# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac54bbe2-4a87-5e34-b9df-310ea1c2ed8f
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-27
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 27.11.2014 725 2013 92 / 293 (725 13 92 / 293)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-2013-92---293_2014-11-27.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 27. November 2014 (725 13 92 / 293) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Gerichtsgutachten, Frage der Unfallkausalität von Beschwerden, die aus mehreren Unfäl-

len resultieren 

 
 
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Yves Thommen, Kantonsrich-

ter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Barbara Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechts-
anwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, 4143 Dornach 

  
 
gegen 
 
 

 SUVA, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A. A.____ erlitt in der Vergangenheit vier Unfallereignisse. Zum Zeitpunkt des ersten Un-
falles vom 13. April 2005 war er arbeitslos und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversiche-
rungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versi-
chert. Mit Unfallmeldung vom 26. April 2005 liess er mitteilen, dass er sich beim Aufstehen eine 
Verletzung am rechten Knie zugezogen habe. Diagnostiziert wurde eine laterale Meniskusläsion 
rechts. In der Folge unterzog sich der Versicherte einer Kniearthroskopie. Die SUVA erbrachte 
die gesetzlichen Leistungen. Ab dem 1. August 2005 war er wieder voll arbeitsfähig. 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Mit Unfallmeldung vom 25. Februar 2008 teilte A.____ der SUVA ein weiteres Unfallereignis 
mit. Dabei hatte er sich am 29. Januar 2008 beide Knie an einem Betonsilo angeschlagen. Die 
SUVA erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen. Bereits am 18. Februar 2008 erlitt 
der Versicherte erneut einen Unfall. Dabei rutschte er auf der Treppe aus und stiess mit dem 
linken Knie gegen eine Treppenstufe. Am 12. September 2008 unterzog er sich an beiden 
Knien einer Arthroskopie und einer arthroskopischen medialen Meniskektomie, einer lateralen 
Teilmeniskektomie rechts sowie einer Abrasionschondroplastik kondylär medial. Nachdem 
postoperativ Beschwerden persistiert hatten, wurden im linken Kniegelenk eine posttraumati-
sche Femurkondylennekrose sowie eine Osteochondrose links diagnostiziert und dem Versi-
cherten am 21. November 2008 im linken Knie eine unikondyläre Prothese eingesetzt. Auch 
hier anerkannte die SUVA ihre Leistungspflicht und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. 
 
Mit Unfallmeldung vom 26. Oktober 2010 liess A.____ mitteilen, dass er am 11. Oktober 2010 
die Treppe habe hinunter gehen wollen, als sein linkes operiertes Knie versagt habe und er mit 
dem linken Fuss nach innen eingeknickt sei. Dabei erlitt er bei einem OSG-Distorsions- und 
Supinationstrauma eine laterale Flake-Fraktur des Talus, eine vordere Syndesmosenläsion so-
wie eine Teilläsion fibulo-talare anterior. Am 28. Oktober 2010 wurde eine Arthrotomie, eine 
Flakeentfernung und Mikrofakturierung an der lateralen Talusschulter, eine Syndesmosennaht 
sowie eine Stellschraubenosteosynthese am linken oberen Sprunggelenk vorgenommen. Die 
Stellschrauben wurden am 21. Dezember 2010 wieder entfernt. Auch für dieses Unfallereignis 
anerkannte die SUVA ihre Leistungspflicht. 
 
Nach diversen medizinischen und erwerblichen Abklärungen sprach die SUVA A.____ mit Ver-
fügung vom 20. Juli 2011 ab dem 1. August 2011 eine Invalidenrente auf der Basis einer Er-
werbsunfähigkeit von 30 % sowie, basierend auf einer Integritätseinbusse von 30 %, eine Integ-
ritätsentschädigung in der Höhe von Fr. 37‘800.-- zu. Die gegen diese Verfügung vom Versi-
cherten erhobene Einsprache wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 20. Februar 2013 
ab. Zusammenfassend wurde in der Begründung ausgeführt, dass der Versicherte vom 2. Mai 
2011 bis 1. Juni 2011 in der Rehaklinik Z.____ gewesen sei. Dort habe man sich intensiv mit 
den Knie- und den Sprunggelenksbeschwerden auseinandergesetzt und sei betreffend Arbeits-
fähigkeit zum Schluss gelangt, dass unter Berücksichtigung der unfallbedingten Beeinträchti-
gungen leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Arbeiten ganztags zumutbar seien. Wie-
derholte Kniezwangshaltungen (Knien, Kauern, Hocke) sowie das Gehen in unebenem Gelände 
seien zu vermeiden. Von dieser Beurteilung sei auszugehen. Gestützt auf ein Invalidenein-
kommen von Fr. 61‘432.--, ermittelt durch die DAP-Methode, und ein Valideneinkommen von 
Fr. 87‘919.-- sei von einem IV-Grad von 30 % auszugehen. Kreisarzt Dr. med. B.____, Facharzt 
FMH für Allgemeinmedizin, sei unter Berücksichtigung aller relevanten medizinischen Akten am 
10. Juni 2011 zum Ergebnis gekommen, dass ein Integritätsschaden von 30 % bestehe. Da alle 
Beschwerden berücksichtigt worden seien, bestehe kein Anlass für weitere Abklärungen. Die 
Verletzung des linken Sprunggelenks (OSG-Distorsionstrauma vom 11. Oktober 2010) sei kei-
neswegs unberücksichtigt gelassen worden. Die Rehaklinik Z.____ habe die Zumutbarkeitsbe-
urteilung unter Berücksichtigung der OSG-Beschwerden abgegeben. 
 

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokat Daniel Altermatt, am 6. April 2013 
Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er be-
antragte unter o/e-Kostenfolge, es sei der Einspracheentscheid vom 20. Februar 2013 aufzuhe-
ben und es sei zwecks Abklärung der Arbeitsfähigkeit und des Integritätsschadens ein gerichtli-
ches bidisziplinäres medizinisches Gutachten der Fachrichtungen Neurologie und Orthopädie 
anzuordnen. In der Begründung liess er zusammenfassend ausführen, dass sich die Be-
schwerdegegnerin im Einspracheentscheid nicht mit seinen Vorbringen auseinander gesetzt 
habe. Sie habe bei der Zumutbarkeitsbeurteilung lediglich die Beschwerden, die sich infolge der 
Knieverletzungen ergeben hätten, berücksichtigt. Unbeachtet geblieben seien hingegen die 
Einschränkungen aufgrund der Verletzung des linken Sprunggelenks. Zudem habe die Be-
schwerdegegnerin nicht abgeklärt, inwiefern die bei ihm diagnostizierte Polyneuropathie unfall-
kausal sei. Durch das gerichtliche Gutachten sei abzuklären, inwiefern er durch die Sprungge-
lenks- und Knieverletzungen in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei bzw. wie hoch der In-
tegritätsschaden sei. Ebenso sei durch das Gerichtsgutachten abzuklären, inwiefern die unfall-
kausale Polyneuropathie die Arbeitsfähigkeit zusätzlich einschränke und ob sich dadurch ein 
weiterer Integritätsschaden ergebe. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 24. Mai 2013 schloss die Beschwerdegegnerin auf Ab-
weisung der Beschwerde. Sie verwies dabei auf die ärztliche Stellungnahme von Dr. med. 
C.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, SUVA-
Versicherungsmedizin, vom 16. Mai 2013. Gestützt auf dessen Beurteilung beantragte die Be-
schwerdegegnerin zudem, der Einspracheentscheid sei hinsichtlich der dort verfügten Integri-
tätsentschädigung in reformatio in peius zu ziehen. Dr. C.____ gehe lediglich von einem Integri-
tätsschaden von 25 % aus. 
 
D. Mit Replik vom 27. Juli 2013 hielt der Beschwerdeführer an seinen bisherigen Ausfüh-
rungen fest und reichte zusätzlich das Gutachten von Dr. med. D.____, Spezialarzt FMH für 
Orthopädische Chirurgie, vom 5. April 2013 ein. Dr. D.____ äussere sich darin nicht nur zum 
Behandlungsfehler, sondern auch zu den Schmerzen, die erklärbar seien und nicht auf eine 
Schmerzverarbeitungsstörung zurückgeführt werden könnten.  
 
E. Mit Duplik vom 8. August 2013 hielt die Beschwerdegegnerin an der Abweisung der 
Beschwerde fest und verwies auf die in der Vernehmlassung gemachten Ausführungen. 
 
F. Mit Eingabe vom 29. Oktober 2013 reichte der Beschwerdeführer den Bericht von 
Dr. D.____ vom 25. Oktober 2013 zu den Akten. 
 
G. Anlässlich der Urteilsberatung vom 31. Oktober 2013 gelangte das Kantonsgericht zur 
Auffassung, dass eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die medizini-
sche Aktenlage nicht möglich sei. Die Beschwerdegegnerin habe sich bei der Beurteilung des 
medizinischen Sachverhalts im Wesentlichen auf den Austrittsbericht der Rehaklinik Z.____ 
vom 7. Juni 2011 gestützt. Diesem Bericht komme jedoch keine ausschlaggebende Beweiskraft 
zu, da unter anderem die Frage, ob eine Einschränkung durch die Sprunggelenksverletzung 
bestehe und eine unfallbedingte Polyneuropathie vorliege, nicht beantwortet werde. Da die üb-

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte ebenfalls keine verlässliche Entscheid-
grundlage bilden würden, seien die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren nicht 
ausreichend beweiskräftig. Daher sei ein bidisziplinäres neurologisches und orthopädisch-
chirurgisches Gerichtsgutachten anzuordnen. Das Kantonsgericht bestimmte als Begutach-
tungsstelle das Begutachtungsinstitut Y.___ und schlug den Parteien Prof. Dr. med. E.____, 
Chefarzt, Facharzt für Neurologie FMH, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in-
terventionelle Schmerztherapie SSIPM, Vertrauensarzt SGV, zertifizierter Medizinischer Gut-
achten SIM, und Dr. med. F.____, orthopädische Chirurgie FMH, zertifizierter Medizinischer 
Gutachter SIM, als begutachtende Fachärzte vor. Die Parteien erhielten in der Folge Frist, um 
allfällige triftige Ablehnungsgründe gegen Prof. E.____ und Dr. F.____ geltend zu machen und 
um zum Fragekatalog Stellung zu nehmen. 
 
H. Nachdem der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 9. Januar 2014 keine Ausstands-
gründe geltend gemacht und auch keine Ergänzungsfragen anzubringen hatte, liess die Be-
schwerdegegnerin mit Eingabe vom 10. Januar 2014 mitteilen, dass sie Prof. E.____ als Gut-
achter ablehne, da er eher als Kopfschmerzspezialist gelte. In der Folge unterbreitete die instru-
ierende Präsidentin dem Begutachtungsinstitut Y.____ die Eingabe der Beschwerdegegnerin 
vom 10. Januar 2014 zur Stellungnahme. Mit Schreiben vom 5. Februar 2014 teilte Prof. E.____ 
mit, dass er bereit sei, das neurologische Gutachten zu erstellen. Der berufliche Werdegang sei 
von der Beschwerdegegnerin falsch dargestellt worden. Mit Verfügung vom 7. Februar 2014 
lehnte die instruierende Präsidentin den Einwand der Beschwerdegegnerin ab und hielt am ge-
richtlichen Gutachter Prof. E.____ fest. Das Begutachtungsinstitut Y.____ erstattete das bidis-
ziplinäre Gutachten am 17. April 2014. 
 
I. Mit Eingabe vom 26. Mai 2014 hielt die Beschwerdegegnerin fest, dass das Gerichts-
gutachten im Ergebnis ihren Standpunkt vollumfänglich bestätige. In Abänderung des bisheri-
gen Begehrens beantrage sie aber, dass der Einspracheentscheid insoweit in reformatio in pei-
us zu ziehen sei, als der Fallabschluss neu auf den 30. Juni 2010 zu legen und dem Beschwer-
deführer bereits ab dem 1. Juli 2010 eine 30 %-ige Invalidenrente auszurichten sei. Dem Be-
schwerdeführer sei lediglich bis 30. Juni 2010 ein Taggeld auszurichten. Das von der Be-
schwerdegegnerin zu viel ausgerichtete Taggeld sei mit den künftigen Rentenleistungen zu ver-
rechnen. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen.  
 
J. Mit Eingabe vom 20. Juli 2014 beantragte der Beschwerdeführer, es sei das Gerichts-
gutachten aus den Akten zu entfernen, eventualiter sei es für die Entscheidfindung nicht zu be-
rücksichtigen, da es erhebliche formelle Mängel aufweise. Zur Eingabe des Beschwerdeführers 
vom 20. Juli 2014 nahm das Begutachtungsinstitut Y.___ mit Eingabe vom 17. September 2014 
Stellung. Mit Eingabe vom 4. November 2014 hielt der Beschwerdeführer an seinem Antrag, es 
sei das Gerichtsgutachten aus den Akten zu entfernen, fest. Zudem liess er ein radiologisches 
Gutachten von PD Dr. med. G.____, Institut für Radiologie der Klinik X.____, vom 20. Juni 2014 
einreichen. Daraus gehe hervor, dass eine Fehlstellung beider Prothesenkomponenten vorlie-
ge. 
 

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Schriften und die Akten wird – soweit notwen-
dig – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in W.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts 
zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro-
zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsge-
richt als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide 
der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be-
schwerde ist einzutreten. 
 
2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, in welchem Umfang 
dem Beschwerdeführer Versicherungsleistungen auszurichten sind. 
 
3. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 
sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch entsteht gemäss 
Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung 
der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Per-
son. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, 
wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10% invalid ist. Zudem besteht gemäss Art. 24 
Abs. 1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität 
bewirkt worden ist. 
 
4.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen 
dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adäquater 
Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne des natür-
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetrete-
ne Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmit-
telbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zu-
sammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Per-
son beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne 
dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinwei-
sen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natür-
licher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behör-
de – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswür-
digung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
4.2 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheitszu-
standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau-
salzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig 
auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen 
sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi-
zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. 
ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 
Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem 
sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen 
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es 
bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und 
nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe-
richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei-
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen-
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-
rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 
E. 3a, 122 V 160 E. 1c). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebe-
nen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
5. Nachdem das Kantonsgericht anlässlich der Urteilsberatung vom 31. Oktober 2013 zur 
Auffassung gelangte, dass eine abschliessende Einschätzung der Angelegenheit gestützt auf 
die bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen nicht möglich sei, wurde das Begutach-
tungsinstitut Y.____ am 7. Februar 2014 mit der Erstellung eines bidisziplinären neurologisch-
orthopädischen Gutachtens beauftragt. Prof. E.____ und Dr. F.____ diagnostizieren in ihrem 
Gutachten vom 17. April 2014 aus bidisziplinärer Sicht mit Einschränkungen auf die Arbeitsfä-
higkeit eine unicondyläre Knieprothese links medial mit Impingement, eine Gonarthrose rechts 
sowie eine verheilte OSG-Distorsion links mit Talusflake lateral, Syndesmosenruptur und Läsion 
Ligamentum fibulo-talare bei OSG-Arthrose links und beginnender, leichtgradiger, linksbetonter, 

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sensibler Polyneuropathie unklarer Ätiologie. Ohne wesentliche Einschränkung auf die Arbeits-
fähigkeit könne ein regredientes sensibles Defizit im Versorgungsgebiet des Ramus infrapatel-
laris des Nervus saphenus links nach Knieoperation diagnostiziert werden. In Bezug auf die 
Arbeitsfähigkeit halten die Gutachter fest, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als angelernter 
Baupolier aus bidisziplinärer Sicht nicht mehr zumutbar sei. Hauptsächlich aufgrund der ortho-
pädischen Störungen könne diese stehende Tätigkeit, bei der auch Zwangshaltungen einge-
nommen und Leitern und Gerüste bestiegen werden müssten, nicht mehr ausgeübt werden. 
Diese Einschätzung gelte ab September 2012, nachdem der Explorand während kurzer Zeit 
Verweistätigkeiten auf dem Bau ausgeübt habe. In einer den Fähigkeitsstörungen der unteren 
Extremitäten Rechnung tragenden Tätigkeit könne ein volles Arbeitspensum geleistet werden. 
Die Einschränkungen aufgrund der Kniebeschwerden – und weniger aufgrund der Beschwer-
den des linken oberen Sprunggelenks – würden kein Gehen auf unebenem Boden sowie keine 
längerdauernde belastende Knieflexion durch Knien, Kauern und Hocken erlauben. Das Bestei-
gen von Leitern und Gerüsten sei unsicher und sollte nicht gefordert werden. Das wiederholte 
Heben von Lasten sollte auf ca. 15 kg beschränkt bleiben. Aufgrund der Polyneuropathie könn-
ten dem Exploranden keine Tätigkeiten mit erhöhten Anforderungen an die Koordination, wie 
Arbeiten auf Leitern und Gerüsten oder unebenen Flächen, zugemutet werden. Diese Zumut-
barkeitsbeurteilung gelte ab Abschluss der Rehabilitation vier Monate nach der Implantation der 
Hemiprothese am linken Knie Ende November 2008. 
 
In Bezug auf mögliche Therapiemassnahmen halten Prof. E.____ und Dr. F.____ fest, dass der 
Versicherte seit über fünf Jahren mit der unbefriedigenden Situation am linken Kniegelenk lebe. 
Die Bedeutung der Rotation der Femurkomponente auf diese Beschwerden dürfe nicht über-
schätzt werden. Das beschriebene Einsinken im linken Knie, das auch zur Verletzung des 
Sprunggelenkes geführt habe, könne auf die Impingementsymptomatik der Femurkomponente 
am Mittelteil der Tibia zurückgeführt werden. Man könne annehmen, dass bei diesem Kontakt 
ein stichartiger Schmerz entstehe, der reflektorisch zum Versagen der stabilisierenden Musku-
latur führe. Es müsse davon ausgegangen werden, dass „einfach“ ein schlechtes Resultat nach 
Knieprothese vorliege, was leider immer wieder vorkomme und auch in die Tabellen der Integri-
tätsentschädigung Eingang gefunden habe. Ob in dieser Situation der Wechsel auf eine Total-
prothese eine deutliche Verbesserung bringe, sei unsicher. Am rechten Knie und linken OSG 
würden arthrotische Veränderungen vorliegen, die zwar szintigraphisch nicht sehr aktiv seien, 
trotzdem prophylaktisch mit Chondroitin- und Glukosaminsulfat angegangen werden könnten. 
Behandlungen mit deutlichem Erfolg auf eine Besserung stünden aber nicht zur Verfügung. Von 
neurologischer Seite her sei die weitere Abklärung der Ursache der Polyneuropathie notwendig. 
 
6.1 Nach der Praxis weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Grün-
de von der Einschätzung der medizinischen Fachpersonen ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fach-
kenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt me-
dizinisch zu erfassen (BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 352 f. E. 3b/aa). Ein Grund zum Abweichen 
kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht ein-
geholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine 
abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusse-
rungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Ge-

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

richtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine weitere Fach-
person im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine solche 
vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 
E. 3b/aa mit Hinweisen). Solche Gründe sind hier nicht gegeben. Die Beurteilung von Prof. 
E.____ und Dr. F.____ vom 17. April 2014 beruht auf einer eingehenden Untersuchung des 
Beschwerdeführers sowie aktueller neurologischer Diagnostik (EMG, ENG und SEP) und einer 
bildgebenden Untersuchung (CT). Die Gutachter setzen sich mit den bei den Akten liegenden 
medizinischen Berichten vertieft auseinander. Nach sorgfältiger Würdigung der Vorgeschichte 
und des klinischen Befunds liefern Prof. E.____ und Dr. F.____ eine überzeugende Beurteilung 
zu den umstrittenen Fragen ab, ob eine unfallbedingte Polyneuropathie vorliegt (S. 57 – 60) und 
ob die Sprunggelenksbeschwerden eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verur-
sachen (S. 50). Zudem liegen klare Aussagen in Bezug auf die Frage vor, ob der Beschwerde-
führer an einer Schmerzfehlverarbeitung (vgl. S. 43) leidet. Insgesamt ist die Beurteilung im 
Gerichtsgutachten sowohl in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge als auch be-
züglich der daraus gezogenen Schlussfolgerungen überzeugend und deshalb für die Beurtei-
lung massgebend. 
 
6.2 Der Beschwerdeführer stellt sich in den Eingaben vom 20. Juli 2014 und vom 4. No-
vember 2014 auf den Standpunkt, dass das Gerichtsgutachten unter gravierenden formellen 
Mängeln leide, weshalb ihm kein Beweiswert zukomme. Aus diesem Grund sei es aus den Ak-
ten zu entfernen und es sei ein zweites Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. 
 
6.3.1 Der Beschwerdeführer rügt, dass die Gerichtsgutachter die Konsensbesprechung vor-
gezogen hätten. Diese dürfe jedoch nicht erfolgen, solange nicht alle Untersuchungsergebnisse 
vorliegen würden. Ansonsten drohe die Gefahr, dass das Ergebnis vorweg genommen werde. 
In ihrer Stellungnahme vom 17. September 2014 zu den formellen Rügen des Beschwerdefüh-
rers halten die Gutachter fest, dass es beim Begutachtungsinstitut Y.____ generell üblich sei, 
dass die Konsensbesprechung unmittelbar nach den einzelnen Untersuchungen stattfinde. Dies 
habe den Vorteil, dass die untersuchenden Fachärzte die Untersuchungsergebnisse frisch im 
Kopf hätten und sie gemeinsam besprechen könnten, welche weiterführenden Untersuchungen 
fachübergreifend zur Beantwortung der gutachterlichen Fragen noch notwendig seien. 
 
6.3.2 Grundsätzlich ist es den Gutachtern zu überlassen, wie sie den Ablauf und die Erstel-
lung des Gutachtens handhaben und ob sie sich direkt im Anschluss an die klinische Untersu-
chung der versicherten Person (erstmals) treffen und sich untereinander austauschen. Wenn 
dann weitere Untersuchungen für notwendig erachtet werden, deren Ergebnisse in die jeweili-
gen Teilgutachten einfliessen, so muss dies möglich und zulässig sein. Es ist nicht ersichtlich 
und wird vom Beschwerdeführer auch nicht konkret aufgezeigt, inwiefern die Feststellungen von 
Prof. E.____ und Dr. F.____ und die daraus gezogenen Schlüsse durch diesen Ablauf ver-
fälscht worden sind. Entscheidend ist letztlich, dass die Gutachter das Gutachten gemeinsam 
am Schluss unterzeichnen und sich damit mit den Schlussfolgerungen und mit der Beantwor-
tung der Fragen einverstanden erklären. Ein wichtiger Grund, der den Beweiswert des Ge-
richtsgutachtens in Frage stellen würde, liegt damit nicht vor. 
 

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

6.4 Soweit der Beschwerdeführer rügt, es liege eine gravierende Unstimmigkeit vor, da der 
Bericht über das EMG nachträglich abgeändert worden sei, ist auf die Stellungnahme von 
Prof. E.____ vom 17. September 2014 abzustellen. Darin legt Prof. E.____ dar, dass die Neu-
rographie/SEP–Untersuchung nicht durch das Begutachtungsinstitut Y.____, sondern durch das 
Spital V.____ durchgeführt worden sei. Der Bericht sei vom Spital V.____ abgeändert worden, 
weil er in der Beurteilung der neurographischen Untersuchung durch die Oberärzte des Spitals 
V.____ einen fachlichen Fehler entdeckt habe. Nachdem die zuständigen Oberärzte ihren Feh-
ler erkannt hätten, hätten sie die entsprechende Änderung ihres Berichts vorgenommen. Ge-
stützt auf die Ausführungen von Prof. E.____ ist davon auszugehen, dass der Umstand, dass 
der Bericht nachträglich durch die Verfasser selbst abgeändert wurde, am vollen Beweiswert 
des Gerichtsgutachtens nichts ändert. Es handelt sich nicht um eine nachträgliche Änderung, 
die ohne das Einverständnis der Fachärzte des Spitals V.____ durch den Gutachter selbst vor-
genommen worden wäre. 
 
6.5.1 Der Beschwerdeführer sieht den Beweiswert des Gerichtsgutachtens zudem als stark 
herabgesetzt, weil es eine falsche Angabe in Bezug auf die Dauer der Untersuchung durch 
Dr. F.____ beinhalte. Diese habe nicht, wie im Gutachten festgehalten, 70 Minuten gedauert, 
sondern nur 45 Minuten. Dr. F.____ sei zu spät gekommen und habe in aller Eile seine Unter-
suchung vornehmen müssen. Diese Untersuchung biete somit keine Gewähr, dass die Befunde 
richtig erhoben worden seien. 
 
6.5.2 Gemäss höchstrichterlicher Praxis kommt es für den Aussagegehalt eines medizini-
schen Gutachtens grundsätzlich nicht auf die Dauer der Untersuchung an, sondern es ist in 
erster Linie massgebend, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist 
(Urteil des Bundesgerichts vom 1. April 2009, 9C_55/2009, E. 3.3). Zwar muss der zu betrei-
bende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden Pathologie angemessen 
sein. In erster Linie hängt aber der Aussagegehalt einer Expertise davon ab, ob sie inhaltlich 
vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2014, 
8C_385/2014, E. 4.4.2). Dr. F.____ führt in der Stellungnahme vom 17. September 2014 aus, 
dass er nicht unter einem zeitlichen Druck gestanden habe. Er hält fest, dass die Befragung und 
Untersuchung 70 Minuten gedauert habe. Er weist aber darauf hin, dass er den vereinbarten 
Termin am Morgen nicht habe wahrnehmen können, wofür er sich beim Beschwerdeführer ent-
schuldigt habe. Am Nachmittag habe aber ein neuer Termin vereinbart werden können. Im An-
schluss an die Exploration habe er sogar noch begonnen, die Untersuchungsergebnisse zu 
diktieren. Hinweise darauf, dass die Exploration unter Zeitdruck stattgefunden hat, gibt es nicht. 
Der Beschwerdeführer legt auch nicht dar, inwiefern der orthopädische Status aufgrund eines 
Zeitmangels unzutreffend erhoben worden wäre. Wie bereits in Erwägung 6.1 hiervor dargelegt, 
überzeugen die gutachterlichen Ausführungen von Dr. F.____ und sie sind inhaltlich vollständig. 
In Anbetracht des Umstands, dass sich Dr. F.____ insbesondere mit der Auswertung von radio-
logischen Untersuchungen und fachärztlichen Einschätzungen hat auseinander setzen müssen, 
erscheint die Dauer für die persönliche Untersuchung von 70 Minuten als ausreichend. Selbst 
wenn sich der zeitliche Untersuchungsaufwand auf (nur) 45 Minuten erstreckt haben sollte, was 
vom Gutachter bestritten wird, dürfte sich dieser Aufwand in jedem Fall als hinreichend erwei-
sen. Es ist somit nicht erstellt, dass im orthopädischen Gutachten von Dr. F.____ das vom Be-

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

schwerdeführer gezeigte Leistungsvermögen und seine Beschwerden unkorrekt wiedergegeben 
worden wären. 
 
6.6 Der Beschwerdeführer verweist sodann auf das radiologische Gutachten von PD 
Dr. G.____ vom 20. Juni 2014. PD Dr. G.____ gehe, anders als die Gerichtsgutachter, davon 
aus, dass eine Fehlstellung beider Prothesenkomponenten vorliege. Deshalb seien die Schluss-
folgerungen der Gutachter bezüglich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht verwert-
bar, da die Gutachter die Schmerzen des Beschwerdeführers nicht ernst nehmen bzw. behaup-
ten würden, dass die Diskussion um die Fehlplatzierung des Implantats auf dem Bedürfnis 
gründe, eine Erklärung für die anhaltenden Schmerzen zu finden. PD Dr. G.____ äussert sich in 
seinem Bericht nicht zur Beurteilung von Dr. F.____. Auch wird das Gerichtsgutachten bei den 
Vorakten nicht erwähnt. Um die Beweiskraft des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, genügt 
es aber nicht, dass ein anderer Facharzt zu einer anderslautenden Einschätzung gelangt. Die 
Gutachter nehmen die Schmerzen des Beschwerdeführers ernst. Sie halten auf S. 36 des Gut-
achtens fest, dass es keine Hinweise auf Verdeutlichungstendenzen, Aggravation oder Simula-
tion gebe. 
 

6.7 Somit kann zusammenfassend in Bezug auf den Beweiswert des Gerichtsgutachtens 
festgehalten werden, dass es keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass das eingeholte Gutachten in 
irgendeiner Hinsicht mangelhaft sein könnte. Es erfüllt alle praxisgemässen Kriterien vollum-
fänglich (vgl. dazu Erwägung 4.2 hiervor). Sodann ist auch keine der Konstellationen gegeben, 
die es ausnahmsweise rechtfertigen oder gebieten würden, von den Schlussfolgerungen eines 
Gerichtsgutachtens abzurücken (vgl. dazu Erwägung 6.1 hiervor), weshalb auf das Gutachten 
des Begutachtungsinstituts Y.____ vom 17. April 2014 abzustellen ist. Demnach kann in antizi-
pierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf ergänzende 
medizinische Abklärungen verzichtet werden.  
 
7.1 Die Zuverlässigkeit und die Vollständigkeit des Gerichtsgutachtens stehen ausser Fra-
ge, weshalb es für die Beurteilung der Rente und der Integritätsentschädigung ausschlagge-
bend ist. In Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ist gestützt auf das Gerichtsgutachten 
davon auszugehen, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als angelernter Baupolier, bei der es 
sich um eine rein stehende Tätigkeit handelt, wo auch Zwangshaltungen eingenommen und 
Leitern und Gerüste bestiegen werden müssen, nicht mehr zumutbar ist. Die vorgenannten Tä-
tigkeiten können hauptsächlich aufgrund der orthopädischen Störungen nicht mehr erbracht 
werden. In einer den Fähigkeitsstörungen der unteren Extremitäten Rechnung tragenden Tätig-
keit könnte der Beschwerdeführer ein volles Arbeitspensum leisten. Die Einschränkungen durch 
beide Knie und weniger das linke obere Sprunggelenk erlauben kein Gehen auf unebenem Bo-
den, keine längerdauernde belastende Knieflexion durch Knien, Kauern und Hocken. Auf das 
Besteigen von Leitern und Gerüsten ist zu verzichten. Das wiederholte Heben von Lasten sollte 
auf ca. 15 kg beschränkt bleiben. Die Beschwerden am linken oberen Sprunggelenk wirken sich 
dabei nicht zusätzlich auf die Arbeitsfähigkeit aus, sondern gehen in den Einschränkungen, die 
sich aus den Restfolgen der Kniebeschwerden ergeben, auf (vgl. Dr. F.____, S. 50).  
 

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

7.2 Gestützt auf das Gerichtsgutachten ist weiter davon auszugehen, dass zwar eine Poly-
neuropathie vorliegt, diese aber nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall zu-
rückzuführen ist. In Bezug auf die Polyneuropathie zeigt Prof. E.____ auf S. 57 ff. des Gutach-
tens in nachvollziehbarer Weise auf, dass klinische Zeichen einer beginnenden sensiblen links-
betonten Polyneuropathie vorliegen würden, die sich auch neurophysiologisch verifizieren las-
sen würden. Zur Ätiologie der Polyneuropathie legt er dar, dass eine solche Erkrankung als 
Folgestörung einer anderen Erkrankung, als Folge einer Autoimmunerkrankung, als Vergif-
tungsfolge, nach infektiösen Erkrankungen sowie paraneoplastisch bei Tumorerkrankungen und 
bei vererbbaren Erkrankungen auftreten könne. Weitere Ursachen seien Vitaminmangelerkran-
kungen, Stoffwechselstörungen oder entzündliche Erkrankungen der Gefässe. Eine Polyneuro-
pathie könne aber auch ohne erkennbare Ursache (sog. idiopathisch) auftreten. Die chronisch 
inflammatorische Polyneuropathie (CIDP), welche postoperativ auftrete, erreiche ihr Maximum 
definitionsgemäss nach acht Wochen. Beim Exploranden gebe es keine Anhaltspunkte für das 
Vorliegen einer CIDP. Weder der klinische Verlauf spreche für eine CIDP noch seien die inter-
national anerkannten diagnostischen Kriterien einer CIDP erfüllt. Es sei somit davon auszuge-
hen, dass eine beginnende sensible Polyneuropathie idiopathischer Genese vorliege. Damit 
könne ein unfallkausaler Zusammenhang nicht hergestellt werden. 
 
7.3 Gestützt auf das Gerichtsgutachten ist zudem nun klar erstellt, dass der Beschwerde-
führer nicht unter einer Schmerzfehlverarbeitung leidet, wie von der Beschwerdegegnerin in der 
Vernehmlassung vom 24. Mai 2013 behauptet. Prof. E.____, der neben dem Facharzttitel für 
Neurologie auch denjenigen für Psychiatrie und Psychotherapie besitzt, führt auf S. 43 des 
Gutachtens aus, dass keine Hinweise auf eine Schmerzfehlverarbeitungsstörung vorliegen 
würden. Den Beschwerden und der daraus folgenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit liegen 
organische Ursachen zugrunde, für die die Beschwerdegegnerin – mit Ausnahme der nicht un-
fallkausalen Polyneuropathie, die ohnehin nicht zu einer zusätzlichen Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit führen würde – Versicherungsleistungen auszurichten hat. Alle involvierten Ärzte 
haben einen Kausalzusammenhang zwischen den Kniebeschwerden und den bei der Be-
schwerdegegnerin versicherten Unfallereignissen anerkannt. Für die vorliegend zu beantwor-
tenden Fragen ist nicht entscheidend, ob die zugestandenen Einschränkungen auf eine Fehl-
behandlung oder aber auf ein schlechtes Ergebnis des Implantates zurückzuführen ist. Aus die-
sem Grund erübrigt sich im vorliegenden Beschwerdeverfahren die vertiefte Auseinanderset-
zung mit der Frage, ob es bei der Implantation der Knieprothese zu einer Fehlbehandlung ge-
kommen ist oder nicht. Es wird vom Beschwerdeführer nicht dargelegt, inwiefern eine höhere 
Arbeitsunfähigkeit aus der Anerkennung, dass es sich um einen Behandlungsfehler handelt, 
resultieren könnte. 
 
8.1 Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 20. Februar 2013 und der Verfügung vom 
20. Juli 2011 hat die Beschwerdegegnerin den Einkommensvergleich vorgenommen. Dabei hat 
sie einen Invaliditätsgrad von 30 % und eine Integritätsentschädigung von Fr. 37‘800.-- gestützt 
auf einen Integritätsschaden von 30 % ermittelt. Da das vom Gerichtsgutachten festgelegte 
Zumutbarkeitsprofil demjenigen der Rehaklinik Z.____ entspricht, können die einzelnen Para-
meter des Einkommensvergleichs übernommen werden. Die konkreten Berechnungen, die vom 
Beschwerdeführer im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht substantiell bestritten worden 

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sind, sind nicht zu beanstanden. Es kann diesbezüglich vollumfänglich auf die entsprechenden 
Ausführungen der Beschwerdegegnerin verwiesen werden.  
 
8.2.1 Die Beschwerdegegnerin bringt in der Stellungnahme vom 26. Mai 2014 vor, dass der 
von ihr auf den 1. August 2011 festgesetzte Rentenbeginn angesichts der gutachterlichen Ein-
schätzung als deutlich verspätet erscheine. Im Sinne einer reformatio in peius sei der Renten-
beginn neu auf den 1. Juli 2010 vorzuverlegen. Das von der Beschwerdegegnerin ab diesem 
Zeitpunkt zu viel ausgerichtete Taggeld sei mit den künftig auszurichtenden Rentenleistungen 
zu verrechnen. 
 
8.2.2 Zu prüfen bleibt damit der Beginn des Rentenanspruchs. Der Rentenanspruch ent-
steht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Ge-
sundheitszustands erwartet werden konnte und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Inva-
lidenversicherung (IV) abgeschlossen waren (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4.3). Ob 
von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszu-
standes erwartet werden kann, beurteilt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden 
Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit sie unfallbedingt beeinträchtigt 
war. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes „namhaft“, dass die durch weitere Heil-
behandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen 
genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4). Sodann gilt, dass der Gesundheitszustand der versicher-
ten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen ist (Ur-
teil des Bundesgerichts vom 29. Mai 2012, 8C_849/2011, E. 3.2).  
 
8.2.3 Die Leistungseinstellung per Austritt aus der Rehaklinik Z.____ erweist sich als richtig. 
Prof. E.____ und Dr. F.____ gehen retrospektiv zwar davon aus, dass ab April 2009 die Aus-
übung einer angepassten Tätigkeit im Umfang von 100 % wieder möglich gewesen wäre. Zu 
diesem Zeitpunkt bestanden aber in Bezug auf die Beschwerden des linken Knies weiterhin 
diagnostische Unklarheiten. Unklar war insbesondere, ob die Einsetzung einer Totalprothese zu 
einer deutlichen Verbesserung des Beschwerdebildes und damit auch zu einer höheren Arbeits-
fähigkeit führen könnte. Mit Bericht vom 15. Februar 2010 stellte Dr. med. H.____, Chefarzt der 
Orthopädischen-Traumatologischen Abteilung des Spitals U.____, fest, dass seit November 
2008 eine 100 %-ige Arbeitsfähigkeit attestiert werde. Anlässlich der Besprechung nach der 
kreisärztlichen Untersuchung vom 9. Juni 2010 wurde festgehalten, dass der Verlauf nicht gut 
sei. Es werde nochmals drei Monate abgewartet, dann werde entschieden, ob ein Wechsel auf 
eine Knie-Totalprothese in Erwägung gezogen werden müsse. Am 10. Februar 2011 und am 
18. März 2011 fanden zwei Konsultationen bei PD Dr. med. I.____, Leitender Arzt der Klinik für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des Spitals T.____ statt. 
Vor dem Hintergrund der echtzeitlichen Arztberichte vermag die Einschätzung der Gutachter, 
selbst wenn sie retrospektiv durchaus als nachvollziehbar erscheint, nicht zu überzeugen. 
Überdies ist zu berücksichtigen, dass es im Oktober 2010 zur Verletzung des linken oberen 
Sprunggelenks kam, die am 28. Oktober 2010 und am 21. Dezember 2010 zwei operative Ein-
griffe nach sich zog. Damit verbunden war auch eine weitere postoperative Arbeitsunfähigkeit. 
Somit stand erstmals im Sommer 2011 nach dem Aufenthalt in der Rehaklinik Z.____ fest, dass 
von weiteren medizinischen Massnahmen keine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszu-

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

stands und der Arbeitsfähigkeit mehr zu erwarten waren. Aus diesem Grund ist von einer Vor-
verlegung des Rentenbeginns auf den 1. Juli 2010 abzusehen.  
 
9. Nach dem Gesagten sind der angefochtene Einspracheentscheid vom 20. Februar 2013 
und die Verfügung vom 20. Juli 2011 im Ergebnis zu Recht ergangen. Der Beschwerdeführer 
hat daher ab dem 1. August 2011 Anspruch auf eine Invalidenrente im Umfang von 30 %. Zu-
dem hat er Anspruch auf eine Integritätsentschädigung in der Höhe von Fr. 37‘800.-- gestützt 
auf eine Integritätseinbusse von 30 %. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. 
 
10 Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die 
Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben. 
 
11.1 Mit BGE 139 V 496 E. 4.4 S. 502 hat das Bundesgericht für den Bereich der Invaliden-
versicherung Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage zu berücksichtigen sind, ob 
die Kosten eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können. Es erwog, es 
müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Untersuchungsmangel seitens der Verwal-
tung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen. Dies sei namentlich in folgen-
den Konstellationen der Fall: Wenn ein manifester Widerspruch zwischen den verschiedenen, 
aktenmässig belegten ärztlichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen 
durch objektiv begründete Argumente entkräftet habe (BGE 135 V 465 E. 4.4, siehe auch BGE 
139 V 225 E. 4 und Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni 2013, 8C_71/2013, E. 2); wenn die 
Verwaltung zur Klärung der medizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelas-
sen oder auf eine Expertise abgestellt habe, welche die Anforderungen an eine medizinische 
Beurteilungsgrundlage nicht erfülle (BGE 125 V 351 E. 3a). Wenn die Verwaltung dagegen den 
Untersuchungsgrundsatz respektiert und ihre Auffassung auf objektive konvergente Grundlagen 
oder auf die Ergebnisse einer rechtsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung 
der Kosten des erstinstanzlichen Gerichtsgutachtens an sie nicht gerechtfertigt, aus welchen 
Gründen dies auch immer erfolge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte 
oder eines Privatgutachtens). Gemäss BGE 140 V 70 E. 6 sind diese Kriterien auch im Bereich 
der Unfallversicherung anzuwenden (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 26. August 2014, 
8C_159/2014, E. 5).  
 
11.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid einzig 
auf den Austrittsbericht der Rehaklinik Z.____ vom 7. Juni 2011. Das Kantonsgericht kam an-
lässlich seiner Urteilsberatung vom 31. Oktober 2013 zum Ergebnis, dass ein Sachentscheid 
gestützt auf die vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Gestützt auf die Beurteilung der 
Rehaklinik Z.____ war unklar, ob die OSG-Beschwerden bei der Einschätzung der Restarbeits-
fähigkeit berücksichtigt wurden. Auf S. 4 des Austrittsberichts wurde ausgeführt, dass die belas-
tungsabhängigen Schmerzen im linken Knie und im linken oberen Sprunggelenk mit Schwel-
lungstendenz das arbeitsrelevante Problem darstellen würden. Auch im rechten Knie kämen 
Schmerzen hinzu, wenn dieses länger oder stark belastet werde. Bei der Beurteilung der Ar-
beitsfähigkeit wurden dann aber nur die speziellen Einschränkungen betreffend die Kniebe-
schwerden erwähnt (S. 2 des Austrittsberichts vom 7. Juni 2011). Die Frage, ob eine unfallkau-

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sale Polyneuropathie vorliegt, die zu weiteren Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit führt, klärte 
die Beschwerdegegnerin nicht weiter ab, obwohl dieser Umstand bereits im Einspracheverfah-
ren vom Beschwerdeführer gerügt wurde (vgl. Einsprache vom 30. April 2012) und obwohl kon-
krete Hinweise von einem neurologischen Facharzt vorlagen. Erst anlässlich des Beschwerde-
verfahrens sah sich die Beschwerdegegnerin dazu veranlasst, bei ihrem versicherungsmedizi-
nischen Dienst eine Stellungnahme einzuholen (orthopädische Beurteilung von Dr. C.____ vom 
16. Mai 2013). Auch die Frage, ob die Beschwerden auf eine Schmerzfehlverarbeitung zurück-
zuführen sind, klärte die Beschwerdegegnerin nicht weiter ab. Die Beschwerdegegnerin hat 
damit notwendige Aspekte zur Klärung der medizinischen Situation unberücksichtigt gelassen. 
Ihre Abklärungsergebnisse sind in rechtserheblichen Punkten nicht ausreichend beweiswertig. 
Hinzu kommt, dass vom Beschwerdeführer keine neuen Beweismittel aufgelegt wurden, die das 
Kantonsgericht veranlasst hätten, das Gerichtsgutachten einzuholen. Unter diesen Umständen 
ist es gerechtfertigt, die Kosten der Begutachtung der Beschwerdegegnerin zu auferlegen. Es 
besteht ein Zusammenhang zwischen dem Untersuchungsmangel und der Notwendigkeit, ein 
Gerichtsgutachten anzuordnen. Eine entsprechende Ergänzung des medizinischen Sachver-
halts hat sich zwingend aufgedrängt. 
 

11.3 Im Lichte der geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind die resultieren-
den Kosten, welche sich gemäss Honorarrechnung des Begutachtungsinstituts Y.____ vom 
17. April 2014 auf Fr. 11‘931.95 belaufen, demnach der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 
 
12.1 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch 
auf Ersatz ihrer Parteikosten. Angesichts der Tatsache, dass zur Durchführung der vom Gericht 
als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung in Frage gekommen 
wäre, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfallen und ein 
gerichtliches Gutachten angeordnet worden ist (BGE 137 V 210 ff.), gilt der Beschwerdeführer 
als obsiegende Partei. Entsprechend der bis zum Entscheid BGE 137 V 210 ff. geltenden Pra-
xis, wonach die Rückweisung der Sache an den Versicherungsträger zur weiteren Abklärung 
und zum Erlass einer neuen Verfügung grundsätzlich als Obsiegen im Sinne der genannten 
Bestimmung galt (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 132 V 235 E. 6.2, je mit weiteren Hinweisen), 
besitzt der Beschwerdeführer mithin auch im vorliegenden Fall Anspruch auf eine Parteient-
schädigung. Wurde im Verfahren ein Gerichtsgutachten eingeholt, ist der beschwerdeführenden 
Partei in der Regel eine volle Parteientschädigung zuzusprechen, selbst wenn sie letztlich in der 
Sache unterliegt und die Beschwerde abgewiesen wird. Vorbehalten bleibt indessen in diesen 
Fällen ein übermässiger Aufwand des Rechtsvertreters nach Vorliegen des Gerichtsgutachtens.  
 
12.2 Gemäss Honorarnote vom 4. November 2014 macht der Vertreter des Beschwerdefüh-
rers insgesamt 15 Stunden sowie Auslagen von Fr. 261.35 geltend, was sich umfangmässig in 
Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Ein 
übermässiger Aufwand nach Vorliegen des Gerichtsgutachtens liegt nicht vor. Die Bemühungen 
sind zum in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss zur Anwendung gelangenden Stun-
denansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 4‘332.25 (15 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich Auslagen von 
Fr. 261.35) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von 
Fr. 11‘931.95 werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. 

 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 4‘332.25 (inkl. Auslagen und 8 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht