# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8f270b68-4ae0-5ea7-abd8-36498a840abb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.08.2017 200 2017 302
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-302_2017-08-18.pdf

## Full Text

200 17 302 IV
SCI/PRN/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. August 2017

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 16. Februar 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2017, IV/17/302, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1957 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
welcher bereits in den Jahren 1996 und 2002 Hilfsmittel (Hörgeräte) ge-
währt worden waren (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegeg-
nerin], Antwortbeilage [AB] 1.1, S. 1; 6), meldete sich im Februar 2008 er-
neut bei der IVB zum Leistungsbezug an. Als Art der Behinderung gab sie 
Weichteilrheuma, chronische Schmerzen, einen Status nach Schleuder-
trauma, eine mittelschwere depressive Verstimmung sowie eine Hörbehin-
derung an (AB 8, 11). In der Folge holte die IVB diverse erwerbliche und 
medizinische Unterlagen ein und erteilte im Januar 2009 Kostengutsprache 
für zwei Hörgeräte (AB 23). Anschliessend veranlasste sie einen Ab-
klärungsbericht Haushalt (AB 24) und verfügte weitergehend nach durchge-
führtem Vorbescheidverfahren (AB 25) am 16. Juni 2009 bei einem Invali-
ditätsgrad von 20% die Abweisung des Leistungsbegehrens (AB 26). Diese 
Verfügung blieb unangefochten.

Im Januar 2015 erhielt die Versicherte eine weitere Kostengutsprache für 
eine beidseitige Hörgerätversorgung (AB 33).

B.

Im Juni 2015 meldete sich die Versicherte erneut bei der IVB an. Als Beein-
trächtigung gab sie eine Abnutzung des Hüftgelenks bzw. den Einsatz einer 
Hüftgelenksprothese an, was wiederum mehrere Operationen nach sich 
gezogen habe (AB 34). Nachdem die IVB verschiedene erwerbliche und 
medizinische Akten eingeholt hatte, gewährte sie vom 4. Januar bis am 
19. Juni 2016 ein Belastbarkeitstraining (AB 81, 100) sowie anschliessend 
vom 20. Juni bis am 15. Juli 2016 eine arbeitsmarktlich-medizinische Ab-
klärung (AMA; AB 105) in der Abklärungsstelle C.________. Am 25. August 
2016 teilte die IVB der Versicherten mit, dass die beruflichen Massnahmen 
abgeschlossen würden und der Anspruch auf weitere Leistungen geprüft 
werde (AB 108). In der Folge veranlasste die IVB insbesondere ein poly-

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disziplinäres Gutachten der D.________ (MEDAS) vom 22. Dezember 
2016 (AB 139.1). Mit Vorbescheid vom 27. Dezember 2016 stellte die IVB 
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (AB 141). Auf den 
hiergegen erhobenen Einwand (AB 145, 148) hin verfügte die IVB am 
16. Februar 2017 wie angekündigt (AB 149).

C.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch B.________, mit Eingabe 
vom 17. März 2017 beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwer-
de und stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Es sei die Verfügung vom 16. Februar 2017 aufzuheben.

2. Es sei der Beschwerdeführerin eine Rente gestützt auf einen Invaliditäts-
grad von mindestens 40% zuzusprechen.

3. Eventualiter seien weitere Sachverhaltsabklärungen zu treffen und an-
schliessend sei über die Leistungsansprüche (Invalidenrente) zu ent-
scheiden.

4. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegeg-
nerin.

Zur Begründung liess sie im Wesentlichen vorbringen, dass nicht auf das 
polydisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 22. Dezember 2016 abgestellt 
werden könne. Insbesondere sei - sollte tatsächlich eine Alkoholproblema-
tik vorliegen - vor Erlass eines Rentenentscheides eine entsprechende Be-
handlung (Entwöhnung und Entzug) durchzuführen. Mit Blick auf das or-
thopädische Teilgutachten wäre zudem eine leidensbedingte Einschrän-
kung beim Invalideneinkommen von 20% zu berücksichtigen. Demgegenü-
ber sei gestützt auf die echtzeitlichen Akten erstellt, dass die Beschwerde-
führerin vom 6. Februar 2015 bis am 25. Juli 2016 (Begutachtung der ME-
DAS) aus körperlichen Gründen zu 100% und seitdem infolge ihrer physi-
schen Beschwerden zu 50% bzw. infolge ihrer psychischen Beschwerden 
weiterhin zu 100% arbeitsunfähig sei.

Mit Beschwerdeantwort vom 27. April 2017 beantragte die IVB die Abwei-
sung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 16. Februar 2017 
(AB 149). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. 
Nicht Teil des Anfechtungsobjekts und daher in diesem Verfahren nicht zu 
prüfen sind berufliche Massnahmen (vgl. Beschwerde, S. 3 Ziff. 6, sowie 
BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht 
gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. 
Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher 
Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 
142 V 106 E. 4.4 S. 110). Nicht als Folgen eines psychischen Gesund-
heitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant 
gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per-
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit 
zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei 
weitgehend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 
2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-

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telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht nicht, so-
lange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen 
kann (Abs. 2).

2.4

2.4.1 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]).

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache 
materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten 
Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch 
tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei ei-
nem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 
2 S. 8 E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der frühe-
ren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie 
das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die 
festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 

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demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung eingetreten, 
womit die Eintretensfrage gerichtlich nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Indes ist zu prüfen, ob eine für den Leistungsanspruch po-
tentiell relevante Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetre-
ten ist, wobei der Sachverhalt im Zeitpunkt der rentenablehnenden Verfü-
gung vom 16. Juni 2009 (AB 26) mit demjenigen im Zeitpunkt der ange-
fochtenen Verfügung vom 16. Februar 2017 (AB 149) zu vergleichen ist 
(E. 2.4.3 hiervor). 

3.2 Im Rahmen der Anmeldung zum Leistungsbezug im Jahr 2008 dia-
gnostizierten die beiden behandelnden Ärztinnen neben psychischen Be-
schwerden einen Status nach HWS-Distorsion, multiple weichteilrheumati-
sche Beschwerden und eine gereizte Chondropathie in beiden Knien 
(AB 16, S. 1; 17, S. 3). Die Neuanmeldung im Juni 2015 erfolgte nunmehr 
unter Angabe von Beschwerden im Hüftgelenk (AB 34); im Februar 2015 
wurde der Beschwerdeführerin eine Hüft-Totalprothese eingesetzt. Auf-
grund von (Sub-)Luxationen folgten weitere Operationen (vgl. E. 3.3.1 hier-
nach). Damit ist auf medizinischer Ebene eine wesentliche Änderung des 
Gesundheitszustandes erstellt und es erfolgt eine allseitig freie Prüfung 
(vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV 
Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

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3.3 Bezüglich des medizinischen Sachverhalts lässt sich den Akten im 
Wesentlichen Folgendes entnehmen:

3.3.1 Aufgrund anhaltender Kniebeschwerden trotz operativem Eingriff 
(Kniegelenksarthroskopie und peripatelläres Shaving im März 2013) und 
konservativen Therapieversuchen (vgl. AB 51, S. 19 ff.) konsultierte die 
Beschwerdeführerin im September 2014 Prof. Dr. med. E.________, Fach-
arzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa-
rates. Eine Hüftinfiltration bewirkte eine Reduktion der Knieschmerzen. Im 
Februar 2015 wurde eine Hüft-Totalprothese eingesetzt. Infolge einer Luxa-
tion drei Wochen nach der Implantation musste sich die Beschwerdeführe-
rin erneut operieren lassen. Im Mai 2015 trat zum ersten Mal ein Klick-
Phänomen im Bereich der Hüfte auf, weshalb am 25. Juni 2015 eine Ar-
throskopie erfolgte (AB 51, S. 2 ff.; 52; 117.2, S. 20). Aufgrund einer rezidi-
vierenden Prothesensubluxation bis Luxation nach vorne unterzog sich die 
Beschwerdeführerin am 9. Juli 2015 einer weiteren Operation (Hüftpfan-
nenwechsel; AB 117.2, S. 16 f.). Prof. Dr. med. E.________ attestierte eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 4. Februar 2015 (AB 118).

Die Hausärztin Dr. med. F.________, Fachärztin für Allgemeine Innere 
Medizin, diagnostizierte im Bericht vom 12. April 2016 mit Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit ergänzend multiple weichteilrheumatische Beschwerden, 
rezidivierende depressive Episoden, eine schwere Refluxösophagitis (Dia-
gnose April 2016) und eine Hepatopathie und Pankreasinsuffizienz. Neu 
sei die Beschwerdeführerin auch dermatologisch beurteilt worden (AB 87, 
S. 2; vgl. auch AB 51, S. 4). Aktuell sei die Beschwerdeführerin noch zu 
100% arbeitsunfähig geschrieben. Eine Steigerung bzw. Teilarbeitsfähigkeit 
von 50% erscheine realistisch. Es sollte auf eine Arbeit geachtet werden, 
die wechselhafte Bewegung möglich mache mit sitzen, stehen und laufen. 
Heben und tragen von Lasten über 10 kg werde kaum möglich sein, wie 
auch längere Strecken zu laufen. Auf Treppen oder auf Gerüste zu steigen 
sei nicht möglich (AB 87, S. 3).

Im Bericht vom 12. Mai 2016 führte Prof. Dr. med. E.________ aus, die 
Patientin habe nach wie vor Beschwerden im Bereich der Narbe. Sie könne 
jedoch bereits nach zwei Stunden spazieren auf ebenen Gelände sowie 
zwei bis drei Stunden stehen. Anschliessend benötige sie eine schmerzbe-

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dingte Pause. Der Verlauf nach Hüft-Totalprothese rechts mit Pfannen-
wechsel sei ordentlich. Es sei auch weiterhin ein Kraftaufbau indiziert 
(AB 117.2, S. 5). Prof. Dr. med. E.________ attestierte weiterhin eine 
100%-ige Arbeitsunfähigkeit (AB 118, S. 5 ff.).

3.3.2 Anlässlich der AMA erfolgte eine neuropsychologische Abklärung. 
Im Bericht vom 30. Juni 2016 diagnostizierten M.Sc. G.________, Neuro-
psychologin, und lic. phil. H.________, Fachpsychologe für Neuropsycho-
logie, eine Lernbehinderung (IQ=77-78; ICD-10: F81.9) und kognitive Min-
derleistungen in Visuokonstruktion, räumlicher Kognition, Gedächtnis und 
Exekutivfunktionen (ICD-10: F06.9; AB 101.1, S. 7). In der angestammten 
Tätigkeit als Mitarbeiterin ... mit repetitiven Hilfstätigkeiten, vorgegebenen 
Abläufen und ohne eigene Verantwortung gäbe es aus rein kognitiver Sicht 
keine ausgeprägten Einschränkungen. Auch der von der Beschwerdeführe-
rin geäusserte Wunsch, in einem Büro Briefe und Pakete einzupacken, sei 
realistisch. Am Arbeitsplatz sei ihre erhöhte Vergesslichkeit zu beachten 
(AB 101.1, S. 6).

Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regio-
naler Ärztlicher Dienst (RAD), diagnostizierte im Abklärungsbericht AMA 
vom 6. August 2016 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit rezidivierende 
depressive Episoden seit mindestens 2006. Ausprägung retrospektiv nicht 
mehr feststellbar, aus den Beschreibungen der Akten könne auf ein Schwe-
regrad bis mittelschwer geschlossen werden. Aktuell subklinisch, im Sinne 
einer „larvierten Depression“ (ICD-10: F32.8), eine ängstlich (vermeidende) 
Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6), eine Persönlichkeit im Sinne einer 
abhängigen Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.7) akzentuiert, eine Lern-
behinderung (IQ=77-78; ICD-10: F81.9), kognitive Minderleistungen in Vi-
suokonstruktion, räumlicher Kognition, Gedächtnis und Exekutivfunktionen 
(ICD-10: F06.9) und einen Status nach Hüft-Totalprothesen-Implantation 
am 25. Februar 2015 rechts, Pfannenwechsel am 9. Juli 2015 wegen Sub-
luxation (AB 105, S. 9). Die Beschwerdeführerin habe in dem von der IV 
vorgegebenen Pensum von 70% gearbeitet. Die Leistungen seien schwan-
kend gewesen, selbst bei Tätigkeiten, welche ähnliche intellektuelle und 
manuelle Fähigkeiten verlangten. Am besten geeignet seien mittelschwere 
(bis 10 kg), einfache serielle Tätigkeiten gewesen. Die Gewichtsreduktion 

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ergebe sich aus den Beschwerden im Bereich der operierten rechten Hüfte. 
Die Leistung habe im Bereich von durchschnittlich 40% gelegen (Maximum 
65% bei Verpackungsauftrag). Motivation und Einsatzwille seien vorhanden 
gewesen. Anamnese, Berichte, Befunde und Diagnosen gäben Hinweise 
auf eine verminderte Leistungsfähigkeit. Die aktuellen psychiatrischen Be-
funde würden zwar eine Leistungseinbusse erklären, nicht aber das beob-
achtete Ausmass (AB 105, S. 10).

3.3.3 Prof. Dr. med. E.________ führte im Bericht vom 2. August 2016 
aus, von Seiten der Hüftprothese bestehe ein ruhiger Verlauf. Die Schmer-
zen der Beschwerdeführerin seien eher auf eine Irritation der Nerven bzw. 
der Muskelursprünge zurückzuführen. Aus diesem Grund empfahl er die 
Weiterführung der selbstständigen Kraft- und Stretchingübungen (AB 122, 
S. 12 f.).

Dr. med. F.________ machte im Verlaufsbericht vom 13. September 2016 
ergänzend eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend. Neu 
diagnostizierte sie mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zusätzlich eine 
chronisch rezidivierende Lumbago, eine symptomatische Varikosis beid-
seits und eine weitere psychiatrische Verschlechterung (AB 122, S. 2). Die 
Beschwerdeführerin sei für eine leichte körperliche Arbeit mit genau um-
schriebenem Tätigkeitsbereich zu (maximal) 50% arbeitsfähig. Die Geh-
strecke sei eingeschränkt, das Steigen auf Leitern und Treppensteigen sei 
zu vermeiden (AB 122, S. 3). Es sei unklar, ob eine Drogen-, Alkohol- oder 
Medikamentensucht vorliege. Die Beschwerdeführerin verneine einen re-
gelmässigen Alkoholkonsum. Hingegen seien immer wieder erhöhte Tran-
saminasen gefunden worden. Wegen der Hepatopathie sei eine Leberbiop-
sie durchgeführt worden, die histologischen Veränderungen würden zu 
einer nicht-alkoholischen Steatohepatitis und/oder alkoholischen Steatohe-
patitis passen. Bezüglich CDT (Carbohydrat-defizientes Transferrin) habe 
sich nie ein erhöhter Wert gezeigt. Ein andauernder Suchtmittelkonsum 
sowie eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit durch die Sucht verneinte 
sie. Die Hausärztin empfahl eine neuropsychologische Abklärung um allen-
falls Defizite im Gedächtnis und in der Handlung aufzeigen zu können (AB 
122, S. 5).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2017, IV/17/302, Seite 11

Dr. med. J.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, bei 
welcher die Beschwerdeführerin seit dem 22. Juli 2016 in ambulanter Be-
handlung ist (vgl. AB 122, S. 14 f.), diagnostizierte im Bericht vom 27. Sep-
tember 2016 ein mittelschweres depressives Zustandsbild bei bekannten 
rezidivierenden Depressionen (ICD-10: F33.1), eine ängstlich-vermeidende 
Persönlichkeitsstruktur, Differentialdiagnose: Persönlichkeitsstörung (ICD-
10: F60.6) bei möglicherweise knapp bis minderintelligenter Patientin, Diffe-
rentialdiagnose: andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembe-
lastung (ICD-10: F62.0; AB 131, S. 2). Es wurde eine 100%-ige Arbeitsun-
fähigkeit seit dem 22. Juli 2016 attestiert. Die bisherige Tätigkeit sei aus 
medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar. Die Beschwerdeführerin könne 
nicht mehr im ersten Arbeitsmarkt arbeiten (AB 131, S. 4).

3.3.4 Im polydisziplinären Gutachten vom 22. Dezember 2016 diagnosti-
zierten die Ärzte der MEDAS mit Einschränkung der zumutbaren Arbeits-
fähigkeit Restbeschwerden nach Hüftpfannenwechsel-Operation rechts bei 
muskulärer Dysbalance/Insuffizienz mit eingeschränkter Belastbarkeit beim 
Gehen und Stehen. Als Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit wurden ein leichtgradiges subacromeales Impingement 
Schultergelenke beidseits bei myotendinogener Störung, rezidivierende 
zervikale und lumbale Schmerzen bei Spondylose, Spondylarthrose, mäs-
sige Osteochondrose ohne Nervenkompressions-Zeichen, ein Status nach 
arthroskopischer Operation Kniegelenk rechts (14. März 2013) mit retropa-
tellarem Shaving bei Chondropathia patellae rechts, ein Status nach HWS-
Distorsion 1999, eine Alkoholabhängigkeit, ständiger Substanzgebrauch 
(ICD-10: F10.25), eine Hepatopathie unklarer Ätiologie, eine chronische 
rezidivierende Gastritis (erstmals 1993 beschrieben), ein Vitamin B12 Man-
gel, ein chronischer Aethylabusus mittelschwer bis schwer, symptomati-
sche Varicosis beidseits links mehr als rechts, ein Status nach Gehörsturz 
und nachfolgender Schwerhörigkeit 1996, ein Status nach Hysterektomie 
1986 und ein Status nach Cholezystektomie 2010 genannt (AB 139.1, 
S. 50 f.). Polydisziplinär bestehe eine Einschränkung in der zuletzt aus-
geübten Tätigkeit als ... von 50% aufgrund der bestehenden Restsympto-
matik nach Hüft-Totalprothesen-Implantation und Pfannenwechsel seit 
März 2016. Schweres Heben und Tragen von Lasten (max. 5-10 kg), ein-
seitige Zwangshaltung, gebückte und kauernde Positionen sowie Stauch- 

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und Stossbelastungen seien nicht mehr zumutbar. Auch wiederholtes 
Treppensteigen, das Besteigen von Leitern oder Gerüsten seien nicht mehr 
zumutbar. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine 80%-ige Arbeitsfähig-
keit (AB 139.1, S. 55 f.).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.5 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 16. Februar 2017 (AB 149) massgeblich auf das polydisziplinäre 
Gutachten der MEDAS vom 22. Dezember 2016 (basierend auf einer all-
gemeininternistischen, psychiatrischen und orthopädischen Untersuchung) 
gestützt. Dieses erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an 
den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen 
(E. 3.4 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 
351 E. 3b/bb S. 353). Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf 
eigenen Abklärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter 
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2017, IV/17/302, Seite 13

führungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind ein-
leuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum aktuellen Gesund-
heitszustand und zur Arbeitsfähigkeit werden nachvollziehbar begründet. 
Auch stehen die Fachbeurteilungen in Übereinstimmung untereinander und 
flossen in die interdisziplinäre Beurteilung ein.

3.5.1 In somatischer Hinsicht legte die orthopädische Gutachterin über-
zeugend dar, dass die Beschwerdeführerin infolge der Hüftoperation sowie 
dem komplexen Heilungsverlauf mit Prothesenluxation und einer Pfannen-
wechsel-Operation seit dem 6. Februar 2015 zu 100% arbeitsunfähig war. 
Unter Berücksichtigung der bestehenden Restsymptomatik bzw. der Ein-
schränkungen bei längerem Gehen und stehen sowie im Rahmen der Be-
lastbarkeit attestierte sie nachvollziehbar eine Arbeitsfähigkeit von 50% in 
der angestammten bzw. von 80% in einer angepassten, leichten wechsel-
belastenden Tätigkeit ohne schweres Heben und Tragen von Lasten, ma-
ximal 5 - 10 kg, ohne einseitige Zwangshaltung, ohne gebückte kauernde 
Position, ohne Stauch- und Stossbelastung, ohne ständiges regelhaftes 
Treppen gehen, Leiter und Gerüste steigen bzw. Gehen auf unebenem 
Gelände, ab März 2016, zumal die Beschwerdeführerin ab diesem Zeit-
punkt ohne Stöcke gehen konnte (AB 139.1, S. 48 f.; vgl. auch E. 3.3.1 
hiervor).

Diese Einschätzung stimmt insoweit mit dem Zumutbarkeitsprofil der 
Hausärztin Dr. med. F.________ überein, als auch diese von einer leichten 
körperlichen Arbeit mit wechselbelastender Belastung mit sitzen, stehen 
sowie laufen, ohne heben und tragen von Lasten über 10 kg, ohne längere 
Strecken laufen zu müssen sowie ohne auf Treppen oder Gerüste steigen 
zu müssen, ausgeht (AB 87, S. 3; 122, S. 3). Soweit sie demgegenüber seit 
dem 26. Juli 2016 eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50% auch in 
einer angepassten Tätigkeit attestiert - die bisherige Tätigkeit erachtet sie 
als nicht mehr zumutbar (AB 87, S. 3; 122, S. 3) - überzeugt dies nicht, da 
die Allgemeinmedizinerin in ihrer Beurteilung der somatischen Komponente 
eine zu grosse Bedeutung zumisst und offenbar auch die aus ihrer Sicht 
bestehenden psychischen Beschwerden berücksichtigt (AB 87, S. 2 f.; vgl. 
hierzu E. 3.5.2 nachfolgend). Kommt hinzu, dass die Hausärztin im Sep-
tember 2016 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes geltend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2017, IV/17/302, Seite 14

machte, jedoch trotzdem weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestierte 
(AB 122, S. 2 f.). Die letzte Operation (Hüftpfannenwechsel im Juli 2015) 
lag im März 2016 inzwischen rund acht Monate zurück. Der behandelnde 
Prof. Dr. med. E.________ stellte anlässlich der Konsultation vom 29. März 
2016 (sowie in der Folge auch im Juni 2016) einen ordentlichen Heilungs-
verlauf fest (vgl. dazu auch AB 90, S. 4). Soweit immer noch Beschwerden 
bzw. Schmerzen im Bereich des Beckens bestehen, handelt es sich 
gemäss dessen Beurteilung um eine Irritation der Nerven bzw. der Mus-
kelursprünge, welche mit Kraft- und Stretchingübungen verbessert werden 
kann (AB 117.2, S. 5; 122, S. 12 f.). Diese Restbeschwerden wurden - wie 
bereits erwähnt - von den Gutachtern im Zumutbarkeitsprofil hinreichend 
berücksichtigt (AB 139.1, S. 53). Dass Prof. Dr. med. E.________ trotz der 
von ihm festgestellten gesundheitlichen Besserung von einer anhaltenden 
100%-igen Arbeitsunfähigkeit ausgeht (AB 118, S. 5), ist vor diesem Hin-
tergrund nicht nachvollziehbar, zumal den jeweiligen Attesten keine Be-
gründung zu entnehmen ist. Sodann unterscheidet er in seiner Beurteilung 
auch nicht zwischen der angestammten und einer angepassten Tätigkeit. 
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass es die unterschiedliche Natur von 
Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und 
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten 
anderseits nicht zulässt, ein medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgut-
achten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu 
nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzun-
gen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein 
subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die 
im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind 
(SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Dies ist hier nicht der Fall.

3.5.2 Im psychiatrischen Teilgutachten wurden mit Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit keine Diagnosen gestellt. Ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit wurde eine Alkoholabhängigkeit, ständiger Substanzgebrauch 
(ICD-10: F10.25), diagnostiziert und festgehalten, dass die Beschwerdefüh-
rerin weder in der bisherigen noch in einer adaptierten Tätigkeit einge-
schränkt ist (AB 139.1, S. 39). Der psychiatrische Gutachter führte schlüs-
sig aus, dass anlässlich der Untersuchung keine länger andauernde de-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2017, IV/17/302, Seite 15

pressive Symptomatik im Sinne einer depressiven Erkrankung eruiert wer-
den konnte. Für eine Angststörung bestehen keine Hinweise. Sodann 
konnte keine Minderbegabung festgestellt werden und es gibt keine Hin-
weise für eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis, aus dem 
Formenkreis der Persönlichkeitsstörungen oder der somatoformen Erkran-
kungen. Gegen eine psychiatrische Erkrankung spricht denn auch der Um-
stand, dass die Beschwerdeführerin einen geregelten und relativ aktiven 
Tagesablauf hat und auch sozial eingebunden ist (AB 139.1, S. 32; vgl. 
auch AB 105, S. 3). Weiter wies der Experte auf verschiedene psychosozi-
ale bzw. invaliditätsfremde Faktoren (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; 
SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2) hin (Arbeitslosigkeit, schwierige wirt-
schaftliche Lage, niedriges Bildungsniveau und Alter). Dies wie die Alko-
holproblematik betrachtete er zu Recht als ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit. So begründet Alkoholismus nach ständiger Rechtsprechung 
für sich allein keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird eine 
solche Sucht invalidenversicherungsrechtlich erst relevant, wenn sie eine 
Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher, 
geistiger oder psychischer, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Ge-
sundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn sie selber Folge eines körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschadens ist, dem Krank-
heitswert zukommt (BGE 124 V 265 E. 3c S. 268; SVR 2016 IV Nr. 3 S. 7 
E. 2.2.1). Dies wurde jedoch im vorliegenden Fall durch den psychiatri-
schen Gutachter überzeugend verneint (AB 139.1, S. 38).

Mit der Beurteilung des MEDAS-Gutachters stimmen auch die Ergebnisse 
der neuropsychologischen Abklärung vom 29. Juni 2016 überein, welche 
keine Hinweise auf eine erhöhte ängstliche oder depressive Symptomatik 
ergeben hatten (AB 101.1, S. 5). So wurde - aus kognitiver Sicht - eine vol-
le Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit unter Beachtung der er-
höhten Vergesslichkeit attestiert (AB 101.1, S. 6). Insoweit ist - entgegen 
der Auffassung der Hausärztin Dr. med. F.________ - keine weitere neuro-
psychologische Abklärung indiziert (AB 122, S. 5), zumal neuropsychologi-
sche Feststellungen letztlich lediglich Hilfscharakter haben, da die neuro-
psychologischen Testresultate nicht ausreichen, um Diagnosen zu stellen 
und die Arbeitsfähigkeit zu beurteilen (vgl. Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 7. August 2009, 8C_261/2009, E. 5.2 mit Hinweis auf BGE 119 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2017, IV/17/302, Seite 16

V 335 E. 2b bb S. 341; UELI KIESER, Neuropsychologie, in: KIE-
SER/LENDFERS [Hrsg.], Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2012, 
S. 173 f.).

Die von Dr. med. J.________ im Bericht vom 27. September 2016 attestier-
te vollständige Arbeitsunfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt ist - abgesehen 
davon, dass die Verwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit nicht eine medizi-
nische Frage ist - mit Blick auf die Befundlage nicht überzeugend und nicht 
geeignet, den Beweiswert des MEDAS-Gutachtens in Frage zu stellen. 

3.6 Zusammenfassend ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin vom 
6. Februar 2015 bis am 29. Februar 2016 zu 100% arbeits- und leistungs-
unfähig war. Seit dem 1. März 2016 ist die Beschwerdeführerin in der an-
gestammten Tätigkeit zu 50% und in einer angepassten Tätigkeit zu 80% 
arbeitsfähig.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung ge-
setzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in-
valid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2017, IV/17/302, Seite 17

Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2).

Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge-
nommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den 
vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 S. 188, 139 V 592 
E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

4.2 Der frühest mögliche Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der 
Anmeldung zum Leistungsbezug im Juni 2015 (AB 34) sowie der attestier-
ten Arbeitsunfähigkeit (von mindestens 40% ohne wesentlichen Unter-
bruch) seit dem 6. Februar 2015 (vgl. E. 3.6 hiervor) grundsätzlich der 
1. Februar 2016 (Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG). Da die Be-
schwerdeführerin jedoch zu diesem Zeitpunkt bzw. vom 4. Januar bis am 
19. Juni 2016 ein Belastbarkeitstraining und vom 20. Juni bis am 15. Juli 
2016 eine AMA absolvierte (AB 81, 100, 105) und währenddessen ein ent-
sprechendes Taggeld bezogen hat (AB 71, 82, 102), entsteht der hypothe-
tische Anspruch erst nach Beendigung der AMA im Juli 2016 (vgl. Art. 29 
Abs. 2 IVG sowie E. 2.3 hiervor). Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Einkom-
mensvergleich vorzunehmen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2017, IV/17/302, Seite 18

4.3 Die Beschwerdeführerin arbeitete zuletzt seit August 2000 in einem 
80%-Pensum als ... für die K.________ AG (AB 14, 50). Diese Stelle wurde 
ihr aus gesundheitlichen Gründen per 31. Januar 2016 gekündigt (AB 54). 
Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall 
immer noch für die K.________ AG tätig wäre. Mit Blick auf den Ab-
klärungsbericht Haushalt vom 21. April 2009 ist festzustellen, dass die Be-
schwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 100% arbeiten würde. So wurde im 
Jahr 2004 über kurze Zeit ein Arbeitsversuch mit einem 100%-Pensum 
durchgeführt. Aufgrund der zunehmend geklagten Beschwerden musste 
dieser Versuch jedoch abgebrochen werden. Die Arbeitgeberin hätte die 
Beschwerdeführerin zu 100% beschäftigt (AB 24, S. 5). Gemäss Fragebo-
gen für Arbeitgebende vom 26. Juni 2015 erzielte die Beschwerdeführerin 
seit April 2009 bzw. im Jahr 2015 einen Lohn von Fr. 3‘600.-- pro Monat 
bzw. Fr. 46‘800.-- jährlich (Fr. 3‘600.-- x 13; AB 49, S. 6; 50, S. 4). Aufinde-
xiert auf das Jahr 2016 (BFS, Tabelle T1.2.10. Nominallohnindex, Frauen 
2011 - 2016, Zeile H: Verkehr und Lagerei, 2015 [102.9], 2016 [102.9]) und 
aufgerechnet auf ein 100%-Pensum resultiert ein Valideneinkommen von 
Fr. 58‘500.--.

4.4 Da die Beschwerdeführerin keiner ihr zumutbaren angepassten 
Tätigkeit nachgeht, sind für die Berechnung des Invalideneinkommens die 
Tabellenlöhne heranzuziehen (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Abgestellt auf die LSE 
2014, Tabelle TA1, Niveau 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand-
werklicher Art), Total, Frauen, ist von einem Einkommen von Fr. 4‘300.-- 
pro Monat bzw. Fr. 51‘600.-- pro Jahr auszugehen. Umgerechnet auf die 
betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS, betriebsübliche 
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total, 2016) und aufindexiert auf 
das Jahr 2016 (BFS, Tabelle T1.2.10. Nominallohnindex, Frauen 2011 - 
2016, Total, 2014 [103.6], 2016 [105.0]) ergibt dies ein Einkommen von 
jährlich Fr. 54‘519.95 (Fr. 51‘600.-- : 40 x 41.7 :103.6 x 105.0). Unter 
Berücksichtigung der reduzierten Erwerbsfähigkeit von 20% (vgl. E. 3.6 
hiervor) resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 43‘615.95.

Da die medizinischen Einschränkungen bereits im Rahmen des Zumutbar-
keitsprofils bzw. der angepassten Tätigkeit berücksichtigt worden sind, ist 
ein behinderungsbedingter Abzug nicht vorzunehmen (Entscheid des BGer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2017, IV/17/302, Seite 19

vom 5. Juli 2011, 8C_261/2011, E. 7.3). Weiter ist festzustellen, dass auch 
keine invaliditätsfremden Gründe für einen Abzug vom Tabellenlohn vorlie-
gen (Schweizerin, im hier massgebenden Zeitpunkt 58 Jahre alt [AB 11]; 
vgl. E. 4.1.2 hiervor).

4.5 Nach dem Gesagten resultiert bei einem Valideneinkommen von 
Fr. 58‘500.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 43‘615.95 eine invali-
ditätsbedingte Erwerbseinbusse von Fr. 14‘884.05, was einem rentenaus-
schliessenden Invaliditätsgrad von gerundet (BGE 130 V 121 E. 3.2 und 
3.3 S. 123) 25% entspricht (vgl. E. 2.3 hiervor).

Damit erweist sich die angefochtene Verfügung vom 16. Februar 2017 
(AB 149) im Ergebnis als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde 
ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18. Aug. 2017, IV/17/302, Seite 20

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.