# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1c7c5ca8-ddd4-5d20-b4ff-fff22134e81f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.01.2012 D-70/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-70-2012_2012-01-27.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­70/2012

U r t e i l   v om   2 7 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli,
mit Zustimmung von Richter Daniel Willisegger;
Gerichtsschreiber Gert Winter.

Parteien A._______, geb. (…),
alias A._______, geboren (…),
Sri Lanka,
vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 1. Dezember 2011 / N .

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat 
am 13. Dezember 2008 von Colombo aus auf dem Luftweg verliess und 
am 14. Dezember 2008 in die Schweiz einreiste, wo er am folgenden Tag 
im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  M._______  um  Asyl 
nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der Kurzbefragung  vom 18. Dezember  2008  im EVZ 
M._______  sowie  der  direkten  Anhörung  vom  29.  Mai  2009  zur 
Begründung  seines  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er 
habe mit seiner Familie in N._______ gelebt und seinen Lebensunterhalt 
als Landwirt und Maurer verdient,

dass er  in den Jahren 2002 bis 2006  für die LTTE  (Liberation Tigers of 
Tamil Eelam) Häuser, Friedhöfe und Bunker gebaut habe, wobei  ihn die 
sri­lankischen Sicherheitskräfte regelmässig kontrolliert hätten,

dass er nach dem Ausbruch des Krieges im Jahre 2006 zwar nicht mehr 
für  die  LTTE  tätig  gewesen  sei,  doch  hätten  die  Soldaten  der  sri­
lankischen  Armee  und  von  armeefreundlichen  Gruppierungen  trotzdem 
häufig nach ihm gefahndet,

dass  ihn  die  Polizei  im  September  2007  festgenommen  und  gebüsst 
habe,  weil  er  mit  Baumstämmen  unterwegs  gewesen  sei,  die  nach 
Meinung  der  Polizei  für  den  Bunkerbau  der  LTTE  bestimmt  gewesen 
seien,

dass  ihn  sri­lankische  Soldaten  im  September  2008  auf  der  Strasse 
festgenommen,  eine  Woche  lang  eingesperrt  und  zu  seinen 
Verbindungen  zur  LTTE  befragt  hätten,  wobei  es  zu  Misshandlungen 
gekommen sei,

dass er nach der Freilassung einer Meldepflicht unterstanden habe, doch 
sei er dieser Pflicht nach einigen Tagen nicht mehr nachgekommen,

dass  er  weiterhin  gesucht  und  seine  Familie  behelligt  worden  sei, 
weshalb er sich nicht mehr zu Hause aufgehalten und unter Todesangst 
auf Schleichwegen nach Colombo begeben habe,

dass  er  sich  in  Colombo  angemeldet  und  mit  einem  gefälschten 
Reisepass auf dem Luftweg den Heimatstaat verlassen habe,

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dass der Beschwerdeführer die nachfolgend aufgeführten Beweismittel zu 
den  Akten  reichte:  ein  Schreiben  "Affidavit"  (Justice  of  Peace,  15. 
Dezember  2008),  eine  Bussenquittung  (10.  September  2007),  einen 
Zeitungsausschnitt  (Uthayan,  24.  Dezember  2008)  sowie  eine 
Heiratsurkunde,

dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung 
vom 1. Dezember 2011 – eröffnet am 5. Dezember 2011 – ablehnte und 
die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Wegweisungsvollzug 
anordnete,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Vorbringen 
des  Beschwerdeführers  müssten  vor  dem  Hintergrund  der  allgemein 
angespannten  Situation  betrachtet  werden,  welche  während  des 
Bürgerkriegs geherrscht habe, doch stelle sich die Situation in Sri Lanka 
heute anders dar,

dass  die  LTTE  am  Ende  des  Krieges  eine  vernichtende  Niederlage 
erlitten  habe  und  für  den  Beschwerdeführer  keine  unmittelbare 
Bedrohung mehr darstelle,

dass  desgleichen  keine  Hinweise  ersichtlich  seien,  welche  auf  eine 
Zusammenarbeit  der  Regierung  mit  bewaffneten  Organisationen  oder 
Gruppierungen schliessen liessen,

dass die sri­lankischen Behörden allerdings weiterhin alles daran setzten, 
ein Wiedererstarken der  LTTE zu  verhindern und deshalb  nach wie  vor 
gegen  ehemalige  Kämpfer  und  Führungspersönlichkeiten  der  LTTE 
vorgingen,  doch  habe  der  Beschwerdeführer  nie  geltend  gemacht,  ein 
aktives oder sogar führendes Mitgliede der LTTE gewesen zu sein,

dass  der  Beschwerdeführer  des  Weiteren  angegeben  habe,  die  sri­
lankischen  Sicherheitskräfte  hätten  ihn  nach  seiner  Festnahme  im 
September  2008  nach  rund  einer  Woche  freigelassen,  weshalb  in 
Anbetracht der behördlichen Vorgehensweise davon auszugehen sei, die 
sri­lankischen  Behörden  hätten  ihn  bereits  zu  diesem  Zeitpunkt  nicht 
mehr ernsthaft verdächtigt, die LTTE aktiv zu unterstützen,

dass aus den Akten auch nicht ersichtlich sei, weshalb die sri­lankischen 
Behörden heute – mehr als zwei Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs 
– ein  ernsthaftes  Interesse  daran  haben  sollten,  ausgerechnet  den 
Beschwerdeführer  zu  verfolgen,  sei  doch  dieser  angesichts  seines 

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geringen  politischen Profils  zum  jetzigen  Zeitpunkt  nicht mit  erheblicher 
Wahrscheinlichkeit von asylrelevanten Schwierigkeiten bedroht,

dass die vom Beschwerdeführer ins Recht gelegten Beweismittel nicht zu 
einer anderen Betrachtungsweise zu führen vermöchten,

dass  der  Wegweisungsvollzug  nach  Sri  Lanka  zulässig,  zumutbar  und 
möglich sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  4.  Januar  2012  gegen 
diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben 
und  die  nachfolgend  aufgeführten  Rechtsbegehren  stellen  liess:  Die 
Verfügung  des  BFM  vom  1.  Dezember  2011  sei  wegen  Verletzung 
formellen Rechts aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an das 
BFM  zurückzuweisen.  Eventualiter  sei  die  vorinstanzliche  Verfügung 
aufzuheben  und  die  Sache  zur  Feststellung  des  vollständigen  und 
richtigen  rechtserheblichen Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das 
BFM  zurückzuweisen.  Eventualiter  sei  die  vorinstanzliche  Verfügung 
aufzuheben  und  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers 
festzustellen. Es sei  ihm  in der Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter 
sei  die  vorinstanzliche  Verfügung  aufzuheben  und  die  Unzulässigkeit 
oder die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen.

dass  auf  die  Begründung,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den 
nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Untermauerung  der 
Beschwerdebegründung die Beweismittel Nr. 3 – 19 (vgl. Beschwerde S. 
30) zu den Akten reichen liess,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG, 
SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines 
Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31]  i. V. m.  Art. 31 – 33  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
[BGG, SR 173.110]),

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dass  eine  solche  Ausnahme  in  casu  nicht  vorliegt,  weshalb  das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde, 

dass  somit  das  Gesuch,  die  Vorinstanz  zur  Vernehmlassung  und 
Wiedererwägung  im  Sinne  von  Art.  58  VwVG  einzuladen,  aus 
prozessökonomischen Gründen abzuweisen ist,

dass  das  Ersuchen  um  Mitteilung,  welcher  Bundesverwaltungsrichter 
oder  welche  Bundesverwaltungsrichterin  und  welcher  Gerichtsschreiber 
und  welche  Gerichtsschreiberin  mit  der  Instruktion  im  vorliegenden 
Verfahren  betraut  ist  und  welche  Richter  an  einem  Entscheid  weiter 
mitwirken  werden,  unter  Hinweis  auf  das  dem  Rechtsvertreter  bereits 
bekannte  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­7798/2010  E.  4 
abzuweisen ist,

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dass der Beschwerdeführer seit seiner letzten Befragung keine aktuellen 
Ereignisse  zu  Handen  des  BFM  zu  vermelden  hatte,  weshalb  die 
Vorinstanz zu Recht keine weiteren Abklärungen vornahm,

dass  der  Beschwerdeführer  nach  eigenem  Bekunden  anlässlich  der 
Anhörung vom 29. Mai 2009 durch das BFM alles sagen konnte, was für 
sein Asylgesuch wichtig erscheint (A16/19 F160 S. 17), weshalb sich der 
Schluss aufdrängt, die Anwesenheit einer Frau anlässlich der Anhörung 
hat  ihn  nicht  davon  abgehalten,  sich  frei  zu  äussern,  andernfalls  er 
zumindest  seinem  Unbehagen  über  die  Anwesenheit  einer  Frau  hätte 
Ausdruck geben müssen,

dass  es  sich  auch  unter  diesem  Gesichtspunkt  erübrigt,  den 
Beschwerdeführer nochmals anzuhören,

dass  die  vom  Beschwerdeführer  vorgebrachten  Misshandlungen  nicht 
bestritten  werden,  weshalb  es  sich  erübrigt,  ein  psychiatrisches 
Gutachten einholen zu lassen,

dass die Vorinstanz weder das  rechtliche Gehör beziehungsweise seine 
Begründungspflicht  verletzt  noch  den  Sachverhalt  unvollständig  oder 
unrichtig abgeklärt hat,

dass es in casu keinen Anlass zur Annahme gibt, dem Beschwerdeführer 
sei  nicht  Einsicht  in  alle  Akten  gewährt  worden,  die  im Rahmen  dieses 
Verfahrens erstellt oder beigezogen worden sind (zu Art. 26 VwVG siehe 
Urteil  des  Bundesgerichts  2A.108/2000  E.  2a.aa.),  und  allgemein 
zugängliche Informationen offensichtlich nicht der Akteneinsicht nach Art. 
26 Abs. 1 VwVG unterliegen,

dass  die Begründung  der  vorinstanzlichen Verfügung  die Überlegungen 
nennt, von denen sich die Behörde  leiten  liess und auf welche sie  ihren 
Entscheid  stützte  (vgl.  LORENZ  KNEUBÜHLER,  in:  CHRISTOPH  AUER/
MARKUS  MÜLLER/BENJAMIN  SCHINDLER  (Hrsg.),  Kommentar  zum 
Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich/St. Gallen 
2008,  Art.  35  N  6),  weshalb  in  casu  von  einer  Verletzung  der 
Begründungspflicht keine Rede sein kann,

dass  es  sich  nach  dem  Gesagten  erübrigt,  den  vorinstanzlichen 
Entscheid  zu  kassieren  und  zu  neuem  Entscheid  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen oder weitere Beweise zu erheben,

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dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1 
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder 
im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 
gemacht werden muss (Art. 7 AsylG),

dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde 
ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben 
hält,

dass  der Bürgerkrieg  in Sri  Lanka nunmehr  seit  geraumer Zeit  beendet 
ist,  weshalb  nach  der  Praxisänderung  der  Vorinstanz  nun  auch  das 
Bundesverwaltungsgericht bei der Beurteilung der Lage in Sri Lanka den 
tatsächlichen  Verhältnissen  Rechnung  trägt  (vgl.  den  nachstehend 
angeführten Grundsatzentscheid),

dass die Gewährung von Asyl in erster Linie dem präventiven Schutz vor 
Verfolgung  und  nicht  der  Kompensation  für  allfällige  Verfolgung  in  der 
Vergangenheit dient,

dass  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  im  Wesentlichen 
zutreffenden  Erwägungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  sowie  auf 
diejenigen  im Grundsatzentscheid BVGE E­6220/2006  vom 27. Oktober 
2011 verwiesen werden kann,

dass  der  Beschwerdeführer  angesichts  seines  in  der  vorinstanzlichen 
Verfügung  zutreffend  evaluierten  politischen  Profils  keinen  Anlass  zu 
begründeter Furcht  vor  staatlicher Verfolgung  in Colombo hat, weil  eine 
derartige Furcht einer objektivierten Betrachtungsweise nicht standhält,

dass  sich  die  Schweizerische  Asylrekurskommission  in  Entscheidungen 
und  Mitteilungen  (EMARK)  2006  Nr.  18  –  einem  Grundsatzentscheid – 
mit  der  nichtstaatlichen Verfolgung auseinandersetzte,  die Anerkennung 
von nichtstaatlicher Verfolgung unter dem Blickwinkel des Wechsels von 
der Zurechenbarkeits­ zur Schutztheorie eingehend prüfte und dabei zum 
Schluss  kam,  dass  nichtstaatliche  Verfolgung  grundsätzlich 

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flüchtlingsrechtlich  relevant  sei,  wenn  der  davon  betroffenen  Person  im 
Heimatland kein Schutz gewährt werden könne,

dass diese Rechtsprechung vom Bundesverwaltungsgericht weitergeführt 
wird,

dass die Annahme einer  innerstaatlichen Schutzalternative im Lichte der 
Schutztheorie  zum  einen  eine  funktionierende  und  effiziente 
Schutzinfrastruktur  am Zufluchtsort  voraussetzt,  zum anderen  auch  den 
staatlichen  Willen,  der  in  einem  anderen  Landesteil  von  Verfolgung 
betroffenen Person am Zufluchtsort Schutz zu gewähren,

dass  es  im  Rahmen  einer  individuellen  Einzelfallprüfung  und  unter 
Berücksichtigung  des  länderspezifischen Kontextes  zu  beurteilen  ist,  ob 
einer  betroffenen  Person  angesichts  der  sich  konkret  abzeichnenden 
Lebenssituation  am  Zufluchtsort  zugemutet  werden  kann,  sich  dort 
niederzulassen  und  eine  neue  Existenz  aufzubauen  (vgl.  das  zur 
Publikation vorgesehene Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts 
BVGE  D­4935/2007  vom  21.  Dezember  2011  E.  8.5.1.  S.  18,  E.  8.6. 
S. 20),

dass sich der Beschwerdeführer  in Colombo nicht  vor Verfolgung durch 
irgendwelche Privatpersonen zu fürchten braucht, erweisen sich doch die 
dortigen  sri­lankischen  Behörden  durchaus  als  schutzwillig  und  –fähig, 
weshalb  dem  Beschwerdeführer  in  Colombo  eine  innerstaatliche 
Fluchtalternative  zur  Verfügung  steht  und  gemäss  langjähriger  Praxis 
keine Verfolgung im Sinne des Asylgesetzes vorliegt,

dass  der  Beschwerdeführer  bei  seiner  Rückkehr  insbesondere  nicht 
damit  rechnen  muss,  mit  einer  existenziellen  Notlage  konfrontiert  zu 
werden, war er doch schon vor seiner Ausreise als Landwirt und Maurer 
tätig,  weshalb  er  seine  angestammten  beruflichen  Aktivitäten  ohne 
Weiteres wieder aufnehmen kann,

dass  er  darüber  hinaus  über  ein  grösseres  Beziehungsnetz  im 
Heimatstaat,  insbesondere auch in Colombo, verfügt (A16/19 F18 – F25 
und F41 S. 4 und 6),

dass er sich vor seiner Ausreise aus dem Heimatstaat  in Colombo regi­ 
strieren  liess  und  über  eine  konkrete  Unterkunftsmöglichkeit  bei  einer 
Verwandten  verfügte  (A16/19  F41  S.  6),  weshalb  es  keinen  Anlass  zur 

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Annahme  gibt,  er  werde  nach  seiner  Rückkehr  dort  nicht  auf  familiäre 
Unterstützung zählen können,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  nach  seiner  Rückkehr  nach  Colombo 
unbenommen bleibt, dort auch längere Zeit zu verweilen, weil die von ihm 
geltend  gemachte  Furcht  vor  Aktionen  paramilitärischer  Formationen  in 
Colombo  –  wie  bereits  erwähnt  –  angesichts  der  tatsächlichen 
Verhältnisse im Heimatstaat unbegründet erscheint,

dass der Beschwerdeführer erklärte, seine Reise nach Europa habe  ihn 
und  seine Familie  3.3 Millionen Rupien gekostet, weshalb  von –  im  sri­
lankischen  Kontext  –  hablichen  Verhältnissen  auszugehen  ist  (A16/19 
F 47 S. 6), selbst wenn auch noch einige Freunde Geld geliehen haben 
sollten,

dass  er  ausserdem  in  der  Schweiz  einen  Rechtsvertreter  mit  der 
Wahrung  seiner  Interessen  beauftragen  konnte,  der  im  vorliegenden 
Verfahren  keinen  Anlass  sah,  für  seinen  Mandanten  die  unentgeltliche 
Rechtspflege  zu  beantragen,  weshalb  davon  auszugehen  ist,  der 
Beschwerdeführer werde nach der Rückkehr auch in der Lage sein, nebst 
seinem  Lebensunterhalt  für  allfällige  Kosten  seiner  medizinischen 
Versorgung,  die  auch  in  Sri  Lanka  grundsätzlich  gewährleistet  ist, 
aufzukommen,

dass  er  im  Übrigen  auch  die  Möglichkeit  hätte,  auf  Gesuch  hin  in  den 
Genuss medizinischer Rückkehrhilfe zu gelangen,

dass  zusammenfassend  festzustellen  ist,  dass  dem  Beschwerdefüh­
rer  im  Heimatstaat  unter  dem  Gesichtspunkt  der  Verfolgungssicherheit 
eine zumutbare innerstaatliche Fluchtalternative offen stand und steht, 

dass  das  BFM  zu  Recht  zum  Schluss  gelangte,  der  Beschwerdeführer 
erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  dies  umso weniger,  als  er  auch 
noch über den streng kontrollierten Flughafen von Colombo ausreiste,

dass  aufgrund  der  Aktenlage  keine  hinreichenden  Anhaltspunkte 
erkennbar  sind,  wonach  der  Beschwerdeführer  im  Heimatstaat  in 
absehbarer  Zukunft  und  mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit  ernsthaften 
Nachteilen  aus  flüchtlingsrechtlich  relevanten  Motiven  ausgesetzt  sein 
könnte,  weshalb  vor  diesem  Hintergrund  die  Beschwerde  unbegründet 
erscheint,

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dass  der  Beschwerdeführer  somit  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht 
nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen  vermag,  weshalb 
das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat,

dass  es  sich  bei  dieser  Sachlage  erübrigt,  auf  weitere  Vorbringen  und 
Beweismittel  näher  einzugehen  oder  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  unter  dem  Gesichtspunkt  von  Art.  7  AsylG  zu 
würdigen,

dass  es  sich  gleichermassen  erübrigt,  eine  Frist  zur  Beweisproduktion 
anzusetzen wie auch das Dossier D­3042/2011 beizuziehen, weshalb die 
entsprechenden Gesuche abzuweisen sind,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser 
[Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

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dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet 
und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im 
Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat 
droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete 
Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der 
Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  zumutbar  (siehe  vorstehende 
Erwägungen) ist,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse 
bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (vgl.  Art. 8  Abs. 4 
AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515),

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dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.– 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand: