# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b74a1d3e-78d6-58c3-b98f-8b00b2cba1f6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240360-O1
**Docket/Reference:** SB240360-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240360-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240360-O/U/bs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichterin lic. iur. S. Fuchs 

und Oberrichterin Dr. iur. E. Borla sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Jacomet 

Urteil vom 1. Oktober 2025

in Sachen

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,

Anklägerin und I. Berufungsklägerin

gegen

A._____,

Beschuldigter und II. Berufungskläger (Nichteintreten) sowie Anschlussberufungs-

kläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,

betreffend mehrfacher versuchter Diebstahl etc. 

(Rückweisung der I. strafrechtlichen Abteilung des Schweiz. Bundes-

gerichts)

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 1. Abteilung, 

vom 2. Juni 2020 (DG200031)

Urteil der I. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich 

vom 14. Februar 2023 (SB200420)

Urteil der strafrechtlichen Abteilung des Schweiz. Bundesgerichts 

- 2 -

vom 10. Juli 2024 (6B_919/2023)

- 3 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 12. Februar 2020 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 27).

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 69 S. 68 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig





des mehrfach versuchten Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung 

mit Art. 22 Abs. 1 StGB sowie

des Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 3 Monaten Freiheitsstrafe als Zusatzstrafe zu der mit Straf-

befehl vom 2. April 2020 der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl ausgefällten Strafe. 

3.

Die  bis  und  mit  heute  erstandene  Haft  von  194 Tage  wird  an  die  Freiheitsstrafen  gemäss 

diesem Urteil und gemäss dem Strafbefehl vom 2. April 2020 der Staatsanwaltschaft Zürich-

Sihl angerechnet.

4.

5.

6.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.

Von der Anordnung einer Landesverweisung wird abgesehen.

Die  mit  Verfügung  der  Staatsanwaltschaft  Zürich-Limmat  vom  20. Januar 2020 

beschlagnahmte  Barschaft  von  Fr. 22.60  (A013'251'031;  G.Nr. 76830803 /  K191123-032) 

wird eingezogen und zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

7.

Die sichergestellten Gegenstände, namentlich













DNA-Spur-Wattetupfer ab Halbhartkäse-Verpackung (A013'050'572),

Gasflasche, 1 Dose mit Gas zum Nachfüllen "Tycoon", 250 ml (A013'038'147),

DNA-Spur, Fahrzeuggriff aussen, Beifahrerseite aus Audi ZH 1 (A013'255'851),

DNA-Spur, Beifahrersitz aus Audi ZH 1 (A013'255'873),

DNA-Spur, ab Mittelkonsole und Handschuhfach aus Audi ZH 1 (A013'255'884),

DNA-Spur, Mikrospuren-Klebebandasservat aus Audi ZH 1 (A013'255'895),

- 4 -











Tatort-Fotografie, Übersichts-und Detailaufnahme aus VW Touran ZH 2 
(A013'255'942),

DNA-Spur, Fahrzeuggriff aussen, Fahrerseite ab VW Touran ZH 2 (A013'255'953),

DNA-Spur, Wattetupfer, Mittelkonsole, Sonnenbrillenfach aus VW Touran ZH 2 
(A013'255'964),

DNA-Spur, Mikrospuren-Klebebandasservat ab VW Touran ZH 2 (A013'255'975),

Betriebsgeld, VW Touran ZH 2 (A013'256'105)

lagernd beim Forensischen Institut Zürich, Referenz-Nr. K190923-043 / 76384640, Referenz-

Nr. K191125010 / 76830790 sowie Referenz-Nr. K191123032 / 76830803 sind nach Rechts-

kraft des Entscheides zu vernichten.

8.

Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

4'000.–

; die weiteren Kosten betragen:

2'100.–

  Gebühr Vorverfahren

1'200.–

  Gebühr Beschwerdeverfahren (G.-Nr. UB200036-O)

6'990.–

  Auslagen (Gutachten)

70.–

  Entschädigung Zeuge

6'638.85.–  ehemalige amtliche Verteidigung (RAin B._____)

16'000.–

  amtliche Verteidigung.

9.

Rechtsanwältin lic. iur. X._____ wird für ihre Aufwendungen als amtliche Verteidigerin des 

Beschuldigten mit Fr. 16'000.– (inkl. Barauslagen und 7.7% MwSt.) aus der Gerichtskasse 

entschädigt.

10.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten 

auferlegt,  aber  abgeschrieben,  soweit  nicht  durch  die  Einziehung  gedeckt.  Die  Kosten  der 

amtlichen  Verteidigung  werden  auf  die  Gerichtskasse  genommen;  vorbehalten  bleibt  eine 

Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

11.

Dem Beschuldigten werden Fr. 2'800.– zuzüglich 5 % Zins ab 26. Mai 2020 als Genugtuung 

aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

12.

(Mitteilungen)

13.

(Rechtsmittel)"

- 5 -

Berufungsanträge:
(Prot. II S. 25 f.)

a)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 76 S. 2; Urk. 186 S. 2)

1.

Der  Beschuldigte  sei  zu  bestrafen  mit  einer  Freiheitsstrafe  von 

15 Monaten.

Die Freiheitsstrafe sei zu vollziehen.

Es sei eine Landesverweisung von 5 Jahren anzuordnen.

Es sei die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Infor-

mationssystem anzuordnen.

2.

3.

4.

5.

Beim Beschuldigten sei eine stationäre Massnahme nach Art. 59 StGB 

anzuordnen.

6.

7.

Dem Beschuldigten sei keine Genugtuung zuzusprechen.

Im Übrigen wird die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils beantragt.

b)

Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten:

(Anschlussberufung; Urk. 85 S. 3 sowie Urk. 203 S. 1)

1.

In  Bezug  auf  das  Dossier 4  (Vorwurf  des  Hausfriedensbruchs  nach 

Art. 186 StGB) sei auf die Anklage nicht einzutreten, eventualiter sei der 

Beschuldigte vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs freizusprechen. 

2.

In Bezug auf Dossier 1 bis 3 (Vorwurf des mehrfachen versuchten Dieb-

stahls i.S.v. Art. 139 Ziff. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 2 StGB) sei der Be-

schuldigte vollumfänglich freizusprechen. 

3.

Eventualiter zu Antrag Ziffer 1 und 2 sei festzustellen, dass der Beschul-

digte die angeklagten Tatbestände im Zustand der nicht selbstverschul-

deten Schuldunfähigkeit erfüllt hat. 

- 6 -

4.

Auf einen Landesverweis sei in Bestätigung von Urteilsdispositivziffer 5 

des erstinstanzlichen Urteils zu verzichten, ebenfalls auf eine Ausschrei-

bung im SIS. 

5.

Auf  den  Antrag  auf  Anordnung  einer  stationären  Massnahme  nach 

Art. 59 StGB sei nicht einzutreten. 

6.

7.

Die beschlagnahmte Barschaft sei dem Beschuldigten herauszugeben. 

Dem Beschuldigten sei für die zu Unrecht erstandene Haft eine ange-

messene  Genugtuung,  mindestens  aber  Fr. 200.–  pro  zu  Unrecht  er-

standenem Hafttag (inkl. Verzugszinsen von 5 % ab mittlerem Verfall), 

auszurichten.

8.

Unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  (zzgl.  MwSt.)  gemäss  dem 

Ausgang des Berufungsverfahrens. 

Berufungsanträge im zweiten Berufungsverfahren:
(Prot. III S. 7)

a)

Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 253)

1.

Der  Beschuldigte  sei  zu  bestrafen  mit  einer  Freiheitsstrafe  von  mindestens 

8 Monaten.

Die Freiheitsstrafe sei zu vollziehen.

Es sei eine Landesverweisung von mindestens 3 Jahren anzuordnen.

Es sei dem Beschuldigten keine Genugtuung zuzusprechen.

Im Übrigen wird die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils beantragt.

2.

3.

4.

5.

- 7 -

b)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 263)

1.

Die Anträge der Staatsanwaltschaft seien abzuweisen, insbesondere sei auf 

die Anordnung einer Landesverweisung und auf eine Ausschreibung im SIS 

zu verzichten.

2.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) gemäss dem Ausgang 

des Verfahrens. 

Erwägungen:

I. Prozessgeschichte / Prozessuales

1.

Verfahrensgang

1.1. Der Verfahrensgang bis zum Urteil der I. Strafkammer des Obergerichts des 

Kantons  Zürich  vom  14.  Februar  2023  bzw.  hernach  bis  zum  Entscheid  des 

Bundesgerichts vom 10. Juli 2024 ergibt sich aus den entsprechenden Entscheiden 

(Urk. 216 S. 6 f. und Urk. 239 S. 2 f.). 

1.2. Nachdem sich die Parteien mit der schriftlichen Durchführung des zweiten 

Berufungsverfahrens einverstanden erklärt hatten (Urk. 243 und Urk. 248), wurde 

dieses mit Beschluss vom 15. Oktober 2024 so angeordnet und der Staatsanwalt-

schaft  Frist  angesetzt,  um  ihre  Berufungsanträge  zu  stellen  und  zu  begründen 

(Urk. 250). Innert erstreckter Frist reichte die Staatsanwaltschaft ihre Berufungsbe-

gründung ein (Urk. 253). Mit Verfügung vom 29. November 2024 wurde dem Be-

schuldigten Frist angesetzt, um die Berufungsantwort zu erstatten (Urk. 254). Mit 

Verfügung  vom  30.  Dezember  2024  wurde  der  Beweisantrag  des  Beschuldigten 

betreffend  Anordnung  einer  stationären  Begutachtung  abgewiesen.  Die  Frist  zur 

Erstattung der Berufungsantwort wurde antragsgemäss bis zum 23. Januar 2025 

erstreckt (Urk. 258). Innert letztmals erstreckter Frist liess der Beschuldigte mit Ein-

gabe vom 10. Februar 2025 die Berufungsantwort einreichen (Urk. 263). 

- 8 -

2.

Umfang der Berufung

Nicht  angefochten  ist  das  vorinstanzliche  Urteil  hinsichtlich  der  Vernichtung  der 

sichergestellten  Gegenstände  (Dispositiv-Ziffer 7)  sowie  der  Kostenfestsetzung 

und der Entschädigung von Rechtsanwältin lic. iur. X._____ als amtliche Verteidi-

gung  des  Beschuldigten  (Dispositiv-Ziffern 8  und  9)  (Urk.  76  S.  2;  Urk.  85  S. 3; 

Urk. 186 S. 2 und Urk. 203 S. 1). Es ist deshalb vorab festzustellen, dass das Urteil 

vom 2. Juni 2020 diesbezüglich in Rechtskraft erwachsen ist. 

3.

Rückweisung / Gegenstand des Verfahrens

3.1.

Im Falle eines bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheids hat die mit der 

neuen  Entscheidung  befasste  Instanz  ihrem  Urteil  die  rechtliche  Beurteilung,  mit 

der  die  Rückweisung  begründet  wird,  zugrunde  zu  legen.  Jene  bindet  auch  das 

Bundesgericht,  falls  ihm  die  Sache  erneut  unterbreitet  wird.  Aufgrund  dieser 

Bindungswirkung  ist  es  den  erneut  mit  der  Sache  befassten  Gerichten  wie  auch 

den Parteien – abgesehen von allenfalls zulässigen Noven – verwehrt, der Über-

prüfung einen anderen als den bisherigen Sachverhalt zugrunde zu legen oder die 

Sache unter rechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen, die im Rückweisungsentscheid 

ausdrücklich abgelehnt oder überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden sind. 

Die neue Entscheidung der kantonalen Instanz ist demnach auf diejenige Thematik 

beschränkt, die sich aus den bundesgerichtlichen Erwägungen als Gegenstand der 

neuen Beurteilung ergibt. Das Verfahren wird nur insoweit neu in Gang gesetzt, als 

dies notwendig ist, um den verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichts Rech-

nung zu tragen. Irrelevant ist, dass das Bundesgericht mit seinem Rückweisungs-

entscheid formell in der Regel das ganze angefochtene Urteil aufhebt. Entschei-

dend ist nicht das Dispositiv, sondern die materielle Tragweite des bundesgericht-

lichen Entscheids (BGE 143 IV 214 E. 5.2.1 S. 220; 135 III 334 E. 2 S. 335 f.; Urteil 

6B_540/2015 vom 26. August 2015 E. 1; je mit Hinweisen). Die zitierte Rechtspre-

chung kommt zum Tragen, wenn das Bundesgericht eine Angelegenheit lediglich 

zur neuen rechtlichen Würdigung an die Vorinstanz zurückweist. Dies ist der Fall, 

wenn  die  vorinstanzliche  Sachverhaltsfeststellung  vor  Bundesgericht  nicht  ange-

fochten war, wenn die Sachverhaltsrügen vom Bundesgericht als unbegründet ab-

gewiesen und daher definitiv entschieden wurden oder wenn auf Rügen betreffend 

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die  Beweiswürdigung  nicht  eingetreten  wurde,  da  sie  den  gesetzlichen  Begrün-

dungsanforderungen nicht genügten (BGE 143 IV 214 E. 5.3.3 S. 222). 

3.2. Das Bundesgericht hielt im Urteil vom 10. Juli 2024 zusammengefasst fest, 

dass die Anordnung eines (neuen) Gutachtens im Rahmen des Berufungsverfah-

rens eine Beweiserhebung nach Art. 389 Abs. 3 StPO darstelle. Das Berufungs-

gericht  habe  kein  Bundesrecht  verletzt,  indem  es  einen  wesentlichen  Mangel  im 

Sinne von Art. 409 Abs. 1 StPO verneint habe, der zwingend zur Rückweisung des 

Verfahrens an die erste Instanz hätte führen müssen (E. 2.3). Die gegen das Gut-

achten von Dr. med. C._____ vom 2. März 2022 und dessen Würdigung gerichte-

ten  Vorbringen  des  Beschuldigten  seien  unbegründet  (E. 3.4).  Entgegen  der 

Auffassung des Beschuldigten handle es sich beim Gutachten C._____ nicht um 

ein  Aktengutachten;  auch  wenn  die  Explorationsdauer  knapp  gewesen  sei 

(E. 3.7.3). Die Sachverständige habe auch nachvollziehbar begründet, weshalb auf 

eine körperliche Untersuchung des Beschuldigten verzichtet worden sei. Die unter-

lassene  körperliche  Untersuchung  des  Beschuldigten  stelle  keinen  Mangel  im 

Gutachten dar (E. 3.8). Der Beizug von D._____ für die testpsychologische Unter-

suchung des Beschuldigten sei ebenfalls nicht zu beanstanden (E. 3.9). Die Erwä-

gungen  des  Berufungsgerichts  hinsichtlich  der  Nachvollziehbarkeit  bzw.  schlüs-

sigen  Begründung  der  gutachterlichen  Diagnosen  seien  nicht  zu  beanstanden 

(E. 3.12.1).  Die  Ausführungen  zur  (verminderten)  Schuldfähigkeit  des  Beschul-

digten seien ebenfalls nicht zu beanstanden (E. 3.12.2). Dem Berufungsgericht sei 

– mit  Ausnahme  der  Erwägungen  zur  Landesverweisung  –  keine  Verletzung  der 

Begründungspflicht vorzuwerfen (E. 3.15). Betreffend die angeordnete fakultative 

Landesverweisung hielt das Bundesgericht im Ergebnis fest, dass das Berufungs-

gericht  den  Sachverhalt  bezüglich  der  privaten  Interessen  des  Beschuldigten  an 

einem  Verbleib  im  Land  vertiefter  abzuklären  habe.  Die  vorzunehmende  Inter-

essenabwägung sei ebenfalls neu zu begründen (E. 4.8). 

3.3. Die vom Beschuldigten erhobenen Rügen blieben nach dem Gesagten mit 

Ausnahme der Anordnung einer Landesverweisung ohne Erfolg. Das Bundesge-

richt hob das erste Berufungsurteil dennoch formell ganz auf. Um eine extensive 

Wiederholung  des  aufgehobenen  Entscheides  zu  vermeiden,  kann  hinsichtlich 

- 10 -

der unangefochten  gebliebenen  respektive  nicht  beanstandeten  Punkte  in  sinn-

gemässer  Anwendung  von  Art.  82  Abs.  4  StPO  auf  die  Erwägungen  im  ersten 

Berufungsurteil zum Prozessualen/Vorfragen, zum Schuldpunkt, zur Sanktion/Voll-

zug,  zur  stationären  Massnahme  und  zur  Beschlagnahme/Einziehung  (Urk. 216, 

E. Ziff. II bis IX) verwiesen werden. Aktualisierend ist festzuhalten, dass die Ver-

wertbarkeit des Gutachtens von Dr. med. C._____ vom 2. März 2022 zwischenzeit-

lich durch das Bundesgericht im Urteil vom 10. Juli 2024 geklärt und bestätigt wurde 

(Urk. 239). Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten sind unverändert ge-

blieben. Der Beschuldigte weist nach wie vor insgesamt 10 Vorstrafen bzw. Ver-

urteilungen auf, welche er in den zehn Jahren erwirkt hat (vgl. Urk. 214, 235, 240 

und 267; Urk. 270). 

3.4.

Im Ergebnis lässt sich demnach betreffend die unangefochtenen bzw. durch 

das Bundesgericht bestätigten Punkte Folgendes festhalten:

-

Der Beschuldigte ist schuldig des mehrfach versuchten Diebstahls im Sinne 

von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB. 

-

Das  Verfahren  gegen  den  Beschuldigten  wegen  Hausfriedensbruchs  im 

Sinne von Art. 186 StGB zum Nachteil von E._____ (Anklagedossier 4) ist einzu-

stellen. 

-

Der Beschuldigte ist mit 8 Monaten Freiheitsstrafe als Zusatzstrafe zu den mit 

Strafbefehlen  vom  2. April 2020  der  Staatsanwaltschaft  Zürich-Sihl  sowie  der 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 5. April 2021 ausgefällten Strafen zu 

bestrafen. Davon sind 195 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstan-

den. 

-

Der Vollzug der Freiheitsstrafe ist nicht aufzuschieben.

3.5. Weiter ist an dieser Stelle festzuhalten, dass aus dem Anspruch auf rechtli-

ches Gehör die Pflicht des Gerichts folgt, seinen Entscheid zu begründen. Die Be-

gründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich das 

Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich aber 

auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht ausdrück-

- 11 -

lich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinan-

dersetzen und diese widerlegen. Es kann sich mithin auf die für den Entscheid we-

sentlichen  Punkte  beschränken.  Ein  unverhältnismässiger  Motivationsaufwand 

kann nicht eingefordert werden. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 EMRK in der 

Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes Argument gefordert würde 

(BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; Urteil 6B_689/2019 

vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2., mit Hinweisen).

4.

Beweisantrag im zweiten Berufungsverfahren 

4.1. Die Verteidigung führt in der Berufungsantwort aus, dass an den Ausführun-

gen in ihrer Eingabe vom 17. Dezember 2024 festgehalten und darauf verwiesen 

werde. Die vom Bundesgericht verlangte vertiefte Abklärung des Sachverhaltes be-

züglich  der  privaten  Interessen  des  Beschuldigten  an  einem  Verbleib  in  der 

Schweiz setze voraus, dass abgeklärt werde, welche weitere gesundheitlichen Be-

einträchtigungen/Störungen  beim  Beschuldigten  vorliegen  würden.  Es  bedürfe 

einer  umfassenden  Abklärung  seines  Gesundheitszustandes.  Solange  unklar 

bleibe, an welchen weiteren Störungen der Beschuldigte leide, könne keine Inter-

essenabwägung stattfinden, jedenfalls keine, welche zulasten des Beschuldigten 

gehe (Urk. 263 Rz. 6). 

4.2.

Im  Rahmen  des  ersten  Berufungsverfahrens  wurde  mit  Entscheid  vom 

11. Mai 2021 ein neues forensisch-psychiatrisches Gutachten über den Beschul-

digten eingeholt. Dieses Gutachten wurde am 2. März 2022 von der Gutachterin 

Dr. med. C._____ erstattet (Urk. 183) und ist – so auch das Bundesgericht im Urteil 

vom  10.  Juli  2024  (Urk.  239)  –  uneingeschränkt  verwertbar.  Sämtliche  diesbe-

züglichen Rügen des Beschuldigten zielten ins Leere. Es ist in diesem Zusammen-

hang  auch  darauf  hinzuweisen,  dass  das  Bundesgericht  ausdrücklich  festhielt, 

dass  die  Kritik  des  Beschuldigten  an  der  Anordnung  einer  Landesverweisung 

unbegründet  sei,  sofern  er  diese  auf  die  fehlende  Verwertbarkeit  bzw.  Mangel-

haftigkeit des Gutachtens C._____ stütze (E. 4.4.2). Es besteht demnach entgegen 

den Ausführungen der Verteidigung keine Veranlassung, den Beschuldigten erneut 

einer  Begutachtung  zur  "umfassenden"  Abklärung  seines  Gesundheitszustandes 

zu unterziehen. Der Gesundheitszustand des Beschuldigten ist für die Beurteilung 

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der sich im vorliegenden Berufungsverfahren noch stellenden Sach- und Rechts-

fragen  hinreichend  abgeklärt  worden.  Entsprechend  ist  der  erneut  gestellte 

Beweisantrag  des  Beschuldigten  betreffend  Anordnung  einer  stationären  Begut-

achtung abzuweisen. 

1.

Ausgangslage

II. Landesverweisung 

1.1. Der  Beschuldigte  hat  keine  Katalogtat  im  Sinne  von  Art. 66a  Abs. 1  StGB 

verübt.  Deshalb  kann  nur  eine  fakultative  Landesverweisung  gemäss  Art. 66abis 

StGB angeordnet werden. Die Vorinstanz sah von der Anordnung einer Landesver-

weisung gemäss Art. 66abis StGB ab. Zur Begründung führte sie aus, die öffentli-

chen Interessen an der Anordnung einer Landesverweisung würden die privaten 

Interessen des Beschuldigten nicht überwiegen. Der Beschuldigte habe insgesamt 

im Bagatellbereich delinquiert und er hätte in seinem Heimatland geringe soziale 

Wiedereingliederungschancen und gar Folter zu gewärtigen. Bei ihm handle es sich 

sodann nicht um einen sogenannten Kriminaltouristen, sondern der Beschuldigte 

lebe seit 24 Jahren in der Schweiz und verfüge über eine F-Bewilligung (Urk. 69 

S. 65 f.).

1.2.

Im ersten Berufungsverfahren wurde eine fakultative Landesverweisung für 

drei Jahre angeordnet, wogegen sich der Beschuldigte wie erwähnt beim Bundes-

gericht erfolgreich zur Wehr setzte. 

1.3. Das Bundesgericht hielt betreffend die angeordnete Landesverweisung zu-

sammengefasst fest, dass das Berufungsgericht bei der Würdigung der öffentlichen 

Interessen nicht auf die Anlasstaten, insbesondere die Art und Schwere des Ver-

schuldens  einzugehen  scheine.  Neben  der  wiederholten  Straffälligkeit  und  der 

Rückfallgefahr  des  Beschuldigten  würden  auch  weitere  Kriterien,  wie  beispiels-

weise  die  Schwere  des  Verschuldens,  eine  Rolle  spielen.  Der  Beschuldigte  sei 

wegen mehrfach versuchten Diebstahls mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 

8 Monaten  bestraft  worden,  wobei  das  Verschulden  als  sehr  leicht  bezeichnet 

worden sei. Es sei – so das Bundesgericht weiter – festzuhalten, dass es sich bei 

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den Anlasstaten offenkundig um Bagatelldelikte handle, wobei es zu keinerlei Be-

einträchtigung  von  fremden  Eigentum  oder  gar  der  Sicherheit  von  Personen  ge-

kommen sei (E. 4.5.1). Das Berufungsgericht trage zu Recht den zahlreichen Vor-

strafen des Beschuldigten Rechnung. Allerdings bliebe mangels genauer Differen-

zierung unklar, ob es sich dabei um Bagatelldelikte handle oder ob bzw. inwiefern 

dies lediglich teilweise der Fall sei. Im Übrigen würden zehn seit dem Jahr 2013 

ergangene  Verurteilungen  ganz  allgemein  nicht  für  eine  speziell  hohe Deliktsfre-

quenz sprechen (E. 4.5.2). Das Berufungsgericht habe sich bezüglich der Rückfall-

gefahr zudem undifferenziert geäussert, weshalb der Entscheid auch betreffend die 

Einschätzung  der  Rückfallgefahr  zur  eindeutigeren  Begründung  zurückzuweisen 

sei (E. 4.5.3). 

Das  Bundesgericht  hielt  ferner  fest,  dass  die  Schlussfolgerung  des  Berufungs-

gerichts, dass der Beschuldigte in der Schweiz weder in sozialer noch in wirtschaft-

licher  Hinsicht  integriert  sei,  im  Lichte  der  gesamten  Umstände,  insbesondere 

seiner fehlenden Beziehungen beruflicher, familiärer oder gesellschaftlicher Natur, 

nicht zu beanstanden sei (E. 4.7.1). Schliesslich erwog das Bundesgericht, dass 

die  Ausführungen  des  Berufungsgerichts  betreffend  Zumutbarkeit  der  Rückkehr 

des Beschuldigten nach Sri Lanka nicht vollständig seien und teilweise lediglich auf 

Mutmassungen  beruhen.  Ohne  Klärung,  wie  das  Gesundheits-  oder  Sozial-

versicherungswesen in Sri Lanka sei, u.a. ob IV-Renten auch nach Sri Lanka aus-

bezahlt würden, ob und wie allenfalls Versicherungsleistungen bei Invalidität nach 

sri lankischem Recht erbracht würden sowie in welchen Verhältnissen der Beschul-

digte dort tatsächlich leben müsste, seien die Folgen einer Landesverweisung nicht 

derart erstellt, dass eine faire Interessenabwägung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK vorge-

nommen werden könne. Im Hinblick auf die Intelligenzminderung des Beschuldig-

ten dürfte dies – anders als in anderen Fällen, wo es den Betroffenen zumutbar sei, 

die Sprache ihrer Heimat erst noch zu erlernen oder zu vertiefen – beim Beschul-

digten  kaum  möglich  sein.  Angesichts  der  bisher  festgestellten  Umstände  er-

schliesse  sich  nicht  auf  Anhieb,  dass  sich  die  Situation  des  Beschuldigten  in 

Sri Lanka im Vergleich zu derjenigen in der Schweiz nicht gross ändern würde. Das 

Berufungsgericht  habe  daher  den  Sachverhalt  bezüglich  der  privaten  Interessen 

- 14 -

des  Beschuldigten  an  einem  Verbleib  im  Land  vertiefter  abzuklären  und  deren 

Würdigung und Interessenabwägung neu zu begründen (E. 4.8). 

2.

Parteivorbringen

2.1. Die Staatsanwaltschaft hält fest, dass hinsichtlich des öffentlichen Interes-

ses  zu  berücksichtigen  sei,  dass  die  dem  Urteil  des  Bezirksgerichts  Bülach  vom 

10. Dezember  2019  zugrunde  liegende  Strafuntersuchung  sehr  lange  gedauert 

habe und der Beschuldigte im Rahmen dieses Strafverfahrens allein 36 Mal ver-

haftet worden sei. Einziger Grund, dass der Beschuldigte nicht weit über mehr ein-

zelne Vorstrafen verfüge, sei die lange Verfahrensdauer und der Umstand, dass er 

stets während laufendem Strafverfahren delinquiert habe. Diese erhebliche Delin-

quenz und offensichtliche Uneinsichtigkeit führe zu einem erheblichen öffentlichen 

Interesse an der Anordnung einer Landesverweisung und einer hohen Rückfallge-

fahr, welche Umstände sich somit eben nicht allein aus der Anzahl an Vorstrafen 

ergeben  würden,  sondern  auch  aus  den  unzähligen  Verhaftungen,  als  er  auf 

frischer Tat ertappt worden sei. Dieses öffentliche Interesse überwiege demnach 

eindeutig den privaten Interessen des Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz, 

weshalb eine nicht obligatorische Landesverweisung von mindestens 3 Jahren aus-

zusprechen  sei.  Im  Übrigen  verwies  die  Staatsanwaltschaft  auf  ihr  Plädoyer  vor 

erster und zweiter Instanz (zum Ganzen Urk. 253).

2.2. Die  Verteidigung  macht  geltend,  dass  der  Beschuldigte  aufgrund  seines 

Gesundheitszustandes  bzw.  seiner  psychischen  bzw.  deutlich  kognitiven  Ein-

schränkungen in seiner Lebensführung stark eingeschränkt und in verschiedener 

Hinsicht  auf  Unterstützung  angewiesen  sei.  An  diversen  Stellen  im  Gutachten 

C._____ werde betont, dass der Beschuldigte eine dauerhafte, professionelle und 

lebenspraktische Unterstützung brauche. Eine solche Unterstützung erhalte er in 

seinem Heimatland Sri Lanka nicht. Der Beschuldigte sei seit seiner Einreise in die 

Schweiz  am  6.  Januar  1998  nie  mehr  in  seinem  Heimatland  gewesen.  Er  habe 

keinerlei Kontakte in Sri Lanka und kenne niemanden dort. Er habe überhaupt kein 

soziales Netzwerk und damit keinen Empfangsraum in Sri Lanka. Für seine exis-

tenziellen Grundbedürfnisse wäre in keiner Weise gesorgt. Nebst fehlender privater 

Unterstützung  gebe  es  in  Sri  Lanka  für  den  Beschuldigten  auch  keine  staatliche 

- 15 -

(oder  sonstige)  Unterstützung.  Er  hätte  namentlich  keine  Beistandschaft,  keine 

IV-Rente  und  auch  sonst  keine  Unterstützung  durch  Behörden,  wie  er  sie  in  der 

Schweiz habe, ganz zu schweigen von der fehlenden, zureichenden Gesundheits-

versorgung. 

2.3. Der Beschuldigte wäre in Sri Lanka völlig hilflos, wie ein maximal 6-jähriges 

Kind, welches man einfach aussetze. Er spreche die Sprache nicht richtig, kenne 

die  Kultur  nicht  und  würde  von  niemanden  in  Empfang  genommen  werden.  Der 

Beschuldigte befinde sich nunmehr seit fast 30 Jahren unterbrochen in der Schweiz 

bzw. im Raum Zürich/F._____, wo auch seine Mutter und Geschwister wohnen wür-

den. Er sei nicht mehr in einem anderen Land gewesen. Aufgrund dieser langen 

Anwesenheitsdauer  sowie  aufgrund  der  Hilfe  seiner  Familie  bzw.  seines  unter-

dessen verstorbenen Vaters und den Behörden finde er sich trotz seiner Einschrän-

kungen hier zurecht. Die Abschiebung des psychisch schwer beeinträchtigten Be-

schuldigten  würde  daher  einer  unmenschlichen  Behandlung  nach  Art. 3  EMRK 

gleichkommen. Zudem drohe dem Beschuldigten in seinem Heimatland aufgrund 

seiner dortigen Vergangenheit gar Haft oder Folter. Konkret würden das SEM und 

das  Migrationsamt  davon  ausgehen,  dass  beim  Beschuldigten  "mit  beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit mit einer nach Art. 3 EMRK verbotenen Strafe oder Behandlung 

zu  rechnen  sei".  Die  vorliegenden  Anlasstaten  seien  Bagatelldelikte.  Dasselbe 

gelte  für  die  Vorstrafen.  Der  Beschuldigte  habe  nie  Gewalt  angewandt,  weder 

gegenüber Personen noch Sachen. Die Interessenabwägung habe demnach klar 

zugunsten des Beschuldigten auszufallen (zum Ganzen Urk. 263). 

3. Würdigung

3.1. Gemäss  Art. 66abis  StGB  kann  das  Gericht  einen  Ausländer  für  3  bis 

15 Jahre des Landes verweisen, wenn er wegen eines Verbrechens oder Verge-

hens, das nicht von Art. 66a StGB erfasst wird, zu einer Strafe verurteilt oder gegen 

ihn eine Massnahme nach den Art. 59-61 oder 64 StGB angeordnet wird. Wie jeder 

staatliche Entscheid hat die nicht obligatorische Landesverweisung unter Berück-

sichtigung  des  Verhältnismässigkeitsprinzips  (Art. 5  Abs. 2  und Art. 36  Abs. 2 

und 3 BV) zu erfolgen. Das Gericht hat die öffentlichen Interessen an der Landes-

verweisung mit den privaten Interessen des Ausländers am Verbleib in der Schweiz 

- 16 -

abzuwägen. Die erforderliche Interessenabwägung entspricht den Anforderungen 

von Art. 8 Ziff. 2 EMRK an einen Eingriff in das Privat- und Familienleben (Urteile 

6B_129/2022 vom 5. April 2023 E. 2.2; 6B_1114/2022 vom 11. Januar 2023 E. 4; 

6B_1449/2021vom 21. September 2022 E. 3.2.2; je mit Hinweisen). Bei der Ver-

hältnismässigkeitsprüfung  zu  berücksichtigen  sind  die  Natur  und  Schwere  der 

Straftat, die Dauer des Aufenthalts im Gaststaat, die seit der Tatbegehung verstri-

chene Zeit und das seitherige Verhalten sowie die Solidität der sozialen, kulturellen 

und familiären Bindungen mit dem Gaststaat und dem Ausweisungsstaat (Urteile 

des EGMR E.V. gegen Schweiz vom 18. Mai 2021, Nr. 77220/16, § 34; M.M. gegen 

Schweiz vom 8. Dezember 2020, Nr. 59006/18, § 49; je mit zahlreichen Hinweisen; 

vgl.  Urteile  6B_542/2023  vom  15. Februar  2024  E.  1.3.4;  6B_1115/2022  vom 

22. November  2023  E.  5.1.3;  6B_129/2022  vom  5.  April  2023  E.  2.2;  je  mit  Hin-

weisen).  Art. 66abis  StGB  setzt  keine  Mindeststrafhöhe  voraus  (Urteile  des 

Bundesgerichts 7B_457/2023 vom 14. März 2024 E. 4.2.2). Die nicht obligatorische 

Landesverweisung  kommt  auch  bei  wiederholten  wenig  schweren  Straftaten  in 

Betracht  (Urteil  des  Bundesgerichts  6B_607/2018  vom  10. Oktober 2018  E. 1.1 

und 1.3: "dans les cas d'infractions répétées de peu de gravité"). Nach dem Willen 

des Gesetzgebers soll die nicht obligatorische Landesverweisung gerade in Fällen 

zur  Anwendung  gelangen,  bei  denen  es  um  Gesetzesverstösse  von  geringerer 

Schwere,  aber  dafür  um  wiederholte  Delinquenz  geht  (Urteile  6B_479/2024 vom 

11. September 2024 E. 2.2.2; 7B_148/2022 vom 19. Juli 2023 E. 3.1; 6B_129/2022 

vom 5. April 2023 E. 2.2.; 6B_429/2021 vom 3. Mai 2022 E. 3.1.1, je mit Hinweisen). 

Zu berücksichtigen ist indessen, dass die Landesverweisung aus der Schweiz für 

den Betroffenen im Hinblick auf seinen Gesundheitszustand oder die Behandlungs-

möglichkeiten  im  Herkunftsland  einen  schweren  persönlichen  Härtefall  gemäss 
Art. 66a Abs. 2 StGB darstellen oder unverhältnismässig im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 

EMRK sein kann (Urk. 239 bzw. Urteil 6B_919/2023 vom 10. Juli 2024 E. 4.3.3).

3.2. Der Beschuldigte ist im vorliegenden Verfahren wegen mehrfach versuch-

tem Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB zu verurteilen und dafür (als Zusatzstrafe) mit einer unbedingten Freiheits-

strafe von 8 Monaten zu bestrafen. Dabei ging es darum, dass der Beschuldigte 

versuchte, mindestens 15 Autos zu öffnen, um daraus Vermögenswerte zu entwen-

- 17 -

den. Drei weitere Autos hat er geöffnet und versucht, daraus Vermögenswerte zu 

entwenden. Das Verschulden wurde insgesamt als sehr leicht taxiert. Ferner weist 

der  Beschuldigte  zehn  Vorstrafen  auf  (Urk. 270).  Sie  stammen  aus  den  Jahren 

2013 bis 2021. Die ausgesprochenen Strafen bewegen sich in der Bandbereite von 

20 Tagen bis 7 Monaten Freiheitsstrafe und damit im unteren Bereich des ordentli-

chen Strafrahmens von den begangenen Delikten (namentlich in drei Fällen Gewalt 

und  Drohung  gegen  Behörden  und  Beamte  (teilweise  mehrfach),  in  zehn  Fällen 

(teilweise versuchter) einfacher Diebstahl, drei Hausfriedensbrüche und eine mehr-

fache Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes), was jeweils insgesamt auf ein 

eher leichtes Verschuldensprädikat schliessen lässt. Weiter zu berücksichtigen ist 

die Beurteilung der Legalprognose des Beschuldigten im Gutachten C._____. Dar-

aus  lässt  sich  sachdienlich  entnehmen,  dass  der  Beschuldigte  aus  eigener  Kraft 

und in der bisherigen Lebenssituation nicht in der Lage sei, seine Verhaltensstö-

rung zu reflektieren bzw. zu ändern. Es bestehe bei ihm diesbezüglich kein Pro-

blembewusstsein und daher keine Verhaltensänderungsbereitschaft, weshalb bei 

ihm aus forensisch-psychiatrischer Sicht von einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit 

für zukünftige Straftaten auszugehen sei. Erwartet werden könnten Delikte, wie sie 

bereits in der Vergangenheit gezeigt worden seien, d.h. relativ typische Delikte ei-

nes  leicht  intelligenzgeminderten  Menschen  (Diebstähle,  Hausfriedensbrüche, 

Sachbeschädigung,  Betäubungsmitteldelikte,  aber  auch  impulsiv-aggressive  Ge-

walttätigkeiten)  mit  einem  Schwerpunkt  auf  sogenannt  kleinkriminelle  Delikte 

(Urk. 183 S. 81 oben). Die Gutachterin präzisiert betreffend impulsiv-gewalttätige 

Handlungen  (Schlagen,  Treten,  Spucken,  Bewerfen  mit  heissem  Wasser  etc.), 

dass solche in den letzten Jahren insbesondere im institutionellen Rahmen wie in 

der Haft oder in der Klinik aufgefallen seien. Es handle sich dabei um relativ typi-

sches, spontanes Ausagieren von aversiven Gefühlen im Rahmen einer leichten 

geistigen Behinderung. Instrumentelle, sorgfältige geplante Gewalthandlungen zur 

Durchsetzung seiner Interessen seien hingegen eher nicht zu erwarten (Urk. 183 

S. 75). Insgesamt lässt sich daraus der Schluss ziehen, dass ein sehr hohes Risiko 

für die Verübung weiterer Diebstähle besteht. Ausserdem kann situativ auch eine 

impulsiv-gewalttätige Reaktion des Beschuldigten erfolgen, wobei sich dies in der 

Vergangenheit auf Haft bzw. Klinikaufenthalte beschränkte. 

- 18 -

3.3. Der  Anordnung  einer  strafrechtlichen  Massnahme  widersetzte  sich  der 

Beschuldigte  in  diesem  Verfahren.  Seit  dem  ersten  Entscheid  dieser  Instanz  am 

14. Februar  2023  (SB200420),  der  vom  Bundesgericht  zurückgewiesen  wurde, 

wurde der Beschuldigte vom Bezirksgericht Bülach am 16. April 2024 wegen rund 

hundert weiterer, meist Eigentumsdelikten zu 72 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt 

(SB240358, Urk. 94). In diesem Zeitraum wurde er rund zwei dutzend Male verhaf-

tet und wieder auf freien Fuss gesetzt (SB240358, Urk. 94). Dieser Entscheid wurde 

mit  Entscheid  der  hiesigen  Instanz  vom  1.  Oktober  2025  im  Berufungsverfahren 

bestätigt, ist aber nicht rechtskräftig. Entgegen der Auffassung der Staatsanwalt-

schaft darf diese Verurteilung deshalb im Rahmen der Beurteilung des öffentlichen 

Interesses an einer Wegweisung des Beschuldigten im vorliegenden Fall nicht mit-

berücksichtigt werden (Urteil 6B_225/2023 vom 7. Juli 2023 E. 1.5.2). 

3.4. Nach dem Gesagten besteht aufgrund des renitenten bzw. unbelehrbaren 

Verhaltens  des  Beschuldigten,  insbesondere  Diebstähle,  aber  auch  Gewalt  und 

Drohungen gegen Behörden und Beamte zu verüben, ein nicht unerhebliches In-

teresse an einer Wegweisung des Beschuldigten, obschon dieses Risiko zumindest 

teilweise seiner Intelligenzminderung geschuldet ist und es sich im Grundsatz bis-

her "nur" um eine Vielzahl von Bagatelldelikten gehandelt hat. Es ist in diesem Zu-

sammenhang entgegen den Ausführungen der Verteidigung jedoch in Erinnerung 

zu rufen, dass auch das Eigentum ein geschütztes Rechtsgut darstellt und es nicht 

angehen kann, dass wiederholt in strafrechtlich relevanter Weise in die Eigentums-

rechte Dritter eingegriffen wird, ohne dass dies je einen fakultativen Landesverweis 

für den Täter zur Folge haben könnte. Dass der Beschuldigte dabei keine Gewalt 

angewandt hat, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass er in diversen Fällen die 

Eigentumsrechte Dritter missachtete und dies mit Hartnäckigkeit. Der Beschuldigte 

delinquiert  seit  Jahren  regelrecht  habituell  und  in  einer  hohen,  unaufhörlichen 

Frequenz,  ohne  dass  eine  Verhaltensänderung  erkennbar  und  absehbar  wäre. 

Vielmehr entsteht der Eindruck, dass das deliktische Handeln Teil seiner Lebens-

führung geworden ist. Davor ist die hiesige Gesellschaft zu schützen. Diesem nicht 

unerheblichen öffentlichen  Interesse  an  einer  Wegweisung  sind  nun  die privaten 

Interessen des Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz gegenüber zu stellen. 

- 19 -

3.5.

Zunächst  gilt  es  aufgrund  des  ergangenen  höchstrichterlichen  Urteils  ver-

bindlich festzuhalten, dass der Beschuldigte weder in sozialer noch in wirtschaftli-

cher Hinsicht in der Schweiz integriert ist. An dieser Einschätzung hat sich überdies 

zwischenzeitlich auch nichts geändert. Die Ausführungen der Verteidigung, wonach 

der Beschuldigte in der Schweiz stark verwurzelt sei, zielen daher ins Leere. Der 

Beschuldigte stammt aus Sri Lanka und hat seit seiner Flucht keinen Bezug mehr 

zu seinem Heimatland. Mithin verfügt er dort über kein familiäres oder soziales Auf-

fangnetz. Bei einer Rückkehr wäre er sozial auf sich allein gestellt. Er hat zudem 

unbestrittenermassen gesundheitliche Probleme, indem er erhebliche kognitive Be-

einträchtigungen hat (leichte Intelligenzminderung mit deutlichen Verhaltensstörun-

gen im Sinne einer leichten geistigen Behinderung). Der Beschuldigte verfügt auf-

grund  seiner  leichten  Intelligenzminderung  (IQ  50-69,  konkret  IQ  von  61  vgl. 

Urk. 183 S. 53) über ein Intelligenzalter eines Kindes von etwa 9 bis 12 Jahren (so 

auch die Verteidigung in Urk. 193 S. 18). Er lebt in der Schweiz von der IV und hat 

eine  Vertretungsbeistandschaft,  zumal  er  gemäss  Gutachten  C._____  in  seiner 

psychosozialen  Leistungsfähigkeit  beeinträchtigt  ist.  Die  Schweiz  verfügt  mit 

Sri Lanka über kein Abkommen über die Soziale Sicherheit (vgl. Urk. 265/1). Der 

Beschuldigte  würde  bei  einer  Wegweisung  aus  der  Schweiz  deshalb  seinen  An-

spruch auf eine IV-Rente verlieren. Jedoch wird er auch in Sri Lanka auf soziale 

Unterstützung  zurückgreifen  können.  Gemäss  Abklärungen  und  Auskünften  der 

Schweizer Botschaft in Colombo/Sri Lanka besteht in Sri Lanka in Form des Pro-

gramms des "National Secretariat for Persons with Disability" eine Invalidenversi-

cherung, welche eine Rente erbringt, Auszahlungen in Form von Geld- und Sach-

leistungen macht, Zuschüsse für Wohnraum leistet sowie für medizinische Versor-

gung  und  Arbeitsmarktintegrationsmassnahmen  sorgt.  Zudem  existieren  etliche 

Nichtregierungsorganisationen  (NGO)  und  karitative  Vereine,  die  dort  soziale 

Unterstützung bieten, wo der Staat nicht zur Verfügung steht (Urk. 271). Wenn die 

Verteidigung  vorbringt,  der  Beschuldigte  wäre  in  Sri  Lanka  völlig  hilflos,  weil  er 

aufgrund seiner psychischen Einschränkung in verschiedener Hinsicht auf Unter-

stützung angewiesen sei, er aber kein soziales Netzwerk habe und es in Sri Lanka 

für ihn auch keine staatliche oder sonstige Unterstützung gebe, so sind diese Vor-

bringen nicht nur sehr pauschal, sondern es kann ihnen auch in der Sache nicht 

- 20 -

gefolgt werden. Auch nicht darin, dass der Beschuldigte völlig hilflos wäre wie ein 

Kind, das man aussetze (vgl. vorstehend Ziff. 2.2). Es stellt selbstredend für den 

Beschuldigten eine gewisse Härte dar, sich in einem Land, in welchem er vor über 

25 Jahren das letzte Mal war, zurechtfinden zu müssen. Er wird sicherlich mit ge-

wissen Anfangsschwierigkeiten konfrontiert sein. Jedoch ist anzumerken, dass der 

Beschuldigte  jene  Sprache  beherrscht  –  zumal  er  im  Strafverfahren  einen  Tami-

lisch-Dolmetscher beanspruchte und sich mit diesem ohne Weiteres verständigen 

konnte – während er sich hier weder sprachlich noch sonst integriert hat und nicht 

in  der  Lage  ist,  die  hiesige  Werte-  und  Rechtsordnung  zu  respektieren  und  ein 

deliktsfreies Leben zu führen. Soziale Angebote, wie etwa ein betreutes Wohnen 

oder eine Therapie, um seiner Delinquenz zu begegnen, nimmt der Beschuldigte 

nicht an, sondern schlägt sich mehrheitlich selber durch, indem er beispielsweise 

in  Notschlafstellen  übernachtet  (vgl.  Urk.  183  S.  76).  Der  Beschuldigte  gestaltet 

sein  Leben  in  der  Schweiz  weitestgehend  selbstbestimmt  und  als  Einzelgänger, 

ohne  engmaschige  Betreuung  und  tägliche  Unterstützung.  Er  vermag  für  seine 

Grundbedürfnisse  selbst zu  sorgen  und  nimmt nur  niederschwellige  Angebote  in 

Anspruch  (z.B.  Notschlafstelle,  Vertretungs-  und  Vermögensbeistandschaft). 

Ferner stimmt es zwar, dass für den Beschuldigten eine Vertretungsbeistandschaft 

mit  Vermögensverwaltung  errichtet  wurde,  jedoch  ist  er  nicht  umfassend  verbei-

ständet (Urk. 183 S. 12 f.). Zudem hinterlässt er nicht den Eindruck eines vollstän-

dig verwahrlosten Menschen. Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb sich der 

Beschuldigte in Sri Lanka nicht durchs Leben bringen sollte, nachdem auch in je-

nem Land Renten- und andere Geld- und Sachleistungen vorgesehen sind. Dass 

der  Beschuldigte,  trotz  anderen  Möglichkeiten,  ohne  festen  Wohnsitz  lebt  und 

offensichtlich  leben  möchte,  vermag  zwar  nicht  unseren  hiesigen  Vorstellungen 

eines geregelten Lebens entsprechen. Jedoch scheint es die Lebensform zu sein, 

welche der Beschuldigte führen möchte. Es ist deutlich, dass er sich nicht helfen 

lassen will und dass er soziale Angebote offenbar nicht in diesem Umfang braucht, 

wie es nach den hiesigen Gepflogenheiten als angemessen erachtet wird. Das ist 

zu  respektieren.  Inwiefern  er  bei  seinem  Lebensstil  und  seiner  Lebensart  in  Sri 

Lanka völlig hilflos und nicht überlebensfähig sein soll, ist nicht erkennbar. Dass er 

(zumindest anfänglich) in Sri Lanka nicht integriert sein wird, ist nicht weiter von 

- 21 -

Bedeutung, zumal der Beschuldigte auch in der Schweiz in keiner Form integriert 

ist. Insofern würde sich für ihn nicht wesentlich etwas ändern. Die leichte geistige 

Beeinträchtigung  des  Beschuldigten  und  der  schädliche  Gebrauch  von  Opioiden 

und  Sedative  ist  sodann  nicht  derart  gravierend,  dass  durch  seine  Ausweisung 

Art. 3  EMRK  verletzt  wäre.  Es  handelt  sich  nicht  um  lebensbedrohende  Krank-

heiten  und  es  ist  auch  keine  dramatische  Verschlechterung  des  Gesundheitszu-

standes des Beschuldigten zu erwarten, wenn er sein Leben in Sri Lanka fortzuset-

zen hat. Dies gilt umso mehr, als gemäss dem Bericht Focus Sri Lanka des SEM 

vom 14. April 2023 (abrufbar unter https://www.sem.admin.ch/sem/de/home/inter-

national-rueckkehr/herkunftslaender.html  =>  Gesundheit:  psychiatrische  Versor-

gung;  besucht  am  1. Oktober  2025)  der  Zugang  zu  stationären  und  ambulanten 

psychiatrischen  Gesundheitseinrichtungen  sowie  zu  Psychiatern  landesweit  ge-

währleistet ist. Das staatliche Gesundheitswesen in Sri Lanka funktioniert trotz der 

seit 2022 andauernden Wirtschaftskrise normal (S. 5 f.). Die Rückschiebung nach 

Sri Lanka setzt den Beschuldigten – dem Massstab der Rechtsprechung folgend 

(vgl. BGer 6B_919/2023 vom 10. Juli 2024 E. 4.3.3.) – keiner ernsthaften, rapiden 

und irreversiblen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes aus, die ein in-

tensives  Leiden  oder  eine  wesentliche  Verringerung  der  Lebenserwartung  nach 

sich  zieht.  Dafür  bestehen  keinerlei  Anzeichen.  Es  liegen  keine  humanitären 

Gründe im Sinne der Rechtsprechung vor, die einer Landesverweisung entgegen-

stehen würden. Und der Umstand, dass das Sozialversicherungswesen in einem 

anderen Staat nicht mit jenem in der Schweiz vergleichbar ist, hat nicht bereits die 

Unzumutbarkeit der Rückkehr zur Folge (vgl. BGE 139 II 393 E. 6). Dem Beschul-

digten  ist  bei  dieser  Ausgangslage  eine  Rückkehr  in  sein  Heimatland  zumutbar, 

auch wenn es für ihn eine gewisse Härte darstellt und er aufgrund der langen Auf-

enthaltsdauer von rund 27 Jahren und der sozialstaatlichen Rahmenbedingungen 

ein persönliches Interesse am Verbleib in der Schweiz hat. 

3.6.

Im Ergebnis zeigt sich, dass die öffentlichen Interessen an der Anordnung 

einer Landesverweisung erheblich sind und schwerer wiegen als die privaten Inter-

essen des Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz, weshalb es verhältnis-

mässig ist, eine Landesverweisung nach Art. 66abis StGB anzuordnen. 

- 22 -

3.7. Sofern die Verteidigung abermals vorbringt, der Beschuldigte sei in seinem 

Heimatland aufgrund seiner dortigen Vergangenheit Haft oder Folter ausgesetzt, 

weshalb ein Vollzugshindernis bestehe (Urk. 263 Rz. 37 ff.), so sei auf die höchst-

richterlichen Erwägungen im Rückweisungsentscheid verwiesen, wonach der Be-

schuldigte  die  Umstände,  welche  eine  individuelle-persönliche  Gefährdung  in 

seinem  Heimatland  begründen,  mit  stichhaltigen  Gründen  konkret  und  ernsthaft 

glaubhaft zu machen hat (Urk. 239, E.4.3.4.). Es mag sein, dass der Beschuldigte 

vor über 30 Jahren Sympathisant (nicht Mitglied) der LTTE war, jedoch sind keine 

konkreten  Umstände  auszumachen,  weshalb  der  Beschuldigte  auch  heute  noch 

einer Verfolgung und Folter ausgesetzt wäre bzw. er mit solchem ernsthaft rechnen 

müsste. Die von ihr in diesem Zusammenhang zitierten Entscheide des Bundes-

verwaltungsgerichts und des SEM in Bezug auf die Gefahr einer Art. 3 EMRK-Ver-

letzung sind bereits mehr als 16 bzw. mehr als 9 Jahre alt und können mithin nicht 

als aktuell bezeichnet werden (Urk. 263 Rz. 37 und 39). Die Ausführungen der Ver-

teidigung  sind  weitestgehend  allgemeiner  Natur  und  vermögen  die  Gefährdung 

nicht rechtsgenüglich glaubhaft zu machen. Das Non-Refoulement-Gebot oder eine 

andere zwingende Norm steht der Landesverweisung nicht entgegen. 

3.8. Eine Landesverweisung nach Art. 66abis StGB kann für eine Dauer von 3 bis 

15 Jahre  ausgesprochen  werden.  Angesichts  des  sehr  leichten  Verschuldens 

erscheint eine Dauer von 3 Jahren als angemessen.

3.9. Auf eine Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS) ist unter 

Hinweis auf die zutreffenden Erwägungen im aufgehobenen Entscheid vom 14. Fe-

bruar 2023 (Urk. 216 E. X.4.2.) sowie in Beachtung des Verschlechterungsverbots 

(Art. 391 Abs. 2 StPO) zu verzichten. 

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

Untersuchung und erstinstanzliches Verfahren

1.1. Nachdem das Verfahren in Bezug auf den Anklagesachverhalt in Dossier 4 

(Hausfriedensbruch  zum  Nachteil  von  E._____)  einzustellen  ist,  wäre  die  erst-

instanzliche  Kostenauflage  insofern  abzuändern,  als  dass  die  auf  jenen  Teil  der 

- 23 -

Untersuchung  und  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  entfallenden  Kosten  auf  die 

Gerichtskasse zu nehmen wären. Da die Vorinstanz jedoch die Kosten der Unter-

suchung und des erstinstanzlichen Verfahrens dem Beschuldigten zwar auferlegt, 

sie dann aber abgeschrieben hat, soweit sie nicht durch die Einziehung der bereits 

genannten  Barschaft  in  der  Höhe  von  Fr. 22.60  gedeckt  sind  (Urk. 69  S. 67; 

Dispositiv-Ziffer 10,  Urk. 69  S. 70),  kann  darauf  verzichtet  werden,  an  der  vorin-

stanzlichen  Kostenauflage  Änderungen  vorzunehmen.  Die  Kostenauflage  ist  zu 

bestätigen.

1.2. Die Kosten der amtlichen Verteidigung hat die Vorinstanz zwar auf die Ge-

richtskasse genommen, dies aber unter dem Vorbehalt von Art. 135 Abs. 4 aStPO. 

Nachdem bezüglich des Anklagedossiers 4 eine Einstellung erfolgt, rechtfertigt es 

sich, den entsprechenden Entscheid der Vorinstanz insofern abzuändern, als in Be-

zug  auf  3/4  der  Kosten  der  amtlichen  Verteidigung  eine  Nachforderung  gemäss 

Art. 135 Abs. 4 aStPO vorbehalten bleibt. Zu 1/4 sind die Kosten der amtlichen Ver-

teidigung definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.

2.

Erstes Berufungsverfahren

2.1. Die Gerichtsgebühr für das erste Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– zu 

veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 der 

Gebührenverordnung  des  Obergerichts).  Die  Kosten  im  Rechtsmittelverfahren 

tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 

Abs. 1  StPO).  Ob  eine  Partei  im  Rechtsmittelverfahren  als  obsiegend  oder 

unterliegend gilt, hängt davon ab, in welchem Ausmass ihre vor Beschwerdeinstanz 

bzw.  Berufungsgericht  gestellten  Anträge  gutgeheissen  werden  (Griesser  in: 

Donatsch/Lieber/Summer/Wohlers, StPO-Kommentar, 3. Aufl. 2020, Art. 428 N 1).

2.2. Der Beschuldigte unterliegt im Berufungsverfahren mit seinen Anträgen wie 

dargelegt  zwar  teilweise  (Schuldspruch  und  Sanktion).  Aufgrund  der  finanziellen 

Situation des Beschuldigten und angesichts der Tatsache, dass realistischerweise 

nicht  zu  erwarten  ist,  dass  der  Beschuldigte  in  absehbarer  Zeit  in  der  Lage  sein 

wird,  ein  Einkommen  zu  erzielen,  welches  höher  ist  als  die  Aufwendungen  für 

seinen Lebensunterhalt, rechtfertigt es sich, die gesamten Kosten des Berufungs-

- 24 -

verfahrens, einschliesslich der Kosten der amtlichen Verteidigung, auf die Gerichts-

kasse zu nehmen. 

2.3. Die  Beschwerde  gegen  die  im  Urteil  vom  14.  Februar  2023  für  das  erste 

Berufungsverfahren festgesetzte Entschädigung der amtlichen Verteidigerin in der 

Höhe  von  pauschal  Fr. 8'500.–  wurde  vom  Bundesstrafgericht  abgewiesen 

(Urk. 227), weshalb es dabei sein Bewenden hat. Die Kosten der amtlichen Vertei-

digung für das erste Berufungsverfahren sind auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

3.

Zweites Berufungsverfahren

3.1. Die  Kosten  des  zweiten  Berufungsverfahrens  sind  entstanden,  weil  das 

erste Urteil der erkennenden Kammer im bundesgerichtlichen Verfahren aufgeho-

ben  wurde.  Die  Gerichtsgebühr  für  das  zweite  Berufungsverfahren  hat  entspre-

chend ausser Ansatz zu fallen. Im Übrigen sind die Kosten auf die Gerichtskasse 

zu nehmen (Art. 426 Abs. 3 lit. a StPO).

3.2. Auch  für  das  zweite  Berufungsverfahren  ist  die  amtliche  Verteidigerin  aus 

der Gerichtskasse zu entschädigen. Die amtliche Verteidigung macht im zweiten 

Berufungsverfahren ein Honorar von Fr. 9'244.60 geltend (Urk. 269). 

3.3. Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung richtet sich nach kantonalem 

Recht (Art. 424 StPO). Gemäss § 23 Abs. 1 in Verbindung mit § 1 Abs. 2 AnwGebV 

(LS 215.3) setzt sich die Vergütung für amtliche Verteidigung aus der Gebühr und 

den  notwendigen  Auslagen  zusammen.  Die  Grundgebühr  für  die  Führung  eines 

Strafprozesses einschliesslich Vorbereitung des Parteivortrags und Teilnahme an 

der Hauptverhandlung beträgt vor den Bezirksgerichten Fr. 1'000.– bis Fr. 28'000.– 

(§ 17 Abs. 1 lit. b AnwGebV). Die Gebühr im Berufungsverfahren wird grundsätzlich 

nach den für die Vorinstanz geltenden Regeln bemessen, wobei auch berücksich-

tigt  wird,  ob  das  Urteil  vollumfänglich  oder  nur  teilweise  angefochten  worden  ist 

(§ 18 Abs. 1 AnwGebV). Entschädigungspflichtig sind dabei nur jene Bemühungen, 

die  in  einem  kausalen  Zusammenhang  mit  der  Wahrung  der  Rechte  im  Straf-

verfahren  stehen,  und  die  notwendig  und  verhältnismässig  sind  (BGE  141  I 124 

- 25 -

E. 3.1).  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  ist  es  zudem  zulässig,  für 

das Anwaltshonorar Pauschalen vorzusehen (BGE 141 I 124 E. 4.3). 

3.4.

Im vorliegenden zweiten Berufungsverfahren ging es nur noch um die Frage 

der Anordnung einer Landesverweisung. Das Verfahren wurde schriftlich geführt, 

wobei nur ein Schriftenwechsel durchgeführt wurde. Die von der amtlichen Vertei-

digung geltend gemachte Entschädigung erscheint daher insgesamt zu hoch. Die 

amtliche  Verteidigung  macht  mehrere  Stunden  für  das  Studium  des  Gutachtens 

C._____ als Aufwand geltend. Das Gutachten C._____ lag bereits im ersten Beru-

fungsverfahren  vor.  Es  ist  davon  auszugehen,  dass  die  Verteidigung  bestens 

Kenntnis vom Inhalt des Gutachtens hatte. Wurde doch dessen Inhalt im bundes-

gerichtlichen Verfahren ausgiebig gerügt. Entsprechend erhellt nicht, weshalb sich 

die Verteidigung im zweiten Berufungsverfahren erneut zum ausgiebigen Studium 

des Gutachtens C._____ veranlasst sah und dafür mehrere Stunden aufwendete. 

Für das bundesgerichtliche Verfahren wurde die amtliche Verteidigung zudem be-

reits mit Fr. 2'000.– entschädigt, weshalb der Aufwand für das Studium des bun-

desgerichtlichen  Urteils  nicht  nochmals  im  vorliegenden  Verfahren  geltend  ge-

macht  werden  kann.  Die  Berufungsantwort  der  Verteidigung  umfasst  ferner 

materiell rund 15 Seiten (Urk. 263). Die Verteidigung macht dafür einen Aufwand 

von mindestens 1 Stunde pro Seite geltend, was unverhältnismässig erscheint und 

auf rund die Hälfte zu kürzen ist.

3.5. Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände erscheint es angemessen, die 

amtliche Verteidigung für ihre Aufwendungen im zweiten Berufungsverfahren mit 

pauschal Fr. 5'000.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu entschädigen. 

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 1. Abteilung, 

vom 2. Juni 2020 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

1.-6.

(…)

"Es wird erkannt:

- 26 -

7.

Die sichergestellten Gegenstände, namentlich





















DNA-Spur-Wattetupfer ab Halbhartkäse-Verpackung (A013'050'572),

Gasflasche, 1 Dose mit Gas zum Nachfüllen "Tycoon", 250 ml (A013'038'147),

DNA-Spur, Fahrzeuggriff aussen, Beifahrerseite aus Audi ZH 1 (A013'255'851),

DNA-Spur, Beifahrersitz aus Audi ZH 1 (A013'255'873),

DNA-Spur, ab Mittelkonsole und Handschuhfach aus Audi ZH 1 
(A013'255'884),

DNA-Spur, Mikrospuren-Klebebandasservat aus Audi ZH 1 (A013'255'895),

Tatort-Fotografie, Übersichts-und Detailaufnahme aus VW Touran ZH 2 
(A013'255'942),

DNA-Spur, Fahrzeuggriff aussen, Fahrerseite ab VW Touran ZH 2 
(A013'255'953),

DNA-Spur, Wattetupfer, Mittelkonsole, Sonnenbrillenfach aus VW Touran ZH 2 
(A013'255'964),

DNA-Spur, Mikrospuren-Klebebandasservat ab VW Touran ZH 2 
(A013'255'975),



Betriebsgeld, VW Touran 2 (A013'256'105)

lagernd beim Forensischen Institut Zürich, Referenz-Nr. K190923-043 / 76384640, Re-

ferenz-Nr. K191125010 / 76830790 sowie Referenz-Nr. K191123032 / 76830803 sind 

nach Rechtskraft des Entscheides zu vernichten.

8.

Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

4'000.–

; die weiteren Kosten betragen:

2'100.–

  Gebühr Vorverfahren

1'200.–

  Gebühr Beschwerdeverfahren (G.-Nr. UB200036-O)

- 27 -

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

6'990.–

  Auslagen (Gutachten)

70.–

  Entschädigung Zeuge

6'638.85.–  ehemalige amtliche Verteidigung (RAin B._____)

16'000.–

  amtliche Verteidigung.

9.

Rechtsanwältin lic. iur. X._____ wird für ihre Aufwendungen als amtliche Verteidigerin 

des Beschuldigten mit Fr. 16'000.– (inkl. Barauslagen und 7.7% MwSt.) aus der Ge-

richtskasse entschädigt.

10.

(…)

11.

(…)

12.

(Mitteilung)

13.

(Rechtsmittel)"

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

Es wird erkannt:

1.

Das  Verfahren  gegen  den  Beschuldigten  wegen  Hausfriedensbruchs  im 

Sinne von Art. 186 StGB zum Nachteil von E._____ (Anklagedossier 4) wird 

eingestellt. 

2.

Der Beschuldigte ist schuldig des mehrfach versuchten Diebstahls im Sinne 

von Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 8 Monaten Freiheitsstrafe als Zusatzstrafe 

zu den mit Strafbefehlen vom 2. April 2020 der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 

sowie der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 5. April 2021 ausge-

fällten  Strafen.  Davon  sind  195 Tage  durch  Untersuchungs-  und 

Sicherheitshaft erstanden. 

4.

5.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.

Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66abis StGB für 3 Jahre des Landes 

verwiesen. 

- 28 -

6.

Es wird keine Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informa-

tionssystem angeordnet.

7.

Die  mit  Verfügung  der  Staatsanwaltschaft  Zürich-Limmat  vom  20. Januar 

2020  beschlagnahmte  Barschaft  von  Fr. 22.60  (A013'251'031;  G.Nr. 

76830803 / K191123-032) wird zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten 

verwendet. 

8.

Die  Kosten  der  Untersuchung  und  des  vorinstanzlichen  gerichtlichen  Ver-

fahrens werden dem Beschuldigten auferlegt, aber abgeschrieben, soweit sie 

nicht  durch  die  beschlagnahmte  Barschaft  von  Fr. 22.60  gedeckt  sind.  Die 

vorinstanzlichen Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichts-

kasse genommen; vorbehalten bleibt in Bezug auf 3/4 der Aufwendungen der 

amtlichen Verteidigung eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 aStPO. 

Zu 1/4 sind die vorinstanzlichen Kosten der amtlichen Verteidigung definitiv 

auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

9.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr für das erste Berufungsverfahren 

(SB200420) wird festgesetzt auf:

Fr.

3'000.–

; die weiteren Kosten betragen:

Fr.

4'649.95

Fr.

8'500.–

  amtliche Verteidigung RA MLaw G._____ (inkl. 
  Barauslagen und MwSt.; bereits ausbezahlt)

  amtliche Verteidigung RAin lic. iur. X._____ (inkl. 
  Barauslagen und MwSt.).

Fr.

17'603.40

  Gutachten.

10. Die  Kosten  des  ersten  Berufungsverfahrens,  einschliesslich  derjenigen  der 

amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen.

11. Die  Gerichtsgebühr  für  das  zweite  Berufungsverfahren  (SB240360)  fällt 

ausser Ansatz. Die weiteren Kosten betragen:

Fr.

5'000.–

amtliche Verteidigung.

- 29 -

12. Die  Kosten  für  das  zweite  Berufungsverfahren  (SB240360)  werden  auf  die 

Gerichtskasse genommen.

13. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschul-
digten;

die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat;

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an

















die Vorinstanz

den Justizvollzug und Wiedereingliederung Kanton Zürich, Abt. Bewäh-
rungs- und Vollzugsdienste, Hohlstrasse 552, Postfach, 8090 Zürich

das  Migrationsamt  des  Kantons  Zürich,  Berninastrasse  45,  Postfach, 
8090 Zürich

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des 
DNA-Profils  und  Vernichtung  des  ED-Materials"  zwecks  Bestimmung 
der Vernichtungs- und Löschungsdaten

Kantonspolizei Zürich KDM-ZD mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 
PolG) betr. Disp.-Ziff. 1 (KaPo-Nr. 76384640)

die II. Strafkammer betr. Geschäfts-Nr. SB210077

das Bezirksgericht Pfäffikon betr. Geschäfts-Nr. DG200011, 
DG210004, DG210007, DG210012, DG210014 und DG220001.

14. Gegen  diesen  Entscheid  kann  bundesrechtliche  Beschwerde  in  Straf-

sachen erhoben werden.

Die  Beschwerde  ist  innert  30 Tagen,  von  der  Zustellung  der  vollständigen, 

begründeten  Ausfertigung  an  gerechnet,  bei  der  Strafrechtlichen  Abteilung 

des  Bundesgerichtes  (1000 Lausanne 14)  in  der  in  Art. 42  des  Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

- 30 -

Die  Beschwerdelegitimation  und  die  weiteren  Beschwerdevoraussetzungen 

richten  sich  nach  den  massgeblichen  Bestimmungen  des  Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 1. Oktober 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. B. Gut

MLaw A. Jacomet