# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1bfc82c1-72a2-5c0a-a9c2-f6830781dc05
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-12
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Kausalabgaben und Enteignungen 12.08.2019 4-EV.2019.11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_001_4-EV-2019-11_2019-08-12.pdf

## Full Text

Spezialverwaltungsgericht 

Kausalabgaben und Enteignungen 

 

4-EV.2018.7 
4-EV.2019.11 

 

 

Beschluss vom 12. August 2019 
 

 

 
 

Besetzung  Präsident E. Hauller  

Richter J. Kaufmann 

Richter P. Kühne 

Gerichtsschreiberin R. Gehrig 

 

 
 

   

Gesuchstellerin   Einwohnergemeinde Q._____ 

handelnd durch den Gemeinderat  

 

 
   

Gesuchgegner   A._____ 

 

vertreten durch Dr. iur. Markus Siegrist, Rechtsanwalt und Notar, Bleiche-

mattstrasse 43, 5001 Aarau    

 

 
 

Gegenstand  Rechtserwerb für Sanierung B-Bach im Bereich G (formelle Enteignung; 

vorzeitige Besitzeinweisung) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Gericht entnimmt den Akten und zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Gemeinde Q. beabsichtigt, den eingedolten B-Bach im Bereich G, d.h. 

zwischen den Kontrollschächten 2026 (F-Strasse) und 2025 (bei Wegpar-

zelle aaa), zu sanieren und bei dieser Gelegenheit offenzulegen. Dafür ist 

im Bauzonen- und Kulturlandplan (beschlossen von der Gemeindever-

sammlung am 27. September 2012, genehmigt vom Regierungsrat am 26. 

Februar 2014) eine Uferschutzzone festgelegt worden (Technischer Be-

richt vom 7. Dezember 2017, S. 2 ff.).  

 

1.2. 

Das für die Realisierung des Projekts erforderliche Land ist in teilweisem 

Privateigentum. Freihändige Erwerbe waren nicht möglich, weshalb der 

Gemeinderat Q. das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Kausalabgaben 

und Enteignungen (SKE), mit Protokollauszug vom 12. Februar 2018 um 

Einleitung des Enteignungsverfahrens und um Anordnung der kombinier-

ten Auflage von Projekt und Enteignung ersuchte.  

 

Im gleichen Verfahren soll zudem die Fläche, welche für die Erweiterung 

des Friedhofs vorgesehen ist, erworben werden. Ein auflagereifes Projekt 

lag im Zeitpunkt der Verfahrenseinleitung noch nicht vor (vgl. immerhin den 

Protokollauszug der Einwohnergemeindeversammlung vom 21. Juni 2018, 

hinten Erw. 3.1.). 

 

1.3. 

Die öffentliche Auflage der Projekt- und Enteignungsakten fand vom 

12. März 2018 bis 10. April 2018 statt und wurde im Publikationsorgan der 

Gemeinde, dem S. Bezirksanzeiger, sowie im Amtsblatt des Kantons Aar-

gau vorab publiziert.  

 

Innert Frist wurden insgesamt vier Eingaben, die sich gegen die Enteignung 

und/oder das Projekt richteten, eingereicht. Mit Einschreiben vom 13. April 

2018 bestätigte der Gemeinderat Q., dass die Auflage ordnungsgemäss 

durchgeführt worden sei, und legte sämtliche Eingaben bei. 

 

2. 

2.1. 

A. ist Eigentümer der im Perimeter gelegenen Parzellen bbb, ccc und ddd. 

Von diesen Grundstücken sind gemäss Landerwerbstabelle folgende Flä-

chen abzutreten: ab Parzelle bbb 607 m2 an den Bach und 771 m2 an den 

Friedhof, ab Parzelle ddd 2'701 m2 an den Bach und 702 m2 an den Fried-

hof sowie ab Parzelle ccc 1'361 m2 an den Bach. Zudem werden 15 m2 der 

Parzelle bbb, 123 m2 der Parzelle ddd und 239 m2 der Parzelle ccc vor-

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übergehend beansprucht. Die Masse werden durch die Projektanpassun-

gen (hinten Erw. 3.1.) nicht verändert. 

 

2.2. 

Mit Eingabe vom 9. April 2018 zuhanden des SKE liess A. sowohl Einwen-

dungen gegen die Enteignung an sich wie auch Planänderungsbegehren 

(Projekteinwendungen) erheben (4-EV.2018.7). Die Anträge lauteten: 

 
"A. Einwendungen gegen das Projekt 
 
1. Es sei das nicht vom Gewässereigentümer in die Wege geleitete Was-

serbauprojekt als nichtig zu erklären. 
 
2. Es sei festzustellen, dass die Einwohnergemeinde Q. für die Teilflächen 

von 771 m2 (Parzelle bbb) und 702 m2 (Parzelle ddd) kein Bauprojekt 
öffentlich aufgelegt hat. 

 
3. Der Gewässerraum sei auf den Parzellen bbb, fff und ddd auf eine 

breite von 11 m und 20 m zu reduzieren (= Uferschutzzone / Gewäs-
serraum). 

 
4. Es seien von den Parzellen bbb und ddd die beiden Teilflächen von 

771 m2 und 702 m2 nicht abzutrennen und mit der Parzelle ggg (Ein-
wohnergemeinde Q.) zu vereinigen. 

 
5. Es sei die Wegparzelle eee nicht aufzuheben. 
 
6. Es sei die Brücke bei der N-Strasse so zu dimensionieren, dass diese 

von Traktoren mit Anhängern und Mähdreschern befahren werden 
kann. Die Geländer seien aussen an der Brücke zu befestigen und die 
Fahrbahn habe keine Seitensockel aufzuweisen. 

 
7. Der gesamte Bachlauf sei in der Uferschutzzone in der Mitte anzulegen. 
 
8. Die von der Gemeinde verursachte Altlast auf Parzelle ccc ist vollstän-

dig zu entfernen und die Parzelle im Kataster belasteter Standorte zu 
streichen. 

 
9. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 
 
 
B. Enteignungsrechtliche Einwände und Begehren 
 
1. Es sei das nicht vom zuständigen Enteigner in die Wege geleitete Ent-

eignungsverfahren aufzuheben (Nichtigkeit). 
 
2. Es sei die Enteignung von 771 m2 der Parzelle bbb und von 702 m2 

der Parzelle ddd an die Einwohnergemeinde Q. (Parzelle ggg) zu ver-
weigern. 

 
3. Es wird das Enteignungsrecht für sämtliche beabsichtigten Enteignun-

gen ab den Parzellen bbb, ccc und ddd bestritten. 
 
4. Es sei die Parzelle fff dem Einwender als Realersatz zu Eigentum zu-

zuweisen unter Abgeltung der Mehrzuteilung mit CHF 3'000.00 durch 

 - 4 - 

 

 

den Enteigneten. Die Parzelle fff sei mit einem Fahrwegrecht von und 
zur F-Strasse zu erschliessen. 

 
Eventualiter sei von der Liegenschaft hhh in T Realersatz zu leisten. 

 
5. Es sei das enteignete Land in der ZOBA mit mindestens 

CHF 441'900.00 zu entschädigen (CHF 300.00/m2). Richterliches Er-
messen und das Beweisergebnis bleiben vorbehalten. 

 
6. Es seien die in B / II / 4.5. ermittelten Entschädigungen für die Erschwe-

rung der Bewirtschaftung zuzusprechen. 
 
7. Die Enteignungsentschädigung sei ab Besitzergreifung zu verzinsen. 
 
8. Im Falle einer vorzeitigen Besitzeinweisung sei eine angemessene Ab-

schlagszahlung auszurichten. 
 
9. Für die vorübergehend beanspruchte Fläche von total 377 m2 sei der 

ortsübliche Pachtzins dem Einwender zu entrichten. 
 
10. Der Enteigner habe die Kosten von Geometer und Grundbuch sowie 

die Grundstückgewinn- oder Liquidationsgewinnsteuer zu tragen. 
 
11. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Enteigners." 

 

2.3. 

Am 27. Juni 2018 fand eine erste Einigungsverhandlung mit Augenschein 

statt. Da das Bachprojekt eine stillgelegte Deponie tangiert, wurden zur 

Verhandlung zusätzlich Fachpersonen aus den Bereichen Altlasten sowie 

Wasserbau des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) beigezo-

gen, damit auf Fragen in diesem Bereich sachkundig geantwortet werden 

konnte.  

 

Im Verlaufe der Verhandlung zeigte sich, dass in Bezug auf die Projektge-

staltung noch Abklärungsbedarf bestand. Dafür erhielt die Gemeinde Frist 

bis Ende September 2018 (Schreiben SKE vom 2. Juli 2018). Der Bericht 

des vom Gemeinderat beauftragten Ingenieurbüros wurde dem Gericht be-

reits am 11. September 2019 eingereicht. Die Parteien erhielten daraufhin 

erneut Frist für eine Stellungnahme und für einen allfälligen bilateralen Ei-

nigungsversuch. Im Falle einer Annäherung der Standpunkte wurde ihnen 

in Aussicht gestellt, eine zweite Einigungsverhandlung durchzuführen 

(Schreiben SKE vom 20. September 2018). 

 

2.4. 

Innert Frist nahmen der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 4. Oktober 

2018 an die Gemeinde sowie die Gemeinde mit Protokollauszug vom 

29. Oktober 2018 Stellung. Eine Einigung lag danach nicht vor. Auf Wunsch 

der Parteien wurde am 9. Januar 2019 eine zweite Einigungsverhandlung 

durchgeführt. Diese führte zu einer "Basiseinigung" über die Einwendungen 

 - 5 - 

 

 

gegen die Enteignung und die Projektänderungen (vgl. Verhandlungspro-

tokoll S. 19 sowie Protokollauszug des Gemeinderats vom 21. Januar 

2019).  

 

Bevor die Einigung in einem Teilentscheid festgehalten und das Verfahren 

betreffend Einwendungen gegen die Enteignung und gegen das Projekt 

abgeschrieben werden konnte, waren die Projektpläne dem letzten Stand 

anzupassen. Dafür erhielt die Gemeinde Frist bis 4. März 2019 (Schreiben 

SKE vom 28. Januar 2019). 

 

2.5. 

Mit Protokollauszug vom 11. Februar 2019 teilte der Gemeinderat dem Ge-

richt mit, dass sich die Parteien über den Baubeginn ab 16. Oktober 2019 

bzw. nach Abschluss der Erntearbeiten geeinigt hätten. Er stellte ein ent-

sprechendes Gesuch um vorzeitige Besitzergreifung. Gleichzeitig ersuchte 

er um Erstreckung der Frist für die Plananpassungen bis Ende März 2019. 

 

Mit Schreiben vom 15. Februar 2019 zeigte das Gericht den Parteien an, 

dass die aussergerichtlich gefundene Übereinkunft betreffend die vorzei-

tige Inbesitznahme in den Teilentscheid aufgenommen werde. Gleichzeitig 

gewährte es die gewünschte Erstreckung der Frist. 

 

Der Gesuchsgegner erhob mit Einschreiben vom 4. März 2019 Wider-

spruch. Es liege keine Einigung über einen vorzeitigen Besitzantritt vor. Der 

Gemeinderat Q. ersuchte daraufhin das Gericht mit Protokollauszug vom 

4. März 2019, der Gemeinde die vorzeitige Besitzergreifung per 16. Okto-

ber 2019 (Abschluss Erntearbeiten) zu bewilligen und die Modalitäten dafür 

zu regeln. Für diesen Teil des Verfahrens eröffnete das Gericht ein sepa-

rates Verfahren (4-EV.2019.11). 

 

3. 

3.1. 

Am 27. März 2019 überwies die Gesuchstellerin dem Gericht die aktuali-

sierten Projektakten (Stand 21. März 2019). Um die Zufahrt ab der F-

Strasse ohne Beanspruchung der Parzelle iii zu ermöglichen, sei der Bach-

auslauf etwas verschoben worden. Der Sendung lag zudem das Protokoll 

der Einwohnergemeindeversammlung vom 21. Juni 2018 bei. Der damals 

getroffene Beschluss zur Friedhoferweiterung sei rechtskräftig geworden 

(Begleitschreiben vom 27. März 2019). 

 

3.2. 

Mit Schreiben vom 2. April 2019 teilte der Präsident des SKE den Verfah-

rensbeteiligten das weitere Vorgehen mit. Das Dossier werde vorab den 

beiden Fachvertretern des Kantons vorgelegt und gleichzeitig gerichtsin-

tern auf Übereinstimmung (im Grundsatz) mit der an der zweiten Verhand-

lung erzielten Einigung überprüft. Danach gehe es zur Schlussprüfung an 

 - 6 - 

 

 

den Gesuchgegner. Stimme dieser zu, werde die Teileinigung über das 

Projekt im vorgelegten Verfahrensstand förmlich festgehalten. Das bedeute 

auch den Verzicht auf die gegen die Enteignung erhobenen Einwendun-

gen. Werde das Projekt abgelehnt, werde die Streitsache dem Regierungs-

rat zum Entscheid überwiesen. Das SKE habe noch über die Entschädi-

gungsforderungen sowie über die beantragte Besitzeinweisung zu ent-

scheiden. In Bezug auf Letzteres stellte der Präsident den Parteien einen 

gerichtlichen Einigungsversuch in Aussicht, sofern die angestrebte Teilei-

nigung über Enteignungseinwendungen und Projekt zustande komme. 

 

3.3. 

Die Fachvertreter des Kantons stimmten dem geänderten Projekt (Stand 

21. März 2019) vorbehaltlos zu (C., für den Bereich Wasserbau, mit E-Mail 

vom 9. April 2019; D. für den Bereich Altlasten mit E-Mail vom 16. April 

2019). Auch die gerichtsinterne Kontrolle fiel positiv aus. Daraufhin wurde 

die Projektmappe am 9. Mai 2019 dem Gesuchgegner zur Prüfung über-

wiesen. Im Begleitschreiben wurden noch Ausführungen zur vorzeitigen 

Besitzeinweisung gemacht. 

 

3.4. 

Der Vertreter des Gesuchgegners stimmte dem Projekt (Stand 21. März 

2019) innert erstreckter Frist, mit Einschreiben vom 4. Juni 2019 zu, aller-

dings nur unter der Bedingung, dass ihm die Parzelle fff "sofort als Realer-

satz" übertragen werde. 

 

Im Übrigen forderte er eine Entschädigung für den Pufferstreifen und ver-

langte die Übernahme des Unterhalts der Drainageleitungen auf 20 m ab 

Projektgrenze durch die Gemeinde. Er wiederholte, dass eine vorzeitige 

Besitzeinweisung nach der Ernte 2019 möglich sei, die Modalitäten aber 

noch ausgehandelt werden müssten. 

 

3.5. 

Die Eingabe des Gesuchgegners wurde dem Bauverwalter Q. am 5. Juni 

2019 zur Kenntnis gebracht. Der Gemeinderat Q. antwortete darauf mit 

Protokollauszug vom 24. Juni 2019. Die Entschädigung für die Pufferzone 

sei noch zu verhandeln. Die Forderung betreffend Unterhalt eines Ab-

schnitts der Drainageleitungen werde abgelehnt. Die Abtretung der Par-

zelle fff könne mit der vorzeitigen Besitzeinweisung nach der Zuckerrüben-

ernte in Betracht gezogen werden, sei aber bei der Abschlagszahlung zu 

berücksichtigen. Es sei dem Gemeinderat ein realistischer Vorschlag zur 

Abschlagszahlung zu machen. 

 

3.6. 

3.6.1. 

In Bezug auf das Projekt (Stand 21. März 2019) sind sich die Parteien einig. 

Auch über den Zeitpunkt einer vorzeitigen Besitzeinweisung hatten sie sich 

 - 7 - 

 

 

gefunden, deren Modalitäten waren aber strittig geblieben. Der Gesuch-

gegner machte die Zustimmung zu Enteignung und Projekt von einer Eini-

gung über die Abschlagszahlung für die Besitzergreifung abhängig, wes-

halb die Einwände gegen Enteignung und Projekt trotz der grundsätzlichen 

Übereinstimmung der Parteien prozessual nicht erledigt werden konnten. 

Die Sache wäre also nach der gesetzlichen Ordnung dem Regierungsrat 

zu überweisen gewesen (§ 154 Abs. 1 BauG). 

 

3.6.2. 

Im Sinne eines letzten Versuchs schlug der Präsident des SKE den Par-

teien vor, die vorzeitige Besitzeinweisung auf den 2. Dezember 2019 fest-

zulegen. Als Abschlagsleistung sei dem Gesuchgegner die Realersatzpar-

zelle fff auf dieses Datum zu übertragen und es sei ihm eine zusätzliche 

Zahlung von Fr. 13'500.00 zu leisten. Dieser Betrag entspricht (gerundet) 

dem Entschädigungsangebot der Gemeinde (vgl. Beilagen zum Gesuch 

um Einleitung des Enteignungsverfahrens vom 15. Februar 2018). Nach 

der Praxis des Gerichts (Aargauische Gerichts- und Verwaltungsent-

scheide [AGVE] 1999, S. 443) ist mit der Zusprechung des unbestrittenen 

Angebots der Anspruch auf eine angemessene Abschlagszahlung erfüllt 

(§ 157 Abs. 2 BauG).  

 

Diesem Vorschlag haben beide Parteien vorbehaltlos zugestimmt (beide 

auf telefonische Anfrage des Präsidenten vom 7. August 2019). 

 

3.6.3. 

Eine allfällige Differenz zur letztlich festzulegenden Enteignungsentschädi-

gung würde ab dem 02.12.2019 verzinst (§ 146 Abs. 1 Satz 2 BauG). Für 

die Verzinsung gilt gemäss einem Beschluss der dafür zuständigen 

1. Kammer der Abteilung I des Bundesverwaltungsgerichts vom 9. Novem-

ber 2009 seit dem 1. Januar 2010 jeweils der hypothekarische Referenz-

zinssatz bei Mietverhältnissen (vgl. § 19 der Verordnung über Landumle-

gung, Grenzbereinigung und Enteignung [LEV; SAR 713.112] vom 23. Feb-

ruar 1994), aktuell sind es 1,5 %. 

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Mit der Einigung über die Modalitäten der vorzeitigen Besitzeinweisung ist 

die an die Zustimmung zu Enteignung und Projekt geknüpfte Bedingung 

des Gesuchgegners erfüllt.  

 

4.1.2. 

An den Einwendungen gegen die Enteignung an sich hält der Gesuchgeg-

ner damit nicht länger fest. Dieser Teil des Verfahrens kann daher als ge-

genstandslos geworden abgeschrieben werden.  

 

 - 8 - 

 

 

Die Enteignung gilt damit insgesamt (Bachprojekt und Friedhoferweiterung 

betreffend) als anerkannt, was keiner zusätzlichen förmlichen Feststellung 

bedarf. 

 

4.1.3. 

Alle Einwendungen gegen das aufgelegte Projekt Sanierung B-Bach im Be-

reich G sind ebenfalls erledigt. Das überarbeitete Projekt mit dem beidseits 

bekannten Stand vom 21. März 2019 ist bedingungslos akzeptiert. Das 

Verfahren kann demnach, soweit das Wasserbauprojekt im Streite lag, als 

durch Einigung erledigt abgeschrieben werden. Der guten Ordnung halber 

wird das Projekt noch von den zuständigen Stellen förmlich zu verabschie-

den sein. 

 

Die formelle Auflage des Friedhofprojekts steht noch bevor und war ent-

sprechend nicht Teil des vorliegenden Verfahrens. 

 

4.2. 

Über die verlangte vorzeitige Besitzeinweisung (Erw. 2.5.) wurde ebenfalls 

eine umfassende Einigung erzielt. Dieses Verfahren (4-EV.2019.11) kann 

daher ebenfalls als erledigt abgeschrieben werden.  

 

Die Besitzeinweisung erfolgt per 2. Dezember 2019. Im Gegenzug wird 

dem Gesuchgegner die Parzelle fff auf dieses Datum hin übertragen. Die 

Gemeinde hat ihm zudem eine Zahlung von Fr. 13'500.00 zu leisten. 

 

Die Parzelle wird derzeit von einem Dritten bewirtschaftet. Das Pachtver-

hältnis ist gekündigt. Die Information des Betroffenen über den Eigentümer-

wechsel per 2. Dezember 2019 übernimmt die Gesuchstellerin (Tel. mit 

Bauverwalter E. vom 7. August 2019). 

 

4.3. 

Noch offen sind die weitergehenden Entschädigungsforderungen des Ge-

suchgegners, einschliesslich der Frage des Drainangeunterhalts (Erw. 3.4 

und 3.5.). Sie werden nach Rechtskraft des vorliegenden Entscheids vom 

SKE zu behandeln sein (§ 154 Abs. 2 BauG). 

 

5. 

Die Kosten des vorliegenden Teilentscheids, einschliesslich der Parteikos-

ten, werden gemeinsam mit jenen des noch folgenden Hauptverfahrens 

über die Entschädigungsbegehren verlegt werden. 

 

 
   

 

 

Das Gericht beschliesst: 

 

 - 9 - 

 

 

1. 

Es wird festgestellt, dass an den Einwendungen gegen die Enteignungen 

als solche (Bachprojekt und Friedhoferweiterung) nicht festgehalten wird. 

Das Verfahren wird diesbezüglich als gegenstandslos geworden von der 

Kontrolle abgeschrieben. 

 

2. 

Es wird festgestellt, dass sich die Parteien auf das Bachsanierungsprojekt 

gemäss dem beidseits bekannten Stand vom 21. März 2019 geeinigt ha-

ben.  

 

Das Verfahren betreffend Planänderungsbegehren wird als durch Einigung 

erledigt von der Kontrolle abgeschrieben. 

 

3. 

Es wird festgestellt, dass sich die Parteien betreffend die vorzeitige Besitz-

einweisung auf das Folgende geeinigt haben: 

 

3.1. Die Gesuchstellerin wird per 2. Dezember 2019 in den Besitz der für 

die Realisierung der Projekte Bachsanierung und Friedhoferweiterung 

erforderlichen Flächen der Grundstücke des Gesuchgegners einge-

wiesen (Abtretungsflächen und vorübergehend beanspruchte Flä-

chen). Das gilt ebenso für die ihm nachstehend übertragene Parzelle 

fff. 

 

3.2. Die Gesuchstellerin tritt dem Gesuchgegner per 2. Dezember 2019 die 

Realersatzparzelle fff mit den darauf eingetragenen Rechten und Las-

ten vollumfänglich ab.  

 

 Die Teilfläche der Parzelle fff von ca. 333 m2, welche gemäss Lander-

werbsplan für das Bachprojekt beansprucht wird, tritt der Gesuchgeg-

ner der Gesuchstellerin nach Vorliegen der abschliessenden Mutati-

onstabelle des Grundbuchgeometers unentgeltlich wieder ab. Die auf 

der Parzelle fff eingetragene Wasserleitungsdienstbarkeit betrifft die 

Abtretungsfläche nicht und wird auf dieser gelöscht.  

 

3.3. Die Gesuchstellerin wird angewiesen, die Übertragung der Parzelle fff 

per 2. Dezember 2019 und nach Rechtskraft des vorliegenden Ent-

scheids beim Grundbuchamt Wohlen anzumelden.  

 

 Die Gesuchstellerin wird ermächtigt und angewiesen, die Rückübertra-

gung der für das Bachbauprojekt beanspruchten Teilfläche nach Vor-

liegen der Mutationstabelle des Grundbuchgeometers beim Grund-

buchamt Wohlen anzumelden.  

 - 10 - 

 

 

 

Die mit den Übertragungen verbundenen Kosten gehen zu Lasten der 

Gesuchstellerin. 

 

3.4. Die Gesuchstellerin bezahlt dem Gesuchgegner per 2. Dezember 2019 

und nach Rechtskraft des vorliegenden Entscheids eine Abschlags-

zahlung von Fr. 13'500.00. 

 

4. 

Das Verfahren betreffend vorzeitige Besitzeinweisung wird als durch Eini-

gung erledigt von der Kontrolle abgeschrieben. 

 

5. 

Die Verfahrenskosten für den vorliegenden Entscheid werden mit dem End-

entscheid verlegt. 

 

 

 
 

   

Zustellung 

- Gesuchstellerin/Vertreter (2) 

- Gesuchgegner (2) 

 

Mitteilung 

- Departement Bau, Verkehr und Umwelt, Abteilung Landschaft und Ge-

wässer, Herr C., Entfelderstrasse 22, 5001 Aarau 

- Departement Bau, Verkehr und Umwelt, Abteilung für Umwelt, Frau D., 

Entfelderstrasse 22, 5001 Aarau 

- mitwirkende Fachrichter 

- Gerichtskasse (intern) 

 

 
 

   

Rechtsmittelbelehrung Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

 

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau, obere Vorstadt 40, 5001 

Aarau, angefochten werden. Die Frist steht still vom 7. Tag vor bis und mit 

dem 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August und vom 

18. Dezember bis und mit dem 2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerde-

schrift muss einen Antrag, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie eine Be-

gründung enthalten. Beweismittel sind anzugeben. Der angefochtene Ent-

scheid und als Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (§§ 28 

und 43 f. des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 

SAR 271.200] vom 4. Dezember 2007] in Verbindung mit Art. 145 Abs. 1 

der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] vom 19. Dezem-

ber 2008). 

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Aarau, 12. August 2019 

 

Spezialverwaltungsgericht 

Kausalabgaben und Enteignungen 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

E. Hauller R. Gehrig