# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85c2ac29-f9eb-5e8f-b135-f267fbb9822a
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.02.2024 UE230344
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE230344_2024-02-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UE230344-O/U/SBA 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. D. Oehninger, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

C. Gerwig, Oberrichter lic. iur. A. Flury und Gerichtsschreiberin 

lic. iur. F. Gisler Monzón 

 

Beschluss vom 14. Februar 2024 
 

in Sachen 

A._____,  
Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 

1. B._____,  
2. Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
Beschwerdegegner 

 

betreffend Nichtanhandnahme   
 
Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt-
schaft Zürich-Sihl vom 7. September 2023, S-4/2023/10033342 
 
  

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Erwägungen: 

I. 

1. Am 20. Juni 2023 erstattete A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

bei der Stadtpolizei Zürich Strafanzeige und stellte Strafantrag gegen B._____ 

(nachfolgend: Beschwerdegegner) wegen Ehrverletzung (Urk. 12/2; Urk. 3/1). 

Zum Sachverhalt führte die Beschwerdeführerin in ihrer Strafanzeige und anläss-

lich ihrer polizeilichen Einvernahme am 2. Juli 2023 im Wesentlichen zusammen-

gefasst aus, der Beschwerdegegner habe in einer E-Mailnachricht vom 27. März 

2023 an alle Miteigentümer sowie den Verwalter der Liegenschaft C._____-

strasse … in … Zürich sie, die Beschwerdeführerin, in ihrer Ehre verletzt, indem 

er als Reaktion auf eine E-Mailnachricht von ihr an die Eigentümergemeinschaft 

sowie die Verwaltung der besagten Liegenschaft vom 23. März 2023 sie der Lüge 

bezichtigt und weiter geschrieben habe, sie spritze Gift und würde ihn öffentlich 

diffamieren (vgl. Urk. 12/1 S. 2; Urk. 12/4). 

2. Die Stadtpolizei Zürich rapportierte am 2. August 2023 gegen den Be-

schwerdegegner wegen Verleumdung im Sinne von Art. 174 Ziff. 1 StGB und Be-

schimpfung im Sinne von Art. 177 StGB (Urk. 12/1). 

3. Nach Übernahme des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft Zürich-

Sihl (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) nahm diese mit Verfügung vom 7. Sep-

tember 2023 eine Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner wegen Ver-

leumdung etc. nicht an die Hand (Urk. 3 = Urk. 12/6). Dagegen legte die Be-

schwerdeführerin mit Eingabe vom 22. September 2023 fristgerecht Beschwerde 

bei der hiesigen Kammer ein und beantragte sinngemäss die Aufhebung dieser 

Verfügung (Urk. 2). 

4. Nachdem die Beschwerdeführerin den von ihr einverlangten Kostenvor-

schuss fristgerecht geleistet hatte (Urk. 6; Urk. 7/2; Urk. 8), wurde der Staatsan-

waltschaft sowie dem Beschwerdegegner mit Verfügung vom 30. Oktober 2023 

Frist zur Stellungnahme angesetzt und die Staatsanwaltschaft um Einreichung ih-

rer Akten ersucht (Urk. 9). Mit Eingabe vom 6. November 2023 beantragte die 

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Staatsanwaltschaft die Abweisung der Beschwerde (Urk. 11) und reichte ihre Ak-

ten ein (Urk. 12). Der Beschwerdegegner liess sich innert Frist nicht vernehmen. 

Mit Verfügung vom 24. November 2023 wurde die staatsanwaltschaftliche Stel-

lungnahme der Beschwerdeführerin zur Replik übermittelt (Urk. 14). Mit Eingabe 

vom 2. Dezember 2023 hielt die Beschwerdeführerin sinngemäss an ihrem Antrag 

fest (Urk. 16). Die Staatsanwaltschaft verzichtete am 8. Dezember 2023 auf eine 

Duplik (Urk. 21). 

5. Infolge Neukonstituierung der Kammer per 1. Januar 2024 amten die am 

vorliegenden Entscheid mitwirkenden Richter teilweise in anderer Funktion als 

angekündigt (vgl. Urk. 6 S. 3). 

II. 

1. Angefochten ist eine Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt-

schaft. Dagegen ist die Beschwerde beim Obergericht zulässig (Art. 393 Abs. 1 

lit. a StPO und § 49 GOG). Die weiteren Eintretensvoraussetzungen geben zu 

keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist einzutreten 

2. Die Staatsanwaltschaft führte zur Begründung der Nichtanhandnahme der 

Strafuntersuchung mit Bezug auf die inkriminierte Äusserung des Beschwerde-

gegners in seiner E-Mailnachricht vom 27. März 2023 mit dem Wortlaut: "Hören 

Sie auf Gift zu spritzen, mich öffentlich zu diffamieren und Lügen zu verbreiten 

über eine lächerliche Angelegenheit die 8 Jahre her ist" das Folgende aus: Die 

Aussage, die Geschädigte würde "sich Gift spritzen", mithin sinngemäss, dass sie 

eine Drogensüchtige sei, könne gegebenenfalls eine strafrechtlich relevante Be-

schimpfung im Sinne von Art. 177 StGB (Formalinjurie) darstellen. Es sei sodann 

nicht ersichtlich, inwiefern der Straftatbestand der Verleumdung nach Art. 174 

StGB erfüllt oder die anderen Aussagen ("öffentliches Diffamieren" sowie "Lügen 

verbreiten") im Sinne des strafrechtlichen Ehrbegriffs relevant sein könnten. Die 

Beschwerdeführerin habe am 23. März 2023 als Erste im Rahmen des E-

Mailaustausches zwischen den Parteien eine E-Mailnachricht zuhanden sämtli-

cher Stockwerkeigentümer verfasst. In dieser habe sie den Stockwerkeigentü-

mern mitgeteilt, dass sich (kürzlich) jemand gewaltsam Zutritt zu ihrem Kellerab-

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teil verschafft und sich dadurch der Sachbeschädigung sowie des Hausfriedens-

bruchs strafbar gemacht habe, weshalb sie um Informationen über die Täterschaft 

ersuche. Gleichzeitig habe die Beschwerdeführerin die Stockwerkeigentümer - 

ohne ersichtlichen Grund - darauf hingewiesen, dass es zwischen ihr und dem 

Beschwerdegegner im Jahr 2015 wegen einer Streitigkeit im Zusammenhang mit 

diesem Kellerabteil zu einem Zivilverfahren gekommen sei, welches der Be-

schwerdegegner mit seinem damals "völlig haltlosen" Verhalten zu verantworten 

gehabt habe. Mit dieser Aussage erwecke die Beschwerdeführerin - objektiv be-

trachtet - den Anschein, sie würde den Beschwerdegegner der vorgenannten Ta-

ten (Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch) bezichtigen. Dieser Anschein 

werde dadurch bekräftigt, dass die Beschwerdeführerin in einer weiteren E-

Mailnachricht vom 31. März 2023 erklärt habe, sie habe die Streitigkeit aus dem 

Jahr 2015 umschrieben, weil "es einer Miteigentümergemeinschaft doch nicht 

egal sein kann, wenn einzelne Mitglieder gegenüber anderen respektloses und 

übergriffiges Verhalten zeigen und das möglicherweise zum wiederholten Mal!". 

Die Staatsanwaltschaft folgerte, dass die Aussagen der Beschwerdeführerin bei 

einem entsprechenden Strafantrag des Beschwerdegegners im Sinne der Ehrver-

letzungsdelikte nach Art. 173 ff. StGB von strafrechtlicher Relevanz hätten sein 

können, und der Beschwerdegegner im Rahmen des gegenseitigen E-

Mailverkehrs auf das ungebührliche Verhalten der Beschwerdeführerin reagiert 

habe. Da sich die streitenden Beteiligten somit bereits selber Gerechtigkeit ver-

schafft hätten und dieser Streit darüber hinaus derart unbedeutend sei, so dass 

das öffentliche Interesse keine Sühne verlange, seien in Anwendung von Art. 177 

Abs. 2 StGB die Voraussetzungen für die Eröffnung einer Untersuchung nicht ge-

geben, weshalb auf die Anzeige nicht einzutreten und die Untersuchung nicht an-

hand zu nehmen sei (Urk. 3). 

3. Die Beschwerdeführerin hält dagegen an einer relevanten Ehrverletzung 

fest, indem sie in ihrer Beschwerde geltend macht, die zitierte Aussage des Be-

schwerdegegners "Hören sie auf Gift zu spritzen" sei entgegen der Staatsanwalt-

schaft nicht im Sinne einer Unterstellung zu interpretieren, sie konsumiere Dro-

gen. Vielmehr sei damit im fraglichen Kontext das Verbreiten von angeblichen 

Unwahrheiten gemeint. In der fraglichen Passage habe der Beschwerdegegner 

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sie vor der gesamten Eigentümergemeinschaft als Lügnerin hingestellt, ohne dies 

belegen zu können (Urk. 2). 

4. Die Staatsanwaltschaft verwies in ihrer Vernehmlassung zunächst auf ihre 

Erwägungen in der angefochtenen Verfügung und führte im Weiteren aus, die Be-

schwerdeführerin habe die einzig möglicherweise als deliktisch relevant zu be-

zeichnende Aussage, sie solle "aufhören, sich Gift zu spritzen", offenbar nicht so 

verstanden, wie diese im allgemeinen Sprachgebrauch zu verstehen sei, sondern 

in der Art eines Vorwurfs, dass sie "Lügen verbreite". Damit seien die Tatbestän-

de von Art. 173 ff. StGB klarerweise nicht erfüllt, zumal die Bezeichnung als "Lüg-

nerin" jemanden lediglich in seinem - strafrechtlich nicht geschützten - gesell-

schaftlichen Ruf beeinträchtigen könne. Vor diesem Hintergrund müsse für die 

Nichtanhandnahme der Strafuntersuchung nicht einmal der Strafbefreiungsgrund 

von Art. 177 Abs. 2 StGB herangezogen werden. Somit sei die Beschwerde ab-

zuweisen (Urk. 11). 

5. Die Beschwerdeführerin replizierte darauf zusammengefasst wie folgt: Die 

Staatsanwaltschaft sei sowohl in der Nichtanhandnahmeverfügung als auch in der 

Vernehmlassung bei der Aussage ("aufhören, sich Gift zu spritzen") von einer 

Formulierung ausgegangen, die sich so in der fraglichen E-Mailnachricht des Be-

schwerdegegners vom 27. März 2023 nicht finde. Die Aussage "Hören sie auf Gift 

zu spritzen…." gehöre vom Inhalt her vielmehr in die Nähe der Begriffe "diffamie-

ren" bzw. "Lügen verbreiten" (Urk. 16). 

6. Die Staatsanwaltschaft verfügt die Nichtanhandnahme, sobald aufgrund 

der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftat-

bestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind (Art. 310 

Abs. 1 lit. a StPO). Sie eröffnet demgegenüber namentlich dann eine Strafunter-

suchung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, aus der 

Strafanzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender Tatver-

dacht ergibt (Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO). Die Frage, ob die Strafverfolgungsbe-

hörde ein Strafverfahren durch Nichtanhandnahme erledigen kann, beurteilt sich 

nach dem aus dem strafprozessualen Legalitätsprinzip abgeleiteten Grundsatz "in 

dubio pro duriore" (Art. 5 Abs. 1 BV und Art. 2 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 319 Abs. 1 

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und Art. 324 Abs. 1 StPO). Danach darf die Nichtanhandnahme gestützt auf 

Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO nur in sachverhaltsmässig und rechtlich klaren Fällen 

ergehen, so bei offensichtlicher Straflosigkeit, wenn der Sachverhalt mit Sicher-

heit nicht unter einen Straftatbestand fällt (etwa bei rein zivilrechtlichen Streitigkei-

ten), oder bei eindeutig fehlenden Prozessvoraussetzungen. Die Strafverfol-

gungsbehörde und die Beschwerdeinstanz verfügen in diesem Rahmen über ei-

nen gewissen Ermessensspielraum. Im Zweifelsfall, wenn die Nichtanhandnah-

megründe nicht mit absoluter Sicherheit gegeben sind, muss das Verfahren eröff-

net werden. Ergibt sich nach durchgeführter Untersuchung, dass kein Straftatbe-

stand erfüllt ist, stellt die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren gestützt auf Art. 

319 StPO ein (BGE 137 IV 285 E. 2.2 f.; Urteil BGer 6B_810/2020 vom 14. Sep-

tember 2020 E. 2.1 m.H.). 

7.1 Der üblen Nachrede im Sinne von Art. 173 Ziff. 1 StGB ist, auf Antrag, 

strafbar, wer jemanden bei einem andern eines unehrenhaften Verhaltens oder 

anderer Tatsachen, die geeignet sind, seinen Ruf zu schädigen, beschuldigt oder 

verdächtigt oder wer eine solche Beschuldigung oder Verdächtigung weiterver-

breitet. Der Vorsatz muss sich auf die ehrverletzende Mitteilung und deren Kennt-

nisnahme durch einen Dritten beziehen, aber nicht auf die Unwahrheit der Äusse-

rung (Trechsel/Lehmkuhl in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Praxiskommentar Schweizeri-

sches Strafgesetzbuch [PK StGB], 4. Aufl., Zürich/St. Gallen 2021, Art. 173 N 11). 

Soweit ein Beschuldigter zum Beweis zugelassen wird, ist er nicht strafbar, wenn 

er beweist, dass die von ihm vorgebrachte oder weiterverbreitete Äusserung der 

Wahrheit entspricht, oder dass er ernsthafte Gründe hatte, sie in guten Treuen für 

wahr zu halten (Art. 173 Ziff. 2 StGB). Handelt er wider besseres Wissen, ist er, 

ebenfalls auf Antrag, der Verleumdung im Sinne von Art. 174 Ziff. 1 StGB strafbar. 

Zum subjektiven Tatbestand von Art. 174 StGB gehört die Gewissheit über die 

Unwahrheit der Behauptung. Eventualdolus reicht nicht aus. Die Beweislast liegt 

bei der Anklage (PK StGB-Trechsel/Lehmkuhl, a. a. O., Art. 174 N 3). Wer jeman-

den in anderer Weise durch Wort, Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten in sei-

ner Ehre angreift, macht sich, auf Antrag, der Beschimpfung im Sinne von 

Art. 177 StGB strafbar. Gegenstand der Beschimpfung ist entweder eine Formal-

injurie oder aber eine üble Nachrede/Verleumdung unter vier Augen, d. h. nur ge-

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genüber dem Verletzten selbst. Eine Formal- oder Verbalinjurie (d. h. ein reines 

Werturteil) ist ein blosser Ausdruck der Missachtung, ohne dass sich die Aussage 

erkennbar auf bestimmte, dem Beweis zugängliche Tatsachen stützt (Riklin in: 

Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht II [BSK StGB II], 4. Aufl., 

Basel 2019, Art. 177 N 1 ff.). 

Vom strafrechtlichen Ehrbegriff wird die sogenannte sittliche Ehre im Sinne 

des Rufs als ehrbarer Mensch erfasst. Die Persönlichkeit ist in ihrer menschlich-

sittlichen Bedeutung berührt. Gemeint ist die ethische Integrität. Strafbar ist ins-

besondere die Bezichtigung moralisch verwerflicher Handlungen. Nicht geschützt 

ist nach der bundesgerichtlichen Praxis hingegen der gesellschaftliche Ruf, na-

mentlich die berufliche Geltung. Eine Rechtsverletzung liegt namentlich dann vor, 

wenn ein individual- oder sozialethisch verpöntes Verhalten vorgeworfen, wenn 

jemand charakterlich als nicht einwandfreier, als nicht anständiger, integrer 

Mensch dargestellt wird. Die (sittliche) Ehre ist z. B. beim Vorwurf, vorsätzlich eine 

strafbare Handlung begangen zu haben, betroffen. Massgebend bei der Beurtei-

lung einer Äusserung sind nicht die Wertmassstäbe des Betroffenen oder des 

Verletzers, sondern derjenigen, die von der Eingriffshandlung Kenntnis erhalten, 

d. h. in der Regel eine "Durchschnittsmoral" bzw. eine "Durchschnittsauffassung" 

über die Bedeutung der zur Diskussion stehenden Ausdrucksweisen. Es kommt 

auf den Sinn an, den ein unbefangener Adressat einer Aussage nach den Um-

ständen beilegen muss. Wenn es sich um einen Text handelt, so ist dieser nicht 

allein anhand der verwendeten Ausdrücke je für sich allein genommen zu würdi-

gen, sondern auch nach dem Sinn, der sich aus dem Text als Ganzes ergibt. Im 

Ergebnis ist nicht jede Kritik oder negative Darstellung eine Ehrverletzung, auch 

nicht jede unwahre Behauptung (BSK StGB-Riklin, a. a. O., Vor Art. 173 N 16 ff. 

m. w. H.). 

7.2 Gegenstand der vorliegenden Strafanzeige bildet die E-Mailnachricht 

des Beschwerdegegners an die Beschwerdeführerin vom 27. März 2023, die mit-

tels Cc-Kopie auch an alle Miteigentümer sowie den Verwalter der Liegenschaft 

C._____-strasse … in … Zürich versandt wurde. Darin richtete sich der Be-

schwerdegegner an die Beschwerdeführerin mit dem Wortlaut: "Hören sie auf Gift 

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zu spritzen, mich öffentlich zu diffamieren und Lügen zu verbreiten über eine lä-

cherliche Angelegenheit die 8 Jahre her ist" (vgl. Urk. 12/3/5). Damit nahm der 

Beschwerdegegner offensichtlich Bezug auf den in den Akten liegenden vorange-

gangenen und von der Beschwerdeführerin initiierten Mailverkehr mit dem Be-

schwerdegegner, an dessen Anfang eine E-Mailnachricht der Beschwerdeführerin 

vom 23. März 2023 an alle Stockwerkeigentümer sowie den Verwalter der Lie-

genschaft D._____-strasse … in Zürich stand und in welcher sie eine Beschädi-

gung ihres Kellerabteils (Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung) rügte und 

um Mithilfe bei der Eruierung der Täterschaft bat. In derselben E-Mailnachricht 

erwähnte die Beschwerdeführerin, es sei schon im Jahr 2015 zu einem Zivilver-

fahren gekommen wegen einer Streitigkeit mit dem Beschwerdegegner betreffend 

ihr Kellerabteil, zu dem sie diesem kurzzeitig Zutritt gewährt gehabt habe. Dieses 

Verfahren habe der Beschwerdegegner mit einem "völlig haltlosen" Verhalten zu 

verantworten gehabt. Weiter führte die Beschwerdeführerin aus, sie habe dem 

Verwalter die entsprechenden Dokumente zur allgemeinen Einsichtnahme zuge-

stellt (Urk. 12/3/2). Diese Äusserungen der Beschwerdeführerin mussten von der 

Leserschaft dahingehend aufgefasst werden, dass sie den Beschwerdegegner mit 

dem neuerlichen Vorkommnis betreffend ihr Kellerabteil konkret in Zusammen-

hang bringe, welcher Eindruck durch ihre weitere E-Mailnachricht vom 31. März 

2023 (Urk. 12/3/6 S. 2) unterstrichen wird und die Beschwerdeführerin eine ent-

sprechende Absicht anlässlich ihrer Einvernahme vom 2. Juli 2023 (Urk. 12/4 

S. 1) auch bestätigte. Die inkriminierte E-Mailnachricht des Beschwerdegegners 

vom 27. März 2023 ist als Reaktion darauf dahingehend zu interpretieren, dass er 

damit seinerseits signalisierte, er weise die Darstellung der Beschwerdeführerin 

betreffend die Jahre zurückliegende Auseinandersetzung als unzutreffend zurück 

und erachte ihr Vorgehen betreffend die neuerliche Sache ihm gegenüber als dif-

famierend bzw. schikanierend. Gleichzeitig forderte er sie mit der Formulierung 

"hören sie auf Gift zu spritzen" gemäss dem allgemeinen Sprachgebrauch auf, im 

Zusammenhang mit der von ihr implizit geäusserten Verdächtigung eines strafba-

ren Verhaltens (Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch) nicht eine Intrige ge-

gen ihn zu führen. Die erwähnten Äusserungen des Beschwerdegegners wurden 

Dritten zur Kenntnis gebracht, und es handelt es sich dabei nicht um reine Wertur-

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teile in Form von Verbalinjurien. Der Tatbestand von Art. 177 StGB, insbesondere 

dessen Abs. 2, gelangt vorliegend somit nicht zur Anwendung. 

7.3 Die Äusserung des Beschwerdegegners in seiner E-Mailnachricht vom 

27. März 2023 erfolgte im Zuge einer schriftlich geführten Auseinandersetzung. 

Der Beschwerdegegner sah sich durch die an alle Miteigentümer und die Verwal-

tung weitergeleitete Nachricht der Beschwerdeführerin vom 23. März 2023 wie 

erwähnt mit der implizit geäusserten Verdächtigung konfrontiert, der Beschwerde-

gegner stehe mit einem neuerlichen Vorkommnis in ihrem Kellerabteil (Sachbe-

schädigung und Hausfriedensbruch) in Zusammenhang. Selbst wenn die Be-

schwerdeführerin es als stossend empfindet, wenn sie der Lüge, der Intrige und 

der Diffamierung bezichtigt wird, hat die schriftliche Reaktion des Beschwerde-

gegners auf die E-Mailnachricht vom 23. März 2023 der Beschwerdeführerin, 

nachdem diese auch in ihren weiteren Nachrichten nicht von ihrer Darstellung ab-

rückte, im vorliegenden Gesamtkontext nicht die Qualität, einen Angriff auf die Eh-

renhaftigkeit ihrer Person darzustellen bzw. ihren Ruf als ehrbaren Menschen 

herabzusetzen. So wird ihr denn damit nicht unterstellt, notorisch zu lügen oder 

eine intrigante Person zu sein, sondern vielmehr zum Ausdruck gebracht, sie stel-

le die erwähnte, Jahre zurückliegende Begebenheit falsch dar und verunglimpfe 

den Beschwerdegegner vor den Miteigentümern und der Verwaltung mit dem sei-

nes Erachtens haltlosen Vorwurf eines strafbaren Verhaltens betreffend das neu-

erliche Vorkommnis. Die Äusserung des Beschwerdegegners in seiner E-

Mailnachricht vom 27. März 2023 bewegt sich mithin noch im Rahmen dessen, 

was in Auseinandersetzungen wie der erfolgten nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung als zulässig erscheint. Jedenfalls ist unter den dargelegten Um-

ständen nicht ersichtlich, dass diese Äusserung vom Vorsatz des Beschwerde-

gegners getragen war, die Beschwerdeführerin in ihrer Ehre anzugreifen. Zu-

sammenfassend fehlt es der Äusserung des Beschwerdegegners in seiner E-

Mailnachricht vom 27. März 2023 an strafrechtlicher Relevanz im Sinne eines 

Ehrverletzungstatbestands nach Art. 173 f. StGB.  

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8. Eine Strafuntersuchung gegen den Beschwerdegegner in erwähnter Sa-

che wurde somit zu Recht nicht anhand genommen. Die Beschwerde ist abzuwei-

sen. 

III. 

1. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss der unter-

liegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Ge-

richtsgebühr ist innerhalb des Gebührenrahmens gemäss § 17 Abs. 1 GebV OG 

und in Beachtung der Bemessungskriterien nach § 2 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 

900.− festzusetzen. 

2. Der Beschwerdegegner hat sich im vorliegenden Verfahren nicht verneh-

men lassen. Es besteht somit kein Anspruch auf Prozessentschädigung (Art. 436 

Abs. 1 i.V.m. Art. 430 Abs. 1 lit. c SPO). 

3. Die Beschwerdeführerin hat für das Beschwerdeverfahren eine Sicher-

heitsleistung von Fr. 1'800.−) geleistet. Diese ist zur Deckung der Gerichtskosten 

heranzuziehen und im Restbetrag (Fr. 900.−) der Beschwerdeführerin (unter Vor-

behalt allfälliger Verrechnungsansprüche des Staates) nach Rechtskraft des vor-

liegenden Entscheides zurückzuerstatten. 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 900.− festgesetzt, der Beschwerdeführerin 

auferlegt und aus der von ihr geleisteten Sicherheitsleistung bezogen. Im 

Restbetrag wird die Sicherheitsleistung der Beschwerdeführerin (unter Vor-

behalt allfälliger Verrechnungsansprüche des Staates) nach Rechtskraft des 

Entscheids zurückerstattet. 

3. Eine Prozessentschädigung wird nicht zugesprochen. 

- 11 - 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde) 
− den Beschwerdegegner (per Gerichtsurkunde) 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad S-4/2023/10033342 (gegen 

Empfangsbestätigung) 

sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an: 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad S-4/2023/10033342 unter 
Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 12; gegen Empfangsbe-
stätigung)  

− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch)  

5. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 

gemäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. Die Beschwerde-

legitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach 

den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes. 

  

- 12 - 

Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-

reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden. 
 
Zürich, 14. Februar 2024 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. D. Oehninger 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. F. Gisler Monzón 
 

	Beschluss vom 14. Februar 2024
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.

	Es wird beschlossen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 900.− festgesetzt, der Beschwerdeführerin auferlegt und aus der von ihr geleisteten Sicherheitsleistung bezogen. Im Restbetrag wird die Sicherheitsleistung der Beschwerdeführerin (unter Vorbehalt allfälliger Verrechn...
	3. Eine Prozessentschädigung wird nicht zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde)
	 den Beschwerdegegner (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad S-4/2023/10033342 (gegen Empfangsbestätigung)

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, ad S-4/2023/10033342 unter Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 12; gegen Empfangsbestätigung)
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch)

	5. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000...
	Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden.