# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7569ff5d-7fe4-5f45-a64a-4931ff93a8f7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.06.2010 D-3641/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3641-2010_2010-06-15.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3641/2010/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Daniel Schmid (Vorsitz), Richter Martin Zoller, 
Richter Daniele Cattaneo; 
Gerichtsschreiber Patrick Weber.

A._______, geboren ...,
Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 23. März 2010 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3641/2010

Sachverhalt:

A.
Mit  Eingabe  vom 20.  August  2008  und  22.  Dezember  2008  an  die 
schweizerische Botschaft  in Colombo (Eingang Botschaft: 6. Oktober 
2008 und 30. Dezember 2008) ersuchte der Beschwerdeführer um Be-
willigung der Einreise in die Schweiz und um Gewährung von Asyl. Mit 
Schreiben vom 29. Januar 2009 forderte die Botschaft den Beschwer-
deführer auf, seine Asylbegründung zu ergänzen und Dokumente ein-
zureichen.  Daraufhin  reichte  der  Beschwerdeführer  am  21.  Februar 
2009 eine präzisierende Eingabe ein. Am 23. April 2009 fand im Bot -
schaftsgebäude in Colombo die Befragung statt. 

In  seinen  Eingaben  und  anlässlich  der  Anhörung  machte  der  Be-
schwerdeführer  im  Wesentlichen  geltend,  tamilischer  Ethnie  zu  sein 
und aus X._______ (Distrikt Jaffna) zu stammen. Im Jahre 1999 hätten 
mehrere  Personen  –  darunter  auch  Militärangehörige  –  nachts  das 
Haus der Familie seines Bruders, wo er gewohnt habe, überfallen. Sei-
ne Schwägerin sei  vergewaltigt  worden. Die Angreifer  hätten auf  ihn 
und die drei Kinder der Schwägerin geschossen. Er habe eine Verlet-
zung am Bein erlitten. Die Kinder und die Schwägerin seien gestorben. 
Im Jahre 2007 sei er durch einen damaligen Beteiligten als Augenzeu-
ge des Vorgefallenen erkannt worden. Er sei im November 2007 durch 
das Militär festgenommen und befragt worden. Später sei es ihm ge-
lungen, aus dem Gewahrsam der Sicherheitskräfte zu entkommen und 
sich nach Trincomale zu begeben. Dort  sei  er am 1. März 2008 ent-
führt,  bedroht  und misshandelt  worden. Tags darauf  habe er sich  in 
Spitalpflege  begeben. Nach  der  Entlassung  habe  er  zusammen  mit 
seiner Familie in Y._______ Wohnsitz genommen. Beim IKRK und dem 
UNHCR in Y._______ habe er im erwähnten Zusammenhang Klagen 
eingereicht.  Nachdem  er  auch  in  Y._______  als  Augenzeuge  des 
Vorfalls von 1999 erkannt worden sei, habe er versteckt leben müssen. 
Er habe seine Arbeitsstelle verloren und werde nach wie vor durch die 
Sicherheitskräfte gesucht. 

Auf weitere Einzelheiten des dargelegten Sachverhalts und die im vor-
instanzlichen Verfahren eingereichten Beweismittel wird – soweit ent-
scheidwesentlich – in den Erwägungen eingegangen. 

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B.
Mit  Begleitschreiben vom 27. April  2009 übermittelte  die schweizeri-
sche Botschaft in Colombo dem BFM das Befragungsprotokoll. 

C.
In einer weiteren Eingabe an die Botschaft vom 12. Mai 2009 verwies 
der  Beschwerdeführer  auf  seine  prekäre  Situation  vor  Ort.  Die  Bot-
schaft beantwortete das Schreiben am 26. Mai 2009. 

D.
Mit Eingabe vom 21. Juli 2009 wies der Beschwerdeführer darauf hin, 
dass seine Ehefrau seinetwegen unter Druck gesetzt werde. 

E.
Am 14. Oktober 2009 machte der Beschwerdeführer  erneut  geltend, 
auf den Schutz der Schweiz angewiesen zu sein. 

F.
Mit  Schreiben  eines  in  der  Schweiz  lebenden  Bekannten  vom 
21. Dezember 2009 an das BFM ersuchte der Beschwerdeführer um 
einen  baldigen  Entscheid.  Das  BFM  beantwortete  die  Eingabe  am 
29. Januar 2010. 

G.
Am 18. Februar 2010 (Eingang Botschaft) gab der Beschwerdeführer 
unter anderem eine Kopie des vorstehend erwähnten Schreibens vom 
21. Dezember 2009 zu den Akten. 

H.
Mit  Verfügung vom 23. März  2010 verweigerte  das BFM die Bewilli-
gung zur Einreise in die Schweiz und lehnte das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers  ab. Zur  Begründung  führte  es  aus,  die  angebliche 
Verfolgungsmotivation der Täterschaft aus dem Jahre 1999 sei im ak-
tuellen Zeitpunkt realitätsfremd. Ausserdem habe er auch die angebli-
che Flucht aus deren Gewahrsam im November 2007 nicht nachvoll-
ziehbar geschildert. Ferner sei er im Jahre 2009 nach mehrwöchigem 
Aufenthalt in Indien wieder nach Sri Lanka zurückgekehrt, was eben-
falls  gegen  eine  drohende  asylrelevante  Verfolgung  im  Heimatland 
spreche. Schliesslich  bestehe  auch  in  Berücksichtigung  des  Vorfalls 
vom 1. März 2008 kein Anlass für die Annahme einer aktuellen und re-
levanten Gefährdung des Beschwerdeführers. Die Sicherheitslage im 
Osten des Landes habe sich nach Kriegsende verbessert; zudem wei-

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se er kein Persönlichkeitsprofil auf, das im heutigen Zeitpunkt mit er-
heblicher Wahrscheinlichkeit auf eine Verfolgung schliessen lasse. 

I.
Mit Eingabe an die Botschaft in Colombo vom 27. April 2010 (Eingang 
Botschaft: 7. Mai 2010) beantragte der Beschwerdeführer sinngemäss 
die Aufhebung des angefochtenen Entscheids, die Bewilligung zur Ein-
reise in die Schweiz und die Asylgewährung. Zur Begründung machte 
er geltend, seine Ehefrau sei seinetwegen in Haft genommen worden, 
damit er sich stelle. Mittlerweile sei ihm zu verstehen gegeben worden, 
dass man sie getötet habe. Er habe sich nun ein zweites Mal verheira-
tet. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

2.
2.1 Der  Zeitpunkt  der  Eröffnung der  angefochtenen Verfügung steht 
nicht fest (kein Rückschein bei den Akten). Da die Beweislast für die 
Zustellung an die  Partei  der  eröffnenden Behörde obliegt  (vgl.  FRITZ 
GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2. Aufl.,  Bern  1983, S. 61),  ist 
zugunsten  des  Beschwerdeführers  davon auszugehen,  dass  die  am 
7. Mai 2010 bei der Vorinstanz eingegangene Beschwerde rechtzeitig 
erfolgt ist.

2.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-
nommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, hat 

ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 

Änderung und ist  daher  zur  Einreichung der  Beschwerde legitimiert. 

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Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten 

(Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 

und Art. 52 VwVG).

3.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

4.
Amtssprachen des Bundes sind das Deutsche, Französische und Ita-
lienische (vgl. Art.  70  Abs. 1  der  Bundesverfassung der  Schweizeri-
schen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). Aus pro-
zessökonomischen  Gründen  ist  vorliegend  indes  auf  die  Nachforde-
rung einer Übersetzung der englischsprachigen Eingabe zu verzichten. 

5.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde von der Durchführung des 
Schriftenwechsels abgesehen. 

6.  
6.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu letzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei -
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (vgl. Art. 3 AsylG).

6.2 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ableh-

nen,  wenn  die  asylsuchenden  Personen  keine  Verfolgung  glaubhaft 

machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemu-

tet werden kann. Glaubhaft machen heisst, wenn die Behörde ihr Vor-

handensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält. 

Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punk-

ten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder  ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art.  52 

Abs. 2 AsylG).

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6.3 Gemäss Art.  20 Abs.  2 AsylG bewilligt  das BFM Asylsuchenden 

die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zuge-

mutet  werden  kann,  im  Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben 

oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen.  Gestützt  auf  Art.  20  Abs.  3 

AsylG  kann  das  eidgenössische  Justiz-  und  Polizeidepartement 

(EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die 

Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare 

Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach 

Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe.

6.4 Bei  diesem Entscheid  gelten restriktive Voraussetzungen für  die 

Erteilung einer Einreisebewilligung, wobei den Behörden ein weiter Er-

messensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im 

Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur 

Schweiz,  die Möglichkeit  der Schutzgewährung durch einen anderen 

Staat,  die Beziehungsnähe zu anderen Staaten,  die praktische Mög-

lichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche so-

wie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkei-

ten in Betracht  zu ziehen (vgl.  Entscheidungen und Mitteilungen der 

Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2.e-g 

S. 131 ff.;  die dort  akzentuierte Praxis hat nach bloss redaktionellen 

Änderungen bei  der  letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie 

vor Gültigkeit).

7.  
7.1 Aufgrund der angegebenen Herkunft des Beschwerdeführers dürf-

ten seine Vorbringen,  soweit  sie sich auf  die damaligen allgemeinen 

kriegerischen Auseinandersetzungen vor Ort  beziehen,  durchaus der 

Realität entsprechen. Hingegen bestehen bereits gewisse Zweifel da-

ran,  dass  er  tatsächlich  Zeuge  eines  Vorfalls,  wie  er  sich  im  Jahre 

1999 abgespielt haben soll, wurde. So machte ihn die Befragungsper-

son bei der Anhörung auf gewisse Unstimmigkeiten in seinen Vorbrin-

gen aufmerksam; ausserdem weisen letztere kaum Realkennzeichen 

auf  (S.  6 des Befragungsprotokolls).  Unbesehen dieser Sachlage ist 

die angebliche Verfolgungsmotivation der Täterschaft  den Beschwer-

deführer  betreffend aufgrund des Zeitablaufs im Sinne der  ausführli-

chen vorinstanzlichen Erwägungen ohnehin  nicht  glaubhaft.  Da sich 

der Beschwerdeführer in der Rekurseingabe dazu nicht äussert, kann 

vollumfänglich auf die entsprechenden Ausführungen des BFM verwie-

sen werden. Anzufügen ist ferner, dass der Beschwerdeführer kein po-

litisches Engagement geltend macht und darlegt, seitens der LTTE kei-

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ne Probleme gehabt zu haben (S. 5 des Protokolls). Eine zielgerichte-

te  Verfolgung  durch  die  Sicherheitskräfte  ist  mithin  auch  in  diesem 

Lichte  besehen  nicht  glaubhaft.  Abgesehen  davon  war  es  ihm  bei-

spielsweise schon im April 2009 möglich, ohne Probleme nach Colom-

bo zu gelangen (Protokoll S. 10). Hingegen dürfte aufgrund des einge-

reichten "Diagnosis Ticket" und der Fotos feststehen, dass er bei ei-

nem Übergriff  durch unbekannte Täter tatsächlich Verletzungen erlitt. 

Dieser soll sich aber am 1. März 2008 und mithin vor mehr als zwei 

Jahren ereignet haben. In der Beschwerde äussert er erneut seine Be-

fürchtung  vor  Entführungen,  reicht  in  diesem  Zusammenhang  aber 

bloss Zeitungsausschnitte  betreffend zweier  solcher  Ereignisse,  wel-

che mit  seiner Person offenbar nichts zu tun haben, ein. Auch wenn 

die vom BFM gegenwärtig für besser erachtete Sicherheitslage im Os-

ten nach wie vor angespannt sein dürfte, ist in Würdigung der erwähn-

ten Umstände die vom Beschwerdeführer aktuell nach wie vor geltend 

gemachte Gefährdung zu relativieren. So befinden sich in den Akten 

Kopien aus seinem Reisepass, welcher ihm am 25. März 2009 ausge-

stellt wurde. Ferner war es ihm möglich, ein Touristenvisum für Indien 

zu beschaffen. Damit würde sich selbst unter der Annahme, er sei in 

Sri Lanka aktuell relevant gefährdet, unter Umständen die Frage, ob er 

tatsächlich  auf  den  Schutz  der  Schweiz  angewiesen  wäre,  stellen. 

Nach dem Gesagten ist aber davon auszugehen, dass er aktuell nicht 

unmittelbar  an  Leib  und  Leben  gefährdet  erscheint.  An  dieser  Ein-

schätzung vermögen die weiteren Beschwerdevorbringen nicht zu än-

dern.  Zwar  führt  er  an,  man habe  seine  vormalige  Ehefrau  getötet, 

nachdem sie  seinetwegen unter  Druck  gesetzt  worden sei.  Da aber 

sein  Persönlichkeitsprofil  so,  wie  er  es  dargestellt  hat,  nicht  auf  ein 

zielgerichtetes  Verfolgungsinteresse  der  Sicherheitskräfte  schliessen 

lässt,  mutet  das  allfällige  Ableben  der  Gattin  unter  den  geltend  ge-

machten  und  zudem  vage  formulierten  Umständen  eher  konstruiert 

und mithin nicht glaubhaft an. Dies umso weniger, als er gemäss den 

von ihm gewählten Formulierungen den Eindruck erweckt, bereits wie-

der  geheiratet  zu  haben.  Auch  in  Berücksichtigung  dieser  Faktoren 

entsteht nicht das Bild einer Person, welche wegen einer akuten Ge-

fährdung auf den Schutz der Schweiz angewiesen ist. 

7.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  sodann  im  Grundsatzurteil 

BVGE 2008/2  eine Lageanalyse betreffend Sri  Lanka vorgenommen 

und  gelangte  dabei  zum  Schluss,  dass  sich  die  allgemeine  Sicher-

heitslage seit Januar 2006 insgesamt, insbesondere aber in Colombo, 

kontinuierlich  verschlechtert  habe.  Seit  Ergehen  dieses  Urteils  am 

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14. Februar 2008 hatte sich der bewaffnete Konflikt zwischen der Re-

gierung und der LTTE weiter zugespitzt. Nach der Rückeroberung des 

letzten von der LTTE kontrollierten Gebietes im Raum Mullaitivu wurde 

am 18. Mai 2009 seitens der Regierung der endgültige Sieg über die 

LTTE verkündet und der Bürgerkrieg offiziell für beendet erklärt. Nach 

dieser Niederlage der LTTE haben die srilankischen  Behörden – na-

mentlich im Grossraum Colombo – die Sicherheitsmassnahmen nicht 

gelockert. Daher laufen gerade junge Männer Gefahr, überall und je-

derzeit von srilankischem Sicherheitspersonal einer minuziösen Perso-

nenkontrolle unterzogen und öfters auch für  eingehendere Abklärun-

gen auf den Posten mitgenommen oder in ein Armeecamp beordert zu 

werden. Die sogenannten „Anti-Terrormassnahmen“ werden im Raum 

Colombo – unbesehen der Rügen des Supreme Courts – als repressi-

ves Instrument gegen befürchtete Infiltrationen tamilischer Separatis-

ten angewandt.  Diesen Massnahmen, denen ein Grossteil der tamili-

schen Bevölkerung im ganzen Land und ebenso auch in Colombo aus-

gesetzt  ist,  kommt indes aufgrund mangelnder Intensität  kein Verfol-

gungscharakter im Sinne von Art. 3 AsylG zu. Entsprechend vermögen 

die  weiteren Ausführungen des Beschwerdeführers  in  den Eingaben 

zur  generellen  Gefährdungssituation  nicht  zur  Anerkennung  der 

Flüchtlingseigenschaft  zu führen. Er konnte mithin  nicht substanziiert 

dartun, inwiefern das BFM zu Unrecht geschlossen habe, er sei nicht 

schutzbedürftig im Sinne des AsylG. 

8.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer keine 
Verfolgung im Sinne von Art. 3  AsylG glaubhaft  machen konnte und 
nicht als Flüchtling anerkannt werden kann. Aufgrund der vorstehen-
den Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen ein-
zugehen, da sie am festgestellten Ergebnis nichts zu ändern vermö-
gen. Das BFM hat demnach zu Recht die Einreise in die Schweiz nicht 
bewilligt und das Asylgesuch abgelehnt.

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen.

10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 

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dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-
waltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art. 63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  6  Bst. b  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist vorliegend jedoch auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung der schweizerischen Ver-
tretung in Colombo (per EDA-Kurier)

- die schweizerische Vertretung in  Colombo (Ref.-Nr. _______),  mit 
der Bitte  um Eröffnung des Urteils  an den Beschwerdeführer und 
um Zustellung der beiliegenden Empfangsbestätigung an das Bun-
desverwaltungsgericht (per EDA-Kurier; in Kopie)

- das  BFM,  Abteilung  Asylverfahren,  mit  den  Akten  Ref.-Nr. 
N _______ (per Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Patrick Weber

Versand:

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