# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e68a5e75-377d-547f-8994-6a9715f7b3f5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.12.2011 D-2120/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2120-2008_2011-12-29.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­2120/2008
law/mah

U r t e i l   v om   2 9 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Walter Lang (Vorsitz),
Richter Kurt Gysi,
Richterin Contessina Theis,
Gerichtsschreiberin Sarah Mathys.

Parteien A._______, geboren am(…),
Äthiopien,
vertreten durch lic. iur. Tarig Hassan, LL. M. 
Advokatur Kanonengasse,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 29. Februar 2008 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer, ein Staatsangehöriger Äthiopiens der Ethnie der 
Guragi  christlich­orthodoxen  Glaubens  aus  Addis  Abeba,  reiste  am 
11. September  2002  von  Johannesburg  herkommend  mit  einem 
gefälschten  Reisepass  in  die  Schweiz  ein  und  stellte  gleichentags  am 
Flughafen Zürich­Kloten ein Asylgesuch.

B. 
Mit  Verfügung  vom  11. September  2002  verweigerte  das  damals 
zuständige  Bundesamt  für  Flüchtlinge  (BFF,  heute  BFM)  dem 
Beschwerdeführer vorläufig die Einreise in die Schweiz und wies ihm für 
die  Dauer  des  Asylverfahrens  bis  maximal  25. September  2002  den 
Transitbereich des Flughafens Zürich­Kloten als Aufenthaltsort zu.

C. 
Am 22. September 2002 erhob das BFF  im Flughafen Zürich­Kloten die 
Personalien  des  Beschwerdeführers  und  befragte  ihn  summarisch  zum 
Reiseweg  und  zu  den  Gründen  für  das  Verlassen  des  Heimatlandes. 
Gleichzeitig  gab  das  BFF  dem  Beschwerdeführer  die  Möglichkeit, 
hinsichtlich des gefälschten Reisepasses Stellung zu nehmen.

D. 
Am 23. September  2002  bewilligte  das BFF  dem Beschwerdeführer  die 
Einreise in die Schweiz zur Prüfung seines Asylgesuchs.

E. 
Am  25. September  2002  erhob  das  BFF  an  der  Empfangsstelle  (heute 
Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  [EVZ])  Kreuzlingen  nochmals  die 
Personalien  und  befragte  den  Beschwerdeführer  summarisch  zum 
Reiseweg und zu den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes. Am 
18. November 2002 hörte ihn das kantonale Migrationsamt einlässlich zu 
den Asylgründen an.

Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er im Wesentlichen geltend, 
dass  er  an  den  Studentenunruhen  Mitte  2000  teilgenommen  habe  und 
dabei  von  einem Polizisten mit  dem Gewehrkolben  geschlagen worden 
sei. Aus Angst vor einer Verhaftung habe er sich zu seinem Grossvater 
nach  Z._______  (Region  Y._______)  begeben.  Nach  einem  Jahr  und 
sechs Monaten sei er nach Addis Abeba zurückgekehrt. Regierungsleute 
hätten  seine Mutter  zuerst  aufgefordert,  ihn den Behörden auszuliefern. 

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Schliesslich habe diese selber zum Polizeiposten mitgehen müssen. Sein 
jüngerer  Bruder  habe  sich  danach  beim  Polizeiposten  nach  der  Mutter 
erkundigt  und  sei  sieben  Monate  inhaftiert  worden.  Die  Mutter  sei 
freigelassen worden. Am 29. August 2002 sei er mit einem Schlepper aus 
Äthiopien nach Somalia und via Südafrika in die Schweiz gereist.

F. 
Mit  Verfügung  vom  11. April  2003  stellte  das  BFF  fest,  der 
Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte sein 
Asylgesuch  ab.  Gleichzeitig  verfügte  es  die  Wegweisung  des 
Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz  und  ordnete  den  Vollzug  der 
Wegweisung an. Den gefälschten Reisepass (…) zog es ein.

G. 
Auf die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 5. Mai 2003 
trat die damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 
wegen  Nichtbezahlens  des  Kostenvorschusses  mit  Urteil  vom  14. Juli 
2003 nicht ein. Das Bundesamt setzte dem Beschwerdeführer daraufhin 
eine neue Frist bis zum 10. September 2003 zum Verlassen der Schweiz 
an.

H. 
Mit  Eingabe  seines  Rechtsvertreter  vom  27. Juni  2007  liess  der 
Beschwerdeführer  beim  BFM  ein  zweites  Asylgesuch  einreichen  und 
beantragen,  es  sei  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers 
festzustellen,  eventualiter  sei  er  in  der  Schweiz  als  Flüchtling  vorläufig 
aufzunehmen,  subeventualiter  sei  die  Unzumutbarkeit  beziehungsweise 
Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige 
Aufnahme  anzuordnen.  In  verfahrensrechtlicher Hinsicht  liess  er  zudem 
beantragen,  es  sei  die  unentgeltliche Prozessführung  zu  gewähren,  auf 
die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten, dem vorliegenden 
Gesuch  sei  die  aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen  und  der 
Wegweisungsvollzug  und  Vorbereitungshandlungen  seien  im  Sinne 
vorsorglicher  Massnahmen  zu  sistieren,  bis  über  die  aufschiebende 
Wirkung dieses vorliegenden Gesuches entschieden sei.

Zur  Begründung  wurde  im  Wesentlichen  geltend  gemacht,  seit  dem 
Abschluss  des  ersten  Asylverfahrens  hätten  sich  neue  Tatsachen 
ergeben, beziehungsweise hätten neue Ereignisse stattgefunden, welche 
geeignet  seien,  die  Flüchtlingseigenschaft  wegen  Nachfluchtgründen 
herbeizuführen. Der Beschwerdeführer sei inzwischen ein aktives Mitglied 

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der  Coalition  for  Unity  and  Democracy  Party  (CUDP,  KINJIT)  support 
group  in  Switzerland  und  der  Assyociation  des  Ethiopiens  en  Suisse 
(AES).  Er  habe  an  mehreren  öffentlichen  Veranstaltungen  und 
Demonstrationen  gegen  die  äthiopische  Regierung  teilgenommen. 
Hervorzuheben  sei  diesbezüglich  das  Zusammentreffen  der 
exilpolitischen  Äthiopier  vom  24. März  2007  in  X._______  sowie  vom 
26. Juni 2005 und vom 16. Februar 2007 in W._______. Zudem habe der 
Beschwerdeführer  im  Jahre  2006  am  Umzug  der  UNIA  teilgenommen. 
Der  Beschwerdeführer  sei  inzwischen  noch  länger  aus  Äthiopien 
abwesend, als dies beim Erlass der ersten Verfügung der Fall gewesen 
sei. Es  lägen neue Belege  für  die Menschenrechtssituation  in Äthiopien 
vor,  welche  eine  Neubeurteilung  der  Sachlage  erforderlich  machen 
würden. Es könne als allgemein bekannt vorausgesetzt werden, dass die 
äthiopischen  Behörden  die  exilpolitischen  Aktivitäten  überwachen 
würden.  Es  müsse  daher  angenommen  werden,  dass  der 
Beschwerdeführer  bereits  von  den  äthiopischen  Behörden  als  CUDP­
Aktivist  identifiziert  worden  sei.  Die  exilpolitischen  Aktivitäten  hätten  bei 
der  Rückkehr  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  politische  Verfolgung  zur 
Folge.  Es  müsse  in  Betracht  gezogen  werden,  dass  der 
Beschwerdeführer  ein  politisches  Profil  besitze,  nicht  nur  wegen  seiner 
zahlreichen  Teilnahmen  an  regimefeindlichen  Anlässen,  sondern  auch 
durch sein unermüdliches Eintreten für eine Demokratisierung Äthiopiens. 
Mit  einer  Weisung  vom  31. Juli  2006  habe  das  äthiopische 
Aussenministerium  sämtliche  äthiopische  Auslandsvertretungen 
aufgefordert,  Informationen  über  sogenannte  "extreme  Elemente"  im 
Ausland zu sammeln und deren Namen an die Zentrale  in Addis Abeba 
weiterzuleiten.  Diesen  Personen  soll  der  Prozess  wegen  Genozid, 
Landesverrat  und  Unterschlagung  während  ihres  Auslandaufenthaltes 
gemacht  werden.  In  diesem  Zusammenhang  werde  auf  einen 
Internetartikel  auf  www.ethioforum.org  und  ein  Schreiben  der 
Schweizerischen  Flüchtlingshilfe  (SFH)  verwiesen.  Bei  einer  allfälligen 
Rückkehr  nach  Äthiopien  würde  er  mit  Sicherheit  verhaftet  und  verhört 
werden.  Aufgrund  seiner  langen  Abwesenheit  würden  die  Behörden 
Verdacht schöpfen und ihm vorwerfen, in der Zwischenzeit im Ausland für 
verbotene  oppositionelle  Gruppen  aktiv  gewesen  zu  sein 
beziehungsweise an oppositionellen Aktivitäten beteiligt gewesen zu sein. 
Durch die exilpolitischen Aktivitäten des Beschwerdeführers habe dieser 
durchaus  ein  Profil  aufzuweisen,  das  die  Aufmerksamkeit  der 
äthiopischen  Behörden  geweckt  haben  dürfte.  Der  Beschwerdeführer 
habe somit begründete Furcht, bei einer allfälligen Rückkehr ernsthaften 
Nachteilen  im  Sinne  von  Art. 3  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998 

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(AsylG,  SR 142.31)  ausgesetzt  zu  werden.  Er  erfülle  somit  die 
Flüchtlingseigenschaft,  da  auch  keine  Ausschlussgründe  vorlägen.  Auf 
Grund des Gesagten sei aber auch klar, dass  im Falle der Rückführung 
nach  Äthiopien  ein  "real  risk"  für  verbotene  Handlungen  im  Sinne  von 
Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte  und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  und  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105). Wegen Unzulässigkeit  in diesem Sinne sei der Vollzug 
der Wegweisung nicht statthaft und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. 
Angesichts  der  wirtschaftlichen  und  gesellschaftlichen  Gegebenheiten 
Äthiopiens  sei  zu  erwarten,  dass  der  Beschwerdeführer  dauerhaft  in 
kompletter  Armut  zu  leben  hätte,  Hunger  oder  gar  dem  Hungertod 
ausgesetzt  wäre,  wodurch  der  Wegweisungsvollzug  nicht  als  zumutbar 
erachtet  werden  könne.  Es  könne  nicht  gewährleistet  werden,  dass  er 
über ein soziales oder familiäres Netz verfüge oder sich innert nützlicher 
Frist  eine ausreichende Erwerbstätigkeit beschaffen beziehungsweise  in 
den  Genuss  einer  zumutbaren  staatlichen  oder  privaten  Versorgung 
kommen könne. Der Grenzkonflikt mit Eritrea  sei  keineswegs beigelegt. 
Im Weiteren könne festgehalten werden, dass die äthiopischen Behörden 
insbesondere  Rückkehrer  aus  Europa  mehr  denn  je  verdächtigen  und 
das  Ersuchen  eines  anderen  Staates  um  Schutz  einem  Landesverrat 
gleichgesetzt werde. Dem Beschwerdeführer drohe in Äthiopien aufgrund 
der  Tatsache,  dass  er  nach  einer  Reise  auf  illegalem  Weg  und  mit 
falschen  Papieren  in  der  Schweiz  ein  Asylverfahren  durchlaufen  habe, 
eine  unverhältnismässig  hohe  Haftstrafe,  Folter  und  Verschleppung. 
Wegen Unzulässigkeit  beziehungsweise Unzumutbarkeit  sei der Vollzug 
der Wegweisung nicht statthaft und die vorläufige Aufnahme anzuordnen.

Der Eingabe lagen je ein Bestätigungsschreiben der CUDP vom 11. März 
2007  und  der  AES  vom  22. Juni  2007,  verschiedene  Fotos  von 
Demonstrationen  und  Veranstaltungen,  eine  Kopie  einer  Weisung  vom 
31. Juli  2006  des  äthiopischen  Aussenministeriums,  ein  Ausdruck  der 
Internetseite www.ethioforum.org, eine Kopie einer E­Mail der SFH vom 
1. September  2006  und  eine  Kopie  eines  Länderberichts  vom 
30. November 2003 bei.

I. 
Mit Verfügung vom 5. Juli 2007 forderte das BFM den Beschwerdeführer 
unter  Androhung  des  Nichteintretens  auf  das  Asylgesuch  im 

http://www.ethioforum.org

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Unterlassungsfall  auf,  bis  zum  19. Juli  2007  den  Betrag  von  Fr. 1200.– 
als Gebührenvorschuss zu bezahlen. 

J. 
Mit  Verfügung  vom  8. August  2007  trat  das  BFM  in  Anwendung  von 
Art. 17b  Abs. 4  AsylG  infolge  Nichtbezahlens  des  einverlangten 
Gebührenvorschusses  auf  das  Asylgesuch  vom  27. Juni  2007  nicht  ein 
und  ordnete  die Wegweisung  des  Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz 
und deren Vollzug an.

K. 
Die  gegen  die  Verfügungen  des  BFM  vom  5. Juli  2007  und  8. August 
2007  erhobene  Beschwerde  vom  10. September  2007  hiess  das 
Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  D­6011/2007  vom  21. Dezember 
2007 gut. Gleichzeitig hob es die beiden Verfügungen vom BFM auf und 
wies das BFM an, das Asylverfahren fortzuführen.

L. 
Am  12. Februar  2008  hörte  das  BFM  den  Beschwerdeführer  zu  seinen 
Asylgründen an. Dabei machte er  im Wesentlichen geltend, er sei  illegal 
mit  einem  gefälschten  Pass  ausgereist.  Vor  der  Ausreise  habe  er  sich 
nicht politisch betätigt. Seit ungefähr dem Jahre 2006 sei er Mitglied bei 
der  KINIJT  beziehungsweise  der  CUDP  in  der  Schweiz.  Er  sei 
Koordinator von 14 Personen zwischen V._______ und U._______, habe 
an  Demonstrationen  in W._______,  T._______,  vor  dem  (…)  und  dem 
(…)  teilgenommen  und  habe  auch  Plakate  gehalten.  Bei  einer 
Demonstration  vor  der  äthiopischen  Botschaft  hätten 
Botschaftsangestellte  Videoaufnahmen  und  Fotos  von  den 
Demonstrationsteilnehmern  gemacht.  Als  es  die  KINIJT  noch  nicht 
gegeben  habe,  habe  er  während  ungefähr  vier  Jahren  an 
Demonstrationen der AES teilgenommen. Er sei  immer noch ein aktives 
Mitglied der AES. Im Jahre 2007 sei letztmals zu Hause in Äthiopien nach 
ihm  gefragt  worden.  Er  vermute  dass  die  äthiopische  Botschaft  seinen 
Namen  an  die  äthiopische  Regierung  weitergeleitet  habe.  Der 
Beschwerdeführer  befürchtet,  dass  er  bei  der  Rückkehr  nach  Äthiopien 
inhaftiert oder getötet werde.

Der  Beschwerdeführer  reichte  nochmals  ein  Ausdruck  der  Webseite 
www.ethiforum.org mit der Weisung vom 31. Juli  2006 des äthiopischen 
Aussenministeriums zu den Akten.

http://www.ethiforum.org

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M. 
Mit Verfügung vom 29. Februar 2008 – eröffnet am 3. März 2008 – stellte 
das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft 
nicht,  und  lehnte  das  Asylgesuch  vom  27. Juni  2007  ab.  Gleichzeitig 
verfügte  es  die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz 
und  forderte  ihn  –  unter  Androhung  von  Zwangsmitteln  im 
Unterlassungsfall – auf, die Schweiz bis zum 25. April 2008 zu verlassen. 
Das BFM erhob eine Gebühr von Fr. 1200.–.

N. 
Mit Eingabe  vom 2. April  2008  liess  der Beschwerdeführer  gegen diese 
Verfügung  beim  Bundesverwaltungsgericht  handelnd  durch  seinen 
Rechtsvertreter Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene 
Verfügung sei aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen 
und  die  vorläufige  Aufnahme  wegen  Unzulässigkeit  beziehungsweise 
Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  anzuordnen.  Eventualiter  sei 
die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen. 
Subeventualiter  sei  der  angefochtene  Entscheid  zumindest  im 
Kostenpunkt  aufzuheben  und  die  Vorinstanz  anzuweisen,  auf  die 
Erhebung  der  Gebühr  in  der  Höhe  von  Fr. 1200.–  zu  verzichten.  In 
verfahrensrechtlicher Hinsicht  liess er zudem beantragen, es sei  ihm die 
unentgeltliche  Rechtspflege  zu  gewähren  und  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses zu verzichten.

O. 
Mit Verfügung  vom 14. April  2008  stellte  der  Instruktionsrichter  fest,  der 
Beschwerdeführer  könne  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz 
abwarten.  Gleichzeitig  hiess  er  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  gut,  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  und  gab  dem  BFM  Gelegenheit,  eine 
Vernehmlassung zur Beschwerde vom 2. April 2008 einzureichen.

P. 
In der Vernehmlassung vom 22. April 2008 hielt das BFM fest, dass die 
Beschwerdeschrift keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel 
enthalte, welche eine Änderung seines Standpunktes rechtfertigen würde, 
weshalb es die Abweisung der Beschwerde beantrage.

Q. 
Der  Instruktionsrichter  gab  dem  Beschwerdeführer  mit  Verfügung  vom 

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23. April  2008  Gelegenheit,  zur  Vernehmlassung  eine  Replik 
einzureichen.

R. 
Am  8. Mai  2008  nahm  der  Beschwerdeführer  durch  seinen 
Rechtsvertreter Stellung zur Vernehmlassung des BFM.

S. 
Am  18. März  2011  heiratete  der  Beschwerdeführer  die  Mutter  seines 
Sohnes,  die  eritreische  Staatsangehörige  aus  Äthiopien  B._______ 
(N […]).

T. 
Am  9. Juni  2011  ersuchte  der  Beschwerdeführer  beim  BFM  um 
Anordnung eines Kantonswechsels.

U. 
Mit Verfügung vom 27. Juni 2011 verfügte das BFM den Kantonswechsel 
und teilte den Beschwerdeführer neu dem Kanton (…) zu. 

V. 
Am 23. Dezember  2011  erteilte  der Kanton  (…)  dem Beschwerdeführer 
mit Zustimmung des BFM eine Aufenthaltsbewilligung.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

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1.2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2. 
Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht  (Art. 108  Abs. 1 
AsylG; Art. 105 AsylG i. V. m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 AsylG  i. V. m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf  die 
Beschwerde ist einzutreten.

3. 
Verheiraten  sich  zwei  Asylsuchende  in  der  Schweiz,  die  unabhängig 
voneinander  ein  Asylgesuch  gestellt  haben,  kann  die  Frage  der 
Flüchtlingseigenschaft  des  einen  nicht  losgelöst  von  derjenigen  des 
anderen Ehegatten geprüft werden (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen 
der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1999 Nr. 1 E. 2a­d 
S. 5 f.).  Das  Gleiche  gilt  grundsätzlich  für  die  Frage  des 
Wegweisungsvollzugs,  da  der  Grundsatz  der  Einheit  der  Familie  einen 
nicht  gleichzeitigen  Vollzug  der  Wegweisung  von  Ehegatten  verbietet 
(vgl.  EMARK]  1999  Nr. 1  E. 4  S. 6 f.).  Das  vorliegende 
Beschwerdeverfahren  ist  deshalb  mit  demjenigen  der  Ehefrau  und  des 
gemeinsamen Sohnes (D­1321/2008) koordiniert zu behandeln.

4. 
4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 

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gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG). 

4.3. Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise 
aus  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  –  insbesondere  durch  politische 
Exilaktivitäten  –  eine  Gefährdungssituation  erst  geschaffen  worden  ist, 
sich somit auf das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründe (Art. 54 AsylG) 
beruft, hat begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger Verfolgung, wenn 
der  Heimat­  oder  Herkunftsstaat mit  erheblicher Wahrscheinlichkeit  von 
den Aktivitäten im Ausland erfahren hat und die Person deshalb bei einer 
Rückkehr  in  flüchtlingsrechtlich  relevanter  Weise  verfolgt  würde  (vgl. 
BVGE 2009/29 E. 5.1 S. 376 f., EMARK 2006 Nr. 1 E. 6.1 S. 10, UNHCR, 
Handbuch  über  Verfahren  und  Kriterien  zur  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft,  Genf  1993).  Subjektive  Nachfluchtgründe 
begründen  zwar  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG, 
führen  jedoch  gemäss  Art. 54  AsylG  zum  Ausschluss  des  Asyls, 
unabhängig  davon,  ob  sie  missbräuchlich  oder  nicht  missbräuchlich 
gesetzt  wurden.  Das  vom  Gesetzgeber  vorgesehene  Konzept,  wonach 
das  Vorliegen  von  subjektiven  Nachfluchtgründen  die  Gewährung  von 
Asyl  ausschliesst,  verbiet  auch  ein  Addieren  solcher  Gründe  mit 
Fluchtgründen,  welche  vor  der  Ausreise  aus  dem  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat entstanden sind und die für sich allein nicht zur Bejahung 
der  Flüchtlingseigenschaft  und  zur  Asylgewährung  ausreichen  (vgl. 
BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352).

5. 
5.1.  Das  BFM  lehnte  das  Asylgesuch  mit  der  Begründung  ab,  die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  würden  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht standhalten.

Im Einzelnen führte es aus, der Beschwerdeführer mache geltend, er sei 
in der Schweiz aktives Mitglied der AES und der CUDP/KINIJT geworden 
und  habe  an  verschiedenen Aktivitäten  gegen  das Regime  in Äthiopien 
teilgenommen, was er entsprechend belege. Der Beschwerdeführer habe 
im  Rahmen  seines  ersten  Asylverfahrens  keine  politisch  motivierte 
Verfolgung durch die äthiopischen Behörden glaubhaft machen können. 
Es bestehe somit kein Anlass zur Annahme, dass er vor dem Verlassen 

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seines  Heimatstaates  als  regimefeindliche  Person  ins  Blickfeld  der 
äthiopischen  Behörden  geraten  oder  dort  in  irgendeiner  Form  als 
Regimegegner oder politischer Aktivist registriert worden sei. Demzufolge 
sei  auch  nicht  davon  auszugehen,  dass  er  nach  seiner  Ankunft  in  der 
Schweiz unter spezieller Beobachtung seitens der äthiopischen Behörden 
gestanden  habe.  Die  blosse  Mitgliedschaft  in  der  AES  führe  zu  keiner 
Verfolgung  durch  die  äthiopischen  Behörden.  Es  handle  sich  nicht  um 
eine  eigentliche  exilpolitische  Oppositionspartei.  Der  Beschwerdeführer 
habe  sich  zwar  wie  viele  seiner  Landsleute  erwiesenermassen  bei  der 
AES  und  der  KINIJT  exilpolitisch  betätigt.  Die  von  ihm  eingereichten 
Beweisunterlagen  – wie  auch  zahlreiche weitere,  ähnlich  dokumentierte 
Eingaben in anderen Verfahren – zeigten aber, dass allein in der Schweiz 
innert weniger Monate viele exilpolitische Anlässe stattfänden, von denen 
anschliessend  oftmals  gestellte  Gruppenaufnahmen  von  nicht  selten 
Hunderten  von  Teilnehmern  in  einschlägigen Medien  publiziert  würden. 
Vor  diesem  Hintergrund  erscheine  es  aber  unwahrscheinlich,  dass  die 
äthiopische  Behörden  all  diesen  –  oft  nur  schlecht  erkennbaren – 
Gesichtern  konkrete  Namen  zuordnen  könnten.  Angesichts  der  hohen 
Zahl  der  im Ausland  lebenden  äthiopischen Staatsangehörigen  könnten 
die  äthiopischen Behörden  nicht  jede  einzelne Person  überwachen  und 
identifizieren.  Zudem  dürfte  auch  den  äthiopischen  Behörden  bekannt 
sein, dass viele äthiopische Emigranten aus vorwiegend wirtschaftlichen 
Gründen versuchen würden, sich  in Europa und speziell  in der Schweiz 
vor  oder  nach  Abschluss  ihres  Asylverfahrens  ein  dauerhaftes 
Aufenthaltsrecht  zu  erwirken,  indem  sie  regimekritischen  Aktivitäten 
nachgingen.  Das  vom  Beschwerdeführer  in  Kopie  eingereichte 
Rundschreiben  der  äthiopischen  "Direktion  für  Angelegenheiten  von  im 
Ausland  lebenden  Äthiopiern"  sowie  die  darin  in  Erinnerung  gerufenen, 
bereits  früher  erlassenen  Richtlinien  seien,  dem  BFM  bekannt,  zumal 
diese Dokumente bereits auf einschlägigen Seiten  im Internet auffindbar 
seien.  Das  erwähnte  Rundschreiben  und  die  Richtlinien  bezweckten 
offensichtlich,  die  Loyalität  und  das  Wählerpotenzial  der  im  Ausland 
lebenden  Äthiopier  zugunsten  der  Regierung  in  der  Heimat  zu  fördern 
und bestimmte Mitglieder der Exilopposition unter Anklage zu stellen. Im 
Schreiben  und  den  darin  erwähnten  Richtlinien  würden  die 
Auslandsvertretungen  aber  nicht  dazu  aufgerufen,  systematisch  gegen 
die  grosse  Masse  von  exilpolitisch  aktiven  Personen  vorzugehen  und 
entsprechende Informationen zu sammeln. Es werde nämlich differenziert 
zwischen  einer  Gruppe  aus  Personen,  die  ohne  jede  Toleranz  eine 
Hasspolitik  betreiben würden,  und  einer  zweiten Gruppe aus Personen, 
mit  denen  der Dialog  zu  suchen  sei. Die  äthiopischen Behörden  hätten 

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nur  dann ein  Interesse  an  der  Identifizierung  einer Person, wenn deren 
Aktivitäten  als  konkrete  Bedrohung  für  das  politische  System 
wahrgenommen würden.  Vorliegend  bestünden  keine  Anhaltspunkte  für 
die Annahme, dass sich der Beschwerdeführer  in dieser besonderen Art 
und Weise betätigt und exponiert habe. Er gehöre mit Sicherheit nicht zur 
Zielgruppe des  "harten Kerns"  von aktiven oppositionellen Äthiopiern  im 
Ausland,  für die sich die äthiopischen Behörden gemäss den erwähnten 
Dokumenten  interessierten.  Die  vom  Beschwerdeführer  geltend 
gemachte Befürchtung wegen seiner exilpolitischen Aktivitäten sei daher 
nicht  als  begründet  im  Sinne  des  Asylgesetzes  zu  erachten.  Überdies 
bestünden  erhebliche  Zweifel  an  der  vom  Beschwerdeführer  geltend 
gemachten Suche nach ihm. Vor dem BFM habe er angegeben, er habe 
in  der  Schweiz  von  seiner  Mutter  erfahren,  dass  sich  eine  Person  der 
Gemeinde zweimal nach seinem Verbleib zu Hause erkundigt habe. Auf 
Nachfrage  sei  er  jedoch  nicht  in  der  Lage  gewesen,  die  behauptete 
Suche nach  ihm genauer zu substantiieren. Er habe nicht gewusst, wer 
von  der  Gemeinde  und  aus  welchem  Grund  diese  Person  nach  ihm 
gefragt  haben  soll.  Die  Angaben  seien  daher  als  blosse,  nicht  näher 
substantiierte Behauptung einzustufen. 

5.2. In der Beschwerde wird im Wesentlichen geltend gemacht, dass bei 
einem Asylgesuch, welches sich auf subjektive Nachfluchtgründe stütze, 
keine  glaubhaften  asylrelevanten  Vorfluchtgründe  vorgebracht  werden 
können. Andernfalls hätten ja bereits die Vorfluchtgründe zur Feststellung 
der  Flüchtlingseigenschaft  geführt.  Der  Bekanntheitsgrad,  welchen  die 
asylsuchende  Person  vor  ihrer  Ausreise  bei  den  Behörden  des 
Herkunftsstaates aufweise, stelle lediglich eines von zahlreichen Kriterien 
zur  Beurteilung  der  Frage  dar,  ob  die  Behörden  des  Heimatlandes 
Kenntnis  von  regimekritischen  Aktivitäten  dieser  Person  im  Ausland 
hätten.  Ferner  sei  festzustellen,  dass  dem  Beschwerdeführer  im 
ordentlichen Verfahren zwar die Glaubhaftmachung einer asylrelevanten 
Verfolgung  durch  die  äthiopischen  Behörden misslungen  sei,  dies  aber 
nicht bedeute, er sei ihnen nicht bereits vor seiner Ausreise als politische 
oder  unbequeme  Person  bekannt  gewesen.  Erst  durch  die  Flucht  oder 
die  Aktivität  im  Ausland  erhalte  der  Asylsuchende  ein  ausreichend 
politisches Profil, das mit Gewissheit zu einer Verfolgung  im Heimatland 
führe.  Ein  Gutachten  des  Äthiopien­Experten  Günter  Schröder  vom 
7. Oktober 2007 widerspreche der Einschätzung des BFM, dass es den 
äthiopischen  Behörden  in  Anbetracht  der  grossen  Anzahl  exilpolitischer 
Anlässe  in  der  Schweiz  unmöglich  sei,  sämtliche  Teilnehmer  dieser 
Kundgebungen zu registrieren. Die politische Motivation sei entgegen der 

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Ansicht  der  Vorinstanz  aufrichtig,  was  die  lange  Dauer  seiner 
exilpolitischen Aktivitäten, seine dargelegten politischen Kenntnisse sowie 
seine Funktion und seine Aufgabe innerhalb der Organisation im Übrigen 
klar  aufzeigen  würden.  Sowohl  "echte"  als  auch  solche,  die  nur  aus 
wirtschaftlichen Gründen exilpolitisch tätig werden, fügen dem Regime so 
in  gleichem  Masse  Schaden  zu.  Es  bestehe  für  den  äthiopischen 
Repressionsapparat daher keinerlei Veranlassung zu einer differenzierten 
Betrachtungsweise. Gemäss  dem Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts 
D­5060/2007  vom  30. November  2007  seien  nicht  nur  hochrangige 
politische Aktivisten, sondern auch einfache Mitglieder und sogar blosse 
Sympathisanten  von  exilpolitischen  Organisationen  im  Falle  einer 
Rückkehr  nach  Äthiopien  gefährdet.  Die  Auffassung  der  Vorinstanz, 
wonach  bloss  politisch  stark  exponierte  Personen  bei  einer  Rückkehr 
nach  Äthiopien  gefährdet  seien,  befremde  umso  mehr,  als  das  BFM 
Äthiopiern,  deren  exilpolitisches  Engagement  ein  ähnliches  oder  gar 
geringeres  Ausmass  als  jenes  des  Beschwerdeführers  aufweise,  die 
Flüchtlingseigenschaft  wegen  subjektiven  Nachfluchtgründen 
zugesprochen  habe. Der  angefochtene Entscheid  verstosse  somit  auch 
gegen das Gleichbehandlungsgebot. Die Fahndung nach  seiner Person 
in Äthiopien beziehe sich auf seine Vorfluchtgründen und seien daher für 
die  Beurteilung  der  geltend  gemachten  Nachfluchtgründe  irrelevant. 
Zusammenfassend sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer über ein 
beachtliches  politisches  Profil  verfüge,  aufgrund  dessen  ihm  bei  einer 
allfälligen  Rückkehr  asylrelevante  Verfolgung  drohe.  Selbst  wenn  man 
davon  ausginge,  dass  die  äthiopischen  Behörden  bis  anhin  keine 
Kenntnis  der  exilpolitischen  Tätigkeit  des  Beschwerdeführers  erlangt 
hätten,  so würde  dies  spätestens mit  Beantragung  eines Passes,  eines 
Laisser­passer oder der Einreise geschehen. Der Beschwerdeführer habe 
daher  bei  einer  allfälligen  Rückkehr  in  seinen  Heimatstaat  mit 
allergrösster  Wahrscheinlichkeit  mit  einer  flüchtlingsrelevanten 
Verfolgung  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  zu  rechnen  und  sei  daher  als 
Flüchtling anzuerkennen.

5.3. In der Vernehmlassung hielt das BFM fest, in der Beschwerde werde 
eingewendet,  eine Wegweisung  verletze  den Grundsatz  der Einheit  der 
Familie, da der Beschwerdeführer mit einer äthiopischen Lebenspartnerin 
ein  gemeinsames  Kind  habe,  das  er  während  ihrer  arbeitsbedingten 
Abwesenheit  betreue.  Diesbezüglich  sei  anzumerken,  dass  der 
Beschwerdeführer dieses Kind nicht offiziell  anerkannt habe. Zudem sei 
es  seiner  Lebenspartnerin,  deren  Asylverfahren  auf  Beschwerdeebene 

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noch  hängig  sei,  möglich,  die  Schweiz  gemeinsam  mit  dem 
Beschwerdeführer und dem Kind zu verlassen.

5.4. In der Replik wird demgegenüber festgehalten, die Ausführungen des 
BFM zur Mutter des Kindes und Lebensgefährtin des Beschwerdeführers 
seien  verfehlt,  insbesondere  weil  der  Beschwerdeführer  mit  seiner 
Lebensgefährtin gar nicht verheiratet sei. Diese sei wie Tausende andere 
Eritreer  wegen  ihrer  eritreischen  Herkunft  in  Äthiopien  diskriminiert 
worden.  Die  Nationalität  sei  ein  relevantes  Verfolgungsmotiv  im  Sinne 
von Art. 3 AsylG. Das äthiopische Regime betreibe gegenüber Eritreern 
und  binationalen  Bürgern  eine  sehr  repressive  Politik.  Nach  wie  vor 
bestehe die Gefahr von willkürlicher Verhaftung und Belästigungen durch 
Sicherheitskräfte und Kettenabschiebung nach Eritrea.

6. 
6.1.  Exilpolitische  Aktivitäten  führen  grundsätzlich  nur  dann  zur 
Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  aufgrund  von  subjektiven 
Nachfluchtgründen,  wenn  zumindest  glaubhaft  gemacht  wird,  dass  im 
Falle  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  infolge  dieser  Aktivitäten  mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit mit politischer Verfolgung zu  rechnen 
wäre.  Das  Bundesverwaltungsgericht  geht  zwar  davon  aus,  dass  die 
Aktivitäten  äthiopischer  Exilorganisationen  von  regimetreuen  Bürgern 
oder  im  Ausland  lebenden  Behördenvertretern  beobachtet  werden. 
Dieser Umstand reicht  indessen für sich allein genommen nicht aus, um 
eine  begründete  Verfolgungsfurcht  glaubhaft  zu  machen.  Vielmehr 
müssen  zusätzliche,  konkrete  Anhaltspunkte  –  nicht  lediglich  die 
abstrakte oder rein theoretische Möglichkeit – dafür vorliegen, dass eine 
exilpolitisch  aktive  Person  tatsächlich  das  Interesse  der  äthiopischen 
Behörden  auf  sich  gezogen  respektive  als  regimefeindliche  Person 
namentlich identifiziert und registriert wurde. Derartige konkrete Hinweise 
bestehen vorliegend nicht.

6.2.  In der Beschwerde wird nicht bestritten, dass der Beschwerdeführer 
vor  seiner  Ausreise  keine  asylrelevante  Verfolgung  wegen  einer 
Teilnahme  an  einer  Demonstration  glaubhaft  machen  konnte.  Geltend 
gemacht  wird  indessen,  der  Beschwerdeführer  könne  den  äthiopischen 
Behörden  trotzdem  bereits  vor  der  Ausreise  als  politische  oder 
unbequeme Person aufgefallen sein. Diesbezüglich ist festzuhalten, dass 
der  Beschwerdeführer  an  der  Anhörung  vom  12. Februar  2008  selber 
angegeben  hat,  dass  er  vor  seiner  Ausreise  in  Äthiopien  nicht  politisch 
tätig  gewesen  sei  (vgl.  act. B19/11  S. 4).  Dass  er  vor  seiner  Ausreise 

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dennoch  als  regimefeindliche  Person  ins  Blickfeld  der  äthiopischen 
Behörden  geraten  ist,  kann  daher  praktisch  ausgeschlossen  werden. 
Aufgrund der eingereichten Beweismittel ist im Übrigen zwar erstellt, dass 
der Beschwerdeführer Mitglied der CUDP Schweiz und der AES  ist und 
sich  an  verschiedenen Kundgebungen  in  der  Schweiz  beteiligt  hat  (vgl. 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­6011/2007  vom  21. Dezember 
2007  E. 3.4).  Die  beim  BFM  eingereichten  Fotos,  auf  denen  der 
Beschwerdeführer  als  Demonstrationsteilnehmer  abgebildet  ist,  lassen 
jedoch nicht erkennen, dass er sich in exponierter Stellung in signifikanter 
Weise  von  anderen  Teilnehmern  der  jeweiligen  Kundgebungen 
abgehoben  hätte.  Aus  den  Akten  geht  zudem  nicht  hervor,  dass  die 
eingereichten Fotos in den Medien veröffentlicht worden wären. Allein der 
Umstand,  dass  der  Beschwerdeführer  an  der  Demonstration  vor  der 
äthiopischen Botschaft gesehen haben will, dass deren Angestellte Fotos 
und Videoaufnahmen gemacht haben  (vgl. act. B19/11 S. 7 f.),  bedeutet 
zudem nicht,  dass  auch der Beschwerdeführer  in  deren Fokus geraten, 
identifiziert  und  registriert  worden  ist.  Eigenen  Angaben  zufolge  ist  der 
Beschwerdeführer  zudem  als  Koordinator  für  die  KINJIT  tätig  und 
informiert  in  dieser  Eigenschaft  zirka  14 Personen  in  der  Region 
U._______/V._______  über  bevorstehende  Demonstrationen  und 
Sitzungen  (vgl.  act. B19/11  S. 5).  Es  ist  jedoch  unwahrscheinlich,  dass 
der  Beschwerdeführer  mit  dieser  administrativen  Tätigkeit  das 
Augenmerk  der  äthiopischen  Sicherheitsdienste  auf  sich  gezogen  hat. 
Der  Beschwerdeführer  wird  im  Übrigen  in  keinem  der  eingereichten 
Berichte  namentlich  erwähnt.  Es  ist  daher  –  ungeachtet  möglicher 
Überwachungsaktivitäten  der  äthiopischen  Behörden  –  nicht  ersichtlich, 
dass  die  äthiopischen  Behörden  von  den  exilpolitischen  Aktivitäten  des 
Beschwerdeführers Kenntnis  erlangt  und  ihn namentlich  identifiziert  und 
registriert  haben  könnten.  Für  die  Beantwortung  der  Frage,  ob  eine 
Person  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllt,  ist  ferner  nicht  nur  die 
(objektive)  Gefährdung  massgeblich,  sondern  vor  allem  auch,  ob  sie 
persönlich begründete Furcht vor einer künftigen Verfolgung hat (EMARK 
2000  Nr. 9  E. 5a  S. 78).  Diese  (subjektive)  Furcht  vor  künftiger 
Verfolgung ist dem Beschwerdeführer indes nicht abzunehmen. Nachdem 
er  am  12. September  2002  im  Flughafen  Zürich­Kloten  um  Asyl 
nachgesucht  hatte,  wusste  er  bereits  nach  Erlass  des  Urteils  der  ARK 
vom 14. Juli 2003, dass er gestützt auf die Verfügung des Bundesamtes 
vom 22. April 2002 nach Äthiopien zurückzukehren hat, nachdem dieses 
festgestellt hat, dass er in ihrem Heimatland nicht verfolgt wird und auch 
keine Verfolgung zu befürchten hat. Es ist vor diesem Hintergrund sowie 
aufgrund  des  Umstandes,  dass  der  Beschwerdeführer  in  Äthiopien 

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politisch  nicht  tätig  war,  nicht  ersichtlich,  dass  seine  exilpolitischen 
Aktivitäten in der Schweiz auf einem Prozess ernsthafter Sensibilisierung 
und  Bewusstseinsbildung  basieren.  Dies  wird  denn  auch  durch  die 
Angaben  des  Beschwerdeführers  anlässlich  der  Anhörung  vom 
12. Februar 2008 vollauf bestätigt. Auf seine exilpolitisches Engagement 
angesprochen erklärte er, nachdem in Äthiopien die KINJIT – er glaube, 
dies sei  im Monat Mai 2005 gewesen – gegründet worden sei, seien die 
Jugendlichen  in Äthiopien von der Regierung geschlagen und malträtiert 
worden. In der Schweiz sei die KINJIT – so glaube er – am 26. Juli 2005 
in  Zürich  gegründet  worden.  Die  KINJIT  stehe  für  Demokratie  und 
Frieden,  für  die  Entwicklung  des  Landes.  Nachdem  die  Parteiführer  in 
Äthiopien  inhaftiert  worden  und  viele  Sympathisanten  geschlagen  und 
umgebracht  worden  seien,  habe  er  sich  entschlossen  –  er  glaube,  vor 
zirka  zwei  Jahren  –  in  der  Schweiz  politisch  aktiv  zu  werden  (vgl. 
act. B19/11 S. 4 f.). Mit derart oberflächlichen und pauschalen Aussagen 
– gleiches  gilt  im Übrigen  auch  für  seine  Aktivitäten  für  die  EMAS  (vgl. 
act. B19/11 S. 5 f.)  –  vermag der Beschwerdeführer nicht das Bild einer 
Personen zu vermitteln, die getrieben von einer tiefgreifenden politischen 
Überzeugung  im  Gastland  regimekritisch  an  die  Öffentlichkeit  tritt. 
Vielmehr  entsteht  der  Eindruck,  er  versuche  mit  seinen  exilpolitischen 
Aktivitäten  den  Behörden  im  Gastland  gegenüber  den  Anschein  einer 
politisch engagierten Person zu erwecken. Da der Beschwerdeführer  im 
Zeitpunkt  der  Ausreise  weder  verfolgt  war  noch  begründete  Furcht  vor 
Verfolgung  hatte,  mithin  jederzeit  als  unbescholtener  Bürger  nach 
Äthiopien  hätte  zurückkehren  können,  lassen  sich  die  in  der  Schweiz 
nach  Abschluss  des  ersten  Asylverfahrens  einsetzenden  exilpolitischen 
Aktivitäten nur dadurch erklären, dass er damit einen  flüchtlingsrechtlich 
vermeintlich bedeutsamen Sachverhalt zu kreieren versucht. Ein solches 
Verhalten  im  Gastland  deutet  indes  darauf  hin,  dass  der 
Beschwerdeführer  selber  nicht  ernsthaft  damit  rechnet,  er  könnte 
tatsächlich  Gefahr  laufen,  im  Falle  der  Rückkehr  in  die  Heimat  wegen 
seiner  exilpolitischen  Aktivitäten  in  der  Schweiz  –  selbst  wenn  die 
äthiopischen  Behörden  davon  Notiz  nehmen  sollten  –  ernsthafte 
Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Dies wiederum korrespondiert mit 
der  Einschätzung  des  BFM,  wonach  auch  den  äthiopischen  Behörden 
bekannt  sei,  dass  viele  äthiopische  Emigranten  aus  vorwiegend 
wirtschaftlichen Gründen versuchen würden, sich  in Europa und speziell 
in  der  Schweiz  vor  oder  nach  Abschluss  ihres  Asylverfahrens  ein 
dauerhaftes  Aufenthaltsrecht  zu  erwirken,  indem  sie  regimekritischen 
Aktivitäten  nachgingen.  Es  liegen  demnach  keine  subjektive 
Nachfluchtgründe  im Sinne  von Art. 54  i. V. m. Art. 3 AsylG  vor, welche 

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zur  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  führen  könnten.  An  dieser 
Einschätzung  vermögen  weder  die  weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde 
noch  die  eingereichten  Beweismittel  etwas  zu  ändern,  weshalb  auf  diese  nicht 
näher  einzugehen  ist  beziehungsweise  auf  die  zutreffenden  Ausführungen  der 
Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann. 

6.3.  In  der  Beschwerde  wird  gerügt,  die  angefochtene  Verfügung 
verstosse  gegen  das  Gleichbehandlungsgebot,  weil  die  Vorinstanz  in 
anderen  Fällen  Äthiopiern,  deren  exilpolitisches  Engagement  ein 
ähnliches oder gar geringeres Ausmass als jenes des Beschwerdeführers 
aufwies,  die  Flüchtlingseigenschaft  wegen  subjektiver  Nachfluchtgründe 
zugesprochen habe –  so etwa  im Fall N  (…).  In  der Rechtsanwendung 
gebietet  der  verfassungsrechtliche  Gleichbehandlungsgrundsatz  (Art. 8 
Abs. 1  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft 
vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) in der Tat, dass zwei tatsächlich gleiche 
Situationen  nicht  ohne  sachlichen  Grund  unterschiedlich  zu  behandeln 
sind.  Demgegenüber  besteht  kein  Anspruch  auf  Gleichbehandlung  im 
Unrecht,  selbst wenn eine bisher abweichende Praxis bestanden haben 
sollte.  Insbesondere besteht dann kein Anspruch auf Gleichbehandlung, 
wenn ernsthafte und sachliche Gründe für die Praxisänderung sprechen, 
die  Änderung  grundsätzlich  erfolgt  und  das  Interesse  an  der  richtigen 
Rechtsanwendung gegenüber der Rechtssicherheit überwiegt. Frühere – 
allenfalls  fehlerhafte  –  Entscheide  sollen  nicht  als  Richtschnur  für  alle 
Zeiten Geltung haben (vgl. PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/MARKUS 
MÜLLER,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  3. Aufl.,  Bern  2009,  S. 176  ff.). 
Unter  diesem  Blickwinkel  ist  die  Praxis  der  Vorinstanz  nicht  in  Stein 
gemeisselt.  Vielmehr  ist  im  Verlaufe  der  Zeit  veränderten  Umständen 
beziehungsweise  neuen  Erkenntnissen  Rechnung  zu  tragen,  weshalb 
vorliegend das Gleichbehandlungsgebot selbst dann nicht  verletzt wäre, 
wenn  der  vorliegende  Sachverhalt  tatsächlich  gleich  im  Rechtssinne 
wäre, wie bei den in der Beschwerde erwähnten Verfahren, bei denen die 
Flüchtlingseigenschaft  anerkannt  worden  sein  soll.  Die  in  der  Beschwerde 
erhobene Rüge erweist somit als nicht stichhaltig.

7. 
7.1.  Gemäss  Art. 51  Abs. 1  AsylG  werden  Ehegatten,  eingetragene 
Partnerinnen  oder  Partner  von  Flüchtlingen  und  ihre  minderjährigen 
Kinder  als  Flüchtlinge  anerkannt  und  erhalten  Asyl,  wenn  keine 
besonderen Umstände dagegen sprechen. 

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7.2.  Der  Beschwerdeführer  hat  am  18. März  2011  B._______  (N […]) 
geheiratet.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  mit  Urteil  D­1321/2008 
vom 29. Dezember 2011 festgestellt, dass die Ehefrau und der Sohn des 
Beschwerdeführers  keine  asylrelevante  Verfolgung  im  Sinne  von  Art. 3 
AsylG  durch  die  eritreischen  oder  äthiopischen  Behörden  haben 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen  und  deshalb  nicht  als 
Flüchtlinge  anerkannt  werden  können,  und  das  BFM  zu  Recht  deren 
Flüchtlingseigenschaft  verneint und  ihre Asylgesuche abgelehnt hat. Ein 
Einbezug  des  Beschwerdeführers  in  die  Flüchtlingseigenschaft  seiner 
Ehefrau  beziehungsweise  seines  Sohnes  im  Sinne  von  Art. 51  Abs. 1 
AsylG fällt somit nicht in Betracht. 

8. 
Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  der  Beschwerdeführer  keine 
asylrechtlich relevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen konnte und auch die Voraussetzungen für 
die Anerkennung als Flüchtling gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG nicht gegeben 
sind. Das BFM  hat  das Asylgesuch  des Beschwerdeführers  demnach  zu Recht 
abgelehnt. 

9. 
9.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der  Familie  (Art. 44  Abs. 1  AsylG).  Gemäss  Art. 32  Bst. a  der 
Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen  (AsylV 1, SR 142.311) wird die 
Wegweisung  nicht  verfügt,  wenn  die  asylsuchende  Person  im  Besitze 
einer gültigen Aufenthalts­ oder Niederlassungsbewilligung ist.

9.2.  Vorliegend  erteilte  der  Kanton  (…)  dem  Beschwerdeführer  am 
23. Dezember  2011  mit  Zustimmung  des  BFM  eine 
Aufenthaltsbewilligung.  Dadurch  ist  die  vom BFM  verfügte Wegweisung 
aus der Schweiz sowie die Anordnung des Vollzugs (Ziffern 3 bis 6 des 
Dispositivs  der  Verfügung  vom  29. Februar  2008)  als  dahingefallen  zu 
betrachten,  da  diese  Anordnungen  gegenüber  der  kantonalen 
Aufenthaltsbewilligung keinen Bestand haben können (vgl. EMARK 2001 
Nr. 21 E. 11c S. 178, EMARK 2000 Nr. 30 E. 4 S. 251). Die Beschwerde 
ist  demnach,  soweit  beantragt  wurde,  es  sei  die  vorläufige  Aufnahme 
wegen Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Vollzugs der 
Wegweisung zu gewähren, als gegenstandslos geworden abzuschreiben.

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10. 
Der Eventualantrag, die Sache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen,  wird  in  der  Beschwerde  nicht  weiter  begründet. 
Nachdem  das  BFM  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  richtig  oder 
vollständig  festgestellt  hat  und auch  sonst  nicht  ersichtlich  ist,  inwiefern 
das  Beschwerdeverfahren  nicht  spruchreif  sein  könnte,  ist  der 
Eventualantrag abzuweisen.

11. 
11.1.  In  der  Beschwerde  wird  schliesslich  beantragt,  es  sei  der 
angefochtene Entscheid  zumindest  im Kostenpunkt  aufzuheben und die 
Vorinstanz  anzuweisen,  auf  die  Erhebung  der Gebühr  in  der  Höhe  von 
Fr. 1200.– zu verzichten.

11.2. Das Bundesamt erhebt  gestützt  auf Art. 17b Abs. 1 AsylG  für  das 
Verfahren  eine  Gebühr,  wenn  eine  Person  nach  rechtskräftigem 
Abschluss  ihres  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  ein 
Wiedererwägungsgesuch  stellt,  sofern  es  das  Gesuch  ablehnt  oder 
darauf nicht eintritt. Gemäss Art. 17b Abs. 3 AsylG kann das Bundesamt 
von  der  gesuchstellenden  Person  nach  Einreichung  des 
Wiedererwägungsgesuchs  einen  Gebührenvorschuss  in  der  Höhe  der 
mutmasslichen Verfahrenskosten verlangen und setzt zu dessen Leistung 
unter Androhung des Nichteintretens eine angemessene Frist. Auf einen 
Gebührenvorschuss  wird  verzichtet,  wenn  die  Voraussetzungen  nach 
Absatz  2  gegeben  sind  (Bst. a).  Gemäss  Art. 17b  Abs. 2  AsylG  befreit 
das  Bundesamt  nach  Einreichung  eines  Wiedererwägungsgesuchs  auf 
Gesuch  hin  von  der  Bezahlung  von  Verfahrenskosten,  sofern  die 
gesuchstellende  Person  bedürftig  ist  und  ihre  Begehren  nicht  von 
vornherein  aussichtslos  erscheinen.  Gemäss  Art. 17b  Abs. 4  AsylG 
finden  die  Absätze  1­3  sinngemäss  auch  auf  zweite  (und  allfällige 
weitere)  Asylgesuche  Anwendung,  ausser  die  asylsuchende  Person  ist 
aus dem Heimat­ oder Herkunftsstaat in die Schweiz zurückgekehrt.

11.3.  Der  Beschwerdeführer  beantragte  bei  der  Einreichung  seines 
zweiten  Asylgesuchs  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht,  es  sei  die 
unentgeltliche  Rechtspflege  zu  gewähren  und  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  zu verzichten. Das Bundesverwaltungsgericht  stellte 
sodann mit Urteil vom 21. Dezember 2007 fest, dass die Vorinstanz das 
zweite Asylgesuch zu Unrecht als von vornherein aussichtslos qualifiziert 
habe,  von  der  prozessualen  Mittelosigkeit  des  Beschwerdeführers 
auszugehen  sei  und  somit  die  Voraussetzungen  für  einen  Verzicht  von 

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einem  Gebührenvorschuss  nach  Art. 17b  Abs. 3  Bst. a  AsylG  erfüllt 
seien. 

In  der  nun  angefochtenen  Verfügung  vom  29. Februar  2008  erhob  das 
BFM gestützt auf Art. 17 Abs. 1 AsylG eine Gebühr mit der Begründung, 
dass  das  zweite  Asylgesuch  vollumfänglich  abgewiesen  werde.  Dabei 
berücksichtigte  es  das  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  nicht,  obwohl  das 
Bundesverwaltungsgericht  bereits  festgestellt  hatte,  dass  die 
Voraussetzungen für die Befreiung der Bezahlung von Verfahrenskosten 
(Art. 17  Abs. 2  AsylG)  gegeben  sind  (vgl.  Urteil  D­6011/2007  vom 
21. Dezember  2007  E.  3.4).  Aus  den  Akten  geht  zudem  nicht  hervor, 
dass  sich  die  finanziellen  Verhältnisse  des  Beschwerdeführers 
zwischenzeitlich  verändert  haben.  Der  Beschwerdeführer  hat  zwar  am 
18. März  2011  B.________  geheiratet,  welche  ein  monatliches 
Nettoeinkommen  von  Fr. 1722.–  erzielt.  Dabei  handelt  es  sich  jedoch 
nicht  um  eine  den  prozessualen  Notbedarf  übersteigende 
Erwerbseinkunft  für  eine  dreiköpfige  Familie.  Zudem  geht  das 
Bundesverwaltungsgericht  auch  im  Beschwerdeverfahren  der  Ehefrau 
und dem Kind von deren Bedürftigkeit aus (vgl. Beschwerdeverfahren D­
1321/2008  Verfügung  vom  7. März  2008).  Der  Beschwerdeführer  ist 
somit  weiterhin  als  prozessual  bedürftig  einzustufen.  Da  das  zweite 
Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  von  vornherein  aussichtlos 
erschien, hätte das BFM das Gesuch um Befreiung von Verfahrenskosten 
gutheissen müssen.  Das  BFM  hat  demnach  in  vorliegendem Verfahren 
zu Unrecht eine Gebühr in der Höhe von Fr. 1200.– erhoben.

12. 
Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Beschwerde  abzuweisen  ist, 
soweit  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  –  als 
Eventualantrag – die Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die 
Vorinstanz  beantragt  werden.  Gleichzeitig  ist  sie  als  gegenstandslos 
geworden  abzuschreiben,  soweit  beantragt  wird,  es  sei  die  vorläufige 
Aufnahme  wegen  Unzulässigkeit  beziehungsweise  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  anzuordnen.  Die  Beschwerde  ist  hingegen 
gutzuheissen,  soweit  –  im  Subeventualpunkt  –  beantragt  wird,  der 
angefochtene Entscheid  sei  zumindest  im Kostenpunkt  aufzuheben und 
die  Vorinstanz  anzuweisen,  auf  die  Erhebung  der  Gebühr  in  der  Höhe 
von  Fr. 1200.–  zu  verzichten.  Die  Ziffer  6  des  Dispositivs  der 
angefochtenen  Verfügung  vom  29. Februar  2008  ist  demnach 
aufzuheben.  Für  den Fall,  dass die Gebühr  in  der Höhe  von Fr. 1200.– 

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vom Beschwerdeführer bezahlt wurde, ist das BFM anzuweisen, ihm den 
bezahlten Betrag zurückzuerstatten. 

13. 
13.1.  Im  Hinblick  auf  die  Kostenliquidation  ist  der  Ausgang  des 
Verfahrens  im  Flüchtlingspunkt  als  teilweises  Unterliegen  (vgl.  Art. 63 
Abs. 1,  Satz  2  VwVG)  zu  werten.  Dem  Ausgang  des  Verfahrens 
entsprechend  wären  dem  Beschwerdeführer  Verfahrenskosten  in 
ermässigtem  Umfang  aufzuerlegen  (Art. 1­3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Mit  Verfügung  vom 
14. April  2008  hiess  der  Instruktionsrichter  das Gesuch  um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG unter 
Vorbehalt einer nachträglichen Veränderung der finanziellen Verhältnisse 
des Beschwerdeführers gut. Wie bereits festgestellt (siehe E. 11.3) ist der 
Beschwerdeführer weiterhin als prozessual bedürftig einzustufen. Die ihm 
gewährte unentgeltliche Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG ist somit 
nicht  zu  widerrufen  und  es  sind  ihm  folglich  keine  Verfahrenskosten 
aufzuerlegen.

13.2. Sodann sind bei einem gegenstandslos gewordenen Verfahren die 
Kosten  jener  Partei  aufzuerlegen,  deren  Verhalten  die 
Gegenstandslosigkeit  bewirkt  hat.  Ist  das  Verfahren  ohne  Zutun  der 
Parteien gegenstandslos geworden, so werden die Kosten auf Grund der 
Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrunds festgelegt (vgl. Art. 5 VGKE).

13.3.  Die  Gegenstandslosigkeit  des  Verfahrens  hinsichtlich  der 
Anordnung der Wegweisung und  ihres Vollzugs  ist  infolge der Erteilung 
einer Aufenthaltsbewilligung an den Beschwerdeführer durch den Kanton 
(…) und somit ohne Zutun der Parteien eingetreten. Festzuhalten bleibt, 
dass  die  angefochtene  Verfügung  vom  29. Februar  2008  nicht  zu 
beanstanden  gewesen  wäre,  soweit  darin  die  Wegweisung  des 
Beschwerdeführers  verfügt  worden  ist.  Er  war  nicht  im  Besitz  einer 
Aufenthaltsbewilligung  und  verfügte  auch  über  keinen  Anspruch  auf 
Erteilung  einer  solchen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  geht  in 
konstanter  Praxis  davon  aus,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach 
Äthiopien  grundsätzlich  nicht  unzumutbar  ist  (vgl.  BVGE  E­2097/2008 
E. 8.3­8.6). Aus den Akten und Angaben des Beschwerdeführers hätten 
sich  auch  sonst  keine  hinreichende  Anhaltspunkte  ergeben,  die  darauf 
hätten  schliessen  lassen,  der  (…)jährige  und  –  soweit  ersichtlich – 
gesunde Beschwerdeführer wäre  im Falle der Rückkehr nach Äthiopien, 

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wo er sein ganzes Leben bis zur Ausreise  im Jahre 2002 verbracht hat, 
aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher 
Natur  in  eine  existenzbedrohende  Situation  geraten.  Gemäss  eigenen 
Angaben  wuchs  er  in  Addis  Abeba  auf,  wo  er  acht  Jahre  die  Schule 
besucht  hat.  Zudem  verfügt  er  mit  seinen  Schwestern  und  weiteren 
Verwandten (vgl. act. B19/11 S. 3, 8 f.) sowie seiner Mutter, die  in Addis 
Abeba  in  ihrem  eigenen  Haus  wohnt  und  von  ihrem  Einkommen  als 
Händlerin  lebt  (vgl. act. B19/11 S. 9), über ein Beziehungsnetz, welches 
ihm  beim  Aufbau  einer  wirtschaftlichen  Existenzgrundlage  und  bei  der 
Reintegration  hätte  unterstützen  können.  Der  Vollzug  der  Wegweisung 
des Beschwerdeführers wäre  unter  diesen Umständen  im Zeitpunkt  vor 
Erteilung der Aufenthaltsbewilligung als zumutbar zu beurteilen gewesen 
(Art. 83  Abs. 4  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die 
Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR 142.20]).  Aus  den  Akten 
ergeben sich zudem keine Anhaltspunkte, die darauf hindeuten würden, 
dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  gegen  Art. 5  Abs. 1  AsylG 
beziehungsweise Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 
die Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 0.142.30])  verstossen würde 
oder dem Beschwerdeführer im Falle der Rückkehr nach Äthiopien Folter 
beziehungsweise  eine  nach  Art. 25  Abs. 3  BV,  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) oder nach Art. 3 EMRK verbotene unmenschliche oder 
erniedrigende  Strafe  oder  Behandlung  drohen  würde.  Der  Vollzug  der 
Wegweisung  hätte  sich  somit  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der 
völkerrechtlichen Bestimmungen als zulässig erwiesen. Schliesslich wäre 
es  Sache  des  Beschwerdeführers  gewesen,  sich  bei  der  zuständigen 
Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen 
Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art. 8  Abs. 4  AsylG),  weshalb  der 
Vollzug der Wegweisung auch nicht als unmöglich zu beurteilen gewesen 
wäre (Art. 83 Abs. 2 AuG). Der Beschwerdeführer wäre somit mit seinem 
auf  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  lautenden  Begehren 
voraussichtlich  nicht  durchgedrungen  und  die  Beschwerde  wäre  im 
Wegweisung­  und  Vollzugspunkt  abzuweisen  gewesen.  Der 
Beschwerdeführer  wäre  demnach  grundsätzlich  auch  kostenpflichtig 
geworden,  soweit  das  Verfahren  als  gegenstandslos  geworden 
abzuschreiben ist. Da, wie bereits festgestellt, die ihm mit Verfügung vom 
14. April 2008 gewährte unentgeltliche Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 
VwVG  nicht  zu  widerrufen  ist,  sind  ihm  jedoch  keine  Verfahrenskosten 
aufzuerlegen.

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13.4.  Dem  Beschwerdeführer  ist  –  als  teilweise  obsiegender  Partei 
(Subeventualantrag) – eine Parteientschädigung für die ihm erwachsenen 
notwendigen  Vertretungskosten  zuzusprechen  (Art. 64  Abs. 1  VwVG). 
Diese infolge teilweisen Unterliegens zu kürzen (Art. 7 Abs. 2 VGKE). Der 
Rechtsvertreter  hat  in  vorliegendem  Verfahren  keine  Kostennote 
eingereicht,  weshalb  die  Parteientschädigung  aufgrund  der  Akten  auf 
insgesamt Fr. 200.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) zu bemessen ist 
(Art. 14  Abs. 2  und  Art. 8  ff.  VGKE).  Das  BFM  ist  anzuweisen,  dem 
Beschwerdeführer diesen Betrag als Parteientschädigung auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Seite 24

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  soweit  beantragt  wird,  der 
angefochtene  Entscheid  sei  im  Kostenpunkt  aufzuheben  und  die 
Vorinstanz  anzuweisen,  auf  die  Erhebung  der Gebühr  in  der  Höhe  von 
Fr. 1200.–  zu  verzichten;  im Übrigen wird  die Beschwerde  abgewiesen, 
soweit sie nicht als gegenstandslos geworden abgeschrieben wird. 

2. 
Die  Ziffer  6  des  Dispositivs  der  Verfügung  vom  29. Februar  2008  wird 
aufgehoben und das BFM wird angewiesen, die erhobene Gebühr in der 
Höhe  von  Fr. 1200.–  dem  Beschwerdeführer  zurückzuerstatten,  falls  er 
die Gebühr bezahlt haben sollte.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine 
Parteientschädigung von Fr. 200.– auszurichten.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Sarah Mathys

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