# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 03b04a51-53b7-5bdf-888b-c5ee3a5b6b48
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-09-01
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 01.09.2006 R 2006 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2006-30_2006-09-01.pdf

## Full Text

R 06 30
4. Kammer 

URTEIL
vom 1. September 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. … liessen am 19. Oktober 2005 bei der Gemeinde … ein erstes Baugesuch 

für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Einlegerwohnung auf Parzelle 

559 in … einreichen. Diese liegt gemäss Zonenplan vom 29. Januar 1991 in 

der Wohnzone W II. Die Zufahrt erfolgt über die im Generellen 

Erschliessungsplan der Gemeinde (GEP) als öffentliche 

Erschliessungsstrasse klassifizierte Gemeindestrasse auf Parzelle 560. 

Gegen dieses am 20. Oktober 2005 publizierte Gesuch erhob der Nachbar … 

am 8. November 2005 Einsprache.

2. Das in der Folge abgeänderte Bauprojekt wurde mit Gesuch vom 8. 

Dezember 2005 neu eingereicht und am 15. Dezember 2005 publiziert. Mit 

der Projektänderung wurden der Baukörper nach Süden auf die 

Grenzabstandslinie versetzt und die Gebäudehöhe reduziert. Gegen dieses 

Gesuch erhob … erneut Einsprache, weil das Baugesuch unvollständig und 

die Profilierung ungenügend sei. Der Gemeindevorstand hiess die Rüge der 

ungenügenden Profilierung gut. 

3. Das Bauvorhaben wurde hierauf neu profiliert. Am 24. Januar 2006 erfolgte 

ein drittes Baugesuch, welches am 26. Januar 2006 publiziert und ausserdem 

mit Schreiben der Gemeinde vom 1. Februar dem Einsprecher persönlich 

mitgeteilt wurde. Auch gegen dieses Gesuch erhob der Nachbar am 10. 

Februar 2006 Einsprache. Neben der ungenügenden Profilierung rügte er 

weitere formelle und materielle Mängel. Am 16. Februar, mitgeteilt am 13. 

März 2006, wies der Gemeindeverstand die Einsprache ab und erteilte die 

Baubewilligung unter Bedingungen und Auflagen. 

4. Gegen diesen Entscheid liess der Nachbar am 3. April 2006 frist- und 

formgerecht Rekurs ans Verwaltungsgericht erheben. Neben der begehrten 

aufschiebenden Wirkung, welche ihm mit Verfügung 2. Mai 2006 erteilt wurde, 

beantragte er die kostenfällige Aufhebung des angefochtenen Entscheides 

und die Abweisung der Baubewilligung. In formeller Hinsicht wurde gerügt, 

das Baugesuch sei unvollständig. Neben der ungenügenden Profilierung 

könne die Gebäudehöhe aufgrund der Pläne nicht ermittelt werden und die 

geplanten Terrainveränderungen seien nicht genügend dargestellt. Auch 

fehlten im Baugesuch vertragliche Vereinbarungen über die Ableitung des 

Schmutzwassers über das Grundstück des Rekurrenten und auf das 

Baugesuch hätte deswegen gar nicht eingetreten werden dürfen. Materiell 

seien die Bestimmungen über die Ausnützungsziffer verletzt, da der als 

„Waschküche/Abstellraum“ deklarierter Raum trotz Auflage der Gemeinde, 

wonach dieser Raum nicht isoliert werden dürfe, ohne weiteres bewohnt 

werden könne. Daher müsse dieser Raum zur Bruttogeschossfläche 

hinzugerechnet werden, womit die erlaubte Ausnützung überschritten werde. 

Hinzu komme noch, dass diese Auflage nicht ins Grundbuch eingetragen 

wurde. Auch seien die Bestimmungen über die Gebäudehöhe wahrscheinlich 

verletzt, weil gesicherte Höhen der acht Gebäudehöhen am Schnittpunkt der 

Fassade mit der Oberkante der Dachsparren fehlten, womit der Verdacht 

nahe liege, diese Angaben seien bewusst unterlassen worden. Weiter seien 

die Vorschriften des Ortsbilds- und Landschaftsschutzes verletzt, weil sich der 

geplante Bau nicht in das Quartier mit Maiensässcharakter einfüge. Ferner 

seien die Bestimmungen der Verkehrssicherheit und Ausfahrt verletzt, weil die 

Autogarage zu nah an der Strasse liege, die Rampe zu steil sei und ein ebener 

Platz von vier Metern Tiefe fehle. Schliesslich könne das Grundstück noch 

nicht als baureif angesehen werden, weil es noch nicht genügend erschlossen 

sei.

5. In ihrer Vernehmlassung vom 9. Mai 2006 beantragte die Bauherrschaft die 

kostenfällige und vollumfängliche Abweisung des Rekurses, soweit darauf 

eingetreten werden könne. Die Rüge des unvollständigen Baugesuches sei 

haltlos. So reichten die Profile aus, dass sich der Nachbar in der Folge aus 

den aufgelegten Plänen umfassend informieren könne. Ebenfalls könne aus 

den im Baugesuch beigelegten Plänen die Gebäudehöhe ermittelt werden. 

Unhaltbar sei auch die Behauptung, auf das Baugesuch hätte mangels einer 

Vereinbarung über die Durchleitung der Kanalisation und des Meteorwassers 

nicht eingetreten werden dürfen, da es dafür keine gesetzliche Grundlage 

gäbe. Die pauschale Behauptung, die Pläne über die Terrainveränderungen 

und der Umgebungsarbeiten seien ungenügend, könne nicht gehört werden, 

weil sie nicht näher begründet sei. Materiell seien die Bestimmungen über die 

Ausnützungsziffer eingehalten, weil der als „Waschküche/Abstellraum“ 

bezeichnete Raum keine Wohnqualität aufweise. Der Nichtwohnzweck sei 

durch die Auflage der Gemeinde sichergestellt, wonach dieser Raum nicht 

isoliert werden dürfe. Auch sei eine Anmerkung der Auflage nur deskriptiver 

Natur. Die Bewilligung gelte ohnehin auch ohne Anmerkung für allfällige 

Rechtsnachfolger. Zweifelhaft sei ohnedies, ob der Verfügung über die 

Anmerkung der Auflage nachbarschützende Wirkung zukomme und der 

Rekurrent in dieser Frage legitimiert sei. Die Rüge der wahrscheinlichen 

Verletzung der Bestimmungen über die Gebäudehöhe sei nicht begründet und 

ungerechtfertigt. Zur Frage der Ortsbild- und 

Landschaftsschutzbestimmungen sei einerseits die Legitimation des 

Nachbarn anzuzweifeln, ausserdem könne keinesfalls von einem rustikalen 

und ländlichen Charakter der umliegenden Häuser gesprochen werden. 

Bezüglich der Frage der Verkehrssicherheit und der Ausfahrt sei der 

Rekurrent nicht legitimiert. Ausserdem seien diese Bestimmungen nicht 

verletzt, weil der Baubehörde in dieser Frage ein Ermessenspielraum 

zukomme. Schliesslich habe das Grundstück als baureif und erschlossen zu 

gelten.

6. Die Gemeinde beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 17. Mai 2006 

ebenfalls die kostenfällige Abweisung des Rekurses, soweit darauf 

eingetreten werden könne. Im Wesentlichen brachte sie die gleichen 

Argumente wie die Bauherrschaft vor. Ergänzend wies sie explizit darauf hin, 

dass die Gebäudehöhe unterhalb der gesetzlich vorgeschriebenen 

Maximalhöhe liege. Auch reiche es für das Baubewilligungsverfahren, wenn 

die Bauherrschaft das Recht nachzuweisen vermöge, welches den Bestand 

einer hinreichenden Zufahrts- und Zugangsberechtigung vermuten liesse. 

Über diese Rechte habe jedoch der Zivilrichter zu befinden. Auch könnten 

nach gängiger Praxis die notwendigen nachbarrechtlichen Vereinbarungen 

nachgereicht werden. Die Baubehörde habe aus diesen Gründen auf das 

Baugesuch eintreten müssen. Betreffend die Rüge der Verletzung der 

Verkehrssicherheit und der Ausfahrt sei die Legitimation in Frage zu stellen. 

In jedem Fall bleibe jedoch die Verkehrssicherheit aufgrund der örtlichen 

Verhältnisse gewahrt, so sei das Verkehrsaufkommen gering und die Sicht 

auf die Strasse gewährleistet. Daher komme der Baubehörde ein 

Ermessensspielraum bei der Beurteilung der Vorschriften zu. Im Übrigen sei 

das Grundstück in jedem Fall baureif, da es über die Hauptstränge der 

öffentlichen Erschliessungsanlagen angeschlossen werden könne.

7. Die Parteien erhielten im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels die 

Gelegenheit, ihre Vorbringen zu vertiefen und zu ergänzen. Davon machten 

der Rekurrent und die Bauherrschaft Gebrauch.

 

8. Am 24. August 2006 führte eine Delegation des Verwaltungsgerichtes einen 

Augenschein an Ort und Stelle durch, an welchem der Rekurrent persönlich 

in Begleitung seines Anwaltes und von Seiten der Gemeinde der 

Vizepräsident sowie deren Rechtsvertreterin teilnahmen. Seitens der 

Bauherrschaft waren ein Eigentümer, sein Architekt und sein Rechtsanwalt 

anwesend. Allen Beteiligten wurde dabei die Gelegenheit geboten, sich 

anhand der Örtlichkeiten auch noch mündlich zu den aufgeworfenen Fragen 

zu äussern.

Auf das Ergebnis des Augenscheines und die weiteren Vorbringen der 

Parteien in ihren Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Rekurses bildet der Bau- und 

Einspracheentscheid des Gemeindevorstandes … vom 16. Februar 2006. 

Gemäss Art. 54 des Verwaltungsgerichtsgesetzes (BR 370.100; VGG) ist zur 

Erhebung eines Rekurses berechtigt, wer durch den angefochtenen 

Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung 

oder Änderung geltend macht. Gemäss neuerer Rechtsprechung des 

Verwaltungsgerichts muss kein rechtlich geschütztes Interesse mehr 

behauptet werden, ein faktisches Interesse genügt (Leitentscheid PVG 2003 

Nr. 34). Sofern ein solches faktisches Interesse zu bejahen ist, kann die 

opponierende Partei alle Rügen anbringen, die für ihre Position Vorteile 

erwarten lassen und den Streitgegenstand betreffen. Ein solches 

tatsächliches Interesse des rekurrierenden Nachbarn ist im vorliegenden Fall 

ohne weiteres ausgewiesen und er ist somit zu allen Rügen legitimiert, welche 

seiner Position dienen. Soweit von Seiten der Rekursgegner verschiedentlich 

die Frage der Legitimation bzw. der nachbarschützenden Wirkung in Bezug 

auf einzelne Normen aufgeworfen wird, stossen die Rügen deshalb ins Leere.

2. a) Der Rekurrent macht geltend, das Baugesuch sei unvollständig und die 

Baubehörde hätte deshalb nicht darauf eingetreten dürfen bzw. es abweisen 

müssen. So seien die Angaben in den Plänen der Baueingabe unvollständig 

als auch die Profilierung ungenügend.

b) In Bezug auf die fehlenden Angaben in den Plänen wird vorgebracht, es 

fehlten die gesicherten Höhen der acht Gebäudeecken am Schnittpunkt der 

Fassade mit der Oberkante der Dachsparren. Der Verdacht liege nahe, dass 

diese Angaben bewusst weggelassen worden seien, um eine Überschreitung 

der Gebäudehöhe zu vertuschen. Einerseits stelle dies einen formellen Fehler 

des Baugesuchs dar, andererseits sei die Gebäudehöhe wahrscheinlich auch 

materiell verletzt. Die rekurrentische Rüge trifft insofern zu, als die für die 

Ermittlung der Gebäudehöhe erforderlichen Angaben nicht unmittelbar auf 

den Plänen angegeben sind. Diese lassen sich jedoch aus den gesicherten 

Höhenpunkten des gewachsenen Terrains sowie aus den Höhenangaben der 

OK Dachsparren ohne weiteres errechnen. Gemittelt nach Art. 81 des 

Baugesetzes der Gemeinde … [BG]) resultiert daraus eine Gebäudehöhe von 

ca. 6.35 m. Angesichts der erlaubten 6.60 m in der Zone W II (Art. 74 BG) ist 

dies nicht zu beanstanden. Die rekurrentische Rüge ist daher sowohl in 

formeller als auch in materieller Hinsicht unbehelflich.

c) Weiter rügt der Rekurrent, es seien die geplanten Umgebungsarbeiten mit der 

Darstellung von Terrainveränderungen, Stützmauern, Einfriedungen, 

Parkplätzen etc. seien in den Plänen nicht genügend dargestellt, obwohl dies 

gemäss Art. 103 Abs. 1 BG erforderlich sei. Die Rekursgegner wenden 

dagegen ein, ein Blick auf die eingereichten Pläne bestätige das Gegenteil. 

Ausserdem liege es nach dem genannten Artikel im Ermessen der 

Baubehörde, welche Unterlagen einzufordern seien. Gemäss Art. 103 Abs. 2 

BG „kann die Baubehörde auf einzelne Planunterlagen verzichten oder 

weitere einfordern, sofern dies für die Beurteilung des Bauvorhabens 

notwendig ist“. Somit liegt es nach dem klaren Wortlaut des Gesetzes, unter 

Vorbehalt des übergeordneten Rechts, in der Tat im Ermessen der 

Baubehörde, auf einzelne Unterlagen zu verzichten. Damit ist nach dem 

Grundsatz von „in maiore minus“ auch gesagt, dass die Beurteilung der 

eingereichten Pläne bezüglich Detaillierungsgrad und Aussagekraft im 

Ermessen der beurteilenden Behörde liegt. Da im Rahmen des 

Rekursverfahrens die Kognition des Verwaltungsgerichts auf 

Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch von 

Ermessen, beschränkt ist (Art. 53 lit. a VGG), fällt die Prüfung blosser 

Unangemessenheit ausser Betracht. Ein hier in Frage kommender 

Ermessensmissbrauch würde dann vorliegen, wenn die Behörde zwar die im 

Rechtssatz umschriebenen Voraussetzungen und Grenzen des Ermessens 

beachtet, jedoch nach unmassgeblichen Kriterien, insbesondere willkürlich 

und rechtsungleich entschieden hätte (Häfelin/Müller, Allgemeines 

Verwaltungsrecht, 4. Auflage, N 463).  Da Willkür bzw. Rechtsungleichheit 

weder vom Rekurrenten geltend gemacht wird, noch aus den Akten ersichtlich 

ist, kann die Darstellung der Terrainveränderungen in den Plänen nicht 

beanstandet werden.

d) Der Rekurrent macht am Rande eine ungenügende Profilierung geltend, indes 

bleibt unklar, welche Mängel beanstandet werden. Auf diese Rüge kann daher 

nicht eingegangen werden. Überdies hat das Profil im vorliegenden Fall 

seinen vorrangigen Zweck, das Bauvorhaben publik zu machen, zweifellos 

erfüllt. Der Rüge wäre angesichts der Rechtsprechung des 

Verwaltungsgerichts in dieser Frage daher kein Erfolg beschieden gewesen 

(VGU R 03 79).

e) Soweit von Seiten des Rekurrenten vorgebracht wird, es fehlten im 

Baugesuch vertragliche Vereinbarungen über die Durchleitung der 

Kanalisation und des Meteorwassers, weswegen auf das Baugesuch gestützt 

auf Art. 103 Abs. 1 Ziff. 17 BG nicht hätte eingetreten werden dürfen, kann 

das Gericht nicht folgen. Wie später noch zu zeigen sein wird, fehlt es nämlich 

nicht an der Vermutung des Bestandes eines hinreichenden 

Durchleitungsrechts.

3. a) In materieller Hinsicht wird zunächst die Überschreitung der 

Ausnützungsziffer gerügt. Hierbei kommt es entscheidend darauf an, ob die 

Fläche des als „Waschküche/Abstellraum“ bezeichneten Raums in die AZ-

Berechnung einbezogen wird. Nach Ansicht des Rekurrenten sei der 

Nichtwohnzweck des strittigen Raums nicht gewährleistet, weshalb die 

entsprechende Fläche angerechnet werden müsse. Einerseits sei dieser 

Raum ursprünglich gar nicht als Waschküche/Abstellraum vorgesehen 

gewesen und lediglich so bezeichnet worden und es liege deshalb ein 

Wohnraum vor. Dies zeige sich schon darin, dass bereits auf der Ebene -2 

eine Waschküche vorhanden sei. Anderseits reiche die Auflage der 

Baubehörde, wonach der Raum nicht isoliert werden dürfe, nicht zur 

Sicherstellung des Nichtwohnzwecks aus und wenn, hätte diese ins 

Grundbuch eingetragen werden müssen.

b) Gemäss Art. 75 BG sind alle dem Wohnen und dem Gewerbe nicht dienenden 

oder hierfür nicht verwendbaren Flächen wie z.B. zu Wohnungen gehörende 

Keller, Estrich -und Trockenräume sowie Waschküchen etc. nicht 

anzurechnen. Daher ist der als „Waschküche/Abstellraum“ bezeichnete Raum 

grundsätzlich nicht AZ-pflichtig. Selbstverständlich kann jedoch nicht 

ausschliesslich auf die Bezeichnung des Raumes in den Plänen abgestellt 

werden. Zur Sicherstellung des Nichtwohnzwecks hat die Gemeinde die 

Baubewilligung daher zu Recht mit der Auflage erteilt, der Raum dürfe nicht 

isoliert werden. Die Angemessenheit dieser Auflage wird wie unter Erwägung 

1.c bereits dargelegt, nur unter Vorbehalt der Überschreitung oder Missbrauch 

des Ermessens geprüft. Aus den Eingaben bzw. aus den Umständen weist 

jedoch nichts darauf hin, dass diese Auflage willkürlich bzw. unnütz sei. 

Hingegen ist es nicht Aufgabe des Verwaltungsgerichts zu prüfen, ob die 

Auflage zweckmässig ist.

c) Soweit der Rekurrent geltend macht, ein als „Waschküche/Abstellraum“ 

bezeichneter Raum sei gar nicht nötig, wie sich bereits in der Ebene -2 eine 

Waschküche befinde, kann unter Verweis auf die Rechtsprechung des 

Verwaltungsgerichts nicht gefolgt werden. Wie bereits in VGU R 05 31 

entschieden wurde, ist es nicht Sache der Nachbarn, darüber zu befinden, wie 

luxuriös der Ausbaustandard benachbarter Gebäude sein soll. Diese Rüge ist 

daher abwegig.

d) Zu prüfen bleibt, ob die Auflage ins Grundbuch hätte eingetragen werden 

müssen. Für diese Frage ist, da das dritte Baugesuch am 24. Januar 2006 

eingereicht und somit nach Inkrafttreten des revidierten KRG rechtshängig 

wurde, auf das unmittelbar anwendbare formelle Baurecht des kantonalen 

Raumplanungsgesetzes (BR 801.100; KRG) abzustellen (Art. 107 Abs. 2 Ziff. 

6 i.V.m. Art. 108 KRG). Demzufolge sind gemäss Art. 90 Abs. 2 KRG 

Nebenbestimmungen wie Auflagen, Bedingungen und Befristungen mit 

längerer zeitlicher Wirkung oder von erheblicher Bedeutung vor Baubeginn 

auf Kosten der Baugesuchstellenden im Grundbuch anzumerken. Die 

Auflage, wonach der als „Waschküche/Abstellraum“ bezeichnete Raum nicht 

isoliert werden dürfe, ist zur Sicherstellung der erlaubten Nutzung ohne 

weiteres als Auflage mit längerer zeitlicher Wirkung im Sinne dieser 

Bestimmung zu qualifizieren. Für den vorliegenden Fall kommt es indes nicht 

darauf an, ob die Baubehörde gehalten war, die Anmerkung im Grundbuch zu 

veranlassen. Entscheidend ist vielmehr, ob die Anmerkung der Auflage eine 

Bewilligungsvoraussetzung i.S.v. Art. 89 KRG darstellt. Gemäss Art. 90 Abs. 

2 KRG ist die Anmerkung „vor Baubeginn“ vorzunehmen. Die Norm knüpft 

daher nicht an die Baubewilligung an, weswegen das Versäumnis der 

Gemeinde die Rechtmässigkeit der Baubewilligung nicht in Frage stellt. Für 

den Rekurrenten lässt sich daraus immerhin ableiten, dass die Baubehörde 

vor Baubeginn gehalten ist, die Anmerkung ins Grundbuch zu veranlassen.

4. Unter Verweis auf den Maiensäss-Charakter des Quartiers macht der 

Rekurrent weiter eine Verletzung des Einordnungsgebots nach Art. 36 BG 

geltend. Zunächst ist darauf hinzuweisen, das sich das Einordnungsgebot 

bereits aus Art. 73 Abs. 1 KRG ergibt und der kommunalen Bestimmung 

kommt nur so weit selbständige Bedeutung zu, als sie strengere Vorschriften 

aufstellt (Art. 107 Abs. 2 Ziff. 5 und letzter Satz KRG). Dies dürfte lediglich für 

Art. 36 Abs. 2 BG bejaht werden können. Für die Frage des 

Einordnungsgebotes ist folglich auf Art. 73 Abs. 1 KRG sowie auf Art. 36 Abs. 

2 BG abzustellen. Letztere Bestimmung legt fest, dass der derzeitiger 

Charakter der Siedlung erhalten werden soll, weshalb Neubauten und 

Umbauten sich in Bezug auf Stellung, Proportionen, Dachgestaltung, 

Baumaterialien und Farbgebung der Fassaden und des Daches der am Orte 

vorherrschenden Bauweise einfügen müssen. Eine solche Einordnung setzt 

zunächst voraus, dass überhaupt eine vorherrschende Bauweise vorliegt. Im 

Zuge des Augenscheins zeigte sich, dass an Ort und Stelle auffällig vielfältige 

Häusertypen vorzufinden sind. So weisen die Baukörper unterschiedlichste 

Kubaturen auf. Die Dächer sind mit Ziegeln von unterschiedlicher Struktur und 

Farbe oder mit Blech gedeckt. Bei den Fassaden findet sich eine ganze 

Palette von weiss getünchten Wänden bis zu Fassaden aus Holz oder Stein. 

Ein Gebiet mit Maiensäss-Charakter, wie dies der Rekurrent geltend macht, 

liegt daher nicht vor. In Anbetracht der örtlichen Verhältnisse ist die Rüge des 

Rekurrenten geradezu abwegig. Die gute Einordnung des geplanten 

Gebäudes in das durchhaus heterogene Quartier steht daher ausser Frage.

.

5. Der Rekurrent macht weiter geltend, die geplante Zufahrt verletzte die 

Verkehrssicherheit, sei zu steil und weise auch sonst nicht die gesetzlich 

verlangten Eigenschaften nach Art. 55 BG auf. Die Rekursgegner wenden 

dagegen im Wesentlichen ein, im Mittel sei die Zufahrt nicht zu steil und 

ausserdem liege es im Ermessen der Baubehörde, ob sie Ausnahmen von 

diesen Bestimmungen zulassen wolle. Gemäss Art. 55 BG dürfen Anlagen, 

Ausfahrten und Ausgänge auf Strassen und Plätze nicht zu einer Behinderung 

und Gefährdung des Verkehrs führen. Zu diesem Zweck müssen in der Regel 

die im ersten Absatz aufgezählten Vorschriften eingehalten sein, wobei nach 

dem Wortlaut des Gesetzes der Baubehörde ein Ermessenspielraum 

zukommt. Insofern ist die Berufung auf den Ausnahmebestimmungsartikel 

nach Art. 82 KRG nicht erforderlich, da sich das Ermessen bezüglich der 

kommunalen Regelung bereits aus dem kommunalen Gesetz ergibt. 

Entscheidend ist somit, ob die geplante Ausfahrt zu einer Behinderung oder 

zu einer Gefährdung des Verkehrs führt. Zunächst ist festzuhalten, dass die 

Ausfahrt auf eine Stichstrasse führt, welche vorwiegend zur Erschliessung 

eines einzelnen Quartiers dient. Das Verkehrsaufkommen ist daher sehr 

gering, wie sich das Gericht anlässlich des Augenscheins vergewissern 

konnte. Auch der Vergleich mit den übrigen Ausfahrten im Quartier zeigt auf, 

dass aufgrund der Topografie vor allem für die unterhalb der Strasse 

gelegenen Häuser kaum ideale Verkehrsanschlüsse zu realisieren sind. 

Obwohl daraus kein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht abgeleitet 

werden kann, ist dies aus verkehrstechnischen Überlegungen mit Rücksicht 

auf die örtlichen Verhältnisse nicht zu beanstanden. Somit liegt es im 

Ermessen der Gemeinde, ob sie Abweichungen zu den aufgezählten 

Vorschriften zulassen will. Da diese Ermessen durch die Baubehörde 

pflichtgemäss ausgeübt wurde und von Seiten des Rekurrenten nichts 

Gegenteiliges behauptet wird, kann dieser Rüge daher nicht gefolgt werden.

6. Schliesslich bringt der Rekurrent unter Verweis auf Art. 19 des 

Raumplanungsgesetzes (SR 700; RPG) und Art. 72 KRG vor, die Baureife sei 

infolge fehlender Erschliessung nicht gegeben. Zunächst fehle eine 

verkehrssichere Zufahrt, insbesondere für Fahrzeuge der öffentlichen 

Dienste. Dieser angebliche Mangel wird in Bezug auf die öffentlichen Dienste 

jedoch in keiner Weise dargelegt. Nach Überzeugung des Gerichts kann 

diesem Vorbringen aufgrund der örtlichen Verhältnisse und unter Verweis auf 

die Ausführungen gemäss Erwägung 5 nicht gefolgt werden. Weiter bringt der 

Rekurrent vor, die notwendigen Rechte für die geplante Kanalisationsleitung 

über sein Grundstück Nr. 83 fehlten. Dem ist entgegenzuhalten, dass ein 

Anschluss an die Kanalisation auch ohne Inanspruchnahme des 

rekurrentischen Grundstücks möglich ist. Diese technisch und ökologisch 

weniger sinnvolle Variante setzt zwar eine Pumpe voraus, ermöglicht jedoch 

einen direkten Anschluss an die öffentliche Kanalisation. Im Übrigen sei auf 

Art. 691 ZGB verwiesen. Diese Bestimmung sieht vor, dass jeder 

Grundeigentümer gehalten ist, die Durchleitung von Leitungen gegen vollen 

Ersatz des dadurch verursachten Schadens zu gestatten, sofern sich die 

Leitung ohne Inanspruchnahme seines Grundstücks gar nicht oder nur mit 

unverhältnismässigen Kosten durchführen lässt. Damit ist klar, dass die 

Gemeinde grundsätzlich das Bestehen eines diesbezüglichen Rechtes 

annehmen durfte. Das Grundstück ist daher als voll erschlossen zu 

betrachten. 

7. Der Rekurs erweist sich daher im Sinne der Erwägungen als unbegründet und 

ist abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Rekurrent die 

Gerichtskosten zu tragen und die Rekursgegner angemessen zu 

entschädigen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 3'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 252.--

zusammen Fr. 3'252.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. … hat die Gemeinde … einerseits sowie … anderseits mit je Fr. 2'000.--, total 

Fr. 4'000.-- [inkl. MWST], aussergerichtlich zu entschädigen.