# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f35840b-c8ed-5425-a13d-9334806e56b3
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-02
**Language:** de
**Title:** Befristete Baubewilligung für einen Windmessmast in der Landwirtschaftszone (Neubeurteilung nach Rückweisung durch das Verwaltungsgericht).
**Docket/Reference:** BRGE III Nr. 0031/2016
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_iii_nr._0031-2016_vom_2._maerz_2016.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
3. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE III Nr. 

R3.2015.00160 
0031/2016 

Entscheid vom 2. März 2016 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Felix Müller, Ersatzrichter Reinhold Schätzle, Baurichte-
rin Monika Spring-Gross, Gerichtsschreiber Andreas Mahler     

in Sachen 

Rekurrierende 

R. und E. G., [….]  

gegen 

Rekursgegnerschaft 

1.  Bauausschuss X, [….]  
2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walcheplatz 2, 8090 Zürich  
3.  N. SA, [….]  

betreffend 

Bauausschussbeschluss vom 22. Januar 2014 und Verfügung der Baudirek-
tion Kanton  Zürich  Nr.  BVV  13-1492  vom  13.  Dezember 2013;  Baubewilli-
gung bzw. raumplanungsrechtliche Bewilligung für Windmessmast, Kat.-Nrn. 
3590 und 2805 

Abteilungsentscheid  BRGE  III  Nr.  0108/2014,  0109/2014  und  0110/2014 
vom 20. August 2014; Rückweisung zum Neuentscheid mit VB.2014.00555 
vom 10. Juni 2015 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben:  

A. 

Mit Beschluss vom 22. Januar 2014 erteilte der Bauausschuss X der N. SA 

die auf 24 Monate befristete baurechtliche Bewilligung für die Errichtung ei-

nes  Windmessmastes  auf  den  Grundstücken  Kat.-Nrn.  3590  und  2805. 

Gleichzeitig wurde die raumplanungsrechtliche Bewilligung der Baudirektion 

Kanton Zürich vom 13. Dezember 2013 für das Bauvorhaben eröffnet. 

B. 

Den gegen diese Entscheide von R. und E. G. erhobenen Rekurs wies das 

Baurekursgericht mit Entscheid vom 20. August 2014 ab, soweit darauf ein-

getreten wurde (BRGE III Nrn. 0108/0214, 0109/2014 und 0110/2014, G.-Nr. 
R3.2014.00030).  Die  gegen  diesen  Entscheid  von  R.  und  E.  G.  erhobene 

Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht mit Entscheid vom 10. Juni 2015 

teilweise gut (VB.2014.00555) und wies die Sache an das Baurekursgericht 

zurück. 

C. 

Mit Verfügung vom 13. Oktober 2015 wurde von der Rückweisung der Akten 

durch das Verwaltungsgericht Vormerk genommen und das Verfahren unter 

der neuen G.-Nr. R3.2015.00160 fortgesetzt. Der Bauausschuss X und die 

N. SA wurden eingeladen, zur Frage der Erschliessung der Baugrundstücke 

Stellung zu nehmen. 

D. 
Mit  Eingaben  vom  11.  bzw.  12.  November  2015  beantragten  der  Bauaus-

schuss  und  die  private  Rekursgegnerin  die  Abweisung  des  Rekurses.  Mit 

Eingabe vom 4. Januar 2016 nahmen die Rekurrierenden dazu Stellung und 

beantragten  die  Gutheissung  des  Rekurses  unter  Kosten-  und  Entschädi-

gungsfolgen zulasten der Rekursgegnerschaft. 

Mit Eingabe vom 26. Januar 2016 hielt die private Rekursgegnerin an ihrem 
Antrag fest. Die übrigen Rekursgegner verzichteten stillschweigend auf eine 

weitere Vernehmlassung. 

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Seite 2 

 
 
E. 

Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit zur Entscheidbegründung erfor-

derlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die Baugrundstücke Kat.-Nrn. 3590 und 2805 liegen in der Landwirtschafts-

zone gemäss Bau- und Zonenordnung der Gemeinde X (BZO). Geplant ist 

ein 90 m hoher Mast aus Stahl mit auf drei Seiten und in verschiedener Höhe 

angebrachten  seitlichen  Abspannkabeln.  Im  Querschnitt  ist  der  Mast  drei-

eckig mit einer Kantenlänge von 40 cm. Er dient zur Messung des Windes 

und der Fledermausaktivitäten während maximal 24 Monaten. Die Resultate 

dienen als Entscheidungsgrundlage für die Erstellung eines Windparks. 

2. 

Im  Beschwerdeverfahren  zeigte  die  Bauherrschaft  einen  neuen  möglichen 

Zugang  zu  den  Baugrundstücken  auf,  der  im  Rekursverfahren  noch  nicht 

Gegenstand des zu beurteilenden Vorhabens war. Dieser Zugang führt von 

Süden her ab dem Weiler Y über die H.-Strasse (Kat.-Nrn. 3576, 4605 und 

4604)  und  alsdann  über  das  landwirtschaftliche  Grundstück  Kat.-Nr.  3591 

zum Baugrundstück Kat.-Nr. 3590. 

Im Entscheid vom 10. Juni 2015 hielt das Verwaltungsgericht dazu fest, aus 

den Akten gehe keine Berechtigung des Grundstücks Kat.-Nr. 3590 an der 

Benützung der H.-Strasse in ihrem westlichen Abschnitt (Kat.-Nr. 4604) her-

vor. Weil ausserdem das Grundstück nicht an jene "Landwirtschaftsstrasse" 

anstosse, sei anzunehmen, dass deren Benützung von der Zustimmung des 

Eigentümers  bzw.  der  Eigentümer  abhänge.  Eine  solche  Zustimmung  sei 

bisher  nicht  vorgelegt  worden.  Ob  die  H.-Strasse  und  die  anschliessende 

rund  400  m  lange  Wegstrecke  über  die  offene  Wiese  der  Grundstücke 
Kat.-Nrn. 3591 und 3590 in tatsächlicher Hinsicht als Zufahrt genügen wür-

den, sei äusserst zweifelhaft. Aufgrund der Akten lasse sich daher nicht ab-

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Seite 3 

 
 
schliessend beurteilen, ob die Anlagegrundstücke über eine hinreichende Er-

schliessung verfügen würden. Der angefochtene Rekursentscheid sei daher 

aufzuheben. Da der Sachverhalt ungenügend festgestellt worden sei, sei die 

Sache  an  das  Baurekursgericht  zur  weiteren  Prüfung  zurückzuweisen 

(VB.2015.00555, E. 5.3. f.). 

Im vorliegenden Rekursverfahren ist somit einzig die Zufahrtsvariante über 

die H.-Strasse neu zu beurteilen. Die weitere Beurteilung des Vorhabens (s. 

Ziffer 4 ff.) entspricht derjenigen im ersten Rechtsgang. 

3.1. 

Der Bauausschuss bringt vor, die Strassenparzellen der H.-Strasse Kat.-Nrn. 

4576 und 4605 seien Gemeindestrassen und Kat.-Nr. 4604 sei ein Flurweg. 

Hauptanstösser sei  G. E., welcher mit der Bauherrschaft einen Vertrag für 

die Nutzung seines Grundstückes Kat.-Nr. 3590 für das Aufstellen des Mess-

mastes abgeschlossen habe (Anmerkung: Gemeint ist wohl Kat.-Nr. 3591, 

Eigentümer von Kat.-Nr. 3590 ist R. S.). Der Bauausschuss verweist sodann 

auf die Bestimmungen von § 110 Abs. 2 und 3 Landwirtschaftsgesetz (LG) 

betreffend die Wegrechte der Grundeigentümer auf dem Flurweg.  G. E.be-

sitze die Grundeigentümermehrheit. Komme keine Einigung unter den Flur-

wegeigentümern zustande, werde der Gemeinderat die Zustimmung erteilen 

(vgl. §§ 110 Abs. 4 und 111 Abs. 3 LG), weil die Gemeinde ein Interesse an 

der Realisierung des streitbetroffenen Projektes habe. 

3.2. 

Die private Rekursgegnerin erklärt in Bezug auf die rechtliche Sicherung der 

Zufahrt, mit den Besitzern der Parzellen  Kat.-Nrn. 3590 und 3591 bestehe 

ein Vertrag über die Nutzung des Geländes für die Planung eines Windpar-
kes. Dazu gehörten sämtliche notwendigen Untersuchungen wie z.B. Wind-

messungen inklusive notwendiger Fuss-, Fahrweg- und Durchleitungsrechte. 

Diese Rechte seien als Dienstbarkeiten im Grundbuch eingetragen worden. 

Gleichzeitig sei ein Vorvertrag über selbstständige und dauernde Baurechte 

und weitere Rechte in diesem Zusammenhang abgeschlossen worden. Die 

Grundstücke  von  G.  E.  würden  den  Flurweg  Kat.-Nr.  4604  "fast  komplett" 
umschliessen. Gestützt auf den erwähnten Vertrag mit G. E. und die einge-

tragene Dienstbarkeit bestehe das Wegrecht auch für den Flurweg Kat.-Nr. 

4604. 

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Seite 4 

 
 
3.3. 

Die  Rekurrierenden  entgegnen,  ein  Wegrecht  über  das  Grundstück 

Kat.-Nr. 3591 werde nicht belegt. Im Weiteren würden die Baugrundstücke 

nicht an den besagten Flurweg anstossen, weshalb gestützt auf § 111 Abs. 2 

und 3 LG höchstens ein forst- und landwirtschaftliches Wegrecht eingeräumt 

werden könne, was mit dem Zweck des Bauvorhabens nicht vereinbar wäre. 

Daher fehle es an einer rechtlich gesicherten Zufahrt. 

3.4.1. 

Voraussetzung für die Erteilung einer Baubewilligung ist unter anderem die 

genügende  Erschliessung  des  Baugrundstücks  (Art.  22  Abs. 2  lit. b  des 

Raumplanungsgesetzes [RPG]; §§ 233 und 234 des Planungs- und Bauge-

setzes [PBG]). Ein Grundstück ist dann erschlossen, wenn es für die darauf 

vorgesehenen  Bauten  und  Anlagen  genügend  zugänglich  ist,  wenn  diese 
ausreichend mit Wasser und Energie versorgt werden können und wenn die 

einwandfreie  Behandlung  von  Abwässern,  Abfallstoffen  und  Altlasten  ge-

währleistet ist (§ 236 Abs. 1 PBG). Dies gilt auch für Grundstücke im Nicht-

baugebiet. Was die genügende Zugänglichkeit im Besonderen anbelangt, so 

erfordert diese in tatsächlicher Hinsicht eine der Art, Lage und Zweckbestim-

mung der Bauten oder Anlagen entsprechende Zufahrt für die Fahrzeuge der 

öffentlichen  Dienste und  der Benützer (§ 237  Abs. 1  Satz 1 PBG).  Die  Zu-

fahrt muss nicht nur in tatsächlicher Hinsicht genügen, sondern auch recht-

lich gesichert sein (RB 1981 Nr. 129 = BEZ 1981 Nr. 1, E. 3).  

Die rechtliche Sicherung umfasst in erster Linie den Nachweis, dass die Bau-

herrschaft  über  dauernde  und  für  die  vorgesehene  Bewerbung  der  Baute 

bzw.  Anlage  ausreichende  Benützungsrechte  an  der  Zufahrt  verfügt  oder 

dass ihr für den Ausbau die nötigen dinglichen Rechte zustehen. Der Nach-

weis kann durch Eigentum oder eine Dienstbarkeit zulasten des berechtigten 
Eigentümers geleistet werden. Möglich ist auch der Beleg, dass die Zufahrt 

dem öffentlichen Gebrauch gewidmet ist.  

Nach  § 110  LG  können  die  Flurwegeigentümer  oder  Genossenschaftsmit-

glieder Flurwege unbeschränkt zur land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung 

ihrer  Grundstücke  befahren  oder  begehen,  die  anderweitige  Benützung 

durch einen Beteiligten bedarf jedoch der Zustimmung der Mehrheit der üb-
rigen Eigentümer oder der Genossenschaft (Abs. 1 und 2). Die Zustimmung 

ist zu erteilen, wenn der Ausbaustand des Wegs für den vorgesehenen Ge-

brauch genügt und dieser den land- oder forstwirtschaftlichen Verkehr nicht 

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wesentlich  beeinträchtigt.  Die  Auferlegung  einer  Entschädigung  sowie  der 

Kosten eines allfälligen Ausbaus bleiben vorbehalten (Abs. 3). Kommt eine 

Einigung unter den Flurwegeigentümern nicht zustande, entscheidet der Ge-

meinderat (Abs. 4). Als Dritte sind nur Fussgänger berechtigt, Flurwege ohne 

besondere  Erlaubnis  zu  benützen  (§  111  Abs.  1  LG).  Eigentümer,  deren 

Grundstücke  in  der  Nähe  eines  Flurwegs  liegen,  können  aber  verlangen, 

dass  ihnen  gegen  angemessene  Entschädigung  ein  land-  und  forstwirt-

schaftliches Wegrecht eingeräumt wird (§ 111 Abs. 2 LG). Kommt eine Eini-

gung  unter  den  beteiligten  Grundeigentümern  nicht  zustande,  entscheidet 

der Gemeinderat (§ 111 Abs. 3 LG; VB.2014.000555, E. 5.1.). 

3.4.2. 

Beim westlichen Abschnitt der H.-Strasse (Kat.-Nr. 4604) handelt es sich um 

einen Flurweg im Sinne von § 108 Abs. 1 lit. b LG. Die Anlagegrundstücke 

Kat.-Nrn. 3590 und 2805 sind daran nicht berechtigt. Demgemäss steht der 

Flurweg Kat.-Nr. 4604 nicht als Zufahrt zu den Anlagegrundstücken zur Ver-

fügung, da diese nicht Anstösser an diesen Weg sind und sich für die Dritt-

grundstücke gestützt auf § 111 Abs. 2 und 3 LG im besten Fall die Einräu-

mung eines land- und forstwirtschaftlichen Wegrechts erstreiten liesse, was 

aber nicht mit dem Zweck dieser Anlage vereinbar ist. Der Weg kann sodann 

zwar durch Fussgänger uneingeschränkt benützt werden (§ 111 Abs. 1 LG). 

Im Entscheid vom 10. Juni 2015 hielt das Verwaltungsgericht indes fest, dass 

allein die Zugänglichkeit eines Grundstücks für Fussgänger noch keine ge-

nügende  Zufahrt  im  Sinn  von  Art. 19  Abs. 1  RPG  und  §  237  Abs.  1  PBG 

beinhalte.  Die  vom  Baurekursgericht  im  ersten  Verfahrensgang  gewährte 

Bewilligung  einer  betrieblichen  Grundstücksnutzung  ohne  rechtlich  gesi-

cherte Zufahrt widerspreche dem klaren Wortlaut beider Gesetze, was trotz 

der nur auf zwei Jahre befristeten Nutzung nicht in Kauf genommen werden 

könne.  Vom  Erfordernis  der  Erschliessung  dürfe  weder  inner-  noch  aus-
serhalb der Bauzonen – auch nicht ausnahmsweise – abgewichen werden 
(VB.2014.00555, E. 5.3.1.). 

Die private Rekursgegnerin hat somit keinen gesetzlichen Anspruch darauf, 

dass ihr die am Flurweg Kat.-Nr. 4604 beteiligten Grundeigentümer ein an-

deres als ein land- oder forstwirtschaftliches Wegrecht einräumen. Ein ein-

vernehmlich gewährtes Wegrecht vermag die private Rekursgegnerin nicht 
zu belegen. Unbehelflich ist auch, dass G. E. die Mehrheit der an den Flur-

weg anstossenden Grundstücke besitzt. Zum einen ist seine Zustimmung zur 

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Benützung des Flurwegs nicht aktenkundig, zum anderen gilt nach den Re-

geln  der  einfachen  Gesellschaft  das  Kopfstimmprinzip  (Art. 534  Obligatio-

nenrecht [OR]). Es steht mithin jedem Grundeigentümer unabhängig von der 

Anzahl Grundstücke in seinem Eigentum eine Stimme zu (vgl. RB 2004 Nr. 

71). Überdies ist für die Einräumung eines Wegrechts zugunsten von Dritten 

gestützt auf § 111 Abs. 2 LG, anders als nach § 110 Abs. 2 LG, die Zustim-

mung aller Flurwegeigentümer erforderlich (vgl. Art. 534 Abs. 1 OR). 

3.4.3. 

Die  private  Rekursgegnerin  behauptet,  sie  verfüge  über  das  Wegrecht  für 

das  Grundstück  Kat.-Nr.  3591.  Die  zu  den  Akten  gereichten  Belege 

(act. 10.1.2. und 10.1.3) vermögen dies aber nicht zu beweisen. Es handelt 

sich um die erste Seite der "Vereinbarung über die Regelung gegenseitiger 

Rechte  und  Pflichten  der  Landnutzung,  mit  Dienstbarkeiten  (Nutzungsver-

trag)" zwischen G. E. "als Grundstückseigentümer" und der privaten Rekurs-

gegnerin (act. 10.1.3.). Daraus geht weder hervor, welche Grundstücke von 

der Vereinbarung erfasst werden, noch welche Rechte und Pflichten diese 

beinhaltet. Das zweite Dokument ist wiederum nur die erste Seite der "An-

lage 3 zum Nutzungsvertrag (Planungsphase)", "Vorvertrag über selbstän-

dige  und  dauernde  Baurechte  und  weitere  Rechte  in  diesem  Zusammen-

hang" zwischen denselben Parteien (act. 10.1.2.). Auch hier fehlt ein Bezug 

zur  Parzelle  Kat.-Nr.  3591  und  ein  diesbezügliches Wegrecht  geht  daraus 

nicht  hervor.  Der  Bauausschuss  führt  in  seiner  Vernehmlassung  aus,  der 

Nutzungsvertrag mit G. E. betreffe das Grundstück Kat.-Nr. 3590. Dieses be-

findet sich allerdings im Eigentum von R. S.. Schliesslich vermag die private 

Rekursgegnerin auch die angeblich im Grundbuch eingetragenen Dienstbar-

keiten nicht zu belegen. 

3.4.4. 
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Zufahrt über den westlichen Ab-

schnitt  der  H.-Strasse  (Kat.-Nr.  4604)  und  das  Grundstück  Kat.-Nr. 3591 

rechtlich nicht gesichert ist. Damit fehlt es dem Bauvorhaben an der gesetz-

lich erforderlichen Erschliessung. Da die Bauherrschaft für die Erteilung der 

notwendigen Wegrechte von Dritten abhängig ist, kann nicht von einem Man-

gel ausgegangen werden, der ohne besondere Schwierigkeiten mittels einer 
Nebenbestimmung  behoben  werden  könnte  (§  321  Abs. 1  PBG).  Dies  gilt 

auch hinsichtlich eines allfälligen Anspruchs auf Einräumung eines Notweg-

rechts gemäss Art. 694 Zivilgesetzbuch (ZGB). Ein solcher Anspruch müsste 

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vor Erteilung der Baubewilligung erstritten werden. Somit ist der Rekurs gut-

zuheissen und die angefochtene Baubewilligung ist aufzuheben. 

Ob der fragliche Zugang in tatsächlicher Hinsicht genügen würde, kann damit 

offen bleiben. Bemerkungsweise ist Folgendes anzufügen: Die Anforderun-

gen an die verkehrsmässige Erschliessung während des Messbetriebes rich-

ten sich nach den konkreten Bedürfnissen (vgl. §§ 236 f. PBG). Vor Ort sind 

nur periodisch Kontrollen und Manipulationen an den Messgeräten notwen-

dig. Aufgrund der Akten (s. insbesondere die Fotos in act. 9) erscheint eine 

Zufahrt mit geländegängigen Fahrzeugen, auf dem letzten Wegstück auch 

über die offene Wiese, ohne Weiteres möglich und damit eine in tatsächlicher 

Hinsicht genügende Zufahrt als gegeben. 

4. 

Obwohl  die  angefochtene  Baubewilligung  bereits  mangels  rechtsgenügen-

der Erschliessung aufzuheben ist, wird im Hinblick auf ein dahingehend ver-

bessertes Projekt auf weitere Rügen dennoch eingegangen. Die nachfolgen-

den Erwägungen entsprechen denjenigen des in diesen Punkten aufgeho-

benen Rekursentscheides vom 20. August 2014. 

5.1. 

Die  Rekurrierenden  beanstanden,  die Vorinstanzen  hätten  sich,  soweit  er-

kennbar,  nicht  mit  der  Einordnung  und  Gestaltung  des  Bauvorhabens  be-

fasst. Der von einem dichten Netz von Abspannkabeln umgebene Mast sei 

in der Gesamtheit ein voluminöses Bauvorhaben, das in der Landschaft do-

minant auftrete und einen störenden Fremdkörper darstelle. Die mit Wander-

wegen gut erschlossene Landschaft mit ihren lieblichen Hügeln und Wäldern 
sei  ein  wichtiges  Naherholungsgebiet.  Das  Baugrundstück  sei  dem  Land-

schaftsförderungsgebiet zugeteilt und unweit davon verlaufe die Perimeter-

grenze zur überkommunalen Schutzverordnung Bachtel-Allmen. 

5.2. 

Gemäss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung für sich 
und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umge-

bung  im  Ganzen  und  in  ihren  einzelnen  Teilen  so  zu  gestalten,  dass  eine 

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befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch für 

Materialien und Farben. 

Diese Vorschrift enthält eine Grundanforderung an Bauten, Anlagen und Um-

schwung. Verlangt wird sowohl eine gewisse Qualität der Gestaltung in sich 

als auch der Einordnung in die bauliche und landschaftliche Umgebung. Die 

Frage, ob eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird, ist gestützt auf 

objektive,  nachvollziehbare  Kriterien  zu  beantworten.  Blosses  Empfinden 

rechtfertigt keinen Eingriff in das Eigentum. 

5.3. 

Der Windmessmast soll in eine im Wesentlichen unverbaute, durch traditio-

nelle Landwirtschaft geprägte, reizvolle Landschaft zu stehen kommen. Das 

Schutzgebiet  gemäss Verordnung  zum  Schutze  des  Bachtels  und des All-

mens reicht nicht näher als ca. 1 km an den Standort des Windmessmastes 

heran (s. R3.2014.00030, act. 16.3, in act. 3). Schon allein wegen der gros-

sen Distanz ergeben sich daraus für das Bauvorhaben keine erhöhten ge-

stalterischen Anforderungen. Das von der Rekurrentschaft genannte Land-

schaftsförderungsgebiet  ist  eine  Festsetzung  im  kantonalen  Richtplan  und 

umfasst weiträumig den grössten Teil des Zürcher Oberlandes. Den beson-

deren  landschaftlichen  Qualitäten  in  der  Umgebung  des  streitbetroffenen 

Bauvorhabens  ist  bei der  Anwendung  der  Gestaltungsvorschrift  von  § 238 

Abs. 1  PBG  Rechnung  zu  tragen.  Darüber  hinaus  ergeben  sich  aus  dem 

Richtplan  keine  weiteren  Anforderungen,  zumal dieser nicht  grundeigentü-

merverbindlich ist. 

Der Mast besteht aus einer sehr schlanken (40 cm Seitenlänge) Stahlgitter-

konstruktion mit zahlreichen seitlichen Abspannkabeln. Es handelt sich nicht 

um  einen  massiven  Baukörper,  sondern  um  eine  filigrane,  "transparente" 
Konstruktion, die in der weiteren Umgebung vor allem wegen seiner beacht-

lichen Höhe von 90 m, wenn auch nicht dominant, aber immerhin auffällig in 

Erscheinung tritt, als technische Installation einen Fremdkörper darstellt und 

die Landschaft negativ beeinträchtigt.  Als dauerhafte Baute wäre der Mast 

bei  den  heute  gegebenen  nutzungsplanerischen  Grundlagen  nicht  bewilli-

gungsfähig.  Es  stellt  sich  daher die  Frage,  ob  der Einordnungsmangel mit 

der  befristeten  Baubewilligung  vorübergehend  toleriert  werden  kann.  Der 
Grundsatz  der  Gesetzmässigkeit  verlangt,  dass  befristete  Abweichungen 

vom ordentlichen Recht nur dann und für so lange zugestanden werden, als 

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Seite 9 

 
 
die Realisierung eines gesetzeskonformen Projekts entweder unmöglich o-

der für den Bauherrn unzumutbar ist. Sodann ist massgebend, welche bau-

rechtlichen  Rechtsgüter in  welchem  Ausmass  verletzt  werden  und  es  sind 

die auf dem Spiel stehenden öffentlichen und privaten Interessen gegenei-

nander  abzuwägen  (s.  VB  91/0054  und  0055  vom  3. Oktober  1991  in  ZBl 

93/1992  S.  184 

ff.,  E.  5b  und  nicht  publizierte  E. 5c/aa.,  sowie 

VB.2009.00308 vom 17. Dezember 2009, E. 8.2). 

Das Erscheinungsbild des streitbetroffenen Mastes, vor allem seine Höhe, 

ist technisch bzw. durch die Höhe der Hügelkette Stüssel-Allmen bedingt und 
lässt sich nicht auf gesetzeskonforme Weise gestalten. Ob allenfalls  − wie 
die Rekurrierenden vorbringen − andere Messmethoden ohne Mast auch ge-
eignet wären, ist nicht massgebend; alternative Bauvorhaben sind nicht zu 

beurteilen. Indes ist der Windmessmast schon von seiner Zweckbestimmung 

her auf eine temporäre Bestandesdauer angelegt, weshalb nur um eine be-

fristete Baubewilligung für eine relativ kurze Zeit ersucht wurde. Das gestal-

terische Defizit stellt für Dritte wie die Rekurrierenden höchstens einen leich-

ten, auf das subjektive Empfinden beschränkten Nachteil dar. Für das Land-

schaftsbild relevante Eingriffe in das Terrain oder in die Vegetation sind nicht 

notwendig. Mit der Entfernung des Mastes nach durchgeführten Messungen 

wird der ursprüngliche Zustand sogleich wieder hergestellt sein. Insgesamt 

ist die Beeinträchtigung der baurechtlichen Rechtsgüter als eher gering ein-

zustufen.  Daher  fällt  die  Güterabwägung  zwischen  dem  Schutz  des  Land-

schaftsbildes  und dem  Interesse  der Bauherrschaft  an  den  Messungen  im 

Zusammenhang  mit  der  Standortevaluation  für  einen  Windpark,  an  dem 

auch ein gewisses öffentliches Interesse besteht (s. dazu die Ausführungen 

zur  Standortgebundenheit  unter  Ziffer 6.4. ff.  weiter  unten),  zugunsten  der 

Bauherrschaft  aus.  Infolgedessen  kann  der  mit  der  befristeten  Baubewilli-

gung einhergehende temporäre Einordnungsmangel toleriert werden.  

6.1. 

Gegen  die  raumplanungsrechtliche  Bewilligung  der  Baudirektion  (Ausnah-

mebewilligung nach Art. 24 RPG) bringen die Rekurrierenden vor, das Bau-

vorhaben sei nicht standortgebunden. Die Standortgebundenheit des Wind-

messmastes  sei  eng  mit  jener  des  später  geplanten Windparks  verknüpft. 
Wenn sich der Standort des Windparks zum vornherein als unzweckmässig, 

unwirtschaftlich oder rechtlich nicht durchsetzbar erweise, würden sich auch 

keine  Windmessungen  aufdrängen.  Gemäss  Windkarte  (R1S.2014.00030, 

R3.2015.00160 

Seite 10 

 
 
act. 6.5, in act. 3, aufrufbar auf www.wind-data.ch) würden die Windverhält-

nisse am vorgesehenen Standort im Grenzbereich dessen liegen, bei wel-

chem sich die Produktion von Windenergie noch lohne. Auch aus anderen 

Gründen  sei  eine  Windenergieanlage  an  diesem  Ort  nicht  realistisch.  So-

dann sei es möglich, Windmessungen ohne Maste mittels akustischer oder 

optischer Messverfahren (sogenannte Sodar- oder Lidar-Messungen) land-

schaftsschonender auszuführen. 

6.2. 

In der angefochtenen Verfügung erwog die Baudirektion, der Windmessmast 

diene der Evaluation der Windressource sowie der Korrelation der Windda-

ten  mit  Resultaten  der  Fledermausuntersuchungen.  Der  befristete  Betrieb 

des Mastes sei zur Erhebung der für die nachfolgenden Planungs- und Be-

willigungsverfahren erforderlichen Grundlagen notwendig. Das Gebiet nord-
westlich des vorgesehenen Standorts weise gemäss Windkarte (www.wind-

data.ch) die notwendige Windmenge zum Betrieb einer Windenergieanlage 

auf. Für die Standortwahl des Windmessmastes seien die Lage ausserhalb 

des  Waldgebietes,  ausserhalb  des  Geltungsbereichs  eines  Landschafts-

schutzgebietes sowie die Distanz zum Siedlungsgebiet massgebend gewe-

sen. Zudem ermögliche der Standort auch das Messen von Fledermausakti-

vitäten. Als zeitlich befristete Messanlage sei der Standort für das Vorhaben 

ausreichend begründet. Entgegenstehende überwiegende Interessen seien 

nicht ersichtlich. 

6.3. 

Die Bauherrschaft führt aus, ein Windpark könne nur ausserhalb der Bauzo-

nen  erstellt  werden,  weshalb  auch  der  Messmast  dort  platziert  werden 

müsse, um zuverlässige Messungen durchführen zu können. Es seien drei 
Standorte geprüft worden. Der Standort A. hätte sich im Landschaftsschutz-

gebiet und zudem im Wald befunden, was ein Rodungsgesuch mit sich ge-

bracht hätte, weshalb er verworfen worden sei. Der Standort F. wäre ungüns-

tig gewesen für die gleichzeitige Messung der Fledermausaktivität. Der ge-

wählte  strittige  Standort  stehe  weder  im  Landschaftsschutzgebiet  noch  im 

Wald, sei nicht in der Nähe einer Siedlung und eigne sich auch für die Fle-

dermausmessung. Die von den Rekurrierenden vorgeschlagenen alternati-
ven Messmethoden würden immer in Kombination mit einer Mastmessung 

angewandt, um Vergleichs- und Korrelationsmöglichkeiten der Winddaten zu 

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erhalten. Die temporäre Installation werde die Landschaft nicht beeinträchti-

gen und diese könne weiterhin genutzt und begangen werden. 

6.4. 

Gemäss  Art.  24  RPG  kann  die  Errichtung  von  Bauten  und  Anlagen  aus-

serhalb der Bauzonen sowie deren Zweckänderung abweichend von Art. 22 

Abs. 2 lit. a RPG bewilligt werden, wenn der Zweck der Bauten und Anlagen 

einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert (lit. a) und der Bewilligung 

keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b). 

Eine  Baute  oder  Anlage  ist  dann  standortgebunden,  wenn  sie  aus  techni-

schen  oder  betrieblichen  Gründen  oder  aber  aus  Gründen  der  Bodenbe-

schaffenheit auf einen bestimmten Standort ausserhalb der Bauzonen ange-

wiesen ist. Ausreichend ist eine relative Standortgebundenheit. Es ist dem-

nach  nicht  (im  Sinne  einer  absoluten  Standortgebundenheit)  erforderlich, 

dass  überhaupt  kein  anderer  Standort  in  Betracht  fällt.  Es  müssen  jedoch 

besonders wichtige und objektive Gründe vorliegen, die den vorgesehenen 

Standort gegenüber andern Standorten innerhalb einer Bauzone als wesent-

lich vorteilhafter erscheinen lassen. Subjektive, in der Person des Gesuch-

stellers liegende Motive wie namentlich finanzielle Verhältnisse oder persön-

liche  Zweckmässigkeit  stellen  regelmässig  keine  solchen  Gründe  dar.  An 

das Erfordernis der Standortgebundenheit sind stets sehr strenge Anforde-

rungen zu stellen, weil andernfalls die vom Raumplanungsgesetz bezweckte 

Trennung zwischen Bau- und Nichtbaugebiet nicht mehr gewährleistet ist. 

6.5. 

Der Zweck des Windmessmastes besteht in der Messung des Windes und 

der  Fledermausaktivitäten  als  Grundlage  für  die  Projektierung  einer Wind-

energieanlage. Es liegt somit auf der Hand, dass die Messungen aus techni-

schen Gründen in der Umgebung des späteren Windparks erfolgen müssen, 

wo keine Bauzonen ausgeschieden sind. Anders gesagt muss an jenem Ort 

gemessen werden, an dem man die Windverhältnisse kennen will (s. auch 

die  Ausführungen  unter  Ziff. 6.7.).  Die  Bauherrschaft  hat  sodann  überzeu-

gende  Gründe  genannt,  die  den  vorgesehenen  Standort  des  Messmastes 

gegenüber andern, ebenfalls ausserhalb der Bauzone befindlichen Standor-
ten  in der näheren  Umgebung,  als wesentlich  vorteilhafter erscheinen  las-

sen. Daher ist die positive Standortgebundenheit zu bejahen. Die Kritik der 

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Rekurrierenden  richtet  sich  denn  auch  nicht  gegen  den  gewählten  Mess-

standort an sich, sondern ganz allgemein gegen einen Windmessmast in der 

fraglichen  Gegend.  Die  in  diesem  Zusammenhang  aufgeworfenen  Fragen 

der  Realisierbarkeit  des  Windparks  und  der  alternativen  Messmethoden 

ohne Mast beschlagen indes nicht die Frage der Standortgebundenheit, son-

dern das private Interesse am Vorhaben, welches im Rahmen der Interes-

senabwägung gemäss Art. 24 lit. b RPG zu berücksichtigen ist.  

6.6. 

Aufgrund von Art. 24 lit. b RPG darf einem standortgebundenen Bauvorha-

ben  die  entsprechende  raumplanerische  Bewilligung  erst  erteilt  werden, 

wenn  keine  überwiegenden  Interessen  entgegenstehen.  Bei  den  überwie-

genden Interessen im Sinne von Art. 24 lit. b RPG handelt es sich um solche, 

die sich in erster Linie aus den Zielen und Planungsgrundsätzen von Art. 1 
und 3 RPG ergeben, wobei u.a. die natürlichen Lebensgrundlagen wie Was-

ser und Landschaft zu schützen sind (Art. 1 Abs. 2 lit. a RPG). Die mit Pla-

nungsaufgaben betrauten Behörden haben darauf zu achten, dass die Land-

schaft geschont wird (Art. 3 Abs. 2 RPG). Insbesondere haben sich Siedlun-

gen, Bauten und Anlagen in die Landschaft einzuordnen (Art. 3 Abs. 2 lit. b 

RPG). Zudem ergeben sich Interessen aus dem übrigen positiven Recht, ins-

besondere  aus  der  Natur-  und  Heimatschutzgesetzgebung.  Gefordert  ist 

demnach eine umfassende Abwägung aller räumlich wesentlichen Gesichts-

punkte und Interessen (vgl. dazu BGE 116 Ib 50, E. 6a; 115 Ib 131, E. 5). 

6.7. 

Entgegen der Auffassung der Rekurrierenden kann die Realisierbarkeit des 

Windparks im heutigen Zeitpunkt hinsichtlich des vorhandenen Windpoten-

zials nicht zum vornherein ausgeschlossen werden. Namentlich die Angaben 
in der besagten Windkarte sind dazu nicht geeignet. Laut Erläuterungen zur 

Windkarte  (www.wind-data.ch)  basieren  die  ausgewiesenen  Werte  der 

Windgeschwindigkeiten  auf  einer  Modellierung  mit  einer  Unsicherheit  von 

±1 m/s und erlauben nur eine erste Einschätzung der Windverhältnisse. Für 

Windenergieprojekte müssten vor Ort mit einem ausreichend hohen Mess-

masten Windmessungen über eine Dauer von mindestens einem Jahr durch-

geführt werden. Im vorliegenden Fall kann der Bauherrschaft das Interesse 
nicht abgesprochen werden, solche Messungen durchzuführen. Auch an der 

Zweckmässigkeit der Messmethode mit Errichtung eines Mastes bestehen 

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keine begründeten Zweifel. Bei den auf dem Mast angebrachten Anemome-

tern handelt es sich um die üblichen Instrumente zur Windmessung. 

Sodann steht die Gewinnung erneuerbarer Energien, wozu auch die Wind-

energie zu zählen ist, und demzufolge die Suche nach geeigneten Standor-

ten für entsprechende Energiegewinnungsanlagen auch im öffentlichen Inte-

resse (vgl. Art. 89 Abs. 1 bis 3 Bundesverfassung [BV], Art. 1 Abs. 2 lit. c des 

Energiegesetzes  des  Bundes  (EnG),  Art.  106  Abs. 2  Kantonsverfassung 

[KV]  und  § 1  lit. f  des  kantonalen  Energiegesetzes  [EnerG]);  s.  auch 

BGE 132 II 408, E. 4.5.2., "Crêt-Meuron"). 

Der Windmessmast tangiert,  soweit  erheblich,  einzig  das  Interesse  an der 

Einordnung  von  Bauten  und Anlagen  in die Landschaft  (Art.  3  Abs. 2  lit. b 

RPG, § 238 Abs. 1 PBG). Demgegenüber wird die landwirtschaftliche Nut-

zung der beiden Baugrundstücke nicht in einem erheblichen Mass geschmä-
lert und das Vorhaben verursacht keinerlei Emissionen im umweltrechtlichen 

Sinne  (vgl.  Art. 7  Abs. 1  Umweltschutzgesetz  [USG]).  Insbesondere  verur-

sacht der Betrieb der Messstation keinen nennenswerten Fahrzeugverkehr. 

Wie weiter oben bereits ausgeführt wurde, kann eine gewisse Beeinträchti-

gung des Landschaftsbildes während der beschränkten Bestandesdauer des 

Mastes  in  Kauf  genommen  werden.  Auch  im  Lichte  von  Art.  24  lit.  b  RPG 

stehen  die  vorübergehenden  ästhetischen  Nachteile  dem  Vorhaben  nicht 

entgegen.  Somit  wurde  die  Ausnahmebewilligung  nach  Art.  24  RPG  zu 

Recht erteilt. 

7. 

Zusammengefasst ist der Rekurs gutzuheissen.  

Demgemäss ist der Beschluss des Bauausschusses X vom 22. Januar 2014 
aufzuheben.  

Da das Bauvorhaben nicht realisiert werden kann, ist der Rekurs, soweit er 

sich gegen die im koordinierten Verfahren ergangene raumplanungsrechtli-

che Verfügung der Baudirektion Kanton Zürich vom 13. Dezember 2013 rich-

tet, als gegenstandslos geworden abzuschreiben. 

[….] 

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