# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d427807f-33c8-5ade-ab8c-cd079ce2e203
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-11-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 21.11.2006 ZB 2006 24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_ZB-2006-24_2006-11-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 21. November 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZB 06 24

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Tomaschett-Murer und Vital 
Aktuar Conrad

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In der zivilrechtlichen Beschwerde

der HA. Y., Klägerin und Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
Théo Chr. Portmann, Alexanderstrasse 1, 7001 Chur, sowie HR. Y., Ne-beninterve-
nient (klägerseits),

gegen

die Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Surselva vom 11. September 2006, 
mitgeteilt am 11. September 2006, in Sachen der Klägerin und Beschwerdeführerin 
gegen PG., Beklagter und Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
Christian Schreiber, Hartbertstrasse 11, 7002 Chur, und MG., Beklagte und Be-
schwerdegegnerin,

betreffend Feststellung und Teilung von Nachlässen/Nebenintervention,

hat sich ergeben:

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A.1. Gestützt auf einen durch den Kreispräsidenten Z. am 28. Mai 2006 
ausgestellten Leitschein liess HA. Y. am 19. Juni 2006 beim Bezirksgericht Surselva 
Klage erheben gegen ihre Geschwister PG. und MG. auf Feststellung und Teilung 
der Nachlässe des Vaters, der Mutter und eines Bruders der Parteien.

2. Mit Schriftsatz vom 11. Juli 2006 wandte sich HR. Y., Sohn der Kläge-
rin HA. Y., an das Bezirksgericht Surselva mit dem Antrag, er sei gestützt auf Art. 
33 und Art. 110 ZPO als Nebenintervenient auf Seiten seiner Mutter (klägerseits) 
zum Prozess zuzulassen. Dass er sich aus eigenem Antrieb an diesem Prozess 
beteilige, begründete er damit, dass er ein wesentliches Interesse an dessen Aus-
gang habe. Abgesehen davon, dass er seine alte und kranke Mutter im Verfahren 
unterstützen wolle, sei auch für ihn entscheidend, welche Erbquote seiner Mutter, 
beziehungsweise später ihm als deren gesetzlicher Erbe zufalle. Sein rechtliches 
Interesse am Prozessausgang manifestiere sich weiter darin, dass er der landwirt-
schaftliche Pächter des Löwenanteils der ungeteilten Nachlassgrundstücke sei. Um 
seine wirtschaftliche Existenz als Landwirt bangend und als präsumtiver Miterbe der 
Beklagten, wolle er bei den Streitgegenstand bildenden Erbteilungen mitreden. In 
Bezug auf die Streitsache stellte er die identischen Rechtsbegehren wie seine Mut-
ter.

3. Mit Verfügung vom 16. August 2006 eröffnete der Bezirksgerichtsprä-
sident den Hauptparteien die Möglichkeit, sich zur Zulässigkeit der Nebeninterven-
tion zu äussern. 

Die Beklagte MG. liess sich dazu nicht vernehmen. 

Der Beklagte PG. beantragte, das Begehren von HR. Y. auf Zulassung als 
Nebenintervenient sei kostenfällig abzuweisen. 

Die Klägerin HA. Y. liess ausführen, die Ansicht ihres intervenierenden Soh-
nes, dass für ihn nicht bloss ein finanzielles sondern ein wesentliches rechtliches 
Interesse auf dem Spiel stehe, sei schwerlich von der Hand zu weisen. Sie bean-
tragte indessen, die Frage der Zulässigkeit der Nebenintervention frühestens auf 
den Zeitpunkt nach Beendigung des Schriftenwechsels oder allenfalls gar nach 
durchgeführtem Beweisverfahren zu entscheiden, da der interventionswillige Sohn 
erst zu diesem Zeitpunkt überblicken könne, welche wesentlichen materiellrechtli-
chen Interessen er mit seiner Intervention zu schützen habe und welche Angriffs- 
und Verteidigungsmittel er vorbringen müsse. Im Übrigen wies sie darauf hin, die 
Zuständigkeit zum Entscheid über die Zulassung zur Nebenintervention liege nicht 

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beim Bezirksgerichtspräsidenten. Dieser lege lediglich fest, ob diese prozessuale 
Vorfrage vom in der Sache zuständigen Gericht an einer separaten Gerichtsver-
handlung oder vom Gericht anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung zu behan-
deln und zu entscheiden sei.

B. Mit Verfügung vom 11. September 2006 erkannte der Bezirksgerichts-
präsident Surselva in seiner Eigenschaft als prozessleitender Richter auf Nichtzu-
lassung von HR. Y. als Intervenient und überband ihm die Verfahrenskosten von Fr. 
300.— sowie eine Entschädigung an den Beklagten PG. von Fr. 400.—.

C. Dagegen führte HA. Y. am 02. Oktober 2006 mit identischen Anträgen 
und Begründungen zum einen Prozessbeschwerde gemäss Art. 237 ZPO an das 
Bezirksgericht Surselva und zum anderen zivilrechtliche Beschwerde an den Kan-
tonsgerichtsausschuss gemäss Art. 232 Ziff. 1 ZPO. Sie beantragt die Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Surselva wegen Un-
zuständigkeit, unter späterer Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen im 
Hauptprozess. 

PG. liess Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfol-
gen zu Lasten der Beschwerdeführerin beantragen. MG. liess sich nicht vernehmen. 
Der Bezirksgerichtspräsident Surselva weist darauf hin, dass im Licht von Art. 48 
Abs. 2 ZPO fraglich erscheine, ob HA. Y. durch die Nichtzulassung von HR. Y. als 
Intervenient beschwert sei.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Mit dem Schriftsatz vom 02. Oktober 2006 gegen das am 11. Septem-
ber 2006 mitgeteilte Anfechtungsobjekt wurde die 20-tägige Beschwerdefrist von 
Art. 233 Abs. 1 ZPO gewahrt. Gemäss der gleichen Verfahrensnorm ist die Be-
schwerde dem Kantonsgerichtspräsidenten einzureichen, obwohl erkennender 
Spruchkörper der Kantonsgerichtsausschuss ist (Art. 232 ZPO, Ingress). Die Ein-
reichung beim Kantonsgerichtsausschuss schadet indessen nicht. Die Beschwerde 
ist ferner formgerecht, da sie einen Antrag und eine kurze Begründung enthält und 
die angefochtene Entscheidung beigelegt ist. Aus dieser Sicht steht einem Eintreten 
auf die Beschwerde nichts entgegen. 

2.a. Zwischen HA. Y. einerseits und ihren Geschwistern Paul und MG. an-
dererseits ist ein Zivilprozess in Gang. HR. Y. will sich in diesen Prozess – mit oder 

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ohne Einwilligung der Hauptparteien – einmischen. Er will zwar keine der Hauptpar-
teien verdrängen, tritt aber in einem fortgeschrittenen Verfahrensstadium von aus-
sen hinzu und behauptet, ein eigenes prozessuales Recht auf Verfahrensbeteili-
gung zu haben. Gemäss Art. 33 ZPO ist ein Dritter dann berechtigt, sich als Inter-
venient an einem Rechtsstreit zu beteiligen - auch unaufgefordert -, wenn er ein 
wesentliches rechtliches Interesse an diesem nachweist. Die Intervention kann in 
jedem Stadium des Prozesses erfolgen, wobei der Intervenient diesen so aufzuneh-
men hat, wie er ihn vorfindet. Dem Intervenienten stehen die nämlichen Rechte wie 
dem Eingerufenen zu.

b. Nebenintervention oder Streithilfe ist die Beteiligung eines Dritten an 
der Führung eines fremden Rechtsstreits im eigenen Interesse durch Unterstützung 
einer Partei (Bühler/Edelmann/Killer, Kommentar zur aargauischen Zivilprozessord-
nung, Aarau 1998, N 1 zu § 56 ZPO). Grundlegende Voraussetzung ist, dass der 
Nebenintervenient, auch Streithelfer genannt, ein eigenes und vor allem rechtliches 
Interesse am Obsiegen der von ihm unterstützten Hauptpartei zu behaupten und 
darzutun hat. Nur dieses eigene rechtliche Interesse des Streithelfers ist für die Zu-
lassungsfrage relevant. Bei gegebenen Voraussetzungen steht das prozessuale 
Recht auf Zulassung ausschliesslich ihm zu. Wird es verneint, kann folglich nicht 
die Hauptpartei aus faktischem Eigeninteresse oder anderen Gründen oder anstelle 
des Abgewiesenen Beschwerde gegen die angebliche Verletzung der Interessen 
des nicht zugelassenen Nebenintervenienten ein Rechtsmittel einlegen. Im Falle 
der Nicht-Zulassung zur Nebenintervention ist nach einhelliger Lehrmeinung nur der 
abgewiesene Interventionswillige legitimiert, dagegen ein Rechtsmittel zu erheben 
(vgl. Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. 
A. Zürich 1997, N 11 zu § 44 ZPO, mit Hinweisen auf die zürcherische Rechtspre-
chung; Ernst Staehelin, Die Nebenparteien im Zivilprozess, Basel 1981,  S. 64; Leu-
enberger/Uffer-Tobler, Kommentar zur Zivilprozessordnung des Kantons St. Gallen, 
Bern 1999, N 2c zu Art. 48 ZPO e contrario; Leuch/Marbach/Kellerhals/Sterchi, Die 
Zivilprozessordnung für den Kanton Bern, 5. A. Bern 2000, N 2b zu Art. 45 ZPO; 
Hans Ulrich Walder, Zivilprozessrecht, 4. A. Zürich 1996, § 13 Rz 12; Barbara Merz, 
Die Praxis zur thurgauischen Zivilprozessordnung, Bern 2000, N 4 zu § 25 ZPO; 
Staehelin/Sutter, Zivilprozessrecht nach den Gesetzen der Kantone Basel-Stadt 
und Basel-Landschaft unter Einbezug des Bundesrechts, Zürich 1992, § 10 N 27; 
Pius Markus Huber, Praxishandbuch Zivilprozessrecht, N 3 zu § 44 ZPO e contrario; 
Studer/Rüegg/Eiholzer, Der luzerner Zivilprozess, Kriens 1994, N 2 zu § 52 ZPO 
sind dann a.A., wenn dem Beschwerdeführer (hier die klagende Mutter) ein nicht 
wieder gutzumachender Nachteil droht, was aber praktisch auszuschliessen ist (in 

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diesem Sinne Walder, a.a.O., § 13 Rz 12 Anm. 7); ebenso für das deutsche Verfah-
rensrecht: Stein-Jonas, Kommentar zur Zivilprozessordnung, 20. A. Tübingen 1984, 
Rdnr. 8 zu § 71 DZPO). Die zum Teil unterschiedliche Regelung von Zuständigkeit 
und Verfahren in den kantonalen Zivilprozessordnungen ändert nach Auffassung 
des Kantonsgerichtsausschusses nichts daran, dass bei Nichtzulassung der Ne-
benintervention die für ein Rechtsmittel unverzichtbare Beschwer der Hauptpartei 
fehlt. Appellation kann nach einigen Prozessgesetzen deshalb geführt werden, weil 
der Zulassungsentscheid unter Umständen im Haupturteil ergeht oder in eine Art 
Beiurteil gekleidet ist und zusammen mit dem Haupturteil ergeht (so beispielsweise 
in den Kantonen Aargau und Bern, vgl. Bühler/Edelmann/Killer, a.a.O., N 5 zu § 56 
ZPO; Leuch/Marbach /Kellerhals/ Sterchi, a.a.O., N 2b zu Art. 45 ZPO), was auch 
in Graubünden möglich ist (vgl. Art. 120 Abs. 1, Art. 124 Abs. 4 ZPO). Damit ist aber 
noch nicht gesagt, dass die Hauptpartei legitimiert ist, mit Berufung gegen das 
Haupturteil die Nicht-Zulassung des Interventionswilligen zu rügen. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin (klagende 
Partei im Hauptverfahren) nicht legitimiert ist, gegen die Nicht-Zulassung ihres Soh-
nes als Nebenintervenient ein Rechtsmittel zu erheben, da sie durch das Anfech-
tungsobjekt nicht beschwert ist. Auf die Beschwerde von HA. Y. ist daher mangels 
Beschwer nicht einzutreten.

3.a. Die Beschwerdeführerin macht keine Ausführungen dazu, wie Art. 33 
ZPO vorliegend anzuwenden ist und stellt auch keine Anträge, wie materiell zu ent-
scheiden ist. Unter dem Titel Rechtsbegehren verlangt sie bloss die Aufhebung der 
angefochtenen Verfügung. Die Begründung erschöpft sich darin, dass der Bezirks-
gerichtspräsident in seiner Funktion als Prozessleiter generell nicht zuständig sei 
über die Zulassung zur Nebenintervention zu urteilen. Sinngemäss wird damit die 
Rückweisung zur Neuentscheidung durch den sachlich zuständigen Richter bean-
tragt. Abgesehen davon, dass der Beschwerdeführerin die Legitimation zum Vortrag 
der Rüge der sachlichen Unzuständigkeit fehlt, wäre die Rüge in der Sache begrün-
det.

b. Die Meinung der Beschwerdeführerin ist insofern richtig zu stellen, als 
sie sich für die Unzuständigkeit des Prozessleiters unter Hinweis auf PKG 1977 Nr. 
11 darauf beruft, dass die Sachlegitimation einer Haupt- oder Nebenpartei nicht 
bloss prozessrechtlicher Natur, sondern materielle Rechtsfrage sei, die stets vom 
Gerichtsplenum zu entscheiden und von Amtes wegen zu prüfen sei. Soweit sich 
die darin angesprochene Sachlegitimation auf den Streitgegenstand, worunter nur 

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das zwischen den Hauptparteien Strittige zu verstehen ist, hier also erbrechtliche 
Hinterlassenschaften, bezieht, steht sie bei der Prüfung der Zulassung zur Neben-
intervention eben gerade nicht im Brennpunkt. Der Nebenintervenient behauptet 
nicht, die Hauptparteien verdrängende Ansprüche an den zu teilenden Nachlässen 
zu haben, was einen Fall von Hauptintervention darstellen würde, sondern er will 
lediglich für sich günstige Reflexwirkungen des Urteils erzielen. Von "Sachlegitima-
tion" kann in diesem Zusammenhang nur, aber immerhin insofern die Rede sein, 
als der Nebenintervenient darzulegen hat, aufgrund welcher anderer materiellrecht-
licher Verhältnisse (Rechtsverhältnis zwischen ihm und der unterstützten Hauptpar-
tei oder der Gegenpartei) seine Rechtsstellung von dem auf die Hauptparteien lau-
tenden Urteil abhängt. Die Nebenintervention ist ein prozessuales Recht. Ob das 
für sie vorauszusetzende Interesse vorhanden ist, entscheidet das Prozessrecht; 
das bürgerliche Recht regelt nur die Rechtsbeziehungen, in denen dieses [prozes-
suale] Interesse wurzelt (Stein-Jonas, a.a.O., Rdnr. 12 zu § 66 DZPO).

c. Der Vorderrichter hat ohne nähere Begründung erwogen, beim Ent-
scheid über die Zulässigkeit der Intervention handle es sich entgegen der unter Hin-
weis auf PKG 1968 Nr. 21 vertretenen Auffassung der Klägerin nicht einen solchen 
über eine Prozessvoraussetzung, sondern um eine vom Bezirksgerichtspräsidenten 
zu treffende prozessleitende Entscheidung. Damit setzt er sich in offenen Wider-
spruch zur Praxis zu Art. 49/105 aZPO. In PKG 1968 Nr. 21 (dort hatte die nicht 
zugelassene Nebenintervenientin Beschwerde geführt, sodass sich keine Erwägun-
gen zur Beschwerdelegitimation aufdrängten, vgl. das PKG 1968 Nr. 21 zu Grunde 
liegende Urteil KGA vom 28. Mai 1968 betreffend S.G. Stiftung gegen Bezirksge-
richtspräsidium Maloja i.S. G.S. und Kons. gegen B.S. und Kons., ZB 9/68 I) hat der 
Kantonsgerichtsausschuss zur Zuständigkeit ausgeführt: Ob eine Partei als Interve-
nient an einer Streitsache zugelassen wird, ist ein prozessuale Vorfrage. Diese 
muss gemäss Art. 105 ZPO vom angerufenen Gericht – also vom Plenum – ent-
schieden werden. Der Gerichtspräsident ist zu dieser Entscheidung nicht zuständig. 
Ihm kommt lediglich die Entscheidungsbefugnis darüber zu, ob diese Vorfrage an 
einer separaten Verhandlung zu prüfen sei oder ob anlässlich der Hauptverhand-
lung vorfrageweise darüber entschieden werden soll. Eine materielle Überprüfungs-
befugnis hat der Instruktionsrichter nicht (die gleiche Auffassung liegt PKG 1971 Nr. 
15 zu Grunde, welcher das Berufungsverfahren der Parteien von PKG 1968 Nr. 21 
betraf, Urteil Kantonsgericht vom 6./7. September 1971 i.S. G.S. und Kons. gegen 
B.S. und Kons., ZF 29/71). 

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aa. Auch unter der neuen ZPO (Art. 33/93) ist keine Veranlassung gege-
ben, von dieser Praxis abzurücken. Es wird entschieden, ob die Beitrittsvorausset-
zungen für den Nebenintervenienten erfüllt sind. Bereits der damalige Art. 105 ZPO 
erwähnte die Prozessvoraussetzungen. Gemäss seinem Marginale behandelte er 
"Entscheid(e) über die Vollmachten und Prozessvoraussetzungen". Unter Prozess-
voraussetzungen waren gemäss Abs. 1 "prozessuale Vorfragen und Einreden aller 
Art, die für das Eintreten auf die Sache entscheidend sind" zu verstehen. Die Zulas-
sung zur Nebenintervention war in der Terminologie von Art. 105 Abs. 1 aZPO eine 
prozessuale Vorfrage (PKG 1968 Nr. 21). Der geltende Art. 93 ZPO (Marginale und 
Abs. 1) fasst dieses Konglomerat möglicher Entscheidungen als solche über Pro-
zessvoraussetzungen zusammen. 

bb. Man könnte sagen, der Prozess zwischen den Hauptparteien werde 
unabhängig von der Zulassung oder Abweisung der Nebenintervention durchge-
führt, und daraus schliessen, dass es sich nicht um eine Voraussetzung für den 
zwischen den Hauptparteien durchzuführenden Prozesses handelt. Die Optik der 
Hauptparteien kann indessen nicht massgeblich sein. Der Intervenient kann sich 
auch gegen den Willen beider Parteien aufdrängen. Ob hinreichendes Interesse für 
eine Intervention gegeben ist, ist vielmehr nur mit Blick auf den, ein eigenes prozes-
suales Recht geltend machenden Interventionswilligen zu entscheiden. In diesem 
Licht ist der Zulassungsentscheid als ein solcher über eine Prozessvoraussetzung 
zu qualifizieren. Es wird die für den Intervenierenden wichtige Frage entschieden, 
ob er mitmachen kann. Da er im Behauptungsstadium der Intervention zu hören und 
insoweit einstweilen zugelassen ist, wirkt im Übrigen ein nachgehender Entscheid 
über die Nichtzulassung für ihn nicht prozessleitend im engeren Sinne einer bloss 
das Verfahren zur Spruchreife fördernden Modalität (vgl. Benedikt A. Suter, 
Grundsätze der prozessleitenden Entscheidung im Zivilprozess, Basel 1993, S. 43) 
sondern prozessbeendend. Er soll unter Umständen endgültig durch Prozessurteil 
vom Verfahren ausgeschlossen werden. Dies ist sodann genau der Regelungsge-
genstand der Rechtsmittelbestimmung von Art. 232 ZPO (Ingress: prozesserledi-
gende Entscheide der Einzelrichter, des Bezirksgerichtsausschusses und des Be-
zirksgerichts, worunter Prozessurteile ohne materielle Klagebehandlung zu verste-
hen sind) und dem in Ziff. 1 dieser Bestimmung genannten Anwendungsfall (Ent-
scheide betreffend Prozessvoraussetzungen (Art. 93)), womit vorausgesetzt ist, 
dass das Anfechtungsobjekt nicht vom einem Instruktionsrichter/Prozessleiter son-
dern von dem in der Sache zuständigen Spruchkörper zu stammen hat.

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cc.  Die Auffassung, beim Entscheid über die Zulassung zur Intervention 
handle es sich um eine rein prozessleitende, und damit in der Zuständigkeit des 
Instruktionsrichters fallende Entscheidung, wird manchenorts vertreten (Leuenber-
ger/Uffer-Tobler, a.a.O., N 2c zu Art. 48 ZPO; Staehelin, a.a.O., S. 63 f.; Walder, 
a.a.O., § 13 Rz 12; Staehelin/Sutter, a.a.O., § 10 Rz 27; BJM 2001 S. 199 ff., unter 
dem Aspekt der Berufungsfähigkeit). Der Begriff "prozessleitend" ist jedoch un-
scharf. Nach den Präzisierungen und Abgrenzungen von Suter (a.a.O., S. 59) kann 
eine prozessleitende Entscheidung weder die Zulässigkeit noch die Begründetheit 
selbständiger Rechtsschutzbegehren zum Gegenstand haben. Aber gerade darin 
liegt die Quintessenz der Nebenintervention. Denn der Streithelfer behauptet, er 
habe zu seinem eigenen Rechtsschutz ein eigenes und selbständiges, von der Zu-
stimmung einer Hauptpartei unabhängiges Recht auf Verfahrensbeteiligung. Unter 
diesem Aspekt ist demnach die Entscheidung über die Zulassung zur Nebeninter-
vention nicht als eine prozessleitende zu betrachten.

Will man dessen ungeachtet den Entscheid über die Zulassung zur Nebeninterven-
tion als prozessleitend bezeichnen, so muss gefolgert werden, dass dieses Qualifi-
kationsmerkmal nach dem bündnerischen Prozessrecht ungeeignet ist, gleichzeitig 
die Zuständigkeitsfrage zu beantworten. Es gibt auch prozessleitende Entscheidun-
gen, welche wegen ihrer Tragweite für einen Beteiligten oder das Gericht (Aufwand) 
nicht  - weder einstweilen noch endgültig - in die Zuständigkeit des Instruktionsrich-
ters fallen sollen. Das sind jene, welche eine Prozessvoraussetzung betreffen. Über 
die Zulassung der Nebenintervention hat das Gericht zu entscheiden (ZR 78 (1979) 
Nr. 53; Frank/Sträuli/Messmer, N 11 zu § 44 ZPO; Guldener, a.a.O., S. 308; in glei-
chem Sinne auch Leuenberger/Uffer-Tobler, a.a.O., N 2b und c zu Art. 48 ZPO, 
welche die Entscheidung zwar als prozessleitend einstufen, sie jedoch als einer Pro-
zessvoraussetzung vergleichbar der Rechtsverweigerungsbeschwerde unterstel-
len). Nach bündnerischem System kann der Prozessleiter/Instruktionsrichter nicht 
über Prozessvoraussetzungen urteilen; dies ist dem in der Hauptsache zuständigen 
Spruchkörper, sei es in Form einer Vorab-Entscheidung gemäss Art. 93 Abs. 1 ZPO, 
welche der Prozessleiter in eigener Kompetenz zwar anordnen aber nicht selbst 
vornehmen kann, sei es in Form eines Beiurteils anlässlich der Beurteilung der 
Hauptsache durch das Gericht (vgl. Art. 120 Abs. 1, Art. 123 Abs. 4 ZPO).

d. Ist die Praxis gemäss PKG 1968 Nr. 21 weiterhin aufrecht zu erhalten, 
ergibt sich, dass vorinstanzlich ein sachlich unzuständiger Richter verfügt hat. Da 
der Beschwerdeführerin - so oder anders - keine eigene Legitimation zukommt, die 
Überprüfung der ausschliesslich ihren Sohn beschwerenden Nichtzulassung als 
Streithelfer zu verlangen, ist nicht Gelegenheit geboten, den Makel der Entschei-

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dung durch einen unzuständigen Richter zu beseitigen – auch nicht von Amtes we-
gen. Könnte die Beschwerdeführerin die Entscheidung selbst dann nicht überprüfen 
lassen, wenn erstinstanzlich der sachlich zuständige Richter entschieden hätte, ist 
nicht einzusehen, mit welcher eigenen Legitimation sie dessen sachliche Unzustän-
digkeit rügen könnte. Wenn sie es nicht in der Sache überprüfen lassen kann, kann 
sie es auch nicht bezüglich der formellen Voraussetzungen.

4. Im Sinne eines obiter dictum mag zur Anwendung der Voraussetzun-
gen der Nebenintervention auf den gegenständlichen Fall Folgendes erwogen wer-
den:

Wie gesehen, ist unverzichtbar, dass der Nebenintervenient ein eigenes und 
rechtliches Interesse am Obsiegen der von ihm unterstützten Hauptpartei hat. Ein 
irgendwie geartetes Interesse ist unzureichend. Rechtlich genügend ist nur, wenn 
der Prozessausgang Auswirkungen auf ein Rechtsverhältnis zwischen der unter-
stützten Hauptpartei (hier die klagende Mutter) und dem Streithelfer (hier der inter-
venierende Sohn) hätte (SGGVP 1996 S. 155). Der Nebenintervention wie auch der 
Streitverkündung muss ein Rechtsverhältnis zwischen der unterstützten Hauptpar-
tei und der Nebenpartei zu Grunde liegen. Von einem Interesse rechtlicher Natur ist 
nur dann zu sprechen, wenn durch den Prozessverlust der unterstützten Partei die 
Rechtslage des Unterstützenden verschlechtert wird (Walther J. Habscheid, 
schweizerisches Zivilprozess- und Gerichtsorganisationsrecht, 2. A. Basel 1990, Rz 
316); es müssen dem Streithelfer also indirekt (Teil)Verlust eigener Rechte und/oder 
Anwachsen von rechtsverbindlichen Pflichten drohen. Ein rechtliches Interesse ha-
ben beispielsweise der Gewährspflichtige im Prozess eines Käufers mit Dritten we-
gen Entwehrung, im Prozess des Zessionars mit dem Schuldner um die abgetretene 
Forderung; der Solidargläubiger oder -schuldner im Prozess eines Mitgläubigers 
oder Mitschuldners; der Vermächtnisnehmer in Streitigkeiten der Erben mit Erb-
schaftsgläubigern (im Hinblick auf Art. 486 Abs. 1 ZGB) etc. (Leuch/Marbach/Kel-
lerhals, a.a.O., N 1b zu Art. 44 ZPO; Staehelin/Sutter, a.a.O., § 10 N 24). Eine Ne-
benintervention ist somit zuzulassen, wenn der Neben-intervenient befürchten 
muss, eine Hauptpartei werde im Fall ihres Unterliegens gegen ihn Ansprüche auf 
Gewährleistung oder Schadloshaltung erheben oder er werde Rechte gegenüber 
der Hauptpartei einbüssen, wenn diese im Prozess unterliege. Ein rechtliches Inter-
esse kann aber auch gegeben sein, wenn das Urteil, das zwischen den Hauptpar-
teien ergeht, nur faktisch gegenüber dem Dritten präjudiziell wirkt, so dass die An-
nahme begründet ist, je nach Ausgang des Prozesses werde es zu einem Haupt-
prozess zwischen einer Hauptpartei und dem Dritten kommen (Max Guldener, 

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Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. A. Zürich 1979, S. 306). Eine derartige Ab-
hängigkeit des Rechtsverhältnisses zwischen Klägerin und Streithelfer von dem 
durch das Bezirksgericht Surselva zu fällenden Urteil besteht nicht. Das Rechtsver-
hältnis zwischen Mutter und Sohn ist dadurch überhaupt nicht betroffen. Selbst 
wenn seine Mutter im erbrechtlichen Prozess gegen die Geschwister zu kurz kom-
men sollte, wird die potentielle erbrechtliche Stellung von HR. Y. gegenüber dem 
Nachlass seiner Mutter davon nicht tangiert. Der Sohn ist nicht Nacherbe im tech-
nischen Sinn. Der Einfluss auf die Höhe der Erbanwartschaft des Sohnes im Ver-
hältnis zur Mutter ist kein rechtliches Interesse, ebenso wenig das landwirtschaftli-
che Pachtverhältnis, da dieses nicht zur Mutter besteht. Allenfalls wird die wirt-
schaftliche Vermögenslage von HR. Y. von diesem Prozess beeinflusst, hingegen 
hängen nicht seine Rechte und Pflichten gegenüber seiner Mutter und/oder seinem 
Onkel oder seiner Tante davon ab. Ökonomisches oder sittliches Interesse am Ob-
siegen einer Hauptpartei oder familiäre, freundschaftliche Beziehungen zu dersel-
ben genügen nicht (Leuch/Marbach/Kellerhals, a.a.O., N 1a zu Art. 44 ZPO; Gulde-
ner, a.a.O., S. 305, 306 Anm. 4, Leuenberger/Uffer-Tobler, a.a.O., N 2a zu Art. 48 
ZPO; Nina J. Frei: Die Interventions- und Gewährleistungsklagen im Schweizer Zi-
vilprozess, Zürich 2005, S. 11; einlässlich zu den Voraussetzung des eigenen und 
rechtlichen Interesse des Nebenintervenienten: Stein-Jonas, a.a.O., Rdnrn. 12-17 
zu § 66 DZPO). Auch der Hinweis des Sohnes, seine alte und kranke Mutter brau-
che seine Unterstützung im Prozess, ist im Zusammenhang mit der Nebeninterven-
tion nicht hilfreich, weil es nicht das eigene Interesse des Intervenierenden ist.

5.a. Wird auf die Beschwerde nicht eingetreten, gehen die in Anwendung 
von Art. 5 lit. b und Art. 8 Abs. 1 Kostentarif auf Fr. 1'480.— festzusetzenden Kosten 
des Beschwerdeverfahrens (Gerichtsgebühr Fr. 1'300.—, Schreibgebühr Fr. 180.—
) gemäss Art. 122 Abs. 1 ZPO vollumfänglich zu Lasten der unterlegenen Beschwer-
deführerin. 

b. Die Beschwerdeführerin wird im gleichen Umfang entschädigungs-
pflichtig, wie sie unterliegt, (Art. 122 Abs. 3 ZPO). Der Rechtsvertreter des obsie-
genden Beschwerdegegners PG. hat weder eine Honorarnote eingelegt noch den 
geltend gemachten Anspruch auf Prozessentschädigung sonst wie beziffert, so 
dass der Kantonsgerichtsausschuss den für eine gehörige Vertretung notwendigen 
Aufwand schätzungsweise festsetzt. Dem ausgesprochen bescheidenen Aufwand 
ist eine Entschädigung von 400 Franken (MWST eingeschlossen) angemessen. Die 
Beschwerdegegnerin MG. hat sich am Beschwerdeverfahren nicht beteiligt, wes-
halb eine Prozessentschädigung an sie ausser Betracht fällt.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Auf die Beschwerde von HA. Y. wird nicht eingetreten.

2. HA. Y. trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'480.— (Ge-
richtsgebühr Fr. 1'300.—; Schreibgebühr Fr. 180.—).

3. HA. Y. ist verpflichtet, PG. für das Beschwerdeverfahren mit 400 Franken 
(MWST eingeschlossen) zu entschädigen.

4. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Präsident: Der Aktuar: