# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** efa10e72-1fe5-57b8-931d-76ec9a7140af
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-02-20
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 20.02.2007 IV 2006/27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2006-27_2007-02-20.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2006/27

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 12.05.2020

Entscheiddatum: 20.02.2007

Entscheid Versicherungsgericht, 20.02.2007
Art. 28 Abs. 1 IVG, Art. 16 ATSG und Art. 28 Abs. 2ter IVV; 
Invaliditätsbemessung, Methodenwahl [Einkommensvergleich oder 
gemischte Methode] (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 20. Februar 2007, IV 2006/27).

Vizepräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichter Franz Schlauri und Martin 

Rutishauser; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Entscheid vom 20. Februar 2007

In Sachen

B.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., c/o Kunz & Bühler Rechtsanwälte, 

Postfach 213, 9240 Uzwil,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

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hat das Versicherungsgericht in Erwägung gezogen:

I.

A.- a) Die 1979 geborene B.___, verheiratet, Mutter zweier Kinder mit Jahrgang 1996 

und 2002, gelangte mit Anmeldung vom 25./26. März 2004 an die 

Invalidenversicherung und ersuchte um Ausrichtung einer Rente mit der Begründung, 

sie leide seit drei Jahren an diffusen Schmerzen, Schmerzen im Nacken und Rücken 

und sei lustlos und depressiv (IV-act. 1).

b) Gemäss dem Bericht der Arbeitgeberin vom 15. April 2004 (IV-act. 7) war die 

Versicherte vom September 2000 bis Ende 2003 für einen Stundenlohn von Fr. 17.-- 

und ein Pensum von 4 ½ Arbeitstagen zu 9 Stunden (bei einer betriebsüblichen 

Arbeitszeit von 40 ¾ Stunden pro Woche) als Näherin angestellt gewesen, ehe ihr 

wegen unberechenbarer Anwesenheit (zu vieler Absenzen) gekündigt wurde.

c) Im Juni 2001 war bei der Versicherten wegen eines cervico-spondylogenen 

Schmerzsyndroms links eine vertebro-spinale Kernspintomographie C0 bis Th6 

gemacht worden, die abgesehen von einer ausgeprägten S-förmigen 

Skoliosefehlhaltung normale Befunde ergeben hatte (IV-act. 8-11/16). Im Juli 2002 

hatte eine Untersuchung auf der Klinik A.___ stattgefunden, weil die damals 

schwangere Versicherte wegen Gefühlsstörungen in beiden Armen die Notfallstation 

aufgesucht hatte. Empfohlen wurde Physiotherapie, als Differentialdiagnose bezeichnet 

ein Hyperventilationssyndrom (IV-act. 8-13 f.). Ein MRI der HWS vom 24. Januar 2003 

hatte nach der Beurteilung des Neurochirurgen FMH Dr. med. C.___ eine 

intraforaminale Diskushernie C6/C7 links und eine breitbasige Diskusprotrusion C5/C6 

gezeigt und er diagnostizierte im Bericht vom 29. Januar 2003 ein entsprechendes 

zervikobrachiales Reiz- und Ausfallsyndrom beidseits. Dr. C.___ hatte der Versicherten 

wegen der therapieresistenten Schmerzsymptomatik eine Operation vorgeschlagen. 

Diese wie auch der alternative Therapievorschlag einer fraktionierten periduralen 

Infiltration im zervikalen Bereich waren abgelehnt worden, sodass als 

Therapiemöglichkeiten nur noch Physiotherapie und systemische Schmerztherapie 

verblieben waren (IV-act. 8-15 f.). Nachdem viele Physiotherapiebehandlungen ohne 

jegliche Verbesserung geblieben seien und bei Verdacht auf Fibromyalgiesyndrom, 

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hatte Dr. med. D.___, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, die Versicherte am 11. Februar 

2003 an Dr. med. E.___, Arzt für Neurologie, überwiesen. Die Versicherte und ihr 

Ehemann wünschten sich eine Beratung auch bezüglich der psychischen und 

Eheprobleme bei ihm, wo die sprachliche Verständigung einfacher sei (IV-act. 8-9).

d) Dr. E.___ gab in seinem IV-Arztbericht vom 22. April 2004 als Diagnosen an eine 

langanhaltende ausgeprägte Depression und somatoforme Schmerzstörung mit 

Betonung auf der rechten Körperhälfte bei sozio-kulturellen, familiären Belastungen 

und ungenügender Integration und einer kleinen Diskushernie C6/C7. Die Diagnosen 

bestünden seit etwa drei Jahren. Die Versicherte sei als Hilfsarbeiterin seit dem 22. 

April 2003 zu 70 und 100 % arbeitsunfähig gewesen und sei seit dem 1. April 2004 bis 

auf weiteres zu 50 % arbeitsunfähig. Er habe sie motiviert, in letzterem Umfang einer 

leichten körperlichen Tätigkeit nachzugehen bzw. sich eine solche zu suchen. Die 

regelmässige Gesprächstherapie in türkischer Sprache und die antidepressive 

Medikation hätten bis anhin keine nennenswerte Besserung erbracht (IV-act. 8-5 f.).

e) Dr. D.___ erklärte im Arztbericht vom 4. Mai 2005, die Versicherte sei aufgrund einer 

langanhaltenden Depression, eines Verdachts auf Fibromyalgiesyndrom und einer 

Zervikobrachialgie bei Diskushernie C6/C7 links in der Zeit vom 29. Oktober 2001 bis 

18. Oktober 2002 über jeweils kürzere Phasen und mit Unterbrüchen wechselnd zu 100 

oder 50 % arbeitsunfähig gewesen. Anfangs 2003 habe er sie an Dr. E.___ überwiesen 

und dann keine Arbeitsunfähigkeit mehr bescheinigt.

f) Der Regionale Ärztliche Dienst der IV (RAD) empfahl in einer ersten Stellungnahme 

vom 28. Mai 2004 (IV-act. 10) eine bidisziplinäre Begutachtung für den Fall, dass sich 

aus den weiteren Abklärungen (Haushalt) eine Rentenberechtigung abzeichnen sollte. 

Ansonsten sei auf weitere Abklärungen zu verzichten, da sie den 

Chronifizierungsprozess nur fördern würden. Auf den Einwand hin, es liege noch keine 

fachärztliche Beurteilung vor, verneinte der RAD in einem weiteren Kurzbericht vom 18. 

Juni 2004 (IV-act. 12) die Notwendigkeit einer psychiatrischen Expertise. Dr. E.___ habe 

die Patientin in ihrer Muttersprache behandelt und sei ein in psychiatrischen Fragen 

qualifizierter Arzt. Es liege somit eine fachmedizinische Beurteilung vor. Die Versicherte 

sei in einer adaptierten Tätigkeit als zu 50 % arbeitsfähig anzusehen. Es sei eine 

Haushaltabklärung vorzunehmen. Von Seiten der IV-Stelle des Kantons St. Gallen 

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wurde an der Notwendigkeit einer psychiatrischen Begutachtung festgehalten (IV-act. 

14).

g) Am 14. Dezember 2004 fand eine Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle statt. 

Dem Bericht vom 18. Februar 2005 (IV-act. 20) ist im Wesentlichen zu entnehmen, dass 

die Versicherte vor ihrer Arbeitsunfähigkeit zu 100 % gearbeitet habe. Auch nach der 

Geburt des zweiten Kindes im Dezember 2002 hätte die Versicherte nach ihren 

Angaben in diesem Umfang weiter gearbeitet. Die Kinderbetreuung würden ihr 

Ehemann, welcher jetzt im Schichtbetrieb arbeite, nachdem er von 2001 bis 2004 

arbeitslos gewesen sei, sowie eine Freundin übernehmen. Die Versicherte müsste aus 

finanziellen Gründen einer 100-prozentigen Erwerbstätigkeit nachgehen. Im Haushalt 

bestehe eine Einschränkung von 20.54 %. Die Abklärungsperson fügte bei, ihrer 

Ansicht nach sei die Versicherte mit Haushalt und Vollpensum überlastet. Adäquat und 

vernünftig wäre eine Qualifikation mit 50 % Haushalt und 50 % Erwerbstätigkeit. Mit 

wirtschaftlichen Gründen könne nicht eine andere Qualifikation geltend gemacht 

werden, "mit welcher ein grosser Teil der Gesellschaft im vornherein physisch und 

psychisch überfordert würde".

h) Der RAD befürwortete in der Folge die Einholung eines Verlaufsberichts von Dr. 

E.___. Dieser bestätigte am 12. Mai 2005, dass in den letzten Monaten keine 

nennenswerte Besserung oder Änderung eingetreten sei. Diffuse störende Schmerzen 

und eine anhaltende Depression würden die Belastbarkeit der Versicherten stark 

reduzieren. Obwohl sich die Patientin zu 100 % arbeitsunfähig fühle, habe er sie 

motiviert, einer 50-prozentigen einfachen und körperlich leichten Tätigkeit 

nachzugehen. 3.5 bis 4.5 Stunden seien zumutbar, wobei eine Leistungsverminderung 

von 30 bis 40 % bestehe (IV-act. 22, 23-1-4).

i) In einer auf der gemischten Methode basierenden Invaliditätsbemessung ging die IV-

Stelle von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in einer angepassten Berufstätigkeit (mit 

einem "Leistungsabzug" von 35 %) und von der genannten Haushalteinschränkung von 

20.54 % aus (IV-act. 25). Sie errechnete eine Gesamtinvalidität von (aufgerundet) 28 % 

(IV-act. 26) und eröffnete der Versicherten mit Verfügung vom 17. August 2005 (IV-act. 

29), dass ihr keine Rente der Invalidenversicherung zustehe.

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j) Die Versicherte liess am 29. August 2005 gegen diese Verfügung Einsprache erheben 

(IV-act. 35) und sie am 7. Oktober 2005 durch Fürsprecher Marco Büchel begründen 

(IV-act. 38). Ihr Rechtsvertreter beantragte für sie Zusprechung einer ganzen Rente. Die 

IV-Stelle habe nicht berücksichtigt, dass die Versicherte, wenn sie halbtags arbeite, 

den Haushalt nicht mehr führen, und wenn sie den Haushalt erledige, keiner 

Erwerbstätigkeit mehr nachgehen könne. Sie könne aus medizinischen Gründen 

insgesamt lediglich während 3.5 bis 4.5 Stunden pro Tag eine leichte Tätigkeit 

ausüben. Das Valideneinkommen mache Fr. 30'000.-- aus, das Invalideneinkommen Fr. 

9'750.-- (bei gleicher Basis, 50 % Arbeitsunfähigkeit und 35 % Leidensabzug). Der 

Abklärungsbericht Haushalt könne ebenfalls nicht akzeptiert werden, da kein 

Dolmetscher beigezogen worden sei. Die Einschränkung im Haushalt betrage 70.66 %.

k) Im Einspracheverfahren ersuchte der Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt/

IV-Stelle des Kantons St. Gallen Dr. E.___ um Bericht, ob sich eine Veränderung 

ergeben habe, ob die zumutbare Arbeitsfähigkeit der Versicherten bei 40 bis 60 % liege 

und wie die Arbeitsfähigkeit im Haushalt sei. Der Arzt führte am 23. Dezember 2005 

unter anderem aus, die Arbeitsfähigkeit für jegliche zumutbare, ihrer Behinderung 

angepasste Tätigkeit betrage höchstens 50 %, wobei die Leistung in einer solchen 

Tätigkeit erheblich reduziert wäre. Auch für Haushaltarbeiten mache die zumutbare 

Arbeitsfähigkeit etwa 50 % aus (IV-act. 40).

l) Der Rechtsdienst der Sozialversicherungsanstalt legte in der Folge einem 

Einkommensvergleich im Rahmen der gemischten Methode die unbestrittene 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 50 % zugrunde und ging davon aus, die Versicherte 

wäre in der Produktivität in einer angepassten Hilfstätigkeit erheblich reduziert, was 

beim statistisch ermittelten Invalideneinkommen einen Leidensabzug von 20 % 

rechtfertige. Nach der gängigen Berechnungsweise blieb für das angenommene 

hälftige Erwerbspensum bei hälftiger Leistungsfähigkeit nichts bzw. nur der 

Leidensabzug von 20 % übrig, der zur Hälfte, also mit 10 %, in die 

Gesamtinvaliditätsgrad-Ermittlung einfloss. Zusammen mit der für den Haushaltteil 

anerkannten 50-prozentigen Einschränkung bzw. den anteiligen 25 % ergab diese 

Berechnungsweise einen Invaliditätsgrad von 35 %, weshalb die Einsprache mit 

Einspracheentscheid vom 10. Januar 2006 abgewiesen wurde (IV-act. 41).

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B.- Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Fürsprecher Marco Büchel 

für die Betroffene am 10. Februar 2006 erhobene Beschwerde mit dem Antrag, den 

angefochtenen Einspracheentscheid aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu 

verpflichten, der Beschwerdeführerin eine halbe Rente zu entrichten. Im hälftigen 

Erwerbsteil ergebe sich bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % und einem Leidensabzug 

von 25 % ein Invaliditätsgrad von rund 62.5 %. Im Haushalt liege eine Einschränkung 

von 50 % vor. Somit mache der Invaliditätsgrad insgesamt 56.25 % aus, 

zusammengesetzt aus 31.25 % aus dem Erwerbsteil und 25 % aus dem 

Haushaltbereich.

C.- Die Beschwerdegegnerin hat am 22. Februar 2006 Abweisung der Beschwerde 

beantragt und auf die Erstattung einer Beschwerdeantwort verzichtet.

II.

1.- a) Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, 

wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 

% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. Für die Bemessung der Invalidität 

von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG Art. 16 ATSG 

anwendbar.

b) Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades im Zusammenhang mit Geldleistungen 

wird nach Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine 

ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; sog. allgemeine 

Methode). Versicherte Personen mit vollendetem 20. Altersjahr (Art. 5 Abs. 1 IVG), die 

vor der Beeinträchtigung ihrer körperlichen oder geistigen Gesundheit nicht 

erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, 

gelten gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG als invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im 

bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (vgl. auch Art. 28 Abs. 2bis IVG; spezifische 

Methode, namentlich für im Haushalt tätige versicherte Personen). Bei Versicherten, die 

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nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 

festgelegt. Waren sie daneben in einem Aufgabenbereich nach Art. 8 Abs. 3 ATSG 

tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2bis IVG festgelegt. In 

diesem Falle sind die Anteile der Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im andern 

Aufgabenbereich festzulegen und es ist der Invaliditätsgrad entsprechend der 

Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28 Abs. 2ter IVV; gemischte 

Methode).

2.- Nach der Rechtsprechung ist in einem Fall wie dem vorliegenden für die Versicherte 

vom Status einer Vollerwerbstätigen auszugehen. Aspekte der Zumutbarkeit treten, 

obwohl an sich dem Invaliditätsbegriff und damit der Invaliditätsbemessung inhärent 

(Art. 8 Abs. 3 ATSG), in der Methodenwahl zur Invaliditätsermittlung praxisgemäss 

regelmässig zurück. Es wird auf den überwiegend wahrscheinlichen Verlauf der 

"Validenkarriere" abgestellt (z.B. Entscheide des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S A. vom 20. Juni 2003, I 635/02; i/S L. vom 13. November 

2002, I 402/02; i/S I. vom 25. Oktober 2002, I 245/02; und i/S H. vom 26. Juni 2003, I 

784/02). Nach der Aktenlage ist die mutmassliche Vollzeitbeschäftigung 

wahrscheinlicher als eine Teilzeitbeschäftigung im Umfange, wie ihn die 

Beschwerdegegnerin ohne Beweisgrundlagen festlegen wollte. Es muss daher bei der 

Anwendung der Einkommensvergleichsmethode sein Bewenden haben (Art. 16 ATSG).

3.- Die Beschwerdeführerin hat trotz Abstellens auf die gemischte Methode einen 

Invaliditätsgrad von über 56 % errechnet. Sie hat im Erwerbsteil darum 62.5 bzw. 

anteilig 31.25 % Invalidität (statt nur 20 bzw. 10 % wie die Beschwerdegegnerin) 

ermittelt, weil sie einerseits den Leidensabzug auf 25 % anhob, anderseits die 

Besonderheiten der herrschenden Praxis zur gemischten Methode übersah. Diese 

rechnet für Haushalt und Erwerbsteil gerade nicht gleichmässig, sondern ermittelt wie 

im Sachverhalt dargelegt die erwerbliche Teilinvalidität bei den gegebenen 

Verhältnissen im Ergebnis nach Massgabe der Differenz zwischen Pensum und 

Arbeitsunfähigkeit, die vorliegend Null ergab, sodass aus dem Erwerbsteil nur der 

halbierte Leidensabzug zum Tragen kommen konnte. Dieses Gericht hat diese Praxis 

vergeblich verworfen (zuletzt im Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 

Gallen i/S K. vom 9. August 2005, IV 2005/21), ist damit aber nicht durchgedrungen 

(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts bzw. des heutigen 

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Bundesgerichts in der erwähnten Sache vom 2. März 2006, I 669/05; vgl. ferner etwa 

die Urteile I 156/04, I 669/05 und I 711/05).

4.- a) Für den hier massgebenden Einkommensvergleich kann aus den Überlegungen 

und Berechnungen der Parteien mit der gemischten Methode immerhin übernommen 

werden, dass die Arbeitsunfähigkeit im Erwerbsbereich mit 50 % unbestritten ist, dass 

das konkrete frühere Einkommen als unterdurchschnittlich aufzuwerten ist und dass ein 

Leidensabzug von mindestens 20 % zusätzlich zur Arbeitsunfähigkeit zu 

berücksichtigen ist.

b) Als Abzug vom statistischen Durchschnittslohn plädiert die Beschwerdeführerin für 

einen Wert von 25 %. Ihre Argumente sind nicht stichhaltig. Wenn eine 

Leistungseinschränkung von 30 bis 40 % im zumutbaren Resterwerb von 50 % 

anerkannt wird und zusätzlich berücksichtigt werden soll, so entspricht das schon 

rechnerisch "umgesetzt" einem Korrekturfaktor von höchstens 15 bis 20 %. Der 

Leidensabzug von 20 % ist daher nicht zu beanstanden.

c) Ebenso ist es sachgerecht, für den Einkommensvergleich auf statistische Zahlen 

abzustellen und - im Ergebnis - einen Prozentvergleich zu tätigen. Sind Validen- und 

Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu berechnen, wie es hier 

angesichts der wegen des unterdurchschnittlichen tatsächlichen Einkommens der 

Beschwerdeführerin notwendigen Angleichung (vgl. ZAK 1989 S. 458 E. 3b; Entscheide 

des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S M. vom 8. Juni 2005, I 552/04 E. 3.3) 

der Fall ist, erübrigt sich die genaue Ermittlung der Vergleichseinkommen. Der 

Invaliditätsgrad entspricht dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des 

Abzuges vom Tabellenlohn (I 552/04 E. 3.4, und Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S Z. vom 19. November 2003, I 479/03 E. 3.1). Aus dem 

Einkommensvergleich resultiert unter Berücksichtigung des oben erwähnten 

Leidensabzugs vorliegend ein Invaliditätsgrad von 60 % (100 - [(100 - 50) x 0.8]).

d) Der Eintritt des Rentenfalls wird durch Art. 29 Abs. 1 IVG geregelt. Der 

Rentenanspruch entsteht frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person 

mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist (lit. a) oder 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 

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40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b). Von einem Fall nach lit. a ist 

vorliegend nicht auszugehen. Die Beschwerdeführerin hat das Wartejahr zu bestehen. 

Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person 

an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29ter IVV; 

Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S K. vom 26. März 2004, I 

19/04). Auch vor der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu 

berücksichtigen (ZAK 1966 S. 58; Ulrich Meyer, a.a.O., S. 238; BGE 117 V 26 E. 3b; 

BGE 121 V 264; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 2. 

März 2000 [I 307/99]). Nach der Aktenlage waren bei der Beschwerdeführerin schon ab 

Oktober 2001 verschiedene Phasen der Arbeitsunfähigkeit aufgetreten, doch waren sie 

jeweils von mehr als einen Monat anhaltenden Zeiten voller Arbeitsfähigkeit 

unterbrochen. Eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit liegt gemäss den 

medizinischen Akten ab dem 22. April 2003 vor. Da nach Ablauf der Wartezeit im April 

2004 eine Invalidität von 60 % und im Durchschnitt des Wartejahres eine 

Arbeitsunfähigkeit von mehr als 60 % vorlag, besteht ab 1. April 2004 ein Anspruch auf 

eine Dreiviertelsrente (samt Kinderrenten). Zu deren Berechnung ist die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.- Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG, Rechtslage vor der 

Änderung des IVG vom 16. Dezember 2005, vgl. lit. c der betreffenden 

Übergangsbestimmungen). Die Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine 

Parteientschädigung nach Massgabe der Schwierigkeit der Streitsache und des 

notwendigen Aufwandes. Es rechtfertigt sich eine Pauschale (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) von Fr. 3000.--.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 10. Januar 2006 

aufgehoben und es wird der Beschwerdeführerin im Sinne der Erwägungen ab 1. April 

2004 eine Dreiviertelsrente (samt Kinderrenten) zugesprochen.

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2. Die Sache wird zur Berechnung des Rentenanspruchs an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

3. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4. Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 3'000.-- zu 

entschädigen.

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