# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1deaf4e4-96b4-54a9-a0ea-68459c3a46b2
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-07-05
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 05.07.2016 BB.2016.56
**Docket/Reference:** BB.2016.56
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2016-56_2016-07-05

## Full Text

Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 3 StPO).;;Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 3 StPO).;;Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 3 StPO).;;Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 3 StPO).

Beschluss vom 5. Juli 2016 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Roy Garré,  

Gerichtsschreiberin Santina Pizzonia  

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Michael Hunziker,  

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

OBERGERICHT DES KANTONS AARGAU, 

STRAFGERICHT, 1. KAMMER,  

Beschwerdegegnerin 

 

 

 

Gegenstand  Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 

Abs. 3 StPO) 

 
 
 
 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2016.56 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Mit Urteil vom 16. September 2014 verurteilte das Bezirksgericht Brugg B., 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin A. (nachfolgend "RAin A."), wegen 

versuchter einfacher Körperverletzung, versuchter Sachbeschädigung, 

mehrfacher Drohung, Nötigung und Pornografie zu zehn Monaten Freiheits-

strafe, unter Gewährung des bedingten Vollzuges mit einer Probezeit von 

4 Jahren. In den übrigen Anklagepunkten (Vorwurf der versuchten einfachen 

Körperverletzung im Februar/März 2012 und der Tierquälerei) wurde B. frei-

gesprochen. Die Entschädigung der amtlichen Verteidigerin wurde auf 

Fr. 23'613.20 festgesetzt (act. 1.2). 

 

 

B. Mit Eingabe vom 25. September 2014 meldete B., vertreten durch RAin A. 

gegen das obgenannte Urteil die Berufung an. Nach Zustellung des begrün-

deten Urteils erklärte B. am 24. Juli 2015 die Berufung (act. 1.2). Mit Urteil 

vom 19. Februar 2016 hiess das Obergericht des Kantons Aargau, Strafge-

richt, 1. Kammer (nachfolgend "OG"), die Berufung teilweise gut. Unter 

Ziff. 2.6.1 des Dispositivs wurde die zugesprochene Entschädigung von 

RAin A. für die amtliche Verteidigung von B.  für das erstinstanzliche Verfah-

ren auf Fr. 12'000.-- gekürzt (act. 1.2). 

 

 

C. RAin A., vertreten durch Rechtsanwalt Michael Hunziker, gelangt gegen 

Ziff. 2.6.1 des Dispositivs des obgenannten Urteils (Entschädigungsent-

scheid) mit Beschwerde vom 14. März 2016 an die Beschwerdekammer des 

Bundesstrafgerichts. Sie beantragt im Hauptpunkt die Aufhebung dieser Dis-

positiv Ziffer. Eventualiter sei das Urteil zur Neubeurteilung an die Beschwer-

degegnerin zurückzuweisen (act. 1). 

 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Ist die Beschwerdeinstanz ein Kollegialgericht, so beurteilt deren Verfah-

rensleitung die Beschwerde allein, wenn diese die wirtschaftlichen Nebenfol-

gen eines Entscheides bei einem strittigen Betrag von nicht mehr als 

Fr. 5'000.-- zum Gegenstand hat (Art. 395 lit. b StPO). Zu den wirtschaftli-

chen Nebenfolgen im Sinne dieser Bestimmung zählt auch die Entschädi-

gung der amtlichen Verteidigung (SCHMID, Handbuch des schweizerischen 

Strafprozessrechts, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N. 1521). 

- 3 - 

 

 

 

1.2 Mit dem angefochtenen Urteil wurde die Entschädigung der Beschwerdefüh-

rerin als amtliche Verteidigerin für das erstinstanzliche Verfahren von 

Fr. 23‘613.-- auf Fr. 12'000.-- gekürzt. Die Beschwerdeführerin beantragt die 

Aufhebung des obergerichtlichen Urteils. Daraus folgt, dass die wirtschaftli-

chen Nebenfolgen des strittigen Betrags mehr als Fr. 5'000.-- betragen. 

Dementsprechend ist über das eingeleitete Beschwerdeverfahren in Dreier-

besetzung zu entscheiden (vgl. Art. 38 StBOG). 

 

2.  

2.1 Gegen den Entscheid, mit welchem das Berufungsgericht eines Kantons die 

Entschädigung der amtlichen Verteidigung für deren Bemühungen im kanto-

nalen Berufungsverfahren festsetzt, kann diese bei der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts Beschwerde führen (Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO 

i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG; vgl. Beschluss des Bundesstrafgerichts 

BB.2016.51 vom 4. April 2016, E. 1.1; RUCKSTUHL, Basler Kommentar, 

2. Aufl., Basel 2014, Art. 135 StPO N. 19). 

 

2.2 Vorliegend wird ausschliesslich die durch das OG festgesetzte Entschädi-

gung der Beschwerdeführerin als amtliche Verteidigerin für das erstinstanz-

liche Verfahren angefochten. Die vom OG für das Berufungsverfahren fest-

gesetzte Entschädigung blieb unangefochten. Nach der Rechtsprechung ist 

in solchen Konstellationen Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht 

zu erheben (BGE 140 IV 213 E. 1.7; Beschluss des Bundesstrafgerichts 

BB.2016.51 vom 4. April 2016, E. 2, mit weiteren Hinweisen). Auf die Be-

schwerde ist folgerichtig nicht einzutreten und diese ist zuständigkeitshalber 

dem Bundesgericht zu überweisen.  

 

3. Es sind keine Kosten zu erheben.  

 

 

- 4 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.  

 

2. Die Beschwerde wird zuständigkeitshalber dem Bundesgericht überwiesen. 

 

3. Es werden keine Kosten erhoben. 

 

 

Bellinzona, 6. Juli 2016 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Michael Hunziker 

- Obergericht des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer 

- Schweizerisches Bundesgericht, Strafrechtliche Abteilung 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.