# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8834165-8b21-5600-8083-b53b128318ec
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 1994-11-08
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement 08.11.1994 JAAC 59.99
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_028_JAAC-59-99--_1994-11-08.pdf

## Full Text

JAAC 59.99

Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der
Rekurskommission EVD vom 8. November 1994
in Sachen Käsereigenossenschaft D. gegen
S., Milchverband Winterthur und Regionale

Rekurskommission Nr. 3; 94/8B-046

Adaptation des contingents; qualité pour recourir d’une société de
fromagerie.

1. Art. 48 let. b PA: droit de recours d’une organisation fondé sur la loi.

Une société de fromagerie n’est pas une organisation que le droit
fédéral autorise à recourir (consid. 2.1).

2. Art. 48 let. a PA: qualité pour agir d’une association lorsqu’elle
entend sauvegarder les intérêts de ses membres.

Une association n’a qualité pour recourir au nom de quelques-uns de
ses membres que si les intérêts invoqués sont communs à une partie
importante de ses membres (consid. 2.3).

3. Art. 48 let. a PA: qualité pour recourir d’un tiers intéressé.

- Jurisprudence relative à la qualité pour recourir d’un tiers intéressé
(consid. 2.4).

- Il ne ressort pas des dispositions de l’arrêté sur le statut du lait qu’un
tiers intéressé dispose d’un intérêt digne de protection à requérir une
plus grande quantité de lait (consid. 2.4.1).

- Un producteur de lait a un intérêt direct à une majoration de
contingent; en revanche, tel n’est pas le cas pour une société de
fromagerie qui exploite un centre collecteur. Les effets qu’exerce une
modification de contingent sur le centre collecteur, lequel achète du lait,
ne sont que de nature indirecte; cette question ne relève pas du domaine
du contingentement laitier, mais constitue plutôt un problème de centre
collecteur (consid. 2.4.2).

1

4. Art. 6 et 48 PA: motif formel.

La question de savoir si la participation de la recourante devant
l’instance de recours précédente est une condition à la qualité pour
recourir a été laissée ouverte (consid. 3).

Anpassung der Einzelkontingente; Beschwerdelegitimation einer
Käsereigenossenschaft.

1. Art. 48 Bst. b VwVG: gesetzliches Beschwerderecht einer
Organisation.

Eine Käsereigenossenschaft ist keine Organisation, die durch das
Bundesrecht zur Beschwerde ermächtigt wird (E. 2.1).

2. Art. 48 Bst. a VwVG: Legitimation einer Vereinigung zur
Interessenwahrung ihrer Mitglieder.

Eine Genossenschaft ist dann legitimiert, im Namen einzelner
Mitglieder Beschwerde zu führen, wenn die vertretenen Interessen einer
grossen Zahl der Mitglieder gemeinsam sind (E. 2.3).

3. Art. 48 Bst. a VwVG: Beschwerdelegitimation von Drittbetroffenen.

- Rechtsprechung zur Beschwerdelegitimation eines Drittbetroffenen
(E. 2.4).

- Aus den Bestimmungen des Milchbeschlusses lässt sich kein
schutzwürdiges Interesse an der Geltendmachung einer grösseren
Milchmenge herleiten (E. 2.4.1).

- An einer Erhöhung des Einzelkontingents unmittelbar interessiert ist
der Milchproduzent, nicht jedoch die Käsereigenossenschaft, die eine
Milchsammelstelle führt. Die Auswirkung der Kontingentsveränderung
auf die Milchabnehmerin ist lediglich mittelbarer Natur und
hängt nicht mit der Frage der Milchkontingentierung, sondern der
Sammelstelle zusammen (E. 2.4.2).

4. Art. 6 und 48 VwVG: formelle Beschwer.

Frage offen gelassen, ob die Teilnahme der Beschwerdeführerin am
vorinstanzlichen Verfahren Legitimationsvoraussetzung ist (E. 3).

Adeguamento dei contingenti; diritto di ricorrere di una cooperativa
casearia.

1. Art. 48 lett. b PA: diritto di ricorrere di un’organizzazione fondata
sulla legge.

Una cooperativa casearia non è un organismo cui la legislazione
federale riconosce il diritto di ricorrere (consid. 2.1).

2. Art. 48 lett. a PA: diritto di agire di un’associazione quando intende
salvaguardare gli interessi dei suoi membri.

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Un’associazione ha il diritto di ricorrere in nome di alcuni membri se
gli interessi invocati sono comuni a un gran numero dei suoi membri
(consid. 2.3).

3. Art. 48 lett. a PA: diritto di ricorrere di un terzo interessato.

- Giurisprudenza relativa al diritto di ricorrere di un terzo interessato
(consid. 2.4).

- Dalle disposizioni del decreto sullo statuto del latte non risulta che un
terzo interessato ha un interesse degno di protezione a chiedere una
maggiore quantità di latte (consid. 2.4.1).

- Un produttore di latte ha un interesse diretto ad un aumento del
contingente; per contro, ciò non è il caso per una cooperativa casearia
che gestisce un centro di raccolta del latte. Gli effetti che esercita una
modificazione del contingente sul centro di raccolta, che acquista latte,
non sono di natura indiretta; questa questione non rientra nel campo
del contingentamento lattiero, ma costituisce piuttosto un problema del
centro di raccolta (consid. 2.4.2).

4. Art. 6 e 48 PA: motivo formale.

La questione intesa a sapere se la partecipazione del ricorrente alla
procedura dell’istanza precedente costituisce una condizione posta al
diritto di ricorrere è stata lasciata aperta (consid. 3).

Aus dem Sachverhalt:

Mit Verfügung vom 17. September 1993 kürzte der Milchverband Winterthur
in Anwendung der 50%-Regel das Kontingent von S. per 1. Mai 1993 infolge
Abgabe landwirtschaftlicher Nutzfläche und übertrug die gekürzte Menge mit
Verfügungen gleichen Datums auf drei Landübernehmer.

Dagegen erhoben die drei Landübernehmer am 30. September 1993
Beschwerde bei der Regionalen Rekurskommission Nr. 3 und beantragten
die Übertragung von 100% des massgeblichen Hektarendurchschnittes. S.
erhob am 14. Oktober 1993 seinerseits Beschwerde und beantragte, dass
die Kontingentsabtretungen an die drei Landübernehmer rückgängig zu
machen seien. Die Rekurskommission Nr. 3 wies die Beschwerden der
Landübernehmer am 18. April 1994 ab und hiess die Beschwerde von S.
teilweise gut. Die Verfügungen des Milchverbandes vom 17. September
1993 wurden aufgehoben und die Kontingente von S. und von zwei
Landübernehmern neu festgelegt.

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Gegen diesen Entscheid gelangte die Käsereigenossenschaft D. am 16. Mai 1994
mit Verwaltungsbeschwerde an die Rekurskommission EVD. Sie beantragt die
Übertragung von 100% des massgeblichen Hektarendurchschnittes auf die zu
ihrem Einzugsgebiet gehörenden Landübernehmer.

Aus den Erwägungen:

1. (Zuständigkeit)

2. Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer durch die angefochtene
Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung
oder Änderung hat (Art. 48 Bst. a des Bundesgesetzes vom 20. Dezember
1968 über das Verwaltungsverfahren; Verwaltungsverfahrensgesetz [VwVG],
SR 172.021), sowie jede andere Person, Organisation oder Behörde, die
das Bundesrecht zur Beschwerde ermächtigt (Art. 48 Bst. b VwVG). Da die
Käsereigenossenschaft D. nicht Adressat der Verfügungen der Vorinstanzen ist
und sich auch nicht am Verfahren vor der Rekurskommission Nr. 3 beteiligte,
ist vorweg zu prüfen, ob sie eines der vorgenannten Kriterien zu erfüllen
vermag.

2.1. In keinem der folgenden Erlasse, die im vorliegenden Zusammenhang
in Betracht fallen, sind Genossenschaften, welche eine Milchsammelstelle
betreiben, ausdrücklich als beschwerdeberechtigte Organisationen genannt.

Die Festsetzung und Anpassung der einzelbetrieblichen Milchkontingente
richtet sich nach dem Milchwirtschaftsbeschluss 1988 vom 16. Dezember 1988
(Milchwirtschaftsbeschluss 1988 [MWB 1988], SR 916.350.1, AS 1992 332, 1993
877) und der Verordnung vom 26. April 1993 über die Milchkontingentierung
im Talgebiet und in der Bergzone I (Milchkontingentierung-Talverordnung
93 [MKTV 93], SR 916.350.101, AS 1994 2056). Weder in den
Rechtsschutzbestimmungen des Milchwirtschaftsbeschlusses 1988 (Art. 30 und
31) noch in der Milchkontingentierung-Talverordnung 93 (Art. 44) findet sich
ein entsprechender Hinweis. Einzig das Bundesamt für Landwirtschaft ist als
Behörde erwähnt, die gegen Entscheide der Milchverbände und der regionalen
Rekurskommissionen im Zusammenhang mit der Milchkontingentierung
Beschwerde führen kann (Art. 44 Abs. 3 MKTV 93).

Der Beschluss der Bundesversammlung vom 29. September 1953 über
Milch, Milchprodukte und Speisefette (Milchbeschluss [MB], SR 916.350,
AS 1994 1648) regelt die Milchlieferung an eine Milchsammelstelle und
die Abnahmepflicht der Milchsammelstellen und Milchkäufer. In den
entsprechenden Rechtsschutzbestimmungen (Art. 36 und 37 MB) ist keine
Organisation oder Behörde als beschwerdeberechtigt genannt.

Die Käsereigenossenschaft D. ist somit nicht als Organisation zu betrachten,
die durch das Bundesrecht zur Beschwerde ermächtigt ist (Art. 48 Bst. b
VwVG).

2.2. Eine allfällige Beschwerdelegitimation der Käsereigenossenschaft D.
müsste also daraus hergeleitet werden, dass sie durch die angefochtene
Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung
oder Änderung hat (Art. 48 Bst. a VwVG).

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Die Käsereigenossenschaft D. weist die Gesellschaftsform einer Genossenschaft
auf. Als Rechtsgebilde mit Rechtspersönlichkeit, nach aussen handelnd durch
ihre statutarischen Organe, ist sie partei- und beschwerdefähig. Sie kann
in einem Verwaltungsbeschwerdeverfahren auftreten, um ihre eigenen
Interessen zu vertreten (Ziff. 2.4) oder, unter bestimmten Umständen, auch zur
Wahrung der Interessen ihrer Mitglieder für sie Beschwerde führen (Ziff. 2.3).

2.3. Die Käsereigenossenschaft D. beantragt die Erhöhung der
Milchkontingente von dreien ihrer Mitglieder. Als Vereinigung, zu
denen unter anderem Genossenschaften und Vereine sowie Verbände
von Genossenschaften und Vereinen zählen, ist sie nach ständiger
bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 100 Ib 336 mit Hinweisen) unter
folgenden Voraussetzungen (BGE 113 Ib 365) legitimiert, zur Wahrung der
Interessen ihrer Mitglieder Beschwerde zu führen:

- es muss sich um Interessen handeln, die sie nach ihren Statuten zu wahren
hat;

- die Interessen müssen der Gesamtheit oder doch einer grossen Zahl ihrer
Mitglieder gemeinsam sein (BGE 114 Ia 456 E. 1 Bst. d, bb);

- jedes dieser Mitglieder müsste selber berechtigt sein, die Interessen geltend
zu machen.

Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein. Dabei genügt es nicht,
lediglich ein allgemeines Interesse geltend zu machen, das jedermann haben
kann. Erforderlich ist vielmehr:

- ein besonderes Interesse, das nur Einzelnen oder nur einem beschränkten
Personenkreis eigen ist (BGE 99 Ib 107); die Mitglieder der Vereinigung müssen
also mehr als irgend jemand oder die Allgemeinheit betroffen sein, damit die
Beschwerdelegitimation anerkannt werden kann; sowie

- ein schutzwürdiges Interesse, das sich unmittelbar aus einer nahen
Beziehung des Beschwerdeführers zum Gegenstand des Streites ergibt (BGE 97
I 593, 98 Ib 70 ff., 99 Ib 107, 206, 213, 111 Ib 63).

Im vorliegenden Fall ist fraglich, ob es zu den statutarischen Aufgaben der
Käsereigenossenschaft D. gehört, sich für möglichst grosse Milchkontingente
ihrer Mitglieder einzusetzen. Als Betreiberin einer Milchsammelstelle ist sie
in erster Linie verpflichtet, die Milch der Produzenten in ihrem Einzugsgebiet
entgegenzunehmen (Art. 5 Abs. 1 i.V.m. Art. 6 Abs. 1 MB). Die Frage kann
indessen offen bleiben, da sie im vorliegenden Fall nicht Interessen vertritt,
die einer grossen Zahl ihrer Mitglieder gemeinsam sind. Es geht lediglich um
das individuelle Milchkontingent von drei Genossenschaftsmitgliedern, die
mit ihren Anträgen im Zusammenhang mit einer Landübernahme vor der
Vorinstanz unterlegen sind, und in der Folge davon abgesehen haben, die
Streitsache an die Rekurskommission EVD weiterzuziehen.

Damit vermag die Käsereigenossenschaft D. nicht alle Voraussetzungen zu
erfüllen, welche für die Anerkennung der Beschwerdelegitimation einer
Vereinigung kumulativ gegeben sein müssen. Sie ist daher nicht berechtigt, für
ihre an der Beschwerdesache interessierten Mitglieder Beschwerde zu führen.

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_100_Ib_336&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_113_Ib_365&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_114_Ia_456&resolve=1

2.4. Somit bleibt noch zu prüfen, ob die Käsereigenossenschaft D. allenfalls
ein eigenes schutzwürdiges Interesse an der Änderung der angefochtenen
Verfügungen geltend zu machen vermag, um ihre Beschwerdelegitimation zu
begründen.

Das schutzwürdige Interesse kann rechtlicher oder tatsächlicher Natur
sein. Es muss somit nicht in einer Rechtsverletzung bestehen und mit
der als verletzt gerügten Norm korrespondieren; vielmehr genügt es,
wenn rein tatsächliche, praktische, wirtschaftliche, ideelle oder andere
Interessen der beschwerdeführenden Person beeinträchtigt werden (Kölz
Alfred / Häner Isabelle, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege
des Bundes, Zürich 1993, Rz. 235). Das schutzwürdige Interesse besteht
somit im praktischen Nutzen, den die Gutheissung der Begehren dem
Beschwerdeführer verschaffen würde, oder - anders ausgedrückt - im
Umstand, einen Nachteil wirtschaftlicher, ideeller, materieller oder
anderweitiger Natur zu vermeiden.

Zur Bejahung der Beschwerdelegitimation eines Drittbetroffenen ist überdies
eine besondere, beachtenswerte, nahe Beziehung zur Streitsache erforderlich
(115 Ib 389 mit Hinweisen, 114 V 96, 113 Ib 366). Beschwerdelegitimiert ist
nur, wer in einem materiellen Sinn beschwert ist (materielle Beschwer).
Ausgangspunkt zur Bestimmung der materiellen Beschwer bildet die
Beziehungsnähe zum Streitgegenstand (BGE 116 Ib 323 ff.). Damit diese
gegeben ist, muss das Interesse ein unmittelbares, eigenes und persönliches
sein. Die beschwerdeführende Person kann nicht lediglich Drittinteressen
wahrnehmen (Kölz/Häner, a. a. O., Rz. 235, 239).

Schliesslich bleibt noch zu beachten, dass ein Interesse im allgemeinen nur
schutzwürdig ist, wenn der Beschwerdeführer auch noch im Zeitpunkt des
Entscheides ein aktuelles, praktisches Interesse an der Aufhebung oder
Änderung der angefochtenen Verfügung hat (BGE 111 Ib 58).

Nach den vorstehenden Grundsätzen könnten also ausser den
Milchproduzenten auch andere in ihren Rechten und Pflichten berührte
Personen (Art. 6 VwVG) die Voraussetzungen erfüllen, um gegen einen
Entscheid betreffend Milchkontingentierung Beschwerde zu führen.

2.4.1. In der vorliegenden Streitsache vertritt die Käsereigenossenschaft
D. vordergründig zwar Drittinteressen, nämlich diejenigen der drei
Milchproduzenten; ihr Hauptziel ist jedoch eine grössere Milcheinlieferung
zu ihren Gunsten, also ein eigenes Interesse. Dieses besteht darin, von ihren
Genossenschaftsmitgliedern möglichst viel Milch abgeliefert zu bekommen. Es
ist daher offensichtlich, dass eine Kontingentserhöhung für einen Produzenten
in ihrem Einzugsgebiet auch in ihrem wirtschaftlichen Interesse liegt, soweit
nicht ein anderer Produzent eine entsprechende Einbusse erleidet.

Als Betreiberin einer Milchsammelstelle, das heisst eines Lokals zur
Ablieferung der Milch sowie einer Unternehmung, die Milch kauft und dann
verkauft oder verarbeitet (BGE 89 I 329), ist die Käsereigenossenschaft D.
verpflichtet, sämtliche in ihrem Einzugsgebiet produzierte Verkehrsmilch,
die den Qualitätsvorschriften entspricht, abzunehmen (Art. 6 Abs. 1 MB). Die
Milchproduzenten müssen ihrerseits die Milch, die sie in Verkehr bringen, der
angestammten Milchsammelstelle des Heimwesens abliefern (Art. 5 Abs. 1
MB). Daraus kann jedoch kein Recht der Milchsammelstelle auf Lieferung

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_116_Ib_323&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_111_Ib_58&resolve=1

einer bestimmten Milchmenge abgeleitet werden. Wenn sich die eingelieferte
Milchmenge infolge wirtschaftlicher Dispositionen der Produzenten verändert,
sei es, dass sie die Produktion erhöhen, drosseln oder einstellen, sei es, dass
sie Land an einen Produzenten abgeben, der an eine andere angestammte
Sammelstelle liefert, oder von einem solchen Produzenten Land übernehmen,
so hat die Milchsammelstelle dies hinzunehmen.

Auch aus dem Schreiben der früheren Abteilung für Landwirtschaft vom
18. August 1976, auf welches sich die Käsereigenossenschaft D. bezieht, ergibt
sich nichts Gegenteiliges. Darin wird lediglich ausgeführt, dass die auf dem
fraglichen Land produzierte Milch wieder an die Käsereigenossenschaft D.
abzuliefern sei, sobald es wieder als selbständiger Betrieb bewirtschaftet
werde. Es geht also um die Frage, an welche Sammelstelle die Milch
abzuliefern ist und nicht um die Milchmenge, die abzuliefern ist. Die
Milchmenge ergibt sich aus den Vorschriften über die Milchkontingentierung.
Danach bestimmt sich, in welchem Umfang bei einer Landabgabe
und -übernahme Milchkontingent beim Landabgeber verbleibt und weiterhin
in dessen angestammte Sammelstelle einzuliefern ist.

2.4.2. Die Käsereigenossenschaft D. vermag, wie vorstehend dargelegt, aus
den Bestimmungen des Milchbeschlusses kein schutzwürdiges Interesse
an der Geltendmachung einer grösseren Milchmenge herzuleiten. Die
angefochtenen Verfügungen greifen im vorliegenden Fall auch nicht direkt in
ihre rechtliche Stellung ein. Im Sinne einer Drittwirkung haben sie indessen
tatsächliche wirtschaftliche Auswirkungen in Form der Milchmenge, welche
sie erwarten darf. Es bleibt schlussendlich also noch zu prüfen, ob ihre
Beziehung zur Streitsache (die Veränderung des Milchkontingentes von
drei Genossenschaftsmitgliedern) als derart eng einzustufen ist, dass sie als
Drittbetroffene materiell beschwert erscheint.

Damit dies gegeben ist, muss das Interesse ein unmittelbares, eigenes und
persönliches sein.

Kern der Streitsache ist im vorliegenden Fall das Milchkontingent, also das
Recht des Produzenten, eine bestimmte Verkehrsmilchmenge ab einem Betrieb
im Laufe eines Milchjahres zum garantierten Preis abliefern zu können (Art. 2
MKTV 93).

An einer Kontingentserhöhung berechtigt und damit unmittelbar
interessiert ist der Milchproduzent. Eine Milchsammelstelle, wie vorliegend
die Käsereigenossenschaft D., kann weder rechtlich noch tatsächlich
daran interessiert sein, eine bestimmte Milchmenge ab einem Betrieb
zum garantierten Preis abliefern zu können und die Milchproduktion
entsprechend auszurichten. Jede durch eine Kontingentsveränderung
bedingte Änderung in der Milchproduktion wirkt sich zwar auch auf die
nachgelagerten Produktionsstufen aus, zunächst auf die Milchsammelstelle
als Milchabnehmerin und dann auf allfällige weitere Verwerter. Dies
ist jedoch nach bisheriger Praxis lediglich als mittelbare Auswirkung
einer Kontingentsveränderung zu betrachten. In dieser Weise ist im
vorliegenden Zusammenhang die Käsereigenossenschaft D. betroffen.
Dieser Sachverhalt bildet somit nicht eine Frage der Milchkontingentierung
(Art. 1 MKTV 93), sondern er hängt vielmehr mit dem Problemkomplex
Milchsammelstelle zusammen (Art. 5 MB). Für Entscheide in dieser Beziehung
ist der Zentralverband schweizerischer Milchproduzenten zuständig. Damit

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fehlt es der Käsereigenossenschaft D. aber am notwendigen unmittelbaren,
eigenen Interesse an einer Änderung des Entscheides der Rekurskommission
Nr. 3 vom 18. April 1994 über die Kontingentsveränderungen.

Dieses Ergebnis ist auch damit begründet, dass es nicht anginge,
einer Milchgenossenschaft über den Umweg der Anfechtung eines
Kontingentierungsentscheides zu einer höheren Milcheinlieferung zu
verhelfen, während ihr aus den Bestimmungen des Milchbeschlusses kein
Anspruch auf Geltendmachung einer grösseren Milchmenge zusteht.

Die Beschwerdeführerin war nicht imstande, ein eigenes, unmittelbares
Interesse an einer Erhöhung der Milchkontingente der drei Produzenten
darzulegen, so dass ihre Beschwerdelegitimation verneint werden muss und
nicht auf die Beschwerde eingetreten werden kann.

3. Umstritten ist schlussendlich noch, inwiefern die Teilnahme am
vorinstanzlichen Verfahren (formelle Beschwer) Legitimationsvoraussetzung
ist.

In einem neueren Entscheid führte das BGer aus, dass die formelle
Beschwer auf eidgenössischer Ebene keine Eintretensvoraussetzung
darstelle (BGE 110 Ib 110). Diese Meinung wird auch von einem Teil
der Lehre unterstützt: «Dieser Entscheid verdient Zustimmung, da
sich eine Teilnahmepflicht weder aus Art. 103 OG noch aus Art. 48 oder
Art. 6 VwVG ergibt. Wäre anders entschieden worden, so wäre mit
einem (vorläufigen) Verzicht auf Teilnahme am Verfahren zugleich die
Verwirkung des Rechtsschutzes verbunden gewesen. Voraussetzung dieser
Rechtsfolge wäre aber eine klare Äusserung des Gesetzgebers» (Kölz/Häner,
a. a. O., Rz. 236). Andere Autoren (wie auch das BGer vor dem erwähnten
Entscheid) sind anderer Ansicht und betrachten die formelle Beschwer als
unabdingbare Voraussetzung für die Beschwerdelegitimation. Beschwert
kann nur sein, wer sich am vorausgehenden vorinstanzlichen Verfahren
beteiligt hat. Der Rechtsschutzsuchende kann somit nicht zuwarten
und sich erst in das Rechtsmittelverfahren einschalten (Gygi Fritz, Die
Bundesverwaltungsrechtspflege, Bern 1983, S. 155, mit Hinweisen).

Da der Käsereigenossenschaft D. infolge des fehlenden schutzwürdigen
Interesses die Beschwerdelegitimation jedenfalls abgeht, kann offen bleiben,
ob ihr die Beschwerdelegitimation auch deshalb abzusprechen wäre, weil sie
am Verfahren vor der Vorinstanz nicht beteiligt war.

(Die Rekurskommission EVD tritt auf die Beschwerde nicht ein)

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_110_Ib_110&resolve=1

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 59.99 - Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 8.

November 1994 in Sachen Käsereigenossenschaft D. gegen S., Milchverband Winterthur

und Regionale Rekurskommission Nr. 3; 94/8B-046

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 1995
Année

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Band 59
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	Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 8. November 1994 in Sachen Käsereigenossenschaft D. gegen S., Milchverband Winterthur und Regionale Rekurskommission Nr. 3; 94/8B-046
	Aus dem Sachverhalt:
	Aus den Erwägungen: