# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d3aa52fd-76bf-520c-b9c3-1c99af54d177
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-07-11
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 11.07.2007 BB.2007.29
**Docket/Reference:** BB.2007.29
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2007-29_2007-07-11

## Full Text

Kontensperre; Freigabe beschlagnahmter Vermögenswerte (Art. 105bis Abs. 2 BStP);;Kontensperre; Freigabe beschlagnahmter Vermögenswerte (Art. 105bis Abs. 2 BStP);;Kontensperre; Freigabe beschlagnahmter Vermögenswerte (Art. 105bis Abs. 2 BStP);;Kontensperre; Freigabe beschlagnahmter Vermögenswerte (Art. 105bis Abs. 2 BStP)

Entscheid vom 11. Juli 2007  
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Alex Staub, Vorsitz, 
Barbara Ott und Tito Ponti,  
Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 
Parteien 

  
1. A. AG,  
 
2. B. AG,  
 
3. C. AG,  
 
vertreten durch Rechtsanwalt Hans Hofstetter,  

 
Beschwerdeführerinnen 

  
 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT, 
 

Beschwerdegegnerin 
 

Gegenstand  Kontensperre; Freigabe beschlagnahmter Vermö-
genswerte (Art. 105bis Abs. 2 BStP) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BB.2007.29 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Sachverhalt: 
 

A. Im Rahmen eines gegen D. und E. als Vertreter der A. AG, der B. AG und 
der C. AG sowie gegen F. als Vertreter der G. AG wegen des Verdachts 
auf Bestechung fremder Amtsträger gemäss Art. 322septies StGB eröffneten 
Strafverfahrens erliess die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen am 
19. Juni 2006 eine Editionsverfügung / Kontensperre betreffend alle Ver-
mögenswerte der eingangs erwähnten Beschuldigten und Gesellschaften 
an die Adresse der Bank H. (act. 5.1), welche am 26. Juni 2006 ergänzt 
wurde (act. 5.2). 

 
Gegen die Verfügung vom 19. Juni 2006 erhoben die A. AG, die B. AG, die 
C. AG sowie D. mit Eingabe vom 10. Juli 2006 Beschwerde an die Ankla-
gekammer des Kantons St. Gallen und verlangten die Feststellung der 
Nichtigkeit der angefochtenen Verfügung, eventualiter die Aufhebung der in 
den Ziffern 5 und 6 der Verfügung errichteten Kontensperre (act. 1.1). 
 
 

B. Mit Verfügung vom 1. September 2006 wurde das erwähnte Verfahren in-
tegral zur Strafverfolgung durch die Bundesanwaltschaft übernommen und 
als gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren unter der Aktennummer 
EAII/11/06/131 weitergeführt. Gleichzeitig verfügte die Bundesanwaltschaft 
u.a., dass soweit gegen Verfügungen, die im Rahmen des übernommenen 
Strafverfahrens erlassen worden sind, noch Beschwerden und / oder Re-
kurse hängig seien, diese durch die damit befassten kantonalen Behörden 
entschieden würden (act. 1.2).  Diese Verfügung blieb sowohl von den be-
teiligten Behörden wie auch den Beschuldigten unangefochten. 

 
Mit Zirkulationsentscheid vom 28. November 2006 schrieb die Anklage-
kammer des Kantons St. Gallen die Beschwerde vom 10. Juli 2006 gegen 
die Editionsverfügung / Kontensperre infolge nunmehr fehlender Zustän-
digkeit als erledigt ab. Die Akten wurden zur weiteren Prüfung dem Bun-
desstrafgericht  überwiesen (act. 1.3). Dieser Entscheid blieb ebenfalls un-
angefochten. 
 
Der Präsident der I. Beschwerdekammer leitete am 7. Dezember 2006 den 
Entscheid der Anklagekammer des Kantons St. Gallen der Bundesanwalt-
schaft zur Kenntnisnahme weiter und hielt bei dieser Gelegenheit fest, dass 
es seiner Meinung nach ausgeschlossen sei, dass die I. Beschwerdekam-
mer das kantonale Beschwerdeverfahren quasi übernehme und anstelle 
der Anklagekammer des Kantons St. Gallen über die Rechtmässigkeit der 
Zwangsmassnahmen entscheide. Es würde sich deshalb seiner Meinung 

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nach empfehlen, die nach Ansicht der heute die Verfahrensherrschaft inne-
habenden Bundesanwaltschaft notwendigen Zwangsmassnahmen nach 
BStP neu zu verfügen und den Betroffenen die entsprechende Verfügung 
inklusive Rechtsmittelbelehrung zu eröffnen (act. 1.6). 
 
Mit Schreiben vom 7. Dezember 2006 gelangte der Rechtsvertreter der 
Gesellschaften der Gruppe A., B., und C. sowie von D. an die Bundesan-
waltschaft und hielt darin u.a. fest, dass es für seine Mandanten akzeptabel 
wäre, die grundsätzliche Frage der Einziehbarkeit von Vermögenswerten 
erst mit Abschluss des Verfahrens zu klären, wenn die Bundesanwaltschaft 
durch eine neue Verfügung über die Zwangsmassnahmen die jetzt beste-
hende Rechtsunsicherheit beseitigen würde. Hierbei wäre aus seiner Sicht 
eine Beschlagnahme in der Höhe von ca. 2 bis 3 Millionen Franken ge-
rechtfertigt (act. 1.4). 
 
Die Bundesanwaltschaft antwortete hierauf mit Schreiben vom 18. Dezem-
ber 2006 und hielt darin u.a. fest, dass sich der Erlass einer neuen Verfü-
gung erübrige. Bezüglich des Vorschlags der Betroffenen könne sich die 
Bundesanwaltschaft derzeit betragsmässig nicht festlegen (act. 1.5).  
 
Infolge nochmaliger Anfrage des Rechtsvertreters der Gesellschaften der 
Gruppe A., B. und C. vom 7. Februar 2007 (act. 1.7) nahm die Bundesan-
waltschaft mit Schreiben vom 6. März 2007 zum Vorschlag der Betroffenen 
Stellung, ohne diesem zu entsprechen (act. 1.8).  
 
 

C. Mit Beschwerde vom 20. April 2007 gelangten die A. AG, die B. AG sowie 
die C. AG an die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts und bean-
tragten, was folgt (act. 1): 

 
1. Es sei festzustellen, dass sämtliche Gelder der Beschwerdeführer auf der Beziehung 

Nr. 1, lautend auf die A. AG, auf der Beziehung Nr. 2, lautend auf die B. AG und auf der 

Beziehung Nr. 3, lautend auf die C. AG nicht gesperrt sind und den jeweiligen Be-

schwerdeführern zur freien Verfügung stehen. 

2. Eventualiter sei festzustellen, dass die von einem Sachbearbeiter mit untersuchungs-

richterlichen Befugnissen der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen mit Verfügung 

vom 19. Juni 2006 Dispositiv Ziff. 5 und 6 sowie mit Ergänzung der Verfügung vom 

26. Juni 2006 Dispositiv Ziff. 5 und 6 angeordnete Kontensperre nichtig ist. 

3. Subeventualiter sei der Bundesanwaltschaft Frist anzusetzen, eine beschwerdefähige 

Beschlagnahmeverfügung betreffend die gesperrten Konti zu erlassen. 

4. Die Bundesanwaltschaft sei anzuweisen, sämtliche Akten, die im Zusammenhang mit 

der Korrespondenz hinsichtlich der Freigabe von Zahlungsaufträgen stehen, aus den 

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Akten der Strafuntersuchung zu entfernen. 

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. 
 
Die Bundesanwaltschaft beantragte im Rahmen ihrer Beschwerdeantwort, 
was folgt (act. 5): 
 
1. Die durch die Beschwerdeführerinnen 1-3 am 20. April 2007 bei der I. Beschwerde-

kammer eingereichte Beschwerde sei zu beschränken auf die Prüfung der Eintretens-

voraussetzungen. 

2. Auf die Beschwerde sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen nicht einzutreten. 

3. Eventuell sei der Bundesanwaltschaft für die materielle Begründung ihrer Beschwerde-

antwort eine neue Frist anzusetzen, sofern auf die Beschwerde eingetreten wird. 

 
Die Beschwerdeführerinnen schlossen im Rahmen ihrer Beschwerdereplik 
vom 21. Mai 2007 auf Abweisung der Anträge der Bundesanwaltschaft 
(act. 7). 
 
Ein Doppel der Beschwerdereplik wurde der Bundesanwaltschaft mit 
Schreiben vom 22. Mai 2007 zur Kenntnisnahme zugestellt (act. 8). 
 
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-
weit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen. 
 
 
 
Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Gegen Amtshandlungen und wegen Säumnis des Bundesanwalts ist Be-

schwerde nach den Verfahrensvorschriften der Artikel 214 ff. BStP an die 
I. Beschwerdekammer zulässig (Art. 105bis Abs. 2 BStP i.V.m. Art. 28 
Abs. 1 lit. a SGG und Art. 9 Abs. 2 des Reglements für das Bundesstrafge-
richt vom 20. Juni 2006, SR 173.710). Die Beschwerde steht den Parteien 
und einem jeden zu, der durch eine Verfügung oder durch die Säumnis ei-
nen ungerechtfertigten Nachteil erleidet (Art. 214 Abs. 2 BStP).  

 
Unter den Begriff Amtshandlungen fallen alle Akte, welche die Strafunter-
suchung vorantreiben und auf diese Weise die Rechtsstellung des Be-
schuldigten berühren (BGE 130 IV 140 E. 2 S. 142). Säumnis des Bundes-
anwalts und damit eine formelle Rechtsverweigerung liegt vor, wenn sich 
dieser weigert, eine ihm nach Gesetz obliegende Amtshandlung vorzu-
nehmen, wenn er mit anderen Worten untätig bleibt oder das gebotene 

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Handeln über Gebühr hinauszögert, obschon er zum Tätigwerden verpflich-
tet wäre (vgl. zum Ganzen HAUSER/SCHWERI/HARTMANN, Schweizerisches 
Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, S. 17 N. 4 ff.). Teilt er seine Weige-
rung, eine bestimmte Handlung vorzunehmen, demgegenüber ausdrücklich 
mit, ist eine Amtshandlung gegeben, die im Regelfall auf Beschwerde hin 
überprüft werden kann (BÖSCH, Die Anklagekammer des Schweizerischen 
Bundesgerichts [Aufgaben und Verfahren], Diss. Zürich 1978, S. 84). An-
ders als Beschwerden wegen Säumnis, welche an keine Frist gebunden 
sind (BÄNZIGER/LEIMGRUBER, Das neue Engagement des Bundes in der 
Strafverfolgung, Bern 2001, N. 259), sind derartige Beschwerden innert fünf 
Tagen, nachdem der Beschwerdeführer von der Amtshandlung Kenntnis 
erhalten hat, einzureichen (Art. 217 BStP; vgl. zum Ganzen auch 
TPF BK_B 040/04 vom 17. Mai 2004 E. 1.1 sowie BB.2005.105 vom 
5. Dezember 2005 E. 1.1). 
 
Entsprechend dem Gebot, wonach sich die I. Beschwerdekammer nicht in 
das Ermessen der Bundesanwaltschaft einmischen soll, kann im Be-
schwerdeverfahren gegen eine Säumnis des Bundesanwalts das Anfech-
tungsobjekt nur anhand einer klaren Umschreibung dessen, was der Be-
schwerdeführer als „Versäumnis“ erachtet, identifiziert werden. Daher ist 
dieser gehalten, der Beschwerdeinstanz detailliert darzulegen, was die Vor-
instanz getan hat und was nicht, und wieso sie das Unterlassene hätte tun 
sollen. Es ist nicht Sache der Beschwerdeinstanz, die Akten der zu Grunde 
liegenden Strafuntersuchung einzuverlangen und darin nach Säumnissen 
zu suchen (TPF BB.2004.36 vom 20. Januar 2005 E. 1.4). 
 

1.2 Offenbar geht es bei der vorliegenden Beschwerde um die seinerzeit von 
den Strafverfolgungsbehörden des Kantons St. Gallen angeordnete Kon-
tensperre. Nicht ersichtlich ist demgegenüber, dass sich die Beschwerde 
gegen eine konkrete Amtshandlung der Beschwerdegegnerin richtet. Dies 
wird von den Beschwerdeführerinnen vorliegend denn auch gar nicht gel-
tend gemacht. Allenfalls denkbar wäre es, die beiden ablehnenden Stel-
lungnahmen der Beschwerdegegnerin an die Adresse der Beschwerdefüh-
rerinnen vom 18. Dezember 2006 (act. 1.5) sowie vom 6. März 2007 
(act. 1.8) als Amtshandlungen anzusehen. Diesbezüglich würde sich je-
doch die Beschwerde mit Blick auf Art. 217 BStP ohne weiteres als verspä-
tet erweisen. Ausgeschlossen ist ebenfalls eine „Übernahme“ des von den 
Beschwerdeführerinnen angehobenen Beschwerdeverfahrens, welches die 
Anklagekammer des Kantons St. Gallen als erledigt abgeschrieben hat 
durch die I. Beschwerdekammer. Namentlich steht es der I. Beschwerde-
kammer nicht zu, die von den Beschwerdeführerinnen geltend gemachte 
Nichtigkeit der seinerzeit angefochtenen Verfügung nach dem einschlägi-

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gen Verfahrensrecht des Kantons St. Gallen zu überprüfen.  
 
1.3  
1.3.1 Somit stellt sich die Frage, ob sich die Beschwerdegegnerin allenfalls eine 

anfechtbare Säumnis hat zuschulden kommen lassen. Die Beschwerdefüh-
rerinnen bringen diesbezüglich vor, dass sich die Beschwerdegegnerin hin-
sichtlich der Beschlagnahme bzw. der Kontensperre weder auf eine recht-
mässig und rechtskräftig erlassene Verfügung der vormals zuständigen 
Behörde noch auf eine in eigener Kompetenz erlassene Verfügung stützen 
könne. Die Beschwerdegegnerin sei daher gehalten gewesen, eine an-
fechtbare Verfügung betreffend die streitigen Zwangsmassnahmen zu er-
lassen. Mit ihrer Ablehnung, eine solche Verfügung zu erlassen, habe die 
Bundesanwaltschaft eine Rechtsverweigerung begangen und sei säumig 
geworden. 

 
1.3.2 Der Auffassung der Beschwerdeführerinnen kann vorliegend nicht gefolgt 

werden. Einerseits hat die Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme 
vom 18. Dezember 2006 (act. 1.5) wie auch in ihrem Schreiben vom 
6. März 2007 (act. 1.8) zur Frage der Rechtsbeständigkeit der Beschlag-
nahmeverfügung explizit mitgeteilt, dass sich der Erlass einer neuen Verfü-
gung erübrige, womit demnach Amtshandlungen vorliegen und von einer 
Säumnis nicht gesprochen werden kann. Andererseits ist festzuhalten, 
dass die Beschwerdegegnerin weder einen Grund noch die Pflicht hatte, 
die von den Beschwerdeführerinnen nachgesuchte neue Verfügung zu er-
lassen. 

 
1.3.3 Mit ihrer Verfügung vom 1. September 2006 (act. 1.2) hat die Beschwerde-

gegnerin das fragliche Verfahren integral zur Strafverfolgung übernommen 
und weiter angeordnet, dass hängige Rekurse bzw. Beschwerden gegen 
Verfügungen, welche vorher erlassen worden sind, durch die damit befass-
ten kantonalen Behörden zu entscheiden seien. In der Begründung der 
Verfügung führte die Beschwerdegegnerin weiter aus, dass die nach kan-
tonalem Recht erlassenen rechtskräftigen Verfügungen und Zwangsmass-
nahmen ebenfalls integral übernommen würden, womit sich an deren 
Rechtsbeständigkeit mithin nichts ändere. Ebenfalls bestehe kein Anlass 
bezüglich der angefochtenen Beschlagnahmeverfügungen, die Gegenstand 
des Beschwerdeverfahrens vor der Anklagekammer des Kantons St. Gal-
len seien, anders zu entscheiden bzw. die Beschlagnahme aufzuheben. 
Diese Verfügung blieb, wie zuvor bereits erwähnt, unangefochten. 

 
Die kantonale Beschwerdeinstanz hat in der Folge darauf verzichtet, sich 
materiell zur Frage der Kontensperre zu äussern, sondern hat das entspre-

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chende Beschwerdeverfahren mangels Zuständigkeit abgeschrieben. Da 
auch dieser Entscheid unangefochten geblieben ist, erübrigt sich vorlie-
gend die Frage, ob dieser Entscheid vor dem Hintergrund der Verfügung 
der Beschwerdegegnerin vom 1. September 2006 richtig gewesen ist. An 
dieser Stelle ist nur festzuhalten, dass nicht einzusehen ist, weshalb die 
Beschwerdegegnerin gegen den Abschreibungsbeschluss hätte Beschwer-
de führen sollen, wie dies die Beschwerdeführerinnen im Rahmen der Be-
schwerde ausführen. Fest steht, dass bis dato kein Entscheid ergangen ist, 
mit welchem die streitige Kontensperre aufgehoben worden wäre. Somit 
bestand bisher auf Seiten der Beschwerdegegnerin tatsächlich kein Anlass, 
eine neue Verfügung zu erlassen. Von einer diesbezüglichen Säumnis 
kann auch deshalb keine Rede sein. 

 
1.3.4 Auch aus dem Schreiben des Präsidenten der I. Beschwerdekammer vom 

7. Dezember 2006 (act. 1.6) kann diesbezüglich nichts anderes abgeleitet 
werden, hat dieser doch lediglich festgehalten, dass es sich nach seiner 
Meinung empfehlen würde, die nach Ansicht der heute die Verfahrenslei-
tung innehabenden Beschwerdegegnerin notwendigen Zwangsmassnah-
men nach BStP neu zu verfügen. 

 
1.4 Auch das von den Beschwerdeführerinnen angerufene Urteil des Bundes-

gerichts 1S.14/2004 vom 21. Dezember 2004 und insbesondere die Aus-
sagen in dessen Erwägung 3.3 vermögen am Ganzen nichts zu ändern. 
Demnach erscheine es nahe liegend, dass rechtsgültig angeordnete pro-
zessuale Zwangsmassnahmen grundsätzlich nach dem Recht, gemäss 
welchem sie verfügt worden seien, in Kraft bleiben müssten, weil sonst die 
Strafverfolgung behindert werden könnte, während die Delegation und Ver-
einigung von Strafverfahren gerade deren Sicherstellung dienten. Gleich-
zeitig müsse der Betroffene Zwangsmassnahmen nach dem neu anwend-
baren Verfahrensrecht überprüfen lassen können. 
 
Wie nachfolgend gezeigt wird, stehen bzw. standen den Beschwerdeführe-
rinnen anderweitige Möglichkeiten zur Verfügung, eine derartige Prüfung zu 
erreichen. Somit steht fest, dass die Feststellungsbegehren der Beschwer-
deführerinnen allein auf Grund deren ohnehin nur subsidiären Charakters 
im vorliegenden Fall nicht zulässig sind, zumal deren generelle Zulässigkeit 
im Beschwerdeverfahren vor der I. Beschwerdekammer grundsätzlich zwei-
felhaft ist. 
 
Die Anklagekammer des Kantons St. Gallen hat in ihrem Abschreibungs-
beschluss vom 28. November 2006 (act. 1.3) beispielsweise angeführt, 
dass die Beschwerdeführer bei der Beschwerdegegnerin ein Gesuch um 

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Aufhebung der streitigen Verfügung hätten stellen können, um die streitige 
strafprozessuale Zwangsmassnahme überprüfen zu lassen, wobei ihnen 
gegen einen allenfalls ablehnenden Entscheid die Beschwerdemöglichkeit 
gemäss BStP offen stünde. 
 
Ob diese Vorgehensweise vor dem Hintergrund der Rechtsprechung der 
I. Beschwerdekammer (vgl. hierzu TPF BB.2004.36 vom 20. Januar 2005 
E. 1.3) tatsächlich zum Ziel geführt hätte, kann offen gelassen werden, da 
die Beschwerdeführerinnen nachfolgend ein solches Gesuch um Aufhe-
bung der streitigen Verfügung bzw. um Freigabe der gesperrten Vermö-
genswerte nie ausdrücklich gestellt haben. Vielmehr haben sie in einer ers-
ten Reaktion vom 7. Dezember 2006 (act. 1.4) an die Adresse der Be-
schwerdegegnerin zwar ihre Argumente gegen die grundsätzliche Zuläs-
sigkeit der Kontensperre vorgebracht, zugleich jedoch einen Vorschlag auf 
teilweise Aufrechterhaltung der Kontensperre im Umfang von ca. 2 bis 3 
Millionen Franken unterbreitet. Mit ihrer Beschwerde vom 20. April 2007 
beantragten die Beschwerdeführerinnen demgegenüber sinngemäss die 
Feststellung, dass sämtliche Vermögenswerte zu ihrer freien Verfügung 
stünden. Folglich liegt auch keinerlei Verfügung vor, welche sich zur Frage 
der vollständigen Herausgabe der gesperrten Vermögenswerte äussert. 
Dasselbe gilt auch für das Rechtsbegehren Ziff. 4 der Beschwerdeführerin-
nen. Aus diesem Grund rechtfertigt es sich vorliegend auch nicht, aus 
Gründen der Prozessökonomie oder infolge allenfalls mangelhafter 
Rechtsmittelbelehrung zu den abschlägigen Bescheiden der Beschwerde-
gegnerin vom 18. Dezember 2006 (act. 1.5) oder vom 6. März 2007 
(act. 1.8) auf die Beschwerde einzutreten. 
 
Ausschlaggebend ist jedoch, dass sich die Beschwerdegegnerin gegen-
über den Beschwerdeführerinnen zwei Mal klar geäussert hat, dass sich für 
sie der Erlass einer neuen Beschlagnahmeverfügung erübrige (act. 1.5 und 
1.8). Die Beschwerdeführerinnen haben es unterlassen, fristgerecht gegen 
diese Amtshandlungen auf dem Beschwerdeweg vorzugehen und so eine 
Überprüfung der angeordneten Zwangsmassnahmen nach dem neu an-
wendbaren Verfahrensrecht zu verlangen. Das von den Beschwerdeführe-
rinnen nun gewählte Vorgehen, mittels Feststellungsbegehren eine solche 
Überprüfung nachträglich vornehmen zu lassen, verdient keinen Schutz. 

 
1.5 Insgesamt ergibt sich, dass weder eine Amtshandlung der Beschwerde-

gegnerin, welche fristgerecht angefochten worden wäre, noch eine der Be-
schwerdegegnerin vorzuwerfende Säumnis vorliegt. Auf die Beschwerde 
kann demnach mangels Anfechtungsobjekt nicht eingetreten werden. 

 

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2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die Beschwerdeführerinnen die 

Gerichtskosten zu tragen (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG). 
Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 1’000.-- festgesetzt (Art. 245 Abs. 2 BStP 
und Art. 3 des Reglements über die Gerichtsgebühren vor dem Bundes-
strafgericht vom 11. Februar 2004, SR 173.711.32), unter Anrechnung des 
geleisteten Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 3'000.--. 

 

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Demnach erkennt die I. Beschwerdekammer: 
 
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1’000.-- wird den Beschwerdeführerinnen aufer-

legt, unter Anrechnung des geleisteten Vorschusses von Fr. 3'000.--. Die 
Bundesstrafgerichtskasse wird angewiesen, den Beschwerdeführerinnen 
Fr. 2'000.-- zurückzuerstatten.  

 
 

Bellinzona, 11. Juli 2007 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Vorsitzende:    Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Hans Hofstetter  
- Bundesanwaltschaft 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der I. Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen 
nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). 
Das Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der 
Instruktionsrichter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).