# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a625a787-a3b8-5903-9331-c73282c23de1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.03.2025 D-616/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-616-2025_2025-03-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-616/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Daniela Brüschweiler (Vorsitz), 

Richter David R. Wenger, Richter Manuel Borla; 

Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…),  

alias A._______, geboren am (…) 

Côte d'Ivoire,   

vertreten durch Levin Sommer,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 27. Dezember 2024 / N (…). 

 

 

 

D-616/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 3. Februar 2024 in der Schweiz um 

Asyl nach. Dabei gab er an, aus Côte d'Ivoire zu stammen und am (…) 

geboren zu sein. 

 

A.b Im Beisein der zugewiesenen Rechtsvertretung beziehungsweise Ver-

trauensperson fand am 26. Februar 2024 die sogenannte Erstbefragung 

für unbegleitete minderjährige Asylsuchende (EB UMA) statt. 

 

A.c Am 29. Februar 2024 wurde mit dem Beschwerdeführer im (…) eine 

rechtsmedizinische Untersuchung durchgeführt. Das Gutachten ergab ein 

durchschnittliches Lebensalter von (…) bis (…) Jahren und ein Mindestal-

ter von (…) Jahren. 

 

A.d Am 27. März 2024 wurde der Beschwerdeführer ebenfalls in Anwesen-

heit der Rechtsvertretung angehört. In der Folge änderte die Vorinstanz 

das Geburtsdatum auf den 1. Januar 2008. 

 

A.e Das SEM teilte den Beschwerdeführer am 3. April 2024 dem erweiter-

ten Verfahren zu. Die zugewiesene Rechtsvertretung legte am 5. April 

2024 ihr Mandat nieder.  

 

A.f Der Beschwerdeführer bevollmächtigte am 6. Mai 2024 den rubrizier-

ten Rechtsvertreter.  

 

Das SEM lehnte das gleichzeitig mit der Mandatsanzeige eingereichte Ge-

such um Akteneinsicht am 7. Mai 2024 ab und forderte den Beschwerde-

führer zur Einreichung von Dokumenten und zur Angabe von Informationen 

insbesondere betreffend seinen letzten Aufenthaltsort in B._______, be-

treffend Namen von Verwandten und Freunden im Heimatstaat, betreffend 

die gesundheitliche Situation seiner Mutter sowie betreffend Kosten und 

Finanzierung seiner Reise nach Europa auf. 

 

Der Beschwerdeführer reichte am 29. Mai 2024 eine Stellungnahme ein. 

Das SEM erachtete die darin enthaltenen Angaben indes als nicht über die 

anlässlich der Anhörungen gewonnenen Erkenntnisse hinausgehend und 

forderte den Beschwerdeführer via seinen Rechtsvertreter am 13. Juni 

2024 zu genaueren Informationen auf. Die am 10. Juli 2024 eingereichten 

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Seite 3 

Akteneinsichts- und Fristverlängerungsgesuche wurden vom SEM am 

12. Juli 2024 abgewiesen. 

A.g Am 6. September 2024 führte ein Experte mit dem Beschwerdeführer 

ein LINGUA-Gespräch durch. Dieser stellte in seinem Bericht vom 14. Ok-

tober 2024 fest, der Beschwerdeführer sei eindeutig in Côte d'Ivoire sozia-

lisiert worden. 

 

A.h In der EB UMA, in der Anhörung sowie anlässlich des LINGUA-Ge-

sprächs brachte der Beschwerdeführer vor, er sei in B._______ im Quartier 

C._______ beziehungsweise D._______ (vermutlich E._______) geboren 

und aufgewachsen und gehöre der Ethnie der (...) an. Er sei ein Einzelkind 

und habe seinen Vater nie gekannt; er wisse auch nicht, ob er noch Gros-

seltern oder andere nahe Verwandte habe. Als Grund für seine Ausreise 

nannte er die schwierige persönliche beziehungsweise finanzielle Situa-

tion. Nachdem seine Mutter die Miete nicht mehr habe zahlen können, 

habe er mit ihr auf der Strasse leben und betteln müssen. Eine Schule habe 

er nie besucht. Eines Tages hätten ihn Freunde gefragt, ob er mit ihnen 

ausreisen wolle. Er habe sich nicht nach dem Ziel der Reise erkundigt und 

auch seine Mutter nicht vorgängig informiert; seine Freunde seien für die 

Reisekosten aufgekommen. Er sei über Mali und Algerien nach Tunesien 

gereist, wo er bei einem Mann habe wohnen können. Dieser Mann habe 

ihm dann aber nach rund einem Jahr geraten, nach Europa weiterzureisen. 

Er sei daher in einem Boot nach Italien und etwa sechs Monate später un-

ter Umgehung der Grenzkontrollen in die Schweiz gereist. Im Weiteren gab 

er an, sein Telefon sei in Tunesien gestohlen worden, weshalb er längere 

Zeit keinen Kontakt zu seiner Mutter gehabt habe. Später habe er via einen 

Freund wieder mit seiner Mutter in Kontakt treten können. Im März 2024 

habe er erfahren, dass seine Mutter an (...) erkrankt sei. Bei einer Rückkehr 

nach Côte d'Ivoire hätte er niemanden mehr.  

Der Beschwerdeführer reichte keinerlei Identitäts- oder Reisepapiere ein. 

A.i Das SEM forderte den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 31. Okto-

ber 2024 ein weiteres Mal zur Angabe von Informationen bis zum 22. No-

vember 2024 auf. Mit Eingabe vom 18. Dezember 2024 – und erst nach 

Erhalt einer auf den 16. Dezember 2024 datierten, jedoch fehlerhaft eröff-

neten SEM-Verfügung – liess sich der Beschwerdeführer zum Schreiben 

vom 31. Oktober 2024 vernehmen. 

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Seite 4 

B.  

Mit Verfügung vom 27. Dezember 2024 – eröffnet am 30. Dezember 

2024 – stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlings-

eigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung 

aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. Gleichzeitig wurden 

dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenver-

zeichnis ausgehändigt. 

C.  

Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe des rubrizierten Rechtsvertreters 

vom 29. Januar 2025 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er be-

antragte die Aufhebung der Dispositivziffern 4 und 5 der SEM-Verfügung 

vom 27. Dezember 2024. Das Protokoll der Anhörung vom 27. März 2024 

sei aus den Akten zu weisen und die Sache zur vollständigen Sachver-

haltsabklärung und anschliessenden Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen. Eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, ihn vorläufig 

aufzunehmen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses sowie um Beiordnung des rubrizierten Rechtsvertre-

ters als amtlichen Rechtsbeistand ersucht.  

Mit der Beschwerde wurden eine Zurückbehaltungsverfügung der ärztli-

chen Leitung der (...) vom 17. Januar 2025, ein Austrittsbericht der (...) vom 

18. Januar 2025 und eine am 20. Januar 2025 ausgestellte Fürsorgeab-

hängigkeitsbestätigung eingereicht. 

 

D.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 30. Januar 2025 den Ein-

gang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

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Seite 5 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist somit einzutreten. 

2.  

2.1 Die Dispositivziffern 1–3 der angefochtenen Verfügung sind mangels 

Anfechtung in Rechtskraft erwachsen. Gegenstand des vorliegenden Ver-

fahrens bildet somit einzig der Vollzug der Wegweisung. 

 

2.2 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. 

BVGE 2014/26 E. 5). 

2.3 Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren das 

Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG 

nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-

sen oder abweisen; massgebend sind grundsätzlich die tatsächlichen Ver-

hältnisse zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1, 

2011/1 E. 2). 

3.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der Regel in der Besetzung 

mit drei Richtern oder Richterinnen (Art. 21 VGG). Gestützt auf Art. 111a 

Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzich-

tet. 

4.  

4.1 In der Beschwerde (vgl. S. 5–7) wird zunächst – und in der Hauptsa-

che – geltend gemacht, die Vorinstanz habe den rechtserheblichen Sach-

verhalt nicht vollständig festgestellt beziehungsweise den Untersuchungs-

grundsatz verletzt. Dies zum einen, weil sich die Anhörung vom 27. März 

2024 – obschon das Altersgutachten vom 6. März 2024 bereits vorgelegen 

habe und sich die befragende Person der Minderjährigkeit des Beschwer-

deführers hätte bewusst sein müssen – mit Blick auf die vom UNHCR auf-

gestellten und vom BVGer in die Rechtsprechung überführten Kriterien als 

unzulänglich erweise (da ohne Rücksicht auf die Minderjährigkeit geführt). 

Zum andern gehe es nicht an, die Sachverhaltsfeststellung komplett auf 

die Rechtsvertretung auszulagern, der Rechtsvertretung aber weder 

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Seite 6 

Einsicht ins Anhörungsprotokoll noch Fristerstreckung für die gestellten 

Fragen zu gewähren.  

 

Die formellen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet sind, 

eine Kassation der angefochtenen Verfügung zu bewirken. 

 

4.2  

4.2.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1 m.H.). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der 

Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in 

ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich 

ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich aus-

einandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. 

BGE 143 III 65 E. 5.2). 

 

4.2.2 Im Asylverfahren gilt – wie in anderen Verwaltungsverfahren – der 

Untersuchungsgrundsatz (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG), gemäss dem 

die entscheidende Behörde den Sachverhalt von sich aus abklärt, was 

heisst, dass sie verantwortlich für die Beschaffung der für den Entscheid 

notwendigen Unterlagen und das Abklären sämtlicher rechtsrelevanter Tat-

sachen ist (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwal-

tungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 142; KOPF/EMMENEG-

GER/BABEY, Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 

2016, Rz. 20 ff. zu Art. 12 VwVG). Das bedeutet, dass die Sachverhalts-

feststellung unvollständig ist, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswe-

sentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERT-

SCHI, a.a.O., Rz. 1043). 

4.3  

4.3.1 Wie im in der Beschwerde (vgl. S. 6) erwähnten BVGE 2014/30 

E. 2.3.2 und E. 2.3.3 festgehalten wurde, sind bei der Anhörung unbeglei-

teter minderjähriger Asylsuchender spezifische Faktoren (insbesondere 

das Alter, der Reifegrad, die Komplexität der Vorbringen sowie allenfalls 

besondere verfahrensrechtliche Anforderungen hinsichtlich des Beweis-

werts der Vorbringen) zu berücksichtigen, wobei internationale Regie-

rungsorganisationen für die Durchführung der Anhörung Richtlinien und 

Empfehlungen herausgegeben haben (vgl. BVGE 2014/30 E. 2.3.3 und 

E. 2.3.3.4). 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35

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Seite 7 

4.3.2 Entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen Auffassung erge-

ben sich aus dem Protokoll der Anhörung vom 27. März 2024 keine Hin-

weise, dass die Vorinstanz ihrer sich aus Art. 29 VwVG ergebenden, auch 

die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers berücksichtigenden Pflichten 

nicht nachgekommen wäre. So wurde der Beschwerdeführer sehr wohl in 

genügend klarer beziehungsweise verständlicher Art und Weise auf seine 

Pflichten aufmerksam gemacht, wobei ihm diese bereits anlässlich der Be-

fragung vom 26. Februar 2024 erläutert worden waren. Bei Verständnis-

problemen wurden die Fragen – wenn nötig in anderer Formulierung – wie-

derholt; dem Protokoll kann auch keine "süffisant-konfrontative Befra-

gungstechnik" (vgl. Beschwerde S. 6 unten) entnommen werden. Die an-

wesende Rechtsvertretung beziehungsweise Vertrauensperson brachte 

denn auch keine Bemerkungen oder Einwände im Zusammenhang mit der 

Art und Weise der Anhörung vor (vgl. SEM-Akten [...]). In Bezug auf den 

Hinweis, bei der Befragung von Minderjährigen müsse mindestens jede 

halbe Stunde eine Pause eingelegt werden, ist festzuhalten, dass es sich 

dabei lediglich um eine Empfehlung, nicht aber um eine zwingende Vor-

gabe handelt. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die rund drei Stun-

den dauernde Anhörung – entgegen der in der Beschwerdeschrift (vgl. S. 6 

Mitte) enthaltenen Behauptung – nicht nur von 14.05 Uhr bis 14.20 Uhr 

wegen eines Feueralarms, sondern auch von 15.15 Uhr bis 15.30 Uhr mit 

einer (regulären) Pause unterbrochen wurde. 

4.3.3 Demnach bestehen keine Anhaltspunkte, dass die Anhörung vom 

27. März 2024 den erwähnten besonderen Anforderungen nicht genügt 

hätte. Das Begehren, das Protokoll der besagten Anhörung aus den Akten 

zu weisen, ist daher abzulehnen. 

 

4.4  

4.4.1 Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

verpflichten Art. 3 und 22 des Übereinkommens über die Rechte der Kinder 

(Kinderrechtskonvention, KRK; SR 0.107) die asylrechtlichen Behörden, 

das Kindeswohl im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung als gewichtigen As-

pekt zu berücksichtigen. Das SEM ist bezüglich unbegleiteter minderjähri-

ger Asylsuchender verpflichtet abzuklären, ob Minderjährige zu ihren Eltern 

oder anderen Angehörigen zurückgeführt werden können und ob diese in 

der Lage sind, ihre Bedürfnisse abzudecken. Können die Angehörigen 

nicht ausfindig gemacht werden oder ergibt sich, dass die Rückkehr zu die-

sen dem Kindeswohl nicht entspricht, ist weiter abzuklären, ob das Kind in 

der Heimat allenfalls in einer geeigneten Anstalt oder bei einer Drittperson 

untergebracht werden kann. Diesbezüglich sind konkrete Abklärungen 

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vorzunehmen; blosse allgemeine Feststellungen, im Heimat- oder Her-

kunftsland würden Eltern oder andere Angehörige leben beziehungsweise 

es gebe in dem betreffenden Land entsprechende Einrichtungen, genügen 

nicht. Auch gemäss Art. 69 Abs. 4 AIG hat das SEM vor der Ausschaffung 

einer unbegleiteten minderjährigen Person sicherzustellen, dass diese im 

Rückkehrstaat einem Familienmitglied, einem Vormund oder einer Aufnah-

meeinrichtung übergeben werden kann, welche den Schutz des Kindes ge-

währleistet. Die dafür notwendigen konkreten Abklärungen inklusive der 

allfälligen Übernahmezusicherungen einer geeigneten Institution sind vor 

Erlass einer wegweisenden Verfügung des SEM vorzunehmen bezie-

hungsweise einzuholen, damit sie einer gerichtlichen Überprüfung offen-

stehen. Art. 69 Abs. 4 AIG übernimmt, mit einigen redaktionellen Änderun-

gen, den Art. 10 Abs. 2 der Richtlinie 2008/115/EG des Europäischen Par-

laments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über gemeinsame Nor-

men und Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal aufhälti-

ger Drittstaatsangehöriger, ABl. L 348/98 vom 24.12.2008 (nachfolgend: 

Rückführungsrichtlinie; s. auch Notenaustausch vom 30. Januar 2009 [SR 

0.362.380.042]). Demnach behält die Rechtsprechung der Asylrekurskom-

mission (vgl. Entscheide und Mitteilungen der Asylrekurskommission [E-

MARK] 1998 Nr. 13 E. 5e/bb; 1999 Nr. 2 E. 6b-6d und 2006 Nr. 24 

E. 6.2.4), wonach der Vollzug von Wegweisungen minderjähriger Asylsu-

chender voraussetzt, dass bei der Abklärung des Sachverhalts klargestellt 

worden ist, inwiefern die minderjährige Person nach ihrer Rückkehr unter 

die Obhut eines Familienmitglieds oder Familienangehörigen oder – wenn 

diesbezüglich keine Informationen vorliegen oder dies nicht möglich ist – 

in einer geeigneten Institution genommen werden kann, weiterhin Gültig-

keit (vgl. BVGE 2021 VI/3 E. 11.5.2 m.w.H.; vgl. auch Urteile des BVGer 

D-5590/2024 vom 1. Oktober 2024 E. 7.2.2, D-817/2024 vom 29. April 

2024 E. 4.2.2, E-6824/2023 vom 19. Dezember 2023 E. 5.11).  

 

Schliesslich gehören zur Feststellung des Sachverhalts auch die Abklärun-

gen in Bezug auf die Modalitäten einer Rückkehr in den Heimatstaat. Die 

Umstände der Rückkehr sind somit Voraussetzung und Teil der anfechtba-

ren Verfügung, und stellen nicht etwa von der Rechtsmittelinstanz nicht 

mehr überprüfbare Vollzugsmodalitäten dar (vgl. Urteile des BVGer 

D-817/2024 E. 4.2.2 und E-2488/2020 E. 5.5.5 m.H.a. BVGE 2015/30 

E. 7.3). 

4.4.2 Das SEM ist jedoch nur in dem Ausmass zur Untersuchung des Sach-

verhaltes verpflichtet, wie man dies vernünftigerweise von ihm erwarten 

kann. Der Untersuchungsgrundsatz wird durch die gesetzlich 

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vorgesehenen Mitwirkungspflichten eingeschränkt (Art. 13 VwVG und 

Art. 8 AsylG). Die Mitwirkungspflicht von Gesuchstellenden betrifft insbe-

sondere Tatsachen, die ihre persönliche Situation betreffen und die sie bes-

ser kennen als die Behörden, oder die ohne ihre Mitwirkung gar nicht oder 

nicht mit vernünftigem Aufwand erhoben werden können. Die Mitwirkungs-

pflicht trifft grundsätzlich auch unbegleitete minderjährige Asylsuchende, 

soweit diese dazu aufgrund ihres Alters, ihrer Reife und ihrer Ausbildung in 

der Lage sind (vgl. dazu auch oben E. 4.3.1). Bei der Beurteilung von Mit-

wirkungspflichtverletzungen sind die Umstände des Einzelfalles zu beach-

ten. 

4.4.3 Die Verpflichtung sicherzustellen, dass unbegleitete minderjährige 

Asylsuchende nach ihrer Rückkehr unter die Obhut ihrer Eltern, anderer 

Familienmitglieder oder Familienangehörigen oder in einer geeigneten In-

stitution gestellt werden können, resultiert – wie bereits vorstehend festge-

stellt wurde – aus der KRK. Damit vom Vorliegen einer Betreuung ausge-

gangen werden kann, muss die Vorinstanz sich auf festgestellte Tatsachen 

stützen, welche aus den Akten ersichtlich sind, andernfalls müssen geeig-

nete Abklärungen getroffen werden. Bei diesen Abklärungen handelt es 

sich um notwendige Informationen zur Beurteilung der Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs. Die Abklärungspflicht des SEM – und somit auch 

dessen Pflicht, den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen – wird ein-

zig durch die Minderjährigkeit der betreffenden Person begründet. Steht 

diese fest, kann auch eine Verletzung der Mitwirkungspflicht das SEM 

grundsätzlich nicht davon entbinden abzuklären, ob die unbegleitete min-

derjährige Person bei einer Rückkehr eine geeignete Unterkunft erhält. Nur 

in Ausnahmefällen, in welchen das Ausmass der Verletzung der Mitwir-

kungspflicht eine Abklärung durch das SEM mangels jeglicher Anhalts-

punkte vollkommen verunmöglicht, kann diese Abklärungspflicht erlö-

schen. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn sich die Person in Bezug 

auf ihre Nationalität und Herkunft derart widerspricht, dass weder Abklä-

rungen betreffend die familiäre Situation möglich sind, noch eine geeignete 

Institution gesucht werden kann. Dabei ist zu präzisieren, dass aus den 

erwähnten Bestimmungen, die zum Teil eher programmatischer Natur sind, 

zwar eine Abklärungspflicht von Amtes wegen, aber regelmässig kein un-

mittelbarer Anspruch auf Feststellung der Unzumutbarkeit beziehungs-

weise Erteilung einer ausländerrechtlichen Bewilligung abgeleitet werden 

kann. Eine Verletzung der Mitwirkungspflicht wird regelmässig – nach er-

folgten Abklärungen – bei der Beurteilung der Zumutbarkeit zum Tragen 

kommen (vgl. BVGE 2021 VI/3 E. 11.5.2). 

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Seite 10 

4.5  

4.5.1 Die Vorinstanz hat in ihrer Verfügung vom 27. Dezember 2024 insbe-

sondere aufgrund des Resultats der rechtsmedizinischen Untersuchung 

die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers als überwiegend glaubhaft er-

achtet und somit anerkannt (vgl. angefochtene Verfügung S. 3 Mitte). Die 

Tatsache, dass es sich beim Beschwerdeführer um einen unbegleiteten 

minderjährigen Asylsuchenden handelt (Art. 1a Bst. d AsylV 1), hat zur 

Folge, dass erhöhte Anforderungen an die Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs zu stellen und diese von Amtes wegen zu prüfen sind (vgl. 

BVGE 2015/30 E. 7.2, 2009/51 E. 5.6; EMARK 1998 Nr. 13 E. 5e). 

4.5.2 Das SEM legte in seiner angefochtenen Verfügung (vgl. S. 3–6) dar, 

die Angaben des Beschwerdeführers, er wisse nichts über den Verbleib 

des Vaters und ebenso wenig über die Existenz von Grosseltern, Onkeln, 

Tanten oder weiteren Verwandten seien in Zweifel zu ziehen und es ge-

langte zum Schluss, er habe durch unsubstanziierte, vage und realitäts-

fremde Angaben zu seinem sozialen Umfeld, zur angeblich nicht vorhan-

denen Schulbildung sowie zu seiner Ausreise den Verdacht unzutreffender 

Aussagen zu seinen Lebensumständen in B._______ erhärtet. Des Weite-

ren wies das SEM darauf hin, der Beschwerdeführer habe in der Anhörung 

angegeben, er habe einen Freund in Côte d'Ivoire telefonisch kontaktieren 

und über dessen Telefon auch mit seiner Mutter sprechen können. Ange-

sichts dessen, dass der Beschwerdeführer in Tunesien mit seinem Telefon 

wohl auch alle Kontakte verloren habe, erschliesse sich nicht, wie er auf 

einmal wieder in der Lage gewesen sei, mit einem Freund in der Heimat zu 

telefonieren, und überdies auch nicht, wieso er sich bei der Kontaktgele-

genheit nicht um die Telefonnummer der Mutter bemüht habe, wobei der 

Erklärungsversuch, die Mutter besitze nur ein "kleines Telefon", nicht über-

zeuge. Sodann seien die Aussagen des Beschwerdeführers zur angebli-

chen (...)erkrankung der Mutter sehr vage ausgefallen.  

 

Schliesslich sei der Beschwerdeführer sowohl in der Erstbefragung als 

auch in der Anhörung allen Fragen bezüglich des Vorhandenseins eines 

tragfähigen sozialen Umfeldes aus dem Weg gegangen und habe die Zu-

gangsmöglichkeiten für ihn und seine Mutter zu verschiedenen Einrichtun-

gen im Heimatstaat verneint, wobei jedoch seine vagen und nicht einleuch-

tenden Angaben darauf hindeuteten, dass er in einem zivilisierten Umfeld 

aufgewachsen sei, über ein familiäres und soziales Netzwerk verfüge und 

zumindest eine gewisse Zeit in den Genuss einer Schulbildung gekommen 

sei. Seine Angaben zu seinem Leben in B._______ seien somit insgesamt 

als selbstdienliche Schutzbehauptungen zu qualifizieren, die der 

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Seite 11 

Verschleie-rung der wahren Lebensumstände dienten. Es werde deshalb 

davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer willentlich über seine 

wahren Umstände im Heimatstaat zu täuschen versuche. Obwohl auch 

nach der Erstbefragung und der Anhörung mehrmals dazu aufgefordert, 

sei der Beschwerdeführer in seinen Schreiben vom 29. Mai 2024 und vom 

10. Juli 2024 nicht in der Lage gewesen, dem SEM die für die weiteren 

Abklärungen notwendigen Informationen mitzuteilen, die insbesondere für 

die Prüfung eines tragfähigen Beziehungsnetzes unabdingbar wären; die 

im Antwortschreiben vom 29. Mai 2024 enthaltene Erklärung, ein neues 

Telefon zu haben und dadurch die Nummer seines Freundes F._______ 

verloren zu haben, sei als weitere Schutzbehauptung zu qualifizieren. 

 

4.5.3 Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Ausführungen des Be-

schwerdeführers zu seinen Lebensumständen in Côte d'Ivoire und insbe-

sondere zu seinen familiären Verhältnissen weitgehend unsubstanziiert 

ausgefallen sind. Auch erscheinen seine Angaben beziehungsweise Erklä-

rungen, wieso er keine Kontaktdaten seiner Mutter oder von F._______ und 

auch keine Informationen betreffend den aktuellen Verbleib dieser Perso-

nen sowie betreffend die gesundheitliche Situation der Mutter hat beibrin-

gen können, in der Tat nicht vollumfänglich überzeugend. Zweifel bestehen 

in der Tat auch am Umstand, dass der Beschwerdeführer die Namen seiner 

Freunde in Côte d'Ivoire nicht nennen konnte und auch sonst keine nähe-

ren Angaben zu den mit ihm angeblich zumindest bis nach Nordafrika ge-

reisten Freunden machen konnte (vgl. SEM-Akten […]) und – trotz wieder-

holter Aufforderung – den vollständigen Permanentlink seines – erstaunli-

cherweise trotz fehlender Lese- und Schreibkompetenzen (vgl. SEM-Akten 

[…]) – angeblich bestehenden "Facebook"-Profils nicht nannte (vgl. SEM-

Akten […]) beziehungsweise dazu nicht nachvollziehbare Angaben machte 

(vgl. SEM-Akten […]). 

 

Fest steht allerdings, dass dem Beschwerdeführer trotz seiner knappen 

und teilweise wenig nachvollziehbaren Angaben nicht vorgeworfen werden 

kann, er habe die Behörden über seine Identität zu täuschen versucht. Es 

gibt keinerlei Anhaltspunkte, die darauf schliessen lassen, dass er nicht 

aus Côte d'Ivoire stammen und seine Identitätsangaben (Name, Geburts-

jahr) nicht zutreffen würden. Das LINGUA-Gutachten hat vielmehr ein Be-

herrschen der Sprache (…) und seine Sozialisierung in einem Quartier in 

B._______ (E._______) ebenfalls als wahrscheinlich erachtet. Sodann 

kann einerseits die Tatsache, dass der Beschwerdeführer nicht über detail-

liertes Wissen zur Geografie oder zu Gegebenheiten ausserhalb seiner en-

geren Herkunftsregion verfügt, auf den Umstand zurückgeführt werden, 

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dass er seine Heimat schon in sehr jungen Jahren verlassen hat, und seine 

guten Französischkenntnisse können mit einem längeren Aufenthalt in Tu-

nesien beziehungsweise mit der Verständigung auf der langen Reise in 

Französisch erklärt werden. Wie in der Beschwerdeschrift (vgl. S. 9 oben) 

zu Recht bemerkt wurde, ist es auch durchaus denkbar, dass der Be-

schwerdeführer das Personalienblatt nicht selber ausgefüllt hat, womit er 

die Ausführungen der Vorinstanz zu einer allfälligen Schulbildung ebenfalls 

entkräften könnte. 

4.6 Aus dem vorstehend Gesagten ergibt sich, dass das SEM vor dem Hin-

tergrund der geltenden Rechtsprechung seinen Verpflichtungen im Zusam-

menhang mit der Beurteilung des Wegweisungsvollzugs von unbegleiteten 

Minderjährigen nicht nachgekommen ist. Es hat nicht abgeklärt, in wessen 

Obhut der Beschwerdeführer beim angeordneten Wegweisungsvollzug 

nach Côte d'Ivoire übergeben werden kann und wie diese Empfangnahme 

im Heimatland konkret vonstattengehen soll. Trotz der nicht von der Hand 

zu weisenden Zweifel an den Schilderungen des Beschwerdeführers be-

treffend sein Beziehungsnetz in der Heimat liegt angesichts der unbestrit-

tenen Herkunft kein Ausnahmefall vor, in welchem das Ausmass einer Mit-

wirkungspflichtverletzung (deren Vorliegen nicht abschliessend beurteilt 

werden muss) eine Abklärung durch die Vorinstanz vollkommen verunmög-

licht.  Weder wird vom SEM dargelegt noch ist ersichtlich, weshalb es nicht 

möglich sein soll, Abklärungen zu einer für die Unterkunft des Beschwer-

deführers geeigneten Institution zu treffen. Somit lässt sich zum aktuellen 

Zeitpunkt nicht abschliessend beurteilen, ob der Wegweisungsvollzug zu-

mutbar ist. Folglich hat das SEM den rechtserheblichen Sachverhalt im 

vorliegenden Verfahren unvollständig erstellt und es sind weitere Abklärun-

gen notwendig. In diesem Zusammenhang wird es auch Sache der Vor-

instanz sein, den aktuellen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

zu berücksichtigen und gegebenenfalls entsprechende Abklärungen vorzu-

nehmen (vgl. insbesondere die zusammen mit der Beschwerdeschrift ein-

gereichten Unterlagen [Zurückbehaltungsverfügung der ärztlichen Leitung 

der {…} und Austrittsbericht der {…}). 

4.7 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz Bundesrecht 

verletzt und auf einer unvollständigen Sachverhaltsgrundlage entschieden 

hat (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Eine Heilung derartiger Mängel des erstin-

stanzlichen Verfahrens im Rahmen des Beschwerdeverfahrens steht nicht 

zur Debatte. 

5.  

Die Beschwerde ist gutzuheissen, soweit die Aufhebung der 

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angefochtenen Verfügung (im Wegweisungsvollzugspunkt) beantragt wor-

den ist. Das Verfahren ist diesbezüglich zur vollständigen und richtigen 

Sachverhaltsermittlung und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. 

6.  

6.1 Bei diesem Verfahrensausgang sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung und um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht werden 

mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos. 

 

6.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Bis zum Ur-

teilszeitpunkt wurde keine Kostennote eingereicht, der zeitliche Vertre-

tungsaufwand für das Rechtsmittelverfahren lässt sich aber aufgrund der 

Akten bestimmen (Art. 14 Abs. 2 VGKE), weshalb auf das Einholen einer 

Kostennote verzichtet werden kann. Dem Beschwerdeführer ist unter Be-

rücksichtigung der massgebenden Bemessungsfaktoren (Art. 9-11 VGKE) 

und der Entschädigungspraxis in Vergleichsfällen somit pauschal eine auf 

Fr. 900.– festzusetzende, von der Vorinstanz zu entrichtende Parteient-

schädigung zuzusprechen. Der Antrag auf unentgeltliche Rechtsverbei-

ständung (Art. 102m AsylG) wird damit ebenfalls gegenstandslos. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit damit die Aufhebung der ange-

fochtenen Verfügung im Wegweisungsvollzugspunkt verlangt worden ist. 

2.  

Die Dispositivziffern 4 und 5 der Verfügung des SEM vom 27. Dezember 

2024 werden aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur 

vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts 

sowie zur Neubeurteilung an das SEM zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 900.– zu 

entrichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Daniela Brüschweiler Kathrin Mangold Horni 

 

 

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