# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 50f61358-5b47-551d-82dd-b7e0e2f0ec7b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.08.2011 A-8047/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-8047-2010_2011-08-25.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung I
A­8047/2010

U r t e i l   v om   2 5 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Richter André Moser (Vorsitz),
Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot,
Richter Beat Forster,
Gerichtsschreiberin Anita Schwegler.

Parteien Engiadinalaina SA, 7560 Martina,
vertreten durch Rolf Rüdisühli, Industrie Süd, 
8573 Siegershausen,
Beschwerdeführerin,

gegen

Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH GKI, 
c/o Engadiner Kraftwerke AG, 7560 Martina,
vertreten durch Dr. iur. Gieri Caviezel, Rechtsanwalt und 
Notar, Masanserstrasse 40, 7000 Chur,
Beschwerdegegnerin,

und

Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, 
Energie und Kommunikation UVEK,
Bundeshaus Nord, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Wasserrechtskonzession, Enteignung.

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Sachverhalt:

A. 
Mit Schreiben vom 5. April 2007 ersuchte die Gemeinschaftskraftwerk Inn 
GmbH (GKI) das Eidgenössische Departement  für Umwelt, Verkehr und 
Energie  UVEK  um  Erteilung  einer  Konzession  für  die  Nutzung  der 
Wasserkraft  des  Inns  in  einem  Kraftwerk  Martina  –  Prutz,  soweit  sich 
dieses  auf  Staatsgebiet  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft 
erstreckt.

Das  Gesuch  um  Erteilung  der  Wasserrechtskonzession  wurde  im 
Zeitraum vom 12. November 2007 bis zum 11. Dezember 2007 öffentlich 
aufgelegt und publiziert. Gleichzeitig wurden die beabsichtigten baulichen 
Massnahmen im betroffenen Gelände ausgesteckt.

B. 
Mit  Eingabe  vom  10. Januar 2008  erhob  die  Engiadinalaina  SA  sowohl 
eine  wasserrechtliche  als  auch  eine  enteignungsrechtliche  Einsprache 
gegen  das Gesuch  der GKI.  Sie machte  geltend,  ihr  sei  keine  gemäss 
Art. 31  des  Bundesgesetzes  vom  20. Juni 1930  über  die  Enteignung 
(EntG, SR 711) vorgesehene persönliche Anzeige gemacht worden. Dies 
holte  die  GKI  mit  Schreiben  vom  25. April 2008  nach,  worauf  die 
Engiadinalaina SA am 26. Mai 2008 eine weitere Einsprache einreichte.

Am 28. Januar 2010  fand  in Martina  unter  der  Leitung des Bundesamts 
für  Energie  BFE  ein  Augenschein  mit  einer  anschliessenden 
Einigungsverhandlung statt. Dabei verständigten sich die Parteien darauf, 
den bestehenden Schnittholzlagerplatz mittels Aufschüttung  anzuheben, 
um die Holztrocknung im bisherigen Umfang weiterhin zu gewährleisten. 
Ausserdem  wurde  vereinbart,  auf  der  Länge  der  Sägerei  eine  lichte 
Durchfahrtsbreite  von  14 m,  gemessen  ab  der  Gebäudefluchtlinie,  zu 
belassen.  Diese  Durchfahrtsbreite  sollte  flussabwärts  zusätzlich  soweit 
belassen  werden,  dass  die  Zufahrtsrampe  zur 
Holzschnitzelverladeanlage funktionstüchtig bleibe. Dabei waren sich die 
Parteien  einig,  dass  diese  Massnahmen  unter  Umständen  zu 
betrieblichen Anpassungen bei der Rundholzlagerung führen werden.

Gestützt  auf  diese  Übereinkunft  nahm  die  GKI  die  entsprechenden 
Änderungen  vor  und  stellte  den  Plan  mit  der  Flächenbeanspruchung 
durch  die  GKI  (Plan  Nr.  B­SR­21­01­106)  vom  9. März 2010  der 
Engiadinalaina  SA  zur  Vernehmlassung  zu.  In  ihrer  Eingabe  vom 

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25. Juni 2010  verlangte  diese weitere  Anpassungen  des Plans  und  des 
Projekts. Darauf ging die GKI jedoch nicht mehr ein.

C. 
Am  11. Oktober 2010  erteilte  das  UVEK  der  GKI  die  ersuchte 
Konzession.  Gleichzeitig  erteilte  es  die  nötigen  weiteren  Bewilligungen. 
Auf die wasserrechtliche Einsprache der Engiadinalaina SA  trat es nicht 
ein. Weiter wies  es  die  enteignungsrechtliche Einsprache  ab,  soweit  es 
darauf eintrat und erteilte der GKI das Enteignungsrecht für die baulichen 
Massnahmen  im  Stauraum  gemäss  persönlicher  Anzeige  vom 
25. April 2008  und  entsprechend  dem  Flächenbeanspruchungsplan  B­
SR­21­01­106 vom 9. März 2010.

D. 
Gegen  diese  Verfügung  erhebt  die  Engiadinalaina  SA  (nachfolgend 
Beschwerdeführerin)  mit  Eingabe  vom  17. November 2010  Beschwerde 
beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragt, auf ihre wasserrechtliche 
Einsprache  einzutreten,  den  Entscheid  des  UVEK  (nachfolgend 
Vorinstanz) vom 11. Oktober 2010 aufzuheben und der GKI (nachfolgend 
Beschwerdegegnerin)  die  Konzession  für  die  Nutzung  der  Wasserkraft 
des Inns sowie die Baubewilligung für den Bau des Kraftwerks Martina – 
Prutz  und  die  Erteilung  des  Enteignungsrechts  zu  verweigern. 
Eventualiter  sei  in  Aufhebung  des  angefochtenen  Entscheids  die 
Streitsache  zur  Neuauflage  und  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen.

E. 
Mit  Beschwerdeantwort  vom  27. Januar 2011  beantragt  die 
Beschwerdegegnerin,  die  Beschwerde  abzuweisen,  soweit  darauf 
einzutreten sei. Mit Eingabe vom 4. Februar 2010 (recte 2011) reicht das 
Bundesamt für Energie BFE in Vertretung der Vorinstanz sämtliche Akten 
ein  und  verzichtet  auf  eine  Vernehmlassung  unter  Verweis  auf  die 
angefochtene Verfügung.

Am  24. März 2011  lässt  die  Beschwerdeführerin  dem 
Bundesverwaltungsgericht  eine  Stellungnahme  zukommen.  Darin 
bestätigt  sie  ihre  gestellten  Anträge  und  ersucht  um  Einsicht  in  die 
Beilagen  11­88.  Nach  Ausübung  des  Akteneinsichtsrechts  reicht  die 
Beschwerdeführerin  am  20. Mai 2011  eine  weitere  Stellungnahme  ein, 
mit  welcher  sie  wiederum  ihre  ursprünglich  gestellten  Rechtsbegehren 
bestätigt.

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F. 
Auf  weitere  Vorbringen  der  Parteien  und  die  sich  bei  den  Akten 
befindlichen  Schriftstücke  wird  –  soweit  entscheidrelevant  –  in  den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  beurteilt  gemäss  Art. 31  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32) 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021).  Das  UVEK  ist  eine  Behörde  im  Sinn  von  Art. 33  Bst. d  VGG 
und  daher  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  Ausnahme 
gemäss  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor,  weshalb  das 
Bundesverwaltungsgericht  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden 
Beschwerde zuständig ist.

1.2. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  richtet sich nach 
dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG).

1.3. Die  Beschwerdeführerin  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  des 
UVEK  sowohl  formell  als  auch  materiell  beschwert  und  daher  zur 
Beschwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG).

1.4. Auf die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde  (vgl. Art. 50 
und Art. 52 VwVG) ist somit einzutreten.

2. 
Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 
Rechtsverletzungen  –  einschliesslich  der  unrichtigen  oder 
unvollständigen Feststellung  des Sachverhalts  und Rechtsfehler  bei  der 
Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit (Art. 49 VwVG).

3. 

3.1.  Die  Beschwerdeführerin  macht  geltend,  die  Vorinstanz  sei  zu 
Unrecht  auf  ihre  wasserrechtliche  Einsprache  nicht  eingetreten.  Sie  sei 
bis  zum  Ablauf  der  öffentlichen  Auflage  am  11. Dezember 2007  von 
niemandem  über  die  Projektauflage  orientiert  oder  persönlich 
benachrichtigt  worden.  Art. 62d  des  Bundesgesetzes  vom 

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22. Dezember 1916  über  die  Nutzbarmachung  der  Wasserkräfte 
(Wasserrechtsgesetz,  WRG,  SR 721.80)  verlange  jedoch,  dass  der 
Konzessionsbewerber  den  Entschädigungsberechtigten  spätestens  mit 
der öffentlichen Auflage des Gesuchs nach Art. 31 EntG eine persönliche 
Anzeige über die zu enteignenden Rechte zuzustellen habe. Dies ergebe 
sich  auch  aus  dem  Bundesgesetz  über  die  Koordination  und 
Vereinfachung  von  Entscheidverfahren.  Diese 
Koordinationsverpflichtungen  seien  nicht  grundlos  ins  WRG 
aufgenommen worden. Sie hätten zwingenden Charakter. Es sollten nicht 
nur gleichzeitig enteignungsrechtliche Ansprüche im Verfahren gegen das 
Projekt angemeldet werden können, sondern ein Betroffener sollte auch 
in Kenntnis  des Projekts  seine Ansprüche geltend machen  können. Die 
von der Vorinstanz  vertretene Ansicht,  die  persönliche Anzeige  im Sinn 
von  Art. 62d  WRG  könne  nachträglich  noch  geheilt  werden,  verletze 
jedenfalls  dann  Bundesrecht  und  sei  offensichtlich  willkürlich,  wenn  sie 
die  nachträgliche  Einsprache  lediglich  für  das  Enteignungsverfahren, 
nicht  aber  für  die  wasserrechtlichen  Vorbringen  akzeptiere.  Dadurch 
entstünden  der  Beschwerdeführerin  schwerwiegende  Nachteile  und  die 
materielle Koordinationspflicht würde ausgehebelt.

Die  der  Beschwerdeführerin  durch  diesen  bewussten  Verfahrensfehler 
entstandene Benachteiligung wirke  sich  umso  gravierender  aus,  als  die 
Beschwerdegegnerin im Jahr 2008 das ursprünglich öffentlich aufgelegte 
Projekt  überarbeitet  und  mindestens  für  die  Beschwerdeführerin  noch 
wesentlich verschlimmert habe. So sei nach neuer Variante im gesamten 
Bereich entlang der Parzellen Nrn. 50 und 584 auf einer Länge von rund 
500 m ein  überdimensionierter  Schüttdamm anstelle  der  ursprünglichen 
Variante  einer  Betonsperre  vorgesehen.  Für  die  Beschwerdeführerin 
bedeute dies insbesondere die Enteignung von noch mehr Land im Halte 
von  rund  350  m2  und  eine  wesentliche  Verschlechterung  bzw. 
Beeinträchtigung der Betriebsabläufe  im Bereich der Sägerei. So werde 
zu Lasten der Grundstücke der Beschwerdeführerin die Dammschüttung 
bei Profil Nr. 1 mit rund 7 m und bei den Profilen Nrn. 2 und 3 mit je 5 m 
noch verstärkt und zusätzlich ein rund 2 m breiter Uferbegleitdamm in die 
Lagerflächen ihres Betriebs geplant.

3.2.  Die  Beschwerdegegnerin  führt  dazu  aus,  die  nachträgliche 
Zustellung  der  persönlichen  Anzeige  habe  den  Rechtsweg  gemäss 
Art. 31 Abs. 2 EntG ausschliesslich  für enteignungsrechtliche (nicht aber 
für wasserrechtliche) Fragen neu geöffnet. Die eigentliche Entschädigung 
sei ohnehin Gegenstand des Schätzungsverfahrens.

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Die  Beschwerdegegnerin  macht  weiter  geltend,  die  Behauptungen  der 
Beschwerdeführerin  hinsichtlich  der  "wesentlichen  Projektänderung"  im 
Juli 2009 seien falsch. Die "prinzipielle Lösung des Hochwasserschutzes 
in  Martina  mit  einem  Hochwasserschutzdamm"  sei  gemäss  dem 
ursprünglichen  Projekt  2007  beibehalten  worden.  Lediglich  die 
Trassierung  und  die  Ausbildung  des  Damms  seien  angepasst  worden 
und  dies  ausschliesslich  im  Interesse  und  auf  Wunsch  der 
Beschwerdeführerin.

Gestützt  auf  die  anlässlich  des  Augenscheins  mit  anschliessender 
Einigungsverhandlung  erlangte  Einigung  habe  die  Beschwerdegegnerin 
den  Projektplan  mit  dem  daraus  resultierenden  Enteignungsplan 
angepasst  und  –  nachdem  der  Vertreter  der  Beschwerdeführerin,  Herr 
Rüdisühli, den Anpassungen am 1. März 2010 mündlich zugestimmt habe 
– dem  BFE  zur  Genehmigung  eingereicht.  Das  BFE  habe  diese 
modifizierten  Pläne  der  Beschwerdeführerin  zur  Stellungnahme 
zugestellt. Mit Schreiben vom 25. Juni 2010 habe die Beschwerdeführerin 
zusätzliche  Anpassungen  und  Überarbeitungen  des  Projekts,  vor  allem 
zusätzliche  Aufschüttungen  im  Bereich  der  Sägerei,  verlangt.  Diese 
Forderungen  seien  seitens  der  Beschwerdegegnerin  mit  Eingabe  vom 
8. Juli 2010 abgelehnt worden.

3.3.  Die  Vorinstanz  ist  auf  die  wasserrechtliche  Einsprache  vom 
10. Januar  2008  mit  der  Begründung  nicht  eingetreten,  die 
Beschwerdeführerin habe die Einsprachefrist verpasst. Gemäss Art. 62e 
WRG  könne  während  der  Auflagefrist  beim  Bundesamt  Einsprache 
erheben, wer nach den Vorschriften des VwVG oder des EntG Partei sei. 
Wer keine Einsprache erhebe, sei nach der ausdrücklichen Bestimmung 
von Art. 62e Abs. 1 WRG vom weiteren Verfahren ausgeschlossen.

Die  enteignungsrechtliche  Einsprache  wies  sie  ab,  soweit  sie  darauf 
eintrat.  Dies  mit  der  Begründung,  es  sei  ein  erhebliches  öffentliches 
Interesse an der Realisierung des Vorhabens und damit für die Erteilung 
des Enteignungsrechts gegeben.

Nach  Prüfung  der  gesamten  Unterlagen  –  insbesondere  der 
Planergänzungen  vom  17. Februar 2010  und  vom  9. März 2010 
(Flächenbeanspruchungsplan  Nr.  B­SR­21­01­106),  welche  die 
Minimierung des Eingriffs berücksichtigten – erweise sich das Vorhaben 
auch als verhältnismässig  im Sinn des EntG und des WRG. Sowohl die 
Behörden des Bundes als auch jene des Kantons Graubünden hätten die 

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Konformität  des  Projekts  mit  den  gesetzlichen  Vorgaben  bescheinigt. 
Insbesondere  entspreche  das  Projekt  auch  hinsichtlich  der 
Anforderungen  des  Hochwasserschutzes  den  geltenden  Bestimmungen 
im Bereich der Stauanlagen­ und Hochwassersicherheit. Demgegenüber 
stehe  die  Forderung  der  Beschwerdeführerin  nach  einer 
Redimensionierung  des  Damms  und  die  Ausrichtung  auf  ein  200­
jährliches  Hochwasser  HQ200  im  Widerspruch  zu  den  gesetzlichen 
Vorgaben. Eine solche Redimensionierung komme somit nicht  in Frage, 
das  Projekt  entspreche  so,  wie  es  geplant  sei,  den  massgeblichen 
Sicherheitsvorschriften  und  sei  so  zu  erstellen.  Folglich  sei  der GKI  für 
dieses Projekt mit den darin vorgesehenen Dimensionierungen auch das 
Enteignungsrecht zu erteilen.

Im  Bereich  des  Damms  richteten  sich  die  zu  enteignenden  Flächen  in 
erster  Linie  nach  den  Sicherheitsbedürfnissen.  Diese  seien  im  Projekt 
richtig  wiedergegeben  und  benötigten  den  dafür  vorgesehenen  Raum. 
Ausserdem  sei  das  Projekt,  nicht  zuletzt  auch  aufgrund  der  Einigung 
anlässlich  der  Einigungsverhandlung  vom  28. Januar 2010,  derart 
angepasst worden, dass es mit einem verhältnismässigen Eingriff  in die 
Eigentumsrechte der Beschwerdeführerin realisiert werden könne.

Nicht  zu  beanstanden  sei  im  Übrigen  auch  der  Umstand,  dass  das 
Sägewerk  nicht  auf  das  gleiche  Niveau  wie  der  Lagerplatz  angehoben 
werde.  Abgesehen  davon,  dass  diese  Forderung  anlässlich  der 
Einigungsverhandlung  nicht  zur  Diskussion  gestanden  habe,  sei  auch 
kein  plausibler Grund  für  eine  derartige  Erhöhung  des  Sägeplatzes  auf 
Kosten  der  Beschwerdegegnerin  ersichtlich.  Falls  diesbezüglich  trotz 
allem  Nachteile  für  die  Beschwerdeführerin  entstehen  sollten,  wären 
diese im Rahmen des Schätzungsverfahrens auszugleichen.

4. 
Die Beschwerde ist in mehreren Schritten zu beurteilen: Einerseits ist zu 
prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht auf die wasserrechtliche Einsprache 
der  Beschwerdeführerin  nicht  eingetreten  ist  (E. 5);  andererseits  ist  zu 
klären, ob die Abweisung der enteignungsrechtlichen Einsprache – soweit 
darauf eingetreten wurde – und die Erteilung des Enteignungsrechts an 
die  Beschwerdegegnerin  rechtmässig  waren  und  ob  dessen  Umfang 
verhältnismässig  ist  (E. 6  und  7).  Schliesslich  gilt  es,  noch  auf  zwei 
weitere Einwände der Beschwerdeführerin einzugehen (E. 8 und 9).

5. 

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5.1. Seit  Inkrafttreten  des  Bundesgesetzes  vom  18. Juni 1999  über  die 
Koordination  und  Vereinfachung  von  Entscheidverfahren  (AS  1999, 
3071),  das  die  Verfahrensregelungen  verschiedener  Bundesgesetze 
änderte, werden  in bestimmten Sachbereichen bei komplexen Projekten 
die  Befugnisse  im  Rahmen  des  Enteignungsverfahrens  einer 
sogenannten "Leitbehörde" übertragen. Die jeweiligen Spezialerlasse wie 
z.B.  das  WRG  bezeichnen  die  Behörde,  bei  der  alle  erforderlichen 
Verfahren  zusammengelegt  sind  und  der  die Verfahrensleitung  bis  zum 
Einspracheentscheid obliegt. Die Leitbehörde entscheidet zusammen mit 
der  Projektgenehmigung  und  allen  erforderlichen  Bewilligungen 
gleichzeitig  auch  über  die  enteignungsrechtlichen  Einsprachen.  Sie  hat 
damit  über  die  Zulässigkeit  und  den  Umfang  der  Enteignung  zu 
entscheiden.  Es  obliegt  ihr,  zu  prüfen,  ob  die  Voraussetzungen  des 
Enteignungsrechts  gegeben  sind,  ob  die  übermässigen  Einwirkungen 
zulässig  und  unvermeidbar  sowie  ob  Vorkehrungen  anzuordnen  sind. 
Einzig  die  Entschädigungsforderungen  beurteilt  auch  im  konzentrierten 
Entscheidverfahren  wie  bisher  die  Schätzungskommission  nach  den 
Bestimmungen  des  Enteignungsgesetzes  (vgl.  Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A­5466/2008  vom  3. Juni  2009 E. 1.2.2  und 
A­817/2010  vom  16. Februar 2010  E. 9.2;  ULRICH  HÄFELIN/GEORG 
MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6. Aufl., 
Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 2131).

5.2.  Im  konzentrierten  Entscheidverfahren  ist  innerhalb  der  Auflagefrist 
nicht nur Einsprache gegen das Ausführungsprojekt zu erheben, sondern 
grundsätzlich  sind  auch  sämtliche  enteignungsrechtlichen  Einwände 
sowie  Begehren  um  Entschädigung  oder  Sachleistung  innerhalb 
derselben  Frist  geltend  zu  machen.  Wer  nicht  fristgerecht  Einsprache 
erhebt,  ist  vom  weiteren  Verfahren  ausgeschlossen  (Art. 62e  Abs. 1 
WRG; vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­1748/2011 vom 
11. Juli 2011  mit  Hinweisen).  Eine  Ausnahme  hierfür  gilt  nur,  wenn  die 
persönliche  Anzeige  des  von  der  Enteignung  Betroffenen  verspätet 
erfolgt. Für diesen Spezialfall sieht Art. 31 Abs. 2 EntG vor, dass die Frist 
zur Geltendmachung enteignungsrechtlicher Einsprachen, Begehren und 
Forderungen erst vom Empfang der persönlichen Anzeige an läuft.

5.3.  Der  Beschwerdeführerin  ist  beizupflichten,  dass  mit  dem 
Koordinationsgesetz  und  den  damit  eingefügten 
Koordinationsbestimmungen  im  WRG  beabsichtigt  wurde,  das 
wasserrechtliche  Konzessionierungsverfahren  und  ein  damit  in 
Zusammenhang stehendes Enteignungsverfahren zu koordinieren.

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Sinn  und  Zweck  der  Koordinationsbestimmungen  ist  es,  komplexe 
Verfahren  die  (verschiedener)  Bewilligungen  verschiedener  Behörden 
bedürften, in einem Verfahren zu konzentrieren und mit einem Entscheid 
von einer Behörde zu erledigen. Dieses Vorgehen dient in erster Linie der 
Verfahrensökonomie  und  der  Vereinfachung  komplexer  Verfahren.  Die 
enteignungsrechtliche  Frage  soll  im  gleichen  Verfahren  wie  die 
Konzessionserteilung erledigt werden und der Konzessionärin soll mit der 
Konzession  auch  ein  allenfalls  notwendiges  Enteignungsrecht  erteilt 
werden.

Dies  bedeutet  jedoch  nicht,  dass  bei  verspäteter  persönlicher  Anzeige 
und  der  dadurch  später  beginnenden  enteignungsrechtlichen 
Einsprachefrist  (vgl.  Art. 31  Abs. 2  EntG)  automatisch  auch  die 
wasserrechtliche  Einsprachefrist  neu  zu  laufen  beginnt.  Denn  die 
persönliche  Anzeige  ergänzt  die  öffentliche  Bekanntmachung  für  die 
öffentliche Planauflage. Sie soll dem Enteigneten erlauben, volle Klarheit 
darüber  zu  gewinnen,  welche  Rechte  er  abzutreten  hat  (Art. 31  Abs. 1 
EntG; HEINZ HESS/HEINRICH WEIBEL, Das Enteignungsrecht des Bundes, 
N 12 zu Art. 31). Andererseits stellt sie eine  formelle Voraussetzung der 
Verwirkung  von  Rechtsansprüchen  des  Enteigneten  dar,  indem  der 
Enteigner  –  mit  Ausnahme  der  Fälle  gemäss  Art. 39  ff.  EntG  –  vor 
nachträglichen  unerwarteten  Entschädigungsforderungen  geschützt 
werden  soll. Wird  die  Zustellung  der  persönlichen Anzeige  unterlassen, 
so läuft für jene, die nach Art. 31 Abs. 1 EntG ein Anrecht auf sie hätten, 
die  Verwirkungsfrist  nicht  (vgl.  BGE 116 Ib 386  E. 3d.aa;  a.M. 
HESS/WEIBEL, a.a.O., N 12 zu Art. 31). Weil sich die persönliche Anzeige 
somit nur auf die Enteignungsfrage bezieht, kann aus deren Unterlassung 
nicht abgeleitet werden, es seien im kombinierten Verfahren nachträglich 
auch Einsprachen gegen die Planauflage zuzulassen. Andernfalls würde 
eine  rechtmässig  erfolgte  öffentliche  Planauflage  weitgehend  ihres 
Sinnes  beraubt.  Die  verschiedenen  Verfahren  werden  zwar  in  einem – 
hier dem Konzessionierungsverfahren – zusammengefasst, dennoch sind 
die  für  jedes einzelne Verfahren geltenden prozessualen Vorschriften  je 
gesondert einzuhalten, sofern keine explizit anderslautende Bestimmung 
Platz greift.

5.4.  Das  Konzessionsgesuch  wurde  vorliegend  den  gesetzlichen 
Vorschriften  entsprechend  publiziert  und  öffentlich  aufgelegt.  Ebenso 
wurden  die  beabsichtigten  baulichen  Veränderungen  im  Gelände 
ausgesteckt.  Aufgrund  der  durchgeführten  Publikationen,  der 
Aussteckung und der  öffentlichen Auflage  hatte  die Beschwerdeführerin 

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genügend Möglichkeiten, vom geplanten Projekt Kenntnis zu erhalten und 
sich fristgerecht dagegen zur Wehr zu setzen.

Das  Projekt  war  vom  12. November 2007  bis  zum  11. Dezember  2007 
öffentlich  aufgelegt.  Die  Einsprache  wurde  am  10. Januar 2008 
eingereicht und mit Eingabe vom 26. Mai 2008 ergänzt. Sie erfolgte nach 
Ablauf der Auflagefrist und damit auch nach Ablauf der Einsprachefrist.

5.5. Die Vorinstanz  ist demnach zu Recht auf die verspätet eingereichte 
wasserrechtliche Einsprache der Beschwerdeführerin nicht eingetreten.

6. 
Betreffend die enteignungsrechtlichen Fragen  ist zunächst zu prüfen, ob 
der  Beschwerdegegnerin  das  Enteignungsrecht  erteilt  werden  durfte. 
Wird dies bejaht,  ist  zu beurteilen,  ob der Umfang der  zu enteignenden 
Fläche bzw. der mit der Enteignung verbundene Eingriff verhältnismässig 
ist.

6.1. Gemäss  Art. 1  EntG  kann  das  Enteignungsrecht  geltend  gemacht 
werden  für  Werke,  die  im  Interesse  der  Eidgenossenschaft  oder  eines 
grossen  Teils  des  Landes  liegen,  sowie  für  andere  im  öffentlichen 
Interesse liegende Zwecke, sofern sie durch ein Bundesgesetz anerkannt 
sind.  Es  kann  nach  Abs. 2  dieser  Bestimmung  nur  geltend  gemacht 
werden, wenn und  soweit  es  zur Erreichung des Zwecks notwendig  ist. 
Art. 46 WRG sieht vor, dass die Verleihungsbehörde dem Konzessionär 
das  Recht  gewährt,  die  zum  Bau,  zur  Umänderung  oder  Erweiterung 
seines  Werks  nötigen  Grundstücke  und  dinglichen  Rechte  sowie  die 
entgegenstehenden  Nutzungsrechte  zwangsweise  zu  erwerben,  wenn 
Gründe  des  öffentlichen  Wohls  vorliegen.  Abs. 4  dieser  Bestimmung 
verweist  betreffend  das  Enteignungsrecht  bei  Konzessionen,  die  vom 
Departement erteilt werden, auf das EntG.

6.2. Das  öffentliche  Interesse  am Bau  des  geplanten Wasserkraftwerks 
Martina  –  Prutz  geht  –  wie  die  Vorinstanz  in  der  angefochtenen 
Verfügung  zu  Recht  ausführt  –  aus  Art. 76  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April 1999  (BV,  SR  101) 
und  dem Energiegesetz  vom  26. Juni 1998  (EnG,  SR 730.0)  sowie  aus 
dem Abkommen  zwischen  der Schweizerischen Eidgenossenschaft  und 
der Republik Österreich vom 29. Oktober 2003 über die Nutzbarmachung 
des Inn und seiner Zuflüsse im Grenzgebiet (SR 0.721.809.163.1) hervor. 
Die  Nutzung  des  schweizerischen  Anteils  der  Wasserkraft  des  Inns 

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entspricht der Zielsetzung dieser Bestimmungen. Die Beschwerdeführerin 
bringt denn auch nichts Gegenteiliges vor.

7. 
Nachdem  das  öffentliche  Interesse  bejaht  wurde,  ist  zu  prüfen,  ob  der 
Eingriff  ins Eigentum der Beschwerdeführerin  auch verhältnismässig  ist. 
Dies  ist  dann der Fall, wenn die nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt 
sind:  Erstens muss  der  Eingriff  geeignet  sein,  die  gewünschte Wirkung 
herbeizuführen.  Zweitens  muss  er  erforderlich  sein,  d.h.  es  muss  das 
mildest mögliche Mittel angewandt werden. Und drittens muss der Eingriff 
im  Sinn  einer  angemessenen  Zweck­Mittel­Relation  im  Einzelfall 
zumutbar  sein  (vgl.  BGE 131 V 107  E. 3.4.1;  BVGE  2009/43  E. 4.5 
S. 615;  PIERRE  TSCHANNEN/ULRICH  ZIMMERLI/MARKUS  MÜLLER, 
Allgemeines  Verwaltungsrecht,  3. Aufl.,  Bern  2009,  § 21  Rz. 1  ff.).  Für 
das  Enteignungsrecht  ist  der  Verhältnismässigkeitsgrundsatz 
ausdrücklich in Art. 1 Abs. 2 EntG festgehalten.

7.1.  Die  Beanspruchung  von  im  Baurecht  der  Beschwerdeführerin 
stehenden  Teilen  der  Parzellen  Nrn. 50  und  584  zur  Errichtung  eines 
Hochwasserschutzdamms  ist  geeignet,  das  Erstellen  und  den  sicheren 
Betrieb eines Wasserkraftwerks zu gewährleisten.

7.2. Der Damm muss nach den geltenden Sicherheitsvorschriften einem 
1000­jährlichen Hochwasser HQ1000 standhalten können. Dies geht unter 
anderem  aus  den  Stellungnahmen  des  Bundesamts  für  Energie  BFE, 
Sektion Talsperren, vom 14. Juni 2007 (pag. 42) und vom 19. November 
2009  (pag. 67)  hervor.  Der  Hochwasserschutzdamm  ist  daher  in  der 
projektierten Dimensionierung zu erstellen.

7.3.  Die  Beschwerdeführerin  macht  geltend,  die  Beschwerdegegnerin 
habe  im  Jahr  2008  das  ursprünglich  öffentlich  aufgelegte  Projekt 
überarbeitet  und  mindestens  für  die  Beschwerdeführerin  wesentlich 
verschlimmert. So sei nach neuer Variante im gesamten Bereich entlang 
der  Parzellen  Nrn. 50  und  584  auf  einer  Länge  von  rund  500  m  ein 
überdimensionierter  Schüttdamm  anstelle  der  ursprünglichen  Variante 
einer Betonsperre vorgesehen. Für die Beschwerdeführerin bedeute dies 
insbesondere die Enteignung von noch mehr Land im Halte von rund 350 
m2  und  eine  wesentliche  Verschlechterung  bzw.  Beeinträchtigung  der 
Betriebsabläufe im Bereich der Sägerei, dem eigentlichen Herzstück des 
Betriebs. Die Dammschüttungen bewirkten, dass die erwähnten Flächen 
überhaupt  nicht  mehr  für  den  Betrieb  der  Beschwerdeführerin  genutzt 

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werden  könnten,  weder  als  Manövrier­  noch  als  Lagerfläche  für  das 
Trocknen des Holzes. Mit der massiven Aufschüttung verbunden sei eine 
ungenügende  Durchlüftung  der  Trocknungslager,  was  zu 
Schimmelbildung und Fäulnis beim Lagerholz führen würde.

7.3.1.  Die  Beschwerdeführerin  scheint  bei  ihrer  Argumentation  zu 
verkennen,  dass  die  Projektanpassungen  im  sie  betreffenden  Gebiet 
einzig  aufgrund  ihrer  Wünsche  und  Anliegen  und  damit  auch  zu  ihren 
Gunsten  erfolgten.  Vergleicht  man  den  Plan  "Baumassnahmen  im 
Stauraum, Massnahmen  in Martina, Profile  1­2­3" Plan­Nr. B­SR­21­02­
106 vom 7. September 2009 mit demjenigen vom 22. Januar 2007 (Plan­
Nr. B­SR­20­02­002­2) wird ersichtlich,  dass einerseits  der Schüttdamm 
im  Vergleich  zum  Auflageprojekt  weiter  zum  Inn  hin  verschoben  wurde 
(Profil 1).  Im Bereich des Sägewerks  (Profil 2)  ist  andererseits  an Stelle 
einer  senkrecht  stehenden  Betonsperre  eine  Mischung  zwischen 
Stützmauer und Schüttdamm vorgesehen. Der Fuss der Stützmauer soll 
etwas näher zum Inn zu liegen kommen (bei ca. ­27,5 ab Staatsgrenze), 
als  die  ursprünglich  geplante  Betonsperre  (diese  war  bei  ca.  ­28,5 
vorgesehen).  Zudem  wird  die  Krone  des  Uferbegleitdamms  weiter  zum 
Inn  hin  verschoben.  Die  geplante  Stützmauer  wird  zudem  nicht  bis  zur 
Höhe der Krone des Uferbegleitdamms errichtet, sondern fällt  tiefer aus, 
wobei  vom  höchsten  Punkt  der  Stützmauer  bis  zur  Krone  des 
Uferbegleitdamms  ein  abgeschrägter  Damm  vorgesehen  ist.  Dadurch 
gewinnt die Beschwerdeführerin  im Bereich des Sägewerks zusätzlichen 
Manövrierraum.

7.3.2.  Um  die  Massnahme  weiter  abzumildern,  hat  sich  die 
Beschwerdegegnerin bereit erklärt, das Gelände der Beschwerdeführerin 
im Bereich der Holztrocknung mittels Aufschüttung insgesamt fast auf die 
Höhe  des  Schüttdamms  anzuheben.  Dadurch  wird  einerseits  die 
flächenmässige  Beanspruchung  durch  den  Enteigner  minimiert,  indem 
das Gelände  fast bis an den zwei Meter breiten Uferweg heran genutzt 
werden  kann,  und  andererseits  werden  die  Durchlüftung  und  die 
Besonnung des Holzlagerplatzes optimiert.

Auf  der  Höhe  des  Sägewerks  wurde  eine  lichte  Durchfahrtsbreite  von 
14 m,  gemessen  ab  der  Gebäudefluchtlinie,  vereinbart.  Damit  wird 
gewährleistet, dass ein ausreichender Manövrierraum für den Betrieb des 
Sägewerks  bestehen  bleibt.  Diese  Projektänderung  erfolgte  allein  zu 
Gunsten der Beschwerdeführerin und kann als milderes als das zunächst 
geplante Mittel  verstanden werden.  Eine Aufschüttung  des Geländes  in 

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diesem  Bereich  auf  Kosten  der  Beschwerdegegnerin  wäre  nicht 
verhältnismässig, da sie der Beschwerdeführerin höchstens einen minim 
grösseren Nutzen bringen würde, der  in keinem Verhältnis zu den damit 
verbundenen  Kosten  stünde.  Damit  ist  auch  die  Voraussetzung  des 
mildesten Mittels gegeben.

7.4. Das  öffentliche  Interesse  an  der  Nutzbarmachung  der Wasserkraft 
des  Inns  überwiegt  das  Interesse  der  Beschwerdeführerin  an  der 
ungestörten  Ausübung  ihres  Baurechts  auf  den  Parzellen  Nrn. 50  und 
584.  Dies  insbesondere  deshalb,  weil  die  dauerhafte  Enteignung 
aufgrund der Einspracheverhandlungen auf ein den Sägereibetrieb nicht 
oder  nicht  wesentlich  einschränkendes  Minimum  reduziert  werden 
konnte.  In  diesem  Zusammenhang  ist  zu  erwähnen,  dass  die 
Argumentation  der  Beschwerdeführerin  widersprüchlich  ist:  Einerseits 
verlangt  sie,  der  ganze  Hochwasserdamm  im  Bereich  der  Parzellen 
Nrn. 50  und  584  sei  luftseitig  als  Betonsperre  auszugestalten,  während 
sie  andererseits  bemängelt,  dass  durch  eine  Betonsperre  die 
Durchlüftung  der  Holztrocknung  nicht  mehr  gewährleistet  wäre.  Mit  der 
Aufschüttung des Geländes in den Bereichen der Holztrocknung können 
sowohl  die  flächenmässige  Beanspruchung  minimiert  wie  auch  die 
Durchlüftung  optimiert  werden.  Zudem  wird  auf  der  Höhe  der  Sägerei 
eine  lichte  Durchfahrtsbreite  von  14 m  belassen,  wodurch  genügend 
Manövrierraum  für  die  Beschwerdeführerin  bestehen  bleibt.  Die 
Beeinträchtigung  des  Sägereibetriebs  wird  damit  auf  ein  zumutbares 
Minimum beschränkt. 

7.5.  Insgesamt  erweist  sich  die  gemäss  Flächenbeanspruchungsplan 
vom 9. März 2010 (Plan­Nr. B­SR­21­01­106) zu enteignende Fläche als 
verhältnismässig.

7.6.  Die  Höhe  der  Enteignungsentschädigung  ist  durch  die  zuständige 
Enteignungsschätzungskommission  im  separat  zu  führenden 
Schätzungsverfahren zu bestimmen (vgl. Art. 57 EntG).

8. 
Die  Beschwerdeführerin  macht  weiter  geltend,  die  Auswirkungen  der 
vorgenommenen Projektänderungen seien sowohl für sie als auch für alle 
anderen  Beteiligten  im  Bereich  des  Konzessionsperimeters  derart 
gewichtig, dass solches nicht ohne nochmalige öffentliche Auflage hätte 
erfolgen dürfen. Ins Gewicht falle  insbesondere, dass für die Stauanlage 
Martina­Prutz  ein  komplett  neues  Sicherheitsdispositiv  mit  einem  viel 

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wuchtigeren  und  platzraubenderen  Schüttdamm  an  Stelle  der  öffentlich 
aufgelegten  Betonsperre  vorgesehen  sei.  Gestützt  auf  diese 
Planänderungen  hätte  eine  erneute  Planauflage  mit  erneuter 
Einsprachemöglichkeit erfolgen müssen.

8.1.  Im  Gegensatz  zu  anderen  Genehmigungsverfahren  für  öffentliche 
Werke  (vgl.  Art. 15  der  Nationalstrassenverordnung  vom  7. November 
2007  [NSV,  SR 725.111],  Art. 5  der  Verordnung  vom  2. Februar 2000 
über  das  Plangenehmigungsverfahren  für  Eisenbahnanlagen  [VPVE, 
SR 742.142.1],  Art. 7  der  Verordnung  vom  2. Februar 2000  über  das 
Plangenehmigungsverfahren  für  elektrische  Anlagen  [VPeA,  SR 734.25] 
oder Art. 5 der Verordnung vom 23. November 1994 über die Infrastruktur 
der  Luftfahrt  [VIL,  SR  748.131.1])  enthalten  die  Erlasse  über  die 
Nutzbarmachung der Wasserkräfte keine Spezialbestimmungen darüber, 
wie bei Projektänderungen vorzugehen ist. Art. 5 VPVE und gestützt auf 
den  Verweis  in  Art. 62  Abs. 2  WRG  auch  Art. 56  EntG  –  der  im 
Wesentlichen  eine  zu  den  genannten  Erlassen  analoge  Bestimmung 
enthält – können  jedoch ohne weiteres sinngemäss angewandt werden. 
Danach  ist  eine  erneute  Planauflage  nur  dann  erforderlich,  wenn  die 
rechtskräftige Erledigung der Einsprachen eine Änderung der Pläne  zur 
Folge  hat  und  wenn  diese  Änderung  neue  Belastungen  für  die 
Enteigneten oder Drittpersonen nach sich ziehen.

8.2. Dies ist hier – wie aus den vorstehenden Ausführungen hervorgeht – 
nicht  der  Fall.  Die  dauernd  zu  enteignende  Fläche  wird  durch  die 
Planänderung  im  Vergleich  zum  ursprünglichen  Auflageprojekt 
flächenmässig reduziert. Ebenso werden die weiteren Beeinträchtigungen 
des  Sägereibetriebs  durch  die  Planänderungen  minimiert.  Insgesamt 
entstehen  weder  der  Beschwerdeführerin  noch  Drittpersonen  neue 
Belastungen  im  Sinn  von  Art. 56  EntG,  weshalb  keine  neue  öffentliche 
Auflage notwendig war.

9. 

9.1. Die Beschwerdeführerin bringt schliesslich vor, die Vorinstanz habe 
Bundesrecht  verletzt,  indem  sie  kantonales  Recht  an  Stelle  von 
Bundesrecht  angewandt  habe.  Mit  Bezug  auf  die  Erhöhung  des 
Sägeplatzes  führe sie nämlich aus, dass das Amt  für Natur und Umwelt 
(ANU) des Kantons Graubünden im Schreiben vom 15. Januar 2010 eine 
gesamthafte  Anhebung  des  Geländes  sowohl  aus  landschaftlicher  als 
auch  naturkundlicher  Sicht  abgelehnt  habe.  Es  bedürfe  keiner  langen 

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Ausführungen  darüber,  dass  in  casu  die  entscheidende  Behörde  in 
Erfüllung einer Bundesaufgabe handle. Mit Bezug auf  den Landschafts­ 
und Heimatschutz seien nicht die Ansichten eines kantonalen Amtes und 
auch  nicht  kantonales  Recht  massgeblich,  sondern  es  sei  klarerweise 
Bundesrecht anzuwenden.

9.2. Diese Ausführungen tun hier nichts zur Sache, da die vorstehenden 
Erwägungen  aufgezeigt  haben,  dass  kein  Anlass  zur  Anhebung  des 
gesamten Areals der Beschwerdeführerin besteht. Daher ist auch nicht zu 
prüfen,  ob  einer  Anhebung  landschaftschützerische  Gesichtspunkte 
entgegen  stünden.  Am  Rand  sei  jedoch  bemerkt,  dass  auch  bei  von 
Bundesbehörden  erteilten  Konzessionen  kantonales  Recht  zu  beachten 
ist,  solange  dieses  den  bundesrechtlichen  Bestimmungen  nicht 
widerspricht (vgl. Art. 62 Abs. 4 WRG).

10. 
Auf die Durchführung eines Augenscheins kann verzichtet werden, da der 
massgebliche  Sachverhalt  hinreichend  aus  den  Verfahrensakten 
hervorgeht (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A­6082/2008 vom 
24. Februar 2009  E. 5.2  und  A­5491/2010  vom  27. Mai 2011  E. 4.7.2). 
Der  entsprechende  Antrag  der  Beschwerdeführerin  wird  somit 
abgewiesen.

11. 
Wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt,  ist  die Beschwerde 
vollumfänglich abzuweisen.

12. 
Betreffend die Kostentragung  ist das Beschwerdeverfahren  in zwei Teile 
zu gliedern:

12.1. Der erste Teil betrifft die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht auf die 
wasserrechtliche Einsprache der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist 
und  bezieht  sich  damit  auf  das  wasserrechtliche  Konzessionsverfahren 
an  sich.  Diesbezüglich  werden  die  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von 
Fr. 2'000.­­  in  Anwendung  des  Unterliegerprinzips  der 
Beschwerdeführerin  auferlegt  (vgl.  Art. 63  VwVG)  und  mit  dem 
geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet.

12.2. Für den "wasserrechtlichen" Teil des Verfahrens wird der anwaltlich 
vertretenen obsiegenden Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 64 VwVG 
i.V.m.  Art. 7  ff.  des  Reglements  über  die  Kosten  und  Entschädigungen 

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vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 173.320.2)  eine 
Parteientschädigung  zu  Lasten  der  Beschwerdeführerin  zugesprochen. 
Die Beschwerdegegnerin hat  keine Kostennote eingereicht, weshalb die 
Entschädigung  in  Anwendung  von  Art. 14  Abs. 2  VGKE  auf  Grund  der 
Akten auf Fr. 3'000.­­ (inkl. MWSt) festzusetzen ist.

12.3.  Der  zweite  Teil  betrifft  die  Frage  der  Rechtmässigkeit  der 
Enteignung.  Wird  im  Rahmen  der  Verleihung  einer 
Wasserrechtskonzession  dem  Konzessionär  das  Enteignungsrecht 
gewährt,  richtet  sich  das  Enteignungsverfahren  nach  dem EntG,  sofern 
das WRG keine abweichenden Bestimmungen enthält (vgl. Art. 47 WRG). 
Das  Enteignungsgesetz  weicht  betreffend  die  Kostentragung  vom 
generell geltenden Unterliegerprinzip ab. Die Kosten des Verfahrens vor 
dem  Bundesverwaltungsgericht,  einschliesslich  einer 
Parteientschädigung  an  den  Enteigneten,  trägt  gestützt  auf  Art. 116 
Abs. 1 EntG der Enteigner. Werden die Begehren der Enteigneten ganz 
oder zum grösseren Teil abgewiesen, so können die Kosten auch anders 
verteilt werden. Insbesondere kann die Parteientschädigung gekürzt oder 
gänzlich  von  ihr  abgesehen  werden  (Art. 116  Abs. 1  Satz 2  EntG; 
BGE 119 Ib 458  E. 15;  Urteil  des  Bundesgerichts  1E.16/2005  vom 
14. Februar 2006  E. 6;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­
3726/2010 vom 28. Juli 2010 E. 3).

12.4.  Betreffend  das  enteignungsrechtliche  Verfahren  rechtfertigt  sich 
eine  Abweichung  vom  Grundsatz  der  Kostentragung  durch  die 
Enteignerin  nicht,  auch  wenn  die  Begehren  der  Beschwerdeführerin 
abgewiesen werden. Denn die Beschwerde wurde weder missbräuchlich 
noch mutwillig erhoben. Die Kosten für den auf die enteignungsrechtliche 
Fragestellung entfallenden Verfahrensteil werden ebenfalls auf Fr. 2'000.­
­ festgesetzt und der Beschwerdegegnerin auferlegt.

12.5. Von  einer  Parteientschädigung  an  die  nicht  durch  einen  externen 
Anwalt  vertretene  Beschwerdeführerin  ist  abzusehen,  während  die 
anwaltlich  vertretene Beschwerdegegnerin  aufgrund  von Art. 116 Abs. 1 
EntG keinen Anspruch auf Entschädigung hat.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 

2.1.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 2'000.­­  für  die  Beurteilung  der 
wasserrechtlichen  Fragestellung  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt  und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in  gleicher  Höhe 
verrechnet.

2.2.  Die  Beschwerdeführerin  hat  der  Beschwerdegegnerin  eine 
Parteientschädigung  in  der  Höhe  von  Fr. 3'000.­­  (inkl.  MWSt)  zu 
bezahlen.

3. 

3.1.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 2'000.­­  für  die  Beurteilung  der 
enteignungsrechtlichen  Fragen  werden  der  Beschwerdegegnerin 
auferlegt. Dieser Betrag  ist  innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses  Urteils  zu  Gunsten  der  Gerichtskasse  zu  überweisen.  Die 
Zustellung des Einzahlungsscheins erfolgt mit separater Post.

3.2. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

4. 
Dieses Urteil geht an:

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
– die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde)
– die Vorinstanz (Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

André Moser Anita Schwegler

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000 Lausanne 14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen 
Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 
deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu 
enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 
sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

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