# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5d72ee59-3810-5bec-b2af-70d000992748
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.08.2008 C-8063/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-8063-2007_2008-08-19.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-8063/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richter Blaise Vuille, 
Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiberin Denise Kaufmann.

S._______, 
Beschwerdeführer,
vertreten durch Advokat Peter Volken,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Visum zu Besuchszwecken für O._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-8063/2007

Sachverhalt:

A.
Die aus Kenia stammende, 1979 geborene O._______ (Im Folgenden: 
Gesuchstellerin) beantragte bei der Schweizerischen Botschaft in Nai-
robi am 1. Oktober 2007 ein Visum für einen dreimonatigen Besuchs-
aufenthalt bei ihrem Freund S._______ (im Folgenden: Gastgeber bzw. 
Beschwerdeführer) in Brig-Glis (VS). Die Schweizer Vertretung lehnte 
es ab, in eigener Kompetenz ein Visum zu erteilen und leitete das Ge-
such zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz weiter.

Der Gastgeber war schon zuvor mit  einem Einladungsschreiben, da-
tiert vom 13. August 2007, an die Schweizer Vertretung gelangt. Darin 
führte er im Wesentlichen aus, sein Bruder lebe in Kenia und sei mit 
einer Kenianerin verheiratet. Die Gesuchstellerin kenne er seit Oktober 
2006 und habe sie bisher zweimal in Kenia besucht. Während des ge-
planten Besuchsaufenthalts in der Schweiz wolle er sie näher kennen 
lernen. Er lebe seit drei Jahren mit einem transplantierten Herzen. Es 
gehe ihm zwar gut,  die Ärzte hätten aber von weiteren Reisen nach 
Kenia abgeraten, weil die medizinische Versorgungslage dort ungenü-
gend sei. 

In  einem  gleichzeitig  eingereichten  ärztlichen  Attest  vom  9.  August 
2007  bestätigt  eine  Fachärztin  für  innere  Medizin  in  Brig,  dass  der 
Gastgeber seit Januar 2005 mit einem fremden Herzen lebe. Er sei – 
um eine Abstossung zu verhindern – lebenslang auf Einnahme von Im-
munsuppressiva angewiesen. Auf seiner letzten Reise im Januar 2007 
sei  er  in  Kenia ernsthaft  erkrankt. Nach eigenen Angaben plane der 
Patient  im Herbst  2007 eine neuerliche Reise nach Kenia, was aber 
aus ärztlicher Sicht als hohes Risiko zu werten wäre und nicht befür-
wortet werden könne. 

B.
Die Vorinstanz verweigerte die Einreisebewilligung in einer Verfügung 
vom 15. November 2007. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, 
die  anstandslose  und  fristgerechte  Wiederausreise  nach  einem  Be-
suchsaufenthalt könne nicht als gesichert betrachtet werden. Die Ge-
suchstellerin  lebe  in  einer  Region,  aus  der  als  Folge der  dort  herr-
schenden wirtschaftlichen und soziokulturellen Verhältnisse ein anhal-
tend  starker  Zuwanderungsdruck  festzustellen  sei.  Weder  in  berufli-
cher noch in familiärer Hinsicht seien bei der Gesuchstellerin Umstän-

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de auszumachen, die besondere Gewähr für eine Wiederausreise bie-
ten könnten. 

C.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 27. November 2007 (verfasst vom Gast-
geber selbst und von dessen Rechtsvertreter) wird beim Bundesver-
waltungsgericht beantragt, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuhe-
ben und der  Gesuchstellerin  sei  das  gewünschte Visum zu erteilen. 
Zur  Begründung wird  gerügt,  die  Vorinstanz  gehe zu Unrecht  davon 
aus, die Wiederausreise der Gesuchstellerin nach einem Besuchsauf-
enthalt wäre nicht gesichert. Diese wolle spätestens nach drei Mona-
ten wieder zu ihrer Familie nach Kenia zurückkehren. Der Besuch in 
der  Schweiz  diene vor  allem dazu,  dass  die  Beteiligten sich  besser 
kennen lernen könnten; eine spätere Heirat sei nicht ausgeschlossen. 
Die Vorinstanz habe in ihrem Entscheid nicht berücksichtigt, dass der 
Beschwerdeführer wegen der damit verbundenen erheblichen gesund-
heitlichen Risiken nicht nach Kenia reisen sollte. Mit ihrem Entscheid 
werde den Beteiligten ein näheres Kennenlernen verunmöglicht. Wei-
ter wird ausgeführt, der Beschwerdeführer garantiere für eine fristge-
rechte Wiederausreise der Gesuchstellerin.

D.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 16. Januar 2008 
auf Abweisung der Beschwerde.

E.
In  einer  Replik  vom 8. Februar 2008 lässt  der Beschwerdeführer  an 
seinen Rechtsbegehren und an deren Begründung festhalten. Die Vor-
instanz habe mit der Verweigerung rechtsungleich bzw. willkürlich ent-
schieden. Seinem Bruder seien vor vier Jahren solche Besuche einer 
Kenianerin unter vergleichbaren Verhältnissen bewilligt worden. Heute 
seien die Beiden verheiratet und lebten in Kenia. In einer der Replik 
beigelegten  persönlichen  Notiz  vom  7.  Februar  2008  hält  der  Be-
schwerdeführer u.a. fest, dass er die Gesuchstellerin im Vormonat er-
neut in Kenia besucht habe, dies trotz Abraten des Arztes. 

F.
Mit Eingabe vom 26. Februar 2008 ersuchte der Beschwerdeführer um 
Durchführung  einer  öffentlichen  Parteiverhandlung.  Diesen  Antrag 
lehnte der Instruktionsrichter mit Verfügung vom 5. März 2008 ab. In ei-
ner weiteren Eingabe vom 3. Juni 2008 informierte der Beschwerde-

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führer das Bundesverwaltungsgericht darüber, dass er die Gesuchstel-
lerin vom 21. April bis 28. Mai 2008 wiederum in Kenia besucht habe.

G.
Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit entscheidswesentlich, in den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen  des  Bundesamtes  für  Migration  (BFM)  betreffend 
Verweigerung der Einreisebewilligung unterliegen der Beschwerde an 
das Bundesverwaltungsgericht (Art. 31, Art. 32 sowie Art. 33 Bst. d des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ver-
waltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 
Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 
173.110]).

1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 48 VwVG zur Beschwerde 
legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).

2.
Am 1. Januar 2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. Dezember 
2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) sowie 
die dazugehörigen Ausführungsverordnungen in Kraft (u.a. die Verord-
nung vom 24. Oktober  2007 über  das Einreise-  und Visumverfahren 
[VEV, SR 142.204]). Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt auf Gesuche, 
die vor dem Inkraftreten des AuG eingereicht worden sind, das bisheri-
ge Recht anwendbar. Die Beurteilung erfolgt somit noch nach dem al-
ten  Recht.  Einschlägig  sind  das  Bundesgesetz  vom  26. März  1931 
über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Ziff. I des Anhangs zum AuG) 
und die Verordnung vom 14. Januar 1998 über die Einreise und An-
meldung von Ausländerinnen  und Ausländern  (aVEA,  AS 1998 194, 
zum vollständigen Quellennachweis vgl. Art. 39 VEV).

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3.
3.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen 
Anspruch auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist von 
der  Bewilligungsbehörde  in  pflichtgemässer  Ausübung  ihres  Ermes-
sens zu fällen (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 aANAG, Art. 9 Abs. 1 aVEA, 
PETER UEBERSAX,  Einreise und Anwesenheit, in:  PETER UEBERSAX /  PETER 
MÜNCH / THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), Ausländerrecht, Auslän-
derinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht 
und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143;  URS 
BOLZ, Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt 
a.M. 1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La protection de 
la vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel usw. 
2000, S. 24).

3.2 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz einen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund beson-
derer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 
5 aVEA). Um ein Visum zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Aus-
länder die in Artikel 1 Absatz 2 aVEA aufgeführten Voraussetzungen 
erfüllen. Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wie-
derausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c aVEA).

4.
4.1 Die Gesuchstellerin benötigt aufgrund ihrer Nationalität zur Einrei-
se in die Schweiz nebst dem Pass ein Visum. Die Vorinstanz verwei-
gerte die Erteilung eines solchen Visums mit der Begründung, die an-
standslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinrei-
chend gesichert.

4.2 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wie-
derausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. 
Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich 
Prognosen treffen. Dabei rechtfertigt es sich durchaus, Einreisegesu-
chen von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit po-
litisch respektive wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnis-
sen zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die persönli-
che  Interessenlage  in  solchen  Fällen  häufig  nicht  mit  dem Ziel  und 
Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.

4.3 In  Kenia  sind  breite  Bevölkerungsschichten  von  vergleichsweise 
schwierigen  ökonomischen  und  sozialen  Lebensbedingungen  betrof-
fen. Zwischen 1990 und 2002 (unter der damaligen Regierung von Da-

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niel arap Moi) war Kenia von einem anhaltenden wirtschaftlichen und 
sozialen Niedergang geprägt. So lag das Pro-Kopf-Einkommen 2002 
mit USD 360 unterhalb des Niveaus von 1990 mit USD 380. Der Bevöl-
kerungsanteil mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze stieg 
von 43,3% im Jahre 1990 auf geschätzte 56% im Jahre 2002 (Quelle: 
Landesweites Monitoring von Strategien nachhaltiger Armutsbekämp-
fung/PRSPs, Band 2: Länderstudien Burkina Faso, Kenia, Nicaragua, 
Vietnam, August 2004, S. 82 ff.; Herausgeber: Deutsche Gesellschaft 
für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH, im Auftrag des Bundes-
ministeriums  für  wirtschaftliche  Zusammenarbeit  und  Entwicklung, 
www.bmz.de). Auch heute noch sind viele – vornehmlich junge – Men-
schen arbeitslos oder in unsicheren Verhältnissen beschäftigt. Obwohl 
das Wirtschaftswachstum im Jahre 2006 6,1% betrug und die Progno-
se für das Jahr 2007 bei 7% lag, leben nach wie vor rund 56% der Be-
völkerung unterhalb der Armutsgrenze. Hinzu kommt, dass in Kenia in 
jüngster  Vergangenheit  wiederholt  Menschenrechtsverstösse  durch 
staatliche Organe zu verzeichnen waren; dies insbesondere im Zuge 
von nach den umstrittenen Wahlen vom 27. Dezember 2007 ausgebro-
chenen  Unruhen  (Quelle:  www.auswaertiges-amt.de  ,  Stand  Januar 
2008, besucht am 9. Juli 2008). Entsprechend hoch ist der Anteil jener, 
die versuchen, nach Westeuropa – unter anderem auch in die Schweiz 
–  zu  gelangen,  um sich  unter  günstigeren Lebensbedingungen  eine 
(bessere)  Existenz  aufzubauen.  Diese  Tendenz  zur  Auswanderung 
zeigt sich erfahrungsgemäss besonders stark bei jüngeren und unge-
bundenen  Personen,  die  bereits  über  ein  minimales  soziales  Bezie-
hungsnetz  im Ausland  (Verwandte  oder  Freunde)  verfügen. Im Falle 
der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven fremdenpolizeilichen 
Zulassungsregelung nicht  selten  zur  Umgehung ausländerrechtlicher 
Bestimmungen.

5.
5.1 Bei  der Risikoanalyse sind allerdings nicht  nur solch allgemeine 
Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte 
des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt  einer Gesuch-
stellerin oder einem Gesuchsteller im Heimatland beispielsweise eine 
besondere berufliche,  gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, 
kann  dieser  Umstand  durchaus  die  Prognose  für  eine  anstandslose 
Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt  muss bei Antragstellerinnen 
und Antragstellern, die in ihrer Heimat keine besonderen Verpflichtun-
gen haben, das Risiko für ein fremdenpolizeilich nicht regelkonformes 

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http://www.auswaertiges-amt.de/

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Verhalten (nach bewilligter Einreise zu einem Besuchsaufenthalt) hoch 
eingeschätzt werden.

5.2 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um eine 29-jährige, unver-
heiratete Frau. In einem am 15. August 2007 ausgefüllten Fragebogen 
der Schweizerischen Botschaft hatte sie die Frage nach der Existenz 
eigener Kinder ("Do you have children? Where are they living? What 
ist the Name of the father/mother?") zwar verneint (Antwort: "No"). Aus 
einer  Übermittlungsnotiz  der  Schweizerischen  Vertretung  in  Nairobi 
und aus der  Stellungnahme des Beschwerdeführers  vom 7. Februar 
2008 ergibt sich demgegenüber, dass sie Mutter zweier Kinder ist und 
- zumindest zweitweise - zusammen mit diesen und ihrer eigenen Mut-
ter  in  einem  gemeinsamen  Haushalt  in  Nairobi  lebt.  Der  Umstand, 
dass die Schweizerische Vertretung schon nach Gesuchseinreichung 
von der Existenz der Kinder wusste, lässt vermuten, die Gesuchstelle-
rin  habe das Formular  irrtümlich  falsch ausgefüllt  und den Umstand 
ansonsten nicht verheimlicht. Als Mutter zweier Kinder dürfte die Ge-
suchstellerin durchaus familiäre Verpflichtungen im Heimatland haben. 
Diese  sind  aber  insofern  zu  relativieren,  als  die  Gesuchstellerin  er-
werbstätig ist und die Betreuung der Kinder – zumindest während den 
Arbeitstagen - von der Grossmutter wahrgenommen wird. Kommt hin-
zu, dass zurückbleibende Familienangehörige für sich allein noch kei-
ne  Garantie  für  eine  anstandslose  und  fristgerechte  Wiederausreise 
nach einem Besuchsaufenthalt bieten. Wesentliche Bedeutung kommt 
hier in aller Regel den wirtschaftlichen Verhältnissen zu, in denen sich 
die Betroffenen befinden. Der Wunsch nach einer Emigration ist näm-
lich häufig auch mit der Hoffnung und Erwartung verbunden, nahe An-
gehörige später nachziehen zu können, bzw. zurückbleibende Famili-
enmitglieder aus dem Ausland besser unterstützen zu können, was in 
vielen Fällen nicht unrealistisch sein dürfte. Dass die Gesuchstellerin 
für längere Zeit von ihren Kindern fernbleiben und deren Betreuung ei-
ner Drittperson überlassen kann, zeigt auch die Dauer des geplanten 
Auslandaufenthalts:  Die  Gesuchstellerin  möchte  gleich  für  volle  drei 
Monate zu Besuch in die Schweiz reisen.

5.3 Im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung war die Gesuchstellerin er-
werbstätig. Gemäss eingereichter Arbeitgeberbestätigung und ihren ei-
genen Angaben war sie damals schon seit dreieinhalb Jahren bei ei-
ner  Marketing-Firma  in  Mombasa  als  Receptionistin  angestellt.  Die 
gleiche Bestätigung autorisierte sie zu einem dreimonatigen Ausland-
aufenthalt. Aus den Akten ist  allerdings  nicht  ersichtlich,  in  welchen 

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wirtschaftlichen  Verhältnissen  sie  und  ihre  Kindern  leben.  Ob  die 
Gesuchstellerin  noch  heute  bei  der  erwähnten  Firma  arbeitet,  und 
welchen Lohn sie dabei bezieht, ist nicht bekannt. Immerhin vermerkte 
sie  im  Zusatz-Fragebogen  der  Schweizer  Vertretung  (auf  die  Frage 
nach ihren Zukunftsplänen), sie möchte wieder das College besuchen 
und dann als Krankenschwester im "coast provincial General Hospital" 
in Mombasa arbeiten. In Würdigung der vorhandenen Unterlagen kann 
demnach bei  der  Gesuchstellerin  nicht  von stabilen,  auf  die Zukunft 
ausgerichteten  beruflichen  Verhältnissen  ausgegangen  werden,  die 
verlässlich von einer Emigration abzuhalten vermöchten.

5.4 Der  Beschwerdeführer  räumt  ein,  dass  eine  Heirat  früher  oder 
später in Erwägung gezogen werden könnte. Dagegen ist an sich unter 
dem Gesichtspunkt der Risikoabwägung in Bezug auf die gesicherte 
Wiederausreise solange nichts einzuwenden, als die Einreise zur Hei-
rat  und zum Verbleib beim Ehegatten dann auch als  solche geplant 
und deklariert,  eine Heirat also nicht während des für einen blossen 
Besuch beantragten Aufenthalts ins Auge gefasst würde. Entscheidend 
ist aber, dass die Zuversicht des Beschwerdeführers - was die Pläne 
und Absichten der Gesuchstellerin betrifft - nicht ohne weiteres geteilt 
werden kann. Gesuchstellerin und Gastgeber kennen sich erst seit Ok-
tober 2006 und damit noch keine zwei Jahre. Über die persönlichen, 
familiären  und  wirtschaftlichen  Verhältnisse  der  Gesuchstellerin  ist  - 
wie aufgezeigt - nur wenig bekannt. Kommt hinzu, dass zwischen den 
Beiden ein massiver Altersunterschied von rund 34 Jahren besteht. 

5.5 Vor dem aufgezeigten persönlichen und allgemeinen Hintergrund 
durfte  die  Vorinstanz  demnach  davon  ausgehen,  dass  keine  hinrei-
chende Gewähr für eine fristgerechte und anstandslose Wiederausrei-
se der Gesuchstellerin nach einem Besuchsaufenthalt besteht. An die-
ser Beurteilung vermögen die Zusicherungen des Beschwerdeführers 
nichts zu ändern. Er wendet in diesem Zusammenhang ein, dass er 
sich schriftlich für die Wiederausreise der Gesuchstellerin verpflichtet 
und auch eine finanzielle Garantie geleistet habe. Es besteht sicherlich 
kein Anlass, an der Integrität des Beschwerdeführers in seiner Eigen-
schaft als Gastgeber zu zweifeln. Bei der Abwägung des Risikos einer 
nicht fristgerechten Wiederausreise sind aber nicht so sehr die Einstel-
lung beziehungsweise die Absichten des  Gastgebers,  sondern  ist  in 
erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Bedeutung. 
Als Gastgeber kann der Beschwerdeführer zwar für gewisse finanzielle 
Risiken im Zusammenhang mit dem Besuchsaufenthalt, aus nahe lie-

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genden Gründen aber nicht für ein bestimmtes Verhalten seines Gas-
tes garantieren. 

5.6 Der Beschwerdeführer beanstandet eine rechtsungleiche Behand-
lung  durch  die  Vorinstanz.  Seinem Bruder  sei  in  der  Vergangenheit 
zweimal der Besuch einer Kenianerin gestattet worden, und dies bei 
absolut vergleichbaren Verhältnissen. Erweist sich die Verfügung – wie 
vorstehend ausgeführt – als rechtmässig, so kann es bei diesem Ein-
wand nur um Geltendmachung eines Anspruchs auf Gleichbehandlung 
im Unrecht gehen. Ein solcher Anspruch besteht jedoch in der Regel 
nicht. Anders verhält es sich nur dann, wenn eine ständige gesetzwid-
rige Praxis besteht, die auch in Zukunft aufrecht erhalten werden soll 
und die nur im Falle des Betroffenen eine Ausnahme erfährt. Eine sol-
che Konstellation wird zwar vom Beschwerdeführer andeutungsweise 
geltend gemacht,  sie  kann aber  -  mangels  substantiierter  und über-
prüfbarer  Angaben  zu  Vergleichsfällen  -  nicht  als  erstellt  betrachtet 
werden.  Insbesondere  fehlen  auch  zu  den  Besuchsaufenthalten  der 
heutigen  Ehefrau  des  Bruders  konkrete  Angaben  (vgl.  zum Ganzen 
BGE  127  I  1  E.  3a  S.  3,  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-2763/2007 vom 1. Juli 2008 mit weiteren Quellenangaben). 

5.7 Das öffentliche Interesse an einer Verhinderung einer Einreise, bei 
der der Zweck und die Einhaltung der entsprechenden Vorschriften mit 
erheblichen Zweifeln behaftet sind, liegt auf der Hand. Demgegenüber 
bringt der Beschwerdeführer zwar ebenfalls gewichtige persönliche In-
teressen vor. Diese sind allerdings – nicht zuletzt vor dem Hintergrund 
der Häufigkeit bisheriger Reisen nach Kenia – zu relativieren und kön-
nen nicht überwiegen.

6.
Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung 
im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde 
ist daher abzuweisen.

7.
Entsprechend  dem  Verfahrensausgang  wird  der  unterliegende  Be-
schwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1, 2 und 3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt  und mit  dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. 2 320 523 retour)
- die  Dienststelle  für  Zivilstandswesen  und  Fremdenkontrolle  des 

Kantons Wallis (kantonale Akten retour)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Andreas Trommer Denise Kaufmann

Versand: 

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