# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97766b06-61bc-5e35-83f4-bdb9b836253d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-11-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.11.2008 C-3112/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-3112-2006_2008-11-10.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-3112/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  N o v e m b e r  2 0 0 8

Richter Michael Peterli (Vorsitz), 
Richter Francesco Parrino, 
Richter Beat Weber, 
Gerichtsschreiberin Dominique Gross.

S._______,
vertreten durch Stephan Müller, 
PROCAP, Schweizerischer Invaliden-Verband, 
Froburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,
Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA, 
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz,

Invalidenrente.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-3112/2006

Sachverhalt:

A.
Die am (...) 1967 geborene französische Staatsangehörige S._______, 
Drogistengehilfin ("commis-droguiste"), war zuletzt als Grenzgängerin 
bei der H._______ AG als Betriebsarbeiterin (gemäss ihrer Beschwer-
de  im Bereich der Etikettierung und Verpackung von Medikamenten; 
laut Bericht von Dr. med. A._______ vom 14. Dezember 2006 handelt 
es sich dabei um Fliessbandarbeit) tätig gewesen. Am 27. Januar 2003 
stellte S._______, die im Rahmen ihrer Arbeitstätigkeit in der Schweiz 
die obligatorischen Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlas-
senen-  und  Invalidenversicherung  entrichtet  hatte,  bei  der  IV-Stelle 
des Kantons Aargau ein Gesuch um Gewährung einer Invalidenrente 
(IV-Akt. 1). 

B.
Mit Verfügung vom 17. September 2004 (IV-Akt. 15) gewährte die IV-
Stelle  für  Versicherte  im Ausland (nachfolgend: IV-Stelle)  S._______ 
bei einem Invaliditätsgrad von 50% eine halbe Invalidenrente mit Wir-
kung ab dem 1. April 2003. 

Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass seit dem 19. Ap-
ril  2002 eine relevante und anhaltende Einschränkung der Arbeitsfä-
higkeit bestehe. Ohne Gesundheitsschaden sei es S._______ möglich, 
in  ihrer  zuletzt  ausgeübten  Tätigkeit  ein  Jahreseinkommen  von 
Fr. 70'317.- zu erzielen. Diese Tätigkeit sei ihr trotz ihrer gesundheitli-
chen Probleme zu einem Pensum von 50% zumutbar, womit sie noch 
einen  Verdienst  von  Fr.  35'100.-  erzielen  könne  und  somit  einen 
Invaliditätsgrad von 50% aufweise.

C.
Gegen diese Verfügung erhob S._______ am 15. Oktober 2004 Ein-
sprache (IV-Akt. 16). Sie beantragte die Gewährung einer ganzen Inva-
lidenrente, da es ihr aus gesundheitlichen Gründen seit Oktober 2003 
nicht möglich sei zu arbeiten.

D.
Mit Einspracheverfügung vom 16. November 2006 (IV-Akt. 20) wies die 
IV-Stelle die Einsprache ab. 

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Zur Begründung führte sie aus, dass S._______ unbestritten an Unter-
leibsproblemen leide. 1978 habe sie eine Bauchfellentzündung erlitten. 
Im Dezember 1986 sei im Rahmen einer Hospitalisation eine Eileiter-
entzündung diagnostiziert worden, erneut im Jahr 1996. Der Hausarzt 
Dr. med. A._______ habe in  seinem Arztbericht  vom 18. März 2003 
(IV-Akt.  5)  eine  Arbeitsunfähigkeit  von  50%  ab  dem  27.  November 
2000  konstatiert.  Dem  Bericht  des  behandelnden  Gynäkologen  Dr. 
med.  I._______  vom  6.  Januar  2004  (IV-Akt.  9)  sei  zu  entnehmen, 
dass S._______ physisch reduziert  sei,  eine präzisere Einschätzung 
der Arbeitsfähigkeit unterbleibe jedoch. Der im Rahmen des Einspra-
cheverfahrens eingeholte  Bericht  der  behandelnden  Psychiaterin  Dr. 
med. B._______ vom 18. Oktober 2006 (IV-Akt. 18) bestätige, dass bei 
S._______ seit 1988 eine komplexe psychische Störung bekannt sei, 
eine angepasste, halbtägige Tätigkeit sei dieser jedoch zumutbar. Der 
Arbeitgeber habe im Fragebogen vom 24. Februar 2003 (IV-Akt. 3) an-
gegeben,  dass  S._______s  Arbeitsleistung effektiv  50% betrage,  da 
sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Problematik für körperliche Tätig-
keiten  stark  beeinträchtigt  sei,  bei  ruckartigen  Bewegungen  grosse 
Mühe bekunde und Hebearbeiten mit starken Schmerzen erledige. Ins-
gesamt sei S._______ somit sowohl aus gynäkologischer als auch aus 
psychiatrischer Sicht  eine  angepasste Tätigkeit zu 50% mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit zumutbar. Für die Berechnung des Invalidi-
tätsgrades wurde auf  die  Ausführungen in  der  angefochtenen Verfü-
gung verwiesen. Es resultiere somit ein Invaliditätsgrad von 50%, der 
einen  Anspruch auf  eine  halbe Invalidenrente  indiziere,  so  dass  die 
Einsprache abzuweisen sei. 

E.
Mit Eingabe vom 30. November 2006 (Akt. 1), verbessert am 15. Janu-
ar 2007 (Akt. 4), erhob S._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 
Beschwerde bei  der  Eidgenössischen Rekurskommission AHV/IV für 
die im Ausland wohnenden Personen. Sie beantragte, die Einsprache-
verfügung aufzuheben und ihr mit Wirkung ab dem 1. April 2003 eine 
halbe und mit Wirkung ab dem 1. Januar 2004 eine ganze Invaliden-
rente  zu  gewähren,  zuzüglich  eines  Verzugszinses  von  5% ab  dem 
1. April 2005. 

Zur Begründung führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, 
dass  die  Abklärung  in  somatischer  Hinsicht  insbesondere  insofern 
mangelhaft  erfolgt  sei,  als  der  Bericht  des  Hausarztes  Dr.  med. 
A._______ im Zeitpunkt der Einspracheverfügung bereits über 2,5 Jah-

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re alt gewesen und derjenige des Gynäkologen Dr. med. I._______, da 
sich dieser nicht zum Umfang der Arbeitsfähigkeit äussere, wenig aus-
sagekräftig  sei.  In  psychiatrischer  Hinsicht  habe  sich  ihr 
Gesundheitszustand verschlechtert, seit dem 29. April 2003 stehe sie 
deshalb  in  psychiatrischer  Behandlung. Dieser  Problematik  sei  beim 
Erlass  der  angefochtenen  Einspracheverfügung  zu  wenig  Rechnung 
getragen  worden,  bestätige  doch  die  behandelnde  Psychiaterin  Dr. 
med. B._______ in ihrem Bericht vom 18. Oktober 2006, dass ihr eine 
angepasste Tätigkeit während lediglich vier Stunden täglich zumutbar 
und in diesem Rahmen eine Verminderung der Leistungsfähigkeit von 
50% hinzunehmen sei. Mangels anderer Anhaltspunkte sei deshalb bei 
der Durchführung des Einkommensvergleiches auf diese Angabe ab-
zustellen.  Im  Rahmen  des  Einkommensvergleiches  rechtfertige  sich 
überdies ein leidensbedingter Abzug von 10%, insbesondere weil sie 
als  Grenzgängerin erfahrungsgemäss nur ein unterdurchschnittliches 
Einkommen  erzielen  könne.  Daraus  ergebe  sich  ein  Invaliditätsgrad 
von 85% und mithin ein Anspruch auf  eine ganze Invalidenrente. Da 
sie  jedoch  bis  zum  vollständigen  Verlust  ihrer  Arbeitsfähigkeit  per 
13. Oktober 2003 noch halbtags an ihrem bisherigen Arbeitsplatz ge-
arbeitet habe, bestehe dieser Anspruch erst nach Ablauf einer dreimo-
natigen Wartefrist ab dem 1. Januar 2004. 

Als  Beweismittel  reichte die  Beschwerdeführerin  insbesondere einen 
Bericht von Dr. med. A._______ vom 14. Dezember 2006 (Beilage 7 zu 
Akt. 4)  ein,  in dem dieser die Ausübung der bisherigen Tätigkeit  als 
nicht mehr zumutbar erachtete, sowie dessen Arztzeugnis vom 18. Ok-
tober 2004 (unnummerierte Beilage zu Akt. 4),  wonach sie seit  dem 
13. Oktober 2003 nicht mehr arbeite ("est en arrêt de travail à 100%"). 
Weiter  übersandte  sie  einen  Bericht  von  Dr.  med.  I._______  vom 
12. Dezember 2006 (Beilage 6 zu Akt. 4), wonach die Arbeitsunfähig-
keit für die bisherige Tätigkeit über 100% betrage ("plus de 100% pour 
le travail  en entreprise"). Allenfalls könne sie adäquate Akkord- oder 
Heimarbeiten ausführen,  soweit  diese insbesondere eine flexible  Ar-
beitseinteilung erlaubten.

F.  
Mit Eingabe vom 19. März 2007 (Akt. 11) verzichtete die IV-Stelle auf 
eine Stellungnahme. 

G.
Am 31. Dezember 2007 (Akt. 16) reichte die Beschwerdeführerin zu-

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sätzlich  zu  bereits  aktenkundigen  Dokumenten  insbesondere  einen 
Bericht  von Dr. med.  A._______ vom 14. Dezember  2006 ein,  worin 
dieser betonte, dass die Beschwerdeführerin – zusätzlich zu den so-
matischen Beschwerden – an einer durch die obsessionnelle Neurose 
ausgelösten Depression ("syndrome dépressif se greffant sur une név-
rose  obsessionelle")  leide. Eine  Begutachtung  zur  genaueren  Eruie-
rung der Arbeitsfähigkeit erweise sich deshalb als angebracht.

H.
Die IV-Stelle liess sich in der Folge nicht mehr vernehmen.

I.
Gegen den am 10. April 2007 respektive am 13. Oktober 2008 mitge-
teilten Spruchkörper sind keine Ausstandsbegehren eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig 
ist,  die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen 
Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei den Beschwerdediensten 
der Departemente hängigen Rechtsmittel. Die Beurteilung erfolgt ge-
mäss  Art.  53  Abs. 2  des  Bundesgesetzes  über  das  Bundesverwal-
tungsgericht vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nach neuem Ver-
fahrensrecht.

1.2 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit  Art. 33 Bst. d  VGG und 
Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 (IVG, SR 831.20; die Änderungen des IVG und 
des  Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil 
des Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1], 5. IV-Revision,  AS 
2007 5129 bzw. AS 2007 5155, in Kraft seit 1. Januar 2008, sind im 
vorliegenden  Verfahren  nicht  anwendbar,  da  der  angefochtene  Ent-
scheid vor Inkrafttreten der entsprechenden Bestimmungen ergangen 
ist; sie werden somit nachfolgend nicht zitiert) beurteilt das Bundesver-
waltungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfü-
gungen der schweizerischen IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine 
Ausnahme im Sinne von Art. 32 VVG liegt nicht vor.

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1.3 Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) findet 
das  VwVG  keine  Anwendung  in  Sozialversicherungssachen,  soweit 
das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Gemäss 
Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invaliden-
versicherung (Art. 1a-26bis und 28-70) anwendbar, soweit das IVG nicht 
ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht.

1.4 Die Beschwerdeführerin ist im Sinne von Art. 59 ATSG beschwer-
delegitimiert.

1.5 Da  die  Beschwerde  im  Übrigen  frist-  und  formgerecht  (Art.  60 
ATSG und Art. 52 VwVG) eingereicht wurde, ist darauf einzutreten. 

2.
Vorliegend  ist  streitig  und vom Bundesverwaltungsgericht  zu  prüfen, 
inwiefern die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Ein-
schränkungen in rentenberechtigendem Ausmass invalid ist und somit 
Anspruch auf Ausrichtung einer Invalidenrente hat. 

2.1 Falls sich ein Versicherter mehr als zwölf Monate nach Entstehung 
des Rentenanspruches anmeldet,  so werden gemäss Art. 48 Abs. 2 
Satz 1 IVG Leistungen der Invalidenversicherung lediglich für die zwölf 
der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet. Folglich könnten 
Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung vorliegend frü-
hestens ab Januar 2002 gewährt werden, weshalb bei der Prüfung des 
Rentenanspruchs nicht über diesen Zeitpunkt zurückzugehen ist.

Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf  den im Zeitpunkt  des Erlasses des angefochtenen 
Verwaltungsaktes eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 4 E. 1.2 
mit Hinweisen). Die im vorliegenden Verfahren streitige Einsprachever-
fügung  wurde  am  16. November  2006 erlassen,  so  dass  eventuelle 
nach  diesem  Zeitpunkt  eingetretene  Sachverhaltsänderungen  nicht 
mehr berücksichtigt werden können (BGE 121 V 366 E. 1b).  

2.2 Laut Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist Invalidität 
die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebrechen, Krank-
heit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist nach Art. 7 ATSG der durch Be-
einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte 

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und  nach  zumutbarer  Behandlung  und  Eingliederung  verbleibende 
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be-
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Das heisst, dass es 
bei der Bemessung der Invalidität einzig und allein auf die objektiven 
wirtschaftlichen Folgen der funktionellen Behinderung ankommt, wel-
che nicht mit  dem vom Arzt festgelegten Grad der funktionellen Ein-
schränkung übereinstimmen müssen (BGE 110 V 275 E. 4a). Dabei 
sind nach Art. 6 ATSG die Erwerbs- beziehungsweise Arbeitsmöglich-
keiten nicht nur im bisherigen Beruf (d.h. in jenem Beruf, der vor Ein-
tritt der Arbeitsunfähigkeit zuletzt ausgeübt wurde [BGE 114 V 285 E. 
3; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, Zürich u.a. 2003, Art. 6 Rz. 4]), son-
dern auch in zumutbaren Verweisungstätigkeiten zu prüfen. 

2.3 Ein Anspruch auf eine ganze Rente besteht gemäss Art. 28 Abs. 1 
IVG in  der  bis  zum 31. Dezember  2003 gültig  gewesenen Fassung, 
wenn  die  versicherte  Person  mindestens  zu  zwei  Dritteln,  derjenige 
auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zur Hälfte und derjenige 
auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist.

Gemäss dem zwischen dem 1. Januar 2004 und dem 31. Dezember 
2007 in Kraft stehenden Art. 28 Abs. 1 IVG besteht bei einem Invalidi-
tätsgrad von 70% ein Anspruch auf eine ganze Rente, auf eine Drei-
viertelsrente bei  einem Grad der Invalidität  von 60%, auf  eine halbe 
Rente bei einem solchen von 50% und auf eine Viertelsrente bei ei-
nem Invaliditätsgrad von 40%. 

2.4 Die Verwaltung – und im Beschwerdefall das Gericht – ist bei der 
Eruierung der Invalidität auf Unterlagen angewiesen, die der Arzt und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung gestellt  haben. 
Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und gegebenenfalls be-
züglich welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. Im Wei-
teren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be-
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten kon-
kret noch zugemutet werden können (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 
E. 3c mit Hinweisen; ZAK 1991 S. 319 E. 1c). 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichts  ist  entschei-
dend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf all-
seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden be-
rücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

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Darlegung  der  medizinischen  Situation  einleuchtet,  und  ob  die 
Schlussfolgerungen  der  Experten  begründet  sind  (BGE  125  V  352 
E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI 2001 S. 112 f.). 

3.

3.1 Der  Hausarzt  Dr.  med. A._______  hatte  in  seinem Bericht  vom 
18. März 2003 festgehalten, dass der Beschwerdeführerin aufgrund ih-
rer gesundheitlichen Probleme insbesondere im Bereich des Unterlei-
bes,  verbunden  mit  einer  neurotischen  Persönlichkeit,  die  bisherige 
Tätigkeit zu etwa fünf Stunden täglich zugemutet werden könne, wobei 
aufgrund des Kraftverlustes und der Schmerzen mit einer (nicht näher 
umschriebenen)  Leistungsverminderung  zu  rechnen  sei.  Bei  einer 
leichten Verweisungstätigkeit im Umfang von täglich vier bis fünf Stun-
den, in stehender oder sitzender Position, bei  der sie nicht mehr als 
10 kg heben oder tragen müsse, sei hingegen keine Leistungseinbu-
sse zu erwarten. Nach Durchführung psychiatrischer Massnahmen sei 
auch die Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit zu 50% in Betracht 
zu ziehen. 

Mit Bericht vom 6. Januar 2004 hatte der behandelnde Gynäkologe Dr. 
med. I._______ mitgeteilt, dass seiner Ansicht nach die bisherige Tä-
tigkeit  der  Beschwerdeführerin,  welche nach zahlreichen Entzündun-
gen  im  Bereich  des  Unterbauchs  ("d'abord  d'origine  appendiculaire, 
puis ensuite annexielle à droite") an chronischen, oft invalidisierenden 
Schmerzen im Beckenbereich und rezidivierenden Zysten im Bereich 
der  Eileiter  leide,  so  dass  sie  einer  regelmässigen  gynäkologischen 
Behandlung bedürfe, noch zumutbar sei, wobei jedoch eine (nicht wei-
ter beschriebene oder begründete) Leistungseinschränkung zu erwar-
ten sei. 

Diese  sich  im  Ergebnis  widersprechenden  Berichte  sind  hinsichtlich 
der Arbeitsfähigkeit nur knapp begründet, das positive beziehungswei-
se negative Leistungsbild wird insbesondere von Dr. med. I._______ 
nur ungenügend beschrieben, zumal nicht dargelegt wird, inwiefern bei 
der Ausübung der  bisherigen Tätigkeit  von einer Leistungsverminde-
rung  auszugehen  wäre. Insbesondere  aber  wichen  sowohl  Dr. med. 
A._______ als auch Dr. med. I._______ – wie nachfolgend aufgezeigt 
werden soll – in späteren Berichten in relevantem Masse von ihren je-
weiligen Einschätzungen der  Arbeitsfähigkeit  ab,  ohne diese Diskre-
panzen nachvollziehbar zu begründen:

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So schätzte Dr. med. I._______ in seinem Bericht vom 12. Dezember 
2006  die  Arbeitsunfähigkeit  für  die  bisherige  Tätigkeit  auf  mehr  als 
100% ("incapacité physique [...] plus de 100% pour le travail en entre-
prise"). Diese Einschätzung – welche im schweizerischen Invalidenver-
sicherungssystem schon begriffslogisch nicht möglich ist – wird nicht 
nachvollziehbar mit einer Verschlechterung des Gesundheitszustands 
der Beschwerdeführerin innerhalb des zu berücksichtigenden Zeitfens-
ters begründet. Vielmehr hält Dr. med. I._______ lediglich fest, dass ihr 
insbesondere  Tätigkeiten,  welche  langes  Stehen,  das  Tragen  von 
schweren Gegenständen,  Stressresistenz oder  adäquate  Reaktionen 
auf ungewohnte Situationen erforderten, produktions- und leistungsori-
entierte Arbeiten ("travail lié à la production et au rendement") und die 
Arbeit  am Fliessband nicht  zumutbar  seien. Allenfalls  könne  sie  ad-
äquate Akkord- oder Heimarbeiten ausführen, soweit diese insbeson-
dere  eine  flexible  Arbeitseinteilung  erlaubten.  Zum  Umfang  solcher 
Verweisungstätigkeiten  (welche  ihrerseits  eine  vollständige 
Arbeitsunfähigkeit  ausschliessen  würden)  äusserte  er  sich  jedoch 
nicht.

In  einem Bericht  vom 14. Dezember  2006  erachtete  auch  Dr. med. 
A._______  –  ohne  eine  Verschlechterung  des  Gesundheitszustands 
darzulegen – die Ausübung der bisherigen Tätigkeit, welche ein gutes 
Konzentrationsvermögen, Stressresistenz, langes Stehen und teilwei-
se schnelle, aber repetitive Bewegungen erfordere, als nicht mehr zu-
mutbar.  Ob  und  inwiefern  der  Beschwerdeführerin  allenfalls  Verwei-
sungstätigkeiten,  welche  keine  entsprechenden  Anforderungen  stell-
ten, zumutbar seien, legte er nicht dar. Den von der IV-Stelle berech-
neten Invaliditätsgrad – dessen Eruierung nicht in die ärztliche Zustän-
digkeit fällt – von 50% erachtete er als gering, eine Einschätzung von 
100% werde verlangt ("une incapacité de 100% est demandée").

Am 18. Oktober 2006 schliesslich berichtete Dr. med. B._______, wel-
che die Beschwerdeführerin seit dem 29. April 2003 psychiatrisch be-
treute, dass die Beschwerdeführerin aus fachärztlicher Sicht an einer 
obsessionellen Neurose ("Nevrose obsessionnelle") leide. Aufgrund ih-
rer leichten Ermüdbarkeit, der Ängste und der kognitiven Defizite ("fati-
gabilité psychique, des angoisses, des troubles cognitifs")  könne die 
Beschwerdeführerin  den ihr  angestammten Beruf  nicht  mehr  korrekt 
ausführen. Dr. med. B._______ äusserte sich sodann in ihrer Stellung-
nahme insofern in widersprüchlicher Weise, als sie die Frage, ob die 
bisherige Tätigkeit noch zumutbar sei, verneinte, auf die nachfolgende 

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Frage, ob dabei  gegebenenfalls  – sofern  also die bisherige Tätigkeit 
noch  (teilweise)  zumutbar  wäre  –  eine  Leistungseinschränkung 
bestehe, jedoch bejahte und eine Einschränkung von 50% attestierte. 
Verweisungstätigkeiten,  welche  weniger  hohe  Ansprüche  an  die 
Konzentrationsfähigkeit stellten, erachtete sie zu vier Stunden täglich 
als  zumutbar,  wobei  ebenfalls  eine  (nicht  weiter  begründete) 
Leistungseinbusse von 50% zu erwarten sei. 

3.2 Die behandelnden Ärzte widersprechen sich wie aufgezeigt in der 
(jeweils  nur  knapp  begründeten)  Einschätzung  der  Arbeitsfähigkeit 
gleich mehrfach und ohne nachvollziehbare Begründung, so dass sich 
insgesamt kein kohärentes Bild des Sachverhalts ergibt,  zumal  auch 
Dr. med. A._______ in seinem Bericht vom 14. Dezember 2006 eine 
Begutachtung zur genaueren Eruierung der Arbeitsfähigkeit als ange-
bracht erachtete. 

Die vorhandenen medizinischen Unterlagen bieten somit keine nach-
vollziehbare und genügende Grundlage, um zu bestimmen, ob und ge-
gebenenfalls in welchem Umfang die erst 41-jährige Beschwerdeführe-
rin aus somatischer und psychiatrischer Sicht ihre angestammte Tätig-
keit  beziehungsweise leidensangepasste Verweisungstätigkeiten aus-
üben kann. Entsprechend sind sie nicht geeignet, den Umfang der Ar-
beitsfähigkeit  mit  dem erforderlichen Beweisgrad der  überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit nachzuweisen.

3.3 Die IV-Stelle ist  somit  in ihrer  Einspracheverfügung vom 16. No-
vember 2006 zu Unrecht davon ausgegangen, dass der Beschwerde-
führerin aus gynäkologischer sowie aus psychiatrischer Sicht mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit die Ausübung einer angepassten Tätig-
keit zu 50% zumutbar sei, zumal sie offen liess, welche Tätigkeiten sie 
als "angepasst" erachtete und hinsichtlich der Berechnung des Invali-
ditätsgrads auf die "korrekten Ausführungen in der angefochtenen Ver-
fügung" verwies, in der jedoch von einer 50-prozentigen Arbeitsfähig-
keit in der bisherigen Tätigkeit ausgegangen wurde. In diesem Zusam-
menhang wird auch noch näher  zu klären sein,  welche körperlichen 
und psychischen Anforderungen die von der Beschwerdeführerin zu-
letzt  ausgeübte  Tätigkeit  als  "Betriebsarbeiterin"  im  Bereich  Verpa-
ckung  und  Etikettierung  stellt,  ob  sie  namentlich  (wie  von  Dr. med. 
A._______  im Bericht  vom 14. Dezember  2006 erwähnt)  am Fliess-
band ausgeübt werden muss und somit gleichzeitig mit grossem Zeit-

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druck,  erhöhten  Kraftanstrengungen  oder  ständigem Stehen  verbun-
den sein könnte. 

4.
Im Ergebnis  gilt  es deshalb,  im Rahmen einer  gynäkologischen und 
psychiatrischen  Abklärung  das  (positive  und  negative)  Leistungsbild 
der Beschwerdeführerin genauer zu definieren, und sodann auf dieser 
Grundlage die (nach der Eruierung der Anforderungen der bisherigen 
Tätigkeit)  konkret  in  Frage kommenden (Verweisungs-)Tätigkeiten zu 
bestimmen. Auf dieser Basis muss sodann der Einkommensvergleich 
durchgeführt  werden,  wobei  die  Vorinstanz  gegebenenfalls  nach 
pflichtgemässem  Ermessen  über  einen  leidensbedingten  Abzug  zu 
entscheiden hat (aufgrund der ungenügenden Aktenlage, bei der ins-
besondere unklar ist, welche Tätigkeiten ausgeübt werden können und 
ob  dabei  allenfalls  eine  Leistungsverminderung hinzunehmen ist,  ist 
dessen Bestimmung im jetzigen Zeitpunkt nicht möglich; festzuhalten 
ist  jedoch,  dass  aufgrund  der  ausländischen  Nationalität  und  dem 
Grenzgängerstatus nicht automatisch auf einen tiefen Lohn geschlos-
sen werden muss [BGE 126 V 79 Erw. 5a/cc,  Urteil  des  Bundesge-
richts vom 5. März 2004, I 426/03, E. 3.2.4]) und sodann neu zu verfü-
gen hat. Erst  in  diesem Rahmen wird auch über  die Leistung eines 
Verzugszinses zu befinden sein.

Die Beschwerde ist somit insofern teilweise gutzuheissen, als die an-
gefochtene Einspracheverfügung vom 16. November 2006 aufgehoben 
und die Sache im Sinne der oben stehenden Erwägungen zurückge-
wiesen wird.

5.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat gemäss Art. 64 Abs. 
1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschä-
digung zu Lasten der Vorinstanz. Diese wird auf Fr. 2'000.- festgesetzt.

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C-3112/2006

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen  und  die  angefochtene 
Einspracheverfügung vom 16. November 2006 aufgehoben. 

2.
Die Sache wird zur Feststellung des Sachverhalts und zum Erlass ei-
ner neuen Verfügung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zu- 
rückgewiesen. 

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.
Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 
von Fr. 2'000.- zu bezahlen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz 
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Michael Peterli Dominique Gross

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C-3112/2006

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-
fochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  be-
schwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

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