# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54de177e-ccc3-53bb-984f-5a50c27de7c3
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-15
**Language:** de
**Title:** Es war korrekt, dass auf das psychiatrische Gutachten abgestellt und die halbe Invalidenrente aufgehoben wurde.
**Docket/Reference:** IV.2017.00889
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2017.00889.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2017.00889
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens
Gerichtsschreiberin Gohl Zschokke
Urteil
vom
15. November 2018
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 19
59
,
war zuletzt
vom 2
3.
August 1995 bis zum 3
1.
Juli 1996
als Mitarbeiterin eines Lebensmittelmarktes erwerbstätig (
Urk.
6/2/4 und 6/7). Sie
meldete sich am
26
.
Mai 2004
bei der Sozialve
r
sicherungs
anstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
(Urk.
6
/2).
Diese
holte
einen IK-Auszug
(
Urk.
6
/
7
) und medizinische
Auskünfte
(
Urk.
6/8, 6/10 und 6/13)
ein
.
Überdies liess sie am 9.
Februar 2005 bei der Versicherten zuhause
die
Beein
trächtigung in Beruf und Haushalt ab
klären
(Urk.
6/14
)
.
Sie qualifizierte die Ver
sicherte als ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen zu 100
%
im Haushalt tätig und sprach ihr, ausgehend von rezidivierenden depressiven Episoden und Panik
attacken, aufgrund eines Invaliditätsgrads von 56,2
%
m
it Verfügung
en
vom
2
4.
Mai 2005
ab dem
1.
Mai 2003
eine
halbe
Invalidenrente zu (
Urk.
6
/2
1
22
; vgl. das Feststellungsblatt für den Beschluss vom 2
2.
März 2005,
Urk.
6/15
).
Di
e von der Versicherten dagegen e
rhobene E
insprache (Urk.
6/27 und 6/31) wies die IV-Stelle
nach dem
Beizug
weiterer erwerblicher Unterlagen (
Urk.
6/32-33 und 6/37) mit Verfügung vom 1
7.
November 2005 ab (
Urk.
6/40).
In der Folge
wurde der Rentenanspruch wieder
holt überprüft und bestätigt
, da sich keine renten
rele
vanten Änderungen ergeben hätten
(vgl. Urk.
6
/
41
ff.), l
etztmals mit schriftli
cher Mitteilung vom 24
.
August 2012
(Urk.
6
/
5
0).
1.2
Im
August
201
5
leitete die IV-Stelle erneut von Amtes wegen eine Rente
nüber-prüfung ein
, indem sie
der
Versi
cherten den Fragebogen zur Revi
sion der Inva
li
denrente zu
sandte
. Dieser wurde
am
1
3.
Oktober
201
5
ausgefüllt
retourniert
(Urk.
6/60
).
Die
IV-Stelle
zog
einen aktuellen IK-Auszug (
Urk.
6/
6
3) und einen
Verlaufsbericht des
langjährigen Behandlers
Dr.
A.___
, Fach
arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
16. Dezember 2015
bei
(
Urk.
6/62)
, in welchem
die
bekannten
Leiden
und
neu eine
kombinierte Persön
lichkeitsstörung mit schizoiden und ängstlich vermeidenden Anteilen (ICD-10: F61.0 oder F60.8)
diagnostiziert
wurd
e
n
(
Urk.
6/62/8)
.
A
m
3.
Juni
2016
gab die IV-Stelle
bei
B.___
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
ein psychiatris
ches Gutachten in Auftrag (Urk.
6
/
71
ff.). Es wurde
am
30. November
201
6
erstattet
(
Urk.
6
/
7
8).
Gestützt darauf stellte die IV-Stelle der Versicherten m
it Vorbescheid vom
3
.
Januar 2017
die Aufhebung der
halben
Invalidenrente in Aussicht (
Urk.
6
/
80
).
Dagegen lie
ss sie Einwand erheben (Urk.
6/81 und 6/85) und
eine Stellungnahme
von
Dr.
A.___
vom 7
.
Feb
ruar 2017 einreichen (Urk.
6/84).
Dazu äusserte sich die Gutachterin auf Ersuchen der IV-Stelle (Urk. 6/87) in einem ergänzenden Schreiben vom
7.
April 2017
(
Urk.
6/92).
Die Versicherte liess sich mit Eingabe vom 2
7.
April 2017 dazu ver
nehmen
und ein Belastbarkeitstraining beantragen
(
Urk.
6/96).
Die IV-Stelle führte am
7.
Juni 2017 mit der Versicherten ein
Gespräch zur Abklärung der beruflichen Situation
(
Urk.
6/99/2-3)
. Mit Schreiben vom gleichen Tag
teilte sie der Versicherten
den Abschluss der D
ienstleistungen im Bereich der b
eruflichen Eingliederung mit, da sie sich subjektiv aus gesundheitlichen Gründen nicht dazu i
n
der L
age sehe, an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen
(
Urk.
6/98).
Mit
Verfügung vom
3
0.
Jun
i 201
7
hob die IV-Stelle wie angekündigt die
halbe
Inva
lidenrente auf Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf (
Urk.
2 = 6
/101). Einer Beschwerde gegen die Verfügung entzog sie die auf
schieben
de Wirkung (
Urk.
2 S.
1
).
2.
Gegen die Verfügung vom
3
0.
Juni 2017
erhob die Versicherte mit Eingabe vom
3
0.
August 2017 (Datum Poststempel;
Urk.
1) Beschwerde und beantragte sinn
gemäss
,
die ange
fochtene Verfügu
ng sei aufzuheben und es sei ihr
weiterhin
eine Invalidenrente auszurichten.
Ihrer Beschwerdeschrift legte sie ein ärztliches Zeug
nis von
Dr.
C.___
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
9.
August 2017 bei (
Urk.
3).
Die IV-Stelle
schloss am
5
.
Okto
ber 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5
).
Davon wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
9.
Oktober 2017 Kenntnis gegeben (Urk. 7).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rec
htsschriften
und d
as
im Beschwerde
verfahren neu eingereichte
Arztzeugnis
(
Urk.
3)
wird, soweit erfor
derlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Be
i einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.
2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe
zü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentli
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheits
zustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskon
former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesge
richts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine leistungsbe
ein
flussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit
. f der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung, IVV) und die bisherige Invaliden
rente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Ver
fügung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Ver
gleichs
zeitpunkt einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bun
desgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.
3
Das Sozialver
sicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen
einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, waru
m
es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhal
ten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinan
dersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolge
rungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
In der angefochtenen Verfügung zog die Beschwerdegegnerin in Betracht, gestützt auf das von ihr eingeholte psychiatrische Gutachten vom
3
0.
November 2016
sei davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand de
r Beschwerde
führerin
erheblich verbessert habe.
Sie sei sowohl in den ehemaligen Tätigkeiten als Mitarbeiterin eines Verkaufsmarktes und als Reinigungs
angestellte als auch im Haushalt
wieder
zu 100
%
arbeitsfähig
(Urk.
2).
Demgegenüber
machte die Beschwerdegegnerin sinngemäss geltend
,
ihr Gesund
heits
zu
stand habe sich nicht massgeblich verändert
und es treffe nicht zu, dass keine Einschränkungen
im erwerblichen Bereich und im Haushalt
mehr bestün
den
(
Urk.
1
mit Hinweis auf
Urk.
3
).
3.
3.1
Die medizinische Aktenlage bis zum 1
6.
Dezember
201
5
wurde
im psychiatri
schen Gutachten von B.___
vom 3
0.
November 2016
dargestellt
(Urk.
6/78/3-10)
, worauf vorab zu verweisen ist.
3.2
Die Gutachterin
stellte keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Sie führte in ihrem Gutachten vom 3
0.
November 2016 lediglich die folgenden Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (Urk. 6/78/29):
-
Akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
histrionischen
Anteilen (ICD-10: Z73.1)
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4)
-
Status nach Panikstörung (ICD-10: F41.0), gegenwärtig remittiert.
Es bestehe
wed
-
er
in der erlernten Tätigkeit als Gärtnerin noch in der zuletzt aus
geübten Tätigkeit als Mitarbeiterin eines Verkaufsmarktes eine Ein
schränk
ung, ebenso wenig in der Tätigkeit als Reinigungsan
ge
stellte, in einer anderen Hilfs
tätigkeit oder im Haushalt. Die Versicherte sei vermutlich schon lange, mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit seit mindestens einem Jahr und mit Sicherheit seit der aktuellen Untersuchung im November 2
016 zu 0
%
arbeitsunfähig (Urk.
6/78/29).
Ihr Gesundheitszustand habe sich verbessert (Urk. 6/78/31).
3.
3
Am
7.
Februar
201
7
verfasste
der Behandler
Dr.
A.___
eine
Stellung
nahme
zum psychiatrischen Gutachten vom 3
0.
November 2016
, die einleitende Bemerkungen zur Behandlung und zum Verlauf enthielt
(
Urk.
6/84). Es sei für ihn nachvollziehbar, dass die Gutachterin aufgrund der Exploration der
Versi
cherten
am
7.
November 2016 die im Gutachten erwähnten Diagnosen gestellt habe. Trotzdem
sei er der Ansicht, dass die von ihm gestellten Diagnosen
einer rezidivierenden depressiven Störung, im Verlauf der Jahre meh
r
ere leichte oder mittelgradige Episoden (ICD-10: F33.0 oder F33.1)
, und einer kombinierten Per
sönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.8 oder F.61.0) mit schizoiden, ängstlich vermei
denden (und eventuell
histrionischen
) Anteilen zuträfen
. Die einzelnen Kriterien der diagnostischen Leitlinien
bezüglich
spezifischer
Persönlichkeitsstörungen
(F60)
seien erfüllt
(
Urk.
6/84/2).
In
Anbetracht der von der Versicherten geschilderten Beschwerden und Verhal
tensweisen
könne er mit der gutachterlichen Beurteilung der Arbeits
fähigkeit
nicht übereinstimmen. Die beschriebenen Symptome und Beschwerden hätten seines Erachtens eine stark einschränkende Auswirkung. Aufgrund des über viele Jahre bestehenden Zustandsbildes und der Symptome sehe er auch eine Teilar
beitsfähigkeit als nicht gegeben (Urk. 6/84/4). Bezüglich
B
esserung der psychi
schen Gesundheit sei zu bemerken, dass die depressiven Episoden in den letzten fünf Jahren gemäss seinen Beobachtungen weniger aufgetreten seien (Urk.
6/84/4).
3.
4
In ihrer Stellungnahme vom
7.
April 2017 hielt
B.___
fest,
Dr.
A.___
habe
den Verlauf der ambulanten Behandlung (mit sehr seltenen Konsultationen) beschrieben und
sich nicht konkret mit ihrem Gutachten ausei
nandergesetzt, zumal für ihn die diagnostische Einschätzung explizit nachvoll
ziehbar sei
(
Urk.
6/92/2)
.
Sie habe bereits in ihrem Gutachten begründet, weshalb d
ie aktuelle diagnosti
sche Einschätzung
Dr.
A.___
s
nicht nachvollziehbar sei. Er habe die Ver
sicherte ab August 2000 behandelt und während vielen Jahren, mithin bis Dezember 2015 keine Persönlichkeitsstörung, insbesondere auch keine kombi
nierte Persönlich
keits
störung mit schizoiden und ängstlich-vermeidenden Zügen diagnostiziert. Dies stehe im Widerspruch zu den in seinem aktuellen Schreiben angeführten Leitlinien und zwar bei Punkt 2 ("Das auffällige Verhaltensmuster ist
andauernd und gleichförmig
und nicht auf Episoden psychischer Krankheiten begrenzt.") sowie bei Punkt 4 ("Die Störungen beginne
n in der Kindheit und Jugend un
d manifestieren sich auf
Dauer
im Erwachsenenalter.").
Während der bisher ein
zigen
Hospitalisation
der Versicherten im Jahr 1998 (Klinik
D.___
), seien weder schizoide noch ängstlich-vermeidende Persönlich
keits
merkmale festgestellt oder diagnostiziert worden. Es sei anzunehmen, dass diese Persönlich
keitsmerkmale
den behandelnden Ärzten während der etwa fünf
wöchigen stationären Behandlung nicht entgangen wären
, wenn sie tatsächlich vorgelegen hätten
. Die Klinikärzte hätten explizit eine
histrionische
Persönlich
keit beschrieben
(
Urk.
6/92/2)
.
Die Beschreibung der Aktivitäten und der Beziehungsgestaltung der Versicherten
betreffend ihre
Enkel
k
inder
in der Stellungnahme
Dr.
A.___
s vom
7. Februar 2017 stehe in Diskrepanz zu seiner Begründung der schizoiden Per
sönlichkeitsmale, zumal lediglich die von der Versicherten angegebenen Beschwerden zitiert worden seien (
Urk.
6/92/3).
In Bezug auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit übernehme
Dr.
A.___
– wie dies seiner Stellungnahme entnommen werden könne – scheinbar gänzlich di
e subjektive Sichtweise der Ver
s
i
cherten, indem er ihre subjektiven Beschwer
den und die von ihr angegebenen subjektiven Einschränkungen beziehungsweise ihre Wünsche und Vorstellungen zitiere. Eine Objektivierung
der Beschwerden mittels der Erhebung eines psychopathologischen Befundes fehle in seinem Bericht vom Dezember 2015 ebenso wie in seiner aktuellen Stellungnahme vom
7.
Februar 201
7.
Seine Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit von 100
%
könne daher weiterhin nicht nachvollzogen werden (
Urk.
6/92/3).
Ergänzend sei anzumerken, dass die Versicherte nach der Bekanntgabe des Vor
bescheids ca. 20 bis 30 Mal oder öfter, an manchen Tagen mehrmals, in der Praxis der Gutachterin angerufen habe. Sie habe lange Ausführungen und Beschwerden und zuletzt Beschimpfungen auf dem Anrufbeantworter hinterlassen. Dieses Ver
halten könne sicher nicht als schizoid oder ängstlich-vermeidend und eindeutig nicht als
depressiv, antriebsgemindert oder aggressionsgemindert eingestuft wer
den. Die Versicherte habe mit ihrem dysfunktionalen Verhalten einen massiven Druck ausgeübt, die medizinische Stellungnahme in ihrem Sinne zu gestalten
(
Urk.
6/92/3)
.
Auch
bei ausführlicher Würdigung der
Stellungnahme
Dr.
A.___
s vom 7. Februar 2017 und trotz der Manipulationsversuche von Seiten der Versicherten ergäben sich keine neuen A
spekte oder neue medizin
i
s
che Erkenntnisse, die eine Veränderung der Einschätzung im psychiatrischen Gutachten vom 3
0.
November 2016 zur Folge hätten (
Urk.
6/92/3).
3.5
Dem im Beschwerdeverfahren neu eingereichten Bericht von
Dr.
C.___
vom 29. August 2017 ist zu entnehmen, dass er die Versicherte seit dem 2
4.
Februar 2017 ambulant psychiatrisch behan
delt
. Er kön
ne sich den Ausführungen Dr.
A.___
s anschliessen, der eine rezidivierende depr
e
ssive Störung mit leich
t
en und mittelgradigen Episoden und eine kombinierte Persönli
ch
keits
stö
rung mit schizoiden, ä
ngstlich vermeidenden und
histrionischen
Anteilen festge
stellt habe. Unter der Entlastung vom Druck der Erwerbstätigkeit habe sich der Zustand der Versicherten in den letzten Jahren offenbar stabilis
i
ert, so dass die Gutachterin
zur Einschätzung gelangt sei,
aus psychiatrischer Sicht
bestehe
eine volle Arbeitsfähigkeit, woran jedoch einige
Zweifel angebracht seien (Urk.
3).
4.
4.1
Es ist strittig und zu prüfen, ob auf
das
psychiatrische
Gutachten von
B.___
vom 3
0.
November 2016 (
Urk.
6/78)
und die
ergänzende Stellungnahme
vom
7.
April 2017
(
Urk.
6
/
92
) abgestellt werden kann (vgl.
Urk.
1 und 2).
4.2
Das Gutachten vom
3
0.
November 2016 wurde in Kenntnis der medizinischen
Vorakten
erstattet
. Es
beruht auf einer
psychiatrischen Untersuchun
g
vom
7. November 2016
(
Urk.
6/78/1
)
und den Resultaten der gleichentags
bei der Explorandin
entnommenen Blutprobe
(Urk. 6/78/22)
.
B.___
führte
eine sorgfältige Anamnese- und Befunderhebung durch (
Urk.
6/78/11-22
).
Sie berücksichtigte die von der
Beschwerdeführer
in geklagten Beschwerden ange
messen und beantwortet
e
die gestellten Fra
gen umfassend. Ins
besondere setzt
e
sie
sich
sowohl in ihrem Gutachten als auch in ihrer ergänzenden Stellungnahme detailliert
mit d
er
anderslautenden ärztlichen Beurt
eilung
Dr.
A.___
s
aus
einander
(
Urk.
6/78/27
, 6/78/31
und
6/92
)
.
Ihre
eigene Einschätzung
begründete die Gutachterin
schlüssig und nachvollziehbar.
Sowohl in der
Stellungnahme
Dr.
A.___
s vom
7.
Februar 2017 (
Urk.
6/84)
als auch
im Bericht von
Dr.
C.___
vom 29.
August 2017 (
Urk.
3)
, welche gegen das Gutachten angeführt wurden,
war lediglich von
einer rezidivierenden depressiven Störung, aber von keiner
aktuell
bestehenden depressiven Episode die Rede (vgl.
Urk.
3 und 6/84). Dies steht im Einklang mit der von der Gutachterin festge
stellten Remission.
Die Gutachterin erkannte auch zutreffend
(vgl. Urk.
6/92/3),
dass
es
Dr.
A.___
versäumte
, seine
anderslautende
Arbeits
fähigkeitsbeurtei
lung anhand objektiv erhobener
psychopathologischen Befunde
zu
begründen
(Urk.
6/84; vgl. bereits
Urk.
6/62/1-4 und 6/68/8).
Dr.
C.___
gab gar keine eigene Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ab, sondern beschränkte sich auf den pauschalen Hinweis, es seien einige Zweifel an derjenigen der Gutachterin
angebracht (Urk.
3).
Objektiv feststellbare Gesichtspunkte, welche im Rahmen der psychiatri
schen Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet sind, zu einer abweichen
den Beurteilung zu führen,
wurde von keinem der beiden vorgetragen
.
Ihre Aus
führungen
sind daher nicht geeignet, das Gutachten in Frage zu
stellen
(vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_363/2018 E. 4.2.3 mit Hinweisen),
sogar
unge
achtet der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen
und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4
.3
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass weder etwas vorgetragen wurde noch etwas ersichtlich ist, was
die psychiatrische Beurteilung
B.___
s als nicht schlüssig er
scheinen liesse oder sonst in Zweifel zu ziehen vermöchte. Ebenso wenig ist etwas Derartiges aus den Akten ersicht
lich. Sämtli
c
he von der Rechtsprechung statu
ier
ten Anforderungen an ein medizi
nisches Gutachten (vgl.
auch BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a) sind erfüllt. Die Beschwerde-gegnerin hat daher zu Recht auf die gutachterlichen Ausführungen abgestellt.
Lediglich der Vollständigkeit halber bleibt anzufügen
, dass das Bundesgericht mit den Urteilen 8C_841/2016 und 8C_130/2017 vom 3
0.
November 2017
(= BGE 143 V 409 und 143 V 418)
seine bisherige Rechtsprechung geändert hat und neu im Grundsatz
für sämtliche psychische Störun
gen ein
indikatorengeleitetes
Beweis
verfahren gemäss BGE 141 V 281 statuiert. Von der Durchführung eines solchen kann aus Gründen
der Verhältnismässig
k
eit dort abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Daher bleibt es entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte
– oder eines Gutachtens wie hier -
eine Arb
eitsunfähigkeit in nachvollzieh
bar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Einschätzung
en mangels fachärztlicher Quali
fikation oder aus anderen Gründen kein
Beweiswer
t beigemessen werden kann (
BGE 143 V 409
E. 4.5.3 mit Hinweisen). Dies trifft hier zu, mangel
t es doch an einer nachvollzieh
baren und mit objektiven Befunde
n begründeten Arbeitsfähig
keits
beurteilung, welche von derjenigen
der Gutachterin
B.___
abweicht (vgl. insbesondere
Urk.
3 und
6/84
).
5.
Mit dem
psychiatrischen
Gutachten
vom
3
0.
November 2016
ist
eine
B
esserung des psychischen Gesundheitszustands
spätestens seit November 2016
ausge
wiesen
,
welche es
der Beschwerdeführerin
erlaubt,
ohne Einschränkungen
im Haushalt oder im erwerblichen Bereich tätig
zu sein
(vgl.
Urk.
6/78/29
). Es liegt somit ein Revisionsgrund vor, der zu einer umfassenden Überprüfung des Ren
tenanspruchs in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht führt, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Da in keinem Bereich eine Einschränkung vorhanden ist, war es
korrekt, dass die Beschwerdegegnerin
die halbe Invalidenrente per
Ende August 2017
aufgehoben
hat
, ohne die Statusfrage zu prüfen
. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis 1‘000.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- festzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubGohl Zschokke