# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5414436b-5536-5db5-af87-4c00c256897a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.08.2011 E-6148/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6148-2008_2011-08-17.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­6148/2008

U r t e i l   v om   1 7 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz),
Richter Thomas Wespi,
Richter Kurt Gysi, 
Gerichtsschreiberin Valerie Kaeser.

Parteien A. _______, geboren (…), 
und deren Tochter B._______, geboren (…),
Sudan,
vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan, 
(…),
(…),
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern, 
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 25. August 2008 / N (…).

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Sachverhalt:

A.
Gemäss  eigenen  Angaben  verliess  die  Beschwerdeführerin  den  Sudan 
am 26. August 2005 auf dem Luftweg und gelangte am 27. August 2005 
in  die  Schweiz,  wo  sie  gleichentags  im  (…)  um  Asyl  nachsuchte. 
Anlässlich der Befragung zu ihren Asylgründen gab sie an, in C. _______ 
geboren  zu  sein,  ihr  Vater  sei  Sudanese  und  ihre Mutter  Eritreerin;  da 
diese  ein  zweites  Mal  geheiratet  habe,  sei  die  Beschwerdeführerin  in               
C.  _______  von einer  Frau  aufgezogen worden. Einige Monate  vor  der 
Ausreise sei sie mehrmals zu ihrem Vater gegangen, um mit seiner Hilfe 
einen Nationalitätenausweis  zu beschaffen. Er  habe dabei  versucht,  sie 
zu  sexuell  zu missbrauchen,  nur  weil  sie  habe  flüchten  können,  sei  es 
nicht  soweit  gekommen.  Ihre  Ziehmutter,  bei  welcher  ein  (…)  logiert 
habe,  habe  sie  gegen  ihren  Willen  im  Sommer  2005  mit  diesem 
verheiraten  wollen.  Eine  Drittperson,  welcher  die  Beschwerdeführerin 
davon  erzählt  habe,  sei  ihr  aus  Mitleid  bei  der  Ausreise  behilflich 
gewesen. Mit den Behörden habe sie im Sudan keine Probleme gehabt. 

Das  BFM  trat mit  Verfügung  vom  7.  Oktober  2005  gestützt  auf  Art.  32 
Abs.  2 Bst.  a  des Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31) 
auf  das  Asylgesuch  nicht  ein,  wies  die  Beschwerdeführerin  aus  der 
Schweiz weg und ordnete den Wegweisungsvollzug an.

Die  dagegen  erhobene  Beschwerde  vom  20.  Oktober  2005  wurde  mit 
Urteil  der  vormals  zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK) vom 6. März 2006 abgewiesen. Zur Begründung führte die ARK im 
Wesentlichen  aus,  die  Beschwerdeführerin  habe  es  ohne 
Glaubhaftmachung  entschuldbarer  Gründe  unterlassen,  den  Behörden 
rechtsgenügliche  Dokumente  einzureichen,  und  es  würden  keine 
Hinweise auf Verfolgung vorliegen, die sich nicht als offensichtlich haltlos 
erwiesen. 

B.
Am  25.  Oktober  2006  liess  die  Beschwerdeführerin  durch  ihren 
Rechtsvertreter beim BFM ein "Gesuch um Wiedererwägung" einreichen. 
Sie  beantragte  in  materieller  Hinsicht  die  Anerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft  und  die  Gewährung  von  Asyl,  eventualiter  die 
Feststellung  der Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und Unmöglichkeit  des 
Vollzugs der Wegweisung und die Gewährung der vorläufigen Aufnahme 
von Amtes wegen.

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Das Bundesamt überwies die Eingabe am 13. November 2006 unter Hin­
weis darauf, dass es sich um ein Revisionsgesuch handeln könnte, an die 
ARK.

Die ARK verfügte am 20. November 2006, falls die Gesuchstellerin nicht 
wünsche, dass ihre Eingabe vom 25. Oktober 2006 unter dem Aspekt der 
Revision geprüft werde, sei dies der Kommission  innert der angesetzten 
Frist  mitzuteilen.  Das  Gesuch  um  Aussetzung  des  Vollzugs  der 
Wegweisung wurde abgewiesen. 

Da die Beschwerdeführerin  ihr Gesuch mit Eingabe  vom 22. November 
2006  zurückziehen  liess  und  beantragte,  diese  sei  dem  BFM  zwecks 
Prüfung  als  zweites  Asylgesuch  zu  überweisen,  erkannte  die  ARK  am         
23.  November  2006,  das  Revisionsgesuch  sei  als  durch  Rückzug 
gegenstandslos geworden abzuschreiben.

Am 22. Dezember 2006 teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit, 
ihre  Eingabe  vom  25.  Oktober  2006  werde  als  zweites  Asylgesuch 
behan­delt.

C.
Mit  Verfügung  vom  25.  August  2008  stellte  das  Bundesamt  im 
Zusammenhang  mit  dem  zweiten  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin 
fest,  diese  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und  lehnte  das 
Asylgesuch ab. Das BFM wies die Beschwerdeführerin aus der Schweiz 
weg und ordnete den Vollzug an. 

D.
Die  Beschwerdeführerin  erhob  mit  Rechtsmitteleingabe  vom  25. 
September  2008  beim  Bundesverwaltungsgericht  gegen  diesen 
Entscheid  Beschwerde.  Sie  beantragte  in  materieller  Hinsicht,  die 
vorinstanzliche Verfügung sei  vollumfänglich aufzuheben und zur neuen 
Begründung  an  das  BFM  zurückzuweisen,  weiter  sei  die 
Flüchtlingseigenschaft  festzustellen und der Beschwerdeführerin Asyl zu 
gewähren  sowie  eventualiter  die  Unzulässigkeit  oder  zumindest  die 
Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  die 
vorläufige Aufnahme anzuordnen; in prozessualer Hinsicht beantragte sie 
die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und den Verzicht auf die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses,  alles  unter  Entschädigungs­  und 
Kostenfolge zulasten der Vorinstanz. 

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E.
Das  Bundesverwaltungsgericht  stellte  mit  Verfügung  vom  2.  Oktober 
2008 fest, die Beschwerdeführerin könne den Ausgang des Verfahrens in 
der  Schweiz  abwarten,  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses.  Über  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  werde  zu  einem  späteren  Zeitpunkt 
befunden. 

F.
Vom  Gericht  zur  Stellungnahme  eingeladen,  führte  das  BFM  in  seiner 
Vernehmlassung vom 13. November 2008 aus, die Beschwerde enthalte 
keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel. Der Aufenthaltsort 
der Mutter der Beschwerdeführerin, welche gemäss ihren Angaben in der 
Schweiz  ebenfalls  ein  Asylgesuch  eingereicht  habe,  habe  trotz 
mehrmaliger  Recherchen  im  ZEMIS  (Zentrales  Migrationssystem)  nicht 
ausfindig gemacht werden können beziehungsweise habe keine Person 
mit  den  von  der  Beschwerdeführerin  genannten  oder  ähnlichen 
Personendaten  gefunden  werden  können.  Die  geltend  gemachte 
angeschlagene Gesundheit  stelle  gemäss  dem eingereichten Schreiben 
des  behandelnden  Arztes  kein  Hindernis  für  die  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs dar.

G.
Mit  Replik  vom  12.  Dezember  2008  teilte  die  Beschwerdeführerin  dem 
Gericht die Personendaten ihrer Mutter und deren Aufenthaltsort mit und 
hielt an ihrer Beschwerde vollumfänglich fest. 

H.
Mit Verfügung vom 25. März 2011 lud das Bundesverwaltungsgericht die 
Beschwerdeführerin  ein,  über  ihre  aktuellen Verhältnisse  zu  orientieren, 
was diese mit Eingabe vom 11. April 2011 tat. Sie habe im (…) ein Kind 
geboren,  dessen  Vater  im  Besitze  einer  Aufenthaltsbewilligung  (…)  sei 
und  der  das  Kind  anerkannt  habe.  Die  Familie  lebe  zusammen  in  (…). 
Der  Vater  habe  sich  verpflichtet,  Unterhaltsbeiträge  zu  bezahlen,  die 
Beschwerdeführerin werde für den Lebensunterhalt vollumfänglich durch 
das Sozialamt (…) unterstützt.

I.
Das  BFM,  vom Gericht  am  6.  Juni  2011  eingeladen,  zur  vorerwähnten 
Eingabe Stellung zu nehmen, zog mit Verfügung vom 1. Juli 2011 seinen 
Entscheid  vom  25. August  2008  teilweise  in  Wiedererwägung,  hob  die 

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Ziffer  4  (Verlassen  der  Schweiz)  und  die  Ziffer  5  (Wegweisungsvollzug 
durch  den  […])  auf  und  stellte  fest,  die  Wegweisung  werde  zur  Zeit 
wegen  Unzumutbarkeit  nicht  vollzogen,  und  ordnete  die  vorläufige 
Aufnahme an.

K.
Damit  wurde  die  Beschwerde  vom  25.  September  2008,  soweit  den 
Vollzug  der  Wegweisung  betreffend,  gegenstandslos,  weshalb  das 
Gericht mit Verfügung vom 6. Juli 2011 die Beschwerdeführerin anfragte, 
ob  sie  bezüglich  Asyl  an  ihrer  Beschwerde  festhalte  oder  diese 
zurückzuziehen  gedenke.  Sie  liess  dem  Gericht  am  21.  Juli  2011 
mitteilen, im Asylpunkt werde an der Beschwerde festgehalten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht. Die Beschwer­
deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz  teilgenommen,  ist durch 
die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Sie  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 

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(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.4.  Die  während  des  Beschwerdeverfahrens  geborene  Tochter 
B. _______  wird  in  das  Verfahren  der  Beschwerdeführerin  (Mutter) 
eingebunden.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 

3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich 
die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie 
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den 
frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG). 

3.3. Das BFM zog mit Verfügung vom 1. Juli 2011 seinen Entscheid vom 
25. August  2008  teilweise  (Verlassen  der  Schweiz  und 
Wegweisungsvollzug durch den […]) in Wiedererwägung und stellte fest, 
die Wegweisung  werde  zur  Zeit  wegen  Unzumutbarkeit  nicht  vollzogen 
und  es werde  die  vorläufige  Aufnahme  angeordnet.  Daraufhin  teilte  die 
Beschwerdeführerin dem Gericht auf dessen Ersuchen hin mit, sie halte 
im Asylpunkt an der Beschwerde fest. Demnach geht es vorliegend einzig 

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noch  darum  zu  prüfen,  ob  die  Vorinstanz  die  Flüchtlingseigeschaft  zu 
Recht verneint und die Gewährung von Asyl verweigert hat.

4. 

4.1. 
4.1.1.  Das  BFM  führte  zur  Begründung  seines  ablehnenden 
Asylentscheides aus, die Beschwerdeführerin bestätige im Rahmen ihres 
zweiten  Gesuches  die  Gründe,  die  sie  bereits  im  ersten  Gesuch  als 
massgeblich  für  ihre Flucht aus dem Sudan dargelegt habe. Es würden 
sich  jedoch  gravierende  Widersprüche  aus  dem  Vergleich  ihrer 
diesbezüglichen,  im  Rahmen  der  ersten  Gesuchseinreichung  und 
denjenigen  im  Rahmen       ihres  aktuellen  Gesuches  gemachten 
Aussagen  ergeben.  So  habe  sie  sich  anlässlich  der  ersten 
Gesuchseinreichung  als  Sudanesin  ausgegeben,  behaupte  nunmehr 
aber, weder die sudanesische noch die eritreische Staatsangehörigkeit zu 
besitzen. Weiter  habe  sie  anlässlich  des  ersten Gesuches  vorgebracht, 
ihren Vater mehr  als  sechsmal  aufgesucht  zu haben, wogegen  sie  jetzt 
von  lediglich  drei  Begegnungen  spreche.  Auch  habe  die 
Beschwerdeführerin  beim  ersten  Gesuch  ausgesagt,  ihr  Vater  habe 
damals  lediglich  versucht,  sie  zu  vergewaltigen,  aktuell  bringe  sie  im 
Unterschied  dazu  jedoch  vor,  sie  sei  von  ihrem  Vater  tatsächlich 
vergewaltigt worden. Schliesslich habe sie früher ausgesagt, das Geld für 
die Flucht der Gastfamilie gestohlen zu haben, neuerdings soll ihre Mutter 
die Ausreise finanziert haben.  

Es dürfe erwartet werden, dass die Angaben der Beschwerdeführerin zu 
den Gründen  ihrer Ausreise  aus der Heimat  im  vorausgegangenen und 
im  aktuellen  Verfahren  in  den  wesentlichen  Punkten  übereinstimmten. 
Dies  sei  vorliegend  nicht  der  Fall,  weshalb  die  Aussagen  zu  ihrer 
Nationalität,  zu  ihren  Bemühungen  um  den  Erhalt  eines 
Nationalitätenausweises  und  zu  den  Übergriffen  seitens  ihres  Vaters 
sowie  zu  den  Umständen      ihrer  Ausreise  nicht  geglaubt  werden 
könnten.

4.1.2. Vorbringen seien tatsachenwidrig, so das Bundesamt weiter, wenn 
sie  in  wesentlichen  Punkten  den  gesicherten  Erkenntnissen  des  BFM 
widersprechen würden. Das gelte etwa für die vorgebrachte Befürchtung 
der  Beschwerdeführerin,  sie  werde  im  Falle  eines  Vollzugs  der 
Wegweisung  in  den  Sudan  von  den  dortigen  Behörden  als  Eritreerin 
angesehen  und  nach  Eritrea  ausgeliefert,  wo  sie  Militärdienst  leisten 

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müsse.  Dazu  sei  festzustellen,  dass  in  Anbetracht  der  linguistischen 
Kriterien  und  der  Landeskenntnisse  der  Beschwerdeführerin  davon 
auszugehen sei, dass sie eindeutig im Sudan sozialisiert worden sei. Sie 
sei  die  Tochter  eines  Sudanesen  und  besitze  deshalb  auch  dessen 
Staatsangehörigkeit. Die Behauptung, ihr Vater habe sie nicht anerkannt, 
könne  nicht  gehört  werden.  Es  gebe  keine  Anhaltspunkte  für  die 
Befürchtung,  sie  würde  angesichts  der  angeblichen  eritreischen 
Staatsangehörigtkeit  ihrer Mutter selber als Eritreerin angesehen, sei sie 
doch nicht bei dieser aufgewachsen und spreche nicht einmal Tigrinya. 

Die  weitere  Befürchtung  der  Beschwerdeführerin,  sie  habe  bei  einer 
Auslieferung  beziehungsweise  Wegweisung  nach  Eritrea  dort  mit 
scharfen Sanktionen zu rechnen, weil sie sich dem Militärdienst entzogen 
habe, sei unbegründet. Da sie weder in Eritrea geboren worden sei noch 
jemals  dort  gelebt  habe,  sei  ihre Existenz  für  die  eritreischen Behörden 
nicht  aktenkundig.  Demzufolge  besitze  sie  auch  die  eritreische 
Staatsangehörigkeit  nicht,  und  der  eritreische  Staat  habe  bei  dieser 
Sachlage weder ein  Interesse an  ihrer Person noch verfüge er über die 
Möglichkeit,  vom  Sudan  die  Auslieferung  der  Beschwerdeführerin  zu 
verlangen. 

Die  angebliche Gefährdung  der  Beschwerdeführerin  entspreche  folglich 
nicht  den  Tatsachen.  Die  Vorbringen  hielten  den Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand, so dass  ihre Relevanz 
nicht zu prüfen sei.

4.1.3. Die Folge der Ablehnung eines Asylgesuches sei gemäss Art. 44 
AsylG  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz.  Da  die 
Beschwerdeführerin  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle,  könne  auch 
der Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG nicht 
angewendet  werden.  Aus  den  Akten  würden  sich  keine  Anhaltspunkte 
dafür ergeben, dass der Beschwerdeführerin  im Falle einer Rückkehr  in 
den  Heimatsstaat  mit  beachtlicher Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art.  3 
der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene 
Strafe  oder  Behandlung  drohe.  Weder  die  im  Sudan  herrschende 
politische Situation noch andere Gründe würden gegen die Zumutbarkeit 
der  Rückführung  dorthin  sprechen.  Gleiches  gelte  für  die  geltend 
gemachten  gesundheitlichen  Probleme.  Ausserdem  sei  der  Vollzug  der 
Wegweisung technisch möglich und praktisch durchführbar.  

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4.2. 
4.2.1.  In  der  Beschwerde  wird  vorweg  als  neue  Tatsache  festgehalten, 
dass  sich  die  Mutter  der  Beschwerdeführerin  in  der  Schweiz  befinde; 
diese habe ebenfalls ein Asylgesuch gestellt. 

4.2.2.  Die Vorinstanz mache  in  ihrer  angefochtenen Verfügung  geltend, 
die  Feststellung  der  Identität  der  Beschwerdeführerin  sei  eine 
unabdingbare  Voraussetzung  für  die  Abklärung  der  Asylvorbringen, 
indessen habe die Beschwerdeführerin weder einen Reisepass noch eine 
Identitätskarte vorlegen können, weshalb  ihre  Identität nicht belegt  sein. 
Dieser Argumentation könne nicht gefolgt werden, gehe doch das BFM in 
seiner  Stellungnahme  vom  4.  November  2005  davon  aus,  die 
Beschwerdeführerin  sei  nicht  sudanesische  Staatsangehörige,  und  aus 
der eingereichten Identitätskarte der Mutter gehe rechtsgenüglich hervor, 
dass  die  Beschwerdeführerin  nur  die  eritreische  Staatsangehörigkeit 
habe oder beantragen könne. 

4.2.3.  Die  Beschwerdeführerin  habe  die  geltend  gemachten  Vorbringen 
tatsächlich  erlebt,  die  Einschätzung  der  Vorinstanz  stütze  sich  auf 
unhaltbare  Argumente  oder  Behauptungen.  Insbesondere  sei  es  der 
Beschwerdeführerin inzwischen gelungen, den Aufenthaltsort ihrer Mutter 
ausfindig zu machen.

Mit der Asylrelevanz setze sich die Vorinstanz gar nicht erst auseinander. 
Diese sei  jedoch durch die drohende Verfolgung zweifelsohne gegeben. 
Es  bestehe  für  die  Beschwerdeführerin  weder  die  Möglichkeit  einer 
Rückkehr in den Sudan, noch könne sie nach Eritrea. Das BFM stelle die 
Flüchtlingseigenschaft  der  Beschwerdeführerin  fälschlicherweise  nicht 
fest und verletze so Art. 3 AsylG. 

4.2.4.  Die  Flüchtlingseigenschaft  der  Beschwerdeführerin  sei  zumindest 
glaubhaft  im  Sinne  von  Art.  7  AsylG  gemacht.  Die  Folge  sei  die 
Anerkennung  als  Flüchtling,  Ausschlussgründe  würden  keine  vorliegen. 
Die angefochtene Verfügung sei deshalb aufzuheben und die Sache zur 
neuen  Begründung  nach  vollständig  erhobenem  Sachverhalt  an  die 
Vorinstanz zurückzuweisen.

Im Falle einer Rückkehr  in den Sudan wie auch nach Eritrea müsse die 
Beschwerdeführerin  mit  Verfolgung  rechnen;  die  Flüchtlingseigenschaft 
gemäss  Art.  3  AsylG  sei  also  erfüllt,  weshalb  der  Vollzug  der 
Wegweisung  als  unzulässig  zu  bezeichnen  sei.  In  diesem 

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Zusammenhang  gelte  es  auch  zu  würdigen,  dass  die  sudanesische 
Regierung  in  letzter Zeit mit der Rückschaffung von  im Sudan  lebenden 
Personen eritreischer Volkszugehörigkeit begonnen habe, wobei es sich 
bei  vielen der abgeschobenen oder  von einer Rückschaffung bedrohten 
Personen um Asylsuchende oder bereits anerkannte Flüchtlinge handle. 
Wegen  Unzulässigkeit  sei  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  statthaft, 
und  an  Stelle  des  Vollzugs  sei  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen, 
soweit  nicht  ohnehin  die  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  zur 
Anwendung  des  Prinzips  des  Non­Refou­lement  führe.  Darüber  hinaus 
sei wegen der konkreten Gefährdung der Vollzug der Wegweisung auch 
unzumutbar.

5.

5.1. In einem ersten Schritt ist vom Bundesverwaltungsgericht zu prüfen, 
ob  der  Sachverhalt  tatsächlich,  wie  in  der  Beschwerde  gerügt,  nur 
ungenügend  erstellt  ist,  was  eine  Rückweisung  an  die  Vorinstanz  zur 
Folge hätte. Diesbezüglich besteht indessen für das Gericht kein Anlass, 
den        vorinstanzlichen  Entscheid  zu  bemängeln,  zumal  die  auf 
Beschwerdeebene eingereichten Dokumente (insbesondere Angaben zur 
Person  und  zum  Aufenthalt  der  Mutter  der  Beschwerdeführerin  sowie 
zum  aktuellen  persönlichen  Umfeld)  vom  BFM  in  zwei  Stellungnahmen 
gewürdigt  worden  sind  und  schliesslich  dazu  geführt  haben,  dass  der 
angefochtene  Entscheid  teilweise  in  Wiedererwägung  gezogen  worden 
ist.  Die  Beschwerdeführerin  ist  denn  auch  in  ihrer  letzten  Eingabe  vom 
21. Juni 2011, worin sie dem Gericht ihr Festhalten im Asylpunkt mitteilte, 
auf  die  vorerwähnte  Rüge  nicht  mehr  eingegangen.  Im  Übrigen  ist  zu 
beachten,  dass  sich  die  Behörde  nicht  ausdrücklich  mit  jeder 
tatbeständlichen  Behauptung  und  jedem  rechtlichen  Einwand 
auseinandersetzen  muss,  sondern  sich  auf  die  wesentlichen 
Gesichtspunkte beschränken darf  (Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK] 2006 Nr. 24 E. 5.1 S. 
256),  was  das  BFM  vorliegend  nach  Auffassung  des  Gerichts  in 
angemessener Weise getan hat.

5.2.  Das  Bundesamt  stützt  seinen  ablehnenden  Entscheid  vor  allem 
darauf  ab,  dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  unglaubhaft 
seien. Dazu Folgendes: 

5.2.1. Für  die  subjektive Wahrheit  spricht  einerseits, wenn  die Aussage 
zahlreiche  und  qualitativ  hochwertige  Details  enthält,  welche  sich  zu 

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einem stimmigen Ganzen zusammenfügen, anderseits, wenn die befragte 
Person über  ihre bei dem Ereignis auftretenden Gefühle, Assoziationen, 
unverstandenen Erscheinungen oder Missverständnisse berichtet. Für ein 
realitätsbegründendes  Ereignis  spricht  weiter,  wenn  der  rechtsrelevante 
Tatbestand gleich bleibt; dazu zählen  insbesondere die Schilderung des 
zentralen  Kerngeschehens  und  der  eigenen  Rolle,  die  Benennung  der 
unmittelbar  am  Kerngeschehen  beteiligten  Personen,  von  fraglichen 
Tatorten  und  von  unmittelbar  handlungsrelevanten  Gegenständen  oder 
Angaben über unangenehme Empfindungen (insbesondere Schmerzen). 
Sodann spricht für den Wahrheitswillen der angehörten Person, wenn sie 
ihre  eigene  Rolle  eher  unvorteilhaft  darstellt,  auf  Schutzbehauptungen, 
die  naheliegen,  verzichtet,  und  wenn  sie  entlastende  Umstände 
bedeutsamer  Art  für  denjenigen  vorbringt,  den  sie  mit  anderen  Teilen 
ihrer Aussage belastet. Gegen die subjektive Wahrheit spricht, wenn die 
Aussage  detailarm  ist,  obwohl  beim  betreffenden  Erlebnis  ein 
Mindestmass  an Detailreichtum  zu  erwarten  wäre,  oder  wenn  auch  auf 
Aufforderung  hin  keine  näheren  Einzelheiten  vorgebracht  und 
Nebensächlichkeiten berichtet werden  (ROLF BENDER/ARMIN NACK/WOLF­
DIETER  TREUER,  Tatsachenfeststellung  vor  Gericht,  3.  Aufl.,  München 
2007, S. 72 ff.). 

Sodann  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  die ARK  in  einem Grundsatzurteil 
festgehalten  hat,  dass  der  Befragung  zu  den  Ausreisegründen  in  der 
Empfangsstelle  aufgrund  des  summarischen  Charakters  für  die 
Beurteilung  der  Glaubhaftigkeit  der  vorgebrachten  Asylgründe  nur  ein 
beschränkter  Beweiswert  zukommt  (EMARK  1993  Nr.  3  S.  13,  welche 
Praxis  vom  Bundesverwaltungsgericht  übernommen  wurde).  Es  kann 
deshalb nicht angehen, blossen Unvollständigkeiten und unwesentlichen 
Abweichungen  zu  späteren  Aussagen  eine  entscheidende  Bedeutung 
beizumessen, und es darf auch nicht davon ausgegangen werden, dass 
Asylbewerber  im  Rahmen  dieser  Kurzbefragung  grundsätzlich  die 
Möglichkeit  oder  gar  die  Pflicht  hätten,  sämtliche  Gründe  ihres 
Asylgesuches abschliessend darzulegen. Anders verhält es sich  jedoch, 
wenn klare Aussagen in der Empfangsstelle in wesentlichen Punkten der 
Asylbegründung  von  späteren  Aussagen  in  der  kantonalen  Anhörung 
diametral  abweichen,  oder  wenn  bestimmte  Ereignisse  oder 
Befürchtungen,  welche  später  als  zentrale  Asylgründe  genannt werden, 
nicht  bereits  in  der  Empfangsstelle  zumindest  ansatzweise  erwähnt 
werden.  Solche  Widersprüche  lassen  sich  in  der  Regel  nicht  mit  dem 
summarischen  Charakter  der  Befragung  erklären.  Es  ist  daher  nicht 

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einzusehen,  weshalb  sie  im  Rahmen  der  Beweiswürdigung  nicht 
berücksichtigt werden sollten. 

5.2.2.  Anlässlich  ihres  ersten  Asylgesuches  im  Jahre  2005  sagte  die 
Beschwerdeführerin sowohl  in der Befragung zur Person als auch in der 
Anhörung  vor  dem BFM aus,  sie  stamme  ursprünglich  aus  dem Sudan 
(Akten  BFM  A1/10  S.  1  und  A13/9  S.  2).  Im  Rahmen  des  zweiten 
Asylgesuchs  dagegen  bringt  die  Beschwerdeführerin  vor,  weder  die 
sudanesische  noch  die  eritreische  Staatsangehörigkeit  zu  besitzen 
(C1/11  S.  1,  C21/23  S.  2).  Der  Rechtsvertreter  wiederum  stellt  sich  in 
seiner  Eingabe  vom  25.  Oktober  2006  gestützt  auf  die  eritreische 
Identitätskarte  der  Mutter  auf  den  Standpunkt,  die  Beschwerdeführerin 
stamme  ursprünglich  aus  Eritrea  (B1/11  S.  3).  Diese  voneinander  im 
entscheidenden  Punkt  des  vorliegenden  Falles  abweichenden  Angaben 
sind augenfällig, und die Differenz ist für das Gericht nicht auflösbar. 

In seiner Verfügung vom 7. Oktober 2005 hält das BFM zwar  fest, dass 
die Beschwerdeführerin sehr wahrscheinlich aus Eritrea stamme, da sie 
Tigrinya  und  Arabisch  spreche,  welche  dort  als  Verkehrs­  und 
Umgangssprachen  verwendet  würden  (A15/7  S.  4),  was  aber  einzig 
bezüglich der Sozialisation,  nicht  jedoch  für  die Staatsangehörigkeit  der 
Beschwerdeführerin von Bedeutung  ist. Offensichtlich versucht diese mit 
ihrem  Beharren  auf  der  eritreischen  Staatsangehörigkeit  sich  den 
Auswirkungen  der  Entwicklung  in  Eritrea,  dem  Verfahrenslauf  und  der 
Argumentation  des  Bundesamtes  anzupassen.  Sie  muss  sich  aber  auf 
ihren  protokollierten  Aussagen  (was  im  Übrigen  auch  bezüglich  der 
angeblichen  Vergewaltigung  durch  ihren  Vater  anbelangt,  in  welchem 
Zusammenhang sie ebenfalls stark divergierende Ausführungen gemacht 
hat)  behaften  lassen.  Das  Gericht  hat  bezüglich  der  (eritreischen) 
Staatsangehörigkeit  der  Beschwerdeführerin  grosse  Zweifel,  welche mit 
der Beschwerde nicht ausgeräumt werden. 

5.2.3. Aus dem Umstand, dass mittlerweile feststeht, dass die eritreische 
Mutter  in der Schweiz  lebt, kann umso weniger abgeleitet werden, dass 
die Beschwerdeführerin die sudanesische Staatsangehörigkeit  nicht und 
einzig die eritreische besitzt, als sie anlässlich der Befragung zur Person 
vom  2.  Februar  2007  zu  Protokoll  gegeben  hat:  "Ich  habe  weder  die 
sudanesische  noch  die  eritreische  Staatsangehörigkeit."  (C1/11  S.  11       
Ziff. 1.6). Die eingereichten Beweismittel vermögen an dieser Beurteilung 
nichts zu ändern.

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Im  Übrigen  hatte  sich  die  ARK  in  ihrem  Urteil  vom  6.  März  2006 
einlässlich  mit  den  Asylvorbringen  der  Beschwerdeführerin  befasst  und 
festgestellt, es würden keine Hinweise auf Verfolgung vorliegen, die sich 
nicht  als  offensichtlich  haltlos  erwiesen.  Das  Bundesverwaltungsgericht 
kommt  vor  dem  Hintergrund  der  vorstehenden  Erwägungen  auch  im 
aktuellen  Verfahren  zu  diesem  Schluss.  Es  geht  von  einem  Konstrukt 
aus, das aufgrund der protokollierten Aussagen in den beiden Verfahren 
und  der  offensichtlichen  Argumentationsschwächen  in  keiner  Weise  zu 
überzeugen vermag, weshalb sich weitere Ausführungen dazu erübrigen.

5.3. Demnach kann dem BFM gefolgt werden, wenn es  in  seinem Wie­
dererwägungentscheid  vom  1.  Juli  2011  an  der  Verneinung  der 
Flüchtlingseigenschaft und an der Verweigerung des Asyls festhält. Auch 
für  das  Gericht  steht  fest,  dass  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  der 
Beschwerdeführerin zu Recht abgewiesen hat. 

6.

6.1.  Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs.  1  AsylG;  EMARK  2001  Nr.  21).  Auch  diesbezüglich  ist  die 
angefochtene Verfügung zu bestätigen.

6.3.  Eine  Erörterung  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  kann 
unterbleiben,  nachdem  das  BFM  die  Beschwerdeführerin  und  ihr  Kind 
wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  vorläufig 
aufgenommen hat.

7.
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
betreffend die Frage der Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung von 
Asyl Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit sie nicht gegen­ 
standlos geworden ist.

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Seite 14

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens  ist  von einem  teilweisen Obsiegen 
der  Beschwerdeführerin  auszugehen,  wobei  bei 
Verfahrenskonstellationen  wie  der  vorliegenden  ein  rechnerischer  Grad 
des hälftigen Durchdringens angenommen wird. 

Der  Beschwerdeführerin  wären  somit  für  ihr  hälftiges  Unterliegen 
reduzierte  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr. 300.­  aufzuerlegen 
(Art. 63  Abs. 1  VwVG,  Art. 16  Abs. 1  Bst.  a  VGG  i.V.m.  Art. 2,  3  und  5 
des  Reglements  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  vom  21.  Februar  2008   [VGKE,  SR 
173.310.2]).  Da  der  Entscheid  über  die  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  in  der  Verfügung  des  Gerichts  vom  2.  Oktober  2008  auf 
einen  späteren  Zeitpunkt  verschoben  worden  ist,  wird  in  dessen 
Gutheissung und weil die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin belegt ist 
(s.  vorstehend  Sachverhalt  Bst.  H)  auf  die  Erhebung  von  Kosten 
verzichtet.

Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei 
von  Amtes  wegen  oder  auf  Begehren  eine  Entschädigung  für  ihr 
erwachsene  notwendige  und  verhältnismässig  hohe Kosten  zusprechen 
(Art.  64  Abs.  1  VwVG;  Art.  7  VGKE).  Die  Beschwerdeführerin  hat  im 
vorliegenden  Verfahren  nur  teilweise  obsiegt.  Ihr  Rechtsvertreter  hat 
keine Honorarnote eingereicht,  doch  lässt  sich der Aufwand zuverlässig 
abschätzen.  Unter  Berücksichtigung  des  nicht  vollumfänglichen 
Obsiegens ist der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von total 
Fr. 600.  –  (inkl.  Auslagen  und  MWSt),  welche  vom  Bundesamt  zu 
entrichten ist, zuzusprechen (vgl. Art. 7 Abs. 2 und Art. 15 VGKE). 

(Dispositiv nächste Seite)

 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird,  soweit  sie  nicht  gegenstandslos  geworden  ist, 
abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Das  BFM  hat  der  Beschwerdeführerin  für  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  eine  Parteientschädigung  in  der  Höhe  von    
Fr. 600. – (inkl. Auslagen) zu entrichten.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  das 
Ausländeramt des Kantons (…).

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Valerie Kaeser

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