# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d91fd270-a560-52e8-947e-cbebfbb63854
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-04-20
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008
**Docket/Reference:** DB.2011.203
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2011_203_jj.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2011.203 
1 ST.2011.279 

Entscheid 

20. April 2012 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Michael Ochsner, Steuerrichterin Rhea 
Schircks Denzler und Gerichtsschreiberin Barbara Müller 

In Sachen 

1.  A,    

2.  B ,    

vertreten durch RA lic.oec. Stefan Minder,  
Minder & Niklaus, Rechtsanwälte,  
Zeltweg 25, 8032 Zürich,  

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige) erwarb am 14. Mai 2007 von der C die D AG, 

für welche er tätig war. Mit Statutenänderung vom 3. August 2007 änderte er ihre Fir-

ma auf  E  ag.  Diese  bezweckte u.a.  die  Beratung,  Schulung  und  Unterstützung  sowie 

das Coaching von Unternehmungen im Bereich Q.  

Die F AG ist Teil des weltweit tätigen G. Am 9. Januar 2008 gaben sie und die 

E ag den wirtschaftlichen Zusammenschluss bekannt, indem die F AG die E ag erwarb. 

Als Kaufpreis wurden maximal Fr. 1'400'000.- vereinbart, der Verkauf der Aktien erfolg-

te stufenweise in vier Etappen, und zwar per 1. Januar und 29. Februar 2008, per 30. 

November  2009  sowie  zu  einem  noch  nicht  festgesetzten  Zeitpunkt  2010.  Insgesamt 

wechselten  2008  58%  der  Aktien  zu  einem  Preis  von  Fr. 800'000.-  die  Hand.  Der 

Pflichtige blieb auch nach dem Verkauf weiterhin als Geschäftsführer bei der E ag an-

gestellt.  

In  der  Steuererklärung  2008  deklarierten  der  Pflichtige  und  seine  Ehefrau  B 

(nachfolgend zusammen die Pflichtigen) ein steuerbares Einkommen von Fr. X (Staats- 

und Gemeindesteuern) bzw. Fr. X (direkte Bundessteuer) und ein steuerbares Vermö-

gen  von  Fr.  X.  Der  Steuerkommissär  führte  darauf  eine  Untersuchung  durch  u.a.  in 

Bezug  auf  den  Verkauf  der  E  ag.  Am  6.  Juli  2010  fand  eine  Besprechung  mit  dem 

Pflichtigen und seinem Vertreter statt.  

Mit  Einschätzungsentscheid  vom  13.  Januar  2011  für  die  Staats-  und  Ge-

meindesteuern  2008  rechnete  der  Steuerkommissär  aus  dem  Verkauf  der  E  ag 

Fr. 707'169.- als Einkommen auf; dieser Betrag ergab sich aus der Differenz aus dem 

Verkaufspreis  von  Fr. 800'000.-  und  dem  auf  Fr.  92'831.-  berechneten  Verkehrswert 

von 58% der Aktien. Er begründete dies damit, dass es sich hierbei um eine Entschä-

digung  für  zukünftige  Arbeitsleistungen  des  Pflichtigen  gehandelt  habe.  Insgesamt 

setzte er – unter Vornahme weiterer, im Folgenden nicht mehr relevanter Korrekturen – 

das steuerbare Einkommen auf Fr. X und das steuerbare Vermögen auf Fr. X fest. Am 

gleichen  Tag  erging  auch  der  Hinweis  direkte  Bundessteuer  2008  mit  den  nämlichen 

Korrekturen und einem steuerbaren Einkommen von Fr. X. Die Bundessteuerrechnung 

wurde am 4. Februar 2011 versandt.  

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B. Hiergegen liessen die Pflichtigen am 16. Februar 2011 je Einsprache erhe-

ben  und  beantragen,  auf  die  genannte  Aufrechnung  zu  verzichten  und  sie  mit  einem 

steuerbaren Einkommen von Fr. X (Staats- und Gemeindesteuern) bzw. Fr. X (direkte 

Bundessteuer) einzuschätzen. Das kantonale Steueramt wies die Rechtsmittel am 23. 

August 2011 ab.  

C.  Mit  Beschwerde  bzw.  Rekurs  vom  23.  September  2011  wiederholten  die 

Pflichtigen  ihre  Einspracheanträge.  Zudem  beantragten  sie  eine  mündliche  Vorspra-

che; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des kantonalen Steueramts.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  19.  Oktober  2011  auf  Abweisung  der 

Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen.  

Mit  Verfügung  vom  23.  November  2011  wurden  die  Pflichtigen  aufgefordert, 

die Preisdifferenz bei Kauf und Verkauf der E ag zu erklären, sowie weitere Unterlagen 

einzureichen. Sie kamen dieser Aufforderung am 31. Januar 2012 nach. Am 16. Feb-

ruar 2012 nahm das kantonale Steueramt hierzu Stellung.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  Die  Pflichtigen  beantragen  die  Durchführung  einer  mündlichen  Verhand-

lung.  

Das  Beschwerde-  bzw.  Rekursverfahren  ist  grundsätzlich  schriftlich  (§§ 147 

Abs. 1 und 148 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997, StG). Eine mündliche Verhand-

lung  wird  nur  ausnahmsweise  angeordnet;  ein  Anspruch  darauf  besteht  nicht  (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 142 N 10 DBG 

und  Kommentar  zum  harmonisierten  Zürcher  Steuergesetz,  2.  A.,  2006,  § 148  N 9 

StG). Eine mündliche Verhandlung ist insbesondere dann angezeigt, wenn dadurch die 

Entscheidfindung erleichtert wird. Solche Gründe sind vorliegend aber nicht ersichtlich, 

weshalb der Antrag abzuweisen ist.  

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2.  a)  Gemäss  Art.  16  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundes-

steuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 16 Abs. 1 StG unterliegen der Einkom-

menssteuer  alle  wiederkehrenden  und  einmaligen  Einkünfte  mit  Ausnahme  der  Kapi-

talgewinne  aus  der  Veräusserung  von  Privatvermögen.  Steuerbar  sind  nach  Art.  17 

Abs.  1  DBG  bzw.  §  17  Abs.  1  StG  insbesondere  alle  Einkünfte  aus  privatrechtlichen 

oder öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnissen mit Einschluss der Nebeneinkünfte wie 

Entschädigungen  für  Sonderleistungen,  Provisionen,  Zulagen,  Dienstalters-  und  Jubi-

läumsgeschenke, Gratifikationen, Trinkgelder, Tantiemen und andere geldwerte Vortei-

le (Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 23 N 36; Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter,  Art.  23  N  45  DBG  und  § 23  N  44  StG).  Leistungen,  welche  der 

Steuerpflichtige nicht vom Arbeitgeber, sondern von Dritten erhält, sind ebenfalls dem 

Arbeitseinkommen  zuzurechnen,  wenn  sie  ihm  im  Zusammenhang  mit  dem  Arbeits-

verhältnis ausgerichtet worden sind (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 17 N 37 DBG 

und § 17 N 37 StG). Steuerbar sind nach Art. 23 lit. c DBG bzw. § 23 lit. c StG ferner 

Entschädigungen  für  Konkurrenzverbote  (Zigerlig/Jud,  in:  Kommentar  zu  Schweizeri-

schen Steuerrecht, Band I/2 a, 2. A., 2008, Art. 23 N 15a DBG). 

Steuerfrei  sind  dagegen  die  Kapitalgewinne  aus  der  Veräusserung  von  be-

weglichem  Privatvermögen  (Art. 16  Abs. 3  DBG;  § 16  Abs. 3  StG).  Solche  ergeben 

sich  dadurch,  dass  der  Mehrwert  eines  (obligatorischen  oder  dinglichen)  Vermögens-

rechts  beim  Ausscheiden  aus  dem  Vermögen  der  bisher  berechtigten  Person  durch 

Umwandlung in ein (auch wirtschaftlich betrachtet) anderes Vermögensrecht realisiert 

wird (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 16 N 152 DBG und § 16 N 118 StG). 

Beim  Verkauf  von  personenbezogenen  Aktiengesellschaften  kann  sich  die 

Frage  der  Abgrenzung  des  Kaufpreises  von  Entschädigungen  für  weitere  Leistungen 

stellen,  wenn  sich  der  Verkäufer  gleichzeitig  verpflichtet,  weiterhin  für  das  verkaufte 

Objekt  tätig  zu  sein.  Eine  Entschädigung  hierfür  wäre  nicht  mehr  Teil  des  Kapitalge-

winns,  sondern  als  Einkunft  zu  betrachten  und  entsprechend  zu  besteuern.  Bei  der 

Abgrenzung ist nicht allein auf den Wortlaut der getroffenen Verträge abzustellen, son-

dern  sind  alle  Umstände  in  Betracht  zu  ziehen.  Im  Entscheid  BGr,  16.  Juni  2005, 

2P.69/2005  bzw.  2P.269/2003  beurteilte  deshalb  das  Bundesgericht  es  nicht  als  will-

kürlich,  eine  solche  Entschädigungskomponente  für  den  Verbleib  aus  dem  Kaufpreis 

auszuscheiden,  da  eine  Ungleichbehandlung  der  verkaufenden Anteilsinhaber  bezüg-

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lich  des  Kaufpreises  festgestellt  wurde,  welche  der  weiterhin  für  das  Verkaufsobjekt 

tätige  Steuerpflichtige  nicht  erklären  konnte.  Eine  solche  Entschädigung  wurde  eben-

falls in einem Fall angenommen, bei welchem sämtliche Aktien einer Gesellschaft am 

selben Datum übertragen wurden, die letzte Kaufpreistranche von 20% aber erst zwei 

Jahre  nach  Zustandekommen  des  Vertrages  fällig  wurde  und  unter  der  Bedingung 

stand,  dass  ein  Konkurrenzverbot  eingehalten  wurde  (StRG,  4.  Februar  2011, 

1 DB.2010.235/1 ST.2010.330). Die Verletzung des Konkurrenzverbots hätte demnach 

die Käuferin von der Bezahlung der letzten Tranche des Kaufpreises befreit, während 

der  Verkauf  der  Aktien  gleichwohl  vollzogen  gewesen  wäre.  Folglich  war  diese  letzte 

Tranche des Kaufpreises im Ergebnis nicht als Kaufpreiszahlung, sondern vielmehr als 

Entschädigung für  die  Einhaltung  eines  vertraglichen Konkurrenzverbots  zu qualifizie-

ren und unterlag damit der Einkommenssteuer.  

b)  Nach  der  allgemeinen  Beweislastregel  haben  die  Steuerbehörden  den 

Nachweis  zu erbringen, dass  ein  Steuerpflichtiger  bestimmte Einkünfte erzielt  hat,  da 

es  sich hierbei  um  einen steuerbegründenden  Umstand handelt.  Der  Nachweis  eines 

Vermögenszuflusses begründet sodann die natürliche Vermutung, dass dieser steuer-

bares Einkommen darstellt. Die Vermutung kann vom Steuerpflichtigen entkräftet wer-

den,  indem  er  den  Gegenbeweis  erbringt,  dass  nämlich  die  zugeflossenen  Einkünfte 

kein steuerbares Einkommen darstellen (wie z.B. Vorliegen eines steuerfreien Kapital-

gewinns  aus  der  Veräusserung  beweglichen  Privatvermögens).  Liegt  allerdings  ein 

Kaufvertrag im Bereich des Privatvermögens vor, begründet dies zunächst die tatsäch-

liche Vermutung, dass der verurkundete Kaufpreis nur ein solcher und nicht etwa auch 

ein Entgelt für weitere Leistungen des Verkäufers darstellt. Diese tatsächliche Vermu-

tung lässt in steuerrechtlicher Hinsicht den gesamten Veräusserungserlös als Kapital-

gewinn  erscheinen.  Der  allgemeinen  Beweislastregel  folgend,  obliegt  daraufhin  die 

Behauptung und der Nachweis dafür, dass die Gegenleistung ganz oder teilweise kei-

ne Kaufpreisqualität besitzt, den Steuerbehörden.  

3.  Nachdem  2008  den  Pflichtigen  unbestritten  Fr.  800'000.-  zugeflossen  wa-

ren,  obliegt  ihnen  der  Nachweis,  dass  es  sich  um  einen  steuerfreien  Kapitalgewinn 

gehandelt hat.  

a)  Im  Zusammenhang  mit  der  Transaktion  wurde  eine  Reihe  von  Verträgen 

abgeschlossen.  

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Am 14. Januar 2008 unterzeichneten die Vertragsparteien insgesamt vier Ver-

träge:  

 

Im Kaufvertrag 1 verkaufte der Pflichtige der F AG 29% des Aktienkapitals der 

E ag sowie weitere 22% der Stimmrechte für Fr. 400'000.-, mit (Rück-)Wirkung 

per  1.  Januar  2008.  Der  Kaufpreis  war  zu  diesem  Zeitpunkt  bereits  bezahlt 

worden.  Im  Anhang  enthielt  der  Vertrag  eine  Liste  der  Rechte,  welche  der 

E ag  zustanden  und  ihre  Werthaltigkeit  garantierten.  Dabei  handelte  es  sich 

v.a.  um  (…)  Kundenbeziehungen  und  Rechte  an  Dokumenten  und  Unterla-

gen.  

  Der Kaufvertrag 2 betraf weitere 29% des Aktienkapitals für Fr. 400'000.-. Der 

Kaufpreis  war  bis  zum  29.  Februar  2008  zu  bezahlen,  der  Übergang  der 

Rechte  war  mit  Eingang  der  Zahlung  vorgesehen.  Gleichzeitig  gingen  die 

treuhänderisch  gehaltenen  Stimmrechte  über  und  das  Treuhandverhältnis 

daran  erlosch.  Der  Vertrag  enthielt  ebenfalls  eine  Liste  von  Rechten,  welche 

die  Werthaltigkeit  garantierten,  v.a.  Rechte  bezüglich  Ausbildungskonzepten 

und Methodik.  

 

Im  Optionsvertrag  räumte  der  Pflichtige  der  Käuferin  eine  1.  Kaufoption  auf 

21%  der  Aktien  zu einem  Preis  von  Fr. 300'000.-  ein;  sollte diese  die Option 

bis  zum  28.  Februar  2009  nicht  ausüben,  so verfiel  sie.  Der  Pflichtige  erhielt 

diesfalls  bis  zum  30.  April  2009  das  Recht,  alle  bereits  verkauften  Aktien  zu 

einem  Preis  von  Fr.  700'000.-  zurück  zu  erwerben.  Machte  die  Käuferin  von 

der 1. Kaufoption Gebrauch, so räumte ihr der Pflichtige eine 2. Kaufoption auf 

die  restlichen  21%  der  Aktien  zu  einem  Preis  von  Fr. 300'000.-  ein,  welche 

diese  zwischen  dem  1.  Januar  und  dem  28.  Februar  2010  ausüben  konnte. 

Andernfalls  verfiel  die  Option  und  hatte  der  Pflichtige  seinerseits  das  Recht, 

alle bisher verkauften Aktien für Fr. 1'000'000.- zurück zu erwerben.  

Falls  er  von  den  Rückkaufsrechten  keinen  Gebrauch  machte,  verblieben  die 

Rechte an der Firma der Käuferin. Übt die Käuferin die 1. Option aus, konnte 

sie vom Pflichtigen verlangen, dass er aus dem Verwaltungsrat austrat; hatte 

sie alle Aktien erworben, konnte sie aber auch verlangen, dass er sich weiter-

hin der Gesellschaft als Verwaltungsrat und Direktor zur Verfügung stellte.  

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Weiter  enthält  der  Vertrag  ein  Konkurrenzverbot,  welches  bei  Ausübung  der 

Kaufoptionen in Kraft trat und für zwei Jahre ab Unterzeichnung des Vertrags 

gültig war; es entfiel bei Ausübung der Rückkaufsrechte.  

Die  Kaufoptionen  konnten  nur  beim  Vorliegen  eines  gültigen  Geschäftsfüh-

rungsvertrags ausgeübt werden.  

  Mit  Wirkung  ab  1.  Januar  2008  wurde  zudem  ein  Geschäftsführungsvertrag 

zwischen  dem  Pflichtigen  und  der  E  ag  abgeschlossen.  Darin  wurde  er  als 

Geschäftsführer angestellt; weiter wurde ein Konkurrenzverbot vereinbart, gül-

tig für ein Jahr ab Beendigung des Arbeitsverhältnisses, welches eine Kündi-

gungsfrist von neun Monaten aufwies. Das Gehalt betrug (inkl. Pauschalspe-

sen) Fr. 268'500.- pro Jahr fix sowie einen Bonus von maximal Fr. 150'000.-. 

Der Vertrag wurde von den Organen der F AG mitunterzeichnet. 

Am  28.  Januar  2008  schlossen  der  Pflichtige und  die  F  AG einen Treuhand-

vertrag  ab,  worin  die  noch  beim  Pflichtigen  verbliebenen  42  Namenaktien  treuhände-

risch an die Käuferin übertragen wurden zwecks erleichterter Fusion der E ag mit einer 

weiteren  Gesellschaft  nach  Art.  23  Abs.  1  lit.  b  des  Fusionsgesetzes  vom  3.  Okto-

ber 2003. Nach erfolgter Fusion könne der Pflichtige die Rückübertragung der treuhän-

derisch übertragenen Namenaktien verlangen. Die Fusion erfolgte gemäss Handelsre-

gister mit Fusionsvertrag vom Mai 2008 und Eintrag vom Juni 2008.  

Am  30.  November  2009  trafen  die  Parteien  eine  weitere  Vereinbarung  über 

den  Verkauf  der  restlichen  42%  der  Aktien.  Darin  wird  festgestellt,  dass  der  Options-

vertrag  vom  14.  Januar  2008  infolge  Nichtausübung  hinfällig  geworden  sei.  Für  die 

Übertragung  von  21%  der  Aktien  waren  bis  15.  Dezember  2009  Fr.  300'000.-  zu  be-

zahlen; der Kaufpreis für die restlichen 21% war bis 28. Februar 2011 zu leisten. Die 

Höhe des Kaufpreises für die letzte Tranche ergab sich aus einer Tabelle im Anhang. 

Der Vertrag enthielt zudem wiederum ein Konkurrenzverbot auf zwei Jahre, beginnend 

am 1. Januar 2008.  

b) Aus dem Wortlaut der Verträge ergeben sich keine ausdrücklichen Hinwei-

se  darauf,  dass  mit  dem  Kaufpreis  etwas  anderes  als  die  Aktien  entschädigt  worden 

wäre.  Damit  haben  aber  die  Pflichtigen  ihre  Beweispflicht  erfüllt,  und  obliegt  es  nach 

dem Gesagten dem kantonalen Steueramt, substanziiert darzutun und nachzuweisen, 

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dass es sich entgegen dem Wortlaut der Verträge nicht vollständig um einen privaten 

Kapitalgewinn gehandelt hat. 

4. a) Das kantonale Steueramt leitet solche Hinweise aus den Umständen ab. 

Es  stellt  eine  Differenz  zwischen  dem  Verkaufserlös  und  dem  Substanzwert  fest  und 

macht  geltend,  wäre  die  E  ag  ohne  eine  langfristige  Bindung  des  Pflichtigen  gekauft 

worden, so hätte es sich um einen blossen Mantel gehandelt. Es lägen gemischte Ver-

träge vor: Die Aktien hätten durch die G gekauft werden sollen mit dem Ziel, dass das 

Arbeitsverhältnis mit dem Pflichtigen weitergeführt und er langfristig in die G eingebun-

den werde, weshalb zu Lasten des Pflichtigen explizit ein Konkurrenzverbot in den Ge-

schäftsführungsvertrag aufgenommen worden sei. Des Weiteren sei für die Werthaltig-

keit der Gesellschaft der Verbleib des Pflichtigen zentral gewesen, weshalb sich die G 

für  einen  gestaffelten  Verkaufsvertrag  entschlossen  habe.  Insbesondere  sei  ein  Kon-

kurrenzverbot  vereinbart  worden,  welches  unabhängig  von  demjenigen  im Geschäfts-

führervertrag  sei.  Zudem  habe  die  G  vom  Pflichtigen  verlangen  können,  dass  er  sich 

weiterhin als  Verwaltungsrat  oder  Direktor  der Gesellschaft  zur  Verfügung  stelle.  Auf-

grund  dieser  Anhaltspunkte  sei  durch  den  Verkaufspreis  eine  zukünftige  Arbeitsleis-

tung des Pflichtigen abgegolten worden. Das Interesse der Käuferin habe einzig dem 

Pflichtigen  gegolten;  dieser  habe  das  indirekt  an  der  Besprechung  vom  6.  Juli  2010 

bestätigt,  indem  er  ausgeführt  habe,  dass  seine  Ideen  und Konzepte keinen  Marken-

schutz hätten und der Ertragswert vollumfänglich durch ihn bestimmt werde.  

b)  Die  E  ag  wies  gemäss  Bilanz  per  31.  Dezember  2007  Aktiven  von 

Fr. 313'567.-  und  ein  Eigenkapital  von  Fr.  162'620.-  auf.  Die  bilanzierten  Aktiven  be-

stehen im Wesentlichen aus flüssigen Mitteln und Kundenforderungen sowie in gerin-

gem Ausmass aus betriebsnotwendigem Anlagevermögen. Aus den Anhängen zu den 

Kaufverträgen  geht  indessen  hervor,  dass  darüber  hinaus  ein  Bestand  an  Rechten, 

dokumentiertem Wissen und Erfahrungen im Bereich Q vorhanden war (Kundenbezie-

hungen,  Ausbildungsunterlagen  etc.),  welcher  unter  den  Aktiven  nicht  erscheint.  Der 

Behauptung des kantonalen Steueramts, ohne den Pflichtigen habe es sich bei ihr um 

einen blossen Mantel gehandelt, kann damit nicht gefolgt werden.  

Die Pflichtigen haben zudem ihre Sachdarstellung, dass es sich bei der ausbe-

zahlten Summe ausschliesslich um einen Kaufpreis gehandelt habe, mit einer Berech-

nung  untermauert.  Demnach  beruhte die  Kaufpreisbestimmung auf  der Umsatzerwar-

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tung  für  die  folgenden  Geschäftsjahre.  Gemäss  einer  Aufstellung  sind  für  2008  bis 

2010 erwartete Einkünfte (EBIT) als Grundlage genommen und der daraus abgeleitete 

Jahresdurchschnitt  von  Fr.  178'300.-  mit  dem  Faktor  acht  multipliziert  worden.  Dies 

ergab einen kalkulierten Kaufpreis von Fr. 1'427'000.-.  

Das  kantonale  Steueramt  leitet  daraus  indessen  einen  Zusammenhang  zwi-

schen zukünftiger Arbeitsleistung und Kaufpreis ab, da dieser auf erwarteter zukünfti-

ger Arbeitsleistung des Pflichtigen basiert. Dieser Umstand allein macht indessen den 

Kaufpreis noch nicht zu einer Entschädigung dafür. Die Betrachtungsweise des kanto-

nalen  Steueramts  wäre dann  gerechtfertigt,  wenn die gewählte Methode  der  Preisbe-

stimmung als vorgeschoben erscheint, um den wahren Sachverhalt zu verheimlichen. 

Hinweise  in  diese  Richtung  lägen  etwa  vor,  wenn  die  angewandte  Methode  in  der 

Schätzungslehre  nicht  anerkannt  wäre  oder  die  zugrunde  liegenden  Annahmen  nicht 

nachvollziehbar  wären.  Solche  Umstände  werden  vom  kantonalen  Steueramt  aber 

nicht geltend gemacht und liegen auch sonst nicht vor. 

c) Zu prüfen ist weiter, ob sich Hinweise auf eine Entschädigung für zukünftige 

Arbeitsleistung mittelbar aus den Verträgen ergeben. Entscheidend ist, ob der Pflichti-

ge  an  die  Gesellschaft  gebunden  war,  denn  wenn  er  ohne  Weiteres  die  soeben  ver-

kaufte Gesellschaft hätte verlassen können, wäre die Käuferin wohl kaum bereit gewe-

sen,  mittels  eines  übersetzten  Kaufpreises  auch  zukünftige  Arbeitsleistungen  abzu-

gelten.  Mithin  ist  zu  untersuchen,  ob  die  Verträge  Klauseln  enthalten,  welche  den 

Verbleib  des  Pflichtigen  garantierten  bzw.  die  Käuferin  bei  Weggang  des  Pflichtigen 

schadlos halten sollen. Dies kann geschehen durch positive (wie zukünftige Leistungen 

bei Verbleib) oder negative Anreize (Konventionalstrafen, bedingte Preisrückleistungs-

verpflichtungen  bei Weggang).  Eine  Analyse  der  Verträge ergibt  indessen  kein klares 

Bild zugunsten der Auffassung des kantonalen Steueramts:  

aa) In den Verträgen sind keine Bestimmungen enthalten, welche es der Käu-

ferin erlaubt hätten, den Kauf der ersten beiden Tranchen rückgängig zu machen. Mit-

hin wäre sie auch bei Weggang des Pflichtigen im Besitz der bereits erhaltenen Aktien 

verblieben und hätte sie den vollen Kaufpreis für diese Tranchen leisten müssen. Dies 

gilt  sogar  bei  einer  Verletzung  der  Konkurrenzverbote,  d.h.  auch  in  diesem  Fall  hätte 

der  Pflichtige  den  Kaufpreis  nicht  zurückgeben  müssen.  Dies  stellt  ein  starkes  Indiz 

dafür  dar,  dass  zumindest  die  vorliegend  streitigen  ersten  beiden  Kaufpreistranchen 

keine Entschädigung für weitere Leistungen des Pflichtigen enthielten.  

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bb) Es fragt sich indessen, wie realistisch ein Weggang des Pflichtigen gewe-

sen wäre. Wäre dies für ihn wirtschaftlich nicht verkraftbar gewesen, so stellt dies ein 

Hinweis darauf dar, dass es darum ging, ihn an die E ag zu binden.  

Das Vertragswerk enthält zwei Regelungen über Konkurrenzverbote, nämlich 

ein  solches  im  Geschäftsführungsvertrag  und  ein  weiteres  im  Optionsvertrag.  Nach 

Ziff. 9 des Optionsvertrags verpflichtete sich der Pflichtige, bei Ausübung der Kaufopti-

onen für zwei Jahre ab Unterzeichnung dieses Optionsvertrags auf eine Konkurrenzie-

rung  der  Gesellschaft  zu  verzichten.  Diese  Frist  lief  demnach  Anfangs  2010  ab,  und 

zwar definitiv, da sie nach dem Wortlaut der Bestimmung nicht neu zu laufen begann. 

Anzufügen  ist,  dass  damit  das  Konkurrenzverbot  –  soweit  es  sich  auf  die  2.  Option 

bezieht – sinnlos war, da diese ohnehin erst zwischen dem 1. Januar bis zum 28. Feb-

ruar 2010 ausgeübt werden konnte.  

Der  Pflichtige konnte  sich  indessen  von  der  Gesellschaft  lösen  und trotzdem 

das Konkurrenzverbot vermeiden. Die Ausübung der 1. Option durch die Käuferin setz-

te  nämlich  einen  gültigen  Geschäftsführungsvertrag  voraus.  Hätte  sich  der  Pflichtige 

von  der  Käuferin  trennen,  den  Kaufpreis  behalten  und das  Konkurrenzverbot gemäss 

Optionsvertrag  vermeiden  wollen,  so  hätte  er  demnach  einfach  den  Geschäftsführer-

vertrag vor dem Stichtag der 1. Kaufoption kündigen müssen. Damit wäre er nur noch 

durch  das  arbeitsvertragliche  Konkurrenzverbot  belastet  gewesen.  Diese  Variante  er-

scheint für den Pflichtigen einzig insoweit als unattraktiv, als er für die Dauer des letzt-

genannten  Konkurrenzverbots  keine  Entschädigung  erhalten  hätte.  Indessen  hätte  er 

in dieser Zeit komfortabel vom Kaufpreis leben können und erscheint ein Konkurrenz-

verbot von einem Jahr ohnehin nicht als besonders einschneidend (vgl. StRG, 29. Juni 

2011,  1  DB.2010.222: 

fünf  Jahre;  StRG,  4.  Februar  2011,  1 DB.2010.235/1 

ST.2010.330: zwei Jahre). Er hätte aber sogar das arbeitsvertragliche Konkurrenzver-

bot vermeiden können, indem er sein Rückkaufsrecht wahrgenommen hätte. In einem 

solchen Fall hätte ihn das Konkurrenzverbot überhaupt nicht mehr belastet, da die E ag 

ja dann wieder ihm gehört hätte.  

Vor  diesem  Hintergrund  weist  das  am  14.  Januar  2008  geschlossene  Ver-

tragswerk  einen  provisorischen  Charakter  auf.  Offenkundig  wurde  zunächst  lediglich 

ein  probeweiser  Zusammenschluss  vereinbart,  bevor  durch  Ausübung  der  Kaufoptio-

nen durch die Käuferin der Zusammenschluss definitiv geworden wäre. Hätte sich die 

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1 ST.2011.279 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Zusammenarbeit als unbefriedigend erwiesen, wäre der ursprüngliche Zustand wieder 

hergestellt worden. Der Pflichtige hätte sämtliche Aktien zurückerhalten, und auch die 

Konkurrenzverbote wären hinfällig geworden. Er wäre in seiner wirtschaftlichen Betäti-

gung wieder frei gewesen, wie wenn die Verträge gar nie abgeschlossen worden wä-

ren.  Kommt  hinzu,  dass  er  bei  einer  Rückabwicklung  sogar  noch  einen  Gewinn  von 

Fr. 100'000.-  erzielt  hätte,  da  der  erhaltene  Kaufpreis  um  diesen  Betrag  über  dem 

Rückgabepreis gelegen hätte.  

Damit führen die Konkurrenzverbote aber nicht zu einer starken Bindung des 

Pflichtigen an die Käuferin und kann damit nicht gesagt werden, es sei der Käuferin nur 

um die Verpflichtung von ihm persönlich gegangen.  

cc) Die Aussicht auf die beiden weiteren Kaufpreistranchen könnte als Anreiz 

für den Verbleib verstanden werden. Dem widerspricht indessen, dass nicht der Pflich-

tige die Optionen ausüben konnte, sondern dies im Ermessen der Käuferin lag. Mithin 

hatte er auch bei Verbleib bei der Gesellschaft keine Garantie, dass ihm diese beiden 

letzten Tranchen jemals ausbezahlt werden. Dies spricht gegen eine Bindung von ihm 

persönlich.  Kommt  hinzu,  dass  eine  solche  zukünftige  Leistung  im  Zeitpunkt  des  Zu-

flusses zu versteuern wäre; soweit das kantonale Steueramt deshalb eine solche Leis-

tung in den versprochenen weiteren Kaufpreistranchen erblickt, wäre die Frage in den 

betreffenden späteren Steuerperioden zu prüfen.  

dd)  Der  Geschäftsführungsvertrag  war  zudem  kündbar  mit  einer  Frist  von 

neun  Monaten.  Diese  erscheint  zwar  als  lange,  aber  nicht  als  aussergewöhnlich  im 

Zusammenhang  mit  dem  Kauf  einer  personenbezogenen  Aktiengesellschaft,  da  für 

den Wissenstransfer auf einen allfälligen Nachfolger genügend Zeit erforderlich ist. Der 

Optionsvertrag  enthält  weiter  eine  Klausel,  wonach  die  Käuferin  für  den  Fall  des  Er-

werbs  sämtlicher  Aktien  vom  Pflichtigen  verlangen  kann,  dass  er  sich  weiterhin  als 

Verwaltungsrat  und  Direktor  zur  Verfügung  stellt.  Die Gewichtung  dieser Bestimmung 

ist aber unsicher, da wie bereits erwähnt, der vollständige Erwerb der Aktien von diver-

sen  Ungewissheiten  sowie  vom  fortbestehenden  Einvernehmen  der  Parteien  abhing. 

Immerhin wurde zum Zeitpunkt des Kaufvertrags (1 + 2) mit dem Abschluss des Opti-

onsvertrags eine persönliche Verpflichtung des Pflichtigen vereinbart, auch wenn spä-

ter die F AG die Optionen nicht ausübte. 

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1 ST.2011.279 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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ee) Auch aus dem Vergleich der vor und nach der Transaktionen bezogenen 

Löhne lässt sich nichts zugunsten des Standpunkts des kantonalen Steueramts ablei-

ten. Nach der unbestrittenen Sachdarstellung der Pflichtigen bezog er folgende Netto-

löhne aus der E ag (vormals D AG bzw. H AG):  

2000  
2001  
2002  
2003  
2004  
2005  

Fr.  

329'493.-  
295'110.-  
251'477.-  
197'332.-  
233'939.-  
250'996.- 

2006  
2007  
2008  
2009  
2010  

Fr.  

277'356.- 
287'005.- 
211'680.- 
362'133.- 
318'883.-. 

In  den  Löhnen 2007,  2008  und 2009  sind  Boni für  das jeweilige Vorjahr ent-

halten. In der Tendenz ist aber erkennbar, dass sich die Lohnsituation des Pflichtigen 

durch den Verkauf  nicht  geändert  bzw.  sich  sogar  verbessert  hat.  Dies spricht gegen 

die Annahme einer verborgenen Arbeitsentschädigung im Kaufpreis.  

ff)  Erhebliche  Zweifel  an  der  Sachdarstellung  der  Pflichtigen  ruft  hingegen  

der Umstand hervor, dass er am 14. Mai 2007 die E ag für bloss Fr. 200'000.- erwor-

ben hat. Dieser Vertrag steht im Zusammenhang mit seinem Ausscheiden aus der C, 

indem er seine Beteiligung an der I für Fr. 600'000.- verkaufte und umgekehrt die E ag 

(damals  noch  D  AG)  für  den  genannten  Preis  herauslöste.  Der  Pflichtige  erklärte  die 

massive Preisdifferenz damit, dass der Kauf erheblich unter dem Marktwert erfolgt sei. 

Dies sei deshalb möglich gewesen, weil sich die  C  von ihm habe trennen wollen und 

für die E ag keine Verwendung mehr gehabt habe. Die spätere Käuferin habe diese als 

für ihre strategische Entwicklung von entscheidender Bedeutung erachtet und sei des-

halb bereit gewesen, einen höheren Preis zu bezahlen. Diese Erklärung ist dürftig, ge-

hen doch die Überlegungen, welche zum Preis von Fr. 200'000.- geführt haben, daraus 

nicht wirklich hervor und erfolgte der Verkauf bloss gut ein halbes Jahr nach dem Kauf. 

d) Insgesamt ergibt sich aber aus den Umständen kein klares Bild für die Auf-

fassung  des  kantonalen  Steueramts.  Besonderes  Gewicht  zugunsten  des  Pflichtigen 

kommt  dem  Umstand  zu,  dass  er  die  E  ag  unter  Mitnahme  der  ersten  beiden  Kauf-

preistranchen  hätte  verlassen  können  und  dabei  nur  mit  einem  einjährigem  Konkur-

renzverbot  belastet  gewesen  wäre.  Gegen  ihn  spricht  in  erster  Linie  nur  die  letztlich 

unerklärte massive Preisdifferenz zwischen Kauf- und (wenig späterem) Verkaufspreis. 

Nachdem das kantonale Steueramt für das Vorhandensein einer steuerbaren Leistung 

beweisbelastet  ist,  muss  dieses  Beweisergebnis  zu  seinen  Ungunsten  ausschlagen. 

1 DB.2011.203 
1 ST.2011.279 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Damit  hat  es  den  Nachweis  für  seine  Behauptung,  dass  mit  dem  Kaufpreis  weitere 

Leistungen des Pflichtigen abgegolten worden sind, nicht erbracht.  

5.  Gestützt  auf  diese  Erwägungen  sind  Beschwerde  und  Rekurs  gutzuheis-

sen. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens der Beschwerdegegnerin/dem 

Rekursgegner aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). Den Pflichti-

gen  ist  eine  Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art.  144  Abs.  4  DBG  i.V.m.  Art.  64 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 

bzw. § 152 StG i. V. m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 

1959/8. Juni 1997). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Die  Beschwerdeführer  werden für  die  direkte 

Bundessteuer,  Steuerperiode  2008,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr. X 

veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif). 

2.  Der  Rekurs  wird  gutgeheissen.  Die  Rekurrenten  werden  für  die  Staats-  und  Ge-

meindesteuern, Steuerperiode 2008, mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. X 

und einem steuerbaren Vermögen von Fr. X eingeschätzt (Tarif gemäss § 35 Abs. 

2 bzw. § 47 Abs. 2 StG; Verheiratetentarif).  

[…] 

1 DB.2011.203 
1 ST.2011.279