# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1d32f17b-657f-5bd2-9bbc-f5755389dbe7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-03-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.03.2022 D-4221/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4221-2019_2022-03-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4221/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  M ä r z  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richter Simon Thurnheer, Richter Walter Lang, 

Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…),  

B._______, geboren am (…),  

C._______, geboren am (…), 

Iran,   

vertreten durch Camilla Sabbadini,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 18. Juli 2019 / N (…). 

 

 

 

D-4221/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Ehegatten A._______ (der Beschwerdeführer) und B._______ (die 

Beschwerdeführerin) ersuchten am 20. April 2019 um die Gewährung von 

Asyl in der Schweiz. Das SEM nahm die Behandlung ihrer Gesuche im 

Bundesasylzentrum (BAZ) D._______ an die Hand. Am 30. April 2019 er-

teilten sie den Mitarbeitenden der dort tätigen Rechtsvertretungsorganisa-

tion Vollmacht, womit sie während des Verfahrens im BAZ über den Bei-

stand der zugewiesenen Rechtsvertretung verfügten.  

A.b Vom SEM wurde nach der Gesuchseinreichung aufgrund einer Abfra-

ge der Eurodac-Datenbank und des zentralen europäischen Visa-Informa-

tionssystems (VIS) festgestellt, dass die Ehegatten noch von keinem euro-

päischen Staat als Asylantragsteller oder wegen illegaler Einreise regis-

triert worden waren, sie aber im Verlauf der letzten (…) Jahre wohl schon 

mehrfach europäische Staaten als Touristen bereist hatten. Gemäss Ver-

zeichnung im VIS waren ihnen (… [mehrmals]) Schengen-Visa erteilt wor-

den; dies jeweils von der E._______ Botschaft in Teheran und auf der Basis 

der gleichen, als formell echt erkannten Reisepässe. Die letzte Visa-Ertei-

lung war (…) 2018 erfolgt, wobei Visa erteilt worden waren, welche vom 

(…) bis (…) und für mehrmalige Einreisen in den Schengen-Raum gültig 

waren. 

A.c Die Ehegatten wurden vom SEM am 2. Mai 2019 zunächst zu ihrer 

Person, zu ihren Reise- und Identitätspapieren und zu ihrem Reiseweg be-

fragt (sog. Personalienaufnahme; PA). Am 20. Mai 2019 führte das SEM 

mit ihnen die Anhörungen zu ihren Gesuchgründen durch. Dabei wurde 

zuerst der Beschwerdeführer und anschliessend die Beschwerdeführerin 

angehört. Da an diesem Tag die Anhörung der Beschwerdeführerin aus 

zeitlichen Gründen unterbrochen werden musste, wurde diese am 17. Juni 

2019 fortgesetzt. Am 24. Juni 2019 führte das SEM mit dem Beschwerde-

führer zusätzlich eine ergänzende Anhörung durch.  

A.d Am 24. Juni 2019 gab das SEM den Ehegatten bekannt, dass ihre 

Asylgesuche im erweiterten Verfahren gemäss Art. 26d AsylG (SR 142.31) 

behandelt würden, weil es weiterer Abklärungen bedürfe, namentlich in Be-

zug auf die Plausibilität ihrer Vorbringen. Sie wurden in der Folge für den 

weiteren Aufenthalt während des Verfahrens dem Kanton (…) zugewiesen. 

Von der zugewiesenen Rechtsvertretung wurde im Anschluss daran das 

Vertretungsverhältnis als beendet erklärt.  

D-4221/2019 

Seite 3 

B.  

B.a Beim Beschwerdeführer und der Beschwerdeführerin handelt es sich 

gemäss Aktenlage um Staatsangehörige des Iran, welche aus F._______ 

stammen und seit (…) miteinander verheiratet sind. Sie verfügen beide 

über eine universitäre Ausbildung; (…). Der Beschwerdeführer habe bis zur 

Ausreise (… [eine Firma]) mit (…) Angestellten geführt. Gleichzeitig sei er 

bei einer anderen Firma (…) angestellt gewesen. Die Beschwerdeführerin 

habe seit (… [einigen Jahren]) für (… [eine Firma mit Kontakten auch zum 

Ausland]) gearbeitet. In F._______ hätten sie über eine eigene Wohnung 

verfügt, die ihnen nach ihrer Hochzeit von der Familie (…) zur Verfügung 

gestellt worden sei. Seit ihrer Heirat hätten sie zusammen schon eine 

ganze Reihe von europäischen und vorderasiatischen Ländern bereist, da-

runter auch (…) die Schweiz. Die Schweiz hätten sie (…) 2018 besucht. 

Den Iran hätten sie letztmals am (…) 2019 verlassen, wobei sie – anders 

als bei ihren früheren Reisen – illegal ausgereist seien. Sie seien über den 

Flughafen von G._______ in die Türkei ausgereist, ausgestattet mit ihnen 

nicht zustehenden iranischen Pässen. (…). Eigentlich sei vereinbart gewe-

sen, dass sie von der Türkei wiederum auf dem Luftweg weiterreisen könn-

ten. Sie hätten dann aber versteckt in einem Lastwagencontainer weiter-

reisen müssen. Ihre Ausreise sei von der Mutter der Beschwerdeführerin 

organisiert worden, (…), zusammen mit dem Bruder des Beschwerdefüh-

rers. Für ihre Ausreise hätten ihre Familien insgesamt (…) US-Dollar auf-

gewendet.  

B.b Vor dem Hintergrund dieser Angaben brachte der Beschwerdeführer 

am 20. Mai 2019 auf die Frage nach den Gründen für sein Asylgesuch im 

Wesentlichen vor, er ersuche um Asyl in der Schweiz, weil seine Ehefrau 

von den Sepah-Kräften (Sepah-e Pasdaran-e Enqelab-e Eslami; die irani-

schen Revolutionsgarden) festgenommen, inhaftiert und [erst] nach Ab-

gabe einer Garantieerklärung respektive Geldzahlung wieder freigelassen 

worden sei, ihr aber trotz ihrer Entlassung noch eine sehr schwere Bestra-

fung drohe. Dabei gab er an, das Ganze habe seinen Anfang genommen, 

als seine Frau einmal kurz (…) von den Sepah-Kräften befragt worden sei. 

Das sei gewesen, als sie von (… [einer Reise]) zurückgekommen sei. Sie 

habe ja (… [für eine Firma mit Kontakten auch zum Ausland]) gearbeitet 

und ihm davon erzählt, als sie nach Hause gekommen sei. Dazu führte er 

auf verschiedene Nachfragen hin aus, von wo sie damals zurückgekehrt 

sei, wisse er nicht, und auch das genaue Datum des Vorfalls wisse er nicht 

mehr. Soviel er davon erfahren habe, habe es anscheinend irgendwelche 

Gerüchte gegeben. An das, was ihm seine Ehefrau von der Anhaltung be-

richtet habe, könne er sich nicht mehr genau erinnern, da es schon lange 

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her sei. Soweit er wisse, seien die Behörden seiner Frau gegenüber ein-

fach misstrauisch gewesen; dies wegen ihrer Missionierung. Dazu führte 

er im weiteren Verlauf der Anhörung aus, seine Ehefrau habe sich dem 

Christentum zugewandt, noch bevor sie sich kennengelernt hätten. Sie sei 

aber immer sehr vorsichtig gewesen, mit wem sie darüber gesprochen 

habe (vgl. SEM-Akte -25/17 F. 73 ff.). Zum erwähnten Vorfall brachte er 

weiter vor, seine Ehefrau sei danach einfach sehr aufgeregt gewesen und 

er habe sie damals beruhigen und trösten wollen. Schliesslich gab er auf 

Nachfrage hin an, er könne sich gut vorstellen, dass seine Frau bei dieser 

Gelegenheit wieder habe gehen können, weil sie (die Sepah-Kräfte) an-

scheinend nichts gefunden hätten. Die Behörden seien dann aber ein paar 

Tage respektive ungefähr eine Woche später zu ihnen nach Hause gekom-

men und hätten seine Frau verhaftet. Zu diesem Ereignis machte er detail-

lierte Angaben, worauf – soweit wesentlich – nachfolgend eingegangen 

wird. Der Beschwerdeführer machte sodann geltend, er habe nach der Ver-

haftung seiner Ehefrau während Tagen nicht gewusst, wo sie sei, bis er 

schliesslich von einem Gerichtssekretär kontaktiert worden sei. Von die-

sem sei er aufgefordert worden, er solle sich wegen einer Garantiestellung 

beim Gericht melden. Beim Gericht sei von ihm dann aber nicht wie üblich 

die Leistung einer Garantie durch Stellung eines Grundpfandtitels, sondern 

vielmehr die Zahlung von (…) Millionen Toman (Anm.: damals rund […]) an 

die Staatsanwaltschaft/Justizbehörden verlangt und ein Einzahlungs-

schein ausgehändigt worden. Erst einen Tag nachdem er diesen Betrag 

überwiesen respektive erst nachdem er den entsprechenden Zahlungsbe-

leg beim Gericht vorgelegt habe, sei seine Ehefrau wieder freigelassen 

worden. Anlässlich der Vorlage der Quittung bei Gericht habe er jedoch 

einen Blick auf den Inhalt ihrer Akte erhaschen können und dabei ein Blatt 

gesehen, das wie ein Urteil ausgesehen und die Unterschrift seiner Ehe-

frau getragen habe. Er sei schockiert gewesen, weil auf dem Blatt von Mis-

sionierung des Christentums, von Missionierung des israelischen Christen-

tums und von Aktivitäten gegen die Sicherheit des Landes die Rede gewe-

sen sei, wie auch noch von Respektlosigkeit gegenüber dem Propheten 

und seinen Familienangehörigen. Nach der Entlassung seiner Ehefrau – 

die seiner Erinnerung nach am (…) stattgefunden habe – habe er mit zwei 

Anwälten gesprochen, die ihn über die schweren gesetzlichen Konsequen-

zen der gegen seine Ehefrau gerichteten Anklage aufgeklärt hätten. Er 

habe das Ganze dann mit seiner Schwiegermutter besprochen und sich in 

der Folge auf ihr Anraten zur Ausreise entschlossen, worauf diese zusam-

men mit seinem Bruder ihre Ausreise organisiert habe. Nach diesen Aus-

führungen merkte der Beschwerdeführer auf Nachfrage hin an, aufgrund 

des Erlebten habe auch er sich innerlich vom Islam abgewandt, indem sich 

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seither sein Interesse am Christentum zu einem inneren Glauben entwi-

ckelt habe. 

B.c Die Beschwerdeführerin brachte am 20. Mai 2019 auf die Frage nach 

dem Grund für ihr Asylgesuch im Wesentlichen vor, sie habe ihre Heimat 

verlassen, weil sie dort aufgrund ihrer Konversion vom Islam zum Chris-

tentum das Ziel von Nachstellungen und Übergriffen vonseiten der Behör-

den geworden sei. Dabei berichtete sie zunächst über ihre Zuwendung 

zum Christentum (…), wovon aber bis auf wenige enge Familienfreunde 

und noch bis zu einem Vorfall vom (…) eigentlich niemand etwas gewusst 

habe. Auf ihre Abwendung vom Islam und ihre Zuwendung zum Christen-

tum ging sie nochmals und sehr ausführlich im Verlauf des Fortsetzungs-

termins vom 17. Juni 2019 ein, wobei sie ausführlich über ihre Aktivitäten 

in der Heimat berichtete und darüber hinaus vorbrachte, sie habe sich in 

der Schweiz taufen lassen (vgl. SEM-Akte -27/33, F. 56–133). Zum er-

wähnten Vorfall führte sie beim ersten Anhörungstermin aus, sie sei am 

(…) von H._______ nach I._______ zurückgekehrt, wo sie nach der An-

kunft (…) von einer Beamtin (…) einer individuellen Kontrolle zugeführt 

worden sei. Im Verlauf dieser Kontrolle, die einen sehr gezielten Eindruck 

gemacht habe, sei bei ihrer Durchsuchung von der Beamtin das Kreuz ge-

funden worden, das sie an einer Kette um ihren Hals getragen habe. Nach-

dem ihr von der Beamtin das Kreuz mit der Kette vom Hals gerissen wor-

den sei, habe sie ohne weitere Erklärungen zum Ganzen nach Hause ge-

hen können. Zuhause habe sie ihrem Ehemann von dem Vorfall und der 

ihr dabei abgenommen Kette berichtet, zumal sie sich schlecht gefühlt 

habe. Ihr Mann habe sie jedoch beruhigt. Sie sei aber schon am über-

nächsten Tag von ihrer Firma zu einer sofortigen Vorsprache einbestellt 

worden, zu der sie von ihrem Ehemann begleitet worden sei. Ihrem Ehe-

mann sei jedoch von der Aufsichtsabteilung (…) geheissen worden, er 

dürfe nicht an dem Gespräch teilnehmen. Bei der Vorsprache seien ihr 

dann von der Aufsichtsabteilung (… [ihre Arbeitsmittel]) abgenommen und 

unter Vorhaltungen wegen ihres Verhaltens angekündigt worden, dass sie 

vorderhand nicht mehr arbeiten dürfe. Danach sei es ihr sehr schlecht ge-

gangen, auch wenn nicht nur ihr Mann, sondern auch ihre Mutter sie wie-

derum beruhigt hätten. So habe ihre Mutter gemeint, es gehe ja nur um 

eine Halskette mit Kreuz, wie das überall in Schmuckgeschäften zu finden 

sei. Einige Tage später sei dann aber ihre Wohnung am frühen Morgen von 

vier Männern gestürmt worden, die Gewalt gegen ihren Mann ausgeübt, 

die ganze Wohnung durchsucht und sie schliesslich unter Gewaltanwen-

dung mitgenommen hätten. Diese Männer hätten sie in einem Auto und mit 

verbundenen Augen an einen ihr unbekannten Ort verbracht, wo sie erst 

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ihre Kleider habe wechseln müssen und sie dann in eine Zelle gesteckt 

worden sei. Den vorgebrachten Haftort beschrieb sie zu Beginn der Fort-

setzung ihrer Anhörung, worauf – soweit wesentlich – nachfolgend einge-

gangen wird. Sie habe sich in der Folge während mehreren Tagen an die-

sem Ort in Haft befunden, wobei sie in dieser Zeit dreimal befragt worden 

sei. Dabei seien ihr aber kaum Fragen gestellt, sondern vielmehr vor allem 

Vorhaltungen wegen ihrer Konversion zum Christentum, wegen angebli-

cher Missionierung und Aktivitäten für das Christentum und zudem wegen 

angeblicher Missionierung für das israelische Christentum gemacht wor-

den. Auch sei ihr vorgehalten worden, sie habe zu Israelis Kontakt. Sie 

habe jedoch noch nie missioniert, zumal sie immer sehr vorsichtig gewesen 

sei. Sie habe aus Angst im Iran auch nie an Hauskreisen oder christlichen 

Aktivitäten teilgenommen. Vom einen ihrer beiden Befrager sei sie vor al-

lem schwer beschimpft worden. Den andern Befrager habe sie zunächst 

für freundlich gehalten, bis es zu Übergriffen von dessen Seite gekommen 

sei. Im Verlauf der Fortsetzung der Anhörung machte sie zudem neu gel-

tend, während ihrer Befragungen sei von ihr insbesondere die Unterzeich-

nung eines bereits vorbereiteten Geständnisses verlangt worden. Dabei 

gab sie an, sie sei geschlagen worden, um sie zur Unterzeichnung zu be-

wegen. Um freizukommen, habe sie das Geständnis schliesslich unter-

zeichnet (vgl. a.a.O., F. 52 [vierter und fünfter Absatz]). Gleichzeitig brachte 

sie neu vor, sie habe ihrerseits die Befrager geschlagen und diesen gegen-

über überdies den Islam beleidigt (vgl. a.a.O., F. 53). Zur Dauer der Haft 

gab sie im ersten Teil ihrer Anhörung an, sie sei während sieben oder acht 

Tagen in Haft gewesen. Über die Umstände ihrer Entlassung berichtete sie 

im Rahmen der Fortsetzungstermin vom 17. Juni 2019. Dabei brachte sie 

vor, sie sei vor ihrer Entlassung zuerst einem Richter vorgeführt worden, 

der sie unter anderem mit dem von ihr unterzeichneten Geständnis kon-

frontiert habe. Von diesem Richter sei ihr dann eine Entlassung auf Kaution 

in Aussicht gestellt worden, falls sie eine solche stellen könne. Sie habe 

dann dem Gerichtssekretär die Nummer ihres Mannes geben können, wo-

rauf der Sekretär ihren Mann kontaktiert habe. Ihr Mann sei kurz darauf bei 

Gericht erschienen und habe ihr gesagt, sie solle sich keine Sorgen ma-

chen, er kümmere sich jetzt umgehend um die Kaution. Dann sei auch ihre 

Mutter zum Gericht gekommen, die aber nicht habe verhindern können, 

dass sie bis zur Zahlung der Kaution wieder ins Gefängnis gesteckt worden 

sei. Sie habe daher nochmals eine Nacht in einem anderen Gefängnis ver-

bringen müssen, bevor ihr Mann und ihre Mutter sie am nächsten Tag vom 

Gefängnis abgeholt hätten. Ihre Mutter habe schliesslich zur Ausreise ge-

raten, weshalb sie sich am zweiten Tag nach ihrer Entlassung mit ihrem 

Ehemann nach J._______ begeben habe, wo sie geblieben seien, bis der 

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Bruder ihres Ehemannes ihre Ausreise organisiert habe. Gegen Ende der 

Anhörung wurden der Beschwerdeführerin verschiedene Nachfragen ge-

stellt, wobei sie auf die Frage nach allfälligen Beweismitteln für die geltend 

gemachte Haft respektive das vorgebrachte Verfahren angab, ihr Ehemann 

habe über eine Kopie des Zahlungsbelegs verfügt und sie diesbezüglich 

auch in der Heimat nachgefragt, die Kopie sei aber nicht mehr gefunden 

worden. Gleichzeitig gab sie an, man erhalte im Iran aber von den Gerich-

ten ohnehin kaum Beweismittel und wegen der Zurücklassung ihrer irani-

schen SIM-Karten habe das Gericht ihrem Ehemann auch nicht mehr auf 

elektronischem Weg kontaktieren können.  

B.d Im Rahmen der ergänzenden Anhörung wurde dem Beschwerdeführer 

unter anderem die Frage gestellt, ob er über eine Kopie des von ihm bei 

Gericht eingereichten Zahlungsbelegs verfüge, was er bejahte. Leider 

wisse er aber nicht mehr, wo diese Kopie sei. Daneben wurde er auf Wi-

dersprüche in seinem Sachverhaltsvortrag angesprochen, respektive auf 

den Umstand, dass er über wesentliche Elemente nichts berichtet habe, 

die ihm jedoch laut seiner Ehefrau bekannt sein sollten. Darauf wird – so-

weit wesentlich – in den Erwägungen zurückgekommen. 

B.e Ihre Reise- und Identitätspapiere legten die Beschwerdeführenden an-

lässlich der Gesucheinreichung nicht vor. Die Beschwerdeführerin führte 

dazu im Rahmen der PA aus, ihr Reisepass und ihre Identitätskarte seien 

ihr vom Ettela'at (Wezarat-e Ettela'at-e Gomhuri-ye Eslami-ye Iran; das ira-

nische Ministerium für Nachrichtenwesen, mithin der iranische Nachrich-

tendienst) abgenommen worden. Sie verfüge aber noch über ihre Melli-

Karte. Diese Karte reichte sie im Verlauf des Verfahrens zu den Akten. Der 

Beschwerdeführer machte in der PA – soweit ersichtlich mangels Nach-

frage – keine Angaben zum Verbleib seiner Papiere. Im Rahmen der An-

hörung brachte er auf Nachfrage hin vor, sein Pass sei eigentlich von den 

Sepah-Kräften eingezogen worden. (…). Im weiteren Verlauf der Anhörung 

beschrieb er dann, wie ihre sämtlichen Papiere von den Sepah-Kräften an-

lässlich der Verhaftung seiner Ehefrau behändigt worden seien (vgl. SEM-

Akte -25/17 F. 71 [zweiter Absatz Mitte]). Später reichte er seine Shenas-

nameh sowie seinen Militärausweis respektive seinen Ausweis über die 

Beendigung seines Militärdienstes zu den Akten.  

B.f Neben den vorgenannten Papieren reichten die Beschwerdeführenden 

im erstinstanzlichen Verfahren eine Beweismittelsammlung ein, umfassend 

verschiedene Unterlagen zur Tätigkeit der Beschwerdeführerin (…), einen 

Gewerbeschein zur Firma des Beschwerdeführers und eine Kopie ihrer  

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Eheurkunde. Am 27. Juni 2019 reichten sie zudem über ihre damalige 

Rechtsvertreterin zwei aus der Schweiz stammende und vom 9. Juni 2019 

datierende Taufurkunden zu den Akten.  

B.g Aus den Akten geht schliesslich hervor, dass im Rahmen ihrer Anhö-

rungen sowohl der Beschwerdeführer als auch die Beschwerdeführerin 

über das Vorliegen gesundheitlicher, insbesondere psychischer Probleme 

berichtet hatten.  

C.  

Mit Verfügung vom 18. Juli 2019 (eröffnet am 22. Juli 2019) stellte das SEM 

fest, der Beschwerdeführer und die Beschwerdeführerin erfüllten die 

Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte ihre Asylgesuche ab. Gleichzeitig 

ordnete es die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvoll-

zug an. Mit diesem Entscheid stellte es den Beschwerdeführenden die ge-

mäss Aktenverzeichnis editionspflichtigen Akten zu. Im Rahmen der Be-

gründung seines Entscheides gelangte das SEM im Wesentlichen zum 

Schluss, die Vorbringen des Beschwerdeführers und der Beschwerdefüh-

rerin über ihre Abwendung vom Islam und ihre Hinwendung zum Christen-

tum respektive über ihre Konversion seien nicht asylrelevant, da es sich 

dabei um einen rein inneren Vorgang gehandelt habe. Soweit sie darüber 

hinaus über angeblich wegen der schon in der Heimat erfolgten Konversion 

der Beschwerdeführerin erlittene staatliche Verfolgung berichtet hätten, 

seien ihre Vorbringen als unglaubhaft zu erkennen, da ihre diesbezügli-

chen Angaben und Ausführungen in den wesentlichen Punkten unlogisch, 

widersprüchlich und substanzarm ausgefallen seien. Auf die vorinstanzli-

che Entscheidbegründung im Einzelnen wird – soweit wesentlich – nach-

folgend eingegangen. 

D.  

Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 21. August 2019 erho-

ben die Beschwerdeführenden – handelnd durch die rubrizierte Rechtsver-

treterin – gegen den vorgenannten Asyl- und Wegweisungsentscheid Be-

schwerde. In ihrer Eingabe beantragten sie zur Hauptsache die Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft 

und die Gewährung von Asyl, eventualiter die Feststellung der Flüchtlings-

eigenschaft und Anordnung einer vorläufigen Aufnahme als Flüchtlinge, 

subeventualiter die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme wegen Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzuges, subsubeventualiter die Rückwei-

sung der Sache an die Vorinstanz. In prozessualer Hinsicht ersuchten sie 

einerseits um Gewährung vollständiger Akteneinsicht, verbunden mit der 

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Einräumung einer angemessenen Frist zur Beschwerdeergänzung von 30 

Tagen, und andererseits um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

und um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht. Dabei machten sie in 

ihrer Beschwerdeeingabe vorab geltend, sie hätten bis heute keine voll-

ständige Akteneinsicht erhalten, da ihnen das Protokoll zum zweiten Teil 

der Anhörung der Beschwerdeführerin – aus unerklärlichen Gründen als 

«bereits bekannten Akte» ediert – nicht zugestellt worden sei. Im Anschluss 

daran hielten sie an ihren Gesuchsvorbringen vollumfänglich fest, wobei 

sie ihre Angaben und Ausführungen im Rahmen des erstinstanzlichen Ver-

fahrens unter Verweis auf die Akten, soweit ihnen diese offengelegt worden 

seien, als äusserst substanziiert, detailliert und lebensnah erklärten. Auf 

die diesbezüglichen sowie die weiteren Beschwerdevorbringen und die mit 

der Beschwerde vorgelegten Beweismittel wird – soweit wesentlich – nach-

folgend eingegangen. 

E.  

Nachdem das Bundesverwaltungsgericht vorab den Eingang der Be-

schwerde bestätigt hatte, reichten die Beschwerdeführenden am 26. Au-

gust 2019 über ihre Rechtsvertreterin eine aktuelle Fürsorgebestätigung 

nach. Gleichzeitig bekräftigten sie ihr Gesuch um Gewährung vollständiger 

Akteneinsicht.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 30. August 2019 wurde den Beschwerdefüh-

renden mitgeteilt, dass sie den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz 

abwarten können. Da aufgrund der Aktenlage davon auszugehen war, 

dass die Beschwerdeführenden die von ihnen ersuchten Akten nicht voll-

ständig erhalten hatten, wurden ihnen in Kopie – zusammen mit dem vor-

instanzlichen Aktenverzeichnis – alle Aktenstücke der Editionskategorien 

"F" (gemäss SEM zur Edition freie Akten), "E" (gemäss SEM bereits be-

kannte Akten) und "D" (gemäss SEM unwesentliche Akten) zugestellt, wie 

auch Kopien der von ihnen beim SEM eingereichten Beweismittel (inkl. 

dem separatem Beweismittelverzeichnis). Gleichzeitig wurde ihnen eine 

Frist zur Stellungnahme respektive Beschwerdeergänzung eingeräumt 

(Art. 53 VwVG in Analogie). Für den Entscheid über die weiteren Anträge 

wurde auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen.  

G.  

Nachdem die Beschwerdeführenden am 16. September 2019 die in Aus-

sicht gestellte Beschwerdeergänzung eingereicht hatten – auf deren Inhalt 

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soweit wesentlich nachfolgend eingegangen wird –, wurde mit Zwischen-

verfügung vom 23. September 2019 dem Gesuch um Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege (im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG) und um 

Befreiung von der Kostenvorschusspflicht (gemäss Art. 63 Abs. 4 VwVG) 

entsprochen. Gleichzeitig wurde das SEM zur Vernehmlassung eingeladen 

(Art. 57 Abs. 1 VwVG).  

H.  

In seiner Vernehmlassung vom 4. Oktober 2019 hielt das SEM an der an-

gefochtenen Verfügung fest. Auf die diesbezüglichen Ausführungen der  

Vorinstanz wird nachfolgend eingegangen.  

I.  

In ihrer Stellungnahme (Replik) vom 24. Oktober 2019 bekräftigten die Be-

schwerdeführenden ihre Beschwerdevorbringen, worauf nachfolgend ein-

gegangen wird. Daneben gaben sie bekannt, dass die Beschwerdeführerin 

schwanger sei, und baten um Berücksichtigung dieses Umstands.  

J.  

Mit Eingabe ihrer Rechtsvertreterin (…) gaben die Beschwerdeführenden 

bekannt, dass (…) ihr Kind C._______ geboren worden sei. Dabei brach-

ten sie unter Vorlage von zwei Arztberichten vor, ihr Kind sei derzeit und 

wohl auch zukünftig auf eine Behandlung angewiesen, die im Iran nicht 

verfügbar sein dürfte.  

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist unter anderem zuständig für die Be-

handlung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM; dabei entschei-

det das Gericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser – was vorlie-

gend nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des 

Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht 

(vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).  

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Seite 11 

1.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

1.4 Die Beschwerdeführenden sind legitimiert (Art. 48 Abs.1 VwVG) und 

die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 2 

AsylG; Art. 52 Abs. 1 VwVG), womit auf die Beschwerde einzutreten ist.  

1.5 Das im Verlauf des Beschwerdeverfahrens geborene Kind ist praxisge-

mäss ins Verfahren seiner Eltern miteinzubeziehen.  

2.  

2.1 Von den Beschwerdeführenden wurde anlässlich der Beschwerdean-

hebung vorab gerügt, dass sie das Protokoll zum zweiten Teil der Anhörung 

der Beschwerdeführerin nicht erhalten hätten. Vor diesem Hintergrund er-

suchten sie um Zustellung dieses Aktenstücks und Einräumung einer Frist 

zur Beschwerdeergänzung. Diesem Antrag wurde im Rahmen der Zwi-

schenverfügung vom 30. August 2019 entsprochen, worauf von den Be-

schwerdeführenden die in Aussicht gestellte Beschwerdeergänzung zu 

den Akten gereicht wurde.  

2.2 Von den Beschwerdeführenden wurde indes nicht nur das Vorgenannte 

beantragt, sondern sie beantragen darüber hinaus auch ausdrücklich die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Sache an 

die Vorinstanz. Dies im Sinne eines Eventualantrages respektive sinnge-

mäss für den Fall, dass ihren Hauptanträgen nicht schon aufgrund der be-

reits bestehenden Aktenlage entsprochen werden sollte. Dabei verlangen 

sie eine Rückweisung der Sache zunächst deshalb, weil es sich bei der 

Verletzung ihres Akteneinsichtsrechts um einen schweren Mangel handle, 

der nicht heilbar sei. Eine Rückweisung der Sache verlangen die Be-

schwerdeführenden im Rahmen ihrer Beschwerde im Weiteren aber auch 

deshalb, weil vom SEM ihre psychischen Beschwerden und die Überset-

zungsprobleme, zu denen es namentlich im Falle des Beschwerdeführers 

gekommen sei (vgl. dazu auch E. 4.2 und 4.4), nicht genügend berücksich-

tigt habe, obwohl diese Elemente für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit 

ihrer Vorbringen von zentraler Bedeutung seien. Es seien daher erneute 

Anhörungen durchzuführen und die bestehenden Protokolle aus den Akten 

zu verweisen.  

2.3 Aufgrund der Aktenlage besteht kein Zweifel daran, dass das SEM den 

Beschwerdeführenden das Protokoll zum zweiten Teil der Anhörung der 

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Seite 12 

Beschwerdeführerin nicht vorenthalten wollte, sondern das Aktenstück le-

diglich aufgrund eines administrativen Versehens beziehungsweise der 

versehentlich falschen Edierung nicht zugestellt wurde. Vor diesem Hinter-

grund, und nachdem ihnen das ersuchte Aktenstück nach Beschwerdeer-

hebung zugestellt worden ist, verbunden mit der Einräumung der ersuch-

ten Frist zur Beschwerdeergänzung darf der vormalige Mangel ohne wei-

teres als geheilt erkannt werden. In entscheidrelevanter Hinsicht bleibt so-

dann festzuhalten, dass aufgrund der Aktenlage zu schliessen ist, die Be-

schwerdeführenden hätten sich im Rahmen ihrer Anhörungen zu allen As-

pekten ihrer Gesuchsgründe umfassend äussern können. Anlass zur An-

nahme, sie seien dazu aufgrund der von ihnen angerufenen psychischen 

Beschwerden oder aufgrund der von ihnen geltend gemachten Überset-

zungsproblemen nicht in der Lage gewesen, besteht – wie gerade auch 

nachfolgend aufgezeigt (vgl. E. 5.2) – nicht.  

2.4 Da nach dem Gesagten keine Gehörsrechtsverletzung ersichtlich ist 

und der rechtserhebliche Sachverhalt aufgrund der Aktenlage auch als hin-

reichend erstellt erscheint, fällt die eventualiter beantragte Rückweisung 

der Sache ausser Betracht, womit das Gericht in der Sache zu entschieden 

hat (Art. 61 Abs. 1 VwVG).  

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).  

Anspruch auf Asyl hat demnach, wer im Zeitpunkt der Ausreise aus dem 

Heimat- oder Herkunftsstaat aus asylrelevanten Gründen ernsthaften 

Nachteilen bereits ausgesetzt war oder zu diesem Zeitpunkt solche Nach-

teile konkret zu fürchten hatte (sog. Vorfluchtgründe). Anspruch auf Asyl 

hat ausserdem, wer aufgrund erst nach der Ausreise eingetretener äusse-

rer Umstände, auf die er keinen Einfluss nehmen konnte, bei einer Rück-

kehr in die Heimat aus einem asylrelevanten Grund ernsthafte Nachteile 

befürchten müsste (sog. objektive Nachfluchtgründe). Wer sich hingegen 

D-4221/2019 

Seite 13 

darauf beruft, eine Gefährdungssituation sei erst durch sein persönliches 

Verhalten nach der Ausreise entstanden (bspw. aufgrund einer illegalen 

Ausreise oder aufgrund regimekritischer Aktivitäten im Ausland), macht so-

genannte subjektive Nachfluchtgründe geltend. Solche begründen zwar 

die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch ge-

mäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, und zwar unabhängig da-

von, ob sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden (vgl. 

BVGE 2009/28 E. 7.1). Als Folge davon werden Personen, die subjektive 

Nachfluchtgründe nachweisen oder glaubhaft machen können, als Flücht-

linge vorläufig aufgenommen. 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 

E. 6.5.1 sowie 2012/5 E. 2.2). 

4.  

4.1 Im Rahmen der Begründung der angefochtenen Verfügung stellt das 

SEM zunächst fest, die von den Beschwerdeführenden vorgebrachte in-

nere Abwendung vom Islam und Hinwendung zum Christentum werde 

nicht infrage gestellt. Diesem ausschliesslich inneren Vorgang komme je-

doch keine Asylrelevanz zu, woran auch die in der Schweiz erfolgte Taufe 

nichts ändere. Im Anschluss daran gelangt es nach einer Auseinanderset-

zung mit den Angaben und Ausführungen der Beschwerdeführenden zum 

Schluss, soweit diese jedoch über angeblich wegen der Konversion der 

Beschwerdeführerin erlittene Verfolgungsmassnahmen berichtet hätten, 

überzeuge ihr Sachverhaltsvortrag nicht. Ihre diesbezüglichen Vorbringen 

seien daher als unglaubhaft zu erkennen. Dabei hält das SEM zunächst 

insbesondere der Beschwerdeführerin entgegen, ihre Aussagen zum Kreis 

der Personen, welchen die von ihr geltend gemachte Konversion bekannt 

gewesen sein soll, und zu den einzelnen Personen, auf welche sich ihre 

angeblichen Missionierungsbemühungen erstreckt haben sollen, seien in 

vielen Punkten unlogisch, zudem widersprüchlich und schliesslich auch 

D-4221/2019 

Seite 14 

substanzarm geblieben. Auf der anderen Seite sei als nicht nachvollziehbar 

zu bezeichnen, dass der Beschwerdeführer über ihre angeblichen Aktivitä-

ten kaum etwas zu berichten gewusst habe. Dies insbesondere auch da-

her, da ihm ihren Angaben zufolge sehr wohl bekannt gewesen sei, mit 

welchen anderen Personen und worüber sie mit diesen gesprochen haben 

wolle, wie beispielswiese auch, dass sie anderen Personen sogar Bibel-

Kopien abgegeben habe, zumal er auch noch dabei geholfen haben soll, 

diese Kopien anzufertigen. Als dem Beschwerdeführer dazu das rechtliche 

Gehör gewährt worden sei, sei er ausgewichen. Seine Beschreibungen 

zum Verhalten seiner Ehefrau seien wiederum in sich widersprüchlich res-

pektive unlogisch ausgefallen, indem er sie einerseits als in ihrem Verhal-

ten sehr vorsichtig und ängstlich beschrieben habe, er anderseits aber gel-

tend gemacht habe, es sei ihr aber auch sehr wichtig gewesen, andere 

vom Christentum zu überzeugen. Das SEM stellt sodann fest, dass der 

Beschwerdeführer zudem wesentliche Elemente des Sachverhaltsvortra-

ges seiner Ehefrau, auf welche sie viel Gewicht gelegt habe, massgeblich 

anders geschildert oder aber gar nicht erwähnt habe. Während die Be-

schwerdeführerin auf die Anhaltung (… [anlässlich ihrer Rückkehr von ei-

ner Reise]) sehr viel Gewicht gelegt habe, sei er in seinen diesbezüglichen 

Ausführungen substanzarm und ausweichend geblieben. Er habe das Er-

eignis gar banalisiert, indem er vorgebracht habe, dass man seiner Ehefrau 

lediglich ein paar kurze Fragen gestellt habe, weil man wegen ihrer Missi-

onierung misstrauisch geworden sei, weshalb man auch ihre Tasche durch-

sucht habe. Dieses Ereignis sei demgegenüber von der Beschwerdeführe-

rin viel einschneidender dargestellt worden. Das Kreuz, das man bei ihr 

gefunden habe, habe der Beschwerdeführer schliesslich mit keinem Wort 

erwähnt. Gemäss der Beschwerdeführerin habe sie ihm jedoch den Vorfall 

genau geschildert, und dabei namentlich auch, dass man ihr das Kreuz 

abgenommen habe. Angesprochen auf diesen Umstand habe der Be-

schwerdeführer im Rahmen des rechtlichen Gehörs keine plausible Erklä-

rung für diesen Unterschied im Sachverhaltsvortrag gehabt. Ebenso uner-

wähnt gelassen habe er noch ein weiteres Ereignis, das von der Beschwer-

deführerin als für sie wesentlich dargestellt worden sei, nämlich die vonsei-

ten ihres Arbeitgebers erfolgte Vorladung und die dabei erfolgte Freistel-

lung. Auch diesen Unterschied habe er nicht plausibel machen können. In 

seinen weiteren Erwägungen zur Sache erklärt das SEM schliesslich die 

Beschreibungen der Beschwerdeführerin über ihr Verhalten vor ihrer an-

geblichen Verhaftung – auf der einen Seite wolle sie aus Angst und Vorsicht 

nie an christlichen Aktivitäten wie etwa an einem Hauskreis teilgenommen 

habe, auf der anderen Seite wolle sie missioniert und Bibeln verteilt haben 

– als in sich widersprüchlich. Diesen Widerspruch habe sie nicht auflösen 

D-4221/2019 

Seite 15 

können. Der Beschwerdeführer sei schliesslich der Frage danach, was 

nach der angeblichen Freilassung seiner Ehefrau noch passiert sei, zu-

nächst ausgewichen, um dann plötzlich geltend zu machen, sie sei gesucht 

worden. Die Beschwerdeführerin wiederum sei in ihren diesbezüglichen 

Ausführungen substanzarm und ausweichend geblieben. Die Beschwerde-

führenden hätten schliesslich eine ganze Reihe von Beweismitteln vorge-

legt, bezeichnenderweise jedoch kein einziges Dokument, das einen kon-

kreten Bezug zu ihren Gesuchsvorbringen hätte. So sei ausgerechnet jene 

Quittung, die der Beschwerdeführer für seine angebliche Zahlung der Kau-

tion erhalten habe, angeblich unauffindbar.  

4.2 Nachdem die Beschwerdeführenden schon in ihrer Beschwerdeschrift 

vorgebracht hatten, der vorinstanzliche Vorhalt betreffend das Vorliegen 

angeblich unlogischer, widersprüchlicher und substanzarmer Aussagen 

könne nicht überzeugen, da ihre Vorbringen vielmehr äusserst substanzi-

iert, detailliert und lebensnah seien, bekräftigen sie diesen Ansatz in ihrer 

Beschwerdeergänzung. In der Sache führen sie in ihren Eingaben zu-

nächst an, dass aufgrund der Art und Weise ihrer Erzählungen sofort ein 

Bild der Erlebnisse entstehe, was ein starkes Zeichen für die Glaubhaf-

tigkeit darstelle. Zudem hätten sie Emotionen gezeigt, was ebenfalls als 

klares Realkennzeichen gelte. Etwaige Ungenauigkeiten und Widersprü-

che – falls solche überhaupt gegeben wären – seien durch die damals ge-

gebenen Umstände, die einen grossen Einfluss auf ihre Psyche gehabt 

hätten, sowie mit Problemen bei der Übersetzung zu erklären. Dabei ma-

chen sie unter Verweis auf eine Reihe von Arztberichten und -zeugnissen 

geltend, vom SEM sei ihrem allgemeinen Zustand nicht hinreichend Rech-

nung getragen worden. Es hätten jedoch gerade beim Beschwerdeführer 

die Ereignisse in der Heimat, die Trennung von seinem sozialen Umfeld 

und die Flucht Spuren hinterlassen. Er habe denn auch schon frühzeitig 

angegeben, dass er gerne psychologische Hilfe in Anspruch nehmen wür-

de, damals aber noch keinen Zugang zu einer solchen gefunden, obwohl 

sich seine damalige Rechtsvertretung dafür eingesetzt habe und auch von 

einem Arzt eine solche dringend empfohlen worden sei, nachdem dieser 

beim Beschwerdeführer das Vorliegen einer posttraumatischen Störung  

diagnostiziert habe. Der Beschwerdeführer sei daher aufgrund seiner psy-

chischen Verfassung gar nicht in der Lage gewesen, schon bei seinem ers-

ten Interview auf alle Details einzugehen. Aus den Protokollen gehe dar-

über hinaus hervor, dass ihm im Verlauf der Anhörung der Eindruck ent-

standen sei, von der übersetzenden Person sei nicht alles auf Deutsch 

übersetzt worden. Da keine Videoaufzeichnung der Anhörung vorliege, 

könne nicht mehr festgestellt werden, ob der Sachverhalt tatsächlich 

D-4221/2019 

Seite 16 

rechtsgenüglich festgestellt worden sei. In diesem Zusammenhang sei zu-

dem auch ein Hinweis auf die erfolgte Rückübersetzung völlig unbehelflich, 

da diese ja von der gleichen Person gemacht worden sei, die schon die 

fehlerhafte Übersetzung verursacht habe. Der Beschwerdeführer habe 

darüber hinaus auch nicht klar denken können, weil er im Rahmen der An-

hörung an Hunger gelitten habe, was im Protokoll ausdrücklich vermerkt 

sei. In ihren weiteren Ausführungen zur Sache erklären die Beschwerde-

führenden das Aussageverhalten des Beschwerdeführers auch im Ver-

gleich zu den Vorbringen der Beschwerdeführerin als durchaus schlüssig, 

zumal vor dem Hintergrund der konkreten Einzelfallumstände, also etwa 

seines Hungers, aber auch, da die Eheleute während einer gewissen Zeit 

voneinander getrennt gewesen seien. Der Beschwerdeführer habe zudem 

auch seine Mühe beschrieben, sich auf spezifische Details konzentrieren 

zu können. Die weiteren Vorhalte des SEM an die Adresse des Beschwer-

deführers überzeugten nicht, weil sie entweder unwesentlich seien oder 

aber der Beschwerdeführer im Verlauf der ergänzenden Anhörung die ihm 

vom SEM vorgehaltenen Punkte habe erklären können. So sei beispiels-

weise völlig verständlich, dass er sich in der Anhörung auf die Verhaftung 

seiner Ehefrau durch die Sepah-Kräfte konzentriert habe. In diesem Zu-

sammenhang sei auch die grundsätzliche Stresssituation der Anhörung zu 

berücksichtigen wie auch die kulturellen Unterschiede namentlich in den 

Geschlechterrollen zwischen Mann und Frau im Iran und der Umstand, 

dass sich der Beschwerdeführer zum ersten Mal in einer solchen Anhö-

rungssituation befunden habe. Auch sei er vom Übersetzer immer wieder 

unterbrochen worden, was ihm einen stringenten Vortrag zusätzlich er-

schwert habe. Auch sei ihm nicht bewusst gewesen, dass das Ereignis mit 

dem Kreuz für das SEM von solcher Wichtigkeit sei. Im Rahmen ihrer Be-

schwerdeergänzung machen die Beschwerdeführenden sodann geltend, 

die vorinstanzliche Argumentation betreffend angeblich unlogischer, wider-

sprüchlicher und substanzarmer Aussagen könnten schliesslich gerade vor 

dem Hintergrund der Angaben und Ausführungen der Beschwerdeführerin 

nicht überzeugen, zumal gerade in ihrem Fall die Art und Weise der Erzäh-

lung sehr erlebnisgeprägt und mit Realkennzeichen versehen ausgefallen 

sei. So habe die Beschwerdeführerin auch sehr detailliert von ihrem Leben 

in Iran berichtet und sich dabei nicht einmal widersprochen, obwohl ihr 

mehrmals die gleiche Frage gestellt worden sei, offenkundig um sie in ei-

nen künstlichen Widerspruch zu verwickeln. Die Beschwerdeführerin habe 

auch unter Tränen von Übergriffen berichtet, die im Gefängnis stattgefun-

den hätten. Sie sei dort geschlagen, bedroht, belästigt und somit auch ein-

geschüchtert worden, was auch ihren labilen Zustand erkläre. In ihren wei-

D-4221/2019 

Seite 17 

teren Ausführungen erklären die Beschwerdeführenden sodann die Schil-

derungen der Beschwerdeführerin zu ihrem persönlichen Verhalten als ins-

gesamt nachvollziehbar.  

4.3 In seiner Vernehmlassung hält das SEM fest, es sei zwar verständlich, 

dass die Beschwerdeführenden währen den Anhörungen Emotionen ge-

zeigt hätten, diese könnten jedoch verschiedene Ursachen haben, weshalb 

diese entgegen den Beschwerdevorbringen nicht als klares Realkennzei-

chen zu würdigen seien. Die Beschwerdeführenden hätten sodann in den 

Anhörungen zu keinem Zeitpunkt den Eindruck erweckt, dass ihre psychi-

sche Angeschlagenheit und ihre Emotionalität einen Einfluss auf ihr Aus-

sageverhalten gehabt hätten.  

4.4 Dem halten die Beschwerdeführenden in ihrer Replik entgegen, es sei 

anmassend, dass das SEM in genereller Weise den Einfluss der psychi-

schen Verfassung und der Emotionen auf das Aussageverhalten ab-

schlage, hätten doch gerade diese beiden Faktoren immer einen entspre-

chenden Einfluss. Gleichzeitig könne ihre Rechtsvertreterin aufgrund der 

immer noch fehlenden Videoaufzeichnungen den Grad ihrer Emotionalität 

eben nicht prüfen, zumal eben auch nicht darauf abgestellt werden könne, 

dass in dieser Hinsicht alles protokolliert worden sei. Da damit keine Waf-

fengleichheit zwischen den Parteien bestehe, seien die Ausführungen des 

SEM vom Gericht als reine Parteibehauptungen zu qualifizieren. Im Ge-

genteil dazu hätten sie in ihrer Beschwerdeschrift ganz genau beschrieben, 

in welchem Zustand sich der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung 

befunden habe, worauf abzustellen sei. Im Anschluss daran bestreiten die 

Beschwerdeführenden die Aussagekraft des Protokolls der ergänzenden 

Anhörung des Beschwerdeführers, da dieses aufgrund der Abwesenheit 

der Protokollführerin von der Befragerin selber geschrieben worden sei. 

Der Beschwerdeführer habe sich darüber hinaus bei der ergänzenden An-

hörung von der Dolmetscherin unter Druck gesetzt gefühlt. Diese habe zu-

dem auch keinen neutralen Eindruck gemacht und der Beschwerdeführer 

habe ihr daher nicht vertraut. Dass dieser Dolmetscherin die Neutralität ab-

gehe, sei im Übrigen auch schon in anderen Verfahren bemerkt worden. 

Dass die Beschwerdeführenden schliesslich nicht mehr über die Ereig-

nisse in der Heimat seit ihrer Ausreise hätten berichten können, sei 

schliesslich einzig dem Umstand geschuldet, dass ihre Mütter die seitheri-

gen Behelligungen gegenüber der Beschwerdeführerin nur angedeutet 

hätten, um sie zu schützen.  

 

D-4221/2019 

Seite 18 

5.  

5.1 Die Gesuche der Beschwerdeführenden basieren – verkürzt darge-

stellt – auf dem Vorbringen, die Beschwerdeführerin sei nach einer für sie 

völlig überraschenden Anhaltung (… [anlässlich ihrer Rückkehr von einer 

Reise]), bei der im Rahmen einer Leibesvisitation ihr Kreuz entdeckt wor-

den sei (1), zunächst von ihrem Arbeitgeber vorgeladen und per sofort frei-

gestellt worden (2), dann aber einige Tage später an ihrem Wohnort von 

Sepah-Kräften verhaftet (3) worden, worauf sie mehrere Tage in Haft ver-

bracht und dabei auch Übergriffe erlitten habe (4), bis sie nach Zahlung 

einer hohen Kaution wieder freigelassen worden sei (5), wobei sie aber 

auch nach der Entlassung von einem Strafverfahren bedroht gewesen sei 

(6), dem sie sich durch Flucht habe entziehen müssen. Den Beschwerde-

führenden ist zunächst darin Recht zu geben, dass ihre Ausführungen in 

weiten Teilen äusserst detailliert ausgefallen sind, was grundsätzlich für de-

ren Glaubhaftigkeit spricht (vgl. dazu auch nachfolgend E.5.3). Auch wurde 

von den Beschwerdeführenden übereinstimmend eine an sich klar be-

stimmte Ereigniskette vorgebracht. Hingegen lassen sich die einzelnen 

Elemente dieser Kette nur mit grosser Mühe in einen hinreichend bestimm-

ten zeitlichen Rahmen fügen. So liegen zeitliche Angaben zu den einzelnen 

Ereignissen durchwegs nur entweder vonseiten der Beschwerdeführerin 

oder aber vonseiten des Beschwerdeführers vor, da zu keinem der geltend 

gemachten Teilereignisse Angaben vorliegen, die von beiden übereinstim-

mend gemacht worden wären. Während die Beschwerdeführerin einzig 

das Datum ihrer angeblichen Anhaltung (…) mit Bestimmtheit benennen 

konnte (angeblich am […]), nach welcher sie zwei Tage später von ihrem 

Arbeitgeber vorgeladen worden sei, konnte der Beschwerdeführer einzig 

das Datum ihrer angeblichen Haftentlassung angeben (angeblich am […]). 

Zur Dauer der angeblichen Haft machte weder die Beschwerdeführerin 

noch der Beschwerdeführer exakte Angaben, da beide lediglich von meh-

reren respektive sieben oder acht Tagen berichteten. Konkreter wurden sie 

nicht. Darüber hinaus wurde auch das Datum der geltend gemachten Ver-

haftung von beiden an keiner Stelle konkret benannt. Diese Umstände we-

cken erste, wenn auch nur wenig gewichtige Zweifel am Sachverhaltsvor-

trag der Beschwerdeführenden, zumal die geltend gemachten Ereignisse 

im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung eben gerade nicht lange, sondern 

tatsächlich nur wenige Wochen zurücklagen. 

5.2 Aufgrund der Aktenlage ist sodann festzustellen, dass der Beschwer-

deführer – der vom SEM zuerst angehört wurde – in seinem Sachverhalts-

vortrag zwar grundsätzlich dem vorstehend beschriebenen Ablauf der Er-

eignisse gefolgt ist, dass er dabei Elemente, die von seiner Ehefrau als für 

D-4221/2019 

Seite 19 

den Gesamtzusammenhang zentral respektive als für sie persönlich unge-

mein wichtig dargestellt wurden, entweder erkennbar anders dargestellt  

oder aber gar nicht erwähnt hat. Das betrifft – wie vom SEM zu Recht er-

kannt – zunächst die von der Beschwerdeführerin als zentrales Element 

dargestellte Entdeckung ihres Kreuzes anlässlich ihrer Anhaltung (…), wo-

rüber sie ihm berichtet habe, im Weiteren aber eben auch die angeblich 

schon am übernächsten Tag erfolgte Freistellung von ihrer Arbeit nach ei-

ner Vorladung durch die Aufsichtsabteilung, welche die Beschwerdeführe-

rin ihren Angaben zufolge persönlich sehr schwer getroffen habe. Die 

Nichterwähnung dieses Ereignisses erscheint als bedeutend, weil der Be-

schwerdeführer seine Ehefrau deren Angaben zufolge zu dieser Vorspra-

che begleitet hatte, wobei ihm dann eine Teilnahme explizit verweigert wor-

den sein soll. Dem SEM ist beizupflichten, dass der Beschwerdeführer im 

Rahmen der ergänzenden Anhörung – und dort angesprochen auf diese 

Punkte – im Wesentlichen bloss ausweichend reagiert hat, was nicht über-

zeugt. An dieser Stelle bleibt zugleich festzuhalten, dass die Beschwerde-

vorbringen betreffend eine angeblich massgebliche Einschränkung des 

Beschwerdeführers anlässlich seiner Anhörungen aufgrund der Aktenlage 

nicht zu überzeugen vermögen. Tatsächlich liegt nicht ein mindester Hin-

weis dafür vor, dass er aus Gründen der Übersetzung, wegen psychischer 

Probleme, persönlicher Anspannung oder Erschöpfung oder auch aus an-

deren Gründen gehemmt gewesen wäre. In diesem Zusammenhang ver-

mögen auch nicht die Rügen hinsichtlich des Fehlens von angeblich not-

wendigen Videoaufzeichnungen oder der angeblich ungenügenden Proto-

kollführung im Rahmen der ergänzenden Anhörung zu überzeugen. Auf-

grund der vorliegenden Protokolle ist vielmehr festzustellen, dass der Be-

schwerdeführer gerade im Rahmen der Anhörung zu einem sehr ausführ-

lichen und auch detaillierten Sachverhaltsvortrag in der Lage war, er sich 

aber auch in der ergänzenden Anhörung umfassend äussern konnte. Allein 

der Umstand, dass sein Sachverhaltsvortrag – wie vom SEM erwogen – in 

wesentlichen Punkten deutliche Unterschiede zu jenem seiner Ehefrau 

aufweist, spricht nicht gegen die Qualität der vorinstanzlichen Sachver-

haltsfeststellung. Der Gehalt der ersichtlichen Unterschiede ist hingegen 

geeignet, die Zweifel am Sachverhaltsvortrag der Beschwerdeführenden 

massgeblich zu verstärken.  

5.3 Die Beschwerdeführerin hat zunächst im Rahmen des ersten Anhö-

rungstermins, im Weiteren aber insbesondere im Rahmen des Fortset-

zungstermins, zu einem sehr ausführlichen Sachverhaltsvortrag angeho-

ben. Dabei ist zu ihren Gunsten festzuhalten, dass ihren Angaben und Aus-

D-4221/2019 

Seite 20 

führungen verschiedenste Detailangaben zu entnehmen sind, was wie er-

wähnt in der Regel für die Glaubhaftigkeit von Vorbringen spricht. Tatsäch-

lich basiert die Glaubhaftigkeit von Vorbringen gerade auf Kriterien wie De-

tailreichtum, Spontanität und Unmittelbarkeit der persönlichen Schilderun-

gen zu den Gesuchsgründen. Ist eine asylsuchende Person in der Lage, 

ihren Sachverhaltsvortrag mit persönlich gefärbten Detailschilderungen zu 

unterlegen, stellt dies in der Regel einen starken Hinweis auf ein persönli-

ches Erleben der geltend gemachten Sachverhaltsumstände dar. Auch de-

tailreiche Schilderungen müssen jedoch in sich stimmig und schlüssig blei-

ben. Vorliegend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin ihren zu Beginn 

der Anhörung eingebrachten Sachverhaltsvortrag im Verlauf des Fortset-

zungstermins mit immer neuen Detailangaben angereichert und dadurch 

kontinuierlich weiterentwickelt hat. Bei einer Gesamtbetrachtung der Ent-

wicklung ihrer Angaben und Ausführungen ist jedoch festzustellen, dass 

sie damit zwar in der Lage war, immer noch weitere Details einzubringen, 

ihr Vortrag dadurch aber auch immer weniger innere Übereinstimmung auf-

wies. So hat sie beispielsweise gerade die Begegnung mit ihren beiden 

Befragern während ihrer angeblichen Haft ihm Verlauf der Fortsetzung ih-

rer Anhörung im Resultat massgeblich anders dargestellt, als noch am ers-

ten Termin. Gleichzeitig fällt auf, dass sie die vorgebrachten Sachverhalts-

elemente – jedenfalls soweit es die angeblich ausreiserelevanten Ereig-

nisse betrifft – praktisch in jedem Fall nur ein einziges Mal ansprach, indem 

sie im Verlauf der Anhörung und deren Fortsetzung eben ständig neue Ele-

mente einbrachte. Zum angeblichen Haftort machte sie an genau einer 

Stelle sehr detaillierte Angaben, auf spätere Rückfrage hin blieb sie in ihren 

Beschreibungen hingegen sehr dünn. An dieser Stelle wäre ein Bericht in-

dividueller Färbung zu erwarten gewesen, ihre Angaben blieben jedoch 

weitgehend substanzlos. Unter Berücksichtigung aller Elemente entsteht 

daher insgesamt der Eindruck, die Beschwerdeführerin habe im Verlauf der 

beiden Anhörungstermine durch den fortwährenden Ausbau ihrer Angaben 

und Ausführungen nach und nach ein Konstrukt entwickelt. Dafür spricht 

auch der Umstand, dass sie zu einem Sachverhaltsvortrag mit vielen De-

tails in der Lage war, jedoch gerade die Detailangaben zur angeblich er-

standenen Haft keine persönliche Färbung erkennen lassen, die auf ein 

persönliches Erleben schliessen liesse. Für die Gesamtwürdigung ist ge-

rade dieser Aspekt von massgeblicher Bedeutung. 

5.4 Zum bereits Gesagten kommt hinzu, dass die Beschwerdeführerin 

zwar vom Erstehen von Haft angeblich an mehr als einem Ort, dann beide 

Beschwerdeführenden von konkreten Terminen vor Gericht und bei Ge-

richtsbehörden und schliesslich auch beide von einem angeblich weiterhin 

D-4221/2019 

Seite 21 

laufenden Strafverfahren berichtet haben, sie in ihren diesbezüglichen 

Ausführungen jedoch grundlegende Angaben schuldig geblieben sind. So 

hätte zunächst erwartet werden dürfen, dass die Beschwerdeführerin zu-

mindest den Namen des Gefängnisses nennt, in das sie nach dem von ihr 

beschriebenen Hafttermin vor einem Richter, dessen Name sie ebenfalls 

nicht nannte, verbracht worden sein will. Der Beschwerdeführer wiederum 

will in einem Gerichtsgebäude mit einem Gerichtssekretär in direktem Kon-

takt gestanden und dort angeblich auch einen Blick auf die Akten erhascht 

haben. Er hat jedoch weder den Namen dieses Gerichts konkret benannt, 

noch machte er irgendwelche andere Angaben zum gesamten Verfahren, 

welche überprüfbar wären. Im Iran kann weiter in aller Regel auf den Bei-

stand von Anwälten zurückgegriffen werden, was von den Beschwerdefüh-

renden nicht bestritten wurde. Dazu machten sie lediglich geltend, sie wä-

ren in ihrer Auswahl beschränkt gewesen. Gleichzeitig ist die iranische Jus-

tiz auch schon bis zu einem gewissen Grad digitalisiert, was von ihnen im 

Grundsatz auch bestätigt wurde. Sie machen aber dennoch geltend, sie 

könnten keine Unterlagen zum angeblich laufenden Strafverfahren be-

schaffen. Das kann nach dem eben Gesagten nicht überzeugen. Auch 

nicht überzeugen kann, dass ihren Angaben zufolge ausgerechnet ihr ein-

ziges Beweismittel – die angebliche Quittung respektive die Kopie davon – 

in Verstoss geraten sein soll. Auch Bankunterlagen zur Überweisung der 

ausgesprochen hohen Geldsumme konnten nicht eingereicht werden. Das 

vollständige Fehlen von Beweismitteln zum geltend gemachten Verfahren 

stellt einen ganz wesentlichen Mangel dar.  

5.5 Insbesondere der Beschwerdeführer hat detailliert über das Miterleben 

der Verhaftung seiner Ehefrau berichtet und seine diesbezüglichen Anga-

ben weisen durchaus eine gewisse innere Qualität auf. In deutlichem Kon-

trast dazu steht jedoch, dass seine Schilderungen zum an sich genau so 

bedeutenden Ereignis des ersten Zusammentreffens mit seiner Ehefrau 

nach deren Verhaftung keinerlei Substanz aufweist und zudem mit einem 

klaren Widerspruch behaftet ist. So hatte er im Rahmen seiner Anhörung 

sehr emotional davon berichtet, wie sehr er in Sorge um seine Ehefrau 

gewesen sei, weil er sie über Tage nicht gesehen habe, dabei aber an kei-

ner Stelle etwas davon erwähnt, dass er sie tatsächlich noch vor ihrer end-

gültigen Entlassung einmal gesehen hätte. Die Beschwerdeführerin führte 

hingegen anlässlich der Fortsetzung ihrer Anhörung genau eine solche 

zwischenzeitliche Begegnung an, nach der sie aber nochmals eine Nacht 

in einem anderen Gefängnis habe verbringen müssen. Dies in durchaus 

lebendigen Schilderungen zum gemeinsamen Gespräch, zu welchen dann 

auch ihre Mutter hinzugekommen sei (vgl. SEM-Akte -27/33 F. 52 [achter 

D-4221/2019 

Seite 22 

Absatz bzw. S. 9 unten]). Angesprochen auf diesen Unterschied konnte der 

Beschwerdeführer in der ergänzenden Anhörung ohne zu zögern eine Ant-

wort geben, jedoch berichtete er dabei ausdrücklich über eine lediglich 

flüchtige Begegnung, die bloss auf Distanz auf dem Gang und insbeson-

dere ohne jeden Wortwechsel stattgefunden habe (vgl. SEM-Akte -28/13 

F. 21 f.). Dass sich die Beschwerdeführenden in ihren Schilderungen zu 

ihrer angeblich ersten Wiederbegegnung nach einer angeblich für beide 

emotional sehr belastenden Trennung in einen solchen Widerspruch ver-

wickelt haben, erschüttert ihre Vorbringen weiter.  

5.6 Die Beschwerdeführenden haben unter anderem auch angeführt, sie 

könnten ihre Reisepapiere nicht vorlegen, weil ihnen diese von den Behör-

den abgenommen worden seien. Die Beschwerdeführerin führte dazu an, 

ihre Papiere seien ihr vom Ettela'at abgenommen worden. Der Beschwer-

deführer brachte demgegenüber vor, die Sepah-Kräfte hätten ihre Reise-

papiere behändigt. Dieser Unterschied ist als durchaus relevant zu be-

zeichnen, da es im Kontext von Iran eben eine massgebliche Rolle spielt, 

ob man vom Ettela'at oder von den Sepah angegangen wird. Eine Ver-

wechslung dieser Behörden ist daher weitgehend auszuschliessen. Zu 

dem kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Anhö-

rung detailliert beschrieben hat, wie die Sepah ihre sämtlichen Identitäts-

papiere behändigt hätten (vgl. SEM-Akte -25/17 F. 71 [zweiter Absatz]). 

Dennoch legten die Beschwerdeführenden im Verlauf des Verfahrens nach 

der originalen Melli-Karte der Beschwerdeführerin auch noch im Original 

die Shenasnahme des Beschwerdeführers, ihren Eheschein und den Mili-

tärausweis des Beschwerdeführers zu den Akten, was erhebliche Zusatz-

fragen aufwirft. (…)  

5.7 Wird das Vorgenannte einer Gesamtbetrachtung unterzogen, dann ver-

mögen die Vorbringen der Beschwerdeführenden trotz einiger Elemente 

die für die Glaubhaftigkeit sprechen, einer Prüfung nicht standzuhalten. Es 

besteht nach dem Gesagten insgesamt kein Anlass zur Annahme, die Be-

schwerdeführenden hätten ihre Heimat nach bereits erlittener Verfolgung 

sowie vor dem Hintergrund einer konkreten Verfolgungssituation aus den 

von ihnen geltend gemachten Gründen verlassen.  

5.8 Nach der vorstehenden Feststellung kann auf eine Auseinanderset-

zung mit den Beschwerdevorbringen über die Asylrelevanz der angebli-

chen erlittenen Verfolgung verzichtet werden, wie auch auf eine Auseinan-

D-4221/2019 

Seite 23 

dersetzung mit den Beschwerdevorbringen über die Reflexverfolgungssi-

tuation verzichtet werden kann, von welcher der Beschwerdeführer angeb-

lich wegen der Verfolgungssituation seiner Ehefrau bedroht gewesen sei.  

6.  

6.1 Von den Beschwerdeführenden wird weiter angeführt, aufgrund der be-

reits in der Heimat erfolgten und auch vom SEM als glaubhaft erachteten 

Konversion der Beschwerdeführerin und der mittlerweile in der Schweiz 

erfolgten Konversion auch des Beschwerdeführers hätten sie in ihrer Hei-

mat in Zukunft flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung zu gewärtigen, und 

dies auch ohne die bereits erfolgte und fluchtauslösende Inhaftnahme. Im 

Falle einer Rückkehr in den Iran wären sie mit Sicherheit an Leib und Le-

ben bedroht, zumal ihnen auch nicht zugemutet werden könne, ihre innere 

Überzeugung tagtäglich zu unterdrücken. In dieser Hinsicht sei auf das Re-

ferenzurteil D-4952/2014 vom 23. August 2017 zu Religionsfreiheit und 

Apostasie abzustellen. Im Rahmen ihrer Ausführungen verweisen sie auf 

die bereits bei den Akten liegenden Taufurkunden. Zusätzlich legen sie ein 

Bestätigungsschreiben vom 16. August 2019 vor, ausgestellt vom Pfarrer 

der evangelischen Gemeinschaft, welchen sie während ihres Aufenthalts 

im BAZ besuchten, zusammen mit einem Bestätigungsschreiben vom 

18. August 2019, ausgestellt vom Pfarrer der evangelischen Gemein-

schaft, welchen sie an ihrem aktuellen Wohnort besuchen. Aufgrund ihres 

daraus ersichtlichen Engagements weise ihr Fall starke Parallelen zu den 

Verfahren D-4795/2016 und D-4798/2016 auf.  

6.2 Betreffend diese Vorbringen bleibt zunächst festzuhalten, dass auch im 

Iran der Übertritt zum Christentum für sich alleine zu keiner (individuellen) 

staatlichen Verfolgung führt. Eine Verfolgung durch den iranischen Staat 

kommt erst dann zum Tragen, wenn der Glaubenswechsel aufgrund einer 

missionierenden Tätigkeit bekannt wird und zugleich Aktivitäten der 

Konvertierten vorliegen, die vom Regime als Angriff auf den Staat angese-

hen werden (vgl. BVGE 2009/28 E. 7.3.4). Diese Beurteilung hat nach wie 

vor ihre Gültigkeit (vgl. BVGer-Urteil D-1661/2019 vom 23. März 2021 

E. 4.5 f.). Ebenso bleibt festzuhalten, dass sich die Beschwerdeführenden 

im Iran durch ihren christlichen Glauben nicht exponiert haben. Auch wenn 

die Beschwerdeführerin teilweise ein weitergehendes Engagement be-

hauptet hat, erscheint nach vorstehenden Erwägungen einzig als überwie-

gend glaubhaft gemacht, dass sie sich bloss in ihrem engeren Familien- 

und Freundeskreis zum Christentum bekannt hat. Sie hat sich ihren ur-

sprünglichen Angaben zufolge immer sehr vorsichtig verhalten, was von 

D-4221/2019 

Seite 24 

ihrem Ehemann bestätigt wurde, und nie an Aktivitäten wie einem Haus-

kreis teilgenommen. Gleichzeitig hat ihr persönliches Umfeld nicht negativ 

auf ihre Hinwendung zum Christentum reagiert. Der Beschwerdeführer hat 

soweit ersichtlich erst in der Schweiz einen ernsthaften Zugang zum Chris-

tentum gefunden. Damit sind die Vorbringen der Beschwerdeführenden 

über ihre in der Schweiz durch ihre Taufe manifestierte Konversion aus-

schliesslich unter den Gesichtspunkt von subjektiven Nachfluchtgründen 

zu prüfen.  

6.3 Nach dem SEM stellt auch das Gericht die in der Schweiz mit der Taufe 

formal vollzogene Konversion der Beschwerdeführenden nicht in Abrede. 

Dennoch kommt es zum Schluss, dass die christliche Glaubensausübung 

der Beschwerdeführenden nicht geeignet ist, flüchtlingsrechtlich relevante 

Massnahmen im Iran auszulösen. Gemäss ständiger Rechtsprechung führt 

eine Konversion im Ausland für sich alleine nicht zu einer staatlichen Ver-

folgung. Die Glaubensänderung vermag die Aufmerksamkeit der irani-

schen Behörden nur dann auf sich zu ziehen, wenn sie im Ausland aktiv 

und nach aussen hin sichtbar praktiziert wird oder im Einzelfall davon aus-

gegangen werden muss, dass das heimatliche Umfeld von einer solchen 

aktiven, allenfalls missionarische Züge annehmenden Glaubensausübung 

erfährt. Deshalb ist neben der Glaubhaftigkeit der Konversion auch das 

Ausmass der öffentlichen Bekanntheit der betroffenen Person in Betracht 

zu ziehen (vgl. statt vieler BVGer-Urteil D-1754/2018 vom 16. Dezember 

2020 E. 6.4 m.w.H. in Bestätigung von BVGE 2009/28 E. 7.3.4 ff.). Auf-

grund der Ausführungen der Beschwerdeführenden und namentlich der 

von ihnen eingereichten Bestätigungen ergibt sich, dass sich ihre Aktivitä-

ten auf den Austausch anlässlich interner Anlässe der christlichen Gemein-

schaft an ihrem aktuellen Wohnort beschränken, nachdem sie in entspre-

chendem Umfang schon während ihres Aufenthalts im BAZ D._______ ak-

tiv waren. Diese auf einen sehr überschaubaren Kreis beschränkten Akti-

vitäten in der Schweiz stellen keine aktive Glaubensausübung im Sinne der 

genannten Rechtsprechung dar. Es ist jedenfalls nicht von einer missiona-

rischen Tätigkeit oder einem in exponierter Weise ausgelebten Glauben 

auszugehen. In dieser Hinsicht unterscheiden sich die Beschwerdeführen-

den denn auch massgeblich von den von ihnen angerufenen Verfahren; 

das Vorliegen starker Parallelen ist klar zu verneinen. Im Weiteren ist auch 

nicht ersichtlich, dass die in der Schweiz erfolgte Taufe der Beschwerde-

führenden im Iran öffentlich bekannt geworden wäre. Zudem hat das en-

gere Umfeld der Beschwerdeführenden auch in der Vergangenheit nicht 

negativ auf den schon im Iran erfolgten Glaubenswechsel der Beschwer-

deführerin reagiert. Abgesehen davon ist darauf hinzuweisen, dass selbst 

D-4221/2019 

Seite 25 

dann, wenn die iranischen Behörden von der Konversion bereits Kenntnis 

erlangt haben sollten, die private Glaubensausübung im Iran grundsätzlich 

möglich ist (vgl. BVGer-Urteil E-6349/2019 vom 29. Juni 2021 E. 7.4.1 

m.w.H.). Nach dem bereits Gesagten ist in dieser Hinsicht festzustellen, 

dass aufgrund der Aktenlage das aktive Missionieren für die Beschwerde-

führenden kein zentrales Element ihrer religiösen Identität darstellt, nach-

dem sie ihre religiöse Identität offenkundig ausschliesslich geborgen im 

Kreis ihrer evangelischen Gemeinde leben, weshalb im Falle einer Rück-

kehr in den Iran die entsprechende Glaubensausübung für sie weiterhin 

möglich und dementsprechend nicht von einem unerträglichen psychi-

schen Druck im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG auszugehen ist. Zusammen-

fassend spricht nichts dafür, dass die iranischen Behörden ein Interesse 

daran hätten, die Beschwerdeführenden bei ihrer Rückkehr in ihre Heimat 

aufgrund ihrer Konversion zu verfolgen. Demnach kann den Beschwerde-

führenden auch keine entsprechende, flüchtlingsrechtlich relevante Verfol-

gungsfurcht zuerkannt werden. 

6.4 Nach dem Gesagten liegen keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine 

konkrete Bedrohung in der Heimat aufgrund der vorgebrachten Konversion 

und der in der Schweiz erfolgten Taufe und damit keine subjektiven Nach-

fluchtgründe vor.  

7.  

Nach vorstehenden Erwägungen können die Beschwerdeführenden keine 

im Sinne von Art. 3 AsylG relevante Gefährdungslage nachweisen oder 

glaubhaft machen. Die Verneinung der Flüchtlingseigenschaft und die Ab-

lehnung der Asylgesuche sind daher zu bestätigen. 

8.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

[erster Satz] AsylG). Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Anordnung der Wegweisung ist demnach zu 

bestätigen (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

D-4221/2019 

Seite 26 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 [zweiter 

Satz] AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1-4 AIG [SR 142.20]). 

In diesem Zusammenhang bleibt festzuhalten, dass bezüglich der Geltend-

machung von Wegweisungsvollzugshindernissen gemäss ständiger Praxis 

des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei der 

Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, allfällige Vollzugshindernisse sind 

zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigs-

tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 FK [SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 FoK [SR 0.105] und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf so-

dann niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe 

oder Behandlung unterworfen werden. 

Da es den Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine flüchtlingsrecht-

lich relevante Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann 

der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorlie-

genden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückführung in den Iran 

ist demnach unter dem Aspekt dieser Bestimmung rechtmässig. Sodann 

ergeben sich weder aus den Ausführungen der Beschwerdeführenden 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer Rück-

führung in den Iran mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 

EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt 

wären. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschen-

rechte (EGMR) und jener des UN-Anti-Folterausschusses müssten die Be-

schwerdeführenden eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder 

glaubhaft machen, dass ihnen im Falle einer Rückschiebung Folter oder 

unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi ge-

gen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer, 37201/06, §§ 124-127 

m.w.H.). In dieser Hinsicht ist jedoch aufgrund der Aktenlage nichts Stich-

haltiges ersichtlich. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Iran, 

die weiterhin als schlecht zu bezeichnen ist, lässt den Wegweisungsvollzug 

nicht als unzulässig erscheinen.  

D-4221/2019 

Seite 27 

9.3  

9.3.1 Nach Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren (vgl. zum Ganzen BVGE 2014/26 E. 7.3 ff. 

m.w.H.). 

9.3.2 Im Iran herrscht weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. 

Zwar sind die wirtschaftlichen Verhältnisse im Land schon seit Jahren an-

gespannt und es kommt im Iran – zumeist aus diesem Grund – auch im Ab-

stand von einigen Jahren immer wieder zu grösseren Demonstrationswel-

len, die von staatlicher Seite zumeist mit Härte beantwortet werden. Alleine 

diese Umstände sprechen jedoch weder gegen eine Rückkehr in den Iran 

noch eine Rückkehr an den Herkunftsort der Beschwerdeführenden. In die-

ser Hinsicht bleibt festzuhalten, dass der Beschwerdeführer und die Be-

schwerdeführerin beide aus F._______ stammen, beide über einen hohen 

Bildungsgrad verfügen und beide bis zur ihrer Ausreise einer Erwerbstätig-

keit nachgegangen sind. Aufgrund ihrer Angaben und Ausführungen zu ih-

ren persönlichen Verhältnissen darf sodann davon ausgegangen werden, 

dass sie aus überdurchschnittlich guten wirtschaftlichen Verhältnissen 

stammen, wie auch davon, dass sie in F._______ weiterhin über ein breites 

Verwandtschaftsnetz und damit über enge persönliche Anknüpfungs-

punkte verfügen. Die teils anderslautenden Beschwerdevorbringen über-

zeugen nicht. Damit liegt eine ganze Reihe von starken Faktoren vor, die 

für die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges sprechen.  

9.3.3 Die Beschwerdeführenden wenden gegen den Wegweisungsvollzug 

ein, sowohl sie als auch ihr Kind litten an erheblichen gesundheitlichen 

Problemen, die in der Heimat nicht behandelbar sein dürften. Ihre diesbe-

züglichen Vorbringen vermögen jedoch aufgrund der Aktenlage nicht zu 

überzeugen, woran auch die Berufung der Beschwerdeführenden auf ihren 

christlichen Hintergrund nichts zu ändern vermag:  

Der Beschwerdeführer hat im Rahmen seiner Beschwerde durch Vorlage 

eines bis dahin nicht bei den Akten liegenden Formulars vom 27. Mai 2019 

(Formular "F2: Zuweisungsblatt zur medizinischen Abklärung") und eines 

kurzen Arztberichts vom 5. Juni 2019 aufzeigen können, dass er während 

seines Aufenthalts im BAZ wegen psychischer Probleme einen Arzt auf-

suchte, von dem ihm in der Folge Medikamente verschrieben wurden. 

D-4221/2019 

Seite 28 

Diese zeigten laut Kurzbericht eine gute Wirkung. Vom Arzt wurde damals 

zusätzlich eine möglichst baldige Aufnahme einer Psychotherapie empfoh-

len. Aus dem ebenfalls bereits mit der Beschwerde eingereichten Zeugnis 

einer Fachärztin vom 12. August 2019 geht jedoch hervor, dass beim Be-

schwerdeführer in der Folge im Wesentlichen bloss eine mittelgradige re-

aktive depressive Episode (F32.1) diagnostiziert wurde, die zu diesem Zeit-

punkt weiterhin nur medikamentös behandelt wurde. Zwar wurde im Be-

richt vom 12. August 2019 ausgeführt, dass geplant sei, ab September 

2019 eine Psychotherapie unter Einbezug eines Übersetzers aufzuneh-

men, mit Sitzungen durchschnittlich zweimal im Monat. Mangels Vorlage 

entsprechender Berichte erscheint jedoch als offen, ob diese Behandlung 

dann tatsächlich während längerer Zeit fortgeführt wurde, respektive ist 

nicht einmal erstellt, ob die Behandlung überhaupt aufgenommen wurde. 

Ersichtlich ist damit einzig, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt seiner 

Gesucheinreichung und in den folgenden Wochen an einer psychischen 

Erkrankung litt, die sowohl von der damals gestellten Diagnose als auch 

vom damals anvisierten Behandlungssetting her als mässig erscheint und 

primär mit einem bewährten Antidepressivum in üblicher Dosierung ([…]) 

behandelt wurde. Da vergleichbare Medikamente grundsätzlich auch im 

Iran verfügbar sind und sich der Beschwerdeführer diese aufgrund seiner 

wirtschaftlichen Verhältnisse auch ohne weiteres dürfte leisten können, ist 

nichts ersichtlich respektive überwiegend glaubhaft gemacht, was in 

rechtserheblicher Weise gegen den Wegweisungsvollzug sprechen würde.  

Auch die Beschwerdeführerin hat im Rahmen der Beschwerde durch Vor-

lage eines kurzen Arztberichts vom 21. Mai 2019 aufzeigen können, dass 

sie während ihres Aufenthalts im BAZ bei einer Ärztin vorsprach. Dabei 

stand soweit ersichtlich im Rahmen von drei Terminen (am 1., 7. und 14. 

Mai 2019) zum einen die Behandlung gynäkologischer Probleme [im Fo-

kus]. Dieses Erkrankungsbild wurde mit entsprechenden Medikamenten 

behandelt. Auf der anderen Seite berichtete die Beschwerdeführerin über 

psychische Probleme. Die konsultierte Hausärztin diagnostizierte zunächst 

"Angst", dann "Insomnia/schlechte Träume". Der Beschwerdeführerin wur-

de soweit ersichtlich ein angstlösendes Medikament verschrieben, worauf 

es ihr laut dem Kurzbericht psychisch besser respektive viel besser gegan-

gen sei. Nach dem Beschwerdeführer hat auch die Beschwerdeführerin mit 

der Beschwerde ein vom 12. August 2019 datierendes Zeugnis der glei-

chen Fachärztin vorgelegt. In diesem mittlerweile doch bereits 2½-Jahre 

alten Zeugnis wurde ihr attestiert, dass sie an einer posttraumatischen Be-

lastungsstörung (F. 43.1) leide, und zwar [1.] nach Verfolgung und Inhaftie-

rung im Iran wegen Konversion vom Islam zum Christentum sowie [2.] nach 

D-4221/2019 

Seite 29 

körperlicher Misshandlung im Gefängnis, mit [3.] somatischen Symptomen 

sowie mit [4.] Flashbacks, Vermeidungsverhalten, Vigilanzsteigerung, 

Schreckhaftigkeit und Schlafstörungen. Zusätzlich wurde ihr attestiert, dass 

sie an einer Angst- und Depressiven Störung, gemischt (F32.1) leide, dies 

auf dem Boden einer psychosozialen Belastungssituation im Rahmen einer 

Migrationsproblematik. Zur Behandlung wurde ausgeführt, dass die Be-

schwerdeführerin abends (… [ein Medikament]) einnehme und wöchentlich 

eine 1-stündige Psychotherapiesitzung besuche (ärztlich delegierte Psy-

chotherapie beim Fachpsychologen). Die fachärztliche Diagnose betref-

fend das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) 

wirft gewisse Fragen auf, da diese von der Fachärztin in einer sehr aus-

drücklichen Form in einen direkten Zusammenhang zu den vorstehend als 

unglaubhaft erkannten Gesuchsvorbringen der Beschwerdeführerin ge-

stellt wird. Als wenig schlüssig erscheint zudem, dass dabei auf ein Ele-

ment abgestellt wird, das von der Beschwerdeführerin auch noch auf Be-

schwerdeebene nie angeführt worden ist. Auch wenn die Beschwerdefüh-

rerin aus einem anderen als dem geltend gemachten Grund an einer PTBS 

leiden kann, weckt dieser Umstand doch deutliche Zweifel an der damali-

gen Diagnose. Deutlich schlüssiger erscheint dagegen die Zweitdiagnose, 

da diese in einen ohne weiteres nachvollziehbaren Kontext gestellt wurde. 

In entscheidrelevanter Hinsicht bleibt indes auch im Falle der Beschwerde-

führerin festzustellen, dass im Zeugnis vom 12. August 2019 zwar von ei-

nem soweit ersichtlich auf längere Dauer angelegten Behandlungssetting 

berichtet wurde, jedoch als offen erscheint, ob die Behandlung dann auch 

längerfristig fortgesetzt wurde. Ersichtlich ist damit einzig, dass die Be-

schwerdeführerin im Zeitpunkt ihrer Gesucheinreichung und in folgenden 

Wochen an einer psychischen Erkrankung litt, die mit einem bewährten An-

tidepressivum mit bekanntermassen schlaffördernder Wirkung behandelt 

wurde. Da vergleichbare Medikamente grundsätzlich auch im Iran verfüg-

bar sind und sich die Beschwerdeführerin diese aufgrund ihres wirtschaft-

lichen Hintergrundes auch ohne weiteres dürfte leisten können, ist nichts 

ersichtlich respektive überwiegend glaubhaft gemacht, was in rechtserheb-

licher Weise gegen den Wegweisungsvollzug sprechen würde.   

Die Beschwerdeführenden haben schliesslich nach der Geburt ihres Kin-

des über ihre Rechtsvertreterin bekannt gegeben, dass ihr Kind in seinen 

ersten Lebenstagen wiederholt epileptische Anfälle erlitten habe, die sich 

in unkontrollierten einseitigen Zuckungen am Arm und Bein geäussert hät-

ten. Dem Kind seien daher Antiepileptika verschrieben worden, die es re-

gelmässig einnehmen müsse, wie es nunmehr auch mehrmals jährlich ei-

D-4221/2019 

Seite 30 

ner kinderärztlichen Untersuchung bedürfe, um die Entwicklung der Krank-

heit weiter beobachten zu können. Entgegen den anderslautenden Vorbrin-

gen ist jedoch auch damit nichts ersichtlich gemacht, was auf einen zwin-

genden Behandlungsbedarf in der Schweiz sprechen würde. Aufgrund der 

beiden Spitalberichte vom (…) ist zwar erstellt, dass das Kind am vierten 

Lebenstag eine bedenkliche Episode erlitt, worauf es auf die Kinderinten-

sivstation verlegt werden musste. Die Episode konnte aber unter Gabe von 

entsprechenden Medikamenten rasch unter Kontrolle gebracht werden. Im 

Berichtszeitpunkt ging es dem Kind gut, bei guter Gewichtszunahme, guter 

Trinkmenge und ohne weitere epileptische Anfälle. Das Kind konnte daher 

zu seinen Eltern nach Hause entlassen werden, auch wenn unter Mitgabe 

von Medikamenten (zwei bekannte krampflösende Medikamente [eines 

davon als Reserve] und von Vitamin D3). Nachdem das Kind mittlerweile 

mehr als (…)-jährig ist und keine Berichte eingereicht wurden, die auf einen 

andauernden Behandlungsbedarf hinweisen würden, der weit ausserhalb 

der Norm liegen würde, ist auch im Falle des Kindes nichts ersichtlich res-

pektive überwiegend glaubhaft gemacht, was in rechtserheblicher Weise 

gegen den Wegweisungsvollzug sprechen würde, zumal Epilepsie auch im 

Iran behandelbar ist.   

9.3.4 Nach dem Gesagten ist von der Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zuges auszugehen. 

9.4 Schliesslich ist auch von der Möglichkeit des Wegweisungsvollzuges 

auszugehen (Art. 83 Abs. 2 AIG), da die Beschwerdeführenden verpflichtet 

sind, sich bei der zuständigen Vertretung ihres Heimatstaates die für eine 

Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 

AsylG; BVGE 2008/34 E. 12). 

9.5 Nach dem Gesagten hat das SEM den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich erklärt. Eine Anordnung der vorläufigen 

Aufnahme fällt daher ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.  

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären den Beschwerdeführenden 

D-4221/2019 

Seite 31 

grundsätzlich Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1–3 des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Da jedoch mit 

Zwischenverfügung vom 23. September 2019 ihrem Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege (im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG) 

entsprochen wurde und gleichzeitig kein Anlass zur Annahme besteht, ihre 

finanziellen Verhältnisse hätten sich seither massgeblich geändert, sind 

ihnen keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-4221/2019 

Seite 32 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Den Beschwerdeführenden werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer 

 

 

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