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**Case Identifier:** 9edc6322-83bd-5a2a-8627-532ca1b5f07c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.09.2009 BVGE 2009/40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2009-40_2009-09-03.pdf

## Full Text

Asyl  2009/40

LANDESRECHT — DROIT NATIONAL — 
DIRITTO NAZIONALE

1 Staat – Volk – Behörden
Etat – Peuple – Autorités
Stato – Popolo – Autorità

40
Auszug aus dem Urteil der Abteilung III
i. S. A. gegen Bundesamt für Migration
C-6883/2007 vom 3. September 2009

Asyl  und  Aufenthaltsverfahren.  Zustimmung  zur  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung bei Vorliegen eines schwerwiegenden persön-
lichen Härtefalls. Grundsatzurteil.

Art. 14 Abs. 2 AsylG.

1. Trotz ähnlicher Terminologie ist das Zustimmungsverfahren zur 
Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  gemäss  Art. 14  Abs. 2 
AsylG vom Zustimmungsverfahren des Ausländerrechts gemäss 
Art. 40 Abs. 1  und Art. 99 AuG zu unterscheiden: Ersteres  hat 
nur die Frage der Ermächtigung des Kantons zur Durchführung 
eines  Aufenthaltsverfahrens zum Inhalt  und vermittelt  der be-
troffenen Person erst im entsprechenden Zustimmungsverfahren 
Parteistellung (Art. 14 Abs. 4 AsylG); demgegenüber hat Letzte-
res die Zustimmung zu einer vom Kanton erteilten Kurzaufent-
halts-, Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung zum Gegen-
stand (E. 3.4).

2. Die  Anordnung einer vorläufigen  Aufnahme im Rahmen eines 
Asylverfahrens unterstellt die betroffene Person dem Ausländer-
recht. Nach Aufhebung der vorläufigen Aufnahme ist die Weg-
weisung vollziehbar und der Ausländer wieder als abgewiesener 
Asylsuchender zu behandeln (E. 4.2).

3. Der Gesetzgeber wollte  mit  Art. 14  Abs. 2  Bst. c  AsylG keinen 
von  der  bisherigen  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  zu 
Art. 13 Bst. f der Verordnung über die Begrenzung der Zahl der 

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Ausländer  vom  6. Oktober  1986 und  der  darauf  abgestützten 
Rechtsprechung der Schweizerischen  Asylrekurskommission  zu 
aArt. 44 Abs. 3 AsylG abweichenden Begriff des schwerwiegen-
den persönlichen Härtefalls schaffen (E. 5).

Asile et procédure d'autorisation de séjour. Approbation à l'octroi 
d'une autorisation de séjour en présence d'un cas de rigueur grave. 
Arrêt de principe.

Art. 14 al. 2 LAsi.

1. Malgré l'usage de termes similaires, la procédure d'approbation 
à l'octroi  d'une autorisation de séjour fondée sur l'art. 14 al. 2 
LAsi  doit  être  distinguée  de  celle  régie  par  l'art. 40  al. 1  et 
l'art. 99 LEtr: la première ne porte que sur la question de l'habi-
litation  du  canton à  engager  une  procédure  d'autorisation  de 
séjour et confère, pour la première fois, la qualité de partie à la 
personne concernée (art. 14 al. 4 LAsi); la seconde, en revanche, 
a pour objet l'approbation à l'octroi d'une autorisation de courte 
durée,  de  séjour  ou  d'établissement  proposée  par  le  canton
(consid. 3.4).

2. L'admission provisoire ordonnée dans le cadre d'une procédure 
d'asile soumet la personne concernée au droit des étrangers. Ce-
pendant,  après la levée de l'admission provisoire,  le renvoi de-
vient  exécutable  et  la  personne concernée  doit  à  nouveau être 
traitée comme un requérant d'asile débouté (consid. 4.2).

3. En édictant l'art. 14 al. 2 let. c LAsi, le législateur n'a pas voulu 
créer une notion de cas de rigueur grave s'écartant de celle défi-
nie par la jurisprudence du Tribunal fédéral relative à l'art. 13 
let. f de l'ordonnance limitant le nombre des étrangers du 6 octo-
bre 1986 et reprise par la jurisprudence de la Commission suisse 
de recours en matière d'asile relative à l'ancien art. 44 al. 3 LAsi 
(consid. 5). 

Asilo e procedura di rilascio di un permesso di dimora. Benestare al 
rilascio di un permesso di dimora in presenza di un grave caso di 
rigore personale. Sentenza di principio.

Art. 14 cpv. 2 LAsi. 

1. Malgrado l'uso di termini simili, la procedura di benestare al ri-
lascio di un permesso di dimora secondo l'art. 14 cpv. 2 LAsi va 

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distinta dalla procedura d'approvazione del diritto in materia di 
stranieri prevista dall'art. 40 cpv. 1 e dall'art. 99 LStr: la prima 
riguarda unicamente la questione dell'autorizzazione del Canto-
ne a condurre una procedura di rilascio di un permesso di dimo-
ra e conferisce all'interessato, per la prima volta, qualità di parte 
nella procedura di benestare (art. 14 cpv. 4 LAsi); per contro la 
seconda ha per oggetto l'approvazione al rilascio di un permesso 
di soggiorno di breve durata, di dimora o di domicilio da parte 
del Cantone (consid. 3.4).

2. Una decisione di ammissione provvisoria nell'ambito di una pro-
cedura d'asilo sottopone le persone interessate alla legislazione 
sugli stranieri. Tuttavia, una volta revocata l'ammissione provvi-
soria, l'allontanamento può essere eseguito e gli interessati vanno 
nuovamente trattati come richiedenti l'asilo respinti (consid. 4.2).

3. Mediante l'art. 14 cpv. 2 lett. c LAsi il legislatore non intendeva 
introdurre una definizione di grave caso di rigore personale di-
versa da quella prevista dalla giurisprudenza del Tribunale fede-
rale  sull'art. 13  lett. f  dell'ordinanza che  limita  l'effettivo  degli 
stranieri del 6 ottobre 1986 e dalla conseguente giurisprudenza 
della  Commissione  svizzera  di  ricorso  in  materia  d'asilo  sul 
vecchio art. 44 cpv. 3 LAsi (consid. 5).

Das Asylgesuch des  Beschwerdeführers  wurde am 22. Mai  2002 vom 
Bundesamt  für  Flüchtlinge  (BFF;  heute:  Bundesamt  für  Migration 
[BFM]) abgewiesen und die Wegweisung angeordnet. Nachdem der Be-
schwerdeführer gegen diese Verfügung Beschwerde erhoben hatte, kam 
das BFF im Jahre 2003 insofern auf den Entscheid zurück, als es den Be-
schwerdeführer vorläufig aufnahm. Daraufhin zog der Beschwerdeführer 
seine Beschwerde zurück.

Per 4. Juli 2006 wurde die vorläufige Aufnahme rechtskräftig aufgeho-
ben und der Vollzug der Wegweisung angeordnet, die Ausreisefrist aber 
mehrmals erstreckt.

Am 16. August 2007 ersuchte die kantonale Migrationsbehörde das BFM 
um  Zustimmung  zur  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  gemäss 
Art. 14 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31). 
Mit Verfügung vom 14. September 2007 wies das BFM das Gesuch ab.

Das  Bundesverwaltungsgericht  (BVGer)  weist  die  dagegen  erhobene 
Beschwerde ab.

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Aus den Erwägungen:

3.
3.1 Mit der Einführung von Art. 14 Abs. 2 AsylG auf den 1. Januar 
2007  wurden  die  Abs. 3–5  von  Art. 44  AsylG aufgehoben  (Änderung 
vom 16. Dezember 2005, AS 2006 4745, 4767). Abs. 3 sah die Möglich-
keit vor, in Fällen einer schwerwiegenden persönlichen Notlage die vor-
läufige  Aufnahme anzuordnen,  sofern  vier  Jahre  seit  Einreichung  des 
Asylgesuches  noch  kein  rechtskräftiger  Entscheid  ergangen  war  (AS 
1999 2273). In Abs. 4 wurden Kriterien genannt, die bei der Beurteilung 
zu berücksichtigen waren. Der Entwurf des Bundesrates zur Teilrevision 
des Asylgesetzes (BBl 2002 6938, hier 6942) hatte in Art. 44 Abs. 3 vor-
gesehen, dass bei  Vorliegen einer  schwerwiegenden persönlichen Not-
lage die humanitäre Aufnahme gewährt werden könne, sofern vier Jahre 
nach Einreichung des Asylgesuches noch kein rechtskräftiger Entscheid 
ergangen sei. Diese Regelung wurde jedoch vom Parlament nicht über-
nommen. Es entschied sich für den Wortlaut des heutigen Art. 14 Abs. 2 
AsylG, welcher erst durch die vorberatende Kommission des Ständerates 
als  Art. 14  Abs. 1bis AsylG  in  die  Debatte  eingebracht  worden  war 
(Amtliches Bulletin der Bundesversammlung [AB] 2005 S 339). Neben 
grundsätzlichen  Bedenken  gegenüber  dem  Konzept  des  Bundesrates 
(BR),  welches  neben  der  humanitären  auch  eine  sogenannte  proviso-
rische Aufnahme vorgesehen hatte (vgl. Botschaft des Bundesrates zur 
Änderung des Asylgesetzes, zur Änderung des Bundesgesetzes über die 
Krankenversicherung sowie zur Änderung des Bundesgesetzes über die 
Alters-  und  Hinterlassenenversicherung  vom  4. September  2002,  BBl 
2002  6845,  hier  6855,  nachfolgend:  Botschaft  des  BR  zum 
AsylG/KVG/AHVG), war es dem Parlament insbesondere ein Anliegen, 
den Kantonen die Möglichkeit zu geben, nicht nur während des Asyl-
verfahrens,  sondern auch nach dessen rechtskräftigem Abschluss unter 
bestimmten  Voraussetzungen  eine  Aufenthaltsbewilligung  erteilen  zu 
können  (vgl.  AB 2005  S  339 ff.  und  AB 2005  N 1163 f.  zu  Art. 14 
Abs. 1bis AsylG). Neben der Ausweitung des Anwendungsbereiches auf 
rechtskräftig abgewiesene Asylsuchende stellt die Regelung von Art. 14 
Abs. 2 AsylG gegenüber dem aufgehobenen aArt. 44 Abs. 3 AsylG eine 
Verbesserung der Rechtsstellung der betroffenen Person dar, indem ihr 
eine  Aufenthaltsbewilligung erteilt  und  nicht  mehr  nur  die  vorläufige 
Aufnahme gewährt werden kann.

3.2 Mit dem Inkrafttreten von Art. 14 AsylG in seiner heutigen Form 
am 1. Januar 2007 wurde aArt. 33 der Asylverordnung 1 vom 11. August 
1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1,  AS  2006  4739)  geändert,  der 

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Kriterien zur Beurteilung des schwerwiegenden persönlichen Härtefalles 
aufführte. Dieser Kriterienkatalog hatte bis zum Inkrafttreten des Auslän-
dergesetzes und seiner Verordnungen am 1. Januar 2008 Bestand. Neu 
finden sich die Kriterien, welche bei der Beurteilung eines schwerwie-
genden persönlichen Härtefalles zu berücksichtigen sind, in Art. 31 der 
Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Er-
werbstätigkeit (VZAE, SR 142.201).

3.3 Art. 14  AsylG  regelt  das  Verhältnis  zwischen  ausländerrecht-
lichem Verfahren und Asylverfahren. Als Grundsatz hält Abs. 1 fest, dass 
ab Einreichung des Asylgesuches bis zur Ausreise nach einer rechtskräf-
tig angeordneten Wegweisung, nach einem Rückzug des Asylgesuches 
oder bis zur Anordnung einer Ersatzmassnahme bei nicht durchführba-
rem  Vollzug  kein  Verfahren  um  Erteilung  einer  ausländerrechtlichen 
Aufenthaltsbewilligung eingeleitet werden kann. Hängige Verfahren um 
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung werden mit dem Einreichen eines 
Asylgesuches gegenstandslos (Art. 14 Abs. 5 AsylG). Das Gesetz kennt 
jedoch  auch  Ausnahmen  vom  Grundsatz  der  Ausschliesslichkeit  des 
Asylverfahrens, von denen vorliegend nur Abs. 2 von Art. 14 AsylG inte-
ressiert. Dieser ermöglicht es den Kantonen, einer ihnen nach Asylgesetz 
zugewiesenen  Person,  unter  bestimmten  Umständen  und  mit  Zustim-
mung des BFM, eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. 

3.4
3.4.1 Art. 14 Abs. 2 AsylG beinhaltet ein Zustimmungsverfahren zur 
Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung aufgrund eines schwerwiegenden 
persönlichen Härtefalles. In der allgemeinen Ausländergesetzgebung sind 
gemäss Art. 40 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) die Kantone zu-
ständig für die Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen. Diese Zustän-
digkeit  steht  gemäss  dieser  Bestimmung  unter  dem  Vorbehalt  der 
Zuständigkeit  des  Bundesamtes  unter  anderem bezüglich  des  Zustim-
mungsverfahrens (Art. 99 AuG) und der Abweichungen von den Zulas-
sungsvoraussetzungen (Art. 30 AuG). Gemäss Art. 99 AuG legt der BR 
fest,  in  welchen  Fällen  Kurzaufenthalts-,  Aufenthalts-  und  Niederlas-
sungsbewilligungen  dem  BFM  zur  Zustimmung  zu  unterbreiten  sind 
(vgl. Art. 85 VZAE). Voraussetzung für die Durchführung eines solchen 
Zustimmungsverfahrens  ist  die  Bereitschaft  des  Kantons,  die  Bewil-
ligung zu erteilen. Der betroffene Ausländer hat sowohl im kantonalen 
Verfahren als auch im Zustimmungsverfahren vor dem BFM Parteistel-
lung.

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3.4.2 Art. 14 Abs. 2 AsylG unterscheidet sich vom geschilderten aus-
länderrechtlichen Verfahren hauptsächlich durch die Stellung der betrof-
fenen Person im Verfahren und der Ausgestaltung ihrer Parteirechte. Eine 
dem allgemeinen Ausländerrecht unterstellte Person kann sowohl ein or-
dentliches Aufenthaltsverfahren als auch ein Verfahren gemäss Art. 30 
Abs. 1 AuG (Ausnahme von den Zulassungsvoraussetzungen) durch Ge-
such einleiten und geniesst alle Rechte in diesen Verfahren. Im Verfahren 
gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG hingegen kommt der ausländischen Person 
erst im Zustimmungsverfahren Parteistellung zu (Art. 14 Abs. 4 AsylG). 
Dieses Konzept steht im Einklang mit der in Art. 14 Abs. 1 AsylG statu-
ierten Ausschliesslichkeit des Asylverfahrens (vgl. aber die mit Blick auf 
die  Rechtsweggarantie  gemäss  Art. 29a der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft  vom 18. April  1999 [BV, SR 101] 
geäusserte Kritik, so bspw. PETER NIDERÖST, Sans-papiers in der Schweiz, 
in: Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], 
Ausländerrecht,  Handbücher  für  die  Anwaltspraxis  Bd. VIII,  2. Aufl., 
Basel  2009  [nachfolgend:  Ausländerrecht],  Rz. 9.43 ff.  und  THOMAS 
BAUR,  Die  Härtefallregelung  im  Asylbereich  –  kritische  Analyse  der 
kantonalen Praxis, in: ASYL 2/09 S. 11 ff., 13 f.). Gemäss der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung, die sich mit Art. 14 Abs. 2 AsylG befasst, 
ergibt sich daraus, dass es den Kantonen von Bundesrechts wegen unter-
sagt  ist,  der  betroffenen Person Parteirechte einzuräumen.  Gegenstand 
des  Zustimmungsverfahrens  gemäss  Art. 14  Abs. 2  AsylG bildet  dem-
nach  die  Frage,  ob  der  Kanton  ermächtigt  wird,  eine  Aufenthaltsbe-
willigung zu erteilen bzw. ein Aufenthaltsverfahren durchzuführen (vgl. 
dazu das Urteil des Bundesgerichts [BGer] 2C_853/2008 vom 28. Januar 
2009  E. 3.1  und  das  Urteil  des  BGer  2D_90/2008 vom 9. September 
2008 E. 2.1, je mit Hinweisen).

3.4.3 Das Verfahren gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG weist somit zwar 
eine ähnliche Terminologie auf wie sie sich im Ausländergesetz findet. 
Allerdings zeigen sich in verfahrensrechtlicher Hinsicht deutliche Unter-
schiede,  die  zum Schluss  führen,  es  handle  sich  beim  Zustimmungs-
verfahren im Asylgesetz um ein Verfahren besonderer Natur.

3.5 Gemäss Abs. 1  der  Übergangsbestimmungen zur  Änderung des 
Asylgesetzes vom 16. Dezember 2005 gilt für die im Zeitpunkt des In-
krafttretens dieser Gesetzesänderung hängigen Verfahren das neue Recht. 
Für das vorliegende Verfahren hat dies zur Folge, dass die zum Zeitpunkt 
des Urteils geltenden Kriterien für die Beurteilung, ob die Voraussetzun-
gen für das Vorliegen eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalles 
gegeben  sind,  beizuziehen  sind  (Art. 14  Abs. 2  AsylG i. V. m.  Art. 31 
VZAE). Allerdings gilt es darauf hinzuweisen, dass zum Zeitpunkt der 

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Beurteilung  durch  die  Vorinstanz  Art. 31  VZAE  noch  nicht  in  Kraft 
getreten war, weshalb die Kriterien von aArt. 33 AsylV 1 in seiner Fas-
sung vom 8. November 2006 (AS 2006 4739) anzuwenden waren. Wie 
noch zu zeigen ist, wirkt sich diese Änderung der Ausführungsbestim-
mungen materiell jedoch nicht aus (vgl. E. 5).

4.
4.1 Gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG kann der Kanton mit Zustimmung 
des  BFM einer  ihm  nach  dem  Asylgesetz  zugewiesenen  Person  eine 
Aufenthaltsbewilligung  erteilen,  wenn  die  betroffene  Person  sich  seit 
Einreichung  des  Asylgesuches  mindestens  fünf  Jahre  in  der  Schweiz 
aufhält (Bst. a), der Aufenthaltsort der betroffenen Person den Behörden 
immer bekannt war (Bst. b) und wegen der fortgeschrittenen Integration 
ein schwerwiegender persönlicher Härtefall vorliegt (Bst. c). 

4.2 Vorliegend  hat  der  Kanton  Bern,  gestützt  auf  Art. 14  Abs. 2 
AsylG, dem BFM einen Antrag auf  eine Härtefallregelung gestellt.  In 
ihrer Verfügung äusserte die Vorinstanz Zweifel daran, dass eine Zustim-
mung nach Art. 14 AsylG in Frage steht, da diese für Personen aus dem 
Asylbereich gelte. Dies sei bei Personen mit rechtskräftig aufgehobener 
vorläufiger Aufnahme nicht der Fall, da diese Ersatzmassnahme für den 
nicht durchführbaren Vollzug einer Wegweisung im Ausländerrecht ge-
regelt sei. Die Vorinstanz lässt diese Frage allerdings mit der Begründung 
offen, die Kriterien zur Beurteilung eines schwerwiegenden persönlichen 
Härtefalles gemäss Art. 13 Bst. f  der Verordnung über die Begrenzung 
der  Zahl  der  Ausländer  vom 6. Oktober  1986 (BVO, AS 1986 1791) 
seien die gleichen wie bei der Beurteilung gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG. 
Die Vorinstanz äussert jedoch Zweifel am Willen des Gesetzgebers, aus-
ländischen  Personen,  welche  zunächst  für  ein  Asylverfahren  in  die 
Schweiz gekommen waren und deren Anwesenheit später vorübergehend 
nach den Bestimmungen des Ausländerrechts geregelt war, anschliessend 
die Möglichkeit zu geben, sich wieder auf das Asylgesetz zu berufen.

4.2.1 Bei der vorläufigen Aufnahme handelt es sich um eine Ersatz-
massnahme für eine nicht vollziehbare Weg- oder Ausweisung (aArt. 44 
Abs. 2 AsylG, Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und 
Niederlassung der  Ausländer  vom 26. März 1931 [ANAG, BS 1 121] 
bzw. heute Art. 83 Abs. 1 AuG; ANDREAS ZÜND/LADINA ARQUINT HILL, Be-
endigung  der  Anwesenheit,  Entfernung  und  Fernhaltung,  in:  Auslän-
derrecht,  Rz. 8.98;  MARC SPESCHA/HANSPETER THÜR/ANDREAS ZÜND/PETER 
BOLZLI,  Migrationsrecht,  2. Aufl.,  Zürich  2009,  Rz. 3  zu  Art. 83  AuG; 
NICOLAS WISARD, Les renvois et leur exécution en droit des étrangers et en 
droit d'asile, Basel/Frankfurt am Main 1997, S. 349). Wird diese Ersatz-

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massnahme nach Wegfall des Vollzugshindernisses aufgehoben, so kann 
die ursprüngliche Wegweisung vollzogen werden. 

4.2.2 Der Auffassung der Vorinstanz, wonach es zweifelhaft sei, dass 
der Gesetzgeber Art. 14 Abs. 2 AsylG auf Personen angewendet sehen 
wollte,  deren vorläufige Aufnahme aufgehoben wurde, kann nicht  ge-
folgt werden. Zwar handelt es sich bei  der vorläufigen Aufnahme um 
einen  (faktischen)  fremdenpolizeilichen  Status.  Aufgrund  ihrer  Eigen-
schaft als Ersatzmassnahme muss jedoch nach ihrer Aufhebung der Zu-
stand, wie er vor der Anordnung bestanden hat, wieder aufleben. Würde 
der Auffassung der Vorinstanz gefolgt, so hätte dies eine Privilegierung 
derjenigen  ausländischen  Personen  im  Asylbereich  zur  Folge,  die  zu 
irgendeinem Zeitpunkt während des Asylverfahrens vorläufig aufgenom-
men waren. Denn sie könnten nach der Aufhebung der vorläufigen Auf-
nahme  jederzeit,  gestützt  auf  das  Ausländergesetz,  ein  Gesuch  um 
Aufenthaltsbewilligung, insbesondere auch um eine Ausnahme von den 
Zulassungsbedingungen  gemäss  Art. 30  Abs. 1  AuG,  stellen.  Diese 
Konsequenz  der  Unterstellung  unter  das  Ausländergesetz  würde  dem 
Grundgedanken der Ausschliesslichkeit des Asylverfahrens für diese Per-
sonen (Art. 14 Abs. 1 AsylG) widersprechen. Der Wechsel ins allgemeine 
Ausländerrecht ist somit auf die Dauer der Ersatzmassnahme beschränkt. 
Durch die Aufhebung der vorläufigen Aufnahme wird die aufgrund des 
Asylrechtes verfügte Wegweisung vollziehbar, der Betroffene ist somit 
wieder als abgewiesener Asylsuchender anzusehen. Dies entspricht auch 
dem Konzept des Asylverfahrens als ein im Verhältnis zum Ausländer-
recht  umfassendes  Spezialverfahren,  welches  bis  zur  Ausreise  dauert 
(vgl. Art. 14 Abs. 1 und 5 AsylG, siehe oben E. 3.3).  Für diese Auffas-
sung spricht  zudem, dass die  Aufhebung einer vorläufigen Aufnahme, 
welche im Rahmen eines Asylverfahrens verfügt wurde, durch die Asyl-
behörden erfolgt (vgl. insbes. aArt. 105 Abs. 1 Bst. e AsylG in der bis 
zum 31. Dezember 2006 geltenden Fassung [AS 1999 2262], laut der die 
Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) für Beschwerden zustän-
dig war, welche gegen die Aufhebung der nach aArt. 44 Abs. 2 und 3 
AsylG angeordneten vorläufigen Aufnahme erhoben wurden; eine ent-
sprechende Regelung findet sich auch heute in Ziffer 4 des Anhangs zum 
Geschäftsreglement vom 17. April 2008 für das Bundesverwaltungsge-
richt  [VGR,  SR  173.320.1]).  Auch  der  Wortlaut  von  Art. 14  Abs. 2 
AsylG, welcher von « einer ihm [dem Kanton] nach diesem Gesetz zuge-
wiesenen Person » spricht, deutet auf diese Interpretation hin (vgl. dazu 
WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Ausländerrecht, Rz. 11.88), nicht zuletzt dann, 
wenn man mit früheren Formulierungen vergleicht, wo von  « Gesuch-
stellern » (vgl.  die  Rechtslage,  wie  sie  dem Entscheid  in  der  Verwal-

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tungspraxis der Bundesbehörden 59.29 zugrunde lag) bzw. « sofern (...) 
noch  kein  rechtskräftiger  Entscheid  ergangen  ist »  (aArt. 44  Abs. 3 
AsylG; vgl. AS 1999 2262) die Rede war. Aus den Beratungen des Parla-
mentes geht denn auch ohne Weiteres hervor,  dass  mit  Art. 14 Abs. 2 
AsylG (damals noch als Art. 14 Abs. 1bis bezeichnet) den Kantonen die 
Möglichkeit eingeräumt werden sollte, auch für abgewiesene Asylsuch-
ende eine Härtefallregelung zu beantragen (vgl. AB 2005 N 1163 f.). Für 
die  Auffassung  der  Vorinstanz,  wonach  abgewiesene  Asylsuchende, 
welche vorübergehend vorläufig aufgenommen waren, nicht von Art. 14 
Abs. 2 AsylG erfasst sein sollten, finden sich in den parlamentarischen 
Debatten  keine  Hinweise.  Auch  das  BGer  ging  im  erwähnten  Urteil 
2D_90/2008 vom 9. September 2008 E. 2.1 davon aus, dass ein früher 
vorläufig  aufgenommener  Asylsuchender  von  einer  Regelung  gemäss 
Art. 14 Abs. 2 AsylG nicht ausgeschlossen ist (...).

4.2.3 Die  vorläufige  Aufnahme  des  Beschwerdeführers  wurde  im 
Jahre 2003 aufgrund von aArt. 44 AsylG angeordnet. Der Beschwerde-
führer ist nach Aufhebung der vorläufigen Aufnahme somit wieder als 
abgewiesener  Asylsuchender  anzusehen,  der  noch  nicht  ausgereist  ist. 
Damit fällt  er grundsätzlich unter die Ausschliesslichkeitsregelung von 
Art. 14  Abs. 1  AsylG,  weshalb  der  Anwendung  der  Ausnahmebestim-
mung von Art. 14 Abs. 2 AsylG nichts entgegensteht. Damit steht dem 
Kanton, entgegen der von der Vorinstanz geäusserten Zweifel, die Mög-
lichkeit offen, in Bezug auf den Beschwerdeführer gemäss Art. 14 Abs. 2 
und Abs. 3 AsylG vorzugehen.

4.3 Die Anforderungen von Art. 14 Abs. 2 Einleitungssatz und Abs. 3 
AsylG sind vorliegend ebenso erfüllt, wie diejenigen von Art. 14 Abs. 2 
Bst. a und b AsylG. Zu prüfen bleibt deshalb, ob aufgrund der fortge-
schrittenen Integration des Beschwerdeführers ein schwerwiegender per-
sönlicher Härtefall vorliegt (Art. 14 Abs. 2 Bst. c AsylG i. V. m. Art. 31 
VZAE).

5. Zu  klären  ist  zunächst,  inwiefern  bei  der  Beurteilung  von 
Härtefällen gemäss Art. 14 Abs. 2 Bst. c AsylG auf die Praxis der ARK 
zu den damals geltenden Bestimmungen von aArt. 44 Abs. 3 AsylG und 
aArt. 33 AsylV 1 abgestellt werden kann.

5.1 Bereits unter der Herrschaft des bis zum 31. Juli 2001 geltenden 
Wortlauts des aArt. 33 AsylV 1 (AS 1999 2302) hatte die ARK in einem 
Grundsatzentscheid  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  ARK 
[EMARK] 2001 Nr. 10 E. 6c) festgehalten, dass mit der am 1. Oktober 
1999 in Kraft getretenen Regelung, welche von einer « schwerwiegenden 
persönlichen Notlage » sprach, die  bisherige bundesgerichtliche Praxis 

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zur Frage des Vorliegens eines schwerwiegenden persönlichen Härtefal-
les im Sinne von Art. 13 Bst. f BVO übernommen und fortgeführt wer-
den sollte. Diese Rechtsprechung bestätigte die ARK auch für den vom 
1. August 2001 bis 31. Dezember 2006 geltenden Wortlaut von aArt. 33 
Abs. 1 AsylV 1 (AS 2001 1750; EMARK 2001 Nr. 25 E. 6c). Nach dem 
Willen des BR sollte auch die Teilrevision des Asylgesetzes am einheitli-
chen Begriff des Härtefalles, welcher sich auf die Rechtsprechung des 
BGer zu Art. 13 Bst. f BVO stützte, nichts ändern (vgl. Botschaft des BR 
zum AsylG/KVG/AHVG, BBl 2002 6845, hier 6856 und 6888 f.). Erst 
nachdem der Nationalrat der Vorlage des BR als Erstrat bereits gefolgt 
war, brachte die vorberatende Kommission des als Zweitrat fungierenden 
Ständerates  den  heutigen  Wortlaut  von  Art. 14  Abs. 2  AsylG  in  die 
Debatte ein. Deshalb kann bei der Anwendung nicht unbesehen auf die 
Botschaft des BR abgestellt werden, welche in Bezug auf aArt. 44 Abs. 3 
des  Entwurfs  zur  Änderung  des  Asylgesetzes  eine  Weiterführung  des 
Härtefallbegriffes  vorsah.  Dies  insbesondere,  weil  der  Wortlaut  selbst 
eine  Gewichtung der  Kriterien  enthält,  die  auf  den  ersten  Blick  vom 
Härtefallbegriff, wie er in der bisherigen Rechtsprechung entwickelt und 
auch vom BR in seiner Botschaft vertreten wurde, abzuweichen scheint.

5.2 Ausgangspunkt  jeder  Gesetzesauslegung  ist  der  Wortlaut  einer 
Bestimmung  (vgl.  für  diesen  auch  im  Verwaltungsrecht  geltenden 
Grundsatz  Art. 1  Abs. 1  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuchs  vom 
10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]). Ist der Text nicht ohne Weiteres 
klar und sind verschiedene Interpretationen möglich, so muss unter Be-
rücksichtigung aller  Auslegungsmethoden  (grammatikalische,  systema-
tische,  historische,  teleologische,  zeitgemässe  Methode)  nach  seiner 
wahren Tragweite gesucht werden; dabei kommt es namentlich auf den 
Zweck  der  Regelung,  die  dem Text  zu  Grunde  liegenden  Wertungen 
sowie auf den Sinnzusammenhang an, in dem die Norm steht. Im Sinne 
eines  pragmatischen  Methodenpluralismus  ist  es  abzulehnen,  einzelne 
Auslegungsmethoden  einer  hierarchischen  Prioritätsordnung  zu  unter-
stellen (vgl. BGE 135 V 153 E. 4.1 und BGE 135 II 78 E. 2.2; BVGE 
2007/7 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).

5.2.1 Die grammatikalische Auslegung stellt  auf Wortlaut,  Wortsinn 
und  Sprachgebrauch  ab.  Aus  dem  deutschen  Wortlaut  geht  eine  Art 
Zweistufigkeit hervor: Die fortgeschrittene Integration soll kausal für das 
Vorliegen eines  Härtefalles bei  der  ausländischen Person sein (Art. 14 
Abs. 2 Bst. c AsylG). Daraus ergibt sich, dass die fortgeschrittene Inte-
gration notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für die Zu-
stimmung  zur  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  gemäss  Art. 14 
Abs. 2 AsylG darstellt. Keine andere Deutung ergibt sich aus der fran-

568 BVGE / ATAF / DTAF

Asyl  2009/40

zösischen Formulierung des Buchstabens c: « il s'agit d'un cas de rigueur 
grave en raison de l'intégration poussée de la personne concernée ». Der 
italienische Text hingegen lautet:  « si è in presenza di un grave caso di 
rigore personale in considerazione del grado di integrazione dell'interes-
sato ». Daraus geht nicht hervor,  dass eine fortgeschrittene Integration 
Ausgangspunkt für eine Härtefallprüfung ist; vielmehr soll bei der Härte-
fallprüfung der Grad der Integration als ein Kriterium unter anderen be-
rücksichtigt werden.  Aufgrund der Entstehungsgeschichte – den eidge-
nössischen Räten lagen die deutsche und die französische Version vor 
(AB 2005 S 339, AB 2005 N 1163) – ist davon auszugehen, dass sich die 
Abweichung im Zuge der Übersetzung ins Italienische ergeben hat. Im 
deutschen  und  im  französischen  Text  spiegelt  sich  ein  Aspekt  der 
bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 13 Bst. f BVO wider: Das BGer hat 
festgehalten,  dass es für die Annahme eines schwerwiegenden persön-
lichen Härtefalles nicht genügt, dass die ausländische Person sich wäh-
rend  längerer  Zeit  in  der  Schweiz  aufgehalten,  sich  in  sozialer  und 
beruflicher Hinsicht gut integriert hat, und sie sich nichts hat zu schulden 
kommen lassen. Vielmehr bedarf es zusätzlich einer so engen Beziehung 
zur Schweiz, dass es der Person nicht zugemutet werden kann, im Aus-
land, insbesondere in ihrem Heimatland, zu leben (BGE 130 II 39 E. 3; 
BVGE 2007/45 E. 4.2). Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf den 
italienischen Wortlaut besteht kein Anlass zur Annahme, der Gesetzgeber 
habe von der  bisherigen Praxis  zur  Beurteilung des schwerwiegenden 
persönlichen Härtefalles abweichen wollen.

5.2.2 Bei der systematischen Betrachtung wird der Sinn der Rechts-
norm bestimmt durch ihr Verhältnis zu anderen Rechtsnormen und durch 
den systematischen und logischen Zusammenhang. Art. 14 AsylG befasst 
sich mit dem Verhältnis zwischen Asylrecht und dem allgemeinen Aus-
länderrecht. Art. 14 Abs. 2 AsylG stellt eine Ausnahme zum Grundsatz 
der Ausschliesslichkeit des Asylverfahrens dar (vgl. Art. 14 Abs. 1 AsylG 
sowie oben E. 3.3) und ermöglicht eine Regelung des Aufenthaltsstatus 
gemäss Ausländergesetz.  Zudem gehört Art. 14 Abs. 2 AsylG aufgrund 
seines Inhaltes zu einer Gruppe von Bestimmungen, die sich im Auslän-
dergesetz findet und die für mehrere Kategorien von ausländischen Per-
sonen  Regelungen  vorsieht,  die  auf  die  besonders  schwierige  Lage 
Einzelner abstellen (vgl. z. B. Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 50 Abs. 1 
Bst. b  AuG, Art. 84 Abs. 5 AuG). Die Erwähnung des Härtefalles legt 
insbesondere  nahe,  dass  ein  Zusammenhang  zu  Art. 30  Abs. 1  Bst. b 
AuG besteht,  welcher eine Abweichung von den Zulassungsvorausset-
zungen bei Vorliegen schwerwiegender persönlicher Härtefälle vorsieht. 
Von seiner Stellung und Aufgabe her soll Art. 14 Abs. 2 AsylG die Härte-

BVGE / ATAF / DTAF 569

2009/40  Asyl

fallregelung im Ausländerrecht ergänzen (so auch BAUR, a. a. O., S. 11), 
von der ausländische Personen im Asylverfahren aufgrund von Art. 14 
Abs. 1 AsylG generell ausgeschlossen sind. Auch dieser Aspekt spricht 
dafür, dass eine Weiterführung der bisherigen Praxis zur Beurteilung, ob 
ein schwerwiegender persönlicher Härtefall vorliegt, gewollt war.

5.2.3 Die historische Auslegung stellt  auf  den Sinn und Zweck ab, 
den man einer  Norm zur Zeit  ihrer  Entstehung gab.  Insbesondere bei 
jungen Erlassen, wie dem vorliegenden, muss dem Willen des Gesetz-
gebers  grosses Gewicht  beigemessen werden,  wobei  eine  Abgrenzung 
zur teleologischen Auslegung, die auf den Regelungszweck abstellt, we-
gen des erst vor kurzer Zeit in Kraft getretenen Ausländergesetzes vor-
liegend kaum möglich ist. Es gilt somit insgesamt, die mit der Norm ver-
bundene Zweckvorstellung (die sogenannte ratio legis) zu ermitteln. Die 
Entstehungsgeschichte von Art. 14 Abs. 2 AsylG zeigt,  dass die Unzu-
friedenheit von manchen Kantonen und dem Nationalrat mit der vom BR 
vorgeschlagenen Lösung dazu führte,  den heute geltenden Wortlaut  in 
die Beratungen der staatspolitischen Kommission des Ständerates, der als 
Zweitrat fungierte, einzubringen (vgl. E. 3.1). Aus den Diskussionen in 
der Kommission geht hervor, dass es nicht als sinnvoll erachtet wurde, 
im Ausländerrecht und im Asylrecht zwei verschiedene Härtefallbegriffe 
zu haben. Es müssten die gleichen Voraussetzungen gelten. Entscheidend 
müsse der Grad der erfolgten beruflichen und sozialen Integration sein. 
Ferner wurde auf die vom BGer aufgestellten, einheitlichen Kriterien für 
Personen, die unter das Ausländerrecht und solche, die unter das Asyl-
recht fallen, hingewiesen. Bemerkenswert ist, dass die Parlamentarier in 
den Kommissionen davon ausgegangen sind, dass es sich bei den aus-
ländischen Personen,  für  die  eine Härtefallregelung in  Frage kommen 
sollte, immer um sehr gut integrierte handle (Staatspolitische Kommis-
sion des Ständerats, Protokoll der Sitzung vom 3. Februar 2005 S. 18 ff.; 
Staatspolitische Kommission des Nationalrats, Protokoll der Sitzung vom 
23./24. Juni 2005 S. 1 ff.). Auch aus den Voten in den parlamentarischen 
Debatten ergibt sich kein anderes Bild (AB 2005 S 339 ff., AB 2005 N 
1164).  Auch aus diesem Blickwinkel  wird deutlich,  dass der  Wortlaut 
von Art. 14 Abs. 2 AsylG nicht zu einem neuen Härtefallbegriff führen 
sollte.

5.2.4 Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass sowohl aufgrund 
der grammatikalischen und der systematischen als auch der historischen 
bzw. teleologischen Methode davon auszugehen ist, dass mit der Formu-
lierung von Art. 14 Abs. 2 Bst. c AsylG kein vom Ausländerbereich ab-
weichender Härtefallbegriff geschaffen werden sollte. Der Wortlaut des 
deutschen und des französischen Gesetzestextes ist zum einen aus der 

570 BVGE / ATAF / DTAF

Asyl  2009/40

bundesgerichtlichen Rechtsprechung heraus zu verstehen (vgl. E. 5.2.1); 
zum anderen wird er nachvollziehbar, betrachtet man die Diskussionen 
in den parlamentarischen Kommissionen: Ausgehend von Einzelfällen, 
die Beachtung in den Medien fanden, weil sich die Gemeinden, Nach-
barn und Schulkameraden gegen den Vollzug der Wegweisung gut in-
tegrierter Familien wehrten,  wurde es als stossend bezeichnet,  dass es 
keine Möglichkeit gebe, diesen Personen ein Bleiberecht zu verschaffen. 
Gleichzeitig wurde aber immer wieder auf die Regelung verwiesen, die 
sich bereits im Ausländerbereich findet. Es ist daher davon auszugehen, 
dass  die  Aufnahme einer  Härtefallregelung  ins Asylgesetz  eine  Lücke 
schliessen sollte,  welche durch die Ausschliesslichkeit des Asylverfah-
rens entstanden ist; dabei sollte aber die Regelung des Ausländerrechts 
als Vorbild dienen. Diesem Gedanken ist der Verordnungsgeber gefolgt, 
indem er im Untertitel von Art. 31 VZAE festhielt, dieser solle auch auf 
Art. 14 AsylG angewendet werden.

5.3 Somit ergibt sich, dass es keine Hinweise darauf gibt, wonach das 
Parlament beabsichtigt hätte, im Asylrecht eine von dem im Kontext des 
Ausländerrechts entwickelten Härtefallbegriff abweichende Regelung zu 
treffen.

6.
6.1 Im Zusammenhang mit der Begrenzungsverordnung ging die Pra-
xis davon aus, dass sich aus dem Verordnungstext sowie aufgrund des 
Ausnahmecharakters der Bestimmung ergebe, dass die Voraussetzungen 
zur Anerkennung eines Härtefalles restriktiv zu handhaben seien (BGE 
130 II  39  E. 3,  BGE 124 II  110  E. 2,  BGE 119  Ib  33  E. 3c;  BVGE 
2007/45 E. 4.2). Der Wortlaut von Art. 14 Abs. 2 AsylG und seine Stel-
lung (Ausschliesslichkeit des Asylverfahrens, vgl. oben  E. 3.3) machen 
deutlich, dass auch dieser Bestimmung Ausnahmecharakter zukommen 
soll.

6.2 Gemäss der bisherigen Praxis zum Härtefallbegriff, die vornehm-
lich im Zusammenhang mit Art. 13 Bst. f BVO entwickelt wurde, muss 
der Betroffene sich in einer persönlichen Notlage befinden. Das bedeutet, 
dass  seine  Lebens-  und  Existenzbedingungen,  gemessen  am  durch-
schnittlichen Schicksal von ausländischen Personen  in einer vergleich-
baren Situation, in gesteigertem Masse in Frage gestellt  sind bzw. die 
Verweigerung einer Ausnahme von den Zulassungsvoraussetzungen für 
ihn schwere Nachteile zur Folge hätte. Dabei ist jeder Fall individuell, 
aufgrund der  Gesamtumstände im Hinblick darauf  zu prüfen,  ob eine 
Rückkehr des Betroffenen in sein Heimatland seine Existenz in gestei-
gertem  Masse  in  Frage  stellen  und  insofern  eine  besondere  Härte 

BVGE / ATAF / DTAF 571

2009/40  Asyl

darstellen würde (vgl. BGE 130 II 39 E. 3, BGE 124 II 110 E. 2; BVGE 
2007/45 E. 4.2,  BVGE 2007/16 E. 5.2  mit  Hinweisen;  EMARK 2001 
Nr. 10 E. 6d mit Hinweisen). Aus der Pflicht zur Einzelfallprüfung folgt, 
dass die vom BGer benannten und heute in Art. 31 Abs. 1 VZAE auf-
geführten Kriterien weder einen abschliessenden Katalog darstellen noch 
sämtliche Kriterien kumulativ erfüllt sein müssen (vgl. in diesem Sinne 
auch EMARK 2001 Nr. 10 E. 7c). Insbesondere ist der speziellen Situa-
tion von Personen, welche sich im Asylverfahren befinden oder befan-
den, Rechnung zu tragen (vgl.  BGE 123 II 125 E. 3). Allerdings ist nur 
dann  von  einem  Härtefall  auszugehen,  wenn  die  Beziehungen  zur 
Schweiz derart eng sind, dass von der ausländischen Person nicht ver-
langt werden kann, ihr Leben in einem anderen Land, insbesondere in ih-
rem Heimatland, weiterzuführen (vgl. BGE 130 II 39 E. 3, BGE 124 II 
110 E. 2). Eine langdauernde Anwesenheit und eine gute Integration so-
wie ein klagloses Verhalten begründen für sich allein betrachtet keinen 
persönlichen Härtefall.  Ebensowenig genügt es für die Annahme eines 
persönlichen  Härtefalles,  wenn  die  während  des  Aufenthaltes  in  der 
Schweiz geknüpften beruflichen, freundschaftlichen und nachbarschaftli-
chen Beziehungen aufgegeben werden müssen (BGE 130 II 39 E. 3 mit 
Hinweisen).

7.
7.1 Der  Beschwerdeführer  stammt  aus  Serbien  und  reiste  im Alter 
von 23 Jahren in die Schweiz ein, wo er am 21. Juni 2000 ein Asylge-
such  einreichte.  Nach  Auskunft  der  kantonalen  Behörde  hat  der  Be-
schwerdeführer sich « bestens integriert ». Er spreche gut Deutsch, treibe 
in  verschiedenen  Vereinen  Sport,  verkehre  mit  Schweizern,  habe  sich 
einen stabilen Freundeskreis aufgebaut und verdiene sich seinen Lebens-
unterhalt seit dem 1. März 2005 selbst. Der Beschwerdeführer geniesse 
einen einwandfreien Leumund und habe nie Anlass zu Klagen gegeben.

In beruflicher Hinsicht wird dem Beschwerdeführer von seinem Arbeit-
geber  ein  sehr  gutes  Zeugnis  ausgestellt.  Gemäss  dessen  Angaben 
könnten die Kenntnisse, welche für die Arbeit (...) benötigt würden, nur 
in der Praxis erworben werden. Der Beschwerdeführer habe sich inner-
halb kurzer Zeit die für seine Arbeit notwendigen Kenntnisse angeeignet 
und sei für seinen Arbeitgeber zu einer wichtigen Stütze geworden. Aus 
diesem Grund könne  die  Firma auf  den  Beschwerdeführer  nicht  ver-
zichten, nicht zuletzt auch, weil der Geschäftsführer selbst aufgrund von 
gesundheitlichen Problemen (u. a.  mit  dem Rücken) seit  Anfang 2007 
nur  beschränkt  einsatzfähig  sei.  In  dieser  Zeit  habe  der  Beschwerde-
führer die Stellvertretung für den Geschäftsführer wahrgenommen. 

572 BVGE / ATAF / DTAF

Asyl  2009/40

7.2 In der Beschwerdeschrift wird einerseits auf die gute Integration 
des Beschwerdeführers in der Schweiz hingewiesen. Andererseits wird 
geltend gemacht, die Wegweisung führe zu einem schwerwiegenden per-
sönlichen Härtefall gemäss Art. 14 Abs. 2 AsylG, weil der Arbeitgeber 
auf den Beschwerdeführer nicht verzichten könne.

7.3 Der Beschwerdeführer hat sich in den gut neun Jahren seiner An-
wesenheit in der Schweiz offenbar in sozialer und, seit seiner Arbeitsauf-
nahme  im  Jahre  2005,  auch  in  wirtschaftlicher  Hinsicht  gut  in  der 
Schweiz  eingegliedert  (vgl.  Art. 31  Abs. 1  Bst. a  und  d  VZAE).  Dies 
weist zwar auf eine gute Integration hin, vermag jedoch allein, wie oben 
in E. 6.2 ausgeführt, noch keinen Härtefall zu begründen. Auch aus der 
geltend gemachten Abhängigkeit des Arbeitgebers vom Beschwerdefüh-
rer kann nicht auf einen schwerwiegenden persönlichen Härtefall gemäss 
Art. 14 Abs. 2 AsylG geschlossen werden. Die schwerwiegende persön-
liche Härte muss in der Regel bei der betroffenen ausländischen Person 
entstehen, falls sie die Schweiz verlassen müsste. Dass der schwerwie-
gende persönliche Härtefall bei einer Drittperson eintreten würde, ist nur 
in seltenen Ausnahmen überhaupt denkbar. In analoger Anwendung der 
bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  zu  Art. 8  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfrei-
heiten (EMRK, SR 0.101) wird von dieser Regel praxisgemäss nur dann 
abgewichen, wenn ein in der Schweiz lebender Angehöriger ein gefestig-
tes Anwesenheitsrecht hat und in einem besonderen Abhängigkeitsver-
hältnis zur gesuchstellenden Person steht bzw. eine besonders enge per-
sönliche  und  affektive  Beziehung  zu  dieser  unterhält  (vgl.  Urteil  des 
BVGer  C-377/2006  vom  11. Dezember  2008  E. 5.3  mit  Hinweisen). 
Eine solche Beziehung ist vorliegend nicht erkennbar, nicht zuletzt auch 
deshalb, weil der Beschwerdeführer bei einer juristischen Person ange-
stellt ist. Die Frage, ob der Beschwerdeführer tatsächlich eine derart spe-
zialisierte Tätigkeit ausübt,  die ihn objektiv für  den Arbeitgeber uner-
setzlich macht, kann im vorliegenden Verfahren nicht beurteilt werden. 
Vielmehr müsste sie im Rahmen eines ordentlichen Bewilligungsverfah-
rens durch die kantonale Arbeitsmarktbehörde geprüft werden (Art. 40 
Abs. 2 AuG i. V. m. Art. 83 und Art. 88 VZAE; vgl. auch das Urteil des 
BVGer C-590/2006 vom 17. Juli 2008 E. 8.5). 

7.4 Was die Dauer des Aufenthaltes in der Schweiz anbelangt, so ist 
diese nicht als besonders lang einzuschätzen. Der Beschwerdeführer ist 
vor etwa neun Jahren als 23jähriger junger Erwachsener in die Schweiz 
gekommen. Er hat somit den grössten Teil seines Lebens, welcher für die 
Sozialisierung wichtige Phasen umfasst, in seiner Heimat Serbien ver-
bracht.  Die  Rückkehr  in  seinen  Herkunftsstaat  erscheint  von  diesem 

BVGE / ATAF / DTAF 573

2009/40  Asyl

Aspekt her nicht mit besonderen Schwierigkeiten verbunden. Dass dem 
Beschwerdeführer  bei  seiner  Rückkehr  Repressionen  wegen  seiner 
Desertion und seiner Tätigkeit als Boxer drohen könnten, wurde bereits 
im Rahmen des  Verfahrens  betreffend  die  Aufhebung der  vorläufigen 
Aufnahme verneint.  Bei  dieser  Gelegenheit  wurde auch das Vorliegen 
eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalles verneint (Entscheid der 
ARK vom 4. Juli 2006 E. 5.4). Das BVGer sieht keinen Grund, auf diese 
Beurteilung zurückzukommen, da nicht ersichtlich ist, dass sich an der 
Situation seit der Aufhebung der vorläufigen Aufnahme etwas geändert 
hätte. 

Zudem wurde dem Beschwerdeführer am 8. Dezember 2006 eine finan-
zielle Rückkehrhilfe für das am 27. November 2006 eingereichte Projekt 
(Taxi-Fahrer in seiner  serbischen Heimatstadt) zugesichert.  Zu diesem 
Zeitpunkt war er offenbar willens, in seine Heimat zurückzukehren. Die 
Rückreise sollte schliesslich am 9. August 2007 erfolgen, wurde jedoch 
nach dem kantonalen Entscheid, beim BFM ein Härtefallgesuch einzu-
reichen, ausgesetzt.

7.5 Schliesslich ergibt sich aus den Akten nichts, das auf derart enge 
Beziehungen zur Schweiz schliessen liesse, dass vom Beschwerdeführer 
nicht verlangt werden könnte, sein Leben in einem anderen Land, insbe-
sondere  in  seinem  Heimatland,  weiterzuführen  (E. 6.2).  Dass  eine 
Schwester des Beschwerdeführers in der Schweiz lebt (vgl. den Sachver-
halt im Urteil der ARK vom 4. Juli 2006 Bst. D), wird auf Beschwerde-
ebene zu Recht nicht als Grund für das Vorliegen eines schwerwiegenden 
persönlichen Härtefalles geltend gemacht. Ebensowenig spricht die vom 
Beschwerdeführer und seinem Arbeitgeber geltend gemachte Tatsache, 
dass der Beschwerdeführer eine im Jahre 2007 geborene Tochter habe, 
welche  mit  ihrer  Mutter,  einer  Kroatin,  im  Ausland  lebe,  für  einen 
schwerwiegenden  persönlichen  Härtefall,  sollte  der  Beschwerdeführer 
die Schweiz verlassen müssen.

7.6 Aus diesen Erwägungen geht hervor, dass beim Beschwerdeführer 
kein  schwerwiegender  persönlicher  Härtefall  vorliegt,  wenn  er  die 
Schweiz verlassen muss. Dass der Arbeitgeber, verliert er den Beschwer-
deführer,  möglicherweise  in  eine  schwierige  Situation  gerät,  kann  im 
vorliegenden Verfahren nicht berücksichtigt werden.

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