# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ef8cd79-5871-5a5b-863c-dce7e6173dd7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-08-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 10.08.2009 IV 2008/101
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-101_2009-08-10.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/101

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.07.2020

Entscheiddatum: 10.08.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 10.08.2009
Art. 16 ATSG. Invaliditätsbemessung durch Einkommensvergleich. Die 
Arbeitsfähigkeit in einer der Behinderung angepassten Erwerbstätigkeit 
muss als Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens 
und damit des Invaliditätsgrades mit dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit feststehen. Aus dem Beschäftigungsgrad in der trotz der 
Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeübten Erwerbstätigkeit kann nur dann 
direkt auf die Arbeitsfähigkeit geschlossen werden, wenn es keine Indizien 
dafür gibt, dass die versicherten Person über das medizinisch Zumutbare, 
also über den eigentlichen Arbeitsfähigkeitsgrad hinaus erwerbstätig ist 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. 
August 2009, IV 2008/101).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Lisbeth 

Mattle Frei; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

Entscheid vom 10. August 2009

in Sachen

P.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Rosenbergstrasse 51, Postfach 1121, 

9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

 Sachverhalt:

A.   

P.___ meldete sich am 17. März 2003 zum Bezug von IV-Leistungen an. Sie gab an, sie 

habe von 1991 bis 1993 den Beruf einer Coiffeuse erlernt. Bis 2000 sei sie temporär als 

Hilfsmalerin tätig gewesen. Gemäss einem Arbeitszeugnis vom 26. Juli 1993 hatte sie 

vom 20. August 1991 bis 17. Februar 1992 einen Einführungskurs im Coiffeurinstitut 

A.___ und anschliessend bis 10. Juni 1993 ein Praktikum in einem Coiffeursalon 

absolviert. Dr. med. B.___ berichtete der IV-Stelle am 5. Mai 2003, die Versicherte leide 

an einem chronischen lumbovertebralen Syndrom bei angedeutetem Flachrücken mit 

Beckenkammtendomyosen beidseits und an einem zervikovertebralen Syndrom mit 

Tendomyosen der Nacken-Schultermuskulatur. Ausserdem bestehe der dringende 

Verdacht auf ein weitgehend funktionelles Schmerzsyndrom. Aus rheumatologischer 

Sicht sei eine nicht belastende Arbeit zu 100% zumutbar. Mit einer Verfügung vom 11. 

August 2003 wies die IV-Stelle sowohl das Gesuch um berufliche 

Eingliederungsmassnahmen als auch das Rentengesuch ab. Sie begründete diesen 

Entscheid damit, dass für eine nicht belastende, leidensadaptierte Tätigkeit eine volle 

Arbeitsfähigkeit bestehe, womit es an einer anspruchsbegründenden Invalidität fehle. 

Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

B.   

Am 13. September 2004 liess die Versicherte der IV-Stelle mitteilen, dass sie am 

10. Juni 2004 einen Unfall erlitten habe. Sie sei von einem Auto angefahren worden. 

Am 25. September 2004 liess sie darum ersuchen, die Anspruchsberechtigung 

aufgrund der unfallbedingten Verschlechterung des Gesundheitszustandes erneut zu 

prüfen. Sie legte einen von Dr. med. C.___ ausgefüllten, undatierten Fragebogen bei. 

Gemäss den Angaben von Dr. med. C.___ in diesem Fragebogen hatte sie beim Unfall 

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eine Halswirbelkontusion, eine Lendenwirbelkontusion, eine Kniekontusion links und 

eine Sprunggelenkskontusion erlitten. Vorläufig war sie als Coiffeuse, als Aushilfe in 

einer Bar und als Malerin zu 100% arbeitsunfähig. Dr. med. C.___ ging davon aus, dass 

die Arbeitsfähigkeit durch medikamentöse und physiotherapeutische Massnahmen 

verbessert werden könne. Dr. med. C.___ empfahl eine MEDAS-Abklärung. Am 4. 

Oktober 2004 liess die Versicherte geltend machen, sie habe am 7. Juni 2004 einen 

Arbeitsvertrag abgeschlossen, laut dem sie ab dem 15. Juni 2004 zu einem 

Stundenlohn von Fr. 25.- diverse Malerarbeiten an einer bestimmten Liegenschaft hätte 

ausführen sollen. Kurz vor dem Arbeitsbeginn sei dann aber der Unfall passiert. Dr. 

med. C.___ teilte der Mobiliar Versicherung am 6. Januar 2005 mit, der bisherige 

Verlauf sei "belagert" durch die psychischen Beschwerden. Er habe die Versicherte 

einem Psychiater überwiesen. Eine psychiatrische Begutachtung wäre angebracht. Dr. 

med. C.___ stellte seine Behandlung der Versicherten ein.

C.   

Der Rechtsvertreter der Versicherten teilte der IV-Stelle am 19. Januar 2006 den 

Namen der behandelnden Ärzte und des Chiropraktikers mit. Dr. med. D.___ berichtete 

der IV-Stelle am 26. Januar 2006, die Versicherte leide an einem panvertebralen 

Syndrom nach zwei Unfällen (10. Juni 2004 und 4. Mai 2005). Mangels Informationen 

könne er keine Rentenbeurteilung vornehmen. Der Rheumatologe Dr. med. E.___ teilte 

der IV-Stelle am 10. Februar 2006 mit, die Versicherte leide an der Exazerbation eines 

chronischen Panvertebralsyndrom lumbalbetont (bei St. n. Verkehrsunfall, muskulären 

Dysbalancen, segmentalen Dysfunktionen und Haltungsschwäche) und an einem 

Karpaltunnelsyndrom rechts seit Januar 2006. Die Versicherte habe stundenweise bei 

G.___ gearbeitet, sei aber nie mehr als 20 Std. wöchentlich eingesetzt worden. Seit 

dem 9. Januar 2006 arbeite sie zu 100% bei der F.___ AG in der 

Kühlschrankproduktion. Zweifellos bestehe eine wesentliche psychische und 

psychosoziale Komponente der Beschwerden. An der bisherigen Arbeitsstelle bei 

G.___sei die Versicherte unglücklich gewesen. Es werde sich zeigen, ob die Versicherte 

die stereotype stehende Arbeit in der Kühlschrankproduktion aushalte. In einer leichten 

Arbeit mit Wechselbelastung teils stehend, teils sitzend, ohne regelmässiges Bücken 

und ohne Heben von Lasten über 5 kg sei die Versicherte voll arbeitsfähig. Dr. med. 

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H.___ wies am 17. Februar 2006 darauf hin, dass er die Versicherte nur einmal gesehen 

habe und deshalb keinen Bericht erstatten könne.

D.   

Die Versicherte liess am 14. Februar 2007 darauf hinweisen, dass bisher kein 

Unfallversicherer Leistungen erbracht habe. Da sie in ihrer Arbeitsfähigkeit wesentlich 

eingeschränkt sei, müsse das IV-Verfahren vorangetrieben werden. Beim zweiten 

Unfallereignis habe sie auf dem Rücksitz eines Autos gesessen, als dieses plötzlich 

und brüsk abgebremst habe. Da sie nicht mit dem Kopf angeschlagen habe, sei der 

Unfallbegriff nicht erfüllt. Die IV-Sachbearbeiterin hielt am 20. Februar 2007 fest, bisher 

habe man den UV-Entscheid abwarten wollen, da man angenommen habe, es gehe um 

reine "Unfall-Leiden". Nun habe der Rechtsvertreter aber unfallfremde Leiden erwähnt. 

Dr. med. I.___ vom RAD empfahl am 24. April 2007 eine rheumatologische und 

psychiatrische Abklärung, da ein Verdacht auf eine relevante psychische Komponente 

bestehe. Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 8. Mai 2007 mit, dass eine Abklärung 

durch die Gemeinschaftspraxis K.___ und L.___, Fachärzte für Rheumatologie, erfolgen 

werde. Der Zeitpunkt der Abklärung würde direkt vereinbart. Mit einem Schreiben vom 

25. Mai 2007 bot Dr. med. K.___ die Versicherte zu einem rheumatologischen und zu 

einem psychiatrischen Untersuch am 19. Juni 2007 auf. Am 19. Juni 2007 orientierte 

Dr. med. K.___ die IV-Stelle darüber, dass die Versicherte den Termin nicht 

wahrgenommen habe. Mit einem Schreiben vom 21. Juni 2007 forderte die IV-Stelle die 

Versicherte auf, bis 17. Juli 2007 einen neuen Termin mit Dr. med. K.___ zu 

vereinbaren. Andernfalls müsse sie damit rechnen, dass ihr Gesuch abgewiesen werde. 

Der Rechtsvertreter der Versicherten machte am 4. Juli 2007 geltend, die Versicherte 

erziele derzeit einen Nettomonatslohn von etwa Fr. 2300.-. Er frage sich, ob es unter 

diesen Umständen sinnvoll sei, die Versicherte derzeit medizinisch abzuklären. Für die 

Vergangenheit dürfte eine Untersuchung durch Dr. med. K.___ wenig neue 

Erkenntnisse bringen. Er ersuche darum, ihm mitzuteilen, ob an der beabsichtigten 

Untersuchung festgehalten werde bzw. wie die IV-Stelle weiter vorzugehen gedenke. 

Gemäss den eingereichten Lohnabrechnungen von G.___ für die Monate März bis Mai 

2007 hatte die Versicherte einen Bruttomonatslohn von jeweils etwa Fr. 2600.- erzielt.

E.  

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Dr. med. I.___ schlug am 13. Juli 2007 vor, auf die vorgesehene Begutachtung zu 

verzichten und den Invaliditätsgrad auf der Basis des aktuellen Lohns zu bemessen. 

Die IV-Stelle ermittelte ausgehend von dem im individuellen Beitragskonto (IK) für 1997 

eingetragenen Bruttolohn von Fr. 33'491.- durch eine Aufrechnung der 

Nominallohnerhöhung bis 2007 ein Valideneinkommen von Fr. 37'467.-. Dem stellte sie 

den auf ein Jahr umgerechneten Lohn gemäss den ihr vorliegenden Lohnabrechnungen 

von G.___ von Fr. 33'960.- gegenüber. Die Differenz von Fr. 3507.- ergab einen 

Invaliditätsgrad von 9%. Mit einem Vorbescheid vom 19. Oktober 2007 teilte die IV-

Stelle der Versicherten mit, dass sie beabsichtige, das Rentenbegehren abzuweisen. 

Zur Begründung verwies sie auf den Invaliditätsgrad von 9%. Der Rechtsvertreter der 

Versicherten reichte die Lohnabrechnungen von G.___ für Januar und Februar 2007 

ein. Der Bruttolohn hatte Fr. 2093.95 und Fr. 2634.05 betragen. Der Rechtsvertreter der 

Versicherten machte geltend, die Versicherte habe nie ein Einkommen von Fr. 33'960.- 

erwirtschaften können. Das gelte erst recht für die Jahre 2005 und 2006. Das 

Valideneinkommen sei höher als von der IV-Stelle angenommen. 1995 habe sie Fr. 

43'503.- verdient, was für 2007 mehr als Fr. 50'000.- ergebe. Mit einer Verfügung vom 

18. Januar 2008 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der Versicherten ab. Sie führte 

ergänzend aus, es sei der Versicherten bereits vor der Anstellung bei G.___ zumutbar 

gewesen, zu 100% einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

F.  

Die Versicherte liess am 18. Februar 2008 Beschwerde erheben und beantragen, es sei 

ihr eine ganze Invalidenrente ab wann rechtens bis wann rechtens zu entrichten. Am 

17. Juni 2008 liess sie zur Begründung ausführen, die IV-Stelle hätte den Sachverhalt 

umfassend abklären müssen. Stattdessen habe sich die IV-Stelle damit begnügt, aus 

dem ab November 2006 erzielten Lohn darauf zu schliessen, dass die Erzielung dieses 

Lohns immer zumutbar gewesen sei. Was sie davor erwirtschaftet habe, sei das 

gewesen, was ihr aus gesundheitlichen Gründen zumutbar gewesen sei. Sie habe zu 

keiner Zeit vor November 2006 ein Invalideneinkommen von Fr. 33'960.- erzielen 

können. Dass sie nicht mehr soviel verdiene wie 1995, sei gesundheitlich bedingt. 

Entsprechend dem bei G.___ 2005 und 2006 effektiv erzielten Lohn habe damals ein 

Invaliditätsgrad vorgelegen, der einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe 

entstehen lassen. Ab November 2006 sei die Rente tiefer. Eventualiter sei festzustellen, 

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dass der Sachverhalt nicht genügend abgeklärt sei und die Sache deshalb an die IV-

Stelle zurückgewiesen werden müsse.

G.   

Die IV-Stelle beantragte am 27. August 2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie 

machte geltend, im Arztbericht E.___ seien keine erheblichen psychopathologischen 

Befunde aufgeführt. Insbesondere sei kein depressiver Zustand beschrieben. Es seien 

einzig aetiologisch-pathogenetische, unerklärliche syndromale Leidenszustände 

beschrieben worden, denen aber infolge der fehlenden Objektivierbarkeit keine 

invalidisierende Wirkung in psychiatrischer Hinsicht zukomme. Im übrigen sei die 

Versicherte seit November 2006 vollzeitlich erwerbstätig, was das Vorliegen einer 

invalidisierenden psychischen Erkrankung ausschliesse. Eine psychiatrische 

Untersuchung bezüglich des Zeitraums vor November 2006 könne keine besseren 

Erkenntnisse bringen. Weder in psychiatrischer noch in somatischer Hinsicht seien 

weitere Abklärungen notwendig. Das 1995 erzielte Einkommen sei nicht repräsentativ. 

Das Valideneinkommen sei deshalb anhand der schweizerischen Lohnstrukturerhebung 

zu ermitteln. Es belaufe sich auf Fr. 50'278.-. Auch auf das bei G.___ erzielte 

Einkommen könne nicht abgestellt werden, da es unterdurchschnittlich sei. Auch bei 

der Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens sei deshalb von einem 

Einkommen von Fr. 50'278.- auszugehen. Bei einem Abzug wegen der Beschränkung 

auf leichte Arbeiten von 10% resultiere ein Invaliditätsgrad von 10%.

H.   

Die Versicherte liess am 26. Januar 2009 einwenden, es müsse auf das bei G.___ 

erzielte Einkommen abgestellt werden, denn die von der Rechtsprechung verlangten 

Voraussetzungen für die Annahme, dass das erzielte Einkommen dem zumutbaren 

Invalideneinkommen gleichzusetzen sei, seien erfüllt.

I.  

Die IV-Stelle verzichtete am 2. Februar 2009 auf eine Duplik.

Erwägungen:

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1.  

Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 

ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das 

die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). 

Ausschlaggebendes Element der Bemessung des Invalideneinkommens bildet in aller 

Regel die Arbeitsfähigkeitsschätzung. Dr. med. B.___ hat am 5. Mai 2003 aus 

rheumatologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100% in einer leichten, 

leidensangepassten Erwerbstätigkeit angegeben. Bereits damals hat aber ein Verdacht 

auf ein weitgehend funktionelles Schmerzsyndrom bestanden. Am 10. Juni 2004 hat 

die Beschwerdeführerin den Unfall erlitten. Dr. med. C.___ hat in seinem Bericht vom 6. 

Januar 2005 an die Mobiliar Versicherung eine Reihe von Kontusionen angegeben und 

gleichzeitig darauf hingewiesen, dass er die Beschwerdeführerin an den Psychiater 

verwiesen habe. Er hat für 10. Juni bis 29. September 2004 eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit angegeben. Dr. med. E.___ hat am 10. Februar 2006 berichtet, seit 

der Erstkonsultation am 26. April 2005 habe die Beschwerdeführerin bei G.___ 

gearbeitet. Dort sei sie aber unglücklich, weil sie sehr wenig verdiene. Es bestehe eine 

wesentliche psychische und psychosoziale Komponente der Beschwerden. Für leichte, 

adaptierte Arbeiten bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Trotz dieser klaren Aussagen 

der behandelnden Ärzte zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin, die allerdings auf 

die körperlichen Beschwerden beschränkt waren, ist Dr. med. I.___ vom RAD am 24. 

April 2007 davon ausgegangen, dass eine Begutachtung notwendig sei. Obwohl er 

dies nur mit dem Verdacht auf eine relevante psychische Komponente begründet hat, 

hat er eine bidisziplinäre rheumatologische und psychiatrische Abklärung 

vorgeschlagen, um die Art der noch zumutbaren Tätigkeiten (qualitative 

Arbeitsfähigkeit) und den Arbeitsfähigkeitsgrad in einer solchen Tätigkeit (quantitative 

Arbeitsfähigkeit) zu ermitteln. Die Beschwerdegegnerin hat eine solche Abklärung in 

Auftrag gegeben. Die Abklärung hätte auch Aufschluss über die Entwicklung der 

Arbeitsfähigkeit in der Zeit nach dem Unfall liefern sollen, wie dem Fragenkatalog vom 

8. Mai 2007 zu entnehmen ist. Zu diesem Zeitpunkt ist die Beschwerdegegnerin also 

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davon ausgegangen, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin noch nicht mit 

dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehe. Das 

bedeutet, dass sie den ihr damals vorliegenden Arztberichten keinen ausreichenden 

Beweiswert beigemessen hat, und dies nicht etwa nur in psychiatrischer, sondern auch 

in rheumatologischer Hinsicht. Mit der Mitteilung des Rechtsvertreters vom 4. Juli 

2007, die Beschwerdeführer erziele bei G.___ einen Nettolohn von etwa Fr. 2300.- 

monatlich, hat sich die Meinung der Beschwerdegegnerin grundlegend geändert. Sie 

ist nun der Auffassung gewesen, die Beschwerdeführerin sei nachweislich in einem so 

hohen Ausmass arbeitsfähig, dass sie ein rentenausschliessendes Invalideneinkommen 

erziele. Die Beschwerdegegnerin hat die am konkreten Arbeitsplatz erbrachte Leistung 

also ohne weiteres als medizinisch möglich und zumutbar qualifiziert und zwar nicht 

nur für die Zeit ab Ende 2006, Anfang 2007, sondern für den gesamten Zeitraum ab 

dem Ende des – fiktiven – Wartejahrs im Juni 2005. Das Fehlen einer überzeugenden 

rheumatologisch-psychiatrischen Arbeitsfähigkeitsschätzung ist nach der Meinung der 

Beschwerdegegnerin also ohne weiteres durch die Tatsache kompensiert worden, 

dass die Beschwerdeführerin einer Erwerbstätigkeit nachgegangen ist.

2.  

Die Beschwerdeführerin hat zwar bereits ab Februar 2005 bei G.___ gearbeitet, wie 

sich der Lohnbuchhaltung dieses Betriebes entnehmen lässt. Aber erst ab Ende 2006/

Anfang 2007 hat sie den Nettolohn von ca. Fr. 2300.- monatlich erzielt. Jedenfalls für 

die Zeit vor Ende 2006 kann in der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin eine 

Erwerbstätigkeit bei G.___ ausgeübt hat, nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

auf eine Arbeitsfähigkeit geschlossen werden, welche die Erzielung eines 

rentenausschliessenden Erwerbseinkommens erlaubt hätte, denn der 

Beschäftigungsgrad war damals deutlich tiefer. Das bedeutet, dass die 

Beschwerdegegnerin für die Zeit ab Juni 2005 gestützt auf einen unvollständig 

abgeklärten Sachverhalt und damit gestützt auf einen nicht mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellten Invaliditätsgrad von 

weniger als 40% verfügt hat. Für die Zeit ab der Erhöhung des Beschäftigungsgrades 

(mit der entsprechenden Erhöhung des monatlichen Nettoeinkommens auf etwa Fr. 

2300.-) stellt sich die Frage, ob mit einem bestimmten Beschäftigungsgrad an einem 

bestimmten Arbeitsplatz ohne weiteres eine Arbeitsfähigkeit im Ausmass des 

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Beschäftigungsgrades mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

erstellt ist. Besteht tatsächlich eine Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad und 

dem Arbeitsfähigkeitsgrad, so lässt sich das wohl nur dadurch erklären, dass eine 

gesundheitlich beeinträchtigte Person über das ihr medizinisch Zumutbare hinaus 

arbeitet, so dass der Beschäftigungsgrad höher ist als der (medizinische) 

Arbeitsfähigkeitsgrad. Gibt es keine Indizien für das Vorliegen einer derartigen 

Situation, so weist der effektive Beschäftigungsgrad den Arbeitsfähigkeitsgrad mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit nach. Im vorliegenden Fall bestehen nun aber 

Indizien für eine Differenz zwischen Beschäftigungs- und Arbeitsfähigkeitsgrad. Zum 

einen versucht die Beschwerdeführerin seit Jahren, Leistungen der obligatorischen 

Unfallversicherung zu erhalten und zum anderen haben alle behandelnden Ärzte den 

Verdacht geäussert, die Beschwerdeführerin könnte auch durch eine Beeinträchtigung 

ihrer psychischen Gesundheit in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sein. Da die 

Beschwerdeführerin ohne Sozialversicherungsleistungen und ohne einen vollen Lohn 

wohl sozialhilfeabhängig wäre, könnte sie gezwungen gewesen sein, über das 

medizinisch zumutbare Mass hinaus einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, also mit 

einem zu hohen Beschäftigungsgrad zu arbeiten, um so den Lebensunterhalt 

selbständig und ohne Sozialhilfe bestreiten zu können. Es ist im Einzelfall durchaus 

möglich, trotz einer an sich die Arbeitsfähigkeit herabsetzenden Krankheit mit voller 

Leistungen zu arbeiten. Das wird aber in aller Regel nur für eine beschränkte Zeit 

möglich sein, denn es wird früher oder später zu einer Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit 

oder zu einem Einbruch und damit zu einem vollständigen Verlust der Arbeitsfähigkeit 

kommen. Es ist also möglich, dass die Beschwerdeführerin zwar an einer die 

Arbeitsfähigkeit herabsetzenden Krankheit leidet, aber trotzdem mit einem vollen 

Beschäftigungsgrad tätig ist, obwohl ihr dies medizinisch unzumutbar ist.

3.  

Auch wenn es sich dabei nur um eine Sachverhaltsvariante handelt, der nicht einmal 

der Charakter einer Vermutung zukommt, schliesst sie doch den Nachweis der 

massgebenden Arbeitsfähigkeit allein anhand des konkreten und aktuellen 

Beschäftigungsgrades der Beschwerdeführerin bei G.___ aus. Damit gilt für die 

gesamte Zeit zwischen Juni 2005 und dem Erlass der angefochtenen Verfügung, dass 

die Beschwerdegegnerin die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht mit dem 

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Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erhoben hat. Da das zumutbare 

Invalideneinkommen nicht bekannt ist, kann auch nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit feststehen, dass der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin ab 

Juni 2005 durchgehend weniger als 40% betragen hat. Die angefochtene Verfügung 

erweist sich als rechtswidrig, da sie in Verletzung der Untersuchungspflicht zustande 

gekommen ist. Sollten die weiteren Abklärungen einen an sich rentenbegründenden 

Arbeitsunfähigkeitsgrad aufzeigen, wird die Beschwerdegegnerin vor dem Entscheid 

über das Rentengesuch gemäss dem Grundsatz der 'Eingliederung vor Rente' eine 

berufliche Eingliederung der Beschwerdeführerin zu prüfen haben.

4.  

Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die angefochtene Verfügung vom 18. 

Januar 2008 aufzuheben und die Sache ist zur weiteren Abklärung und zur neuen 

Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Rückweisung ist 

praxisgemäss in Bezug auf den Anspruch auf eine Parteientschädigung als 

vollumfängliches Obsiegen zu qualifizieren. Die Beschwerdeführerin hat deshalb einen 

Anspruch auf eine ungekürzte Parteientschädigung. Diese bemisst sich nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g 

ATSG). Dabei ist insbesondere auch der dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

entstandene Aufwand zu berücksichtigen. Dieser Aufwand erweist sich als stark 

unterdurchschnittlich. Dies rechtfertigt es, die Parteientschädigung auf Fr. 2000.- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Auch in bezug auf die 

Gerichtskosten ist von einem vollumfänglichen Obsiegen der Beschwerdeführerin 

auszugehen. Deshalb trägt die Beschwerdegegnerin die gesamten Gerichtskosten. 

Diese bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Dieser liegt 

ebenfalls unter dem Durchschnitt, so dass die Gerichtsgebühr auf Fr. 400.- 

festzusetzen ist. Der geleistete Kostenvorschuss ist der Beschwerdeführerin 

zurückzuerstatten.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

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1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 18. Januar 2008 

aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung und zur neuen Verfügung im 

Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. Die Beschwerdegegnerin bezahlt der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 2000.-.

3. Die Beschwerdegegnerin bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 400.-; der von der 

Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- wird zurückerstattet.

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