# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9aabfb07-2f01-58da-b754-87f65a101c34
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 14.11.2022 B 2022/49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2022-49_2022-11-14.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/9

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2022/49

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 06.02.2023

Entscheiddatum: 14.11.2022

Entscheid Verwaltungsgericht, 14.11.2022
Planungsrecht, Verfahren, Art. 10 Abs. 2 RPG, Art. 4 Abs. 2, Art. 34 
Abs. 1 PBG. Anforderungen an die im Kanton St. Gallen vorgeschriebene 
Zusammenarbeit zwischen der Regierung und den politischen Gemeinden 
im kantonalen Richtplanverfahren (E. 3.1) (Verwaltungsgericht, B 2022/49).

Entscheid vom 14. November 2022

Besetzung

Vizepräsidentin Lendfers, Präsident Zürn, Verwaltungsrichterin Zindel, 

Verwaltungsrichter Steiner und Zogg; Gerichtsschreiber Bischofberger

Verfahrensbeteiligte

Politische Gemeinde C.__

Politische Gemeinde B.__

Beschwerdeführerinnen 1 und 2,

beide vertreten durch Fürsprecher Christoph Bernet, factum advocatur, 

Teuener Strasse 3, Postfach 635, 9001 St. Gallen,

gegen

Regierung des Kantons St. Gallen, Regierungsgebäude, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

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Gegenstand

Richtplan-Anpassung 2021; Festsetzung der Deponie I.__, C.__

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.

Die Ortsgemeinde B.__ ist Eigentümerin der Parzelle Nr. 0001.__, Grundbuch C.__. 

Nach dem Zonenplan der Politischen Gemeinde C.__ ist dieses Grundstück im Halte 

von 249'353 m  auf einer Fläche von 44'592 m  dem übrigen Gemeindegebiet 

zugewiesen. Ansonsten ist es Wald. Laut dem Bundesinventar der Landschaften und 

Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) liegt es im Perimeter des Objekts 

Nr. 0002.__ D.__, Teilraum Nr. 00.__ Südflanken D.__, gemäss dem kantonalen 

Richtplan (vom damaligen Regierungsrat am 23. April 2002 erlassen, vom Bundesrat 

genehmigt am 15. Januar 2003, KRP) im Landschaftsschutzgebiet H.__ und nach der 

Schutzverordnung der Politischen Gemeinde C.__ im Landschaftsschutzgebiet Nr. 01, 

K.__. Von anfangs des xx.__ Jahrhunderts bis ca. 0003.__ wurde auf Parzelle 

Nr. 0001.__ im übrigen Gemeindegebiet nördlich der N.__strasse (Parzelle Nr. 10.__, 

Kantonsstrasse 2. Klasse) ein Steinbruch (Kieselkalkabbau) betrieben. Von 0004 bis 

0005 wurde der ehemalige Steinbruch von der O.__AG, A.__ Nord (bis 11. April 2005: 

F.__ AG, G.__), als Inertstoffdeponie für firmeneigene Fabrikationsabfälle genutzt 

(act. 14/1, Anhang A, S. 3, 5.

B.

Am 27. August 2019 beantragte die Ortsgemeinde B.__ beim Amt für Umwelt (AFU), 

den Deponiestandort I.__ auf Grundstück Nr. 0001.__ im KRP auf Stufe Festsetzung 

einzutragen. Mit Beschluss vom 10. November 2020 betreffend Richtplan-

Anpassung 20 nahm die Regierung den Deponiestandort I.__ auf Stufe 

Zwischenergebnis in den KRP auf. Am 26. April 2021 genehmigte das Eidgenössische 

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) die Richtplan-

Anpassung 20 und forderte den Kanton St. Gallen im Hinblick auf eine spätere 

Festsetzung des Deponiestandorts I.__ auf, die im Gutachten der Eidgenössischen 

Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) vom 13. August 2020 formulierten 

Rahmenbedingungen stufengerecht zu berücksichtigten (act. 14/1, S. 3 und Anhang A, 

www.sg.ch, www.are.admin.ch).

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C.

Am 14. September 2020 stellte die Ortsgemeinde B.__ gestützt auf einen Bericht der 

J.__ AG, L.__ (bis 22./25. März 2022: M-__), vom 8. September 2020 bei der Regierung 

den Antrag, es sei der Deponiestandort I.__ im Rahmen der Richtplan-Anpassung 21 

im KRP festzusetzen. Vom 10. Februar 2021 bis 31. März 2021 lag der Entwurf der 

Richtplan-Anpassung 21 öffentlich auf. Am 19. und 23. März 2021 liessen sich die Räte 

der Politischen Gemeinden C.__ und B.__ dazu je mit dem Rechtsbegehren 

vernehmen, es sei der Deponiestandort I.__ aus dem KRP zu löschen. Die Politische 

Gemeinde C.__ beantragte überdies, eventualiter sei der Koordinationsstand für den 

Deponiestandort I.__ zumindest auf Stand Zwischenergebnis zu belassen. Am 

21. Dezember 2021 tauschten sich der Leiter der Abteilung kantonale Planung des 

Amtes für Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) und der Leiter Sektion Abfall 

und Rohstoffe des AFU mit den Präsidenten und Ratsschreibern der Politischen 

Gemeinde C.__ und B.__ über die Videokonferenzanwendung Skype aus. Am 

8. Februar 2022 erliess die Regierung die Richtplan-Anpassung 21, gemäss welcher 

unter anderem der Deponiestandort I.__ als Festsetzung in den KRP aufgenommen 

werden soll. Am 15. August 2022 wurde die Richtplan-Anpassung 21 vom UVEK 

genehmigt (act. 2/3, act. 8/7 f., act. 14/1, act. 14/2, S. 4, act. 21/5.

D.

Am 9. März 2022 erhoben die Politischen Gemeinden C.__ und B.__ 

(Beschwerdeführerinnen 1 und 2) durch ihren Rechtsvertreter Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, es sei der Deponiestandort I.__ aus dem 

KRP (Koordinationsblatt VII Deponien) zu streichen, unter Kostenfolge. Am 

21. April 2022 ergänzten sie ihre Beschwerde mit einer Begründung und mit dem 

Eventualantrag, es sei der Deponiestandort I.__ wie bisher auf dem Stand 

Zwischenergebnis zu belassen (act. 7). Mit Vernehmlassung vom 29. Juni 2022 schloss 

die Regierung (Vorinstanz) auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde (act. 13). Am 

1. September 2022 (act. 18) liessen sich die Beschwerdeführerinnen und am 

22. September 2022 (act. 20) die Vorinstanz nochmals vernehmen. Am 

10. Oktober 2022 reichte die Vorinstanz auf Aufforderung den Beschluss der Regierung 

vom 8. Februar 2022 samt Beilagen nach (act. 24 f.).

Auf die Erwägungen des angefochtenen Beschlusses, die Ausführungen der 

Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die Akten wird, soweit 

wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

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1.

Rechtsbegehren sind nach Treu und Glauben auszulegen, insbesondere im Lichte der 

dazu gegebenen Begründung (vgl. dazu BGer 1C_687/2020 vom 13. Januar 2022 

E. 1.2 mit Hinweisen, in: BR 2022, S. 86). Die Beschwerdeführerinnen verlangen im 

Hauptantrag die ersatzlose Streichung des Deponiestandorts I.__ im KRP und damit 

(implizit) auch die (teilweise) Aufhebung des vom UVEK am 15. August 2022 

genehmigten Beschlusses der Vorinstanz vom 8. Februar 2022. Die ersatzlose 

Streichung dieses Standorts kann sich nebst der richtplanerischen Festsetzung auch 

auf das dadurch ersetzte Zwischenergebnis beziehen (vgl. dazu Art. 5 Abs. 2 lit. a und 

b der Raumplanungsverordnung; SR 700.1, RPV, sowie P. Tschannen, in: Aemisegger/

Moor/Ruch/derselbe [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: Richt- und Sachplanung, 

Interessenabwägung, Zürich 2019, N 30-33 zu Art. 8 RPG). Den dem Zwischenergebnis 

zugrunde liegenden Beschluss der Vorinstanz vom 10. November 2020 fechten die 

Beschwerdeführerinnen jedoch nicht an (vgl. dazu auch act. 7, S. 2 Ziff. II/2) und es 

sind der Beschwerde auch keine anderen in diese Richtung zielenden Anhaltspunkte zu 

entnehmen. Deshalb ist davon auszugehen, dass sich die Beschwerde – gemäss dem 

Eventualantrag der Beschwerdeführerinnen – einzig gegen die Festsetzung des 

Deponiestandorts I.__ im KRP und damit insoweit gegen den Beschluss der Regierung 

vom 8. Februar 2022 richtet. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts, 

welches unter anderem Beschwerden gegen Verfügungen der Regierung beurteilt, ist 

gegeben (Art. 59  Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, 

VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 9. März 2022 erfolgte rechtzeitig – der Inhalt des 

Beschlusses der Regierung vom 8. Februar 2022 wurde den Beschwerdeführerinnen 

mit der Mitteilung der Vorsteherin des Bau- und Umweltdepartements vom 

23. Februar 2022 (zugestellt am 24. Februar 2022, act. 2/1) erstmals zur Kenntnis 

gebracht, der Beschluss selbst wurde ihnen erst am 12. Oktober 2022 durch das 

Verwaltungsgericht zugestellt (act. 26, vgl. zur Nichteröffnung dieses Beschlusses 

VerwGE B 2015/309 vom 26. April 2017 E. 4.3 Abs. 2 mit Hinweisen) – und entspricht 

zusammen mit der Ergänzung vom 21. April 2022 (act. 7) formell und inhaltlich den 

gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 VRP sowie Art. 48 

Abs. 1 und 2 VRP). Die Beschwerdeführerinnen sind zur Erhebung des Rechtsmittels 

berechtigt (vgl. dazu Art. 89 Abs. 1 Ingress und lit. b sowie c und Abs. 2 Ingress und 

lit. c des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, Bundesgerichtsgesetz; SR 173.110, 

BGG, in Verbindung mit Art. 111 Abs. 1 BGG und Art. 33 Abs. 3 Ingress und lit. a des 

Bundesgesetzes über die Raumplanung, Raumplanungsgesetz; SR 700, RPG; Art. 64 

in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 und 2 VRP; BGE 146 I 36 E. 1.4 mit Hinweisen). Daran 

ändert nichts, dass sie das mit Beschluss der Vorinstanz vom 10. November 2020 im 

Rahmen der Richtplan-Anpassung 20 erlassene und vom UVEK am 26. April 2021 

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genehmigte richtplanerische Zwischenergebnis betreffend Deponiestandort I.__ nicht 

angefochten haben (vgl. dazu BGE 146 I 36 E. 2.6 f.; vgl. den Hinweis vorstehend in 

dieser Erwägung). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

Der Richtplan hat vorwiegend politischen Charakter. Er stellt einen Akt planerischen 

und politischen Abwägens dar, der nur begrenzt justiziabel ist. Ist der Planungsträger 

rechtlich korrekt vorgegangen und erscheinen das Vorgehen sowie die verwendeten 

Methoden zur Entscheidfindung als geeignet, so ist es nicht Sache des 

Verwaltungsgerichts, die daraus hervorgegangene richtplanerische Vorgabe aufgrund 

einer anderen Interessengewichtung aufzuheben. Beim angefochtenen 

richtplanerischen Beschluss handelt es sich denn auch nicht um einen 

parzellenscharfen Nutzungsplan oder gar ein konkretes Bauprojekt, das im Einzelnen 

abschliessend zu überprüfen wäre. Die nachfolgenden Planungs- und 

Bewilligungsverfahren bleiben vielmehr vorbehalten. Die Beschwerdeführerinnen 

müssten vor diesem Hintergrund darlegen, dass die hier umstrittene richtplanerische 

Standortfestlegung einer stufengerechten Prüfung im dargelegten Sinne nicht standhält 

(vgl. dazu BGE 146 I 36 E. 1.2 und 3.4 mit Hinweisen, siehe zur Abfallplanung auch 

BGE 147 I 433 E. 3.1 und VerwGE B 2014/83 vom 27. Oktober 2015 E. 3.6 mit 

Hinweisen).

3.

Die Beschwerdeführerinnen halten zunächst dafür (act. 7, S. 3 f., 11 Rz. 5, 7 f., 33-36, 

act. 18, S. 4-6, Rz. 10-14), die Vorinstanz habe mit ihnen im Richtplanverfahren nicht 

zusammengearbeitet.

Zu den formellen Planungsgrundsätzen des Bundesrechts gehört, dass Bund, Kantone 

und Gemeinden die für ihre raumwirksamen Aufgaben nötigen Planungen aufeinander 

abstimmen (Art. 2 Abs. 1 zweiter Satzteil RPG, vgl. dazu auch Art. 1 Abs. 1 Satz 2, 

Art. 8 Abs. 1 Ingress und lit. b RPG; Art. 2 Abs. 1 Ingress und lit. e RPV; Tschannen, in: 

Aemisegger/Moor/Ruch/derselbe [Hrsg.], a.a.O., N 57 und 69 ff. zu Art. 2 RPG). Sie 

stellen fest, wie sich ihre raumwirksamen Tätigkeiten auswirken, und unterrichten 

einander darüber rechtzeitig (Art. 2 Abs. 2 RPV). Darüber hinaus schreibt Art. 10 

Abs. 2 RPG vor, dass die Kantone regeln, wie die Gemeinden beim Erarbeiten der 

Richtpläne mitwirken. Dieser Anspruch geht weiter als die Mitwirkung der Bevölkerung 

nach Art. 4 Abs. 2 RPG (vgl. BGE 136 I 265 E. 3.2 mit Hinweisen). Verlangt wird eine 

bevorzugte Beteiligung der betroffenen Gemeinden. Der Kanton muss sicherstellen, 

dass sie ihre Interessen selber formulieren, in den Planungsprozess frühzeitig eingeben 

3.1. 

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und vor den zuständigen kantonalen Behörden selber vertreten können. Solche 

Mitwirkungsrechte sind den Gemeinden in Bezug auf Richtplanfestsetzungen, die auf 

eine Beschränkung ihrer Autonomie in der Raumplanung ausgerichtet sind, umfassend 

zu gewähren. Die Stellungnahmen sind in einem Zeitpunkt einzuholen, in welchem sie 

noch in die Entscheidungen einfliessen können. Zwar besteht kein Anspruch der 

Gemeinden, dass ihre Vorschläge tatsächlich berücksichtigt werden. Die kantonale 

Behörde hat sich jedoch mit den Vorschlägen der Gemeinden – wie der übrigen 

Vernehmlassungsteilnehmer – auseinanderzusetzen und zu begründen, weshalb sie 

nicht berücksichtigt werden (vgl. BGE 147 I 433 E. 5.1 mit Hinweisen, siehe dazu auch 

Art. 2 Abs. 1 Satz 2 des Planungs- und Baugesetzes; sGS 731.1, PBG, wonach die 

Kantonsplanung kommunale Interessen berücksichtigt). Bundesrechtlich verlangt ist 

Mitwirkung, nicht Zusammenarbeit (vgl. dazu Tschannen, in: Aemisegger/Moor/Ruch/

derselbe [Hrsg.], a.a.O., N 6-8 zu Art. 10 RPG). Der Anspruch auf Mitwirkung in Bezug 

auf Richtplanfestsetzungen ist formeller Natur. Eine Verletzung dieses Anspruchs führt 

ungeachtet der materiellen Begründetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der 

Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (vgl. dazu 

BGE 147 I 433 E. 5.1 in fine mit Hinweisen und demgegenüber VerwGE B 2020/58 und 

72 vom 22. Oktober 2020 E. 4 mit Hinweisen, wonach der Anspruch der Bevölkerung 

auf Mitwirkung nicht formeller Natur ist).

Nach kantonalem Recht (Art. 34 Abs. 1 PBG) müssen die politischen Gemeinden als 

nachgeordnete Planungsträger im Verhältnis zum Kanton bei Erlass und Änderung des 

KRP rechtzeitig – bevor die wesentlichen Entscheide gefällt sind – angehört werden 

(vgl. dazu C. Bürgi, in: Bereuter/Frei/Ritter [Hrsg.], Kommentar zum Planungs- und 

Baugesetz des Kantons St. Gallen, Basel 2020, N 3-7 und 9 zu Art. 34 PBG, siehe dazu 

auch Art. 43 Abs. 2 des Gesetzes über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht, 

Baugesetz; nGS 32-47, BauG, in der Fassung vom 1. Januar 2015). Zusätzlich 

bestimmt Art. 4 Abs. 2 PBG, dass die Regierung, welche den KRP nach Massgabe des 

Bundesrechts erlässt (Art. 4 Abs. 1 PBG), mit den politischen Gemeinden und den 

zuständigen Organen der Regionen zusammenarbeitet. Diese kantonsinterne 

Zusammenarbeit besteht ausschliesslich nach Massgabe des kantonalen Rechts (vgl. 

dazu Waldmann/Hänni, Raumplanungsgesetz, Bern 2006, N 2 zu Art. 7 RPG). Art. 4 

Abs. 2 PBG wurde auf Antrag der vorberatenden Kommission vom 26. Januar 2016 

anstelle des regierungsrätlichen Entwurfs ins PBG eingefügt 

(Geschäftsnummer 22.15.08, Anträge der vorberatenden Kommissionen vom 

26. Januar 2016, S. 2 f., www.ratsinfo.sg.ch). Zur Begründung führte die Kommission 

aus, die Regierung werde zur Zusammenarbeit verpflichtet, um die privilegierte Stellung 

der Gemeinden bei der Erarbeitung des KRP zu verdeutlichen. Der Begriff 

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Zusammenarbeit sei dem Bundesrecht entliehen, welches die Behörden ebenfalls zur 

Zusammenarbeit verpflichte. Konkret meine Zusammenarbeit eine Partnerschaft unter 

Respektierung der beidseitigen besonderen Kompetenzen (vgl. dazu auch Protokolle 

der Sitzungen der vorberatenden Kommission des Kantonsrates zum Planungs- und 

Baugesetz vom 6. November 2015 [S. 23-26] und 21. Januar 2016 [S. 32 f.]). Im 

Bundesrecht wird der Begriff Zusammenarbeit in der Überschrift sowie den Abs. 1 und 

3 zu Art. 7 RPG sowie in Art. 13 Abs. 2 RPG verwendet (vgl. dazu auch Art. 7 Ingress 

und lit. a sowie Art. 18 RPV). Die Zusammenarbeit im Sinne von Art. 7 RPG soll den 

raumwirksam tätigen Behörden erstens ermöglichen, ihre Interessen und Sichtweisen 

selber zu formulieren, in den Planungsprozess selber einzubringen und dort auch 

selber zu vertreten. Auf diese Weise besteht Gewähr für eine unverfälschte 

Auslegeordnung aller Entscheidungselemente. Zweitens soll die Zusammenarbeit den 

unmittelbaren Diskurs über die eingebrachten Interessen ermöglichen. Damit bietet sie 

die Chance eines Perspektivenwechsels, eines gedanklichen Rollentauschs also, der 

die Wahrnehmung der Akteure zwangsläufig weitet und geeignet ist, das Verständnis 

für die Anliegen der anderen Aufgabenträger zu fördern. Schliesslich soll die 

Zusammenarbeit dazu zwingen, den Ausgleich der Interessen gemeinsam zu suchen. 

Im Unterschied zur Mitwirkung als insgesamt weniger intensiver Form der Teilhabe 

(Recht zur Interessenbekundung und Antragstellung) sollen Aufgabenträger durch die 

Zusammenarbeit unmittelbar und gleichberechtigt an der Erarbeitung von 

Planlösungen teilhaben. Im Richtplanungsprozess soll die Zusammenarbeit bereits mit 

der Grundlagenerstellung anheben; in dieser Phase äussert sie sich vornehmlich in 

Form von Informationspflichten. Das Schwergewicht der Zusammenarbeit soll 

allerdings auf der nachfolgenden Phase der Lösungssuche liegen. So gesehen führt die 

Zusammenarbeit von den Grundlagen zum Richtplan (vgl. dazu Tschannen, in: 

Aemisegger/Moor/Ruch/derselbe [Hrsg.], a.a.O., N 5 f. und 22 zu Art. 7 RPG; 

Waldmann/Hänni, a.a.O., N 9 zu Art. 7 RPG; Linder/von Rappard-Hirt, in: Bereuter/Frei/

Ritter [Hrsg.], a.a.O., N 24 zu Art. 4 PBG).

Die Vorinstanz macht geltend (act. 13, S. 6 f. Ziff. III/5), die beschwerdeführenden 

Gemeinden hätten nicht nur im Rahmen der öffentlichen Vernehmlassung Gelegenheit 

zur Stellungnahme gehabt, sondern ihren Standpunkt anlässlich der Skype-Sitzung 

vom 21. Dezember 2021 erneut einbringen und dabei ihre Interessen vertreten können. 

Ausserdem seien sie bereits anlässlich der Eintragung des Standorts als 

Zwischenergebnis in die entsprechende Evaluierung miteinbezogen worden. Die 

Vernehmlassungen der Beschwerdeführerinnen sowohl zur Richtplan-Anpassung 20 

als auch zur Richtplan-Anpassung 21 seien im Rahmen der Anpassungsprozesse 

3.2. 

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entgegengenommen und berücksichtigt worden. Sie seien frühzeitig und mehrfach 

über das Vorhaben informiert worden. Es sei vorliegend nicht ersichtlich, welchen 

Mehrwert eine weitergehende Mitwirkung der beiden Gemeinden bei der 

Standortevaluierung den Beschwerdeführerinnen gebracht hätte. Es seien keine 

zusätzlichen Argumente, die gegen die Festsetzung des Deponiestandorts sprächen, 

ersichtlich, die im Rahmen der Interessenabwägung zu berücksichtigen gewesen 

wären.

Den vorliegenden Akten, insbesondere den Vernehmlassungsberichten des Bau- und 

Umweltdepartements (bis 30. September 2021: Baudepartement) zu den Richtplan-

Anpassungen 20 und 21 vom 2. November 2020 und 10. Januar 2022 (act. 14/3 f.), den 

Vernehmlassungen der Beschwerdeführerinnen vom 19. und 22. März 2021 (act. 8/7 f.) 

und dem Foliensatz der Skype-Sitzung vom 21. Dezember 2021 (act. 14/2), lässt sich 

zwar entnehmen, dass die beschwerdeführenden Gemeinden von der Vorinstanz im 

Richtplanverfahren angehört worden sind (siehe dazu auch Art. 53 der Verfassung des 

Kantons St. Gallen, sGS 111.1, KV; Art. 5 Abs. 3 Satz 2 des PBG-Entwurfs der 

Regierung vom 30. Juni 2015, www.ratsinfo.sg.ch) und sich die Vorinstanz mit 

einzelnen Einwendungen der Beschwerdeführerinnen auseinandergesetzt hat. Ob 

damit den erwähnten bundesrechtlichen Anforderungen an die Mitwirkung der 

betroffenen Gemeinden (Art. 10 Abs. 2 RPG) Genüge getan wurde, erscheint allerdings 

bereits fraglich. Abgesehen von der Videokonferenz am 21. Dezember 2021 ist im 

Vergleich zur Teilnahme am allgemeinen Einwendungsverfahren keine bevorzugte 

Beteiligung der Beschwerdeführerinnen auszumachen. Dessen ungeachtet ist damit 

allein nicht belegt, dass die Vorinstanz im Rahmen der Richtplan-Anpassung 21 im 

Sinne von Art. 4 Abs. 2 PBG zur Planerarbeitung in substantieller Weise mit den 

Beschwerdeführerinnen zusammengearbeitet hätte, selbst wenn sie diese frühzeitig 

und mehrfach über das Vorhaben informiert haben will. Namentlich ist nicht 

nachgewiesen, dass die Beschwerdeführerinnen im Stadium der Lösungssuche 

unmittelbar und gleichberechtigt an der Erarbeitung der strittigen Festsetzung 

teilgehabt hätten (vgl. dazu bereits das Protokoll des Augenscheins vom 30. Juni 2020 

und das Variantenstudium vom 4. Februar 2020/16./17. April 2020, welche beide ohne 

Beteiligung der Beschwerdeführerinnen durchgeführt worden sind und auf welchen die 

strittige Festsetzung fusste, act. 14/1/Anhang B, act. 14/2, S. 3). Die im Foliensatz zur 

Skype-Sitzung vom 21. Dezember 2021 (act. 14/2, S. 3) erwähnte "vorgängige" 

Informationssitzung, die Besprechung zwischen dem AFU und den 

Beschwerdeführerinnen sowie die darin aufgeführte "vorgängige" Ortsbegehung mit 

den Beschwerdeführerinnen sind nicht weiter dokumentiert, weshalb auch daraus nicht 

auf eine Zusammenarbeit gemäss Art. 4 Abs. 2 PBG geschlossen werden kann. Auch 

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4.

Von der unterliegenden Vorinstanz als nicht überwiegend finanzielle Interessen 

verfolgendem Gemeinwesen sind in Anwendung von Art. 95 Abs. 3 VRP keine 

amtlichen Kosten zu erheben.

Ausseramtliche Kosten für das Beschwerdeverfahren sind nicht zu entschädigen 

(Art. 98 Abs. 1 und 2 sowie Art. 98  VRP): Den Beschwerdeführerinnen steht im 

Beschwerdeverfahren kein Kostenersatz zu (vgl. dazu VerwGE B 2020/162 vom 

26. November 2020 E. 4.3 mit Hinweisen).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht auf dem Zirkulationsweg zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird gutgeheissen, der Beschluss der Vorinstanz vom 8. Februar 2022 

bezüglich der Festsetzung der Deponie I.__ im kantonalen Richtplan aufgehoben und 

die Sache zur korrekten Verfahrensabwicklung und zu neuer Entscheidung an die 

Vorinstanz zurückgewiesen.

2.

Amtliche Kosten werden nicht erhoben.

3.

Ausseramtliche Kosten für das Beschwerdeverfahren werden nicht entschädigt.

 

 

tut in diesem Zusammenhang nichts zur Sache, ob die Argumente der 

Beschwerdeführerinnen hinsichtlich der verkehrsmässigen Erschliessung der Deponie 

inhaltlich verfangen hätten. Wegen der fehlenden Zusammenarbeit mit den 

beschwerdeführenden Gemeinden im Richtplanungsverfahren ist die Beschwerde 

gutzuheissen, der Beschluss der Vorinstanz vom 8. Februar 2022 bezüglich der 

Festsetzung der Deponie I.__ im KRP aufzuheben und die Sache zur korrekten 

Verfahrensabwicklung und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt es sich, die weiteren Vorbringen der 

Beschwerdeführerinnen zu behandeln.

bis

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