# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c1a6f196-184f-5d68-961d-5542040c905c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.02.2025 F-984/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-984-2025_2025-02-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-984/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Basil Cupa, 

mit Zustimmung von Richterin Christa Preisig;   

Gerichtsschreiberin Nathalie Schmidlin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

B._______, geboren am (...), 

C._______, geboren am (...), 

D._______, geboren am (...), 

Aserbaidschan,   

vertreten durch Marek Wieruszewski,  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuche und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung vom 4. Februar 2025 / N (…). 

 

 

 

F-984/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a  A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer 1), B._______ (nachfol-

gend: Beschwerdeführerin 2), C._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer 

3) und D._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin 4) suchten am 13. 

Januar 2025 in der Schweiz um Asyl nach. Ein Abgleich ihrer Fingerabdrü-

cke mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass 

sie am 4. Januar 2025 bereits in Kroatien um Asyl ersucht hatten.  

A.b Die Vorinstanz gewährte dem Beschwerdeführer 1, der Beschwerde-

führerin 2 und dem Beschwerdeführer 3 am 21. Januar 2025 das rechtliche 

Gehör zu allfälligen Nichteintretensentscheiden und der Möglichkeit der 

Überstellung nach Kroatien, dessen Zuständigkeit für die Behandlung der 

Asylgesuche grundsätzlich in Frage komme. 

A.c Am 21. Januar 2025 ersuchte die Vorinstanz die kroatischen Behörden 

um Übernahme der Beschwerdeführenden gestützt auf Art. 18 Abs. 1 

Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-

ren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von ei-

nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-

stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: 

Dublin-III-VO). Die kroatischen Behörden hiessen das Wiederaufnahmeer-

suchen am 4. Februar 2025 gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO gut. 

A.d Mit Verfügung vom 4. Februar 2025 trat die Vorinstanz auf die Asylge-

suche der Beschwerdeführenden nicht ein und ordnete ihre Überstellung 

nach Kroatien an. 

B.  

B.a Dagegen gelangten die Beschwerdeführenden am 13. Februar 2025 

an das Bundesverwaltungsgericht und liessen beantragen, in vollumfäng-

licher Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei die Vorinstanz anzu-

weisen, auf ihre Asylgesuche einzutreten und die Asylverfahren in der 

Schweiz durchzuführen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. Überdies ersuchten sie um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung. 

B.b Am 17. Februar 2025 setzte der Instruktionsrichter den Wegweisungs-

vollzug gestützt auf Art. 56 VwVG einstweilen aus. 

F-984/2025 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG 

[SR 142.31]; Art. 31 ff. VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind er-

füllt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, 

Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.2. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung einer 

zweiten Richterin beziehungsweise eines zweiten Richters (Art. 111 

Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit sum-

marischer Begründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1. Die Vorinstanz hat korrekt erwogen, dass gestützt auf Art. 20 

Abs. 5 Dublin-III-VO grundsätzlich Kroatien für die Behandlung der Asylge-

suche der Beschwerdeführenden zuständig ist, dass das kroatische Asyl-

system rechtsprechungsgemäss keine systemischen Mängel aufweist 

(vgl. Urteil des BVGer E-1488/2020 vom 22. März 2023 [als Referenzurteil 

publiziert] E. 9.5), aufgrund derer die Zuständigkeit gemäss Art. 3 

Abs. 2 Dublin-III-VO auf die Schweiz überginge, und dass vorliegend keine 

völkerrechtlichen Wegweisungsvollzugshindernisse ersichtlich sind, wel-

che die Schweiz zu einem Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO 

verpflichten würden. Dabei hat sie insbesondere die Vorbringen der Be-

schwerdeführenden hinsichtlich der Aufnahmebedingungen für Asylsu-

chende in Kroatien und die medizinische Situation berücksichtigt und recht-

sprechungskonform gewürdigt (vgl. jüngst Urteile des BVGer F-397/2025 

vom 28. Januar 2025 E. 2.1 m.w.H.; F-320/2025 vom 22. Januar 2025 

E. 2.1). Darüber hinaus hat die Vorinstanz in rechtsfehlerfreier Ausübung 

des ihr nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und Art. 29a Abs. 3 der Asylver-

ordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) zukommenden Er-

messens von einem Selbsteintritt der Schweiz abgesehen. Sie ist demnach 

zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf die Asylgesu-

che der Beschwerdeführenden nicht eingetreten und hat in Anwendung 

von Art. 44 AsylG deren Wegweisung nach Kroatien angeordnet. Zur nä-

heren Begründung ist auf die ausführlichen vorinstanzlichen Erwägungen 

zu verweisen. 

2.2. Die in der Beschwerde zitierten Berichte betreffend die Situation von 

Asylsuchenden in Kroatien vermögen nichts daran zu ändern, dass das 

kroatische Asylsystem rechtsprechungsgemäss keine systemischen 

F-984/2025 

Seite 4 

Schwachstellen aufweist und davon auszugehen ist, dass Gesuchstel-

lende, welche gestützt auf die Dublin-III-VO nach Kroatien überstellt wer-

den, Zugang zum dortigen Asylverfahren erhalten (siehe E. 2.1 hiervor). 

Darüber hinaus ist Kroatien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkom-

mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-

menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) 

sowie des Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des 

Kindes (Kinderrechtskonvention, KRK, SR 0.107) und hat die entsprechen-

den völkerrechtlichen Verpflichtungen zu beachten. Entgegen den Ausfüh-

rungen in der Beschwerde steht das Kindeswohl einer Überstellung nach 

Kroatien nicht entgegen, zumal die KRK keinen unmittelbaren Anspruch 

auf die Erteilung einer ausländerrechtlichen Bewilligung einräumt, a fortiori 

also auch nicht einen Anspruch auf Aufenthalt im Staat mit den für ein Kind 

vorteilhaftesten Bedingungen gewährt (vgl. BGE 143 I 21 E. 5.5.2; 139 I 

315 E. 2.4; Urteile des BVGer F-542/2025 vom 4. Februar 2025 E. 2.2;  

D-5321/2024 vom 11. September 2024 E. 7.4; F-3048/2024 vom 

25. Juni 2024 E. 8.4; F-2162/2024 vom 15. April 2024 E. 6.1; je m.w.H.) 

Nach dem Gesagten besteht kein Anlass für die Einholung individueller Ga-

rantien, um eine adäquate Aufnahme sicherzustellen (vgl. statt vieler: Ur-

teile des BVGer F-737/2025 vom 10. Februar 2025 E. 5.4; F-5720/2024 

vom 16. Dezember 2024 E. 9). Der nicht weiter begründete Eventualantrag 

auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks Neubeurteilung ist 

vor diesem Hintergrund ohne Weiterungen abzuweisen.  

3.  

Im Ergebnis ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden (Art. 106 

AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. Mit dem vorliegenden Urteil fällt 

der angeordnete Vollzugsstopp dahin.  

4.  

Die Begehren waren – wie gezeigt – von vornherein aussichtslos, weshalb 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 

Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist. Die Verfahrenskosten sind den unterliegen-

den Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf 

insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Feb-

ruar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-

tungsgericht [VGKE, SR173.320.2]). 

5.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

F-984/2025 

Seite 5 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Basil Cupa Nathalie Schmidlin 

 

 

Versand: