# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e511d765-633e-5804-a837-4555575b4c26
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.09.2009 D-5922/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5922-2006_2009-09-04.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5922/2006/dcl
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz),
Richter Daniel Schmid, Richter Blaise Pagan,
Gerichtsschreiber Daniel Merkli.

A._______
Russland,
vertreten durch lic. iur. Johan Göttl, 
Anlaufstelle Baselland, Oberfeldstrasse 11a, 
4133 Pratteln,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verfügung vom 7. November 2006 i.S. Asyl und 
Wegweisung / N______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5922/2006

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer - ein russischer Staatsangehöriger tschetsche-
nischer  Ethnie  aus  B._______  -  stellte  am  26. März  2006  im 
C.________ein Asylgesuch.

B.
Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  brachte  der  Beschwerdeführer 
anlässlich der Befragung im C.__________ vom 29. März 2006,  der 
Anhörung durch die zuständige kantonale Behörde vom 23. Mai 2005 
und der ergänzenden Anhörung durch das BFM vom 21. September 
2006  im  Wesentlichen  vor,  seit  dem  Jahre  2000  habe  er  in 
Tschetschenien  bei  sogenannten  Säuberungen  oft  Erniedrigungen 
erlebt. Nach Beendigung der Mittelschule habe er oft bei einem Onkel, 
Wildhüter  des  Bezirks  B.________,  gelebt  und  regelmässig  Kontakt 
mit einem Cousin, einem Widerstandskämpfer, gehabt; dieser Cousin 
sei  im  August  2005  umgebracht  worden.  Im  Oktober  2005  hätten 
Maskierte  -  vermutlich  Angehörige  der  neu  gegründeten 
tschetschenischen  OMON  unter  Führung  von  D._______ -  seinen 
Onkel,  der  möglicherweise  denunziert  worden  sei  und  seither  als 
verschollen gelte, verschleppt. Auch er sei gleichentags während sei-
ner  Abwesenheit  Zuhause aufgesucht  worden. In  der  Folge habe er 
sich  bei  den  Grosseltern  des  Schwagers  in  E._______  aufgehalten 
und  dort  erfahren,  dass  er  mehrmals  Zuhause  gesucht  worden  sei, 
weshalb er sich zur Ausreise entschlossen habe.

Zur Einreichung rechtsgenüglicher Identitätspapiere aufgefordert, gab 
der Beschwerdeführer an, er habe nie einen Reisepass besessen und 
seine Identitätskarte sei anfangs November 2005 von Maskierten, wel-
che  ihn  gesucht  hätten,  konfisziert  worden.  Indessen  befänden  sich 
sein Geburtsschein und sein Führerausweis bei seinem Schwager und 
er werde sich darum bemühen, diese einzureichen (vgl. A1, S. 4).

C.
Am 8. Juni 2006 wurden durch das Grenzwachkorps in einer von Polen 
kommender  Briefpostsendung  unter  anderem  ein  Führerschein  und 
eine Geburtsurkunde des Beschwerdeführers sichergestellt.

D.
Auf  Anfrage  des  BFM  teilte  die  Schweizerische  Vertretung  in 

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F._______mit  Schreiben  vom 28. Juni  2006  unter  anderem mit,  der 
Beschwerdeführer sei am 14. März 2006 mit einem Visum (gültig vom 
14. März 2006 bis 5. September 2006) in Polen eingereist und habe, 
ohne um Asyl nachzusuchen, bei einem polnischen Staatsangehörigen 
namens G._______ gelebt.

E.
Im  Rahmen  des  anlässlich  der  ergänzenden  Bundesanhörung  vom 
21. September  2006  gewährten  rechtlichen  Gehörs  bestritt  der  Be-
schwerdeführer den Aufenthalt in Polen.

F.
Mit Verfügung vom 7. November 2006 wies das BFM das Asylgesuch 
des  Beschwerdeführers  ab,  ordnete  dessen  Wegweisung  aus  der 
Schweiz  an  und  erachtete  den  Vollzug  als  zulässig,  zumutbar  und 
möglich.

G.
Mit  auf  den 18. Dezember 2006 datierter, zuhanden der Schweizeri-
schen Post am 8. Dezember 2006 aufgegebener Eingabe an die da-
mals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) erklärte 
der Beschwerdeführer ohne nähere Begründung, gegen die Verfügung 
des BFM vom 7. November 2006 Beschwerde zu erheben.

H.
Mit Zwischenverfügung vom 24. Januar 2007 forderte der zuständige 
Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  den  Beschwerde-
führer  unter  Androhung des Nichteintretens  im Unterlassungsfall  zur 
Einreichung einer rechtsgenüglichen Beschwerde auf.

I.
Dieser  Aufforderung  kam der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  seines 
Rechtsvertreters vom 7. Februar 2007 fristgerecht nach. In verfahrens-
rechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021) und um Verzicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses 
ersucht. 

K.
In ihrer Vernehmlassung vom 18. Juli 2007 beantragte die Vorinstanz 
die Abweisung der Beschwerde. 

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L.
Am  14.  September  2009  holte  das  Bundesverwaltungsgericht  beim 
Bundesamt für Justiz einen Auszug aus dem Strafregister ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005  (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen des BFM (Art. 5 VwVG), welche in An-
wendung des Asylgesetzes ergangen sind; das Bundesverwaltungsge-
richt entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgeset-
zes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  bei  der  ARK  am  31.  Dezember  2006  noch  hängigen  Be-
schwerdeverfahren wurden per 1. Januar 2007 durch das Bundesver-
waltungsgericht übernommen und werden durch dieses weitergeführt; 
dabei findet das neue Verfahrensrecht Anwendung (vgl. Art. 53 Abs. 2 
VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht;  der  Be-
schwerdeführer  ist  legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 
50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

1.4 Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die 
Verletzung von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessen-
heit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2.
Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, 
wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, 
wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit zu einer be-
stimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen 
ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, sol-
chen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten 

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namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Mass-
nahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken;  den 
frauenspezifischen  Fluchtgründen  ist  Rechnung  zu  tragen  (Art. 3 
AsylG).

Die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3  AsylG  erfüllt  eine  asylsu-
chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nach-
teile von bestimmter Intensität erlitten hat bzw. mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürchten 
muss, welche ihr gezielt  und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive 
durch  Organe des Heimatstaates  oder  durch nichtstaatliche Akteure 
zugefügt worden sind bzw. zugefügt zu werden drohen (vgl. Entschei-
de  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2008/4 
E. 5.2 S. 37; EMARK 2006 Nr. 18 E. 7 und 8 S. 190 ff.; EMARK 2005 
Nr. 21  E. 7  S. 193).  Aufgrund  der  Subsidiarität  des  flüchtlingsrechtli-
chen Schutzes setzt  die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft  au-
sserdem voraus, dass die betroffene Person in ihrem Heimatland kei-
nen  ausreichenden  Schutz  finden  kann  (vgl.  BVGE  2008/4  E. 5.2 
S. 37 f.;  EMARK  2006  Nr. 18  E. 10  S. 201  ff.;  EMARK  2005  Nr. 21 
E. 7.3 S. 194 und E. 11.1 S. 201 f.). Ausgangspunkt für die Beurteilung 
der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Aus-
reise vorhandenen Verfolgung oder  begründete Furcht  vor einer  sol-
chen.  Die  Situation  im  Zeitpunkt  des  Asylentscheides  ist  jedoch  im 
Rahmen der Prüfung nach der Aktualität der Verfolgungsfurcht eben-
falls  wesentlich.  Veränderungen  der  objektiven  Situation  im  Heimat-
staat  zwischen  Ausreise  und  Asylentscheid  sind  deshalb  zugunsten 
und zulasten der das Asylgesuch stellenden Person zu berücksichti-
gen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f.; EMARK 2000 Nr. 2 E. 8a S. 20; 
WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], Aus-
länderrecht, Basel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18; WALTER 
KÄLIN,  Grundriss  des  Asylverfahrens,  Basel/Frankfurt  a.M.  1990, 
S. 135 ff.).

Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn 
die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in 
wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälsch-
te oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

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3.
3.1 Die Vorinstanz erachtete in ihrer angefochtenen Verfügung die Vor-
bringen des Beschwerdeführers, wegen dem Kontakt mit einem Cou-
sin, einem Widerstandskämpfer, wie sein verschollener Onkel Behelli-
gungen ausgesetzt gewesen zu sein, insgesamt als unglaubhaft.

Sie führte aus, zum Einen habe der Beschwerdeführer unterschiedli-
che Angaben dazu gemacht, wie oft man ihn Zuhause gesucht habe. 
So  habe  er  abweichend  von  der  Aussage  anlässlich  der  Erstbefra-
gung, wonach er vier Mal zu Hause gesucht worden sei (vgl. BFM-Pro-
tokoll A1, S. 5) im Rahmen der kantonalen Anhörung angegeben, sehr 
oft, seit der Festnahme des Onkels zwei Mal wöchentlich gesucht wor-
den zu sein (vgl. A8, S. 11), um danach anlässlich der ergänzenden 
Bundesanhörung  anzugeben,  er  sei  fünf  Mal  gesucht  worden  (vgl. 
A13, S. 8). Zum Anderen sei es realitätsfremd, dass sich seine Verfol-
ger auf der Suche nach ihm, wie vom Beschwerdeführer angegeben, 
nur bei seinen Eltern nach ihm erkundigt und deren Wohnung durch-
sucht  hätten,  obwohl er  sich nach eigenen Angaben die meiste Zeit 
beim  Onkel  aufgehalten  habe  und  zahlreiche  Verwandte  in  Tschet-
schenien lebten (vgl. A13, S. 3). Vielmehr sei davon auszugehen, dass 
bei entsprechendem Verdacht auch die übrigen Familienmitglieder, wie 
auch die Familienangehörigen des angeblich festgenommenen Onkels 
verdächtigt oder beschuldigt worden wären. Bezeichnenderweise habe 
sich  der  Beschwerdeführer  denn auch  während Monaten ohne  nen-
nenswerte Schwierigkeiten im Dorf einer verheirateten Schwester auf-
halten können. Im Weiteren seien die Angaben des Beschwerdefüh-
rers über den Cousin, den er während Monaten unterstützt haben will, 
äusserst  vage und unsubstanziiert  ausgefallen  (vgl.  A8,  S. 14; A13, 
S. 5 und 7). Schliesslich stehe aufgrund der Auskunft der polnischen 
Asylbehörden  -  welche  durch  den  unsubstanziierten  Erklärungsver-
such  des  Beschwerdeführers,  er  habe  kein  Visum und  auch  keinen 
Pass gehabt (vgl. A13, S. 9) nicht in Frage gestellt werde - fest, dass 
der  Beschwerdeführer  nicht  wie  geltend  gemacht  um den  20.  März 
2006  in  ein  ihm  unbekanntes  Land  (vgl.  A1,  S.  6),  sondern  am 
14. März 2006 mit einem Visum in Polen eingereist sei. Somit sei da-
rauf zu schliessen, dass der Beschwerdeführer nicht aus den von ihm 
dargelegten Gründen seinen Heimatstaat verlassen habe. 

Im Weiteren seien die geltend gemachten schwierigen Lebensumstän-
de in Tschetschenien, wie beispielsweise die häufigen Personenkont-
rollen nach Ausbruch des zweiten Tschetschenienkrieges, als Nachtei-

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le, welche auf die dortigen allgemeinen Lebensbedingungen zurückzu-
führen seien,  nicht  asylrelevant. Es treffe  zwar zu,  dass Angehörige 
der  tschetschenischen  Ethnie  im  Kriegsgebiet  von  Tschetschenien 
durch Sicherheitskräfte teils unter schwerer Misshandlung häufig kon-
trolliert würden; indessen lebe eine grosse Zahl von ihnen ausserhalb 
Tschetscheniens in der Russischen Föderation, ohne dort asylrelevan-
ten Nachteilen  ausgesetzt  zu sein. Auch wenn vor allem im Zusam-
menhang  mit  Bombenanschlägen  in  einzelnen  Gebieten  Russlands 
Personen tschetschenischer Ethnie häufiger als andere überprüft wür-
den, sei nach Erkenntnissen des BFM nicht von deren kollektiven Ver-
folgung auszugehen. 

Schliesslich sei  zwar aufgrund der allgemeinen Lage in  Tschetsche-
nien eine Wegweisung in diese Region als unzumutbar zu erachten, 
indessen  sei  es  dem  jungen  und  gesunden  Beschwerdeführer,  der 
während neun Jahren die Grund- und Mittelschule besucht habe, beim 
Aufräumen von zerstörten Häusern und bei der Getreideernte geholfen 
habe und einen Führerschein besitze, zuzumuten, sich gestützt auf die 
verfassungsmässig  garantierte  Niederlassungsfreiheit  ausserhalb 
Tschetscheniens zumindest temporär aufzuhalten. 

3.2 In seiner Beschwerde hielt der Rechtsvertreter im Zusammenhang 
mit  den  von  der  Vorinstanz  hervorgehobenen  Unglaubhaftigkeitsele-
menten unter  anderem fest,  es lasse sich plausibel  erklären,  warum 
der Beschwerdeführer unterschiedliche Angaben dazu gemacht habe, 
wie oft er gesucht worden sei. Zum Einen hätten sich die diesbezügli-
chen  Vorbringen  auf  Angaben  von Dritten  gestützt,  welche  naturge-
mäss ungenauer sein könnten, zum Anderen sei der Beschwerdefüh-
rer vier oder fünf Mal bei sich Zuhause gesucht worden und darüber 
hinaus des öfteren im übrigen Dorf,  weshalb der von der Vorinstanz 
behauptete Widerspruch nicht bestehe. Im Weiteren bedeute die Tatsa-
che,  dass  der  Beschwerdeführer  angegeben habe,  lediglich bei  sich 
Zuhause und bei seinen Eltern gesucht worden zu sein, nicht, wie von 
der Vorinstanz behauptet,  dass eine weitere behördliche Suche, von 
welcher der Beschwerdeführer bloss nichts gewusst habe, nicht doch 
stattgefunden habe. Auch sei es entgegen der Auffassung der Vorins-
tanz durchaus nicht realitätsfremd, dass sich die Suche nach dem Be-
schwerdeführer auf einen engeren Kreis von Personen begrenzt habe, 
wobei die Grossmutter des Schwagers, bei der sich der Beschwerde-
führer versteckt gehabt habe, nicht zu einem solchen gehöre. Im Wei-
teren hielt der Rechtsvertreter fest, dem Beschwerdeführer könne ent-

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gegen der Auffassung der Vorinstanz  nicht zum Vorwurf gemacht wer-
den, dessen Angaben über den Cousin, den er während Monaten un-
terstützt habe, seien vage ausgefallen, habe doch sein Onkel die Ku-
rierdienste organisiert und der Beschwerdeführer, damals noch im ju-
gendlichen Alter,  habe lediglich  seinen Cousin mit  Lebensmittel  und 
Medikamenten  versorgt.  Schliesslich  müsse  die  Feststellung  der 
Vorinstanz,  der  Beschwerdeführer  habe unzutreffende Angaben zum 
Ausreisedatum aus Tschetschenien gemacht und sei ausserdem ent-
gegen seinen Angaben mit einem Pass und einem Visum in Polen ein-
gereist, angezweifelt werden, reise doch, wie dem auszugsweise bei-
liegendem Bericht 'Die Situation tschetschenischer Asylbewerber und 
Flüchtlinge in Polen und Auswirkungen der EU-Verordnung Dublin II' 
zu  entnehmen  sei,  der  überwiegende  Teil  der  tschetschenischen 
Flüchtlinge  ohne  gültiges  Visum  in  Polen  ein  und  es  gebe  keinen 
Grund für die Annahme, dass es ausgerechnet dem Beschwerdeführer 
gelungen sein soll, ein Visum für die Einreise nach Polen zu erlangen. 
Schliesslich habe es die Vorinstanz, soweit aus den Akten ersichtlich, 
versäumt, dem Beschwerdeführer Gelegenheit zu geben, sich zu den 
Abklärungsergebnissen bei den polnischen Behörden zu äussern und 
damit den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt.

Im Weiteren wurde in der Beschwerde auf die Rechtsprechung der da-
mals zuständigen Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) Be-
zug genommen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizeri-
schen Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 17)  und eine inner-
staatliche Fluchtalternative für den Beschwerdeführer verneint mit der 
Begründung, wegen den Tätigkeiten des Onkels und des Cousins des 
Beschwerdeführers sei anzunehmen, dass der Beschwerdeführer lan-
desweit gesucht werde. Schliesslich sei der Wegweisungsvollzug des 
Beschwerdeführers entgegen der Auffassung der Vorinstanz als unzu-
mutbar zu erachten, da alle Angehörigen in Tschetschenien verblieben 
seien und er keine weiterführende Berufsausbildung habe.

3.3 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung zutreffend die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  wegen  dem  Kontakt  mit  einem 
Cousin, einem Widerstandskämpfer, wie sein verschollener Onkel Be-
helligungen ausgesetzt zu sein, insgesamt als nicht glaubhaft im Sinne 
von Art. 7 AsylG erachtet.

Mit dem Bundesamt ist zum Einen festzustellen, dass der Beschwer-
deführer unterschiedliche Angaben dazu gemacht hat, wie oft man ihn 

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Zuhause gesucht habe. Hinsichtlich näherer Begründung kann zur Ver-
meidung von Wiederholungen auf die zu bestätigenden Feststellungen 
der Vorinstanz verwiesen werden. In der Beschwerde wird unter ande-
rem entgegnet, der Beschwerdeführer sei vier oder fünf Mal bei sich 
Zuhause gesucht worden und darüber hinaus des öfteren im übrigen 
Dorf,  weshalb  der  von der  Vorinstanz  behauptete  Widerspruch  nicht 
bestehe.  Diese  Entgegnung  vermag  nicht  zu  überzeugen,  bezogen 
sich  doch die abweichenden Aussagen des Beschwerdeführers aus-
drücklich einzig auf die geltend gemachte Suche bei ihm Zuhause und 
nicht, wie behauptet, auch auf die Suche im übrigen Dorf. Auch der üb-
rige  Erklärungsversuch,  wonach  sich  die  diesbezüglichen  Aussagen 
des Beschwerdeführers auf Angaben von Dritten gestützt hätten, wel-
che naturgemäss ungenauer sein könnten, vermag nicht zu überzeu-
gen.

Zum Anderen hat die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen, es sei 
realitätsfremd, dass sich die Verfolger des Beschwerdeführers, wie von 
ihm geschildert,  nur bei seinen Eltern nach ihm erkundigt und deren 
Wohnung durchsucht  hätten,  obwohl  er  sich  nach eigenen Angaben 
die meiste Zeit beim Onkel aufgehalten habe und zahlreiche Verwand-
te in Tschetschenien lebten (vgl. A13, S. 3). Vielmehr ist mit der Vorins-
tanz davon auszugehen, dass bei entsprechendem Verdacht auch die 
übrigen Familienmitglieder, wie auch die Familienangehörigen des an-
geblich festgenommenen Onkels verdächtigt oder beschuldigt worden 
wären. Bezeichnenderweise hat sich der Beschwerdeführer denn auch 
während Monaten ohne nennenswerte Schwierigkeiten im Dorf einer 
verheirateten Schwester aufhalten können. Der blossen gegenteiligen 
Behauptung in der Beschwerde, wonach es durchaus nicht realitäts-
fremd sei, dass sich die Suche nach dem Beschwerdeführer auf einen 
engeren  Kreis  von  Personen  begrenzt  habe,  wobei  die  Grossmutter 
des Schwagers, bei sich der Beschwerdeführer versteckt gehabt habe, 
nicht zu einem solchen gehöre, ist somit nicht zuzustimmen. Auch der 
weitere Erklärungsversuch, wonach die Tatsache, dass der Beschwer-
deführer angegeben habe, lediglich bei sich Zuhause und bei seinen 
Eltern gesucht worden zu sein, nicht bedeute, dass eine weitere be-
hördliche Suche, von welcher der Beschwerdeführer bloss nichts ge-
wusst  habe,  nicht  doch  stattgefunden  habe,  vermag  keineswegs  zu 
überzeugen und ist als unbehelflicher Erklärungsversuch zu erachten. 

Im Weiteren sind,  wie  von der  Vorinstanz  zutreffend ausgeführt,  die 
Angaben  des  Beschwerdeführers  über  den  Cousin,  den er  während 

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Monaten unterstützt haben will, auffallend unbestimmt ausgefallen. Die 
Entgegnung in der Beschwerde, wonach sein Onkel die Kurierdienste 
organisiert  und der  Beschwerdeführer,  damals  noch im jugendlichen 
Alter, lediglich seinen Cousin mit Lebensmittel und Medikamenten ver-
sorgt habe, vermag das diesbezüglich ausweichende Aussageverhal-
ten des Beschwerdeführers nicht plausibel zu erklären. 

Schliesslich steht aufgrund der Auskunft der polnischen Asylbehörden 
- welche durch den blossen Hinweis in der Beschwerde, wonach erfah-
rungsgemäss der überwiegende Teil der tschetschenischen Flüchtlinge 
ohne gültiges Visum in  Polen einreise,  nicht  in  Frage gestellt  wird  - 
fest,  dass der  Beschwerdeführer  nicht  wie  geltend gemacht  um den 
20. März  2006  in  ein  ihm unbekanntes  Land,  sondern  am 14. März 
2006  mit  einem Visum in  Polen  eingereist  ist.  Auch  diese  Tatsache 
lässt, wie von der Vorinstanz zutreffend festgestellt, darauf schliessen, 
dass der Beschwerdeführer nicht aus den von ihm dargelegten Grün-
den seinen Heimatstaat verlassen hat. Unglaubhaft ist zudem vor die-
sem Hintergrund seine Aussage, er habe nie einen Reisepass beses-
sen. Was die Rüge in der Beschwerde betrifft, die Vorinstanz habe es 
versäumt, dem Beschwerdeführer Gelegenheit zu geben, sich zu den 
Abklärungsergebnissen bei den polnischen Behörden zu äussern und 
damit  den  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  verletzt,  ist  festzuhalten, 
dass  das  BFM  im  Rahmen  der  ergänzenden  Bundesanhörung  dem 
Beschwerdeführer  mitteilte,  gemäss  Auskunft  der  polnischen  Behör-
den sei er am 14. März 2006 mit einem polnischen Visum lautend auf 
seinen Namen eingereist (vgl. A13, S. 9), womit es dem Beschwerde-
führer  den  wesentlichen  Inhalt  des  Abklärungsergebnisses  bekannt 
gab.  Gleichzeitig  erhielt  der  Beschwerdeführer  Gelegenheit,  sich  zu 
diesem Abklärungsergebnis zu äussern, weshalb keine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs vorliegt.

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 
nicht glaubhaft darlegen konnte, wegen dem Kontakt mit einem Cou-
sin, einem Widerstandskämpfer, wie sein verschollener Onkel Behelli-
gungen ausgesetzt gewesen zu sein.

3.4 Im  Weiteren  ist  mit  der  Vorinstanz  festzustellen,  dass  der  Be-
schwerdeführer alleine aufgrund seiner tschetschenischen Ethnie kei-
ne begründete  Furcht  hat,  bei  einer  Rückkehr  auf  dem Staatsgebiet 
der Russischen Föderation Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG aus-
gesetzt  zu  sein. Nach  geltender  Rechtsprechung unterliegen  tschet-

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schenische Asylsuchende auf dem Staatsgebiet der Russischen Föde-
ration keiner Kollektivverfolgung (vgl. EMARK 2005 Nr. 17 E. 6.2). So-
weit in der Beschwerde geltend gemacht wird, dem Beschwerdeführer 
könne das Vorliegen einer innerstaatlichen Fluchtalternative nicht vor-
gehalten werden, da wegen den Tätigkeiten des Onkels und des Cou-
sins anzunehmen sei, dass der Beschwerdeführer landesweit gesucht 
werde, ist darauf hinzuweisen, dass die Vorbringen des Beschwerde-
führers, wegen dem Kontakt mit diesen Personen Behelligungen aus-
gesetzt gewesen zu sein, aus den genannten Gründen als nicht glaub-
haft erachtet wurden.

3.5 Aus  den  obenstehenden  Erwägungen  folgt,  dass  es  dem  Be-
schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich relevante Verfol-
gung glaubhaft zu machen. Die Vorinstanz hat das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers zu Recht abgelehnt.

4.
4.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

4.2 Da die Beschwerde gestützt  auf  die vorstehenden Ausführungen 
im Asylpunkt  abzuweisen ist  und  der  Beschwerdeführer  weder  über 
eine fremdenpolizeiliche Aufenthaltsbewilligung verfügt noch Anspruch 
auf Erteilung einer solchen hat, wurde die Wegweisung zu Recht an-
geordnet (vgl. dazu EMARK 2001 Nr. 21).

5.
Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt das  Anwesenheitsverhältnis 
nach den gesetzlichen Bestimmungen über  die vorläufige  Aufnahme 
von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgeset-
zes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer 
[AuG, SR 142.20]).

Der Vollzug ist nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer 
weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Dritt-
staat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann. Er ist nicht zuläs-
sig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterrei-
se  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den Heimat-,  Herkunfts- 
oder in einen Drittstaat entgegenstehen. Der Vollzug kann für Auslän-

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derinnen oder Ausländer unzumutbar sein, wenn sie in Situationen wie 
Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage im 
Heimat- oder Herkunftsstaat konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 2 - 4 
AuG).

6.
6.1 Die  Vorinstanz  erachtete  den  Vollzug  der  Wegweisung  des  Be-
schwerdeführers nach Russland als zulässig, zumutbar und möglich. 
Sie führte aus, zwar sei der Vollzug der Wegweisung nach Tschetsche-
nien angesichts der allgemeinen Lage in dieser Region nicht zumut-
bar, jedoch sei es dem Beschwerdeführer, einem jungen und gesun-
den Mann, der während neun Jahren die Grund- und Mittelschule be-
sucht habe, beim Aufräumen von zerstörten Häusern und bei der Ge-
treideernte geholfen habe und einen Führerschein besitze, zuzumuten, 
sich in einem anderen Teil der Russischen Föderation niederzulassen, 
namentlich im Wolgagebiet oder in Dagestan. 

6.2 Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Wegweisung des Beschwerde-
führers nach Russland vollzogen werden kann oder ob stattdessen die 
vorläufige  Aufnahme  anzuordnen  ist.  In  diesem  Zusammenhang  ist 
festzustellen, dass die unter E. 5 einleitend erwähnten drei Bedingun-
gen für einen (vorläufigen) Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung - 
Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit - alternativer Natur 
sind:  Ist  eine  dieser  Voraussetzungen  erfüllt,  so  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung als  undurchführbar  zu  erachten  und die  weitere  Anwe-
senheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vorläufige 
Aufnahme zu regeln (vgl. EMARK 2001 Nr. 1 E. 6a S. 2, EMARK 2006 
Nr. 6 E. 4.2 S. 54 f., beide noch unter der Geltung  des Bundesgeset-
zes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Auslän-
der [ANAG], welches am 1. Januar 2008 durch das AuG ersetzt wur-
de). 

6.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  -  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG  -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

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6.4 Wie bereits die Vorinstanz zutreffend ausgeführt  hat, ist der Voll-
zug  der  Wegweisung  nach  Tschetschenien  aufgrund  der  dort  herr-
schenden allgemeinen Lage als unzumutbar zu erachten. In Fortset-
zung der diesbezüglichen Rechtsprechung der Schweizerischen Asyl-
rekurskommission  geht  das  Bundesverwaltungsgericht  davon  aus, 
dass  sich  der  Vollzug  der  Wegweisung  abgewiesener  tschetscheni-
scher Asylsuchender an einen innerstaatlichen Zufluchtsort unter Um-
ständen als zumutbar erweisen kann. Dabei sind allerdings hohe An-
forderungen an den Nachweis der Zumutbarkeit einer innerstaatlichen 
Aufenthaltsalternative  zu  stellen.  Insbesondere  ist  zu  prüfen,  ob  die 
betroffene Person über ein tragfähiges, insbesondere familiäres Bezie-
hungsnetz - so auch im Hinblick auf eine zumutbare Unterkunft - am 
allfälligen Zufluchtsort verfügt. Auf ein Beziehungsnetz darf im Übrigen 
unter Umständen auch dann geschlossen werden, wenn sich die be-
treffende Person vor ihrer Ausreise während langer Zeit an einem in-
nerstaatlichen Zufluchtsort aufhielt und sich aus den Akten keine über-
zeugenden Argumente gegen eine Rückkehr dorthin ergeben. Im Wei-
teren vermögen überdurchschnittliche finanzielle Mittel  die Eingliede-
rung am Zufluchtsort zweifellos zu erleichtern. Zu berücksichtigen sind 
ferner  Alter,  Gesundheit,  Geschlecht,  Ausbildung und die  bisherigen 
beruflichen Erfahrungen der betreffenden Person. Eine Situation, wel-
che tschetschenische Asylsuchende a priori als Gewalt- oder De-facto-
Flüchtlinge (im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG) im gesamten Gebiet der 
Russischen Föderation qualifizieren würde, lässt sich demnach nicht 
generell bejahen (vgl. EMARK 2005 Nr. 17). 

6.5 Beim Beschwerdeführer  handelt  es  sich  zwar  um einen  jungen, 
gesunden Mann, der während neun Jahren die Grund- und Mittelschu-
le besucht hat, indessen ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerde-
führer weder über eine Berufsausbildung noch über sonstige wesentli-
che berufliche Erfahrungen oder  überdurchschnittliche finanzielle Mit-
tel  verfügt. Im Weiteren leben nach dessen Angaben sämtliche  Ver-
wandten weiterhin in Tschetschenien und der Beschwerdeführer selbst 
hielt  sich  bis  zu  seiner  Ausreise  in  Tschetschenien auf. Es  ergeben 
sich  auch  aus den  übrigen  Akten  keine  konkreten  Hinweise  darauf, 
dass der Beschwerdeführer ausserhalb Tschetscheniens über Bezugs-
personen  verfügt  oder  sich  je  an  einem  möglichen  innerstaatlichen 
Aufenthaltsort  aufgehalten  hätte.  In  Anbetracht  der  geschilderten 
Umstände, welche dem Beschwerdeführer den Aufbau einer Existenz 
in seinem Heimatstaat in mehrfacher Hinsicht erschweren würden, ist 
festzustellen, dass die praxisgemäss bezüglich der Russischen Föde-

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ration  für  ethnische Tschetschenen insgesamt  hohen Anforderungen 
an den Nachweis  einer  inländischen Aufenthaltsalternative entgegen 
den  Ausführungen  des  Bundesamtes  vorliegend  nicht  erfüllt  sind. 
Demzufolge ist  der  Vollzug der  Wegweisung des Beschwerdeführers 
als unzumutbar zu erachten. 

6.6 Gemäss Art. 83  Abs. 7 AuG wird die vorläufige  Aufnahme nach 
den Absätzen 2 und 4 nicht verfügt, wenn die weg- oder ausgewiesene 
Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe im In- oder Ausland ver-
urteilt  worden  oder  eine  strafrechtliche  Massnahme  im  Sinne  von 
Art. 64  oder  61  des  Schweizerischen  Strafgesetzbuchs  vom 
21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0)  angeordnet wurde (Buchstabe 
a), beziehungsweise wenn erheblich oder wiederholt gegen die öffent-
liche Sicherheit und Ordnung verstossen oder diese gefährdet wurde 
(Buchstabe b). Die Verurteilung zu einer bedingten Freiheitsstrafe lässt 
in der Regel nicht auf eine solche Gefährdung schliessen, jedoch kann 
das Strafmass oder der Umstand,  dass durch das begangene Delikt 
besonders  wertvolle  Rechtsgüter  betroffen  sind,  zum  gegenteiligen 
Schluss führen. Bei der Interessenabwägung ist der angedrohte Straf-
rahmen in Bezug zur verhängten Strafe zu setzen. Auch die wieder-
holte Deliktsbegehung kann trotz bedingt ausgesprochener Freiheits-
strafe Anhaltspunkte für  eine  Gefährdung der  öffentlichen Sicherheit 
und Ordnung geben. 

Am 2. August und 16. August 2007 wurde der Beschwerdeführer durch 
die  F._______  wegen  geringfügigen  Diebstahls,  begangen  am 
G.______, verzeigt. Zwar sind den Akten keine weiteren Angaben zur 
Rechtskraft der begangenen Delikte zu entnehmen, indessen kann an 
dieser  Stelle  festgehalten  werden,  dass  es  sich  hierbei  um  relativ 
geringfügige  Vergehen  handelt.  Zudem liegen  sie  bereits  drei  Jahre 
zurück  und  das  Verhalten  des  Beschwerdeführers  hat  -  soweit 
aktenkundig - seither zu keinen weiteren Klagen Anlass gegeben. So 
sind im eingeholten Auszug aus dem Strafregister vom H.______ (vgl. 
vorne Sachverhalt Bst. L.) keine weiteren Verurteilungen verzeichnet. 
Unter diesen Umständen ist vorliegend keine Verletzung oder schwere 
Gefährdung  der  öffentlichen  Sicherheit  und  Ordnung  in  einem 
Ausmass zu erblicken, welche die Anwendung der Ausschlussklausel 
von Art. 83 Abs. 7 AuG rechtfertigen würde. Der Beschwerdeführer ist 
somit in der Schweiz vorläufig aufzunehmen.

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7.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde - soweit den Vollzug der Weg-
weisung betreffend -  gutzuheissen und die Verfügung des BFM vom 
7. November  2006  hinsichtlich  der  Dispositiv-Ziffern  4  und  5 
aufzuheben;  im  Übrigen  ist  die  Beschwerde  abzuweisen.  Das 
Bundesamt  ist  sodann  anzuweisen,  dem  Beschwerdeführer  wegen 
Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläufige Aufnahme zu 
gewähren.

8.

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die praxisgemäss um 
die Hälfte reduzierten Verfahrenskosten von Fr. 300.-- dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG 
i.V.m. Art. 2 und 3  des Reglements vom 11. Dezember  2006 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]). Da aber weiterhin von der Bedürftigkeit  des 
Beschwerdeführers  auszugehen  ist  und  die  Beschwerde  bei  deren 
Einreichung nicht als zum Vornherein aussichtslos erschien, ist in Gut-
heissung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfle-
ge von einer Kostenauflage abzusehen (Art. 65 Abs. 1 VwVG).

8.2 Dem teilweise obsiegenden Beschwerdeführer ist sodann zulasten 
der  Vorinstanz  eine und die  Hälfte  reduzierte  Entschädigung für  die 
ihm  erwachsenen  notwendigen  und  verhältnismässig  hohen  Kosten 
zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 VGKE). Diese ist 
unter Berücksichtigung der gesamten Aktenlage sowie  unter Berück-
sichtigung der  massgeblichen Bemessungsfaktoren (Art. 8  ff.  VGKE) 
auf insgesamt Fr. 400.-- (inkl. MWSt) festzusetzen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit sie sich gegen den Vollzug 
der Wegweisung richtet; im Übrigen wird sie abgewiesen.

2.
Die  Dispositiv-Ziffern  4  und  5  der  angefochtenen  Verfügung  werden 
aufgehoben.  Das  BFM  wird  angewiesen,  den  Aufenthalt  des  Be-
schwerdeführers nach den Bestimmungen über die vorläufige Aufnah-
me zu regeln. 

3.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sin-
ne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. Es werden keine Ver-
fahrenskosten erhoben.

4.
Das BFM hat dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  eine  reduzierte  Parteientschädigung  in  der 
Höhe von Fr. 400.-- zu entrichten. 

5.
Dieses Urteil geht an:

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr. N______ 

(per Kurier; in Kopie)
- (....)

Der vorsitzender Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Daniel Merkli

Versand:

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