# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 336367d1-e4f9-5d5f-b470-1fbb6bf346ac
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.04.2010 D-2037/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2037-2010_2010-04-06.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2037/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  A p r i l  2 0 1 0

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach;
Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig.

A._______, geboren (...),
alias B._______, geboren (...),
Afghanistan,
vertreten durch lic. iur. Urs Ebnöther, Rechtsanwalt,
substituiert durch lic. iur. Seraina Nufer,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin); 
Verfügung des BFM vom 15. März 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2037/2010

Sachverhalt:

A.
A.a Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer seinen 
Heimatstaat am 13. Mai 2009 und gelangte am 15. Dezember 2009 via 
diverse  Länder  illegal  in  die  Schweiz,  wo  er  gleichentags  im 
Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) C. ein Asylgesuch einreichte. 
Anlässlich der Befragung vom 23. Dezember 2009 zur Person (BzP) 
im D. machte er insbesondere geltend, unmittelbar vor der Einreise in 
die Schweiz sei er während fünf Monaten in Ungarn gewesen, wo er 
ein Asylgesuch gestellt habe, welches abgewiesen worden sei.

A.b Das  BFM  gewährte  dem  Beschwerdeführer  am  23.  Dezember 
2009 das rechtliche Gehör  bezüglich  der  Zuständigkeit  Ungarns  be-
ziehungsweise  einer  Rückführung  dorthin  und  gab  ihm  Gelegenheit 
zur  Stellungnahme.  In  diesem  Zusammenhang  erklärte  der  Be-
schwerdeführer,  er  hätte  in  Ungarn  keinen  negativen  Asylentscheid 
erhalten, falls er dort  als Flüchtling anerkannt worden wäre. Er habe 
Angst, von Ungarn aus nach Afghanistan weggewiesen zu werden. Er 
möchte  nicht  nach  Ungarn  zurück,  denn  er  habe  Probleme  in 
Afghanistan. Die ungarischen Behörden könnten darüber hinaus den 
Asylsuchenden keinen Schutz bieten. Während seines Aufenthalts in 
E. sei ein Afghane ermordet worden.

B.
Gestützt auf einen Eurodac-Treffer vom 15. Juli 2009 stellte das BFM 
am 31. Dezember 2009 an Ungarn ein Ersuchen um Übernahme des 
Beschwerdeführers. Mit  Schreiben vom 6. Januar 2010 stimmten die 
ungarischen Behörden einer Übernahme des Beschwerdeführers zu.

C.
Mit Verfügung vom 15. März 2010 – eröffnet am 26. März 2010 – trat 
das BFM in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d  des Asylgesetzes 
vom 26. Juni  1998 (AsylG, SR 142.31) auf  das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers  vom 15. Dezember  2009 nicht  ein  und ordnete  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Wegweisungsvollzug  nach 
Ungarn  an.  Gleichzeitig  wurde  festgestellt,  einer  allfälligen  Be-
schwerde  gegen  diese  Verfügung  komme  keine  aufschiebende 
Wirkung zu.

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D-2037/2010

D.
Mit Beschwerde vom 30. März 2010 liess der Beschwerdeführer durch 
seine  Rechtsvertreterin  beantragen,  die  angefochtene  Verfügung  sei 
vollumfänglich  aufzuheben  und  das  BFM  anzuweisen,  nach  Art.  3 
Abs. 2 Dublin II Verordnung (Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates 
vom 18. Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur 
Bestimmung des Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines von einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig ist) auf das Asylgesuch einzutreten und das Asylverfahren in 
der  Schweiz  durchzuführen.  Es  sei  sodann  der  vorliegenden  Be-
schwerde die aufschiebende Wirkung im Sinne von Art. 107a AsylG zu 
erteilen,  und  die  Vollzugsbehörden  seien  im  Sinne  vorsorglicher 
Massnahmen anzuweisen, von einer Überstellung nach Ungarn abzu-
sehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die Erteilung der auf-
schiebenden Wirkung entschieden habe. In prozessualer Hinsicht liess 
der  Beschwerdeführer  um  Bewilligung  der  unentgeltlichen  Prozess-
führung, um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und 
um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands in  der Person 
der Unterzeichnenden ersuchen.

Auf  die  Beschwerdebegründung  wird,  soweit  wesentlich,  in  den  Er-
wägungen eingegangen.

E.
Mit  Telefax  vom  31.  März  2010  setzte  der  zuständige  Instruktions-
richter  des  Bundesverwaltungsgerichts  den  Vollzug  der  Wegweisung 
im Sinne einer vorsorglichen Massnahme vorläufig aus.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 

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die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  in 
diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art. 108 
Abs. 2  AsylG,  Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 52  Abs.  1  VwVG).  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt  und hat  ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 48  Abs. 1  VwVG).  Auf  die  Be-
schwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.
Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 
BFM ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  über-
prüfen  (Art.  32  -  35  AsylG),  ist  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt,  ob die Vor-
instanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  nicht  eingetreten  ist  (vgl.  die 
diesbezüglich  weiterhin  zutreffende  Rechtsprechung  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) in Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  ARK  [EMARK]  2004  Nr. 34  E. 2.1  S.  240  f.  sowie 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-7878/2008 vom 31. Dezember 

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2008).  Die  Beschwerdeinstanz  enthält  sich  einer  selbständigen 
materiellen  Prüfung  und  weist  die  Sache  -  sofern  sie  den  Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet - zu neuer Entscheidung 
an  die  Vorinstanz  zurück.  Die  Vorinstanz  prüft  die  Frage  der 
Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell,  weshalb  dem 
Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt.

5.
5.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG).

5.2 Das BFM hielt  zur  Begründung seines Nichteintretensentscheids 
im Wesentlichen fest,  Ungarn  sei  gestützt  auf  das  "Abkommen vom 
26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft 
und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren 
zur  Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in 
einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags" sowie 
das  "Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem 
Königreich  Norwegen  über  die  Umsetzung,  Anwendung  und  Ent-
wicklung des Schengen-Besitzstands und über die Kriterien und Ver-
fahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines 
in der Schweiz, in Island oder in Norwegen gestellten Asylantrags" für 
die  Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig  und  habe  am 
6. Januar 2010 einer Übernahme des Beschwerdeführers zugestimmt. 
Die Rückführung habe - vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung 
(Art. 19 Abs. 3 Dublin II Verordnung) oder Verlängerung (Art. 19 Abs. 4 
Dublin II Verordnung) - bis spätestens zum 6. Juli 2010 zu erfolgen.

Dem  Beschwerdeführer  sei  am  23.  Dezember  2009  das  rechtliche 
Gehör  bezüglich  der  Zuständigkeit  Ungarns  beziehungsweise  einer 
Rückführung  dorthin  gewährt  worden.  Er  habe  dabei  ausgeführt,  in 
Ungarn  habe er  einen negativen Asylentscheid  erhalten  und fürchte 
sich nun davor, von dort nach Afghanistan zurückgeschafft zu werden. 
Ausserdem könnten die ungarischen Behörden die Gesuchsteller nicht 
schützen, denn während seines Aufenthalts in E. sei dort ein anderer 
afghanischer  Antragsteller  ermordet  worden.  Diese  Aussagen  des 
Beschwerdeführers seien nicht geeignet,  die Frage der Zuständigkeit 
Ungarns  zu  verneinen  und  eine  Rückführung  dorthin  zu  verhindern. 

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Die Tatsache, dass während des Aufenthalts des Beschwerdeführers 
in Ungarn ein anderer afghanischer Asylsuchender getötet worden sei, 
bedeute weder, dass der Beschwerdeführer selber automatisch auch 
gefährdet wäre noch, dass die ungarischen Behörden prinzipiell nicht 
schutzfähig  seien. Es  ergäben sich  im vorliegenden Fall  auch keine 
konkreten und fundierten Hinweise, wonach Ungarn sich nicht an die 
massgebenden völkerrechtlichen Bestimmungen, insbesondere an das 
Refoulementverbot  oder  die  einschlägigen  Normen  der  Konvention 
vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) halten würde. Demnach sei auf das 
Asylgesuch nicht einzutreten.

Die Folge eines Nichteintretensentscheids sei gemäss Art. 44 Abs. 1 
AsylG  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz.  Da  der 
Beschwerdeführer in einen Drittstaat reisen könne, in dem er Schutz 
vor  Rückschiebung im Sinne von Art. 5  Abs. 1 AsylG finde,  sei  das 
Non-Refoulement-Gebot bezüglich des Heimat- oder Herkunftsstaates 
nicht zu prüfen. Ferner bestünden keine Hinweise auf eine Verletzung 
von Art. 3 EMRK im Falle einer Rückkehr des Beschwerdeführers nach 
Ungarn.  Weder  die  in  Ungarn  herrschende  Situation  noch  andere 
Gründe sprächen gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung in diesen 
Staat. Ausserdem sei der Vollzug der Wegweisung technisch möglich 
und praktisch durchführbar. Eine entsprechende Zustimmung Ungarns 
liege  vor.  Schliesslich  hätten  Beschwerden  gegen  Nichteintretens-
entscheide gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG gestützt auf Art. 107a 
AsylG keine aufschiebende Wirkung.

5.3 In der Rechtsmitteleingabe wurde insbesondere geltend gemacht, 
der  Beschwerdeführer  habe  in  seiner  Heimat  mit  einem 
Kommandanten  namens  F. eine  Zeitlang  für  die  Taliban  gearbeitet. 
Nachdem sie sich wieder von den Taliban distanziert hätten, seien sie 
von  den  Taliban  aufgefordert  worden,  ihnen  erneut  beizutreten. 
Nachdem F. den Beitritt  verweigert  habe, habe man ihn umgebracht. 
Der  Beschwerdeführer  sei  in  Ungarn  nicht  sicher,  da  er  von  einem 
Freund erfahren habe, der Bruder des getöteten F. sei auf dem Weg 
dorthin, um sich an ihm wegen des Mordes zu rächen. Des Weiteren 
sei  ein  anderer  afghanischer  Asylsuchender,  den  der 
Beschwerdeführer  aus  G.  kenne,  während  seines  Aufenthalts  in  E. 
ermordet  worden.  Konkret  befürchte  der  Beschwerdeführer,  vom 
Bruder  von F. getötet  zu  werden. Es  bestünden  somit  Hinweise  auf 
eine Verletzung von Art. 2 und 3 EMRK bei einer Rückführung nach 

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Ungarn.  Schliesslich  habe  er  in  Ungarn  bereits  einen  negativen 
Asylentscheid  mit  Wegweisung nach  Afghanistan erhalten. Bei  einer 
Wegweisung nach Ungarn würde er nach Afghanistan zurückgewiesen 
werden, wo er Repressalien seitens der Taliban zu befürchten hätte. 
Da  somit  Hinweise  auf  eine  asylrechtlich  relevante  Verfolgung 
bestünden, würde eine Wegweisung nach Ungarn und von dort  nach 
Afghanistan  einen  Verstoss  gegen  das  Non-Refoulement-Gebot 
bedeuten. Deshalb sei das Recht auf Selbsteintritt nach Art. 3 Abs. 2 
Dublin II Verordnung anzuwenden und in der Schweiz ein materielles 
Asylverfahren durchzuführen.

5.4
5.4.1 Gemäss den Akten steht  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  am 
15. Juli  2009 in  Ungarn  daktyloskopiert  wurde,  und die ungarischen 
Behörden seiner  Übernahme mit  Schreiben vom 6. Januar  2010 zu-
stimmten.  Der  Beschwerdeführer  kann  somit  ohne  Weiteres  in  den 
Dublin-Staat  (Ungarn)  ausreisen,  welcher  für  die  Prüfung  seines 
Asylantrags staatsvertraglich zuständig ist.

5.4.2 Dem  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  wonach  eine  Über-
stellung nach Ungarn  eine Wegweisung nach Afghanistan zur  Folge 
hätte, ist entgegenzuhalten, dass Ungarn unter anderem Signatarstaat 
der EMRK, des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung 
der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  und  des  Übereinkommens  vom 
10. Dezember  1984  gegen Folter  und andere  grausame,  unmensch-
liche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105)  ist. 
Es  bestehen  keine  Hinweise  darauf,  dass  Ungarn  sich  nicht  an  die 
daraus  resultierenden  massgebenden  völkerrechtlichen  Be-
stimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die 
einschlägigen Normen der EMRK, halten würde (Urteile des Bundes-
verwaltungsgerichts  D-7736/2009  vom  22.  Dezember  2009, 
D- 772/2010 vom 19. Februar  2010 und E-1720/2010 vom 31. März 
2010).  Da  es  im  vorliegenden  Verfahren  lediglich  darum  geht,  die 
Voraussetzungen  einer  Rückführung  nach  Ungarn  im  Rahmen  der 
Dublin II Verordnung zu prüfen, ist auf die Vorbringen in Bezug auf die 
in  Afghanistan  angeblich  zu  befürchtenden  Verfolgungsmassnahmen 
nicht einzugehen.

Im Weiteren vermag der  Beschwerdeführer  auch aus dem Einwand, 
wonach  er  in  Ungarn  aufgrund  der  zu  befürchtenden  Rache  nicht 
sicher sei, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, zumal er in Ungarn 

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um behördlichen Schutz gegen allfällige Übergriffe von Seiten Dritter 
nachsuchen  kann.  Für  eine  Gefährdung  des  Beschwerdeführers  im 
Sinne  der  EMRK,  FK  oder  FoK  bestehen  somit  keinerlei 
Anhaltspunkte.

5.4.3 Infolgedessen  sind  für  das  Bundesverwaltungsgericht  keine 
Gründe  ersichtlich,  die  das  BFM  zur  Ausübung  des  Selbsteintritts-
rechts  der  Schweiz  (Art.  3  Abs. 2  Dublin  II  Verordnung)  hätten  ver-
anlassen sollen.

6.
Das BFM ist in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG demnach 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  ein-
getreten, weshalb es sich erübrigt, auf die weiteren Ausführungen in 
der Beschwerde und die damit ins Recht gelegten Beweismittel näher 
einzugehen, welche im Übrigen entgegen der in Art. 8 Abs. 2 AsylG 
statuierten  Mitwirkungspflicht  nicht  in  eine  der  Amtssprachen  über-
setzt,  sondern  fremdsprachig  eingereicht  wurden.  Die  Anträge,  die 
angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben,  das  BFM  sei  anzuweisen, 
sein Recht zum Selbsteintritt auszuüben und das Asylverfahren in der 
Schweiz durchzuführen, sind somit abzuweisen.

7.
7.1 Das Nichteintreten auf ein Asylgesuch hat in der Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Vorliegend 
ist  keine  Ausnahme von  diesem  Grundsatz  ersichtlich  (vgl.  EMARK 
2001  Nr. 21).  In  Verfahren nach Art.  34  Abs. 2  Bst.  d  AsylG ist  die 
Frage nach der Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs 
regelmässig  bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des 
Nichteintretensentscheides. Auf die Frage einer drohenden Verletzung 
des Non-Refoulement-Gebots muss an dieser Stelle nicht weiter ein-
gegangen werden.

7.2 Weiter  stellt  sich  die  Frage  nach  der  Zumutbarkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht 
unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 
16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG, 
SR 142.20), sondern ebenfalls vor der Prüfung des Nichteintretens im 
Rahmen  des  Selbsteintrittsrechts  oder  gegebenenfalls  -  sofern  sich 
Familienmitglieder  in  verschiedenen  Dublin-Staaten  befinden  und 
allenfalls  zusammengeführt  werden  sollten  -  bei  der  Ausübung  der 
sog. Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin II Verordnung).

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7.3 Nach dem Gesagten sind die vom BFM verfügte Wegweisung und 
deren Vollzug zu bestätigen.

8.
Dem Beschwerdeführer ist  es nicht  gelungen darzutun, inwiefern die 
angefochtene Verfügung Bundesrecht  verletzt,  den rechtserheblichen 
Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen 
ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

9.
Mit dem Urteil in der Hauptsache sind die Gesuche um Verzicht auf die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  um  Erteilung  der  auf-
schiebenden Wirkung der Beschwerde gegenstandslos geworden.

10.
Aufgrund vorstehender Erwägungen erweist sich die Beschwerde als 
aussichtslos, weshalb das Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen 
Prozessführung im Sinne von Art.  65  Abs. 1  VwVG abzuweisen  ist. 
Mangels Erfüllung der Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist 
das Gesuch um Beiordnung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands in 
der Person der Unterzeichnenden gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG eben-
falls abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und 
auf insgesamt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1 - 3 des Reglements vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers  (Einschreiben;  Bei-
lage: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 
(per Kurier; in Kopie)

- (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig

Versand:

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