# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4d592e52-b34c-56e2-aae5-fc7d981bb9da
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 15.02.2012 RB110032
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RB110032_2012-02-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: RB110032-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Oberrichter Dr. M. Kriech 

und Ersatzoberrichter Dr. S. Mazan sowie der Gerichtsschreiber 

lic. iur. B. Häusermann 

Urteil vom 15. Februar 2012 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Kläger und Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

B._____,  
Beklagte und Beschwerdegegnerin 

 

betreffend unentgeltliche Prozessführung 
 
Beschwerde gegen einen Beschluss des Bezirksgerichts Bülach,  
II. Abteilung, vom 6. September 2011 (CG110023) 
 

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Erwägungen: 

1. Am 8. Juni 2011 (Datum Postaufgabe) reichte der Kläger eine Klage gegen 

die Beklagte betreffend Schadenersatzforderung bei der Vorinstanz (Bezirksge-

richt Bülach, II. Abt.) ein (vgl. Urk. 3/1+2). Diese setzte dem Kläger am 21. Juni 

2011 Frist an, um einen Kostenvorschuss von Fr. 18'500.– zu leisten; gleichzeitig 

klärte sie den Kläger in Nachachtung von Art. 97 ZPO über die mutmasslichen 

Gerichtskosten sowie über die unentgeltliche Rechtspflege auf (Urk. 3/3). Mit Ein-

gabe vom 2. Juli 2011 ersuchte der Kläger um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege (Urk. 3/6, Urk. 3/7/1-3). Mit Verfügung vom 19. Juli 2011 erwog die 

Vorinstanz u.a., die für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nach 

Art. 117 ZPO vorausgesetzten (positiven) Prozesschancen liessen sich mangels 

hinreichender Tatsachenbehauptungen in der Klageschrift vom 8. Juni 2011 nicht 

hinreichend beurteilen. Entsprechend wurde der Kläger aufgefordert, die Klage-

schrift zu verbessern, und die angesetzte Frist zur Leistung des Kostenvorschus-

ses abgenommen (Urk. 3/8). Unter dem 23. Juli 2011 ergänzte der Kläger seine 

Klageschrift (Urk. 3/10, Urk. 3/11/1-5). Mit Beschluss vom 6. September 2011 

wies die Vorinstanz den Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung ab; gleichzeitig setzte sie dem Kläger erneut Frist an zur Leistung des Kos-

tenvorschusses (Urk. 3/2). Dieser Beschluss wurde dem Kläger am 8. September 

2011 zugestellt (Urk. 3/13). Am 14. September 2011 erhob der Kläger fristgerecht 

Beschwerde gegen den Beschluss der Vorinstanz vom 6. September 2011 

(Urk. 1). 

3.1. Die Vorinstanz wies das Gesuch des Klägers mit folgender Begründung ab 

(vgl. Urk. 2 S. 3 ff., zusammengefasst, teilweise sinngemäss): Laut seinen eige-

nen Angaben habe der Kläger von der Beklagten ein Darlehen von Fr. 130'000.– 

zugesagt erhalten. Mit diesem Darlehen habe er sich eine Eigentumswohnung fi-

nanzieren wollen. Nach Abschluss des Kaufvertrags habe die Beklagte ihre Zusa-

ge für das Darlehen zurückgezogen. Deshalb sei ihm ein Schaden entstanden, 

zusammengesetzt aus entgangenem Gewinn bei Wiederverkauf der Wohnung 

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sowie der kapitalisierten Differenz zwischen seinen aktuellen Mietkosten und den 

mutmasslichen (tieferen) Wohnkosten nach Kauf der Eigentumswohnung. Die Vo-

rinstanz ging aufgrund der bisherigen Akten jedoch davon aus, dass es dem Klä-

ger auch unter dem Nachweis der schriftlichen Darlehensbestätigung vom 

24. Januar 2011 nicht gelungen sei, die (restliche) Finanzierung der Wohnung 

zum Kaufpreis von (insgesamt) Fr. 815'000.– zu sichern und eine unwiderrufliche 

Finanzierungsbestätigung einer Schweizer Bank zu erlangen. Die Verkäuferin sei 

mit Schreiben vom 28. Januar 2011 von der Vereinbarung betreffend Abschluss 

des Kaufvertrags zurückgetreten. Die Beklagte sei erst am 26. Februar 2011 von 

ihrer Erklärung betreffend Gewährung eines Kaufvertrags zurückgetreten. Der 

Rücktritt der Beklagten stehe daher in keinem Zusammenhang mit jenem der 

Verkäuferin. Im Übrigen seien der Kläger und die Verkäuferin am 25. Januar 2011 

noch davon ausgegangen, dass die Beklagte dem Kläger das von ihr in Aussicht 

gestellte Darlehen gewähre. Die Verkäuferin wäre folglich ohnehin (unabhängig 

von der Gewährung des Darlehens durch die Beklagte) von der Vereinbarung be-

treffend Abschluss eines Kaufvertrags zurückgetreten, weil der Kläger die er-

wähnte unwiderrufliche Finanzierungsbestätigung nicht habe beibringen können. 

Demnach fehle es an der Kausalität zwischen der Ankündigung der Beklagten, 

dass sie das Darlehen nicht gewähren würde, und dem behaupteten Schaden. 

Die Klage sei aussichtslos. Zufolge Aussichtslosigkeit des Klagebegehrens könne 

dem Kläger die unentgeltliche Prozessführung nicht gewährt werden. 

3.2. Der Kläger beantragt mit der Beschwerde, es sei der Schadenersatzprozess 

am Bezirksgericht Bülach "unter Kostenbefreiung des Klägers" wieder aufzuneh-

men. Unter dem Titel "Unentgeltliche Prozessführung" äussert er sich zu seiner 

finanziellen Situation. Unter dem Titel "Beweislage" führt er sodann aus, die Be-

klagte habe ihm bereits Ende Januar (2011) telefonisch mitgeteilt, dass ihr das 

Konto gesperrt worden sei und sie deshalb nicht in der Lage sei, ihm die gewähr-

ten Fr. 130'000.– zur Verfügung zu stellen, so wie sie es anschliessend in ihrem 

Schreiben auch geschildert habe (Urk. 1). 

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4. Bei dem vorerwähnten Vorbringen des Klägers zur Aussichtslosigkeit han-

delt es sich um ein Novum (vgl. Urk. 3/2 und Urk. 3/10). Als solches ist es im Be-

schwerdeverfahren ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO). Somit fehlt es an einer 

eigentlichen Begründung der Beschwerde i.S.v. Art. 321 Abs. 1 ZPO. Darüber 

hinaus ist nicht ersichtlich, inwiefern sich das Vorbringen des Klägers auf die vor-

instanzliche Beurteilung auswirken sollte bzw. könnte: Selbst unter Berücksichti-

gung des Vorbringens des Klägers, die Beklagte habe ihm bereits Ende Januar 

2011 mitgeteilt, dass sie ihm das Darlehen nicht gewähren könne, kann nicht an-

genommen werden, diese Mitteilung sei für die Verkäuferin der Grund für den 

Rücktritt vom Kaufvertrag über die Wohnung gewesen. Dieser Grund ist vielmehr 

im Fehlen der erwähnten Finanzierungsbestätigung zu sehen. Hierzu kann auf die 

zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Urk. 2 S. 3 ff. 

und oben, Ziff. 3.1). Damit setzt sich der Kläger in der Beschwerdeschrift nicht 

auseinander. Demnach erweist sich die Beschwerde als offensichtlich unbegrün-

det, soweit sie die formellen Anforderungen an eine Beschwerdeschrift erfüllt. 

5. Mit Disp.-Ziff. 2 des angefochtenen Beschlusses wurde dem Kläger (erneut) 

Frist zur Leistung des Kostenvorschusses angesetzt (vgl. Urk. 2 S. 5 f.). Der Klä-

ger stellt mit der Beschwerde nicht ausdrücklich den Antrag, diese Anordnung sei 

aufzuheben. Ein entsprechender Antrag lässt sich der Beschwerdegründung nicht 

entnehmen (auch nicht sinngemäss). Die Anordnung ist daher als unangefochten 

zu betrachten. Im Übrigen hätte eine entsprechende Beschwerde nach dem Vor-

stehenden (vgl. oben, Ziff. 4) als offensichtlich unbegründet bezeichnet werden 

müssen. 

Der Beschwerde kommt keine aufschiebende Wirkung zu; diese muss ausdrück-

lich beantragt werden. Wird Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses angesetzt 

und dieser Entscheid mit Beschwerde im Sinne von Art. 103 ZPO angefochten, 

jedoch die aufschiebende Wirkung nicht beantragt, so kann die Frist - wie vorlie-

gend - während des Beschwerdeverfahrens ablaufen. Faktisch bleibt dies ohne 

unmittelbare Konsequenzen, denn das erstinstanzliche Gericht hat zuerst eine 

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Nachfrist anzusetzen, bevor die Säumnisfolge gemäss Art. 101 Abs. 3 ZPO ein-

tritt. Vorliegend ist es angezeigt, mit dem Beschwerdeentscheid zugleich die 

Nachfrist zur Leistung des Kostenvorschusses anzusetzen (vgl. dazu Adrian Ur-

wyler, DIKE-Kommentar zur ZPO, Art. 103, N. 1-3; vgl. a. OGer. ZH, II. ZK, Ent-

scheid vom 1. November 2011, LF110021-O/Z06). 

6. Im Ergebnis ist die Beschwerde in Anwendung von Art. 322 Abs. 1 ZPO ab-

zuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Dem Kläger ist eine Nachfrist 

anzusetzen, um den Kostenvorschuss gemäss Disp.-Ziff. 2 des angefochtenen 

Beschlusses und den dort aufgeführten Bedingungen/Modalitäten zu leisten unter 

Androhung der Säumnisfolge gemäss Art. 101 Abs. 3 ZPO. Sonstiger Weiterun-

gen bedarf es nicht (vgl. Art. 322 Abs. 1 ZPO und Art. 327 Abs. 2 ZPO). 

Der Kläger ist immerhin noch auf die Folgen bei ungebührlichen Eingaben (wie 

jener des Klägers vom 23. Juli 2011, vgl. Urk. 10) hinzuweisen (vgl. Art. 132 ZPO) 

sowie darauf, dass nicht "auf Vorrat" über die unentgeltliche Rechtsvertretung 

entschieden werden muss, d.h. bevor er offenlegt, dass und durch wen er sich 

anwaltlich vertreten lässt. 

7. Das Rechtsmittelverfahren der Beschwerde (i.S.v. Art. 121 i.V.m. Art. 319 ff. 

ZPO) gegen einen abweisenden kantonalen Entscheid betreffend die unentgeltli-

che Rechtspflege ist grundsätzlich kostenpflichtig (BGE 137 III 470). Die Be-

schwerde des Klägers ist davon nicht ausgenommen. Es ist von einem Streitwert 

von Fr. 18'500.– auszugehen. Der Kläger hat für das Beschwerdeverfahren nicht 

explizit um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht. Das Gesuch 

hätte jedoch ohnehin zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde abgewiesen 

werden müssen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind daher dem unterlie-

genden Kläger aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

Der Kläger hat keinen Anspruch auf eine Entschädigung; der Beklagten ist kein 

erheblicher Aufwand erwachsen. Entsprechend sind für das Beschwerdeverfah-

ren keine Parteientschädigungen zuzusprechen. 

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Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

2. Dem Kläger wird eine Nachfrist von 20 Tagen ab Zustellung dieses Ent-

scheids angesetzt, um für die erstinstanzlichen Gerichtskosten bei der Be-

zirksgerichtskasse Bülach, Postkonto 80-2032-6, einen Kostenvorschuss 

von Fr. 18'500.– zu leisten. 

Die Zahlung ist rechtzeitig erfolgt, wenn der Betrag spätestens am letzten Tag der 
Frist der Post zur Einzahlung zugunsten des Bezirksgerichts Bülach übergeben oder 
einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz belastet wird. 

Wird der Vorschuss auch innert der Nachfrist nicht geleistet, so tritt das Ge-

richt auf die Klage nicht ein. 

3. Die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'000.– fest-

gesetzt. 

4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden dem Kläger auferlegt. 

5. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage eines 

Doppels von Urk. 1, sowie an das Bezirksgericht Bülach, je gegen Emp-

fangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

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Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 18'500.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
Zürich, 15. Februar 2012 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Vorsitzende: 
 
 
 

Dr. R. Klopfer 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. B. Häusermann 
 
versandt am: 
mc  

	Urteil vom 15. Februar 2012
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.
	2. Dem Kläger wird eine Nachfrist von 20 Tagen ab Zustellung dieses Entscheids angesetzt, um für die erstinstanzlichen Gerichtskosten bei der Bezirksgerichtskasse Bülach, Postkonto 80-2032-6, einen Kostenvorschuss von Fr. 18'500.– zu leisten.
	Die Zahlung ist rechtzeitig erfolgt, wenn der Betrag spätestens am letzten Tag der Frist der Post zur Einzahlung zugunsten des Bezirksgerichts Bülach übergeben oder einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz belastet wird.
	Wird der Vorschuss auch innert der Nachfrist nicht geleistet, so tritt das Gericht auf die Klage nicht ein.
	3. Die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt.
	4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden dem Kläger auferlegt.
	5. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Beklagte unter Beilage eines Doppels von Urk. 1, sowie an das Bezirksgericht Bülach, je gegen Empfangsschein.
	7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...