# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7783f4c9-2405-5b9b-8600-e04b0b4b9a20
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.10.2011 E-4748/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4748-2009_2011-10-05.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­4748/2009

U r t e i l   v om   5 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz),
Richter Robert Galliker, Richter Maurice Brodard; 
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

Parteien A._______, geboren am (…),
Syrien, 
alias B._______, geboren am (…), Irak,
vertreten durch Bernhard Jüsi, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des 
BFM vom 26. Juni 2009 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer – eigenen Aussagen gemäss ein kurdischer Syrer 
aus  C._______  (Provinz  …)  –  verliess  seinen  Heimatstaat  eigenen 
Aussagen  zufolge  am  22.  oder  23.  März  2009  und  gelangte  ohne 
Reisepass  mit  dem  Flugzeug  und  per  LKW  über  die  Türkei  und  ihm 
unbekannte  Länder  am  31.  März  2009  illegal  in  die  Schweiz,  wo  er 
gleichentags im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) D._______ um 
Asyl  nachsuchte. Am 8. April  2009  fand die Befragung  zur Person  statt 
und  am  20. April  2009  führte  das  Bundesamt  die  Anhörung  zu  seinen 
Asylgründen durch.

Im Wesentlichen machte er dabei geltend, er sei im Monat März 2007 für 
den Militärdienst  rekrutiert und nach einem 45­tägigen Trainingskurs als 
Soldat zu den (…) in E._______ eingeteilt und stationiert worden. In der 
zugeteilten  Einheit  sei  er  dem  Befehlshaber  Oberst  M.  S.  unterstellt 
gewesen,  welcher  ihn  als  einzigen  Kurden  der  Einheit  diskriminiert  und 
auch physische Gewalt gegen ihn angewendet habe. So sei er mehrmals 
aufgefordert worden, dem Obersten persönliche Gebrauchsgegenstände 
aus  eigener  Tasche  zu  besorgen.  Auch  sei  er  bei  verschiedenen 
Anlässen  durch  Peitschenhiebe  grundlos  bestraft  worden.  Im  Juli  2007 
sei  er  von  seinem  Befehlshaber  aufgefordert  worden,  über  einen 
steinigen Grund  zu  robben, wobei  jener  ihm Fusstritte  versetzt  und  ihm 
dabei  den Arm gebrochen habe. Nach Behandlung dieser Fraktur  habe 
ihn  M.  S.  während  einer  Sportübung  einen  steinigen  Abhang 
hinuntergestossen,  so  dass  er  sich  das  linke  Wadenbein  gebrochen 
habe. Zur Behandlung sei er  in ein Militärspital  gebracht worden, wo er 
unter  strenger  Aufsicht  behandelt  und  von  der  Militärpolizei  über  den 
Vorfall  verhört  worden  sei.  Aufgrund  mangelnder  medizinischer 
Betreuung  im Militärspital  sei  er  auf Veranlassung  seiner Eltern  im  Juni 
2008  in  ein  Privatspital  nach  E._______  verlegt  worden.  Da  er  nach 
seinem  Spitalaustritt  den  Dienst  in  seiner  ursprünglichen  Einheit  hätte 
fortsetzen sollen, habe er sich zur Desertion entschlossen. Nach seinem 
Spitalaustritt  sei  er  zu  seinem Onkel  nach C._______  geflüchtet,  wo  er 
sich  bis  zu  seiner Ausreise  am 22. oder  23. März  2009  versteckt  habe. 
Unterdessen habe ihn die Militärpolizei mehrmals zu Hause gesucht. Bei 
einer Rückkehr  nach Syrien  befürchte  er, wegen Desertion  verhaftet  zu 
werden. 

Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen.

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Mit  Schreiben  vom  20.  April  2009  zeigte  das  EVZ  D._______  den 
Eingang  einer  Faxkopie  des  Familienregisters  des  Beschwerdeführers 
vom 14. April 2009 an. 

B. 
B.a.  Mit  Schreiben  am  21.  April  2009  ersuchte  das  BFM  die 
Schweizerische Vertretung  in Damaskus um Abklärungen betreffend die 
Durchführbarkeit des Wegweisungsvollzugs des Beschwerdeführers nach 
Syrien. Diesem Gesuch legte es den Faxausdruck des Familienregisters 
in Kopie bei.

B.b. Mit Eingabe vom 20. Mai 2009 teilte die Schweizerische Vertretung 
in  Damaskus  dem  BFM  mit,  gemäss  den  Untersuchungen  des 
Vertrauensanwaltes  der  Botschaft  verfüge  der  Beschwerdeführer  zwar 
über  keinen  syrischen  Reisepass,  könnte  einen  solchen  jedoch 
beantragen. Zudem werde er weder von der syrischen Migrationsbehörde 
noch von den syrischen Behörden gesucht. 

B.c.  Am  9.  Juni  2009  wurde  dem  Beschwerdeführer  zu  den 
Abklärungsergebnissen  der  Schweizerischen  Botschaft  das  rechtliche 
Gehör gewährt.

C. 
Mit Verfügung vom 26. Juni 2009 – eröffnet am 30. Juni 2009 – wies das 
BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  ab  und  ordnete  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug  an.  Zur  Begründung 
führte  es  aus,  dass  seine  Vorbringen  den  Anforderungen  an  die 
Glaubwürdigkeit  (recte: Glaubhaftigkeit) gemäss Art. 7 des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht standhielten. Ausserdem sei 
der  Vollzug  der  Wegweisung  zulässig,  zumutbar  und  möglich.  Auf  die 
Begründung wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  in  den  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen. 

D. 
Mit  Eingabe  vom  24.  Juli  2009  –  Datum  Poststempel  –  erhob  der 
Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  gegen  die  Verfügung  des  BFM 
und  liess  beantragen,  die  vorinstanzliche  Verfügung  sei  vollumfänglich 
aufzuheben,  es  sei  die  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  und  ihm  sei 
Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit oder zumindest die 

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Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der Wegweisung  festzustellen  und  er  sei 
vorläufig aufzunehmen.  In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
und  Abs.  2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  um  Verzicht  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Mit  seiner  Eingabe  liess  er 
fremdsprachige Dokumente  in Kopie (Krankenschein  [Verlängerung] des 
Militärspitals  vom  25.  März  2008,  Bestätigung  des  Spitalleiters  von 
F._______,  zwei  Erholungsurlaubsbestätigungen  des 
Verwaltungsdienstes  der  Militärmedizin  von  insgesamt  91  Tagen  sowie 
einen Waffenschein der Armee und ein Informationsblatt des Militärs) zu 
den Akten reichen.

E. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  30.  Juli  2009  forderte  die  zuständige 
Instruktionsrichterin  den  Beschwerdeführer  auf,  die  eingereichten 
fremdsprachigen Dokumente in eine Amtssprache übersetzen zu lassen. 
Gleichzeitig  wies  sie  die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlich 
Rechtspflege  im Sinne  von Art.  65 Abs.  1  und Abs.  2 AsylG  sowie  um 
Verzicht auf einen Kostenvorschuss ab und erhob einen Kostenvorschuss 
von Fr. 600.­. Dieser Betrag wurde fristgemäss geleistet. 

F. 
Mit  Schreiben  vom  31.  August  2009  liess  der  Beschwerdeführer  die 
eingereichten  Beweismittel  ins  Deutsche  übersetzt  und  zum  Teil  im 
Original nachreichen.

G. 
Unter  Verweis  auf  seine  Erwägungen  beantragte  das  BFM  in  seiner 
Vernehmlassung  vom  28.  September  2009  die  Abweisung  der 
Beschwerde,  woraufhin  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  14. 
Oktober 2009 replizierte.

H. 
Mit Verweis auf einen Bericht des dänischen  Immigrationsdienstes  teilte 
der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  7.  Februar  2011  dem 
Bundesverwaltungsgericht  mit,  er  engagiere  sich  seit  längerer  Zeit 
politisch  für  kurdische  Anliegen,  sympathisiere mit  der  "Partiya  Yekîtiya 
Demokrat"  (PYD:  Democratic  Union  Party,  Teilorganisation  der 
Arbeiterpartei  Kurdistans  in  Syrien;  Anmerkung 
Bundesverwaltungsgericht) und habe mit deren Vertretung in der Schweiz 

http://www.pyd.se/kurdi/
http://www.pyd.se/kurdi/
http://www.pyd.se/kurdi/
http://www.pyd.se/kurdi/
http://www.pyd.se/kurdi/
http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeiterpartei_Kurdistans
http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeiterpartei_Kurdistans
http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeiterpartei_Kurdistans
http://de.wikipedia.org/wiki/Syrien

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Kontakt  aufgenommen.  Als  Beweismittel  legte  er  eine 
Mitgliederbestätigung  der  PYD,  Sektion  Europa,  einen  USB­Stick, 
beinhaltend  10  Fotos  von  Demonstrationen,  drei  Fotos  einer 
Veranstaltung  in  einem  geschlossenen  Raum  sowie  zwei 
Videosequenzen  von  Demonstrationszügen  und  ein  fremdsprachiges 
Dokument  zu  den Akten. Gleichzeitig  verwies  er  auf mehrere  kurdische 
Internetseiten;  diese  Beweismittel  würden  seine  exilpolitischen 
Aktivitäten, die er für die PYD durchgeführt habe, dokumentieren.

I. 
Mit Eingabe vom 6. Juni 2011  liess der Beschwerdeführer durch seinen 
Rechtsvertreter mitteilen,  dass  sein Vater  in  jüngster  Zeit  immer wieder 
durch  die  syrische  Polizei  behelligt  werde,  während  Stunden  in  einer 
kleinen Zelle festgehalten und intensiv nach dem Verbleib seines Sohnes 
befragt  werde.  Gleichzeitig  wies  er  unter  Verweis  auf  verschiedene 
Informationsquellen  auf  die  besorgniserregende  Menschenrechtslage  in 
Syrien hin. 

J. 
Mit Verfügung vom 19. August 2011 zog das BFM im Rahmen von Art. 58 
VwVG seinen Entscheid vom 26. Juni 2009 teilweise in Wiedererwägung 
und  nahm  den  Beschwerdeführer  infolge  Unzulässigkeit  des 
Wegweisungsvollzugs in seinen Heimatstaat Syrien im Sinne von Art. 83 
Abs.  3  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die 
Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) vorläufig als Flüchtling 
in der Schweiz auf. 

K. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  23.  August  2011  gab  das 
Bundesverwaltungsgericht  dem  Beschwerdeführer  Gelegenheit 
mitzuteilen, ob er unter den gegebenen Umständen an der Beschwerde 
festhalten  oder  diese  allenfalls  zurückziehen  wolle,  soweit  darin  die 
Gewährung von Asyl beantragt werde. 

L. 
Mit  Schreiben  vom  7.  September  2011  teilte  der  Rechtsvertreter  des 
Beschwerdeführers  mit,  dass  er  mangels  anderslautender  Instruktion 
durch  seinen  Mandanten  an  der  Beschwerde  festhalte.  Gleichzeitig 
reichte er seine Honorarnote zu den Akten.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG ist im 
vorliegenden  Verfahren  nicht  gegeben,  so  dass  das 
Bundesverwaltungsgericht in der Sache endgültig entscheidet.

1.3. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.4.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

1.5. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2. 
Mit Verfügung vom 19. August 2011 zog das BFM die Verfügung vom 26. 
Juni  2009  teilweise  in Wiedererwägung,  sprach  dem  Beschwerdeführer 
die  Flüchtlingseigenschaft  zu  und  nahm  ihn  wegen  Unzulässigkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  vorläufig  auf.  Da  der  Beschwerdeführer  zufolge 
subjektiver  Nachfluchtgründe  als  Flüchtling  vorläufig  aufgenommen 

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wurde,  beschränkt  sich  das  vorliegende Beschwerdeverfahren  nur  noch 
auf  die  Frage  seiner  Anerkennung  als  Flüchtling  aufgrund  der  geltend 
gemachten  Vorfluchtgründe,  die  Frage  der  Asylgewährung  und  auf  die 
Wegweisung.

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).  Entscheidend  ist,  ob  eine  Gesamtwürdigung  der  Vorbringen 
ergibt,  dass  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsdarstellung  sprechen,  überwiegen  oder  nicht  (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [ARK;  EMARK]  2004  Nr. 1  E. 5,  mit  weiteren 
Hinweisen).

4. 
4.1. Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, die Vorbingen 
des  Beschwerdeführers  würden  den  Anforderungen  an  die 
Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  standhalten,  weshalb  ihre 
Asylrelevanz  nicht  geprüft  werden  müsse.  Nachdem  der 
Beschwerdeführer  im Rahmen der Befragung vom 8. April 2009 und der 
Anhörung  vom  20.  April  2009  krass  widersprüchliche  Angaben  zu 
Protokoll  gegeben  habe,  könne  ihm  nicht  geglaubt  werden,  dass  er  im 
Militärdienst  die  vorgebrachten  Nachteile  erlitten  habe.  So  habe  der 
Beschwerdeführer im Zusammenhang mit seinen Verletzungen einerseits 
erklärt,  sein militärischer Vorgesetzter  habe  ihn  im März  2008  in  einem 

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bergigen Gebiet einen Hang hinuntergestossen, was zum Bruch von Bein 
und  Arm  geführt  habe,  um  andernorts  zu  Protokoll  zu  geben,  dieser 
Oberst  habe  ihm  den  Arm  im  Juli  2007  und  das  Bein  im  März  2008 
gebrochen.  Ferner  habe  er  einerseits  zu  Protokoll  gegeben,  die 
geschilderten  Schwierigkeiten  mit  seinem  Vorgesetzten  hätten  ab  dem 
Monat März 2008 begonnen, um andererseits auszusagen, dieser habe 
ihm  den  Arm  im  Juli  2007  gebrochen.  Angesprochen  auf  seinen 
Spitalaufenthalt  habe  er  dargelegt,  ungefähr  zwei  Monate  in  einem 
Zivilspital  in  E._______  behandelt  worden  zu  sein,  um  anlässlich  der 
Anhörung zu Protokoll zu geben, er sei ungefähr drei Monate  in diesem 
Spital  gewesen.  Die  bereits  bestehende  Haltlosigkeit  seiner  Vorbringen 
würden durch wesentliche Zweifel weiterer, erst anlässlich der Anhörung, 
dargelegter  Schilderungen  zu  seiner  behördlichen  Suche,  den 
Drangsalierungen durch seinen Vorgesetzten sowie zum Versuch seiner 
Eltern,  ihn  in eine andere Militäreinheit  zu  rekrutieren, erhärtet.  Insoweit 
könne  nicht  nachvollzogen werden, weshalb  der  Beschwerdeführer  erst 
im  Rahmen  der  Anhörung  dargelegt  habe,  dass  die  Militärpolizei  nach 
seinem Spitalaustritt oft bei ihm zu Hause vorbeigekommen sei, um nach 
ihm  zu  suchen.  Gerade  diese  behördliche  Suche  nach  ihm  hätte  den 
eigentlichen Grund  seiner  Flucht  aus  dem Heimatland  dargestellt.  Auch 
habe  er  erst  anlässlich  der  Anhörung  zur  Sache  erklärt,  dass  er  vom 
Oberst  regelmässig  und  als  einziger  seiner  Einheit  mit  elektrischen 
Kabeln geschlagen worden sei. Da es sich dabei um eine offensichtlich 
individuelle  Schlechterbehandlung  gegenüber  seinen  Dienstkollegen 
gehandelt habe, würde es ein wesentliches Argument darstellen. Ferner 
sei  erstaunlich,  dass  er  erst  im  Rahmen  der  Anhörung  erwähnt  habe, 
dass  seine  Eltern  beim Militärgericht  vorstellig  geworden  seien,  um  ihn 
nach seiner Behandlung in eine andere Einheit zu integrieren.

Aufgrund  der  Abklärungsergebnisse  der  Schweizerischen  Vertretung  in 
Damaskus  sei  schliesslich  davon  auszugehen,  dass  der 
Beschwerdeführer im Rahmen des Militärdiensts keine der vorgebrachten 
Nachteile  erlitten  und  noch weniger,  dass  er  sich  dem Dienst  entzogen 
habe.  In  ihrer  Antwort  bestätige  die  Botschaft  eindeutig,  dass  der 
Beschwerdeführer  weder  von  den  syrischen  Migrationsbehörden  noch 
von  sonstigen  syrischen  Behörden  gesucht  werde.  Insoweit  vermöge 
seine  diesbezügliche  Erklärung,  er  wisse,  dass  er  von  den 
Militärbehörden  seines  Landes  gesucht  werde,  die  Botschaftsauskunft 
keineswegs  umzustossen.  Der  Beschwerdeführer  erfülle  damit  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  so  dass  sein  Asylgesuch  abzulehnen  und 
die Wegweisung aus der der Schweiz anzuordnen sei. 

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4.2. 
4.2.1.  In  seiner  Rechtsmitteleingabe  vom  24.  Juli  2009  hielt  der 
Beschwerdeführer  demgegenüber  fest,  das  BFM  habe  zu  Unrecht 
festgestellt,  dass  seine  Vorbringen  widersprüchlich  ausgefallen  seien, 
und  damit  Bundesrecht  verletzt.  Mit  Verweis  auf  seine  protokollierten 
Aussagen  bekräftigte  er  im  Wesentlichen  den  geltend  gemachten 
Sachverhalt  und  die  sich  daraus  für  ihn  ergebende  Gefährdung.  Vorab 
bringt  der  Beschwerdeführer  vor,  die  vom  BFM  aufgezeigten 
widersprüchlichen und  realitätsfremden Angaben  seien darin  begründet, 
dass er lediglich während dreier Jahre den Schulunterricht besucht habe 
und  Analphabet  sei.  Deshalb  habe  er  zugegebenermassen 
Schwierigkeiten  gehabt,  die  erlebten  Ereignisse  zeitlich  präzise  und 
korrekt  einzuordnen.  Seine  Verfolgungsgründe  habe  er  dennoch 
glaubhaft  darlegen  und  mit  den  zu  den  Akten  gereichten  Dokumenten 
belegen  können.  So  gehe  aus  der  Bestätigung  des  Militärspitals  von 
F._______,  den  Abwesenheitsbestätigungen  des  Militärdienstes,  der 
Bestätigung  des  Spitalleiters  von  F._______  und  der  Ferienbestätigung 
des Militärs klar hervor, dass er sich anfangs des Jahres 2008 während 
rund fünf Monaten  im Militärspital F._______ befunden habe, um seinen 
Beinbruch zu kurieren. Angesichts dieser Dokumente sei bewiesen, was 
er  kraft  seiner  Erinnerung  gemäss  Vorinstanz  nicht  schlüssig  habe 
darzulegen vermögen.

4.2.2. Dass der Beschwerdeführer grundlos wesentliche Argumente erst 
anlässlich  der  Anhörung  geltend  gemacht  habe,  sei  durch  den 
summarischen  Charakter  der  Erstbefragung  bedingt,  in  deren  Rahmen 
dem  Asylsuchenden  nur  ein  begrenzter  Raum  für  das  Darlegen  seiner 
Fluchtgründe  offenstehe.  Entgegen  der  Ansicht  des  BFM,  der 
Beschwerdeführer  habe während  der  Befragung  nicht  erwähnt,  dass  er 
von  seinem  militärischen  Vorgesetzten  mit  Kabeln  geschlagen  worden 
sei,  habe  er  ausgesagt,  Probleme  mit  seinem  Vorgesetzten  gehabt  zu 
haben. Angesichts des Zeitdruckes und des Hinweises auf eine weitere, 
ausführliche  Anhörung  habe  er  anlässlich  der  Befragung  nur  die 
schlimmsten Ereignisse  vorgebracht. Die Ausführungen  im Rahmen der 
Anhörung  müssten  daher  als  Konkretisierung  seiner  Vorbringen 
anlässlich  der  Befragung  qualifiziert  werden,  die  auch  später  im 
Verfahren  vorgebracht werden  dürften.  Ebenso  verhalte  es  sich mit  der 
anlässlich der zweiten Anhörung vorgebrachten Angabe, er sei mehrmals 
bei sich zu Hause gesucht worden, als er sich bereits bei seinem Onkel 
versteckt  habe.  Für  ihn  sei  völlig  klar  gewesen,  dass  er  nach  seiner 
Desertion von den Militärbehörden gesucht würde, weshalb er sich auch 

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nach  seinem Spitalaustritt  unvermittelt  zu  seinem Onkel  begeben  habe. 
Da während der Erstanhörung keine weiteren Fragen zu diesem Zeitraum 
gestellt  worden  seien,  habe  er  diesbezüglich  keine  näheren  Angaben 
dazu  gemacht.  Entgegen  der  Behauptung  des  BFM  sei  sich  der 
Beschwerdeführer  um  das  harte  Vorgehen  der  syrischen  Behörden 
gegenüber  Deserteuren  bewusst  gewesen,  weshalb  er  bereits  während 
seines Spitalaufenthalts den Entschluss zur Flucht gefasst habe.  Infolge 
andauernder  medizinischer  Probleme  habe  sich  seine  Ausreise  jedoch 
bis im März 2009 verzögert.

Der Beschwerdeführer stützte sich sodann auf zwei Berichte ("Institute for 
War and Peace Reporting" vom Januar 2009 und "Europäische Zentrum 
für  kurdische  Studien"  vom  3. August  2004)  und  machte  geltend,  der 
Militärdienst stelle für kurdische Dienstpflichtige eine schwierige Zeit dar, 
die  von  Schikanen,  Prügel,  Beleidigung  und  Benachteiligungen 
gekennzeichnet sei. Auch unter dem Blickwinkel, dass gegenüber Kurden 
erheblich  strengere  Massstäbe  bezüglich  der  Befreiung  durch 
Geldleistung, der Verweigerung der Militärdienstpflicht und der Desertion 
angesetzt würden, als gegenüber der arabischen Bevölkerung, seien die 
Schilderungen  des  Beschwerdeführers  als  plausibel  zu  qualifizieren. 
Insbesondere auch, weil er einziger Kurde in seiner Einheit gewesen und 
deshalb diskriminiert worden sei. 

4.3. In seiner Vernehmlassung vom 28. September 2009 stellte das BFM 
fest,  die  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Dokumente  seien  nicht 
geeignet,  die  während  des  Militärdienstes  erlittenen  Verletzungen  zu 
bezeugen,  zumal  diese  –  ausgenommen  der  Waffenschein  und  das 
Entlassungsschreiben  aus  dem  Militärspital  F._______  –  in  Kopie 
eingereicht worden seien. Es könne ihnen kein Beweiswert zugesprochen 
werden.  Zudem  ergebe  sich  aus  dem  Entlassungsbericht  kein 
Anhaltspunkt  für  ein  offizielles  Dokument,  zumal  der  Stempel  völlig 
unleserlich  und  die  Vorlage  in  einer  beliebigen  Form  gehalten  sei,  was 
erhebliche  Zweifel  an  der  Echtheit  dieses  Dokumentes  hervorrufe. 
Ausserdem  liefere dieses Dokument keine Angaben über die Umstände 
und  Verursachung  der  Verletzung.  Insoweit  wäre  dieses  auch  nicht 
geeignet,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu  belegen.  Ferner 
stehe der ins Recht gelegte Waffenschein in keinem Zusammenhang mit 
seinen Vorbringen. Damit seien die eingereichten Dokumente  insgesamt 
nicht geeignet, um zu einer anderen Schlussfolgerung zu gelangen.

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4.4.  In  seiner  Stellungnahme  vom  14.  Oktober  2009  hielt  der 
Beschwerdeführer demgegenüber fest, dem BFM sei zwar zuzustimmen, 
dass  Fotokopien  nicht  dieselbe  Beweiskraft  entfalten  könnten  wie 
Originaldokumente.  Dennoch  lasse  die  richterliche  Beweiswürdigung 
auch die Würdigung solcher Fotokopien zu, zumal diese Indizien für den 
Wahrheitsgehalt  der mündlichen  Vorbringen  darstellen  würden  und  das 
Asylgesetz für die Begründung der Flüchtlingseigenschaft auch nicht den 
strikten  Beweis  verlange.  Diesem  reduzierten  Beweiserfordernis  der 
blossen  Glaubhaftmachung  genügten  blosse  Kopien  von  Urkunden 
durchaus. Damit seien seine vorgebrachten Fluchtgründe belegt. 

5. 
5.1. 
5.1.1. Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit  des Beschwerdeführers  ist  vorab 
darauf  hinzuweisen,  dass  sein  Vorbringen,  er  sei  Analphabet  nicht  zu 
überzeugen  vermag.  Er  war  offenbar  in  der  Lage,  das  Personalienblatt 
(act. A2/1), das ihm im Empfangszentrum vorgelegt wurde, selbstständig 
auszufüllen.  Den  Eintragungen  ist  auch  zu  entnehmen,  dass  er  sogar 
zumindest über Grundkenntnisse der lateinischen Schrift verfügt. Bei der 
Anhörung  sagte  er  auf  Nachfrage,  ob  er  Dokumente  oder  seine 
Identitätskarte  habe,  zudem  aus,  seine  Familiennummer  sei  (…).  Auch 
wusste  er, welcher Bataillonsnummer  er  eingeteilt war  (vgl.  A1/11 S.  6; 
A 11/15 S. 4 f.). Aufgrund dieser Angaben zu den Nummerneinheiten und 
dem  Aussageverhalten  des  Beschwerdeführers  ist  insgesamt  zu 
schliessen, er versuche seine überwiegend widersprüchlichen vagen und 
nicht  überzeugenden  Angaben  (vgl.  dazu  die  nachfolgenden 
Erwägungen) durch das Vorschieben der Behauptung, er sei Analphabet, 
zu erklären. 

5.1.2.  Die  Vorinstanz  wies  in  der  angefochtenen  Verfügung 
berechtigterweise darauf hin, dass davon ausgegangen werden kann, der 
Beschwerdeführer habe weder Nachteile  im Rahmen des Militärdienstes 
erlitten noch habe er sich dem Dienst entzogen. So machte er hinsichtlich 
der Art und Weise sowie auch des zeitlichen Hergangs der Behelligungen 
durch seinen Vorgesetzten und seines Spitalaufenthalts widersprüchliche 
Angaben: Zunächst machte er anlässlich der Kurzbefragung geltend, der 
Oberst  habe  ihn  im März  2008  in  einem gebirgigen Gebiet  einen Hang 
hinuntergestossen,  weshalb  er  sich  das  Bein  und  den  Arm  gebrochen 
habe  (vgl. Akten  BFM  A1/11  S.  6),  wohingegen  er  im  Verlauf  der 
Bundesanhörung zu Protokoll gab, sein Vorgesetzter habe  ihm den Arm 
im Juli 2007 und das Bein im März 2008 gebrochen (vgl. A11/15 S. 6 und 

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S.  9).  Ferner  machte  er  –  wie  das  BFM  zu  Recht  ausführte  –  auch 
widersprüchliche Angaben sowohl zum Zeitpunkt der Schwierigkeiten mit 
M.  S.  als  auch  zur  Dauer  seines  Spitalaufenthalts.  In  diesem 
Zusammenhang  ist  zudem  darauf  hinzuweisen,  dass  der 
Beschwerdeführer  anlässlich  der  Kurzbefragung  ausführte,  er  sei  von 
März 2008 bis zum Juni 2008  im Spital gewesen, zuerst während eines 
Monats  im  Militärspital  von  F._______  und  danach  für  ungefähr  zwei 
Monate  in  einem  Privatspital  unbekannten  Namens  in  E._______,  um 
sich danach von Mai oder Juni 2008 bis zur Ausreise bei seinem Onkel 
aufzuhalten  (vgl. A 1/11 S. 3 und S. 7). An der Bundesanhörung gab er 
hingegen zu Protokoll, er sei einen Monat im Militärspital F._______ und 
daraufhin ungefähr drei Monate  im Privatspital G._______  in E._______ 
gewesen, woraufhin er sich zu seinem Onkel begeben habe (vgl. A11/15 
S. 10 f.).  In  seiner  Beschwerdeschrift  führte  er  demgegenüber  aus,  den 
eingereichten Dokumenten könne klar entnommen werden, dass er sich 
seit Anfang des Jahres 2008 während rund fünf Monaten  im Militärspital 
von  F._______  befunden  habe,  was  wiederum  offensichtlich  in 
Widerspruch mit  seinen  Angaben  steht. Wie  das  BFM  richtig  erkannte, 
können  diesen  Bestätigungsschreiben  zudem  keine  Angaben  über  die 
Ursache  sowie  über  die  Art  und  Weise  der  Verletzungen  entnommen 
werden.  Die  in  der  Beschwerde  gegebene  Erklärung,  dass  sich  alle 
vorgebrachten Widersprüche auf zeitliche Angaben beziehen würden, der 
Beschwerdeführer  lediglich drei Jahre den Schulunterricht besucht habe 
und sich selbst als Analphabeten bezeichne, überzeugt nicht, da es  ihm 
nicht gelungen ist, ebendies glaubhaft zu machen. Wie oben erwogen, ist 
davon auszugehen, er verfüge über eine bessere schulische Ausbildung 
als  er  vorgibt.  Darüber  hinaus  unterlässt  er  es  völlig,  seinen 
Spitalaufenthalt  in der Privatklinik G._______ zu untermauern. Aufgrund 
dessen  ist  in  Übereinstimmung mit  dem BFM  davon  auszugehen,  dass 
den  in  Kopie  eingereichten  Bestätigungsschreiben  kein  Beweiswert 
zukommt.  Bezüglich  des  im  Original  ins  Recht  gelegten 
Entlassungsscheins  aus  dem  Spital  F._______  ist  ebenso  auf  die 
Erwägungen der Vorinstanz  in der Vernehmlassung zu verweisen wie  in 
Bezug  auf  den  Waffenschein  (s.  E.3.3.).  Die  Ansicht  des 
Beschwerdeführers,  dass  blosse  Kopien  von  Urkunden  gemäss  dem 
reduzierten  Beweiserfordernis  der  Glaubhaftmachung  durchaus 
genügten,  vermag  nicht  zu  überzeugen.  Auch  der  Einwand,  dass  das 
BFM  zumindest  eine  qualifizierte  Gutachterstelle  mit  einer 
Echtheitsprüfung  hätte  beauftragen  sollen,  ist  aufgrund  des  Gesagten 
haltlos.  Schliesslich  hat  der Beschwerdeführer  das  in  seiner Eingabe  in 
Aussicht  gestellte  Arztzeugnis  des  Spitals  H._______  bis  dato  nicht  zu 

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den  Akten  gereicht,  so  dass  nicht  erwiesen  ist,  ob  und  durch  welche 
Umstände er seinen Arm und sein Bein gebrochen hat, was den Schluss 
nahe legt, er habe während seines Militärdienstes keine dieser Nachteile 
erlitten. 

5.1.3.  Auch  der  Einwand  des  Beschwerdeführers,  das  BFM  dürfe  ihm 
gestützt  auf  den  summarischen  Charakter  der  Erstanhörung  nicht 
vorwerfen,  er  habe wesentliche  Vorbringen  grundlos  erst  anlässlich  der 
zweiten  Anhörung  geltend  gemacht,  weswegen  deren  Wahrheitsgehalt 
zweifelhaft  erscheine,  ist  haltlos.  Wie  vom  Beschwerdeführer  zu  Recht 
erwähnt,  kommt  der  ersten  Befragung  im  EVZ  zwar  nur  summarischer 
Charakter  zu, weshalb  in  den  nachfolgenden Anhörungen  grundsätzlich 
Raum  und  Zeit  für  Ergänzungen  zur  Verfügung  steht  und  bei  der 
Beurteilung  der  Glaubhaftigkeit  den  Aussagen  im  Erstprotokoll  nur  ein 
beschränkter Beweiswert beizumessen ist. Dies bedeutet indessen nicht, 
dass  die  Aussagen  der  Erstbefragung  für  die  Beurteilung  der 
Glaubhaftigkeit keine Rolle spielten. Sofern die Aussagen im Erstprotokoll 
klar  ausgefallen  sind  und  in  wesentlichen  Punkten  der  Asylbegründung 
von  den  später  im Rahmen der  kantonalen,  direkten  oder  ergänzenden 
Anhörung  zu  Protokoll  gegebenen  Angaben  diametral  abweichen  oder 
nicht  einmal  ansatzweise  erwähnt  worden  sind,  können  sie  für  die 
Beurteilung  der  Glaubhaftigkeit  massgeblich  sein.  Bloss  geringfügige 
Ungereimtheiten  zwischen den Aussagen  in  der Erstbefragung und den 
später  folgenden  Anhörungen  genügen  jedoch  für  die  Begründung  der 
Unglaubhaftigkeit  nicht  und  verspätete  respektive  nachgeschobene 
Vorbringen  beeinträchtigen  die  Glaubhaftigkeit  nicht,  wenn  plausible 
Erklärungen  für  das  Nachschieben  vorgebracht  werden  können  (vgl. 
EMARK 1998 Nr. 4 und EMARK 1993 Nr. 12).

Vorliegend  vermag  der  summarische  Charakter  des  Protokolls  der 
Erstbefragung  im  EVZ  nichts  daran  zu  ändern,  dass  der 
Beschwerdeführer erst anlässlich der direkten Anhörung vorbrachte, dass 
er  sich  bereits  während  seines  Spitalaufenthalts  zur  Flucht  aus  seinem 
Heimatland entschlossen habe, nachdem ihm klar geworden sei, dass er 
nach  seiner Desertion  vom Militär  gesucht würde. Diesbezüglich gab er 
anlässlich  der  Anhörung  klare  Aussagen  zu  Protokoll.  So  auch  seine 
Aussage,  dass  er  von  seinem Vorgesetzten  aufgrund  seiner  Ethnie mit 
Kabeln geschlagen worden sei. Diese Vorbringen, die er erst anlässlich 
der Anhörung zu Protokoll gab, sind für den Ausgang des Verfahrens als 
wichtige Elemente aufzufassen. Unter diesen Umständen hätte er diesen 
Sachverhalt  von  Anfang  an  –  respektive  bereits  anlässlich  der 

http://links.weblaw.ch/EMARK-1998/4%20S.12
http://links.weblaw.ch/EMARK-1998/4%20S.12
http://links.weblaw.ch/EMARK-1998/4%20S.12
http://links.weblaw.ch/EMARK-1998/4%20S.12
http://links.weblaw.ch/EMARK-1998/4%20S.12
http://links.weblaw.ch/EMARK-1998/4%20S.12
http://links.weblaw.ch/EMARK-1998/4%20S.12

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Erstbefragung im Empfangszentrum – wenigstens ansatzweise erwähnen 
müssen, damit er als glaubhaft gelten könnte. Eine plausible Erklärung für 
die verspäteten Vorbringen brachte der Beschwerdeführer nicht vor, was 
insgesamt grosse Zweifel an seinen Vorbringen entstehen lässt.

5.2.  Zusammenfassend  ist  mit  dem  BFM  festzustellen,  dass  der 
Beschwerdeführer  nicht  glaubhaft  darzustellen  vermochte,  dass  er  sein 
Heimatland infolge der von ihm vorgebrachten Nachteile verlassen habe. 
Im  Übrigen  kann  vollumfänglich  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  der 
Vorinstanz in ihrer Verfügung und Vernehmlassung verwiesen werden.

6. 
Nach dem Gesagten  hat  das BFM das Asylgesuch  zu Recht  abgelehnt 
und  –  da  der  Beschwerdeführer  weder  über  eine  fremdenpolizeiliche 
Aufenthaltsbewilligung  verfügt  noch einen Anspruch auf  eine  solche hat 
(vgl. Art. 32 Bst. a der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen [AsylV 1; 
SR  142.311])  –  gemäss  Art.  44  Abs.  1  AsylG  auch  zu  Recht  die 
Wegweisung angeordnet. 

7. 
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung in 
Bezug auf die Frage der Anerkennung als Flüchtling aufgrund der geltend 
gemachten  Vorfluchtgründe,  die  Frage  der  Asylgewährung  und  der 
Wegweisung  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 
AsylG).  Die  Beschwerde  ist  daher  –  soweit  nicht  gegenstandslos 
geworden – abzuweisen.

8. 
8.1.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  dem  Beschwerdeführer 
praxisgemäss  um  zwei  Drittel  reduzierte  Verfahrenskosten  in  der  Höhe 
von Fr.  200.­  aufzuerlegen  (Art. 63 Abs.  1 VwVG, Art.  16 Abs.  1 Bst.  a 
VGG  i.V.m.  Art.  2,  3  und  5  des  Reglements  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  vom  21.  Februar 
2008 [VGKE, SR 173.310.2]). Diese werden mit dem am 4. August 2009 
geleisteten  Kostenvorschuss  von  Fr. 600.­  verrechnet.  Dem 
Beschwerdeführer  ist  somit  der  Restbetrag  in  der  Höhe  von  Fr.  400.­ 
zurückzuerstatten.

8.2.  Dem  Beschwerdeführer  ist  infolge  der  teilweisen 
Gegenstandslosigkeit  zu  Lasten  des  BFM  eine  Parteientschädgung  für 

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die ihm erwachsenen notwendigen Vertretungskosten zuzusprechen (Art. 
64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 und 2 sowie Art. 15 VGKE), welche 
entsprechend dem Grad des Durchdringens  (zu zwei Dritteln) um einen 
Drittel zu reduzieren ist. Mit Eingabe vom 7. September 2011 reichte der 
Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  eine  Kostennote  zu  den  Akten, 
die einen Vertretungsaufwand von insgesamt Fr. 2'519.45 (inkl. Auslagen 
und MWSt) aufweist. Diese wird als angemessen erachtet. In Anwendung 
von  Art.  10  VGKE  und  unter  Berücksichtigung  der  massgebenden 
Berechnungsfaktoren (vgl. Art. 8 f. VGKE) ist das BFM anzuweisen, dem 
Beschwerdeführer  eine  Parteientschädigung  von  Fr.  1'680.­  (inkl. 
Auslagen  und  MWSt)  zuzusprechen  (vgl.  Art.  7  Abs.  2  und  Art.  15 
VGKE). 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  –  soweit  nicht  gegenstandslos  geworden – 
abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 200.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt  und mit  dem am 4.  August  2009  geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet. Der Restbetrag von Fr. 400.­ werden dem Beschwerdeführer 
zurückerstattet.

3. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine 
Parteientschädigung von 1'680.­ auszurichten.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers,  das 
BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

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