# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7209fde5-5e78-5b33-819a-6fb9221ce4f6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.09.2020 IV 2018/309
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-309_2020-09-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/309

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 21.07.2021

Entscheiddatum: 08.09.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 08.09.2020
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG: Gemäss einem beweiskräftigen 
Gutachten ist der Beschwerdeführer zu 80 % arbeitsfähig. Da er auch seine 
angestammte Tätigkeit in diesem Umfang noch ausüben könnte, ist der 
Invaliditätsgrad durch einen Prozentvergleich zu ermitteln. Somit besteht 
kein Rentenanspruch (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 8. September 2020, IV 2018/309).

Entscheid vom 8. September 2020

Besetzung

Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann und 

Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2018/309

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Gandi Calan, Anwaltskanzlei & Notariat Calan, 

Obere Bahnhofstrasse 26a, 9500 Wil SG,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 21. Dezember 2015 wegen 

Folgen einer idiopathischen intrakraniellen Hypertension (IIH) bei der 

Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 141).

A.a. 

Ab 1. Juni 1984 waren dem Versicherten Leistungen im Zusammenhang mit einer 

Sprachstörung, einem juvenilen psychoorganischen Syndrom (POS) sowie 

Aequivalenten eines epileptischen Geschehens zugesprochen worden (IV-act. 2, 

Bericht Abklärung Sprachgebrechen vom 12. April 1984, IV-act. 6; Verfügungen 

21. Februar 1986, IV-act. 28, 30, vom 16. Juni 1986, IV-act. 34, Mitteilung vom 

12. Oktober 1989, IV-act. 39). Ein Lehrverhältnis als Sanitärmonteur hatte wegen 

physischer und psychischer Belastung per 31. Oktober 1995 aufgelöst werden müssen 

(Angaben Ausbildungsbetrieb vom 22. Dezember 1997, IV-act. 48). Eine ab 1. Januar 

1996 ausgeübte Tätigkeit als Wachmann hatte ebenfalls wegen Krankheit aufgegeben 

werden müssen (Angaben Arbeitgeberin vom 28. Januar 1997, IV-act. 49). Am 

26. November 1997 hatte sich der Versicherte wegen psychischer Probleme bei der IV 

zum Leistungsbezug angemeldet (IV-act. 44). Eine medizinische Abklärung bei den 

Kantonalen Psychiatrischen Diensten, Sozialpsychiatrische Beratungsstelle B.___ 

(nachfolgend: SPD B.___) hatte die Diagnosen von sozialen Phobien (ICD-10: F40.1), 

einer abhängigen Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.7) und eines Zustandes nach 

Temporallappenepilepsie, differenzialdiagnostisch eines organischen Psychosyndroms, 

ergeben (Bericht vom 25. Mai 1999, IV-act. 60). Auf Vorschlag des SPD B.___ war dem 

Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. November 1996 eine ganze Rente zugesprochen 

worden (Bericht SPD B.___ vom 24. September 1999, IV-act. 69; Verfügungen vom 

A.b. 

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6. April 2000, IV-act. 75). Diese war im Revisionsverfahren mit Mitteilung vom 16. Mai 

2001 bestätigt worden (IV-act. 80). Die Sozialen Dienste C.___ hatten am 21. Mai 2003 

über eine Verbesserung und Stabilisierung des Gesundheitszustandes informiert und 

die Anhandnahme einer Berufsberatung beantragt (IV-act. 81). Gestützt auf Berichte 

des SPD B.___ vom 30. Juli 2004 (IV-act. 94-4 ff.) und des Berufsberaters vom 

15./16. November 2004 und vom 28. Februar 2005 (IV-act. 97; IV-act. 105) war dem 

Versicherten zunächst eine berufliche Abklärung in der Institution D.___ vom 

1. Dezember 2004 bis 28. Februar 2005 (Mitteilung vom 22. November 2004, IV-

act. 100; Abklärungsbericht vom 28. Februar 2005, IV-act. 111), daran anschliessend 

ein Arbeitstraining vom 1. März bis 31. August 2005 (Mitteilung vom 3. März 2005, IV-

act. 108; Zwischenbericht Berufsberatung vom 20./24. Juni 2005, IV-act. 117) und 

schliesslich die Kostenübernahme für eine erstmalige berufliche Ausbildung in Form 

einer Anlehre als Apparatemonteur, Fachrichtung Elektro, vom 8. August 2005 bis 

7. August 2007, zugesprochen worden (Verfügung vom 30. August 2005, IV-act. 121). 

Diese hatte der Versicherte mit hervorragenden schulischen Leistungen erfolgreich 

abgeschlossen (Abschlussbericht Union vom 10. Juli 2007, IV-act. 133-1 f.; Zeugnis 

Berufs- und Weiterbildungszentrum E.___, IV-act. 133-5 f.; Anlehr-Ausweis vom 

7. August 2007, IV-act. 133-3 f.). Die F.___ AG als Praktikumsbetrieb hatte ihm die 

Weiterbeschäftigung bis Ende Jahr zugesichert und die anschliessende 

Weiterbeschäftigung in Aussicht gestellt (Abschlussbericht Ausbildung vom 10. Juli 

2007, IV-act. 133-2), worauf die IV-Stelle die Mitteilung erlassen hatte, berufliche 

Massnahmen seien ohne Rentenanspruch erfolgreich abgeschlossen worden (IV-

act. 137). Ab August 2008 war der Versicherte für die G.___ bzw. H.___ und für die I.___ 

GmbH tätig gewesen (Auszug aus dem individuellen Konto [IK], IV-act. 148-1) und 

hatte am 1. August 2014 eine Stelle als Küchenplaner bei der J.___ AG angetreten 

(Angaben Arbeitgeberin vom 18. Januar 2016, IV-act. 155-2 ff.). Diese war ihm auf den 

31. August 2015 wegen Krankheit gekündigt worden (Angaben Arbeitgeberin vom 

13. Juli 2018, IV-act. 267; Kündigung vom 23. Juli 2015, IV-act. 155-10).

Der Versicherte war ab 22. Mai 2015 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben 

(Fremdakten, act. 1-31 ff.) und wegen Kopfschmerzen und Schwindel abgeklärt 

worden (Bericht MRT Neurocranium vom 29. Mai 2015, Fremdakten, act. 1-27; Bericht 

Dr. med. K.___, Spezialarzt FMH für Hals- Nasen- Ohrenheilkunde, vom 1. Juni 2015, 

A.c. 

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Fremdakten, act. 1-26; Bericht Dr. med. L.___, Neurologie FMH, vom 11. Juni 2015, 

Fremdakten, act. 1-24 f.). Stationäre Konsilien der Klinik für Neurologie des 

Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) hatten zum Schluss geführt, als Ursache der neu 

aufgetretenen persistierenden Kopfschmerzen müsse ein im Liquor nachgewiesener 

erhöhter Druck angenommen werden. Als Ursache für die intrakranielle Hypertension 

kämen eine idiopathische Genese (Pseudotumor cerebri) sowie eine symptomatische 

Genese in Frage (Berichte vom 14. Juli 2015, IV-act. 204, und vom 16. Juli 2015, IV-

act. 205). Die Krankentaggeldversicherung beauftragte die Polydisziplinäre 

Medizinischen Abklärungen (PMEDA) mit einem neurologischen Gutachten (Gutachten 

vom 14. September 2015; Dr. med. M.___, Neurologie FMH; Fremdakten, act. 1-8 ff.). 

Der Gutachter diagnostizierte einen Analgetika-Fehlgebrauch mit Analgetika-

Kopfschmerz, differenzialdiagnostisch Migräne, Spannungskopfschmerz, sowie eine 

Adipositas Grad I. Er führte aus, der Versicherte nehme eine analgetische 

Mischmedikation in hoher (toxischer) Dosierung ein, und legte dar, das Vorliegen eines 

Pseudotumors cerebri sei keinesfalls gesichert und auch nicht überwiegend 

wahrscheinlich, also allenfalls möglich (Fremdakten, act. 1-16 f.). Trotz der 

angegebenen Schwere der Kopfschmerzsymptomatik erscheine der Versicherte nicht 

namhaft beeinträchtigt. Der klinische Eindruck mit fehlenden Hinweisen auf eine 

namhafte Gesundheitsstörung und die aktenkundigen Unschlüssigkeiten seien mit der 

Attestierung einer die Arbeitsfähigkeit tangierenden, überwiegend wahrscheinlichen 

Gesundheitsstörung nicht vereinbar (Fremdakten, act. 1-17).

Dr. med. N.___, Oberarzt Klinik für Neurologie KSSG, berichtete am 11. November 

2015, bei einem grenzwertig erhöhten Liquoreröffnungsdruck seien 60 ml Liquor 

abgelassen worden, worauf sich die Symptomatik deutlich gebessert habe. Es wurde 

eine idiopathische intrakranielle Hypertension mit/bei bifrontalen Dauerkopfschmerzen, 

Schwankschwindel und zunehmender Sehstörung diagnostiziert (Austrittsbericht Klinik 

für Neurologie KSSG vom 11. November 2015, IV-act. 143-6 f.). Im Arztbericht vom 

3. März 2016 (Eingang) hielt Dr. N.___ fest, im Gegensatz zum Vorgutachter halte er die 

Diagnose einer idiopathisch intrakraniellen Hypertension für gegeben. Die daraus 

resultierenden (chronischen) Kopfschmerzen seien plausibel und nachvollziehbar. Sie 

schränkten die Konzentrationsfähigkeit ein und begründeten einen vermehrten 

Pausenbedarf. Es könne ein 50 % bis 80 %-iges Gesamt-Pensum aufrecht erhalten 

A.d. 

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werden bei jedoch reduzierter Leistungsfähigkeit und vermehrtem Pausenbedarf, so 

dass letztlich eine auf etwa 50 % reduzierte Arbeitsfähigkeit resultiere (IV-act. 158).

Die Eingliederungsverantwortliche schloss ihren Fall am 7. April 2016 ab, da sich 

der Versicherte subjektiv nicht arbeitsfähig fühlte (Assessmentprotokoll, IV-act. 172), 

worauf die IV-Stelle das Leistungsbegehren hinsichtlich beruflicher Massnahmen 

abwies, da solche zurzeit nicht möglich seien (Mitteilung vom 28. April 2016, IV-

act. 174).

A.e. 

Im Verlaufsbericht vom 21. Juni 2016 führte Dr. N.___ aus, es bestehe derzeit eine 

therapierefraktäre intrakranielle Hypertension. Diese führe zu starken, lageabhängigen 

Kopfschmerzen sowie einer Einschränkung der psychophysischen Belastbarkeit. Dies 

sei weiterhin nachvollziehbar. Derzeit sei aufgrund der nur mässigen Wirkung der 

Therapie in einer optimal adaptierten Tätigkeit die Arbeitsfähigkeit auf maximal 50 % zu 

schätzen (IV-act. 178).

A.f. 

Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers wurde der Versicherte durch Dr. med. 

O.___, Neurologie FMH, vertrauensärztlich untersucht (Bericht vom 23. September 

2016, Fremdakten, act. 2-2 ff.). Sie kam zum Ergebnis, die Diagnose einer 

idiopathischen intrakraniellen Hypertension bei klinisch präsentierten chronischen 

Dauerkopfschmerzen, Schwindel, Gesichtsfeldeinschränkung und 

neuropsychologischen Defiziten sei nach den Kriterien der International Headache 

Society gegeben (Fremdakten, act. 2-8 f.). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 

Küchenplaner sei der Versicherte vor allem durch Störungen der Konzentration und 

Aufmerksamkeit sowie durch eine Fatigue beeinträchtigt. Diese seien einerseits 

sekundär im Rahmen der beklagten Dauerkopfschmerzen, andererseits vermutlich 

primär im Rahmen der Grunderkrankung zu sehen. Die quantitative Beurteilung dieser 

Einschränkungen in einer leidensangepassten Tätigkeit bedürfe einer qualifizierten 

neuropsychologischen Untersuchung. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 

Küchenplaner sei der Versicherte derzeit nicht arbeitsfähig (Fremdakten, act. 2-9 f.). 

Eine psychologische Abklärung durch die Klinik für Neurologie des KSSG ergab im 

Wesentlichen schwere kognitive Minderleistungen in den räumlich-konstruktiven 

Fähigkeiten und leichte bis mittelschwere kognitive Minderleistungen im mnestischen 

Bereich sowie der geteilten Aufmerksamkeit. Insgesamt seien die objektivierten 

A.g. 

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Minderleistungen als leichte neuropsychologische Störung zu werten. Zudem 

bestünden im klinischen Eindruck Schwierigkeiten in der Handlungsplanung, in der 

selektiven Aufmerksamkeit und Hinweise auf Auffälligkeiten in der visuell-räumlichen 

Aufmerksamkeit. Die objektivierten Befunde stimmten weitgehend mit den subjektiven 

Klagen überein. Unter Berücksichtigung der objektivierten Befunde, der 

Verhaltensbeobachtung, der visuellen Problematik, der Schmerzsymptomatik und der 

verminderten Belastbarkeit sei von einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit 

auszugehen (IV-act. 192).

Der Versicherte wurde an das Schmerzzentrum des KSSG überwiesen, wo ein 

chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Aspekten (ICD-10: 

F45.41) bei idiopathischer intrakranieller Hypertension mit bifrontalen 

Dauerkopfschmerzen, Schwankschwindel und zunehmender Sehstörung diagnostiziert 

wurde. Es wurde berichtet, in Anbetracht der bereits erfolgten frustranen 

Therapiemassnahmen mit Ausschöpfen der medikamentösen Therapie bleibe lediglich 

ein multimodaler Ansatz, um Lebensqualität und Alltagsfunktion zu verbessern, sobald 

die Alltagsperformance die Therapie zulasse. Aufgrund der Kopfschmerzsymptomatik 

klage der Versicherte über massive Konzentrationsstörungen und könne sich 

offensichtlich nur während zehn Minuten konzentrieren. Das Ausmass der 

Arbeitsfähigkeit in einer leichten Tätigkeit in wechselnder Position sei schwierig bzw. 

durch einen Arbeitsversuch zu definieren (Arztbericht Schmerzzentrum des KSSG vom 

27. März 2017 [Eingang], IV-act. 209).

A.h. 

Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte durch die medexperts AG 

polydisziplinär begutachtet (Gutachten vom 7. Dezember 2017; Dr. med. P.___, 

Allgemeine Innere Medizin; Dr. med. Q.___, und Dr. med. R.___, Neurologie; Dr. med. 

S.___, Psychiatrie und Psychotherapie; Dipl. psych. T.___, Neuropsychologie; 

Untersuchungen 6., 9. und 29. November 2017; IV-act. 234 f.). Die neurologischen 

Gutachter diagnostizierten ein chronisches Kopfschmerzsyndrom mit diffusen 

Schwindelbeschwerden und visuellen Symptomen unklarer Ursache bei möglicher 

idiopathischer intrakranieller Hypertension bei mehrfach dokumentiertem erhöhtem 

Liquoreröffnungsdruck (IV-act. 235-57). Unter dessen Berücksichtigung sei die 

Arbeitsfähigkeit seit Ende Mai 2015 aus rein neurologischer Sicht in der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit sowie in jeglicher angepasster Tätigkeit durch erhöhten 

A.i. 

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Pausenbedarf um 20 % eingeschränkt (IV-act. 235-58). Aus psychiatrischer Sicht 

wurde festgehalten, es liege eine Aggravation vor, die entsprechend in der 

Gesamtbeurteilung berücksichtigt werde (IV-act. 235-47, 62). Die diagnostizierten 

akzentuierten Persönlichkeitszüge mit abhängigen und demonstrativen Anteilen 

(ICD-10:Z73.1), differenzialdiagnostisch: kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: 

F61.0), und die anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) hätten keine 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 235-48 f.). Die neuropsychologische 

Gutachterin befand im Wesentlichen, die Testergebnisse seien nicht mit einer 

authentischen Gedächtnisstörung zu vereinbaren und wiesen auf eine bewusste 

Aggravation oder Simulation kognitiver Beeinträchtigungen hin (IV-act. 234-8 ff.).

RAD-Arzt U.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nahm am 

8. Dezember 2017 Stellung, aus versicherungsmedizinischer Sicht könne trotz der 

Hinweise auf eine offensichtliche Aggravation vollumfänglich auf das polydisziplinäre 

Gutachten abgestellt werden (IV-act. 236).

A.j. 

Die IV-Stelle wies mit Mitteilung vom 8. Dezember 2017 das Gesuch um berufliche 

Massnahmen ab. Gemäss dem polydisziplinären Gutachten bestehe eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 %. Weitere berufliche Massnahmen seien 

nicht angezeigt (IV-act. 239). Mit Vorbescheid vom 4. Januar 2018 gewährte sie dem 

Versicherten das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung hinsichtlich Rente (IV-

act. 245). Mit Einwand vom 5. Januar 2018 machte dieser im Wesentlichen geltend, auf 

das Gutachten der medexperts AG sei aus verschiedenen Gründen nicht abzustellen. 

Es nehme Bezug auf das Vorgutachten der PMEDA. Eine Beschwerde (richtig wohl: 

Einsprache) gegen die Einstellung der Taggeldzahlungen des 

Krankentaggeldversicherers sei indes gutgeheissen worden. Er sei am 7. September 

2016 im Auftrag des Krankentaggeldversicherers durch Dr. O.___ neurologisch 

begutachtet worden. Dieser Bericht sei nicht in den IV-Akten und durch die 

medexperts-Gutachter nicht berücksichtigt worden. Sodann hätten sie seine 

Beschwerden nicht ernst genommen und teilweise nicht angegeben (z. B. Schwindel; 

IV-act. 248).

A.k. 

Der Bericht von Dr. O.___ sowie der Einwand wurden den Gutachtern zur 

Stellungnahme vorgelegt, worauf sowohl Dipl. psych. T.___ als auch der neurologische 

A.l. 

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Gutachter Dr. Q.___ verneinten, dass diese an der gutachterlichen Beurteilung etwas 

änderten bzw. dass sich daraus neue fallrelevante Aspekte ergäben (Stellungnahmen 

Dipl. psych. T.___ vom 20. Februar 2018, IV-act. 252-4 ff., und Dr. Q.___ vom 13. März 

2018, IV-act. 252-1 ff.). Zu diesen Stellungnahmen und zu einem Bericht der 

Augenklinik des KSSG vom 6. März 2018, wonach (nach wie vor) keine Stauungspapille 

vorliege (IV-act. 255), nahm RAD-Arzt U.___ am 19. März 2018 im Wesentlichen 

Stellung, die Gutachter erklärten plausibel und nachvollziehbar, warum der vom 

Versicherten vorgebrachte Einwand und das nachträglich vorgelegte Gutachten von 

Dr. O.___ nichts an ihrer gutachterlichen Beurteilung änderten. Aus augenärztlicher 

Sicht seien keine Befunde objektivierbar, welche eine verminderte Arbeitsfähigkeit 

begründen würden. Das Fehlen einer Stauungspapille stelle die Diagnose einer 

intrakraniellen Hypertension in Frage (IV-act. 256).

Der Versicherte nahm am 17. April 2018 im Wesentlichen Stellung, dass die 

Diagnose einer idiopathischen intrakraniellen Hypertension bei ihm nicht vorliege, sei 

aus medizinischer und juristischer Sicht falsch. Der Schluss auf Aggravation 

widerspreche den Aussagen der Neuropsychologin des KSSG vom 14. November 2016 

(vgl. IV-act. 192) und von Dr. O.___ und sei unbegründet (IV-act. 261). Im beigelegten 

Arztbericht von Dr. N.___ vom 10. April 2018 führte dieser aus, üblicherweise würden 

Kopfschmerzen mit einer Arbeitsunfähigkeit zwischen 20 % und 50 % bewertet. Als 

behandelnder Arzt schätze er die Leistungsfähigkeit des Versicherten auf 50 % (IV-

act. 261-5 ff.). RAD-Arzt U.___ nahm am 27. April 2018 Stellung, das Schreiben von 

Dr. N.___ enthalte keine neuen Befunde oder weise auf einen neuen Sachverhalt hin, 

der den Gutachtern der medexperts AG nicht bekannt gewesen wäre. Die 

Arbeitsunfähigkeitseinschätzung der Gutachter weiche nicht von der üblicherweise 

attestierten Arbeitsunfähigkeit ab. Aus den aktuellen Unterlagen ergäben sich keine 

neuen fallrelevanten Aspekte. Von einer weiteren medizinischen Abklärung seien keine 

neuen Ergebnisse zu erwarten (IV-act. 262).

A.m. 

Mit Verfügung vom 23. Juli 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. 

Gemäss Gutachten bestehe in der letzten Beschäftigung und in jeder anderen 

geeigneten Tätigkeit eine rentenausschliessende Arbeitsfähigkeit von 80 %. Das 

Gutachten von Dr. O.___ sei einverlangt und durch den RAD überprüft worden. Auch 

der in der zweiten Anhörung eingereichte Bericht von Dr. N.___ sei durch den RAD 

A.n. 

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B.  

gesichtet und ausgewertet worden. Demnach könne an der gutachterlich 

ausgewiesenen Arbeitsfähigkeit von 80 % festgehalten werden (IV-act. 271).

Gegen die Verfügung vom 23. Juli 2018 erhebt A.___ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. G. Calan, am 14. September 

2018 Beschwerde (act. G 1), welche er am 4. Dezember 2018 ergänzend begründet 

(act. G 9). Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen aufzuheben und die Angelegenheit sei zur Einholung eines 

polydisziplinären Gutachtens und Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. Weiter sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege und unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung zu gewähren. Die Beschwerdegegnerin habe sich mit den 

Vorbringen seines Einwands gar nicht bzw. viel zuwenig auseinandergesetzt. Der 

Verweis auf die RAD-Stellungnahme vom 27. April 2018 genüge der 

Begründungspflicht nicht, zumal diese die Einschätzung der Beschwerdegegnerin nicht 

ersetzen könne. Die angefochtene Verfügung sei allein schon deswegen aufzuheben. 

Es sei schwer nachvollziehbar, wie die Beschwerdegegnerin beim vorliegenden 

Beschwerdebild auf einen Invaliditätsgrad von bloss 20 % komme. Sie hätte ein 

weiteres Gutachten bei einer MEDAS einholen müssen, denn nur diese gälten als 

unabhängig. Die angefochtene Verfügung sei aufgrund einer ungenügenden 

Sachverhaltsermittlung erlassen worden. Dr. N.___ habe eine Arbeitsunfähigkeit von 

50 % attestiert. Die Beschwerdegegnerin hätte sich mit dieser Einschätzung befassen 

bzw. sie berücksichtigen müssen; es sei von dieser auszugehen. Vor dem Eintritt der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung habe er einen mit Abstand überdurchschnittlichen 

Verdienst erzielt, so dass eine Parallelisierung der Vergleichseinkommen vorzunehmen 

sei und ein Invaliditätsgrad von 41 % resultiere. Somit habe er Anspruch auf eine 

Viertelsrente. Die Stellungnahme der Gutachter vom 13. März 2018 gehe nicht 

eingehend auf den Bericht von Dr. O.___ ein, vielmehr werde versucht, ihre Diagnose 

mit Pauschalisierungen in Misskredit zu bringen. Die Beschwerdegegnerin berufe sich 

zu Unrecht auf offenbar überholte Diagnosekriterien. Zudem unterstelle ihm das 

MEDAS-Gutachten ohne jegliche Beweise Aggravation.

B.a. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/21

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Mit Beschwerdeantwort vom 21. Januar 2019 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Die angefochtene Verfügung erfülle die 

Mindestanforderungen an die Begründungspflicht. Der Einschätzung der MEDAS als 

spezialisierte Gutachterstelle komme grosses Gewicht zu. Der polydisziplinäre Ansatz 

gewährleiste, dass eine Gesamtbetrachtung stattfinde. Das Gutachten der medexperts 

AG sei ausführlich und dessen Schlussfolgerungen und Arbeitsfähigkeitsschätzung 

seien in jeder Hinsicht nachvollziehbar. Zum Gutachten von Dr. O.___ habe die 

medexperts AG in den Schreiben vom 13. März und 20. Februar 2018 ausführlich und 

schlüssig Stellung genommen. Auch habe Dr. O.___ festgehalten, dass die 

Arbeitsfähigkeit ohne neuropsychologische Untersuchung nicht festgelegt werden 

könne. Im Gegensatz zu den behandelnden Ärzten habe die medexperts AG zu Recht 

das inkongruente bzw. sogar aggravatorische Verhalten berücksichtigt und die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung ausschliesslich auf die objektivierbare Befundlage 

abgestützt. Der RAD habe nachvollziehbar festgehalten, dass die Ausführungen von 

Dr. N.___ das Gutachten nicht zu erschüttern vermöchten. Dr. N.___ habe keine eigene 

Arbeitsfähigkeitsschätzung vorgenommen, weshalb sich der Beschwerdeführer von 

Vornherein zu Unrecht auf seinen Bericht berufe. Im Weiteren sei der 

Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer 

auftragsrechtlichen Stellung überwiegend zugunsten ihrer Patienten aussagen würden. 

Die Berichte der den Beschwerdeführer behandelnden Ärzte enthielten keine objektiv 

feststellbaren Gesichtspunkte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben 

und geeignet seien, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen, weshalb ohne 

Abstriche auf das Gutachten der medexperts AG abzustellen sei. Diese habe die 

geltend gemachten Einschränkungen des Beschwerdeführers ausführlich und 

widerspruchsfrei abgeklärt. Weil der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Tätigkeit 

als Küchenplaner zu 80 % arbeitsfähig sei, könne der Invaliditätsgrad mit einem so 

genannten Prozentvergleich bestimmt werden; es seien nicht die Tabellenlöhne 

heranzuziehen. Dieser betrage somit 20 %. Demnach habe der Beschwerdeführer 

keinen Anspruch auf eine IV-Rente (act. G 12).

B.b. 

Am 5. Februar 2019 bewilligt die Abteilungspräsidentin die unentgeltliche 

Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten, unentgeltliche Rechtsverbeiständung; 

act. G 14).

B.c. 

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Erwägungen

1.  

2.

Streitgegenstand bildet der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.

Die Beschwerdegegnerin verzichtet stillschweigend auf eine Duplik (act. G 16).B.d. 

In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung der aus dem 

Anspruch auf die Gewährung des rechtlichen Gehörs fliessenden Begründungspflicht. 

Der in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

(BV; SR 101), in Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sowie in Art. 49 Abs. 3 ATSG 

festgeschriebene Anspruch auf rechtliches Gehör bzw. auf eine diesem genügende 

Begründung der Verfügung ist gewahrt, wenn die Begründung eine sachgerechte 

Anfechtung ermöglicht. Nicht erforderlich ist, dass sich die Verwaltung vorgängig mit 

jedem einzelnen Parteivorbringen einlässlich befasst (vgl. BGE 136 I 188 E. 2.2.1; Urteil 

des Bundesgerichts vom 10. Februar 2017, 8C_785/2016, E. 5.2; U. Kieser, 

Kommentar ATSG, 4. Aufl., Zürich 2020, Art. 42 Rz. 7, Art. 49 Rz 65 ff.).

1.1. 

Die angefochtene Verfügung verweist auf die RAD-Stellungnahmen vom 19. März 

2018 (IV-act. 256) und vom 27. April 2018 (IV-act. 262), welche sich auf die nach dem 

ersten Einwand eingeholten Stellungnahmen der Gutachter (IV-act. 252), den Bericht 

der Augenklinik des KSSG vom 6. März 2018 (IV-act. 255) und den Bericht von 

Dr. N.___ vom 10. April 2018 (IV-act. 261-5 ff.) beziehen. Sämtliche Stellungnahmen 

lagen dem Beschwerdeführer vor, so dass ihm eine sachgerechte Anfechtung möglich 

war, auch wenn deren Inhalt in der angefochtenen Verfügung nicht nochmals 

wiedergegeben wurde. Mithin hat die Beschwerdegegnerin die Begründungspflicht 

nicht verletzt.

1.2. 

Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

2.1. 

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ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf 

objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem 

wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 130 V 396 E. 5.3 und 

E. 6, BGE 141 V 289 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2016, 

8C_1/2016, E. 4.3). Erforderlich ist zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden 

objektiviert werden können und sich auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 30. November 2017, 8C_350/2017, E. 5.4, und 

vom 27. März 2015, 8C_673/2014, E. 5.1.1; BGE 143 V 427 E. 6). Für somatisch 

unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und gleichgestellte 

Diagnosen) sowie psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen ist der 

Beweis nach dem strukturierten Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE 

141 V 281 und BGE 143 V 428, E. 7.1). Der Beweis für eine lang andauernde und 

erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet 

betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen 

einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen 

Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 

V 427, E. 6 a. E.).

2.2. 

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine 

halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

2.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

2.4. 

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3.  

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie 

ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft 

zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).

Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt 

der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen 

Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b; 

BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).

2.5. 

Zu erörtern ist zunächst, inwieweit beim Beschwerdeführer ein die 

Erwerbsfähigkeit einschränkender Gesundheitsschaden objektivierbar ist.

3.1. 

Beim Beschwerdeführer wurde zwischen dem 2. Juni 2015 und dem 

16. September 2016 insgesamt sieben Mal eine Lumbalpunktion durchgeführt. Dabei 

wurde (mit einer Ausnahme) jeweils ein Liquordruck zwischen 25 und 30 cm H O 

gemessen, wobei Werte über 25 cm H O als pathologisch gelten (vgl. Bericht Dr. N.___ 

3.2. 

2

2

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vom 20. Dezember 2016, IV-act. 195; Abstractheft Symposium Idiopathische 

intrakranielle Hypertension vom 7. Oktober 2017, S. 7 [IV-act. 261-15]). Der 

Beschwerdeführer berichtete jeweils über deutliche, jedoch nur kurzfristige 

Beschwerdebesserungen (Arztbericht Dr. N.___ vom 3. März 2016 [Eingang], IV-

act. 158-3; Berichte Klinik/Tagesklinik für Neurologie KSSG vom 11. November 2015, 

IV-act. 196-2, vom 11. Februar 2016, IV-act. 201-2, vom 15. April 2016, IV-act. 188-2, 

vom 23. Juni 2016, IV-act. 178-7, und vom 23. September 2016, IV-act. 197). Der 

Beschwerdeführer klagt über Verschwommensehen, und im augenärztlichen Befund 

werden unter anderem konzentrische Gesichtsfeldeinschränkungen beschrieben, die 

durch eine okuläre Pathologie bzw. durch die ophthalmologischen Befunde nicht 

erklärbar seien. Eine Stauungspapille konnte ausgeschlossen werden (Berichte 

Augenklinik KSSG vom 6. März 2018, IV-act. 255, und vom 5. Januar 2016, IV-

act. 254). Letztere bildet je nach angewandten Diagnosekriterien Voraussetzung der 

Diagnose einer idiopathischen intrakraniellen Hypertension, wobei beim 

Beschwerdeführer gemäss dem neurologischen Teilgutachten der medexperts AG die 

Kriterien der internationalen Kopfschmerzgesellschaft erfüllt sind (IV-act. 235-56 f.; vgl. 

auch damit übereinstimmend Bericht Dr. O.___ vom 23. September 2016, Fremdakten, 

act. 2-8 f.). Die geklagten Beschwerden sind mit einer idiopathischen intrakraniellen 

Hypertension vereinbar und in ihrer Gesamtheit nicht einer anderen Diagnose 

zuzuordnen. Dass die Gesichtsfeldausfälle aus augenärztlicher Sicht nicht erklärbar 

seien, schliesst die Diagnose (gerade) nicht aus, da der erhöhte Liquordruck eine dem 

neurologischen Fachgebiet zuzuordnende (mögliche) Ursache darstellt und eine andere 

Ursache für die Sehbeschwerden nicht festgestellt werden konnte. Für die 

Verursachung der geklagten Beschwerden durch den Liquorüberdruck spricht 

insbesondere der Beschwerderückgang jeweils nach erfolgtem Liquorablass (IV-

act. 235-56). Die für einen invalidisierenden Gesundheitsschaden vorausgesetzte 

fachärztliche Diagnose nach einem anerkannten Klassifikationssystem - jenem der 

internationalen Kopfschmerzgesellschaft - liegt demnach trotz fehlender 

Stauungspapille vor. Der neurologische Gutachter berücksichtigt sie und die daraus 

abgeleiteten Beschwerden einschliesslich des Schwindels, auch wenn er als Diagnose 

ein "chronisches Kopfschmerzsyndrom mit diffusen Schwindelbeschwerden und 

visuellen Symptomen, unklarer Ursache bei möglicher idiopathischer intrakranieller 

Hypertension bei mehrfach dokumentiertem, Liquoreröffnungsdruck" formuliert (IV-

act. 235-57; vgl. auch Stellungnahme vom 13. März 2018, IV-act. 252). Massgebend ist 

nicht die Diagnose, sondern die durch den diagnostizierten Gesundheitsschaden 

verursachten Beschwerden (Urteil des Bundesgerichts vom 27. März 2015, 

8C_673/2014, E. 5.1.1). Insofern erweist sich die gutachterliche Diagnostik als 

vollständig.

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4.  

Eine andere Frage ist, inwieweit die Diagnosekriterien objektivierbar sind. Zu Recht 

wird angeführt, bezüglich der Intensität der Kopfschmerzen bzw. deren Besserung 

nach Liquorablass könne ausschliesslich auf die Aussagen des Beschwerdeführers 

abgestellt werden (neurologisches Gutachten, IV-act. 235-56; Stellungnahme Dr. N.___ 

vom 10. April 2018, IV-act. 261-5 ff.). RAD-Arzt U.___ wies in seiner Stellungnahme 

vom 19. März 2018 darauf hin, dass dies auch für die augenärztlichen Befunde gelte, 

da sowohl die Testung des Visus als auch die Gesichtsfeldmessung auf subjektiven 

Angaben des Patienten beruhten (IV-act. 256). Nicht durch einen Nystagmus 

objektivierbar war sodann der beklagte Schwindel (vgl. Berichte von Dr. K.___ vom 

1. Juni 2015, Fremdakten, act. 1-26, und von Dr. L.___, Fremdakten, act. 1-24 f.). Somit 

kann festgehalten werden: Objektiviert ist beim Beschwerdeführer ein erhöhter 

Liquordruck. Zudem beklagt er mit Kopfschmerzen, Schwindel und Sehstörungen 

sowie kognitiven Problemen Beschwerden, die dadurch verursacht sein können. Zu 

den Sehstörungen ist anzumerken, dass deren Feststellung zwar ausschliesslich auf 

Aussagen des Beschwerdeführers beruhten; eine bildgebend darstellbare 

Stauungspapille fehlt. Eine bewusste Verfälschung der augenärztlichen Befunde würde 

aber wohl vertiefte Kenntnisse der medizinischen Zusammenhänge und 

Untersuchungsmethoden erfordern.

3.3. 

Zusammenfassend ist gestützt auf die Ergebnisse des neurologischen Gutachtens 

von der Diagnose einer idiopathischen intrakraniellen Hypertension auszugehen. Da 

sich jedoch die Schwere der Auswirkungen ausschliesslich durch Aussagen des 

Beschwerdeführers beurteilen lassen, ist die Arbeitsfähigkeit auch nach Massgabe des 

strukturierten Beweisverfahrens anhand der Standardindikatoren zu bestimmen.

3.4. 

Der Beschwerdeführer beschreibt anhaltende starke, drückende Kopfschmerzen 

mit einer Intensität von bis zu 9 von 10 Stufen auf der visuellen Analogskala (VAS). 

Daneben leide er unter kommendem und gehendem Schwindel und unscharfem, 

verschwommenem Sehen und etwas schräg versetzten Doppelbildern bei Anstrengung 

der Augen (IV-act. 235-51). Sodann klagt er über Gangunsicherheiten, rasche 

Ermüdbarkeit, Konzentrationsminderung und gelegentliche Gleichgewichtsstörungen 

(IV-act. 235-40). Durch die Beschwerden sei er in allen Bereichen sehr eingeschränkt. 

Er könne im Haushalt praktisch nichts machen und liege bis auf die Mahlzeiten und 

kurze Spaziergänge den ganzen Tag (IV-act. 235-43). Ausflüge in den Wald seien nur 

noch ab und zu möglich, danach müsse er den ganzen Tag liegen. Zweimal in der 

Woche betreibe er Amateurfunk. Nach zehn Minuten müsse er allerdings eine Pause 

einlegen. Autofahren sei zu anstrengend, bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/21

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habe er Probleme mit dem Fahrplanlesen (IV-act. 235-46). Fernsehen und Lesen sei 

nicht möglich, er sehe nach fünf Minuten nichts mehr. Er treffe sich nur noch mit 

wenigen Kollegen kurze Zeit, da er sich nicht konzentrieren könne und rasch ermüde 

(IV-act. 235-38 f., 52). Die Stimmung sei in etwa immer gleich, ab und zu habe er Tiefs, 

"verleide" es ihm wegen der dauernden Kopfschmerzen. Er sei weniger belastbar als 

früher und neige dazu, reizbar zu werden, wenn die Kinder ihn anstrengten. Manchmal 

benötige er länger, um zu erfassen, was seine Ehefrau ihm sage (IV-act. 235-42 f.). 

Ähnlich starke Beschwerden schilderte der Beschwerdeführer auch anlässlich der 

PMEDA-Begutachtung (vgl. Fremdakten, act. 1-9 ff.) und der vertrauensärztlichen 

Untersuchung durch Dr. O.___, wo Müdigkeit und kognitive Probleme stärker 

hervorgehoben wurden (vgl. Fremdakten, act. 2-4 f., 8 f.). Dr. O.___ stellte im Laufe 

ihrer Untersuchung deutliche Ermüdungserscheinungen, insbesondere eine 

psychomotorische Verlangsamung, fest (Bericht vom 23. September 2016, 

Fremdakten, act. 2-8 f.). Die psychiatrische Gutachterin führte aus, der 

Beschwerdeführer habe keine Beeinträchtigung bei der Anpassung an Regeln und 

Routinen, der Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Flexibilität 

und Umstellungsfähigkeit, der Anwendung fachlicher Kompetenzen, der 

Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, des Durchhaltevermögens, der Kontaktfähigkeit zu 

Dritten und Gruppenfähigkeit und der Fähigkeit zu Spontanaktivitäten. Die 

Selbstbehauptungsfähigkeit sei leicht beeinträchtigt - der Beschwerdeführer sei 

teilweise dysphorisch. Kaum Probleme beschreibe er in der Beziehung zu seiner 

Ehefrau und den Kindern (IV-act. 235-48). Selbstpflege, Kleidung und Sauberkeit seien 

angemessen. Die Verkehrsfähigkeit sei vorhanden - der Beschwerdeführer fahre selber 

Auto (IV-act. 235-49). Letzteres widerspricht indes seiner Aussage (IV-act. 235-46, 

siehe auch Bericht Dr. O.___ vom 23. September 2016, Fremdakten, act. 2-5), die 

aufgrund der Gesichtsfeldeinschränkung als plausibel erscheint. Von Seiten der 

Persönlichkeit fanden sich in der psychiatrischen gutachterlichen Untersuchung 

Hinweise auf abhängige und demonstrative Anteile im Sinne von akzentuierten 

Persönlichkeitszügen, differenzialdiagnostisch sei auch an eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung zu denken (IV-act. 235-47). Eine abhängige 

Persönlichkeitsstörung wurde bereits anlässlich der Abklärung durch die Kantonalen 

Psychiatrischen Dienste diagnostiziert (Bericht vom 25. Mai 1999, IV-act. 60). Nachdem 

sie den Beschwerdeführer jedoch nicht daran hinderten, die Ausbildung zum 

Apparatemonteur erfolgreich zu bestehen, erscheint nachvollziehbar, dass sie die 

Arbeitsfähigkeit nicht (mehr) massgeblich beeinträchtigt (vgl. IV-act. 235-47). Als 

Komorbidität diagnostiziert die psychiatrische Gutachterin eine 

Schmerzverarbeitungsstörung im Sinne einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung (IV-act. 235-47). Da der Beschwerdeführer gemäss eigener Aussage 

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nach Liquorablass jeweils für kurze Zeit mehr oder weniger beschwerdefrei war, sind 

die Schmerzen teilweise der idiopathischen intrakraniellen Hypertension zuzuschreiben. 

Als Ressource verfügt der Beschwerdeführer über ein positives familiäres Umfeld. So 

berichtet er, seine Ehefrau mache ihn gleich darauf aufmerksam, wenn er wütend 

werde. Die Beziehung zu ihr sei nach wie vor recht gut. Für sie sei sehr anstrengend, 

dass er extrem vergesslich sei (IV-act. 235-42 f.). Die sozialen Beziehungen sind nach 

seinen Angaben eingeschränkt. Die aktuelle Behandlung umfasst die Medikamente 

Diamox und Ibuprofen. Der Beschwerdeführer gibt an, unter Diamox habe sich der 

Zustand leicht gebessert, sei aber immer noch einschränkend (IV-act. 235-40). Helfen 

würden die Medikamente nicht wirklich (IV-act. 235-42). Die seit einem Jahr im 

Schmerzzentrum durchgeführte Therapie zeitige bisher keinen nennenswerten Effekt. 

Therapien mit einem Blutdrucksenker und mit Amitryptilin (Saroten; 

www.compendium.ch) seien wegen Kreislaufbeschwerden bzw. fehlender Wirkung 

wieder beendet worden (IV-act. 235-51). Dr. N.___ führte im Bericht vom 21. Juni 2016 

aus, sowohl medikamentöse Massnahmen als auch rezidivierende Liquorpunktionen 

hätten nicht zu einer befriedigenden Symptomminderung geführt, so dass grössere 

neurochirurgische Massnahmen zu evaluieren seien (ventriko-peritonealer oder 

lumboperitonealer Shunt; IV-act. 178). Auch Dr. O.___ sah eine klare Indikation für eine 

neurochirurgische Behandlung (VP-Shunt). Sie vermerkte, der Beschwerdeführer sei 

bisher gegenüber sämtlichen interventionellen Behandlungen (zum Teil sehr belastende 

Lumbalpunktionen) aufgeschlossen und bezüglich einer potentiellen 

neurochirurgischen Behandlung sehr motiviert (Bericht vom 23. September 2016, 

Fremdakten, act. 2-10). Dr. N.___ hielt am 20. Dezember 2016 dann aber fest, ein VP-

Shunt scheine aufgrund des in der Literatur eher mässigen Ansprechens auf die 

Kopfschmerz-Symptomatik noch nicht gerechtfertigt. Allenfalls käme dieser Eingriff bei 

einer drohenden Erblindung in Betracht (IV-act. 195). Im Bericht des Schmerzzentrums 

des KSSG vom 27. März 2017 wurde ausgeführt, in Anbetracht der bereits erfolgten 

frustranen Therapiemassnahmen mit Ausschöpfen der medikamentösen Therapie 

bleibe lediglich ein multimodaler Ansatz, um Lebensqualität und Alltagsfunktion zu 

verbessern, sobald die Alltagsperformance die Therapie zulasse (IV-act. 209).

Die neuropsychologische Gutachterin befand im Wesentlichen, die weit unter dem 

Niveau hospitalisierter Demenzpatienten im fortgeschrittenen Stadium liegenden 

Testergebnisse seien nicht mit einer authentischen Gedächtnisstörung zu vereinbaren 

und wiesen auf eine bewusste Aggravation oder Simulation kognitiver 

Beeinträchtigungen hin. Aufgrund der verminderten Kooperationsbereitschaft habe kein 

gültiges Testprofil erhalten werden können (IV-act. 234-8 ff.). Es wurden zwei 

Beschwerdevalidierungstests durchgeführt, die auf unzureichende Anstrengung bzw. 

4.2. 

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darauf hinwiesen, dass der Beschwerdeführer ungewöhnliche Beschwerden angebe, 

die in dieser Ausprägung und Häufung nicht typisch seien für authentische Störungen. 

Sämtliche Parameter der formalisierten Beschwerdevalidierung seien hoch auffällig, in 

sich nicht konsistent und zum Teil im Zufallsbereich (IV-act. 234-8 f.). Die gezeigten 

Minderleistungen seien als nicht-authentische neuropsychologische Störungen 

einzuordnen. Ob authentische kognitive Störungen vorhanden seien, könne aufgrund 

der eingeschränkten Mitwirkung des Beschwerdeführers nicht bestimmt werden (IV-

act. 234-10). Die psychiatrische Gutachterin führte hierzu aus, die neuropsychologische 

Voruntersuchung vom 14. November 2016 sei versicherungsmedizinisch nicht 

verwertbar, da damals keine Überprüfung der Anstrengungsbereitschaft mittels 

erprobter Verfahren erfolgt sei und eine bewusste Selbstlimitierung bei angestrebtem 

Krankheitsgewinn nicht ausgeschlossen werden könne. Es bestünden deutliche 

Inkonsistenzen im Vergleich zu den Vorbefunden. So zeigten sich aktuell 

Leistungsdefizite in Bereichen, welche in der Voruntersuchung als unauffällig 

angegeben worden seien, und umgekehrt unauffällige Leistungen in Bereichen, welche 

im Vorbericht als beeinträchtigt beschrieben worden seien. Diese Inkonsistenzen seien 

am ehesten auf eine schwankende Leistungsbereitschaft in der Testung 

zurückzuführen und bei nicht authentischen Störungen sehr häufig anzutreffen (IV-

act. 235-47).

Die Gutachter haben die geklagten Beschwerden, die vorhandenen Akten und die 

massgeblichen Standardindikatoren angemessen berücksichtigt. Insbesondere aus 

den nach Erstattung des Gutachtens eingegangenen medizinischen Berichten ergeben 

sich keine objektiven Aspekte, welche die Gutachter nicht berücksichtigt haben. Im 

neuropsychologischen Bericht vom 14. November 2016 werden keine 

Beschwerdevalidierungstests oder Überlegungen zur Konsistenz der Testergebnisse 

aufgeführt (vgl. IV-act. 192-3 ff.), so dass diese Beurteilung das neuropsychologische 

medexperts-Gutachten nicht in Frage stellt. Der neurologische Gutachter führt aus, 

insgesamt könne das Ausmass der beklagten Beschwerden (mit als "massiv" 

beschriebenem Leidensdruck und unmittelbarer, deutlicher Beschwerdeprogression 

bei bereits geringster körperlicher Aktivität und Lesen eines Buches) anhand der 

vorliegenden, wenngleich auch objektivierbaren Befunde und auch hinsichtlich des 

insgesamt nicht schmerzgeplagten Eindrucks über den Zeitraum der Exploration, 

letztlich nicht gänzlich nachvollzogen werden. Diesbezüglich sei eine 

Symptomausweitung und möglicherweise auch Chronifizierung durch eine gewisse 

nicht-organische Krankheitskomponente mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen 

(IV-act. 235-57). Damit sagt er zum einen aus, dass das Ausmass der geklagten 

Beschwerden nicht durch den erhöhten Liquordruck erklärbar sei. Zum anderen 

4.3. 

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konstatierte auch er einen nicht zu den geschilderten Beschwerden passenden 

Eindruck des Beschwerdeführers. Die psychiatrische Gutachterin erfasste die vom 

neurologischen Experten erwähnte nicht-organische Krankheitskomponente 

nachvollziehbar als Schmerzverarbeitungsstörung im Sinne einer anhaltenden 

somatoformen Sachmerzstörung (ICD-10: F45.4; IV-act. 235-47 f.). Sie legte weiter dar, 

die geschilderte Schmerzproblematik sei emotional nur wenig nachvollziehbar. Der 

Leidensdruck sei subjektiv hoch. Insgesamt wirke der Beschwerdeführer etwas hilflos 

und über Schmerzen klagend, ohne dass dies in der Gegenübertragung spürbar sei. 

Konzentration und Aufmerksamkeit seien während des einstündigen Gesprächs 

unauffällig gewesen (IV-act. 235-44). Sowohl klinisch als auch neuropsychologisch 

gebe es eindeutige Hinweise auf Diskrepanzen und Widersprüche im Sinne einer 

Aggravations- und Simulationsneigung. Daher habe die somatoforme Schmerzstörung 

keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 235-48). Zwar spricht für einen hohen 

Leidensdruck, dass der Beschwerdeführer wegen lediglich einigen Tagen 

Beschwerdereduktion die unangenehmen Lumbalpunktionen auf sich nimmt und einer 

neurochirurgischen Operation gegenüber nicht abgeneigt wäre (vgl. Bericht Dr. O.___ 

vom 23. September 2016, Fremdakten, act. 2-2 ff., und Stellungnahme RAD-Arzt U.___ 

vom 8. Dezember 2017, IV-act. 236). Insgesamt liegen dennoch Inkonsistenzen vor, die 

einem stimmigen Gesamtbild entgegenstehen und bei der Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen sind.

Dr. N.___ führte am 10. April 2018 aus, üblicherweise würden Kopfschmerzen die 

Arbeitsfähigkeit zwischen 20 % und 50 % einschränken. Strittig bleibe die Diskrepanz 

zwischen der subjektiv angegebenen völligen Arbeitsunfähigkeit und den 

objektivierbaren Befunden. Insbesondere zeige auch die neuropsychologische Testung 

diverse Inkonsistenzen mit Ergebnissen auf Zufallsniveau. Seines Erachtens liege die 

Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers bei etwa 50 %. Als behandelnder Arzt 

bewerte er die Arbeitsunfähigkeit am oberen Ende (IV-act. 261-6 f.). Im am 3. März 

2016 bei der Beschwerdegegnerin eingetroffenen Arztbericht hatte er festgehalten, 

aufgrund der chronischen Kopfschmerzen sei der Versicherte nicht voll leistungsfähig. 

Es bestehe ein vermehrter Pausenbedarf. Die Konzentrationsfähigkeit sei 

eingeschränkt durch die chronischen Kopfschmerzen. Es könne ein 50 % bis 80 %-

iges Gesamt-Pensum aufrecht erhalten werden bei jedoch reduzierter 

Leistungsfähigkeit und vermehrtem Pausenbedarf, so dass letztlich eine auf etwa 50 % 

reduzierte Arbeitsfähigkeit resultiere (IV-act. 158). Dr. N.___ hat demnach - aus der 

Warte eines behandelnden Arztes verständlich - die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht 

angepasst, nachdem ihm die von den Gutachtern erhobenen Inkonsistenzen bekannt 

4.4. 

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5.

Gemäss Gutachten ist der Beschwerdeführer in der Lage, die bisherige Tätigkeit mit 

einer Arbeitsfähigkeit von 80 % weiterhin auszuüben. Daher ist der Invaliditätsgrad 

nicht aufgrund eines statistischen Invalideneinkommens, sondern durch einen 

Prozentvergleich zu ermitteln (Urteile des Bundesgerichts vom 13. Januar 2012, 

9C_599/2011, E. 4.1, vom 13. Juni 2017, 9C_576/2016, E. 5, und vom 27. September 

2017, 8C_295/2017, E. 6.5). Somit ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 80 %, der keinen 

Rentenanspruch begründet.

6.  

wurden. Somit ist für das Gericht die gutachterliche Attestierung einer 80 %-igen 

Arbeitsfähigkeit gut nachvollziehbar und es ist darauf abzustellen.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten vollumfänglich aufzuerlegen. 

Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.

6.2. 

bis

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Kostennote 

eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf 

vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3‘500.-- angemessen. 

Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). 

Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal mit 

Fr. 2‘800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

6.3. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

6.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von 

Fr. 600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'800.-- (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.09.2020
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG: Gemäss einem beweiskräftigen Gutachten ist der Beschwerdeführer zu 80 % arbeitsfähig. Da er auch seine angestammte Tätigkeit in diesem Umfang noch ausüben könnte, ist der Invaliditätsgrad durch einen Prozentvergleich zu ermitteln. Somit besteht kein Rentenanspruch (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. September 2020, IV 2018/309).

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