# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eec23003-f574-5de7-ba46-14261a28e440
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-13
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 13.10.2014 IV 2013/241
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-241_2014-10-13.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/241

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 13.10.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 13.10.2014
Art. 17 ATSG. Rentenaufhebung zufolge einer Verbesserung des 
Gesundheitszustandes. Würdigung verschiedener medizinischer Berichte, 
einschliesslich eines Gutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 13. Oktober 2014, IV 2013/241). Bestätigt durch Urteil 
des Bundesgerichts 8C_848/2014.

Entscheid Versicherungsgericht, 13.10.2014

Vizepräsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Entscheid vom 13. Oktober 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank, 

9313 Muolen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Rentenrevision (Einstellung)

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ meldete sich im Jahr 1997 unter Hinweis auf einen im Jahr 1996 erlittenen 

Unfall zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Diese liess den Versicherten durch die medizinische 

Abklärungsstelle (MEDAS) Ostschweiz begutachten. Deren Sachverständige 

diagnostizierten im Wesentlichen eine Angst- und depressive Störung gemischt sowie 

einen Status nach Haglund-Exostosen-Operation rechts. Sie attestierten dem 

Versicherten eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit in allen Tätigkeiten um 25 Prozent 

aufgrund der psychischen Störung (IV-act. 23). Mit einer Verfügung vom 14. Juni 2000 

wies die IV-Stelle gestützt auf dieses Gutachten das Rentengesuch des Versicherten 

ab; sie hatte einen Invaliditätsgrad von 38 Prozent ermittelt (IV-act. 48). Den gegen 

diese Verfügung erhobenen Rekurs wies das Versicherungsgericht des Kantons 

St. Gallen mit einem Entscheid vom 30. Mai 2002 ab (IV 2000/107; vgl. IV-act. 56). 

Gestützt auf einen Austrittsbericht der Klinik Gais vom 14. Februar 2001 betreffend eine 

stationäre Behandlung des Versicherten vom 24. Januar bis 13. Februar 2001, in 

welchem eine andauernde Persönlichkeitsänderung mit Angst und depressiven 

Symptomen bei Verdacht auf prämorbid vorbestehende unreife und narzisstische 

Persönlichkeitsstruktur diagnostiziert und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert 

worden war (IV-act. 54–3 ff.), zweifelte das Eidgenössische Versicherungsgericht am 

Vorliegen eines stabilen Gesundheitszustandes des Versicherten, weshalb es die 

Sache zu weiteren Abklärungen bezüglich einer möglichen Verschlechterung seit der 

Begutachtung durch die MEDAS Ostschweiz an die Verwaltung zurückwies. Mit einem 

Urteil vom 19. März 2003 (I 440/02; vgl. IV-act. 59) hiess es deshalb die Beschwerde 

des Versicherten gegen den Entscheid des Versicherungsgerichtes vom 30. Mai 2002 

insofern gut, als es die IV-Stelle verpflichtete, ein psychiatrisches Gutachten zur 

Beantwortung der Frage des Krankheitswertes der psychischen Beeinträchtigung und 

zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten einzuholen. Bereits am 4. Februar 2003 war der 

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IV-Stelle ein weiterer Austrittsbericht der Klinik Gais vom 3. Februar 2003 betreffend 

eine zweite stationäre Behandlung vom 28. Oktober bis 22. November 2002 

zugegangen (IV-act. 58). Darin war als Diagnose eine mittelgradige depressive Episode 

mit somatischen Symptomen bei bekannter posttraumatischer Belastungsstörung 

sowie prämorbid vorbestehender Unreife und narzisstischer Persönlichkeitsstörung 

genannt und eine weiterhin bestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert 

worden. Gestützt auf diesen Bericht erachtete Dr. med. B.___ vom IV-internen 

regionalen ärztlichen Dienst (RAD) die Einholung eines weiteren psychiatrischen 

Gutachtens als unnötig (IV-act. 61). Er empfahl die Zusprache einer ganzen Rente mit 

Wirkung ab dem 1. Dezember 2000. Mit einer Verfügung vom 7. Januar 2004 sprach 

die IV-Stelle dem Versicherten eine entsprechende Rente zu (IV-act. 73).

A.b  Überprüfungen des Rentenanspruches von Amtes wegen in den Jahren 2004

(IV-act. 75 ff.), 2006 (IV-act. 81 ff.) und 2009 (IV-act. 94 ff.) endeten jeweils mit der 

Mitteilung,

es bestehe weiterhin ein  Anspruch auf eine ganze Rente.

B.    

B.a  Am 11. August 2011 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, Fragen zu seinem 

Gesundheitszustand und einer allfälligen Erwerbstätigkeit zu beantworten (IV-act. 107). 

Der Versicherte gab an, sein Gesundheitszustand habe sich nicht verändert. Er gehe 

keiner Erwerbstätigkeit nach. Sein Hausarzt Dr. med. C.___ berichtete am 

5. September 2011 (IV-act. 109), der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich 

leicht verschlechtert. Er habe den Versicherten in eine psychiatrische Tagesklinik 

überwiesen. Die Diagnosen lauteten: Mittelgradige depressive Episode mit 

somatischen Symptomen bei bekannter posttraumatischer Belastungsstörung sowie 

prämorbid vorbestehender Unreife und narzisstischer Persönlichkeitsstörung, Status 

nach Psychotrauma 1994, Status nach Schädel-Hirntrauma, thoracaler Scheuermann, 

Tendopathie Achillessehne rechts, CVS-Schmerzsyndrom sowie Status nach 

Inguinalhernien-Rezidiv 2002. Dr. C.___ gab weiter an, der Versicherte sei nicht in der 

Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Am 13. Oktober 2011 berichtete 

Dr. med. D.___ von der Klinik E.___ (IV-act. 114), der Gesundheitszustand des 

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Versicherten sei stationär. Er sei durch wiederholte Stimmungseinbrüche sowie eine 

anhaltende Störung der Impulskontrolle in belastenden Situationen mit ausgeprägtem 

Selbstverletzungsdrang geprägt. Mit einer Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit könne 

nicht mehr gerechnet werden. Der RAD-Arzt Dr. F.___ notierte am 5. März 2012 (IV-

act. 115–2), anhand der beiden Berichte von Dr. C.___ und Dr. D.___ könne nicht auf 

eine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geschlossen werden. Er empfehle 

eine neue Begutachtung durch eine MEDAS.

B.b  Die ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH, die in der Folge mit der 

Erstellung eines Gutachtens beauftragt worden war, berichtete am 22. Oktober 2012 

(IV-act. 125), der Versicherte leide lediglich noch an einer leichtgradig ausgeprägten 

Angst- und depressiven Störung gemischt, an intermittierenden Kopfschmerzen vom 

Spannungstyp, an einer Meralgia paraesthetica rechtsseitig, an einem Status nach 

Schädelhirntrauma 1996 mit allenfalls leichter Commotio cerebri sowie an einem 

chronischen Nikotinabusus. Keines dieser diagnostizierten Beschwerdebilder schränke 

die Arbeitsfähigkeit des Versicherten ein. Der Gesundheitszustand müsse sich in den 

letzten Jahren entscheidend gebessert haben, wobei aufgrund der Aktenlage der 

genaue Zeitpunkt nicht konklusiv bestimmt werden könne. Der RAD-Arzt Dr. F.___ 

notierte am 13. November 2012 (IV-act. 126), das Gutachten der ABI GmbH sei „soweit 

okay“, doch bestehe eine erhebliche Diskrepanz zu den übrigen medizinischen 

Berichten. Er empfahl daher, den behandelnden Psychiater Dr. D.___ zu einer 

Stellungnahme zum Gutachten aufzufordern. Auf die entsprechende Aufforderung (IV-

act. 127) teilte Dr. D.___ am 4. Januar 2013 mit (IV-act. 131), seines Erachtens beruhten 

die Schlussfolgerungen der Sachverständigen der ABI GmbH auf falschen 

Einschätzungen. Der Versicherte sei im Jahr 1996 nicht bloss das Opfer eines 

Erpressungsversuches geworden, wie im Gutachten festgehalten worden sei, sondern 

vielmehr entführt und unter anderem mit vorgehaltener Pistole bedroht worden. In der 

Folge habe sich eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt. Der Versicherte 

habe jahrelang an Flash-Backs, Alpträumen und ausgesprochener Hypervigilanz sowie 

Ängsten und Stimmungseinbrüchen gelitten. In den letzten Jahren leide der Versicherte 

unter einer anhaltenden emotionalen Leere. Die Sachverständigen hätten den sozialen 

Rückzug des Versicherten nicht recht erkannt. Hinsichtlich der vom psychiatrischen 

Sachverständigen konstatierten ruhigen und entspannten Haltung des Versicherten sei 

darauf hinzuweisen, dass dieser im Untersuchungszeitpunkt unter erheblicher 

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Medikation gestanden sei. Der Versicherte sei in seiner Leistungsdauer massiv 

eingeschränkt, wobei eine Persönlichkeitsveränderung im Vordergrund stehe. Teilweise 

reisse sich der Versicherte seine Nägel aus. Der RAD-Arzt Dr. G.___ hielt am 31. Januar 

2013 fest (IV-act. 132), es sei nicht nachvollziehbar, dass sich eine andauernde 

Persönlichkeitsveränderung nach einer Extrembelastung entwickelt haben sollte, zumal 

der Versicherte die Umstände der Erpressung im Jahr 1996 gegenüber dem Psychiater 

der ABI GmbH sowie im Verfahren betreffend die erstmalige Rentenzusprache anders 

dargestellt habe. Die von Dr. D.___ erwähnten Symptome seien zudem sehr vage 

dargestellt und fänden keine Entsprechungen in früheren Berichten. Dem Gutachten 

der ABI GmbH lasse sich klar entnehmen, dass gemäss den Angaben des Versicherten 

kein sozialer Rückzug vorliege. Zusammenfassend wecke der Bericht von Dr. D.___ 

keine Zweifel am Gutachten der ABI GmbH; letzteres bilde eine ausreichende 

Grundlage für die Beurteilung des Rentenanspruchs.

B.c  Mit einem Vorbescheid vom 21. Februar 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten 

mit (IV-act. 136), dass sie gedenke, die laufende Rente per Ende des der Zustellung der 

späteren Verfügung folgenden Monats aufzuheben. Dagegen liess der Versicherte am 

12. April 2013 einwenden (IV-act. 138), es sei nicht zulässig, seine Rente aufzuheben, 

zumal er seit dem Jahr 1996 nicht mehr erwerbstätig gewesen sei. Eine andere 

medizinische Beurteilung rechtfertige keine Rentenrevision. Die ABI GmbH habe zudem 

ein Gefälligkeitsgutachten erstellt, was sich etwa daran zeige, dass im Gutachten von 

einer harmonischen Ehebeziehung die Rede sei, obwohl der Versicherte seit über zehn 

Jahren von seiner Ehefrau getrennt lebe. Die Sachverständigen hätten sodann 

behauptet, der Versicherte pflege weiterhin soziale Kontakte, ohne dies zu belegen, 

was in der Stellungnahme von Dr. D.___ widerlegt worden sei. Weiter hätten sie die 

Erpressung bagatellisiert. Schliesslich sei auch die Festlegung des Valideneinkommens 

zu beanstanden. Nachdem der RAD-Arzt Dr. G.___ das Vorliegen neuer medizinischer, 

eine weitere Begutachtung rechtfertigender Tatsachen verneint hatte (IV-act. 140), 

verfügte die IV-Stelle am 30. April 2013 entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 141).

C.    

C.a  Am 31. Mai 2013 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 30. April 2013 erheben (act. G 1). Sein 

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Rechtsvertreter beantragte die Weiterausrichtung der bisherigen Rente sowie 

eventualiter die Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen. Zur Begründung 

verwies er auf sein Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 12. April 2013, auf das 

diese in Verletzung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör gar 

nicht eingegangen sei. Weiter führte er aus, der Beschwerdeführer stehe seit 17 Jahren 

nicht mehr im Erwerbsleben, weshalb ihm seine Rente nicht einfach so weggenommen 

werden könne. Im Jahr 1996 sei dieser zudem erheblich bedroht und erpresst worden, 

was von der ABI GmbH bagatellisiert und falsch dargestellt worden sei. Auch die 

Annahme der ABI GmbH, der Beschwerdeführer pflege soziale Kontakte, sei 

erwiesenermassen falsch. Zusammenfassend sei die Aufhebung der Rente gestützt auf 

das Gutachten der ABI GmbH unzulässig.

C.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 16. Juli 2013 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die 

Beschwerde erweise sich als wenig fundiert. Die gegen das Gutachten der ABI GmbH 

vorgebrachten Rügen seien unbegründet und tangierten die letztlich entscheidende 

Frage der Arbeitsfähigkeit nicht. Die sozialen Kontakte seien im Gutachten detailliert 

dargestellt. Es bestehe kein Grund zur Annahme, diese Angaben seien erfunden 

worden. Die Einschätzung von Dr. D.___ wecke keine wesentlichen Zweifel am 

Gutachten der ABI GmbH, weshalb zu Recht auf letzteres abgestellt worden sei. Die 

angefochtene Verfügung sei daher nicht zu beanstanden.

C.c  Am 18. September 2013 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen festhalten 

(act. G 9). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 11).

C.d  Am 17. Dezember 2013 liess der Beschwerdeführer diverse Originaldokumente 

betreffend seine frühere Tätigkeit einreichen (act. G 12). Die Beschwerdegegnerin 

verzichtete auf eine Akteneinsicht und Stellungnahme (vgl. act. G 13).

Erwägungen:

1.     

1.1   Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird gemäss 

Art. 17 Abs. 1 ATSG eine formell rechtskräftig zugesprochene Rente für die Zukunft 

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entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Entscheidend ist, ob sich der 

massgebende Sachverhalt (vgl. Art. 17 Abs. 2 ATSG) nach Erlass der rentenzu­

sprechenden Verfügung so verändert hat, dass damit auch eine Änderung des 

Rentenanspruchs einher geht. Eine Anpassung setzt also zwingend eine Entwicklung 

des tatsächlichen Sachverhalts nach Erlass der rentenzusprechenden Verfügung 

voraus. Ist keine solche Entwicklung eingetreten, ist eine Revision unzulässig, auch 

wenn der der Verfügung zugrunde liegende Sachverhalt im Revisionszeitpunkt anders 

beurteilt würde.

1.2   In der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin darauf hingewiesen, 

dass auch die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung (Art. 53 Abs. 2 ATSG) erfüllt 

seien. Die angefochtene Verfügung ist aber dennoch nicht als 

Wiedererwägungsverfügung zu qualifizieren, denn ihr lässt sich insgesamt klar 

entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin damit die früher zugesprochene Rente hat 

revisionsweise einstellen wollen. Das Dispositiv der Verfügung lautet auf Einstellung der 

Verfügung. Handelte es sich bei der Verfügung um eine Wiedererwägungsverfügung, 

würde die Rente nicht eingestellt, sondern vielmehr das ursprüngliche Rentengesuch 

(nach der wiedererwägungsweisen Aufhebung der rentenzusprechenden Verfügung) 

abgewiesen. Auch die Begründung der angefochtenen Verfügung lässt keinen Zweifel 

daran aufkommen, dass die Beschwerdegegnerin die Rente hat revisionsweise 

einstellen wollen. Der Hinweis auf die Wiedererwägungsmöglichkeit hat die von der 

Beschwerdegegnerin vertretene Auffassung, die Weiterausrichtung der Rente sei (im 

weitesten, untechnischen Sinne) nicht gerechtfertigt, zusätzlich untermauern sollen. 

Juristisch handelt es sich dabei um einen irrelevanten, zusätzlichen Begründungsstrang 

ohne Auswirkungen auf den Entscheid selbst. Streitgegenstand dieses Verfahrens ist 

also ausschliesslich die revisionsweise Einstellung der Rente.

2.     

2.1   Vorliegend ist zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

nach der Zusprache der ganzen Invalidenrente verändert hat. Die behandelnden Ärzte, 

insbesondere der spezifisch hierzu befragte Dr. D.___, haben dies verneint. Sie haben 

die Auffassung vertreten, der Beschwerdeführer leide nach wie vor an einer erheblichen 

depressiven Störung und an den Folgen einer sich aus einer posttraumatischen 

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Belastungsstörung entwickelt habenden Persönlichkeitsveränderung, was eine 

Wiederaufnahme jeglicher Erwerbstätigkeit verunmögliche. Bereits der 

Rentenzusprache hatte nämlich diese Einschätzung des Gesundheitszustandes 

zugrunde gelegen, denn sie war gestützt auf den diese Auffassung enthaltenden 

Austrittsbericht der Klinik Gais vom 3. Februar 2003 erfolgt. Die Sachverständigen der 

ABI GmbH haben im Gegensatz zu den behandelnden Ärzten den Standpunkt 

vertreten, das psychiatrische Zustandsbild habe sich in den letzten Jahren 

entscheidend gebessert. So hätten sie bloss noch eine leichtgradig ausgeprägte 

gemischte Angst- und depressive Störung feststellen können. Die Diagnose einer 

mittelgradigen depressiven Störung im Zeitpunkt der Rentenzusprache haben sie dabei 

nicht in Frage gestellt, was belegt, dass sie nicht denselben Sachverhalt anders 

beurteilt, sondern tatsächlich von einer (unerwarteten) Verbesserung des 

Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ausgegangen sind. Zwar haben sie 

nicht näher spezifizieren können, wann genau diese Verbesserung eingetreten war, 

aber dies ist in Bezug auf die Frage, ob eine solche Verbesserung eingetreten ist, nicht 

von Belang, da diese Frage aufgrund eines Vergleiches zwischen den Befunden im 

Zeitpunkt der Rentenzusprache und im Zeitpunkt der Untersuchung im 

Revisionsverfahren – und damit unabhängig von der genauen Entwicklung im 

dazwischen liegenden Zeitraum – zu beantworten ist. Die Anpassung der Rente kann 

gemäss Art. 88  IVV nämlich erst auf den zweiten der Zustellung der Verfügung 

folgenden Monat erfolgen.

2.2   Entscheidend ist also, ob eine der sich widersprechenden fachärztlichen 

Beurteilungen überwiegend wahrscheinlich richtig ist. Das Gutachten der ABI GmbH, in 

welchem die Auffassung vertreten wird, der Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers habe sich erheblich verbessert, beruht auf einem umfassenden 

Aktenstudium sowie persönlichen Untersuchungen des Beschwerdeführers, ist 

ausführlich und nachvollziehbar begründet und in sich widerspruchsfrei. Für sich allein 

betrachtet vermag es zu überzeugen. Entgegen den Behauptungen des 

Beschwerdeführers hat sich der psychiatrische Gutachter nicht darauf beschränkt, 

blosse Behauptungen aufzustellen. Er hat vielmehr ausführlich begründet, weshalb er 

zum Schluss gekommen ist, der Beschwerdeführer habe sich sozial nicht 

zurückgezogen. Gemäss seinen Angaben hat der Beschwerdeführer zwar das 

Vertrauen in die Mitmenschen nach dem Überfall im Jahr 1996 verloren, besucht aber 

bis

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gelegentlich Kollegen, sucht zwei- bis dreimal pro Woche abends ein Café auf, wo er 

sich mit Landsleuten trifft, und besucht regelmässig seine Verwandten in der näheren 

Umgebung. Ausserdem reist er mehrmals pro Jahr in sein Herkunftsland. Die 

Behauptung, der Sachverständige habe diese Angaben erfunden, ist haltlos. Erstens ist 

nicht einzusehen, weshalb der Sachverständige anamnestische Angaben wider 

besseren Wissens erfinden sollte. Zweitens sind die Angaben detailliert und spezifisch, 

was insbesondere auch gegen ein (versehentliches) Kopieren derselben aus einem 

anderen Gutachten spricht. Auch wenn der Beschwerdeführer offenbar Dr. D.___ 

gegenüber teilweise andere Angaben gemacht hat, besteht kein ernsthafter Zweifel 

daran, dass er gegenüber dem Sachverständigen der ABI GmbH die im Gutachten 

festgehaltenen Angaben über seine sozialen Kontakte gemacht hat. Der 

Beschwerdeführer hat im Übrigen auch bei Dr. D.___ weder über so genannte 

Flashbacks noch über belastende Träume oder dergleichen berichtet. Zudem ist das 

Ereignis mit der Schutzgelderpressung von Mal zu Mal dramatischer dargestellt 

worden. Ähnliches ist in Unfallversicherungsverfahren häufig zu beobachten. 

Unfallereignisse werden im Verfahrensverlauf zunehmend dramatischer dargestellt. 

Deshalb ist den jüngsten Angaben des Beschwerdeführers zu den genauen Umständen 

der Schutzgelderpressung keine massgebende Bedeutung zuzumessen. Der 

psychiatrische Gutachter der ABI GmbH hat sich auch eingehend mit den 

abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt und seine 

Beurteilung einlässlich begründet. Seine Ausführungen sind nachvollziehbar und 

überzeugend. Die Stellungnahme von Dr. D.___ zum Gutachten der ABI GmbH ist 

schliesslich ebenfalls nicht geeignet, erhebliche Zweifel am Gutachten aufkommen zu 

lassen. Es mag zwar zutreffen, dass es sich beim Vorfall im Jahr 1996 um ein 

einschneidendes Erlebnis gehandelt hat. Entscheidend ist aber, dass der Psychiater 

der ABI GmbH im Rahmen seiner Untersuchung keine Anzeichen für eine 

posttraumatische Belastungsstörung oder eine Persönlichkeitsveränderung festgestellt 

hat, was bedeutet, dass der Beschwerdeführer dieses Ereignis zumindest soweit 

verarbeitet hat, dass es bzw. dessen Folgen seine Arbeitsfähigkeit nicht mehr relevant 

beeinträchtigen. Die Ausführungen von Dr. D.___ zu den Einschränkungen des 

Beschwerdeführers, die sich auf dessen Arbeitsfähigkeit auswirken sollen, sind relativ 

vage und vermögen eine vollständige Arbeitsunfähigkeit nicht überzeugend zu 

begründen. Der Stellungnahme Dr. D.___s lässt sich auch nicht entnehmen, ob dieser 

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dem Gesichtspunkt der Zumutbarkeit ausreichend Rechnung getragen oder ob er eher 

aus der Sicht des behandelnden Arztes eine therapeutisch ideale 

Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben hat. Darauf deutet insbesondere der Umstand 

hin, dass er den anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers zur 

Schutzgelderpressung eine wesentliche Bedeutung zugemessen hat. Die Ausführungen 

Dr. D.___s entkräften das Gutachten der ABI GmbH also nicht. Mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit ist folglich davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in 

leidensadaptierten Tätigkeiten vollständig arbeitsfähig ist.

2.3   Der Beschwerdeführer kann gemäss den Schlussfolgerungen der 

Sachverständigen der ABI GmbH unter anderem auch seiner angestammten Tätigkeit 

wieder vollumfänglich nachgehen. Der Invaliditätsgrad kann daher anhand eines 

Prozentvergleichs bemessen werden. Angesichts der vollständigen Arbeitsfähigkeit 

liegt keine Invalidität vor; der Invaliditätsgrad beträgt null Prozent. Es besteht daher 

kein Anspruch mehr auf eine Invalidenrente (vgl. Art. 28 Abs. 1 IVG). Die 

Beschwerdegegnerin hat die laufende Rente des Beschwerdeführers folglich zu Recht 

aufgehoben.

3.     

Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen. Die gemäss Art. 69 Abs. 1  IVG zu er­

hebenden und angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf 600 

Franken festzusetzenden Gerichtskosten sind dem unterliegenden Beschwerdeführer 

aufzuerlegen. Diese Gebühr ist durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss in 

gleicher Höhe gedeckt. Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf 

eine Parteientschädigung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      Die Beschwerde wird abgewiesen.

bis

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2.      Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese 

Gebühr ist durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe

gedeckt.

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