# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b155b2e-6645-561d-bc67-eb32fd7fb8a9
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-26
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 26.10.2023 720 22 276 / 244 (720 2022 276 / 244)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-22-276---244_2023-10-26.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 26. Oktober 2023 (720 22 276 / 244) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Verschlechterung namentlich der psychiatrischen Verhältnisse mit der Folge einer voll-

ständig aufgehobenen Arbeitsunfähigkeit; Erst- und Verlaufsgutachten schlüssig. 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber Stephan 
Paukner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Robin Eschbach, 
Rechtsanwalt, Advokatur am Fischmarkt, Fischmarkt 12, 4410 Liestal 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  
 
 
 
A. Der 1972 geborene A.____ ist im Jahr 2000 in die Schweiz eingereist und hat seither 
mit einem Jahr Unterbruch im Jahr 2003 als Mitarbeiter in der Fleischproduktion gearbeitet. Am 
18. Juni 2014 hat er sich ein erstes Mal zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung 
(IV) angemeldet, nachdem er am 29. März 2014 einen Herzinfarkt erlitten hatte. Mit Verfügung 
vom 28. April 2015 hat die zuständige IV-Stelle Basel-Landschaft eine Kostengutsprache für 
Leistungen der IV allerdings mit der Begründung verneint, dass der Versicherte seit dem 3. No-

 
 
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vember 2014 wieder vollschichtig in seiner angestammten Tätigkeit gearbeitet habe. Diese Ver-
fügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 
 
B. Infolge einer Verschlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse hat die IV-Stelle vor 
dem Hintergrund einer erneut eingetretenen vollständigen Arbeitsunfähigkeit im November 
2015 weitere Abklärungen veranlasst und in der Folge ein polydisziplinäres Verwaltungsgutach-
ten bei der B.____ vom 9. November 2016 eingeholt. Im Rahmen des anschliessenden Vorbe-
scheidverfahrens hat sie bei der B.____ ein Verlaufsgutachten vom 6. Juli 2020 veranlasst. 
Nach einem erneut durchgeführten Vorbescheidverfahren hat sie dem Versicherten mit Verfü-
gung vom 2. September 2022 für die Zeit vom 1. März 2015 bis Ende Oktober 2015 eine befris-
tete ganze Rente der IV zugesprochen, für die Zeit ab 1. November 2015 einen Rentenan-
spruch indessen gestützt auf einen IV-Grad von 35% abgelehnt.  

 
C. Hiergegen hat der Versicherte, vertreten durch Advokat Robin Eschbach, am 5. Okto-
ber 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozial-
versicherungsrecht (Kantonsgericht), erhoben und beantragt, es sei ihm mit Wirkung ab 1. März 
2015 eine unbefristete ganze Rente der IV auszurichten, unter o/e-Kostenfolge, wobei ihm die 
unentgeltliche Prozessführung sowie die unentgeltliche Verbeiständung zu bewilligen sei. Mit 
verfahrensleitender Verfügung vom 12. Oktober 2022 hat das Kantonsgericht die unentgeltliche 
Rechtspflege bewilligt.  

 
D. Die IV-Stelle schloss unter Hinweis auf eine Stellungnahme ihres regional-ärztlichen 
Dienstes (RAD) vom 17. Oktober 2022 mit Vernehmlassung vom 1. November 2022 auf Abwei-
sung der Beschwerde.  

 
E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 20. April 2023 gelangte das Kantonsgericht zur 
Auffassung, seinen Entscheid auszustellen und den Parteien Gelegenheit zur Stellungnahme 
einzuräumen. Gestützt auf das schlüssige Gutachten der B.____ vom 9. November 2016 sei 
davon auszugehen, dass dem Versicherten seit 7. Juli 2015 eine Renten ausschliessende Er-
werbsfähigkeit in einer angepassten Verweistätigkeit von 70% verblieben sei. Auf der Basis des 
Verlaufsgutachtens der B.____ vom 6. Juli 2020 sei sodann davon auszugehen, dass die Er-
werbsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ab Januar 2020 vollumfänglich aufgehoben gewe-
sen sei. Das Wartejahr habe mit dem am 29. März 2014 erlittenen Herzinfarkt zu laufen begon-
nen, sei infolge einer vollschichtigen Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit ab 4. No-
vember 2014 bis hin zum Eintritt des Versicherten in die C.____ am 4. Juni 2015 aber unterbro-
chen worden. Erst durch die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit dem Eintritt 
des Versicherten in die C.____ sei das Wartejahr in der Folge bestanden worden. Dem Versi-
cherten stehe demnach erst ab 1. Januar 2020 eine ganze Rente der IV zu, so dass ihm die in 
der angefochtenen Verfügung für den Zeitraum von März bis Oktober 2015 zugesprochene 
ganze IV-Rente abzusprechen sei. Da sich die Parteien bisher nicht zur Frage des Wartejahres 
geäussert hätten, könne die Angelegenheit ohne vorgängige Einholung entsprechender Stel-
lungnahmen jedoch nicht entschieden werden.  
 

 
 
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F. Mit Stellungnahme vom 11. Mai 2023 hielt der Beschwerdeführer fest, dass zu Recht 
die Zusprache einer ganzen IV-Rente mit Wirkung ab 1. Januar 2020 in Aussicht gestellt werde. 
Allerdings könne nicht auf das erste B.____-Gutachten aus dem Jahr 2016 abgestellt werden, 
weil sich die dort attestierte Arbeitsfähigkeit von 70% seither rasch weiter verringert habe. Es 
werde beantragt, dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. März 2015 eine unbefristete ganze 
IV-Rente, eventualiter ab Juni 2016 mindestens eine Viertelrente und spätestens ab 1. Januar 
2020 eine ganze IV-Rente auszurichten. Die IV-Stelle teilte mit Eingabe vom 22. Mai 2023 mit, 
dass sie sich den Erwägungen im Beschluss des Kantonsgerichts vom 20. April 2023 an-
schliesse und dem Beschwerdeführer ab 1. Januar 2020 eine ganze IV-Rente zustehe. Mit Ein-
gabe vom 30. Mai 2023 bzw. vom 23. Juni 2023 hielten die Parteien an ihren bisherigen 
Rechtsstandpunkten fest. 
 
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwä-
gungen einzugehen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 
19. Juni 1959 in Verbindung mit Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 
des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Verfügungen der IV-
Stelle beim Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle innert 30 Tagen Beschwerde erhoben 
werden. Zur Beurteilung der Beschwerde sachlich zuständig ist gemäss § 54 Abs. 1 lit. d des 
Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 
1993 das Kantonsgericht. Auf die beim örtlich und sachlich zuständigen Gericht form- und frist-
gerecht eingereichte Beschwerde vom 5. Oktober 2022 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 ist die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft getreten. Auf Rentenansprüche, die seit 
dem 1. Januar 2022 entstanden sind, finden deshalb grundsätzlich die Bestimmungen des IVG 
und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie diejeni-
gen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) 
vom 6. Oktober 2000 in der ab 1. Januar 2022 geltenden Fassung Anwendung (Kreisschreiben 
über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 
9100). Erfolgt die Verfügung über eine erstmalige Rentenzusprache nach dem 1. Januar 2022, 
begründet diese aber einen Rentenanspruch noch vor dem 1. Januar 2022, sind hingegen die 
Bestimmungen des IVG und der IVV sowie diejenigen des ATSG in der bis 31. Dezember 2021 
gültig gewesenen Fassung massgebend (KSIR, Rz. 9101; vgl. auch Kreisschreiben zu den 
Übergangsbestimmungen zur Einführung des linearen Rentensystems [KS ÜB WE IV], gültig ab 
1. Januar 2022, Rz. 1009). Da der Rentenanspruch des Versicherten unbestrittenermassen 
spätestens noch vor Januar 2022 zu laufen beginnen würde, sind vorliegend die bis 
31. Dezember 2021 gültig gewesenen Bestimmungen anwendbar. Sie werden im Folgenden 
jeweils in dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. 
 

 
 
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2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig 
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). 
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: 
Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf 
eine Dreiviertelrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindes-
tens 50% und auf eine Viertelrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist.  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei 
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich 
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder 
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit 
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt 
zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit 
sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-
ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, BGE 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). 
Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belas-
tenden psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zu-
kommt. Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit 
Art. 4 Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert 
schlüssig erstellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls 
bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens wil-
lensmässig erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen 
(BGE 127 V 294, E. 5a mit Hinweisen). Zur Annahme einer durch eine psychische Gesund-
heitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also nicht, dass die versicher-
te Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die 
Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder - als alternati-
ve Voraussetzung - sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; vgl. auch BGE 127 V 
294 E. 4c in fine). 
 

 
 
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2.4 Zu ergänzen ist, dass das Bundesgericht in BGE 143 V 418 entschieden hat, dass 
grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach 
BGE 141 V 281 zu unterziehen sind. Dieses Verfahren definiert systematisierte Indikatoren, die 
- unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kom-
pensationspotentialen (Ressourcen) anderseits - im Regelfall erlauben, das tatsächlich erreich-
bare Leistungsvermögen ergebnisoffen und symmetrisch zu beurteilen (BGE 141 V 281 E. 3.6). 
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es 
gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- 
und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu 
tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
3.1  Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde - die 
Verwaltung und im Streitfall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen 
und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-
ten die versicherte Person arbeitsfähig oder arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 
BGE 114 V 314 E. 3c). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige 
Grundlage für die Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche andere  Erwerbstätig-
keit als die zuletzt ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, 
ausgeglichenen und nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt 
zumutbarerweise noch verrichtet werden kann (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit 
in der Invaliditätsschätzung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der 
Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 
3.2  Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 
nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt den Beweisanforderun-
gen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 138 V 218 E. 6 mit 
Hinweisen). Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat das Gericht von Amtes wegen die 
notwendigen Beweise zu erheben. Eine Beweislast besteht nur in dem Sinne, dass im Falle der 
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen ge-
bliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst, wenn es 
sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweis-
würdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die hohe Wahrscheinlichkeit für sich 
hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 263 E. 3b). Das schweizerische Sozialver-
sicherungsrecht kennt demnach keinen Grundsatz, wonach die Versicherungsorgane im Zweifel 
zu Gunsten der Versicherten zu entscheiden haben. Ein Anspruch auf Leistungen besteht nur, 
wenn die Voraussetzungen dafür mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind (ZAK 1983 
S. 259). 
 
3.3 Zur Feststellung der medizinischen Verhältnisse hat das Gericht die ihm von Ärztinnen 
und Ärzten zur Verfügung zu stellenden Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro-

 
 
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zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen 
Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches 
gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berich-
ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Grün-
de anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob dieser für die 
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in 
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet 
sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines 
Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellung-
nahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a). Gutachten externer Spezialärzte, 
welche von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholt wurden und den 
Anforderungen der Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht vollen Beweiswert zuerken-
nen, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der Expertise sprechen 
(BGE 135 V 465 E. 4.4).  
 
4. Im Zentrum der medizinischen Aktenlage steht zum einen das interdisziplinäre Verwal-
tungsgutachten der B.____ vom 9. November 2016 und andererseits deren Verlaufsgutachten 
vom 6. Juli 2020.  
 

4.1.1 Der interdisziplinären Gesamtbeurteilung der B.____ vom 9. November 2016 zufolge 
seien auf dem Boden einer Anpassungsstörung nach Myokardinfarkt mit Einfluss auf die Ar-
beitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom und ein schwe-
res obstruktives, aktuell unbehandeltes Schlafapnoe-Syndrom zu diagnostizieren. Ohne Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien eine koronare 3-Gefäss-Erkrankung und persistierende 
atypische thorakale Beschwerden, ein metabolisches Syndrom, eine leichte Anämie unklarer 
Ätiologie sowie eine leichte Hepatopathie ebenfalls unklarer Ätiologie zu erheben. Der Explo-
rand habe bis zu seinem Herzinfarkt im März 2014 in einer körperlich eher schweren Tätigkeit 
als Betriebsmitarbeiter in der Fleischproduktion für Tierfutter gearbeitet. Anschliessend habe er 
nicht mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt integriert werden können. Während er sich aus kardio-
logischer Sicht von seinem Myokardinfarkt sehr gut erholt habe, stehe aktuell vor allem die psy-
chiatrische Symptomatik im Vordergrund. Die aktuell mittelgradige depressive Episode mit so-
matischem Syndrom habe sich auf dem Boden einer Anpassungsstörung nach Myokardinfarkt 
bei differenzialdiagnostisch bereits vorbestehender akzentuierter Persönlichkeit entwickelt. Ak-
tuell imponierten formale Denkstörungen mit einer mittelgradigen Einengung und einem Grü-
beln. Nebst leichten phobischen Symptomen bestünden leicht- bis mittelgradig ausgeprägte 
depressive Symptome mit Freud- und Lustlosigkeit, innerer Unruhe, einer Ambivalenz sowie 
Angstzuständen, insbesondere mit Ängsten vor einem erneuten Herzinfarkt und rezidivierenden 
Panikattacken, welche jeweils durch Schmerzempfindungen in der Herzregion ausgelöst wür-

 
 
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den, hingegen extrakardial bedingt seien. Die Angstsymptome und die Phobie seien der de-
pressiven Störung zuzuordnen, eine eigene Diagnosestellung würden sie nicht erlauben. Die 
Kriterien für eine hypochondronische Störung seien ebenfalls nicht erfüllt. Aus pneumologischer 
Sicht liege ein schweres obstruktives Schlafapnoesyndrom vor, welches zurzeit nicht behandelt 
sei. Da sich der Explorand eine Therapie wegen seiner Thoraxschmerzen und der panikartigen 
Atemnot nicht vorstellen könne, sei das Schlafapnoesyndrom aktuell nicht behandelbar. Hin-
sichtlich der funktionellen Auswirkungen bestehe aufgrund der depressiven Symptomatik eine 
deutliche Antriebslosigkeit mit verminderter psychischer Stabilität und Durchhaltefähigkeit. Auch 
die kognitiven Funktionen seien leicht beeinträchtigt und äusserten sich in Konzentrationsstö-
rungen, Planungsproblemen, einer Ambivalenz und einer Stressintoleranz. Durch die Angst-
symptome und die mögliche Persönlichkeitsakzentuierung zeige sich das Bild einer ängstlich-
vermeidenden Persönlichkeit, welche wenig flexibel sei. In der angestammten Tätigkeit bestehe 
seit dem Myokardinfarkt Ende März 2014 insbesondere aus psychischen Gründen und seit der 
Sistierung der CPAP-Therapie Mitte 2015 auch aus schlafmedizinischen Gründen keine Ar-
beitsfähigkeit mehr. In einer geistig wenig fordernden Tätigkeit ohne Tätigkeiten über Boden, an 
gefährlichen Maschinen oder gefährlichen Werkzeugen, ohne Führen von Motorfahrzeugen, 
ohne das Erfordernis von Schichtarbeit oder unregelmässigen Arbeitseinsätzen und ohne An-
forderung an eine anforderungsreiche Teamarbeit bestehe in einer derart angepassten Ver-
weistätigkeit eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von täglich zwei Mal drei Stunden, wonach unter 
Berücksichtigung der Verlangsamung und eines leicht erhöhten Pausenbedarfs eine Arbeitsfä-
higkeit von noch 70% resultiere (IV-Dok 68). 
 
4.1.2 In Nachachtung der auf Veranlassung des RAD ergangenen Rückfrage zum Gutachten 
vom 9. November 2016 führte die B.____ in ihrer Stellungnahme vom 18. Januar 2017 aus, 
dass die von ihr attestierte Rest-Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Verweistätigkeit von 70% 
seit dem Austritt aus der C.____ am 7. Juli 2015 Bestand habe. Der Versicherte habe die 
C.____ in stabilisiertem Zustand verlassen, so dass die Frequenz der Psychotherapie auf 
zweimal pro Woche habe reduziert werden können. Ob zwischen seinem Herzinfarkt Ende 
März 2014 bis zum Eintritt in die C.____ am 4. Juni 2015 in einer Verweistätigkeit eine Ein-
schränkung von mehr als 30% vorgelegen habe, könne retrospektiv nicht konklusiv beantwortet 
werden. Aufgrund der Entwicklung der psychiatrischen Symptomatik, welche sich bis zum stati-
onären Aufenthalt in der C.____ jedoch stetig verschlimmert habe, sei davon auszugehen, dass 
in diesem Zeitraum keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeben gewesen sei. In Übereinstimmung mit 
dem behandelnden Kardiologen (recte: der behandelnden Kardiologin), die dem Versicherten 
am 23. Mai 2015 für schwere Arbeiten ebenfalls eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert habe, sei 
die bisherige und potentiell gefährliche Tätigkeit als Hilfsmetzger aber auch wegen des nicht 
behandelbaren Schlafapnoe-Syndroms ungeeignet. Die Einschätzung des behandelnden Psy-
chiaters, wonach eine volle Arbeitsunfähigkeit vorliege, könne hingegen nicht geteilt werden, 
weil eine mittelschwere depressive und hypochondronische Störung keine volle Arbeitsunfähig-
keit bewirke. Aus eigener gutachterlich-psychiatrischer Sicht bestehe in einer adaptierten Ver-
weistätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70% (IV-Dok 75). Mit einer weiteren Stellungnahme vom 
19. Juli 2018 hat die B.____ an ihrer gutachterlichen Einschätzung einer 70%-igen Restarbeits-
fähigkeit in einer angepassten Verweistätigkeit festgehalten (IV-Dok 103).  
 

 
 
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4.2.1 Dem nach Durchführung eines ersten Vorbescheidverfahrens in die Wege geleiteten 
Verlaufsgutachten der B.____ vom 6. Juli 2020 sind als Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Episode, neu eine pathologische Realangst, eine 
koronare 3-Gefäss-Erkrankung, eine transmurale Supraspinatusruptur der linken Schulter, ein 
Verdacht auf eine Aussenmeniskusläsion am linken Kniegelenk, chronische Lumbalgien ohne 
radikuläre Symptomatik und eine mittelschwere bis schwere obstruktive Schlafapnoe zu ent-
nehmen. Sowohl in der bisherigen als nunmehr auch in einer angepassten Tätigkeit haben die 
Gutachter der B.____ keine Arbeitsfähigkeit mehr auf dem freien Arbeitsmarkt attestieren kön-
nen. Sie kommen in ihrem neuerlichen Gutachten zum Schluss, dass ein Grossteil der beklag-
ten Beschwerdesymptomatik im Brustbereich nicht auf eine kardiale Ursache zurückzuführen 
sei. Vielmehr würde weiterhin die psychiatrische Problematik im Vordergrund stehen. Nach dem 
Herzinfarkt im Jahr 2014 habe der Versicherte eine zunehmende Angststörung entwickelt. Es 
liege eine verzerrte Wahrnehmung der zu Grunde liegenden Herzkrankheit vor, welche durch 
subjektive Krankheitsvorstellungen hervorgerufen würde und als pathologische Realangst zu 
bezeichnen sei. Im Rahmen zunehmender Ängste habe sich im Verlauf ein mittelgradiges de-
pressives Syndrom entwickelt. Die funktionellen Fähigkeiten, die benötigt würden, um in der 
freien Wirtschaft uneingeschränkt arbeiten zu können, seien deutlich eingeschränkt. Der Versi-
cherte sei nicht in der Lage, sich in alltägliche Routineabläufe eines Betriebs einzugliedern. Die 
Flexibilität und Umstellungsfähigkeit seien aufgrund seiner Angststörung aufgehoben. Selbst die 
Anwendung fachlicher Kompetenzen sei aufgrund der depressiven Störung sowie der Angststö-
rung eingeschränkt. Aufgrund der Krankheitsüberzeugung nach dem Herzinfarkt sei die Be-
handlung der Störungen sehr schwierig. Jegliche Symptome würden zu einem Arbeitsausfall 
führen. Unter Druck werde der Versicherte überhaupt nicht mehr arbeiten können. Bereits auf-
grund der psychiatrischen Problematik sei seine Arbeitsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt 
aufgehoben. Seit der letzten Begutachtung, anlässlich welcher in einer körperlich leichten Tä-
tigkeit noch eine Arbeitsfähigkeit von 70% attestiert worden sei, sei es in den letzten Jahren zu 
einer Zunahme der physischen und psychischen Beschwerden gekommen. Seit wann genau es 
zu dieser Verschlechterung mit einer nunmehr vollen Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Ar-
beitsmarkt gekommen sei, sei retrospektiv schwierig einzuschätzen. Es sei aber davon auszu-
gehen, dass spätestens seit dem Bericht des behandelnden Psychiaters vom 12. Februar 2019 
eine volle Arbeitsunfähigkeit bestehe. Insbesondere aus psychiatrischer Sicht habe sich der 
Gesundheitszustand seit der letzten Begutachtung wesentlich verschlechtert, so dass aktuell 
keine Restarbeitsfähigkeit mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt vorhanden sei. Es sei zu einer 
Zunahme der pathologischen Realangst gekommen. Dadurch habe sich auch die depressive 
Störung chronifiziert. Neu hinzugetreten sei eine transmurale Supraspinatusruptur der linken 
Schulter. Die Einschätzung der Eingliederungsstätte vom 5. Dezember 2019, wonach auf dem 
ersten Arbeitsmarkt keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe, könne bestätigt werden (IV-Dok 165, 
S. 7 ff.).  
 
4.2.2 In Nachachtung der auf Veranlassung des RAD erfolgten Rückfrage zu ihrem Ver-
laufsgutachten vom 6. Juli 2020 führte die B.____ in ihrer Stellungnahme vom 2. März 2021 
aus, dass es die letzten vier Jahre in kardiologischer Hinsicht nicht möglich gewesen sei, den 
Blutdruck besser einzustellen. Auch finde sich eine mittlerweile mit 47% verminderte linksventri-
kuläre Funktion. Eine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sei daher auch kardiolo-

 
 
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gisch bedingt nicht mehr gegeben. Aus psychiatrischer Sicht habe sich neu eine zunehmende 
Angststörung entwickelt, einen weiteren Herzinfarkt zu erleiden. Dies zeige der Umgang des 
Exploranden mit seiner Erkrankung. Funktionell sei er erheblich eingeschränkter als noch im 
Jahr 2016. Es lägen mit der verstärkten Angst zusätzliche Befunde und mit der Angststörung 
eine neue Diagnose mit vor allem erheblicheren leidensbedingten funktionellen Einschränkun-
gen vor als noch im Zeitpunkt der Vorbegutachtung. Die Leistungsfähigkeit des Exploranden 
habe sich erheblich vermindert, was sich auch im Alltag abbilde (IV-Dok 182). 
 
5.1 Die IV-Stelle hat in ihrer Verfügung vom 2. September 2022 ausschliesslich auf das 
erste Gutachten der B.____ aus dem Jahre 2016 abgestellt und gestützt darauf eine dauerhafte 
Einschränkung in einer Verweistätigkeit von lediglich 30% angenommen. Ihre Vorgehensweise 
hat sie damit begründet, dass sich seit 2016 keine Verschlechterung der gesundheitlichen Ver-
hältnisse eingestellt habe. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt 
sei im Verlaufsgutachten der B.____ aus dem Jahre 2020 primär mit der psychischen Proble-
matik begründet worden. Eine pathologische Realangst sei hingegen bereits im ersten Gutach-
ten beschrieben worden. Es würde sich demnach nicht um ein neues Phänomen handeln. Die 
Angstproblematik sei vielmehr bereits 2016 anlässlich der Erstbegutachtung in gleicher Art und 
Ausprägung vorhanden gewesen. Neu sei einzig eine zunehmende Angststörung. Dass diese 
zusätzliche Diagnose alleine die Verschlechterung hin zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit 
begründe, sei nicht plausibel. Mit Eingabe vom 22. Mai 2023 hat die IV-Stelle sodann festgehal-
ten, dass sie sich den Erwägungen im Beschluss des Kantonsgerichts vom 20. April 2023 an-
schliesse und dem Beschwerdeführer ab 1. Januar 2020 eine ganze IV-Rente zustehe. 
 
Der Beschwerdeführer lässt demgegenüber geltend machen, dass auf das B.____-Gutachten 
aus dem Jahr 2016 nicht abgestellt werden könne, weil es dem aktuellen Gutachten aus dem 
Jahr 2020 widersprechen würde. Namentlich sei die im B.____-Gutachten vom 9. November 
2016 attestierte Arbeitsfähigkeit von 100% in der angestammten Tätigkeit nicht nachvollziehbar, 
und es sei ausschliesslich auf deren Verlaufsgutachten aus dem Jahr 2020 abzustellen, wo-
nach dem Beschwerdeführer ausgehend von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit bereits ab 
1. März 2015 eine unbefristete ganze IV-Rente auszurichten sei. 
 
5.2 Die beiden zitierten Gutachten der B.____ aus den Jahren 2016 und 2020 erfüllen alle 
rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine beweiskräftige Verwaltungsexpertise. Die 
darin dokumentierten Explorationsergebnisse weisen weder formale noch inhaltliche Mängel auf 
und sind für die streitigen Belange umfassend (oben, Erwägung 3.3). Die Schlussfolgerungen 
der Gutachter sind in Kenntnis jeweils sämtlicher relevanten Vorakten abgegeben worden und 
beruhen auf allseitigen und detaillierten Untersuchungen des Versicherten. Die Begutachtungs-
ergebnisse der B.____ berücksichtigen alle geklagten Beschwerden und leuchten in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge insbesondere auch hinsichtlich der im Längsverlauf 
präsentierten psychiatrischen Beschwerden ein. Mit Blick auf ihre ergänzende Stellungnahme 
vom 2. März 2021 vermögen die Gutachter der B.____ namentlich schlüssig zu begründen, 
dass seit der ersten Begutachtung im Jahr 2016 nebst neuen somatischen Beschwerden vor 
allem psychiatrisch eine deutliche Verschlechterung eingetreten und die Arbeitsfähigkeit des 
Versicherten auch in einer allfälligen Verweistätigkeit mittlerweile vollständig aufgehoben ist. 

 
 
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Den Parteien ist zwar beizupflichten, dass bereits im Jahr 2016 eine Angststörung vorhanden 
gewesen ist. Deren funktionelle Auswirkungen haben bis hin zur Verlaufsbegutachtung im Ja-
nuar 2020 aber ein Ausmass erreicht, welches im ersten Arbeitsmarkt seither keine Arbeitstä-
tigkeit des Versicherten mehr zulässt. Dass sich die Angststörung mit zunehmendem Zeitablauf 
deutlicher bemerkbar gemacht hat, wird durch die B.____ auf Nachfrage des RAD hin explizit 
bestätigt. Demnach haben die funktionellen Einbussen des Versicherten im Vergleich zur Vor-
begutachtung im Jahr 2016 deutlich zugenommen und damit zu einer erheblichen Verminde-
rung der Leistungsfähigkeit im Alltag geführt (oben, Erwägung 4.2.2). Von dieser Einschätzung 
abzuweichen, besteht den im Nachgang zur ersten Urteilsberatung des Kantonsgerichts bereits 
dargelegten Erwägungen zufolge keine Veranlassung. Die Auffassung der B.____ deckt sich 
nämlich zunächst mit der Einschätzung des Hausarztes des Versicherten vom Juni 2019, wo-
nach prognostisch sowohl eine zunehmende depressive Entwicklung als auch eine generell 
zunehmende Leistungsminderung keine Eingliederung mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt zu-
lassen würden (IV-Dok 135/5, ad Ziffer 2.7). Sie lässt sich aber auch mit der Einschätzung des 
behandelnden Fachpsychiaters in Einklang bringen, der im Februar 2019 ebenfalls von einer 
zunehmenden Verschlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse berichtet hat (IV-Dok 125). 
Dass sich die Angststörung des Versicherten seit seiner Vorbegutachtung im Jahre 2016 im 
langjährigen Verlauf akzentuiert hat, ergibt sich schliesslich auch aus der Berichterstattung der 
D.____ Ende Dezember 2019, wonach sich die physischen und psychischen Beschwerden 
über die Jahre verstärkt hätten und eine Anstellung in der freien Marktwirtschaft mittlerweile 
unrealistisch sei (IV-Dok 135/2). Im Ergebnis deckt sich auch diese Stellungnahme mit dem 
Verlaufsgutachten der B.____ aus dem Jahr 2020. 
 
5.3 Wann diese Verschlechterung mit der Folge einer vollständig aufgehobenen Arbeitsun-
fähigkeit in zeitlicher Hinsicht genau eingetreten ist, können die Gutachter der B.____ jedoch 
nicht festlegen. Sie halten fest, dass der entsprechende Zeitpunkt retrospektiv schwierig einzu-
schätzen, jedoch davon auszugehen sei, dass spätestens mit Blick auf den Bericht des behan-
delnden Psychiaters vom 12. Februar 2019 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Diese 
Auffassung überzeugt nicht. Hintergrund bildet der Umstand, dass der behandelnde Psychiater 
in diesem Bericht bereits seit dem 16. Juli 2015 durchgehend und bis auf Weiteres eine voll-
ständige Arbeitsunfähigkeit des Versicherten attestiert hatte (IV-Dok 125/1). Dabei hat er so-
wohl auf seine Anamnese noch aus dem Jahre 2015 als auch auf die seit Juni 2015 von ihm 
identisch erhobenen Diagnosen referenziert. Abweichend zur Einschätzung der B.____ vertritt 
der behandelnde Psychiater in seinem Bericht mithin die Auffassung, dass bereits schon seit 
Juni 2015 von einer vollständig aufgehobenen Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist. Unter diesen 
Umständen verbietet es sich aber, hinsichtlich des Zeitpunkts der Verschlechterung der psychi-
schen Beschwerden auf diesen im Februar 2019 ergangenen Bericht abzustellen. Der Behand-
ler beschreibt in seinem Bericht vom Februar 2019 zwar ebenfalls, dass sich die Ängste des 
Versicherten verstärkt hätten. Ein genauer Zeitpunkt der Verschlechterung bleibt jedoch ebenso 
offen und lässt sich unter diesem Blickwinkel letztlich ebenso wenig festlegen. Überwiegend 
wahrscheinlich kann eine gesicherte Verschlechterung bezüglich der im Vordergrund stehenden 
psychischen Angst-Problematik und mit ihr eine vollständig aufgehobene Arbeitsfähigkeit auf 
dem ersten Arbeitsmarkt demnach erst mit der erneuten psychiatrischen Exploration durch die 
B.____ Ende Januar 2020 angenommen werden. 

 
 
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5.4 Damit ist zugleich gesagt, dass dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden kann, 
wenn er geltend macht, dass bereits im Zeitpunkt der Erstbegutachtung durch die B.____ im 
Jahr 2016 eine rentenrelevante Arbeitsfähigkeit von weniger als 70% vorgelegen habe. Entge-
gen seinen Vorbringen (Beschwerdebegründung, Ziffer 15) hat die B.____ anlässlich ihrer Erst-
begutachtung im Jahre 2016 keine generelle Arbeitsfähigkeit von 100% attestiert, sondern die 
angestammte und schwere Tätigkeit als Hilfsmetzger bereits seit dem Ende März 2014 erlitte-
nen Myokardinfarkt aus psychischen Gründen als nicht mehr zumutbar bezeichnet. Bei dieser 
Ausgangslage kann mithin dahingestellt bleiben, wie es sich dazumal in Bezug auf die verblei-
bende Arbeitsfähigkeit aus rein kardiologischer Sicht verhalten hat, und ob namentlich ange-
sichts des in der Folge weiterhin schlecht eingestellten Blutdrucks des Versicherten (IV-Dok 
182/2) bereits dazumal in der angestammten schweren Tätigkeit als Hilfsmetzger rein kardiolo-
gisch bedingt bereits eine allenfalls vollständige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen hat. Dies gilt um-
so mehr, weil dem Versicherten dem überzeugenden Gutachten der B.____ aus dem Jahre 
2016 zufolge infolge der Sistierung der CPAP-Therapie alleine aus schlafmedizinischen Grün-
den in der angestammten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden war 
(oben, Erwägung 4.1.1). Massgebend ist jedoch einzig die seit seinem stationären Aufenthalt in 
den Kliniken C.____ per 7. Juli 2015 (IV-Dok 41) verbleibende Arbeitsfähigkeit in einer seinen 
Leiden angepassten, leichteren Verweistätigkeit im Umfang von 70%, die sich infolge des Weg-
falls schwerer und mittelschwerer Arbeiten in kardiologischer Hinsicht aber als schlüssig er-
weist. So hat nebst dem Hausarzt und dem RAD insbesondere auch die behandelnde Kardiolo-
gin im Mai 2015 festgehalten, dass dem Versicherten eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit 
weiterhin zumutbar sei (IV-Dok 29/5, 34, 35/2). Nichts daran zu ändern vermag schliesslich, 
dass der Versicherte im geschützten Rahmen dazumal eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 40% 
erreicht hatte (Beschwerdebegründung, Ziffer 16). Entgegen der von ihm postulierten, generel-
len Arbeitsunfähigkeit ist dem Abschlussbericht der D.____ vom 26. Oktober 2015 nämlich zu 
entnehmen, dass der Versicherte lediglich bei körperlich anstrengenden Arbeiten keine Kon-
stanz mehr aufzuweisen in der Lage war, leichte Arbeiten aber ohne Probleme und mit einer 
guten Geschwindigkeit hat verrichten können (IV-Dok 46/2, ad Invaliditätsbezogene Gründe für 
die Leistungsminderung). Zumal die B.____ diesen Abschlussbericht in ihre Überlegungen an-
lässlich der Erstbegutachtung miteinbezogen hat (IV-Dok 103/3, ad 8: Würdigung des D.____-
Belastbarkeitstrainings), ist seit dem Austritt aus der C.____ am 7. Juli 2015 entgegen den Vor-
bringen des Beschwerdeführers (Beschwerdebegründung, Ziffer 27 f.) zunächst noch von einer 
verbleibenden Restarbeitsfähigkeit von 70% auszugehen.  
 
5.5 Zusammenfassend war der Versicherte während seines Aufenthalts in den C.____ 
vom 4. Juni 2015 bis 7. Juli 2015 vollständig arbeitsunfähig. Seither ist ihm in einer angepass-
ten Verweistätigkeit zunächst noch eine Rest-Arbeitsfähigkeit von 70% verblieben. Infolge Ver-
schlechterung insbesondere der psychiatrischen Verhältnisse ist mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit sodann seit der psychiatrischen Exploration des Versicherten anlässlich seiner 
Verlaufsbegutachtung durch die B.____ am 27. Januar 2020 von einer vollständigen Arbeitsun-
fähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt auszugehen.  
 

 
 
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6. Anspruchsvoraussetzung auf eine Rente der IV ist unter anderem, dass die versicherte 
Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 
arbeitsunfähig gewesen ist (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG, oben, Erwägung 2.1). Das Bestehen dieses 
«Wartejahres» ist eine materielle Anspruchsvoraussetzung, wonach die Invalidität bzw. der 
Versicherungsfall erst mit der Entstehung des Rentenanspruchs und nicht bereits bei Beginn 
der Wartezeit als eingetreten gilt (BGE 138 V 475 E. 3). Bezugspunkt der für eine Rentenent-
stehung relevanten Arbeitsfähigkeit bildet dabei einzig der bisherige Beruf (BGE 130 V 97 
E. 3.2). Allerdings liegt ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 28 
Abs. 1 lit. b IVG vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Ta-
gen voll arbeitsfähig war (Art. 29ter IVV). Nach einem allfälligen Unterbruch beginnt die Warte-
zeit ohne Anrechnung der bis zum Unterbruch bereits zuvor zurückgelegten Arbeitsunfähig-
keitsperiode neu zu laufen (Urteil des Bundesgerichts vom 25. August 2016, 9C_317/2016, 
E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). So verhält es sich auch hier. Gemäss der medizinischen Akten-
lage hat das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG mit dem am 29. März 2014 erlittenen 
Herzinfarkt zu laufen begonnen (IV-Dok 68/56), ist in der Folge durch eine vollschichtige Wie-
deraufnahme der angestammten Tätigkeit ab 4. November 2014 bis hin zum Eintritt in die 
C.____ am 4. Juni 2015 aber unterbrochen worden (IV-Dok 25 und 27). Entgegen seiner mit 
Stellungnahme vom 11. Mai 2023 vertretenen Auffassung (a.a.O., Ziffer 3) ist dem Gutachten 
der B.____ aus dem Jahr 2016 nämlich zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer nach sei-
nem Myokardinfarkt bis hin zu seinem stationären Aufenthalt in der C.____ zunächst im Umfang 
zu 50% und anschliessend wieder voll gearbeitet hat (IV-Dok 68/5, 36). Diese Angaben decken 
sich mit den übrigen Akten, wonach der Versicherte seine angestammte Tätigkeit als Hilfsmetz-
ger seit dem 3. November 2014 zunächst wieder vollschichtig aufgenommen (IV-Dok 25/2) und 
am 19. Dezember 2015 gegenüber der IV-Stelle selbst bestätigt hat, seither wieder voll gearbei-
tet zu haben (IV-Dok 27, vgl. auch IV-Dok 29/4). Entsprechend wurde das erste Leistungsge-
such des Versicherten denn auch just mit dieser Begründung schliesslich rechtskräftig abge-
lehnt (IV-Dok 27). Mit Blick auf den anschliessenden Eintritt des Versicherten in die C.____ erst 
wieder am 4. Juni 2015 (IV-Dok 41/3) ist hinsichtlich seiner Arbeitsunfähigkeit in der ange-
stammten Tätigkeit deshalb davon auszugehen, dass das Wartejahr am 3. Juni 2016 bestanden 
worden ist. Daran vermag nichts zu ändern, dass der nachträglichen Beurteilung der B.____ 
zufolge in der angestammten Tätigkeit rein theoretisch keine Arbeitsfähigkeit mehr verblieben 
wäre (IV-Dok 68/11). Es liegen jedenfalls keine Anhaltspunkte in den Akten, dass der Versicher-
te seit der vollzeitlichen Wiederaufnahme seiner Arbeit als Hilfsmetzger ab 4. November 2014 
bis hin zum Eintritt in die C.____ am 4. Juni 2015 in tatsächlicher Hinsicht keine volle Leistung 
mehr erbracht hat. Die ihm in der angefochtenen Verfügung für den Zeitraum von März bis Ok-
tober 2015 zugesprochene IV-Rente ist ihm deshalb abzusprechen.  
 
7. Zu prüfen bleibt der Rentenanspruch des Versicherten nach Ablauf des Wartejahres   
und in diesem Zusammenhang insbesondere die erwerblichen Auswirkungen seiner gesund-
heitlichen Beeinträchtigungen in der Zeit zwischen Juni 2016 bis hin zur Verschlechterung der 
medizinischen Verhältnisse mit der Folge einer vollständigen Restarbeitsfähigkeit ab Januar 
2020. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung der 

 
 
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medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Er-
werbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Die IV-Stelle 
hat in ihrer Verfügung vom 2. September 2022 zur Ermittlung des Invaliditätsgrades den ent-
sprechenden Einkommensvergleich vorgenommen. Anhand der Gegenüberstellung von einem 
Valideneinkommen von Fr. 68'397.— mit einem zumutbaren Invalideneinkommen von 
Fr. 44’324.— ermittelte sie einen Invaliditätsgrad von 35%. Die entsprechenden Bemessungs-
parameter sind unter den Parteien grundsätzlich zu Recht unbestritten geblieben. Der Versi-
cherte beanstandet in diesem Zusammenhang einzig den von der IV-Stelle beim Invalidenein-
kommen vorgenommenen Leidensabzug von 5%. Seinen gesundheitlich bedingten Einschrän-
kungen ist für die Zeit bis Januar 2020 durch eine leichte Verweistätigkeit im Umfang von 70% 
jedoch sowohl qualitativ als auch quantitativ bereits angemessen Rechnung getragen worden. 
Mit einem zusätzlichen Abzug beim Invalideneinkommen würden dieselben Einschränkungen in 
unzulässiger Weise doppelt berücksichtigt. Sodann nehmen sowohl die Bedeutung des Alters 
als auch diejenige der Dienstjahre – mithin der Berufserfahrung – ab, je niedriger das Anforde-
rungsprofil ist, weshalb diese Faktoren bei einfachen und repetitiven, dem Kompetenzniveau 1 
(vormals Anforderungsprofil 4) der Lohnstrukturerhebung (LSE) entsprechenden Tätigkeiten 
grundsätzlich keinen Anlass zu einem Abzug vom Tabellenlohn geben (BGE 126 V 79 
E. 5a/cc). Einem allfälligen leidensbedingten Abzug sind vorliegend daher sehr enge Grenzen 
gesetzt. Selbst bei einem Abzug von 10% würde indessen kein Renten begründender IV-Grad 
resultieren. Die Vorinstanz hat den Rentenanspruch des Versicherten im Ergebnis für die Zeit 
ab Juni 2016 bis hin zum Eintritt der Verschlechterung seiner gesundheitlichen Verhältnisse im 
Januar 2020 somit zu Recht verneint. Infolge seiner ab Januar 2020 vollständig aufgehobenen 
Restarbeitsfähigkeit (oben, Erwägung 5.5) steht dem Versicherten im Ergebnis somit erst ab 
Januar 2020 eine ganze Rente der IV zu. Mit Blick auf den Umstand, dass die dem Beschwer-
deführer für den Zeitraum von März bis Oktober 2015 zugesprochene Rente zwar abzuspre-
chen ist (oben, Erwägung 6), resultiert im Vergleich zur angefochtenen Verfügung vom 
2. September 2022 dennoch ein grossmehrheitliches Obsiegen. Dies führt zur Gutheissung der 
Beschwerde. 
 
8.1  Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die die 
Verweigerung von IV-Leistungen vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die entsprechenden 
Kosten werden unabhängig vom Streitwert nach dem Verfahrensaufwand zwischen Fr. 200.-- 
bis Fr. 1000.— festgelegt. Sie sind gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in angemessenem Ausmass 
der unterliegenden Partei zu auferlegen. Da der Beschwerdeführer mit seinem Antrag auf Gut-
heissung der Beschwerde obsiegt und die Beschwerdegegnerin somit unterliegende Partei ist, 
hat sie die Verfahrenskosten zu tragen. Die praxisgemäss mit Fr. 800.— zu bemessenden Ver-
fahrenskosten sind somit der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.  
 
8.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz ihrer Parteikosten. Dem Beschwerdeführer als grossmehrheitlich obsiegende Partei ist 
demnach eine ungekürzte Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Dessen 
Rechtsvertreter hat in den Honorarnoten vom 14. November 2022 und vom 2. Juni 2023 für 
seine Bemühungen einen Zeitaufwand von gesamthaft 17 Stunden und 10 Minuten geltend 

 
 
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gemacht, der angesichts der sich stellenden Rechtsfragen, der umfangreichenden medizini-
schen Aktenlage sowie mit Blick auf seine im Nachgang zum Beschluss des Kantonsgerichts 
vom 20. April 2023 ergangene Stellungnahme nicht zu beanstanden ist. Seine Bemühungen 
sind usanzgemäss mit Fr. 250.— pro Stunde zu entgelten. Hinzu kommen die in den beiden 
Honorarnoten in ebenfalls angemessenem Umfang ausgewiesenen Auslagen von insgesamt 
Fr. 70.40. Somit ist dem Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Par-
teientschädigung in der Höhe von Fr. 4'697.95 (17 Stunden und 10 Minuten à Fr. 250.— sowie 
Auslagen von Fr. 70.40 zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin 
zuzusprechen. 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-
Stelle Basel-Landschaft vom 2. September 2022 aufgehoben und dem 
Beschwerdeführer wird mit Wirkung ab 1. Januar 2020 eine unbefristete 
ganze IV-Rente zugesprochen.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.— werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt.  

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 4'697.95 (inkl. Auslagen und Mehr-
wertsteuer) auszurichten.