Privatklägerin) ist jedoch 

von einem Versehen der amtlichen Verteidigung auszugehen, besteht 

diesbezüglich doch kein Rechtsschutzinteresse der Beschuldigten und wurde dies 

in der Berufungserklärung auch noch gegenteilig beantragt (Urk. 152 S. 2 ff.). 

Dispositiv-Ziffer 9 wird daher als unangefochten und rechtskräftig erachtet.  

- 21 - 

 3.2.2. Im Rahmen ihrer Anschlussberufung betreffend die Beschuldigte 

A._____ ficht die Staatsanwaltschaft Dispositiv-Ziffer 1 hinsichtlich Spiegelstrich 2 

und weiter die Dispositiv-Ziffern 2, 3 und 5 an.  

 Ihr in Bezug auf alle drei Beschuldigten gestellter Antrag, es sei Dispositiv-

Ziffer 1, Spiegelstrich 2, aufzuheben, und es seien die Beschuldigten stattdessen 

der schweren Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig zu 

sprechen, erweist sich als unpräzise. Es ist anzunehmen, dass damit ein Schuld-

spruch im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 184 Abs. 3 StGB 

gemeint ist, wie er denn auch mit der Anklage vom 12. Dezember 2019 beantragt 

wurde (Urk. 34 S. 13). 

 Die Staatsanwaltschaft stellt wie erwähnt bezüglich sämtlicher 

Beschuldigten den Antrag, es sei Dispositiv-Ziffer 2 der Urteile je ersatzlos 

aufzuheben. In besagten Ziffern wurden alle Beschuldigten vom Vorwurf des 

Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB freigesprochen. Stattdessen 

wurden sie der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB schuldig gesprochen 

(Urk. 151 S. 110 f.). Die Staatsanwaltschaft hat die Sachentziehung nicht 

angefochten. Insofern wäre ihr im Ergebnis Recht zu geben. Wird der 

Lebensvorgang rechtlich anders gewürdigt, hier mangels Aneignungsabsicht als 

Sachentziehung statt als Raub, wäre ein zusätzlicher Freispruch betreffend Raub 

nicht nötig. Ein Rechtsschutzinteresse der Staatsanwaltschaft ist hier jedoch nicht 

ersichtlich, so dass auf die Berufung in diesem Punkt nicht einzutreten ist.  

 3.2.3. Es ist damit davon Vormerk zu nehmen, dass in Bezug auf die 

Beschuldigte A._____ die Dispositiv-Ziffern 2 (Freispruch vom Vorwurf des 

Raubes), 8 (Herausgabe beschlagnahmter Gegenstände), 9 (Abweisung der 

Schadenersatzforderung der Privatklägerin über Fr. 320.–) und 

12 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen sind, was vorab festzustellen ist 

(Art. 399 Abs. 3 i.V.m. Art. 402 und 437 StPO). 

 3.3. Die Beschuldigte B._____ lässt ihren ursprünglichen Antrag auf Neu-

beurteilung von Dispositiv-Ziffer 1 bezüglich der Schuldpunkte fallen und 

beantragt lediglich noch, es seien die Dispositiv-Ziffern 3, 4, 8 und 10 des 

- 22 - 

vorinstanzlichen Urteils aufzuheben (Prot. II S. 15; Urk. 217 S. 1 f., vgl. 

Urk. 157/152 S. 2). Im Rahmen ihrer Anschlussberufung ficht die 

Staatsanwaltschaft Dispositiv-Ziffer 1 hinsichtlich Spiegelstrich 2, sodann 

hinsichtlich Dispositiv-Ziffern 2, 3 und 4 an. Auch hier ist zu beachten – wie unter 

Ziffer II./3.2.2. dargelegt –, dass auf den Antrag der Staatsanwaltschaft betreffend 

Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 2 mangels Rechtsschutzinteressens nicht 

einzutreten ist. In Rechtskraft erwachsen sind damit Dispositiv-Ziffern 1, 

Spiegelstriche 1, 3, 4 und 5 (Schuldsprüche), 2 (Freispruch vom Vorwurf des 

Raubes), 5 (Herausgabe Mobiltelefon), 6 (Abweisung der 

Schadenersatzforderung der Privatklägerin über Fr. 320.–), 7 (Verweisung der 

Schadenersatzforderung der Privatklägerin über Fr. 480.– auf den Zivilweg), 

9 (Kostenfestsetzung). Dies ist ebenfalls im Sinne obiger Bestimmung vorweg 

festzustellen.  

 3.4. Die Beschuldigte C._____ lässt gegen die Dispositiv-Ziffern 1, 3, 4, 14 

und 16 Berufung anmelden (Urk. 213 S. 1 f.; Prot. II S. 15). Für den Fall des 

Eintretens auf die Berufung beantragte die Staatsanwaltschaft im Rahmen ihrer 

Anschlussberufung die Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 1 hinsichtlich Spiegelstrich 

2, sodann hinsichtlich Dispositiv-Ziffern 2 und 3. Wie bereits bezüglich der beiden 

Mitbeschuldigten erwähnt, ist auf den Antrag der Staatsanwaltschaft betreffend 

Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 2 nicht einzutreten (vgl. vorstehend Ziffer II./3.2.2 

und II./3.3.). In Rechtskraft erwachsen sind damit Dispositiv-Ziffern 5-11 

(Beschlagnahmungen etc.), 12 (Abweisung der Schadenersatzforderung der 

Privatklägerin über Fr. 320.–), 13 (Verweisung der Schadenersatzforderung der 

Privatklägerin über Fr. 480.– auf den Zivilweg) und 15 (Kostenfestsetzung), was 

vorab festzustellen ist (Art. 399 Abs. 3 i.V.m. Art. 402 und 437 StPO). 

 3.5. Im übrigen Umfang steht der angefochtene Entscheid im Rahmen des 

Berufungsverfahrens unter Vorbehalt des Verschlechterungsverbotes gesamthaft 

zur Disposition (Art. 391 Abs. 2 StPO). Bereits an dieser Stelle ist darauf hinzu-

weisen, dass sich die urteilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten ein-

lässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerle-

gen muss (BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 

- 23 - 

2.2, je mit Hinweisen). Die Berufungsinstanz kann sich somit auf die für ihren Ent-

scheid wesentlichen Punkte beschränken. Soweit für die tatsächliche und die 

rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vo-

rinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, 

auch ohne dass dies jeweils explizit Erwähnung findet. 

 4.  Anklageprinzip 

 4.1.1. Die amtliche Verteidigerin der Beschuldigten B._____ rügte vor 

Vorinstanz eine Verletzung des Anklageprinzips (Urk. 90 S. 3). In weiten Teilen 

beschreibe die Anklageschrift gar keine strafbaren Handlungen, so unter dem 

Titel des subjektiven Tatbestands. Die Verteidigung der Beschuldigten B._____ 

hat vor Vorinstanz mehrfach moniert, dass das Anklageprinzip verletzt sei bzw. 

bisweilen kein rechtswidriges Verhalten umschrieben sei (Urk. 90 S. 20, 21, 27, 

28). So machte sie in ihren Vorbemerkungen zu den Anklageziffern 10-13 

geltend, unter dem Randtitel sexuelle Nötigung würden unter Ziffer 10 und 12 der 

Anklageschrift diverse Handlungen umschrieben. Dabei würden weder die 

nötigenden Mittel umschrieben noch werde in der Anklageschrift dargelegt, dass 

die Privatklägerin mit den sexuellen Handlungen nicht einverstanden gewesen 

sei. Schon deswegen sei eine Verurteilung nicht möglich (Urk. 90 S. 13). Weiter 

sei in Anklageziffer 13 in Bezug auf die anale Einführung des Dildos der 

Widerstand der Privatklägerin umschrieben. Allerdings fehle die Behauptung des 

Widerstands und die Umschreibung der nötigenden Mittel erneut bezüglich der 

restlichen in diesem Abschnitt angeklagten sexuellen Handlungen (Urk. 90 S. 16). 

Die nötigenden Mittel seien unter Ziffer 10-13 nicht näher bzw. nur unvollständig 

umschrieben. Es fehle insbesondere der Konnex zwischen nötigenden Mitteln und 

sexuellen Handlungen bzw. den nötigenden Mitteln. In Ziffer 22 würden nun 

einige nötigende Mittel genannt. Allerdings würden diese nur allgemein mit 

körperlichen und psychischen Aggressionen und der Angst der Geschädigten vor 

noch mehr Gewalt bis hin zur Todesangst umschrieben. In der Anklageschrift 

werde dann ein spezifisches nötigendes Mittel umschrieben, dass sich die 

Privatklägerin gefürchtet habe, durch die Veröffentlichung der Filmaufnahmen ihr 

Ansehen zu verlieren. Diese Furcht sei offensichtlich nicht geeignet, um die 

- 24 - 

Privatklägerin zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Die Filmaufnahmen wären 

veröffentlicht worden, wenn sie zur Polizei gegangen wäre und nicht, wenn sie 

sich geweigert hätte, sexuelle Handlungen vorzunehmen. Es werde in der 

Anklageschrift kein Nötigungsmittel für die sexuellen Handlungen umschrieben. 

Die Privatklägerin habe sich ja auch nicht abhalten lassen, zur Polizei zu gehen, 

und die Beschuldigten hätten keine Filmaufnahmen von ihr veröffentlicht. Aus 

Sicht der Verteidigung sei es höchst problematisch, dass die nötigenden Mittel in 

der Anklageschrift derart pauschal umschrieben würden und keinerlei Konnex zu 

den jeweiligen konkreten Handlungen (die Wegnahme der Wertgegenstände oder 

die vorgenommenen sexuellen Handlungen) behauptet werde. Ungenügend 

erscheine ihr die Anklageschrift hier auch deswegen, weil die einzelnen 

nötigenden Mittel nicht ausgeführt würden. Es sei unabdingbar, dass umschrieben 

werde, welche konkreten nötigenden Mittel zu welchen konkreten strafbaren 

Handlungen geführt hätten. Das habe die Anklage nicht gemacht. Es müsse 

deswegen ein Freispruch bezüglich (Raub und) sexueller Nötigung ergehen (Urk. 

90 S. 21). Ebenso wies die Verteidigung darauf hin, dass keine Begehung der 

Taten durch Unterlassung angeklagt worden sei. Dafür wäre nämlich auch die 

Umschreibung einer Garantenstellung notwendig gewesen. Eine Verurteilung 

durch Unterlassung, nämlich dadurch, dass die Beschuldigte B._____ 

möglicherweise nicht eingegriffen habe, komme deswegen nicht in Frage (Prot. I 

S. 207).  

 4.1.2. An der Berufungsverhandlung beantragte die Verteidigung der 

Beschuldigten A._____ mit denselben Argumenten, die Strafuntersuchung sei 

wegen fehlender Prozessvoraussetzungen einzustellen, wo nicht ohnehin bereits 

ein Freispruch erfolge (Urk. 212 S. 50-64). Die Verteidigung der Beschuldigten 

C._____ monierte in ihrer Berufungsbegründung ebenfalls eine Verletzung des 

Anklagegrundsatzes, insbesondere mit der Argumentation, die angeblichen 

sexuellen Nötigungshandlungen würden im Anklagesachverhalt keiner einzigen 

der Beschuldigten zugeordnet (Urk. 213 S. 5 ff.).  

 4.2.1. Die Vorinstanz hat sich zur Thematik des Anklageprinzips im Verfah-

ren gegen die Beschuldigte B._____ ausführlich geäussert (Urk. 157/151 S. 16 f.). 

- 25 - 

Eine Verletzung dieses Grundsatzes hat sie aus den nachfolgenden Gründen im 

Ergebnis zu Recht verneint (Urk. 157/151 S. 16 f.).  

 4.2.2. Zu betonen ist vorweg, dass den Beschuldigten A._____, B._____ 

und C._____ sowie der Beschuldigten D._____ mit gemeinsamer Anklageschrift 

mittäterschaftliches Handeln vorgeworfen wird (Urk. 34 S. 4 f.). So besagt die 

Anklage einleitend, die Beschuldigten hätten "gemeinsam, bei der Entschlies-

sung, Planung oder Ausführung der Straftaten vorsätzlich und in massgebender 

Weise miteinander zusammenwirkend, so dass eine jede als Hauptbeteiligte da-

stand, wobei jede einen Tatbeitrag lieferte, der so wesentlich war, dass die Tat-

begehung mit ihm stand oder fiel, und eine jede mit den Tathandlungen der ande-

ren einverstanden war" (Urk. 34 S. 5). Die Randziffer (RZ) 21 des Anklagesach-

verhalts trägt sodann explizit den Titel "Mittäterschaft": "Die Beschuldigten [Be-

schuldigte 1-3 und Beschuldigte D._____] waren alle von Beginn an zusammen 

und gingen gemeinsam gegen die Geschädigte [Privatklägerin] vor, aufgrund des 

gemeinsam getragenen Tatentschlusses. Sie alle wussten um die Handlungen 

der anderen, oder dass es zumindest zu solchen kommen konnte, und waren 

damit einverstanden. Sie machten sie sich alle zu eigen (mit Ausnahme vorste-

hend RZ 8)" (Urk. 34 RZ 21).  

 4.2.3. Aus der Anklageschrift geht unmissverständlich hervor, dass die 

Staatsanwaltschaft den als Gruppe auftretenden, im Einzelnen konkret genannten 

vier Mitbeschuldigten mit Bezug auf alle vorgeworfenen Tatbestände denselben 

Sachverhalt vorwirft. Die Handlungen der Beschuldigten F._____ wurden wie 

erwähnt bereits mit Strafbefehl sanktioniert. Die einzige Relativierung macht die 

Staatsanwaltschaft hinsichtlich RZ 8 (vgl. auch Prot. I S. 192). Das ist vor dem 

Hintergrund der allgemein vorgeworfenen Mittäterschaft aus hiesiger Sicht zwar 

nicht nachvollziehbar, aber gerade bei der Prämisse eines mittäterschaftlichen 

Handelns auch nicht von Bedeutung.  

 4.2.4. Die von der Staatsanwaltschaft vorgenommene Nummerierung hätte 

gemäss ihrer Erklärung der besseren Übersicht und der Zuordnung von Beweis-

erhebungen dienen sollen (Prot. I S. 208 f.). Allerdings erweist sich die konkrete 

Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft als sehr unüblich und umständlich. So 

- 26 - 

wird im Sachverhalt zuerst der jeweilige Lebensvorgang im Sinne des 

angerufenen Tatbestands in objektiver Hinsicht aufgelistet, ohne Bezeichnung der 

konkreten Nötigungsmittel (RZ 3-20). Mittendrin werden die Mittäterschaft 

(RZ 21), die eingesetzten Nötigungsmittel und deren Rechtswidrigkeit (RZ 22-23) 

beschrieben. Erst danach erfolgt eine Umschreibung der jeweiligen Tatbestände 

der angeklagten Delikte in subjektiver Hinsicht – notabene in umgekehrter 

Reihenfolge als bei den objektiven Tatbestandselementen und damit auch 

insgesamt nicht nach der Schwere der Delikte (RZ 24-30), Letzteres im Übrigen 

auch nicht bei den Anträgen auf Schuldigsprechung (Urk. 34 S. 13).  

 4.2.5. Dass die Tatbestandselemente in objektiver und subjektiver Hinsicht 

in der Anklageschrift völlig aufgesplittet wurden, erschwert die Beurteilung erheb-

lich. Aber wie bereits gesagt, ist die Anklage als Ganzes zu lesen und insofern 

ergibt sich, was den Beschuldigten in objektiver und subjektiver Hinsicht vorge-

worfen wird, auch wenn die relevanten Aspekte des Sachverhalts teilweise zu-

sammengetragen werden müssen. Folglich konnten sich die Beschuldigten auch 

genügend verteidigen. Auf einige verbleibende kritische Aspekte ist im Rahmen 

der Sachverhaltserstellung einzugehen. Ob das konkret beschriebene Verhalten 

den jeweiligen Tatbestand erfüllt, ist sodann im Rahmen der rechtlichen Würdi-

gung zu prüfen.  

 4.3. Nachdem festgestellt ist, dass das Anklageprinzip nicht verletzt wurde, 

erübrigt sich auch der Antrag der Verteidigung der Beschuldigten A._____ auf 

Einstellung der Strafuntersuchung.  

 5. Antragsdelikte 

  5.1. Bei den vorgeworfenen und vorliegend im Berufungsverfahren zu be-

urteilenden Tatbeständen der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 

StGB und der Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegerä-

te im Sinne von Art. 179quater Abs. 1 StGB handelt es sich um Antragsdelikte. 

Weiter stellt auch die Sachentziehung ein Antragsdelikt dar. Seitens der Beschul-

digten A._____ und B._____ wird bestritten, dass für die angeklagte Sachbe-

schädigung ein gültiger Strafantrag vorliegt (Urk. 86 S. 40; Urk. 90 S. 1 und 3 f.). 

- 27 - 

 5.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss aus einem Straf-

antrag hervorgehen, für welchen Sachverhalt die strafrechtliche Verfolgung be-

antragt wird, wobei eine Beschränkung auf einzelne (Tat-)Handlungen ohne 

weiteres möglich ist (OFK/StGB-Donatsch, 20. Auflage 2018, N 3 zu Art. 30 StGB, 

mit Hinweisen). Die Ermittlung des Inhalts eines Strafantrages erfolgt nach den 

Grundsätzen, wie sie für die Auslegung rechtserheblicher Erklärungen allgemein 

gelten. Die Prüfung des Strafantrags auf seine Gültigkeit hin hat sodann von 

Amtes wegen zu erfolgen (BSK StGB-Riedo, Art. 30 N 93).  

 5.3. Gemäss Polizeirapport vom 27. März 2019 stellte die Privatklägerin 

Strafantrag im Sinne von Art. 179quater StGB, Art. 126 StGB, Art. 173 StGB und 

Art. 174 StGB und Art. 177 StGB (Urk. 1 S. 8). Im Rahmen der ersten Einvernah-

me bei der Polizei schilderte die Privatklägerin am 11. März 2019, wie "A._____" 

[A._____] und B._____ [B._____] ihr die Haare abgeschnitten hätten (Urk. D1/7/1 

S. 4). Der einvernehmende Polizist fragte die Privatklägerin im späteren Verlauf 

der Einvernahme was folgt: "Wie Sie geschildert haben, wurden Ihnen noch Haa-

re abgeschnitten. Dies wird auf Antrag bestraft, möchten Sie diesbezüglich und 

auch wegen den Beleidigungen und Tätlichkeiten Strafantrag stellen?" Die Privat-

klägerin antwortete darauf: "Ich möchte für alles Strafantrag stellen. Ich möchte, 

dass dies bestraft wird" (Urk. D1/7/1 S. 6 f.). Damit hat die Privatklägerin klar zum 

Ausdruck gebracht, dass sie auch die Sachbeschädigung verfolgt haben will, wie 

dies ihr Vertreter in seiner Eingabe vom 7. Juni 2019 in allgemeiner Form noch 

bestätigt hat (Urk. D1/17/9). Die erforderlichen Strafanträge liegen damit allesamt 

vor. 

 5.4. Der Strafantrag wurde ursprünglich gegen Unbekannt gestellt (Urk. 1/1 

S. 8). Dies ist zulässig (BGer 6B_65/2015, Urteil vom 25. März 2015, E. 3.2.): Der 

Strafantrag kann auch gegen unbekannt und somit vor dem Beginn des Fristen-

laufs eingereicht werden. In diesem Fall ist eine Erneuerung des Strafantrags 

nach dem Bekanntwerden des Täters nicht erforderlich (BGE 92 IV 75).   

 5.5. Stellt eine antragsberechtigte Person gegen einen an der Tat Beteiligten 

Strafantrag, so sind alle Beteiligten zu verfolgen (Art. 32 StGB). Art. 32 und Art. 

33 Abs. 3 StGB verankern den Grundsatz der Unteilbarkeit des Strafantrags und 

- 28 - 

des Rückzugs desselben (vgl. BGE 132 IV 97 E. 3.3.1 S. 99). Der Grundsatz der 

Unteilbarkeit des Strafantrags soll verhindern, dass der Verletzte nach seinem 

Belieben nur einen einzelnen am Antragsdelikt Beteiligten herausgreift und unter 

Ausschluss der anderen bestrafen lässt (BGer 6B_ 527/2016, 6B_535/2016, Urteil 

vom 23. Dezember 2016, E. 5.1., mit Verweisen). Der von der Privatklägerin am 

11. März 2019 gültig gestellte Strafantrag betreffend Sachbeschädigung ist daher 

gegenüber allen Beschuldigten zu beachten. 

 5.6. Die Staatsanwaltschaft beantragte mit der Anklageschrift vom 
12. Dezember 2019 u.a., die Beschuldigten seien des Raubes schuldig zu 

sprechen (Urk. 34). Die Vorinstanz verneinte eine Aneignungsabsicht der 

Beschuldigten und erkannte bloss auf Sachentziehung (Urk. 151 S. 149). 

Sachentziehung wird nur auf Antrag verfolgt (Art. 141 StGB). Ein solcher Antrag 

wurde nicht explizit gestellt. Allerdings stand von Anfang an ein Diebstahl im 

Raum (vgl. auch Urk. D1/1 S. 1). So hat denn auch die Privatklägerin in ihrer 

ersten Einvernahme ausgesagt, dass sie bestohlen worden sei und erwähnte die 

betroffenen Gegenstände, u.a. das iPhone und ihr Portemonnaie der Marke 

"Louis Vuitton" (Urk. D1/7/1 S. 5). Im weiteren Verlauf der Einvernahme sagte sie, 

sie möchte "für alles" Strafantrag stellen, sie möchte, dass dies bestraft werde 

(Urk. D1/7/1 S. 6 f.). Zwar erfolgte diese Erklärung nach dem Thema der 

abgeschnittenen Haare, der Beleidigungen und Tätlichkeiten. Im Sinne einer 

laienfreundlichen Auslegung ist aber davon auszugehen, dass sich aus ihrer Sicht 

"alles" auch auf den vorher beklagten Diebstahl bezog. In der Gesamtschau ist 

daher von einem genügend zum Ausdruck gebrachten Strafverfolgungswillen mit 

Bezug auf die entwendeten Sachen, konkret die Sachentziehung, auszugehen.  

 6. Strafenvergleich 

 6.1. Die Verteidigung der Beschuldigten C._____ macht im 

Berufungsverfahren geltend, die Vorinstanz habe auf die Strafen der jeweiligen 

Mitbeschuldigten keinerlei Bezug genommen. Auch fehle die notwendige 

Gesamtbetrachtung der Vorinstanz, womit es an einer gesetzmässigen Vornahme 

der Strafzumessung mangle. Art. 47 StGB bzw. die vom Bundesgericht 

entwickelten Regeln der Strafzumessung seien verletzt. Dieser gravierende 

- 29 - 

Mangel könne durch die Berufungsinstanz nicht geheilt werden, weshalb das 

Verfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen sei (Urk. 214).  

 6.2. Wenngleich die Kritik der Verteidigung der Beschuldigten C._____ nicht 

haltlos ist, liegt dadurch, dass die Vorinstanz auf die jeweiligen Strafen der Mitbe-

schuldigten nicht explizit Bezug nahm, kein unheilbarer Mangel vor. Die Verfahren 

der Beschuldigten wurden auf zweiter Instanz vereinigt und das Berufungsgericht 

hat vollumfängliche Kognition. Die Frage nach einer unrechtmässigen Strafzu-

messung der Vorinstanz erübrigt sich deshalb; der Mangel ist als "geheilt" zu er-

achten.  

 7. Verwertbarkeit der Beweismittel 

 7.1. Die Verteidigung der Beschuldigten A._____ machte vor Vorinstanz 

geltend, deren Teilnahmerechte seien teilweise verletzt worden (Urk. 86 S. 50 f.). 

Lediglich die folgenden Einvernahmen seien mit Beteiligung der Beschuldigten 

[A._____] durchgeführt worden und damit als Beweis gegen die Beschuldigte 

[A._____] zuzulassen: 

-  polizeiliche Einvernahme der Beschuldigten [A._____] vom 13.03.2019 
(Urk. D1/5/1) 

-  Hafteinvernahme der STA [von A._____] vom 14.03.2019 (Urk. D1/5/2) 
-  Einvernahme der Beschuldigten [A._____] vom 11.04.2019 (Urk. 

D1/5/3) 
-  Einvernahme der Geschädigten [Privatklägerin] vom 14.05.2019 

(Urk. D1/7/3) 
-  Konfrontationseinvernahme der Beschuldigten vom 22.05.2019 

(Urk. D1/2/3) 
-  Schlusseinvernahme der Beschuldigten vom 16.09.2019 (Urk. D1/4).  

Alle anderen Einvernahmen der anderen Beschuldigten sowie der Geschädigten 

seien ohne die Gewährung der strafprozessualen Teilnahmerechte der Beschul-

digten durchgeführt worden und unterlägen der Einschränkung von Art. 147 Ziff. 4 

StPO. Sie könnten folglich nicht gegen die Beschuldigte verwendet werden 

(Urk. 86 S. 50 f.). 

 7.2.1. Gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO haben die Parteien das Recht, bei 

Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte anwesend zu 

sein und einvernommenen Personen Fragen zu stellen. Dieses spezifische 

- 30 - 

Teilnahme- und Mitwirkungsrecht fliesst aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör 

(Art. 107 Abs. 1 lit. b StPO). Es darf nur in den gesetzlich vorgesehenen Fällen 

eingeschränkt werden (Art. 101 Abs. 1, Art. 108, Art. 146 Abs. 4 und Art. 149 

Abs. 2 lit. b StPO; BGE 143 IV 397 E. 3.3.1; 141 IV 220 E. 4.4; 139 IV 25 E. 4.2 

mit Hinweis). Nach Art. 147 Abs. 4 StPO dürfen Beweise, die in Verletzung der 

Bestimmungen von Art. 147 StPO erhoben worden sind, nicht zulasten der Partei 

verwendet werden, die nicht anwesend war (BGE 143 IV 397 E. 3.3.1, 457 E. 

1.6.1; 139 IV 25 E. 4.2 und 5.4.1; Urteil 6B_1080/2020 vom 10. Juni 2021 E. 5.1).  

 Vor Eröffnung einer Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft besteht der 

Anspruch auf Parteiöffentlichkeit nicht. Bei Beweiserhebungen durch die Polizei, 

etwa bei polizeilichen Einvernahmen von Auskunftspersonen gestützt auf Art. 306 

Abs. 2 lit. b StPO, sind die Parteien mit anderen Worten nicht zur Teilnahme 

berechtigt (Art. 147 Abs. 1 StPO e contrario; BGE 143 IV 397 E. 3.3.2; 139 IV 25 

E. 5.4.3; Urteile 6B_1080/2020 vom 10. Juni 2021 E. 5.2; 6B_1385/2019 vom 

27. Februar 2020 E. 1.1; 6B_128/2018 vom 8. Februar 2019 E. 2.2.2).  

 Soweit die Polizei nach Eröffnung der Untersuchung Einvernahmen im 

Auftrag der Staatsanwaltschaft durchführt, stehen den Verfahrensbeteiligten die 

Verfahrensrechte zu, die ihnen bei Einvernahmen durch die Staatsanwaltschaft 

zukommen (Art. 312 Abs. 2 StPO; Urteile 6B_1080/2020 vom 10. Juni 2021 E. 

5.5; 6B_886/2017 vom 26. März 2018 E. 2.3.1; 6B_217/2015 vom 5. November 

2015 E. 2.2, nicht publ. in: BGE 141 IV 423; vgl. auch BGE 139 IV 25 E. 4.2 f.; je 

mit Hinweisen). Daraus folgt, dass die Parteien das Recht haben, bei 

Einvernahmen, welche die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft während 

deren Untersuchung durchführt, anwesend zu sein und Fragen zu stellen (vgl. 

hierzu Urteil 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021 E. 1.3.1.-1.3.2.; BGE 143 IV 397 E. 

3.3.2; Urteile 6B_1080/2020 vom 10. Juni 2021 E. 5.5; 6B_128/2018 vom 

8. Februar 2019 E. 2.2.2; je mit Hinweisen; 6B_217/2015 vom 5. November 2015 

E. 2.2, nicht publ. in: BGE 141 IV 423).  

 Die Durchführung einer Einvernahme ohne Teilnahme des Beschuldigten 

steht einer Wiederholung der Beweiserhebung im Grundsatz zwar nicht entgegen. 

Wird aber die Einvernahme wiederholt resp. zu einem späteren Zeitpunkt eine 

- 31 - 

Konfrontationseinvernahme durchgeführt, darf die Strafbehörde nicht auf die Er-

gebnisse der vorausgegangenen Einvernahmen zurückgreifen, soweit diese ei-

nem Beweisverwertungsverbot unterliegen (Urteil 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021 

E. 1.3.3.). 

 7.2.2. Die Staatsanwaltschaft leitet das Vorverfahren (Art. 16 Abs. 2 StPO), 

das aus dem Ermittlungsverfahren der Polizei und der Untersuchung der 

Staatsanwaltschaft besteht (Art. 299 Abs. 1 StPO). Gemäss Art. 299 Abs. 2 StPO 

werden im Vorverfahren, ausgehend vom Verdacht, es sei eine Straftat begangen 

worden, Erhebungen getätigt und Beweise gesammelt, um festzustellen, ob 

gegen eine beschuldigte Person ein Strafbefehl zu erlassen (lit. a), Anklage zu 

erheben (lit. b) oder das Verfahren einzustellen ist (lit. c). Vorermittlungen dienen 

der Verhinderung und Erkennung von Straftaten und bilden somit eine kriminal-

polizeiliche Aufgabe. Massgebendes Kriterium für die Abgrenzung zwischen 

Vorermittlungen nach Polizeigesetz und Ermittlungen gemäss Strafprozess-

ordnung ist der Tatverdacht in Bezug auf ein begangenes oder im Gang 

befindliches Delikt (Jaag/Zimmerlin, Die Polizei zwischen Gefahrenabwehr und 

Ermittlung von Straftaten, in: Jositsch/Schwarzenegger/Wohlers [Hrsg.], 

Festschrift für Andreas Donatsch zum 65. Geburtstag, Zürich 2017, S. 406 f.; 

BSK StPO-Rhyner, 2. Auflage 2014, Art. 306 N 8).  

 7.2.3. Mit der Rapporterstattung und anschliessenden Untersuchungs-

eröffnung endet das selbstständige Ermittlungsverfahren der Polizei und die 

Staatsanwaltschaft übernimmt auch die faktische Verfahrensherrschaft. Sie ent-

scheidet im Rahmen von Art. 312 Abs. 1 StPO, ob und in welchem Umfang die 

Polizei noch weiter ermitteln muss und darf und hat ihr zu diesem Zweck konkrete 

Ermittlungsaufträge zu erteilen. Gemäss Art. 307 Abs. 1 StPO informiert die 

Polizei die Staatsanwaltschaft unverzüglich über schwere Straftaten sowie über 

andere schwer wiegende Ereignisse. Die polizeiliche Orientierung der 

Staatsanwaltschaft über schwere Straftaten und andere schwer wiegende 

Ereignisse führt gestützt auf Art. 309 Abs. 1 lit. c zur Eröffnung eines 

Untersuchungsverfahrens (BSK StPO- Rüegger, a.a.O., Art. 307 N 4).  

- 32 - 

 7.2.4. Nach Art. 309 Abs. 3 StPO eröffnet die Staatsanwaltschaft die Unter-

suchung in einer Verfügung. Die Strafuntersuchung gilt in jedem Fall als eröffnet, 

wenn die Staatsanwaltschaft Zwangsmassnahmen anordnet. Da die Vorladung 

als Zwangsmassnahme gilt, genügt es in aller Regel für die Eröffnung, wenn die 

Staatsanwaltschaft erste Untersuchungshandlungen selber vornimmt, namentlich 

die beschuldigte Person einvernimmt oder eine Editionsverfügung erlässt 

(BGE 141 IV 20 E. 1.1.4 S. 24 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 

6B_256/2017 vom 13. September 2018 E. 2.1). Der Eröffnungsverfügung kommt 

lediglich deklaratorische Wirkung zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_84/2020 

vom 22. Juni 2020 mit Hinweisen). 

 7.3. Gemäss Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 12. März 2019 sei via 

Drittperson Herr … die Meldung eingegangen, dass er von einer weiblichen Per-

son angehalten worden sei auf seinem Motorrad, welche polizeiliche Hilfe verlan-

ge und welche keine Ausweise und kein Mobiltelefon auf sich tragen würde. In der 

Folge sei eine Polizeipatrouille dorthin beordert worden, welche die Frau an-

schliessend in die Polizeistation Rümlang transportiert habe (Urk. D1/1 S. 3). Es 

wurden sogleich verschiedene polizeiliche Ermittlungen aufgenommen (Urk. D1/1 

S. 4), u.a. wurde die Privatklägerin als Auskunftsperson formell befragt (Urk. 

D1/7/1). Ebenso wurde die Staatsanwaltschaft Winterthur-Unterland, STAin lic. i-

ur. B. Benz, über die im Raume stehenden Tathandlungen telefonisch orientiert 

(Urk. D1/1 S. 4).  

 7.4. Eine formelle Eröffnungsverfügung der Staatsanwaltschaft im Sinne von 

Art. 309 Abs. 3 StPO findet sich in den Akten nicht. Ebenso wenig ergibt sich aus 

den Akten eine formelle Regelung der Zuständigkeit zwischen der Staats-

anwaltschaft Winterthur-Unterland und der später Anklage erhebenden 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich. Zu beachten ist, dass die Staats-

anwaltschaft Winterthur/Unterland am 12. März 2019 Vorführungsbefehle für die 

Beschuldigten C._____ und D._____ mit dem Zweck der Befragung durch 

die Kantonspolizei Zürich und Zuführung an die Staatsanwaltschaft erliess 

(Urk. D1/18/1 und Urk. D1/20/1; jeweils ohne Verfahrensnummer), für welche 

dann die Staatsanwaltschaft I am 14. März 2019 unter der Untersuchungsnummer 

- 33 - 

A-4/2019/10009003 beim Zwangsmassnahmengericht des Bezirks Zürich Unter-

suchungshaft beantragte (Urk. D1/18/7 und Urk. D1/20/8). Am 13. März 2019 

beantragte die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich für die Beschuldigte 

B._____ unter der gleichen Untersuchungsnummer Untersuchungshaft 

(Urk. D1/19/7). Für die Beschuldigte A._____ wurde am 13. März 2019 von der 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich ein Vorführungsbefehl für die polizeiliche 

Befragung erlassen (Urk. D1/21/1) und am 14. März 2019 von der gleichen 

Amtsstelle beim Zwangsmassnahmengericht des Bezirks Zürich 

Untersuchungshaft beantragt (Urk. D1/21/8). Aus dem Gesagten ergibt sich, dass 

die Strafuntersuchung im vorliegenden Verfahren faktisch durch die am 

12. März 2019 angeordneten Zwangsmassnahmen eröffnet wurde und die 

Zuständigkeit – trotz zweier Vorführbefehle der Staatsanwaltschaft Winterthur-

Unterland effektiv von Beginn weg (wohl) bei der Staatsanwaltschaft I des 

Kantons Zürich lag.  

 7.5. Eine eigentliche Delegation an die Polizei durch die Staatsanwaltschaft 

erfolgte – entgegen der Vorinstanz (Urk. 151 S. 21) – ebenfalls nicht. Eine solche 

kann auch in der blossen Zweckangabe in den Vorführbefehlen ("Befragung 

durch die Kantonspolizei Zürich und Zuführung an die Staatsanwaltschaft") nicht 

gesehen werden. Die von der Polizei durchgeführten Einvernahmen und anderen 

Vorermittlungen stellen denn auch klassische kriminalpolizeiliche Aufgaben bei 

Vorliegen eines Anfangsverdachts dar. Die Privatklägerin wurde wie gesagt gleich 

am 11. März 2019 formell polizeilich befragt (Urk. D1/7/1). Auch die Beschuldigten 

B._____ (Urk. D1/3/1), C._____ (Urk. D1/2/1), D._____ (Urk. D1/4/1), A._____ 

(Urk. D1/5/1) und F._____ (Urk. D1/6/1) sowie die Auskunftsperson G._____ 

(Urk. D1/8/1) wurden zwischen dem 12. März 2019 und dem 14. März 2019 

jeweils einmal von der Polizei einvernommen. Bei der Befragung von Personen 

durch die Polizei vor Eröffnung der Strafuntersuchung steht den Parteien wie 

gesagt kein Teilnahmerecht zu (vgl. Art. 147 Abs. 1 StPO). Die bei der Polizei 

deponierten Aussagen der Beschuldigten sind daher grundsätzlich verwertbar. In 

Bezug auf die Beschuldigte B._____ ist jedoch festzuhalten, dass diese als 

einzige der Beschuldigten nicht schon bei ihrer ersten Befragung vom 12. März 

2019 anwaltlich verteidigt war, obwohl eine notwendige Verteidigung bereits 

- 34 - 

damals erkennbar war. Mit Blick auf Art. 130 StPO sowie Art. 131 StPO ist diese 

erste Befragung der Beschuldigten B._____ zu deren Nachteil unverwertbar.  

 7.6. Dass der Beschuldigten A._____ an den staatsanwaltschaftlichen Haft-

einvernahmen der Mitbeschuldigten kein Teilnahmerecht eingeräumt wurde, ist 

ebenfalls nicht zu beanstanden. Dies gilt selbstredend auch vice versa für die 

anderen Mitbeschuldigten. Diesbezüglich ist auf die Rechtsprechung des Bundes-

gerichts zu verweisen, wonach die Staatsanwaltschaft – ähnlich wie bei der 

Akteneinsicht nach Art. 101 Abs. 1 StPO – im Einzelfall prüfen kann, ob sachliche 

Gründe für eine vorläufige Beschränkung der Parteiöffentlichkeit bestehen (Urteil 

6B_256/2017 vom 13. September 2018 mit Verweis auf BGE 139 IV 25 E. 

5.5.4.1). Solche Gründe liegen demnach insbesondere vor, wenn im Hinblick auf 

noch nicht erfolgte Vorhalte eine konkrete Kollusionsgefahr gegeben ist. Falls die 

Befragung des Mitbeschuldigten sich auf untersuchte Sachverhalte bezieht, 

welche den (noch nicht einvernommenen) Beschuldigten persönlich betreffen und 

zu denen ihm noch kein Vorhalt gemacht werden konnte, darf der Beschuldigte 

von der Teilnahme ausgeschlossen werden. Das Bundesgericht sieht die 

Möglichkeit der Beschränkung von Teilnahmerechten vor allem im 

Anfangsstadium einer Untersuchung vor, bis zum Zeitpunkt des Abschlusses der 

ersten Einvernahme des Beschuldigten.  

 Bis zum Zeitpunkt ihrer erstmaligen, einlässlichen Befragung war es nötig, 

die Beschuldigten einzeln und ohne Teilnahme der anderen Mitbeschuldigten zu 

befragen. Dies bedeutet, dass auch die Hafteinvernahmen verwertbar sind 

(Urk. D1/3/2; Urk. D1/2/2; Urk. D1/5/2), ebenso die staatsanwaltschaftliche Ein-

vernahme der Beschuldigten A._____ vom 11. April 2019 (Urk. D1/5/3), zumal 

sich die Beschuldigten in den nachfolgenden Konfrontationseinvernahmen äus-

sern konnten (Urk. D1/7/3; Urk. D1/2/4).  

 7.7. Die Konfrontationseinvernahmen wurden im Einklang mit der oben 

erwähnten Rechtsprechung durchgeführt (Urteil 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021 

mit Verweis auf BGE 143 IV 457 E. 1.6.2). Dass die Beschuldigte B._____ in der 

zweiten Konfrontationseinvernahme/Schlusseinvernahme fehlte, weil sie krank 

war, und die Staatsanwaltschaft eine Verschiebung nicht zuliess (Urk. D1/2/4 S. 1 

- 35 - 

f.), vermag an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Einerseits konnten sich alle 

in der ersten Konfrontationseinvernahme äussern und sich gegenseitig Fragen 

stellen. Andererseits bestand die von der Staatsanwaltschaft mit der Beschuldig-

ten B._____ am 3. Oktober 2019 alleine nachgeholte Einvernahme im Wesentli-

chen aus dem Schlussvorhalt, der in einem Punkt von der Beschuldigten B._____ 

relativiert wurde (Filmen der Privatklägerin beim Duschen). Im Übrigen erfolgte 

die Befragung zur Person (Urk. D1/3/4). Daraus lässt sich nichts zu Ungunsten 

der anderen Beschuldigten ableiten.  

 7.8. Die nur mit der Beschuldigten D._____ am 26. September 2019 durch-

geführte staatsanwaltschaftliche Einvernahme betraf sodann nur die an diese se-

parat gerichteten Vorwürfe gemäss Dossier 2-6, welche in Einstellungen (Urk. 28-

29) und in der "Neben-Anklage" vom 12. Dezember 2019 mündeten (Urk. 35).  

 7.9. Die Auskunftsperson G._____ wurde nur polizeilich einvernommen 

(Urk. D/1/8/1). Mangels Konfrontation mit den Beschuldigten können dessen 

Aussagen nur zu ihren Gunsten verwendet werden. 

 7.10. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Personalbeweise mit den 

erwähnten Ausnahmen verwertbar sind. Die Verwertbarkeit der Sachbeweise 

wurde zu Recht nicht in Frage gestellt. So liegen Hausdurchsuchungs- und 

Durchsuchungsbefehle vor (Urk. D1/12/1-3; Urk. D1/12/4-5; Urk. D1/12/16-17). 

Zudem haben die Betroffenen der Auswertung der Telefone zugestimmt 

(Urk. D1/5/2 S. 5 [Beschuldigte A._____, im Protokoll fälschlicherweise "D._____" 

statt A._____ genannt]; Urk. D1/3/1 S. 2, Urk. D1/3/3 [Beschuldigte B._____]).  

 8.  Beweisanträge 

 8.1. In der Berufungserklärung hat die appellierende Partei die Beweisanträ-

ge zu stellen und zu begründen (vgl. Art. 399 Abs. 3 lit. c StPO).  

 8.2. Der amtliche Verteidiger der Beschuldigten A._____ verzichtete einst-

weilen auf Beweisanträge (Urk. 152 S. 8). Dem Beweisantrag der amtlichen 

Verteidigerin der Beschuldigten B._____, es seien die begründeten Urteile der 

Beschuldigten A._____ und C._____ sowie der Beschuldigten D._____ beizu-

- 36 - 

ziehen (Urk. 157/152 S. 3), wurde mit der Vereinigung der Verfahren faktisch 

entsprochen (Urk. 155-156). Seitens der Beschuldigten C._____ wurde 

einstweilen auf Beweisanträge verzichtet (Urk. 152).  

 8.3. Anlässlich der Berufungsverhandlung wurden – abgesehen von den 

eingereichten Beilagen zu den Plädoyers – keine weiteren Beweisanträge gestellt 

(Prot. II S. 16 ff.). 

III. Sachverhalt  

 A Anklagevorwurf 

 1.1. Gemäss Anklageschrift vom 12. Dezember 2019 (Urk. 34) soll die 

Privatklägerin ca. Mitte November 2017 die Beschuldigte C._____ bei der KESB 

des Bezirkes Pfäffikon denunziert haben. Die Beschuldigte C._____ habe die 

Privatklägerin dafür zur Rechenschaft ziehen wollen. Die Beschuldigte C._____ 

habe sich deshalb am 10. März 2019 mit den Mitbeschuldigten B._____, A._____ 

und D._____ getroffen. Dabei hätten sie sich entschlossen, die Privatklägerin in 

ihre Gewalt zu bringen und sie zur Rede zu stellen. Die Beschuldigten seien alle 

davon ausgegangen, dass sich die Privatklägerin aufgrund des Zwistes nicht mit 

der Beschuldigten C._____ oder mit den ihr nicht weiter bekannten Beschuldigten 

D._____ und A._____ treffen oder mit ihnen mitgehen würde, hingegen mit der 

Beschuldigten B._____ schon, da sie mit dieser befreundet gewesen sei. Deshalb 

hätten die Beschuldigten zusammen entschieden, dass die Beschuldigte B._____ 

sich mit der Privatklägerin nach deren Arbeitsschluss verabreden sollte. Da die 

Beschuldigte B._____ über keinen Führerausweis verfügt habe, habe sie die 

Mitbeschuldigte F._____ zum Treffen begleiten sollen, damit die Privatklägerin 

nicht misstrauisch würde. 

 1.2. Konkret wird den Beschuldigten zusammengefasst vorgeworfen, die 

Beschuldigte B._____ und die Beschuldigte F._____ hätten die Privatklägerin am 

10. März 2019, ca. 23.00 Uhr, vor deren Arbeitsort, dem Restaurant H._____ an 

der I._____-strasse … in J._____, erwartet. Sie seien dann mit ihr zum an-

grenzenden Parkplatz gegangen, wo die anderen Beschuldigten hinzugetreten 

- 37 - 

seien. Obwohl die Privatklägerin protestiert und sie sich widersetzt habe, sei sie 

auch unter Einsatz von Gewalt ins Fahrzeug verbracht worden. Dort sei sie 

geschlagen worden und habe man ihr angedroht, dass ihr weitere Gewalt angetan 

würde, sollte sie sich nicht fügen. Zumindest eine der Beschuldigten habe die 

Privatklägerin am Arm oder den Haaren gepackt und sie auf die Rückbank des 

dort abgestellten Personenwagens der Beschuldigten C._____ gezogen oder 

gestossen. Dann hätten sie die Privatklägerin weggeführt.  

 1.3. Auf der Fahrt mit Halt im Wald bei der K._____ am L._____-weg in 

J._____, an der Tankstelle M._____ an der N._____-strasse in J._____ sowie im 

Wald bei O._____ sei die Privatklägerin auf diverse Weise eingeschüchtert, er-

niedrigt, beschimpft und geschlagen worden. Man habe ihr das Mobiltelefon und 

die Tasche weggenommen und weitere Gewalt angedroht, aber auch eröffnet, 

dass man sie nackt ausziehen wolle. Nachdem die Beschuldigten die Privatkläge-

rin zunächst im Wald bei O._____ hätten zurücklassen wollen, hätten sie sich 

entschieden, von der Privatklägerin Nacktaufnahmen zu machen, welche sie ver-

öffentlichen wollten, sollte die Privatklägerin die Beschuldigten bei der Polizei an-

zeigen. So hätten sie die Privatklägerin um ca. 02:00 Uhr in die Wohnung der Be-

schuldigten C._____ in O._____ gebracht.  

 1.4. In der Wohnung habe sich die Privatklägerin geduscht. Dabei sei sie 

gegen ihren Willen gefilmt worden. Danach hätten die Beschuldigten von ihr ver-

langt, dass sie sich nackt hinstelle, sich vorstelle und diverse sexuelle 

Handlungen an sich vornehme, teils mit einem Sexspielzeug und mit Vorspielen 

bzw. Vorgabe eines pornografischen Films. Es seien auch sexuelle Handlungen 

an ihr vorgenommen worden. Es seien von ihr diverse andere erniedrigende 

Handlungen verlangt worden wie das Massieren, Ablecken und Küssen von 

Füssen der Beschuldigten sowie das Schlucken von gläsernen 

Dekorationssteinchen. Soweit sie sich gewehrt habe, sei sie geschlagen und 

getreten worden, habe man ihr weiteres Übel oder weitere erniedrigende 

Handlungen angedroht. Die Beschuldigten hätten ihr auch die künstlichen 

Haarverlängerungen aus dem Haar gerissen und das Haar noch mit einem 

Messer weiter abgeschnitten. 

- 38 - 

 1.5. Schliesslich hätten die Beschuldigten die Privatklägerin um 07:35 Uhr 

des 11. März 2019 auf einem Parkplatz in P._____ abgesetzt. Sie hätten das 

Mobiltelefon und das Portemonnaie behalten und daraus Fr. 350.00 entnommen 

und unter sich aufgeteilt. Das Mobiltelefon und das Portemonnaie hätten die 

Beschuldigten C._____ und B._____ um ca. 09:00 Uhr in der Eisenbahn von 

Wohlen nach Bremgarten hinterlegt.  

 1.6. Sämtliche Handlungen – mit Ausnahme des Vorwurfs gemäss RZ  8 – 

sollen die Beschuldigten in Mittäterschaft und gegen den Willen und Widerstand 

der Privatklägerin begangen haben.  

 1.7. Für die Vorwürfe im Einzelnen und die präzisen Tathandlungen sei im 

Übrigen auf die Anklageschrift vom 12. Dezember 2019 (Urk. 34) und auf die 

nachfolgenden Ausführungen verwiesen.  

 B Standpunkt der Beschuldigten 

 Die Beschuldigten bestreiten nicht, dass sie in der genannten Zeit und an 

den genannten Orten zusammen und mit der Privatklägerin unterwegs waren. Es 

werden auch gewisse der oben beschriebenen Handlungen konzediert, wie nach-

folgend aufzuzeigen ist. Nachdem noch vor Vorinstanz die Unfreiwilligkeit der 

Handlungen der Privatklägerin im Wesentlichen bestritten wurde, räumten zu-

mindest die Beschuldigten C._____ und B._____ an der Berufungsverhandlung 

ein, dass die Privatklägerin weder freiwillig mitkam noch die verschiedenen 

Handlungen aus freiem Willen vornahm (Urk. 210 S. 10, 14 ff., Urk. 211 S. 7 f.). 

Nach vormaligem Bestreiten liess die Beschuldigte B._____ die ihr im 

erstinstanzlichen Urteil angelasteten Delikte nicht mehr anfechten. Die 

Beschuldigten A._____ und C._____ weisen über weite Strecken die konkreten 

Tatbeiträge und damit einhergehend die unterstellte Mittäterschaft von sich.  

 C Grundsätze der Beweiswürdigung 

 1.1. Angesichts der Bestreitungen ist zu prüfen, ob der Anklagesachverhalt 

aufgrund der Untersuchungsakten und der vorgebrachten Argumente erstellt und 

den Beschuldigten mit rechtsgenügender Sicherheit nachgewiesen werden kann. 

- 39 - 

 2.1. Die Vorinstanz hat die Grundlagen der Beweiswürdigung korrekt darge-

legt (Urk. 151 S. 15 ff.; Urk. 157/151 S. 19 ff.; Urk. 158/151 S. 15 ff.). Im Sinne ei-

ner teilweisen Ergänzung und Zusammenfassung ist mit Bezug auf die nachfol-

gend vorzunehmende Beweiswürdigung festzuhalten, dass gemäss der aus Art. 8 

und 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in 

dubio pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld eines Angeklagten zu 

vermuten ist, dass dieser einer strafbaren Handlung unschuldig ist (Art. 10 Abs. 1 

StPO).  

 2.2. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind 

diese frei zu würdigen (Art. 10 Abs. 2 StPO). Es ist anhand sämtlicher Umstände, 

die sich aus dem gesamten Verfahren ergeben, zu untersuchen, welche Sach-

darstellung überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der 

Aussagen ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. 

Bei der Würdigung von Aussagen darf nicht einfach auf die Persönlichkeit oder 

allgemeine Glaubwürdigkeit von Aussagenden abgestellt werden. Massgebend ist 

vielmehr die Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Aussagen. 

Dieser Ansatz wurde vom Bundesgericht vor kurzem im Urteil 6B_323/2021 vom 

11. August 2021, E. 2.3.3., bestätigt: "Das Konzept einer 'allgemeinen Glaub-

würdigkeit' wird in der Aussagepsychologie als wenig brauchbar bewertet. Der 

allgemeinen Glaubwürdigkeit eines Zeugen im Sinne einer dauerhaften 

personalen Eigenschaft kommt nach heutiger Erkenntnis bei der Würdigung von 

Zeugenaussagen daher kaum mehr relevante Bedeutung zu. Weitaus 

bedeutender für die Wahrheitsfindung als die allgemeine Glaubwürdigkeit ist die 

Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage. Dabei wird die konkrete Aussage durch 

methodische Analyse ihres Inhalts (Vorhandensein von Realitätskriterien, Fehlen 

von Fantasiesignalen) darauf überprüft, ob die auf ein bestimmtes Geschehen 

bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben der befragten Person 

entspringen (BGE 133 I 33 E. 4.3; Urteile 6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 E. 

5.4.3; 5A_550/2019 vom 1. September 2020 E. 9.1.3.1; je mit Hinweisen). 

Entscheidend für den Beweiswert einer Zeugenaussage ist daher die 

Glaubhaftigkeit der konkreten Zeugenaussage und nicht die allgemeine 

Glaubwürdigkeit des Zeugen als persönliche Eigenschaft." Das für die 

- 40 - 

Zeugenaussage Gesagte kann auf die Aussagenwürdigung generell übertragen 

werden, mithin auch für die Aussagen der Auskunftspersonen und Beschuldigten.  

 D Konkrete Beweiswürdigung 

 1. Die Anklagebehörde stützt sich zum Nachweis der eingeklagten Sach-

verhalte hauptsächlich auf die Aussagen der Privatklägerin, welche diese als 

Auskunftsperson machte (Urk. D1/7/1-3), sodann jene der Beschuldigten A._____ 

(Urk. D1/5/1-3; Prot. I S. 56 ff.), B._____ (Urk. D1/3/2-3; Urk. D1/3/5; Prot. I S. 

152 ff.), C._____ (Urk. D1/2/1-2; Prot. I S. 15 ff.), D._____ (Urk. D1/4/1-3; Prot. I 

S. 116 ff.) und F._____ (Urk. D1/6/1). Weiter liegen die Aussagen aus der Kon-

frontationseinvernahme aller fünf Beschuldigten (Urk. D/1/2/3) und jener mit 

A._____, C._____, D._____ und F._____ vor (Urk. D1/2/4). Schliesslich liegt das 

– nur zugunsten der Beschuldigten verwertbare – Protokoll der polizeilichen 

Einvernahme der Auskunftsperson G._____ in den Akten (Urk. D1/8/1). Die 

Beschuldigten wurden an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung nochmals 

eingehend zu den einzelnen Vorwürfen befragt (Prot. I S. 15 ff.). Neu kommen die 

Protokolle der Befragungen der Beschuldigten an der Berufungsverhandlung 

hinzu (Urk. 109-111).  

 2. Sodann liegen diverse Sachbeweise vor, welche die Vorinstanz in den 

angefochtenen Urteilen anführt, so insbesondere medizinische Abklärungsergeb-

nisse über die körperliche Untersuchung der Privatklägerin, Fotos und Auswer-

tungen von Chat-Verläufen, Bild- und Filmdateien sowie Aufnahmen diverser 

Überwachungskameras, Einkaufsbelege und Gegenstände (Urk. 151 S. 18 f.; 

Urk. 157/151 S. 22 f.; Urk. 158/151 S. 15 f.). 

 Filmaufnahmen mit Bezug auf die konkrete Nacht konnten auf den sicher-

gestellten Mobiltelefonen keine festgestellt werden (Urk. D/1/8 S. 8).  

 3. Die Vorwürfe gemäss Anklageschrift (Urk. 34) werden nachfolgend 

thematisch und soweit möglich zusammengefasst abgehandelt. In einem ersten 

Schritt ist zu prüfen, ob sich der Sachverhalt in objektiver Hinsicht erstellen lässt 

- 41 - 

(Ziff. 4.-21). Hernach ist auf die subjektiven Aspekte des vorgeworfenen Handelns 

einzugehen (Ziff. 22).  

 4.  Sachverhalt betreffend RZ 1-2 (Hintergrund, initiale Beschlussfassung 

und Herauslocken der Privatklägerin aus dem Restaurant H._____) 

 4.1. Hintergrund und Auslöser für das Verhalten der Beschuldigten soll 

gemäss Staatsanwaltschaft eine Meldung der Privatklägerin bei der KESB des 

Bezirkes Pfäffikon gewesen sein. 

 4.2. Die Vorinstanz hat den Sachverhalt diesbezüglich als erstellt erachtet. 

Sie wies darauf hin, dass sämtliche Beschuldigten bestätigten, dass sich die Be-

schuldigte C._____ an der Privatklägerin für die Anzeige bei der KESB habe rä-

chen wollen und sie sich dazu am 10. März 2019 getroffen hätten. Die Beschul-

digten hätten auch bestätigt, dass sie die Privatklägerin in ihre Gewalt nehmen 

und sie wegen der Anzeige bei der KESB zur Rede hätten stellen wollen 

(Urk. 151 S. 35; Urk. 157/151 S. 35; Urk. 158/151 S. 28).  

 4.3. Am 14. November 2017 übermittelte die KESB des Bezirks Pfäffikon der 

KESB Kreis Bülach Nord eine Gefährdungsmeldung betreffend den Sohn der 

Beschuldigten C._____. Diese wurde von der Privatklägerin telefonisch übermit-

telt und weist gemäss Aktennotiz der KESB folgenden Inhalt auf (Urk. D1/27/3:): 

 
"Aktennotiz P. R.  
 
Betreffend: Q._____, (Kv: R._____, Km: C._____) 
 
Meldung von Frau E._____, S._____ ZH, (Tel. Nr.) 
 
Q._____ sei 2 Jahre alt. Die Eltern seien getrennt, die Km sei mit Q._____ 
kurzfristig zu ihrer Mutter nach T._____ gezogen, sei nun aber ohne festen 
Wohnsitz. Sie lebe bei verschiedenen Typen und teilweise bei Kolleginnen. 
Sie habe auch ein paarmal bei ihr mit dem Kind übernachtet. Der Kv lebe 
weiterhin in der Familienwohnung in U._____. Es könne sein, dass sie bei 
Gericht seien für eine Trennung oder Scheidung, sie wisse dies aber nicht 
sicher. 
 
Q._____ werde von seiner Mutter massiv geschlagen. Zudem wechsle sie 
ihm nur einmal täglich die Windeln. Sie habe ihr mehrmals gesagt, sie dürfe 
das Kind nicht schlagen, die Km sei aber der Meinung, das gehöre zur Er-

- 42 - 

ziehung. Sie habe den Kontakt zu ihr deshalb abgebrochen. Die Km gehe 
zudem in den Ausgang und lasse das Kind währenddessen draussen im Au-
to. Zudem sei die Km Epileptikerin. Sie habe das dem Strassenverkehrsamt 
aber nicht gemeldet und fahre deshalb Auto und dies ziemlich schnell. Sie 
habe schon mehrmals erlebt, wie die Km beim Autofahren Anfälle gehabt 
habe. Sie habe ins Steuer greifen müssen und sie hätten danach 40 Min. auf 
dem Pannenstreifen warten müssen, bis es der Km wieder besser ging. 
 
Der KV sei ein guter Vater." 
 

 Der Wahrheitsgehalt dieser Meldung kann letztlich offen bleiben. Tatsache 

ist, dass sich die Beschuldigte C._____ als betroffene Mutter dadurch gemäss ih-

rem Verteidiger aufs Übelste – und böswillig – nachweislich wahrheitswidrig, aus-

ser dass sie Epileptikerin sei, angeschwärzt gefühlt habe (Urk. 84 S. 4). Dies sei 

natürlich "Pulver im Fass" gewesen. Das Ganze sei über Monate dahingegärt und 

von den Freundinnen/Kolleginnen "vorwärts und rückwärts ausdiskutiert" und zum 

wiederkehrenden Thema unter ihnen geworden, wie man die "Verleumderin und 

Petzerin" zur Rede stellen werde (Urk. 84 S. 4 f.). Der Auslöser für die Ereignisse 

in der Nacht vom 10. auf den 11. März 2019 ist damit erstellt.  

 Ebenfalls ergibt sich aus den Aussagen der Beschuldigten F._____, dass sie 

die Beschuldigte B._____ beim Abholen der Privatklägerin begleitet habe und 

dass ihr klar gewesen sei, dass sie gebraucht werde (Urk. D1/2/4 S. 8). Die Be-

schuldigte A._____ bestätigte, dass die Beschuldigte F._____ mitgegangen sei, 

weil die Beschuldigte B._____ keinen Führerausweis gehabt habe. Die Privatklä-

gerin hätte nicht misstrauisch werden sollen. Die Beschuldigte A._____ sagte 

hierzu: "Bevor B._____ aus dem Auto stieg um E._____ zu holen, sagte C._____ 

zu ihr, sie solle E._____ raus locken und mit ihr eine Zigarette rauchen und ihr 

sagen, ich sei mit F._____ in deren Auto hier, also dass wir nur zu zweit seien. 

B._____ und F._____ haben das gemacht" (Urk. D1/5/3 S. 3).  

 Die Verabredung für diesen Abend wird weiter durch Kurznachrichten 

zwischen der Beschuldigten B._____ und der Privatklägerin belegt (Urk. D1/1/11, 

3.2.1., S. 4 ff.). Ebenfalls ergibt sich aus der elektronischen Kommunikation, dass 

die Beschuldigte D._____ von der Beschuldigten C._____ mehrmals aufgefordert 

wurde, die Beschuldigte B._____ zu kontaktieren (Urk. D1/1/9, 1.3.1., S. 2 ff.). 

- 43 - 

Spätestens auf dem Parkplatz der Arbeitsstelle der Privatklägerin wussten somit 

alle Beschuldigten, dass die Privatklägerin von der Beschuldigten B._____ und 

F._____ herausgelockt werden sollte, da sie unter den gegebenen Umständen 

nicht mit der Beschuldigten C._____ oder den ihr nicht weiter bekannten Beschul-

digten A._____ und D._____ mitgehen würde.  

 Auf die sodann umstrittene Frage, was die initiale Beschlussfassung weiter 

umfasste, ist nachfolgend bei den eigentlichen Tatvorwürfen einzugehen. 

 5.  Sachverhalt betreffend RZ 3 (Verbringen der Privatklägerin ins Auto 

der Beschuldigten C._____) 

 5.1. Die Vorinstanz erachtete den Sachverhalt auch in diesem Punkt als 

erstellt (Urk. 151 S. 40-43). Sie hat dabei im Wesentlichen auf die Aussagen der 

Privatklägerin abgestellt, die von verschiedenen Beschuldigten in diversen 

Aspekten bestätigt würden. Der Beurteilung der Vorinstanz kann aus den nach-

folgenden Gründen zugestimmt werden. 

 5.2. Strittig und zentraler Punkt war hier zunächst, ob die Privatklägerin ge-

gen ihren Willen ins Auto der Beschuldigten C._____ verbracht wurde oder die 

Privatklägerin freiwillig ins Auto gestiegen ist.  

 5.3. Die Privatklägerin selber sagte bei der ersten polizeilichen Einvernahme 

am Morgen des 11. März 2019 aus, sie habe am 10. März 2019 von 12 Uhr bis 

ca. 23 Uhr im albanischen Restaurant J._____ als Serviceangestellte gearbeitet. 

Kurz vor Feierabend habe sie auf ihrem Mobiltelefon auf "WhatsApp"-Nachrichten 

gesehen, dass die Beschuldigte B._____ ihr geschrieben habe, ob sie ("wir") nach 

ihrer Arbeit ins "V._____" in J._____ (Shishabar) gehen würden. Sie habe "OK" 

zurückgeschrieben. Die Beschuldigte B._____ habe geantwortet: "Wir warten 

draussen auf dich" (B._____/F._____). Vor Ort sei sie von B._____ und F._____ 

empfangen worden. Sie sei mit ihnen zum Auto gelaufen. Die Privatklägerin be-

richtete dann: "F._____ sagte noch vor dem Einsteigen, dass wir noch eine Ziga-

rette rauchen würden. Ich war am Auspacken von meiner Zigarette, als ich von 

drei weiteren Frauen tätlich angegriffen wurde bzw. festgehalten. Sie sagten, ich 

- 44 - 

solle ins Auto steigen. Ich antwortete ihnen, dass ich dies nicht möchte. In der 

Folge packten sie mich an den Haaren usw. und stiessen mich mit Gewalt ins 

Fahrzeug. Dabei nahmen sie mir meine persönlichen Sachen wie Mobiltelefon ab 

und kontrollierten meine Handtasche. Die Handtasche konnte ich danach behal-

ten vorerst. Ich versuchte mich um mich zu schlagen und zu befreien. Dies 

misslang aber, da sie in Überzahl waren." (Urk. D1/7/1 S. 2). Bei der staatsan-

waltschaftlichen Einvernahme vom 14. Mai 2019 hielt die Privatklägerin im We-

sentlichen an dieser Darstellung fest. Präzisierend führte sie aus, die anderen drei 

seien von hinten gekommen (Urk. D1/7/3 S. 7). Die Beschuldigte A._____ habe 

sie an den Haaren gepackt und gesagt, "komm zum Auto!". Sie habe sich gewehrt 

und gesagt, sie sollen sie loslassen, und A._____ wegstossen wollen. Dazumal 

habe diese mehr Kraft gehabt als sie, und "… sie hat mich an den Haaren hinten 

ins Auto in die Mitte gezerrt. Ich bin mir nicht mehr 100% sicher, wer es war. Im 

Auto frage ich, was sie wollten. C._____ sagte, sie wolle reden." (Urk. D/1/3 S. 8).  

 5.4.1. Die Beschuldigten A._____, D._____ und C._____ bestritten bis anhin 

grundsätzlich, dass die Privatklägerin gegen ihren Willen und mit Gewalt ins Auto 

verbracht worden sei (vgl. Urk. 151 S. 42; Urk. 157/151 S. 40 ff.; Urk. 158/151 S. 

33 ff.).  

 5.4.2. Allerdings sagte die Beschuldigte C._____ in Relativierung vor Vo-

rinstanz aus, sie glaube nicht, dass die Privatklägerin freiwillig mitgekommen wä-

re, "sie stand unter Druck, da die Schwestern sie umstellten. Sie konnte nichts 

machen. Ich sah nicht, ob sie gezwungen wurde ins Auto zu steigen oder ob sie 

selbständig einstieg". Auf den nochmaligen Vorhalt des Vorsitzenden, wonach die 

Privatklägerin gegen ihren Willen ins Auto geholt worden sei, sagte sie, sie denke 

schon, dass sie nicht habe mitkommen wollen. Sie habe nicht gesehen, ob sie die 

Privatklägerin ins Auto und auf die Rückbank gestossen oder sie am Arm oder an 

den Haaren gezogen hätten oder nicht, und auch nicht gehört, dass ihr Gewalt 

angedroht worden sei, falls sie nicht mitkomme. Es sei dunkel gewesen und sie 

sei auf der anderen Seite des Autos gestanden. Sie habe die Privatklägerin nicht 

ins Auto nehmen wollen, sondern das vor Ort abschliessen wollen. Es sei sehr 

schnell gegangen. Sie habe keine Gelegenheit gehabt mit der Privatklägerin zu 

- 45 - 

sprechen. Auf die Frage, wieso sie trotzdem ins Auto gestiegen sei, obwohl sie 

gemerkt habe, dass sie die Situation nicht mehr unter Kontrolle habe, sagte die 

Beschuldigte C._____: "Ich stieg ins Auto, weil ich nicht wusste, ob sie gezwun-

gen wurde oder freiwillig mitkam. Ich wollte an einen anderen Ort hinfahren, um 

mit der Privatklägerin zu sprechen. Das ging alles so schnell, da kam bereits der 

erste Box. Ich konnte es nicht verhindern." (Prot. I S. 23 ff.).  

 An der Berufungsverhandlung sagte die Beschuldigte sodann klar aus, dass 

die Privatklägerin nicht freiwillig ins Auto gestiegen respektive mitgekommen sei. 

Die Beschuldigte A._____ habe diese ins Auto gezerrt und ihr Gewalt angedroht, 

wenn sie nicht ins Auto steigen würde. Auf entsprechende Frage gab die Be-

schuldigte C._____ an, es sei gesagt worden, "Entweder kommst du freiwillig mit 

oder wir boxen oder zerren dich ins Auto rein. Irgend so etwas." Dass die 

Privatklägerin gegen ihren freien Willen an einen anderen Ort verfrachtet werden 

sollte, bestritt die Beschuldigte C._____ (Urk. 210 S. 10). 

 5.4.3. Die Beschuldigte A._____ konzedierte vor Vorinstanz immerhin, dass 

der Privatklägerin eine Falle gestellt worden sei. C._____ habe gesagt, sie wolle 

mit ihr sprechen. Man habe die Privatklägerin täuschen wollen, indem man 

F._____ vorgeschickt habe (Prot. I S. 68). C._____ hätte die Möglichkeit gehabt, 

dort mit ihr zu sprechen, aber "…wir entschlossen uns, das im Auto zu bespre-

chen. Die Privatklägerin war damit einverstanden. Sie wurde nicht gezwungen, 

mitzukommen." Das Ziel des Abends sei gewesen, dass C._____ der Privatkläge-

rin hätte Fragen stellen können, denn "wir alle, D._____, B._____ und ich hatten 

keinen Grund mit ihr zu sprechen." (Prot. I S. 67 ff.). Dass die Privatklägerin am 

Arm oder an den Haaren gezogen und auf die Rückbank des Autos gestossen 

worden sei, stimme nicht. Sie habe die Privatklägerin auch nicht geschlagen 

(Prot. S. I 69 f.).  

 5.4.4. Auch die Beschuldigte D._____ räumte vor Vorinstanz ein, sie habe 

gedacht, dass die Privatklägerin nicht mitkommen würde. Als diese die 

Beschuldigte C._____ gesehen habe, habe die Privatklägerin gesagt, sie wolle 

nicht mit ihnen ins Auto kommen. Sie selber habe ihr dann einen Klaps auf den 

Oberarm gegeben und gesagt, sie müsse kommen (Prot. I S. 125). Sie habe das 

- 46 - 

nicht auf eine milde Art gesagt. Die Privatklägerin sei dann mitgekommen und 

selbständig ins Auto gestiegen. Die Privatklägerin sei auch nicht gestossen wur-

den, nur von allen beschimpft. Sie hätten ihr gesagt, dass sie eine "Nutte" sei, und 

sie gefragt, weshalb sie wegen C._____s Sohn dort angerufen habe. Sie hätten 

von dort schnell weg müssen, denn C._____ habe Angst gehabt, dass andere 

Mitarbeiter herauskommen und sehen würden, was dort passiere (Prot. I S. 126).  

 5.4.5. Die Beschuldigte B._____ antwortete vor Vorinstanz auf die Frage, ob 

sie davon ausgegangen sei, dass die Privatklägerin freiwillig mit ihnen vier bzw. 

fünf ins Auto steigen würde: "Vom ins Auto steige, war keine Rede. F._____ und 

ich holten die Privatklägerin 1 ab und wir gingen zu den Parkplätzen. Dabei ka-

men A._____ und D._____ von hinten. A._____ legte den Arm um den Hals der 

Privatklägerin 1 und sagte, sie solle mitkomme". Danach sei es gegen ihren Wil-

len gewesen. Ob die Privatklägerin gezogen oder gestossen wurde, vermochte 

die Beschuldigte B._____ nicht zu sagen. Sie sei bereits im Auto gesessen und 

habe die Privatklägerin nur hineinfallen sehen. Diese sei gestolpert oder 

hineingeschlagen worden. Jedenfalls sei sie auf F._____ und sie (B._____) gefal-

len. Dass ihr jemand Gewalt angedroht habe, falls sie nicht mitkomme, bestätigte 

B._____ dem Grundsatz nach. Sie wisse nicht mehr, wer es gewesen sei. Das 

habe sie gehört, inhaltlich so: "Wenn sie weiterhin weinen würde, dann würde sie 

Schläge erhalten. Ich weiss es nicht mehr ganz genau." (Prot. I S. 159 ff.).  

 5.4.6. Die mit rechtskräftigem Strafbefehl betreffend Gehilfenschaft zur Ent-

führung (Urk. 32) sanktionierte F._____ gab bei der Polizei zu Protokoll, sie und 

B._____ seien zum Restaurant gegangen und dann mit der Privatklägerin zum 

Auto. Sie habe von ihrem Arbeitsalltag erzählt. Dann sei es sehr schnell 

gegangen. Die drei anderen seien von hinten gekommen und hätten sie gepackt. 

Wahrscheinlich hätten sie sich irgendwo versteckt. Dann hätten sie die 

Privatklägerin ins Auto gedrückt, gezerrt (Urk. D1/6/1 S. 5 und S. 9) und zwar 

"D._____" [D._____] und ihre Schwester [A._____]. "C._____ [C._____] war 

eigentlich nur hintendran und hat aufgepasst, dass sie nicht wegläuft". Die 

Privatklägerin habe gesagt, sie steige da nicht ein, aber "irgendwann ist sie halt 

von selber irgendwie rein, sie konnte ja nicht mehr weg. B._____ und ich waren 

- 47 - 

bereits im Auto, wo sie reingedrückt wurde." (Urk. D1/6/1 S. 5). Die Privatklägerin 

habe im Auto auch geweint. Die Schwester von D._____ [D._____/A._____] habe 

ihr auch eine "Backpfeife" (Ohrfeige) gegeben, und zwar auf diesem Parkplatz vor 

der Aufnahme. Sie sei sich nicht mehr sicher. Zur Frage, wie fest die Ohrfeige 

gewesen sei, meinte F._____, die Privatklägerin habe sich danach schon an der 

Wange gehalten. Also von daher denke sie, dass es ihr schon weh gemacht habe 

(Urk. D1/6/1 S. 6 f.). Sie sei auch verbal beleidigt worden, am meisten von 

D._____ [D._____] (Urk. D1/6/1 S. 7). Anlässlich der Konfrontationseinvernahme 

bestätigte F._____, dass man der Privatklägerin habe eine Falle stellen wollen, 

"um zu reden" (Urk. D1/2/3 S. 9), ebenso, dass die Privatklägerin ins Auto 

gesteckt worden sei. Sie hätten sie am Arm gepackt und gesagt, sie solle ins Auto 

steigen. Die Privatklägerin sei von da an nicht mehr freiwillig mitgekommen. Die 

Schwester von D._____ habe sie angefasst (Urk. D1/2/3 S. 10). Die anderen 

Beschuldigten hätten die Privatklägerin ins Auto gesteckt. Die Privatklägerin sei 

nicht freiwillig mitgekommen. Die Beschuldigte A._____ habe die Privatklägerin 

hierbei am Arm gepackt. Dass sie da an den Haaren gepackt worden sei, 

vermochte F._____ nicht zu bestätigen (Urk. D1/2/3 S. 11). Die Privatklägerin sei 

ängstlich gewesen und habe nicht ins Auto einsteigen wollen (Urk. D1/2/3, S. 8 -

 15). 

 5.5.1. Wie bereits oben dargelegt, ist die prozessuale Stellung ein kaum 

taugliches Kriterium zur Unterscheidung von wahren und erfundenen Aussagen. 

Eine allgemeine Glaubwürdigkeitsprüfung ist daher nicht angängig (Urteil 

6B_323/2021 vom 11. August 2021, E. 2.3.3). Dies bedeutet im Sinne einer Aus-

gangslage, dass die Beschuldigten als gleich glaubwürdig einzustufen sind, wie 

es die Privatklägerin ist. Von Bedeutung für die Motivlage sind indes die persönli-

chen Beziehungen der Beteiligten, auf die kurz einzugehen ist.  

 5.5.2. Die Privatklägerin und die Beschuldigte C._____ lernten sich 

2016/2017 bei der Arbeit kennen und waren hernach befreundet (Urk. D1/7/1 

S. 5). Eine Gefährdungsmeldung der Privatklägerin bei der KESB betreffend das 

Kind der Beschuldigten C._____ führte ca. ein Jahr vor den heute zu beurteilen-

den Ereignissen zum definitiven Bruch der Freundschaft (Urk. 84 S. 4).  

- 48 - 

 Im Tatzeitpunkt war die Privatklägerin befreundet mit der Beschuldigten 

B._____, die ihrerseits eine Freundin der Beschuldigten F._____ ist. 

 Die Beschuldigte D._____ ("D._____") wiederum ist mit der Beschuldigten 

C._____ befreundet. Die Beschuldigte A._____ (W._____, AA._____, AB._____, 

AC._____ [Spitznamen von A._____]) ist die Schwester der Beschuldigten 

D._____. 

 Die Beschuldigte D._____ spricht nur Albanisch, die Beschuldigte F._____ 

nur Deutsch. Die übrigen Beteiligten sind diesbezüglich zweisprachig. 

 5.6.1. Die Privatklägerin wurde an der ersten polizeilichen Einvernahme 

eingehend befragt (Urk. D1/7/1). Sie schilderte dabei das in der Nacht Erlebte im 

Wesentlichen von sich aus und in einer zeitlichen und logischen Abfolge. Sie 

lieferte ohne grosses Nachfragen durch den einvernehmenden Polizisten einen 

zusammenhängenden Bericht über stundenlange und verschiedenartige 

Vorgänge, die an unterschiedlichen Orten stattfanden und durch mehrere 

differenziert auseinander gehaltene Personen begangen worden sein sollen. Die 

beschriebenen Ereignisse bauen konsistent aufeinander auf und sind hinsichtlich 

Raum und Zeit klar verknüpft. Die Aussagen der Privatklägerin sind gespickt mit 

Details und aussergewöhnlichen Umständen. Sie beinhalten auch Interaktionen 

und Handlungsweisen der Beschuldigten.  

 Die Aussagen der Privatklägerin fielen in der nachfolgenden, sehr ein-

lässlichen Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft, welche am 14. Mai 2019 

stattfand und audiovisuell aufgezeichnet wurde (vgl. Urk. D1/7/3; Urk. D1/7/5), im 

Kern deckungsgleich aus. Die Privatklägerin wurde einen ganzen Tag lang ein-

vernommen. Sie berichtete auch da in einem logischen Ablauf detailreich und 

differenziert. Ihre Aussagen sind bei der Staatsanwaltschaft gleichsam gekenn-

zeichnet durch die Vielschichtigkeit im geschilderten Sachverhalt und bisweilen 

geprägt von Emotionen. Die Komplexität im dargelegten Sachverhalt bei gleich-

lautenden Aussagen in mehreren langen Einvernahmen weist auf real Erlebtes 

der Privatklägerin hin. Gegenteiliges – d.h. eine entsprechend erfundene 

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Geschichte – würde eine kaum zu bewältigende Leistung eines Opfers über 

mehrstündige Einvernahmen erfordern.  

 Dass sich die Privatklägerin selber durchaus nicht nur in einem günstigen 

Licht darstellte, auch pauschale Antwort gab und bisweilen Dramatisierungsten-

denzen zeigte, spricht nicht gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. Sie sind im 

Gegenteil Ausdr