# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9158d691-8646-5cee-9ee1-3835b65ae136
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 17.06.2021 I/1-2020/257
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2020-257_2021-06-17.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2020/257

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 10.09.2021

Entscheiddatum: 17.06.2021

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 17. Juni 2021
Art. 198 Abs. 1 StG (sGS 811.1), Art. 52 StHG (SR 642.14), Art. 150 Abs. 1 DBG 
(SR 642.11). Der wirkliche Wille der Steuerbehörde, der sich aus dem 
Formular für die Berechnung des Liquidationsgewinns ergibt, wurde 
unzutreffend zum Ausdruck gebracht, indem von der veranlagenden Person 
die beiden Steuerfaktoren falsch – nämlich vertauscht – im EDV-System 
erfasst wurden. Dies stellt einen typischen Übertragungsfehler dar, der auf 
eine Flüchtigkeit und nicht auf eine falsche Willensbildung zurückzuführen 
ist; mithin handelt es sich um einen berichtigungsfähigen Kanzleifehler 
(Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 17. Juni 2021, I/1-2020/257). 
Gegen diesen Entscheid wurde beim Verwaltungsgericht Beschwerde 
erhoben (B 2021/165).

Präsident Urs Gmünder, Richter Markus Frei und Richterin Barbara Steinbacher, 

Gerichtsschreiberin Nicole Ingold

X und Y, Rekurrenten,

vertreten durch steuerpartner ag, Vadianstrasse 44, 9001 St. Gallen,

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Berichtigung (Jahressteuer Liquidationsgewinn; Kantons- und Gemeindesteuern 2018)

 

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Sachverhalt:

A.- Die Eheleute X und Y wohnen in Oberbüren und bewirtschafteten einen 

landwirtschaftlichen Betrieb. Anfangs 2018 gab X seine selbständige Tätigkeit als 

Landwirt auf und übergab den Betrieb seinem Sohn. Am 24. Oktober 2019 deklarierten 

sie im Hinblick auf die Berechnung der Kantons- und Gemeindesteuern und der 

direkten Bundessteuer zufolge definitiver Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit 

einen separat zu besteuernden Liquidationsgewinn von jeweils Fr. 1'854'700.–, der sich 

aus einem fiktiven Einkauf in die zweite Säule von Fr. 260'900.– und einem übrigen 

Liquidationsgewinn von Fr. 1'593'800.– zusammensetzte. Am 12. März 2020 wurden 

sie für die Kantons- und Gemeindesteuern 2018 mit einem steuerbaren 

Liquidationsgewinn von Fr. 139'800.– zu einem Satz von 4 Prozent und einem 

steuerbaren fiktiven Einkauf in die Pensionskasse von Fr. 1'762'500.– zu einem Satz 

von 2 Prozent veranlagt.

B.- Am 3. Dezember 2020 teilte das Kantonale Steueramt den Eheleuten X und Y mit, 

es habe sich ein Schreibversehen bei der Erfassung der Jahressteuer für den 

Liquidationsgewinn hinsichtlich der Kantons- und Gemeindesteuern 2018 sowie der 

direkten Bundessteuer 2018 im EDV-System "eingeschlichen". Dabei seien die 

Steuerfaktoren für den Liquidationsgewinn und für den fiktiven Einkauf in die 

Pensionskasse falsch (vertauscht) erfasst worden, was zu einer nicht korrekten 

Steuerberechnung geführt habe. Es handle sich um einen Schreibfehler, da der Wille 

offensichtlich ein anderer gewesen sei. Man sehe sich gezwungen, eine entsprechende 

Berichtigung der Schlussrechnung über den Liquidationsgewinn 2018 vorzunehmen. 

Gleichzeitig wurden den Steuerpflichtigen eine berichtigte Veranlagungsverfügung und 

Schlussrechnung, Jahressteuer Liquidationsgewinn, Kantons- und Gemeindesteuern 

2018 sowie direkte Bundessteuer 2018 zugestellt. Die Steuerbeträge für die 

Jahressteuern betrugen neu Fr. 182'507.05 statt Fr. 102'129.50 (Kantons- und 

Gemeindesteuern 2018) bzw. Fr. 162'902.– statt Fr. 43'333.50 (direkte Bundessteuer 

2018).

C.- Mit Eingabe ihrer Vertreterin vom 22. Dezember 2020 erhoben X und Y Rekurs und 

Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK) mit 

dem Antrag, die berichtigten Veranlagungsverfügungen und Schlussrechnungen zur 

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Jahressteuer für den Liquidationsgewinn hinsichtlich der Kantons- und 

Gemeindesteuern 2018 sowie der direkten Bundessteuer 2018 seien aufzuheben. Zur 

Begründung wurde vorgebracht, die Veranlagungsverfügungen seien mit dem Ablauf 

der Rechtsmittelfrist in Rechtskraft erwachsen, sodass darauf nur noch unter 

besonderen Voraussetzungen zurückgekommen werden könne. Vorliegend handle es 

sich um eine fehlerhafte Willensbildung und nicht um eine fehlerhafte, der Berichtigung 

zugängliche Willensäusserung. Mit Schreiben vom 24. Dezember 2020 teilte der 

Verfahrensleiter der Vertreterin mit, die Eingabe werde als Rekurs gegen die 

Berichtigung des Kantonalen Steueramts vom 3. Dezember 2020 entgegengenommen. 

Gegen die Berichtigung hinsichtlich der direkten Bundessteuer 2018 müsse zuerst 

Einsprache erhoben werden, weshalb die Beschwerde zuständigkeitshalber an das 

Kantonale Steueramt weiterzuleiten wäre. Darauf könne jedoch verzichtet werden, da 

gemäss Eingabe vom 22. Dezember 2020 nebst Beschwerde bei der VRK auch 

Einsprache beim Kantonalen Steueramt erhoben worden sei.

Mit Vernehmlassung vom 21. Januar 2021 beantragte das Kantonale Steueramt die 

Abweisung des Rekurses. Es hielt fest, die fehlerhafte Veranlagungsverfügung sei auf 

einen berichtigungsfähigen Kanzleifehler zurückzuführen, weshalb die fehlerhafte 

Verfügung zu Recht berichtigt worden sei. Die Eheleute X und Y erhielten Gelegenheit, 

sich zur vorinstanzlichen Vernehmlassung zu äussern. Dies taten sie mit Eingabe ihrer 

Vertreterin vom 26. Januar 2021.

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich, in den 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die sachliche Zuständigkeit der Verwaltungsrekurskommission ist gegeben (Art. 194 

Abs. 1 des Steuergesetzes des Kantons St. Gallen, sGS 811.1, abgekürzt: StG). Ein 

Einspracheverfahren ist bei der Anfechtung einer Berichtigung oder ihrer Ablehnung 

nicht vorgesehen (Art. 198 Abs. 2 StG). Die Rekurrenten sind zur Ergreifung des 

Rechtsmittels legitimiert, und ihre Eingabe vom 22. Dezember 2020 entspricht formell 

und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 StG, Art. 161 StG in 

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Verbindung mit Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, 

abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.

2.- Die Verfahrensbeteiligten sind sich nicht einig, ob im Rahmen der Kantons- und 

Gemeindesteuern 2018 die rechtskräftig gewordene Veranlagungsverfügung und 

Schlussrechnung zur Jahressteuer für den Liquidationsgewinn vom 20. März 2020 mit 

den beiden Steuerfaktoren Liquidationsgewinn und fiktiver Einkauf in die 

Pensionskasse auf dem Weg der Berichtigung korrigiert werden kann.

a) Die Rekurrenten machen geltend, vorliegend gehe es nicht darum, dass die beiden 

Positionen "Liquidationsgewinn" und "Fiktiver Einkauf Pensionskasse" einfach 

vertauscht worden seien. Letztlich liege ein Rechtsirrtum oder eine rechtlich falsche 

Würdigung der Veranlagungsbehörde zugrunde, nämlich dergestalt, dass der 

"Liquidationsgewinn" tatsächlich mit einem einfachen Steuersatz von 4 % (anstatt 2 %) 

und der "Fiktive Einkauf Pensionskasse" mit einem einfachen Steuersatz von 2 % 

(anstatt 4 %) zu besteuern sei. Die Zuordnung der richtigen Position zum richtigen 

Steuersatz sei nicht nur "Handarbeit", es handle sich um "Kopfarbeit". Nur wenn die 

verschiedenen Positionen auf der Berechnung zum Liquidationsgewinn bereits mit dem 

korrekten Steuersatz verknüpft gewesen wären, könnte allenfalls von einem reinen 

Schreibversehen oder Übertragungsfehler gesprochen werden. Es brauche ein tiefes 

steuerliches Verständnis für die Aufgliederung des Liquidationserlöses in "fiktiver 

Einkauf" und "übriger Liquidationsgewinn" sowie der Besteuerung der einzelnen 

Beträge, d.h. der Zuordnung zum relevanten Steuersatz. Weiter hielten die Rekurrenten 

fest, selbst wenn der Fehler als reiner Übertragungsfehler betrachtet würde, wäre es 

nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung fraglich, ob ein solcher überhaupt als 

"Schreibversehen" einzustufen wäre.

Dem hält die Vorinstanz entgegen, aus der Berechnung zum Liquidationsgewinn vom 

12. März 2020, welcher der berichtigten Veranlagungsverfügung vom selben Tag 

zugrunde liege, gehe hervor, dass der zulässige fiktive Einkauf Fr. 139'807.– und der 

übrige Liquidationsgewinn Fr. 1'762'500.– betragen habe. Die davon abweichende 

Veranlagungsverfügung könne vor diesem Hintergrund nur auf ein Schreibversehen 

oder einen Übertragungsfehler zurückgeführt werden.

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b) Eine unangefochten gebliebene und damit formell rechtskräftig gewordene 

Verfügung ist nicht schon deswegen nachträglich abzuändern, weil sich ergibt, dass sie 

an einem ursprünglichen Rechtsfehler leidet. Auszugehen ist vielmehr vom Grundsatz, 

dass Veranlagungsverfügungen mit dem Ablauf der Rechtsmittelfrist in Rechtskraft 

erwachsen (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer] 2C_519/2011 vom 24. Februar 2012 

E. 3.1 mit Hinweisen). Auf eine rechtskräftige Verfügung kann nur noch unter 

besonderen Voraussetzungen zurückgekommen werden. Das Steuerrecht kennt einen 

Numerus clausus von Rechtsgründen, die es erlauben, auf eine rechtskräftige 

Verfügung oder einen solchen Entscheid zurückzukommen; bei diesen Gründen 

handelt es sich um die Revision (Art. 197 StG; Art. 51 des Bundesgesetzes über die 

Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, SR 642.14, 

abgekürzt: StHG), die Berichtigung (Art. 198 StG; Art. 52 StHG) und die Nachsteuer 

(Art. 199 ff. StG; Art. 53 f. StHG). Weitere Aufhebungs- oder Abänderungsgründe sind 

ausgeschlossen und können weder von der steuerpflichtigen Person noch der 

öffentlichen Hand angerufen werden (vgl. BGer 2C_331/2019 vom 7. April 2020 E. 3.1, 

2C_200/2014 vom 4. Juni 2015 E. 2.4.1 mit Hinweis auf 2C_519/2011 vom 24. Februar 

2012 E. 3.3, in: StR 67/2012 S. 367, und 2C_596/2012 vom 19. März 2013 E. 2.3, in: 

StR 68/2013 S. 474). Insbesondere bleibt für die im übrigen Verwaltungsrecht bekannte 

Wiedererwägung nach Ablauf der Einsprachefrist kein Raum (vgl. BGer 2C_519/2011 

vom 24. Februar 2012 E. 3.3 mit Hinweisen).

Gemäss Art. 198 Abs. 1 StG können Rechnungsfehler und Schreibversehen in 

rechtskräftigen Verfügungen und Entscheiden innert fünf Jahren nach Eröffnung auf 

Antrag oder von Amtes wegen von der Behörde, der sie unterlaufen sind, berichtigt 

werden. Der Wortlaut der Bestimmung deckt sich mit Art. 52 StHG und Art. 150 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11, abgekürzt: DBG). Der 

Berichtigungstatbestand soll sicherstellen, dass rechtskräftige Verfügungen und 

Entscheide, die aufgrund eines Kanzleifehlers den wirklichen Willen der betreffenden 

Steuer- oder Steuergerichtsbehörde unzutreffend zum Ausdruck bringen, möglichst 

formlos korrigiert werden können. Leicht feststellbare und leicht korrigierbare 

"Kanzleifehler", welche die Verfügung zu einem materiell gesetzeswidrigen Hoheitsakt 

machen, sollten trotz eingetretener formeller Rechtskraft möglichst "unkompliziert" 

richtiggestellt werden können. Es fallen darunter Versehen bei der Festlegung der 

Steuerfaktoren oder bei der Ausfertigung der Veranlagung (M. E. Looser, in: Zweifel/

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Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht: StHG, 3. Aufl. 2017, 

Art. 52 StHG N 6a). Die Berichtigung räumt der Verwaltungs- oder Gerichtsbehörde das 

Recht ein, auf eine rechtskräftige Verfügung oder einen rechtskräftigen 

Einspracheentscheid zurückzukommen, begrenzt diese Befugnis indessen in zeitlicher 

(absolute Verwirkungsfrist von fünf Jahren) und sachlicher (Kanzleifehler) Hinsicht. 

Berichtigungsfähige Kanzleifehler haben den Ausdruck des Verfügungsinhalts und des 

behördlichen Willens, also die Willensäusserung, zum Gegenstand. Bei der 

Berichtigung geht es damit um die Klarstellung eines Erklärungsirrtums, in welchem 

sich die Steuerbehörde befand (BGer 2C_596/2012 vom 19. März 2013 E. 2.4 mit 

Hinweisen). Im Gegensatz zum verwaltungsrechtlichen Widerruf der Verfügung, der auf 

die Bereinigung bis hin zur Aufhebung der Verfügung insgesamt abzielt, im Steuerrecht 

jedoch aufgrund der abschliessenden Aufzählung der steuerrechtlichen Gründe für die 

Abänderung rechtskräftiger Verfügungen und Entscheide keine Anwendung findet, 

dient der steuerrechtliche Berichtigungstatbestand dazu, vereinzelte, geringfügige 

Unstimmigkeiten zu beseitigen (vgl. BGer 2C_519/2011 vom 24. Februar 2012 E. 3.4.2). 

Kennzeichnend für Kanzleifehler ist, dass sie bei der behördlichen „Handarbeit“ 

auftreten (vgl. BGer 2C_596/2012 vom 19. März 2013 E. 2.4). 

Die von den Kanzleifehlern abzugrenzenden Verfügungsfehler entspringen dagegen der 

„Kopfarbeit“. Ein inhaltlicher Fehler der Verfügung und damit der Willensbildung der 

Behörde liegt vor, wenn die Verfügung auf einer unzutreffenden tatbeständlichen oder 

rechtlichen Würdigung beruht, ungeachtet dessen, ob für die steuerpflichtige Person 

erkennbar ist, dass sich die Behörde in einem Sach- oder Rechtsirrtum und damit 

einem eigentlichen Grundlagenirrtum befand. Aktenwidrige oder auf einem 

unzutreffenden Sachverhalt bzw. auf falscher Rechtsanwendung beruhende 

Veranlagungsfehler sind jedoch nicht berichtigungsweise, sondern auf dem 

Rechtsmittelweg geltend zu machen. Hierzu verfügt auch die öffentliche Hand über die 

erforderlichen Rechtsmittelmöglichkeiten (BGer 2C_596/2012 vom 19. März 2013 E. 

2.5 mit Hinweisen; Klöti-Weber/Siegrist/Weber, Kommentar zum Aargauer 

Steuergesetz, 4. Aufl. 2015, § 205 N 6). Selbst wenn ein derartiger Fehler der Behörde 

offensichtlich unterlaufen ist, liegt kein Kanzleifehler im Sinn von Art. 198 StG vor (P. 

Locher, Kommentar zum DBG, Basel 2015, Art. 150 N 6).

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Liessen sich im einstigen, durch vertikale Arbeitsteilung geprägten Modell die 

Willensbildung („Kopfarbeit“ des Veranlagungspersonals zwecks Ermittlung der 

Steuerfaktoren) und Willensäusserung („Handarbeit“ des Kanzleipersonals anlässlich 

der Ablesung des Tarifs und der Erstellung der Veranlagungsverfügung) mühelos 

trennen, sind die Konturen angesichts der Arbeit am Computer, die zur automatischen 

Berechnung der Steuer und Ausfertigung der Verfügung führt, verwischt. Die 

Auslegung und Anwendung des Berichtigungstatbestandes hat diesen gewandelten 

Umständen Rechnung zu tragen. Eine zur Hauptsache ablaufbezogene Betrachtung – 

Fehler schon in der Willensbildung oder erst in der Willensäusserung? – wird der 

heutigen Arbeitsweise nicht mehr vollständig gerecht. Nicht nur ist für Aussenstehende 

nur beschränkt einseh- und nachvollziehbar, ob es sich um einen Programmierungs-, 

einen Handhabungs- oder einen Fehler im Druckzentrum handelt. Vielmehr fragt sich 

ganz grundsätzlich, wem und welchem Verfahrensstadium „Computerfehler“ 

zuzurechnen sind (vgl. BGer 2C_519/2011 vom 24. Februar 2012 E. 3.5.1).

c) Unbestritten ist, dass im Rahmen der Kantons- und Gemeindesteuern 2018 die 

Veranlagungsverfügung und Schlussrechnung der Jahressteuer für den 

Liquidationsgewinn vom 12. März 2020 in formelle Rechtskraft erwuchs und bei den 

Objekten "Liquidationsgewinn" und "fiktiver Einkauf Pensionskasse" falsche steuerbare 

Faktoren aufgeführt wurden und gestützt darauf die einfache Steuer (falsch) berechnet 

wurde. Beim Objekt "Liquidationsgewinn" wurde der Betrag des "fiktiven Einkaufs 

Pensionskasse" und beim Objekt "fiktiver Einkauf Pensionskasse" der Betrag des 

"Liquidationsgewinns" eingetragen. Gemäss Angaben der Vorinstanz habe sich bei der 

Erfassung der Jahressteuer für den Liquidationsgewinn im EDV-System ein 

Schreibversehen eingeschlichen. Dabei seien die Steuerfaktoren für den 

"Liquidationsgewinn" und für den "fiktiven Einkauf Pensionskasse" falsch (vertauscht) 

erfasst worden. Die Rechtsvertreterin führte demgegenüber aus, die beiden Positionen 

seien nicht einfach vertauscht worden. Letztlich liege hier ein Rechtsirrtum resp. eine 

rechtlich falsche Würdigung der Veranlagungsbehörde zugrunde, nämlich dergestalt, 

dass der "Liquidationsgewinn" tatsächlich mit einem einfachen Steuersatz von 4 % 

(anstatt 2 %) und der "fiktive Einkauf Pensionskasse" mit einem einfachen Steuersatz 

von 2 % (anstatt 4 %) zu besteuern sei. Die Zuordnung der richtigen Position zum 

richtigen Steuersatz sei nicht nur "Handarbeit". Es brauche ein tiefes steuerliches 

Verständnis für die Aufgliederung des Liquidationserlöses in "fiktiven Einkauf" und 

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"übrigen Liquidationsgewinn" sowie der Besteuerung der einzelnen Beträge, d.h. der 

Zuordnung zum relevanten Steuersatz. Dem ist entgegen zu halten, dass die relevanten 

Steuersätze in der Veranlagungsverfügung und Schlussrechnung zur Jahressteuer 

Liquidationsgewinn Kantons- und Gemeindesteuer 2018 vom 12. März 2020 korrekt 

zugeordnet sind, nämlich der Steuersatz von 4 % gemäss Art. 52  Abs. 2 StG dem 

Liquidationsgewinn und der Steuersatz von 2 % gemäss Art. 52  Abs. 2 und Art. 52 

Abs. 2 StG dem fiktiven Einkauf in die Pensionskasse. Es ist somit nicht von einer 

falschen Rechtsanwendung oder einer unzutreffenden rechtlichen Würdigung 

auszugehen Ein Fehler in der Verfügung, welcher der Willensbildung entsprach, aber 

auf einer irrtümlichen Sachverhaltsfeststellung beruhte, liegt ebenfalls nicht vor. Der 

Sachverhalt wurde, wie aus der gleichzeitig mit der Verfügung erstellten und dieser als 

Grundlage dienenden "Berechnung Liquidationsgewinn" vom 12. März 2020 ersichtlich 

ist, korrekt festgestellt. So wurde in diesem Formular von der Steuerbehörde ein 

übriger zu besteuernder Liquidationsgewinn (vgl. Art. 52  Abs. 2 StG letzter Satz) von 

Fr. 1'762'500.– und ein als zulässiger fiktiver Einkauf zu besteuernder 

Liquidationsgewinn (vgl. Art. 52  Abs. 2 StG erster Satz) von Fr. 139'800.– berechnet. 

Die Korrektheit der Bemessung dieser beiden Steuerfaktoren wurde von den 

Rekurrenten zu keiner Zeit angezweifelt. Eine willentliche Zuweisung des Betrags von 

Fr. 1'762'500.– als "fiktiver Einkauf Pensionskasse" anstatt "Liquidationsgewinn" resp. 

des Betrages von Fr. 139'800.– als "Liquidationsgewinn" anstatt "fiktiver Einkauf 

Pensionskasse" in der Verfügung der Jahressteuer für den Liquidationsgewinn bei den 

Kantons- und Gemeindesteuern 2018 kann in dem Versehen der veranlagenden Person 

nicht erblickt werden. Vielmehr wurde der wirkliche Wille der Steuerbehörde, der sich 

aus dem Formular für die Berechnung des Liquidationsgewinns vom 12. März 2020 

ergibt, unzutreffend zum Ausdruck gebracht, indem von der veranlagenden Person die 

beiden Steuerfaktoren falsch – nämlich vertauscht – im EDV-System erfasst wurden. Es 

liegt ein typischer Übertragungsfehler vor, der auf eine Flüchtigkeit und nicht auf 

falsche Willensbildung zurückzuführen ist. Der Fehler ist bei der Willensäusserung 

unterlaufen, weshalb von einem berichtigungsfähigen Kanzleifehler auszugehen ist.

Daran nichts zu ändern vermögen die Ausführungen der Rechtsvertreterin, wonach es 

nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ohnehin fraglich sei, ob ein 

Übertragungsfehler (Eingabefehler, der anlässlich eines letzten, manuell 

vorzunehmenden Veranlagungsschrittes eintrat) als "Schreibversehen" einzustufen sei 

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(BGer 2C_519/2011 vom 24. Februar 2012 E. 3.5.3). Das Bundesgericht hat die Frage 

im erwähnten Urteil explizit offengelassen. Es hat dazu lediglich festgehalten, die 

Auswirkungen des Versehens seien erheblich, seien doch gleich die Gesamtheit der 

Steuerfaktoren einem anderen, unzutreffenden Steuerjahr zugeordnet worden. Die 

Berichtigung hätte faktisch zur integralen Aufhebung der Veranlagung geführt. In der 

Veranlagungsverfügung und Schlussrechnung der Jahressteuer für den 

Liquidationsgewinn vom 12. März 2020 sind jedoch, wie vorstehend dargelegt, die 

beiden Faktoren (Geldbeträge) vertauscht eingetragen worden. Weiter machte die 

Rechtsvertreterin geltend, der steuerrechtliche Berichtigungstatbestand diene dazu, 

vereinzelte, "geringfügige" Unstimmigkeiten zu beseitigen, dies im Unterschied zum 

Widerruf der Verfügung. Geringfügige Unstimmigkeiten sind im Sinne von kleinen 

Fehlern oder Versehen (Flüchtigkeitsfehler) zu verstehen (Looser, a.a.O., Art. 52 StHG N 

7b am Schluss). Im Unterschied dazu zielt der Widerruf einer Verfügung auf die 

Bereinigung bis hin zur integralen Aufhebung der Verfügung ab. Dieser Unterschied 

ändert indessen nichts daran, dass auch geringfügige Unstimmigkeiten, wie im 

vorliegenden Fall, mit erheblichen (finanziellen) Auswirkungen verbunden sein können. 

So beurteilte das Bundesgericht eine Situation als berichtigungsfähig, bei welcher 

anlässlich der Ermittlung des Durchschnittseinkommens zweier Jahre ein Kommafehler 

aufgetreten war (rund Fr. 300'000.– anstelle von korrekterweise Fr. 3'000'000.–). 

Angesichts der konkreten Umstände hielt das Bundesgericht die Berufung der 

steuerpflichtigen Person auf die Bestandeskraft der Verfügung in der Folge für 

rechtsmissbräuchlich (vgl. den Verweis in BGer 2C_596/2012 vom 13. März 2013 

E. 2.6).

d) Zusammenfassend ist die vorinstanzliche Berichtigung hinsichtlich der Jahressteuer 

für den Liquidationsgewinn (bestehend aus einem fiktiven Einkauf in die zweite Säule 

und einem übrigen Liquidationsgewinn) im Zusammenhang mit den Kantons- und 

Gemeindesteuern 2018 nicht zu beanstanden. Der Rekurs ist folglich abzuweisen.

3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten zu Lasten der 

Rekurrenten (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 500.– erscheint 

angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der 

Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist damit zu verrechnen.

Entscheid:

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1.

Der Rekurs wird abgewiesen.

2.

Die Rekurrenten haben die amtlichen Kosten von Fr. 500.– (Entscheidgebühr) zu 

bezahlen, unter Verrechnung des Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

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