# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff7f63bb-b4f3-53d0-a191-eb2150ffde6e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.09.2025 E-2571/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2571-2023_2025-09-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2571/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 

mit Zustimmung von Richterin Susanne Bolz-Reimann;  

Gerichtsschreiberin Irina Schulthess. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sudan,   

vertreten durch Lea Hungerbühler, Rechtsanwältin,  

substituiert durch Annina Erni, (…), 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch);  

Verfügung des SEM vom 5. April 2023. 

 

 

 

E-2571/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer reichte am 18. Juni 2016 in der Schweiz ein 

Asylgesuch ein. Darin führte er aus, er sei sudanesischer Staatsangehöri-

ger aus dem Dorf B._______ bei der Stadt C._______ im Bundesstaat 

D._______, gehöre der nichtarabischen Ethnie der Hazmi an, habe in 

B._______ von der Geburt bis im Juni 2012 gelebt und das Gymnasium 

besucht. Im Juni 2012 sei er geflüchtet und habe sich bis November 2014 

in E._______ bei F._______ aufgehalten, dort gewohnt und auf dem (…) 

in E._______ als (…) gearbeitet. B._______ habe er 2012 aufgrund der 

dortigen unsicheren Lage verlassen. Verschiedene bewaffnete Gruppie-

rungen und sudanesische Regierungstruppen hätten sich dort bekämpft, 

und er habe befürchtet, von diesen rekrutiert zu werden. In E._______ sei 

er aufgrund seiner Herkunft und seines Aussehens im Alltagsleben diskri-

miniert worden, weshalb er sich zur Ausreise entschlossen habe. Im No-

vember 2014 sei er mit seinem sudanesischen Pass über den Landweg an 

die sudanesisch/ägyptische Grenze geflohen und habe diese überquert. 

Darauf habe er sich bis Juli 2015 in G._______ aufgehalten und beim UN-

HCR in H._______ einen Asylantrag eingereicht. Anschliessend sei er 

nach I._______ gereist, habe sich dort bis Mai 2016 aufgehalten und sei 

dann per Boot nach Italien geflohen. Von dort aus sei er im Mai 2016 in die 

Schweiz gelangt und habe am 14. Mai 2016 um Asyl nachgesucht.  

A.b Mit Verfügung vom 6. Dezember 2018 lehnte das SEM das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und 

ordnete deren Vollzug an. Zur Begründung führte es aus, der Beschwerde-

führer habe keine individuelle und flüchtlingsrechtliche Verfolgung im Su-

dan darlegen können. Die Übergriffe zwischen sudanesischen Regierungs-

truppen und Rebellenorganisationen in D._______ seien auf die dortigen 

bürgerkriegsähnlichen Zustände zurückzuführen und ebenfalls nicht asyl-

relevant. Den von ihm geschilderten schwierigen Lebensbedingungen auf 

dem (…) in E._______ fehle es an der erforderlichen Intensität. Auch könne 

nicht von einer begründeten Furcht vor Verfolgung ausgegangen werden, 

da er im Sudan nicht persönlich ins Visier der dortigen Behörden gelangt 

sei, keine politischen Tätigkeiten ausgeführt habe und im November 2014 

legal ausgereist sei.  

A.c Mit Urteil D-208/2019 vom 1. Juli 2021 wies das Bundesverwaltungs-

gericht die gegen die Verfügung vom 6. Dezember 2018 erhobene Be-

schwerde ab. Das Gericht bestätigte die vorinstanzlichen Erwägungen und 

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Seite 3 

stellte fest, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Ethnie – sollte es 

sich dabei überhaupt um eine nichtarabische handeln, was jedoch als un-

glaubhaft erachtet werde – im Sudan keiner Kollektivverfolgung ausgesetzt 

sei. Die von ihm geltend gemachten exilpolitischen Tätigkeiten in der 

Schweiz seien ferner nur niederschwelliger Natur und erfüllten die Anfor-

derungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht. Schliesslich stellte es fest, 

der Wegweisungsvollzug in den Sudan sei zulässig, zumutbar und möglich, 

zumal ihm eine zumutbare innerstaatliche Aufenthaltsalternative in 

F._______/E._______ zu Verfügung stehe.  

B.  

B.a Mit als «Neues Asylgesuch – Und Gesuch um vorsorgliche Mass-

nahme» bezeichneter Eingabe gelangte der Beschwerdeführer am 30. Ja-

nuar 2023 erneut an die Vorinstanz und beantragte, es sei festzustellen, 

dass er die Flüchtlingseigenschaft erfülle, und es sei ihm Asyl zu gewähren 

oder er sei als Flüchtling vorläufig aufzunehmen. Ferner sei seinem Ge-

such die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die zuständige kantonale 

Behörde sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme anzuweisen, den 

Vollzug während der Behandlung des vorliegenden Gesuchs auszusetzen. 

Zudem sei er von der Bezahlung von Verfahrenskosten zu befreien und es 

sei auf die Erhebung eines Gebührenvorschusses zu verzichten. Zur Be-

gründung führte er aus, am 25. Oktober 2021 sei im Sudan ein Militär-

putsch verübt und über das ganze Land ein Ausnahmezustand verhängt 

worden, der erst am 29. Mai 2022 aufgehoben worden sei. Seit der Macht-

übernahme des Militärs habe sich die Lage im Land in verschiedener Hin-

sicht massiv verschärft beziehungsweise verschlechtert. Bei einer Rück-

kehr würde er aufgrund seiner Ethnie verfolgt werden. Zudem bestehe die 

Gefahr einer Zwangsrekrutierung. Ferner seien ihm in der Vergangenheit 

Verbindungen zu Rebellengruppen unterstellt worden, was die Aufmerk-

samkeit der Behörden auf ihn gezogen habe. Weiter habe er sich in der 

Schweiz exilpolitisch engagiert, da er an Demonstrationen gegen das su-

danesische Regime teilgenommen habe, und es lägen persönliche bezie-

hungsweise familiäre Verbindungen zu prominenten Mitgliedern der Oppo-

sition im Exil vor. Auch würde sein Name auf eine Liste von überwachten 

Personen aufgenommen werden. Da er ohne erforderliche Identitätspa-

piere zurückkehren und im Sudan wiedereinreisen müsste, würde er zu-

dem ins Visier der sudanesischen Behörden geraten. Zur Zulässigkeit des 

Wegweisungsvollzugs führte er aus, es sei mit überwiegender Wahrschein-

lichkeit davon auszugehen, dass er mit seinem Profil jederzeit Opfer einer 

Verhaftung und von Verhören unter Anwendung von Folter werden könnte, 

was zur Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs führe. Da er zudem 

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keine Aufenthaltsalternative im Sudan habe, er keine «nützliche» Berufs-

erfahrung aufweise, im Sudan kein soziales und familiäres Beziehungsnetz 

vorfinde und er Schmerzen in der Brust habe, sei der Wegweisungsvollzug 

zudem unzumutbar.  

B.b Mit Verfügung vom 5. April 2023 qualifizierte das SEM die Eingabe des 

Beschwerdeführers als Mehrfachgesuch und stellte fest, er erfülle die 

Flüchtlingseigenschaft nicht, wies sein Mehrfachgesuch ab, verfügte die 

Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Zur Begrün-

dung führte es aus, es bestehe auch unter Berücksichtigung des Militärput-

sches im Oktober 2021 kein Grund zu Annahme einer Kollektivverfolgung 

ganzer sudanesischer Bevölkerungsgruppen oder sämtlicher Rückkehren-

der aus dem Ausland. Der Beschwerdeführer habe im ordentlichen Verfah-

ren auch nie geltend gemacht, im Sudan wegen militärstrafrechtlicher De-

likte ins Visier der Behörden geraten zu sein. Auch habe er keine weiteren 

Schwierigkeiten mit den sudanesischen Militärbehörden geltend gemacht 

und keinen Beweis für ein militärisches Aufgebot vorgelegt, weshalb nicht 

von einer drohenden Zwangsrekrutierung ausgegangen werden müsse. 

Zudem habe er im ordentlichen Verfahren jegliche politische Tätigkeit im 

Sudan verneint und es sei zudem keine Mitgliedschaft oder konkrete Ver-

bindung zu einer sudanesischen Rebellengruppe aktenkundig. Daher sei 

seine Behauptung abwegig, er würde in Verbindung mit einer solchen Re-

bellengruppe gebracht und deshalb verfolgt werden. Zur geltend gemach-

ten exilpolitischen Tätigkeit führte es aus, einerseits habe das BVGer im 

Urteil E-2525/2020 (recte: Urteil D-208/2019) die exilpolitischen Tätigkeiten 

als niederschwellig qualifiziert, andererseits lasse sich auch aus den im 

erstinstanzlichen Verfahren eingereichten Unterlagen nicht herleiten, dass 

er sich bei seinen exilpolitischen Tätigkeiten aus der Masse der Teilneh-

menden in besonderer, qualifizierter Weise abgehoben habe. Ferner sei 

die Schweiz für sudanesische Staatsangehörige kein bevorzugtes Migrati-

ons- und Aufenthaltsland und habe dementsprechend keine grosse suda-

nesische Diaspora respektive Exilopposition. Sudanesische Staatsange-

hörige seien daher keiner besonders intensiven Überwachung ausgesetzt. 

Ferner übermittle das SEM bei der Ersatzpapierbeschaffung beziehungs-

weise bei zentralen Befragungen den heimatlichen Behörden lediglich die 

Personalien der betroffenen Person und beantrage die Ausstellung eines 

sudanesischen Ersatzreisepapiers. Dabei würden keine Asylgründe erho-

ben oder die politische Gesinnung einer Person erforscht. Auch eine allfäl-

lige Überprüfung respektive Befragung aufgrund der Einreise ohne ordent-

liche Identitätspapiere stelle keinen ernsthaften Nachteil im Sinn von Art. 3 

AsylG (SR 142.31) dar. Somit erfülle der Beschwerdeführer die 

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Flüchtlingseigenschaft nicht. Zum Wegweisungsvollzug führte das SEM 

aus, die allgemeine Menschenrechtslage im Sudan lasse diesen – unter 

Berücksichtigung des erfolgten Militärputsches vom 25. Oktober 2021 – 

nicht als unzulässig erscheinen. Auch die seit Dezember 2018 anhaltenden 

Unruhen und der Sturz des sudanesischen Staatspräsidenten vom 11. Ap-

ril 2019, die Demonstrationen, Ausschreitungen und Zusammenstösse zwi-

schen Demonstranten und Sicherheitskräften führten nicht zur Unzumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs. Ferner sei der Beschwerdeführer jung, 

ledig und den Akten zufolge gesund. Im Sudan habe er insgesamt zwölf 

Jahre die Schule besucht und spreche fliessend Arabisch. Vor seiner defi-

nitiven Ausreise habe er sich bereits ausserhalb des Bundesstaates 

D._______ aufgehalten. Zwischen Juni 2012 und November 2014 habe er 

in E._______ bei F._______ gelebt und dort auf dem (…) gearbeitet. Wäh-

rend seiner nachfolgenden Aufenthalte in G._______ und I._______ habe 

er weitere berufliche Erfahrungen sammeln können. Seit seiner Ankunft in 

der Schweiz stehe er mittels sozialer Medien in Kontakt mit Freunden und 

Bekannten im Sudan, mit denen er sich offenbar regelmässig austausche. 

Eigenen Angaben zufolge habe er sich in der Schweiz, das heisst in einem 

für ihn sprachlich und kulturell fremden Land, in den letzten Jahren ein Be-

ziehungs- und Freundschaftsnetz aufgebaut. Dieser Einsatz sowie seine 

Eigeninitiative könnten von ihm auch in seinem Heimatstaat bei der dorti-

gen Wiedereingliederung erwartet werden. Der Vollzug der Wegweisung 

sei daher als zumutbar zu erachten.  

B.c  

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer durch seine Rechts-

vertretung am 8. Mai 2023 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht 

und beantragte, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich aufzuhe-

ben und die Vorinstanz sei anzuweisen, auf sein Asylgesuch einzutreten. 

Eventualiter sei die Unzumutbarkeit und Unzulässigkeit des Wegweisungs-

vollzugs festzustellen und ihm die vorläufige Aufnahme zu gewähren, sub-

eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung und vertieften Abklä-

rung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht 

beantragte er, es sei die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und auf 

die Erhebung von Verfahrenskosten, insbesondere auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses, zu verzichten. Ferner seien die Akten der Vorinstanz 

und der kantonalen Migrationsbehörde zu edieren.  

Der Beschwerde legte er die angefochtene Verfügung sowie eine Vertre-

tungsvollmacht inklusive Substitutionsvollmacht vom 12. Juli 2021 respek-

tive 9. November 2021, alle Dokumente in Kopie, bei.  

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Seite 6 

C.  

C.a Da die in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren nicht mit deren 

Begründung übereinstimmten, setzte die Instruktionsrichterin mit Zwi-

schenverfügung vom 16. Mai 2023 Frist zur Einreichung einer Beschwer-

deverbesserung an. Mit Eingabe vom 24. Mai 2023 reichte der Beschwer-

deführer die verbesserte Eingabe mit den Rechtsbegehren ein, die ange-

fochtene Verfügung «betreffend Ablehnung Asylgesuch und Wegweisung» 

sei aufzuheben, es sei seine Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und ihm 

Asyl zu gewähren. Die restlichen Rechtsbegehren wurden unverändert 

übernommen (vgl. Bst. B.c oben).  

C.b Mit Instruktionsverfügung vom 26. Mai 2023 lud die Instruktionsrichte-

rin die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung ein.  

C.c Mit Eingabe vom 6. Dezember 2023 reichte der Beschwerdeführer un-

aufgefordert eine «Ergänzung zur Beschwerde» ein.  

C.d Nach mehrmalig gewährter Fristerstreckung reichte die Vorinstanz ihre 

Vernehmlassung am 10. April 2024 ein.  

C.e Der Beschwerdeführer reichte am 22. April 2024 erneut und wiederum 

unaufgefordert eine «Ergänzung zur Beschwerde» ein.  

C.f Mit Eingabe vom 4. November 2024 wurde eine weitere «Ergänzung 

zur Beschwerde» eingereicht. 

C.g Mit elektronischer Eingabe vom 8. April 2025 teilte der Beschwerde-

führer unter anderem mit, das Entscheid- und Vollzugsmoratorium des 

SEM sei mittlerweile aufgehoben worden, weshalb um Fällung des Urteils 

ersucht werde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Be-

handlung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM (Art. 5 VwVG) 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vor-

liegend – endgültig (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). 

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Seite 7 

1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) 

ist einzutreten. 

1.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG und im Bereich 

des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

1.4 Die vorliegende Beschwerde erweist sich im Ergebnis – wie nachste-

hend aufgezeigt – als offensichtlich begründet und wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-

weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Das Ur-

teil ist demzufolge nur summarisch zu begründen (Art. 111a Abs. 2 AsylG).  

1.5 Die vorinstanzlichen Akten wurden von Amtes wegen ediert. Der Antrag 

auf Beizug der Akten der kantonalen Migrationsbehörde wird abgewiesen, 

da einerseits nicht ersichtlich ist, inwiefern diese den vorliegenden Sach-

verhalt erhellen, und andererseits auf Ausführungen zu diesem Antrag 

durch den Beschwerdeführer verzichtet wurde (vgl. Beschwerde Ziffer 52).  

2.  

2.1 Der Beschwerdeführer begründet sein Kassationsbegehren unter an-

derem damit, die aktuellsten Entwicklungen im Sudan seien nicht Teil der 

Beurteilung gewesen, weshalb das Mehrfachgesuch aus diesem Grund zur 

erneuten Überprüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen sei. 

2.2 In der angefochtenen Verfügung vom 5. April 2023 führte das SEM im 

Rahmen der Prüfung zum Wegweisungsvollzug in den Sudan im Wesent-

lichen aus, es lägen keine Hinweise vor, nach welchen der Beschwerde-

führer bei einer Rückkehr in den Sudan mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 

Massnahmen zu befürchten habe, die über einen sogenannten «Back-

ground Check» hinausgingen, oder er persönlich gefährdet sein würde. 

Weder die in seinem Heimatstaat herrschende politische Situation noch 

andere Gründe sprächen gegen die Zumutbarkeit der Rückführung in den 

Sudan. Zwar sei am 25. Oktober 2021 ein Militärputsch verübt worden und 

im Nachgang sei es zu Massendemonstrationen und Streiks gekommen, 

wobei Personen verletzt und getötet worden seien. Trotz dieser Ereignisse 

und der angespannten Lage bestehe aber derzeit im Sudan nicht landes-

weit eine Kriegs- beziehungsweise Bürgerkriegssituation oder ein Zustand 

allgemeiner Gewalt gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG (SR 142.20). Der 

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Beschwerdeführer stamme ursprünglich aus dem sudanesischen Bundes-

staat D._______. Aufgrund der derzeitigen Sicherheitslage und humanitä-

ren Situation sei eine Rückführung von abgewiesenen Asylsuchenden 

nach D._______ zum gegenwärtigen Zeitpunkt als nicht zumutbar zu er-

achten. Es sei ihm jedoch angesichts der im Sudan bestehenden Nieder-

lassungsfreiheit möglich und zumutbar, sich im Sinne einer weiteren inner-

staatlichen Wohnsitzalternative in einem anderen Teil des sudanesischen 

Staatsgebietes, zum Beispiel im Grossraum F._______, niederzulassen. 

Dort herrsche keine Situation allgemeiner Gewalt. Zudem lebten heute be-

reits eine Vielzahl von intern vertriebenen Personen verschiedener Eth-

nien, auch aus den Bundesstaaten D._______ und J._______, in 

F._______ und Umgebung. Aufgrund der soziokulturellen Gegebenheiten 

im Sudan sei davon auszugehen, dass Vertreter dieser Diaspora ihren aus 

D._______ stammenden Landsleuten, und damit auch dem Beschwerde-

führer, zur Seite stünden und ihm Unterstützung böten.  

2.3 In seiner Vernehmlassung vom 10. April 2024 führte das SEM sodann 

aus, seit dem 15. April 2023 komme es im Sudan landesweit zu schweren 

Kampfhandlungen zwischen der Armee (Sudanese Armed Forces SAF) 

und einer paramilitärischen Gruppe (Rapid Support Forces RSF). Zahlrei-

che weitere bewaffnete Gruppierungen seien involviert und unterstützten 

die eine oder andere Partei. Aus diesen Gründen habe es am 28. Februar 

2024 beschlossen, bis auf Weiteres keine Verfügungen mit Anordnung des 

Wegweisungsvollzugs in den Sudan zu erlassen. Weiter werde der 

zwangsweise Vollzug der Wegweisung von Personen aus dem Sudan vor-

erst eingestellt. Laufende Ausreisefristen, die für abgewiesene Personen 

aus dem Sudan angesetzt worden seien, würden auf Gesuch hin erstreckt. 

Es habe das BVGer am 28. März 2024, das heisse, vor Ablauf der Frist zur 

Einreichung vorliegender Vernehmlassung, über diese Praxisänderung in-

formiert. Das SEM beobachte die Situation im Sudan laufend und sorgfältig 

und werde zu gegebenem Zeitpunkt eine erneute Standortbestimmung 

vornehmen. Vor diesem Hintergrund könne sich das SEM derzeit inhaltlich 

zur Beschwerde nicht weiter äussern. 

3.  

3.1 Massgebend für die Feststellung des Sachverhalts ist der Zeitpunkt 

des Beschwerdeentscheids (SCHINDLER BENJAMIN, in: Auer/Müller/Schind-

ler (Hrsg.), VwVG - Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren Kom-

mentar, 2019, Art. 49 N 31). 

E-2571/2023 

Seite 9 

3.2 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an 

die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festge-

stellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzufüh-

ren ist. Die in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann grundsätz-

lich zwar auch durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden, 

wenn dies im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen angebracht er-

scheint; sie muss dies aber nicht (vgl. BVGE 2012/21 E. 5 m.w.H.).  

4.  

Vorliegend führte das SEM in der angefochtenen Verfügung vom 5. April 

2023 unter anderem aus, es bestehe im Sudan derzeit nicht landesweit 

eine Kriegs- beziehungsweise Bürgerkriegssituation oder ein Zustand all-

gemeiner Gewalt. Anlässlich seiner Vernehmlassung vom 10. April 2024 

hielt es hingegen fest, seit dem 15. April 2023 komme es im Sudan landes-

weit zu schweren Kampfhandlungen zwischen den SAF und den RSF, und 

der zwangsweise Vollzug der Wegweisung von Personen aus dem Sudan 

werde vorerst eingestellt. Das SEM beobachte die Situation im Sudan lau-

fend und sorgfältig und werde zu gegebenem Zeitpunkt eine erneute 

Standortbestimmung vornehmen. Der Vernehmlassung lässt sich dem-

nach entnehmen, dass sich der rechtserhebliche Sachverhalt in Bezug auf 

die allgemeine Situation bei einer Rückkehr in den Sudan verändert hat. 

Der Sachverhalt erweist sich somit zum aktuellen Zeitpunkt als nicht hin-

länglich erstellt. Da in der Zwischenzeit das Behandlungsmoratorium auf-

gehoben wurde, ist die Sache zur Abklärung des Sachverhalts und neuem 

Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

5.  

Bei dieser Sachlage erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit den weite-

ren Vorbringen in der Beschwerdeschrift. 

6.  

Die Beschwerde ist somit gutzuheissen, soweit die Aufhebung der ange-

fochtenen Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

beantragt werden.  

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG).  

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Seite 10 

7.2 Obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Entschädigung für die 

ihnen erwachsenen notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Rechtsvertreterin hat keine Kostennote 

zu den Akten gereicht. Auf die Nachforderung einer solchen kann jedoch 

verzichtet werden, da sich im vorliegenden Verfahren der Aufwand zuver-

lässig abschätzen lässt (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Entschädigungspflichtig ist 

nur der notwendige Aufwand. Der Aufwand der Rechtsvertreterin betref-

fend die unaufgefordert eingereichten Eingaben vom 6. Dezember 2023, 

22. April 2024 und 4. November 2024 ist nicht zu entschädigen (Art. 8 

Abs. 2 VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfak-

toren (Art. 9–13 VGKE) ist dem Beschwerdeführer zulasten der Vorinstanz 

eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 690.– (inkl. Auslagen) auszu-

richten.  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und die Sache wird zur Ab-

klärung des Sachverhalts und neuem Entscheid an die Vorinstanz zurück-

gewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 690.– 

auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Irina Schulthess 

 

 

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