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**Case Identifier:** 4eb9dadf-a81c-5f8f-a83f-96b81135527f
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-23
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 23.09.2021 S 2019 106
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2019-106_2021-09-23.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Gisela Bedognetti-Roth, Vorsitz
Dr. iur. Matthias Suter und MLaw Ines Stocker
Gerichtsschreiberin: lic. iur. Claudia Meier

U R T E I L  vom 23. September 2021 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RA lic. iur. B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Leistungen)

S 2019 106

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Urteil S 2019 106 

A. A.________, Jahrgang 1963, meldete sich am 29. Juli 2016 (Eingang allerdings 
erst am 22. September 2016; IV-act. 12) bei der IV-Stelle Zug zur "Beruflichen Integration/ 
Rente" an und verwies auf eine Operation vom 5. Oktober 2015. Nach diversen Abklärun-
gen – unter anderem der Einholung eines polydisziplinären Gutachtens beim C.________ 
– wies die IV-Stelle sein Leistungsbegehren bei einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 
80 % in einer Verweistätigkeit mit Verfügung vom 9. Juli 2019 ab.

B. Gegen diese Verfügung reichte A.________ am 30. August 2019 (Poststempel) 
beim Verwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte sinngemäss die Zusprechung 
von IV-Leistungen. Gleichzeitig ersuchte er sinngemäss um Bewilligung eines unentgeltli-
chen Rechtsbeistands. Er sei zwischenzeitlich Sozialhilfeempfänger geworden und noch 
immer krankgeschrieben; einen Anwalt könne er sich nicht leisten. 

C. Mit Verfügung vom 3. September 2019 forderte das Gericht den Beschwerdefüh-
rer zur Zahlung eines Kostenvorschusses von Fr. 800.-- bzw. zur Einreichung eines be-
gründeten Gesuchs um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung auf.

D. Nach Einreichung diverser Unterlagen wurde das Gesuch des Beschwerdeführers 
um unentgeltliche Prozessführung gutgeheissen und damit auf Leistung des Kostenvor-
schusses verzichtet.

E. Mit Vernehmlassung vom 21. November 2019 beantragte die IV-Stelle Zug die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde und führte zur Begründung im Wesentlichen 
aus, dass auf das eingeholte C.________-Gutachten abgestützt werden könne, da es 
sämtliche Anforderungen an ein beweiskräftiges Gutachten erfülle.

F. Nach mehrfach erstreckter Frist konstituierte sich RA lic. iur. B.________ am 
14. Mai 2020 als Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, worauf das Gesuch um unent-
geltliche Rechtsverbeiständung mit Verfügung vom 15. Mai 2020 bewilligt wurde. 

G. Mit Replik vom 2. Juni 2020 liess der Beschwerdeführer die Aufhebung der ange-
fochtenen Verfügung vom 9. Juli 2019, die Zusprechung einer Rente nach Gesetz und die 
Feststellung der Verletzung der Aktenführungspflicht seitens der IV-Stelle beantragen; un-
ter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung 
wurde im Wesentlichen zunächst die Aktenführung der Beschwerdegegnerin beanstandet, 

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Urteil S 2019 106 

da die Akten teilweise unvollständig und nicht nachvollziehbar neu- bzw. umnummeriert 
worden seien. Im Weiteren sei das C.________-Gutachten, auf das sich die Vorinstanz 
stütze, nicht beweiskräftig. So seien – auch nach Ansicht des RAD – die Schlafprobleme 
(mit Schlafattacken und Aussetzern) nicht genügend abgeklärt worden. Fraglich sei auch 
die psychiatrische Beurteilung, da der C.________-Psychiater im Gegensatz zum 
behandelnden Psychiater fälschlicherweise keine Ängste festgestellt habe. Zudem sei 
unklar, weshalb beim Beschwerdeführer im C.________-Gutachten nur eine leichte bis 
mittelgradige depressive Episode diagnostiziert worden sei, nachdem bei der 
Begutachtung mindestens vier Symptome einer mittelgradigen Episode festgestellt worden 
seien. 

Eine Arbeitsunfähigkeit von bloss 20 % sei – im Gegensatz zur Auffassung des RAD – mit 
den vorliegenden Befunden keineswegs realistisch, sondern müsse stark angezweifelt 
werden. Niemand setze einen regelmässig einschlafenden Arbeitnehmer ein; ein solches 
Verhalten würde umgehend zu einem Verweis und im Wiederholungsfall zur fristlosen 
Kündigung führen.

Die Würdigung von Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen durch das C.________ sei 
ebenfalls fraglich. Es sei vielmehr so, dass kaum Ressourcen vorhanden seien, was der 
trostlose Tagesablauf des Beschwerdeführers vor Augen führe. Es seien keine 
Ressourcen vorhanden, die es ihm erlauben würden, eine Arbeitsfähigkeit von 80 % 
verwerten zu können. Das Aktivitätsniveau sei eingeschränkt, Inkonsistenzen seien nicht 
vorhanden, zumal auch das Autofahren kaum noch zu vertreten sei. Das C.________-
Gutachten basiere weder auf den vollständigen Akten, noch berücksichtige es die 
geklagten Beschwerden. Es sei in der Darlegung der versicherungsmedizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung nicht nachvollziehbar. Dem Gericht werde 
beantragt, die Sache nicht zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen, 
sondern vielmehr ein Gerichtsgutachten einzuholen. 

H. Die Beschwerdegegnerin hielt am 3. Juli 2020 duplicando an ihrem Antrag auf Ab-
weisung der Beschwerde fest und führte im Wesentlichen aus, dass die Praxis der Akten-
führung seit langem bestehe und die Akten systematisch, d.h. chronologisch erfasst seien, 
was vom Verwaltungsgericht des Kantons Zug als korrekt beurteilt worden sei. Zudem 
müssten die Akten auf Ersuchen des Verwaltungsgerichts im Beschwerdefall auf Papier 
und damit neu aufbereitet werden. Die Aktenführung gemäss dem bis am 30. September 

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2019 geltenden Recht (Art. 8 ATSV) sei gestützt auf Art. 18a Abs. 2 ATSG noch bis zum 
30. September 2022 zulässig. 

Bezüglich des C.________-Gutachtens habe der RAD am 15. November 2019 die Schlaf-
problematik für nicht relevant gehalten. Dabei habe er sich auf die Erkenntnis gestützt, 
dass diese den Beschwerdeführer beim Autofahren nicht einschränke; daran müsste sonst 
gezweifelt werden. Offensichtlich sei die Frage auch unter den Kriterien der Fahreignung 
nie abgeklärt worden, was allenfalls nachgeholt werden müsste (Art. 66c IVG). Im Übrigen 
beinhalte die Untersuchung und Abklärung des Gesundheitszustandes einer Person mehr 
als nur die Subsumption von Befunden, weshalb auf die anwaltlichen Ausführungen in der 
Replik mangels medizinischen Fundaments nicht einzugehen sei. Auf eine weitere Begut-
achtung sei angesichts der Abklärungen der IV-Stelle zu verzichten, zumal erfahrungsge-
mäss weitere medizinische Untersuchungen die Sache nicht vereinfachten, sondern ver-
komplizierten. 

I. Am 8. Juli 2020 liess der Beschwerdeführer weitere Unterlagen einreichen, so 
auch einen Bericht des Zuger Kantonsspitals über die neuropsychologische Untersuchung 
vom 8. März 2019, woraus sich auch an guten Tagen neuropsychologische Funktionsein-
schränkungen entnehmen liessen. Diese stünden einer vollen Arbeitsfähigkeit in der an-
spruchsvollen Tätigkeit als Geschäftsführer entgegen und widerlegten die Aussage im 
C.________-Gutachten, wonach keine kognitiven Einschränkungen vorliegen würden. Im 
Weiteren werfe die Aktenführung bei anderen IV-Stellen keine Probleme auf. Nur bei der 
IV-Stelle Zug bestehe die Praxis, unterschiedlich erfasste Akten zuzustellen, je nachdem, 
von welcher Person das Gesuch stamme. Dies sei nicht mit der Aktenführungspflicht 
vereinbar und es werde mit Nichtwissen bestritten, dass diese Praxis Gegenstand eines 
verwaltungsgerichtlichen Urteils gewesen sei. Im Übrigen sei der Hinweis erlaubt, dass 
eine versicherte Person oder ihr Rechtsvertreter auch ohne Medizinstudium Kritik an 
einem Gutachten ausüben dürfe. Anders zu entscheiden würde bedeuten, dass auch die 
Gerichte (ohne Fachrichter) dazu nicht mehr kompetent wären, was kaum die Meinung der 
Beschwerdegegnerin sein dürfte. 

J. Die IV-Stelle nahm am 16. August 2020 zum neu eingereichten neuropsychologi-
schen Bericht dahingehend Stellung, dass die Beurteilung der Leistungsfähigkeit durch 
den Neuropsychologen – abgesehen von der Tatsache, dass der Bericht keine ärztliche 
Stellungnahme darstelle und nicht psychiatrisch gewürdigt worden sei – nicht wesentlich 
von derjenigen des psychiatrischen Gutachters abweiche. Zudem sei zur Wiederaufnahme 

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Urteil S 2019 106 

einer psychiatrischen Behandlung geraten worden. Die Verlaufsuntersuchung, zu der im 
Falle der Zunahme oder Persistenz der kognitiven Defizite angeraten worden sei, sei zu-
dem offensichtlich nicht nötig gewesen, da dazu ja kein Bericht eingereicht worden sei.  

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1.
1.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätz-
lich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (in casu: 9. Juli 2019) 
eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei sind in zeitlicher 
Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung des zu Rechts-
folgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 V 445 E. 1.2.1). 

Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten Bestimmungen 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) in Kraft getreten. Dementsprechend sieht Art. 82a ATSG vor, dass für im Zeit-
punkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim erstinstanzlichen Gericht 
hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die hier zu beurteilende Beschwerde wur-
de am 30. August 2019 der Post übergeben, weshalb die bis 31. Dezember 2020 gültigen 
Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung 
zitiert werden. 

1.2 Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG in Verbindung mit § 77 des Verwal-
tungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 des Einführungsgesetzes zu den 
Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversi-
cherung [BGS 841.1]). Verfügungen kantonaler IV-Stellen sind gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a 
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) – in Abweichung 
von Art. 58 ATSG – direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. 
Die Beschwerdefrist beträgt 30 Tage (Art. 60 Abs. 1 ATSG). Angefochten ist eine Verfü-
gung der IV-Stelle Zug vom 9. Juli 2019, weshalb das Verwaltungsgericht für die Beurtei-
lung der vorliegenden Beschwerde sowohl örtlich als auch sachlich zuständig ist. Die Be-
schwerde ist am 30. August 2019 – in Berücksichtigung des Fristenstillstands nach Art. 38 
Abs. 4 lit. b ATSG – fristgerecht eingereicht worden und entspricht auch den übrigen for-

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Urteil S 2019 106 

mellen Anforderungen, weshalb sie zu prüfen ist. Streitig ist vorliegend ein allfälliger Ren-
tenanspruch des Beschwerdeführers frühestens ab Januar 2017 (Art. 29 IVG). Die Beur-
teilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwal-
tungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).   

2. Nach Art. 46 ATSG sind alle Unterlagen, die massgeblich sein könnten, vom Ver-
sicherungsträger systematisch zu erfassen. Diese Bestimmung gilt für alle Sozialversiche-
rungsverfahren, auf die das ATSG zur Anwendung gelangt, mithin auch für IV-Verfahren. 
Mit der Vorgabe eines "systematischen" Erfassens wählte der Gesetzgeber dabei bewusst 
eine recht offene Umschreibung; die Möglichkeiten der Aktenführung reichen damit von 
der physischen Erfassung der schriftlichen Akten in einem Aktendossier bis hin zu IT-ge-
stützten Aktenerfassungssystemen. Massgebend ist die Festlegung, dass es sich um eine 
systematische Aktenführung handeln muss. Dies setzt voraus, dass die Aktenführung 
nach festgelegten, allgemeinen, sachgerechten und zweckgemässen Kriterien erfolgen 
muss. Die Aktenführung muss so vonstattengehen, dass ein Nachweis der Verwaltungstä-
tigkeit möglich ist und dass nachvollzogen werden kann, wie die Sachverhaltsabklärung 
erfolgt und wie der Weg der Entscheidfindung verlaufen ist. Das Bundesgericht hat die 
Grundsätze der Aktenführungspflicht, das Erfordernis der Paginierung der Akten sowie die 
chronologische Auflistung der Akten ebenso erläutert wie die nummernmässige Identifika-
tion der Aktenstücke (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 46 N 22 f. mit Hin-
weis auf BGer 9C_283/2010 E. 2.2.2 und 2.3.2). Mit Wirkung ab 1. Oktober 2019 erfolgte 
eine Konkretisierung von Art. 46 ATSG u.a. durch Art. 8 der Verordnung zum ATSG 
(ATSV; SR 830.11). Artikel 8 Abs. 1 ATSV verlangt, dass die Akten systematisch und 
chronologisch geordnet geführt werden müssen, und nach Art. 8 Abs. 2 ATSV ist ein voll-
ständiges Aktenverzeichnis zu führen, das klare und eindeutige Hinweise auf den Inhalt 
der einzelnen Unterlagen liefert. Bis diese Bestimmungen vom Versicherungsträger ange-
wendet werden müssen, bleibt gemäss Art. 18b Abs. 2 ATSV allerdings eine Übergangs-
frist von drei Jahren, mithin bis 30. September 2022.

2.1 Der Beschwerdeführer lässt in formeller Hinsicht die Aktenführung der Vorinstanz 
rügen und die Feststellung einer Verletzung der Aktenführungspflicht nach Art. 46 ATSG 
verlangen. Zunächst würden die dem Gericht eingereichten Akten, die neu durchnumme-
riert worden seien, nicht die gleiche Nummerierung aufweisen wie diejenigen, die der 
Tochter des Beschwerdeführers zugestellt worden seien. Zudem seien die ihr zugestellten 
Akten zumindest teilweise unvollständig gewesen. Es sei auch nicht verständlich, weshalb 
Akten je nach Besteller unterschiedlich erfasst würden. Es existierten Akten ohne Numme-

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rierung, solche mit Nummerierung und solche mit systematischer Erfassung. Dass die Be-
schwerdegegnerin damit die Aktenführungspflicht verletze, sei festzustellen.

2.2 Die IV-Stelle stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass die Praxis der 
Aktenführung seit langem bestehe. Die Akten seien systematisch, d.h. chronologisch er-
fasst und diese Art der Aktenführung sei vom Verwaltungsgericht als korrekt beurteilt wor-
den. Wenn der Beschwerdeführer monieren lasse, dass ihm einzelne Dokumente fehlten 
bzw. die Akten nicht identisch seien, habe das mit der systematischen Aktenführung nichts 
zu tun. Tatsache sei, dass das Aktenbündel – sei es im PDF-Format elektronisch und mit 
Seitennummerierung, wie es vom Gericht nicht akzeptiert werde – sei es in der vom Ge-
richt akzeptierten Form auf Papier und mit Inhaltsverzeichnis, jeweils neu erstellt werden 
müsse, weil neue Akten nicht automatisch integriert würden und weil es Stellen und Perso-
nen gebe, die nur beschränkte Akteneinsicht hätten. Die Aktenführung gemäss dem bis 
am 30. September 2019 geltenden Recht (Art. 8 ATSV) sei gestützt auf Art.18a Abs. 2 
ATSG noch bis zum 30. September 2022 zulässig.

2.3 Vorab ist festzuhalten, dass die Vorinstanz – wie sie zutreffend festhält – die Akten 
noch nach den alten Bestimmungen führen durfte und die neuen Bestimmungen erst ab 
dem 1. Oktober 2022 verbindlich einzuhalten sein werden. Wie ein Blick in das Aktendos-
sier der Beschwerdegegnerin zeigt, sind die Akten – soweit ersichtlich – vollständig, chro-
nologisch geordnet und durchgehend paginiert. Ein Aktenverzeichnis liegt ebenfalls vor 
und die Beschreibung der einzelnen Dokumente ist zwar knapp, aber immerhin ausrei-
chend, sodass einzelne Dokumente ohne grösseren Aufwand gefunden werden können. 
Sollten die Akten im Verwaltungsverfahren noch eine andere Nummerierung aufgewiesen 
haben und erst im Rahmen des vorliegenden Verfahrens neu nummeriert worden sein, so 
ist darin noch keine Verletzung der Aktenführungspflicht zu sehen. Es trifft zudem zu, dass 
nicht alle Besteller, welche Einsicht in die Akten verlangen, auch das Recht auf vollständi-
ge Einsicht haben. Wenn bei mehrseitigen Dokumenten einzelne Seiten gefehlt haben 
sollten, so ist dies wohl einem Versehen zuzuschreiben, jedenfalls aber sicher noch kein 
gravierender Mangel; ein Exemplar des vollständigen Dokuments könnte auf Verlangen 
nachgeliefert werden. Die Vorinstanz verweist im Weiteren auf ein Urteil des Verwaltungs-
gerichts vom 27. November 2014 (S 2014 70 E. 8.2), in welchem ihr keine Verletzung der 
Aktenführungspflicht vorgeworfen wurde, obwohl weder ein Aktenverzeichnis noch eine 
Paginierung vorhanden waren (notabene in einem Verfahren, in welchem die versicherte 
Person von einem Anwalt aus der Kanzlei des beschwerdeführerischen Rechtsanwalts 
vertreten war). Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass Art. 46 ATSG der Charakter einer 

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Ordnungsvorschrift zukommt und die vorliegend gerügten Mängel keinesfalls derart gra-
vierend sind, dass sie geeignet wären, eine (unheilbare) Verletzung des Gehörsan-
spruchs, die mit der Kassation des vorinstanzlichen Entscheids zu ahnden wäre, zu bewir-
ken oder gar nur den Anlass zu bieten für eine entsprechende Feststellung, wie sie der 
Beschwerdeführer verlangt. 

3. Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die 
ihre Erwerbstätigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kön-
nen (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jah-
res zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Bei einer Invalidität von 40 % be-
steht Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50 % auf eine halbe, ab 60 % auf eine Dreivier-
tels- und ab 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

3.1 Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder länge-
re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Bei erwerbstätigen Versicher-
ten wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein-
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; sog. Einkommensvergleich). Bei 
nichterwerbstätigen versicherten Personen, welche in einem Aufgabenbereich (z.B. Haus-
halt) tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden 
kann, wird für die Bemessung der Invalidität in Abweichung von Art. 16 ATSG darauf ab-
gestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu be-
tätigen (Betätigungsvergleich bzw. spezifische Methode; Art. 28a Abs. 2 IVG). Bei Versi-
cherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 
ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidi-
tät für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind der Anteil 
der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der 
Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen 
(Art. 28a Abs. 3 IVG und Art. 27bis der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV; 
SR 831.201; sog. gemischte Methode). Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 
Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leis-

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tungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die 
Vollendung des 18. Altersjahres folgt.  

Zu erwähnen ist, dass die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im 
Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente einerseits die Zusprechung der Leistung 
und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung umfasst, was voraussetzt, dass 
Revisionsgründe (Art. 17 Abs. 1 ATSG; BGE 133 V 545) vorliegen, wobei der Zeitpunkt 
der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a IVV 
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Rentenan-
spruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Be-
fristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich in dieser 
Konstellation durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder 
des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bzw. Herabsetzung der Rente 
(BGE 125 V 413 E. 2d in fine, 125 V 368 E. 2, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen). In an-
fechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht ist es irrelevant, ob eine rückwirkende Zu-
sprechung einer abgestuften und/oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren 
Verfügungen gleichen Datums eröffnet wird. Es gelten die Grundsätze gemäss BGE 125 V 
413 (BGer 8C_886/2009 vom 13. April 2010 E. 2.2 mit zahlreichen Hinweisen; BGE 131 V 
164 E. 2.3.4; BGer 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).

3.2 Nach Art. 43 Abs. 1 ATSG prüft die IV-Stelle die Begehren, nimmt die notwendi-
gen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Sie hat 
dabei die Aufgabe, den rechtserheblichen Sachverhalt nach dem Untersuchungsgrundsatz 
richtig und vollständig abzuklären, sodass gestützt darauf die Verfügung über die jeweils in 
Frage stehende Leistung ergehen kann (vgl. dazu Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 
2020, Art. 43 Rz. 13 ff.). Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall der Richter) auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und gegebe-
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist 
es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um-
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Weiteren 
sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel-
che Arbeitsleistungen dem Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 105 V 156 
E. 1). Zu erwähnen bleibt, dass für die Invaliditätsbemessung schliesslich nicht die medi-
zinisch-theoretische Schätzung der Arbeitsfähigkeit durch den Arzt ausschlaggebend ist, 
sondern vielmehr die durch den Gesundheitsschaden bedingte Einschränkung der Er-

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werbsmöglichkeiten auf dem gesamten für den Versicherten in Betracht fallenden ausge-
glichenen Arbeitsmarkt (BGE 110 V 273 E. 4a).

3.3 Die medizinischen Unterlagen sind nach dem für den Sozialversicherungsprozess 
gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend 
und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle 
Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu ent-
scheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizi-
nischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wür-
digen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi-
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach ent-
scheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun-
gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (An-
amnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge 
und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerun-
gen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 
E. 1c). Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer 
Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführ-
lichen Zusammenstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen 
Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten ex-
terner Spezialärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 
schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuer-
kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der Unfallversiche-
rung entwickelten Grundsätze finden für das IV-Verwaltungsverfahren sinngemäss Anwen-
dung (EVG I 437/99 und I 575/99 vom 9. August 2000 E. 4b/bb). In Bezug auf Atteste von 
Hausärzten darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass 
Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels-
fällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des 
Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl., 2014, Art. 28a N 224; BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Nach 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund 
der Verschiedenheit von Expertise und Therapie grundsätzlich mit Vorbehalt zu würdigen. 

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Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt, den behandelnden Spezialarzt und 
namentlich für den therapeutisch tätigen Psychiater mit seinem besonderen Vertrauens-
verhältnis zum Patienten, welches die geklagten Beschwerden als Faktum hinzunehmen 
hat (BGer 9C_420/2008 vom 23. September 2008 E. 3 mit zahlreichen Hinweisen). Im 
Hinblick auf einen möglichen Ziel- und Interessenkonflikt zwischen Behandlung und Be-
gutachtung kann – namentlich in umstrittenen Fällen – nicht unbesehen auf die Angaben 
des behandelnden Spezialisten abgestellt werden (EVG I 814/03 vom 5. April 2004 
E. 2.4.2). Dies gilt allerdings nicht im Sinne einer Beweisformel, wonach Berichte behan-
delnder Ärzte in der Regel von vornherein weniger Beweiswert hätten, sondern sie sind 
unvoreingenommen auf ihre Beweiskraft zu prüfen.

3.4 Bei Leiden aus dem depressiven Formenkreis hat das Bundesgericht vor einiger 
Zeit seine Rechtsprechung dahingehend geändert, dass die Frage, ob bei solchen Erkran-
kungen eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
resultiert, ebenso wenig wie bei somatoformen Störungen allein mit Bezug auf das Kriteri-
um der Behandelbarkeit beantwortet werden kann. Auch bei leichten bis mittelschweren 
depressiven Störungen ist danach zu fragen, ob und wie sich die Krankheit leistungslimi-
tierend auswirkt. Solche Leiden sind ebenfalls einem strukturierten Beweisverfahren nach 
BGE 141 V 281 zu unterziehen (BGE 143 V 409 E. 4.4 und 4.5.2). Aus der Diagnose allein 
resultiert demnach keine verlässliche Aussage über das Ausmass der mit dem Gesund-
heitsschaden korrelierenden funktionellen Leistungseinbusse bei psychischen Störungen. 
Auch affektive Störungen (einschliesslich der leichten bis mittelschweren depressiven Er-
krankungen) sind dem strukturierten Beweisverfahren zu unterstellen. Störungen fallen 
beim strukturierten Beweisverfahren bereits dann als rechtlich bedeutsame Komorbidität in 
Betracht, wenn ihnen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung beizumessen ist 
(BGE 143 V 418 E. 6 ff.). Gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlie-
ren nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung 
des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen ent-
scheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor 
Bundesrecht standhält. In sinngemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweis-
rechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezo-
genen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten – gegebenen-
falls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung im 
Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und 
-dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (BGE 141 V 
281 E. 8 mit Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6).  

12

Urteil S 2019 106 

4. Den Akten lässt sich aus medizinischer Sicht im Wesentlichen das Folgende 
entnehmen:

4.1
4.1.1 Zur Vorgeschichte ergibt sich aus den Akten, dass sich der Beschwerdeführer –
 damals noch als selbständiger Schaler und Maurer tätig gewesen – erstmals im Septem-
ber 1991 bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug anmeldete, nachdem er sich im November 
1990 bei Fräsarbeiten auf dem Bau Ring- und Mittelfinger der linken Hand schwer verletzt 
hatte. In der Folge wurde er, da er in der bisherigen Tätigkeit nicht mehr einsetzbar war, 
von der Invalidenversicherung bei der Umschulung auf eine neue Tätigkeit und bei der 
Geschäftsübernahme als Selbständigerwerbender im Bereich Haushaltgeräte unterstützt 
(IV-act. 1 - 28 ff.). Danach betätigte er sich – soweit ersichtlich – als selbständigerwerben-
der Vermögensverwalter bis 2005/2006. 

4.1.2 Im Juni 2006 begab sich der Beschwerdeführer in psychiatrische Behandlung zu 
Dr. med. D.________, der eine akute Belastungsreaktion (ICD-10 Nr. 43.23) mit phobi-
schen Tendenzen und eine arterielle Hypertonie, Einstellung zzt. stark erschwert, diagnos-
tizierte und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Direktor bescheinigte (IV-act. 2 - 6/9 f.). Er 
führte aus, dass der Patient innerhalb von ¾ Jahren zwei traumatisierende Ereignisse er-
lebt habe, die seinen Geschäftsgang als selbständiger Vermögensverwalter bis hin zu 
existentieller Bedrohung beeinträchtigt hätten. Im August 2005 sei es zum Konkurs seines 
Broker-Partners in den E.________ gekommen, was zu einem massiven Einbruch in der 
Kundenakquisition geführt habe. Im Mai 2006 sei er wegen eines Mitarbeiters zu Unrecht 
in eine Strafuntersuchung hineingezogen worden. 

4.1.3 Ab 1. Juni 2007 war der 2002 geschiedene Beschwerdeführer aktenkundig wieder 
voll arbeitsfähig (IV-act. 6) und arbeitete soweit es sich dem Auszug aus dem Individuellen 
Konto (IV-act. 15) entnehmen lässt, bis 2007 für die F.________ AG und von 2008 bis 
2015 zumindest in einem Teilpensum für die G.________ AG, die Firma seiner zweiten 
Ehefrau, die er 2015 geheiratet hatte und die im März 2018 verstorben ist.

4.1.4 Im Jahr 2015 wurde beim Beschwerdeführer ein juxtarenales Aortenaneurysma di-
agnostiziert, weswegen er sich am 5. Oktober 2015 im Spital H.________ einer Operation 
durch Dr. med. I.________, Chefarzt Gefässchirurgie, unterziehen musste (IV-act. 10). 
Anschliessend drängte sich auch eine kardiologische Abklärung auf (IV-act. 10 - 6/11). 

13

Urteil S 2019 106 

4.1.5 Der Kardiologe und Internist Dr. med. J.________ stellte – nachdem er den Be-
schwerdeführer zuvor am 11. September 2015 präoperativ und letztmals im Dezember 
2015 gesehen hatte (IV-act. 10 - 8 ff.) – im Arztbericht vom 24. Oktober 2016 (IV-act. 18) 
zuhanden der IV-Stelle neben dem infrarenalen Bauchaortenaneurysma eine zerebrovas-
kuläre Verschlusskrankheit, arterielle Hypertonie, Übergewicht mit radikulären Schmerzen 
am rechten Oberschenkel bei LWK4-Pathologie und Status nach mehreren Handoperatio-
nen rechts, zuletzt 2013, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest. Zurzeit liege keine 
dokumentierte kardiale Erkrankung vor, die zu einer Reduktion der Arbeitsfähigkeit führe; 
eine solche dürfte auf die angiologische Problematik oder allfällige muskuloskelettale Ur-
sachen zurückzuführen sein. Aus kardiologischer Sicht erachtete Dr. J.________ mässige 
bis schwere körperliche Aktivitäten als nicht möglich, während er eine rein sitzende Tätig-
keit als zumutbar beurteilte. 

4.1.6 Der Hausarzt Dr. med. K.________ attestierte dem Beschwerdeführer am 7. No-
vember 2016 (IV-act. 22) seit der Operation vom 5. Oktober 2015 eine volle Arbeitsunfä-
higkeit, wobei er unter anderem einen Aortenersatz, eine Ileitis terminalis 2008, ein lumbo-
spondylogenes Schmerzsyndrom L4/L5 und einen Status nach dreimaliger Myokarditis 
festhielt.    

4.1.7 Der Facharzt FMH Innere Medizin und Gefässkrankheiten, Dr. med. L.________, 
verneinte im Arztbericht vom 22. Februar 2017 (IV-act. 37) das Vorliegen relevanter 
Einschränkungen betreffend Arbeitsfähigkeit, abgesehen vom Heben von schweren 
Lasten von über 20 bis 25 kg aufgrund der Diagnose dilatative Arteriopathie mit aktuell 
stenosefrei perfundierter Rohrprothese und unauffälliger proximaler Anastomose bei Aor-
tenersatz; er erachtete die bisherige wie auch eine adaptierte Tätigkeit ab sofort zu 100 % 
als zumutbar und attestierte dem Beschwerdeführer in anderen Tätigkeiten eine normale 
Arbeitsleistung im Alltag, Büro oder Verkauf.

4.1.8 Doktor med. M.________, Facharzt FMH für Innere Medizin, spez. Geriatrie, 
Ambulatorium Wiesendamm, erachtete am 27. Februar 2017 (IV-act. 45) sowohl die 
bisherige wie auch eine angepasste Tätigkeit als nicht zumutbar wegen der Diagnosen 
Lumboischialgie rechts bei degenerativen LWS-Veränderungen, diffuse Bauchschmerzen 
bei Nabel-/Bauchwandhernie (Beschwerdezunahme im Sitzen), multilokuläre Gelenk-
schmerzen wahrscheinlich degenerativer Genese, multifaktorielle Dekonditionerung und 
depressive Verstimmung. In der bisherigen Tätigkeit, die wechselbelastend sei und bei 

14

Urteil S 2019 106 

welcher der Beschwerdeführer "Mädchen für alles" in einem Buchhaltungs-Büro sowohl für 
Schreibtischarbeiten als auch für Hauswart- und Botendienste zuständig sei, bestünden 
die gesundheitsbedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in drei Ursachen: Schmer-
zen (Wirbelsäulenveränderungen, Bauchwandhernie, Gelenkschmerzen), ein desaströser 
Trainingszustand (Adipositas, massiver Nikotinabusus, mittlerweile reduziert) und eine de-
pressive Entwicklung. Die derzeitige Arbeitsunfähigkeit sei nicht arbeitsplatzbezogen; die 
Probleme wären an einem anderen Arbeitsplatz dieselben.

4.1.9 Gemäss Arztbericht von Hausarzt Dr. K.________ vom 2. Juni 2017 (IV-act. 41) 
war der Beschwerdeführer voll arbeitsunfähig wegen einer operationsbedürftigen Bauch-
wandhernie, die sich aufgrund der Operation der Hauptschlagader gebildet habe, eines 
desolaten Trainingszustands und schmerzender Triggerpunkte am Rücken. Diese Arbeits-
unfähigkeit bestehe bis zur Operation der Bauchwandhernie. 

4.1.10 Am 14. September 2017 musste sich der Beschwerdeführer am Spital 
H.________ der operativen Versorgung der epigastrischen Narbenhernie unterziehen (IV-
act. 50 und 54). Danach bescheinigte ihm Hausarzt Dr. K.________ am 12. Januar 2018 
(IV-act. 54) einen verschlechterten Gesundheitszustand und weiterhin eine anhaltende 
volle Arbeitsunfähigkeit.

4.2 Auf Empfehlung von RAD-Arzt Dr. N.________ vom 18. Januar 2018 (IV-act. 55) 
und im Auftrag der Vorinstanz (IV-act. 60 ff.) erstattete das C.________ am 18. September 
2018 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 77) mit den Fachrichtungen allgemein-
internistisch (Dr. med. O.________), orthopädisch (Dr. med. P.________), psychiatrisch 
(Dr. med. Q.________), neurologisch (Dr. med. R.________), angiologisch (Dr. med. 
S.________) und kardiologisch (Dr. med. T.________), in dem folgende Diagnosen mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt wurden:

1. chronisch koronare 2-Gefäss-Erkrankung mit diffuser Sklerose z.T. vom ektati-
schen Typ (ICD-10 I25.12)

- St. n. PTCA/RIVA und R. diagonalis 1, Bifurkations-Dilatation mit Implantation 
zweier Stents am 3. Januar 2017

- Kontroll-Koronarangiographie am 9. April 2018 (Spital H.________): keine 
hämodynamisch relevante Stenosierung (FFR Messung RCX peripher und 
RIVA), konservatives Procedere

15

Urteil S 2019 106 

- normale linksventrikuläre Pumpfunktion, eingeschränkte körperliche Leistungs-
fähigkeit in der Fahrrad-Ergometrie 14. Juni 2018, DD bei Dekonditionierung

- kardiovaskuläre Risikofaktoren
-- anhaltender Nikotinsabusus mit 40-50 py (ICD-10 F17.1)
-- metabolisches Syndrom
-- positive Familienanamnese

2. juxtarenales progredientes Aortenaneurysma mit max. Durchmesser von 5,8 cm 
(ICD-10 I71.4)

- Aortenersatz juxtarenal durch Tube-Interponat und Thrombendarteriektomie 
der Aorta 5. Oktober 2015

3. leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0/32.1)

Die Gutachter hielten sodann folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
fest:

1. chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 
F45.41)
- chronisches unspezifisches multilokuläres Schmerzsyndrom (ICD-10 R52.9)

2. metabolisches Syndrom
- arterielle Hypertonie (ICD-10 I10) medikamentös gut eingestellt
- Hyperlipidämie (ICD-10 E78.2)
- Übergewicht BMI 30 kg/m2
- V.a. Diabetes mellitus Typ 2 (ICD-10 E11.9)

3. anamnestisch beginnende arteriosklerotische Veränderungen der hirnversorgen-
den Gefässe bislang ohne relevante Stenosen bei multiplen vaskulären Risikofak-
toren (ICD-10 I66.9, Z86.7) mit Bulbusatheromatose beidseits ohne Stenosen im 
Bereich der supraaortalen Arterien

4. intermittierende Lumboischialgien rechts bei beginnendem degenerativem LWS-
Syndrom (ICD-10 M54.5) ohne aktuelle radikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik

5. Allergie auf Penicillin und Spasmo Cibalgin (ICD-10 T78.4)

6. Status nach Wundrevision der linken Hand am 14. November 1990 bei volarer 
Fräsenverletzung (ICD-10 T92.8/Z98.8)

7. Status nach Osteosynthese bei Metacarpale V-Fraktur rechts (ICD-10 T92.2/ 
Z98.8)

Interdisziplinär gelangten die Gutachter zu folgender Beurteilung:

Aus Sicht des Bewegungsapparates finde sich ein Zustand nach Wundrevision der linken 
Hand vom 14. November 1990. Bei molarer Fräsenverletzung sei nach der Metacarpale- 

16

Urteil S 2019 106 

V-Fraktur rechts ein chronisches unspezifisches multilokuläres Schmerzsyndrom entstan-
den. Für körperlich schwere Tätigkeiten bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit. Dagegen 
bestehe für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im Büro wie auch für andere körperlich leichte 
bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten unter Wechselbelastung eine Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit von 100 %.

Aus neurologischer Sicht imponierten anamnestisch beginnende arteriosklerotische Ver-
änderungen der hirnversorgenden Gefässe, bislang ohne relevante Stenosen bei multiplen 
vaskulären Risikofaktoren, sowie intermittierende Lumboischialgien rechts bei beginnen-
dem degenerativem LWS-Syndrom, ohne Hinweise auf das Vorliegen einer aktuellen radi-
kulären Reiz- oder Ausfallsymptomatik. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im Büro wie auch 
andere körperliche nicht rückenbelastende leichte bis intermittierend schwere Tätigkeiten 
seien dem Exploranden zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkt zumutbar. 

Aus kardiologischer Sicht seien dem Exploranden die Tätigkeit als Bauarbeiter wie auch 
andere körperlich schwere Tätigkeiten aufgrund der chronisch koronaren 2-Gefäss-Erkran-
kung mit diffuser Sklerose und Zustand nach juxtarenalem Aortenersatz bei juxtarenalem 
Aortenaneurysma am 5. Oktober 2015 nicht mehr zumutbar. Dagegen seien die aktuelle 
Tätigkeit im Büro wie auch andere körperlich nicht belastende Tätigkeiten vollschichtig zu-
mutbar.

Aus angiologischer Sicht bestehe für Tätigkeiten auf dem Bau wie auch für andere körper-
lich schwere Tätigkeiten eine bleibende Arbeitsunfähigkeit bei Zustand nach Operation 
eines Aortenaneurysmas. Dagegen sei die Arbeitsfähigkeit in der aktuellen Tätigkeit im 
Büro wie auch in anderen körperlich mittelschweren und leichten Tätigkeiten nicht einge-
schränkt, wobei das Heben und Tragen schwerer Lasten vermieden werden sollte. 

Aus psychiatrischer Sicht bestehe in der zuletzt ausgeübten wie auch in anderen körper-
lichen Verweistätigkeiten eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 % aufgrund einer 
leichten bis mittelgradigen depressiven Episode. 

Aus allgemeininternistischer Sicht fänden sich keine weiteren Befunde und Diagnosen, die 
eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründeten.

Zu Belastungsfaktoren und Ressourcen äusserten sich die Gutachter dahingehend, dass 
aus Sicht des Bewegungsapparates für körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere 

17

Urteil S 2019 106 

Tätigkeiten von einer uneingeschränkten Einsetzbarkeit ausgegangen werden könne. Aus 
neurologischer Sicht bestehe insbesondere Handlungsbedarf im Hinblick auf das ungünsti-
ge vaskuläre Risikoprofil, speziell beim anhaltenden Nikotinabusus. Aus kardiologischer 
Sicht bestehe bei Vorliegen einer koronaren Herzkrankheit mit diffusem iktatischem Befall 
kurzfristig ein stabilisierter Verlauf. Aufgrund der vorliegenden Risikofaktoren bestehe die 
Möglichkeit einer weiteren Progredienz der Erkrankung; die körperliche Leistungsfähigkeit 
sei deutlich eingeschränkt. Aus angiologischer Sicht sei das Tragen von Lasten von mehr 
als 20 kg nicht mehr möglich; weitere Einschränkungen bestünden nicht. Aus psychiatri-
scher Sicht bestünden Ressourcen mit mehrjähriger Berufserfahrung, auch als selbständig 
Erwerbender. Es bestünden weiterhin gute soziale Kontakte, auch könne der Explorand 
seinen Haushalt selbständig erledigen, er gehe auch regelmässig mit seinem Hund spa-
zieren. Früheren Hobbys (Autorennen) könne er jedoch nicht mehr nachgehen. Der Explo-
rand sei deutlich enttäuscht und auch traurig, auch über den kürzlichen Verlust der zwei-
ten Ehefrau aufgrund eines Tumorleidens. Bis in die Kindheit zurück gingen Enttäuschun-
gen, auch in die Zeit der Lehre. Eine deutliche Enttäuschung habe ihm auch der Verlust 
seines Geschäfts nach erfolgreicher beruflicher Umschulung bedeutet. Es bestünden eine 
finanzielle Abhängigkeit vom Sozialamt wie auch eine ausgeprägte finanzielle Schulden-
last. Eine anwaltliche Hilfe habe er organisiert. Aus allgemeininternistischer Sicht seien 
aufgrund des metabolischen Syndroms körperlich schwere Tätigkeiten nicht mehr zumut-
bar, auch keine Schichtarbeiten. Bis zum Ausschluss eines OSAS [= obstruktives Schlaf-
apnoesyndrom] sollte das berufsbedingte Führen von Fahrzeugen ebenfalls nicht zuge-
mutet werden. Unter Beachtung dieser Einschränkungen seien Eingliederungsmassnah-
men zumutbar. 

Zur Konsistenz führten die Gutachter aus, dass aus Sicht des Bewegungsapparates die 
diffus beklagte Symptomatik durch die klinischen und radiologischen Befunde keinesfalls 
vollständig begründet werden könne. Nachvollziehbar sei ein gewisser Leidensdruck bei 
Fehlhaltung im Sinne eines Hohlrückens und einer deutlichen Protraktion der Schultern, 
jedoch nicht das als invalidisierend angegebene diffuse Geschehen. Von einer klar nicht-
organischen Beschwerdekomponente müsse ausgegangen werden. Aus neurologischer 
Sicht seien bei längerer Belastung intermittierende lumbale Wurzelreizungen denkbar. Aus 
psychiatrischer Sicht spreche das selbständige Autofahren gegen das Vorliegen von deut-
lichen Konzentrationsstörungen. Aus kardiologischer, angiologischer und allgemeininter-
nistischer Sicht könnten keine Inkonsistenzen eruiert werden. 

18

Urteil S 2019 106 

Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter interdisziplinär zusammenfassend 
fest, dass die Tätigkeit auf dem Bau wie auch andere körperlich schwere Tätigkeiten dem 
Exploranden nicht mehr zumutbar seien. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im Büro wie auch 
andere körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten unter ge-
ringer Belastung seien ihm jedoch sieben bis acht Stunden zumutbar. Dabei bestehe eine 
leichte Leistungseinbusse und ein leicht reduziertes Rendement aufgrund der durch die 
Depression bedingten erhöhten Ermüdbarkeit. Bezogen auf ein 100 %-Pensum betrage 
die Arbeits- und Leistungsfähigkeit insgesamt in der bisherigen Tätigkeit 80 %. Von dieser 
Arbeitsfähigkeit könne gemittelt seit Oktober 2015 ausgegangen werden. In einer ange-
passten Tätigkeit, bei der es sich um eine körperlich leichte und intermittierend mittel-
schwere Tätigkeit unter Wechselbelastung handeln müsste, betrage die mögliche Prä-
senzzeit sieben bis acht Stunden, wobei keine Schichtarbeiten und kein Heben und Tra-
gen schwerer Lasten möglich seien. Dabei sei eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit 
wegen der durch die Depression bedingten erhöhten Ermüdbarkeit zu berücksichtigen. Die 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit betrage auch hier 80 %.

Da nur quantitative Einschränkungen aus einer Fachrichtung vorlägen, ergebe sich keine 
Diskussion hinsichtlich additiven oder ergänzenden Effekts. Durch eine kardiale Rehabili-
tation mit Trainings-Therapie könnte die körperliche Leistungsfähigkeit verbessert werden. 
Der Explorand sollte dringend dazu angehalten werden, seinen Nikotinkonsum zu sistie-
ren. Ein OSAS sollte ausgeschlossen werden. Aufgrund der deutlich ausgeprägten Krank-
heits- und Behinderungsüberzeugung könnten gegenwärtig keine beruflichen Massnah-
men erfolgversprechend vorgeschlagen werden.  

4.3 In seiner Stellungnahme vom 15. Oktober 2018 empfahl RAD-Arzt Dr. med. 
N.________, Facharzt Allgemeine Innere Medizin FMH, das C.________-Gutachten, das 
inhaltlich und formal korrekt sei und die an ein medizinisches Gutachten gestellten 
Qualitätsanforderungen zu erfüllen vermöge, der IV-Stelle als Entscheidgrundlage. Die 
20%ige Arbeitsunfähigkeit lasse sich mit der psychiatrischen Problematik begründen. 

4.4 Am 8. November 2018 teilte die IV-Stelle dem Beschwerdeführer mit Vorbescheid 
mit, dass sein Leistungsbegehren gestützt auf das C.________-Gutachten abgewiesen 
werde, und hielt fest, dass gemäss den Abklärungen eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
von 80 % in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit in der Vermögensberatung wie auch in jeder 
anderen körperlich leichten bis intermittierend mittelschweren Verweistätigkeit 
ausgewiesen sei und damit kein Anspruch auf eine Rente bestehe. Am 14. Dezember 

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Urteil S 2019 106 

2018 bzw. 11. März 2019 erhob der Beschwerdeführer Einwand (IV-act. 82 und 86 f.), 
beklagte sich über psychische, kardiologische und Finger-/Handgelenk-Probleme und wies 
zudem auf eine anstehende neurologische Untersuchung hin. Auf Verlangen der IV-Stelle 
liess er ihr Berichte von Dr. U.________, Oberärztin Spital V.________, vom 27. März 
2019, vom Kardiologen Dr. J.________ vom 9. April 2019, von PD Dr. W.________ vom 
Neurozentrum Z.________ vom 29. April 2019 und von der behandelnden Psychiaterin Dr. 
X.________ vom 14. Mai 2019 zukommen (IV-act. 90 ff.). 

4.4.1 Im Sprechstundenbericht vom 27. März 2019 an den Hausarzt (IV-act. 90; BF-
Beilage 12) hält Dr. U.________, Fachärztin für Neurologie, nach Zusatzuntersuchungen – 
ENMG vom 20. März 2019, Schlafentzugs-EEG vom 19. Februar 2019 und neuropsycho-
logische Untersuchung vom 8. März 2019 – im Wesentlichen folgende Diagnosen (ohne 
Diagnosen anderer Fachgebiete) fest: 1. Unklare Abwesenheitsmomente seit zwei bis drei 
Jahren, DD epileptisch, DD Basilarismigräne, 2. Migräne ohne Aura, 3. Vd.a. Meralgia par-
ästhetica rechts, Vd.a. Statin-induzierte Myalgien. Betreffend die kurzen Abwesenheitsmo-
mente bleibe die genaue Dauer, die Häufigkeit des Auftretens und auch die genaue Be-
schreibung unsicher. Laut Patient seien diese Episoden schon vor Einnahme des Trama-
dols aufgetreten, weswegen ein krampfsenkender Wirkungseffekt des Medikaments nicht 
alleine postuliert werden könne. Das Auftreten alleinig während der Migränebeschwerden 
könnte eine Basilarismigräne am ehesten wahrscheinlich machen. Eine Beschreibung der 
Tochter könnte jedoch passend zu einem fokal komplexen Anfallsereignis sein. Ereignisse 
ausserhalb der Migräne könnten nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, da sich der 
Patient dieser Episoden nicht bewusst sei. Im Schlafentzugs-EEG habe sich ein einmali-
ges epilepsieverdächtiges Element im Sinne eines Spikes links temporal gezeigt. Empfeh-
lung eines Langzeit EEG-Monitorings bei Dr. W.________.

Bezüglich der unspezifischen diffusen Schmerzen muskuloskelettal aber auch neurogen 
hätten eine Polyneuropathie aber auch eine Myopathie mittels ENMG ausgeschlossen 
werden können. Da der Patient von einer Besserung der Muskelschmerzen nach früherer 
Reduktion der Statintherapie berichtet habe, sei es Frage an den Hausarzt, ob das Ezetrol 
gegebenenfalls gestoppt werden könnte bei Verdacht auf Statin-induzierte Myalgie. Da die 
Brennschmerzen im Bereich des rechten Oberschenkels am ehesten zu einer Meralgia 
paraesthetica passen würden, werde Dr. Y.________ von der Anästhesie gebeten, den 
Patienten für eine diagnostische und therapeutische Infiltration aufzubieten und ihn dahin-
gehend zu beraten mit dem Wunsch, das Tramadol deutlich zu reduzieren, wenn nicht so-
gar vollständig zu substituieren. Es bestehe hierunter eine ausgeprägte Tagesschläfrigkeit, 

20

Urteil S 2019 106 

erkläre zumindest einen Teil der kognitiven Defizite und senke auch die Krampfschwelle. 
Kardiale Rhythmusstörungen als Ursache für die kurzen Abwesenheitsmomente seien un-
wahrscheinlich nach unauffälligem 24h-EKG im September 2018 durch den Kardiologen 
Dr. J.________.

Betreffend die vom Patienten beklagte ausgeprägte Vergesslichkeit sei eine neuropsycho-
logische Untersuchung durchgeführt worden. Es hätten sich hier gewisse Einschränkun-
gen gezeigt, die jedoch am wahrscheinlichsten im Rahmen einer (schweren) Depression 
zu sehen seien in Kombination mit möglicherweise Schlafstörungen, ausgeprägter Tages-
müdigkeit und Medikamenteneinfluss. Möglicherweise könnten auch die kleinen vaskulä-
ren gliotischen Veränderungen im MRI-Schädel eine zusätzliche Erklärung hierfür bieten. 
Dringend empfohlen werde jedoch eine psychologisch-psychiatrische Anbindung. 

4.4.2 Der Kardiologe Dr. J.________ hielt im Bericht vom 9. April 2019 (IV-act. 92) an 
die Vorinstanz im Wesentlichen folgende Diagnosen fest: 1. rezidivierende Präkollaps-
zustände mit Schweissausbrüchen offener Ursache, DD rhythmogen, 
Blutdruckdysregulation, funktionell, 2. koronare Herzkrankheit mit diffuser Sklerose, 
teilweise vom ektatischen Typ; St.n. PTCA/2x DES Bifurkation RIVA/1. Diagonalast; 
aktuell: erneute z.T. atypische Angina pectoris Beschwerden, reproduzierbar auf dem 
Laufbandergometer; Risikofaktoren: Nikotinabusus, arterielle Hypertonie, Dyslipidämie, 3. 
St.n. juxtarenalem Aortenersatz bei Bauchaortenaneurysma 2015, 4. cerebrovaskuläre 
Verschlusskrankheit, ausgeprägte rechtsbetonte arteriosklerotische Plaque, 20 % 
stenosierend, 5. arterielle Hypertonie, 6. Nikotinabusus. Der Patient habe ihn während des 
Zeitfensters vom 27. Februar bis 26. September 2018 mehrfach wegen Thoraxschmerzen, 
Präkollapszuständen und ausgeprägten Schweissausbrüchen aufgesucht. Bei bekannter 
koronarer Herzkrankheit sei ergänzend eine Rekoronarangiographie am 9. April 2018 
durchgeführt worden, die glücklicherweise zurzeit keine flussbehindernde Stenosierung 
gezeigt habe bei bekannter 2-Gefässerkrankung und St.n. Stent-Implantation 2017. Es 
bestehe jedoch eine ausgeprägte Arteriosklerose teilweise vom ektatischen Typ. Die 
Beschwerden seien sicherlich mindestens partiell durch die notwendige Polymedikation zu 
erklären mit starken BD-Schwankungen. Ein klares rhythmologisches Korrelat habe mittels 
Langzeit-EKG nicht erfasst werden können, was jedoch eine rhythmogene Genese 
grundsätzlich nicht per se ausschliesse. Prognostisch im Vordergrund stehe aus 
kardiologischer Sicht die Eindämmung der zahlreichen kardiovaskulären Risikofaktoren 
bei relevanter kardiologischer Erkrankung, sodass auch diesbezüglich regelmässige 
Kontrollen notwendig seien.  

21

Urteil S 2019 106 

4.4.3 Vom 29. April bis 2. Mai 2019 war der Beschwerdeführer im Neurozentrum der 
Klinik Z.________ zur Durchführung einer Langzeit-Video-/EEG-Telemetrie hospitalisiert. 
PD Dr. W.________ hielt dazu im Bericht vom 29. April 2019 (IV-act. 95 - 7-9/18) an 
Dr. U.________ unter anderem folgende Diagnosen fest: Schlafattacken bei Hypersomnie 
und zirkadianer Schlaf-Wach-Rhythmus-Störung noch unklarer Zuordnung (Verdacht auf 
Narkolepsie ohne Kataplexie, DD OSAS, DD medikamentös, wobei Schlafattacken anam-
nestisch wahrscheinlich bereits vor Beginn mit Tramadol vor ca. zwei bis drei Jahren). Das 
Langzeit-Video-/EEG-Telemetrie habe keinen Anfallsfang ergeben, keine Epilep-
siepotentiale, Schlaf deutlich fragmentiert und mit pathologischer Architektur (verzögerte 
Schlafinduktion und kaum Erreichen des Tiefschlafs); tagsüber erhöhter Schlafdruck mit 
wiederholtem Erreichen von Tiefschlafphasen; wiederholte SOREM-Phasen sowohl 
nachts als vereinzelt auch tagsüber; Schnarchen und periodische Beinbewegungen, vi-
deographisch aber keine Atempausen erkennbar. Sodann führte PD Dr. W.________ 
unter anderem anamnestisch RLS-Beschwerden [Restless Legs Syndrom], Migräne ohne 
Aura, Verdacht auf Meralgia parästhetica und Polyarthralgien unklarer Genese auf. Unter 
Beurteilung und Prozedere-Vorschlag ist im Weiteren nachzulesen, dass es keine 
Hinweise für eine Epilepsie gebe und dass eine Basilaris-Migräne unwahrscheinlich sei. 
Als klar pathologisch erweise sich das Schlafprofil, das eine deutliche Fragmentierung und 
aufgehobene Architektur des Nachtschlafs sowie wiederholte SOREM-Phasen aufzeige, 
nebst auch Schnarchen und periodischen Beinbewegungen. Tagsüber zeige sich ein 
deutlich erhöhter Schlafdruck mit mehrfachem Erreichen von Tiefschlafphasen und 
ebenfalls einzelnen SOREM-Phasen. PD Dr. W.________ führt aus, dass er die seit zwei 
bis drei Jahren bestehenden "Aussetzer" also als Schlafattacken (Verdrehen der Augen im 
Sinne eines Bell'schen Phänomens) interpretiere, deren nosologische Zuordnung vorerst 
unklar bleibe. Anamnestisch, phänomenologisch und elektroenzephalographisch 
bestünden Symptome/ Zeichen einer Narkolepsie (SOREM, imperativer Schlafdrang, 
exzessive Tagesmüdigkeit, hypnagoge Halluzinationen, RLS-Symptomatik mit PLMS 
[Periodic Limb Movement in Sleep bzw. PLMD Periodic Limb Movement Disorder], 
Kopfschmerzen), wobei die Diagnose einer Narkolepsie bei eigenanamnestisch fehlender 
Kataplexie und gleichzeitig auch gewissen Verdachtsmomenten für das Vorliegen eines 
obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndroms ([OSAS] Risikofaktoren, Schnarchen; aber video-
graphisch keine Atempausen) sowie der bestehenden ZNS-aktiven Medikation eventuell 
schwierig zu bewerkstelligen sein dürfte bzw. sicher einer weiteren Abklärung mittels 
MSLT und Polysomnographie bedürfe. Die Verdachtsdiagnose einer Hypersomnie, wahr-
scheinlich Narkolepsie, DD OSAS, und die in diesem Zusammenhang zu empfehlenden 

22

Urteil S 2019 106 

Verhaltensmassnahmen (Schlafhygiene mit Einhalten eines regelmässigen Schlaf-Wach-
Rhythmus, fixe Nickerchen tagsüber) seien diskutiert worden; Anpassung der Medikation 
im Verlauf je nach Resultat der weiteren Schlafabklärung. Die Fahreignung sei bei Schlaf-
attacken und DD Narkolepsie mit grosser Zurückhaltung zu beurteilen. Sicher aber müss-
ten längere Strecken gemieden werden, Fahren nur in ausgeruhtem Zustand, sofortiger 
Verzicht und Nickerchen bei Müdigkeitszeichen; der Patient sei sich seiner Eigenverant-
wortlichkeit bewusst. 

4.4.4 Im Verlaufsbericht vom 14. Mai 2019 nannte Dr. med. X.________, Fachärztin 
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, bei welcher der Beschwerdeführer vom 6. No-
vember 2017 bis Oktober 2018 und danach ab Mai 2019 in therapeutischer Behandlung 
war bzw. ist, folgende Diagnosen: mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) bei 
Persönlichkeit mit zwanghaften, paranoiden und emotional-instabilen Persönlichkeitszü-
gen; Schlafattacken bei Hypersomnie und zirkadianer Schlaf-Wach-Rhythmus-Störung 
noch unklarer Zuordnung; Migräne; Polyarthralgien; juxtarenaler Aortenersatz; koronare 
2-Gefässerkrankung; arterielle Hypertonie; Hypercholesterinämie (IV-act. 95 - 1-5/18; 
BF-Beilage 11). Der Patient fühle sich andauernd müde und erschöpft und könnte tags-
über immer schlafen. In der Nacht hingegen könne er nicht schlafen. Er fühle sich häufig 
traurig und weine. Häufig denke er dabei an seine zweite Frau oder an seine erste ge-
scheiterte Ehe. Seine heile Welt sei 2005 mit der Trennung von der Kindsmutter zusam-
mengebrochen. Seither habe er sich nie richtig erholt. 

Als Befunde beschrieb Dr. X.________ unter anderem, dass der Patient bewusstseinsklar 
und allseits orientiert sei. Aufmerksamkeit und Konzentration im Gespräch seien leicht 
eingeschränkt; im formalen Denken kohärent. Existenzängste und allgemeine frei 
flottierende Ängste angebend. Keine Anhaltspunkte für psychotische Symptomatik. Im Af-
fekt leicht deprimiert, leicht angespannt. Starke Müdigkeit und Energiemangel angebend. 
Körperlich stark eingeschränkt. Starke Unzufriedenheit wegen der körperlichen Einschrän-
kung. Sinnfragen angebend. Antriebsmangel vorhanden. Schlafprobleme mit Alpträumen. 
Latente Suizidalität angebend; er habe daran gedacht, die Tabletten in einer Überdosis zu 
sich zu nehmen. Das BDI (Beck Depressionsinventar) vom 14. Mai 2019 habe 47 Punkte 
erbracht, was einem schwer depressiven Zustand entspreche. Der SKID II Beurteilungs-
fragebogen zur Erfassung der Persönlichkeitsstruktur vom 14. Mai 2019 erbringe akzentu-
ierte Persönlichkeit mit zwanghaften, paranoiden und emotional-instabilen Persönlichkeits-
zügen. 

23

Urteil S 2019 106 

Wegen der Mehrfachbelastung (als alleinerziehender Vater, Haushalt, Berufsausübung) 
habe der Patient seit 2013 allmählich und schleichend ein Erschöpfungssyndrom entwi-
ckelt. Er brauche psychotherapeutische Unterstützung, um zu lernen, seine Krankheiten 
zu akzeptieren und mit ihnen umzugehen. Eine Vermittlung von Entspannungsmethoden 
und eine sinnvolle Tagesstruktur mit Aktivitäten könnten den Patienten gut unterstützen.

Schliesslich attestierte Dr. X.________ dem Beschwerdeführer im Bereich Buchhaltung 
oder Vermögensverwaltung eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit mindestens November 
2017 und eine solche von 70 % im geschützten Bereich. 

4.5 Am 23. Mai 2019 nahm RAD-Arzt Dr. N.________ dahingehend Stellung (IV-
act. 96), als den umfangreich vorliegenden neu beigebrachten z.T. älteren, andererseits 
aktuellen Arztberichten der bekannte immer bunter werdende Strauss einer Beschwerde-
symptomatik entnommen werden könne, der zu einer Fülle nicht enden wollender Abklä-
rungen/Diagnostiken durch zahlreiche involvierte Fachärzte führe bzw. geführt habe, ohne 
dass dabei zuletzt auf der objektiven Befundebene neue Erkenntnisse und hieraus resul-
tierende funktionelle Einschränkungen hätten festgestellt/gewonnen werden können, die 
eine von der bisherigen abweichende Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit  –
 gemäss dem Gutachten – zu begründen vermöchten. Bei der Re-Koronarographie vom 
9. April 2018 seien keine Anhaltspunkte/Hinweise für eine flussbehindernde Stenosierung 
gefunden worden; ebenso habe sich kein klares rhythmologisches Korrelat für die vom Be-
schwerdeführer beklagte Symptomatik in der Langzeit-EKG-Untersuchung finden lassen. 
Verschiedene Verdachtsdiagnosen auf neurologischem Fachgebiet liessen sich nicht be-
stätigen, insbesondere hätten sich zuletzt keine sicheren/wahrscheinlichen Anhaltspunkte/ 
Hinweise für das Vorliegen einer Epilepsie und bzw. oder einer Basilaris-Migräne finden 
lassen. Die Schlaf-Wach-Rhythmus-Störung dürfte ursächlich im Kontext der depressiven 
Symptomatik und einer schlechten Schlaf-Hygiene stehen. RAD-Arzt Dr. N.________ 
empfahl, das Dossier auch noch dem RAD-Psychiater AA.________ zur konsiliarischen 
Stellungnahme (Verlauf der affektiven Störung seit Begutachtungs-Zeitpunkt bis aktuell) 
vorzulegen. 

4.6 RAD-Psychiater AA.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
führte am 5. Juli 2019 aus (IV-act. 97), dass beide Psychiater – Dr. Q.________ und Dr. 
X.________ – den Versicherten im selben Zeitraum exploriert und beurteilt hätten. Ihre 
dokumentierten psychopathologischen Befunde seien ähnlich und als Hauptsymptome 
würden neben Freudlosigkeit und Erschöpfung/Antriebsmangel insbesondere Ermüd-

24

Urteil S 2019 106 

barkeit festgehalten. Es sei somit ein vergleichbarer Gesundheitsschaden fast identisch 
psychopathologisch beschrieben worden. Lediglich in der Beurteilung der Leistungsfähig-
keit differierten die beiden Psychiater. Während Dr. Q.________ eine (dauerhafte) 20%ige 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beurteile, schätze Dr. X.________ eine komplette 
(100%ige) Arbeitsunfähigkeit. Aus versicherungspsychiatrischer Sicht sei die 
Einschätzung des therapiefernen Gutachters realistischer, weil sowohl die Behandlerin als 
auch der Gutachter eine relativ blande depressive Symptomatik (Affektstörung) beschrei-
ben würden und diese, auch wenn sie mehr mittel- als leichtgradig ausgeprägt wäre, nicht 
eine komplette Arbeitsunfähigkeit (wie von der Behandlerin beurteilt) zu begründen vermö-
ge. Die Einschätzung, dass die depressive Störung im Längsschnitt eher leicht- als mittel-
gradig ausgeprägt sei (wie von Gutachter Dr. Q.________ beurteilt), sei insgesamt 
plausibler und lasse auch eine weit unter 50%ige dauerhafte Arbeitsunfähigkeit als über-
wiegend wahrscheinlicher nachvollziehen. 

Nach den Angaben von Dr. X.________ sei das Hauptproblem Müdigkeit neben An-
triebsmangel, Freudmangel und Schmerzen. Sie erwähne, dass der Versicherte nach dem 
Tod der Ehefrau "den Sinn des Lebens verloren" habe. Im dokumentierten relativ unauffäl-
ligen psychopathologischen Befund werde festgehalten, dass er in der Konzentration (le-
diglich) leicht eingeschränkt und im Affekt (auch nur) leicht deprimiert (nicht depressiv) ge-
wesen sei und über Antriebsmangel, Schlafprobleme und latente Suizidalität berichtet ha-
be. Psychiatrisch diagnostiziere sie eine mittelgradige depressive Episode ICD-10 F32.1 
bei akzentuierter Persönlichkeit mit psychischer Minderung der Belastbarkeit, Erschöp-
fung, Antriebs- und Freudlosigkeit und begründe damit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 
seit mindestens November 2017.

4.7 Mit Verfügung vom 9. Juli 2019 (IV-act. 98) bestätigte die IV-Stelle die Abweisung 
des Leistungsbegehrens. Sie führte aus, dass die nachträglich zum C.________-
Gutachten (mit verschiedenen, einschlägigen Fachrichtungen) eingereichten Berichte 
weder hinsichtlich der kardialen Problematik noch hinsichtlich der Tagesmüdigkeit bzw. 
der Schlafstörungen objektive Befunde beschreiben würden, die eine zusätzliche 
Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermöchten. Insgesamt sei davon auszugehen, dass auf 
die Einschätzung der Gutachter im versicherungsmedizinischen Sinn abgestützt werden 
könne, während den behandelnden Ärzten mit therapieorientiertem Fokus weniger hoher 
Beweiswert zukomme. Daraus sei zu folgern, dass weiterhin auf das Gutachten, das die 
richterlichen Regeln für den Beweiswert von medizinischen Berichten vollumfänglich 
erfülle, abzustellen sei. Das Alter sei grundsätzlich kein medizinischer Grund für die 

25

Urteil S 2019 106 

Attestierung einer Invalidität. Es bestehe eine Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, 
bei welcher der fehlende Abschluss einer Berufsausbildung grundsätzlich keinen oder nur 
wenig Einfluss auf die Integration in den Arbeitsmarkt habe. Allerdings müsste die IV-
Stelle einen Antrag auf Unterstützung bei der Stellensuche prüfen. 

Die Abklärungen, insbesondere das polydisziplinäre Gutachten, hätten ergeben, dass in 
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit in der Vermögensberatung und auch in jeder anderen 
körperlich leichten bis intermittierend mittelschweren Verweistätigkeit eine Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von 80 % ausgewiesen sei. Es bestehe somit kein Anspruch auf eine 
Invalidenrente. 

4.8 Erst nach der Beschwerdeeinreichung wurden vom Beschwerdeführer am 2. Sep-
tember 2019, 2. März 2020 bzw. 9. Juli 2000 unter anderem die folgenden Berichte und 
ärztlichen Unterlagen nachträglich eingereicht (soweit nicht bereits bei den Akten):

4.8.1 Im neuropsychologischen Untersuchungsbericht von lic. phil. AB.________, Neu-
ropsychologin/Verkehrspsychologin, und Dr. med. AC.________, damals Leitende Ärztin 
Neurologie am Spital V.________, vom 18. März 2019 (BF-Beilage 27), der mit dem 
Auftrag der neuropsychologischen Untersuchung bei subjektiver Vergesslichkeit und Kon-
zentrationsstörungen erstellt wurde, werden als neuropsychologische Diagnose leichte 
kognitive Minderleistungen (verbal-mnestisch und erhöhte Fehleranfälligkeit) a.e. psycho-
gen festgehalten. Als Beurteilung wurde ausgeführt, dass sich bei dem orientierten und 
kooperativen, affektiv belastet, aber schwingungsfähig wirkenden Patienten mit formal un-
auffälliger Spontansprache leichte kognitive Minderleistungen in verbal-mnestischen Funk-
tionen (geringe Lern- und Wiedererkennungsleistung) sowie eine erhöhte Fehleranfällig-
keit (Perseverationsfehler 5-Punkte-Test, qualitative Auffälligkeiten Rey-Figur) gezeigt hät-
ten. Ansonsten zeigten sich weitgehend durchschnittliche attentionale, exekutive, figural-
mnestische, visuell-räumliche und sprachliche Funktionen. Ein Screeningverfahren zur 
Symptomvalidierung falle unauffällig aus; es sei somit von validen Testleistungen auszu-
gehen. Gemäss Fragebogen BDI liege eine schwere depressive Symptomatik vor. Eigen-
anamnestisch werde vor allem die ausgeprägte Ermüdbarkeit berichtet; zudem bestehe 
seit vielen Jahren eine belastende psychosoziale Situation (alleinerziehender Vater, Burn-
Out, operative Eingriffe, überraschender Tod der zweiten Ehefrau) mit depressiver Ver-
stimmung, Schlafstörungen und somatischen Beschwerden (Muskel- und Gelenkschmer-
zen). Die psychometrisch erfassten Minderleistungen verwiesen auf eine leichte fronto-
temporale Funktionseinschränkung linksbetont und seien aus neuropsychologischer Sicht 

26

Urteil S 2019 106 

am ehesten mit der vordergründigen psychischen Belastungssituation mit depressiver Ver-
stimmung, fehlender Tagesstruktur, gestörtem Schlaf, Schmerzen und hohem Schmerz-
mittelkonsum in Verbindung zu bringen. Die im MRI vom 28. Januar 2019 beschriebenen, 
unspezifischen, kleinfleckigen FLAIR-Hyperintensitäten frontal/frontobasal betont bds. sei-
en in der Anzahl gering und vermutlich nicht symptomatisch. Es werde dem Patienten da-
her dringend zur Wiederaufnahme einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Intervention 
geraten. Sollten kognitive Defizite eigen- oder fremdanamnestisch zunehmen bzw. trotz 
Verbesserung der psychischen Befindlichkeit persistieren, so würde eine neuropsychologi-
sche Verlaufsuntersuchung in frühestens sechs Monaten empfohlen.

4.8.2 Im Sprechstundenbericht vom 20. Mai 2019 (BF-Beilage 29) führte Dr. 
U.________ aus, dass der Patient zur Besprechung nach erfolgter Langzeit-Video und 
EEG-Telemetrie im Neurozentrum Z.________ bei Dr. W.________ komme. Zudem habe 
am 16. Mai 2019 die diagnostische und therapeutische Infiltration des Nervus cutaneus 
femoris lateralis rechts bei Dr. Y.________ von der Anästhesie stattgefunden. Initial sei 
das Bein taub gewesen; jetzt werde es jedoch besser und die Schmerzen seien deutlich 
gebessert.

Durch das erfolgte Langzeitmonitoring habe eine Epilepsie ausgeschlossen werden kön-
nen. Doktor W.________ habe am ehesten Schlafattacken bei Hypersomnie und zirka-
dianer Schlaf-Wachrhythmusstörung bei Verdacht auf Narkolepsie ohne Kataplexie diag-
nostiziert. Differenzialdiagnostisch komme ein obstruktives Schlafapnoesyndrom oder eher 
weniger wahrscheinlich eine medikamentöse Ursache in Frage; er empfehle eine wei-
terführende Diagnostik mittels MSLT (Multipler Schlaflatenztest) und Polysomnografie 
(gegebenenfalls Lumbalpunktion zur Bestimmung des Hypokretin) in einem Schlaflabor. 
Der Patient sei momentan äusserst zurückhaltend und abwehrend betreffend eine erneute 
Abklärung über Nacht, eine Polygrafie mit Heimmessung wäre jedoch für ihn denkbar und 
gegebenenfalls werde er sich zu einem späteren Zeitpunkt doch noch zu einer weiteren 
Abklärung in einem Schlaflabor durchringen, was insbesondere auch für weitergehende 
therapeutische Möglichkeiten von Wichtigkeit wäre. 

Als Diagnosen hielt Dr. U.________ unter anderem fest: 1. Schlafattacken bei Hyper-
somnie und zirkadianer Schlaf-Wachrhythmusstörung noch unklarer Zuordnung; 2. anam-
nestisch RLS-Beschwerden (und videografisch PLMS/ Periodic Limb Movement, PLM); 
3. Migräne ohne Aura, starke, meist rechtsseitige pulsierende Schmerzen, begleitet von 

27

Urteil S 2019 106 

Licht- und Lärmempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen; 4. Vd.a. Meralgia parästhetica 
rechts, Vd.a. Statin-induzierte Myalgien; 5. Polyarthralgien unklarer Genese; 

4.8.3 Am 17. Juni 2019 führte Hausarzt Dr. K.________ zuhanden des Beschwerdefüh-
rers aus, dass dieser unter anderem Tramadol Mepha Tropfen 10 ml einnehme (BF-Beila-
ge 3). Sodann bestätigte er dem Beschwerdeführer, dass er Autofahren dürfe. Wegen 
zahlreicher Arztbesuche sei er auf ein Auto angewiesen; auch nach der neurologischen 
Untersuchung habe es keinen Anhaltspunkt bezüglich Einschränkung beim Autofahren 
gegeben. Der Patient sei über die Vorsichtsmassnahmen informiert worden und halte sich 
strikt daran. 

4.9 Am 15. November 2019 nahm RAD-Arzt Dr. N.________ dahingehend Stellung, 
als den Neuakten keine Befunde entnommen werden könnten, die eine von der bisherigen 
abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu begründen vermöchten (BG-Beilage zur 
Vernehmlassung). Eine klare diagnostische Zuordnung der beklagten Schlafprobleme 
bzw. der in diesem Zusammenhang bestehenden Schlafattacken sei bis dato nicht 
gelungen, während differentialdiagnostisch an eine Hypersomnie und/oder zirkadiane 
Schlaf-Wachrhythmusstörung (bei Verdacht auf Narkolepsie) und an ein OSAS (obstrukti-
ves Schlaf-Apnoesyndrom, das behandelbar sei, gedacht worden sei. Es sei denn im Kon-
text eine weiterführende Abklärung (Polysomnografie) empfohlen worden. Das Faktum, 
dass dem Versicherten zuletzt die Fahrtauglichkeit hausärztlicherseits attestiert worden 
sei, spreche indes bereits heute gegen eine höhergradigere Einschränkung aufgrund der 
vom Versicherten beklagten Symptomatik. 

4.10 Gemäss Terminbestätigung vom 21. Februar 2020 war eine Abklärung vom 22. 
bis 24. März 2020 im Schlaflabor mit anschliessendem Tagestest in der Klinik 
AD.________ vorgesehen (BF-Beilage 20). Diese Polysomnographie hat dann aber offen-
bar corona-bedingt nicht stattfinden können (s. Replik Ziff. 9).  

5. Diese Berichte gilt es nun nach den in Erw. 3.3 vorstehend aufgeführten Grundsät-
zen auf ihre Beweiskraft zu prüfen. Zu beachten gilt es, dass grundsätzlich nur der Sach-
verhalt samt den dazugehörigen Dokumenten bis zum Verfügungszeitpunkt, d.h. bis 9. Juli 
2019, berücksichtigt werden können (s. dazu BGer 9C_15/2020 vom 10. Dezember 2020 
E. 2 mit Hinweisen).

28

Urteil S 2019 106 

5.1 Das polydisziplinäre Gutachten des C.________ vom 18. September 2018 erfüllt 
alle Kriterien und Anforderungen, die an ein beweiskräftiges Gutachten zu stellen sind. 
Das Gutachten selbst ist umfassend, basiert auf Kenntnis sämtlicher Vorakten und beruht 
auf allseitigen Untersuchungen derjenigen ärztlichen Fachrichtungen, die für die 
Beurteilung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers in Betracht kommen. Es 
berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und leuchtet in der 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation ein. Die Gutachter haben auch eine einlässliche Prüfung nach dem 
Indikatorenkatalog vorgenommen. 

Mit den bis zur Verfügung vom 9. Juli 2019 zusätzlich eingeholten und eingereichten wei-
teren Unterlagen und Berichten, die grundsätzlich keine neuen oder abweichenden Ergeb-
nisse zum C.________-Gutachten aufweisen, ergibt sich offenkundig ein recht 
umfassendes Bild des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers und der seine 
Arbeitsfähigkeit tangierenden Diagnosen und Beschwerden. Demnach schränken ihn 
einzig die psychiatrischen Befunde in der Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis 
mittelschweren Tätigkeit ein; alle anderen Befunde tangieren die Arbeitsfähigkeit in einer 
solchen angepassten Tätigkeit nicht. Dies gilt sowohl für die bisherige Tätigkeit als 
Vermögensverwalter und -berater wie auch für jede andere vergleichbare leichte bis 
mittelschwere Tätigkeit. Einzig schwere Tätigkeiten sind insbesondere seit der 1990 
erlittenen Fräsverletzung der Hand und aus kardiologischen, orthopädischen und 
angiologischen Gründen ausgeschlossen und nicht mehr zumutbar. Weitere Abklärungen 
haben durchgehend neurologisch nur leichte Einschränkungen ergeben, ohne dass 
daraus eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hätte begründet werden 
können. Zu den vom Beschwerdeführer im Wesentlichen vorgebrachten Einwendungen 
gegen diese Einschätzung ist nachstehend das Folgende auszuführen:  

5.2 Die abweichende Beurteilung der behandelnden Psychiaterin Dr. X.________, die 
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen ausgeht, vermag – 
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – nicht zu überzeugen. Einerseits sind die 
Einschätzungen der behandelnden Ärzte und insbesondere des behandelnden Psychia-
ters – wie in E. 3.3 vorstehend erwähnt – mit Vorsicht zu würdigen, da sie aufgrund des 
Vertrauensverhältnisses zum Patienten die subjektiv geklagten Beschwerden in der Regel 
unbesehen wiedergeben, ohne diese kritisch zu hinterfragen. Nicht nachvollziehbar ist je-
denfalls, wenn Dr. X.________ wenig schwere Befunde festhält, daraus jedoch eine volle 
Arbeitsunfähigkeit herleitet. Dass sie dem Beschwerdeführer eine durchgehende 100%ige 

29

Urteil S 2019 106 

Arbeitsunfähigkeit attestiert, ist wohl nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass sie als 
behandelnde Psychiaterin mit besonderem Vertrauensverhältnis zum Patienten den 
geklagten Beschwerden Glauben zu schenken und diese als Fakten hinzunehmen hat 
(s. Erw. 3.3 vorstehend). Widersprüchlich ist sodann einerseits auch ihre Einschätzung 
einer mittelgradigen depressiven Episode bei doch recht geringfügigen psychischen Be-
funden, wenn sie andererseits im BDI (Beck Depressionsinventar), bei dem es sich nota-
bene um eine Selbstbeurteilung durch den Patienten handelt, auf einen schweren depres-
siven Zustand schliesst. Eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert sie ebenfalls nicht, son-
dern geht lediglich von Persönlichkeitszügen zwanghafter, paranoider und emotional-insta-
biler Art aus. Ängste erwähnt sie zwar; allerdings stützt sie sich auch hier auf die subjekti-
ven Angaben des Beschwerdeführers. Dasselbe gilt für die Frage, ob beim Beschwerde-
führer eine "latente" Suizidalität vorliege, die vom C.________-Gutachter Dr. Q.________ 
mit der Erwähnung von passiven Sterbewünschen verneint wurde. Von einer akuten 
Suizidalität, wie sie der Beschwerdeführer geltend macht, ist weder bei der behandelnden 
Psychiaterin noch beim C.________-Gutachter die Rede. Insgesamt kann jedenfalls der 
Beurteilung von Dr. X.________ nicht gefolgt werden. Die vom Beschwerdeführer in den 
Rechtsschriften vorgenommene eigene Diagnostik bezüglich depressiver Symptomatik 
kann dabei mangels fachlicher Kompetenz nicht berücksichtigt werden. Vielmehr ist auf 
die Einschätzung des nicht therapierenden psychiatrischen C.________-Gutachters 
Dr. Q.________ abzustellen, der von einer die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden leichten 
bis mittelgradigen depressiven Episode ausgeht. Beeinträchtigt wird die Arbeitsfähigkeit in 
einer leidensangepassten Tätigkeit demnach aufgrund der wohl am ehesten durch die 
Depression bedingten – und in den meisten ärztlichen Berichten erwähnten und seit etli-
cher Zeit bekannten – erhöhten Ermüdbarkeit. 

5.3 Die schnelle Ermüdbarkeit und deren künftige Abklärung als mögliches OSAS wird 
im C.________-Gutachten lediglich im Zusammenhang mit der Fahrtüchtigkeit des 
Beschwerdeführers erwähnt und empfohlen. Dass der Beschwerdeführer trotz der 
schnellen Ermüdbarkeit und möglichen plötzlichen Einnickens immer noch von ärztlicher 
Seite als fahrtüchtig eingeschätzt wird, erstaunt doch sehr, falls das unvermittelt 
einsetzende Einnicken tatsächlich so dramatisch sein sollte wie vom Beschwerdeführer 
beschrieben. Dass ein plötzliches Einnicken beim Autofahren andere Verteilsteilnehmer 
und den Beschwerdeführer selber erheblich gefährdet, ist klar und die Fahrerlaubnis 
müsste in diesem Fall auch tatsächlich überprüft werden; ein verantwortungsbewusstes 
Fahren – wie von einem Teil der Ärzte beschrieben und auch zugestanden – könnte in 
einem solchen Fall jedenfalls sicherlich nicht ausreichen. Dass der Beschwerdeführer 

30

Urteil S 2019 106 

nach eigenem Bekunden im Rahmen des C.________-Gutachtens allein mit dem Auto 
nach AE.________ zum Untersuch und wieder nach Hause gefahren ist (IV-act. 77 - 
43/82), war jedenfalls mehr als unvernünftig und in hohem Masse gefährlich, wenn 
jederzeit mit einem Einnicken gerechnet werden musste. Immerhin erscheint es als krass 
widersprüchlich, wenn einerseits eine Fahrfähigkeit propagiert, andererseits aber auf eine 
volle Arbeitsunfähigkeit in meist sitzender administrativer Tätigkeit gepocht wird. Be-
merkenswert in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Ursache der schnellen Ermüd-
barkeit – wie bereits vorhin erwähnt – mit gestörtem Schlaf-Wach-Rhythmus verschiedent-
lich in der psychischen Problematik und den eingenommenen Medikamenten vermutet 
wird. Empfohlen wird dazu eine verbesserte Schlafhygiene, ein Absetzen (opioidhaltiger) 
Schmerzmedikamente und die Anbindung an eine Psychotherapie. Die weiteren Abklärun-
gen, die nach dem C.________-Gutachten durchgeführt wurden, vermochten jedenfalls 
bisher kein OSAS nachzuweisen und es bestand auch lediglich der Verdacht auf eine Nar-
kolepsie, die beide zudem – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – durchaus 
behandelbar oder einer Behandlung zumindest zugänglich sind. Dass der Be-
schwerdeführer – wie von ihm moniert und vom Gutachter auch so festgehalten – am En-
de der Begutachtung eingenickt ist, lässt sich ohne weiteres damit erklären, dass eine län-
ger andauernde Begutachtungssituation zweifellos anstrengend ist und in nachvollziehba-
rer Weise bei schneller Ermüdbarkeit auch zu einem solchen Einnicken führen kann. Eine 
andere Beurteilung lässt sich daraus jedoch keineswegs ableiten. Auch wenn die Genese 
dieser Schlafattacken und Aussetzer noch nicht feststeht, so drängt sich doch der erhebli-
che Verdacht auf, dass dies mit der psychischen Problematik und dem Schmerzmittelkon-
sum zusammenhängt.

5.4 Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Thoraxschmerzen, Präkollapszu-
stände und ausgeprägten Schweissausbrüche, die von den C.________-Gutachtern nicht 
berücksichtigt worden sein sollen, waren indessen auch den Gutachtern bekannt. Zudem 
haben die diesbezüglichen Untersuchungen des Kardiologen Dr. J.________ keine neuen 
Erkenntnisse erbracht und insbesondere auch keine Verschlechterung der kardiologischen 
Situation nachgewiesen. Aus kardiologischer Sicht steht gemäss Dr. J.________ nach wie 
vor die Eindämmung der beim Beschwerdeführer bestehenden kardiovaskulären 
Risikofaktoren (Nikotinabusus, arterielle Hypertonie, Dyslipidämie) im Vordergrund.

5.5 Soweit der Beschwerdeführer geltend machen lässt, dass im C.________-
Gutachten die Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen unzutreffend gewürdigt worden 
seien, ist er nicht zu hören. Er pflegt offenbar nach eigenen Angaben einen guten Kontakt 

31

Urteil S 2019 106 

zu seinen Kindern, Ziehkindern und Enkeln und auch zu drei Freunden. Auch die 
regelmässigen Spaziergänge mit seinem Hund macht er offensichtlich gerne, sodass 
diesbezüglich jedenfalls nicht von einem "spazieren gehen müssen", um nicht gegen das 
Tierschutzgesetz zu verstossen, gesprochen werden kann und diese Argumentation doch 
reichlich weit hergeholt erscheint. Auch der vom Beschwerdeführer beschriebene 
Tagesablauf mit Perioden von nächtlicher Schlaflosigkeit und Müdigkeit tagsüber vermag 
noch keineswegs für eine unabänderliche Belastung zu sprechen, wird doch von den 
meisten Ärzten immer wieder auf die mangelnde Schlafhygiene und eine empfohlene 
Überprüfung des Schmerzmittelkonsums hingewiesen, die angegangen werden müsste. 
Entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers sind damit – wie im C.________-
Gutachten abgehandelt – jedenfalls durchaus noch Ressourcen und Fähigkeiten, die der 
Beschwerdeführer auch in seiner Tätigkeit als Vermögensverwalter/-berater zweifellos 
angewandt hat, vorhanden und die Belastungen erlauben es insgesamt noch keineswegs, 
die Fähigkeiten und Ressourcen völlig unberücksichtigt zu lassen. 

5.6 Die nach Erstattung des C.________-Gutachtens bis zum Verfügungszeitpunkt 
erfolgten ergänzenden Abklärungen haben keine relevanten neuen Befunde, sondern 
lediglich geringfügige Verdachtsmomente ergeben und vermögen somit auch nichts an der 
Beweiskraft des Gutachtens zu ändern. Auch die danach durchgeführten, umfangreichen 
Untersuchungen haben keine verwertbaren neuen Ergebnisse erbracht. Grundsätzlich ist 
das C.________-Gutachten mit den bis zum Verfügungszeitpunkt erhobenen Berichten 
voll beweiswertig, sodass von einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 % in der 
bisherigen und auch einer vergleichbaren leichten bis mittelschweren Tätigkeit 
auszugehen ist. Die vom Beschwerdeführer gegen diese Einschätzung vorgebrachten 
Rügen, Einwendungen und eigenen Beurteilungen sind insgesamt nicht stichhaltig und 
vermögen am Beweiswert des Gutachtens samt den Ergebnissen der zusätzlichen 
Abklärungen nichts zu ändern.

6. Zusammenfassend lässt sich damit festhalten, dass die IV-Stelle alle notwendigen 
Abklärungen vorgenommen hat, sodass die Anträge des Beschwerdeführers auf Anord-
nung eines zusätzlichen Gutachtens abzuweisen sind. Der Beschwerdeführer ist in seiner 
bisherigen Tätigkeit und jeder vergleichbaren angepassten leichten bis mittelschweren Tä-
tigkeit zu 80 % arbeitsfähig. Eine volle Arbeitsunfähigkeit lediglich für schwere Tätigkeiten 
lässt sich hingegen aus kardiologischer, orthopädischer und angiologischer Sicht begrün-
den und solche Tätigkeiten sind dem Beschwerdeführer auch dauerhaft nicht mehr zumut-
bar. Eine zahlenmässige Berechnung des Invaliditätsgrades durch die IV-Stelle war bei 

32

Urteil S 2019 106 

dieser Sachlage demnach unnötig. Eine Rente der Invalidenversicherung steht dem Be-
schwerdeführer somit nicht zu. Die Beschwerde erweist sich mithin als vollumfänglich un-
begründet und muss abgewiesen werden. 

7.
7.1 Dem Beschwerdeführer ist mit Verfügung vom 30. Oktober 2019 die unentgeltliche 
Rechtspflege gewährt worden, weshalb ihm für das vorliegende Verfahren in Abweichung 
von Art. 69 Abs. 1bis IVG keine Kosten aufzuerlegen sind. 

7.2 Eine Parteientschädigung ist dem Beschwerdeführer nicht zuzusprechen, da er 
mit seiner Beschwerde vollumfänglich unterliegt (Art. 61 lit. g ATSG). Mit Verfügung vom 
15. Mai 2020 ist ihm indessen für das vorliegende Verfahren ein unentgeltlicher Rechtsbei-
stand in der Person von RA B.________ bewilligt worden. Das Honorar des unentgeltli-
chen Rechtsbeistands ist nach Ermessen auf Fr. 3'100.– (inkl. Auslagen und MWST) fest-
zusetzen und er ist mit diesem Betrag aus der Staatskasse zu entschädigen.
 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

RA lic. iur. B.________ wird mit Fr. 3'100.– (inkl. Auslagen und MWST) aus der 
Staatskasse entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

33

Urteil S 2019 106 

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (im Doppel), an die IV-
Stelle Zug, an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und zum Vollzug 
von Ziffer 3 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 23. September 2021

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Die Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am