# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f17bc73f-433e-5a6a-aa6f-11a491991434
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-01
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 01.12.2022 110 2021 20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2021-20_2022-12-01.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3013 Bern
Telefon +41 31 633 30 11
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www.bvd.be.ch/ra

BVD 110/2021/20

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 1. Dezember 2022

in der Beschwerdesache zwischen

Frau C.________
Beschwerdeführerin 1

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt D.________

Herrn E.________
Beschwerdeführer 2

und

Frau F.________
Beschwerdegegnerin

sowie

Regierungsstatthalteramt Thun, Scheibenstrasse 3, 3600 Thun

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Oberhofen am Thunersee, Gemeindeverwaltung, 
Schoren 1, Postfach 59, 3653 Oberhofen am Thunersee

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Thun vom 12. Januar 2021 (bbew 
111/2020; Abbruch EFH und Neubau MFH)

I. Sachverhalt

1. Die Beschwerdegegnerin reichte, vertreten durch die Projektverfasserin1, am 11. Juni 2020 
bei der Gemeinde Oberhofen am Thunersee ein Baugesuch ein für den teilweisen Abbruch des 
bestehenden Einfamilienhauses und den Neubau eines Mehrfamilienhauses auf Parzelle Ober-
hofen am Thunersee Grundbuchblatt Nr. H.________. Sie beantragte die Gewährung einer 
Ausnahmebewilligung für die Unterschreitung des Strassenabstands. Die Parzelle liegt in der 
Wohnzone W1. Gegen das Bauvorhaben erhoben unter anderen die Beschwerdeführenden 
Einsprache.

1 Vorakten pag. 29 f.

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Mit Gesamtbauentscheid vom 12. Januar 2021 erteilte das Regierungsstatthalteramt Thun die 
Abbruch- und Baubewilligung und die Ausnahmebewilligung für die Unterschreitung des 
Strassenabstands. Die Einsprachen wies es ab.

2. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin 1 am 8. Februar 2021 Beschwerde bei der Bau- 
und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Sie beantragte die Aufhebung des 
Gesamtbauentscheids vom 12. Januar 2021 und die Erteilung des Bauabschlags, eventuell die 
Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur neuen Beurteilung. Sie machte insbesondere 
geltend, dass bei korrekter Messweise die zulässige Gebäudehöhe überschritten sei. In 
prozessualer Hinsicht beantragte die Beschwerdeführerin 1, dass das Beschwerdeverfahren 
unmittelbar nach dem Beschwerdeeingang sistiert werden solle, da mit der Beschwerdegegnerin 
über eine Projektanpassung verhandelt werde. Die Beschwerde werde zur Fristwahrung 
eingereicht. Die Beschwerdegegnerin sei gemäss einer Zustimmungserklärung, welche die 
Beschwerdeführerin 1 ihrer Beschwerde beilegte, mit der beantragten Sistierung einverstanden.

Der Beschwerdeführer 2 reichte in eigenem Namen sowie im Namen von I.________ ebenfalls 
am 8. Februar 2021 bei der BVD Beschwerde gegen den Gesamtbauentscheid vom 12. Januar 
2021 ein. Er beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die 
Erteilung des Bauabschlags. Auch er begründete seine Beschwerde insbesondere mit der 
Nichteinhaltung der zulässigen Gebäudehöhe.

3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet2, vereinigte mit Verfügung 
vom 12. Februar 2021 die beiden Verfahren. Es machte darauf aufmerksam, dass der 
Beschwerdeführer 2 im Baubeschwerdeverfahren vor der BVD nicht zur Prozessvertretung von 
I.________ berechtigt sei. Es gewährte eine kurze Nachfrist zur Einreichung eines von I.________ 
rechtsgültig unterzeichneten Exemplars der Beschwerdeschrift und kündigte an, dass andernfalls 
deren Beschwerde als zurückgezogen gelte und nur der Beschwerdeführer 2 am Verfahren 
beteiligt bleibe.

Mit der Verfügung vom 12. Februar 2021 sistierte das Rechtsamt ausserdem das Verfahren. Das 
Regierungsstatthalteramt reichte am 15. Februar 2021 unaufgefordert eine Stellungnahme ein, in 
der es sich zur Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 und zur angeordneten Sistierung äusserte. 
Nach mehreren Verlängerungen der Sistierung teilte die Beschwerdeführerin 1 dem Rechtsamt 
am 15. Februar 2022 mit, dass die Verhandlungen mit der Beschwerdegegnerin gescheitert seien. 
Mit Verfügung vom 18. Februar 2022 schrieb das Rechtsamt die Beschwerde von I.________ als 
erledigt vom Geschäftsverzeichnis ab, nachdem diese am 9. März 2021 den Beschwerderückzug 
erklärt hatte. In Bezug auf die Beschwerden der Beschwerdeführenden 1 und 2 nahm das 
Rechtsamt das Verfahren wieder auf und führte den Schriftenwechsel durch.

Das Regierungsstatthalteramt beantragte mit Stellungnahme vom 21. März 2022 die Abweisung 
der Beschwerden, soweit darauf einzutreten sei. Die Gemeinde nahm mit Eingabe vom 21. März 
2022 zur Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 Stellung; sie stellte keine Anträge zur Beurteilung 
der Beschwerden. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 17. März 
2022 (beim Rechtsamt eingegangen am 25. März 2022) die Abweisung der Beschwerden.

4. Das Rechtsamt holte bei der Gemeinde die Baubewilligungsakten für das bestehende 
Gebäude auf der Parzelle Nr. 913 ein. Mit Verfügung vom 6. Mai 2022 stellte das Rechtsamt den 
Verfahrensbeteiligten Kopien von Fassadenplänen aus diesen Akten («Fassade N-W» sowie 
«Fassade S-O») zu. Es hielt fest, gemäss diesen Planauszügen scheine es, dass beim Bau der 

2 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191)

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talseitigen Terrasse des bestehenden Gebäudes die Oberfläche im Verhältnis zum natürlich 
gewachsenen Terrain angehoben worden sei und das Gelände dort, wo die Südwestfassade des 
geplanten Neubaus verlaufen würde, heute höher liege als der ursprünglich gewachsene Boden. 
Dies hätte zur Folge, dass die Gebäudehöhe an der Südwestfassade nicht, wie auf dem 
Projektplan dargestellt, vom bestehenden Terrassenboden zu messen wäre, sondern vom tiefer 
gelegenen Niveau, das dem umgebenden natürlichen Geländeverlauf entspreche. Die Beteiligten 
erhielten Gelegenheit, sich zu dieser vorläufigen Einschätzung des Rechtsamts zu äussern. Die 
Beschwerdegegnerin wurde sodann gebeten, Schnitte und Fassadenansichten einzureichen, auf 
denen der Verlauf des natürlich gewachsenen Terrains eingezeichnet sei, und auf allen 
Fassadenansichten die Gebäudehöhe in der Fassadenmitte einzuzeichnen.

Die Beschwerdeführerin 1 erklärte mit Stellungnahme vom 17. Mai 2022, die vorläufige 
Einschätzung des Rechtsamtes bestätige ihre Rügen. Sie hielt an ihren Beschwerdeanträgen fest 
und bekräftigte ihre Beweisanträge betreffend Durchführung eines Augenscheins und Einholen 
eines Gutachtens beim zuständigen Kreisgeometer über das natürlich gewachsene Terrain. Das 
Regierungsstatthalteramt verzichtete mit Eingabe vom 25. Mai 2022 auf eine Stellungnahme. Der 
Beschwerdeführer 2 erklärte mit Stellungnahme vom 29. Mai 2022, die vorläufige Einschätzung 
des Rechtsamtes bestätige seine Auffassung, dass die Gebäudehöhe vom gewachsenen Terrain 
zu messen sei. Das Projekt müsse entsprechend angepasst und gestützt auf eine geometrische 
Abklärung und einen Augenschein, allenfalls im Beisein der Kommission zur Pflege der Orts- und 
Landschaftsbilder (OLK), beurteilt werden. Die Gemeinde vertrat mit Stellungnahme vom 30. Mai 
2022 die Ansicht, dass die Projektpläne des früheren Baubewilligungsverfahrens für eine 
Beurteilung des massgebenden Terrains nicht ausreichten. Sie beantragte eine 
Terrainrekonstruktion durch einen Geometer. Die Beschwerdegegnerin liess sich nicht vernehmen 
und reichte keine neuen Pläne ein.

5. Mit Verfügung vom 13. Juni 2022 machte das Rechtsamt die Beschwerdegegnerin darauf 
aufmerksam, dass sie als Bauherrin den Nachweis für die Einhaltung der Gebäudehöhe erbringen 
und dafür das massgebende Terrain in den Plänen korrekt darstellen müsse. Es bat die 
Beschwerdegegnerin, den Verlauf des natürlich gewachsenen Terrains von einem fachlich 
ausgewiesenen Geometer feststellen zu lassen und Projektpläne (Schnitte und 
Fassadenansichten) einzureichen, auf denen der Verlauf des natürlich gewachsenen Terrains 
jeweils eingezeichnet sei.

Am 25. August 2022 reichte die Beschwerdegegnerin einen Projektplan mit Schnitten und 
Fassadenansichten ein, auf dem der von einem Geometeruntenehmen festgestellte Verlauf des 
natürlich gewachsenen Terrains auf den Schnitten und Fassadenansichten eingetragen ist. Die 
Beschwerdegegnerin teilte mit, gemäss der Terrainfeststellung des Geometerunternehmens sei 
die Südwestfassade um 57 cm zu hoch. Sie sei diesbezüglich zu einer Projektänderung bereit. 
Am 20. September 2022 reichte sie die Projektänderung ein. Die übrigen Beteiligten erhielten 
Gelegenheit zur Stellungnahme. Die Beschwerdeführerin 1 stellte mit Stellungnahme vom 
25. Oktober 2022 fest, die Gebäudehöhe sei mit der Projektänderung herabgesetzt worden. Sie 
hielt an ihrer Beschwerde fest und ersuchte um baldige Entscheidung. Der Beschwerdeführer 2 
nahm mit Eingabe vom 26. Oktober 2022 zur Kenntnis, dass die Vermassungen des Baukörpers 
mit der Projektänderung korrigiert worden und nun planungskonform seien. Es sei bedauerlich, 
dass die Profile nicht gemäss der Projektänderung angepasst worden seien. Der 
Beschwerdeführer 2 äusserte ferner ästhetische Bedenken zum geänderten Projekt. Er erklärte 
aber, dass er an seiner Beschwerde nicht festhalte. Die Gemeinde hielt mit Stellungnahme vom 
26. Oktober 2022 fest, die Projektänderungspläne zeigten die Veränderungen im Verhältnis zur 
früheren Projektversion nicht auf. Die einzige ersichtliche Anpassung sei die Herabsetzung des 
Gebäudes um 57 cm. Im Verhältnis zum vom Geometerunternehmen festgestellten Terrainverlauf 
sei das Gebäude nun konform und die Firsthöhe eingehalten. Im Übrigen behielten die von der 

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Gemeinde eingereichten Amts- und Fachberichte ihre Gültigkeit. Das Regierungsstatthalteramt 
liess sich nicht vernehmen. 

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II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG3. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er –
 unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel angefochten 
werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im vorliegenden Fall das 
Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide können nach Art. 40 Abs. 1 BauG4 
innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden. Die BVD ist 
somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen den Gesamtentscheid zuständig. Zur Beschwerde 
befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die 
Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Die 
Beschwerdeführenden, deren Einsprachen abgewiesen wurden, sind durch den vorinstanzlichen 
Gesamtentscheid formell und als Nachbarn auch materiell beschwert und daher zur 
Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichten Beschwerden ist 
einzutreten.

2. Verfahrensrechtliches

a) Der Beschwerdeführer 2 beanstandete in seiner Beschwerde formelle Mängel im 
erstinstanzlichen Verfahren. Es habe eine Projektänderung (Wechsel der zweigiebeligen 
Dachform zur einfachen Firstform in gleicher Bauhöhe) gegeben, über die er nie offiziell informiert 
worden sei. Er habe erst durch Nachfragen bei der Gemeinde davon Kenntnis erhalten, nachdem 
die Profile angepasst worden seien. Es habe nie ein Schriftenwechsel dazu stattgefunden. Ferner 
sei sein Begehren nach einer Einspracheverhandlung stillschweigend übergangen worden.

b) Die Beschwerdegegnerin hatte offenbar bereits im Jahr 2018 ein Baugesuch eingereicht.5 
Infolge der Einreichung des Baugesuchs am 11. Juni 2020 wurde ein neues formelles 
Baugesuchsverfahren eingeleitet. Gemäss der Verzeichnung im e-Bau scheint es, dass es sich 
dabei um eine Projektänderung im bereits hängigen Baubewilligungsverfahren handelte.6 
Diesfalls hätte der Beschwerdeführer 2, sofern er am hängigen Verfahren betreffend das 
Ursprungsprojekt beteiligt war, von der Baubewilligungsbehörde zur Projektänderung angehört 
werden müssen (Art. 43 Abs. 3 BewD7). Da der Beschwerdeführer 2 innert der Auflagefrist zum 
Projekt gemäss Baugesuch vom 11. Juni 2020 Einsprache eingereicht hat, konnte er seinen 
Gehörsanspruch im erstinstanzlichen Verfahren letztlich jedenfalls wahren. Auf eine 
Einigungsverhandlung besteht kein Rechtsanspruch.8 Es bestehen damit keine formellen Mängel 
am angefochtenen Entscheid. Ohnehin hat der Beschwerdeführer 2 am 26. Oktober 2022 erklärt, 
dass er nach der Projektänderung vom 20. September 2022 an seine Beschwerde nicht festhalte. 
Damit sind seine Rügen hinfällig geworden.

3 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
4 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
5 Vgl. Vorakten pag. 9
6 Vgl. Vorakten pag. 83
7 Dekret vom 22. März 1994 über das Baubewilligungsverfahren (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1)
8 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 35-35c 
N. 31

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3. Projektänderung im Beschwerdeverfahren

a) Eine Projektänderung kann in einem hängigen Baubeschwerdeverfahren eingereicht 
werden, wenn das Bauvorhaben in seinen Grundzügen gleich bleibt (Art. 43 Abs. 1 BewD). Das 
Verfahren kann diesfalls ohne erneute Publikation fortgesetzt werden, wenn keine öffentlichen 
oder wesentlichen nachbarlichen Interessen zusätzlich betroffen sind (Art. 43 Abs. 2 BewD). 
Wenn keine Publikationspflicht besteht, ist auch keine Nachprofilierung nötig.9 Die Gemeinde, die 
Gegenpartei und allfällig von der Projektänderung berührte Dritte sind zur Projektänderung 
anzuhören (Art. 43 Abs. 3 BewD). Die Projektänderung ist in der Regel in einem Plan 
darzustellen,10 der den anzuhörenden Verfahrensbeteiligten und Dritten zwecks Wahrnehmung 
ihres Gehörsanspruchs zur Kenntnis zu bringen ist. Die Plankenntnis ermöglicht es ihnen, auch 
Einzelheiten der geplanten Änderung zu beurteilen, die aus der (ggf. nicht an die Projektänderung 
angepassten) Profilierung nicht hervorgehen.11

b) Die Beschwerdegegnerin hatte in ihrem Schreiben vom 25. August 2022 angekündigt, dass 
sie die Gebäudehöhe, die um 57 cm zu hoch sei, mit einer Projektänderung auf das zulässige 
Mass reduzieren wolle. Im Projektänderungsplan «Ansichten und Schnitte» im Mst. 1:100 vom 
19. September 2022 ist dies so dargestellt. Die Höhe oberkant Fussboden Erdgeschoss (OK FB 
EG) soll neu bei 661,30 m.ü.M. liegen statt bisher 661,87 m.ü.M.. Die Raumhöhen und die 
Dachneigung bleiben gleich, so dass die Oberkante des Dachsparrens an der Schnittlinie mit der 
Fassadenflucht sowie der höchste Punkt des Dachsparrens beim First jeweils 57 cm tiefer zu 
liegen kommen als beim von der Vorinstanz bewilligten Projekt. Auch die Terrasse an der 
Südwestfassade kommt beim fertigen Projekt entsprechend tiefer zu liegen als zuvor. Während 
der Plan zur Feststellung des Terrains durch das Geometerunternehmen vom 18. August 2022 in 
der Mitte der Südwestfassade eine Höhendifferenz von 57 cm zwischen natürlich gewachsenem 
Terrain und Terrassenboden ausweist, beträgt diese Höhendifferenz auf dem 
Projektänderungsplan vom 19. September 2022, auf dem der Verlauf des vom 
Geometerunternehmen festgestellten natürlichen Terrains ebenfalls eingetragen ist und von 
diesem bestätigt wird, nur noch wenige Zentimeter. Das ganze Gebäude einschliesslich Terrasse 
im Erdgeschoss soll also um rund 57 cm tiefer gesetzt werden. Weitere Änderungen am Projekt 
werden weder umschrieben noch auf dem Projektänderungsplan dargestellt. 

Damit bleibt das Projekt in seinen Grundzügen gleich; der Rahmen einer Projektänderung, die im 
hängigen Verfahren beurteilt werden kann, ist eingehalten. Durch die Tiefersetzung um 57 cm sind 
keine öffentlichen oder wesentlichen nachbarlichen Interessen zusätzlich betroffen, so dass eine 
Publikation der Projektänderung unterbleiben kann und keine Neuprofilierung nötig ist. Die 
Verfahrensbeteiligten konnten sich zur Projektänderung äussern. Dritte sind durch die 
Projektänderung nicht neu betroffen.

4. Gebäudehöhe

a) Gemäss Art. 212 Abs. 1 GBR12 beträgt in der Wohnzone W1 die zulässige Gebäudehöhe 
maximal 6 m, die Firsthöhe maximal 9 m. Bei Bauten am Hang ist talseits eine Mehrhöhe vom 1 m 
gestattet, als Hang gilt eine Neigung des massgebenden Terrains, die – in der Falllinie gemessen 
– innerhalb des Gebäudegrundrisses wenigstens 10 % beträgt. Nach Art. A132 Anhang GBR wird 
die Gebäudehöhe in der Mitte der Fassaden gemessen und besteht im Höhenunterschied 

9 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 34/34a N. 22
10 Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 32-32d N. 15
11 Vgl. Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 34/34a N. 20
12 Baureglement der Gemeinde Oberhofen vom 1. Januar 2013, vom Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) 
genehmigt am 6. Dezember 2012

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zwischen dem massgebenden Terrain und der Schnittlinie der Fassadenflucht mit der Oberkante 
des Dachsparrens bei geneigten Dächern. Die Firsthöhe entspricht dem Höhenunterschied 
zwischen dem massgebenden Terrain und dem höchsten Punkt der Dachsparren bei geneigten 
Dächern. Die Bestimmung des massgebenden Terrains richtet sich nach den Vorschriften der 
Bauverordnung (Art. A111 Anhang GBR). In der Hinweisspalte zu Art. A111 Anhang GBR wird auf 
Art. 97 BauV verwiesen. Gemeint ist Art. 97 der Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 
721.1), der mit Inkrafttreten der BMBV13 per 1. August 2011 aufgehoben worden ist. Gemäss der 
Übergangsbestimmung in Art. 34 Abs. 2 BMBV findet u.a. der bisherige Art. 97 BauV bis zur 
Anpassung der baurechtlichen Grundordnung an die BMBV noch Anwendung. Dafür haben die 
Gemeinden gemäss Art. 34 Abs. 1 BMBV Zeit bis zum 31. Dezember 2023. Die Gemeinde 
Oberhofen hat ihre baurechtliche Grundordnung noch nicht an die BMBV angepasst und die ihr 
dafür zur Verfügung stehende Frist ist noch nicht abgelaufen. Das massgebende Terrain ist 
demnach gestützt auf den bisherigen Art. 97 BauV zu bestimmen. 

Massgebend ist demnach das Terrain, wie es vor Baubeginn besteht, sofern es sich um das 
natürlich gewachsene Terrain handelt oder wenn das Terrain früher abgegraben wurde und im 
Rahmen des Bauvorhabens nicht noch weiter abgegraben wird. Bei weiteren Abgrabungen im 
Rahmen des Bauvorhabens ist vom fertigen Terrain aus zu messen. Ist die bestehende 
Oberfläche des Baugrundstücks sichtbar durch künstliche Terrainauffüllungen gehoben worden, 
so ist im Falle eines entsprechenden Vorbehalts in der früheren Baubewilligung vom 
ursprünglichen Terrain aus zu messen; bei Einfriedungen, Stützmauern und dergleichen zwischen 
beidseitig aufgeschütteten Grundstücken vom tieferen fertigen Terrain aus; im Übrigen vom 
Niveau aus, das dem umgebenden natürlichen Geländeverlauf entspricht.

b) Aus dem Projektänderungsplan «Ansichten und Schnitte» vom 19. September 2022 gehen 
der natürlich gewachsene Terrainverlauf, das zurzeit bestehende Terrain und die geplanten 
Terrainanpassungen bei Umsetzung des Bauvorhabens hervor. Die Terrainfeststellung durch das 
Geometerunternehmen hat ergeben, dass das natürlich gewachsene Terrain entlang der 
Südwestfassade teilweise tiefer verlief als das derzeit bestehende; das heisst, es wurde dort beim 
Bau des bestehenden Gebäudes mit der südwestseitigen Terrasse künstlich angehoben. Dies 
stimmt mit dem Eindruck überein, der sich aus den bewilligten Bauplänen für das bestehende 
Gebäude ergibt.

An der Südwestfassade sind demnach die Gebäude- und die Firsthöhe ab dem Niveau des 
Terrains in der Fassadenmitte, wie es aus dem umgebenden natürlichen Geländeverlauf 
abzuleiten ist, massgebend. Der entsprechende Terrainverlauf wurde im Auftrag der 
Beschwerdegegnerin durch ein Geometerunternehmen festgestellt und auf dem 
Projektänderungsplan bestätigt. An der Geländefeststellung durch das Geometerunternehmen 
wird von keiner Seite substantiierte Kritik geübt und es sind keine Gründe ersichtlich, daran zu 
zweifeln. Ein Augenschein durch die Instruktionsbehörde würde diesbezüglich keine zusätzlichen 
Erkenntnisse bringen und ist daher verzichtbar. Es darf davon ausgegangen werden, dass die 
Terrainfeststellung durch das Geometerunternehmen den Geländeverlauf, wie er der natürlichen 
Umgebung entspricht, wiedergibt.

In der Fassadenmitte der Südwestfassade sind demnach die Gebäude- und die Firsthöhe ab dem 
Terrain gemäss der Geländefeststellung durch das Geometerunternehmen zu messen. Die 
Gebäudehöhe beträgt demnach 6,065 m und die Firsthöhe 10,00 m. Damit sind die zulässigen 
Höhenmasse eingehalten; die Hangneigung innerhalb des Gebäudegrundrisses beträgt über 
10 % und auf der Südwestseite kann daher der Hangzuschlag beansprucht werden.

13 Verordnung vom 25. Mai 2011 über die Begriffe und Messweisen im Bauwesen (BMBV; BSG 721.3)

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Auch an der Nordostfassade ist das Terrain aufgeschüttet worden. Die zulässige Gebäude- und 
Firsthöhe ist hier klar eingehalten.

Da die Balkone an der Südwestfassade die zulässige Grösse für vorspringende Gebäudeteile 
nach Art. 212 Abs. 2 Bst. d GBR überschreiten, gelten sie als Teile des Hauptgebäudes. Die Mitte 
der Nordwest- und der Südostfassade bestimmt sich folglich wohl korrekterweise unter Einbezug 
der Balkone. Die Fassadenmitte befindet sich damit an der Nordwest- und der Südostfassade 
weiter talwärts als im Projektänderungsplan «Ansichten und Schnitte» vom 19. September 2022 
dargestellt. Die zulässige Gebäudehöhe an der Nordwest- und der Südostfassade ist auch bei 
dieser Messweise klar eingehalten.

c) Mit der Projektänderung vom 20. September 2022 (mit Projektänderungsplänen vom 
19. September 2022) wird demnach die zulässige Gebäude- und Firsthöhe eingehalten. 

5. Ergebnis

a) Das Bauvorhaben mit der Projektänderung vom 20. September 2022 erweist sich 
hinsichtlich der Gebäude- und der Firsthöhe als vorschriftskonform. Die Beurteilung kann gestützt 
auf die von der Beschwerdegegnerin eingereichten Projektpläne mit der Bestätigung des 
Geometerunternehmens betreffend den Verlauf des natürlich gewachsenen Terrains erfolgen; der 
von der Beschwerdeführerin 1 beantragte Augenschein ist damit verzichtbar. 

b) Art und Mass der nach der Zonenordnung zulässigen Nutzung dürfen in der Regel aus 
ästhetischen Gründen nicht wesentlich eingeschränkt werden.14 Bei Einhaltung der 
baupolizeilichen Masse können daher die Dimensionen eines Gebäudes keinen Grund für 
ästhetische Beanstandungen bilden, sofern nicht weitere Aspekte des Bauprojekts, wie 
beispielsweise die Proportionen des Gebäudes, die Einbettung eines Gebäudes in die Topografie, 
die Wirkung der Anordnung mehrerer Gebäude auf einem Gelände o.ä., hinzukommen.15 Solches 
ist hier nicht ersichtlich, zumal der neue Baukörper am Standort des bestehenden Gebäudes zu 
liegen kommen soll. Der Beschwerdeführer 2 hält denn auch nach der Projektänderung nicht mehr 
an seiner Beschwerde mit den ästhetischen Einwänden fest. Seitens der anderen 
Verfahrensbeteiligten werden keine weiteren Gründe gegen die Bewilligung des Vorhabens mit 
der Projektänderung vom 20. September 2022 vorgebracht. Solche sind auch nicht ersichtlich. 

Die Beschwerdeführerin 1 hat zwar an ihrer Beschwerde auch nach der Projektänderung vom 
20. September 2022 festgehalten. Sie hat jedoch an der Projektänderung keine Kritik mehr geübt. 
Mit der Projektänderung ist die in der Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 erhobene Rüge der 
Überschreitung der baupolizeilichen Höhenmasse gegenstandslos geworden. 

Die Projektänderung vom 20. September 2022 ist daher zu bewilligen und die Beschwerden sind 
als gegenstandslos abzuschreiben. Soweit der Gesamtbauentscheid des 
Regierungsstatthalteramtes mit der Projektänderung nicht gegenstandslos wird, ist er zu 
bestätigen.

14 BGE 145 I 52 E. 4.4
15 Vgl. BDE 110/2022/10 vom 23. Juni 2022 E. 3e

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6. Kosten

a) Die Verfahrenskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das 
prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen Umstände 
rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG16).

Die Beschwerdegegnerin hat ihr Projekt im Beschwerdeverfahren geändert und damit für die 
Gegenstandslosigkeit der Beschwerden gesorgt. Sie gilt als unterliegende Partei (Art. 110 Abs. 1 
VRPG)17 und hat die Verfahrenskosten zu tragen. Diese werden bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von CHF 2200.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV18).

b) Die Beschwerdegegnerin hat zudem den Beschwerdeführenden die Parteikosten zu 
ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Ersatzfähige Parteikosten sind bei der anwaltlich vertretenen 
Beschwerdeführerin 1 angefallen (Art. 104 Abs. 1 VRPG). Deren Rechtsvertreter macht 
Parteikosten im Umfang von CHF 7062.65 geltend. Diese setzen sich zusammen aus einem 
Honorar von CHF 6367.50, Auslagen von CHF 190.20 und der Mehrwertsteuer von CHF 504.95. 

Nach Art. 11 Abs. 1 PKV19 beträgt das Honorar in verwaltungsrechtlichen Beschwerdeverfahren 
CHF 400.– bis CHF 11 800.– pro Instanz. Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der 
Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand sowie der Bedeutung der 
Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG20). Im vorliegenden Fall 
beschränkte sich der Streitgegenstand im Wesentlichen auf die Frage der Einhaltung der 
baupolizeilichen Höhenmasse. Die Aufwendungen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin 
1 umfassten nebst dem Abfassen der Beschwerdeschrift auch die Prüfung der Projektänderung 
und die Stellungnahme dazu. Angesichts des beschränkten Verfahrensthemas ist damit von einem 
eher unterdurchschnittlichen Zeitaufwand auszugehen. Auch die Schwierigkeit des Prozesses ist 
als eher unterdurchschnittlich einzustufen. Die Bedeutung der Streitsache ist durchschnittlich. 
Daher erscheint ein Honorar von CHF 5500.– als angemessen. Mit den Auslagen von CHF 190.20 
und der Mehrwertsteuer von CHF 438.15 (7,7 % auf Honorar und Auslagen) ergeben sich 
ersatzfähige Parteikosten von CHF 6128.35. Diese hat die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin 1 zu ersetzen.

16 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
17 Vgl. Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 4
18 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21)
19 Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 
168.811)
20 Kantonales Anwaltsgesetz vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11)

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III. Entscheid

1. Die Projektänderung vom 20. September 2022 wird bewilligt gemäss folgenden Plänen:
- Situationsplan im Mst. 1:500 vom 19. September 2022
- Projektplan «Ansichten und Schnitte» im Mst. 1:100 vom 19. September 2022
- Projektplan «Grundrisse» im Mst. 1:100 vom 19. September 2022
alle vom Rechtsamt der BVD gestempelt am 3. Oktober 2022.

Im Übrigen wird der Gesamtentscheid des Regierungsstatthalteramtes Thun vom 
12. Januar 2021 bestätigt und das Beschwerdeverfahren als gegenstandslos 
abgeschrieben.

Die Beschwerdegegnerin erhält einen Satz der gestempelten Pläne.

2. Die Verfahrenskosten von CHF 2200.– werden der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung 
auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft 
erwachsen ist. 

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin 1 Parteikosten im Betrag von 
CHF 6128.35 (inkl. Mehrwertsteuer) zu ersetzen. 

IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt D.________, eingeschrieben
- Herrn E.________, eingeschrieben
- Frau F.________, mit Beilage gemäss Ziffer 1, eingeschrieben
- Regierungsstatthalteramt Thun, per E-Mail
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Oberhofen am Thunersee, Gemeindeverwaltung, 

eingeschrieben

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in 4 Exemplaren einzureichen ist, muss 
einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.

BVD 110/2021/20 

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