# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b821f8ca-a461-5e1c-a2dc-187c329837cf
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-05-10
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 10.05.2022 CA.2020.14A
**Docket/Reference:** CA.2020.14A
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_CA-2020-14A_2022-05-10

## Full Text

Qualifizierte Geldwäscherei (Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 lit. b StGB) / Berufungen (je vollumfänglich) des Beschuldigten A. vom 19. Oktober 2020, des Beschuldigten Martynenko vom 20. Oktober 2020, der B. S.A. vom 24. Februar 2021 und der G. Ltd. vom 24. Februar 2021 sowie Anschlussberufung (teilweise) der BA vom 25. November 2020 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.77 vom 26. Juni 2020
Prozessuale Anträge des Berufungsführers / Anschlussberufungsgegners / Be...;;Qualifizierte Geldwäscherei (Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 lit. b StGB) / Berufungen (je vollumfänglich) des Beschuldigten A. vom 19. Oktober 2020, des Beschuldigten Martynenko vom 20. Oktober 2020, der B. S.A. vom 24. Februar 2021 und der G. Ltd. vom 24. Februar 2021 sowie Anschlussberufung (teilweise) der BA vom 25. November 2020 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.77 vom 26. Juni 2020
Prozessuale Anträge des Berufungsführers / Anschlussberufungsgegners / Be...;;Qualifizierte Geldwäscherei (Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 2 lit. b StGB) / Berufungen (je vollumfänglich) des Beschuldigten A. vom 19. Oktober 2020, des Beschuldigten Martynenko vom 20. Oktober 2020, der B. S.A. vom 24. Februar 2021 und der G. Ltd. vom 24. Februar 2021 sowie Anschlussberufung (teilweise) der BA vom 25. November 2020 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.77 vom 26. Juni 2020
Prozessuale Anträge des Berufungsführers / Anschlussberufungsgegners / Be...;;

Beschluss vom 10. Mai 2022 
Berufungskammer 

Besetzung  Richterinnen Andrea Blum, Vorsitzende 
Barbara Loppacher und Petra Venetz  
Gerichtsschreiber Franz Aschwanden  

Parteien  1.      A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwältin Ganden 
Tethong, 

Gesuchsteller (Berufungsführer /  
Anschlussberufungsgegner / Beschuldigter) 

 
2. MYKOLA MARTYNENKO, erbeten verteidigt durch 

Rechtsanwalt Reza Vafadar,  

Berufungsführer / Anschlussberufungsgegner /  
Beschuldigter 

  
3. B. S.A., vertreten durch Rechtsanwalt André Clerc, 

Berufungsführerin /  
Anschlussberufungsgegnerin / Drittbetroffene  

  
4. G. LTD.,  

  Berufungsführerin/  
Anschlussberufungsgegnerin / Drittbetroffene   

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: CA.2020.14 

- 2 - 

 
gegen 
 
Bundesanwaltschaft, vertreten durch Staatsanwalt 
des Bundes Urs Köhli,  

Gesuchsgegnerin (Berufungsgegnerin / Anschlussbe-
rufungsführerin / Anklagebehörde) 

   

Gegenstand 
 

Qualifizierte Geldwäscherei (Art. 305bis Ziffer 1 i.V.m. 
Ziffer 2 lit. b StGB) / Berufungen (je vollumfänglich) des 
Beschuldigten A. vom 19. Oktober 2020, des Beschul-
digten Martynenko vom 20. Oktober 2020, der B. S.A. 
vom 24. Februar 2021 und der G. Ltd. vom 24. Februar 
2021 sowie Anschlussberufung (teilweise) der BA vom 
25. November 2020 gegen das Urteil der Strafkammer 
des Bundesstrafgerichts SK.2019.77 vom 26. Juni 2020 
 
Prozessuale Anträge des Berufungsführers / Anschluss-
berufungsgegners / Beschuldigten A. betreffend nicht 
wirksame Verteidigung, Aufhebung des Urteils der Straf-
kammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.77 vom 26. 
Juni 2020 / Rückweisung an das erstinstanzliche Ge-
richt, sowie Verwertbarkeit / Wiederholung von Verfah-
renshandlungen 

  

- 3 - 

Sachverhalt / Prozessgeschichte 

A. Am 19. JuIi 2013 reichte die Bank C. bei der Meldestelle für Geldwäscherei 
(nachfolgend: MROS) eine Verdachtsmeldung i.S.v. Art. 9 Geldwäschereinge-
setz (GwG; SR 955.0) ein. Die Meldung betraf verschiedene Konten, unter ande-
rem ein Konto der panamaischen Gesellschaft B. S.A., bei der Bank C., dessen 
wirtschaftlich Berechtigter Mykola MARTYNENKO (nachfolgend auch: Beschul-
digter MARTYNENKO) und dessen Bevollmächtigter A. waren (BA pag. 05.101-
0009 ff.). MARTYNENKO war zu diesem Zeitpunkt Volksabgeordneter im nationa-
len Parlament der Ukraine. Am 24. Juli 2013 erstattete die MROS aufgrund der 
erwähnten Verdachtsmeldung der Bank C.vom 19. JuIi 2013 gestützt auf Art. 23 
Abs. 4 GwG eine Meldung an die Bundesanwaltschaft (nachfolgend: BA [BA pag. 
05.101-0001 ff.]). 

B.  

B.1 Am 15. August 2013 eröffnete die BA gegen den Beschuldigten MARTYNENKO 
eine Strafuntersuchung wegen Geldwäscherei und Bestechung fremder Amtsträ-
ger (BA pag. 01.000-0002). Es bestand der Verdacht, dass die Vermögenswerte 
der B. auf den Schweizer Bankkonten aus Bestechungsgeldern des tschechi-
schen Unternehmens D. für Auftragszuschläge zur Lieferung von Nuklearreakto-
ren und Bestandteilen für ukrainische Kernkraftwerke herrührten und die nach-
folgenden Transaktionen als Geldwäschereihandlungen zu qualifizieren seien 
(vgl. BA pag. 01.000-0001). 

B.2 Mit Eingaben vom 19. und 20. August 2013 teilte Rechtsanwalt Hans-Peter 
Schaad der BA mit, dass er die Interessen von verschiedenen Gesellschaften, 
u.a. der B. und der G. Ltd. vertrete, und reichte zwei entsprechende, auf Englisch 
formulierte Vollmachten vom 20. August 2013 ein. Diese waren unterzeichnet 
vom «Principal» A. bzw. vom «Principal» respektive «Beneficial Owner» MAR-
TYNENKO (vgl. BA pag. 16.100-0001 bis 0007). 

B.3 Mit Schreiben vom 23. August 2013 teilte RA Schaad der FINMA insbesondere 
mit, dass er die Interessen von verschiedenen Gesellschaften, u.a. der B. und 
der G., sowie jene des wirtschaftlich Berechtigten, des Beschuldigten MARTY-
NENKO, gegenüber der Bank C. sowie gegenüber der BA vertrete, und er auf 
die beiliegenden Vollmachten vom 20. August 2013 verweise (vgl. BA pag. 
16.100-0009 bis 0012). Auch aus den Schreiben der BA an RA Schaad und von 
RA Schaad an die BA, je vom 2. September 2013, geht hervor, dass RA Schaad 
(auch) die Interessen des Beschuldigten MARTYNENKO vertrat (vgl. BA pag. 
16.100-0016 bis 0022). 

- 4 - 

B.4 Mit Eingabe vom 25. März 2015 orientierte Rechtsanwalt Reza Vafadar die BA 
über die Mandatierung als Verteidiger des Beschuldigten MARTYNENKO und 
reichte eine entsprechende Vollmacht ein. Das Mandat von RA Schaad sei folg-
lich revoziert (vgl. BA pag. 16.100-0072 f.). In der Folge versuchte die BA zu 
klären, wer der Hauptvertreter des Beschuldigten MARTYNENKO sei (vgl. BA 
pag. 16.100-0081 ff.). Darauf bekräftige RA Vafadar erneut, dass das Mandat 
von RA Schaad als Verteidiger des Beschuldigten Martynenko revoziert sei (BA 
pag. 16.100-0085 ff.). 

C. Die BA führte umfangreiche Beweiserhebungen – zum Teil auf dem Rechtshilfe-
weg im Ausland – durch, u.a. Befragungen einer Vielzahl in die untersuchten 
Vorgänge involvierter Personen in der Schweiz, Tschechien und der Ukraine. Zu-
dem edierte sie Bankunterlagen sowie weitere Dokumente und führte Haus-
durchsuchungen in der Schweiz und rechtshilfeweise in Tschechien mit Sicher-
stellungen und Beschlagnahmungen durch. 

D. 

D.1 Im Rahmen der erwähnten Beweiserhebungen erfolgte am 13. November 2013 in 
der Schweiz ein Telefonat zwischen dem fallführenden Staatsanwalt des Bundes, 
Urs Köhli (nachfolgend: Staatsanwalt), und Rechtsanwalt Michael Mráz. Gemäss 
der entsprechenden Aktennotiz des Staatsanwalts vom 13. November 2013 wur-
de im Telefonat u.a. besprochen, dass die am 21. November 2013 als Zeugen ein-
zuvernehmenden Personen bzw. Mitarbeiter der Bank C. QQQQ., RRRR. und 
SSSS. gerne vom Rechtsanwalt der Bank C., Michael Mráz, an den Einvernah-
men begleitet sein möchten und vorliegend die Anwesenheit eines Rechtsbei-
stands genehmigt werde (vgl. BA pag. 12.102-0005). 

D.2 Am 21. November 2013 begleitete RA Mráz die Zeugin QQQQ., Assistentin des 
Desk Head bei der Bank C., als Rechtsbeistand zur staatsanwaltlichen Einver-
nahme. Die Zeugin machte im Rahmen dieser Einvernahme u.a. Aussagen be-
treffend A. (vgl. BA pag. 12.102-0006 ff., insbesondere 0009). 

D.3 Am 21. November 2013 fanden auch die Einvernahmen der Zeugen SSSS. 
(Head Group Compliance der Bank C.; BA pag. 12.101-0005 ff.), RRRR. (CEO der 
Bank C.; BA pag. 12.104-0006 ff.) sowie I. (Relationship Manager / Kundenberater 
der Bank C.; BA pag. 12.101-0005 ff.) statt, wobei die Zeugen je u.a. Aussagen 
betreffend A. machten. Bei den Einvernahmen dieser drei Zeugen war RA Mráz 
jeweils nicht anwesend. 

E. In der Ukraine wurde gegen den Beschuldigten MARTYNENKO, gegen A. sowie 
weitere involvierte Personen ebenfalls ermittelt und in der Folge am 21. Mai 2018 

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wegen ungetreuer Amtsführung in grossem Ausmass, begangen durch eine or-
ganisierte Gruppe, Anklage erhoben, welche gemäss Medienberichten im Sep-
tember 2019 an den High-Anti-Corruption Court in Kiew überwiesen wurde. In 
Tschechien wurde im Zusammenhang mit dem vorliegenden Sachverhaltskom-
plex gegen Mitarbeiter von D. wegen Veruntreuung sowie Hinterziehung von 
Steuern, Abgaben und weiteren obligatorischen Zahlungen ebenfalls eine Unter-
suchung eröffnet. 

F. In der Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten MARTYNENKO wegen des 
Verdachts der Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) und der Bestechung fremder 
Amtsträger (Art. 322septies StGB) wurde mit Ausdehnungsverfügung vom 29. Juni 
2018 die Strafverfolgung in persönlicher Hinsicht auf den Beschuldigten A., we-
gen des Verdachts der qualifizierten Geldwäscherei (Art. 305bis Ziffer 2 StGB), aus-
gedehnt (BA pag. 01.000-0003 f.). 

 In der Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten MARTYNENKO wegen Ver-
dachts der Geldwäscherei (Art. 305bis StGB) und der Bestechung fremder Amts-
träger (Art. 322septies StGB) sowie gegen den Beschuldigten A. wegen Verdachts 
der qualifizierten Geldwäscherei (Art. 305bis Ziffer 2 lit. b. StGB) wurde mit Aus-
dehnungsverfügung vom 29. Juni 2018 die Strafverfolgung betreffend den Be-
schuldigten MARTYNENKO auf Art. 305bis Ziffer 2 lit. b StGB (Verdacht der qua-
lifizierten Geldwäscherei) ausgedehnt (BA pag. 01.000-0005). 

G. In Vermittlung des Pikettdienstes des Bernischen Anwaltsverbandes wurde 
Rechtsanwalt Friedrich Affolter am 6. Dezember 2018 telefonisch als ordentlicher 
Pflichtverteidiger angefragt und mit Verfügung der BA vom 7. Dezember 2018 
zum amtlichen Verteidiger des Beschuldigten A. ernannt (BA pag. 16.300-0001 
ff.; CAR pag. 3.101.044). Am 12. Dezember 2018 wurde RA Affolter vollumfäng-
liche Akteneinsicht gewährt (BA pag. 16.300-0009 bis 0012). 

H.  

H.1 Mit Schreiben vom 7. Mai 2019 orientierte RA Mráz die BA über seine Mandatie-
rung als Verteidiger des Beschuldigten A. Der Beschuldigte A. habe das (amtli-
che) Mandatsverhältnis zu RA Affolter zufolge Vertrauensverlusts beendet (BA 
pag. 16.300-0103 bis 0105). 

H.2 Mit Verfügung der BA vom 13. Juni 2019 wurde die Einsetzung von RA Mráz als 
Wahlverteidiger des Beschuldigten A. genehmigt. Das Mandat des amtlichen Ver-
teidigers RA Affolter wurde jedoch aufrechterhalten (BA pag. 16.300-0118 ff.). 

- 6 - 

H.3 Der Beschuldigte A. (RA Mráz) beantragte mit Eingabe vom 24. Juni 2019 (BA 
16.300-0126 ff.) die Wiedererwägung der Verfügung der BA vom 13. Juni 2019 in 
dem Sinne, dass das amtliche Mandat von RA Affolter beendet werde. 

H.4 Die BA hielt mit Antwortschreiben vom 26. Juni 2019 u.a. fest, dass die StPO keine 
Wiedererwägung kenne, und teilte mit, dass am Entscheid, das amtliche Mandats-
verhältnis von RA Affolter aufrechtzuerhalten, vorerst festgehalten werde (BA 
pag. 16.300-0129 ff.). 

H.5 Mit Verfügung der BA vom 10. Dezember 2019 wurde die von RA Affolter ausgeübte 
amtliche Verteidigung widerrufen (Art. 134 Abs. 1 StPO; BA pag. 16-300.0151 f.). 

I. Mit Verfügung vom 10. Dezember 2019 stellte die BA das Strafverfahren gegen 
den Beschuldigten MARTYNENKO wegen Bestechung fremder Amtsträger 
(Art. 322septies StGB) in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit b StPO ein (BA pag. 
03.001-0001 ff.; TPF pag. 76.100.071 ff.). 

J. Am 19. Dezember 2019 erhob die BA bei der Strafkammer des Bundesstrafge-
richts (nachfolgend: Strafkammer) Anklage gegen die Beschuldigten MARTY-
NENKO und A. wegen qualifizierter Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziffer 1 
i.V.m. Ziffer 2 lit. b StGB (TPF pag. 76.100.001 ff.). Die Anklageschrift wurde der 
Strafkammer sowie den beiden Beschuldigten bzw. deren erbetenen Verteidigern 
zugestellt, nicht jedoch der B. und der G. respektive deren Rechtsvertreter RA 
Schaad (vgl. TPF pag. 76.100.070). 

K.  

K.1 Mit Eingabe vom 29. April 2020 beantragte der Beschuldigte MARTYNENKO (RA 
Vafadar), vom persönlichen Erscheinen an der für 2. Juni 2020 vorgesehenen 
Hauptverhandlung gemäss Art. 336 Abs. 3 StPO dispensiert zu werden, weil er 
(1.) im Januar 2020 wegen einer schweren Lungenentzündung behandelt wor-
den sei, welche ihn zu einer Covid-19-Risikoperson mache, sowie (2.) aufgrund 
der Covid-19-bedingten Reisebeschränkungen (TPF pag. 76.310.006 f.). 

K.2 Mit Eingabe vom 11. Mai 2020 beantragte der Beschuldigte A. (RA Mráz) eben-
falls, vom persönlichen Erscheinen an der Hauptverhandlung gemäss Art. 336 
Abs. 3 StPO dispensiert zu werden. Er begründete dies (1.) mit einer Krebsope-
ration seiner Frau vom Februar 2020, welche diese zu einer Covid-19-Risikoper-
son mache (eine allfällige Ansteckung A.’s während der Reise in die Schweiz 
wäre für seine Frau gefährlich). 2. würde die vom Beschuldigten MARTYNENKO 
in dessen Dispensationsgesuch erwähnten, Covid-19-bedingten Reisebeschrän-
kungen auch für A. gelten. 3. stütze sich die Position A.’s auf die vorliegenden 

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Untersuchungsakten, zu denen er nichts weiter beizutragen beabsichtige (TPF 
pag. 76.522.013 f.). 

K.3 Mit Verfügung vom 18. Mai 2020 hiess die Strafkammer die Anträge der beiden 
Beschuldigten auf Dispensation vom persönlichen Erscheinen an der Hauptver-
handlung gemäss Art. 336 Abs. 3 StPO gut (TPF pag. 76.310.008 f.). 

L.  

L.1 Die erstinstanzliche Hauptverhandlung SK.2019.77 fand am 2. Juni 2020 in An-
wesenheit der BA sowie der Verteidiger der beiden Beschuldigten (RA Vafadar 
und RA Mráz) vor dem Kollegialgericht der Strafkammer am Sitz des Gerichts 
statt (vgl. TPF pag. 76.720.001 ff.; CAR pag. 1.100.085 ff.). Die von ihrer Anwe-
senheitspflicht dispensierten beiden Beschuldigten blieben der Hauptverhand-
lung wie angekündigt fern (TPF pag. 76.720.002; CAR pag. 1.100.086). 

L.2 Das Urteil der Strafkammer SK.2019.77 vom 26. Juni 2020 wurde gleichentags 
mündlich eröffnet und begründet (TPF pag. 76.720.009 ff.; 76.930.001 ff.; CAR 
pag. 1.100.093 ff.). Anlässlich der Hauptverhandlung meldeten die Verteidiger 
der beiden Beschuldigten nach der Verlesung des Urteils im Namen ihrer Man-
danten mündlich Berufung an (Art. 399 Abs. 1 StPO) (TPF pag. 76.720.012). Das 
Urteilsdispositiv wurde der B. und der G. respektive deren Rechtsvertreter RA 
Schaad nicht eröffnet oder zugestellt (vgl. TPF pag. 76.720.009; 76.930.001 ff.). 

L.3 Mit Eingabe vom 23. Juli 2020 (TPF 76.522.017 ff.) stellte der Beschuldigte A. 
ein Ausstandsgesuch gegen sämtliche Mitglieder des Spruchkörpers im Verfah-
ren SK.2019.77, einschliesslich der Gerichtsschreiberin. Begründet wurde dies 
mit einem angeblichen konspirativen Austausch des Bundesstrafgerichts mit der 
schweizerischen Botschaft in Kiew. Entsprechende Ausführungen hatte bereits 
der Beschuldigte MARTYNENKO in einer vorangehenden Eingabe vom 21. Juli 
2020 gemacht (TPF pag. 76.521.261 ff.), auf welche auch der Beschuldigte A. 
verwies. 

L.4 Die Verfahrensleitung der Strafkammer im Verfahren SK.2019.77 nahm mit Schrei-
ben vom 27. Juli 2020 zum Ausstandsgesuch des Beschuldigten A. vom 23. Juli 
2020 bzw. zur Eingabe des Beschuldigten MARTYNENKO vom 21. Juli 2020 wie 
folgt Stellung: Das im Schreiben vom 21. JuIi 2020 erwähnte Schreiben vom 29. 
Juni 2020 sei bedauerlicherweise nie beim Gericht eingegangen. Weder die Ver-
fahrensleitung, der Spruchkörper, einzelne Mitglieder des Spruchkörpers noch 
das Sekretariat hätten im Verfahren SK.2019.77 eine formelle oder informelle 
Anfrage an die Schweizer Botschaft in Kiew gerichtet. Auch habe kein Mitglied 
(einschliesslich der Gerichtsschreiberin) Kenntnis von einer solchen Anfrage bei 
der schweizerischen Botschaft in Kiew (vgl. TPF pag. 76.400.026). 

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L.5 Mit Eingabe vom 1. August 2020 zog der Beschuldigte A. das Ausstandsgesuch 
vom 23. Juli 2020 zurück. Lediglich aus anwaltlicher Vorsicht werde eine Wieder-
einbringung des Ausstandsgesuchs für den FalI vorbehalten, dass neue Ele-
mente auftauchen solIten, die nahelegen würden, dass die Stellungnahme vom 
27. Juli 2020 nicht den Tatsachen entspreche (vgl. TPF pag. 76.522.020 ff.). 

L.6 Das begründete Urteil der Strafkammer SK.2019.77 vom 26. Juni 2020 (CAR 
pag. 1.100.005 ff.) wurde am 28. September 2020 an die BA, die Verteidiger der 
beiden Beschuldigten sowie auszugsweise an RA Affolter, den vormaligen amtli-
chen Verteidiger des Beschuldigten A., versandt (vgl. CAR pag. 1.100.109, 195 ff.). 

M. Mit Eingabe vom 19. Oktober 2020 erklärte der Beschuldigte A. (CAR pag. 
1.100.113 ff.) und mit Eingabe vom 20. Oktober 2020 der Beschuldigte MARTY-
NENKO je vollumfängliche Berufung (CAR pag. 1.100.323 ff.). Die BA erklärte 
mit Eingabe vom 25. November 2020 teilweise Anschlussberufung (CAR pag. 
2.100.003 ff.). 

N.  

N.1 RA Schaad bestätigte am 25. Januar 2021 gegenüber dem Berufungsgericht die 
nach wie vor bestehende Mandatierung als Rechtsvertreter von B. und G. Mit 
prozessleitender Verfügung der Vorsitzenden vom 3. Februar 2021 wurden B. 
und G. im laufenden Berufungsverfahren CA.2020.14 als durch Verfahrenshand-
lungen beschwerte Dritte (Art. 105 Abs. 1 lit. f StPO) anerkannt und ins Verfahren 
reintegriert. Ihnen wurden nach Art. 105 Abs. 2 StPO je die zur Wahrung ihrer 
Interessen erforderlichen Parteirechte zuerkannt, soweit durch das vorinstanzli-
che Urteil SK.2019.77 vom 26. Juni 2020 (Dispositivziffern III. 1. - 4.) beschwert. 
B. und G. wurde Frist zur Erklärung der Berufung und zur Stellungnahme zu den 
Berufungen / Anschlussberufung der übrigen Verfahrensbeteiligten eingeräumt 
(CAR pag. 10.101.001 ff.). 

N.2 B. und G. beantragten mit Berufungserklärung vom 24. Februar 2021 die Aufhe-
bung des vorinstanzlichen Urteils SK.2019.77 sowie die Rückweisung an die Vor-
instanz zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung unter Wahrung des 
rechtlichen Gehörs, bzw. eventualiter die Aufhebung von Rechtsspruch Ziffer III. 
der vorinstanzlichen Urteils SK.2019.77 im Sinne einer Freigabe der beschlag-
nahmten Vermögenswerte der B. und G.; unter Kosten- und Entschädigungsfol-
gen zu Lasten der Staatskasse (CAR pag. 1.100.336 ff.). 

N.3 Am 8. März 2021 erhoben B. und G. beim Bundesgericht Beschwerde gegen die 
prozessleitende Verfügung vom 3. Februar 2021, wobei die Aufhebung von 
Rechtsspruch Ziffer III. des vorinstanzlichen Urteils SK.2019.77 sowie die Anwei-
sung an die Berufungskammer zur Aufhebung desselben und Rückweisung der 

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Sache an die Strafkammer beantragt wurde. Dies zwecks Durchführung einer 
neuen Hauptverhandlung in Anwesenheit von B. / G., inkl. Gewährung einer 30-
tägigen Frist zum Stellen von Beweisanträgen; unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen (inkl. MWSt) zu Lasten der Beschwerdegegnerin (CAR pag. 
10.201.003 ff.). 

N.4 Mit Beschluss der Berufungskammer vom 25. März 2021 wurde das Berufungs-
verfahren CA.2020.14 bis zum Abschluss des bundesgerichtlichen Beschwerde-
verfahrens 1B_120/2021 sistiert (CAR pag. 10.301.001 ff.), unter Freigabe der 
Terminreservationen für die in der Woche des 12. Juli 2021 geplante Berufungs-
verhandlung (CAR. pag. 6.100.001). 

N.5 Das Bundesgericht trat mit Urteil 1B_120/2021 vom 12. August 2021 auf die Be-
schwerde der B. / G. gegen die Verfügung der Vorsitzenden der Berufungskam-
mer vom 3. Februar 2021 nicht ein (CAR pag. 10.201.025 ff.). Die Sistierung des 
Berufungsverfahrens CA.2020.14 wurde daraufhin aufgehoben und das Beru-
fungsverfahren weitergeführt (CAR pag. 10.301.014 f.). 

O.  

O.1 Mit E-Mail vom 20. September 2021 wurden die Verfahrensbeteiligten bzw. deren 
Rechtsvertreter gebeten, im Hinblick auf die Ansetzung der Berufungsverhand-
lung CA.2020.14 in einer Doodle-Umfrage bis 24. September 2021 (14:00 Uhr) 
ihre zeitlichen Verfügbarkeiten an den vorgeschlagenen Verhandlungsterminen 
anzugeben (CAR pag. 6.100.002). 

O.2 RA Vafadar bat mit Schreiben / Fax vom 20. September 2021 u.a. um eine Frist-
erstreckung bis 4. Oktober 2021 für die Angabe der zeitlichen Verfügbarkeiten 
(CAR pag. 6.100.009 f.). 

O.3 Mit Antwort vom 20. September 2021 machte RA Mráz geltend, der 24. Septem-
ber 2021 sei etwas knapp für eine Rücksprache mit der Klientschaft, und bat um 
eine Fristersteckung bis 30. September 2021 (CAR pag. 6.100.004). Die Vorsit-
zende machte RA Mráz mit E-Mail vom 20. September 2021 darauf aufmerksam, 
dass bei der Terminplanung insbesondere auf die Rechtsvertreter Rücksicht ge-
nommen werde. Die Parteien hätten sich in der Regel (ausser bei Auslandaufent-
halten oder dergleichen) entsprechend einzurichten. Da die Gerichtssäle sehr gut 
ausgebucht seien und man die reservierten Termine sehr bald wieder freigeben 
sollte, sei man ihm für eine möglichst baldige Rückmeldung dankbar (CAR pag. 
6.100.006). RA Mráz teilt mit Antwort vom 21. September 2021 insbesondere mit, 
er könne bis «allerspätestens 30. September» 2021 die gewünschte Information 
im Doodle eintragen (CAR pag. 6.100.010). 

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P. RA Mráz teilte per E-Mail vom 30. September 2021 mit, dass er den Beschuldig-
ten A. nicht mehr vertrete (CAR pag. 3.103.001). Mit Eingabe vom 30. September 
2021 orientierte Rechtsanwältin Ganden Tethong das Gericht über ihre Manda-
tierung als Verteidigerin des Beschuldigten A. (CAR pag. 3.103.002 f.). 

Q. Per E-Mails vom 4. / 5. Oktober 2021 bzw. Schreiben vom 9. Oktober 2021 teilte 
RA Schaad mit, dass er die B. und G. nicht mehr vertrete (CAR pag. 3.104.017 
f.). Mit Mail-Eingabe vom 14. Oktober 2021 orientierte Rechtsanwalt André Clerc 
das Gericht über seine Mandatierung als Rechtsvertreter der B. (CAR pag. 
3.104.021 f.). 

R. Mit E-Mail vom 10. Dezember 2021 wurden die Verfahrensbeteiligten bzw. deren 
Rechtsvertreter wiederum gebeten, im Hinblick auf die Ansetzung der Berufungs-
verhandlung CA.2020.14 in einer Doodle-Umfrage bis 17. Dezember 2021 (14:00 
Uhr) ihre zeitlichen Verfügbarkeiten an den vorgeschlagenen Verhandlungster-
minen anzugeben (CAR pag. 6.100.016). Mit E-Mail vom 10. Januar 2022 wurde 
festgehalten, dass in der durchgeführten Doodle-Umfrage keine gemeinsamen 
verfügbaren Daten für die Berufungsverhandlung gefunden werden konnten. Die 
Verfahrensbeteiligten wurden deshalb erneut ersucht, im Hinblick auf die Anset-
zung der Berufungsverhandlung bis 17. Januar 2022 ihre Verfügbarkeiten anzu-
geben (CAR pag. 6.100.022). Per E-Mail vom 26. Januar 2022 (10:59 Uhr) wurde 
den Verfahrensbeteiligten bestätigt, dass die vorgesehenen Daten für die Beru-
fungsverhandlung im Verfahren CA.2020.14 der 6. und 7. Juli 2022 sind (CAR 
pag. 6.100.023). 

S. Mit Verfügung vom 24. Januar 2022 wurden u.a. verschiedene Beweisanträge 
und ein Verfahrensantrag der Verfahrensbeteiligten abgewiesen sowie ein Be-
weisantrag der BA («Es sei mittels Amtshilfeersuchens an das Bezirksgericht Zürich 
das erstinstanzliche Urteil in Sachen TTTT. wegen Bestechung etc. [Verfahrens-Nr. des 
Vorverfahrens: A-10/2016/10042082] einzuholen und als Beweismittel zu den Akten des 
Berufungsverfahrens CA.2020.14 zu nehmen») gutgeheissen. Zudem wurde festge-
stellt, dass der Beschuldigte MARTYNENKO innert Frist für die G. weder eine 
Rechtsvertretung noch eine postalische Zustelladresse in der Schweiz bezeich-
net hatte, weshalb androhungsgemäss vom Verzicht der G. auf die Ausübung 
ihrer Teilnahmerechte im Berufungsverfahren ausgegangen werde (vgl. CAR 
pag. 6.200.011 ff.). 

T.  

T.1 Der Beschuldigte A. (RAin Tethong) stellte mit Eingabe vom 26. Januar 2022 (CAR 
pag. 3.103.008 ff.) folgende Anträge: 

- 11 - 

1. Es sei festzustellen, dass der Berufungskläger/Beschuldigte durch Rechtsanwalt 
Michael Mráz nicht wirksam verteidigt war. 

2. Es sei das erstinstanzliche Urteil wegen wesentlicher Mängel im Sinne von Art. 409 
StPO aufzuheben und die Sache vor Ansetzung der mündlichen Berufungsverhand-
lung zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen 
Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurückzuweisen. 

3. Es sei festzustellen, dass diejenigen Verfahrenshandlungen, welche während der nicht 
ausreichenden Verteidigung stattgefunden haben, nicht verwertet werden dürfen. 

4. Es sei die Vorinstanz anzuweisen, diejenigen Verfahrenshandlungen zu wiederholen 
bzw. wiederholen zu lassen, an denen Rechtsanwalt Michael Mráz als Verteidiger des 

 Berufungsklägers/Beschuldigten beteiligt war. 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Bundes. 

 Neben der Begründung der Anträge (CAR pag. 3.103.009 - 021) enthielt die Ein-
gabe als Beilage ein 17-seitiges privates Rechtsgutachten von Prof. Dr. AAAAA. 
zur Thematik (CAR pag. 3.103.022 - 038). 

T.2  Mit Schreiben vom 27. Januar 2022 erhielten die übrigen Verfahrensbeteiligten, 
die Vorinstanz sowie RA Mráz (vormaliger erbetener Verteidiger des Beschuldig-
ten A.) mit Frist bis 18. Februar 2022 Gelegenheit zur Stellungnahme zur Eingabe 
bzw. den Anträgen des Beschuldigten A. vom 26. Januar 2022 (CAR pag. 
3.200.003 f.). 

T.3 In der Folge gingen entsprechende Stellungnahmen der Vorinstanz (9. Februar 
2022; CAR pag. 4.101.001 ff.), der BA (15. Februar 2022; CAR pag. 3.101.022 ff.), 
des Beschuldigten MARTYNENKO (17. Februar 2022; CAR pag. 3.102.016 f.) 
und der B. (18. Februar 2022; CAR pag. 3.104.030 f.) ein. RA Mráz verzichtete mit 
Eingabe vom 18. Februar 2022 unter Verweis auf seine berufs- und auftrags-
rechtlichen Pflichten auf eine Stellungnahme (CAR pag. 3.103.039). 

T.4 Diese Eingaben bzw. Stellungnahmen wurden mit Schreiben vom 21. Februar 
2022 an die Verfahrensbeteiligten, die Vorinstanz sowie RA Mráz weitergeleitet, 
wobei mit Frist bis 4. März 2022 erneut Gelegenheit zur Stellungnahme einge-
räumt wurde (zweiter Schriftenwechsel; CAR pag. 3.200.005 f.). 

T.5 Die BA nahm mit Eingabe vom 2. März 2022 erneut Stellung (CAR pag. 
3.101.032 ff.). Die Vorinstanz sowie RA Mráz reichten innert Frist keine erneuten 
Stellungnahmen ein. 

- 12 - 

 Nach erfolgten (teilweisen / wiederholten) Fristerstreckungen gingen zudem er-
neute Stellungnahmen der B. (21. März 2022; CAR pag. 3.104.036 ff.), des Be-
schuldigten MARTYNENKO (1. April 2022; CAR pag. 3.102.025 ff.) und des Be-
schuldigten A. (6. April 2022; CAR pag. 3.103.056 ff.) ein. 

T.6  Die erwähnte Eingabe des Beschuldigten MARTYNENKO vom 1. April 2022 wurde 
mit Schreiben vom 5. April 2022 an die BA weitergeleitet, mit der Aufforderung, zu 
dessen Ausführungen unter Ziffer 2 «Concernant la détermination du MPC du 15 
février 2022» (Thema der Umstände bezüglich der Einsetzung des amtlichen Ver-
teidigers RA Affolter, insbesondere im ersten Abschnitt auf S. 3) bis 8. April 2022 
Stellung zu nehmen (CAR pag. 3.101.041 f.). 

T.7 Mit demselben Schreiben vom 5. April 2022 wurde RA Vafadar als Verteidiger 
des Beschuldigten MARTYNENKO aufgrund seiner in französischer Sprache 
verfassten Eingaben erneut daran erinnert, dass die Verfahrenssprache Deutsch 
sei bzw. dass Eingaben entsprechend in deutscher Sprache zu erfolgen hätten 
(Art. 67 StPO und Art. 3 Abs. 3 StBOG). RA Vafadar erhielt Frist bis 13. April 
2022 zur Nachreichung einer Übersetzung der beiden in französischer Sprache 
verfassten Stellungnahmen des Beschuldigten MARTYNENKO vom 17. Februar 
und 1. April 2022, ansonsten diese aus dem Recht gewiesen würden (CAR pag. 
3.101.041 f.). 

T.8 Die BA nahm mit Eingabe vom 7. April 2022 zur Eingabe des Beschuldigten 
MARTYNENKO vom 1. April 2022 Stellung (CAR pag. 3.101.043 f.). 

T.9 Der Beschuldigte MARTYNENKO (RA Vafadar) übermittelte dem Gericht mit Ein-
gabe vom 12. April 2022 die Übersetzungen seiner beiden Stellungnahmen vom 
17. Februar und 1. April 2022 (CAR pag. 3.102.035 ff.). 

U. Mit Schreiben vom 22. April 2022 (vorab eingereicht per E-Mail) wurde das Be-
zirksgericht Zürich um Zustellung des von ihm gefällten Urteils gegen den PoIi-
zeibeamten TTTT. ersucht, welches Vorwürfe gegen diesen (u.a. wegen Verlet-
zung des Amtsgeheimnisses) im Zusammenhang mit dem vorliegenden Strafver-
fahren gegen den Beschuldigten MARTYNENKO betreffe (CAR pag. 
4.1032.001). Das Bezirksgericht Zürich übermittelte dem Gericht am 22. April 
2022 (sowie vorab per E-Mail) eine Kopie des genannten, in Rechtskraft erwach-
senen Urteils DG200009-L / U vom 2. Dezember 2020 inkl. der entsprechenden 
Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 23. Januar 2020 
(CAR pag. 4.102.003 ff.). Kopien des Urteils (inkl. Anklageschrift) wurden am 25. 
April 2022 an die Verfahrensbeteiligten weitergeleitet (CAR pag. 3.00.005). 

 Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten, der Vorinstanz und von RA Mráz 
wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

- 13 - 

Die Berufungskammer erwägt: 

I. Rechtliches 

1.  

1.1 Aus Art. 29 Abs. 3 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie Art. 6 Ziffer 3 Iit. c EMRK ergibt 
sich der grundrechtliche Anspruch der amtlich verteidigten beschuldigten Person 
im Strafprozess auf sachkundige, engagierte und effektive Wahrnehmung ihrer 
Parteiinteressen (BGE 138 IV 161 E. 2.4).  

1.2 In Art. 132 StPO sind die verschiedenen Konstellationen der amtlichen Verteidi-
gung geregelt (vgl. RUCKSTUHL, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 132 StPO 
N. 1 ff.; HAEFELIN, Die amtliche Verteidigung im schweizerischen Strafprozess, 
Dissertation Zürich / St. Gallen 2010). 

2.  

2.1 Die Verteidigung ist in den Schranken von Gesetz und Standesregeln allein den 
Interessen der beschuldigten Person verpflichtet (Art. 128 StPO). Für Anwältin-
nen und Anwälte gelten folgende Berufsregeln: a. Sie üben ihren Beruf sorgfältig 
und gewissenhaft aus. b. Sie üben ihren Beruf unabhängig, in eigenem Namen 
und auf eigene Verantwortung aus. c. Sie meiden jeden Konflikt zwischen den 
Interessen ihrer Klientschaft und den Personen, mit denen sie geschäftlich oder 
privat in Beziehung stehen (Auszug aus Art. 12 lit. c des Bundesgesetzes über 
die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte [Anwaltsgesetz; BGFA; SR. 
935.61]). Der Rechtsbeistand kann in den Schranken von Gesetz und Standes-
regeln im gleichen Verfahren die Interessen mehrerer Verfahrensbeteiligter wah-
ren (Art. 127 Abs. 3 StPO). 

2.2 Bei der Anwendung des Verbots der Doppelvertretung muss sein Schutzzweck 
die Richtung weisen: Es geht um die Gefahr, dass eine Partei später das Gefühl 
hat, ihre Interessen seien ungenügend vertreten worden. Der Zweck des Verbots 
besteht also im Schutz des Vertrauensverhältnisses zwischen Anwalt und Klient 
(FELLMANN, Anwaltsrecht, 2. Aufl. 2017, S. 171 Rz. 391). Das Verbot der Mehr-
fachvertretung giIt unabhängig davon, ob die Mandanten mit der Mehrfachvertre-
tung einverstanden sind oder nicht (statt vieler: Urteil des BGer 1B_120/2018 
vom 29. Mai 2018 E. 5.3), und unabhängig davon, ob die Mandate zeitgleich 
(sog. Doppelmandat) oder aber zeitlich versetzt (sog. Parteiwechsel) wahrgenom-
men werden (BGE 145 IV 218 E. 2.1; RUCKSTUHL, a.a.O., Art. 127 StPO N. 9). 

2.3 Eine Interessenkollision liegt nicht bereits dann vor, wenn das Auftreten eines 
solchen abstrakt bzw. theoretisch möglich ist (vgl. BGE 135 II 145 E. 9.1; Urteil 

- 14 - 

des BGer 1B_20/2017 vom 23. Februar 2017 E. 3.1) – dies ist nie auszuschlies-
sen und würde damit konsequenterweise zu einem strikten Verbot der Mehrfach-
vertretung führen (FELLMANN, Kommentar zum Anwaltsgesetz, 2. AufI. 2011, 
Art. 12 N. 84b). Es ist vielmehr erforderlich, dass im jeweiligen Einzelfall konkrete 
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Klienten verschiedene, miteinander un-
vereinbare Interessen haben (BGE 135 II 145 E. 9.1; BGE 145 IV 218 E. 2.1; 
FELLMANN, Anwaltsrecht, 2. Aufl. 2017, S. 151 ff. Rz. 348 und 354). Nicht erfor-
derlich ist, dass sich das Risiko realisiert, d.h. der Anwalt die Interessen eines der 
von ihm vertretenen Klienten missachtet und damit ihm gegenüber seine Treue-
pflicht verletzt hat (Urteil des BGer 1B_59/2018 vom 31. Mai 2018 E. 2.4). 

2.4 Als grundsätzlich unproblematisch wird die gleichzeitige oder auch zeitlich ver-
setzt erfolgende Vertretung mehrerer Privatkläger eingestuft (HARARI, Commen-
taire romand CPP, 2. AufI. 2019, Art. 127 StPO N. 41; RUCKSTUHL, a.a.O., 
Art. 127 StPO N. 14). Hingegen besteht gemäss Praxis des Bundesgerichts bei 
Mehrfach-Verteidigungsmandaten desselben Rechtsvertreters für verschiedene 
Mitangeschuldigte grundsätzlich ein Interessenkonflikt, der einen Verfahrensaus-
schluss eines erbetenen privaten Verteidigers (gestützt auf das Anwaltsberufs- 
und Strafprozessrecht) rechtfertigen kann. Von Ausnahmefällen abgesehen, dür-
fen Anwältinnen und Anwälte keine Mehrfachverteidigungen von Mitangeschul-
digten ausüben. Dies selbst dann nicht, wenn die Mandanten der Doppelvertre-
tung zustimmen, oder wenn der Verteidiger beabsichtigt, für beide Angeschuldig-
ten auf Freispruch zu plädieren. Bei seinem Entscheid über die Nichtzulassung 
bzw. Abberufung von Anwälten hat der verfahrensleitende Strafrichter entspre-
chenden Interessenkonflikten vorausschauend Rechnung zu tragen. In diesem 
Zusammenhang können sich sowohl Eingriffe in das Recht des Angeschuldigten 
auf freie Verteidigerwahl (Art. 6 Ziffer 3 lit. c EMRK) als zulässig erweisen, als 
auch Beschränkungen der Berufsfreiheit betroffener Anwälte (vgl. Urteil des 
BGer 1B_7/2009 vom 16. März 2009 E. 5.5 mit Hinweisen; FELLMANN, Anwalts-
recht, S. 177 f. Rz. 407). Wenig bis gar nicht thematisiert werden Fälle, in denen 
ein Rechtsanwalt zunächst einen Verfahrensbeteiligten vertritt, der kein (Mit-)Be-
schuldigter ist, und er danach den Beschuldigten vertritt. 

3. Weist das erstinstanzliche Verfahren wesentliche Mängel auf, die im Berufungs-
verfahren nicht geheilt werden können, so hebt das Berufungsgericht das ange-
fochtene Urteil auf und weist die Sache zur Durchführung einer neuen Hauptver-
handlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurück 
(Art. 409 Abs. 1 StPO). Das Berufungsgericht bestimmt, welche Verfahrenshand-
lungen zu wiederholen oder nachzuholen sind (Art. 409 Abs. 2 StPO). 

 Nur wesentliche Mängel des erstinstanzlichen Verfahrens, durch die in schwer-
wiegender Weise in die Rechte der beschuldigten Person oder anderer Parteien 

- 15 - 

eingegriffen wird und die im Berufungsverfahren ohne den Verlust einer Instanz 
nicht mehr behoben werden können, rechtfertigen eine Rückweisung (vgl. EUG-
STER, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 409 StPO N. 1 ff. mit Hinweisen). 

4.  

4.1 Die Würde des Menschen ist zu achten und zu schützen (Art. 7 BV). Art. 3 StPO 
(Achtung der Menschenwürde und Fairnessgebot) statuiert spezifisch, dass die 
Strafbehörden in allen Verfahrensstadien die Würde der vom Verfahren betroffe-
nen Menschen achten (Abs. 1). Gemäss Abs. 2 beachten sie namentlich: a. den 
Grundsatz von Treu und Glauben; b. das Verbot des Rechtsmissbrauchs; c. das 
Gebot, alle Verfahrensbeteiligten gleich und gerecht zu behandeln und ihnen 
rechtliches Gehör zu gewähren; d. das Verbot, bei der Beweiserhebung Metho-
den anzuwenden, welche die Menschenwürde verletzen.  

4.2 Aus dem Recht auf ein faires Verfahren ergibt sich u.a. auch eine Fürsorgepflicht, 
welche die Strafbehörden verpflichtet, den amtlichen Verteidiger zu ersetzen oder 
bei privater Verteidigung einzuschreiten, wenn die Verteidigung offenkundig un-
genügend ist (THOMMEN, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 3 StPO N. 100). 

4.3 Die ständige Rechtsprechung und herrschende Lehre sehen im Rechtsmiss-
brauchsverbot einen Rechtsgrundsatz von universaler Bedeutung, der insbeson-
dere auch alle privaten Verfahrensbeteiligten binde. Rechtsmissbrauch wird 
hauptsächlich bejaht, wenn ein Rechtsinstitut zweckwidrig verwendet wird (soge-
nannter Institutsmissbrauch; THOMMEN, a.a.O., Art. 3 StPO N. 78 ff.). 

5. Staatliche Organe und Private handeln nach Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV; 
Urteil des BGer 1B_321/2013 vom 30. Oktober 2013 E. 2.1; BGE 121 I 181 E. 2.a; 
vgl. auch Art. 2 Abs. 1 ZGB). Dem Grundsatz von Treu und Glauben – ein allge-
meiner Rechtsgrundsatz – kommt aufgrund von Art. 5 Abs. 3 BV Verfassungs-
rang zu. Er gilt ganz allgemein im Rechtsverkehr, sodass er sich sowohl an staat-
liche Behörden als auch an Private richtet und ihm somit umfassende Geltung 
zukommt. Nach Ansicht des Bundesgerichts ist auch das Verbot des Rechtsmiss-
brauchs Bestandteil des Grundsatzes von Treu und Glauben (EPINEY, Basler 
Kommentar, 2015, Art. 3 BV N. 72 ff.; Urteil des BGer 110 Ib 332 E. 3; BGE 134 I 
65 E. 5). Der offenbare Missbrauch eines Rechtes findet keinen Rechtsschutz 
(Art. 2 Abs. 2 ZGB). 

II. Materielle Erwägungen 

1. Antrag Ziffer 1 des Beschuldigten A. vom 26. Januar 2022 («Es sei festzustel-
len, dass der Berufungskläger/Beschuldigte durch Rechtsanwalt Michael Mráz nicht wirk-
sam verteidigt war.») 

- 16 - 

1.1  Der Beschuldigte A. bringt in seiner Eingabe vom 26. Januar 2022 im Wesentli-
chen Folgendes vor: RA Mráz sei anfänglich für die Bank C. und deren Mitarbei-
tende anwaltlich tätig gewesen, bevor er A.’s Strafverteidigung übernommen 
habe. RA Mráz habe ihn darüber jedoch nicht informiert. A. habe auch sonst 
keine Kenntnis davon gehabt, andernfalls er ihn niemals als Verteidiger manda-
tiert hätte. Die Interessen der Bank und von deren Mitarbeitenden einerseits und 
A.’s Interessen andererseits seien gegenläufig. RA Mráz habe seine anwaltlichen 
Pflichten gegenüber A. schwerwiegend verletzt. Schon der Umstand, dass für die 
Hauptverhandlung ein Dispensationsgesuch gestellt worden und damit A. die 
Möglichkeit genommen worden sei, sich dem Gericht zu erklären, weise auf eine 
nicht gehörige und effektive Verteidigung hin. A. habe sich hier auf den Rat sei-
nes Anwalts RA Mráz verlassen und unwissend auf die Gelegenheit verzichtet, 
sich zu den Vorwürfen zu äussern. Der Mangel in A.’s Verteidigung hätte sowohl 
dem zuständigen Staatsanwalt als auch dem erstinstanzlichen Gericht auffallen 
müssen, was aufgrund der richterlichen Fürsorgepflicht zu einem Verteidiger-
wechsel hätte führen müssen (vgl. CAR pag. 3.103.014 f., 017 ff.). 

1.2  In dem von Prof. AAAAA. im Auftrag von RAin Tethong verfassten Gutachten 
wird einleitend eine Sachverhaltsdarstellung aufgeführt, die von Prof. AAAAA. 
«ohne weitere eigenständige Verifizierung als gegeben unterstellt» wird (CAR 
pag. 3.103.024 f.). Anschliessend werden die vorgegebenen Fragen beantwortet. 
In Bezug auf den obigen Antrag Ziffer 1 sind die Fragen Ziffern 1 («Liegt bei 
Rechtsanwalt M ein Interessenkonflikt vor?») und 2 («Hat dieser Interessenkon-
flikt Auswirkungen dahingehend, dass von einer unzureichenden Verteidigung 
des Mandanten der Auftraggeberin auszugehen ist?») relevant (CAR pag. 
3.103.026 ff.). Prof. AAAAA. kommt insofern abschliessend zu folgenden Schlüs-
sen: 1. RA M sei aufgrund eines Interessenkonflikts gehindert gewesen, die Ver-
teidigung zu übernehmen, nachdem er zuvor die Bank, aufgrund deren Geldwä-
schereiverdachtsmeldung das Strafverfahren ausgelöst worden sei, und deren 
Mitarbeitende vertreten hatte. 2. RA M wäre gehalten gewesen, die Übernahme 
der Verteidigung abzulehnen. Die Strafbehörden wären verpflichtet gewesen, 
den aus den Akten ersichtlichen Interessenkonflikt zum Anlass zu nehmen, ein 
Tätigwerden von RA M als Verteidigung des Mandanten der Auftraggeberin zu 
unterbinden (CAR pag. 3.103.038). 

1.3  Der Beschuldigte MARTYNENKO unterstützt die Anträge des Beschuldigten A. 
Er bringt in seiner ersten Stellungnahme vom 17. Februar 2022 im Wesentlichen 
vor, sowohl die BA als auch die Vorinstanz hätten absichtlich ignoriert, dass es 
bezüglich der Vertretung des Beschuldigten A. ein Problem gebe. Gleich verhalte 
es sich betreffend Nichtzustellung der Anklageschrift an die B. und G. bzw. feh-
lende Vertretung derselben im Rahmen der erstinstanzlichen Verhandlung. Es 
lägen mindestens zwei schwere, unheilbare Mängel vor, die dazu führen würden, 

- 17 - 

dass bestimmten Parteien aufgrund von Versäumnissen der BA und der Vor-
instanz ein zweistufiger Instanzenzug vorenthalten worden sei (vgl. CAR pag. 
3.102.016 f. / 036 f.). 

1.4 Die B. unterstützt in ihrer ersten Stellungnahme vom 18. Februar 2022 ebenfalls 
die Anträge des Beschuldigten A. Der Interessenkonflikt scheine vorliegend der-
art evident, dass von einer sinnvollen Verteidigung des Beschuldigten A. vor ers-
ter Instanz nicht ausgegangen werden dürfe, wobei Vergleichbares auch bezüg-
lich der B. gelte. Hinzu komme, dass RA Schaad ab Beginn des Verfahrens 2013 
bis März 2015 im gleichen Verfahren verschiedene Verfahrensbeteiligte in ver-
schiedenen Verfahrensrollen vertreten habe. Solche Doppelvertretungen ent-
sprächen Art. 12 BGFA nicht. Das erstinstanzliche Urteil sei aufzuheben und das 
Verfahren hinsichtlich eines vollständigen Instanzenzuges an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen. Dem Grundsatz der Verfahrenseinheit gemäss Art. 29 StPO sei 
weiterhin zu genügen (vgl. CAR pag. 3.104.030 f.). 

1.5  Die Vorinstanz (Verfahrensleitung der Strafkammer) bringt im Wesentlichen Folgen-
des vor: Die Bank C. sei seit bald sieben Jahren nicht mehr operativ tätig; die FINMA 
habe im Oktober 2015 den Konkurs verhängt. Auch im Rahmen der notwendigen 
Verteidigung verdiene eine missbräuchliche Berufung auf die Verteidigungsrechte 
keinen Schutz, namentlich die Benutzung des Rechtsinstituts zur Verfahrensver-
zögerung (mit Verweis auf BGE 145 IV 407 E.1.5; BGE 131 I 185 E. 3.2.4). Auf-
grund von A.’s Verhalten nach der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (Aus-
standsgesuch betreffend den gesamten Spruchkörper vom 23. Juli 2020 aufgrund 
eines angeblichen konspirativen Austausches des Bundesstrafgerichts mit der 
schweizerischen Botschaft in Kiew; TPF pag. 76.522.017) bestünden konkrete An-
haltspunkte, dass eine rechtsmissbräuchIiche, auf Verfahrensverzögerung und 
Kassation des erstinstanzlichen Verdikts abzielende Verteidigungsstrategie ver-
folgt werde. Es werde geltend gemacht, dass A. vom früheren Mandat seines vor-
maligen Verteidigers bei der Bank C. keine Kenntnis gehabt habe. Aufgrund des 
oben erwähnten Vorkommnisses und des Umstands, dass die Koinzidenz, dass ein 
vormaliger Rechtsvertreter einer in das Strafverfahren involvierten Bank zufällig spä-
ter Verteidiger eines Beschuldigten werde, sehr unwahrscheinlich erscheine, kön-
ne die Glaubhaftigkeit der betreffenden angeblichen Aussage A.’s nicht ohne 
Weiteres angenommen werden. Dasselbe gelte in Bezug auf den angeblichen 
Umstand, dass das von A.’s Verteidiger gestellte Dispensationsgesuch nicht sei-
nem Willen entsprochen habe. Gegebenenfalls sei es angezeigt, A. die Obliegen-
heit aufzuerlegen, seinen ehemaligen Verteidiger betreffend diesbezüglich rele-
vanter Kommunikationsinhalte vom Anwaltsgeheimnis zu entbinden. Zu bedenken 
sei auch die verjährungsrechtliche Problematik bei einer Rückweisung. Im Übrigen 
komme dem Urteil bzw. dessen Status in Bezug auf die pendenten ausländischen 

- 18 - 

Strafprozesse grosse Bedeutung zu. Eine gänzliche Kassation wäre für die Be-
schuldigten von hohem Wert, worin mutmasslich auch ein Motiv für die gewählte 
verfahrensverzögernde Verteidigungsstrategie liege (vgl. CAR pag. 4.101.001 ff.). 

1.6 Die BA bringt in ihrer ersten Stellungnahme vom 15. Februar 2022 im Wesentli-
chen Folgendes vor: Dem Beschuldigten A. gehe es offensichtlich darum, das 
Verfahren mit allen möglichen Mitteln zu verzögern, was keinen Schutz verdiene. 
A. sei während des gesamten Vorverfahrens wirksam und rechtsgenüglich, ja 
sogar doppelt verteidigt gewesen. Dem amtlichen Verteidiger RA Affolter sei am 
12. Dezember 2018 vollumfängliche Akteneinsicht gewährt worden; diesem sei 
demnach die nun gerügte Teilnahme von RA Mráz als Beistand einer Zeugin 
während einer Einvernahme ab dem 12. Dezember 2018 vollumfänglich bekannt 
gewesen. Dieses Wissen müsse sich A. zurechnen lassen. A. habe selbständig 
und von sich aus RA Mráz aufgesucht und am 7. Mai 2019 als Wahlverteidigung 
bezeichnet. Da es nicht plausibel erscheine, dass es zwischen A. und RA Affolter 
zu einer Störung des Vertrauensverhältnisses gekommen sei, deute die Manda-
tierung von RA Mráz darauf hin, dass dieser von A. gerade aufgrund seiner 
Kenntnisse und Erfahrungen im Zusammenhang mit Sachverhalten wie dem vor-
liegenden ausgewählt worden sei. Eine frühere Teilnahme von RA Mráz an einer 
Einvernahme im vorliegenden Verfahren habe sich somit – wenn überhaupt, was 
bestritten werde – eher zu Gunsten als zu Lasten von A. ausgewirkt. Ein “we-
sentlicher Verfahrensmangel” aufgrund eines “schweren FaIIes eines Interessen-
konflikts” sei nicht erkennbar und werde bestritten. Die Bank C. sei nicht Verfah-
renspartei gewesen, sondern als Anzeigeerstatterin weitere Verfahrensbeteiligte 
gemäss Art. 105 Abs. 1 lit. b StPO. lhr seien demnach keine (besonderen) Ver-
fahrensrechte zugekommen. Entsprechend hätte auch eine Unterstützung der 
Bank C. durch RA Mráz in einem früheren Verfahrensstadium weder rechtliche 
noch faktische Auswirkungen auf das vorliegende Verfahren oder auf die Rechts-
stellung von A. gehabt. Aus dem blossen Umstand, dass RA Mráz im Anfangs-
stadium der vorliegenden Untersuchung an einer Einvernahme einer Mitarbeite-
rin der Bank C., welche nicht Partei gewesen sei, teilgenommen habe, könne 
keineswegs ein Interessenskonflikt von RA Mráz abgeleitet werden (vgl. CAR 
pag. 3.101.022 ff.). 

 In ihrer zweiten Stellungnahme vom 2. März 2022 unterstützte die BA die Haltung 
der Vorinstanz. Es werde bestritten, dass A. von RA Mráz nicht über dessen frühe-
res Mandat informiert worden sei. Indem A. dies bloss behaupte, ohne RA Mráz 
von dessen Schweigepflicht zu entbinden, offenbare er erneut sein taktisches Kal-
kül. Zudem versuche der Beschuldigte MARTYNENKO erneut, namens der B. und 
der G. Eingaben zu tätigen, was verdeutliche, dass diese beiden Gesellschaften 
im vorliegenden Verfahren keine eigenständigen Parteien seien, sondern blosse 

- 19 - 

Werkzeuge MARTYNENKOS. Des Weiteren sei festzuhalten, dass die B. nicht be-
schuldigte Person sei (vgl. CAR pag. 3.101.032 ff.). 

1.7  Die B. kritisiert in ihrer zweiten Stellungahme vom 21. März 2022 die ersten Stel-
lungnahmen der BA und der Vorinstanz. Sie bringt insbesondere vor, in der Gel-
tendmachung der geschehenen Verfahrensfehler (unzulässige Doppelvertretung 
im gleichen Verfahren; Pflicht des Anwalts, ein derartiges Mandat abzulehnen; 
Pflicht der BA und der Vorinstanz, diese anwaltliche Pflichtverletzung zu verhin-
dern) liege kein Rechtsmissbrauch. Dass die Bank C. im Verfahren gegen A. 
Anzeigeerstatterin gewesen sei, Iasse allein den Schluss zu, dass deren Rechts-
vertreter nicht gleichzeitig den Beschuldigten vertreten könne (vgl. CAR pag. 
3.104.036 ff.). 

1.8  Der Beschuldigte MARTYNENKO kritisiert in seiner zweiten Stellungahme vom 
1. April 2022 ebenfalls die ersten Stellungnahmen der BA und der Vorinstanz. Er 
bringt insbesondere vor, die Vorinstanz führe in ihrer Stellungnahme vom 9. Feb-
ruar 2022 unmissverständlich aus, dass der Schuldspruch vom 26. Juni 2020 in 
erster Linie dazu gedient habe, ausländische, insbesondere ukrainische Behör-
den bei derzeit im Ausland anhängigen Verfahren zu unterstützen, und nicht im 
Rahmen einer ordentlichen Rechtspflege erfolgt sei. Zudem stellt MARTYNEN-
KO in Frage, ob die BA bei der Auswahl bzw. Einsetzung von RA Affolter als 
damaliger amtlicher Verteidiger von A. korrekt vorgegangen sei (vgl. CAR pag. 
3.102.025 ff. / 038 ff.). 

1.9  Der Beschuldigte A. hält in seiner Stellungnahme vom 6. April 2022 unter Verweis 
auf das Gutachten von Prof. AAAAA. an den Ausführungen in seiner Eingabe 
vom 26. Januar 2022 fest. Einleitend wird kritisiert, die Berufungskammer blende 
aus, dass ein ausreichender Informationsaustausch zwischen der Verteidigerin 
und A. sowie eine schlüssige Instruktion zumindest vorübergehend nicht möglich 
sei. Betreffend Vernehmlassung der Vorinstanz vom 9. Februar 2022 wird insbe-
sondere gerügt, diese habe rechtsmissbräuchlich gehandelt, nicht A. Die Unter-
stellung der Vorinstanz, dass A. bewusst RA Mráz als Verteidiger ausgesucht 
habe, im Wissen darum, dass Letzterer als Anwalt für die Bank C. und deren 
Mitarbeitende tätig gewesen sei, treffe nicht zu. Zudem dürfe der Umstand, dass 
allenfalls eine Verjährung drohe, nicht dazu führen, dass der grundrechtliche An-
spruch der beschuldigten Person auf wirksame Verteidigung zu einer bedeu-
tungslosen Worthülse werde. Betreffend Vernehmlassung der BA vom 15. Feb-
ruar 2022 bringt A. u.a. vor, es sei eine reine Behauptung der BA, dass A.’s amt-
licher Verteidiger gewusst habe, dass RA Mráz im gleichen Verfahren zuvor für 
die Bank C. und deren Mitarbeitende tätig gewesen sei. Mit seinen wilden Be-
hauptungen, mit denen auch eine Anwaltsgeheimnisverletzung impliziert werde, 
versuche der Staatsanwalt vom Umstand abzulenken, dass er seine Fürsorge-
pflichten gegenüber A. verletzt habe. Betreffend die Vernehmlassung von RA 

- 20 - 

Mráz vom 18. Februar 2022 (CAR pag. 3.103.039) hält A. fest, dass sich ein 
Anwalt auch dann auf das Anwaltsgeheimnis berufen könne, wenn er von 
seinem Mandanten vom Anwaltsgeheimnis entbunden werde (vgl. CAR pag. 
3.103.56 ff.). 

1.10  Die BA beantragt mit Stellungnahme vom 7. April 2022, dass die Stellungnahme 
des Beschuldigten MARTYNENKO vom 1. April 2022 aus dem Recht zu weisen 
bzw. sämtliche Anträge der Beschuldigten und Verfahrensbeteiligten in diesem 
Zusammenhang abzuweisen seien. Sämtliche Ausführungen MARTYNENKOS 
in dessen Eingabe vom 1. April 2022 würden vollumfänglich bestritten; diese ent-
behrten jeder Grundlage. Es sei nicht MARTYNENKOS Sache, namens des Mit-
beschuldigten A. irgendwelche Anträge einzureichen, welche einzig den Letzte-
ren beträfen. Auch deshalb seien die entsprechenden Ausführungen nicht zu be-
achten (vgl. CAR pag. 3.101.043 f.). 

 Nachfolgend sind die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten, der Vorinstanz und 
von RA Mráz zum Antrag Ziffer 1 des Beschuldigten A. zu würdigen. 

1.11 Dispensationsgesuch für die erstinstanzliche Hauptverhandlung 

1.11.1 Der Beschuldigte A. vertritt die Auffassung, dass schon der Umstand eines Dis-
pensationsgesuches für die Hauptverhandlung (keine Möglichkeit, sich vor Ge-
richt zu erklären) auf eine nicht gehörige und effektive Verteidigung hinweise. Er 
habe sich hier auf den Rat seines Anwalts, RA Mráz, verlassen und unwissend 
auf die Gelegenheit verzichtet, sich zu den Vorwürfen zu äussern (CAR pag. 
3.103.018). 

1.11.2 Diese Ausführungen des Beschuldigten A. stehen in klarem Widerspruch zur Ein-
gabe vom 11. Mai 2020, mit welcher er seinen damaligen Verteidiger, RA Mráz, 
folgende Gründe für seine Dispensation von der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung vom 2. Juni 2020 vortragen liess: Erstens eine Krebsoperation von A.’s Frau 
vom Februar 2020, welche diese zu einer Covid-19-Risikoperson mache (eine 
allfällige Ansteckung A.’s während der Reise in die Schweiz wäre für seine Frau 
gefährlich). Zweitens würde die vom Beschuldigten MARTYNENKO in dessen 
Dispensationsgesuch erwähnten Covid-19-bedingten Reisebeschränkungen 
auch für A. gelten. Drittens stütze sich die Position A.’s auf die vorliegenden Un-
tersuchungsakten, zu denen er nichts weiter beizutragen beabsichtige (TPF pag. 
76.522.013 f.; oben Sachverhalt [SV] lit. K.2). 

1.11.3 Es liegt auf der Hand, dass RA Mráz diese Gründe für die Dispensation des Be-
schuldigten A. erst nach Rücksprache mit und ausdrücklicher Instruktion durch die-
sen vorgetragen hat und vortragen konnte. Dies betrifft ganz besonders den erst-
genannten Grund der angeblichen Krebsoperation von A.’s Ehefrau, welche diese 

- 21 - 

zu einer Risikoperson für eine Ansteckung mit Covid-19 (recte: SARS-CoV-2) 
mache – wobei A. diesbezüglich kein Arztzeugnis einreichte, weder in Bezug auf 
eine entsprechende Krebsoperation seiner Ehefrau, noch auf die damit einher-
gehende, angeblich erhöhte Gefährdung seiner Ehefrau für eine Ansteckung mit 
SARS-CoV-2 (vgl. TPF pag. 76.510.200). Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine 
Krebsoperation keineswegs allgemein dazu führt, dass die operierte Person an-
schliessend einer erhöhten Gefährdung für eine Ansteckung mit SARS-CoV-2 
bzw. einer Erkrankung an Covid-19 unterliegt. Auffällig ist auch, dass die angeb-
liche Krebsoperation relativ kurz vor dem Gesuch vom 11. Mai 2020 bzw. der für 
den 2. Juni 2020 angesetzten erstinstanzlichen Hauptverhandlung stattgefunden 
haben soll. 

1.11.4 Ebenso auffällig ist, dass der Beschuldigte MARTYNENKO im ihn betreffenden, 
vorausgehenden Schreiben vom 29. April 2020 eine parallele primäre Begrün-
dung für sein Gesuch einer Dispensation von der erstinstanzlichen Hauptver-
handlung vortragen liess: Er (MARTYNENKO) sei im Januar 2020 wegen einer 
schweren Lungenentzündung behandelt worden, welche ihn zu einer Covid-19-
Risikoperson mache (TPF pag. 76.310.006 f.; oben SV lit. K.1). Auch MARTY-
NENKO liess für diese Behauptungen kein Arztzeugnis einreichen. 

1.11.5 Die Auffassung des Beschuldigten A., ihm sei durch das von RA Mráz eingereichte 
Dispensationsgesuch vom 11. Mai 2020 «die Möglichkeit genommen worden», 
«sich dem Gericht zu erklären», bzw. er habe «unwissend auf die Gelegenheit 
verzichtet, sich zu den Vorwürfen zu äussern», steht vor allem auch in klarem Ge-
gensatz zum dritten Grund, der im Dispensationsgesuch genannt wird: Dass sich 
die Position A.’s auf die vorliegenden Untersuchungsakten stütze, zu denen dieser 
«nichts weiter beizutragen» beabsichtige (CAR pag. 3.103.018; oben SV lit. K.2). 
Auch diesbezüglich ist klarerweise davon auszugehen, dass RA Mráz dieses Ar-
gument erst nach Rücksprache mit und ausdrücklicher Instruktion durch A. vorge-
tragen hat. 

1.11.6 Ergänzend ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte A. keine Einwände gegen die 
Dispensation des Beschuldigten MARTYNENKO erhob (TPF pag. 76.522.013), 
und umgekehrt auch der Beschuldigte MARTYNENKO nicht gegen die Dispen-
sation des Beschuldigten A. (TPF pag. 76.521.259). 

1.11.7 Die ganze diesbezügliche Argumentation des Beschuldigten A. (oben E. II. 1.11 
- 1.11.5) erscheint widersprüchlich und unglaubhaft. Er versucht offenbar, das von 
seinem Verteidiger RA Mráz eingereichte Dispensationsgesuch vom 11. Mai 2020, 
dessen Inhalt und Begründung zweifellos auf der ausdrücklichen Instruktion sei-
tens A.’s beruhen, vorzuschieben, um den falschen Eindruck zu erwecken, gerade 
durch dieses Dispensationsgesuch an der effektiven Ausübung seiner Verfahrens-
rechte im erstinstanzlichen Verfahren bzw. an der Hauptverhandlung vom 2. Juni 

- 22 - 

2020 gehindert worden zu sein. Die Argumentation bzw. das Vorgehen des Be-
schuldigten A. stellt ein venire contra factum proprium dar, welches auf gezielte 
Verfahrensverzögerung hindeutet und keinen Rechtsschutz verdient. 

1.12 Im vorliegenden Strafverfahren bestehen weitere Auffälligkeiten und Anhalts-
punkte, welche insgesamt auf eine Strategie der Prozessverzögerung hinweisen. 
Zu nennen sind folgende Beispiele: 

1.13  

1.13.1 Die erstinstanzliche Hauptverhandlung SK.2019.77 fand am 2. Juni 2020 statt. 
Das Urteil der Strafkammer SK.2019.77 vom 26. Juni 2020 wurde gleichentags 
mündlich eröffnet und begründet (oben SV lit. L.1 f.). Mit Eingabe vom 23. Juli 
2020 (TPF 76.522.017 ff.) stellte der Beschuldigte A. ein Ausstandsgesuch ge-
gen sämtliche Mitglieder des Spruchkörpers im Verfahren SK.2019.77, inkl. Ge-
richtsschreiberin. Begründet wurde dies mit einem angeblichen «konspirativen 
Austausch» des Bundesstrafgerichts mit der schweizerischen Botschaft in Kiew. 
Entsprechende Ausführungen hatte bereits der Beschuldigte MARTYNENKO in 
einer vorangehenden Eingabe vom 21. Juli 2020 gemacht (TPF pag. 76.521.261 
ff.), auf welche der Beschuldigte A. verwies (oben SV lit. L.3). Nachdem die Ver-
fahrensleitung der Strafkammer mit Schreiben vom 27. Juli 2020 sämtliche vor-
geworfenen Kontakte mit bzw. Anfragen an die Schweizer Botschaft in Kiew de-
mentiert hatte (TPF pag. 76.400.026; oben SV lit. L.4), zog der Beschuldigte A. 
mit Eingabe vom 1. August 2020 das Ausstandsgesuch vom 23. Juli 2020 zurück 
(TPF pag. 76.522.020 ff.; oben SV lit. L.5). 

1.13.2 An diesem Vorgehen des Beschuldigten A. erstaunen verschiedene Aspekte. So 
insbesondere, dass ein Ausstandsgesuch gegen sämtliche Mitglieder des 
Spruchkörpers im Verfahren SK.2019.77, inkl. Gerichtsschreiberin, gestellt 
wurde – und zwar, nachdem die erstinstanzliche Hauptverhandlung als auch die 
Urteilseröffnung sowie (mündliche) -begründung bereits stattgefunden hatten. 
Ebenso auffällig ist, dass dieses Ausstandsgesuch eingereicht wurde, obwohl 
hierfür keine stichhaltigen Gründe vorgelegt bzw. glaubhaft gemacht wurden. 
Dies zeigt sich auch daran, dass das Ausstandsgesuch, kurz nach einem De-
menti der Vorwürfe durch die Verfahrensleitung der Strafkammer, wieder zurück-
gezogen wurde. Zudem fällt auf, dass der Beschuldigte A. bei seinem damaligen 
Vorgehen offensichtlich mit dem Beschuldigten MARTYNENKO insofern zusam-
menwirkte, als er sich auf MARTYNENKOS Eingabe vom 21. Juli 2020 (in der 
noch kein formelles Ausstandsgesuch gestellt worden war, die Einreichung eines 
solchen aber vorbehalten wurde) stützte, um kurz darauf selber ein umfassendes 
Ausstandsgesuch einzureichen. 

- 23 - 

1.13.3 Im Rahmen der Eingabe des Beschuldigten MARTYNENKO vom 21. Juli 2020, 
auf die sich der Beschuldigte A. bezieht, erscheint auch unstimmig und unge-
wöhnlich, dass darin auf eine angebliche Eingabe vom 29. Juni 2020 verwiesen 
wird, mit der die Strafkammer angefragt worden sei «si, avant ou après les dé-
bats, votre Cour avait officiellement ou de manière informelle sollicité des infor-
mations, via l’ambassade de Suisse à Kiev, concernant les conséquences d’une 
condamnation de mon mandant, requêté restée sans réponse de votre part» 
(TPF pag. 76.521.261). Diese angebliche Eingabe des Beschuldigten MARTY-
NENKO vom 29. Juni kam jedoch, gemäss Stellungnahme der Verfahrensleitung 
der Strafkammer vom 27. Juli 2020 (TPF pag. 76.400.026; oben SV lit. L.4), nie 
beim Gericht an. Dazu ist anzumerken, dass der Beschuldigte MARTYNENKO 
bzw. RA Vafadar ihre Eingaben ans Gericht standardmässig (wie es im Verkehr 
mit Gerichtsbehörden üblich ist) per Einschreiben einreicht, so etwa auch die 
Eingabe vom 21. Juli 2020 (TPF pag. 76.521.260 ff.). Falls der Beschuldigte 
MARTYNENKO seine angebliche Eingabe vom 29. Juni 2020 tatsächlich bzw. 
wie üblich per Einschreiben versandt hätte, so hätte er den entsprechenden Ver-
sand ohne Weiteres nachweisen können.  

1.13.4 Trotzdem wies der Beschuldigte MARTYNENKO in seiner Eingabe vom 21. Juli 
2020 bereits auf Folgendes hin: «Dans ce contexte singulier, un jugement réfor-
matoire en appel priverait mon mandant d’un double degré de juridiction et n’est 
pas de nature à réparer les violations commises» (TPF 76.521.262). Damit stellte 
er implizit in Aussicht, dass die erstinstanzliche Hauptverhandlung wegen angeb-
licher Verfahrensfehler (behaupteter konspirativer Austausch des Bundesstraf-
gerichts mit der schweizerischen Botschaft in Kiew) zu wiederholen sei. Dabei 
wiederum handelt es sich um eine ähnliche Argumentation, wie sie auch der Be-
schuldigte A. im Rahmen seiner Eingabe vom 26. Januar 2022, nunmehr vor der 
Berufungskammer, geltend macht: Ohne Wiederholung des erstinstanzlichen 
Verfahrens, in welchem der Berufungskläger nicht gehörig verteidigt worden sei, 
gehe ihm eine Instanz verloren. Selbst wenn die Berufungsinstanz den Sachver-
halt und die Rechtslage frei überprüfe, könne dies den schwerwiegenden Mangel 
des erstinstanzlichen Verfahrens nicht heilen (vgl. CAR pag. 3.103.020 Rz. 54). 

1.13.5 Gesamthaft betrachtet weist auch dieses Vorgehen der beiden Beschuldigten 
nach der erstinstanzlichen Hauptverhandlung und Urteilseröffnung – im Kontext 
mit weiteren vorliegend beschriebenen, ähnlichen Verhaltensweisen – auf eine 
Strategie der Prozessverzögerung hin. 

1.14  Mandatierung von RA Mráz bzw. von RAin Tethong als erbetene Verteidiger 
des Beschuldigten A. 

1.14.1 Auffällig ist auch der Umstand, dass der Beschuldigte A. noch im Untersuchungs-
verfahren, trotz bestehender amtlicher Verteidigung (RA Affolter), zusätzlich RA 

- 24 - 

Mráz als erbetenen Verteidiger mandatierte, um dann während des Berufungs-
verfahrens einen weiteren Verteidigerwechsel vorzunehmen und neu RAin Te-
thong zu mandatieren, welche sodann am 26. Januar 2022 im Auftrag ihres Man-
danten die oben (SV lit. T.1) erwähnten Anträge (inkl. Antrag auf Rückweisung 
des Verfahrens an die Vorinstanz) stellte. Im Einzelnen ist dazu Folgendes an-
zumerken: 

1.14.2 Der Beschuldigte A. war seit 7. Dezember 2018 amtlich durch RA Affolter vertei-
digt (oben SV lit. G). Mit Schreiben vom 7. Mai 2019 orientierte RA Mráz die BA 
über die Mandatierung als erbetener Verteidiger des Beschuldigten A. und er-
wähnte, dass der Beschuldigte A. das (amtliche) Mandatsverhältnis zu RA Affol-
ter, angeblich zufolge Vertrauensverlusts, beendet habe (oben SV lit. H.1). Mit 
Verfügung der BA vom 13. Juni 2019 wurde die Einsetzung von RA Mráz als Wahl-
verteidiger des Beschuldigten A. genehmigt. Das Mandat des amtlichen Verteidi-
gers RA Affolter wurde jedoch weiterhin aufrechterhalten. Der Beschuldigte A. 
konnte nach Auffassung der BA den von ihm behaupteten Vertrauensverlust be-
treffend RA Affolter nie glaubhaft machen (vgl. BA pag. 16.300-0118 ff.; oben SV 
lit. H.2). Erst mit Verfügung der BA vom 10. Dezember 2019 wurde die von RA 
Affolter ausgeübte amtliche Verteidigung widerrufen, zeitlich gesehen kurz vor An-
klageerhebung bei der Strafkammer, und nachdem zwischenzeitlich ein (von der 
StPO nicht vorgesehenes) Wiedererwägungsgesuch von A. vom 24. Juni 2019 
durch die BA noch abgelehnt worden war (vgl. oben SV lit. H.3 - H.5 und J). 

1.14.3 Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Beschuldigte MAR-
TYNENKO selbst während des Berufungsverfahrens noch in Frage stellt, ob die 
BA bei der Auswahl bzw. Einsetzung von RA Affolter als damaligem amtlichen 
Verteidiger von A. korrekt vorgegangen sei (vgl. CAR pag. 3.102.025 ff. / 038 ff.; 
oben E. II. 1.8). Die entsprechenden Ausführungen MARTYNENKOS sind haltlos 
und spekulativ. Wenn überhaupt, läge es ohnehin am Beschuldigten A., selbst ent-
sprechende Mängel oder Unstimmigkeiten betreffend Auswahl bzw. Einsetzung 
von RA Affolter als seinem damaligen amtlichen Verteidiger zu thematisieren (vgl. 
oben E. II. 1.10). 

1.14.4 Der Beschuldigte A. war somit ab 7. Mai 2019 (Schreiben von RA Mráz betreffend 
Mandatierung durch A.) bzw. ab 13. Juni 2019 (Genehmigung der Einsetzung 
von RA Mráz als Wahlverteidiger durch die BA) bis zum 10. Dezember 2019 dop-
pelt verteidigt – durch RA Affolter als amtlicher Verteidiger und durch RA Mráz 
als erbetener Verteidiger (oben E. II. 1.14.2). Unter sämtlichen Schweizer Anwäl-
tinnen und Anwälten hatte sich der Beschuldigte A. als zusätzlichen, erbetenen 
Verteidiger genau jenen Anwalt ausgesucht, welcher im Jahr 2013 noch Rechts-
anwalt der Bank C. gewesen war, jener Bank also, welche am 19. JuIi 2013 bei 
der MROS eine Verdachtsmeldung i.S.v. Art. 9 GwG eingereicht und damit das 
vorliegenden Strafverfahren ins Rollen gebracht hatte (oben SV lit. A und D.1). 

- 25 - 

Wobei RA Mráz am 21. November 2013 auch die Zeugin QQQQ., Assistentin 
des Desk Head bei der Bank C., als Rechtsbeistand zur staatsanwaltlichen Ein-
vernahme begleitetet hatte, die Zeugin in dieser Einvernahme u.a. Aussagen be-
treffend A. gemacht hatte, und RA Mráz möglicherweise auch Rechtsvertreter 
weiterer (bei der Bank C. angestellter) Zeugen war, welche am 21. November 
2013 einvernommen worden waren und Aussagen betreffend A. gemacht hatten 
(vgl. oben SV lit. D.1 - D.3). 

1.14.5 Da RA Affolter am 12. Dezember 2018 vollumfängliche Akteneinsicht gewährt 
worden war (oben SV lit. G; BA pag. 16.300-0009 bis 0012), hatte er auch Ein-
blick in die Aktennotiz des Staatsanwalts vom 13. November 2013 betreffend RA 
Mráz, die Begleitung der Zeugin QQQQ. durch RA Mráz anlässlich der Einver-
nahme vom 21. November 2013 (inkl. Aussagen QQQQ.’s bezüglich A.), sowie 
die Einvernahmen der Zeugen SSSS., RRRR. und I., inkl. der entsprechenden 
Aussagen hinsichtlich A. (oben SV lit. D.1 - D.3). Der BA ist zuzustimmen, dass 
sich der Beschuldigte A. dieses Wissen seines amtlichen Verteidigers grundsätz-
lich anrechnen lassen muss (vgl. oben E. II. 1.6); für die Beurteilung der gestell-
ten Anträge ist dies allerdings nicht entscheidend, da primär zu klären ist, ob sich 
der Beschuldigte A. rechtsmissbräuchlich verhält. 

1.14.6 Trotzdem erscheint es in der vorliegenden Konstellation auffällig, dass der Be-
schuldigte A. keinerlei Kenntnis vom vorherigen Mandat von RA Mráz bei der 
Bank C. gehabt haben will, bzw. von keiner Seite darüber informiert worden sei, 
insbesondere nicht von RA Mráz (oder RA Affolter; vgl. oben E. II. 1.1) oder dem 
Beschuldigten MARTYNENKO bzw. von dessen Verteidigung. Hierzu ist anzu-
merken, dass der Beschuldigte MARTYNENKO bzw. RA Vafadar (ebenso wie 
RA Affolter) vollumfängliche Akteneinsicht hatten bzw. weiterhin haben (vgl. etwa 
BA pag. 16.100-0077 ff.).  Es erscheint sehr unwahrscheinlich, dass besagte Um-
stände dem Beschuldigten MARTYNENKO bzw. RA Vafadar trotzdem nicht auf-
gefallen wären. Dies gilt umso mehr, als MARTYNENKO, zum Zeitpunkt der er-
wähnten Einvernahmen von Mitarbeitern der Bank C. vom 21. November 2013, 
im vorliegenden Strafverfahren bereits Beschuldigtenstellung zugekommen war 
(vgl. oben SV lit. B), während es bei A. noch mehrere Jahre – nämlich bis zum 
29. Juni 2018 (oben SV lit. F) – dauerte, bis er zum Beschuldigten wurde. Dem-
gemäss kann mit höchster Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass der 
Beschuldigte MARTYNENKO bzw. RA Vafadar über das vorherige Mandat von 
RA Mráz bei der Bank C. in Unkenntnis gewesen wären. Zu erwähnen ist, dass 
der Beschuldigte MARTYNENKO 2013 noch von RA Schaad vertreten war (an-
lässlich der Einvernahmen der Zeugin QQQQ. und des Zeugen I. vom 21. No-
vember 2013 wurde RA Schaad als Verteidiger des Beschuldigten MARTY-
NENKO je durch RA Jean-Francois Alabor substituiert; vgl. BA pag. 16.100-0044; 
12.101-0005 12.102-0006), was aber an der Einschätzung nichts ändert. RA 

- 26 - 

Schaad bescheinigte gegenüber der BA am 3. Dezember 2021 nota bene, je eine 
Kopie der Einvernahmen vom 21. November 2013 betreffend die Zeugen I., 
QQQQ., SSSS. und RRRR. inklusive Beilagen erhalten zu haben (BA pag. 
16.100-0048A). 

1.14.7 Im Gesamtkontext erscheint es unwahrscheinlich, dass der Beschuldigte MAR-
TYNENKO seinen Untergebenen, den Beschuldigten A., über die erwähnten be-
sonderen Umstände betreffend RA Mráz als Rechtsvertreter der Bank C. bzw. 
der Zeugin QQQQ. (und allenfalls weiterer als Zeugen einvernommenen Mitar-
beiter der Bank C.) nicht informiert hätte. 

1.14.8 Auffällig ist in diesem Zusammenhang weiter, dass RA Mráz anlässlich der Ter-
minumfrage vom 20. September 2021 (betreffend Festsetzung der Berufungs-
verhandlung) am selben Tag um eine Fristerstreckung bis 30. September 2021 
bat und in einer weiteren E-Mail vom 21. September 2021 versicherte, er könne 
bis «allerspätestens 30. September» 2021 die gewünschte Information im 
Doodle eintragen (oben SV lit. O.1 und O.3). Am 30. September 2021 teilte RA 
Mráz jedoch mit, dass er den Beschuldigten A. nicht mehr vertrete. RAin Tethong 
wiederum teilte mit Schreiben vom selben Tag mit, dass der Beschuldigte A. sie mit 
seiner Verteidigung im vorliegenden Verfahren beauftragt habe (oben SV lit. P). 

1.14.9 Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass die vorliegend zu beurteilende Eingabe 
des Beschuldigten A. vom 26. Januar 2022 (CAR pag. 3.103.008 ff.) am selben 
Tag versandt wurde, als den Verfahrensbeteiligten per E-Mail vom 26. Januar 
2022 (10:59 Uhr) der Hauptverhandlungstermin für die Berufungsverhandlung 
CA.2020.14 vom 6. / 7. Juli 2022 bestätigt worden war (CAR pag. 6.100.023; 
oben SV lit. und T.1). Darin liegt eine ähnliche zeitliche Koinzidenz wie zuvor 
schon in jener vom 30. September 2021 (oben E. II. 1.14.8). 

1.15 Verzicht von RA Mráz auf Stellungnahme 

1.15.1 Mit Schreiben vom 27. Januar 2022 gewährte das Berufungsgericht den Verfah-
rensbeteiligten (exkl. A.), der Vorinstanz sowie RA Mráz mit Frist bis 18. Februar 
2022 Gelegenheit zur Stellungnahme zur Eingabe des Beschuldigten A. vom 26. 
Januar 2022. RA Mráz verzichtete mit Eingabe vom 18. Februar 2022 unter Ver-
weis auf seine berufs- und auftragsrechtlichen Pflichten auf eine Stellungnahme 
(oben SV lit. T.1 und T.2). 

1.15.2 Betreffend Vernehmlassung von RA Mráz vom 18. Februar 2022 macht A. gel-
tend, dass sich ein Anwalt auch dann auf das Anwaltsgeheimnis berufen 
könne, wenn er von seinem Mandanten vom Anwaltsgeheimnis entbunden 
werde (vgl. CAR pag. 3.103.56 ff.; oben E. II. 1.9). 

- 27 - 

1.15.3 Bezüglich dieser Stellungnahme A.’s fällt auf, dass er gerade nicht explizit be-
hauptet, RA Mráz im vorliegenden Zusammenhang vom Anwaltsgeheimnis ent-
bunden zu haben. Stattdessen macht A. eine allgemeine Feststellung (ein Anwalt 
könne sich auch dann auf das Anwaltsgeheimnis berufen, wenn er von seinem 
Mandanten vom Anwaltsgeheimnis entbunden werde), die zwar so interpretier-
bar ist, dass RA Mráz möglicherweise vom Anwaltsgeheimnis entbunden worden 
sei, ohne aber dass jemand darauf behaftet werden könnte. 

1.15.4 Es handelt sich hier um eine sophistische Argumentation, mit der anscheinend 
davon abgelenkt werden soll, dass eine Entbindung von RA Mráz vom Anwalts-
geheimnis offenbar nicht stattgefunden hat, und seitens A.’s zugleich geltend ge-
macht wird, selbst wenn RA Mráz vom Anwaltsgeheimnis entbunden worden 
wäre, würde dies (scheinbar) nichts nützen – was wiederum den Beschuldigten 
A. entlasten soll. 

1.15.5 Die hypothetische Argumentationsweise des Beschuldigten A. vermag nicht zu 
überzeugen. Im Gesamtzusammenhang ist davon auszugehen, dass RA Mráz 
auf eine Stellungnahme verzichtet hat, weil er vom Geheimnisherrn, seinem ehe-
maligen Mandanten A., nicht vom Anwaltsgeheimnis entbunden worden ist. Falls 
es sich tatsächlich so verhalten hätte, wie der Beschuldigte A. behauptet (näm-
lich, dass er selbst von RA Mráz’ vormaligem Mandat bei der Bank C. überhaupt 
nichts gewusst habe, und er RA Mráz andernfalls nicht mandatiert hätte), so hätte 
A. keinen Grund gehabt, von einer Entbindung vom Anwaltsgeheimnis abzusehen, 
respektive hätte er gegenüber dem Gericht auch kommunizieren und belegen kön-
nen, dass eine Entbindung vom Anwaltsgeheimnis stattgefunden habe. 

1.16 Weitere Auffälligkeiten im vorliegenden Berufungsverfahren 

1.16.1 Ergänzend ist auf folgende Umstände hinzuweisen:  

 - B. und G. beantragten mit Berufungserklärung vom 24. Februar 2021 die Aufhebung 
des vorinstanzlichen Urteils SK.2019.77 sowie die Rückweisung an die Vorinstanz zur 
Durchführung einer neuen Hauptverhandlung unter Wahrung des rechtlichen Gehörs, 
bzw. eventualiter die Aufhebung von Rechtsspruch Ziffer III. der vorinstanzlichen Ur-
teils SK.2019.77 im Sinne einer Freigabe der beschlagnahmten Vermögenswerte der 
B. und G.; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse (CAR 
pag. 1.100.336 ff.; oben SV lit. N.2). 

 - Mit Eingabe vom 8. März 2021 reichten B. und G. beim Bundesgericht Beschwerde in 
Strafsachen gegen die prozessleitende Verfügung der Vorsitzenden vom 3. Februar 
2021 ein. Es wurde die Aufhebung von Rechtsspruch Ziffer III. des vorinstanzlichen Ur-
teils SK.2019.77 beantragt, sowie die Anweisung an die Berufungskammer zur Aufhe-
bung desselben und Rückweisung der Sache an die Strafkammer zwecks Durchführung 
einer neuen Hauptverhandlung in Anwesenheit von B. / G., inkl. Gewährung einer 30-

- 28 - 

tägigen Frist an diese zum Stellen von Beweisanträgen; unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen (inkl. MWSt) zu Lasten der Beschwerdegegnerin (CAR pag. 10.201.003 ff.; 
oben SV lit. N.3). 

 - Mit Beschluss der Berufungskammer vom 25. März 2021 wurde das Berufungsverfah-
ren CA.2020.14 bis zum Abschluss des bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahrens 
1B_120/2021 sistiert (CAR pag. 10.301.001 ff.). Den Verfahrensbeteiligten wurde mit 
Schreiben vom 20. April 2021 mitgeteilt, dass die Terminreservationen für die in der 
Woche des 12. Juli 2021 geplante Berufungsverhandlung freigegeben würden (CAR. 
pag. 6.100.001; oben SV lit. N.4). 

 - Das Bundesgericht trat mit Urteil 1B_120/2021 vom 12. August 2021 auf die Be-
schwerde der B. und der G. gegen die Verfügung der Vorsitzenden der Berufungs-
kammer vom 3. Februar 2021 nicht ein (CAR pag. 10.201.025 ff.; oben SV lit. N.5). 

1.16.2 Auffällig sind in diesem Zusammenhang vor allem folgende Aspekte: 

1.16.2.1 Es ist davon auszugehen, dass wirtschaftlich Berechtigter der B. und der G. je 
der Beschuldigte MARTYNENKO ist. Diesbezüglich ist insbesondere auf die pro-
zessleitende Verfügung der Vorsitzenden vom 3. Februar 2021 E. 18 zweitletzter 
Satz (CAR pag. 10.101.004) sowie auf die Verfügung der Vorsitzenden vom 24. Ja-
nuar 2022, Erwägungen zu Dispositivziffer 6 (CAR pag. 6.200.020 f.) zu verweisen. 

1.16.2.2 Die Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht, eingereicht am 8. März 
2021 von der B. und G., hatte in der Sache die gleiche Stossrichtung wie die 
Eingabe des Beschuldigten A. vom 26. Januar 2022: In beiden Fällen ging bzw. 
geht es primär um eine Rückweisung der Sache an die Strafkammer zwecks 
Durchführung einer neuen Hauptverhandlung. In beiden Fällen hatte bzw. hat 
das Vorgehen (voraussichtlich) eine erhebliche weitere Verzögerung des Verfah-
rens zur Folge. Es ist davon auszugehen, dass B. und G. (damals je durch RA 
Schaad vertreten, der anfänglich auch den Beschuldigten MARTYNENKO ver-
treten hatte) ihre Beschwerde in Strafsachen vom 8. März 2021 nicht ohne das 
Einverständnis des wirtschaftlich Berechtigten MARTYNENKO eingereicht hät-
ten. Ebenso ist anzunehmen, dass der Beschuldigte A. seine Eingabe vom 26. 
Januar 2022 ohne das Einverständnis seines Vorgesetzen MARTYNENKO nicht 
eingereicht hätte. 

1.16.2.3 Im Rahmen einer Eingabe vom 4. März 2022 machte B. (RA Clerc) u.a. geltend, 
aufgrund des durch Russland gegen die Ukraine geführten Krieges sei es ihm 
«nicht möglich, mit der Klientschaft und namentlich mit dem wirtschaftlich Be-
rechtigten» (es handle sich «nicht um einen der Angeklagten») in Kontakt zu tre-
ten (vgl. CAR pag. 3.104.032). Eine nachvollziehbare Begründung, wer, weshalb 
und seit wann der wirtschaftlich Berechtigte der B. sei, fehlt in der erwähnten 
Eingabe jedoch. Es wird nicht einmal der Name des angeblichen wirtschaftlich 

- 29 - 

Berechtigten der B. genannt. Die Behauptung folgt stattdessen dem Ausschluss-
prinzip: Beim wirtschaftlich Berechtigten handle es sich «nicht um einen der An-
geklagten». 

 In eine ähnliche Richtung zielt auch das Vorgehen des Beschuldigten MARTY-
NENKO, welcher der wiederholten gerichtlichen Aufforderung zur Bezeichnung 
eines Rechtsvertreters bzw. einer schweizerischen postalischen Zustelladresse 
für die im Ausland domizilierte G. innert Frist nicht nachkam, obwohl die Akten-
lage darauf hindeutet, dass MARTYNENKO wirtschaftlich Berechtigter der G. ist. 
Deshalb wurde gemäss Verfügung der Vorsitzenden vom 24. Januar 2022 
schliesslich vom Verzicht der G. auf die Ausübung ihrer Teilnahmerechte im Be-
rufungsverfahren ausgegangen (vgl. CAR pag. 6.200.011 ff.; oben SV lit. S). 

1.16.2.4 Trotz des klaren Urteils des Bundesgerichts 1B_120/2021 vom 12. August 2021, 
mit dem auf die Beschwerde der B. / G. (damals beide vertreten durch RA 
Schaad) gegen die Verfügung der Vorsitzenden der Berufungskammer vom 3. 
Februar 2021 (bzw. auf die Anträge zur Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils 
und Rückweisung der Sache an die Strafkammer zwecks Durchführung einer 
neuen Hauptverhandlung) nicht eingetreten wurde (CAR pag. 10.201.025 ff.; vgl. 
oben SV lit. N.2 - N.5 und E. 1.17.1), blenden sowohl der Beschuldigte MARTY-
NENKO als auch die B. ebendieses Urteil des Bundesgerichts aus: 

 - Der Beschuldigte MARTYNENKO thematisiert in seiner Eingabe vom 17. Feb-
ruar 2022 insbesondere erneut die «Nichtzustellung der Anklageschrift im Ver-
fahren SV.13.0943» an die B. und G. bzw. «die fehlende Vertretung dieser 
Körperschaften» während der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, weshalb 
«mindestens zwei schwere und nicht heilbare Mängel» vorlägen (vgl. CAR 
pag. 3.102.029 f.). 

 - Auch die B. rügt in ihrer Eingabe vom 18. Februar 2022 erneut, dass ihr «im 
erstinstanzlichen Verfahren keinerlei Stellung zugedacht worden» sei. «Ob 
der fehlende Instanzenzug im Rahmen der Berufung heilbar» sei, dürfe «vor-
liegend offenbleiben und wäre mit der Prüfung des zweitinstanzlichen Urteils 
vorzubringen» (vgl. CAR pag. 3.104.031). Ähnlich äusserte sie sich auch in 
ihrer Eingabe vom 21. März 2022 (vgl. CAR pag. 3.104.038). 

1.17 Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 2. Dezember 2020 

1.17.1 Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich DG200009-L / U vom 2. Dezember 2020 
(CAR pag. 4.102.004 ff.) wurde der PoIizeibeamte TTTT. u.a. der mehrfachen 
Amtsgeheimnisverletzung im Sinne von Art. 320 Ziffer Abs. 1 StGB und der mehr-
fachen passiven Bestechung im Sinne von Art. 322quater StGB schuldig gespro-

- 30 - 

chen und mit einer Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu Fr. 150.-- (bedingt, Probe-
zeit von 2 Jahren) belegt (Dispositivziffern 1, 2 und 3; CAR pag. 4.102.113 f.). 
Das entsprechende, in Rechtskraft erwachsene Urteil wurde beim Bezirksgericht 
Zürich ediert (vgl. oben SV lit. S und U). 

 Diesem Urteil (bzw. ergänzend der zugrundeliegenden Anklageschrift) lassen 
sich insbesondere folgende, in Bezug auf den vorliegenden Beschluss respektive 
das Berufungsverfahren CA.2020.14 potenziell relevante Aspekte entnehmen: 

1.17.2 Der mit besagtem Urteil verurteilte Polizeibeamte TTTT. war von BBBBB. kon-
taktiert worden, einer Nachrichtenhändlerin, welche zu DDR-Zeiten Mitarbeiterin 
des Ministeriums für Staatssicherheit («Stasi») gewesen war. Im Rahmen dieser 
Kontakte mit BBBBB. tätigte TTTT. u.a. Abfragen im System JANUS (einer nicht-
öffentlichen Datenbank betreffend die Zusammenarbeit der Bundeskriminalpoli-
zei [BKP] mit den Strafverfolgungs- und Kriminalbehörden der Kantone sowie mit 
ausländischen Behörden im Kampf gegen die internationale organisierte Krimi-
nalität). TTTT.’s Ausdrucke der JANUS-Logfiles bezüglich des Projekts «...» be-
treffen Recherchen vom 10. Mai, 8. Juli und 15. September 2015 nach dem Nach-
namen «Martynenko», kombiniert mit verschiedenen Vornahmen (E. III. lit. D 5.1.1, 
5.1.4 und lit. E 5.3. f.; CAR pag. 4.102.020 ff. und 064 f.). 

1.17.3 Zudem tätigte TTTT. im Rahmen der Kontakte mit BBBBB. auch Abfragen im 
System INFOCAR (einer nichtöffentlichen Datenbank mit Fahrzeuginformationen 
für die Behörden und die Versicherungsgesellschaften der Kantone AG, LU, SH, 
VD, ZG und ZH). TTTT. recherchierte am 7. September 2015 in INFOCAR betref-
fend Urs Köhli, dem für das vorliegende Strafverfahren gegen die Beschuldigten 
MARTYNENKO und A. zuständigen Staatsanwalt des Bundes. Der abgerufene 
Eintrag umfasste namentlich Köhlis Geburtsdatum, Bürgerort und Privatadresse 
(E. III. lit. D 5.1.1 und 5.1.4 sowie lit. E 5.3.2; CAR pag. 4.102.020 ff. und 064 f.). 

1.17.4 Per E-Mail vom 10. Mai 2015 informierte TTTT. BBBBB. unter Hinweis auf ent-
sprechende Medienberichte über die Ermittlungen der BA im Fall «MARTY-
NENKO», bzw. dass in Zürich keine Ermittlungen gegen MARTYNENKO getätigt 
würden (vgl. E. III. lit. D 5.3 d und lit. E 5.3.1 ff.; CAR pag. 4.102.024 und 064). 

1.17.5 Mit SMS vom 10. Mai 2015 fragte BBBBB. TTTT. an, ob er ihr «in der Sache 
Bank C.» helfen könne (E. III. lit. D. 5.3 e; CAR pag. 4.102.024). 

1.17.6 Am Arbeitsplatz von TTTT. wurden diverse Word-Dokumente im Zusammenhang 
mit dem Projekt «...» sichergestellt. Darunter war etwa ein Dokument mit dem 
Titel «Für TTTT.», welches TTTT. anerkanntermassen von BBBBB. übergeben 
worden war. Es enthält die Aufforderung an TTTT., möglichst viel über das Ver-
fahren der BA gegen Mykola MARTYNENKO herauszufinden, mit dem Hinweis, 

- 31 - 

dieser sei der Auftraggeber in diesem Projekt (vgl. E. III. lit. D. 6.3.4 a, vgl. zu den 
weiteren sichergestellten Dokumenten auch lit. b und c; CAR pag. 4.102.027 f.). 

1.17.7 Am 3. Dezember 2015 wurde TTTT. von BBBBB. zwecks «Projektberatung ...» 
zu einem Nachtessen im Restaurant «CCCCC.» in Z. eingeladen (vgl. E. III. lit. 
E. 1.3.2 a; CAR pag. 4.102.030 f.). TTTT. wird insofern zudem vorgeworfen, von 
BBBBB. bereits am 7. September 2015 im Restaurant «DDDDD.» zum Nachtes-
sen eingeladen worden zu sein, bzw. dass er von BBBBB. für die von ihm er-
brachten Auskünfte mit diesen Nachtessen entschädigt worden sei (vgl. E. III. lit. 
E. 5.3.4 und 6.1 f.; CAR pag. 4.102.066 f.). 

1.17.8 TTTT. wurde u.a. im Zusammenhang mit den erwähnten Tätigkeiten insbeson-
dere betreffend Projekt «...» der (mehrfachen) Amtsgeheimnisverletzung schul-
dig erklärt. Im Urteil wird diesbezüglich festgehalten, dass «Mykola Martynenko 
die entsprechenden Nachforschungen offenbar selber in Auftrag gegeben» habe 
(vgl. E. IV. lit. C 2.4.1 und lit. G 1 bzw. Dispositivziffer 1; CAR pag. 4.102.081, 
094 und 113). Zudem wurde TTTT. u.a. im Zusammenhang mit der betreffend 
Projekt «...» durch BBBBB. erfolgten Zahlung der Nachtessen vom 7. September 
und 3. Dezember 2015 der (mehrfachen) passiven Bestechung schuldig erklärt 
(vgl. E. IV. lit. D 2.2 - 2.2.4 und lit. G 1 bzw. Dispositivziffer 1; CAR pag. 4.102.088 
f., 094 und 113). 

1.17.9 Zusammenfassend ist bezüglich des rechtskräftigen Urteils des Bezirksgerichts 
Zürich DG200009-L / U vom 2. Dezember 2020 Folgendes festzuhalten: Der im 
vorliegenden Strafverfahren bzw. Berufungsverfahren CA.2020.14 beschuldigte 
MARTYNENKO hatte offenbar 2015 (erfolgreich) versucht, mittels der Nachrich-
tenhändlerin und ehemaligen Stasi-Mitarbeiterin BBBBB., bzw. über den Polizei-
beamten TTTT., an Informationen über das ihn (MARTYNENKO) betreffende 
Strafverfahren zu gelangen, inkl. nicht-öffentlicher Informationen in Bezug auf den 
zuständigen Staatsanwalt des Bundes Urs Köhli (darunter dessen Privatadresse). 

1.18  Gesamteinschätzung 

1.18.1 In einer Gesamtschau deutet die Kombination all dieser Vorkommnisse und Um-
stände darauf hin, dass der Beschuldigte A. darüber informiert war, dass RA Mráz 
im gleichen Strafverfahren bereits für die Bank C. und die Zeugin QQQQ. als An-
gestellte der Bank C. (sowie allenfalls für weitere Mitarbeitende der Bank C., die 
ebenfalls als Zeugen ausgesagt haben) als Rechtsvertreter tätig gewesen war. Bei 
A.’s anderslautender Darstellung handelt es sich um eine Schutzbehauptung.  

- 32 - 

 Bereits A.’s Argumentation, ihm sei durch das erwähnte Dispensationsgesuch 
die Möglichkeit genommen worden, sich dem erstinstanzlichen Gericht zu erklä-
ren (was auf eine nicht gehörige und effektive Verteidigung hinweise), ist wider-
sprüchlich und unglaubhaft (oben E. II. 1.11 - 1.11.7). 

 Auch der Umstand, dass der Beschuldigte A. nach der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung und Urteilseröffnung ein Ausstandsgesuch gegen sämtliche Mitglie-
der des Spruchkörpers im Verfahren SK.2019.77 eingereicht hatte, weist – zu-
sammen mit dem vorbereitenden Vorgehen des Beschuldigten MARTYNENKO 
– auf eine Strategie der Prozessverzögerung hin (oben E. II. 1.13 - 1.13.5).  

 Auffällig sind zudem die Umstände, wie der Beschuldigte A. RA Mráz (zusätzlich) 
als erbetenen Verteidiger beauftragte, um dann während des Berufungsverfah-
rens einen weiteren Verteidigerwechsel vorzunehmen bzw. neu RAin Tethong zu 
beauftragen (oben E. II. 1.14 - 1.14.9). 

 Des Weiteren spricht auch der Umstand, dass der Beschuldigte A. RA Mráz of-
fenbar nicht vom Anwaltsgeheimnis entbunden hat, bzw. der Verzicht von RA Mráz 
auf eine Stellungnahme in der vorliegenden Angelegenheit, gegen die Darstellung 
und Argumentation A.’s (oben E. II. 1.15 - 1.15.5). 

 Im Übrigen deuten auch die Beschwerde in Strafsachen, welche B. und G. am 
8.  März 2021 beim Bundesgericht einreichten und vor allem die darauf folgende 
Ausblendung des entsprechenden Urteils des BGer 1B_120/2021 vom 12. August 
2021 (mit dem auf die Beschwerde nicht eingetreten wurde) durch den Beschul-
digten MARTYNENKO und B. auf ein verfahrensverzögerndes Vorgehen hin 
(oben E. II. 1.16 - 1.16.2.4 ). 

 Das Verhalten des Beschuldigten MARTYNENKO im Zusammenhang mit der 
Nachrichtenhändlerin BBBBB. respektive dem Polizeibeamten TTTT. verstärkt 
den Eindruck, dass versucht wird, auf das vorliegende Berufungsverfahren ma-
nipulativ einzuwirken (vgl. oben E. II. 1.17 - 1.17.9). 

1.18.2 Demgemäss ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte A. im Verbund mit 
den weiteren Verfahrensbeteiligten (exkl. BA) die Eingabe vom 26. Januar 2022 
dazu nutzen will, um das vorliegende Straf- bzw. Berufungsverfahren zu verzö-
gern bzw. durch Anstreben einer Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz 
/ BA die Verjährung zu bewirken. A.’s Argumentation ist, im Gesamtkontext be-
trachtet und wie oben ausgeführt, weder glaubhaft noch nachvollziehbar. Entge-
gen A.’s Darstellung ist davon auszugehen, dass RA Mráz im Wissen A.’s (und 
MARTYNENKOS) um dessen besagtes vorheriges Mandat und die damit einher-
gehende Interessenkollision als A.S erbetener Verteidiger mandatiert wurde. Da-
bei dürfte eine gewisse Rolle gespielt haben, dass sich RA Mráz mit der Materie 

- 33 - 

bei Übernahme von A.’s Verteidigung bereits auskannte, und zudem Russisch 
spricht. Weiter war wohl von Bedeutung, dass RA Mráz vormalig nicht Rechts-
vertreter einer anderen Partei im vorliegenden Strafverfahren gewesen war (was 
zu auffällig gewesen wäre und deshalb wohl zu Interventionen seitens der BA 
bzw. der Vorinstanz geführt hätte), sondern «nur» (aber immerhin) Rechtsvertre-
ter einer drittbetroffenen Bank, welche mit ihrer Meldung vom 19. Juli 2013 bei 
der MROS das vorliegende Strafverfahren ins Rollen gebracht hatte (sowie 
Rechtsvertreter einer bzw. möglicherweise von mehreren Angestellten dieser 
Bank, welche als Zeugen ausgesagt hatten). Dementsprechend gibt es im vorlie-
genden Strafverfahren nur wenige Aktenstellen, aus denen diese vormalige Man-
datierung von RA Mráz ersichtlich wird. 

 Zusammengefasst deutet vieles auf ein rechtsmissbräuchliches Verhalten hin, 
mit dem das Rechtsinstitut einer wirksamen Verteidigung, welches einem Be-
schuldigten – auch A. – zusteht (vgl. oben E. I. 1.1), zweckentfremdet werden 
soll, um den Prozess enorm zu verzögern bzw. die Verjährung herbeizuführen. Der 
Beschuldigte A. kann sich nicht darauf berufen, von RA Mráz angeblich «nicht wirk-
sam verteidigt» worden zu sein, da A. die entsprechende Konstellation im Wissen 
um die damit einhergehende Interessenkollision selbst herbeigeführt hat. Abgese-
hen davon bringt der Beschuldigte A. keine stichhaltigen konkreten Beispiele vor, 
die belegen würden, dass er von RA Mráz tatsächlich nicht wirksam verteidigt wor-
den wäre. Der Vorwurf, dem Beschuldigten A. sei durch das erwähnte Dispensa-
tionsgesuch die Möglichkeit genommen worden, sich dem erstinstanzlichen Ge-
richt zu erklären, ist wie dargelegt widersprüchlich und unglaubhaft (oben E. II. 
1.11 - 1.11.7 und 1.18.1). 

1.18.3 Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass Prof. AAAAA. sein Rechtsgut-
achten vom 26. Januar 2022 – bei dem es sich in formeller Hinsicht um eine 
blosse Parteibehauptung handelt – offensichtlich gestützt auf einen in verschie-
dener Hinsicht lückenhaften Sachverhalt erstellt hat. Insbesondere sind die zahl-
reichen Vorgehensweisen und Umstände, welche auf ein rechtsmissbräuchliches 
Verhalten des Beschuldigten A. sowie auch der weiteren Verfahrensbeteiligten 
(exkl. BA) hinweisen, aus dem Sachverhalt, der von Prof. AAAAA. «ohne weitere 
eigenständige Verifizierung als gegeben unterstellt wird» (CAR pag. 3.103.024 
f.), mangels Kontextualisierung nicht ersichtlich. Weiter ist der entsprechende 
Sachverhalt auch insofern ungenau respektive unzutreffend, als darin ohne nähere 
Angaben ein am 7. Mai 2019 stattgefundener «Verteidigerwechsel» erwähnt wird. 
Es wird diesbezüglich nicht präzisiert, dass zu diesem Zeitpunkt gerade kein ei-
gentlicher Verteidigerwechsel stattgefunden hatte, sondern dass der Beschuldigte 
A. ab diesem Datum (bzw. seit der genehmigenden Verfügung der BA vom 13. 
Juni 2021) zusätzlich durch den erbetenen Verteidiger RA Mráz vertreten wurde, 
während RA Affolter die Funktion des amtlichen Verteidigers parallel dazu noch bis 

- 34 - 

zum 10. Dezember 2019 ausübte; d.h. es fand insofern eine doppelte Verteidigung 
des Beschuldigten A. statt (vgl. oben SV lit. H - H.5). 

 Bereits aufgrund des lückenhaften bzw. selektiven Sachverhalts, auf den Prof. 
AAAAA. sich abgestützt hat, ist sein Rechtsgutachten in Bezug auf den vorlie-
genden Fall nur sehr beschränkt aussagekräftig. Dies gilt nicht nur für seine Aus-
führungen betreffend Antrag Ziffer 1 des Beschuldigten A., sondern systematisch 
auch für die Erläuterungen zu A.‘s weiteren Anträgen. 

1.18.4 Gemäss diesen Ausführungen ist Antrag Ziffer 1 des Beschuldigten A. vom 26. 
Januar 2022 («Es sei festzustellen, dass der Berufungskläger/Beschuldigte durch 
Rechtsanwalt Michael Mráz nicht wirksam verteidigt war») abzuweisen. 

2. Antrag Ziffer 2 des Beschuldigten A. vom 26. Januar 2022 («Es sei das erstin-
stanzliche Urteil wegen wesentlicher Mängel im Sinne von Art. 409 StPO aufzuheben und 
die Sache vor Ansetzung der mündlichen Berufungsverhandlung zur Durchführung einer 
neuen Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Ge-
richt zurückzuweisen. ») 

2.1  Der Beschuldigte A. macht betreffend diesen Antrag vor allem geltend, die Rück-
weisung sei in diesem Fall unumgänglich, um seine Verteidigungsrechte zu wah-
ren und ein faires Strafverfahren zu garantieren. Werde das erstinstanzliche Ver-
fahren, in dem er nicht gehörig verteidigt worden sei, nicht wiederholt, gehe ihm 
eine Instanz verloren. Selbst wenn die Berufungsinstanz den Sachverhalt und die 
Rechtslage frei überprüfe, könne dies den schwerwiegenden Mangel des erstin-
stanzlichen Verfahrens nicht heilen (CAR pag. 3.103.020). 

2.2  Prof. AAAAA. beantwortet in Bezug auf den vorliegenden Antrag Ziffer 2 die ihm 
entsprechend gestellte Frage Ziffer 3.a («Was sind die Auswirkungen auf das 
weitere Verfahren, konkret: a) Ist das angefochtene Urteil der ersten Instanz vom 
Berufungsgericht aufzuheben und die Sache zur Durchführung einer neuen Haupt-
verhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht 
zurückzuweisen (Art. 409 Abs. 1 StPO)?») wie folgt: Die nicht gehörige Verteidi-
gung des Mandanten der Auftraggeberin stelle einen wesentlichen Mangel des 
erstinstanzlichen Verfahrens dar, der, weil er im Berufungsverfahren nicht geheilt 
werden könne, zur Aufhebung des erstinstanzlichen Entscheids und zur Zurück-
verweisung der Sache an die erste Instanz führen müsse (vgl. CAR pag. 
3.103.026, 035 f., 038). 

2.3  Der Beschuldigte MARTYNENKO sowie die B. unterstützen je Antrag Ziffer 2 des 
Beschuldigten A. (vgl. CAR pag. 3.102.016 f., 3.102.025 ff., 3.102.029 ff. / 
3.104.030 f., 3.104.036 ff.). 

- 35 - 

2.4  Die BA sowie die Vorinstanz opponieren je gegen Antrag Ziffer 2 des Beschul-
digten A. (vgl. CAR pag. 4.101.003 / 3.101.024 f., 3.101.032 ff., 3.101.043 f.). 

2.5  Das oben zu Antrag Ziffer 1 des Beschuldigten A. Gesagte (vgl. insbesondere E. 
II. 1.18 - 1.18.4) gilt hier entsprechend, denn die angeblichen «wesentlichen Män-
gel» gemäss Art. 409 Abs. 1 StPO betreffen nach Argumentation A.‘s gerade die 
von ihm im abgewiesenen Antrag Ziffer 1 gerügte «nicht wirksame Verteidigung». 
A.‘s Antrag Ziffer 2 baut somit auf der (unzutreffenden) Annahme auf, dass sein 
Antrag Ziffer 1 gutgeheissen würde. 

Art. 409 Abs. 1 StPO ist für den (aussergewöhnlichen) Fall gedacht, dass das 
erstinstanzliche Verfahren wesentliche Mängel aufweist, die im Berufungsverfah-
ren nicht geheilt werden können. Diesfalls hebt das Berufungsgericht das ange-
fochtene Urteil auf und weist die Sache zur Durchführung einer neuen Hauptver-
handlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht 
zurück (vgl. oben E. I. 3). Der Beschuldigte A. will demgemäss systemlogisch auch 
(und vor allem) das Rechtsinstitut des Art. 409 Abs. 1 StPO in rechtsmissbräuchli-
cher Weise zweckentfremden, um den Prozess dadurch massiv zu verzögern 
bzw. die Verjährung zu bewirken. 

2.6 Demnach ist auch Antrag Ziffer 2 des Beschuldigten A. vom 26. Januar 2022 
abzuweisen. 

3. Antrag Ziffer 3 des Beschuldigten A. vom 26. Januar 2022 («Es sei festzustellen, 
dass diejenigen Verfahrenshandlungen, welche während der nicht ausreichenden 
Verteidigung stattgefunden haben, nicht verwertet werden dürfen.») 

3.1  Der Beschuldigte A. macht in Bezug auf diesen Antrag keine näheren eigenen 
Ausführungen. 

3.2  Prof. AAAAA. beantwortet in Bezug auf den vorliegenden Antrag Ziffer 3 (sowie 
auch Ziffer 4) die ihm entsprechend gestellte Frage Ziffer 3.b («Sind die Verfah-
renshandlungen, die unter Mitwirkung von Rechtsanwalt M stattgefunden haben, 
als ungültig und die insoweit gewonnenen Erkenntnisse als unverwertbar zu be-
trachten?») wie folgt: Die erste Instanz habe nach der Zurückverweisung der Sa-
che eine komplett neue Hauptverhandlung durchzuführen. Beweise, die erhoben 
worden seien, während der Mandant der Auftraggeberin durch RA M verteidigt 
gewesen sei, unterlägen einem Verwertungsverbot (Art. 131 Abs. 3 StPO) und 
müssten nochmals erhoben werden (vgl. CAR pag. 3.103.026, 037 f.). 

3.3  Der Beschuldigte MARTYNENKO sowie die B. unterstützen je Antrag Ziffer 3 des 
Beschuldigten A. (vgl. CAR pag. 3.102.016 f., 3.102.025 ff., 3.102.029 ff. / 
3.104.030 f., 3.104.036 ff.). 

- 36 - 

3.4  Die BA sowie die Vorinstanz nehmen je gegen Antrag Ziffer 3 des Beschuldigten 
A. Stellung (vgl. CAR pag. 4.101.003 / 3.101.024 f., 3.101.032 ff., 3.101.043 f.). 

3.5 In Bezug auf Antrag Ziffer 3 des Beschuldigten A. ist einleitend auf die Erwägung 
1.3.5 des Urteils der Strafkammer SK.2019.77 vom 26. Juni 2020 zu verweisen. 
Die Vorinstanz führt darin unter dem Titel «Teilnahmerechte und Rollenwechsel 
des Beschuldigten A.» Folgendes aus: 

 «Die Verteidigung des Beschuldigten A. weist zu Recht darauf hin, das vorliegende 
Strafverfahren sei von der BA erst mit Ausdehnungsverfügung vom 29. Juni 2018 ge-
gen seinen Klienten in persönlicher Hinsicht ausgedehnt worden (BA pag. 1.000-
0003), weshalb er naturgemäss seine Parteirechte vor diesem Datum nicht habe aus-
üben können. Bezüglich der Verwertbarkeit der Zeugeneinvernahmen von Dritten ist 
der Schriftenwechsel zwischen dem damaligen amtlichen Verteidiger des Beschuldig-
ten A. Rechtsanwalt Friedrich Affolter (nachfolgend: Affolter) und der BA beizuziehen. 
Mit Schreiben vom 31. Dezember 2018 wies Affolter die BA darauf hin, dass seiner 
Ansicht nach unter Verweis auf Art. 147 StPO die bisherigen Zeugenaussagen wegen 
Verletzung des Konfrontationsrechts nicht gegen seinen Klienten verwertet werden 
dürften (BA pag. 16.300-0017). Mit Schreiben vom 7. Januar 2019 antwortete die BA, 
dass sie diese Ansicht «vollumfänglich teile» (BA pag. 16.300-0018 f.). Im Sinne des 
Gebotes von Treu und Glauben (Art. 3 Abs. 2 lit. a StPO) ist für das Gericht die Auf-
fassung der BA, dass diese Zeugeneinvernahmen nicht verwertbar sind, verbindlich, 
zufolge dessen ist nicht zu prüfen, ob ein (sinngemässes) Gesuch gemäss Art. 147 
Abs. 3 StPO vorliegt bzw. ein solches unter vorliegenden Umständen hätte gestellt 
werden müssen. Die unter Einhaltung der Teilnahmerechte wiederholten Einvernah-
men (vgl. die Einvernahmen des Zeugen I. [E. 3.5.11.3] und der Zeugin J. 
[E. 3.5.11.4]) können hingegen (auch) in Bezug auf den Beschuldigten A. verwertet 
werden. Unverwertbar sind hingegen aufgrund des unechten Rollenwechsels vom 
Zeugen zur beschuldigten Person die vom Beschuldigten A. anlässlich seiner rechts-
hilfeweise in der Ukraine durchgeführten Zeugeneinvernahmen getätigten Aussagen 
(Art. 158 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 141 Abs. 1 StPO).» (CAR pag. 1.100.013) 

 Diese Ausführungen der Vorinstanz betreffend Verwertbarkeit / Unverwertbarkeit 
von Zeugenaussagen im Hinblick auf den Beschuldigten A. sind grundsätzlich 
auch im vorliegenden Berufungsverfahren zu beachten. 

3.6 Soweit der Beschuldigte A. darüberhinausgehend seinen vorliegenden Antrag 
Ziffer 3 stellt («Es sei festzustellen, dass diejenigen Verfahrenshandlungen, wel-
che während der nicht ausreichenden Verteidigung stattgefunden haben, nicht 
verwertet werden dürfen»), ist (zusätzlich) auf Folgendes hinzuweisen: 

- 37 - 

3.6.1 Das oben zu den Anträgen Ziffern 1 und 2 des Beschuldigten A. Gesagte (vgl. 
insbesondere E. II. 1.18 - 1.18.4 und 2.5) gilt diesbezüglich grundsätzlich ent-
sprechend, denn die Rüge der «nicht ausreichenden Verteidigung», welche in 
Antrag Ziffer 3 enthalten ist, war bereits zentraler Inhalt des Antrags Ziffer 1. Antrag 
Ziffer 1 wurde indes infolge rechtsmissbräuchlichen Verhaltens des Beschuldig-
ten A. abgewiesen (oben E. II. 1.18.4). A.‘s Antrag Ziffer 3 baut auf der (unzutref-
fenden) Annahme auf, dass sein Antrag Ziffer 1 gutgeheissen würde. 

3.6.2 Bei der Einvernahme A.‘s als beschuldigte Person vom 14. Januar 2019 in Kiew 
(BA pag. 13.200-0090 ff.) war ohnehin dessen amtlicher Verteidiger RA Affolter 
anwesend (siehe insbesondere BA pag. 13.200-0091; vgl. oben SV lit. G). Diese 
Einvernahme fand zudem vor der (zusätzlichen) Mandatierung von RA Mráz als 
erbetener Verteidiger A.‘s statt (oben SV lit. H.1 f.). Auch insofern handelt es sich 
somit nicht um eine Verfahrenshandlung, welche während einer «nicht ausrei-
chenden Verteidigung stattgefunden» hätte. Die Einvernahme A.‘s als beschul-
digte Person vom 14. Januar 2019 ist auch unter diesen Gesichtspunkten ohne 
Weiteres verwertbar. A. hat während dieser Einvernahme im Übrigen praktisch 
vollumfänglich von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch gemacht. 

3.7 Weitere Verfahrenshandlungen, bei denen sich die Frage der Verwertbarkeit stel-
len könnte, sind (abgesehen von obigen Ausführungen E. II. 3.5 und 3.6.1) nicht 
ersichtlich. 

3.8 Demgemäss ist auch Antrag Ziffer 3 des Beschuldigten A. vom 26. Januar 2022 
abzuweisen. 

4. Antrag Ziffer 4 des Beschuldigten A. vom 26. Januar 2022 («Es sei die Vor-
instanz anzuweisen, diejenigen Verfahrenshandlungen zu wiederholen bzw. wie-
derholen zu lassen, an denen Rechtsanwalt Michael Mráz als Verteidiger des 
Berufungsklägers/Beschuldigten beteiligt war.») 

4.1  Der Beschuldigte A. bringt im Zusammenhang mit diesem Antrag (ergänzend) 
vor, die Berufungsinstanz könne die Rückweisung mittels eines Beschlusses ge-
mäss Art. 80 Abs. 1 Satz 2 StPO bereits vor Ansetzung der mündlichen (oder 
schriftlichen) Berufungsverhandlung anordnen, wenn es offensichtlich sei, dass 
das Verfahren zurückgewiesen werden müsse. Damit nicht unnötig Zeit verloren 
gehe, würden die obgenannten Anträge deshalb bereits jetzt gestellt und im 
Sinne des Beschleunigungsgebots beantragt, den Beschluss schon vor der Be-
rufungsverhandlung zu fällen (vgl. CAR pag. 3.103.020). 

4.2  Betreffend Prof. AAAAA. Ausführungen zu diesem Antrag ist auf obige E. II. 3.2 
zu verweisen. 

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4.3  Der Beschuldigte MARTYNENKO sowie die B. unterstützen je Antrag Ziffer 4 des 
Beschuldigten A. (vgl. CAR pag. 3.102.016 f., 3.102.025 ff., 3.102.029 ff. / 
3.104.030 f., 3.104.036 ff.). 

4.4  Die BA sowie die Vorinstanz opponieren sinngemäss je gegen Antrag Ziffer 4 des 
Beschuldigten A. (vgl. CAR pag. 4.101.003 / 3.101.024 f., 3.101.032 ff., 3.101.043 f.). 

4.5 Das oben zu den Anträgen Ziffern 1 - 3 des Beschuldigten A. Gesagte (vgl. ins-
besondere E. II. 1.18 - 1.18.4, 2.5 und 3.5 - 3.8) gilt bezüglich Antrag Ziffer 4 
grundsätzlich entsprechend. Wie ausgeführt wurde, sind die Anträge Ziffern 1 - 3 
abzuweisen. Insbesondere ist (in Bezug auf Antrag Ziffer 2) das vorinstanzliche 
Urteil nicht aufzuheben bzw. die Sache nicht zur Durchführung einer neuen 
Hauptverhandlung und zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Ge-
richt zurückzuweisen. Aus der Abweisung der Anträge Ziffern 1 - 3 folgt, dass An-
trag Ziffer 4 obsolet ist, da Letzterer gestützt auf die (unzutreffende) Annahme ge-
stellt wurde, dass die Anträge Ziffern 1 - 3 gutgeheissen würden. Abgesehen davon 
ist Antrag Ziffer 4, da er im Kontext mit den vorangehenden Anträgen gestellt 
wurde, ebenso rechtsmissbräuchlicher Art wie die Anträge Ziffern 1 - 3. 

III. Kosten und Entschädigungen 

1. Die Kosten für den vorliegenden Beschluss werden im Rahmen des zu fällenden 
Urteils in der Hauptsache (CA.2020.14) festgesetzt und verlegt (Art. 421 Abs. 1 
StPO). 

2. Aufgrund seines vollständigen Unterliegens hinsichtlich der von ihm gestellten 
Anträge Ziffern 1 - 4 vom 26. Januar 2022 hat der Gesuchsteller / Beschuldigte 
A. betreffend den vorliegenden Beschluss keinen Anspruch auf Entschädigung 
(vgl. Art. 429 StPO analog). 

  

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Die Berufungskammer erkennt: 

1. Antrag Ziffer 1 von A. vom 26. Januar 2022 («Es sei festzustellen, dass der Beru-
fungskläger/Beschuldigte durch Rechtsanwalt Michael Mraz nicht wirksam verteidigt 
war») wird abgewiesen. 

2. Antrag Ziffer 2 von A. vom 26. Januar 2022 («Es sei das erstinstanzliche Urt