# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 118be71b-016d-5a9c-b0ea-b1ee3d89be61
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.09.2010 C-4442/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4442-2008_2010-09-01.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4442/2008/
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richter Beat Weber (Vorsitz), Richter Stefan Mesmer, 
Richter Johannes Frölicher, 
Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger.

A._______, Zustelldomizil: B._______, Z._______,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
Y._______,
Vorinstanz.

Invalidenversicherung; Verfügung der IVSTA 
vom 26. Mai 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4442/2008

Sachverhalt:

A.
A._______,  geboren  am  (...)  1950,  Bürger  der  ehemaligen 
Sozialistischen  Föderativen  Republik  Jugoslawien  (nachfolgend: Ver-
sicherter  oder  Beschwerdeführer),  arbeitete  im August  1974  und ab 
1978 alljährlich (mit Unterbrüchen in den Jahren 1984, 1986-1988) in 
der  Schweiz  als  angelernter  Maurer  und  leistete  Beiträge  an  die 
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung. Zuletzt arbeitete er 
bei der C._______ AG in X._______ (act. IV/1). 

B.
Am 6. Dezember  1991 erlitt  er  bei  einem Arbeitsunfall  eine Patel la-
querfraktur [Kniescheibe] links (act. SUVA/19). Nach mehreren Opera-
tionen  (act.  SUVA/18  [Reposition],  7  [Materialentfernung],  2  [Diag-
nostische Arthroskopie,  Plicaresektion,  Lösung von Verwachsungen]) 
und der Rehabilitation in der Klinik W._______ (act. SUVA/12) war er 
ab 11. Januar 1993 zu 50% arbeitsfähig geschrieben, hat aber weiter-
hin  nicht  gearbeitet  (vgl.  act.  IV/5,  6,  SUVA/23).  Der  Kreisarzt  der 
SUVA stellte am 17. Februar 1993 fest, der Versicherte sei wieder voll 
arbeitsfähig. Die SUVA schloss in der Folge den Fall ab und stellte die 
Leistungen ein (act. SUVA/27 f.). Der Versicherte beantragte indes wei-
tere Leistungen der SUVA (vgl. act. SUVA/30, 31 und IV/17, 26.2). 

C.
Am 24. November  1992 beantragte  der  Versicherte  bei  der  IV-Stelle 
V._______  (IV  V.________)  wegen  anhaltender  voller 
Arbeitsunfähigkeit seit dem Unfall vom 6. Dezember 1991 Leistungen 
der Invalidenversicherung (act. IV/2).

Die IV V.________ sprach dem mittlerweile arbeitslosen Versicherten 
(vgl. act. IV/10) am 6. Dezember 1993 einen Anspruch auf eine vom 1. 
Dezember 1992 bis 28. Februar 1993 befristete ganze Invalidenrente 
zu (act. IV/11 – 12, vgl. auch act. IV/7 – 9).

D.
Am 7. Oktober  1996 meldete sich der Versicherte  erneut  bei  der  IV 
V._______ zum Bezug von Leistungen an und machte geltend, er sei 
seit  dem  Unfall  vom  6.  Dezember  1991  weiterhin  zu  100% 
arbeitsunfähig (act. IV/15). Er liess am 21. Oktober 1996 einen Bericht 
seines Hausarztes vom 12. Oktober 1996 einreichen. Dieser nahm am 

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18. Oktober 1996 gegenüber der IV-Stelle direkt Stellung (act. IV/17, 
90, 91). 

Mit Mitteilung vom 18. November 1996 trat die IV-Stelle auf das neue 
Rentengesuch nicht ein (act. IV/19).

E.
E.a Mit Eingabe vom 2. Juni 1997 stellte der Versicherte – vertreten 
durch Rechtsanwalt Felix Barmettler – einen neuen Rentenantrag. Er 
begründete  diesen  damit,  er  leide  an  einem massiven  lumboradiku-
lären Schmerzsyndrom trotz  einer  im März 1997 operierten riesigen 
sequestrierten Diskushernie L4/5, wobei auch psychische Faktoren mit 
Krankheitswert  den  Status  beeinflussen  würden.  Er  sei  mindestens 
seit dem 23. Dezember 1996 zu 100% arbeitsunfähig (act. IV/20, 22, 
92 – 95).

E.b Die IV-Stelle führte – nach anfänglicher Mitteilung, das Wartejahr 
sei nicht verstrichen, weshalb erst nach dessen Ablauf ein Gesuch ein-
gereicht werden könne (act. IV/21) – das beantragte Revisionsverfah-
ren durch (act. IV/22, 23, 24 = 25, 96 – 99) und teilte dem Versicherten 
mit Vorbescheid vom 10. September 1998 mit, er habe ab 1. Dezember 
1997 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Weiter beauftragte sie 
die  Ausgleichskasse  am  1. Oktober  1998,  die  Rente  zu  berechnen 
(act. IV/28, 31).

F.
F.a Am 27. Juli 1999 gab der Hausarzt der IV V._______ im Rahmen 
eines  Revisionsverfahrens  bekannt,  der  Gesundheitszustand  habe 
sich  nicht  verändert.  Der  Versicherte  werde  jetzt  von  der  Sozial für-
sorge U._______ unterstützt. Er  erhalte nach wie  vor kein Geld von 
der Invalidenversicherung, obwohl diese offenbar am 1. Oktober 1998 
einen Entscheid gefällt habe (act. IV/32, 101).

Mit Verfügungen vom 10. Dezember 1999 wurden Leistungsansprüche 
der Jahre 1992/1993 und 1997 – 1999 für den Versicherten und Kin-
derrenten für seine beiden Söhne verfügt, wobei der grössere Teil der 
Guthaben verrechnet wurde (act. IV/36 – 42).

F.b Am 18. Januar  2000  teilte  die  IV  V.________  dem Versicherten 
(adressiert  an  eine  Adresse  in  X._______)  mit,  er  erhalte  weiterhin 
eine ganze Invalidenrente (act. IV/3).

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F.c Mit Schreiben vom 14. Januar 2000 übermittelte die IV V.________ 
die  Akten  an  die  IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland  IVSTA 
(nachfolgend:  Vorinstanz),  da  der  Versicherte  seinen  Wohnsitz  nach 
Bosnien und Herzegowina verlegt habe. Am 8. März 2000 übermittelte 
die IVSTA dem Versicherten die Abrechnung der laufenden Renten für 
ihn und den Sohn D._______ (act. IV/44, 45).

G.
G.a Im Dezember  2004 stellte  die  IV  V.________ dem Versicherten 
(wiederum  an  die  bisherige  Adresse  in  X._______)  das  Formular 
"Fragebogen  für  Revision  der  Invalidenrente/Hilflosenentschädigung" 
zu. Dieses gelangte am 5. Januar 2005 ausgefüllt  und in  T._______ 
(Bosnien und Herzegowina) am 26. Dezember 2004 datiert zurück an 
die  IV  V._______  (act.  IV/48).  Der  damalige  Hausarzt  teilte  der  IV 
V._______ am 13. Januar 2005 mit,  seines Wissens habe der Versi-
cherte  per  31. Dezember  1999  die  Schweiz  verlassen  müssen,  er 
habe ihn jedenfalls seit dem 17. Dezember 1999 nicht mehr gesehen 
(act. IV/49).

G.b Die Akten wurden der IVSTA am 1. Juli 2005 übermittelt (act. 53). 
Diese leitete ein Revisionsverfahren ein (act. IV/54 – 58, 85).

G.c Am  15.  November  2005  brach  sich  der  Versicherte  bei  einem 
Treppensturz den linken Oberschenkelkamm sowie das linke Scham- 
und das linke Fersenbein und er wurde bis zum 6. Dezember 2005 im 
Spital  in  S.________  behandelt  (act.  102  f.).  Die  in  der  Schweiz 
geplante  je  chirurgisch-orthopädische  und  psychiatrische  Begutach-
tung wurde verschoben und fand am 22. Mai 2006 statt (act. IV/60 ff., 
104 f.).

Der regionalärztliche Dienst Rhône (RAD) nahm am 23. Februar 2006 
und am 4. Januar 2007 Stellung (act. 106, 111).

G.d Die  IVSTA liess  gestützt  auf  die  Schlussfolgerungen  des  RAD 
einen Erwerbsvergleich erstellen. Daraus ergab sich ein IV-Grad von 
57% (act. IV/112). 

Mit Vorbescheid vom 26. Juni 2007 teilte sie dem Versicherten mit, auf-
grund der erhaltenen Unterlagen sei ihm seit dem 22. November 2006 
wieder eine leichtere, dem Gesundheitszustand angepasste Tätigkeit, 
z. B. als nicht qualifizierter Arbeiter/Hilfsarbeiter, Parkwächter oder Mu-
seumswächter zumutbar. Dabei könne er mehr als 40% des Erwerbs-

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einkommens erzielen, als er heute erreichen würde, wenn keine Inva-
lidität vorliegen würde. Demzufolge würde die bisherige ganze Rente 
durch eine halbe Rente ersetzt (act. IV/116). 

G.e Der  Versicherte  wandte  gegenüber  der  Vorinstanz  am  31.  Juli 
2007 (Eingang bei der IVSTA, act. IV/119) ein, er sei mit dem Vorbe-
scheid  nicht  einverstanden,  und  gab  an,  sein  Gesundheitszustand 
habe sich weiter verschlechtert. Er übermittelte gleichzeitig einen ärzt-
lichen  Bericht  des  Gesundheitszentrums  in  R._______  vom 20. Juli 
2007 (act. IV/120 f.). 

Der erneut zur Stellungnahme aufgeforderte RAD gab an, er bleibe bei 
seiner Beurteilung vom 4. Januar 2007 (act. IV/123).

G.f Mit Verfügung vom 19. Oktober 2007 (Beschwerdeakte 12.1 bzw. 
13)  teilte  die  Vorinstanz  dem Versicherten  mit,  die  bisherige  ganze 
Rente werde per 1. Dezember 2007 durch eine halbe Rente bei einem 
IV-Grad von 57% (inkl. akzessorische halbe Kinderrente) ersetzt. Der 
ärztliche Dienst habe die eingereichten Akten beurteilt, habe aber sei -
ne frühere Stellungnahme bestätigt.

G.g Der Versicherte wandte sich in der Folge am 12. November 2007 
wiederum an die Vorinstanz und teilte sinngemäss mit, er erachte die 
Verfügung vom 19. Oktober 2007 als endgültig. Er sei indessen nicht 
in der Lage, eine Tätigkeit auszuüben, und sein Gesundheitszustand 
sei schlecht, was aus den medizinischen Unterlagen hervorgehe (act. 
IV/126).

Die IVSTA nahm zur Kenntnis, dass der Versicherte mit der halben IV-
Rente nicht einverstanden sei (act. IV/127, 128).

H.
H.a Mit Schreiben vom 21. Januar 2008 reichte der Versicherte wei-
tere  fachärztliche Berichte  vom 4. – 9. Januar  2008 ein und bat  um 
nochmalige Prüfung der Angelegenheit, da er die Voraussetzungen für 
eine ganze Rente erfülle (act. IV/129 – 131, 133 – 136).

Die IVSTA nahm die Eingabe als Revisionsantrag entgegen und über-
mittelte  die  Arztberichte  an  den  RAD. Dieser  nahm am 20.  Februar 
2008 Stellung (act. IV/137 f.). 

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H.b Mit Vorbescheid vom 27. Februar 2008 teilte die IVSTA dem Be-
schwerdeführer mit, die zugestellten Unterlagen liessen nicht auf eine 
relevante Änderung seines Invaliditätsgrades schliessen, weshalb sie 
das Revisionsgesuch nicht prüfen könne (act. IV/139).

H.c Der  Beschwerdeführer  teilte  am  19.  März  2008  unter  Bei lage 
eines orthopädisch-traumatologischen Arztberichts vom 18. März 2008 
mit, er sei mit dem Vorbescheid nicht einverstanden, seine Krankheit 
schreite fort,  er sei  invalid und dauernd arbeitsunfähig (act. IV/140 – 
142). 

Nachdem die Vorinstanz nochmals eine Stellungnahme des RAD ein-
geholt  hatte,  trat  sie  mit  Verfügung vom 26. Mai  2008 nicht  auf  das 
das Revisionsgesuch ein (act. IV/143 – 146).

H.d Mit Eingabe vom 18. Juni 2008 (Eingang bei der Vorinstanz, act.  
IV/147 = Beschwerdeakte [act.] 1) teilte der Versicherte der IVSTA mit, 
entgegen ihrer Auffassung habe sich sein Gesundheitszustand erheb-
lich verändert. Die Fachärzte seien sich einig, dass er schwer invalid 
sei und sich der Gesundheitszustand noch verschlimmert habe. Er sei 
auch bereit, sich in der Schweiz einer Untersuchung zu unterziehen.

Die Vorinstanz übermittelte die Eingabe am 1. Juli 2008 dem Bundes-
verwaltungsgericht (act. IV/148 = act. 2), welches diese als Beschwer-
de entgegennahm.

H.e Die  zur  Vernehmlassung  aufgeforderte  Vorinstanz  beantragte  in 
ihrer Stellungnahme vom 4. September 2008 die Abweisung der Be-
schwerde und die Bestätigung der Verfügung vom 26. Mai 2008. Sie 
begründete  dies  sinngemäss  damit,  der  Beschwerdeführer  habe  mit 
der Eingabe der neuen Arztberichte keine erhebliche Verschlechterung 
seines Gesundheitszustandes glaubhaft machen können (act. 4).

H.f Mit  Replik  vom 24. September 2008 (eingereicht  bei  der  IVSTA) 
gab  der  Beschwerdeführer  seine  Zustelladresse  in  der  Schweiz  be-
kannt  und  hielt  daran  fest,  dass  sich  sein  Gesundheitszustand  ver-
schlechtert  habe und er arbeitsunfähig und invalid sei (act. 7.1). Der 
Aufforderung,  einen Kostenvorschuss zu leisten,  kam er  fristgemäss 
nach (act. 10).

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H.g Mit Verfügung vom 10. Dezember 2008 übermittelte das Bundes-
verwaltungsgericht die Replik der Vorinstanz zur Kenntnis und schloss 
den Schriftenwechsel ab (act. 11). 

H.h Mit  Faxeingabe  vom 19.  April  2010  übermittelte  die  Vorinstanz 
dem Bundesverwaltungsgericht aufforderungsgemäss die nicht akten-
kundige Verfügung vom 19. Oktober 2007 (act. 124a = act. 12.1).

H.i Auf weitere Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten 
wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  in  Verbindung  mit  Art.  33  Bst.  d  VGG und 
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20)  sowie Art. 5 des Bundesge-
setzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG,  SR  172.021)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden  gegen  Verfügungen  der  IV-Stelle  für  Versicherte  im Aus-
land. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Der Beschwerdeführer  hat  am vorinstanzlichen  Verfahren  teilge-
nommen; er ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Anfechtung  (Art.  59  ATSG; 
vgl. auch Art. 48  Abs. 1 VwVG). Er  ist  daher  zur  Beschwerde legiti -
miert. 

1.3 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht eingereicht 
und der auferlegte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde, ist da-
rauf einzutreten (Art. 60 ATSG und 52 VwVG).

2.
2.1 Nach  Art.  37  VGG richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes 
bestimmt. 

Indes  findet  das  Verwaltungsverfahrensgesetz  aufgrund  von  Art.  3 
Bst. dbis VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit 

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das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestim-
mungen des ATSG auf die Invalidenversicherung (Art. 1a – 26bis und 
28 – 70) anwendbar, soweit  das IVG nicht  ausdrücklich eine Abwei-
chung vom ATSG vorsieht.

2.2 Der Beschwerdeführer ist  Bürger der ehemaligen Sozialistischen 
Föderativen Republik Jugoslawien (act. IV/2) und lebt in Bosnien und 
Herzegowina. Da die Schweiz mit diversen Nachfolgestaaten des ehe-
maligen Jugoslawiens neue Abkommen über soziale Sicherheit abge-
schlossen hat, nicht aber mit Bosnien und Herzegowina, findet vorlie-
gend weiterhin das Abkommen vom 8. Juni 1962 zwischen der Schwei-
zerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Föderativen  Volksrepublik 
Jugoslawien  über  Sozialversicherung  (SR  0.831.109.  818.1;  im  Fol-
genden: Abkommen über Sozialversicherung) Anwendung (zu dessen 
Anwendbarkeit  für  alle  Staatsangehörigen  des  ehemaligen  Jugosla-
wiens vgl. BGE 126 V 198 E. 2b, BGE 122 V 381 E. 1, BGE 119 V 98 
E. 3). Nach Art. 2 des Abkommens über Sozialversicherung stehen die 
Staatsangehörigen der Vertragsstaaten in ihren Rechten und Pflichten 
aus den in Art. 1 dieses Abkommens genannten Rechtsbereichen, zu 
welchen  auch  die  schweizerische  Bundesgesetzgebung  über  die 
Invalidenversicherung gehört,  einander  gleich,  soweit  nichts  anderes 
bestimmt ist. Hinsichtlich der Voraussetzungen des Anspruchs auf eine 
schweizerische  Invalidenrente  sowie  der  anwendbaren  Verfahrens-
vorschriften  sieht  das  Abkommen  über  Sozialversicherung  keine  im 
vorliegenden Verfahren relevanten Abweichungen vom Grundsatz der 
Gleichstellung vor.

Die Frage, ob und gegebenenfalls ab wann Anspruch auf Leistungen 
der  schweizerischen  Invalidenversicherung  besteht,  bestimmt  sich 
demnach allein aufgrund der schweizerischen Rechtsvorschriften. Für 
die Beurteilung eines allfälligen Rentenanspruchs sind daher die Fest-
stellungen  des  ausländischen  Versicherungsträgers  bezüglich  Invali-
ditätsgrad und Anspruchsbeginn für die rechtsanwendenden Behörden 
in der Schweiz nicht verbindlich (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; AHI-Praxis 
1996 S. 177 E. 1).

2.3 Weil  in  zeitlicher  Hinsicht  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze 
massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben, und weil ferner die Gerichte bei der  
Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt  des 

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angefochtenen  Verwaltungsaktes,  hier  der  Verfügung  vom  26.  Mai 
2008, eingetretenen Sachverhalt abstellen (BGE 130 V 329, BGE 129 
V 4 E. 1.2 mit Hinweisen), sind die ab 1. Januar 2003 geltenden Be-
stimmungen des ATSG anwendbar.

Ein  allfälliger  Leistungsanspruch  ist  für  die  Zeit  vor  einem  Rechts-
wechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den 
neuen Normen zu prüfen (pro  rata  temporis;  BGE 130 V 445). Ent-
sprechend  ist  das  IVG für  den  Zeitraum  vom  1.  Januar  2004  bis 
31. Dezember 2007 in der Fassung vom 21. März 2003 (4. IV-Revision; 
AS 2003  3837,  nachfolgend  „aIVG“)  anwendbar,  ab  dem  1.  Januar 
2008  in  der  Fassung  gemäss  5.  IV-Revision  (Änderungen  vom 
6. Oktober 2006 [AS 2007 5129],  nachfolgend „IVG“). Die IVV ist  für 
den Zeitraum vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 in ihrer Fas-
sung vom 21. Mai 2003 (4. IV-Revision; AS 2003 3859) anwendbar, ab 
dem 1. Januar 2008 in der Fassung gemäss 5. IV-Revision (Änderun-
gen vom 28. September 2007 [AS 2007 5155]).

3.
3.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerde-
verfahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Miss-
brauchs oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder 
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie 
die Unangemessenheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).

3.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz 
beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige 
und  vollständige  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  zu 
sorgen. Dieser Grundsatz gilt  indessen nicht  unbeschränkt; er  findet 
sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 
E. 2, BGE 122 V 157 E. 1a, je mit weiteren Hinweisen).

Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, so-
fern  das  Gesetz  nicht  etwas Abweichendes vorsieht,  nach  dem Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 
Möglichkeit  eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanfor-
derungen nicht. Das Gericht  hat  vielmehr  jener  Sachverhaltsdarstel-
lung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die 
wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E.  2, je 
mit Hinweisen).

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4.
Im  verwaltungsgerichtlichen  Beschwerdeverfahren  sind  grundsätzlich 
nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, 
zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – 
in Form einer Verfügung – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt 
die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsge-
genstand. Umgekehrt  fehlt  es an einem Anfechtungsgegenstand und 
somit  an  einer  Sachurteilsvoraussetzung,  wenn  und  insoweit  keine 
Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1). 

Im Streit liegt eine Verfügung, mit welcher die Vorinstanz auf einen Re-
visionsantrag nicht eingetreten ist. Das Bundesverwaltungsgericht hat 
demnach im Folgenden zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht nicht auf 
den Revisionsantrag eingetreten ist (vgl. BGE 132 V 74 E. 1.1 m.w.H.).

4.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht,  ist  darin glaubhaft  zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität des Versicherten in einer 
für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 3 der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV, 
SR 831.201]). 

Art. 87 Abs. 3 IVV beruht auf dem Gedanken, dass die Rechtskraft der 
früheren Verfügung einer neuen Prüfung so lange entgegensteht, als 
der seinerzeit beurteilte Sachverhalt sich in der Zwischenzeit nicht ver-
ändert hat. Es soll damit verhindert werden, dass sich die Verwal tung 
nach vorangegangener  rechtskräftiger  Anspruchsprüfung  immer  wie-
der mit gleich lautenden und nicht näher begründeten, das heisst kei -
ne  Veränderung  des  Sachverhalts  darlegenden  Gesuchen  befassen 
muss. Daraus ergibt sich, dass die versicherte Person mit dem Revi -
sionsgesuch oder der Neuanmeldung die massgebliche Tatsachenän-
derung  glaubhaft  machen  muss.  Der  Untersuchungsgrundsatz,  wo-
nach das Gericht  von Amtes wegen für die richtige und vollständige 
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat, spielt in-
soweit nicht (BGE 130 V 64 E. 5.2.3 und 5.2.5 mit Hinweisen auf BGE 
117 V 200 E. 4b und BGE 125 V 195 E. 2, je mit weiteren Hinweisen).

4.2 Soweit die Vorinstanz davon ausgegangen ist, bei der Eingabe des 
Beschwerdeführers  vom 21.  Januar  2008  handle  es  sich  um  einen 
neuen Revisionsantrag, wäre ihr Vorgehen, das (neue) Gesuch unter 
der erschwerten Voraussetzung von Art. 87 Abs. 3 IVV und der zitier -

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ten ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts zu prüfen, grund-
sätzlich korrekt gewesen.

4.3 Die Vorinstanz übersieht indessen, dass der Beschwerdeführer ihr 
bereits am 12. November 2007 – als Reaktion auf die Verfügung vom 
19. Oktober 2007 – sinngemäss mitteilte, er sei nicht in der Lage, eine 
Tätigkeit auszuüben, was auch aus den medizinischen Unterlagen her-
vorgehe. Die Eingabe wurde im Rahmen der Rechtsmittelfrist von 30 
Tagen (vgl. Art. 60 ATSG) eingereicht. 

4.4 Jede Person hat bei Rechtsstreitigkeiten Anspruch auf Beurtei lung 
durch eine richterliche Behörde (Rechtsweggarantie,  Art. 29a Satz 1 
der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April 1999 [BV, SR 101]). 

Alle Stellen, die mit der Durchführung der Sozialversicherung betraut 
sind, haben versehentlich an sie gelangte Anmeldungen, Gesuche und 
Eingaben entgegenzunehmen. Sie halten das Datum der Einreichung 
fest und leiten die entsprechenden Unterlagen an die zuständige Stel -
le weiter (Art. 30 ATSG).

4.5 Die Vorinstanz stellte zwar intern fest,  der Beschwerdeführer sei 
mit  dem Entscheid  nicht  einverstanden,  hat  die  Eingabe  jedoch  ad 
acta gelegt  (vgl. act. 127 f.). Da es sich beim Beschwerdeführer um 
einen nicht rechtskundigen Laien handelt, der ausserdem nur über be-
schränkte Deutschkenntnisse verfügt, und sich deshalb nicht so präzi-
se  ausdrücken  kann,  hätte  die  Vorinstanz  bereits  die  Eingabe  vom 
12. November  2007  als  Beschwerde  entgegennehmen  und  gemäss 
Art. 30 ATSG an das zuständige Bundesverwaltungsgericht  überwei-
sen müssen. 

4.6 Die – anspruchsändernde – Revisionsverfügung vom 19. Oktober 
2007  wurde  demnach  nicht  gerichtlich  überprüft,  obwohl  der  Be-
schwerdeführer  sie  angefochten hatte. Es  ist  demnach festzustellen, 
dass die Verfügung vom 19. Oktober 2007 wegen der bisher nicht be-
urteilten Beschwerde durch das Bundesverwaltungsgericht und damit 
wegen  Unzuständigkeit  der  IVSTA  nicht  in  Rechtskraft  erwachsen 
konnte (vgl. Art. 54 VwVG). 

4.7 Die – von der Rechtskraft  der Verfügung vom 19. Oktober 2007 
ausgehende  –  Verfügung  vom 26. Mai  2008,  wonach  auf  den  Revi-
sionsantrag  nicht  eingetreten  werden  könne,  erging  somit  in  Verlet-

Seite 11

C-4442/2008

zung von Art. 54 VwVG (Devolutiveffekt) und hätte von der Vorinstanz 
nicht erlassen werden dürfen. Sie ist deshalb aus formellen Gründen 
nichtig.

4.8 Da  das  Bundesverwaltungsgericht  auch  Beschwerdeinstanz  für 
die angefochtene Verfügung vom 19. Oktober 2007 gewesen wäre, und 
die Eintretensvoraussetzungen (insbesondere die Legitimation des Be-
schwerdeführers  sowie die Form- und Fristerfordernisse)  für  die Be-
schwerde vom 12. November 2007 (act. IV/126) ebenfalls erfüllt sind, 
ist  die  Beschwerde  vom  12.  November  2007  aus  prozessökonomi-
schen Gründen direkt im vorliegenden Verfahren zu behandeln. Dabei 
ist auf den Sachverhalt per 19. Oktober 2007 abzustellen (siehe oben 
E. 2.3).  Die  vom  Beschwerdeführer  später  eingereichten  medizini-
schen Akten vom 4. – 9. Januar 2008 (act. IV/130 – 136) sowie die Be-
schwerdeschrift  vom 18. Juni  2008 sind demnach nur soweit  zu be-
rücksichtigen, als dass sie den Sachverhalt im fraglichen Zeitraum bis 
zum Verfügungszeitpunkt vom 19. Oktober 2007 betreffen.

5.
Vorliegend  umstritten  und  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  zu 
prüfen ist, ob dem Beschwerdeführer seit dem 1. Dezember 2007 zu 
Recht nur noch eine halbe Invalidenrente (statt einer ganzen) zusteht. 
Weil unter diesen Umständen kein Anwendungsfall von Art. 87 Abs. 3 
IVV  (Revisionsgesuch  der  versicherten  Person)  vorliegt,  ist  die  An-
gelegenheit im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (oben E. 3.3) 
unter  Anwendung  der  Revisionsregeln  nach  Art.  17  Abs.  1  ATSG 
(siehe unten E. 6 f.) zu beurteilen.

Zunächst  sind  jedoch  die  zur  Beurteilung  der  Streitsache  massge-
benden materiellrechtlichen Grundlagen und die  von der  Rechtspre-
chung entwickelten Grundsätze darzulegen.

5.1 Anspruch auf  eine Rente der schweizerischen Invalidenversiche-
rung hat,  wer invalid im Sinn des Gesetzes ist  (Art. 7,  8,  16 ATSG; 
Art. 4, 28, 29 aIVG, Art. 4, 28, 28a, 29 IVG) und beim Versicherungsfall 
mindestens  während  eines  vollen  Jahres  (Art.  36  Abs. 1  aIVG)  be-
ziehungsweise während drei Jahren (Art. 36 Abs. 1 IVG) Beiträge an 
die  Alters-,  Hinterlassenen-  und  Invalidenversicherung  geleistet  hat. 
Diese zwei Bedingungen müssen kumulativ erfüllt sein. 

Der Beschwerdeführer hat seit 1974 bis zu seinem Unfall im Dezem-

Seite 12

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ber 1991 Beiträge während insgesamt mehr als drei vollen Jahren an 
die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 
entrichtet (act. IV/9), so dass er die gesetzliche Mindestbeitragsdauer 
erfüllt. Seit dem 1. Dezember 1997 erhielt er eine ganze Invalidenren-
te, die per 1. Dezember 2007 durch eine halbe Rente ersetzt wurde. 
Zu prüfen bleibt demnach, in welchem Ausmass er im Sinne des Ge-
setzes noch invalid ist.

5.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 
Der  Zeitpunkt  des  Eintritts  der  Invalidität  beurteilt  sich  nach  Art.  29 
Abs. 1  aIVG. Der  Rentenanspruch  entsteht  frühestens  in  dem Zeit-
punkt, in dem der Versicherte mindestens zu 40% bleibend erwerbs-
unfähig  geworden  ist  (Bst.  a:  Dauerinvalidität,  Art.  7  ATSG)  oder 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens zu 40% arbeitsunfähig war (Bst. b: langdauernde Krank-
heit, Art. 6 ATSG, vgl. BGE 121 V 264 E. 6). Neurechtlich haben nach 
Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte Anspruch auf eine Rente, die ihre Er-
werbsfähigkeit  nicht  durch  zumutbare  Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a); während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-
tens zu 40% arbeitsunfähig  gewesen sind (Bst. b); und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Bst. c). 

5.2.1 Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen 
geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch 
auf  eine Viertelsrente,  bei  einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 
Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens  60  Prozent  Anspruch  auf  eine  Dreiviertelsrente  und  bei 
einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine 
ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 aIVG, Art. 28 Abs. 2 IVG).

Viertelsrenten werden allerdings gemäss Art. 28 Abs. 1ter aIVG (bzw. 
Art. 29 Abs. 4 IVG) nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren gewöhn-
lichen Aufenthalt  im Sinne von Art. 13 ATSG in  der  Schweiz  haben. 
Nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
(heute:  Bundesgericht)  stellt  Art. 28  Abs. 1ter IVG  nicht  eine  blosse 
Auszahlungsvorschrift,  sondern eine besondere Anspruchsvorausset-
zung dar (BGE 121 V 264 E. 6c).

Seite 13

C-4442/2008

5.2.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte  Person nach Eintritt  der Invalidität  und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-
gliederungsmassnahmen durch eine ihr  zumutbare Tätigkeit  bei aus-
geglichener  Arbeitsmarktlage  erzielen  könnte  (sog.  Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen; 
Art. 16 ATSG).

Aufgrund  des  im  gesamten  Sozialversicherungsrecht  geltenden 
Grundsatzes der Schadenminderungspflicht ist ein in seinem bisheri-
gen Tätigkeitsbereich dauernd arbeitsunfähiger Versicherter gehalten, 
innert nützlicher Frist Arbeit in einem anderen Berufs- oder Erwerbs-
zweig zu suchen und anzunehmen, soweit sie möglich und zumutbar 
erscheint (BGE 113 V 28 E. 4a, BGE 111 V 239 E. 2a). Diese soge-
nannte Verweisungstätigkeit hat sich der Versicherte anrechnen zu las-
sen (leidensangepasste Verweisungstätigkeit; ZAK 1986 S. 204 f.).

5.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder  der Ärztin  ist  es dabei,  den 
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen,  in 
welchem Umfang  und  bezüglich  welcher  Tätigkeiten  die  versicherte 
Person  arbeitsunfähig  ist. Im Weiteren sind  die  ärztlichen  Auskünfte 
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeits -
leistungen  der  Person  noch  zugemutet  werden  können  (BGE 125  V 
256 E. 4 mit Hinweisen). Es sind demnach nicht nur die Erwerbsmög-
lichkeiten im angestammten Beruf, sondern auch in zumutbaren Ver-
weisungstätigkeiten  zu  prüfen.  Die  –  arbeitsmedizinische  –  Aufgabe 
der Ärzte und Ärztinnen besteht darin, sich dazu zu äussern, inwiefern 
die versicherte Person in ihren körperlichen oder geistigen Funktionen 
leidensbedingt eingeschränkt ist. 

Die  Frage,  welche  konkreten  beruflichen  Tätigkeiten  auf  Grund  der 
medizinischen  Angaben  und  unter  Berücksichtigung  der  übrigen 
Fähigkeiten der versicherten Person in Frage kommen, ist demgegen-
über nicht von der Ärztin oder dem Arzt, sondern von der Verwaltung 
bzw.  von  der  Berufsberatung  zu  beantworten  (vgl.  Urteil  des  Eid-
genössischen Versicherungsgerichts  I 457/04 vom 26. Oktober 2004, 
in: SVR 2006 IV Nr. 10, E. 4.1 mit Verweis auf BGE 107 V 17 E. 2b).

Seite 14

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5.4 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismit-
tel zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerde-
verfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach ha-
ben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise 
frei,  das  heisst  ohne  förmliche  Beweisregeln,  sowie  umfassend  und 
pflichtgemäss zu würdigen. 

5.4.1 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist  entschei-
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf all -
seitigen  Untersuchungen  beruht,  auch  die  geklagten  Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wor-
den ist, in der Darlegung der Zusammenhänge und in der Beurteilung 
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 
der  Expertinnen und  Experten  begründet  sind. Ausschlaggebend für 
den Beweiswert  ist  grundsätzlich  somit  weder  die  Herkunft  des  Be-
weismittels  noch  die  Bezeichnung der  eingereichten  oder  in  Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten (vgl. dazu 
das  Urteil  des  Bundesgerichts  vom  26. Januar  2006  [I 268/2005] 
E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3a). In Bezug auf Berichte 
von  Hausärzten  darf  und  soll  der  Richter  der  Erfahrungstatsache 
Rechnung tragen,  dass Hausärzte mitunter  im Hinblick auf  ihre  auf-
tragsrechtliche  Vertrauensstellung  in  Zweifelsfällen  eher  zu  Gunsten 
ihrer Patienten aussagen. Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt 
der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Par-
tei  eingeholt  und in das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel  an 
ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189 E. 2a in fine). Den Berichten und 
Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt schliesslich Beweiswert 
zu, sofern sie schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie 
in sich widerspruchsfrei sind und keine konkreten Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt 
in  einem  Anstellungsverhältnis  zum  Versicherungsträger  steht,  lässt 
nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schlies-
sen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in  die  Unparteilichkeit  der  Beurteilung  objektiv  als  begründet  er-
scheinen lassen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a und 3b, 122 V 160 E. 1c, 
123  V  178  E.  3.4  sowie  UELI KIESER,  ATSG-Kommentar,  2. Auflage, 
Zürich 2009, Art. 43 Rz. 35).

5.4.2 Auf Stellungnahmen der RAD oder der ärztlichen Dienste kann 
für den Fall, dass ihnen materiell  Gutachtensqualität zukommen soll, 
nur  abgestellt  werden,  wenn  sie  den  allgemeinen  beweisrechtlichen 

Seite 15

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Anforderungen  an  einen  ärztlichen  Bericht  genügen  (vgl.  Urteil  des 
Bundesgerichts  vom 15. Dezember  2006  [I 694/05] E. 2).  Die  RAD-
Ärzte  müssen  sodann  über  die  im  Einzelfall  gefragten  persönlichen 
und  fachlichen  Qualifikationen  verfügen  (Urteile  des  Bundesgerichts 
vom 20. November  2007  [I 142/07] E. 3.2.3  und  vom 10. April  2007 
[I 362/06] E. 3.2.1).  Denn  die  fachliche  Qualifikation  des  Experten 
spielt  für  die  richterliche  Würdigung  einer  Expertise  eine  erhebliche 
Rolle.  Bezüglich  der  medizinischen  Stichhaltigkeit  eines  Gutachtens 
müssen sich Verwaltung und Gerichte auf die Fachkenntnisse des Ex-
perten verlassen können. Deshalb ist für die Eignung eines Arztes als 
Gutachter  in  einer  bestimmten  medizinischen  Disziplin  ein  entspre-
chender, dem Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse dienender, 
spezialärztlicher Titel  des berichtenden oder zumindest  des den Be-
richt visierenden Arztes vorausgesetzt (Urteil des Bundesgerichts vom 
3. August 2000 [I 178/00] E. 4a).

Das Absehen von eigenen Untersuchungen ist an sich kein Grund, um 
einen RAD-Bericht in Frage zu stellen. Dies gilt insbesondere, wenn es 
im  Wesentlichen  um  die  Beurteilung  eines  feststehenden  medizini-
schen Sachverhalts geht und die direkte ärztliche Befassung mit der 
versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des Bundes-
gerichts  vom  14. Juli  2009  [9C_323/2009] E. 4.3.1  sowie  vom 
14. November 2007 [I 1094/06] E. 3.1.1, beide mit Hinweisen).

5.4.3 Aus  dem  Grundsatz  der  Waffengleichheit  folgt  das  Recht  der 
versicherten Person,  mittels  eigener  Beweismittel  die Zuverlässigkeit 
und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen der versicherungsinter-
nen Fachpersonen in Zweifel zu ziehen. Diese Berichte behandelnder 
Ärzte verfolgen nicht den Zweck einer den abschliessenden Entscheid 
über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung 
des  Gesundheitszustandes  und  erfüllen  deshalb  kaum je  die  mate-
riellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E. 3a, 
weshalb im Streitfall  eine direkte Leistungszusprache einzig gestützt 
auf  die Angaben der behandelnden Ärzte denn auch kaum in Frage 
kommt. Diese Erfahrungstatsache befreit  das Gericht  indessen nicht 
von seiner Pflicht zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei  der auch 
die von der versicherten Person aufgelegten Berichte mitzuberücksich-
tigen sind. Es würde einen Verstoss gegen die Waffengleichheit  und 
somit eine Verletzung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK bedeuten, die Eignung 
der Berichte der behandelnden Ärzte zur Weckung derartiger Zweifel 
von  letztlich  unerfüllbaren  Anforderungen  abhängig  zu  machen.  Bei 

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Bestand  von  Zweifeln  an  den  versicherungsinternen  Berichten  wird 
das  Gericht  vielmehr  entweder  ein  Gerichtsgutachten  anzuordnen 
oder  die  Sache  an  den  Versicherungsträger  zurückzuweisen  haben, 
damit dieser eine Begutachtung veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 in 
fine und E. 4.5 f.).

6.
Ändert  sich der  Invaliditätsgrad  eines  Rentenbezügers  erheblich,  so 
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 
entsprechend erhöht,  herabgesetzt  oder  aufgehoben (Art. 17  Abs. 1 
ATSG). Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchs-
beeinflussende  Änderung  für  die  Herabsetzung  oder  Aufhebung  der 
Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenom-
men werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. 
Sie ist  in  jedem Fall  zu berücksichtigen,  nachdem sie ohne wesent -
liche Unterbrechung drei  Monate angedauert  hat und voraussichtlich 
weiter andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). 

6.1 Ein Revisionsgrund ergibt sich aus jeder wesentlichen Änderung 
der tatsächlichen Verhältnisse, die geeignet sind, den Invaliditätsgrad 
und  damit  den  Rentenanspruch  zu  beeinflussen  (BGE  130  V  343 
E. 3.5, mit weiteren Hinweisen, SVR 2004 IV Nr. 5 S. 13 E. 2). Keine 
Veränderung  der  tatsächlichen  Verhältnisse  bedeuten  eine  unter-
schiedliche  Beurteilung  eines  im Wesentlichen  unveränderten  Sach-
verhalts (zum Beispiel eine andere Einschätzung der zumutbaren Ar-
beitsleistung, vgl. SVR 2004 IV 5, E. 3.3; 1996 IV Nr. 70 E. 3a). Das 
Eidgenössische Versicherungsgericht hat in seiner älteren Rechtspre-
chung jeweils festgehalten, dass ein Revisionsgrund, welcher zur Auf-
hebung oder Herabsetzung der Rente nach Art. 41 IVG (bzw. heute 
Art. 17 ATSG) führt, aktenmässig zuverlässig ausgewiesen sein muss 
(z.B.  Urteil  I  559/02  vom 31.  Januar  2003  E.  3.2  mit  weiteren  Hin-
weisen  sowie  THOMAS LOCHER,  a.a.O.  §  38  Rz.  6  f.  und  UELI KIESER, 
ATSG-Kommentar, Rz. 16 f. zu Art. 17). Die Revisionsbestimmungen 
dürfen nicht  als  Grundlage  für  eine  voraussetzungslose  Neuprüfung 
des  Rentenanspruchs  verstanden  werden  (RUDOLF RÜEDI,  Die  Verfü-
gungsanpassung  als  verfahrensrechtliche  Grundfigur  namentlich  von 
Invalidenrevisionen,  in:  RENÉ SCHAFFHAUSER/FRANZ SCHLAURI [HRSG.],  Die 
Revision  von  Dauerleistungen  in  der  Sozialversicherung,  St.  Gallen 
1999, S. 15 mit Verweis auf BGE 112 V 371 E. 4). 

In seiner neusten Rechtsprechung hält das Bundesgericht an der bis -

Seite 17

C-4442/2008

herigen Praxis fest,  dass eine geänderte Gerichts-  und Verwaltungs-
praxis im Prinzip keinen Anlass dafür bilde, in eine laufende, auf einer 
formell rechtskräftigen Verfügung beruhenden Dauerleistung einzugrei-
fen. Sie kann aber ausnahmsweise zur Abänderung einer rechtskräf-
tigen Verfügung (mit Wirkung für die Zukunft) führen, wenn die neue 
Praxis  in einem solchen Masse allgemeine Verbreitung erfährt,  dass 
ihre Nichtbefolgung als Verstoss gegen das Gleichheitsgebot erschie-
ne, insbesondere wenn die alte Praxis nur in Bezug auf eine einzige 
versicherte Person oder eine geringe Zahl von Versicherten beibehal-
ten würde. Unter dem Aspekt  der Rechtssicherheit  und des Vertrau-
ensschutzes sei es sachlich nicht gerechtfertigt, die in BGE 130 V 352 
entwickelte Praxis zur somatoformen Schmerzstörung auf alle rechts-
kräftig festgelegten Dauerleistungen anzuwenden. Dies entspreche im 
Ergebnis der Praxis der öffentlichrechtlichen Abteilungen des Bundes-
gerichts,  welche  nur  einen  Eingriff  in  ein  Dauerverhältnis  zulasse, 
wenn besonders wichtige öffentliche Interessen betroffen seien. Auch 
seien trotz der Praxisänderung frühere Rentenzusprachen zur somato-
formen Schmerzstörung aus der heutigen Perspektive nicht ohne wei-
teres  rechtswidrig,  sachfremd  oder  schlechterdings  nicht  vertretbar, 
weshalb der Gesichtspunkt der gesetzmässigen und sachlich vertret-
baren  Durchführung  der  Versicherung  nicht  verlange,  die  laufenden 
Renten  anzupassen  (BGE 135  V  201  E. 6  und  7  mit  weiteren  Hin-
weisen). 

6.2 Zeitlicher  Referenzpunkt  für  die  Prüfung  einer  anspruchserheb-
lichen  Änderung  bildet  die  letzte  der  versicherten  Person  eröffnete 
rechtskräftige  Verfügung,  welche  auf  einer  materiellen  Prüfung  des 
Rentenanspruchs  mit  rechtskonformer  Sachverhaltsabklärung,  Be-
weiswürdigung  und  Durchführung  eines  Einkommensvergleichs  (bei 
Anhaltspunkten einer Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des 
Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4). 

Eine materielle Abklärung findet sich vorliegend einzig anlässlich der 
Rentenzusprache  per  1.  Dezember  1997  (act.  IV/27  –  31).  Die  IV 
V._______ stützte sich auf  den Bericht  des Hausarztes vom 18. Mai 
1998 (act. IV/98) und den Bericht den IV-Arztes vom 21. Juli 1998. Da 
davon ausgegangen wurde, dass der Versicherte keine Erwerbstätig-
keit mehr ausüben könne, ergab sich im Erwerbsvergleich ein IV-Grad 
von  100% (act.  IV/27).  Bei  der  ersten  Rentenrevision  im  Jahr  1999 
holte  die  IV  V._______  eine  Stellungnahme des  Versicherten  selbst 
und des Hausarztes ein, wobei letzterer beide Formulare ausfüllte und 

Seite 18

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insgesamt  keine  gesundheitliche  Veränderung  feststellte  (act.  IV/32 
und 101). Es ist somit zur Beurteilung einer allfälligen Änderung der 
Gesundheitssituation auf die Abklärungsakten bis zum 21. Juli 1998 im 
Vergleich zum Gesundheitszustand per 19. Oktober 2007 (siehe oben 
E. 4.6) abzustellen.

6.3
6.3.1 Der  damals  behandelnde  Hausarzt  Dr.  E._______  stellte  im 
Oktober  1996  als  Hauptproblem  des  Patienten  eine  anhaltende 
Schmerzverarbeitungsstörung mit  Krankheitswert  (Knie- und Rücken-
schmerzen) bei beschränkten Therapiemöglichkeiten und ungünstiger 
Prognose,  aber  im  Vergleich  zur  Erstkonsultation  am  8.  November 
1994 keine Verschlechterung der Situation fest, wobei der Patient zur 
Zeit kaum Rückenschmerzen habe (act. IV/89 – 91).

6.3.2 Der Hausarzt Dr. F._______ gab am 10. Dezember 1997 an, der 
Patient  sei  mindestens  seit  dem  23.  Dezember  1996  aufgrund  des 
lumboradikulären  Schmerzsyndroms  bei  Status  nach  Exstirpation 
einer riesigen sequestrierten Diskushernie L4/5 vom 12. März 1997 zu 
100% arbeitsunfähig. Es sei indessen offen, wieweit psychische Fakto-
ren an der andauernden Krankheit beteiligt seien. Eine Wiederaufnah-
me einer Tätigkeit im Baugewerbe sei undenkbar, ebenfalls eine Um-
schulung. Am Ehesten komme eine leichte Tätigkeit in einer IV-Einglie-
derungsstätte in Frage (act. IV/96). In seinem weiteren Bericht an die 
IV vom 18. Mai 1998 (act. 98, 99) stellte er invalidisierende Rücken- 
und Knieschmerzen nach Operationen 1991 und 1997 und eine de-
pressive Entwicklung fest. Die Rückführung an einen Arbeitsplatz sei  
ausgeschlossen. 

6.3.3 Der  Psychiater  Dr.  G._______  stellte  am  28.  April  1998  aus 
psychiatrischer Sicht die Diagnose depressive Entwicklung bei einem 
Menschen mit chronifizierten Schmerzen in einer schwierigen sozialen 
Situation.  Die  lang  dauernde  Krankheit  habe  sich  chronifiziert  und 
einen invalidisierenden Verlauf  genommen. Aus psychiatrischer Sicht 
sei der Beschwerdeführer zu 100% arbeitsunfähig. 

6.4
6.4.1 Im  Bericht  des  Spitals  in  S._______,  Chirurgie,  Abteilung 
Orthopädie  und  Traumatologie,  zum  Spitalaufenthalt  vom  15. 
November  2005  bis  zum  6.  Dezember  2005,  finden  sich  als 
Diagnosen: je  eine  Fraktur  des  linken  lateralen  Oberschenkels,  des 
linken  Fersenbeins  und  des  linken  lateralen  Schambeins  nach 

Seite 19

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Treppensturz.  Die  Oberschenkelfraktur  wurde  mittels  Osteosynthese 
operiert, die beiden anderen Frakturen mussten nicht operiert werden 
(act. IV/102 f.). 

6.4.2 Prof. H._______, Chirurgie und Orthopädie FMH, stellt aufgrund 
der ihm zur Verfügung stehenden Akten und der Untersuchung in sei -
nem Gutachten vom 6. Juni 2006 (act. IV/104) die Diagnosen: Kom-
pressionsfraktur des 1. Lendenwirbels, Status nach Diskushernienope-
ration  L4/5 mit  massiver  Osteochondrose,  Status nach Patellafraktur 
links  (1991)  und  Status  nach  Pertrochantarfraktur  (Oberschenkel-
kamm) links (2005) sowie eine Inaktivitätsosteoporose im Bereich des 
linken Kniegelenks. Er stellt weiter Schmerzen und eine Varusstellung 
der linken Hüfte und eine offensichtlich massiv schmerzbedingte Be-
wegungseinschränkung  beider  Hüftgelenke  sowie  der  Kniegelenke 
fest. Der linke Fuss sei kalt und ödematös leicht verdickt und die Fuss-
pulse links nicht palpabel. 

Zur Arbeitsfähigkeit stellt der Gutachter fest, als Maurer sei der Patient  
zurzeit  voll  arbeitsunfähig. Aufgrund  der  Untersuchung  vom 22.  Mai 
2006 sei es aus medizinischer Sicht eher unwahrscheinlich, dass er je  
wieder eine Arbeitsfähigkeit realisieren werde, jedenfalls sei er wegen 
der  Residuen  [zurückbleibende  Restsymptome]  nach  Patellafraktur 
links, Diskushernie L4/5 und der Pertrochantarfraktur links voll arbeits-
unfähig. Er brauche weitere ärztliche Behandlung wegen der Beinfrak-
tur  und  den  degenerativen  Veränderungen  der  Lendenwirbelsäule. 
Eine Wiederaufnahme einer erwerbbringenden Arbeit sei in naher Zu-
kunft  –  für  jegliche  Tätigkeiten  –  nicht  möglich.  Obwohl  der  Patient 
eine Tendenz zur Dramatisierung seiner Beschwerden zeige, sei  der 
objektive Untersuchungsbefund klinisch und radiologisch derart, dass 
ihm für mindestens sechs Monate [Hervorhebung durch Gericht] keine 
Erwerbstätigkeit zumutbar sei. 

6.4.3 Dr. I._______, Psychiatrie/Psychotherapie FMH diagnostiziert in 
seinem Gutachten vom 14. Juni 2006 (act. IV/105) aus psychiatrischer 
Sicht  eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) 
als  Einschränkung  mit  Auswirkung  auf  die  Arbeitsfähigkeit.  Die  de-
pressive  Episode  (F32.1)  sei  abgeklungen.  Der  Versicherte  zeige 
[gemäss  neuer  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  zur  soma-
toformen  Schmerzstörung]  Hinweise  dafür,  dass  er  die  Schmerzen 
überwinden  könne  (keine  vorliegende  auffällige  prämorbide  Persön-
lichkeitsstruktur, keine psychiatrische Komorbidität, nebst den orthopä-

Seite 20

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dischen  Problemen  keine  chronischen  körperlichen  Begleiterkran-
kungen, er  lebe zwar allein,  fühle sich jedoch im Heimatland gesell -
schaftlich gut aufgehoben). Als erschwerende Faktoren habe der Ver-
sicherte  indes einen sekundären Krankheitsgewinn,  keine Motivation 
zur Wiederaufnahme einer beruflichen Leistung, finanzielle Schwierig-
keiten und sei seit Jahren nicht mehr arbeitsfähig. Zusammenfassend 
habe  sich  der  Grad  der  Arbeitsfähigkeit  mit  der  Zurückbildung  der 
Depression deutlich verbessert, weshalb der Versicherte aus psychiat-
rischer Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit nicht mehr eingeschränkt sei.

6.4.4 Dr.  J._______,  Fachärztin  für  physikalische  Medizin  und  Re-
habilitation,  Vertrauensärztin  des  RAD Rhône (vgl. act.  IV/138),  gab 
gestützt auf die Gutachten von Prof. Dr. H.________ und Dr. I._______ 
am 4. Januar 2007 zu Handen der IVSTA bekannt, der Versicherte sei 
in seiner bisherigen Tätigkeit ab 6. Dezember 1992 voll arbeitsunfähig. 
In einer angepassten Tätigkeit  (unter Vermeidung schwerer Arbeiten, 
ohne  Heben  und  Tragen  von  Gewichten  über  10  kg,  ohne  längere 
vornübergeneigte Körperhaltung, ohne repetitives Treppengehen, ohne 
kniende Position und ohne Feuchtigkeits- und Kälteexposition) sei er 
ab dem 6. Dezember  2006 (sechs Monate nach der  orthopädischen 
Untersuchung) wieder zu mindestens 60% arbeitsfähig. Aus psychiat-
rischer Sicht bestehe keine Einschränkung (act. IV/111).

6.5 Den vom Beschwerdeführer ab Juli 2007 zugestellten Akten ist – 
soweit diese zu berücksichtigen sind (siehe oben E. 4.6) – Folgendes 
zu entnehmen: 

6.5.1 Zusätzlich  zu  den  bekannten  orthopädischen  Feststellungen 
wurden eine leichte Dyspnoe, Adipositas, Ulcus-Krankheiten, ein me-
tabolisches Syndrom und eine raucherbedingte chronische obstruktive 
Lungenkrankheit diagnostiziert. Der Patient sei 1997 pensioniert (recte 
wohl: berentet)  worden, es sei  nicht  zu erwarten,  dass sich der Ge-
sundheitszustand bessere,  es  bestehe eher  eine Verschlechterungs-
tendenz (Gesundheitszentrum in  R._______  vom 20. Juli  2007,  act. 
IV/120 f.).

6.5.2 Dr.  K._______stützte  sich  in  seinem  fachärztlichen  orthopädi-
schen  Bericht  vom 4. Januar  2008  auf  neue  aktuelle  Röntgenbilder 
und eine ausführliche Untersuchung (act. IV/130 – 132).

6.5.3 Der  Facharzt  für  Neurologie  und  Psychiatrie,  Primarius  Dr. 
L._______, führte in seinem ausführlichen Bericht vom 9. Januar 2008 

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(act. IV/133 – 136)  aus,  er  behandle den Patienten seit  Anfang des 
Jahres  2000  regelmässig  wegen Verletzungen,  Brüchen sowie  einer 
Diskushernie der Lendenwirbelsäule. Er gab an, nach dem Unfall vom 
November 2005 (Treppensturz mit Brüchen des linken Oberschenkels, 
des Scham- und Fersenbeins) seien als Folgen (auch infolge des ver-
kürzten Beins) Schmerzen und Gehschwierigkeiten geblieben. Er be-
schrieb  weiter  für  diese  Zeit  Beschwerden  in  Form  von  Zukunfts-
ängsten,  Angst  vor  Krankheit  und  Existenzängsten  kombiniert  mit 
Schlafproblemen. 

Die weiteren Stellungnahmen beruhen auf  Befunden nach Durchfüh-
rung  einer  Elektromyographie  und  einer  Elektroneurographie  vom 
8. Januar 2008. Diese Befunde sind im vorliegenden Verfahren nicht 
zu berücksichtigen, da sie den Gesundheitszustand des Beschwerde-
führers nach dem Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (19. Oktober 
2007)  beschreiben.  Bezüglich  der  medikamentösen  Therapie  stellte 
der Facharzt indes allgemein fest, diese sei gleich wie früher, mit zeit -
weiser  Behandlung  von  Anxiolytika  und  Antidepressiva,  gelegentlich 
auch antirheumatischen Medikamenten sowie psychischer und sozio-
logischer  sowie  physiotherapeutischer  Unterstützung.  Als  Diagnose 
findet  sich neben orthopädischen Diagnosen eine rezidivierende de-
pressive Störung (ICD-10: F33).

6.5.4 Dr. J._______ vom RAD stellte am 20. September 2007 gestützt 
auf den Bericht vom des Gesundheitszentrums R.______ (E. 6.5.1) zu 
Handen der IVSTA fest,  das metabolische Syndrom könne gut  inter-
nistisch/medikamentös  behandelt  werden,  weshalb  sie  bei  ihrer  Be-
urteilung vom 4. Januar 2007 bleibe (act. IV/123). 

Am  20.  Februar  2008  stellte  der  RAD  (Dr.  J._______  und  Dr. 
M._______, Psychiatrie und Psychotherapie FMH), unter Bezugnahme 
auf das Gutachten von Dr. I._______ vom 14. Juni 2006 und den Be-
richt  von  Dr. L._______  vom 9.  Januar  2007  (recte:  2008)  fest,  die 
mittelgradige  depressive  Episode  sei  abgeklungen  und  die 
diagnostizierte  somatoforme  Schmerzstörung  werde  als  nicht  in-
validisierend  beurteilt.  Für  die  bei  Dr.  L.________  diagnostizierte 
mittelgradig depressive Störung finde sich im – im Übrigen sehr aus-
führlichen – Bericht keine Beschreibung der Symptome, weshalb nicht 
auf eine krankheitswertige psychische Störung zu schliessen sei (act.  
IV/138). 

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7.
Die Vorinstanz begründet die Kürzung der ganze Rente mit einer fest-
gestellten  deutlichen  Verbesserung  des  Gesundheitszustandes  (act. 
12.1). 

Da  es  sich  vorliegend  um einen  Revisionsfall  handelt,  bei  welchem 
dem Beschwerdeführer im Jahr 1997 eine ganze Rente wegen eines 
massiven  lumbo-vertebralen  Schmerzsyndroms  mit  radikulärer  Aus-
strahlung  links  (nach  Diskushernienexstirpation),  eines  chronischen 
demro-patellaren  Schmerzsyndroms  des  linken  Knies  nach  Patellar-
fraktur und einer depressiven Entwicklung bei chronifizierten Schmer-
zen  bei  einem Invaliditätsgrad  von  100% (act.  IV/27)  zugesprochen 
wurde, ist vorliegend abzuklären, ob sich der Gesundheitszustand des 
Beschwerdeführers seit der Rentenzusprache in einem Mass verbes-
sert hat, dass ihm nur noch eine halbe Rente zusteht (BGE 130 V 343, 
siehe  oben  E. 6.1).  Die  in  BGE 130  V  352  vom Bundesgericht  be-
gründete Rechtsprechung zur somatoformen Schmerzstörung ist dem-
nach  vorliegend  nur  sehr  bedingt  von Bedeutung  (BGE 135  V  201, 
siehe oben E. 6.1). 

7.1 Bezüglich der Gewichtung der verschiedenen medizinischen Akten 
ist  einleitend  festzustellen,  dass  es  sich  bei  den  Expertisen  von 
Dr. I._______ und Prof. Dr. H.________ um unabhängige Gutachten 
gemäss Art. 44 ATSG handelt, weshalb ihnen grundsätzlich volle Be-
weiskraft zukommt. Bei den Stellungnahmen des RAD ist zu beachten, 
dass diese verwaltungsinterne Berichte sind, welche den beweisrecht-
lichen  Anforderungen  an  einen  ärztlichen  Bericht  genügen  müssen 
(siehe oben E. 5.4.2). Was die Eingaben des Beschwerdeführers be-
trifft,  ist  diesbezüglich von Beurteilungen behandelnder Ärzte auszu-
gehen, was ebenfalls zu berücksichtigen ist. Indessen wurden die Ab-
klärungen vom 4. und 9. Januar 2008 von Fachärzten verfasst und sind 
im Vergleich zu früheren Verlaufsakten aus Bosnien und Herzegowina 
ausführlich und detailliert. Sie enthalten auch keine Indizien,  welche 
gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen würden. Sie sind daher – soweit 
sie den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers bis zum 19. Ok-
tober 2007 aufzeigen – zu berücksichtigen (vgl. oben E. 4.6, 5.4.1 und 
5.4.3).

7.2 Bei der Beurteilung von Dr. H.________ handelt  es sich um ein 
ausführliches,  aussagekräftiges  Gutachten.  Es  ist  indessen  festzu-
stellen, dass dem Experten offenbar nicht alle Vorakten zur Verfügung 

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standen.  Fehlen  doch  Belege  zur  Rückenoperation  vom März  1997 
(z. B. Operations- bzw. Spitalbericht, nicht aktenkundig). Auch scheint 
Prof. H.________ der Bericht  des Spitals S._______ vom Dezember 
2005 (act. IV/102 f.) nicht zur Verfügung gestanden zu haben, weshalb 
er in seinem Bericht zwar die weiteren Folgen des Treppensturzes vom 
15. November  2005  (Fersenbruch  und  Hüftproblematik)  indirekt  auf-
grund  seiner  Untersuchungen  feststellt,  jedoch  die  Diagnosen  dazu 
fehlen.

Bezüglich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers geht aus chirur-
gisch-orthopädischer Sicht aus dem Gutachten klar hervor, dass dem 
Beschwerdeführer  im  Untersuchungszeitpunkt  keine  Erwerbstätigkeit 
zumutbar  war. Prof.  H.________  erachtete  es  als  unwahrscheinlich, 
dass der Beschwerdeführer je wieder eine Arbeitsfähigkeit realisieren 
werde, jedenfalls sei aufgrund der Beinfraktur, der degenerativen Ver-
änderungen der Lendenwirbelsäule und der Folgen der Patellafraktur 
eine Wiederaufnahme einer erwerbbringenden Arbeit in naher Zukunft 
nicht möglich, jedenfalls sicher nicht in den nächsten sechs Monaten.

7.3 Aus psychiatrischer Sicht geht aus dem ausführlichen Gutachten 
von  Dr.  I._______  hervor,  dass  im  Untersuchungszeitpunkt  im  Mai 
2006  keine  Depression  in  rentenrelevanten  Ausmass  mehr  vorlag. 
Indessen stellte Dr. I._______ eine weiterhin anhaltende somatoforme 
Schmerzstörung  fest.  Soweit  er  sich  auf  die  neue  Bundesgerichts-
praxis  zur  somatoformen  Schmerzstörung  bezog  und  ausführte,  es 
bestehe deshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente, ist darauf zu 
verweisen, dass – wie im vorliegenden Revisionsfall – die neue Bun-
desgerichtspraxis nicht anwendbar ist, soweit ein unveränderter Sach-
verhalt nach neuen Kriterien beurteilt werden soll (siehe oben E. 6.1).  
Es ist  indessen zutreffend, dass eine schwierige finanzielle Situation 
für sich genommen einen invaliditätsfremden Grund darstellt und damit 
keinen Rentenanspruch ergibt.

Nicht haltbar ist hingegen die Aussage von Dr. I._______, es würden 
„ausser  orthopädischen  Problemen“  keine  chronischen  körperlichen 
Begleitkrankheiten bestehen. Einerseits erweisen sich die „orthopädi-
schen Probleme“,  wie aus dem Gutachten von Prof. Dr. H.________ 
vom 6. Juni 2006 hervorgeht, unbestrittenermassen als chronisch und 
in  schwerwiegender  Weise  beeinträchtigend.  Andererseits  wurde  je-
denfalls im Frühling 2006 in der Schweiz nicht abgeklärt, ob bei dem 
damals  55-jährigen  Mann,  der  gemäss  den  Akten  seit  1991  kaum 

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mehr gearbeitet hatte, andere körperliche Begleiterkrankungen vorlie-
gen. In der Akte aus Bosnien und Herzegowina vom 20. Juli 2007 wer-
den solche Erkrankungen angegeben (metabolisches Syndrom, chro-
nische obstruktive Lungenkrankheit, Ulkus-Krankheiten; act. IV/120 f.), 
es fehlen indessen weitere Begründungen und Behandlungsmassnah-
men; auch  stammt  der  Bericht  von  einem behandelnden  Allgemein-
mediziner. Ob, und wenn ja, wieweit  diese Diagnosen einen Einfluss 
auf  den  (psychischen)  Gesundheitszustand  des  Beschwerdeführers 
haben, lässt sich aus den Akten nicht ermitteln.

7.4 Aufgrund  der  klaren  Darstellung  des  chirurgisch-orthopädischen 
Gutachters vom 6. Juni 2006 und seiner zeitlich offenen und schlech -
ten Prognose bezüglich einer in Zukunft  zumutbaren Arbeitsfähigkeit 
erstaunt, dass der RAD im Januar 2007 von einer zumutbaren leichten 
Teilzeittätigkeit  von 60% ab Dezember 2006 ausgeht. Seine im Übri-
gen unpräzisen Angaben (z.B. Untersuchung vom 22. Mai 2006 statt 
vom 6. Juni 2006) sind weder begründet, noch wurde der Verlauf ab-
geklärt. Dr. J._______ äusserte sich auch nicht zur revisionsrechtlich 
entscheidenden  Frage,  ob  sich  der  Gesundheitszustand  des  Be-
schwerdeführers zwischen 1997 und 2006 verbessert  habe, offenbar 
war sie der Ansicht, dies treffe aufgrund der zurückgebildeten Depres-
sion zu (act. IV/111). Wie sie insbesondere aus orthopädischer Sicht 
zu ihren Schlüssen kam, ist nicht nachvollziehbar. Sie begründet das 
Abweichen  von  Prof.  Dr.  H._______s  Feststellungen  nicht.  Anzu-
merken  bleibt,  dass  Dr.  J._______  nicht  über  die  fachliche  Quali-
fikation  des  Gutachters  verfügen  dürfte  und  den  Exploranden  auch 
nicht persönlich gesehen hat.

7.5 Demnach ist bezüglich der orthopädischen Situation festzustellen, 
dass nach der Begutachtung durch Prof. Dr. H.________ keine weitere 
Überprüfung vorgenommen wurde, obwohl dieser angab, der gesund-
heitliche  Zustand  sei  derart,  dass  dem  Beschwerdeführer  während 
mindestens sechs Monaten keine Erwerbstätigkeit  zumutbar sei. Ins-
besondere fehlen Angaben dazu, welche Verweistätigkeiten unter die-
sen Umständen – auch bezüglich einer sitzenden Tätigkeit (Hüft- und 
Wirbelsäulenproblematik)  – noch zumutbar  sein könnten und in  wel-
chem  Ausmass.  Auch  zur  weiteren  somatischen  (internistischen) 
Situation finden sich in den Stellungnahmen des RAD keine sachdien-
lichen Angaben (vgl. act. IV/121, 123). 

Zur  diagnostizierten  Depression  ergeben  sich  aus den  Akten wider-

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sprüchliche Angaben. Gemäss der Begutachtung im Mai 2006 hat sie 
sich  vollständig  zurückgebildet.  Der  Bericht  von  Dr.  L._______  be-
stätigt  dies  nicht.  Der  Facharzt  zeichnet  in  seinem  Bericht  per  9. 
Januar 2008 ein klares Bild, welches grundsätzlich zu berücksichtigen 
wäre. Indessen ist  die psychische Situation für den Beurteilungszeit-
punkt  vom 19. Oktober  2007 daraus nicht  zu  klären. Es  ist  deshalb 
diesbezüglich auf das Gutachten von Dr. I._______ abzustellen.

7.6 Zusammenfassend ist aufgrund der Aktenlage – trotz der von der 
Vorinstanz  wohl  zu  Recht  angenommenen Rückbildung  der  Depres-
sion – keine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes er-
sichtlich,  die  eine  Kürzung  der  Invalidenrente  von  einer  ganzen  auf 
eine halbe als  vertretbar  erscheinen liesse. Die  mehrfach vom RAD 
festgestellte – aber unbegründet gebliebene – zumutbare Arbeitsfähig-
keit von mindestens 60% in einer leichteren Verweistätigkeit ist für das 
Bundesverwaltungsgericht nicht nachvollziehbar.

Damit erweist sich auch die Verfügung vom 19. Oktober 2007 nicht als 
rechtmässig. Die bis zu diesem Zeitpunkt relevanten Akten lassen kei-
ne abschliessende Aussagen zum Gesundheitszustand des Beschwer-
deführers (oben E. 2.3) zu.

Die Verfügung vom 19. Oktober 2007 ist deshalb aufzuheben und die 
Sache ist  an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese hat die Akten im 
Sinne  der  Erwägungen  zu  vervollständigen  und  ergänzende  Beur-
teilungen  in  orthopädischem,  internistischem  und  psychiatrischem 
Sinne einzuholen,  die  Sachlage neu zu prüfen,  eine allfällig  wieder-
erlangte (Teil-)Arbeitsfähigkeit zu bestimmen bzw. eine solche zu de-
finieren und den Rentenanspruch mittels neuem Erwerbsvergleich neu 
zu  berechnen.  Dabei  sind  die  aktenkundigen  Beurteilungen  vom 
Januar 2008 (act. IV/130 – 136) mit zu berücksichtigen.

8.
Zu befinden bleibt über die Verfahrenskosten und eine allfällige Partei -
entschädigung.

8.1 Weder der unterliegenden Vorinstanz noch dem obsiegenden Be-
schwerdeführer  sind  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1 
und 2 VwVG). Der am 1. Dezember 2008 geleistete Kostenvorschuss 
ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

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8.2 Dem obsiegenden, nicht vertretenen Beschwerdeführer, welchem 
durch  die  Beschwerdeführung  keine  notwendigen,  verhältnismässig 
hohen  Kosten  erwachsen  sind,  ist  keine  Parteientschädigung  zuzu-
sprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Es wird festgestellt, dass die Verfügung vom 2. Mai 2008 nichtig ist. 

2.
Die Beschwerde vom 12. November  2007 wird in  dem Sinne gutge-
heissen,  als  dass  die  Verfügung  vom 19. Oktober  2007  aufgehoben 
und die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit 
diese  nach  erfolgter  Abklärung  im Sinne  der  Erwägungen neu  über 
den Leistungsanspruch verfüge. 

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 

4.
Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. [...])
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Beat Weber Susanne Flückiger

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004 Luzern,  Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Vor-
aussetzungen gemäss den Art. 82 ff.,  90 ff. und 100 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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