# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9098fb2a-1d08-546d-aabc-647fa15272bd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.01.2021 200 2020 127
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-127_2021-01-28.pdf

## Full Text

200 20 127 IV
WIS/SVE/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. Januar 2021

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 9. Januar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Jan. 2021, IV/20/127, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1959 geborene, zuletzt als ... tätig gewesene A.________ (Versicherte 
bzw. Beschwerdeführerin) meldete sich erstmals im Juli 2002 wegen Rü-
ckenbeschwerden zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invali-
denversicherung (IV) an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin]; Antwortbeilage [AB] 1). Mit Verfügung vom 10. März 2004 
(AB 21) verneinte die IVB einen Anspruch auf eine Invalidenrente, was sie 
mit unangefochten gebliebenem Einspracheentscheid vom 30. Juni 2004 
(AB 25) bestätigte. Nach erneuter Anmeldung im Dezember 2007 (AB 26) 
aufgrund eines Bänderrisses an der rechten Hand und durchgeführten be-
ruflichen Massnahmen (vgl. AB 36, 47, 65) sprach die IVB der Versicherten 
mit Verfügung vom 27. September 2011 (AB 70) von 1. bis 31. Mai 2007 
eine Viertelsrente, von 1. Juni bis 30. September 2007 eine ganze Rente 
und von 1. Oktober 2007 bis 30. Juni 2008 eine halbe Rente zu. Diese Ver-
fügung blieb unangefochten.

B.

Im Oktober 2013 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf vermehrte 
Schmerzen im rechten Handgelenk und zunehmende Arthroseschmerzen 
im Daumengelenk der linken Hand abermals zum Leistungsbezug an 
(AB 71 f.). Die IVB tätigte in der Folge erwerbliche und medizinische Ab-
klärungen und holte die Akten der C.________ (Krankentaggeldversiche-
rung; AB 87 ff., 94) ein. Gestützt auf die Beurteilungen des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 23. September (AB 97) und 10. Oktober 
2014 (AB 100) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 8. Dezember 2014 
(AB 103) in Aussicht, das Leistungsbegehren hinsichtlich einer Invaliden-
rente abzuweisen. Nach dagegen erhobenem Einwand (AB 110, 112) holte 
die IVB erneut eine Stellungnahme beim RAD (AB 117) ein und verfügte 
daraufhin am 20. März 2015 dem Vorbescheid entsprechend (AB 118). Die 
dagegen erhobene Beschwerde (AB 123) hiess das Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, mit Urteil vom 

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10. März 2016, IV/2015/384 (AB 147), dahingehend gut, dass es die ange-
fochtene Verfügung aufhob und die Sache an die IVB zurückwies, damit 
diese nach Veranlassung einer orthopädischen Begutachtung über den 
Rentenanspruch neu verfüge (E. 4.4).

In der Folge liess die IVB die Versicherte durch das D.________ (MEDAS; 
nachfolgend MEDAS) polydisziplinär begutachten (Expertise vom 14. März 
2017 [AB 168.1]; Stellungnahme vom 10. Januar 2018 [AB 175]). Nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 189) sprach die IVB der Versi-
cherten mit Verfügung vom 9. Januar 2020 (AB 191) von 1. Juni bis 
31. August 2014 eine Viertelsrente (Invaliditätsgrad von 40 %) und von 
1. September 2014 bis 30. Juni 2017 (Invaliditätsgrad von 50 %) eine halbe 
Rente zu; einen weitergehenden Rentenanspruch verneinte sie.

C.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 10. Februar 2020 Beschwerde beim Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern mit folgenden Rechtsbegehren:

„ 1. Die Verfügung vom 09.01.2020 sei aufzuheben.
2. Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, der Beschwerdeführerin die ihr 

zustehende Rente zuzusprechen, ausgehend von einer unveränderten 
Arbeitsunfähigkeit von 50% bei einem Invalideneinkommen von jährlich 
Fr. 28'125.00. 

Eventualiter:
3. Die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, der Beschwerdeführerin die ihr 

zustehende Rente zuzusprechen, ausgehend von einer unveränderten 
Arbeitsunfähigkeit von 50% bei einem Invalideneinkommen von jährlich 
Fr. 30'224.00.

- Unter Kosten- und Entschädigungsfolge -"

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 12. März 
2020 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

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1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch 
den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 
ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 9. Januar 2020 
(AB 191). In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein 
Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete 
IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung 
der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbe-
fugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen 
Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben 
(BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a). Streitig und zu prüfen ist dem-
nach der Anspruch auf eine Invalidenrente unter Einschluss der von 1. Juni 
bis 31. August 2014 zugesprochenen Viertelsrente sowie der von 1. Sep-
tember 2014 bis 30. Juni 2017 zugesprochenen halben Rente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). 
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 
berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus 
objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Mit dieser 
Regelung sind die bisher ungeschriebenen Rechtsgrundsätze und 
insbesondere die Rechtsprechung zur Ausscheidung der 
invaliditätsfremden Faktoren und zum Zumutbarkeitsprinzip neu 
ausdrücklich im Gesetz festgehalten (BGE 140 V 197 E. 6.2.1 S. 199, 135 
V 215 E. 7.3 S. 230; Botschaft zur 5. IVG-Revision, BBl 2005 4530 ff.). 

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 
8 ATSG) sind (lit. c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf 
eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjeni-
ge auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei 
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine 

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halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein sol-
cher auf eine Viertelsrente.

2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.3.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 
2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1). 

2.3.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das 
Revisionsgesuch ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu 
vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte 
Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt 
sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen 
Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch 
ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte 
Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. 
anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu bejahen, und hernach zu 
beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle 
Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 
IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). 

2.3.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den 
Invaliditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im 

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Neuanmeldungsverfahren - analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 
ATSG - durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten 
materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b). 

2.3.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der 
Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung 
ausschlaggebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an 
frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 
198 E. 4b S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu prüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b 
S. 114). Mit VGE IV/2015/384 (AB 147), welcher unangefochten in Rechts-
kraft erwuchs, wurde ein Neuanmeldungsgrund mit Blick auf die potentiell 
rentenrelevante Verschlechterung in Bezug auf die Rhizarthrose, insbe-
sondere der linken Hand, bejaht (E. 3.3). Diese Erwägung, auf die im Dis-
positiv des Rückweisungsentscheides verwiesen wurde, nimmt an der for-
mellen Rechtskraft des Urteils teil und entfaltet auch eine Selbstbindung für 
die Instanz, die den Rückweisungsentscheid gefällt hat, falls die Sache an 
diese erneut weitergezogen wird (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 

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vom 4. Juni 2018, 9C_865/2017, E. 5.2.1). Folglich ist der Rentenanspruch 
allseitig frei zu prüfen (vgl. E. 2.3.4 hiervor).

3.2 Im Nachgang zu VGE IV/2015/384 (AB 147) ist den Akten in medi-
zinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.2.1 Im MEDAS-Gutachten vom 14. März 2017 (AB 168.1) diagnostizier-
ten die Dres. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera-
pie, F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, G.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates sowie Handchirurgie, und H.________, Facharzt für Neurologie, 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 70 Ziff. 7.1) Folgendes:

- Chronische, belastungsabhängige Schmerzen im Handgelenk rechts bei 
SLAC-Wrist Grad III mit radioscaphoidaler und medio-carpaler Arthrose 
(…); 

- Residuelle bewegungs- und belastungsabhängige Schmerzen radiale 
Hand links
- bei einem Status nach Hemitrapezektomie und APL-Plastik bei Rhiz-

arthrose (Oktober 2015) - Kontaktschmerzen in der Narbe über dem MP I 
palmar

(…);
- Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit rechtsseitiger spondy-

logener Komponente
- mit residuellem sensomotorischem radikulärem Ausfallsyndrom L5 und 

S1 rechts geringer Ausprägung;
- (…);

- Intermittierende Nackenschmerzen mit Tendomyosen im Bereich der Na-
ckenmuskulatur
- ohne radikuläres Reiz- und Ausfallsyndrom an den oberen Extremitäten;
- (…);

- Dysästhesie im Bereiche der Operationsnarben am dorsalen Handgelenk 
rechts sowie an Daumenbasis und volarem Handgelenk radial links
- ohne klinische Hinweise auf Entrapment-Neuropathie an den oberen Ex-

tremitäten;
- Vorfussschmerzen rechts bei Bursitis intermetatarsal distal III und IV 

rechts;
- Angst- und depressive Störung, gemischt.

Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten sie die folgenden Diagno-
sen auf (S. 71 Ziff. 7.2):

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- Psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifi-
zierten Krankheiten (Probleme Bewegungsapparat);

- Arterielle Hypertonie;
- Adipositas (BMI 32);
- Neurodermitis anamnestisch, zur Zeit asymptomatisch.

In der allgemeinmedizinischen Beurteilung (S. 24 f. Ziff. 4.1) wurden keine 
Erkrankungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten (S. 25 
Ziff. 4.1.3.1). 

Der orthopädische Gutachter (S. 26 ff. Ziff. 4.2) hielt fest, seit der Beurtei-
lung vom 22. Juni 2010 (recte: 8. Juni 2010; vgl. AB 54) habe sich der Zu-
stand des rechten Handgelenkes verschlechtert. Die Beweglichkeit habe 
sich reduziert, die Faustschlusskraft habe wesentlich abgenommen und die 
arthrotischen Veränderungen medio- und radiokarpal hätten zugenommen. 
Es bestünden belastungs- und bewegungsabhängige Beschwerden (S. 36 
Ziff. 4.2.5.1). Auf der linken Seite sei die fortgeschrittene Rhizarthrose 
durch eine Hemitrapezektomie sowie eine APL-Plastik saniert worden. Da-
durch hätten die vorbestehenden Schmerzen deutlich abgenommen und 
die funktionelle Wertigkeit des Daumens habe sich verbessert. Es bestün-
den noch Restbeschwerden, die sich bei starker und grösserer Beanspru-
chung äusserten. Zusätzlich fänden sich degenerative Veränderungen im 
STT-Gelenk und es zeige sich eine Proximalisierung des Metakarpale I mit 
einem deutlichen Kontakt zum teilresezierten Trapezium. Im März 2016 sei 
wegen starker Schmerzen im Bereich des A1-Ringbandes Dig. I links noch 
eine Ringbandspaltung sowie eine lokale Tenolyse der Flexor pollicis lon-
gus-Sehne durchgeführt worden. Durch diese Operation habe sich die Be-
weglichkeit des Daumens normalisiert. Die Narbe sei nach wie vor stark 
dolent und behindere die Beschwerdeführerin zusätzlich bei der Ausübung 
des Kraftgriffes (S. 38 Ziff. 4.2.5.1). Neben der beidseitigen Handproblema-
tik bestünden noch eine verminderte Belastbarkeit der Lumbosakralregion 
(degenerative Veränderungen, neurologische Residuen) und eine reduzier-
te Reklinationsfähigkeit in der Halswirbelsäulenregion. In einer leichten 
bimanuellen adaptierten Tätigkeit (ohne Heben von Lasten über fünf Kilo-
gramm, ohne häufiges Schreiben an der Tastatur und ohne nötige freie 
Handgelenkbeweglichkeit rechts [dominante Hand]), mit dem Gebrauch 
eines Stehpultes, könnte die Beschwerdeführerin weiterhin arbeiten. We-

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gen der Hand- und Rückenproblematik bestehe eine Verminderung des 
Rendements (S. 37 Ziff. 4.2.5.1). 

Im neurologischen Teilgutachten (S. 40 ff. Ziff. 4.3) wurde ausgeführt, dass 
die chronischen Schmerzen lumbal sowie am rechten Bein im Vordergrund 
stünden. Klinisch sei das Fehlen von Tibialis-posterior-Reflex (TPR) und 
Achillessehnenreflex (ASR) rechts als objektiv fassbarer Befund einer neu-
rogenen Läsion zu werten, welches die Segmente L5 und S1 betreffe. 
Während die Unterschenkelmuskulatur rechts stark wechselhaft, vermin-
dert innerviert werde, belegten die elektromyographischen Befunde im 
Fussheber rechts eine nicht frische neurogene Läsion, vereinbar mit einer 
älteren radikulären Schädigung L5. Die beschriebenen Sensibilitätsstörun-
gen am rechten Bein beträfen am Unterschenkel das Dermatom L5 und 
seien am Fuss dem Dermatom S1 zuzuordnen. Die belastungsabhängigen 
Schmerzen gluteal sowie am rechten Oberschenkel dorsal seien überwie-
gend wahrscheinlich aufgrund der durch die bildgebenden Befunde doku-
mentierten degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule im Sinne 
eines spondylogenen Schmerzsyndroms erklärbar. Damit vereinbar seien 
auch die deutlichen Tendomyosen im Bereich des rechten Oberschenkels 
(S. 47 f. Ziff. 4.3.5.1). Möglich seien wechselbelastende, rückenadaptierte 
Tätigkeiten. Regelmässiges Heben und Tragen von Lasten über fünf Kilo-
gramm seien ungeeignet. Ebenso seien Tätigkeiten, welche an längeres 
Gehen (mehr als 30 Minuten) und häufiges Treppensteigen gebunden sei-
en, ungeeignet. Von Seiten der Halswirbelsäule seien Tätigkeiten, welche 
mit Kopfzwangshaltungen und häufigen Arbeiten verbunden seien, nicht 
zumutbar (S. 50 4.3.8). Unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen sei 
die Wiederaufnahme einer adaptierten Tätigkeit mit vermindertem Rende-
ment von höchstens 20 % realistisch (S. 51 Ziff. 4.3.9).

Im psychiatrischen Teilgutachten (S. 51 ff. Ziff. 4.4) wurde festgehalten, in 
Übereinstimmung mit dem psychiatrischen Vorgutachter könne eine akzen-
tuierte Persönlichkeitsbildung nicht gestellt werden. Auf dem Boden von 
Problemen mit dem Bewegungsapparat sei es zu einer Krankheitsverarbei-
tungsstörung gekommen. Es hätten erhebliche psychosoziale Faktoren und 
emotionale Konflikte nachgewiesen werden können. Anlässlich der Explo-
ration habe sich die Beschwerdeführerin in einer gewissen Bedrücktheit 

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befunden und gewisse Ängste geäussert. Gewisse vegetative Symptome 
hätten sich nachweisen lassen. Vor allem auf dem Hintergrund der 
Schmerzverarbeitungsstörung werde die Diagnose einer Angst- und de-
pressiven Störung gemischt gestellt (S. 57 f. Ziff. 4.4.5.1). In einer adaptier-
ten Tätigkeit bei Krankheitsverarbeitungs-, Angst- und depressiver Störung, 
gemischt, sei eine 10%ige Rendement-Verminderung zu attestieren (S. 69 
Ziff. 4.4.9).

In der polydisziplinären Beurteilung wurde festgehalten, es bestehe in der 
angestammten Tätigkeit als ... wegen den Beschwerden in beiden Händen 
und wegen den Rückenproblemen eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit von 
30 % (S. 82 Ziff. 9.1). In einer leichten bimanuellen, wechselbelastenden 
adaptierten Tätigkeit (ohne Heben von Lasten über fünf Kilogramm, ohne 
häufiges Schreiben an der Tastatur, ohne nötige freie Handgelenkbeweg-
lichkeit rechts [dominante Hand]), könne mit einem Stehpult weiterhin eine 
Arbeitsleistung von mindestens 80 % erzielt werden (S. 82 f. Ziff. 9.2). Aus 
gesamtheitlicher Sicht gelte sowohl in der angestammten als auch in der 
angepassten Tätigkeit die orthopädisch-neurologische Beurteilung, wobei 
die psychiatrische Einschätzung in dieser aufgehe. Die Einschätzung gelte 
ab Gutachtensdatum (S. 82 Ziff. 9.1; S. 83 Ziff. 9.2; vgl. auch AB 175 S. 2).

Auf Rückfrage hin hielten die Gutachter in der Stellungnahme vom 10. Ja-
nuar 2018 (AB 175) in Bezug auf die durch Dr. med. I.________, Facharzt 
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 
sowie Handchirurgie, im Bericht vom 3. Februar 2015 (vgl. AB 112 S. 3) 
und durch Dr. med. J.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates sowie Handchirurgie, im Be-
richt vom 2. Mai 2015 attestierte Arbeitsfähigkeit von 50 % fest, dass die 
Beschwerdeführerin im Zeitpunkt dieser Beurteilungen noch an starken 
Beschwerden gelitten habe, die durch die linksseitige Rhizarthrose verur-
sacht worden und für den Grad der Arbeitsunfähigkeit, welchem zum Zeit-
punkt der Berichte nichts beizufügen sei, bestimmend gewesen seien. Im 
Gutachtenszeitpunkt (14. März 2017) seien seit der Rhizarthroseoperation 
links (13. Oktober 2015) ungefähr eineinhalb Jahre vergangen und es sei 
zu einem deutlichen Rückgang der Beschwerden gekommen. Auch die 
zusätzlichen Beschwerden, die zu einer Ringbandspaltung Dig. I links 

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(14. März 2016) geführt hätten, seien in diesem Zeitraum geringer gewor-
den. Deshalb werde eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten 
Tätigkeit ab dem Datum des Gutachtens als zumutbar erachtet. Die Kriteri-
en für eine solche adaptierte Tätigkeit umfassten leichte, bimanuelle Tätig-
keiten mit einem Trage- und Hebelimit von maximal fünf Kilogramm, 
Schreib- und Registraturarbeiten mit Gebrauch eines Stehpultes; Betreu-
ungs- und Begleitfunktionen ohne pflegerische Tätigkeiten; keine Arbeiten, 
die eine uneingeschränkte Beweglichkeit des rechten Handgelenks erfor-
derten; administrative Aufgaben in der Planung, im Besprechungs- und im 
Beratungswesen; Überwachungs- und Kontrollfunktionen (S. 2).

3.2.2 Im Sprechstundenbericht zu einer Untersuchung am 27. August 
2018 (Akten der Beschwerdeführerin, Beschwerdebeilage [BB] 5) hielt 
Dr. med. I.________ fest, die beklagte Klinik dorsal-zentral am Handge-
lenk werde durch den SLAC-Wrist und die konsekutive Arthrose verur-
sacht. Wie bereits mehrfach erwähnt, sei eine Reduktion der Arbeitsbe-
lastung indiziert. Eine 80%ige Arbeitsfähigkeit sei im Hinblick auf ein 
bilaterales Handgelenksproblem zu viel.

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Jan. 2021, IV/20/127, Seite 13

Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Externen Beurteilungen, die nach Art. 44 ATSG im Verwaltungsverfahren 
eingeholt wurden, ist bei überzeugendem Beweisergebnis volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 
der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 227; 125 V 351 
E. 3b/bb S. 353). Insbesondere lässt es die unterschiedliche Natur von Be-
handlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und 
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten 
anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) nicht zu, ein Administrativ- oder 
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Ab-
klärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungs-
weise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vor-
behalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung auf-
drängt, weil diese wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation ent-
springende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder 
ungewürdigt geblieben sind (SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3, 2017 IV 
Nr. 49 S. 148 E. 5.5).

3.4

3.4.1 Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 14. März 2017 
(AB 168.1) samt Stellungnahme vom 10. Januar 2018 (AB 175) erfüllt die 
Anforderungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.3 hiervor). Die 
Feststellungen der Gutachter beruhen auf eigenen spezialärztlichen Ab-
klärungen und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind für die streitigen Be-
lange umfassend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesund-
heitszustand werden nachvollziehbar und einleuchtend begründet. Die Ein-
schätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit ist schlüssig und wider-
spruchsfrei. Dem Gutachten kommt damit voller Beweiswert zu und es ist in 
der Folge darauf abzustellen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Jan. 2021, IV/20/127, Seite 14

3.4.2 Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, verfängt nicht. So 
rügt sie einerseits, dass im neurologischen Gutachten eine Verminderung 
der Leistungsfähigkeit von 20 % festgehalten worden sei, wobei allfällige 
durch Handgelenksbeschwerden bedingte Einschränkungen nicht berück-
sichtigt seien (vgl. Beschwerde S. 4 Rz. 1). Andererseits macht sie geltend, 
dass aufgrund der gutachterlichen Formulierung eine höhere als die vom 
RAD-Arzt Dr. med. K.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, im Bericht vom 10. Oktober 2014 
(AB 100) attestierte Einschränkung von 15 bis 20 % in einer ideal ange-
passten Tätigkeit auch im Zeitpunkt der Begutachtung weiterbestehe. Im 
Vordergrund hätten noch Kontaktschmerzen im Narbenbereich nach einer 
im April 2016 erfolgten Ringbandspaltung am linken Daumen bestanden, 
wodurch die Einsatzfähigkeit der Explorandin wiederum vermindert sei (vgl. 
Beschwerde S. 4 Rz. 2). Diesbezüglich ist zunächst festzuhalten, dass eine 
Gesamtwürdigung im Rahmen eines Gutachtens nicht zwingend bedeutet, 
dass sämtliche einzelnen Gesundheitsbeeinträchtigungen spezifiziert Ein-
gang in die Schätzung der Arbeitsunfähigkeit finden müssen (Entscheid 
des BGer vom 19. September 2017, 8C_385/2017, E. 4.2, mit Hinweis auf 
Entscheid des BGer vom 9. November 2012, 9C_754/2012, E.2.3.2), be-
steht doch der Zweck interdisziplinärer Gutachten gerade darin, alle rele-
vanten Gesundheitsschädigungen zu erfassen und die daraus jeweils ab-
geleiteten Einflüsse auf die Arbeitsfähigkeit im Sinne eines Gesamtergeb-
nisses aufzuzeigen (Entscheid des BGer vom 29. Dezember 2016, 
8C_660/2016, E. 5.3.1 mit Hinweisen). Dabei sind in der Regel die unter 
verschiedenen medizinischen Titeln ausgewiesenen Teilarbeitsunfähigkei-
ten nicht einfach zu addieren, auch nicht in verschiedenen somatischen 
Bereichen, so deckt der Umfang der grössten Teileinschränkung auch die 
weiteren Entlastungserfordernisse ab (Entscheid des BGer vom 8. Mai 
2018, 8C_793/2017, E. 5.3 mit Hinweisen). Im Übrigen ergibt sich aus der 
gutachterlichen Stellungnahme vom 10. Januar 2018 (AB 175), dass die 
Einschätzung von Dr. med. K.________ im Zeitpunkt seiner Berichterstat-
tung korrekt war. Allerdings zeigten die Gutachter in ihrer Stellungnahme 
nachvollziehbar auf, dass im Zeitpunkt der Begutachtung seit der Rhizar-
throseoperation links (13. Oktober 2015) ungefähr eineinhalb Jahre ver-
gangen seien und es zu einem deutlichen Rückgang der Beschwerden 
gekommen sei. Ebenso seien die zusätzlichen Beschwerden, die zu einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Jan. 2021, IV/20/127, Seite 15

Ringbandspaltung Dig. I links (14. März 2016) geführt hätten, in diesem 
Zeitraum geringer geworden. Deshalb erachteten sie - für den Rechtsan-
wender einleuchtend - eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptier-
ten Tätigkeit ab dem Datum des Gutachtens vom 14. März 2017 als zu-
mutbar, wobei sie auch die Handgelenksbeschwerden berücksichtigten. 

Was den Bericht von Dr. med. I.________ vom 28. August 2018 (BB 5) 
betrifft (vgl. Beschwerde S. 5 Ziff. 3), vermag dieser keine Zweifel an der 
Schlüssigkeit des MEDAS-Gutachten zu wecken. So führt Dr. med. 
I.________ keine neuen Befunde auf und wiederholt lediglich in allgemei-
ner Weise seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von 50 %, ohne dabei 
die differenzierende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit näher zu begründen. 
Im Übrigen darf und soll das Gericht in Bezug auf Atteste von behandeln-
den Spezialärzten der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass behan-
delnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in 
Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 
3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3; Entscheid des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 20. März 
2006, I 655/05, E. 5.4).

3.4.3 Die weiteren sich in den Akten befindlichen Arztberichte enthalten 
keine Befunde, die im Rahmen der Begutachtung nicht berücksichtigt wor-
den wären und sind mithin nicht geeignet, auch nur geringe Zweifel an der 
gutachterlichen Einschätzung hervorzurufen.

3.4.4 Gestützt auf die gutachterliche Einschätzung, welche ab Gutach-
tensdatum (14. März 2017) gilt, ist die Arbeitsfähigkeit in der angestamm-
ten Tätigkeit als ... um 30 % reduziert (AB 168.1 S. 82 Ziff. 9.1). In einer 
leichten bimanuellen, wechselbelastenden adaptierten Tätigkeit ohne He-
ben von Lasten über fünf Kilogramm, ohne häufiges Schreiben an der Tas-
tatur, ohne nötige freie Handgelenkbeweglichkeit rechts (dominante Hand) 
und mit dem Gebrauch eines Stehpultes kann die Beschwerdeführerin eine 
Arbeitsleistung von mindestens 80 % erzielen (S. 82 f. Ziff. 9.2; vgl. AB 175 
S. 2). 

3.4.5 Was den Verlauf der Arbeitsfähigkeit bis zum 14. März 2017 (vgl. 
E. 3.4.4 hiervor) betrifft, wurde im Gutachten nachvollziehbar ausgeführt, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Jan. 2021, IV/20/127, Seite 16

Dr. med. I.________ habe im Bericht vom 3. Juli 2014 (vgl. AB 86 S. 2) 
festgehalten, die Explorandin werde es künftig kaum schaffen, eine Arbeits-
fähigkeit von 50 % auch bei leichter Arbeit zu erreichen, und am 3. Februar 
2015 (vgl. AB 112 S. 3) habe Dr. med. I.________ wiederum eine Arbeits-
fähigkeit von 50 % in einer adaptierten Tätigkeit attestiert. Auch 
Dr. med. J.________ erachte die Beschwerdeführerin im Bericht vom 
2. Mai 2015 in einer angepassten Tätigkeit als zu 50 % arbeitsfähig. Diesen 
Beurteilungen sei aus heutiger Sicht nichts beizufügen (AB 168.1 S. 85 
Ziff. 11, vgl. AB 175). Nicht zu beanstanden - und auch nicht bestritten - ist, 
dass die Beschwerdegegnerin bereits ab Juni 2014 von einer 50%igen Ar-
beitsunfähigkeit ausgegangen ist, da sich aus dem Bericht vom 3. Juli 2015 
schliessen lässt, dass diese bereits vor diesem Datum bestanden hat.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). 

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 
angepassten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). 

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Jan. 2021, IV/20/127, Seite 17

nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BfS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) 
herangezogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 
S. 88 E. 5.1.3). 

4.2 Unter Berücksichtigung der sechsmonatigen Karenzfrist von Art. 29 
Abs. 1 IVG und der Neuanmeldung vom Oktober 2013 (AB 71 f.) liegt der 
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns im April 2014. Die Voraus-
setzung, wonach während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 
eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40 % bestand 
(sog. Wartejahr; vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG), erfüllt die Beschwerdeführe-
rin gestützt auf die Akten (vgl. AB 83 S. 3 Ziff. 1.7, 87.2 S. 6 ff., 87.4 S. 1, 
168.1 S. 86 Ziff. 11 i.V.m. 63 S. 5 i.V.m. 19 S. 15) sowie die echtzeitlichen 
Arbeitsunfähigkeitsatteste (vgl. AB 87.2) erstmals im Juni 2014 (vgl. Art. 28 
Abs. 1 lit. c IVG; zur Berechnung der Erfüllung des Wartejahrs vgl. Anhang 
II des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] 
über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH]). 

Aufgrund der 50%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ab 
Juni 2014 bis zum Gutachtenszeitpunkt (vgl. AB 168.1 S. 85 Ziff. 11, 175 
S. 2 i.V.m. AB 95, 112 S. 3) ist unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 2 
der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; 
SR 831.201) per 1. September 2014 ein Einkommensvergleich vorzuneh-
men. 

Infolge der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit von 70 % in der bishe-
rigen und von 80 % in einer adaptierten Tätigkeit ab Datum der Begutach-
tung (14. März 2017) ist per 14. Juni 2017 (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV) ein 
weiterer Einkommensvergleich vorzunehmen. 

4.3 Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit während des Wartejahrs von mehr als 40 % jedoch weniger 
als 50 % ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin der Be-
schwerdeführerin ab 1. Juni 2014 eine Viertelsrente zusprach (vgl. 
Rz. 4002 KSIH; E. 4.2 hiervor).

Der per 1. September 2014 (AB 191) vorgenommene (und unbestritten 
gebliebene; vgl. Beschwerde S. 4 ff.) Einkommensvergleich, wobei die Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Jan. 2021, IV/20/127, Seite 18

schwerdeführerin zur Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens 
auf das zuletzt als .../... erzielte Einkommen abstellte (vgl. AB 101 S. 3), ist 
nicht zu beanstanden, ist doch davon auszugehen, dass die Beschwerde-
führerin bei guter Gesundheit weiterhin als .../... in der ... arbeiten würde 
und ist ab 1. Juni 2014 von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % in der ange-
stammten Tätigkeit auszugehen (vgl. AB 168.1 S. 85 Ziff. 11, 175 S. 2 
i.V.m. AB 95, 112 S. 3). 

Betreffend die Zeit ab Datum der Begutachtung (14. März 2017; vgl. 
AB 168.1) stellte die Beschwerdegegnerin zur Bestimmung des Validenein-
kommens auf das zuletzt als .../... erzielte Einkommen ab (vgl. AB 101 
S. 3), was wiederum nicht zu beanstanden ist. Was das Invalideneinkom-
men betrifft, arbeitet die Beschwerdeführerin zwar als ... in der ... in der 
L.________ (vgl. Beschwerde S. 6 Ziff. 2; BB 9, 10, 12). Dabei schöpft sie 
ihre Restarbeitsfähigkeit gemäss gutachterlichem Zumutbarkeitsprofil (vgl. 
AB 168.1 S. 82 f. Ziff. 9.2; vgl. AB 175 S. 2) jedoch nicht vollumfänglich 
aus, weshalb - entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl. Be-
schwerde S. 6 Ziff. 2) - auf Tabellenlöhne abzustellen ist (vgl. E. 4.1.2 hier-
vor). Während die Beschwerdegegnerin zur Bestimmung des Invalidenein-
kommens auf die Tabelle TA17 (recte: T17) abstellte, erachtet die Be-
schwerdeführerin die Tabelle TA1 als massgebend (vgl. Beschwerde S. 5 f. 
Ziff. 1). Mit Blick auf das Zumutbarkeitsprofil (vgl. AB 168.1 S. 82 f. Ziff. 9.2; 
175 S. 2) und unter Berücksichtigung des beruflichen Werdegangs, verfügt 
die Beschwerdeführerin doch über umfassende, erworbene Ressourcen im 
öffentlichen Sektor, weil sie jahrelang in der ... tätig war und regelmässig 
diesbezügliche Weiterbildungen absolvierte (vgl. AB 116), ist das Abstellen 
auf die T17, Ziff. 33, Total, Frauen, grundsätzlich nicht zu beanstanden 
(vgl. zur Anwendbarkeit der T 17 Entscheid des BGer vom 13. Juni 2018, 
8C_212/2018, E. 4.4.1). Allerdings besteht in der bisherigen angestammten 
Tätigkeit gemäss gutachterlicher Einschätzung eine Arbeitsfähigkeit von 
70 % ab 14. März 2017 (vgl. AB 168.1 S. 82 Ziff. 9.1, 175), weshalb der 
Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin per 14. Juni 2017 (vgl. Art. 88a 
Abs. 1 IVV) nicht mehr als 30 % betragen kann und sich ein Einkommens-
vergleich damit erübrigt (vgl. Entscheide des BGer vom 27. September 
2017, 8C_295/2017, E. 6.5 und 19. Juli 2019, 9C_27/2018, E. 6.3). Die 
Rente ist folglich per 30. Juni 2017 aufzuheben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Jan. 2021, IV/20/127, Seite 19

5.

Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 9. Januar 2020 
(AB 191) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 
abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss der hier anwendbaren (vgl. Art. 83 ATSG), bis 31. 
Dezember 2020 gültig gewesenen Fassung von Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende 
Beschwerdeführerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf 
Fr. 800.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem 
geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG ([Umkehr-
schluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Jan. 2021, IV/20/127, Seite 20

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerde-führerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Jan. 2021, IV/20/127, Seite 21

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.