# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd9457e6-b7ee-51a2-a8ef-0905bea3f204
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-26
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 26.08.2020 605 2019 344
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2019-344_2020-08-26.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00
tribunalcantonal@fr.ch
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

605 2019 344

Urteil vom 26. August 2020

I. Sozialversicherungsgerichtshof

Besetzung Präsident: Marc Boivin 
Richter: Dominique Gross, Marc Sugnaux 
Gerichtsschreiber-Berichterstatter: Bernhard Schaaf 

Parteien A.________, Beschwerdeführerin

gegen

AMT FÜR DEN ARBEITSMARKT, Vorinstanz

Gegenstand Arbeitslosenversicherung – Einstellung in der Anspruchsberechtigung auf 
Arbeitslosenentschädigung wegen ungenügenden Arbeitsbemühungen vor 
der Arbeitslosigkeit 

Beschwerde vom 27. Dezember 2019 gegen den Einspracheentscheid vom 
27. November 2019

Kantonsgericht KG
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Sachverhalt

A. A.________, geboren 1959, wohnhaft in B.________, arbeitete seit dem 14. April 1986 als 
C.________ bei der D.________ AG, mit Sitz in E.________, seit 2001 in einem 80%-Pensum. Am 
27. Juni 2018 erhielt sie wegen Reorganisation und Neustrukturierung per 30. September 2018 die 
Kündigung. Am 20. September 2018 meldete sie sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum 
des Sensebezirks (nachfolgend: RAV) als arbeitslos und beantragte Arbeitslosenentschädigung ab 
dem 1.  Oktober 2018 (erste Rahmenfrist für den Leistungsbezug).

Seit dem 1. Oktober 2018 hatte sie eine unbefristete Anstellung bei der F.________ in 
G.________ (90%-Pensum).

Da sie für die Zeit vor ihrer Arbeitslosigkeit (Juli bis September 2018) nur zwei Arbeitsbemühungen 
nachwies, stellte ihr das RAV am 30. Oktober 2018 eine Aufforderung zur Stellungnahme betref-
fend ungenügende Arbeitsbemühungen vor der Arbeitslosigkeit zu. In ihrer Stellungnahme vom 
7. November 2018 erklärte sie, sie sei ihrer Ansicht nach gar nie arbeitslos gewesen, da sie ab 
dem 1. Oktober 2018 eine neue Anstellung habe. Sie habe sich einzig für Kompensationszahlun-
gen bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet.

Mit Verfügung vom 6. März 2019, bestätigt durch Einspracheentscheid vom 27. November 2019, 
stellte sie das Amt für den Arbeitsmarkt (nachfolgend: AMA) wegen ungenügenden Arbeitsbemü-
hungen in den drei Monaten vor der Arbeitslosigkeit ab dem 1. Oktober 2018 während zehn Tagen 
in ihrer Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosengelder ein.

B. Dagegen erhebt A.________ am 27. Dezember 2019 Beschwerde an das Kantonsgericht 
Freiburg und beantragt, der Einspracheentscheid vom 27. November 2019 sei aufzuheben und 
festzustellen, eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung 
während zehn Tagen sei nicht gerechtfertigt. Zur Begründung bringt sie vor, sie habe noch am Tag 
der Kündigung eine neue Anstellung per 1. Oktober 2018 gefunden, die zwar schlechter bezahlt 
sei als ihre bisherige, bei welcher sie aber einen überdurchschnittlich hohen Lohn erhalten habe.

Am 6. Februar 2020 stellt das AMA die Akten zu, verzichtet auf die Einreichung von Bemerkungen, 
verweist auf die Ausführungen in ihren Einspracheentscheid vom 27. November 2019 und bean-
tragt die Abweisung der Beschwerde.

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit für die Urteilsfindung massgebend, 
aus den nachfolgenden Erwägungen.

Erwägungen

1.

Die Beschwerde vom 27. Dezember 2019 gegen den Einspracheentscheid des AMA vom 
27. November 2019 ist form- und fristgerecht bei der örtlich und sachlich zuständigen Beschwerde-
instanz eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin hat ein schutzwürdiges Interesse, dass das 
Kantonsgericht, I. Sozialversicherungsgerichtshof, prüft, ob sie das AMA zu Recht wegen ungenü-

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genden Arbeitsbemühungen vor der Arbeitslosigkeit während zehn Tagen in ihrer Anspruchsbe-
rechtigung auf Arbeitslosenentschädigung eingestellt hat.

Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.

2.1. Nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die obligatorische Arbeits-
losenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) muss der Versicherte, der Versi-
cherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles 
Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbesondere ist er 
verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb seines bisherigen Berufes. Er muss 
seine Bemühungen nachweisen können. Die diesbezügliche Beweislast bzw. die Folgen der 
Beweislosigkeit gehen zu Lasten des Beschwerdeführers (Urteil EVG C 234/04 vom 21. März 2005 
E. 4.2).

Bei Art. 17 Abs. 1 AVIG handelt es sich um die gesetzliche Festschreibung des im Sozialversiche-
rungsrecht verankerten Grundsatzes der Schadenminderungspflicht. Aus Art. 17 Abs. 1 Satz 2 
AVIG ergibt sich die Pflicht, den Eintritt der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Die versicherte Person 
muss somit selbstverschuldete Arbeitslosigkeit vermeiden, nicht zu Lasten der Versicherung auf 
Lohn- und Entschädigungsansprüche verzichten und sich vom Zeitpunkt der Kündigung des frühe-
ren Arbeitsverhältnisses an beziehungsweise bei einem befristeten Arbeitsverhältnis mindestens 
während der letzten 3 Monate intensiv um eine neue Arbeit bemühen, nötigenfalls auch ausser-
halb ihres bisherigen Berufes (NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in Schweizerisches 
Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Bd. XIV, Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz. 311 ff.; Rz. B311 
und B314 der AVIG-Praxis ALE des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO).

Aus der Pflicht, den Eintritt der Arbeitslosigkeit zu verhindern, fliesst die Last für die versicherte 
Person, sich bereits ab dem Zeitpunkt der Kündigung des früheren Arbeitsverhältnisses und damit 
vor Eintritt der Arbeitslosigkeit intensiv um eine neue Arbeit zu bemühen. Die versicherte Person 
hat sich dementsprechend während einer allfälligen Kündigungsfrist, aber auch generell während 
der Zeit vor der Anmeldung, unaufgefordert um Stellen zu bemühen. Sie kann sich insbesondere 
nicht damit exkulpieren, nicht gewusst zu haben, dass sie schon vor der Anmeldung zum Leis-
tungsbezug zur ernsthaften Arbeitssuche verpflichtet war und nicht darauf aufmerksam gemacht 
worden sei. Bei der Anmeldung hat die arbeitslos gewordene Person den Nachweis ihrer Bemü-
hungen um Arbeit vorzulegen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird sie sämtliche während der 
Kündigungsfrist getätigten Stellenbewerbungen einzureichen haben (BGE 139 V 524 E. 2.1.2).

2.2. Gemäss Art. 30 Abs. 1 Bst. c AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchsberechtigung 
auf Arbeitslosenentschädigung einzustellen, wenn sie sich persönlich nicht genügend um zumut-
bare Arbeit bemüht. Dieser Einstellungsgrund ist bereits dann gegeben, wenn die versicherte 
Person vor Eintritt der Arbeitslosigkeit ihren Obliegenheiten nicht nachgekommen ist (ARV 2003 
Nr. 10 S. 119 E. 1 mit Hinweisen).

Bei der Beurteilung der Frage, ob sich eine Person genügend um zumutbare Arbeit bemüht hat, ist 
nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität ihrer Bewerbungen von Bedeutung. Was die 
Quantität der persönlichen Arbeitsbemühungen anbelangt, können keine eindeutigen Zahlenwerte 
angegeben werden. Eine allgemein gültige Aussage über die erforderliche Mindestzahl an Bewer-
bungen ist nicht möglich. Das Quantitativ beurteilt sich vielmehr nach den konkreten Umständen. 
Die Verwaltungspraxis verlangt in der Regel 10 bis 12 Bewerbungen pro Monat, wobei es sich 

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nicht um eine starre Grenze handelt, sondern die subjektiven und objektiven Umstände des Einzel-
falls zu berücksichtigen sind. Dabei sind die persönlichen Umstände und Möglichkeiten der versi-
cherten Person wie Alter, Schul- und Berufsbildung sowie die Usanzen des für sie in Betracht 
fallenden Arbeitsmarktes zu beachten. Zudem ist auch zu berücksichtigen, wie lange eine Arbeits-
losigkeit bereits dauert und wie die Chancen der betreffenden Person auf dem Arbeitsmarkt 
stehen. Insgesamt gilt es bei der Würdigung des Verhaltens des Versicherten unter dem Gesichts-
punkt des Verschuldens alle Umstände des konkreten Einzelfalls einzubeziehen (Urteil BGer 
8C_583/2009 vom 22. Dezember 2009 E. 5.1 mit Hinweisen).

Mit der Verknüpfung von Schadenminderungspflicht und Einstellung will das AVIG Arbeitslose zur 
Stellensuche anspornen. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung bezweckt eine angemes-
sene Mitbeteiligung der versicherten Person an jenem Schaden, den sie durch ihr pflichtwidriges 
Verhalten der Arbeitslosenversicherung natürlich und adäquat kausal verursacht hat. Kern der 
Pflicht, alles Zumutbare zu unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen, 
sind die persönlichen Arbeitsbemühungen der versicherten Person selbst, die in der Regel streng 
beurteilt werden. Es gilt gewissermassen der Grundsatz, dass die Arbeitsbemühungen umso inten-
siver sein müssen, je weniger Aussicht eine versicherte Person hat, eine Stelle zu finden. Dabei 
stehen sowohl Tatsache als auch Intensität, nicht aber der Erfolg dieser Bemühungen im Vorder-
grund (BGE 133 V 89 E. 6.1.1 mit Hinweisen). Eine der Einstellung vorangehende Mahnung ist 
nicht erforderlich (Urteil EVG C 6/04 vom 16. Februar 2005 E. 2 mit Hinweis auf BGE 124 V 233 
E. 5b). Die Einstellung muss verhältnismässig sein (BGE 130 V 385 E. 3.1.1).

Bestimmte Handlungen und Unterlassungen werden bereits dann sanktioniert, wenn sie erst ein 
Schadenrisiko in sich bergen, sich also nicht in einem tatsächlichen Schaden niedergeschlagen 
haben. Gewisse Einstellungstatbestände sind also (auch) ein Instrument der Abwendung oder 
Minderung drohenden Schadens, indem sie – neben dem "generalpräventiven" Schutz der Arbeits-
losenversicherung vor missbräuchlichen Verhaltensweisen – der vorbeugenden Verhaltenssteue-
rung im Einzelfall dienen, so etwa der Intensivierung unzureichender Arbeitsbemühungen oder der 
verbesserten Wahrnehmung administrativer Mitwirkungspflichten durch die versicherte Person. 
Anders verhält es sich, wenn es der versicherten Person durch ihre Arbeitsbemühungen gelingt, in 
der massgebenden Kontrollperiode ihre Arbeitslosigkeit innert nützlicher Frist zu beenden. In 
diesem Fall hat keine Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu erfolgen, auch wenn sich Quali-
tät und Quantität der Arbeitsbemühungen an sich als ungenügend erweisen (Urteil BGer 
8C_40/2016 vom 21. April 2016 E. 2.3 f. mit Hinweisen).

Eine versicherte Person mit einer vollzeitlich ausgeübten Zwischenverdiensttätigkeit ist auf Grund 
der im Sozialversicherungsrecht generell geltenden Schadenminderungspflicht grundsätzlich 
gehalten, weiterhin quantitativ und qualitativ ausreichende Arbeitsbemühungen nachzuweisen. 
Jedoch ist die durch die Zwischenverdiensttätigkeit vorgenommene Schadenminderung bei der 
Bemessung der Einstelldauer zu berücksichtigen (Urteil BGer C 293/06 vom 5. März 2007 
E. 3.1.3 f.  mit Hinweis).

2.3. Als Zwischenverdienst gilt gemäss Art. 24 AVIG jedes Einkommen aus unselbstständiger 
oder selbstständiger Erwerbstätigkeit, das der Arbeitslose innerhalb einer Kontrollperiode erzielt. 
Der Versicherte hat Anspruch auf Ersatz des Verdienstausfalls. Der anzuwendende Entschädi-
gungssatz bestimmt sich nach Art. 22 AVIG. Der Bundesrat regelt, wie das Einkommen aus selbst-
ständiger Erwerbstätigkeit ermittelt wird (Abs. 1). Als Verdienstausfall gilt die Differenz zwischen 
dem in der Kontrollperiode erzielten Zwischenverdienst, mindestens aber dem berufs- und ortsübli-

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chen Ansatz für die betreffende Arbeit, und dem versicherten Verdienst. Ein Nebenverdienst 
(Art. 23 Abs. 3) bleibt unberücksichtigt (Abs. 3).

Sinn und Zweck der Entschädigung des Verdienstausfalles ist es, Anreiz für die Annahme schlecht 
entlöhnter Arbeiten zu schaffen. Mit dem Korrektiv der Berufs- und Ortsüblichkeit der Entlöhnung 
soll verhindert werden, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Sinne eines Lohndumpings einen 
zu niedrigen Verdienst vereinbaren, um die Differenz zu Lasten der Arbeitslosenversicherung 
entschädigen zu lassen (Urteil BGer C 139/06 vom 13. Oktober 2006).

3.

Vorliegend ist streitig, ob das AMA zu Recht die Beschwerdeführerin wegen ungenügender 
Arbeitsbemühungen vor der Arbeitslosigkeit während zehn Tagen in ihrer Anspruchsberechtigung 
auf Arbeitslosenentschädigung eingestellt hat.

3.1. Die Beschwerdeführerin bringt vor, nach 32 Jahren bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber 
(80%-Stelle seit 2001) sei ihr am 27. Juni 2018 gekündigt worden. Noch am selben Tag habe sie 
sich um eine neue Stelle als C.________ bemüht und dank ihres grossen Beziehungsnetzes sofort 
eine neue Anstellung in der F.________ in G.________ mit Arbeitsbeginn ab 1. Oktober 2018 
zugesichert erhalten, somit für die Zeit unmittelbar nach Einstellung der Lohnfortzahlung durch 
ihren ehemaligen Arbeitgeber per Ende September 2018. Sie habe damit einen optimalen Ersatz 
ihrer bisherigen Stelle gefunden. Sie erhalte bei ihrem neuen Arbeitgeber für das von ihr ausge-
übte Pensum von 90% einen Bruttojahreslohn von CHF 63'700.- inklusive 13. Monatslohn, was 
aufgerechnet auf ein Vollpensum ein Jahresgehalt von CHF 70'778.- ergebe, welches weit höher 
liege als der statistische mittlere Bruttojahreslohn als C.________ von CHF 55'200.-. Bei ihrem 
ehemaligen Arbeitgeber habe sie einen unüblich hohen Jahreslohn von CHF 95'160.- für ein 80%-
Pensum erhalten. Mittlerweile habe sie über 100 Bewerbungen vorgenommen und keine der ange-
fragten Apotheker oder branchenverwandtes Unternehmen sei bereit gewesen, ihr einen höheren 
Lohn als der bei ihrem neuen Arbeitgeber ausgehandelten zu bezahlen. Ihres Erachtens habe sie 
die Vorgaben des SECO in Bezug auf die Pflicht zur Schadenminderung bestmöglich erfüllt.

3.2. Gemäss der Arbeitgeberbescheinigung des ehemaligen Arbeitgebers bezog die Beschwer-
deführerin zuletzt einen Monatslohn von CHF 7'320.-, was einem Jahreslohn von CHF 95'160.- 
inkl. 13. Monatslohn entspricht, dies bei einem vertraglichen Pensum von 79% (34 Stunden bei 
einer Normalarbeitszeit von 43 Stunden). Der Arbeitsvertrag wurde ihr am 27. Juni 2018 auf den 
30. September 2018 wegen "Reorganisation und Neustrukturierung" gekündigt (AMA-Akten 
Nr. 14).

Vom 26. Juli 2018 datiert der unbefristete Arbeitsvertrag mit der F.________. Dieser sah einen 
Arbeitsbeginn am 1. Oktober 2018 sowie bei einem Pensum von 90.45% einen Jahresbruttolohn 
inkl. 13. Monatslohn von CHF 63'700.- vor (AMA-Akten Nr. 12).

Am 20. September 2018 meldete sie sich beim RAV als arbeitslos und beanspruchte Arbeitslosen-
entschädigung ab dem 1. Oktober 2018 (AMA-Akten Nr. 13).

Den Protokollen zu den Beratungsgesprächen (AMA-Akten Nr. 11) ist zu entnehmen, dass die 
Beschwerdeführerin am 25. September 2018 eine Verschiebung des am 3. Oktober 2018 Erstge-
sprächs vorgesehenen Erstgesprächs beantragte, weil sie arbeite. Dabei wurde festgehalten, die 
Anmeldung erfolge einzig aufgrund der Kompensationszahlungen, da sie bereits eine neue Stelle 
habe, die aber viel schlechter bezahlt werde. Anlässlich des Erstgesprächs vom 2. Oktober 2018 

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erklärte die Beschwerdeführerin, sie suche grundsätzlich keine neue Stelle, weil sie als 
C.________ auf gar keinen Fall mehr als den aktuellen Lohn erzielen könne. Dieser entspreche 
dem Maximum, was für eine C.________ bezahlt werde. Sie habe bis anhin zwei Bewerbungen 
gemacht, wovon einer zur neuen Anstellung geführt habe. Der Personalberater hielt fest, es müsse 
zuerst die Vermittlungsfähigkeit abgeklärt werden. Werde diese bejaht, müsse die Beschwerdefüh-
rerin acht Bewerbungen pro Kontrollperiode vornehmen. Sie war enttäuscht, dass sie von der 
Stellensuche nicht befreit wurde.

Mit Verfügung vom 4. Oktober 2018 (AMA-Akten Nr. 8) bejahte das AMA die Vermittlungsfähigkeit 
ab dem 1. Oktober 2018 unter der Berücksichtigung des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin 
jeweils Dienstag und Freitag von 10 bis 16 Uhr ihre Mutter betreue und nicht verfügbar sei. Da sie 
aufgrund des Verdienstausfalls Kompensationszahlungen der Arbeitslosenkasse in Anspruch 
nehmen wolle, habe sie ihren aktuellen Verdienst als Zwischenverdienst zu deklarieren und habe 
Bewerbungen für andere Stellen vorzunehmen, um ihre Arbeitslosigkeit (Anspruch auf Kompensa-
tionszahlungen) gänzlich zu beenden.

Gemäss dem Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen für die Zeit vor ihrer Arbeitslosigkeit 
(AMA-Akten Nr. 7) nahm die Beschwerdeführerin am 27. Juni 2018 zwei Bewerbungen vor, wobei 
eine davon zu ihrer aktuellen Anstellung führte.

Am 30. Oktober 2018 (AMA-Akten Nr. 6) wurde sie vom RAV aufgefordert, bis am 9. November 
2018 zu den ungenügenden Arbeitsbemühungen vor der Arbeitslosigkeit Stellung zu nehmen. In 
ihrer Antwort vom 7. November 2018 (AMA-Akten NR. 5) wies sie darauf hin, sie habe noch am 
Kündigungstag von der F.________ eine Offerte für eine 90%-Anstellung ab dem 1. Oktober 2018 
erhalten und den Vertrag am 26. Juli 2018 unterzeichnet. Am 17. September 2018 habe sie von 
nichtamtlicher Stelle die Information erhalten, dass sie bei geringerem Lohn als bei der früheren 
Anstellung Anspruch auf Kompensationszahlungen geltend machen könne, weshalb sie sich am 
20. September 2018 beim RAV angemeldet habe. Dabei sei sie informiert worden, falls ihre 
Vermittlungsfähigkeit bejaht werde, müsse sie Arbeitsbemühungen vornehmen. Anlässlich des 
Erstgesprächs vom 2. Oktober 2018 sei sie informiert worden, sie müsse Arbeitsbemühungen 
machen. Dem sei sie ab dem 3. Oktober 2018 nachgekommen. Sie sei aus ihrer Sicht gar nie 
arbeitslos gewesen.

3.3. Das AMA weist zu Recht darauf hin, dass die versicherte Person sich bereits ab dem Zeit-
punkt der Kündigung des früheren Arbeitsverhältnisses und damit vor Eintritt der Arbeitslosigkeit 
intensiv um eine neue Arbeit bemühen muss. Sie hat sich dementsprechend während einer allfälli-
gen Kündigungsfrist, aber auch generell während der Zeit vor der Anmeldung, unaufgefordert um 
Stellen zu bemühen und sie kann sich insbesondere nicht damit exkulpieren, nicht gewusst zu 
haben, dass sie schon vor der Anmeldung zum Leistungsbezug zur ernsthaften Arbeitssuche 
verpflichtet war und nicht darauf aufmerksam gemacht worden sei. Ebenso ist es korrekt, dass sich 
die Beschwerdeführerin mit nur zwei Bewerbungen während einer dreimonatigen Kündigungsfrist 
grundsätzlich zu wenig um eine neue Stelle bemüht hat. Ferner war die Beschwerdeführerin 
aufgrund der Tatsache, dass die neue Stelle um einiges tiefer entlöhnt wird als die vorherige Stel-
le, was ihr den Anspruchs auf Kompensationszahlungen eröffnete, weiterhin im Sinne des Geset-
zes zumindest teilweise arbeitslos. Überdies ist die Beschwerdeführerin darauf hinzuweisen, dass 
auch bei einem Zwischenverdienst weiterhin Arbeitsbemühungen vorzunehmen sind.

Dennoch erscheint im vorliegenden speziell gelagerten Fall die vom AMA ausgesprochene Einstel-
lung als nicht verhältnismässig. So ist hervorzuheben, dass die Beschwerdeführerin bereits am 

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Tag ihrer Kündigung, den 27. Juni 2018, die zwei Bewerbungen vorgenommen und gleichentags 
eine Offerte der F.________ für eine Festanstellung erhalten hat. Die Vertragsunterzeichnung fand 
am 26. Juli 2018 statt und somit lange vor der Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung. Der 
Arbeitsbeginn erfolgte am 1. Oktober 2018 und damit nahtlos nach dem Ende des Arbeitsverhält-
nisses beim ehemaligen Arbeitgeber. Es ist nachvollziehbar, dass sich die Beschwerdeführerin 
deshalb als nicht arbeitslos angesehen hat und keine weiteren Bewerbungen vorgenommen hat, 
da gemäss dem allgemeinen Sprachverständnis im vorliegenden Fall nicht von einer "klassischen" 
Arbeitslosigkeit gesprochen werden kann. 

Die Beschwerdeführerin kam weiter ihrer Pflicht zur Schadensminderung auch insofern nach, als 
sie ihr Pensum von 80% auf 90% erhöht hat, obwohl sie an zwei Tagen der Woche ihre betagte 
Mutter betreut. Einzig wegen des Umstandes, dass sie bei ihrem frühen Arbeitgeber ein über-
durchschnittlich hohes Einkommen erzielt hat, meldete sie sich bei der Arbeitslosenversicherung 
an und machte ihren Anspruch auf Kompensationzahlungen geltend. Sinn und Zweck der 
Kompensationszahlungen ist es ja gerade, dass Stellensuchende auch schlechter bezahlte Stellen 
annehmen. Überdies hat sich inzwischen gezeigt, dass die Lageeinschätzung der Beschwerdefüh-
rerin korrekt war und es ihr trotz genügender Arbeitsbemühungen seit der Kontrollperiode Oktober 
2018 nicht gelungen ist, eine besser entlöhnte Stelle zu finden. Diesbezüglich ist ebenso das Alter 
der Beschwerdeführerin zu berücksichtigen, weshalb ihre nahtlose Anstellung bei der F.________ 
als klarer Erfolg zu sehen ist, was auch die Ansicht ihres Personalberaters in einer E-Mail an das 
AMA war (vgl. PDF2 S. 45). Ferner hielt dieser in den Protokollen der Beratungsgesprächen ab 
dem 18. Dezember 2018 (vgl. z. B. PDF S. 87, S. 81, S. 51) jeweils explizit fest, die Chance in 
ihrem Alter eine Anstellung zu finden, wo sie mehr als 70% des versicherten Verdienstes erhalte, 
sei gleich Null, da sie bereits den branchenspezifischen Höchstlohn erziele, weshalb er ab Juli 
2019 die Anzahl der monatlichen Bewerbungen von acht auf sechs (vgl. PDF S. 38) und später auf 
vier (vgl. PDF S. 12) reduzierte.

Hätte die Beschwerdeführerin zudem erst eine Stelle angenommen, bei welcher sie eine vergleich-
bare Entlöhnung wie bei ihrem früheren Arbeitgeber erhalten hätte, so wäre der Schaden für die 
Arbeitslosenversicherung um einiges höher gewesen, als er jetzt aufgrund der Leistung der 
Kompensationszahlungen ist.

Schliesslich wurde die Vermittlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin bejaht, was hier nicht mehr 
geprüft werden muss. Es obliegt jedoch dem AMA, gegebenenfalls im weiteren Verlauf erneut zu 
prüfen, ob die Vermittlungsfähigkeit weiterhin gegeben ist. 

Aus den dargestellten Gründen ist deshalb im vorliegenden speziell gelagerten Fall ausnahmswei-
se von einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung abzusehen. 
Dies auch deshalb, weil die Beschwerdeführerin seit dem Oktober 2018 ihren Pflichten als Arbeits-
lose immer korrekt nachgekommen ist. 

4.

Zusammenfassend ist nicht von einem einstellungswürdigen Verhalten der Beschwerdeführerin 
auszugehen, weshalb die Beschwerde gutzuheissen und der Einspracheentscheid vom 
27. November 2019 aufzuheben ist.

Gemäss dem hier zur Anwendung kommenden Prinzip der Kostenlosigkeit des Verfahrens werden 
keine Gerichtskosten erhoben.

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Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde von A.________ wird gutgeheissen.

Der Einspracheentscheid des Amtes für den Arbeitsmarkt vom 27. November 2019 wird 
aufgehoben.

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

III. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innerhalb einer Frist von 30 Tagen ab Erhalt beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einge-
reicht werden. Diese Frist kann weder verlängert noch unterbrochen werden. Die Beschwerde-
schrift muss in drei Exemplaren abgefasst und unterschrieben werden. Dabei müssen die Gründe 
angegeben werden, weshalb die Änderung dieses Urteils verlangt wird. Damit das Bundesgericht 
die Beschwerde behandeln kann, sind die verfügbaren Beweismittel und der angefochtene 
Entscheid mit dem dazugehörigen Briefumschlag beizulegen. Das Verfahren vor dem Bundesge-
richt ist grundsätzlich kostenpflichtig.

Freiburg, 26. August 2020/bsc

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber-Berichterstatter: