# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b507d48-e20b-57b4-99ec-98750eedadfc
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-30
**Language:** de
**Title:** 
**Docket/Reference:** UV.2014.00014
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2014.00014.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2014.00014
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Fischer
Urteil
vom
30. Juni 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Advokat Philippe Zogg
Oberwilerstrasse 54, Postfach 4618, 4054 Basel
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Beat Frischkopf
Bahnhofstrasse 24, Postfach, 6210 Sursee
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1958 geborene
X.___
ist seit dem 22. August 1983
als Verkäuferin bei der
Firma Y.___
angestellt und da
mit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch
versichert.
Mit Bagatellunfall-Meldung UVG vom 7. Oktober 201
0 (Urk. 9/3
) liess sie dieser mitteilen, sie
habe sich, als sie
am 21.
Dezember 2009
beim Rückwärtsgehen über einen Palettrolli
gestolpert und dann
gestürzt
sei,
am rechten Oberarm ver
letzt.
Am
6. Januar 2010
begab sie sich wegen Schulterbe
schwerden in
haus
ärzt
liche Behandlung
(Urk. 9/16
S. 1
).
Die SUVA
erbrachte in der Folge
Leistung
en
im Zusammenhang mit dem fraglichen
Ereignis (vgl. Urk. 9/2
).
1.2
Am 28. Juni 2013 liess die Versicherte der SUVA einen Rückfall zum Unfall vom
21. Dezember 2009 melden (Urk. 9/32). Diese holte
im Rahmen ihrer medi
zini
schen Abklärungen
eine Beurteilung ihres Kreisarztes Dr. med.
Z.___
, Fach
arzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, ein (Urk. 9/37
, Urk. 9/40
)
und lehnte ihre Leistungspflicht für die erneut geltend gemachten Beschwerden daraufhin mit Verfügung vom 9. August 2013 (Urk. 9/43) ab.
Die von der Versicherten hiegegen erhobene Einsprache (Urk. 9/47
S. 1
) wies sie
– unter Hinweis auf die ergänzende Beurteilung von Dr.
Z.___
vom
1. Oktober 2013 (Urk. 9/54)
-
am 2. Dezember 201
3
ab (Urk. 2).
2.
Gegen diesen Einspracheentscheid (Urk. 2) liess
X.___
am 17. Januar 2014 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
"1.
Die Beschwerdebeklagte sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin für das Unfallereignis vom 21. Dezember 2009 weiterhin die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Taggelder und Behandlungskosten, zu gewäh
ren.
2.
Kosten und Parteientschädigung zu Lasten der Beschwerdebeklagten.“
Die SUVA schloss am 7. März 2014 auf Abweisung der Beschwerde (Beschwer
de
antwort, Urk. 8), was der Beschwerdeführerin am 11. März 2014 (Urk. 11) zur Kenntnis gebracht wurde.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zu
gehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
Bundesgesetz über die Unfall
versicherung (
UVG
)
setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfaller
eig
nis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürli
cher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausal
zu
sammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetre
te
ne
Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bezie
hungs
weis
e nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sam
menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereig
nis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten
Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E.
3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E.
1, 118 V 286 E.
1b, je mit Hin
weisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heit
lichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Ge
richt im Rah
men der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozial
versiche
rungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mi
t Hinweisen).
1.2
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV]). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krank
heit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Ar
beitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar ge
heiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Ver
änderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen kön
nen (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.3
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes Unfall
ereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallversiche
rung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden
und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein
natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in fine).
2.
2.1
Die SUVA verneinte ihre erneute Leistungspflicht im Zusammenhang mit dem
Unfall vom 21. Dezember 2009 - unter Hinweis auf die Beurteilung
en
ihres Kreis
arztes Dr.
Z.___
vom 7. August (Urk. 9/40)
und vom 1. Oktober 2013 (Urk. 9/54)
- mit der Begründung, die als Rückfall gemeldeten rechtsseitigen Schulterbeschwerden stünden in keinem überwiegend wahrscheinlichen Kausal
zusammenhang zum im Dezember 2009 erlittenen Sturz (Urk. 2 S. 5 ff., Urk. 8
S. 3
f
f
.).
2.2
D
i
e Beschwerdeführer
in
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
die Leis
tungsverweigerung sei zu Unrecht erfolgt. D
a sich die Unfallkausalität der
Schulterbeschwerden
aufgrund der vorhandenen medizinischen Berichte
nicht schlüssig beurteilen lasse, sei die Sache zu weiteren einschlägigen Abklärungen an die SUVA zurückzuweisen (Urk. 1 S. 3 f.).
3.
3.1
3.1.1
In ihrem – sich auf eine
am 21. Juni 2010 erfolgte
ambulante Untersuchung der Beschwerdeführerin beziehenden - Bericht vom 26. Juli 2012 zuhanden des Kreisarztes der SUVA stellten
die Ärzte der
Klinik A.___
, Orthopä
die,
nachstehende Diagnose (Urk. 9/13 S. 1):
-
Subacromiales Schmerzsyndrom bei
-
Verdacht auf subacromiales Impingement Schulter rechts
-
Status nach subacromialer Infiltration durch Hausarzt
Sie führten aus, d
ie Beschwerdeführerin leide seit zirka Dezember 2009 an inte
r
mittierenden Schulterschmerzen rechts. Aktuell bestünden vermehrte Schmerzen
, weswegen sich die Beschwerdeführerin am 21. Juni 2010
in der Sprechstunde für unange
meldete Patienten vorgestellt habe
.
Die bis dahin durchgeführte Be
handlung (subacromiale Infiltration, Physiotherapie, Akupunktur und Fango
the
rapie) habe nach ihren Angaben keine wesentliche Beschwerdelinderung gebrach
t (S. 1). Zum Ausschluss einer Ro
tatorenmanschettenverletzung
werde nun eine MRI-Untersuch
ung
veranlasst (S. 2).
3.1.2
In ihrem Bericht vom
23. August 2010
diagnostizierten die Orthopäden der
Klinik A.___
eine
anterosuperiore Rotatorenmanschettenruptur
, par
tiell
artikulärseits, Schulter rechts. Das Arthro-MRI der rechten Schulter vom 16. August 2010 habe keine Veränderung im Vergleich zur Voruntersuchung vom 21. Juni 2010 ergeben (Urk. 9/16 S. 2).
3.1.3
Am 26. Oktober 2010 berichteten
di
e Ärzte der
Klinik A.___
, Ortho
pädie,
die Schulterschmerzen rechts
seien gemäss der Beschwerdeführerin
erst
mals nach einem Arbeitsunfall (Stolpersturz auf den rechten Arm in Hyper
ex
ten
sion) aufgetreten. Initial sei eine Röntgenuntersuchung durchgeführt wor
den, wel
che einen unauffälligen Befund ergeben habe. Bei einer Persistenz der Be
schwerden werde die Schulter weiter abgeklärt (
Urk. 9/4
S. 2
; vgl. auch Schrei
ben an Vertrauensarzt der SUVA vom 26. Juli 2012 [Urk. 9/15]
).
3.1.4
Am 3. Juli 2012 gaben die Ärzte der
Klinik A.___
an, die Be
schwer
de
führerin
habe nach einem
am
21. Dezember 2009 erlittenen Sturz an rechts- und (etwas weniger) auch linksseitigen Schulterschmerzen gelitten. Im August 2010 hätten sie deswegen eine Infiltration und im Oktober 2010 einen entsprechenden Kontrolltermin durchgeführt. Die fragliche Behandlung habe damals eine deutliche Schmerzlinderung gebracht. Vor zirka einem Jahr seien die Schmerzen
nun - vor allem rechtsseitig -
wieder vermehrt aufgetreten
(Urk. 9/8 S.
1). Die Röntgenuntersuchung der rechten Schulter vom 2. Juli 2012 habe einen unauffälligen ossären Status ergeben. Es seien eine glenohumerale und eine AC-Gelenksinfiltration geplant. Zudem werde nochmals ein MRI der rechten Schulter durchgeführt, um die bekannte PASTA-Läsion zu dokumen
tie
ren und gestützt auf den aktuellen Befund beurteilen zu können, ob es zu ei
ner Zunahme der Ruptur gekommen sei und ob eine Rekonstruktionsbedürftig
keit bestehe
(S. 2)
.
3.1.
5
Dr. med.
B.___
, Facharzt FMH für Innere Medizin,
der im Zusammenhang mit dem Unfall vom 21. Dezember 2009 erstmals am 6. Januar 2010 von der Be
schwerdeführerin konsultiert worden war, diagnostizierte am 10. August 2012 eine
Distorsion der rechten und der linken Schulter. Die Beschwerdeführerin habe angegeben, am 21. Dezember 2012 [richtig: 2009]
mit Paletten vor den Händen gestürzt zu sein. Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe nicht (Urk. 9/16 S. 1).
3.2
3.2.1
Im Arztzeugnis UVG für Rückfall vom 9. Juli 2013 (Urk. 9/34)
gab Dr.
B.___
an
, die Beschwerdeführerin, die sich am 21. Dezember 2009 bei einem Sturz eine Distorsion beziehungsweise Kontusion beider Schultern zugezogen habe, stehe wegen eines Rückfalls seit 18. Juni 2013 wieder bei ihm in Behandlung. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe nicht; die Behandlung könne voraussichtlich in zwölf Wochen abgeschlossen werden.
3.2.2
In seiner im Auftrag des SUVA-Kreisarztes Dr.
Z.___
(vgl. Urk. 9/36) verfass
ten
Beurteilung vom 2. August 2013 (Urk. 9/38) hielt Prof. Dr. med.
C.___
, Fach
arzt FMH für Radiologie, Chefarzt
Klinik A.___
, fest,
das
Arth
ro-MRI
des rechten Schultergelenk
s vom 16.
August 2010 zeige eine a
us
geprägte
Bursitis subdeltoidea/subacromialis. Die Substanz der Supraspinatu
s
sehne sei
leich
t signalalteriert. Sowohl die artikuläre als auch die bursale Seite wi
e
sen eine leichte Konturunregelmäs
sigkeit auf. Die Befunde entsprä
chen ins
gesamt
einer Tendinopathie der Supraspinatussehne. Die Konturunregelmässig
keiten könn
t
en
formal als Partialrupturen gewertet werden, s
eie
n
allerdings sehr gering ausgeprägt.
Im
Arthro-MR
I
des rechten Schultergelenks
vom 10.
Oktober
2012
sei - u
nverändert zur Voruntersuchung
-
eine ausgeprägte Bursitis sub
deltoi
dea/
subacromialis
ersichtlich
.
Ebenfalls unverändert zeige
sich eine Sig
nalalteration der Supraspinatussehne. Die kleine Supraspinatusunterflächen
-Lä
sion sei
nun etwas besser demarkiert. Die artikulärseitige Partialruptur betr
e
ff
e
nur einen geringen Ant
eil des Sehnenquerschnitt
s (zirka 10
%).
3.2.3
Nachdem s
i
e
die Beschwerdeführerin am 5. August 2013 erneut (auch radiolo
gisch)
untersucht hatten,
stellten die
Orthopäden der
Klinik A.___
in ihre
m
gleichentags verfassten Bericht
folgende Diagnosen (Urk. 9/45 S. 1):
-
Rotatorenmanschetten-Partialruptur (Supraspinatus artikularseitig),
AC-Gelenks
arthropathie Schulter rechts
-
Subacromiales Impingement Schulter links
I
n der rechten Schulter bestünden weiterhin eine Teilruptur der Supraspinatus
sehne und eine
Bizeps-Tendinopathie. Was die linke Schulter anbelange, sei an
gesichts der Schmerzpersistenz und zum Ausschluss einer Teilruptur der Sehne ebenfalls ein Arthro-MRI vorgesehen (Urk. 9/45 S. 2).
3.2.4
Der
SUVA-Kreisarzt Dr.
Z.___
hielt
darauf
hin
in seiner auf den Akten
beruh
enden
Beurteilung vom 7. August 2013 (Urk. 9/40) fest,
w
eder die Röntgen
ab
klärungen noch die wiederholten
Arthro-MRI-Untersuchungen der
rechten Schulter hätten
organische Schädigungen gezeigt, die zwanglos als unfallkausal
angesehen werden könnten. Die
bei der mittlerweile 55jährigen Versicherten
bild
gebend dokumentierten
Veränderungen
seien in
ihrer Gesamtheit
als dege
ne
ra
tive
r
Genese zu interpretieren
;
bei Personen, die im sechsten Lebensjahr
zehnt
stünden,
seien
solche Veränderungen häufig.
Das Unfallereignis
sei
ba
gatellär
gewesen. Die
Beschwerdeführerin
ha
be
erst gut zwei Wochen nach dem
frag
li
chen Vorfall
Dr.
B.___
aufgesucht und diesem gegenüber
offensichtlich kein erheb
liches Trauma angegeben, sei der
Schadenfall damals
doch nicht
der Un
fallversicherung angezeigt, sondern wohl über die Krankenkasse abgewickelt
worden
. Initial
habe auch
keine Arbeitsunfähigkeit
bestanden.
Die
Schadenmel
dung
bei der SUVA
sei dann erst gut zehn Monate später erfolgt
.
Nachdem a
us medizinischer Sicht schon die
Unfallkausalität der
initiale
n
Schädigung
sehr
frag
lich
sei
, sei das Bestehen eines natürlichen Kausalzusammenhang
s
zwischen dem Ende 2009 erlittenen Unfall und den als Rückfall gemeldeten Beschwerden jedenfalls zu verneinen.
Mit überwieg
ender Wahrscheinlichkeit sei die – aktuelle und auch frühere – rechtsseitige Schultersymptomatik auf einen Gesundheits
schaden rein degenerativer Natur zurückzuführen (S. 3).
3.2.5
Am 19. August 2013 hielten die Orthopäden der
Klinik A.___
fest,
sie
seien von
der Beschwerdeführerin
darüber informiert worden, dass di
e SUVA
es ablehne, Leistungen für die als Rückfall gemeldete Symptomatik zu erbringen
(Urk. 9/46 S. 1)
. Zwar spreche die angegebene
Beschwerdefreiheit vor dem Un
fall
dafür, dass diesem eine wesentliche Bedeutung für die Entstehung der Schulter
schmerzen zugekommen sei. Allerdings habe die Beschwerdeführerin bereits an
lässlich der ersten Untersuchungen
eine wohl vorbestehende Tendino
pathie der Supraspinatussehne erwähnt.
Die Beschwerdeführerin sei darauf hin
gewiesen worden, dass eine abschliessende und sichere Kausalitätsbeurteilung schwierig und eine Einsprache gegen die Verfügung
der SUVA
wohl möglich, aber nicht zwingend erfolgsversprechend sei
(
S. 2).
3.2.6
Dr.
B.___
stellte am 23. September 2013 folgende Diagnosen (Urk. 9/52 S.
3
):
-
Posttraumatische Partialruptur der Rotatorenmanschette (Infra- und Supraspinatussehne) mit
-
persistierenden Schmerzen
-
Posttraumatische Schmerzen linke Schulter
-
subacromiales Impingement
Er führte aus, d
ie Beschwerdeführerin, die seit 1990 bei ihm in Behandlung stehe,
sei am 29. [richtig: 21.] Dezember 2009 mit schweren Paletten in den Händen ge
stürzt und auf beide Arme gefallen. Bis zu diesem Unfall habe sie nie an Be
schwerden im Bewegungsapparat, insbesondere den Schultergelenken, gelitten. Als Putz
frau [richtig: Detailhandelsangestellte] sei sie stets zu 100 % arbeits
fähig gewe
sen. Von Anfang an hätten die Beschwerden in der rechten Schulter
im Vorder
grund gestanden.
Nachdem die durchgeführte antiphlogistische, phy
sio
thera
peutische und infiltrative Behandlung keinen
namhaften
Erfolg gezeitigt habe, habe er im Juni 2010 eine Untersuchung in der
Klinik A.___
ver
anlasst, wo dann bildgebend eine Partialruptur der Rotatorenmanschette fest
gestellt und (bis anhin im Wesentlichen erfolglos) behandelt worden sei. Wegen seit Mai 2013 zunehmender Schmerzen in der linken, ebenfalls traumatisierten Schulter sei nun auch diesbezüglich eine M
RI-Untersuchung vorgesehen (S. 3)
.
Zusammenfassend sei die Symptomatik vor dem Hintergrund beidseits trauma
tisierter Schulter
n
einer zuvor beschwerdefreien Patientin zu sehen. In Anbe
tracht der Untersuchungsbefunde und des Verlaufs liege eindeutig eine unf
all
bezogene Kausalität vor (S. 4
).
3.2.7
In seiner ergänzenden Beurteilung der Unfall- respektive Rückfallkausalität vom
1. Oktober 2013 (Urk. 9/54)
gelangte der SUVA-Kreisarzt Dr.
Z.___
zum Schluss
, dass die aktuellen
medizinischen Berichte keinen Anlass gäben, von seiner Einschätzung vom 7. August 2013 (Urk. 9/40) abzuweichen. So
würden darin keine
neuen medizinischen Tatsachen
dokumentiert
, und die zeitliche Abfolge allein vermöge eine Unfallkausalität der Beschwerden, gegen die klare medi
zinische
n
Fakten sprächen, nicht zu belegen (S. 3).
3.2.
8
Auf entsprechende Nachfrage
der zuständigen Sachbearbeiterin der SUVA
hielt
Dr.
Z.___
am 6. November 2013 fest, da es an einer unfallkausalen Schädi
gung
fehle,
sei der Gesundheitszustand als S
tatus quo sine zu betrachten (Urk. 9/56).
Nach dem genauen Datum gefragt, hielt Dr.
Z.___
am 21. November 2013 f
est,
der S
tatus quo sine sei wohl spätestens per 31. Dezember 2012 wieder erreicht gewesen. Die Rückfallkausalität sei zu ne
gieren (Urk. 9/57).
4.
4.1
Nach Lage der Akten steht fest, dass die Beschwerdeführerin am 21. Dezember 2009
stürzte
und
nun
an beidseitige
n
Schulterbeschwerden
leidet
. Ob sie einen Rechtsanspruch auf die
dafür im Rahmen des Grundfalls von der SUVA er
brachten
Heilbehandlungsl
eistungen hatte,
ist nicht Gegenstand dieses Verfah
rens
. Strittig und zu prüfen ist
vorliegend
einzig, ob
die
im Juni 2013
als Rück
fall gemeldete Symptomatik
(Urk. 9/32)
einen Anspruch auf
(
erneute
)
Un
fallver
sicherungsleistungen begründet.
4.2
4.2.1
Gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin einerseits in der Unfall- und Rückfallmeldung
und andererseits gegenüber den Ärzten der
Klinik A.___
(Urk. 9/4 S. 2)
ist davon auszugehen, dass sie am 21. Dezember 2009 rückwärts über einen Palettrolli stol
perte, stürzte und sich dabei
(ausschliesslich)
am
rechten Oberarm verletzte (Urk. 9/3, Urk. 9/32, Urk. 9/4 S. 2, Urk. 9/15 S. 2).
Dr.
B.___
s Unfallschilderung, gemäss welcher die Beschwerdeführerin mit schwe
ren Paletten in den Händen stürzte und auf beide Arme fiel (Urk. 9/52 S.
3
), steht im Widerspruch zu sämtlichen weiteren diesbezüglich dokumentier
ten Angaben und ist offensichtlich (wie auch das von diesem Arzt genannte Unfalldatum und der Beruf der Beschwerdeführerin) unzutreffend.
Den
Akten ist sodann
zu entnehmen, dass
die Beschwerdeführerin
erst am 6. Januar 2010 - gut zwei Wochen nach dem Sturz - erstmals ihren Hausarzt
Dr.
B.___
konsultierte
(vgl. Urk. 9/16 S. 1). Dieser rechnete die entsprechende Behandlung in der Folge nicht über die Unfall-, sondern
offenbar
über die Krankenversicherung ab. Gegenüber den Ärzten der
Klinik A.___
, bei denen
sie
sich
am 21. Juni 2010 in ambulante Behandlung begab, gab
die Beschwerdeführerin
anfänglich an,
seit zirka Dezember 2009
an
-
schleichend aufgetretenen
, im Verlauf progredienten
-
rechtsseitigen
Schulterbeschwerden zu leiden (vgl. Bericht vom 26. Juli 2012, Urk. 9/13 S. 1). Nachdem sie den Un
fall
demnach
ursprünglich gar nicht erwähnt hatte, hielt sie
anlässlich der Kon
sultation vom
6. Oktober 2010
fest, die Schulterschmerzen
rechts
seien
erstmals nach einem
(ausschliesslich den rechten Arm betreffenden) Arbeitsun
fall
auf
ge
treten (vgl. Bericht vom 26. Oktober 2010, Urk. 9/4 und Urk. 9/15 S. 1 f.).
Tags darauf
, mithin rund neuneinhalb Monate nach dem Unfall, meldete sie diesen schliesslich der SUVA (
vgl. Unfallmeldung vom 7. Oktober 2010,
Urk. 9/3). Aus den medizinischen Berichte
n geht hervor, dass dann im
Sommer 2012 auch
in der linken Schulter Schmer
zen auftraten (Urk. 9/16 S. 1).
4.2.2
Angesichts dieser Gegebenheiten
ist
jedenfalls
als
unwahrscheinlich
zu werten
, dass die mit einer Latenz von über zweieinhalb Jahren aufgetretenen Beschwer
den in der linken Schulter, welche vom Unfall gar nicht betroffen war, in einem ursächlichen Zusammenhang zu diesem stehen
(vgl. hiezu auch Einsprache vom 6. September 2013, Urk. 9/47)
.
Anzumerken ist hiezu, dass die Diagnose einer beidseitigen Schulterdistorsion durch Dr.
B.___
nicht (schon) am 6. Januar 2010 (Urk. 1 S. 2), sondern erst am 10. August 2012 erfolgte (Urk. 9/16
S. 1
).
Was die Symptomatik in der rechten
Schulter anbelangt,
erscheint deren Unfall
kausalität schon auf
grund der Tatsache, dass
die Beschwerdeführerin bereits
vor dem fraglichen Sturz entsprechende Beschwerden verspürte (vgl. Urk. 9/13 S. 1, Urk. 9/46 S. 2),
unmittelbar nach dem Unfall an keinen
Schmerzen
litt, die sie zu einer Arztkonsultation veranlassten, erst im Verlauf der späteren Behandlung überhaupt eine Unfallmeldung machte
und vor der Rückfallmeldung offenbar ein im Wesentlichen beschwerdefreies Intervall erlebte
(vgl. hiezu Urk. 9/33
f.
)
, als fraglich.
Da
die
erhobenen
Befunde
gemäss den zitierten Arztberichten
ohne Weiteres mit
– durchaus altersentsprechenden -
degenera
tiven Veränderungen erklärt werden können und sich im
Rahmen der umfassenden und fundierten Untersuchungen
nicht eindeutig einer traumatischen G
enese zuordnen liessen
,
ist –
gestützt auf die überzeugenden Einschätzungen
sowohl de
s
SUVA-Kreis
arzt
e
s Dr.
Z.___
(Urk. 9/40, Urk. 9/54)
als auch der
Orthopäden der
Klinik A.___
(Urk. 9/46)
- betreffend die rechtsseitigen Schulterbeschwer
den von einem höchstens möglichen (und damit nicht rechtsgenüglichen) Kon
nex zum Unfall auszugehen.
Daran vermag der Umstand, dass Dr.
B.___
die
(
beidseitigen
)
Schulterbeschwerden
– unter Hinweis
insbesondere
auf die zeitli
chen
Verhältnisse
-
für posttraumatischer Natur hielt (Urk. 9/52
S. 4
), nichts zu ändern (unzulässiger „post hoc ergo propter hoc“-Schluss, bei dem eine Schädi
gung bereits deshalb als durch einen Unfall verur
sacht erachtet wird, weil sie nach diesem aufgetreten ist; vgl. hiezu etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.4 mit Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin anerkannte im Rahmen dieses Verfahrens
im Übrigen
selbst, dass die Ursächlichkeit des Unfalls für die
als Rückfall gemeldete
Schul
tersymptomatik aufgrund der vorhandenen medizinischen Berichte nicht belegt sei. Dass weitere einschlägige Abklärungen (Urk. 1 S.
4)
an diesem Ergebnis et
was zu ändern vermöchten, ist angesichts der bereits erfolgte
n fundierten fach
ärztlichen Untersuchungen
, namentlich der wiederhol
ten Arthro-MRI-Untersu
chungen (Urk. 9/16,
Urk. 9/19-24),
nicht anzunehmen, weshalb davon abgese
hen werden kann (antizipierte Beweiswürdigung,
vgl. BGE 122 V 162).
4.3
Nach dem Gesagten hat die SUVA es zu Recht abgelehnt, erneut Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfall vom
21. Dezember 2009
zu erbringen.
Die Be
schwerde ist daher abzuweisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Advokat Philippe Zogg
-
Rechtsanwalt
Dr.
Beat Frischkopf
-
Sana 24 AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubFischer