# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** de780456-c7f1-59ba-b97a-7276fdfaa250
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-02-19
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 19.02.2014 BB.2013.107
**Docket/Reference:** BB.2013.107
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2013-107_2014-02-19

## Full Text

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO).;;Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO).;;Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO).;;Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO).

Beschluss vom 19. Februar 2014 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Tito Ponti und Cornelia Cova,  

Gerichtsschreiber Martin Eckner  

   
 

Parteien 

  

A. S.A., vertreten durch Rechtsanwälte Tobias Zu-

berbühler und Michael Lazopoulos, 

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT, Zweigstelle Zürich, 

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung  

(Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2013.107 

 

 

 

- 2 - 

 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Thema des vorliegenden Verfahrens ist, ob A. S.A. (nachfolgend "Anzeige-

erstatterin") Verfahrensrechte vorenthalten worden seien (Privatklägerstel-

lung, Akteneinsicht, etc.).  

 

A. S.A. reichte am 22. Dezember 2011 Strafanzeige ein wegen Betrugs, 

Veruntreuung, Geldwäscherei, Urkundenfälschung etc. und zwar gegen B., 

C., D., E. SA, F. Holding (G. Holding) und Unbekannt. A. S.A. reichte die 

Anzeige bei der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich für H. ein, einem 

von A. S.A. verwalteten Fond. Zugleich beantragte sie, sämtliche Bankkon-

ten und Bankdepots der Verzeigten zu beschlagnahmen und Verfügungs-

sperren anzuordnen.  

 

In der Strafanzeige bringt A. S.A. vor, sie sei unter Vorspiegelung falscher 

Tatsachen dazu verleitet worden, von ihrem Konto bei der Bank I. AG 

namhafte Vermögenswerte auf ein Konto der F. Holding bei der Bank J. AG 

zu überweisen, wovon ein Teilbetrag aus H. stammen würde.  

 

Diese Vermögenswerte hätten gemäss dem zwischen A. S.A. und E. SA 

abgeschlossenen Agreement about a Joint Profit Sharing vom 

7. März 2011 (nachfolgend "Agreement") wie auch gemäss den ausdrückli-

chen Zusicherungen von B., C. und D. für ein klar definiertes Investment-

Programm dienen sollen. Tatsächlich seien diese Vermögenswerte jedoch 

ohne Wissen und Zustimmung von A. S.A. zweckentfremdet und nicht wie 

vertraglich vorgesehen für das Investment-Programm verwendet worden 

(vgl. die Darstellung im Entscheid des Bundesstrafgerichts BB.2012.25 

vom 2. Oktober 2012, E. A). 

 

 

B. Am 6. Januar 2012 übernahm die Bundesanwaltschaft (nachfolgend "BA") 

das Zürcher Verfahren und ersuchte A. S.A. am 13. Januar 2012 um weite-

re Unterlagen. Am 7. Februar 2012 verfügte die BA, auf die Anzeige hin 

keine Strafuntersuchung zu eröffnen (sog. Nichtanhandnahme), wogegen 

sich A. S.A. beschwerte. Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

hiess die Beschwerde gut: Zwar kann ein Betrug ausgeschlossen werden, 

hinsichtlich der Veruntreuung erfolgte jedoch die Nichtanhandnahme zu 

Unrecht. Der Entscheid liess offen, ob Hinweise auf Geldwäscherei oder 

Urkundenfälschung vorliegen (Entscheid des Bundesstrafge-

richts BB.2012.25 vom 2. Oktober 2012, E. 4.11, 5.4 und Dispositiv Ziff. 2).  

- 3 - 

 

 

Die BA eröffnete daraufhin am 2. Oktober 2012 das Strafverfahren 

SV.12.0021 und ersuchte A. S.A. am 8. November 2012 um das Original 

des Agreements und weitere Dokumente, namentlich revidierte Buchhal-

tungsunterlagen (act. 1.17). A. S.A. reichte diesbezüglich am 

20. Dezember 2012 Unterlagen ein, mit Schreiben vom 11. März 2013 

auch beglaubigte Kopien aus dem luxemburgischen Strafverfahren 

(act. 1.4; act. 7.1 Beilage 10).  

 

 

C. Bereits zuvor, am 23. Juni 2011, eröffnete die BA im gleichen Sachver-

haltskomplex das Strafverfahren SV.11.0144. Dies gestützt auf Meldungen 

der Bank J. AG. Ermittelt wird der Vorwurf der qualifizierten Geldwäscherei: 

Die Beschuldigten sollen arbeitsteilig nach einem gemeinsamen Tatplan 

verschiedene Bankbeziehungen in der Schweiz und im Ausland dazu be-

nutzt haben, die mutmasslich verbrecherische Herkunft des auf ein Bank-

konto der F. Holding bei der Bank J. AG in Zürich eingegangenen namhaf-

ten Betrags zu verschleiern, um seine Einziehung zu vereiteln. Die Ver-

schleierung sei mittels verschiedener Transaktionen und Handlungen er-

folgt: Devisengeschäften, Übertragungen auf Konten von Briefkastenfir-

men, Falschangaben bezüglich der wirtschaftlich Berechtigten von Bank-

beziehungen und Scheinanlagegeschäften. Fingierte Verträge hätten 

Transfers vor den Banken legitimieren sollen (act. 1.16 S. 1 Ziff. 1.1).  

Weiter ermittelten (nach Einschätzung der BA seit November 2011, act. 7 

S. 17 Ziff. 7) auch die luxemburgischen Strafbehörden gegen E. SA, B. und 

die Verantwortlichen von A. S.A. sowie K. Untersucht würden im Zusam-

menhang mit dem Vertrieb von H. Tatbestände des Betrugs, Vertrauens-

bruchs und der Geldwäscherei (act. 7.1 Beilage 21 S. 3 Bericht der Bun-

deskriminalpolizei [BKP] vom 28. März 2013 mit Hinweis auf die Nachfrage 

der BKP vom 15. März 2013 in Luxemburg; act. 7.1 Beilage 22 Commissi-

on rogatoire vom 29. März 2012). 

 

 

D. Die weitere Prozessgeschichte der Verfahren SV.11.0144/SV.12.0021 ist 

hier insoweit von Interesse, als sie A. S.A. und F. Holding betrifft: 

F. Holding und A. S.A. beantragten jeweils bei der BA Privatklägerstellung 

für beide Verfahren. F. Holding erlangte sie für das Verfahren SV.11.0144 

und konnte die Verfahrensakten einsehen. Sie erhielt ebenfalls Einblick in 

die wichtigsten Eingaben von A. S.A. des Verfahrens SV.12.0021. Demge-

genüber gelang es A. S.A. in keinem der beiden Verfahren, Privatkläger-

stellung oder Einsicht in Akten zu erlangen. Zum Ganzen kam es wie folgt: 

- 4 - 

 

 

i. A. S.A. schrieb der BA am 19. November 2012, dass sie sich im Ver-

fahren SV.11.0144 als Privatklägerin konstituiere (act. 1.5). Die BA in-

formierte A. S.A. am 11. Februar 2013, dass sie unter anderem die 

F. Holding eingeladen hatte, dazu bis 28. Februar 2013 Stellung zu 

nehmen (act. 1.16 S. 2 Ziff. 1.3 und 1.4).  

 

Am 15. Februar 2013 ersuchte A. S.A. um Auskunft über den Stand 

der Verfahren SV.11.0144 und SV.12.0021 sowie um Einsicht in die 

Akten (act. 1.6). Die BA lehnte dies in ihrer Verfügung vom 

22. Februar 2013 ab, mit Verweis auf das frühe Verfahrensstadium 

(act. 1.7 S. 2 Ziff. 5; act. 7.1 Beilage 24).  

 

A. S.A. erkundigte sich am 12., 15. und 30. April 2013 nach dem Stand 

des Verfahrens und dem Schicksal ihres Akteneinsichtsgesuchs 

(act. 1.11, 1.12). Die BA antwortete am 3. Mai 2013 (act. 1.13), dass 

dieses schon am 22. Februar 2013 abgelehnt worden sei und sie von 

A. S.A. noch die revidierten Jahresrechnungen 2010 und 2011 erwarte. 

Weiter hindere der Widerstand von A. S.A. gegen eine Akteneinsicht 

von F. Holding jene faktisch daran, sich zur Eingabe von A. S.A. vom 

19. November 2012 zu äussern. Daher müsse der Entscheid über die 

Zulassung von A. S.A. als Privatklägerin im Verfahren SV.11.0144 auf-

geschoben werden (act. 1.14 S. 2; act. 1.16 S. 4 Ziff. 3.1; act. 7 S. 26 

Ziff. 14.2). Am 24. Mai 2013 lehnte A. S.A. diese Argumentation ab 

(act. 1.15). 

 

ii. F. Holding wiederum konstituierte sich am 6. und 10. Oktober 2011 als 

Privatklägerin des Verfahrens SV.11.0144 und stellte am 

19. November 2012 ein Gesuch um Akteneinsicht (act. 1.16 S. 2 

Ziff. 1.2; act. 7.1 Beilage 1 Schreiben vom 19. November 2012).  

 

Am 27. Februar 2013 erweiterte F. Holding ihr Gesuch, um auch Ein-

sicht in die Eingaben und Entscheide betreffend A. S.A. zu nehmen 

(act. 1.8). Ohne die Akten zu kennen, sei ihr keine Stellungnahme zur 

Zulassung von A. S.A. als Privatklägerin möglich. F. Holding beantrag-

te im gleichem Schreiben, auch im Verfahren SV.12.0021 als Privat-

klägerin im Straf- und Zivilpunkt zugelassen zu werden (act. 1.8; 

act. 1.16 S. 3 Ziff. 2.3).  

 

Die BA lud am 4. März 2013 unter anderem A. S.A. ein, dazu Stellung 

zu nehmen. A. S.A. beantragte am 7. März 2013, die F. Holding im 

Verfahren SV.12.0021 nicht als Privatklägerin zuzulassen und ihr die 

Akteneinsicht zu verweigern (act. 1.9). 

- 5 - 

 

 

 

Die BA hiess am 6. Juni 2013 den Antrag der F. Holding vom 

27. Februar 2013 auf Akteneinsicht gut, indem sie gewisse Verfah-

rensakten aus dem Verfahren SV.12.0021 (die Strafanzeige von 

A. S.A. samt Beilagen sowie die Akten des Beschwerdeverfahrens 

BB.2012.25/BP.2012.5) in Kopie ins Verfahren SV.11.0144 beizog 

(act. 1.16 Dispositiv Ziffern 1 und 2).  

 

Die Einsicht wurde mit Schreiben vom 31. Juli 2013 vollzogen und der 

F. Holding zugleich nochmals Gelegenheit gegeben, zur Konstituierung 

von A. S.A. als Privatklägerin im Verfahren SV.11.0144 Stellung zu 

nehmen (act. 7.1 Beilage 4). F. Holding sah in der Folge die Voraus-

setzungen einer Privatklägerstellung für A. S.A. als nicht erfüllt an 

(act. 20.1 Stellungnahme vom 12. September 2013). 

 

 

E. Am 22. Juli 2013 erhob A. S.A. Beschwerde (act. 1), deren Anträge nach 

der Replik wie folgt lauten:  
 

"1. Die Bundesanwaltschaft sei unter Fristansetzung anzuweisen, der Beschwerde-

führerin Parteistellung als Privatklägerin im Verfahren SV.11.0144 und 

SV.12.0021 zu gewähren. 
 

2. Die Bundesanwaltschaft sei unter Fristansetzung anzuweisen, die Untersu-

chung des Verfahrens SV.12.0021 ohne Einforderung weiterer Dokumente von 

der Beschwerdeführerin und ohne weitere Verzögerungen unverzüglich fortzu-

setzen. 
 

3. Die Bundesanwaltschaft sei unter Fristansetzung anzuweisen, der Beschwerde-

führerin volle Einsicht in die Akten der Verfahren SV.11.0144 und SV.12.0021 

zu gewähren; eventualiter sei das Akteinsichtsrecht zu beschränken. 
 

4. Die Bundesanwaltschaft sei anzuweisen, die beiden Verfahren SV.11.0144 und 

SV.12.0021 zu vereinigen. 
 

5. Der Antrag der Beschwerdegegnerin auf Beiladung der F. Holding zum Be-

schwerdeverfahren sei abzuweisen (Antrag Ziff. 2 der Beschwerdeantwort vom 

23. August 2013).  
 

6. Es seien die Kosten für dieses Beschwerdeverfahren auf die Bundeskasse zu 

nehmen und der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung zuzusprechen." 

 

Eingeladen zur Beschwerdeantwort, beantragt die BA am 23. August 2013, 

die Beschwerde sei abzuweisen soweit darauf einzutreten sei. Ferner sei 

F. Holding als Privatklägerin des Verfahrens SV.11.0144 beizuladen (act. 7 

und 8). In der Replik vom 30. September 2013 vervollständigte die Anzei-

geerstatterin ihre Anträge zur obigen Fassung (act. 15). Die Replik wurde 

der BA zur Kenntnis zugestellt (act. 16), worauf sie unaufgefordert Duplik 

anmeldete (act. 17, 10. Oktober 2013); diese ging dem Gericht am 

31. Oktober 2013 zu (act. 20) und wurde der Gegenpartei zur Kenntnis zu-

gestellt (act. 21). Die Anzeigeerstatterin reichte daraufhin am 

- 6 - 

 

 

13. November 2013 unaufgefordert eine Triplik ein, die der Gegenpartei 

zugestellt wurde (act. 23). 

 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten 

wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen 

eingegangen.  

 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft 

kann bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde er-

hoben werden (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG). Zur 

Beschwerde berechtigt ist jede Partei oder jeder andere Verfahrensbeteilig-

te mit einem rechtlich geschützten Interesse an der Aufhebung oder Ände-

rung des angefochtenen Entscheides (Art. 382 Abs. 1 i.V.m. Art. 105 

Abs. 2 StPO; GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafpro-

zessordnung, Berner Diss., Zürich/St. Gallen 2011, N. 247 ff.; PIQUE-

REZ/MACALUSO, Procédure pénale suisse, 3.
 
Aufl., Genf/Zürich/Basel 2011, 

N. 1911).  

 

Die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide ist 

innert zehn Tagen schriftlich und begründet einzureichen (Art. 396 

Abs. 1 StPO). Nach Art. 396 Abs. 2 StPO sind Beschwerden wegen 

Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung an keine Frist gebunden. Mit 

einer Beschwerde können Rechtsverletzungen gerügt werden, einschliess-

lich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweigerung 

und Rechtsverzögerung (Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO), sowie die unvollstän-

dige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (Art. 393 

Abs. 2 lit. b StPO) und die Unangemessenheit (Art. 393 Abs. 2 lit. c StPO).  

 

1.2 Die Anzeigeerstatterin beantragt für beide Verfahren, dass ihr die BA als 

Privatklägerin Parteistellung und Akteneinsicht gewähre. Sie verlangte zu-

vor mehrfach ihre Zulassung als Privatklägerin. Ob ein Akteneinsichtsrecht 

besteht ist eine Folgefrage dessen. Die Anzeigeerstatterin ist demnach zur 

Rechtsverzögerungsbeschwerde legitimiert. Insoweit ist auf die Beschwer-

de einzutreten. 

 

- 7 - 

 

 

1.3 Jedoch ist auf Antrag 2 der Beschwerde ganz und auf Antrag 4 (dazu un-

tenstehende Erwägung 3.2) teilweise nicht einzutreten. Der BA kann vorlie-

gend nicht vorgeschrieben werden, wie sie das Verfahren zu führen hat. 

Für die Breite der Untersuchung kann dies die Beschwerdekammer gar 

nicht beurteilen. Vielmehr behält die BA die Verfahrensleitung für alle Ange-

legenheiten, die in ihre eigene Zuständigkeit fallen (BGE 137 IV 215 E. 2.4; 

Entscheide des Bundesstrafgerichts BB.2012.33 vom 13. Juni 2012, E. 1.3; 

BB.2005.4 vom 27. April 2005, E. 6 "es ist nicht Aufgabe der Beschwerde-

kammer, der Bundesanwaltschaft die Verantwortung für die Führung der 

Untersuchung abzunehmen"). 

 

Dies entspricht grundsätzlichen Überlegungen – der Beschwerdeinstanz 

gebietend, sich bei allgemeinen Weisungen an die Strafverfolgungsbehör-

de zurückzuhalten (KELLER, Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-

zessordnung, Zürich 2010, Art. 397 N. 9; auch in diesem Sinne zu verste-

hen: Urteil des Bundesgerichts 1B_138/2013 vom 24. September 2013, 

E. 4.4 zum Ausstandsverfahren; SCHMID, Handbuch des Schweizerischen 

Strafprozessrechts, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, N. 347 "Aus Gründen 

der Gewaltentrennung darf dieses Weisungs- und Auftragsrecht von den 

Gerichten nur zurückhaltend eingesetzt werden."; GUIDON, Die Beschwerde 

gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, 

N. 557 f.).  

 

 

2. Zunächst ist abermals "festzuhalten, dass im vorliegenden Verfahren keine 

allfällige Strafbarkeit der Anzeigeerstatterin zu prüfen ist. Soweit die Be-

schwerdegegnerin diesbezüglich Anhaltspunkte geltend macht, ist sie nicht 

zu hören. Die Darstellungen der Anzeigeerstatterin sind in jedem Fall ein-

gehend zu prüfen, ob ihr selbst in Bezug auf den angezeigten Sachverhalt 

allenfalls ein strafrechtliches Verhalten angelastet werden kann, ändert 

nichts am Umstand, dass auch sie Anzeige einreichen und Geschädigte 

sein kann" (Entscheid des Bundesstrafgerichts BB.2012.25 vom 

2. Oktober 2012, E. 3.1).  

 

3.  

3.1 Zur Garantie eines gerechten Verfahrens nach Art. 29 Abs. 1 BV gehören 

der Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist und das Verbot 

der Rechtsverzögerung. Entsprechende Garantien ergeben sich aus Art. 6 

Ziff. 1 EMRK. Sie gelten in allgemeiner Weise für sämtliche Sachbereiche 

und alle Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsbehörden. Überdies kon-

kretisiert Art. 5 StPO das Beschleunigungsgebot für den Bereich des Straf-

rechts. Danach nehmen die Strafbehörden Strafverfahren unverzüglich an 

- 8 - 

 

 

die Hand und bringen sie ohne unbegründete Verzögerung zum Abschluss 

(Urteile des Bundesgerichts 1B_549/2012 vom 12. November 2012, E. 2.3; 

1B_208/2012 vom 22. Juni 2012, E. 2; grundlegend BGE 103 V 90). 

3.2 Vorab ist das Verhältnis zwischen den beiden angesprochenen Verfahren 

zu klären. Beide untersuchen den Transfer des namhaften Betrags von der 

Bank I. AG zur damaligen Bank J. AG (act. 7 S. 4 Ziff. 3.1 und obige Erwä-

gung A; act. 7 S. 5 Ziff. 4.1). Der Tatverdacht weise "jedoch in den beiden 

erwähnten Verfahren eine unterschiedliche rechtliche Charakteristik auf": 

Einmal (SV.12.0021) gehe es um das Anvertrauen von Vermögenswerten, 

einmal (SV.11.0144) um die Tathandlung einer Geldwäscherei. Die Anzei-

geerstatterin könne nur dann durch eine Vortat einen Schaden erlitten ha-

ben, wenn die angezeigte Veruntreuung bereits abgeschlossen gewesen 

wäre, was aber nicht der Fall sei. Es komme der Anzeigeerstatterin deshalb 

keine Privatklägerstellung zu (act. 7 S. 7 Ziff. 6 für SV.11.0144, act. 7 S. 29 

Ziff. 5.1 für SV.12.0021). Eine Vereinigung bedeutete überdies, dass die 

F. Holding in ein und demselben Verfahren zugleich geschädigte und ver-

dächtigte Person würde (act. 1.16 S. 6 Ziff. 6.3).  

Wie hier Verfahren nach Rechtsfragen zu scheiden, überzeugt nicht. Ge-

mäss Rechtsprechung ist denn auch der untersuchte Lebenssachverhalt 

massgeblich (TPF 2009 125 E. 3.2). Dieser ist in beiden Verfahren wie 

dargestellt identisch. Es ist Aufgabe der Verfahrensleitung, den im Unter-

suchungsverlauf sich verändernden Parteirollen gerecht zu werden. Auch 

dass dabei jeder Beteiligte andere Tatbestände erfüllen mag, rechtfertigt 

keine Verfahrensmehrungen. Solche bergen neben weiteren Nachteilen die 

Gefahr, Parteirechte zu verletzen (so schon der zitierte Entscheid; zutref-

fend auch die Replik in act. 15 S. 11 N. 29/31). Um dies zu vermeiden, sind 

die beiden Verfahren mindestens als eine Einheit zu führen, besser jedoch 

zu vereinen (vgl. obige Erwägung 1.3 dazu, warum dies nicht formell im 

Dispositiv anzuordnen ist).  

3.3 Entgegen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin (act. 7 S. 4 Ziff. 2.1, 

S. 18 Ziff. 3; siehe auch act. 7 S. 21 Ziff. 2/4) ist die Parteistellung der An-

zeigeerstatterin nicht zweifelhaft. Bereits Erwägung 1.2 des Entscheids des 

Bundesstrafgerichts BB.2012.25 vom 2. Oktober 2012 stellte im Verfahren 

SV.12.0021 die Privatklägerschaft der Anzeigeerstatterin fest 

(vgl. demgegenüber act. 7 S. 29 Ziff. 5.1).  

3.3.1 Derjenigen Geschädigten, die an ihren Rechten unmittelbar betroffen ist, 

stehen die zur Wahrung ihrer Interessen erforderlichen Verfahrensrechte 

einer Partei zu (Art. 105 Abs. 1 lit. a i.V.m. Absatz 2 derselben StPO-

Bestimmung; Art. 115 Abs. 1 StPO).  

- 9 - 

 

 

Die Anzeigeerstatterin hat den Transfer des namhaften Betrags zur Bank 

J. AG ausgelöst ([…], vgl. auch obige Erwägung A), wobei H. als Her-

kunftsort der Gelder angegeben wurde. Die Anzeigeerstatterin kann nicht 

alle Zweifel an ihrer Darstellung ausräumen (vgl. act. 7 S. 8 ff., 24; act. 20 

S. 14 f.), muss dies aber auch nicht. Dass H. geschädigt sein könnte ist 

ausreichend glaubhaft gemacht. Eingehende zivilrechtliche Einschätzun-

gen sind dem zuständigen Gericht vorbehalten (vgl. BGE 139 IV 89 

E. 2.2).  

3.3.2 Demnach wäre eine formelle Stellung als Privatklägerin und damit Verfah-

renspartei (Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO) für die Anzeigeerstatterin gar nicht 

mehr erforderliche Voraussetzung einer Akteneinsicht. Der angefochtene 

Entscheid stellt daran jedoch auch überspannte Anforderungen: 

Art. 118 Abs. 1 StPO verlangt für eine Konstituierung als Privatklägerin 

nur eine ausdrückliche Erklärung der Geschädigten, sich am Strafverfah-

ren als Straf- oder Zivilklägerin zu beteiligen. Dass eine solche Erklärung 

nicht oder fehlerhaft abgegeben worden wäre, bringt auch die BA nicht 

vor. Vielmehr ist beim vorliegenden Verfahrensstand von einer gültigen 

Konstituierung der Anzeigeerstatterin (und Geschädigten) als Privatkläge-

rin auszugehen. Diese ist somit Partei der Verfahren SV.11.0144 und 

SV.12.0021. Die Verweigerung resp. der Aufschub des Entscheids hierü-

ber war nicht sachgerecht. Der erste Antrag der Beschwerde ist somit 

gutzuheissen, wobei sich eine Rückweisung erübrigt.  

3.4 Die Akteneinsicht wiederum steht den Parteien spätestens nach der ersten 

Einvernahme der beschuldigten Person und der Erhebung der übrigen 

wichtigsten Beweise durch die Staatsanwaltschaft offen und erstreckt sich 

auch auf Teilverfahren (BGE 138 IV 78 E. 3).  

Seit der Anzeige (SV.12.0021) sind gut zwei Jahren verstrichen. Die BA 

erwähnt keine Untersuchungshandlungen (act. 7 S. 16 Ziff. 3). Die Unter-

suchung SV.12.0021 erscheint vielmehr im Wesentlichen mit derselben 

Begründung faktisch sistiert (vgl. obige Erwägung D zum "aufgescho-

ben[en]" Entscheid), welche auch die (aufgehobene) Nichtanhandnahme 

begründen sollte (vgl. act. 1.17 Schreiben vom 8. November 2012 und die 

Nichtanhandnahmeverfügung vom 7. Februar 2012, S. 2 f.).  

Das Verfahren SV.11.0144 läuft seit 23. Juni 2011; rund 10 Monate dauerte 

(mit Unterbrechung) nur schon die Konsultation der F. Holding (vgl. dazu 

untenstehende Erwägung 4).  

Zwischenzeitlich wären selbst im Verfahren SV.12.0021 die direkte oder 

rechtshilfeweise Einvernahme von Beschuldigten und ein Beizug ausländi-

- 10 - 

 

 

scher Verfahrensakten möglich gewesen. Es ist zu spät im Verfahren um 

noch Art. 101 Abs. 1 StPO anwenden zu wollen ("spätestens"). Die 

Anzeigeerstatterin und Privatklägerin hat somit grundsätzlich das Recht, 

die Akten der Verfahren SV.11.0144 und SV.12.0021 einzusehen, selbst 

wenn sie als Beschuldigte anzusehen wäre (vgl. act. 20 S. 8 lit. C). Allen-

falls mag Art. 108 StPO eine Einschränkung rechtfertigen. Dies wird ver-

zugslos zu entscheiden und nachvollziehbar zu begründen sein. Antrag 3 

der Beschwerde ist somit teilweise, wie eventualiter formuliert, gutzuheis-

sen. 

3.5 Zusammenfassend liegt, wenn nicht gar eine Rechtsverweigerung, so zu-

mindest eine Rechtsverzögerung vor. Die Anzeigeerstatterin wurde bis 

heute rund 14 Monate lang vertröstet. Ihr steht indes offensichtlich die Stel-

lung einer Partei zu. Damit einhergehend hat sie Anspruch auf Prüfung und 

Entscheidung, ob ihr Akteneinsicht vollumfänglich oder nach Art. 108 StPO 

beschränkt zu gewähren ist. Antragsgemäss ist der BA hierzu Frist anzu-

setzen.  

 

4. Der Verfahrensantrag der BA auf Beiladung der F. Holding als Privatkläge-

rin (act. 7 S. 3 Ziff. 5; act. 15 S. 4 f.; act. 20 S. 2 f.) ist aus zwei Gründen 

abzuweisen.  

Zum einen ist nicht ganz klar, warum die BA für eine Partei und anstelle 

dieser den Antrag stellt; nur eine Geschädigte selbst kann beantragen, als 

Partei am Verfahren teilzunehmen. Zum anderen besteht gemäss Recht-

sprechung grundsätzlich kein rechtlich geschütztes Interesse der Privatklä-

gerschaft, gegen eine Beteiligung (Zulassung) einer anderen Privatklägerin 

am Strafverfahren Beschwerde zu führen; nur schon zweifelhaft ist, ob ein 

rechtliches Interesse berechtigt, überhaupt dazu angehört zu werden (zur 

Zulassung: Urteile des Bundesgerichts 1B_505/2012 vom 24. Januar 2013, 

E. 1.3; 1B_075/2013 vom 15. März 2013, E. 2; Entscheid des Bundesstraf-

gerichts BB.2013.10 vom 20. August 2013, E. 1.3.2). Antrag 5 der Be-

schwerde ist somit gutzuheissen, der spiegelbildliche Antrag der BA abzu-

weisen. 

 

5. Insgesamt ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist.  

 

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6. Es sind keine Gerichtsgebühren zu erheben (Art. 423 Abs. 1 StPO; Art. 428 

Abs. 1 StPO; vgl. Erwägung 3.5). Der Beschwerdeführerin ist der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- (act. 5) zurückzuerstatten. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens obsiegt die Beschwerdeführerin na-

hezu vollständig. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin für 

ihre Aufwendungen vorliegend eine Parteientschädigung von pauschal 

Fr. 2'500.-- zu entrichten (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 73 StBOG und 

Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 

31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-

desstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]). 

 

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. 

Im Übrigen wird sie abgewiesen. 

 

2. Die Beschwerdegegnerin hat innert 20 Tagen ab Zustellung dieses Ent-

scheids eine anfechtbare Verfügung im Sinne der Erwägung 3.4 über das 

Akteneinsichtsrecht der Beschwerdeführerin zu erlassen. 

 

3. Es werden keine Gerichtsgebühren erhoben. Die Bundesstrafgerichtskasse 

wird angewiesen, der Beschwerdeführerin den geleisteten Kostenvorschuss 

von Fr. 1'500.-- zurückzuerstatten.  

 

4. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin für das Verfahren vor 

dem Bundesstrafgericht mit Fr. 2'500.-- zu entschädigen. 

 

 

Bellinzona, 20. Februar 2014 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwälte Tobias Zuberbühler und Michael Lazopoulos 

- Bundesanwaltschaft 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.