# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a274ed77-4707-5cff-8529-11314ebb92bc
**Source:** Solothurn (SO)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1974-12-18
**Language:** de
**Title:** Solothurn Obergericht Jugendgerichtskammer 18.12.1974 ZZ.1975.39
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SO_Omni/SO_OG_003_ZZ-1975-39_1974-12-18.html

## Full Text

SOG 1975 Nr. 39   

 

 

Art. 322 OR. Umrechnung des Monatslohns in
Tageslohn.  

 

 

Der Kläger macht geltend, der Beklagte habe bei der
Umrechnung des Monats- in den Tageslohn einen falschen (zu hohen) Divisor
verwendet. Dadurch sei der umgerechnete Tageslohn zu niedrig ausgefallen. Nach dem
Zeugnis von R.V. verwendete der Beklagte als Divisor anfänglich die Zahl 26.
Diesen Divisor legt die SUVA ihren Umrechnungen zu Grunde; sie berechnet aber
den Samstag auch als vollen Arbeitstag. Der Beklagte dividierte später den
Monatslohn durch die Zahl 24. Er erkundigte sich schliesslich bei einem
aargauischen Arbeitgeber-Verband, wo ihm erklärt wurde, dass die Zahl 22 der
richtige Divisor sei. Für die letzte Überzeitzahlung im Monat November 1973
wurde zur Ermittlung des Tageslohnes der Monatslohn durch die Zahl 22
dividiert. Die Umrechnung des Monats- in den Tageslohn ist eine rein
mathematische Frage. Es ist deshalb zu prüfen, ob der Beklagte einem
offensichtlichen Rechenfehler erlag und der Kläger dadurch finanziell geschmälert
wurde, m. a.W. ob der Beklagte bei der Umrechnung einen falschen Divisor
benützt hat. Wird diese Frage bejaht werden müssen, ist die Differenz noch nachzuzahlen.
Von Bedeutung ist einmal die Tatsache, dass der Kläger unbestrittenermassen
während der ganzen Dauer des Arbeitsverhältnisses nur 5 Tage pro Woche arbeiten
musste. Die Umrechnung des Monatslohnes in den Tages- oder Stundenlohn erfolgt
in den diversen Berufsgattungen auf verschiedene Arten. Die vielen bestehenden
Gesamtarbeitsverträge geben darüber die mannigfaltigsten Beispiele. In der
Praxis wird indessen in den meisten Fällen bei Arbeitsverhältnissen, wo 5 Tage
pro Woche gearbeitet wird, zur Ermittlung des Tageslohnes der Monatslohn durch
die Zahl 22 dividiert. Auch das Arbeitsgericht Olten-Gösgen verwendet diese
Formel. Nur die Zahl 22 ist im vorliegenden Fall richtig, denn 365 Tage pro
Jahr minus 104 Tage (Samstage und Sonntage) pro Jahr ergibt 261 Arbeitstage im
Jahr, dividiert durch 12 Monate macht im Durchschnitt 21,75 oder aufgerundet 22
Arbeitstage im Monat. Es steht also fest, dass der Beklagte in den Jahren, in
denen er für die Umrechnung die Division nicht mit der Zahl 22 vornahm,
offensichtlich einen falschen Divisor anwendete. Dies hatte zur Folge, dass der
umgerechnete Tageslohn nicht im richtigen Verhältnis zum Monatslohn stand.
Dadurch erlitt der Kläger eine finanzielle Einbusse. Er hat deshalb noch
Anspruch auf die zu seinen Ungunsten entstandene Differenz. 

 

Arbeitsgericht Olten-Gösgen, Urteil vom 18. Dezember
1974/3. Februar 1975