# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eaa03f75-24e8-517f-937e-0e7e8fdb3324
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** UE230191-O6
**Docket/Reference:** UE230191-O6
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/UE230191-O6.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: UE230191-O/U/JST>AEP

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. D. Oehninger, Präsident, lic. iur. A. Flury, und 

Oberrichterin lic. iur. K. Eichenberger sowie Gerichtsschreiberin 

Dr. iur. S. Zuberbühler Elsässer

Beschluss vom 12. Dezember 2024

in Sachen

A._____,

Beschwerdeführerin

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____

gegen

1.

2.

B._____,

Staatsanwaltschaft See/Oberland,

Beschwerdegegnerinnen

1 verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____,

betreffend Einstellung 

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft See/

Oberland vom 8. Mai 2023

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Erwägungen:

I.

1. A._____ (Beschwerdeführerin) erstattete am 27. Januar 2017 Strafanzeige ge-

gen ihre Mutter, B._____ (Beschwerdegegnerin 1), wegen Veruntreuung und even-

tualiter ungetreuer Geschäftsbesorgung sowie allfälliger weiterer Tatbestände. Die 

Beschwerdegegnerin 1 habe nach dem Tod ihres Ehemannes und Vaters der vier 

gemeinsamen Töchter, C._____, den wesentlichen Bestandteil des Nachlasses für 

eigene Bedürfnisse verwendet bzw. in liechtensteinische Stiftungen und in Gesell-

schaften  eingebracht  und  damit  den  allein  erbberechtigten  Töchtern  entzogen 

(Urk. 15/1; Urk. 6 S. 1; vgl. auch Urk. 2 S. 4, Rz. 5). Die Staatsanwaltschaft See/

Oberland  verfügte  am  2. April  2019  die  Einstellung  des  Strafverfahrens  (Urk. 15/

17).  Diesen  Entscheid  hob  die  III.  Strafkammer  des  Obergerichts  mit  Beschluss 

vom 31. Dezember 2019 auf. Die Sache wurde zur weiteren Untersuchung an die 

Staatsanwaltschaft  zurückgewiesen  (Geschäfts-Nr. UE190127;  Urk. 15/22  pag. 

22000007).

Nach  der  Durchführung  ergänzender  Ermittlungen  informierte  die  Staatsanwalt-

schaft die Parteien am 16. März 2023 über die neuerlich beabsichtigte Verfahrens-

einstellung  und  gab  ihnen  Gelegenheit,  um  allfällige  Beweisanträge  zu  stellen 

(Urk. 15/23/2 pag. 10201001 f.). Davon machte die Beschwerdeführerin Gebrauch 

(Urk. 15/23/2 pag. 10201015). Die Staatsanwaltschaft wies die Beweisanträge am 

8. Mai 2023 ab (Urk. 15/23/2 pag. 10201031). Gleichentags verfügte sie die Ein-

stellung der Strafuntersuchung (Urk. 6).

2. Die  Beschwerdeführerin  erhob  am  25. Mai  2023  rechtzeitig  (vgl.  Urk. 15/23/3 

pag. 10301023) Beschwerde. Sie beantragt die Aufhebung der Einstellungsverfü-

gung vom 8. Mai 2023 und die Rückweisung der Sache an die Staatsanwaltschaft 

(Urk. 2  S. 3).  Im  Folgenden  leistete  die  Beschwerdeführerin  fristgerecht  die  ver-

langte Prozesskaution (vgl. Urk. 7-10). Sowohl die Staatsanwaltschaft wie auch die 

Beschwerdegegnerin 1 liessen sich zur Beschwerde ablehnend vernehmen, ers-

tere  mit  explizitem  Antrag  (Urk. 14;  Urk. 18).  Innert  einmal  erstreckter  Frist  (vgl. 

Urk. 20 f.; Urk. 24) hielt daraufhin die Beschwerdeführerin an ihren Standpunkten 

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und Anträgen fest (Urk. 26). Die Beschwerdegegnerin 1 verzichtete auf eine Duplik 

(Urk. 31). Auch von der Staatsanwaltschaft ging keine weitere Stellungnahme ein, 

indes übermittelte sie zwei Aktenstücke in Kopie betreffend die Saldierung zweier 

Konten der Beschwerdegegnerin 1 bei der CS zur Kenntnisnahme (Urk. 33 f.). Pro-

zessuale Weiterungen erübrigen sich.

3. Infolge Neukonstituierung der Kammer per 1. Januar 2024 wirken die beteiligten 

Oberrichter teilweise in anderer Funktion mit als angekündigt (vgl. Urk. 7). 

II.

1. Die Staatsanwaltschaft bestreitet unter anderem die Beschwerdelegitimation der 

Beschwerdeführerin. Angesichts der zur Anzeige gebrachten Deliktsvorwürfe und 

der  denkbaren  möglicherweise  strafrechtsrelevanten  Sachverhalte  sei  nicht  letz-

tere,  sondern  die  betroffene,  in  Liechtenstein  domizilierte  Stiftung  Geschädigte 

(Urk. 14 S. 5).

2. 

2.1. Gegen eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft können die Parteien 

Beschwerde erheben (Art. 322 Abs. 2 und Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO), soweit sie 

dazu konkret legitimiert sind, d. h. ein rechtlich geschütztes Interesse an der Auf-

hebung oder Änderung des Einstellungsentscheids haben (Art. 382 Abs. 1 StPO).

Die  Eintretensvoraussetzungen  und  damit  auch  die  Beschwerdelegitimation  sind 

grundsätzlich  von  Amtes  wegen  zu  prüfen.  Im  Rahmen  der  Begründungspflicht 

(Art. 396 Abs. 1 i. V. m. Art. 385 Abs. 1 StPO) hat die beschwerdeerhebende Per-

son auch ihr Beschwerderecht konkret darzutun, soweit dieses nicht offensichtlich 

ist  (Urteile  BGer  7B_112/2022  vom  22. November  2023  E. 2.1;  1B_55/2021  / 

1B_57/2021 vom 25. August 2021 E. 4.1, m. w. H.). Diese Substantiierungsoblie-

genheit  trifft  jedenfalls  die  juristisch  versierten  oder  anwaltlich  verbeiständeten 

Rechtsuchenden (Urteil BGer 1B_242/2015 vom 22. Oktober 2015 E. 4.2.).

2.2. Partei im Sinne von Art. 322 Abs. 2 und Art. 382 Abs. 1 StPO ist namentlich 

die Privatklägerschaft (Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO), mithin die geschädigte Person, 

die ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren im Straf- oder Zivilpunkt zu beteili-

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gen (Art. 118 Abs. 1 StPO). Geschädigter im Sinne des Strafprozessrechts und da-

mit zur Konstituierung als Privatklägerschaft auch berechtigt ist, wer durch die Straf-

tat in seinen Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO), d. h. 

wer Träger des durch die mutmasslich verletzte Strafnorm geschützten oder zumin-

dest mitgeschützten Rechtsguts ist (BGE 143 IV 77 E. 2.2). Bei Antragsdelikten gilt 

die im Sinne von Art. 30 Abs. 1 StGB zur Stellung des Strafantrags berechtigte Per-

son als geschädigte Person (Art. 115 Abs. 2 StPO).

Aus der Erklärung der geschädigten Privatklägerschaft, sich am Strafverfahren als 

Strafklägerin zu beteiligen, bzw. aus dem dieser Erklärung gleichgestellten Antrag 

auf Strafverfolgung (vgl. Art. 118 Abs. 1-2 und Art. 119 Abs. 2 lit. a StPO) folgt die 

Legitimation  nach  Art. 382  Abs. 1  StPO,  gegen  den  insofern  negativen  Einstel-

lungsentscheid Beschwerde zu erheben (vgl. BGE 141 IV 380 E. 2.3.5; 139 IV 78 

E. 3.3.3 = Pra 102 [2013] Nr. 58). Dagegen lässt der materielle Entscheid der Ein-

stellung einer Strafuntersuchung die Rechtsstellung einer blossen Anzeigeerstatte-

rin (Art. 105 Abs. 1 lit. b StPO) unberührt, weshalb dieser, wenn sie nicht geschä-

digt ist und daher nicht als Privatklägerin teilnehmen kann, kein Beschwerderecht 

zusteht  (vgl.  auch  Art. 301  Abs. 3  StPO;  Urteile  BGer  6B_139-141/2019  vom 

22. Oktober  2019  E. 3.1.1;  6B_299/2013  vom  26. August  2013  E. 1.1;  1B_432/

2011 vom 20. September 2012 E. 5. [nicht publ. in BGE 138 IV 258]).

3. 

3.1. Die Beschwerdeführerin wirft der Beschwerdegegnerin 1 im Zusammenhang 

mit der Verwaltung des Nachlasses von C._____ Veruntreuung gemäss Art. 138 

Ziff. 1 StGB und ungetreue Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB) 

sowie allenfalls Betrug nach Art. 146 Abs. 1 StGB vor (vgl. Urk. 6; Urk. 15/1). Bei 

den betreffenden Taten handelt es sich um Antragsdelikte, wenn sie zum Nachteil 

von  Angehörigen  oder  Familiengenossen  begangen  werden  (Art. 138  Ziff. 1, 

Art. 146 Abs. 3 und Art. 158 Ziff. 3 StGB). 

Die Beschwerdeführerin erklärte anlässlich der Anzeigeerstattung, Strafantrag zu 

stellen und sich am Strafverfahren als Straf- und Zivilklägerin zu beteiligen (Urk. 15/

1  S. 2 f.).  Darauf  beruft  sie  sich  zur  Begründung  ihrer  Beschwerdelegitimation 

(Urk. 2 S. 3). Die Bekundung, Strafantrag zu stellen und sich als Privatklägerschaft 

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konstituieren zu wollen, und auch der Umstand, dass im Folgenden die Beschwer-

deführerin und nicht etwa andere potentielle Geschädigte ins Strafverfahren invol-

viert wurden, wie sie im Rahmen ihrer Replik entgegnet (Urk. 26 S. 8, Rz. 15), be-

gründen indes nicht per se die Beschwerdelegitimation (vgl. Urteil BGer 7B_167/

2023  vom  28. Juli  2023  E. 4.3.1).  Entscheidende  Voraussetzung  ist  die  effektive 

Geschädigteneigenschaft hinsichtlich der beanzeigten Straftaten und damit die Be-

rechtigung, als Privatklägerschaft am Verfahren teilzunehmen. Hierzu äussert sich 

die Beschwerdeführerin nicht. Sie scheint ihre Geschädigtenstellung daraus abzu-

leiten, dass sie am Vermögen der D._____ entweder als Stiftungsbegünstigte oder 

als Erbin berechtigt gewesen sei (Urk. 2 S. 4, Rz. 7).

3.2. Die genannten, zur Diskussion stehenden Straftatbestände schützen den Wert 

des  Vermögens  als  Ganzes.  Bei  Straftaten  gegen  das  Vermögen  gilt  nach  dem 

zuvor Dargelegten der Träger des geschädigten Vermögens als Geschädigter und, 

unter der Voraussetzung der Angehörigeneigenschaft, als zum Strafantrag Berech-

tigter. Bei Vermögensdelikten zulasten  des Vermögens einer juristischen Person 

ist folglich nur diese direkt geschädigt im Sinn von Art. 115 Abs. 1 StPO. Dagegen 

haben  etwa  die  Aktionäre  einer  Aktiengesellschaft  und  die  Gesellschafter  einer 

GmbH sowie die wirtschaftlich Berechtigten und die Gläubiger dieser Gesellschaf-

ten keine Geschädigtenstellung inne (BGE 148 IV 170 E. 3.3; 141 IV 380 E. 2.3.3; 

140 IV 155 E. 3.3.1). Dasselbe gilt für Stiftungsräte (Urteil BGer 1B_554/2021 vom 

6. Juni 2022 E. 4.2) und die Begünstigten einer – etwa liechtensteinischen – Stif-

tung mit Rechtspersönlichkeit sowie die wirtschaftlich Berechtigten oder die Anle-

ger  eines  rechtsfähigen  Offshore-Fonds  (Urteile  BGer  1B_43/2021  vom  28. Juli 

2021 E. 3.1; 6B_1374/2020 vom 11. März 2021 E. 2.5, m. w. H.).

Im Bereich der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann dem wirtschaftlich 

Berechtigten einer Gesellschaft ausnahmsweise Parteistellung zuerkannt werden, 

wenn die Gesellschaft liquidiert wurde (vgl. BGE 139 II 404 E. 2.1.1). Eine entspre-

chende  Ausnahme  kommt  nach  der  Praxis  dann  in  Frage,  wenn  keine  Anhalts-

punkte dafür bestehen, dass die Liquidation der Gesellschaft rechtsmissbräuchlich 

erfolgte. Die wirtschaftlich berechtigte Person muss in diesem Fall zudem bewei-

sen, dass ihr der Liquidationserlös zugeflossen ist, bzw. sie muss sich eindeutig als 

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Begünstigte  ausweisen  (Urteile  BGer  1C_321/2022  vom  12. Juli  2022  E. 1.2; 

1C_44/2022 vom 28. Januar 2022 E. 2.2; 1C_181/2020 vom 17. April 2020 E. 1.2, 

je m. w. H.). Diesen Grundsätzen ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

im  innerstaatlichen  Strafrecht  analog  Beachtung  zu  schenken  (vgl.  Urteile  BGer 

1B_490/2020  vom  9. Dezember  2020  E. 2.2;  1B_498/2017  vom  27. März  2018 

E. 4.1 f.). 

3.3. Gemäss Anzeigesachverhalt soll die Beschwerdegegnerin 1 innerhalb von 30 

Jahren die Erbschaft des am tt.mm.1983 verstorbenen C._____ im Wert von min-

destens  Fr. 26  Mio.  in  Missachtung  der  erbrechtlichen  Ansprüche  der  Töchter 

grösstenteils  verbraucht  oder  vereinnahmt  haben.  Kern  des  Nachlasses,  dessen 

Verlust die Beschwerdeführerin geltend macht, bildeten die Beteiligungen an der 

1971 gegründeten und in E._____ domizilierten Holdinggesellschaft D._____ SA 

(nachfolgend: D._____) bzw. an den von dieser gehaltenen Gesellschaften der … 

[Familie] Gruppe und der durch deren Verkauf erzielte Erlös.

Der  Darstellung  der  Beschwerdeführerin  zufolge  hätten  die  Eheleute  Gütertren-

nung vereinbart und sei, aufgrund des letzten Wohnsitzes des Erblassers, franzö-

sisches Erbrecht anwendbar. Danach habe die Beschwerdegegnerin 1 als Ehefrau 

keine Erbenstellung und sei folglich das ganze Vermögen von C._____ bei dessen 

Tod  auf  seine  Töchter  übergegangen.  Der  Beschwerdegegnerin 1  komme  nach 

französischem Erbrecht lediglich ein Nutzniessungsrecht am Nachlass in der Höhe 

von 25 % zu. Die Beschwerdegegnerin 1 habe indes nach dem Tod von C._____ 

das Nachlassvermögen bzw. die aus dem Verkauf der D._____ hervorgegangenen 

Millionen über die liechtensteinischen Stiftungen F._____ FOUNDATION (nachfol-

gend: F._____) und G._____ FOUNDATION (nachfolgend: G._____) sowie die auf 

den H._____ domizilierte I._____ S.A. (nachfolgend: I._____) transferiert und bei-

seite  geschafft  oder  zu  eigenen  Gunsten  verwendet.  Namentlich  habe  die  Be-

schwerdegegnerin 1 die Beteiligungen an der D._____ zunächst in die mutmasslich 

von ihr gegründete F._____ überführt und Einfluss auf die Begünstigungsregelung 

genommen bzw. eine solche im Widerspruch zur erbrechtlichen Situation geschaf-

fen.  1993  seien  die  Vermögenswerte  der  F._____  in  die  ebenfalls  von  der  Be-

schwerdegegnerin 1 gegründete G._____ geflossen. Damit habe letztere die Ver-

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gangenheit «auslöschen» wollen, nämlich die Herkunft der Gelder aus dem Verkauf 

der Beteiligungen an der D._____. Ab 1995 habe sich die Erbmasse dann gröss-

tenteils in der von der G._____ gehaltenen I._____ befunden. Die Beschwerdegeg-

nerin 1 habe über die genannte Zeit Millionen auf persönliche Konten umgeleitet 

und zudem Entschädigungen vereinnahmt, die im Zusammenhang mit den Verlus-

ten  aufgrund  der  zwischenzeitlichen  strafbewehrten  Vermögensverwaltung  der 

G._____ bzw. der I._____ durch die J._____ AG gestanden hätten. Die Liquidatio-

nen der I._____ und der G._____ seien mutmasslich ebenfalls auf Anweisung der 

Beschwerdegegnerin  1  erfolgt  (Urk. 15/1  S. 6 ff.;  Urk. 6  S. 1-3  bzw.  Urk. 2  S. 4, 

Rz. 5; Urk. 15/24 pag. 30101002).

Strittig ist insbesondere die Frage, ob die Beteiligungen an der D._____ direkt vom 

Erblasser  gehalten  wurden  oder  aber  schon  vor  dessen  Tod  im  Eigentum  einer 

Liechtensteinischen  Anstalt  gestanden  hatten.  Im  ersten  Fall  –  so  der  primäre 

Standpunkt der Beschwerdeführerin – wären die Beteiligungen in den Nachlass ge-

flossen und erst im Zuge der Gründung der F._____ auf Initiative der Beschwerde-

gegnerin  1  hin  in  eine  Stiftungsstruktur  überführt  worden  (Urk. 2  S. 4 ff.).  Die 

Staatsanwaltschaft geht dagegen von seit Beginn an verselbständigtem Anstalts- 

und hernach Stiftungsvermögen aus, das nicht vererbt worden sei (Urk. 6 S. 4-6). 

Nach  Ansicht  der  Beschwerdeführerin  ist  die  Beschwerdegegnerin  1  aber  selbst 

unter  Zugrundelegung  der  von  der  Staatsanwaltschaft  angenommenen  Sachver-

haltsvariante nicht entlastet. Es sei nach liechtensteinischem Recht und mangels 

anderweitiger  Anhaltspunkte  davon  auszugehen,  dass  die  Gründerrechte  an  der 

Kommerz-Kredit Anstalt beim Ableben von C._____ durch Universalsukzession auf 

die Erben, mithin die Töchter, übergegangen seien und diese ebenso Anstaltsdes-

tinatärinnen geworden seien. Die Beschwerdegegnerin 1 habe folglich die Begüns-

tigtenregelungen nicht eigenmächtig abändern und über das Vermögen auch nicht 

verfügen dürfen. Die Regelung, wonach sie zur Hälfte an den Stiftungserträgnissen 

resp. am Stiftungsvermögen begünstigt gewesen sei und zusätzlich Ausschüttun-

gen zur Sicherung des Familiensitzes in K._____ und L._____ und für die Aufrecht-

erhaltung  des  bisherigen  Lebensstandards  habe  verlangen  können,  sei  nicht 

rechtswirksam zustande gekommen. Ausserdem habe sie ohnehin weit mehr als 

die Hälfte des Gesamtvermögens bezogen und damit Vermögen der Töchter ver-

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untreut  (Urk. 15/23/2  pag.  10201017-18;  Urk. 2  S. 8-11,  unter  Verweisung  auf 

Urk. 3/3 S. 3 ff.; Urk. 26 S. 4-7). 

3.4. Gestützt auf die beigezogenen Akten und die ergänzenden Ermittlungen lässt 

sich  feststellen,  dass  am  3. Januar  1985  die  –  soweit  unbestritten  (vgl.  Urk. 2 

S. 9 f.)  –  1948  von  C._____  gegründete,  treuhänderisch  vom  M._____  (nachfol-

gend:  M._____)  gehaltene  Kommerz-Kredit  Anstalt,  N._____  [Liechtenstein],  in 

Kommerz-Kredit  Stiftung,  N._____,  umgewandelt  und  diese  wiederum  im  Jahr 

1986 in die ebenfalls in Liechtenstein domizilierte F._____ umfirmiert wurde. Auch 

diese  Stiftung  wurde  treuhänderisch  vom  M._____  gehalten  (Urk. 15/7/2/5-6; 

Urk. 15/25/1  pag.  40102825).  Gemäss  Stiftungsratsbeschluss  vom  6. Mai  1986 

hielt die F._____ zum damaligen Zeitpunkt 100 % der Aktien der D._____. Begüns-

tigte  war  die  F._____  sociedad  anonyma,  O._____  (nachfolgend:  F._____  S.A.; 

Urk. 15/7/2/7-8). Fest steht weiter, dass die Stiftung (F._____) 1987 die Beteiligun-

gen an der D._____ verkaufte und per Ende Jahr ein bilanziertes Anlagevermögen 

von rund Fr. 26.6 Mio. verzeichnete (Urk. 15/7/2/9). Mittels Beistatut vom 21. Fe-

bruar 1989 wurden als Stiftungsbegünstigte zur Hälfte die Beschwerdegegnerin 1 

und zur anderen Hälfte die Beschwerdeführerin und ihre drei Schwestern gemein-

sam bezeichnet. Ausserdem wurde festgehalten, dass eine Stiftungsbegünstigung 

erst nach Vollendung des 20. Lebensjahres geltend gemacht werden kann und über 

vorgängige Beihilfe und Unterstützung der Stiftungsrat im Einverständnis mit der 

Beschwerdegegnerin 1 entscheidet (Ziff. 3). Auch über Ersuchen um Kapitalzuwen-

dungen hatte nach Ziff. 4 der Stiftungsrat nach Rücksprache mit der Beschwerde-

gegnerin 1 zu beschliessen. Gemäss Ziff. 6 des Beistatuts waren Stiftungserträg-

nisse  vorerst  zur  Sicherung  des  Familiensitzes  in  K._____  und  L._____  und  zur 

Aufrechterhaltung  des  bisherigen  Lebensstandards  der  Begünstigten  zu  verwen-

den, solange die Beschwerdegegnerin 1 den Familienwohnsitz bewohnt bzw. be-

treut. Die getroffenen Regelungen wurden als im Einverständnis mit der Beschwer-

degegnerin 1 abänderbar erklärt (Urk. 15/7/2/11). 1993 kam es zur Gründung der 

G._____  (Urk. 15/7/2/12)  sowie  1995  zur  Gründung  der  I._____  (Urk. 15/7/2/14; 

Urk. 15/25/1 pag. 40103038 ff.). Gemäss den polizeilichen Feststellungen und Re-

konstruktion  der  Vermögensflüsse  wurde  das  Vermögen  der  F._____  auf  die 

G._____  übertragen  und  erstere  aufgelöst  (Urk. 15/24  pag.  30101116-120).  Von 

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dort soll hernach ein Grossteil an die I._____ geflossen sein (vgl. Urk. 15/24 pag. 

30101020 sowie pag. 30101125-130), deren Aktien zu 100 % von der G._____ ge-

halten wurden (Urk. 15/24 pag. 30101124). Das Beistatut der G._____ vom 5. Ap-

ril 1993 übernahm die Begünstigtenregelungen der F._____ (Urk. 15/7/2/13). Diese 

wurden später mit Beistatut vom 16. April 2010 dahingehend geändert, als neu die 

Beschwerdegegnerin 1 als Erstbegünstigte am gesamten Ertrag und Vermögen so-

wie an einem allfälligen Liquidationserlös auf Lebenszeit ohne Einschränkung ein-

gesetzt wurde. Erst nach ihrem Tod sollten die Töchter zu gleichen Teilen in die 

Rechte eintreten (Urk. 15/25/1 pag. 40102589-90). Die I._____ wurde per 24. De-

zember  2010,  die  G._____  per  10. Februar  2011  aufgelöst  (Urk. 15/24  pag. 

30101132-134). Den polizeilichen Ermittlungen zufolge wurden die Stiftungsgelder 

– soweit nachvollziehbar – über die ganze Zeit praktisch ausschliesslich an die Be-

schwerdegegnerin 1 ausbezahlt, so auch die Restguthaben bei der Auflösung und 

abschliessenden Kontosaldierungen (Urk. 15/24 pag. 30101021-25).

P._____  war  langjähriger  Stiftungsrat  bei  der  G._____  und  davor  bereits  bei  der 

F._____. Er sagte aus, die Töchter seien damit einverstanden gewesen, dass Aus-

schüttungen ausschliesslich an die Beschwerdegegnerin 1 erfolgen sollten. Es sei 

auch  besprochen  worden,  dass  primär  deren  Lebensunterhalt  und  der  Unterhalt 

der Liegenschaften bestritten werde. Nur eine der Töchter, Q._____, habe sich am 

aufwändigen  Lebensstil  der  Mutter  gestört.  Gegen  deren  primäre  Unterstützung 

hätten sie aber letztlich nicht opponiert bzw. nach seiner Einschätzung auch nicht 

zu  opponieren  gewagt  (Urk. 15/26  pag.  50101032-34  und  pag.  50101046-47). 

R._____ betätigte in ihrer Einvernahme, über die Verteilung der Erbschaft im Bild 

gewesen  zu  sein.  Ihre  Mutter  habe  immer  transparent  gehandelt.  Deren  hoher 

Geldbedarf für die Liegenschaft in K._____ sei ihr bewusst gewesen. Sie und auch 

ihre Geschwister hätten sich nie aktiv dafür interessiert, was mit der Erbschaft ge-

schehe. Es sei aber nie etwas gemacht worden, das sie nicht unterschrieben hätten 

(Urk. 15/9/2 S. 3 ff.). Auch S._____ bestätigte, mit dem was ihre Mutter gemacht 

habe, stets einverstanden gewesen zu sein, und sich nicht um das ihr zustehende 

Erbe «geprellt» zu fühlen (Urk. 15/9/4 S. 3, S. 5). Q._____ und die Beschwerde-

gegnerin 1 machten keine Aussagen (vgl. Urk. 15/26 pag. 50101001-12). Die Be-

schwerdeführerin bestritt dagegen, dass beim Tod des Vaters über die Erbschaft 

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gesprochen  worden  sei.  Auch  sie  sagte  aus,  sich  nicht  aktiv  dafür  bzw.  für  das 

Schicksal des Stiftungsvermögens interessiert zu haben. Sie habe ihrer Mutter ver-

traut. Diese habe die Töchter nicht über ihre Transaktionen orientiert. Weiter bestä-

tigte die Beschwerdeführerin den Erhalt bzw. die Auszahlung verschiedener nam-

hafter Summen aus dem Vermögen des Vaters an die Töchter in der Zeit von 1981 

bis 2014. Den von der Verteidigung geltend gemachten Geldbedarf für den Unter-

halt  des  Familienwohnsitzes  in  K._____  bestritt  die  Beschwerdeführerin  als  zu 

hoch. Sie bejahte, eine gewisse Zeit selber dort gewohnt und dafür nichts bezahlt 

zu haben. Der Annahme, es sei der Wille des Vaters gewesen, dass mit einer lange 

vor seinem Tod errichteten «Stiftung» der Familienunterhalt bestritten werden solle, 

solange  sie  im  Haus  in  K._____  wohnten,  entgegnete  die  Beschwerdeführerin, 

dass sie das nicht glaube und die Frage im Übrigen unklar sei. Er habe die Anstalt 

mit  25  Jahren  gegründet  und  damals  noch  nicht  gewusst,  ob  er  je  heiraten  und 

Kinder haben werde. Abschliessend erklärte sie, mit der Strafanzeige Ehrlichkeit 

und  Transparenz  und  eine  richtige  erbrechtliche  Verteilung  erreichen  zu  wollen 

(Urk. 15/9/1 S. 4 ff., S. 7 f., S. 9 f., S. 12).

3.5. Die  fraglichen  Vorgänge  liegen  zeitlich  nach  dem  Tod  von  C._____  und  er-

streckten sich von 1983 bis zur Auflösung der G._____ im Jahr 2011 (vgl. Urk. 15/

1  S. 14).  Insbesondere  die  von  der  Beschwerdeführerin  in  den  Raum  gestellten 

möglicherweise  rechtswidrigen  Vorgehensweisen  der  Beschwerdegegnerin  1  im 

Zusammenhang mit einer erst nach dem Tod von C._____ erfolgten Überführung 

der Beteiligungen an der D._____ in eine Stiftungsstruktur bzw. einer allenfalls erb-

rechtswidrigen  Übernahme  und  Ausübung  oder  Anmassung  von  anstaltlichen 

Gründerrechten datieren in den 1980er-Jahren. Eine insofern strafbewehrte Verfü-

gung  über  Nachlassvermögen  zum  Nachteil  der  Töchter  wäre  sowohl  nach  dem 

früheren, bis zum 30. September 2002 geltenden wie auch nach neuem Recht ver-

jährt (vgl. aArt. 70 und aArt. 72 Ziff. 2 StGB; AS 1994 2290 2307 und BBl 1991 II 

969 989 f.; Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB). Die Beschwerdeführerin macht geltend, das 

Vorgehen der Beschwerdegegnerin 1 sei von Beginn weg darauf ausgerichtet ge-

wesen, sich den gesamten Nachlass zu eigen zu machen und ihn den Töchtern zu 

entziehen (Urk. 2 S. 10, S. 14 f.; Urk. 26 S. 7; Urk. 15/23/2 pag. 10201017 f.). Die 

sich über Jahrzehnte erstreckenden, diversen Geschehnisse können indes recht-

- 11 -

lich nicht als natürliche Handlungseinheit im Sinne der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung  begriffen  werden,  so  dass  die  Verjährung  für  jede  mutmassliche  Tat-

handlung gesondert zu beurteilen wäre (vgl. BGE 132 IV 49 E. 3.1.1.3, m. w. H., = 

Pra 96 [2007] Nr. 12). Angesichts einer Verjährungsfrist von maximal 15 Jahren für 

die in Frage kommenden Vermögensdelikte scheiterte eine Strafverfolgung somit 

von  vornherein  für  Handlungen  in  der  Zeit  von  1983  bis  gegen  Ende  2009  (vgl. 

Art. 319 Abs. 1 lit. d und Art. 329 Abs. 1 lit. b und Abs. 4 StPO). Davon scheint im 

Übrigen auch die Beschwerdeführerin auszugehen. Gemäss ihren Ausführungen 

in der Strafanzeige stellt sich die Frage der Strafbarkeit der Beschwerdegegnerin 1 

aufgrund des Verjährungsrechts in Bezug auf Handlungen ab Ende 2009/Anfang 

2010 (Urk. 15/1 S. 6 Rz. 5). 

Folgt  man  den  Schlussfolgerungen  der  Staatsanwaltschaft,  handelte  es  sich  bei 

den Beteiligungen an der D._____ im Zeitpunkt des Ablebens von C._____ im Jahr 

1983 um Vermögen der damals noch Kommerz-Kredit Anstalt, N._____. Das inter-

nationale  Privat-  und  Zivilprozessrecht  war  zum  damaligen  Zeitpunkt  erst  dürftig 

gesetzlich geregelt, was insbesondere in Bezug auf das Gesellschaftsrecht zutraf. 

Die herrschende Lehre und die dannzumal neuere bundesgerichtliche Rechtspre-

chung  folgten  grundsätzlich  der  Inkorporationstheorie,  die  auch  im  Bereich  der 

Staatsverträge bevorzugt wurde. Danach war eine Gesellschaft demjenigen Recht 

unterstellt, nach dem sie sich gebildet und - soweit notwendig - in ein Register ein-

getragen hatte. Eine entsprechende Regelung wurde in das am 1. Januar 1989 in 

Kraft getretene IPRG übernommen und gilt bis heute (Art. 154 IPRG; zum Ganzen: 

Botschaft zum Bundesgesetz über das internationale Privatrecht [IPR-Gesetz] vom 

10. November 1982, BBl 1983 I 263 ff., S. 264 und S. 441 f.) Somit hätte nach dem 

insofern  fortwährend  anwendbaren  liechtensteinischen  Recht  (vgl.  auch  Art.  196 

IPRG) von Beginn weg verselbständigtes Vermögen vorgelegen (vgl. Urk. 15/7/2/

5;  Art. 534  Abs. 1  PGR/LI;  Vogt,  Die  liechtensteinische  privatrechtliche  Anstalt, 

Eine Rechtsform zwischen Kapitalgesellschaft und Stiftung, Diss. 2020, S. 26). Ver-

mögensträgerin war gegebenenfalls die Anstalt als juristische Person. Daran än-

derte  auch  die  von  der  Beschwerdeführerin  geltend  gemachte  Vererblichkeit  der 

anstaltlichen Gründerrechte (Urk. 2 S. 10 f. und Urk. 26 S. 4 f.) nichts. Auch ihrer 

Darstellung zufolge wurden die Beteiligungen an der D._____ zudem spätestens 

- 12 -

1986 in eine liechtensteinische Stiftung überführt, wobei einzige Begünstigte eine 

Gesellschaft war. So oder anders bildeten die hier interessierenden Vermögens-

werte, die aus dem späteren Verkauf der Aktien der D._____ stammten, somit im 

noch  relevanten  mutmasslichen  Deliktszeitraum  längst  und  fortwährend  verselb-

ständigtes  Stiftungsvermögen.  Liechtensteinische  Stiftungen  haben  eigene 

Rechtspersönlichkeit. Dies geht aus der expliziten Definition der Stiftung nach dem 

in der heutigen Fassung am 1. April 2009 in Kraft getretenen Art. 552 § 1 Abs. 1 

PGR/LI hervor (LR 216.0; LGBl 2009.220), galt indes bereits unter dem früheren 

Stiftungsrecht  (vgl.  Schauer,  in:  Heiss/Lorenz/Schauer  [Hrsg.],  Kommentar  zum 

liechtensteinischen  Stiftungsrecht,  2. Aufl.  2022,  Art. 552  N. 2).  Auf  eine  etwaige 

Nichtigkeit der Stiftungserrichtungen beruft sich die Beschwerdeführerin zu Recht 

nicht, zumal hierfür eine allfällige Verletzung ihrer subjektiven Erbrechte und ent-

sprechende Absichten der Beschwerdegegnerin 1 nicht genügten und solche über-

dies  auch  keineswegs  offenkundig  sind  (vgl.  Ernst,  in:  Heiss/Lorenz/Schauer 

[Hrsg.], a. a. O., Art. 124 N. 8 ff.).

3.6. Betreffend die Ausschüttungen von Stiftungsvermögen an die Beschwerdegeg-

nerin 1 steht nicht zur Diskussion, dass ihr die Gelder zum Zwecke der anderweiti-

gen treuhänderischen Verwaltung für die Töchter bzw. mit der entsprechenden Ver-

pflichtung ausbezahlt worden wären. Vielmehr lautet der Vorwurf dahingehend, sie 

habe unter Irreführung ihrer Töchter über die erbrechtliche Situation und unter Be-

einflussung der Stiftungsräte die gesamten Stiftungsgelder zu ihren Gunsten erhält-

lich gemacht und so die Erbschaft vereinnahmt. Die möglicherweise über- oder un-

rechtmässigen Ausschüttungen erfolgten somit in erster Linie zulasten des Gesell-

schafts- bzw. Stiftungsvermögens. Dasselbe gilt für die der Beschwerdegegnerin 1 

vorgeworfene  Vereinnahmung  von  Entschädigungen  für  die  durch  eine  externe 

Vermögensverwalterin eingefahrenen Verluste der I._____ und der G._____. Das 

Vorbringen der Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin 1 habe aktiv in die 

Geschäftsführung der Stiftungen eingegriffen und die Stiftungsräte instruiert, ändert 

nichts. Die Beschwerdeführerin schliesst daraus auf eine faktische Organstellung 

der Beschwerdegegnerin 1 und folglich darauf, dass letzterer das Stiftungsvermö-

gen anvertraut gewesen sein könnte und eine Veruntreuung nach Art. 138 Ziff. 1 

Abs. 2 StGB möglich sei. Weiter vertritt sie die Ansicht, der Beschwerdegegnerin 1 

- 13 -

sei allenfalls ein täuschendes Verhalten gegenüber den jeweiligen für die Ausschüt-

tungen und die Errichtung von Begünstigtenregelungen verantwortlich zeichnenden 

Stiftungsräten  im  Sinne  des  Betrugstatbestands  (Art. 146  StGB)  anzulasten. 

Ebenso sei unter Berücksichtigung einer faktisch gelebten Organstellung der Tat-

bestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB) nicht ausgeschlos-

sen  (Urk. 2  S. 16).  Diesen  Szenarien  gemeinsam  ist  aber  gerade  der  Umstand, 

dass – wenn überhaupt – einzig die Stiftung als Vermögensträgerin unmittelbar ge-

schädigt  war.  Eine  nur  mittelbare  Betroffenheit  der  Beschwerdeführerin  als  Stif-

tungsbegünstigte begründet jedoch wie erwogen grundsätzlich keine strafprozes-

suale Geschädigtenstellung im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO. Daraus lässt sich 

somit auch kein Beschwerderecht nach Art. 322 Abs. 2 und Art. 382 Abs. 1 StPO 

ableiten.

Eine anderweitige Legitimation zur Beschwerdeerhebung legt die anwaltlich vertre-

tene Beschwerdeführerin weder im Rahmen der Beschwerde noch anlässlich ihrer 

Replik dar. Von der diesbezüglichen Begründungspflicht ist sie auch nicht deshalb 

befreit, weil sie gegen die erste Verfahrenseinstellung erfolgreich Beschwerde ge-

führt hat, zumal ihre Beschwerdelegitimation von der Staatsanwaltschaft im aktuel-

len Beschwerdeverfahren konkret und unter Bezugnahme auf mögliche Sachver-

halte in Abrede gestellt wird. Es obliegt nicht der Beschwerdeinstanz, nach anderen 

Sachverhalten zu suchen, hinsichtlich derer die Beschwerdeführerin als unmittelbar 

Geschädigte in Frage kommen könnte.

3.7. Gestützt auf die gegenwärtige, ergänzte Aktenlage folgt auch aus dem Unter-

gang der G._____ nicht ohne Weiteres eine – ohnehin nur ausnahmsweise zuzu-

gestehende  –  Berechtigung  zur  Beschwerdeerhebung.  Die  Liquidation  liegt  über 

zehn Jahre zurück. Es wurden umfangreiche Ermittlungen zur Klärung der Eigen-

tumsverhältnisse an den ursprünglichen Beteiligungen der D._____ zum Zeitpunkt 

des Todes von C._____ und zur Klärung der jeweiligen wirtschaftlichen Berechti-

gungen an den verschiedenen involvierten Gesellschaften sowie der stiftungsrecht-

lichen  Begünstigtenregelungen  getätigt.  Es  konnten  keine  eindeutigen  Erkennt-

nisse gewonnen werden. Es steht insbesondere nach wie vor zumindest ernsthaft 

im Raum, dass die D._____ von Beginn weg verselbständigtes Anstalts- bzw. Stif-

- 14 -

tungsvermögen war (vgl. Urk. 6 S. 5 ff.; Urk. 15/24 pag. 30101001-32). Dies räumt 

auch  die  Beschwerdeführerin  ein,  die  lediglich  umgekehrt  geltend  macht,  es  sei 

nicht ausgeschlossen, dass es sich beim Vermögen der D._____ um Nachlassver-

mögen gehandelt habe (Urk. 2 S. 5, Rz. 9). Zu beachten ist weiter, dass als Be-

günstigte der F._____, die unbestritten ab 1986 die Beteiligungen der D._____ hielt, 

ursprünglich  eine  in  O._____  domizilierte  Gesellschaft  fungierte.  P._____  ver-

mochte anlässlich seiner Befragung lediglich die Vermutung zu äussern, dass die 

Beteiligungen 

an 

dieser 

Gesellschaft 

von 

der 

Familie 

A._____B._____C._____Q._____R._____S._____ 

gehalten  worden 

seien 

(Urk. 15/26  pag.  50101025,  Frage  60  und  pag.  50101046,  Fragen  156 f.).  Der 

Schluss,  dass  die  damaligen  Aktionäre  der  F._____  S.A.  unbekannt  sind,  findet 

sich  auch  in  dem  im  Auftrag  von  R._____  und  S._____  erstellten  Memorandum 

(Urk. 15/7/4 S. 3). Über eine Aufteilung im Innenverhältnis ist nichts bekannt. Ende 

der 1980er-Jahre wurde sodann die hälftige Begünstigtenregelung zugunsten der 

Beschwerdegegnerin 1 einerseits und deren Töchter andererseits getroffen und die 

Priorisierung des Unterhalts der Liegenschaften und des Lebensunterhalts der Fa-

milie entsprechend dem bis dahin gelebten Standard festgelegt. Zugleich räumte 

der damalige Stiftungsrat der F._____ der Beschwerdegegnerin 1 die erwähnten 

Mitwirkungsbefugnisse ein. Diese Regelungen übernahm der Stiftungsrat später für 

die G._____, die im Übrigen die Beteiligungen an der I._____ hielt. Faktisch wurde 

seit jeher eine Erstbegünstigung der Beschwerdegegnerin 1 gelebt, dies gemäss 

den Aussagen von P._____ und zwei Schwestern der Beschwerdeführerin im ex-

pliziten Einvernehmen mit den Töchtern. Schliesslich erfolgte sogar eine dahinge-

hende Abänderung des Begünstigtenreglements der G._____. Der ursprüngliche 

Wille  des  Erblassers  steht  auch  den  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  zufolge 

nicht eindeutig fest. Unbestritten ist zudem, dass die Töchter bereits namhafte Zu-

wendungen aus dem Vermögen des Vaters erhalten haben.

Vor diesem Hintergrund kann jedenfalls nicht davon ausgegangen werden, die Be-

schwerdeführerin sei klar als Begünstigte der Liquidation der G._____ ausgewie-

sen und sei insofern geschädigt. Grund dafür sind die umstrittene erbrechtliche Si-

tuation bzw. der Verzicht auf den Vollzug der Erbteilung sowie die von der Familie 

im  Einvernehmen  geschaffenen  oder  zumindest  jahrelang  tolerierten  Strukturen. 

- 15 -

Es ist aber nicht primär die Aufgabe des Strafrechts, zunächst eine komplexe erb-

rechtliche Auseinandersetzung zu führen bzw. im Falle des Verpassens oder Un-

terlassens zivilrechtlicher Klagen Abhilfe zu schaffen und hierfür ein mittels in «Off-

shore-Destinationen» domizilierten Gesellschaften und Stiftungen aufgebautes und 

entsprechend undurchsichtiges Vermögensverwaltungskonstrukt zu entflechten.

4. Zusammenfassend ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.

III.

1. Gemessen an der Bedeutung und Schwierigkeit des Falls sowie am Zeitaufwand 

des  Gerichts  ist  die  Gerichtsgebühr  für  das  Beschwerdeverfahren  auf  Fr. 2800.– 

festzusetzen (§ 17 Abs. 1 i. V. m. § 2 Abs. 1 lit. b–d GebV OG). Die Beschwerde-

führerin hat die Kosten des vorliegenden Verfahrens ausgangsgemäss zu tragen 

(Art. 428 Abs. 1 StPO). 

2. Der Entschädigungsentscheid wird durch den Kostenentscheid präjudiziert (BGE 

137 IV 352 E. 2.4.2). Die unterliegende Beschwerdeführerin hat entsprechend kei-

nen Anspruch auf Parteientschädigung.

Die Beschwerdegegnerin 1 hat weder Anträge in der Sache gestellt noch einen An-

spruch auf Entschädigung geltend gemacht (Urk. 18; Urk. 31). Eine solche ist ihr 

daher auch nicht zuzusprechen.

3. Die  Beschwerdeführerin  hat  für  das  Beschwerdeverfahren  für  allfällige  Kosten 

und Entschädigungen eine Kaution von Fr. 5000.– geleistet (vgl. Urk. 7; Urk. 10). 

Die ihr auferlegten Kosten sind von der Sicherheitsleistung zu beziehen. Im Rest-

betrag ist diese der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten, unter Vorbehalt allfälli-

ger Verrechnungsansprüche des Staates.

Es wird beschlossen:

1.

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

- 16 -

2.

Die Gerichtsgebühr für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 2800.– festge-

setzt und der Beschwerdeführerin auferlegt.

3.

4.

Parteientschädigungen werden keine zugesprochen.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens gemäss Dispositiv-Ziffer 2 werden 

von der Sicherheitsleistung der Beschwerdeführerin bezogen.

Im Restbetrag wird die Sicherheitsleistung zurückerstattet, unter Vorbehalt 

allfälliger Verrechnungsansprüche des Staates.

5.

Schriftliche Mitteilung an:







Rechtsanwältin lic. iur. X._____, zweifach, für sich und zuhanden der 
Beschwerdeführerin, unter Beilage von Urk. 31 in Kopie (per Gerichts-
urkunde)

Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, zweifach, für sich und zuhanden der Be-
schwerdegegnerin 1, unter Beilage von Urk. 14 in Kopie (per Gerichts-
urkunde)

die Staatsanwaltschaft See/Oberland, unter Beilage von Urk. 18 und 
Urk. 31, je in Kopie (gegen Empfangsbestätigung)

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an:





Staatsanwaltschaft See/Oberland unter Rücksendung der 
beigezogenen Akten [Urk. 15] (gegen Empfangsbestätigung) 

die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch).

6.

Rechtsmittel:

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-

den.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

gemäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des 

- 17 -

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-

reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.

Zürich, 12. Dezember 2024

Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer

Präsident:

Gerichtsschreiberin:

lic. iur. D. Oehninger

Dr. iur. S. Zuberbühler Elsässer