# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2dbad385-2d75-5eee-bc62-24937d487b1b
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-27
**Language:** de
**Title:** Natur- und Heimatschutz. Inventarentlassung im Rahmen einer Inventarbereinigung. Potentielle Schutzwürdigkeit einer rekonstruierten Ursprungsbaute (Grundsätzliches).
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0071/2021
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_ii_nr._0071-2021_vom_27._april_2021.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
2. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE II Nr. 

R2.2020.00302 
0071/2021 

Entscheid vom 27. April 2021 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Peter Rütimann, Ersatzrichterin Marlen Patt, Baurichter 
Daniel Willi, Gerichtsschreiber Paul Wegmann     

in Sachen 

Rekurrent 

Zürcher Heimatschutz ZVH, Neptunstrasse 20, 8032 Zürich  

gegen 

Rekursgegner 

1.  Gemeinderat X […] 

vertreten durch […] 

Mitbeteiligte 

2.  P. J. M. und E. M.-L. […] 
3.  A. B. […] 

betreffend 

Beschluss  des  Gemeinderates  vom  31.  August  2020;  Festsetzung  des 
überarbeiteten  Inventars  der  Schutzobjekte  von  kommunaler  Bedeutung, 
Inventarentlassung des Postgebäudes, Vers.-Nr. 1, Grundstück Kat.-Nr. 1, 
P.-Strasse 1, X 
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 
Mit Beschluss vom 31. August 2020 setzte der Gemeinderat X das revidier-

te  kommunale  Inventar  der  schützenswerten  Gebäude  in  der  Kernzone 

fest. Wie sich der Publikation des Beschlusses vom 4. Dezember 2020 ent-

nehmen  lässt,  wurde  dabei  unter  anderem  das  Gebäude  Vers.-Nr.  1  auf 

dem  Grundstück  Kat.-Nr.  1  an  der  P.-Strasse  1  aus  dem  Inventar  entlas-

sen. 

B. 
Mit  Eingabe  vom  30.  Dezember  2020  erhob  der  Zürcher  Heimatschutz 

(ZVH) fristgerecht Rekurs an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und 

beantragte,  es  sei  der  Beschluss  des  Gemeinderats,  das  Gebäude  P.-

Strasse 1 aus dem kommunalen Inventar der Schutzobjekte von kommuna-

ler Bedeutung zu entlassen, aufzuheben und das Gebäude im kommunalen 

Inventar  zu  belassen,  eventualiter  sei  der  Gemeinderat  anzuweisen,  das 

äussere  Erscheinungsbild  unter  Schutz  zu  stellen,  unter  Kostenfolgen  zu-

lasten der Vorinstanz. 

C. 
Mit  Präsidialverfügung  vom  4.  Januar  2021  wurde  vom  Rekurseingang 

Vormerk genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

D. 
Mit  Vernehmlassung  vom  5.  Februar  2021  beantragte  die  Vorinstanz  die 

Abweisung des Rekurses, unter Kostenfolge zulasten des Rekurrenten. Die 

Mitbeteiligten liessen sich nicht vernehmen. 

E. 
Mit  Replik  vom  3.  März  2021  hielt  der  Rekurrent  an  seinen  Anträgen fest. 

Die  Vorinstanz  beantragte  mit  Duplik  vom  26.  März  2021,  der  Rekurs  sei 

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abzuweisen, soweit auf diesen einzutreten sei. Die Mitbeteiligten verzichte-

ten stillschweigend auf Einreichung einer Duplik. 

F. 
Auf  die  Vorbringen der  Parteien  wird,  soweit  zur  Entscheidbegründung  er-

forderlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 
Gemäss  §  338b  Abs.  1  lit.  a  des  Planungs-  und  Baugesetzes  (PBG)  sind 

gesamtkantonal  tätige  Verbände,  die  sich  seit  wenigstens  zehn  Jahren  im 

Kanton  statutengemäss  dem  Natur-  und  Heimatschutz  oder  verwandten, 

rein ideellen Zielen widmen, zum Rekurs gegen Anordnungen und Erlasse 

berechtigt,  soweit  sich  diese  auf  den  III.  Titel  (Natur-  und  Heimatschutz, 

§§ 203  -  217  PBG)  oder  §  238  Abs.  2  PBG  stützen.  Der  Rekurrent  erfüllt 

diese Voraussetzungen unbestrittenermassen. Auch stellt eine Inventarent-

lassung eine Verfügung dar, die von den beschwerdeberechtigten Verbän-

den  angefochten  werden  kann  (VB.2009.00662,  E.  3.2,  in  BEZ  2010 

Nr. 27).  Da  auch  die  übrigen  Prozessvoraussetzungen  erfüllt  sind,  ist  auf 

den Rekurs einzutreten. 

2. 
Es wird die Durchführung eines Augenscheins beantragt (vgl. § 7 des Ver-

waltungsrechtspflegegesetzes  [VRG]).  Das  Baurekursgericht  hat  unbese-

hen von Parteianträgen nur dann einen Augenschein durchzuführen, wenn 

die Verhältnisse vor Ort zwar entscheidrelevant, auf Grund der Akten aber 

noch unklar sind. Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht erfüllt, so dass 

kein Augenschein durchzuführen war. 

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3. 
Das gemäss BZO der Gemeinde X in der Kernzone K gelegene Gebäude 

Vers.-Nr. 1 (P.-Strasse 1, Kat.-Nr. 1) bildet mit den Gebäuden Vers.-Nrn. 2 

(C.-Gasse 1, Kat.-Nr. 2) und 3 (P.-Strasse 2, Kat.-Nr. 3), mit denen es auf 

der  Nordwest-  bzw.  Südwestseite  zusammengebaut  ist,  eine  Baugruppe. 

Die  Südostseite  des  Gebäudes  ist  auf  die  P.-Strasse  ausgerichtet,  die 

Nordostseite auf die C.-Gasse, die in diesem Bereich parallel zur seewärts 

gelegenen S.-Strasse verläuft. Der Ursprungsbau entstand im Jahre 1815, 

im Jahre 1861 erfolgte der Umbau in ein erstes Postlokal. 1979 wurde das 

Gebäude  abgebrochen  und  im historischen Stil  wiederaufgebaut. Das  Ge-

bäude war im kommunalen Inventar der schützenswerten Einzelobjekte im 

Dorfkern vom 26. November 1990 verzeichnet. Bei der Überarbeitung die-

ses Inventars wurden (nebst weiteren Änderungen) insbesondere 52 neue 

kommunale  Inventarobjekte  erfasst  und  zwei  Objekte,  darunter  das  streit-

betroffene  Gebäude,  aus  dem  Inventar  entlassen.  Im  Inventar  der  schutz-

würdigen Ortsbilder von überkommunaler Bedeutung (KOBI) ist die gesam-

te Gebäudegruppe als prägendes oder strukturbildendes Gebäude erfasst; 

bezüglich  des  streitbetroffenen  Gebäudeteils  P.-Strasse  1  wird  dessen 

Nordostfassade  als  wichtige  Begrenzung  von  Strassen-,  Platz-  und  Frei-

räumen ausgewiesen. Schliesslich ist X auch im Bundesinventar der schüt-

zenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) verzeichnet, wobei die fragliche 

Baugruppe zusammen mit weiteren Gebäuden als Baugruppe 2.1 ("Mächti-

ge, drei-/viergeschossige Gasthöfe und Wohnhäuser in prominenter Positi-

on am Seeplatz, v.a. 18./19. Jh.") mit Erhaltungsziel A erfasst ist. In der Be-

schreibung des heutigen Ortes heisst es insoweit, die Bebauung östlich des 

Kerns  bestehe  vorwiegend  aus  Gasthöfen,  Hotels  und  grossvolumigen 

Wohn- und Geschäftsbauten; ein imposantes Ensemble (Nr. 2.1) bestimme 

die Seefront. 

4.1 
Mit  der  Überarbeitung  des  Inventars  der  Schutzobjekte  von  kommunaler 

Bedeutung  in  der  Kernzone  wurde  seitens  der  Gemeinde  X  die  v.  GmbH 

beauftragt. Diese würdigte den streitbetroffenen Gebäudeteil als markanten 

Eckbau, der  räumlich sehr  bedeutsam  und ortsbildprägend  sei.  Unter Ver-

weis auf den vollständigen Abbruch und Wiederaufbau im Jahre 1979 wur-

de  jedoch festgehalten,  das Gebäude  verfüge  über  keine  historische  Sub-

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stanz und sei daher kein Inventarobjekt von kommunaler Bedeutung, wes-

halb es zur Entlassung aus dem Inventar empfohlen werde (act. 4.1). 

Der Rekurrent macht geltend, das Geviert bilde ein markantes Element im 

alten  Dorfkern;  das  streitbetroffene  Gebäude  sei  als  ehemaliges  Postbüro 

auch  in  sozial-  und  wirtschaftsgeschichtlicher  Hinsicht  von  Bedeutung  und 

seine Stellung an der Seefront sei höchst bedeutsam. Die denkmalpflegeri-

sche  Beurteilung  durch  die  v.  GmbH  könne  so  verstanden  werden,  dass 

dem Gebäude ein hoher Situationswert, jedoch kein Eigenwert zugeschrie-

ben werde. Ein Gebäude könne jedoch auch vor allem wegen seines hohen 

Situationswerts  und  trotz  eines  geringen  Eigenwerts  unter  Schutz  gestellt 

werden. Zwar sei in der Rechtsprechung verlangt worden, dass ein zumin-

dest  bescheidener  Eigenwert  noch  vorhanden  sein  müsse.  Dass  es  sich 

vorliegend um ein rekonstruiertes Gebäude handle, könne aber kein Grund 

sein,  dieses  kategorisch  als  nicht  schutzwürdig  zu  beurteilen.  Wenn  ge-

mäss Rechtsprechung der Situationswert durch Rekonstruktion oder Repa-

ratur  wiederhergestellt  werden  könne,  dann müsse auch  der  Schutz  eines 

Gebäudes möglich sein, an welchem nicht die Bausubstanz, sondern allein 

noch der Situationswert oder das äussere Erscheinungsbild die historische 

Situation  im  Ortsbild  verkörpere.  Zu  berücksichtigen  sei  auch,  dass  das 

ISOS,  welches  die  Bedeutung  der  fraglichen  Baugruppe  betone,  im  Jahr 

2010  und  damit  bezüglich  des  streitbetroffenen  Gebäudeteils  in  voller 

Kenntnis  der  fehlenden  historischen  Bausubstanz  erstellt  worden  sei.  Im 

Falle eines üblichen Kernzonenprojekts drohe jedenfalls der Seefront von X 

erheblicher  Schaden.  In  der  Replik  wird  ergänzend  darauf  hingewiesen, 

wesentlich  sei  die  Zeitdimension:  Abbrüche  zwecks  Rekonstruktion  in  der 

Zukunft  seien  abzulehnen,  in  der  Vergangenheit  rekonstruierte  Gebäude 

könnten jedoch schutzwürdig sein. 

4.2 
Dem  hält  die  Vorinstanz  im  Rahmen  der  Vernehmlassung  entgegen,  ge-

mäss § 8 der Kantonalen Natur- und Heimatschutzverordnung (KNHV) sei-

en die Inventare nach Bedarf nachzuführen. Dabei sei für die Frage, ob Ob-

jekte mangels Erfüllung der Voraussetzungen für eine Inventarisierung aus 

dem Inventar  zu  entlassen  seien,  das  Kriterium  der  Schutzfähigkeit  mass-

gebend.  An  dieser  fehle  es  unter  anderem  bei  zerstörten  oder  zu  stark  in 

der  Substanz  veränderten  Objekten.  Der  potentielle  Schutzwert  des  streit-

gegenständlichen Objekts liege in seiner möglichen Ortsbildprägung. Einen 

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Eigenwert  weise das Objekt offensichtlich nicht auf, zumal es nicht einmal 

teilweise im Original erhalten sei. Die im Inventarblatt genannten Epochen 

seien für den heutigen Betrachter nicht authentisch erlebbar. Weiter weise 

das  Objekt  auch  offensichtlich  keinen  Situationswert  auf.  Gemäss  der 

Rechtsprechung  fehle  es  an  einem  solchen,  wenn  das  betreffende  Objekt 

durch  die  zahlreichen  Veränderungen  massiv  an  Erinnerungswert  einge-

büsst  habe.  Es  wäre  absurd  und  entspräche  nicht  Sinn  und  Zweck  eines 

ehrlichen,  glaubwürdigen  und  nachvollziehbaren  Denkmalschutzes,  un-

authentische,  nichthistorische  Objekte,  welche  aber  historisch  daherkom-

men,  unter  Schutz  zu  stellen.  Entsprechend  dem  Grundsatz,  dass  es  zer-

störten  oder  in  ihrer  Substanz  zu  stark  veränderten  Objekten  an  der 

Schutzfähigkeit fehle, weise das streitgegenständliche Objekt keinen Situa-

tionswert  auf.  Ein  Objekt,  das  historisch  aussehe,  es  in  Tat  und  Wahrheit 

aber  gar  nicht  sei,  könne  keine  die  Umgebung  wesentlich  und  positiv  mit-

prägende  Wirkung  haben.  Es  könnten  höchstens  teilweise  rekonstruierte 

Objekte  schutzwürdig  sein,  und  die  vom  Rekurrenten  angeführte  Recht-

sprechung betreffend Verpflichtung zum Wiederaufbau zerstörter Schutzob-

jekte  verfolge  lediglich  einen  pönalen  Zweck.  Würde  sich  die  Auffassung 

durchsetzen,  dass  auch  Rekonstruktionen  generell  einen  Situationswert 

aufweisen  könnten,  dürfte  umgekehrt  auch  keine  Bewahrung  von  Origi-

nalsubstanz  zur  Erhaltung  des  Situationswerts  verlangt  werden,  was  aber 

nicht der bisherigen Rechtsprechung entspreche. Konsequenterweise kön-

ne  vorliegend  mangels  authentischer  historischer  Substanz  nicht  von  der 

Schutzfähigkeit  des  Objekts  ausgegangen  werden.  Im  Übrigen  handle  es 

sich nicht einmal um eine Rekonstruktion, sondern um einen analogen Er-

satzbau,  der  sich  gestalterisch  an  das  abgebrochene  Vorgängergebäude 

anlehne. Weiter sei das entlassene Objekt insbesondere auch im Querver-

gleich  mit  anderen  potentiellen  Schutzobjekten  ausgeschieden,  da  es  auf-

grund der fehlenden Originalsubstanz im Vergleich nicht wertvoll genug er-
scheine, um dereinst als Denkmalschutzobjekt in Frage zu kommen. Es er-

scheine ausgeschlossen, dass das Gebäude dereinst als schutzwürdig er-

achtet werden könnte. Schliesslich sei eine direkte Anwendung des ISOS, 

bei  dem  es  sich um  ein  Ortsbild- und  kein  Denkmalschutzinventar  handle, 

ausgeschlossen. Eine Revision des Eintrags im KOBI sei nicht vorgesehen. 

Die Gemeinde plane, das Objekt bei der laufenden Revision des kommuna-

len Kernzonenplans gelb mit prägenden Fassaden zu markieren, womit die 

Erscheinung  vom  See  her  gewahrt  bleibe.  Kanton  und  Gemeinde  berück-

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sichtigten das Ortsbildschutzinteresse damit in zumindest vertretbarer Wei-

se. 

5.1 
In der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung wird zwischen verschiede-

nen Formen der Inventarentlassung differenziert: Ist Anlass der Entlassung 

eine drohende  Beeinträchtigung  des  Schutzobjekts oder  ein  Provokations-

begehren,  so  hat  der  Entlassung  eine  umfassende  Abklärung  der  Schutz-

würdigkeit  vorauszugehen.  Gegenstand  des  Rechtsmittelverfahrens  bildet 

alsdann  die  Frage,  ob  in  Bestätigung  der  Inventarentlassung  definitiv  auf 

Schutzmassnahmen  zu  verzichten  ist  oder  ob  im  Gegenteil  solche  in  Be-

tracht  fallen.  Erfolgt  demgegenüber  die  Entlassung  eines  Objekts  im  Rah-

men  einer  Inventarbereinigung,  so  hat  das Rechtsmittelverfahren nicht  die 

Anordnung von Schutzmassnahmen bzw. den Verzicht darauf zum Gegen-

stand,  sondern  betrifft  einzig  die  Frage,  ob  die  Voraussetzungen  für  eine 

Inventarentlassung erfüllt sind. Trifft dies nicht zu, so ist die Inventarentlas-

sung  aufzuheben  und  bleibt  das  Objekt  im  Inventar,  ohne  dass  definitiv 

über seine Schutzwürdigkeit zu entscheiden ist (VB.2009.00662, E. 3.3, in 

BEZ 2010 Nr. 27). Zwar kann unter Umständen auch im Rahmen einer In-

ventarbereinigung  eine  Überprüfung  der  Schutzwürdigkeit  und  ein  Ent-

scheid über Schutzmassnahmen erfolgen (VB.2020.00342 vom 3. Dezem-

ber 2020, E. 3.3). Soweit jedoch die Vorinstanz namentlich im Rahmen um-

fassender  (und  nicht  bloss  ein  Einzelobjekt  betreffender)  Inventarbereini-

gungen  Entlassungen  angeordnet  hat,  ohne  dabei  umfassende  Schutzab-

klärungen vorzunehmen, gelangt die vorstehend referierte Rechtsprechung 

betreffend Entlassungen zufolge Inventarbereinigung zur Anwendung. Dies 

mit  folgender  Konsequenz:  Da  das  Inventar  alle  schutzfähigen  Objekte  zu 

umfassen  hat,  muss  die  Behörde  im  Falle  einer  entsprechenden  Entlas-
sung  darlegen  können,  dass  den  fraglichen  Objekten  schon  die  Schutzfä-

higkeit abgeht, während blosse Zweifel an der Schutzwürdigkeit die Entlas-

sung nicht zu rechtfertigen vermögen (VB.2009.00662, E. 3.3, in BEZ 2010 

Nr.  27).  In  diesem  Zusammenhang  wird  weiter  ausgeführt,  solche  Entlas-

sungen  seien  nur  zulässig,  wenn  ein  Objekt  die  Voraussetzungen  für  die 

Inventaraufnahme  nicht  mehr  erfülle,  beispielsweise  weil  es  zerstört  oder 

so  verändert  worden  sei,  dass  es  nicht  mehr  als  schutzfähig  erscheine 

(VB.2010.00032, E. 5.3 und 5.4, in BEZ 2011 Nr. 21). Zum Teil wird ergän-

zend zum Terminus der Schutzfähigkeit auch darauf hingewiesen, eine Ent-

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Seite 7 

 
 
lassung  zwecks  Inventarbereinigung  sei  dann  zulässig,  wenn  die  Voraus-

setzung  für  die  Inventaraufnahme,  nämlich  die  ursprüngliche  Vermutung 

der Schutzwürdigkeit, nicht mehr gegeben sei. Ein Verlust der Schutzfähig-

keit sei beispielsweise denkbar, wenn es sich unbestrittenermassen um ein 

bereits  gänzlich  abgebrochenes,  fast  vollständig  abgebrochenes  bzw.  zer-

fallenes oder durch Umbauten seiner Schutzwürdigkeit unstreitig beraubtes 

Objekt  handle.  Soweit  stattdessen  seitens  der  Vorinstanz  eine  Interessen-

abwägung  vorgenommen  werde,  wie  sie  einem  in  dieser  Konstellation  ge-

rade  nicht  zu  treffenden  Entscheid  über  die  Schutzwürdigkeit  vorbehalten 

sei, müsse das fragliche Objekt zufolge grundsätzlich gegebener Schutzfä-

higkeit im Inventar verbleiben (BRGE IV Nr. 0084/2014, E. 6 und 7, in BEZ 

2014 Nr. 40). 

5.2.1 
Wie sich bereits aus dem angefochtenen Beschluss ergibt, handelt es sich 

vorliegend um eine Inventarentlassung im Rahmen einer umfassenden In-

ventarbereinigung.  Entsprechend  wurden  im  fraglichen  Beschluss  bezüg-

lich der Entlassungen denn auch weder vorgängige umfassende Schutzab-

klärungen noch ein mit der Entlassung einhergehender Verzicht auf Anord-

nung von Schutzmassnahmen erwähnt. Zwar unterscheidet sich bezüglich 

Letzterem die Publikation des Beschlusses (act. 3.2) von diesem selbst, in-

dem  sie  im  Zusammenhang  mit  den  Entlassungen  darauf  hinweist,  es  sei 

auf  das  Anordnen  von  Schutzmassnahmen  verzichtet  worden.  Indessen 

kann die Publikation des Beschlusses den Inhalt des publizierten Beschlus-

ses  nicht  erweitern,  was  zwar  nicht  hinsichtlich  der  Entlassungen  (die  in 

den  Erwägungen  des  Beschlusses  summarisch  erwähnt  werden),  wohl 

aber  bezüglich  des  Verzichts  auf  Schutzmassnahmen  (worauf  der  Be-

schluss nirgends Bezug nimmt) der Fall wäre. Auch ist der Entlassung ge-

rade  keine  umfassende  Schutzabklärung  vorangegangen,  beschränken 
sich doch die Ausführungen der mit der Überprüfung des Inventars betrau-

ten v. GmbH in der Begründung ihrer Empfehlung auf den Umstand, dass 

es sich beim fraglichen Gebäude um eine Rekonstruktion handle. Auf die-

sen Aspekt lassen sich letztlich auch sämtliche Argumente in der Vernehm-

lassung zurückführen, was insofern stringent ist, als die Vorinstanz dadurch 

gerade  die  Schutzfähigkeit  in  Frage  gestellt  sieht  (vgl.  dazu  sogleich).  In 

der Vernehmlassung wird denn auch ausdrücklich darauf hingewiesen, die 

streitgegenständliche  Inventarentlassung  initiiere  keine  Schutzabklärung 

(act.  7  Rz.  17).  Zusammenfassend  ergibt  sich  somit,  dass  es  sich  vorlie-

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Seite 8 

 
 
gend im Sinne der referierten Rechtsprechung um eine Entlassung zwecks 

Inventarbereinigung  handelt,  die  nach  dem  Gesagten  nur  zulässig  wäre, 

wenn  dem  fraglichen  Objekt  bereits  die  Schutzfähigkeit  abgehen  würde 

bzw.  die  ursprüngliche  Vermutung  der  Schutzwürdigkeit  nicht  mehr  gege-

ben wäre. 

5.2.2 
Dass  solches  insofern  der  Fall  wäre,  als  das  fragliche  Objekt  zufolge  Zer-

störung  überhaupt  nicht  mehr  existent  wäre,  wird  zu  Recht  nicht  geltend 

gemacht, handelt es sich beim von der Inventarentlassung betroffenen Ob-

jekt doch nicht etwa um die Ursprungsbaute, sondern um das (nach wie vor 

bestehende)  1979  errichtete  Gebäude,  auf  welches  sich  denn  auch  das 

bisherige  Inventarblatt  bezieht  (vgl.  act.  8.2).  Inwieweit  es  terminologisch 

sinnvoll ist, mit dem Begriff der fehlenden Schutzfähigkeit weitere Konstel-

lationen  als  diejenigen  einer  Zerstörung  des  fraglichen  Objekts  oder  Un-

möglichkeit, dieses zu erhalten, zu erfassen, kann vorliegend offenbleiben. 

Klar  ist  jedenfalls,  dass  die  Argumentation  der  Vorinstanz  materiell  darauf 

hinausläuft, das streitbetroffene Gebäude deshalb aus dem Inventar zu ent-

lassen,  weil  es  ihrer  Ansicht  nach  die  Voraussetzungen  einer  Inventarauf-

nahme gar nicht erfüllen kann, da für Rekonstruktionen eine Schutzwürdig-

keit  a  priori  ausgeschlossen  sein  soll,  womit  auch  eine  Vermutung  der 

Schutzwürdigkeit von vornherein entfallen müsste. In der Tat erschiene bei 

entsprechender Rechtslage eine Entlassung auch im Rahmen einer Inven-

tarbereinigung zulässig. Ob aber die vorinstanzliche Einschätzung, wonach 

es  einer  Rekonstruktion  per  se  an  einer  potentiellen  Schutzwürdigkeit 

mangle, zutreffend ist, ist nachfolgend zu überprüfen (ohne dass damit eine 

Prüfung  der  Schutzwürdigkeit  des  konkret  in  Frage  stehenden  Gebäudes 

einhergehen würde). 

Unstrittig  ist  zunächst,  dass  sich  die  Schutzwürdigkeit  eines  Objekts  alter-

nativ aus dessen Eigen- bzw. Zeugenwert oder aus dessen Situationswert 

ergeben kann. Mit dem in § 203 Abs. 1 lit. c PBG alternativ genannten Kri-

terium der Erfassung von Gebäuden und Gebäudegruppen, die Landschaf-

ten oder Siedlungen wesentlich mitprägen, wird anders als mit dem Schutz 

wichtiger  Zeugen  nicht  die  Dokumentation  geschichtlicher  Epochen,  son-

dern  die  Erhaltung  qualifizierter  Landschafts-  und  Siedlungsbilder  be-

zweckt.  Zwar  begründet  gemäss  der  verwaltungsgerichtlichen  Rechtspre-

chung  die  besondere  Stellung  und  Lage  einer  Baute  für  sich  allein  grund-

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Seite 9 

 
 
sätzlich  keinen  besonderen  Situationswert  im  Sinn  von  §  203  Abs.  1  lit.  c 

PBG. Die zu schützende Baute muss vielmehr auch von ihrer besonderen 

Gestaltung  und  Erscheinung  her  (Fassaden,  Fenster,  Dachflächen  usw.) 

sowie  hinsichtlich  der  vorhandenen  Bausubstanz  zur  prägenden  Wirkung 

beitragen (VB.97.00034, E. 2, in RB1997 Nr. 73). An diese zusätzlichen Vo-

raussetzungen dürfen indessen keine übermässig strengen Anforderungen 

gestellt  werden.  So  darf  insbesondere  nicht  verlangt  werden,  dass  die 

äusseren Teile der Baute einen besonderen Eigenwert aufweisen müssen. 

Denn  dies  liefe  im  Ergebnis  darauf  hinaus,  dass  die  Baute  nur  noch  auf-

grund ihres Eigenwerts unter Schutz gestellt werden könnte. Solches wäre 

mit § 203 Abs. 1 lit. c PBG nicht zu vereinbaren, lässt doch diese Bestim-

mung  den  Situationswert 

für  eine  Unterschutzstellung  genügen 

(VB.2013.00662 vom 27. Februar 2014, E. 4.2; VB.2017.00159 vom 5. Ok-

tober 2017, E. 8.2). 

Aus  dieser  Rechtsprechung  ergibt  sich  für  die  Frage  der  potentiellen 

Schutzwürdigkeit von Rekonstruktionen was folgt: Ausgangspunkt bildet die 

Feststellung,  dass  für  die  Beurteilung  des  allfälligen  Situationswerts  einer 

bestehenden  Rekonstruktion  nicht  auf  die  Situation  zur  Zeit  des  Bestands 

der Ursprungsbaute, sondern auf die Situation, wie sie sich mit der bereits 

realisierten  Rekonstruktion  präsentiert,  abzustellen  ist.  Zu  fragen  ist  dem-

nach,  ob  die  bereits  realisierte  Rekonstruktion  auch  von  ihrer  besonderen 

Gestaltung  und  Erscheinung  her  sowie  hinsichtlich  der  vorhandenen  Bau-

substanz  zur  gegebenenfalls  konstatierten  prägenden  Wirkung  beiträgt. 

Dabei  zielt  ein  allfälliger  Substanzschutz  (im  Gegensatz  zu  einer  rein  pla-

nungsrechtlichen  Schutzmassnahme  wie  namentlich  entsprechenden 

Kernzonenbestimmungen)  darauf  ab,  die  bestehende  Baute,  unter  Um-

ständen gerade mit Blick auf ihren Situationswert, in genau dieser Erschei-

nungsweise und Materialität zu erhalten und sich nicht lediglich auf den Er-
halt beispielsweise der Kubatur oder wesentlicher Gestaltungselemente zu 

beschränken.  Nicht  ersichtlich  ist  nun,  weshalb  es  im  Falle  einer  als  Re-

konstruktion geschaffenen Baute von vornherein ausgeschlossen sein soll-

te, dass deren allfällige Prägung des Ortsbildes auch durch die konkret rea-

lisierte  Erscheinung  und  Substanz  mitbestimmt  wird.  Insbesondere  lässt 

sich der zitierten Rechtsprechung nicht entnehmen, dass mit dem Kriterium 

der  Bausubstanz  ausschliesslich  historische  Bausubstanz  im  Sinne  einer 

bestimmten Ursprungsbaute anvisiert wäre. Mit einem solchen Verständnis 

würde die Unterscheidung von Eigen- und Situationswert unterlaufen. Viel-

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Seite 10 

 
 
mehr geht es beim Kriterium der Bausubstanz im Rahmen des Situations-

werts  um  den  Erhalt  einer  die  Prägung  des  Ortsbilds  mitbeeinflussenden 

Materialisierung  als  solcher,  unabhängig  davon,  ob  diese  Materialisierung 

mit  dem  Eindruck,  den  das  Gebäude  hinsichtlich  seiner  Bauzeit  beim  Be-

trachter  hervorrufen  mag,  übereinstimmt  oder  nicht.  Gestützt  wird  diese 

Sichtweise  auch  durch  die  Rechtsprechung,  welche  die  Rekonstruktions-

verpflichtung  für  zerstörte  Schutzobjekte  gerade  damit  begründet,  derge-

stalt das Schutzziel der Erhaltung des Situationswerts erreichen zu können 

(BRGE IV Nr. 0020/2016 und 0021/2016, E. 5.2, in BEZ 2016 Nr. 10), was 

sich entgegen der Vorinstanz nicht auf eine Anordnung pönalen Charakters 

reduzieren lässt. Auch hat ein solches Verständnis gerade nicht zur Folge, 

dass der Schutz des Situationswerts keinen Substanzerhalt mehr erfordern 

und  damit  dem  Abbruch  bestehender  Gebäude  bei  entsprechendem  Wie-

deraufbau nicht entgegenstehen würde. Im Gegenteil geht es stets darum, 

ob sich die Bausubstanz der bestehenden Baute gegebenenfalls bezüglich 

des  Situationswerts  als  mitprägend  erweist  und  eine  Substituierung  durch 

eine  gleich  gestaltete Ersatzbaute damit  ausscheidet,  wobei  aber  wie  dar-

gelegt  nicht  von  vornherein  danach  differenziert  werden  kann,  ob  es  sich 

bei  der  bestehenden  Baute  ihrerseits  um  eine  Ursprungsbaute  oder  eine 

Rekonstruktion handelt. 

5.2.3 
Zusammengefasst  ergibt  sich,  dass  die  vorinstanzliche  Annahme,  wonach 

eine potentielle Schutzwürdigkeit des streitbetroffenen Gebäudes auch hin-

sichtlich des Situationswerts a priori ausgeschlossen werden könne, da es 

sich  um  eine  Rekonstruktion  handle,  unzutreffend  ist.  Damit  ist  über  die 

Schutzwürdigkeit des Gebäudes geschweige denn die allfällige Anordnung 

von Schutzmassnahmen noch nichts gesagt, was wie dargelegt auch nicht 

Gegenstand  des  vorliegenden  Verfahrens  ist.  Hinsichtlich  der  Vorausset-
zungen  einer  Inventarentlassung  zwecks  Inventarbereinigung  hat  die  vor-

stehende  Einschätzung  jedoch  zur  Folge,  dass  nicht  gesagt  werden  kann, 

das streitbetroffene Objekt würde die Voraussetzungen für die Inventarauf-

nahme  nicht  mehr  erfüllen,  ist  doch  dessen  potentielle  Schutzwürdigkeit 

durch den Umstand, dass es sich um eine Rekonstruktion handelt, nicht in 

Frage  gestellt.  Damit  erweist  sich  die  vorgesehene  Inventarentlassung  als 

unzulässig  und  hat  das  streitbetroffene  Objekt  im  Inventar  zu  verbleiben. 

An  diesem  Ergebnis  vermögen  auch  die  weiteren  Argumente  der  Vo-

rinstanz nichts zu ändern: Da wie ausgeführt der heute gegebene bauliche 

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Bestand  der  Beurteilung  zugrunde  zu  legen  ist,  erweist  sich  als  unerheb-

lich, ob dieser als Rekonstruktion oder lediglich als Ersatzbaute qualifiziert 

werden  kann.  Die  weiteren Argumente  lassen  sich  letztlich  umfassend  auf 

die vorstehend erörterte Frage zurückführen; so, wenn in der Vernehmlas-

sung  beispielsweise  der  angeblich  fehlende  Situationswert  oder  sinnge-

mäss  eine  bestimmte  Betätigung  des  Auswahlermessens  mit  dem  Fehlen 

von  Originalsubstanz  begründet  werden.  Soweit  demgegenüber  entspre-

chende Ausführungen im Sinne einer weitergehenden Prüfung der Schutz-

würdigkeit  aufzufassen  wären,  gilt  wie  dargelegt,  dass  eine  solche  nicht 

Gegenstand  des  vorliegenden  Verfahrens  ist  und  eine  Infragestellung  der 

konkret  zu  ermittelnden  Schutzwürdigkeit  gerade  nicht  zur  Inventarentlas-

sung  zwecks  Inventarbereinigung  führen  könnte.  In  diesem  Zusammen-

hang  ist  abschliessend  auf  Folgendes  hinzuweisen:  Eine  seitens  der  Vo-

rinstanz  angestrebte  Inventarentlassung  könnte  -  bei  gegebenen  Voraus-

setzungen  -  lediglich  im  Sinne  einer  Inventarentlassung  nach  vorgängiger 

umfassender  Schutzabklärung  und  verbunden  mit  dem  Verzicht  auf 

Schutzmassnahmen vorgenommen werden. Selbst wenn das vorliegend zu 

beurteilende  Vorgehen  der  Vorinstanz  in  diesem  Sinn  interpretiert  würde 

(was nach dem in E. 5.2.1 Dargelegten klarerweise zu verneinen ist), wäre 

der  angefochtene  Beschluss  bezüglich  der  vorgesehenen  Inventarentlas-

sung  aufzuheben.  Dies  deshalb,  weil  es  an einer umfassenden, nach  wis-

senschaftlichen Kriterien ausgeführten Schutzabklärung und damit an einer 

rechtsgenügenden Sachverhaltserstellung fehlen würde, nachdem sich die 

v.  GmbH  bezüglich  ihrer  Empfehlung  betreffend  Inventarentlassung  einzig 

auf  das  vorstehend  verworfene  Argument  der  fehlenden  Schutzfähigkeit 

von Rekonstruktionen abgestützt hat. 

6. 
Zusammengefasst  ist  der  Rekurs  gutzuheissen.  Demgemäss  ist  der  Be-

schluss  des  Gemeinderats  X  vom  31. August  2020  aufzuheben,  soweit 

damit das Gebäude P.-Strasse 1 (Vers.-Nr. 1, Kat.-Nr. 1) aus dem kommu-

nalen Inventar der Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung in der Kern-

zone entlassen wird. 

R2.2020.00302 

Seite 12 

 
 
7.1 
Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten dem Gemeinderat X aufzuer-

legen (§ 13 VRG). 

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 

Abs.  2  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Re-

kursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kom-

mentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 4'500.-- festzusetzen. 

7.2 
Seitens  der  Parteien  wurden  keine  Umtriebsentschädigungen  beantragt, 

weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen. 

[…] 

R2.2020.00302 

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