# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc3cc96f-2234-57ab-9828-7b60daaed370
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-12-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 08.12.2003 ZB 2003 35
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_ZB-2003-35_2003-12-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 08. Dezember 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZB 03 35

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Jegen und Riesen-Bienz 
Aktuar ad hoc Maranta

——————

In der zivilrechtlichen Beschwerde

des X., Gesuchsteller und Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. 
Fridolin Hubert, Postfach 111, Hartbertstrasse 1, 7002 Chur,

gegen

den Entscheid des Kreispräsidenten Belfort vom 4. Oktober 2003, mitgeteilt am 6. 
Oktober 2003, in Sachen des Gesuchstellers und Beschwerdeführers,

betreffend unentgeltliche Rechtspflege

hat sich ergeben:

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A. In dem im Abschreibungsbeschluss des Bezirksgerichtspräsidenten 
Albula vom 22. Januar 2003 aufgenommenen gerichtlichen Vergleich betreffend ein 
Pachtverhältnis einigten sich die Parteien X. als Pächter und die Erbengemeinschaft 
A. als Verpächter unter anderem wie folgt:

„1. (...).

2. Die Pachtdauer für die Parzellen Nr. K. „B.“, Nr. L. „C.“, Nr. M. „D.“, Nr. 
N. „E.“, Nr. O. „F.“ und Nr. P. „F.“ in G. wird abschliessend und endgültig 
bis 31. Oktober 2008 erstreckt ohne irgendeine weitere Erstreckungs-
möglichkeit.

3. (...).

4. Die von H. auf den verpachteten Grundstücken festgestellten Trittschä-
den werden durch den Kläger bis spätestens 31. Mai 2003 behoben. Im 
Zweifelsfall anerkennen die Parteien über diesen Punkt das Urteil von 
H..

5. In diesem, auf den 31. Mai 2003 herzustellenden Zustand sind die 
Pachtgrundstücke auch bei Ende der Pacht zu übergeben.

6. Sollte der Pächter die Trittschäden auf den Parzellen Nr. N. „E.“ und Nr. 
K. „B.“ bis zum angeführten Termin nicht behoben haben oder hält er 
sich nicht an das für bestimmte Flächen geltende Weideverbot, so gilt 
dies als Grund für eine sofortige ausserordentliche Kündigung. In einem 
solchen Fall ist der vorbezogene Pachtzins unter ausdrücklichem Vor-
behalt einer Verrechnung mit Schadenersatzansprüchen pro rata tem-
poris zurückzuzahlen.

(...).“

B. Anlässlich der am 4. Juni 2003 durchgeführten Begehung der Parzelle 
Nr. N. „E.“, bei der die Rechtsvertreter beider Parteien sowie X. anwesend waren, 
stellte H. vom Landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum I. fest, dass 
die Trittschäden auf dieser Parzelle nur teilweise oder gar nicht behoben wurden. 
In der Folge teilte der Rechtsvertreter der Erbengemeinschaft mit Schreiben vom 5. 
Juni 2003 dem Rechtsvertreter von X. mit, dass die Pacht sofort und fristlos ausser-
ordentlich gekündigt werde. Dieser entgegnete mit Schreiben vom 11. Juni 2003, 
dass eine Kündigung nicht zulässig bzw. erst auf das Frühjahr 2004 möglich sei.

C. Am 20. Juni 2003 stellte die Erbengemeinschaft A. durch ihren Rechts-
vertreter beim Kreispräsidenten Belfort ein Gesuch mit folgenden Rechtsbegehren:

„1. Die ausserordentliche Kündigung des Pachtverhältnisses vom 5. Juni 
2003 sei für rechtsgültig zu erklären.

2. Der Gesuchsgegner sei anzuweisen, die Pachtgrundstücke entspre-
chend dem Entscheid Ziff. 1 hiervor zu räumen.

3. Diese Anordnung sei für den Missachtungsfall mit der ausdrücklichen 
Androhung zu verbinden, dass gemäss Art. 292 StGB mit Haft oder mit 

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Busse bestraft wird, wer sich einer an ihn ergangenen behördlichen An-
ordnung widersetzt.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Gesuchsgeg-
ners.“

Begründend wurde vorwiegend ausgeführt, dass der gerichtliche Ver-
gleich dieselben Wirkungen erziele wie ein rechtskräftiges Urteil. Danach sei der 
ausserordentliche Kündigungsgrund gemäss Ziff. 6 des Vergleichs endgültig und 
eine weitere Erstreckungsmöglichkeit der Pacht ausgeschlossen.

D. In seiner Vernehmlassung vom 7. Juli 2003 beantragte der Rechtsver-
treter von X. die Abweisung des Gesuches der Erbengemeinschaft vom 20. Juni 
2003, soweit darauf überhaupt eingetreten werden könne, unter gesetzlicher Kos-
ten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen geltend ge-
macht, dass fraglich sei, ob für eine ausserordentliche Kündigung des Pachtverhält-
nisses überhaupt ein Kündigungsgrund vorliege und ob die Vereinbarung eines aus-
serordentlichen Kündigungsgrundes überhaupt Gültigkeit habe. Ferner wurde dar-
gelegt, dass selbst wenn die Vereinbarung eines ausserordentlichen Kündigungs-
grundes gültig zu Stande gekommen und der diesbezügliche Kündigungsgrund ein-
getreten wäre eine ausserordentliche Kündigung nur auf den folgenden Frühjahrs- 
oder Herbsttermin unter Einhaltung einer sechsmonatigen Kündigungsfrist erfolgen 
könne.

E. Parallel zur Vernehmlassung reichte der Rechtsvertreter von X. am 7. 
Juli 2003 beim Kreispräsidenten Belfort ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
und Bestellung eines Rechtsbeistandes ein. Das entsprechende Rechtsbegehren 
lautete wie folgt:

„1. Dem Gesuchsteller sei für das beim Kreispräsidenten durch die Erben-
gemeinschaft A. anhängig gemachte Befehlsverfahren betreffend 
Pachtverhältnis die Befugnis zur unentgeltlichen Prozessführung zu er-
teilen.

2. Der Unterzeichnete sei zum Rechtsvertreter des Gesuchstellers zu er-
nennen.“

Begründend wurde dargelegt, dass der Gesuchsteller X. durch die Er-
bengemeinschaft in ein Gerichtsverfahren betreffend Räumung von Grundstücken, 
welche die Erbengemeinschaft dem Gesuchsteller verpachtet hätten, involviert wor-
den sei. Aufgrund der sich stellenden Rechtsfragen und der Bedeutung des Verfah-
rens für X. sei dieser auf eine Rechtsverbeiständung angewiesen, insbesondere 
auch weil die Gegenpartei anwaltlich vertreten werde. Daneben sei der Gesuchstel-

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ler nicht in der Lage, für die erforderlichen Prozesskosten aufzukommen, was sich 
aus dessen Steuerrechnung 2001, dessen seitdem nicht gebesserten Verhältnissen 
sowie einem Betreibungsregisterauszug vom 27. Oktober 2002 ergebe.

F. Die Gemeinde G. führte in ihrer Stellungnahme vom 5. August 2003 
zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege aus, dass sie an den Erfolgschancen 
von X. im betreffenden Prozess zweifeln würde. In Bezug auf die wirtschaftlichen 
Verhältnisse von X. verwies sie auf den Auszug des Betreibungsamtes.

G. In seinem Entscheid betreffend unentgeltliche Rechtspflege und Be-
stellung eines Rechtsbeistandes vom 4. Oktober 2003, mitgeteilt am 6. Oktober 
2003, erkannte der Kreispräsident Belfort wie folgt:

„1. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Bestellung eines 
Rechtsbeistandes wird in Anwendung von Art. 42 Abs. 2 ZPO abge-
lehnt.

2. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- Kosten Kreisamt Fr. 250.00

Total Fr. 250.00

gehen an X. und sind mittels beiliegendem ES innert 30 Tagen seit Mit-
teilung der Kreiskasse Belfort zu überweisen.

3. (Rechtsmittelbelehrung).

4. (Mitteilung).“

In den Erwägungen wurde ausgeführt, dass der Prozess dem Gesuch-
steller X. aufgezwungen worden sei, da er ihn nicht selber beantragt habe, und dass 
die finanziellen Gegebenheiten des Gesuchstellers eine unentgeltliche Rechts-
pflege begründen würde. Indes müsse davon ausgegangen werden, dass der Ge-
suchsteller eine aussichtslose Prozessführung vor sich habe, weshalb das Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege und Bestellung eines Rechtsbeistandes abzuleh-
nen sei.

H. In seinem Entscheid in der Hauptfrage betreffend Pachtverhältnis vom 
4. Oktober 2003, mitgeteilt am 6. Oktober 2003, wurde vom Kreispräsidenten Belfort 
folgendes erkannt:

„1. X. wird in Anwendung von Art. 146 Abs. 1 Ziff. 3 angewiesen, die Pacht-
grundstücke Parz. K., L., M., N., O. und P. allesamt auf dem Gebiet der 
Gemeinde G., auf den Frühjahrstermin 2004 zu räumen.

2. Diese Anordnung ergeht mit dem ausdrücklichen Hinweis auf Art. 292 
StGB, wonach mit Haft oder Busse bestraft wird, wer sich einer an ihn 
ergangenen Anordnung widersetzt.

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3. (Kosten).

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).“

In den Erwägungen wurde hauptsächlich dargelegt, dass ein Kündi-
gungsgrund im Sinne des gerichtlichen Vergleichs vom 22. Januar 2003 vorliege  
und eine Kündigung aufgrund des Schreibens vom 5. Juni 2003 erfolgt sei. Aller-
dings könne nicht gesagt werden, ob X. mit der Unterzeichnung des betreffenden 
Vergleichs auf die ihm zustehende Kündigungsfrist gemäss Art. 17 LPG verzichtet 
habe. Da dieser Punkt nicht eindeutig geregelt worden sei und Art. 29 LPG besage, 
dass die Bestimmung über die Kündigungsfrist zwingenden Charakter habe, müsse 
diese Frist eingehalten werden, weshalb das Pachtverhältnis für alle sechs Parzel-
len auf den Frühjahrstermin 2004 ende.

I. Gegen den Entscheid des Kreispräsidenten Belfort vom 4. Oktober 
2003, mitgeteilt am 6. Oktober 2003, betreffend die unentgeltliche Rechtspflege und 
Bestellung eines Rechtsbeistandes (vgl. Bst. G) erhob der Rechtsvertreter von X. 
am 27. Oktober 2003 beim Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden Be-
schwerde mit folgenden Rechtsbegehren:

„1. Der angefochtene Entscheid des Kreispräsidenten Belfort sei aufzuhe-
ben.

2. Dem Beschwerdeführer sei für das beim Kreispräsidenten Belfort durch 
die Erbengemeinschaft A. anhängig gemachte Befehlsverfahren betref-
fend Pachtverhältnis die Befugnis zur unentgeltlichen Prozessführung 
zu erteilen.

3. Der unterzeichnete Rechtsanwalt sei zum Rechtsvertreter des Be-
schwerdeführers zu ernennen.

4. Dem Beschwerdeführer sei für das vorliegende Verfahren ebenfalls die 
Befugnis zur unentgeltlichen Prozessführung zu erteilen unter Rechts-
verbeiständung durch den unterzeichneten Rechtsanwalt.

5. Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.

Begründend wurde ausgeführt, dass der Kreispräsident Belfort wie 
auch die Gemeinde G. die Voraussetzung betreffend die finanziellen Verhältnisse 
des Beschwerdeführers zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege als erfüllt 
angesehen habe. Abgelehnt worden sei das Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege darum, weil es sich um eine aussichtslose Prozessführung seitens X. han-
deln würde.  Indes habe der Kreispräsident aber entschieden, dass eine Auswei-
sung erst auf das Frühjahr 2004 möglich sei, womit der Beschwerdeführer mit sei-
nen Begehren bei der Vorinstanz zumindest teilweise durchgedrungen sei. Daher 

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könne nicht von aussichtsloser Prozessführung gesprochen werden, weshalb sich 
diesbezüglich der angefochtene Entscheid als willkürlich erweise.

J. In ihrer Vernehmlassung vom 11. November 2003 stellte die Ge-
meinde G. folgende Rechtsbegehren:

„1. Die Beschwerde des X. vom 27. Oktober 2003 sei abzuweisen, soweit 
darauf eingetreten werden kann.

2. Für den Fall, dass die Beschwerde gutgeheissen wird, seien die Ver-
fahrenskosten und eine allfällige aussergerichtliche Entschädigung dem 
Kreis Belfort zu überbinden.

3. Unter gerichtlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.“

In der Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Ge-
meinde G. an den Erfolgschancen des Prozesses aus Sicht des Beschwerdeführers 
gezweifelt habe. Da aber der Kreispräsident Belfort einem Teil des Rechtsbegeh-
rens des Beschwerdeführers im vorinstanzlichen Verfahren stattgeben habe, sei 
sein Verhalten mit der Ablehnung der unentgeltlichen Rechtspflege aufgrund Aus-
sichtslosigkeit der Prozessführung in der Tat widersprüchlich gewesen. Die Ge-
meinde G. könne indes nicht zur Übernahme von irgendwelchen Kosten verpflichtet 
werden, falls ein Erfolg der Beschwerde auf die Widersprüchlichkeit des Entschei-
des des Kreispräsidenten Belfort zurückzuführen wäre.

Der Kreispräsident Belfort verzichtete auf die Einreichung einer Ver-
nehmlassung.

K. Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Entscheid, im Ent-
scheid des Kreispräsidenten betreffend Pachtverhältnis sowie den Rechtsschriften 
wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. a) Gemäss Art. 47a der Zivilprozessordnung des Kantons Graubünden 
(ZPO; BR 320.000) und Art. 232 Ziff. 8 ZPO können Entscheide über die unentgelt-
liche Rechtspflege, die Bestellung eines Rechtsvertreters und die Festlegung von 
dessen Entschädigung mit zivilrechtlicher Beschwerde wegen Gesetzesverletzung 
beim Kantonsgerichtsausschuss angefochten werden. Die Beschwerde ist schrift-
lich unter Beilage des angefochtenen Entscheides und der dem Beschwerdeführer 
schon erstatteten Beweisurkunden innert der peremptorischen Frist von 20 Tagen 

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seit Mitteilung des angefochtenen Entscheides einzureichen, wobei in der Be-
schwerdefrist mit kurzer Begründung anzugeben ist, welche Punkte des Entschei-
des angefochten und welche Abänderungen beantragt werden (Art. 233 Abs. 1 und 
2 ZPO). Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Entscheid des 
Kreispräsidenten Belfort betreffend unentgeltliche Rechtspflege und Bestellung ei-
nes Rechtsvertreters vom 4. Oktober 2003, mitgeteilt am 6. Oktober 2003, welcher 
somit beim Beschwerdeführer frühestens am 7. Oktober 2003 eingegangen ist. Mit 
der Übergabe der Beschwerde am 27. Oktober 2003 an die Schweizerische Post 
ist die Beschwerdefrist gewahrt. Auf die im Übrigen formgerecht eingereichte Be-
schwerde ist einzutreten.

b) Der Kantonsgerichtsausschuss überprüft im Rahmen der Beschwer-
deanträge, ob der angefochtene Entscheid oder das diesem vorausgegangene Ver-
fahren Gesetzesbestimmungen verletzt, welche für die Beurteilung der Streitfrage 
wesentlich sind (Art. 235 Abs. 1 ZPO). Die Feststellungen der Vorinstanz über 
tatsächliche Verhältnisse sind für die Beschwerdeinstanz bindend, es sei denn, sie 
seien unter Verletzung von Beweisvorschriften zustande gekommen, erwiesen sich 
als willkürlich oder beruhten auf offensichtlichen Versehen (Art. 235 Abs. 2 ZPO). 
Bei Fragen des Ermessens greift der Kantonsgerichtsausschuss nur ein, wenn die 
Ermessensbetätigung der Vorinstanz mit sachlichen Gründen nicht mehr vertretbar 
und somit willkürlich ist (vgl. PKG 1987 Nr. 17).

c) Der Beschwerdeführer beantragt in Ziff. 4 seiner Beschwerde für das 
vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege samt Rechtsver-
beiständung. Dazu ist anzumerken, dass für ein solches Gesuch der Präsident der 
angerufenen Rechtsmittelinstanz zuständig ist (Art. 43 Abs. 1 und 2 ZPO). Demnach 
hat nicht der Kantonsgerichtsausschuss darüber zu befinden, weshalb das entspre-
chende Gesuch gemäss Ziff. 4 des Rechtsbegehrens des Beschwerdeführers nicht 
in diesem Verfahren zu behandeln ist.

2. Einer Partei, die öffentliche Sozialhilfe bezieht oder sonst nicht in der 
Lage ist, neben dem notwendigen Lebensunterhalt für sich und ihre Angehörigen 
für die erforderlichen Prozesskosten aufzukommen, ist die unentgeltliche Rechts-
pflege zu bewilligen (Art. 42 Abs. 1 ZPO); indes ist bei offensichtlich mutwilliger oder 
aussichtsloser Prozessführung ein entsprechendes Gesuch abzuweisen (Art. 42 
Abs. 2 ZPO). Wenn die zur unentgeltlichen Prozessführung berechtigte Partei eines 
Rechtsvertreters bedarf, hat die zu deren Erteilung zuständige Instanz auf Gesuch 
hin und unter Berücksichtigung der berechtigten Wünsche des Gesuchstellers einen 

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Rechtsvertreter zu bezeichnen (Art. 46 ZPO). Zuständig für die Beurteilung des Ge-
suches ist der auch für das Hauptverfahren zuständige Einzelrichter, für das vorin-
stanzliche Verfahren folglich der Kreispräsident Belfort (Art. 43 Abs. 1 ZPO). Dieser 
hat in diesem Verfahren (wie übrigens auch die Gemeinde G.) aufgrund der Steu-
erveranlagung des Beschwerdeführers aus dem Jahre 2001 und eines Betreibungs-
registerauszuges des Betreibungsamtes Belfort vom 29. Oktober 2002 die Voraus-
setzung bezüglich der finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers im Sinne 
von Art. 42 Abs. 1 ZPO bejaht, was denn auch nicht gerügt wurde. Ebenso wurde 
aufgrund des nicht selbst eingeleiteten Prozesses betreffend Pachtverhältnis eine 
offensichtlich mutwillige Prozessführung ausgeschlossen. Somit ist im vorliegenden 
Verfahren einerseits darüber zu befinden, ob der Kreispräsident das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege und Bestellung eines Rechtsbeistandes zu Recht we-
gen offensichtlicher Aussichtslosigkeit des Prozesses abgelehnt hat, und anderer-
seits, ob im Falle der Verneinung einer aussichtslosen Prozessführung und somit 
der zu gewährenden unentgeltlichen Rechtspflege für das vorinstanzliche Verfahren 
die Notwendigkeit einer Rechtsverbeiständung besteht. 

3. a) Im Entscheid über die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
hatte der Kreispräsident darüber zu befinden, ob der Beschwerdeführer bei der Vor-
instanz aus seiner Sicht vor einem offensichtlich aussichtslosen Prozess stand. Da-
bei haben als aussichtslos Rechtsbegehren zu gelten, bei denen in Bezug auf den 
Hauptprozess die Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefah-
ren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können, nicht aber, wenn 
die Gewinnaussichten und die Verlustgefahren sich ungefähr die Waage halten oder 
wenn jene nur wenig geringer sind als diese (BGE 109 Ia 5 E. 4; 105 Ia 113 f.). Bei 
einer Betrachtung der Rechtsbegehren der Erbengemeinschaft A. und des Be-
schwerdeführers sowie einer summarischen Abklärung der entsprechenden Sach- 
und Rechtslage im vorinstanzlichen Prozess musste durchaus in Betracht gezogen 
werden, dass es aufgrund der Bestimmung von Art. 17 des Bundesgesetzes über 
die landwirtschaftliche Pacht (LPG; SR 221.213.2) – welche zwingenden Charakter 
hat (vgl. Art. 29 LPG) – allenfalls nicht möglich sein würde, den Beschwerdeführer 
sofort, d.h. zum Zeitpunkt der am 5. Juni 2003 erfolgten ausserordentlichen Kündi-
gung seitens der Erbengemeinschaft, aus der Pacht zu weisen, sondern erst nach 
Ablauf einer sechsmonatigen Kündigungsfrist auf den nächsten Frühjahrs- oder 
Herbsttermin, mithin auf das Frühjahr 2004. Damit bestanden im vorinstanzlichen 
Verfahren aber bereits gewisse Gewinnaussichten für die gesuchstellende Partei, 
was die Abweisung des Begehrens wegen offensichtlicher Aussichtslosigkeit der 
Prozessführung bereits ausschloss. Dieser vom Gesuchsteller eventualiter darge-

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legten Rechtsauffassung folgte der Kreispräsident Belfort denn auch in seinem Ent-
scheid vom 4. Oktober 2003 betreffend Pachtverhältnis, indem er dem Rechtsbe-
gehren der Erbengemeinschaft nur teilweise entsprochen hat, mithin in der Tat dem 
Rechtsbegehren des Beschwerdeführers teilweise entsprach. Damit hat der 
Kreispräsident Belfort dem Beschwerdeführer zu Unrecht die unentgeltliche Rechts-
pflege für das vorinstanzliche Verfahren aufgrund aussichtsloser Prozessführung 
(Art. 42 Abs. 2 ZPO) verweigert.

b) Ist eine Partei zur unentgeltlichen Prozessführung berechtigt, so ist ihr 
auf Gesuch hin ein Rechtsvertreter zu bestellen, sofern sie für den ausstehenden 
Prozess eines solchen bedarf (Art. 46 ZPO). Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung ist dies zu bejahen, wenn die Interessen des Gesuchstellers in schwer-
wiegender Weise betroffen sind und der Fall in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht 
Schwierigkeiten bietet, die den Beizug eines Rechtsvertreters erforderlich machen 
(BGE 128 I 225 E. 2.5.2 ). Daneben ist für die Beurteilung der Notwendigkeit einer 
Rechtsverbeiständung auch massgebend, ob einerseits die Gegenpartei anwaltlich 
vertreten ist und ob die Partei, welche um die Rechtsverbeiständung ersucht, 
rechtsunkundig ist (Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilpro-
zessordnung, Zürich 1997, N 9 zu § 87). Im vorinstanzlichen Verfahren waren die 
Interessen des Beschwerdeführer ohne Zweifel stark betroffen, ging es dabei doch 
um die Ausweisung hinsichtlich der Pacht von mehreren Parzellen, die den Grossteil 
der von ihm bewirtschafteten Grundstücke ausmachen. Damit war für ihn von gros-
ser Tragweite, ob er seine gepachteten Grundstücke sofort oder erst – nach Ein-
bringung einer oder mehrerer Ernten – im Frühjahr 2004 zu räumen hat, oder ob er 
die Pacht gemäss dem gerichtlichen Vergleich vom 22. Januar 2003 sogar bis ins 
Jahre 2008 hätte aufrechterhalten können. Überdies waren die sich stellenden Fra-
gen nicht einfach zu beantworten, wie dies auch aus dem Gesuch des Rechtsver-
treters der Gegenpartei und dem Entscheid des Kreispräsidenten Belfort in der 
Hauptsache vom 4. Oktober 2003 hervorgeht. Es musste geprüft werden, ob ein wie 
im gerichtlichen Vergleich vom 22. Januar 2003 festgelegter ausserordentlicher 
Kündigungsgrund überhaupt mit den zwingenden Bestimmungen des LPG verein-
bar ist, ob dieser beschriebene Grund überhaupt eingetreten war und auf wann eine 
allfällige Kündigung zu vollziehen ist. Solche Fragen bieten nicht unerhebliche 
Schwierigkeiten, die vor allem auch angesichts der Rechtsunkundigkeit des Be-
schwerdeführers den Beizug eines Rechtsvertreters zweifellos erfordern. Demnach 
muss, auch weil die Gegenpartei im vorinstanzlichen Verfahren anwaltlich vertreten 
war, die Notwendigkeit einer Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 46 ZPO be-
jaht werden.

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4. Im Lichte dieser Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen, der 
angefochtene Entscheid aufzuheben und dem Beschwerdeführer für das vorin-
stanzliche Verfahren neben der unentgeltlichen Rechtspflege auch die Rechtsver-
beiständung zu gewähren. Damit sind für das Verfahren vor dem Kreispräsidenten 
Belfort ab dem Datum der Gesuchseinreichung sämtliche Gerichtskosten, die dem 
Beschwerdeführer auferlegt wurden, sowie die Kosten seiner Rechtsvertretung von 
der Wohnsitzgemeinde des Beschwerdeführers zu tragen (Art. 47 Abs. 1 ZPO). Der 
Kreispräsident Belfort ist gehalten, nach Anhörung der Gemeine G. und Einforde-
rung einer Honorarnote des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers einen Kosten-
entscheid bezüglich der Entschädigung für die in seinem Verfahrensabschnitt ent-
standenen Kosten des betreffenden Rechtsvertreters zu fällen (Art. 47 Abs. 4 ZPO; 
vgl. dazu Urteil des Kantonsgerichtsausschusses vom 20. Oktober 2003, ZB 03 26). 

Bei diesem Ausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu 
Lasten des Kantons Graubünden. Da aber ein offensichtlicher Fehler des Kreisprä-
sidenten das vorliegende Beschwerdeverfahren verursacht hat, ist der Kreis Belfort 
zu verpflichten, dem Beschwerdeführer für dieses Verfahren eine angemessene 
aussergerichtliche Entschädigung auszurichten.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der angefochtene Entscheid aufge-
hoben.

2. Dem Beschwerdeführer wird für das vorinstanzliche Verfahren ab Datum der 
Gesuchseinreichung die unentgeltliche Rechtspflege gewährt. Zum Rechts-
beistand wird Rechtsanwalt lic. iur. Fridolin Hubert, Postfach 111, Hartbert-
strasse 1, 7002 Chur, bestellt.

3. Die Gerichtskosten und die Kosten der Rechtsvertretung für das vorinstanz-
liche Verfahren gehen – unter Vorbehalt der Rückforderung – zu Lasten der 
Gemeinde G. 

4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens gehen zu Lasten des Kantons 
Graubünden. Der Kreis Belfort hat den Beschwerdeführer aussergerichtlich 
mit Fr. 400.-- zu entschädigen.

5. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Präsident: Der Aktuar ad hoc: