# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 325b82da-40c5-5472-9c75-126ab54b5674
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-11-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.11.2022 C-3102/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3102-2020_2022-11-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-3102/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  N o v e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Beat Weber (Vorsitz), 

Richterin Caroline Bissegger,  

Richterin Caroline Gehring,  

Gerichtsschreiber Daniel Golta. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Frankreich),   

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,   

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 IV, Invalidenrente;  

Verfügungen der IVSTA vom 12. Mai 2020. 

 

 

 

C-3102/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der am (…) 1953 geborene, in Frankreich wohnhafte ungarisch-schweize-

rische Doppelbürger A._______ (nachfolgend Versicherter oder Beschwer-

deführer) ist gelernter Hochbauzeichner EFZ (mit zusätzlichem Diplom als 

Kaufmann und Bürofachdiplom des Verbandes Schweizerischer Handels-

schulen VSH), war in der Schweiz als Graphiker sowie zuletzt als Bauleiter 

tätig und leistete in dieser Zeit Beiträge an die schweizerische Alters-, Hin-

terlassenen- und Invalidenversicherung (Vorakten der IV-Stelle B._______ 

[IVB._______-act.] 16; 93; 108; 118; 135; 151; 153 f.; 174; 188.66; 232). 

B.  

B.a Im Jahre 1977 erlitt er einen Motorradunfall, bei dem er sich u. a. am 

linken Knie eine komplexe Kniebinnenverletzung mit äusserer Kontusions-

marke zuzog, die am 9. September 1977 mittels komplexer Bandrekon-

struktion operiert werden musste (IVB._______-act. 12.5 S. 18, 20 und 25). 

Mit Verfügung vom 29. Dezember 1978 sprach die Unfallversicherung 

C._______ dem Versicherten eine UVG-Invalidenrente von 10% ab 

13. Juni 1978 zu (IVB._______-act. 12.5 S. 1).  

B.b In der Folge erlitt der Versicherte im Zeitraum von 1982 bis 2008 meh-

rere Rückfälle am linken Knie, die operativ behandelt wurden: Operation 

am 1. März 1983 mittels hinterer Kreuzbandplastik wegen erneuter Insta-

bilität des hinteren Kreuzbandes, Operation am 13. Dezember 2002 mittels 

Shaving, Meniscectomie medial und lateral wegen Knieschmerzen medial, 

Operation am 25. Januar 2005 mittels Teilmeniskektomie, Plicaresektion 

links sowie offener Resektion eines Gelenkkapselganglions medial und 

schliesslich arthroskopische Teilmeniskektomie des Hinterhorns medial 

und Gelenkstoilette am 20. Februar 2008 (IVB._______-act. 4. S. 4; 12.2 

S. 1; 12.3 S. 6 f.; 51.1 S. 48; 144.45; 224 S. 19). Nach der Operation am 

20. Februar 2008 stellte die Unfallversicherung C._______ mit Verfügung 

vom 24. Februar 2009 (IVB._______-act. 138.30) die Übernahme der Heil-

kosten ein und sprach dem Versicherten zusätzlich zur UVG-Invalidenrente 

von 10% eine Integritätsentschädigung von 20% zu, welche durch das 

Kantonsgericht D._______ bestätigt wurde (IVB._______-act. 117 S. 3; 

123; 149.4 S. 1 ff.).  

B.c Am 15. August 2008 zog sich der Versicherte beim Versuch, das ab-

gestellte, kippende Motorrad zu halten, am rechten Ellenbogen eine Bi-

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Seite 3 

zepssehnen(teil)ruptur rechts zu, die am 17. September 2008 refixiert wer-

den musste, wodurch er vom 1. November 2008 bis zum 31. Oktober 2009 

zu 100% arbeitsunfähig war (IVB._______-act. 126; 128 S. 2 ff; 130 S. 2; 

130 S. 12; 182 S. 4; 199 S. 5). Am 27. April 2009 erfolgte wegen eines 

Logensyndroms am Oberarm rechts (Druckanstieg innerhalb des Muskel-

kompartimentes) operativ eine Logenspaltung sowie Neurolyse des Ner-

vus medianus (IVB._______-act. 130 S. 5). Im Juli 2010 erlitt der Versi-

cherte eine Re-Ruptur der Bizepssehne rechts (IVB._______-act. 157 

S. 18, 22 und 23). Nach längeren Abklärungen betreffend Kostenüber-

nahme durch den Unfallversicherer erfolgte am 27. November 2014 

schliesslich die operative Rekonstruktion der re-rupturierten Bizepssehne 

rechts (IVB._______-act. 197 S. 79). 

B.d Nachdem beim Versicherten am linken Knie das Vollbild einer post-

traumatischen aktivierten Pangonarthrose diagnostiziert wurde, wurde ihm 

am 10. April 2013 eine Totalprothese eingesetzt und sprach ihm die Unfall-

versicherung C._______ mit Verfügung vom 2. Februar 2016 – in Korrektur 

ihrer früheren Verfügung vom 16. September 2014 betreffend Gewährung 

einer Integritätsentschädigung von 8% – eine Integritätsentschädigung von 

10% zu (IVB._______-act. 188.3; 188.19; 191.3 S. 1 ff). Aufgrund der Ope-

ration war er vom 10. April 2013 bis zum 28. Februar 2014 zu 100% ar-

beitsunfähig (IVB._______-act. 186; 199).  

B.e Am 15. September 2016 stürzte der Versicherte auf der Treppe, 

wodurch er sich eine Ellbogenkontusion (links) mit Ulnarisproblematik zu-

zog (IVB._______-act. 231 S. 4), die konservativ behandelt wurde. 

B.f Am 10. März 2017 schliesslich blieb der Versicherte beim Aufstehen mit 

der Jacke am Bürostuhl hängen und stürzte, wobei er eine Handgelenks-

distorsion rechts, eine Daumenprellung links und eine Schulterprellung 

links mit Stauchung des Acromiongelenks erlitt (IVB._______-act. 231 S. 2 

und S. 4). Die Verletzung wurde zuerst ebenfalls konservativ behandelt 

(IVB._______-act. 231 S. 4 und 6). Nachdem jedoch eine Läsion des Tri-

angulären Fibrokartilaginären Komplexes (TFCC; Knorpel-Band-Apparat 

zwischen dem Ellenkopf und der Handwurzel) an der rechten Hand festge-

stellt wurde, erfolgte am 4. Mai 2017 eine operative Refixation des TFCC 

(IVB._______-act. 231 S. 14, 15, 21 und 23 f.). Am 17. August 2017 wur-

den in einem MRI an der linken Hand zudem eine Ruptur des palmaren 

und dorsalen Anteils des skapholunären (SL-) Bandes sowie eine Rizarth-

rose attestiert. Der Unfallversicherer liess mittels Gutachten (Gutachten 

von Dr. E._______, Handchirurgie, Klinik F._______, vom 18. Dezember 

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2018 [IVB._______-act. 231 S. 58]) abklären, ob diese Schädigungen auf 

den Unfall vom 10. März 2017 zurückgeführt werden könnten. Schliesslich 

planten die behandelnden Ärzte am 5. März 2019 mittels Arthroskopie eine 

SL-Band-Rekonstruktion, eine Dekompression des Carpaltunnels und spä-

ter eine Trapezektomie (IVB._______-act. 231 S. 32, 41 und 104; Arztbe-

richte des Eingriffs sind nicht aktenkundig).  

C.  

C.a Am 22. Oktober 2003 meldete sich der Versicherte – unter Hinweis auf 

den Rückfall am linken Knie im Jahr 2002 – bei der IV-Stelle des Kantons 

B._______ (nachfolgend: kantonale IV-Stelle) zum Leistungsbezug an 

(IVB._______-act. 1 S. 1 ff.). Die kantonale IV-Stelle führte erwerbliche und 

medizinische Abklärungen durch und zog die Akten der Unfallversicherung 

C._______ und des Unfallversicherers (G._______) bei (IVB._______-

act. 12; 68; 83; 93; 96; 130; 138-149; 173; 182; 186; 191; 199; 200; 209; 

211).   

C.b Nach Gewährung verschiedener beruflicher Massnahmen 

(IVB._______-act. 14; 41; 66; 72; 83; 89; 95; 109; 112; 119) und Durchfüh-

rung des Vorbescheidverfahrens (Vorbescheid vom 31. Mai 2018 

[IVB._______-act. 213] und Einwand vom 2. Juli 2018 [IVB._______-act. 

216]) gewährte die IVSTA am 12. Mai 2020 in zwei Verfügungen rückwir-

kend eine befristete, ganze Rente vom 1. November 2008 bis zum 31. Ok-

tober 2009 (Bizepssehnenruptur) und vom 1. Juli 2013 bis zum 28. Februar 

2014 (Totalprothese linkes Kniegelenk [Verfügung: IVB._______-act. 243; 

Begründung: IVB._______-act. 239]).  

D.  

D.a Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch 

Rechtsanwalt H._______, mit Eingabe vom 15. Juni 2020 (Postaufgabe) 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte, die Verfügun-

gen vom 12. Mai 2020 seien aufzuheben und es sei ihm ab 1. November 

2020 (recte: 2002) bis 1. Mai 2018 «(Eintritt ins AHV-Alter)» eine ganze 

Rente auszurichten. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass 

die Vorinstanz zu Unrecht auf eine Verweistätigkeit abgestellt habe, zumal 

er seit den Unfällen bis zum Eintritt ins AHV-Alter nie mehr einen stabilen 

Gesundheitszustand erreicht habe. Selbst wenn ein Abstellen auf Ver-

weistätigkeiten zulässig sein sollte, sei festzustellen, dass die Vorinstanz 

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keinerlei medizinische Begutachtungen angeordnet habe, um seine Ar-

beitsunfähigkeit abzuklären. Jedenfalls habe der Unfall vom 10. März 2017 

zu einer andauernden, vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt. Des Wei-

teren würden die von der Vorinstanz ermittelten Einkommen bestritten. Auf 

Seiten des Invalideneinkommens sei die angestammte Tätigkeit als Grafi-

ker einzusetzen und damit von einem Invaliditätsgrad von 100% auszuge-

hen. Auch der gewährte leidensbedingte Abzug von lediglich 5% werde be-

stritten (Beschwerdeakten [B-act.] 1). 

D.b Der mit Zwischenverfügung vom 24. Juni 2020 beim Beschwerdefüh-

rer eingeforderte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.– (B-act. 2) 

wurde am 23. September 2020 geleistet (B-act. 6). 

D.c Mit Vernehmlassung vom 28. Oktober 2020 beantragte die Vorinstanz 

– unter Bezugnahme auf die Stellungnahme der kantonalen IV-Stelle vom 

22. Oktober 2020 – die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung 

der angefochtenen Verfügungen vom 12. Mai 2020 mit der Begründung, 

der Beschwerdeführer habe gesundheitsbedingt im Jahr 2009 als selbstän-

diger Grafiker einen Konkurs erlitten und direkt anschliessend ein neues 

Unternehmen gegründet, in welchem er als Bauleiter Baumängel beheben 

lasse. Er habe damit eine leidensangepasste und ihm vollumfänglich zu-

mutbare Tätigkeit aufgenommen; bis im Frühjahr 2017 habe er als selb-

ständiger Bauleiter gearbeitet. Gleichzeitig seien ihm andere Verweistätig-

keiten inklusive Büroarbeiten, für welche er ebenfalls ausgebildet sei, in 

einem vollen Pensum zumutbar gewesen. Dementsprechend wäre es 

falsch, im Erwerbsvergleich auf die Tätigkeit als Grafiker abzustellen. Hin-

sichtlich des Unfalls vom 10. März 2017 sei der medizinische Sachverhalt 

umfassend abgeklärt worden. Dem handchirurgischen Gutachten der Kli-

nik F._______ vom 18. Dezember 2018 zufolge habe in einer angepassten 

Verweistätigkeit ohne starke Belastung des linken Handgelenks bereits 

zum Zeitpunkt des Ablaufs des Wartejahres seit dem Unfall (März 2018) 

eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden, weshalb für diese Periode keine be-

fristete Rente zuzusprechen sei (B-act. 8).  

D.d Mit Replik vom 18. Januar 2021 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Anträgen fest und präzisierte, dass seit 2002 (Rückfall), jedenfalls aber 

seit 2008 (Bizepssehnenruptur), nie mehr ein stabiler Gesundheitszustand 

bestanden habe. Ebensowenig habe nach dem Unfall vom 10. März 2017 

ein stabiler Zustand bestanden; der Gutachter habe selber festgehalten, 

dass der Abschluss der unfallmedizinischen Behandlung noch nicht er-

reicht sei. Deshalb sei für den jeweiligen Beginn des Rentenanspruchs das 

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Wartejahr nicht zu absolvieren und auch die Dreimonatsfrist (von Art. 88a 

Abs. 1 IVV) nicht zu beachten (B-act. 13).  

D.e Am 30. Januar 2021 teilte der Rechtsvertreter mit, dass er den Be-

schwerdeführer nicht mehr anwaltlich vertrete (B-act. 15). 

D.f In ihrer Duplik vom 25. Februar 2021 hielt die Vorinstanz – unter Be-

zugnahme auf die Stellungnahme der kantonalen IV-Stelle vom 18. Feb-

ruar 2021 – an ihren Anträgen fest (B-act. 18).  

D.g Mit Verfügung vom 3. März 2021 wurde der Schriftenwechsel unter 

Vorbehalt weiterer Instruktionsmassnahmen abgeschlossen (B-act. 19). 

E.  

Auf die weiteren Vorbringen und Unterlagen der Parteien wird – soweit für 

die Entscheidfindung erforderlich – in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 

Abs. 1 Bst. b IVG (SR 831.20) sowie Art. 5 VwVG beurteilt das Bundesver-

waltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügun-

gen der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 

Indes findet das VwVG aufgrund von Art. 3 Bst. dbis VwVG keine Anwen-

dung in Sozialversicherungssachen, soweit das ATSG (SR 830.1) anwend-

bar ist. Nach den allgemeinen intertemporalen Regeln finden diejenigen 

Verfahrensregeln Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeur-

teilung in Kraft stehen (BGE 130 V 1 E. 3.2). 

1.3 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men; er ist durch die ihn betreffende Verfügung berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 ATSG).  

1.4 Da die Beschwerde rechtzeitig und formgerecht (Art. 60 ATSG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht und auch der Kostenvorschuss innert der 

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Seite 7 

auferlegten Frist geleistet wurde (Art. 63 Abs. 4 VwVG), ist auf die Be-

schwerde einzutreten. 

2.  

2.1 Der Anfechtungsgegenstand in einem Beschwerdeverfahren wird 

durch die angefochtene Verfügung bestimmt. Davon zu unterscheiden ist 

der Streitgegenstand. Im Bereich der nachträglichen Verwaltungsrechts-

pflege ist der Streitgegenstand das Rechtsverhältnis, welches – im Rah-

men des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – 

den aufgrund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfü-

gungsgegenstand bildet. Anfechtungs- und Streitgegenstand sind dann 

identisch, wenn die Verwaltungsverfügung insgesamt angefochten wird 

(vgl. hierzu BGE 131 V 164 E. 2.1 und 119 Ib 36 E. 1b mit Hinweisen; SVR 

2010 BVG Nr. 14 S. 56 E. 4.1).  

2.2 Vorliegend sind beide Verfügungen vom 12. Mai 2020 (IVB._______-

act. 243 S. 2 und 9) Anfechtungsgegenstand. Der Umstand, dass die Vor-

instanz die rückwirkend abgestufte Rente in zwei separaten Verfügungen 

gleichen Datums eröffnet hat, ist in anfechtungs- und streitgegenständli-

cher Hinsicht irrelevant. Für die gerichtliche Überprüfbarkeit macht es kei-

nen Unterschied, ob die Vorinstanz eine oder mehrere Verfügungen redi-

giert und eröffnet hat. Materiell liegt nur eine Verfügung vor. Wird nur die 

Abstufung der Leistung angefochten, wird damit die gerichtliche Überprü-

fungsbefugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass unbestritten geblie-

bene Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (vgl. BGE 

131 V 164 E. 2.2 und E. 2.3 mit Hinweis auf BGE 125 V 417 E. 2d). Vorlie-

gend beantragt der Beschwerdeführer eine ganze Rente von November 

2002 bis Mai 2018 (Zeitpunkt des Versicherungsfalls «Alter»). Der Streit-

gegenstand beschränkt sich aufgrund des Obgesagten nicht auf einzelne 

Anspruchszeiten, sondern es werden auch unbestritten gebliebene Zeit-

räume, in welchen eine ganze Rente gewährt wurde (vgl. Bst. C.b), von der 

gerichtlichen Überprüfungsbefugnis erfasst (vgl. Urteil des BVGer C-

5774/2019 vom 26. August 2021 E. 2.1 m.H.). 

3.  

Der Beschwerdeführer ist Schweizer Staatsbürger. Aufgrund seines Wohn-

sitzes in Frankreich besteht in räumlicher Hinsicht ein internationaler Sach-

verhalt mit Bezug zur EU, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene 

Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenos-

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Seite 8 

senschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mit-

gliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; SR 0.142.112.681) 

und die Regelwerke der Gemeinschaft zur Koordinierung der Systeme der 

sozialen Sicherheit gemäss Anhang II des FZA, insbesondere die für die 

Schweiz am 1. April 2012 in Kraft getretenen Verordnungen (EG) 

Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und Nr. 987/2009 

(SR 0.831.109.268.11), zu beachten sind. Seit dem 1. Januar 2015 sind 

auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, Nr. 465/2012 und 

Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen zwischen der 

Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vorliegen einer an-

spruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im Anwendungsbe-

reich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach schweizerischem 

Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom 

16. Januar 2013 E. 4). 

4.  

4.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

4.2 Das Gericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechtsanwendung von 

Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der Parteien gebun-

den (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch aus anderen als 

den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den angefochtenen Ent-

scheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die von jener der Vor-

instanz abweicht (vgl. BVGE 2013/46 E. 3.2). 

4.3 Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der erstinstanzliche Sozi-

alversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht 

(vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 61 Bst. c ATSG; Art. 12 VwVG). Danach hat 

die Verwaltung und im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes we-

gen für die richtige und vollständige Abklärung des erheblichen Sachver-

halts zu sorgen (vgl. BGE 136 V 376 E. 4.1.1). Sofern das Gesetz nicht 

etwas Abweichendes vorsieht, gilt im Sozialversicherungsrecht der Be-

weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 143 V 168 E. 2; 

138 V 218 E. 6).  

4.4 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

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Seite 9 

Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 

E. 3.1). Deshalb finden die Vorschriften Anwendung, die spätestens beim 

Erlass der Verfügungen vom 12. Mai 2020 in Kraft standen; weiter aber 

auch Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten wa-

ren, die aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungs-

ansprüche von Belang sind. Nicht zur Anwendung gelangen die ab 1. Ja-

nuar 2022 geltenden Bestimmungen betreffend «Weiterentwicklung der 

IV» (AS 2021 705; BBl 2017 2535). 

4.5 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 12. Mai 2020) eingetretenen Sachverhalt ab 

(BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verän-

dert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsver-

fügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b). 

4.6 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper-

lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-

mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä-

higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar 

ist (Art. Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchti-

gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, 

volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich 

zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tä-

tigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 

ATSG). 

4.7 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-

bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), während ei-

nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (Bst. b) und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. c).  

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4.8 Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% besteht Anspruch auf 

eine Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindes-

tens 60% auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70% auf eine 

ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 

50%, so werden die entsprechenden Renten nur an Versicherte ausbe-

zahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) 

in der Schweiz haben (Art. 29 Abs. 4 IVG). Diese Einschränkung gilt jedoch 

nicht für die Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der EU und der 

Schweiz, sofern sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben (Art. 7 

VO [EG] 883/2004; vgl. BGE 130 V 253 E. 2.3 und E. 3.1).  

4.9 Bei der rückwirkenden Zusprechung einer abgestuften Rente sind – 

wie vorliegend – die Revisionsbestimmungen (Art. 17 Abs. 1 ATSG; 

Art. 88a Abs. 1 IVV) analog anwendbar, weil noch vor Erlass der ersten 

Rentenverfügung eine anspruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist 

mit der Folge, dass dann gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird 

(vgl. Urteile des BGer 8C_87/2009 vom 16. Juni 2009 E. 2.2 und 

8C_71/2017 vom 20. April 2017 E. 3 m.H.). 

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-

bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 

hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 

(Art. 17 Abs. 1 ATSG; vgl. auch Art. 88a IVV). Anlass zur Rentenrevision 

gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zu-

sprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 

Anspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3).  

Die Frage, ob eine erhebliche, d.h. mit Bezug auf den Invaliditätsgrad ren-

tenwirksame Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten ist, be-

urteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der ur-

sprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit demjenigen im Zeit-

punkt der streitigen Revisionsverfügung (BGE 130 V 343 E. 3.5.2; vgl. 

auch BGE 133 V 108). Wird rückwirkend eine abgestufte oder befristete 

Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeitpunkt des Rentenbeginns und 

anderseits der in Anwendung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV 

festzusetzende Zeitpunkt der Rentenherabsetzung oder -aufhebung die 

massgebenden Vergleichszeitpunkte (Urteil des BGer 8C_87/2009 vom 

16. Juni 2009 E. 2.2). 

 

C-3102/2020 

Seite 11 

4.10   

4.10.1 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwal-

tung und – im Beschwerdefall – das Gericht auf Unterlagen, die von ärztli-

chen und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stel-

len sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist. Hinsichtlich des Beweis-

wertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-

lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge-

klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-

hänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-

folgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Eine begutachtende medizinische Fach-

person muss über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen 

(Urteil des BGer 9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 mit Hinwei-

sen). 

4.10.2 Zwar gilt für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-

verfahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung, doch hat die Recht-

sprechung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und 

Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufgestellt (vgl. BGE 125 V 

351 E. 3b). So kommt den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens einge-

holten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehen-

der Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten 

Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Er-

gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu, so-

lange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spre-

chen (vgl. BGE 137 V 210 E. 2.2.2, BGE 135 V 465 E. 4.4, BGE 125 V 351 

E. 3b/bb). Berichte behandelnder Ärzte sind aufgrund deren auftragsrecht-

lichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen. Dies 

gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden 

Spezialarzt (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 655/05 

vom 20. März 2006 E. 5.4 m.H. auf BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Allerdings 

dürfen auch die potentiellen Stärken der Berichte behandelnder Ärzte nicht 

vergessen werden, namentlich wenn sie wichtige – und nicht rein subjekti-

ver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im 

Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind 

(Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2 m.H.).  

C-3102/2020 

Seite 12 

4.10.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 

ebenfalls Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzieh-

bar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen 

ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt 

in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 

schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es be-

darf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar-

teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 

135 V 465 E. 4.4 m.H. auf 125 V 351 E. 3b/ee). Nach der Rechtsprechung 

ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im We-

sentlichen gestützt auf Berichte versicherungsinterner medizinischer Fach-

personen zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung 

jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur 

geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen 

Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 139 V 

225 E. 5.2; 135 V 465; 122 V 157 E. 1d). Die Stellungnahmen des regio-

nalen ärztlichen Dienstes (RAD) und des medizinischen Dienstes der IV-

STA sind als versicherungsinterne Berichte zu würdigen (vgl. betreffend 

RAD: Urteile des BGer 9C_159/2016 vom 2. November 2016 E. 2.2 f.; 

8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4).  

4.11 Bevor die versicherte Person Leistungen der Invalidenversicherung 

verlangt, hat sie aufgrund der Schadenminderungspflicht alles ihr Zumut-

bare selber vorzukehren, um die Folgen der Invalidität bestmöglich zu min-

dern. Ein Rentenanspruch ist zu verneinen, wenn sie selbst ohne Einglie-

derungsmassnahmen, nötigenfalls mit einem Berufswechsel, zumutbarer-

weise in der Lage ist, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu 

erzielen. Für die Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der zumut-

baren Tätigkeit sind die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenhei-

ten des Einzelfalles zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den 

subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die wei-

teren persönlichen Verhältnisse wie Alter, berufliche Stellung, Verwurze-

lung am Wohnort etc. Bei den objektiven Umständen sind insbesondere 

der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende Aktivitäts-

dauer massgeblich (vgl. dazu Urteile des BGer 9C_621/2017 vom 11. Ja-

nuar 2018 E. 2.2.1; 9C_644/2015 vom 3. Mai 2016 E. 4.3.1 mit Hinweisen; 

SVR 2010 IV Nr. 11 [9C_236/2009] E. 4.1 und 4.3). 

 

 

C-3102/2020 

Seite 13 

5.  

5.1 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben Versicherte, die bei Eintritt 

der Invalidität während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet haben 

(Art. 36 Abs. 1 IVG). Für die Erfüllung der dreijährigen Mindestbeitrags-

dauer können Beitragszeiten, die in einem EU/EFTA-Staat zurückgelegt 

worden sind, mitberücksichtigt werden (Art. 6 und Art. 45 VO [EG] 

883/2004; vgl. auch BGE 131 390). Der Beschwerdeführer hat während 

mehr als drei Jahren in der Schweiz Beiträge geleistet (IVB._______-

act. 135), so dass die Anspruchsvoraussetzung der Mindestbeitragsdauer 

ohne weiteres erfüllt ist. Damit bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführer 

invalid im Sinne des IVG ist (vgl. E. 4.6). 

5.2 Einleitend ist festzuhalten, dass aufgrund der Gesuchstellung am 

22. Oktober 2003 ein Rentenanspruch frühestens ab Oktober 2002 zu prü-

fen war (Art. 48 Abs. 2 IVG, in seiner Fassung gültig vom 1. Januar 2003 

bis 31. Dezember 2007). Zu diesem Zeitpunkt war aber die Wartefrist von 

einem Jahr gemäss Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG noch nicht erfüllt (Rückfall 

betreffend linkes Knie am 4. November 2002 [IVB._______-act. 4; vgl. Bst. 

B.b]). Ein Rentenanspruch konnte damit frühestens im November 2003 

entstehen.  

Festzuhalten bleibt zudem, dass der Beschwerdeführer nach zweimaliger 

Operation des linken Knies am 9. September 1977 sowie 1. März 1983 und 

nachfolgender Rehabilitation seine Arbeit ab Juni 1983 wieder zu 100% 

aufgenommen hatte (Arztbericht Dres. I._______ und J._______ der ortho-

pädischen Klinik K._______ vom 8. Juli 1983 [IVB._______-act. 12.3 S. 

3]). Mit Arztbericht vom 30. September 1983 (Dr. L._______, Kantonsspital 

M._______) wurde zudem bestätigt, der Patient sei subjektiv beschwerde-

frei, die Behandlung sei per 7. September 1983 abgeschlossen worden 

(IVB._______-act. 12.3 S. 1). Für den Zeitraum danach sind bis 2002 keine 

weiteren gesundheitlichen Beschwerden aktenkundig. Auch deshalb war 

nach dem Rückfall vom 4. November 2002 aus IV-rechtlicher Sicht die War-

tefrist von einem Jahr zu beachten. 

5.3 Die Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer vom 1. November 2008 bis 

zum 31. Oktober 2009 und vom 1. Juli 2013 bis zum 28. Februar 2014 je-

weils eine ganze Rente zugesprochen. Dabei ist sie davon ausgegangen, 

dass ab August 2009 eine rentenbeeinflussende Verbesserung eingetreten 

ist, die ab 1. November 2009 zur Einstellung der Invalidenrente führte, und 

C-3102/2020 

Seite 14 

– nach Verschlechterung des Gesundheitszustands im April 2013 und er-

neuter Gewährung einer ganzen Rente ab 1. Juli 2013 – ab Dezember 

2013 wiederum eine rentenbeeinflussende Verbesserung eingetreten ist, 

die ab 1. März 2014 zur Einstellung der Rente führte. Eine (weitere) Ver-

schlechterung nach diesem Zeitpunkt verneinte sie. 

5.4 Zum Gesundheitszustand und zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit des 

Beschwerdeführers lässt sich für den vorliegend (renten-) relevanten Zeit-

raum ab November 2003 den medizinischen Akten im Wesentlichen das 

Folgende entnehmen: 

5.4.1 Der Kreisarzt der Unfallversicherung C._______, Dr. N._______, 

führte in seiner kreisärztlichen Untersuchung (Bericht vom 14. Juli 2003) 

aus, es zeige sich eine identische Situation im Vergleich zur kreisärztlichen 

Untersuchung am 3. März 2003 («deutliche linksseitige posttraumatische 

Gonarthrose»). Medizinisch sei ein Endzustand erreicht. Aufgrund der ver-

bliebenen Unfallrestfolgen am linken Knie seien dem Exploranden über-

wiegend leichte und vorwiegend sitzende Tätigkeiten in Industrie, Gewerbe 

und Administration zumutbar. Dabei seien auch kürzere stehende oder 

ebenerdig gehende Intervalle möglich. Nicht mehr zumutbar seien kniende 

sowie dauernd stehende und gehende Tätigkeiten, insbesondere gehende 

Tätigkeiten in unebenem Gelände. Ebenfalls nicht mehr zumutbar seien 

Arbeiten auf Leitern und Gerüsten sowie das Heben und Tragen von Las-

ten über 15 kg. Dies beinhalte auch kurzzeitige mittelschwere Arbeit. In 

Frage kämen somit Kontroll- und Überwachungsfunktionen, leichte bis teils 

mittelschwere industrielle Produktions- oder Montagetätigkeiten, Portier-

dienste, Tätigkeiten in Kleinteilersatzteillagern und einfache administrative 

Tätigkeiten unter obengenannten Prämissen. Für diese Tätigkeiten wäre 

ein ganztägiger Arbeitseinsatz zumutbar. Die cox-arthrotischen Beschwer-

den linksseitig seien unfallfremd (IVB._______-act. 12.1 S. 4 ff.). In einer 

Stellungnahme vom 25. Oktober 2004 hielt er – unter Bezugnahme auf ei-

nen Bericht von Dr. O._______ der Klinik P._______ in (…) vom 19. Okto-

ber 2004, der eine deutlich aktivierte Pangonarthrose am linken Knie fest-

stellte (IVB._______-act. 29 S. 9) – ergänzend fest, es könne eine vorüber-

gehende volle Arbeitsunfähigkeit vom 8. bis 24. Oktober 2004 bestätigt 

werden (IVB._______-act. 29 S. 7). Eine weitere Arbeitsunfähigkeit vom 

10. Dezember 2004 bis zwei Wochen nach arthroskopischer Operation am 

25. Januar 2005 (vgl. Bst. B.b) bestätigte er mit Stellungnahme vom 

17. Dezember 2004 (IVB._______-act. 29 S. 3).  

C-3102/2020 

Seite 15 

5.4.2 In der im Auftrag der kantonalen IV-Stelle durchgeführten beruflichen 

Abklärung vom 29. März bis 22. April 2005 sowie im Schlussgespräch am 

3. Mai 2005 durch das Spital Q._______ BEFAS (Bericht vom 6. Juni 2005) 

hielten R._______, Leiter BEFAS, S._______, Eingliederungsberaterin, 

und Dr. med. T._______, Konsiliararzt, fest, dass die letzte Operation am 

linken Knie vom 25. Januar 2005 aufgrund einer sekundären Gonarthrose 

mit medialer Meniskusläsion sowie einem Meniscusganglion medial durch-

geführt worden sei. Die vom Beschwerdeführer beschriebenen Kreuz-

schmerzen stünden seit einiger Zeit nicht (mehr) im Vordergrund. Anläss-

lich einer Verlaufskontrolle durch den Operateur im März 2005 sei eine Ar-

beitsfähigkeit als Schriftenmaler von 50% festgehalten worden; dies spre-

che für einen guten postoperativen Verlauf (IVB._______-act. 38; 41). 

Die klinische Untersuchung bei Eintritt zeige eine leichte Reizung am linken 

Knie medial mit leichter Überwärmung und Druckdolenz, jedoch ohne Er-

guss, und eine gute Flexion bei einem Extensionsdefizit von 5°. Der Be-

schwerdeführer habe berichtet, dass er seit Dezember 2002 unter einer 

Schlafstörung leide, welche bislang weder abgeklärt worden noch thera-

piebedürftig gewesen sei. Gemäss eigenen Angaben hindere diese Schlaf-

störung ihn daran, morgens vor 9 Uhr die Arbeit anzutreten (S. 8).  

Die Einschränkungen wurden folgendermassen bewertet: Der Beschwer-

deführer sei durch seine degenerative Knieveränderung vorwiegend im 

Gehen und Stehen eingeschränkt, wenn diese über eine gewisse Zeit-

spanne notwendig seien. Dann benötige er einen Amerikanerstock als 

Gehhilfe; im Haus gehe er stockfrei. In anderen Körperhaltungen wie z.B. 

Sitzen, Liegen, Autofahren als Lenker und Beifahrer würden sie keine Ein-

schränkungen sehen. Aufgrund ihrer Abklärungsergebnisse erfülle der Be-

schwerdeführer mit seinen schulisch-intellektuellen Fähigkeiten die Vo-

raussetzungen für administrative Arbeiten, die vorwiegend sitzend ausge-

führt und eine geringe körperliche Belastung darstellen würden. Der Be-

schwerdeführer mache vor allem sein hohes Schlafbedürfnis geltend und 

führe dieses als Argument an, nur teilzeitlich arbeitsfähig zu sein. Dieser 

Meinung könnten sich die Unterzeichnenden aufgrund der Akten und eige-

ner Untersuchung nicht anschliessen (S. 9). Es sei aufgefallen, dass der 

Beschwerdeführer während der gesamten beruflichen Abklärung sein Inte-

resse auf seine Tätigkeit als Schriftenmaler bei seinem jetzigen Arbeitge-

ber fokussiert habe. Mit einem erfolgreich abgeschlossenen Kurs zum 

Web-Designer würde er dort die Möglichkeit erhalten, seine Teilzeitstelle 

von 40-50% auf 60% zu erhöhen. Der Beschwerdeführer versuche hinge-

gen aufzuzeigen, mit welch unüberwindlichen Hürden er zu rechnen habe, 

C-3102/2020 

Seite 16 

wenn er seine (bisherige) Stelle aufgeben würde. Auf eine Steigerung der 

Arbeitszeit könne er sich nur widerstrebend einlassen und habe mit mehr 

Knieschmerzen reagiert. Klinisch seien jedoch keine Veränderungen, ins-

besondere keine Zunahme der bei Eintritt festgestellten leichten Reizung 

am Knie, zu objektivieren. Auch habe der Beschwerdeführer nicht häufiger 

zum Stock greifen müssen als sonst (S. 7 f).  

Zusammenfassend seien dem Beschwerdeführer leichte, vorwiegend sit-

zende Tätigkeiten ganztags zumutbar. Zwangshaltungen des linken Knies 

wie Knien, Kauern, In-die-Hocke-Gehen und das Besteigen von Leitern 

und Gerüsten seien zu meiden. Die Schlafstörung sei nicht invalidisierend 

(S. 8). 

5.4.3 Mit kreisärztlicher Untersuchung vom 11. August 2005 bestätigte 

Dr. N._______ seine bisherige Beurteilung. Es zeige sich eine nahezu 

identische Situation wie mit Untersuchung vom 11. Juli 2003 (bzw. Bericht 

vom 14. Juli 2003). Überwiegend leichte und vorwiegend sitzende Tätig-

keiten in Industrie, Gewerbe und Administration blieben zumutbar. Dabei 

seien auch kürzere stehende oder ebenerdig gehende Intervalle möglich 

(IVB._______-act. 51.1 S. 3).  

5.4.4 In der Folge bewilligte die kantonale IV-Stelle die Umschulung des 

Beschwerdeführers, zuerst mit Abschluss eines Bürofachdiploms VSH, da-

nach mit Fortsetzung bis zum Handelsdiplom VSH. Der Beschwerdeführer 

bestand jedoch die Prüfung zum Handelsdiplom zweimal nicht 

(IVB._______-act. 72; 83; 95; 109; 188.132 S. 46).  

5.4.5 In seiner kreisärztlichen Untersuchung vom 20. August 2008 nannte 

Dr. N._______ als Diagnosen: 1. Status nach posttraumatischer valgischer 

Pangonarthrose Knie links und zuletzt Status nach arthroskopischer Ge-

lenktoilette mit Teilmeniscektomie und Plicaresektion links sowie offene 

Resektion Gelenkkapselganglion medial Knie links am 25. Januar 2005; 

2. Status nach arthroskopischer Teilmeniscektomie Hinterhorn medial und 

generalisierte Gelenktoilette Knie links bei aktivierter medialer Gonarthrose 

Knie links und medialer Meniscushinterhornläsion am 20. Februar 2008. 

Der Explorand berichte, er sei nach wie vor halbtags (ca. 5 Stunden) wech-

selbelastend tätig. Mittags könne er auch einen Moment abliegen; wichtig 

sei, dass er selbst zwischen Stehen, Gehen und Laufen wähle. Die Geh-

strecke auf ebenem Gelände betrage 30 Minuten, dann beginnender 

Schmerz bzw. Druck im linken Knie. Rennen und schneller Laufen könne 

er nicht, unebenes Gelände werde nach wie vor schlecht vertragen. Der 

C-3102/2020 

Seite 17 

Kreisarzt führte aus, es zeige sich gesamthaft gesehen und verglichen mit 

den Befunden des behandelnden Arztes aus der Klinik P._______ eine 

mässige Gonarthrose. Es liege keine erhebliche Verschlechterung vergli-

chen mit der Belastbarkeit nach erfolgter Operation am linken Knie vor (vgl. 

letzte kreisärztliche Beurteilung). Nichts desto trotz verschlechtere sich 

langsam der arthrotische Zustand am linken Knie. Nach wie vor zumutbar 

seien dem Versicherten (trotz verbliebener Unfallrestfolgen) ganztags 

überwiegend leichte und vorwiegend sitzende Tätigkeiten in Industrie, Ge-

werbe und Administration. Dabei seien auch kürzere stehende oder eben-

erdig gehende Intervalle möglich. Nicht mehr zumutbar seien kniende so-

wie dauernd stehende und gehende Tätigkeiten, insbesondere gehende 

Tätigkeiten in unebenem Gelände. Ebenfalls nicht zumutbar seien Arbeiten 

auf Leitern und Gerüsten, das Heben und Tragen von Lasten über 15 kg 

und kurzzeitige mittelschwere Arbeit. Der Beschwerdeführer solle die Mög-

lichkeit haben, sich in den Pausen kurz hinlegen zu können. Ganztägig kä-

men in Frage: Immer wichtiger werdende Kontroll- und Überwachungs-

funktionen, leichte bis kurzzeitig mittelschwere industrielle Produktions- 

und Montagetätigkeiten unter den oben genannten Prämissen, gewisse 

gewerbliche Arbeiten, Portierdienste, Tätigkeiten in Kleinteilersatzteilla-

gern, Sortierdienste und administrative Tätigkeiten (IVB._______-act. 117).  

5.4.6 Am 14. Oktober 2009 nahm der Kreisarzt zum Integritätsschaden er-

gänzend Stellung. Er schloss aufgrund neuer Röntgenbilder, dass beim lin-

ken Knie nach wie vor eine mässige Gonarthrose vorliege. Es fehlten die 

erheblichen Befundverschlechterungen, um die Zumutbarkeit weiter einzu-

schränken. Es gelte daher dieselbe Zumutbarkeit wie anlässlich der letzten 

kreisärztlichen Untersuchung. Für den Beschwerdeführer kämen daher 

nach wie vor ganztags überwiegend leichte und vorwiegend sitzende Tä-

tigkeiten in Industrie, Gewerbe und Administration in Frage. Zu den Folgen 

der operativen Eingriffe am rechten Arm vom 17. September 2008 und 27. 

April 2009 äusserte er sich nicht. 

5.4.7 Mit (Privat-) Gutachten vom 31. August 2010 nahm Dr. U._______, 

orthopädische Chirurgie, (…), zu einem allfälligen Fehler bei der Behand-

lung des rechten Ellenbogens am Kantonsspital M._______ Stellung. Er 

schloss, dass deutlich zu viel Zeit zwischen Unfall und stattgehabter Ope-

ration verstrichen sei. Der Operationsbericht sei hinsichtlich Operations-

technik und Mitek-Anker nur dürftig. Die Sehne sei nur ungenügend fixiert 

worden und in der Nachbehandlung sei die volle Beweglichkeit verfrüht 

freigegeben worden (IVB._______-act. 144 S. 36). 

C-3102/2020 

Seite 18 

5.4.8 Mit Stellungnahme vom 13. Dezember 2010 schloss Dr. V._______, 

Orthopäde des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD), dass aufgrund der 

vorgelegten medizinischen Unterlagen ein bidisziplinäres Gutachten bei 

Dr. W._______, Rheumatologie, und Dr. X._______, Neurologie, ange-

bracht sei. Neurologisch liege ein Status nach Logensyndrom vor (Proto-

koll der kantonalen IV-Stelle S. 39).  

5.4.9 Dr. med. W._______, Facharzt FMH für Rheumatologie, Facharzt 

FMH für Innere Medizin, attestierte dem Beschwerdeführer in seinem rheu-

matologischen Gutachten vom 8. März 2011, welches von der kantonalen 

IV-Stelle in Auftrag gegeben wurde und auf eine persönliche Untersuchung 

am 22. Februar 2011 abstützt, folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Ar-

beitsfähigkeit (IVB._______-act. 144 S. 26):  

– Mittelschwere medial betonte sekundäre Gonarthrose links mit/bei 

– Status nach Motorradunfall mit komplexer Kniebandruptur links, d.h. 
Ruptur des hinteren Kreuzbandes, des hinteren medialen Kapselpfei-
lers und medialen Knieseitenbandes, operative Versorgung mit Naht 
des hinteren Kreuzbandes, Re-Insertion des medialen Kollateralbandes 
und Reffnaht des postero-medialen Kapselecks im Jahr 1977 

– Status nach hinterer Kreuzbandplastik am 01.03.1983 

– Status nach arthroskopischem Shaving, medialer Meniskektomie, late-
raler Meniskektomie links am 13.12.2002 

– Status nach arthroskopischer Gelenktoilette mit Teilmeniskektomie und 
Plicaresektion links, offener Resektion Gelenkkapselganglion medial 
am 25.01.2005 

– Status nach arthroskopischer Teilmeniskektomie Hinterhorn medial und 
generalisierte Gelenktoilette Knie links am 20.02.2008 

– Re-Ruptur der distalen Bizepssehne rechts mit Retraktion des Bizeps nach 
proximal mit/bei 

– Status nach Fixation der distalen Bizepssehne rechts am 17.09.2008 
bei Status nach distaler Bizepssehnenteilruptur rechts am 15.08.2008 

– Status nach Logenspaltung (Tenomyotomie) und Status nach Neuro-
lyse des Nervus medianus am Oberarm rechts am 27.04.2009 

Der Gutachter nannte keine Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig-

keit. Zusammengefasst bestünden drei gesundheitliche Probleme: Der 

Knieproblematik liege eine sekundäre Arthrose bei Status nach komplexer 

Knieverletzung nach mehrfachen Operationen zugrunde. Am rechten El-

lenbogen habe sich der Beschwerdeführer ein Trauma mit Abriss der dis-

talen Bizepssehne zugezogen, weshalb in der Folge die Sehne zwei Mal 

refixiert worden sei, was aber keine bessere Funktion erbracht habe. Der 

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Seite 19 

Gutachter habe nunmehr mittels MRI eine Re-Ruptur der Bizepssehne di-

agnostiziert. Zur Hüftproblematik stellte er fest, dass der Beschwerdeführer 

während der Anamnese über eine Stunde ohne Beeinträchtigung im Stuhl 

gesessen habe. Ferner sei er beim Ausziehen nicht behindert. Das Ach-

senorgan zeige einen Hohlrundrücken mit vor allem Hyperkyphose, etwas 

weniger Hyperlordose der Lendenwirbelsäule (LWS). Die Halswirbelsäule 

(HWS) sei frei beweglich, die Brustwirbelsäule (BWS) und die LWS seien 

der Form entsprechend eingeschränkt, was für eine derartige Rückenform 

normal sei. Es fänden sich keinerlei radikuläre Zeichen an den oberen und 

unteren Extremitäten. Die Schultern seien frei beweglich. Die Hüften seien 

beidseits frei und indolent beweglich, hier bestehe keine Einschränkung. 

Bezüglich des Kniegelenks bestünden links eine verminderte Flexion und 

Extension mit etwas vergröbertem Kniegelenk, deutlichen Schonungszei-

chen, sowie eine Atrophie des Quadrizeps und insbesondere auch des 

Musculus vastus medialis, welcher in der Regel bei einer Knieschonung 

als erster Muskel atroph werde, daneben eine Atrophie der linken Wade. 

Radikuläre Zeichen würden weder an den oberen noch an den unteren 

Extremitäten vorliegen. Alle Waddell-Zeichen seien negativ. Es fänden sich 

keine Weichteilrheumapunkte. Der Explorand habe keinerlei Röntgenbilder 

des Knies und der Hüften dabei. Es seien darum neue Röntgenbilder an-

gefertigt worden. Im Bereiche der Hüften zeigten sich keinerlei Coxarth-

rose-Zeichen, wie dies früher einmal beschrieben worden sei. Das Becken-

übersichtsbild sei als normal zu bezeichnen. Im Bereiche des Kniegelenks 

finde sich eine mittelschwere, medial betonte Gonarthrose links, welche die 

Einschränkung des Bewegungsausmasses sowie die Beschwerden sehr 

wohl erklären könne (S. 29).  

Der Beschwerdeführer sei seit Juli 2009 bis laufend als Bauleiter mit einer 

eigenen Firma Y._______ tätig; es handle sich um einen 1-Mannbetrieb, 

bei welchem er mit der Funktion der Bauleitung beschäftigt sei, d.h. er be-

treue fertige Bauobjekte, indem er Mängel aufnehme und die Behebung 

dieser Mängel koordiniere. Am Morgen besuche er jeweils mit dem eigenen 

Fahrzeug die Baustellen, sei hier in dieser Funktion tätig, am Mittag kehre 

er mit dem Fahrzeug in sein Büro zurück und tätige die Büroarbeit bis am 

Nachmittag, danach kehre er mit dem Fahrzeug nach Hause zurück. Ge-

samthaft gehe der Gutachter davon aus, dass der Beschwerdeführer eine 

reine Bauleitertätigkeit nicht ganztags durchführen könne, dies insbeson-

dere da er dabei auf Leitern oder Gerüste steigen müsse, auf unebenem 

Boden (Baustellen) gehen müsse. Eine reine Bauleitertätigkeit könne 

wahrscheinlich zu einem Pensum von etwa 50% getätigt werden. Die 50%-

ige Arbeitsfähigkeit komme durch den vermehrten Pausenbedarf resp. die 

C-3102/2020 

Seite 20 

Einschränkungen durch die Gonarthrose zustande. Er sei des Weiteren in 

einer Bürotätigkeit zu beurteilen. Er habe ein Bürofachdiplom. Eine ge-

mischte Bürotätigkeit, bei welcher auch einmal aufgestanden werde, her-

umgegangen werde, sei zu einem 100%-Pensum zumutbar.  

In einer Verweistätigkeit sei dem Beschwerdeführer aus rheumatologischer 

Sicht ein Ganztagespensum (zu 100%) in einer Bürotätigkeit (Bürofachdip-

lom) zumutbar. Das Profil einer Verweistätigkeit umfasse eine Tätigkeit, bei 

welcher er nicht knien, nicht kauern, nicht auf Leitern oder Gerüste steigen 

müsse, vorwiegend sitzend arbeiten, gelegentlich aufstehen, dann auch 

die Position wechseln könne. Ferner sei er wegen des rechten Ellenbogens 

eingeschränkt: Er könne nicht repetitiv über 2 kg heben, stossen oder zie-

hen, vereinzelt könnte er auch einmal ein Gewicht bis 5 kg heben, dies sei 

jedoch nicht ratsam, da dadurch starke Muskelkrämpfe ausgelöst würden, 

gefolgt von Schmerzen (S. 30). Die Restriktionen betreffend Kniegelenk 

hätten seit Jahren ihre Gültigkeit. Vorübergehend sei er auch im Rahmen 

der Arthroskopien arbeitsunfähig geschrieben worden; üblicherweise sei 

von einer zirka sechswöchigen Arbeitsunfähigkeit nach Eingriff auszuge-

hen. Bezüglich Ellbogen lägen aktenkundige Arbeitsunfähigkeitsschreibun-

gen vor: 100% ab 15. August 2008, 50% ab 26. Januar 2009, 100% ab 19. 

Februar 2009, 50% ab 1. Juni 2009. Hingegen sei ab Oktober 2009 (ent-

sprechend Unfallschein der Z._______ vom 27. Oktober 2009) auf das gut-

achterliche Verweisprofil betreffend Ellbogen («zu einem Ganztagespen-

sum zumutbar» [Ziff. 5.3]) abzustellen (Ziff. 5.4). 

5.4.10 Dr. med. X._______, Neurologie FMH, attestierte dem Beschwerde-

führer in seinem neurologischen Gutachten vom 14. März 2011 folgende 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IVB._______-act. 145 

S. 10):  

– Status nach komplexer Verletzung des linken Knies 1977 mit diversen Folge-
operationen  

– Status nach distalem Bizeps-Sehnenabriss rechts am 15.08.2008, operativer 
Refixation 

– Reoperation wegen Logensyndrom und Medianus-Entrapment rechts 

Gestützt auf eine persönliche Untersuchung am 24. Februar 2011 hielt der 

Gutachter fest, es bestünden mit Ausnahme von kleinen Zonen um die reiz-

losen Operationsnarben keinerlei Sensibilitätsstörungen. Die Entwicklung 

der rohen Kraft sei vorwiegend im Bereich der Ellbogenbeuger rechts, we-

niger auch im Bereich des Quadrizeps femoris links eingeschränkt gewe-

C-3102/2020 

Seite 21 

sen, was sich allerdings durch die orthopädischen Probleme und den Seh-

nenabrissen im Bereich des Bizeps rechts erkläre. Neurogene Paresen 

seien aber nicht festzustellen und der übrige neurologische Status sei ab-

solut unauffällig, insbesondere fänden sich keinerlei Defizite im Bereich 

des Nervus medianus rechts sowie des Nervus saphenus links (S. 9 f. und 

12). Er komme zum Schluss, dass aufgrund der Knieverletzung links (mit 

deren Folgen und den noch bestehenden Beschwerden) sowie des Bizeps-

Sehnenabrisses rechts (mit dessen Folgen und den noch bestehenden Be-

schwerden) sicherlich Einschränkungen bestünden, welche aber von rheu-

matologischer Seite her beurteilt würden. Aus rein neurologischer Sicht be-

ständen keine Einschränkungen und entsprechend sei die Arbeitsfähigkeit 

nicht beeinträchtigt. Insbesondere führten die vorübergehenden Funktions-

störungen im Bereich des Nervus Saphenus links sowie des Nervus Medi-

anus rechts retrospektiv nicht zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, 

welche das Ausmass der Einschränkungen aus orthopädisch/rheumatolo-

gischer Sicht übersteigen würden (S. 12).  

5.4.11 In seiner Stellungnahme vom 10. August 2011 hielt Dr. V._______ 

des RAD fest, dass das rheumatologische und neurologische Gutachten 

den Kriterien bezüglich Inhalt und Qualität entspreche. Aktenlage, persön-

liche Anamnese, subjektive Beschwerden und objektiver Befund würden 

ausführlich dargestellt und in der Einschätzung von Funktionsfähigkeit und 

-einschränkung und Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausreichend 

einbezogen. Die Beurteilung und begründeten Schlüsse seien nachvoll-

ziehbar. Es könne auf die Gutachten abgestellt werden. Einzig hinsichtlich 

der Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit sei von der gutachterlichen 

Schätzung abzuweichen: Da der Beschwerdeführer fertiggestellte Häuser 

inspizieren und nicht auf unebenem Boden gehen müsse, könne eine der-

artige Tätigkeit, wie heute geleistet, zu 80% bezogen auf ein Ganzta-

gespensum durchgeführt werden. Eine gemischte Bürotätigkeit sei zu 

100% zumutbar. Das Profil einer Verweistätigkeit umfasse eine Tätigkeit 

bezüglich Knie links, bei welcher er nicht knien, nicht kauern, nicht auf Lei-

tern oder Gerüste steigen müsse, vorwiegend sitzend arbeiten und gele-

gentlich aufstehen könne, dann auch die Position wechseln könne. Von 

Seiten des Ellbogens rechts könne er nicht repetitiv über 2 kg heben, stos-

sen oder ziehen, vereinzelt könne er auch einmal ein Gewicht bis 5 kg he-

ben, dies sei jedoch nicht ratsam, da dadurch starke Muskelkrämpfe aus-

gelöst würden, gefolgt von Schmerzen. Eine Tätigkeit, bei welcher diese 

Restriktionen berücksichtigt würden, sei ihm aus rheumatologischer Sicht 

zu einem Ganztagspensum zumutbar. 

C-3102/2020 

Seite 22 

5.4.12 Nach erfolgter Implantation einer Totalprothese am linken Knie am 

10. April 2013 führte Dr. Aa._______, Kreisarzt der Unfallversicherung 

C._______, in seiner Untersuchung des Beschwerdeführers am 22. Januar 

2014 aus, es bestehe objektiv eine reizlose Situation am linken Kniegelenk 

ohne Ergussbildung, bei Status nach Knie-Totalprothesenimplantation. Es 

bestehe noch ein leichtes Streckdefizit von ca. 5°. Subjektiv würden noch 

geringgradige Restbeschwerden im Bereich des medialen Femurcondylus 

und medialen Tibiaplateaus linksseitig angegeben. Die aktuelle Zumutbar-

keit in der angestammten Tätigkeit sehe eine ganztägige Tätigkeit, wech-

selbelastend, leicht bis mittelschwer, vor. Ein Gehen in unebenem Gelände 

sei nicht mehr zumutbar. Ebenfalls nicht mehr zumutbar seien kniende  

oder kauernde Tätigkeiten in Kniezwangshaltung. Zurzeit bestehe keine 

Zumutbarkeit bezüglich des Besteigens von Leitern und Gerüsten. Dieser 

Punkt der Zumutbarkeitsbeurteilung werde sich mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit bis Ende Februar 2014 bessern. Mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit sei ab 1. März 2014 das Besteigen von Leitern und Gerüsten 

möglich. Mit der vorliegenden Zumutbarkeitsbeurteilung könne der Versi-

cherte seine Tätigkeit als Bauleiter wieder ausüben. Zum Verlauf der Ar-

beitsfähigkeiten hielt er fest: Zurzeit sei der Versicherte zu 100 % arbeits-

unfähig in seiner angestammten Tätigkeit. Ab dem 1. März 2014 bestehe 

eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bezüglich der angestammten Tätigkeit. Ab 

1. April 2014 sei eine 75%ige Arbeitsfähigkeit möglich, mit Steigerung bis 

zur 100%igen Arbeitsfähigkeit bis Ende April 2014 (IVB._______-act. 

188.28).  

5.4.13 In einer Stellungnahme vom 22. September 2014 führte Dr. 

Bb._______, orthopädische Chirurgie, des RAD aus, seit dem bidisziplinä-

ren rheumatologisch-neurologischen Gutachten vom 14. März 2011 lägen 

erst wieder ab 16. Dezember 2013 bzw. 27. Mai 2014 valide medizinische 

Unterlagen vor. So bleibe zum einen unklar, ob die empfohlene Revisions-

Operation der distalen Bizepssehne rechts durchgeführt worden sei, und 

zum anderen fehle der Operationsbericht betreffend linkes Kniegelenk vom 

10. April 2013. Bezüglich des linken Kniegelenks sei der Verlauf der Ar-

beitsunfähigkeiten ab 18. Januar 2013 mit 50% und ab Operationsdatum 

mit 100% bis Ende Dezember 2013 plausibel. Von Januar 2014 bis Ende 

April habe eine Arbeitsunfähigkeit von 50% und ab Mai 2014 wieder eine 

volle Arbeitsfähigkeit für die Bauaufsicht bestanden. Es könne weiterhin 

vollumfänglich auf das Gutachten der Dres. W._______ / X._______ be-

züglich der aufgelisteten Arbeits(un)fähigkeiten abgestellt werden. Neu 

seien folgende Arbeitsunfähigkeiten zu berücksichtigen: Arbeitsunfähigkeit 

C-3102/2020 

Seite 23 

von 50% ab 18. Januar 2013, von 100% ab 10. April 2013, von 50% ab 

Januar 2014 und von 0% ab Mai 2014 (IVB._______-act. 182).  

5.4.14 Mit weiterer Stellungnahme vom 10. März 2015 nannte Dr. 

Bb._______ des RAD als Diagnosen einen Status nach Knie-TP links vom 

18. April 2013 (recte: 10. April 2013) nach posttraumatischer Gonarthrose, 

eine Re-Ruptur der distalen Bizepssehne rechts mit Retraktion des Bizeps 

nach proximal. Er hielt eine Arbeitsunfähigkeit als Bauleiter ab November 

2002 fest. Zumutbare Verweistätigkeiten hätten das linke Knie und den 

rechten Ellenbogen zu berücksichtigen, d.h. ohne Knien, Kauern, Leitern-

/Gerüste Steigen, sowie kein repetitives Heben mit dem rechten Arm über 

2 kg, vereinzelt seien auch mal Gewichte bis 5 kg möglich. Adaptierte Tä-

tigkeiten mit obgenanntem Profil seien ab Gutachten von Dr. W._______ 

von März 2011 bis 17. April 2013 (recte: bis 9. April 2013) und wieder ab 

16. Dezember 2013 ganztags zumutbar (IVB._______-act. 186). 

5.4.15 Im von der Versicherung G._______ für die Unfallversicherung in 

Auftrag gegebenen interdisziplinären Gutachten des Zentrums 

Cc._______ in (…) vom 20. Oktober 2016 (IVB._______-act. 200 S. 31 ff.) 

stellten Dr. Dd._______, Innere Medizin, Dr. Ee._______, Orthopädische 

Chirurgie, und Prof. Dr. Ff._______, Psychiatrie, gestützt auf persönliche 

Untersuchungen vom 2. bis 8. September 2016, folgende Diagnosen (Gut-

achten Ziff. 7.4):  

– leichte Minderbelastbarkeit des rechten Armes bei 

– distaler Abriss Bizepssehne 15.08.2008 

– Refixation mittels zweier Mitek-Anker an Tuberositas radii 17.09.2008 

– Logenspaltung. Resektion eines Narbenstranges und Neurolyse Ner-
vus medianus 27.04.2009 

– Rekonstruktion Bizepssehne bei Reruptur mittels freiem Semitendino-
sus-Transplantat und Lösung von Verwachsungen sowie Myolyse 
27.11.2014 

– Sekundäre Gonarthrose links 

– Motorradunfall 1977 mit mehrfachen Operationen 

– Knie-TP 2013 

– Diabetes mellitus Typ 2 

– Erstdiagnose: 2012 

– Therapie mit Janumet 

– HbA1c vom 13.5.2016: 8 % 

– Übergewicht (BMI 27.2) 

– Unklares Systolikum 

C-3102/2020 

Seite 24 

– Status nach Tonsillektomie 1991. 

Dr. Dd._______ stellte aus internistischer Hinsicht einen Diabetes mellitus 

Typ 2 fest, der keiner beruflichen Massnahmen bedürfe (Gutachten Ziff. 

4.1). Von orthopädischer Seite diagnostiziert Dr. Ee._______ eine leichte 

Minderbelastbarkeit des rechten Armes und eine sekundäre Gonarthrose 

links. Bei Untersuchung des rechten Armes finde sich ein Hochstand des 

Muskelbauches im Bereich des Musculus bizeps und eine S-förmige Narbe 

über dem Ellbogengelenk, welche reizlos sei. Druckdolenzen seien nicht 

vorhanden. Der Verlauf der Bizepssehne im distalen Bereich könne gut ge-

tastet werden. Der ganze Sehnenverlauf sei intakt. Bei Anspannung der 

Sehne sei diese bis zum Ansatz zu verfolgen. Dieser refixierte Sehnenan-

satz sei noch druckdolent. Die Kraftentwicklung im Bereich des rechten 

Musculus bizeps sei etwas abgeschwächt gegenüber der gesunden linken 

Gegenseite, wobei anzumerken sei, dass der Beschwerdeführer Rechts-

händer sei. Die Fingergelenke seien seitengleich und unauffällig. Die grobe 

Kraft in der Hand sei ebenfalls seitengleich. Arbeitsspuren fänden sich an 

beiden Händen. Sensibilitätsstörungen hätten keine festgestellt werden 

können. Bei der kursorischen neurologischen Untersuchung (Motorik, To-

nus, Trophik) sei eine regelrecht bis leicht verminderte Kraftentwicklung im 

Bereich des Musculus bizeps rechts infolge der stattgehabten Sehnenver-

letzung festzustellen. Sensibilitätsstörungen seien nicht vorzufinden. Die 

Reflexe seien mittellebhaft, seitengleich auslösbar und es bestünden keine 

pathologischen Reflexe. Der postoperative Verlauf nach der Bizepsseh-

nenrekonstruktion am 27. November 2014 sei sehr erfreulich und es be-

stehe eine freie Beweglichkeit bezüglich Flexion/Extension bei nur diskre-

ter Einschränkung der Supination. Die vorbestehenden Schmerzen seien 

verschwunden, es bestünden noch eine erhöhte Ermüdbarkeit und ein 

Kraftverlust beim Heben schwerer Lasten. Mit Blick auf die Wiederauf-

nahme der ursprünglichen Tätigkeit als Bauführer im Frühjahr 2015 

(4,5 Tage und 42 Stunden/Woche), wobei er auf Pausen angewiesen sei, 

die er als Selbständigerwerbender im Wesentlichen selber einteilen könne, 

schliesst der Gutachter auf eine Arbeitsfähigkeit von 100%. Zum Schwere-

grad hält er fest, dass eine leichte Minderbelastbarkeit des rechten Armes, 

vor allem beim Heben schwerer Lasten, sowie bei feinmotorischen Tätig-

keiten bestehe. Daraus resultiere eine Minderbelastbarkeit beim Heben 

schwerer Lasten und eine leicht gestörte Feinmotorik beim Schreiben und 

bei der PC-Arbeit. Es seien grundsätzlich weder medizinische noch beruf-

liche Massnahmen notwendig, da der Beschwerdeführer als selbständig 

erwerbender Bauleiter am Vormittag sowie am Nachmittag eine Pause von 

circa 20 Minuten einlegen könne (Gutachten Ziff. 4.2). In psychiatrischer 

C-3102/2020 

Seite 25 

Hinsicht hält Prof. Dr. Ff._______, Psychiatrie, keine Befunde mit Krank-

heitswert fest (Gutachten Ziff. 4.3).  

Die Gutachter kamen zum Schluss, dass mit einer weiteren ärztlichen Be-

handlung keine Besserung erzielt werden könne. Ab dem 20. Mai 2015 sei 

durch Dr. O._______ eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert worden, wobei 

der Beschwerdeführer berichte, dass er tatsächlich zu jenem Zeitpunkt die 

angestammte Tätigkeit wieder aufgenommen habe. Der Endzustand sei zu 

jenem Zeitpunkt, am 20. Mai 2015, erreicht worden (S. 39).   

5.4.16 Mit Stellungnahme vom 2. Februar 2017 hielt Dr. Gg._______, or-

thopädische Chirurgie und Traumatologie, des RAD fest, dass eine post-

traumatisch massgebliche und dauerhaft eingeschränkte Funktion des lin-

ken Kniegelenkes für einseitig gehende und stehende Tätigkeiten unstrittig 

ausgewiesen sei. Ausserdem könne die Beurteilung der Einschränkung 

des rechten Ellbogens weiter gelten. Versicherungsmedizinisch bestehe in 

bisheriger Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50%, in einer körperlich an-

gepassten Tätigkeit (schwerpunktmässig sitzend) eine solche von 100%. 

Zumutbare Verweistätigkeiten hätten das linke Knie und den rechten Ellen-

bogen zu berücksichtigen, d.h. ohne Knien, Kauern, Leitern-/Gerüste Stei-

gen, sowie kein repetitives Heben mit dem rechten Arm über 2 kg, verein-

zelt seien auch mal Gewichte bis 5 kg möglich. Zu Beginn und Verlauf letz-

terer Arbeitsfähigkeit verwies er auf die bisherigen RAD-Stellungnahmen 

von Dr. Bb._______. Ergänzend bestünden folgende Arbeits(un)fähigkei-

ten in angepasster Tätigkeit: 100%ige Arbeitsfähigkeit vom 1. August bis 

16. September 2008, 0% Arbeitsfähigkeit vom 17. September bis 16. De-

zember 2008 (Fixation der distalen Bizepssehne rechts bei St. n. distaler 

Bizepssehnenteilruptur rechts, danach ca. drei Monate Rekonvaleszenz), 

100% Arbeitsfähigkeit ab 17. Dezember 2008 bis 26. April 2009, 0% Ar-

beitsfähigkeit vom 27. April bis 26. Juli 2009 (Logenspaltung und Neurolyse 

des Nervus medianus am Oberarm rechts, danach ca. drei Monate Rekon-

valeszenz), 100% Arbeitsfähigkeit vom 27. Juli 2009 bis 17. April 2013, 0% 

ab 18. April 2013 (recte: 10.4.2013) bis 16. Dezember 2013 (Knie-TP links, 

danach Rekonvaleszenz, s.a. RAD Dr. Bb._______), 100% Arbeitsfähigkeit 

seit 17. Dezember 2013 (IVB._______-act. 199). 

5.4.17 Mit weiterer Stellungnahme vom 6. April 2018 führte Dr. 

Gg._______ des RAD aus, dass sich aus dem im Auftrag des Unfallversi-

cherers erstellten Gutachten (des Zentrums Cc._______ vom 20. Oktober 

2016) keine wegweisenden neuen Befunde oder Eckdaten ergäben, die 

eine abweichende RAD-Beurteilung nahelegen könnten. Das Gutachten 

C-3102/2020 

Seite 26 

beurteile die Arbeitsfähigkeit per se und im Verlauf selektiv bezüglich des 

vom Leistungsträger versicherten Ereignisses vom 15. August 2008 (Bi-

zepssehnenruptur rechts) mit nachfolgend kompliziertem Verlauf. Die 

RAD-Beurteilung schliesse punkto Arbeitsfähigkeit und deren Verlauf ne-

ben der selektiv auf das Ereignis vom 15. August 2008 bezogenen, einge-

schränkten Funktion des rechten Armes auch die unfallkausalen Funkti-

onseinschränkungen des linken Kniegelenkes mit ein, für die allerdings ein 

anderer Leistungsträger, nämlich die Unfallversicherung C._______, zu-

ständig (gewesen) sei. Die eingeschränkte Knie- und Arm/Handfunktion 

seien auch aus Sicht des RAD bereits hinlänglich ausgewertet und die Ar-

beitsfähigkeit wie auch deren Verlauf entsprechend beurteilt worden. Vom 

RAD sei der Beginn der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als 

Bauführer nicht nur bezüglich des Armes, sondern auch im Hinblick auf die 

Knieproblematik beurteilt und anhand der medizinischen Verlaufsbefunde 

der Beginn der vollen Arbeitsfähigkeit auf den 17. Dezember 2013 (Ab-

schluss postoperative Rehabilitation) terminiert worden. Ergänzend wären 

nach dem erneuten Eingriff am rechten Arm vom 27. November 2014 (Bi-

zepssehnen-Rekonstruktion rechts) noch weitere, rein therapeutisch be-

dingte Arbeitsunfähigkeitsintervalle zu berücksichtigen, nämlich eine Ar-

beitsunfähigkeit von 100% ab dem Eingriff (27. November 2014), dauernd 

bis 29. März 2015, dann eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom 30. März 

2015 bis zum Beginn der vollen Wiederaufnahme der Tätigkeit am 20. Mai 

2015 (laut KG-Eintragung der Klinik P._______ vom 19. Mai 2015). Für den 

Zeitraum vom 1. März 2010 bis 25. November 2014 lägen laut den Anga-

ben des Unfallversicherers keine echtzeitlichen Arbeitsunfähigkeitsatteste 

vor. Dass das Zentrum-Cc._______-Gutachten in diesem Punkt den Be-

ginn der vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erst ab April 

2015 datiere, orientiere sich wahrscheinlich daran, dass der Beschwerde-

führer seine angestammte Tätigkeit erst ab diesem Datum wieder voll auf-

genommen habe. Ein direkter Widerspruch zur RAD-Beurteilung lasse sich 

daraus nicht ableiten, denn für den vom Unfallversicherer (G._______) be-

stimmten, oben aufgeführten Zeitraum sei wegen der Armproblematik dem-

nach auch keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen, so dass ab dem Zeit-

punkt der postoperativ nach Knie-TP abgeschlossenen Rehabilitation 

Ende 2013 bis zum OP-Zeitpunkt am 24. November 2014 letztlich eine un-

limitierte Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestanden habe, 

die in der Folge behandlungsbedingt bis Ende März 2015 unterbrochen 

worden sei. 

C-3102/2020 

Seite 27 

5.4.18 Mit ergänzender Stellungnahme vom 16. April 2018 führte Dr. 

Gg._______ des RAD auf Rückfrage der kantonalen IV-Stelle zum Zeit-

raum 2003 bis 2008 aus, die im Unfallversicherung-C._______-Kreisarzt-

bericht vom 11. August 2005 erwähnte beidseitige Coxarthrose sei als un-

fallfremd einzustufen, habe jedoch mangels bis dato diagnostischer und 

therapeutischer Konsequenzen und nicht zuletzt mangels entsprechender 

Arbeitsunfähigkeit keine versicherungsmedizinischen Konsequenzen 

punkto Arbeitsunfähigkeitsverlauf. So sei eine Hüftgelenksproblematik we-

der in der Folge und auch bis dato offensichtlich kein erwähnenswerter Be-

schwerdekomplex mehr, denn in den nachfolgenden Berichten und auch in 

der aktuellen Beschwerdeschilderung des orthopädischen Teilgutachtens 

des Zentrums Cc._______ von 2016 (Dr. Ee._______) werde eine solche 

ebenfalls mit keinem Wort (mehr) erwähnt. Gemessen am Beschwerdeni-

veau und unter Einbezug des täglichen Funktionsprofils des Beschwerde-

führers spiele sie offensichtlich keine Rolle. Damit sei er gemäss plausibler 

gutachterlicher Würdigung auch punkto der unfallkausalen Beschwerdebil-

der in seiner angestammten Tätigkeit als Bauführer wieder als unlimitiert 

arbeitsfähig einzustufen. Die nebenbei erwähnte beidseitige Coxarthrose 

habe damit keinen Einfluss auf die bereits differenziert beurteilten Arbeits-

fähigkeiten in angestammter oder auch medizinisch-theoretisch angepass-

ter Tätigkeit. 

5.4.19 Im orthopädischen Gutachten vom 18. Dezember 2018 listet 

Dr. med. E._______, Oberärztin FMH Handchirurgie, Klinik F._______, fol-

gende Diagnosen auf:  

1. Symptomatische SL-Bandläsion links nach Sturz vom 10.03.2017 

2. Rhizarthrose links 

3. Foveale Läsion des dreieckigen ulnokarpalen Komplexes am Handgelenk 

(TFCC) rechts, Chondropathie an der Hamatumspitze, Zyste Os skaphoideum 

und lunatum 

– Status nach Handgelenksarthroskopie, Debridement Hamulusspitze, 
offene TFCC-Reinsertion foveal (mittels Pushlock-Anker) rechts vom 
04.05.2017 (Kantonsspital Hh._______) 

4. Carpaltunnelsyndrom beidseits, linksbetont 

5. Status nach Ellbogenkontusion links und Ulnarisproblematik nach 

Treppensturz vom 15.09.2016 

6. Distale Bizepssehnenruptur rechts nach Töffunfall vom 15.08.2008 

– Status nach Refixation der distalen Bizepssehne mittels 2 Anker vom 
17.09.2008 (Spital K._______) 

C-3102/2020 

Seite 28 

– Status nach Logenspaltung (Tenomyotomie) und Neurolyse N. media-
nus Oberarm rechts bei Logensyndrom Oberarm rechts und Medianus-
entrapement vom 27.04.2009 (Dr. med. Ii._______) 

– Status nach Bizepssehnenrekonstruktion mittels freiem Semitendino-
sustransplantat vom 27.11.2014 bei Reruptur der distalen Bizepssehne 
rechts (Klinik P._______) 

7. Sekundäre Gonarthrose links 

– Status nach Motorradunfall 1977 

– Status nach Knie-TP links 2013 

8. Diabetes mellitus Typ 2. 

Zusammenfassend zeige sich als erstes von insgesamt vier Ereignissen 

die distale Bizepssehnenruptur rechts (August 2008). Nach einer Refixa-

tion der distalen Bizepssehne seien zwei weitere Folgeoperationen (April 

2009, November 2014) erfolgt. Der Beschwerdeführer sei im Mai 2015 wie-

der vollumfänglich arbeitsfähig gewesen. Am 15. September 2016 sei eine 

zweite Problematik hinzugekommen: Der Beschwerdeführer habe sich 

durch einen Treppensturz eine Ellbogenkontusion links mit Ulnarisproble-

matik zugezogen. Diesbezüglich sei er nunmehr absolut beschwerdefrei 

und habe die Arbeit am 1. Januar 2017 wieder vollumfänglich aufgenom-

men. Drittens sei es am 10. März 2017 zu einem weiteren Unfall gekom-

men: Der Beschwerdeführer sei von einem Stuhl auf das rechte Handge-

lenk gestürzt, wobei es zu einer Kontusion des Stuhls mit dem linken Hand-

gelenk/Daumen gekommen sei; zuletzt sei der Beschwerdeführer auf das 

linke Handgelenk gefallen. Am linken Handgelenk habe eine foveale 

TFCC-Läsion MR-tomographisch gesehen werden können, welche offen 

mittels Pushlock-Anker am 4. Mai 2017 refixiert worden sei. Mit dem rech-

ten Handgelenk sei der Beschwerdeführer sehr zufrieden und er sei abso-

lut beschwerdefrei. Daraufhin (am 17. August 2017) sei noch eine vierte 

Problematik, eine SL-Bandläsion links, diagnostiziert worden, welche auf 

den Sturz vom Stuhl zurückzuführen sei. Die Gutachterin empfehle, wie 

bereits von PD Dr. med. Jj._______, Facharzt für Chirurgie und Handchi-

rurgie, vorgeschlagen, eine SL-Bandrekonstruktion sowie in der gleichen 

Sitzung eine Carpaldachspaltung durchzuführen (S. 74).  

Die Gutachterin hielt hinsichtlich des Treppensturzes vom 15. September 

2016 Folgendes fest: Der Abschluss der unfallmedizinischen Behandlung 

sei am 31. Dezember 2016 erfolgt. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit sei 

dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Projekt- und Baulei-

ter seit dem 1. Januar 2017 vollumfänglich (100%) möglich, da er diese 

Arbeit tatsächlich wieder aufgenommen habe und aufgrund der Ellbogen-

kontusion links keine angepasste Tätigkeit nötig sei (S. 76).   

C-3102/2020 

Seite 29 

Zum Treppensturz am 10. März 2017 führte die Gutachterin aus: Am linken 

Handgelenk zeige sich eine ausgeprägte Druckdolenz dorsal über dem SL- 

wie über dem CMC I-Gelenk (Carpometacarpal I-Gelenk oder Daumensat-

telgelenk). Die Beweglichkeit des Handgelenkes sei frei und uneinge-

schränkt. Unter dem Bildverstärker zeige sich beim Provokationstest mit-

tels Faustschluss eine Erweiterung des SL-Intervalls. Auch könne beim 

Watson-Test in der lateralen Projektion der proximale Skaphoidpol über 

den distalen Radius subluxiert werden. Degenerative Gelenksveränderun-

gen radiocarpal bestünden keine. Auf der rechten Seite finde sich eine 

leichte Druckdolenz dorsal über dem DRUG (Distales Radio-Ulnar-Ge-

lenk). Das DRUG sei stabil und zeige keine vermehrte Translation nach 

dorsal oder palmar. Der Provokationstest für ein ulnokarpales lmpaktati-

onssyndrom sei negativ. Die Sensibilität sei in beiden Händen in den durch 

den Nervus medianus versorgten Fingern intakt. Es bestehe ein positives 

Tinel-Zeichen beim Beklopfen des Carpalkanals links. Auch zeige sich auf 

der linken Seite ein positiver Phalen-Test (S. 22 f.). Zur Arbeitsfähigkeit in 

der angepassten Tätigkeit als Projekt- und Bauleiter hielt die Gutachterin 

fest, dass eine solche nicht mehr möglich sei, da der Beschwerdeführer auf 

Gerüste klettere und dafür beide Hände benötige. Es bestehe auch eine 

Einschränkung, zumal schwere Gegenstände gehoben werden müssten. 

In einer angepassten Tätigkeit ohne starke Belastung des linken Handge-

lenks (Büroarbeiten) bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit (S. 84). Da eine 

volle Arbeitsfähigkeit mit der rechten Hand gegeben sei, seien keine wei-

teren Heilbehandlungen notwendig. Bezüglich des rechten Handgelenks 

sei der Abschluss der unfallmedizinischen Behandlung gegeben (S. 81). 

Zum linken Handgelenk hielt die Gutachterin folgende Prognose fest: Falls 

eine operative Versorgung im Sinne einer SL-Rekonstruktion stattfinde, so 

brauche es eine Rehabilitationsphase von 6 - 12 Monaten. Falls es zu kei-

ner SL-Bandrekonstruktion komme, werde sich im Verlauf eine Radio-

scaphoidalarthrose entwickeln, einhergehend mit starken Schmerzen 

(S. 84). Daher sei eine Operation zur Erhaltung der verbleibenden Arbeits-

fähigkeit in der angestammten oder in einer leidensangepassten Tätigkeit 

notwendig (S. 86).  

5.4.20 Dr. Gg._______, RAD, gelangte in seinem im Rahmen des Be-

schwerdeverfahrens erstellten Bericht vom 20. Oktober 2020 zum Schluss, 

dass sich aus den medizinischen Akten für den vorliegend relevanten Zeit-

raum von März 2018 (Ablauf Wartejahr nach Handverletzung) bis Mai 2018 

(Pensionierung) keine neuen Funktionseinschränkungen ergäben und wei-

terhin auf die im handchirurgischen Gutachten ermittelte Arbeitsfähigkeit 

abzustellen sei. Zwar sei kurz nach dem handchirurgischen Gutachten von 

C-3102/2020 

Seite 30 

Dr. E._______ vom 18. Dezember 2018 anlässlich einer Konsultation (Ver-

laufsbericht vom 29. Januar 2019; IVB._______-act. 231.96) erneut eine 

Indikation zum operativen Vorgehen betreffend die linke Hand gestellt wor-

den, so dass man auch zum Begutachtungszeitpunkt allenfalls einen be-

handlungsbedürftigen und damit instabilen Gesundheitszustand des Be-

schwerdeführers hätte einräumen können; entsprechend dem Resultat des 

Gutachtens habe dieser jedoch (trotz OP-Empfehlung) in angepasster Tä-

tigkeit gleichwohl keine Einschränkung ergeben (Gutachten Ziff. 6.2: "In ei-

ner angepassten Tätigkeit ohne starke Belastung des linken Handgelenkes 

besteht eine volle Arbeitsfähigkeit"). In diesem Sinne greife auch der Vor-

wurf der Beschwerde zu kurz, man habe den Versicherten nicht umfassend 

genug abgeklärt.  

6.  

Aufgrund des Zeitablaufs zwischen der Anmeldung vom 22. Oktober 2003 

bis zum Ergehen der Verfügungen am 12. Mai 2020 und den verschiede-

nen Unfällen erweist sich eine Prüfung des Rentenanspruchs in zeitlichen 

Abschnitten als angezeigt. In einem ersten Schritt wird die Zeitspanne ab 

Rückfall im November 2002 bis zur Bizepssehnenruptur im Jahr 2008 und 

der Knieoperation im Jahr 2013 zu würdigen sein. Hierbei ist zu prüfen, ob 

dem Beschwerdeführer für diesen Zeitraum zu Recht eine befristete ganze 

Rente vom 1. November 2008 bis 31. Oktober 2009 und vom 1. September 

2013 bis zum 28. Februar 2014 zugesprochen worden ist (s. E. 6.1 hier-

nach). In einem zweiten Schritt ist zu prüfen, ob der Treppensturz am 

15. September 2016 und der Unfall am 10. März 2017 einen neuen Ge-

sundheitsschaden beim Beschwerdeführer herbeigeführt haben, der von 

der Vorinstanz als nicht anspruchsrelevant beurteilt wurde (s. E. 6.2 hier-

nach).  

6.1  

6.1.1 Nach dem «Rückfall» am linken Knie am 4. November 2002 war - 

nach zuvor langjähriger uneingeschränkter Arbeitstätigkeit des Beschwer-

deführers – erneut eine einjährige Wartefrist (vgl. E. 4.7) zu beachten. Be-

reits vor Ablauf dieser Wartefrist beurteilte der Kreisarzt der Unfallversiche-

rung C._______ den Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit als unein-

geschränkt arbeitsfähig (Bericht vom 14. Juli 2003 [E. 5.4.1]). Mit Bericht 

vom 25. Oktober 2004 bestätigte derselbe Arzt ergänzend vorübergehende 

Arbeitsunfähigkeiten vom 8. bis 24. Oktober 2004 und vom 10. Dezember 

2004 bis 2 Wochen nach dem 25. Januar 2005 (E. 5.4.1). Im BEFAS-Be-

richt vom 6. Juni 2005 erachteten die Beurteilenden den Beschwerdeführer 

C-3102/2020 

Seite 31 

ebenfalls als uneingeschränkt arbeitsfähig in angepasster Tätigkeit (E. 

5.4.2). Der Unfallversicherung-C._______-Kreisarzt bestätigte mit Bericht 

vom 11. August 2005 seine bisherige Einschätzung (E. 5.4.3). Für den 

nachfolgenden Zeitraum wurde von den behandelnden Ärzten eine gleich-

bleibende Situation beschrieben und der Beschwerdeführer von der IV um-

geschult (E. 5.4.4). Eine rentenrelevante Einschränkung war – unter Be-

rücksichtigung des Einkommensvergleichs – für den Zeitraum ab Novem-

ber 2003 (Ablauf Wartefrist) bis zum Unfall am 15. August 2008 zu vernei-

nen. 

6.1.2 Für die Zusprache einer befristeten ganzen Rente ab dem 1. Novem-

ber 2008 (drei Monate nach Bizepssehnenruptur am 15.8.2008) bis zum 

31. Oktober 2009 stützte sich die Vorinstanz im Wesentlichen auf das im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholte rheumatologische Gutachten vom 

8. März 2011 sowie das neurologische Gutachten vom 14. März 2011 

(IVB._______-act. 144 f.; s. E. 5.4.9 f.). Letzteres stellt in Bezug auf das 

linke Kniegelenk fest, dass aus rein neurologischer Sicht keine Einschrän-

kungen bestehen würden und entsprechend die Arbeitsfähigkeit nicht be-

einträchtigt sei (IVB._______-act. 144 S. 12). Demgegenüber gehen aus 

dem rheumatologischen Gutachten aufgrund der Gonarthrose/Pangon-

arthrose am linken Knie Einschränkungen hervor, die dazu führten, dass 

der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als selbständiger 

Bauleiter, der fertiggestellte Häuser inspiziere und dabei nicht auf Lei-

tern/Gerüsten klettern sowie auf unebenem Boden gehen müsse, zu 20% 

eingeschränkt sei. In einer Verweistätigkeit (Bürotätigkeit) sei ihm ein 

100%-iges Pensum zumutbar, wobei er wegen des rechten Ellenbogens 

nicht repetitiv über 2 kg, vereinzelt bis 5 kg, heben, stossen oder ziehen 

könne. Dies gelte bezüglich Kniegelenk seit Jahren (mit einer Einschrän-

kung von je sechs Wochen nach arthroskopischem Eingriff). Bezüglich des 

rechten Ellenbogens lägen gemäss Z._______-Unfallschein folgende vo-

rübergehende Arbeitsunfähigkeiten (auch in angepasster Tätigkeit) vor: 

100% ab 15. August 2008, 50% ab 26. Januar 2009, 100% ab 19. Februar 

2009, 50% ab 1. Juni 2009. Ab Dezember 2009 liege eine Arbeitsunfähig-

keit von 25% vor. In Abweichung dazu gehe der Gutachter davon aus, dass 

das Verweisprofil bezüglich Ellenbogen seit Ende Oktober 2009 (orientie-

rend am letzten Eintrag des Unfallscheins der Z._______ vom 27.10.2009) 

Gültigkeit habe (IVB._______-act. 144 S. 30 f.). Zu ergänzen ist, dass mit 

der Refixation der distalen Bizepssehne (Oberarm) rechts am 17. Septem-

ber 2008 keine neue Wartefrist nach Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG zu bestehen 

war, da gemäss Kreisarzt der Unfallversicherung C._______ am 20. Au-

C-3102/2020 

Seite 32 

gust 2008 hinsichtlich der Kniesituation eine insgesamt unveränderte Situ-

ation seit November 2003 bestand (Bericht vom 20. August 2008; 

IVB._______-act. 117 S. 2 f. und 5), der rheumatologische Gutachter Dr. 

W._______ den Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit als Bauleiter 

krankheitsbedingt, infolge vermehrten Pausenbedarfs respektive Ein-

schränkungen durch die Gonarthrose, als zu 50% eingeschränkt erachtete 

(vgl. obgenanntes Gutachten vom 8. März 2011; IVB._______-act. 144 S. 

27, 30), die Vorinstanz in der Begründung der angefochtenen Verfügung 

ausführte, «Sie sind seit November 2002 ununterbrochen, jedoch in unter-

schiedlichem Ausmass arbeits- und erwerbsunfähig» und den ersten (von 

fünf) Einkommensvergleich für eine angepasste Tätigkeit für den Zeitraum 

von November 2003 bis und mit Juli 2008 vornahm (IVB._______-act. 239 

S. 3) und das Bundesgericht bei einer länger als ein Jahr dauernden und 

weiterhin anhaltenden Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 

von ausreichender Ausprägung das Bestehen einer neuen einjährigen 

Wartefrist ausschliesst (vgl. Urteile des BGer 9C_412/2017 vom 5. Oktober 

2017 E. 4.3; 9C_878/2017 vom 19. Februar 2018 E. 5.3 m.w.H.; vgl. auch 

Urteil des BVGer C-2463/2021 vom 15. März 2022 E. 5.3 und Kreisschrei-

ben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], 

Rz. 2010.1 und 2015 [gültig ab 1.1.2018]). Weiter ist zu beachten, dass der 

Beschwerdeführer seit Juli 2009 bis zum Begutachtungszeitpunkt bereits 

wieder vollzeitlich als Bauleiter tätig war (IVB._______-act. 144 S. 21 und 

27) und das Abstellen der Vorinstanz auf Ende Oktober 2009 als Zeitpunkt 

der zu berücksichtigenden Verbesserung (ohne Einräumung einer Warte-

dauer von drei Monaten, vgl. Art. 88a Abs. 1 Satz 1 IVV) mit Blick auf die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zu bestätigen ist (vgl. Urteil des BGer 

8C_285/2020 vom 15. September 2020 E. 5.1, 2. Abschnitt). 

6.1.3 Ergänzend stützte sich die Vorinstanz auf die Beurteilungen des RAD 

vom 10. August 2011 (Dr. V._______, Fachärztin für Orthopädie) und 22. 

September 2014 (Dr. Bb._______, Facharzt für Orthopädische Chirurgie) 

(IVB._______-act. 146; 182; s. E. 5.4.11 und 5.4.13). Die beiden Ärzte führ-

ten zur Arbeitsfähigkeit in Übernahme und Ergänzung der Gutachten und 

bis zum Zeitraum Ende 2013 aus, in der angestammten Tätigkeit als Bau-

aufsicht/Bauleiter sei der Beschwerdeführer vom 1. August bis 16. Septem-

ber 2008 zu 50% arbeitsfähig, vom 17. September bis 16. Dezember 2008 

zu 0% arbeitsunfähig (recte: arbeitsfähig; Anmerkung Gericht: Fixation dis-

tale Bizepssehne rechts am 17. September 2008, Rekonvaleszenz wäh-

rend drei Monaten), vom 17. Dezember 2008 bis 26. April 2009 wiederum 

zu 50% arbeitsfähig, vom 27. April bis 26. Juli 2009 zu 0% arbeitsfähig 

(Operation und drei Monate Rekonvaleszenz), danach bis 17. April 2013 

C-3102/2020 

Seite 33 

zu 50% arbeitsfähig, vom 18. April bis 16. Dezember 2013 zu 0% arbeits-

fähig (OP Knietotalprothese und Rekonvaleszenz) und seit 17. Dezember 

2013 wieder zu 100% arbeitsfähig gewesen. In einer angepassten Tätigkeit 

– unter Berücksichtigung des linken Knies und des rechten Ellenbogens 

d.h. ohne Knien, Kauern, Steigen auf Leitern und Gerüste sowie ohne re-

petitives Heben des rechten Armes über 2 kg, vereinzelt bis 5 kg – sei eine 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit seit März 2011 (Gutachten W._______) 

bis 17. April 2013 (recte: 9. April 2013), eine volle Arbeitsunfähigkeit von 

diesem Zeitpunkt an (OP Knietotalprothese) bis 15. Dezember 2013 und 

eine volle Arbeitsfähigkeit ab 16. Dezember 2013 (Arztbericht Dr. 

Kk._______, Klinik P._______, (…), in welchem festgestellt wurde, die 

präoperativ bestehenden Schmerzen seien gänzlich verschwunden, bei 

Wetterwechsel bestünden noch leichte Schmerzen, die Behandlung werde 

damit abgeschlossen bis zur 1-Jahres-Verlaufskontrolle [IVB._______-act. 

179]) gegeben. Zum einen weist das bidisziplinäre Gutachten die formellen 

Anforderungen an ein Gutachten auf und ist in seinen Schlüssen wider-

spruchsfrei und überzeugend. Die Stellungnahmen des RAD bestätigen ih-

rerseits die gutachterlichen Würdigungen und setzen sich detailliert mit den 

einzelnen Ereignissen, ihren gesundheitlichen Folgen und den damit ver-

bundenen Einschränkungen auseinander. Ihnen kommt daher volle Be-

weiskraft zu (s. E. 4.10.2 hiervor). 

6.1.4 Es bleibt zu ergänzen, dass nach dem Zeitpunkt des 16. Dezember 

2013 aus den medizinischen Akten keine Hinweise auf eine längerdau-

ernde Arbeitsunfähigkeit infolge Erkrankung oder Unfall zu entnehmen 

sind: Gemäss Stellungnahme von Dr. B.b._______ des RAD vom 22. Sep-

tember 2014 (IVB._______-act. 182) bestand zwar in der Tätigkeit als Bau-

aufsicht eine Arbeitsunfähigkeit von 50% von Januar bis April 2014 (danach 

eine solche von 0%), jedoch ergänzte Dr. Bb._______ des RAD diese Be-

urteilung am 10. März 2015 mit dem Hinweis, dass eine den Leiden am 

linken Knie und rechten Ellenbogen angepasste Tätigkeit (d.h. ohne Knien, 

Kauern, Leitern-/Gerüste Steigen, sowie kein repetitives Heben mit dem 

rechten Arm über 2 kg, vereinzelt auch mal Gewichte bis 5 kg möglich) ab 

16. Dezember 2013 (recte: 17. Dezember 2013) ganztags habe ausgeübt 

werden können (IVB._______-act. 186). Die Folgen der operativen Bi-

zepssehnen-Rekonstruktion am rechten Arm am 27. November 2014 

(IVB._______-act. 197 S. 119/196) hat er insoweit berücksichtigt, als er 

bezüglich des rechten Arms – nach abgeschlossener Rehabilitation – die 

obgenannten funktionellen Einschränkungen bezüglich des Gebrauchs 

des rechten Arms in angepasster Tätigkeit anerkannte. Zudem hat der Be-

schwerdeführer bereits im Mai 2015 seine bisherige Tätigkeit als Bauleiter 

C-3102/2020 

Seite 34 

wieder aufgenommen und diese bis zum Treppensturz im September 2016 

ausgeübt, womit für den hier interessierenden Zeitraum zum einen keine 

längerdauernde Einschränkung i.S.v. Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG und auch 

keine rentenrelevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden hat. 

6.1.5 Ergänzend dazu ist dem für die Unfallversicherung erstellten polydis-

ziplinären Gutachten des Zentrums Cc._______ vom 20. Oktober 2016 

nach eingehenden Untersuchungen vom 2. bis 8. September 2016 (d.h. 

eine Woche vor dem Treppensturz am 15. September 2016) zu entneh-

men, in psychiatrischer Hinsicht lägen keine Beschwerden vor, ebensowe-

nig im Fachbereich Innere Medizin. Hinsichtlich des rechten Armes finde 

sich heute eine freie Beweglichkeit bezüglich Flexion/Extension, bei nur 

diskreter Einschränkung der Supination. Die vorbestehenden Schmerzen 

seien verschwunden, es beständen noch eine erhöhte Ermüdbarkeit und 

ein Kraftverlust beim Heben schwerer Lasten. Auch würden bei feinmotori-

schen Tätigkeiten (Zeichnen, längeres Schreiben, PC-Arbeit) noch Ge-

fühlsstörungen und Verkrampfungen im Handbereich auftreten. Resultie-

rende Funktionsstörungen seien: Minderbelastbarkeit beim Heben schwe-

rer Lasten, leicht gestörte Feinmotorik beim Schreiben und bei PC-Arbeit. 

Zur Arbeitsfähigkeit hielten sie fest, der Endzustand sei am 20. (recte: 19.) 

Mai 2015 erreicht worden; der Versicherte habe damals seine Tätigkeit als 

Bauleiter an viereinhalb Tagen pro Woche wieder aufgenommen; gleich-

zeitig berichte er aber, er arbeite mehr als 42 Stunden pro Woche. Er habe 

ausgeführt, noch auf Pausen angewiesen zu sein, die er aber gut einlegen 

könne, da er als Selbständigerwerbender im Wesentlichen seine Arbeit sel-

ber einteilen könne. Somit sei im ursprünglichen Beruf als Bauführer von 

einer Arbeitsfähigkeit von 100%, mit der Möglichkeit, vermehrte Pausen 

einzulegen, auszugehen (IVB._______-act. 200 S. 31 ff.).  

6.1.6 Ergänzend hielt Dr. med. Gg._______, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, des RAD in sei-

nem Bericht vom 6. April 2018 fest, dass sich aus dem Gutachten vom 

20. Oktober 2016 keine wegweisenden neuen Befunde oder Eckdaten er-

geben würden. Insbesondere sei die eingeschränkte Knie- und Arm-/Hand-

funktion aus Sicht des RAD bereits hinlänglich ausgewertet und die Arbeits-

fähigkeit wie auch deren Verlauf entsprechend beurteilt worden. Die RAD-

Beurteilung schliesse punkto Arbeitsfähigkeit und deren Verlauf neben der 

selektiv auf das Ereignis vom 15. August 2008 (Bizepssehnenruptur rechts) 

bezogenen, eingeschränkten Funktion des rechten Armes auch die unfall-

kausale Funktionseinschränkung des linken Kniegelenkes mit ein. Vom 

RAD werde der Beginn der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 

C-3102/2020 

Seite 35 

als Bauführer nicht nur bezüglich des Armes, sondern auch im Hinblick auf 

die Knieproblematik beurteilt und anhand der medizinischen Verlaufsbe-

funde der Beginn der vollen Arbeitsfähigkeit auf den 17. Dezember 2013 

(Abschluss der postoperativen Reha) terminiert. Ergänzend zu berücksich-

tigen seien nach dem erneuten Eingriff am rechten Arm vom 27. November 

2014 noch weitere, rein therapeutisch bedingte Arbeitsunfähigkeitsinter-

valle: eine Arbeitsunfähigkeit von 100% ab dem 27. November 2014, dau-

ernd bis 29. März 2015, dann bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50% 

vom 30. März 2015 bis zum Beginn der vollen Wiederaufnahme der Tätig-

keit am 20. Mai 2015 (laut Eintrag der Klinik P._______: vom 19. Mai 2015). 

Dazu führt er aus, dass das Zentrum-Cc._______-Gutachten den Beginn 

der vollen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit erst ab April 2015 

datiere. Dies orientiere sich wahrscheinlich daran, dass der Versicherte 

seine angestammte Tätigkeit erst ab diesem Datum wieder voll aufgenom-

men habe. Ein direkter Widerspruch zur RAD-Beurteilung lasse sich dar-

aus aber nicht ableiten, denn für den vom Unfallversicherer (G._______) 

bestimmten, o.a. Zeitraum sei wegen der Armproblematik auch keine Ar-

beitsunfähigkeit ausgewiesen. So habe ab dem Zeitpunkt der abgeschlos-

senen Rehabilitation nach Knie-TP Ende 2013 bis zum erneuten OP-Zeit-

punkt am 24. November 2014 eine unlimitierte Arbeitsfähigkeit in der an-

gestammten Tätigkeit bestanden, die in der Folge behandlungsbedingt bis 

Ende März 2015 unterbrochen gewesen sei. Damit habe nach der Knie-TP 

Rehabilitation Ende 2013 bis zum Operationszeitpunkt am 24. November 

2014 eine volle Arbeitsfähigkeit und danach – behandlungsbedingt – bis 

Ende März 2015 eine befristete Arbeitsunfähigkeit von 100% vorgelegen 

(IVB._______-act. 209 S. 6). 

6.1.7 Mit RAD-Bericht vom 16. April 2018 ergänzte Dr. med. Gg._______ 

seine Beurteilung hinsichtlich der unfallfremden Coxarthrose; dies mit 

überzeugender Begründung: Die Coxarthrose habe keinen Einfluss auf die 

bereits beurteilte Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit sowie in der 

medizinisch-theoretisch angepassten Tätigkeit gehabt. Zwar werde im Un-

fallversicherung-C._______-Kreisbericht vom 11. August 2005 auf Seite 1 

eine beidseitige Coxarthrose erwähnt, jedoch sei eine Hüftgelenksproble-

matik in der Folge offensichtlich kein erwähnenswerter Beschwerdekom-

plex mehr gewesen, zumal sie weder in den nachfolgenden Berichten noch 

in der aktuellen Beschwerdeschilderung des orthopädischen Teilgutach-

tens des Zentrums Cc._______ vom 20. Oktober 2016 (vgl. E. 5.4.15) er-

wähnt werde. Gemessen am Beschwerdeniveau und unter Einbezug des 

täglichen Funktionsprofils des Beschwerdeführers spiele eine Coxarthrose 

C-3102/2020 

Seite 36 

offensichtlich keine Rolle, sondern der Beschwerdeführer sei gemäss plau-

sibler gutachterlicher Würdigung in seiner angestammten Tätigkeit als Bau-

führer wieder als unlimitiert arbeitsfähig einzustufen (IVB._______-act. 

211). 

6.2  

6.2.1 Für den Zeitraum ab 15. September 2016 (Treppensturz, bei wel-

chem der Beschwerdeführer sich am rechten und linken Schienbein ver-

letzte und eine Ellenbogenkontusion links mit Ulnarisproblematik erlitt) bis 

anfangs März 2017 (vor Unfall rechtes Handgelenk) stellte die Vorinstanz 

gemäss RAD-Bericht vom 20. Oktober 2020 (IVB._______-act. 245 S. 3) 

auf das orthopädische Gutachten vom 18. Dezember 2018 von Dr. med. 

E._______, Oberärztin FMH Handchirurgie, Klinik F._______, ab 

(s. E. 5.4.19 hiervor).  

6.2.2 Im oben erwähnten Gutachten führte Dr. E._______ aus, es zeigten 

sich vier Problematiken: Zum ersten liege eine distale Bizepssehnen-

Ruptur rechts seit 2008 vor, die letztmalig 2014 operiert worden sei. Seit 

Mai 2015 sei der Explorand wieder voll arbeitsfähig gewesen. Zum zweiten 

sei eine Ellbogenkontusion links mit Ulnarisproblematik nach Treppensturz 

am 15. September 2016 zu würdigen. Diesbezüglich sei der Explorand ab-

solut beschwerdefrei und habe seine Arbeit ab dem 1. Januar 2017 wieder 

vollumfänglich aufnehmen können. Zum dritten habe der Explorand am 

10. März 2017 einen weiteren Unfall erlitten, mit Sturz von einem Bürostuhl 

initial auf das rechte Handgelenk, danach mit Kontusion des linken Hand-

gelenks/Daumen am Stuhl und anschliessendem Sturz auf das linke Hand-

gelenk. Der Sturz habe eine foveale TFCC-Läsion am rechten Handgelenk 

zur Folge gehabt, welche offen mittels Pushlock-Anker am 4. Mai 2017 refi-

xiert worden sei. Mit dem rechten Handgelenk sei der Explorand sehr zu-

frieden und absolut beschwerdefrei. Zum vierten sei im weiteren Verlauf 

der Behandlung nach Unfall (vom 10. März 2017) eine SL-Bandläsion links 

diagnostiziert worden, welche auf das letzte Unfallereignis zurückzuführen 

sei. Da es noch zu keinen degenerativen Veränderungen gekommen sei, 

könne die SL-Bandruptur nicht mehrere Jahre zurückliegen, ansonsten be-

reits ein SLAC-Wrist (scapholunate advanced collapse) radiologisch er-

sichtlich wäre. Auch habe die Bildverstärkerverwandlung dynamisch den 

erweiterten SL-Abstand darstellen können. Zudem beständen keine Anzei-

chen für eine Chondrokalzinose. Deshalb liege hier eine posttraumatische 

SL-Bandruptur links vor. Zur Arbeitsfähigkeit hielt er fest, der Beschwerde-

führer sei nach dem Unfallereignis vom 15. September 2016 bis zum 31. 

C-3102/2020 

Seite 37 

Dezember 2016 arbeitsunfähig geschrieben worden. Seither bestehe auf-

grund des Ellbogens links eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit. Es brau-

che aufgrund der Ellbogenkontusion links keine angepasste Tätigkeit. Der 

Explorand habe die Arbeit als Projekt- und Bauleiter ab dem 1. Januar 2017 

zu 100% wiederaufgenommen. Er sei seit dem 1. Januar 2017 absolut be-

schwerdefrei. Zum Unfall vom 10. März 2017 führte der Gutachter weiter 

aus, das Handgelenk rechts sei mit Arthroskopie behandelt und mit Rein-

sertion des fovealen Ansatzes im TFCC behandelt worden. Hier sei der 

Beschwerdeführer absolut beschwerdefrei. Die linke Seite sei dann im An-

schluss behandelt und eine SL-Bandläsion diagnostiziert worden. Da leide 

der Explorand immer noch unter starken Beschwerden im Bereich des dor-

salen Handgelenkes. Auch schmerzhaft sei die Rizarthrose auf der linken 

Seite. Die Kribbelparästhesien in den vom Nervus medianus versorgten 

Fingern würden nur intermittierend auftreten. Eine SL-Rekonstruktion bei 

guten Knorpelverhältnissen sollte zeitnah erfolgen, da sich bei längerem 

Warten die Knorpelsituation radioscaphoidal und im Verlauf verschlechtere 

und somit nur noch eine Rückzugsoperation im Sinne einer Entfernung der 

proximalen Handwurzelreihe oder aber eine Skaphoidexzision und midkar-

pale Versteifung (4-cornerfusion) in Frage komme. Der Explorand sei zu 

100% arbeitsunfähig für belastende Tätigkeiten der linken Hand; Büroar-

beiten (hingegen) seien zu 100% durchführbar. Eine Arbeit als Projekt- und 

Bauleiter sei wegen der linken Hand nicht möglich, da Masse genommen 

sowie schwere Gegenstände gehoben werden müssten. Der Explorand 

klettere auf Gerüste und müsse sich dafür mit beiden Händen festhalten. 

In einer angepassten Tätigkeit ohne starke Belastung des linken Handge-

lenkes bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. 

6.2.3 Da dieses Gutachten im Auftrag der Unfallversicherung erstellt 

wurde, ist vorab zu prüfen, ob sich Dr. Gg._______ des RAD in seinem 

Bericht vom 20. Oktober 2020 (IVB._______-act. 245 S. 3) zu Recht auf 

die unfallrechtliche Einschätzung abgestützt hat. 

Dr. E._______ stellt in ihrem handchirurgischen Gutachten zum Untersu-

chungszeitpunkt am 12. November 2018 fest, dass der Status quo ante 

(Stand vor dem infrage kommenden Tatbestand oder Ereignis) erreicht sei 

und der Beschwerdeführer in der Tat am 1. Januar 2017 seine ange-

stammte Tätigkeit als Projekt- und Bauleiter wiederaufgenommen habe. Er 

sei nach dem Unfall vom 15. September 2016 bis zum 31. Dezember 2016 

für belastende Tätigkeiten der linken Hand voll arbeitsunfähig gewesen, 

Büroarbeiten seien jedoch zu 100% möglich gewesen (IVB._______-act. 

231.78 S. 21). Auch sei nicht zu erkennen, dass andere Krankheiten oder 

C-3102/2020 

Seite 38 

krankhafte Vorzustände oder Folgen früherer Unfälle mitgewirkt hätten 

(Gutachten Ziff. 7.4). Das MRI vom 11. Oktober 2016 zeige eine regel-

rechte Darstellung des Gelenkknorpels im Ellbogen, ohne auffällige dege-

nerative Veränderungen, auch hätten keine auffälligen Verkalkungen ab-

gegrenzt werden können.  

Dr. Gg._______ würdigt den im Gutachten vom 18. Dezember 2018 um-

schriebenen medizinischen Sachverhalt aus IV-rechtlicher Perspektive in 

seiner Stellungnahme vom 20. Oktober 2020 wie folgt (IVB._______-act. 

245 S. 4): Zwar sei kurz nach dem Gutachten anlässlich einer Konsultation 

(Verlaufsbericht vom 29. Januar 2019) erneut eine Indikation zum operati-

ven Vorgehen betreffend die linke Hand gestellt worden, so dass man auch 

zum Begutachtungszeitpunkt allenfalls einen behandlungsbedürftigen und 

damit instabilen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers einräumen 

könnte. Dieser habe jedoch entsprechend dem Resultat des handchirurgi-

schen Gutachtens in angepasster Tätigkeit gleichwohl keine Einschrän-

kung ergeben, wobei die Behandlungsbedürftigkeit jedoch berücksichtigt 

und in diesem Sinne auch eine entsprechende Bandrekonstruktion (SL-

Band) empfohlen worden sei (IVB._______-act. 231 S. 58 [S. 26 des Gut-

achtens]). 

6.2.4 Diese Würdigung ist begründet und einleuchtend. Damit ist mit 

Dr. med. E._______, Oberärztin FMH Handchirurgie, wie auch mit Dr. med. 

Gg._______, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, ab dem 1. Januar 2017 bis zum Eintritt ins Renten-

alter (Mai 2018) von einer vollen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

auszugehen. Dass dieser nach dem Sturz im Treppenhaus am 15. Sep-

tember 2016 bis zum 31. Dezember als Rechtshänder (vgl. dazu 

IVB._______-act. 144 S. 29) Büroarbeiten erledigen konnte, erscheint 

nachvollziehbar, zumal nach dem Sturz bis zur faktischen Arbeitsaufnahme 

am 1. Januar 2017 nur für schwere Arbeiten eine volle Arbeitsunfähigkeit 

bestand. Mit Blick auf die Tatsache, dass der Beschwerdeführer seit 1. Ja-

nuar 2017 wieder in seiner angestammten Tätigkeit als Projekt- und Bau-

leiter tätig war, überzeugt die im Gutachten ermittelte Arbeitsfähigkeit auch 

aus IV-rechtlicher Sicht. Damit bleibt festzuhalten, dass der Beschwerde-

führer – trotz Treppensturz am 15. September 2016 und weiterem Unfall 

am 10. März 2017 – in der Periode bis zum 1. Januar 2017 und auch da-

nach in einer Verweistätigkeit im Sinne von Büroarbeiten voll arbeitsfähig 

war. Eine rentenrelevante gesundheitliche Verschlechterung ist damit nicht 

zu erkennen.  

C-3102/2020 

Seite 39 

6.3 Insgesamt erweist sich der medizinische Sachverhalt als rechtsgenüg-

lich abgeklärt. Ein willkürliches Vorgehen, wie vom Beschwerdeführer ge-

rügt, ist offensichtlich nicht zu erkennen (B-act. 1 Rz. 7). Deshalb ist in an-

tizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3) festzuhalten, dass 

weitere Abklärungen nicht zu einem anderen Schluss führen könnten. Eine 

Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit zu 100% ist lediglich für den Zeit-

raum der Bizepssehnenruptur und dessen Heilung nach der Refixation, 

d.h. ab August 2008 bis zum 31. Oktober 2009, und nach der Operation 

des linken Kniegelenkes bis zur abgeschlossenen Rehabilitation, d.h. ab 

April bis Ende Dezember 2013, erstellt. Weitere kürzere Arbeitsunfähig-

keitsperioden erfüllen die Voraussetzungen von Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG 

nicht. 

6.4 Es bleibt, auf einzelne Rügen des Beschwerdeführers einzugehen:  

6.4.1 Der Beschwerdeführer rügt replikweise, der Abschluss der unfallme-

dizinischen Behandlung sei noch nicht erreicht, respektive gestützt auf das 

orthopädische Gutachten von Dr. med. E._______, Oberärztin FMH Hand-

chirurgie, Klinik F._______, vom 18. Dezember 2018 müsse zuerst die ope-

rative Versorgung des linken Handgelenks durchgeführt werden (B-act. 13 

Rz. 2). 

Dem handchirurgischen Gutachten ist zu entnehmen, dass in einer ange-

passten Tätigkeit (Büroarbeiten) eine volle Arbeitsfähigkeit mit der rechten 

Hand gegeben sei und