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**Case Identifier:** 582bb462-7e8a-56b2-8562-579d312586e8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-06-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.06.2021 BVGE 2021 III/2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2021-III-2_2021-06-04.pdf

## Full Text

Internationale Amtshilfe in Steuersachen nach FATCA 2021 III/2 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF III 13 

 

2021 III/2 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung I 
i. S. X. gegen Eidgenössische Steuerverwaltung 

A–901/2021 vom 4. Juni 2021 

Internationale Amtshilfe in Steuersachen nach FATCA. 

Art. 26 DBA CH-US. Art. 2, Art. 3 Abs. 1 Bst. b und c, Art. 5 Abs. 1, 

Abs. 2 und Abs. 3 Bst. b FATCA-Abkommen. 

1. Gestützt auf das FATCA-Abkommen können den USA Informa-
tionen zu Konten übermittelt werden, welche am 30. Juni 2014 ge-

führt beziehungsweise am oder nach dem 1. Juli 2014 eröffnet 

wurden (E. 2.2). 

2. Die Steuerbehörde der USA, der Internal Revenue Service (IRS), 
kann gestützt auf Informationen, welche sie vorab von der Bank 

in aggregierter Form erhalten hat, Gruppenersuchen stellen 

(E. 3.4.1 ff.). 

3. Informationen, die in einem solchen Gruppenersuchen gestützt 
auf die FATCA-Gesetzgebung erfragt werden, gelten per se als vo-

raussichtlich erheblich. Die Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips 

ist nicht nötig. Eine « fishing expedition » kann nicht vorliegen. 

Reziprozität ist nicht vorgesehen (E. 3.4.3 f.). 

Assistance administrative internationale en matière fiscale selon 

FATCA. 

Art. 26 CDI CH-US. Art. 2, art. 3 par. 1 let. b et c, art. 5 par. 1, par. 2 

et par. 3 let. b accord FATCA. 

1. L'accord FATCA autorise la transmission aux Etats-Unis de ren-
seignements sur des comptes détenus au 30 juin 2014 ou ouverts à 

partir du 1er juillet 2014 (consid. 2.2). 

2. L'autorité fiscale américaine, l'Internal Revenue Service (IRS), 
peut déposer des demandes groupées sur la base des renseigne-

ments qu'elle a au préalable obtenus de la banque sous forme agré-

gée (consid. 3.4.1 ss). 

3. Les renseignements faisant l'objet d'une telle demande groupée, 
basée sur la législation FATCA, sont considérés en soi comme vrai-

semblablement pertinents. Le respect du principe de subsidiarité 

2021 III/2 Internationale Amtshilfe in Steuersachen nach FATCA 

 

 

14 III BVGE / ATAF / DTAF  

 

n'est pas nécessaire. Il ne s'agit pas d'une pêche aux renseigne-

ments (« fishing expedition »). La réciprocité n'est pas prévue 

(consid. 3.4.3 s.). 

Assistenza amministrativa internazionale in materia fiscale secondo 

l'Accordo FATCA. 

Art. 26 CDI CH-USA. Art. 2, art. 3 par. 1 lett. b e c, art. 5 par. 1, par. 2 

e par. 3 lett. b Accordo FATCA. 

1. In virtù dell'Accordo FATCA, è possibile trasmettere agli USA 
informazioni sui conti detenuti al 30 giugno 2014 o aperti a partire 

dal 1° luglio 2014 (consid. 2.2). 

2. L'autorità fiscale statunitense, l'Internal Revenue Service (IRS), 
può presentare domande raggruppate basandosi su informazioni 

precedentemente ricevute da una banca in forma aggregata 

(consid. 3.4.1 segg.). 

3. Le informazioni richieste con una tale domanda raggruppata 
basata sulla legislazione FATCA sono considerate di per sé come 

verosimilmente rilevanti. Il principio della sussidiarietà non deve 

essere rispettato. Non si tratta di una ricerca generalizzata e indi-

scriminata di informazioni (« fishing expedition »). La reciprocità 

non è prevista (consid. 3.4.3 seg.). 

 

Am 15. Oktober 2020 stellte der Internal Revenue Service (IRS), die zu-

ständige Behörde der Vereinigten Staaten von Amerika (USA), ein Grup-

penersuchen an die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV, nachfolgend 

auch: Vorinstanz). Dieses stützte sich auf Art. 5 des Abkommens vom 

14. Februar 2013 zwischen der Schweiz und den Vereinigten Staaten von 

Amerika über die Zusammenarbeit für eine erleichterte Umsetzung von 

FATCA (SR 0.672.933.63, nachfolgend: FATCA-Abkommen) sowie 

Art. 26 des Abkommens vom 2. Oktober 1996 zwischen der Schweizeri-

schen Eidgenossenschaft und den Vereinigten Staaten von Amerika zur 

Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom 

Einkommen (SR 0.672 933.61, nachfolgend: DBA CH-US) in der durch 

das Protokoll vom 23. September 2009 (zur Änderung des DBA CH-US, 

unterzeichnet am 2. Oktober 1996 in Washington [AS 2019 3145, nachfol-

gend: Protokoll 09]) geänderten Fassung. Als Informationsinhaberin war 

die Bank A. angegeben. Betroffen war das Kalenderjahr 2019. 

Internationale Amtshilfe in Steuersachen nach FATCA 2021 III/2 

 

 

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Der IRS hatte von der Bank A. (nachfolgend: die Bank), gestützt auf Art. 3 

Abs. 1 Bst. b Ziffer ii und iii sowie Art. 3 Abs. 2 Bst. a Ziffer ii FATCA-

Abkommen Informationen über sogenannte US-Konten, bei denen keine 

Zustimmungserklärung zur Übermittlung der Information vorlag, in 

aggregierter Form erhalten. Der IRS ersucht nun amtshilfeweise um jene 

Informationen, die die Bank hätte melden müssen, wenn sie eine entspre-

chende Zustimmungserklärung erhalten hätte. 

In ihrer Schlussverfügung vom 29. Januar 2021, welche an die X. adres-

siert ist, gelangte die ESTV zum Schluss, dem IRS betreffend B. Amtshilfe 

zu leisten. In den Unterlagen, die übermittelt werden sollen, erscheint die 

X. als Kontoinhaberin. B. wird als « Substantial Owner » bezeichnet. 

Die ESTV gelangte zum Schluss, das Gruppenersuchen des IRS sei zuläs-

sig. Beim vorliegend betroffenen Konto handle es sich um ein US-Konto, 

für das keine Zustimmung zur Übermittlung von Informationen an den IRS 

vorgelegen habe. Die verlangten Informationen seien dem IRS zu übermit-

teln. 

Gegen diese Schlussverfügung erhob die X. (nachfolgend: Beschwerde-

führerin) am 26. Februar 2021 Beschwerde beim Bundesverwaltungsge-

richt. Sie beantragt die Aufhebung der Schlussverfügung der Vorinstanz 

vom 29. Januar 2021. 

In ihrer Vernehmlassung vom 13. April 2021 beantragt die Vorinstanz 

hauptsächlich die Abweisung der Beschwerde. 

Aus den Erwägungen: 

1.  
1.1 Das vorliegende Amtshilfeersuchen stützt sich auf Art. 5 FATCA-
Abkommen und Art. 26 DBA CH-US. Das Steueramtshilfegesetz vom 

28. September 2012 (StAhiG, SR 651.1) ist anwendbar, soweit das 

FATCA-Abkommen und das FATCA-Gesetz vom 27. September 2013 

(SR 672.933.6) keine abweichenden Bestimmungen enthalten (Art. 15 

FATCA-Gesetz). Das Verfahren richtet sich  vorbehältlich anderslauten-

der Bestimmungen in den genannten Rechtstexten  nach den allgemeinen 

Bestimmungen über die Bundesrechtspflege (Art. 19 Abs. 5 StAhiG). 

Demnach ist das VwVG anwendbar, soweit das VGG nichts anderes 

bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.2–1.4 (…) 

2021 III/2 Internationale Amtshilfe in Steuersachen nach FATCA 

 

 

16 III BVGE / ATAF / DTAF  

 

2.  
2.1  
2.1.1 Die Änderung von Art. 26 DBA CH-US trat am 20. September 
2019 in Kraft. Das Protokoll 09 wurde bereits am 23. September 2009 ab-

geschlossen und von der Bundesversammlung am 18. Juni 2010 geneh-

migt (AS 2019 3143), konnte jedoch erst am 20. September 2019 ratifiziert 

werden und damit in Kraft treten. Der alte Art. 26 DBA CH-US wurde ge-

mäss Art. 3 Protokoll 09 durch eine vollständig neue Fassung ersetzt. 

Gleiches gilt gemäss Art. 4 Protokoll 09 für Ziffer 10 des Protokolls zum 

DBA CH-US (ebenfalls publiziert in SR 0.672.933.61, nachfolgend: Pro-

tokoll zum DBA CH-US). 

2.1.2 Art. 5 Abs. 2 Bst. b des Protokolls 09 (welcher ebenfalls in  
SR 0.672.933.61 publiziert ist […]) sieht vor, dass die neuen Amtshilfebe-

stimmungen auf Ersuchen anwendbar sind, die am oder nach dem Datum 

des Inkrafttretens gestellt werden. Mit einem solchen Ersuchen können die 

in Art. 26 Abs. 5 DBA CH-US beschriebenen Informationen (konkret also: 

Informationen, die sich im Besitz einer Bank, eines sonstigen Finanzinsti-

tuts, eines Bevollmächtigten, Beauftragten oder Treuhänders befinden) er-

hältlich gemacht werden, die sich auf einen Zeitraum beziehen, der mit der 

Unterzeichnung des Protokolls 09 beginnt (also dem 23. September 2009; 

Art. 5 Abs. 2 Bst. b Ziff. i Protokoll 09). Für alle weiteren Informationen 

ist das möglich, wenn es sich um Auskünfte zu Steuerjahren handelt, die 

am oder nach dem 1. Januar des auf die Unterzeichnung dieses Proto-

kolls 09 folgenden Jahres beginnen (also für Auskünfte zu Steuerjahren, 

die ab dem 1. Januar 2010 beginnen; Art. 5 Abs. 2 Bst. b Ziff. ii Proto-

koll 09). 

2.1.3 Das vorliegende Amtshilfeersuchen wurde am 15. Oktober 2020 
gestellt und betrifft Informationen zum Jahr 2019. Damit ist Art. 26  

DBA CH-US in der neuen, seit dem 20. September 2019 in Kraft stehen-

den Fassung anwendbar. 

2.2 Das FATCA-Abkommen trat am 2. Juni 2014 in Kraft (vgl. 
Art. 16 Abs. 1 FATCA-Abkommen). Auszutauschen sind Informationen 

zu Konten, die am 30. Juni 2014 geführt beziehungsweise am oder nach 

dem 1. Juli 2014 eröffnet wurden (Art. 5 Abs. 1 i.V.m. Art. 3 Abs. 1 Bst. b 

Ziff. ii und Art. 3 Abs. 2 Bst. a Ziff. ii i.V.m. Art. 2 Abs. 1 Ziff. 18 und 19 

FATCA-Abkommen). Das vorliegende Ersuchen umfasst das Jahr 2019. 

Damit handelt es sich um Informationen, die in einen Zeitraum nach dem 

Inkrafttreten des FATCA-Abkommens fallen und die bei gegebenen Vo-

raussetzungen gestützt auf dieses Abkommen (i.V.m. dem DBA CH-US) 

Internationale Amtshilfe in Steuersachen nach FATCA 2021 III/2 

 

 

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übermittelt werden können. Die Informationen, um die ersucht wird und 

welche sich im Besitz einer Bank befinden, sind – wie gerade festgestellt 

(E. 2.1) – in zeitlicher Hinsicht auch vom neuen Art. 26 DBA CH-US er-

fasst. 

3.  
3.1  
3.1.1 Gemäss Art. 26 Abs. 1 DBA CH-US tauschen die zuständigen 
Behörden der Vertragsstaaten jene Informationen aus, die zur Durchfüh-

rung dieses Abkommens oder zur Anwendung oder Durchsetzung des 

innerstaatlichen Rechts betreffend die unter das Abkommen fallenden 

Steuern erheblich sein können, soweit die diesem Recht entsprechende Be-

steuerung nicht dem Abkommen widerspricht. Der Informationsaustausch 

ist durch Art. 1 DBA CH-US (persönlicher Geltungsbereich) nicht einge-

schränkt. 

3.1.2 Ein Vertragsstaat ist jedoch nicht verpflichtet, a) Verwal-
tungsmassnahmen durchzuführen, die von den Gesetzen und der Ver-

waltungspraxis dieses oder des anderen Vertragsstaates abweichen;  

b) Informationen zu erteilen, die nach den Gesetzen oder im üblichen 

Verwaltungsverfahren dieses oder des anderen Vertragsstaates nicht be-

schafft werden können; c) Informationen zu erteilen, die ein Handels-, 

Geschäfts-, Industrie-, Gewerbe- oder Berufsgeheimnis oder ein Ge-

schäftsverfahren preisgeben würden oder deren Erteilung dem Ordre 

public widerspräche (Art. 26 Abs. 3 DBA CH-US). 

3.1.3 Diese Einschränkungen werden jedoch ihrerseits wieder durch 
Art. 26 Abs. 5 DBA CH-US eingeschränkt, wonach Art. 26 Abs. 3  

DBA CH-US in keinem Fall so auszulegen ist, als erlaube er einem Ver-

tragsstaat, die Erteilung von Informationen nur deshalb abzulehnen, weil 

sich die Informationen im Besitz einer Bank, eines sonstigen Finanzinsti-

tuts, eines Bevollmächtigten, Beauftragten oder Treuhänders befinden 

oder weil sie sich auf Beteiligungen an einer Person beziehen. Ungeachtet 

von Art. 26 Abs. 3 DBA CH-US oder entgegenstehender Bestimmungen 

des innerstaatlichen Rechts verfügen die Steuerbehörden des ersuchten 

Vertragsstaates, sofern dies für die Erfüllung der Verpflichtungen unter 

diesem Absatz erforderlich ist, über die Befugnis, die Offenlegung der in 

diesem Absatz genannten Informationen durchzusetzen. 

3.1.4 Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass gemäss Ziffer 2 
des Notenaustauschs zwischen dem Aussenministerium der Vereinigten 

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Staaten von Amerika und der Schweizerischen Botschaft vom 23. Septem-

ber 2009 (AS 2019 3151, auch publiziert in SR 0.672.933.61) auch die in 

Art. 26 Abs. 5 DBA CH-US genannten Informationen nicht vorbehaltlos 

zu übermitteln sind. Demnach besteht zwischen den Regierungen der USA 

und der Schweiz Einvernehmen darüber, « dass Absatz 5 von Artikel 26 

des Abkommens nicht ausschliesst, dass sich ein Vertragsstaat auf Ab-

satz 3 von Artikel 26 beruft, um die Erteilung von Informationen, die sich 

im Besitz von Banken, Finanzinstitutionen oder Personen, die in ihrer 

Eigenschaft als Vertreter oder Treuhänder handeln, befinden, oder von In-

formationen über die Eigentumsverhältnisse abzulehnen. Allerdings muss 

sich eine solche Ablehnung auf Gründe stützen, die mit der Eigenschaft 

der Person als Bank, Finanzinstitut, Vertreter, Treuhänder oder Auftragge-

ber oder mit der Tatsache, dass sich die Informationen auf die Eigentums-

verhältnisse bezieht, nichts zu tun haben. Ein Rechtsvertreter, der für einen 

Klienten tätig wird, mag z.B. in Vertretereigenschaft handeln, aber für In-

formationen, die als vertrauliche Mitteilungen zwischen Rechtsanwälten 

oder anderen zugelassenen Rechtsvertretern und ihren Klienten geschützt 

sind, kommt Absatz 3 des Artikels 26 weiterhin als Grundlage für die Ab-

lehnung der Informationserteilung in Betracht ». Vorliegend erübrigt es 

sich, auf die Rechtsnatur dieser Vereinbarung einzugehen, da sie nicht zur 

Anwendung gelangt. 

3.2  
3.2.1 Ziffer 10 Bst. a des Protokolls zum DBA CH-US hält fest, dass 
der ersuchende Staat folgende Angaben zu liefern hat: 

i) hinreichende Angaben zur Identifikation der in eine Über-

prüfung oder Untersuchung einbezogenen Person 

(typischerweise der Name und, soweit bekannt, die Adres-

se, Kontonummer oder ähnliche identifizierende Informa-

tionen); 

ii) die Zeitperiode, für welche die Informationen verlangt 

werden; 

iii) eine Beschreibung der verlangten Informationen sowie 

Angaben hinsichtlich der Form, in der der ersuchende 

Staat diese Auskünfte vom ersuchten Staat zu erhalten 

wünscht; 

iv) den Steuerzweck, für den die Informationen verlangt wer-

den; und 

Internationale Amtshilfe in Steuersachen nach FATCA 2021 III/2 

 

 

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v) den Namen und, soweit bekannt, die Adresse des mut-

masslichen Inhabers der verlangten Informationen. 

3.2.2 Weiter steht in Ziffer 10 Bst. b des Protokolls zum DBA CH-US, 
dass der Zweck der Verweisung auf Informationen, die erheblich sein 

können, darin besteht, « einen möglichst weitgehenden Informationsaus-

tausch in Steuerbelangen zu gewährleisten, ohne den Vertragsstaaten zu 

erlauben, ‹ fishing expeditions › zu betreiben oder Informationen anzufor-

dern, deren Erheblichkeit hinsichtlich der Steuerbelange einer steuer-

pflichtigen Person unwahrscheinlich ist. Während Ziffer 10 a) wichtige 

verfahrenstechnische Anforderungen enthält, die ‹ fishing expeditions › 

vermeiden sollen, sind die Unterabsätze i) bis v) so auszulegen, dass sie 

einen wirksamen Informationsaustausch nicht behindern ». Sogenannte 

« fishing expeditions » werden demnach in erster Linie dadurch verhin-

dert, dass der ersuchende Staat die in Ziff. 10 Bst. a Ziff. i) bis v) des Pro-

tokolls zum DBA CH-US genannten Informationen mitteilt. 

3.2.3 Art. 5 Abs. 1 FATCA-Abkommen berechtigt die USA, insbeson-
dere in der dort umschriebenen Konstellation Gruppenersuchen an die 

Schweiz zu stellen. Gruppenersuchen sind Amtshilfeersuchen, mit wel-

chen Informationen über mehrere Personen verlangt werden, die nach 

einem identischen Verhaltensmuster vorgegangen sind und die anhand prä-

ziser Angaben identifizierbar sind (Art. 3 Bst. c StAhiG). 

3.2.4 Die formellen Anforderungen, die ein Gruppenersuchen an die 
Schweiz erfüllen muss, finden sich innerstaatlich in Art. 3 Abs. 1 der 

Steueramtshilfeverordnung vom 23. November 2016 (StAhiV, SR 651.11; 

s. den Verweis in Art. 6 Abs. 2bis StAhiG). Allerdings sind abweichende 

Bestimmungen des im Einzelfall anwendbaren Abkommens – hier also das 

DBA CH-US und das FATCA-Abkommen – vorbehalten (Art. 1 Abs. 2 

StAhiG). Das Bundesgericht hat für Gruppenersuchen unter Bezugnahme 

auf den Kommentar der OECD zum OECD-Musterabkommen die Anga-

ben, welche der ersuchende Staat nennen muss, wie folgt zusammenge-

fasst (BGE 146 II 150 E. 6.1.3; 143 II 628 E. 5.2; 143 II 136 E. 6.1; Urteil 

des BVGer A–1296/2020 vom 21. Dezember 2020 E. 4.2.2.3): Er muss 

(i) eine detaillierte Beschreibung der Gruppe geben, welche 

die spezifischen Tatsachen und Umstände beschreibt, die 

zum Ersuchen geführt haben; 

(ii) das anwendbare (Steuer-)Recht erläutern und aufzeigen, 

weshalb Gründe vorliegen, welche annehmen lassen, die 

2021 III/2 Internationale Amtshilfe in Steuersachen nach FATCA 

 

 

20 III BVGE / ATAF / DTAF  

 

Steuerpflichtigen in der Gruppe hätten ihre Verpflichtun-

gen nicht erfüllt, d.h. das Steuerrecht verletzt; und 

(iii) aufzeigen, dass die eingeforderten Informationen zur Er-

füllung der Verpflichtungen der Steuerpflichtigen der 

Gruppe führen können. 

Wie soeben erwähnt (E. 3.2.3), enthält das FATCA-Abkommen eigene Re-

geln für Gruppenersuchen. Auf diese ist weiter unten einzugehen 

(E. 3.4.3 ff.). 

3.3 Zuvor soll jedoch kurz der Hintergrund des FATCA-Abkommens 
erläutert werden. 

3.3.1 FATCA steht für « Foreign Account Tax Compliance Act », was 
sich in etwa mit « Gesetz über die Steuerkonformität ausländischer Kon-

ten » übersetzen lässt. Mit diesem US-amerikanischen « Gesetz » vom 

18. März 2010 wollen die USA erreichen, dass sämtliche im Ausland ge-

haltenen Konten von sogenannten US-Personen (unten E. 3.4.3) der Be-

steuerung in den USA zugeführt werden können. Mit diesem Gesetz wer-

den nicht nur Banken, sondern auch andere ausländische Finanzinstitute 

(Foreign Financial Institutions oder FFI) verpflichtet, sich beim IRS zu 

registrieren und gegebenenfalls einen sogenannten FFI-Vertrag abzu-

schliessen. Mit einem solchen Vertrag verpflichtet sich das Finanzinstitut, 

die von ihm geführten und von US-Personen gehaltenen Konten zu identi-

fizieren und dem IRS periodisch über die Beziehungen mit diesen Kundin-

nen oder Kunden zu rapportieren. Soweit erforderlich muss das Finanzin-

stitut hierzu von den Kontoinhabern eine entsprechende Zustimmung 

einholen. Wird die Zustimmung nicht erteilt, so gilt die Kontoinhaberin 

oder der Kontoinhaber als unkooperativ und aus den USA stammende 

Zahlungen zugunsten dieser Kundin oder dieses Kunden unterliegen einer 

Quellensteuer von 30 %. FFI, die einen FFI-Vertrag abgeschlossen haben, 

sowie US-amerikanische Finanzinstitute sind verpflichtet, auf allen aus 

den USA stammenden Zahlungen an Finanzinstitute, die keinen FFI-Ver-

trag abgeschlossen haben, in jedem Fall eine Quellensteuer von 30 % ein-

zubehalten. Durch diese Ausgestaltung des Systems und die Wirtschafts-

macht der USA drängt sich der Abschluss eines FFI-Vertrags zumindest 

für grössere Finanzinstitute auf (vgl. zum Ganzen: Botschaft vom 

10. April 2013 zur Genehmigung des Abkommens zwischen der Schweiz 

und den Vereinigten Staaten von Amerika über die Zusammenarbeit für 

eine erleichterte Umsetzung von FATCA und zum Entwurf für ein Bundes-

gesetz über die Umsetzung des Abkommens, BBl 2013 3181, 3187; vgl. 

Internationale Amtshilfe in Steuersachen nach FATCA 2021 III/2 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF III 21 

 

auch ISMAJLI/HOFSTETTER, in: Kommentar zum schweizerischen Steuer-

recht, Amtshilfe, 2020, § 30 N. 3 und 34 f.; XAVIER OBERSON, Interna-

tional Exchange of Information in Tax Matters, 2. Aufl. Cheltenham 2018, 

N. 2.20, 10.01 und 10.19; VORPE/MOLO, Das FATCA-Abkommen 

zwischen der Schweiz und den USA, in: ASA 82 [2013/2014] S. 257 ff. 

und 274; vgl. auch dazu, dass FATCA eine Erweiterung des QI-Verfahrens 

[Qualified Intermediary System; hierzu ausführlich: Urteil des BVGer  

A–7342/2008 vom 5. März 2009 E. 5.5.2.1] darstellt; OBERSON, a.a.O., 

N. 10.02–10.04; VORPE/MOLO, a.a.O., S. 260; GIOVANNI MOLO, L'adozio-

ne del modello dello scambio automatico delle informazioni: l'implemen-

tazione del regime FATCA in Svizzera e le sue implicazioni, RtiD 2012 II 

S. 716 f.). 

3.3.2 Um die Umsetzung für die betroffenen Finanzinstitute zu erleich-
tern beziehungsweise überhaupt zu ermöglichen, schlossen die USA mit 

diversen Partnerstaaten Abkommen zur Umsetzung von FATCA ab, so 

auch das FATCA-Abkommen mit der Schweiz. Kurz gesagt verpflichtet 

sich die Schweiz darin, FATCA in Bezug auf alle schweizerischen Finanz-

institute umzusetzen (vgl. Art. 1 Bst. a i.V.m. Art. 3 FATCA-Abkommen) 

und den USA in Bezug auf unkooperative Kunden der Finanzinstitute 

Amtshilfe zu leisten (Art. 5 FATCA-Abkommen); dafür gibt es Erleichte-

rungen für die schweizerischen FFI, insbesondere bei der Umsetzung (vgl. 

Art. 1 Bst. d–f FATCA-Abkommen; vgl. ISMAJLI/HOFSTETTER, a.a.O., 

§ 30 N. 36 und 40 f.; OBERSON, a.a.O., N. 10.05 ff.; VORPE/MOLO, a.a.O., 

S. 262 f.), und betroffene Personen können sich in einem innerstaatlichen 

Verfahren gegen die Übermittlung von Informationen wehren (Art. 5 

Abs. 3 Bst. b FATCA-Abkommen; VORPE/MOLO, a.a.O., S. 270). 

3.4  
3.4.1 Die Schweiz weist die schweizerischen Finanzinstitute unter an-
derem an, in Bezug auf US-Konten (dazu E. 3.4.6.2), die am 30. Juni 2014 

bereits bestanden (sog. vorbestehende Konten, vgl. Art. 2 Abs. 1 Ziff. 18 

FATCA-Abkommen), eine Zustimmung zur Meldung der Kontodaten ein-

zuholen. Diese Zustimmung verlängert sich automatisch für jedes nach-

folgende Kalenderjahr, sofern sie nicht bis Ende Januar des betreffenden 

Jahres widerrufen wird (Art. 3 Abs. 1 Bst. b Ziff. i Sätze 1 und 2 FATCA-

Abkommen). Die Finanzinstitute melden dem IRS jährlich näher bezeich-

nete Informationen in Bezug auf US-Konten, für die keine Zustimmungs-

erklärung vorliegt, sowie die aggregierte Anzahl und das Gesamtvermögen 

aller solcher US-Konten (Art. 3 Abs. 1 Bst. b Ziff. ii und iii FATCA-Ab-

kommen; Art. 10 Abs. 1 Bst. b FATCA-Gesetz). Werden Konten nach dem 

2021 III/2 Internationale Amtshilfe in Steuersachen nach FATCA 

 

 

22 III BVGE / ATAF / DTAF  

 

1. Juli 2014 eröffnet (sog. neue Konten, vgl. Art. 2 Abs. 1 Ziff. 19 FATCA-

Abkommen) und diese US-Konten identifiziert, muss das Finanzinstitut 

vom Kontoinhaber als Voraussetzung für die Kontoeröffnung eine Zustim-

mung zur Vornahme von Meldungen gemäss den Bestimmungen eines 

FFI-Vertrags einholen (Art. 3 Abs. 1 Bst. c FATCA-Abkommen; Art. 9 

Abs. 1 FATCA-Gesetz). 

3.4.2 Nicht explizit geregelt ist der Fall, in dem ein Konto erst nach der 
Eröffnung zu einem US-Konto wird, weil zum Beispiel der Kontoinhaber 

zur US-Person wird, eine andere Person Kontoinhaberin wird oder weil 

das Finanzinstitut nachträglich von Umständen Kenntnis erhält, die eine 

neue Einschätzung notwendig machen. Art. 3 Abs. 1 Bst. b FATCA-Ab-

kommen ist auf solche Fälle analog anzuwenden (vgl. Ziff. III Bst. D des 

Anhangs I zum FATCA-Abkommen [nachfolgend: Anhang I], der dies zu-

mindest für Individualkonten sinngemäss festhält, wobei dies auch für Ge-

schäftskonten gelten muss; vgl. auch Beurteilungen des FATCA-Qualifi-

kationsgremiums, dort: « Eigenerklärung: Gültigkeit einer bestehenden 

Eigenerklärung bei neuen US-Indizien », < https://www.sif.admin.ch/sif/ 

de/home/bilateral/lander/vereinigen-staaten-von-amerika-usa/fatca-abkom 

men.html >, abgerufen am 12.05.2021). 

3.4.3 Art. 5 FATCA-Abkommen regelt den Informationsaustausch. 

Demnach kann der IRS  soweit vorliegend relevant  gestützt auf die in 

aggregierter Form gemeldeten Informationen (welche US-Konten betref-

fen, für welche keine Zustimmung zur Übermittlung bestimmter Informa-

tionen an den IRS gegeben wurde; E. 3.4.1) mittels Gruppenersuchen an 

die ESTV all jene Informationen über US-Konten ohne Zustimmungser-

klärung verlangen, die hätten gemeldet werden müssen, wenn eine ent-

sprechende Zustimmungserklärung vorgelegen hätte (Art. 5 Abs. 1 

FATCA-Abkommen; vgl. auch Art. 11 FATCA-Gesetz). Art. 5 Abs. 2 

FATCA-Abkommen stellt sinngemäss klar, dass solche Informationen vo-

raussichtlich erheblich sind, also als Informationen gelten, die unter 

Art. 26 Abs. 1 DBA CH-US fallen, und dass die Erhebung dieser 

Informationen dem DBA CH-US nicht widerspricht (VORPE/MOLO, 

a.a.O., S. 267 f.), wobei dann auch die Ausnahmen von Art. 26 Abs. 3  

DBA CH-US nicht zu prüfen sind. Auch die Form, in der die Informatio-

nen zu übermitteln sind, ist im FATCA-Abkommen geregelt (Art. 5 Abs. 1 

FATCA-Abkommen; VORPE/MOLO, a.a.O., S. 277 f.). Weiter regelt das 

FATCA-Abkommen einzig die Lieferung von Informationen aus der 

Schweiz in die USA. Gegenseitigkeit (oder Reziprozität) ist dabei nicht 

vorgesehen (was teilweise auch mit dem von der Schweiz zur Umsetzung 

Internationale Amtshilfe in Steuersachen nach FATCA 2021 III/2 

 

 

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von FATCA gewählten Modell zusammenhängt: vgl. BBl 2013 3181, 

3205 f.; ISMAJLI/HOFSTETTER, a.a.O., § 30 N. 39 und 43; OBERSON, 

a.a.O., N. 10.27 und 10.30 ff.; VORPE/MOLO, a.a.O., S. 273 und 275; vgl. 

schon vor Inkrafttreten des FATCA-Abkommens allgemein zu FATCA: 

MOLO, a.a.O., S. 720 und 723). Auch das Subsidiaritätsprinzip, wonach 

der ersuchende Staat gehalten ist, zuerst die üblichen Mittel, die ihm zur 

Untersuchung der Steuerangelegenheit auf seinem eigenen Staatsgebiet 

zur Verfügung stehen, auszuschöpfen, ist nicht anwendbar (wobei die be-

troffenen Personen dem IRS noch gar nicht bekannt sind und es daher 

schwerfällt, sich Untersuchungsmassnahmen vorzustellen, die dieser auf 

seinem eigenen Staatsgebiet vornehmen könnte). Weiter ist nach Art. 5 

Abs. 2 FATCA-Abkommen unerheblich, ob das rapportierende schweize-

rische Finanzinstitut oder eine Drittperson zur Nichtbefolgung der gesetz-

lichen Verpflichtungen durch die die Gruppe bildenden steuerpflichtigen 

Personen beigetragen hat (dieses Kriterium wäre in Art. 3 Abs. 1 Bst. i 

StAhiV, der allerdings optional formuliert ist, vorhanden, wobei es ohne-

hin nicht in dem mittlerweile durch die bundesgerichtliche Rechtspre-

chung erstellten Kriterienkatalog enthalten ist: oben E. 3.2.4). 

3.4.4 Mit anderen Worten wird also bei der Übermittlung der gestützt 
auf das FATCA-Abkommen erhobenen Informationen keine Gegenseitig-

keit verlangt. Diese Informationen fallen von Rechts wegen unter Art. 26 

Abs. 1 DBA CH-US, womit sie insbesondere als voraussichtlich erheblich 

zur Anwendung oder Durchsetzung des US-amerikanischen innerstaat-

lichen Rechts gelten; und sie gelten als solche Informationen, die erhältlich 

sind. Ein von den USA gestützt auf die aggregierten Informationen des 

Finanzinstituts gestelltes Gruppenersuchen kann zudem keine « fishing 

expedition » darstellen, da die Informationen gerade als voraussichtlich 

erheblich gelten. Ausserdem würde es Art. 5 FATCA-Abkommen unter-

laufen und somit gegen das im Völkerrecht geltende Prinzip von Treu und 

Glauben (Art. 26 des Wiener Übereinkommens vom 23. Mai 1969 über 

das Recht der Verträge [SR 0.111], der als Völkergewohnheitsrecht gilt; 

BGE 146 II 150 E. 7.1) verstossen, wenn ein Amtshilfeersuchen als « fish-

ing expedition » eingestuft und die Leistung von Amtshilfe deswegen ver-

weigert würde, obwohl den USA in diesem Abkommen zugesichert wurde, 

dass solche Gruppenersuchen als zulässig erachtet würden (vgl. im Übri-

gen zur grundsätzlichen Zulässigkeit von Ersuchen gestützt auf im Rah-

men des « Bankenprogramms » gelieferten Informationen trotz Abwei-

chungen zu Ersuchen gestützt auf das FATCA-Abkommen: Urteil des 

BGer 2C_1043/2016 vom 6. August 2018 E. 4). Möglich bleibt jedoch die 

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24 III BVGE / ATAF / DTAF  

 

Prüfung, ob das Amtshilfeersuchen diese Kriterien erfüllt, sowie die Prü-

fung von Einzelfällen. 

3.4.5 Tritt die Vorinstanz auf ein solches Gruppenersuchen ein und 
wird im Einzelfall entweder keine Beschwerde erhoben oder eine solche 

abgewiesen, erhält der IRS jene Informationen, die die Bank hätte liefern 

müssen, wenn eine Zustimmungserklärung vorgelegen hätte, und zwar in 

derselben Form, wie wenn die Bank diese direkt übermittelt hätte (Art. 5 

Abs. 1 FATCA-Abkommen). 

3.4.6 Folgende Begriffsdefinitionen sind für das vorliegende Verfahren 
wiederzugeben, wobei anzumerken ist, dass schweizerische Finanzinsti-

tute anstelle dieser Definitionen aus dem FATCA-Abkommen die entspre-

chenden Definitionen der anwendbaren Ausführungsbestimmungen des 

US-Finanzministeriums anwenden können, sofern der Abkommenszweck 

dadurch nicht beeinträchtigt wird (Art. 2 Abs. 3 FATCA-Gesetz i.V.m. 

Art. 6 Abs. 2 FATCA-Abkommen): 

3.4.6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 Ziffer 26 FATCA-Abkommen bedeutet der 
Ausdruck « US-Person » unter anderem eine natürliche Person, die Staats-

bürger oder Staatsbürgerin der Vereinigten Staaten oder dort ansässig ist. 

Personen, die in den USA geboren sind, erhalten die Staatsbürgerschaft 

der USA (14. Verfassungszusatz Abs. 1 der Verfassung der USA). Der Be-

griff « spezifizierte US-Person » bedeutet eine US-Person, die nicht über 

näher bestimmte Eigenschaften verfügt; aus der Aufzählung geht hervor, 

dass eine natürliche Person  sofern sie nicht als Wertschriften- oder Roh-

stoffhändler oder Händler mit derivativen Finanzinstrumenten oder Broker 

tätig ist  immer eine spezifizierte US-Person ist (Art. 2 Abs. 1 Ziff. 27 

FATCA-Abkommen). 

3.4.6.2 Ein « US-Konto » ist ein von einem rapportierenden schweizeri-
schen Finanzinstitut geführtes Finanzkonto, das von einer oder mehreren 

spezifizierten US-Personen oder von einem nicht US-amerikanischen 

Unternehmen mit einer oder mehreren beherrschenden Personen, die 

spezifizierte US-Personen sind, gehalten wird (Art. 2 Abs. 1 Ziff. 20 

FATCA-Abkommen). In diesem Zusammenhang bedeutet « beherrschen-

de Personen » die natürlichen Personen, welche die Kontrolle über ein Un-

ternehmen ausüben (Art. 2 Abs. 1 Ziff. 32 Abs. 1 FATCA-Abkommen), 

wobei dies im Falle eines Trusts der Begründer beziehungsweise die Be-

gründerin, Treuhänder oder Treuhänderin, ein allfälliges Überwachungs-

organ, die Begünstigten oder die Gruppe der Begünstigten sowie jede 

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andere natürliche Person sein kann, welche letztlich die tatsächliche Herr-

schaft über den Trust ausübt (Art. 2 Abs. 1 Ziff. 32 Abs. 2 Satz 1 FATCA-

Abkommen; auf die weiteren Definitionen ist hier nicht einzugehen). Der 

Ausdruck « neues Konto » bedeutet ein Finanzkonto, das von einem rap-

portierenden schweizerischen Finanzinstitut am oder nach dem 1. Juli 

2014 eröffnet wird (Art. 2 Abs. 1 Ziff. 19 FATCA-Abkommen). Ein « vor-

bestehendes Konto » ist ein Finanzkonto, das von einem rapportierenden 

schweizerischen Finanzinstitut am 30. Juni 2014 geführt wird (Art. 2 

Abs. 1 Ziff. 18 FATCA-Abkommen). 

3.4.7 Anhang I regelt die « Sorgfaltspflichten bei der Identifikation und 
der Meldung von US-Konten und von Zahlungen an gewisse nichtteil-

nehmende Finanzinstitute ». Rapportierende schweizerische Finanzinsti-

tute müssen US-Konten und Konten, die von nichtteilnehmenden Finanz-

instituten gehalten werden, nach dem im Anhang I geregelten Verfahren 

identifizieren (Ziff. I Bst. A Anhang I). 

Unter anderem muss bei neuen Geschäftskonten vom Kontoinhaber eine 

Eigenerklärung über den Status eingeholt werden (Ziff. V Bst. C An-

hang I). Allerdings darf sich ein rapportierendes schweizerisches Finanz-

institut nicht auf eine Eigenerklärung oder Urkundenbeweise verlassen, 

wenn es weiss oder annehmen muss, dass die Eigenerklärung oder die Ur-

kundenbeweise unrichtig oder unzuverlässig sind (Ziff. VI Bst. A An-

hang I; OBERSON, a.a.O., N. 10.23). Ist der Inhaber eine passive NFFE 

(Non-Financial Foreign Entity, also ein nicht-US-amerikanisches Unter-

nehmen, welches kein Finanzinstitut ist, wobei dies in Ziff. VI Bst. B 

Ziff. 2, 3 und 4 Anhang I näher definiert wird), muss das rapportierende 

schweizerische Finanzinstitut die beherrschenden Personen nach den für 

AML/KYC-Verfahren (AML: Anti Money Laundering; KYC: Know Your 

Customer, also nach der Sorgfaltspflicht bei der Identifizierung von Kun-

den aufgrund von Massnahmen zur Bekämpfung der Geldwäscherei oder 

ähnlichen schweizerischen Anforderungen, denen das rapportierende 

schweizerische Finanzinstitut unterliegt; Ziff. VI Bst. B Ziff. 1 Anhang I) 

geltenden Bestimmungen identifizieren und muss gestützt auf eine Eigen-

erklärung des Kontoinhabers oder einer solchen Person feststellen, ob eine 

dieser Personen ein US-Staatsbürger oder in den Vereinigten Staaten an-

sässig ist. Trifft mindestens eine dieser Voraussetzungen zu, ist das Konto 

als US-Konto zu behandeln (Ziff. V Bst. C Ziff. 2 Anhang I). Die Beweis-

last trägt der Kontoinhaber. Kann er nicht beweisen, dass er (bzw. die be-

herrschende Person) keine US-Person ist, gilt er als « recalcitrant account 

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holder » (OBERSON, a.a.O., N. 10.08). Das Konto wird als US-Konto be-

handelt (Ziff. I Bst. C Anhang I). 

4.  
4.1 Das vorliegende Gruppenersuchen erweist sich, was auch nicht 
bestritten ist, als zulässig, was die Vorinstanz in der angefochtenen 

Schlussverfügung ausführlich darlegt: Es ist unbestritten und klar ersicht-

lich, dass die Bank ein rapportierendes schweizerisches Finanzinstitut ist, 

weshalb zuvor (in E. 3.4.6) nicht auf die detaillierten Definitionen dieser 

Begriffe im FATCA-Abkommen eingegangen wurde. Es handelt sich um 

ein Gruppenersuchen, welches sich auf die von der Bank mitgeteilten 

aggregierten Daten stützt, und erfüllt die Kriterien in Art. 26 Abs. 1  

DBA CH-US schon von Rechts wegen (E. 3.4.3 f.). Reziprozität und Sub-

sidiarität sind nicht zu prüfen beziehungsweise ebenfalls von Rechts we-

gen gegeben (E. 3.4.3 f.). Die Informationen, um die der IRS ersucht, wer-

den vom FATCA-Abkommen erfasst (E. 3.4.1). Auch stammen sie aus 

dem zulässigen Zeitraum (E. 2). 

Die Vorinstanz ist somit zu Recht auf das Amtshilfeersuchen eingetreten. 

4.2  
4.2.1 Im vorliegenden Verfahren macht die Beschwerdeführerin gel-
tend, B. sei auf dem Formular T fälschlicherweise als Begünstigte des C. 

Trust, der 100 % der Anteile an der Beschwerdeführerin halte, ausgewie-

sen. Gemäss der Gründungsurkunde des Trusts dürfe eine US-Person gar 

nicht Begünstigte sein. B., eine kanadische Staatsbürgerin, sei sich nicht 

bewusst gewesen, einzig aufgrund ihrer Geburt während eines Ferienauf-

enthalts ihrer Eltern in den USA als US-Person zu gelten. Sie habe auf-

grund der Gründungsurkunde des Trusts sowie des Letter of Wishes nie 

Begünstigte des Trusts sein können und sei daher auch nicht in irgendeiner 

Art an der Beschwerdeführerin berechtigt gewesen. Die Beschwerdeführe-

rin führt  gestützt auf ein kurzes Rechtsgutachten  sinngemäss aus, nach 

US-amerikanischem Recht unterstehe ein Trust nicht dem US-Steuerrecht, 

wenn gemäss der Gründungsurkunde keine US-Personen daran berechtigt 

sein dürften. 

4.2.2 Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, faktisch sei B., eine 
US-Person, als Begünstigte des Trusts eingesetzt gewesen. Im Übrigen ha-

be die Beschwerdeführerin sich selbst mittels Formular W-8BEN-E am 

7. Januar 2018 als passive NFFE eingestuft, allerdings dort nicht ange-

kreuzt, ob sie von einer US-Person beherrscht werde oder nicht. Unter 

Internationale Amtshilfe in Steuersachen nach FATCA 2021 III/2 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF III 27 

 

Bezugnahme auf US-amerikanisches Recht gelangt die Vorinstanz zum 

Schluss, dass ein solches Konto als US-Konto gelte. 

4.2.3 Letztlich wird damit vorliegend bestritten, dass es sich beim Kon-
to, über das dem IRS Informationen erteilt werden sollen, um ein US-Kon-

to im Sinne des FATCA-Abkommens handelt. Fraglich ist in diesem Zu-

sammenhang auch, ob das Konto überhaupt in aggregierter Form dem IRS 

hätte gemeldet werden müssen. Mittlerweile liegt nämlich ein (nicht unter-

schriebenes) Schreiben der Bank vor, in dem diese bestätigt, dass sie die 

Informationen nicht übermittelt hätte, wenn ihr die Informationen, die ihr 

nun vorliegen, damals schon vorgelegen hätten (dazu E. 4.5.4). 

4.3  
4.3.1 Nicht (mehr) bestritten ist, dass B. aufgrund ihrer Geburt in den 
USA als US-Person gilt (s. auch E. 3.4.6.1). Dass sie sich ihres Status nicht 

bewusst war, ist nicht erheblich, ändert dies doch nichts daran, dass sie 

eine US-Person ist. 

4.3.2 Aus dem Umstand, dass offenbar für B. in den USA ein Offenle-

gungsverfahren eingeleitet wurde, kann  entgegen den Ausführungen der 

Vorinstanz  nicht abgeleitet werden, dass sie selbst der Auffassung sei, 

das von der Beschwerdeführerin gehaltene Konto hätte gegenüber dem 

IRS deklariert werden müssen. Als US-Person war B. gehalten, ihren De-

klarations- und allenfalls Steuerpflichten gegenüber dem IRS nachzukom-

men, wobei sie sich dessen offenbar erst vor Kurzem bewusst geworden 

ist. Für das konkrete Konto lassen sich daraus keine Schlüsse ziehen. 

4.4 Im Folgenden ist zunächst darauf einzugehen, inwiefern im 
Amtshilfeverfahren überhaupt die Bestimmungen des US-amerikanischen 

Rechts sowie des FFI-Vertrags zu prüfen sind. 

4.4.1 In Amtshilfeverfahren, die sich auf Doppelbesteuerungsabkom-
men oder Amtshilfeübereinkommen stützen, wurde bereits mehrfach fest-

gehalten, dass das innerstaatliche Recht des ersuchenden Staates grund-

sätzlich nicht im Amtshilfeverfahren geprüft wird. Diesbezügliche Rügen 

seien im Verfahren vor den Behörden und Gerichten des ersuchenden Staa-

tes geltend zu machen (statt vieler: Urteil des BVGer A–47/2020 vom 

12. März 2021 E. 2.3.7). 

4.4.2 Das FATCA-Abkommen verweist jedoch an verschiedenen Stel-
len auf den FFI-Vertrag sowie Stellen des US-amerikanischen Rechts. 

Auch Art. 2 Abs. 1 FATCA-Gesetz verweist in Bezug auf die Pflichten der 

2021 III/2 Internationale Amtshilfe in Steuersachen nach FATCA 

 

 

28 III BVGE / ATAF / DTAF  

 

schweizerischen Finanzinstitute auf das US-Recht, sofern das FATCA-Ab-

kommen keine ausdrücklich abweichenden Bestimmungen vorsieht. So-

weit konkrete Verweise bestehen, wird darauf eingegangen werden müs-

sen, wobei es nicht Aufgabe des Bundesverwaltungsgerichts ist, sich im 

Detail mit diesen Bestimmungen auseinanderzusetzen. Dem steht bereits 

Art. 5 Abs. 3 Bst. c FATCA-Abkommen entgegen, wonach die Informatio-

nen innerhalb von acht Monaten nach Erhalt des Ersuchens zu übermitteln 

sind. 

4.5 Im vorliegenden Verfahren erübrigt sich jedoch ein Rückgriff auf 
US-amerikanisches Recht, wie im Folgenden zu zeigen ist. 

4.5.1 Die Beschwerdeführerin selbst hat sich bei der Eröffnung des 
neuen Kontos (E. 3.4.6.2) als NFFE eingestuft, was nach wie vor nicht 

bestritten ist. Den Akten lässt sich ebenfalls nichts Gegenteiliges entneh-

men. Demnach war die Bank verpflichtet, anhand der AML/KYC-Regeln 

die beherrschende(n) Person(en) zu bestimmen (E. 3.4.7). Vorliegend war 

im hier relevanten Jahr 2019 im Formular T B. als Begünstigte des Trusts, 

der hinter der Beschwerdeführerin steht, angegeben. Ebenfalls angegeben 

war ein Geburtsort in den USA. Im Falle eines Trusts gelten gemäss 

FATCA-Abkommen unter anderem Begünstigte, hier also B., tatsächlich 

als beherrschende Personen (E. 3.4.6.2). Aufgrund des in den Akten ste-

henden Geburtsortes lag es nahe, anzunehmen, dass es sich bei B. um eine 

US-Person handeln könnte. Damit gilt das Konto als US-Konto, welches 

zu melden ist (E. 3.4.6.2 und 3.4.7 i.V.m. 3.4.1). Unter diesen Umständen 

hätte die Bank wohl selbst auf eine Eigenerklärung der Kontoinhaberin, 

dass sie nicht von einer US-Person beherrscht werde, nicht ohne weitere 

Prüfung abstellen dürfen. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin in 

Bezug auf den US-Status der an ihr berechtigten Personen gar keine Er-

klärung abgegeben hat. 

4.5.2 Gemäss den anwendbaren Regeln des FATCA-Abkommens gilt 
das vorliegend streitbetroffene Konto der Beschwerdeführerin damit als 

US-Konto, für welches eine Zustimmungserklärung einzuholen war und 

welches, da eine solche offensichtlich nicht vorlag, dem IRS in aggregier-

ter Form zu melden war (E. 3.4.1). Es erfüllt damit auch die Vorausset-

zungen eines Kontos, über das dem IRS Informationen zu übermitteln 

sind, wenn dieser mittels Gruppenersuchen solche verlangt (E. 3.4.1 ff.). 

4.5.3 Zwar reicht die Beschwerdeführerin ein kurzes Rechtsgutachten 
ein ([…]), aus dem sich ergibt, dass ein Trust, der die Einsetzung von US-

Personen als Begünstigte untersage, für US-Steuerzwecke nicht gemeldet 

Internationale Amtshilfe in Steuersachen nach FATCA 2021 III/2 

 

 

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werden müsse. Aber abgesehen davon, dass es sich bei diesem Gutachten 

um ein Parteigutachten handelt, dem zwar nicht schon deswegen die Be-

weiskraft abgesprochen wird, welchem aber dennoch nicht die Bedeutung 

eines vom Gericht in Auftrag gegebenen Gutachtens zukommt (Urteil des 

BVGer A–5624/2018 vom 19. Juli 2019 E. 15.4.1 m.H.), besagt es im 

Grunde nur, B. habe nie gültig Begünstigte des Trusts sein können. Ge-

mäss der Beschwerde sollte durch die entsprechenden Passagen in der 

Gründungsurkunde des Trusts und dem Letter of Wishes vermieden wer-

den, dass der Trust als « Foreign Grantor Trust » gemäss dem US Internal 

Revenue Code, Section 679 (26 U.S. Code § 679), eingestuft würde. Die-

ser Paragraf hält auch gewisse Umstände fest, bei denen ein Trust nicht so 

behandelt wird, als habe er eine US-Person als Begünstigte (vgl. 26 U.S. 

Code § 679 Bst. c Ziff. 1 Bst. A und B). Es wäre jedoch eine vertiefte Aus-

einandersetzung mit dem US-amerikanischen Recht notwendig, um ent-

scheiden zu können, was nach diesem Recht passiert, wenn zwar eine US-

Person gemäss der Gründungsurkunde des Trusts nicht Begünstigte sein 

kann, aber dennoch  wie dies hier der Fall ist  als Begünstigte eingesetzt 

wird. Allenfalls wären gar weitere Unterlagen einzufordern, um den Sach-

verhalt abzuklären. Eine solche Abklärung geht aber klar über das hinaus, 

was im Amtshilfeverfahren, das ein « Hilfsverfahren » bleibt (Urteil des 

BVGer A–3810/2020 vom 16. März 2021 E. 3.6), möglich ist. Jedenfalls 

handelt es sich nicht um einen gemeinnützigen Trust im Sinne von 26 U.S. 

Code § 664 beziehungsweise § 4947, der allenfalls nicht als spezifizierte 

US-Person gelten würde (Art. 2 Abs. 1 Ziff. 27 Unterabsatz x FATCA-Ab-

kommen), weshalb hier offengelassen werden kann, inwiefern eine solche 

Eigenschaft abzuklären wäre. 

Insofern hält die Vorinstanz zu Recht fest, dass B. faktisch als Begünstigte 

eingesetzt wurde. 

4.5.4 Ebenfalls nichts an diesem Ergebnis ändert das (nicht unterzeich-
nete) Schreiben der Bank, wonach diese die Kontoinformationen zum be-

troffenen Konto nicht in aggregierter Form gemeldet hätte, wenn die ihr 

nun eingereichten Unterlagen bereits im Jahr 2019 vorgelegen hätten. Es 

bleibt nämlich dabei, dass die Unterlagen im Jahr 2019 nicht vorlagen und 

dazumal noch B. als Begünstigte angegeben war. Demnach hat die Bank 

damals die Informationen zu Recht in aggregierter Form gemeldet. 

4.5.5 Die Beschwerde ist somit abzuweisen.