# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cacdfa94-ef87-5ad8-8053-fe1d9b1c0c7b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-02
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 02.09.2021 720 21 41/239
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-41-239_2021-09-02.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 2. September 2021 (720 21 41 / 239) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Invalidenversicherung 
 
 
Die Erheblichkeitsschwelle einer 20%igen Erwerbseinbusse zur Übernahme der Umschu-
lungskosten wird vorliegend nicht erreicht. Da bei der Beschwerdeführerin eine Aktivi-
tätsdauer von rund 25 Jahren verbleibt und ihr ohne Umschulung einzig Hilfsarbeiten zu-
mutbar wären, ist grundsätzlich ein Umschulungsanspruch dennoch zu bejahen.  
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kan-

tonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Natalie Matiaska, Advo-
katin, Fischmarkt 12, 4410 Liestal 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Berufliche Massnahmen  

 
 
 
A. Die 1980 geborene A.____ absolvierte nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit 
eine Ausbildung zur Dentalassistentin, welche sie im Jahr 1999 abschloss. Zumindest bis ins Jahr 
2004 war A.____ nur kurz auf dem erlernten Beruf erwerbstätig und arbeitete stattdessen in di-
versen unterschiedlichen Arbeitsstellen. Ab dem Jahr 2004 arbeitete sie als Dentalassistentin für 

 

 
 
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B.____ in C.____. Dieses Arbeitsverhältnis wurde per 31. Juli 2006 gekündigt, da – gemäss Ar-
beitgeberfragebogen vom 7. April 2008 – kein für beide Parteien sinnvolles Arbeitspensum ge-
funden werden konnte. Mit Gesuch vom 31. März 2008 meldete sich A.____ unter Hinweis auf 
im Jahr 2002, 2004 und 2005 erlittene Unfälle bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum 
Leistungsbezug an. Als Gesundheitsbeschwerden gab die Beschwerdeführerin Schmerzen im 
Bereich des Nackens und der Schulter links sowie starke Kopfschmerzen an. Von der Unfallver-
sicherung wurde die Versicherte im Jahr 2007 durch die Gutachterstelle Solothurn (gutso) um-
fassend interdisziplinär begutachtet. Im Ergebnis konnte dabei keine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Dentalassistentin festgestellt werden. Gestützt auf 
diese Beurteilung wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 22. September 2008 das Begehren der 
Versicherten um IV-Leistungen ab. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. In 
der Folge nahm A.____ die Tätigkeit als Dentalassistentin nicht mehr auf. Nachdem sie zunächst 
auch keiner anderen Berufstätigkeit mehr nachgegangen war, arbeitete sie ab Ende 2015 zu-
nächst auf selbständiger Basis in einem sehr geringen Arbeitspensum als Terminiererin. Ab Au-
gust 2018 arbeitete A.____ als Angestellte für die D.____ einem 50 %-Pensum. Per Ende 2019 
wurde ihr diese Stelle aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt.  
 
Mit Schreiben vom 22. Oktober 2019 meldete sich A.____ erneut zum Leistungsbezug bei der 
IV-Stelle an. Zur Begründung gab sie Schmerzen und Entzündungen an den Gelenken (Hände, 
Knie, Ellbogen und Schulter) an. Nach Vornahme der erforderlichen Abklärungen und Durchfüh-
rung des Vorbescheidverfahrens lehnte die IV-Stelle einen Anspruch auf berufliche Massnahmen 
mit Verfügung vom 18. Dezember 2020 ab.  
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokatin Natalie Matiaska, mit 
Schreiben vom 1. Februar 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung 
Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte sie, die angefochtene Verfügung sei 
vollumfänglich aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr die gesetzlichen 
Leistungen, insbesondere berufliche Massnahmen (Umschulung zur Sachbearbeiterin) zuzu-
sprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Sachverhaltsabklärung an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. 
 
C. Mit Vernehmlassung vom 16. März 2021 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Be-
schwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 

 

 
 
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Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Be-
schwerde der Versicherten ist demnach einzutreten. 
 
2. Vorliegend strittig ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf Massnahmen zur beruf-
lichen Eingliederung, insbesondere eine Umschulung, hat.  
 
2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität unmittelbar bedrohte 
Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet 
sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wiederher-
zustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den Anspruch der 
einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die Eingliederungsmassnahmen umfassen gemäss 
Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG Massnahmen beruflicher Art wie Berufsberatung (Art. 15 IVG), erstmalige 
berufliche Ausbildung (Art. 16 IVG), Umschulung (Art. 17 IVG), Arbeitsvermittlung (Art. 18 Abs. 1 
IVG) und Kapitalhilfe (Art. 18d IVG). 
 
2.2 Ausgangspunkt jedes Anspruchs auf berufliche Massnahmen der Invalidenversicherung 
ist das Vorhandensein eines (drohenden) invalidisierenden Gesundheitsschadens. Als Invalidität 
im Sinne von Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche-
rungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG gilt die voraussicht-
liche bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge 
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall. Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträch-
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutba-
rer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög-
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 
ATSG).  
 
2.3.1 Eine versicherte Person hat Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, 
wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraus-
sichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs. 1 IVG). Unter Umschulung ist dabei 
grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die 
notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen ver-
sicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. 
Dabei bezieht sich der Begriff der „annähernden Gleichwertigkeit“ nicht in erster Linie auf das 
Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Ver-
dienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungs-
zweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Um-
ständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit si-
cherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (vgl. BGE 130 V 488 E. 
4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 8. August 2008, 8C_163/2008, E. 2.2). 
 

 

 
 
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2.3.2 Voraussetzung für die Übernahme der Umschulungskosten ist, dass der Invaliditätsgrad 
ein bestimmtes erhebliches Mass erreicht. Dies ist nach der Rechtsprechung grundsätzlich bei 
einer Erwerbseinbusse von etwa 20 % im Vergleich zum vor Eintritt des Gesundheitsschadens 
erzielten Erwerbseinkommen der Fall. Kann die versicherte Person ihre angestammte Tätigkeit 
nicht mehr ausüben, ist zuerst zu prüfen, ob sie ohne (zusätzliche) Ausbildung eine andere zu-
mutbare Tätigkeit ausüben kann. Die Erheblichkeitsschwelle von ca. 20 % – welche im Übrigen 
durch einen Einkommensvergleich im Sinne von Art. 16 ATSG ermittelt wird (vgl. ZAK 1984 S. 91) 
– bezieht sich also sowohl auf die Erwerbsmöglichkeit im angestammten als auch in einem lei-
densangepassten Beruf. Bei der Erheblichkeitsschwelle von 20 % handelt es sich um einen von 
der Rechtsprechung entwickelten Richtwert. Hintergrund der Erheblichkeitsschwelle sind die re-
lativ hohen Kosten einer Umschulung; so widerspricht es dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz, 
wenn die Kosten einer Umschulung jene der auszugleichenden Erwerbseinbusse erheblich über-
steigen. Dabei wird allerdings ausser Acht gelassen, dass unter den Umschulungsbegriff nicht 
nur (teure) Berufsausbildungen fallen, sondern auch weniger kostspielige Massnahmen, wie eine 
kurze oder berufsbegleitende Ausbildung. Immerhin stellt die Erheblichkeitsschwelle von 20 % 
keine starre Grenze dar: Insbesondere bei Berufen mit tiefen Anfangslöhnen berücksichtigt die 
Rechtsprechung neben den aktuellen Verdienstmöglichkeiten im Rahmen einer Prognose auch 
weitere Faktoren, wie Lohnentwicklung und Aktivitätsdauer. Regelmässig beachtet wird die zu 
erwartende zukünftige Einkommensentwicklung in der ursprünglich gelernten und einer allfälligen 
Hilfstätigkeit (vgl. BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E. 3; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Ja-
nuar 2018, 8C_808/2017, E. 3).  
 
3. Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine Neuanmeldung nach 
vorangegangener Ablehnung eines Leistungsgesuchs (um Rente, Hilflosenentschädigung oder 
Eingliederungsmassnahmen) nur zu prüfen, wenn eine leistungsrelevante Änderung der tatsäch-
lichen Verhältnisse glaubhaft gemacht worden ist. Diese Gerichtspraxis soll verhindern, dass sich 
die IV-Stellen immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten, d.h. keine Verän-
derung des Sachverhalts darlegenden Leistungsgesuchen befassen müssen (Art. 87 Abs. 3 in 
Verbindung mit Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 
1961; vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2020, 9C_287/2020, E. 1.3.1 mit zahl-
reichen Hinweisen). Tritt die Verwaltung auf ein Revisionsgesuch oder eine Neuanmeldung ein, 
so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten 
Person glaubhaft gemachte Veränderung des rechtserheblichen Sachverhalts auch tatsächlich 
eingetreten ist (SVR 2011 IV Nr. 2 E. 3.2; vgl. BGE 117 V 198 E. 4b). Stellt sie fest, dass seit 
Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung eingetreten ist, weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um 
nunmehr einen Leistungsanspruch zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (SVR 2008 IV Nr. 35 E. 2.1; vgl. 
BGE 117 V 198 E. 3a). Zeitliche Vergleichsbasis ist im vorliegenden Fall die leistungsablehnende 
rechtskräftige Verfügung der IV-Stelle vom 22. September 2008 und die vorliegend angefochtene 
Verfügung vom 18. Dezember 2020. 
 

 

 
 
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4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Ver-
waltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und 
Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei-
len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und in Bezug auf welche Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 115 V 133 E. 2, 114 V 310 E. 3c, 105 V 156 E. 1 
in fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt 
ausgeübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und 
nach ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch 
verrichtet werden können (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditäts-
schätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der So-
zialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle relevanten 
Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden 
hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 
gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch-
tet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlagge-
bend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut-
achten (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 
 
4.3 Die Regionalen Ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der me-
dizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die In-
validenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der versi-
cherten Person fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszu-
üben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2bis 
IVG). Die RAD können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. 
Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Art. 49 Abs. 2 IVV). RAD-Berichte sind 
versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst wer-
den; die in dieser Norm vorgesehenen Verfahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-
Berichten keine Wirkung (vgl. BGE 135 V 254 E. 3.4; Urteil des Bundesgerichts vom 16. Septem-
ber 2014, 8C_385/2014, E. 4.2.1). 
 

 

 
 
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4.4 Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer me-
dizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforde-
rungen an ein ärztliches Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über 
die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Allerdings ist 
hinsichtlich des Beweiswerts zu differenzieren: Stützt sich der angefochtene Entscheid aus-
schliesslich auf versicherungsinterne medizinische Unterlagen – zu denen die RAD-Berichte ge-
hören –, sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. In solchen Fällen sind 
bereits bei geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellun-
gen ergänzende Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und 
E. 4.7; zum Ganzen auch: Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2015, 9C_627/2015, 
E. 2, mit weiteren Hinweisen). 
 
5. Das Administrativverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess sind 
vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben Ver-
waltung und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Ab-
klärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so 
lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei-
chende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, 
E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Unter-
suchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch 
zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
6. Im Wesentlichen liegen die nachfolgenden ärztlichen Berichte vor:  
 
6.1  Im Gutachten der Gutachterstelle Solothurn (gutso) vom 28. Oktober 2007 zu Handen 
der E.____ Versicherungs-Gesellschaft werden folgende Diagnosen festgehalten: 1. Chronisch 
rezidivierendes zervikozephales Schmerzsyndrom linksbetont. 2. Funktionelle leichtgradige Be-
wegungseinschränkung und Schmerzhaftigkeit der linken Schulter ohne gesicherte organische 
Läsion. 3. Kongenitale Kolondivertikulose. 
 
6.2 Gemäss Schreiben von Dr. med. F.____, FMH Rheumatologie, FMH Physikalische Me-
dizin & Rehabilitation und FMH Innere Medizin, vom 2. November 2019 besteht bei der Beschwer-
deführerin aus rheumatologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf 
als Dentalassistentin. Für eine Verweistätigkeit gilt medizinisch-theoretisch aus rein rheumatolo-
gischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit. Dies jedoch unter der Voraussetzung, dass bei der Ver-
weistätigkeit keine Zwangshaltungen eingenommen werden müssen, keine schweren Lasten ge-
tragen werden müssen und eine rückengerechte Belastung möglich ist.  
 
6.3 Aus den Unterlagen von Dr. med. G.____, FMH für Innere Medizin und Rheumatologie, 
welche der IV-Stelle mit Schreiben vom 11. November 2019 eingereicht wurden, ergibt sich unter 
anderem das Vorliegen einer CPPD (Calcium-Pyrophosphat-Ablagerungserkrankung). 
 

 

 
 
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6.4 Die RAD-Ärztin Dr. med. H.____, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medi-
zin, berichtet am 18. November 2019, dass die Beschwerdeführerin im angestammten Beruf als 
Dentalassistentin zu 100 % arbeitsunfähig sei. Als Diagnosen wurden Arthralgien mit unklarer 
Genese und Verdacht auf CPPD festgehalten. Die Beschwerdeführerin könne keine Wirbelsäule-
Zwangshaltung mehr einnehmen, keine Lasten mehr heben und tragen und auch keine repetiti-
ven/monotonen und manuell belastenden Tätigkeiten ausführen. Es seien ihr nur noch sehr 
leichte wechselbelastende Tätigkeiten, ohne manuelle Belastungen und ohne monotone/repeti-
tive Handbewegungen, ohne Knien/Hocken/Kauern, ohne Heben und Tragen von Lasten und 
ohne Wirbelsäule-Zwangshaltungen zuzumuten. Eine berufliche Umorientierung wird befürwor-
tet.  
 
6.5 Der Hausarzt Dr. med. I.____, FMH Allgemeine Medizin FMH, führt mit Schreiben vom 
27. November 2019 aus, dass seine Patientin unter einer noch nicht klar diagnostizierten rheu-
matischen Krankheit leide, weitere spezialärztliche Abklärungen seien im Gange. Sie leide ins-
besondere an Spannungs- und Bewegungsschmerzen mit Schwellungszuständen der Finger- 
und Handgelenke, neuerdings auch an Rücken und Schulterschmerzen. Eine Tätigkeit als Den-
talassistentin sei ausgeschlossen, bei wechselnder Belastung mit unterschiedlicher Körperhal-
tung halte er jedoch eine Arbeitsfähigkeit zu 50 % als gegeben (Beratungstätigkeit, Büro etc.).  
 
6.6  Mit RAD-Bericht vom 17. Dezember 2020 attestiert nun Dr. H.____ der Beschwerdefüh-
rerin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für jede leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Wirbelsäu-
len-Zwangshaltungen und ohne manuell forcierte Belastungen (wie Ziehen/Stossen/Greifen ge-
gen Widerstand, Vibarationsbelastungen), so auch für die Tätigkeit als Dentalassistentin oder als 
Büroangestellte/KV. Sie begründet den Wechsel in der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit mit der 
Verwechslung der Berufsbilder der Dentalassistentin und der Dentalhygienikerin. Dieser Ver-
wechslung der Berufsbilder sei sehr wahrscheinlich auch Dr. E.____ unterlegen. Die Tätigkeit als 
Dentalassistentin entspreche einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Belastung der 
Gelenke und sei der Beschwerdeführerin bei ihrer Konstitution ganztags zumutbar.  
 
 
6.7. Mit Arztbericht vom 26. Januar 2021 nimmt Dr. I.____ nochmals Stellung zu den gesund-
heitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin. Er hält fest, dass bei der Beschwerdefüh-
rerin seit ca. Mitte 2019 eine chronische, z.T. entzündliche rheumatische Krankheit bisher unge-
klärter Ätiologie bestehe. Aufgrund der rezidivierenden Schmerzzustände mit Blockaden der 
Hand- und Fingergelenke sowie Knie- und Ellbogengelenke sei ihr insbesondere das Einnehmen 
von dauernden fixen Körperpositionen, "welche im zahntechnischen Bereich eben üblich" seien, 
nicht möglich. Tätigkeiten mit wechselnden Körperpositionen wären aber im KV-Bereich gegeben 
und die Patientin sei auch motiviert, eine solche Ausbildung zu absolvieren. Das Ausüben des 
angestammten Berufes als Dentalassistentin sei ihr nicht mehr möglich.  
 
7. Vorweg kann festgehalten werden, dass bei der Beschwerdeführerin seit ca. Mitte 2019 
eine chronische, z.T. entzündliche rheumatische Krankheit bisher ungeklärter Ätiologie besteht. 
Damit ist im Vergleich zum Verfügungszeitpunkt im Jahr 2008 zweifellos eine Verschlechterung 

 

 
 
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des Gesundheitszustands eingetreten, weshalb die IV-Stelle zu Recht auf die Neuanmeldung 
eingetreten ist (vgl. Ziff. 3 hievor).  
 
8.1 Vorliegend fällt auf, dass abgesehen von Dr. H.____ mit Bericht vom 17. Dezember 2020 
alle anderen Ärzte und auch Dr. H.____ selbst mit Bericht vom 18. Dezember 2019, die Be-
schwerdeführerin als zu 100 % arbeitsunfähig in ihrer angestammten Tätigkeit erachten. Wenn 
nun Dr. H.____ von einer Verwechslung der Berufsbilder der Dentalassistentin und der Dentalthy-
gienikerin ausgeht, so überzeugt dies nicht, schon gar nicht wenn sie die Verwechslung auch Dr. 
E.____ unterstellt. Sowohl Dr. E.____ als auch Dr. I.____ gehen in ihren Arztberichten von der 
Bezeichnung als Dentalassistentin aus. Weshalb sie dabei einer Verwechslung mit dem Beruf 
der Dentalhygienikerin unterliegen sollten, ist nicht ersichtlich. Dr. H.____ verwendet in ihrem Be-
richt im November 2019 den Begriff "Zahnarzthelferin", welcher eher den Beruf einer Dentalas-
sistentin denn den einer Dentalhygienikerin bezeichnet. Auch legt Dr. H.____ nicht dar, weshalb 
für den Beruf als Dentalassistentin bei der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit, für 
denjenigen der Dentalhygienikerin aber eine Arbeitsfähigkeit von 0 % bestehen soll. Es ist zwar 
richtig, dass das Berufsbild der Dentalassistentin von demjenigen der Dentalhygienikerin ab-
weicht. Allerdings ist davon auszugehen, dass auch die Dentalassistentinnen Zwangshaltungen 
ausgesetzt sind, so insbesondere beim Absaugen des Speichels und des Bohrkühlwassers. Sol-
che Zwangshaltungen sind auch gemäss Dr. H.____ der Beschwerdeführerin nicht zuzumuten. 
Zudem wird auch in Bezug auf den Beruf der Dentalassistentin eine robuste Gesundheit bzw. 
eine gute Gesundheit, insbesondere mit Hinweis auf Bein- und Rückenbelastung verlangt (vgl. 
www.berufsberatung.ch zum Beruf der Dentalassistentin EFZ).  
 
Damit ist aufgrund der ärztlichen Berichte und der Beschreibung der Tätigkeiten einer Dentalas-
sistentin sowie der generellen Anforderungen an den Beruf einer Dentalassistentin davon auszu-
gehen, dass die Beschwerdeführerin diese Tätigkeit nicht mehr ausüben kann.  
 
8.2 Des Weiteren ist die IV-Stelle der Auffassung, dass der Beruf der Dentalassistentin nicht 
mehr als die angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin zu gelten habe. Dieser Auffassung 
kann nicht gefolgt werden. Das Bundesgericht hat diesbezüglich ausgeführt, dass selbst nach 
jahrelanger anderweitiger Tätigkeit der erlernte Beruf Bestandteil der Ausbildung bleibe, über 
welche sich die versicherte Person ausweisen könne (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Au-
gust 2020, 9C_320/2020, E. 3.2.2). Es ist zwar richtig, dass die Beschwerdeführerin letztmals im 
Jahr 2006 in ihrem erlernten Beruf gearbeitet hat. Allerdings hatte sie bereits damals gesundheit-
liche Probleme und – nach der Geburt ihrer Kinder im Jahre 2007 und 2011 – war sie bis im Jahre 
2015 nicht mehr erwerbstätig. Ab 2015 hat sie zuerst in geringem Pensum selbständig und da-
nach in einem Teilzeitpensum als Terminiererin gearbeitet. Dies wohl auch deshalb, weil diese 
Tätigkeit eher mit der Kinderbetreuung zu vereinbaren war als die Tätigkeit als Dentalassistentin. 
Sie hat jedoch keine weitere Ausbildung absolviert. Somit muss die Tätigkeit als Dentalassistentin 
nach wie vor als angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin bezeichnet werden.  
 
8.3 Wie bereits ausgeführt, bildet Voraussetzung für die Übernahme der Umschulungskos-
ten eine Erwerbseinbusse von etwa 20 % im Vergleich zum vor Eintritt des Gesundheitsschadens 
erzielten Erwerbseinkommen (vgl. oben Ziff. 2.3.2).  

 

 
 
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Vorliegend kann entgegen der Auffassung der Vorinstanz für die Berechnung des Validenein-
kommens nicht auf die Internetseite "jobs.ch" abgestellt werden. Es handelt sich dabei nicht um 
eine offizielle amtliche Internetseite mit verifizierten Lohnangaben, sondern um eine private Job-
börse. Zu Recht weist die Beschwerdeführerin darauf hin, dass die dort angegebenen Löhne 
aufgrund von Angaben der auf der Seite registrierten Nutzer ermittelt werden und diese nicht 
überprüfbar sind. Da die Beschwerdeführerin jahrelang nicht mehr im angestammten Beruf tätig 
war und der Stellenverlust aus invaliditätsfremden Gründen erfolgte, ist der Validenlohn anhand 
von Durchschnittswerten zu bestimmen (Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juni 2015, 
9C_212/2015 E. 5.4 mit Hinweisen). Dabei können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne ge-
mäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebun-
gen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3.). Vorliegend ist auf die Tabelle TA1 der 
LSE 2018 abzustellen. Im hier anwendbaren Bereich Gesundheits- und Sozialwesen resultiert 
ein jährliches Valideneinkommen von Fr. 64'522.-- (Kompetenzniveau 2, Spalte Frauen, Fr. 
5'170.-- monatlich, basierend auf 40 Wochenstunden nach Umrechnung auf die betriebsübliche 
wöchentliche Arbeitszeit von 41,6 Stunden, x 12). 
 
Zur Berechnung des Invalideneinkommens kann nicht auf die Tätigkeit als Terminiererin abge-
stellt werden. Die Beschwerdeführerin hat keine diesbezügliche Ausbildung absolviert, sie ist eher 
zufällig durch ihren Lebenspartner zu dieser Tätigkeit gelangt, wobei sie damit nur ein beschei-
denes Einkommen erzielen konnte. Zudem hat sie ihre letzte Anstellung wieder verloren. Die von 
der IV-Stelle gestützt auf die Internetseite "jobs.ch" herangezogenen Durchschnittslöhne sind zu-
dem – wie bereits in Bezug auf das Valideneinkommen angeführt – nicht repräsentativ. Auch für 
die Festlegung des Invalideneinkommens ist folglich auf die LSE abzustellen (vgl. LSE 2018, 
Tabelle TA1, Sektor Total, Kompetenzniveau 1, Spalte Frauen, monatlich  
Fr. 4'371.--, basierend auf 40 Wochenstunden). Nach Umrechnung auf die betriebsübliche wö-
chentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden ergibt sich ein jährliches Invalideneinkommen von 
Fr. 54'681.--. Die Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt einen Invalidi-
tätsgrad von 15 %, womit die Erheblichkeitsschwelle von 20 % nicht erreicht wird.  
 
8.4 Das Bundesgericht hat indessen in Bezug auf diese Erheblichkeitsschwelle regelmässig 
ausgeführt, dass davon namentlich bei jungen Versicherten mit entsprechend langer verbleiben-
der Aktivitätsdauer abzuweichen sei, wenn es sich bei den ohne Umschulung zumutbaren ange-
passten Tätigkeiten um unqualifizierte Hilfsarbeiten handle, die im Vergleich zur erlernten Tätig-
keit qualitativ nicht als annähernd gleichwertig bezeichnet werden können (Urteil des Bundesge-
richts vom 31. Januar 2011, 9C_704/2010, E. 3.1). Vorliegend sind die nun nach Eintritt des Ge-
sundheitsschadens in Frage kommenden Hilfsarbeiten im Vergleich zur erlernten Tätigkeit nicht 
als gleichwertig zu bezeichnen. Zwar ist die Beschwerdeführerin älter als die im angeführten Bun-
desgerichtsurteil betroffene Person, dennoch betrug die verbleibende Aktivitätsdauer der Be-
schwerdeführerin im Zeitpunkt der Anmeldung noch rund 25 Jahre. Weil zudem ohne Umschu-
lung mangels anderweitiger Ausbildung einzig Hilfsarbeiten zumutbar wären, kann der Umschu-
lungsanspruch vorliegend nicht wegen Unterschreiten der Erheblichkeitsgrenze verneint werden.  
 

 

 
 
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9. Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass vorliegend die Voraussetzungen für 
die Übernahme der Umschulungskosten grundsätzlich zu bejahen sind. Da aber die IV-Stelle 
nicht geprüft hat, ob der in der Beschwerde anbegehrte Lehrgang zur Sachbearbeiterin, KV Wei-
terbildungen, die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme (Geeignetheit, Notwendigkeit und 
Angemessenheit in sachlicher, zeitlicher, wirtschaftlicher sowie persönlicher Hinsicht) erfüllt, ist 
die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie entsprechende Abklä-
rungen tätigt, die Umschulungsfrage neu prüft und eine neue Verfügung erlässt. In diesem Sinne 
ist die Beschwerde gutzuheissen.  
 
10. Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz-
lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene 
Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen 
und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht 
die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende 
Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 
 
10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Vorlie-
gend ist die IV-Stelle unterliegende Partei. Die ordentlichen Kosten von Fr. 800.-- werden somit 
ihr auferlegt, und der geleistete Kostenvorschuss ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.  
 
10.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Der Beschwerdeführerin als obsiegende Partei ist demnach eine Partei-
entschädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Be-
schwerdeführerin hat in ihrer Honorarnote vom 31. März 2021 für das vorliegende Verfahren ei-
nen Zeitaufwand von 3,58 Stunden (Rechtsvertreterin) sowie von 18 Stunden (Volontär) geltend 
gemacht, was in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen gerade noch 
angemessen ist. Der Aufwand der Rechtsvertreterin wird mit dem im Sozialversicherungsrecht 
üblichen Stundenansatz von Fr. 250.-- vergütet (vgl. § 3 Abs. 1 der Tarifordnung für Anwältinnen 
und Anwälte vom 17. November 2003). Für den Aufwand des Volontärs werden antragsgemäss 
Fr. 130.-- pro Stunde veranschlagt. Nicht zu beanstanden sind die ausgewiesenen Auslagen im 
Betrag von Fr. 75.--. Der Rechtsvertreterin ist demnach ein Honorar von Fr. 3'565.70 ([3,58 Stun-
den à Fr. 250.-- + 18 Stunden à Fr. 130.--] + Auslagen von Fr. 75.-- zuzüglich 7,7 % Mehrwert-
steuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
11. Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 

 

 
 
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wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a 
BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und 
damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er-
sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt 
es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und 
anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2).  
 
Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischenentscheid 
im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraussetzungen 
zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechtsmittel-
belehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung vom 18. Dezember 2020 aufgehoben und die Angelegenheit 
zur erneuten Prüfung des Anspruchs auf Umschulung im Sinne der Er-
wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Ba-
sel-Landschaft zurückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
degegnerin auferlegt. 

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 3'565.70 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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