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**Case Identifier:** 45b373cc-7da7-501b-96b9-f168fa965226
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.10.2023 200 2022 432
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-432_2023-10-04.pdf

## Full Text

200 22 432 BV
JAP/FRN/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. Oktober 2023

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Franzen

Stiftung für den flexiblen Altersrücktritt im Bauhauptgewerbe (FAR)
Obstgartenstrasse 19, 8006 Zürich
Klägerin

gegen

A.________ GmbH
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beklagte

betreffend Klage vom 18. Juli 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Okt. 2023, BV/22/432, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV), die GBI Gewerkschaft Bau 
& Industrie (heute: Gewerkschaft Unia) sowie die Gewerkschaft SYNA 
schlossen am 12. November 2002 einen Gesamtarbeitsvertrag für den fle-
xiblen Altersrücktritt im Bauhauptgewerbe (GAV FAR), mit dessen Vollzug 
die Stiftung für den flexiblen Altersrücktritt im Bauhauptgewerbe (nachfol-
gend Stiftung FAR bzw. Klägerin) betraut ist (Art. 23 Abs. 1 GAV FAR; Ak-
ten der Stiftung FAR [act. I] 2 f.). Mit Bundesratsbeschluss (BRB) vom 
5. Juni 2003 (BBl 2003 4039; act. I 3) wurde der GAV FAR erstmals teil-
weise für allgemeinverbindlich erklärt. Dieser Beschluss trat am 1. Juli 2003 
in Kraft. Seither haben die Vertragsparteien den GAV FAR mehrfach geän-
dert. Der Bundesrat hat die entsprechenden Änderungen am 8. August 
2006, 26. Oktober 2006, 1. November 2007, 6. Dezember 2012, 10. No-
vember 2015, 14. Juni 2016, 7. August 2017 und 29. Januar 2019 für all-
gemeinverbindlich erklärt (BBl 2006 6751 f. und 8865 f., 2007 7881 f., 2012 
9763 f., 2015 8307 ff., 2016 5033 f., 2017 5823 ff., 2019 1891 ff.). 

B.

Die A.________ GmbH mit Sitz in … (nachfolgend Beklagte) bezweckt laut 
Handelsregistereintrag (act. I 5) den Betrieb eines … .

Nach einer Arbeitgeberkontrolle vom 8. November 2017 (Bericht vom 
20. Dezember 2017 [act. I 6]) bei der A.________ GmbH betreffend die 
Beitragsjahre 2013 bis 2016, bei welcher sich Differenzen zwischen den 
gemeldeten und den tatsächlichen Lohnsummen zeigten, forderte die Stif-
tung FAR mit Rechnungen vom 8. Februar 2018 von der A.________ 
GmbH die Nachzahlung der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge aus 
den nicht gemeldeten Lohnsummen (act. I 8). Damit war die A.________ 
GmbH nicht einverstanden und machte mit Einsprache vom 3. April 2018 
(act. I 9) geltend, für diverse Mitarbeiter habe keine FAR-Beitragspflicht 
bestanden. Mit Entscheid vom 29. April 2019 (act. I 10) hielt die Stiftung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Okt. 2023, BV/22/432, Seite 3

FAR an der Beitragsnachforderung fest und bestätigte diese – nachdem die 
A.________ GmbH nochmals Einwände erhoben hatte (act. I 11) – mit Ent-
scheid vom 28. August 2019 (act. I 12). Dagegen erhob die A.________ 
GmbH am 5. September 2019 Rekurs beim Ausschuss Rekurse des Stif-
tungsrats FAR (act. I 14). Dieser bestätigte mit Entscheid vom 1. April 2020 
das Ergebnis der Arbeitgeberkontrolle für die Beitragsjahre 2013 bis 2016 
mit einer Ausnahme (act. I 15). 

C.

Mit Eingabe vom 18. Juli 2022 erhob die Stiftung FAR Klage gegen die 
A.________ GmbH. Sie stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin die folgenden Beträge zu bezah-
len:

- Fr. 18'587.50 für die Zeit vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2013 
nebst 5 % Zins ab 1. Januar 2014.

- Fr. 27'180.80 für die Zeit vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014 
nebst 5 % Zins ab 1. Januar 2015.

- Fr. 17'698.80 für die Zeit vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015 
nebst 5 % Zins ab 1. Januar 2016.

- Fr. 21'303.80 für die Zeit vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016 
nebst 5 % Zins ab 1. Januar 2017

2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Kontrollkosten von Fr. 2'753.35 
zu bezahlen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.

Die Beklagte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, beantragte mit 
Klageantwort vom 20. Oktober 2022, die Klage sei abzuweisen, unter Kos-
ten- und Entschädigungsfolgen zzgl. 7.7 % Mehrwertsteuer (MWST) zu 
Lasten der Klägerin. 

Die Parteien hielten daraufhin mit Replik vom 14. März 2023 bzw. mit Du-
plik vom 20. Juli 2023 an den bisherigen Anträgen fest. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 25. Juli 2023 ersuchte der Instruk-
tionsrichter die Klägerin, bis am 24. August 2023 die Liste AHV-
Lohnbescheinigung 2014 ohne Abdeckungen nachzureichen und hinsicht-
lich der Lohnsumme pro Oktober 2014 betreffend C.________ eine allfälli-
ge Klageänderung mitzuteilen. 

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Mit Eingabe vom 21. August 2023 stellte die Klägerin im Rahmen einer 
Klageänderung folgende Rechtsbegehren: 

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin die folgenden Beträge zu bezah-
len:

- Fr. 18'587.50 für die Zeit vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2013 
nebst 5 % Zins ab 1. Januar 2014.

- Fr. 26'925.65 für die Zeit vom 1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2014 
nebst 5 % Zins ab 1. Januar 2015.

- Fr. 17'698.80 für die Zeit vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015 
nebst 5 % Zins ab 1. Januar 2016.

- Fr. 21'303.80 für die Zeit vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016 
nebst 5 % Zins ab 1. Januar 2017

2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Kontrollkosten von Fr. 2'753.35 
zu bezahlen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.

Diese Eingabe wurde der Beklagten mit prozessleitender Verfügung vom 
23. August 2023 zur Kenntnisnahme zugestellt.

Erwägungen:

1.

1.1

1.1.1 Gemäss Art. 73 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 
831.40) bezeichnet jeder Kanton als letzte kantonale Instanz ein Gericht, 
das über die Streitigkeiten zwischen Vorsorgeeinrichtungen, Arbeitgebern 
und Anspruchsberechtigten entscheidet (Abs. 1).

Die Zuständigkeit des Berufsvorsorgegerichts nach Art. 73 BVG ist in sach-
licher Hinsicht davon abhängig, dass die Streitigkeit die berufliche Vorsorge 
im engeren oder weiteren Sinn beschlägt. Das ist der Fall, wenn die Strei-
tigkeit spezifisch den Rechtsbereich der beruflichen Vorsorge betrifft und 
das Vorsorgeverhältnis zwischen einer anspruchsberechtigten Person und 
einer Vorsorgeeinrichtung zum Gegenstand hat. Im Wesentlichen geht es 

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somit um Streitigkeiten betreffend Versicherungsleistungen, Ein- und Aus-
trittsleistungen und Beiträge. Der Rechtsweg nach Art. 73 BVG steht dage-
gen nicht offen, wenn die Streitigkeit ihre rechtliche Grundlage nicht in der 
beruflichen Vorsorge hat, selbst wenn sie sich vorsorgerechtlich auswirkt 
(BGE 141 V 170 E. 3 S. 172; SVR 2017 BVG Nr. 12 S. 49 E. 2.2), oder 
wenn die Ausrichtung reiner Ermessensleistungen in Frage steht (BGE 141 
V 605 E. 3.2.2 S. 608). 

In persönlicher Hinsicht ist die Zuständigkeit nach Art. 73 BVG dadurch 
bestimmt, dass das Gesetz den Kreis der möglichen Parteien eines Berufs-
vorsorgeprozesses nach Art. 73 BVG auf die Vorsorgeeinrichtungen, die 
Arbeitgeber und die Anspruchsberechtigten beschränkt. Was insbesondere 
den Begriff der Vorsorgeeinrichtung im Sinne von Art. 73 Abs. 1 BVG 
betrifft, weicht dieser nicht von der Umschreibung in Art. 48 BVG ab. Ge-
meint sind die registrierten Vorsorgeeinrichtungen, welche an der Durch-
führung der obligatorischen Versicherung teilnehmen (Art. 48 Abs. 1 BVG) 
und die Möglichkeit haben, die Vorsorge über die gesetzlichen Mindestleis-
tungen hinaus zu erweitern (sog. umhüllende Vorsorgeeinrichtungen; 
Art. 49 Abs. 2 BVG) sowie die nichtregistrierten Personalfürsorgestiftungen 
im Sinne von Art. 89a Abs. 6 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 
(ZGB; SR 210), welche im Bereich der beruflichen Vorsorge tätig sind 
(BGE 141 V 170 E. 3 S. 173, 130 V 111 E. 3.1.2 S. 113).

1.1.2 Bei der Klägerin handelt es sich um eine nicht registrierte (vgl. 
Art. 48 BVG), ausschliesslich in der freiwilligen beruflichen Vorsorge tätige 
Personalfürsorgestiftung im Sinne von Art. 89a ZGB (vgl. Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 17. Oktober 2016, 9C_392/2016, E. 3.1), womit 
die Zuständigkeit nach Art. 73 BVG in persönlicher Hinsicht gegeben ist 
(vgl. E. 1.1.1 hiervor). Die Klägerin verlangt von der Beklagten die Bezah-
lung von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträgen, wodurch die Streitigkeit 
auch sachlich in die Zuständigkeit des Gerichts nach Art. 73 BVG fällt.

Gerichtsstand ist nach Art. 73 Abs. 3 BVG der schweizerische Sitz oder 
Wohnsitz des Beklagten oder der Ort des Betriebes, bei dem die versicher-
te Person angestellt wurde. Dabei kommt es für den Wahlgerichtsstand 
nicht darauf an, ob die Vorsorgeeinrichtung, der Arbeitgeber oder die versi-
cherte Person klagende Partei ist (SVR 2006 BVG Nr. 17 S. 62 E. 2.3). Die 

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Beklagte hat Sitz im Kanton Bern (act. I 5), womit die formgerechte (Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) Klage beim örtlich zuständigen Gericht einge-
reicht wurde. 

1.1.3 Damit ist das angerufene Gericht zur Beurteilung der mit Klage vom 
18. Juli 2022 geltend gemachten berufsvorsorgerechtlichen Ansprüche als 
einzige kantonale Instanz sachlich, funktionell und örtlich zuständig (Art. 73 
Abs. 1 BVG i.V.m. Art. 87 lit. c VRPG und Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantona-
len Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehör-
den und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). Auf die Klage vom 
18. Juli 2022 (samt Klageänderung vom 21. August 2023; Eingabe vom 
21. August 2023 S. 2 [vgl. E. 4.2 hiernach]) ist demnach einzutreten.

1.2 Aufgrund des im Recht der beruflichen Vorsorge auf kantonaler 
Ebene vorgeschriebenen Klageverfahrens ergibt sich der Streitgegenstand 
einzig aus den Rechtsbegehren der Klage, und allenfalls, soweit zulässig, 
der Widerklage. Innerhalb des Streitgegenstandes ist das Gericht in Durch-
brechung der Dispositionsmaxime nicht an die Begehren der Parteien ge-
bunden (BGE 135 V 23 E. 3.1 S. 26; vgl. Art. 92 Abs. 3 VRPG).

1.3 Streitig und zu prüfen ist zum einen der Anspruch der Klägerin ge-
genüber der Beklagten auf reglementarische Vorsorgebeiträge für die Zeit 
vom 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2016 im Umfang von insgesamt 
Fr. 84'515.75 nebst Zins zu 5 % und zum anderen auf Bezahlung der Kon-
trollkosten im Umfang von Fr. 2'753.35. 

1.4 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.5 Die Beklagte beantragt – für den Fall, dass die Klage nicht abge-
wiesen wird – die Beiladung der involvierten Einsatzbetriebe, um den recht-
lich relevanten Sachverhalt feststellen zu können (Duplik Rz. 24). Zwar 
betrifft die zivilrechtliche Vorfrage die Einsatzbetriebe, diese anerkennen 
jedoch offensichtlich ihre Unterstellung unter den AVE GAV FAR (vgl. 
E. 3.3 hiernach), weshalb sich eine Beiladung (vgl. Art. 14 VRPG) dieser 
Gesellschaften (und damit eine Ausdehnung der Rechtskraft dieses Urteils) 

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im vorliegenden Klageverfahren erübrigt. Der entsprechende Verfahrensan-
trag der Beklagten ist abzuweisen. 

1.6 Entgegen dem Vorbringen der Beklagten (Klageantwort Rz. 6 ff., 
Duplik Rz. 5, 8 und 21) ist die bezifferte Forderungsklage hinreichend sub-
stantiiert und kann nicht bereits aufgrund dieses formellen Aspekts abge-
wiesen werden: Die wesentlichen Tatsachenbehauptungen sind in den 
Rechtsschriften der Klägerin enthalten und die Beitragsforderung kann 
überprüft werden (vgl. E. 4.1 f. hiernach). Der eingeklagte Forderungsbe-
trag ist zeitlich und masslich spezifiziert (vgl. Replik Rz. 1; BGE 138 V 86 
E. 5.2.3 S. 97; SVR 2019 BVG Nr. 26 S. 104 E. 5.3; BGE 141 V 71 E. 5.2.2 
S. 79). 

 

2.

2.1 Die Geltung des GAV FAR ergibt sich direkt aus dem GAV FAR 
oder aus der Allgemeinverbindlicherklärung des GAV FAR (nachfolgend 
AVE GAV FAR). Für die dem SBV angeschlossenen Betriebe gilt er auch, 
soweit er nicht allgemein verbindlich erklärt ist (Entscheid des BGer vom 
9. Dezember 2011, 9C_378/2011, 9C_389/2011, E. 5.2). Die Beklagte ist 
gemäss statutarischem Zweck (act. I 5; SHAB-Nr. 65 vom 3. April 2009) 
und eigenen Aussagen (Klageantwort Rz. 13) in der Arbeitsvermittlung 
bzw. im Personalverleih tätig und figuriert denn auch im Verzeichnis der in 
der Schweiz bewilligten privaten Arbeitsvermittlungs- und Personalverleih-
betriebe (VZAVG; abrufbar unter <www.avg-seco.admin.ch>). Sie ist nicht 
Mitglied des SBV. Die Geltung des GAV FAR kann sich für sie damit nur 
aus der AVE GAV FAR bzw. einer anderweitigen spezialgesetzlichen Re-
gelung ergeben. Eine solche liegt mit Art. 20 Abs. 3 des Bundesgesetzes 
vom 6. Oktober 1989 über die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih 
(AVG; SR 823.11) vor (vgl. auch die Kollisionsnorm von Art. 3 Abs. 1 des 
GAV Personalverleih). Wo Arbeitnehmer in einen Einsatzbetrieb vermittelt 
werden, der einem allgemein verbindlich erklärten Gesamtarbeitsvertrag 
untersteht, der den flexiblen Altersrücktritt regelt, muss der Verleiher ge-
genüber dem Arbeitnehmer diese Regelungen einhalten. Entgegen der 
Einschätzung der Beklagten werden von den ʺLohn- und Arbeitszeitbe-

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stimmungenʺ selbstredend die dem Bruttolohn inhärenten Berufsvorsorge-
beiträge erfasst (Klageantwort Rz. 18; Duplik Rz. 14), was sich aus Art. 48a 
Abs. 1 lit. a und Art. 48c Abs. 3 der Verordnung vom 16. Januar 1991 über 
die Arbeitsvermittlung und den Personalverleih (AVV; SR 823.111) ergibt. 
Ebenso ergeht aus Art. 48c Abs. 3 AVV, dass die Bezugsmodalitäten im 
Sinne von Art. 9 Abs. 1 GAV FAR massgebend sind, mithin der mit der 
Durchführung des GAV FAR betrauten Klägerin – entgegen dem Vorbrin-
gen der Beklagten – die Aktivlegitimation ohne weiteres zukommt (vgl. Kla-
geantwort Rz. 21; Duplik Rz. 15-17; vgl. auch Replik Rz. 20-23). Dass der 
Bundesrat im Grundbeschluss der Allgemeinverbindlicherklärung des GAV 
FAR (BRB AVE GAV FAR) vom 5. Juni 2003 (BBI 2003 4039 [act. I 3]) in 
Art. 2 Abs. 3 lit. a Personalverleihbetriebe von der Allgemeinverbindlicher-
klärung ursprünglich ausschloss (Klageantwort Rz. 12; Duplik Rz 11), ist 
vor diesem Hintergrund von vornherein belanglos; die AVE GAV FAR wur-
de mit Bundesratsbeschluss vom 8. August 2006 (BBI 2006 6751 [Akten 
der Klägerin {act. IA} 31]) denn auch angepasst (vgl. dazu auch Replik 
Rz. 7-14; Duplik Rz. 12). Nach dem Gesagten hat die Klägerin gegenüber 
der Beklagten einen Anspruch auf Berufsvorsorgebeiträge, soweit die letz-
tere in der fraglichen Zeit Personal an dem GAV FAR unterstellte Einsatz-
betriebe verlieh.

2.2 Es ist zu Recht unbestritten, dass die hier massgebenden Einsatz-
betriebe, die allesamt Sitz im Kanton Bern haben, in den territorialen bzw. 
temporalen Geltungsbereich der AVE GAV FAR fallen (vgl. Klage Rz. 21; 
Handelsregisterauszüge der D.________ AG [act. I 19a], der E.________ 
GmbH [act. I 19b], der F.________ AG [act. I 19c] sowie der G.________ 
AG [act. I 19d]). 

2.3 Art. 2 GAV FAR normiert den betrieblichen Geltungsbereich. Er gilt 
nach dessen Abs. 1 für alle inländischen und ausländischen in der Schweiz 
tätigen Betriebe bzw. für deren Betriebsteile sowie für Subunternehmen 
und selbstständige Akkordanten, die Arbeitnehmer beschäftigen, welche 
gewerblich tätig sind. Die – hier nicht relevanten – Ausnahmen des betrieb-
lichen Geltungsbereichs sind in Art. 2 Abs. 2 GAV FAR festgehalten. Der 
betriebliche Geltungsbereich der allgemeinverbindlich erklärten Bestim-
mungen ist in Art. 2 Abs. 4 AVE GAV FAR festgehalten. 

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2.4 Art. 3 GAV FAR regelt den persönlichen Geltungsbereich. Nach 
dessen Abs. 1 gilt der GAV FAR für Arbeitnehmer (unabhängig ihrer 
Entlöhnungsart und ihres Anstellungsortes), welche auf Baustellen und in 
Hilfsbetrieben der Baubetriebe nach Art. 2 tätig sind. Ausgenommen ist das 
leitende Personal, das technische und kaufmännische Personal sowie das 
Kantinen- und Reinigungspersonal eines unterstellten Betriebes (Art. 3 
Abs. 3 GAV FAR). Der persönliche Geltungsbereich der allgemeinverbind-
lich erklärten Bestimmungen ist in Art. 2 Abs. 5 AVE GAV FAR geregelt.

Sieht ein allgemeinverbindlich erklärter Gesamtarbeitsvertrag eine Bei-
tragspflicht für die Regelung des flexiblen Altersrücktritts vor, so entsteht 
die Beitragspflicht ab dem ersten Arbeitstag für die Zeit, in der ein Arbeit-
nehmer im Geltungsbereich des Gesamtarbeitsvertrages zum Einsatz 
kommt (Art. 48c Abs. 1 AVV). Von der Beitragspflicht ausgenommen sind 
Arbeitnehmer: a.) die das 28. Lebensjahr noch nicht vollendet haben; b.) 
die sich in einer Ausbildung befinden, die nicht zu einem Beruf im Gel-
tungsbereich des entsprechenden Gesamtarbeitsvertrags führt; und c.) 
deren Einsatzvertrag auf drei Monate befristet ist (Art. 48c Abs. 2 AVV).

2.5 Nach dem Grundsatz der Tarifeinheit gilt ein Gesamtarbeitsvertrag 
für den ganzen Betrieb und damit auch für berufsfremde Arbeitnehmer, 
wobei regelmässig gewisse Funktionsstufen und besondere Anstellungs-
verhältnisse ausgenommen werden. Allerdings kann ein Unternehmen 
mehrere Betriebe umfassen, welche unterschiedlichen Branchen an-
gehören, oder es können innerhalb ein und desselben Betriebes mehrere 
Teile bestehen, welche eine unterschiedliche Zuordnung rechtfertigen, weil 
sie eine genügende, auch nach aussen erkennbare Selbstständigkeit auf-
weisen (sog. gemischte Betriebe bzw. Mischbetriebe [BGE 141 V 657 
E. 4.5.2.1 S. 665; vgl. dazu STEFAN KELLER, Der flexible Altersrücktritt im 
Bauhauptgewerbe, Diss. 2008, S. 365 f.]). In diesen Fällen können auf die 
einzelnen Teile des Unternehmens unterschiedliche Gesamtarbeitsverträge 
zur Anwendung gelangen. Massgebliches Zuordnungskriterium ist somit 
die Art der Tätigkeit, die dem Betrieb oder dem selbstständigen Betriebsteil 
– und nicht dem Unternehmen als wirtschaftlichem Träger allenfalls mehre-
rer Betriebe – das Gepräge gibt (BGE 141 V 657 E. 4.5.2.1 S. 665). Nicht 
massgebend ist der Handelsregistereintrag oder die Art und Weise, wie die 

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Tätigkeiten ausgeführt resp. welche Hilfsmittel dabei eingesetzt werden 
(BGE 142 III 758 E. 2.2 S. 760). 

Von einem selbstständigen Betrieb oder einem selbstständigen Betriebsteil 
innerhalb eines Mischunternehmens kann nur gesprochen werden, wenn 
dieser eine eigene organisatorische Einheit bildet. Das setzt voraus, dass 
die einzelnen Arbeitnehmer klar zugeordnet werden können und die ent-
sprechenden Arbeiten im Rahmen der übrigen Tätigkeiten des Unterneh-
mens nicht nur hilfsweise erbracht werden. Im Interesse der Rechtssicher-
heit ist zudem zu fordern, dass der Betriebsteil mit seinen besonderen Pro-
dukten oder Dienstleistungen insofern auch nach aussen als entsprechen-
der Anbieter gegenüber den Kunden in Erscheinung tritt. Demgegenüber 
bedarf der Betriebsteil keiner eigenen Verwaltung oder gar einer separaten 
Rechnungsführung, um als solcher gelten zu können (BGE 141 V 657 
E. 4.5.2.2 S. 665). Sind diese Voraussetzungen gegeben, liegt ein echter 
Mischbetrieb vor – im Unterschied zum unechten Mischbetrieb, der über 
keine selbstständige organisatorische Einheit verfügt (vgl. JÜRG BRÜHWI-
LER, Unterstellung von Aussenseiter-Mischbetrieben unter allgemeinver-
bindliche Gesamtarbeitsverträge, in ARV 2016 S. 70).

2.6 Die FAR-Beiträge richten sich nach dem massgeblichen Lohn.
Massgeblicher Lohn ist der AHV-pflichtige Lohn der unterstellten Arbeit-
nehmer bis zum UVG-Maximum. Der Arbeitgeber hat der Stiftung FAR je-
weils bis spätestens am 31. Januar eine namentliche Lohnbescheinigung 
der dem GAV FAR unterstellten Personen (inkl. deren AHV-Nummer) für 
das vergangene Kalenderjahr abzuliefern (Art. 8 Abs. 4 GAV FAR; Art. 1 
AVE GAV FAR i.V.m. Art. 8 Abs. 4 GAV FAR; Art. 6 Reglement FAR [act. I 
2]). 

2.7 Gemäss Art. 23 Abs. 1-3 GAV FAR obliegt der Stiftung FAR der 
Vollzug des GAV FAR, weshalb sie insbesondere berechtigt ist, die not-
wendigen Kontrollen gegenüber den Vertragsunterworfenen durchzuführen 
oder durchführen zu lassen. In diesem Sinn trifft die Stiftung FAR eine "Ab-
klärungspflicht" und die betroffenen Arbeitgeber eine "Mitwirkungspflicht" 
(BGer 9C_392/2016, E. 4.4.2).

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Das im allgemein verbindlich erklärten Gesamtarbeitsvertrag zur Kontrolle 
vorgesehene paritätische Organ ist zur Kontrolle des Verleihers berechtigt. 
Bei nicht geringfügigen Verstössen muss es dem kantonalen Arbeitsamt 
Meldung erstatten und kann dem fehlbaren Verleiher: a.) nach Massgabe 
des Gesamtarbeitsvertrages eine Konventionalstrafe auferlegen; b) die 
Kontrollkosten ganz oder teilweise auferlegen (Art. 20 Abs. 2 AVG). Die 
AVE GAV FAR sieht in Art. 25 Abs. 1 Satz 2 zudem vor, dass der Stiftungs-
rat dem Fehlbaren bei Verletzungen von Pflichten aus dem GAV die Kon-
troll- und Verfahrenskosten überbinden kann.

3.

3.1 Mit Klage vom 18. Juli 2022 bzw. Klageänderung vom 21. August 
2023 macht die Klägerin für die Jahre 2013 bis 2016 (zusätzliche) Lohnbei-
träge in der Höhe von Fr. 18'587.50, Fr. 26'925.65, Fr. 17'698.80 sowie 
Fr. 21'303.80, insgesamt Fr. 84'515.75, nebst Verzugszins geltend. Zur 
Begründung legte sie dar, anlässlich einer Arbeitgeberkontrolle vom 8. No-
vember 2017 seien Differenzen zwischen den der Stiftung FAR gemeldeten 
und den tatsächlichen Lohnsummen festgestellt worden. Diese Differenzen 
stammten aus dem Verleih von Personal in die Einsatzbetriebe 
D.________ AG, E.________ GmbH, F.________ AG und G.________ AG 
(Klage S. 6 Ziff. 10). 

Die Beklagte macht geltend, die D.________ AG, die E.________ GmbH, 
die F.________ AG und die G.________ AG unterstünden nicht dem GAV 
FAR. Die Klägerin übersehe, dass sie nicht die Kompetenz habe, rechts-
verbindlich darüber zu befinden, ob ein Betrieb dem AVE GAV FAR unter-
stehe oder nicht. Die ʺEntscheideʺ der Klägerin seien keine hoheitlichen 
Verfügungen, sondern lediglich private Mitteilungen (Duplik Rz. 23). 

3.2 Aus den Akten ergibt sich, dass die hier zur Diskussion stehenden 
vier Einsatzbetriebe u.a. auch in den vorliegend relevanten Jahren für ihre 
direkt angestellten Mitarbeitenden fortlaufend Beiträge abgerechnet haben 
(act. IA 50-54). Es liegen für diese Unternehmen zudem wie folgt FAR-
Unterstellungsentscheide vor:

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3.2.1 Hinsichtlich der E.________ GmbH stellte die Geschäftsstelle Stif-
tung FAR mit Entscheid vom 19. November 2014 (act. I 21) fest, es handle 
sich um einen unechten Mischbetrieb. Dieser falle unter den räumlichen 
und betrieblichen Geltungsbereich des GAV FAR. Für die unter den per-
sönlichen Geltungsbereich fallenden Mitarbeiter sei die E.________ GmbH 
seit dem 1. Juli 2003 FAR-beitragspflichtig. Die Gesellschaft bezweckt die 
Ausführung von …, die Hers… sowie die Ausführung von … (Handelsregis-
tereintrag [act. I 19b]). 

3.2.2 Hinsichtlich der G.________ AG stellte die Geschäftsstelle Stiftung 
FAR mit Entscheid vom 9. Mai 2012 (act. I 25) fest, es handle sich um ei-
nen echten Mischbetrieb, dieser falle unter den räumlichen Geltungsbe-
reich des GAV FAR. Betreffend den betrieblichen Geltungsbereich falle sie 
teilweise, d.h. mit dem Betriebsteil … unter den Geltungsbereich des GAV 
FAR. Mit dem Betriebsteil … sei sie nicht am GAV FAR beteiligt. Für die 
unter den persönlichen Geltungsbereich fallenden Mitarbeiter des Betriebs-
teils … sei die G.________ AG seit dem 1. Juli 2003 FAR-beitragspflichtig. 
Die Gesellschaft bezweckt den Betrieb einer …, insbesondere in den Spar-
ten …, …, … und …, das Erstellen von … auf eigene Rechnung sowie das 
Ausüben von … (Handelsregistereintrag [act. I 19d]). 

3.2.3 Die D.________ AG war ab dem 1. Juli 2003 als unechter Mischbe-
trieb vollumfänglich dem GAV FAR unterstellt (Beschluss des Ausschusses 
Rekurse Stiftung FAR vom 14. Mai 2008 [act. IA 36]). Seit dem 1. Januar 
2017 ist sie nur noch mit dem Betriebsteil … und … unterstellt, der Be-
triebsteil … ist nicht mehr unterstellt, was dem Auszug aus dem 
H.________ zu entnehmen ist (vgl. …). Zweck der Gesellschaft ist die …, 
die … und der …, … bzw. … sowie … (Handelsregistereintrag [act. I 19a]). 

3.2.4 Die F.________ AG ist seit dem 1. Juli 2003 (rückwirkend) vollum-
fänglich dem GAV FAR unterstellt, was ebenfalls der H.________-
Datenbank zu entnehmen ist (act. I 24). Zweck der Gesellschaft ist der Be-
trieb einer … für … und die … (Handelsregistereintrag [act. I 19c]). 

3.3 Zwar vermögen Entscheide des Ausschusses des Stiftungsrats FAR 
(als paritätische Kommission) die hier zu beurteilende zivilrechtliche Vor-
frage der Unterstellung unter den GAV FAR grundsätzlich nicht zu präjudi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Okt. 2023, BV/22/432, Seite 13

zieren (vgl. STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, Arbeitsvertrag, 7. Aufl. 2012, 
S. 1433, Duplik Rz. 23) und im Zusammenhang mit dem betrieblichen Gel-
tungsbereich ist auch der Handelsregistereintrag für sich allein nicht aus-
schlaggebend für die Branchenzuordnung (BGE 142 III 758 E. 2.2 S. 760). 
Die Einsatzbetriebe waren im fraglichen Zeitraum jedoch ohne weiteres 
(zumindest teilweise) dem GAV FAR unterstellt (vgl. E. 3.2.1 ff. hiervor). 
Dafür sprechen die folgenden Indizien: Der statutarische Zweck (act. I 19a-
19d), keine Opposition der Unternehmen gegen den Unterstellungsent-
scheid des Ausschusses des Stiftungsrates FAR (als paritätische Kommis-
sion) vom 1. April 2020 (act. I 15) bzw. gegen die Geschäftsstellenent-
scheide (act. I 21, 25) sowie die Ergebnisse der H.________-Datenbank 
(act. I 20, 22, 24, 26). Überdies haben die vier Unternehmen für die direkt 
angestellten Mitarbeiter in allen Jahren die FAR-pflichtigen Löhne stets 
regelmässig gemeldet sowie die daraus resultierenden Vorsorgebeiträge 
anstandslos bezahlt (was seitens der Beklagten unwidersprochen blieb und 
nunmehr auch dokumentiert ist [act. IA 50-54]). 

Entgegen der Argumentation der Beklagten (Klageantwort Rz. 54) haben 
die D.________ AG, die E.________ GmbH, die F.________ AG und die 
G.________ AG die förmlich erlassenen (teils rückwirkenden) Unterstel-
lungsentscheide (act. I 20, 21, 22, 24, 25, 26) zumindest implizit anerkannt. 
Ob die Unternehmen bereits früher förmliche Entscheide erhalten bzw. 
auch nur verlangt hatten, spielt keine Rolle, haben sie mit der jährlichen 
Beitragszahlung ihre Unterstellung doch – wie bereits erwähnt – stets (im-
plizit) anerkannt und macht die Beklagte zu Recht nicht geltend, ihr sei von 
der Klägerin oder auch einem der Unternehmen (tatsachenwidrig) eine 
Nichtunterstellung bestätigt worden. Aus dem Dargelegten folgt, dass die 
D.________ AG, die E.________ GmbH, die F.________ AG und die 
G.________ AG für die hier zur Diskussion stehenden Beitragsjahre 2013 
bis 2016 zumindest teilweise dem GAV FAR resp. der AVE GAV FAR un-
terstellt waren. In antizipierter Beweiswürdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 
368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 
163 E. 4) erübrigen sich weitere diesbezügliche Sachverhaltserhebungen, 
insbesondere der in der Duplik (Rz. 24, 45, 84, 87) offerierte Zeugenbe-
weis. Die von der Beklagten geltend gemachte Kollision mit dem allgemein 
verbindlich erklärten GAV Vorruhestandsmodell Gebäudehülle (Klageant-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Okt. 2023, BV/22/432, Seite 14

wort Rz. 32 ff.; Duplik Rz 14, 23, 25 f., 49 f., 59, 63, 78, 90) ist irrelevant, 
sind doch in den Akten keine Belege zu finden, dass die hier involvierten 
Einsatzbetriebe einem anderen GAV unterstellt gewesen wären (vgl. Replik 
Rz. 36-41). 

Sollen durch die (bundesrätliche) Allgemeinverbindlicherklärung die Ar-
beitsbedingungen der bei Aussenseitern angestellten Arbeitnehmer gesi-
chert, die Sozial- und Arbeitsbedingungen als Faktor des Konkurrenz-
kampfs ausgeschlossen und soll dem Gesamtarbeitsvertrag zu grösserer 
Durchsetzungskraft verholfen werden (BGE 141 V 657 E. 4.4 S. 664), so 
muss dies umso mehr auch für die vom Parlament mit Art. 20 AVG auf Ge-
setzesstufe auf Unternehmen wie die Beklagte ausgedehnte Wirksamkeit 
von Gesamtarbeitsverträgen gelten. 

3.4 Weiter zu prüfen ist der persönliche Geltungsbereich. Die Ausnah-
metatbestände von Art. 48c Abs. 2 lit. a-c AVV gelten (vgl. E. 2.4 hiervor) – 
entgegen der von der Beklagten vertretenen Ansicht (Klageantwort Rz. 23 
f.; Duplik Rz. 18, 22) – nicht alternativ, sondern kumulativ, was (wie rechts-
setzungstechnisch üblich) die Konjunktion ʺundʺ in lit. b verdeutlicht (vgl. 
Staatssekretariat für Wirtschaft [Seco], Rundschreiben vom 3. März 2006 
[act. IA 46]; MATILE/ZILLA/STREIT, in: DUNAND/MAHON [Hrsg.], Travail 
temporaire, Commentaire pratique des dispositions fédérales sur la location 
de services [art. 12-39 LSE], 2010, S. 208, Art. 20; FABIAN LOOSER, Der 
Personalverleih, 1. Aufl. 2015, S. 235 N. 731 [act. IA 32a]; a.A.: KRUMME-
NACHER/WEIBEL, in: MICHAEL KULL [Hrsg.], Handkommentar zum Arbeits-
vermittlungsgesetz [AVG], 2014, Art. 20 N. 15; vgl. zum Ganzen auch Kla-
ge Rz. 23 ff. sowie Replik Rz. 24 f. und Rz. 99; Eingabe vom 21. August 
2023 S. 4 f. Ziff. III Rz. 4 ff.). 

Aufgrund des Prinzips der Tarifeinheit (vgl. E. 2.5 hiervor) gilt ein Gesamta-
rbeitsvertrag für den ganzen Betrieb. Da die Ausnahmetatbestände von Art. 
48c Abs. 2 lit. a-c AVV kumulativ vorliegen müssen, ist nicht ersichtlich, 
dass es soweit die hier zur Diskussion stehenden Beiträge betreffend am 
persönlichen Geltungsbereich mangeln könnte. Folglich besteht keine 
Grundlage, einzelne oder mehrere von der Klägerin in die Beitragsrech-
nung einbezogene, von der Beklagten an die vier Einsatzbetriebe vermittel-
te Personen aus der Beitragsrechnung auszuscheiden, mithin hat die Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Okt. 2023, BV/22/432, Seite 15

klagte für die an die D.________ AG, E.________ GmbH, F.________ AG 
und G.________ AG vermittelten Personen FAR-Beiträge zu bezahlen.

4.

4.1 Der Arbeitgeber schuldet der Stiftung FAR die gesamten Beiträge 
von Arbeitgeber und Arbeitnehmer (Art. 9 Abs. 1 GAV FAR, Art. 9 Abs. 1 
Reglement FAR). Der Beitrag der Arbeitnehmer betrug bis zum 30. Juni 
2016 1 % und derjenige des Arbeitgebers 4 % des massgeblichen Lohnes 
(Art. 8 Abs. 1 GAV FAR [in der bis 30. Juni 2016 geltenden Fassung; ab-
rufbar unter <www.seco.ch>, Rubrik: Arbeit/Personenfreizügigkeit und Ar-
beitsbeziehungen/Gesamtarbeitsverträge/Gesamtarbeitsverträge/Bund/All-
gemeinverbindlich erklärte Gesamtarbeitsverträge/GAV für den flexiblen 
Altersrücktritt im Bauhauptgewerbe [GAV FAR]). Ab 1. Juli 2016 betrugen 
die Beiträge der Arbeitnehmer 1.5 %, jene der Arbeitgeber 5.5 % des 
massgeblichen Lohnes (Art. 8 Abs. 1 und 2 in der ab 1. Juli 2016 gültigen 
Fassung [BBI 2016 5033]). 

4.2 Ausgangslage für die Berechnung der vorliegend umstrittenen Bei-
tragsforderungen bilden die Lohnsummenmeldungen der Beklagten für die 
Jahre 2013 bis 2016 (act. I 8) und der Bericht der Arbeitgeberkontrolle vom 
20. Dezember 2017 samt den Angaben zu den detaillierten Lohndifferen-
zen (act. I 6) bzw. die nachträglichen Korrekturen (vgl. dazu auch Replik 
Rz. 1 ff. und Rz. 81) sowie die Klageänderung (Eingabe vom 21. August 
2023 S. 2). Gestützt darauf ergeben sich die folgenden Beiträge:

Jahr Lohnsummendifferenz Beitragssatz Beitrag

2013 Fr. 371’749.85 5 % Fr. 18’587.50

2014 Fr. 53’8513.00 5 % Fr. 26'925.65

2015 Fr. 353’975.00 5 % Fr. 17'698.80

01.-06.2016 Fr. 172'614.45 5 % Fr. 8’630.75

07.-12.2016 Fr. 181'044.00 7 % Fr. 12'673.05

Total Fr. 84'515.75

Dass bspw. bei I.________ die Spalten ʺMeldung FARʺ und ʺLohn korr. 
FARʺ identisch sind (Klageantwort Rz. 60) ist nicht zu beanstanden, beträgt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Okt. 2023, BV/22/432, Seite 16

die Korrektur ʺKorr. FARʺ doch Fr. 0.--, mithin war der gemeldete Lohn kor-
rekt und daraus resultiert auch keine Beitragsaufrechnung. Der aufgerech-
nete Betrag gemäss Arbeitgeberkontrolle (ʺDifferenzen zur Meldungʺ von 
Fr. 385'082.-- [act. I 6 S. 1]) entspricht der Summe der Spalte ʺKorr. FARʺ 
und nicht jener der Spalte ʺLohn Korr. FARʺ (vgl. zum Ganzen auch Replik 
Rz. 27 ff. und Rz. 83 ff.). Die von der Klägerin ins Recht gelegten Beweis-
mittel genügen in Bezug auf die Einsätze der Arbeitnehmenden bzw. die 
entsprechenden Lohnsummendifferenzen; weitere Sachverhaltserhebun-
gen erübrigen sich in antizipierter Beweiswürdigung. Die Diskrepanz bzgl. 
C.________ für Oktober 2014 (vgl. act. I 6 Seite 8 Zeile 43; Akten der Be-
klagten [act. II] 21; Klageantwort Rz. 61; Replik Rz. 85; Duplik Rz. 74; pro-
zessleitende Verfügung vom 25. Juli 2023) wurde im Rahmen der zulässi-
gen (vgl. MICHAEL DAUM, in HERZOG/DAUM [Hrsg.], Kommentar zum berni-
schen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 26 N. 7) Klageänderung (Eingabe vom 21. 
August 2023 S. 2) bereinigt. 

4.3 Die Beklagte erhebt die Verjährungseinrede (Duplik Rz. 91-101). 

4.3.1 Gemäss Art. 41 Abs. 2 BVG verjähren Forderungen auf periodische 
Beiträge und Leistungen nach fünf, andere nach zehn Jahren. Die Art. 129 
bis 142 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) sind an-
wendbar. Die Verjährungsfrist beginnt mit der Fälligkeit der Forderung 
(Art. 130 Abs. 1 OR). Nach Art. 66 Abs. 4 BVG hat der Arbeitgeber die Ar-
beitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge bis spätestens zum Ende des ersten 
Monats nach dem Kalender- oder Versicherungsjahr, für das die Beiträge 
geschuldet sind, an die Vorsorgeeinrichtung zu überweisen. Die Beiträge 
können während längstens zehn Jahren (absolute Verjährung) verlangt 
werden (BGE 136 V 73 E. 2.2 und 3.1 S. 75). Diese Verjährungsregelun-
gen gelten auch für die Beiträge an die Klägerin (vgl. BGer 9C_392/2016, 
E. 3.2 und 4).

4.3.2 Grundsätzlich kann auch eine dem Gläubiger unbekannte Forde-
rung fällig werden (BGE 136 V 73 E. 4.1 S. 78 mit Hinweisen). In Abwei-
chung von dieser Regel erfolgt bei qualifizierter Meldepflichtverletzung im 
Sinne einer unentschuldbaren Unterlassung des Schuldners ein Aufschub 
der Fälligkeit der einzelnen periodischen Beitragsforderung bis zu dem 
Zeitpunkt, in welchem die Beitragsgläubigerin davon anrechenbare Kennt-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Okt. 2023, BV/22/432, Seite 17

nis erlangt (BGE 136 V 73 E. 4.2 S. 79 f.; BGer 9C_392/2016, E. 3.2.2). 
Unter diesen Umständen beginnt die fünfjährige Verjährungsfrist erst mit 
der (zumutbaren resp. anrechenbaren) Kenntnis der Stiftung von ihrer Bei-
tragsforderung gegenüber dem betroffenen Arbeitgeber zu laufen (BGE 
138 V 32 E. 4.1 S. 39 mit Hinweisen; BGer 9C_392/2016, E. 3.2.2).

4.3.3 Die Beklagte hat als Personalvermittlerin die konkreten Beitrags-
pflichten der Einsatzbetriebe zu beachten (vgl. Art. 20 Abs. 3 AVG; E. 2.1 
hiervor) und ist zur Erhebung und Ablieferung der eigenen FAR-Beiträge 
verpflichtet. Dass sie ihrer Beitragspflicht nicht vollumfänglich nachgekom-
men ist bzw. die notwendigen Abklärungen in unentschuldbarer Weise un-
terlassen und die entsprechenden Meldungen nicht vorgenommen hat, 
stellt ein treuwidriges Verhalten im Sinne einer qualifizierten Meldepflicht-
verletzung dar (BGE 136 V 73 E. 4.2 S. 79 f.). Unter diesen Umständen 
begann die fünfjährige Verjährungsfrist somit erst mit der (zumutbaren re-
sp. anrechenbaren) Kenntnis der Stiftung FAR von ihrer Beitragsforderung 
zu laufen. Die Klägerin liess am 8. November 2017 eine Arbeitgeberkontrol-
le durchführen (act. I 6). Mit dieser Arbeitgeberkontrolle erlangte sie Kennt-
nis über die Beitragsnachforderung, womit in diesem Zeitpunkt die fünfjäh-
rige Verjährungsfrist zu laufen begann (Replik Rz. 134-139). Damit waren 
im Zeitpunkt der ersten Verjährungseinredeverzichtserklärung vom 25. No-
vember 2019 (act. I 17), welche verlängert wurde (act. I 18), die Beiträge 
pro 2013 (und selbstredend auch jene pro 2014-2016) noch nicht verjährt 
(Klageantwort Rz. 65).

4.3.4 Der Arbeitgeber hat vierteljährlich Akontozahlungen abzuliefern, 
fällig 30 Tage nach der Rechnungsstellung, spätestens jedoch per Quar-
talsende (Art. 9 Abs. 2 GAV FAR). Die Klägerin verlangt mit ihrer Klage 
eine Verzinsung der gesamten Jahresbeiträge von 5 % jeweils ab Beginn 
des Folgejahres, was nicht zu beanstanden ist (Art. 9 Abs. 3 GAV FAR, 
Art. 9 Abs. 4 Reglement FAR; Klage Ziff. 33 f.). 

5.

Entgegen dem Vorbringen der Beklagten (Duplik Rz. 15) war die Klägerin 
gestützt auf Art. 23 Abs. 2 AVE GAV FAR sowie Art. 20 Abs. 2 lit. b AVG 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Okt. 2023, BV/22/432, Seite 18

berechtigt, Dritte mit der Kontrolle zu beauftragen (E. 2.7 hiervor; vgl. auch 
Art. 48d Abs. 3 AVV). Zudem stellt das Nichtmelden einer Lohnsumme von 
mehr als Fr. 1.6 Mio. eine vertragliche Pflichtverletzung dar, was in Anwen-
dung der Sanktionsregeln von Art. 25 Abs. 1 AVE GAV FAR die Überbin-
dung der Kontrollkosten zulässt (vgl. E. 2.7 hiervor). Die von der Klägerin 
geforderten Kontrollkosten von Fr. 2'753.35 sind in der Rechnung der KMU 
J.________ AG ausgewiesen (act. I 31) und nicht zu beanstanden (Klage 
Rz. 35 f., Replik Rz. 102). Für die Leistungserbringung (Kontrolle und Be-
richt vom 8. November bzw. 20. Dezember 2017 [act. I 6]) wurde zu Recht 
der noch im Jahr 2017 massgebende MWST-Satz von 8 % angewendet. 
Der erwähnte Umfang der nicht gemeldeten Lohnsummen hat ein erhebli-
ches Ausmass, weshalb die Überbindung der Kontrollkosten auch verhält-
nismässig ist. Die Sanktionsrichtlinie der Geschäftsstelle (act. I 30), die in 
Ziff. 5.2.4 nach Steuerungsaufwand und Kontrollkosten differenziert, ist erst 
ab dem 1. April 2022 gültig und damit vorliegend nicht anwendbar. Nach 
dem Dargelegten hat die Beklagte der Klägerin die Kontrollkosten von 
Fr. 2'753.35 zu bezahlen.

6.

Nach dem Dargelegten ist die Klage gutzuheissen und die Beklagte zu ver-
pflichten, der Klägerin Vorsorgebeiträge in der Höhe von Fr. 18'587.50 für 
das Jahr 2013 nebst Zins zu 5 % ab 1. Januar 2014, Fr. 26'925.65 für das 
Jahr 2014 nebst Zins zu 5 % ab 1. Januar 2015, Fr. 17'698.80 für das Jahr 
2015 nebst Zins zu 5 % ab 1. Januar 2016, Fr. 21'303.80 für das Jahr 2016 
nebst Zins zu 5 % ab 1. Januar 2017 sowie die Kontrollkosten von 
Fr. 2'753.35 zu bezahlen.  

7.

7.1 Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 73 Abs. 2 BVG keine 
zu erheben.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Okt. 2023, BV/22/432, Seite 19

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht für die unterliegende 
Beklagte (Art. 109 Abs. 1 VRPG [Umkehrschluss]) kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung. Die Klägerin als obsiegender Sozialversicherungsträ-
ger hat ebenfalls keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (BGE 126 
V 143 E. 4b S. 150).

 Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, der Klägerin 
die Vorsorgebeiträge in der Höhe von Fr. 18'587.50 für das Jahr 2013 
nebst Zins zu 5 % ab 1. Januar 2014, Fr. 26'925.65 für das Jahr 2014 
nebst Zins zu 5 % ab 1. Januar 2015, Fr. 17'698.80 für das Jahr 2015 
nebst Zins zu 5 % ab 1. Januar 2016, Fr. 21'303.80 für das Jahr 2016 
nebst Zins zu 5 % ab 1. Januar 2017 sowie die Kontrollkosten von 
Fr. 2'753.35 zu bezahlen. 

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen. 

3. Zu eröffnen (R):
- Stiftung für den flexiblen Altersrücktritt im Bauhauptgewerbe (FAR) 
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beklagten
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Zur Kenntnis:
- Bernische BVG- und Stiftungsaufsicht (BBSA), Belpstrasse 48, Post-

fach, 3000 Bern 14

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Okt. 2023, BV/22/432, Seite 20

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.