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**Case Identifier:** 50067619-4ee3-530d-aa4d-4c09605492c9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.06.2019 IV 2017/23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-23_2019-06-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/23

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 11.09.2019

Entscheiddatum: 20.06.2019

Entscheid Versicherungsgericht, 20.06.2019
Art. 28 Abs. 1 IVG; Art. 16 ATSG: Prüfung des Rentenanspruchs. Beweiskraft 
eines bidisziplinären Gutachtens bejaht. Einkommensvergleich nach dem 
sogenannten Prozentvergleich. Rentenanspruch verneint (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Juni 2019, IV 
2017/23).

Entscheid vom 20. Juni 2019

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, Versicherungsrichter 

Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

IV 2017/23

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. Hardy Landolt, Schweizerhofstrasse 14, 

Postfach 568, 8750 Glarus,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.   

A.a  Am 2. August 2013 meldete sich A.___ (nachfolgend: Versicherte) wegen 

Rückenschmerzen bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) zum 

Bezug von beruflichen Massnahmen bzw. Rentenleistungen an (IV-act. 9). Sie war 

damals als Hilfskraft in einer Kantine in einem Pensum von 50-60 % angestellt (IV-

act. 9 S. 4 i.V.m. 37 S. 3). Ursprünglich hatte sie eine Anlehre als Z.___ und später eine 

Lehre als Y.___ absolviert (vgl. IV-act. 39 S. 3 ff., 61 S. 2 und 105 S. 44).  Seit dem 15. 

April 2013 war die Versicherte von ihrem Hausarzt Dr. med. B.___, Facharzt für 

Allgemeine Innere Medizin FMH, jedoch zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden 

(IV-act. 6). Vom __ bis __ April 2013 war die Versicherte aufgrund exazerbierter 

Schmerzen im Spital C.___ hospitalisiert worden. Im entsprechenden Austrittsbericht 

hatten die behandelnden Ärzte festgehalten, die Beschwerden hätten anfangs April 

2013 begonnen und seien in den letzten Tagen exazerbiert. Die Versicherte habe eine 

Wirbelsäulenklopfdolenz über der gesamten Wirbelsäule mit einer Schmerzspitze im 

LWS-Bereich angegeben. Auch habe die Versicherte über eine Ausstrahlung von 

Kribbelparästhesien in den lateralen linken Oberschenkel und über eine 

Schmerzausstrahlung in den gleichen Bereich berichtet. Die neurologische 

Untersuchung sei allerdings unauffällig gewesen. Am 25. April 2013 sei eine MRT-

Untersuchung der LWS durchgeführt worden, wobei sich eine minimale dorsale 

Vorwölbung des Diskus intervertebralis LWK4/5 ohne Kompression nervaler Strukturen 

und eine beginnende Spondylarthrose zwischen LWK3 und SWK1 sowie eine alte 

retromarginale intraspongiöse Hernie in der Bodenplatte BWK11 gezeigt hätten. 

Angesichts der bereits durch den Hausarzt durchgeführten Therapie mit Olfen, 

Paracetamol und Novalgin sei eine analgetische und antiinflamatorische Therapie 

mittels eines Göttinger-Schmerztropfs eingeleitet worden, worunter die Schmerzen 

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jedoch nur leicht gemindert worden seien. Aufgrund der Diskrepanz zwischen dem 

radiologischen Befund und der Symptomatik werde eine psychosomatische 

Überlagerung der Schmerzen vermutet, weshalb der Versicherten ein psychiatrisches 

Konsilium empfohlen worden sei. Die Versicherte habe dies jedoch vehement 

abgelehnt; sie habe das Spital am nächsten Tag ohne weitere Schmerzeinstellung 

sofort verlassen wollen (IV-act. 14 S. 8 f.). Am Austrittstag, dem __ April 2013, hatte 

sich die Versicherte notfallmässig in der Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen 

(KSSG) untersuchen lassen. Im entsprechenden Untersuchungsbericht hatten die 

behandelnden Ärzte festgehalten, die Versicherte leide unter einer diffusen 

Beschwerdesymptomatik. Ein strukturelles Korrelat lasse sich weder im MRT der LWS 

noch im Röntgen der Hüfte abgrenzen. Der Versicherten seien Dafalgan, Sirdalud und 

Tramal verschrieben worden und ihr sei eine Physiotherapieverordnung ausgestellt 

worden (IV-act. 14 S. 6 f.). Per __ 2013 hatte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit 

der Versicherten aufgrund der längeren krankheitsbedingten Abwesenheit noch 

während der Probezeit gekündigt (IV-act. 18 und 21 S. 1). Am 2. August 2013, dem 

Anmeldetag bei der IV-Stelle, wurde die Versicherte auf Zuweisung von Dr. B.___ bei 

Prof. Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Neurochirurgie, Zentrum E.___, vorstellig. 

Dieser berichtete am 5. August 2013, dass auf dem Röntgenbild der LWS vom 2. 

August 2013 eine deutliche rechtskonvexe skoliotische Fehlhaltung ersichtlich sei, die 

in erster Linie auf eine Schonhaltung zurückzuführen sein dürfte. Auf dem MRT der 

LWS vom 25. April 2013 falle sofort eine für das Alter ungewöhnliche degenerative 

Diskopathie der Bandscheibe L4/5 auf. Insgesamt sei nur eine leichtgradige 

Dehydration ersichtlich, die aber für das Alter ungewöhnlich sei. Die Bandscheibe L5/

S1 zeige ebenfalls einen gewissen Hydrierungsmangel. Eine Nervenkompression finde 

sich nirgends (IV-act. 14 S. 3 f.). Gleichentags führte Prof. D.___ bei der Versicherten 

eine diagnostisch therapeutische Blockade der Facettengelenke L4/5 beidseits durch. 

Am 12. August 2013 folgte eine diagnostische Blockade der Facettengelenke L5/S1 

beidseits. Am 3. September 2013 gab die Versicherte gegenüber Prof. D.___ an, dass 

die diagnostische Blockade der Facettengelenke L4/5 beidseits eine leichte Besserung 

gebracht habe. Die diagnostische Blockade des Segments L5/S1 habe nicht geholfen. 

Zur Verfestigung des Befundes führte Prof. D.___ am 9. September 2013 eine 

bildwandelgesteuerte diagnostische Blockade der Facettengelenke L4/5 beidseits 

durch. Am 20. September 2013 berichtete die Versicherte Prof. D.___, dass die letzte 

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diagnostische Blockade keinerlei Erfolg gebracht habe. Nach der Blockade habe sie 

sich gar noch schlechter als vorher gefühlt. Am 9. September 2013 hielt Prof. D.___ 

fest, dass eine Operation im Sinne einer dynamischen Stabilisation des Segments L4/5 

aufgrund der keineswegs eindeutigen diagnostischen Blockaden fraglich sei. Allerdings 

habe die Versicherte glücklicherweise eine sogenannte Emmett-Therapie begonnen, 

die bei ihr eine sehr gute Wirksamkeit zeige (IV-act. 28).

A.b Am 15. November 2013 teilte Dr. med. F.___, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, 

der Krankentaggeldversicherung der Versicherten mit, dass bei der Versicherten bis 

April 2013 gelegentlich Rückenblockaden lumbal aufgetreten seien. Seit April 2013 

bestünden zeitweise invalidisierende und blockierende Schmerzen lumbal betont. Als 

Diagnose nannte er ein lumbovertebrales und lumbospondylogenes Syndrom mit 

Symptomausweitung im Sinne einer beginnenden Fibromyalgie bis zum Nacken hinauf 

sowie den Verdacht auf einen Status nach Morbus Scheuermann mit besonders 

ausgeprägter Fehlhaltung. Als Befunde erhob er einen ausgeprägten Muskelhartspann 

paravertebral und panvertebral und eine deutliche Dolenz der Schulter- und 

Nackenmuskulatur. Neurologische Ausfälle konnte er nicht finden. Er beschrieb eine 

myotendinotische Problematik. Dr. F.___ kam zum Schluss, dass die Versicherte im 

Bereich Service, Bäckerei und Metzgerei-Verkauf nicht einsatzfähig sei, jedoch könne 

er sich einen Einsatz in einem Pensum von 50 % in einer vorwiegend sitzenden 

Tätigkeit mit der Möglichkeit, aufzustehen und umherzugehen, vorstellen (Fremdakten, 

act. 2 S. 8 ff.).

A.c  Am 17. Dezember 2013 berichtete Dr. B.___ der IV-Stelle, dass die bisherige 

Tätigkeit der Versicherten nicht mehr zumutbar sei. Andere Tätigkeiten seien der 

Versicherten zu 50 % bzw. zu 4.5 Stunden pro Tag zumutbar, jedoch bestehe in 

diesem zeitlichen Rahmen eine verminderte Leistungsfähigkeit (IV-act. 26 S. 3 f.). Dr. 

B.___ schrieb die Versicherte ab dem 1. Januar 2014 noch zu 50 % arbeitsunfähig (IV-

act. 33 S. 6 und 41 S. 1). Am 20. Januar 2014 gab Prof. D.___ gegenüber der IV-Stelle 

als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein lokales Lumbalsyndrom bei 

degenerativer Diskopathie L4/5 mässigen Ausmasses, für das jugendliche Alter der 

Versicherten ungewöhnlich, an. Gleichzeitig führte er aus, dass ihm eine medizinisch 

begründete Arbeitsunfähigkeit der Versicherten von mindestens 20 % für die zuletzt 

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ausgeübte Tätigkeit nicht bekannt sei. Körperliche, geistige oder psychische 

Einschränkungen bestünden nicht. Die Prognose sei günstig (IV-act. 28 S. 1 ff.).

A.d Anlässlich eines Assessmentgesprächs vom 5. März 2014 gab die Versicherte 

gegenüber einer Eingliederungsverantwortlichen der IV-Stelle an, dass sie sich 

gesundheitlich nur noch eine administrative Arbeit vorstellen könne, bei der sie 

wechselbelastend arbeiten könne. Ihr Wunschpensum betrage 80 %, einen Tag 

benötige sie für den Haushalt. Sie habe einen Sohn, welcher bei einer Pflegefamilie 

untergebracht sei. Die Ferien und jedes zweite Wochenende verbringe der Sohn bei ihr 

(IV-act. 37 S. 4). Am 12. Juni 2014 unterzeichnete die Versicherte einen 

Eingliederungsplan mit dem Ziel einer Arbeitsvermittlung durch eine aktive 

Stellensuche (IV-act. 38). Am 18. Juni 2014 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine 

Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche zu (IV-act. 42).

A.e  Am 26. Mai 2014 stellte sich die Versicherte im Zentrum G.___ zur Einholung einer 

Zweitmeinung vor. Prof. Dr. med. H.___, Facharzt für orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, erwähnte im gleichentags erstellten 

Untersuchungsbericht als Diagnosen chronische unspezifische Lumbodorsalgien und 

eine Lumboischialgie beidseits, linksbetont, eine allgemeine Dekonditionierung sowie 

den Verdacht auf eine Schmerzausweitung. Die morphologischen Kriterien zur 

Diagnose eines Morbus Scheurmanns seien nicht erfüllt. In seiner Beurteilung hielt er 

fest, dass sich die Beschwerdesymptomatik, insbesondere das Schmerzausmass, mit 

der bestehenden Bildgebung nicht erklären lasse. Von einem wirbelsäulenchirurgischen 

Eingriff rate er dringend ab. Seines Erachtens liege ein schmerzmedizinisches Problem 

vor (IV-act. 47 S. 6 f.). Wegen einer von der Versicherten angegebenen Schwäche im 

rechten Bein fand am 10. Juni 2014 bei einem Neurologen des Zentrums G.___ eine 

neurologische und elektrophysiologische Untersuchung statt. Am 16. Juni 2014 hielt 

Dr. H.___ fest, dass sich bei einem normalen klinisch-neurologischen und 

elektrophysiologischen Befund kein neurologisches Substrat für die geklagten 

Beschwerden finde. Insbesondere liege kein Hinweis für eine multilokuläre Erkrankung 

vor. Er empfehle eine aktive Bewegungstherapie. Aufgrund der bisherigen Abklärungen 

lasse sich kein morphologisches Korrelat finden, das einer Operation bedürfe. Im 

Vordergrund stehe ein intensiver Belastungsaufbau. Er habe der Versicherten eine 

Physiotherapie empfohlen (IV-act. 47 S. 4 f.). In einer Stellungnahme vom 13. August 

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2014 ging der regionale ärztliche Dienst (RAD) von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in 

einer adaptierten Tätigkeit aus, da von mehreren Seiten bestätigt worden sei, dass sich 

für die intensive Rückenschmerzsymptomatik kein objektivierbares Korrelat finden 

lasse, und da teils von einer Schmerzausweitung die Rede sei (IV-act. 51).

A.f Mit einer Mitteilung vom 6. März 2015 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine 

Berufsberatung mit Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten zu (IV-

act. 56). Anlässlich eines Assessmentgesprächs vom 15. April 2015 gab die Versicherte 

an, ihre gesundheitliche Situation habe sich stabilisiert. Die Rückenschmerzen seien 

zwar noch einschränkend, jedoch versuche sie Lösungen zu suchen, um ihre Aufgaben 

erledigen zu können. Bewegung sei für sie am besten, jedoch benötige sie immer 

wieder Sitzpausen. Ausserdem könne sie keine schweren Gewichte heben. 

Medikamente nehme sie nicht mehr ein, da sie nicht wie eine Betrunkene wirken wolle. 

Sie habe die Therapien im Herbst 2014 abgebrochen, da diese nicht die gewünschte 

Besserung gebracht hätten. Ihre Belastbarkeit schätze sie momentan auf 60-70 %. Seit 

Dezember 2014 arbeite sie als Servicekraft im Freizeitpark I.___. Sie arbeite 

durchschnittlich drei bis vier Tage pro Woche, jedoch maximal zwei Tage am Stück. 

Sie brauche nach den zwei Tagen einen Tag, um sich wieder zu erholen. Die 

körperlichen Belastungen seien jedoch zu hoch, um diese Arbeit über längere Zeit 

ausüben zu können (IV-act. 61).

A.g Vom 21. September bis 13. November 2015 fand im Auftrag der IV-Stelle eine 

berufliche Abklärung der Versicherten in der Abklärungsstätte X.___ statt (IV-act. 75). 

Im entsprechenden Schlussbericht wurde festgehalten, dass die Versicherte im 

Montagebereich eine Leistungsfähigkeit (bezogen auf den ersten Arbeitsmarkt) von 

80-90 % erzielt habe.  Aufgrund der begrenzten intellektuell-schulischen Ressourcen 

komme eine Ausbildung im Bürobereich nicht in Frage. Für eine Ausbildung im 

Elektronikbereich sei die Feinmotorik nicht genügend ausgeprägt. Eine Abklärung im 

Bereich Hauswirtschaft sei aufgrund der Schmerzproblematik nicht angezeigt 

gewesen, da eine solche Tätigkeit nicht adaptiert wäre. Aufgrund der begrenzten 

intellektuell-schulischen Ressourcen sei eine Umschulung nicht angezeigt. Deshalb 

kämen nur Hilfstätigkeiten in Frage. Aufgrund des labilen Gesundheitszustandes sei 

eine direkte Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt nicht möglich. Die Versicherte 

habe zwar im Montagebereich eine gute Leistung gezeigt, jedoch könne sie diese 

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zurzeit nicht konstant aufrechterhalten. Die Präsenzzeiten habe sie nur mit Mühe 

einhalten können. Im Rahmen eines Arbeitstrainings könnte die Leistungsfähigkeit 

gesteigert und stabilisiert werden. Sofern die Belastbarkeit gesteigert werden könne 

und der Umgang mit den Schmerzen nicht mehr im Vordergrund stehe, erscheine eine 

Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt realistisch. Empfohlen werde ein 

Arbeitstraining beginnend mit einem Pensum von mindestens 50 %, welches 

anschliessend so weit wie möglich gesteigert werden sollte. Die Versicherte schätze, 

dass sie ein Pensum von 50 % nach einiger Zeit auf 70 bis 80 % erhöhen könne. Die 

im Rahmen eines Arbeitstrainings innerhalb von sechs bis zwölf Monaten zu 

erwartende Leistungsfähigkeit betrage ca. 80 %. Die Versicherte benötige eine leichte, 

wechselbelastende und mehrheitlich sitzende Tätigkeit. Naheliegend sei eine Tätigkeit 

in einem Produktionsbetrieb in der Nahrungsmittelbranche. Auch eine Tätigkeit in der 

Industriemontage mit Maschinenbedienungen oder Überwachungen sei denkbar. Um 

der Kontaktfreude entgegenzukommen, wäre eine Tätigkeit an einer Kasse ideal. 

Anstelle eines Arbeitstrainings sei auch ein Praktikum im ersten Arbeitsmarkt denkbar, 

sofern ein Betrieb Verständnis für die Schmerzproblematik aufbringe. Wichtig sei, dass 

die Versicherte möglichst bald wieder eine Tagesstruktur habe, um einer Fokussierung 

auf die Schmerzen vorzubeugen (IV-act. 77).

A.h Auf Zuweisung von Dr. B.___ hatte in der Klinik für Rheumatologie des KSSG vom 

__ September bis __ Oktober 2015 eine Untersuchung stattgefunden. Die 

behandelnden Ärzte waren im entsprechenden Untersuchungsbericht zum Schluss 

gelangt, dass die Symptomatik in erster Linie im Rahmen einer myofascialen 

Dysbalance zu interpretieren sei. Klinisch falle eine Haltungsinsuffizienz bei einer 

schwach ausgeprägten Bauch- und Rückenmuskulatur auf. Laborchemische Hinweise 

für eine entzündliche Genese des Rückenschmerzes lägen nicht vor. Warnsymptome 

wie Paresen oder Sensibilitätsausfälle bestünden nicht. Entsprechend hätten sie mit 

der Versicherten besprochen, wie wichtig eine aktive Kräftigung der Muskulatur sei, 

nicht nur durch eine Physiotherapie, sondern auch durch tägliche Übungen zu Hause. 

Vorerst werde der Erfolg dieser Massnahmen abgewartet (IV-act. 98). Am __ November 

2015 fand eine Verlaufskontrolle in der Klinik für Rheumatologie des KSSG statt. Die 

behandelnden Ärzte hielten im entsprechenden Untersuchungsbericht als Diagnose ein 

chronisches paravertebrales myofasciales Syndrom fest. Weiter führten sie aus, die 

Versicherte habe berichtet, sie habe während rund vier Wochen zweimal wöchentlich 

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Physiotherapie sowie täglich eine halbe Stunde Heimübungen durchgeführt, was zu 

einer Schmerzzunahme geführt habe. Weiter hielten die Ärzte fest, ein MRT vom __ 

Dezember 2015 habe initiale Diskusdegenerationen und beginnende Spondylarthrosen 

LWK 4/5 und LWK 5/SWK 1, jedoch keinen Nachweis einer Neurokompression gezeigt. 

Hinweise auf einen entzündlichen Prozess fehlten ebenfalls. Die Ärzte empfahlen die 

Fortsetzung der Heimübungen zur Stärkung der Rücken- und Bauchmuskulatur. Eine 

Osteopathie sei ebenfalls zu begrüssen (IV-act. 87).

A.i Am 16. Januar 2016 berichtete Dr. B.___, die Versicherte sei nach einer 

vorübergehenden Schmerzbesserung wegen einer Verschlechterung seit dem 12. Juni 

2015 im Gastronomiebereich (vgl. IV-act. 95) wieder zu 100 % arbeitsunfähig. Rein 

sitzende Tätigkeiten, welche kein Heben schwerer Lasten und nur kurze Gehstrecken 

beinhalteten, seien allenfalls zumutbar. In welchem zeitlichen Rahmen solche 

Tätigkeiten möglich seien, sei Gegenstand der Abklärung in X.___ (IV-act. 84). Am __ 

Februar 2016 fand in der Klinik für Rheumatologie des KSSG eine Verlaufskontrolle 

statt, bei der die Versicherte davon berichtete, dass mittels Chiropraktik, 

Physiotherapie und Heimübungen eine deutliche Besserung eingetreten sei. 

Gelegentlich verspüre sie noch leichte Schmerzen, vor allem bei kaltem Wetter. 

Manchmal sei Dafalgan und ganz selten Lyrica nötig, worauf sie gut anspreche. Daher 

gaben die Ärzte des KSSG die Behandlung in die hausärztliche Praxis zurück (IV-

act. 96). In einem am 15. April 2016 bei der IV-Stelle eingegangenen Bericht erklärte Dr. 

B.___, dass die Diagnosen unverändert seien. Bei der letzten Verlaufskontrolle vom 1. 

März 2016 habe die Versicherte davon berichtet, dass ihr die Sitzungen bei einem 

Chiropraktoren eine deutliche Beschwerdelinderung gebracht hätten (IV-act. 92).

A.j Am 6. Juli 2016 wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle von der 

Medizinisches Gutachtenszentrum Region St. Gallen GmbH (MGSG), bidisziplinär 

(orthopädisch und psychiatrisch) begutachtet (IV-act. 104 und 105). Der orthopädische 

Gutachter hielt in seinem Teilgutachten fest, dass die Versicherte seit einem Monat 

Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den Kopf spüre. Weiter berichte sie von sich seit 

2013 manifestierenden, leicht regredienten lumbalen Schmerzen, die sich gelegentlich 

in beide Kleinzehen fortsetzten. Das Bücken, Heben und Tragen empfinde sie als 

dolent. Weiter habe die Versicherte angegeben, dass sie wegen den LWS-

Beschwerden hin und wieder Schmerzmittel verwende. Die momentane Physiotherapie 

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lindere die Beschwerden leicht. Gelegentlich seien beide Oberarme taub (IV-act. 105 

S. 3 f. und 7). In seiner Untersuchung konnte der orthopädische Gutachter keine 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erheben. Als Diagnosen ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhob er ein Cervicovertebralysyndrom bei dorsaler 

Diskushernie C6/7 ohne neurale Kompression sowie eine Pseudolumboischialgie 

beidseits bei leichter Diskusdegeneration und Spondylarthrose L4/5 sowie L5/S1 ohne 

neurale Kompression (IV-act. 105 S. 7 und 33 f.). In seiner Beurteilung kam der 

orthopädische Gutachter zu folgendem Schluss: Da das Ausmass der HWS- und LWS 

Schmerzen aufgrund der nicht sehr ausgeprägten pathologischen Befunde im MRI nur 

ungenügend plausibilisiert werden könne, bestehe spätestens seit April 2013 bei voller 

Stundenpräsenz eine Arbeitsfähigkeit von 100 % als Küchenhilfe respektive 

Serviceangestellte (IV-act. 105 S. 9). Weiter führte der orthopädische Gutachter aus, 

dass Dr. F.___ im Jahr 2013 zwar eine volle Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit als 

Serviceangestellte bzw. als Verkäuferin in einer Bäckerei oder Metzgerei attestiert 

habe, ohne jedoch begründet zu haben, weshalb keine Arbeitsfähigkeit gegeben sei. 

Aufgrund der von Dr. F.___ gestellten, unpräzisen Diagnose sei eine volle 

Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar. Zudem habe die Versicherte im Jahr 2013 als 

Küchenhilfe und nicht als Serviceangestellte oder Verkäuferin gearbeitet. Ebenso wenig 

nachvollziehbar sei eine nur 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit. Der 

Beurteilung von Prof. H.___, wonach die Beschwerden nicht objektiviert werden 

könnten, sei beizupflichten. Der Bericht der Institution X.___ sei wirr. Einerseits werde 

darin festgehalten, dass aufgrund der massiven Rückenschmerzen eine direkte 

Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt nicht möglich sei. Andererseits werde erklärt, 

dass die Versicherte im ersten Arbeitsmarkt im Montagebereich eine Leistung von 80 

bis 90 % erzielen könne. Ausserdem habe die Versicherte in der gutachterlichen 

Exploration angegeben, sie glaube nicht, je wieder arbeiten zu können. Im Bericht der 

Institution X.___ sei hingegen festgehalten worden, dass die Versicherte der Meinung 

sei, ein 50%iges Pensum nach einer Weile auf 70 bis 80 % erhöhen zu können (IV-

act. 105 S. 8). Der psychiatrische Gutachter konnte in seiner Untersuchung ebenfalls 

keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erheben. Als Diagnose ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er in seinem Teilgutachten den Verdacht auf 

eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (IV-act. 105 S. 21 f.). In seiner 

Beurteilung hielt er fest, bei der Versicherten liessen sich aus psychiatrischer Sicht 

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nach Partnerproblemen im Jahr 2007 mit einer anschliessenden stationären 

psychiatrischen Behandlung keine psychischen Störungen erheben. Die Versicherte sei 

in einer neuen Partnerschaft ohne Beziehungsprobleme. Zu ihrem Sohn aus der ersten 

Partnerschaft habe sie eine gute Beziehung. Zum Untersuchungszeitpunkt habe die 

Versicherte psychopathologisch weitgehend unauffällig gewirkt. Aufgrund der 

anhaltenden körperlichen Schmerzen bestehe aber der Verdacht auf eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung, bei der die Schmerzen durch eine organische Störung 

nicht ausreichend erklärt werden könnten und in Verbindung mit emotionalen 

Konflikten oder psychosozialen Problemen stünden. Bei der Versicherten liessen sich 

in der Vergangenheit emotionale Konflikte mit Partnerproblemen erheben und 

zusätzlich bestehe aktuell eine Arbeitslosigkeit. Auch habe die Versicherte zum 

Untersuchungszeitpunkt Hinweise für eine Verdeutlichung der Beschwerden mit 

demonstrativen Verhaltensweisen gezeigt, sodass eine psychogene Überlagerung der 

Schmerzen mit einem sekundären Krankheitsgewinn angenommen werden könne. Eine 

psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer bestehe 

allerdings nicht. Auch liessen sich bei der Versicherten nach einer unauffälligen 

Kindheits- und Persönlichkeitsentwicklung keine Hinweise für eine 

Persönlichkeitsstörung finden. Bei der Versicherten liessen sich überdies mobilisierbare 

Ressourcen erheben. Sie übe im Tagesablauf zahlreiche Aktivitäten aus und habe gute 

soziale Kontakte. Auch wirke sie gut kommunikationsfähig und kontaktfähig (IV-

act. 105 S. 24 f.). Bei der Beurteilung der Konsistenz sei festzuhalten, dass sich bei der 

Versicherten keine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen 

vergleichbaren Lebensbereichen erheben lasse. Die Versicherte fühle sich nicht 

arbeitsfähig, zeige jedoch zahlreiche Aktivitäten im Tagesablauf. Sie habe angegeben, 

dass sie koche, die Wohnung reinige, Termine einhalte, einkaufe und sich mit 

Kolleginnen treffe (IV-act. 105 S. 26). Aus rein psychiatrischer Sicht, ohne 

Berücksichtigung der körperlichen Beschwerden, könne in der zuletzt ausgeübten 

Tätigkeit als Servicemitarbeiterin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bei vollem 

Stundenpensum seit etwa 2008 angenommen werden, nachdem sich 2007 

vorübergehende psychische Störungen hätten erheben lassen, die retrospektiv nicht 

näher eingeschätzt werden könnten. Auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit bestehe 

aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit seit mindestens 2008 (IV-

act. 105 S. 28). In ihrem polydisziplinären Konsens vom 18. Juli 2016 (vgl. IV-act. 105 

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S. 2) kamen die Gutachter zum Schluss, dass weder ein somatisches noch ein 

psychisches Leiden mit Krankheitswert vorliege. Folglich attestierten sie der 

Versicherten eine volle Arbeitsfähigkeit in ihrer bisherigen Tätigkeit als 

Servicemitarbeiterin, aus psychiatrischer Sicht seit mindestens 2008, aus 

orthopädischer Sicht seit April 2013 (IV-act. 105 S. 34 f.).

A.k  Mit einer Mitteilung vom 3. Oktober 2016 wies die IV-Stelle das Begehren um 

berufliche Massnahmen ab. Für eine allfällige Unterstützung bei der Stellensuche sei 

das regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zuständig (IV-act. 109).

A.l Mit einem Vorbescheid vom 13. Oktober 2016 kündigte die IV-Stelle der 

Versicherten an, dass sie deren Rentenbegehren bei einem Invaliditätsgrad von 0 % 

abweisen werde (IV-act. 112). Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte durch 

ihren Rechtsvertreter am 3. November 2016 (IV-act. 113) bzw. am 15. Dezember 2016 

einwenden, dass das MGSG-Gutachten nicht nur von einer vollen Arbeitsfähigkeit 

ausgehe, sondern auch das Vorhandensein von gesundheitlichen Beschwerden mit 

Krankheitswert sowohl in somatischer als auch in psychiatrischer Hinsicht verneine. In 

Anbetracht der Tatsache, dass die Versicherte während Jahren medizinisch behandelt 

und in ihrem angestammten Beruf als vollumfänglich arbeitsunfähig qualifiziert worden 

sei, bestehe zwischen der Einschätzung der behandelnden Ärzte und dem 

medizinischen Gutachten ein unauflösbarer Widerspruch (IV-act. 117). Am 6. Januar 

2017 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens bei einem 

Invaliditätsgrad von 0 % (IV-act. 118).

B.   

B.a  Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

am 13. Januar 2017 Beschwerde erheben und beantragen, die Verfügung der IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 6. Januar 2017 sei aufzuheben und die 

Angelegenheit sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Weiter liess die 

Beschwerdeführerin ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung stellen. Zur Begründung liess sie im Wesentlichen anführen, die 

Beschwerdegegnerin hätte zur Bemessung der Invalidität nicht die 

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Einkommensvergleichsmethode, sondern die gemischte Methode anwenden sollen. 

Dementsprechend wäre die Beschwerdegegnerin verpflichtet gewesen, eine 

Haushaltsabklärung vorzunehmen. Weiter liess die Beschwerdeführerin geltend 

machen, im MGSG-Gutachten sei nicht ausführlich dargelegt worden, weshalb die von 

ihr geklagten Beschwerden nicht objektivierbar sein sollten, nachdem unabhängige 

Spezialisten objektiv nachweisbare Veränderungen (Diskushernie und Arthrose) 

festgestellt hätten. Die Gutachter hätten die Einschätzungen der behandelnden Ärzte 

bzw. der Abklärungsstelle X.___ teilweise geradezu ins Lächerliche gezogen, indem sie 

deren Feststellungen z.B. als "wirr" bezeichnet hätten. Auch sei abzuklären, ob eine 

somatoforme Schmerzstörung bestehe. Ausserdem weiche die gutachterliche 

Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens von der Beurteilung der 

Abklärungsstelle X.___ ab. Da die Abklärungsstelle X.___ das funktionelle 

Leistungsvermögen getestet habe, wären auch die Gutachter zu einer objektivierten 

Evaluation des funktionellen Leistungsvermögens und zu einer hinreichend sachlichen 

Begründung ihrer Einschätzung gehalten gewesen. Weiter kritisierte die 

Beschwerdeführerin, dass die Beschwerdegegnerin bei der Invaliditätsbemessung 

sowohl für das Valideneinkommen als auch für das Invalideneinkommen den Lohn der 

angestammten Tätigkeit herangezogen habe. In Anbetracht ihrer noch langen 

Erwerbskarriere dürfe nicht auf den zufälligen Lohn der Teilzeitarbeit abgestellt werden. 

Vielmehr hätte der jeweils massgebliche Tabellenlohn herangezogen werden müssen. 

Überdies sei ein Tabellenlohnabzug bzw. ein "leidensbedingter Abzug" vorzunehmen, 

da sie nicht mehr in der Lage sei, ein Vollzeitpensum auszuüben und subjektive, in ihrer 

Person liegende Gründe die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit beeinträchtigten 

(act. G 1).

B.b Mit einem Schreiben vom 18. Januar 2017 liess die Beschwerdeführerin einen 

Bericht von Dr. B.___ vom 13. Januar 2017 einreichen. Dieser hatte im Wesentlichen 

ausgeführt, er betreue die Beschwerdeführerin schon lange. Die Rückenschmerzen 

seien mit klassischen Schmerzmitteln kaum beherrschbar gewesen. Mit einer 

speziellen Analgesie habe die Schmerzproblematik etwas entschärft werden können. 

Leider sei die Verträglichkeit dieser Medikamente aufgrund unerwünschter 

Nebenwirkungen für eine Langzeittherapie nicht gegeben gewesen. Die Beschwerden 

hätten nun mit einer manuellen Dauertherapie einigermassen gelindert werden können, 

jedoch sei bisher keine Heilung gelungen. Eine psychische Ursache schliesse er aus. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/20

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Die vom psychiatrischen Gutachter vermutete Diagnose einer anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung erachte er als eine spekulative Verlegenheitsdiagnose. 

Störend sei, dass nicht auf das junge Alter der Beschwerdeführerin eingegangen 

worden sei. Er setze die Beschwerden im Nacken- und Lendenbereich in einen direkten 

Zusammenhang mit den radiologisch nachgewiesenen altersunüblichen 

Degenerationen (act. G 4 und 4.1.1).

B.c  In ihrer Beschwerdeantwort vom 10. Februar 2017 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen aus, dass es die Aufgabe eines Arztes sei, zur Frage Stellung zu nehmen, 

in welchen Tätigkeiten und in welchem Ausmass es einer Versicherten zumutbar sei, zu 

arbeiten. Aufgabe der beruflichen Abklärungsstelle sei es festzustellen, inwiefern eine 

versicherte Person die ärztlich festgestellte Arbeitsfähigkeit in konkret zu 

bezeichnenden Berufen verwerten könne. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

könne daher nicht gestützt auf die Ergebnisse einer beruflichen Abklärung festgelegt 

werden. Überdies sei die Kritik des orthopädischen Gutachters am Bericht der 

Abklärungsstelle X.___ berechtigt. Das MGSG habe die geltend gemachten 

Einschränkungen ausführlich abgeklärt. Da die Beschwerdeführerin in jeder Tätigkeit, 

die ihr konstitutionell zumutbar sei, voll arbeitsfähig sei, könne offenbleiben, in 

welchem Ausmass sie im Haushalt oder im Erwerb tätig wäre. Ausserdem lebe ihr 

Sohn in einer Pflegefamilie. Der Invaliditätsgrad sei somit zu Recht anhand eines 

Einkommensvergleichs bemessen worden (act. G 7).

B.d Am 17. Februar 2017 wurde der Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass das Gericht 

dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung nicht 

entsprechen könne, da die Beschwerdeführerin rechtsschutzversichert sei. Ohne 

ausdrücklichen Gegenbericht werde davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin 

mit der formlosen Erledigung ihres Gesuchs einverstanden sei (act. G 8). In der Folge 

leistete die Beschwerdeführerin den Kostenvorschuss von Fr. 600.-- (act. G 9) und 

verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 10). Am 27. April 2017 reichte der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin seine Kostennote ein (act. G 11).

Erwägungen

1.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/20

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Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf 

eine Invalidenrente hat.

2.  

2.1 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen 

Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Art. 16 ATSG).

2.2 Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im 

Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Aussagen eine 

wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen einer 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; BGE 115 V 134 E. 2). 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/20

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Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).

3.  

3.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Ablehnung des Rentenanspruchs in 

erster Linie auf das psychiatrisch-orthopädische MGSG-Gutachten (vgl. act. G 7). 

Demgegenüber bemängelt die Beschwerdeführerin das Gutachten in mehreren 

Punkten. Sie macht insbesondere geltend, dass im MGSG-Gutachten nicht ausführlich 

dargelegt worden sei, weshalb die von ihr beklagten Beschwerden nicht objektivierbar 

sein sollten. Der orthopädische Gutachter habe zwar ähnliche Diagnosen wie die 

behandelnden Ärzte gestellt, jedoch seien die behandelnden Ärzte im Gegensatz zum 

orthopädischen Gutachter davon ausgegangen, dass die Beschwerden objektivierbar 

seien. Prof. D.___ habe sogar von einer ungewöhnlichen degenerativen 

Beeinträchtigung der Bandscheiben im Lendenwirbelsäulenbereich gesprochen. Der 

orthopädische Gutachter habe die Einschätzung der behandelnden Ärzte, diejenige von 

Dr. F.___ und diejenige der Abklärungsstelle X.___ geradezu ins Lächerliche gezogen. 

Zudem sei das psychiatrische vor dem orthopädischen Gutachten erstellt worden, 

womit der psychiatrische Sachverständige mit seiner Verdachtsdiagnose einen 

ungerechtfertigten Einfluss auf das orthopädische Teilgutachten genommen habe. 

Schliesslich genüge es nicht, wenn im psychiatrischen Teilgutachten lediglich 

festgehalten werde, dass ein Verdacht für die Diagnose einer somatoformen 

Schmerzstörung bestehe. Vielmehr sei abzuklären, ob eine solche Schmerzstörung 

vorliege (act. G 1).

3.2 Das orthopädische MGSG-Gutachten beruht auf eigenständigen Abklärungen und 

ist für die streitigen Belange umfassend. Die medizinischen Vorakten und die von der 

Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden sind berücksichtigt worden. Die 

bescheinigte Arbeitsfähigkeit leuchtet in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Weder die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/20

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behandelnden Ärzte des Spitals C.___ noch diejenigen der Neurochirurgie des KSSG 

haben objektivierbare, strukturelle Gesundheitsschäden finden können, welche die 

ausgeprägten Schmerzen erklären könnten (vgl. IV-act. 14 S. 6 ff.) Auch Prof. D.___, 

der ausdrücklich festgehalten hat, dass die im MRT sichtbaren Degenerationen für das 

Alter der Beschwerdeführerin ungewöhnlich seien, hat keine eindeutigen 

diagnostischen Blockaden finden und somit keine Empfehlung zur operativen 

Stabilisation geben können (IV-act. 28 und 14 S. 3 f.). Prof. H.___ hat sich die 

Beschwerdesymptomatik, insbesondere das Schmerzausmass, mit der bestehenden 

Bildgebung ebenfalls nicht erklären können (IV-act. 47 S. 6 f.). Zudem hat eine klinisch-

neurologische und elektrophysiologische Untersuchung kein neurologisches Substrat 

für die im rechten Bein angegebene Schwäche gezeigt (IV-act. 47 S. 4 f.). Schliesslich 

haben auch die behandelnden Ärzte der Klinik für Rheumatologie des KSSG keine 

Warnsymptome wie Paresen oder Sensibilitätsausfälle und keine laborchemischen 

Hinweise auf eine entzündliche Genese feststellen können (IV-act. 98). Entgegen der 

Behauptung der Beschwerdeführerin haben die behandelnden bzw. untersuchenden 

Ärzte die von ihr angegebenen Beschwerden somit nicht objektivieren können. Dr. 

F.___ und Dr. B.___ haben der Beschwerdeführerin zwar eine Arbeitsunfähigkeit 

attestiert (vgl. IV-act. 26 S. 3 f., 33 S. 5 f., 41 S. 1, 95 S. 1 und Fremdakten, act. 2 S. 8 

ff.) und Dr. B.___ hat die Beschwerden als glaubhaft eingestuft (vgl. insbesondere 

act. G 4.1.1), jedoch haben auch sie keine objektivierbaren Substrate genannt, welche 

die Beschwerden hätten erklären können. Dr. F.___ ist von einem lumbovertebralen und 

lumbospondylogenen Syndrom mit Symptomausweitung im Sinne einer beginnenden 

Fibromyalgie ausgegangen und hat den Verdacht auf einen Status nach Morbus 

Scheuermann mit besonders ausgeprägter Fehlhaltung gestellt (Fremdakten, act. 2 

S. 9). Prof. H.___ hat demgegenüber festgehalten, dass die morphologischen Kriterien 

zur Diagnose eines Morbus Scheuermanns nicht erfüllt seien (IV-act. 47 S. 6 f.). Die 

Diagnose der Fibromyalgie ist in den Untersuchungsberichten der Klinik für 

Rheumatologie des KSSG nicht mehr aufgenommen worden. Vielmehr ist in diesen 

Untersuchungsberichten nur noch die Rede von einem myofascialen Syndrom und 

einer myofascialen Dysbalance gewesen, wobei eine Haltungsinsuffizienz und eine 

schwach ausgeprägte Rücken- und Bauchmuskulatur aufgefallen sind. Die 

behandelnden Ärzte der Klinik für Rheumatologie des KSSG haben der Versicherten 

daher empfohlen, die Muskulatur zu kräftigen, wodurch die Versicherte in Kombination 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/20

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mit Physiotherapie und Chiropraktik schliesslich auch subjektiv eine deutliche 

Schmerzabnahme bemerkt hat (vgl. IV-act. 87, 96 und 98). Anlässlich einer 

Sprechstunde vom __ Februar 2016 in der Klinik für Rheumatologie des KSSG hat die 

Versicherte sogar berichtet, dass sie nur noch gelegentlich, vor allem bei kaltem 

Wetter, leichte Schmerzen verspüre. Manchmal sei Dafalgan und ganz selten Lyrica 

nötig, worauf sie gut anspreche (vgl. IV-act. 96). Im Übrigen hat sich der orthopädische 

Gutachter mit den abweichenden medizinischen Einschätzungen einlässlich 

auseinandergesetzt (vgl. IV-act. 105 S. 8 f.). Dem seitens der Beschwerdeführerin 

erhobenen Vorwurf, der orthopädische Gutachter habe die anderen medizinischen 

Einschätzungen und den Bericht der Abklärungsstätte X.___ geradezu ins Lächerliche 

gezogen (vgl. act. G 1 S. 5), kann nicht gefolgt werden. Dass der Gutachter auf 

Diskrepanzen in den Berichten hingewiesen hat, ist nicht zu beanstanden. Auch ist 

nachvollziehbar, dass der orthopädische Gutachter den Bericht der Institution X.___ als 

"wirr" bezeichnet hat, da er darauf hingewiesen hat, dass die Abklärungsstelle der 

Beschwerdeführerin einerseits im ersten Arbeitsmarkt im Bereich der Montage eine 

Leistungsfähigkeit von 80 bis 90 % attestiert habe, andererseits eine sofortige 

Eingliederung nicht für möglich gehalten habe (vgl. IV-act. 105 S. 8). Im Übrigen ist der 

Beschwerdegegnerin darin zuzustimmen (vgl. act. G 7 S. 3), dass es grundsätzlich die 

Aufgabe einer medizinischen Fachperson ist, zur Frage Stellung zu nehmen, in welchen 

Tätigkeiten und in welchem Ausmass es einer versicherten Person zumutbar ist, zu 

arbeiten. Demgegenüber besteht die Aufgabe der Berufsberatung bzw. der 

Abklärungsstelle X.___ darin, zu beurteilen, inwiefern eine versicherte Person die 

festgestellte Arbeitsfähigkeit in konkret zu bezeichnenden Berufen verwerten kann 

(vgl. BGE 107 V 20 E. 2a und Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai 2009, 

9C_332/2009, E. 3.4). Demnach kann die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 

vorliegend nicht gestützt auf die Abklärung der Institution X.___ beurteilt werden. Die 

Beurteilung der Institution X.___ vermag deshalb unter Berücksichtigung der gesamten 

Aktenlage keine Zweifel an der gutachterlichen Einschätzung zu erwecken. Das 

orthopädische MGSG-Gutachten erscheint in seiner Gesamtheit nachvollziehbar und 

schlüssig. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche 

Tatsachen im Gutachten nicht berücksichtigt worden wären. Zwar ist es richtig, dass 

der orthopädische Sachverständige in seinem Gutachten nicht explizit darauf 

eingegangen ist, dass die Degenerationen für das Alter der Beschwerdeführerin 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/20

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offenbar ungewöhnlich sind. Allerdings ist die Begutachtung in Kenntnis des Alters der 

Beschwerdeführerin (vgl. IV-act. 105 S. 5) und in Kenntnis der Beurteilung von Prof. 

D.___, welcher explizit auf diese Ungewöhnlichkeit hingewiesen hat (vgl. IV-act. 28 und 

14 S. 3 f.), ergangen (vgl. IV-act. 105 S. 2). Ausserdem kann von der Ungewöhnlichkeit 

für ein bestimmtes Alter noch nicht auf ein invalidisierendes Leiden geschlossen 

werden. Ganz allgemein kann aufgrund von bildgebenden Untersuchungsbefunden 

nicht auf eine bestimmte Klinik geschlossen werden. Auch degenerative 

Veränderungen können symptomatisch unbedeutend bleiben bzw. nicht automatisch 

sämtliche Beschwerden erklären. Aufgrund der MRT-Bilder, welche keinen Kontakt der 

Degenerationen zu einer Nervenwurzel gezeigt haben (vgl. insbesondere IV-act. 14 S. 3 

ff. und 105 S. 7), in Kombination mit den vorliegenden ärztlichen Einschätzungen ist 

davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Begutachtung aus 

orthopädischer Sicht in ihrer Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt gewesen ist. 

Möglicherweise werden die für ihr Alter ungewöhnlich fortgeschrittenen 

Degenerationen zu einem späteren Zeitpunkt invalidisierende Beschwerden auslösen. 

Im Gutachtenszeitpunkt ist jedoch nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass aus orthopädischer Sicht keine die 

Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Einschränkungen vorgelegen haben. Der 

Beschwerdeführerin steht es offen, sich bei einer Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes erneut bei der Beschwerdegegnerin anzumelden.

3.3 Der Einwand der Beschwerdeführerin, dass das psychiatrische Gutachten vor dem 

orthopädischen Gutachten erstellt worden sei, weshalb der orthopädische Gutachter 

bei seiner Einschätzung von der psychiatrischen Beurteilung beeinflusst gewesen sei 

(vgl. act. G 1 S. 5 f.), ist ebenfalls nicht stichhaltig. Zum einen haben die psychiatrische 

und die orthopädische Untersuchung am gleichen Tag relativ kurz hintereinander 

stattgefunden (vgl. IV-act. 104 S. 2 und 105 S. 2), weshalb es eher unwahrscheinlich 

ist, dass der orthopädische Gutachter bei seiner Untersuchung bereits umfassend über 

die Ergebnisse der psychiatrischen Untersuchung informiert gewesen ist. Zum anderen 

ist davon auszugehen, dass sich der orthopädische Gutachter für seine Untersuchung 

ohnehin nicht auf die Einschätzung eines psychiatrischen Gutachters stützt, sondern 

sich seine eigene Meinung aus fachärztlicher Sicht bildet. Das Gutachten enthält keine 

Anhaltspunkte dafür, dass der orthopädische Gutachter bei seiner Untersuchung nicht 

lege artis vorgegangen wäre oder aufgrund der psychiatrischen Untersuchung eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/20

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vorgefasste Meinung gehabt hätte. Vielmehr hat er die Beschwerdeführerin klinisch 

untersucht, befragt und auch Röntgenbilder anfertigen lassen (vgl. IV-act. 105 S. 3 ff.). 

Gleichwohl wäre eine umgekehrte Reihenfolge in den Begutachtungen wünschenswert 

gewesen, damit der psychiatrische Gutachter die Ergebnisse der orthopädischen 

Begutachtung gekannt hätte, also im Bild darüber gewesen wäre, inwieweit die von der 

Beschwerdeführerin beklagten Beschwerden auf organische Korrelate zurückzuführen 

waren. Der Umstand, dass der psychiatrische Sachverständige bei seiner 

Begutachtung keine Kenntnis vom Ergebnis der orthopädischen Untersuchung hatte, 

vermindert den Beweiswert seines Teilgutachtens jedoch nicht. Der psychiatrische 

Gutachter hat nämlich auch ohne Kenntnis des Ergebnisses der orthopädischen 

Untersuchung aufgrund der Aktenlage davon ausgehen müssen, dass die geklagten 

Beschwerden somatisch nicht objektivierbar seien. Insgesamt ist das psychiatrische 

Teilgutachten schlüssig und für die streitigen Belange vollständig. Ob eine 

somatoforme Schmerzstörung vorliegt oder nicht, kann letztlich offenbleiben, da der 

psychiatrische Gutachter jedenfalls keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit 

funktionellen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit festgestellt hat. Unter 

Berücksichtigung der beiden Teilgutachten ist auch die gutachterliche 

Konsensbeurteilung gut nachvollziehbar.

3.4 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit auf das orthopädisch-psychiatrische MGSG-Gutachten abgestellt 

werden kann, weshalb von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in 

der angestammten sowie in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen ist.

4.  

4.1 Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und in einer 

adaptierten Tätigkeit bleiben die erwerblichen Auswirkungen der 

Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Dabei ist der Invaliditätsgrad anhand eines 

Einkommensvergleichs zu bestimmen (vgl. E. 2.1). Warum vorliegend für die 

Invaliditätsbemessung anstelle des Einkommensvergleichs die gemischte Methode 

anwendbar sein soll, wie dies die Beschwerdeführerin verlangt (vgl. act. G 1 S. 4), ist 

nicht ersichtlich. Gründe, warum die Beschwerdeführerin, wenn sie gesund wäre, nicht 

voll erwerbstätig sein sollte, liegen nämlich nicht vor. Ihr Kind ist bei einer Pflegefamilie 

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untergebracht und es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass sie einen besonders 

aufwändigen Haushalt zu führen hat (vgl. IV-act. 37 S. 4).

4.2 Vorliegend ist sowohl hinsichtlich des (hypothetischen) Valideneinkommens als 

auch bezüglich des Invalideneinkommens derselbe Tätigkeitsbereich zugrunde zu 

legen, da die Beschwerdeführerin entsprechend dem Gutachten auch in ihrer 

angestammten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist. Demnach kann ein sogenannter 

Prozentvergleich vorgenommen werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem 

Grad der Arbeitsunfähigkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9. März 2007, I 697/05, 

E. 5.4), allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. BGE 

126 V 75). Selbst bei Gewährung des maximal zulässigen Tabellenlohnabzugs von 25 

% würde vorliegend kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren. Damit sind 

die Voraussetzungen für die Zusprache einer Rente der Invalidenversicherung nicht 

erfüllt, weshalb sich die angefochtene Verfügung im Ergebnis als rechtmässig erweist.

5.  

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen die Verfügung vom 

6. Januar 2017 abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von 

Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. 

Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von 

Fr. 600.-- aufzuerlegen. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  

Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese ist 

durch den in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss gedeckt.

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 20.06.2019
	Art. 28 Abs. 1 IVG; Art. 16 ATSG: Prüfung des Rentenanspruchs. Beweiskraft eines bidisziplinären Gutachtens bejaht. Einkommensvergleich nach dem sogenannten Prozentvergleich. Rentenanspruch verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 20. Juni 2019, IV 2017/23).

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		2025-07-19T04:57:15+0200
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