# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b8e1c09a-c296-55dc-accb-f01778c4cf07
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 10.08.2020 IV 2018/282
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2018-282_2020-08-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/282

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 16.12.2020

Entscheiddatum: 10.08.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 10.08.2020
Art. 28, 28a und 29 IVG, Art. 88a IVV. Wird in einem Administrativgutachten 
die adaptierte Arbeitsfähigkeit lediglich prognostisch geschätzt und von 
einer Therapie-Implementierung abhängig gemacht, kann die 
Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten nicht mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit festgelegt werden und ist der medizinische Sachverhalt 
weiter abzuklären (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 10. August 2020, IV 2018/282).

Entscheid vom 10. August 2020

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), Marie-Theres Rüegg 

Haltinner und Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Felicia Sterren

Geschäftsnr.

IV 2018/282

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Pascal Adrien Manhart, MLaw, Knus Gnädinger Landolt, 

Molkereistrasse 1, Postfach, 8645 Jona,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ wurde am 21. Januar 2014 zur Früherfassung bei der Invalidenversicherung 

angemeldet. Als gesundheitliche Problematik nannte der Arzt ein 

Lumbovertebralsyndrom bei muskulärer Dysbalance, Haltungsinsuffizienz sowie eine 

Diskushernie links-medio-lateral L4/5 (IV-act. 1). Am 7. Februar 2014 meldete er sich 

zum Bezug von Leistungen an (IV-act. 6).

A.a. 

Mit Bericht vom 28. März 2014 führte Dr. med. B.___, FMH Physikalische Medizin 

und Rehabilitation, Rapperswil, aus, der Versicherte klage über rezidivierende 

Schmerzen seit der Kindheit im Bereich des Rückens. Seit Dezember 2013 leide er 

erneut unter akuten linkslumbalen Schmerzen (IV-act. 23-2).

A.b. 

Die IV-Stelle gewährte dem Versicherten am 10. Februar 2014 Beratung und 

Unterstützung beim Erhalt seines Arbeitsplatzes als Maschinenwart bei der C.___ (vgl. 

IV-act. 25 und 1). Nachdem der Versicherte weder das gewünschte Arbeitspensum 

erreichen noch die erforderliche Leistung erbringen konnte und schmerzbedingt immer 

wieder vollständig ausfiel, kündigte die C.___ ihm das Arbeitsverhältnis per 31. Januar 

2015 (vgl. IV-act. 37-5).

A.c. 

Vom 23. Juli 2014 bis 19. August 2014 befand sich der Versicherte bei den D.___ 

in stationärer Therapie. Er absolvierte in dieser Zeit ein Ergonomietraining und war 

100% arbeitsunfähig geschrieben. Die D.___ empfahlen einen Wiedereinstieg wie folgt: 

ab 21. August 2014 60%, ab 19. September 2014 für zwei Wochen 70%, danach 80% 

Arbeitsfähigkeit für wechselbelastende Tätigkeiten (IV-act. 43, insbesondere IV-

act. 43-7).

A.d. 

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Vom 27. November bis 24. Dezember 2014 war der Versicherte im Spital E.___ zu 

einer stationären Alkoholentzugsbehandlung hospitalisiert (IV-act. 65-6 ff.). Direkt 

anschliessend war er bis 29. Oktober 2015 im F.___ (IV-act. 63). Während dieser Zeit 

war der Versicherte zwar in der Holzwerkstatt und im Recycling des F.___s beschäftigt, 

ein eigentliches Arbeitstraining war jedoch nicht möglich, da der Versicherte 

schmerzbedingt keine volle Woche durcharbeitete. Der Arbeitsagoge des F.___s sah 

deshalb keine Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt (vgl. IV-

act. 60-1 f. und 63-2).

A.e. 

Dr. med. G.___ bei welchem der Versicherte seit 20. Oktober 2014 in 

psychiatrischer Behandlung stand, attestierte diesem mit Arztbericht vom 5. November 

2015 eine Arbeitsfähigkeit adaptiert von 30% (IV-act. 65-3).

A.f. 

Mit Mitteilung vom 9. März 2016 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren um 

berufliche Massnahmen ab (IV-act. 74).

A.g. 

Mit Bericht vom 18. April 2016 attestierte Dr. B.___ dem Versicherten bei einem 

Panvertebralsyndrom bei ausgeprägter muskulärer Dysbalance und 

Haltungsinsuffizienz eine Arbeitsfähigkeit von täglich maximal vier bis fünf Stunden mit 

einer Pause von 30 Minuten nach zwei Stunden in einer angepassten Tätigkeit (IV-

act. 79).

A.h. 

Dr. G.___ diagnostizierte am 18. April 2016 eine Dysthymia (F34.1), ein 

Abhängigkeitssyndrom von Alkohol (F10.20), seit Oktober 2015 abstinent, und ein 

chronisches LWS-Syndrom. Anfänglich habe die Alkoholproblematik im Vordergrund 

gestanden mit einem Konsum von zuletzt bis zu 10 Liter Bier täglich und 

gelegentlichem Kokainkonsum. Später hätten die lumbalen Schmerzen im Vordergrund 

gestanden. In Sachen Schmerzen und körperlicher Belastungsfähigkeit habe der 

Versicherte keine Fortschritte gemacht, weshalb Dr. G.___ ihm nicht mehr habe 

weiterhelfen können und der Versicherte die therapeutische Begleitung bei ihm 

abgebrochen habe (IV-act. 80).

A.i. 

Mit Stellungnahme vom 23. Mai 2016 hielt RAD-Ärztin Dr. H.___, Fachärztin für 

Arbeitsmedizin FMH, fest, die von Dr. B.___ attestierte Arbeitsfähigkeitsschätzung sei 

sehr tief und könne aus IV-medizinischer Sicht nicht gestützt werden. Durch 

A.j. 

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regelmässige Beübung der Rumpfmuskulatur sollte der Gesundheitszustand verbessert 

werden können. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe seit Austritt aus dem F.___ eine 

Arbeitsfähigkeit von 100% (IV-act. 81-2 f.).

Mit Verfügung vom 13. Juni 2016 wies die IV-Stelle das Begehren um 

Invalidenrente ab (IV-act. 82). Dagegen erhob der Versicherte am 4. Juli 2016 

Beschwerde (IV-act. 83 f.).

A.k. 

Dr. med. I.___, FMH Radiologie, stellte am 30. Juni 2016 eine aktivierte linksbetonte 

Facettengelenkarthrose auf Höhe LWK 3/4 sowie 4/5 als mögliche Ursache der 

Beschwerden fest. Zudem bestehe unverändert eine flache linksmediolaterale 

Bandscheibenprotrusion lumbosacral sowie eine breitbasige mediane 

Bandscheibenhernie mit linksmediolateraler Komponente auf Höhe LWK 4/5 ohne 

eindeutige Nervenwurzelkompression (IV-act. 83-3).

A.l. 

Am 7. Juli 2016 stellte Dr. B.___ folgende Diagnosen: Diabetes mellitus, 

Hypertonus, Hepatopathie (alkoholtoxisch), panvertebrales Schmerzsyndrom bei 

aktivierten Facettengelenksarthrosen L3/4 und L4/5 bds. sowie Dysthymia. Die 

therapeutischen Optionen zur Behandlung des Schmerzsyndroms seien damit massiv 

eingeschränkt. NSAR, Paracetamol seien wegen der Hepatopathie, Opiate wegen des 

St.n. Alkoholabhängigkeit und Kortison wegen des Diabetes kontraindiziert. Trainings- 

und Neuraltherapie seien seit Jahren ohne substantielle Verbesserung erfolgt. Die 

Prognose sei damit sehr ungünstig (IV-act. 83-4).

A.m. 

Am 26. September 2016 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 13. Juni 2016 

(IV-act. 95). Das Versicherungsgericht schrieb das Beschwerdeverfahren mit Verfügung 

vom 14. Oktober 2016 ab (IV-act. 103).

A.n. 

Im Dezember 2016 veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung 

(Allgemeine/Innere Medizin, Rheumatologie und Psychiatrie) bei der MEDAS Interlaken-

Unterseen GmbH (nachfolgend: MEDAS; IV-act. 112 und 115).

A.o. 

Mit Gutachten vom 13. Mai 2017 stellten die MEDAS-Gutachter folgende 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Hämochromatose (E83.1), 

Osteopenie/Osteoporose und beginnende Coxarthrose bds. (M19.05). Als Diagnosen 

A.p. 

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ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten sie Hypertonie (I10), St.n. 

Anpassungsstörung (F43.2), Alkoholmissbrauch, sowie Knick-Senk-Spreizfüsse bds. 

fest (IV-act. 124-20 f.). Die diagnostizierten Hämochromatose und Osteoporose, 

welche bisher nicht abgeklärt und nicht behandelt worden seien, müssten als Ursache 

der geklagten lumbovertebralen Schmerzen betrachtet werden. Die Gutachter würden 

die Abklärung und Behandlung dieser beiden Krankheiten empfehlen. Nach 

Behandlung der Grundleiden seien dem Versicherten Eingliederungsmassnahmen 

zumutbar, welche den Kriterien einer angepassten Tätigkeit entsprächen (IV-

act. 124-21 f.). In einer angepassten Tätigkeit sei der Versicherte maximal 80% 

arbeitsfähig. Dabei bestehe keine Einschränkung des zeitlichen Pensums, jedoch eine 

20%ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit wegen vermehrtem Pausenbedarf und/

oder verlangsamtem Arbeitstempo. Die Pausen seien zur Sicherstellung der 

Möglichkeit zu Lockerungs-, Dehnungs- und Gymnastikübungen notwendig. Das 

verlangsamte Arbeitstempo resultiere aus der Einhaltung der ergonomischen 

Empfehlungen. Für diese Tätigkeit seien folgende Kriterien zu berücksichtigen: 

Vermeiden von Heben von Lasten über 20 kg. Vermeiden von repetitiven Torsions- und 

Schwenkbewegungen mit dem Rumpf und dem Oberkörper sowie von monotonen, 

vorgebeugten, knienden oder kauernden Tätigkeiten. Vermeiden von Überkopfarbeiten. 

Vermeiden von Expositionen für physikalische Vibrations-, Schlag- oder 

Rüttelbewegungen. Für sitzende und stehende Tätigkeiten sei auf die Möglichkeit von 

Wechselpositionen und/oder Kurzpausen zu achten. Längeres Tragen von Lasten über 

10 kg sei zu vermeiden. Diese Arbeitsfähigkeit gelte nach erfolgter Abklärung der 

Hämochromatose und der Osteoporose und nach erfolgreicher Therapie-

Implementierung durch die behandelnden Ärzte (IV-act. 124-23).

Mit Stellungnahme vom 5. Juli 2017 hielt RAD-Arzt Dr. J.___, Facharzt für Innere 

Medizin, Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, fest, aus der 

DEXA-Messung von Dr. B.___ vom Juni 2017 gehe hervor, dass die vom Gutachter 

diagnostizierte Osteoporose nicht nachgewiesen werden könne. Die vom Gutachter 

gestellte Diagnose einer Hämochromatose werde vom RAD als nicht bestätigt erachtet, 

solange keine genetische Untersuchung durchgeführt worden sei. Das erhöhte Ferritin 

könne durch den chronischen Alkoholabusus bedingt sein. Eine andere Beurteilung der 

A.q. 

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Arbeitsfähigkeit ergebe sich daraus jedoch nicht (IV-act. 126; vgl. zur DEXA-Messung 

IV-act. 125).

Mit Vorbescheid vom 10. Juli 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten erneut die 

Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 129).

A.r. 

Mit ärztlichem Attest vom 14. August 2017 führte Dr. B.___ aus, die Aussagen des 

rheumatologischen Gutachters hinsichtlich einer Osteoporose mit dazugehörigen 

Frakturen sei als falsch einzuschätzen. Die Veränderungen in der Form der 

Wirbelkörper seien durch die massive mechanische Überlastung mit übermässigen 

Umbauvorgängen der Wirbelkörper bedingt. Diese führten zu nachvollziehbaren 

chronischen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen und könnten in der Form 

und Struktur therapeutisch nicht verändert werden. Aus ihrer Sicht sei weiterhin eine 

Einschränkung von 50% auch für Verweistätigkeiten vorhanden (IV-act. 135-2).

A.s. 

Am 16. August 2017 und ergänzend am 30. August 2017 erhob der Versicherte 

Einwand gegen den Vorbescheid vom 10. Juli 2017 (IV-act. 135-1 und 136).

A.t. 

Am 24. August 2017 erstellte Dr. I.___ ein MRI der BWS und LWS und beurteilte es 

wie folgt: Im Verlauf weiterhin flache mediane bis links mediolateral ausladende 

Bandscheibenprotrusion lumbosacral sowie breitbasige mediane 

Bandscheibenprotrusion auf Höhe LWK 4/5 ohne Zeichen einer Neurokompression. 

Unveränderte mediane Bandscheibenprotrusion auf Höhe BWK 12/LWK 1. Neu 

nachweisbare kleinste links paramedian bis lateral reichende Bandscheibenprotrusion 

auf Höhe BWK 2/3. Insgesamt kein Nachweis einer Spinalkanalstenose oder einer 

neuroforaminalen Einengung. Nach wie vor leicht aktivierte Facettengelenkarthrose auf 

Höhe LWK 4/5 (IV-act. 139).

A.u. 

Auf Nachfrage der IV-Stelle führte der rheumatologische Gutachter am 21. März 

2018 aus, die DEXA-Messung zeige eine technische Verfälschung nach oben. Die 

Diagnose der Osteoporose könne deshalb trotzdem gestellt werden. Das MRI sei nicht 

geeignet, die Befunde aus dem Röntgen zu widerlegen. Er halte daran fest, dass keil-

morphologische Veränderungen vorliegen würden. Diese seien nicht typisch als 

Resultat einer mechanischen Belastung im degenerativen Sinn einzustufen, sondern 

eben gerade bei Osteopenie wegen der dortigen mechanischen Überlastung typisch 

A.v. 

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B.  

gehäuft auftretend. Wenn solche Ereignisse ausgeheilt seien, zeige sich in einer MRI-

Untersuchung keine frakturäquivalente Sinterungsaktivität mehr. Die von Dr. B.___ 

festgesetzte Arbeitsfähigkeit von 50% könne weder betreffend die vorliegende 

Morphologie noch aufgrund einer reinen Spondylose nachvollzogen werden (IV-

act. 151).

Am 7. Mai 2018 bezeichnete Dr. B.___ die Beurteilung des rheumatologischen 

Gutachters als falsch. Alle Werte der DEXA-Messung seien im Normbereich. Eine 

osteoporotisch bedingte Fraktur wäre im MRI nachweisbar. Die Kompetenz des 

Gutachters sei deshalb anzuzweifeln (IV-act. 157).

A.w. 

Mit Stellungnahme vom 25. Mai 2018 hielt RAD-Arzt Dr. J.___ fest, dass die DEXA-

Messung lediglich eine Zusatzuntersuchung sei und auch bei normaler Knochendichte 

eine Osteoporose gegeben sein könne. Entscheidend sei das klinische Auftreten von 

Frakturen ohne adäquates Trauma. Es sollten deshalb die MRI- und Röntgenbilder zur 

eigenständigen Beurteilung durch den RAD eingeholt werden (IV-act. 159). Mit 

Stellungnahme vom 3. Juli 2018 beschrieb Dr. J.___, sowohl auf den Röntgen- als auch 

den MRI-Bildern sei eine leichte Keilwirbelbildung von BWK 12 und LWK 1 deutlich zu 

sehen. Diese komme bei verschiedenen Ursachen vor, z.B. bei der diskutierten 

Osteoporose. Unabhängig von der zu Grunde liegenden Ursache ergebe sich aber 

keine Änderung der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 164).

A.x. 

Mit Verfügung vom 5. Juli 2018 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. 

Aufgrund der medizinischen Abklärungen bestehe für körperlich leichte bis kurzfristig 

mittelschwere Tätigkeiten ohne Zwangsposition eine 80%ige Arbeitsfähigkeit, welche 

in einem vollen Pensum mit um 20% reduzierter Leistung verwertet werden könne. 

Daran werde nach Rückfragen zum MEDAS-Gutachten und eigenständiger Beurteilung 

der MRI- und Röntgenbilder durch den RAD festgehalten. Der Invaliditätsgrad betrage 

28%, sodass kein Rentenanspruch gegeben sei (IV-act. 165).

A.y. 

Gegen diese Verfügung erhebt A.___, vertreten durch Rechtsanwalt Adrian 

Schnetzler, Knus Gnädinger Landolt Rechtsanwälte, am 6. September 2018 

Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung vom 5. Juli 2017 sei aufzuheben und ihm sei 

B.a. 

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eine Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten über seine 

Erwerbsfähigkeit in Auftrag zu geben. Subeventualiter seien 

Eingliederungsmassnahmen zu verfügen oder die Sache zu diesem Zweck an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Subsubeventualiter sei die Sache insgesamt zur 

neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt.) zulasten der Beschwerdegegnerin. Ihm sei die 

unentgeltliche Rechtspflege samt unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu gewähren. 

Zur Begründung macht er im Wesentlichen geltend, das MEDAS-Gutachten sei nicht 

beweiskräftig, sodass darauf nicht abgestellt werden könne. Zudem würden die 

MEDAS-Gutachter trotz der Feststellung, dass weitere medizinische Abklärungen nötig 

seien, bereits eine Arbeitsfähigkeitsschätzung abgeben. Dies sei spekulativ. Die 

Definition der adaptierten Arbeitsfähigkeit in der Verfügung greife zu kurz und stimme 

nicht mit der Umschreibung im MEDAS-Gutachten überein. In einer derart eng 

umschriebenen Verweistätigkeit könne höchstens die Hälfte des angenommenen 

Invalideneinkommens (Tabellenlohn) erzielt werden. Die Diagnose der 

Hämochromatose werde vom RAD-Arzt übergangen, indem dieser den Ferritinwert 

spekulativ auf den Alkoholabusus zurückführe. Insgesamt sei der Sachverhalt 

medizinisch noch nicht genügend geklärt. Die Zusatzfragen seien nicht polydisziplinär 

beantwortet worden, sondern rein rheumatologisch, was formell fehlerhaft sei. Die vom 

RAD vorgenommene eigenständige Beurteilung sei unstatthaft. Eine verwaltungsinterne 

Abklärung könne von vornherein nicht genügen. Das Valideneinkommen habe gemäss 

Lohnliste der C.___ im Jahr 2013 Fr. 74'084.55 betragen. Es bestehe kein Grund, 

davon abzuweichen. Ihm sei zudem ein Leidensabzug zu gewähren (act. G1).

Mit Beschwerdeantwort vom 29. November 2018 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Arbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit werde im interdisziplinären Konsens auf maximal 80% 

geschätzt. Weiter werde ausgeführt, dass die 20%ige Einschränkung der 

Leistungsfähigkeit aus vermehrtem Pausenbedarf und/oder verlangsamtem 

Arbeitstempo resultiere. RAD-Arzt Dr. J.___ habe festgehalten, dass die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung unter rheumatologischen Aspekten nachvollzogen werden 

könne. Die MEDAS habe zu den im Einwandverfahren erhobenen Vorbringen Stellung 

genommen und der RAD sei zum Schluss gekommen, dass sich insgesamt keine 

B.b. 

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Erwägungen

1.  

Änderung der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ergebe. Der RAD habe sich auch zum 

Schreiben Dr. B.___s vom 7. Mai 2018 geäussert und sei zum Ergebnis gelangt, dass 

Dr. B.___ die Kompetenz des rheumatologischen Gutachters zu Unrecht angezweifelt 

habe. Die Beschwerdegegnerin habe die zu tätigenden Abklärungen umfassend 

vorgenommen. Dem MEDAS-Gutachten sei volle Beweiskraft zuzumessen. Gemäss IK-

Auszug habe der Beschwerdeführer im Jahr 2012 ein Einkommen von Fr. 72'327.-- und 

im Jahr 2013 ein solches von Fr. 71'651.-- erzielt. Seinem Vorbringen, ihm sei ein 

Valideneinkommen von Fr. 74'084.55 anzurechnen, könne nicht gefolgt werden. Unter 

Berücksichtigung des anrechenbaren Invalideneinkommens von Fr. 52'138.-- resultiere 

ein Invaliditätsgrad von 28%. Ein Leidensabzug sei nicht gerechtfertigt (act. G5).

Am 4. Dezember 2018 bewilligt die verfahrensleitende Versicherungsrichterin das 

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; act. G6).

B.c. 

Mit Replik vom 21. Januar 2019 hält der Beschwerdeführer, nun vertreten durch 

Rechtsanwalt Pascal Adrien Manhart, Knus Gnädinger Landolt Rechtsanwälte, an 

seinen Anträgen fest. Der medizinische Endzustand sei noch nicht erreicht. 

Zwischenzeitlich liege ein weiteres ärztliches Attest von Dr. B.___ vor, welches eine 

sehr ungünstige Prognose stelle (act. G8).

B.d. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G9 f.).B.e. 

Mit Schreiben vom 8. Juli 2020 reicht der Beschwerdeführer das neueste ärztliche 

Attest von Dr. B.___ ein und macht eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands 

geltend (act. G11).

B.f. 

Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) versicherte Personen, 

die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

1.1. 

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2.  

durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40% invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich 

die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist 

(Art. 7 Abs. 2 ATSG).

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht 

ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% 

ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach 

Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).

1.2. 

Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im 

Aufgabenbereich zu betätigen, ist für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung 

von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie 

voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, 

nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und 

voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die 

Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).

1.3. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4).

2.1. 

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

2.2. 

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3.  

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 157 E. 1a). 

Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben 

Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen 

stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a).

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).

2.3. 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist sodann der 

Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, wonach behandelnde Ärztinnen und Ärzte im 

Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher 

zugunsten ihrer Patienten aussagen (Urteil des Bundesgerichts vom 27. September 

2017, 8C_295/2017, E. 6.4.2 mit Hinweisen), sodass im sozialversicherungsrechtlichen 

Verfahren nicht allein auf ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abgestellt werden darf, 

wenn Zweifel an deren Richtigkeit bestehen.

2.4. 

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hin­

weisen).

2.5. 

Vorliegend besteht Einigkeit darüber, dass der Beschwerdeführer seit Dezember 

2013 in seiner angestammten Tätigkeit durchgehend arbeitsunfähig ist (vgl. IV-

act. 23-2 für Dr. B.___, 124-23 für die MEDAS-Gutachter und 126-1 für den RAD). Zwar 

arbeitete er im Jahr 2014 noch in wechselnden Pensen bei seiner letzten Arbeitgeberin. 

Er erbrachte jedoch trotz der Tatsache, dass auf seine gesundheitliche Verfassung 

Rücksicht genommen wurde, keine stabile Leistung und war immer wieder 100% 

krankgeschrieben (vgl. hierzu IV-act. 37). Demnach begann das Wartejahr nach Art. 28 

Abs. 1 lit. b IVG im Dezember 2013 und war folglich im Dezember 2014 erfüllt. 

Nachdem der Beschwerdeführer sich am 7. Februar 2014 zum Leistungsbezug bei der 

Beschwerdegegnerin angemeldet hat (IV-act. 6), ist die Karenzfrist von sechs Monaten 

3.1. 

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4.  

nach Art. 29 Abs. 1 IVG am 7. August 2014, noch vor Ende des Wartejahres, 

abgelaufen. Somit würde ein allfälliger Rentenanspruch frühestens per 1. Dezember 

2014 entstehen.

Im Zeitpunkt des Ablaufs des Wartejahres befand der Beschwerdeführer sich zum 

Alkoholentzug im Spital E.___ in Behandlung. Direkt anschliessend war er bis 29. 

Oktober 2015 im F.___ (IV-act. 63 und 65-6 ff.). Diese Entzugsbehandlung war bei 

einem Alkoholkonsum von zuletzt vor Behandlungsbeginn sechs bis zehn Litern Bier 

täglich (IV-act. 65-9) unstreitig dringend indiziert. Der psychiatrische MEDAS-Gutachter 

sprach denn auch von einer fachgerechten Behandlung des Abhängigkeitssyndroms 

(vgl. IV-act. 124-49). Während der stationären Behandlung im Spital E.___ und der 

Suchttherapie im F.___ war der Beschwerdeführer auch in einer adaptierten Tätigkeit 

vollständig arbeitsunfähig (so auch RAD-Ärtzin H.___ mit Stellungnahme vom 23. Mai 

2016, IV-act. 81-2; anderslautende Prognosen [vgl. etwa IV-act. 53] erwiesen sich als 

zu optimistisch, weshalb der Aufenthalt im F.___ mehrmals hatte verlängert werden 

müssen). Zwar war der Beschwerdeführer im F.___ in der Holzwerkstatt und im 

Recycling tätig, dabei handelte es sich jedoch bloss um eine 

Beschäftigungsmassnahme im Sinne einer Tagesstruktur (vgl. IV-act. 60-1 f. und 63-2). 

Eine verwertbare Arbeitsfähigkeit bestand hingegen in diesem Zeitraum, während dem 

der Beschwerdeführer trotz hoher Motivation immer wieder rückfällig wurde (vgl. 

beispielhaft IV-act. 45), nicht.

3.2. 

Zu prüfen bleibt die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zwischen dem 

30. Oktober 2015 (Austritt aus dem F.___) und dem 5. Juli 2018 (Datum der 

angefochtenen Verfügung).

4.1. 

Anders als vom RAD angenommen (vgl. etwa IV-act. 126-2) gilt die im MEDAS-

Gutachten attestierte Arbeitsfähigkeit von "maximal 80%" (IV-act. 124-23) nicht seit 

Dezember 2013. Dass diese Einschätzung nicht zutreffen kann, ist angesichts der rund 

elf Monate dauernden stationären Entzugs- und Suchtbehandlung des 

Beschwerdeführers im Spital E.___ und im F.___, welche vom psychiatrischen 

Gutachter als fachgerecht bezeichnet wurde (IV-act. 124-49), evident.

4.2. 

Tatsächlich äusserten sich die MEDAS-Gutachter weder in psychiatrischer noch 

somatischer Hinsicht hinreichend zum retrospektiven Verlauf der Arbeitsfähigkeit. Eine 

differenzierte Auseinandersetzung mit den Vorakten und den Meinungen der 

behandelnden Ärzte, insbesondere mit deren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, fehlt 

oder wurde im Gutachten zumindest nicht beschrieben (vgl. beispielhaft IV-act. 124-22, 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/17

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wo in der Konsensbeurteilung unter dem Titel "V. Konsistenz" keine entsprechenden 

Ausführungen erfolgten, sowie IV-act. 124-23, wo unter dem Titel "VI. Arbeitsfähigkeit" 

ebenfalls keine hinreichend nachvollziehbaren Angaben gemacht wurden). Insofern ist 

das MEDAS-Gutachten unvollständig.

In den Akten finden sich uneinheitliche Einschätzungen der verschiedenen 

Behandler. Beispielsweise gingen die D.___ – allerdings noch vor der stationären 

Suchttherapie – von einer Arbeitsfähigkeit von 60%, steigerbar auf 80% aus (IV-

act. 43). Dr. G.___ ging hingegen nach erfolgter Suchttherapie von einer 

Arbeitsfähigkeit adaptiert von lediglich 30% aus (IV-act. 65). Nachdem sie ursprünglich 

von einer Steigerbarkeit der Arbeitsfähigkeit ausging, vertritt die Rheumatologin 

Dr. B.___ nach Durchführung diverser Therapiemassnahmen und Gewinnung von 

zusätzlichen Erkenntnissen nun nachdrücklich den Standpunkt, die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers sei auf 50% begrenzt. Andere Berichte enthalten keine oder nur 

ungenaue Angaben zur Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit (siehe etwa IV-act. 83-3 

und 51-12 f., Dr. I.___ und Physiotherapeut K.___).

4.3.1. 

Im Gegensatz zu den Behandlern schätzte der RAD die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers regelmässig optimistischer ein (vgl. etwa IV-act. 81, Stellungnahme 

Dr. H.___ vom 23. Mai 2016, in welcher sie von einer Arbeitsfähigkeit von 100% seit 

Austritt aus dem F.___ ausging, was nun auch von den MEDAS-Gutachtern wiederlegt 

wurde). Unter beweisrechtlichen Gesichtspunkten kann nicht allein auf die RAD-

Einschätzungen abgestellt werden, wie die Beschwerdegegnerin selbst ebenfalls 

bereits feststellte (IV-act. 94), zumal es sich dabei um eine reine Aktenbeurteilung bei 

stark abweichenden medizinischen Einschätzungen handelt.

4.3.2. 

Schliesslich fehlt es in den Berichten der behandelnden Ärzte und den RAD-

Stellungnahmen naturgemäss an einer ganzheitlichen Betrachtung durch verschiedene 

Fachdisziplinen, wie sie durch die interdisziplinäre Begutachtung stattfinden soll.

4.3.3. 

Als Zwischenfazit ist deshalb festzuhalten, dass für den Zeitraum vom 30. Oktober 

2015 (Austritt aus dem F.___) bis zum 13. Mai 2017 (MEDAS-Gutachten) für die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung weder auf das Medas-Gutachten noch auf die 

divergierenden Einschätzungen der Behandler abgestellt werden kann. Auch die 

Einschätzung des RAD kann nicht übernommen werden. Demnach lässt sich der 

Verlauf der Arbeitsunfähigkeit bei der gegebenen Aktenlage nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit eruieren. Die Beschwerdegegnerin wird die entsprechenden 

Abklärungen noch zu tätigen haben.

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/17

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5.  

Nicht nur eine retrospektive, sondern auch eine aktuelle abschliessende 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit fehlt im MEDAS-Gutachten. In der Zusammenfassung 

der Teilgutachten, bei der es sich um die abschliessende Konsensbeurteilung aller 

Gutachter handelt, hielten diese fest, nach Behandlung der Grundleiden seien dem 

Beschwerdeführer Eingliederungsmassnahmen zumutbar, welche den Kriterien einer 

angepassten Tätigkeit entsprächen (IV-act. 124-22). Schon dies deutet darauf hin, dass 

die attestierte Arbeitsfähigkeit erst nach einer entsprechenden Behandlung gegeben 

ist. Weiter gelangten die MEDAS-Gutachter unter dem Titel "VI. Arbeitsfähigkeit", 

"2. Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit" zum Schluss: "Für eine angepasste 

Tätigkeit erachten wir den Versicherten im interdisziplinären Konsens zu maximal 80% 

arbeitsfähig. (…) Diese Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gilt nach erfolgter 

Abklärung der Hämochromatose und der Osteoporose und nach erfolgreicher 

Therapie-Implementierung durch die behandelnden Ärzte" (IV-act. 124-23). Demnach 

handelt es sich bei der attestierten Arbeitsfähigkeit von "maximal 80%" um eine 

Prognose, welche von mehreren Faktoren abhängig ist. Vor der Abklärung der neu 

gestellten Diagnosen und entsprechender Therapie-Implementierung muss die 

Arbeitsfähigkeit somit gemäss dem MEDAS-Gutachten tiefer als 80% liegen. 

Andernfalls hätte diese differenzierter formuliert werden müssen, dass die 

Arbeitsfähigkeit derzeit 80% betrage und nach Therapie-Implementierung 

möglicherweise weiter gesteigert werden könnte.

5.1. 

Zwar gab der rheumatologische MEDAS-Gutachter mit Stellungnahme vom 

21. März 2018 an, die von Dr. B.___ festgesetzte Arbeitsfähigkeit von 50% könne 

weder betreffend Morphologie noch aufgrund einer reinen Spondylose nachvollzogen 

werden (IV-act. 151). Dabei legte der rheumatologische Gutachter aber weder einen 

zeitlichen Verlauf der Erkrankung noch eine nachvollziehbar begründete aktuelle 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit dar. Seine Ansicht, welche sich im Wesentlichen auf 

eine Negierung der Beurteilung Dr. B.___s beschränkt, begründete er trotz 

entsprechender Aufforderung durch die Beschwerdegegnerin (IV-act. 142) nicht weiter, 

sodass nicht auf seine Stellungnahme abgestellt werden kann.

5.2. 

Auf die Prognose der MEDAS-Gutachter kann für den Zeitraum ab 13. Mai 2017 

(Datum MEDAS-Gutachten, IV-act. 124) ebenfalls nicht unbesehen abgestellt werden, 

wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen.

5.3. 

Die MEDAS-Gutachter stellen drei neue Diagnosen, mit welchen sie eine Arbeits­

unfähigkeit von mindestens 20% begründen. Einerseits soll beim Beschwerdeführer 

5.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/17

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eine Hämochromatose vorliegen. Andererseits soll er unter Osteopenie/Osteoporose 

leiden. Schliesslich haben die Gutachter eine beginnende Coxarthrose bds. festgestellt.

Die Diagnose einer Hämochromatose erachtet der RAD indes als nicht bestätigt, 

solange sie nicht durch eine genetische Untersuchung bestätigt worden ist. Das 

erhöhte Ferritin könne auch durch den Alkoholkonsum bedingt sein (IV-act. 126-2). Aus 

den Akten ergeben sich keine Hinweise darauf, dass eine genetische Untersuchung 

durchgeführt worden wäre. Da die noch unbehandelte Hämochromatose aber gemäss 

MEDAS-Gutachten Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hat, ist zu ermitteln, ob beim 

Beschwerdeführer entsprechende Abklärungen inklusive Gentest durchgeführt und 

inzwischen eine adäquate Behandlung aufgenommen wurde.

5.3.2. 

Angesichts der Möglichkeit eines Zusammenhanges zwischen dem Ferritinwert 

und dem Alkoholkonsum ist in Erfahrung zu bringen, ob unterdessen beim 

Beschwerdeführer Erkenntnisse hinsichtlich des Weiterbestehens des Suchtleidens 

vorliegen (IV-act. 124-54). Der Beschwerdeführer gab gegenüber dem psychiatrischen 

MEDAS-Gutachter an, "Er trinke Bier, nicht täglich, maximal 4 oder 5 am Tag, gemeint 

sind Halbliterdosen" (IV-act. 124-41). Dass trotzdem keine Abhängigkeit bestehen soll, 

nachdem der Beschwerdeführer rund zehn Monate lang im F.___ in einer Suchttherapie 

war, wobei er diverse Rückfälle erlebt hat, erscheint wenig überzeugend. Beachtlich ist 

zudem, dass der Beschwerdeführer unumwunden zugab, gelegentlich Kokain zu 

konsumieren, "viel ginge ja nicht, da fehle ihm auch das Geld dazu" (IV-act. 124-41). 

Auch diesbezüglich stellt sich die Frage nach einem allfälligen Suchtverhalten, das die 

Arbeitsfähigkeit weiterhin massgebend beeinflussen könnte.

5.3.3. 

Betreffend die Diagnose Osteopenie/Osteoporose besteht Uneinigkeit zwischen 

Dr. B.___ und dem rheumatologischen MEDAS-Gutachter. Während dieser an seiner 

Diagnose festhält (IV-act. 151), bezeichnet jene sie nachdrücklich als falsch (IV-

act. 157). RAD-Arzt Dr. J.___ hat daraufhin eine eigenständige Beurteilung anhand der 

Röntgen- und MRI-Bildgebung vorgenommen und festgestellt, es seien deutlich 

Keilwirbelbildungen zu sehen. Diese kämen bei verschiedenen Ursachen vor, z.B. bei 

der diskutierten Osteoporose als Impressionsfrakturen (IV-act. 164). Demnach ist eine 

Osteopenie/ Osteoporose nach wie vor weder eindeutig bestätigt noch 

ausgeschlossen. RAD-Arzt Dr. J.___ hält zwar dafür, insgesamt ergebe sich keine 

Änderung der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, unabhängig von der zugrunde liegenden 

Ursache (IV-act. 164). Dem kann jedoch nicht gefolgt werden, denn gemäss MEDAS-

Gutachtern gilt die von ihnen attestierte Arbeitsfähigkeit von "maximal 80%" erst nach 

erfolgter Abklärung der Hämochromatose und der Osteoporose und nach erfolgreicher 

5.3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/17

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6.  

Therapie-Implementierung durch die behandelnden Ärzte (IV-act. 124-23). 

Insbesondere ist davon auszugehen, dass bei einer optimalen Therapie die den 

Beschwerdeführer limitierenden Schmerzen besser behandelt werden könnten, was 

sich positiv auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würde.

Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt auch für den Zeitraum ab 

13. Mai 2017 weiter abzuklären. Insbesondere ist zu ermitteln, ob weitere Erkenntnisse 

hinsichtlich der Diagnosen gewonnen sowie konkrete Behandlungsempfehlungen 

abgegeben wurden. Anschliessend ist die Arbeitsfähigkeit zu bestimmen und falls 

diese noch verbessert werden kann zu prüfen, welche Massnahmen medizinisch 

indiziert und zumutbar sind und der Beschwerdeführer gegebenenfalls aufzufordern, 

sich diesen zu unterziehen, soweit das noch nicht geschehen ist.

5.4. 

Zusammenfassend steht fest, dass der Beschwerdeführer das Wartejahr im 

Dezember 2014 erfüllt hat und anschliessend bis zum Austritt aus dem F.___ am 29. 

Oktober 2015 für sämtliche Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig war und damit ein 

Rentenanspruch entstanden ist. Der gesamte anschliessende Verlauf der 

Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten - auch über den Gutachtenszeitpunkt am 13. 

Mai 2017 hinaus - ist weiter abklärungsbedürftig. Von ergänzenden Abklärungen 

können zusätzliche Erkenntnisse erwartet werden.

5.5. 

Zusammenfassend ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die Verfügung 

vom 5. Juli 2018 ist aufzuheben. Die Sache ist zu ergänzenden Abklärungen im Sinn 

der Erwägungen und zu entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen. In diesem Zusammenhang wird die Beschwerdegegnerin auch das 

Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach sich sein Gesundheitszustand 

zwischenzeitlich verschlechtert habe (act. G11) zu prüfen haben.

6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Beim vorliegenden Verfahrensausgang ist für die Kosten 

von einem vollen Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen (vgl. BGE 137 V 57). 

Demnach hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

6.2. 

bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 5. Juli 2018 aufge­

hoben und die Sache wird zu ergänzenden Abklärungen im Sinn der Erwägungen und 

zu entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.--.

3.

Die Beschwerdegegnerin bezahlt dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in 

Höhe von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; 

sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers hat keine Honorarnote eingereicht. Der Bedeutung und dem 

Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

Die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung von den 

Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für den 

Beschwerdeführer vom 4. Dezember 2018 (act. G6) braucht damit nicht in Anspruch 

genommen zu werden.

6.4. 

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 10.08.2020
	Art. 28, 28a und 29 IVG, Art. 88a IVV. Wird in einem Administrativgutachten die adaptierte Arbeitsfähigkeit lediglich prognostisch geschätzt und von einer Therapie-Implementierung abhängig gemacht, kann die Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festgelegt werden und ist der medizinische Sachverhalt weiter abzuklären (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. August 2020, IV 2018/282).

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		2024-05-26T23:49:15+0200
	"9001 St.Gallen"
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