# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ad8a7bf-946b-5170-9821-fa52444ea5ee
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2014 PVG 2014 3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2014-3_2014-12-31.pdf

## Full Text

2/3 Bürgerrecht, Niederlassung und Aufenthalt PVG 2014

Einbürgerung. Kognition des Verwaltungsgerichts.
– Das kantonale Gericht, welches ablehnende Entscheide 

über Einbürgerungen beurteilt, nimmt eine freie Über- 
prüfung des Sachverhalts und der Rechtsanwendung 
vor; der Gestaltungsbereich der unteren Instanzen und der 
Gemeinden ist zu wahren (Präzisierung der Recht- 
sprechung in PVG 2008 Nr. 3 E.1d).

Naturalizzazione. Cognizione del Tribunale amministra- tivo.
– Il Tribunale cantonale che statuisce su decisioni di rifiuto 

della naturalizzazione esamina liberamente la fattispe- cie e 
l’applicazione del diritto; il margine di apprezza- mento 
delle istanze inferiori e dei comuni va rispettato 
(precisazione della prassi sancita in PTA 2008 no. 3 cons. 1d).

Erwägungen:
2.  b)  Das  kantonale  Gericht,  das  ablehnende Entscheide

über Einbürgerungen beurteilt, hat gestützt auf die Rechtswegga- 
rantie (Art. 29a BV) eine freie Überprüfung des Sachverhalts und 
der Rechtsanwendung vorzunehmen. Es wahrt dabei den Gestal- 
tungsbereich der unteren Instanzen und der Gemeinden. Die Ko- 
gnition des Verwaltungsgerichts ist demnach – in Präzisierung der 
Rechtsprechung gemäss PVG 2008 Nr. 3 E.1d – nicht darauf be- 
schränkt, keine offensichtlich rechtswidrigen oder willkürlichen 
Einbürgerungsentscheide zu dulden. Vielmehr prüft das Verwal- 
tungsgericht frei, ob die rechtlichen Voraussetzungen für eine Ein- 
bürgerung erfüllt sind. Es beachtet bei der Prüfung der Rechtsfra- 
gen, dass die Gemeinden im Rahmen ihrer Autonomie die im 
Gesetz verwendeten unbestimmten Rechtsbegriffe selbstständig 
anwenden. Indessen muss das kantonale Gericht die Rechtsan- 
wendung und namentlich die Anwendung unbestimmter Rechts- 
begriffe durch die Gemeinde auf die Vereinbarkeit mit den ein- 
schlägigen Normen des kantonalen Rechts und des Bundesrechts 
überprüfen. Dazu gehört neben der BV auch das BüG sowie das 
KBüG. Die freie Prüfung der Anwendung des BüG respektive des 
KBüG geht über eine Willkürprüfung hinaus, indem das kantonale 
Gericht eine Verletzung dessen zu korrigieren hat und nicht nur 
dann einschreitet, wenn der bei ihm angefochtene Entscheid im 
Ergebnis offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in 
klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen

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Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Ge- 
rechtigkeitsgrundsatz zuwiderläuft (zum Willkürbegriff vgl. BGE 
135 V 2 E.1.3; BGE 133 I 149 E.3.1; BGE 131 I 467 E.3.1; je mit Hin-
weisen). Das zuständige kantonale Gericht darf auch nicht mit 
Rücksicht auf die Gemeindeautonomie eine willkürfreie Anwen- 
dung des BüG respektive des KBüG akzeptieren, wenn sich aus 
diesem Bundesrecht oder anderen Rechtssätzen ergibt, dass eine 
andere Lösung vorzuziehen wäre (vgl. zum Ganzen BGE 137 I 235 
E.2.5).
U 13 46 Urteil vom 30. Januar 2014

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene Verfassungsbe- 
schwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten wurde bezüg- 
lich der hier nicht publizierten materiellen Aspekte des Urteils mit 
Entscheid vom 11. März 2015 gutgeheissen und die Sache an die 
Bürgergemeinde zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen 
zurückgewiesen (1D_2/2014).

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