# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d28a9eef-5df3-56ac-8aaf-0e57902952ae
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Obergericht 3. Abteilung O3V-18-13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_OG_003_O3V-18-13_nodate.pdf

## Full Text

Beschwerdeführer A___ 

 
vertreten durch: RA AA___  
 

 
Vorinstanz SUVA, Abteilung Militärversicherung ,  

Service Center / Postfach, 6009 Luzern 
 

 
Gegenstand Leistungen der Militärversicherung 

Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der SUVA,  
Abteilung Militärversicherung vom 9. Februar 2018 

 

Obergericht Appenzell Ausserrhoden   
3. Abteilung 
 

Urteil vom 23. Oktober 2018  
 

Mitwirkende Obergerichtspräsident E. Zingg 
Oberrichter H.P. Fischer, Ch. Wild, S. Ramseyer, S. Plachel 
Obergerichtsschreiberin M. Epprecht 
 
 

Verfahren Nr. O3V 18 13 
 
 

Sitzungsort Trogen 
 

Seite 2 

Rechtsbegehren 

 

a) des Beschwerdeführers: 

 1. Der angefochtene Einsprache-Entscheid sei aufzuheben und die Haftung der 

Militärversicherung sei auch ab 1. November 2013, eventuell ab 1. März oder 1. Mai 

2016, weiterhin zu bejahen. 

 

 2. Dem Einsprecher sei ab 1. November 2013, eventuell ab 1. März oder 1. Mai 2016, 

eine unbefristete Rente der Militärversicherung aufgrund einer mindestens 50%igen 

versicherten Invalidität auszurichten.  

 

 3. Unter Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der 

Beschwerdegegnerin. 

 

 

b) der Vorinstanz: 

 Die Beschwerde sei, soweit darauf einzutreten ist, abzuweisen. 

 

 

 

Sachverhalt 

 

A. Der 1981 geborene A___ (bis Oktober 2007: A___ [act. 10.4/235]) absolvierte im Rahmen 

der Swisscoy vom 29. März 2003 bis 21. Oktober 2003 einen 7-monatigen Einsatz als 

LKW-Monteur im Camp Casablanca im Kosovo (act. 10.3/8). Vorgängig absolvierte er vom 

10. Februar 2003 bis 28. März 2003 einen Ausbildungskurs in Bière (act. 10.3/7). 

 

B. Am 20. Oktober 2003 meldete sich A___ als Notfallpatient bei Dr. med. B___, Facharzt 

FMH für Allgemeinmedizin, Neukirch (act. 10.3/9). Im Bericht vom 14. November 2003 

zuhanden des (damaligen) Bundesamtes für Militärversicherung (nachfolgend: 

Militärversicherung) diagnostizierte Dr. med. B___ den Verdacht einer 

Depression/Psychose (act. 10.3/10). Mit Schreiben vom 10. Dezember 2003 anerkannte 

die Militärversicherung ihre Leistungspflicht und stellte eine spätere Überprüfung in 

Aussicht (act. 10.3/11).  

 

Vom 18. November 2003 bis 30. Januar 2004 hielt sich A___ stationär in der 

Psychiatrischen Klinik Münsterlingen auf. Gemäss Beurteilung lag eine schwere depressive 

Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10: F32.2) bei einer ängstlich-unsicheren, 

Seite 3 

retardierten Persönlichkeitsentwicklung mit depressivem Syndrom als Ausdruck einer 

Anpassungsstörung (ICD-10: F43.2) vor. Differentialdiagnostisch wurde ein hochgradiger 

Verdacht auf ein Prodrom einer Psychose aus schizophrenem Formenkreis (ICD-10: F20) 

geäussert (act. 10.3/20). Daraufhin war A___ vom 3.  Februar 2004 bis 12. Februar 2004 in 

der Psychiatrischen Klinik Wil (act. 10.3/23). Ein Erstgespräch bei der 

Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle in Rorschach fand am 18. Mai 2004 statt 

(act. 10.3/43). Vom 19. Juli 2004 bis 8. August 2004 wurde A___ teilstationär in der 

Psychiatrischen Tagesklinik für Erwachsene, St. Gallen, behandelt (act. 10.3/62). Am 

23. August 2004 wurde die ambulante Behandlung im Sozialpsychiatrischen Dienst in 

Rorschach wieder aufgenommen (act. 10.3/70). Sowohl im Bericht vom 15. November 

2004 als auch in jenem vom 29. März 2005 wurde eine kombinierte Persönlichkeitsstörung 

mit schizoiden, ängstlich-abhängigen und emotional instabilen Persönlichkeitszügen (ICD-

10: F61.0) auf dem Hintergrund von negativen Kindheitserlebnissen (ICD-10: Z61.8) und 

institutionellem Aufenthalt und Erziehung (Heim) (ICD-10: Z62.2) und eine leichte 

depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.01) diagnostiziert (act. 10.3/70 

und act. 10.3/100). Vom 1. April 2005 bis 28. April 2005 nahm A___ an der Tagesklinik der 

Sozialpsychiatrischen Beratungsstelle Rorschach teil (act. 10.3/109). Ab 7. Juni 2005 war 

A___ bei Dr. med. C___, Fachärztin FMH Psychiatrie und Psychotherapie, Gossau, in 

Behandlung, welche im Bericht vom 19. August 2005 die Diagnose schizoide 

Persönlichkeitsstörung sowie Status nach psychotischem Schub stellte (10.3/116).  

 

Am 19. September 2005 wurde A___ durch die Militärversicherung bei der 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, IV-Stelle, angemeldet (act. 10.3/127 

und act. 5.2/1). Mit Schreiben vom 23. März 2006 bestätigte die Militärversicherung, dass 

vorläufig weiterhin Leistungen ausgerichtet werden (act. 10.3/155).  

 

Vom 20. April 2006 bis 24. Mai 2006 absolvierte A___ eine medizinische und berufliche 

Abklärung in der Rehaklinik Bellikon (act. 10.3/168 und 169). Dr. med. D___, Facharzt 

Psychiatrie und Psychotherapie, Buchs, welcher A___ seit 20. Juni 2006 behandelte, stellte 

im Arztbericht vom 3. Februar 2007 die Diagnosen eines Status nach psychotischer 

Episode 2004 - 2005 sowie eine Persönlichkeitsstörung mit frühkindlicher und juveniler 

Traumatisierung mit narzisstischen und schizoiden Strukturanteilen (act. 5.2/48). A___ war 

vom 27. Juli 2008 bis 1. Oktober 2008 in der Klinik St. Pirminsberg, Pfäfers (act. 10.1/47 

und act. 5.2/64). Im Bericht über die stationäre Behandlung wurden die Diagnosen 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem 

Syndrom (ICD-10: F33.11) sowie einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10: 

F90.0) mit erheblicher Beeinträchtigung der Persönlichkeitsentwicklung mit retardierten, 

ängstlich unsicheren sowie abhängigen Zügen und Tendenz zu impulsiven Handlungen 

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gestellt (act. 10.4/273). Vom 11. November 2008 bis 25. Mai 2009 hielt sich A___ erneut 

stationär in der Klinik St. Pirminsberg auf. Gemäss Bericht vom 30. Juni 2009 wurde eine 

rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem 

Syndrom (ICD-10: F33.11), eine ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung mit 

abhängigen und rigiden Zügen (ICD-10: F60.6) und narzisstischen Anteilen, eine einfache 

Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung in starker Ausprägung (ICD-10: F90.0), eine 

Hypertonie sowie eine Blasenfunktionsstörung diagnostiziert (act. 5.2/64). Vom 1. 

Dezember 2008 bis 1. April 2009 besuchte A___ die Integrationsmassnahme bei der 

Integra Plus, Trübbach (act. 10.4/251 und 326).  

 

In der Aktennotiz der Militärversicherung vom 5. Mai 2009 behielt sie sich vor, je nach 

Verlauf ihre weitere Zuständigkeit zu prüfen. Die Frage, ob und in welchem Ausmass die 

Einwirkungen während des Kosovo-Einsatzes die heutige gesundheitliche Problematik und 

Arbeitsunfähigkeit beeinflusse, sei offen (10.1/63). Am 25. Mai 2009 trat A___ in die 

Hausgemeinschaft J___ ein (act. 10.4/350). Per Ende August 2011 verliess er diese 

(act. 10.1/131-54/63).  

 

Mit Verfügung vom 8. Dezember 2009 sprach die Militärversicherung A___ ab 1. November 

2009 bis 31. Oktober 2011 eine 100%ige Invalidenrente zu. Sodann teilte sie mit, dass für 

die chronisch rezidivierende manisch depressive Störung, soweit diese auf den Swisscoy-

Einsatz zurückzuführen sei, weiterhin eine Haftung der Militärversicherung bestehe unter 

Vorbehalt einer Überprüfung der Zuständigkeit (act. 10.1/74).  

 

Im Verlaufsbericht von Dr. med. E___, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, Teufen, 

vom 3. Mai 2010 diagnostizierte er eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen, 

narzisstischen und emotional instabilen Anteilen (ICD-10: F61.0) sowie eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode mit somatischen 

Symptomen (ICD-10: F33.11) (act. 10.1/131-46/63).  

 

Mit Verfügung vom 30. Juni 2010 sprach ihm die IV-Stelle St. Gallen rückwirkend ab 

1. November 2004 eine ganze Invalidenrente zu (act. 5.2/100). Vom 26. Juni 2011 bis Ende 

November 2011 war A___ bei Dr. med. F___, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, 

Psychosomatische und Psychosoziale Medizin (SAPPM), Herisau, in Behandlung. Im 

Bericht vom 31. Januar 2012 wurde eine rezidivierende depressive Störung, bei 

Übernahme der Therapie mittelgradig (ICD-10: F33.1) bei gemischter 

Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen, selbstunsicheren und emotionalen instabilen 

Anteilen (ICD-10: F61.0) bei andauernder Persönlichkeitsveränderung nach 

Extrembelastung (ICD-10: F62.0), ein Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörung 

Seite 5 

(ADHS) (ICD-10: F90.0) sowie eine Impulskontrollstörung im Sinne eines Kaufzwanges 

(„cumpulsive buying“) (ICD-10: F63.8) diagnostiziert (10.1/131-50/63).  

 

Mit Verfügung der Militärversicherung vom 27. April 2012 wurde A___ rückwirkend ab 1. 

November 2011 bis 31. Oktober 2013 eine 100%ige Invalidenrente gewährt. Sodann wurde 

ihm mitgeteilt, dass unter dem Vorbehalt einer Überprüfung der Zuständigkeit, für die 

chronisch rezidivierende manisch depressive Störung, soweit diese auf den Swisscoy-

Einsatz zurückzuführen sei, weiterhin eine Haftung der Militärversicherung bestehe 

(act. 10.1/112).  

 

Im Herbst 2013 gab die Militärversicherung eine diagnostische Einschätzung und 

Abklärung von A___ im Zentrum für spezialisierte Diagnostik und Intervention, Fachbereich 

Versicherungsmedizin, Trübbach, in Auftrag (act. 10.2/133-135). Zu diesem Zweck hielt 

sich A___ vom 3. Dezember bis 13. Dezember 2013 stationär in der Klinik St. Pirminsberg 

auf (act. 10.2/143). Am 16. Juni 2015 wurde der Militärversicherung von Dr. med. G___, 

Facharzt FMH Psychiatrie und Psychiatrie, Psychosomatische und Psychosoziale Medizin 

(SAPPM), das in Auftrag gegebene Gutachten zugestellt. Dr. med. G___ diagnostizierte 

eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6) mit emotional-instabilen 

Anteilen mit Elementen einer posttraumatischen Persönlichkeitsveränderung während des 

Militäreinsatzes im Kosovo und eine rezidivierend depressive Störung (ICD-10: F33). Als 

somatische Diagnose wurde ein Restless legs Syndrom mit Augmentation festgestellt 

(act. 10.2/150- 74, 75 und 79/88). Der Konsiliarpsychiater der Militärversicherung, Dr. med. 

H___, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie, erachtete das Gutachten 

von Dr. med. G___ als schlüssig und die Schlussfolgerungen als nachvollziehbar 

(act. 10.2/151).  

 

C. Mit Vorbescheid vom 1. März 2016 teilte die Militärversicherung dem Rechtsvertreter von 

A___ mit, dass die Haftung aus Billigkeit auf 25% festgelegt werde. Weiter werde eine 

gekürzte zeitlich befristete Rente von rückwirkend 1. November 2013 bis 29. Februar 2016 

gewährt. Sodann werde ab 1. März 2016 eine monatliche Invalidenrente von Fr. 1‘166.65 

ausgerichtet (act. 10.2/154). Dagegen liess A___ Einwand erheben (act. 10.2/158). 

 

D. Mit Verfügung vom 8. April 2016 lehnte die Militärversicherung die Haftung für die 

beschriebenen psychischen Krankheitsbilder ab und hielt fest, dass weitere Leistungen wie 

die Übernahme von Heilkosten, Taggeld oder Invalidenrenten entfallen. Im Übrigen entzog 

sie einer allfälligen Einsprache die aufschiebende Wirkung (act. 10.2/159). Dagegen liess 

A___ Einsprache erheben (act. 10.2/161).  

 

Seite 6 

E. Mit Einspracheentscheid vom 9. Februar 2018 wies die Militärversicherung die Einsprache 

ab und lehnte die Leistungspflicht für die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung 

(ICD-10: F60.6) von A___ und den damit zusammenhängenden psychischen 

Beeinträchtigungen ab 1. November 2013 ab (act. 2.2). 

 

F. Am 2. März 2018 liess A___ beim Obergericht Appenzell Ausserrhoden Beschwerde mit 

den eingangs wiedergegebenen Anträgen erheben (act. 1). In der Beschwerdeantwort vom 

30. Mai 2018 beantragte die Militärversicherung die Abweisung der Beschwerde, soweit 

darauf einzutreten sei (act. 9). Am 29. Juni 2018 liess A___ die Replik einreichen (act. 13). 

Die Duplik der Militärversicherung ging am 23. August 2018 ein (act. 18). 

 

G. Auf die Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften sowie die Ausführungen in den 

medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

 

 

 

Erwägungen 

 

1. 1.1 

Nach Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1992 über die Militärversicherung 

(MVG, SR 833.1) sind die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) auf die 

Militärversicherung anwendbar, soweit das vorliegende Gesetz nicht ausdrücklich eine 

Abweichung vom ATSG vorsieht. Gemäss Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b 

Justizgesetz vom 13. September 2010 (JG, bGS 145.31) beurteilt das Obergericht als 

kantonales Versicherungsgericht Beschwerden aus dem Bereich der Sozialversicherungen.  

 

 Vorliegend erscheint auch die örtliche Zuständigkeit als gegeben, da der 

Beschwerdeführer, welcher gemäss seinem Rechtsvertreter ohne festen Wohnsitz in einem 

Wohnmobil lebe und sich häufig in Deutschland aufhalte, den – soweit ersichtlich – letzten 

schweizerischen Wohnsitz in Herisau hatte (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, 

N. 33 zu Art. 58 ATSG; vgl. auch Art. 105 MVG).   

 

Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen 

ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung als auch hinsichtlich der 

Form- und Fristerfordernisse erfüllt sind (Art. 1 Abs. 1 MVG i.V.m. Art. 59, Art. 60 Abs. 1 

und Art. 61 lit. b ATSG sowie Art. 54, Art. 56 und Art. 59 des Gesetzes vom 9. September 

2002 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, bGS 143.1)). 

Seite 7 

 

 1.2 

 Die Militärversicherung macht geltend, auf die Beschwerde könne, soweit damit eine 

Invalidenrente beantragt werde, nicht eingetreten werden, da Streitgegenstand des 

angefochtenen Einspracheentscheids einzig die Haftungsfrage gebildet habe (act. 9/2).  

 

 Als Anfechtungsgegenstand gilt das Objekt des angefochtenen Einspracheentscheids. 

Streitgegenstand bildet dasjenige Rechtsverhältnis, das den aufgrund der 

Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Gegenstand bildet (UELI KIESER, a.a.O., 

N. 91 und N. 92 zu Art. 61 ATSG). Vorliegend entspricht der Streitgegenstand dem 

Anfechtungsgegenstand, da letzterer gemäss Ziffer 1 des Rechtsbegehrens des 

Beschwerdeführers gänzlich angefochten wurde (UELI KIESER, a.a.O, N. 92 zu Art. 61 

ATSG).  

 

 In der Verfügung der Militärversicherung vom 8. April 2016 wurde eine Haftung für die 

beschriebenen psychischen Krankheitsbilder abgelehnt und festgehalten, dass weitere 

Leistungen wie die Übernahme von Heilkosten, Taggeld oder Invalidenrenten entfallen 

(act. 10.2/159). In der dagegen erhobenen Einsprache beantragte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers die Aufhebung der Verfügung und die Ausrichtung einer Invalidenrente 

bei einer Haftung von mindestens 50% (act. 10.2/161). Mit Einspracheentscheid vom 

9. Februar 2018 wies die Militärversicherung die Einsprache ab und lehnte die 

Leistungspflicht für die ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung des 

Beschwerdeführers und den damit zusammenhängenden psychischen Beeinträchtigungen 

ab 1. November 2013 ab (act. 2.2). Streitgegenstand des angefochtenen 

Einspracheentscheids bildete entgegen der Ansicht der Militärversicherung nicht einzig die 

Haftung, sondern mit der Verneinung der Leistungspflicht ging implizit auch – wie in der 

Verfügung vom 8. April 2016 ausformuliert und vom Beschwerdeführer angefochten – die 

Ablehnung weiterer Leistungen wie unter anderem einer Invalidenrente einher. Insofern ist 

auf die Beschwerde als Ganzes einzutreten.  

 

 1.3 

 Der Beschwerdeführer lässt rügen, das Dispositiv des Einspracheentscheids vom 

9. Februar 2018 sei insofern unklar, als der Zeitpunkt des Wegfalls der Haftung nicht 

ersichtlich sei. Im Einspracheentscheid wird die Leistungspflicht und damit die Haftung ab 

1. November 2013 abgelehnt (act. 2.2). Der Einspracheentscheid beziehungsweise dessen 

Dispositiv ist somit klar und die Rüge des Beschwerdeführers unbegründet. 

 

 Demnach ist auf die Beschwerde einzutreten. 

Seite 8 

 

 

2. Die Haftung der Militärversicherung erstreckt sich grundsätzlich auf sämtliche Folgen, die 

mit dem versicherten Ereignis in einem rechtserheblichen Kausalzusammenhang stehen 

(BGE 111 V 370 E. 2a; BGE 105 V 225 E. 4c). 

 

2.1 

 Nach Art. 4 Abs. 1 und Art. 5 Abs. 1 MVG haftet die Militärversicherung für alle 

Schädigungen der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit des Versicherten 

und für die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen solcher Schädigungen, welche während 

des Dienstes in Erscheinung treten und gemeldet oder sonst wie festgestellt werden. Die 

Militärversicherung haftet nicht, wenn sie den Beweis erbringt, dass die 

Gesundheitsschädigung sicher vordienstlich ist oder sicher nicht während des Dienstes 

verursacht werden konnte (Art. 5 Abs. 2 lit. a MVG); und dass diese 

Gesundheitsschädigung sicher während des Dienstes weder verschlimmert noch in ihrem 

Ablauf beschleunigt worden ist (Art. 5 Abs. 2 lit. b MVG).  

 

 2.2 

 Wird die Gesundheitsschädigung erst nach Schluss des Dienstes durch einen Arzt, 

Zahnarzt oder Chiropraktor festgestellt und bei der Militärversicherung angemeldet oder 

werden Spätfolgen oder Rückfälle geltend gemacht, so haftet die Militärversicherung nur, 

wenn die Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit während des 

Dienstes verursacht oder verschlimmert worden ist oder wenn es sich mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit um Spätfolgen oder Rückfälle einer versicherten 

Gesundheitsschädigung handelt (Art. 6 MVG). 

 

 2.3 

Die Haftung gemäss Art. 4 und Art. 5 MVG einerseits sowie Art. 6 MVG anderseits 

unterscheidet sich darin, dass im ersten Fall der adäquate Kausalzusammenhang zwischen 

den Einwirkungen während des Dienstes und der Gesundheitsschädigung vermutet wird 

und nur durch den gegenteiligen Sicherheitsbeweis ausgeschlossen werden kann, während 

im zweiten Fall das Vorliegen adäquat kausaler Folgen von Einwirkungen während des 

Dienstes erstellt sein muss (BGE 111 V 370 E. 1b, BGE 105 V 225 E. 2). 

 

Vorfrageweise zu prüfen ist, welcher Haftungsgrundsatz – Art. 5 oder Art. 6 MVG – zur 

Anwendung kommt. Die Beantwortung dieser Frage hängt davon ab, ob eine 

Gesundheitsschädigung während des Dienstes in Erscheinung getreten, gemeldet oder 

sonstwie festgestellt oder ob sie erst nach Beendigung des Dienstes durch einen Arzt 

Seite 9 

festgestellt und bei der Militärversicherung gemeldet worden ist. Dies beurteilt sich nach 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Gegenstand und Ausgangspunkt 

der Haftungsprüfung ist das aktuell und konkret geltend gemachte, behandlungsbedürftige 

Leiden, für das um Deckung der Militärversicherung nachgesucht wird. Massgebend ist der 

pathologische Zustand, der eine Behandlung notwendig macht oder eine Arbeitsunfähigkeit 

bewirkt und somit zu einem Versicherungsfall führt (Urteil des Bundesgerichts 

8C_875/2017 vom 5. Juli 2018 E. 6.1 mit Hinweisen unter anderem auf BGE 111 V 370 

E. 1b).  

 

Die Anwendung der Beweisregeln des Art. 5 MVG sind schon dann geboten, wenn 

irgendeine aus der Zeit des Militärdienstes stammende Meldung oder Feststellung von 

Beschwerden oder Symptomen vorliegt, welche wahrscheinlich mit der 

Gesundheitsschädigung zusammenhängen, während nicht vorausgesetzt ist, dass schon 

damals die richtige Diagnose gestellt wurde (BGE 105 V 225 E. 3a mit Hinweisen). Die 

Meldung muss während des Dienstes, das heisst in der Zeit zwischen Diensteintritt und 

Dienstaustritt, erfolgen (CHRISTOF STEGER-BRUHIN, Die Haftungsgrundsätze der 

Militärversicherung, 1996, S. 154f.).  

 

 Die Beurteilung der Haftungsfrage ist primär juristischer Natur und obliegt den 

rechtsanwendenden Behörden. Verwaltung und Gericht sind mangels eigener 

Fachkenntnisse jedoch auf die Mitwirkung der Ärzte angewiesen. Aufgabe der Ärzte ist es, 

die für den Entscheid wesentlichen medizinischen Grundlagen anzugeben und im Rahmen 

der unterbreiteten Fragen zur medizinischen Einschätzung bestimmter Tatsachen Stellung 

zu nehmen (JÜRG MAESCHI, Kommentar zum Bundesgesetz über die Militärversicherung 

(MVG), 2000, N. 44 zu Art. 5-7 MVG). Bei der Kausalitätsbeurteilung hat sich der Arzt auf 

Angaben zum natürlichen Kausalzusammenhang zu beschränken. Auch die natürliche 

Kausalität bildet jedoch einen Rechtsbegriff, welcher mit dem medizinischen Begriff des 

natürlichen Kausalzusammenhanges nicht notwendigerweise übereinstimmt. Die 

Beweiswürdigung bezüglich des natürlichen Kausalzusammenhanges bleibt daher Sache 

des Rechtsanwenders (JÜRG MAESCHI, a.a.O., N. 47 zu Art. 5-7 MVG). 

 

 

 2.4  

 Die Leistungspflicht der Militärversicherung setzt zunächst voraus, dass zwischen dem 

Unfallereignis und der Gesundheitsschädigung ein natürlicher Kausalzusammenhang 

besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, 

ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in 

der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 

Seite 10 

Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare 

Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis 

zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der 

versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht 

werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 119 

V 335 E, 1; BGE 117 V 359 Erw. 4a; JÜRG MAESCHI, a.a.O., N. 27 zu Art. 5-7 MVG). 

 

Die Leistungspflicht der Militärversicherung setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem 

Unfallereignis und der Gesundheitsschädigung ein adäquater Kausalzusammenhang 

besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines 

Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des 

eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein 

als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2; JÜRG MAESCHI, a.a.O., N. 28 zu Art. 5-7 

MVG). 

 

 Ist die Erkrankung während des Dienstes in Erscheinung getreten und gemeldet worden, 

wird der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den Einwirkungen während des 

Dienstes und der Gesundheitsschädigung vermutet und kann nur durch den gegenteiligen 

Sicherheitsbeweis im Sinne von Art. 5 Abs. 2 MVG ausgeschlossen werden. Der 

Sicherheitsbeweis gilt als geleistet, wenn feststeht, dass nach der medizinischen Erfahrung 

eine Einwirkung ursächlicher beziehungsweise verschlimmernder Faktoren während des 

Dienstes praktisch ausgeschlossen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_522/2016 vom 

1. Dezember 2016 E. 5; JÜRG MAESCHI, a.a.O., N. 37 zu Art. 5-7 MVG und N. 20ff. zu Art. 5 

MVG). 

 

Der Sicherheitsbeweis betrifft nur die Frage der natürlichen, nicht aber die Frage des 

adäquaten Kausalzusammenhanges, welche keinem spezifischen Beweisgrad unterliegt. 

Der Richter muss somit das „Sicherheitsbeweis-Ergebnis“ im Punkt „natürlicher 

Kausalzusammenhang“ anhand des Normzwecks wertend auf die Adäquanz überprüfen. 

Dabei stellt sich für den Richter im Rahmen der Fälle von Art. 5 MVG im Sicherheitsbeweis 

die Frage, ob eine nicht sicher ausschliessbare oder nur entfernt mögliche ungünstige 

Einwirkung während des Dienstes geeignet ist, die eingetretene Gesundheitsschädigung 

hervorzurufen (CHRISTOF STEGER-BRUHIN, a.a.O., S. 97f.)  

 

Ein Kausalzusammenhang wird nur dann als adäquat beurteilt, wenn die Einwirkungen 

während des Dienstes bei einer Durchschnittsperson geeignet sind, die geltend gemachte 

Seite 11 

Gesundheitsschädigung zu bewirken, die Gesundheitsschädigung nicht auf einen 

vordienstlichen Zustand zurückzuführen ist und die dienstlichen Einwirkungen nicht nur der 

auslösende Faktor waren. Konnte der natürliche Kausalzusammenhang nicht mit Sicherheit 

ausgeschlossen werden, ist im Rahmen der Adäquanzbeurteilung zu fragen, ob die 

dienstlichen Einwirkungen überhaupt generell geeignet waren, die festgestellte 

Gesundheitsschädigung zu bewirken. Gegebenenfalls ist die adäquate Verursachung trotz 

eines nicht sicher ausschliessbaren natürlichen Kausalzusammenhanges zu verneinen 

(CHRISTOF STEGER-BRUHIN, a.a.O., S. 98).  

 

 2.5  

Eine einmal anerkannte Leistungspflicht bedeutet nicht, dass es der Militärversicherung 

verwehrt ist, in einem späteren Zeitpunkt neue Abklärungen hinsichtlich des natürlichen 

Kausalzusammenhangs zu tätigen. Dauert eine gesundheitliche Beeinträchtigung an, ist 

der Versicherer berechtigt und letztlich sogar verpflichtet, die allenfalls weiterbestehende 

ursächliche Bedeutung des Unfalls zu klären. Dabei wird dem Versicherer die Beweislast 

zugewiesen für den Fall, dass ungeklärt bleibt, ob dem Unfall (noch) eine kausale 

Bedeutung für den andauernden Gesundheitsschaden zukommt (Urteil des Bundesgerichts 

8C_210/2007 vom 15. Mai 2008 E. 4.3.2; CHRISTOF STEGER-BRUHIN, a.a.O., S. 276ff.).  

 

 

3. 3.1 

 Die Militärversicherung begründete ihre Verweigerung von Leistungen ab dem 1. November 

2013 damit, dass der Swisscoy-Einsatz im Kosovo als Teilursache im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhanges für den aktuellen Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers 

betrachtet werden könne, der adäquate Kausalzusammenhang jedoch zu verneinen sei. 

 

 3.2 

 Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, seine psychischen 

Beschwerden stünden sowohl in einem natürlichen als auch in einem adäquaten 

Kausalzusammenhang zum Swisscoy-Einsatz im Kosovo. Daher sei die Militärversicherung 

leistungspflichtig dafür.  

 

 

4. In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen die folgenden – von den 

Parteien unbestrittenen – Angaben entnehmen. 

 

  

Seite 12 

 4.1. 

 Der Beschwerdeführer suchte nach seiner Rückkehr aus dem Kosovo am 20. Oktober 2003 

notfallmässig Dr. med. B___ auf, welcher ihn am 14. November 2003 wegen des Verdachts 

auf eine Depression/Psychose bei der Militärversicherung anmeldete (act. 10.3/9 und act. 

10.3/10).  

 

 4.2 

 Die im weiteren Verlauf von den behandelnden Ärzten gestellten Diagnosen (vgl. unter 

Sachverhalt lit. B) liessen es nach Ablauf der zweiten befristeten Invalidenrente am 

31. Oktober 2013 angezeigt erscheinen, zur Beurteilung der Situation und des weiteren 

Rentenanspruchs ein Gutachten einzuholen (act. 10.2/133-135). 

 

 4.3 

Dr. med. G___ diagnostizierte im von der Militärversicherung in Auftrag gegebenem 

Gutachten vom 16. Juni 2015 eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10: 

F60.6) mit emotional-instabilen Anteilen mit Elementen einer posttraumatischen 

Persönlichkeitsveränderung während des Militäreinsatzes im Kosovo und eine rezidivierend 

depressive Störung (ICD-10: F33) (act. 10.2/150- 74f./88). Im Gutachten wurden die 

Angaben des Beschwerdeführers wiedergegeben, wonach er im Kosovo nach dem 

Auffüllen des Motorenöls vergessen habe, den Ölfilter wieder einzusetzen. Daraufhin seien 

20 Liter Öl ausgelaufen. Dies sei für ihn die grösste jemals erlebte Blamage gewesen und 

es habe ihm in der Folge den Boden unter den Füssen weggezogen. Sein Zustand habe 

sich innert Stunden massiv verschlechtert (act. 10.2/150- 34f./88). Nach Abbruch des 

Auslandeinsatzes sei er wieder in die Schweiz zurückgekehrt und es sei ihm noch viel 

schlechter als vor seiner Abreise gegangen (act. 10.2/150- 36/88). Zum aktuellen Befinden 

des Beschwerdeführers wurde auf dessen Angaben abgestellt, wonach sein psychischer 

Zustand sich nach dem Kosovo Einsatz stark verschlechtert habe. Er denke, dass dieses 

Ereignis (Öl) ihm die letzte Sicherheit geraubt habe. Sein Selbstvertrauen sei damals 

verloren gegangen (act. 10.2/150- 38/88). Im Rahmen der testpsychologischen 

Untersuchung wurde dem Beschwerdeführer eine durchschnittliche Intelligenz attestiert 

(act.  10.2/150-49/88). Der Gutachter Dr. med. G___ führte in der zusammenfassenden 

Beurteilung aus, dass der Beschwerdeführer sehr wahrscheinlich seit seiner Kindheit an 

sehr ausgeprägten Versagensängsten leide. Die stark ausgeprägte Versagensangst bei 

gleichzeitig hoher affektiver Irritierbarkeit könne im Sinne eines Circulus Vitiosus dazu 

führen, dass bereits verhältnismässig geringe situative Auslöser ausreichend seien, dass 

der Explorand in einen derart ausgeprägten innerpsychischen Stress gerate, dass er dann 

völlig blockiert sei (act. 10.2/150-71/88). Weiter führte der Gutachter aus, dass die 

Erlebnisse während des Militäreinsatzes im Kosovo dazu geführt hätten, dass die durch die 

Seite 13 

sehr schwierigen Verhältnisse in der Kindheit und Jugend geprägte und fragile 

Persönlichkeit des Beschwerdeführers im Sinne einer Retraumatisierung erheblich 

erschüttert worden sei. Trotz intensiven Versuchen über Jahre hinweg in verschiedenen 

Settings habe keine zufriedenstellende Stabilisierung erzielt werden können, was ebenfalls 

als Ausdruck der erheblichen Destabilisierung durch den Militäreinsatz zu verstehen sei. 

Der Militäreinsatz habe zu einem markanten Knick in der Lebenslinie geführt. Es sei aus 

gutachterlicher Sicht mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der 

Krankheitsverlauf ein anderer gewesen wäre, wenn er diesen Militäreinsatz nicht geleistet 

hätte. Der Militäreinsatz im Kosovo stelle im Längsverlauf einen negativen Wendepunkt mit 

einer anschliessenden erheblichen Verschlechterung der psychischen Stabilität dar (act. 

10.2/150- 76f./88). Es sei aus gutachterlicher Sicht mit hoher Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, dass es durch die Ereignisse während des Einsatzes bei der Swisscoy zu 

einer markanten psychischen Verschlechterung gekommen sei. Es sei eine erhebliche 

Destabilisierung durch den Militäreinsatz eingetreten (act. 10.2/150-80/88). Aufgrund der 

Erheblichkeit der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung, mitunter auch der 

enormen Destabilisierung durch die traumatisierend erlebten Ereignisse während des 

Militäreinsatzes bei der Swisscoy, sei es aus heutiger Sicht fraglich, inwieweit eine 

Besserung dieser Störung zukünftig möglich sein werde. Leider müsse aktuell von einer 

eher ungünstigen Krankheitsprognose ausgegangen werden. Eine regelmässig 

stattfindende ambulante Psychotherapie sei als indiziert zu erachten (act. 10.2/150-83f./88). 

Eine Ausbildung in der freien Wirtschaft erscheine aus psychiatrischer Sicht nicht 

realistisch, berufliche Massnahmen auf dem ersten Arbeitsmarkt seien mit einer hohen 

Gefahr eines erneuten Scheiterns verbunden (act. 10.2/150-85/88). Weiter stellte der 

Gutachter die somatische Diagnose Restless legs Syndrom mit Augmentation (act. 

10.2/150- 79/88). Hierzu führte der Gutachter aus, gemäss dem Beschwerdeführer habe er 

das Restless Legs Syndrom seit dem Kosovo Einsatz (act. 10.2/150-38/88). Im 

psychiatrischen Kontext sei sicher von Bedeutung das Restless legs Syndrom, welches 

beim Beschwerdeführer einen zusätzlichen Leidensdruck auslöse, und sehr wahrscheinlich 

auch zu einem Anstieg des innerpsychischen Spannungsniveaus führe, wenn die Unruhe in 

den Beinen durch Zuckungen deutlich erhöht sei. Zudem scheinen die hartnäckigen 

Schlafstörungen in einem engen Zusammenhang mit dem Restless legs Syndrom zu 

stehen (act. 10.2/150-82/88). 

 

4.4 

Der Konsiliarpsychiater der Militärversicherung, Dr. med. H___, ging unter 

Berücksichtigung des von ihm als schlüssig beurteilten Gutachtens von Dr. med. G___ 

versicherungsmedizinisch von einer Verschlimmerung eines Vorzustandes aus. Mit grosser 

Wahrscheinlichkeit könne höchstens ein 50%iger Anteil angenommen werden, der auf die 

Seite 14 

beeinflussenden Faktoren während des Kosovoeinsatzes zurückzuführen sei (act. 

10.2/151). 

 

5. 5.1 

Die vorfrageweise Prüfung, welcher Haftungsgrundsatz zur Anwendung kommt, ergibt, 

dass der Beschwerdeführer am 20. Oktober 2003 – mithin noch während des bis 

21. Oktober 2003 dauernden Dienstes (10.3/8) – notfallmässig Dr. med. B___ aufsuchte, 

welcher am 14. November 2004 die Verdachtsdiagnose Depression/Psychose bei der 

Militärversicherung anmeldete (act. 10.3/9 und act. 10.3/10). Somit wurden noch während 

des durch öffentlich-rechtlichen Arbeitsvertrag geregelten Swisscoy-Einsatzes von einem 

zivilen Facharzt psychische Beschwerden, welche von ihm in einen ursächlichen 

Zusammenhang mit dem Auslandseinsatz gestellt wurden, festgestellt und als 

behandlungsbedürftig eingeschätzt (act. 10.3/8 und act. 10.3/9). Dass lediglich eine 

Verdachtsdiagnose gestellt werden konnte und eine präzise Diagnose erst später 

resultierte, ist nach der Rechtsprechung hinsichtlich der Anwendbarkeit von Art. 5 MVG 

ohne Belang (vgl. E. 2.3). 

 

 5.2 

 Zu prüfen ist die Leistungspflicht der Militärversicherung für die ängstlich-vermeidende 

Persönlichkeitsstörung und die damit zusammenhängenden aktuellen psychischen 

Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers (Urteil des Bundesgerichts 8C_875/2017 vom 

5. Juli 2018 E. 6.1). Gemäss Rechtsprechung steht fest und ist im Übrigen zwischen den 

Parteien auch unbestritten, dass die Beweislast für den Nachweis des Dahinfallens jeder 

kausalen Bedeutung des Swisscoy-Einsatzes am Gesundheitsschaden des 

Beschwerdeführers der Militärversicherung oblag (act. 13/2 und act. 18/2; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_210/2007 vom 15. Mai 2008 E. 4.2 und E. 4.3.1). Entgegen der Ansicht 

des Beschwerdeführers hat die Militärversicherung ihm keine unbefristete Rente 

zugesprochen. Vielmehr gab die Militärversicherung nach Ablauf beziehungsweise etwa 

zeitgleich mit dem Ablauf der bis 31. Oktober 2013 befristeten Rente eine umfassende 

Abklärung in Auftrag (act. 10.1/112 und act. 10.2/133-135). Hierzu war die 

Militärversicherung – was der Beschwerdeführer grundsätzlich anerkannte – berechtigt 

beziehungsweise verpflichtet und auch der vom Beschwerdeführer angerufene 

Vertrauensgrundsatz stand diesem Vorgehen nicht entgegen (Urteil des Bundesgerichts 

8C_210/2007 vom 15. Mai 2008 E. 4.2, E. 4.3.1 und E. 4.3.2; act. 13/2). Dass die 

Militärversicherung dem Beschwerdeführer bis zu der die Haftung ablehnenden Verfügung 

vom 8. April 2016 weiterhin eine Rente ausrichtete, ist auch kein Indiz für eine faktisch, 

formfrei, unbefristete Rente, sondern der der Militärversicherung obliegenden Beweislast 

für den Nachweis des Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung des Swisscoy-Einsatzes am 

Seite 15 

Gesundheitsschaden geschuldet. Ferner haben sich entgegen der Ansicht des 

Beschwerdeführers weder Dr. med. G___ noch der Militärpsychiater Dr. med. H___ zur 

Adäquanz des Kausalzusammenhangs geäussert, zumal ihnen diesbezüglich auch keine 

Beurteilung oblag beziehungsweise zustand (vgl. E. 2.3). Schliesslich ist durch die Akten 

nicht belegt, ob nebst dem im Gutachten von Dr. med. G___ erwähnten missglücktem 

Ölwechsel und der im Austrittsbericht der Klinik Münsterlingen erwähnten Patrouillenfahrt 

noch weitere, den Beschwerdeführer besonders stressende Ereignisse im Kosovo 

stattfanden. Jedenfalls kann aus der Wahrscheinlichkeit weiterer Stressereignisse im 

Hinblick auf die im Rahmen der Adäquanzbeurteilung zu stellenden Frage, ob die 

dienstlichen Einwirkungen überhaupt generell geeignet waren, die festgestellte 

Gesundheitsschädigung zu bewirken, nicht per se ein rechtserheblicher 

Kausalzusammenhang hergestellt werden.  

 

 5.3 

 Aus den Akten beziehungsweise dem Gutachten von Dr. med. G___ ergibt sich, dass beim 

Beschwerdeführer bereits (lange) vor dem Swisscoy-Einsatz eine Persönlichkeitsstörung 

vorlag. Die Ereignisse während des Einsatzes, insbesondere der missglückte Ölwechsel, 

waren für den Beschwerdeführer traumatisierend und nahmen in seiner subjektiven 

Bewertung für ihn katastrophale Dimensionen an. Durch den Militäreinsatz im Kosovo 

wurde der Beschwerdeführer einer subjektiv als extrem erlebten Belastung ausgesetzt, 

womit eine eigentliche Destabilisierung einherging beziehungsweise was zu einem Knick in 

der Lebenslinie führte. Zudem ist der Zustand des Beschwerdeführers aufgrund der 

schweren Persönlichkeitsstörung sehr instabil und stellt eine ausgeprägte Prädisposition für 

depressive Krisen dar. Insofern kann aus dem Gutachten geschlossen werden, dass die 

Ereignisse während des Swisscoy-Einsatzes für die aktuellen psychischen 

Beeinträchtigungen zumindest eine Teilursache im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhanges darstellen. Jedoch sind nach allgemeiner Lebenserfahrung 

solche Ereignisse, insbesondere der missglückte Ölwechsel und die Besonderheiten eines 

solchen Swisscoy-Einsatzes, auch wenn es hierbei zu einer vorübergehenden psychischen 

Anspannung kommen kann, nicht generell geeignet, bei Durchschnittspersonen 

langdauernde psychische Beeinträchtigungen zu verursachen. Die ungünstige 

Beeinflussung während des Swisscoy-Einsatzes wirkt für den heute bestehenden 

gesundheitlichen Zustand aufgrund der seither verstrichenen Zeitdauer nicht mehr nach. 

Demnach besteht zwischen dem Swisscoy-Einsatz und den heutigen psychischen 

Beeinträchtigungen kein adäquater Kausalzusammenhang mehr.   

 

 Somit ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

Seite 16 

 

  

Seite 17 

6. 6.1 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 MVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG). 

 

6.2 

Der obsiegenden Militärversicherung ist keine Parteientschädigung auszurichten (BGE 126 

V 143 E. 4; Urteil des Bundesgerichts 8C_740/2007 vom 11. Juni 2008 E. 7.2).  

 

 

 

 

Demnach erkennt das Obergericht:  
 
 
1. Die Beschwerde von A___ wird abgewiesen. 
 
 
2. Es werden keine Kosten erhoben. 
 
 
3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.  
 
 
4. Rechtsmittel:  
 Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit der Zustellung Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten erhoben werden. Die Zulässigkeit einer solchen Beschwerde 
richtet sich nach Art. 82 ff. Bundesgerichtsgesetz (BGG, SR 173.110). Die Beschwerde ist 
beim Schweizerischen Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, schriftlich 
einzureichen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 
Beweismittel angerufenen Urkunden sind - soweit vorhanden - beizulegen (Art. 42 BGG). 
Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschiebende Wirkung (Art. 103 BGG). 

 
 
5. Zustellung an den Beschwerdeführer über dessen Anwalt, die SUVA, Abteilung 

Militärversicherung und an das Bundesamt für Gesundheit, Aufsicht Militärversicherung. 
 
 
 
Im Namen der 3. Abteilung des Obergerichts 
 
 
Der Obergerichtspräsident: 

 

 

lic. iur. Ernst Zingg 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. Monika Epprecht 

 
 
 
versandt am: 22.02.19