# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff17cce7-63a8-5e4e-b91b-59dd402ef976
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Weitere Kammern 22.07.2021 GG210006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_999_GG210006_2021-07-22.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Horgen 
Einzelgericht    
 

 

Geschäfts-Nr.: GG210006-F/UB/AP 

 

Einzelgericht in Strafsachen 
 

Mitwirkend: Ersatzrichterin MLaw M. Herger 

 Gerichtsschreiber MLaw V. Preisig 

 

Urteil vom 22. Juli 2021 
(begründeter Entscheid) 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis,  
vertreten durch Staatsanwalt M.A. HSG C. Siebenmann,  

Anklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigter 

 

 

betreffend einfache Körperverletzung etc. 
  

- 2 - 

Privatkläger 

 

1. B._____,  
2. C._____,  
3. D._____,  
4. E._____,  
 

2, 3, 4 vertreten durch Rechtsanwalt MLaw X._____ 

 

- 3 - 

 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 25. Februar 2021 

(act. 38) ist diesem Urteil beigeheftet. 

An der Hauptverhandlung vom 16. Juli 2021 anwesende Parteien: 
(Prot.) 

Der Beschuldigte persönlich, die Privatklägerin 1 sowie zeitweise die Privatkläger 

2, 3 und 4 in Begleitung ihres Rechtsvertreters RA MLaw X._____. 

An der Hauptverhandlung vom 22. Juli 2021 anwesende Parteien: 
(Prot.) 

Der Beschuldigte persönlich, die Privatklägerin 1 sowie zeitweise die Privatkläger 

2 und 4 persönlich. 

Anträge: 

1. Der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis: (act. 38 S. 8) 

− Schuldigsprechung im Sinne der Anklage 

− Bestrafung mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 30.– (ent-

sprechend Fr. 5'400.–) sowie einer Busse von Fr. 1'000.– 

− Gewährung des bedingten Strafvollzugs der Geldstrafe unter Anset-

zung einer Probezeit von 4 Jahren 

− Festsetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen bei schuldhafter 

Nichtbezahlung der Busse 

− Entscheid über die Zivilansprüche der Privatklägerschaft 

− Kostenauflage (Kosten, inkl. Gebühr für das Vorverfahren von 

Fr. 2'100.–) 

2. Des Beschuldigten: (Prot. sinngemäss) 

- Freispruch von Schuld und Strafe in allen Anklagepunkten.  

- Die Bank UBS (Kautionskonto IBAN CH 1 lautend auf die Ehegatten 

A._____ u. F._____) sei anzuweisen, das Kautionskonto aufzuheben 

- 4 - 

und den ganzen Saldo auf das Und/ 

Oder Konto der Ehegatten IBAN CH2 bei der UBS zu überweisen. 

- Die Verfahrenskosten seien auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

- Dem Beschuldigten sei eine Prozessentschädigung in angemessener 

Höhe zuzusprechen, mindestens aber Fr. 12'000.– für RA Y._____ und 

den nämlichen Betrag für den Beschuldigten. 

- Dem Beschuldigten sei eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 10'000.– 

zuzusprechen. 

3. Der Privatklägerin 1: (Prot. sinngemäss)  

− Schuldigsprechung im Sinne der Anklage 
− Ersatz des geltend gemachten Schadens und Zusprechung einer Ge-

nugtuung 
− Entschädigung angemessener Aufwände 

 

4. Die Privatkläger 2, 3 und 4: (act. 86) 

 "Es sei der Beschuldigte im Sinne der Anklageschrift schuldig zu sprechen. 

  Es sei der Beschuldigte zu verurteilen, den Privatklägern 2–4 unter dem Ti-

tel von Art. 433 StPO den Betrag von gesamthaft CHF 7'772.80 (inkl. 

MwSt.) zu bezahlen." 

  

- 5 - 

Inhaltsverzeichnis: 

I. Prozessgeschichte ...................................................................................... 7 

II. Sachverhalt ................................................................................................. 9 

1. Anklagevorwürfe ................................................................................... 9 

2. Grundsätze der Sachverhaltserstellung ................................................ 9 

3. Anklagesachverhalt 1: Auseinandersetzung um die Fernbedienung  

am 24. Oktober 2019 (act. 38 S. 2 f.).................................................. 16 

4. Anklagesachverhalt 2: Betreten des Gartensitzplatzes der 

Privatklägerin 4 am 28. Oktober 2019 (act. 38 S. 3) ........................... 27 

5. Anklagesachverhalt 3: Auseinandersetzung mit dem Privatkläger 2  

im Treppenhaus am 3. Februar 2020 (act. 38 S. 3 f.) ......................... 32 

6. Anklagesachverhalt 4: Auseinandersetzung mit der Privatklägerin 1 

beim Seegrundstück am 5. Juni 2020 (act. 38 S. 4 ff.) ....................... 37 

III. Rechtliche Würdigung ............................................................................... 56 

1. Anklagesachverhalt 1: Auseinandersetzung um die Fernbedienung  

am 24. Oktober 2019 (act. 38 S. 2 f.).................................................. 56 

2. Anklagesachverhalt 2: Betreten des Gartensitzplatzes der  

Privatklägerin 4 am 28. Oktober 2019 (act. 38 S. 3) ........................... 59 

3. Anklagesachverhalt 3: Auseinandersetzung mit dem Privatkläger 2  

im Treppenhaus am 3. Februar 2020 (act. 38 S. 3 f.) ......................... 61 

4. Anklagesachverhalt 4: Auseinandersetzung mit der Privatklägerin 1  

beim Seegrundstück am 5. Juni 2020................................................. 61 

IV. Strafzumessung ...................................................................................... 66 

1. Strafrahmen ........................................................................................ 66 

2. Allgemeine Strafzumessungsregeln ................................................... 68 

3. Konkrete Strafzumessung einfache Körperverletzung und  

Drohung (Anklagesachverhalt 4) ........................................................ 69 

4. Konkrete Strafzumessung weitere Vergehen ..................................... 73 

5. Konkrete Strafzumessung Tätlichkeiten ............................................. 76 

 

 

 

- 6 - 

V. Vollzug der Strafe ..................................................................................... 78 

1. Bedingter Strafvollzug ......................................................................... 78 

2. Probezeit ............................................................................................ 80 

3. Ersatzfreiheitsstrafe ............................................................................ 80 

VI. Zivilansprüche ......................................................................................... 80 

1. Schadenersatz .................................................................................... 80 

2. Genugtuung ........................................................................................ 81 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen, Rechtsmittel ................................... 83 

  

- 7 - 

Erwägungen: 

I. 
(Prozessgeschichte) 

1. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 25. Februar 

2021 (act. 38) sowie die Untersuchungsakten (act. 1–37; act. 39; D2 act. 1–20; 

D3 act. 1–9; D4 act. 1 und act. 2; D5 act. 1–4; D6 act. 1–17; D7 act. 1–13 sowie 

die Beizugsakten ML190007, MM190096 und MN190014) gingen am 3. März 

2021 beim Bezirksgericht Horgen ein. 

2. Mit Verfügung vom 12. Mai 2021 wurden die Parteien zur Hauptverhandlung 

am 7. Juni 2021 und zur Fortsetzung der Hauptverhandlung am 14. Juni 2021 

vorgeladen. Gleichzeitig wurde ihnen Frist zur Stellung und Begründung allfälliger 

Beweisanträge gesetzt (act. 43). Die Privatkläger 1–3 wurden mit Verfügung vom 

12. Mai 2021 zur Einvernahme als Auskunftspersonen auf den 7. Juni 2021 vor-

geladen (act. 45/1–3). 

3. Mit Eingabe vom 28. Mai 2021 (act. 50) stellte der Beschuldigte persönlich 

und fristgerecht Anträge auf einstweilige Sistierung des Verfahrens, auf Verschie-

bung der angesetzten Hauptverhandlung sowie auf Bestellung eines amtlichen 

Rechtsbeistands, welche mit Verfügung vom 1. Juni 2021 allesamt abgewiesen 

wurden (act. 56). 

4. Mit Eingabe vom 3. Juni 2021 liess die Frau des Beschuldigten, F._____, 

dem Gericht ein – vorab bereits per E-Mail eingereichtes (act. 64) – Verschie-

bungsgesuch (act. 67) inklusive Arztzeugnis des Beschuldigten mit Anordnung 

der Isolation aufgrund starker COVID-Symptome bis zum 14. Juni 2021 (act. 68) 

zukommen. Am 4. Juni 2021 stellte RA lic. iur. Y._____, der Rechtsvertreter des 

Beschuldigten, per E-Mail dasselbe Verschiebungsgesuch (act. 69) inklusive Arzt-

zeugnis (act. 70). Das Gericht nahm daraufhin mündlich die Ladung ab (act. 65, 

act. 66 und act. 71) und setzte mit Verschiebungsanzeige vom 11. Juni 2021 neu 

die Hauptverhandlung auf den 16. und 22. Juli 2021 an (act. 72/1–8). Mit Ver-

schiebungsanzeige vom 11. Juni 2021 wurde die Einvernahme der Privatkläger 

1–3 auf den 16. Juli 2021 verschoben (act. 74/1–3). 

- 8 - 

5. Am 22. Juni 2021 ersuchte der Beschuldige telefonisch um Akteneinsicht 

(act. 76). Am 24. Juni 2021 erklärte der Beschuldigte wiederum telefonisch 

(act. 76A), dass er lediglich Einsicht in das Aktenverzeichnis, die Anklageschrift 

(act. 38), die Verschiebungsanzeigen an die einzuvernehmenden Auskunftsperso-

nen (act. 74/1–3), die Berichte der Notfallmedizin (act. 9 und D6 act. 5) sowie in 

die Vereinbarung vom 23. April 2020 (D6 act. 9) verlange, welche ihm im Folgen-

den am 25. Juni 2021 in Kopie zugesandt wurden (act. 78). 

6. Mit Eingabe vom 6. Juli 2021 (Datum Poststempel: 7. Juli 2021; act. 79) in-

klusive Beilagen (act. 80/1–11) stellte der Beschuldigte persönlich erneut diverse 

Rechtsbegehren und Beweisanträge. Mit Verfügung vom 12. Juli 2021 wurde dem 

Beweisantrag des Beschuldigten, von ihm eingereichte Videoaufnahmen und die 

dazugehörigen Transkriptionsprotokolle sowie weitere von ihm eingereichte Fotos 

und Dokumente zu den Akten zu nehmen, sowie der beantragten Zeugeneinver-

nahme von F._____, stattgegeben (act. 83). Die weiteren Beweisanträge wurden 

abgewiesen (act. 83). Das Gericht lud F._____ im Folgenden mit Verfügung vom 

12. Juli 2021 als Zeugin auf den 16. Juli 2021 vor (act. 84).  

7. Zur Hauptverhandlung vom 16. und 22. Juli 2021 erschien der Beschuldigte 

persönlich (Prot. S. 6 und S. 65). Zur Verhandlung vom 16. Juli 2021 erschienen 

(zeitweise) die Privatkläger 1, 2, 3 und 4 sowie der Rechtsbeistand der Privatklä-

ger 2, 3 und 4, RA MLaw X._____ (Prot. S. 6). Zur Verhandlung vom 22. Juli 2021 

erschienen (zeitweise) die Privatkläger 1, 2 und 4 persönlich (Prot. S. 65). Im An-

schluss an die Verhandlung wurde das Urteil mündlich eröffnet und dem Beschul-

digten, den Privatklägern 1, 2 und 4 schriftlich in unbegründeter Form ausgehän-

digt (act. 104; Prot. S. 119.). Das unbegründete Urteil wurde am 23. Juli 2021 der 

nicht anwesenden Staatsanwaltschaft, der nicht anwesenden Verteidigung sowie 

dem Rechtsbeistand der Privatkläger 2, 3 und 4, für sich und zuhanden der Pri-

vatklägerin 3, zugestellt (act. 105/1–3). Ein weiteres Exemplar des unbegründeten 

Urteils wurde der Aufsichtskommission über die Anwältinnen und Anwälte zuge-

stellt (act. 105/4). Der Beschuldigte meldete bereits anlässlich der mündlichen Er-

öffnung des Urteils am 22. Juli 2021 zuhanden des Protokolls Berufung an (Prot. 

S. 119). Mit Eingabe vom 2. August 2021 verlangte der Beschuldigte zudem 

- 9 - 

schriftlich und fristgerecht die Begründung des Urteils und meldete erneut Beru-

fung gegen das Urteil vom 22. Juli 2021 an (act. 106). In seiner Eingabe ersuchte 

der Beschuldigte überdies um "volle Akteneinsicht". Ferner erklärte der Beschul-

digte am 5. August 2021 telefonisch und sein Verteidiger mit Eingabe vom 

20. September 2021 schriftlich, dass der Beschuldigte nicht mehr durch Letzteren 

vertreten werde (act. 107 und act. 109). Nach telefonischer Rücksprache mit dem 

Beschuldigten (act. 107 und act. 111) wurde diesem Akteneinsicht gewährt, in-

dem im Scans der gesamten Verfahrensakten (inklusive der Beizugsakten 

ML190007-F, MM190096-F und MN190014-F und der eingestellten Dossiers D3 

act. 1–9, D4 act. 1–2 und D5 act. 1–4) mit Schreiben vom 4. Januar 2022 zuge-

stellt wurden. Der Beschuldigte nahm dieses am 12. Januar 2022 in Empfang 

(act. 112 und act. 113). 

II. 
(Sachverhalt) 

1. Anklagevorwürfe 

Die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis wirft dem Beschuldigten gemäss der die-

sem Urteil beigehefteten Anklageschriften insgesamt vier Anklagesachverhalte 

vor (act. 38 S. 2–6). Soweit der Beschuldigte die ihm vorgeworfenen Taten nicht 

eingestanden hat, sind diese nachfolgend der Reihe nach zu erstellen.  

2. Grundsätze der Sachverhaltserstellung 

2.1. Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es 

nach seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten ge-

schöpften Überzeugung als verwirklicht erachtet (Art. 10 Abs. 2 StPO). 

2.2. An den Beweis von Täterschaft und Schuld sind im Strafprozess hohe An-

forderungen zu stellen. Eine strafrechtliche Verurteilung kann nur erfolgen, wenn 

die Schuld des Beschuldigten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist. Es darf 

namentlich kein vernünftiger Zweifel darüber bestehen, dass sich der dem Be-

schuldigten in der Anklageschrift vorgeworfene Tatbestand tatsächlich verwirklicht 

- 10 - 

hat (BGE 138 V 74, E. 7; 127 I 38, E. 2a; 124 IV 86, E. 2a; 120 Ia 31, E. 2c; TOP-

HINKE, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 

Strafprozessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 10 N 82 f.). Dies bedingt, dass das 

Gericht eine persönliche Gewissheit erhält. Allfällige abstrakte theoretische Zwei-

fel sind nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewiss-

heit nicht verlangt werden kann. Es muss ausreichen, wenn vernünftige Zweifel 

an der Schuld des Beschuldigten ausgeschlossen werden können (statt vieler: 

BGer, 6B_1428/2017 vom 24. April 2018, E. 1.1 m.w.H.; SCHMID/JOSITSCH, Hand-

buch des schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2017, Zürich/St. Gallen, 

N 227). Bestehen demgegenüber unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der 

tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der 

für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Die-

ser Grundsatz "in dubio pro reo" besagt als Beweiswürdigungsregel, dass sich 

das Strafgericht nicht von einem für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalt 

überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu 

unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat 

(statt vieler: BGer, 6B_1428/2017 vom 24. April 2018, E. 1.1 m.w.H.; SCHMID/JO-

SITSCH, a.a.O., N 233 ff.). 

2.3. Die erhobenen Beweismittel sind nach Art. 10 Abs. 2 StPO frei zu würdi-

gen. Steht Aussage gegen Aussage, ist anhand sämtlicher Umstände, die sich 

aus den Akten ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend 

ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der Aussagen ankommt, verbun-

den mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgen. Unzulässig ist es, lediglich 

auf die Persönlichkeit oder die allgemeine Glaubwürdigkeit des Aussagenden ab-

zustellen. Vielmehr kommt es auf die Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess 

relevanten Aussagen an (BGE 133 I 33, E. 4.3). Diese sind einer Analyse bzw. 

kritischen Würdigung zu unterziehen, wobei auf das Vorhandensein von soge-

nannten Realitätskriterien grosses Gewicht zu legen ist (BENDER, Die häufigsten 

Fehler bei der Beurteilung von Zeugenaussagen, SJZ 81/85, S. 53 ff., DITTMANN, 

Zur Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen, Plädoyer 2/97, S. 28 ff. und S. 33 ff.; 

BENDER/NACK/TREUER, Tatsachenfeststellungen vor Gericht, 4. Aufl., München 

2014, N 313 ff., N 370 ff.). 

- 11 - 

2.4. Zu den wichtigsten Realitätskriterien zählen etwa die innere Geschlossen-

heit, Konstanz und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehensablaufes, 

die konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebnisses, eine unvorteilhafte 

Darstellung der eigenen Rolle sowie die Schilderung des Vorfalles in so charakte-

ristischer Weise, wie sie nur von demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall sel-

ber miterlebt hat (HAUSER, Der Zeugenbeweis im Strafprozessrecht mit Berück-

sichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 316). Umgekehrt sind bei Aussa-

gen auch allfällige Fantasie- oder Lügensignale zu berücksichtigen. Als Indizien 

für falsche Aussagen gelten etwa Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in 

den eigenen Aussagen, unklare, verschwommene oder ausweichende Antworten 

sowie gleichförmig, eingeübt und stereotyp wirkende Aussagen. Fehlen Realitäts-

kriterien oder finden sich Lügensignale, so gilt dies als Indiz für eine Falschaus-

sage (vgl. zum Ganzen OGer ZH, SB130149 vom 10. Juli 2013, E. III./3.2). 

2.5. Die angeführten Grundlagen für die Realitätskriterien und Lügensignale be-

ziehen sich auf strafprozessuale Zeugenaussagen. Es besteht indes kein Grund, 

die erwähnten Kriterien nicht auch für Aussagen von anderen Beteiligten heranzu-

ziehen, um Aufschluss über die Glaubhaftigkeit einzelner Angaben zu erlangen. 

Dabei ist jedoch stets im Hinterkopf zu behalten, dass sich insbesondere die Inte-

ressenlage eines Beschuldigten bzw. eines Privatklägers von derjenigen eines 

Zeugen unterscheidet (statt vieler: OGer ZH, SB130149 vom 10. Juli 2013, 

E. III./3.3). 

2.6. Glaubwürdigkeit der einvernommenen Personen 

2.6.1. Bevor nachfolgend die einzelnen Aussagen auf ihre Glaubhaftigkeit hin zu 

analysieren und einander sowie den weiteren Beweisen gegenüberzustellen sind, 

ist entsprechend im Sinne einer Vorbemerkung vorab auf die allgemeine Glaub-

würdigkeit der Beteiligten einzugehen.  

2.6.2. In Bezug auf den Beschuldigten ist hierzu im Besonderen zu bemerkten, 

dass dieser direkt durch das Strafverfahren betroffen ist und daher ein erhebli-

ches – und durchaus legitimes – Interesse an dessen Ausgang hat. Er könnte 

- 12 - 

deshalb versucht gewesen sein, mit seinen Aussagen jeweils einen für ihn günsti-

gen Sachverhalt darzulegen, um in möglichst günstigem Licht zu erscheinen und 

sich so einer strafrechtlichen Verurteilung zu entziehen. Es gilt darüber hinaus zu 

beachten, dass der Beschuldigte auch nicht zu wahrheitsgemässen Aussagen 

verpflichtet ist (Art. 157 ff. StPO sowie statt vieler: BGer, 6B_604/2012 vom 

16. Januar 2014, E. 3.4.4). Der Wahrheitsgehalt seiner Aussagen ist deshalb mit 

entsprechender Zurückhaltung zu würdigen und seine Glaubwürdigkeit als redu-

ziert einzustufen, wobei indes – wie bereits ausgeführt (vgl. Ziff. II./2.3) – die 

Glaubhaftigkeit der einzelnen Aussagen entscheidend ist.  

2.6.3. Zur allgemeinen Glaubwürdigkeit der vier Privatkläger ist anzumerken, dass 

diese im Vorverfahren sowie teilweise auch an der Hauptverhandlung als Aus-

kunftspersonen im Sinne von Art. 178 lit. a bzw. Art. 179 StPO einvernommen 

wurden (vgl. act. 15, act. 16, act. 17; D2 act. 9, act. 10, act. 11; D6 act. 2, act. 4; 

D7 act. 4, act. 5, act. 10; act. 103-A; act. 103-B; act. 103-C). Obwohl Auskunfts-

personen – anders als etwa Zeugen – nicht einer ausdrücklichen Wahrheitspflicht 

unterstehen (vgl. Art. 163 Abs. 2 StPO), sind die Privatkläger dennoch verpflich-

tet, keine falschen Anschuldigungen zu tätigen, die Rechtspflege nicht zu beirren 

oder sich nicht selbst durch ihre Aussagen zu begünstigen (Art. 181 Abs. 2 StPO), 

weshalb grundsätzlich von glaubwürdigen Auskunftspersonen auszugehen ist. 

Diesen Vertrauensvorschuss gilt es hinsichtlich der staatsanwaltlichen Befragung 

der Privatklägerin 3 (act. 18) zu relativieren, da deren Einvernahme aufgrund der 

Vorwürfe des Beschuldigten ebenfalls in der Beschuldigtenrolle im Sinne von 

Art. 157 ff. StPO erfolgte. Trotz dieser im Übrigen grundsätzlich zugesprochenen 

Glaubwürdigkeit muss weiter berücksichtigt werden, dass sämtliche Privatkläger 

vorliegend an den sie betreffenden Geschehnissen als Geschädigte beteiligt wa-

ren und unmittelbar von diesen betroffen sind, weshalb sie versucht gewesen sein 

könnten, die Vorgänge zu ihren Gunsten darzulegen. Die zugesprochene Glaub-

würdigkeit muss weiter auch insofern relativiert werden, als dass die besonderen 

Umstände in den angeblichen Tatzeitpunkten nicht unbeachtet bleiben dürfen. 

Wie sogleich zu zeigen ist, waren die Beziehungen zwischen dem Beschuldigten 

- 13 - 

und den Privatklägern 1–4 jeweils bereits stark konfliktgeladen bzw. von einer ge-

wissen Vorbelastung geprägt, was Eingang in die Beurteilung der Glaubwürdigkeit 

zu finden hat. 

2.6.3.1. Zum Tatzeitpunkt vom 24. Oktober 2019 bzw. vom 3. Februar 2020 leb-

ten sowohl der Beschuldigte als auch die Privatkläger 2 und 3 im Mehrfamilien-

haus am G._____-Weg ... in H._____. Bei der Privatklägerin 4 handelt es sich um 

die Tochter der Privatkläger 2 und 3 und um die Eigentümerin und Vermieterin der 

besagten Liegenschaft. Wie die Beteiligten anlässlich diverser Einvernahmen 

mehrfach ausführten (act. 12 S. 2, 5; act. 13 S. 3 ff.; D7 act. 10 S. 1 f.; D7 act. 15 

S. 3 f.; D7 act. 16 S. 5 f.; D2 act. 10 S. 1) war das nachbarschaftliche Verhältnis 

zwischen dem Beschuldigten und insbesondere dem Privatkläger 2 von zahlrei-

chen Streitigkeiten geprägt, in deren Kontext auch die zu beurteilenden Taten ein-

zubetten sind. So sind neben den angeklagten Taten eine Vielzahl weiterer poli-

zeilich rapportierter Auseinandersetzungen aktenkundig (vgl. für eine Auflistung 

den Polizeirapport D7 act. 1), welche teilweise ebenfalls zu strafrechtlichen Unter-

suchungen führten, die in der Folge jedoch eingestellt wurden (vgl. D3, D4 und 

D5). Des Weiteren kam es zusätzlich zu mietrechtlichen Streitigkeiten zwischen 

dem Beschuldigten und – zumindest formal – der Privatklägerin 4, welche in der 

Folge vor der Schlichtungsbehörde ausgetragen wurden (vgl. die beigezogenen 

Akten ML190007, MM190096 und MN190014). Der Beschuldigte wirft den Privat-

klägern 2–4 angesichts dessen auch vor, dass ihre jeweiligen Strafanzeigen ledig-

lich dem Vorwand dienten, ihn aus der Wohnung zu bekommen (Prot. S. 26) und 

dass sich in den hohen Streitwerten der mietrechtlichen Verfahren die finanziellen 

Interessen der Privatkläger 2–4 widerspiegelten (Prot. S. 107). Hinsichtlich der 

Beurteilung der Glaubwürdigkeit ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass das 

Verhältnis zwischen den Beteiligten von zahlreichen nachbarschaftlichen und 

mietrechtlichen Konflikten geprägt ist und dementsprechend nicht ausgeschlos-

sen werden kann, dass die Privatkläger 2 und 3 geneigt sein könnten, den Be-

schuldigten zu belasten. 

2.6.3.2. Obwohl der Beschuldigte ausführte, dass er bis auf eine kurze Begeg-

nung keinen Kontakt zur Privatklägerin 4 gepflegt und sie gar nicht richtig gekannt 

- 14 - 

habe (D2 act. 8 S. 2, Prot. S. 21, 43), ist aufgrund deren Involvierung in die miet-

rechtlichen Streitigkeiten sowie der verwandtschaftlichen Beziehung zu den Pri-

vatklägern 2 und 3 ebenfalls von einem angespannten Verhältnis zum Beschul-

digten auszugehen. So führte die Privatklägerin 4 an ihrer staatsanwaltlichen Ein-

vernahme zum Anklagesachverhalt 2 denn auch aus, aufgrund des Vorfalles vom 

28. Oktober 2019, bei welchem die Privatklägerin 3 vom Beschuldigten tätlich an-

gegriffen worden sei, Angst vor diesem zu habe und wütend auf ihn zu sein (D2 

act. 11 S. 6). Auch die Glaubwürdigkeit der Privatklägerin 4 ist folglich als redu-

ziert einzustufen. 

2.6.3.3. Bezüglich der Glaubwürdigkeit der Privatklägerin 1, bei welcher es sich 

um die Schwester des Beschuldigten handelt, ist festzuhalten, dass der Beschul-

digte ausführt, sie hätten vor dem Vorfall am 5. Juni 2020 ein distanziertes, aber 

gutes Verhältnis gepflegt (Prot. S. 68 f.). Gleichzeitig schildert er jedoch, dass sie 

in gewaltbetonten Familienverhältnissen aufgewachsen seien und bejaht die 

Frage nach früheren Handgreiflichkeiten zwischen ihm und der Privatklägerin 1, 

ohne jedoch solche auf entsprechende Nachfrage konkret benennen zu können 

(Prot. S. 67 f.). Auch aufgrund der Schilderungen der fortwährenden Auseinander-

setzungen innerhalb der beiden bestehenden Erbengemeinschaften der Ge-

schwister sowie rund um die Nutzung des gemeinsamen Seegrundstücks (Prot. 

S. 58, 61, 74, 116 f.; act. 14 S. 4 f., 6 f.; D6 act. 4 S. 3) ist vorliegend von einem 

eher schwierigen Verhältnis zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 1 

auszugehen, was sich folglich in einer gewissen Herabsetzung der Glaubwürdig-

keit der letztgenannten niederschlägt. 

Letztlich ist aber bei allen Privatklägern – wie vorstehend bereits ausgeführt 

(siehe Ziff. II./2.3) – primär auf die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen an sich abzu-

stellen (vgl. BGE 133 I 33, E. 4.3), weshalb es sich auch erübrigt, auf die sehr 

ausführlichen Schilderungen der jeweiligen Hintergründe und Vorgeschichten der 

Taten allzu detailliert einzugehen. 

2.6.4. Die Untersuchungsbehörden haben sodann zum zweiten Anklagesachver-

halt (act. 38 S. 3) eine Zeugin einvernommen (D2 act. 12 und D2 act. 13) und das 

- 15 - 

Gericht befragte an der Hauptverhandlung vom 16. bzw. 22. Juli 2021 zwei wei-

tere Zeuginnen (vgl. act. 103-D sowie act. 103-E). Zur generellen Glaubwürdigkeit 

der drei Zeuginnen gilt es zu bemerken, dass strafprozessuale Zeugen grundsätz-

lich zur Aussage verpflichtet sind und der ausdrücklichen Pflicht unterstehen, nur 

wahrheitsgemässe Aussagen zu machen (Art. 163 Abs. 2 StPO). Ihre Aussagen 

haben die Zeugen sodann nach Vorhalt der strengen Strafdrohung im Falle eines 

falschen Zeugnisses nach Art. 307 StGB zu machen (Art. 177 Abs. 1 StPO). Vor 

diesem Hintergrund kommt Zeugenaussagen unter dem Blickwinkel der Glaub-

würdigkeit ein grundsätzlich hoher Beweiswert zu. Auch hier gilt es jedoch, die be-

sonderen Umstände und persönlichen Beziehungen zwischen den Beteiligten zu 

berücksichtigen. 

2.6.4.1. Bei der einvernommenen Zeugin zum zweiten Anklagesachverhalt 

(act. 38 S. 3), I._____, handelt es sich um eine Nachbarin der Privatklägerin 4. 

Gemäss eigener Aussage pflegt sie zu dieser ein gutes nachbarschaftliches Ver-

hältnis (D2 act. 12 S. 1, D2 act. 13 S. 2) und ist mit dem Beschuldigten nicht be-

kannt (D2 act. 13 S. 2). Aufgrund der fehlenden (weitergehenden) Beziehung so-

wohl zur Privatklägerin 4 als auch zum Beschuldigten und des Umstandes, dass 

sie ansonsten nicht weiter in die Streitigkeiten zwischen dem Beschuldigten und 

den Privatklägern 2–4 involviert war, ist ihr eine sehr hohe Glaubwürdigkeit zu at-

testieren. 

2.6.4.2. Als weitere Zeugin wurde die Ehefrau des Beschuldigten, F._____, zu 

den Geschehnissen der einzelnen Anklagesachverhalte befragt (vgl. act. 103-D). 

Zur allgemeinen Glaubwürdigkeit der Zeugin ist anzumerken, dass diese als Ehe-

frau des Beschuldigten in einer gewissen Zwangslage ist und versucht sein 

könnte, im Zweifelsfalle zugunsten ihres Ehemannes auszusagen. Weiter ins Ge-

wicht fällt, dass sie zu den jeweiligen Tatzeiten im Oktober 2019 und im Februar 

2020 ebenfalls in die mietrechtlichen und nachbarschaftlichen Streitigkeiten mit 

den Privatklägern 2–4 involviert war. Ihre Glaubwürdigkeit ist folglich als deutlich 

herabgesetzt zu qualifizieren. 

- 16 - 

2.6.4.3. Bezüglich der Zeugin J._____ ist festzuhalten, dass die Tatsache, dass 

sie die Schwester der Privatklägerin 1 (sowie des Beschuldigten) ist, ihre Glaub-

würdigkeit nicht massgeblich reduziert. Dies insbesondere zumal sie selbst schil-

dert, dass es sich bei der Privatklägerin 1 nicht gerade um ihre Lieblingsperson in 

der Familie handle und sie in Angelegenheiten der Erbengemeinschaft bislang e-

her zum Beschuldigten gehalten habe (act. 103-E S. 15). Aufgrund ihrer weiteren 

Ausführungen, sich vom Beschuldigten bereits seit Jahren in diversen Angelegen-

heiten "bedroht" gefühlt zu haben und der geschilderten Streitigkeiten rund um die 

Verwaltung der zweiten Erbengemeinschaft (act. 103-E S. 2, 8, 13; Prot. S. 94 ff.), 

scheint sie jedoch auch nicht besonders geneigt, zu dessen Gunsten auszusa-

gen. Der Zeugin ist nach dem Gesagten grundsätzlich Glaubwürdigkeit zu attes-

tieren, wobei ihre Aussagen aufgrund des ebenfalls eher angespannten Verhältnis 

zum Beschuldigten mit einer gewissen Zurückhaltung zu würdigen sind. 

Festzuhalten bleibt aber auch in Bezug auf die genannten Zeuginnen, dass – wie 

bei den Vorgenannten (vgl. Ziff. II./2.6.3.1 ff.) – primär auf die Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen abzustellen ist (vgl. abermals BGE 133 I 33, E. 4.3). 

2.7. Vor dem Hintergrund dieser einleitenden Bemerkungen zu den Grundsät-

zen der Sachverhaltserstellung (vgl. Ziff. II./2.1–2.5) und den Erwägungen zur 

Glaubwürdigkeit der Aussagenden (vgl. Ziff. II./2.6), die es stets im Hinterkopf zu 

behalten gilt, verhält es sich mit der Erstellung der einzelnen, dem Beschuldigten 

vorgeworfenen Sachverhalte wie folgt: 

3. Anklagesachverhalt 1: Auseinandersetzung um die Fernbedienung am 
24. Oktober 2019 (act. 38 S. 2 f.) 

3.1. Die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis wirft dem Beschuldigten im ersten 

Anklagesachverhalt vor, sich der Privatklägerin 3 am Donnerstag, 24. Oktober 

2019, 10.00 Uhr, als die Privatklägerin 3 am G._____-Weg ... in H._____ ihren 

Schlüssel in das Schloss zum Technikraum gesteckt habe und diesen habe dre-

hen wollen, von hinten genähert, über sie hinweggegriffen und ihr rechtes Hand-

gelenk gepackt zu haben. Der Beschuldigte habe das Handgelenk der Privatklä-

gerin 3 umgedreht und sie in Richtung Wand geschubst, wodurch der Arm der Pri-

vatklägerin 3 seitlich gegen die Wand gestossen sei. Die Privatklägerin 3 habe 

- 17 - 

dadurch eine Kontusion am rechten Unterarm erlitten. Anschliessend habe der 

Beschuldigte bewusst und gewollt zur Privatklägerin 3 gesagt: "Ich würg dich! Das 

ist meine Fernbedienung! Ich würge dich!". Dabei habe der Beschuldigte seine 

Hände zur Faust geballt knapp vor das Gesicht der Privatklägerin 3 gehalten. 

Durch diese vom Beschuldigten in sehr aggressiver Art und Weise geäusserten 

Worte, sei die Privatklägerin 3 in grosse Sorge geraten, da sie befürchtet habe, 

dass der Beschuldigte ihr in körperlicher Hinsicht etwas antun werde. Damit habe 

der Beschuldigte beim Aussprechen der genannten Worte rechnen müssen und 

er habe dies auch billigend in Kauf genommen. 

3.2. Der Beschuldigte ist nicht geständig und stellt in Abrede, dass sich der Vor-

fall gemäss Anklagesachverhalt abgespielt habe. Vielmehr behauptet er, selbst 

von der Privatklägerin 3 angegriffen worden zu sein (act. 12 S. 1 ff.; act. 13 S. 1, 

9 ff.; Prot. S. 14 ff.). Der Sachverhalt ist deshalb nachfolgend zu erstellen, wobei 

sich die Erstellung namentlich auf die Aussagen des Beschuldigten (act. 12; 

act. 13; Prot. S. 14 ff.), die Aussagen der Privatkläger 2 und 3 (act. 15; act. 16; 

act. 103-B; act. 17; act. 18; act. 103-A), die Aussage von F._____ als Auskunfts-

person und Zeugin (act. 19; act. 103-D) sowie auf den Notfallbericht des Seespi-

tals (act. 9) und Fotos der Hämatome am Arm der Privatklägerin 3 (act. 7 S. 3 f. 

Foto 5 und 6) als Beweismittel stützen. 

3.3. Die Privatklägerin 3 leitet ihre Ausführungen mit einer detaillierten Darstel-

lung der Geschehnisse kurz vor der Tat ein: So führt sie aus, dass sie sich im 

Garten befunden und sich um die vom Sturm der letzten Nacht zerstörten Blumen 

gekümmert habe, als der Beschuldigte mit seinem Auto angefahren gekommen 

und in die Wohnung gegangen sei (act. 17 S. 1; act. 18 S. 2; act. 103-A S. 2 f.). 

Kurz darauf sei er wieder nach unten gekommen und erneut weggefahren, jedoch 

nach wenigen Augenblicken wieder zurückgekehrt und ausgestiegen (act. 17 

S. 1 f.; act. 18 S. 2; act. 103-A S. 3). Ihre Schilderungen verknüpft die Privatkläge-

rin 3 in allen Einvernahmen konstant mit der Beschreibung ihrer eigenen Wahr-

nehmung und Gedanken. So beschreibt sie etwa ihre empfundene Erleichterung, 

als der Beschuldigte nach oben in die Wohnung gegangen und kurze Zeit später 

wieder weggefahren sei ("Gott sei Dank, jetzt fährt er weg […]" [act. 103-A S. 3]); 

- 18 - 

"Gott sei Dank geht er weg, jetzt kann ich weitermachen." [act. 18 S. 2]), während 

sie gleichzeitig ihren Unmut und ihre Besorgnis schildert, als er wieder zurückge-

kommen sei ("[…] scheisse, jetzt kommt er wieder." [act. 17 S. 2]; "Oh Gott, jetzt 

ist er wieder da!" [act. 103-A S. 3]). Die Privatklägerin 3 gibt zudem zu Protokoll, 

wie der Beschuldigte auf sie gewirkt habe, nämlich, dass er nervös herumgelau-

fen sei und aggressiv gewirkt habe (act. 17 S. 2) sowie "komische Augen" gehabt 

habe (act. 18 S. 2). 

3.4. Die Privatklägerin 3 führt zum Kerngeschehen weiter aus, dass sie gerade 

dabei gewesen sei, den Schlüssel zur Tür des Technikraums im Schloss zu dre-

hen, als der Beschuldigte von hinten gekommen, ihre rechte Hand, welche den 

Schlüssel gehalten habe, gepackt und ihr den Arm umgedreht habe (act. 17 S. 2, 

4; act. 103-A S. 3). Gleichzeitig habe er sie zur Seite gegen die Wand mit dem 

Wasserhahn gestossen (act. 17 S. 2, 4; act. 18 S. 2, 5; act. 103-A S. 3, 8). Die 

Privatklägerin 3 erläutert, dass der Beschuldigte ihr den Schlüssel weggenommen 

und diesen in den Hosensack gesteckt habe, dies jedoch bestritten habe, als sie 

ihn gefragt habe, wozu er denn ihren Schlüssel brauche (act. 17 S. 2; act. 18 

S. 3). Der Beschuldigte habe sodann mit der Fernbedienung in der einen Hand 

seine Hände zu Fäusten geballt, sie knapp vor ihr Gesicht gehalten und ihr zwei 

Mal mit den Worten "Ich würge dich!" gedroht sowie ihr gesagt, dass das seine 

Fernbedienung sei (act. 17 S. 2, 5; act. 18 S. 3, 5 f.; act. 103-A S. 3, 7, 9). Diese 

Schilderungen untermalt die Privatklägerin 3 anlässlich der gerichtlichen Befra-

gung mit den entsprechenden Gesten, hält sich etwa die Fäuste vors Gesicht und 

zeigt, wie der Beschuldigte ihr Handgelenk gepackt habe (act. 103-A S. 7 ff.). Sie 

führt weiter aus, dass sie daraufhin in Richtung des Hauses weggelaufen sei und 

um Hilfe gerufen sowie gegen die Fensterläden geschlagen habe, während der 

Beschuldigte ihr nachgelaufen sei (act. 17 S. 2, 5; act. 18 S. 3, 6; act. 103-A S. 3). 

Bei Erscheinen des Privatklägers 2 habe der Beschuldigte sofort behauptet, dass 

die Privatklägerin 3 ihn angegriffen habe und er keinen Schlüssel, sondern nur die 

Fernbedienung habe (act. 17 S. 2). Die Privatklägerin 3 streitet ihrerseits ab, 

mehrfach von hinten auf den Beschuldigten eingeschlagen zu haben (act. 17 S. 7; 

act. 18 S. 9). Sie habe den Beschuldigten nicht geschlagen und sich auch gar 

- 19 - 

nicht wehren können, sondern habe aufpassen müssen, nicht zu fallen (act. 17 

S. 4). 

3.5. Auch das Hauptgeschehen schildert die Privatklägerin 3 detailliert und in-

dem sie ihre Darstellung der Geschehnisse mit ihren Wahrnehmungen und ihrer 

inneren Gefühlslage sowie ihren Gedanken verknüpft. So beschreibt die Privatklä-

gerin analog ihrer Einleitung des Geschehens, wie der Beschuldigte auf sie ge-

wirkt habe, nämlich, dass er ganz rot im Gesicht und ausser sich gewesen sei und 

wütende, aggressive Augen gehabt habe (act. 17 S. 2; act. 18 S. 6). Weiter habe 

sie sich gefragt, warum es so lange dauere, bis ihr Mann komme (act. 17 S. 2). 

Ebenfalls für eine erlebnisbasierte Aussage spricht, dass die Privatklägerin 3 in 

der staatsanwaltlichen Einvernahme und der gerichtlichen Befragung beschreibt, 

wie sie den Beschuldigten von hinten habe auf sich zurennen hören: "Ich hörte 

nur "tatsch tatsch tatsch"" (act. 18 S. 4) bzw. "mit seinen grossen Füssen 'tack, 

tack, tack'" (act. 103-A S. 8). Die Befragte schildert des Weiteren gewisse origi-
nelle Details in allen Einvernahmen einheitlich, so z.B., dass sie sich, nachdem 

der Beschuldigte sie in Richtung Wand gestossen habe, an der Palme habe fest-

halten müssen, um nicht umzufallen (act. 17 S. 2; act. 18 S. 2; act. 103-A S. 3, 7). 

Vergleicht man die Erzählweise der Privatklägerin 3 bzw. die Qualität ihrer Aussa-

gen zum Kerngeschehen mit derjenigen zu nicht direkt tatrelevanten Ereignissen 

– wie i.c. die Schilderung der Begegnung mit dem Beschuldigten kurz vor der Tat 

– stellt man fest, dass diese eine ähnlich hohe Qualität, mithin etwa den gleichen 

hohen Detaillierungsgrad und Wahrnehmungsgehalt aufweisen. Insbesondere in 

Kombination mit der Untermauerung der tatrelevanten Schilderungen durch die 

entsprechende Gestik erfahren die Aussagen der Privatklägerin 3 eine besondere 

Bildhaftigkeit und scheinen auf einem tatsächlichen Erlebnis zu beruhen. Die Aus-

sagen sind folglich als glaubhaft zu qualifizieren. 

3.6. Ferner erscheinen auch die Ausführungen der Privatklägerin 3, sie sei 

durch das Verhalten des Beschuldigten in grosse Sorge geraten, lebensnahe und 

nachvollziehbar. So führt sie etwa aus, dass sie gedacht habe, sterben zu müs-

sen und er sie umbringen werde (act. 17 S. 4; act. 18 S. 7) und betont in allen 

Einvernahmen immer wieder, dass sie vor Angst geschlottert und gezittert habe 

- 20 - 

(act. 17 S. 5; act. 18 S. 3; 5 f.; act. 103-A S. 4). Sie sagt überdies glaubhaft aus, 

immer noch Angst vor dem Beschuldigten zu haben (act. 17 S. 5; act. 18 S. 5) 

und ergänzt an der gerichtlichen Befragung, dass die Tat immer noch präsent sei 

und sie davon träume (act. 103-A S. 5). Die geschilderte Angst scheint auch des-

wegen besonders greifbar, zumal die Privatklägerin 3 ausführt, dass sie nach dem 

Vorfall aufgrund der Befürchtung, der Beschuldigte könne sich mit dem entwende-

ten Schlüssel Zutritt zur ihrer Wohnung verschaffen, bei der Privatklägerin 4 über-

nachtet habe (act. 17 S. 6; act. 103-A S. 10), was auch durch den Privatkläger 2 

bestätigt wird, welcher angab, er selbst habe im separat abschliessbaren Büro 

übernachtet (act. 15 S. 3; act. 16 S. 6 f.). Die Schilderungen der Privatklägerin 3, 

sie sei durch das Verhalten des Beschuldigten in Angst versetzt worden, sind da-

her ebenfalls glaubhaft. Auch hinsichtlich der von ihr geltend gemachten Schmer-

zen, welche über längere Zeit angehalten hätten (act. 17 S. 4; act. 18 S. 5; 

act. 103-A S. 5), gilt es zu bemerken, dass die Privatklägerin 3 diesbezüglich kon-

stante Ausführungen macht und der Notfallbericht entsprechend den Aussagen 

der Privatklägerin 3 eine Verschreibung von Schmerztabletten festhält (act. 9 

S. 2). 

3.7. Die Frage, weshalb sie beim Ausrücken der Polizei nichts von den Drohun-

gen gesagt habe, kann die Privatklägerin 3 ebenfalls in zufriedenstellender Weise 

beantworten. Sie gibt an, dass sie völlig durch den Wind gewesen sei und bei-

nahe einen Gehörsturz erlitten habe und sich deshalb nicht mehr sicher sei, ob 

sie davon berichtet habe (act. 17 S. 5). Auch in der staatsanwaltlichen sowie ge-

richtlichen Einvernahme wiederholt sie, dass der Vorfall einfach zu viel für sie ge-

wesen sei und sie nicht mehr wisse, ob sie die Drohung vor lauter Schock und 

Aufregung erwähnt habe oder nicht (act. 18 S. 8; act. 103-A S. 9). Zur Anzeige 

wegen Drohung sei es im Nachhinein gekommen, weil ihre Tochter, die Privatklä-

gerin 4, anlässlich eines Termins beim Polizeiposten in K._____ ebenfalls Ausfüh-

rungen zu den Tätlichkeiten zwischen ihr und dem Beschuldigten gemacht und 

dabei auch geschildert habe, "was ich ihr erzählt habe" (act. 17 S. 6). Es ist des-

halb davon auszugehen, dass die Privatklägerin 3, wenn auch nicht den ausge-

rückten Polizisten, so doch mindestens der Privatklägerin 4 – und gemäss Aus-

- 21 - 

sage desselbigen auch dem Privatkläger 2 (vgl. unten Ziff. II./3.11) – von den Dro-

hungen durch den Beschuldigten berichtet hat. Dies passt im Übrigen auch zur 

Aussage von F._____, welche anlässlich der staatsanwaltlichen und der gerichtli-

chen Einvernahme ausführt, dass die Privatklägerin 3 ihr und weiteren Nachbarn 

erzählt habe, dass der Beschuldigte sie habe erdrosseln wollen (act. 19 S. 9 und 

act. 103-D S. 4). Hätte es die Privatklägerin 3 darauf angelegt, den Beschuldigten 

mit einer erfundenen Drohung zusätzlich belasten zu wollen, wäre es wohl kaum 

zielführend gewesen, diese zwar den Nachbarn und F._____ zu schildern, nicht 

jedoch den ausgerückten Polizeifunktionären. Dies insbesondere, da ein verspä-

tetes Vorbringen von Tatsachen in der Regel einen Anschein fehlender Glaubhaf-

tigkeit hervorruft, welchen Lügner tendenziell zu vermeiden suchen. Eine erfun-

dene Drohung wäre deshalb wohl bereits beim Ausrücken der Polizei in aller Aus-

führlichkeit vorgebracht und geschildert worden. Im Übrigen macht die Privatklä-

gerin 3 in allen Einvernahmen konstante und widerspruchsfreie Ausführungen in 

ihrer Darstellung der Drohung und untermalt diese mit entsprechenden eindrucks-

vollen Gesten. Dem Gericht erscheint es sodann auch nachvollziehbar, dass eine 

Mitteilung der Drohung aufgrund des – glaubhaft geschilderten – Schockzustan-

des der Privatklägerin 3 im ersten Moment in Vergessenheit geraten kann. 

3.8. Zusammenfassend ist zu konstatieren, dass die Privatklägerin 3 in allen 

Einvernahmen überwiegend gleichbleibend und widerspruchsfrei aussagt. Sie 

verknüpft die Schilderungen mit ihrer inneren Gefühlslage, erläutert ihre Gedan-

ken und spricht dabei sehr häufig in der direkten Rede, insbesondere auch wenn 

sie die Konversation anlässlich der Tat zwischen sich und dem Beschuldigten 

wiedergibt. Als weiteres Realitätskriterium ist zudem die Untermauerung der 

Schilderung durch die entsprechenden Gesten zu nennen, welche die Ausführun-

gen besonders lebensnah erscheinen lassen. Im Übrigen schildert die Privatklä-

gerin 3 sowohl die tatrelevanten Erlebnisse als auch die Vorgeschichte mehrheit-

lich und in allen Einvernahmen von sich aus in einem freien Bericht und mit einer 

gleichbleibend hohen Qualität, was wiederum für erlebnisbasierte Ausführungen 

spricht. Die Aussagen der Privatklägerin 3 sind nach dem Gesagten als glaubhaft 

zu qualifizieren. 

- 22 - 

3.9. Der Beschuldigte hingegen legt bei seinen Befragungen ein widersprüchli-

ches und vages Aussageverhalten an den Tag. Führt er bei der polizeilichen Ein-

vernahme aus, dass die Privatklägerin 3 von hinten auf ihn eingeschlagen und 

"gib mir den Schlüssel, gib mir den Schlüssel" geschrien habe (act. 12 S. 1), sagt 

er bei der Staatsanwaltschaft aus, dass die Privatklägerin 3 von hinten mit einem 

Schlüssel auf ihn eingeschlagen habe und alles eine organisierte Falle gewesen 

sei (act. 13 S. 8). Anlässlich der gerichtlichen Einvernahme wiederum führt er aus, 

dass er geschlagen worden sei, als er nach der Fernbedienung gegriffen habe 

und er den Schlüssel und die Fernbedienung an sich genommen habe (Prot. 

S. 22 f.). Auch das Verhalten der Beteiligten nach dem angeblichen Angriff schil-

dert der Beschuldigte nicht konstant: Bei der Polizei gibt er an, dass die Privatklä-

gerin 3 um Hilfe gerufen habe und weggelaufen sei, wobei er in seine Wohnung 

zurückgekehrt sei (act. 12 S. 1), während er an der gerichtlichen Befragung ver-

neint, dass die Privatklägerin 3 um Hilfe gerufen habe und ausführt, dass nicht 

sie, sondern er weggegangen und sie ihm nachgerannt sei (Prot. S. 27). Im Wei-

teren verweist der Beschuldigte bei Fragen an ihn wiederholt auf seine bereits bei 

der Polizei getätigten Aussagen und erklärt, nur als Geschädigter aussagen zu 

wollen (act. 13 S. 9 f.). Daraufhin befragt zum angeblichen Angriff der Privatkläge-

rin 3 bleibt er jedoch ebenfalls äusserst vage und gibt lediglich an, von den Schlä-

gen überrascht worden zu sein und sich umgewendet zu haben (act. 13 S. 10). 

Ob sie ihn mit der offenen oder der geschlossenen Hand geschlagen habe, wisse 

er nicht (act. 13 S. 10). Konfrontiert mit der Verletzung der Privatklägerin 3 mut-

masst der Beschuldigte in seiner ersten Einvernahme, dass diese allenfalls von 

Gartenarbeit, seinen geschilderten Abwehrbewegungen (act. 12 S. 1, 3) oder 

auch von ihrem Einschlagen auf ihn stammen könnte (act. 12 S. 4). Bei der 

Staatsanwaltschaft gibt er wiederum an, dass er von den Verletzungen nichts 

wisse bzw. sie vom Einschlagen stammen könnten und äussert zusätzlich die 

Vermutung, der Privatkläger 2 könnte häusliche Gewalt gegen die Privatklägerin 3 

angewendet haben (act. 13 S. 12). Auch an der gerichtlichen Befragung bleiben 

die Ausführungen des Beschuldigten knapp und teilweise widersprüchlich: So 

sagt er zu Beginn aus, der Angriff der Privatklägerin 3 sei erfolgt, als er den 

Schlüssel gedreht habe, wobei der Arm der Privatklägerin 3 direkt auf seine 

Schulter niedergekommen sei (Prot. S. 15). Im weiteren Verlauf der Befragung 

- 23 - 

führt er hingegen aus, er glaube, dass sie mit leeren Händen auf ihn zugekom-

men sei und ihm auf den Rücken geschlagen habe (Prot. S. 19). Nach dieser 

wortkargen und oberflächlichen Schilderung des vermeintlichen Angriffs der Pri-

vatklägerin 3 geht der Beschuldigte sodann gleich dazu über, Erklärungen für das 

rasche Auftreten der blauen Flecken bei derselben liefern zu wollen (Prot. S. 19), 

und kontert Fragen wiederum mit der Gegenfrage, was er diesbezüglich bei der 

Polizei ausgesagt habe (Prot. S. 15, 20). Ein weiterer grober Widerspruch lässt 

sich auch in den unterschiedlichen Ausführungen des Beschuldigten zum entwen-

deten Schlüssel der Privatklägerin 3 feststellen. Sowohl in der polizeilichen als 

auch in staatsanwaltlichen Einvernahme stellt er jeweils in Abrede, der Privatklä-

gerin 3 bei der Auseinandersetzung ihren Schlüssel entwendet zu haben, sondern 

behauptet, diesen einige Tage später per Zufall gefunden zu haben (act. 12 S. 4; 

act. 13 S. 11). In der gerichtlichen Befragung – und damit wohlgemerkt im Wis-

sen, dass die Sachentziehung nicht angeklagt wurde – behauptet der Beschul-

digte dann plötzlich, dass er besagten Schlüssel in den Hosensack gesteckt und 

ihn danach weggeworfen habe (Prot. S. 22 f. und 28). Gleich anschliessend be-

tont er wiederum, dass die Privatklägerin 3 ihn bei ihrem Angriff zum Aushändigen 

eines Schlüssels aufgefordert habe (Prot. S. 28), wodurch der Eindruck erweckt 

wird, dass er mit der neuen Aussage lediglich seine Darstellung der Gescheh-

nisse zu stützen sucht. Seine Ausführungen zum Kerngeschehen kommentiert 

der Beschuldigte zudem häufig mit Unsicherheiten wie: "Ich bin mir gar nicht mehr 

so sicher.", "Also wenn ich mich richtig erinnere, […]" (Prot. S. 15), mehrfachen 

"Ich glaube […]" und "Ich möchte mich aber darauf nicht behaften lassen." (Prot. 

S. 19). Während der ganzen Befragung schweift der Beschuldigte ferner immer 

wieder ab und verweist auf "Vor- und Nachgeschichten" (Prot. S. 16), sowie "Ne-

bengeschehen" (Prot. S. 16), führt bspw. aus, dass die Fernbedienung nicht an 

ihrem üblichen Ort gewesen sei (Prot. 16 ff.), der Privatkläger 2 sich – als ausge-

wiesener Schlüsselfachmann – jeweils unberechtigterweise in den verschiedenen 

Wohnungen der Mieter aufgehalten habe (Prot. 17 f.) und dass er die Privatkläge-

rin 3 – die im Übrigen eine leidenschaftliche Gärtnerin sei – eigentlich gar nicht 

gekannt habe (Prot. S. 21). Bei selbigen Ausführungen blüht der Beschuldigte re-

gelrecht auf und muss des Öfteren – häufig jedoch erfolglos – ermahnt werden, 

- 24 - 

seine Aussagen auf das für den Anklagevorwurf relevante Geschehen zu be-

schränken (Prot. S. 18, 21 f., 25 f.). 

3.10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte insbesondere in 

der gerichtlichen und staatsanwaltlichen Einvernahme betreffend das Kernge-

schehen ein ausweichendes, fast schon verweigerndes Aussageverhalten an den 

Tag legt. Seine Aussagen weisen in entscheidenden Punkten zudem Ungereimt-

heiten und Widersprüche auf. Des Weiteren ist die Darstellung des Beschuldigten 

detailarm und unoriginell und im Gegensatz zur Privatklägerin 3 ist er nicht in der 

Lage, in derselben Qualität sowohl vom Kern- als auch von Nebengeschehen zu 

berichten. Es drängt sich deshalb der Eindruck auf, dass es sich beim behaupte-

ten Angriff der Privatklägerin 3 um eine frei erfundene Schilderung und nicht um 

etwas tatsächlich Erlebtes handelt. Auch die diversen offerierten Erklärungen für 

die Verletzungen der Privatklägerin 2 sind nicht überzeugend und als Schutzbe-

hauptungen zu qualifizieren. Den Aussagen des Beschuldigten kann nach dem 

Gesagten wenig Glaubhaftigkeit attestiert werden. Auch die knappen Aussagen 

von F._____, welche laut eigener Darstellung ohnehin nicht dabei gewesen ist 

und den eigentlichen Vorfall nicht beobachten konnte (act. 19 S. 9; act. 103-D 

S. 3), vermögen die Darstellung der Ereignisse durch den Beschuldigten nicht 

entscheidend zu stützen und sind für die Sachverhaltserstellung unerheblich. 

3.11. Die Aussagen des Privatklägers 2 wiederum bekräftigen diejenigen der Pri-

vatklägerin 3. So sagt er in allen Einvernahmen übereinstimmend aus, dass er 

sich im Büro aufgehalten habe, als er durch das Klopfen an die Fensterläden und 

die Hilferufe der Privatklägerin 3 auf die Auseinandersetzung aufmerksam gewor-

den und nach draussen gelaufen sei (act. 15 S. 2; act. 16 S. 2 f.; act. 103-B S. 2). 

Als er auf den Beschuldigten und die Privatklägerin 3 getroffen sei, habe ihm 

diese gesagt, dass der Beschuldigte ihr den Arm umgedreht und sie gestossen 

bzw. an die Wand geschlagen habe (act. 15 S. 2; act. 16 S. 3; act. 103-B S. 2). 

Zudem habe sie erwähnt, dass der Beschuldigte ihr den Schlüssel weggenom-

men und diesen eingesteckt habe, was der Beschuldigte jedoch sogleich abge-

stritten habe (act. 15 S. 2; act. 16 S. 3). Er habe im Übrigen behauptet, dass die 

Privatklägerin 3 ihn von hinten angegriffen habe (act. 16 S. 4). Der Privatkläger 2 

- 25 - 

gibt zudem sowohl in der polizeilichen als auch in der staatsanwaltlichen Einver-

nahme zu Protokoll, dass die Privatklägerin 3 ihm gesagt habe, dass der Beschul-

digte sie habe würgen wollen (act. 15, S. 2; act. 16 S. 5) und bestätigt in der ge-

richtlichen Befragung, dass sie ihm dies unmittelbar nach dem Vorfall mitgeteilt 

habe (act. 103-B S. 3). Des Weiteren sagt er aus, dass der Arm der Privatkläge-

rin 3 blau und geschwollen gewesen sei (act. 15 S. 2; act. 16 S. 3; act. 103-B 

S. 5). Überdies sei die Privatklägerin 3 völlig durcheinander gewesen und habe 

Schmerzen gehabt (act. 16 S. 4). Das Aussageverhalten des Privatklägers 2 ist in 

den entscheidenden Punkten konstant und passt zu den detaillierten und lebens-

nahen Schilderungen der Privatklägerin 3, wodurch diesen zusätzliches Gewicht 

zukommt. Für eine Absprache lassen sich – entgegen der Unterstellung des Be-

schuldigten (Prot. S. 106) – hingegen keinerlei Hinweise finden. Im Gegenteil, ist 

doch bei Annahme einer Absprache davon auszugehen, dass auch die Drohung 

von den beiden Privatklägern übereinstimmend beim ersten Ausrücken der Polizei 

vorgetragen worden wäre. Im Übrigen sind die Ausführungen der Privatkläger 2 

und 3 auch nicht in einem Masse deckungsgleich, dass sich die Vermutung einer 

Absprache aufdrängen würde. 

3.12. Angesprochen auf ein mögliches Motiv für den angeblichen Angriff der Pri-

vatklägerin 3 auf ihn, mutmasst der Beschuldigte zunächst, dieser sei erfolgt, weil 

er immer noch Kontakt zu einer gewissen Nachbarin pflege (act. 12 S. 2 f.) und 

behauptet weiter, dass die Privatklägerin 3 falsche Aussagen mache bzw. ihn an-

gegriffen habe, um ihn aus der Wohnung zu haben (act. 12 S. 3; Prot. S. 26). 

Diese Erklärungsversuche sind wenig stichhaltig. Insbesondere erscheint es un-

wahrscheinlich, dass die Privatkläger 2–4 dem Beschuldigten zu Unrecht Strafta-

ten zur Last gelegt haben sollten, womit sie sich allenfalls gar selbst eines 

Rechtspflegedelikts (Art. 303 ff. StGB) schuldig gemacht hätten. Zudem war der 

Beschuldigte im Zeitpunkt des angeblichen Angriffs der Privatklägerin 3 immer 

noch die Mietzinskaution schuldig, was bereits ein vielversprechendes Argument 

für die Kündigung des Mietvertrags geliefert hätte. Schliesslich hätte auch die 

Möglichkeit bestanden, mittels Anmeldung von Eigenbedarf das Mietverhältnis mit 

dem Beschuldigten rasch beenden zu können, was deutlich naheliegender wäre. 

Das Interesse der Privatkläger 2–4 an der Strafverfolgung wäre im Übrigen wohl 

- 26 - 

spätestens nach dem Auszug des Beschuldigten – welcher immerhin bereits im 

Januar bzw. Februar 2020 erfolgte (Prot. S. 46; D6 act. 3 S. 3) – endgültig erlo-

schen. Auf Seiten des Beschuldigten hingegen ist durchaus ein Motiv für die tätli-

che Auseinandersetzung mit der Privatklägerin 3 ersichtlich: Mit Schreiben vom 

21. Oktober 2019 liess die Privatklägerin 4 dem Beschuldigten eine formelle Ab-

mahnung unter gleichzeitiger Androhung der ausserordentlichen Kündigung zu-

kommen (act. 89). Aus der von den Privatklägern 2–4 eingereichten Sendungs-

verfolgung wird ersichtlich, dass das besagte Schreiben am 24. Oktober 2019 um 

9:18 Uhr am Schalter zugestellt wurde (act. 98). Auch der Beschuldigte führt an-

lässlich der gerichtlichen Befragung aus, dass ihm dieses Schreiben gemäss sei-

ner Erinnerung am Donnerstag vor dem 28. Oktober 2019, mithin dem 24. Okto-

ber 2019, zugestellt worden sei (Prot. S. 33; vgl. demgegenüber noch die frühere, 

dazu im Wiederspruch stehende Aussage des Beschuldigten in Prot. S. 31, wo-

nach er nicht wisse, ob er am 24. Oktober 2019 ein solches Schreiben erhalten 

hatte). Auch wenn der Beschuldigte im späteren Verlauf der Verhandlung im Rah-

men seines Plädoyers behauptet, dass er das Schreiben – sofern es tatsächlich 

an diesem Tag zugestellt worden sei – nicht geöffnet habe, weil ihn eingeschrie-

bene Briefe der Privatklägerin 4 nicht interessiert hätten (Prot. S. 103), ist es le-

bensnahe, davon auszugehen, dass der Beschuldigte Kenntnis von diesem 

Schreiben hatte, als er anschliessend auf die Privatklägerin 3 traf. Dies wird auch 

durch die Aussage der Privatklägerin 3 gestützt, wonach der Beschuldigte die Pri-

vatklägerin 4 und sie bei der Rückkehr aus dem Spital am Nachmittag des 24. Ok-

tobers 2019 gefilmt und der Privatklägerin 4 vorgeworfen habe, nicht mit ihm ge-

redet zu haben (act. 17 S. 6; act. 18 S. 8). Es ist folglich durchaus denkbar, dass 

der Beschuldigte durch das Schreiben bereits derart in Rage war, dass es für ihn 

das Fass zum Überlaufen brachte, als er auf die Privatklägerin 3 traf und diese 

"seine" Fernbedienung behändigte. Letztlich erübrigen sich solche Mutmassun-

gen jedoch auch insbesondere aufgrund dessen, dass mit dem Notfallbericht des 

Seespitals (act. 9) und den Fotos der Hämatome am Arm der Privatklägerin 3 

(act. 7 S. 3 f. Foto 5 und 6) objektive Beweismittel vorliegen, welche die glaub-

hafte Sachverhaltsschilderung der Privatklägerin 3 stützen. 

- 27 - 

3.13. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass aufgrund der überzeu-

genden Aussagen der Privatkläger 2 und 3, des nachvollziehbaren Motivs des Be-

schuldigten sowie des Notfallberichts des Seespitals (act. 9) und der Fotos der 

Hämatome am rechten Arm der Privatklägerin 3 (act. 7 S. 3 f. Foto 5 und 6) der 

objektive Sachverhalt gemäss Anklageschrift erstellt ist. Aufgrund des äusseren 

Geschehensablaufs wie er in der Anklage umschrieben und nach dem Gesagten 

erstellt worden ist, kann auch ein wissentliches und willentliches Handeln des Be-

schuldigten als erstellt betrachtet werden. Für die rechtliche Würdigung ist daher 

vom Sachverhalt gemäss Anklageschrift auszugehen. 

4. Anklagesachverhalt 2: Betreten des Gartensitzplatzes der Privatklägerin 4 
am 28. Oktober 2019 (act. 38 S. 3) 

4.1. Im Anklagesachverhalt 2 wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten 

vor, am 28. Oktober 2019 von ca. 16.40 Uhr bis 16.50 Uhr bewusst und gewollt 

durch das Gartentor den umfriedeten Garten sowie den Sitzplatz der Privatkläge-

rin 4 an der L._____-Strasse ... in K._____ betreten und einen Brief an das Sitz-

platzfenster der Privatklägerin 4 geklebt zu haben. Der Beschuldigte sei sich be-

wusst gewesen und durch I._____ auch darauf hingewiesen worden, dass er mit 

dem Betreten des umfriedeten Gartens an der L._____-Strasse ... in K._____ ge-

gen den Willen der Privatklägerin 4 gehandelt habe. 

4.2. Soweit der Beschuldigte die ihm vorgeworfenen Handlungen nicht einge-

standen hat, sind diese einzeln zu erstellen. Die Beweisführung stützt sich dabei 

im Wesentlichen auf die Aussagen des Beschuldigten (D2 act. 7; act. 13; 

Prot. S. 32 ff.), die Aussagen der Zeugin I._____ (D2 act. 12; D2 act. 13) und die 

Aussagen der Privatklägerin 4 (D2 act. 10; D2 act. 11) sowie auf die Fotodoku-

mentation (D2 act. 6). 

4.3. Der Beschuldigte ist nicht geständig bezüglich des Hausfriedensbruchs (D2 

act. 7 S. 2, 6; act. 13 S. 12; Prot. S.111), bestreitet jedoch zumindest den ersten 

objektiven Sachverhaltskomplex des Anklagesachverhaltes nicht: Er stellt insbe-

sondere nicht in Abrede, sich zur fraglichen Zeit an der L._____-Strasse ... auf 

dem Gartensitzplatz der Privatklägerin 4 aufgehalten zu haben (D2 act. 7 S. 2; 

- 28 - 

act 13 S. 13 f.; Prot. S. 34 f.). Ebenso wenig bestreitet er, einen Brief an das Sitz-

platzfenster der Privatklägerin 4 angebracht zu haben (D2 act. 7 S. 2 f.; 

Prot. S. 38). Der Beschuldigte führt diesbezüglich aus, dass er in der Absicht zur 

Privatklägerin 4 gefahren sei, ihr unter Wahrung der angesetzten Frist Kautions-

unterlagen für den Mietvertrag persönlich auszuhändigen bzw. in ihren Machtbe-

reich abzugeben (D2 act. 7 S. 2; act. 13 S. 13; Prot. S. 32 ff.). Er habe sich vom 

Navigationsgerät führen lassen, sein Auto am Zielort abgestellt und sei die Treppe 

mit der angebrachten Hausnummer ... zum – vermeintlichen – Eingang hinaufge-

stiegen (D2 act. 7 S. 2 f.; act. 13 S. 13; Prot. S. 36). Dabei habe er ein offenes 

bzw. jedenfalls nicht abgeschlossenes Gartentörchen geöffnet und sich sogleich 

auf dem Gartensitzplatz befunden (D2 act. 7 S. 4 f.; act. 13 S. 13; Prot. S. 36). Da 

die Privatklägerin 4 – nach Angabe der anwesenden Nachbarin – nicht zuhause 

gewesen sei, sei er zum Auto zurückgekehrt, um Klebestreifen zu holen, habe 

den Gartensitzplatz erneut betreten und die Unterlagen an das Sitzplatzfenster 

angebracht (D2 act. 7 S. 3 f.; act. 13 S. 13 f.; Prot. S. 38). Gestützt werden diese 

Aussagen sowohl durch die Aussagen der Zeugin I._____ (D2 act. 12 S. 1 f.; D2 

act. 13 S. 3 ff.), als auch durch Fotos, die den Beschuldigten beim Betreten des 

Gartensitzplatzes der Privatklägerin 4 zeigen sowie durch ein weiteres Foto der 

angebrachten Unterlagen am Sitzplatzfenster (D2 act. 6). Die Aussagen des Be-

schuldigten und der Zeugin sind glaubhaft und decken sich mit der Aktenlage, 

weshalb der Sachverhalt diesbezüglich erstellt werden kann. 

4.4. Die geäusserte Unsicherheit des Beschuldigten, ob das Gartentor offen  

oder geschlossen gewesen sei (Prot. S. 36), ist vorliegend nicht weiter zu analy-

sieren. Wohl scheint das Gartentor geschlossen gewesen zu sein, als der Be-

schuldigte den Gartensitzplatz betreten hat (vgl. D2 act. 6 insb. Foto 6). Dieser 

Umstand ist allerdings – wie in Ziff. III./2.2 f. zu zeigen sein wird – für die rechtli-

che Würdigung unerheblich. Sowohl durch Aufnahmen des Tatorts (D2 act. 6 Fo-

tos 1–5) als auch durch die Aussagen der Zeugin I._____ (D2 act. 13 S. 6) und 

der Privatklägerin 4 (D2 act. 10 S. 3) ist jedenfalls erstellt, dass der Gartensitz-

platz durch einen Zaun bzw. Gartenpflanzen umstellt und klar abgegrenzt ist. 

- 29 - 

4.5. Der Beschuldigte bestreitet zwar den äusseren Geschehensablauf nicht 

(vgl. soeben Ziff. II./4.3), stellt jedoch in Abrede, mit diesen Handlungen gegen 

den Willen der Privatklägerin 4 gehandelt zu haben. Vielmehr betont er, dass er 

sich für die Abgabe der geforderten Unterlagen zum Betreten des Grundstückes 

berechtigt gesehen habe und davon ausgegangen sei, dass sich dies mit dem 

Willen der Privatklägerin 4 decke (D2 act. 7 S. 6; Prot. S. 32). Dies insbesondere, 

da sie ihn aufgefordert habe, ihr die Unterlagen persönlich bzw. in ihren Machtbe-

reich abzugeben und die Privatklägerin 4 ihm dafür eine sehr kurze Frist ange-

setzt habe (D2 act. 7 S. 2; Prot. S. 33, S. 41 f.). Die Privatklägerin 4 bestätigt, 

dass sie dem Beschuldigten ein Schreiben mit einer fristgebundenen Aufforde-

rung zur Zustellung eines Formulars bezüglich Mietzinskaution habe zukommen 

lassen (D2 act. 11 S. 5; vgl. für das Schreiben: act. 4/3). Diese Frist habe jedoch 

entgegen den Ausführungen des Beschuldigten sicherlich etwa sieben Tage be-

tragen (D2 act. 11 S. 5). Sie habe zudem weder eine persönliche Zustellung ver-

langt, noch sehe sie einen Grund für eine solche (D2 act. 11 S. 8). Als sie dann 

am Tag des 28. Oktobers 2019 per Zufall entdeckt habe, dass sich der Beschul-

digte auf dem Weg zu ihr befinde, habe sie Angst bekommen und sei anstatt nach 

Hause zu ihrer Freundin gefahren (D2 act. 11 S. 2 ff.). Die Privatklägerin 4 schil-

dert ihre Angst auf Nachfrage des Staatsanwalts im Folgenden plastisch und le-

bensnah (D2 act. 11 S. 6). Aufgrund der bereits bestehenden Spannungen mit 

dem Beschuldigten sowie des sich wenige Tage zuvor ereignenden Vorfalls mit 

der Privatklägerin 3 (vgl. Anklagesachverhalt 1 Ziff. II./3) erscheint die Schilderung 

ihrer Angst sowohl glaubhaft als auch plausibel und wird auch durch die Darstel-

lung der Ereignisse der Zeugin I._____ gestützt (D2 act. 13 S. 2 f.). Es ist deshalb 

in objektiver Hinsicht erstellt, dass der Beschuldigte mit dem Betreten des Garten-

sitzplatzes und dem Anbringen des Briefes gegen den Willen der Privatklägerin 4 

gehandelt hat. 

4.6. Die Strafbehörde trägt indes nicht nur für die objektiven, sondern auch für 

die subjektiven Tatbestandsmerkmale die Beweislast (statt aller: BSK StPO I-TOP-

HINKE, a.a.O., Art. 10 N 20 m.w.H.). Sie hat dem Beschuldigten bei einem Vor-

satzdelikt insbesondere auch nachzuweisen, dass dieser mit Wissen um sämtli-

- 30 - 

che objektiven Tatbestandsmerkmale und dem Willen, diese zu verwirklichen, ge-

handelt hat. Mit Vorsatz handelt ebenfalls, wer die Verwirklichung der Tat für mög-

lich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). 

4.7. Das Gericht erachtet es im Weiteren als erstellt, dass die Nachbarin und 

Zeugin I._____ den Beschuldigten auf seine Nichtberechtigung zum Betreten des 

Gartensitzplatzes hingewiesen hat. So führt diese in ihren Einvernahmen einheit-

lich aus, dass sie beobachtet habe, wie der Beschuldigte die Treppe hinaufge-

kommen sei, woraufhin sie ihn angesprochen und gefragt habe, was er wolle so-

wie ihn darauf hingewiesen habe, dass es sich um einen privaten Garten handle 

(D2 act. 12 S. 2; D2 act. 13 S. 3 ff.). Als der Beschuldigte kurz verschwunden sei, 

um daraufhin erneut den Sitzplatz zu betreten, habe sie ihn (implizit) nochmals 

darauf hingewiesen, dass er nicht berechtigt sei, sich hier aufzuhalten (D2 act. 12 

S. 2; D2 act. 13 S. 3 und 5 f.). Diese Ausführungen werden durch die Aussagen 

der Privatklägerin 4 bestätigt, welche während des Eintreffens des Beschuldigten 

telefonisch mit I._____ verbunden war. Sie erläutert, gehört zu haben, wie diese 

den Beschuldigten darauf hingewiesen habe, dass es sich um ein fremdes Grund-

stück handle und ihn zum Gehen aufgefordert habe (D2 act. 10 S. 2; D2 act. 11 

S. 3 und 6 f.). Der Beschuldigte hingegen führt konfrontiert mit der Aussage von 

I._____ in der Untersuchung anfänglich aus, dass das "Chabis" sei und sie nicht 

befugt sei, ihm irgendetwas zu sagen (D2 act. 7 S. 4) sowie dass es ihn gar nicht 

interessiert habe, was diese zu ihm gesagt habe (D2 act. 13 S. 14.). Erst an der 

gerichtlichen Befragung bestritt er explizit, dass I._____ ihm gesagt habe, dass 

der Garten privat sei (Prot. S. 38 und S. 40). Der anfängliche Hinweis auf die feh-

lende Befugnis von I._____ sowie sein mangelndes Interesse an ihren Äusserun-

gen deuten jedoch darauf hin, dass sie ihn sehr wohl auf seine fehlende Berechti-

gung aufmerksam gemacht hat, er diese jedoch nicht als verbindlich ansah. Der 

Beschuldigte macht ebenfalls widersprüchliche Aussagen, für wen er die Zeugin 

gehalten habe: Hielt er sie in der Voruntersuchung noch klarerweise für die Nach-

barin (D2 act. 7 S. 2 f.; act. 13 S. 14), welcher er sogar seine Unterlagen aushän-

digen wollte (act. 13 S. 14; Prot. S. 37 f.), behauptete er an der Hauptverhandlung 

plötzlich, dass sie für ihn gar nicht als Nachbarin zu erkennen gewesen sei, son-

- 31 - 

dern auch eine Besucherin hätte sein können (Prot. S. 38). Warum der Beschul-

digte ihr die Unterlagen bei dieser Annahme dennoch hätte überreichen wollen 

(Prot. S. 37), erschliesst sich dem Gericht nicht. Viel eher ist davon auszugehen, 

dass es sich um eine Schutzbehauptung handelt, mit welcher der Beschuldigte 

darauf abzielt, der von I._____ tatsächlich erfolgte Hinweis bezüglich seiner Nicht-

berechtigung abzuschwächen. Es ist zudem auch kein Grund ersichtlich, warum 

die Zeugin I._____ den Beschuldigten fälschlicherweise belasten sollte (vgl. 

Ziff. II./2.6.4.1). Insbesondere da sie gemäss den Aussagen der Privatklägerin 4 

bis zu ihrem Telefonat nichts von den Streitigkeiten der Privatkläger 2–4 gewusst 

habe (D2 act. 11 S. 3) und sogar angibt, dass der Beschuldigte ihr gegenüber 

kein drohendes, sondern im Gegenteil ein freundliches Verhalten an den Tag ge-

legt habe (D2 act. 13 S. 5). Die Aussagen der Zeugin sind entsprechend als 

glaubhaft zu qualifizieren und es ist erstellt, dass der Beschuldigte von I._____ 

darauf hingewiesen wurde, mit dem Betreten des umfriedeten Gartens gegen den 

Willen der Privatklägerin 4 zu handeln. Der Beschuldigte betrat nach erfolgtem 

Hinweis dennoch den Gartensitzplatz der Privatklägerin 4 und handelte somit 

nicht nur wissentlich, sondern auch willentlich. 

4.8. An diesem Ergebnis ändert sich im Übrigen auch dann nichts, wenn – wie 

vom Beschuldigten vorausgehend behauptet – kein diesbezüglicher Hinweis der 

Zeugin erfolgt wäre: Wie unter dem Titel der Glaubwürdigkeit bereits geschildert 

(vgl. Ziff. II./2.6.3.2), ist das Verhältnis des Beschuldigten zur Privatklägerin 4 als 

spannungsgeladen zu betrachten. Davon zeugen sowohl die mietrechtlichen Aus-

einandersetzungen als auch die zahlreichen aktenkundigen nachbarschaftlichen 

Streitigkeiten mit den Privatkläger 2 und 3, von welchen die Privatklägerin 4 als 

Tochter der letztgenannten und Eigentümerin der betroffenen Liegenschaft eben-

falls tangiert wurde. Deshalb und insbesondere auch aufgrund der kurz zuvor er-

folgten tätlichen Auseinandersetzung mit der Privatklägerin 3 am 24. Oktober 

2019 (vgl. Anklagesachverhalt 1 Ziff. II./3) muss dem Beschuldigten klar gewesen 

sein, dass er bei der Privatklägerin 4 kein willkommener Gast und ein Betreten ih-

res Grundstückes und insbesondere ihres privaten Gartensitzplatzes nicht in ih-

rem Sinne war. Zwar hat die Privatklägerin 4 den Beschuldigten aufgefordert, ihr 

- 32 - 

die Unterlagen in ihren Machtbereich zu überbringen. Dass damit jedoch ein De-

ponieren im Briefkasten und nicht das Ankleben am Sitzplatzfenster gemeint war, 

leuchtet ohne Weiteres ein und hätte auch vom Beschuldigten erkannt werden 

müssen. Der Beschuldigte räumt an der gerichtlichen Befragung sodann auch ein, 

dass ihm im Nachhinein bewusstgeworden sei, dass auch ein Hinterlegen der Un-

terlagen im Briefkasten mit entsprechendem Nachweis zur Fristwahrung genügt 

hätte (Prot. S. 36). Dies hätte ihm jedoch – insbesondere auch aufgrund seiner ju-

ristischen Ausbildung – bereits zum Tatzeitpunkt klar sein müssen. Soweit der Be-

schuldigte zudem in Abrede stellt, dass für ihn eine Umfriedung nicht erkennbar 

gewesen sei (D2 act. 7 S. 5; Prot. S. 41), ist Folgendes zu bemerken: Mag das 

Gericht zugunsten des Beschuldigten beim ersten Betreten des Gartensitzplatzes 

noch davon ausgehen, dass er tatsächlich wie behauptet glaubte, sich im Ein-

gangsbereich des Hauses inklusive Briefkästen zu befinden (D2 act. 7 S. 4; 

act. 13 S. 13; Prot. S. 36), so lässt sich das spätestens beim zweiten Betreten 

nicht mehr glaubhaft vertreten, waren ihm die örtlichen Gegebenheiten nun doch 

durch die eigene Wahrnehmung bestens bekannt. 

4.9. Folglich ist auch der subjektive Tatbestand erstellt. Der nachfolgenden 

rechtlichen Würdigung (vgl. Ziff. III./2) ist entsprechend der von der Staatsanwalt-

schaft Limmattal / Albis zur Anklage gebrachte Sachverhalt zugrunde zu legen. 

5. Anklagesachverhalt 3: Auseinandersetzung mit dem Privatkläger 2 im Trep-
penhaus am 3. Februar 2020 (act. 38 S. 3 f.) 

5.1. Die Staatsanwaltschaft erhebt weiter den Vorwurf, dass der Beschuldigte 

den Privatkläger 2 am 3. Februar 2020 um 11.40 Uhr im Treppenhaus am 

G._____-Weg ... in H._____ am linken Arm gepackt und diesen umgedreht habe. 

Mit der anderen Hand habe der Beschuldigte den Privatkläger 2 mehrfach gegen 

den Brustbereich geschlagen und weggestossen. Der Privatkläger 2 habe 

dadurch eine Kontusion am linken Arm erlitten. 

5.2. Als Beweismittel für den betreffenden Sachverhalt dienen insbesondere die 

Aussagen des Beschuldigten (act. 14; Prot. S. 44 ff.), die Aussagen der Privatklä-

ger 2 und 3 (D7 act. 4, act. 5 und act. 10 sowie act. 103-B und act. 103-A), die 

Aussagen der Zeugin F._____ (act. 103-D) sowie zwei Fotos eines Hämatoms am 

- 33 - 

linken Arm des Privatklägers 2 (D7 act. 3). Der Beschuldigte bestreitet den Tat-

hergang und ist nicht geständig (act. 14 S. 15; Prot. S. 46 f.). 

5.3. Der Privatkläger 2 macht im Rahmen aller Einvernahmen im Wesentlichen 

übereinstimmende und konkrete Angaben zum Geschehensablauf. So führt er 

aus, dass er am Morgen des 3. Februar 2020 mit der Privatklägerin 3 aus der 

Physiotherapie zurückgekehrt sei und das von ihnen bewohnte Mehrfamilienhaus 

von rot-weissen Hütchen (Verkehrsleitkegel) umstellt vorgefunden habe (D7 act. 4 

S. 1; D7 act. 10 S. 2). Als sie diese umgangen und das Treppenhaus hätten be-

treten wollen, habe der Beschuldigte ihnen verboten, ihre Wohnung zu betreten, 

da er gerade am "Zügeln" sei (D7 act. 4 S. 1; D7 act. 10 S. 2; act. 103-B S. 7). 

Der Privatkläger 2 führt weiter aus, dass er gedacht habe, es handle sich um ei-

nen Witz und sich – zumal das gesamte Treppenhaus leer gewesen sei – nicht 

habe beirren lassen und die Treppe zu ihrer Wohnung habe hochsteigen wollen, 

als es zum tätlichen Angriff des Beschuldigten gekommen sei (D7 act. 4 S. 1 f.; 

D7 act. 10 S. 2 f.; act. 103-B S. 7 f.): Der Beschuldigte habe ihn am Arm gepackt 

und diesen umgedreht, während er ihn mit der anderen Hand gegen die Brust ge-

stossen bzw. geboxt habe (D7 act. 4 S. 1 f.; D7 act. 10 S. 3; act. 103-B S. 8). 

Diese Ausführungen untermalt der Privatkläger 2 anlässlich der gerichtlichen Be-

fragung mit entsprechenden Gesten (103-B S. 8), was auf wahrhaftig Erlebtes 

und eine wahrheitsgetreue Schilderung deutet. Bei der polizeilichen und der 

staatsanwaltlichen Einvernahme sagt der Privatkläger 2 zudem übereinstimmend 

aus, dass der Beschuldigte ihn am linken Arm gepackt habe (D7 act. 4 S. 1; D7 

act. 10 S. 3), was sich ebenfalls mit den Fotos des Hämatoms am linken Arm des 

Privatklägers 2 deckt (D7 act. 3). An der gerichtlichen Einvernahme zeigt sich der 

Privatkläger 2 diesbezüglich unsicher und gibt von sich aus zu, dass er sich nicht 

mehr sicher sei, mit welcher Hand und an welchem Arm der Beschuldigte ihn ge-

packt habe (act. 103-B S. 8). Dies erstaunt angesichts des Zeitablaufs von na-

hezu 1.5 Jahren seit dem Vorfall nicht. Zugleich gibt der Privatkläger 2 damit 

kleine Erinnerungslücken zu, anstatt seine Aussagen mit einer vorgespiegelten 

Sicherheit als besonders glaubhaft darstellen zu wollen, was ebenfalls für erleb-

nisbasierte und ehrliche Aussagen spricht. Der Privatkläger 2 führt weiter in allen 

Einvernahmen einheitlich aus, dass der Beschuldigte während seines Angriffs laut 

- 34 - 

um Hilfe und nach seiner Frau geschrien habe, was er immer mache, um sich als 

Opfer darzustellen (D7 act. 4 S. 2; D7 act. 10 S. 3; act. 103-B S. 8). Ein ähnliches 

Verhalten des Beschuldigten – sich bei Auftauchen weiterer Personen sogleich 

selbst als Opfer zu präsentieren – beschrieb der Privatkläger 2 bereits hinsichtlich 

des Anklagesachverhalts 2 (vgl. Ziff. II./3.11) und findet sich im Übrigen auch in 

den Ausführungen der Privatklägerin 1 (vgl. unten Ziff. II./6.7.2), sodass sich dies-

bezüglich ein gewisses Verhaltensmuster beim Beschuldigten abzuzeichnen 

scheint. Der Privatkläger 2 führt weiter aus, dass die Hilfeschreie des Beschuldig-

ten letztlich darin resultiert hätten, dass dessen Frau aus der Wohnung gekom-

men sei und die Polizei gerufen habe (D7 act. 4 S. 2; D7 act. 10 S. 3; act. 103-B 

S. 8). Der Privatkläger 2 schildert zudem, dass es der Privatklägerin 3 während 

der Auseinandersetzung gelungen sei, hinter ihnen zur Wohnung hinauf zu gehen 

(D7 act. 4 S. 2) und dass er sich Sorgen um sie gemacht habe, weil sie noch an 

Krücken gegangen sei (act. 103-B S. 8). Auch diese Aussage passt gut ins Bild 

und lässt die Ausführungen des Privatklägers 2 lebensnah erscheinen, zumal sie 

sich auch mit den Schilderungen der Privatklägerin 3 – insbesondere derselben 

Sorge – decken (vgl. unten Ziff. II./5.4). Zusammengefasst ist festzuhalten, dass 

namentlich die Konstanz der Aussagen – ohne dass ständig der identische Wort-

laut wiederholt würde – das Verwenden der direkten Rede sowie die lebensnahe 

Untermalung der Schilderung der Geschehnisse mit den entsprechenden Gesten 

die Aussage des Privatklägers 2 als tatsächlich erlebt erscheinen lassen, womit 

ihnen entsprechend eine hohe Glaubhaftigkeit zu attestieren ist.  

5.4. Die Aussagen des Privatklägers 2 werden im Weiteren durch die Ausfüh-

rungen der Privatklägerin 3 gestützt: Diese gibt ebenfalls an, dass bei ihrer Rück-

kehr von der Physiotherapie der Eingangsbereich verstellt gewesen sei und der 

Beschuldigte sie mit der Aussage, dass er am "Zügeln" sei, daran habe hindern 

wollen, das Haus zu betreten (D7 act. 5 S. 1; act. 103-A S. 11). Sie führt weiter 

aus, dass der Beschuldigte daraufhin den Arm des Privatklägers 2 gepackt und 

umgedreht sowie ihn mit der Faust gegen die Brust geboxt und gestossen habe 

(D7 act. 5 S. 1 f.; act. 103-A S. 11 f.). Auch die Privatklägerin 3 untermalt ihre 

Schilderungen anlässlich der gerichtlichen Befragung mit den entsprechenden 

- 35 - 

Gesten (103-A S. 11 f.) und lässt diese dadurch besonders lebensnah erschei-

nen. Weiter berichtet sie ebenfalls davon, dass der Beschuldigte währenddessen 

lautstark nach seiner Frau gerufen und behauptet habe, dass der Privatkläger 2 

ihn schlage (D7 act. 5 S. 1; act. 103-A S. 11 f.). Sie habe Angst gehabt, mit den 

Krücken zu stürzen und sich am Geländer festgehalten, wobei es ihr gelungen 

sei, während der Auseinandersetzung hinter den beiden durch zur Wohnung hoch 

zu gehen (D7 act. 5 S. 1; act. 103-A S. 11). Diese Angst erscheint nachvollziehbar 

und auch die Schilderung, dass sie sich deswegen am Geländer festgehalten 

habe, lässt ihre Aussage besonders greifbar erscheinen. Die Privatklägerin 3 un-

terlässt es anlässlich ihrer polizeilichen Befragung zudem, den Beschuldigten un-

nötig weiter zu belasten, sondern verneint die Frage, ob es anlässlich der Ausei-

nandersetzungen zu Beleidigungen gekommen sei (D7 act. 5 S. 2), was neben 

der generellen Konstanz und Detailliertheit wiederum für die Glaubhaftigkeit der – 

den Beschuldigten belastenden – Aussagen spricht.  

5.5. Die Aussagen des Beschuldigten beschränken sich im Gegensatz zu den-

jenigen der Privatkläger 2 und 3 auf wenige konkrete Ausführungen zum Vorfall. 

Zunächst gibt er an, sich aus dem Stehgreif überhaupt nicht an den Vorfall erin-

nern zu können, wobei er dies nach Vorhalt der beiden Einvernahmen des Privat-

klägers 2 (act. 4 und act. 10) revidiert und behauptet, es habe sich gänzlich an-

ders zugetragen als es in der Anzeige geschildert werde (act. 14 S. 12). Daraufhin 

macht der Beschuldigte jedoch lediglich lange Ausführungen zur Umzugsthematik 

sowie den sonstigen Ärgernissen mit den Privatklägern 2 und 3 (act. 14 S. 13 f.) 

und schliesst mit der kurzen Erwähnung, dass der Privatkläger 2 ihn sicherlich 

weggestossen und beschimpft habe, er es jedoch nicht mehr so genau wisse 

(act. 14 S. 15). Dies begründet er implizit mit der Aussage, dass die Vorfälle der-

art zahlreich gewesen seien, dass er aufpassen müsse, sie nicht durcheinander 

zu bringen (act. 14 S. 13). Auch an der gerichtlichen Befragung legt der Beschul-

digte ein ausweichendes Aussageverhalten an den Tag: Angesprochen auf den 

konkreten Vorfall tut er dies zuerst als Nebengeschehen ab, macht wiederum 

Ausführungen zu den mietrechtlichen Streitigkeiten und spricht letztlich davon, 

dass nach seinem Wissen an besagtem Tag gar nichts vorgefallen sei bzw. es im 

Zusammenhang mit dem Umzug keinerlei Handgreiflichkeiten gegeben habe 

- 36 - 

(Prot. S. 46 und 49). Auf die Frage nach der Herkunft des Hämatoms am Arm des 

Privatklägers 2 gibt der Beschuldigte an der staatsanwaltlichen Einvernahme zu 

Protokoll, dass dieses "mit Nichtwissen bestritten" sei (act. 14 S. 15). An der ge-

richtlichen Einvernahme verhält sich der Beschuldigte äusserst ausweichend, 

lässt die Einzelrichterin kaum Fragen stellen und bringt diverse Anschuldigungen 

gegen den Privatkläger 2 vor (Prot. S. 49 f.). Auf wiederholte Frage nach der Her-

kunft des Hämatoms verweist der Beschuldigte schliesslich auf einen früheren 

Vorfall, bei welchem der Privatkläger 2 ihn die Treppe habe hinunterstossen wol-

len und äussert die Vermutung, dass dieser sich dabei möglicherweise selbst ver-

letzt habe (Prot. S. 51). Auch hinsichtlich dieser Ausführungen unterlässt es der 

Beschuldigte, den angeblichen Vorfall und die dadurch erfolgte Entstehung des 

Hämatoms konkret zu schildern, sondern bleibt vage und einsilbig. Dies steht ins-

besondere im Kontrast zu seinen sonstigen weitschweifigen und detaillierten Aus-

führungen betreffend die mietrechtlichen Streitigkeiten und sonstigen Auseinan-

dersetzungen mit den Privatklägern 2 und 3, an die er sich offenbar sehr genau 

zu erinnern glaubt. Vorliegend ist nach dem Gesagten von einer Schutzbehaup-

tung auszugehen, welche den Beschuldigten nicht zu entlasten vermag. Seine 

Behauptung, dass an diesem Tag nichts vorgefallen sei, wird zudem durch den 

Polizeirapport vom 28. Mai 2020 widerlegt, welcher einen Polizeianruf von 

F._____ vermerkt (D7 act. 1 S. 2). Zudem spricht der Beschuldigte in der staats-

anwaltlichen Einvernahme sogar selbst davon, einen Notruf getätigt zu haben 

(act. 14 S. 12). Insgesamt sind die Aussagen des Beschuldigten vage, auswei-

chend und widersprüchlich und es ist schwer vorstellbar, dass an besagtem Tag 

rein gar nichts vorgefallen sein solle. Die Ausführungen des Beschuldigten sind 

nach dem Gesagten als unglaubhaft zu qualifizieren. 

5.6. Anlässlich der gerichtlichen Befragung der Zeugin F._____ gibt diese 

ebenfalls zu Protokoll, nicht zu glauben, dass ein solcher Vorfall am 3. Februar 

2020 stattgefunden habe. Stattdessen erläutert sie, dass sie bei zahlreichen an-

deren Gelegenheiten habe beobachten könne, wie der Privatkläger 2 den Be-

schuldigten gestossen habe (act. 103-D S. 5). Aufgrund des Verneinens eines 

Vorfalls an besagtem Tag und des entsprechenden Fehlens einer konkreten Be-

- 37 - 

obachtung des Anklagesachverhalts vermag die Aussage der Zeugin F._____ kei-

nerlei Einfluss auf die Sachverhaltsfeststellung des Gerichts zu nehmen. Zur 

Glaubhaftigkeit der Aussage, dass kein Vorfall stattgefunden habe, kann zudem 

auf obige Erwägungen verwiesen werden (vgl. Ziff. II./5.5). Besonders erstaunt, 

dass sie sich offenbar auch nicht an ihren Anruf bei der Polizei zu erinnern ver-

mag (vgl. D7 act. 1 S. 2). 

5.7. Zusammenfassend ist bei einer Gegenüberstellung der Aussagen der Be-

teiligten festzuhalten, dass die Privatkläger 2 und 3 den Vorfall am 3. Februar 

2020 konstant, detailliert und lebensnah schildern. Im Gegensatz dazu sind die 

Ausführungen des Beschuldigten vage, ausweichend und – insbesondere im Ge-

gensatz zu seinen ausführlichen Schilderungen betreffend Nebensächlichkeiten – 

in den entscheidenden Punkten detailarm. Nach dem Gesagten erscheinen die 

Schilderungen der Privatkläger 2 und 3 glaubhaft, während es denjenigen des Be-

schuldigten durchwegs an Glaubhaftigkeit mangelt. Die Aussagen der Privatklä-

ger 2 und 3 werden im Übrigen auch durch die Fotos des Hämatoms am Arm des 

Privatklägers 2 gestützt (D7 act. 3). Gestützt auf die glaubhaften Aussagen der 

Privatkläger 2 und 3 und die Fotos lässt sich der objektive Sachverhalt gemäss 

Anklage erstellen. Aufgrund des äusseren Geschehensablaufs wie er in der An-

klage umschrieben und nach dem Gesagten erstellt worden ist, kann auch ein 

wissentliches und willentliches Handeln des Beschuldigten als erstellt betrachtet 

werden. Für die rechtliche Würdigung ist daher vom Sachverhalt gemäss Ankla-

geschrift auszugehen. 

6. Anklagesachverhalt 4: Auseinandersetzung mit der Privatklägerin 1 beim 
Seegrundstück am 5. Juni 2020 (act. 38 S. 4 ff.) 

6.1. Der Anklagesachverhalt 4 wird im Folgenden zur besseren Übersicht in 

verschiedene Sachverhaltskomplexe unterteilt. Da sich der Beschuldigte nicht ge-

ständig zeigt, ist nachfolgend im Einzelnen zu prüfen, ob sich der Sachverhalt er-

stellen lässt. Die Sachverhaltserstellung stützt sich vorliegend insbesondere auf 

die Aussagen der Privatklägerin 1 (D6 act. 2; D6 act. 4; act. 103-C), die Aussagen 

des Beschuldigten (D6 act. 3; act. 14; Prot. S. 55 ff.) und die Aussage der Zeugin 

- 38 - 

J._____ (act. 103-E). Als objektives Beweismittel liegt zudem namentlich ein Be-

richt der Notfallmedizin des Spitalzentrums Biel inklusive Fotos (D6 act. 5) vor. 

Den Aussagen der Privatklägerin 1 zum jeweiligen Sachverhaltskomplex – auf 

welchen der Anklagesachverhalt mehrheitlich beruht – werden nachstehend die 

konkreten Aussagen des Beschuldigten gegenübergestellt. Die über diese Aussa-

gen hinausgehende Version des Sachverhalts wie er sich gemäss dem Beschul-

digten abgespielt haben soll, wird anschliessend separat abgehandelt und gewür-

digt (Ziff. II./6.8).  

6.2. Am Ohr Packen und zu Boden Drücken 

6.2.1. Der erste Sachverhaltskomplex des vierten Tatvorwurfs besteht darin, dass 

der Beschuldigte sich am 5. Juni 2020 um ca. 10.00 Uhr mit der Privatklägerin 1 

beim Familiengrundstück am M._____-Weg ... in N._____ getroffen habe. Die Pri-

vatklägerin 1 habe auf dem Familiengrundstück vom Beschuldigten deponierte 

Sachen gemeinsam mit dem Beschuldigten wegräumen wollen. Draussen vor 

dem Schopf habe sich ein Bücherregal befunden. Von diesem Bücherregal habe 

die Privatklägerin 1 einen Karton genommen und auf den Boden gestellt. Der Be-

schuldigte habe die Privatklägerin 1 daraufhin angeschrien, sie solle den Karton 

sofort wieder auf das Regal stellen. Des Weiteren sei er auf sie zugegangen und 

habe sie mit der linken Hand an den Haaren der rechten Kopfseite sowie am 

rechten Ohr gepackt und nach unten zu Boden gedrückt. Durch den vom Beschul-

digten ausgeübten Druck sei das Ohr der Privatklägerin 1 für ca. zwei Tage ange-

schwollen. 

6.2.2. Die Privatklägerin 1 führt anlässlich der Befragungen aus, dass der Be-

schuldigte aufgrund eines Umzuges das gemeinsame Seegrundstück mit diver-

sem Material aus seiner alten Wohnung vollgestellt habe und sie sich verabredet 

hätten, um gemeinsam aufzuräumen (D6 act. 2 S. 2; D6 act, 4 S. 3 ff.; act. 103-C 

S. 4 f.). Zwar sei am nächsten Tag bereits eine gemeinsame Aufräumaktion mit 

den anderen Mitgliedern der Erbengemeinschaft geplant gewesen; da sie jedoch 

gewusst habe, dass der Beschuldigte Mühe habe, Sachen zu entsorgen, habe sie 

ihm angeboten, bereits einen Tag früher zu kommen und gewisse Dinge mit ihm 

auszusortieren (D6 act. 4 S. 4 f.; act. 103-C S. 3 f.). Am 5. Juni 2021 sei sie wie 

- 39 - 

angekündigt mit ihrem Auto und einem Anhänger vorgefahren und habe nach der 

Begrüssung gleich loslegen wollen (D6 act. 2 S. 2; D6 act. 4 S. 5; act. 103-C 

S. 5). Die Privatklägerin 1 führt in allen Einvernahmen einheitlich aus, dass der 

Beschuldigte sie, als sie sodann aus einem Büchergestell einen Karton genom-

men und auf den Boden gestellt habe, am Ohr und an den Haaren gepackt sowie 

hinuntergedrückt habe (D6 act. 2 S. 2; D6 act. 4 S. 5; act. 103-C S. 5 f.). Die Pri-

vatklägerin 1 ergänzt dabei ihre Aussagen mit einer Schilderung ihrer Gedanken 

und gibt an, dass sie sich gefragt habe, ob sie das richtig realisiere und der Be-

schuldigte sie gerade tatsächlich angegriffen habe (D6 act. 2 S. 2; D6 act. 4 S. 5). 

Diesen Gedanken verknüpft die Privatklägerin 1 zudem mit einem originellen De-

tail und gibt an, sie sei sich vorgekommen "wie eine Katze" bzw. wie ein kleines 

Kind, das für begangenen Blödsinn bestraft werde (D6 act. 2 S. 4; D6 act. 4 S. 5; 

103-C S. 6, 12 f.). So etwas sei ihr noch nie passiert, niemand habe sie je am Ohr 

gerissen, auch nicht ihre Eltern, erläutert sie weiter an der gerichtlichen Befragung 

(act. 103-C S. 13). Die Schilderungen der Privatklägerin 1 sind dabei über alle 

Einvernahmen hinweg und sowohl bezüglich des Kerngeschehens als auch den 

Details konstant, widerspruchsfrei sowie detailliert und wirken durch die Verknüp-

fung mit ihren Gedanken besonders lebensnah. Auch die Schilderung der Privat-

klägerin, dass sie durch das starke Ziehen Schmerzen gehabt habe und ihr Ohr 

während zwei Tagen rot und geschwollen gewesen sei (D6 act. 4 S. 8), ist als 

glaubhaft zu werten. Dass sie sich anlässlich der staatsanwaltlichen Einvernahme 

vorgängig widersprach als es darum ging, mit welcher Hand der Beschuldigte sie 

an welchem Ohr gezogen habe (D6 act. 4 S. 8 f.), ist als untergeordnetes Detail 

zu qualifizieren und vermag angesichts des Zeitablaufs seit dem Vorfall nicht zu 

erstaunen.  

6.2.3. Der Beschuldigte stellt gegenüber der Staatsanwaltschaft und dem Gericht 

in Abrede, dass er die Privatklägerin 1 an den Haaren gepackt und am Ohr zu Bo-

den gedrückt habe (act. 14 S. 9; Prot. S. 60). Demgegenüber gab er noch an der 

polizeilichen Einvernahme an, dies allenfalls in Abwehr, jedoch ohne Angriffsab-

sicht getan zu haben (D6 act. 3 S. 6). Angesprochen darauf, ob die Privatkläge-

rin 1 einen Karton aus dem Bücherregal genommen habe, behauptet er an der 

gerichtlichen Befragung zunächst, dies treffe nicht zu (Prot. S. 59), während er 

- 40 - 

dieselbe Frage im späteren Verlauf der Befragung bejaht und aussagt, sie habe 

die Schachtel in den See werfen wollen (Prot. S. 85). 

6.3. Ohrfeige und Sturz auf den Campingtisch 

6.3.1. Im Anschluss zum ersten Sachverhaltskomplex hätten sich der Beschul-

digte und die Privatklägerin 1 gemäss Anklageschrift in den Schopf auf der Par-

zelle begeben (act. 38 S. 4 f.). Der Beschuldigte habe die Privatklägerin 1 aufge-

fordert, ihren Dreck wegzuräumen. Daraufhin habe die Privatklägerin 1 einen 

Plastiksack genommen und hineinschauen wollen, was für Sachen darin seien. 

Bevor sie dies jedoch gekonnt habe, habe der Beschuldigte ihr mit der rechten 

Hand eine Ohrfeige gegeben. Die Privatklägerin 1 habe den Schlag reflexartig mit 

dem rechten Ellenbogen abwehren können, sei jedoch durch die Wucht des 

Schlages rückwärts auf einen Campingtisch gefallen, welcher durch ihr Gewicht 

und die Wucht des Aufpralls zu Bruch gegangen sei. 

6.3.2. Die Privatklägerin 1 führt zum zweiten Sachverhaltskomplex aus, dass sie 

dem Beschuldigten in den Schopf (in den Einvernahmen jeweils uneinheitlich be-

zeichnet als "Hüt(t)li" [D6 act. 2 S. 2], "Häuschen" [D6 act. 4 S. 5] und "Lokal" 

[act. 103-C S. 6]) gefolgt sei, wobei der Beschuldigte sie aufgefordert habe, ihren 

Dreck wegzuräumen (D6 act. 2 S. 2; D6 act. 4 S. 5; act. 103-C S. 6). Diese Be-

merkung habe sie jedoch nicht sonderlich beeindruckt, da sie dort nie etwas de-

poniert habe (act. 103-C S. 6). Beim Betreten des Schopfes – was sich schwierig 

gestaltet habe, da alles vollgestellt gewesen sei (D6 act. 4 S. 5; act. 103-C S. 6) – 

habe sie sich einen Plastiksack genommen und sich darüber gebeugt, um hinein-

zusehen (D6 act. 2 S. 2; D6 act. 4 S. 5; act. 103-C S. 6). Daraufhin habe der Be-

schuldigte ihr plötzlich eine Ohrfeige gegeben. Diese habe sie zwar noch etwas 

abwehren können, jedoch sei sie durch die Wucht des Schlages nach hinten auf 

den Campingtisch gefallen, welcher in der Folge zu Bruch gegangen sei (D6 

act. 2 S. 2; D6 act. 4 S. 5 f., 10; act. 103-C S. 6). Wiederum schildert die Privatklä-

gerin 1, was ihr in diesem Moment durch den Kopf gegangen sei, nämlich, dass 

mit dem Beschuldigten etwas nicht stimme und er durchdrehe (D6 act. 2 S. 2; D6 

act. 4 S. 6; act. 103-C S. 6). Auch hinsichtlich dieses Sachverhaltskomplexes ist 

ihre Darstellung des Geschehenen stringent und plausibel und erhält durch die 

- 41 - 

Verknüpfung mit ihren Gedanken eine besondere Anschaulichkeit und Lebens-

nähe. 

6.3.3. Konfrontiert mit dem Vorwurf verneint der Beschuldigte, der Privatklägerin 1 

eine Ohrfeige gegeben zu haben. Er wisse mit Sicherheit, dass dies nicht wahr 

sei (D6 act. 3 S. 6; act. 14 S. 3; Prot. S. 69). Der Beschuldigte gibt zudem auf 

Nachfrage an, dass auch kein Campingtisch kaputt gegangen sei an diesem Tag 

und er diesen später nochmals genutzt habe. Mittlerweile sei ihm dieser jedoch 

gestohlen worden (Prot. 69 f.). Ohnehin spiele dies keine Rolle; dies sei "kein Teil 

des Geschehens" (Prot. S. 70). 

6.4. Erstes Stossen die Böschung hinunter 

6.4.1. Die Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis wirft dem Beschuldigten weiter vor, 

dass die Privatklägerin 1 nach dem Sturz auf den Campingtisch zu ihrem Auto ge-

gangen sei und die Örtlichkeit habe verlassen wollen (act. 38 S. 5). Der Beschul-

digte habe sie jedoch verfolgt und eingeholt und sie von hinten mit beiden Händen 

gegen den Rücken die Böschung zum See hinuntergestossen. Die Privatkläge-

rin 1 sei dabei auf ihrer linken Seite in einer Mulde gelandet, welche sich in der 

Böschung befunden habe. 

6.4.2. Gemäss eigener einheitlicher Darstellung hat die Privatklägerin 1 sich nach 

dem Zwischenfall mit der Ohrfeige zum Auto begeben, um wegzufahren (D6 

act. 2 S. 2 f.; D6 act. 4 S. 6; act. 103-C S. 6). Der Beschuldigte sei ihr jedoch 

nachgekommen und habe sie nicht gehen lassen wollen, sondern sie am T-Shirt 

gezogen und von hinten gestossen, sodass sie die Böschung zum See hinunter-

gefallen sei (D6 act. 2 S. 3.; D6 act. 4 S. 6, 11; act. 103-C S. 6). Die Privatkläge-

rin 1 schildert diesen Vorgang in allen Einvernahmen konstant und ergänzt ihre 

Aussage stimmig. Weiter verwendet sie wiederholt die direkte Rede in ihren Aus-

sagen und äussert den originellen Gedanken, dass sie sich gefragt habe, was 

wohl der Zweck dieses Vorhabens sei, da sie doch gut schwimmen könne und es 

sinnlos sei, sie in den See werfen zu wollen (D6 act. 2 S. 3; D6 act. 4 S. 6, 11; 

act. 103-C S. 6). Bei ihrem Sturz sei sie in einer Mulde gelandet, was sie davon 

abgehalten habe, in den See zu fallen (D6 act. 2 S. 3; D6 act. 4 S. 6, 11; act. 103-

- 42 - 

C S. 6 f.). In diesem Moment habe sie Angst bekommen und nur noch verschwin-

den wollen (D6 act. 2 S. 3; D6 act. 4 S. 6; act. 103-C S. 7). Die Privatklägerin 1 

macht dabei nicht nur stets gleichbleibende Aussagen, sondern ergänzt diese an-

lässlich der gerichtlichen Befragung mit einer detaillierten Beschreibung der 

Mulde (act. 103-C S. 7) und merkt beim Staatsanwalt an, dass sie wohl von einer 

Anzeige abgesehen hätte, wenn es lediglich bei der Ohrfeige geblieben wäre (D6 

act. 4 S. 10). Im Übrigen beschreibt die Privatklägerin 1 in ihrer polizeilichen Ein-

vernahme, dass sie nach dem Sturz die Böschung in Richtung Zaun hochgewollt 

habe, da sie dort ihr Auto abgestellt habe (D6 act. 2 S. 3), was mit der örtlichen 

Beschreibung der Mulde sowie des Standortes ihres Autos anlässlich der Haupt-

verhandlung übereinstimmt (act. 103-C S. 9). Insbesondere auch durch solche 

Randbemerkungen und der detaillierten Beschreibung von vermeintlichen Neben-

sächlichkeiten gewinnt die Aussage der Privatklägerin 1 an Tiefe und wirkt 

dadurch besonders glaubhaft. 

6.4.3. Der Beschuldigte streitet ab, die Privatklägerin 1 die Böschung hinunterges-

tossen zu haben (D6 act. 3 S. 6; act. 14 S. 9). In seiner polizeilichen Einvernahme 

gibt er jedoch an, dass die Privatklägerin 1 ihn mit ihrem Fuss in die Hoden getre-

ten habe, woraufhin sie beide das Gleichgewicht verloren hätten und gemeinsam 

die sanft abfallende Böschung auf ein dort liegendes Blechregal gefallen seien 

(D6 act. 4 S. 4). In der staatsanwaltlichen Einvernahme erwähnt er diesbezüglich 

nichts und verweist auf seine bereits bei der Polizei gemachten Aussagen sowie 

seine Version des Vorfalls (act. 14 S. 3, 9), während er an der Hauptverhandlung 

wiederum angibt, dass die Privatklägerin 1 durch den Tritt das Gleichgewicht ver-

loren und ihn mit zu Boden gerissen habe. Dabei seien sie auf scharfkantigen Me-

tallteile gelandet. Er sei auf sie gefallen, habe dies jedoch verhindern wollen und 

sich deshalb abgestützt (Prot. S. 80). Auf Befragen verneint er zunächst in eine 

Mulde gefallen zu sein, fragt nach, ob die Privatklägerin 1 das behauptet habe 

und erklärt dann, dass das durchaus sein könne. Es sei wohl möglich, dass die 

Privatklägerin 1 in diese Mulde gefallen sei und er nebenan (Prot. S. 81 f.). Weiter 

gibt er auf Befragen an, dass er möglicherweise auch selbst in der Mulde gelan-

det sei, er habe keine Ahnung (Prot. S. 82).  

- 43 - 

6.5. Biss und mehrfaches Schlagen gegen Arm und Hand  

6.5.1. Der Anklagesachverhalt hält weiter fest, dass die Privatklägerin 1 sich nach 

dem Sturz in die Mulde erneut aufgerichtet und zu ihrem Auto begeben habe, um 

wegzufahren (act. 38 S. 5). Sie sei ins Auto gestiegen und habe die Tür geschlos-

sen. Der Beschuldigte sei ihr jedoch gefolgt und habe die Autotür aufgerissen. Die 

Privatklägerin 1 habe daraufhin ihr Mobiltelefon in die linke Hand genommen und 

den Ring, welcher sich am Autoschlüssel befunden habe, über einen Finger der 

rechten Hand gestülpt. Der Beschuldigte habe sie in ihre linke Hand gebissen und 

die Privatklägerin 1 habe daraufhin sofort ihr Mobiltelefon losgelassen. Die Privat-

klägerin 1 habe durch den Biss des Beschuldigten eine offene Stelle an der linken 

Hand erlitten. Weiter habe der Beschuldigte die Privatklägerin 1 mehrfach mit sei-

ner rechten und linken offenen Hand gegen den rechten Arm und die rechte Hand 

geschlagen. 

6.5.2. Zu diesem Sachverhaltsabschnitt erläutert die Privatklägerin 1, sie habe 

sich zum Auto begeben wollen, um zu flüchten, wobei der Beschuldigte ihr wieder 

nachgekommen sei (D6 act. 2 S. 3; D6 act. 4 S. 6; act. 103-C S. 7). Sie habe sich 

bereits im Auto befunden, als der Beschuldigte sie angeschrien habe, ihr den 

Schlüssel zu geben (D6 act. 2 S. 3; D6 act. 4 S. 6, 11; act. 103-C S. 7). Um zu 

verhindern, dass er ihr den Schlüssel entreisse, habe sie den am Autoschlüssel 

befestigten Ring um ihren Finger gestülpt (D6 act. 2 S. 3; D6 act. 4 S. 6, 11). Wa-

rum er ihr unbedingt den Autoschlüssel habe entreissen wollen, wisse sie bis 

heute nicht, erklärt die Privatklägerin 1 sowohl bei der staatsanwaltlichen Einver-

nahme als auch an der Hauptverhandlung (D6 act. 4 S. 12; act. 103-C S. 7). Sie 

habe jedoch immer im Kopf gehabt, dass sie ihm diesen nicht geben werde 

(act. 103-C S. 7). Die Privatklägerin 1 führt weiter aus, dass er sie während dieser 

ganzen Zeit gegen die rechte Hand sowie den rechten Arm geschlagen habe, um 

an den Schlüssel zu kommen (D6 act. 2 S. 3; D6 act. 4 S. 6, 12). In der linken 

Hand habe sie zudem ihr Handy gehalten, woraufhin der Beschuldigte sie in diese 

Hand gebissen habe (D6 act. 2 S. 3; D6 act. 4 S. 6, 11; act. 103-C S. 7). Sie habe 

ihr Handy dann sofort losgelassen, da ihr dieses nicht besonders wichtig gewesen 

sei (D6 act. 2 S. 3; D6 act. 4 S. 6; act. 103-C S. 7, 13 f.). 

- 44 - 

6.5.3. Erneut macht die Privatklägerin 1 detaillierte und originelle Aussagen und 

schildert, was ihr anlässlich der Tat durch den Kopf gegangen sei. So führt sie 

etwa auch aus, dass sie den Beschuldigten habe filmen wollen, ihr jedoch in den 

Sinn gekommen sei, dass sie das mit ihrem Handy gar nicht könne (D6 act. 4 

S. 6). Weiter scheint auch die beschriebene Aktion mit dem Schlüsselring plausi-

bel und nachvollziehbar und sticht als interessantes Detail hervor. Im Übrigen 

schildert die Privatklägerin 1 auch die Schläge des Beschuldigten glaubhaft und 

erläutert, dass es ihr deshalb schwergefallen sei, aus dem Auto zu steigen (D6 

act. 2 S. 13). Sie belastet den Beschuldigten dabei auch nicht übermässig, son-

dern gibt an, die Schläge seien nicht besonders stark gewesen (D6 act. 2 S. 13). 

6.5.4. Der Beschuldigte stellt in Abrede, die Privatklägerin 1 geschlagen zu haben 

(D6 act. 3 S. 6; act. 14 S. 9). An der gerichtlichen Einvernahme ergänzt er, dass 

er jedoch ein Video besitze, auf welchem zu sehen sei, wie die Privatklägerin 1 

am Nachmittag im Auto sitze und dass es sich bei ihrer Aussage folglich um ein 

Erinnerungsstück handle, welches sie in den Vormittag verpflanzt habe (Prot. 

S. 88 ff.). Obwohl er bei seiner Schilderung der Ereignisse anlässlich seiner ers-

ten Einvernahme angibt, dass die Privatklägerin 1 ihr Auto neben dem ...-Platz 

parkiert habe (D6 act. 14 S. 4 Z. 135), bringt er an der gerichtlichen Befragung 

vor, dass das Auto vormittags nirgends gewesen sei, er jedoch nicht völlig aus-

schliessen könne, dass sie dieses 800 Meter weit entfernt abgestellt habe (Prot. 

S. 89). Gleichzeitig antwortet er auf die Frage, wie der Vorfall geendet habe, dass 

die Privatklägerin 1 nach O._____ "gefahren" sei (Prot. S. 87). Konfrontiert mit der 

Aussage der Privatklägerin 1, er habe sie in die Hand gebissen, gibt er bei der 

Polizei an, dass das völlig ausgeschlossen sei, wobei er seine Aussage nach kur-

zem Überlegen revidiert und erklärt, dass er dies allenfalls in Abwehr getan habe, 

sich jedoch nicht erinnern könne (D6 act. 3 S. 6). An der Hauptverhandlung tut er 

den Vorwurf als lächerlich ab und verweist darauf, dass es laut Arztzeugnis un-

möglich eine Bisswunde gewesen sein könne (Prot. 87 f.). 

6.6. Gegen den Zaun Drücken und Drohung 

6.6.1. Gemäss Anklagesachverhalt habe sich die Privatklägerin 1 in der Folge los-

reissen können und sei davongerannt (act. 38 S. 5 f.). Der Beschuldigte habe die 

- 45 - 

Privatklägerin 1 kurze Zeit später erneut einholen können und sie gegen den 

Zaun gedrückt. Zuerst habe er sie mit dem rechten Ellenbogen gegen die Brust 

an den Zaun und anschliessend mit der rechten Faust gegen die Brust an den 

Zaun gedrückt. Zudem habe der Beschuldigte zur Privatklägerin 1 gesagt: "Du 

hesch doch sicher Härzbeschwärde. Itz gesehsch grad widu verrecksch. Ig weiss 

wasi muss mache das keni Spure blibe. Probier itz mau im 117 ahzlüte ohni dis 

Handy." Zudem habe er versucht, die Privatklägerin 1 mit der linken Hand am 

Hals zu packen, was die Privatklägerin 1 jedoch habe verhindern können, indem 

sie ihre Arme über dem Hals gekreuzt habe. Durch die vom Beschuldigten in sehr 

aggressiver Art und Weise geäusserten Worte und durch die Versuche des Be-

schuldigten, an den Hals von ihr zu gelangen, sei die Privatklägerin 1 in grosse 

Sorge geraten, da sie befürchtet habe, der Beschuldigte werde ihr in körperlicher 

Hinsicht etwas antun. Damit habe der Beschuldigte beim Aussprechen der ge-

nannten Worte und aufgrund seiner Versuche, die Privatklägerin 1 am Hals zu pa-

cken, rechnen müssen und er habe dies auch billigend in Kauf genommen. Auf-

grund des vom Beschuldigten ausgeübten Drucks gegen ihre Brust habe die Pri-

vatklägerin 1 während drei Wochen nach dem Vorfall nicht mehr richtig atmen 

können. 

6.6.2. Die Privatklägerin 1 führt zu diesem Sachverhaltskomplex einheitlich und 

konstant aus, dass sie sich nach dem Aussteigen aus dem Auto habe befreien 

können und losgerannt sei, wobei der Beschuldigte sie erneut am T-Shirt gerissen 

und sogleich wieder eingeholt habe (D6 act. 2 S. 3; D6 act. 4 S. 6). Er habe plötz-

lich vor ihr gestanden und sie mit aller Kraft gegen die Brust an den Zaun ge-

drückt (D6 act. 2 S. 3; D6 act. 4 S. 6,