# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb06f809-2e35-5c76-8ba0-8f495f2e85dd
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Zivilrecht 18.06.2019 400 19 77
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_001_400-19-77_2019-06-18.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht 

vom 18. Juni 2019 (400 19 77) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Zivilprozessrecht 

 

 

Eine Arbeitsverweigerung oder ein unentschuldigtes Nichterscheinen am Arbeitsplatz 

stellen einen wichtigen Grund für eine fristlose Entlassung nach Art. 337 OR dar, wenn 

sie beharrlich sind und ihnen eine Verwarnung unter klarer Androhung der fristlosen Ent-

lassung vorausgegangen ist. Es sei denn, die Absenz erstreckt sich über mehrere Tage 

oder ist erfolgt, obwohl der Arbeitgeber die Anwesenheit unmissverständlich gefordert 

hat. Ein wichtiger Grund nach Art. 337 OR liegt hier nicht vor. 

 

 
 
Besetzung  Präsident Roland Hofmann, 

Richterin Barbara Jermann Richterich (Ref.), 
Richter Dieter Freiburghaus, 
Gerichtsschreiber Giuseppe Di Marco 

  
 

Parteien  A.___,  
vertreten durch Advokat Roman Baumgartner, Simonius Pfrommer & 
Partner, Aeschenvorstadt 67, Postfach, 4010 Basel,  
Kläger und Berufungskläger 

  gegen 

  B.___,  
vertreten durch Advokat Lorenz Altenbach, Amthausstrasse 12, 
4143 Dornach,  
Beklagte und Berufungsbeklagte 

   

Gegenstand  Arbeitsrecht  
Berufung gegen den Entscheid vom 30. Januar 2019 des Präsidenten 
des Zivilkreisgerichts Basel-Landschaft West  

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

A. A.___ war seit dem 15. Februar 2007 als Logistikmitarbeiter bei der B.___ angestellt. Die-
se entliess ihn am 29. Januar 2018 fristlos. Dagegen protestierte er mit Einschreiben vom 
31. Januar 2018 und bot weiterhin seine Arbeitsleistung an. Am 31. März 2018 reichte er ein 
Schlichtungsgesuch beim Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West ein, mit dem er von B.___ die 
Zahlung von brutto CHF 22‘200.64 zuzüglich Zins von 5 % seit dem 30. Januar 2018 (Mehrfor-
derung vorbehalten), die Lohnabrechnungen für die Monate Februar und März 2018, den Lohn-
ausweis 2018 sowie ein Arbeitszeugnis gemäss seinem Zeugnisentwurf forderte. Nach einer 
gescheiterten Schlichtungsverhandlung am 31. Mai 2018 wurde A.____ die Klagebewilligung 
ausgestellt. Gestützt darauf stellte er mit Klage vom 26. September 2018 an das Zivilkreisge-
richt Basel-Landschaft West folgende Rechtsbegehren:  

„1. Es sei die Beklagte zu verurteilen, dem Kläger CHF 9'900.00 brutto nebst Zins zu 5 % seit 

30. Januar 2018 zu bezahlen. Es sei die Beklagte zur Ausrichtung der entsprechenden So-

zialabgaben zu verpflichten. Mehrforderungen explizit vorbehalten. 

 2. Es sei die Beklagte zu verurteilen, dem Kläger CHF 19'039.10 netto nebst Zins zu 5 % seit 

30. Januar 2018 zu bezahlen. Mehrforderungen explizit vorbehalten. 

 3. Es sei dem Kläger die unentgeltliche Prozessführung mit dem Unterzeichnenden als 

Rechtsbeistand zu bewilligen.  

 4. Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Beklagten.“ 

B. Mit Entscheid vom 30. Januar 2019 wies der vorinstanzliche Gerichtspräsident die Klage 
vom 26. September 2018 ab. Er erwog im Wesentlichen, es liege ein eigenmächtiger Ferienbe-
zug des Klägers entgegen einem abschlägigen Entscheid der Arbeitgeberin vor. Der Kläger 
habe für Januar 2018 um vier Ferienwochen ersucht. Die Beklagte habe ihm drei Wochen Fe-
rien bis zum 23. Januar 2018 bewilligt. Die gewünschte vierte Woche sei dem Kläger ausdrück-
lich verweigert worden. Am Abend seines letzten Ferientages, am 23. Januar 2018, sei der Klä-
ger an seinem Arbeitsplatz erschienen und habe dem Leiter der Nachtschicht, C.____, mitge-
teilt, dass er in den Ferien bestohlen worden sei und zur Regelung seiner Angelegenheiten 
noch einen respektive drei weitere Ferientage beziehen möchte. Diese zusätzlichen Ferientage 
seien dem Kläger entgegen seiner eigenen Auffassung nicht bewilligt worden. Aufgrund der 
Zeugenaussage von C.____ könne lediglich davon ausgegangen werden, dass dieser dem 
Kläger seinen Dienst für den nächsten Tag erlassen habe. Für weitere Ferientage sei jedoch 
das Fernbleiben des Klägers ausdrücklich nicht bewilligt worden. Demgemäss sei die Beklagte 
berechtigt gewesen, ohne Verwarnung eine fristlose Kündigung gegen den Kläger auszuspre-
chen. Die Klage sei entsprechend abzuweisen. Hinsichtlich der Liquidation und Verteilung der 
Prozesskosten verzichtete der vorinstanzliche Gerichtspräsident auf die Erhebung von Ge-
richtskosten. Er verpflichtete jedoch den Kläger, der B.____ eine Parteientschädigung von 
CHF 5‘013.20 zu bezahlen. Dem Kläger bewilligte er die unentgeltliche Rechtspflege und ord-
nete die Ausrichtung einer Entschädigung an seinen Rechtsbeistand, Advokat Roman Baum-
gartner, von CHF 3‘865.80 zu Lasten des Staates an, unter Hinweis auf die Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 Abs. 1 ZPO.  

C. Gegen den vorinstanzlichen Entscheid vom 30. Januar 2019 erhob A.____ (nachfolgend 
Berufungskläger) am 25. März 2019 Berufung mit den Anträgen, Ziffer 1 des angefochtenen 
Entscheids aufzuheben und seine Rechtsbegehren Ziffern 1 und 2 seiner Klage vom 26. Sep-

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

tember 2018 gutzuheissen. Für das Rechtsmittelverfahren sei ihm die unentgeltliche Prozess-
führung mit Advokat Roman Baumgartner als Rechtsbeistand zu bewilligen, unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge des erst- sowie zweitinstanzlichen Verfahrens zu Lasten der Berufungs-
beklagten. Am 10. Mai 2019 erstattete die B.____ (nachfolgend Berufungsbeklagte) ihre Beru-
fungsantwort mit dem Antrag auf kostenfällige Abweisung der Berufung.   

D. Der instruierende Präsident der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts Basel-
Landschaft forderte den Berufungskläger mit Verfügung vom 13. Mai 2019 auf, Belege über 
sein aktuelles Einkommen einzureichen. In Nachachtung des Beweisantrags des Berufungsklä-
gers wies er die Vorinstanz an, die Tonaufnahme der Zeugenbefragung von D.____, Lagerleiter 
bei der Berufungsbeklagten, zu edieren. Im Weiteren schloss er den Schriftenwechsel und ord-
nete den Entscheid durch die Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Zivilrecht, auf 
Grundlage der Akten an. Den Entscheid über das Gesuch des Berufungsklägers um unentgelt-
liche Rechtspflege stellte er mit dem Entscheid in der Hauptsache in Aussicht. Die Begrün-
dungen der Vorinstanz und der Parteien werden in den nachfolgenden Erwägungen wiederge-
geben, soweit sie für den Entscheid rechtserheblich sind. 

Erwägungen 

1.1 Gegen einen erstinstanzlichen Endentscheid in einer vermögensrechtlichen Angelegen-
heit ist die Berufung zulässig, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegeh-
ren mindestens CHF 10'000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Mit „zuletzt aufrechterhalten“ sind 
jene Rechtsbegehren gemeint, welche der Kläger durch den Entscheid der Vorinstanz zuge-
sprochen zu erhalten hoffte und daher unmittelbar vor Eröffnung des erstinstanzlichen Ent-
scheides noch strittig waren. Aus den Rechtsbegehren Ziffern 1 und 2 der Klage vom 
26. September 2018 ergeht, dass der Berufungskläger von der Vorinstanz die Leistung von 
CHF 9‘900.00 brutto und von CHF 19‘039.10 netto durch die Berufungsbeklagte forderte. An-
lässlich der Hauptverhandlung vom 30. Januar 2019 erhöhte der Berufungskläger den mit 
Rechtsbegehren Ziffer 1 geltend gemachten Lohnanspruch auf CHF 10‘246.40 brutto. Der 
Streitwert der Klage beträgt daher CHF 29‘285.50. Die Berufungsbeklagte beantragte die voll-
umfängliche Abweisung der Klage. Die Streitwertgrenze von CHF 10‘000.00 ist somit erreicht.  

1.2 Die Berufung ist schriftlich und begründet innert 30 Tagen seit Zustellung des 
begründeten Entscheides bzw. seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung bei 
der Rechtsmittelinstanz einzureichen (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die schriftliche Begründung des 
angefochtenen Entscheids des Zivilkreisgerichtspräsidenten Basel-Landschaft West vom 
30. Januar 2019 wurde dem Rechtsbeistand des Berufungsklägers am 21. Februar 2019 zuge-
stellt. Die 30-tägige Rechtsmittelfrist lief am Samstag, 23. März 2019, ab. Fällt der letzte Tag 
einer Frist auf einen Samstag, Sonntag oder anerkannten Feiertag, so endet sie am nächsten 
Werktag (Art. 142 Abs. 3 ZPO). Die Einreichungsfrist ist durch die Berufung vom 25. März 2019 
eingehalten.  

1.3 Mit Berufung können die unrichtige Rechtsanwendung sowie die unrichtige Feststellung 
des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Der Berufungskläger rügt Rechts-

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

verletzungen und eine unrichtige Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz, auf die in den 
nachfolgenden Erwägungen im Detail eingegangen wird. Er macht somit zulässige Berufungs-
gründe geltend. In Anbetracht der Kostenlosigkeit des Entscheidverfahrens in Streitigkeiten aus 
dem Arbeitsverhältnis bis zu einem Streitwert von CHF 30‘000.00 war kein Kostenvorschuss für 
das Rechtsmittelverfahren zu leisten (Art. 114 lit. c ZPO). Nachdem alle übrigen Prozess-
voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Berufung einzutreten. Erstinstanzliche Entscheide, die 
wie hier im vereinfachten Verfahren ergangen sind, fallen in die sachliche Beurteilungskompe-
tenz der Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts (§ 6 Abs. 1 lit. c EG ZPO). 
Nach Art. 316 Abs. 1 ZPO kann die Rechtsmittelinstanz eine Verhandlung durchführen oder auf 
Grundlage der Akten entscheiden. Der vorliegende Fall erscheint nach Durchführung eines 
Schriftenwechsels spruchreif, so dass gestützt auf die Aktenlage zu entscheiden ist. 

2.1 Der Berufungskläger macht zunächst eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes 
geltend. Zusammenfassend lässt er vortragen, die Beweislast für das Vorliegen eines wichtigen 
Grundes zur gerechtfertigten fristlosen Auflösung des Arbeitsverhältnisses obliege derjenigen 
Partei, welche sich auf den wichtigen Grund berufe. Vorliegend wäre dies die Berufungsbeklag-
te gewesen. Die einzigen Beweismittel, welche sie zum wichtigen Grund des eigenmächtigen 
Ferienbezugs habe vorbringen können, seien Aussagen von Zeugen gewesen, die allesamt 
nach wie vor in einem Anstellungsverhältnis mit der Berufungsbeklagten stünden. An der vor-
instanzlichen Verhandlung seien die Zeugen C.____, D.____, E.____ und F.____ befragt wor-
den und es habe G.____ als Partei ausgesagt. Mit Blick auf die Zeugenbefragungen lasse sich 
eindeutig erkennen, dass in Bezug auf den eigenmächtigen Ferienbezug höchstens auf die 
Aussagen von Zeuge C.____ abgestellt werden könne. Sämtliche weiteren Zeugen und Ange-
stellten der Berufungsbeklagten würden nur indirekt wiedergeben, was ihnen von Zeuge C.____ 
direkt oder gar indirekt erzählt worden sei. An der vorinstanzlichen Verhandlung habe dieser mit 
aller Deutlichkeit bestätigt, dass er dem Zeugen D.____ eine E-Mail-Nachricht geschrieben ha-
be. Die Vorinstanz, welche den Sachverhalt von Amtes wegen zu untersuchen hätte, habe sich 
jedoch zu keinem Zeitpunkt für das entsprechende Dokument interessiert. Dabei sei gerade die 
E-Mail-Nachricht ein Schlüsseldokument gewesen. In diesem Punkt hätte die Vorinstanz weiter 
nachforschen müssen. Indem sie dies nicht getan habe, habe sie die gesetzliche Pflicht gemäss 
Art. 247 Abs. 2 ZPO verletzt. Die Berufungsbeklagte lehnt eine Verletzung der Untersuchungs-
maxime durch die Vorinstanz ab.  

2.2 Der Rüge des Berufungsklägers kann nicht gefolgt werden. Nach Art. 247 Abs. 2 lit. b 
ZPO hat das Gericht im vereinfachten Verfahren den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel-
len. Dabei handelt es sich jedoch um eine beschränkte bzw. abgeschwächte Untersuchungs-
maxime, die von Lehre und Rechtsprechung auch als soziale Untersuchungsmaxime bezeich-
net wird (BGE 141 III 569 E. 2.3.1; 139 III 457 E. 4.4.3.2). Sie bezweckt, die schwächere Partei 
zu schützen, die Gleichheit zwischen den Parteien zu garantieren und das Verfahren zu be-
schleunigen (KGE BL 400 18 139 vom 21. August 2018 E. 4; BGE 141 III 569 E. 2.3.1; 125 III 
231 E. 4a). Im Geltungsbereich der sozialen Untersuchungsmaxime beschränkt sich das Ge-
richt darauf, bei der Feststellung des Sachverhalts und der Beweiserhebung „mitzuwirken“ (BSK 
ZPO-MAZAN, 3. Aufl., 2017, Art. 247 N 4). Nach dem Willen des Gesetzgebers ist darunter ein-
zig eine verstärkte Fragepflicht des Gerichts zu verstehen. Der Grundsatz der eingeschränkten 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Untersuchungsmaxime befreit die Parteien weder vor ihrer Behauptungs- noch Beweislast 
(KGE BL 400 18 139 vom 21. August 2018 E. 4; OGer ZH LA160004 vom 17. August 2016 
E. II.A.5.4.2.2). Es obliegt den Parteien, den massgeblichen Sachverhalt vorzutragen. Damit die 
notwendigen Behauptungen gemacht und die dazugehörigen Beweismittel bezeichnet werden, 
kann das Gericht die Parteien durch sachgemässe Fragen unterstützen. Es darf aber keine ei-
genen Ermittlungen anstellen. Sind die Parteien durch einen Anwalt vertreten, darf und soll sich 
das Gericht mit Fragen zurückhalten (BGE 141 III 569 E. 2.3.1; BGer 4A_46/2016 vom 20. Juni 
2016 E. 7.1.2; BSK ZPO-MAZAN, 3. Aufl., 2017, Art. 247 N 13).  

2.3 Nach einem durchgeführten Schriftenwechsel ordnete der vorinstanzliche Gerichtspräsi-
dent mit Verfügung vom 15. November 2018 auf Antrag der Berufungsbeklagten die Vorladung 
der Herren C.____, D.____ und E.____ sowie von Frau F.____ zur Zeugenbefragung an. Ge-
stützt auf einen weiteren Beweisantrag der Berufungsbeklagten forderte der Gerichtspräsident 
mit derselben Verfügung den Kläger auf, Belege zum behaupteten Diebstahl einzureichen. Ei-
nem Antrag des Berufungsklägers folgend, verfügte der Gerichtspräsident am 12. Dezember 
2018 zusätzlich H.____ zur Zeugenbefragung aufzubieten. Anlässlich der Hauptverhandlung 
vom 30. Januar 2019 befragte er alle vorgenannten Personen als Zeugen. Zudem befragte er 
an der Verhandlung einlässlich den Berufungskläger sowie den Geschäftsführer und Verwal-
tungsratspräsidenten der Berufungsbeklagten, G.____, zur Sache. Damit nahm der vorinstanz-
liche Richter die Beweisanträge der Parteien ab und wirkte darauf hin, dass der relevante 
Sachverhalt festgestellt werden konnte. Die soziale Untersuchungsmaxime nach Art. 247 Abs. 2 
lit. b ZPO geht keinesfalls so weit, dass der vorinstanzliche Richter den Sachverhalt von Amtes 
wegen erforschen und gestützt auf die Aussagen der befragten Personen entsprechende Be-
weise erheben muss. Ebenso zwingt die soziale Untersuchungsmaxime den Richter nicht dazu, 
das Beweisverfahren beliebig auszudehnen und alle seiner Ansicht nach möglichen oder erfor-
derlichen Beweise abzunehmen. Der Vorwurf des Berufungsklägers, dass sich der vor-
instanzliche Richter nicht für die E-Mail-Nachricht des Zeugen C.____ an den Zeugen D.____ 
interessiert haben soll, geht deshalb ins Leere. Es oblag vielmehr dem Berufungskläger, die 
Edition dieser von ihm als Schlüsseldokument bezeichneten E-Mail-Nachricht zu verlangen, 
zumal die Behauptungs- und Beweislast auch unter der Herrschaft der sozialen Untersu-
chungsmaxime bei den Parteien verbleibt. Die Parteien waren im vorinstanzlichen Verfahren 
zudem anwaltlich vertreten, weshalb sich das Gericht mit der Stellung von Fragen zum Sach-
verhalt und zur Beweiserhebung zurückhalten durfte bzw. musste. Der Berufungskläger unter-
liess es, die Edition der E-Mail-Nachricht des Zeugen C.____ an den Zeugen D.____ als Be-
weisantrag zu stellen. Ob die Vorinstanz bei Vorliegen dieser E-Mail-Nachricht, sofern vorhan-
den, zu einem anderen Beweisergebnis gekommen wäre, kann dahingestellt bleiben. Eine Ver-
letzung der sozialen Untersuchungsmaxime durch den vorinstanzlichen Richter liegt jedenfalls 
nicht vor.  

3.1 Es ist die Rechtmässigkeit der fristlosen Entlassung des Klägers vom 29. Januar 2018 zu 
beurteilen. Nach Art. 337 Abs. 1 OR können der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer jederzeit 
das Arbeitsverhältnis aus wichtigen Gründen fristlos auflösen. Als wichtiger Grund gilt nament-
lich jeder Umstand, bei dessen Vorhandensein dem Kündigenden nach Treu und Glauben die 
Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr zugemutet werden darf (Art. 337 Abs. 2 OR). 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Als ausserordentliche Massnahme ist die fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses nur mit 
grosser Zurückhaltung zuzulassen. Eine fristlose Entlassung ist einzig bei besonders schweren 
Verfehlungen des Arbeitnehmers gerechtfertigt. Diese müssen einerseits objektiv geeignet sein, 
die für das Arbeitsverhältnis wesentliche Vertrauensgrundlage zu zerstören oder zumindest so 
tiefgreifend zu erschüttern, dass dem Arbeitgeber die Fortsetzung des Vertrags nicht mehr zu-
zumuten ist. Anderseits wird vorausgesetzt, dass sie tatsächlich zu einer entsprechenden Zer-
störung oder Erschütterung des gegenseitigen Vertrauens geführt haben. Sind die Verfehlun-
gen weniger schwerwiegend, müssen sie trotz Verwarnung wiederholt vorgekommen sein. Ob 
die dem Arbeitnehmer vorgeworfene Pflichtverletzung die erforderliche Schwere erreicht, hängt 
von den konkreten Umständen des Einzelfalles ab (BGE 142 III 579 E. 4.2; BGE 130 III 213 
E. 3.1; BGE 127 III 153 E. 1a; BGer 4C.201/2004 vom 22. Juli 2004 E. 4.1; ZK OR-STAEHELIN, 
4. Aufl., 2014, Art. 337 N 14; STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, Arbeitsvertrag Praxiskommentar 
zu Art. 319 - 362 OR; 7. Aufl., 2012, Art. 337 N 3). Die fristlose Entlassung muss als „ultima 
ratio“ oder „Notventil“, mithin als einziger Ausweg aus einer verfahrenen Situation erscheinen. 
Sie untersteht damit dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit und ist ausgeschlossen, wenn 
dem Kündigenden mildere Massnahmen zur Verfügung stehen, um die eingetretene Störung 
des Arbeitsverhältnisses in zumutbarer Weise zu beheben, beispielsweise durch ordentliche 
Kündigung, Ergreifen von vertraglich vorgesehenen Disziplinarmassnahmen, Versetzung an 
einen anderen Arbeitsplatz oder Abmahnung des Arbeitnehmers. Je kürzer die Kündigungsfrist 
ist, umso gewichtiger muss der angeführte Grund sein, um zur fristlosen Kündigung zu berech-
tigen (BGE 117 II 560 E. 3b; BGer 4C.114/2002 vom 10. Juli 2002 E. 2.2; ZK OR-STAEHELIN, 
4. Aufl., 2014, Art. 337 N 4; STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, Arbeitsvertrag Praxiskommentar zu 
Art. 319 - 362 OR; 7. Aufl., 2012, Art. 337 N 13 f.).  

3.2 Nach der Lehre und Rechtsprechung stellen die Arbeitsverweigerung oder das unent-
schuldigte Nichterscheinen einen wichtigen Grund für eine fristlose Entlassung nach Art. 337 
OR dar, wenn sie beharrlich sind und ihnen eine Verwarnung unter klarer Androhung der fristlo-
sen Entlassung vorausgegangen ist. Anders verhält es sich, wenn die Absenz sich über mehre-
re Tage erstreckt oder erfolgt, obwohl der Arbeitgeber die Anwesenheit unmissverständlich ge-
fordert hat (BGer 4A_215/2011 vom 2. November 2011 E. 3.3; BGE 108 II 301 E. 3b; Entschei-
de des Appellationsgerichts Basel-Stadt ZB.2016.14 vom 16. Januar 2017 E. 4.2 und 
ZB.2017.18 vom 17. November 2017 E. 3.1; BGer C_259/06 vom 14. Dezember 2007 E. 6.1; 
BSK OR I-PORTMANN/RUDOLPH, 6. Aufl., 2015, Art. 337 N 18 ff., 31). Ein längeres Fernbleiben 
ist bei Absenzen von etwa mehr als 1-2 Tagen anzunehmen (ZK OR-STAEHELIN, 4. Aufl., 2014, 
Art. 337 N 15 mit Hinweisen; BGer 4C.222/2003 vom 2. September 2003 E. 2.2; BGer 
4C.250/1996 vom 21. Oktober 1996 E. 2b f.). Nicht abgemahnte Absenzen vermögen für sich 
allein namentlich dann keinen Grund zur fristlosen Entlassung abzugeben, wenn sie auf blosser 
Nachlässigkeit, auf entschuldbaren Motiven oder auf einem Irrtum über die Rechtslage gründen 
(BGer 4C.222/2003 vom 2. September 2003 E. 2; STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, Arbeitsver-
trag Praxiskommentar zu Art. 319 - 362 OR; 7. Aufl., 2012, Art. 337 N 7 mit Hinweisen). 

3.3 Die Beweislast für die Tatsachen, aus welchen die Berechtigung zur ausserordentlichen 
Kündigung abgeleitet wird, obliegt der Partei, welche die Kündigung erklärt hat. Ist dieser Be-
weis nicht erbracht, so ist die ausserordentliche Kündigung ungerechtfertigt (ZK OR-STAEHELIN, 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

4. Aufl., 2014, Art. 337 N 42). Über das Vorhandensein solcher Kündigungsgründe entscheidet 
der Richter nach seinem Ermessen (Art. 337 Abs. 3 OR). Gemäss Art. 4 ZGB hat er dabei seine 
Entscheidung nach Recht und Billigkeit zu treffen, wozu sämtliche für den Entscheid wesentli-
chen Umstände des Einzelfalls zu würdigen sind. Zu berücksichtigen sind dabei insbesondere 
die Stellung und die Verantwortung des Arbeitnehmers im Betrieb, die Art und die Dauer des 
Arbeitsverhältnisses, die Länge der ordentlichen Kündigungsfrist sowie die Natur und die Trag-
weite der dem Arbeitnehmer vorgeworfenen Verfehlungen (BGer 4C.114/2002 vom 10. Juli 
2012 E. 2.3; BGE 116 II 145 E. 6a).  

4.1 Der Berufungskläger verneint das Vorliegen einer gerechtfertigten fristlosen Kündigung. 
Zusammenfassend bringt er vor, dass er stets pünktlich zur Arbeit erschienen sei und seine 
Arbeit in der Vergangenheit korrekt erledigt habe. Gemäss Parteiaussage der Berufungsbeklag-
ten habe die Arbeitsleistung jedoch nachgelassen. Dieser Vorwurf sei erst im Gerichtsverfahren 
eingebracht worden. Die entsprechenden Aussagen hätten im Sachverhalt keinerlei Berücksich-
tigung gefunden, obwohl sie entscheidend seien, wenn es um den Kündigungsgrund gehe. Aus 
den Aussagen werde nämlich ersichtlich, dass der Berufungsklägerin (richtig: Berufungsbeklag-
ten) die Kündigung anscheinend entgegen gekommen sei, es in der Vergangenheit aber keiner-
lei unentschuldigte Absenzen gegeben habe. Der Vorwurf sei unbelegt, wonach seine Arbeits-
leistung nachgelassen habe, respektive lasse sich aus den Zeugenaussagen und Urkunden das 
Gegenteil erkennen. Die Parteiaussagen der Berufungsbeklagten würden den Berufungskläger 
diffamieren. Der Beschwerdeführer habe zwischen Arbeit und Freizeit unterscheiden können. 
Der Alkoholkonsum hätte in der Freizeit stattgefunden. Die letzte Verwarnung des Berufungs-
klägers am 4. März 2014 liege denn auch vier Jahre vor der Kündigung. Nachher habe es keine 
Beanstandungen mehr gegeben. Aus der Verwarnung von 2014 werde ersichtlich, dass die 
vorangehenden Tadelungen in Zusammenhang mit Alkohol gestanden hätten. Eine Absenz des 
Berufungsklägers oder eine Pflichtverweigerung sei nie beanstandet worden.   

4.2 Nach Ansicht des Berufungsklägers habe die Vorinstanz zudem ausser Acht gelassen, 
dass er ursprünglich um vier Wochen Ferien ersucht habe, weil er für vier Wochen nach Kenia 
habe gehen wollen. In der Vergangenheit habe er auch bereits einmal vier Wochen in Kenia 
geweilt. Dadurch, dass ihm diesmal vier Wochen Ferien nicht bewilligt worden seien, habe er 
seine Ferienpläne angepasst und sei entsprechend planmässig früher von Kenia heimgereist. 
Wenn er auf seine vier Wochen Ferien am Stück hätte beharren wollen, wäre er wie ursprüng-
lich geplant vier Wochen in Kenia geblieben. Er sei somit keineswegs auf sein ursprüngliches 
Gesuch zurückgekommen. Die entsprechende Sachverhaltsfeststellung sei falsch. Nach seiner 
Rückkehr aus Kenia sei er persönlich zu seinem Vorgesetzten gegangen und habe gefragt, ob 
er am Mittwoch, Donnerstag und Freitag freihaben könne. Ohne Bewilligung der freien Tage 
wäre er zur Arbeit erschienen. Anstelle davon, einfach vier Wochen nach Kenia zu gehen und 
versuchen, sich krank zu melden, sei er rechtzeitig nach Hause zurückgereist. In Erwägung 9 
halte die Vorinstanz fest: „Diese Ferientage sind dem Kläger entgegen seiner eigenen Auffas-
sung nicht bewilligt worden.“ Diese Aussage stimme so nicht. Zeuge C.____ habe bestätigt, 
dass er ihm für Mittwoch freigegeben habe. Weiter habe C.____ bestätigt, dem Berufungskläger 
gesagt zu haben, dass er eine E-Mail schreibe. Nach der Aussage des Zeugen sei also lediglich 
strittig, ob der Vorgesetzte auch Donnerstag und Freitag bewilligt habe oder nicht. Die Vorin-

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

stanz habe korrekt ausgeführt, dass er der Auffassung gewesen sei, sein Vorgesetzter habe die 
freien Tage bewilligt. Weshalb die Vorinstanz die entsprechende Feststellung später wieder 
verworfen habe, sei unverständlich, habe sie anlässlich der mündlichen Entscheidbegründung 
gar ausgeführt, dass es sich vorliegend um ein Missverständnis gehandelt haben könnte. 

4.3 Der Berufungskläger führt schliesslich aus, ein eigenmächtiger Ferienbezug als Grund für 
eine fristlose Kündigung setze voraus, dass das dem Berufungskläger vorgeworfene Fernblei-
ben beharrlich gewesen sein müsse. Die Beharrlichkeit könne sich in der Dauer der ungerecht-
fertigten Arbeitsverweigerung oder aber in einem bewussten Verstoss gegen klare und konkrete 
Weisungen des Arbeitgebers zeigen, die mit der Androhung einer fristlosen Entlassung verbun-
den seien. Es gehe in casu um die Arbeitseinsätze von Donnerstag und Freitag, 25. und 
26. Januar 2018. Am nächsten Arbeitstag sei der Berufungskläger ganz normal zur Arbeit er-
schienen. Alleine schon aufgrund dieser kurzen Dauer könne nicht von einer Beharrlichkeit ge-
sprochen werden. Darüber hinaus sei es der erste Vorfall dieser Art gewesen. Es habe keine 
unentschuldigten Absenzen in der Vergangenheit gegeben. Er sei auch stets pünktlich zur Ar-
beit erschienen. Sein Vorgesetzter habe ihm bestätigt, dass er „es“ weitergebe. Für den Beru-
fungskläger sei klar gewesen, dass er erst am Montag wieder zur Arbeit zu erscheinen habe. Im 
Nachhinein scheine es, er und Zeuge C.____ hätten sich falsch verstanden. Bezüglich des Ge-
sprächs zwischen den beiden gebe es leider keine weiteren Zeugen. Die einzig nützliche Ur-
kunde (E-Mail) sei von der beweispflichtigen Berufungsbeklagten nicht ins Recht gelegt worden. 
Es sei aber offensichtlich, dass es keine klare und konkrete Weisung der Berufungsklägerin 
(richtig: Berufungsbeklagten) gegeben habe. Geschweige denn sei es zu einer Androhung einer 
fristlosen Entlassung gekommen. Die fristlose Kündigung sei somit offensichtlich ungerechtfer-
tigt. Vorliegend sei nicht ersichtlich, weshalb eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht 
zumutbar gewesen sein soll. Offensichtlich wäre beispielsweise eine normale Kündigung oder 
eine disziplinarische Massnahme ohne Weiteres zumutbar gewesen. Die fristlose Kündigung 
sei somit ungerechtfertigt. 

4.4 Die Berufungsbeklagte bestreitet nicht, dass der Berufungskläger während seiner Anstel-
lungsdauer stets pünktlich zur Arbeit erschienen sei und seine Arbeit grundsätzlich korrekt erle-
digt habe. Dies sei aber ebenso wenig Gegenstand dieses Verfahrens wie die Parteiaussage 
der Berufungsbeklagten, die Arbeitsleistung habe aufgrund des Alkoholproblems des Beru-
fungsklägers in letzter Zeit nachgelassen. Der Kündigungsgrund sei der entgegen den Weisun-
gen der Berufungsbeklagten getätigte mehrtägige zusätzliche Ferienbezug gewesen, ohne vor-
ab darum nachzusuchen, trotz der Ablehnung dieser zusätzlichen Ferienwoche vor dem ur-
sprünglichen Ferienbezug und insbesondere ohne dass ein tatsächlicher Grund für diesen Feri-
enbezug vorgelegen hätte. Es gehe in keiner Weise darum, den Berufungskläger in irgendeiner 
Weise zu diffamieren. Hingegen sei erstellt und vom Berufungskläger anlässlich der Schlich-
tungsverhandlung gar explizit eingestanden, dass dieser seit längerem über ein erhebliches 
Alkoholproblem verfüge. Indiz dafür sei mit Sicherheit dessen durch die Zeugenaussagen be-
stätigte „Auftritt“ am 23. Januar 2018 abends. Fakt und damit entscheidend sei, dass sein ur-
sprüngliches Feriengesuch von vier Wochen abgelehnt und ihm letztlich aus betrieblichen und 
personellen Gründen nur drei Wochen bewilligt worden seien. Ob er nun diese drei Wochen in 
Kenia oder sonstwo habe verbringen wollen, sei völlig irrelevant. Ebenfalls sei nicht richtig, dass 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

der Berufungskläger seinen Vorgesetzten kontaktiert habe, um zusätzlich drei Tage zu beantra-
gen. Stattdessen habe er sich lediglich (alkoholisiert) beim Nachtschichtleiter gemeldet, von 
dem er gewusst habe oder habe wissen müssen, dass dieser ihm keine zusätzlichen Freitage 
habe bewilligen können. Ebenso gut hätte er, da für die aus seiner Sicht notwendigen freien 
Tage absolut keine Dringlichkeit bestanden habe, sich an seinem ersten Arbeitstag bei dem 
Leiter Lager, dem Leiter Logistik oder bei der Personalverantwortlichen melden können und 
müssen, um dann deren Entscheidung abzuwarten.  

4.5 Die Berufungsbeklagte führt weiter aus, der Berufungskläger verschweige, dass er sein 
Gesuch um zusätzliche Freitage mit in allen Punkten erlogenen Gründen gestellt habe, was für 
die rechtliche Beurteilung letztlich entscheidend sei. Die bisherige Beweisaufnahme habe erge-
ben, dass dem Berufungskläger - entgegen seiner ursprünglichen Behauptung - der Pass nicht 
gestohlen worden sei und er zum Zeitpunkt seines Vorsprechens am 23. Januar 2018 bereits 
ein neues Handy gekauft gehabt habe. Er habe also weder für den Ersatz des ihm gestohlenen 
Handys oder die Wiederbeschaffung eines nicht gestohlenen Passes gar keinen Freitag (richtig: 
einen Freitag) benötigt. Die dem Leiter der Nachtschicht vorgetragenen Gründe seien offen-
sichtlich vorgeschoben gewesen. Hinzu komme, dass der Berufungskläger permanent in der 
um 17.30 Uhr beginnenden Nachtschicht eingeteilt gewesen sei, ihm somit - falls tatsächlich 
notwendig - der gesamte Tag für die Regulierung des ihm angeblich erwachsenen Schadens 
geblieben sei. Auch unter diesem Blickwinkel seien keine weiteren Freitage notwendig gewe-
sen. Es sei offensichtlich, dass der Berufungskläger gewusst habe, hätte er das Gesuch um 
zusätzliche Freitage bei der richtigen Stelle, also seinem direkten Vorgesetzten oder der Perso-
nalverantwortlichen gestellt, wäre es ihm mit den vorgenannten Überlegungen gar nicht erst 
bewilligt worden. Die Behauptungen, es seien ihm zusätzliche Ferientage bewilligt worden, 
würden sich somit als reine Schutzbehauptungen erweisen, die fern jeder Lebensrealität liegen 
würden. Auch habe der Berufungskläger bis heute nicht dargelegt, was er nun in diesen drei 
Freitagen so Wichtiges zu erledigen gehabt habe und was ihn davon abgehalten habe, sich am 
Folgetag des 23. Januar 2018 ordnungsgemäss bei seinem Vorgesetzten zum Arbeitsantritt zu 
melden. 

4.6 Nach Ansicht der Berufungsbeklagten sei die Vorinstanz gestützt auf das gesamte Be-
weisergebnis zum korrekten Entscheid gekommen, dass dem Berufungskläger keine zusätzli-
chen Ferientage bewilligt worden seien. Entgegen den Ausführungen des Berufungsklägers sei 
auch den Zeugenaussagen von C.____ nicht zu entnehmen, dass ihm dieser für Mittwoch, den 
24. Januar 2018, frei gegeben habe. Vielmehr habe er lediglich ausgesagt: „Ich mache D.____ 
(dem Leiter Lager) und E.____ (dem Leiter Logistik) ein Email, dass du nicht kommst.“ Dieser 
Satz beinhalte lediglich die Mitteilung an die zuständigen Vorgesetzten, dass sich der Beru-
fungskläger abgemeldet habe, aber sicherlich keine Bewilligung auch nur eines zusätzlichen 
Freitages. Damit sei nicht lediglich noch strittig, ob am Donnerstag und Freitag ein freier Tag 
bewilligt worden sei. Wie oben dargelegt, handle es sich bei dieser Auffassung des Berufungs-
klägers um eine absolute Schutzbehauptung, da er seine Freitage und Ferientage immer von 
den zuständigen Vorgesetzten oder der Personalverantwortlichen habe bewilligen lassen müs-
sen. Ebenfalls werde bestritten, dass die Vorinstanz anlässlich der mündlichen Entscheidbe-

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gründung ausgeführt haben soll, dass es sich vorliegend um ein Missverständnis gehandelt 
haben könnte.  

4.7 Die Berufungsbeklagte wirft dem Berufungskläger vor, sein Zitat aus Erwägung 5 des 
erstinstanzlichen Urteils sei unvollständig. Er verschweige die grundsätzlich richtige Wiederga-
be der gesetzlichen Voraussetzungen einer fristlosen Entlassung dahingehend, dass die er-
wähnten Voraussetzungen der Beharrlichkeit und vorgängigen Verwarnung nicht gelten wür-
den, „wenn eine klare Aufforderung durch den Arbeitgeber vorausgegangen ist, am Arbeitsplatz 
anwesend zu sein.“ Wie bereits dargelegt, könne aus den Aussagen des Zeugen C.____ nicht 
abgeleitet werden, dass dieser dem Berufungskläger einen zusätzlichen Ferientag bewilligt ha-
be. Zum einen, weil er eine solche Bewilligung gar nicht erst habe aussprechen können, zum 
anderen, weil der Berufungskläger um diese fehlende Kompetenz des Nachtschichtleiters ge-
wusst habe. Ob vorliegend von Beharrlichkeit im Sinne der Rechtsprechung gesprochen wer-
den könne aufgrund der zusätzlichen drei - oder nach Argumentation des Berufungsklägers 
zwei - zusätzlichen freien Tagen, sei für die Beurteilung irrelevant. Entscheidend sei, dass be-
reits beim ursprünglichen Ferienantrag dem Berufungskläger unzweideutig beschieden worden 
sei, dass eine zusätzliche vierte Ferienwoche aus betrieblichen und personellen Gründen nicht 
möglich sei und er zwingend am 24. Januar 2018 wieder zur Arbeit anzutreten habe. Diese 
Vorgeschichte und die unbestrittene Mitteilung des Nachtschichtleiters C.____, der Berufungs-
kläger habe sich unbedingt bei seinem direkten Vorgesetzten zu melden, um sich die zusätzli-
chen freien Tage bewilligen zu lassen, könne nicht anders als eine konkrete Weisung des Ar-
beitgebers interpretiert werden, der Berufungskläger habe in jedem Fall am 24. Januar 2018 zur 
Arbeit zu erscheinen. Der Berufungskläger habe offensichtlich gegen eine konkrete Weisung 
des Arbeitgebers verstossen. Damit sei unbeachtlich, ob nun ein Bezug von zwei, drei oder 
mehr freien Tagen zur Debatte gestanden habe. Die fristlose Entlassung als „ultima ratio“ könne 
nur anhand des konkreten Einzelfalls beurteilt werden. Vorliegend habe sich der Berufungsklä-
ger zusätzliche ihm ursprünglich nicht bewilligte Ferientage genommen, dies unter Vorspiege-
lung falscher Tatsachen und unter Vortäuschung erfundener Gründe. Diese dreiste Vorge-
hensweise müsse es dem Arbeitgeber ermöglichen, einen sich offensichtlich um sämtliche Wei-
sungen des Arbeitgebers foutierenden Angestellten auch ohne Verwarnung fristlos zu entlas-
sen. Nicht zuletzt deshalb, weil jede andere Vorgehensweise auch innerbetrieblich fatale Signa-
le ausstrahlen könnte. Damit sei eine normale Kündigung oder eine disziplinarische Massnah-
me nicht mehr zumutbar gewesen. Die fristlose Kündigung sei deshalb im Sinne der Erwägun-
gen der Vorinstanz als gerechtfertigt einzustufen.  

5.1 Bei der Prüfung, ob die fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch die Berufungs-
beklagte am 29. Januar 2018 gerechtfertigt war, ist eine Gesamtbeurteilung aller im Zusam-
menhang mit der Kündigung verbundenen Umstände des Einzelfalls vorzunehmen. Ausgangs-
lage bildet dabei die Begründung der Kündigung durch die Berufungsbeklagte, zumal sie die 
Beweislast für das Vorliegen eines wichtigen Grundes nach Art. 337 OR trägt. Im Kündigungs-
schreiben vom 29. Januar 2018 wird vorgebracht, nach Ablauf des Urlaubs am 23. Januar 2018 
habe der Berufungskläger seinen Vorgesetzten persönlich in Kenntnis gesetzt, dass ihm wäh-
rend des Urlaubes Gegenstände gestohlen worden seien. Der Berufungskläger habe um einen 
weiteren Urlaubstag am 24. Januar 2018 gebeten, um die nötigsten Formalien zu erledigen. 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Sein Vorgesetzter habe ihm deutlich mitgeteilt, dass er sich nochmals bei D.____, Lagerleiter, 
oder E.____, Logistikleiter, habe melden sollen, um die Angelegenheit zu besprechen. Seit dem 
24. Januar 2018 habe er sich nicht mehr gemeldet und sei nicht zur Arbeit erschienen. Unter 
diesen Umständen sei eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr zumutbar gewesen. Seit seiner 
Anstellung sei er einige Male wegen Missachtung der Vorschriften verwarnt worden und es sei-
en ihm immer wieder neue Chancen zur Verbesserung geboten worden. Die Berufungsbeklagte 
führt im Kündigungsschreiben und im vorinstanzlichen Verfahren nicht weiter aus, welche Vor-
schriften er dabei missachtet haben soll und wann sich diese Verfehlungen ereignet haben sol-
len. Unbestritten ist, dass der Berufungskläger bis zum Vorfall, der zur fristlosen Auflösung des 
Arbeitsverhältnisses geführt hat, stets pünktlich zur Arbeit erschienen ist und seine Arbeit 
grundsätzlich korrekt erledigt hat. Aus den Akten und insbesondere aus den Partei- und Zeu-
genbefragungen durch den vorinstanzlichen Richter ergibt sich, dass der Berufungskläger seit 
geraumer Zeit mit Alkoholproblemen zu kämpfen hat. Aufgrund dieses Alkoholproblems wurde 
der Berufungskläger am 23. September 2009 und am 4. März 2014 schriftlich verwarnt. Wäh-
rend dem Berufungskläger in der Verwarnung vom 23. September 2009 zusätzlich eine falsche 
Zeiteintragung auf den Monatsrapporten vorgeworfen wurde, soll es gemäss der schriftlichen 
Verwarnung vom 4. März 2014 zu zwei weiteren mündlichen Verwarnungen im Zusammenhang 
mit dem Alkoholproblem gekommen sein. Als Kündigungsgrund bringt die Berufungsbeklagte 
der entgegen den Weisungen des Arbeitgebers getätigte mehrtägige zusätzliche Ferienbezug 
vom 24. bis 26. Januar 2018 vor. Damit wird dem Berufungskläger ein unentschuldigtes Nicht-
erscheinen am Arbeitsplatz vorgeworfen. Vor diesem Vorfall, der zur Kündigung geführt hat, 
gab es keine Verwarnung zufolge eines unentschuldigten Nichterscheinens am Arbeitsplatz 
oder einer Arbeitsverweigerung. Demnach ist davon auszugehen, dass der Berufungskläger 
vom 24. bis 26. Januar 2018 erstmals seit seiner Anstellung im Februar 2007 nicht wie von der 
Berufungsbeklagten erwartet zur Arbeit erschienen ist.  

5.2 Einigkeit besteht darüber, dass der Berufungskläger bei der Berufungsbeklagten ur-
sprünglich um vier Ferienwochen für den Januar 2018 ersucht hatte. Die Berufungsbeklagte 
bewilligte drei Ferienwochen bis und mit dem 23. Januar 2018. Erstellt ist im Weiteren, dass der 
Berufungskläger am Abend des 23. Januar 2018 bei seinem direkten Vorgesetzten, dem 
Nachtschichtleiter C.____, um zusätzliche Ferientage ersucht hatte. Als Grund für den Bezug 
von weiteren Ferientagen hatte der Berufungskläger gegenüber dem Nachtschichtleiter eine 
Notsituation geschildert, die sich im Nachhinein - zumindest teilweise - als falsch herausstellte. 
Der Berufungskläger gab damals an, er sei im Urlaub bestohlen worden und sein Pass, Geld 
sowie Mobiltelefon seien abhandengekommen. Mit Eingabe vom 10. Dezember 2018 präzisier-
te der Berufungskläger im vorinstanzlichen Verfahren, dass ihm zwei Mobiltelefone sowie Bar-
geld gestohlen worden seien. In der Verhandlung vom 30. Januar 2018 verneinte der Beru-
fungskläger auf Anfrage des Gerichtspräsidenten, dass ihm der Pass gestohlen worden sei. 
Somit hatte der Berufungskläger am 23. Januar 2018 dem Nachtschichtleiter falsche Angaben 
gemacht. Darauf ist später zurückzukommen. Jedenfalls bestätigte C.____ im Rahmen der 
Zeugenbefragung vom 30. Januar 2019, dem Berufungskläger am 23. Januar 2018 für den 
24. Januar 2018 frei gegeben zu haben. Bei seiner Befragung gab C.____ zu Protokoll: „Ich 
habe ihm den Dienst für den nächsten Tag erlassen, das ist richtig.“ Somit ist festzuhalten, dass 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

dem Berufungskläger für den Mittwoch, 24. Januar 2018, ein arbeitsfreier Tag bewilligt worden 
war.  

5.3 Unklar bleibt hingegen, ob der Nachtschichtleiter dem Berufungskläger auch den Dienst 
für den 25. und 26. Januar 2018 erlassen hatte, wie der Berufungskläger verstanden haben will. 
Die bezüglich des Vorliegens eines wichtigen Grundes beweisbelastete Berufungsbeklagte 
bringt diesbezüglich vor, C.____ sei gar nicht befugt gewesen, Ferien- oder Freitage zu bewilli-
gen, was der Berufungskläger gewusst habe bzw. hätte wissen müssen. Der Berufungskläger 
bestreitet dies und gibt an, bei seinem zusätzlichen Feriengesuch wie üblich vorgegangen zu 
sein. Die Vorinstanz erwog in ihrem Entscheid vom 30. Januar 2019, gemäss den Zeugenaus-
sagen hätten Arbeitnehmer der Berufungsbeklagten ihre Feriengesuche zwar an den direkten 
Vorgesetzten zu richten. Die Gesuche würden durch diese geprüft, dann jedoch an die höheren 
Vorgesetzten weitergeleitet. Erst mit Eintragung durch die Personalabteilung würden Ferienge-
suche genehmigt. Von diesem Vorgang hätten alle Mitarbeiter Kenntnis. Auch dem Berufungs-
kläger hätte dies aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit bei der Beklagten bekannt gewesen 
sein müssen. Nach Ansicht der Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft ist zwar 
richtig, dass hinsichtlich des Ablaufs bei Feriengesuchen im Betrieb der Berufungsbeklagten auf 
die Aussagen der Parteien und Zeugen abzustellen ist, da weder ein Reglement zum Bezug 
von Ferien und Freitagen vorliegt noch im Einzelarbeitsvertrag zwischen den Parteien eine ent-
sprechende Regelung enthalten ist. Die Vorinstanz schildert im angefochtenen Entscheid den 
generellen Vorgang zum Bezug von Ferien oder Freitagen im Betrieb der Berufungsbeklagten. 
Fraglich ist, ob diese Gesuche vom direkten Vorgesetzten bewilligt und von den höheren Vor-
gesetzten bzw. von der Personalabteilung zur Kenntnis genommen werden, oder ob der defini-
tive Entscheid über die Gesuche bei den höheren Vorgesetzten bzw. der Personalabteilung 
liegt. Den Aussagen der Parteien und der Zeugen kann keine eindeutige Antwort zu dieser Fra-
ge entnommen werden. Sie kann vorliegend offen gelassen werden, denn im konkreten Fall 
gab der Zeuge C.____, Nachtschichtleiter und damit direkter Vorgesetzter des Berufungsklä-
gers, bei seiner Befragung klar zu Protokoll, dass er dem Berufungskläger den Dienst für den 
24. Januar 2018 erlassen hatte. Zudem gab er an, die höheren Vorgesetzten diesbezüglich per  
E-Mail zu informieren. Anlässlich der vorinstanzlichen Zeugenbefragung bestätigte F.____, Per-
sonalleiterin bei der Berufungsbeklagten, dass C.____ der direkte Vorgesetzte des Berufungs-
klägers war. Dasselbe ergibt sich auch ausdrücklich aus der hier im Streit liegenden Kündigung 
vom 29. Januar 2018. Der Nachtschichtleiter erachtete sich als befugt, einem ihm unterstellten 
Lageristen Urlaubs- bzw. Freitage zu bewilligen, was die Aussage des Zeugen E.____ relati-
viert, dass Urlaubsgesuche in der Regel mit dem entsprechenden Formular gestellt würden. 
Demzufolge kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Nachtschichtleiter dem Berufungs-
kläger im konkreten Fall nicht nur für Mittwoch, 24. Januar 2018, sondern auch für den 25. und 
26. Januar 2018 Ferien- oder Freitage bewilligt haben könnte. Dass der Nachtschichtleiter mit 
der Bewilligung von Ferien- oder Freitagen allenfalls seine Kompetenzen überschritten hat, 
kann nicht zu Ungunsten des Berufungsklägers ausgelegt werden.  

5.4 Bei der Prüfung, ob dem Berufungskläger zusätzlich der 25. und 26. Januar 2018 als freie 
Tage bewilligt worden sind, ist entscheidend, auf welche Frage des Berufungsklägers hin der 
Nachtschichtleiter mit „OK. Ich mache D.____ und E.____ ein Email, dass Du nicht kommst.“ 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

geantwortet hat. Während der Berufungskläger vorbringt, ein Gesuch um drei zusätzliche Feri-
entage gestellt zu haben, gibt der Nachtschichtleiter demgegenüber an, dass dieser zunächst 
nur einen zusätzlichen Tag frei haben wollte. Nachdem er dem Berufungskläger für Mittwoch, 
24. Januar 2018, frei gegeben und gesagt hatte, er werde D.____ und E.____ hierüber per  
E-Mail informieren, habe der Berufungskläger geantwortet, er komme vielleicht die ganze Wo-
che nicht. Daraufhin habe der Nachtschichtleiter mitgeteilt, er könne es für die ganze Woche 
nicht sagen und der Berufungskläger müsse anrufen und fragen, ob er frei machen könne. Der 
Berufungskläger, welcher gemäss Aussage von C.____ am Abend des 23. Januar 2018 nicht 
nüchtern gewesen sein soll, streitet ab, vom Nachtschichtleiter aufgefordert worden zu sein, die 
höheren Vorgesetzten am 24. Januar 2018 telefonisch kontaktieren zu müssen. Die Aussagen 
der weiteren Zeugen und des Geschäftsführers G.____ eignen sich nur bedingt, um dieses all-
fällige Missverständnis zwischen dem Berufungskläger und dem Nachtschichtleiter klären zu 
können, da sie teilweise widersprüchliche Angaben zur Sache beinhalten und am 23. Januar 
2018 nicht direkt mit dem Vorfall involviert waren. Sie können lediglich wiedergeben, was ihnen 
von Zeuge C.____ oder von einer anderen Person indirekt erzählt worden ist. Insbesondere ist 
die Zeugenaussage von D.____, Lagerleiter bei der Berufungsbeklagten, mit Vorsicht zu würdi-
gen, da er einerseits von einem dem Berufungskläger bewilligten Urlaub von 2,5 Wochen bis 
zum 16. Januar 2018 und damit offensichtlich von einer falschen Zeitangabe spricht. Anderer-
seits führte er aus, von C.____ keine E-Mail erhalten zu haben, sondern von diesem am Mon-
tagabend, 23. Januar 2018, telefonisch über das zusätzliche Feriengesuch informiert worden zu 
sein. Es bleibt somit unklar, ob der Nachtschichtleiter dem Berufungskläger auch den 25. und 
26. Januar 2018 als zusätzliche Ferientage bewilligt hat oder ob allenfalls ein Missverständnis 
zwischen ihnen vorlag. Dieser Unklarheit muss jedoch nicht weiter nachgegangen werden, weil 
sie für die Beurteilung der fristlosen Entlassung aus nachfolgenden Gründen nicht entscheid-
relevant ist. 

5.5 Der von der Berufungsbeklagten geltend gemachte Kündigungsgrund des eigenmächti-
gen Ferienbezugs durch den Berufungskläger ist nach der Lehre und Rechtsprechung dann als 
wichtiger Grund für eine fristlose Entlassung anzusehen, wenn sich die Absenz über eine länge-
re Dauer erstreckt hat oder ihr eine klare Aufforderung durch den Arbeitgeber vorausgegangen 
ist, am Arbeitsplatz anwesend zu sein. Im hier zu beurteilenden Fall ist die Absenz des Beru-
fungsklägers von zwei Tagen weder von längerer Dauer noch ist ihr eine ausdrückliche und 
klare Aufforderung durch die Berufungsbeklagte vorausgegangen, am Arbeitsplatz anwesend 
zu sein. Der Berufungskläger bestreitet, am 23. Januar 2018 von seinem Nachtschichtleiter an-
gewiesen worden zu sein, sein zusätzliches Feriengesuch telefonisch den höheren Vorgesetz-
ten zu melden. Wie bereits in der vorstehenden Erwägung erläutert, gelingt es der beweisbelas-
teten Berufungsbeklagten nicht, das Gegenteil nachzuweisen. Entgegen der Berufungsbeklag-
ten ist der Berufungskläger mit seinem Ersuchen um Verlängerung der Ferien nicht auf sein 
ursprüngliches Gesuch von vier Ferienwochen zurückgekommen. Er hat somit die ihm ur-
sprünglich verweigerte Ferienwoche auch nicht eigenmächtig bezogen. Denn der Berufungs-
kläger ist rechtzeitig von seinem Urlaub in Kenia zurückgereist, so dass er an und für sich am 
24. Januar 2018 wieder hätte zur Arbeit erscheinen können. Aufgrund des vom Berufungskläger 
vorgebrachten und vom Zeugen H.____ bestätigten Diebstahls in Kenia ersuchte der Beru-
fungskläger nach seiner Rückkehr in die Schweiz und vor Wiederaufnahme der Arbeit rechtzei-

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

tig um zusätzliche Ferientage. Bei der Anfrage des Berufungsklägers um Bezug von weiteren 
Ferientagen vom 23. Januar 2018 handelt es sich demnach um ein neues Feriengesuch. Über 
dieses Gesuch hatte die Berufungsbeklagte frühestens am 23. Januar 2018 neu zu entscheiden 
und dabei die neue Ausgangslage wie die Dringlichkeit des Feriengesuchs, das konkrete Ar-
beitsvolumen am 25. und 26. Januar 2018 sowie die Anzahl der an diesen Tagen zur Verfügung 
stehenden Mitarbeitern zu berücksichtigen. Mit der Bewilligung des neuen Feriengesuchs zu-
mindest für den 24. Januar 2018 war die ursprüngliche Weisung der Berufungsbeklagten, ab 
dem 24. Januar 2018 wieder zur Arbeit zu erscheinen, für den Berufungskläger nicht mehr bin-
dend und er durfte sich darauf verlassen, dass der Nachtschichtleiter das zusätzliche Ferienge-
such per E-Mail an die höheren Vorgesetzten melden würde. Daran ändert nichts, dass der Be-
rufungskläger - wie sich nach der Kündigung herausgestellt hat - den zusätzlichen Ferienbezug 
mit unwahren Angaben begründete, zumal bezüglich des Vorliegens eines wichtigen Grundes 
respektive des Zustands des Vertrauensverhältnisses zum Arbeitnehmer der Wissensstand des 
Arbeitgebers im Zeitpunkt der Kündigung massgebend ist. 

5.6 Ein wichtiger Grund für eine fristlose Kündigung kann auch darin liegen, dass das unent-
schuldigte Fernbleiben des Arbeitnehmers beharrlich gewesen ist und der Arbeitgeber zuvor 
eine Verwarnung unter klarer Androhung der fristlosen Entlassung ausgesprochen hat. Vorlie-
gend kann das Nichterscheinen des Berufungsklägers am Arbeitsplatz vom 25. und 26. Januar 
2018 weder aufgrund der Dauer von zwei Tagen noch zufolge eines allenfalls bewussten 
Verstosses gegen eine Weisung des Arbeitgebers als beharrlich im Sinne der Rechtsprechung 
bezeichnet werden. Zudem ist der Absenz des Berufungsklägers keine Verwarnung unter An-
drohung der fristlosen Entlassung durch die Berufungsbeklagte vorausgegangen. Sofern also 
dem Berufungskläger für den 25. und 26. Januar 2018 keine Ferien- oder Freitage bewilligt 
worden sind, ist im Ergebnis festzuhalten, dass die Absenz des Berufungsklägers an diesen 
beiden Tagen in Anlehnung an die bisherige bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht als be-
harrliche Arbeitsverweigerung bzw. als beharrliches Nichterscheinen qualifiziert werden kann. 
Ein unentschuldigtes längeres Fernbleiben und die Verletzung einer klaren Aufforderung des 
Arbeitgebers, am Arbeitsplatz anwesend zu sein, liegen ebenfalls nicht vor. Folglich ist das 
Nichterscheinen des Berufungsklägers am 25. und 26. Januar 2018 für sich allein kein wichtiger 
Grund, der die Vertrauensgrundlage zwischen den Parteien derart erschüttern konnte, dass 
eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses für die Berufungsbeklagte nicht mehr zumutbar war. 

5.7 Im Rahmen der Gesamtwürdigung aller Umstände, die mit der fristlosen Kündigung ver-
bunden sind, ist im Übrigen zu berücksichtigen, dass der Berufungskläger im Zeitpunkt der 
Kündigung 58 Jahre alt war und seit Februar 2007 im Dienst der Berufungsbeklagten stand. Als 
Lagerist hatte der Berufungskläger eine eher untergeordnete Verantwortung im Betrieb inne. 
Die Kündigungsfrist betrug zwei Monate und ist angesichts der Dauer des Arbeitsverhältnisses 
als kurz zu bezeichnen. Der Berufungskläger hatte zwar Alkoholprobleme, welche zuletzt im 
März 2014 zu einer schriftlichen Verwarnung führten. Ein danach erfolgter Arbeitseinsatz unter 
Einfluss von Alkohol ist nicht bekannt. Die Berufungsbeklagte bestätigte, dass der Berufungs-
kläger stets pünktlich zur Arbeit erschien und seine Arbeit grundsätzlich korrekt erledigte. Die 
dreitägige Absenz des Berufungsklägers vom 24. bis 26. Januar 2018 war der erste Vorfall die-
ser Art und hatte keine ernsthaften negativen Auswirkungen auf das Geschäft der Berufungs-

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

beklagten zur Folge. Jedenfalls hat die Berufungsbeklagte im Verfahren keine solchen negati-
ven Auswirkungen geltend gemacht. Insbesondere hat sie weder behauptet, dass eine Ersatz-
kraft für den ferngebliebenen Berufungskläger habe gesucht werden müssen noch dass durch 
das Fernbleiben des Berufungsklägers eine Umsatzeinbusse entstanden sei. Gestützt darauf 
und in Nachachtung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit hätte sich die Berufungsbeklag-
te für eine mildere Massnahme wie beispielsweise eine Verwarnung, eine andere disziplinari-
sche Massnahme oder allenfalls eine ordentliche Kündigung entscheiden müssen. Die fristlose 
Kündigung vom 29. Januar 2018 erfolgte ohne Vorliegen eines wichtigen Grundes nach 
Art. 337 OR, weshalb der angefochtene Entscheid der Vorinstanz vom 30. Januar 2019 aufzu-
heben ist.  

6. Entlässt der Arbeitgeber den Arbeitnehmer fristlos ohne wichtigen Grund, so hat dieser 
nach Art. 337c Abs. 1 OR Anspruch auf Ersatz dessen, was er verdient hätte, wenn das Ar-
beitsverhältnis unter Einhaltung der Kündigungsfrist oder durch Ablauf der bestimmten Ver-
tragszeit beendigt worden wäre. Dabei muss sich der Arbeitnehmer anrechnen lassen, was er 
infolge der Beendigung des Arbeitsverhältnisses erspart hat und was er durch anderweitige 
Arbeit verdient oder zu verdienen absichtlich unterlassen hat (Art. 337c Abs. 2 OR). Darüber 
hinaus bestimmt Art. 337c Abs. 3 OR, dass der Richter den Arbeitgeber verpflichten kann, dem 
Arbeitnehmer eine Entschädigung von bis zu sechs Monatslöhne zu bezahlen, die er nach frei-
em Ermessen unter Würdigung aller Umstände festlegt. Im angefochtenen Entscheid hat die 
Vorinstanz das Vorliegen eines wichtigen Grundes nach Art. 337 OR bejaht, weshalb sie sich 
konsequenterweise nicht mit den Folgen einer ungerechtfertigten fristloser Entlassung des Be-
rufungsklägers auseinandergesetzt hat. Die Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-
Landschaft, Abteilung Zivilrecht, gelangt indessen zu einem anderen Ergebnis und verneint ei-
nen wichtigen Grund für eine gerechtfertigte fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses zwi-
schen den Parteien. In Gutheissung der Berufung ist der angefochtene Entscheid vom 30. Ja-
nuar 2019 aufzuheben und der Fall an die Vorinstanz zur Beurteilung der vom Berufungskläger 
geltend gemachten finanziellen Ansprüche zurückzuweisen.  

7.1  Abschliessend ist über die Verlegung der im Berufungsverfahren entstandenen Kosten zu 
befinden. In diesem Zusammenhang ist zum einen das Gesuch des Berufungsklägers um un-
entgeltliche Rechtspflege nach Art. 117 ff. ZPO zu behandeln. Gemäss Bestätigung vom 20. 
Mai 2019 wird der Berufungskläger seit September 2018 von der Sozialhilfebehörde der Ge-
meinde Reinach unterstützt. Der Berufungskläger ist offensichtlich bedürftig im Sinne der kon-
stanten kantonalen Rechtsprechung zu Art. 117 Abs. 1 ZPO. Im Weiteren sind seine gestellten 
Rechtsbegehren nicht aussichtslos und er ist zur gerichtlichen Geltendmachung seiner Ansprü-
che auf einen Rechtsbeistand angewiesen. Ihm ist daher die unentgeltliche Rechtspflege mit 
Advokat Roman Baumgartner als Rechtsbeistand zu bewilligen.  

7.2  Hinsichtlich der Verteilung und Liquidation der Prozesskosten für das Berufungsverfahren 
sind zum anderen die Prozesskosten nach dem Verfahrensausgang der unterliegenden Partei 
aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die unterliegende Berufungsbeklagte hat somit für die Pro-
zesskosten des Berufungsverfahrens aufzukommen. Da dem Verfahren eine Streitigkeit aus 
einem Arbeitsverhältnis mit einem Streitwert von weniger als CHF 30‘000.00 zu Grunde liegt, 
sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 114 lit. c ZPO). Antragsgemäss hat die Berufungs-

 
 
Seite 16   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

beklagte allerdings eine Parteientschädigung an den Berufungskläger auszurichten. In der Ho-
norarnote des Rechtsvertreters des Berufungsklägers, Advokat Roman Baumgartner, vom 
20. Mai 2019 wird eine Entschädigung für das kantonsgerichtliche Verfahren von insgesamt 
CHF 4‘494.05 beantragt, bestehend aus einem Grundhonorar von CHF 4‘126.75, Auslagen von 
CHF 46.00 und der Mehrwertsteuerabgabe von 7,7 %. Diese geltend gemachte streitwertab-
hängige Parteientschädigung entspricht den anzuwendenden Bestimmungen der kantonalen 
Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (§§ 7, 10, 16 und 17 der Tarifordnung, SGS 
178.112) und ist in Anbetracht des Streitwerts von CHF 29‘285.50 nicht zu beanstanden. Die 
Berufungsbeklagte ist daher zu verpflichten, dem Berufungskläger für das Rechtsmittelverfah-
ren eine Parteientschädigung von CHF 4‘494.05 zu bezahlen.  

  

Demnach wird erkannt: 

://: 1. Die Berufung wird gutgeheissen und es wird festgestellt, dass die fristlo-
se Kündigung der Berufungsbeklagten vom 29. Januar 2018 nicht ge-
rechtfertigt war. Demzufolge wird der Entscheid des Zivilkreisgerichts
Basel-Landschaft West vom 30. Januar 2019 aufgehoben. Die Sache 
wird zur Beurteilung der finanziellen Folgen der ungerechtfertigten frist-
losen Kündigung an das Zivilkreisgericht Basel-Landschaft West zu-
rückgewiesen.  

 2. Dem Berufungskläger wird die unentgeltliche Rechtspflege mit Advokat 
Roman Baumgartner als Rechtsbeistand bewilligt.  

 3. Für das vorliegende Berufungsverfahren wird keine Entscheidgebühr 
erhoben. 

Die Berufungsbeklagte hat dem Berufungskläger für das Berufungsver-
fahren eine Parteientschädigung von CHF 4‘494.05 (inkl. Auslagen von 
CHF 46.00 und inkl. 7,7 % MWST von CHF 321.30) zu bezahlen. 

Präsident 
 
 
Roland Hofmann 

Gerichtsschreiber 
 
 
Giuseppe Di Marco