# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37ec0394-2456-5c96-a783-ca7edcb0fb55
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.01.2023 100 2021 212
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2021-212_2023-01-27.pdf

## Full Text

100.2021.212/213U
BUC/FLN/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 27. Januar 2023

Verwaltungsrichter Bürki
Gerichtsschreiberin Flückiger

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdeführerin

gegen

A.________
Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Nordring 8, 3013 Bern

sowie

Eidgenössische Steuerverwaltung
Eigerstrasse 65, 3003 Bern

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 
2016 (Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 
15. Juni 2021; 100 20 92, 200 20 75)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 2

Prozessgeschichte:

A.

Die Steuerverwaltung des Kantons Bern veranlagte A.________ am 5. Juni 
2018 für das Steuerjahr 2016 abweichend von deren Selbstdeklaration auf 
ein steuerbares Einkommen (nach Steuerausscheidung) von Fr. 55'239.-- 
bei den Kantons- und Gemeindesteuern und auf Fr. 68'090.-- bei der direk-
ten Bundessteuer. Das steuerbare Vermögen setzte sie (nach Steueraus-
scheidung) auf Fr. 3'008'532.-- fest. Die Abweichung beruht im Wesentlichen 
darauf, dass die Steuerverwaltung A.________ für deren Tochter 
B.________ (geb. 1997) bei den Kantons- und Gemeindesteuern sowie der 
direkten Bundessteuer einerseits den geltend gemachten Kinderabzug ver-
weigerte, und ihr andererseits damit verbundene kantonalrechtliche Abzüge 
sowie die Besteuerung zum Elterntarif bei der direkten Bundessteuer ver-
wehrte. Die gegen diese Veranlagungsverfügungen gerichteten Einsprachen 
wies sie mit Entscheiden vom 4. Februar 2020 ab.

B.

Am 4. März 2020 gelangte A.________ mit Rekurs und Beschwerde an die 
Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK). Diese hiess die Rechts-
mittel mit Entscheiden vom 15. Juni 2021 gut und gewährte den Kinderabzug 
sowie damit verbundene Abzüge. Die Akten wies sie zur Neuveranlagung im 
Sinn der Erwägungen und zur Beurteilung der Höhe der abzugsfähigen Aus-
bildungskosten an die Steuerverwaltung zurück.

C.

Gegen die Entscheide der StRK hat die Steuerverwaltung am 13. Juli 2021 
in einer einzigen Rechtsschrift sowohl bezüglich der Kantons- und Gemein-
desteuern als auch der direkten Bundessteuer 2016 Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde erhoben. Sie beantragt, die Entscheide der StRK vom 15. Juni 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 3

2021 seien aufzuheben und ihre Einspracheentscheide vom 4. Februar 2020 
seien zu bestätigen. 

Am 14. Juli 2021 hat der Abteilungspräsident die Verfahren betreffend die 
Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer vereinigt.

Die StRK schliesst mit Vernehmlassung vom 26. Juli 2021 auf Abweisung 
der Beschwerden. A.________ beantragt mit Beschwerdeantwort vom 
18. August 2021 ebenfalls, die Beschwerden seien abzuweisen. Die 
Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) verlangt mit Eingaben vom 
27. August 2021 und vom 21. September 2021 die Gutheissung der 
Rechtsmittel. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Ge-
setzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 des Bundesgesetzes vom 
14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] sowie 
Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der 
direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). 

1.2 Die Steuerverwaltung ist zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde legiti-
miert (Art. 79 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 201 Abs. 2 StG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. 
Art. 141 Abs. 1 DBG). Die StRK hat die Einspracheentscheide vom 4. Feb-
ruar 2020 aufgehoben und die Sache zur Durchführung allfälliger weiterer 
Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Ausbildungsabzug (insbeson-
dere zum Nachweis der Tragung der Ausbildungskosten) zurückgewiesen 
(vgl. angefochtene Entscheide E. 7). Sie hat die Streitigkeit nicht abschlies-
send behandelt und die Rückweisung ist nicht etwa zu blosser rechnerischer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 4

Umsetzung ihrer Anordnungen erfolgt. Damit richten sich die Beschwerden 
gegen Rückweisungsentscheide, die als Zwischenentscheide gemäss 
Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 VRPG zu qualifizieren sind. Als solche sind sie 
– da sie weder die Zuständigkeit noch Ausstand oder Ablehnung betreffen – 
vor Verwaltungsgericht nur selbständig anfechtbar, wenn sie einen nicht wie-
der gutzumachenden Nachteil bewirken können oder die Gutheissung der 
Beschwerden sofort Endentscheide herbeiführen und damit einen bedeuten-
den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er-
sparen würde (Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 2 und 3 VRPG). Ficht eine 
Behörde einen – als Zwischenentscheid zu qualifizierenden – Rückwei-
sungsentscheid an, liegt ein nicht wieder gutzumachender Nachteil insbe-
sondere dann vor, wenn sie gezwungen ist, eine ihrer Ansicht nach rechts-
widrige Verfügung zu erlassen, die sie in der Folge selber nicht anfechten 
und die deshalb nie auf ihre Rechtmässigkeit überprüft werden könnte (vgl. 
BGE 141 V 255 E. 1.1, 140 II 315 E. 1.3.2, 133 V 477 E. 5.2; VGE 
2022/234/235 vom 3.8.2022 Al. 6 f., 2014/119/120 vom 30.10.2014 E. 1.1; 
Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 
2. Aufl. 2020, Art. 61 N. 41). Diese Voraussetzungen sind hier erfüllt. Die 
Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 151 StG i.V.m. 
Art. 81 Abs. 1 und Art. 32 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 141 Abs. 2 
DBG). Auf die Beschwerden ist einzutreten.

1.3 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und Gemeindesteu-
ern als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Verwal-
tungsgericht zwei Urteile fällen, zumal es sich um verschiedene Steuern han-
delt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen und in getrennten Ver-
fahren veranlagt werden. Allerdings können die Entscheide in ein und der-
selben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 142 II 293 E. 1.2, 135 II 260 
E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3). Weil vorliegend die einschlägigen Bestimmun-
gen des kantonalen und eidgenössischen Rechts weitgehend gleich lauten, 
rechtfertigt sich die gemeinsame Beurteilung der Streitigkeit hinsichtlich 
kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Steuern.

1.4 Sowohl im Verfahren betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 
2016 (Verfahren 100.2021.212) als auch betreffend die direkte Bundes-
steuer 2016 (Verfahren 100.2021.213) beträgt der Streitwert weniger als 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 5

Fr. 20'000.--, womit die Beurteilung der Beschwerden in die einzelrichterliche 
Zuständigkeit fällt (Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1]).

1.5 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin im Jahr 2016 für ihre volljährige 
Tochter B.________ Anspruch hat auf den Kinderabzug und auf die damit 
verbundenen Abzüge sowie die Besteuerung zum Elterntarif bei der direkten 
Bundessteuer. 

2.1 Kanton und Bund erheben von den natürlichen Personen insbeson-
dere eine Einkommenssteuer (Art. 1 Abs. 1 Bst. a StG; Art. 1 Bst. a DBG). 
Zu diesem Zweck wird das Reineinkommen der Steuerpflichtigen ermittelt, 
indem von deren gesamten steuerbaren Einkünften (Art. 19-29 StG; Art. 16-
24 DBG) die mit der Einkommenserzielung zusammenhängenden Aufwen-
dungen (Gewinnungskosten) und die allgemeinen Abzüge (Art. 31-39 StG; 
Art. 26-33a DBG) abgezogen werden (Art. 30 Abs. 1 StG; Art. 25 DBG). Vom 
so bestimmten Reineinkommen sind anschliessend allfällige Sozialabzüge 
(Art. 40 StG; Art. 35 DBG) vorzunehmen, um das steuerbare Einkommen zu 
bestimmen. Die Sozialabzüge werden zur Berücksichtigung des sozialen 
Status der steuerpflichtigen Person und dessen Einflusses auf die individu-
elle wirtschaftliche Leistungsfähigkeit vorgenommen. Im Vordergrund stehen 
die familiären Verhältnisse der Steuerpflichtigen und die damit verbundenen 
zivilrechtlichen Lasten (vgl. BGE 131 I 377 E. 4.2; VGE 2020/261/262 vom 
20.10.2022 E. 2.1, 2020/10/11 vom 16.2.2021, in StE 2021 B 27.7 Nr. 25 
E. 2.1, je mit Hinweisen). Die Regelung der Sozialabzüge ist nicht bundes-
rechtlich harmonisiert worden, weshalb diese von den Kantonen frei be-
stimmt werden können (vgl. Art. 9 Abs. 4 des Bundesgesetzes vom 14. De-
zember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und 
Gemeinden [StHG; SR 642.14]). Zu den Sozialabzügen gehört insbesondere 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 6

der allgemeine Kinderabzug gemäss Art. 40 Abs. 3 Bst. a StG bzw. Art. 35 
Abs. 1 Bst. a DBG. Da dabei die massgebenden kantonal- und bundesrecht-
lichen Bestimmungen gleich lauten, rechtfertigt sich trotz der fehlenden bun-
desrechtlichen Harmonisierung eine einheitliche Auslegung (BVR 2011 
S. 249, in StE 2011 B 11.2 Nr. 9 und NStP 2010 S. 101 E. 3.1; 
VGE 2020/261/262 vom 20.10.2022 E. 2.1, 2020/10/11 vom 16.2.2021, in 
StE 2021 B 27.7 Nr. 25 E. 2.1, je mit Hinweisen). Soweit sodann ausserkan-
tonale Normen mit Art. 35 Abs. 1 Bst. a DBG übereinstimmen, spricht nichts 
dagegen, auch die sie betreffende Steuerrechtspraxis zu berücksichtigen.

2.2 Gemäss Art. 40 Abs. 3 Bst. a StG bzw. Art. 35 Abs. 1 Bst. a DBG 
können für jedes minderjährige oder in der beruflichen oder schulischen Aus-
bildung stehende Kind, für dessen Unterhalt die steuerpflichtige Person 
sorgt, Fr. 8'000.-- bei den Kantons- und Gemeindesteuern sowie Fr. 6'600.-
- bei der direkten Bundessteuer (bzw. im hier massgebenden Jahr 2016 noch 
Fr. 6'500.--; vgl. aArt. 35 Abs. 1 Bst. a DBG in der bis 31.12.2022 gültigen 
Fassung [AS 2013 S. 3027]) abgezogen werden. Die Formulierung dieser 
Bestimmungen lehnt sich an den Wortlaut von Art. 277 des Schweizerischen 
Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) an: Danach dauert die Unterhaltspflicht 
der Eltern bis zur Volljährigkeit des Kindes (Abs. 1); hat das Kind dann noch 
keine angemessene Ausbildung, so haben die Eltern, soweit es ihnen nach 
den gesamten Umständen zugemutet werden darf, für seinen Unterhalt 
aufzukommen, bis eine entsprechende Ausbildung ordentlicherweise 
abgeschlossen werden kann (Abs. 2). Nach Art. 276 Abs. 3 ZGB sind die 
Eltern in dem Mass von der Unterhaltspflicht befreit, als dem Kind zugemutet 
werden kann, den Unterhalt aus seinem Arbeitserwerb oder anderen Mitteln 
selber zu bestreiten. Gemäss Lehre und Rechtsprechung setzt demnach die 
Anspruchsberechtigung zum Kinderabzug für volljährige Kinder voraus, dass 
sich das Kind in beruflicher Ausbildung befindet und deshalb seinen 
Unterhalt noch nicht selber bestreiten kann bzw. unterstützungsbedürftig ist 
sowie, dass die steuerpflichtige Person seinen Unterhalt finanziert. Die 
steuerpflichtige Person braucht dabei nicht im selben Haushalt wie das Kind 
zu leben. Ebenso wenig ist erforderlich, dass sie überwiegend oder sogar 
vollständig für die Kinderunterhaltskosten aufkommt. Es reicht vielmehr aus, 
wenn sie mindestens Kosten in der Höhe des Kinderabzugs trägt (BGE 
129 V 226 E. 4.1, 94 I 231 E. 1; BGer 2C_516/2013 und 2C_517/2013 vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 7

4.2.2014, in StR 2014 S. 302 E. 2.1; VGE 2020/10/11 vom 16.2.2021, in StE 
2021 B 27.7 Nr. 25 E. 2.2 mit Hinweisen). 

2.3 Die Beschwerdegegnerin macht neben dem Kinderabzug weitere da-
mit zusammenhängende Abzüge geltend. In der Tat besteht hinsichtlich der 
Einkommenssteuer bei den Kantons- und Gemeindesteuern der Anspruch 
auf einen Abzug von höchstens Fr. 6'200.-- pro Kind in auswärtiger Ausbil-
dung oder für nachgewiesene zusätzliche Ausbildungskosten, wobei die tat-
sächlichen Mehrkosten zu berücksichtigen sind (Art. 40 Abs. 3 Bst. b StG; 
nachfolgend: Ausbildungsabzug). Weiter können steuerpflichtige Personen 
sowohl bei den Kantons- und Gemeindesteuern als auch der direkten Bun-
dessteuer für jedes Kind Fr. 700.-- zum Abzug bringen für Beiträge an Kran-
kenkassen, Unfall- und Invalidenversicherung, für die private Alters- und Hin-
terbliebenenvorsorge, Lebensversicherung und dergleichen, sowie für Zin-
sen auf Sparkapitalien (Art. 38 Abs. 1 Bst. g Ziff. 4 StG; Art. 33 Abs. 1bis 
Bst. b DBG; nachfolgend: zusätzlicher Versicherungsabzug). Hierbei handelt 
es sich allerdings um einen vom StHG vorgeschriebenen allgemeinen Abzug 
und nicht um einen Sozialabzug (vgl. Art. 9 Abs. 2 Bst. g StHG). Für den 
Bereich der auf kantonaler Ebene zwingend zu erhebenden Vermögens-
steuer (vgl. Art. 2 Abs. 1 Bst. a StHG) können die steuerpflichtigen Personen 
für jedes Kind, für das der Abzug nach Art. 40 Abs. 3 Bst. a StG beansprucht 
werden kann, Fr. 18'000.-- vom Reinvermögen abziehen (Art. 64 Abs. 1 
Bst. b StG; nachfolgend: Vermögensabzug). – Alle diese (und allfällige wei-
tere konnexe) Abzüge setzen voraus, dass der Kinderabzug zulässig ist (vgl. 
Leuch/Schlup Guignard, in Leuch/Kästli/Langenegger [Hrsg.], Praxis-Kom-
mentar zum Berner Steuergesetz, Band 1, 2. Aufl. 2014, Art. 40 N. 28; 
Baumgartner/Eichenberger, in Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum 
Schweizerischen Steuerrecht, 3. Aufl. 2017, Art. 36 DBG N. 36a). Es ist 
somit vorab zu klären, ob die Voraussetzungen für dessen Gewährung erfüllt 
sind (vgl. hinten E. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 8

3.

Den Akten ist Folgendes zu entnehmen:

3.1 Die im interessierenden Jahr 2016 volljährige Tochter der Beschwer-
degegnerin, B.________, absolvierte in den Jahren 2015 bis 2019 ein 
Studium in den USA, das zumindest teilweise ihre Mutter (Beschwerdegeg-
nerin) finanzierte. Die Ausbildungskosten (exkl. weitere Lebenshaltungskos-
ten in den USA) beliefen sich dabei gemäss Angaben der Beschwerdegeg-
nerin im Jahr 2016 auf Fr. 34'608.-- bzw. für die gesamte Studiendauer auf 
Fr. 196'608.-- (vgl. angefochtene Entscheide Bst. A und E. 6.4; Rekurs und 
Beschwerde vom 4.3.2020 [nachfolgend: Rekurs und Beschwerde] 
Ziff. II./B/1.4 f., 2.9 f., Vorakten StRK [act. 4A1] pag. 1 ff.; Formular 2 zur 
Steuererklärung 2016 der Beschwerdegegnerin, Vorakten StV [act. 4B] 
pag. 47 ff., 48). Im Jahr 2016 betrug das steuerbare Einkommen von 
B.________ Null Franken; das steuerbare Vermögen belief sich auf 
Fr. 237'038.--, bestehend aus einem Anlagefond ZKB Gold ETF mit einem 
Steuerwert von Fr. 72'262.-- und liquiden Mitteln in der Höhe von 
Fr. 164'776.--, davon Fr. 140'119.-- auf einem durch den Vater von 
B.________ im Jahr 2016 in ihrem Namen eröffneten Konto bei der 
italienischen Bank … (vgl. Steuererklärung 2016 von B.________, Vorakten 
StRK [act. 4A1] pag. 18 ff., 23; Beschwerdeantwort S. 2; Rekurs und 
Beschwerde Ziff. II./B/1.9). 

3.2 Mit Veranlagungsverfügungen vom 5. Juni 2018 bzw. mit Ein-
spracheentscheiden vom 4. Februar 2020 verweigerte die Steuerverwaltung 
den von der Beschwerdegegnerin für ihre Tochter geltend gemachten Kin-
derabzug sowie die damit verbundenen Abzüge, darunter auch die Anerken-
nung der Ausbildungskosten von Fr. 34'608.--. Zur Begründung führte sie 
aus, B.________ sei im massgebenden Jahr nicht unterstützungsbedürftig 
gewesen, da ihr steuerbares Vermögen den gemäss Praxis der Steu-
erverwaltung geltenden Vermögensgrenzbetrag von Fr. 50'000.-- überschrit-
ten habe (vgl. Veranlagungsverfügungen vom 5.6.2018, Vorakten StV 
[act. 4B] pag. 34 ff., 41, 44; Schreiben der Steuerverwaltung vom 24.7.2018 
und vom 16.10.2019, Vorakten StV [act. 4B] pag. 31 und 18; Einspracheent-
scheide vom 4.2.2020, Vorakten StV [act. 4B] pag. 1 ff.). – Anders als die 
Steuerverwaltung ist die StRK in ihren Entscheiden vom 15. Juni 2021 zum 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 9

Schluss gekommen, die geltend gemachten Abzüge seien zu gewähren. Zu-
sammenfassend erwog sie, die zur Beurteilung der Unterstützungsbedürftig-
keit entwickelten Grenzbeträge seien zwar grundsätzlich sachgerecht und 
zweckmässig, ihre Anwendung sei jedoch durch Sinn und Zweck von Art. 40 
Abs. 3 Bst. a StG bzw. Art. 35 Abs. 1 Bst. a DBG beschränkt (E. 4.3 und 5, 
auch zum Folgenden). Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kindes dürften 
dann nicht allein und ohne weiteres massgebend sein, wenn weitere akten-
kundige Umstände, wie namentlich die aus den Veranlagungsunterlagen 
hervorgehenden Steuerfaktoren der Eltern, darauf hindeuteten, dass eine zi-
vilrechtliche Unterhaltspflicht bestehe. Im vorliegenden Fall sei bei der Be-
schwerdegegnerin von offenkundig guten finanziellen Verhältnissen auszu-
gehen, sodass es B.________ nicht zuzumuten gewesen sei, auf die 
Substanz ihres erst in zweiter Linie für den laufenden Unterhalt aufzuwen-
denden Vermögens zurückzugreifen (E. 6.1 und 6.3). Darüber hinaus habe 
das Vermögen von B.________ die Ausbildungskosten der gesamten 
Studiendauer nicht deutlich genug übertroffen, sodass damit auch noch die 
weiteren Lebenshaltungskosten in den USA hätten bezahlt werden können 
(E. 6.4). Die Gegenüberstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Be-
schwerdegegnerin und ihrer Tochter deuteten darauf hin, dass die Unter-
haltszahlungen im Jahr 2016 in Erfüllung der zivilrechtlichen Unterhaltspflicht 
erfolgten, womit die Kinderabzüge trotz Überschreitung der in erster Linie 
anwendbaren Vermögensgrenze von Fr. 50'000.-- grundsätzlich zu gewäh-
ren seien (E. 6.5). 

3.3 Gegen die Entscheide der StRK bringt die Steuerverwaltung zusam-
menfassend vor, die Beschwerdegegnerin treffe hier keine zivilrechtliche Un-
terhaltspflicht, da es B.________ aufgrund ihres Vermögens ohne weiteres 
möglich gewesen wäre, die Kosten einer angemessenen Erstausbildung in 
der Schweiz inkl. Lebenshaltungskosten selber zu tragen (Beschwerden 
Ziff. B./II./2.1 f. und 2.4 f.). Die Beschwerdegegnerin auf der anderen Seite 
habe lediglich ein geldwirksames Einkommen von Fr. 25'101.-- erzielt. 
Entsprechend sei sie offenbar gezwungen gewesen, ihr Vermögen 
anzuzehren, um die hohen Lebenshaltungs- und Ausbildungskosten ihrer 
Tochter zu decken (Beschwerden Ziff. B./II./2.3). Diese Leistungen seien 
angesichts des beträchtlichen und darüber hinaus liquiden Kindesver-
mögens freiwillig und nicht in Erfüllung einer zivilrechtlichen Unterhaltspflicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 10

erfolgt (Beschwerden Ziff. B./II./2.4 f.). – Die ESTV schliesst sich dieser Be-
urteilung grundsätzlich an und führt ergänzend aus, die Unterstützungsbe-
dürftigkeit sei steuerrechtlich allein in Bezug auf das betroffene Kind und die 
diesem zur Verfügung stehenden Mittel zu beurteilen. Die Verhältnisse der 
Eltern seien irrelevant und würden praxisgemäss ausgeklammert. Es sei un-
erheblich, ob zivilrechtlich von einer (hier ohnehin zweifelhaften) elterlichen 
Unterhaltspflicht auszugehen sei (Eingabe der ESTV vom 27.8.2021 [nach-
folgend: Eingabe 1 ESTV] Ziff. II./2.4 ff.). Es sei der Tochter der Beschwer-
degegnerin aufgrund ihres (liquiden) Vermögens ohne weiteres zuzumuten 
gewesen, ihre Ausbildung selber zu finanzieren; insbesondere, wenn der Be-
darfsberechnung die Kosten einer gleichwertigen Ausbildung in der Schweiz 
zugrunde gelegt würden (Eingabe 1 ESTV Ziff. II./3.2 ff.). Dies gelte unter 
Beachtung des Stichtagprinzips selbst dann, wenn B.________ (wie von der 
Beschwerdegegnerin behauptet) auf das Geld in Italien tatsächlich keinen 
Zugriff gehabt hätte (was im Übrigen ohnehin nicht belegt sei; vgl. Eingabe 
ESTV vom 21.9.2021 [nachfolgend: Eingabe 2 ESTV] Ziff. 1 f.). – Die 
Beschwerdegegnerin macht demgegenüber geltend, sie habe die Aus-
bildung ihrer Tochter in Erfüllung ihrer zivilrechtlichen Unterhaltspflicht finan-
ziert, weshalb der Kinderabzug und die damit verbundenen Abzüge zu ge-
währen seien. Im Übrigen habe ihre Tochter auf einen wesentlichen Teil 
ihres Vermögens keinen Zugriff, da sich Fr. 139'000.-- auf einem Konto bei 
der italienischen Bank … befinden würden, das zwar auf B.________ laute, 
jedoch von ihrem Vater verwaltet werde. Zudem seien Fr. 72'262.-- in einem 
Anlagefonds gebunden, womit ihre Tochter nur über rund Fr. 25'000.-- frei 
habe verfügen können (vgl. Beschwerdeantwort S. 1 f.; vgl. auch Rekurs und 
Beschwerde Ziff. II./B/1.9). 

4. 

Es ist unbestritten, dass sich die volljährige Tochter der Beschwerdegegne-
rin im Jahr 2016 in Ausbildung befand und die Beschwerdegegnerin sie 
finanziell (mindestens) in der Höhe des Kinderabzugs unterstützt hat (vgl. 
angefochtene Entscheide E. 6 Ingress). Streitig und im Folgenden zu prüfen 
ist indes, ob der Anspruch auf den Kinderabzug zufolge fehlender Unterstüt-
zungsbedürftigkeit zu verneinen ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 11

4.1 Bei der Konkretisierung der Voraussetzung der Unterstützungsbe-
dürftigkeit steht den Veranlagungsbehörden ein grosser Ermessensspiel-
raum zu, zumal in Bezug auf die finanziellen Verhältnisse des Kindes keine 
gesetzlichen Grenzbeträge bestehen, ab deren Erreichen der Kinderabzug 
nicht mehr zu gewähren ist (vgl. VGE 2020/10/11 vom 16.2.2021, in StE 
2021 B 27.7 Nr. 25 E. 3.3.1, 2009/176/177 vom 2.3.2010 E. 2.3.1 [bestätigt 
durch BGer 2C_357/2010 vom 14.6.2011, in StR 2011 S. 676 und NStP 
2011 S. 75]). Dabei ist eine gewisse Schematisierung und Pauschalisierung 
aus Gründen der Praktikabilität und Veranlagungsökonomie unerlässlich und 
zulässig (VGE 2020/10/11 vom 16.2.2021, in StE 2021 B 27.7 Nr. 25 
E. 3.3.1, 2020/261/262 vom 20.10.2022 E. 2.1, je mit Hinweisen). Entspre-
chend gelten gemäss der bereits mehrfach als sachgerecht und zweckmäs-
sig beurteilten Praxis der StRK und der Steuerverwaltung, die insoweit auf 
die kantonale Praxis zum Unterstützungsabzug nach Art. 40 Abs. 5 StG bzw. 
Art. 35 Abs. 1 Bst. b DBG zurückgreifen, volljährige (sich in Ausbildung be-
findende) Kinder in der Regel als unterstützungsbedürftig, soweit ihr Ein-
kommen und Vermögen gewisse Grenzbeträge nicht überschreiten (vgl. 
VGE 2020/10/11 vom 16.2.2021, in StE 2021 B 27.7 Nr. 25 E. 3.3.1 und 
3.3.3, 2009/176/177 vom 2.3.2010 E. 2.3.1 f. [bestätigt durch 
BGer 2C_357/2010 vom 14.6.2011, in StR 2011 S. 676 und NStP 2011 
S. 75], je mit Hinweisen). Nach den für das Jahr 2016 einschlägigen Voll-
zugshilfen lag dieser Grenzwert in Bezug auf das Einkommen bei 
Fr. 24'000.-- (d.h. Nettolohn, Ersatzeinkommen, Stipendien usw., jedoch 
ohne Kinderalimente; vgl. Merkblatt Nr. 12 zur Besteuerung von Familien in 
der Fassung von 2016 Ziff. 3). Keine Angaben finden sich indessen hin-
sichtlich des Vermögens; der von der Steuerverwaltung angewandte Grenz-
wert von Fr. 50'000.-- wurde erst im Jahr 2017 ausdrücklich aufgenommen 
(vgl. Wegleitung 2017 zum Ausfüllen der Steuererklärung für natürliche Per-
sonen S. 21, einsehbar unter <http://www.sv.fin.be.ch>, Rubriken «Publika-
tionen/Wegleitungen/2017/Natürliche Personen»; Merkblatt Nr. 12 zur Be-
steuerung von Familien in der Fassung von 2017 Ziff. 3, einsehbar unter 
<https://www.sv.fin.be.ch>, Rubriken «Publikationen/Merkblätter/Einkom-
mens- und Vermögenssteuern/2017»). Allerdings bringt insbesondere die 
StRK (und praxisgemäss auch die Steuerverwaltung) den betreffenden 
Grenzwert schon deutlich länger zur Anwendung (vgl. VGE 2020/10/11 vom 
16.2.2021, in StE 2021 B 27.7 Nr. 25 E. 3.3.1, 2009/176/177 vom 2.3.2010 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 12

E. 2.3.1 f. [bestätigt durch BGer 2C_357/2010 vom 14.6.2011, in StR 2011 
S. 676 und NStP 2011 S. 75]). Nach der langjährigen und bundesgerichtlich 
bestätigten Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts ist nicht zu beanstan-
den, dass neben den Einkommens- auch die Vermögensverhältnisse des 
volljährigen Kindes massgebend sind, soweit die Verwertung des Vermö-
gens zur Finanzierung des Lebensunterhalts zumutbar erscheint (vgl. 
VGE 2020/10/11 vom 16.2.2021, in StE 2021 B 27.7 Nr. 25 E. 3.3.3 mit 
Hinweisen, 2009/176/177 vom 2.3.2010 E. 2.3 und 3 [bestätigt durch 
BGer 2C_357/2010 vom 14.6.2011, in StR/66/2011 S. 676; insb. E. 2.1]). 
Offengelassen hat das Verwaltungsgericht allerdings die Frage, ob – wie 
beim Einkommen – auch bezüglich des Vermögens auf die betragsmässige 
Obergrenze gemäss der Praxis zum Unterstützungsabzug abzustellen ist 
und demnach ein Kind ab einem Vermögen von Fr. 50'000.-- nicht mehr als 
unterstützungsbedürftig gilt (vgl. VGE 2020/10/11 vom 16.2.2021, in StE 
2021 B 27.7 Nr. 25 E. 3.3.3 mit weiteren Hinweisen). Darüber braucht auch 
hier nicht entschieden zu werden. Entsprechend kann offenbleiben, welche 
Fassung der genannten Vollzugshilfen im vorliegenden Fall einschlägig ist, 
zumal es sich dabei ohnehin um Verwaltungsverordnungen handelt, die nur 
zu berücksichtigen sind, soweit ihre Anwendung nicht gegen gesetzliche Re-
gelungen verstösst und eine einzelfallgerechte Auslegung der anwendbaren 
gesetzlichen Bestimmungen zulässt bzw. die rechtlichen Vorgaben über-
zeugend und in praktikabler Weise konkretisiert (vgl. BVR 2019 S. 293 
[VGE 2016/59 vom 24.4.2018] nicht publ. E. 3.1, 2018 S. 139 E. 2.3, 2017 
S. 7 E. 4.1; BGE 146 V 233 E. 4.2.1, 145 V 84 E. 6.1.1).

4.2 Nach vorherrschender Rechtsauffassung soll mit dem Kinderabzug 
die zivilrechtliche Unterhaltspflicht der Eltern gegenüber ihren Kindern 
steuerlich berücksichtigt werden. Es ist eine Wertkongruenz zwischen den 
beiden Rechtsgebieten und eine Beurteilung in Übereinstimmung mit der 
Praxis zur zivilrechtlichen Unterhaltspflicht anzustreben (vgl. VGE 
2020/10/11 vom 16.2.2021, in StE 2021 B 27.7 Nr. 25 E. 2.2.1 und 3.3.4, 
2009/176/177 vom 2.3.2010 E. 2.2.2 [bestätigt durch BGer 2C_357/2010 
vom 14.6.2011, in StR 2011 S. 676 und NStP 2011 S. 75]; Bosshard/Boss-
hard/Lüdin, Sozialabzüge und Steuertarife im schweizerischen Steuerrecht, 
2000, S. 133, 154 ff.; Leuch/Schlup Guignard, a.a.O., Art. 40 N. 17, 20 ff.; 
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 35 N. 41 ff.; Peter Locher, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 13

a.a.O., Art. 35 N. 29 f.; vgl. etwa auch OGer AR vom 11.3.2015, in 
GVP 27/2015 Nr. 3644 S. 50 E. 2.1.8 und 2.3.3 f. [bestätigt durch BGer 
2C_492/2015 vom 19.4.2016], und OGer AR vom 22.10.2014, in 
GVP 26/2014 Nr. 3621 S. 44 E. 2.2.1; KGer BL 810 19 329 vom 1.4.2020 
E. 5.1; zur ständigen Praxis des Verwaltungsgerichts in Bezug auf die am 
Zivilrecht orientierte Auslegung des Ausbildungsbegriffs vgl. ausserdem 
VGE 2010/299/300 vom 25.8.2011 E. 2.2, 23307/23308 vom 23.3.2009 
E. 2.3, 23043/23044 vom 20.3.2008, in NStP 2008 S. 6 E. 2.2 f.). 

4.2.1 Zivilrechtlich setzt die Unterhaltspflicht insbesondere Zumutbarkeit 
der Unterhaltszahlungen auf Seiten der Eltern sowie Unzumutbarkeit der 
Eigenfinanzierung bzw. Unterstützungsbedürftigkeit auf Seiten des Kindes 
voraus. Sie ist damit anhand einer Gesamtwürdigung aller Umstände zu 
beurteilen, bei der nicht nur die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kindes, 
sondern auch jene der Eltern zu berücksichtigen und einander gegenüber-
zustellen sind (BGE 147 III 265 E. 5.4, 135 III 66 E. 4, 111 II 410 E. 2; 
BGer 5A_476/2022 vom 28.12.2022 E. 3, 5A_513/2020 vom 14.5.2021 
E. 4.3; vgl. Fountoulakis/Breitschmid, in Basler Kommentar, 6. Aufl. 2018, 
Art. 276 ZGB N. 31 ff., Art. 277 ZGB N. 15; Bruno Roelli, in Handkommentar 
zum Schweizer Privatrecht, Personen- und Familienrecht, Partnerschaftsge-
setz, 3. Aufl. 2016, Art. 276 ZGB N. 6, auch zum Folgenden). Die elterliche 
Unterhaltspflicht wird insbesondere verneint, wenn auf Seiten des Kindes 
Einkünfte aus Arbeitserwerb oder andere Mittel mit Unterhaltscharakter vor-
handen sind (Fountoulakis/Breitschmid, a.a.O., Art. 276 ZGB N. 31). Hinge-
gen wird das Kindesvermögen mit Blick auf die strengen Vorschriften zu des-
sen Verwertung (vgl. Art. 321 ff. ZGB) zivilrechtlich grundsätzlich nur heran-
gezogen, sofern es sich um freies Vermögen handelt. Selbst wenn solche 
Mittel vorhanden sind, muss das Kind diese zudem nicht vollständig für 
seinen Unterhalt einsetzen (Fountoulakis/Breitschmid, a.a.O., Art. 276 ZGB 
N. 33). Entsprechend bestimmt sich die Zumutbarkeit zivilrechtlich einerseits 
aus dem Vergleich der Leistungsfähigkeit von Eltern und Kind und anderer-
seits nach der Höhe der elterlichen Leistungen sowie dem Bedarf des Kin-
des; der Umfang der Berücksichtigung der wirtschaftlichen Leistungsfähig-
keit des Kindes hängt von den Verhältnissen im Einzelfall ab, wobei der 
Eigenverantwortung des Kindes Rechnung zu tragen ist (vgl. BGer 
5A_513/2020 vom 14.5.2021 E. 4.3, 5A_129/2019 vom 10.5.2019 E. 9.3, je 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 14

mit Hinweisen; zum Ganzen VGE 2020/10/11 vom 16.2.2021, in StE 2021 
B 27.7 Nr. 25 E. 3.3.4). 

4.2.2 Die hiervor dargelegten zivilrechtlichen Rahmenbedingungen des 
Volljährigenunterhalts sind entgegen der ESTV (vgl. Eingabe 1 ESTV 
Ziff. II./2.4 ff.) grundsätzlich auch steuerrechtlich relevant: Mit dem Kinderab-
zug will der Steuergesetzgeber der gesetzlichen Unterhaltspflicht der Eltern 
Rechnung tragen; er ist jenen steuerpflichtigen Personen vorbehalten, die 
Unterhalt in Erfüllung einer zivilgesetzlichen Verpflichtung leisten (vgl. vorne 
E. 4.2 Ingress mit zahlreichen Hinweisen). Bei der Unterstützungsbedürftig-
keit des Kindes handelt es sich nicht um eine von der elterlichen Unterhalts-
pflicht losgelöste Voraussetzung des Kinderabzugs, die es speziell im Steu-
errecht zu erfüllen gilt. Sie bildet vielmehr einen Teilaspekt der zivilrechtli-
chen Unterhaltspflicht, indem Unterhaltszahlungen nur soweit geschuldet 
sind, als dem volljährigen Kind nicht zugemutet werden kann, seinen Unter-
halt selbst zu bestreiten (vgl. Art. 276 Abs. 3 ZGB; VGE 2020/10/11 vom 
16.2.2021, in StE 2021 B 27.7 Nr. 25 E. 3.3.5). Gegenteiliges kann, anders 
als die ESTV ausführt, weder aus dem Wortlaut oder der Systematik von 
Art. 40 Abs. 3 Bst. a StG bzw. Art. 35 Abs. 1 Bst. a DBG noch aus den von 
ihr angeführten Entscheiden des Bundesgerichts abgeleitet werden (Ein-
gabe 1 ESTV Ziff. II./2.2-2.5). Soweit diese Entscheide bei der Beurteilung 
des Kinderabzugs keine expliziten Ausführungen zu den elterlichen Ver-
hältnissen enthalten, hat dies vorab damit zu tun, dass sich in den dort be-
urteilten Konstellationen die Mitberücksichtigung der wirtschaftlichen Leis-
tungsfähigkeit der Eltern erübrigte bzw. zu keinen anderen Ergebnissen 
geführt hätte (vgl. nur etwa BGer 2C_357/2010 vom 14.6.2011 [zu VGE 
2009/176/177 vom 2.3.2010], die Zumutbarkeit des Verzehrs von Kindesver-
mögen betreffend, wobei das aus Versicherungsleistung stammende freie 
Kindesvermögen 0,7 Mio Franken betrug, während die Verhältnisse der 
Mutter bescheiden waren [vgl. Bst. C und E. 3.2; VGE 2009/176/177 vom 
2.3.2010 E. 3 Ingress]; in BGer 2C_516/2013 und 2C_517/2013 vom 
4.2.2014, in StR 2014 S. 302 sodann verfügte das volljährige Kind über ein 
jährliches Reineinkommen von Fr. 26'721.--, das zur Deckung des minimalen 
Lebensbedarfs in der strittigen Steuerperiode ausreichte, weshalb keine 
objektive Unterstützungsbedürftigkeit vorlag; in BGer 2A.323/2003 vom 
30.1.2004 und in BGer 2A.536/2001 vom 29.5.2002, in StR 2002 S. 632 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 15

wurde die Unterstützungsbedürftigkeit des volljährigen Kindes ohnehin 
bejaht; vgl. etwa auch KGer BL 810 19 329 vom 1.4.2020 E. 5.1 ff.). Soweit 
die ESTV sodann ausführt, die Berücksichtigung der zivilrechtlichen 
Unterhaltspflicht führe dazu, dass Eltern mit günstigen Einkommens-
verhältnissen den Kinderabzug beanspruchen könnten, während er Eltern 
mit geringem Einkommen nicht zustehe (Eingabe 1 ESTV Ziff. II./2.7), ist ihr 
entgegenzuhalten, dass mit dem Kinderabzug dem subjektiven Nettoprinzip 
entsprechend Einkommen von der Besteuerung ausgenommen werden soll, 
das der Dispositionsfreiheit entzogen ist, weil die steuerpflichtige Person 
gesetzlich verpflichtet ist, den Unterhalt ihres volljährigen, sich in Ausbildung 
befindenden Kindes (zumindest teilweise) zu bestreiten (Bosshard/Boss-
hard/Lüdin, a.a.O., S. 133, 154 f.). Ziel dieses Sozialabzugs ist die steuer-
liche Gleichbehandlung von Personen mit Kindern mit jenen ohne Kinder bei 
gleicher objektiver Leistungskraft (vgl. Peter Locher, a.a.O., Art. 35 N. 11 mit 
Hinweis auf den Bericht der Expertenkommission zur Überprüfung des 
schweizerischen Systems der Familienbesteuerung [Kommission Familien-
besteuerung], S. 21 f., 50 f., einsehbar unter <www.estv.admin.ch> Rubriken 
«Die ESTV/Steuerpolitik/Steuerpolitische Gutachten, Berichte, Arbeitspa-
piere/Berichte vor 2004»).

4.2.3 Es ist allerdings weder Aufgabe der Steuerverwaltung noch der Steu-
erjustizbehörden, im Massenverfahren der Steuerveranlagung bei der Prü-
fung des Kinderabzugs die elterliche Unterhaltspflicht (vorfrageweise) im De-
tail zu prüfen. Vielmehr erscheint es im Sinn der gerade bei Sozialabzügen 
unerlässlichen Schematisierung sachgerecht und geboten, in erster Linie auf 
eine pauschal anhand der Grenzwerte beurteilte Unterstützungsbedürftigkeit 
des Kindes abzustellen (vgl. vorne E. 4.1). Indessen dürfen die wirtschaftli-
chen Verhältnisse des Kindes dann nicht mehr allein und ohne weiteres 
massgebend bleiben, wenn weitere aktenkundige Umstände wie namentlich 
die aus den Veranlagungsunterlagen hervorgehenden Steuerfaktoren der El-
tern darauf hindeuten, dass eine zivilrechtliche Unterhaltspflicht besteht. So 
kann es sich etwa verhalten, wenn das Kind kein Erwerbseinkommen erzielt 
und sein Vermögen den Grenzbetrag von Fr. 50'000.-- nur knapp überschrei-
tet, hingegen die Eltern über ein überdurchschnittliches Einkommen verfü-
gen (so in VGE 2020/10/11 vom 16.2.2021, in StE 2021 B 27.7 Nr. 25 
E. 3.3.5 und 3.4; vgl. auch Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 35 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 16

N. 41 mit Hinweis auf StRK ZH ST.2010.184/DB.2010.135 vom 7.9.2010, in 
StE 2011 B 29.3 Nr. 38 E. 2b/bb und BGE 111 II 410). Unter diesen Umstän-
den würde eine auf die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kindes bzw. eine 
starre Vermögensgrenze beschränkte Betrachtung, wie sie die in E. 4.1 er-
wähnten Vollzugshilfen vorsehen, eine offensichtliche Diskrepanz zwischen 
mutmasslicher zivilrechtlicher Unterhaltspflicht einerseits und steuerrechtli-
cher Beurteilung des Kinderabzugs andererseits schaffen, die sich auch mit 
den an sich gewichtigen Praktikabilitätsinteressen und der Veranlagungs-
ökonomie nicht rechtfertigen lässt. Stattdessen sind in diesem Fall anhand 
leicht feststellbarer Steuerfaktoren die wirtschaftlichen Verhältnisse der El-
tern jenen des Kindes gegenüberzustellen, wobei steuerrechtlich – wie die 
Steuerverwaltung zutreffend festhält (vgl. Beschwerden Ziff. B./II./2.4; vgl. 
auch Eingabe 1 ESTV Ziff. II./3.2) – grundsätzlich das Stichtagprinzip zu be-
achten ist, d.h. die Vermögens- und Einkommensverhältnisse am Ende des 
jeweiligen Steuerjahres massgebend sind (Art. 67 Abs. 3 StG bzw. Art. 35 
Abs. 2 DBG; vgl. BGer 2C_533/2021 vom 23.6.2022 E. 6.3 f., 2C_905/2017 
vom 11.3.2019, in StE 2019 B 27.7 Nr. 23 und StR 2019 S. 379 E. 2.3, 
2C_1145/2013 und 2C_1146/2013 vom 20.9.2014, in StE 2015 B 29.3 
Nr. 49 und StR 2015 S. 162 E. 2.3; Baumgartner/Eichenberger, a.a.O., 
Art. 35 DBG N. 2 und 33 ff.; Kästli/Iff, in Leuch/Kästli/Langenegger [Hrsg.], 
Praxis-Kommentar zum Berner Steuergesetz, Band 1, 2. Aufl. 2014, Art. 67 
N. 5). Lässt diese Gegenüberstellung erkennen, dass die Unterhaltszahlun-
gen durch die Eltern in Erfüllung einer gesetzlichen Verpflichtung erbracht 
wurden, ist diesem Umstand durch Gewährung des Kinderabzugs Rechnung 
zu tragen, selbst wenn das Kindesvermögen über dem Grenzbetrag liegen 
sollte (vgl. auch etwa OGer AR vom 11.3.2015, in GVP 27/2015 Nr. 3644 
S. 50 E. 2.1.8 und 2.3.3 f. [bestätigt durch BGer 2C_492/2015 vom 
19.4.2016], OGer AR vom 22.10.2014, in GVP 26/2014 Nr. 3621 S. 44 E. 
2.2.1).

4.3 Der in E. 3.1 dargelegte Sachverhalt ist im Licht der voranstehenden 
Rechtsgrundlagen wie folgt zu würdigen: 

4.3.1 Die Tochter der Beschwerdegegnerin hat im massgeblichen Jahr 
2016 zwar unstreitig kein steuerbares Einkommen erzielt, bei der Beurteilung 
des Kinderabzugs sind indes neben den Einkommens- auch ihre Vermö-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 17

gensverhältnisse zu berücksichtigen, soweit die Verwertung des Vermögens 
zur Finanzierung des Lebensunterhalts zumutbar erscheint (vgl. vorne 
E. 4.1). B.________ verfügte am 31. Dezember 2016 über ein steuerbares 
Vermögen in der Höhe von Fr. 237'038.-- (vgl. vorne E. 3.1, auch zum 
Folgenden). Das Kindesvermögen überschreitet somit den von der 
Steuerverwaltung üblicherweise angewandten Grenzbetrag von Fr. 50'000.-
- (vgl. vorne E. 4.1) um ein Vielfaches und besteht zudem (anders etwa als 
in VGE 2020/10/11 vom 16.2.2021, in StE 2021 B 27.7 Nr. 25) aus 
grundsätzlich liquiden oder zumindest leicht verwertbaren Mitteln. Die 
Behauptung der Beschwerdegegnerin, ihre Tochter könne über das bei der 
italienischen Bank … angelegte Geld nicht frei verfügen (vgl. Be-
schwerdeantwort S. 2; Rekurs und Beschwerde Ziff. II./B/1.9), ist in keiner 
Weise belegt, wie die Steuerverwaltung und ESTV zutreffend einwenden. 
Selbst wenn dem so wäre, verbliebe daneben immer noch ein Kindesvermö-
gen im Umfang von Fr. 96'919.--. B.________ hätte demnach zumindest im 
Jahr 2016 die relativ kostspielige Ausbildung in den USA inkl. Le-
benshaltungskosten ohne weiteres aus eigenen Mitteln finanzieren können 
(zutreffend angefochtene Entscheide E. 6.4). Dabei spielt es aufgrund des 
Stichtagprinzips (vgl. vorne E. 4.2.2) keine Rolle, dass das Kindesvermögen 
vermutlich nicht zur Finanzierung der gesamten Ausbildung im Ausland 
ausgereicht hätte (so aber angefochtene Entscheide E. 6.4). Entsprechend 
kann auch offenbleiben, ob bei der Beurteilung die (wesentlich höheren) Kos-
ten der Ausbildung in den USA oder jene eines gleichwertigen Studiums in 
der Schweiz zugrunde zu legen sind (vgl. zum Abstellen auf Durchschnitts-
werte aber BGer 2C_516/2013 und 2C_517/2013 vom 4.2.2014, in StR 2014 
S. 302 E. 2.2 f.; VGer SG B.2013/254 und B.2019/255 vom 28.5.2020 E. 4.2; 
vgl. auch Eingabe 1 ESTV Ziff. II./3.3; in zivilrechtlicher Hinsicht hat das 
Bundesgericht für den Volljährigenunterhalt zudem den Anspruch auf ein 
Studium auf einem anderen Kontinent verneint, wenn eine äquivalente 
Ausbildungsmöglichkeit in der Schweiz oder in Europa besteht, vgl. BGer 
5A_97/2017 vom 23.8.2017 E. 9.1). Die mit Blick auf die Grenzwerte 
pauschal beurteilten Verhältnisse der Tochter legen mithin den Schluss 
nahe, dass keine Unterstützungsbedürftigkeit vorliegt.

4.3.2 Weitere aktenkundige Umstände, wie namentlich die aus den Veran-
lagungsunterlagen hervorgehenden Steuerfaktoren der Beschwerdegegne-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 18

rin, deuten hier nicht darauf hin, dass dennoch eine zivilrechtliche Unterhalts-
pflicht bestand: Die Beschwerdegegnerin verfügte 2016 zwar – nebst einem 
steuerbaren Vermögen (nach Steuerausscheidung) von Fr. 3'008'532.-- – 
über ein steuerbares Einkommen in der Höhe von Fr. 122'622.-- (bzw. 
Fr. 139'482.-- bei der direkten Bundessteuer). Dies ist jedoch zum überwie-
genden Teil auf die Anrechnung der Eigenmietwerte ihrer Liegenschaften 
zurückzuführen, von denen gemäss ihren eigenen Angaben überdies einige 
wirtschaftlich betrachtet ihrem in Italien wohnhaften, ehemaligen Lebens-
partner gehören (vgl. Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 20.3.2017, 
Vorakten StV [act. 4B] pag. 72). Das tatsächlich geldwirksam erzielte Ein-
kommen besteht ausschliesslich aus Wertschriftenerträgen und beträgt 
Fr. 42'166.--, wovon zudem Aufwendungen in der Höhe von Fr. 17'065.-- 
(bzw. Fr. 16'115.-- bei der direkten Bundessteuer) zum Abzug zu bringen 
sind (vgl. die insoweit nicht beanstandeten Einspracheentscheide vom 
4.2.2020, Vorakten StV [act. 4B] pag. 1 ff., auch zum Folgenden; Beschwer-
den Ziff. B./II./2.3). Anders als in VGE 2020/10/11 vom 16. Februar 2021 
steht daher im vorliegenden Fall dem (weit über dem Grenzbetrag liegenden) 
Kindesvermögen nicht ein überdurchschnittlich hohes Einkommen der Eltern 
gegenüber. Die Beschwerdegegnerin musste zur Finanzierung ihrer Lebens-
haltung und gleichzeitigen Tragung der Ausbildungskosten ihrer Tochter viel-
mehr auf ihr eigenes, zum überwiegenden Teil in Immobilien gebundenes 
Vermögen zurückgreifen. 

4.3.3 Eine anhand leicht feststellbarer Steuerfaktoren vorgenommene Ge-
genüberstellung der Verhältnisse der Beschwerdegegnerin mit jenen ihrer 
Tochter ergibt demnach, dass die Beschwerdegegnerin die zum Abzug gel-
tend gemachten Unterhaltszahlungen im Jahr 2016 nicht in Erfüllung einer 
elterlichen Unterhaltspflicht entrichtet hat. Die (vorfrageweise vorgenom-
mene) Gesamtbetrachtung aller Umstände legt folglich – selbst wenn auf die 
gesamten geltend gemachten Ausbildungskosten von Fr. 34'608.-- zuzüglich 
Lebenshaltungskosten abgestellt werden sollte – nahe, dass die Unterstüt-
zungsbedürftigkeit von B.________ bzw. die gesetzliche Unterstüt-
zungspflicht der Beschwerdegegnerin zu verneinen ist. Wenn unter diesen 
Umständen in Anwendung des in den Vollzugshilfen vorgesehenen Vermö-
gensgrenzbetrags von Fr. 50'000.--, der hier um ein Vielfaches überschritten 
wird, der Kinderabzug verweigert wird, steht dies mit Sinn und Zweck von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 19

Art. 40 Abs. 3 Bst. a StG bzw. Art. 35 Abs. 1 Bst. a DBG durchaus in Ein-
klang. 

4.4 Nach dem Gesagten wäre es B.________ aufgrund der Ge-
samtbetrachtung aller Umstände zuzumuten gewesen, ihr Studium zumin-
dest im Jahr 2016 aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Die Leistungen der Be-
schwerdegegnerin zur Finanzierung der Ausbildung ihrer Tochter sind nicht 
in Erfüllung ihrer elterlichen Unterhaltspflicht erfolgt (sondern insofern «frei-
willig»). Die Unterstützungsbedürftigkeit des volljährigen, sich in Ausbildung 
befindenden Kindes ist daher entgegen der Auffassung der StRK (vgl. ange-
fochtene Entscheide E. 6.3 und 6.5) zu verneinen. Die Voraussetzungen des 
Kinderabzugs sind nicht erfüllt, weshalb dieser zu verweigern ist. Dasselbe 
gilt für die mit dem Kinderabzug zusammenhängenden und von der Be-
schwerdegegnerin beantragten weiteren Abzüge sowie die Besteuerung 
zum Elterntarif (vgl. vorne E. 2.3). 

5.

5.1 Zusammenfassend erweisen sich die Beschwerden als begründet 
und sind gutzuheissen. Die angefochtenen Entscheide sind aufzuheben und 
die Einspracheentscheide vom 4. Februar 2020 sind zu bestätigen.

5.2 Bei diesem Ausgang der Verfahren hat die unterliegende Beschwer-
degegnerin die gesamten Verfahrenskosten zu tragen (Art. 151 StG i.V.m. 
Art. 108 Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). Partei-
kosten sind keine zu sprechen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 und 
Art. 104 Abs. 1 und 3 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und 
Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Ver-
waltungsverfahren [Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021]).

5.3 Die Kosten der Verfahren vor der StRK sind entsprechend dem Aus-
gang der verwaltungsgerichtlichen Verfahren neu zu verlegen. Danach hat 
die Beschwerdegegnerin auch in den Verfahren vor der StRK als vollständig 
unterliegend zu gelten, weshalb sie kostenpflichtig wird (Art. 102 VRPG 
i.V.m. Art. 200 Abs. 1 StG; Art. 144 Abs. 1 DBG). Parteikosten sind keine zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 20

sprechen (Art. 102 VRPG i.V.m. Art. 200 Abs. 4 StG; Art. 144 Abs. 4 DBG 
i.V.m. Art. 64 Abs. 1 VwVG).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2016 wird 
gutgeheissen. Der Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons 
Bern vom 15. Juni 2021 wird aufgehoben und der Einspracheentscheid 
der Steuerverwaltung des Kantons Bern vom 4. Februar 2020 bestätigt.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2016 wird gutge-
heissen. Der Entscheid der Steuerrekurskommission des Kantons Bern 
vom 15. Juni 2021 wird aufgehoben und der Einspracheentscheid der 
Steuerverwaltung des Kantons Bern vom 4. Februar 2020 bestätigt.

3. a) Die Kosten der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von insgesamt Fr. 1'500.--, werden der Be-
schwerdegegnerin auferlegt.

b) Für die Verfahren vor dem Verwaltungsgericht werden keine Partei-
kosten gesprochen.

4. a) Die Kosten der Verfahren vor der Steuerrekurskommission des Kan-
tons Bern, von dieser auf eine Pauschalgebühr von insgesamt 
Fr. 1'000.-- bestimmt, werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

b) Für die Verfahren vor der Steuerrekurskommission des Kantons Bern 
werden keine Parteikosten gesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27.01.2023, Nrn. 100.2021.212/
213U, Seite 21

5. Zu eröffnen:
- Steuerverwaltung des Kantons Bern
- Beschwerdegegnerin
- Steuerrekurskommission des Kantons Bern
- Eidgenössische Steuerverwaltung

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 
über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.