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**Case Identifier:** a02c084e-bcfd-587e-b7b3-c0769a5b91e0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.08.2018 IV 2016/109 + IV 2016/116
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2016-109---IV-201_2018-08-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2016/109 + IV 2016/116

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 25.09.2019

Entscheiddatum: 27.08.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 27.08.2018
Art. 12 IVG. Medizinische Massnahmen. Psychotherapie. Die im Zeitpunkt 
der angefochtenen Verfügung 17-jährige Beschwerdeführerin würde mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit selbst bei einer Weiterführung der 
Psychotherapie kein ökonomisch relevantes Erwerbseinkommen erzielen 
können. Abweisung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 27. August 2018, IV 2016/109 und IV 2016/116).

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Annina Janett

Geschäftsnr.  

IV 2016/109, IV 2016/116

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin 1,

vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser,

c/o Procap Schweiz, Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,

und

KPT Krankenkasse AG, Rechtsdienst, Postfach, 3001 Bern,

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Beschwerdeführerin 2,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

medizinische Massnahmen (Psychotherapie für A.___)

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ wurde von ihrem Vater im Dezember 2003 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung angemeldet. Er beantragte Beiträge an die Sonderschulung, 

welche die IV-Stelle des Kantons Thurgau im Rahmen einer Kostenübernahme für die 

heilpädagogische Früherziehung von November 2003 bis Juni 2004 gewährte (vgl. IV-

act. 1, 25). Die IV-Stelle erteilte zudem eine Kostengutsprache für 

Sonderschulmassnahmen von August 2004 bis Juli 2007 (Verfügungen vom 27. Juli 

2004 und 28. Juni 2005; IV-act. 21, 30). Im April 2007 verlängerte die infolge 

Wohnsitzwechsels (vgl. IV-act. 35, 39) neu zuständige IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

die Kostenübernahme für die Sonderschulmassnahmen (IV-act. 38). Im September 

2009 wurde die Versicherte zudem zum Bezug einer Hilflosenentschädigung für 

Minderjährige angemeldet (IV-act. 42). Der Kinderarzt der Versicherten, Dr. med. B.___, 

berichtete der IV-Stelle am 11. Oktober 2009, dass bei der Versicherten ein geistiger 

und motorischer Entwicklungsrückstand, ein primordialer nicht familiärer Kleinwuchs 

sowie eine massive Adipositas bestünden (IV-act. 45).

A.b  Am 23. Oktober 2009 ersuchte Psychotherapeutin Dr. phil. C.___ für die 

Versicherte um Übernahme der Kosten für die seit Oktober 2008 wöchentlich 

durchgeführte Psychotherapie. Dr. C.___ berichtete, dass die Versicherte an einer 

posttraumatischen Belastungsstörung infolge sexuellen Missbrauchs/Übergriffs durch 

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den Bruder sowie an Adipositas leide. Die Versicherte sei affektiv und emotional extrem 

verunsichert und depressiv mit reaktiven adipösen Beschwerden. Damit die Versicherte 

das Erlebte verarbeiten und sich in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln könne, bedürfe 

sie dringend psychotherapeutischer Hilfe. Die Prognose sei positiv (IV-act. 48). Dr. 

B.___ erachtete den Gesundheitszustand der Versicherten im Arztbericht vom 30. 

Oktober 2009 als besserungsfähig. Durch die Psychotherapie könne die Versicherte in 

ihrer psychischen Entwicklung gestützt werden. Damit könnten bessere 

Voraussetzungen für die spätere Eingliederung ins Erwerbsleben geschaffen werden. 

Die Versicherte sei ein äusserst sensibles Kind, das traumatisiert sei und psychische 

und psychosomatische Reaktionen entwickelt habe (IV-act. 49). Am 30. April 2010 

gewährte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine ambulante Psychotherapie vom 13. 

Oktober 2009 bis 31. Juli 2011 (IV-act. 67). Zwischenzeitlich hatte die IV-Stelle der 

Versicherten ausserdem eine Hilflosenentschädigung aufgrund einer Hilflosigkeit 

leichten Grades ab 1. September 2008 zugesprochen (Verfügung vom 8. März 2010, 

IV-act. 61).

A.c  Im Juni 2011 beantragten Dr. B.___ und Dr. C.___ eine Verlängerung der 

Psychotherapie um zwei Jahre. Die Versicherte habe sich unter der Therapie 

stabilisiert. Sie sei mutiger und offener geworden und könne sich etwas besser 

schwierigen Aufgaben und Anforderungen stellen. Der schulische Erfolg und die 

beruflichen Möglichkeiten seien noch nicht voraussehbar (IV-act. 71). Am 18. August 

2011 berichtete Dr. C.___ der IV-Stelle, dass sich die Versicherte schulisch massiv 

verbessert habe. In Zusammenhang mit den weiteren schulischen bzw. beruflichen 

Aussichten werde vorwiegend auf mehr Selbständigkeit und Offenheit für Neues 

hingearbeitet. Die Versicherte verarbeite häufig auch die schulischen Anforderungen in 

den Therapiestunden (IV-act. 76-3). Am 19. August 2011 notierte der Regionale 

Ärztliche Dienst (RAD), dass die Erfolge der Psychotherapie evident seien und sich die 

schulische und berufliche Situation deutlich verbessert habe (IV-act. 77). Am 24. 

August 2011 verlängerte die IV-Stelle die Kostenübernahme für die ambulante 

Psychotherapie ab 1. August 2011 bis 31. Juli 2013 (IV-act. 79).

A.d  Im Juni 2013 ersuchten die Behandler erneut um Verlängerung der Psychotherapie 

(IV-act. 80, 84). Sie berichteten, dass die Versicherte schöne Fortschritte mache. 

Wahrscheinlich sei aber für die erste berufliche Ausbildung ein geschützter Rahmen 

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erforderlich. Die Versicherte könne jetzt mit dem öffentlichen Bus zur Schule und 

selbständig zur Therapie fahren (vgl. IV-act. 84). Am 5. August 2013 notierte der RAD, 

dass der Behandlungsverlauf bisher positiv sei und die Prognose von den Therapeuten 

als gut beurteilt werde. Die Voraussetzungen für eine nochmalige Verlängerung der 

Psychotherapie seien erfüllt (IV-act. 91). Am 7. August 2013 wurde die Psychotherapie 

für ein weiteres Jahr bewilligt (IV-act. 92).

A.e  Im Juni 2014 stellten die behandelnden Therapeuten einen weiteren Antrag auf 

Verlängerung (IV-act. 93 ff.). Die Versicherte könne inzwischen zu gewissen 

belastenden Themen Stellung nehmen und diese verbalisieren. Sie besuche nun die 

Berufsfindungsklasse und befinde sich ab August 2014 im letzten Schuljahr. Im Verlauf 

dieses Jahres sollte sie auch bezüglich der Berufswahl Unterstützung erhalten. Welche 

berufliche Ausbildung möglich sein werde, könne noch nicht vorausgesagt werden. Die 

erste berufliche Ausbildung werde aber wahrscheinlich im geschützten Rahmen 

erfolgen (vgl. IV-act. 93-2, 95-5 ff.). Am 15. September 2014 notierte der RAD, dass die 

Psychotherapie weiterhin medizinisch indiziert sei (IV-act. 99). Gleichentags erteilte die 

IV-Stelle Kostengutsprache für die Verlängerung der Psychotherapie bis zum 31. 

August 2015 (IV-act. 100). Zudem wurde am 28. Oktober 2014 ein unveränderter 

Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades bestätigt (IV-act. 105).

B. 

B.a  Im Juni 2015 wurde ein weiteres Gesuch um Verlängerung der Psychotherapie um 

zwei Jahre gestellt (IV-act. 106 ff.). Die Diagnose habe sich nicht verändert; es bestehe 

ein schweres psychisches Trauma nach sexuellem Übergriff, eine 

Persönlichkeitsintegritätsverletzung, eine posttraumatische Belastungsstörung sowie 

eine Adipositas. Die Versicherte habe in der Schule Fortschritte gemacht, zeige jedoch 

bei emotional sensiblen Themen ein eher regressives Verhalten. Sie zeige aber deutlich 

weniger Tendenzen zum Verdrängen und Verleugnen der Wahrheit. Sie habe eine gute 

Merkfähigkeit und könne sich unter normalen Umständen sehr gut konzentrieren. Ab 

August 2015 absolviere sie das 10. Berufswahljahr und benötige weiterhin dringend 

psychotherapeutische Unterstützung. Die erste berufliche Ausbildung habe 

wahrscheinlich im geschützten Rahmen zu erfolgen (vgl. IV-act. 106-2, 108-4).

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B.b  Am 7. September 2015 notierte der RAD, dass die vorliegenden Diagnosen, die 

fortbestehenden Befunde sowie die immer gleichen Therapieziele keinen 

Therapiefortschritt erkennen liessen. Auch könne beim dokumentierten 

Entwicklungsstand nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen 

werden, dass die Versicherte rententangierend in den 1. Arbeitsmarkt eingegliedert 

werden könne. Der bisherige Behandlungsverlauf lasse nicht auf eine positive 

Prognose bezüglich des Eintritts ins Erwerbsleben schliessen. Dabei müsse von einer 

schweren psychischen Störung mit unbestimmt langer Behandlungsbedürftigkeit 

ausgegangen werden. Die medizinischen Zusprachekriterien für eine weitere 

Kostengutsprache seien nicht mehr ausgewiesen (IV-act. 112-3 f.).

B.c  Mit Vorbescheid vom 17. September 2015 informierte die IV-Stelle die Versicherte 

über ihre Absicht, die Kostengutsprache für die Psychotherapie nicht zu verlängern (IV-

act. 114). Dagegen wandte die Mutter der Versicherte am 10. Oktober 2015 ein, dass 

zum jetzigen Zeitpunkt immerhin noch die Möglichkeit bestehe, dass die Versicherte 

eine niederschwellige Ausbildung werde absolvieren oder im geschützten Bereich 

werde tätig sein können. Dies setze jedoch unbedingt voraus, dass die Psychotherapie 

fortgeführt werde. Die Psychotherapie ziele vor allem darauf ab, die 

Ausbildungsfähigkeit im Hinblick auf eine Erwerbsfähigkeit dauernd und wesentlich zu 

verbessern (IV-act. 118). Am 15. Oktober 2015 berichtete Dr. C.___ der IV-Stelle, dass 

sich die anfänglichen Symptome durch die Therapie weitgehend stabilisiert hätten, 

weshalb es auch möglich sei, an der beruflichen Eingliederung zu arbeiten. Die 

Versicherte habe sich wesentlich verbessert und der Therapiefokus sei explizit auf die 

Berufswahl gelegt worden. Deshalb sei unerklärlich, weshalb die Kostengutsprache 

gerade für dieses wichtige letzte Schuljahr verweigert werde (IV-act. 119). Am 27. 

November 2015 erhob der Krankenversicherer der Versicherten, die KPT Krankenkasse 

AG, ebenfalls Einwand gegen den Vorbescheid vom 17. September 2015 (IV-act. 124).

B.d  In einer abschliessenden Stellungnahme vom 29. Januar 2016 hielt der RAD fest, 

dass ein Therapiefortschritt nach ca. acht Jahren Psychotherapie aus den aktuellen 

Berichten nicht mehr erkennbar sei (IV-act. 125). Am 25. Februar 2016 verfügte die IV-

Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens; eine Verlängerung der 

Kostengutsprache für medizinische Massnahmen (Psychotherapie nach Art. 12 IVG) ab 

1. September 2015 könne nicht erteilt werden (IV-act. 129).

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C.

C.a Dagegen liess die nun vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin 1) 

am 4. April 2016 Beschwerde erheben. Ihr Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung 

der Verfügung vom 25. Februar 2016 und die Zusprache von weiteren 

Psychotherapieleistungen gemäss Art. 12 IVG. Zur Begründung führte er an, dass für 

das Jahr 2016 geplant sei, Eingliederungsmassnahmen zu prüfen. Weshalb der RAD 

ausgerechnet ein Jahr vor der entsprechenden Entscheidfindung die Leistungspflicht 

ablehne, nachdem die Voraussetzungen der Leistungszusprache in den letzten sechs 

Jahren diskussionslos bejaht worden seien, sei unverständlich. Der Therapiefokus sei 

für das letzte Schuljahr explizit auf die Berufswahl bzw. die mögliche Eingliederung zur 

Erwerbstätigkeit gelegt worden. Die Beschwerdeführerin habe sich diesbezüglich 

wesentlich verbessert und könne durch die Therapie vor allem auch vor einer weiteren 

Beeinträchtigung bewahrt werden (act. G 1, IV 2016/109).

C.b Am 5. April 2016 wurden für die Beschwerdeführerin 1 berufliche Massnahmen 

beantragt (IV-act. 131). In der Folge gewährte die Beschwerdegegnerin Berufsberatung 

sowie Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten durch die 

Berufsberatung (IV-act. 136).

C.c Am 11. April 2016 erhob die KTP Krankenkasse AG (nachfolgend: 

Beschwerdeführerin 2) ebenfalls Beschwerde gegen die Verfügung vom 25. Februar 

2016. Sie beantragte, die Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei 

zur Übernahme der Kosten der Psychotherapie ab dem 1. September 2015 zu 

verpflichten. Eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an 

die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen 

fest, dass die durchgeführten Therapiemassnahmen im Zusammenhang mit der 

beruflichen Eingliederung stünden und aus den aktuellen Berichten Therapiefortschritte 

erkennbar seien. Damit sei von einer positiven Prognose auszugehen (act. G 1, IV 

2016/116).

C.d Am 21. April 2016 teilte das Gericht den Parteien mit, dass es beabsichtige, die 

Verfahren IV 2016/109 und IV 2016/116 zu vereinigen (act. G 3, IV 2016/109; act. G 2, 

IV 2016/116).

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C.e Im Schlussbericht vom 26. Mai 2016 hielt der zuständige Berufsberater fest, dass 

die Berufsberatung nur rudimentär habe durchgeführt werden können, da das Potential 

der Beschwerdeführerin 1 zu tief sei. Die Behinderung sei so stark, dass die 

Beschwerdeführerin 1 den vorgegebenen Lohn von Fr. 2.55 pro Stunde nach einer 

praktischen Ausbildung nicht erwirtschaften könnte. Aus diesem Grund könne die IV 

keine erstmalige berufliche Ausbildung finanzieren. Die Beschwerdeführerin 1 werde 

nun von der Sonderschule beim Mittagstisch beschäftigt und dort betreut. Sie werde 

lediglich einen Soziallohn von ca. Fr. 100.-- im Monat erhalten (act. G 3.3).

C.f  Mit Beschwerdeantwort vom 31. Mai 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Sie hielt im Wesentlichen fest, dass sich die 

Beschwerdeführerin 1 schon seit sieben Jahren in intensiver wöchentlicher 

Psychotherapie befinde. Damit liege eine den Rahmen von Art. 12 IVG übersteigende 

Behandlung vor. Ausserdem könne nicht mit hinreichender Zuverlässigkeit eine positive 

Prognose im Hinblick auf die schulische und spätere berufliche Eingliederung in den 1. 

Arbeitsmarkt gestellt werden. Zwischenzeitlich habe sich die vom RAD gestellte 

Prognose, dass nur eine Tätigkeit im geschützten Rahmen möglich sei, bestätigt, da 

die Beschwerdeführerin 1 einen geschützten Arbeitsplatz besetzen werde. Damit fehle 

es auch an einem überwiegenden Eingliederungscharakter der Therapie (act. G 3, IV 

2016/116, vgl. auch act. G 4, IV 2016/109).

C.g Die Beschwerdeführerinnen hielten am 29. Juni bzw. 1. Juli 2016 unter Verzicht auf 

die Einreichung einer Replik an ihren Rechtsbegehren fest (act. G 6, IV 2016/109; act. 

G 5, IV 2016/116).

C.h Mit Schreiben vom 12. Juli 2016 reichte die Beschwerdegegnerin einen 

Vorbescheid vom 4. Juli 2016 betreffend die Zusprache einer ganzen Invalidenrente ab 

1. August 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 98% zu den Akten (act. G 8, IV 

2016/109; act. G 7, IV 2016/116). Dazu nahm die Beschwerdeführerin 1 am 3. August 

2016 dahingehend Stellung, dass nicht anhand der späteren IV-Entscheidung beurteilt 

werden könne, ob eine berufliche Integration möglich gewesen wäre (act. G 10, IV 

2016/109). Am 5. August 2016 nahm die Beschwerdeführerin 2 ihrerseits Stellung und 

führte an, dass die Beurteilung, ob die Voraussetzungen für die Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin erfüllt seien, im Zeitpunkt der Verfügung vorzunehmen sei. 

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Damals sei noch nicht klar gewesen, dass eine berufliche Integration nicht möglich sein 

werde. Die nun neue Entwicklung dürfe bei der Entscheidfindung betreffend den 

Zeitraum vom September 2015 bis Juli 2016 nicht berücksichtigt werden (act G 9, IV 

2016/116).

C.i Die Beschwerdeführerinnen verzichteten auf Stellungnahmen zu der jeweils anderen 

Beschwerdeschrift (vgl. act. G 10 S. 2, IV 2016/116; vgl. act. G 9, IV 2016/109).

C.j Im März 2018 zog das Versicherungsgericht die vollständigen Akten der 

Invalidenversicherung betreffend berufliche Massnahmen (Berufsberatung) ab der 

Anmeldung der Beschwerdeführerin 1 im April 2016 bei und gab den Parteien 

Gelegenheit zur Einsicht- und allfälligen Stellungnahme (act. G 12 ff.). Am 19. Juni 2018 

nahm der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 1 nach mehrmals erstreckter Frist 

(vgl. act. G 15 ff.) dahingehend Stellung, als er erneut darlegte, dass im Zeitpunkt der 

angefochtenen Verfügung noch nicht bekannt gewesen sei, dass die 

Beschwerdeführerin 1 keine Ausbildung absolvieren würde (act. G 19). Die 

Beschwerdegegnerin verzichtete ihrerseits auf eine Stellungnahme (vgl. act. G 20).

Erwägungen

1. 

1.1  Die Beschwerden der Verfahren IV 2016/109 und IV 2016/116 richten sich gegen 

dieselbe Verfügung der Beschwerdegegnerin. Würden die beiden Beschwerden 

getrennt behandelt, bestünde die Gefahr, dass widersprüchliche Entscheide in der 

gleichen Sache resultierten. Um dies zu verhindern, ist die Vereinigung der beiden 

Verfahren und damit deren Erledigung in einem Urteil zwingend notwendig.

1.2  Gemäss Art. 59 ATSG ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch die angefochtene 

Verfügung oder den Einspracheentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse 

an deren Aufhebung oder Änderung hat. Als Spezialbestimmung regelt Art. 49 Abs. 4 

ATSG, dass ein Versicherungsträger eine Verfügung, die die Leistungspflicht eines 

anderen Trägers berührt, auch diesem zu eröffnen hat und dieser dieselben 

Rechtsmittel ergreifen kann wie die versicherte Person. Verneint die 

Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für die Psychotherapie, so wird die 

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Beschwerdeführerin 2 als Krankenversicherer der Beschwerdeführerin 1 die 

Therapiekosten übernehmen müssen. Damit ist die Beschwerdeführerin 2 durch die 

angefochtene Verfügung berührt und demnach zur Beschwerdeführung legitimiert.

2. 

2.1  Streitig und vorliegend zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin 1 gestützt auf Art. 

12 IVG Anspruch auf Verlängerung der ambulanten Psychotherapie als medizinische 

Massnahme der Invalidenversicherung hat. Unbestritten und aufgrund der erhobenen 

Befunde und Diagnosen einleuchtend ist, dass die Psychotherapie indiziert ist.

2.2  Eine versicherte Person hat bis zum vollendeten 20. Altersjahr einen Anspruch auf 

medizinische Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an sich, sondern 

unmittelbar auf die Eingliederung ins Erwerbsleben gerichtet und geeignet sind, die 

Erwerbsfähigkeit dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor einer wesentlichen 

Beeinträchtigung zu bewahren (Art. 12 Abs. 1 IVG).

2.3  Die Beschwerdegegnerin hat das Leistungsbegehren auf Verlängerung der 

Psychotherapie u.a. mit der Begründung verneint, dass die Beschwerdeführerin 1 

bereits seit Oktober 2008 und damit seit sieben Jahren regelmässig Psychotherapie 

erhalte und davon auszugehen sei, dass die Psychotherapie noch längerfristig 

notwendig sein werde. Damit könne nicht mehr von einer zeitlich beschränkten 

Therapie gemäss Rz 32 des Kreisschreibens des Bundesamtes für 

Sozialversicherungen über die medizinischen Eingliederungsmassnahmen der 

Invalidenversicherung (KSME) ausgegangen werden. Gemäss der von der 

Beschwerdegegnerin zitierten Rz 32 KSME darf eine medizinische Massnahme nicht 

von langer Dauer sein. Diese Bestimmung bezieht sich auf die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung, laut welcher Dauerbehandlungen nicht von der Invalidenversicherung 

zu finanzieren sind. Mit anderen Worten können medizinische Massnahmen wohl eine 

gewisse Zeit andauern; sie dürfen jedoch keinen Dauercharakter tragen, d.h. nicht 

zeitlich unbegrenzt erforderlich sein (vgl. auch Rz 63 KSME, Urteil des 

Bundesgerichtes, 9C_430/2010, vom 23. November 2010 E. 3.4). Diese 

bundesgerichtliche Rechtsprechung stammt allerdings noch aus der Zeit vor der 5. 

IVG-Revision, mit welcher der Anspruch auf medizinische Massnahmen gemäss Art. 12 

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IVG auf Versicherte beschränkt worden ist, die das 20. Altersjahr noch nicht vollendet 

haben. Das Bundesgericht hat in der Beschränkung des Anspruchs auf Kinder und 

Jugendliche allerdings keinen Grund für eine Änderung seiner Rechtsprechung erblickt. 

Dies ist nicht nachvollziehbar, da mit der generellen Beschränkung des 

Leistungsanspruchs auf Kinder und Jugendliche die Gefahr einer jahrzehntelangen 

Leistungspflicht der Invalidenversicherung dahingefallen ist (vgl. auch ULRICH MEYER/

MARCO REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum IVG, 3. Aufl., Zürich/

Basel/Genf 2014, Art. 12, Rz 33; vgl. zum Ganzen ausführlich den Entscheid IV 2016/61 

des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 7. September 2017, E. 1.3).

2.4  Im vorliegenden Fall ist die Frage nach dem Dauercharakter der Therapie bzw. die 

Auseinandersetzung mit der überholten bundesgerichtlichen Rechtsprechung jedoch 

nur von untergeordneter Bedeutung. Nach Lage der Akten stellt sich vorliegend 

vielmehr die Frage, ob die Beschwerdeführerin 1 aus der Sicht des Zeitpunktes der 

erlassenen Verfügung je einer Erwerbstätigkeit nachgehen wird können. Diesbezüglich 

ist zunächst darauf hinzuweisen, dass entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin 

nicht nur die Fähigkeit, im ersten Arbeitsmarkt erwerbstätig sein zu können, vom 

Eingliederungszweck des Art. 12 IVG erfasst ist. Auch eine Vorbereitung auf eine 

Tätigkeit in einem geschützten Rahmen gilt als anspruchsbegründende 

Eingliederungsmassnahme (vgl. Art. 16 Abs. 2 lit. a IVG), sofern die versicherte Person 

mit dieser Tätigkeit einen ökonomischen Mehrwert generieren kann. Laut der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss die versicherte Person ein 

Erwerbseinkommen erzielen können, das mindestens einen beachtlichen Teil der 

Unterhaltskosten deckt (AHI 2000 S. 187 ff.). Praxisgemäss wird dabei ein 

Leistungslohn von mindestens 2.55 Franken pro Stunde vorausgesetzt (Rz 3010 des 

Kreisschreibens über die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art; vgl. zum Ganzen 

auch den Entscheid IV 2016/287 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 24. Januar 

2018, E. 3.2).

2.5  Vorliegend ist dem bei den Akten liegenden Schlussbericht der Berufsberatung 

vom 26. Mai 2016 zu entnehmen, dass für die Beschwerdeführerin 1 eine 

Beschäftigung beim Mittagstisch der Sonderschule gefunden worden sei. Dort werde 

sie beschäftigt und betreut. Dabei werde sie einen Soziallohn von ca. Fr. 100.-- im 

Monat erhalten. Die Behinderung der Beschwerdeführerin 1 sei so stark, dass es 

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ausgeschlossen sei, dass sie nach einer Ausbildung den Lohn von Fr. 2.55 pro Stunde 

erwirtschaften könnte (act. G 3.3). Die Beschwerdeführerinnen haben zu Recht darauf 

hingewiesen, dass der Sachverhalt im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 25. 

Februar 2016 massgebend und dass ein späterer Rentenentscheid hinsichtlich des 

vorliegend zu prüfenden Anspruchs auf Verlängerung der Psychotherapie grundsätzlich 

unbeachtlich ist. Allerdings bezieht sich der Schlussbericht der Berufsberatung 

hauptsächlich auf den Sachverhalt vor dem Erlass der leistungsabweisenden 

Verfügung, weshalb er nicht ausser Acht gelassen werden kann.

2.6  Der Kinderarzt und die Psychotherapeutin der Beschwerdeführerin 1 haben die 

Prognose im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung weiterhin als positiv bezeichnet 

(vgl. IV-act. 106 ff., 119). Sie sind mit Blick auf den Behandlungsverlauf in 

nachvollziehbarer Weise davon ausgegangen, dass die Psychotherapie 

erfolgsversprechend sei. Dass die Beschwerdeführerin 1 dank der Psychotherapie 

wesentliche Fortschritte erzielt hat, steht ausser Frage. Allerdings ist aufgrund der 

Ergebnisse der Berufsberatung anzunehmen, dass sich die positive prognostische 

Einschätzung der Behandler offensichtlich mehr auf den Erfolg der Therapie und 

weniger auf den mit der beruflichen Massnahme angestrebten Eingliederungserfolg 

bezogen hat. So muss mit Blick auf die Abklärungen der Berufsberatung mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass die im Zeitpunkt 

der angefochtenen Verfügung bereits __-jährige Beschwerdeführerin 1 selbst bei einer 

Weiterführung der Psychotherapie kein ökonomisch relevantes Erwerbseinkommen 

würde erzielen können. Damit sind die Voraussetzungen für die Verlängerung der 

Kostenübernahme für der Psychotherapie durch die Invalidenversicherung nicht erfüllt 

gewesen.

3. 

3.1  Die von den Beschwerdeführerinnen erhobenen Beschwerden sind abzuweisen.

3.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Diese ist von den 

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beiden vollumfänglich unterliegenden Beschwerdeführerinnen zu tragen, wobei es sich 

rechtfertigt, die Gebühr hälftig aufzuteilen. Die von der Beschwerdeführerin 1 zu 

zahlende Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- ist durch den von ihr geleisteten 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt; ihr sind Fr. 300.-- zurückzuerstatten. Die 

Beschwerdeführerin 2 hat ebenfalls eine Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- zu bezahlen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerden werden abgewiesen.

2. 

Die Beschwerdeführerin 1 hat die Gerichtskosten von Fr. 300.-- zu bezahlen; diese sind 

durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt, ihr werden Fr. 

300.-- zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdeführerin 2 hat die Gerichtskosten von Fr. 300.-- zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 27.08.2018
	Art. 12 IVG. Medizinische Massnahmen. Psychotherapie. Die im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung 17-jährige Beschwerdeführerin würde mit überwiegender Wahrscheinlichkeit selbst bei einer Weiterführung der Psychotherapie kein ökonomisch relevantes Erwerbseinkommen erzielen können. Abweisung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. August 2018, IV 2016/109 und IV 2016/116).

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