# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e1115bd3-ae7b-5956-9de7-bec5f0bcb7df
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-02-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.02.2021 E-5124/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5124-2019_2021-02-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5124/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  F e b r u a r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichter Lorenz Noli, 

mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher, 

Gerichtsschreiber Kevin Schori. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Christian Wyss, Advokaturbüro,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 4. September 2019 / N (…). 

 

 

 

E-5124/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 20. Mai 2016 in der Schweiz um Asyl 

nach. Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 25. Mai 2016 und 

der Anhörung vom 15. Mai 2019 machte er im Wesentlichen Folgendes 

geltend: 

Er sei tamilischer Ethnie und stamme aus B._______ im Distrikt 

C._______. Er sei in D._______ im selben Distrikt zur Schule gegangen. 

Dort habe er mit einem Unterbruch von vier Jahren, in denen er im Vanni-

Gebiet gelebt habe, bis zu seiner Ausreise gewohnt. Nach der Schule, ab 

dem Jahr 2002, habe er als (…) gearbeitet. Vom (…) 20(…) bis (…) des-

selben Jahres habe er während des Waffenstillstandes in C._______ für 

die LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) als (…) gearbeitet. Dieselbe 

Tätigkeit habe er bis (…) 20(…) in E._______ im Vanni-Gebiet weiterge-

führt. Er sei jedoch nie Mitglied der LTTE gewesen. In seiner Funktion habe 

er lediglich (…) durchgeführt und dabei (…), welche für die Ware zu hohe 

Preise verlangt hätten, eine Busse erteilt. Später habe er auch beim Gra-

ben von Bunkern und dem Verteilen von Nahrung an Zivilisten ausgehol-

fen. Gegen Ende des Krieges im (…) 2009 habe er sich der sri-lankischen 

Armee (SLA) gestellt und sei in ein Flüchtlingslager der Armee gebracht 

worden. Das Lager habe er aber bereits nach nur circa vier Tagen wieder 

verlassen können, da ihm ein Beamter angeboten habe, ihn gegen Bezah-

lung freizulassen. Danach habe er eine Zeit lang in F._______ gelebt und 

sei 20(…) nach Hause zurückgekehrt. Ab (…) 20(…) bis im (…) 2016 habe 

er in D._______ ein (…) beziehungsweise einen (…) geführt. Rund (…) 

Jahre später seien im (…) 2016 Beamte des CID (Criminal Investigation 

Department) zu ihm nach Hause gekommen und hätten ihn gesucht. Zu 

diesem Zeitpunkt sei er aber nicht zuhause gewesen. Der Grund für die 

Suche nach ihm sei ihm nicht bekannt. Aus Furcht vor ernsthaften Konse-

quenzen habe er aber gleichwohl beschlossen, Sri Lanka sofort zu verlas-

sen. Am (…) 2016 sei er daher per Flugzeug via G._______ in die Türkei 

gereist. Von dort sei er mit dem Auto über ihm unbekannte Länder am 

20. Mai 2016 in die Schweiz gelangt. Nach seiner Ausreise, im (…) 2016, 

seien erneut Leute des CID zu ihm nach Hause gekommen und hätten 

nach ihm gefragt. Dabei sei sein Vater befragt und bedroht worden.  

Der Beschwerdeführer reichte seine Identitätskarte im Original, die Kopie 

seines Geburtsscheins, ein Schreiben der Menschenrechtskommission 

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Seite 3 

von Sri Lanka betreffend eine Anzeige seiner Mutter (datiert auf […] De-

zember 2016) und eine Registrierungsbestätigung für sein (…) ein. 

B.  

Mit Verfügung vom 4. September 2019 – eröffnet tags darauf – verneinte 

die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers (Dispo-

sitivziffer 1) und lehnte sein Asylgesuch ab (Dispositivziffer 2). Gleichzeitig 

verfügte sie seine Wegweisung aus der Schweiz (Dispositivziffer 3) und 

ordnete den Vollzug an (Dispositivziffern 4 und 5). 

C.  

Mit Beschwerde vom 2. Oktober 2019 an das Bundesverwaltungsgericht 

beantragte der Beschwerdeführer die Aufhebung der angefochtenen Ver-

fügung und die Erteilung des Asyls, eventualiter seien die Ziffern 4 und 5 

der angefochtenen Verfügung aufzuheben und er sei vorläufig aufzuneh-

men. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung einer Nachfrist 

von 30 Tagen zum Nachreichen weiterer Beweismittel. 

Der Beschwerdeführer verwies in seiner Beschwerde auf diverse Berichte 

von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen betreffend die Situa-

tion in Sri Lanka und reichte folgende Dokumente und Beweismittel ein:  

– Ein Bestätigungsschreiben eines Bekannten in Sri Lanka vom 9. Sep-

tember 2019 mit Übersetzung (Beilage 4), 

– ein Schreiben der Cousine in Sri Lanka vom 10. September 2019 mit 

Übersetzung und ihre Wohnsitzbescheinigung (Beilagen 5, 6 und 9), 

– eine Todesurkunde seiner (…) (Beilage 7), 

– ein Schreiben der Mutter seines im Jahr 20(…) verschwundenen 

Freundes vom 14. September 2019 mit Übersetzung (Beilagen 10 und 

11), 

– Geburtsurkunde seines verschwundenen Freundes (Beilage 12), 

– Rehabilitationsurkunde sowie ID-Kopie seines verschwundenen Freun-

des (Beilagen 13 und 14), 

– Polizeirapport betreffend seinen verschwundenen Freund (Beilage 15), 

– Vermisstenkarte der «Human Rights Commission of Sri Lanka» betref-

fend seinen verschwundenen Freund (Beilage 16), 

– Schreiben seiner Mutter vom 14. September 2019 mit Übersetzung 

(Beilage 18), 

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Seite 4 

– zwei Zustellumschläge (Beilagen 8 und 17). 

D.  

Mit zusätzlicher Beweismitteleingabe vom 8. Oktober 2019 reichte der Be-

schwerdeführer die Originale der Beilagen 4 (inkl. Zustellumschlag), Bei-

lage 9, Beilage 18 sowie die Zustellumschlagshüllen der Beilagen 9-16, 25 

und 26 ein. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 9. Oktober 2019 forderte der Instruktionsrich-

ter den Beschwerdeführer auf, einen Kostenvorschuss zu leisten. Dieser 

wurde in der Folge fristgerecht bezahlt. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 1. November 2019 wies der Instruktionsrichter 

den Antrag auf Ansetzung einer Nachfrist zur Nachreichung von Beweis-

mitteln unter Hinweis auf Art. 32 Abs. 2 VwVG ab. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG (SR 142.31) in Kraft 

getreten (AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige 

Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG 

vom 25. September 2015). 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

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Seite 5 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Vorliegend han-

delt es sich, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche, weshalb der Be-

schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). Auf die Durchführung eines Schriftenwechsels wurde verzichtet 

(Art. 111a Abs. 1 AsylG). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge-

richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen von Asylvorbringen 

in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. 

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Seite 6 

Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, 2013/11 

E. 5.1 und 2010/57 E. 2.3, je m.w.H.). 

5.  

5.1 Das SEM begründete seine Verfügung im Asylpunkt mit der Unglaub-

haftigkeit sowie der fehlenden Asylrelevanz der Vorbringen des Beschwer-

deführers.  

5.1.1 Seine Ausführungen seien insgesamt sehr unsubstanziiert und stere-

otyp ausgefallen. Realkennzeichen fehlten in seinen Schilderungen gänz-

lich. Er sei nicht in der Lage gewesen, seine Zeit im Vanni-Gebiet respek-

tive seine Arbeit für die LTTE und die Zeit unmittelbar nach Ende des Krie-

ges sowie die Suche nach ihm im Jahr 2016 mit dem zu erwartenden Kon-

kretisierungsgrad zu schildern. So habe er an der Anhörung nur sehr 

knappe Angaben gemacht, wie er überhaupt zur Arbeit bei den LTTE ge-

kommen sei. Anlässlich der BzP habe er unerwähnt gelassen, dass er auch 

im Vanni-Gebiet gewesen und dort ebenfalls für die LTTE gearbeitet habe. 

Auf die Frage, weshalb er überhaupt mit der Arbeit für die LTTE begonnen 

habe, habe er dies lediglich auf seine damalige Einkommenssituation zu-

rückgeführt. Er habe keine Angaben machen können, wie er als (…) über-

haupt zu dieser Arbeit in einem völlig anderen Arbeitsfeld gekommen sei. 

Er habe weder zu seiner Beziehung zur Person namens H._______ noch 

zu seiner Motivation für diese Arbeit Ausführungen gemacht. Über die Ar-

beit an sich habe er auch auf mehrmalige Aufforderung hin nur kurze und 

knappe Angaben gemacht; es deute nichts auf tatsächlich Erlebtes hin. Die 

weiteren Unterstützungstätigkeiten für die LTTE (Aushebung von Bunkern 

und Verteilung von Nahrung) habe er an der BzP gar nicht erwähnt. Dies, 

obwohl er explizit aufgefordert worden sei, jegliche Tätigkeiten für die LTTE 

offenzulegen. Seine Angaben hierzu seien mit lediglich einem Satz wiede-

rum äusserst oberflächlich und kurz ausgefallen. Auffällig inhaltsleer seien 

sodann seine Angaben dazu, wie er seine Arbeit für die LTTE aufgegeben 

und das Kriegsende im Vanni-Gebiet erlebt habe. Er habe zunächst ange-

geben, zuerst nach F._______ und dann nach I._______ und schliesslich 

in ein anderes Camp gebracht worden zu sein. Im Widerspruch dazu sagte 

er auf die Frage, was in den Camps vonstattengegangen sei, dass er von 

I._______ nach F._______ gebracht worden und dort freigekommen sei. 

Der eigentlichen Frage sei er weitestgehend ausgewichen. Aufgrund seiner 

kurzen und oberflächlichen Aussagen ohne persönliche Färbung sowie 

mangelnden Realkennzeichen könne nicht geglaubt werden, dass er für 

die LTTE tätig gewesen sei, im Vanni-Gebiet das Ende des Krieges erlebt 

habe und dort in einem Camp der SLA gewesen sei.  

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Folglich könne ihm nicht geglaubt werden, dass er wegen einer Tätigkeit 

für die LTTE von CID-Beamten im Jahr 2016 gesucht worden sei. Die dies-

bezüglichen Aussagen seien widersprüchlich und unsubstanziiert ausge-

fallen. An der BzP habe er nicht erwähnt, von Leuten des CID bei seinem 

Geschäft beobachtet worden zu sein. An der Anhörung seien seine Aussa-

gen hierzu sehr inhaltslos ausgefallen. Er habe kein Wort darüber verloren, 

wie er festgestellt habe, dass diese Personen nach ihm gesucht hätten, 

was er sich genau dabei überlegt habe und ob er Vorsichtsmassnahmen 

getroffen habe. Letztlich habe er auch nicht nachvollziehbar erklären kön-

nen, weshalb diese Personen nicht direkt zu ihm in den Laden gekommen 

seien und den Zugriff auf ihn erst später, als er nicht zuhause gewesen sei, 

ausgeführt hätten. Auf Nachfragen nach seiner Reaktion auf die Nachricht 

seiner Mutter diesbezüglich habe er kurz und abstrakt geantwortet. Auch 

hier fehle es seinen Aussagen an einer individuellen Note. Entsprechend 

könne auch nicht geglaubt werden, dass er nach seiner Ausreise weiterhin 

zuhause gesucht worden sei. 

Die eingereichten Beweismittel vermöchten an dieser Einschätzung nichts 

zu ändern. Die Bestätigung betreffend seinen Laden gebe keine Auskunft 

über die vorgebrachte Verfolgung. Dokumente wie die Anzeige bei der 

Menschenrechtsorganisation seien käuflich leicht erhältlich respektive 

leicht fälschbar oder könnten schlicht aus Gefälligkeit ausgestellt werden. 

Angesichts der dargelegten Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen und der 

geringen Beweiskraft der Dokumente könne auf eine eingehende Würdi-

gung derselben verzichtet werden. 

5.1.2 Hinsichtlich allfälliger Risikofaktoren führte die Vorinstanz aus, dass 

er bis (…) 2016 in Sri Lanka – mithin also noch sieben Jahre nach Kriegs-

ende – wohnhaft gewesen sei. Allfällige, im Zeitpunkt seiner Ausreise be-

stehende Risikofaktoren hätten folglich kein glaubhaftes Verfolgungsinte-

resse seitens der sri-lankischen Behörden auszulösen vermocht. Es ergä-

ben sich aus den Akten keine Risikofaktoren, welche ein Verfolgungsinte-

resse seitens der sri-lankischen Behörden auszulösen vermöchten.  

5.2 Zur Begründung seiner Beschwerde legte der Beschwerdeführer zu-

nächst dar, weshalb die Vorinstanz seiner Ansicht nach seine Vorbringen 

zu Unrecht für unglaubhaft befunden habe.  

5.2.1 Er habe alle Fragen präzis und knapp beantwortet – es seien seines 

Erachtens keine ungenügend beantwortete Fragen im Protokoll ersichtlich. 

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Tätigkeiten wie Bunker graben und Nahrung verteilen hätten gegen Kriegs-

ende viele Zivilisten für die LTTE ausführen müssen. Dies sei nichts Be-

sonderes. Deshalb habe er dies bei der BzP wohl auch nicht erwähnt. Wei-

ter sei auch der Vorwurf verfehlt, er habe die Situation am Kriegsende nur 

schemenhaft geschildert. Ohnehin sei eine vertiefte Schilderung dieser Si-

tuation nicht entscheidwesentlich, da sie praktisch keinen Zusammenhang 

mit den Fluchtgründen habe. Alle Zivilisten in diesem Gebiet hätten am 

Kriegsende Ähnliches erlebt. Es treffe auch nicht zu, dass er «der eigentli-

chen Frage» ausgewichen sei, zumal in den erwähnten Protokollstellen gar 

nicht ersichtlich sei, was die «eigentliche» Frage sein sollte. Er habe das 

Wesentliche geschildert. Er habe beschrieben, wie die CID-Schergen teil-

weise überfordert und vor allem darauf aus gewesen seien, sich durch pas-

sive Bestechung zu bereichern. Deshalb sei die von ihm geschilderte Geld-

zahlung an einen CID-Aufseher, was ihm die Flucht aus dem Camp ermög-

lich habe, glaubhaft. Sodann seien seine Antworten auf die Fragen zur Su-

che des CID nach seiner Person klar gewesen; der Befrager habe nicht 

nach weiteren Details oder Emotionen gefragt. Es sei folglich sachlich 

falsch, zu behaupten, die Antworten auf diese Fragen seien inhaltslos. Der 

Vorwurf des SEM, es deute nichts darauf hin, dass er tatsächlich in dieser 

Situation gewesen sei, sei unsachlich und in willkürlicher Weise unbegrün-

det. Dies, zumal bei der Übersetzung viele Feinheiten verloren gegangen 

seien und der Redaktor des Entscheids bei der Befragung gar nicht anwe-

send gewesen sei. Schliesslich seien auch keine Widersprüche zwischen 

den Aussagen der BzP und der Anhörung festzustellen. Der Umstand, dass 

er an der BzP einzelne Vorfälle nicht erwähnt habe, sei angesichts der 

Kürze der BzP unsinnig. Das SEM interpretiere die Protokolle ohne sachli-

chen Grund zum Nachteil des Beschwerdeführers und verletzte damit die 

Grundregeln objektiver Sachverhaltsfeststellung und Beweiswürdigung. 

Sodann bestätigten die mit der Beschwerde eingereichten Beweismittel 

(vgl. Auflistung unter Bst. C und D) die geschilderten Fluchtgründe. Sollte 

das Gericht Zweifel an diesen Dokumenten hegen, seien die Aussagen vor 

Ort durch die Schweizer Botschaft zu überprüfen. 

5.2.2 Die Verfolgung des Beschwerdeführers durch das CID stehe mit sei-

ner früheren Tätigkeit als (…) für die LTTE in Verbindung. Damit habe für 

ihn ab (…) 2016 eine ernsthafte und unmittelbare Gefahr bestanden, durch 

Sicherheitskräfte festgenommen, befragt und unmenschlich respektive fol-

terkonventionswidrig behandelt zu werden, was schliesslich zu seiner 

Flucht geführt habe. Die Angst vor Verfolgung sei zusätzlich durch die Ent-

führung und das Verschwinden eines LTTE-Kollegen subjektiv begründet. 

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Seite 9 

Dieser Verfolgung habe er sich nur durch Flucht entziehen können, wes-

halb er als Flüchtling anzuerkennen und ihm Asyl zu erteilen sei.  

6.  

6.1 Nach Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Verfügung der Vorinstanz im Resultat zu stützen ist. Der 

Beschwerdeführer vermag den Argumenten der Vorinstanz in seiner Be-

schwerdeeingabe insgesamt nichts entgegenzusetzen, was zu einer ande-

ren Einschätzung führen würde. Mit den nachfolgenden Erwägungen kann 

daher auf die im Wesentlichen zutreffenden Erwägungen des SEM gemäss 

angefochtener Verfügung (vgl. a.a.O. E. II) und obiger Zusammenfassung 

(vgl. E. 4.1) verwiesen werden.  

6.1.1 Zunächst ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass es den Ausführun-

gen des Beschwerdeführers betreffend seine angebliche Tätigkeit als (…) 

für die LTTE offenkundig an der zur Bejahung der Glaubhaftigkeit erforder-

lichen Substanz mangelt. Seine Antworten fielen äusserst knapp aus. Dies, 

obwohl er vom SEM aufgefordert wurde, diese Tätigkeit so ausführlich wie 

möglich zu schildern (vgl. vorinstanzliche Akten A14, F34 und F41). Auf 

Nachfragen gab er zwar Antworten, vermochte seinen Schilderungen aber 

hierbei nicht mehr Substanz zu verleihen (vgl. A14, F42-45, F94-96). Zu-

weilen erscheinen diese auch wenig lebensnah (so beispielsweise, dass er 

den Rang/die Position seiner angeblichen Vorgesetzten bei den LTTE nicht 

kannte [vgl. A14, F98]). Insgesamt sind seine Schilderungen nicht als der-

art zu bezeichnen, als dass sie in dieser Qualität nur von jemandem hätten 

wiedergegeben werden können, der tatsächlich als (…) für die LTTE gear-

beitet hätte. Vielmehr hätte problemlos jede beliebige andere Person, wel-

che zur damaligen Zeit im Gebiet der LTTE gelebt hat, Aussagen von ver-

gleichbarer Qualität machen können.  

6.1.2 Ähnlich substanzarm fielen seine Aussagen zur Verbringung ins CID-

Camp und zur Schmiergeldzahlung zwecks Freilassung aus. Seine Aussa-

gen beschränkten sich im Wesentlichen auf die Wiedergabe von einfachen 

Handlungssträngen ohne persönliche Note oder weiteren Realkennzei-

chen wie beispielsweise Interaktions- und Komplikationsschilderungen 

(insb. betreffend die Befragung durch CID-Beamte, die Bestechung des ei-

nen CID-Beamten und das Telefonat mit seiner (…), welche das Geld or-

ganisiert habe) oder ausgefallenen Einzelheiten (vgl. A14, F52-54, F57-

65). Einzig in seiner Antwort zur Frage 55 zeigte sich eine gewisse Betrof-

fenheit über die erlebten Folgen des Krieges (vgl. a.a.O.). Ein direkter Zu-

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sammenhang mit seinen persönlichen Fluchtgründen lässt sich dieser Aus-

sage – wie vom Beschwerdeführer in seiner Beschwerde sogar selbst ein-

geräumt wird – jedoch nicht entnehmen. Sodann greift auch sein Einwand 

nicht, es sei gar nicht ersichtlich, was die vom SEM erwähnte «eigentliche 

Frage» gewesen sei. Diesbezüglich geht aus der Begründung im ange-

fochtenen Entscheid klar hervor, dass sich das SEM dabei auf die Frage 

53 der Anhörung bezog. Das SEM bezweckte mit dieser, sowie der voran-

gehenden, Frage offensichtlich, etwas über das angebliche Leben im 

Camp zu erfahren (vgl. A14, F52 f.). Es ist mit dem SEM festzustellen, dass 

die diesbezüglichen Antworten des Beschwerdeführers unkonkret und we-

nig fragebezogen ausfielen. Die halbwegs offene Fragestellung der Vo-

rinstanz ist nicht zu beanstanden, zumal vom Beschwerdeführer im Rah-

men seiner Mitwirkungspflicht ohne Weiteres erwartet werden kann, von 

sich aus mit der zu erwartenden Substanz und Konkretheit sowie fragebe-

zogen zu antworten. Daher geht auch seine allgemeine Rüge fehl, das 

SEM hätte Details explizit erfragen müssen. Im Weiteren kam es – wie vom 

SEM zu Recht festgestellt – betreffend die geschilderten Camp-Stationen 

zu einem klaren Widerspruch (vgl. A14, F52 f.), was in der Beschwerdeein-

gabe unbestritten blieb. Somit hat er diesen Widerspruch weiterhin gegen 

sich gelten zu lassen. Alleine der Umstand, dass Schmiergeldzahlungen 

an CID-Beamte im damaligen Kontext in Sri Lanka möglicherweise tatsäch-

lich vorkamen, führt – insbesondere unter Berücksichtigung des Gesagten 

– klarerweise nicht zur Annahme der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen.  

6.1.3 Im Weiteren ist es dem Beschwerdeführer auch nicht gelungen, die 

angebliche Suche des CID nach seiner Person substanziiert und nachvoll-

ziehbar zu schildern. Nach Kriegsende lebte er eigenen Angaben zufolge 

jahrelang bis am (…) 2016 unbehelligt. Spätestens mit der Registrierung 

seines Geschäfts im Jahr 20(…) wären die örtlichen Behörden aber über 

seine Anwesenheit im Bilde gewesen. Der Beschwerdeführer konnte über 

den Grund für die plötzliche Suche nach ihm nur spekulieren und gab an, 

ein früherer (…) habe ihn vermutlich von seiner früheren Tätigkeit als (…) 

erkannt und den Behörden verraten (vgl. A14, F76 f.; A3, Ziff. 7.01). Auch 

aus seinen weiteren Schilderungen ergeben sich keine Anhaltspunkte, die 

diese Vermutung bestätigen oder auf einen anderen Verfolgungsgrund hin-

deuten würden (vgl. A14, F70-72). Nicht nachvollziehbar ist sodann die von 

ihm geschilderte, geradezu stümperhafte Vorgehensweise des CID. Diese 

hätten ihn zwei Tage lang bei seinem Geschäft die ganze Zeit – und für den 

Beschwerdeführer offenbar klar erkennbar – beobachtet. Anstatt ihn direkt 

bei seinem Geschäft zu verhaften, hätten sie ihn erst später und erst noch 

just an dem Tag zuhause gesucht, an dem er nicht zuhause gewesen sei 

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(vgl. A14, F34, F67-70). Wie von der Vorinstanz bemerkt, ist nicht nachvoll-

ziehbar, weshalb die CID-Beamten mit dem Zugriff tagelang hätten zuwar-

ten sollen. Dies erscheint kaum lebensnah. Eine in den Fokus des CID 

geratene Person würde durch eine solche Vorgehensweise offen vorge-

warnt, so dass diese genügend Zeit hätte, alles Belastende zu beseitigen 

und sich einem Zugriff durch Flucht zu entziehen. Die Beamten würden 

durch eine solche Vorgehensweise den Erfolg eines Zugriffs gleich selber 

vereiteln. Im Weiteren ist selbst unter Berücksichtigung dessen, dass der 

Beschwerdeführer an der angeblichen Suche des CID nach ihm nicht per-

sönlich anwesend war, seine Schilderung derselben ebenfalls substanzlos 

und eindimensional ausgefallen. Trotz Aufforderung, ausführlicher über 

das Telefonat mit seiner Mutter zu berichten, wiederholte er lediglich bereits 

Gesagtes (vgl. A14, F72). Angesichts dessen, dass es sich dabei um ein 

lebensveränderndes Telefonat gehandelt habe und er danach nicht mehr 

nach Hause zurückgekehrt sei, wären deutlich ausführlichere und mit Re-

alkennzeichen versehene Schilderungen zu erwarten gewesen.  

Schliesslich spricht auch der Umstand, dass er Sri Lanka über den Flug-

hafen Colombo ohne Schwierigkeiten mit einem Pass verlassen konnte, 

der seine korrekten Personalien und sein Foto enthalten habe, entschieden 

sowohl gegen das Vorhandensein eines effektiven Verfolgungsinteresses 

der sri-lankischen Behörden (vgl. A14, F101, F103; A3, Ziff. 2.04), wie auch 

gegen eine subjektive Verfolgungsfurcht des Beschwerdeführers.   

6.1.4 Gesamthaft ist es dem Beschwerdeführer aufgrund der durchgehend 

mangelhaften Substanz seiner Vorbringen und den weiteren genannten 

Unstimmigkeiten nicht gelungen, seine Vorfluchtgründe glaubhaft darzu-

tun. An dieser Schlussfolgerung vermögen auch die zu den Akten gereich-

ten Beweismittel nichts zu ändern. Dabei handelt es sich zum einen um 

diverse Schreiben von Verwandten und Bekannten des Beschwerdefüh-

rers (vgl. Beschwerdebeilagen Nr. 4, 5, 6 und 18, 19, 20, 21, 25, 26). Un-

geachtet der Tatsache, dass sich aus dem Inhalt dieser Schreiben weitere 

Unstimmigkeiten ergeben (auf welche vorliegend nicht weiter einzugehen 

ist), handelt es sich dabei ohnehin allesamt um Gefälligkeitsschreiben, wel-

chen praktisch kein Beweiswert beikommt. Die weiteren Dokumente, ins-

besondere das Verschwinden seines Freundes J._______ im Jahr 20(…) 

betreffend (vgl. Beschwerdebeilagen Nr. 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16), weisen 

sodann keinen erkennbaren Fallbezug zum Beschwerdeführer auf. Im Üb-

rigen ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Mutter des Beschwerdeführers 

erst im (…) 2016 Anzeige betreffend den angeblichen erneuten CID-Be-

such vom (…) 2016 bei der Menschenrechtsorganisation erstattete (vgl. 

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Seite 12 

A13, Beweismittel 2). Dies, nachdem sie seit rund (…) Monaten nicht mehr 

behelligt worden seien (der Beschwerdeführer erwähnte einzig die Suche 

im (…) 2016, vgl. A14, F87-89). Ohnehin handelt es sich dabei lediglich um 

die Aufnahme einer Aussage – entsprechend begrenzt ist der Beweiswert 

dieses Dokuments. Im Übrigen kann auf die zutreffenden Erwägungen der 

Vorinstanz verwiesen werden (vgl. E. II S. 6 der angefochtenen Verfü-

gung).  

6.2 Bezüglich allfälliger Risikofaktoren im Sinne des Referenzurteils des 

Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 (vgl. a.a.O. 

E. 8.5), deren Vorliegen zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft führen 

könnten, kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz in der an-

gefochtenen Verfügung (dort S. 6 f.) verwiesen werden. Wie das SEM zu 

Recht feststellte, vermochten allfällige im Zeitpunkt seiner Ausreise beste-

hende Risikofaktoren kein glaubhaftes Verfolgungsinteresse seitens der 

sri-lankischen Behörden auszulösen. Er verneinte überdies, in der Schweiz 

in irgendeiner Form exilpolitisch tätig zu sein (vgl. A14, F91). Die tamilische 

Ethnie des Beschwerdeführers sowie die längere Landesabwesenheit stel-

len lediglich schwach risikobegründende Faktoren dar. Gesamthaft be-

trachtet ist kaum davon auszugehen, dass er von den sri-lankischen Be-

hörden als Gefahr wahrgenommen würde und somit gefährdet wäre. Eine 

allfällige Strafe und Überprüfung respektive Befragung aufgrund der Ein-

reise ohne ordentliche Identitätspapiere stellt keinen ernsthaften Nachteil 

im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG dar.  

6.3 Nach dem Ausgeführten ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, 

eine asylrechtlich relevante Gefährdung im Zeitpunkt seiner Ausreise aus 

Sri Lanka glaubhaft zu machen. Es ist nicht davon auszugehen, dass ihm 

eine solche im Falle einer Rückkehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

drohen würde. Folglich hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des 

Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Asylgesuch abgelehnt.  

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). 

Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine ausländer-

rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung 

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Seite 13 

einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht ange-

ordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.3 Die Vorinstanz befand den Wegweisungsvollzug für zulässig, zumutbar 

und möglich. In individueller Hinsicht führte sie aus, dass der Beschwerde-

führer rund (…) Jahre in der Nordprovinz gelebt habe. Er sei jung, körper-

lich gesund und verfüge über ein Beziehungsnetz in Sri Lanka. Seine Eltern 

und mehrere erwachsene und zum Teil verheiratete Geschwister lebten in 

D._______, wo er vor seiner Ausreise gelebt habe. Zudem lebten weitere 

Verwandte im Distrikt C._______ in der Nordprovinz. Er habe die Schule 

besucht und Berufserfahrung als (…) und (…). Es ergäben sich aus den 

Akten keine Hinweise, die dagegensprächen, dass er sich aufgrund seines 

E-5124/2019 

Seite 14 

Alters, seiner körperlichen Verfassung und seines Beziehungsnetzes rasch 

wieder in seinem Heimaltland integrieren und ein Auskommen finden 

könne.  

8.4 Nach Ansicht des Beschwerdeführers sei der Vollzug der Wegweisung 

weder zulässig noch zumutbar. Durch seine Aktivitäten für die LTTE sei er 

beim CID registriert, womit er zu einer Gruppe besonders gefährdeter Ta-

milen in der Nord- und Ostprovinz gehöre. Er verfüge damit über ein Ge-

fährdungsprofil, das eine Wegweisung in den Heimatstaat unzumutbar er-

scheinen lasse. Infolge der Anschläge von Ostern 2019 würden unter an-

derem Tamilen strenger überwacht und Entführungen nähmen zu. Dem-

nach müsse die Rückweisungspraxis nach Sri Lanka durch die Schweizer 

Behörden überprüft werden.  

8.5 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Dies gelingt ihm nicht. Die allgemeine Menschen-

rechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug nicht als unzu-

lässig erscheinen (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 

2016 E. 12.2 sowie statt vieler Urteil des BVGer E-895/2020 vom 15. April 

2020 E. 9.2). Nachdem seine Vorbringen für unglaubhaft befunden wurden, 

ergeben sich aus den Akten auch keine (sonstigen) konkreten Hinweise 

darauf, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher Wahr-

E-5124/2019 

Seite 15 

scheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so genann-

ten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im 

In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich gefährdet 

wäre. Daran vermögen der Regierungswechsel vom November 2019 so-

wie die seither veränderte Lage in Sri Lanka nichts zu ändern. Der Weg-

weisungsvollzug erweist sich somit als zulässig. 

8.6  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.6.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und es herrscht weder Krieg 

noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). Ge-

mäss Rechtsprechung ist der Wegweisungsvollzug in die Nord- und Ost-

provinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskri-

terien bejaht werden kann (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 

vom 15. Juli 2016 E. 13.2). An dieser Einschätzung vermögen die Gewalt-

vorfälle in Sri Lanka vom 21. April 2019, der gleichentags von der sri-lanki-

schen Regierung verhängte und am 28. August 2019 aufgehobene Aus-

nahmezustand sowie die mit den Wahlen im November 2019 zusammen-

hängenden gewalttätigen Ausschreitungen nichts zu ändern (vgl. statt vie-

ler Urteil des BVGer E-895/2020 vom 15. April 2020 E. 9.3). 

8.6.2 Vorliegend sprechen auch keine individuellen Gründe gegen die Zu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Diesbezüglich ist auf die zutreffen-

den – und vom Beschwerdeführer unangefochtenen – Erwägungen der Vo-

rinstanz in der angefochtenen Verfügung zu verweisen (dort E. III Ziff. 2), 

denen sich das Gericht vollumfänglich anschliesst.  

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 

zumutbar. 

8.7 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

E-5124/2019 

Seite 16 

8.8 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss 

ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lorenz Noli Kevin Schori 

 

 

Versand: