# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** da04ecf5-bb53-5b8e-919c-132e66cdbfd3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.01.2012 E-4981/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4981-2009_2012-01-31.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­4981/2009

U r t e i l   v om   3 1 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz),
Richterin Regula Schenker Senn,   
Richter Pietro Angeli­Busi,
Gerichtsschreiber Jonas Tschan.

Parteien A._______, geboren (…),
Kongo 
(…),
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 30. Juni 2009 / N (…).

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Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführerin,  eine  kongolesische  Staatsangehörige  mit 
letztem  Wohnsitz  in  B._______  (Distrikt  C._______)  verliess  ihren 
Heimatstaat  eigenen  Angaben  zufolge  am  17.  September  2008  und 
gelangte  über  Kongo  (Brazzaville)  auf  dem  Luftweg  nach  Mailand  und 
anschliessend in einem Auto in die Schweiz, wo sie am 12. Oktober 2008 
um  Asyl  nachsuchte.  Am  21.  Oktober  2008  fand  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum (EVZ) D._______ die Kurzbefragung statt und am 12. 
Juni 2009 erfolgte in Bern­Wabern die Anhörung zu den Asylgründen.

Die Beschwerdeführerin brachte vor, ihr (…) habe im (…) aus E._______ 
(…) erhalten,  in welchen die Bevölkerung aufgerufen worden  sei,  einen 
Aufstand zu beginnen und das Land zu befreien. Sie hätten diese (…) für 
(…)  das  Stück  verkauft.  Dabei  habe  sie  eine  Mitstudentin  namens 
F._______  kennengelernt,  mit  welcher  sie  in  der  Folge  auch  über 
politische Fragen geredet habe. Anlässlich eines Festes habe ihr (…) den 
Anruf  eines  Mitgliedes  des  MLC  (Mouvement  de  Libération  du  Congo) 
erhalten, worauf er ihr gesagt habe, er müsse sofort weggehen. Sie habe 
ihn  gefragt,  ob  er  sie  zu  seiner  (…),  welche  neben  ihrer  Freundin 
F._______  gewohnt  habe,  bringen  könne.  Als  sie  mit  F._______  wie 
üblich  über  politische  Sachen  diskutiert  habe,  seien  drei  Polizisten  ins 
Haus  gekommen.  Auf  ihre  Frage,  weshalb  sie  festgenommen  werde, 
habe der (…) von F._______ gesagt, er habe einen direkten Kontakt zum 
Präsidenten der DRK  (Demokratische Republik Kongo)  und  sei Mitglied 
der Regierungspartei. 

Während  der  Haft  habe  man  sie  vergewaltigen  wollen.  Sie  habe  sich 
heftig gewehrt und sei geschlagen worden. Sie sei umgefallen und habe 
das Bewusstsein verloren. Am (…) sei sie vom (…) vorgeladen worden; 
er habe ihr vorgeworfen, die Bevölkerung aufzuhetzen. Da sie wegen der 
Misshandlungen nicht habe sprechen können, sei sie in ein Krankenhaus 
gebracht worden.  Es  sei  ihr  gelungen,  über  eine Krankenschwester mit 
ihrem  (…)  Kontakt  aufzunehmen.  Dieser  habe  seinen  (…)  namens 
"G._______"  in  Begleitung  eines  (…)  namens  H._______  zu  ihr 
geschickt. Sie habe erfahren, dass auch  ihr  (...) verhaftet worden sei.  In 
der Nacht vom (…) zum (…) habe sie dank der Hilfe des  (…), der eine 
Drittperson als Arzt und sie selber als Krankenschwester verkleidet habe, 
zur Familie ihres (…) fliehen können. Am (…) habe ihnen der Onkel des 
(…),  ein  (…),  gesagt,  der  Präsident  habe  befohlen,  alle  Mitglieder  des 

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MLC und der BDK  (Bundu dia Kongo)  zu  verhaften und alle Häuser  zu 
durchsuchen,  um  die  (…)  zu  beschlagnahmen.  Zwei  Tage  später  habe 
sie mithilfe dieses (…) nach Kongo (Brazzaville)  flüchten können.  In der 
Folge  sei  sie  gewarnt  worden,  nicht  nach  Hause  zurückzukehren.  Von 
ihrem (…) habe sie nichts mehr gehört. 

Die Beschwerdeführerin gab auf eine entsprechende Frage hin an, keine 
anderen  Asylgründe  zu  haben.  Anlässlich  der  Kurzbefragung  im  EVZ 
reichte  sie  weder  einen  Reisepass  noch  eine  Identitätskarte  zu  den 
Akten.

Für  den  Inhalt  der  weiteren  Aussagen  wird  auf  die  Akten  verwiesen. 
Soweit  für  den  Entscheid  wesentlich,  wird  darauf  in  den  Erwägungen 
eingegangen

B.
Mit  Verfügung  vom  30.  Juni  2009  stellte  das  BFM  fest,  die 
Beschwerdeführerin  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  lehnte  das 
Asylgesuch  ab,  wies  sie  aus  der  Schweiz  weg  und  ordnete  den 
Wegweisungsvollzug an.

C.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  5.  August  2009  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  beantragte  die  Beschwerdeführerin  die 
Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung, die Anordnung an das BFM, 
seinen  Entscheid  zu  modifizieren,  und  für  den  Fall,  dass  ihr  kein  Asyl 
gewährt  würde,  die  vorläufige  Aufnahme  zu  verfügen,  zudem  sei  die 
Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
festzustellen. 

In  prozessualer  Hinsicht  ersuchte  sie  darum,  den  Ausgang  des 
Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  zu  können;  nötigenfalls  seien 
provisorische Massnahmen anzuordnen. Weiter sei ihr die unentgeltlicher 
Rechtspflege  zu  gewähren,  und  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses sei zu verzichten.

D.
Der Instruktionsrichter hielt mit Zwischenverfügung vom 27. August 2009 
fest,  die  Beschwerdeführerin  dürfe  den  Ausgang  des 
Rechtsmittelverfahrens  in der Schweiz abwarten, und  lehnte den Antrag 
auf Anordnung provisorischer Massnahmen ab. Er stellte die Beurteilung 
des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für einen 

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späteren  Zeitpunkt  in  Aussicht  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses.  Gleichzeitig  lud  er  das  BFM  zur  Vernehmlassung 
ein.

E.
In seiner Vernehmlassung vom 30. September 2009 hielt das Bundesamt 
vollumfänglich an den Erwägungen im angefochtenen Entscheid fest und 
beantragte die Abweisung der Beschwerde.

F.
Am (…) brachte die Beschwerdeführerin (…) I._______ zur Welt.

G.
Mit  Verfügung  vom  6.  Januar  2012  wurde  die  Beschwerdeführerin 
aufgefordert, das Gericht über ihre aktuellen persönlichen Verhältnisse zu 
orientieren.  In  der  Folge  gingen  eine  Unterstützungsbestätigung,  die 
Bestätigung eines Kursbesuches, eine Bescheinigung des Besuch einer 
Kinderkrippe  (I._______),  eine  Zusammenfassung  der 
Krankengeschichte  von  I._______,  zwei  "Lernfeedback"  und  eine 
Kursbestätigung die Beschwerdeführerin betreffend beim Gericht ein.

H.
Mit  Eingabe  vom  18.  Januar  2012  zeigte  Klausfranz  Rüst­Hehli  dem 
Gericht  an,  dass  er  den  Kindsvater  (J._______/  N  […])  vor  dem  BFM 
vertrete.  Dort  habe  er  den  Beschluss  der  Vormundschaftsbehörde  der 
Stadt  L._______  vom  (…),  wonach  dem  Vorgenannten  und  A._______ 
die  gemeinsame  elterliche  Sorge  über  ihr  Kind  I._______  übertragen 
werde,  eingereicht.  Er  müsse  vermuten,  dass  dem  Gericht 
möglicherweise  das  Kind  als  (…)  betreffend  Familienasyl  nicht  bekannt 
sei.

In  Beantwortung  einer  entsprechenden  Anfrage  teilte  das  Gericht  dem 
vorgenannten  Rechtsvertreter  mit  Schreiben  vom  20.  Januar  2012  mit, 
das  pendente  Verfahren  der  Beschwerdeführerin  werde  in  der  ersten 
Jahreshälfte zum Abschluss gebracht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

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1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 105 sowie Art. 6 AsylG). 

1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die 
Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 
ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Sie  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 108  Abs. 1  AsylG,  Art. 48  Abs. 1  und  Art. 52  VwVG).  Auf  die 
Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 

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bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen 
(Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 
Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

4.
4.1 Die Vorinstanz lehnte das Asylgesuch der Beschwerdeführerin mit der 
Begründung  ab,  ihre  Vorbringen  seien  widersprüchlich.  Sie  mache 
geltend,  verfolgt  worden  zu  sein,  weil  sie  regimekritische  (…)  verkauft 
habe.  Bezüglich  der  Anzahl  (…)  würden  ihre  Angaben  aber  stark 
divergieren.  Unterschiedliche  Angaben  habe  sie  auch  zu  ihrer 
Mitgliedschaft beim MLC gemacht. Schon aus diesem Grunde seien die 
Aussagen nicht glaubhaft. 

Vorbringen seien nicht hinreichend begründet, wenn sie  in wesentlichen 
Punkten  zu  wenig  konkret,  detaillert  und  differenziert  dargelegt  würden 
und  somit  den  Eindruck  vermittelten,  dass  die  aussagende  Person  das 
Geschilderte  nicht  selber  erlebt  habe.  Die  Beschwerdeführerin  mache 
zwar geltend, vom Vater ihrer Freundin denunziert worden zu sein, könne 
aber  weder  Fragen  zu  dessen  Funktion  noch  zu  dessen  angeblichen 
Verbindungen zur Regierung machen. Die vorgebrachte Denunziation sei 
deshalb nicht glaubhaft. 

Unglaubhaft  seien  Vorbringen,  wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten  der 
allgemeinen Erfahrung oder der Logik des Handelns widersprächen. Die 
Beschwerdeführerin  wolle  dank  der  Unterstützung  durch  einen  Pastor 
geflohen  sein,  wobei  sie  selber  sich  als  Krankenschwester  und  eine 
Drittperson sich als Arzt verkleidet habe. Dieses Vorbringen könne auch 
deshalb  nicht  geglaubt  werden,  weil  das  Krankenhaus  bewacht  worden 
sei.  Schliesslich  erstaune,  dass  sie  nach  der  Flucht  keinen  Kontakt mit 
ihren Angehörigen im Heimatstaat aufgenommen habe. 

Die Vorbringen hielten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss 
Art. 7 AsylG nicht stand, so dass das Asylgesuch abzulehnen sei.

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Die Folge der Ablehnung eines Asylgesuches sei gemäss Art. 44 Abs. 1 
AsylG  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz.  Da  die 
asylsuchende  Person  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  besitze,  könne 
auch der Grundsatz Nichtrückschiebung nach Art.  5 Abs.  1 AsylG nicht 
angewendet werden. Der Vollzug der Wegweisung sei nicht nur zulässig, 
sondern  auch  zumutbar,  habe  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  der 
Befragungen  doch  von  Verwandten  geredet,  weshalb  von  einem 
tragfähigen  familiären und sozialen Beziehungsnetz auszugehen sei.  Im 
Übrigen finde die Untersuchungspflicht ihre vernünftigen Grenzen an der 
Mitwirkungspflicht  der  Beschwerdeführerin.  Diesbezüglich  sei 
festzustellen, dass sie offensichtlich nicht bereit  sei, an der Feststellung 
des Sachverhalts mitzuwirken.

Der  Vollzug  der Wegweisung  sei  auch  technisch möglich  und  praktisch 
durchführbar. 

4.2 Dem wird in der Beschwerde entgegengehalten, die Vorinstanz führe 
aus,  die  Vorbringen  seien  in  wichtigen  Punkten  widersprüchlich. 
Bezüglich der (…) sei aber die Anzahl der erhaltenen von der Anzahl der 
verkauften  zu  unterscheiden.  Ihr  (...)  habe  150  (…)  erhalten,  und 
zusammen hätten sie 80 bis 90 Stück verkauft. 

Auch  bezüglich  ihrer  Mitgliedschaft  beim  MLC  habe  sie  sich  nicht 
widersprochen. Sympathisiert mit der Bewegung habe sie seit dem Jahre 
(…), und es sei wohl normal, dass sie sich nicht mehr an den genauen 
Zeitpunkt konkreter Aktivitäten für das MLC erinnern könne. 

Im Übrigen habe das Gericht zu berücksichtigen, dass die Kurzbefragung 
in  (…)  und  die  Anhörung  in  (…)  Sprache  durchgeführt  worden  sei.  Bei 
dieser Sachlage könne es zu falschen Interpretationen kommen. 

Das BFM halte ihr weiter vor, ihre Vorbringen seien zu wenig konkret, es 
falle  auf,  dass  sie  keine  näheren  Angaben  zum  (…)  ihrer  Freundin 
F._______ machen könne. Diesbezüglich sei zu beachten, dass sie zwar 
immer  wieder  einmal  bei  der  Familie  ihrer  Freundin  gewesen  sei,  aber 
deren  (…)  jeweils  nicht  gesehen  habe.  Einzig  ihre  Freundin  habe  ihr 
gesagt, dass dieser sehr oft mit dem Präsidenten in Kontakt stehe. Es sei 
doch verständlich, dass sie sich nach so langer Zeit nicht an Einzelheiten 
erinnern könne.

Weiter behaupte die Vorinstanz, die Vorbringen seien unglaubhaft: Es sei 
unverständlich,  dass  sie  einerseits mit  der Hilfe  eines  (…)  habe  fliehen 

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können  und  anderseits  nicht  in  der  Lage  sei,  mit  ihren  Angehörigen 
Kontakt  aufzunehmen.  Indessen  sei,  was  in  der  Schweiz  als  logisch 
erscheine,  im  Kongo  anders.  Die Wachen  hätten  ihre  Runde  gemacht, 
und es sei ihnen untersagt gewesen, die Lokalitäten zu betreten. Zudem 
sei die Flucht minutiös geplant gewesen, und eine Kontaktnahe mit den 
Angehörigen hätte zu deren Gefährdung geführt.

Was das vom BFM erwähnte soziale Netz im Heimatstaat anbelange, so 
handle  es  sich  bei  ihrer  Aussage,  die  (…)  sei  verstorben,  um  einen 
Lapsus,  den  sie  bedaure.  Es  gebe  kein  soziales  Netz,  was  vorliegend 
umso wichtiger  sei,  als  im Heimatstaat Menschenrechtsverletzungen  an 
der  Tagesordnung  seien.  Sie  würde  bei  einer  Rückkehr  dorthin  Gefahr 
laufen, verfolgt zu werden.

5.
5.1  Das  Bundesverwaltungsgericht  stellt  nach  Prüfung  der  Akten  fest, 
dass  die  Erwägungen  des  BFM  bezüglich  der  Glaubhaftigkeit  der 
Vorbringen zwar teilweise kleinlich ausgefallen sind, insgesamt aber kein 
Anlass besteht, zu einem anderen Schluss zu kommen.

5.2  Die  Beschwerdeführerin  hat  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom        
28.  Oktober  2008  angegeben,  ihre  (…)  sei  am  (…)  verstorben  (vgl. 
Protokoll  Ziff.  12  S.  3).  Bei  der  Anhörung  dagegen  führte  sie  aus,  im 
Jahre (…) von der Mutter weggegangen zu sein (vgl. Protokoll F31 S. 4). 
Diese  Unstimmigkeit  kann  nicht  einfach  mit  der  Feststellung  der 
Beschwerdeführerin  "…  j'estime qu'il s'agit d'un  lapsus de ma part." aus 
der  Welt  geschafft  werden,  vielmehr  ist  zu  schliessen,  dass  sie  aus 
Unachtsamkeit  für  einen  Moment  von  einem  wohlüberlegten  Konstrukt 
abgekommen ist. Ähnliches gilt für ihre Angaben zu Familienangehörigen 
und Verwandten.

5.3  Auch  bezüglich  der  erhaltenen  beziehungsweise  verkauften  (…) 
machte  die  Beschwerdeführerin  klar  widersprüchliche  Angaben.  An  der 
Befragung gab sie an, 150 (…) erhalten zu haben ("… aveva ricevuto…", 
vgl. Protokoll Ziff. 15 S. 4), wogegen sie auf entsprechende Frage bei der 
Anhörung  vorbrachte,  zirka  80  bis  90  erhalten  zu  haben  (vgl.  Protokoll 
F168 S. 15). Ihre Erklärung in der Beschwerde  (Ziff. 1 S. 2) vermag nicht 
zu überzeugen beziehungsweise sie muss als Versuch gewertet werden, 
auf  den  berechtigten  Hinweis  des  BFM  in  seinem  angefochtenen 
Entscheid,  die  diesbezüglichen  Vorbringen  seien  widersprüchlich 
ausgefallen (vgl. Verfügung BFM Ziff. 1 I S. 2) überzeugend zu reagieren.

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5.4 Schliesslich mutet  kurios an, dass die Beschwerdeführerin aus dem 
bewachten Krankenhaus  als Krankenschwester  verkleidet  geflohen  sein 
will,  und  ihr  Hinweis,  "…  ce  qui  est  logique  en  Suisse  ne  l'est  pas 
forcément en RD Congo…"  ist umso unbehelflicher, als die Prüfung der 
Akten  ergibt,  dass  sie  im  Nachhinein  beziehungsweise  auf 
Beschwerdeebene  versucht,  Ungereimtheiten  jeweils  mit  Vorwürfen  an 
das BFM und mit abschweifenden Präzisierungen auszuräumen.

5.5 Gegen die Beschwerdeführerin spricht zudem, dass sie – wie von der 
Vorinstanz zu Recht kritisiert – die Mitwirkungspflicht gemäss Art. 8 AsylG 
verletzt,  was  insbesondere  für  die  Offenlegung  ihrer  Identität  gilt. 
Anlässlich  der  Anhörung  gab  sie  auf  entsprechende  Fragen  hin  zu 
Protokoll,  sie  habe  weder  eine  Wählerkarte  noch  ein  Original  ihrer 
Identitätskarte  dabei,  die Originale  habe  sie  vor  ihrer  Ausreise  verloren 
(vgl. Protokoll F5  ff.      S. 3). Bis heute hat  sie es unterlassen,  zwecks 
Beschaffung  von  Identitätspapieren  irgendwelche  Anstrengungen  zu 
unternehmen. Dieses Verhalten führt zum Schluss, dass sie ihre Identität 
nicht  preisgeben  will,  um  weitere  Abklärungen  und  einen  allfälligen 
Wegweisungsvollzug zu verunmöglichen.

5.6  Bei  dieser  Sachlage  erübrigen  sich  Ausführungen  zu  den  weiteren 
Vorbringen der Beschwerdeführerin.

Das  Bundesverwaltungsgericht  stellt  in  Übereinstimmung  mit  der 
Vorinstanz  fest,  dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  den 
Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  zu 
genügen vermögen und folglich deren Asylrelevanz nicht zu prüfen ist.

6.
6.1  Lehnt  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 

Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 
möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den 
gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes 
vom       16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
[AuG,         SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der  vormaligen 

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Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind 
zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls 
wenigstens  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Ru­din/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 
2009, Rz. 11.148).

6.2 
6.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den Heimat­, Herkunfts­ oder  in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 
Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,           SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. 
November  1950  zum  Schutze  der  Menschrechte  und  Grundfreiheiten 
(EMRK,         SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher 
oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.2.2  Da  feststeht,  dass  es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist, 
eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft 
zu  machen,  kann  das  in  Art.  5  AsylG  verankerte  Prinzip  des 
flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements im vorliegenden Verfahren keine 
Anwendung  finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Kongo 
(Kinshasa) ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  sie  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung  in  ihr Heimatland dort mit  beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 

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Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  und  jener  des  UN­Anti­
Folterausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr 
("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihr  im  Fall  einer 
Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen  würde 
(vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. 
Februar  2008,  Beschwerde  Nr.  37201/06,  §§  124­127,  mit  weiteren 
Hinweisen).  Dies  ist  ihr  nicht  gelungen,  da  die  Verfolgungsvorbringen 
übereinstimmend mit  der  Vorinstanz  als  unglaubhaft  zu  beurteilen  sind. 
Auch  die  allgemeine Menschenrechtssituation  im Heimatstaat  lässt  den 
Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig 
erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl 
im Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.3
6.3.1 Gemäss Art.  83 Abs.  4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und Ausländer  unzumutbar  sein, wenn  sie  im Heimatland  aufgrund  von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizini­
scher  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung 
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 
Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.3.2 Hinsichtlich der allgemeinen Situation in Kongo (Kinshasa) kann auf 
die detaillierte,  in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 
Asylrekurskommission  EMARK  2004  Nr.  33  publizierte  Lageanalyse 
verwiesen  werden,  die  das  Bundesverwaltungsgericht  als  im 
Wesentlichen  weiterhin  zutreffend  erachtet.  Namentlich  geht  es  davon 
aus,  dass  in  Kongo  (Kinshasa)  keine  landesweite  Bürgerkriegssituation 
oder Situation allgemeiner Gewalt herrscht.  

6.3.3 Die Rückkehr von Personen aus Kongo (Kinshasa) kann indes nur 
unter bestimmten, eingeschränkten Umständen als zumutbar bezeichnet 
werden,  nämlich  dann,  wenn  sich  der  letzte  Wohnsitz  der  betroffenen 
Person  in  der  Hauptstadt  Kinshasa  oder  in  einer  anderen,  über  einen 
Flughafen verfügenden Stadt  im Westen des Landes befand, oder wenn 
die  Person  in  einer  dieser  Städte  über  ein  gefestigtes  Beziehungsnetz 
verfügt.  Trotz  Vorliegens  dieser  Kriterien  erscheint  der  Vollzug  der 
Wegweisung  jedoch  nach  Prüfung  und  Abwägung  der  individuellen 
Umstände  in  aller  Regel  insbesondere  auch  dann  als  nicht  zumutbar, 
wenn es sich bei der zurückzuführenden Person um eine alleinstehende, 

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über  kein  soziales  oder  familiäres  Netz  verfügende  Frau  handelt  (vgl. 
EMARK 2004 Nr. 33).

6.3.4  Die  gemäss  den  Akten  heute  im  (…)  Lebensjahr  stehende  Be­
schwerdeführerin  (die  genauen  Personalien  sind  nicht  belegt),  wohnte 
gemäss  eigenen  Angaben  seit  ihrer  Geburt  bis  ins  Jahr  (…)  in 
B._______,  danach  in  L._______,  wo  sie  im  Hause  ihrer  (…) 
mütterlicherseits  mit  ihren  (…)  zusammengelebt  habe.  Auf  einen 
entsprechenden  Hinweis  des  BFM  anlässlich  der  Anhörung  führte  sie 
aus,  sie  habe  diese  zwar  erwähnt,  jetzt  aber  gebe  sie  an,  nur mit  ihrer 
(…) zusammengelebt zu haben (vgl. Protokoll F116 ff. S. 10 f.); die (…) 
habe  geheiratet  und  sei  weggegangen,  und wo  ihr  (…)  lebe,  wisse  sie 
nicht. Mit dieser Aussage kann nicht mehr davon ausgegangen werden, 
die  Beschwerdeführerin  verfüge  im  Heimatstaat  über  ein  tragfähiges 
Beziehungsnetz, auf das sie sich bei einer Rückkehr mit  ihrem Kleinkind 
stützen könnte. 

Die Beschwerdeführerin  gab weiter  an,  an  der Universität  in  L._______ 
(…)  studiert  zu  haben.  Sie  verfügt  demnach  zwar  über  eine  gute 
Ausbildung,  andernfalls  sie  sich  wohl  nicht  hätte  einschreiben  können, 
zudem spricht sie Französisch. Aber sie hat gemäss den Akten keinerlei 
Berufserfahrung,  und ob  sie aufgrund  ihres Studiums allenfalls  über ein 
bekanntschaftliches Beziehungsnetz  verfügt,  das  ihr  bei  einer Rückkehr 
behilflich sein könnte, kann angesichts der nachstehenden Ausführungen 
offenbleiben.

Schliesslich  ist  bezüglich  der  Frage,  ob  ein  Wegweisungsvollzug  ins 
Heimatland  vorliegend  zumutbar  ist,  zu  beachten,  dass  die 
Beschwerdeführerin  am  (…)  Mutter  geworden  ist.  Die 
Vormundschaftsbehörde  der  Stadt  K._______  hat  die  gemeinsame 
elterliche Sorge der Mutter und dem Kindsvater übertragen. 

6.3.5  Wie  in  der  Erwägung  6.3.3  festgehalten,  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung  nach  Kongo  (Kinshasa)  nur  unter  ganz  bestimmten 
Bedingungen  zumutbar:  für  Angehörige  von  Risikogruppen  wie  die 
Beschwerdeführerin  (alleinstehende  Mutter  mit  Kleinkind  ohne  soziales 
oder  familiäres  Netz  im  Heimatstaat)  ist  er  unzumutbar.  Vor  diesem 
Hintergrund  erübrigt  es  sich,  auf  die  Beziehung  zum  Kindsvater 
einzugehen, zumal sie diesbezüglich auch nichts geltend macht.

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7.
7.1  Nach  dem  Gesagten  und  nachdem  den  Akten  keine  Hinweise  auf 
Ausschlussgründe im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AuG entnommen werden 
können,  ist  die  Beschwerdeführerin  in  der  Schweiz  vorläufig 
aufzunehmen.

7.2  Die  Beschwerde  ist  somit,  soweit  den  Wegweisungsvollzug 
betreffend,  gutzuheissen,  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  30.  Juni 
2009 hinsichtlich der Dispositiv­Ziffern 4 und 5 aufzuheben und das BFM 
anzuweisen, die Beschwerdeführerin und (…) wegen Unzumutbarkeit des 
Wegweisungsvollzugs  vorläufig  in  der  Schweiz  aufzunehmen. 
Weitergehend  ist  die Beschwerde  abzuweisen,  soweit  sie  sich  nicht  als 
gegenstandslos erweist.

8.
8.1  Mit  Zwischenverfügung  vom  27.  August  2009  Juli  2008  wurde  der 
Entscheid  über  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung  im Sinne  von Art.  65 Abs.  1 VwVG auf  einen  späteren 
Zeitpunkt  verschoben  und  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung 
eines Kostenvorschusses gutgeheissen.

8.2  Gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  wird  eine  Partei,  die  nicht  über  die 
erforderlichen  Mittel  verfügt,  auf  Antrag  hin  von  der  Bezahlung  der 
Verfahrenskosten  befreit,  sofern  ihr  Begehren  nicht  aussichtslos 
erscheint.  Die  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführerin  ist  belegt.  Zudem 
waren die Beschwerdebegehren nicht als aussichtslos zu erachten. Das 
Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von 
Art.  65    Abs.  1  VwVG  ist  somit  gutzuheissen,  weshalb  keine 
Verfahrenskosten aufzuerlegen sind.

8.3  Da  die  vertretene  Beschwerdeführerin  teilweise  –  hinsichtlich  der 
Frage  des  Wegweisungsvollzuges  –  mit  ihrer  Beschwerde 
durchgedrungen  ist,  wäre  ihr  für  die  ihr  erwachsenen  notwendigen  und 
verhältnismässig  hohen  Kosten  eine  um  die  Hälfte  reduzierte 
Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. 
des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).  Den Akten  ist  nicht  zu  entnehmen,  dass  ihr  solche Kosten 
erwachsen sind, weshalb keine Parteientschädigung auszurichten ist.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  hinsichtlich  des  Wegweisungsvollzugs 
gutgeheissen.  Im Übrigen wird sie abgewiesen, soweit sie sich nicht als 
gegen­standslos erweist.

2. 
Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der Verfügung des Bundesamtes vom 
30.  Juni  2009  werden  aufgehoben.  Das  BFM  wird  angewiesen, 
A._______ und I._______ vorläufig aufzunehmen.

3. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen.

4. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

5. 
Eine Parteientschädigung wird nicht entrichtet.

6. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  das 
Migrationsamt des Kantons K._______.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bruno Huber                                 Jonas Tschan