# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 582fe6ee-4be5-5907-9ee9-5bf6e69e7a00
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 15.12.2014 HG140008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG140008_2014-12-15.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    

 
 

Geschäfts-Nr.: HG140008-O U/ei 

 

 

Mitwirkend: Die Oberrichter Peter Helm, Präsident, und Roland Schmid, die 

Handelsrichter Werner Heim, Felix B. Haessig und Werner Furrer 

sowie die Gerichtsschreiberin Katja Diethelm 

 

Urteil vom 15. Dezember 2014 

 

in Sachen 

 

A._____ AG,  
Klägerin 

 

vertreten durch Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____ AG,  
Beklagte 

 

vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Y._____ 

 

betreffend Forderung 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2) 

"1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von 
CHF 48'000.00 nebst Zins zu 5% seit 29. Juli 2010 zu bezahlen. 
Ein Nachklagerecht wird ausdrücklich vorbehalten. 

 2.  Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwert-
steuer." 

 

Das Handelsgericht zieht in Erwägung: 

I. Prozessgeschichte 

 Am 13. Januar 2014 (Datum Poststempel) reichte die Klägerin die Klage ein 

(act. 1). Mit Verfügung vom 15. Januar 2014 wurde ihr eine Frist angesetzt, um für 

die Gerichtskosten einen Vorschuss von CHF 5'400.– zu leisten (Prot. S. 2). 

Nachdem die Klägerin den Gerichtskostenvorschuss rechtzeitig geleistet hatte 

(vgl. act. 7), wurde der Beklagten mit Verfügung vom 21. Januar 2014 eine Frist 

angesetzt, um die Klageantwort einzureichen (Prot. S. 4). Nach Eingang der Kla-

geantwortschrift vom 24. März 2014 (act. 11) fand am 18. September 2014 eine 

Vergleichsverhandlung statt (Prot. S. 6 ff.), anlässlich welcher keine Einigung er-

zielt werden konnte. Im Rahmen dieser Verhandlung erklärte der klägerische 

Rechtsvertreter, dass die Klägerin sowohl auf eine Replik als auch auf eine 

Hauptverhandlung verzichte; der Rechtsvertreter der Beklagten hielt demgegen-

über fest, dass die Beklagte auf der Durchführung einer Hauptverhandlung beste-

he (vgl. Prot. S. 6). Mit Eingabe vom 22. September 2014 erstattete Handelsrich-

ter Werner Heim ein Fachrichtervotum (act. 15). Mit Beschluss vom 7. Oktober 

2014 wurde das erwähnte Fachrichtervotum zu den Akten genommen und den 

Parteien mit dem Hinweis zugestellt, dass an der Hauptverhandlung – zu welcher 

mit separater Vorladung geladen werde – unter anderem auch Gelegenheit zur 

Stellungnahme zum Fachrichtervotum bestehen werde (act. 16). Die Parteien 

wurden in Folge am 31. Oktober 2014 zur Hauptverhandlung auf den 15. Dezem-

ber 2014 vorgeladen (act. 19). Mit Schreiben vom 27. November 2014 teilte die 

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Klägerin dem Gericht mit, dass die Parteien auf die Durchführung der angesetzten 

Hauptverhandlung verzichten würden (act. 20) und reichte eine von den Parteien 

unterzeichnete schriftliche Verzichtserklärung ein (act. 21). Die Klägerin brachte in 

ihrer Eingabe zudem eine Ergänzung bezüglich der im Fachrichtervotum enthal-

tenen Berechnung vor (act. 20). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

II. Sachverhalt und Parteivorbringen 

 1. Die Klägerin ist eine in C._____/AG domizilierte und auf Architekturleis-

tungen spezialisierte Aktiengesellschaft (act. 3/2). Bei der Beklagten handelt es 

sich um eine Aktiengesellschaft mit Sitz in D._____, welche insbesondere den 

Kauf, Verkauf und die Vermittlung von Immobilien sowie die Ausführung von Neu-

bauprojekten bezweckt (act. 3/3). 

 2.1. Anfangs 2008 entschlossen sich die Parteien zu einer Zusammenarbeit. 

Die Parteien kamen im Wesentlichen überein, dass die Klägerin vor dem Kauf von 

potentiellen Baugrundstücken durch die Beklagte Vorprojekte erstellen sollte, da-

mit die Beklagte möglichst schon vor dem definitiven Landkauf Interessenten für 

die Wohnungen bzw. Häuser finden konnte. Vor diesem Hintergrund traf die Klä-

gerin bis zur Beendigung der Zusammenarbeit Ende 2008 in insgesamt zwölf Fäl-

len derartige Vorabklärungen, wobei es in allen diesen Fällen nicht zu einer Wei-

terbearbeitung durch die Klägerin gekommen ist, weil die Beklagte die betreffen-

den Grundstücke nicht erwerben konnte. 

 2.2. Eine entsprechende Zusammenarbeit fand auch bezüglich des Baupro-

jektes E._____ in F._____/AG statt. In diesem Zusammenhang hatte G._____ 

von der Beklagten die Idee, das neu erschlossene Gebiet in drei Lose aufzuteilen, 

von je einem Architekturbüro ein Vorprojekt für eine Bebauung mit Einfamilien-

häusern ausarbeiten zu lassen, Käufer für die Häuser zu suchen und bei Erfolg 

die Grundstücke zu kaufen. Nebst der Klägerin (Los 3) waren in der Folge auch 

das Architekturbüro H._____ (Los 1) sowie das Architekturbüro I._____ (Los 2) 

mit der Ausarbeitung von entsprechenden Vorprojekten beschäftigt (vgl. dazu für 

die Klägerin act. 1 S. 4-12 sowie act. 3/34). Im Gegensatz zu den zwölf oben er-

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wähnten Fällen gelang es der Beklagten bei diesem Projekt, das betreffende Land 

zu erwerben. 

 Mit Mail vom 3. November 2008 teilte die Beklagte der Klägerin mit, dass es 

für das von der Klägerin ausgearbeitete Projekt keinen einzigen Interessenten 

gebe und dieses (Projekt) leider "eher unverkäuflich" sei (act. 3/32). Mit Schreiben 

vom 6. November 2008 erklärte die Beklagte gegenüber der Klägerin sodann, 

dass sie sich entschlossen habe, das Projekt der Klägerin nicht zu lancieren. Sie 

habe auf die Parzelle "vier bestehende Häuser" planen lassen und könne bereits 

erste Erfolge melden (act. 3/33). Die Klägerin verlangte daraufhin eine Bespre-

chung mit der Beklagten und wies für die Überbauung E._____ auf einen bis En-

de Oktober 2008 geleisteten Zeitaufwand von 480 Stunden hin, was zu einem 

(bescheidenen) Stundenansatz von lediglich CHF 100.– einen Honoraranspruch 

von CHF 48'000.– ergebe (vgl. act. 3/34 und act. 3/35). Nachdem sich die Partei-

en in der Folge nicht einigen konnten (vgl. act. 3/41-act. 3/54), leitete die Klägerin 

die vorliegende Klage ein. 

 3.1. Die Klägerin stellt sich auf folgenden Standpunkt: Ausgangspunkt der 

Zusammenarbeit zwischen Klägerin und Beklagter sei zwar die von letzterer vor-

geschlagene Geschäftsidee gewesen, wonach die Beklagte für das Akquirieren 

von Bauland zuständig gewesen sei, mit dem Ziel, darauf gestützt auf von der 

Klägerin ausgearbeiteten Vorprojekten Wohnungsbau zu betreiben. Nach dem 

Erwerb der Bauparzelle hätte die Klägerin den Architektenauftrag zu den üblichen 

Konditionen erhalten und so für Ihren Voraufwand entschädigt werden sollen. Nur 

in diesem engen Rahmen sei die Klägerin bereit gewesen, ihre Vorleistungen auf 

eigenes Risiko, das heisst unentgeltlich, zu erbringen. Im Falle des Projektes 

E._____ in F._____ sei es jedoch anders gewesen. Die Beklagte habe hier von 

Anfang an erklärt, dass es sich hier um ein sehr konkretes Vorhaben handle, das 

sie auf alle Fälle umsetzen werde, soweit es ihr gelinge, die entsprechenden 

Bauparzellen zu erwerben. Mit der ausdrücklichen Bemerkung, bei diesem Projekt 

werde die Klägerin auf ihre Kosten kommen, dies als Ausgleich zu ihren nicht ho-

norierten Arbeiten bei nicht realisierten Projekten, sei für die Klägerin klar gewe-

sen, dass ihre Vorarbeiten mit dem Landerwerb durch die Beklagte entschädigt 

würden. Da die betreffende Bauparzelle E._____ tatsächlich erworben worden 

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sei, habe sie, die Klägerin, entsprechend Anrecht, für ihre Werkleistungen ent-

schädigt zu werden. Dass der Werklohn im Voraus nicht vereinbart worden sei, 

schade vorliegend nicht, da gemäss Art. 374 OR der Preis nach Massgabe des 

Werts der Arbeit und der Aufwendungen der Klägerin festzusetzen sei. Insofern 

seien zumindest 480 Stunden zu einem Stundenansatz von CHF 100.–, mithin 

insgesamt CHF 48'000.– nebst Zins zu 5% ab 29. Juli 2010 zu entschädigen. 

Dieser Betrag sei auch geschuldet, indem die Beklagte den Architektenauftrag 

ohne Not einem anderen Architekturbüro erteilt habe, da (eventualiter) von einer 

positiven Vertragsverletzung auszugehen und entsprechend Schadenersatz im 

Minimalbetrag der erbrachten Vorleistungen geschuldet sei. Dasselbe gelte (sub-

eventualiter) auch, wenn zwischen den Parteien vom Vorliegen einer einfachen 

Gesellschaft ausgegangen würde (act. 1 S. 15 ff.). 

 3.2. Die Beklagte bestreitet das Vorbringen der Klägerin und hält fest, dass 

diese (Klägerin) bezüglich des Vorprojektes E._____ keinen Anspruch auf Vergü-

tung habe. Zwischen den Parteien sei wie bei den übrigen Projekten auch abge-

macht gewesen, dass jede Partei das Risiko der Vorarbeiten selbst trage, falls 

das Projekt schliesslich nicht realisiert werden könne. Die Realisierbarkeit eines 

Vorprojekts setze zum einen voraus, dass das entsprechende Grundstück habe 

erworben werden können, und zum anderen, dass das Projekt durch den Verkauf 

der Häuser auch effektiv realisierbar sei. Letzteres sei bezüglich des klägerischen 

Projektes aber nicht der Fall gewesen, da an den projektierten Häusern schlicht-

weg kein Interesse der Käuferschaft bestanden habe. Von einem entgeltlichen 

Werkvertrag könne vorliegend keine Rede sein. Zudem erweise sich der geltend 

gemachte Aufwand als massiv überhöht. Im Übrigen fehle die Grundlage für den 

eventualiter bzw. subeventualiter geltend gemachten Schadenersatz, da die Klä-

gerin selber zu verantworten habe, wenn sich ihr ausgearbeitetes Vorprojekt nicht 

realisieren lasse. Abgesehen davon mangle es für die Annahme einer einfachen 

Gesellschaft ohnehin an der gemeinsamen Zweckverfolgung. Die Klage sei daher 

vollumfänglich abzuweisen (act. 11 S. 16 ff.). 

 4. Auf diese und die weiteren Vorbringen der Parteien ist nachfolgend – so-

weit nötig – näher einzugehen.  

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III. Prozessuales 

 1. Am 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO) 

vom 19. Dezember 2008 (SR 272) in Kraft getreten. Nachdem die Klage am 

15. Januar 2014, mithin nach Inkrafttreten dieses Gesetzes hierorts einging, 

kommen vorliegend in prozessualer Hinsicht die Bestimmungen der neuen ZPO 

zur Anwendung.  

 2. Die Beklagte hat ihren Sitz in D._____/ZH, weshalb die örtliche Zustän-

digkeit des Handelsgerichts des Kantons Zürich gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. b ZPO 

zu bejahen ist. Die sachliche Zuständigkeit im Sinne von Art. 6 Abs. 2 ZPO liegt 

ebenfalls vor. Ein Schlichtungsverfahren entfällt im vorliegenden Fall gemäss 

Art. 198 lit. f ZPO.  

 Die örtliche, sachliche sowie funktionelle Zuständigkeit des Handelsgerichts 

des Kantons Zürich ist demnach zu bejahen und blieb im Übrigen auch unbestrit-

ten (vgl. act. 11 S. 2). 

IV. Materielles 

 1.1. Die rechtliche Einordnung des Architektenvertrags kann nicht allge-

meingültig vorgenommen werden. Den Architektenvertrag mit stets gleichem In-

halt gibt es nicht. Vielmehr ist darauf abzustellen, welche Leistungen die Parteien 

im konkreten Vertrag vereinbart haben (BGE 4A_252/2010 vom 25. November 

2010 E. 4.1; BGE 4A_230/2013 vom 17. September 2013 E. 2; GAUCH, Der 

Werkvertrag, 5. Aufl. 2011, Rz. 47 f.; ebenso BÜHLER, Zürcher Kommentar, 

3. Aufl. 1998, N. 168 zu Art. 363 OR). Das Bundesgericht hat insbesondere (er-

neut) festgehalten, dass Architekturleistungen, bei denen ein mess- und objekti-

vierbarer Erfolg geschuldet ist, dem Werkvertragsrecht zu unterstellen sind. Ent-

sprechend wendet das Bundesgericht auf Architekturleistungen wie etwa Vorar-

beiten, Vorstudien, Vorprojekte, Ausführungspläne und Ausschreibungsunterla-

gen Werkvertragsrecht an (vgl. dazu BGE 4A_55/2012 vom 31. Juli 2012 E. 4.4).  

 1.2. Vorliegend steht fest, dass die Klägerin sich gegenüber der Beklagten 

zur Ausarbeitung von Vorprojekten verpflichtet hat. Strittig ist dagegen, ob und al-

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lenfalls inwiefern hinsichtlich des Projekts E._____ eine Vergütung seitens der 

Beklagten für die das erwähnte Vorprojekt betreffenden Leistungen der Klägerin 

vereinbart worden ist. Nur wenn hier eine solche Entgeltlichkeit bejaht werden 

kann, ist das Vertragsverhältnis der Parteien dem Werkvertragsrecht gemäss 

Art. 363 OR zu unterstellen (vgl. dazu auch GAUCH, a.a.O., Rz. 110 ff. und 318).  

 2.1. Auch wenn der Werkvertrag begriffsnotwendig die Leistung einer Vergü-

tung voraussetzt (Art. 363 OR), braucht die Höhe derselben aber nicht vereinbart 

worden zu sein. In einem solchen Fall kommt vielmehr Art. 374 OR zur Anwen-

dung, wonach die Vergütung durch den Richter nach Massgabe des Wertes der 

Arbeit und der Aufwendungen des Unternehmers festgesetzt wird. Art. 374 OR 

entfällt nach dem Gesagten aber bei unentgeltlicher Übernahme der Werkausfüh-

rung. Der Unternehmer, der eine Vergütung nach Art. 374 OR verlangt, trägt je-

denfalls die Beweislast (Art. 8 ZGB) dafür, dass Entgeltlichkeit (ausdrücklich oder 

stillschweigend) vereinbart wurde (vgl. GAUCH, a.a.O., Rz. 1013 und Rz. 112). 

Steht im Einzelfall fest, dass die geschuldete Werkleistung nach den Umständen 

nur gegen eine Vergütung zu erwarten war, weil die Vergütung z.B. einer ein-

schlägigen Übung entspricht, so geht eine tatsächliche (natürliche) Vermutung 

dahin, dass von den Parteien zumindest eine stillschweigende Vergütungsverein-

barung getroffen wurde (GAUCH, a.a.O., Rz. 111b mit Hinweis auf BGE 

4C.109/2002 vom 6.9.2002, E 3.1). Nach den Umständen zu vermuten ist die 

vereinbarte Entgeltlichkeit der geschuldeten Werkleistung namentlich dann, wenn 

die Leistung von einem Unternehmer im Rahmen seines Gewerbebetriebes oder 

seiner Berufsausübung erbracht wird (GAUCH, a.a.O., Rz. 111c mit Hinweis auf 

BGE 4C.421/2006 vom 4.4.2007, E 2.1). 

 2.2.1. Vorliegend unterscheidet sich das Projekt E._____ insofern von den 

übrigen Projekten der Parteien, als es hier – wie eingangs bereits erwähnt – tat-

sächlich zu einem Landverkauf an die Beklagte gekommen ist, was bei den übri-

gen Projekten offenbar nicht der Fall war. Jedenfalls wurde das entsprechende 

Vorbringen der Klägerin (act. 1 Rz. 1) von der Beklagten nicht bestritten (act. 11 

S. 3 und 4). Diesbezüglich vermag daher ein Vergleich der erwähnten Projekte 

hinsichtlich der Handhabung der Entschädigung nicht weiter zu helfen (vgl. dazu 

auch act. 11 S. 4). Immerhin scheint jedoch festzustehen, dass eine allfällige Ent-

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schädigung für die Leistungen der Klägerin an eine Bedingung geknüpft war; und 

zwar entweder (nach der Ansicht der Klägerin) Landerwerb durch die Beklagte 

oder (nach der Meinung der Beklagten) Landerwerb und zusätzlich tatsächliche 

Realisierbarkeit des ausgearbeiteten Projekts. 

 2.2.2. Bereits in Anbetracht der Sachlage, wonach (i) der betreffende Land-

erwerb erfolgt ist, (ii) die Klägerin insgesamt (wovon aufgrund der Akten auszuge-

hen ist) doch umfangreiche Aufwendungen getätigt hat und (iii) es sich bei der 

Klägerin um ein Architekturbüro handelt, welches die betreffenden Leistungen im 

Rahmen ihres beruflichen Betriebes erbracht hat, dürfte eine stillschweigende 

Vermutung bezüglich einer Vergütung gerade für den hier zu beurteilenden Fall, 

wo das betreffende Land (im Gegensatz zu den übrigen Projekten) seitens der 

Beklagten tatsächlich erworben werden konnte, zu bejahen sein. Zusätzlich weist 

aber gerade auch das eigene Verhalten der Beklagten auf das Vorliegen einer 

stillschweigenden Vermutung bezüglich einer Vergütung nach dem Erwerb des 

Landes (als einzige Bedingung) hin. So lässt sich der im Recht liegenden Korres-

pondenz zwischen den Parteien entnehmen, dass die Beklagte nicht nur von An-

fang an eine gewisse Bereitschaft hinsichtlich der Ausrichtung einer Entschädi-

gung zum Ausdruck gebracht hat, sondern schliesslich – aufgrund einer eigenen 

Stundenberechnung – gar auf einen konkreten Entschädigungsbetrag von 

CHF 35'000.– (350 Stunden à CHF 100.–) gekommen ist (vgl. dazu act. 35 bis 

act. 41).  

 Selbstverständlich kann allein gestützt auf dieses – wie die Beklagte in der 

Klageantwort ausführt (vgl. act. 11 S. 14) – "unpräjudizielle" Vergleichsangebot al-

lein keine Entgeltlichkeit abgeleitet werden. Bei einer umfassenden Betrachtung 

ist aber das gesamte Verhalten der Beklagten zu berücksichtigen. Wäre diese 

damals der Auffassung gewesen, dass eine Vergütung für die klägerischen Leis-

tungen bezüglich des Projektes E._____ nach erfolgtem Landverkauf überhaupt 

nicht in Frage kommen würde, hätte auch ein völlig anderes Verhalten seitens der 

Beklagten erwartet werden dürfen. Die geschäftstüchtige Beklagte hätte sich (er-

wartungsgemäss) von Beginn weg vehement auf den Standpunkt stellen müssen, 

dass eine Entschädigung – wie bezüglich der anderen Projekte – auch hier (be-

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züglich des Projektes E._____) nicht in Frage kommt. Ein Grund, hier unnötige 

geldwerte Geschenke an die Klägerin zu machen, bestand jedenfalls nicht.  

 2.2.3. Insgesamt ist somit von einer entgeltlichen Herstellung eines Werks 

(hier Vorprojekt betreffend Überbauung E._____) durch die Klägerin für die Be-

klagte nach erfolgreichem Landerwerb auszugehen. Ist eine Vergütung geschul-

det, so liegt zwischen den Parteien entsprechend auch ein werkvertragliches Ver-

hältnis im Sinne von Art. 363 ff. OR vor.  

 3.1. Fraglich ist weiter die Höhe der Entschädigung. Nachdem der Preis vor-

liegend überhaupt nicht bestimmt worden war, wird er gemäss Art. 374 OR nach 

Massgabe des Wertes der Arbeit und der Aufwendungen des Unternehmers fest-

gesetzt. Massgeblich ist grundsätzlich der tatsächliche Aufwand des Unterneh-

mers, d.h. es ist nur derjenige Aufwand zu vergüten, der bei sorgfältigem Vorge-

hen des Unternehmers zur Ausführung des Werks genügt hätte; objektiv unnöti-

ger Mehraufwand ist nicht zu vergüten. Es ist insbesondere zulässig, die SIA-

Ordnung 102 als Richtlinie für die Bewertung der Leistungen des Architekten her-

anzuziehen (vgl. dazu GAUCH, a.a.O., Rz. 935 ff.; STÖCKLI/SIEGENTHALER, Die 

Planerverträge, Zürich 2013, Rz. 7.40, BSK OR I-ZINDEL/PULVER, N 11 ff. zu 

Art. 374 sowie ZR 95 [1996] Nr. 27).  

 3.2.1. Die Klägerin macht klageweise einen Aufwand von 480 Stunden zu 

einem Stundenansatz von CHF 100.–, insgesamt somit – wie vorstehend ausge-

führt – CHF 48'000.– geltend (act. 1 S. 13). Dieser Aufwand wird seitens der Be-

klagten mit dem Hinweis, zwischen den Parteien sei keine Abrechnung nach SIA-

Ordnung 102 vereinbart worden, pauschal in Abrede gestellt (act. 11 S. 15).  

 3.2.2. Der Entscheid über die Höhe der geschuldeten Vergütung liegt im 

konkreten Streitfall beim Richter. Bei der Beurteilung der Frage, welches Entgelt 

für die erbrachten Leistungen angemessen ist, darf der Richter nach dem oben 

Ausgeführten auch eine einschlägige Übung, wozu insbesondere die Honorarbe-

rechnungsmodelle des SIA gehören, mitberücksichtigen. Letztere sind denn auch 

die einzigen Richtlinien, welche in der ganzen Schweiz als das unter Fachleuten 

Übliche und Angemessene Anerkennung finden und daher auch als objektiver 

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Massstab herangezogen werden können, wenn eine Vergütung nach Art. 374 OR 

zu bestimmen ist. Andere Honorarrichtlinien existieren nicht, weshalb auch jeder 

Experte darauf angewiesen ist, sich an der SIA-Honorarordnung 102 zu orientie-

ren (vgl. dazu GAUCH, a.a.O., Rz. 957 ff. sowie ZR 95 [1996] Nr. 27).  

 3.2.3. Vorliegend ist davon auszugehen, dass es sich bei der Klägerin – wie 

vorstehend bereits erwähnt – um eine auf die Erbringung von Architekturleistun-

gen spezialisierte Aktiengesellschaft mit eigenen Büroräumlichkeiten und ent-

sprechenden Infrastrukturkosten handelt, welche (wie unter Ziffer 4 nachfolgend 

näher erörtert wird) grundsätzlich qualifizierte Planungs- und Entwurfsarbeit ge-

leistet hat. Umso mehr rechtfertigt es sich diesfalls, für die Honorierung der kläge-

rischen Leistungen auf die in der SIA-Ordnung 102 niedergelegten Grundsätze 

abzustellen. Insofern gilt folgendes: Gemäss dem Fachrichtervotum von Handels-

richter Werner Heim erweist sich eine Entschädigung in der Höhe von 

CHF 37'800.– (inkl. MWST) für die von der Klägerin für das Projekt E._____ ge-

leisteten Leistungen als angemessen (act. 15). Diese Kostenschätzung basiert 

auf der von den Parteien letztlich verfolgten Variante mit 7 Häusern (vgl. dazu 

act. 1 S. 8, act. 3/21, act. 3/23, act. 3/24, act. 3/28 und act. 3/29). Die Honorarer-

mittlung erfolgte gemäss den Aufwand bestimmenden Baukosten für Vorprojekte 

(9% TL) nach der SIA-Ordnung 102/2003 unter Berücksichtigung der folgenden 

Parametern, bzw. Annahmen: 

Schätzung der honorarbestimmenden Bausumme (+/- 15%): 

 - BKP 1 Vorbereitungsarbeiten      CHF      30‘000.00 
 - BKP 2 Gebäude        CHF 2‘949’000.00 
 - BKP 4 Umgebung        CHF    129‘000.00 
 - Total, inkl. MWST        CHF 3‘108‘000.00 
 - Total, exkl. MWST        CHF 2‘877‘778.00 
 - davon honorarbestimmende Annahme, ca. 80%,   
   exkl. MWST        CHF 2‘300‘000.00 

Massgebende Faktoren: 

 - Koeffizienten Z1/Z2 (2008):      0.060 / 10.17 
 - Grundfaktor p:        0.1370 

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 - Baukategorie:         4 
 - Schwierigkeit n:        1.00 
 - Anpassungsfaktor (Rabattberücksichtigung)   0.95 
 - Teamfaktor i:         1.0 
 - Sonderfaktor s:        1.0 
 - Leistungsanteil (Vorprojekt) q:     9% 
 - Stundenansatz:        130.00 CHF/h 

 Gestützt darauf resultiert nach dem Fachrichtervotum ein Honorar von 269.4 

Stunden à CHF 130.–, was ein Total von CHF 35'023.– (exkl. MWST) bzw. 

CHF 37'800.– (inkl. 8% MWST) ergibt (vgl. dazu act. 15). 

 3.2.4. Während sich die Beklagte zum Inhalt des Fachrichtervotums nicht 

äusserte, brachte die Klägerin in ihrer Eingabe vom 27. November 2014 vor, dass 

der Fachrichter in seiner anlässlich der Vergleichsverhandlung vom 18. Septem-

ber 2014 vorgetragenen Version für ein Vorprojekt 288.3 Stunden und ein Hono-

raranspruch von CHF 40'500.– veranschlagt habe. In der neuen schriftlich zuge-

stellten Version gehe er von einem Zeitaufwand von 269.4 Stunden aus und ge-

lange auf ein Honorar von CHF 37'800.–. Diese nicht nachvollziehbare Differenz 

sei zu klären (act. 20). 

 Zum klägerischen Vorbringen ist lediglich anzumerken, dass in der Berech-

nung im Zusammenhang mit dem (unpräjudiziellen) Vergleichsvorschlag 8% 

Mehrwertsteuer versehentlich nicht von der honorarbestimmenden Bausumme 

abgezogen worden war. Am überzeugenden und umfassenden Votum vom 

22. September 2014 des sachverständigen Richters ist damit festzuhalten. Die 

Ausführungen des Fachrichters, welcher selber seit vielen Jahren als Architekt tä-

tig ist und ein grösseres Architekturbüro mit zahlreichen Mitarbeitern führt, beru-

hen auf dessen langjähriger Berufserfahrung in der Baubranche und dessen um-

fassenden Branchenkenntnissen. Die Überzeugungskraft des Fachrichtervotums 

ist entsprechend hoch.  

 Diese Ausführungen des Fachrichters, welchen sich die übrigen Mitglieder 

des Gerichts, darunter nebst Handelsrichter Werner Heim zwei weitere mit Archi-

tekturleistungen bestens vertraute und auf diesem Gebiet ebenfalls sehr erfahre-

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ne Fachpersonen (Handelsrichter Felix B. Haessig und Handelsrichter Werner 

Furrer), vollumfänglich und vorbehaltlos anschliessen, sind in allen Teilen über-

zeugend, nachvollziehbar und schlüssig. Sie entsprechen hinsichtlich der hier 

massgebenden Bewertung den anerkannten Grundsätzen im Bereich der SIA-

Ordnung 102 als vorliegend relevantes Honorarberechnungsmodell. Es erstaunt 

denn auch nicht, dass die vom Fachrichter errechnete Vergütungshöhe 

(CHF 37'800.–) nicht unweit von der Mitte zwischen den von den Parteien selber 

vertretenen Positionen (Klägerin CHF 48'000.– und Beklagte CHF 35'000.–) ent-

fernt liegt.  

 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Kollegialgericht sich die Aus-

führungen des Handelsrichters Werner Heim uneingeschränkt zu eigen macht. 

 3.2.5. Insgesamt ist demnach ohne weiteres davon auszugehen, dass der 

Wert der klägerischen Leistungen für das Projekt E._____ auf CHF 37'800.– (inkl. 

MWST) zu veranschlagen ist. 

 4.1. Selbst wenn aber die von der Beklagten erwähnte Bedingung der Reali-

sierbarkeit des Projekts über den Landerwerb hinaus allein massgebend wäre, 

würde dies im Ergebnis nichts Wesentliches ändern, da die Beklagte lediglich 

12 Tage (!) nach der ersten Projektvorstellung vom 25. Oktober 2008 die Zusam-

menarbeit mit der Klägerin bereits am 6. November 2008 (vgl. dazu act. 3/33) be-

endete; und zwar nachdem diese (die Beklagte) sich zuvor äusserst wohlwollend 

über die Arbeit der Klägerin geäussert hatte. So etwa noch im Protokoll vom 

17. Juli 2008, wo grundsätzlich von ausgewogenen und interessant gestalteten 

Projekten die Rede ist (act. 3/13). Wäre die Arbeit der Klägerin dermassen un-

tauglich gewesen, wie dies die Beklagte erst nachträglich in der Klageantwort – 

mit dem (wiederum pauschalen) Hinweis, die Klägerin habe am Markt vorbei ge-

plant und sei anscheinend nicht fähig, vernünftig vermarktbare Häuser zu entwer-

fen (vgl. dazu act. 11 S. 16 und S. 20) – schildert, so hätte sie wohl weder die Be-

reitschaft erklärt, weiterhin mit ihr, der Klägerin, zusammen zu arbeiten (vgl. dazu 

act. 3/33 und act. 3/45) noch die Ausrichtung einer Entschädigung im Ausmass 

von immerhin CHF 35'000.– in Aussicht gestellt (vgl. act. 3/41 und act. 11 S. 14). 

Entsprechend gab es seitens der Beklagten gegenüber der Klägerin vorprozessu-

- 13 - 

al – soweit ersichtlich – auch keinerlei Beanstandungen. In diesem Zusammen-

hang ist zu berücksichtigen, dass es sich bei der Beklagten immerhin um eine in 

Bausachen fachkundige Partei handelt. Umso weniger ist verständlich, dass die 

Beklagte die Klägerin derart lange hinsichtlich des strittigen Projekts arbeiten 

liess. Wenn ihr etwas nicht gepasst hätte, hätte sie (die Beklagte) die Klägerin viel 

früher entsprechend abmahnen können und müssen. Stattdessen liess sie die 

Klägerin weiter arbeiten, um dann, als sich ein Verkauf nach der ersten Projekt-

vorstellung nicht sofort realisieren liess, die Zusammenarbeit mit ihr umgehend zu 

künden.  

 4.2.1. Auch bei einem Werkvertrag sind die Interessen der Gegenpartei ge-

mäss Art. 2 Abs. 1 ZGB nach guten Treuen zu wahren (HUGUENIN, OR AT und 

BT, Zürich 2012, N 3147 mit weiteren Verweisen). Wäre vorliegend – wie die Be-

klagte geltend macht – die Ausrichtung einer Entschädigung tatsächlich an die 

Bedingung der Realisierung des Projekts geknüpft gewesen, so müsste sich die 

Beklagte diesbezüglich ein treuwidriges Verhalten anlasten lassen, indem sie die 

Zusammenarbeit mit der Klägerin nur wenige Tage nach der erwähnten Projekt-

vorstellung ohne Not (bzw. ohne die für eine entsprechende Realisierung nötige 

Zeit dafür einzuräumen) beendete und mit diesem Verhalten den Eintritt der Be-

dingung zu Ungunsten der Klägerin verhinderte. Gerade bei grösseren Bauprojek-

ten/Bauvorhaben (Überbauung mit mehreren Häusern) ist bekanntlich genügend 

Zeit – jedenfalls deutlich mehr als 12 Tage – für einen allfälligen Verkauf einzu-

rechnen. 

 Die Beklagte vermochte diesbezüglich insbesondere auch keine wichtigen 

Gründe für die von ihr vorgenommene Auflösung nennen. Nach Lehre und Recht-

sprechung liegt ein wichtiger Grund für eine (ausserordentliche) Kündigung eines 

Vertragsverhältnisses grundsätzlich dann vor, wenn einer Vertragspartei wegen 

veränderter Umstände nicht mehr zugemutet werden kann, den Vertrag weiterzu-

führen. Eine allgemeine Definition des wichtigen Grundes existiert nicht. Das Ge-

richt beurteilt im Einzelfall nach seinem Ermessen (Art. 4 ZGB), ob ein solcher 

vorliegt. Aus der Rechtsprechung ergibt sich, dass das Vorliegen eines wichtigen 

Grundes etwa bejaht wird bei Gefährdung oder Erschwerung der Erreichung des 

Vertragszweckes durch eine Vertragspartei oder beim Wegfall wesentlicher Vo-

- 14 - 

raussetzungen persönlicher oder sachlicher Art (vgl. dazu BGE 4P.172/1999 vom 

17. Februar 2000, BGE 120 II 155 ff., E 3 sowie HUGUENIN, a.a.O., N 797 und 

798). Wenn sich die Beklagte hinsichtlich der Auflösung der mit der Klägerin ein-

gegangenen Zusammenarbeit nur wenige Tage nach der ersten Projektpräsenta-

tion lediglich auf fehlendes Interesse der Käuferschaft beruft, so fehlt es offen-

sichtlich an einem rechtsrelevanten wichtigen Grund im Sinne der vorstehenden 

Erwägungen.  

 4.2.2. Dies bedeutet, dass das Vertragsverhältnis zwischen den Parteien mit 

dem Schreiben der Beklagten vom 6. November 2008 (act. 3/33) zwar gültig auf-

gelöst worden ist; damit verbunden ist aber – wie oben erwähnt – auch die treu- 

und damit rechtswidrige Verhinderung des Eintritts der von der Beklagten geltend 

gemachten Bedingung der Projektrealisierung. Selbst wenn also eine solche Be-

dingung zwischen den Partien vereinbart worden wäre, könnte die Beklagte dar-

aus hinsichtlich einer allfälligen Entschädigung an die Klägerin nichts zu ihren 

Gunsten ableiten, da sie (die Beklagte) durch ihr treuwidriges Verhalten (ohne 

wichtigen Grund) den Eintritt dieser Bedingung verunmöglicht hat.  

 4.3.1. Vor diesem Hintergrund kommt in rechtlicher Hinsicht Art. 377 OR zur 

Anwendung, wonach ein Rücktritt vom Vertrag durch den Besteller (hier Beklagte) 

nur gegen Vergütung der bereits geleisteten Arbeit und gegen volle Schadloshal-

tung des Unternehmers (hier Klägerin) möglich ist. Infolge des Rücktritts hat der 

Besteller dem Unternehmer sämtliche bereits erbrachten Aufwendungen für die 

Vertragserfüllung zu vergüten. Berechnungsgrundlage bildet zunächst der ver-

traglich vereinbarte Preis. Mangels eines solchen ist (auch hier) nach Art. 374 OR 

vorzugehen (vgl. dazu BSK OR I-ZINDEL/PULVER, a.a.O., N 13 ff. zu Art. 377 sowie 

GAUCH, a.a.O., Rz. 522 ff., je mit weiteren Verweisen auf Lehre und Rechtspre-

chung). 

 4.3.2. Wenn auch in diesem Zusammenhang letztlich auf Art. 374 OR abzu-

stellen ist, so gilt das vorstehend zum Fachrichtervotum Ausgeführte hier analog. 

Demgemäss ist – wie gezeigt – so oder anders (d.h. unabhängig davon, ob eine 

Entschädigung nur an die Bedingung Landerwerb durch die Beklagte oder zusätz-

lich auch noch an die Realisierbarkeit des Projekts geknüpft worden ist) davon 

- 15 - 

auszugehen, dass die Beklagte die Klägerin für deren Leistungen für das Projekt 

E._____ mit einem Betrag von CHF 37'800.– (inkl. MWST) zu entschädigen hat. 

 5. Zusammenfassend obsiegt die Klägerin mit der Klage weitgehend. Die 

geltend gemachten Zinsen sind ebenfalls ausgewiesen (vgl. act. 3/52) und ent-

sprechend zuzusprechen. 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 1. Die Prozesskosten, bestehend aus Gerichtskosten und Parteientschädi-

gung, werden der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Höhe 

der Gerichtsgebühr bestimmt sich nach der Gebührenverordnung des Oberge-

richts vom 8. September 2010 (Art. 96 ZPO i.V.m. § 199 Abs. 1 GOG), die Höhe 

der Parteientschädigung nach der Verordnung über die Anwaltsgebühren glei-

chen Datums (Art. 96 ZPO i.V.m. § 48 Abs. 1 lit. c und Abs. 2 des zürcherischen 

Anwaltsgesetzes vom 17. November 2003). Sowohl die Gerichtsgebühr als auch 

die Parteientschädigung richten sich in erster Linie nach dem Streitwert bzw. nach 

dem Streitinteresse (§ 2 Abs. 1 lit. a GebV OG; § 2 Abs. 1 lit. a AnwGebV). Bei 

weiteren Verhandlungen werden zusätzlich zur Grundgebühr Zuschläge berech-

net (§ 4 Abs. 1 und 2 GebV OG; § 4 Abs. 1 und § 11 Abs. 2 AnwGebV).  

 Die Gerichtsgebühr und die Parteientschädigung sind unter Berücksichti-

gung der Durchführung einer Vergleichsverhandlung auf 100% zu veranschlagen. 

Der Streitwert wird gemäss Art. 91 Abs. 1 ZPO in erster Linie durch das Rechts-

begehren bestimmt. Ausgehend von einem hier anwendbaren Streitwert von 

CHF 48'000.– ist die Gerichtsgebühr auf CHF 5'500.–- festzusetzen. Die Partei-

entschädigung beläuft sich insgesamt auf CHF 9'000.–. 

 2.1. Die Klägerin obsiegt mit rund vier Fünfteln des Klagebetrages, weshalb 

es sich rechtfertigt, die Kosten der Klägerin zu einem Fünftel (CHF 1'100.–) und 

der Beklagten zu vier Fünfteln (CHF 4'400.–) aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 2 ZPO). 

Die Beklagte ist zudem zu verpflichten, der Klägerin eine reduzierte Parteient-

schädigung von drei Fünfteln, mithin CHF 5'400.– zu bezahlen.  

- 16 - 

 2.2. Die Kosten sind vorab aus dem von der Klägerin geleisteten Kostenvor-

schuss zu decken. Für die der Beklagten auferlegten Kosten ist der Klägerin mit 

Bezug auf die Kosten, die den von ihr zu übernehmenden Kostenanteil von einem 

Fünftel übersteigen, das Rückgriffsrecht auf die Beklagte einzuräumen. 

Das Handelsgericht erkennt: 

1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 37'800.–, zuzüglich Zins zu 

5% seit 29. Juli 2010 zu bezahlen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 5'500.–. 

3. Die Gerichtskosten werden zu 1/5 der Klägerin und zu 4/5 der Beklagten 

auferlegt und aus dem von der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss ge-

deckt. Für die der Beklagten auferlegten Kosten wird der Klägerin mit Bezug 

auf die Kosten, die den von ihr zu übernehmenden Kostenanteil von einem 

Fünftel übersteigen, das Rückgriffsrecht auf die Beklagte eingeräumt. 

4. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine reduzierte Parteientschädi-

gung von CHF 5'400.– zu bezahlen. 

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien. 

6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb 

von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). Der Streit-

wert beträgt CHF 48'000.–. 

 

- 17 - 

Zürich, 15. Dezember 2014 
 

Handelsgericht des Kantons Zürich 
 

Vorsitzender: 
 
 
 

Peter Helm 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

Katja Diethelm 
 

	Urteil vom 15. Dezember 2014
	
	Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
	1. Die Prozesskosten, bestehend aus Gerichtskosten und Parteientschädigung, werden der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Höhe der Gerichtsgebühr bestimmt sich nach der Gebührenverordnung des Obergerichts vom 8. September 2010...
	Die Gerichtsgebühr und die Parteientschädigung sind unter Berücksichtigung der Durchführung einer Vergleichsverhandlung auf 100% zu veranschlagen. Der Streitwert wird gemäss Art. 91 Abs. 1 ZPO in erster Linie durch das Rechtsbegehren bestimmt. Ausgeh...

	Das Handelsgericht erkennt:
	1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin CHF 37'800.–, zuzüglich Zins zu 5% seit 29. Juli 2010 zu bezahlen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 5'500.–.
	3. Die Gerichtskosten werden zu 1/5 der Klägerin und zu 4/5 der Beklagten auferlegt und aus dem von der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss gedeckt. Für die der Beklagten auferlegten Kosten wird der Klägerin mit Bezug auf die Kosten, die den von ihr ...
	4. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine reduzierte Parteientschädigung von CHF 5'400.– zu bezahlen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.
	6. Eine bundesrechtliche Beschwerde gegen diesen Entscheid ist innerhalb von 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff...