# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a82371d0-c3ff-5eb4-907d-27e3eb35382d
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-31
**Language:** de
**Title:** Erstanmeldung, medizinischer Sachverhalt genügend abgeklärt, weitere Abklärungen sind nicht notwendig; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2014.00477
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00477.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00477
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiber Sager
Urteil
vom
31. August 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin
Dr.
Caterina
Nägeli
Bürgi
Nägeli
Rechtsanwälte
Grossmünsterplatz 9, 8001 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1989,
absolvierte
von 2007 bis 2009 bei der Ge
nossen
schaft
Y.___
eine Lehre als Detailhandelsassistentin, wobei der
letzte Arbeitstag am 1
2.
August 2009 war (
Urk.
8/14
Ziff.
2.3). Unter Hinweis auf
Multiple Sklerose meldete sich
die Versicherte
am 2
2.
Juni 2009 bei der Invali
denversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3). Die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte
daraufhin
die medizinische und er
werbliche Situation ab
. Mit Mitteilung vom
1.
September 2010
(
Urk.
8/23) bejahte die IV-Stelle die Kostenübernahme einer berufsbegleitenden
Eintages
han
delsschule
, welche mit Mitteilung vom 1
0.
November 2011 (
Urk.
8/29) fort
ge
setzt wurde
.
Die IV-Stelle liess die Versicherte
in der Folge
durch
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst
(RAD)
, abklären (
Urk.
8/49)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/56
;
Urk.
8/60
)
und neu ein
gegangenen Arztberichten (
Urk.
8/57 = 8/59,
Urk.
8/62 = 8/63), führte die IV-
Stelle
ein
erneutes
Vorbescheidverfahren
durch
(
Urk.
8/76
;
Urk.
8/84
)
und
sprach
der Versicherten mit Verfügung vom 1
9.
März 2014 bei einem
Invalidi
tätsgrad
von 50
%
eine halbe Rente ab
1.
Mai 2012 zu (
Urk.
8/90 =
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
5.
Mai
2014
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
1
9.
März 2014
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr
eine ganze Invalidenrente
zuzusprechen, eventuell sei
ein polydisziplinäres
Gerichts
gutachten
einzuholen, subeventuell die
Sache
an die Vorinstanz zu weite
ren Abklärungen zurückzuweisen
(
Urk.
1 S. 2
f.
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
Juni 2014
(
Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
8.
Juli 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
11
).
Mit Schreiben vom 3
0.
Juni 2014 wurde der Antrag auf unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechts
vertretung
zurückgezogen (
Urk.
10)
.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
ge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Un
terlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksich
tigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beur
tei
lung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.5
Die Rechtspre
chung, wonach das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von der Einschät
zung der medizinischen Experten abweicht, hat den Beweiswert von
Gerichts
gutachten
zum Gegenstand und findet auf versicherungsinterne ärzt
li
che Beur
teilungen nicht Anwendung. Berichte und Gutachten
versiche
rungsin
ter
ner
Ärztinnen und Ärzte unterliegen wie andere Beweismittel der freien richterli
chen Beweiswürdigung. Es kann ihnen Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich wider
spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen
davon aus, dass der Beschwerdeführerin
die angestammte wie auch
eine angepasste Tätigkeit zu
50
%
zumutbar sei. Gestützt darauf
sprach sie der Versicherten ab Mai 2012 eine halbe Invalidenrente zu.
2.2
Die Beschwerdeführerin bestritt beschwerdeweise (
Urk.
1) die von der
Beschwer
degegnerin
angenommene
50%ige
Arbeitsfähigkeit und machte geltend, sie sei
zu mindestens 70
%
invalid im Sinne von
Art.
8 ATSG (S. 5 Mitte
Ziff. 2.3
).
Dr.
A.___
habe
die
Arbeitsfähigkeit aus rein
körperliche
r
Sicht mit
70 bis 80
%
beziffert (S.
7 Ziff.
2.3.2.2)
. Zudem müsse die ausgewiesene
Schilddrüsen
erkrankung
zwingend in die
Arbeitsfähig
keitsbeurteilung
einfliessen (S.
8
Ziff.
2.3.2.4
). Es sei unzutreffend, dass für eine relevante psychiatrische Erkran
kung
keine konkreten Anhaltspunkte bestehen würden
. Deshalb sei eine psychia
tri
sche
Abklärung notwendig
(S. 8
Ziff. 2.3.2.5
).
Aufgrund der
Schilddrüsen
er
krankung
und der psychischen Problematik müsse von einer wesentlich höheren Arbeitsun
fähig
keit ausgegangen werden (S. 10).
2.3
Strittig und zu prüfen
ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin, wobei ins
besondere die Arbeitsfähigkeit umstritten ist.
3.
3.1
Die Ärzte der Neurologischen Klinik des
B.___
berichteten
nach erfolgter Multiple Sklerose Sprechstunde am 3
0.
April 2009 (
Urk.
8/8/6-7) von
einem
zweiten
Schub mit Hypästhesie,
Hypalgesie
und
Thermhypästhesie
des lin
ken Beines.
3.2
Dr.
med.
C.___
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
führte in ihrem Bericht vom 1
3.
Juli 2009 (
Urk.
8/8/1-5) aus, sie behandle die Beschwer
deführerin seit Oktober 2004 (
Ziff.
1.2) und
nannte als Diagnose eine
E
ncepha
lomyelitis
disseminata
(Multiple Sklerose)
, bestehend seit Dezember 2008
, sowie eine substituierte Hypothyreose
nach Hashimoto-
Thyreoditis
, derzeit
euthyreot
, bestehend seit 2008 (
Ziff.
1.1). Sie führte weiter aus, sie sehe die Beschwerde
führerin monatlich zur Festlegung der Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der Neben
wirkungen der Interferontherapie sei ihre Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit leicht eingeschränkt und liege bei 70
%
(
Ziff.
1.4). Bisher seien keine sensomo
torischen neurologischen Ausfälle fassbar. Körperlich und geistig sei sie
etwas weniger leistungsfähig. Aus psychischer Hinsicht
erachte sie die Beschwerde
führerin als gesund. Situativ komme es an Tagen nach Interferontherapie zu starken Nebenwirkungen mit grippalen, tageweise andauernden Symptomen (
Ziff.
1.7).
3.3
PD
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Neurologie,
nannte
in seinem Be
richt vom
8.
Juli 2011 (
Urk.
8/40/6-7)
die bereits bekannten Diagnosen (vorste
hend
E. 3.2) und führte dazu
aus,
dass an der Diagnose Multiple Sklerose
keine Zweifel bestehen
würden
. Die Prognose
diesbezüglich
sei offen. Bei subjektiver Beschwerdefreiheit scheine der Verlauf unter dem nebenwirkungsarm vertrage
nen
Betaferon
erfreulich.
In seinem Bericht vom 2
0.
Dezember 2011 (
Urk.
8/40/8-9) berichtete
Dr.
A.___
von einem weiterhin erfreuliche
n
, seit Juli 2011 schubfreie
n
Ver
lauf und einem klinisch unveränderte
n
Befund im Vergleich zum Juli 201
1.
In der Durch
sicht des heutigen MRI seien keine neuen Läsionen vorhanden (S. 8). Die neurologischen Untersuchungsbefunde seien ebenfalls unauffällig (S. 9).
In seinem Bericht vom 2
1.
März 2012 (
Urk.
8/40/1-4) verwies
Dr.
A.___
auf seine vorstehenden Berichte und fügte an, dass schwere und monotone körperli
che Arbeiten ungünstig seien.
Weitere Details zur Arbeitsanamnese seien ihm keine bekannt (
Ziff.
1.7).
3.4
Dr.
C.___
(vorstehend E.
3.2) berichtete am 2
6.
März 2012 (
Urk.
8/41) von ei
nem
besten Allgemeinzustand und Beschwerdefreiheit anlässlich der 3-monati
gen
Kontrollen unter
Betaferon
(
Ziff.
1.4).
In der angestammten Tätigkeit
als
Blumen
verkäuferin
erachte
sie die Beschwerdeführerin im Rahmen von 12 bis 20 Stun
den pro Woche arbeitsfähig (
Ziff.
1.6 + 1.7).
Ergänzend hielt sie im Schreiben vom
9.
April 2012 (
Urk.
8/43)
auf Nachfrage
fest, dass sich die im Bericht vom 2
6.
März 2012 genannte Einschränkung auf die bisherige Tätigkeit als Floristin bezog, welche mit viel Stehen verbunden
sei
. In einer Bürotätigkeit sei durchaus eine höhere Arbeitsfähigkeit im Umfang von 70-80 % zu erwarten. Da die Beschwerdeführerin eine rasche und mentale Er
müdbarkeit angebe, sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit nicht realistisch (S. 2).
3.5
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für
Neurologie und für Psychiatrie und Psy
chotherapie
,
RAD,
nannte in seinem
Untersuchungsb
ericht vom
4.
Oktober 2012
(
Urk.
8/49) als
neurologische Diagnose eine
Encephalomyelitis
disseminata
(S. 7).
Eine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er keine. Zusammenfassend führte er aus, bei der Beschwerdeführerin sei ein
Ge
sundheitsschaden
ausgewiesen. Dieser führe zu massgeblichen Einschrän
kungen der Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit. Für die bisherige Tätigkeit als Floristin bestehe seit Juni 2012 eine
50%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer ange
passten
Tätigkeit sei von einer mindestens 70%igen Arbeitsfähigkeit auszuge
hen. Im Hin
blick auf die Arbeitsunfähigkeiten seit Erkrankungsbeginn könne auf die plau
sib
len Arztberichte von
Dr.
C.___
(vorstehend E. 3.2 + 3.4) abge
stellt werden (S. 8).
3.6
PD
Dr.
A.___
(vorstehend E.
3.3) berichtete am 2
3.
November
2012 (
Urk.
8/57)
von einer Selbstzuweisung der Beschwerdeführerin wegen Überforderung am Arbeitsplatz und Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem negativen Ent
scheid der Beschwerdegegnerin. Die Beschwerdeführerin berichtete, sie sei kaum belastbar und bereits bei einem wöchentlichen Pensum von 11 Stunden als Flo
ristin deutlich erschöpft. Sie habe nach längerem Stehen schwere Beine und sei sehr müde.
Dr.
A.___
empfahl der Beschwerdeführerin daraufhin die Durch
führung einer standardisierten, neuropsychologischen
Abklärung
zur Festlegung der Arbeitsfähigkeit. Aus rein körperlicher Sicht sei die Arbeitsfähigkeit bei
residuellem
, leichten,
spinozerebellären
Syndrom links auf zirka 70-80
%
zu schätzen, welche unter Berücksichtigung der fehlenden Belastbarkeit (
Fatigue
) allenfalls tiefer sein könne.
3.7
Dr.
med.
D.___
, Fachärztin für Neurologie,
berichtete am
9.
Januar 2013
(
Urk.
8/62 = 8/63)
über eine neuropsychologische Abklärung und
hielt hierzu fest, im Vordergrund stünden die
Fatigue
-Symptomatik mit leichter psycho
motorischer Verlangsamung und verminderter Konzentrationsspanne sowie eine
depressive Verstimmung
(S.
2)
.
Sie ging unter Berücksichtigung der neuropsycho
logischen Befunde sowie der ausgeprägten
Fatigue
-Symptomatik von einer
Leis
tungseinschränkung
von 50
%
aus (S. 2 Mitte).
3.8
Med.
pract
.
E.___
, Facharzt für Neurologie, RAD, führte in seiner Beur
teilung vom
6.
August
(
Urk.
8/74
S. 3 Mitte) aus, dass die in der neuropsycho
logischen Abklärung festgestellte 50%ige Leistungseinschränkung hinsichtlich des allgemeinen Aktivitätsniveaus der Beschwerdeführerin plausibel seien.
4.
4.1
Unbestritten und gemäss vorliegender Aktenlage ausgewiesen ist, dass die Be
schwerdeführerin an
Multipler Sklerose sowie einer Schilddrüsenerkrankung leidet und entsprechend in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Floristin atte
s
tierten alle involvierten Ärzte überreinstimmend eine 50%ige Arbeitsfähig
keit. Dies wird von Seiten der Beschwerdeführerin nicht bestritten
(vgl.
Urk.
1 S. 5
Ziff.
2.2)
.
4.2
Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit stellte die Beschwerdegegnerin
auf die vorhandenen medizinischen Akten sowie den neu
rologisch/psychiatrischen Untersuchungsbericht des RAD (vorstehend E.
3.5
)
ab und ging unter Berücksichtigung der
Fatigue
-Symptomatik
(dazu vorstehend E.
3.6-8)
schliesslich von einer 50%igen adaptierten Arbeitsfähigkeit aus.
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die ausgewiesene
Schilddrüsen
erkrankung
sei bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht
berücksichtigt
worden und müsse zwingend einbezogen werden, kann ihr nicht gefolgt werden. Sie verkennt dabei, dass die Schilddrüsenerkrankung von allen Ärzten stets als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt wurde (vgl. E.
3.2-3.4, E. 3.6).
Den genannten Berichten lässt sich zudem entnehmen,
dass die Hypothyreose substituiert und
euthyreot
sei, was
bedeutet
, dass die Schild
drüse eine normale Funktion aufweist. Es
ist
folglich
davon auszugehen, dass die adäquat behandelte und gut eingestellte Schilddrüsenerkrankung mit
keiner Arbeitsunfähigkeit verbunden ist.
So hielt d
er RAD
-Arzt
in seiner Stel
lung
nahme vom
1.
Februar 2014 (
Urk.
8/87/2) mit Blick auf die von der Be
schwer
deführerin bereits im
Vorbescheidverfahren
erhobenen Einwände zu Recht
fest, dass
die Schilddrüsenerkrankung ausreichend abgeklärt wurde.
Vor diesem Hintergrund ist nicht nachvollziehbar und wird des Weiteren durch die
Be
schwerdegegnerin
auch nicht näher
dargelegt
, inwiefern diese
nun
doch
einen Einfluss
auf die vorliegende Beurteilung
haben soll.
4.3
Gleiches gilt für
die Vorbringen der Beschwerdeführerin zur depressiven Symp
tomatik.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin lassen sich aus den vor
liegenden Akten keine konkreten Anhaltspunkte
entnehmen, welche auf
erheb
liche psychische Beschwerden
hindeuten würden
.
So hielt auch
Dr.
C.___
, welche
die Beschwerdeführerin seit 2004 ärztlich betreut, in ihren Berichten aus den Jahren 2009 und 2012
(vorstehend E.
3.2 und E.
3.4)
fest
,
dass die Be
schwerde
führerin psychisch gesund und unauffällig sei.
Hinsichtlich
a
llgemein
praktizie
rende
r
Hausärzte ist
zudem
zu berücksichtigen, dass sie
in der Regel den engsten Kontakt zu den Versicherten
pflegen
, weshalb sie Veränderungen im
Gesundheitszustand oft als erste bemerken.
Auch im Rahmen der Untersu
chung d
urch einen Facharzt der Neurologie und der Psychiatrie und Psycho
therapie des RAD
(vorstehend E. 3.5) liessen sich keine
Hinweise auf eine psy
chiatrische Erkrankung
feststellen.
Schliesslich kann die Beschwerdeführerin auch aus dem Bericht von
Dr.
D.___
(vorstehend E. 3.7) nichts zu ihren Gunsten ableiten.
Dr.
D.___
, welche ihrerseits
nicht psychiatrisch
Spezialisiert ist
,
erwähnte
in ihrem Bericht
eine depressive Verstimmung
, wies ihr
aber
im Rahmen ihrer Be
urteilung der Arbeitsfähigkeit keine ei
genständige Bedeutung zu, sondern
führte die vorhandene
Leistungseinschrän
kung
auf die neuropsychologischen Befunde so
wie die
Fatigue
-Symptomatik zurück.
Die Beschwerdegegnerin ging f
olglich
zu Recht davon aus
(
Urk.
8/87/2)
, dass
die depressive Verstimmung
die klini
schen Kriterien einer depressiven
Störung
nicht
zu erfüllen vermag und ihr Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit
be
reits in den übrigen Befunden berücksichtigt wurde.
4.4
Die Beschwerdeführerin bringt zudem vor, dass aus den
bestehenden
Arztbe
rich
ten
nicht geschlossen werden könne, dass die neuropsychologischen und kör
perlichen Einschränkungen gesamthaft lediglich 50
%
ausmachen
. Gemäss
PD
Dr.
A.___
(vorstehend E. 3.6) würden bereits die körperlichen Beschwer
den
zu einer reduzierten Arbeitsfähigkeit im Umfang von 70-80
%
führen, wobei diese Einschätzung unter Berücksichtigung der
Fatigue
-Symptomatik eventuell tiefer sein könne.
D
ie Beschwerdeführerin
verkennt hierbei jedoch
, dass
PD Dr.
A.___
eine Ar
beitsfähigkeit – und nicht etwa eine Arbeitsunfähigkeit - von 70-80 % atte
stiert hat, und dass
Dr.
D.___
(vorstehend E. 3.7) als Neurologin die Arbeits
fähig
kei
t
unter Einbezug der neuropsycholo
gischen Befunde sowie der
Fatigue
-Symp
to
matik gesamthaft beurteilte und
die
Fatigue
-Symptomatik nicht gesondert
da
von
beurteilte. So wurde
Dr.
D.___
denn auch von
PD
Dr.
A.___
in seinem Bericht vom 2
3.
November 2012
(vorste
hend E.
3.6)
dazu aufgefordert,
die Be
schwerdeführerin neuropsychologisch zu untersuchen und insbesondere
zur Arbeitsfähigkeit
Stellung zu nehmen (S.
2). Sie hielt schliesslich fest, dass
die
Fatigue
-Symptomatik mit leichter psycho
motorischer Verlangsamung und ver
minderter Konzentrationsspanne im Vor
dergrund stehe und ging
von einer
Leis
tungseinschränkung
von zirka 50
%
aus
.
Entgegen der Ansicht der Beschwer
de
führerin kann i
hre Beurteilung
nicht
ein
fach
zu derjenigen von
PD
Dr.
A.___
hinzuaddiert werden. D
as Bundesgericht
hielt im Urteil 8C_815/2007 in Erwä
gung 3.2
f
est, dass
sich
beim Zusammen
treffen verschiedener
Gesundheitsbe
einträchtigungen
deren erwerblichen Aus
wirkungen in der Regel überschneiden und eine blosse Addition der mit Bezug auf einzelne Funktionsstörungen und Beschwerdebilder geschätzten
Arbeitsun
fähigkeitsgrade
nicht zulässig
ist
.
Der RAD
plausibilisierte schliesslich die von
Dr.
D.___
(vorstehend E.
3.7) atte
stierte Leistungseinschränkung anhand der Einschränkungen der Beschwer
de
führerin im Alltag (vgl.
Urk.
6/74 S. 3 Mitte).
5.
Diese Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ist aufgrund der erhobenen Befunde
und Diagnosen
nachvollziehbar, so dass darauf abgestellt werden kann.
Nach dem Gesagten erweist sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin als hinreichend abgeklärt.
Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die von der Beschwer
deführerin geforderte Anordnung eines Gutachtens neue, für die Beurteilung des vorliegenden Falls entscheidende Erkenntnisse liefern könnte, sodass darauf im
Sinne der
antizipierte
n
Beweiswürdigung
(BGE 122 V 157 E. 1d)
zu
verzichte
n
ist
.
Die Invaliditätsbemessung im engeren Sinn wurde nicht in Frage gestellt und ist nach Lage der Akten (Urk. 8/73) nicht zu beanstanden, so dass es damit sein Bewenden hat.
Damit erweist sich d
ie angefochtene Verfügung als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzu
erlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin
Dr.
Caterina
Nägeli
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannSager