# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 614e2dac-0b96-585a-921d-4127e61c1f4e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-05-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 03.05.2010 ZK2 2010 26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2010-26_2010-05-03.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 3. Mai 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 10 26

Urteil
II. Zivilkammer

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Bochsler und Hubert
Redaktion Aktuarin ad hoc Ambühl

In der zivilrechtlichen Beschwerde

der A., Klägerin und Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Peter Portmann, Goldgasse 11, 7002 Chur, 

gegen

die Abschreibungsverfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Landquart vom 22. 
Februar 2010, mitgeteilt am 25. Februar 2010, in Sachen der Klägerin und 
Beschwerdeführerin gegen den B . , Beklagter und Beschwerdegegner, vertreten 
durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf, Gäuggelistrasse 16, 7002 Chur

betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag (aussergerichtliche Entschädigung)

hat sich ergeben:

Seite  2 — 11

I. Sachverhalt

A. Am 17. Juni 2001 unterzeichnete A. einen unbefristeten Arbeitsvertrag als 
Küchenangestellte im B.. Arbeitsbeginn war der 20. Juni 2001. Am 1. Januar 2008 
wurde zwischen dem B., beziehungsweise den für das Einzelunternehmen 
einzelzeichnungsberechtigten Personen C. und D., und A. ein neuer unbefristeter 
Arbeitsvertrag abgeschlossen. Unter dem Titel „besondere Vereinbarungen“ 
wurde unter anderem vereinbart, dass der Monat Februar nach wie vor wie 
mündlich vereinbart unbezahlt bleibe. Am 25. September 2008 kündigte C., 
Inhaberin des Gasthofes zur Bündte, den Arbeitsvertrag mit A.. 

B. Im folgenden Verfahren vor dem Vermittleramt des Kreises Maienfeld 
beziehungsweise dem Bezirksgericht Landquart forderte A., vertreten durch 
Rechtsanwältin lic. iur. Susanne Eberle, vom B. ausstehende Lohnforderungen für 
die Monate Februar 2005, 2006 und 2007 in der Höhe von Fr. 8'665.55. In der 
Prozesseingabe vom 30. November 2009 führte die Rechtsvertreterin von A. 
insbesondere aus, die Parteien hätten für die Monate Februar 2005, 2006 und 
2007 weder schriftlich noch mündlich vereinbart, dass der Monat Februar jeweils 
unbezahlt bleibe. Die Klägerin habe durchaus auch im Februar 2005, 2006 und 
2007 ihre Arbeitskraft anbieten wollen, sei jedoch wieder nach Hause geschickt 
worden. Der Rechtsvertreter des Beklagten machte in seiner Prozessantwort vom 
28. Januar 2010 geltend, der als Partei ins Recht gefasste B. sei nicht parteifähig. 
Die Klage hätte sich gegen das Einzelunternehmen B., C., X., richten müssen. 
Daher könne auf die Klage nicht eingetreten werden. Die weiteren Ausführungen 
seien rein vorsorglicher Natur für den Fall, dass das Bezirksgericht Landquart 
wider Erwarten dennoch auf die Klage eintreten sollte.

C. Nachdem das Bezirksgericht Landquart am 29. Januar 2010 der 
Rechtsvertreterin von A. die Prozessantwort zugestellt und sie zur Stellungnahme 
bis am 22. Februar 2010 aufgefordert hatte, zog diese mit Schreiben vom 15. 
Februar 2010 die Klage zurück. Begründet wurde der Klagerückzug im 
Wesentlichen damit, der Rechtsvertreter der Beklagten habe anlässlich der 
Vermittlungsverhandlung seinen Antrag auf Nichteintreten mit keinem einzigen 
Wort begründet. Zufolge jetziger Begründung ziehe sie die Klage zurück.

D. Am 19. Februar 2010 reichte der Rechtsvertreter der beklagten Partei beim 
Bezirksgerichtspräsidium Landquart seine detaillierte Honorarnote über insgesamt 
Fr. 3’857.- ein. Dabei führte er aus, er habe eine Kopie des Klagerückzuges bisher 
nie erhalten. Der Einwand der Gegenpartei, wonach sie bei der 

Seite  3 — 11

Vermittlungstagfahrt auf die fehlerhafte Parteibezeichnung nicht aufmerksam 
gemacht worden sei, erweise sich als geradezu absurd. Es sei Sache des 
klägerischen Rechtsvertreters, diesbezüglich mit der erforderlichen Sorgfalt zu 
prozessieren. Zudem ersuchte er das Bezirksgerichtspräsidium Landquart, die 
Klägerin ausdrücklich zu verpflichten, C. als Inhaberin der Einzelfirma B. die 
entsprechende Parteientschädigung zuzusprechen.

E. Am 22. Februar 2010, mitgeteilt am 25. Februar 2010, erliess der 
Bezirksgerichtspräsident Landquart folgende Abschreibungsverfügung:

„1. Die Klage wird als durch Rückzug erledigt vom 
Geschäftsverzeichnis des Bezirksgerichts Landquart 
abgeschrieben.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Bezirksgericht 
Landquart, bestehend aus:

einer Gerichtsgebühr von Fr. 310.00

einer Schreibgebühr von Fr. 285.00

Barauslagen von Fr. 70.00

Total somit Fr. 665.00

werden gemäss Art. 343 Abs. 3 OR auf die Gerichtskasse 
genommen.

A. wird verpflichtet, an C. eine ausseramtliche 
Entschädigung von Fr. 3'857.00 (7.6% MwSt. darin 
enthalten) zu bezahlen.

3. (Rechtsmittelbelehrung).

4. (Mitteilung).“

F. Gegen diesen Entscheid liess A. am 18. März 2010 beim Kantonsgericht 
Graubünden Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren erheben:

„1. Ziffer 2 der Abschreibungsverfügung des 
Bezirksgerichtspräsidenten Landquart vom 22.02.2010 sei 
insofern aufzuheben, als die Beschwerdeführerin verpflichtet 
wird, der Beschwerdegegnerin C. eine ausseramtliche 
Entschädigung von Fr. 3'857.00 (7.6% MwSt. darin 
enthalten) zu bezahlen, und die Beschwerdeführerin sei zu 
verpflichten, der Beschwerdegegnerin C. eine 
ausseramtliche Entschädigung von maximal Fr. 2'044.75 
(7.5% MwSt. darin enthalten) zu bezahlen.

Seite  4 — 11

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 
Beschwerdegegner.“

In der Begründung führte Rechtsanwalt lic. iur. Peter Portmann, 
Rechtsvertreter von A., im Wesentlichen aus, indem der Bezirksgerichtspräsident 
Landquart es unterlassen habe, der Klägerin die Honorarnote des Gegenanwalts 
zur Stellungnahme zuzustellen, habe er das rechtliche Gehör der Klägerin verletzt. 
Da zudem schlicht nicht nachvollziehbar sei, wie und ob der Gerichtspräsident die 
Notwendigkeit des geltend gemachten Aufwandes im Sinne von Art. 122 Abs. 2 
ZPO berücksichtigt habe, verletze die Abschreibungsverfügung die 
Begründungspflicht. Schliesslich wurde vorgebracht, ein Vergleich der beiden 
detaillierten Honorarnoten zeige deutlich, dass der behauptete beklagtische 
Aufwand von gesamthaft über 14 Stunden unverhältnismässig hoch sei.

G. In seiner Stellungnahme vom 31. März 2010 beantragte der Rechtsvertreter 
des Beschwerdegegners die Abweisung der Beschwerde, soweit auf diese 
eingetreten werden könne. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie im 
angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.a) Gemäss Art. 232 der Zivilprozessordnung des Kantons Graubünden (ZPO; 
BR 320.000) kann wegen Gesetzesverletzung Beschwerde geführt werden gegen 
nicht berufungsfähige Urteile sowie prozesserledigende Entscheide der 
Einzelrichter, des Bezirksgerichtsausschusses und des Bezirksgerichtes, ferner 
gegen Entscheide dieser Instanzen im Sinne von Art. 232 Ziff. 1 bis 8 ZPO. Die 
Aufzählung der Anwendungsfälle der Beschwerde in dieser Bestimmung ist nicht 
vollständig und hat daher nicht abschliessenden Charakter. Die Beschwerde ist 
schriftlich unter Beilage des angefochtenen Entscheides und der dem 
Beschwerdeführer schon erstatteten Beweisurkunden innert der peremptorischen 
Frist von 20 Tagen seit der Mitteilung des angefochtenen Entscheides beim 
Vorsitzenden der Beschwerdeinstanz einzureichen. In der Beschwerde ist mit 
kurzer Begründung anzugeben, welche Punkte des Entscheides angefochten und 
welche Abänderungen beantragt werden; neue Rechtsbegehren und Beweismittel 
sind ausgeschlossen (vgl. Art. 233 ZPO).

Seite  5 — 11

b) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist die 
Abschreibungsverfügung des Bezirksgerichtspräsidenten Landquart vom 22. 
Februar 2010, mitgeteilt am 25. Februar 2010. Abschreibungsverfügungen werden 
in der Aufzählung von Art. 232 Ziff. 1 bis 8 ZPO nicht erwähnt, sondern fallen unter 
den allgemeinen Ausdruck der „prozesserledigenden Entscheide“. Demnach ist 
gegen die vom Bezirksgerichtspräsidenten Landquart erlassene 
Abschreibungsverfügung die Beschwerde an das Kantonsgericht im Sinne von Art. 
232 ZPO zulässig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte 
Beschwerde ist demnach einzutreten.

c) Das Kantonsgericht überprüft im Rahmen der Beschwerdeanträge, ob der 
angefochtene Entscheid oder das diesem vorangegangene Verfahren 
Gesetzesbestimmungen verletzt, welche für die Beurteilung der Streitfrage 
wesentlich sind. Die Feststellungen der Vorinstanz über die tatsächlichen 
Verhältnisse sind für die Beschwerdeinstanz bindend, wenn sie nicht unter 
Verletzung von Beweisvorschriften zustande gekommen sind oder sich als 
willkürlich erweisen. Auf offensichtlichem Versehen beruhende Feststellungen sind 
von Amtes wegen zu berichtigen (vgl. Art. 235 Abs. 1 und 2 ZPO). Die Kognition 
des Kantonsgerichts ist demnach bei allen zivilrechtlichen Beschwerden gemäss 
Art. 232 ff. ZPO auf Rechtsverletzung und willkürliche Tatsachenfeststellungen 
beschränkt. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann nicht schon 
dann von einem willkürlichen Entscheid ausgegangen werden, wenn eine andere 
Lösung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen wäre, sondern erst, 
wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in klarem 
Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass 
verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (vgl. 
BGE 132 I 13, E. 5.1; Ehrenzeller/ Mastronardi/Schweizer/Vallender; Die 
schweizerische Bundesverfassung, Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2008, N 4 zu 
Art. 9). Dasselbe gilt grundsätzlich auch dort, wo das Gesetz dem Richter einen 
Ermessensspielraum einräumt. Ermessensentscheide stellen nur dann eine 
Rechtsverletzung dar, wenn das Ermessen missbraucht, über- oder unterschritten 
wird. Ermessensmissbrauch liegt vor, wenn die im Rechtssatz umschriebenen 
Voraussetzungen und Grenzen des Ermessens zwar beachtet worden sind, aber 
das Ermessen unter unmassgeblichen Gesichtspunkten, insbesondere willkürlich 
und rechtsungleich betätigt wird. Liegt ein Entscheid zwar innerhalb des 
Ermessensspielraums und wurden die Verfassungsprinzipien sowie Sinn und 
Zweck der gesetzlichen Ordnung beachtet, wurde das Ermessen lediglich 
unzweckmässig gehandhabt. Dies stellt keine Rechtsverletzung dar und ist folglich 

Seite  6 — 11

nicht Gegenstand der richterlichen Kontrolle (vgl. Häfelin/ Müller/ Uhlmann, 
Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Auflage, Zürich 2006, N 460 ff.; PKG 1987 Nr. 
17). Die Beschwerde ist somit unter dieser beschränkten Kognitionsbefugnis zu 
prüfen.

2.a) Die Beschwerdeführerin macht eine Verletzung des rechtlichen Gehörs in 
mehrfacher Hinsicht geltend. Zum einen habe es der Bezirksgerichtspräsident 
Landquart unterlassen, der Klägerin die Honorarnote des Gegenanwaltes zur 
Stellungnahme zuzustellen. Zum anderen habe der Bezirksgerichtspräsident 
Landquart die eingesetzte entgeltliche Rechtsvertreterin weder zur Einreichung 
der detaillierten Honorarnote aufgefordert noch habe er eine solche abgewartet, 
weshalb es ihm nicht möglich gewesen sei, einen Vergleich mit dem klägerischen 
ausgewiesenen Aufwand anzustellen, was zur Wahrung der Verhältnismässigkeit 
angezeigt gewesen wäre. Aufgrund dieser Vorgehensweise sei es dem 
Bezirksgerichtspräsidenten einerseits nicht möglich gewesen, zu erwägen, ob die 
Höhe der aussergerichtlichen Entschädigung im Sinne von Art. 114 ZPO 
überhaupt streitig gewesen sei. Andererseits sei aufgrund der Erwägungen in der 
Abschreibungsverfügung vom 22. Februar 2010 nicht ersichtlich, wie und ob der 
Bezirksgerichtspräsident Landquart die Notwendigkeit des geltend gemachten 
Aufwandes im Sinne von Art. 122 ZPO überhaupt berücksichtigt habe.

b) Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) gewährleistet den 
Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Er ist ein wichtiger und deshalb eigens 
aufgeführter Teilaspekt des allgemeinen Grundsatzes der fairen Verfahrens nach 
Art. 29 Abs. 1 BV (vgl. Rhinow/Schefer, Schweizerisches Verfassungsrecht, 2. 
Auflage, Basel 2009, N 3040). Der Anspruch auf rechtliches Gehör gilt im 
Verfahren vor Verwaltungs- und Gerichtsbehörden. Das rechtliche Gehör ist 
einerseits ein persönlichkeitsbezogenes Verfahrensrecht der Beteiligten und 
schützt vor Herabminderung zum blossen Verfahrensobjekt. Andererseits ist es 
ein Mittel der Sachaufklärung, dient der optimalen Aufarbeitung der relevanten 
Entscheidgrundlagen und ermöglicht im Rahmen des Verfahrensrechts die 
Einführung der Sicht des Betroffenen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör 
umfasst mehrere Teilgehalte – Anspruch auf Orientierung, Äusserung, Teilnahme 
am Beweisverfahren und Begründung -, welche das Recht auf wirksame 
Partizipation im Hinblick auf den unmittelbaren Prozess der Entscheidfindung 
konkretisieren. Voraussetzung der Wahrnehmung des rechtlichen Gehörs ist unter 
anderem eine entsprechende Orientierung der Betroffenen. Damit sich der 
Berechtigte überhaupt äussern kann, muss er wissen, worum es geht und wozu er 
Stellung nehmen soll und kann. Der Anspruch auf rechtliches Gehör räumt den 

Seite  7 — 11

Betroffenen des Weiteren das Recht ein, sich vor Erlass eines in ihre 
Rechtsstellung eingreifenden Entscheides zur Sache zu äussern. Das Recht auf 
Äusserung und Stellungnahme stellt den eigentlichen Kern des Anspruchs auf 
rechtliches Gehör dar. Das Recht auf Mitwirkung am Beweisverfahren umfasst das 
Recht, an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken oder sich zumindest 
zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu 
beeinflussen. Schliesslich haben die Beteiligten Anspruch darauf, dass die 
Behörde ihre Vorbringen tatsächlich hört, prüft und berücksichtigt und ihre 
Entscheide vor diesem Hintergrund begründet (vgl. 
Ehrenzeller/Mastronardi/Schweizer/Vallender, a.a.O., N 21 ff. zu Art. 29; 
Rhinow/Koller/ Kiss, Öffentliches Prozessrecht und Justizverfassungsrecht des 
Bundes, Basel 1996, N 299 ff.). 

c) Gemäss Art. 114 ZPO kann eine anhängig gemachte Klage bis zum Ende 
der Hauptverhandlung jederzeit zurückgezogen werden, was die 
Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 15. Februar 2010 getan hat. Im Falle des 
Rückzuges ist der Kläger in der Regel verpflichtet, die ergangenen gerichtlichen 
und aussergerichtlichen Kosten zu vergüten. Die Höhe der aussergerichtlichen 
Entschädigung bestimmt im Streitfall der Gerichtspräsident gemäss Art. 122 ZPO. 
Gemäss Art. 122 Abs. 4 ZPO entscheidet das Gericht nach Ermessen über die 
gerichtlichen und aussergerichtlichen Kostenfolge, wenn der Prozess 
gegenstandslos oder das rechtliche Interesse an der Klage entfällt. Um sich eine 
Entscheidgrundlage verschaffen zu können, ist es alsdann unerlässlich, dass der 
Gerichtspräsident im Falle des Klagerückzuges dem Beklagten Gelegenheit gibt, 
seine Entschädigungsansprüche geltend zu machen. Die Stellungnahme des 
Beklagten ist sodann dem Kläger wiederum zur Vernehmlassung zu unterbreiten 
(vgl. PKG 1976 Nr. 19). Der Bezirksgerichtspräsident Landquart hat mit 
Abschreibungsverfügung vom 22. Februar 2010, mitgeteilt am 25. Februar 2010, 
nebst der Abschreibung infolge Klagerückzug über eine ausseramtliche 
Entschädigung zu Gunsten von C. beziehungsweise zu Lasten von A. 
entschieden. Ob der Bezirksgerichtspräsident Landquart den Rechtsvertreter des 
Beklagten zur Einreichung seiner Honorarnote aufgefordert hat, ist nicht 
aktenkundig. Obgleich befindet sich bei den Akten die Honorarnote des 
Rechtsvertreters des Beklagten. Auf Grund dieser Honorarnote verfügte der 
Bezirksgerichtspräsident Landquart, A. werde verpflichtet, an C. eine 
ausseramtliche Entschädigung von Fr. 3'857.00 zu bezahlen, was exakt dem in 
der Honorarnote aufgeführten Betrag entspricht. Der Klägerin wurde die 
Honorarnote des Rechtsvertreters des Beklagten nie zur Stellungnahme 

Seite  8 — 11

zugestellt. Indem der Bezirksgerichtspräsident Landquart dies unterlassen hat, 
wurde A. das rechtliche Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV nicht gewährt. A. 
wurde weder über den von der Gegenpartei geltend gemachten Aufwand orientiert 
noch konnte sie sich dazu äussern. Insbesondere war es dem 
Bezirksgerichtspräsident nicht möglich, festzustellen, ob in casu überhaupt ein 
Streitfall im Sinne von Art. 114 Abs. 1 ZPO vorliegt. Einwände, wie sie in der 
Beschwerde vom 18. März 2010 an das Kantonsgericht Graubünden vorgebracht 
wurden, hätten anlässlich einer Vernehmlassung zur Abschreibungsverfügung 
vorgebracht und im Rahmen der Bemessung der aussergerichtlichen Kosten von 
der Vorinstanz mitberücksichtigt werden müssen. Die Vorinstanz hätte 
insbesondere prüfen müssen, ob eine Reduktion des geltend gemachten Honorars 
des beklagten Rechtsvertreters angebracht gewesen wäre, da dieser schon in 
einem früheren Stadium des Prozesses hätte offen legen müssen, dass er die 
Klage mit der Einrede der fehlenden Passivlegitimation beziehungsweise 
Parteifähigkeit zum Scheitern bringen wollte. Darauf, dass der Beklagte diese 
Absicht bereits anlässlich des Vermittlungsverfahrens hegte, deutet das im 
Leitschein aufgeführte beklagtische Rechtsbegehren hin, die Klage sei 
vollumfänglich abzuweisen, soweit auf diese eingetreten werden könne. Obwohl 
das Rechtsbegehren auf Nichteintreten rechtlich nicht korrekt ist, da der Entscheid 
über die fehlende Sachlegitimation durch ein Sachurteil zu erfolgen hat und 
demnach auf „Abweisung“ der Klage lauten muss (vgl. Vogel/Spühler, Grundriss 
des Zivilprozessrechts, 8. Auflage, Bern 2006, § 7 N 89), war mit dem Antrag des 
Beklagten zugestandenermassen gemeint, dass auf die Klage wegen fehlender 
Passivlegitimation nicht eingetreten werden könne (vgl. dazu PKG 1988 Nr. 29). 

e) Das Recht gehört zu werden ist formeller Natur. Die Verletzung führt 
ungeachtet der Erfolgsaussichten in der Sache selbst zur Aufhebung des 
Entscheides. Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen 
Gehörs kann allerdings geheilt werden, wenn die betroffene Person die 
Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den 
Sachverhalt wie auch die Rechtslage mit mindestens gleicher Kognition wie die 
Vorinstanz prüfen kann. Die Heilung eines Mangels soll jedoch die Ausnahme 
bleiben (vgl. BGE 132 V 387 E. 5.2; Ehrenzeller/Mastronardi/Schweizer/Vallender, 
a.a.O., N 32 ff. zu Art. 29; Rhinow/Koller/Kiss, a.a.O., N 325 ff.; PKG 1994 Nr. 26). 
Mit Einreichung der Beschwerde vom 18. März 2010 an das Kantonsgericht 
Graubünden konnte sich A. zur Honorarnote äussern. Damit wurde ihr die 
Möglichkeit, sich vor einer Beschwerdeinstanz zum fraglichen Punkt zu äussern, 
eingeräumt. Die erste Voraussetzung zur Wiederherstellung des Gehörsanspruchs 

Seite  9 — 11

ist damit erfüllt. Allerdings fehlt es im vorliegenden Fall an der zweiten 
Voraussetzung, wonach der Rechtsmittelinstanz volle Kognition zukommen muss. 
Wie unter Erwägung 1.c. ausgeführt, ist die Kognition des Kantonsgerichts bei 
allen zivilrechtlichen Beschwerden gemäss Art. 232 ff. ZPO auf Rechtsverletzung 
und willkürliche Tatsachenfeststellungen beschränkt. Insbesondere wo das Gesetz 
dem Richter einen Ermessensspielraum einräumt – wie es beim Entscheid über 
die gerichtliche und aussergerichtliche Kostenfolge gemäss Art. 122 Abs. 4 ZPO 
der Fall ist -, ist nur dann von einer Rechtsverletzung auszugehen, wenn das 
Ermessen missbraucht, über- oder unterschritten wird, wovon vorliegend nicht 
ohne Weiteres ausgegangen werden kann. Eine Heilung des rechtlichen Gehörs 
ist aufgrund der beschränkten Kognition des Kantonsgerichts daher nicht möglich. 
Dem Kantonsgericht erscheint angemessen, dass die Vorinstanz erneut mit voller 
Kognition über die aussergerichtliche Kostenfolge zu entscheiden hat, weshalb die 
Angelegenheit der Vorinstanz zur Neubeurteilung der aussergerichtlichen 
Entschädigung zurückgewiesen wird. Die Vorinstanz wird sich einlässlich und mit 
vertiefter Betrachtungsweise über die umstrittenen Kostenpunkte in der 
Honorarnote und die verschiedenen hiezu vorgebrachten Argumente der Parteien 
im Sinne der vorangegangenen Erwägungen auseinandersetzen müssen. Die 
Vorinstanz hat dabei die Vorbringen der Beschwerdeführerin zu hören, prüfen und 
berücksichtigen und ihren Entscheid vor diesem Hintergrund zu begründen.

4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz das rechtliche Gehör 
der Klägerin verletzte, indem sie es unterlassen hat, diese vor Erlass der in ihre 
Rechtsstellung eingreifenden Abschreibungsverfügung vom 22. Januar 2010 zu 
der von der Gegenpartei eingereichten Honorarnote Stellung nehmen zu lassen. 
Die Sache wird zur Neubeurteilung der aussergerichtlichen Entschädigung an die 
Vorinstanz zurückgewiesen.

5.a) Die Beschwerdeführerin beantragt in ihrer Beschwerde vom 18. März 2010 
schliesslich, die Kosten- und Entschädigungsfolge solle zulasten der 
Beschwerdegegner gehen.

b) Gemäss Art. 37 Abs. 1 ZPO werden die Amts- und Gerichtskosten 
grundsätzlich von den Parteien getragen. Vorbehalten bleiben Sondervorschriften 
des eidgenössischen oder kantonalen Rechts, welche ein kostenloses Verfahren 
vorsehen, sowie die Bestimmungen über die unentgeltliche Prozessführung. 
Gemäss Art. 343 Abs. 3 des Obligationenrechts (OR; SR 220) dürfen in 
arbeitsrechtlichen Streitigkeiten bis zu einem Streitwert der Hauptklage von Fr. 
30'000.-, wie es vorliegende der Fall ist, den Parteien keine Gerichtskosten 

Seite  10 — 11

auferlegt werden (vgl. Vogel/Spühler, a.a.O., 11. Kapitel, N 8; 
Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. 
Auflage, Zürich 1997, N 6 zu § 64). Demzufolge gehen die Kosten des 
Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'500.- zuzüglich Schreibgebühren von Fr. 208.- 
zulasten des Kantons Graubünden. 

c) Gemäss Art. 122 Abs. 1 ZPO sind die Kosten des Gerichtsverfahrens in der 
Regel von der unterliegenden Partei zu tragen. Hat keine der Parteien vollständig 
obsiegt, können die Kosten verhältnismässig verteilt werden. Sie werden dann den 
Parteien nach dem Masse ihres Unterliegens überbunden. Darüber hinaus hat die 
unterliegende Partei der obsiegenden gemäss Art. 122 Abs. 2 ZPO alle ihre durch 
den Rechtsstreit verursachten, notwendigen Kosten zu ersetzen. Fällt das Urteil 
nicht ausschliesslich zu Gunsten einer Partei aus, können die aussergerichtlichen 
Kosten nach den gleichen Grundsätzen wie die gerichtlichen verteilt werden 
(Vogel/Spühler, a.a.O., 11. Kapitel, N. 24, 35). Wie bereits der Gesetzeswortlaut 
erkennen lässt, handelt es sich bei Art. 122 ZPO nicht um eine starre Vorschrift, 
sie lässt vielmehr Ausnahmen zu. Grundsätzlich liegt es im richterlichen 
Ermessen, ob und in welchem Umfang vom üblicherweise Geltenden abgewichen 
wird. Doch darf dies nicht willkürlich geschehen; der Entscheid muss sich vielmehr 
sachlich vertreten lassen (vgl. PKG 1988 Nr. 14 S. 72). In Betracht fällt dabei 
insbesondere, Kosten- und Entschädigungsfolge auf der Grundlage des 
Verursacherprinzips zu regeln. Gemäss diesem werden die unnötigerweise 
verursachten Kosten dem Verursacher auferlegt (vgl. Vogel/Spühler, a.a.O., 11. 
Kapitel, N 25; Frank/ Sträuli/ Messmer, a.a.O., N 26 zu § 64). Das Kantonsgericht 
Graubünden hat bereits in einigen Entscheiden die Vorinstanz dazu verpflichtet, 
der im Rechtsmittelverfahren obsiegenden Partei eine ausseramtliche 
Entschädigung zu bezahlen (vgl. dazu insbesondere PKG 2004 Nr. 11). In casu ist 
die Beschwerdeführerin mit ihren Anträgen nur teilweise durchgedrungen. Die 
Anträge des Beschwerdegegners erweisen sich als unbegründet. Festzuhalten 
bleibt indessen, dass das Beschwerdeverfahren durch den krassen 
Verfahrensfehler der Vorinstanz ausgelöst wurde, auch wenn die 
Beschwerdeführerin mit ihren Begehren nur teilweise erfolgreich war. Es 
rechtfertigt sich daher, C. und das Bezirksgericht Landquart zu verpflichten, der 
Beschwerdeführerin eine aussergerichtliche Entschädigung von je Fr. 500.- (inkl. 
MwSt.) zu bezahlen. 

Seite  11 — 11

III. Demnach wird erkannt

1. Die Beschwerde wird dahingehend entschieden, dass die Ziffer 2 Absatz 2 
der angefochtenen Abschreibungsverfügung aufgehoben und die Sache zur 
Neubeurteilung der aussergerichtliche Entschädigung an die Vorinstanz 
zurückgewiesen wird.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'500.- zuzüglich einer 
Schreibgebühr von Fr. 196.- gehen zulasten des Kantons Graubünden. 
Aussergerichtlich haben C. und das Bezirksgericht Landquart die 
Beschwerdeführerin mit je Fr. 500.- (inkl. MwSt.) zu entschädigen.

3. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als 15'000 betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 2 lit. a des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde an das Schweizerische 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden, wenn sich eine 
Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. In 
beiden Fällen ist das Rechtsmittel dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff., 90 ff. und 
113 ff. BGG.   

4. Mitteilung an: