# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 199bdf1c-3662-520f-800f-ff7ce13e4fc7
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-08-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 10.08.2006 3-RV.2005.50220
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2005-50220_2006-08-10.pdf

## Full Text

294 Steuerrekursgericht 2006 

Weil die vom Sohn des Rekurrenten bezahlte Miete von 
Fr. 4'560.-- lediglich 1/3 des Eigenmietwertes von Fr. 13'597.-- be-
trägt, ist gemäss der dargelegten bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung eine Steuerumgehung zu vermuten. Der von den Rekurrenten 
dagegen vorgebrachte Einwand, ihr Sohn sei auf eine finanzielle Un-
terstützung angewiesen, weil er seit einem schweren Autounfall kör-
perlich behindert sei und seine Einkünfte daher weit unter dem 
betreibungsrechtlichen Existenzminimum liegen, vermag an dieser 
Beurteilung nichts zu ändern. Gemäss den Ausführungen der Vorin-
stanz hat nämlich der Rekurrent die fragliche Wohnung seinem Sohn 
in der Vorperiode unentgeltlich zur Verfügung gestellt, was dazu 
führte, dass der Rekurrent den Eigenmietwert versteuern musste. Um 
das zu vermeiden, wurde ihm empfohlen, von seinem Sohn und des-
sen Ehefrau „für 2003 ca. 1/3 des Mietwertes der Liegenschaft als 
Miete einzufordern und als Einnahme 2003 zu deklarieren. Dabei 
seien allerdings die Grenzen zur Steuerumgehung zu beachten“. 
Diese Ausführungen zeigen mit aller Klarheit, dass der Grund für die 
zwischen dem Rekurrenten und seinem Sohn vereinbarte Mietzins-
zahlung ausschliesslich darin bestand, Steuern zu sparen. Um das zu 
erreichen, nahm der Rekurrent sogar in Kauf, dass sein Sohn von 
ihm finanziell weniger unterstützt wurde, weil er im Gegensatz zum 
Vorjahr eine Miete bezahlen musste. 

Das Steuerrekursgericht kommt daher zum Schluss, dass die 
Einwendungen des Rekurrenten die Vermutung des Vorliegens einer 
Steuerumgehung nicht widerlegen, sondern geradezu bekräftigen. 
Die Vorinstanz hat unter den vorliegenden Umständen somit zu 
Recht eine Aufrechnung im Umfang der Differenz zwischen dem Ei-
genmietwert und dem bezahlten Mietzins vorgenommen. 

59 Abzüge vom Roheinkommen; Gewinnungskosten des unselbstständig 
Erwerbenden; Fahrtkosten (§ 35 Abs. 1 lit. a StG). 
- Zur Berechnung der abzugsfähigen Kosten für den Arbeitsweg wird 

auf das Programm „TwixRoute“ abgestellt. 
- Die Fahrtzeit und die Distanz für die Fahrt mit dem Auto werden 

von „Tür zu Tür“ berechnet. 

2006 Kantonale Steuern 295 

10. August 2006 in Sachen H.J.O., 3-RV.2005.50220/K 0125 

Aus den Erwägungen 

3. 
3.1. Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtes ist für 

die Berechnung der Distanz zwischen dem Wohn- und dem Arbeits-
ort - technische Fortschritte vorbehalten - auf das Computerpro-
gramm „FinaPlus“ abzustellen (VGE vom 2. März 2006 in Sachen Y. 
+ R.D.). Die letzte Version dieses Programms wurde im Jahr 2002 
veröffentlicht. Unterdessen ist es nicht mehr erhältlich. Da das 
Streckennetz immer wieder ändert, seien es neue Strassen oder Fahr-
verbote, ist es erforderlich, ein Streckenprogramm anzuwenden, das 
aktueller ist (und auch regelmässig mit den erforderlichen Korrektu-
ren im Handel erhältlich ist).  

Eine Rücksprache mit dem Kantonalen Steueramt ergab, dass 
das Programm „TwixRoute“ auf den Gemeindesteuerämtern am 
weitesten verbreitet ist und - entgegen der Praxis der Steuerjustiz 
(RGE vom 15. März 2003 in Sachen T.R.) - auch schon in vielen 
Fällen zur Anwendung kommt. Aus Gründen der Praktikabilität stellt 
das Steuerrekursgericht in Einklang damit künftig zur Berechnung 
der Fahrtkosten an den Arbeitsplatz auf das Programm „TwixRoute“ 
(zur Zeit Version 34 [Mai 2006]) ab (so auch StG BL in: StE 2006  B 
22.3 Nr. 88 = BStPra XVIII S. 102).  

3.2 Das Programm „FinaPlus“ berechnete die Distanzen zwi-
schen zwei hypothetischen Zentren von Ortschaften, ohne Berück-
sichtigung der konkreten Strasse oder gar Hausnummer der steuer-
pflichtigen Person. Das Verwaltungsgericht hat diese Berechnung 
von „Ort zu Ort“ geschützt (VGE vom 2. März 2006 in Sachen V. + 
R.D.). 

Beim Programm „TwixRoute“ ist es möglich, die genauen 
Adressen einzugeben und so die Distanzen und Fahrzeiten zwischen 
Arbeits- und Wohnort von „Tür zu Tür“ zu berechnen. Aufgrund die-
ser Möglichkeit erscheint es dem Steuerrekursgericht angezeigt, die 
Fahrtkosten künftig von „Tür zu Tür“ zu berechnen. Der Umstand, 

296 Steuerrekursgericht 2006 

dass die Fehleranfälligkeit (vgl. VGE vom 2. März 2006 in Sachen V. 
+ R.D.) mit dieser Präzisierung steigt, ist hinzunehmen, da es nicht 
angebracht erscheint, wenn die Steuerbehörde das Zentrum einer 
Ortschaft bestimmt und ab dort rechnet. 

60 Gewinnungskosten des selbstständig Erwerbstätigen (§ 36 Abs. 1 StG). 
- Die Prämien für die freiwilige Unfallversicherung von selbstständig 

Erwerbstätigen sind als geschäftsmässig begründeter Aufwand zum 
Abzug zuzulassen (Praxisänderung). 

- Offen bleibt, ob der Abzug auf den für unselbstständig Erwerbstätige 
maximal versicherbaren Verdienst zu limitieren ist. 

23. Februar 2006 in Sachen J. + S.F., 3-RV.2005.50214/K 0121 

Aus den Erwägungen 

2.  
2.1. Der Rekurrent ist Inhaber der Einzelfirma Z. Er schloss für 

sich eine Unfallversicherung mit folgenden Leistungen ab: ein Tag-
geld von Fr. 250.-- während zwei Jahren, eine Invalidenrente von 
jährlich Fr. 50'000.-- (nach einer Wartezeit von zwei Jahren) und ein 
Invaliditätskapital von Fr. 100'000.--. Im Jahr 2003 bezahlte er dafür 
eine Prämie von Fr. 2'109.--. Für seine im Betrieb mitarbeitende Ehe-
frau wurde eine Unfallversicherung abgeschlossen, mit der ein Tag-
geld von Fr. 70.-- während zwei Jahren und ein Invaliditätskapital 
von Fr. 40'000.-- versichert wurden. Die Prämie beträgt Fr. 268.90 
pro Jahr. 

2.2 Die Vorinstanz anerkannte die Prämien nicht als geschäfts-
mässig begründeten Aufwand, und rechnete die Beträge auf. Zur Be-
gründung wurde auf die Rechtsprechung des Steuerrekursgerichtes 
zur Abzugsfähigkeit von Unfallversicherungsprämien von selbst-
ständig Erwerbenden verwiesen (RGE vom 27. Mai 2004 in Sachen 
P. + S.O.): 

„b) Gemäss § 36 Abs. 1 StG werden bei selbstständig Erwerbenden 
die geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten von den steuer-