# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a24aa046-447e-5c52-9f5d-d9693ce879a1
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-30
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Vergabekammer 30.06.2021 V 2021 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_004_V-2021-42_2021-06-30.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

DIE HAFTRICHTERIN

V E R F Ü G U N G  vom 30. Juni 2021  [rechtskräftig]

in Sachen

Amt für Migration des Kantons Zug
Antragsteller

gegen

A.________
zzt. Strafanstalt Zug, Ausschaffungshaft, An der Aa 2, 6301 Zug
Antragsgegner

betreffend

Überprüfung der Anordnung der Ausschaffungshaft
(Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. c AIG)

V 2021 42

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Haftrichterverfügung 2021 42

A. A.________, geboren am 11. Dezember oder 12. November 1996, 
Staatsangehöriger von Moldawien, reiste nach eigenen Angaben am 24. Juni 2021 von 
Belgien her kommend illegal in die Schweiz ein. In Basel stieg er in einen Zug ein mit der 
Absicht, nach Mailand zu reisen. Am Abend meldete er sich in beim Schalterpersonal im 
Bahnhof Zug und gab an, ihm seien die Ausweispapiere gestohlen worden. Zwecks 
Abklärung seiner Identität wurde die Zuger Polizei beigezogen, welche ihn, nachdem 
festgestellt wurde, dass er im Schengener Informationssystem SIS ausgeschrieben ist, 
vorläufig festnahm. Bei der Einvernahme gab er bekannt, dass er im April 2020 via die 
Ukraine nach Belgien ausgereist sei, wo er sich abgesehen von zeitweiligen Aufenthalten 
in Frankreich und Holland seither aufgehalten habe. Mit Strafbefehl vom 26. Juni 2021 
wurde A.________ von der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug der Widerhandlung 
gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz schuldig gesprochen und mit einer 
Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 20.--, wovon 3 Tagessätze als durch die vorläufige 
Festnahme geleistet gelten, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren bestraft. Am 
26. Juni 2021 wurde er im Auftrag des Amtes für Migration (AFM) in Ausschaffungshaft 
überführt. Mit Verfügung vom 28. Juni 2021 wies das AFM den Ausländer gestützt auf 
Art. 64 AIG aus der Schweiz weg und ordnete formell die Ausschaffungshaft gemäss 
Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. c AIG an. Beide Verfügungen wurden 
A.________ formell eröffnet und mündlich erläutert. 

B. Am 29. Juni 2021 ersuchte das AFM das Verwaltungsgericht um Prüfung der 
Haftanordnung und um Bestätigung der Haft für die Dauer von zwei Monaten. 

C. Am 30. Juni 2021, 11:00 Uhr, fand in Anwesenheit des Antragsgegners und eines 
Vertreters des AFM die gesetzlich vorgeschriebene mündliche Verhandlung unter Beizug 
einer Dolmetscherin statt. Das Protokoll und die Tonaufnahme der Verhandlung 
einschliesslich der mündlichen Eröffnung des Entscheides stehen den Parteien bis zum 
Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Entscheides zur Verfügung.

Die Haftrichterin erwägt:

1. Gemäss Art. 80 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Auslän-
der und über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20; vormals 

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AuG) in der seit 1. Januar 2019 geltenden Fassung sind die Rechtmässigkeit und die 
Angemessenheit der Haft spätestens nach 96 Stunden durch eine richterliche Behörde 
aufgrund einer mündlichen Verhandlung zu überprüfen. Kantonale richterliche Behörde im 
Sinne des AIG ist das Verwaltungsgericht, welches aus seiner Mitte den Haftrichter 
bezeichnet (§ 5 des am 1. Mai 2013 in Kraft getretenen Einführungsgesetzes zum 
Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und zum Asylgesetz vom 
31. Januar 2013, EG AuG; BGS 122.5; i.V.m. § 56 Abs. 3 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes, VRG; BGS 162.1; und § 3 Abs. 1 Ziff. 2 der 
Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichts, GO VG; BGS 162.11).

Der Antragsgegner befindet sich seit 26. Juni 2021, 13:00 Uhr, auf Anordnung des AFM 
gestützt auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. lit. c AIG in Ausschaffungshaft. 
Da die mündliche Verhandlung am 30. Juni 2021, 11:00 Uhr, erfolgte und der Entscheid 
unmittelbar anschliessend eröffnet wurde, ist die gesetzliche Frist für die Haftüberprüfung 
gewahrt.

2. Die zuständige Behörde kann einen Ausländer zur Sicherstellung des Vollzugs 
eines Weg- oder Ausweisungsentscheides in Ausschaffungshaft nehmen, soweit die Vor-
aussetzungen von Art. 76 AIG erfüllt sind. Danach ist erforderlich, dass ein erstinstanzli-
cher, nicht notwendigerweise auch ein rechtskräftiger Weg- oder Ausweisungsentscheid 
vorliegt (vgl. BGE 122 II 148 ff.), dessen Vollzug (z.B. wegen fehlender Reisepapiere, 
Unklarheiten bezüglich Identität usw.) noch nicht möglich, jedoch absehbar ist. Zudem 
muss einer der in Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1-5 AIG genannten Haftgründe gegeben sein 
(BGE 124 II 1 E. 1). Sodann muss die Haft verhältnismässig (vgl. BGE 122 II 148 E. 3) 
und die Ausschaffung rechtlich und tatsächlich möglich sein (Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG; vgl. 
BGE 122 II 148 E. 3). Auf Seiten der Behörden sind die für den Vollzug der Wegweisung 
notwendigen Vorkehrungen (wie Identitäts- und Herkunftsabklärungen, 
Papierbeschaffung) umgehend zu treffen (Art. 76 Abs. 4 AIG, Beschleunigungsgebot; 
vgl. BGE 124 II 49 ff.). Schliesslich sind die gesetzlichen Anforderungen an die 
Haftbedingungen zu beachten (z.B. geeignete Räume, geeignete Beschäftigung; vgl. 
Art. 81 Abs. 2 AIG). Der Betroffene muss überdies hafterstehungsfähig sein.

3.
3.1 Gemäss Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 AIG ist ein Haftgrund gegeben, wenn ein 
erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet wurde und Gründe nach 
Art. 75 Abs. 1 lit. a, b, c, f, g oder h vorliegen. Gemäss Art. 75 Abs. 1 lit. c ist ein Haftgrund 

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gegeben, wenn eine ausländische Person trotz Einreiseverbot das Gebiet der Schweiz 
betritt und nicht sofort weggewiesen werden kann.

3.2 Den Akten lässt sich entnehmen, dass der Antragsgegner am 24. Juni 2021 illegal 
in Basel einreiste und den Zug nach Mailand bestieg. Da ihm nach eigenen Angaben in 
der Bahn Ausweise, Portemonnaie und Telefon gestohlen wurden, stieg er in Zug aus, um 
den Diebstahl zu melden. Zwecks Abklärung seiner Identität zogen die Schalterbeamten 
die Zuger Polizei zu. Nachdem festgestellt wurde, dass er mit einem Einreiseverbot für das 
Gebiet der Schengener Staaten, gültig ab 14. September 2020 bis 14. September 2023, 
belegt ist, wurde er vorläufig festgenommen. Mit Strafbefehl vom 26. Juni 2021 wurde 
A.________ von der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug der Widerhandlung gegen das 
Ausländer- und Integrationsgesetz schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe von 30 
Tagessätzen zu Fr. 20.--, wovon 3 Tagessätze als durch die vorläufige Festnahme 
geleistet gelten, unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren bestraft. Am 26. Juni 
2021 wurde er im Auftrag des Amtes für Migration (AFM) in Ausschaffungshaft überführt.

3.3 Bei der Haftrichterverhandlung vom 30. Juni 2021 bestätigte der Antragsgegner die 
Richtigkeit der von den Schweizer Behörden registrierten Personalien mit Ausnahme 
seines Geburtsdatums, das korrekt der 12. November 1996 sei. Er sei bis ca. Mitte Januar 
2021 in Frankreich in Haft gewesen. Ein Mitinsasse sei von den französischen Behörden 
in dessen Heimat ausgeschafft worden, ihn hätten die Behörden aber einfach entlassen. 
Er habe nun seine Mutter und Schwester in Mailand besuchen wollen, welche er schon ca. 
sieben Jahre nicht mehr gesehen habe, da er vor seinem Aufenthalt in Belgien und 
Frankreich in Moldawien fünf Jahre im Gefängnis gewesen sei. Nach dem Familienbesuch 
habe er wieder nach Moldawien zurückkehren wollen. Er habe gemeint, die Einreisesperre 
gelte nur für Frankreich und nur für ein Jahr. In der Schweiz habe er weder Familie noch 
Bekannte; er sei hier nur ausgestiegen, um den Diebstahl zu melden – und jetzt sei er 
wieder unschuldig im Gefängnis gelandet. Die Haftbedingungen seien nicht gut: Er 
bekomme zu wenig Essen, er könne sich nicht frei bewegen und habe keine 
Beschäftigung. 

3.4 Der Vertreter des Antragstellers erklärte an der Haftrichterverhandlung, dass das 
Einreiseverbot für den Antragsgegner von Frankreich erlassen worden sei, für drei Jahre 
bis 14. September 2023 gelte und im Schengener Informationssystem ausgeschrieben 
worden sei. Grund für die Einreisesperre sei offenbar bandenmässiger Diebstahl gewesen. 
Wieso Frankreich und Belgien, wo der Antragsgegner nach dessen Angaben auch 

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polizeilich kontrolliert worden sei, ihn nicht ausgeschafft hätten, entziehe sich seinen 
Kenntnissen. Das AFM habe die ersten Schritte zur Ausschaffung eingeleitet. Mit 
Moldawien bestehe ein Rückübernahmeabkommen, sodass heute keine rechtlichen oder 
tatsächlichen Hindernisse einer Rückschaffung entgegenstünden. Der Antragsgegner 
könne allenfalls das Identifikationsprozedere beschleunigen, wenn er selber direkt mit 
seinen Behörden Kontakt aufnehme, wobei er selbstverständlich unterstützt werde. Seine 
Beanstandungen betreffend Haftregime habe das AFM an die Strafanstalt weitergeleitet, 
seine Bewegungsfreiheit sei aber aktuell noch für einige Tage wegen des Corona-
bedingten Hygienekonzeptes eingeschränkt. Nachher könne er jedoch wohl beschäftigt 
werden.

3.5 Der Antragsgegner ist in Missachtung der geltenden Einreisesperre in die Schweiz 
eingereist. Das AFM hat ihn jetzt mit Verfügung vom 28. Juni 2021 aus der Schweiz 
weggewiesen. Diese Verfügung ist zu vollziehen. Damit sind die Voraussetzungen von 
Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 i.V.m. Art. 75 Abs. 1 lit. c AIG erfüllt. 

4. Die Ausschaffungshaft stellt einen schweren Eingriff in die persönliche Freiheit des 
Betroffenen dar. Anordnung und Aufrechterhaltung sind daher nur zulässig, wenn sie dem 
Grundsatz der Verhältnismässigkeit und Angemessenheit zu genügen vermögen. Der 
Antragsgegner ist gesund und damit hafterstehungsfähig. Zwar ist er mit den 
Haftbedingungen nicht zufrieden und leidet unter diesem Regime, doch sind die 
Einschränkungen aktuell Corona-bedingt und sollten bald aufgehoben werden. Im Übrigen 
entsprechen die Haftbedingungen in der Strafanstalt aber bekanntermassen den 
Vorgaben von Art. 82 AIG. Mit Moldawien besteht ein Rückübernahmeabkommen. Der 
Antragsgegner hat zwar keine Identifikationspapiere, doch erscheint seine Identität 
gesichert. Sofern er mit seinen Behörden kooperiert, kann er das Verfahren allenfalls 
beschleunigen und die Haft entsprechend verkürzen. Er hat keine Beziehungen in der 
Schweiz und ist völlig mittellos. Eine legale, geordnete Heimkehr nach Moldawien ist damit 
nur mit Hilfe der Behörden möglich. In Berücksichtigung des Interesses der Schweiz an 
einer kontrollierten und ordnungsgemässen Ausreise erweist sich die Haft als 
verhältnismässig. Da somit alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, wird die 
Ausschaffungshaft antragsgemäss für die Dauer von zwei Monaten bis zum 25. August 
2021 bestätigt.

5. Der Antragsgegner wird in Nachachtung von § 10 Abs. 2 EG AuG abschliessend 
darauf hingewiesen, dass er gemäss Art. 80 Abs. 5 AIG das Recht hat, einen Monat nach 

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der Haftüberprüfung beim Haftrichter ein Haftentlassungsgesuch einzureichen. Über 
dieses Gesuch wäre wiederum aufgrund einer mündlichen Verhandlung zu entscheiden.

6. Im Bereich der Zwangsmassnahmen werden gemäss § 14 Abs. 3 EG AuG in der 
Regel keine Verfahrenskosten erhoben. 

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Die Haftrichterin verfügt:
___________________

1. Die vom Amt für Migration angeordnete Ausschaffungshaft wird vorläufig für zwei 
Monate, d.h. bis zum 25. August 2021, bestätigt.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Gegen diese Verfügung kann innert 30 Tagen seit der schriftlich begründeten 
Mitteilung beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden.

4. Mitteilung in schriftlich begründeter Form (nach vorgängiger mündlicher Eröffnung 
des Dispositivs und der wesentlichen Entscheidgründe unmittelbar im Anschluss 
an die Verhandlung) an:

- A.________, c/o Strafanstalt Zug, Abteilung Ausschaffungshaft (Zustellung an 
die Direktion der Strafanstalt Zug zur Aushändigung und mit der Bitte um 
Rücksendung der separaten Empfangsbescheinigung);

- Direktion der Strafanstalt Zug (im Dispositiv);
- Amt für Migration des Kantons Zug, Aabachstrasse 1, 6301 Zug;
- Staatssekretariat für Migration, Quellenweg 6, 3003 Bern-Wabern.

Zug, 30. Juni 2021

Die Haftrichterin

lic. iur. Jacqueline Iten-Staub

versandt