# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 99f1aaf2-40dd-5c9a-b793-06f17a1ff90c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-03-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.03.2022 E-5413/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5413-2019_2022-03-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5413/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  M ä r z  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Esther Marti (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler, 

Richterin Muriel Beck Kadima, 

Gerichtsschreiberin Janine Sert. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch Nadja Zink, Rechtsanwältin,  

Advokaturbüro Kernstrasse,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 13. September 2019 / N (…). 

 

 

 

E-5413/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer, ein eritreischer Staatsangehöriger tigrinischer 

Ethnie mit letztem Aufenthalt in B._______ (Zoba C._______), verliess sei-

nen Heimatstaat gemäss eigenen Angaben illegal im Juli 2015 und reiste 

über diverse Länder nach Italien, von wo aus er am 21. Juli 2016 in die 

Schweiz gelangte und gleichentags um Asyl nachsuchte. Die Befragung 

zur Person fand am 29. Juli 2016 statt (BzP; Protokoll in den SEM-Akten 

A6/11; nachfolgend: A6) und am 5. Dezember 2017 wurde der Beschwer-

deführer einlässlich zu seinen Asylgründen angehört (Anhörung; Protokoll 

in den SEM-Akten A20/16; nachfolgend: A20). 

A.b Zum Nachweis seiner Identität reichte der Beschwerdeführer seine 

eritreische Identitätskarte im Original zu den Akten.  

B.  

Mit Verfügung vom 13. September 2019 – eröffnet am 18. September 

2019 – verneinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdefüh-

rers und lehnte sein Asylgesuch vom 21. Juli 2016 ab. Gleichzeitig ordnete 

es seine Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug 

an. 

C.  

Der Beschwerdeführer gelangte mit Rechtsmitteleingabe vom 16. Okto-

ber 2019 an das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt die Aufhebung 

der vorinstanzlichen Verfügung, die Feststellung seiner Flüchtlingseigen-

schaft und die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei er als Flüchtling vor-

läufig aufzunehmen. Subeventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen. Subsubeventualiter sei ihm die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren.  

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung, inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses, und um Beiordnung einer amtlichen Rechtsvertretung in der Per-

son der unterzeichnenden Rechtsvertreterin.  

Der Beschwerdeführer reichte drei Fotos, die ihn im Nationaldienst zeigten, 

zu den Akten.  

E-5413/2019 

Seite 3 

D.  

Am 17. Oktober 2019 bestätigte die zuständige Instruktionsrichterin des 

Bundesverwaltungsgerichts den Eingang der Beschwerde. 

E.  

Am 30. Oktober 2019 reichte die Rechtsvertreterin eine Bestätigung der 

Fürsorgeabhängigkeit des Beschwerdeführers seitens der D._______ vom 

22. Oktober 2019 zu den Akten.  

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 31. Oktober 2019 hiess die Instruktionsrichte-

rin den Antrag auf unentgeltliche Prozessführung gut. Weiter verfügte sie, 

dass über das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbei-

ständung zu einem späteren Zeitpunkt befunden werde. Gleichzeitig lud 

sie die Vorinstanz zum Schriftenwechsel ein.  

G.  

In ihrer Vernehmlassung vom 12. November 2019 hielt die Vorinstanz mit 

ergänzenden Erwägungen zu den eingereichten Fotos an ihrer Verfügung 

fest und beantragte sinngemäss die Abweisung der Beschwerde.  

H.  

Mit Replik vom 27. November 2019 nahm der Beschwerdeführer zur Ver-

nehmlassung Stellung.  

Gleichzeitig reichte seine Rechtsvertreterin eine Kostennote zu den Akten. 

I.  

Am 4. August 2020 teilte die Rechtsvertreterin ihre Adressänderung mit. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

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Seite 4 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten 

(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht 

(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 

25. September 2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

 

3.  

3.1 Vorab ist der Rückweisungsantrag zu behandeln, weil er, falls begrün-

det, unabhängig von der materiellen Begründetheit der Beschwerde zur 

Kassation der angefochtenen Verfügung führen könnte. 

3.2 Der Beschwerdeführer bemängelt, dass das SEM es unterlassen habe, 

die Elemente, welche für und diejenigen, die gegen die Glaubhaftigkeit sei-

ner Vorbringen sprächen, einander gegenüberzustellen. Die Realkennzei-

chen würden in der angefochtenen Verfügung nicht angesprochen und es 

fehle eine Abwägung. Die Vorinstanz habe ihre Begründungspflicht und 

seinen Anspruch auf rechtliches Gehör auch dadurch verletzt, dass sie ihm 

keine Möglichkeit gegeben habe, zur angebliche Unglaubhaftigkeit Stel-

lung zu nehmen. Eine weitere Substantiierung seiner Angaben hätte so-

dann mit wenigen Detailfragen erreicht werden können.  

3.3 Eine Sichtung des Anhörungsprotokolls ergibt, dass die Vorinstanz 

zwar durchaus Nachfragen gestellt hat; diese waren aber teilweise gerade 

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Seite 5 

dort, wo sie dem Beschwerdeführer allgemeine und knappe Schilderungen 

entgegenhält, von ihr selbst einschränkend formuliert worden. Beispielhaft 

kann auf seine Tätigkeit im Militärdienst hingewiesen werden. So wirft sie 

ihm – als eines der Hauptargumente gegen die Glaubhaftigkeit seiner 

Sachdarstellung – vor, er habe nur äusserst oberflächliche und dürftige An-

gaben zum Militärdienst gemacht, was angesichts der Dauer der angege-

benen Dienstzeit erstaune. Es sei nicht nachvollziehbar, dass er über die 

Dauer von fünf Jahren hinweg nichts anderes erzählen könne, als dass er 

Fahrzeuge repariert habe (vgl. angefochtene Verfügung, S. 3). Den ange-

gebenen Protokollstellen (vgl. A20 F34-F38) lässt sich nun aber entneh-

men, dass die Fragen sich alle auf seine Tätigkeit als (…) bezogen und 

darauf fokussierten oder gar ganz geschlossen formuliert wurden (ebd. 

F37). Diese Nachfragen beantwortete der Beschwerdeführer zwar kurz 

aber immer auch sehr präzise. Inwiefern er angesichts der entsprechenden 

Fragestellungen Anlass gehabt hätte, noch anderes zu erzählen, er-

schliesst sich nicht. Der Vorhalt in der Beschwerde, es wäre an der befra-

genden Person gelegen, weitere Nachfragen zu stellen, ist entsprechend 

nicht unberechtigt.  

Insbesondere aber moniert der Beschwerdeführer zu Recht, dass sich die 

Vorinstanz in ihrer Argumentation stark auf Plausibilitätsargumente und 

einseitig auf Elemente stütze, die gegen die Glaubhaftigkeit seiner Schil-

derungen sprächen, während sie sich mit solchen, die zu seinen Gunsten 

ausfielen, kaum auseinandergesetzt habe. Tatsächlich kann dem Kriterium 

der Plausibilität in der Regel nur untergeordnetes Gewicht beigemessen 

werden (vgl. Urteile des BVGer D-2124/2014, D-4194/2015 vom 15. Januar 

2016 E. 7.3 und D-4833/2018 vom 12. September 2018 E. 4.1). Weiter 

räumt das SEM zwar zwei Mal ein, dass die Schilderungen des Beschwer-

deführers – hinsichtlich der Ereignisse während der Haft und bezüglich des 

Ausreisewegs – einige Details enthielten, erwägt indes, es mangle diesen 

Ausführungen an persönlichem Bezug. Dies entspricht insgesamt nicht ei-

ner ausgewogenen Abwägung der für und gegen die Glaubwürdigkeit des 

Beschwerdeführers sprechenden Elemente, zumal die Schilderungen des 

Beschwerdeführers insgesamt und insbesondere auch in den Kernvorbrin-

gen widerspruchsfrei, konsistent und mit Realkennzeichen versehen aus-

gefallen sind. Zwar wären an gewissen Stellen weitere Angaben wün-

schenswert gewesen, etwa zum Alltag während des Militärdienstes über 

die Arbeitstätigkeit hinausgehend. Dass solche fehlen, kann aber aus den 

bereits genannten Gründen nicht einseitig dem Beschwerdeführer ange-

lastet werden. Nach dem Gesagten ist auch der Vorhalt, die Begründungs-

pflicht respektive das rechtliche Gehör des Beschwerdeführers sei seitens 

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der Vorinstanz verletzt worden, nicht von der Hand zu weisen, zumal das 

SEM auch auf Vernehmlassungsstufe auf die entsprechenden Einwände 

nicht eingeht. Ob diese Mängel eine Kassation rechtfertigen könnten, 

braucht allerdings nicht abschliessend geklärt zu werden. Denn zum einen 

geht der wesentliche Sachverhalt aus den Akten hinreichend hervor res-

pektive kann das Versäumte ohne grösseren Aufwand vom Gericht nach-

geholt werden. Zum anderen erwächst dem Beschwerdeführer angesichts 

des Verfahrensausgangs aus einem reformatorischen Entscheid auch kein 

Nachteil. Der Rückweisungsantrag ist abzuweisen. Den genannten Um-

ständen ist allerdings im Rahmen der Glaubhaftigkeitsprüfung Rechnung 

zu tragen  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft gemacht, wenn die Be-

hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-

ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

Glaubhaftmachung bedeutet im Gegensatz zum strikten Beweis ein redu-

ziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und 

Zweifel an den Vorbringen. Eine Behauptung gilt bereits als glaubhaft ge-

macht, wenn das Gericht von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie 

aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. 

Demgegenüber reicht es für die Glaubhaftmachung nicht aus, wenn der 

Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten 

Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorge-

brachte Sachverhaltsdarstellung sprechen. Entscheidend ist im Sinne ei-

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ner Gesamtwürdigung, ob die Gründe, die für eine Richtigkeit der Sachver-

haltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; dabei ist auf eine objek-

tivierte Sichtweise abzustellen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1).  

5.  

5.1 Als erstes ist der rechtserhebliche Sachverhalt festzustellen. Das SEM 

qualifiziert die Sachdarstellung des Beschwerdeführers (E. 6.2) aus den 

nachfolgend aufgezeigten Gründen als unglaubhaft (E. 6.3 und E. 6.5), 

letzterer hält in der Beschwerdeschrift und Replik erläuternd an seinen Vor-

bringen fest (E. 6.4 und E. 6.6). Demnach ist zu prüfen, ob das SEM die 

Sachdarstellung des Beschwerdeführers zu Recht als unglaubhaft im 

Sinne von Art. 7 AsylG qualifiziert hat (E. 6) respektive welcher Sachverhalt 

der anschliessenden Würdigung nach Art. 3 AsylG (E. 7) zu Grunde zu le-

gen ist. 

5.2 Der Beschwerdeführer bringt zu seinen Asylgründen im Wesentlichen 

vor, er habe in den Jahren (…) das zwölfte Schuljahr in Sawa absolviert. 

Dabei habe er die Noten für eine Zertifikatsausbildung erreicht und sei an-

schliessend in eine Ausbildung in (…) an der technischen Schule 

E._______ geschickt worden. Nach dieser Ausbildung sei er der Einheit 

«(…)» in F._______ zugeteilt worden, wo er von 2010 bis 2015 gedient 

habe.  

Anfangs 2012 habe er erstmals versucht, Eritrea illegal zu verlassen, sei 

dabei jedoch erwischt und festgenommen worden. Daraufhin sei er sechs 

Monate lang im Gefängnis in G._______ inhaftiert worden, bevor er auf-

grund eines nationalen Feiertages Amnestie erhalten habe und zu seiner 

Einheit zurückgebracht worden sei. Als seine Einheit nach C._______ ver-

legt worden sei, sei er anlässlich eines (…)tägigen Urlaubs aus dem Militär 

desertiert und zu seinem Onkel väterlicherseits nach B._______ gegan-

gen. Von dort aus sei er etwa drei Monate später illegal aus Eritrea ausge-

reist.  

5.3 Die Vorinstanz qualifiziert diese Vorbringen des Beschwerdeführers als 

nicht glaubhaft und begründet dies wie folgt: 

Er habe angegeben, im Militärdienst als (…) Fahrzeuge repariert zu haben. 

Auf mehrfache Nachfragen hin habe er die Automarken der Militärfahr-

zeuge, die er repariert habe, und einen groben Tagesablauf angeben kön-

nen. Damit seien seine Angaben zum Militärdienst äusserst oberflächlich 

und dürftig ausgefallen, was angesichts der angegebenen Dienstzeit – fünf 

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Jahre bei der gleichen Einheit – erstaune. Es sei nicht nachvollziehbar, 

dass er über diese fünf prägenden Jahre seines Lebens nichts Weiteres 

habe erzählen können, als dass er Fahrzeuge repariert, am Morgen mit der 

Arbeit begonnen, bis um 18 Uhr gearbeitet und vom Mittag bis 15 Uhr Mit-

tagspause gehabt habe. Damit habe er seine geschilderte Tätigkeit als (…) 

nicht in den Kontext des Militärdienstes einbetten können, was erste Zwei-

fel an seinen Vorbringen aufkommen lasse. 

Konkret aufgefordert, den Tagesablauf während seiner Haft sowohl in der 

Einzel- als auch in der Gemeinschaftszelle zu schildern, habe er betreffend 

die Einzelzelle lediglich wiederholt, er sei alleine inhaftiert gewesen, die 

Hände seien in Ketten gebunden gewesen und er habe die Zelle nur für 

die Notdurft verlassen dürfen. Ansonsten sei er den ganzen Tag in der Zelle 

eingeschlossen gewesen. Der Aufenthalt in der Zelle sei unangenehm und 

kalt gewesen. Zur zweiten Halbzeit seiner Haft habe er angegeben, der 

Aufenthalt sei besser gewesen, er habe die Hände frei gehabt und sich mit 

anderen Gefangenen unterhalten können. Damit seien seine Aussagen 

äusserst repetitiv und oberflächlich ausgefallen. Seine Schilderungen wür-

den sich auf einen sehr allgemeinen Tagesablauf und stereotype Haftbe-

dingungen beschränken, welche in der eritreischen Diaspora allgemein be-

kannt sein dürften. Auf erneute Nachfrage nach speziellen Ereignissen 

habe er zwar von seinen Verletzungen und dem Gefängnisleiter 

H._______ berichtet, doch auch diesbezüglich seien seine Schilderungen 

sehr kurz und vage geblieben. Einzig auf seine Verletzungen angespro-

chen, habe er angegeben, aufgrund der Handschellen Infektionen gehabt 

zu haben. Mitgefangene hätten seine Wunden mit Salzwasser gewaschen. 

Ein persönlicher Bezug beziehungsweise die Darlegung persönlicher Be-

troffenheit sei jedoch weiterhin ausgeblieben. Dass seine Schilderungen 

auch betreffend seine Zeit in Haft äusserst knapp und fast ausnahmslos 

oberflächlich ausgefallen seien, bestärke die Zweifel an seinem geltend 

gemachten Militärdienst. In Anbetracht der zentralen Bedeutung der Haft-

zeit und deren Länge von einem halben Jahr wäre – auch ohne wiederholte 

und explizite Aufforderung – ein anschaulicher und lebensnaher Bericht 

seiner persönlichen Erlebnisse zu erwarten gewesen. 

Da seine Vorbringen bezüglich des Militärdienstes unglaubhaft seien, sei 

auch die damit verknüpfte Desertion unglaubhaft, zumal seine Ausführun-

gen zur Zeit nach der Entlassung aus der Haft einige Unstimmigkeiten auf-

wiesen. Es sei nur schwer nachvollziehbar, dass er aufgrund seiner ver-

suchten illegalen Ausreise zwar schlecht behandelt worden sei und keinen 

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Sold erhalten, jedoch kurz nach der Rückkehr zu seiner Einheit einen Mo-

nat Urlaub erhalten habe. Weiter sei in den drei Monaten, die er bis zur 

Ausreise bei seinem Onkel verbracht habe, nichts vorgefallen, da die Be-

hörden nur die Angaben seiner Mutter, nicht jedoch jene seines Onkels re-

gistriert gehabt hätten. Es sei jedoch nicht nachvollziehbar, weshalb er an-

lässlich seines (…)tägigen Urlaubs einen Passierschein nach B._______ – 

dem Wohnort seines Onkels – und nicht zum Wohnort seiner Mutter erhal-

ten habe.  

Auch seine Angaben zum Fluchtweg seien unsubstanziiert. Ausser den An-

gaben zu den passierten Ortschaften habe er keine konkreten Aussagen 

machen können. Trotz Aufforderung, seine Ausreise ganz genau zu schil-

dern, hätten sich seine Aussagen darauf beschränkt, dass er nachts, al-

leine und zu Fuss über die Grenze gereist sei. Erst auf direkte Nachfrage 

habe er ergänzt, dass er auf einer nicht asphaltierten Strasse gereist sei, 

seine Freunde eine Karte gezeichnet hätten, er sich an den Lichtern der 

Ortschaften orientiert habe und zum Schluss auf einen Fluss gestossen 

sei. Diese Angaben seien jedoch nicht aussagekräftig und liessen jegliche 

persönliche Betroffenheit vermissen. Ferner weise seine Schilderung der 

illegalen Ausreise eine gewichtige Ungereimtheit auf: in der BzP habe er 

ausgeführt, Eritrea illegal zu Fuss verlassen zu haben, ein Schlepper habe 

ihn begleitet. In der Anhörung hingegen habe er explizit angegeben, alleine 

unterwegs gewesen zu sein. Seine Erklärung, er habe nie erwähnt, einen 

Schlepper dabei gehabt zu haben, überzeuge nicht, zumal ihm das BzP-

Protokoll in seine Sprache rückübersetzt worden sei und er die darin fest-

gehaltenen Angaben mit seiner Unterschrift bestätigt habe.  

5.4 In seiner Beschwerdeschrift hält der Beschwerdeführer entgegen, die 

Vorinstanz argumentiere in erster Linie mit dem Kriterium der Plausibilität, 

bei welchem grosse Vorsicht angebracht sei. So sollten grundsätzlich nur 

naturwissenschaftliche, physikalische und biologische Tatsachen unter 

dem Aspekt der Plausibilität bewertet werden. Seine Sachdarstellung sei 

in sich stimmig und glaubhaft. Die Fragen habe er konzis und sachlich be-

antwortet. Bereits aus den einleitenden Fragen ergebe sich, dass er detail-

lierte Kenntnisse zum Militärdienst und den in diesem Zusammenhang ver-

wendeten Dokumenten habe, was dafür spreche, dass er Militärdienst ge-

leistet habe. Die Vorinstanz bezweifle zu Recht nicht, dass er aus Eritrea 

stamme und seine Aussagen seien weder vage noch würden sie der allge-

meinen Lebenserfahrung widersprechen; vielmehr wiesen sie auch Real-

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kennzeichen auf und seien durch öffentlich verfügbare Quellen verifizier-

bar. Sein Aussagestil könne ganz allgemein als kurz und präzise ohne zu-

sätzliche Aus- und Abschweifungen beschrieben werden.  

Da der Beschwerdeführer während fünf Jahren stets die gleiche Tätigkeit 

habe ausführen müssen, habe er auch über keine weiteren Tätigkeiten im 

Militärdienst berichten können. Diese Perspektivenlosigkeit im eritreischen 

Militärdienst sei hinlänglich bekannt und könne ihm nicht als Unglaubhaf-

tigkeitsmerkmal angelastet werden. Überdies habe er seine Tätigkeit als 

(…) nicht lediglich oberflächlich geschildert, sondern die Fragen genau be-

antwortet. Die Vorinstanz habe es unterlassen, durch entsprechendes 

Nachfragen mehr Details zu seinem Militärdienst in Erfahrung zu bringen. 

Es gebe keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass er sich bis zu seiner Ausreise 

im Jahr 2015 dem Militärdienst hätte entziehen können, zumal er spätes-

tens (…) volljährig geworden sei. Angesichts der Tatsache, dass er nicht 

abgelegen auf dem Land, sondern in I._______ gelebt habe, sei dies äus-

serst unwahrscheinlich.  

Seine Verhaftung anlässlich seines ersten Fluchtversuchs habe der Be-

schwerdeführer zudem detailliert geschildert. Geradezu ins Bild seiner Tä-

tigkeit als (…) und Reparateur von Militärfahrzeugen passe, dass er die 

Marke des ihn transportierenden Autos gekannt und sich daran erinnert 

habe. Die Verhaftung an sich werde von der Vorinstanz auch nicht ange-

zweifelt. Zur Haftzeit habe er durchaus stringente Angaben gemacht, die 

Details enthielten und nicht als äusserst knapp und oberflächlich bezeich-

net werden könnten. Es ergebe sich aus öffentlich verfügbaren Quellen, 

dass G._______ ein Gefängnis in J._______ sei. Dass der Tagesablauf 

dort eintönig und von Untätigkeit geprägt sei, entspreche sowohl dem Ab-

lauf einer Haft im allgemeinen, als auch den Ländererkenntnissen zu Erit-

rea hinsichtlich der Haftbedingungen. Es könne ihm nicht angelastet wer-

den, dass er eine stereotype Haftzeit durchlebt habe, zumal er auch nach-

vollziehbar habe aufzeigen können, dass er wegen seiner psychischen und 

körperlichen Geschwächtheit – im Gegensatz zu den anderen Gefangenen 

– keine Arbeit habe leisten müssen, wodurch sein Tagesablauf noch be-

sonders eintönig gewesen sei. Der Grund für seine Freilassung nach sechs 

Monaten sei plausibel und seine diesbezüglichen Zeitangaben und die Ver-

knüpfungen mit historischen Ereignissen deckten sich mit den Tatsachen. 

Auch die Vorinstanz habe anerkannt, dass er auf Nachfrage detaillierte An-

gaben bezüglich der Verletzungen in Haft gemacht habe. Ihr Argument der 

mangelnden persönlichen Betroffenheit überzeuge nicht.  

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Seite 11 

Demnach habe der Beschwerdeführer während mehreren Jahren Dienst 

geleistet, was auch die Fotos bestätigten, die ihn im Nationaldienst, zusam-

men mit seiner Einheit zeigten. Dass er nach seiner Haftentlassung Re-

pressalien ausgesetzt gewesen sei, aber dennoch Urlaub erhalten habe, 

möge aus Sicht einer aus dem schweizerischen Kontext stammenden Per-

son nicht schlüssig erscheinen; der eritreische Militärdienst sei indes ge-

rade durch Willkür geprägt. Die Bewilligung und die Dauer des Urlaubes 

hänge vom jeweiligen Kommandanten ab. Ferner habe er nachvollziehbar 

erklärt, wie es durch die Verlegung seiner Einheit in die Zoba C._______ 

dazu gekommen sei, dass er nach B._______ habe reisen können. Er habe 

mit einem erneuten Ausreiseversuch gewartet, bis seine Einheit näher an 

die Grenze zum Sudan verlegt worden sei, damit er für die Ausreise kein 

Geld benötige.  

Schliesslich seien auch die Aussagen zu seiner Ausreise nicht substanz-

arm ausgefallen. Die einzige angebliche Ungereimtheit – ob er mit oder 

ohne Schlepper ausgereist sei – betreffe zum einen keinen wesentlichen 

Punkt der Asylbegründung, zum anderen sei naheliegend, dass er an der 

BzP verwechselt habe, wann der Schlepper dabei gewesen sei und wann 

nicht.  

5.5 In ihrer Vernehmlassung hält die Vorinstanz in Bezug auf die mit Be-

schwerde eingereichten Fotos fest, die Prüfung auf allfällige Manipulation 

werde verunmöglicht, weil keine Originale vorlägen. Er sei auf den Fotos 

nicht zweifelsfrei zu identifizieren. Zudem würden sie keine Rückschlüsse 

auf den Entstehungskontext – und somit auch nicht auf den geltend ge-

machten Militärdienst – zulassen.  

5.6 Der Beschwerdeführer führt in seiner Replik aus, die Fotos seien ihm 

von einem Kollegen im Juli 2019 auf sein Handy geschickt worden. Die 

Originalfotos befänden sich bei seinem Kollegen in Eritrea, der immer noch 

im Militärdienst und ebenfalls auf den Fotos abgebildet sei, weshalb er 

diese nicht vorlegen könne. Er biete jedoch sein Handy zur Überprüfung 

der Fotos an. Die blosse Behauptung der Vorinstanz, der Beschwerdefüh-

rer sei nicht zweifelsfrei zu identifizieren, sei erklärungsbedürftig und ver-

unmögliche es ihm, hierzu konkrete Ausführungen zu machen. Auf den ein-

gereichten Fotos seien offensichtlich Männer in Uniformen abgebildet. Die 

abgebildete Momentaufnahme decke sich mit der Aussage des Beschwer-

deführers, er habe im zivilen Teil des eritreischen Militärdienstes gedient. 

Während zwei Fotos aus der Zeit in Sawa stammen würden (dunkle Ho-

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Seite 12 

sen), stamme das andere aus der Anfangszeit des eigentlichen Militär-

dienstes. Angesichts der verstrichenen Zeit und des Erlebten verstehe sich 

von selbst, dass er heute nicht mehr identisch aussehe wie auf den Fotos.  

6.  

Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach einer eingehenden Prüfung 

der Akten zu folgenden Schlüssen: 

6.1 Vorab ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer persönlich glaub-

würdig und authentisch erscheint. Er ist von Beginn an seiner Mitwirkungs-

pflicht nachgekommen, hat seine persönlichen Lebensumstände umfas-

send dargelegt und war spürbar bemüht, die Fragen korrekt zu verstehen 

und zu beantworten. Nachdem er in der BzP dazu aufgefordert worden war, 

reichte er im Verlaufe des erstinstanzlichen Verfahrens seine Identitäts-

karte (ID) im Original zu den Akten (vgl. A18). Seine Erklärungen, weshalb 

sie ein falsches Geburtsjahr enthalte, sind zudem gut nachvollziehbar (vgl. 

A20 F13 ff.). Wie zu zeigen sein wird, ist den Aussagen des Beschwerde-

führers in Berücksichtigung sämtlicher wesentlicher Umstände eine schlüs-

sige und in sich stimmige Sachdarstellung zu entnehmen, die sich ohne 

weiteres in den eritreischen Kontext einfügt. Auch wenn seine Antworten 

teilweise tatsächlich kurz ausgefallen sind, enthalten sie doch immer wie-

der Details und – entgegen der Auffassung in der angefochtenen Verfü-

gung – auch sogenannte Realkennzeichen. Letztere ermöglichen eine Dif-

ferenzierung zwischen erlebnisbasierten und erfundenen respektive ver-

fälschten Aussagen (vgl. dazu ANGELIKA BIRCK, Traumatisierte Flüchtlinge, 

Wie glaubhaft sind ihre Aussagen?, Heidelberg 2002, S. 82 ff. und 

S. 139 ff.; REVITAL LUDEWIG/DAPHNA TAVOR/SONJA BAUMER, Wie können 

aussagepsychologische Erkenntnisse Richtern, Staatsanwälten und An-

wälten helfen?, in: AJP 11/2011, S. 1423 ff.; vgl. auch BGE 129 I 49 E. 5 

sowie BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1 und 2012/5 E. 2.2, jeweils 

m.w.H.). Zudem gab der Beschwerdeführer auch auf Fragen, die nicht di-

rekt seine Asylgründe betreffen, eher kurze Antworten, so zum Beispiel be-

züglich seiner Identitätskarte und seines Geburtsjahres (vgl. A20 F6 f. und 

F13 ff.). Eine gewisse Knappheit scheint insgesamt eher in der Erzählweise 

des Beschwerdeführers zu liegen, sei es aufgrund seiner Persönlichkeit 

und/oder wegen kulturell bedingter Angewohnheiten, als dass sie Hinweis 

auf eine von ihm konstruierte Sachdarstellung wäre; entsprechend wirken 

seine Ausführungen gerade nicht nacherzählt, sondern erlebnisbasiert.  

6.2 Was die einzelnen, dem Beschwerdeführer vom SEM entgegengehal-

tenen Argumente betrifft, ist folgendes festzuhalten: 

E-5413/2019 

Seite 13 

Bereits an der BzP antwortete der Beschwerdeführer spontan auf Fragen 

nach dem Militärdienst und seine Ausführungen wirken nicht nacherzählt 

(vgl. A6 Ziff. 1.17.04 f., Ziff. 7.02f). Dass er sehr wohl detailliertere Kennt-

nisse zum Militärdienst und den in diesem Zusammenhang verwendeten 

Dokumenten hat, ergibt sich bereits bei den einleitenden Fragen an der 

Anhörung (vgl. A20 F8 ff.). Die Schilderungen im Zusammenhang mit sei-

nen Tätigkeiten im Militärdienst wirken zwar zunächst teilweise oberfläch-

lich. Allerdings enthalten sie durchaus Details und verschiedene Realkenn-

zeichen. So führte der Beschwerdeführer konkret aus, welche Ausbildun-

gen er absolviert und welche Art von Militärfahrzeugen er als (…) repariert 

habe (ebd. F31 ff.). Zudem schilderte er gut nachvollziehbar, wie er im Mi-

litärdienst keine Zukunftsperspektive gehabt habe und sich seine Vorge-

setzten nicht für seine Anliegen interessiert hätten (ebd. F27 ff. und F39). 

Bereits aus dem Protokoll der BzP geht aus der freien Rede hinsichtlich 

der Bedingungen seiner Arbeitstätigkeit nach der Rückkehr aus der Haft 

eine Betroffenheit hervor, indem er zwar kurz, aber spontan bemerkt, dass 

er nicht mehr habe sorglos arbeiten können, weil man ihn aufgrund der 

versuchten illegalen Ausreise als Landesverräter betrachtet habe (vgl. A6 

Ziff. 7.01 in fine). Diese Umstände schilderte er übereinstimmend und prä-

zisierend an der Anhörung; sie enthalten auch Realzeichen und wirken real 

(z.B. A20 F67). Sodann hätte das SEM konkreter nachfragen müssen, 

hätte es weitere Besonderheiten der immer gleichen Arbeit erfahren wol-

len. Wo es – aus Sicht des Beschwerdeführers – keine besonderen Ereig-

nisse gab, hatte er auch keinen Anlass, mehr zu erzählen. Das Gericht 

zweifelt nicht daran, dass er, auf konkrete Nachfragen hin, in der Lage ge-

wesen wäre, weitere Ausführungen zu machen und – entgegen der Auffas-

sung der Vorinstanz – wie von ihm geltend gemacht, in Eritrea Dienst ge-

leistet hat. 

Seine Verhaftung anlässlich seines Ausreiseversuches im (…) 2012 schil-

dert er sodann glaubhaft. Er erklärte plausibel, er habe sich Freunden, mit 

denen er aufgewachsen sei, anschliessen dürfen, da sie bereits bezahlt 

gehabt hätten (vgl. A20 F42). Auf die Aufforderung des Befragers hin, die 

Festnahme genau zu schildern, erzählte er Schritt für Schritt, wie die Fest-

nahme stattgefunden habe, machte dabei genaue zeitliche und örtliche An-

gaben und erwähnte auch Nebensächliches, wie sein Unwissen darüber, 

wo seine Freunde hingebracht worden seien, und die Marke des Autos, mit 

welchem er transportiert worden sei (ebd. F43). Im Zusammenhang mit der 

anschliessenden sechsmonatigen Haft in G._______ berücksichtigt die Vo-

rinstanz gewichtige Elemente, die für die Glaubhaftigkeit sprechen, nicht. 

Bereits an der BzP berichtete er von dieser Haft (vgl. A6 Ziff 7.01). Dem 

E-5413/2019 

Seite 14 

Anhörungsprotokoll sind dann zahlreiche Hinweise zu entnehmen, die zu 

Gunsten des Beschwerdeführers sprechen. Schon anlässlich der allgemei-

nen Frage zu seiner Zeit in Haft, weisen seine Schilderungen – entgegen 

der Auffassung der Vorinstanz – deutliche Realkennzeichen auf. Er schil-

derte nachvollziehbar, dass er anfangs drei Monate in Einzelhaft verbracht 

habe und anschliessend – weil es ihm aufgrund der ständigen Fesselung 

körperlich und psychisch sehr schlecht gegangen sei – in eine andere 

Zelle, bestehend aus zwei zusammengebauten Containern, verlegt worden 

sei, wo er sich frei habe bewegen können und ihm die Hände nicht mehr 

gebunden worden seien (vgl. A20 F51). Auf konkrete Nachfragen hin, 

führte er aus, dass er aufgrund seiner Verletzungen in Haft nicht gearbeitet 

habe. Es erstaunt deshalb nicht, dass er den Tagesablauf in Haft repetitiv 

und nicht detailliert beschreiben konnte. Seine Erklärungen, wonach die 

Verletzungen sowohl von Infektionen an den Händen, welche sich auf den 

ganzen Körper ausgebreitet hätten, durch die Handschellen sowie durch 

die Schläge des brutalen Gefängnisleiters H._______ herrührten, wirken 

spontan und damit lebensnah (ebd. F54 f.). Weiter schilderte er nachvoll-

ziehbar, wie Mitgefangene seine Verletzungen behandelt hätten (ebd. 

F56). Insgesamt sind seinen Ausführungen eine Vielzahl von Details zu 

entnehmen und die Einschätzung des SEM, wonach er die Zeit in Haft nicht 

erlebnisorientiert habe schildern können, kann nicht gestützt werden. 

Schliesslich erklärte der Beschwerdeführer ebenfalls ohne weiteres nach-

vollziehbar, wie es zu seiner Haftentlassung kam. Auch das Einräumen, 

nicht ganz sicher zu sein, wie dies funktioniert habe, und seine Erklärung, 

dass man Amnestie erhalte, wenn die jeweilige Einheit der Entlassung zu-

stimme, weil sie einen brauche, wirkt authentisch und ist angesichts der 

bekannten Verhältnisse in Eritrea ebenso plausibel, wie dass er von seiner 

Haftentlassung in letzter Sekunde erfahren habe (ebd. F57 ff.).  

Auch die Schilderungen des Beschwerdeführers zur Rückkehr zu seiner 

Einheit nach der Haftentlassung enthalten Details, die nicht nacherzählt 

wirken. So etwa die spontane Angabe, er habe sich nach seiner Ankunft in 

der Unterkunft kaum erholen können, sondern bereits nach zwei Stunden 

mit der Arbeit beginnen müssen. Während zwei Monaten habe er keinen 

Sold erhalten und sei als Verräter beschimpft worden (vgl. A20 F67). Der 

Einwand der Vorinstanz, wonach nicht nachvollziehbar sei, dass er so kurz 

nach seiner Rückkehr zu seiner Einheit einen Monat Urlaub erhalten habe, 

ist zwar nicht vollständig von der Hand zu weisen. Allerdings wurde die 

notorische Willkür der eritreischen Militärbehörden seitens des SEM 

– ebenso wie an anderen Stellen – in die Würdigung nicht einbezogen. 

Dass die Behörden lediglich die Angaben seiner Mutter, nicht aber seines 

E-5413/2019 

Seite 15 

Onkels in B._______ gehabt hätten, ist ebenfalls plausibel (vgl. A20 F83 

ff.). Der Beschwerdeführer erklärte zudem bereits bei der Anhörung nach-

vollziehbar, weshalb er anlässlich seines (…)tägigen Urlaubs einen Pas-

sierschein nach B._______ erhalten habe, als er ausführte, dass er erst im 

Jahr 2015 habe ausreisen können, weil er darauf gewartet habe, dass 

seine Einheit beruflich nach C._______ verlegt werde oder sie für einen 

Auftrag dorthin reisen müsse, da er für eine Ausreise über C._______ ei-

nen Passierschein gebraucht habe (ebd. A20 F76 ff.). Auf Beschwerde-

ebene führt er wiederum schlüssig aus, dass er sich während der ersten 

beiden Urlaube nach der Haftentlassung, bei seiner Einheit in F._______ 

und damit in der Nähe des Wohnortes seiner Mutter, in I._______, aufge-

halten habe. Sowohl F._______ als auch I._______ lägen in der Zoba 

K._______. Mit den damals ausgestellten Passierscheinen hätte er also 

nicht in die Zoba C._______ gelangen können. Erst als er zum dritten Mal 

Urlaub erhalten habe, sei seine Einheit mittlerweile in die Zoba C._______ 

verlegt worden, weshalb er mit dem Passierschein nach B._______ habe 

reisen können (vgl. Beschwerde S. 10 f.). Entgegen der Auffassung des 

SEM sind diese Angaben nachvollziehbar.  

Schliesslich sind auch die Schilderungen des Beschwerdeführers zu seiner 

illegalen Ausreise – entgegen der Einschätzung der Vorinstanz – nicht sub-

stanzarm und ohne persönlichen Bezug ausgefallen. Wie soeben erläutert, 

zeigte er nachvollziehbar seine Überlegungen auf, weshalb er nicht über 

die Sahelwüste habe ausreisen wollen, sondern abgewartet habe, bis 

seine Einheit in der Zoba C._______ verlegt worden sei (vgl. A20 F73 ff.). 

Er schilderte, zu welcher Uhrzeit er mit wem und mit welchen Transport-

mitteln unterwegs gewesen sei, seinen genauen Reiseweg und wie die 

Strasse ausgesehen habe, die er auf dem Weg in den Sudan gesehen 

habe (vgl. ebd. F86 ff.).  

Die vom SEM angeführte Unstimmigkeit – ob der Beschwerdeführer mit 

oder ohne Schlepper ausgereist sei – fällt in einer Gesamtwürdigung nicht 

wesentlich zu seinen Ungunsten ins Gewicht. Dies umso weniger, als die 

Erklärung einer möglichen Verwechslung der beiden illegalen Ausreisen an 

der BzP nicht ausgeschlossen werden kann, gerade auch da er – wie be-

reits ausgeführt – hinsichtlich seiner Überlegungen im Zusammenhang mit 

der Ausreise angab, für einen Ausreiseversuch über die Sahelwüste hätte 

er Geld für einen Schlepper benötigt, weshalb er sich für eine Ausreise über 

B._______ entschieden habe (vgl. A20 73 ff.).  

E-5413/2019 

Seite 16 

6.3 Zusammenfassend kommt das Bundesverwaltungsgericht nach einer 

Gesamtwürdigung der für und gegen die Sachdarstellung des Beschwer-

deführers sprechenden Elemente zum Schluss, dass der Beschwerdefüh-

rer seine Asylgründe (vgl. Sachverhalt E. 6.2) glaubhaft im Sinne von Art. 7 

AsylG gemacht hat. 

7.  

7.1 Damit ist als nächstes zu prüfen, ob der Beschwerdeführer aufgrund 

des glaubhaft gemachten Sachverhaltes die Flüchtlingseigenschaft erfüllt 

und ihm gegebenenfalls Asyl zu gewähren ist. 

7.2 Dienstverweigerung und Desertion werden in Eritrea unverhältnismäs-

sig streng bestraft. Die Furcht vor einer Bestrafung wegen Dienstverweige-

rung oder Desertion ist dann begründet, wenn die betroffene Person in ei-

nem konkreten Kontakt zu den Militärbehörden stand. Ein solcher Kontakt 

ist regelmässig anzunehmen, wenn die betroffene Person im aktiven 

Dienst stand und desertierte (vgl. dazu u.a. Urteil des BVGer D-1359/2015 

vom 22. August 2017 E. 6.1 m.H. auf die weitergeführte Rechtsprechung 

der vormaligen Schweizerischen Asylrekurskommission [ARK] in Entschei-

dungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 2006 Nr. 3). In diesen Fällen 

droht nicht allein eine Haftstrafe, sondern eine Inhaftierung unter un-

menschlichen Bedingungen und Folter, wobei Deserteure regelmässig der 

Willkür ihrer Vorgesetzten ausgesetzt sind. Die Desertion wird von den erit-

reischen Behörden als Ausdruck der Regimefeindlichkeit aufgefasst. 

7.3 Der Beschwerdeführer hat nicht nur glaubhaft gemacht, im Rahmen ei-

nes Republikfluchtversuchs inhaftiert worden zu sein, sondern auch seine 

Desertion aus dem eritreischen Nationaldienst (vgl. E. 7). Es ist nach dem 

Gesagten davon auszugehen, dass die ihm bei einer hypothetischen Rück-

kehr nach Eritrea drohende Strafe nicht allein der Sicherstellung der Wehr-

pflicht dienen würde, was ‒ unter der Voraussetzung rechtsstaatlicher und 

völkerrechtskonformer Rahmenbedingungen ‒ grundsätzlich als legitim zu 

erachten wäre. Sondern es ist damit zu rechnen, dass er aufgrund seiner 

Desertion als politischer Gegner qualifiziert und als solcher unverhältnis-

mässig schwer bestraft würde. Mit anderen Worten hätte er eine politisch 

motivierte Bestrafung und eine Behandlung zu erwarten, die eine flücht-

lingsrechtlich relevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG darstellt. Die 

aufgrund des bereits Erlebten ohne weiteres nachvollziehbare Furcht des 

Beschwerdeführers vor einer asylrelevanten Verfolgung im Falle einer 

Rückkehr nach Eritrea ist damit auch objektiv begründet. Eine innerstaatli-

E-5413/2019 

Seite 17 

che Fluchtalternative ist nicht ersichtlich. Er erfüllt die Flüchtlingseigen-

schaft und es sind auch keine Asylausschlussgründe im Sinne von Art. 53 

AsylG ersichtlich, weshalb ihm Asyl zu gewähren ist. 

8.  

Die angefochtene Verfügung verletzt nach dem Gesagten Bundesrecht. 

Sie ist in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Der Beschwerdeführer 

erfüllt die Flüchtlingseigenschaft und das SEM ist anzuweisen, ihm Asyl zu 

gewähren. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

9.2 Nachdem die Rechtsanwältin Nadia Zink die Voraussetzungen zur amt-

lichen Rechtsverbeiständung im Sinne von aArt. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG 

erfüllt, ist das entsprechende Gesuch gutzuheissen.  

9.3 Dem obsiegenden und vertretenen Beschwerdeführer ist zulasten der 

Vorinstanz eine Parteientschädigung für die ihm erwachsenen notwendi-

gen und verhältnismässig hohen Kosten zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 

VwVG i.V.m. Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Die Rechtsvertreterin hat eine Kostennote vom 27. November 

2019 eingereicht, in der ein zeitlicher Aufwand von 8.5 Stunden sowie Spe-

sen von Fr. 15.–  aufgeführt werden. Der angeführte Aufwand und der Stun-

denansatz von Fr. 220.– sind angemessen. Die von der Vorinstanz auszu-

richtende Parteientschädigung ist auf insgesamt Fr. 1’885.– (inklusive Aus-

lagen) festzusetzen.  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5413/2019 

Seite 18 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Gesuch um amtliche Verbeiständung wird gutgeheissen und Rechts-

anwältin Nadia Zink als amtliche Rechtsbeiständin des Beschwerdeführers 

eingesetzt. 

2.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die angefochtene Verfügung wird auf-

gehoben. 

3.  

Der Beschwerdeführer erfüllt die Flüchtlingseigenschaft und das SEM wird 

angewiesen, ihm Asyl zu gewähren. 

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

5.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1’885.– 

auszurichten. 

6.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Janine Sert 

 

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