# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2b832346-690a-5e7b-876b-2969e34ac497
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-04
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 04.03.2025 WBE.2024.154
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2024-154_2025-03-04.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

3. Kammer 

 

WBE.2024.154 / sr / we 
Art. 25 

 

Urteil vom 4. März 2025 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Michel, Vorsitz  

Verwaltungsrichter Brandner  

Verwaltungsrichter Leibundgut  

Gerichtsschreiberin Ruchti 

Rechtspraktikant Wang      

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____,  

vertreten durch lic. iur. Alexander Rey, und/oder Dr. iur. David Hofstetter, 

Rechtsanwälte, Langhaus 4, 5401 Baden 

 

gegen 

 

  Departement Bildung, Kultur und Sport, Abteilung Kultur, 

Bachstrasse 15, 5001 Aarau 1    

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Unterschutzstellung der Liegenschaft 

"Riegelhaus", Gebäude Nr. bbb, Parzelle Nr. aaa, A._____, Q._____ 

(Sprungbeschwerde) 

 

Entscheid des Departements Bildung, Kultur und Sport  

vom 19. März 2024 

  

 - 2 - 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

1. 

Am 30. Januar 2023 stellte das A._____ bei der Kantonalen Kommission 

für Denkmalpflege und Archäologie (KKDA) einen Antrag auf Geneh-

migung der Planung und Realisierung eines wesensgleichen Ersatzneu-

baus für das Gebäude Nr. bbb ("Riegelhaus") auf der in seinem Eigentum 

stehenden Parzelle Nr. aaa der Gemeinde Q._____ (Areal des A._____). 

 

2. 

Nach Einsicht in den Fachbericht der kantonalen Denkmalpflege vom 

8. März 2023 und Durchführung eines Augenscheins vor Ort stimmte an 

der Sitzung vom 22. März 2023 eine Mehrheit der KKDA dafür, das Riegel-

haus unter kantonalen Denkmalschutz zu stellen. 

 

3. 

Das Protokoll der betreffenden Sitzung ging zusammen mit dem Fachbe-

richt der kantonalen Denkmalpflege an das A._____, das mit Eingabe vom 

26. Juni 2023 die folgenden Anträge an die KKDA stellte: 

 

1. 
Es sei auf eine Unterschutzstellung des sog. "Riegelhauses", Gebäude 
Nr. bbb, Parzelle aaa, A._____ (Q._____) zu verzichten. 
 
2. 
Die vorliegende Stellungnahme sei allen Mitgliedern der Kommission für 
Denkmalpflege und Archäologie zugehen zu lassen. 
 
3. 
Der Unterzeichnende sei über die weitere Korrespondenz und das weitere 
Vorgehen in dieser Sache vollumfänglich zu informieren. 
 
4. 
Eventualiter sei eine erneute Beratung durch die Kommission für Denkmal-
pflege und Archäologie durchzuführen, an der auch Vertreter des A._____ 
teilnehmen und ihre Ansicht vertreten können. 

 

4. 

Der Gemeinderat Q._____ reichte zum Protokoll der KKDA vom 22. März 

2023 bzw. zum Fachbericht der kantonalen Denkmalpflege vom 8. März 

2023 keine Vernehmlassung ein. 

 

5. 

Am 19. März 2024 entschied das Departement Kultur und Sport (BKS), Ab-

teilung Kultur: 

  

 - 3 - 

 

 

 

1. 
Die Liegenschaft "Riegelhaus" A._____, Gebäude Nr. bbb, Parzelle 
Nr. aaa in Q._____, im Eigentum von A._____ (A._____, R-Strasse,  
A._____) wird unter kantonalen Schutz gestellt. Der Schutzumfang wird 
wie folgt präzisiert: Erhaltung des charakteristischen Erscheinungsbildes, 
der Primärkonstruktion, der Gebäudehülle inklusive der Dachkonstruktion 
und der Fenster, sowie der Seminarräumlichkeiten im 1. Obergeschoss. 
 
2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

B. 

1. 

Dagegen erhob das A._____ am 19. April 2024 Beschwerde beim Re-

gierungsrat, mit den Begehren in der Sache: 

 

1. 
In Gutheissung der Beschwerde sei der Entscheid des Departements Bil-
dung, Kultur und Sport vom 19. März 2024 aufzuheben und auf die Unter-
schutzstellung des sog. Riegelhauses (Gebäude Assek.-Nr. bbb, Parzelle 
aaa Q._____) sei zu verzichten. 
 
2. 
Eventualiter sei die Sache zur korrekten Durchführung des Verfahrens und 
zur erneuten Prüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 
 
3. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlich ge-
schuldeter Mehrwertsteuer. 

 

Zudem stellte der Beschwerdeführer die folgenden Verfahrensanträge: 

 

1. 
Das vorliegende Verfahren sei als Sprungbeschwerde direkt dem Verwal-
tungsgericht zur Beurteilung zu überweisen. 
 
2. 
Die Kantonale Kommission für Denkmalpflege und Archäologie sei zu 
einer Stellungnahme aufzufordern. 
 
3. 
Es sei eine Verhandlung in Form einer Augenscheinsverhandlung durch-
zuführen. 

 

2. 

Mit Verfügung vom 30. April 2024 überwies der Rechtsdienst des Regie-

rungsrats die beim Regierungsrat erhobene Beschwerde des A._____ vom 

19. April 2024 zur Erledigung ans Verwaltungsgericht. 

 

 - 4 - 

 

 

3. 

Mit der Beschwerdeantwort vom 21. Juni 2024 legte das BKS, Generalse-

kretariat, aufforderungsgemäss die Akten vor und beantragte die kostenfäl-

lige Abweisung der Beschwerde. 

 

4. 

Am 7. August 2024 reichte der Beschwerdeführer eine Replik ein und hielt 

an seinen Anträgen fest. 

 

5. 

Mit Eingabe vom 22. August 2024 verzichtete das BKS, Generalsekretariat, 

auf eine weitere Stellungnahme. 

 

6. 

Mit Verfügung des instruierenden Verwaltungsrichters vom 13. Dezember 

2024 wurden die Parteien über die Zusammensetzung des Spruchkörpers 

informiert, zu einem Augenschein vor Ort auf den 4. März 2025 vorgeladen 

und darauf hingewiesen, dass das Verwaltungsgericht das Protokoll der 

Sitzung der KKDA vom 22. März 2023 zu den Akten beigezogen habe. 

 

7. 

Mit Instruktionsverfügung vom 13. Februar 2025 wurde der Beschwerde-

führer aufgefordert, dem Verwaltungsgericht die Umbaustudie von 

B._____, Architekt, S._____, einzureichen. Dieser Aufforderung kam der 

Beschwerdeführer mit Eingabe vom 17. Februar 2025 nach.  

 

C. 

Das Verwaltungsgericht hat am 4. März 2025 die Verhandlung mit Augen-

schein vor Ort durchgeführt und Vertreter des Beschwerdeführers sowie 

den Leiter der kantonalen Denkmalpflege angehört. Im Anschluss daran 

hat es den Fall beraten und entschieden. 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Verwaltungsgerichtsbeschwerden sind grundsätzlich nur gegen letztin-

stanzliche Entscheide der Verwaltungsbehörden zulässig (§ 54 Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Ver-

waltungsrechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200]). Eine Ausnahme bildet 

die Sprungbeschwerde gemäss § 51 VRPG, wonach die verwaltungsinter-

ne Beschwerdeinstanz mit Zustimmung der Beschwerdeführenden auf den 

Entscheid verzichten und die Sache dem Verwaltungsgericht zur Erledi-

gung überweisen kann, wenn (kantonal) letztinstanzlich der Weiterzug an 

das Verwaltungsgericht möglich ist. Diese Voraussetzungen sind vorlie-

 - 5 - 

 

 

gend erfüllt: Der Beschwerdeführer hat der Überweisung an das Verwal-

tungsgericht zugestimmt respektive diese sogar beantragt, der Regie-

rungsrat hat auf die Entscheidkompetenz verzichtet und das Verwaltungs-

gericht ist als letzte kantonale Instanz zur Beurteilung von Beschwerden 

auch auf dem Gebiet des Denkmalschutzes zuständig (§ 54 VRPG). 

 

2. 

Die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen 

Anlass. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-

treten. 

 

3. 

Mit der Beschwerde ans Verwaltungsgericht können die unrichtige oder un-

vollständige Feststellung des Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen, ein-

schliesslich Ermessensunter- und -überschreitung sowie Ermessensmiss-

brauch, gerügt werden (§ 55 Abs. 1 VRPG). Zudem ist bei Sprungbe-

schwerden die Rüge der Unangemessenheit zulässig (§ 55 Abs. 3 lit. a 

VRPG). 

 

II. 

1. 

1.1. 

Vorab ist auf die formellen Rügen des Beschwerdeführers betreffend Ab-

lauf des vorinstanzlichen Verfahrens und Stellungnahme der KKDA einzu-

gehen.  

 

Der Beschwerdeführer moniert, die Art und Weise, wie die kantonale Denk-

malpflege das Unterschutzstellungsverfahren geführt habe, verstosse in 

grundsätzlicher Weise gegen seinen (des Beschwerdeführers) Anspruch 

auf ein faires und gerechtes Verfahren und Gewährung des rechtlichen Ge-

hörs (Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft vom 18. April 1999 [BV; SR 101]). Im zuhanden der KKDA verfass-

ten Fachbericht vom 8. März 2023 werde das vom Beschwerdeführer bei 

C._____ eingeholte Privatgutachten zur fehlenden Schutzwürdigkeit des 

Riegelhauses als formal ungenügend und inhaltlich fehlerhaft kritisiert. 

Anstatt dem Beschwerdeführer eine vorgängige Stellungnahme zu dieser 

Kritik zu ermöglichen, sei der Fachbericht unkommentiert an die Kommis-

sionsmitglieder gelangt. Dass der betroffene Grundeigentümer durch diese 

Art der Verfahrensführung einen nicht wieder gut zu machenden Nachteil 

im Entscheidungsprozess der KKDA und im gesamten Unterschutzstel-

lungsverfahren erleide, sei offenkundig. Hinzu komme, dass der kantonale 

Denkmalpfleger mit beratender Stimme an der Sitzung der KKDA teilnehme 

(§ 25 Abs. 3 der Verordnung zum Kulturgesetz vom 4. November 2009 

[VKG; SAR 495.211]), während der betroffene Grundeigentümer von 

dieser Beratung ausgeschlossen sei. Im konkreten Fall habe dieser einsei-

tige Parteiausschluss auch zu einer sachlichen Fehlinformation betreffend 

 - 6 - 

 

 

die Überarbeitung von Umbauplänen und deren Finanzierung durch den 

Kanton geführt. Da es sich bei der KKDA um ein Fachgremium handle, sei 

die Teilnahme des kantonalen Denkmalpflegers an den Beratungsgeschäf-

ten der Kommission aus fachlicher Sicht unnötig. Es sei im Kern sinnlos, 

wenn das BKS durch seine Fachabteilung jene Kommission berate, die 

wiederum das BKS beraten soll. Diese gesetzliche Fehlkonstruktion sei we-

nigstens verfassungs- und gesetzeskonform anzuwenden, indem in kont-

roversen Fällen auch der betroffene Grundeigentümer zur Kommissions-

sitzung einzuladen sei. Der Anspruch des Beschwerdeführers auf ein faires 

und waffengleiches Verfahren sei ferner dadurch geschmälert worden, 

dass nebst dem Leiter eine weitere Mitarbeitende der kantonalen Denkmal-

pflege sowie eine kantonale Fachperson der Sektion Siedlungsentwicklung 

und Ortsbild des Departements Bau, Verkehr und Umwelt an der Sitzung 

der KKDA vom 22. März 2023 teilgenommen hätten. Dieses Vorgehen sei 

mit den elementaren Prinzipien eines rechtsstaatlichen Verfahrens und 

Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grund-

freiheiten vom 4. November 1950 (EMRK; SR 0.101) nicht vereinbar. Zu 

guter Letzt sei gleich auch noch das Protokoll der Kommissionssitzung von 

einer Mitarbeiterin der kantonalen Denkmalpflege verfasst worden. Auch 

wenn die KKDA ein Fachgremium sei, müsse deren Stellungnahme in 

einem Verfahren zustande kommen, das grundlegenden verfassungsrecht-

lichen Ansprüchen genüge, was hier nicht der Fall gewesen sei. 

 

Gemäss § 27 Abs. 2 VKG hole das BKS vor jeder Unterschutzstellung bei 

der KKDA eine Stellungnahme zur Schutzwürdigkeit und zur kantonalen 

Bedeutung des Baudenkmals ein, die sich auch zum Schutzumfang sowie 

zu allfälligen Schutzvorkehren und Nutzungsbeschränkungen äussern kön-

ne. In welcher Form die Stellungnahme zu erstatten sei, werde in der VKG 

zwar nicht geregelt. Allerdings erscheine es fraglich, dass die Stellungnah-

me einer unabhängigen Kommission von einer Mitarbeitenden des BKS 

verfasst werden dürfe. Es mache wenig Sinn, auf die Mitglieder der Kom-

mission die Ausstandsregeln gemäss § 16 VRPG anzuwenden (vgl. Aar-

gauische Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2016, S. 323), das 

Verfassen der Stellungnahme dann aber der kantonalen Denkmalpflege zu 

überlassen, die sich im Vorfeld und an der Kommissionssitzung dezidiert 

für eine Unterschutzstellung eingesetzt habe. Die Ausstandsregeln würden 

zweifellos nicht bloss zu Lasten von Personen gelten, die dem betroffenen 

Grundeigentümer nahe stünden, sondern auch zu Lasten anderer direkt 

involvierter Personen und Amtsstellen, ansonsten auf die Einsetzung einer 

unabhängigen Fachkommission verzichtet werden könnte. Sofern dies bis 

anhin nicht geschehen sei, sei die KKDA mit der für die Wahrnehmung ihrer 

Aufgaben benötigten Infrastruktur (Sekretariat) auszustatten. Im Protokoll 

fehle es sodann an einer kontradiktorischen Auseinandersetzung mit den 

massgebenden Ausführungen des Gutachters des Beschwerdeführers. Die 

Beurteilung der Schutzwürdigkeit und der kantonalen Bedeutung des 

Riegelhauses werde auf einer halben Seite abgehandelt und enthalte keine 

 - 7 - 

 

 

Argumentation der Kommissionsminderheit. Unter diesen Umständen kön-

ne nicht erwartet werden, dass eine unvoreingenommene, alle Argumente 

würdigende Empfehlung resultiere. Somit erfülle das Protokoll der Sitzung 

der KKDA vom 22. März 2023 weder die formalen noch die inhaltlichen An-

forderungen an eine Stellungnahme im Sinne von § 27 Abs. 2 VKG. Seines 

Wissens (des Beschwerdeführers) sei seine Stellungnahme vom 26. Juni 

2023 der KKDA nicht übermittelt worden. Damit sei es dem betroffenen 

Grundeigentümer nicht einmal im Nachhinein erlaubt worden, seine Sicht 

der Dinge darzulegen, was wiederum nicht mit Art. 29 BV vereinbar sei. 

Entsprechend sei die KKDA im vorliegenden Verfahren (vor Verwaltungs-

gericht) aufzufordern, eine unabhängige Stellungnahme abzugeben. 

 

Der Stellungnahme der KKDA komme im Unterschutzstellungsverfahren 

eine massgebliche Bedeutung zu. Dafür sei vorauszusetzen, dass auch 

dem betroffenen Grundeigentümer ein fairer Zugang zur KKDA zu gewäh-

ren sei. Ansonsten fehle es der Stellungnahme der KKDA an Bindungskraft  

und sie könne nicht Grundlage eines Unterschutzstellungsentscheids mit 

seinen weitreichenden Konsequenzen bilden. 

 

1.2. 

Gemäss der Umschreibung in den §§ 25 und 27 Abs. 2 VKG kommt der 

vom Regierungsrat auf Amtsdauer gewählten, aus sieben bis neun Mitglie-

dern bestehenden KKDA im Hinblick auf die Unterschutzstellung eines 

Baudenkmals keine Entscheidkompetenz, sondern nur, aber immerhin eine 

beratende Funktion zu. Den Entscheid über die Unterschutzstellung fällt 

erstinstanzlich das BKS, Abteilung Kultur, auch wenn die KKDA mit ihrer 

Stellungnahme zur Schutzwürdigkeit und kantonalen Bedeutung eines 

Baudenkmals in Ausübung ihrer beratenden Funktion konzeptionell und 

tatsächlich Einfluss auf die Entscheidfindung nimmt. An der bloss beraten-

den Funktion der KKDA ändert auch der Umstand nichts, dass deren Mit-

glieder bei Vorliegen eines Ausstandsgrundes nach § 16 VRPG ausstands-

pflichtig sind. Der Ausstandsregelung unterworfen sind auch Mitglieder be-

ratender Kommissionen, die mit fachlichen oder politischen Meinungsäus-

serungen auf die Entscheidfindung Einfluss nehmen. In diesem Sinne gilt 

die Ausstandspflicht nicht nur für die an einem Entscheid Beteiligten, son-

dern auch für die an der Entscheidvorbereitung Mitwirkenden (vgl. den Ent-

scheid des Verwaltungsgerichts WBE.2015.427 vom 16. August 2016, 

Erw. II/2.3, publiziert als Regeste in AGVE 2016, S. 323, mit weiteren Hin-

weisen; vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts 1C_150/2009 vom 8. Sep-

tember 2009, Erw. 3.6).  

 

Das bedeutet aber nicht, dass das rechtliche Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV; § 22 

Abs. 1 der Verfassung des Kantons Aargau vom 25. Juni 1980 [Kantons-

verfassung, KV; SAR 110.00]) schon im Vorfeld eines Akts der Entscheid-

vorbereitung durch eine beratende Kommission oder eine anderweitige 

Fachstelle zu gewähren ist. Alles andere würde darauf hinauslaufen, dass 

 - 8 - 

 

 

regelmässig schon vor Abgabe einer fachlichen Stellungnahme oder eines 

Fachberichts jeweils die Meinung des Betroffenen dazu eingeholt werden 

und – wie der Beschwerdeführer anzunehmen scheint – darin einfliessen 

müsste. Das rechtliche Gehör bezieht sich jedoch auf eine Anhörung des 

Betroffenen vor Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Ent-

scheids als solchem, damit die Argumente im Hinblick auf die Entscheidfin-

dung geprüft und berücksichtigt werden können (statt vieler: Urteil des Bun-

desgerichts 1C_123/2023 vom 14. Oktober 2024, Erw. 6.2; vgl. auch den 

Wortlaut von § 21 Abs. 1 VRPG zur Anhörung der Parteien vor dem Ent-

scheid).  

 

Eine solche vorgängige Anhörung fand hier statt, indem dem Beschwerde-

führer die Stellungnahme bzw. das Protokoll der KKDA der Sitzung vom 

22. März 2023 samt Fachbericht der kantonalen Denkmalpflege vom 

8. März 2023 zugestellt wurde und er mit Eingabe vom 26. Juni 2023 vor 

Erlass des angefochtenen Entscheids des BKS, Abteilung Kultur, vom 

19. März 2024 dazu Stellung nehmen und seine Sicht der Dinge darlegen 

konnte, samt Richtigstellung von allenfalls unzutreffenden tatsächlichen 

Annahmen und rechtlichen Einschätzungen sowie Rückweisung der Kritik 

am eigenen Privatgutachten im Protokoll der KKDA oder im Fachbericht 

der Denkmalpflege. Insofern war der Beschwerdeführer nicht von der Teil-

nahme und Mitwirkung am vorinstanzlichen Verfahren ausgeschlossen. Er 

konnte dort seinen Standpunkt gegenüber der Entscheidbehörde wirksam 

zur Geltung bringen. Im Übrigen trifft es auch nicht zu, dass die KKDA von 

der Sichtweise des Beschwerdeführers nichts wusste, lag ihr doch bei ihrer 

Empfehlung für eine kantonale Unterschutzstellung des Riegelhauses ne-

ben dem Fachbericht der Denkmalpflege der schriftliche und begründete 

Antrag des Beschwerdeführers gegen eine Unterschutzstellung bzw. für die 

Errichtung eines Ersatzneubaus samt dem diesen Antrag unterstützende 

Privatgutachten vor. Zudem durfte gemäss Sitzungsprotokoll die Priorin 

den Antrag des Beschwerdeführers im Anschluss an die Objektbesichti-

gung durch die KKDA vom 22. März 2023 zusätzlich mündlich erläutern. 

Trotz Kenntnisnahme des Standpunkts des Beschwerdeführers war die 

KKDA jedoch nicht gehalten, sich in ihrer Stellungnahme zuhanden des 

BKS, Abteilung Kultur, mit den Argumenten des Beschwerdeführers und 

dessen Privatgutachter auseinanderzusetzen. Eine solche Auseinander-

setzung war erst im angefochtenen Unterschutzstellungsentscheid des 

BKS, Abteilung Kultur, erforderlich. Dass diese unterblieben wäre und die 

Vorinstanz dadurch ihre aus dem Gehörsanspruch des Beschwerdeführers 

fliessende behördliche Begründungspflicht verletzt hätte, macht der Be-

schwerdeführer nicht geltend. Eine im vorinstanzlichen Verfahren began-

gene Verletzung des Gehörsanspruchs des Beschwerdeführers ist bei 

alledem nicht erkennbar. 

 

Im Lichte der für ihre Mitglieder geltenden Ausstandspflichten verlangt der 

Beschwerdeführer letztlich eine derart unabhängige Zusammensetzung 

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der KKDA, dass die kantonale Verwaltung keinen Einfluss auf deren bera-

tende Tätigkeit ausübt. Damit wäre die Regelung in § 25 Abs. 3 VKG, wo-

nach der kantonale Denkmalpfleger mit beratender Stimme an den Sit-

zungen der KKDA teilnimmt, oder allenfalls auch die Praxis, dass die Sit-

zungsprotokolle der KKDA von der Denkmalpflege verfasst werden, kaum 

zu vereinbaren. Die Ausstandspflichten nach § 16 VRPG gewährleisten 

allerdings die Unabhängigkeit von den an einem Verfahren beteiligten Par-

teien und der unteren Instanzen. Im erstinstanzlichen Unterschutzstel-

lungsverfahren hat der Kanton respektive die kantonale Verwaltung keine 

Parteistellung (vgl. § 13 Abs. 1 VRPG), sondern die kantonale Verwaltung 

ist Entscheidbehörde und erfüllt dadurch eine ihr durch Art. 78 Abs. 5 BV 

und das Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz vom 1. Juli 1966 

(NHG; SR 451) und die dazugehörige Verordnung (Verordnung über den 

Natur- und Heimatschutz vom 16. Januar 1991 [NHV; SR 451.1]) aufer-

legte staatliche Aufgabe. Dass die sie bei der Erfüllung dieser Aufgabe be-

ratende und unterstützende Kommission von ihr unabhängig, mithin ver-

waltungsunabhängig sein müsste, ergibt sich weder aus der Ausstands-

regelung in § 16 VRPG noch aus anderen (grundlegenden) Verfahrens-

rechten oder rechtsstaatlichen Prinzipien. Insbesondere das Recht auf 

Waffengleichheit bezieht sich auf gleichgestellte Parteien in einem kontra-

diktorischen Verfahren, als welches das erstinstanzliche Unterschutzstel-

lungsverfahren nicht ausgestaltet ist. Es gibt in dieser Konstellation nur eine 

Partei, nämlich der betroffene Grundeigentümer, der sich gegen eine von 

der kantonalen Verwaltung beabsichtigte und von dieser zu entscheidende 

Unterschutzstellung zur Wehr setzt.  

 

Wie gesehen, konnte sich der Beschwerdeführer auch ohne den von ihm 

geforderten Zugang zur KKDA (durch Teilnahme an der Beratung des Ge-

schäfts) wirksam in das Unterschutzstellungsverfahren einbringen und sei-

nen Einwänden gegen den Fachbericht der Denkmalpflege und die Stel-

lungnahme der KKDA bei der massgeblichen Entscheidbehörde (BKS, Ab-

teilung für Kultur) Gehör verschaffen. Dazu bedurfte es keines der kanto-

nalen Verwaltung gleichgestellten, durch keine entsprechenden Verfah-

rensrechte abgesicherten Zugangs zur KKDA, die nicht selbst entscheidet, 

sondern ihre fachliche Stellungnahme zuhanden der Entscheidbehörde 

abgibt, welche diese Stellungnahme bei der Entscheidfindung gleichermas-

sen würdigen muss wie den Fachbericht der Denkmalpflege und die Vor-

bringen des Beschwerdeführers (einschliesslich dessen Beweismittel). 

Weshalb der Stellungnahme der KKDA dabei nicht einmal der Beweiswert 

eines (verwaltungsinternen) Amtsberichts zukommen sollte, ist nicht er-

sichtlich. 

 

Eine andere Frage ist, wie sinnvoll es für den Kanton ist, sich zwecks Er-

höhung der Legitimität eines Unterschutzstellungsentscheids bei der Auf-

gabenerfüllung von einem verwaltungsexternen Fachgremium beraten zu 

lassen, in deren Beratungstätigkeit neben der gewünschten Aussensicht 

 - 10 - 

 

 

wiederum massgeblich die Innensicht der kantonalen Verwaltung einfliesst. 

Weil aber der Einbezug eines verwaltungsexternen Fachgremiums in den 

Entscheid über die Unterschutzstellung eines Baudenkmals nicht zwingend 

(im NHG, in der NHV oder einer anderweitigen gesetzlichen Grundlage) 

vorgeschrieben ist, spielt es im Grunde genommen keine Rolle, wie hoch 

der Einfluss der kantonalen Verwaltung auf dieses Fachgremium ist. Da-

durch relativiert sich höchstens der Nutzen eines solchen Fachgremiums 

bzw. seiner beratenden Tätigkeit. Unter dem Aspekt eines fairen Verfah-

rens ist jedenfalls nicht zu beanstanden, dass Mitarbeitende der kantonalen 

Denkmalpflege mit (teils) beratender Stimme an der Sitzung der KKDA vom 

22. März 2023 teilgenommen und im Anschluss daran das Protokoll zu 

dieser Sitzung erstellt haben. Ohnehin darf ein Protokoll nur das an dieser 

Sitzung Gesagte wiedergeben, weshalb davon auszugehen ist, dass es 

keine von der Denkmalpflege beeinflusste Stellungnahme enthält, die sich 

nicht mit den an der betreffenden Sitzung abgegebenen Voten der Kom-

missionsmitglieder deckt.  

 

Eine fehlende oder ungenügende Wiedergabe der Minderheitsmeinung der 

KKDA ist in verfahrensrechtlicher Hinsicht schon deshalb unproblematisch 

und stellt namentlich keine Verletzung der behördlichen Begründungs-

pflicht dar, weil diese nicht für die Stellungnahme der KKDA, sondern nur 

für den in die Rechtsstellung des Beschwerdeführers eingreifenden Unter-

schutzstellungsentscheid des BKS, Abteilung Kultur, gilt. Abgesehen da-

von beinhaltet die behördliche Begründungspflicht jedenfalls keine Notwen-

digkeit, die sich nicht auf den Entscheid auswirkende Minderheitsmeinung 

ausführlich darzulegen; es genügt, wenn deklariert wird, dass eine Minder-

heit anders entschieden, konkret das Riegelhaus nicht unter Schutz gestellt 

hätte, ohne Anführung der (einzelnen) Gründe dafür. Ein entsprechendes 

Versäumnis schmälert daher höchstens die materielle Aussage- und Über-

zeugungskraft der Stellungnahme der KKDA.  

 

Die formellen Rügen des Beschwerdeführers erweisen sich somit als ins-

gesamt unbegründet. Es besteht kein Anlass, den angefochtenen Ent-

scheid wegen Verfahrensfehlern aufzuheben und zu neuem Entscheid an 

die Vorinstanz zurückzuweisen.  

 

2. 

In der Sache spricht der Beschwerdeführer dem Riegelhaus sowohl die 

Schutzwürdigkeit als auch die kantonale Bedeutung ab. Obendrein hält er 

eine Unterschutzstellung für unverhältnismässig, weil dem öffentlichen In-

teresse an der Erhaltung des Riegelhauses überwiegende öffentliche und 

private Interessen des Beschwerdeführers entgegenstünden. 

 - 11 - 

 

 

 

3. 

3.1. 

Die Unterschutzstellung von Baudenkmälern durch den Kanton setzt nach 

§ 27 Abs. 1 des Kulturgesetzes vom 31. März 2009 (KG; SAR 495.200) 

voraus, dass (a) ein Schutzobjekt gemäss § 24 lit. a KG vorliegt, (b) das 

Baudenkmal von kantonaler Bedeutung ist und (c) der Unterschutzstellung 

keine überwiegenden privaten oder öffentlichen Interessen entgegenste-

hen. Als Schutzobjekt im Sinne von § 24 lit. a KG gelten Baudenkmäler und 

bewegliche Kulturgüter, wenn ihre Erhaltung als Zeugnis und Ausdruck 

einer historischen, gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen, wissen-

schaftlichen, baukünstlerischen, handwerklichen oder technischen Situa-

tion im Interesse der Öffentlichkeit liegt, oder wenn Baudenkmäler zusam-

men mit Landschaft oder Siedlung eine Einheit bilden und dadurch ihre Er-

haltung einem öffentlichen Interesse entspricht. 

 

3.2. 

Zur Schutzwürdigkeit des Riegelhauses (§ 27 Abs. 1 lit. a i.V.m. § 24 lit. a 

KG) erwog die Vorinstanz in Erw. 4.2 des angefochtenen Entscheids, die 

fachlichen Empfehlungen (der kantonalen Denkmalpflege und der KKDA) 

zur Unterschutzstellung beruhten auf mehreren, unterschiedlich hoch zu 

bewertenden Kriterien, die zusammengenommen das hohe Mass der 

Schutzwürdigkeit ausmachten. Das Herauspicken und Abwerten einzelner 

Aspekte durch die Eigentümerschaft, wie die historische Bedeutung oder 

die Positionierung des Riegelhauses innerhalb des Klosterareals, vermöch-

ten daran nichts zu ändern. Zudem seien gerade die unterschiedlichen Nut-

zungen im Laufe der Zeit (als Bäuerinnenschule und Knechtehaus) von be-

sonderem historischen Interesse. Kein überwiegendes Kriterium bei einer 

Unterschutzstellung sei die Qualität der Bauteile. Das Riegelhaus gelte als 

sanierbar. Es gebe viele Beispiele von Gebäuden, bei denen über die Jahre 

hinweg ein relativ grosser Teil der Bausubstanz erneuert oder ertüchtigt 

werden müsse, teils an sichtbaren Bauteilen, teils in der Konstruktion. We-

sentlich sei, ob der Bau nach neuzeitlichen Eingriffen weiterhin die mate-

rielle Zeugenschaft bewahre und hinsichtlich seines Erscheinungsbilds als 

Baudenkmal bewertet werden könne, was hier der Fall sei. 

 

Gemäss den fachlichen Empfehlungen, auf welche die Vorinstanz Bezug 

nimmt, liegt die Schutzwürdigkeit des Riegelhauses darin begründet, dass 

die 1945/46 an der Stelle der alten Propstei errichtete "Alte Bäuerinnen-

schule" ein beispielhafter Vertreter des späten Heimatstils sei, der seine 

Vorbilder im "Landidörfli" der Landesausstellung von 1939 in Zürich habe. 

Der teils massiv gemauerte, teils in Sichtfachwerk erstellte und unter einem 

geknickten Satteldach mit Flugsparrendreiecken geborgene Bau sei in 

Rückbesinnung auf die regionaltypische Bauweise betont traditionalistisch 

gehalten. Im Innern habe sich die bauzeitliche und in den Unterrichtsräu-

men überraschend qualitätsvolle Ausstattung nahezu vollumfänglich erhal-

 - 12 - 

 

 

ten. In die Einfriedung des Propsteihofes integriert, nehme der platzdefinie-

rende Baukörper zwischen den Gebäuden des Konvents und des zugehö-

rigen landwirtschaftlichen Betriebs samt Gasthaus eine wichtige Stellung in 

der Klosteranlage ein. Der Alten Bäuerinnenschule falle als erster Standort 

der pionierhaften, vom Kloster initiierten Bildungsstätte eine bedeutende 

Rolle im Wirken des Klosters nach aussen zu; sie sei ein wichtiger Bau-

zeuge dieses Teils der Klostergeschichte (siehe dazu die im Fachbericht 

der kantonalen Denkmalpflege vom 8. März 2023 zitierte Würdigung des 

Eintrags im Bauinventar der kantonalen Denkmalpflege zum Objekt G).   

 

Hinsichtlich Nutzung, Auftraggeberschaft und baulichem Kontext sei das 

Riegelhaus als Teil der Klosteranlage zu betrachten. Typologisch sei das 

Haus ein eigenständiges Werk der Mitte des 20. Jahrhunderts. Der Bezug 

zum Vorgängerbau bestehe in der Wiederaufnahme des Fussabdrucks des 

im 18. Jahrhundert abgeschlissenen alten Propsteigebäudes. Da vor Be-

ginn des Neubaus 1944 geplant gewesen sei, Teile des Vorgängerbaus 

bestehen zu lassen, dieser Plan jedoch verworfen worden sei, sei denkbar, 

dass sich die Grundrissdisposition des Neubaus noch auf Teile des Vor-

gängerbaus beziehe. Die Anlage der Räume sei jedoch klar auf die neu 

geplante Nutzung als Knechtewohnung und Bäuerinnenschule zugeschnit-

ten. Mit Ausnahme der überraschend qualitätsvoll ausgestalteten Unter-

richtsräume sei das Innere des Hauses (inklusive Raumtrennungen) wohl 

durch die zur Bauzeit herrschende Materialknappheit sehr einfach gehal-

ten. In der Alten Bäuerinnenschule, die sich wie eine Nachbildung eines 

Gebäudes aus dem Landidörfli der Landesausstellung von 1939 in Zürich 

ausnehme, komme – wenig überraschend – die Haltung des Schweizeri-

schen Bauernverbandes zum Ausdruck, die eine zeitgemässe Weiterent-

wicklung der Architektur im Sinne der Tradition befürwortet habe. Nicht das 

Kopieren und Konservieren der überlieferten Baukultur an und für sich sei 

demnach das Ziel gewesen, sondern die Pflege regionaltypischer Bautra-

ditionen unter Berücksichtigung der modernen Entwicklung. So entspreche 

die auf den ersten Blick historisierende Alte Bäuerinnenschule dem Er-

neuerungs- und Reformgedanke, indem den praktischen und hygienischen 

Anforderungen (Erschliessung; hohe, helle Räume; Beschattung durch 

Ausstellstoren mit Textilbespannung in Ergänzung zu den traditionellen 

Holzläden; Zentralheizung) eine hohe Priorität beigemessen worden sei. 

Auf einer übergeordneten kulturpolitischen Ebene sei die vom Schweizeri-

schen Bauernverband entworfene Alte Bäuerinnenschule durchaus den 

Bestrebungen im Rahmen der geistigen Landesverteidigung zuzuordnen. 

Unter Ernst Laur (1871–1964), dem langjährigen Direktor des Schweizeri-

schen Bauernverbandes, habe das Bauerntum als Sammelgefäss von als 

typisch schweizerisch deklarierten Werten eine ideologische Überhöhung 

und starke Popularisierung erfahren. Schon in den 1950er-Jahren hätten 

die ursprünglich für 18 Schülerinnen konzipierten Räume nicht mehr aus-

gereicht. 1964 sei die Alte Bäuerinnenschule durch ein neues Schulhaus 

mit Schlaftrakt für 36 Schülerinnen abgelöst worden. 2013 sei die Bäuerin-

 - 13 - 

 

 

nenschule als Institution aus finanziellen Gründen geschlossen worden. 

Das Gebäude diene seither unterschiedlichen Zwecken. Das Riegelhaus 

zeige baukünstlerische Charakteristika, die für ihre Bauzeit beispielhaft und 

aussagekräftig seien. Die historische, gesellschaftliche und wirtschaftliche 

Zeugenschaft des Baus in seiner Bau- und Nutzungsgeschichte sei mate-

riell sehr gut erhalten. Das Riegelhaus bilde nicht nur mit den angefügten 

Klostermauern baulich eine Einheit, sondern sei als wichtiger Bau, der in 

der Schnittstelle zwischen öffentlichem Raum, Landwirtschaftsbetrieb und 

Kloster stehe, von sehr hoher Bedeutung (siehe dazu die Würdigung im 

Fachbericht der kantonalen Denkmalpflege vom 8. März 2023). 

 

Dieser fachlichen Einschätzung der kantonalen Denkmalpflege schloss 

sich die Mehrheit der KKDA an. Gemäss Protokoll der Sitzung vom 

22. März 2023 stelle das Riegelhaus einen Teil vom "Leben" der Kloster-

anlage dar, sei ein Teil der gewachsenen Geschichte des Ensembles. His-

torisch besitze das Gebäude besondere Zeugenschaft als Gründungsbau 

der Bäuerinnenschule, welche als Pionierleistung innerhalb der Klosterge-

schichte von hoher Bedeutung sei. Das Gebäude sei ungewöhnlich intakt 

für ein Gebäude dieser Bauzeit (1945–1946). Es seien nur sehr wenige so 

gut erhaltene Bauten dieser Zeit zu finden, da viele Bauten zwischenzeitlich 

umgenutzt, umgebaut oder abgebrochen worden seien. Dadurch liege 

auch eine sehr hohe materielle Zeugenschaft vor. Als architektonische Be-

sonderheit sei zu nennen, dass es genau für diese Nutzung gebaut worden 

sei und damit auch keine vergleichbaren Bauten vorhanden seien. Insge-

samt werde der Erhaltungszustand als eindrücklich und aussergewöhnlich 

eingeschätzt und die Schutzwürdigkeit als Einzelobjekt bejaht. Im Kloster-

ensemble stehe der Bau an einer sehr wichtigen Position. Einer Meinung, 

der nach Westen reichende Querflügel störe als in die Hofsituation des 

Klosters hereinragender Bauteil die Gesamtanlage, sei widersprochen wor-

den. Die gegenteilige Einschätzung formuliere, der Querbau sei nicht stö-

rend, sondern verbindend, weil das Riegelhaus durch seine Winkelform 

den Innenhof räumlich zusammenfasse. In seiner Wirkung im Areal werde 

der Bau von mehreren Mitgliedern als Blickmagnet beschrieben. Für einen 

eher untergeordneten Bau sei er recht dominant. Durch die Position im 

Areal leiste das Gebäude die von der Priorin beschriebene "Scharnierfunk-

tion" zwischen dem abgetrennten Klosterbereich und dem öffentlichen Wirt-

schaftsbereich. 

 

3.3. 

Diesen die Schutzwürdigkeit des Riegelhauses bejahenden Würdigungen 

hält der Beschwerdeführer entgegen, im Grundsatz sei jedes Gebäude – 

im Kleinen – Zeugnis einer historischen, gesellschaftlichen, politischen, 

wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, baukünstlerischen, handwerklichen 

oder technischen Situation, nicht jedes Gebäude sei jedoch schutzwürdig 

im Sinne von § 24 Abs. 1 lit. a KG. Vielmehr gehe es beim Denkmalschutz 

um den Schutz von Bauwerken von herausragendem geschichtlichem, 

 - 14 - 

 

 

archäologischen, künstlerischen, wissenschaftlichen, sozialem oder tech-

nischem Interesse. Die blosse Zeugenschaft eines Gebäudes reiche daher 

nicht aus für die Annahme der Schutzwürdigkeit. Das betreffende Objekt 

müsse ein wichtiger, besonders wertvoller, eben herausragender Zeuge 

sein. Je typischer und bedeutsamer ein Objekt für eine Epoche sei und je 

qualitätsvoller es diese dokumentiere, desto höher sei dessen Eigenwert, 

der den Grad der Schutzwürdigkeit beeinflusse. Massgeblich sei dabei, 

welche Elemente für die entsprechende Epoche prägend seien und wie 

dies beim Schutzobjekt in Erscheinung trete. Ein Gebäude könne auch aus 

historischer oder kultureller Sicht ein Schutzobjekt darstellen, etwa wenn 

das Objekt eine Bedeutung einer darin untergebrachten Institution aufwei-

se. 

 

Dem Umstand, dass in einem Teil des Riegelhauses die vom Kloster von 

1944 bis 2013 geführte Bäuerinnenschule betrieben worden sei, messe die 

KKDA ein zu hohes Gewicht zu, sei doch der Bau in den Jahren 1945/46 

primär als "Knechtehaus" zur Unterbringung der Knechte und Dienstboten 

errichtet worden. Die ersten Kurse der 1944 gegründeten Bäuerinnenschu-

le hätten ausserhalb des Gebäudes stattgefunden, das erst im Laufe des 

Jahres 1946 fertiggestellt worden sei. Die Benennung "Alte Bäuerinnen-

schule" sei lange nach dessen Erstellung eingeführt worden, was ange-

sichts der Entstehungsgeschichte und dem Hauptzweck des Hauses nicht 

erstaune. Ursprünglich sei ein Umbau des Knechtehauses mit Realisierung 

eines Unterrichtszimmers geplant gewesen, dessen spätere Umnutzung in 

Wohnräume für Knechte vorbehalten worden sei. In den wenigen noch vor-

handenen Projektplänen sei das Gebäude stets als "Knechtehaus" be-

zeichnet worden. Der grössere Teil der Räumlichkeiten habe der Unterbrin-

gung der Knechte gedient. Daneben sei die in der alten Propstei bestehen-

de Metzgerei in den Neubau integriert worden. Die eigentliche Bäuerinnen-

schule sei seit 1964 in den eigens dafür neu errichteten Gebäuden (süd-

östlich des Klosterareals) geführt worden. Das Unterrichtszimmer im Rie-

gelhaus habe neben dem Hauptzweck des Gebäudes (Knechtezimmer) un-

tergeordnete Bedeutung gehabt. Unklar sei sodann, worauf sich die Beur-

teilung stütze, dass es sich bei der Gründung der Bäuerinnenschule um 

eine Pionierleistung des Klosters gehandelt habe. Schon seit Ende des ers-

ten Weltkrieges seien in der Schweiz sog. Bäuerinnenschulen entstanden 

(1919 im Schloss Uster ZH, 1929 in Uttewil FR und 1931 in Illanz GR). Es 

dürfte zwar zweifellos zutreffen, dass der Bedarf für entsprechende Ausbil-

dungsmöglichkeiten angesichts der Bedeutung der Landwirtschaft im zwei-

ten Weltkrieg gewachsen sei, was sich auch an der Zunahme des Bestands 

an landwirtschaftlichen Schulen in der Schweiz zwischen 1890 (sechs 

Schulen) und 1960 (40 Schulen) abgebildet habe. Eine Bäuerinnenschule 

als Teil der "geistigen Landesverteidigung" zu bezeichnen, scheine dann 

aber doch etwas weit hergeholt und nicht belastbar. Was nun bei der Un-

terschutzstellung als von hervorragendem öffentlichen Interesse beschrie-

ben werde, sei bei der Frage der finanziellen Unterstützung der 2013 we-

 - 15 - 

 

 

gen eines defizitären Betriebs geschlossenen Institution nicht derart bedeu-

tend gewesen. Gesamthaft betrachtet werde die Aussage, das Riegelhaus 

sei zwecks Begründung einer Bäuerinnenschule errichtet worden, den his-

torischen Gegebenheiten nicht gerecht und sei am Gebäude auch nicht ab-

lesbar. Welchen im vorinstanzlichen Entscheid erwähnten unterschiedli-

chen Nutzungen "im Laufe der Zeit" das Riegelhaus gedient habe, die es 

historisch interessant machten, sei nicht erkennbar. Überhaupt habe sich 

die Vorinstanz kaum mit der Argumentation des Beschwerdeführers aus-

einandergesetzt. 

 

Zutreffen möge die Feststellung im Protokoll der KKDA, dass das Riegel-

haus einen Teil im Leben der Klosteranlage und der gewachsenen Ge-

schichte des Ensembles darstelle. Dies gelte jedoch für jedes Gebäude in 

einem Ensemble und vermöge für sich genommen keine Unterschutzstel-

lung zu rechtfertigen. Denn damit werde die bauliche Geschichte des Klos-

terensembles, dessen Gebäude mit Ausnahme des Riegelhauses allesamt 

bereits unter kantonalem Denkmalschutz stünden, zusammen mit den bäu-

erlichen Gebäuden und dem Gasthof (D._____), definitiv abgeschlossen. 

Eine bauliche Fortentwicklung, eine Aktualisierung der Nutzung, aber eben 

auch eine Weiterentwicklung des Ensembles werde mit der Un-

terschutzstellung des Riegelhauses unterbunden. Die Erklärung, die Sicht-

barkeit des Wandels sei besonders schützenswert, werde eben dann in 

sich widersprüchlich. Es sei nicht am Staat, ein Ensemble, das sich histo-

risch entwickelt habe und auch immer noch in der ursprünglichen Art und 

Weise genutzt werde, mit der Unterschutzstellung auch der letzten Gebäu-

de, von einem gleichsam lebenden, sich auch baulich fortentwickelnden 

Organismus in den musealen Zustand zu überführen. Das Leben in der 

Klosteranlage gehe weiter. Auch aus diesem Grund könne die Entwicklung 

eines solchen Ensembles nicht einfach als abgeschlossen betrachtet wer-

den. Die Klostergemeinschaft sei in ihrer Entwicklung und ihrem Fokus 

nicht am gleichen Ort wie 1946 und dürfe dies auch sichtbar machen. 

 

Die Qualität der verwendeten Baumaterialien hinsichtlich Wertigkeit und 

Langlebigkeit sei gering und müsse in Teilen als "billig" (Holzverkleidungen, 

Türen, Ausbauten) qualifiziert werden. Das sei einer der Gründe, weshalb 

die Anforderungen an einen zeitgemässen Ausbau hinsichtlich Akustik, 

Schallübertragungen, Wärmedämmung, Wärmeschutz und Brandschutz 

unter Beachtung des ins Auge gefassten Schutzumfangs jedenfalls mit ver-

hältnismässigen Mitteln kaum erfüllbar seien. Auch die von der kantonalen 

Denkmalpflege ins Auge gefasste Sanierung sehe bloss die Nutzbarma-

chung des Erdgeschosses (Sockelgeschosses) vor, während das Ober- 

und das Dachgeschoss im Wesentlichen in nicht gebrauchstauglichem Zu-

stand erhalten würden. Der Beschwerdeführer habe nie behauptet, das Ge-

bäude an sich könne nicht erhalten werden. Die Verwendung von gemes-

sen am Stand der Technik zur Bauzeit minderwertigen Materialien und 

Techniken spreche jedoch grundsätzlich gegen die Schutzwürdigkeit. Viel-

 - 16 - 

 

 

fach seien Materialien und verwendete Techniken bei Baudenkmälern nicht 

oder nur mit sehr hohen Baukosten reproduzierbar, was einen Aspekt der 

Schutzwürdigkeit eines Gebäudes darstellen könne, aber im vorliegenden 

Fall gerade nicht zutreffe. Bei der Erstellung des Gebäudes sei dem archi-

tektonischen Ausdruck keine vertiefte Bedeutung zugekommen, der 

Kostenrahmen sei offenkundig bedeutsamer gewesen. Die Tatsache allein, 

dass das Gebäude und ein relevanter Teil der Ausstattung in der originalen 

Bausubstanz gut erhalten seien, führe noch nicht zur historischen oder kul-

turellen Bedeutung eines Gebäudes, sondern sei vielmehr eine Grund-

voraussetzung für die Unterschutzstellung. 

 

3.4. 

3.4.1. 

Die Schutzwürdigkeit des Riegelhauses wird von den beurteilenden Fach-

personen bzw. Fachgremien im Wesentlichen unter drei Aspekten beleuch-

tet: dem Baustil, einer gesellschafts- und kulturpolitisch bedeutsamen Nut-

zung (als Bäuerinnenschule) und der Stellung/Positionierung des Gebäu-

des innerhalb des Klosterensembles.  

 

3.4.2. 

3.4.2.1. 

Der Baustil wird von der kantonalen Denkmalpflege dem späten Heimatstil 

zugeordnet, der seine Vorbilder im "Landidörfli" der Landesausstellung von 

1939 in Zürich habe und deshalb auch als "Landistil" bezeichnet werde. 

Sowohl im Bauinventar als auch im Fachbericht vom 8. März 2023 der kan-

tonalen Denkmalpflege wird das Gebäude von aussen und innen ausführ-

lich beschrieben. 

 

Auf der Hauptansicht (Südwestfassade) wird dem Gebäude (im Bauinven-

tar) eine interessante, abwechslungsreiche Gliederung des Volumens at-

testiert (länglicher Hauptbaukörper unter niedrigerem First; kräftig vorsprin-

gender Quergiebelanbau; sorgfältig strukturierte, mit Biberschwanzziegeln 

eingedeckte Dachlandschaft, welche die Grundform des geknickten Sattel-

dachs am Anbau und den Giebelgauben variiert). Als regionaltypisches 

Baudetail werden die "Züri-Vieri" genannten Flugsparrendreiecke (Dach-

überstände der Giebel) genannt, deren Stichbalken und Hängesäulen wie 

die Büge und Balkenköpfe in Zierformen ausgesägt seien.  

 

Die partiell in zeittypisch "rustikaler" Art steinsichtig belassenen Mauern mit 

über die Fassade verteilten herausragenden Bruchsteinen auf den Giebel-

seiten und im Sockelgeschoss gepaart mit dem differenziert eingesetzten 

Sichtfachwerk im Obergeschoss und an den Giebelgauben (Lukarnen) er-

zeugten ein lebhaftes Fassadenbild. Das Sockelgeschoss und die Giebel-

fronten des Hauptbaus seien entsprechend dem Vorgängerbau mural um-

gesetzt, während der darüber liegende Bereich einschliesslich des Quer-

giebelanbaus und der Giebelgauben in Sichtfachwerk erstellt seien. Ein 

 - 17 - 

 

 

wiederkehrendes Element seien dabei die bogenförmigen Riegel an den 

Fensterbrüstungen und die Rautenmuster in den Giebelfeldern des Anbaus 

und der Giebelgauben. 

 

Hofseitig weise das halb eingetiefte Sockelgeschoss kleine, annähernde 

quadratische, ungefähr symmetrisch über die Fläche verteilte Öffnungen 

auf. Am Ober- und eigentlichen Hauptgeschoss seien die Fenster davon 

abweichend zu Zweiergruppen und zu einem fünfteiligen Fensterband an-

einandergereiht. Ihr hohes Format zeichne sie als Belichtung der auf dieser 

Seite angebrachten Schulräume aus. Teilweise auf die damit vorgegebe-

nen Achsen Bezug nehmend, seien in regelmässigen Abständen drei Gie-

belgauben mit Zwillingslichtern auf das Dach gesetzt. Sie seien mit einfa-

chen Bretterläden ausgestattet, während die darunterliegenden Räume Ja-

lousieläden aufwiesen. Eine noch aus der Bauzeit stammende Besonder-

heit stellten die Ausstellstoren dar, welche – teilweise in Ergänzung zu den 

traditionellen Holzläden – an den Fenstern der Schulräume montiert seien.  

 

Beide Giebelseiten zeigten eine übliche Fassadengliederung mit zwei 

Fensterachsen, wobei die hier etwas kleiner gewählten Öffnungen teils ein-

zeln, teils gekuppelt gesetzt seien. Südwestseitig (richtig: südostseitig) sei 

im Obergeschoss ein Eingang dazwischengeschoben, der über eine lange, 

gemauerte Treppe zu erreichen sei. Rechts neben dem Treppenvorbau sei 

ein ebenerdiger Zugang zur Remise eingelassen. Der Quergiebelanbau auf 

der anderen Seite weise im Sockel ein breites Rechtecktor zum Geräte-

raum auf.  

 

Im Vergleich zur Hofseite präsentiere sich die mit der Einfriedung fluchten-

de Nordostfassade unspektakulär. Auf den Platz ausgerichtet, um den sich 

das Gasthaus und die landwirtschaftlichen Gebäude gruppierten, seien hier 

mit zwei grossen, zweiflügligen Rechtecktoren die Remise und die ehemali-

ge Metzgerei erschlossen, welche den grössten Teil des ebenerdig zu-

gänglichen Sockelgeschosses einnähmen. Dazwischen befinde sich der 

Eingang zu den ehemaligen Knechtwohnräumen. Die Haustür, die wie alle 

Aussentüren und Tore eine fischgrat- bzw. rautenförmige Aufdoppelung in 

Lärchenholz aufweise, sei mit einem kunstvoll verzierten Fenstergitter mit 

dem Baujahr 1946 als Haupteingang ausgezeichnet. Das Obergeschoss 

sei im Bereich der Metzgerei massiv gemauert und mit einer gekuppelten 

Öffnung zum Luftraum versehen. Der verbleibende, in Sichtfachwerk auf-

geführte Teil weise zwei gekuppelte Fenster und zwei kleinere Einzellichter 

zum Treppenhaus und zur Toilette auf. Den mittleren Bereich des Dachs 

akzentuierten zwei breite Giebelgauben mit Drillingsfenster.  

 

Im Innern des Gebäudes stellten die Schulräume die eigentlichen Haupt-

räume dar. Sie bildeten im Obergeschoss des vielseitig genutzten Gebäu-

des eine unabhängige, über den Eingang auf der Südwestseite (richtig: 

Südostseite) separat erschlossene Einheit. Der geräumige, drei Meter hohe 

 - 18 - 

 

 

Schulraum erstrecke sich L-förmig über die südwestliche Hälfte des Haupt-

baukörpers und den Quergiebelanbau. Der grössere, über die ganze Länge 

durch eine Fensterreihe belichtete Teil sei als eigentlicher Unterrichtsraum 

eingerichtet (bauzeitliche Schulbänke, Stabellen und Schiefertafeln ent-

fernt), während der rechtwinklig angegliederte, von drei Seiten belichtete 

Teil ehemals als Nähstube gedient habe. Der ganze Raum sei einheitlich 

in Holz ausgebaut, wobei Riemenböden und Sichtbalkendecken in Lärche 

sowie stehendes Wandtäfer und Wandschrankfronten mit Fladerschnitt 

Hauptakzente setzten. Die gestemmten tannenen Türen seien mit zwei 

Füllungen und begleitendem Profilstab ausgeführt. Besondere Aufmerk-

samkeit sei dem Übergang zur Nähstube geschenkt worden, wo der Unter-

zug seitlich auf zwei polygonalen Holzstützen aufliege. Zierfasen leiteten 

zum unteren und oberen Abschluss über, der in reduzierter Form die Um-

risse einer Basis und eines Kapitels wiedergebe. Ein Sockel und ein 

"Sattelholz" vervollständigten das vermutlich rein dekorative Bauteil. Hier 

wie auch fast im gesamten Haus hätten sich die bauzeitlichen Doppelver-

glasungsfenster erhalten, die mit Lüftungsflügeln und Espagnolett-

verschlüssen ausgestattet seien. Nach Nordwesten schliesse die ehema-

lige Webstube an, die in Abweichung zum Hauptraum an den Wänden mit 

einfachem Fastäfer ausgekleidet sei.  

 

Die Innenausstattung in den restlichen Räumen des Riegelhauses wird von 

der Denkmalpflege als "bedeutend einfacher gehalten" beschrieben, beste-

hend aus Riemenböden und Fastäfer an Wänden und Decken. Im Korridor 

und im Heizungsraum hätten sich die alten Klinkerbeläge erhalten.  

 

3.4.2.2. 

Aufgrund des am Augenschein gewonnenen Eindrucks kann sich das Ver-

waltungsgericht, dessen Spruchkörper ein Fachrichter Architektur (dipl. 

Architekt ETH) mit Erfahrung im Umgang mit denkmalgeschützten Gebäu-

den angehört, der Würdigung der kantonalen Denkmalpflege und der 

KKDA anschliessen. Das Riegelhaus weist zahlreiche gut erhaltene bau-

zeitliche Elemente auf, die es zu einem typischen Vertreter des sog. 

"Landistils" machen. Von aussen betrachtet zählen zu diesen Elementen 

namentlich die Putzfassade, das Holzwerk, die Traufen, die Metallarbeiten 

sowie die Fenster. Im Gebäudeinnern, vorab im Unterrichtsraum, speziell 

hervorzuheben sind die Holzausstattung, das Fries, die Türen, die Griffe 

sowie die Kästen. In Bezug auf die Schutzwürdigkeit ist bloss von sekun-

därer Bedeutung, wie hochwertig das verwendete Material (Holz und Stein-

gut) ist oder wie viel Handwerksarbeit bzw. -kunst ("Schnitzwerk") im Bau 

steckt. Auch industriell gefertigte, reproduzierbare Bauteile können gerade 

bei Gebäuden aus der jüngeren Vergangenheit typisch für eine Epoche 

sein. Immerhin wies der Leiter der Denkmalpflege am Augenschein mit 

Recht darauf hin, dass das Gebäude trotz der in der Nachkriegszeit not-

wendigen Sparsamkeit durchaus auch kunstvolle Elemente aufweist, die 

von einem Gestaltungswillen zeugen, z.B. die teilweise stark geschmück-

 - 19 - 

 

 

ten Riegel und die Machart der sog. "Züri-Vieri" (vgl. Protokoll des Augen-

scheins vom 4. März 2025 [nachfolgend: Protokoll], S. 2 f. und 5 f.). In-

teressant und typisch für die damalige Um- und Aufbruchszeit ist sodann 

die Mischung zwischen historisierenden Elementen im Sinne einer Rück-

besinnung auf (bäuerliche) Traditionen und von für die damalige Zeit sehr 

modernen und funktionalen Bauteilen, die für eine neue Sachlichkeit und 

Formensprache in der Architektur standen (insbesondere: Stoffstoren zur 

Beschattung sowie die für bäuerliche Gebäude eher untypische Staffelbe-

fensterung zwecks guter Belichtung des Unterrichtsraums). Diese Verbin-

dung von alt und neu war für den "Landistil" oder dem späten Heimatstil 

eigen. Man mag es heute als unehrlich oder "Fake" bezeichnen, dass mit 

einzelnen hervorspringenden Bruchsteinen oder Eckquadrierungen an 

einer verputzten Kalksteinmauer auf den ersten Blick der Eindruck einer 

Bruchsteinmauer erzeugt wird oder die Untersichten der Deckenbalken in 

den Unterrichtsräumen nur scheinbar profiliert sind. Die Einstellung dazu, 

ob man zu solch historisierenden Elementen greifen darf, hat sich aller-

dings im Laufe der Zeit gewandelt. Tatsächlich sprechen die historisieren-

den Elemente nicht gegen die materielle Zeugenschaft. Im Gegenteil ist – 

wie bereits erwähnt – die Kombination von historisierenden und modernen 

Elementen Ausfluss des damaligen Baustils. Das Riegelhaus zeichnet sich 

vor allem auch dadurch aus, dass sowohl die Gebäudehülle als auch ein 

Grossteil des Innenausbaus noch in der originalen Bausubstanz vorhanden 

und zudem ausserordentlich gut erhalten sind; diese ursprüngliche Voll-

ständigkeit geniesst Seltenheitswert (vgl. dazu auch Protokoll, S. 6).  

 

Aufgrund dessen ist dem Riegelhaus in baukünstlerischer Hinsicht ein ho-

her Eigenwert einzuräumen, der die Schutzwürdigkeit des Gebäudes als 

wichtigen Zeitzeugen für den damaligen Baustil (später Heimatstil oder 

"Landistil") zu begründen vermag. Dem Beschwerdeführer ist zwar darin 

beizupflichten, dass ein überdurchschnittlich guter Erhaltungszustand für 

sich betrachtet nicht ausreicht, um die Schutzwürdigkeit eines Gebäudes 

anzunehmen. Hier ergibt sich jedoch aus den gut erhaltenen bauzeitlichen 

Gebäudestrukturen und Bauteilen die wichtige Zeugenschaft des 

Riegelhauses als Vertreter des "Landistils".  

 

3.4.2.3. 

Zur Bau- und Nutzungsgeschichte des Riegelhauses wird von der kanto-

nalen Denkmalpflege (im Bauinventar und im Fachbericht vom 8. März 

2023) ausgeführt, dass mitten im zweiten Weltkrieg der Probst und die 

Priorin den Entschluss gefasst hätten, eine Ausbildungsstätte für ange-

hende Bäuerinnen zu gründen, in welcher den jungen Frauen die beruf-

lichen Grundlagen der Haushaltsführung vermittelt werden sollten. Der 

Zeitpunkt dafür sei nicht zufällig gewählt gewesen, hätten doch die Kriegs-

jahre die Bedeutung der Landwirtschaft für die Lebensmittelversorgung und 

damit des Bauernstands wieder in den Vordergrund gerückt. Sei der tra-

genden Rolle der Bäuerin in Familie, Hofbetrieb und Gesellschaft bisher 

 - 20 - 

 

 

kaum Aufmerksamkeit geschenkt worden, habe man nun mit einer grund-

legenden Ausbildung zur "Erhaltung und Förderung gesunder Bauern-

familien" beitragen wollen. Am 1. Februar 1944 habe der erste Kurs mit elf 

Schülerinnen gestartet, wobei mangels geeigneter Räumlichkeiten habe 

improvisiert werden müssen. Aufgrund der grossen Nachfrage im Vorha-

ben bestärkt, sei im darauffolgenden Herbst ein neues "Knechtehaus" ge-

plant worden, das in Zukunft neben den Angestelltenwohnräumen, Lager- 

und Geräteräumen sowie einem Metzgereilokal die Unterrichtszimmer der 

Bäuerinnenschule aufnehmen sollte. Mit der Projektierung sei das Land-

wirtschaftliche Bauamt des Schweizerischen Bauernverbands in Brugg be-

traut worden. Am 1. Februar 1946 hätten 18 Schülerinnen die neuen – noch 

unbeheizten – Unterrichtsräume beziehen können; die Zentralheizung der 

Firma Wickart AG in Zug sei aufgrund von Lieferengpässen erst am 

10. April (wohl 1946) fertig montiert worden. 1964 sei die Alte Bäuerinnen-

schule aus Platzgründen von einem neuen Schulhaus mit Schlaftrakt ab-

gelöst worden, die bis 2013, also mehr als doppelt so lange, in Betrieb war. 

 

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts wird dieser Nutzungsgeschichte 

von der kantonalen Denkmalpflege und der KKDA im Rahmen der Würdi-

gung des Gebäudes (siehe dazu Erw. 3.2.1 vorne) tendenziell eine über-

höhte historische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung beige-

messen. Nur ein Teil des als Vielzweckbau konzipierten Riegelhauses 

diente dem Unterricht, und nach nicht einmal ganz 20 Jahren wurde der 

Schulbetrieb in ein neues Schulhaus verlagert. Selbst wenn also der Grün-

dung einer Bäuerinnenschule, die dem Klosterbetrieb angegliedert war, 

eine Pionierleistung anhaften sollte, was vom Beschwerdeführer mit Ver-

weis auf die frühere Gründungen von Bäuerinnenschulen in anderen Lan-

desteilen mit gutem Grund bestritten wird, und der Bauernstand und mit 

ihm die Stellung der Bäuerinnen durch die Mangelversorgungslage wäh-

rend des zweiten Weltkrieges ideologisch aufgewertet oder sogar idealisiert 

wurden, war die teilweise Nutzung des Riegelhauses als Unterrichtsraum 

der Bäuerinnenschule zu kurz und diese schülerzahlmässig zu unbedeu-

tend, um nur schon für die Region einen hohen gesellschaftlichen oder wirt-

schaftlichen Stellenwert zu haben. Andere Nutzungen, die je für sich dem 

Gebäude eine historische Bedeutung hätten geben können, sind nicht be-

kannt. Die Gründung der Bäuerinnenschule auf einer übergeordneten kul-

turpolitischen Ebene sogar als Akt der geistigen Landesverteidigung einzu-

stufen, wirkt in Übereinstimmung mit dem Beschwerdeführer etwas über-

trieben. Insgesamt ist nicht ohne weiteres nachvollziehbar, inwiefern dem 

Gebäude als vom Kloster initiierte "Bildungsstätte" eine bedeutende Rolle 

im Wirken des Klosters nach aussen zukommen und diese Funktion ein 

wichtiger Teil der Klostergeschichte darstellen soll. Die Vorgängerbauten 

("alte Probstei" und Knechtehaus) dienten die längste Zeit (während Jahr-

hunderten) erst – wie es die Namen besagen – als Wohnsitz des Probstes 

und später als Unterkunft der Knechte sowie als Lager, Remise und Metz-

gerei. Im Vergleich dazu war der Schulbetrieb im Riegelhaus nur während 

 - 21 - 

 

 

einer relativ kurzen Phase aktuell und erstreckte sich nicht auf das Ge-

bäude als Ganzes, weshalb er kaum als prägend bezeichnet werden kann. 

 

Immerhin gilt es in Bezug auf die Nutzungsgeschichte zu würdigen, dass 

das bestehende Gebäude von Anfang an für die beschriebene Mischnut-

zung konzipiert wurde und diese auch in den Baustil eingeflossen ist, mit 

der Besonderheit der strikten räumlichen und funktionellen Trennung zwi-

schen Schülerinnen der Bäuerinnenschule einerseits und Knechten ande-

rerseits, deren Räumlichkeiten von aussen je separat zugänglich waren 

und einen unterschiedlichen Ausbaustandard aufweisen (edlere und sorg-

fältiger verarbeitete Holzverkleidungen in den Unterrichtsräumlichkeiten; 

vgl. Protokoll, S. 10, 12 und 14).  

 

3.4.2.4. 

Die Position und Stellung des Riegelhauses in der Klosteranlage ist zwar 

zentral und platzdefinierend und übt dadurch auch die ihm allerseits zuge-

standene "Scharnierfunktion" (bzw. "Schnittstelle" oder "Interface") zwi-

schen Konvent und dazugehörigem landwirtschaftlichem Betrieb samt 

Gasthaus aus. Zudem ist das Gebäude in die Einfriedung des Propstei-

hofes integriert. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass das ge-

schichtlich gewachsene Ensemble durch den Abbruch des Riegelhauses 

und einen an seiner Stelle errichteten Ersatzneubau einen wesentlichen 

Bestandteil verlieren würde. Wie schon das Riegelhaus nach dem Abbruch 

der Vorgängerbauten könnte auch ein allfälliger Ersatzneubau des 

Riegelhauses wiederum in die Klostermauern integriert werden und durch 

den Umgebungsschutz der übrigen, grossmehrheitlich unter kantonalem 

Denkmalschutz stehenden Gebäude der Klosteranlage (vgl. § 32 KG) 

bestünde auch Gewähr dafür, dass sich ein Ersatzneubau gut in die 

bestehende Klosteranlage samt Einfriedung des Propsteihofes eingliedern 

müsste (vgl. auch Protokoll, S. 16).  

 

Vom Baustil her weicht das Riegelhaus ohnehin signifikant von den Kon-

ventsgebäuden ab, was mit ein Grund dafür sein dürfte, dass das Gebäude 

von mehreren Mitgliedern der KKDA als "Blickmagnet" beschrieben und als 

"recht dominant" für einen eher untergeordneten Bau empfunden wurde 

(vgl. Protokoll der Sitzung der KKDA vom 22. März 2023, S. 3). Ob der 

Quergiebelanbau die Hofsituation des Klosters eher stört oder verbindend 

wirkt, kann dabei offenbleiben. Von einer Störung des Gesamtbildes kann 

aus Sicht des Verwaltungsgerichts jedenfalls nicht ausgegangen werden. 

Vielmehr steht das Gebäude an seiner Position für den Übergang zwischen 

zwei Welten (hier der geistliche Klosterbereich, dort der weltliche Bereich 

mit landwirtschaftlichem Betrieb und Gastronomie). Die Positionierung des 

Riegelhauses innerhalb der Klosternanlage wäre indessen für sich genom-

men kein Grund für eine Unterschutzstellung des Riegelhauses, soweit die-

se über einen blossen Volumenschutz hinausgeht.   

 

 - 22 - 

 

 

3.4.2.5. 

Als Zwischenfazit weist das Riegelhaus stilistische Charakteristika auf, die 

es in baukünstlerischer Hinsicht zu einem wichtigen Zeitzeugen der in 

Frage stehenden Bauzeit machen, unabhängig von der (weniger hoch zu 

bewertenden) Bedeutung seiner Nutzungsgeschichte und seiner Stellung 

innerhalb des Klosterensembles. Dementsprechend ist die Schutzwürdig-

keit nach § 27 Abs. 1 lit. a i.V.m. § 24 lit. a KG zu bejahen. 

 

3.5. 

3.5.1. 

Zur kantonalen Bedeutung des Schutzobjekts gemäss § 27 Abs. 1 lit. b KG 

äussern sich weder der vorinstanzliche Entscheid noch die fachlichen Stel-

lungnahmen der kantonalen Denkmalpflege und der KKDA vertieft. 

 

Gemäss den Erwägungen der Vorinstanz in Erw. 4.2 des angefochtenen 

Entscheids spricht die Aufnahme des Riegelhauses ins Bauinventar nicht 

gegen dessen kantonale Bedeutung, auch wenn die Zuständigkeit in der 

Bewilligung und Begleitung in diesen Fällen meist bei den Gemeinden lie-

ge. Trotzdem befänden sich unter den Bauinventarobjekten regelmässig 

Liegenschaften, die aus fachlicher Sicht überkommunale Bedeutung hät-

ten. Verschiedene Kriterien könnten dazu führen, dass eine Liegenschaft 

als überkommunal bzw. im Kanton Aargau als kantonal bedeutend einge-

stuft werde. Ein Bezugsraum müsse nicht die gesamte Schweiz darstellen. 

Kriterien dafür seien unter anderem die Einzigartigkeit in der Region, die 

Seltenheit, die weitere Verbreitung als Zeichen für eine hohe Bedeutung 

(Kirchen, Schulen, Brunnen), Vorreiter eines Baustils, Prägnanz in der 

Architektur. Dass das Riegelhaus im Kontext der kantonal geschützten 

Klosteranlage zu verorten sei, sei dabei nicht der einzige Grund für dessen 

kantonale Bedeutung. Die Geringschätzung der Eigentümerschaft gegen-

über der damaligen Bäuerinnenschule möge in einer Gegenüberstellung 

des Klosters (wohl Koventsgebäude), dessen kantonale Bedeutung unbe-

stritten sei, begründet liegen, weil das Riegelhaus viel kleiner erscheine. 

 

Die kantonale Denkmalpflege scheint die kantonale Bedeutung des 

Riegelhauses im Fachbericht vom 8. März 2023, S. 12, daraus abzuleiten, 

dass es im Gegensatz zum Gemeindehaus von Berg am Irchel, welches 

als "Landihaus" schlechthin gelte, seit seiner Bauzeit im Wesentlichen 

unverändert erhalten sei. Es überliefere daher nicht nur die Idee des späten 

Heimatstils, sondern könne als charakteristisches Beispiel mit seiner indivi-

duellen Umsetzung der Bauaufgabe gelten. Der spezielle Kontext innerhalb 

des Klosterareals sowie die Ansprüche an den Bau als Bäuerinnenschule 

mit Wohnnutzung machten den Bau einzigartig. Der Baukörper selbst sei 

innerhalb des Ensembles stark raumbildend für beide hier aneinandergren-

zenden Klosterareale, die unter Bundesschutz und kantonalem Schutz 

stünden. 

 

 - 23 - 

 

 

Die KKDA sieht den Grund für die kantonale Bedeutung des Riegelhauses 

sogar primär im Kontext mit der Klosteranlage, als Teil eines kantonal ge-

schützten Ensembles. Ohne diesen Kontext und die spezielle Nutzung als 

vom Kloster initiierte Bäuerinnenschule würde der Bau möglicherweise als 

von kommunaler Bedeutung eingestuft (vgl. Protokoll der Sitzung der 

KKDA vom 22. März 2021, S. 2 f.).  

 

3.5.2. 

Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, es 

sei nicht klar, weshalb dem Riegelhaus im Kontext mit dem Kloster eine 

kantonale Bedeutung zugemessen werde. Eine solche ergebe sich jeden-

falls nicht aus der prominenten Positionierung des Riegelhauses innerhalb 

der Klosteranlage. Zudem werde die Bedeutung des Unterrichtszimmers 

der Bäuerinnenschule überschätzt. 

 

Nicht nachvollzogen werden könne, was die Vorinstanz mit den Hinweisen 

bedeuten wolle, im Bauinventar befänden sich regelmässig Liegenschaften 

von überkommunaler respektive kantonaler Bedeutung und der Kontext mit 

der kantonal geschützten Klosteranlage sei nur ein (aber nicht der einzige) 

Grund für die kantonale Bedeutung des Riegelhauses. Wolle die Vorinstanz 

damit etwa ausdrücken, dass jedes Gebäude am fraglichen Ort per se kan-

tonal schutzwürdig sei? Die Ausführungen im Protokoll der KKDA betref-

fend des Quergiebelanbaus und die Auffälligkeit des Riegelhauses als eher 

untergeordneter Bau liessen im Gegenteil darauf schliessen, dass das Ge-

bäude mit Blick auf die Gesamtanlage eher störend und mit seinem "pseu-

domittelalterlichen" Erscheinungsbild bezüglich der Klosternanlage als 

solche verfälschend wirke und eine Bedeutung einnehme, die ihm als 

untergeordnete Baute nicht zukommen sollte. Insgesamt könne dem Rie-

gelhaus aufgrund der vorinstanzlichen Ausführungen keine kantonale Be-

deutung zugeschrieben werden. 

 

3.5.3. 

Es sind primär die Eigenschaften des Riegelhauses als solches bzw. des-

sen sich am damaligen Zeitgeist orientierender Baustil, welche das Gebäu-

de im Hinblick auf den Bezugsraum als Schutzobjekt von überkommunaler 

Bedeutung erscheinen lassen. Die Argumentation des Beschwerdeführers, 

wonach das Riegelhaus seine überkommunale Ausstrahlung – wie jedes 

beliebige Gebäude, das dort stünde – lediglich aus der Bedeutung der Klo-

steranlage beziehe, geht daher fehl. Aber selbstverständlich färbt die hohe 

kantonale Bedeutung der Klosteranlage auch auf das Riegelhaus ab, weil 

dieses nicht nur (an einer heiklen Schnittstelle) Teil eines baulichen En-

sembles ist, sondern darüber hinaus ein Zeuge der Nutzungsgeschichte 

des Klosters bildet. Dies gilt unabhängig davon, dass die Bedeutung des 

darin während einer relativ kurzen Zeitspanne untergebrachten Unterrichts-

raums einer Bäuerinnenschule in Bezug auf die gesamte Klostergeschichte 

nicht überbewertet werden soll (vgl. dazu schon Erw. 3.4.2.3 vorne). Das 

 - 24 - 

 

 

Riegelhaus repräsentiert innerhalb der Klosternanlage einen eigenständi-

gen, unverwechselbaren und prägnanten Baustil aus einer anderen (jünge-

ren) Epoche der Klostergeschichte (als die restlichen Gebäude) mit einer 

besonderen (gemischten) Nutzung. Baustil und Nutzung haben im Kanton 

Aargau Seltenheitswert. Fachwerkbauten im Stil des Riegelhauses sind ge-

mäss den Angaben des Leiters der kantonalen Denkmalpflege am Augen-

schein vorwiegend im Zürcher Weinland anzutreffen und auch dort gibt es 

offenbar nicht mehr sehr viele Gebäude, die eine so weitgehende und gut 

erhaltene Originalsubstanz aufweisen, inklusive des verglichenen Gemein-

dehauses in Berg am Irchel (Protokoll, S. 6). Insofern ist das Riegelhaus im 

Kanton Aargau baustilistisch und nutzungstechnisch einzigartig, was ihm 

die für den kantonalen Denkmalschutz erforderliche kantonale Bedeutung 

gemäss § 27 Abs. 1 lit. b KG verleiht. 

 

3.6. 

3.6.1. 

Des Weiteren führt der Beschwerdeführer überwiegende Interessen ins 

Feld, die nach § 27 Abs. 1 lit. c KG sowie aufgrund des Verhältnismässig-

keitsprinzips (Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 BV) einer Unterschutzstellung 

des Riegelhauses als (schwerwiegendem) Eingriff in die Eigentumsgaran-

tie (Art. 26 BV) entgegenstünden. 

 

Die KKDA habe sich zwar richtigerweise Gedanken über die Nutzungsmög-

lichkeiten, Umbaumöglichkeiten und die Wirtschaftlichkeit des Umbaus im 

Falle einer Unterschutzstellung gemacht. Eine umfassende Interessenab-

wägung habe jedoch nicht stattgefunden. Die KKDA habe die Interessen 

des Beschwerdeführers an ihrer Sitzung vom 22. März 2023 auch nicht 

ausreichend erfasst, weil der Beschwerdeführer von der Sitzung ausge-

schlossen worden sei. Demgegenüber habe der kantonale Denkmalpfleger 

ausgeführt, ein Umbau sei für den Beschwerdeführer möglicherweise des-

wegen nicht wirtschaftlich, weil ein ausgearbeitetes Umbauprojekt (Vorstu-

die B._____) "zu viel wolle". Mit der Finanzierung der Projektüberarbeitung 

hin zu einem Umbau mit weniger Eingriffstiefe habe der Kanton den 

Interessen des Beschwerdeführers zuwidergehandelt. Gegenüber der 

KKDA sei dadurch der Eindruck erweckt worden, es bestehe gar kein Inte-

ressenkonflikt zwischen den Zielen des Kantons und denjenigen des Be-

schwerdeführers, was unzutreffend sei und dazu geführt habe, dass es sich 

die KKDA bei der Interessenabwägung zu einfach gemacht habe. Die An-

lage bilde noch immer den Lebensraum für eine von drei im Kanton Aargau 

verbliebenen intakten Klostergemeinschaften (neben Hermetschwil und 

Laurenzenbad), deren Bedeutung als Teil eines reichen kulturellen Erbes 

nicht hoch genug eingeschätzt werden könne. Das Koster A._____ sei 

eines von vier im Jahr 1843, nach dem sog. "Aargauer Klosterstreit" von 

1841 wiederhergestellten Frauenklöstern im Kanton Aargau. Der Fortbe-

stand einer lebendigen Klostergemeinschaft im A._____ liege daher im 

öffentlichen Interesse des Kantons Aargau. Durch die Einfrierung des bau-

 - 25 - 

 

 

lichen Zustands des Riegelhauses anno 1946 werde es der Klostergemein-

schaft verwehrt, sich am wohl einzigen noch möglichen zentralen Ort der 

Klosteranlage mit einem zeitgemässen neuen Gebäude sichtbar zu ma-

chen und damit auch ein Zeugnis für den Fortbestand zu setzen. Stattdes-

sen würde ein falsches, weil überholtes Bild des Klosters zementiert und 

dieses in einen musealen Zustand versetzt. Dagegen sei das Interesse am 

Erhalt eines Unterrichtszimmers einer seit Mitte der 1960er-Jahre dislozier-

ten und seit zehn Jahren aufgegebenen Bäuerinnenschule vergleichsweise 

gering.  

 

Die Vorinstanz habe offengelassen, ob es sich bei der zukunftsgerichteten 

Weiterentwicklung der Klostergemeinschaft um ein öffentliches Interesse 

handle, da dies für die Gesamtabwägung keine Rolle spiele. Dem könne 

nicht beigepflichtet werden. In einem ersten Schritt müsse in einer Interes-

senabwägung nach Art. 3 der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 

2000 (RPV; SR 700.1) die Frage beantwortet werden, ob ein überwiegen-

des öffentliches Interesse an der Unterschutzstellung bestehe. Der Unter-

schutzstellung entgegenstehende private Interessen seien demgegenüber 

im Rahmen der Zumutbarkeitsüberprüfung (Verhältnismässigkeit) zu beur-

teilen. Die Vorinstanz verzichte nicht nur darauf, das kulturelle Interesse an 

einer lebendigen Klostergemeinschaft als öffentliches Interesse anzuer-

kennen. Sie stelle darüber hinaus infrage, ob der Fortbestand der Kloster-

gemeinschaft vom Ersatz eines einzelnen Gebäudes auf dem Klosterareal 

abhänge, was aber nicht Voraussetzung für das vom Beschwerdeführer 

umschriebene öffentliche Interesse an Weiterentwicklung bilde. Dadurch 

habe es die Vorinstanz versäumt, die involvierten öffentlichen Interessen 

korrekt zu ermitteln, zu gewichten und gegeneinander abzuwägen. 

 

Der Beschwerdeführer habe in seinem Gesuch vom 30. Januar 2023 die 

Problematik des bestehenden Riegelhauses im Hinblick auf die Bedürfnis-

se der Klostergemeinschaft eingehend dargestellt. Daraus ergebe sich 

zweifelsfrei, dass sich die Klostergemeinschaft eine eindeutige Empfangs-

situation (Adresswirkung) an dieser Schnittstelle zwischen dem abgetrenn-

ten Klosterbereich und dem öffentlichen Wirtschaftsbereich wünsche, die 

nicht abweisend oder verkitscht in Erscheinung trete, sondern einladend 

wirke, barrierefrei zugänglich sei und von einer aktiven Klostergemein-

schaft zeuge. Von der Vorinstanz vorgebrachte mögliche Alternativszena-

rien für eine solche Nutzung überraschten, da ein Ersatzneubau im Kloster-

areal schon aufgrund der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) der Gemeinde 

Q._____ unzulässig wäre und es für ein Gebäude, das eine Empfangs-

funktion für den Klosterbereich übernehme, nicht beliebige Standorte gebe. 

Die Forderung der Vorinstanz nach Nutzungsanalysen und -konzepten er-

scheine daher vorgeschoben. Wenig überzeugend sei der Hinweis der 

Vorinstanz auf die Sensibilität der Klosteranlage mit Blick auf bauliche Ver-

änderungen, nachdem sich nicht ernsthaft bestreiten lasse, dass das Rie-

gelhaus wenig Rücksicht auf die Formensprache der Klosteranlage nehme 

 - 26 - 

 

 

und diese in ihrer Wirkung beeinträchtige. Es dürfe mit Fug erwartet wer-

den, dass ein Neubau (unter Anwendung qualitätssichernder Verfahren) zu 

einem besseren Gesamtbild führen würde. Zusätzlich könnten damit die 

räumlichen Bedürfnisse des Beschwerdeführers erfüllt und ein offenes Bild 

der Klostergemeinschaft vermittelt werden. Es gebe zahlreiche gelungene 

Beispiele von modernen baulichen Ergänzungen gerade auch von Kloster-

anlagen (Bibliotheksanbau Zisterzienkloster Loccum, Hannover; Museum 

Unterlinden in Colmar).  

 

Die Typologie und Raumstrukturen des Riegelhauses eigneten sich dem-

gegenüber kaum für den vom Beschwerdeführer angemeldeten Bedarf 

eines Empfangsgebäudes. Aufgrund dessen sei es trotz seiner prominen-

ten Lage für die Klostergemeinschaft nutzlos geworden, was sich in einem 

grossen Leerstand innerhalb des Gebäudes manifestiere und weder ideell 

noch wirtschaftlich vertretbar sei. Die Nutzungsstudie von B._____ vom 

10. Mai 2021 zeige mögliche Anpassungen an die gewünschten und 

notwendigen Nutzungen, die aber mit Kosten von rund Fr. 2,4 Mio. verbun-

den und aufgrund des verfügten Schutzumfangs nun ohnehin nicht mehr 

umsetzbar wären. Insgesamt wäre trotz hoher Investitionen ein unbefriedi-

gendes Resultat zu erwarten. Zudem erachte sich das Kloster durch den 

bäuerlich-mittelalterlichen Ausdruck des Riegelhauses nicht mehr passend 

repräsentiert. Das Haus werde nicht als Vertreter des späten Heimatstils 

wahrgenommen, sondern mache auf den in Architekturgeschichte nicht be-

wanderten Besucher den Eindruck einer etwas verunglückten Mischung 

zwischen echtem Fachwerkhaus und "mittelalterlich angehauchter" Nach-

baute. Seine etwas aufdringliche Fassadengestaltung widerspreche seiner 

Funktion und Bedeutung. Der Beschwerdeführer sei sich seiner Geschichte 

bewusst und habe grossen Respekt vor den Klosterbauten. Im Riegelhaus 

könne er jedoch weder unter handwerklichen noch institutionellen Aspek-

ten einen bedeutenden Wert mit Blick auf seine Geschichte erkennen. Von 

einer Ersatzbaute erhoffe sich der Beschwerdeführer, dass diese die für 

Benediktiner so wichtige Gastfreundschaft zum Ausdruck bringe, anders 

als das abweisende Sockelgeschoss des Riegelhauses, dass diese Anfor-

derungen selbst nach der angedachten Sanierung nicht erfüllen könne. In 

Anbetracht des verfügten Schutzumfangs sei das Haus für das Kloster nicht 

sinnvoll nutzbar und könne aufgrund seiner Lage auch nicht einer beliebi-

gen Nutzung durch Dritte zugeführt werden, selbst wenn eine Nachfrage 

dafür bestünde. Gerade auch die Forderung nach dem Erhalt des äusseren 

Erscheinungsbilds sei Teil des Problems, weil sich die Klostergemeinschaft 

durch dieses Erscheinungsbild nicht repräsentiert fühle. Die durch nichts 

belegte Behauptung der Vorinstanz, der Schutzumfang sei so definiert wor-

den, dass eine bedarfsgerechte Nutzung inklusive barrierefreier Erschlies-

sung "möglich sein sollte", könne der Beschwerdeführer nicht nachvollzie-

hen. Es scheine, als glaube die Vorinstanz, die Bedürfnisse der Klosterge-

meinschaft besser zu kennen als diese selbst. Diese etwas paternalistische 

Haltung ziehe sich wie ein roter Faden durch das gesamte Verfahren. Eine 

 - 27 - 

 

 

empfangsoffene Gestaltung des Sockelgeschosses entfalle mit einem 

Schutzumfang, der den integralen Schutz der Gebäudehülle umfasse. Die 

bestehende Raumhöhe und der Schutz der Primärkonstruktion liessen 

ebenfalls keine grosszügigen baulichen Veränderungen des Sockelge-

schosses zu.  

 

3.6.2. 

3.6.2.1. 

An diesen Ausführungen des Beschwerdeführers zeigt sich, dass für ihn 

ideelle Gesichtspunkte für tiefgreifende bauliche Veränderungen am Rie-

gelhaus bis hin zu dessen Abbruch und Errichtung einer Ersatzneubaute 

finanzielle respektive wirtschaftliche Überlegungen zu überwiegen schei-

nen, weil er sich von einer solchen baulichen Veränderung mehr (seinem 

Bedarf entsprechende) Nutzungsmöglichkeiten, eine bessere Repräsen-

tanz und ein stärkeres Zeugnis des aktiven Klosterlebens sowie eine funk-

tionell und optisch verbesserte Eingliederung in die Klosteranlage erhofft. 

Beim von ihm formulierten Interesse an der Weiterentwicklung des Kloster-

lebens handelt es sich primär um ein öffentliches (kulturpolitisches) und 

weniger um ein rein privates Interesse, dem ungeachtet dieser Kategorisie-

rung ein erhebliches Gewicht zukommt.  

 

Die Unterscheidung zwischen öffentlichen Interessen, welche auf einer 

ersten Ebene in die Interessenabwägung für oder gegen eine Unterschutz-

stellung einfliessen, und privaten Interessen, die erst bei einer nachgela-

gerten Zumutbarkeits- bzw. Verhältnismässigkeitsbeurteilung beachtlich 

sein sollen, erscheint ohnehin wenig hilfreich und zielführend. So oder an-

ders sind in einer Gesamtbetrachtung sämtliche für oder gegen eine Unter-

schutzstellung sprechenden Interessen zu beleuchten und gegeneinander 

abzuwägen. Das macht auch der Wortlaut von § 27 Abs. 1 lit. c KG klar. Es 

ist im Lichte der festgestellten Heimatschutz- bzw. Denkmalschutzanliegen 

eine Abwägung zwischen den Schutzinteressen und entgegenstehenden 

öffentlichen oder privaten Interessen vorzunehmen, was sich bereits aus 

dem verfassungsmässigen Verhältnismässigkeitsgrundsatz ergibt 

(BGE 147 II 125, Erw. 8; Urteil des Bundesgerichts 1C_136/2023 vom 

27. Dezember 2023, Erw. 5.1, und 1C_679/2021 vom 23. September 2022, 

Erw. 5.1). Eigentumsbeschränkungen zum Schutz von Baudenkmälern lie-

gen allgemein im öffentlichen Interesse. Wie gewichtig dieses Interesse ist, 

ist im Einzelfall zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 1C_136/2023 vom 

27. Dezember 2023, Erw. 5.1).  

 

Das private Interesse von Grundeigentümern an einem rentablen Projekt 

ist zwar ebenfalls von Bedeutung. Selbst sehr grosse finanzielle Interessen 

der Grundeigentümerschaft müssen jedoch gewichtigen öffentlichen Inte-

ressen des Denkmalschutzes weichen, weil sonst das Gemeinwesen Bau-

ten kaum noch unter Schutz stellen könnte (Urteile des Bundesgerichts 

1C_75/2023 vom 15. August 2024, Erw. 7.3.5, 1C_136/2023 vom 27. De-

 - 28 - 

 

 

zember 2023, Erw. 5.5.3 mit Hinweisen, und 1C_679/2021 vom 23. Sep-

tember 2022, Erw. 5.1).  

 

3.6.2.2. 

Die Vorinstanz gelangte in Erw. 5.3 des angefochtenen Entscheids zum 

Schluss, die Anliegen der Eigentümerschaft seien grundsätzlich nachvoll-

ziehbar, es sei aber mangels entsprechender Grundlagen (Nutzungsana-

lyse und -konzept über die gesamte Klosteranlage; daraus abgeleitete 

Raumforderungen für das Riegelhaus; Entwicklungsstrategie/-plan Kloster-

gemeinschaft) schwer einzuschätzen, ob und inwieweit die formulierten 

Nutzungsvorstellungen zwingend seien respektive ob und wie konsequent 

Alternativszenarien unter Einbezug der gesamten Potenziale im Klostera-

real geprüft worden seien. Auch dass der Fortbestand der Klostergemein-

schaft tatsächlich entscheidend vom Ersatz eines einzelnen bestehenden 

Gebäudes abhänge, sei auf dieser Basis nicht abschliessend zu beurteilen. 

Es gebe keine stichhaltigen Argumente, weshalb nicht auch ein Umbau des 

bestehenden Gebäudes den formulierten räumlichen Bedürfnissen und 

den zukünftigen Ansprüchen eines lebendigen Klosterlebens gerecht wer-

den könne, zumal die Nutzung durch die Unterschutzstellung nicht vorge-

schrieben werde und der Schutzumfang so definiert werden könne, dass 

eine bedarfsgerechte Nutzung, inklusive barrierefreie Erschliessung, mög-

lich sein sollte. Zudem wären aufgrund des Umgebungsschutzes der übri-

gen Klostergebäude auch bei einem Neubau die Gestaltungsmöglichkeiten 

limitiert. In Bezug auf einen möglichen Umbau sei bislang nur eine Variante 

geprüft und seitens der Eigentümerschaft kategorisch abgelehnt worden, 

ohne Szenarien weiterzudenken, wie etwa eine geschickte Zusammenle-

gung von Innenräumen und eine Umgestaltung des Sockelgeschosses im 

Sinne eines transparenten Öffnens und eventuellen Vergrösserns von be-

stehenden Maueröffnungen.  

 

3.6.2.3. 

Gemäss angefochtenem Entscheid erstreckt sich der von der Vorinstanz 

angeordnete Schutzumfang auf die Erhaltung des charakteristischen Er-

scheinungsbildes, der Primärkonstruktion, der Gebäudehülle inklusive der 

Dachkonstruktion und der Fenster sowie der Seminarräumlichkeiten im ers-

ten Obergeschoss. Das entspricht mehr oder weniger dem Schutzumfang, 

welchen bereits die KKDA an ihrer Sitzung vom 22. März 2023 diskutiert 

hatte, wobei laut zugehörigem Protokoll, S. 4, auch das Treppenhaus vom 

Schutzumfang erfasst werden sollte. In Anbetracht dieses weitreichenden 

Schutzumfangs (mit oder ohne Treppenhaus) ist es in Übereinstimmung 

mit dem Beschwerdeführer zumindest herausfordernd, dass im Sockelge-

schoss die von der Vorinstanz erwähnten grösseren Maueröffnungen rea-

lisiert werden könnten, um einen darin untergebrachten Empfangsraum so-

wie Kloster- und Hofladen einladender und heller zu gestalten. Die Vorin-

stanz bezeichnet denn solche baulichen Änderungen (grössere Maueröff-

nungen), mit denen in die Gebäudehülle und ins Erscheinungsbild des 

 - 29 - 

 

 

Riegelhauses eingegriffen würde, auch sehr zurückhaltend bloss als even-

tuelle Möglichkeit.  

 

Auch die Angleichung der verschiedenen Bodenniveaus im Sockelge-

schoss zwecks Gewährleistung der barrierefreien öffentlichen Zugänglich-

keit unter Beibehaltung des Niveaus des Obergeschosses und damit der 

vergleichsweisen geringen Raumhöhe im Sockelgeschoss (mit Ausnahme 

der Über-Raumhöhe im Bereich der ehemaligen Metzgerei) dürfte den Be-

schwerdeführer bei einem Umbau vor Herausforderungen stellen und die 

von ihm formulierten Nutzungsbedürfnisse kaum vollauf befriedigen (Pro-

tokoll, S. 9; vgl. auch das Protokoll der Sitzung der KKDA vom 22. März 

2023, S. 3, wonach aufgrund der relativ geringen Dimensionierung der 

Bauteile und Volumen eine Umnutzung mit sehr geringer Eingriffstiefe aus 

Architektensicht wahrscheinlich schwierig sei). Offen ist zudem, wie die Un-

terrichts- bzw. Seminarräumlichkeiten im Obergeschoss und die Wohn-

räume im Ober- und Dachgeschoss sinnvoll genutzt werden könnten. Der 

Beschwerdeführer verweist diesbezüglich nebst wohnklimatischen, schall-

schutztechnischen und energetischen Nachteilen auf ungenügenden Aus-

senraum und Privatsphäre. Relativierend anzufügen bleibt, dass eine Neu-

gestaltung der Grundrisse im Ober- und Dachgeschoss denkbar zu sein 

scheint (vgl. Protokoll, S. 12) und der Aussenraum von Grund auf neu zu 

denken wäre. 

 

Ferner würde sich der Standort des Riegelhauses mitten in der Klosteran-

lage zwischen geschlossenem Klosterbereich und öffentlichen Wirtschafts-

bereich für die vom Beschwerdeführer beabsichtigte Nutzung als Emp-

fangsraum grundsätzlich anbieten. Alternativlos ist dieser Standort für das 

Verwaltungsgericht allerdings nicht; denn dass alle anderen Gebäude der 

Klosteranlage (inklusive derjenigen im öffentlichem Wirtschaftsbereich) be-

reits unter Schutz stehen, bedeutet nicht zwingend, dass darin kein geeig-

neter Empfangsraum und kein Hofladen nach den Vorstellungen des Be-

schwerdeführers realisiert werden könnte.   

 

3.6.2.4. 

Das Verwaltungsgericht anerkennt, dass eine Unterschutzstellung des 

Riegelhauses nur beschränkt mit den Vorstellungen des 

Beschwerdeführers bezüglich Erscheinungsbild und Nutzung kompatibel 

ist. Allerdings fällt aufgrund der Ausführungen der Vertreter des 

Beschwerdeführers an der Augenscheinsverhandlung auf, dass deren 

Ideen über die bauliche Weiterentwicklung der Klosteranlage im Bereich 

des Riegelhauses noch reichlich vage und unausgereift sind. Im Weiteren 

liegt nach Auffassung des Verwaltungsgerichts der Fokus des 

Beschwerdeführers hinsichtlich der von ihm erwünschten 

Weiterentwicklung viel zu stark auf dem Riegelhaus. Dies zeigt sich unter 

anderem anhand der dem Verwaltungsgericht nachgereichten Studie 

B._____, die insofern unvollständig erscheint, als ein Bezug zur baulichen 

 - 30 - 

 

 

Umgebung und zum Aussenraum gänzlich fehlt. Insbesondere die 

Bedeutung des Aussenraums kann kaum genügend betont werden: All-

fällige bauliche Änderungen im Bereich des Riegelhauses sowie allfällige 

Nutzungsänderungen erfordern zwingend ein Gesamtkonzept, das auch 

den Aussenraum einbezieht; andernfalls ist die angestrebte hohe Qualität 

des Erscheinungsbilds der Klosteranlage kaum zu erreichen. So dürfte es 

unabdingbar sein, die aktuelle Parkplatzsituation in die Planung einzube-

ziehen, versperren doch heute die parkierten Autos eine der schönsten 

Ansichten auf die Klosteranlage. Selbstredend wird von hier aus das Rie-

gelhaus deutlich weniger als abweisend und störend empfunden, als dies 

der Fall sein mag, wenn man unmittelbar davorsteht und die dahinter-

liegenden Klostergebäude kaum noch wahrnimmt. Mit dem Gesamtkon-

zept ist auch die bereits von der Vorinstanz verlangte Nutzungsanalyse zu 

erstellen, worin zu prüfen ist, ob für die beabsichtigten Nutzungen nicht 

auch alternative Standorte innerhalb des Klosterareals bzw. innerhalb der 

bestehenden Gebäude möglich sind bzw. welche besonderen Vorteile der 

vom Beschwerdeführer angestrebte Neubau anstelle des Riegelhauses in 

Bezug auf die Nutzung hätte.  

 

Wie gesehen, handelt es sich beim Riegelhaus um ein schutzwürdiges Ge-

bäude von kantonaler Bedeutung. Die entgegenstehenden Interessen dür-

fen nicht vernachlässigt werden, zumal sie nicht primär finanziell, sondern 

vorwiegend ideell motiviert sind und das Interesse an einer sich weiterent-

wickelnden, aktiven Klostergemeinschaft auch öffentlicher Natur ist. Aller-

dings ist derzeit klar von einer Höherwertigkeit der öffentlichen Interessen 

an einer Unterschutzstellung auszugehen. Dies gilt jedenfalls solange, bis 

anhand einer umfassenden Gesamtkonzeption und Nutzungsanalyse auf-

gezeigt wird, dass die gewünschte Weiterentwicklung der Klostergemein-

schaft tatsächlich nur mit einem Ersatzneubau anstelle des Riegelhauses 

zu erreichen ist. Einstweilen sind die Vorstellungen in Bezug auf die zu-

künftige Entwicklung deutlich zu vage, um die Interessen an der Unter-

schutzstellung massgebend zu relativieren. Der Aufwand für die erwähnten 

Projektarbeiten ist dem Beschwerdeführer ohne Weiteres zumutbar, zumal 

aufgrund der sensiblen Lage inmitten denkmalgeschützter Gebäude auch 

ein Neubau eine umfassende Gesamtkonzeption erfordern würde.    

 

3.6.3. 

In einer Gegenüberstellung und gesamthaften Beurteilung der sich wider-

streitenden Interessen wird deshalb das Unterschutzstellungsinteresse 

höher gewichtet als die einer Unterschutzstellung entgegenstehenden 

öffentlichen und privaten Interessen, auch wenn diese genuinen Bedürfnis-

sen an einer Weiterentwicklung des klösterlichen Lebens bzw. einer wei-

terhin aktiven Klostergemeinschaft entspringen. Sollte sich im Rahmen der 

erwähnten Gesamtkonzeption und Nutzungsanalyse ergeben, dass ein 

Neubau im Hinblick auf eine adäquate Weiterentwicklung des Klosters un-

 - 31 - 

 

 

abdingbar ist, wäre ein Verfahren um Aufhebung der Unterschutzstellung 

in die Wege zu leiten (§ 28 VKG). 

 

4. 

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Voraussetzungen für 

eine Unterschutzstellung des Riegelhauses nach § 27 Abs. 1 KG i.V.m. 

§ 24 lit. a KG gegeben sind. Das Riegelhaus ist schutzwürdig und von kan-

tonaler Bedeutung. Das sich daraus ergebende Schutzinteresse wird durch 

entgegenstehende Interessen nicht aufgewogen. Entsprechend ist die vor-

liegende Beschwerde als unbegründet abzuweisen.  

 

III. 

Im Beschwerdeverfahren werden die Verfahrens- und Parteikosten nach 

Massgabe des Unterliegens und Obsiegens (sog. Unterliegerprinzip) auf 

die Parteien verlegt, wobei den Behörden Verfahrenskosten nur auferlegt 

werden, wenn sie schwerwiegende Verfahrensmängel begangen oder will-

kürlich entschieden haben (§§ 31 Abs. 2 und 32 Abs. 2 VRPG). 

 

Als vollständig unterliegende Partei hat der Beschwerdeführer die verwal-

tungsgerichtlichen Kosten zu tragen. Parteikosten sind mangels anwaltli-

cher Vertretung der obsiegenden Vorinstanz keine zu ersetzen (§ 29 

VRPG). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von Fr. 4'000.00 sowie der Kanzleigebühr und den Auslagen 

von Fr. 564.20, gesamthaft Fr. 4'564.20, sind vom Beschwerdeführer zu 

bezahlen. 

 

3. 

Parteikosten werden keine ersetzt. 

 

 
 

   

Zustellung an. 
 

den Beschwerdeführer (Vertreter) 

das Departement Bildung, Kultur und Sport (Abteilung Kultur) 

das Bundesamt für Kultur 

  

 - 32 - 

 

 

  

Mitteilung an: 

den Regierungsrat 

den Gemeinderat Q._____ 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-recht-

lichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die Frist steht still vom 7. Tag vor 

bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August und 

vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des Bun-

desgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
 

   

Aarau, 4. März 2025 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

Michel Ruchti