# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 504d7ace-3777-5543-a331-7cf34a94438b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.10.2025 200 2025 149
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2025-149_2025-10-30.pdf

## Full Text

IV 200 2025 149 
FRC/NUS/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. Oktober 2025

Verwaltungsrichterin Frey, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Nussbaumer

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern  
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 10. Februar 2025

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 2 -

Sachverhalt:

A.

Die 1979 in … geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführe-
rin) wurde mit dreieinhalb Jahren von einem Schweizer Ehepaar adoptiert. 
Sie besuchte die Realschule und schloss eine … in geschütztem Rahmen 
ab. Eine begonnene Lehre zur … brach sie nach einem halben Jahr ab. 
Eine regelmässige berufliche Tätigkeit übte sie in der Folge nie aus (Akten 
der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II]  10/6, 32/6 f.). 
Aufgrund einer Suchtmittelproblematik meldete sie sich im Herbst 2002 bei 
der IV-Stelle … zum Leistungsbezug an (act. II 1). Diese überwies das 
Dossier zuständigkeitshalber an die IVB (act. II 2). Die IVB tätigte daraufhin 
medizinische und erwerbliche Abklärungen und verneinte mit Verfügung 
vom 2. Juni 2004 (act. II 16), insbesondere gestützt auf das Gutachten 
(act. II 15) von Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-
therapie, einen Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen man-
gels Vorliegens eines invalidisierenden Gesundheitsschadens. Die dage-
gen erhobene Einsprache (act. II 20) wies sie mit Einspracheentscheid vom 
15. Juli 2004 (act. II 22) ab. Dieser Entscheid blieb unangefochten.

B.

Im März 2024 (act. II 32) meldete sich die Versicherte aufgrund einer Bor-
derline-Störung und einer ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivi-
tätsstörung) erneut bei der IVB zum Leistungsbezug an. Nachdem die IVB 
die Versicherte mit Schreiben vom 26. März 2024 (act. II 37) aufgefordert 
hatte, die Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen glaubhaft zu 
machen, liess diese durch die D.________, D.________ (nachfolgend 
D.________), diverse medizinische Berichte einreichen (act. II 40, 41). In 
der Folge tätigte die IVB medizinische und berufliche Abklärungen und ver-
neinte mit Mitteilung vom 14. Juni 2024 (act. II 46) einen Anspruch auf Ein-
gliederungsmassnahmen, stellte jedoch die Prüfung eines Anspruchs auf 
eine Invalidenrente in Aussicht. Nach Konsultation des Regionalen Ärztli-
chen Dienstes (RAD; vgl. Aktenbeurteilung vom 18. September 2024 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 3 -

[act. II 54]) stellte die IVB mit Vorbescheid vom 17. Oktober 2024 
(act. II 55) die Verneinung eines Leistungsanspruchs mangels Sachver-
haltsänderung seit dem Einspracheentscheid vom 15. Juli 2004 (act. II 22) 
in Aussicht. Auf Einwand (act. II 58) der Versicherten, vertreten durch das 
B.________, hin und nach erneuter Stellungnahme des RAD vom 20. Ja-
nuar 2025 (act. II 62) verfügte die IVB am 10. Februar 2025 (act. II 63) wie 
mit Vorbescheid angekündigt.

C.

Mit Eingabe vom 28. Februar 2025 erhob die Versicherte, weiterhin vertre-
ten durch das B.________, hiergegen Beschwerde mit folgenden Rechts-
begehren:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Bern (IVB) vom 10. Februar 2025 sei auf-
zuheben.

2. Es sei eine polydisziplinäre Begutachtung vorzunehmen und der Leis-
tungsanspruch der Beschwerdeführerin anschliessend zu beurteilen.

3. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-
währen.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2. April 
2025 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 4 -

Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 10. Februar 2025 
(act. II 63). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf Leistungen der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 5 -

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte, das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 4, 8C_662/2012 E. 3.1).

Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 
E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die 
Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 
S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 6 -

können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 180, 9C_540/2020 E. 2.3).

2.5 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades be-
reits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die 
versicherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidität 
in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 
Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversi-
cherung [IVV; SR 831.201]). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, 
wenn angenommen werden kann, der Leistungsanspruch sei begründet, 
falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (vgl. 
BGE 149 V 177 E. 4.7 S. 184). Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung 
oder das Revisionsgesuch ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären 
und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft 
gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten 
ist. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechts-
kräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue 
Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festge-
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. 
anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu bejahen, und hernach zu be-
schliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht 
auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 
S. 117, I 822/06 E. 2.1).

Eine weitere Diagnosestellung bedeutet nur dann eine revisionsrechtlich 
relevante Gesundheitsverschlechterung oder eine weggefallene Diagnose 
eine verbesserte gesundheitliche Situation, wenn diese veränderten Um-
stände den Rentenanspruch berühren (BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12; SVR 
2020 IV Nr. 25 S. 83, 9C_357/2019 E. 3). Unerheblich unter revisionsrecht-
lichem Gesichtswinkel ist nach ständiger Praxis die unterschiedliche Beur-
teilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes (BGE 147 
V 161 E. 4.2 S. 164, 144 I 103 E. 2.1 S. 105).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch den 
Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 7 -

Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen 
zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 
V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die am 14. März 2024 eingegangene Neu-
anmeldung (act. II 32) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxis-
gemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114).

Vorliegend stellt sich jedoch die Frage, ob es in Bezug auf den Rentenan-
spruch überhaupt eines Neuanmeldungsgrundes bedarf. Die Beschwerde-
führerin ersuchte in ihrer ursprünglichen Anmeldung vom Herbst 2002 aus-
schliesslich um berufliche Eingliederungsmassnahmen (act. II 1/6 Ziff. 7.8). 
Mit unangefochtenem Einspracheentscheid vom 15. Juli 2004 (act. II 22) 
verneinte die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf berufliche Mass-
nahmen. Zur Begründung stützte sie sich vor allem auf das Gutachten von 
Dr. med. C.________ (act. II 15), wonach der Beschwerdeführerin eine 
Tätigkeit in vollem zeitlichem Rahmen zumutbar sei und kein Krankheits-
wert im invalidisierenden Sinn vorliege, weshalb implizit auch ein Renten-
anspruch verneint wurde. Dies erscheint denn auch deshalb naheliegend, 
weil sich die Abklärung der IV-Stelle bereits nach der damaligen Recht-
sprechung auf sämtliche in Betracht fallenden Leistungen erstrecken muss-
te, auch wenn diese nicht ausdrücklich geltend gemacht wurden (BGE 121 
V 195 E. 2 S 196; vgl. nunmehr Rz. 3002 Kreisschreiben des Bundesamtes 
für Sozialversicherungen [BSV] über das Verfahren in der Invalidenversi-
cherung [KSVI]). Das Vorliegen eines Neuanmeldungsgrundes ist somit 
auch in Bezug auf den Rentenanspruch erforderlich.

Aufgrund des Dargelegten ist zu prüfen, ob im massgebenden Vergleichs-
zeitraum zwischen dem Einspracheentscheid vom 15. Juli 2004 (act. II 22) 
und der nunmehr angefochtenen Verfügung vom 10. Februar 2025 
(act. II 63) eine Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten 
ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad in einer für den Leistungsanspruch 
erheblichen Weise zu beeinflussen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 8 -

3.2 Zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 15. Juli 2004 
(act. II 22) präsentierte sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführe-
rin im Wesentlichen wie folgt:

3.2.1 Die Beschwerdeführerin war gemäss dem Bericht vom 25. Mai 2004 
(act. II 18/2 f.) vom 7. bis zum 12. Mai 2004 zum ersten Mal in der Klinik 
E.________, stationär untergebracht. Nachfolgende Diagnosen wurden 
gestellt: 

 Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus
(ICD-10 F60.31)

 Störungen durch multiplen Substanzgebrauch (Polytoxikomanie;
ICD-10 F19.0)

 Verdacht auf Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen (ICD-10 
F90.0)

Die Beschwerdeführerin sei auf freiwilliger Basis aufgrund vermehrten Dro-
genkonsums in den vergangenen Tagen und zunehmender sozialer De-
kompensation zugewiesen worden. Sie konsumiere seit circa zweieinhalb 
Wochen vermehrt Kokain und Heroin intravenös. Sie sei deshalb aus der 
Therapie- und Wohngemeinschaft ausgetreten und in eine eigene Woh-
nung gezogen. Seither habe die Beschwerdeführerin täglich Drogen kon-
sumiert. 

3.2.2 Dr. med. C.________ stellte im psychiatrischen Gutachten vom 
29. April 2004 (act. II 15) als Diagnosen eine Persönlichkeitsstörung bei 
einem hirnlokalen Psychosyndrom leichter Ausprägung sowie Drogenab-
usus (S. 10). Zusammenfassend führte er aus, es sei schon kurz nach der 
Einschulung der Beschwerdeführerin in der Schweiz die Rede von einer 
Kleinklasse gewesen u.a. auch wegen Verhaltensstörungen. Die Be-
schwerdeführerin habe sich überhaupt nicht klar an ihre Schulzeit erinnern 
können wollen (S. 2). Die letzten zwei Schuljahre habe sie in einem Internat 
verbracht, wo sie auch mit dem Konsum von Alkohol und dem Kiffen be-
gonnen habe. Nach Abschluss der Schule im Jahr 1996 habe sie eine Aus-
bildung als … … in einem … begonnen. Damals habe sie Personen ken-
nengelernt, die gekifft hätten und schliesslich habe man sie zum Folienrau-
chen verführt. Mit weitergeführtem Konsum habe sie allmählich den Re-
spekt vor der Substanz verloren (S. 3). Aufgrund des andauernden Dro-
genkonsums habe die Beschwerdeführerin ihre Lehrstelle als … verloren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 9 -

und die Drogenberatungsstelle habe für sie einen "Familienplatz" gesucht. 
Sie sei zu einer Bergbauernfamilie gebracht worden, wo sie sich massiv 
ausgenutzt gefühlt habe. Sie habe eine Art Haushaltlehrjahr absolviert. Im 
weiteren Verlauf sei die Beschwerdeführerin mit einem Mann zusammen-
gekommen, der in grossem Stil mit Drogen gehandelt habe, was ihr den 
Konsum erleichtert habe (S. 4). Im Jahr 2000 oder 2001 sei sie einmal 
nach … gefahren und habe in einem … gearbeitet. Nachdem sie dort Dro-
gen konsumiert habe, habe man sie rausgeworfen. Deshalb sei sie nach 
vier oder fünf Monaten in die Schweiz zurückgekehrt und habe in … auf der 
Gasse gelebt. Darauf folgten mehrere Entzugsversuche in verschiedenen 
Kliniken (S. 4 f.).

Unter Berücksichtigung des Nicht-still-sitzen-könnens und den von der Be-
schwerdeführerin angegebenen Schwierigkeiten in der Schule sei die An-
nahme einer Störung, die man heute als ADHS bezeichne, sicher nicht 
abwegig. Weiter müsse man wohl annehmen, dass nicht nur eine leichte 
hirnorganische Schädigung (im Sinne des hirnlokalen Psychosyndroms) die 
Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigt habe, sondern diese auch durch 
die unverkennbare Fremdartigkeit sowie die Tatsache, Adoptivkind zu sein, 
wesentlich mitgeprägt worden sei. Es dürfte dementsprechend auch nur 
wenig benötigt haben, sie zur Drogenkonsumentin werden zu lassen. Fast 
zwangsläufig sei sie natürlich bei der beruflichen Ausbildung gescheitert 
(S. 8 f.). Wie aufgrund der durchgeführten Tests angenommen werden 
müsse, liege keine wesentliche Beeinträchtigung der Konzentrationsfähig-
keit vor, so dass anzunehmen sei, der Drogenkonsum habe zu keiner rele-
vanten (zusätzlichen) cerebralen Schädigung geführt. Weiter sei anzuneh-
men, dass die verordneten Medikamente offenbar zur Stabilisierung beige-
tragen hätten. Allerdings komme gerade im rorschachschen Formdeutver-
such die Labilität nach wie vor zur Darstellung, was nichts anderes bedeu-
te, als dass die Beschwerdeführerin auch weiterhin einer geeigneten Be-
treuung bedürfe, um mit den Widrigkeiten, wie sie mit jeder Lehre verbun-
den seien, zurechtzukommen und nicht aus Frustration rückfällig zu wer-
den. Was als gesichert gelten müsse, sei die Tatsache, dass die Be-
schwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht massiv eingeschränkt sei 
und durchaus in der Lage sein sollte eine Berufsausbildung durchzustehen 
respektive sich in einer Hilfsarbeiterfunktion durchzusetzen. Dabei bestehe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 10 -

natürlich weiterhin die Tendenz, in Drogenkonsum auszuweichen (S. 9). 
Eine wesentliche Beeinträchtigung von Funktionen und der Belastbarkeit 
sei nicht anzunehmen (S. 10) und suchtbedingte, irreversible Gesundheits-
schäden würden nicht bestehen (S. 12).

3.3 Hinsichtlich der Entwicklung des Gesundheitszustandes seit Erlass 
des Einspracheentscheides vom 15. Juli 2004 (act. II 22) lässt sich den 
Akten im Wesentlichen das Folgende entnehmen:

3.3.1 Die Beschwerdeführerin befand sich gemäss dem Bericht vom 
11. Januar 2006 (act. II 41/19 ff.) vom 30. November bis zum 13. Dezem-
ber 2005 in der E.________ in stationärer Behandlung. Nachfolgende Dia-
gnosen wurden gestellt: 

 Störung durch multiplen Substanzgebrauch inkl. Opiate, Kokain und 
Benzodiazepine (ICD-10 F19.2)

 Psychosoziale Krisensituation mit anamnestisch St.n. körperlicher Ge-
waltanwendung durch Drittperson Mitte November 2005 (ICD-10 Z65.4)

 Aktenanamnestisch emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom 
Borderline-Typus (ICD-10 F60.31)

 Aktenanamnestisch eine Hepatitis C
 Verdacht auf eine Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung 

(ICD-10 F90.0)

Beim Aufnahmegespräch habe die Beschwerdeführerin angegeben mo-
mentan täglich circa drei Gramm Heroin zu konsumieren, dazu gelegentlich 
noch Kokain. Initial habe sie ein deutliches Opiatentzugssyndrom entwi-
ckelt. Am 5. Dezember 2005 habe sie, gegen ärztlichen Rat, angegeben 
keine dauerhafte Methadonsubstitution zu wünschen, da sie die Erfahrung 
gemacht habe, dass sie von Methadon depressiv werde. Am 13. Dezember 
2005 habe die Beschwerdeführerin den Wunsch geäussert, sofort auszu-
treten und Heroin zu konsumieren. Schon im Vorfeld habe sie mehrfach 
den Drang beklagt, Heroin zu konsumieren, wobei sie jeweils zum Verbleib 
in der E.________ habe bewegt werden können. An diesem Tag habe sie 
jedoch nicht motiviert werden können, die stationäre Therapie weiterzuver-
folgen und so sei sie auf ihren eigenen Wunsch hin ausgetreten.

Gemäss dem Bericht der E.________ vom 21. Juni 2006 (act. II 41/37 ff.) 
hat sich die Beschwerdeführerin vom 31. Januar bis zum 8. Juni 2006 zum 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 11 -

dritten Mal in der E.________ in stationärer Behandlung befunden. Folgen-
de Diagnosen wurden gestellt:

 Opiatabhängigkeitssyndrom mit gegenwärtigem Substanzmissbrauch 
(ICD-10 F11.11)

 Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0)
 Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ (ICD-10 

F60.30)

Aufgrund der psychotherapeutisch nicht zu beeinflussenden, gegen Ende 
der Hospitalisation immer stärker zunehmenden Rückfallfrequenz und des 
Umstandes, dass die Beschwerdeführerin eine Suchttherapie abgelehnt 
habe, sei die Therapie vorzeitig beendet worden. Bis zur Organisation einer 
ambulanten Nachbetreuung sei die Beschwerdeführerin weiter durch die 
E.________ betreut worden, wobei sie bereits zum ersten Termin in intoxi-
kiertem Zustand erschienen sei. In den vier Tagen nach der Entlassung 
habe sie täglich Heroin konsumiert. 

3.3.2 Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
hielt in seinem Bericht vom 11. September 2009 (act. II 40/23 ff.) fest, die 
Beschwerdeführerin habe ihn zur Klärung der Diagnose ADHS auf eigene 
Initiative hin aufgesucht. In der neuropsychologischen Beurteilung hätten 
sich insgesamt bedeutende Beeinträchtigungen der kognitiven Funktionen 
hinsichtlich der Konzentrationsleistung und Verarbeitungsgeschwindigkeit 
unter zeitlicher Belastung, vereinzelt im nonverbalen und durchgehend im 
verbalen Kurz- und Langzeitgedächtnis, gezeigt. Die intellektuelle Gesamt-
befähigung sei im Vergleich zu Gleichaltrigen grenzwertig. Sowohl die ko-
gnitiven Funktionen als auch die intellektuelle Befähigung würden heute auf 
mittelschwere Einschränkungen verweisen. Anamnestisch hätten sich sehr 
deutliche Hinweise auf ADHS gezeigt, weshalb die Diagnose einer Auf-
merksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung vom Mischtypus (DSM-IV 
314.01) gestellt werden könne. 

3.3.3 Gemäss dem Austrittsbericht vom 19. Juli 2017 (act. II 41/15 ff.) 
befand sich die Beschwerdeführerin vom 28. Juni bis zum 18. Juli 2017 in 
der E.________ in stationärer Behandlung. Es wurden folgende Diagnosen 
gestellt:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 12 -

 Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide: Abhängigkeits-
syndrom (ICD-10 F11.2). Gegenwärtige Teilnahme an einem ärztlich 
überwachten Ersatzdrogenprogramm

 Psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika: 
Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F13.2). Gegenwärtig substituiert

 Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0)
 Aktenanamnestisch emotional instabile Persönlichkeitsstörung: Border-

line-Typ

Die Beschwerdeführerin habe angegeben, eine stationäre Entzugsbehand-
lung zu wünschen. Seit der Frühsommermeningitis 2012 habe sie Schwie-
rigkeiten sich zu konzentrieren und sich Dinge zu merken. Die momentane 
familiäre Situation belaste sie zusätzlich. Zudem sei kürzlich noch eine Kol-
legin von ihr unerwartet verstorben. Der Entzug habe nur langsam durchge-
führt werden können und die Beschwerdeführerin habe mit mässiger Moti-
vation am integrierten psychiatrisch-psychotherapeutischen Stationspro-
gramm teilgenommen. Sie habe wiederholt starken Suchtdruck geäussert 
und im Ausgang sei es zu drei Rückfällen gekommen, bei denen sie Heroin 
geraucht habe. Am 16. Juli 2017 sei die Beschwerdeführerin nicht mehr 
vom Ausgang zurückgekehrt. Sie habe sich zwei Tage später telefonisch 
gemeldet und angegeben, im Ausgang Heroin geraucht zu haben. Im ge-
genseitigen Einverständnis sei die stationäre Behandlung am 18. Juli 2017 
abgebrochen worden.

Aus dem Austrittsbericht der E.________ vom 28. August 2018 
(act. II 41/4 ff.) über die stationären Aufenthalte vom 11. bis zum 20. Juli 
2018 und vom 24. Juli bis zum 22. August 2018 gehen folgende Diagnosen 
hervor:

 Akute Belastungsreaktion (ICD-10 F43.0)
 Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide: Schädlicher Ge-

brauch (ICD-10 F11.1)
 Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide: Abhängigkeits-

syndrom (ICD-10 F11.2) – Gegenwärtige Teilnahme an einem ärztlich 
überwachten Ersatzdrogenprogramm

 Aktenanamnestisch emotional instabile Persönlichkeitsstörung: Border-
line-Typ

Die Einweisung sei nach Vorstellung auf dem Notfall des Spitals 
G.________ (act. II 49/14 f.) aufgrund akuter Suizidalität auf freiwilliger 
Basis erfolgt. Die Beschwerdeführerin habe berichtet, die Anfeindungen 
und Beschimpfungen durch den Vater und die anderen Familienmitglieder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 13 -

nicht ausgehalten zu haben. Sie habe aufgrund des innerlichen Drucks 
wieder vermehrt Heroin geraucht. Vor zwei Tagen sei sie wieder nach … 
zurückgekehrt und zunächst bei ihrem Ex-Freund untergekommen. Dieser 
habe sich jedoch auch in einer psychisch schwierigen Situation befunden, 
so dass sie heute nicht mehr gewusst habe, wohin sie gehen solle. Bezüg-
lich der Therapien während des stationären Aufenthaltes sei die Beschwer-
deführerin zum Teil nur mässig motiviert gewesen. Am 20. Juli 2018 sei der 
Austritt in gegenseitigem Einverständnis erfolgt. Den ersten tagesstatio-
nären Termin habe die Beschwerdeführerin wahrgenommen; danach habe 
sie sich telefonisch abgemeldet. 

Dem Austrittsbericht der E.________ vom 11. Januar 2019 (act. II 41/12 ff.) 
über den stationären Aufenthalt vom 1. Oktober bis zum 26. November 
2018 können folgende Hauptdiagnosen entnommen werden:

 Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion, mit Störung 
von Gefühlen und Sozialverhalten (ICD-10 F43.2)

 Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide: Schädlicher Ge-
brauch (ICD-10 F11.1)

 Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide: Abhängigkeits-
syndrom (ICD-10 F11.2) – Gegenwärtige Teilnahme an einem ärztlich 
überwachten Ersatzdrogenprogramm (Sevre-long)

Als Nebendiagnosen werden eine aktenanamnestisch emotional instabile 
Persönlichkeitsstörung: Borderline-Typ sowie ADHS festgehalten. Es habe 
sich um eine Selbstzuweisung bei familiärer Belastungssituation (Konflikt 
mit Eltern) und zunehmendem Heroinkonsum gehandelt. Die Eltern hätten 
den Kontakt mit der Beschwerdeführerin seit dem letzten Klinikeintritt in die 
E.________ im Juli/August 2018 ganz abgebrochen. Sie wohne weiterhin 
im … und sei arbeitslos. Während dem stationären Aufenthalt in der 
E.________ habe die Beschwerdeführerin am Therapieprogramm nicht 
teilgenommen und habe auch keine Motivation dazu gezeigt. An den Wo-
chenendurlauben sei wiederholt Konsumverhalten aufgetreten, insbeson-
dere Heroin. Die einzelnen Rückfälle seien mit der Beschwerdeführerin 
stets thematisiert worden, sie habe aber keine klaren Ursachen nennen 
können und habe wenig Einsicht und Veränderungsmotivation gezeigt. 

Aus dem Austrittsbericht der E.________ vom 21. Januar 2019 
(act. II 41/8 ff.) über den stationären Aufenthalt vom 18. bis zum 21. De-
zember 2018 geht hervor, dass sich die Beschwerdeführerin aufgrund einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 14 -

allgemeinen Zustandsverschlechterung sowie dem dringenden Wunsch 
nach einer qualifizierten Entzugsbehandlung selbst für einen stationären 
Opiatentzug auf dem psychiatrischen Notfall des Spitals G.________ (vgl. 
act. II 49/18 f.) vorgestellt habe. Am Therapieprogramm habe die Be-
schwerdeführerin nicht teilgenommen und habe auch keine Motivation dazu 
gezeigt. Am 19. Dezember 2018 habe sie geäussert, dass sie austreten 
möchte. Bei fehlenden Hinweisen auf akute Selbst- oder Fremdgefährdung 
sei der Austritt nach Hause erfolgt. Am 20. Dezember 2018 habe sich die 
Beschwerdeführerin wieder auf der Station gemeldet, um einen stationären 
Entzug durchzuführen. Es sei eine neue Behandlungsvereinbarung abge-
schlossen worden, jedoch habe sie weiterhin wenig Einsicht und Verände-
rungsmotivation gezeigt. Am 21. Dezember 2018 habe die Beschwerdefüh-
rerin erneut den Wunsch geäussert, definitiv auszutreten. Sie habe sich 
deutlich glaubhaft von Suizidalität distanziert. Der Austritt sei gegen ärztli-
chen Rat erfolgt. Bei wiederholt abgebrochenen kurzen Aufenthalten und 
bei einer nicht behandlungsmotivierten Beschwerdeführerin werde eine 
erneute Aufnahme für einen stationären Opiatentzug vorerst nicht empfoh-
len.

Im Austrittsbericht der E.________ vom 30. Mai 2019 (act. II 41/1 ff.) über 
den stationären Aufenthalt vom 27. März bis zum 4. April 2019 wurden fol-
gende Hauptdiagnosen festgehalten:

 Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide: Entzugssyndrom 
(ICD-10 F11.3)

 Emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 
F60.31)

Die Beschwerdeführerin komme auf freiwilliger Basis zum Opiatentzug und 
sei aktuell obdachlos. Sie deale mit Heroin und gebe passive Todeswün-
sche an, sie würde sich aber nicht aktiv etwas antun. Bei Eintritt habe sie 
deutliche körperliche Entzugssymptome gezeigt. Nach somatischer Stabili-
sierung sei von den Ärzten der E.________ eine suchtspezifische Therapie 
empfohlen worden, was die Beschwerdeführerin jedoch abgelehnt habe. 
Daraufhin sei der Austritt erfolgt.

Dem Austrittsbericht der E.________ vom 21. Dezember 2020 
(act. II 40/8 ff.) über die stationären Aufenthalte vom 8. bis zum 21. Sep-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 15 -

tember 2020 und vom 23. September bis zum 16. November 2020 können 
folgende Hauptdiagnosen entnommen werden:

 Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide: Entzugssyndrom 
(ICD-10 F11.3)

 Beikonsum von Heroin, nicht intravenös
 Verdacht auf emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Typ Bor-

derline (ICD-10 F60.31)

Als weitere Diagnose wird eine hyporegenerative mikrozytäre hypochrome 
Anämie multifaktorieller Genese (Eisenmangel schwer, Hypermenorrhoe, 
Hep C Genotyp 4) erwähnt. Die Beschwerdeführerin sei seit einigen Mona-
ten mit Methadon eingestellt, konsumiere jedoch täglich zusätzlich Heroin. 
Den Beikonsum möchte sie aufgeben. Psychosozial sei sie gegenwärtig 
sehr stark belastet. Der Adoptivvater sei depressiv und es bestehe der 
Verdacht auf eine Demenz, weshalb er seit kurzem in einem Altersheim 
sei. Die Beschwerdeführerin werde für alles, was in der Familie schieflaufe, 
beschuldigt. Dies belaste sie derart, dass sie allein beim Gedanken daran 
aggressiv werde. Sie sei seit circa acht Jahren obdachlos, habe mit 16 Jah-
ren mit dem Heroinkonsum angefangen.

Dem Austrittsbericht der E.________ vom 4. Juli 2024 (act. II 52/2 ff.) über 
den stationären Aufenthalt vom 12. bis zum 24. Juni 2024 können folgende 
Diagnosen entnommen werden:

 Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide: Entzugssyndrom 
(ICD-10 F11.3), Beikonsum von Heroin, nicht intravenös

 Psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide: Abhängigkeits-
syndrom (ICD-10 F11.2), Teilnahme an einem überwachten Substan-
zersatzprogramm

 Psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika: 
Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F13.25), ständiger Substanzgebrauch 
(Benzodiazepine)

 ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung; ICD-10 
F90.0)

 Emotional instabile Persönlichkeitsstörung: Borderline-Typ (ICD-10 
F60.31)

Die Beschwerdeführerin sei auf freiwilliger Basis zur Reduktion des Heroin-
beikonsums und zum Benzodiazepin-Entzug zugewiesen worden. Ein Aus-
löser, der den Beikonsum begünstige, sei der krankheitsbedingte Tod ihres 
Adoptivvaters gewesen. Aktuell lebe sie allein in einer Wohnung. Während 
des Aufenthaltes in der E.________ sei sie am 24. Juni 2024 nach einem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 16 -

Ausgang nicht zurückgekehrt. Die Station sei durch den Lebenspartner 
kontaktiert worden, der mitgeteilt habe, dass die Beschwerdeführerin heute 
nicht zurückkommen und sich morgen früh aufgrund diverser somatischer 
Beschwerden in der Notaufnahme des Spitals G.________ vorstellen wer-
de. Am 26. Juni 2024 sei entschieden worden, die Beschwerdeführerin in 
Abwesenheit zu entlassen. 

3.3.4 In der RAD-Aktenbeurteilung vom 18. September 2024 (act. II 54) 
führte Dr. med. H.________, Praktischer Arzt sowie Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie, aus, bei der Beschwerdeführerin sei vorrangig 
eine langjährige Substanzkonsumstörung mit zahlreichen stationären Be-
handlungen auszumachen. Trotz Substitutionsbehandlung habe sie auch 
zuletzt zusätzlich Heroin konsumiert. Mehrmals sei auf eine unzureichende 
Therapiebereitschaft und -teilnahme hingewiesen worden. Neben der Sub-
stanzkonsumstörung seien eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung 
und eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) genannt 
worden. Die ADHS scheine mittels entsprechender medikamentöser Be-
handlung gut kompensiert zu sein und auch die Persönlichkeitsstörung 
scheine sich im Vergleich zu früher nicht mehr besonders relevant auszu-
wirken. Insofern sei davon auszugehen, dass sich diese beiden Störungen 
in einer entsprechend angepassten Tätigkeit nicht relevant auf die Arbeits-
fähigkeit auswirken würden. Somatisch seien vorrangig eine Hepatitis C 
und eine (behandelte) Anämie zu nennen. Anhand der objektiven Befunde 
sei seit 2004 keine relevante Änderung des Gesundheitsschadens auszu-
machen. Anhand der Akten und unter Heranziehung der Angaben zu den 
objektiven Befunden sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin 
weiterhin eine einfache, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit, wel-
che Alter, Geschlecht, Bildung, Fähigkeiten und Fertigkeiten entspreche 
und nicht mit besonderen psychischen Belastungen und kognitiven Anfor-
derungen einhergehe, uneingeschränkt zumutbar sei. Voraussetzung für 
das Erbringen einer kontinuierlichen beruflichen Leistung in einer ange-
passten Tätigkeit wäre allerdings ein Sistieren des Beikonsums von rele-
vanten Suchtstoffen, einschliesslich Heroin. Hierfür sei eine stationäre Ent-
zugs- und Entwöhnungsbehandlung mit anschliessender Nachsorge erfor-
derlich. Aus RAD-psychiatrischer Sicht wäre eine entsprechende Behand-
lungsabfolge nicht nur zumutbar, sondern auch therapeutisch zweckmäs-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 17 -

sig. Anhand der Akten und unter Einbezug des psychiatrischen Gutachtens 
von Dr. med. C.________ vom 29. April 2004 (act. II 15) sei davon auszu-
gehen, dass sich die Suchterkrankung selbst nicht auf die Arbeitsfähigkeit 
in einer entsprechend angepassten Tätigkeit auswirke. Hingegen sei davon 
auszugehen, dass sich der Beikonsum auf das Erbringen einer kontinuierli-
chen beruflichen Leistung negativ auswirke. Es sei davon auszugehen, 
dass dafür (Sistieren des Beikonsums) eine stationäre (Entzugs- und Ent-
wöhnungs-) Behandlung mit anschliessender Nachsorge erforderlich wäre. 
Aus RAD-psychiatrischer Sicht wäre eine entsprechende Behandlungsab-
folge nicht nur zumutbar, sondern auch therapeutisch zweckmässig. Neben 
der Suchterkrankung seien vorrangig eine instabile Persönlichkeitsstörung 
und eine ADHS auszumachen. Die Persönlichkeitsstörung scheine sich im 
Vergleich zu früher nicht mehr besonders relevant auszuwirken und die 
ADHS scheine medikamentös gut behandelt zu sein. Insofern sei davon 
auszugehen, dass sich diese beiden Störungen auf die Arbeitsfähigkeit in 
einer entsprechend angepassten Tätigkeit nicht relevant auswirken würden. 
Die somatischen Diagnosen hätten keine Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit in einer körperlich leichten bis mittelschwere Tätigkeit.

3.3.5 Im Arztbericht der D.________ vom 6. November 2024 (act. II 58/4) 
hielt Dr. med. I.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, fest, 
es sei von einer schlechten Prognose der Arbeitsfähigkeit auszugehen, da 
sich die schweren psychiatrischen und somatischen Erkrankungen inklusi-
ve der Sucht sehr chronisch zeigen würden. Die Beschwerdeführerin habe 
keine Tätigkeit im ersten oder zweiten Arbeitsmarkt ausüben können. Als 
Funktionseinschränkungen würden ein langjähriger, ständiger Substanz-
konsum, eine ausgeprägte Persönlichkeitsstörung, Schmerzen, eine As-
thenie, Müdigkeit, Unzuverlässigkeit und Konzentrationsstörungen vorlie-
gen.

3.3.6 Mit RAD-Bericht vom 20. Januar 2025 (act. II 62) nahm Dr. med. 
H.________ zu den im Rahmen der Anhörung eingereichten Akten Stel-
lung. Anhand sämtlicher Akten, insbesondere dem Arztbericht der 
D.________ vom 6. November 2024 (act. II 58/4), sei weiterhin davon aus-
zugehen, dass der Beschwerdeführerin eine den Ausführungen im RAD-
Bericht vom 18. September 2024 (act. II 54) entsprechende Tätigkeit zu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 18 -

mutbar sei. Voraussetzung für das Erbringen einer kontinuierlichen berufli-
chen Leistung in einer angepassten Tätigkeit wäre allerdings weiterhin ein 
Sistieren des Beikonsums von relevanten Suchtstoffen, einschliesslich He-
roin. Unter Berücksichtigung der im Rahmen der Anhörung eingegangenen 
Akten ändere sich nichts am RAD-Bericht vom 18. September 2024 
(act. II 54).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte 
kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 7, 8C_131/2021 E. 3.2). Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt 
in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird. Es bedarf vielmehr 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 19 -

besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der 
Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die 
erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungs-
recht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein 
strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2008 
IV Nr. 22 S. 69, 9C_67/2007 E. 2.4). Trotz dieser grundsätzlichen Beweis-
eignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fach-
personen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtli-
chen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger ver-
anlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versiche-
rungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, 
so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Beste-
hen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab-
klärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der versicherten Per-
son aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzu-
berücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versiche-
rungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines 
behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis 
auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) 
nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder 
ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungs-
träger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 145 V 97 E. 8.5 S. 105, 142 V 
58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; 
Urteil des BGer 8C_434/2023, 8C_436/2023 vom 10. April 2024 E. 4.3, 
nicht publ. in: BGE 150 V 188, aber in: SVR 2024 UV Nr. 27 S. 107). 

3.5 Die Beschwerdegegnerin hat sich in medizinischer Hinsicht in der 
angefochtenen Verfügung vom 10. Februar 2025 (act. II 63) massgeblich 
auf die Aktenbeurteilungen des RAD-Arztes Dr. med. H.________ vom 
18. September 2024 (act. II 54) und vom 20. Januar 2025 (act. II 62) ge-
stützt. Danach sei insgesamt seit dem Einspracheentscheid vom 15. Juli 
2004 (act. II 22) keine relevante Änderung des Gesundheitszustandes aus-
zumachen (vgl. E. 3.3.4 hiervor). Wie nachfolgend dargelegt, ergeben sich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 20 -

aufgrund der Akten sowie den Vorbringen der Beschwerdeführerin zumin-
dest geringe Zweifel an den RAD-Aktenbeurteilungen.

In seinem Gutachten vom 29. April 2004 (act. II 15) gab Dr. med. 
C.________ an, eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit dürfte aussch-
liesslich Folge des Drogenkonsums sein (act. II 15/11 lit. C Ziff. 6), hielt 
jedoch gleichzeitig fest, abgesehen von vereinzelten "Ausrutschern" dauere 
der Suchtmittelkonsum nicht mehr an (act. II 15/12 lit. D) und attestierte 
trotz dem diagnostizierten Drogenabusus keine Arbeitsunfähigkeit. Ent-
sprechend lag zum Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 15. Juli 2004 
(act. II 22) kein drogeninduzierter Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit vor. Aufgrund dessen zog die Beschwerdegegnerin in 
ihrem Einspracheentscheid vom 15. Juli 2004 (act. II 22) nicht die frühere 
Rechtsprechung zu Suchtkrankheiten (vgl. dazu BGE 124 V 265 E. 3c 
S. 268) heran. Bei dieser Ausgangslage spielt es keine Rolle, dass die mit 
BGE 145 V 215 erfolgte Praxisänderung keinen Neuanmeldungsgrund dar-
stellt (vgl. BGE 147 V 234 E. 6 S. 241), denn seit dem hier massgebenden 
Zeitpunkt des Einspracheentscheides (act. II 22) ist ohnehin eine objektive 
Befundänderung eingetreten, worauf nachfolgend einzugehen ist.

Wie auch die Beschwerdeführerin ausführte (Beschwerde S. 3 Ziff. 2) un-
terzog sie sich mehrfach stationären (Entzugs-)Behandlungen und konsu-
mierte vermehrt – und über lange Strecken sogar täglich – Heroin 
(act. II 40/9, 41/5, 41/13, 41/16, 41/19, Austrittsbericht der E.________ vom 
21. Juni 2006 über den stationären Aufenthalt vom 31. Januar bis zum 
8. Juni 2006 [act. II 41/40]). Zwischenzeitlich bestand eine akute Suizida-
lität (act. II 49/14 f.), es wurde über eine allgemeine Zustandsverschlechte-
rung berichtet (act. II 41/9) und es wurden unter anderem verschiedene 
Störungen durch psychotrope Substanzen diagnostiziert (Psychische und 
Verhaltensstörungen durch Opioide: Schädlicher Gebrauch und Abhängig-
keitssyndrom, ICD-10 F11.1 und F11.2 [act. II 41/4, 41/12, 41/15], Psychi-
sche und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika: Abhängig-
keitssyndrom, ICD-10 F13.2 [act. II 41/15], Störung durch multiplen Sub-
stanzgebrauch inkl. Opiate, Kokain und Benzodiazepine, ICD-10 F19.2 
[act. II 41/19] und Opiatabhängigkeitssyndrom mit gegenwärtigem Sub-
stanzmissbrauch, ICD-10 F11.11 [act. 41/37]). Ausführungen des RAD-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 21 -

Arztes Dr. med. H.________ zu den Auswirkungen dieser neu gestellten 
Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit finden sich in seinen Beurteilungen 
(act. II 54, 62) jedoch nicht. Aus dem Dargelegten ergibt sich, dass es – 
anders als noch im Zeitpunkt der psychiatrischen Begutachtung durch 
Dr. med. C.________ im Jahr 2004 (act. II 15) – nicht bei einer Abstinenz 
mit gelegentlichen "Ausrutschern" geblieben ist, sondern ein mehr oder 
weniger andauernder Suchtmittelkonsum bestand. 

Soweit sich der RAD-Arzt Dr. med. H.________ hinsichtlich der angeblich 
unveränderten objektiven Befundlage lediglich auf den im E.________-
Austrittsbericht vom 4. Juli 2024 (act. II 52/2 ff.) festgehaltenen Psychosta-
tus bezieht (act. II 54/10 unten), stellt dies eine Momentaufnahme dar und 
greift zu kurz, ist doch der gesamte Zeitraum seit Juli 2004 (act. II 22) für 
die Beurteilung massgebend und miteinzubeziehen. In diesem Zusammen-
hang ist insbesondere auf den klinischen Befund vom 1. Oktober 2018 im 
Bericht des psychiatrischen Notfalls des Spitals G.________ 
(act. II 49/16 f.) hinzuweisen, welcher die Affektivität der Beschwerdeführe-
rin als niedergeschlagen, verzweifelt, erschöpft, energielos und motivati-
onslos beschrieb. Weiter war der Appetit vermindert und die Beschwerde-
führerin hatte in den letzten vier Wochen circa drei Kilogramm abgenom-
men. Weiter bestanden Ein- und Durchschlafstörungen bei Gedankenkrei-
sen und die Beschwerdeführerin berichtete von zunehmenden lebensmü-
den Gedanken, wobei sie intermittierend konkrete Suizidgedanken hatte. 
Dieser Befund ist weitaus gravierender als derjenige im vom RAD-Arzt 
Dr. med. H.________ berücksichtigten Bericht (act. II 52/2 ff.), worin ein 
unauffälliger Psychostatus festgehalten und einzig erwähnt wird, die Be-
schwerdeführerin sei im Affekt allenfalls leicht niedergestimmt. Der RAD-
Arzt Dr. med. H.________ setzte sich weder mit dem Befund aus dem Jahr 
2018 (act. II 49/16 f.) noch mit den anderen Berichten auseinander und 
legte nicht dar, weshalb er trotz der 20-jährigen Vorgeschichte davon aus-
ging, dass keine relevante anhaltende Änderung des Gesundheitszustan-
des auszumachen war. Des Weiteren vertrat der RAD-Arzt Dr. med. 
H.________ die Auffassung, die Suchterkrankung selbst wirke sich nicht 
auf die Arbeitsfähigkeit aus (act. II 54/12), erklärte im Widerspruch dazu 
aber, das Erbringen einer kontinuierlichen beruflichen Leistung in einer 
angepassten Tätigkeit setze nebst der Substitution mit Methadon ein Sistie-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 22 -

ren des Beikonsums von relevanten Suchtstoffen, einschliesslich Heroin, 
voraus (act. II 54/11). Ohne die Durchführung der vom RAD-Arzt Dr. med. 
H.________ als zumutbar und zweckmässig erachteten Entzugs- und Ent-
wöhnungsbehandlung mit anschliessender Nachsorge zur Sistierung des 
Suchtmittelkonsums ist die von ihm postulierte uneingeschränkte Arbeits-
fähigkeit jedoch gar nicht verwertbar.

3.6 In der Gesamtschau vermögen die RAD-Aktenbeurteilungen 
(act. II 54, 62) nicht zu überzeugen. Der RAD-Arzt Dr. med. H.________ 
erachtete zwar die von ihm vorgeschlagenen Behandlungen als zumutbar 
und zweckmässig (act. II 54/11), die Beschwerdegegnerin hat es jedoch in 
der Folge unterlassen, die Beschwerdeführerin im Rahmen des zwingend 
durchzuführenden Mahn- und Bedenkzeitverfahrens auf ihre Schadenmin-
derungspflicht (konkret: Entzugs- und Entwöhnungsbehandlung mit ansch-
liessender Nachsorge) und die Folgen deren Nichtbeachtung aufmerksam 
zu machen und das besagte Verfahren einzuleiten. Dies hat die Beschwer-
degegnerin umgehend nachzuholen. Nebst der Durchführung des Mahn- 
und Bedenkzeitverfahrens hat die Beschwerdegegnerin den medizinischen 
Sachverhalt durch ein verwaltungsexternes Gutachten nach Art. 44 ATSG 
abzuklären.

3.7 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin den Sachver-
halt ungenügend abgeklärt und die angefochtene Verfügung vom 10. Fe-
bruar 2025 (act. II 63) ist in Gutheissung der dagegen erhobenen Be-
schwerde aufzuheben. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurück-
zuweisen, damit sie – nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Er-
wägungen – neu verfüge. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 23 -

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Das Verfahren betreffend das Gesuch um unent-
geltliche Rechtspflege ist vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

4.2 Die durch das B.________ vertretene Beschwerdeführerin hat trotz 
Obsiegens keinen Anspruch auf Parteientschädigung (BGE 126 V 11 E. 1-
5 S. 11). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 10. Februar 2025 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Es wird keine Parteientschädigung zugespro-
chen.

3. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
wird vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Oktober 2025, IV 200 2025 149

- 24 -

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.