# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ef6b779-9a16-5037-94e0-c88c9ba0fc1d
**Source:** Nidwalden (NW)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-21
**Language:** de
**Title:** Nidwalden Gerichte 21.02.2021 23393
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/NW_Gerichte/NW_OG_001_23393_2021-02-21.pdf

## Full Text

GERICHTE     VERWALTUNGSGERICHT  Marktgasse 4, 6371 Stans, 041 618 79 70, www.nw.ch 

 

VA 20 14 

 

 

Zwischenentscheid vom 14. September 2020 

Verwaltungsabteilung 

 

 

 

 

 

Besetzung Präsidentin Livia Zimmermann, Vorsitz, 

 Verwaltungsrichter Heinz Metz, 

 Verwaltungsrichterin Pascale Küchler, 

 Verwaltungsrichter Pascal Ruch, 

 Verwaltungsrichter Hubert Rüttimann, 

Gerichtsschreiber Silvan Zwyssig. 

 

 

Verfahrensbeteiligte A.____, 

 

vertreten durch Nicolas Pfister, Rechtsanwalt, AD LITEM 

Rechtsanwälte, Konsumstrasse 16, Postfach 5017, 

3001 Bern 

 

Beschwerdeführer/Kläger, 

 

 

gegen 

 

 

Kanton Nidwalden, handelnd durch den Landammann und 

den Regierungsrat, 

Postfach 1246, Dorfplatz 2, 6371 Stans 

 

vertreten durch den Rechtsdienst des Kantons Nidwalden, 

Dorfplatz 2, 6371 Stans 

Beschwerdegegner/Vorinstanz/Beklagter. 

 

 

 

Gegenstand Entschädigung für Inkonvenienzzulagen und 

Erholungszeiten (inkl. Pausen)  

 

Schreiben des Landammanns und Regierungsrats Nidwalden 

vom 5. Mai 2020. 

2 

 

Sachverhalt: 

A.  

Der Kanton Nidwalden schloss am 30. Juni 2016 einen Arbeitsvertrag mit A.___ 

(«Beschwerdeführer»/«Kläger»; BF-act. 3). 

 

B.  

Mit Verfügung vom 20. Februar 2019 kündigte der Kanton Nidwalden 

(«Beschwerdegegner»/«Beklagter») das Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer auf den 

31. Mai 2019 unter Einhaltung der vertraglichen Kündigungsfrist von drei Monaten (BF-act. 4). 

 

C.  

Am 26. März 2020 wandte sich der Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Nicolas 

Pfister, in einem Schreiben an den Kanton Nidwalden, um Entschädigungen für 

Inkonvenienzen und Erholungszeit (inkl. Pausen) geltend zu machen. 

 

D.  

Das Gesuch des Beschwerdeführers wurde anlässlich der Regierungsratssitzung vom 5. Mai 

2020 behandelt. In der Folge erging gleichentags ein Schreiben an den Beschwerdeführer, in 

welchem ihm seitens des Landammannes und des Regierungsrates Nidwalden mitgeteilt 

wurde, dass sein Gesuch abgewiesen wird (BF-act. 1). 

 

E.  

Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 2. Juni 2020 liess der Beschwerdeführer folgende 

Anträge stellen: 

 

1. Die Verfügung des Landammannes und des Regierungsrates des Kantons Nidwalden vom 5. Mai 2020 

sei aufzuheben. 

2. Dem Beschwerdeführer seien die Entschädigungsleistungen im Umfang von brutto CHF 25'393.55 zzgl. 

Zins zu 5% seit dem 1. Juni 2019 zu bezahlen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

 

 

 

3 

 

F.  

Mit Eingabe vom 18. Juni 2020 (amtl. Bel. 3) reichte der Kanton Nidwalden eine 

Beschwerdeantwort ein und beantragte: 

 

1. Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei nicht einzutreten. 

2. Eventualiter: Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. 

3. Dem Beschwerdeführer sei die Möglichkeit zu gewähren, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde vor 

Einleitung eines zweiten Schriftenwechsels zurückzuziehen. 

4. Dem Regierungsrat sei bei Verzicht auf den Rückzug der Verwaltungsgerichtsbeschwerde die Möglichkeit 

zu gewähren, im Rahmen einer Duplik gemäss Art. 77 Abs. 2 VRG inhaltlich zur 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde Stellung zu nehmen. 

5. Unter Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers. Im Falle eines Beschwerderückzugs sei auf die 

Erhebung amtlicher Kosten zu verzichten. 

 

G.  

Mit Replik vom 13. Juli 2020 hielt der Beschwerdeführer an den zuvor in der 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 2. Juni 2020 gestellten Rechtsbegehren fest. In der 

Begründung berief er sich sinngemäss darauf, dass im Falle, dass das Verwaltungsgericht zur 

Ansicht gelange, dass kein taugliches Anfechtungsobjekt vorliege, kein 

Nichteintretensentscheid zu erlassen, sondern eine Konversion vorzunehmen sei. Die 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei als verwaltungsrechtliche Klage entgegen zu nehmen 

und zu behandeln.  

 

H.  

Am 3. August 2020 reichte der Beschwerdegegner die Duplik ein und erneuerte seine Anträge 

wie folgt: 

 

1. Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sei nicht einzutreten. 

2. Auf eine Konversion der Verwaltungsgerichtsbeschwerde in eine verwaltungsgerichtliche Klage sei zu 

verzichten. 

3. Eventualiter 

3.1 Im Falle der Abweisung der Anträge gemäss Ziff. 1 und 2 sei dem Regierungsrat eine Frist zur 

materiellen Stellungnahme anzusetzen. 

4 

 

3.2 Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde (bzw. die verwaltungsgerichtliche Klage im Falle einer 

Konversion) sei vollumfänglich abzuweisen. 

4. Unter Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers. 

 

I.  

Nachdem der Rechtsschriftenwechsel geschlossen wurde (amtl. Bel. 8) und zwischen den 

Parteien Uneinigkeit herrscht, ob überhaupt ein zulässiges Anfechtungsobjekt zur Erhebung 

der vorliegenden Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorliegt bzw. auf das Rechtsmittel des 

Beschwerdeführers einzutreten ist, fällte das Verwaltungsgericht Nidwalden, 

Verwaltungsabteilung, an seiner Sitzung vom 14. September 2020 einen Zwischenentscheid. 

 

Auf die Parteivorbringen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.  

 

 

 

Erwägungen: 

1.  

Die Behörde prüft von Amtes wegen, ob die Prozessvoraussetzungen für den Erlass eines 

Entscheides erfüllt sind (Art. 54 Abs. 1 Gesetz über das Verwaltungsverfahren und die 

Verwaltungsrechtspflege/Verwaltungsrechtspflegegesetz [VRG; NG 265.1]). Fehlt eine 

Voraussetzung, tritt die Behörde auf die Sache nicht ein (Art. 54 Abs. 3 VRG). Sind alle 

verfahrensrechtlichen Voraussetzungen erfüllt, entscheidet die Behörde in der Sache (Art. 55 

Abs. 1 VRG). Zu den Prozessvoraussetzungen gehört insbesondere, dass ein zulässiges 

Anfechtungsobjekt vorliegt (Regina KIENER/Bernhard RÜTSCHE/Mathias KUHN, Öffentliches 

Verfahrensrecht, 2. Auflage 2015, Rz. 1244). 

 

2.  

2.1  

2.1.1  

Der Beschwerdeführer bringt zur Frage des Anfechtungsobjekts im Wesentlichen vor, dass 

das Schreiben des Landammannes und des Regierungsrates Nidwalden vom 5. Mai 2020 eine 

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Verfügung darstelle. Zwar sei er – in Anbetracht der Rechtslage, wonach vermögensrechtliche 

Ansprüche aus öffentlich-rechtlichen Verträgen zwischen Kanton und Mitarbeitenden 

grundsätzlich mittels verwaltungsrechtlicher Klage vorzubringen sind – durchaus erstaunt 

gewesen, dass der Beschwerdegegner in dieser Sache verfügt habe. Dennoch liege mit dem 

genannten Schreiben eine Verfügung vor, die ihn dazu legitimiert habe, eine 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde einzureichen. Der Beschwerdegegner habe im Schreiben 

vom 5. Mai 2020 immerhin gestützt auf öffentliches Recht eine instanzabschliessende, 

hoheitliche Einzelfallanordnung getroffen. Damit liege eindeutig eine Verfügung vor, obschon 

das Schreiben vom 5. Mai 2020 nicht explizit als Verfügung bezeichnet worden sei und einer 

Rechtsmittelbelehrung entbehre. Als Verfügung stelle das streitbefangene Schreiben indessen 

einen letztinstanzlichen Entscheid dar, gegen welchen gestützt auf Art. 89 Abs. 1 VRG 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim kantonalen Verwaltungsgericht erhoben werden könne. 

Ein zulässiges Anfechtungsobjekt liege somit vor. 

 

2.1.2  

Der Beschwerdegegner bestreitet, dass das Schreiben vom 5. Mai 2020 eine Verfügung 

darstellt bzw. ein zulässiges Anfechtungsobjekt zur Erhebung einer 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorliegt. Er bringt vor, die kantonale Personalgesetzgebung 

sehe nicht vor, dass der Kanton eine Verfügung betreffend die angeblichen Lohnansprüche 

des Beschwerdeführers erlassen dürfe. Es handle sich daher keineswegs um eine Verfügung. 

Vielmehr habe man die ursprüngliche Eingabe des Beschwerdeführers vom 26. März 2020 in 

einem Vorverfahren im Sinne von Art. 97 VRG behandelt. Entsprechend hätte der 

Beschwerdeführer richtigerweise eine verwaltungsgerichtliche Klage einreichen müssen. 

Selbst aber, wenn vermögensrechtliche Personalstreitigkeiten mit Verfügung zu entscheiden 

gewesen wären, hätte der Beschwerdeführer eine anfechtbare Verfügung verlangen müssen, 

um zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde legitimiert zu sein. 

 

2.1.3  

Öffentlich-rechtliche Rechtsverhältnisse werden von den Behörden des Bundes und der 

Kantone grundsätzlich mittels Verfügung geregelt. Entsprechend ist die Verfügung das 

typische Anfechtungsobjekt des Beschwerdeverfahrens, während das Klageverfahren 

subsidiär ist (Regina KIENER/Bernhard RÜTSCHE/Mathias KUHN, Öffentliches Verfahrensrecht, 

2. Auflage 2015, Rz. 1178 und 1249). Kein Anfechtungsobjekt der Beschwerde stellen 

öffentlich-rechtliche oder privatrechtliche Verträge dar. Kommt es zu Streitigkeiten über den 

6 

 

Vertragsinhalt, müssen die Parteien ihre Ansprüche auf dem Klageweg geltend machen 

(KIENER/ RÜTSCHE/KUHN, a.a.O., Rz. 1252). Dieses Verfahren wird für Verträge deshalb als 

das adäquatere angesehen, weil auch der Vertrag als solches grundsätzlich von 

gleichberechtigten Parteien ausgeht und das verfügungsmässige Handeln als Störung des 

vom materiellen Recht vorgegebenen Gleichgewichtsverhältnis angesehen wird (Isabelle 

HÄNER, Die Beteiligten im Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, Zürich 2000, 

Rz. 434). Der Verwaltung wird hier die Verfügungsbefugnis insbesondere aufgrund des 

immanenten Interessekonflikts abgesprochen (vgl. Martin WIRTHLIN, in: SJZ 103/2007, 

Rechtsschutz im Luzerner Personalrecht, S. 457 ff. [S. 459]). Für Dispute aus öffentlich-

rechtlichen Verträgen steht somit die verwaltungsrechtliche Klage zur Verfügung und nicht der 

verfügungsrechtliche Beschwerdeweg (Jürg MARTIN/Jan SELTMANN/Silvan LOCHER, Die 

Verfügung in der Praxis, 2. Auflage 2016, S. 220). 

 

2.1.4  

Die Arbeitsverhältnisse des Kantons Nidwalden sind grundsätzlich öffentlich-rechtlicher Natur. 

Daneben existieren vereinzelt auch Anstellungsverhältnisse zivilrechtlicher Natur (Art. 5 

Gesetz über das öffentlichrechtliche Arbeitsverhältnis [Personalgesetz; PersG; NG 165.1]). 

Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kantons begründet das Arbeitsverhältnis einen 

Anspruch auf individuellen Lohn (Art. 23 PersG). Gestützt auf Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 PersG wird 

der individuelle Lohn mitunter ergänzt durch Inkonvenienzzulagen. Eine Kündigung des 

Arbeitsverhältnisses hat schriftlich zu erfolgen (Art. 58 Abs.  1 PersG). Gegen die Kündigung 

kann binnen 20 Tagen nach erfolgter Zustellung Einsprache eingereicht werden (Art. 60 

PersG). Mittels Einsprache ist auch gegen die Nichtigkeit einer Kündigung vorzugehen (Art. 67 

Abs. 1 PersG). Hierauf ergeht seitens der Anstellungsinstanz ein Einspracheentscheid, gegen 

welchen beim Verwaltungsgericht (Verwaltungsgerichts-)Beschwerde erhoben werden kann 

(Art. 61 bzw. 68 PersG). Im Übrigen enthält Art. 79 PersG Bestimmungen zum Rechtsschutz 

gegen Verfügungen und Verwaltungsbeschwerdeentscheide. In Bezug auf das Verfahren 

verweist das PersG in diesem Zusammenhang auf die Bestimmungen der 

Verwaltungsrechtspflege (Art. 79 Abs. 3 PersG). 

 

Unbestritten ist, dass ein öffentlich-rechtlicher Arbeitsvertrag Grundlage für die seitens des 

Beschwerdeführers geltend gemachten Ansprüche bildet (vgl. Vertragsbezeichnung BF-act. 3; 

PersG 5 [NG 165.1]). Diese sind derweil vermögensrechtlicher Natur. Es handelt sich mithin 

nicht um eine Streitigkeit betreffend die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, im Falle welcher 

das Personalgesetz eine Einsprache und alsdann eine Verwaltungsbeschwerde vorsieht, 

7 

 

sondern um Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis an sich. Das Personalgesetz enthält 

allerdings nach den vorstehenden Ausführungen keine Bestimmungen zu einer solchen 

Streitigkeit. Insbesondere ist keine gesetzliche Grundlage ersichtlich, die es dem 

Landammann und Regierungsrat Nidwalden erlauben würde, mit Verfügungsbefugnis hierüber 

zu befinden. Vielmehr ist aufgrund des angestrebten Gleichgewichtsverhältnisses zwischen 

Arbeitgeber und Arbeitnehmer davon auszugehen, dass eine Verfügungsbefugnis der 

Verwaltung eben gerade nicht Intention des Gesetzgebers gewesen sein kann. So sieht Art. 95 

Abs. 1 Ziff. 1 VRG denn auch vor, dass eine Streitigkeit aus öffentlich-rechtlichen Verträgen 

dem Verwaltungsgericht mittels verwaltungsgerichtlicher Klage zu unterbreiten ist. Entgegen 

der Ansicht des Beschwerdeführers ist denn auch keine "faktische Verfügung" entstanden, 

bloss, weil das streitbefangene Schreiben Elemente einer Verfügung aufweist. Vor diesem 

Hintergrund ist das Schreiben des Landammannes und Regierungsrates Nidwalden vom 

5. Mai 2020 somit nicht als Verfügung, sondern als "vertragliche Erklärung" oder ähnliches zu 

verstehen (vgl. zum Wortlaut "vertragliche Erklärung" Urteil des Personalrekursgerichts 

Aargau AGVE 2011 S. 407 ff. vom 16. August 2011 E. 5.1). Eine solche berechtigt allerdings 

nicht zur Erhebung einer Verwaltungsgerichtsbeschwerde. 

 

2.1.5  

Auf eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde, wie sie seitens des Beschwerdeführers erhoben 

wurde, wäre insofern nicht einzutreten.  

 

2.2  

2.2.1  

Für den Fall, dass dem Schreiben des Landammannes und des Regierungsrates Nidwalden 

vom 5. Mai 2020 wider Erwarten der Verfügungscharakter abgesprochen werden würde, 

macht der Beschwerdeführer eine Konversion geltend. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

müsse dementsprechend als verwaltungsgerichtliche Klage entgegengenommen werden, 

zumal letztere die entsprechenden formellen Voraussetzungen erfülle. Diesfalls erübrige sich 

das Rechtsbegehren Ziff. 1. 

 

2.2.2  

Eine Konversion erachtet der Beschwerdegegner dagegen als unzulässig. Zur Begründung 

bringt er vor, dass sich das Klage- massgeblich vom Beschwerdeverfahren unterscheide. Im 

Weiteren komme ein Nichteintretensentscheid keinem überspitzten Formalismus gleich, 

8 

 

obschon dies zu einem geringen Mehraufwand führe. Immerhin sei der Mehraufwand des 

Beschwerdeführers selbstverschuldet. Darüber hinaus sei dieser im Rahmen der 

Vernehmlassung ausdrücklich auf die Möglichkeit des Beschwerderückzuges aufmerksam 

gemacht worden. 

 

Folglich ist zu prüfen, ob allenfalls eine Konversion möglich ist, die es dem Verwaltungsgericht 

Nidwalden erlauben würde, dennoch auf das Rechtsmittel des Beschwerdeführers einzutreten 

und zwar in Form einer verwaltungsrechtlichen Klage. 

 

2.2.3  

Ein Rechtsmittel, das als solches nicht zulässig ist, kann als ein anderes entgegengenommen 

werden, wenn es die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt und daher eine Konversion 

möglich ist. Eine solche setzt voraus, dass das Rechtsmittel als Ganzes konvertiert werden 

kann (Urteil des Bundesgerichts 5A_433/2012 vom 21. August 2012 E. 4 m.w.H.). Bedeutsam 

ist zudem, ob die Verfahrensunterschiede zwischen dem gewählten und dem korrekten 

Rechtsmittel bei der Gegenpartei und beim Gericht zu Verwirrung und unnötigen 

Prozesshandlungen führen können sowie ob der Ausschluss der Konversion unnötige 

Vorkehren oder Verfahrenshandlungen der Beteiligten verhindert. Hingegen gilt als überspitzt 

formalistisch, wenn eine strikte Einhaltung der Formvorschrift durch kein schutzwürdiges 

Interesse gerechtfertigt ist, zum Selbstzweck wird und die Verfolgung des materiellen Rechts 

kompliziert. Gegenüber einem Anwalt darf ein strengerer Massstab als gegenüber einem Laien 

angelegt werden. Ist die Wahl des richtigen Rechtsmittels für einen Rechtsanwalt ohne 

Schwierigkeiten erkennbar, erweist sich die Verweigerung einer Konversion und damit ein 

Nichteintreten auf das eingelegte Rechtsmittel eher als verhältnismässig (Urteil des 

Verwaltungsgerichts Luzern LGVE 2013 IV Nr. 2 vom 13. März 2013 E. 2b mit Verweis auf 

das Urteil des Bundesgerichts 5P.20/2001 vom 2. April 2001 E. 3b). 

 

2.2.4  

Mit Blick auf die Ausgestaltung und den Inhalt der seitens des Beschwerdeführers 

eingereichten Rechtsschrift vom 2. Juni 2020 fällt auf, dass diese – obschon sie als 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde betitelt wird – einer verwaltungsrechtlichen Klage gleicht. So 

enthält sie sämtliche der in Art. 99 VRG vorgesehenen Elemente einer Klageschrift; 

abgesehen von (zutreffenden) Angaben zur Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts als zur 

Beurteilung einer verwaltungsrechtlichen Klage zuständige Instanz (Art. 99 Ziff. 3; Art. 95 

9 

 

Abs. 1 VRG zur Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts bei verwaltungsrechtlichen Klagen). 

Insbesondere enthält die Rechtsschrift des Beschwerdeführers nebst dem Leistungsbegehren 

in Antrag Ziffer 2 eine ausführliche Begründung. Im Weiteren gilt es zu berücksichtigen, dass 

die Parteien das Vorverfahren im Sinne von Art. 97 VRG, welches den Weg zur 

verwaltungsgerichtlichen Klage ebnet, zumindest sinngemäss bereits durchlaufen haben. So 

hat der Beschwerdeführer (in seiner Stellung als Kläger gemäss Art. 97 Abs. 1 VRG) dem 

Beschwerdegegner (in seiner Stellung als Beklagter gemäss Art. 97 Abs. 1 VRG) vor 

Einreichung der Klage die Klagebegehren und deren Begründung zur Kenntnis gegeben, um 

dem Beschwerdegegner Gelegenheit zur Stellungnahme zu verschaffen. Insofern ist das 

Schreiben des Landammannes und Regierungsrates Nidwalden vom 5. Mai 2020 – 

wenngleich nicht als solche bezeichnet – als Stellungnahme des Beklagten im Sinne von 

Art. 97 Abs. 1 VRG zu verstehen. Dies bringt denn auch der Beschwerdegegner selbst vor. 

Nach dem Gesagten ist daher festzuhalten, dass einer Konversion zumindest in Anbetracht 

der formellen Anforderungen an eine verwaltungsgerichtliche Klage nichts entgegensteht. 

Gegen eine Konversion spricht demgegenüber der "strengere Massstab", den es in Bezug auf 

anwaltlich vertretene Parteien anzuwenden gilt. So lässt sich fragen, ob der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers hätte erkennen müssen, dass vorliegend richtigerweise mittels 

verwaltungsrechtlicher Klage vorzugehen gewesen wäre. Selbst wenn man diese Frage 

bejahte, würde aber letztlich wiederum die Verhinderung eines formalistischen Leerlaufs für 

eine Konversion sprechen. Dies umso mehr, als das mit vorliegender Streitsache befasste 

Gericht auch im Falle einer verwaltungsrechtlichen Klage örtlich wie auch sachlich zuständig 

ist. Der Zuständigkeitsbereich des angerufenen Verwaltungsgerichts umfasst nämlich nebst 

der Beurteilung von Verwaltungsgerichts-beschwerden (vgl. Art. 89 Abs. 1 VRG; Art. 31 

Gesetz über die Gerichte und die Justizbehörden [GerG; NG 261.1]) nicht zuletzt auch die 

Beurteilung verwaltungsrechtlicher Klagen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRG; Art. 31 GerG). Vor diesem 

Hintergrund wäre es somit als überspitzt formalistisch zu bezeichnen, wenn auf die 

vorliegende Streitsache nicht eingetreten würde. Dies würde zu nichts anderem als zu einem 

formalistischen Leerlauf führen. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist daher im Sinne einer 

Konversion als verwaltungsrechtliche Klage entgegenzunehmen. 

 

2.3  

Zusammenfassend ergibt sich, dass zwar auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde mangels 

zulässigen Anfechtungsobjekts nicht eingetreten werden kann; die Verwaltungsgerichts-

beschwerde des Beschwerdeführers jedoch stattdessen als verwaltungsgerichtliche Klage 

entgegenzunehmen ist. 

10 

 

 

3.  

Dem Eventualantrag Ziffer 3.1 des Beschwerdegegners bzw. des Beklagten ist zu 

entsprechen. Ihm ist Gelegenheit einzuräumen, innert 20 Tagen eine Rechtsantwort 

einzureichen, um in materieller Hinsicht Stellung nehmen zu können. 

 

4.  

Die Kosten dieses Zwischenentscheides werden mit dem Endentscheid festgesetzt und 

verlegt. 

 

  

11 

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht: 

1. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 2. Juni 2020 wird als verwaltungsrechtliche 

Klage entgegengenommen (Konversion) und es wird auf die Sache eingetreten. 

 

2. Der Beklagte ist berechtigt, innert 20 Tagen eine Rechtsantwort in materieller Hinsicht zu 

erstatten. 

 

3. Die Kosten dieses Zwischenentscheides werden mit dem Endentscheid festgesetzt und 

verlegt.  

 

4. Zustellung dieses Zwischenentscheides an: 

- Rechtsanwalt Nicolas Pfister (zweifach, GU) 

- Rechtsdienst Kanton Nidwalden (Empfangsbescheinigung) 

 

 

 

Stans, 14. September 2020 

VERWALTUNGSGERICHT NIDWALDEN 

Verwaltungsabteilung 

Die Präsidentin 
 

 

 

 

lic. iur. Livia Zimmermann 

Der Gerichtsschreiber 

 

 

 

MLaw Silvan Zwyssig 

 

 

 

Versand:  

12 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Zwischenentscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Schweizerischen 

Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

eingereicht werden, wenn dieser einen nicht leicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken 

könnte oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen 

und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges 

Beweisverfahren erspart würde (Art. 82 ff. i. V. m. Art. 90 ff. BGG [SR 173.110]). Die 

Beschwerde hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die 

Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene 

Entscheid sowie die als Beweismittel angeführten Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei 

sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Für den Fristenlauf gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 

 

	Sachverhalt:
	Erwägungen: