# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1f42be76-bcc4-53d5-b2b2-b2f40fc31d89
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.12.2018 KV 2017/5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KV-2017-5_2018-12-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV 2017/5

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 18.12.2018

Entscheiddatum: 18.12.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 18.12.2018
Art. 25 Abs. 1 KVG. Art. 32 Abs. 1 KVG. Art. 43 KVG. Der behandelnde Arzt ist 
mangels qualitativer Dignität nicht zur Verrechnung der geltend gemachten 
Tarifpositionen zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 
berechtigt. Selbst wenn eine Berechtigung bestünde, wäre die 
Beschwerdegegnerin aufgrund nicht nachgewiesener Wirksamkeit der 
Dynasom-Therapie nicht leistungspflichtig. Abweisung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. 
Dezember 2018, KV 2017/5).

Entscheid vom 18. Dezember 2018

 

Besetzung                                                                      

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Katja Meili             

Geschäftsnr.                                                                                                                    

KV 2017/5            

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Advokatur

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Glavas AG, Haus zur alten Dorfbank, 9313 Muolen, 

gegen

Sanitas Grundversicherungen AG,

Versicherungsrechtsdienst, Postfach 2010, 8021 Zürich 1,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Kostenübernahme (Dynasom-Therapie)

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ war bei der Sanitas Grundversicherungen AG (früher Wincare 

Versicherungen AG, nachfolgend: Sanitas) im Rahmen der obligatorischen 

Krankenpflege versichert. Im Sommer 2015 erhielt die Sanitas eine Rechnung von Dr. 

med. B.___, Facharzt Anästhesiologie FMH und Interventionelle Schmerztherapie 

SSIPM, vom 29. Juni 2015 für Behandlungen des Versicherten zwischen dem 29. April 

und 27. Juni 2015 im Gesamtbetrag von Fr. 1'730.50. Darauf waren unter anderem 

mehrfach die Rechnungspositionen 05.0270 "EMG: Myografie quantitativ, erster 

Muskel" und 29.2000 "Behandlung und problemorientierte Untersuchung durch den 

Facharzt mit FA Schmerztherapie" sowie einmal 00.0440 "umfassende 

rheumatologische Untersuchung durch den Facharzt für Rheumatologie, physikalische 

Medizin und Rehabilitation" aufgeführt (KV-act. 1). Dr. B.___ berichtete auf Nachfrage 

der Sanitas (vgl. KV-act. 2) am 12. September 2015, der Versicherte leide seit mehr als 

sieben Jahren an chronischen Rückenschmerzen. Bei der Sitzung vom 27. Juni 2015 

habe es sich um die Abschlusssitzung des Therapiezyklus gehandelt. Der Versicherte 

spüre eine deutliche Verbesserung der Beschwerden. Er sei mit dem Verlauf sehr 

zufrieden und möchte die Therapie weiterführen (KV-act. 3).

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A.b  Am 28. September 2015 fragte die Sanitas den Vertrauensarzt Dr. med. C.___ an, 

ob es sich, wie von ihr vermutet, bei den verrechneten Positionen 05.0270 um eine 

Dynasom-Therapie handle. Dr. C.___ hielt tags darauf fest, er denke, die Vermutung sei 

korrekt. Diese Untersuchungsposition sei nicht für die wöchentlichen Kontrollen von 

Wirbelsäulenbeschwerden gedacht, sondern ein Diagnosemittel für Neurologen und 

allenfalls Ophthalmologen. Die Verrechnung sei nicht korrekt (KV-act. 4). Die Sanitas 

teilte Dr. B.___ mit Schreiben vom 6. Oktober 2016 mit, die Dynasom-Therapie stelle 

keine Pflichtleistung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung dar. Sie werde 

daher die Rechnung stornieren (KV-act. 5).

A.c  Dr. B.___ führte in seinem Schreiben vom 21. Oktober 2015 aus, als Halter des 

Weiterbildungszertifikats SSIPM sei er zur Abrechnung der Leistungsposition 29.2000 

berechtigt. Diese sei eine Pflichtleistung aus der Grundversicherung. Er habe beim 

Versicherten eine ausgeprägte Dysbalance der Rückenmuskulatur festgestellt. Seit 

Therapiebeginn bei ihm habe sich die Belastbarkeit des Rückens erheblich verbessert 

und die Schmerzmitteleinnahme habe drastisch reduziert werden können. Mit dem 

Therapie¬konzept zur gezielten Stärkung der tiefen Rückenmuskulatur habe er schon 

vielen chronischen Rückenschmerzpatienten helfen können. Die erbrachte Leistung sei 

kassenpflichtig (KV-act. 7). Vertrauensarzt Dr. C.___ hielt am 3. November 2015 dazu 

fest, die Position 29.2000 sei der Arbeit und Dignität von Dr. B.___ entsprechend. Die 

Verrechnung der Position 05.0270 sei aber nicht möglich, weil sie nicht seiner Dignität 

entspreche und ein Kumulationsverbot mit Position 29 bestehe. Für die Position 

00.0440 sei die Dignität nicht gegeben (KV-act. 9). Vertrauensarzt Dr. med. D.___ 

befand am 13. November 2015, aus seiner Sicht bestehe keine Leistungspflicht aus der 

obligatorischen Krankenpflegeversicherung für die Dynasom-Therapie (KV-act. 12).

A.d  Die Sanitas teilte Dr. B.___ am 20. November 2015 mit, bei der durchgeführten 

Dynasom-Therapie handle es sich um keine Pflichtleistung. Die Position 29.2000 sei 

zwar eine Pflichtleistung, eine nichtkassenpflichtige Behandlung werde aber nicht zur 

Pflichtleistung, nur weil sie mit einer kassenpflichtigen Tarifposition abgerechnet werde. 

Sie halte daher an der Beanstandung der Rechnung im Betrag von Fr. 1'730.50 fest 

(KV-act. 13). Dr. B.___ verlangte in Vertretung des Versicherten am 5. Dezember 2015 

und 9. Januar 2016 eine beschwerdefähige Verfügung (KV-act. 14, 17, vgl. KV-act. 19). 

Der Versicherte hatte mit Schreiben vom 16. Dezember 2015 ausgeführt, dank der 

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Behandlung bei Dr. B.___ habe er nun nur noch ca. 10 bis 20% der Rückenschmerzen, 

die ihn etwa neun Jahre lang geplagt hätten. Er hoffe, dass die Sanitas die erfolgreiche 

Behandlung übernehme (KV-act. 16).

A.e  Mit Verfügung vom 17. Februar 2016 lehnte die Sanitas die Kostenübernahme der 

Dynasom-Therapie ab, da deren Wirksamkeit nicht wissenschaftlich belegt sei und es 

sich daher um keine Pflichtleistung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 

handle (KV-act. 21).

B.   

B.a  Am 16. März 2016 reichte der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. K. 

Glavas, Muolen, unter anderem ein Schreiben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) 

vom 15. März 2016 ein und ersuchte die Sanitas um Übernahme der Dynasom-

Therapie sowie Erlass einer anfechtbaren Verfügung (KV-act. 22). Die Sanitas teilte 

Rechtsanwalt Dr. Glavas mit Schreiben vom 1. April 2016 mit, sie habe bereits eine 

Verfügung erlassen und Dr. B.___ zugestellt (KV-act. 23).

B.b  Rechtsanwalt Dr. Glavas führte am 5. April 2016 aus, die Sanitas hätte aufgrund 

seines Schreibens vom 16. März 2016 annehmen müssen, dass der Versicherte 

Einsprache erheben wolle und ihm umgehend mitteilen müssen, dass bereits eine 

Verfügung ergangen sei. Er halte an der Einsprache fest (KV-act. 24). Die Sanitas teilte 

am 30. Mai 2016 mit, sie nehme das Schreiben von Rechtsanwalt Dr. Glavas vom 16. 

März 2016 als fristgerecht erhobene Einsprache entgegen (KV-act. 31).

B.c  Die Sanitas forderte Dr. B.___ mit Schreiben vom 30. Januar, 28. Februar und 23. 

März 2017 auf, einen Dignitätsnachweis für die von ihm verrechneten Tarifziffern 

00.0440 und 05.0270 zu erbringen (KV-act. 36, 40, 43, vgl. KV-act. 46). Der Versicherte 

hatte am 8. Februar 2017 einen Bericht zu seinem Gesundheitszustand eingereicht 

(KV-act. 38).

B.d  Mit Entscheid vom 25. April 2017 wies die Sanitas die Einsprache ab (KV-act. 50).

C.  

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C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 25. April 2017 richtet sich die von 

Rechtsanwalt Dr. Glavas eingereichte Beschwerde vom 25. Mai 2017. Der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) beantragte darin, der Entscheid sei aufzuheben und 

die Sanitas (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, die Kosten der 

Dynasom-Therapie zu übernehmen. Eventualiter sei die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zur erneuten Prüfung der Voraussetzungen der 

Kostenübernahme und Entscheidung zurückzuweisen; alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Er brachte vor, Dr. B.___ sei zur Verrechnung der beanstandeten 

Tarifpositionen berechtigt. Die Dynasom-Therapie sei wirtschaftlich, günstig und 

wirksam, weshalb die Beschwerdegegnerin sie zu vergüten habe (act. G1).

C.b Mit Beschwerdeantwort vom 22. Juni 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Sie führte aus, Dr. B.___ sei aufgrund 

der fehlenden Dignität nicht berechtigt die TARMED Leistungspositionen 00.0440 und 

05.0270 zulasten der Sozialversicherungen abzurechnen. Selbst wenn die erforderliche 

Dignität erfüllt wäre, sei die Wirksamkeit der Dynasom-Therapie nicht nach 

wissenschaftlichen Methoden objektiv nachgewiesen (act. G3).

C.c In seiner Replik vom 8. September 2017 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Anträgen fest. Er brachte vor, Dr. B.___ sei als stellvertretender Chefarzt des 

Departements für Anästhesie des Spitals E.___ geeignet, interventionelle 

Schmerztherapien, wie auch die Dynasom-Therapie, durchzuführen und diese aus der 

obligatorischen Krankenversicherung zu verrechnen. Zudem bestreite die 

Beschwerdegegnerin wider besseres Wissen, dass die von Dr. B.___ durchgeführte 

Therapie wirksam gewesen sei (act. G8).

C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G10).

Erwägungen

1.   

Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist die Pflicht zur 

Kostenübernahme der Beschwerdegegnerin für die vom 29. April bis 27. Juni 2015 bei 

Dr. B.___ erfolgte Dynasom-Therapie.

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1.1  Nach Art. 25 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG; SR 

832.10) übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten für die 

Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen 

dienen. Art. 25 Abs. 2 KVG enthält einen Katalog von Leistungen, die unter die 

Übernahmepflicht der Krankenversicherer fallen. Als Pflichtleistung aufgeführt sind 

unter anderem die von einem Arzt oder einer Ärztin ambulant, stationär oder in einem 

Pflegeheim bzw. Spital durchgeführten Untersuchungen, Behandlungen und 

Pflegeleistungen (lit. a Ziff. 1). Die Übernahmepflicht des Krankenversicherers wird 

durch Art. 32 Abs. 1 KVG begrenzt. Danach sind nur jene Leistungen zu vergüten, 

welche wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind, wobei die Wirksamkeit nach 

wissenschaftlichen Methoden nachgewiesen sein muss.

1.2  Gemäss Art. 35 Abs. 1 KVG sind zur Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung die Leistungserbringer zugelassen, welche die 

Voraussetzungen nach den Artikeln 36-40 KVG erfüllen. Zu den Leistungserbringern 

gehören unter anderem Ärzte und Ärztinnen (Art. 35 Abs. 1 lit. a KVG). Die 

Leistungserbringer erstellen ihre Rechnungen nach Tarifen und Preisen. Diese werden 

in Verträgen zwischen Versicherern und Leistungserbringern (Tarifvertrag) vereinbart 

oder in den vom Gesetz bestimmten Fällen von der zuständigen Behörde festgesetzt 

(Art. 43 Abs. 1 und Abs. 4 Satz 1 KVG). Der Tarif ist eine Grundlage für die Berechnung 

der Vergütung, der unter anderem für die einzelnen Leistungen Taxpunkte festlegen 

und den Taxpunktwert bestimmen (Einzelleistungstarif) kann (Art. 43 Abs. 2 lit. b KVG). 

Einzelleistungstarife müssen auf einer gesamtschweizerisch vereinbarten einheitlichen 

Tarifstruktur beruhen. Können sich die Tarifpartner nicht einigen, so legt der Bundesrat 

diese Tarifstruktur fest (Art. 43 Abs. 5 KVG). Die Leistungserbringer müssen sich an die 

vertraglich oder behördlich festgelegten Tarife und Preise halten und dürfen für 

Leistungen nach dem KVG keine weitergehenden Vergütungen berechnen (Tarifschutz, 

Art. 44 Abs. 1 Satz 1 KVG).

1.3  Der auf den 1. Januar 2004 in Kraft getretene TARMED ist ein Einzelleistungstarif 

nach Art. 43 Abs. 2 lit. b KVG für sämtliche in der Schweiz erbrachten ambulanten 

ärztlichen Leistungen im Spital und in der freien Praxis. Der TARMED bildet die 

ärztlichen Diagnosen und Therapien ab und umfasst rund 4'500 Tarifpositionen 

(GEBHARD EUGSTER, in: Ulrich Meyer (Hrsg.), Schweizerisches 

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Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, 3. Aufl., Basel 2016, N 1004 ff. 

[nachfolgend: EUGSTER, Soziale Sicherheit]). Ärztinnen und Ärzte, die ihre ambulanten 

Leistungen zu Lasten der Sozialversicherungen mit dem TARMED abrechnen, 

benötigen dafür bestimmte qualitative Dignitäten. Diese geben an, welche 

Weiterbildungstitel berechtigen, eine Leistung zu Lasten der Sozialversicherungen 

abzurechnen. Die qualitativen Dignitäten sind bei jeder einzelnen Leistung vermerkt. 

Für Leistungen, die üblicherweise nicht im Rahmen der Weiterbildung zu einem 

Weiterbildungstitel erlernt werden bzw. nicht Teil des entsprechenden Curriculums 

sind, ist eine spezielle Abrechnungsberechtigung vorzulegen (https://www.fmh.ch/files/

pdf5/tarmed_ konzept_dignitaet.pdf, Ziffern 1.1.2 und 2.2.3, zuletzt abgerufen am 13. 

Dezember 2018, vgl. EUGSTER, Soziale Sicherheit, a.a.O., N 1012).

2.   

Dr. B.___ ist unbestritten Facharzt Anästhesiologie FMH und Interventionelle 

Schmerztherapie SSIPM (vgl. KV-act. 54, act. G8.2). Weitere Qualifikationen oder eine 

spezielle Abrechnungsberechtigung sind nicht bekannt, zumal Dr. B.___ nicht auf die 

Schreiben der Beschwerdegegnerin betreffend Dignitätsnachweis reagiert hat (vgl. KV-

act. 36, 40, 43, 46). Die von ihm in Rechnung gestellten Tarifpositionen 05.0270 "EMG: 

Myografie quantitativ, erster Muskel" sowie 00.0440 "umfassende rheumatologische 

Untersuchung durch den Facharzt für Rheumatologie, physikalische Medizin und 

Rehabilitation" (vgl. KV-act. 1) finden sich weder auf der TARMED Liste für 

Leistungspositionen, welche von allen Ärzten abrechenbar sind, noch auf denjenigen 

für die Anästhesiologie oder die interventionelle Schmerztherapie (KV-act. 51 ff.). Dr. 

B.___ ist somit grundsätzlich nicht zur Verrechnung der genannten Positionen zu 

Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung berechtigt. Die anderen auf der 

Rechnung angegebenen Tarifpositionen (vgl. KV-act. 1) finden sich zwar auf den 

erwähnten TARMED Listen. Sie dienten jedoch zur Durchführung der Untersuchungen 

bzw. Behandlungen nach den Tarifpositionen 05.0270 und 00.0440 (Konsultation, 

Vorbesprechung des Eingriffs, ärztliche Leistung in Abwesenheit des Patienten), für die 

Dr. B.___ keine Dignität besitzt. Dementsprechend ist die Beschwerdegegnerin 

grundsätzlich auch für diese Positionen nicht zur Übernahme verpflichtet (vgl. auch die 

diesbezüglichen Ausführungen in KV-act. 13). Daran ändern auch die Ausführungen 

des Beschwerdeführers, wonach Dr. B.___ als stellvertretender Chefarzt der Anästhesie 

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am Spital E.___ tätig und für die interventionelle Schmerztherapie verantwortlich ist 

sowie Vorträge zur modernen Schmerztherapie hält (vgl. act. G8), nichts.

3.   

Es ist hingegen nicht klar, ob ein Arzt eine Verrichtung, für welche er die nach TARMED 

notwendige Dignitätseinstufung nicht besitzt, unter keinem Titel zu Lasten der 

obligatorischen Krankenpflegeversicherung abrechnen darf, auch wenn im Einzelfall 

Art. 32 Abs. 1 KVG gewahrt ist. Das würde eine erhebliche Einschränkung der 

verfassungsrechtlich garantierten Berufsausübungsfreiheit des Arztes darstellen, der 

grundsätzlich auf dem gesamten Gebiet der Medizin tätig sein darf. Art. 43 Abs. 2 lit. d 

KVG bietet dafür keine ausreichende gesetzliche Grundlage, weil der TARMED nicht 

bloss ausnahmsweise, sondern für spezifische fachärztliche Tätigkeiten 

flächendeckend auf qualitative Dignitäten abstellt (EUGSTER, Soziale Sicherheit, 

a.a.O., N 1014 mit Verweis auf BGE 110 V 187, E. 5a). Im Folgenden sind daher die 

Voraussetzungen von Art. 32 Abs. 1 KVG für die durchgeführte Dynasom-Therapie zu 

prüfen. Das vom Beschwerdeführer eingereichte Schreiben des BAG vom 15. März 

2016 ist zur Klärung dieser Frage insofern nicht von Relevanz, als es sich nicht konkret 

auf die Dynasom-Therapie bezieht, sondern lediglich allgemein die Voraussetzungen 

für eine Kostenübernahme durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung 

beschreibt (vgl. KV-act. 22).

3.1  Die Wirksamkeit einer Leistung ist dann gegeben, wenn die betreffende 

Behandlung objektiv geeignet ist, das angestrebte diagnostische oder therapeutische 

Ziel zu erreichen (BGE 128 V 159 E. 5c/aa). Gemäss Art. 32 Abs. 1 KVG muss die 

Wirksamkeit nach wissenschaftlichen Methoden erwiesen sein. Es reicht nicht aus, die 

Wirksamkeit einer Behandlungsmethode einzelfallbezogen und retrospektiv auf Grund 

der jeweiligen konkreten Behandlungsergebnisse zu beurteilen. In der klassischen 

universitären Medizin gilt der Wirksamkeitsnachweis als erbracht, wenn die 

Behandlungsmethode für das in Frage stehende Behandlungsziel wissenschaftlich 

anerkannt ist, d.h. von Forschern und Praktikern der medizinischen Wissenschaft auf 

breiter Basis akzeptiert wird. Wichtig ist, dass die Methode auf soliden, ausreichenden 

experimentellen Unterlagen beruht. Auch die Erfolgsdauer kann ein wesentlicher Faktor 

sein (GEBHARD EUGSTER, Bundesgesetz über die Krankenversicherung, 

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Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 2. Aufl. Zürich/

Basel/Genf 2018, Art. 32 Rz 4 f. mit weiteren Hinweisen). Zweckmässigkeit setzt 

Wirksamkeit voraus und versteht sich als “angemessene Eignung im Einzelfall“. 

Zweckmässig ist jene Anwendung, welche gemessen am angestrebten Erfolg und 

unter Berücksichtigung der Risiken den besten diagnostischen oder therapeutischen 

Nutzen aufweist (EUGSTER, a.a.O., Art. 32 Rz 9 mit weiteren Hinweisen). 

Wirtschaftlichkeit setzt Wirksamkeit und Zweckmässigkeit voraus. Sie ist das 

massgebende Kriterium für die Auswahl unter den zweckmässigen 

Behandlungsalternativen. Wirtschaftlich ist bei vergleichbarem medizinischem Nutzen 

die kostengünstigere Alternative. Unnötige therapeutische Massnahmen oder solche, 

die durch weniger kostspielige ersetzt werden können, sind daher nicht kassenpflichtig 

(EUGSTER, a.a.O., Art. 32 Rz 13 mit weiteren Hinweisen).

3.2  Vorerst ist die Wirksamkeit der Dynasom-Therapie zu prüfen. Dabei ist die 

Methode an sich zu beurteilen, die Qualifikation von Dr. B.___ ist dabei nicht 

entscheidend. Die Dynasom-Therapie ist gemäss einem Anbieter derselben eine aktive 

und passive Behandlungsmethode für Rückenbeschwerden. Die aktive Therapie 

besteht aus wiederholter Extension der Lendenwirbelsäule, welche je nach 

Krankheitsbild mit der Lateralflexion oder Rotation der Wirbelsäule kombiniert wird. Die 

passive Therapie kommt bei der Entlastung der verkürzten Muskelfasern zum Einsatz. 

Diese dynamische Korrektur der Bewegung soll eine verbesserte dreidimensionale 

Funktionsfähigkeit der Wirbelsäule bewirken (vgl. http://www.dynasom.de/concept/

concept/therapie01.html, zuletzt abgerufen am 13. Dezember 2018). Die Therapie hatte 

zwar unbestritten positive Auswirkungen auf den Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers (vgl. act. G1, G8, KV-act. 16, 22, 38), dies reicht jedoch zum 

Nachweis der Wirksamkeit nicht aus. Bezüglich der objektiven Wirksamkeit der 

Dynasom-Therapie sind keine wissenschaftlichen Studien bekannt. Im Internet 

existieren zwar Berichte über erfolgreiche Behandlungen, welche jedoch teilweise auf 

der Homepage eines Anbieters der Dynasom-Therapie zu finden sind und damit 

ohnehin nur beschränkte Aussagekraft haben. Es finden sich aber auch Hinweise 

darauf, dass die teilweise als unseriös betitelte Therapie unter Medizinern umstritten 

ist. Dabei ist jedoch zu beachten, dass sich zwei der wenigen verfügbaren 

Zeitungsartikel auf einen Behandler beziehen, welcher in der Schweiz angeblich gar 

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keine Zulassung als Arzt hatte (vgl. http://www.dynasom.de/concept/concept/

therapie01.html, https://www.beobachter.

ch/gesundheit/bandscheibentherapie-o-schmerz-lass-nach, https://www.ktipp.ch/

artikel/d/ ploetzlich-trat-er-als-arzt-auf/, https://www.beobachter.ch/burger-

verwaltung/titelschwindel-ein-arzt-der-keiner-ist, alle zuletzt abgerufen am 13. 

Dezember 2018). Insgesamt können die online abrufbaren Informationen bzw. Berichte 

zur Dynasom-Therapie die Wirksamkeit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

belegen, dies insbesondere nicht aus der notwendigen objektiven wissenschaftlichen 

Sicht. Daran ändern auch die Ausführungen von Dr. B.___, gemäss welchen er mit der 

Dynasom-Therapie seine eigenen Rückenbeschwerden erfolgreich habe behandeln 

und schon vielen chronischen Rückenschmerzpatienten helfen können, nichts (vgl. KV-

act. 7).

3.3  Bei nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesener Wirksamkeit der Dynasom-

Therapie sind die Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit i.S.v. Art. 32 Abs. 1 KVG 

nicht weiter zu prüfen.

4.   

Zusammenfassend ist Dr. B.___ aufgrund fehlender qualitativer Dignität grundsätzlich 

nicht berechtigt, die umstrittenen, mit der Rechnung vom 29. Juni 2015 (vgl. KV-act. 1) 

geltend gemachten Tarifpositionen gegenüber der Beschwerdegegnerin zu Lasten der 

obligatorischen Krankenpflegeversicherung abzurechnen. Selbst wenn er dazu 

berechtigt wäre oder die Dynasom-Therapie allenfalls unter anderen Tarifpositionen 

abrechnen könnte, wäre die Beschwerdegegnerin mangels nachgewiesener 

Wirksamkeit der Dynasom-Therapie nicht leistungspflichtig. Bezüglich des vom 

Beschwerdeführer erhobenen Vorwurfs der Rechtsmissbräuchlichkeit (vgl. act. G1, G8) 

ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin verpflichtet ist, nur 

Leistungen zu vergüten, welche die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen. Mit der 

Weigerung, für die Dynasom-Therapie aufzukommen, verhielt sie sich damit nicht 

rechtsmissbräuchlich.

5.   

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5.1  Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.

5.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

5.3  Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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