# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5855e7d-09f8-5d31-98e2-12dc3d97cae2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2025 D-6995/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6995-2025_2025-09-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-6995/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  S e p t e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Lukas Müller, 

mit Zustimmung von Richterin Daniela Brüschweiler; 

Gerichtsschreiber Ronny Fischer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Indien, 

vertreten durch Marek Wieruszewski, 

(…), 

Beschwerdeführerin, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 5. September 2025. 

 

 

 

D-6995/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin suchte am 13. Februar 2006 in der Schweiz um 

Asyl nach. Mit Verfügung vom 9. Oktober 2007 trat das SEM auf das Asyl-

gesuch nicht ein. 

B.  

Mit Verfügung vom 17. Januar 2008 hiess das Bundesamt für Migration 

(BFM) das Wiederwägungsgesuch der Beschwerdeführerin (und ihrer Fa-

milie) gut und ordnete die vorläufige Aufnahme an. 

C.  

Am 18. August 2017 kehrte die Beschwerdeführerin mit ihrer Familie frei-

willig nach Indien zurück. 

D.  

Am 11. Juli 2025 suchte die Beschwerdeführerin erneut in der Schweiz um 

Asyl nach. Am 21. Juli 2025 fand die Anhörung zu den Asylgründen und 

am 19. August 2025 eine ergänzende Anhörung statt. 

Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie sei eine muslimische «(…)», 

in B._______ (Indien) geboren und als Kleinkind mit ihrer Mutter in das 

Geneva Camp in C._______ (Bangladesch) gezogen. Ihr Versuch, nach 

ihrer Rückkehr nach Indien im August (…) eine offizielle Identitätskarte zu 

erlangen, sei gescheitert. Die indischen Behörden hätten ihre Dokumente 

aus dem Geneva Camp nicht anerkannt, ihre eigens für die Rückreise nach 

Indien beschafften Papiere als Fälschungen deklariert und sie zur Rück-

kehr nach Bangladesch gezwungen. Zurück im Geneva Camp sei es zu 

ständigen Konflikten mit ihrem Ehemann gekommen, dem sie vorgeworfen 

habe, die Familie nicht in der Schweiz gehalten zu haben. Im August (…) 

sei der Ehemann schliesslich zusammen mit dem gemeinsamen Sohn 

spurlos verschwunden, seither bestehe kein Kontakt mehr. Kurz darauf sei 

in Bangladesch ein landesweiter Konflikt mit gewaltsamen Protesten aus-

gebrochen, der sich am (…) auch auf das Geneva Camp ausgeweitet 

habe. Im Gedränge seien hunderte Menschen getötet und auch sie selbst 

sei verletzt worden. Als nunmehr alleinstehende Frau habe sie mit ihrer 

Tochter bei einem Bekannten Unterschlupf gefunden. Dieser habe nach 

rund einem Jahr erklärt, nicht dauerhaft für sie sorgen zu können und eine 

Rückkehr in die Schweiz für sicherer erachtet. Da ein sicheres Leben in 

Bangladesch unmöglich und eine Rückkehr nach Indien aufgrund der reli-

giösen Konflikte zwischen Hindus und Muslimen ausgeschlossen sei, habe 

D-6995/2025 

Seite 3 

sie mit finanzieller Hilfe des Bekannten zusammen mit ihrer Tochter am (…) 

Bangladesch verlassen, um in der Schweiz erneut ein Asylgesuch zu stel-

len. 

E.  

Mit Schreiben vom 3. September 2025 lud die Vorinstanz die Beschwerde-

führerin ein, zum Entscheidentwurf Stellung zu nehmen, welcher Einladung 

sie mit Schreiben vom 4. September 2025 Folge leistete.  

F.  

Mit Verfügung vom 5. September 2025 (gleichentags zugestellt) stellte das 

SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz, ord-

nete deren Vollzug an, beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Voll-

zug der Wegweisung und händigte die editionspflichtigen Akten aus. 

G.  

Mit Schreiben vom 12. September 2025 erklärte die vormalige Rechtsver-

tretung der Beschwerdeführerin, sie habe ihr Mandat niedergelegt. Mit un-

datierter Vollmacht mandatierte die Beschwerdeführerin die rubrizierte 

Rechtsvertretung. 

H.  

Mit Eingabe vom 12. September 2025 erhob die Beschwerdeführerin Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte, es sei die Ver-

fügung des SEM aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen 

und Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen, subeventualiter die Unzulässigkeit bezie-

hungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und 

die vorläufige Aufnahme anzuordnen. In prozessualer Hinsicht beantragte 

sie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Kosten-

vorschussverzicht. 

Der Beschwerde lagen diverse ärztliche Kurzberichte, Befundberichte so-

wie die medizinische Dokumentation betreffend die Beschwerdeführerin 

bei. 

I.  

Mit Schreiben vom 15. September 2025 bestätigte das Bundesverwal-

tungsgericht den Eingang der Beschwerde. 

 

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Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die 

Beschwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin zur Beschwerdeführung 

legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zwei-

ten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufge-

zeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summarisch 

zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Das vorliegende Verfahren wird mit demjenigen der Tochter der Beschwer-

deführerin, D._______ (D-6999/2025), koordiniert behandelt. 

5.  

Die Beschwerdeführerin moniert im Rahmen der Beschwerdebegründung, 

sie habe keine Einsicht in den Bericht der schweizerischen Vertretung in 

Indien vom 23. Februar 2026 erhalten und sich dazu nicht äussern können. 

Dabei verkennt sie, dass sie dazu anlässlich ihrer Anhörung (vgl. SEM-act. 

18/11 F48 ff.) ausführlich befragt wurde und sich äussern konnte. Im Übri-

gen nahm die vormalige Rechtsvertreterin am 13. August 2025 Einsicht in 

die Akten (vgl. SEM-act. 17/1). Auch von Amtes wegen lassen sich weder 

eine Verletzung von Verfahrensrechten, insbesondere des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 VwVG, noch andere Anhaltspunkte 

erkennen, welche auf eine unvollständige oder unrichtige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts schliessen liessen. Folglich ist das 

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Seite 5 

Eventualbegehren um Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz abzuweisen. Allein der unsubstanziierte Hinweis, es würden in 

den kommenden Tagen einzelne Beweise nachgereicht (vgl. Beschwerde 

S. 10), bietet sodann keinen Anlass, solche nachzufordern. 

6.  

6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

6.2 

6.2.1 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.2.2 Nach eingehender Prüfung der Akten ist festzustellen, dass die Vor-

bringen der Beschwerdeführerin die Voraussetzungen der Flüchtlingsei-

genschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht erfüllen. In tatsächlicher und rechtli-

cher Hinsicht ist den Erwägungen der Vorinstanz zu folgen; auf diese kann 

verwiesen werden (vgl. angefochtene Verfügung S. 5–9). Die vorinstanzli-

che Schlussfolgerung ist nicht zu beanstanden. Die Beschwerdevorbringen 

sind nicht ansatzweise geeignet, zu einer von der Vorinstanz abweichen-

den Betrachtungsweise zu gelangen, vermögen sie dieser doch nichts 

Stichhaltiges entgegenzuhalten (vgl. Beschwerde S. 5 f.). 

6.2.3 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, sie habe begründete 

Furcht, bei einer Rückkehr nach Indien aufgrund ihres muslimischen Glau-

bens verfolgt zu werden, und dabei auf die zunehmenden Spannungen 

zwischen Hindus und Moslems verweist (vgl. SEM-act. 18/11 F77), steht 

ihr Vorbringen im Widerspruch zu ihrem eigenen Verhalten. 

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Seite 6 

Selbst wenn von einer subjektiven Furcht ausgegangen würde, sind die 

Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht geeignet, eine objektiv begrün-

dete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG darzulegen. Ihre Aus-

führungen bleiben allgemein und beschreiben eine angespannte gesell-

schaftliche Lage, ohne konkrete, gegen sie persönlich gerichtete oder mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit drohende Nachteile von bestimmter Inten-

sität aufzuzeigen. Gemäss bundesverwaltungsgerichtlicher Rechtspre-

chung sind die Anforderungen an die Annahme einer Kollektivverfolgung 

sehr hoch und vorliegend nicht erfüllt (vgl. zum Ganzen etwa Urteil des 

BVGer E-5634/2022 vom 14. Dezember 2022). Überdies gilt Indien seit 

dem Beschluss des Bundesrates vom 5. Oktober 1993 als verfolgungssi-

cherer Staat im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG (vgl. Anhang 2 AsylV 

1, SR 142.311). Von dieser Einschätzung ist er auch im Rahmen der peri-

odischen Prüfung bisher nicht abgewichen (Art. 6a Abs. 3 AsylG). Die Be-

zeichnung eines Staates als «Safe Country» beinhaltet die Regelvermu-

tung, dass eine flüchtlingsrechtlich bedeutsame staatliche Verfolgung nicht 

stattfindet und der behördliche Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung ge-

währleistet ist. Es handelt sich dabei um eine relative Verfolgungssicher-

heit, welche im Einzelfall die Regelvermutung aufgrund konkreter und sub-

stanziierter Hinweise umgestossen werden kann. Die Beweislast obliegt 

dabei der asylsuchenden Person (vgl. BVGE 2013/10 E. 7.4.3; Urteil 

BVGer E-4982/2020 vom 15. Januar 2021 E. 5.1 m.w.H). Die Beschwerde-

führerin hat weder stichhaltigen Gründe vorgebracht, welche diese Vermu-

tung umzustossen vermöchten, noch sind solche anderweitig ersichtlich. 

6.2.4 Hinsichtlich des Vorbringens der Beschwerdeführerin, ihre Rückkehr 

nach Indien sei nicht freiwillig erfolgt, sondern auf Anweisung ihres Ehe-

mannes als Familienoberhaupt (vgl. SEM-act. 13/19 F4, 12), verfängt die-

ses Argument nicht. Die Beschwerdeführerin befand sich zum Zeitpunkt 

der Ausreiseentscheidung seit mehreren Jahren in der Schweiz und ge-

noss hier den Status der vorläufigen Aufnahme. Es wäre ihr unbenommen 

gewesen, sich bei den zuständigen Schweizer Behörden gegen den Willen 

ihres Mannes zu stellen und um Schutz für sich und ihre Kinder zu ersu-

chen, sollte sie die Ausreise als eine für sie unzumutbare oder gefährliche 

Anweisung empfunden haben. Stattdessen hat sie die Schweiz gemein-

sam mit ihrer Familie verlassen. Die Berufung auf patriarchale Strukturen 

vermag die Mitwirkung an der Ausreise und die damit verbundene Inkauf-

nahme einer Rückkehr nach Indien nicht in einer Weise zu relativieren, die 

eine begründete Verfolgungsfurcht plausibel erscheinen liesse. 

6.2.5 Hinsichtlich der Rüge, ihre Ausführungen zum Leben im Geneva 

Camp seien nicht gewürdigt worden, kann der Beschwerdeführerin nicht 

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gefolgt werden. Die von ihr genannten Details wie die Namen der Strassen 

oder die Beschreibung der allgemeinen Anlage (vgl. SEM-act. 13/19 

F23 f.), stellen objektiv überprüfbare Informationen dar, die aus öffentlich 

zugänglichen Quellen bezogen werden können. Ihren Schilderungen fehlt 

es an der für eine glaubhafte Aussage typischen, individuell erlebten und 

emotional verankerten Dichte. Die Beschreibung beschränkt sich auf All-

gemeinplätze und vermittelt keine überzeugenden, persönlichen Erleb-

nisse, die über Allgemeinwissen hinausgehen und einen langjährigen Auf-

enthalt belegen würden. 

6.2.6 Soweit die Beschwerdeführerin auf Beschwerdeebene rügt, die 

Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen sei aufgrund einer inadäquaten Überset-

zung und der unangenehmen Befragungssituation vorinstanzlich zu Un-

recht bemängelt worden, überzeugt dies nicht. Die Protokolle beider Anhö-

rungen belegen, dass die Beschwerdeführerin in Anwesenheit ihrer 

Rechtsvertretung zu Beginn der Anhörung jeweils explizit bestätigte, die 

dolmetschende Person gut zu verstehen (vgl. SEM-act. 13/19 F3; SEM-act. 

18/11 F1). Hätte sie tatsächlich Verständigungsprobleme gehabt, wäre es 

ihre prozessuale Pflicht gewesen, dies umgehend zu beanstanden. Indem 

sie die Anhörungen widerspruchslos durchführte und erst im Nachgang die 

Qualität der Verdolmetschung bemängelt, ist dieser Einwand als nachge-

schoben zu qualifizieren. Die Rüge ist daher als unbegründet zurückzuwei-

sen. 

6.2.7 Die von der Vorinstanz mit einem Bestreitvermerk erfolgte Eintragung 

der Hauptidentität der Beschwerdeführerin mit der Staatsangehörigkeit In-

dien im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) wurde auf Be-

schwerdeebene nicht angefochten. Selbst wenn dieser Eintrag Anfech-

tungsgegenstand wäre, hat die Vorinstanz indessen in einer umfassenden 

Beweiswürdigung dargelegt, dass die Beschwerdeführerin indische Staats-

angehörige ist und ihre Behauptung, eine staatenlose «(…)» aus dem Ge-

neva Camp zu sein, unter einem erheblichen Glaubhaftigkeitsvorbehalt 

steht. Die vorliegenden Beweismittel stützen diese Schlussfolgerung. So 

wurde der Beschwerdeführerin am (…) durch die indische Botschaft ein 

«Emergency Certificate» ausgestellt, ein Dokument, das ausschliesslich 

an indische Staatsangehörige zur Ermöglichung einer Rückreise ausge-

händigt wird. Des Weiteren wurde sie als Inhaberin einer «Indian Election 

ID Card» identifiziert, deren Besitz das indische Wahlrecht und somit die 

Staatsangehörigkeit voraussetzt. Ihre Erklärung, diese Karte diene ledig-

lich dem Erhalt von vergünstigtem Essen (vgl. SEM-act. 13/19 F51), ist un-

behelflich. Diese Beweismittel werden durch die Abklärungen der Schwei-

zer Vertretung in Indien untermauert, welche den Wohnsitz der Familie in 

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E._______ verifizierte. Die auf Beschwerdeebene vorgebrachte Behaup-

tung, alle Dokumente seien gefälscht und Zeugenaussagen durch ihren 

Ehemann mittels Bestechung manipuliert worden, entbehrt jeder Plausibi-

lität. Es ist nicht nachvollziehbar, wie ihr Ehemann, der nach ihren eigenen 

Angaben ausschliesslich im Geneva Camp gelebt haben soll (vgl. SEM-

act. 13/19 F14, 18, 47, 49 f.), aus der Schweiz ein derart komplexes Täu-

schungsmanöver hätte steuern können. Da die indische Staatsangehörig-

keit der Beschwerdeführerin somit als erstellt gilt, wird ihrer gesamten 

nachfolgenden Erzählung die Grundlage entzogen. 

6.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die zentralen Vorbringen der 

Beschwerdeführerin, namentlich ihre behauptete Herkunft als staatenlose 

«(…)», die Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht 

erfüllen. Sodann liegen keine konkreten Hinweise darauf vor, dass die Be-

schwerdeführerin im Falle einer Rückkehr in ihren Heimatstaat Indien 

ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG zu gewärtigen hätte. Folg-

lich hat die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und 

das Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an (Art. 44 AsylG). Die Beschwerdeführerin verfügt insbesondere weder 

über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen An-

spruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach 

ebenfalls zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, 

je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).  

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

Da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-

liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, findet der in 

Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vor-

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Seite 9 

liegenden Verfahren keine Anwendung. Eine Rückkehr der Beschwerde-

führerin in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG 

rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Be-

schwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für 

den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 des Übereinkommens 

vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschli-

che oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) verbote-

nen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Auch die allgemeine Men-

schenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum 

heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten 

ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der 

völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.4 

8.4.1 Weder die allgemeine Lage in Indien noch individuelle Gründe lassen 

auf eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführerin im Fall einer Rück-

kehr schliessen. In diesem Zusammenhang kann vollumfänglich auf die 

zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. ange-

fochtene Verfügung S. 9 ff.). Diese hat korrekt festgehalten, dass die Be-

schwerdeführerin als indische Staatsangehörige über ein soziales Bezie-

hungsnetz verfügen dürfte und in der Vergangenheit bewiesen hat, dass 

sie fähig ist, an verschiedenen Orten in Indien für den Lebensunterhalt von 

sich und ihrer Tochter aufzukommen (vgl. SEM-act. 18/11 F36 ff.). Die auf 

Beschwerdeebene neu vorgebrachte Furcht vor Verfolgung als Muslimin, 

«(…)» und alleinstehende Frau basiert auf allgemeinen, teils stark veralte-

ten Quellen und vermag keine individuelle, konkrete Gefährdung im Sinne 

von Art. 83 Abs. 4 AIG zu substanziieren. Die in der Beschwerde zitierten 

Berichte von Amnesty International und Human Rights Watch datieren aus 

den Jahren 2017 oder gar 2009 und sind zur Beurteilung der aktuellen 

Lage nur bedingt aussagekräftig. Zudem werden Quellen teilweise irrefüh-

rend verwendet; so bezieht sich der zitierte Human Rights Watch Bericht 

vom 23. Juli 2025 (recte: 2023) explizit auf die Ausweisung von Rohingya-

Flüchtlingen und nicht auf indische Staatsbürgerinnen, weshalb er für die 

Situation der Beschwerdeführerin nicht relevant ist. Zwar ist die Lage für 

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Seite 10 

religiöse Minderheiten in Indien angespannt, doch begründet dies für die 

über 200 Millionen Muslime des Landes keine landesweite, existenzielle 

Gefährdung, die eine Rückkehr per se als unzumutbar erscheinen liesse. 

Die Furcht der Beschwerdeführerin, bei der Einreise als mit gefälschten 

Ausweisen verhaftet zu werden, ist angesichts der festgestellten indischen 

Staatsangehörigkeit nicht nachvollziehbar. 

8.4.2 Auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs aus medizinischen 

Gründen ist nach konstanter Praxis dann zu schliessen, wenn eine not-

wendige medizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung 

steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beein-

trächtigung des Gesundheitszustands führen würde (vgl. BVGE 2009/2 

E. 9.3.1). Die Beschwerdeführerin verweist auf (…) und diverse (…) wie 

(…), (…) und (…). Die in den Akten dokumentierten Leiden weisen zwar 

einen Behandlungsbedarf aus, indessen ist weder eine akut vitale Gefähr-

dung noch eine Situation ausgewiesen oder anderweitig ersichtlich, die bei 

der Rückkehr zu einem raschen und lebensbedrohlichen Gesundheitsab-

fall führen würde. Wie die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, sind die not-

wendigen Behandlungen für (…) sowie für (…) in Indien weithin verfügbar. 

Das dortige Gesundheitssystem verfügt über zahlreiche staatliche und pri-

vate Einrichtungen, die eine adäquate Versorgung sicherstellen. Dass eine 

nicht dem schweizerischen Standard entsprechende medizinische Be-

handlung möglich ist, begründet die Unzumutbarkeit noch nicht (vgl. BVGE 

2011/50 E. 8.3). Vor diesem Hintergrund durfte die Vorinstanz in antizi-

pierter Beweiswürdigung schliessen, dass weitergehende medizinische 

Abklärungen den Ausgang nicht zu beeinflussen vermöchten, und darauf 

verzichten (vgl. BGE 141 I 60 E. 3.3; 136 I 229 E. 5.3; Urteil 

BVGer F-3957/2022 vom 14. November 2022 E. 6.4). Einem allfälligen 

spezifischen Bedarf kann zudem mit medizinischer Rückkehrhilfe Rech-

nung getragen werden. 

8.4.3 Auch die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Aspekte ihrer 

Integration und derjenigen ihrer Tochter in der Schweiz ändern nichts an 

der Zumutbarkeit des Vollzugs. Eine gelungene Integration begründet nach 

ständiger Praxis für sich allein keine Unzumutbarkeit der Rückkehr, insbe-

sondere wenn der Aufenthalt wie vorliegend auf einem vorläufigen Status 

basierte. Massgeblich bleiben die Verhältnisse im Heimatstaat. Schliess-

lich hat die Beschwerdeführerin die Folgen ihrer mangelnden Mitwirkung 

zu tragen. Indem sie mit offensichtlich unglaubhaften Angaben ihre wahre 

Biographie und somit ihr tatsächlich vorhandenes Beziehungsnetz in In-

dien verschleierte, hat sie es den Behörden verunmöglicht, alle für die Zu-

mutbarkeit relevanten Umstände von Amtes wegen vollständig zu prüfen. 

https://www.swisslex.ch/doc/previews/2bf32b53-2a29-462b-93cd-f691cb19bf72%2Cbcca8d8f-bd6d-46a0-b431-62796581f3ba/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/28681d26-9f1f-4035-9dd6-e597e061d927/citeddoc/153e2364-2123-4475-aa7b-0a997954c85e/source/document-link

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Seite 11 

Es ist nicht Sache der Asylbehörden, bei widersprüchlichen und nachweis-

lich falschen Angaben der asylsuchenden Person nach möglichen Voll-

zugshindernissen zu forschen. Zusammenfassend erweist sich der Vollzug 

der Wegweisung nach Indien damit sowohl hinsichtlich der allgemeinen 

Lage als auch in Bezug auf die individuelle Situation der Beschwerdefüh-

rerin als zumutbar. 

8.5 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

Das Subeventualbegehren ist abzuweisen. 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.  

10.1 Die Beschwerdeführerin ersucht um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG. Da ihre Begehren ge-

mäss den vorstehenden Erwägungen als aussichtslos zu gelten haben, ist 

eine der kumulativ erforderlichen Voraussetzungen nicht erfüllt. Das Ge-

such ist abzuweisen. 

10.2 Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten der Beschwerdefüh-

rerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf Fr. 750.– festzusetzen 

(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

Mit dem vorliegenden Urteil wird der Antrag auf Kostenvorschussverzicht 

gegenstandslos. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lukas Müller Ronny Fischer