# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 01829e52-77ff-5b7c-9c68-b8e4c417aba6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.05.2008 D-7077/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7077-2007_2008-05-23.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7077/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 3 .  M a i  2 0 0 8

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi, 
Gerichtsschreiber Gert Winter.

A._______, geboren (...),
Sri Lanka,
vertreten durch Silvia Maag, 
Rechtsberatungsstelle für Asyl Suchende St. Gallen / 
Appenzell, Tellstrasse 4, Postfach 1727, 9001 St. Gallen,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
17. September 2007 / N .

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7077/2007

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben 
zufolge am 6. September 2005 von Colombo aus auf dem Luftweg und 
reiste am 7. September 2005 mit Bewilligung des Bundesamtes über 
den Flughafen Zürich-Kloten in die Schweiz ein, wo er noch am glei-
chen  Tag  im  Empfangszentrum  (...)  ein  Asylgesuch  einreichte. 
Anlässlich der Befragung vom 13. September 2005 in der Empfangs-
stelle sowie der direkten Anhörung vom 15. Juni 2007 durch das BFM 
machte der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuchs im 
Wesentlichen  geltend,  er  sei  Tamile  und  stamme aus  Batticaloa.  Er 
habe der „Church (...)“  angehört und im Jahre 2001 das Studium an 
der „Eastern University“  in  Batticaloa (...)  aufgenommen. Ausserdem 
sei er der Studentenunion der (...) Faculty beigetreten. Noch im selben 
Jahr habe ihn der Oberst Karuna zum Präsidenten der (...) gemacht. In 
dieser Funktion habe er sich um schulische und soziale Probleme im 
Distrikt Ampara und Batticaloa kümmern müssen. Dabei habe er den 
Oberst  Karuna drei-  bis viermal  pro Monat getroffen und zusammen 
mit ihm und weiteren 15 Studenten aus verschiedenen Fakultäten an 
gewissen  Versammlungen  teilgenommen.  Die  Universität  habe  die 
Gruppe  vorbehaltlos  unterstützt,  weil  man  sie  als  Studenten-
gruppierung betrachtet habe und nicht als Organ der LTTE (Liberation 
Tigers of Tamil Eelam). Seine Probleme hätten ihren Ursprung in der 
Spaltung der LTTE. So sei er am 3. Mai 2004 nebst vier weiteren Per-
sonen von bewaffneten Anhängern  von Prabhakaran festgenommen, 
verschleppt und zu seiner Beziehung zu Karuna verhört  worden. Am 
nächsten Morgen hätten ihn die Entführer aufgrund des Einflusses ei-
nes Universitätsangehörigen, der Kontakt zu einflussreichen Personen 
der  LTTE aufgenommen habe,  und aufgrund von studentischen Pro-
testen auf freien Fuss gesetzt. Alsbald nach seiner Befreiung habe er 
sich  am 26. Mai  2004  nach  Colombo begeben  und ein  schriftliches 
Asylgesuch  eingereicht.  Am  14.  Juli  2007  sei  er  in  der  Schweizeri-
schen Botschaft in Colombo zu seinen Asylvorbringen angehört wor-
den. In Colombo habe ihn die Polizei belästigt, zumal sich diese nach 
den Gründen für seinen dortigen Aufenthalt erkundigt habe. In der Zeit 
vom 12. Juni 2005 bis 30. August 2005 habe er  sich in (...)  (Indien) 
aufgehalten  und  sei  erst  nach  der  Bewilligung  der  Einreise  in  die 
Schweiz wieder nach Sri Lanka zurückgekehrt.
Zur  Untermauerung seiner  Vorbringen reichte  der  Beschwerdeführer 
zahlreiche  Beweismittel  zu  den  Akten:  Mehrere  Fotos,  mehrere 

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Schreiben  kirchlicher  Vertreter,  ein  Schreiben  einer  Anwältin,  einen 
Polizeirapport, Zeitungsartikel, Empfehlungsschreiben der (...) Faculty 
der  (...),  eine  Hotelrechnung,  eine  Visitenkarte,  die  Kopie  einer 
Klageschrift sowie einen Polizeibericht nebst Übersetzung.

B.
Mit Verfügung vom 17. September 2007 – eröffnet am folgenden Tag – 
lehnte das BFM das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung des Be-
schwerdeführers aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an.

C.
Mit Beschwerde vom 18. Oktober 2007 liess der Beschwerdeführer die 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl 
beantragen. Eventualiter sei – im Hinblick auf die Unzulässigkeit und 
Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs – die vorläufige Aufnahme 
des Beschwerdeführers in  der  Schweiz  anzuordnen. In  prozessualer 
Hinsicht schliesslich beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021) und den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 
Auf die Begründung wird, soweit wesentlich, in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.
In der Beilage liess der Beschwerdeführer die nachstehend aufgeführ-
ten Beweismittel zu den Akten reichen: zwei Gruppenfotos mit Karuna, 
eine E-Mail von S. nebst Kopie seines britischen Aufenthalttitels, eine 
Liste von Gewalttaten und -opfern sowie zwei Auszüge aus dem Inter-
net.

D.
Mit Zwischenverfügung vom 24. Oktober 2007 teilte der Instruktions-
richter des Bundesverwaltungsgerichts dem Beschwerdeführer mit, er 
könne den Ausgang des Beschwerdeverfahrens in der Schweiz abwar-
ten,  und  lehnte  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG ab. Gleichzeitig for-
derte er den Beschwerdeführer auf, bis zum 8. November 2007 einen 
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zu Gunsten der Gerichtskasse zu über-
weisen.
Der einverlangte Kostenvorschuss wurde innert Frist geleistet.

E.
Mit  Eingabe vom 8. November 2007 (Poststempel  vom 9. November 
2007) liess der Beschwerdeführer die nachstehend aufgeführten Do-

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kumente zu den Akten reichen: einen Originalbrief  vom 10. Oktober 
2007, eine Vorladung des Geheimdienstes der LTTE sowie einen Be-
richt vom 7. November 2007 mit dem Thema „Restriktionen gegen Auf-
enthalt von Tamilen aus dem Nordosten in Colombo“.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das BFM 
gehört  zu den Behörden nach  Art. 33 VGG und ist  daher eine Vorin-
stanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffen-
de Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundes-
verwaltungsgericht ist  daher zuständig für die Beurteilung der vorlie-
genden  Beschwerde  und  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 50 ff. 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über offensichtlich begründete oder unbegründete Beschwerden wird 
in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten 
Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden 
(Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt,  handelt es sich 
vorliegend um eine teils offensichtlich begründete, teils  offensichtlich 

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unbegründete  Beschwerde,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.  

4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in  sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

5.  

5.1 Das BFM lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers im We-
sentlichen mit der Begründung ab, der vom Beschwerdeführer darge-
legte kurze Übergriff der Anhänger von Prabhakaran auf seine Person 
liege bereits mehr als drei Jahre zurück, weshalb eher nicht von einem 
fortbestehenden Interesse an seiner Person auszugehen sei. Der Be-
schwerdeführer wolle nämlich politisch nie etwas mit der LTTE von Ka-
runa zu tun gehabt haben. Ferner habe er sich weder als Sympathi-
sant noch als Mitglied dieser Gruppierung bezeichnet und insbesonde-
re geltend gemacht, die Universität habe ihn und die gleichgesinnten 
Kollegen nicht als Organ der LTTE angesehen. Er besitze somit kein 
herausragendes Profil,  sondern  wolle sich lediglich,  wie andere Stu-

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denten,  im  welfare-Bereich  engagiert  und  ausschliesslich  deshalb 
Kontakte zu seinem Auftraggeber Karuna unterhalten haben. Aufgrund 
einer Gesamtwürdigung dieser Umstände bestünden somit keine hin-
reichenden Anhaltspunkte für die Annahme, dass der Bescherdeführer 
wegen  seiner  damaligen  Tätigkeit  auch  heute  noch  mit  gezielten 
Massnahmen seitens der Feinde von Karuna gegen seine Person zu 
rechnen habe. Seine Furcht vor einer asylrelevanten Verfolgung sei so-
mit  nicht begründet. Im Übrigen könne er sich subjektiv befürchteten 
Nachstellungen in seiner Heimatregion durch einen Wegzug in einen 
anderen Teil des Heimatlandes entziehen und sei somit auch vor die-
sem Hintergrund nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen. Fer-
ner seien zahlreiche Vorbringen des Beschwerdeführers zu wesentli-
chen Punkten widersprüchlich ausgefallen. Widersprüchlich respektive 
ungereimt seien namentlich die Vorbringen des Beschwerdeführers im 
Zusammenhang  mit  der  von Karuna  gegründeten Organisation,  was 
auch  für  das  Schreiben  der  (...),  das  Schreiben  der  (...)  sowie  für 
gewisse  Ausführungen  im  Brief  seiner  Anwältin  gelte. In  Anbetracht 
der  Ungereimtheiten  und  unter  dem  Eindruck,  dass  ein  Teil  der 
erwähnten Beweismittel konstruiert  worden sei, müsse an der darge-
legten Funktion des Beschwerdeführers respektive an ihrer Bedeutung 
und daher auch an den Hintergründen seiner geltend gemachten Ent-
führung gezweifelt werden. Diese Beurteilung werde dadurch erhärtet, 
dass aus formal und inhaltlich überzeugenderen Beweismitteln – wie 
dem Tagebuchauszug des Dorfoberhauptes sowie dem Polizeirapport 
– zwar von einer Entführung des Beschwerdeführers als Student der 
Abschlussklasse die Rede sei, nicht aber eine besondere Funktion er-
wähnt werde.

5.2 In der Beschwerde macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen 
geltend, zwar habe er im Auftrag der Karuna-Fraktion der LTTE primär 
„welfare work“ ausgeführt und sich weder politisch noch militärisch für 
die  LTTE betätigt,  doch sei  er  in  seiner  Funktion  als  „reisender  Bil-
dungsdelegierter“ Karunas und der LTTE einer grossen Zahl von Per-
sonen in Batticaloa und Ampara bekannt  gewesen und zweifelsohne 
auch bis heute in Erinnerung geblieben. Auf Grund seines mit Sicher-
heit hohen Bekanntheitsgrades in der Region Batticaloa und Ampara 
bestehe für  ihn im Falle einer Rückkehr  nach Sri  Lanka auch heute 
noch die  akute  Gefahr  asylrelevanter  Verfolgung  durch Todesschwa-
dronen  der  LTTE  (als  ehemaliger  Karuna-Sympathisant)  oder  auch 
solche  der  Karuna-Fraktion  (als  Verräter).  Zudem  sei  der 
vorinstanzliche  Entscheid  unangemessen,  habe  doch  die  Vorinstanz 

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die Einreise in die Schweiz im Jahre 2005 aufgrund nachvollziehbarer 
und  somit  objektiv  begründeter  Furcht  vor  asylrelevanter  Verfolgung 
bewilligt. Er  laufe weiterhin  höchste  Gefahr,  als  ehemaliges  Mitglied 
der Karuna-Fraktion wahrgenommen zu werden, und müsse mit einem 
gezielten Anschlag, Entführung oder extralegaler Tötung rechnen. Im 
Übrigen gebe es für asylrechtlich verfolgte oder gefährdete Personen 
in anderen Landesteilen keine zumutbare Fluchtalternative.

5.3 Auch nach einer genauen Prüfung der vorliegenden Akten kommt 
das Bundesverwaltungsgericht – wie bereits in der Zwischenverfügung 
vom 24. Oktober  2007  nach  einer  summarischen  Durchsicht  –  zum 
Schluss,  dass  die  Ausführungen  in  der  Beschwerde  nicht  geeignet 
sind, die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu entkräften. Der 
Beschwerdeführer war nämlich nach eigenen Angaben in keiner Weise 
mit  der  LTTE verbunden,  sondern  lediglich  ein  engagierter  Student, 
der  bestimmte soziale  Aufgaben wahrnahm (vgl. A4/15 S. 6  und 8). 
Mangels politischen Engagements fehlt dem Beschwerdeführer ein er-
höhtes Gefährdungsprofil, weshalb nicht von einem landesweiten Ver-
folgungsinteresse der LTTE oder der Karuna-Gruppe auszugehen ist. 
Dementsprechend  verfügt  der  Beschwerdeführer  in  seinem  Heimat-
staat  über  eine  -  die  Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  aus-
schliessende (vgl. hierzu  etwa Entscheidungen und Mitteilungen der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1995  Nr.  2  E.  3.a 
S. 16 f.) - innerstaatliche Fluchtalternative. Zusammenfassend ist somit 
festzustellen, dass dem Beschwerdeführer auch angesichts des Um-
standes, dass die Schwelle der Annahme von begründeter Furcht bei 
Personen, die bereits früher Verfolgung erlitten haben, herabgesetzt ist 
(vgl. EMARK 2004 Nr. 1, 1998 Nr. 4), keine begründete Furcht vor zu-
künftiger Verfolgung zuerkannt werden kann, da ihm innerhalb seines 
Heimatlandes eine landesinterne Fluchtalternative zur Verfügung steht. 
Da der Beschwerdeführer sein Heimatland kontrolliert und mit seinem 
eigenen Reisepass verliess und von den srilankischen Behörden nicht 
gesucht wird, ist nicht anzunehmen, dass ihm bei der Wiedereinreise 
Schwierigkeiten entstehen werden. Zur Vermeidung von Wiederholun-
gen kann im Übrigen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 
verwiesen werden, ohne noch näher auf die Ausführungen in der Be-
schwerde einzugehen, welche an der Sachlage nichts zu ändern ver-
mögen.

5.4 Dem Beschwerdeführer ist  es demnach nicht  gelungen,  nachzu-
weisen oder glaubhaft zu machen, dass er im Zeitpunkt seiner Ausrei-

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se aus Sri Lanka begründete Furcht hatte, im Sinne von Art. 3 Abs. 2 
AsylG relevanten Nachteilen ausgesetzt  zu werden. Das Bundesver-
waltungsgericht geht  nicht  davon aus, dass ihm bei seiner Rückkehr 
nach Sri  Lanka aufgrund seiner  als  glaubhaft  erachteten Vorbringen 
ernsthafte Nachteile drohen. Das Bundesamt hat das Asylgesuch des 
Beschwerdeführers demnach zu Recht abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

7.

7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).
Die  vorstehend  erwähnten  Bedingungen  für  einen  Verzicht  auf  den 
Vollzug der Wegweisung (Unmöglichkeit, Unzulässigkeit, Unzumutbar-
keit)  sind alternativer Natur. Sobald eine von ihnen erfüllt  ist,  ist  der 
Vollzug  der  Wegweisung  als  undurchführbar  zu  betrachten  und  die 
weitere Anwesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über 
die  vorläufige  Aufnahme  zu  regeln  (vgl.  EMARK  2006  Nr. 6  E. 4.2. 
S. 54 f.,  2001 Nr. 1 E. 6a S. 2). Gegen eine allfällige Aufhebung der 
vorläufigen Aufnahme steht dem weggewiesenen Asylsuchenden wie-
derum  die  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  offen 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 44 Abs. 2 AsylG), wobei in jenem Verfahren 
sämtliche Vollzugshindernisse von Amtes wegen und nach Massgabe 
der  dannzumal  herrschenden Verhältnisse (vgl. EMARK 1997 Nr. 27 
S. 205 ff.) von Neuem zu prüfen sind.
Weil sich vorliegend der Vollzug der Wegweisung - aus den nachfol-

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gend aufgezeigten Gründen - als unzumutbar erweist, ist dementspre-
chend auf eine Erörterung der beiden anderen Kriterien zu verzichten.

7.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

7.3 Die Rückschaffung abgewiesener Asylbewerber aus Sri Lanka ist 
in  Fortführung  der  von  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(ARK) entwickelten Praxis in die im Norden der Insel gelegenen Ge-
biete Kilinochchi, Mannar, Vavuniya, Mullaitivu und Jaffna als unzumut-
bar zu erachten (vgl. dazu EMARK 2006 Nr. 6).  Auch die Rückschaf-
fung in die Ostprovinz (Distrikte Trincomalee, Batticaloa und Ampara) 
muss angesichts der dort herrschenden Lage als unzumutbar betrach-
tet werden.

7.4 Bei abgewiesenen tamilischen Asylsuchenden, die aus der Nord- 
oder – wie der Beschwerdeführer – aus der Ostprovinz stammen, ist 
deshalb die Frage einer zumutbaren Aufenthaltsalternative im Süden 
des Landes zu prüfen. Die Rechtsprechung der schweizerischen Asyl-
behörden  ist  in  den  vergangenen  Jahren  stets  vom Vorliegen  einer 
grundsätzlichen Aufenthaltsalternative für rückkehrende, abgewiesene 
tamilische  Asylgesuchsteller  im  Grossraum  Colombo  ausgegangen 
(vgl. EMARK 2006 Nr. 6 E. 6.5). Es gibt keine Zahlen oder Schätzun-
gen darüber, wie viele tamilische Bürgerkriegsflüchtlinge zu Freunden 
oder Verwandten nach Colombo oder in die nicht vom Bürgerkrieg be-
troffenen Gebiete im Süden des Landes geflohen sind. Personen ohne 
Kontakte in Colombo dürften sich in Colombo kaum beziehungsweise 
höchstens für kurze Zeit aufhalten, nachdem dort keine Flüchtlingsla-
ger existieren und es keine Unterstützung für diese meist völlig mittel-
losen Personen gibt. Eine Rückkehr in den Grossraum Colombo ist bei 
dieser  tamilischen  Bevölkerungsgruppe  in  noch  erhöhtem  Masse  in 
Frage gestellt als bei den von dort stammenden Tamilen. Erstere wer-
den in aller Regel über keine engeren Verwandten oder Bekannten in 
Colombo  verfügen,  die  ihnen  bei  der  Wiederintegration  als  soziales 
Netz  eine  Unterstützung  und  eine  Unterkunftsmöglichkeit  zur  Verfü-

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gung  stellen  können.  Ohne  tragfähiges  Beziehungsnetz  werden  sie 
auch in aller Regel keiner legalen Arbeit nachgehen können, was ih-
nen den Aufbau einer  wirtschaftlichen Existenz  praktisch verunmög-
licht. Hinzu kommt, dass die aus dem Norden und Osten stammenden 
Tamilen einer erhöhten Gefahr behördlicher Behelligungen ausgesetzt 
wären, zumal davon auszugehen ist, dass sie aus Sicht der Behörden 
keinen valablen Grund respektive keine Rechtfertigung für ihren Auf-
enthalt vorweisen können.

7.5 Bei  rückkehrenden  Tamilen,  die  aus  der  Nord-  oder  Ostprovinz 
stammen, kann nicht mehr von der generellen Zumutbarkeit der Inan-
spruchnahme  einer  innerstaatlichen  Aufenthaltsalternative  im  Süden 
des Landes,  namentlich  im Grossraum Colombo, ausgegangen wer-
den. Können die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes und die 
konkreten Möglichkeiten der Existenzsicherung und der Wohnsituation 
nicht als gesichert angenommen werden, ist der Wegweisungsvollzug 
daher  als  unzumutbar  zu  qualifizieren  und  in  der  Folge  als  Ersatz-
massnahme eine vorläufige Aufnahme anzuordnen (vgl. das zur Publi-
kation vorgesehene Urteil E-2775/2007 vom 14. Februar 2008 E. 7 ff.).

7.6 In  Anbetracht  der  obigen Ausführungen gelangt  das  Bundesver-
waltungsgericht zum Schluss, dass der Vollzug der Wegweisung vorlie-
gend als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren 
ist. Aus den Akten geht nämlich hervor, dass sich die Verwandten des 
Beschwerdeführers - die Eltern, zwei Brüder und eine Schwester - alle 
in (...)  (Ostprovinz) aufhalten. Es gibt keinerlei konkrete Hinweise für 
ein tatsächlich bestehendes familiäres oder soziales Beziehungsnetz 
des  Beschwerdeführers  im  Grossraum  Colombo.  Unter  diesen  Um-
ständen  ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  der  aus  dem  Osten  Sri 
Lankas stammende Beschwerdeführer im Grossraum Colombo auf ein 
tragfähiges  Beziehungsnetz  zurückgreifen  kann.  Seine  Existenz-
grundlage und die Wohnsituation können ebenfalls nicht als gesichert 
betrachtet  werden,  weshalb  der  Wegweisungsvollzug  als  unzumutbar 
qualifiziert werden muss. Da sich aus den Akten gleichzeitig keine Hin-
weise auf allfällige Ausschlussgründe im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AuG 
ergeben, ist die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers anzuord-
nen.

8.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde, soweit den Vollzug der Weg-
weisung betreffend, gutzuheissen. Im Übrigen ist sie abzuweisen. Die 

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Verfügung des BFM vom 17. September 2007 ist hinsichtlich des Voll-
zuges  der  Wegweisung  (Dispositivziffern  4  und 5)  aufzuheben.  Das 
BFM ist des Weiteren anzuweisen, den Aufenthalt des Beschwerdefüh-
rers nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnah-
me zu regeln (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 AuG).

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind gemäss bisheriger Praxis die 
um die Hälfte zu reduzierenden Kosten dem Beschwerdeführer aufzu-
erlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), auf insgesamt Fr. 300.-- festzusetzen 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements über die 
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht vom 
20. April 2006 [VGKE]) und mit dem am 2. November 2007 geleisteten 
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.-- zu verrechnen. Der Rest-
betrag von Fr. 300.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

10.
Die  Beschwerdeinstanz  kann  der  ganz  oder  teilweise  obsiegenden 
Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr 
erwachsene  notwendige  und  verhältnismässig  hohe  Kosten  zuspre-
chen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG). Die Vertreterin des Beschwerdefüh-
rers hat keine Kostennote zu den Akten gegeben, doch lässt sich der 
notwendige  Vertretungsaufwand  zuverlässig  abschätzen.  Die  Partei-
entschädigung ist  daher von Amtes wegen und unter Würdigung der 
massgeblichen  Umstände auf  Fr. 600.--  festzusetzen (vgl. Art.  7  -  9 
VGKE).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird, soweit den Vollzug der Wegweisung betreffend, 
gutgeheissen. Im Übrigen wird sie abgewiesen.

2.
Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der vorinstanzlichen Verfügung vom 
17. September 2007 werden aufgehoben.

3.
Das  BFM  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführer  vorläufig  in  der 
Schweiz aufzunehmen.

4.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  300.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ver-
rechnet. Der Restbetrag von Fr. 300.-- wird dem Beschwerdeführer zu-
rückerstattet.

5.
Das BFM hat dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 600.-- auszu-
richten. 

6.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N  (per Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand:

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