# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ed5d718c-5167-55ef-8b5f-3a35cedd4bab
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-09-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 28.09.2004 SF 2004 26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2004-26_2004-09-28.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 28. September 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 04 26 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Heinz-Bommer, Jegen, Tomaschett-Murer und Burtscher
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

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In der Strafsache

des X., Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Marty, 
Alexanderstrasse 8, Postfach 528, 7002 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 28. Mai 2004,

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. X. wurde am T. in A. geboren. Seine Mutter ist Schweizerin und lebte 
damals in Österreich. Der Vater stammt aus dem Iran. Kurz nach seiner Geburt 
siedelte die Familie nach München, wo sich die Eltern trennten, als X. 3 Monate alt 
war. Anschliessend zog die Mutter mit dem Kind nach B.. Da seine Mutter berufs-
tätig war, wuchs X. bei seinen Grosseltern mütterlicherseits sowie im Kinderheim in 
C. auf. In C. besuchte er auch den Kindergarten und anschliessend die Primar- und 
Sekundarschule. Nach der Schulentlassung absolvierte er in D. eine dreijährige 
Kochlehre, die er im Jahr 1981 erfolgreich abschloss. Anschliessend war er 
zunächst in seinem ehemaligen Lehrbetrieb tätig und arbeitete sich dort zum 
Küchenchef empor. Nachdem er die Rekrutenschule absolviert hatte, unternahm X. 
eine längere Reise, die ihn nach Asien führte. Nach seiner Rückkehr arbeitete er 
bei der E. als Handlanger und reiste anschliessend wiederum nach Asien. Im Jahre 
1983 wurde er wegen Drogendelikten verhaftet und in der Folge zu einer mehrjäh-
rigen Zuchthausstrafe verurteilt, die er bis 1988 verbüsste. Anschliessend ging er 
nach F., wo er in einer Pizzeria als Kellner arbeitete. In der Folge war er als Ge-
schäftsführer in einer Bar in F. tätig, wo er aber erneut in Kontakt mit Drogen kam. 
Im Jahr 1990 kehrte er zurück nach C., wo er bei G. eine Stelle in der Metzgerei 
antrat. In C. rutschte er ebenfalls in die Drogenszene. In der Folge unternahm er 
wieder Reisen ins Ausland, unter anderem nach Namibia, wo er eine gewisse Zeit 
auch arbeitete. Nach seiner erneuten Rückkehr in die Schweiz war er von 1999 bis 
2003 als Koch im Altersheim H. in C. tätig. Diese Arbeitsstelle hat er im September 
2003 gekündigt, um zusammen mit seiner Lebensgefährtin in J. das Restaurant I. 
zu übernehmen. Dieses Restaurant führt er nach wie vor. Einen eigentlichen Lohn 
zahlt er sich dabei nicht aus. Der Erlös aus seiner Tätigkeit genügt aber zum Leben. 
Zusammen mit seiner Lebensgefährtin wohnt er in der Wirtewohnung des Restau-
rants I.. X. hat Steuerschulden in Höhe von einigen Tausend Franken. 

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit drei Verurteilungen ver-
zeichnet: Das Kantonsgericht Graubünden verurteilte ihn am 22. April 1986 wegen 
qualifizierter, wiederholter und fortgesetzter Widerhandlung gegen das Betäubungs-
mittelgesetz zu vier Jahren Zuchthaus. Am 12. Dezember 1997 verurteilte ihn der 
Kreispräsident C. wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu drei 
Tagen Gefängnis, bedingt auf drei Jahre, sowie Fr. 1'000.-- Busse. Am 2. August 
1999 folgte eine erneute Verurteilung durch den Kreispräsidenten Chur wegen Wi-
derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und zwar zu fünf Tagen Haft.

X. wurde am 27. August 2003 in C. festgenommen. Der Haftrichter des Be-
zirksgerichts Plessur ordnete mit Entscheid vom 29. August 2003, mitgeteilt glei-

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chentags, Untersuchungshaft an. Am 3. September 2003 wurde X. aus der Unter-
suchungshaft entlassen.

B. Im Auftrag des Untersuchungsrichters wurde über X. von med. prac. 
R. Gupta, Oberarzt Stellvertreter, Psychiatrische Dienste Graubünden, ein psychia-
trisches Gutachten erstellt. Gemäss der Expertise vom 16. April 2004 stellt der Gut-
achter die Diagnose eines Abhängigkeitssyndroms von multiplen Substanzen. Er 
gelangt zum Schluss, dass zum Zeitpunkt der Taten beim rauschgiftsüchtigen Täter 
eine leichtgradig verminderte Zurechnungsfähigkeit im Sinne von Art. 11 StGB vor-
gelegen habe. Es bestehe eine erhöhte Rückfallgefahr. Eine stationäre Massnahme 
im Sinne von Art. 44 StGB durch Einweisung in eine Drogenheilanstalt sei daher 
zweckmässig und könne die Wahrscheinlichkeit weiterer Straftaten verhindern. X. 
sei allerdings nicht motiviert, sich einer solchen Massnahme zu unterziehen. Eine 
ambulante Massnahme im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 letzter Satz in Verbindung 
mit Art. 44 Ziff. 6 StGB sei ungenügend, jedoch dem Verzicht auf Massnahmen vor-
zuziehen; eine ambulante Behandlung sei sodann mit dem gleichzeitigen Vollzug 
einer Freiheitsstrafe vereinbar. Im Falle eines bedingten Strafvollzuges sei eine 
psychiatrische Behandlung notwendig und zweckmässig, weshalb eine dahinge-
hende Weisung angezeigt erscheine. 

C. Mit Verfügung vom 28. August 2003 eröffnete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden gegen X. eine Strafuntersuchung wegen Widerhandlung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz und beauftragte das Untersuchungsrichteramt C. mit deren 
Durchführung. Die Schlussverfügung erging am 10. Mai 2004. Mit Verfügung der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 28. Mai 2004 wurde X. wegen Widerhandlung 
gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG sowie mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 19a 
Ziff. 1 BetmG in Anklagezustand versetzt. Der Anklage liegt gemäss Anklageschrift 
der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 28. Mai 2004 der folgende Sachverhalt 
zugrunde:

„X. wird angeklagt 

der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG sowie der mehrfachen 
Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG.

1. In der Zeit von Sommer 2002 bis zum 28. August 2003 erwarb der voll-
umfänglich geständige Angeklagte allein und teilweise angeblich zu-
sammen mit K. total 2'665 Gramm Heroin und 505 Gramm Kokain. Hie-
von konsumierte er einen Teil selber. Den Rest, mindestens 1'310 
Gramm Heroin für total Fr. 327'000.-- und 185 Gramm Kokain für ca. Fr. 
27'750.--, veräusserte er allein oder teilweise angeblich zusammen mit 
K. in C. an diverse Personen. Für ein Gramm Heroin verlangte er Fr. 
250.-- und für ein Gramm Kokain Fr. 150.--. Bei einem Ankaufspreis von 

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Fr. 80.-- für das Heroin und Fr. 100.-- für das Kokain beläuft sich der 
erzielte Gewinn somit auf Fr. 231'950.--. Mit dem Verkauf der Drogen 
finanzierte er sich seinen Eigenkonsum. 

Im Einzelnen handelt es sich um folgende Abgabehandlungen: 

1.1 In der Zeit von anfangs Januar 2002 bis Juni 2003 verkaufte X. unter 
unbestimmt vielen Malen und angeblich zusammen mit K. mindes-
tens 1'200 Gramm Heroin. Diese Drogen hatte K. zuvor bei L. oder 
M. angekauft. K. und der Angeklagte haben das Heroin zu Gassen-
briefchen abportioniert und dann zum Grammpreis von Fr. 250.-- 
und in Portionen à 0.2 bis 1 Gramm an Drittpersonen veräussert. 
Die Abgaben erfolgten jeweils in C., und zwar in der N., beim Taxi-
stand O. am P. oder in der Gastwirtschaft des Hotels Q.. 

Akten: 4.1, 5.1, 6.1, 6.3, 6.6, 6.8., 6.9, 6.11

1.2 In der Zeit von anfangs Juni bis Ende August 2003 bezog X. bei M. 
185 Gramm Heroin zum Grammpreis von Fr. 70.-- bis Fr. 80.--. Hie-
von verkaufte er mindestens 110 Gramm Heroin unter unbestimmt 
vielen Malen in C. an Drittpersonen, so 35 Gramm an R.. Die weite-
ren Abnehmer konnten nicht ermittelt werden. Pro Gramm verlangte 
der Angeklagte Fr. 250.--.

Akten: 4.1, 5.2, 5.6, 6.4, 6.6, 6.8, 6.9, 6.11 

1.3 In der Zeit von Juni 2002 bis Juni 2003 erwarb X. von diversen Per-
sonen, so unter anderem von S., total 505 Gramm Kokain, und zwar 
zum Grammpreis von Fr. 100.--. Von diesem Kokain verkaufte er 
angeblich teilweise zusammen mit K. in C. 185 Gramm Kokain an 
diverse Abnehmer, so unter anderem 150 Gramm Kokain an M.. Die 
weiteren Abnehmer konnten nicht ermittelt werden. Für ein Gramm 
Kokain verlangte er Fr. 150.--.

Akten: 4.1, 5.5, 6.2, 6.5, 6.9, 6.10, 6.11 

2. Der Angeklagte hat die Drogen vor dem Weiterverkauf nicht gestreckt. 
Die Angaben bezüglich Qualität der Drogen reichen von schlecht bis 
gut. Im Verfahren gegen die Lieferanten des Angeklagten, nämlich L., 
M. und S., stellte die Polizei Heroin bzw. Kokain sicher. Deren Analysen 
durch das Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen er-
gaben, dass das Heroin einen Reinheitsgehalt von 12% (L.) bzw. 16.9% 
(M.) und das Kokain von S. einen solchen von 6.9% bis 11.5% aufwie-
sen. Selbst wenn man bezüglich der von X. verkauften 1'310 Gramm 
Heroin und 185 Gramm Kokain vom kleinsten Reinheitsgehalt ausgeht, 
hat er somit total 157.2 Gramm reines Heroin sowie 12.7 Gramm reines 
Kokain an Drittpersonen abgegeben. 

Akten: 4.1, 4.4, 4.5, 4.6, 6.11 

3. In der Zeit von Sommer 2002 bis zum 28. August 2003 konsumierte der 
Angeklagte praktisch täglich Heroin und ab Januar 2003 bis August 
2003 zusätzlich auch Kokain. Die total konsumierte Menge konnte nicht 
eruiert werden. Es waren aber mehrere hundert Gramm Heroin und Ko-
kain. X. konsumierte die Drogen durch Sniffen. Weiter konsumierte X. 
im Zeitraum Dezember 1999 bis Juni 2003 regelmässig Marihuana und 
Haschisch durch Rauchen. 

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Akten: 4.1, 6.3, 6.4, 6.7, 6.9, 6.11 

Sicherstellunq 

Bei der am 27. August 2003 erfolgten Hausdurchsuchung hat die Polizei 
beim Angeklagten 1.6 Gramm Marihuana, 1.3 Gramm Haschisch sowie 14 
leere Minigripsäcklein sichergestellt. All diese Gegenstände wurden be-
schlagnahmt. 

Akten: 4.1, 4.7, 4.9, 6.11“

D. Die Hauptverhandlung vor der Strafkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden fand am 28. September 2004 in Anwesenheit des Angeklagten, X., und 
seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Marty, statt. Die Anklage 
wurde durch Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel vertreten. Gegen die Zuständigkeit 
und die Zusammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände erhoben, so dass 
sich dieses als in der Sache legitimiert erklärte.

Im Rahmen des Beweisverfahrens zur Person bestätigte der Angeklagte auf 
richterliches Befragen die Angaben zu seinen persönlichen Verhältnissen gemäss 
Anklageschrift. Der amtliche Verteidiger reichte ein ärztliches Zeugnis von Dr. med. 
Mathis Trepp zu den Akten, gemäss welchem der Angeklagte seit Mai 2004 keine 
Betäubungsmittel mehr konsumiert hat. Im Weiteren fügte der Verteidiger bei, der 
Angeklagte befinde sich seit längerem in einem Methadonprogramm, wobei die Me-
thadondosis nun stetig abgebaut werde, so dass der Angeklagte voraussichtlich in 
einem Jahr clean sei. Die ihm von der Anklage zur Last gelegten Widerhandlungen 
gegen das Betäubungsmittelgesetz gestand der Angeklagte vollumfänglich ein.

Nach Abschluss des Beweisverfahrens zur Person und zur Sache stellte und 
begründete der Staatsanwalt in seinem Plädoyer folgende Anträge: 

„1. X. sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit 3 Jahren Gefängnis zu bestrafen, unter Abzug der er-
standenen Untersuchungshaft.

3. Die sichergestellten Betäubungsmittel und Minigripsäcklein seien ge-
richtlich einzuziehen und der Vernichtung zuzuführen.

4. Das Gericht habe darüber zu befinden, ob der Angeklagte zu einer Er-
satzleistung zu verpflichten sei und wenn ja, in welcher Höhe.

5. Gesetzliche Kostenfolge.“

Der Staatsanwalt führte aus, der Sachverhalt beruhe auf den Angaben des 
Angeklagten und K. und sei vollumfänglich anerkannt. Selbst wenn hinsichtlich der 

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vom Angeklagten verkauften rund 1,3 Kilogramm Heroin und 185 Gramm Kokain 
vom kleinsten festgestellten Reinheitsgehalt ausgegangen werde, habe jener ins-
gesamt ca. 157 Gramm reines Heroin sowie 12.7 Gramm reines Kokain an Drittper-
sonen abgegeben. Die für einen schweren Fall erforderliche Menge sei damit weit 
überschritten worden. Der Angeklagte habe einen erheblichen kriminellen Willen 
gezeigt. Es treffe ihn ein schweres Tatverschulden. Gemildert erscheine sein Ver-
schulden, weil er die Drogen nicht aus Gewinnsucht, sondern infolge seiner eigenen 
Abhängigkeit zur Finanzierung des eigenen Betäubungsmittelbedarfs in Umlauf ge-
bracht habe. Strafmildernd wirke sodann die psychiatrisch festgestellte Verminde-
rung der Zurechnungsfähigkeit. Das vollumfängliche Geständnis könne strafmin-
dernd gewertet werden, wohingegen die Vorstrafen erhöhend wirkten. Er erachte 
unter diesen Umständen eine Gefängnisstrafe von drei Jahren als angemessen. 
Infolge fehlender Motivation des Angeklagten verzichte er auf einen Antrag betref-
fend einer Massnahme. Falls sich dieser nachträglich für eine solche entscheide, 
könne gestützt auf Art. 44 Ziff. 6 Abs. 2 StGB immer noch eine Einweisung in eine 
Anstalt erfolgen. 

Der amtliche Verteidiger führte aus, dass sein Mandant sowohl den ihm zur 
Last gelegten Sachverhalt wie auch die von der Anklagevertretung vorgenommene 
rechtliche Subsumtion anerkenne. Im Hinblick auf die Strafzumessung sei zu be-
achten, dass die kriminelle Energie des Angeklagten nicht sehr hoch gewesen sei, 
da jener schwerstsüchtig gewesen sei und die Drogendelikte zur Finanzierung sei-
nes eigenen Konsums begangen habe. Darüber hinaus habe er zur Finanzierung 
seines Konsums keine Straftaten begangen. Als störend empfinde er, dass dem 
Angeklagten im Rahmen der Strafzumessung eine bald 20 Jahre zurückliegende 
Verurteilung entgegengehalten werde. Der Angeklagte verfüge zurzeit über eine 
sehr hohe Strafempfindlichkeit. Er habe mit dem Konsum von Betäubungsmitteln 
aufgehört und baue auch das Methadon kontinuierlich ab. Durch die Führung des 
Restaurants I. habe er nun - dies im Gegensatz zu früheren Ausstiegsversuchen - 
ein Ziel vor Augen, für welches sich der Ausstieg lohne. Um dem Angeklagten eine 
Chance zu geben, das Geschäft weiterzuführen, beantrage er eine bedingte Ge-
fängnisstrafe von maximal 18 Monaten. Aufgrund dieser sowie weiterer Ausführun-
gen gelangte der amtliche Verteidiger zu folgenden Anträgen:

„1. X. sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit einer Gefängnisstrafe von maximal 18 Monaten zu be-
strafen. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei unter Ansetzung einer ange-
messenen Probezeit aufzuschieben.

3. Die beschlagnahmten Gegenstände seien einzuziehen.

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4. Von einer Ersatzforderung sei abzusehen.

5. Gesetzliche Kosten- und Entschädigungsfolge.“

In der Replik hielt der Staatsanwalt fest, dass der bedingte Strafvollzug auf-
grund der Rauschgiftabhängigkeit des Angeklagten nicht in Frage komme. Es sei 
aufgrund des psychiatrischen Gutachtens sodann erstellt, dass das Methadonpro-
gramm allein dem Angeklagten nicht zum Ausstieg verhelfe, sondern mit einer 
psychiatrischen Behandlung, die im Übrigen mit dem Strafvollzug vereinbar sei, er-
gänzt werden müsse. Es dürfe sodann nicht vergessen werden, dass der Ange-
klagte in erheblichem Umfang delinquiert habe.

Der amtliche Verteidiger hielt in der Duplik an seinem Standpunkt fest, dass 
der Angeklagte zwischenzeitlich nicht mehr rauschgiftsüchtig sei. Es sei auf die Aus-
sagen des Hausarztes abzustellen, der den Angeklagten begleite und beim Aus-
stieg unterstütze. Diese Bemühungen solle man nicht mit drakonischen Strafen un-
terbinden.

In seinem Schlusswort gab der Angeklagte seinen Bedenken Ausdruck, die 
Staatsanwaltschaft wolle an ihm ein Exempel statuieren. Er bemühe sich intensiv 
und bereits seit längerer Zeit, mit Hilfe des Methadonprogramms endgültig von den 
Drogen wegzukommen. Er sei sich bewusst, dass er für das Begangene eine Strafe 
verdient habe, bitte das Gericht aber, ihm durch ein mildes Urteil eine Chance zu 
geben.

Auf die weiteren mündlichen Ausführungen des Staatsanwalts und des amt-
lichen Verteidigers sowie die richterliche Befragung des Angeklagten anlässlich der 
Hauptverhandlung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1.a. Art. 19 BetmG stellt den unbefugten Umgang mit Betäubungsmitteln 
unter Strafe, da deren Genuss für die Gesundheit der Menschen als schädlich be-
trachtet wird. Um dieser Gefahr für die menschliche Gesundheit zu begegnen, hat 
der Gesetzgeber unter Ziff. 1 der zitierten Gesetzesbestimmung diejenigen Hand-
lungen mit Strafe bedroht, welche letztlich dazu führen oder führen können, dass 
Betäubungsmittel in Verkehr gebracht und so für mögliche Konsumenten zugäng-
lich gemacht werden (BGE 120 IV 337). Als Betäubungsmittel gelten nach Art. 1 

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Abs. 1 BetmG abhängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen 
Morphin, Kokain und Cannabis. Gemäss Art. 19 Ziff. 1 BetmG macht sich unter an-
derem strafbar, wer Betäubungsmittel unbefugt lagert (Abs. 3), wer sie unbefugt 
anbietet, verteilt, verkauft, vermittelt, verschafft, verordnet, in Verkehr bringt oder 
abgibt (Abs. 4) sowie wer sie unbefugt besitzt, aufbewahrt, kauft oder sonstwie er-
langt (Abs. 5). Das Strafmass beträgt, wenn die Tat vorsätzlich begangen wurde, 
Gefängnis oder Busse. In schweren Fällen ist die Strafe Zuchthaus oder Gefängnis 
nicht unter einem Jahr, allenfalls verbunden mit einer Busse bis zu einer Million 
Franken (Art. 19 Ziff. 1 Abs. 9 BetmG). Soweit Handlungen der genannten Art dem 
Eigenkonsum dienen, erfahren sie gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG eine privilegierte 
Behandlung; als Strafe drohen in diesem Fall, wie für den unbefugten Konsum von 
Betäubungsmitteln selbst, Haft oder Busse.

b. Ein schwerer Fall gemäss Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG liegt insbesondere 
vor, wenn der Täter weiss oder annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf 
eine Menge von Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Men-
schen in Gefahr bringen kann. Viele Menschen im Sinne dieser Bestimmung sind 
nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zwanzig Personen oder mehr, 
während eine Gesundheitsgefährdung bei physischer oder psychischer Abhängig-
keit zu bejahen ist (BGE 121 IV 334, 106 IV 230). Massgebend ist dabei allein, wie 
viele Konsumenten gefährdet werden könnten und nicht, wie viele tatsächlich ge-
fährdet worden sind, handelt es sich bei Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG doch um ein 
abstraktes Gefährdungsdelikt. Es spielt keine Rolle, ob neue Abnehmerkreise durch 
die Tathandlung erschlossen werden oder ob die Abnehmer bereits süchtig sind 
(BGE 120 IV 338, 118 IV 205 f., 111 IV 31 f.). Nach Anhörung von Sachverständigen 
geht das Bundesgericht davon aus, dass die Einnahme von zehn Milligramm Kokain 
während 90 Tagen beziehungsweise von zehn Milligramm Heroin während 60 Ta-
gen zu einer psychischen Abhängigkeit führt. Eine Gefährdung der Gesundheit vie-
ler Menschen (20 Personen) ist somit bei einer Rauschgiftmenge von 18 Gramm 
Kokain beziehungsweise 12 Gramm Heroin anzunehmen, wobei es sich dabei nach 
bundesgerichtlicher Praxis um die entsprechende Menge reinen Drogenstoffs han-
deln muss (vgl. BGE 109 IV 143 ff.). Keine Rolle spielt, ob der Täter die Betäubungs-
mittel in einer einzigen grossen Portion oder in vielen kleinen Teilmengen in Verkehr 
bringt (BGE 114 IV 167).

In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG, dass der Täter 
weiss oder annehmen muss, dass er mit seinem Tun die Gesundheit vieler Men-
schen gefährden kann. Dieses Wissen um das Gefährdungspotential einer solchen 

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Menge von Drogen dürfte im Rahmen zentraleuropäischer Verhältnisse im Hinblick 
auf die umfassende Aufklärung der Bevölkerung über den Drogenmissbrauch in der 
Regel bereits bei Ersttätern gegeben sein, die selbst noch keine Erfahrungen mit 
Drogen gemacht haben (vgl. BGE 104 IV 215). In Bezug auf die grosse Menge 
genügt Eventualvorsatz; ein vorgefasster Entschluss, eine solche Menge umzuset-
zen, ist demnach nicht erforderlich. Entscheidend ist folglich, ob der Täter durch 
sein Verhalten in Kauf nahm, mit der von ihm gehandelten Menge eine grosse Zahl 
von Menschen in Gefahr zu bringen (BGE 112 IV 113).

2.a. X. ist überführt und geständig, in der Zeit von Sommer 2002 bis zum 
28. August 2003 allein sowie teilweise zusammen mit K. total 2'665 Gramm Heroin 
und 505 Gramm Kokain erworben zu haben. Hiervon konsumierte er einen Teil sel-
ber. Den Rest veräusserte er allein sowie teilweise zusammen mit K. an verschie-
dene Personen. Es handelt sich hierbei um mindestens 1'310 Gramm Heroin für Fr. 
327'000.-- und 185 Gramm Kokain für ca. Fr. 27'750.-- (act. 4.1, 6.11).

Indem der Angeklagte insgesamt 2'665 Gramm Heroin und 505 Gramm Ko-
kain erwarb und davon mindestens 1'310 Gramm Heroin und 185 Gramm Kokain 
an Dritte verkaufte, erfüllt er den objektiven Tatbestand von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 3-5 
BetmG klar.

b. Hat X. den objektiven Tatbestand von Art. 19 Ziff. 1 BetmG erfüllt, ist 
entsprechend der Anklageschrift zu prüfen, ob ein schwerer Fall im Sinne von Art. 
19 Ziff. 2 lit. a BetmG vorliegt.

aa. Zunächst ist abzuklären, von welcher Qualität das von X. verkaufte 
Kokain war. Der Angeklagte hat die Drogen vor dem Weiterverkauf nicht gestreckt. 
Die Angaben bezüglich Qualität der Drogen reichen von schlecht bis gut. Im Ver-
fahren gegen die Lieferanten des Angeklagten, L., M. und S., stellte die Polizei He-
roin bzw. Kokain sicher. Deren Analysen durch das Institut für Rechtsmedizin des 
Kantonsspitals St. Gallen ergaben, dass das Heroin einen Reinheitsgehalt von 12.4 
% (act. 4.6 betr. L.; hier besteht eine Abweichung zur Anklageschrift, die von einem 
Reinheitsgehalt von 12 % ausgeht) beziehungsweise mindestens 16.7 % (act. 4.5 
betr. M.; hier besteht ebenfalls eine Abweichung zur Anklageschrift, die von einem 
Reinheitsgehalt von 16.9 % ausgeht) und das Kokain einen solchen von 6.9 % bis 
11.5 % (act. 4.4 betr. S.) aufwiesen. Selbst wenn man bezüglich der von X. verkauf-
ten 1'310 Gramm Heroin und 185 Gramm Kokain vom kleinsten Reinheitsgehalt von 
12.4 % beziehungsweise 6.9 % ausgeht, hat er somit total mindestens 162.4 

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Gramm reines Heroin sowie 12.7 Gramm reines Kokain an Drittpersonen abgege-
ben.

Wie bereits erwähnt, legt das Bundesgericht die Grenze des schweren Falles 
bei 18 Gramm reinen Kokains beziehungsweise 12 Gramm reinen Heroins fest 
(BGE 120 IV 338 f., 109 IV 143 ff.). Bei den durch X. in Umlauf gebrachten Betäu-
bungsmitteln von mindestens 162.4 Gramm reinem Heroin und 12.7 Gramm reinem 
Kokain handelt es sich daher um eine Drogenmenge, welche die vom Bundesge-
richt festgesetzten Grenzwerte um ein Vielfaches überschreitet. Dementsprechend 
erfüllt X. mit dem ihm zur Last gelegten Verhalten den objektiven Tatbestand des 
schweren Falles gemäss Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG.

bb. Auch in subjektiver Hinsicht bestehen keine Zweifel, dass der Ange-
klagte mit Wissen und Willen handelte und wusste, zumindest aber in Kauf nahm, 
mit seinem Tun die Gesundheit vieler Menschen zu gefährden. Er hat daher den 
Tatbestand von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG auch in subjektiver Hinsicht erfüllt.

3. Nach Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird mit Haft oder mit Busse bestraft, wer 
unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich konsumiert oder wer zum eigenen Konsum 
eine Widerhandlung im Sinne von Artikel 19 BetmG begeht. Der privilegierte Tatbe-
stand von Art. 19a BetmG erfasst nur jene Beschaffungshandlungen, die aussch-
liesslich dem eigenen Drogenkonsum dienen und somit eine Gefährdung Dritter 
ausschliessen. Nicht privilegiert sind Beschaffungshandlungen, die zum Drogen-
konsum Dritter führen oder konkret führen können, wie insbesondere Verkauf, Ver-
mittlung oder entsprechendes Lagern (BGE 118 IV 202 f.).

b. Der Angeklagte X. hat in den polizeilichen und untersuchungsrichterli-
chen Einvernahmen (vgl. act. 6.6, 6.7, 6.11) sowie anlässlich der Hauptverhandlung 
gestanden, in der Zeit von Sommer 2002 bis zum 28. August 2003 praktisch täglich 
Heroin und ab Januar 2003 bis August 2003 zusätzlich auch Kokain konsumiert zu 
haben. Die total konsumierte Menge konnte nicht eruiert werden. Es waren aber 
mehrere hundert Gramm Heroin und Kokain. X. konsumierte die Drogen durch Snif-
fen. Weiter rauchte er im Zeitraum Dezember 1999 bis Juni 2003 regelmässig Ma-
rihuana und Haschisch. Es steht damit fest, dass X. mehrfach gegen Art. 19a Ziff. 1 
BetmG verstossen hat.

4.a. Gemäss Art. 63 StGB bemisst das Gericht die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters. Es berücksichtigt dabei die Beweggründe, das Vorleben und 
die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen. Grundlage für die Bemessung der 

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Schuld ist immer die Schwere der Tat. Bei der Beurteilung der Tatkomponente wer-
den insbesondere das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und Weise sei-
ner Herbeiführung, die Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt hat und die 
Beweggründe des Schuldigen berücksichtigt. Die Täterkomponente umfasst das 
Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat oder im 
Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit. Das 
Mass des Verschuldens variiert unter anderem mit der Schwere des deliktischen 
Erfolges, den unterschiedlich gravierenden Modalitäten der Tatbegehung und dem 
Mass an Entscheidungsfreiheit, das dem Täter zugeschrieben werden muss. Je 
leichter es für ihn gewesen wäre, die Rechtsgutverletzung zu vermeiden, je grösser 
also sein Handlungsspielraum war, desto grösser wiegt das Verschulden. Diese in 
die Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder straferhöhend, wo-
bei in der Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des Gerichts nach-
vollziehbar sein müssen (vgl. BGE 117 IV 113 f., 118 IV 14 f., 124 IV 44 ff., 129 IV 
20 f.).

Wenn jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheitsstra-
fen verwirkt hat, so verurteilt ihn das Gericht nach dem Asperationsprinzip zu der 
Strafe der schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Es kann jedoch 
das höchste Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte überschrei-
ten und ist dabei zudem an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 
68 Ziff. 1 StGB). Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten 
Strafe bedrohten Tatbestand fällt. Grundlage für die Strafzumessung ist daher im 
vorliegenden Fall der in Art. 19 Ziff. 1 in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG 
vorgesehene Strafrahmen von einem Jahr Gefängnis oder Zuchthaus bis zu 20 Jah-
ren, womit eine Busse bis zu einer Million Franken verbunden werden kann. Der 
Gesetzgeber hat damit zu erkennen gegeben, dass die Widerhandlung gegen Art. 
19 Ziff. 2 lit. a Betäubungsmittelgesetz als ernst zu nehmendes Delikt zu qualifizie-
ren ist. Die objektive Schwere des Delikts im konkreten Einzelfall zeigt sich aber 
insbesondere anhand des Ausmasses und der Art der Ausführung desselben. Diese 
erlauben dem Gericht eine Verfeinerung der Wertung, die der Gesetzgeber vorge-
zeichnet hat. Die Menge der umgesetzten Drogen ist zwar für die Strafzumessung 
nicht von ausschlaggebender Bedeutung, sie bildet indessen einen ersten massge-
blichen Anhaltspunkt für den kriminellen Willen des Täters (BGE 121 IV 193 = Pra 
1996 Nr. 28; BGE 118 IV 348). Auch der Gesetzgeber hat bei der Umschreibung 
des schweren Falles dem quantitativen Aspekt erhebliches Gewicht beigemessen; 
denn wer eine grosse Menge Rauschgift in Umlauf setzt und damit Leben und Ge-

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sundheit vieler Menschen gefährdet, nimmt eine besonders menschenverachtende 
Haltung ein, die grundsätzlich ein hohes Verschulden offenbart.

b. Das Verschulden von X. ist angesichts der von ihm in Umlauf gesetz-
ten Drogenmenge als schwer zu bezeichnen, hat er doch im Zeitraum von rund 
einem Jahr mindestens 162.4 Gramm reines Heroin und 12.7 Gramm reines Kokain 
verkauft. Dadurch hat er den für die Annahme eines schweren Falles massgebli-
chen Grenzwert von 12 Gramm reinen Heroins beziehungsweise 18 Gramm reinen 
Kokains um ein Vielfaches überschritten und dabei einen nicht unbedeutenden Um-
satz sowie Gewinn erzielt. Dieser Umstand fällt straferhöhend ins Gewicht, zumal 
der Angeklagte aus eigener Erfahrung wissen musste, welche Gefahren der Kon-
sum von Betäubungsmitteln mit sich bringt. X. hat eine erhebliche kriminelle Energie 
an den Tag gelegt, die durch die Tatsache, dass jener nicht noch weitere Delikte 
wie beispielsweise Diebstähle begangen hat, keinesfalls geringer erscheint, wie 
dies vom Verteidiger geltend gemacht wird. Straferhöhend wirken sich auch die Vor-
strafen des Angeklagten aus, insbesondere die im Jahr 1986 durch das Kantonsge-
richt wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz erfolgte Verurtei-
lung zu vier Jahren Zuchthaus. Offensichtlich vermochten das strafrechtliche Ver-
fahren und die anschliessende Verbüssung der Freiheitsstrafe die nötige Warnwir-
kung nicht entfalten. Selbst wenn die damals abgeurteilten Delikte schon längere 
Zeit zurückliegen, können diese bei der Strafzumessung nicht einfach ausser Acht 
gelassen werden, wenn sie sich auch nicht erheblich straferhöhend auswirken. X. 
ist immerhin zugute zu halten, dass er nicht aus reiner Gewinnsucht, sondern auf-
grund seiner Abhängigkeit, zur Befriedigung seiner eigenen Sucht handelte. Straf-
schärfend fallen das Zusammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen und die teil-
weise mehrfache Tatbegehung ins Gewicht. Das Geständnis ist grundsätzlich straf-
mindernd zu werten, wird aber dadurch relativiert, dass der Angeklagte erst auf-
grund der Aussagen seines Mittäters K. festgenommen und von Anfang an mit den 
Aussagen des letzteren konfrontiert wurde. Strafmildernd fällt die psychiatrisch fest-
gestellte Verminderung der Zurechnungsfähigkeit ins Gewicht. Was die Strafemp-
findlichkeit betrifft, so ist diese zweifellos als hoch anzusehen, insbesondere auf-
grund der vom Angeklagten geäusserten Bemühungen, nun endgültig von den Dro-
gen wegzukommen; dieses Ziel scheint für ihn derzeit in greifbarer Nähe zu sein, 
insbesondere durch das Führen eines eigenen Restaurants sowie die gefestigte Be-
ziehung zu seiner Partnerin.

Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erachtet das 
Kantonsgericht eine Strafe von 30 Monaten Gefängnis als dem Verschulden und 

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der Verhaltensweise des Angeklagten als angemessen und gerechtfertigt. Das er-
hebliche Tatverschulden des Angeklagten lässt eine Freiheitsstrafe im Bereich von 
18 Monaten und einen damit allenfalls verbundenen bedingten Strafvollzug trotz der 
hohen Strafempfindlichkeit als nicht vertretbar erscheinen. Das ausgesprochene 
Strafmass ist auch im Vergleich zu K. gerechtfertigte. Jener betätigte sich mit dem 
Angeklagten zusammen im Drogenhandel und wurde mit Urteil des Kantonsgerichts 
von Graubünden vom 8. Juni 2004 (SF 04 14) zu einer Freiheitsstrafe von 30 Mo-
naten Gefängnis verurteilt. K. setzte zwar - ebenfalls bei leicht verminderter Zurech-
nungsfähigkeit - etwas höhere Drogenmengen um als X., war aber letztlich derje-
nige, der die ganze Sache aufdeckte und sich freiwillig stellte. 

c. Nach Art. 69 StGB rechnet das Gericht dem Verurteilten die Untersu-
chungshaft auf die Freiheitsstrafe an, soweit der Täter diese nicht durch sein Ver-
halten nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. Ein solches Verhalten kann 
X. nicht zur Last gelegt werden, so dass einer Anrechnung der erstandenen Polizei- 
und Untersuchungshaft an die Strafe gestützt auf Art. 69 StGB nichts entgegen-
steht. 

d. Die Gewährung des bedingten Strafvollzugs gemäss Art. 41 Ziff. 1 
StGB fällt bei diesem Strafmass bereits aus objektiven Gründen ausser Betracht 
und ist demnach nicht näher zu prüfen.

5.a. Ist ein Täter rauschgiftsüchtig und steht die von ihm begangene Tat 
damit im Zusammenhang, so kann das Gericht gemäss Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 
in Verbindung mit Art. 44 Ziff. 6 Abs. 1 StGB anstelle oder neben der Strafe Mass-
nahmen anordnen, um die Gefahr künftiger Verbrechen oder Vergehen zu verhüten. 
Soweit erforderlich holt das Gericht ein Gutachten über den körperlichen und geis-
tigen Zustand des Täters sowie über die Zweckmässigkeit der Behandlung ein (Art. 
44 Ziff. 1 Abs. 2 StGB). 

b. Im vorliegenden Fall steht das strafbare Verhalten von X. in engem 
Zusammenhang mit dem Konsum von Betäubungsmitteln und der daraus entstan-
denen Abhängigkeit. Es stellt sich somit zwingend die Frage, ob anstelle oder neben 
der Strafe eine Massnahme anzuordnen ist.

Im Gutachten der Psychiatrischen Dienste Graubünden vom 16. April 2004 
wurde betreffend X. die Diagnose eines Abhängigkeitssyndroms von multiplen Sub-
stanzen gestellt und aufgrund dieser Rauschgiftsucht eine erhöhte Rückfallgefahr 
konstatiert. Eine stationäre Massnahme im Sinne von Art. 44 StGB beziehungs-

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weise die Einweisung in eine Drogenheilanstalt wurde aus diesen Gründen als 
zweckmässig erachtet. Der amtliche Verteidiger stellte anlässlich der Hauptver-
handlung die vom Gutachter diagnostizierte Betäubungsmittelabhängigkeit von X. 
in Frage. Jener habe seit mehreren Monaten nachweislich weder Heroin noch Ko-
kain konsumiert und befinde sich überdies in einem Methadonprogramm. Das Ge-
richt erachtet diesen Umstand als Zeichen, dass der Angeklagte auf dem richtigen 
Weg ist. Dass keine eigentliche Abhängigkeit von Betäubungsmitteln mehr besteht, 
wird durch das eingereichte ärztliche Zeugnis indes nicht belegt. Zwar wurde der 
Angeklagte seit Mai 2004 negativ auf Opiate, Kokain und Bezodiazepine getestet. 
Er beteiligt sich aber immer noch an einem Methadonprogramm, welches die kör-
perlichen Entzugsfolgen - nicht aber diejenigen psychischer Art - lindert. Erfahrungs-
gemäss benötigt es einen längeren Zeitraum als einige wenige Monate bis von ei-
nem Wegfall der Drogenabhängigkeit gesprochen werden kann. Für das Gericht 
besteht daher grundsätzlich kein Anlass, an den vom Gutachter gewonnenen 
Schlüssen zu zweifeln. Es ist allerdings festzuhalten, dass die erfolgreiche Durch-
führung einer Massnahme nicht nur von der Massnahmebedürftigkeit, sondern zu 
einem grossen Teil auch davon abhängt, ob der Betroffene für eine Behandlung 
motiviert und zu einer Zusammenarbeit mit den Therapeuten bereit, das heisst 
massnahmewillig, ist. Dem psychiatrischen Gutachten sowie den Aussagen des An-
geklagten anlässlich der Hauptverhandlung ist deutlich zu entnehmen, dass die 
Massnahmewilligkeit bei X. nicht gegeben ist. Aus diesem Grund verzichtet das Ge-
richt auf die Anordnung sowohl einer stationären wie auch einer ambulanten Mass-
nahme. Falls sich X. nachträglich als behandlungsbedürftig, behandlungsfähig und 
behandlungswillig erweisen sollte, kann ihn das Gericht auf sein Gesuch hin ge-
stützt auf Art. 44 Ziff. 6 Abs. 2 StGB unter gegebenen Voraussetzungen auch 
nachträglich in eine Anstalt für Rauschgiftsüchtige einweisen und den Vollzug der 
noch nicht verbüssten Strafe aufschieben. Ferner steht es X. im Rahmen des Straf-
vollzuges jederzeit frei, aus eigener Initiative eine ambulante psychiatrische Be-
handlung anzutreten.

6.a. Nach Art. 58 Abs. 1 StGB verfügt das Gericht ohne Rücksicht auf die 
Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenständen, die zur 
Begehung einer strafbaren Handlung gedient haben oder bestimmt waren, oder die 
durch eine strafbare Handlung hervorgebracht worden sind, wenn diese Ge-
genstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ord-
nung gefährden. Gemäss Abs. 2 der genannten Bestimmung kann das Gericht an-
ordnen, dass die eingezogenen Gegenstände unbrauchbar gemacht oder vernichtet 
werden.

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Anlässlich der am 27. August 2003 erfolgten Hausdurchsuchung wurden 1.6 
Gramm Marihuana, 1.3 Gramm Haschisch sowie 14 leere Minigripsäcklein sicher-
gestellt. Mit Verfügung des Untersuchungsrichters vom 10. Mai 2004 wurden diese 
Gegenstände beschlagnahmt. Bereits der unbefugte Besitz sowie das Lagern von 
Betäubungsmitteln sind strafbar. Es ist daher offensichtlich und von X. auch aner-
kannt, dass die beschlagnahmten Betäubungsmittel sowie die Minigripsäcklein zur 
Begehung einer strafbaren Handlung, nämlich dem Handel mit Betäubungsmitteln 
sowie deren Konsum, bestimmt waren. Auch die damit verbundene Gefährdung der 
öffentlichen Ordnung liegt auf der Hand. Die Betäubungsmittel und die Minigripsäck-
lein werden daher gestützt auf Art. 58 Abs. 1 StGB gerichtlich eingezogen; sie sind 
gestützt auf Art. 58 Abs. 2 StGB zu vernichten. 

b. Nach Art. 59 Ziff. 1 StGB verfügt das Gericht die Einziehung von Ver-
mögenswerten, die durch eine strafbare Handlung erlangt worden sind oder dazu 
bestimmt waren, eine strafbare Handlung zu veranlassen oder zu belohnen, sofern 
sie nicht dem Verletzten zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes aus-
gehändigt werden. Sind die unrechtmässig erlangten Vermögensvorteile nicht mehr 
vorhanden, erkennt das Gericht gemäss Art. 59 Ziff. 2 StGB auf eine Ersatzforde-
rung. Es kann jedoch von einer Ersatzforderung ganz oder teilweise absehen, wenn 
diese voraussichtlich uneinbringlich wäre oder die Wiedereingliederung des Betrof-
fenen ernstlich behindern würde. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung postuliert 
in diesem Zusammenhang eine dem Entscheid vorausgehende umfassende Beur-
teilung der finanziellen Lage des Betroffenen (BGE 122 IV 302).

X. erzielte mit dem Verkauf von Betäubungsmitteln einen bedeutenden Ge-
winn. In der Hauptsache wurde dieser zur Finanzierung der eigenen Sucht verwen-
det. Jedenfalls ist ein entsprechender Erlös nicht mehr beziehungsweise nur noch 
in geringem Umfang vorhanden. Aufgrund der vorliegend festgestellten beschei-
denen finanziellen Verhältnisse von X., der Pflicht zur Tragung erheblicher Verfah-
renskosten (vgl. nachstehend Ziffer 7) sowie angesichts der Tatsache, dass der Ver-
urteilte in nächster Zeit nicht über ein erhebliches Einkommen verfügen wird, sieht 
das Gericht von der zusätzlichen Erhebung einer Ersatzabgabe gestützt auf Art. 59 
Ziffer 2 Abs. 2 StGB ab.

7.a. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten der Strafunter-
suchung, die Gerichtsgebühr sowie das Honorar der amtlichen Verteidigung zu Las-
ten des Verurteilten (Art. 158 Abs. 1 StPO). Die Kosten der angerechneten Polizei- 

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und Untersuchungshaft sowie jene des Strafvollzuges trägt der Kanton Graubünden 
(Art. 158 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 188 StPO).

b. Der amtliche Verteidiger von X., Rechtsanwalt lic. iur. Dieter Marty, 
reichte anlässlich der Hauptverhandlung vom 28. September 2004 eine Honorar-
note über insgesamt Fr. 7'145.70 ein.

Nach bündnerischer Regelung ist ein Honorar unter Berücksichtigung der or-
dentlichen Honoraransätze dann tarifgemäss, wenn der behauptete und in Rech-
nung gestellte Aufwand in einem einigermassen vertretbaren Verhältnis steht zur 
Schwierigkeit und Bedeutung der Sache, zur damit verbundenen Verantwortung 
des Anwalts und zu den persönlichen Verhältnissen des Auftraggebers (vgl. hierzu 
Art. 2 der Honoraransätze des Bündnerischen Anwaltsverbandes). Geht man von 
einem Stundenansatz von Fr. 150.-- beziehungsweise ab dem 17. November 2003 
von Fr. 165.-- aus, entsprechen die Fr. 6'401.25, welche der amtliche Verteidiger für 
verrechenbare Leistungen in Rechnung gestellt hat, einem Gesamtaufwand von 
39.25 Stunden. Dieser geltend gemachte Aufwand erscheint dem Kantonsgericht 
von Graubünden ungewöhnlich hoch. Der amtliche Verteidiger war mit einem Man-
dat betraut, das weder in Bezug auf den Sachverhalt - der Verurteilte hatte praktisch 
von Anfang an ein vollumfängliches Geständnis abgelegt - noch in Bezug auf die zu 
lösenden Rechtsfragen aussergewöhnliche Schwierigkeiten bot. Die anwendbaren 
Gesetzesartikel und die bundesgerichtliche Rechtsprechung im Bereich des Betäu-
bungsmittelgesetzes sind hinreichend klar, konstant und ohne grösseren Aufwand 
zu eruieren. Sodann ist nicht ersichtlich, dass es für eine sachgerechte anwaltliche 
Vertretung des vorliegenden Falls derart vieler Instruktionen bedurfte, wie sie der 
Verteidiger in Rechnung stellte. Insgesamt gesehen erscheint unter diesen Umstän-
den die Honorarnote des amtlichen Verteidigers als massiv übersetzt, weshalb sie 
hinsichtlich der verrechenbaren Leistungen auf zwei Drittel und damit auf ein ver-
tretbares Mass herabzusetzen ist. Damit belaufen sich die Kosten der amtlichen 
Verteidigung auf insgesamt Fr. 4'849.80 (Fr. 4'267.50 für die Entschädigung nach 
Zeitaufwand, Fr. 239.75 für Barauslagen sowie Fr. 342.55 für die Mehrwertsteuer 
[7.6 % von Fr. 4'507.25]).

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. X. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG sowie 
der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziffer 1 BetmG.

2. Dafür wird er mit 30 Monaten Gefängnis bestraft, abzüglich der erstandenen 
Polizei- und Untersuchungshaft von 8 Tagen.

3. Auf die Erhebung einer Ersatzabgabe wird gestützt auf Art. 59 Ziff. 2 Abs. 2 
StGB verzichtet.

4. Die beschlagnahmten Betäubungsmittel und die Minigripsäcklein werden ge-
richtlich eingezogen und sind zu vernichten.

5. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft
Graubünden von Fr. 3'420.00

- der Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.00
- und dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 4'849.80
total somit Fr. 10'265.80

gehen zu Lasten des Verurteilten. Die Kosten der angerechneten Polizei- und 
Untersuchungshaft sowie des Strafvollzugs trägt der Kanton Graubünden.

6. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

7. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: