# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a534baf8-80e8-5cea-876e-9055d057c513
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2005-11-15
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission 15.11.2005 JAAC 70.55
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_016_JAAC-70-55--_2005-11-15.pdf

## Full Text

JAAC 70.55

Auszug aus dem Entscheid ZRK 2003-165 der
Eidgenössischen Zollrekurskommission vom 15.

November 2005

Force contraignante de la déclaration en douane. Libre appréciation
des preuves. Documents établis postérieurement en tant que moyens de
preuve.

Art. 24 al. 1, art. 31 al. 1, art. 32, art. 34 al. 2, art. 35 al. 2, art. 109 al. 2
LD. Art. 49 al. 2 OLD. Art. 16 s. ODTEI.

- Principe de l’auto-déclaration (consid. 2a.aa). Force contraignante
de la déclaration en douane acceptée (consid. 2a.bb). Examen de la
déclaration par le bureau de douane à l’aide d’un procédé électronique
(art. 17 al. 3 ODTEI ; consid. 2a.cc, 3a).

- Aucune obligation de la part des autorités douanières de procéder
à un examen de la déclaration sur d’éventuelles irrégularités par
rapport à la qualité effective de la marchandise (consid. 3a). Lorsqu’un
recours contre le dédouanement est interjeté au sens de l’art. 109
al. 2 LD, l’assujetti aux droits de douanes a la possibilité de prouver
postérieurement qu’il a importé une marchandise présentant une
qualité qui divergeait des indications faites dans la déclaration. Sur ce
point, l’assujetti porte l’entier fardeau de la preuve (consid. 3b, 3d.bb).

- Libre appréciation des preuves. Acceptation de documents établis
postérieurement en tant que preuve (consid. 2c, 3c.aa-dd). De manière
générale, si la qualification de preuve est à l’avance niée à certaines
preuves, le principe de la libre appréciation des preuves est - sous
réserve d’éventuelles règles de preuve prévues par la loi - violé (consid.
2c, 3c.bb).

- La pratique de la DGD qui consiste à considérer des documents
établis après l’importation comme d’emblée inadmissibles et de ne les
soumettre à aucune appréciation de preuve, est ainsi douteuse (consid.

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3c.bb, dd). Toutefois, les preuves établies postérieurement à l’événement
à prouver ont, en règle générale, une valeur fortement limitée (consid.
3c.dd, 3d.bb).

- Examen des moyens de preuve. En l’espèce, les documents produits ne
fournissent pas (pleinement) la preuve de la qualité des marchandises
telle qu’avancée par la recourante (consid. 3d).

Verbindlichkeit der Zolldeklaration. Freie Beweiswürdigung.
Nachträglich erstellte Dokumente als Beweismittel.

Art. 24 Abs. 1, Art. 31 Abs. 1, Art. 32, Art. 34 Abs. 2, Art. 35 Abs. 2, Art.
109 Abs. 2 ZG. Art. 49 Abs. 2 ZV. Art. 16 f. ZEDV.

- Selbstdeklarationsprinzip (E. 2a.aa). Verbindlichkeit der
angenommenen Zolldeklaration (E. 2a.bb). Überprüfung der
Zolldeklaration durch das Zollamt, namentlich im elektronischen
Deklarationsverfahren (Art. 17 Abs. 3 ZEDV ; E. 2a.cc, 3a).

- Keine Verpflichtung der Zollbehörden, die Deklaration auf
Unstimmigkeiten mit der tatsächlichen Beschaffenheit zu überprüfen
(E. 3a). Wird gegen eine Zollabfertigung Beschwerde nach Art. 109
Abs. 2 ZG erhoben, hat der Zollpflichtige die Möglichkeit, nachträglich
nachzuweisen, dass die von ihm eingeführte Ware eine von den Angaben
in der Deklaration abweichende Beschaffenheit aufgewiesen hat. Er
trägt dafür die volle Beweispflicht (E. 3b, 3d.bb).

- Freie Beweiswürdigung. Zulassung nachträglich ausgestellter
Dokumente zum Beweis (E. 2c, 3c.aa-dd). Wird bestimmten
Beweismitteln im Voraus in allgemeiner Weise die Beweiseignung
abgesprochen, ist - vorbehältlich allfälliger gesetzlich normierter
Beweisregeln - der Grundsatz der freien Beweiswürdigung verletzt (E.
2c, 3c.bb).

- Die Praxis der Oberzolldirektion, nach der Einfuhr ausgestellte
Unterlagen als von vorneherein unzulässig anzusehen und sie keiner
Beweiswürdigung zu unterziehen, ist damit zweifelhaft (E. 3c.bb, dd).
Allerdings kommt den zeitlich nach dem zu beweisenden Ereignis
ausgestellten Beweismitteln in der Regel stark eingeschränkter
Beweiswert zu (E. 3c.dd, 3d.bb).

- Prüfung der Beweismittel. Vorliegend vermögen die eingereichten
Dokumente den (vollen) Beweis der von der Beschwerdeführerin geltend
gemachten Beschaffenheit der Waren nicht zu erbringen (E. 3d).

Valore vincolante della dichiarazione doganale. Libero apprezzamento
delle prove. Documenti creati a posteriori quali mezzi di prova.

Art. 24 cpv. 1, art. 31 cpv. 1, art. 32, art. 34 cpv. 2, art. 35 cpv. 2, art. 109
cpv. 2 LD. Art. 49 cpv. 2 OD. Art. 16 seg. OSTED.

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- Principio dell’auto-dichiarazione (consid. 2a.aa). Valore vincolante
della dichiarazione doganale accettata (consid. 2a.bb). Verifica della
dichiarazione doganale da parte dell’ufficio doganale, in particolare
nella procedura di dichiarazione elettronica (art. 17 cpv. 3 OSTED;
consid. 2a.cc, 3a).

- Le autorità doganali non sono obbligate a verificare eventuali
inesattezze della dichiarazione in relazione alle qualità effettive
della merce (consid. 3a). Se contro uno sdoganamento è interposto un
ricorso secondo l’art. 109 cpv. 2 LD, la persona che deve sdoganare ha
la possibilità di dimostrare a posteriori che la merce importata aveva
qualità differenti da quelle indicate nella dichiarazione. A tale persona
incombe tutto l’onere della prova (consid. 3b, 3d.bb).

- Libero apprezzamento delle prove. Ammissione di documenti emessi
a posteriori quali mezzi di prova (consid. 2c, 3c.aa-dd). Se a priori ed
in modo generale è stata negato il valore probatorio a determinati
mezzi di prova, il principio del libero apprezzamento delle prove - con
riserva di eventuali regole sulle prove fissate dalla legge - è stato violato
(consid. 2c, 3c.bb).

- La prassi della Direzione generale delle dogane di considerare a
priori non ammissibili documenti emessi dopo l’importazione e di non
tenerne conto nella valutazione delle prove è quindi da considerare
dubbia (consid. 3c.bb, dd). Tuttavia, documenti emessi dopo l’evento
da dimostrare hanno di regola un valore probatorio limitato (consid.
3c.dd, 3d.bb).

- Esame dei mezzi di prova. Nella fattispecie i documenti prodotti non
provano (completamente) le qualità delle merci fatte valere dalla
ricorrente (E. 3d).

Zusammenfassung des Sachverhalts:

A. Die X. AG führte am 3., 5., 7. und 10. April 2003 für die A. AG, Eisbergsalat
aus Ägypten ein und deklarierte die Sendungen im elektronischen Verfahren
unter der Tarif-Nr. 0705.1121 mit der Bezeichnung «Frischer Eisbergsalat» bzw.
«Frischer Eisbergsalat zum Tafelgenuss». Aufgrund dieser Deklarationen
stellte das Zollamt die Zollquittungen aus. Gegen die Abfertigungen
beschwerte sich die X. AG beim Zollamt mit Eingabe vom 14. April 2003,
wobei sie geltend machte, beim eingeführten Eisbergsalat handle es sich
um Eisbergsalat ohne Umblatt im Sinne von Tarif-Nr. 0705.1118 und
sie die Zulassung der Sendungen unter dieser Nummer verlangte. Die
Zollkreisdirektion wies die Beschwerde mit Entscheid vom 16. Juni 2003
infolge unzureichender Beweismittel ab.

B. Dagegen beschwerte sich die X. AG bei der Eidgenössischen
Oberzolldirektion (OZD). Mit Entscheid vom 20. Oktober 2003 wies die OZD
die Beschwerde ab. Zur Begründung brachte die OZD imWesentlichen vor,
die angenommene Zolldeklaration sei für den Aussteller verbindlich. Eine
Berichtigung setze voraus, dass der Zollpflichtige den Beweis für die von
der Deklaration abweichende wirkliche Beschaffenheit der eingeführten

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Ware leiste, wobei an den Beweis ein strenger Massstab anzulegen sei. Die
eingereichten Unterlagen hätten diesen Beweis nicht erbracht. Überdies
schieden Dokumente, die nach dem Datum der Einfuhr der strittigen
Sendungen ausgestellt worden sind, grundsätzlich für die Beweisführung
aus und die vorgelegten Unterlagen könnten nicht anerkannt werden.

C. Gegen diesen Entscheid der OZD führt die X. AG (Beschwerdeführerin) mit
Eingabe vom 4. November 2003 und Verbesserung vom 19. November 2003
Beschwerde an die Eidgenössische Zollrekurskommission (ZRK). Sie beantragt,
der Entscheid der OZD sei aufzuheben und die vier Zollquittungen seien
jeweils auf die Tarif-Nr. 0705.1118 abzuändern; eventuell sei das zuständige
Zollamt anzuweisen, entsprechende Abänderungen vorzunehmen. In der
Begründung bestreitet die Beschwerdeführerin die Ansicht der OZD, die
zulässigen Beweisurkunden müssten aus der Zeit vor der Einfuhr stammen.
Die gestellten Beweiserfordernisse hielten Gesetz und Bundesverfassung
nicht stand und mit diesen würde die Beweisführung verunmöglicht; jeder
Beweis, der zu richterlicher Überzeugung führen könne, sei grundsätzlich
zulässig. Die eingereichten Beweisstücke belegten, dass Eisbergsalat ohne
Umblatt eingeführt worden sei. Schon die Warenbezeichnung auf der
Deklaration verweise eher auf die Tarif-Nr. 0705.1118 als auf Nr. 0705.1121;
der offensichtliche Irrtum hätte bei der formellen Überprüfung bzw. der
Plausibilitätsprüfung auffallen müssen. Es widerspreche ferner dem
Grundsatz von Treu und Glauben, dass das Zollamt den Deklaranten nicht
auf diesen Fehler bei der Deklaration hingewiesen hat.

D. In der Vernehmlassung vom 15. Januar 2004 beantragt die OZD die
kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. Sie wiederholt, dass die
zum Zeitpunkt der Einfuhren vorliegenden Papiere nicht auf Eisbergsalat
ohne Umblatt hingewiesen hätten. Weiter beziehe sich die durch den
Zollcomputer vorgenommene Plausibilitätsprüfung der Deklaration
lediglich auf deren Vollständigkeit sowie andere elektronisch überprüfbare
Grössen. Die Warenbezeichnung könne nicht erfasst, geschweige denn in
Relation zu der deklarierten Tarifnummer gebracht werden. Die deklarierte
Warenbezeichnung und die Tarifnummer hätten mit den Begleitpapieren
übereingestimmt, von einer «eklatanten Inkompatibilität» könne somit
nicht die Rede sein. Weiter bekräftigt die OZD ihre Auffassung, dass die
Beweisführung bei der Berichtigung einer Deklaration sich nur auf Unterlagen
stützen könne, die im Zeitpunkt der Zollfestsetzung schon bestanden hätten.
Nachträgliche Dokumente schieden für die Beweisführung grundsätzlich aus.

Aus den Erwägungen:

1. (...)

2.a. Jede Wareneinfuhr über die schweizerische Zollgrenze unterliegt der
Zollpflicht (vgl. Art. 1 Abs. 1 des Zollgesetzes vom 1. Oktober 1925 [ZG, SR
631.0]). Gemäss Art. 1 Abs. 2 ZG umfasst die Zollpflicht die Befolgung der
Vorschriften für den Verkehr über die Grenze (Zollmeldepflicht) und die
Entrichtung der gesetzlichen Abgaben (Zollzahlungspflicht).

aa. Das Zollverfahren ist vom Selbstdeklarationsprinzip bestimmt (Art. 24 ZG).
Dem Zollpflichtigen obliegt die Verantwortlichkeit für die rechtmässige und
richtige Deklaration seiner grenzüberschreitenden Warenbewegungen. Er ist
verpflichtet, den vorschriftsgemässen Abfertigungsantrag zu stellen. Damit

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überbindet das Zollgesetz dem Zollmeldepflichtigen die volle Verantwortung
für den eingereichten Abfertigungsantrag und stellt hohe Anforderungen an
seine Sorgfaltspflicht; namentlich wird von ihm eine vollständige und richtige
Deklaration der Ware verlangt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. Februar
2001, publiziert in Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 70 S. 334
E. 2c mit Hinweisen; Entscheid der ZRK vom 18. November 2003 i. S. B. AG
[ZRK 2003-027], E. 3a, bestätigt im unveröffentlichten Urteil des Bundesgerichts
vom 31. März 2004 [2A.1/2004], E. 2.1; Entscheid der ZRK vom 2. Oktober 1995,
veröffentlicht in ASA 65 S. 410 ff. E. 3a und 3b/bb, mit Hinweisen).

bb. Als Grundlage der Zollberechnung dient die tarifmässige Deklaration
des Zollpflichtigen, soweit sie nicht durch die amtliche Revision berichtigt
wird (Art. 24 Abs. 1 ZG). Der Zollmeldepflichtige hat den Abfertigungsantrag
zu stellen und die Zolldeklaration einzureichen (Art. 31 Abs. 1 ZG); das
zuständige Zollamt überprüft die abgegebene Zolldeklaration lediglich auf ihre
formelle Richtigkeit, Vollständigkeit und auf ihre Übereinstimmung mit den
Begleitpapieren (Art. 34 Abs. 2 ZG). Die angenommene Zolldeklaration ist für
den Aussteller verbindlich und bildet vorbehältlich der Revisionsergebnisse
die Grundlage für die Festsetzung des Zolls und der weiteren Abgaben (Art.
35 Abs. 2 ZG; vgl. Entscheid der ZRK vom 18. November 2003 i.S. F. AG, a.a.O.,
E. 3a, bestätigt mit Urteil des Bundesgerichts vom 31. März 2004, a.a.O., E.
2.2; Entscheid der ZRK vom 28. Oktober 2003, veröffentlicht in VPB 68.51
E. 3b). Sie darf nur ersetzt, ergänzt, berichtigt oder vernichtet werden,
wenn vor Anordnung der Revision und vor Ausstellung der Zollausweise
darum nachgesucht wird. Ist der Zollausweis ausgestellt, so kann das
Zollamt dem Gesuch um Zollbegünstigung, Zollbefreiung oder Änderung
der Abfertigungsart entsprechen, wenn die Sendung noch unter zoll‑, post-
oder bahnamtlicher Kontrolle steht (Art. 49 Abs. 2 ZV; Entscheid der ZRK vom
13. Februar 2002, veröffentlicht in VPB 66.56 E. 2a; Entscheid der ZRK vom
28. Oktober 2003, a.a.O., E. 3b). Hingegen sieht Art. 109 Abs. 2 ZG vor, dass
gegen die Zollabfertigung innerhalb von 60 Tagen seit der Abfertigung eine
Beschwerde erhoben werden kann.

cc. Gestützt auf Art. 142 ZG hat der Bundesrat zur Erleichterung im
Verzollungsverfahren die Verordnung vom 3. Februar 1999 über die
Zollabfertigung mit elektronischer Datenübermittlung (ZEDV, SR 631.071)
erlassen. Zugelassene Zollbeteiligte können danach die Deklaration
im elektronischen Verfahren erfassen, wobei sie selbst eine erste
Plausibilitätsprüfung vorzunehmen haben (Art. 16 Abs. 1 ZEDV). Der
Zollcomputer führt gemäss Art. 17 Abs. 1 und 2 ZEDV eine erweiterte
Plausibilitätsprüfung durch und weist Deklarationen zurück, sofern er Fehler
feststellt. Deklarationen hingegen, die der Zollcomputer ohne Beanstandung
übernimmt, gelten analog den physischen Zolldeklarationen als angenommen
im Sinn von Art. 35 ZG. Sie sind für den Zollbeteiligten auch bei allfälligen
Widersprüchen zu den Begleitpapieren verbindlich (Art. 17 Abs. 3 ZEDV).
Nach Annahme der Deklaration führt der Zollcomputer eine Selektion durch
und übermittelt dem Zollbeteiligten das Ergebnis. Lautet dieses «frei/mit
Einfuhrliste», so gilt die Ware als freigegeben und der Zollbeteiligte hat eine
Einfuhrliste mit den Begleitpapieren vorzulegen (Art. 18, 19 Abs. 2 ZEDV).

b. Die Ein- und Ausfuhrzölle werden nach Art. 21 ZG durch den Zolltarif
(Anhang zum Zolltarifgesetz vom 9. Oktober 1986 [ZTG, SR 632.10]) festgesetzt;
grundsätzlich wird der Zollbetrag nach Art, Menge und Beschaffenheit

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006560.pdf?ID=150006560
https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005615.pdf?ID=150005615

der Ware im Zeitpunkt, in dem sie unter Zollkontrolle gestellt worden
ist, festgesetzt (Art. 23 ZG). Nach Art. 1 ZTG müssen alle Waren, die über
die schweizerische Zollgrenze ein- oder ausgeführt werden, nach dem
Generaltarif im Anhang verzollt werden.

Für die vorliegend in Frage stehenden Waren sind die Tarif-Nrn. 0705.1118
und 0705.1121 strittig. Die systematische Gliederung dieser Nummern im Tarif
stellt sich wie folgt dar:

Salate (...) und Zichorien (...), frisch oder gekühlt: 0705

- Salate

-- Kopfsalat 0705.11

- Eisbergsalat ohne Umblatt

Vom 1. März bis 31. Dezember

- Innerhalb des Zollkontingents 0705.1118

- Andere 0705.1119

- Batavia und andere Eisbergsalate

Vom 1. März bis 31. Dezember

- Innerhalb des Zollkontingents 0705.1121

- Andere 0705.1129

c. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der
freien Beweiswürdigung (siehe Entscheid der Eidgenössischen
Steuerrekurskommission [SRK] vom 31. August 2004, veröffentlicht in
VPB 69.6 E. 6), welcher verlangt, dass sich die urteilende Instanz sorgfältig,
gewissenhaft und unvoreingenommen ihre Meinung darüber bildet, ob
der zu beweisende Sachumstand als wahr zu gelten hat oder nicht. Der
Beweis ist erbracht, wenn der Richter gestützt auf die Beweiswürdigung
zur Überzeugung gelangt ist, dass sich der rechtserhebliche Sachumstand
verwirklicht hat. Es braucht nicht absolute Gewissheit zu resultieren. Die
von der Lebenserfahrung und praktischen Vernunft getragene, mit Gründen
gestützte Überzeugung kann genügen (BGE 107 V 108, BGE 105 Ib 117;
Urteil des Bundesgerichts vom 26. Januar 2001 [2A.110/2000], E. 3c [das
Steuerverfahren betreffend]; Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2.
Aufl., Bern 1983, S. 279). Verwaltung und Gerichte haben die Beweise frei, d. h.
ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss
zu würdigen (BGE 122 V 160 E. 1c; Gygi, a.a.O., S. 278; Alfred Kölz / Isabelle
Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2.
Aufl., Zürich 1998, Rz. 109; Pierre Moor, Droit administratif, Bd. II, Bern 2002, S.
263; René Rhinow / Heinrich Koller / Christina Kiss, Öffentliches Prozessrecht
und Justizverwaltungsrecht des Bundes, Basel 1996, Rz. 914; Urs Behnisch,
Die Verfahrensmaximen und ihre Auswirkungen auf das Beweisrecht im
Steuerrecht, ASA 56 S. 596).

3.a. Im vorliegenden Fall hat die Beschwerdeführerin in der Zeit vom 3.
April 2003 bis 10. April 2003 Eisbergsalat aus Ägypten eingeführt und die
Sendungen im elektronischen Verfahren unter der Tarif-Nr. 0705.1121

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150007049.pdf?ID=150007049
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?resolve=1&id=BGE_107%20V%20108
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?resolve=1&id=BGE_105%20Ib%20117
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?resolve=1&id=BGE_122%20V%20160

deklariert. Die Warenbezeichnungen lauteten «Frischer Eisbergsalat»
bzw. «Frischer Eisbergsalat zum Tafelgenuss» (...). Die Einfuhrzollausweise
übernahmen diese Bezeichnungen.

Aufgrund des im Zollverfahren geltenden Selbstdeklarationsprinzips liegt
die volle Verantwortung für eine ordnungsgemässe - d. h. vollständige
und richtige - Deklaration beim Zollpflichtigen (oben E. 2a.aa und bb). Das
Zollamt überprüft die Zolldeklaration nur auf die formelle Richtigkeit,
Vollständigkeit und ihre Übereinstimmung mit den Begleitpapieren (Art. 34
Abs. 2 ZG). Beim elektronischen Deklarationsverfahren gilt überdies, dass
die Deklaration auch bei allfälligen Widersprüchen zu den Begleitpapieren
verbindlich ist (Art. 17 Abs. 3 ZEDV). Unabhängig vom Verfahren besteht
keine Verpflichtung der Zollbehörden, die Deklaration auf Unstimmigkeiten
mit der tatsächlichen Beschaffenheit der Ware zu kontrollieren. Vorliegend
stimmten die Warenbezeichnungen «Frischer Eisbergsalat» bzw. «Frischer
Eisbergsalat zum Tafelgenuss» auf den Deklarationen mit jenen auf den
Begleitpapieren, welche «Iceberg», «Iceberg Lettuce» bzw. «Fresh Lettuce»
lauteten, überein (...) und widersprachen auch keineswegs der deklarierten
Tarif-Nr. 0705.1121 («Batavia und andere Eisbergsalate»). Es bestanden
folglich keine Unstimmigkeiten, die bei der Prüfung der Deklaration - im
Übrigen weder bei der Plausibilitätsprüfung durch den Zollcomputer (Art.
17 Abs. 1 ZEDV) noch bei der formellen Prüfung im Sinne von Art. 34 Abs.
2 ZG - durch das Zollamt hätten bemerkt werden können. Der Einwand
der Beschwerdeführerin, dass vorliegend eine «eklatante Inkompatibilität»
vorgelegen habe, welche den Zollbehörden hätte auffallen müssen und dass
ein Verstoss gegen den Grundsatz von Treu und Glauben vorliege, weil die
Zollverwaltung die Beschwerdeführerin nicht auf diesen «offensichtlichen
Irrtum» hingewiesen habe, erweist sich als klar nicht stichhaltig. Zudem hätte
die Zollpflichtige die Möglichkeit gehabt, und davon nicht Gebrauch gemacht,
vor Abgabe der Zolldeklaration die unter Zollkontrolle gestellten Waren zu
kontrollieren oder untersuchen zu lassen (Art. 32 zweiter Satz ZG; Art. 20 Abs.
1 ZEDV; vgl. Entscheid des Bundesgerichts vom 31. März 2004, a.a.O., E. 2.2. in
fine). Die vorliegenden Deklarationen sind für die Beschwerdeführerin somit
im Sinne von Art. 35 Abs. 2 ZG verbindlich geworden.

b. Wird wie vorliegend gegen eine Zollabfertigung Beschwerde nach Art.
109 Abs. 2 ZG erhoben, hat der Zollpflichtige die Möglichkeit, sich gegen die
Abfertigung zu wehren, indem er nachträglich nachweist, dass die von ihm
eingeführte Ware eine von den Angaben in der Deklaration abweichende
Beschaffenheit aufgewiesen hat. Er trägt dafür die volle Beweispflicht.
Die eingereichten Belege müssen die von ihm behaupteten Tatsachen mit
hinreichender Sicherheit nachweisen (BGE 109 Ib 192 E. 1d; Entscheide der
ZRK vom 26. Juli 1995 i.S. E. SA [ZRK 1994-015], E. 2c; vom 28. September 1995
i.S. F. SA [ZRK 1994-867], E. 3; vom 15. Dezember 1966, veröffentlicht in ASA 37
S. 313). Hinsichtlich des Beweisgrades ist den Ausführungen der OZD demnach
zuzustimmen, dass an den Beweis ein strenger Massstab angelegt werden
muss und eine nur überwiegende Wahrscheinlichkeit nicht genügt (ohnehin
gilt der Grundsatz des vollen Beweises im Verwaltungsrecht an sich generell,
vgl. Kölz / Häner, a.a.O., Rz. 289).

c. Die Zollkreisdirektion und die OZD erwogen in ihren Entscheiden vom 16.
Juni 2003 und vom 20. Oktober 2003, die eingereichten Unterlagen, mit denen
die Beschwerdeführerin nachzuweisen versuchte, dass die strittigen Einfuhren

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?resolve=1&id=BGE_109%20Ib%20192

Eisbergsalat ohne Umblatt beinhalteten, seien nicht geeignet gewesen, die
tatsächliche Beschaffenheit der Ware zu beweisen. Dies wurde von den
Zollbehörden allerdings nicht bezogen auf die einzelnen eingereichten
Dokumente näher begründet. Vielmehr hielten sie dafür, dass Dokumente,
welche erst nach dem Zeitpunkt der Einfuhr ausgestellt worden sind, für die
Beweisführung grundsätzlich ausschieden. Dieselbe Ansicht vertritt die OZD in
der Vernehmlassung (auch betreffend die von der Beschwerdeführerin an die
ZRK eingereichten Unterlagen); die Beweisführung könne nur mit Unterlagen
geschehen, die im Zeitpunkt der Zollfestsetzung schon bestanden hätten. Die
OZD verweist zur Stützung dieses Standpunktes auf die Rechtsprechung der
ZRK.

aa. In den drei von der OZD zitierten, nicht veröffentlichten Entscheiden
betreffend Beschwerden gegen Abfertigungen (Entscheide der ZRK vom 20.
Mai 1976 [ZRK 1975-052], E. 2a und b; vom 11. September 1981 [ZRK 1981-326],
E. 3b; vom 27. Mai 1983 [ZRK 1982-433], E. 4b) hatte die ZRK festgehalten: «Die
Beweisführung kann sich aber nur auf Unterlagen stützen, die im Zeitpunkt
der Zollfestsetzung bereits bestanden haben.» Nachträglich ausgestellte
Dokumente (z. B. ein nachträglich abgefasstes Bestätigungsschreiben) schieden
deswegen «von vorneherein» für die Beweisführung aus bzw. seien für die
Beweisführung grundsätzlich untauglich.

bb. Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung gilt wie dargelegt
grundsätzlich für das gesamte öffentliche Verfahrensrecht, so auch für
das Zollverfahren (vgl. allerdings den Vorbehalt von Art. 3 Bst. e des
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren
[VwVG, SR 172.021] für die Zollabfertigung), namentlich das
verwaltungsinterne Beschwerdeverfahren und für das Verfahren der ZRK
(oben E. 2c; vgl. auch Entscheid der ZRK vom 5. Februar 2003, veröffentlicht in
VPB 67.76 E. 2c). Die freie Beweiswürdigung steht grundsätzlich Beweisregeln
entgegen, welche die (freie) Bewertung der Überzeugungskraft der
Beweismittel durch die entscheidende Behörde beschränken (oben E. 2c). Eine
Verletzung des Grundsatzes liegt mithin vor, wenn bestimmten Beweismitteln
im Voraus in allgemeiner Weise die Beweiseignung abgesprochen wird oder
wenn der Richter im konkreten Fall bei der Würdigung der Beweise im
Ergebnis nicht seiner eigenen Überzeugung folgt (BGE 115 IV 269 E. 1, ein
Strafverfahren betreffend). Die entscheidberufene Behörde hat selber - ohne
an Beweisregeln gebunden zu sein - über die Zulassung eines Beweismittels zu
befinden (vgl. auch Alfred Kölz / Jürg Bosshart / Martin Röhl, Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Aufl., Zürich 1999, N. 76
zu § 7). Der Richter soll grundsätzlich nicht an formale Beweiserfordernisse
gebunden werden. Jedoch gilt dies allenfalls unter dem Vorbehalt gesetzlich
normierter Beweisregeln (vgl. Behnisch, a.a.O., ASA 56 S. 596: der Grundsatz
der freien Beweiswürdigung folge für den Bundesratsbeschluss über die
Erhebung einer direkten Bundessteuer [BdBSt] daraus, dass er keine festen
Regeln darüber enthält, wann etwas als bewiesen gelten soll).

Die von der OZD angerufene Rechtsprechung der ZRK (Entscheide vom
20. Mai 1976, a.a.O.; vom 11. September 1981, a.a.O.; vom 27. Mai 1983,
a.a.O.), welche im Übrigen seither nicht mehr bestätigt worden ist, steht in
einem gewissen Widerspruch zu diesen Grundsätzen. Gesetzlich normierte
Beweisregeln existieren in der Zollgesetzgebung (jedenfalls im vorliegenden
Zusammenhang) nicht. Ob es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006110.pdf?ID=150006110
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?resolve=1&id=BGE_115%20IV%20269

vereinbar ist, Dokumenten, die nach der Zolldeklaration ausgestellt worden
sind, die Beweiseignung zum vorneherein und in allgemeiner Weise
abzusprechen bzw. sie von der Beweisführung generell auszuschliessen,
ohne sie auf ihren Aussagegehalt zu überprüfen, erscheint zweifelhaft.
Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung würde nahe legen, auch diese
Beweisstücke zur Beweisführung zuzulassen und in freier Würdigung auf
ihren konkreten Beweiswert zu prüfen.

cc. In diesem Zusammenhang ist die steuerrechtliche Rechtsprechung
des Bundesgerichts und der SRK zu erwähnen, welche verschiedentlich
nachträglich (nach der in Frage stehenden Transaktion) erstellten
Dokumenten von vorneherein sehr geringe oder gar keine Beweiskraft
attestiert hatte; es wurde auch etwa erwogen, dass solche Beweismittel gar
nicht zulässig seien.

Betreffend buch- und belegmässigem Nachweis von Dienstleistungsexporten
existiert aufgrund einer Ermächtigung in der mehrwertsteuerlichen
Gesetzgebung eine von den Gerichten gestützte Verwaltungspraxis zu den
erforderlichen Nachweisen (verlangt werden insbesondere schriftliche
Aufträge/Verträge und Fakturakopien sowie Zahlungsbelege). Diesbezüglich
hat die Rechtsprechung erkannt, um Missbräuche zu verhindern, könnten zur
Zeit der in Frage stehenden Vorgänge noch nicht existierende Dokumente
(namentlich Rechnungen und Verträge) von der Steuerbehörde nicht in
Betracht gezogen werden (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 14. März
2005 i.S. D. AG [2A.546/2003], E. 2.6; Entscheid der SRK vom 12. September
2003 i.S. L.H. [SRK 2001-183], E. 5a). In einem jüngeren Entscheid der SRK
betreffend Dienstleistungsexporte wird (nach einem kurzen Abriss der
Rechtsprechung) festgehalten, dass nachträglich ausgestellte Dokumente
nicht denselben Beweiswert aufweisen könnten wie Dokumente, die zur Zeit
der steuerlich relevanten Transaktion bereits bestanden. Für die in jenem Fall
in Frage stehenden nachträglich ausgestellten Rechnungen wird geschlossen,
dass sie nicht berücksichtigt werden können (noch nicht rechtskräftiger
Entscheid der SRK vom 14. Juni 2005 i.S. G. SA [SRK 2004-168], E. 4b/ee).
Weiter werden im Zusammenhang mit Ermessensveranlagungen nachträglich
erstellte Buchhaltungen nicht akzeptiert oder ihnen wird zumindest nur ein
sehr beschränkter Beweiswert zugestanden (statt vieler vgl. Entscheide des
Bundesgerichts vom 12. November 1998, veröffentlicht in ASA 68 S. 660 E.
3f; vom 4. Mai 1983, in ASA 52 S. 238 E. 3b; Entscheid der SRK vom 25. März
2002, veröffentlicht in VPB 66.97 E. 3b, 6b). Betreffend Zurverfügungstellen
von Arbeitskräften unter dem Regime der Warenumsatzsteuer wurde die
Verwaltungspraxis als sachlich gerechtfertigt erachtet, wonach die für die
Steuerbefreiung nötige schriftliche Erklärung vom «Mieter» vor dem Zeitpunkt
der Zurverfügungstellung ausgestellt worden sein muss (Entscheide des
Bundesgerichts vom 10. Februar 1998, in ASA 67 S. 317 E. 2c; vom 20. Mai
1992, in ASA 62 S. 419 f. E. 3a).

Diese Rechtsprechung in Steuersachen kann allerdings nur begrenzt
auf das Zollrecht bzw. die vorliegende Problematik übertragen werden.
Sie bezieht sich auf spezifische Problembereiche des Steuerrechts
(v.a. Dienstleistungsexporte, Ermessenseinschätzungen) und es ist
nicht davon auszugehen, dass es sich bei der Nichtzulassung von
nachträglich ausgefertigten Beweismitteln geradezu um einen allgemeinen
Grundsatz des Steuerrechts handelt. Ebenfalls existiert in den Bereichen

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https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005750.pdf?ID=150005750

Dienstleistungsexporte und Steuerschätzung immerhin eine gesetzliche
Ermächtigung an die Verwaltung, eine entsprechende Praxis zu den
zu erbringenden Nachweisen zu kreieren (näheres hierzu in den oben
zitierten Entscheiden). Im Zollrecht hingegen (jedenfalls im vorliegenden
Problembereich) findet sich wie bemerkt keine gesetzliche Beweisregel
(und auch keine publizierte Verwaltungspraxis, deren Rechtmässigkeit
allerdings nach dem Gesagten und mangels gesetzlicher Grundlage zweifelhaft
wäre). Im Zusammenhang mit Steuerschätzungen ist überdies ohne weiteres
ersichtlich, dass nachträglich abgefasste Geschäftsbücher das gesetzliche
Erfordernis der ordnungsgemässen Buchführung und den Grundsatz
der fortlaufenden, chronologischen und lückenlosen Aufzeichnung der
Geschäftsfälle (Verwaltungspraxis aufgrund der gesetzlichen Ermächtigung)
nicht erfüllen und mithin deren Beweiswert stark herabgesetzt ist. Weiter
handelte es sich in den zitierten Steuerentscheiden vornehmlich um
Dokumente wie Buchhaltungen, Rechnungen und Verträge und die
entsprechenden Regeln können nicht ohne weiteres auf jegliche zeitlich
nach dem zu beweisenden Vorgang ausgestellten Beweismittel, wie z. B. die
vorliegenden Bestätigungsschreiben von Herstellern usw., übertragen werden.

dd. Insgesamt ist also die Ansicht der Zollverwaltung in Zweifel zu ziehen,
dass die eingereichten Bestätigungen von vorneherein nicht als zulässig zu
betrachten seien. Die Problematik braucht vorliegend aber nicht abschliessend
geprüft zu werden, denn wie sich herausstellen wird (sogleich E. 3d), kommt
die ZRK nach einer Prüfung der eingereichten Beweismittel zum Schluss,
dass der Beschwerdeführerin damit der (volle) Beweis für die Richtigkeit
ihrer Darlegungen ohnehin nicht gelungen ist. Es kann aber aufgrund der
zitierten Rechtsprechung in Steuersachen (vorstehend E. 3c.cc; vgl. namentlich
Entscheid der SRK vom 14. Juni 2005, a.a.O., E. 4b.ee) und jener der ZRK
(oben E. 3c.aa) zumindest festgestellt werden, dass den zeitlich nach dem
zu beweisenden Ereignis ausgestellten Beweismitteln in der Regel stark
eingeschränkter Beweiswert zukommt.

d. Im Folgenden sind die auf Aufforderung der Zollkreisdirektion vom 16.
Mai 2003 (...), im Beschwerdeverfahren vor der OZD sowie im Verfahren vor
der ZRK eingereichten Unterlagen der Beschwerdeführerin daraufhin zu
überprüfen, ob sie den Beweis erbringen, dass es sich bei den eingeführten
Sendungen abweichend von der Deklaration (Tarif-Nr. 0705.1121) tatsächlich
um Eisbergsalat ohne Umblatt (Tarif-Nr. 0705.1118) gehandelt hat.

aa. Die mit der Beschwerde an die OZD vom 19. Juni 2003 eingereichten
Bestätigungen der A. AG (Importeurin) und deren Hauptabnehmerin vom
18. Juni 2003 (...) mit dem Inhalt, dass es sich bei den vier Sendungen
um «Eisbergsalat» gehandelt habe und «nicht um Batavia Salat»,
vermögen den Standpunkt der Beschwerdeführerin nicht zu stützen. Die
Beschwerdeführerin ist der Meinung, die Bezeichnung «Eisbergsalat» spreche
Tarif-Nr. 0705.1118 und «Batavia» Nr. 0705.1121 an und die Aussage, dass es
sich nicht um Batavia Salat gehandelt habe, bedeute (für den gutwilligen
Leser), dass Eisbergsalat ohne Umblatt eingeführt worden sei. Diese
Interpretation ist jedoch keineswegs zwingend, nachdem Eisbergsalat der
Oberbegriff und Batavia eine Untergruppe von Eisbergsalaten darstellen und
die Tarif-Nr. 0705.1121 auf «Batavia und andere Eisbergsalate» lautet (...). Ein
klarer Bezug auf eine der beiden Tarifnummern ergibt sich aus den besagten
Schreiben nicht und diese können offensichtlich nicht als Beweise für die

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wahre Beschaffenheit der in Frage stehenden Ware gewertet werden. Als
weiteres Beweismittel wurde der ZRK die Kopie einer Bestellung der A. AG
vom 8. April 2003 bei der C. eingereicht (...). Diese enthält die Anforderung
von «iceberg lettuce», «each lettuce packed in plastic». Die Behauptung der
Beschwerdeführerin, dass ausschliesslich Eisbergsalate ohne Umblatt in
Plastik verpackt seien, wurde nicht belegt, womit auch dieses Schriftstück
nicht als tauglicher Beweis für den geltend gemachten Sachverhalt angesehen
werden kann.

bb. Neben diesen offensichtlich nicht tauglichen Beweismitteln hat
die Beschwerdeführerin verschiedene ausdrückliche Bestätigungen
eingereicht, wonach es sich bei den Sendungen um Eisbergsalat ohne Umblatt
gehandelt habe. Bereits im Verfahren vor der Zollkreisdirektion wurden
Bestätigungen dieses Inhalts der beiden Produzenten in Ägypten ins Recht
gelegt (Schreiben vom 22. Mai 2003 der C. und Fax vom 27. Mai 2003 von D.,
...). Der ZRK wurde weiter ein Schreiben vom 12. April 2003 (...) eingereicht,
in welchem die Importeurin A. AG die Beschwerdeführerin um Korrektur
der Einfuhrzollausweise bittet, da es sich bei den Einfuhren um Eisbergsalat
ohne Umblatt handle. Dasselbe geht aus dem Schreiben der A. AG vom 12. Mai
2003 (...) hervor, worin diese von der Beschwerdeführerin eine Erklärung
verlangt, was bei der Verzollung vorgefallen sei; die A. AG habe betreffend
die falsche Verzollung über «Batavia und andere Eisbergsalate» ein Schreiben
des Bundesamtes für Landwirtschaft erhalten (Kontingentskontrolle). Das
ebenfalls der ZRK eingereichte Originalschreiben der C. vom 15. Oktober
2003 (inklusive Bestätigung des ägyptischen Landwirtschaftsministeriums, ...)
attestiert erneut, dass die fraglichen Sendungen Eisbergsalat ohne Umblatt
(«fresh lettuce without coverleaves») enthalten hätten und nach der Tarif-Nr.
0705.1118 hätten deklariert werden sollen. Ebenfalls habe man nie Salat mit
Umblatt («fresh lettuce with coverleaves») nach der Schweiz geliefert. Eine
weitere Bestätigung gleichen Inhalts enthält ein Schreiben der C. an die A. AG,
datierend vom 23. April 2003 (...).

Sämtliche dieser sechs Bestätigungen, wonach es sich bei den strittigen
Einfuhren um Eisbergsalat ohne Umblatt gehandelt habe, wurden nach der
Einfuhr ausgestellt. Wie bemerkt (E. 3c.bb-dd) besteht bei Dokumenten, die
nach dem zu beweisenden Ereignis (hier die Einfuhr) ausgestellt worden
sind, ein höheres Missbrauchspotential und deren Beweistauglichkeit wird
dadurch regelmässig weniger hoch sein als bei Beweismitteln datierend
aus der Zeit vor den Einfuhren, wie Bestellungen, Auftragsbestätigungen,
Lieferscheinen, Rechnungen usw. So ist bei den eingereichten Bestätigungen
der beiden Produzenten in Ägypten nicht auszuschliessen, dass es sich
um reine Gefälligkeitsschreiben auf Bitte der Beschwerdeführerin (oder
auch der Importeurin) handelt. Erst recht ist der Beweiswert der Schreiben
der schweizerischen Importeurin nicht über alle Zweifel erhaben, da die
Korrektur der Einfuhrdeklarationen auch - wenn nicht sogar primär - in
ihrem Interesse lag; sie hat nämlich durch die «falschen» Deklarationen
ihr Kontingent überschritten, weswegen sie die Beschwerdeführerin zur
Korrektur der Deklarationen aufforderte (siehe Schreiben der A. AG vom 12.
April und 12. Mai 2003, ...). Diesen nach der Einfuhr ausgestellten Dokumenten
kommt nur stark eingeschränkter Beweiswert zu. Es ist daran zu erinnern,
dass das Selbstdeklarationsprinzip hohe Anforderungen an die Zollpflichtigen
stellt. Wird die Deklaration einmal verbindlich im Sinne von Art. 35 Abs.

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2 ZG und steht die Ware nicht mehr unter zoll‑, post- oder bahnamtlicher
Kontrolle (Art. 49 Abs. 2 ZV), so kann eine Abänderung der Abfertigung nur
noch unter strengen Bedingungen erwirkt werden. Unter diesen Umständen
sind an den Beweis für die tatsächliche - von der Deklaration abweichende
- Beschaffenheit des Salats hohe Anforderungen zu stellen (vorne E. 3b.aa),
welchen die genannten Bestätigungsschreiben angesichts ihrer beschränkten
Beweistauglichkeit nicht zu genügen vermögen. Der volle Beweis für die von
der Beschwerdeführerin behauptete Beschaffenheit des Eisbergsalats ist mit
diesen Beweismitteln nicht gelungen.

cc. Die Zollkreisdirektion hat die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom
16. Mai 2003 (...) aufgefordert, zusätzliche Beweismittel einzulegen und
als «zweckdienliche» Beweismittel Bestellungen, Auftragsbestätigung,
Zuteilungsverfügung des Bundesamtes für Landwirtschaft genannt. Auch
die OZD (...) hat die Beschwerdeführerin nochmals zum Einreichen von
Unterlagen aufgefordert. Die Beschwerdeführerin hat somit genügend
Gelegenheit erhalten, Beweismittel einzureichen und ist sogar darauf
hingewiesen worden, welche Art von Unterlagen besonders geeignet wären
zur Beweisführung. Trotzdem hat sie nur ein einziges Dokument aus der
Zeit vor der Einfuhr beigebracht (Bestellung ...), welches überdies nach dem
Gesagten (E. 3d.aa) ihren Standpunkt nicht belegt. Wenig überzeugend ist in
diesem Zusammenhang die Äusserung der Beschwerdeführerin, wonach es
Auftragsbestätigungen in diesem Handel sowieso nie gebe, auf der genannten
Bestellung befindet sich nämlich ein Vermerk mit der Bitte um Bestätigung
(«pls. confirm»). Jedenfalls hat die Beschwerdeführerin die Tatsache, dass sie
nicht in der Lage war und ist, Unterlagen einzureichen, die vor der Einfuhr
ausgestellt worden sind und Aufschluss geben über die von ihr behauptete
Beschaffenheit, selbst zu vertreten.

e. Zusammengefasst hat die Beschwerdeführerin durch die falsche
Deklaration der Waren die nötige Sorgfalt bei der Einfuhrabfertigung
nicht aufgebracht. Diese mangelnde Sorgfalt hatte sie zu vertreten und
die Deklaration wurde für sie verbindlich. Die nachträgliche Korrektur
dieser Fehler bei der Deklaration im Rahmen einer Beschwerde ist hingegen
nur möglich, wenn der volle Beweis für die geltend gemachte, von der
Deklaration abweichende Beschaffenheit der Ware geleistet wird. Es ist
der Beschwerdeführerin mit den verschiedenen eingereichten Dokumenten
jedoch nicht gelungen, diesen Beweis zu erbringen. (...)

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 70.55 - Auszug aus dem Entscheid ZRK 2003-165 der Eidgenössischen

Zollrekurskommission vom 15. November 2005

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 2006
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Anno

Band 70
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Ref. No 150 007 358

Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

	Auszug aus dem Entscheid ZRK 2003-165 der Eidgenössischen Zollrekurskommission vom 15. November 2005