# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b12bdd3-9b04-5ad6-aea2-be7cb3f9078a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-08-06
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Zivilkammern 06.08.2008 ZK 2008 93
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_001_ZK-2008-93_2008-08-06.pdf

## Full Text

APH-08 93, publiziert September 2008

Urteil der 2. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Bern,

unter Mitwirkung von Obergerichtssuppleant Studiger (Referent), Oberrichterin Apolloni Meier 
und Oberrichter Bührer sowie Kammerschreiberin Schmidt

vom 30. Juli 2008

in der Streitsache zwischen

A.,

vertreten durch Fürsprecher Z.

Klägerin/Appellantin

und

B. AG, h.d. ihre Organe, vertreten durch Fürsprecher Y.

Beklagte/Appellatin

Regeste:

Art. 8 ZGB, Art. 97 OR, FIS-Regel Nr. 2, Keine Beweislastumkehr bei Beweisschwierigkeiten 
Eine Umkehr der Beweislast zufolge Beweisschwierigkeiten findet grundsätzlich nicht statt. Eine 
Herabsetzung des Beweismasses vorliegend nicht gerechtfertigt, da keine Beweisnot vorliegt. 
Beweisnot würde vorliegen, wenn der strikte Beweis der Sache nach nicht möglich oder nicht 
zumutbar ist. Es reicht nicht aus, wenn eine Tatsache, die dem strikten Beweis zugänglich 
wäre, nicht bewiesen werden kann, weil die Beweismittel fehlen. Die Appellantin hätte die 
Beweise sichern können, weshalb eine Herabsetzung des Beweismasses nicht in Frage 
kommt.

Verkehrssicherungspflicht von Skipistenbetreiber: Schutz der Pistenbenützer vor eigentlichen 
Fallen und Schutz vor Gefahren, die selbst bei vorsichtiger Fahrweise nicht vermieden werden 
können. In casu keine eigentliche Falle, zudem unvorsichtiges Verhalten der Appellantin (nicht 
abgebremst, obwohl sie die Unebenheit gesehen hat).

Redaktionelle Vorbemerkungen:

Im Laufe des vorinstanzlichen Verfahrens beschränkt der zuständige Gerichtspräsident das 
Verfahren auf die Frage der grundsätzlichen Haftung der Appellatin, insbesondere die 
(vertragliche) Verletzung der Verkehrssicherungspflicht, die Kausalität und das Verschulden. 
Der Gerichtspräsident wies die Klage der Appellantin ab, wogegen die Appellantin die 
Appellation erklärte.

Die Appellantin stürzte bei einer Abfahrt im Skigebiet L. und zog sich erhebliche Verletzungen 
des linken Beines zu. Sie verbrachte schon seit mehreren Jahren die Ferien im gleichen Ort. 
Die Piste war am Unfalltag eröffnet worden. An diesem Tag herrschten schlechte 
Sichtverhältnisse und in diesem Winter waren die Schneeverhältnisse schlecht.

Auszug aus den Erwägungen:

I. Prozessgeschichte 

(...)

II. Rechtsmittel- und Prozessvoraussetzungen 

(...)

III. Materielles 

1. Unbestrittener Sachverhalt (...) 

2. Rechtliche Überlegungen zur Verkehrssicherungspflicht (...) 

Die Vorinstanz führte zu Verkehrssicherungspflicht folgendes aus: Wer eine 
Schneesportabfahrt eröffne oder unterhalte oder Schneesportler dahin transportiere, sei 
verpflichtet, die zumutbaren Vorsichts- und Schutzmassnahmen zu treffen, damit den 
Schneesportlern aus alpinen und weiteren Gefahren, die nicht einer Abfahrt als solcher 
eigen seien, kein Schaden erwachse (STIFFLER, Schweizerisches Schneesportrecht, 3. 
Auflage, Bern 2002, § 4 Ziffer I/A/1, N 294.). Die Verkehrssicherungspflicht sei eine 
vertragliche Haftung gemäss Art. 97 OR. Der Benützer einer, von einer Bergbahn oder von 
einem Schlepplift erschlossenen Anlage dürfe sich nach de m Vertrauensgrundsatz darauf 
verlassen, dass diese Unternehmen nicht nur die Hauptleistung des Transports erbringen, 
sondern als Nebenleistung auch für die Pistensicherheit und den Rettungsdienst sorgen 
würden (STIFFLER, a.a.O., § 4 Ziffer I/A/1, N 295).

Der Umfang der Verkehrssicherungspflicht werde vom Bundesgericht wie folgt beschrieben 
(Urteil des schweizerischen Bundesgerichts vom 1. Oktober 2007, 4A_235/2007, E. 5.2.): 

"Zum einen verlangt die Verkehrssicherungspflicht, dass Pistenbenützer vor nicht ohne 
weiteres erkennbaren, sich als eigentliche Fallen erweisenden Gefahren geschützt werden. 
Zum anderen ist dafür zu sorgen, dass Pistenbenützer vor Gefahren bewahrt werden, die 
selbst bei vorsichtigem Fahrverhalten nicht vermieden werden können." 

Die Grenze der Verkehrssicherungspflicht bilde die Zumutbarkeit. Schutzmassnahmen 
würden nur im Rahmen des nach der Verkehrsübung Erforderlichen und Möglichen verlangt 
werden können, wenn auch ein Mindestmass an Schutz immer gewährleistet sein müsse. 
Wie weit die Verkehrssicherungspflicht im Einzelnen reiche, hänge von den Gegebenheiten 
des Einzelfalles ab. Als Massstab ziehe das Bundesgericht jeweils die von der 
Schweizerischen Kommission für Unfallverhütung auf Schneesportabfahrten 
ausgearbeiteten Richtlinien für Anlage, Betrieb und Unterhalt von Schneesportabfahrten 
(SKUS-Richtlinien) und die von der Kommission Rechtsfragen auf Schneesportabfahrten der 
Seilbahnen Schweiz herausgegebenen Richtlinien bei (SBS-Richtlinien, ehemals SVS-
Richtlinien). Obwohl diese Richtlinien kein objektives Recht darstellten, erfüllten sie eine 
wichtige Konkretisierungsfunktion im Hinblick auf die inhaltliche Ausgestaltung der 
Verkehrssicherungspflicht (BGE 130 III 193 E. 2.3 S. 196f. und BGE 126 III 113 E. 2b S. 
116, je mit Hinweisen). Ausaperung, Vereisung und Verwehungen könne durch sorgfältige 
Errichtung und regelmässige Pflege der Pisten weitgehend begegnet werden. Meist seien 
auch die gleichen kritischen Stellen betroffen. Klar müsse aber festgehalten werden, dass 
sich Ausaperung, Vereisung und Verwehungen durch gute Pflege zwar eindämmen, aber 
nicht ganz vermeiden liessen. Schneesport werde im winterlichen Gebirge ausgeübt und da 
hätten die Pistenbenützer eben an einem kalten Tag mit Vereisungen, an einem windigen 
mit Verwehungen und an einem warmen mit Ausaperungen zu rechnen. Vom 
Verkehrssicherungspflichtigen werde man fordern dürfen, dass er apere, vereiste und 
verwehte Stellen, die sich als tückische, für die Pistenbenützer auch bei gehöriger 
Aufmerksamkeit nicht erkennbare Gefahren erweisen, wie Hindernisse signalisiere, wenn er 
sie nicht beseitigen könne (Stiffler, a.a.O., § 4 Ziffer II/B/5c, N 387 f.). Kreuzungen mit 
(befahrenen) Strassen hätten verschiedentlich zu Unfällen Anlass gegeben. Es seien nicht 
nur reger Autoverkehr, sondern auch vereiste oder stark mit Splitt bestreute Fahrbahnen, 
welche die Abfahrtsbenützer am zügigen Queren der Strasse hindern würden. Die Benützer 
von Schneesportanlagen würden auf Strassen den gleichen Regeln wie die Fussgänger 
(Vortritt nur auf Fussgängerstreifen) unterstehen. Dieser Rechtslage müsse der 
Verkehrssicherungspflichtige dadurch Rechnung tragen, dass er die Abfahrtsbenützer vor 
dem Queren einer Strasse durch Anlage von Schikanen voll abbremse, damit sie sich im 
Stehen vergewissern können, ob die Strasse zum Queren frei sei. Jede Kreuzung mit einer 
Strasse sei den Abfahrtsbenützern mit den entsprechenden Gefahrensignalen der SKUS 
anzuzeigen (Stiffler, a.a.O., § 4 Ziffer II/A/7/c, N 443.).

Auf die detaillierten vorinstanzlichen Erwägungen kann vollumfänglich verwiesen werden.

3. Bestrittener bzw. unklarer Sachverhalt 

Zum bestrittenen bzw. unklaren Sachverhalt erwog die Vorinstanz folgendes: 

a. Zur Gefahr

(...)

Die Appellantin mache Beweisnot geltend. Der Appellatin sei zuzumuten, nähere Angaben 
über die getroffenen Vor- bzw. Herrichtungsarbeiten und den Pistenzustand bei 
Verkehrseröffnung zu machen. Die fehlenden Angaben der Appellatin seien die Ursache 
ihrer Beweisnot, daher greife eine Umkehr der Beweislast Platz. Die Appellatin habe erst 
rund zwei Monate später, mi Februar 2005, durch den Vertreter der Versicherung vom Unfall 
erfahren. Genauere Angaben über den Zustand der Piste seien von der Appellatin nicht zu 
erwarten, zudem wäre es an der Appellantin gewesen, beweis sichernde Massnahmen wie 
Fotos, Information des Pistendienstes etc. zu treffen. Es finde daher keine Umkehr der 
Beweislast statt.

(...)

Die Vorinstanz erachtet es als nicht erwiesen, dass sich die Pistenüberquerung im "I." als 
eigentliche Falle für Skifahrer präsentiert habe. Es liege nahe, dass die Pisten im 
Allgemeinen und insbesondere auch die Strassenquerung, bedingt durch die schlechten 
Schnee- und Witterungsverhältnisse, in schlechtem Zustand gewesen seien. Zudem seien 
die Lichtverhältnisse diffus gewesen. Dies genüge aber nicht zum Beweis, dass es sich 
konkret um eine eigentliche Falle gehandelt habe, welche der Appellantin zum Verhängnis 
geworden sei. So sei auch der genaue Unfallhergang unterschiedlich geschildert worden und 
daher unklar geblieben. Wahrscheinlicher scheine daher, dass der Pistenübergang eine 
"normale" heikle Passage dargestellt habe, wie sie bei diesen Verhältnissen vom Skifahrer 
erwartet werden musste.

(...)

d.  Zur Zumutbarkeit von Schutzmassnahmen

Die Strasse sei mit keinem allgemeinen Fahrverbot belegt. Da wenig Schnee gelegen habe, 
sei nicht auszuschliessen, dass Fahrzeuge auf der Strasse die Unfallstelle zwischen 
erfolgter Pistenpräparation und Unfall passierten. Damit hätte die Strassenquerung mit 
einem Gefahrensignal markiert werden müssen. Die fehlende Unfallmarkierung sei jedoch 
nicht unfallkausal. Die ortskundige Appellantin habe gesehen, dass sie eine Strasse 
überquere. Die fehlende Strassenmarkierung stelle zwar eine Pflichtverletzung der 
Appellatin dar, bleibe vorliegend aber mangels Kausalität ohne Auswirkung.

(...)

e.  Fazit der Vorinstanz

Damit sei der Klägerin der Beweis nicht gelungen, wonach eine eigentliche Falle auf der 
Skipiste zu ihrem Sturz und den daraus resultierenden Verletzungen geführt habe.

(...)

h. Beweiswürdigung

Beweis der mangelnden Pistenpräparation

Nach Art. 8 ZGB hat, wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, derjenige das 
Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Art. 8 
ZGB regelt die Beweislastverteilung und damit die Folgen der Beweislosigkeit, somit trägt 
der Beweisbelastete die Gefahr des Misslingens des Beweises und damit des Unterliegens 
im Prozess, weil diesfalls zu seinem Nachteil entschieden werden muss (SCHMID in: Basler 
Kommentar, HONSELL/VOGT/GEISER (Hrsg.), Zivilgesetzbuch I, Art. 1 – 456 ZGB, 3. 
Auflage, Basel 2006, N. 4 zu Art. 8 ZGB.).

Das Beweismass bestimmt, ob der Richter für das Vorhandensein einer bestimmten 
Tatsache einen strikten Beweis verlangt, oder sich mit einem minderen Grad an Sicherheit 
begnügt. Dieser Massstab hat weder mit der Beweislast noch mit Beweiswürdigung direkt 
etwas zu tun. Möglich sind Abstufungen von der Gewissheit bis zur blossen 
Wahrscheinlichkeit bzw. Glaubhaftmachung. Das Beweismass ist im Einzelfall nicht aus Art. 
8 ZGB ableitbar, sondern wird aus der konkret zur Anwendung gelangenden materiellen 
Norm gewonnen (SCHMID, a.a.O., N. 15 f. zu Art. 8 ZGB.).

Als Regelbeweismass gilt, dass der Beweis erbracht ist, wenn der Richter aufgrund 
objektiver Gesichtspunkte von der Verwirklichung einer Tatsache überzeugt ist und allfällig 
vorhandene Zweifel nicht als erheblich erscheinen, was deutlich mehr sein muss als eine 
bloss überwiegende Wahrscheinlichkeit (SCHMID, a.a.O., N. 17 zu Art. 8 ZGB.).

Die Bezeichnung als „Regelbeweismass“ bringt nur zum Ausdruck, dass grundsätzlich jeder 
Beweis entsprechend diesem Grad zu leisten ist. Auf eine inhaltlich kennzeichnungskräftige 
Kurzformel hat das Bundesgericht lange Zeit verzichtet. Erst in seiner jüngsten 
Rechtsprechung verweist es mehr nebenbei auf das „Regelbeweismass der vollen 
Überzeugung“ oder auf das „Regelbeweismass der richterlichen Überzeugung“. Innerhalb 
seiner Anwendungsreichweite muss das Regelbeweismass dafür sorgen, dass ein geltend 
gemachter Anspruch nur dann gerichtlich durchgesetzt werden kann, wenn die ihm 
zugrunde liegenden rechtserheblichen Tatsachenbehauptungen mit annähernder Sicherheit 
nachgewiesen wurden. Vor diesem Hintergrund wird das Regelbeweismass durch die 
mitunter auch im Schrifttum anzutreffende Wendung von der „an Sicherheit grenzenden 
Wahrscheinlichkeit“ zutreffend charakterisiert. Die Bezeichnung als Regelbeweismass der 
an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit macht klar, dass absolute Sicherheit nicht zu 
erreichen ist, mehr als ein Wahrscheinlichkeitsurteil nicht verlangt werden kann. Zugleich 
verdeutlicht sie, dass die erforderliche Beweisintensität trotz dieser Einschränkung 

annähernde Sicherheit vermitteln muss und damit sehr hohe Anforderungen an den 
Nachweis stellt (BERGER-STEINER, Beweismass und Privatrecht in: ZBJV 4/2008 vom 
24.04.2008, S. 291 f..).

Art. 8 ZGB findet auf alle dem Bundeszivilrecht angehörenden Rechte und 
Rechtsverhältnisse Anwendung (SCHMID, a.a.O., N. 24 zu Art. 8 ZGB.).

Die Festlegung des relevanten Beweismasses setzt voraus, dass die entsprechende 
Tatsachenbehauptungen in den Prozess eingeführt worden sind. Mit der Beweislast geht 
daher die Behauptungslast einher, welche auch eine Bestreitungslast einschliesst (SCHMID, 
a.a.O., N. 29 zu Art. 8 ZGB.). Rechtsbegründende und rechtsaufhebende Tatsachen 
müssen, soweit die Verhandlungsmaxime gilt, behauptet werden. Die Behauptungslast 
richtet sich dabei nach den bundesrechtlichen Beweislastregeln, ist aber ein 
kantonalrechtliches Institut (VOGEL/SPÜHLER , Grundriss des Zivilprozessrechts und des 
internationalen Zivilprozessrechts der Schweiz, 8. Auflage, Bern 2006, § 10, N. 54, S. 264.).
Die Substanzierungspflicht ist ein Aspekt der Behauptungslast und somit Ausfluss der 
Verhandlungsmaxime. Substanzieren heisst Tatsachenbehauptungen so konkret 
formulieren, dass substanzierte Bestreitung möglich ist oder der Gegenbeweis angetreten 
werden kann (SCHMID, a.a.O., N. 33 zu Art. 8 ZGB.).

Wer eine Berechtigung behauptet, hat sie bzw. die ihr zu Grunde liegenden 
Tatsachenbehauptungen zu beweisen. Wer Schadenersatz aus Vertrag beansprucht, hat 
den Schaden, auch aus entgangenem Gewinn, die Vertragsverletzung und den 
Kausalzusammenhang zu beweisen, selbst wenn die schädigende Handlung in einer 
Unterlassung besteht. Der Mieter von Skiern beweist, dass der Unfall auf das mangelhafte 
Einstellen der Sicherheitsbindungen zurück zu führen ist (SCHMID, a.a.O., N. 46 zu Art. 8 
ZGB).

Eine Umkehr der Beweislast zufolge Beweisschwierigkeiten findet grundsätzlich nicht statt. 
Die Praxis hilft unter Umständen mit einer Senkung des Beweismasses oder mit 
tatsächlichen Vermutungen. Es kann den Gegner aus Treu und Glauben eine 
Mitwirkungspflicht bei der Abklärung des Sachverhaltes treffen, indem er den Gegenbeweis 
anzutreten hat. Verweigerungshaltung kann bei der Beweiswürdigung berücksichtigt werden 
(SCHMID, a.a.O., N. 71 zu Art. 8 ZGB).

Eine Umkehrung der Beweislast findet nach VOGEL/SPÜHLER , a.a.O., unter anderem im 
Falle der Beweisvereitelung statt, d.h. wenn der Gegner des Beweisführers durch sein 
Verhalten dessen Beweislage erschwert oder ihm den Beweis vereitelt hat 
(VOGEL/SPÜHLER , a.a.O., § 10, N. 44, S. 261).

Das Bundesgericht führte in BGE 130 III 321ff, E. 3 .2., S. 324 aus, ein Beweis gelte als 
erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer 
Sachbehauptung überzeugt sei. Absolute Gewissheit könne dabei nicht verlangt werden. Es 
genüge, wenn das Gericht am Vorliegen der behaupteten Tatsache keine ernsthaften 
Zweifel mehr habe oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen würden. 
Ausnahmen von diesem Regelbeweismass, in denen eine überwiegende Wahrscheinlichkeit 

als ausreichend betrachtet werde, ergäben sich einerseits aus dem Gesetz selbst und seien 
andererseits durch Rechtsprechung und Lehre herausgearbeitet worden. Den Ausnahmen 
liege die Überlegung zu Grund e, dass die Rechtsdurchsetzung nicht an 
Beweisschwierigkeiten scheitern dürfe, die typischerweise bei bestimmten Sachverhalten 
auftreten (vgl. auch BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 275).

Die Beweiserleichterung setze demnach eine "Beweisnot" voraus. Diese Voraussetzung sei 
erfüllt, wenn ein strikter Beweis nach der Natur der Sache nicht möglich oder nicht zumutbar 
sei, insbesondere wenn die von der beweisbelasteten Partei behaupteten Tatsachen nur 
mittelbar durch Indizien bewiesen werden können. Eine Beweisnot liege aber nicht schon 
darin begründet, dass eine Tatsache, die ihrer Natur nach ohne weiteres dem unmittelbaren 
Beweis zugänglich wäre, nicht bewiesen werden könne, weil der beweisbelasteten Partei die 
Beweismittel fehlen. Blosse Beweisschwierigkeiten im konkreten Einzelfall könnten nicht zu 
einer Beweiserleichterung führen (Urteil des Bundesgerichts 5C.175/1997 vom 17. Oktober 
1997, E. 2 und 3; allgemein: HOHL, Procédure civile, t. I: Introduction et théorie générale, 
Bern 2001, N. 1098 S. 210, und ausführlich in: Le degré de la preuve, Festschrift Vogel, 
Freiburg i.Üe. 1991, S. 125 ff., 151 f. und auch BGE 132 III 715, S. 719 f.).

Aus diesen bundesgerichtlichen Erwägungen geht hervor, dass eine Beweiserleichterung 
eine Beweisnot voraussetzt, eine solche liege vor, wenn ein strikter Beweis nach der Natur 
der Sache nicht möglich oder nicht zumutbar ist. Es reicht aber nicht, wenn eine Tatsache, 
die ihrer Natur nach ohne Weiteres dem unmittelbaren Beweis zugänglich wäre, nicht 
bewiesen werden kann, weil die Beweismittel fehlen. Der Zustand der Piste am 25. 
Dezember 2004 und der Unfallhergang sind offensichtlich dem unmittelbaren Beweis 
zugänglich, die Appellantin hätte sofort nach dem Unfall die Beweise sichern (z.B. Fotos 
machen) und sofort die Appellatin informieren bzw. beiziehen können. Des Weiteren hätte 
sie die anwesende Zeugin Frau Grossen fragen können, in welchem Zustand die Piste 
gewesen war. Es rechtfertigt sich vorliegend nicht, aufgrund von Beweisschwierigkeiten der 
Appellantin das Beweismass herabzusetzen
Ohne Zweifel obliegt der Beweis der Vertragsverletzung, des Schadens und der Kausalität 
der Appellantin. Da die Appellatin der Appellantin die Beweisführung nicht vereitelt oder 
erschwert hat, rechtfertigt es sich vorliegend nicht, eine Beweislastumkehr zu Lasten der 
Appellatin vorzunehmen.

Vorab kann festgehalten werden, dass die Vorinstanz den relevanten Sachverhalt gründlich 
erhoben und die vorliegenden Beweise sorg fältig gewürdigt hat und dadurch zu einem 
klaren und nachvollziehbaren Ergebnis gelangt ist.

(...)

Aus den Ausführungen der  Appellantin und  insbesondere auch aus denjenigen der übrigen 
befragten Personen geht nicht hervor, dass die Piste mangelhaft präpariert worden wäre. Im 
Gegenteil geht aus den Aussagen der anderen Personen eher hervor, dass die Piste 
präpariert worden war. Im Übrigen wird darauf hingewiesen, dass allfällige Furchen oder 
Fahrrinnen nicht sehr tief gewesen sein können, da, wie auch alle Beteiligten 
übereinstimmend aussagten, die Schneeverhältnisse nicht gut gewesen waren. 

Demgegenüber ist erstellt, dass die Appellantin die von ihr beschriebene Gefahr in Form 
einer Unebenheit rechtzeitig erkannt hat, diese aber falsch einschätzte und nicht 
entsprechend reagiert hat. Überdies kann als beweis mässig erstellt, weil unbestritten, 
angesehen werden, dass die Appellantin gut trainiert ist. Ebenfalls ist sie ortskundig (vgl. p. 
95). Die Appellantin hat selber eingeräumt, die Piste sehr gut zu kennen, da diese zu ihrem 
Ferienhaus führt (vgl. p. 95). Ebenfalls lässt sich aus dem Schreiben des damaligen 
Ehemannes der Appellantin vom 29. Dezember 2004 an die Versicherung entnehmen, ihm 
und seiner Ehefrau sei die Passage seit Jahren bekannt (vgl. KB 23).

Der Appellantin ist somit der Beweis, wonach die Piste nicht genügend präpariert worden ist 
und eine besondere Gefahr in Form von übermässig tiefen, vereisten Furchen von der 
Strassenquerung ausgegangen wäre, nicht gelungen. Der Unfallhergang ist nach wie vor 
unklar.

Es bleibt aber dennoch festzuhalten, dass vorliegend von einer nicht ohne weiteres 
erkennbaren, sich als eigentliche Falle erweisende Gefahr im Sinne des bereits erwähnten 
Urteils des Bundesgerichts vom 1. Oktober 2007, 4A_235/2007, nicht gesprochen werden 
kann.

Vorliegend kann die Frage, ob die Appellantin bereits die Behauptungslast verletzt hat, offen 
gelassen werden, da ihr, so oder anders der Beweis der mangelnden Präparation der Piste 
nicht gelungen ist.

Somit ist die Klage bereits aufgrund der Beweislosigkeit abzuweisen. Der Vollständigkeit 
halber werden zusätzlich rechtliche Ausführungen gemacht.

Vorsichtiges Fahrverhalten

Auf die sorgfältigen Erwägungen der Vorinstanz kann verwiesen werden, denn es kann 
tatsächlich nicht mehr als vorsichtig bezeichnet werden, wenn jemand, obwohl er eine 
Unebenheit im Gelände wahrnimmt, trotzdem nicht bremst und „es ziehen lässt“ (vgl. p. 97, 
Zeile 48).

4. Rechtliches 

a. Ad vorsichtiges Fahrverhalten bzw. Selbstverantwortung des Pistenbenützers 

Die Vorinstanz führte dazu folgendes aus: Eine weitere Schranke der 
Verkehrssicherungspflicht liege in der Selbstverantwortung des einzelnen Pistenbenutzers 
(BGE 130 III 193 E. 2.3 S. 196 und BGE 121 III 358 E. 4a S. 360 f., je mit Hinweisen.). 
Gefahren, die dem Schneesport inhärent sind, solle derjenige tragen müssen, der sich zur 
Ausübung des Schneesports entschliesse. Auch das Fehlverhalten eines Pistenbenutzers, 
der in Verkennung seines Könnens und der vorgegebenen Pisten- und Wetterverhältnisse 
oder in Missachtung von Signalisationen fahre, stürze und dabei verunfalle, sei der 
Selbstverantwortung zuzurechnen (BGE 130 III 193 E. 2.3 S. 196 und BGE 121 III 358 E. 4a 
S. 360 f., je mit Hinweisen.). 

Gemäss Nr. 2 (Fahrregeln) der FIS-Verhaltensregeln ist auf Sicht zu fahren. Fahrweise und 
Geschwindigkeit sind dem Können und den Verhältnissen anzupassen. Die SKUS-
Richtlinien gehen von der Tatsache aus, dass die Benützer grundsätzlich auf eigenes Risiko 
fahren. Die der Sportausübung innewohnenden Gefahren können ihnen durch die gestützt 
auf diese Richtlinien getroffenen Massnahmen nicht abgenommen werden. Die Benützer 
haben ihre Fahrweise daher ihrem Können und den gegebenen Gelände-, Sicht und 
Schneeverhältnissen anzupassen. Sie haben insbesondere alle jene Schwierigkeiten selber 
zu meistern, die sich aus dem Gelände (Wellen, Buckel, Mulden, usw.), der 
Geländebedeckung (Bäume, Bauten, Zäune, Felsköpfe,usw.), den atmosphärischen 
Bedingungen (Nebel, Temperatur, usw.) und den Schneeverhältnissen (Furchen, 
abgefahrene und vereiste Stellen, usw.) ergeben (SKUS-Richtlinien, S. 5, ZIff. I/1.). 

Indem die Appellantin zwar die Unebenheit gesehen hat, aber dennoch nicht abbremste, 
weil sie dachte, sie schaffe das schon, ist sie nicht vorsichtig gefahren. Die Skifahrer haben 
gemäss SKUS-Richtlinien Schwierigkeiten, die sich aus dem Gelände ergeben, selber zu 
meistern. Vorliegend ist nicht klar, was genau den Sturz der Appellantin verursacht hat, 
jedoch hätte die Appellantin den Sturz vermeiden können, wenn sie vorsichtig gefahren 
wäre und auf Sicht hätte anhalten können, die Fahrweise also den Verhältnissen angepasst 
hätte. Sie hätte in Kauf nehmen müssen, den Gegenhang hinaufsteigen zu müssen. Die 
Appellantin hat somit die Selbstverantwortung nicht wahrgenommen. Im Übrigen hätte sie 
noch vorsichtiger fahren müssen, sie wusste nämlich, dass sie eine Strasse überquerte. Die 
Stele war ihr seit langem bekannt.

(...)

Die Selbstverantwortung schliesst, selbst wenn grundsätzlich ein Verstoss gegen die 
Verkehrssicherungspflicht durch die Appellatin vorliegen würde, eine Haftung der Appellatin 
in vorliegendem Fall aus, denn Pistenbenützer müssen nur vor Gefahren bewahrt werden, 
die selbst bei vorsichtiger Fahrweise nicht vermieden werden können.

(...)

c. Ad fehlender Markierung der Strassenquerung mit einem Gefahrensignal

Das Fehlen eines Gefahrensignals stellt ein Versäumnis der Appellatin dar, denn auch 
ortsunkundige Ski- und Snowboardfahrer könnten diese Piste benützen. Vorliegend war 
aber das fehlende Signal nicht unfallkausal, da die Appellantin die Stelle schon seit Jahren 
kannte und demnach wissen musste und auch gewusst hat, dass sie eine Strasse 
überquert.

(...)

e. Fazit

Die Appellantin hat nicht nachweisen können, dass die Appellatin ihre 
Verkehrssicherungspflicht verletzt hat, es ist nicht bewiesen worden, dass eine Gefahr oder 
Falle auf der Skipiste vorhanden gewesen ist.

Selbst wenn eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vorgelegen hätte, käme die 
Haftung vorliegend nicht in Frage, da die Appellantin die FIS-Regel 2 verletzt hat und nicht 
auf Sicht gefahren ist bzw. ihr Fahrverhalten nicht den Verhältnissen angepasst hat.

Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Strassenquerung zwar nicht mit einem 
Gefahrensignal markiert und auch keine Langsamfahrzone eingerichtet worden ist, diese 
Versäumnisse aber nicht unfallkausal waren.

Daher ist die Klage abzuweisen.

(...)

Hinweis:

Das Urteil ist in Rechtskraft erwachsen.