# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1de9a401-1f38-5e9b-a517-a6c65877e5cd
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-07-28
**Language:** de
**Title:** Verrechnungssteuer (Fälligkeit 2018)
**Docket/Reference:** VS.2022.3
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-vs.2022.3.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 VS.2022.3 

Entscheid 

 28. Juli 2022 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Hans Heinrich Knüsli und Gerichtsschreiberin Verena Bieri 

In Sachen 

1.  A,    

2.  B ,    

Nr. 1 vertreten durch RA MLaw C,  

Nr. 2 vertreten durch Nr. 1,  

gegen 

Beschwerdeführer,  

K a n t o n   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Dienstabteilung Wertschriften,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegner,  

betreffend 

Verrechnungssteuer (Fälligkeit 2018) 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. 1. A und B (nachfolgend der bzw. die Pflichtige, zusammen die Pflichtigen) 

halten zusammen als Gesellschafter sämtliche Stammanteile der  D GmbH, wobei der 

Pflichtige  zusätzlich  die  Funktion  als  Geschäftsführer  mit  Einzelzeichnungsberechti-

gung  innehat.  Die  Buchhaltungsbelange  der  GmbH  besorgte  nach  Darstellung  der 

Pflichtigen die Treuhandfirma E AG. Letztere vertrat die Pflichtigen auch privat im Ver-

kehr  mit  den  Steuerbehörden.  Seit  dem  20.  März  2017  befindet  sich  der  Sitz  der  D 

GmbH  an  der  Privatadresse  der  Pflichtigen  an  der  …strasse  10b  in  F.  Die  Steuerbe-

hörde  führte  bei  der  Gesellschaft  im  Rahmen  der  Verlanlagung  für  die  Steuerperiode 

2018  eine  Untersuchung  durch.  Dabei  stellte  sie  verdeckte  Gewinnausschüttungen 

bzw.  Gewinnvorwegnahmen  i.S.v.  Art.  58  Abs.  1  lit.  b  des  Bundesgesetzes  über  die 

direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 64 Abs. 1 Ziff. 2 lit. e des 

Steuergesetzes von 8. Juni 1997 (StG) in Höhe von Fr. 52'650.- fest. Diese leitete sie 

einerseits aus dem unverbuchten Privatanteil im Umfang von Fr. 2'650.- für die private 

Benützung  des  Firmenfahrzeugs  durch  den  Pflichtigen  ab.  Andererseits  hatte  der 

Pflichtige  am  1.  Mai  2018  die  Marke  "G"  zum  Preis  von  Fr.  30'000.-  an  die  bis  zum 

30. Juni  2018  ebenfalls  ihm  gehörende  Firma  H  AG  verkauft.  Die  Marke  hatte  er  nur 

rund  einen  Monat  früher  entschädigungslos  (zum  Buchwert  von  Fr. 0.-)  von  der  D 

GmbH übernommen. Diese hatte bereits am 13. Juni des Vorjahrs die Marke "I" für Fr. 

30'000.-  an  J  verkauft.  Allerdings  wurde  anfangs  2018  nur  ein  Teilbetrag  von 

Fr. 10'000.-  auf  das  Firmen-Bankkonto  einbezahlt.  Der  Restbetrag  von  Fr. 20'000.- 

gelangte direkt auf ein Privatkonto des Pflichtigen, wobei es die Firma versäumte, den 

Betrag  anschliessend  als  Kontokorrentschuld des  Pflichtigen gegenüber der  Firma  zu 

verbuchen.  Das  kantonale  Steueramt  rechnete  die  genannten  Beträge  im  Veranla-

gungsverfahren 2018 der D GmbH auf.  

2.  Die  Pflichtigen  reichten  die  private  Steuererklärung  2018  am  17.  Septem-

ber 2019 ein. Die im Zusammenhang mit der Veranlagung der D GmbH festgestellten 

verdeckten  Gewinnausschüttungen  bzw.  Gewinnvorwegnahmen  erwähnten  sie  darin 

nicht.  Den  entsprechenden  Aufrechnungen  stimmten  sie  jedoch  am  1. Februar  2020 

auf  Aufforderung  des kantonalen  Steueramts  vom  2.  Dezember 2019  hin  unterschrift-

lich zu. 

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Mittels Formular 112 stellte die  D GmbH bei der Eidgenössischen Steuerver-

waltung (ESTV) das Gesuch um Meldung statt Entrichtung der Verrechnungssteuer auf 

den oben erwähnten Ausschüttungen. Als Begünstigten gab sie den Pflichtigen an. Die 

ESTV teilte der Gesellschaft mit Schreiben vom 23. März 2021 indessen mit, dass die 

Voraussetzungen  zur  Gewährung  des  Meldeverfahrens  nach  Art. 24  Abs.  2  des  Bun-

desgesetzes  über  die  Verrechnungssteuer  vom  13.  Oktober  1965  (VStG)  nicht  erfüllt 

seien,  und  stellte  die Verrechnungssteuer  von  Fr. 18'427.50  (35%  von  Fr. 52'650.-)  in 

Rechnung. Die GmbH verlangte nach vorangehender Korrespondenz am 25. Mai 2021 

einen  förmlichen  Entscheid.  Die  ESTV  entschied  demgemäss  am  16.  August  2021, 

dass die D GmbH auf den geldwerten Leistungen für das Geschäftsjahr 2018 mit Fäl-

ligkeit  per  31.  Dezember  2018  die  Verrechnungssteuer  von  35%  in  Höhe  von 

Fr. 18'427.50  schulde.  Der  Entscheid  erwuchs  in  der  Folge  in  Rechtskraft,  und  die 

D GmbH bezahlte den entsprechenden Betrag am 23. August 2021.  

3.  Ebenfalls  am  23.  August  2021  hatte  die  D  AG  die  Verrechnungssteuer 

durch  eine  entsprechende  Buchung  im  Kontokorrentkonto  des  Pflichtigen  an  diesen 

weiterfakturiert bzw. überwälzt. Am 18. November 2021 stellten die Pflichtigen ein Ge-

such um Rückerstattung der Verrechnungssteuer. Das kantonale Steueramt, Dienstab-

teilung Wertschriften,  wies  den  Antrag  im  Entscheid  vom  14.  Dezember  2021  mit  der 

(sinngemässen) Begründung ab, der Anspruch auf Rückerstattung sei gemäss Art. 23 

VStG verwirkt, weil die Pflichtigen die entsprechenden Gewinnausschüttungen zumin-

dest  eventualvorsätzlich,  d.h.  unter Inkaufnahme  einer  Steuerverkürzung,  in der  eige-

nen Steuererklärung nicht von sich aus aufgeführt hätten.  

B. Das kantonale Steueramt wies die hiergegen am 11. Januar 2022 erhobe-

ne Einsprache mit Entscheid vom 11. Februar 2022 ab.  

C. Mit Beschwerde vom 14. März 2022 verlangten die Pflichtigen, es sei ihnen 

die  Verrechnungssteuer  im  Umfang  von  Fr.  18'427.50  zurückzuerstatten.  Zudem  er-

suchten  sie  um  die  Zusprechung  einer  Parteientschädigung.  Sie  stellten  sich  auf  den 

Standpunkt, die Nichtdeklaration sei lediglich in fahrlässiger Weise erfolgt und der An-

spruch infolgedessen nicht verwirkt.  

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Das kantonale Steueramt schloss mit Beschwerdeantwort vom 14. April 2022 

auf Abweisung des Rechtsmittels.  

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  a)  Gemäss  Art.  21  Abs.  1  lit.  a  VStG  hat  ein  nach  den  Art.  22  -  28  VStG 

Berechtigter  Anspruch  auf  Rückerstattung  der  ihm  vom  Schuldner  abgezogenen  Ver-

rechnungssteuer  auf  Kapitalerträgen,  wenn  er  bei  Fälligkeit  der  steuerbaren  Leistung 

das  Recht  zur  Nutzung  des  den  steuerbaren  Ertrag  abwerfenden  Vermögenswerts 

besass. Gemäss Art. 22 Abs. 1 VStG haben natürliche Personen Anspruch auf Rück-

erstattung der Verrechnungssteuer, wenn sie bei Fälligkeit der steuerbaren Leistung im 

Inland Wohnsitz hatten.  

Wer  mit  der  Verrechnungssteuer  belastete  Einkünfte  oder  Vermögen,  aus 

welchen  solche  Einkünfte fliessen,  entgegen  der gesetzlichen  Vorschrift der  zuständi-

gen  Steuerbehörde  nicht  angibt,  verwirkt  den  Anspruch  auf  Rückerstattung  der  von 

diesen Einkünften abgezogenen Verrechnungssteuer (Art. 23 Abs. 1 VStG, in der Fas-

sung vom 28. September 2018, in Kraft seit 1. Januar 2019). Die Verwirkung tritt nicht 

ein,  wenn  die  Einkünfte  oder  Vermögen  in  der  Steuererklärung  fahrlässig  nicht  ange-

geben wurden und in einem noch nicht rechtskräftig abgeschlossenen Veranlagungs-, 

Revisions-  oder  Nachsteuerverfahren  entweder  nachträglich  angegeben  werden 

(Art. 23  Abs.  2  lit.  a  VStG)  oder  von  der  Steuerbehörde  aus  eigener  Feststellung  zu 

den  Einkünften  oder  zum  Vermögen  hinzugerechnet  werden  (Art.  23  Abs.  2  lit.  b 

VStG).  

Bei  der  Anwendung  von  Art.  23  VStG  ist  demnach  zu  klären,  ob  von  einer 

vorsätzlichen  oder  einer  fahrlässigen  Nichtdeklaration  der  massgeblichen  Einkom-

mens-  und  Vermögenswerte  auszugehen  ist.  Eine  vorsätzliche  Tat  oder  ein  vorsätzli-

cher  Versuch  bedingt,  dass  der  Steuerpflichtige  mit Wissen  und Willen  gehandelt  hat 

(vgl.  Art.  12  Abs.  2  des  Schweizerischen  Strafgesetzbuchs  vom  21.  Dezember  1937 

[StGB]). Eventualvorsatz genügt. Ein solcher liegt vor, wenn der Betroffene den Eintritt 

des  Erfolgs  bzw.  die  Verwirklichung  des  Tatbestands  für  möglich  hält,  aber  dennoch 

handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt und sich mit ihm 

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abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (vgl. BGE 131 IV 1 E. 2.2, mit Hinweisen). 

Im Einzelfall kann die Abgrenzung zwischen Eventualvorsatz und (bewusster) Fahrläs-

sigkeit  schwierig  sein  (zum  Ganzen  im  Bereich  der  Verrechnungssteuer  BGr,  17.  Ju-

ni 2020, 2C_107/2020, mit zahlreichen Hinweisen).  

Tatfrage  ist,  ob  sich  ein  Steuerpflichtiger  beim  Ausfüllen  der  Steuererklärung 

der Unrichtigkeit seiner Angaben bewusst gewesen ist (Wissenselement) und eine un-

richtige Veranlagung gewollt oder zumindest in Kauf genommen hat (Willenselement). 

Der Nachweis des Vorsatzes gilt als erbracht, wenn mit hinreichender Sicherheit fest-

steht,  dass  sich  der  Steuerpflichtige  der  Unrichtigkeit  oder  Unvollständigkeit  der  ge-

machten Angaben bewusst war. Ist dieses Wissen erwiesen, so ist zu vermuten, dass 

er auch mit Willen handelte, d.h. eine Täuschung der Steuerbehörden beabsichtigt und 

eine zu niedrige Veranlagung bezweckt (direkter Vorsatz) oder zumindest in Kauf ge-

nommen hat (Eventualvorsatz). Diese Vermutung lässt sich nicht leicht entkräften, weil 

in  der  Regel  ein  anderer  Beweggrund  für  die  Unrichtigkeit  oder  Unvollständigkeit  der 

gemachten  Angaben  nur  schwer  vorstellbar  ist  (BGr,  17.  Juni  2020,  2C_107/2020, 

E. 2.2, auch zum Folgenden). Dagegen vertraut der bewusst fahrlässig Handelnde aus 

pflichtwidriger  Unvorsichtigkeit  darauf,  dass  der  von  ihm  als  möglich  vorausgesehene 

Erfolg  nicht  eintreten,  das  Risiko  der  Tatbestandserfüllung  sich  mithin  nicht  verwirkli-

chen  werde.  Die  Unvorsichtigkeit  ist  pflichtwidrig,  wenn  der  Steuerpflichtige  nicht  die 

Sorgfalt  walten  lässt,  die  nach  den  Umständen  und  seiner  (durch  seine  Ausbildung, 

seine intellektuellen Fähigkeiten sowie seine Berufserfahrung geprägten) persönlichen 

Situation geboten ist.  

b)  Nach  Art.  810  Abs.  2  OR  haben  die  Geschäftsführer  einer  GmbH  die  un-

übertragbare  und  unentziehbare  Aufgabe,  u.a.  das  Rechnungswesen  der  Gesllschaft 

und  die  Finanzkontrolle  auszugestalten  (Ziff.  3)  sowie  den  Geschäfsbericht  (Jahres-

rechnung, Jahresbericht) zu erstellen (Ziff. 5). Die Geschäftsbücher (d.h. die Bestand-

teile der Buchhaltung, u.a. die einzelnen Belege), Erfolgsrechnung sowie Bilanz stellen 

Urkunden  dar,  d.h.  sie  geniessen  erhöhte  Beweiskraft  (vgl.  Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A., 2016, Art. 186 N 30 DBG, und Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Rohner, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 4. A., 2021, § 261 

N  28  StG). Wer  zum  Zweck der  Steuerhinterziehhung gefälschte,  verfälschte  oder  in-

haltlich  unwahre  Urkunden  zur  Täuschung  gebraucht,  macht  sich  des  Steuerbetrugs 

schuldig (Art. 186  Abs  1  DBG,  Art. 59  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über die  Harmoni-

sierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, [StHG]; § 261 Abs. 1 StG.). 

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Es  ist  selbstverständlich,  dass  die  verantwortlichen  Organe  einer  juristischen  Person 

sämtliche  Buchhaltungsvorgänge  (insbesondere  die  Verbuchung  der  einzelnen  Ge-

schäftsvorfälle) mit grösster Sorgfalt auszuführen haben, denn sie riskieren andernfalls, 

dass gegen sie ein Verfahren wegen Steuerbetrugs eröffnet wird. Darüber hinaus liegt 

es in ihrem Interesse, ihre Aufsichtsfunktion über die Auftragnehmer und Angestellten 

wahrzunehmen: Die Handlungen der Hilfspersonen, die mit der Erstellung der Buchhal-

tung betraut sind, sind in Anwendung von Art. 101 Abs. 1 OR nämlich ohne Weiteres 

der  Geschäftsleitung  zuzurechnen.  Letztere  muss  sich  m.a.W.  die  Fehler  des  Beauf-

tragten  vorhalten  lassen  (BGr,  14.  März  2022,  2C_792/2021,  E. 6.4.2).  Gleiches  gilt, 

wenn private Steuerpflichtige – wie hier – Dritte, z.B. ein Treuhandbüro, mit der Erstel-

lung der eigenen Steuererklärung betrauen.  

Weil  im  Weitern  bei  der  klassischen  Einmann-Aktiengesellschaft  bzw.  einer 

GmbH die Gefahr besonderes gross ist, dass die verantwortlichen Organe Privat- und 

Firmensphäre  vermischen,  ist  bei  diesen  Firmen  an  die  Buchhaltungs-,  Dokumentati-

ons-  und  Substanziierungspflichten  ein  besonders  strenger  Massstab  anzulegen 

(StRG, 4. November 2021, 2 DB.2020.165/2 ST.2020.193, E. 3a, mit weiteren Hinwei-

sen).  Vom  Firmeninhaber  ist  ohne  Weiteres  zu  erwarten,  dass  er  beim  Umgang  mit 

Vermögenswerten, welche seiner Firma gehören, genau darauf achtet, dass diese die 

Geschäftssphäre  zu  keinem  Zeitpunkt  verlassen.  Bei  einer  Entnahme  oder  privaten 

Nutzung  von  Geschäftsaktiven  hat  er  sorgsam  darauf  bedacht  zu  sein,  dass  die  ent-

sprechenden  Transaktionen  korrekt  dokumentiert  bzw.  verbucht  werden.  Schliesslich 

ist anzufügen, dass es für die Erfüllung eines Tatbestands auf die Tatsachen bzw. den 

Sachverhalt  ankommt.  Relevant  ist  letztlich  nur,  ob  der  Steuerpflichtige  die  Sachver-

haltselemente  eines  Tatbestands  kannte.  Kenntnis  des  Gesetzes  und  damit  Kenntnis 

der durch das Gesetz hervorgerufenen Rechtsfolgen werden beim Bürger nämlich vo-

rausgesetzt.  

2. a) Mit Blick auf die eben beschriebene Rechtslage ist es fast nicht denkbar, 

dass  die  verantwortlichen  Organe  einer  Firma  Gewinnvorwegnahmen  bzw.  verdeckte 

Gewinnausschüttungen bloss "versehentlich" oder "unbewusst" vornehmen. Vorauszu-

setzen ist nämlich, dass der korrekt handelnde Geschäftsführer die Aktiven seiner Fir-

ma kennt  oder  sich im Zweifel  unverzüglich  Klarheit  verschafft.  Nach  unbestritten ge-

bliebener Sachdarstellung haben die Pflichtigen ein Firmenfahrzeug für private Fahrten 

benützt und diese Tatsache weder in der Buchhaltung noch in ihrer privaten Steuerer-

klärung aufgeführt. Dass sie davon ausgingen, das Fahrzeug gehöre ihnen privat, darf 

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ausgeschlossen  werden.  Ebenso  muss  ihnen  die  Tatsache  bewusst  gewesen  sein, 

dass sie in der Steuererklärung 2018 überhaupt keinen Privatanteil angegeben hatten. 

Immerhin  bestätigten  sie  die  Richtigkeit  und  Vollständigkeit  der  Steuererklärung  mit 

ihrer Unterschrift. Damit greift aber ohne Weiteres die vom Bundesgericht aufgestellte 

Vermutung,  sie  hätten  durch  ihr  Handeln  eine  Steuerverkürzung  in  Kauf  genommen. 

Sie  handelten  folglich  eventualvorsätzlich  und  verwirkten  ihren  Anspruch  auf  Rücker-

stattung der Verrechnungssteuer im entsprechenden Umfang.  

Dasselbe  gilt  für  die  Entnahme  der  Marke  "G",  welche  ursprünglich  unstrittig 

der D GmbH gehörte. Der Pflichtige hatte die Marke ohne Gegenleistung auf sich sel-

ber  übertragen.  Spätestens  beim  Verkauf  einen  Monat  später  musste  ihm  indessen 

klar geworden sein,  dass  der  Firma eine  entsprechende,  dem  Drittvergleich standhal-

tende  Kaufpreisforderung  von  mehreren  zehntausend  Franken  zustand.  Auch  diesen 

Vorgang  hat  der  Pflichtige  weder  in  der  Firmenbuchhaltung  noch  in  seiner  privaten 

Steuererklärung abgebildet und damit eine Steuerverkürzung in Kauf genommen. Ent-

gegen der Ansicht der Pflichtigen handelt es sich hierbei gerade nicht um einen Sach-

verhaltsirrtum:  Die Sachverhaltselemente,  die zur  Rechtsfolge "Gewinnvorwegnahme" 

führten, nämlich die Tatsache, dass er die Marke entschädigungslos von der D GmbH 

übernommen und kurz darauf für Fr. 30'000.- weiterverkauft hatte, waren dem Pflichti-

gen allesamt bekannt. Die Gesetze und deren Rechtsfolge hat er als Rechtssubjekt zu 

kennen. 

Ähnliches  ist  auch  im  Zusammenhang  mit  dem  Verkauf  der  Marke  "I"  anzu-

nehmen.  Der  Kaufvertrag  lautete  zwar  richtigerweise  auf  die  D  GmbH  und  auch  der 

Kaufpreis sollte auf ein Bankkonto der Firma überwiesen werden. Indem der Pflichtige 

unterschlug,  dass  ein  Teil  des  Kaufpreises  –  entgegen  der  vertraglichen  Regelung  – 

auf ein privates Konto geflossen war, hat er seiner Firma bewusst Mittel vorenthalten, 

die  ihr  ganz  offensichtlich  zustanden.  Auch  diesbezüglich  kann  nicht  gesagt  werden, 

der  Pflichtige  habe  die relevanten  Fakten  nicht  gekannt  und  damit  nicht  bewusst,  mit 

Wissen und Willen, gehandelt.  

Folglich ist der Anspruch auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer verwirkt, 

wie die Vorinstanz zu Recht erkannt hat.  

b) Was die Pflichtigen dagegen vorbringen, ist nicht stichhaltig. Sie argumen-

tieren zunächst, dass bei Verrechnungssteuerbeträgen, welche betragsmässig grösser 

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sind als der Vorteil der Steuerverkürzug, ein bewusstes Handeln der Steuerpflichtigen 

in  der  Regel  von  vornherein  ausgeschlossen  werden  könne.  Sie  blenden  dabei  aus, 

dass die Pflichtigen, wäre die Falschverbuchung und Nichtangabe in der Steuererklä-

rung  gar  nie  durch  die  Behörde  entdeckt  worden,  sich  sehr  wohl  einer  namhaften 

Steuerverkürzung erfreut hätten, weil die Verrechnungssteuer in diesem Fall von der D 

GmbH gar nie hätte abgeführt werden müssen, und der entsprechende Betrag deshalb 

auch  nie  auf  die  Pflichtigen  überwälzt  worden  wäre.  Vorliegend  geht  es  nämlich  im 

Gegensatz zum von den Pflichtigen herangezogenen Präzedenzfall des Steuerrekurs-

gerichts (StRG, 4. November 2019, 2 VS.2018.18) gerade nicht darum, dass ein Steu-

erpflichtiger vergass, einen bereits von der eigenen Firma beglichenen (!) und damit für 

ihn ohnehin "verlorenen" Verrechnungssteueranspruch in der Steuererklärung anzuge-

ben.  

Inwiefern der Verkauf der Firma H Mitte 2018 den Pflichtigen daran gehindert 

haben sollte, für seine andere Firma, die  D AG, eine korrekte Buchhaltung zu führen, 

ist  nicht  nachvollziehbar.  Ebenso  ist  unklar,  inwiefern  die  schwere  Erkrankung  des 

Sohns der Pflichtigen im Jahr 2018 sich auf die ordentliche Führung der Buchhaltung 

hätte auswirken können. Nach eigenen Angaben war ohnehin eine Treuhandfirma mit 

dieser Aufgabe betraut. Deren Handlungen sind alsdann dem Pflichtigen zuzurechnen, 

und zwar auch dann, wenn es zu einem Wechsel der beauftragten Person oder Firma 

gekommen  sein  sollte.  Die  Pflichtigen  haben  ihre  unvollständige  Steuererklärung  im 

Übrigen erst im September 2019 abgegeben. In diesem Zeitpunkt dürften sich die vor-

gebrachten ausserordentlichen Ereignisse wieder beruhigt gehabt haben. Inwiefern die 

Corona-Pandemie  die  Ereignisse  beeinflussen  konnte,  bleibt  ebenso  schleierhaft,  trat 

diese doch erst rund zwei Jahre nach dem fraglichen Geschäftsjahr 2018 auf.  

Schliesslich  kann  auch  nicht  die  Rede  davon  sein,  dass  die  Vorinstanz  ihre 

Begründungspflicht  und  damit  das  rechtliche  Gehör  der  Pflichtigen  verletzt  hat.  Die 

Entscheidgründe sind sowohl im ursprünglichen Rückerstattungsentscheid als auch im 

Einspracheentscheid in durchaus verständlicher Weise genügend erklärt.  

3.  Nach  alledem  ist  die  Beschwerde  abzuweisen.  Bei  diesem  Ausgang  des 

Verfahrens sind die Kosten den Pflichtigen aufzuerlegen. Die Zusprechung einer Par-

teientschädigung  entfällt  (§  151  Abs.  1  sowie  § 152 des  Steuergesetzes  vom  8.  Ju-

ni 1997  i.V.m.  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom  24. Mai  1959 

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und  § 13  der  Verordnung  über  die  Rückerstattung  der  Verrechnungssteuer  vom 

17. Dezember 1997). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

[…] 

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