# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 915fefe9-6549-5345-82df-e2cdd340c62b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-09-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 14.09.2004 SF 2004 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2004-30_2004-09-14.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 14. September 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 04 30  (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Riesen-Bienz, Tomaschett-Murer und Vital
Aktuarin ad hoc Ziörjen

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In der Strafsache

des X., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Luzius Schmid, 
Villa Fontana, Postfach 546, Obere Strasse 22 B, 7270 Davos Platz,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 7. Juni 2004, 

wegen mehrfacher Gehilfenschaft zu unvollendetem Raubversuch, mehrfachem 
Diebstahl, etc.,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. X. wurde am 7. Mai 1984 in B. geboren, wo er bis im Jahre 1996 zu-
sammen mit seinem Bruder bei den Eltern aufwuchs und fünf Jahre die Primar-
schule besuchte. Danach lebte er vorerst bei einer Tante und später bei seinem 
Vater in A. und absolvierte dort die 6. bis 8. Grundschulklasse. Nach Schulab-
schluss begann er in A. eine Lehre als Holzbearbeitungstechniker-Designer. Diese 
Ausbildung brach er nach einem Jahr ab und kehrte im Jahr 2000 nach B. zurück, 
wo er die letzte Realschulklasse abschloss. Anschliessend begann er bei der F. AG 
eine Lehre als Verkäufer. Aufgrund von Differenzen mit seinem Lehrmeister wech-
selte er im Frühjahr 2002 in die Elektronikabteilung der G. in B. und schloss dort die 
erwähnte Ausbildung im August 2002 ab. Seither war er arbeitslos. Von November 
2002 bis im Juni 2003 absolvierte X. an der Betriebs- und Volkswirtschaftsschule H. 
einen Basiskurs für Softwaretechniker. Seit dem 1. Mai 2004 ist er in Zürich auf 
Arbeitsuche. X. hat zur Zeit kein regelmässiges Einkommen, sondern wird von sei-
nen Eltern unterstützt. Er hat weder Schulden noch Vermögen.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. nicht verzeichnet.

Am 21. November 2002 wurde X. in B. vorläufig festgenommen. Als Begrün-
dung wurde Kollusionsgefahr angegeben. Er wurde am 23. November 2002 aus 
dem Polizeigewahrsam entlassen. 

B. X. wird wegen mehrfacher Gehilfenschaft zu unvollendetem Raubver-
such gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB und 
Art. 25 StGB, strafbarer Vorbereitungshandlungen gemäss Art. 260bis StGB, mehr-
fachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB sowie mehrfacher Widerhandlung 
gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG in Anklagezustand versetzt. Die Staatsanwaltschaft 
Graubünden legte dieser Anklage gemäss Anklageschrift vom 7. Juni 2004 folgen-
den Sachverhalt zugrunde:

„1. Im August oder September 2002 versuchten I. und J. vor der Nachttre-
soranlage der Bank K. in L. vermummt einen Angestellten des Restau-
rants Scala zu überfallen und ihm die Tageseinnnahmen des Betriebs 
abzunehmen. Die Beute wollten die beiden Täter zu gleichen Teilen un-
ter sich aufteilen. Nachdem das potentielle Opfer am fraglichen Abend 
jedoch nicht erschien, entschlossen sie sich, den Tatplan zu einem 
späteren Zeitpunkt umzusetzen.

In den folgenden Tagen erkundigten sie sich beim Angeklagte, ob er bei 
der Tatausführung mitwirken würde. X. sollte im Bereich des Restau-
rants Scala warten und seinen Komplizen über Mobiltelefon das Verlas-
sen des Lokals des für die Tageseinnahmen zuständigen Angestellten 
melden. Darauf wollten I. und J. vermummt aus ihrem Versteck kommen 
und ihr Opfer bei der erwähnten Nachttresoranlage überfallen. Für seine 
Mithilfe sollte der Angeklagte im Erfolgsfall Fr. 1'000.-- erhalten. Die 

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restliche Beute wäre zwischen I. und J. zu gleichen Teilen aufgeteilt wor-
den.

Mit diesem Vorgehen war X. einverstanden, worauf sich I. und J. einige 
Tage nach dem erwähnten misslungenem Versuch um ca. Mitternacht 
vermummt in der Nähe der Filiale der Bank K. in L. versteckten. Der 
Angeklagte stand per Handy mit seinen Komplizen in Verbindung und 
beobachtete von seinem Standort aus das Restaurant M.. Als nach 
01.00 Uhr der letzte Angestellte das genannte Lokal verlassen hatte und 
mit dem Auto weggefahren war, brachen X. und seine Begleiter das Vor-
haben ab.

Akten: Dossier 4

Wenige Tage später wollten I. und J. ihren Tatplan erneut umsetzen. 
Dabei entschied man sich für das gleiche Vorgehen wie beim letzten 
Versuch. Wieder sollte der Angeklagte das Auftauchen des M.-Ange-
stellten mit den Tageseinnahmen telefonisch seinen versteckten und 
vermummten Komplizen melden. Darauf wollten I. und J. das Opfer bei 
der Bank K. in L. überfallen. Im Erfolgsfall hätte X. Fr. 1‘000.-- erhalten. 
Den Restbetrag hätten I. und J. zu gleichen Teilen unter sich aufgeteilt.

In der fraglichen Nacht bezogen die Täter wieder um etwa Mitternacht 
ihre Posten. Nachdem bis um ca. 01.00 Uhr kein Mitarbeiter Restaurant 
M. die Bank K. aufgesucht hatte, begab sich X. zu seinen beiden Kolle-
gen, wo die drei gemeinsam noch einige Zeit warteten. Als schliesslich 
das Licht im Restaurant M. ausgeschaltet wurde und der letzte Ange-
stellte das Lokal ohne Geldkassette verlassen hatte, brachen sie ihr Vor-
haben ab.

Akten: Dossier 5

Ein paar Tage später versuchten I., J. und der Angeklagte ein letztes 
Mal den Angestellten des Restaurant M. bei der Bank K. in L. zu über-
fallen und ihm die Tageseinnahmen des Lokals abzunehmen. Dabei 
wollte man genau gleich wie beim letzten Versuch vorgehen.

In der fraglichen Nacht bezogen X. und seine Begleiter wieder um ca. 
Mitternacht ihre Posten und warteten dort bis um etwa 00.30 Uhr. Da-
nach begab sich der Angeklagte zu seinen Kollegen, wo die drei noch 
einige Zeit gemeinsam das Restaurant M. beobachteten. Auch in dieser 
Nacht verliess aber kein Mitarbeiter Restaurant M. das Lokal mit einer 
Geldkassette, worauf I., J. und X. von der Tat absahen und den Tatplan 
nicht weiter verfolgten.

Akten: Dossier 6

2. Ungefähr im September 2002 vereinbarten I. und J., die Post N. in L. zu 
überfallen. Nachdem sie das Tatvorgehen in den Grundzügen geplant 
und die Örtlichkeit ausgekundschaftet hatten, fragten sie den Angeklag-
ten, ob er bei der Tat mitwirken und dabei die Umgebung beobachten 
würde. Dafür sollte er 10% der Beute erhalten. Den Restbetrag wollten 
I. und J. zu gleichen Teilen unter sich aufteilen.

Gemäss dem ursprünglichen Plan wären I. und J. vermummt und mit 
Softgunpistolen ausgerüstet ins Postlokal eingedrungen. Weil I. seine 
Pistole jedoch nicht mehr finden konnte und J. seine in Bern hatte, kam 

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man in einer zweiten Phase zum Schluss, den Raubüberfall mit Hilfe 
von Messern zu begehen. Von dieser Idee kamen die Männer jedoch 
wieder ab und vereinbarten schliesslich, an einem Morgen um 08.00 
Uhr vermummt aber unbewaffnet die erste Postangestellte abzufangen 
und mit ihr ins Postgebäude einzudringen. Danach sollte die Angestellte 
gefesselt und das Geld aus dem Tresor behändigt werden. Wie er-
wähnt, sollte der Angeklagte während der Tatausführung die Umgebung 
beobachten. 

Nachdem I. und J. die Örtlichkeit zuerst alleine und später zusammen 
mit X. ausgekundschaftet und die erforderlichen Utensilien (Kabelbinder 
etc.) zu Hause bereitgestellt hatten, legten sie einen Tag zur Tataus-
führung fest. Am fraglichen Morgen im September oder anfangs Okto-
ber 2002 konnten I. und X. trotz mehrerer Versuche und entgegen der 
Vereinbarung J. telefonisch nicht erreichen. Als sie ihn auch in den fol-
genden Tagen nicht fanden, sahen sie von der Tat vorerst ab.

Einige Zeit später weihte I. O.. in den Tatplan ein und bat ihn, bei der 
Tatumsetzung als Mittäter mitzuwirken. Damit war O.. grundsätzlich ein-
verstanden, wollte jedoch das Ganze etwas besser planen. Zusammen 
mit I. begab er sich deshalb eines Morgens zur Post N., um die Arbeits-
abläufe in der Poststelle zu analysieren. Wie beim ersten Tatplan sollte 
und wollte X. bei der Tatumsetzung als „Beobachtungsposten“ mitwir-
ken. Dafür hätte er 10% des Deliktsbetrages erhalten. 

Weil O. in der fraglichen Zeit seine Abschlussprüfungen hatte und an-
schliessend in die Ferien wollte, vereinbarten die Täter, die erwähnte 
Postfiliale erst nach diesem Urlaub zu überfallen. Unmittelbar nach den 
Abschlussprüfungen wurde O. verhaftet.

Akten: Dossier 7

3. Im August 2000 begann X. bei der F. AG, Verkaufsladen B., eine Ver-
käuferlehre, welche er im April 2002 abbrach. Zwischen dem 1. Oktober 
2000 und dem 15. April 2002 entwendete er im erwähnten Lehrbetrieb 
verschiedene Gegenstände im Gesamtwert von ca. Fr. 4'390.40, näm-
lich:

Artikelbezeichnung Anzahl Gesamtwert 
in Fr.

polizeiliche
Sicherstellung

CD-Rom, Spiele zu Sony Play-
Station 2

5 429.50 ja

CD-Rom, Computerspiele 5 255.55 ja

CD-Rom, CDR Power DVD 3.0 1 49.00 Ja

CD-Rom, Norton SystemWorks 
2001 mit zwei Handbüchern

1 198.00 ja

DVD-Filme 10 ca. 300.00 ja

Mobiltelefon Nokia Typ 6210 1 499.00 ja

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Walkman Sony, Portabler Min-
idisc Recorder, Typ MZ-R700

1 401.00 ja

Mic Mouse Pad ST-1 1 12.95 ja

Sony Joystick zu PlayStation 2, 
Typ Dualschock 2

1 49.90 ja

Elektroverbindungskabel 4 ca. 40.00 ja

Preepaid SIM-Card mit Ge-
prächsguthaben

1 120.00 nein

Preepaid Telefonkarten à 
Fr. 30.00

30 900.00 nein

Preepaid Telefonkarten à 
Fr. 50.00

6 300.00 nein

Preepaid Telefonkarten à 
Fr. 100.00

2 200.00 nein

Autolautsprecher Pioneer 1 Paar ca. 300.00 nein

Leere Minidisc Kassetten unbekannt ca. 20.00 nein

Cover zu Nokia 3210 1 ca. 50.00 nein

Unbespielte CD 1 Paket ca. 20.00 nein

Memorycard zu Sony PlaySta-
tion 2

64.90 nein

Patrone zu Computerdrucker HP 
DJ 980 cxi

1 71.90 nein

USB-Kabel 1 ca. 10.00 nein

Nokia Clubkarten 3 18.00 nein

Druckerpapier, 500er Pack 1 10.90 nein

Fotopapier 10 29.90 nein

Batterie, 10er Pack 3 ca. 30.00 nein

CD-Schutzhüllen, 10er Pack 1 9.90 nein

Die F. AG, vertreten durch P., stellte am 30. November 2002 gegen den 
Angeklagten Strafantrag wegen Diebstahls. 

Die sichergestellten Gegenstände wurden der F. AG erstattet.

Den überwiegenden Teil des Deliktsgutes verwendete der Angeklagte 
zum Eigengebrauch.

Akten: Dossier 3

4. Zwischen Juli 2001 und November 2002 rauchte X. durchschnittlich 
zwei bis drei und danach bis im Mai 2003 etwa einen Joint „Marihuana“ 

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pro Woche. Zudem rauchte er zwischen Juli 2001 und November 2002 
insgesamt ca. zehn Joints mit Haschisch.

Akten: Dossier 8“

C. Die F. AG, machte am 16. Juli 2003 fristgerecht (Schlussverfügung 
vom 9. Juli 2003, act. 1.11) adhäsionsweise eine Forderung von Fr. 4'390.40 zu-
züglich Zins zu 5% p. a. seit dem 15. April 2002 geltend.

D. Anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht Graubün-
den vom 14. September 2004 waren der Angeklagte und sein amtlicher Verteidiger, 
Rechtsanwalt Dr. iur. Luzius Schmid, anwesend. Die Anklage wurde von Staatsan-
walt Dr. iur. Jakob Grob vertreten. Gegen die Zuständigkeit und die Zusammenset-
zung des Gerichtes wurden keine Einwände erhoben, so dass sich dieses als in der 
Sache legitimiert erklärte.

Während der richterlichen Befragung bestätigte der Angeklagte die anläss-
lich der vorherigen Einvernahmen gemachten Angaben zu seinen persönlichen Ver-
hältnissen, mit einigen Ergänzungen zu seiner heutigen Situation. Im Rahmen der 
richterlichen Befragung bestätigte der Angeklagte im Wesentlichen die ihm zur Last 
gelegten Straftaten. Der amtliche Verteidiger legte dem Gericht eine Vereinbarung 
zwischen X. und der F. AG vor, in welcher die F. AG ihre Adhäsionsklage zurück-
zieht.

E. Nach Abschluss des Beweisverfahrens stellte und begründete der 
Staatsanwalt Dr. iur. Jakob Grob folgende Anträge:

„1. X. sei der mehrfachen Gehilfenschaft zum unvollendeten Raubversuch 
gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 
StGB und Art. 25 StGB, der strafbaren Vorbereitungshandlungen 
gemäss Art. 260bis StGB, des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 
Ziff. 1 StGB und der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 
BetmG schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit 6 Monaten Gefängnis zu bestrafen, unter Anrechnung 
der Polizeihaft von 3 Tagen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei aufzuschieben, unter Ansetzung ei-
ner Probezeit von zwei Jahren.

4. Gesetzliche Kostenfolge.“

Der Staatsanwalt führte aus, dass der Sachverhalt klar, ausgewiesen und 
eingestanden sei. Bei der rechtlichen Subsumtion würden sich aber einige Abgren-
zungsfragen stellen. Vorweg sei darauf hinzuweisen, dass das Kantonsgericht 
Graubünden erst kürzlich die Mitbeteiligten verurteilt habe. Das gegen diese drei 

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Angeklagten ausgefällte Urteil sei für den heute aktuellen Fall deshalb von Bedeu-
tung, weil die hier eingeklagten Raubversuche in jenem Urteil tatsächlich auch als 
Versuch nach Art. 21 Abs. 1 StGB qualifiziert worden seien. Sodann sei in diesem 
Urteil auch die eingeklagte strafbare Vorbereitungshandlung als solche qualifiziert 
worden. Die Qualifikation dieser Taten stehe damit auch für den vorliegenden Fall 
fest, es würden aber zwei entscheidende Unterschiede bestehen. Der eine Unter-
schied bestehe darin, dass beim Angeklagten bei den Raubversuchen lediglich Ge-
hilfenschaft eingeklagt worden sei. Dieser sei bloss Schmiere gestanden und habe 
als Aufpasser mitgewirkt. Bei der Planung sei er nicht dabeigewesen. Die Voraus-
setzungen für die Begründung einer Mittäterschaft seien nicht gegeben. Der zweite 
Unterschied bestehe darin, dass im Hauptfall Bandenmässigkeit eingeklagt worden 
sei. Diese würde aber im vorliegenden Fall nicht eingeklagt, weil man dem Ange-
klagten nicht unterstellen könne, er habe sich wissentlich mit den andern zusam-
mengefunden, um inskünftig mehrere selbständige Raubtaten zu begehen. Demge-
genüber werde die strafbare Vorbereitungshandlung aber als Mittäterschaft qualifi-
ziert, da der Angeklagte in diesem Fall bei der Vorbereitung und Planung aktiv mit-
gewirkt habe. Das Verschulden des Angeklagten könne einerseits nicht als schwer 
bezeichnet werden, anderseits könne es aber auch nicht bagatellisiert werden, da 
es sich immerhin, was die Raubdelikte anbelange, um Gewalttaten handle. Straf-
mindernd könne dem Angeklagten das Geständnis, die Vorstrafenlosigkeit und der 
gute Leumund zugute gehalten werden. Strafschärfend falle die mehrfache Began-
genschaft und das Zusammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen in Betracht. 
Strafmildernd seien einerseits die Gehilfenschaft und anderseits der Versuch zu 
berücksichtigten. In starkem Masse zu Gunsten des Angeklagten wirke sich sodann 
der Umstand aus, dass die unter Ziff. 3 der Anklageschrift aufgeführten Diebstähle 
in einem Zeitraum begangen worden seien, in dem der Angeklagte noch nicht 18-
jährig gewesen sei. 

F. Der amtliche Verteidiger von X., Rechtsanwalt Dr. iur. Luzius Schmid, 
stellte und begründete im Namen seines Mandanten folgende Anträge:

„1. X. sei von Punkt 1 der Anklage freizusprechen, eventuell sei er der 
mehrfachen Gehilfenschaft zu unvollendetem Diebstahlsversuch schul-
dig zu sprechen.

2. X. sei von Punkt 2 der Anklage freizuprechen.

3. X. sei wegen mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB 
(Punkt 3 der Anklage) und wegen mehrfacher Widerhandlung gegen 
Art. 19a Ziff. 1 BetmG (Punkt 4 der Anklage) zu bestrafen.

4. Selbst unter der Annahme, dass die Anklagepunkte 2 und 3 erfüllt sind, 
sei X. mit wenigen Monaten Gefängnis zu bestrafen.

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5. X. sei der bedingte Strafvollzug zu gewähren.“

Der amtliche Verteidiger führte aus, dass der Sachverhalt vollumfänglich an-
erkannt sei. Der Angeklagte habe bereits anlässlich der Einvernahmen durch die 
verschiedenen Untersuchungsbehörden seine Kooperationsbereitschaft uneinge-
schränkt aufgezeigt und immer wieder unterstrichen. Zur rechtlichen Qualifikation 
des Raubversuches legte der amtliche Verteidiger dar, dass es im vorliegenden Fall 
nicht feststehen würde, wie die Tat ausgeführt worden wäre, wenn es dazu gekom-
men wäre. Der Angeklagte sei nicht davon ausgegangen, dass die beiden anderen 
Gewalt gegen den Angestellten anwenden würden. Somit würde der Tatbestand 
des Raubes ausser Betracht fallen und es sei von Diebstahl auszugehen. Des Wei-
teren liege auch kein unvollendeter Versuch vor, weil der letzte entscheidende 
Schritt bei der Tatbegehung noch nicht vollzogen gewesen sei. Alle drei Täter hätten 
das Vorhaben jederzeit abbrechen können, ohne dass davon jemand etwas ge-
merkt hätte. Zur strafbaren Vorbereitungshandlung führte der amtliche Verteidiger 
aus, dass der Angeklagte bei der Planung überhaupt keine Rolle gespielt habe. Er 
habe sich vor allem durch seinen Bruder zur Beobachtungshandlung überreden las-
sen. Er sei auch froh gewesen, als es nicht zur Ausführung des Deliktes gekommen 
sei. Somit sei dieser Tatbestand nicht erfüllt. Zur Strafzumessung wurde hypothe-
tisch ausgeführt, dass die Tatschwere im Verhältnis zum angedrohten Strafrahmen 
objektiv gering wiege. Strafmildernd sei der Versuch und die Gehilfenschaft zu 
berücksichtigen. Da die Diebstahlsdelikte durch den Angeklagten vor seinem 18. 
Altersjahr begangen worden seien, und bei solchen Delikten gemäss BGE 94 IV 57 
ff. das Verschulden nicht das entscheidende Kriterium sei, dürften die Diebstähle im 
Lehrbetrieb auf die Strafe nur einen bescheiden erhöhenden Einfluss haben. Be-
züglich der Betäubungsmitteldelikte liege es im Ermessen des Kantonsgerichtes 
über einen leichten Fall zu entscheiden und allenfalls von einer Strafe Abstand zu 
nehmen. Der Angeklagte habe diese Substanzen in geringen Mengen im geselligen 
Kreis seiner Kollegen geraucht. Selbst käuflich erworben habe er die Betäubungs-
mittel nur zwei Mal. Zumindest dränge sich eine milde Strafe auf, sollte das Kan-
tonsgericht nicht von einer Bestrafung absehen.

G. In seiner Replik hielt der Staatsanwalt fest, dass der Angeklagte be-
züglich des Vorfalls Restaurant M., sollte kein unvollendeter Versuch angenommen 
werden, auch wegen strafbarer Vorbereitungshandlungen verurteilt werden könne, 
da der Sachverhalt gleich sei. Er verwies dabei auf Art. 125 StPO, worin festgehal-
ten ist, dass das Gericht nicht an die rechtliche Beurteilung des Tatbestandes, wel-
cher der Anklage zugrunde liege, gebunden sei. Im Hauptfall seien diese Tatbege-

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hungen aber klarerweise als Versuche angesehen worden. Allerdings sei das Ge-
richt nicht an dieses Urteil gebunden. Wenn aber der Angeklagte mit den Haupt-
tätern vor Gericht gestanden hätte, wäre er auch wegen unvollendeten Raubver-
suchs verurteilt worden. Auch wenn die Täter keinen Raub vorgesehen hätten, wäre 
zumindest ein Entreissdiebstahl möglich gewesen. Tatsache sei jedenfalls, dass bei 
allen vollendeten Raubversuchen die Haupttäter immer Gewalt angewendet hätten. 
Bezüglich der strafbaren Vorbereitungshandlungen könne auf die Einvernahmen 
des Angeklagten verwiesen werden, wo hervorgehe, dass Vorbereitungshandlun-
gen getroffen worden seien. Bei den Betäubungsmitteldelikten könne nicht von ei-
nem leichten Fall ausgegangen werden, da der Angeklagte über 2 ½ Jahre Ha-
schisch konsumiert habe.

H. In der Duplik führte der amtliche Verteidiger aus, dass der Gesamtbe-
urteilung der Staatsanwaltschaft zuzustimmen sei, wonach die Abgrenzungsproble-
matik nicht entscheidend sei. Zu Gunsten des Angeklagten sollten diese Überlegun-
gen aber gemacht werden. Beim Entreissdiebstahl gehe es darum, was sich der 
Angeklagte vorgestellt habe, das heisst, ob er sich vorgestellt habe, dass Gewalt 
angewendet würde oder nicht. Es gehe nicht darum, was sonst geschehen sei.

I. In seinem Schlusswort hielt der Angeklagte fest, dass es ihm sehr leid 
täte und er sich bei den Geschädigten entschuldigen möchte. Er habe daraus ge-
lernt und lasse die Finger von solchen und anderen Delikten. Er habe jetzt auch 
eine solide Zukunftsplanung. 

Auf die weiteren mündlichen Ausführungen des Staatsanwaltes und des amt-
lichen Verteidigers zu den Anträgen - die mündlichen Plädoyers wurden schriftlich 
zu den Akten gereicht - sowie auf die richterliche Befragung des Angeklagten an-
lässlich der Hauptverhandlung wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Er-
wägungen eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. X. wird von der Staatsanwaltschaft wegen mehrfacher Gehilfenschaft 
zu unvollendetem Raubversuch gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung 
mit Art. 21 Abs. 1 StGB und Art. 25 StGB angeklagt. Der in der Anklageschrift auf-
geführte Sachverhalt ist unbestritten und anerkannt. Demgegenüber verneinte der 
amtliche Verteidiger in seinem Plädoyer die Subsumtion der vorliegenden Tat unter 
den Tatbestand des Raubversuches und erachtete eventualiter lediglich einen Dieb-

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stahlsversuch als gegeben. Im vorliegenden Fall würde nicht feststehen, wie die Tat 
ausgeführt worden wäre, wenn es dazu gekommen wäre. Der Angeklagte sei nicht 
davon ausgegangen, dass die beiden anderen Gewalt gegen den Angestellten an-
wenden würden. Des Weiteren führte der amtliche Verteidiger aus, dass auch kein 
unvollendeter Versuch vorliegen würde, weil der letzte entscheidende Schritt bei der 
Tatbegehung noch nicht vollzogen gewesen sei. Alle drei Täter hätten das Vorha-
ben jederzeit abbrechen können, ohne dass davon jemand etwas gemerkt hätte. Im 
vorliegenden Fall ist somit zunächst zu prüfen, ob die geplante Entwendung der 
Tageseinnahmen des Restaurant M. der Haupttäter als unvollendeter Raubversuch 
im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB zu 
qualifizieren ist. Ist dies zu bejahen, stellt sich sodann die Frage, ob der Angeklagte 
durch sein Verhalten den Tatbestand der Gehilfenschaft zu einem unvollendeten 
Raubversuch erfüllt hat.

2. a)  Bei einem Raub gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB muss der Täter 
zunächst Gewalt ausüben oder Nötigungshandlungen vornehmen, welche den 
Diebstahl erst ermöglichen, und alsdann diesen auch wirklich verüben; erst damit 
ist die Tat vollendet. Die Nötigungshandlung muss sich gegen den Gewahrsamsin-
haber oder jemanden richten, der den Gewahrsam eines anderen vorübergehend 
hütet bzw. verteidigt. Bei der Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben, 
welche durch entsprechende Äusserungen sowie durch konkludente Handlungen 
geschehen kann, muss dem Opfer sinngemäss ein so erheblicher Schaden an Kör-
per oder Gesundheit in Aussicht gestellt werden, dass sich unter den gleichen Um-
ständen normalerweise auch ein anderer dem Angreifer beugen würde. Allgemein 
ist anerkannt, dass der Täter seine Drohung nicht zu verwirklichen wollen braucht. 
Es genügt, wenn für das Opfer dieser Eindruck erweckt wird. Der Täter muss so-
dann einen Diebstahl nach Art. 139 Ziff. 1 StGB begehen. Dieser muss ihm gerade 
durch die Gewalt oder die Nötigunghandlungen ermöglicht oder mindestens erleich-
tert werden (vgl. Rehberg/Schmid/Donatsch, Strafrecht III, 8. Aufl., Zürich 2003, S. 
136 ff.). In subjektiver Hinsicht ist der Vorsatz des Täters, gegenüber dem Gewahr-
samsinhaber Gewalt auszuüben oder Nötigungshandlungen vorzunehmen und sich 
dadurch die Verübung eines Diebstahls zu ermöglichen, erforderlich (vgl. Reh-
berg/Schmid/Donatsch, a.a.O., S. 140 in Verbindung mit S. 129 ff.). Raub ist somit 
der unter Anwendung von Gewalt oder Drohung oder durch Herbeiführung von Wi-
derstandsunfähigkeit begangene Diebstahl (Trechsel, Kurzkommentar zum StGB, 
2. Aufl., Zürich 1997, N 1 zu Art. 140 StGB).

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Ein unvollendeter Versuch nach Art. 21 StGB liegt vor, wenn der Täter zwar 
seinen Vorsatz manifestiert, aber nicht alles getan hat, was er nach seiner Vorstel-
lung tun wollte, um die Tat zu vollenden. Der Grund kann darin liegen, dass der 
Täter freiwillig, aus eigenem Antrieb, zurücktrat (Art. 21 Abs. 2 StGB) oder dass 
gemäss Art. 21 Abs. 1 StGB äussere Umstände den Täter zum Aufhören zwangen 
(vgl. Trechsel/Noll, Schweizerisches Strafrecht, AT I, 4. Aufl., Zürich 1994, S. 156; 
Riklin, Schweizerisches Strafrecht, AT I, 4. Aufl., Zürich 1997, S. 208 f.; Trechsel, 
a.a.O., N 1 zu Art. 21 StGB). Für die Frage, ob mit der Ausführung der Tat begonnen 
wurde, stellt die bundesgerichtliche Rechtsprechung auf die sogenannte Schwel-
lentheorie ab. Demnach gehört zur Ausführung der Tat schon jede Tätigkeit, die 
nach dem Plan des Täters auf dem Weg zum Erfolg den letzten entscheidenden 
Schritt darstellt, von dem es in der Regel kein Zurück mehr gibt (point of no return), 
es sei denn wegen äusserer Umstände, die eine Weiterverfolgung der Absicht er-
schweren oder verunmöglichen (vgl. BGE 120 IV 115 mit Hinweisen; 119 IV 253). 
Der Beginn der Tatausführung liegt bei denjenigen Handlungen vor, mit denen der 
Täter zur Verwirklichung des Tatbestandes unmittelbar ansetzt (Jenny, Guido, Bas-
ler Kommentar zum StGB, Band I, Basel 2003, N 20 zu Art. 21 StGB). Beim Raub 
beginnt der strafbare Versuch mit dem unmittelbaren Ansetzen zur Nötigungshand-
lung, sofern diese von der Absicht getragen wird, einen Diebstahl zu begehen. Die-
ses unmittelbare Ansetzen kann bereits im Betreten des Tatorts bestehen (Niggli 
Marcel Alexander/Riedo Christof, Basler Kommentar zum StGB, Band II, Basel 
2003, N 158 zu Art. 140 StGB). 

b) Der in der Anklageschrift aufgeführte Sachverhalt ist insofern unbe-
stritten und anerkannt, als im August oder September 2002 I. und J. vor der Nacht-
tresoranlage der Bank K. in L. vermummt versuchten, einen Angestellten des Re-
staurants M. zu überfallen und ihm die Tageseinnahmen des Betriebes wegzuneh-
men. Nachdem das potentielle Opfer nicht erschien, brachten I. und J. ihr Vorhaben 
ab. Denselben Tatplan wollten die beiden in den folgenden Tagen erneut umsetzen, 
dieses Mal unter Mithilfe des Angeklagten. In der fraglichen Nacht versteckten sich 
die vermummten I. und J. um ca. Mitternacht in der Nähe der erwähnten Filiale der 
Bank K.. Der Angeklagte stand per Handy mit seinen Komplizen in Verbindung und 
beobachtete das Restaurant M.. Als nach 01.00 Uhr der letzte Angestellte das er-
wähnte Lokal verlassen hatte und mit dem Auto weggefahren war, brachen X. und 
seine Begleiter das Vorhaben ab. Wenige Tage danach wollten die beiden Haupt-
täter unter Mithilfe des Angeklagten ihren Tatplan erneut umsetzen. Die drei Täter 
bezogen nach Mitternacht ihre Posten, brachen ihr Vorhaben indes wiederum ab, 
nachdem das potentielle Opfer nicht erschienen war. Dasselbe wiederholte sich ei-

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nige Tage später ein weiteres Mal. I., J. und X. bezogen ihre jeweiligen Positionen 
und warteten, sahen dann aber von der Tat ab, nachdem auch in dieser Nacht kein 
Mitarbeiter des Restaurants M. das Lokal mit einer Geldkassette verliess. 

c) In all diesen Fällen begaben sich I. und J. mit dem Vorsatz, einen Raub 
zu begehen an den jeweiligen Tatort. Sie planten, einen Diebstahl zu begehen, in-
dem sie beide vor den Nachttresor gesprungen wären, um dem potentiellen Opfer 
das Geld abzunehmen. Mit dem plötzlichen Hervorspringen vor das Opfer, wobei 
die Täter obendrein zu zweit und maskiert waren sowie Gummihandschuhe trugen, 
war die Drohung von einer solchen Intensität, dass sie geeignet war, das Opfer zum 
Widerstand unfähig zu machen. Für einen einfachen Entreissdiebstahl, wie dies von 
der Verteidigung geltend gemacht wird, hätte einerseits lediglich eine Person genügt 
und hätte andererseits nicht ein solches Drohungspotential bereitgestellt werden 
müssen. Die beiden Haupttäter sind daher davon ausgegangen, dass sie Gewalt 
anwenden würden, falls das Opfer sich wehren sollte. Mindestens aber gingen sie 
aufgrund ihres Drohungspotentials davon aus, dass das potentielle Opfer genötigt 
war, sich ihnen zu unterwerfen, auch wenn sie keine Gewalt angewendet hätten. 
Raub als unter Anwendung von Drohung begangener Diebstahl setzt nicht voraus, 
dass der Täter die Drohung auch wahr macht oder wahr machen will und auf der 
Seite des Opfers besteht schon dann Widerstandsunfähigkeit, wenn es auf Wider-
stand verzichtet, weil es das Leisten von Widerstand für aussichtslos hält. Insofern 
kann auch eine überraschende Drohung - wie hier das überraschende Auftreten von 
zwei vermummten Personen in der Nacht - den Widerstand ausschalten (vgl. zum 
Ganzen Trechsel, a.a.O., N 5, 8 und 9 zu Art. 140 StGB, zur Widerstandsunfähigkeit 
auch N 7 zu Art. 189 StGB). Vor der Tatausführung hatten sich I. und J. über die 
entsprechenden Örtlichkeiten informiert. Am Tatort angekommen, begannen sie be-
reits mit der Ausführung der Straftat, indem sie sich vermummten, die Gummihand-
schuhe anzogen und Position bezogen. I. und J. haben daher den letzten entschei-
denden Schritt getan, welcher, wie oben ausgeführt wurde, bereits im Betreten des 
Tatortes - hier noch in der entsprechenden Aufmachung - bestehen kann. Im vorlie-
genden Fall haben sich die beiden darüber hinaus vermummt und auch die Gum-
mihandschuhe angezogen. Da sie sich jedoch keine fremde Sache aneigneten und 
damit keinen Bruch fremden und keine Begründung neuen Gewahrsams bewirkten, 
ist gemäss obigen Ausführungen nur von einem Raubversuch auszugehen. Dieser 
ist nach Art. 21 Abs. 1 StGB zu werten, haben sie doch gerade nicht aus eigenem 
Antrieb von der Tatvollendung abgesehen, sondern deshalb, weil das potentielle 
Opfer nicht erschien. Der point of no return war - auch noch durch das Bereitstellen 
des Angeklagten - in optima forma erreicht. Die Tatsache, dass die Haupttäter zu-

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sammen mit dem Angeklagten drei Mal zur Tat ansetzten und diese nur deshalb 
nicht vollenden konnten, weil das potentielle Opfer nicht erschien, zeigt, dass von 
einem freiwillig Abstand nehmen wollen keine Rede sein kann. Da die Täter bereits 
Ausführungshandlungen gesetzt haben (Betreten des Tatortes, Bereitstellen, Ver-
mummung, etc.), liegt strafbarer Versuch vor (vgl. Trechsel, a.a.O., N 2f. zu Art. 21 
StGB). An dieser Qualifikation ändert nichts, dass die Täter das Vorhaben auch 
hätten abbrechen können (es jedoch freiwillig nicht taten), weil eben Ausführungs-
handlungen gesetzt wurden; deshalb kann auch nicht von straflosen oder strafbaren 
Vorbereitungshandlungen gesprochen werden. Es ist damit erstellt, dass sich I. und 
J. des unvollendeten Raubversuches gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Ver-
bindung mit Art. 21 Abs. 1 StGB schuldig gemacht haben.

An dieser Stelle ist hinzuzufügen, dass das Kantonsgericht sich bereits am 
16./17. August 2004 mit diesen Taten zu befassen hatte und diese auch als unvoll-
endeten Raubversuch qualifizierte (vgl. SF 04 19).

3. a) Haben sich I. und J. des unvollendeten Raubversuches schuldig ge-
macht, ist gemäss Anklageschrift zu prüfen, ob der Angeklagte durch sein Verhalten 
den Tatbestand der Gehilfenschaft zu einem unvollendeten Raubversuch erfüllt hat. 
Als Gehilfe ist strafbar, wer vorsätzlich in untergeordneter Stellung die Vorsatztat 
eines anderen fördert (Trechsel, a.a.O., N 1 zu Art. 25 StGB, mit zahlreichen Hin-
weisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Dabei ist nicht erforderlich, 
dass es ohne den fördernden Tatbeitrag des Gehilfen nicht zur Tat gekommen wäre, 
sondern es genügt bereits, dass die Tat, so wie sich die Ereignisse abspielten, das 
Verbrechen oder Vergehen gefördert hat (Trechsel., a.a.O., N 6 zu Art. 25 StGB). 
Die Erfolgschancen der tatbestandserfüllenden Handlung müssen durch den Gehil-
fen erhöht worden sein (BGE 120 IV 265; 272). Hiefür ist Vorsatz erforderlich; das 
heisst der Gehilfe weiss oder rechnet damit, dass er eine bestimmt geartete Straftat 
unterstützt und dass er dies will oder zumindest billigend in Kauf nimmt. Die Einzel-
heiten der Haupttat müssen dem Gehilfen nicht bekannt sein. Vielmehr genügt es, 
dass der Gehilfe die wesentlichen Merkmale des vom Täter zu verwirklichenden 
strafbaren Tuns erkennt (BGE 117 IV 186; 188). 

b) Der Angeklagte ist geständig im August oder September 2002 an den 
unter Ziff. 2 lit. b aufgeführten Tathandlungen mitgewirkt zu haben. Er war bei der 
O. postiert und sollte den beiden Haupttätern, I. und J., per Handy mitteilen, wenn 
ein Angestellter oder eine Angestellte mit dem Geld aus dem Restaurant M. gekom-
men wäre. Er sollte dafür einen kleinen Teil der Beute erhalten. Damit leistete der 

2

Angeklagte einen der Haupttat untergeordneten Tatbeitrag, der die Chancen des 
Raubversuches förderte. Untergeordnet war der Tatbeitrag, weil der Angeklagte 
„nur“ Fr. 1'000.-- von der Beute hätte erhalten sollen, er bei der eigentlichen Detail-
planung nicht dabei war und - aber immerhin - nur „Schmiere“ stand. Durch die 
Mithilfe des Angeklagten, welcher das Personal des Restaurant M. am besten 
kannte, konnten potentielle Opfer schneller erkannt werden. Der objektive Tatbe-
stand der Gehilfenschaft zu Raubversuch ist somit erfüllt. Auch in subjektiver Hin-
sicht besteht kein Zweifel, dass der Angeklagte wusste, welche Straftat er unter-
stützte. Dafür ist, wie bereits ausgeführt wurde, nicht notwendig, dass die Einzelhei-
ten der Haupttat dem Angeklagten bekannt sind. An dieser Stelle ist anzuführen, 
dass der Angeklagte in der polizeilichen Aussage vom 22. November 2002 (act. 
4.05) ausführte, dass er beim ersten Gespräch zwischen I. und J. über den Überfall 
betreffend Restaurant M. dabeigewesen sei. Auch wenn der Angeklagte nicht aktiv 
bei der Tatplanung dabei war, wusste er dennoch, was die beiden Haupttäter plan-
ten. Auch wenn die Verteidigung geltend macht, dass der Angeklagte nicht damit 
gerechnet habe, dass I. und J. Gewalt anwenden würden, musste es ihm zumindest 
bewusst gewesen sein, dass bei zwei Tätern, welche überdies vermummt waren, 
die Möglichkeit zur Gewaltanwendung bestand oder mindestens ein hinreichendes 
Drohungspotential vorhanden war. Damit ist auch in subjektiver Hinsicht der Straf-
tatbestand der Gehilfenschaft zu unvollendetem Raubversuch erfüllt.

c) Wie bereits oben dargelegt ist zu prüfen, ob die beiden Haupttäter und 
der Angeklagte die strafbare Tätigkeit aus eigenem Antrieb nicht zu Ende führten 
oder ob sie aufgrund äusserer Umstände von den Taten absahen. Art. 21 Abs. 2 
StGB bestimmt nämlich, dass das Gericht von einer Bestrafung wegen des Ver-
suchs Umgang nehmen kann, wenn der Täter die strafbare Tätigkeit aus eigenem 
Antrieb nicht zu Ende führt. Die Anwendung von Art. 21 Abs. 2 StGB setzt voraus, 
dass der Täter sein Vorhaben freiwillig aufgibt, das heisst, obwohl er die Vollendung 
seiner Tat immer noch für möglich hielt. Nicht freiwillig ist dagegen der Rücktritt, 
wenn für den Entschluss äussere, von seinem Willen unabhängige Umstände, die 
sich tatsächlich oder vermeintlich der Vollendung entgegenstellen, bestimmend 
sind. Die Beweggründe, die zum Rücktritt führen, sind unerheblich (BGE 108 IV 
104; 83 IV 1). Die drei Täter sahen in allen Fällen aufgrund äusserer Umstände und 
nicht freiwillig von der Vollendung ab, weil jeweils kein Opfer erschien.

Demgemäss ist  der Angeklagte der mehrfachen Gehilfenschaft zu unvollen-
detem Raubversuch gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 
Abs. 1 StGB und Art. 25 StGB schuldig zu sprechen.

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4. a) Gemäss Art. 260bis StGB wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren oder 
mit Gefängnis bestraft, wer planmässig konkrete technische oder organisatorische 
Vorkehrungen trifft, deren Art und Umfang zeigen, dass er sich anschickt, eine vor-
sätzliche Tötung, einen Mord, eine schwere Körperverletzung, einen Raub, eine 
Freiheitsberaubung und Entführung, eine Geiselnahme oder eine Brandstiftung 
auszuführen. Unter strafrechtlichen Vorbereitungshandlungen versteht man Vor-
kehrungen, die ein späteres Delikt ermöglichen oder erleichtern sollen. Planmässig 
im Sinne von Art. 260bis StGB sind Vorkehrungen, wenn mehrere und unter sich 
zusammenhängende Handlungen auf ein gemeinsames Ziel gerichtet sind, nämlich 
die Vorbereitung des deliktischen Vorhabens. Die Vorkehrungen müssen konkret 
sein, das heisst, sie müssen sich erkennbar auf einen der sieben Katalogtat-
bestände des Art. 260bis StGB beziehen. Hinreichend konkretisiert sind Vorberei-
tungshandlungen, die nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen 
Lebenserfahrung zur Verwirklichung der betreffenden Tatbestände geeignet er-
scheinen. Nach Ort, Zeit oder Begehungsweise muss das Delikt nach vorherrschen-
der Meinung nicht näher spezifiziert sein. Unter technischen Vorkehrungen versteht 
man Handlungen, die konstruktiv der Beschaffung und Bereitstellung von Tatmitteln 
oder Informationen dienen. Beispiele wären das Beschaffen von Waffen, Fluchtfahr-
zeugen oder falschen Papieren, das Einrichten eines Versteckes, aber auch das 
systematische Beobachten des zukünftigen Opfers oder das Auskundschaften des 
Tatortes. Organisatorische Vorkehrungen sind Massnahmen, die ergriffen werden, 
um einen reibungslosen Ablauf des Tatplanes sicherzustellen, wie zum Beispiel die 
Absprache über die Zusammenarbeit mit anderen Tätern, die genaue Besprechung 
des Tatplanes oder die Formulierung der zur Tatausführung vorgesehenen Sprach-
codes. In zeitlicher Hinsicht fordert Art. 260bis StGB Vorkehrungen, die nach Art und 
Umfang zeigen, dass sich der Täter anschickte, die strafbare Handlung auszu-
führen. Die Vorbereitungen müssen nach ihrer Art und ihrem Umfang so weit gedie-
hen sein, dass vernünftigerweise angenommen werden kann, der Täter werde seine 
damit manifestierte Deliktsabsicht ohne Weiteres in Richtung auf eine Ausführung 
der Tat weiterverfolgen. Der Täter muss nicht unmittelbar im Begriff sein, zur Aus-
führung der Tat anzusetzen oder die Tat in naher Zukunft zu realisieren, aber eine 
gewisse zeitliche Vorstellung ist vorauszusetzen (vgl. zum Ganzen Hans Baumgart-
ner, Basler Kommentar zum StGB, Band II, Basel 2003, N 4 ff. zu Art. 260bis StGB)

b) Ungefähr im September 2002 vereinbarten I. und J. die Post N. in L. 
zu überfallen. Nachdem sie das Tatvorgehen in den Grundzügen geplant und die 
Örtlichkeit ausgekundschaftet hatten, fragten sie den Angeklagten an, ob er bei der 
Tat mitwirken und dabei die Umgebung beobachten würde. Dafür sollte er 10% der 

2

Beute erhalten. Den Restbetrag wollten I. und J. zu gleichen Teilen unter sich auf-
teilen. Gemäss dem ursprünglichen Plan wären I. und J. vermummt und mit Soft-
gun-Pistolen ausgerüstet ins Postlokal eingedrungen, beschlossen dann aber, den 
Raubüberfall mit Hilfe von Messern zu begehen, da sie keine Pistolen zur Hand 
hatten. Von dieser Idee kam man jedoch wieder ab und vereinbarte schliesslich, an 
einem Morgen um 08.00 Uhr vermummt, aber unbewaffnet die erste Postangestellte 
abzufangen und mit ihr ins Postgebäude einzudringen. Danach sollte die Ange-
stellte gefesselt und das Geld aus dem Tresor behändigt werden. Der Angeklagte 
sollte, wie bereits ausgeführt wurde, während der Tatausführung die Umgebung be-
obachten. I. und J. suchten zuerst alleine und später auch mit dem Angeklagten die 
relevante Örtlichkeit auf, stellten die erforderlichen Utensilien (Kabelbinder etc.) zu 
Hause bereit und legten einen Tag zur Tatausführung fest. Am fraglichen Morgen 
im September oder anfangs Oktober 2002 konnten I. und der Angeklagte trotz meh-
rerer Versuche und entgegen der Vereinbarung J. telefonisch nicht erreichen. Als 
sie ihn auch in den folgenden Tagen nicht fanden, sahen sie von der Tat vorerst ab. 
Einige Zeit später weihte I. O. in den Tatplan ein und bat ihn, bei der Tatumsetzung 
als Mittäter mitzuwirken. Damit war O. grundsätzlich einverstanden, wollte jedoch 
das Ganze etwas besser planen. Zusammen mit I. begab er sich deshalb eines 
Morgens zur Post N., um die Arbeitsabläufe in der Poststelle zu beobachten. Wie 
beim ersten Tatplan sollte und wollte der Angeklagte bei der Tatumsetzung als Be-
obachtungsposten mitwirken. Dafür hätte er 10% des Deliktsbetrages erhalten. Weil 
O. kurze Zeit später seine Abschlussprüfungen hatte und anschliessend noch in die 
Ferien wollte, vereinbarten die Täter, die erwähnte Postfiliale erst nach diesem Ur-
laub zu überfallen. Unmittelbar nach den Abschlussprüfungen wurde O. verhaftet.

Aufgrund des Gesagten trafen J. und dann O. und I. planmässig konkrete 
technische und organisatorische Vorkehren, um in der Post N. in B. einen Raub 
nach Art. 140 StGB zu begehen. Dass ein Raub begangen werden wollte, ergibt 
sich daraus, dass zwei vermummte Personen den Überfall ausführen sollten und 
dass eine Angestellte gefesselt werden sollte, um so alsdann Geld dem Tresor ent-
nehmen zu können. In einer ersten Phase fasste I. zusammen mit J. den Entschluss, 
die Post N. zu überfallen. Danach trafen sie organisatorische und technische Vor-
kehren zum Raubüberfall, indem sie den Tatablauf planten, den Angeklagten be-
treffend Mitwirkung an der Tat anfragten, die Örtlichkeiten zuerst alleine und dann 
zusammen mit dem Angeklagten auskundschafteten, die für den Überfall erforder-
lichen Utensilien bereit legten und einen Tag zur Tatausführung festlegten. In einer 
zweiten Phase weihte I. O. in den Tatplan ein und bat ihn um Mitwirkung bei der 
Tatumsetzung. O. erklärte sich damit einverstanden, wollte die Tat indes etwas bes-

2

ser planen. In der Folge trafen I. und O. weitere Vorkehren zum Raubüberfall, indem 
sie sich erneut zur Post begaben, um die Arbeitsabläufe in der Poststelle zu beob-
achten, und vereinbarten, die Tat nach dem Urlaub von O. zu begehen. Die aufge-
führten, unter sich zusammenhängenden Handlungen erfolgten systematisch und 
über einen gewissen Zeitraum hinweg und waren auf das gemeinsame Ziel der Vor-
bereitung eines Raubs gemäss Art. 140 StGB gerichtet. Dass I., J. und O. vorsätz-
lich handelten, steht aufgrund des Gesagten ausser Frage. Mit dem genannten, zu-
gestandenen Vorgehen erfüllen sie den Tatbestand der strafbaren Vorbereitungs-
handlungen gemäss Art. 260bis StGB. Da die Vorbereitungshandlungen zu Ende 
geführt wurden und die Täter zu keiner Zeit von diesen absahen oder diese gar 
rückgängig machten, kann Art. 260bis Abs. 2 StGB, wonach der Täter straflos bleibt, 
wenn er die Vorbereitungshandlung aus eigenem Antrieb nicht zu Ende führt, nicht 
zur Anwendung gelangen (vgl. BGE 115 IV 122 ff.). Denn zum einen kam es zu 
keinen Ausführungshandlungen, weil J. nicht erreichbar war und zum anderen, weil 
O. verhaftet worden war. In keinem Fall erfolgte ein Absehen von der Tatausführung 
aus eigenem Antrieb. Straflos kann das Verhalten schliesslich auch deshalb nicht 
sein, weil - wie dargelegt - planmässig konkrete technische (Kabelbinder, etc.) oder 
organisatorische (Besprechung, Auskundschaftung, etc.) Vorkehrungen getroffen 
wurden.

c) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist Mittäter, wer bei der 
Entschliessung, Planung oder Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in mass-
gebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter 
dasteht; dabei kommt es darauf an, ob der Tatbeitrag nach den Umständen des 
konkreten Falles und dem Tatplan für die Ausführung des Deliktes so wesentlich ist, 
dass sie mit ihm steht oder fällt. Das blosse Wollen der Tat, der subjektive Wille 
allein genügt zur Begründung von Mittäterschaft nicht. Daraus folgt aber nicht, dass 
Mittäter nur ist, wer an der eigentlichen Tatausführung beteiligt ist oder sie zu be-
einflussen vermag. Mittäterschaft setzt unter anderem einen gemeinsamen Tatent-
schluss voraus, wobei dieser nicht ausdrücklich bekundet werden muss; es genügt, 
wenn er konkludent zum Ausdruck kommt. Dabei ist nicht erforderlich, dass der Mit-
täter bei der Entschlussfassung mitwirkt, sondern es reicht aus, dass er sich später 
den Vorsatz seiner Mittäter zu eigen macht. (BGE 120 IV 272 mit Hinweisen). 

Der Angeklagte ist geständig, ungefähr im September 2002 bei den erwähn-
ten Vorbereitungshandlungen mitgewirkt zu haben. Der Angeklagte war anlässlich 
der ersten Besprechung, nachdem I. und J. die Örtlichkeit ausgekundschaftet hat-
ten, dabei (vgl. act. 7.08). Danach fuhr auch er mit den beiden anderen Tätern zum 

2

Tatort, vor allem um die Flucht zu planen (vgl. act. 7.09). Der Angeklagte war zwar 
im vorliegenden Fall nicht von Anfang an beim Tatentschluss dabei, eignete sich 
diesen aber durch konkludentes Handeln an, indem er zusagte, am Raubüberfall 
teilzunehmen, an den Besprechungen dabei war sowie, indem er zum Tatort mitfuhr 
und ebenfalls auskundschaftete. Er hat demnach aktiv bei der Vorbereitung und 
Planung mitgewirkt. Sein Tatbeitrag hätte schliesslich im Beobachten der Umge-
bung des Tatortes bestanden, mithin eine Tätigkeit, welche für das Gelingen der Tat 
nicht unbedeutend war. Seine Beteiligung bei diesen Vorbereitungshandlungen 
ging daher weiter als in dem unter Ziff. 2 und 3 beschriebenen Tatvorgehen. Es 
handelt sich keineswegs um einen untergeordneten Tatbeitrag. Dass der Ange-
klagte vorsätzlich handelte, steht aufgrund des Gesagten ausser Frage. Dem-
gemäss ist der Tatbeitrag des Angeklagten als Mittäterschaft zu qualifizieren und er 
hat sich wegen strafbaren Vorbereitungshandlungen gemäss Art. 260bis Abs. 1 
StGB schuldig gemacht.

5. Des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB macht sich strafbar, wer 
jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich oder 
einen andern damit unrechtmässig zu bereichern. Die Strafe dafür beträgt Zucht-
haus bis zu fünf Jahren oder Gefängnis. Das Tatobjekt kann ausschliesslich in einer 
fremden, beweglichen Sache bestehen wie zum Beispiel Bargeld, das im Eigentum 
einer anderen Person steht als derjenigen des Täters. Nach herrschender Lehre 
und Praxis nimmt eine Sache weg, wer den an ihr bestehenden Gewahrsam eines 
anderen bricht und neuen, meist eigenen Gewahrsam daran gründet. Gewahrsam 
bedeutet die tatsächliche Sachherrschaft und umfasst zwei Bestandteile, nämlich 
einerseits die Möglichkeit und andererseits den Willen, die Sache zu beherrschen. 
Bei der Herrschaftsmöglichkeit kann sich die Sache unter anderem in einem räum-
lich abgegrenzten Zugriffsbereich einer Person befinden, so zum Beispiel in deren 
Wohnung. Auch wenn sich der Gewahrsamsinhaber vorübergehend oder auch für 
längere Zeit von seinem Herrschaftsbereich – wie der Wohnung – entfernt, so geht 
der Gewahrsam an den darin befindlichen Sachen nicht unter. Der Herrschaftswille 
einer Person ist in Bezug auf die seiner Herrschaftsmöglichkeit unterliegenden Sa-
chen regelmässig gegeben. Gebrochen wird der Gewahrsam, wenn sich jemand 
gegen den Willen und ohne Einverständnis des Inhabers den entsprechenden Ge-
genstand behändigt. Neuer Gewahrsam ist dann begründet, wenn der Täter die Sa-
che an sich nimmt. Allgemein erfolgt der Bruch fremden und die Begründung neuen 
Gewahrsams regelmässig in einem Akt, wie es das Wort „wegnehmen“ ausdrückt. 
Die Wegnahme, und damit der Diebstahl, ist demnach vollendet, sobald an Stelle 
des bisherigen Gewahrsamsinhabers der neue getreten ist (Rehberg/Schmid/Do-

2

natsch, a.a.O., S. 121 ff., mit Hinweisen; Stratenwerth/Jenny, Schweizerisches 
Strafrecht, BT I, Bern 2003, S. 287 ff., mit Hinweisen).

a) Der Angeklagte ist überführt und geständig, zwischen dem 1. Oktober 
2000 und dem 15. April 2002 verschiedene Gegenstände im Gesamtwert von ca. 
Fr. 4'390.40 aus dem Verkaufsladen der F. AG in B., bei welcher er von August 
2000 bis April 2002 als Verkäuferlehrling tätig war, entwendet zu haben. Diese Ge-
genstände, welche nicht im Eigentum des Angeklagten standen, kommen als Ta-
tobjekte in Frage. Mit der - ohne Einverständnis der Inhaberin erfolgten - Über-
führung der Gegenstände in seinen Gewahrsam wurde der Gewahrsam der  F. AG 
an den Gegenständen durch den Angeklagten gebrochen und ein neuer begründet. 
Somit hat der Angeklagte die Gegenstände als bewegliche fremde Sache wegge-
nommen und folglich die objektiven Tatbestandselemente des Diebstahls gemäss 
Art. 139 Ziff. 1 StGB erfüllt.

b) In subjektiver Hinsicht wird von Art. 139 Ziff. 1 StGB gefordert, dass 
die Wegnahme der fremden Sache mit Wissen und Willen erfolgt. Zudem ist die 
Aneignungsabsicht und die Absicht der unrechtmässigen Bereicherung nötig. Der 
Angeklagte wusste, dass ihm die Sachen nicht gehören würden und wollte diese 
trotzdem wegnehmen, mithin in seinen Gewahrsam bringen. Er handelte somit in 
der Absicht, sich diese Sachen beziehungsweise diese Gegenstände anzueignen 
und damit sich unrechtmässig zu bereichern; mit der Einverleibung der Ge-
genstände in sein Vermögen wollte er sich wirtschaftlich besser stellen, obwohl er 
wissentlich auf die Gegenstände keinen Rechtsanspruch besass (Reh-
berg/Schmid/Donatsch, a.a.O., S. 129 f., mit Hinweisen; Trechsel, a.a.O., S. 505 
und 484 ff., mit Hinweisen). Demnach ist der Tatbestand des Diebstahls gemäss 
Art. 139 Ziff. 1 StGB auch in subjektiver Hinsicht erfüllt. 

6. Gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird mit Haft oder Busse bestraft, wer 
unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich konsumiert und wer zum eigenen Konsum 
eine Widerhandlung im Sinne von Art. 19 BetmG begeht. Dieser privilegierte Tatbe-
stand erfasst nur jene Beschaffungshandlungen, die ausschliesslich dem eigenen 
Drogenkonsum dienen und somit eine Gefährdung Dritter ausgeschlossen ist. Ins-
besondere schliessen Beschaffungshandlungen, die zum Drogenkonsum Dritter 
führen oder konkret führen können - so etwa Verkauf oder Vermittlung - die Anwen-
dung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG aus (Fingerhuth/Tschurr, Kommentar zum Betäu-
bungsmittelgesetz, Zürich 2002, S. 156). 

2

Die in der Anklageschrift aufgelisteten und durch den Angeklagten an der 
Hauptverhandlung auch zugegebenen Tathandlungen zum ausschliesslichen Ei-
genkonsum, sind unter den privilegierten Tatbestand von Art. 19a Ziff. 1 BetmG zu 
subsumieren. Dabei ist zu präzisieren, dass der Eigenkonsum nur ab dem 15. Sep-
tember 2002 zu prüfen ist, da die vorher begangenen Tathandlungen verjährt sind 
(vgl. Art. 337 StGB, SF 03 37 i. S. V. M. S. 12). Da der Angeklagte zum Zeitpunkt 
dieser Taten bereits das 18. Altersjahr vollendet hatte, kommt Art. 1 der Verordnung 
1 zum Schweizerischen Strafgesetzbuch (VStGB 1), entgegen der Auffassung der 
amtlichen Verteidigung, diesbezüglich nicht zum tragen. Auch wenn die total kon-
sumierte Menge nicht mehr ermittelt werden konnte, hat X. in der Zeit vom 15. Sep-
tember 2002 bis im November 2002 durchschnittlich zwei bis drei und danach bis 
im Mai 2003 etwa einen Joint „Marihuana“ pro Woche geraucht. Der regelmässige 
Konsum während einer Zeitspanne von rund acht Monaten macht deutlich, dass 
vorliegend nicht mehr von einer einmaligen Entgleisung und somit nicht von einem 
leichten Fall im Sinne von Ziff. 2 der genannten Bestimmung gesprochen werden 
kann. Demgemäss ist der Angeklagte der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 
19a Ziff. 1 BetmG schuldig zu sprechen.

7. a) Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom 
Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das Vor-
leben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Das Verschulden um-
fasst den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat. Der Bemes-
sung der Schuld ist die Schwere der Tat zugrunde zu legen. Weiter wird beim Ver-
schulden zwischen Tat- und Täterkomponente unterschieden. Bei der Tatkompo-
nente werden das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Willensrichtung, mit 
welcher der Täter handelte und seine Beweggründe betrachtet. Die Täterkompo-
nente hingegen umfasst das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Täters 
sowie das Verhalten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, 
Einsicht oder Strafempfindlichkeit (BGE 129 IV 20; 117 IV 112 ff. mit Hinweisen). 
Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder strafer-
höhend, wobei in der Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des Rich-
ters nachvollziehbar sein müssen (BGE 121 IV 56). Liegen keine Strafmilderungs- 
oder Strafschärfungsgründe vor, hat sich der Richter an den vom Gesetzgeber vor-
gesehenen Strafrahmen zu halten. 

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheitsstrafen 
verwirkt, so verurteilt ihn der Richter nach dem Asperationsprinzip zu der Strafe der 
schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Er kann jedoch das höchste 

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Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist er 
zusätzlich an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 68 Ziff. 1 Abs. 
1 StGB). Die schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten Strafe 
bedrohten Tatbestand fällt. Grundlage für die Strafzumessung im vorliegenden Fall 
bildet der in Art. 140 Ziff. 1 StGB vorgesehene Strafrahmen von Zuchthaus bis zu 
zehn Jahren oder Gefängnis nicht unter sechs Monaten. Da es beim Versuch blieb, 
kann der Täter gemäss Art. 21 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 65 StGB milder 
bestraft werden. Zudem kann der als Gehilfe tätig gewordene Täter milder bestraft 
werden (Art. 25 StGB in Verbindung mit Art. 65 StGB). Da es sich vorliegend um 
zwei selbständige Milderungsgründe handelt, erlaubt dies eine doppelte Herabset-
zung des ordentlichen Strafrahmens (vgl. Trechsel, a.a.O., N 5 zu Art. 65 StGB). 
Vorliegend geht die Strafkammer von einer doppelten Strafmilderung infolge Gehil-
fenschaft zu unvollendetem Raubversuch aus. X. kann somit mit einer Gefängniss-
trafe bestraft werden. Liegen - wie im vorliegenden Fall - Strafschärfungs- und Straf-
milderungsgründe vor, so weitet sich der Strafrahmen nach oben und nach unten 
aus (Trechsel, a.a.O., N6 zu Art. 65 StGB). 

b) Das Verschulden von X. ist einerseits als nicht allzu schwer zu be-
zeichnen, anderseits kann es aber auch nicht bagatellisiert werden. Nicht zu baga-
tellisieren ist es deshalb, weil es sich immerhin, was die Raubdelikte anbelangt, um 
Gewalttaten handelt. Auch wenn diese Gewaltdelikte schliesslich nur versucht oder 
vorbereitet, nicht aber vollendet wurden, ging die Absicht der Beteiligten und auch 
des Angeklagten dahingehend, die Raubtaten durchzuführen. Es waren immer äus-
sere Umstände, die eine Vollendung der Delikte verhinderten, nicht etwa eine bes-
sere Einsicht. So gesehen muss von einem erheblichen Verschulden gesprochen 
werden, wobei zu Gunsten des Angeklagten zu berücksichtigen ist, dass er von 
seinem Bruder überredet wurde und er diesen nicht enttäuschen wollte. Das Zu-
sammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen ist zunächst strafschärfend in 
Sinne von Art. 68 Ziffer 1 Abs. 1 StGB zu berücksichtigen. Straferhöhungsgründe 
liegen keine vor. Wie bereits erwähnt ist eine Differenzierung dahin zu treffen, als 
der Angeklagte zu den Raubdelikten überredet wurde; dies ist leicht strafmindernd 
zu berücksichtigen. Dagegen hat er die Diebstahlshandlungen und den Betäu-
bungsmittelkonsum aus eigenem Antrieb begangen. Strafmindernd fallen sodann 
die Vorstrafenlosigkeit, das Geständnis sowie der gute Leumund in Betracht. 
Ebenso kann seine Einsicht und Reue sowie sein kooperatives Verhalten währen 
der Strafuntersuchung strafmindernd berücksichtigt werden. Zu seinen Gunsten ist 
auch zu berücksichtigen, dass er vom Drogenkonsum Abstand genommen hat. Was 
die Raubversuche anbelangt, war der Tatbeitrag des Angeklagten gering. Er war 

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offenbar nur als Randfigur beteiligt. Jedenfalls war sein deliktischer Wille weit weni-
ger intensiv als derjenige der Haupttäter. Wie bereits dargelegt, ist die Gehilfen-
schaft und der Versuch bei den Raubdelikten doppelt mildernd zu berücksichtigen. 
Strafmildernd ist sodann zu berücksichtigen, dass X. die Diebstahlsdelikte vor Voll-
endung des 18. Altersjahres begangen hat, wobei für diese Taten eine Einschlies-
sungsstrafe in Betracht gezogen werden müsste (Art. 1 Abs. 3 VStGB 1 in Verbin-
dung mit Art. 95 StGB). Die Strafdrohung für die Diebstahlshandlungen ist somit in 
jedem Fall leichter als die Freiheitsstrafe des Erwachsenenstrafrechts (Art. 139 Zif-
fer 1 StGB/Art. 95 StGB; Trechsel, a.a.O., N 6f. zu Art. 95). Gemäss Art. 64 al. 9 
StGB kann der Richter die Strafe im Weiteren mildern, wenn der Täter im Alter von 
18 bis 20 Jahren noch nicht die volle Einsicht in das Unrecht seiner Tat besass (Art. 
100 StGB). Es muss davon ausgegangen werden, dass der Angeklagte bei den 
anderen Delikten aufgrund seines jugendlichen Alters nicht die volle Einsicht in das 
Unrecht seiner Tat besass oder zumindest die Fähigkeit zu einsichtsgemässem 
Handeln noch nicht voll entwickelt war (Trechsel, a.a.O., N 26 zur Art. 64; ebenso 
Stratenwerth, AT II., § 7 N 97, wonach es nicht hauptsächlich die Einsicht sei, wel-
che der Jugend mangle, sondern die Festigkeit des Willens und die Charakterbil-
dung, weshalb die Praxis gut daran tun werde, sich nicht allzu eng an den Wortlaut 
des Gesetzes zu binden; Alex Briner, die ordentliche Strafmilderung nach dem 
schweizerischen Strafgesetzbuch, unter besonderer Berücksichtigung der Strafmil-
derungsgründe des Art. 64, Diss. Zürich 1977, S. 150 f., wonach der Richter bei der 
Annahme mangelnder Einsicht nicht allzu zurückhaltend, sondern eher etwas 
grosszügig sein soll; ebenso BGE 115 IV 185; Niggli/Wiprächtiger, Basler Kommen-
tar zum Schweizerischen Strafgesetzbuch, Band I, Basel 2003, N 34 zu Art. 64 
StGB, wonach das Kriterium der mangelnden Einsicht kaum Bedeutung hat, zumal 
bei dessen Verneinung umfangreichere Abklärungen erforderlich wären). 

Im vorliegenden Fall sind somit - neben der Strafschärfung - eine ganze 
Reihe von Strafminderungs- und Strafmilderungsgründen zu berücksichtigen. Diese 
Wertung und Würdigung kann nicht mathematisch genau vorgenommen werden. In 
Würdigung der gesamten Umstände und unter Berücksichtigung sämtlicher Straf-
zumessungsgründe erachtet die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubün-
den in Berücksichtigung vor allem auch der Strafdrohung für die einzelnen Delikte 
und der Reduktionsgründe die Anordnung einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten Ge-
fängnis als angemessen.

c) Nach Art. 69 StGB rechnet der Richter dem Verurteilten die Untersu-
chungshaft auf die Freiheitsstrafe an, soweit der Täter diese nicht durch sein Ver-

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halten nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. Gemäss Art. 110 Ziff. 7 StGB 
gilt als Untersuchungshaft jede in einem Strafverfahren verhängte Haft, Untersu-
chungs- und Sicherheitshaft, entsprechend gilt dies im vorliegenden Fall auch für 
die erstandene Polizeihaft. Nach der Praxis des Bundesgerichts darf von der An-
rechnung nur abgesehen werden, soweit der Beschuldigte durch sein - nach rechts-
staatlich vertretbaren Verfahrensgrundsätzen vorwerfbares - Verhalten nach der Tat 
die Untersuchungshaft in der Absicht herbeigeführt oder verlängert hat, um dadurch 
den Strafvollzug zu verkürzen oder zu umgehen (BGE 117 IV 405; Rehberg, Straf-
recht II, 6. Aufl., Zürich 1994 S. 88). Als solches Verhalten gilt weder die blosse 
Verweigerung von Aussagen noch die einfache Bestreitung der dem Angeschuldig-
ten vorgeworfenen Straftaten, sondern einzig das Aufstellen von unwahren oder ir-
reführenden Behauptungen, welche die Behörden zu weiteren und unnötigen Erhe-
bungen veranlassen, oder der Missbrauch von Verteidigungsrechten zur Erreichung 
sachfremder Zwecke (BGE 105 IV 241; 103 IV 10; Rehberg, a.a.O., S. 88). X. hat 
ein umfassendes Geständnis abgelegt und sich während der gesamten Strafunter-
suchung kooperativ verhalten. Er hat die Behörden zu keinerlei weiteren und un-
nötigen Ermittlungen verleitet. Ablehnungsgründe im Sinne der aufgeführten Recht-
sprechung bestehen daher nicht, weshalb X. die erstandene Polizeihaft von drei 
Tagen gestützt auf Art. 69 StGB an die Strafe anzurechnen ist.  

8. Bei diesem Strafmass ist zu prüfen, ob dem Verurteilten für die 6-mo-
natige Gefängnisstrafe der bedingte Strafvollzug gewährt werden kann. Die  dies-
bezüglichen Voraussetzungen richten sich nach Art. 41 Ziff. 1 StGB. In objektiver 
Hinsicht ist zunächst erforderlich, dass die auferlegte Freiheitsstrafe 18 Monate 
nicht übersteigt. Gemäss Abs. 2 der genannten Bestimmung ist der Aufschub einer 
Freiheitsstrafe von Gesetzes wegen nicht zulässig, wenn der Verurteilte innerhalb 
der letzten fünf Jahre vor der Begehung der Tat wegen eines vorsätzlich begange-
nen Verbrechens oder Vergehens eine Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe von mehr 
als drei Monaten verbüsst hat. In subjektiver Hinsicht müssen Vorleben und Cha-
rakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde durch die Anordnung der beding-
ten Strafe abgeschreckt und von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen 
abgehalten. Es ist zu prüfen, ob eine günstige Prognose für künftiges Wohlverhalten 
gestellt werden kann, wobei in erster Linie der Grundsatz der Spezialprävention 
massgeblich ist (BGE 118 IV 100).

Im vorliegenden Fall sind die objektiven Voraussetzungen für die Gewährung 
des bedingten Strafvollzuges zu Gunsten von X. gegeben. So wird für die hier zu 
behandelnden Vorfälle eine Strafe von nicht mehr als 18 Monaten Gefängnis ver-

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hängt, und der Angeklagte hatte innerhalb der letzten fünf Jahre keine Freiheits-
strafe von mehr als drei Monaten zu verbüssen. Folglich bleibt zu prüfen, ob X. in 
subjektiver Hinsicht eine günstige Prognose gestellt werden kann. Für die Annahme 
künftigen Wohlverhaltens von X. sprechen vorweg sein Vorleben, sein Charakter 
sowie die bekundete Einsicht in das Unrecht seiner Taten. Wie bereits ausgeführt, 
hatte er zuerst Zweifel bei der Ausführung und liess sich dann doch von seinem 
Bruder überreden, um ihn nicht zu enttäuschen. Auch ist X. weder vor noch nach 
der Begehung der Taten in sonstiger Art und Weise strafrechtlich in Erscheinung 
getreten. Gesamthaft gesehen lassen die genannten Umstände eine günstige Pro-
gnose für den Angeklagten zu, so dass der Vollzug der 6-monatigen Gefängniss-
trafe aufzuschieben ist. Angesichts dieser Prognose rechtfertigt es sich, die Probe-
zeit auf zwei Jahre festzusetzen. 

9. a) Gemäss Art. 55 Abs. 1 StGB kann der Richter eine ausländische Per-
son, welche zu Zuchthaus oder Gefängnis verurteilt wird, für 3 bis 15 Jahre aus dem 
Gebiet der Schweiz verweisen. Die Landesverweisung ist Nebenstrafe und Siche-
rungsmassnahme zugleich (BGE 114 Ib 3 f.). Obwohl der zweite Gesichtspunkt im 
Vordergrund steht, verlangt ihre Eigenschaft als Nebenstrafe, dass sie in Anwen-
dung von Art. 63 StGB festgesetzt wird, das heisst nach dem Verschulden und den 
persönlichen Verhältnissen des Schuldigen. Der Richter hat sich besondere Zurück-
haltung aufzuerlegen, wenn der Ausländer lange in der Schweiz gelebt hat und hier 
verwurzelt ist, zu der eigenen Heimat aber keine Beziehungen mehr hat (BGE 104 
Ib 223 f.). Anders verhält es sich, wenn er eigens zur Begehung von Delikten in die 
Schweiz einreist (BGE 94 IV 104 f.; Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, All-
gemeiner Teil II, Strafen und Massnahmen, Bern 1989, S. 208). Damit ist der Siche-
rungszweck jedoch nicht ausgeschaltet. Es ist Sache des Richters, im Einzelfall 
dem Straf- und Sicherungszweck der Landesverweisung Rechnung zu tragen (BGE 
123 IV 108 f.; 117 IV 118). 

b) Bei X. erfordert weder der Straf- noch der Sicherungszweck eine Ver-
hängung der Landesverweisung. Wie bereits im Zusammenhang mit der Strafzu-
messung ausgeführt wurde, wiegt das Verschulden des Angeklagten nicht allzu 
schwer, obwohl es auch nicht bagatellisiert werden kann. Er hat von Anfang an ein 
umfassendes Geständnis abgelegt sowie Einsicht und Reue gezeigt. Zudem verfügt 
er über einen guten Leumund. Des Weiteren ist X. in B. geboren und aufgewachsen. 
Mit  Ausnahme der vier Jahre, in welchen er sich in A. aufhielt, verweilte er sein 
ganzes Leben in der Schweiz. Er ist daher sowohl in sozialer, wie auch in schuli-
scher und beruflicher Hinsicht integriert. In Würdigung der gesamten Umstände 

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sieht daher die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden von der Anord-
nung einer Landesverweisung ab.

10. Gemäss Art. 131 Abs. 3 StPO entscheidet das Gericht über fristge-
recht eingereichte Adhäsionsklagen ohne Rücksicht auf den Streitwert, sofern es 
die Akten zur Beurteilung des Zivilpunktes als ausreichend erachtet, andernfalls 
wird die Klage an den ordentlichen Richter überwiesen.

Mit Schreiben vom 16. Juli 2003 machte die F. AG eine Forderung in der 
Höhe von Fr. 4'390.40 zuzüglich Verzugszins zu 5% seit dem 15. April 2002 geltend 
(vgl. act. 3.14). Die Adhäsionsklage wurde gemäss Vereinbarung vom 30. August 
2004 zurückgezogen (in Kopie vom amtlichen Verteidiger anlässlich der Hauptver-
handlung vom 14. September 2004 zu den Akten gegeben), so dass davon Vormerk 
genommen wird.

11. Die Kosten der Strafuntersuchung, des Gerichtsverfahrens sowie der 
amtlichen Verteidigung gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens gemäss Art. 158 
Abs. 1 StPO zu Lasten des Verurteilten. Demgegenüber sind die Kosten der ange-
rechneten Polizeihaft und diejenigen eines allfälligen Strafvollzuges vom Kanton 
Graubünden zu tragen (Art. 158 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 188 StPO).

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. X. ist schuldig der mehrfachen Gehilfenschaft zu unvollendetem Raubver-
such gemäss Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 
StGB und Art. 25 StGB, der strafbaren Vorbereitungshandlungen gemäss 
Art. 260bis Abs. 1 StGB, des mehrfachen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 
StGB sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

2. Dafür wird er mit 6 Monaten Gefängnis bestraft, abzüglich der erstandenen 
Polizeihaft von 3 Tagen.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer 
Probezeit von zwei Jahren.

4. Vom Rückzug der Adhäsionsklage wird Vormerk genommen.

5. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft Graubünden 
von Fr.        335.00

-der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft 
Graubünden von Fr.      1'885.00

- der Gerichtsgebühr von Fr.      3'000.00
- dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr.      4'000.00
total somit Fr.      9‘220.00

gehen zu Lasten von X..

Die Kosten der angerechneten Polizeihaft sowie die Kosten des allfälligen 
Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden.

6. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

7. Mitteilung an:

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Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: