# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5cbee44a-31dd-5f5f-bd39-2e733df67994
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 24.01.2024 UV 2023/18
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2023-18_2024-01-24.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2023/18

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 19.03.2024

Entscheiddatum: 24.01.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 24.01.2024
Rückweisung des Falls an die Versicherung zwecks Ergänzung der 
medizinischen Aktenlage beinhaltend die Einholung eines unabhängigen 
medizinischen Gutachtens zur Knieproblematik und anschliessender neuer 
Verfügung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kanton St. Gallen vom 
24. Januar 2024, UV 2023/18).

Entscheid vom 24. Januar 2024

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Mirjam Angehrn (Vorsitz), Corinne Schambeck und 

Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.

UV 2023/18

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

Visana Versicherungen AG, Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 16,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war seit dem 17. Mai 2021 bei der B.___ 

(nachfolgend: Arbeitgeberin) angestellt und dadurch bei der Visana Versicherungen AG 

(nachfolgend: Versicherung) obligatorisch unfallversichert (UV-act. 1).

A.a. 

Am 14. Juli 2021 erstattete die Arbeitgeberin bei der Versicherung eine 

"Bagatellunfall-Meldung UVG". Die Versicherte sei am 12. Juni 2021 beim Wandern/

Spazieren verunfallt. Sie sei rückwärts auf einen Stein gestürzt und habe sich das 

Handgelenk verletzt. Durch den Fall und den Auffangversuch habe sie zudem ihr Knie 

verdreht und habe seither Probleme mit der Kniescheibe. Als Verletzungen wurden in 

der Unfallmeldung angegeben eine Verdrehung/Verstauchung des linken Handgelenks 

sowie eine gereizte, instabile linke Kniescheibe (vgl. UV-act. 1). Die ärztliche 

Erstbehandlung der Versicherten war noch am Unfalltag durch Dr. med. C.___, FMH 

Allgemeine Medizin, erfolgt (vgl. UV-act. 16-2). Mit Schreiben vom 16. Juli 2021 

informierte die Versicherung, dass sie das Ereignis vom 12. Juni 2021 anerkenne und 

die gesetzlichen Versicherungsleistungen gemäss dem Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) ausrichten werde (UV-act. 2-2 f.; vgl. auch das 

Schreiben der Versicherung vom 28. März 2022, UV-act. 12).

A.b. 

Am 29. März 2022 beantwortete die Versicherte die von der Versicherung 

gestellten Fragen zum Unfallhergang, zu den Unfallfolgen und zum bisherigen 

Behandlungsverlauf (UV-act. 13, 15). Der ebenfalls um Auskunft gebetene Dr. C.___ 

stellte im Arztbericht vom 29. März 2022 die Diagnosen Distorsion Handgelenk links 

sowie Distorsion Knie links medial. Er empfahl weitere fachärztliche Abklärungen durch 

Dr. med. D.___, Orthopädie E.___ (vgl. UV-act. 16-2). Zugleich reichte er die 

Arztberichte von Dr. med. F.___, Radiologie G.___, über die MRI-Untersuchungen vom 

28. Oktober 2021 (UV-act. 16-3 f.) und vom 7. Februar 2022 (UV-act 16-5 f.) sowie die 

Berichte von Dr. D.___ vom 23. und 28. Februar sowie 29. März 2022 mit ein (UV-

A.c. 

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act. 16-7 ff.). Im letztgenannten Bericht stellte Dr. D.___ erneut die Diagnose Knie links 

Status nach Hyperflexionstrauma mit undisloziertem ossären Ausriss an der Tibia und 

intraartikulärer leichter Reizreaktion. Im Weiteren führte er aus, dass schon vieles 

versucht worden sei, eine Besserung habe jedoch nicht erreicht werden können, 

weshalb nun ein operatives Vorgehen geplant sei. Es solle ein Knochenflake entweder 

entfernt oder mit einer kleinen Schraube refixiert werden (UV-act. 16-10; vgl. das 

Gesuch der Klinik H.___ vom 25. März 2022 um Erteilung einer Kostengutsprache für 

eine offene Exzision oder Verschraubung links, UV-act. 6, 20-2).

Am 30. März 2022 beantworte der beratende Arzt der Versicherung, Dr. med. 

I.___, Facharzt FHM für Chirurgie, die Frage der Versicherung, ob der 

Kausalzusammenhang noch gegeben sei wie folgt: In der Zusammenschau der 

Aussagen von Dr. D.___ und der Analyse der MRI-Bilddatensätze mit fehlendem 

reaktivem Befund um die Knochenschuppe in der bildgebenden 

Langzeitdokumentation sei der Befund im Bereich des medialen Tibiaplateaus 

überwiegend wahrscheinlich Ausdruck einer vorbestehenden pathologischen 

Veränderung und nicht durch das geltend gemachte Ereignis vom 12. Juni 2021 

begründet worden. Entsprechend handle es sich bei der vorgesehenen operativen 

Revision des Lokalbefunds im Bereich des medialen Tibiaplateaus um eine 

ereignisfremde Behandlung. Im Weiteren erklärte Dr. I.___, dass der Status quo sine in 

Verbindung mit dem geltend gemachten Ereignis vom 12. Juni 2021 mit der MRI-

Untersuchung vom 28. Oktober 2021 als erreicht habe dokumentiert werden können 

(UV-act. 17).

A.d. 

Mit Schreiben vom 31. März 2022 teilte die Versicherung der Versicherten mit, da 

deren Beschwerden nach der Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. I.___ ab dem 

29. Oktober 2021 überwiegend wahrscheinlich nicht mehr auf das Ereignis vom 12. 

Juni 2021, sondern auf altersentsprechende degenerative bzw. unfallfremde 

Veränderungen zurückzuführen seien, würden die Leistungen per 28. Oktober 2021 

eingestellt, wobei auf die Rückforderung der darüber hinaus erbrachten Leistungen 

verzichtet werde (UV-act. 23).

A.e. 

Am 8. April 2022 operierte Dr. D.___ die Versicherte am linken Knie (Innenband/

MCL-Refixation; UV-act. 32-3). In der Stellungnahme vom 21. April 2022 erklärte der 

A.f. 

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B.  

Arzt zur Unfallkausalität, dass es bei der Versicherten am 12. Juni 2021 zu einem 

Hyperextensionstrauma gekommen sei. Seither habe sie Schmerzen im Bereich des 

tibialen Innenbands. Vor dem Unfallereignis sei sie noch absolut beschwerdefrei 

gewesen. Während für eine Unfallkausalität eine klare Logik vorliege, gebe es in keiner 

Art und Weise irgendwelche degenerativen Veränderungen oder eine 

Überbelastungsproblematik, welche die behauptete Krankheitskausalität unterstützen 

würde. Es handle sich um ein adäquates Trauma, welches sämtliche Unfallkriterien 

erfülle. Erläuternd führte Dr. D.___ dazu aus, dass in den MRT-Untersuchungsbildern 

eine kleine Knochenschuppe am proximalen tibialen Innenband erkennbar sei. Dies 

würde gut mit den Beschwerden korrelieren. Eine diagnostische Infiltration habe 

ebenfalls darauf angesprochen. Da die konservativen Behandlungsmassnahmen keinen 

Erfolg gebracht hätten, sei der Befund zwischenzeitlich operativ angegangen worden. 

In den nächsten Monaten werde sich zeigen, ob die Beschwerden damit hätten 

behoben werden können (UV-act. 35-3). Den Operationsbericht und die Stellungnahme 

von Dr. D.___ legte die Versicherung ihrem beratenden Arzt Dr. I.___ mit der Frage vor, 

ob sich dadurch etwas an der Beurteilung vom 30. März 2022 ändere. Am 12. Mai 2022 

erklärte Dr. I.___, da das von Dr. D.___ genannte Hyperextensionstrauma überwiegend 

wahrscheinlich nicht die Ursache für die dokumentierte Pathologie am medialen 

Tibiaplateau sei, halte er an der bisherigen Beurteilung fest (UV-act. 37).

In der Verfügung vom 31. Mai 2022 erklärte die Versicherung unverändert, dass 

sie die Versicherungsleistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung im 

Zusammenhang mit dem Ereignis vom 12. Juni 2021 per 28. Oktober 2021 einstelle 

(Ziff. 1) und auf die Rückforderung der darüber hinaus erbrachten Leistungen verzichte 

(Ziff. 2). Einer allfälligen Einsprache entziehe sie die aufschiebende Wirkung (Ziff. 3). Zur 

Begründung wurde ausgeführt, dass gemäss ihrem beratenden Facharzt Dr. I.___ die 

gesundheitliche Beeinträchtigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit dem 29. 

Oktober 2021 nicht mehr auf das Ereignis vom 12. Juni 2021, sondern ausschliesslich 

auf ereignisfremde Faktoren zurückzuführen sei (UV-act. 38).

A.g. 

Am 29. Juni 2022 erhob die Versicherte Einsprache und beantragte die Aufhebung 

der Verfügung vom 31. Mai 2022 (Ziff. 1), in Anerkennung der Leistungspflicht die 

B.a. 

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Erbringung von Versicherungsleistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung im 

Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 12. Juni 2021 (Ziff. 2) und eventualiter die 

Vornahme von weiteren medizinischen Abklärungen (Ziff. 3; UV-act. 43-1 ff.). 

Miteingereicht wurde ein Arztbericht von Dr. F.___ vom 20. Juni 2022, in welchem der 

Radiologe erklärte, dass entsprechend den ergänzenden klinischen Informationen sich 

in der Zweitlesung der vorliegenden Untersuchung als auch vorbestehend am 28. 

Oktober 2021 nahe der Innenbandinsertion am Tibiakopf (nahe den Pes anserinus) eine 

rund 3 x 2 mm messende hypointense Struktur abgrenzen lasse, welche bei 

entsprechendem Röntgenkorrelat auch einem kleinen Cortexflake (Knochenschuppe) 

entsprechen könne (UV-act. 43-5 f.).

Im Arztbericht vom 2. August 2022 führte Dr. D.___ gestützt auf eine 

Untersuchung der Versicherten am 14. Juli 2022 aus, dass das Kniegelenk 

abgeschwollen und ergussfrei sei. Die Beweglichkeit sei komplett und die Muskulatur 

sei gut auftrainiert. Die Palpation im Bereich der Schraube sei druckschmerzhaft. Die 

eingesetzte Schraube störe die Versicherte (UV-act. 56). Am 15. Juli 2022 hatte Dr. 

D.___ die eingesetzte Schraube operativ entfernt (UV-act. 57).

B.b. 

Am 8. August 2022 verunfallte die Versicherte erneut. Ein Motorfahrzeuglenker 

fuhr in das Heck der Vespa der Versicherten, worauf sie stürzte und sich am Rücken 

und an den linken unteren Extremitäten verletzte (vgl. UV-act. 46).

B.c. 

Am 29. September 2022 erfolgte eine weitere Verlaufskontrolle durch Dr. D.___. 

Da sich die Symptomatik noch nicht beruhigt hatte, empfahl er eine erneute MRT-

Untersuchung (UV-act. 58). Im MRT-Untersuchungsbericht vom 30. September 2022 

erhob Dr. med. J.___, FMH Radiologe und diagnostische Neuroradiologie, 

Röntgeninstitut K.___, einen Verdacht auf ein kalzifiziertes älteres Hämatom im 

subkutanen Weichgewebe anteromedial des Tibiaplateaus angrenzend an das mediale 

Kollateralband. Es lägen Zeichen eines Reizzustandes um das mediale Kollateralband/

um die Pes anserinus-Sehnen im Bereich des Operationsgebietes vor. Eine 

Flüssigkeitskollektion gebe es nicht (UV-act. 59).

B.d. 

Am 25. Oktober 2022 nahm der beratende Arzt der Versicherung, Dr. med. L.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie FHM, zu den Fragen der Versicherung Stellung. 

B.e. 

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C.  

Er erklärte u.a., dass er nicht wie der beratende Arzt Dr. I.___ vom Vorliegen einer 

Knochenschuppe ausgehe. Seines Erachtens handle es sich fast sicher um die hier 

verlaufende Semimembranosussehne. Es sei zwar nicht die Regel, dass es bei 

jüngeren Personen ohne äusseren Einfluss spontan zum Auftreten von körperlichen 

Schmerzen komme, doch trete dies auch ohne eine schlüssige Erklärung immer wieder 

auf. Weder anamnestisch noch klinisch oder bildgebend gebe es konkrete Hinweise 

darauf, dass es beim Ereignis vom 12. Juni 2021 zu einer Verletzung am tibialen MCL-

Ansatz gekommen sei. Gestützt auf die vorliegenden Dokumente sei es ihm nicht 

gelungen, eine klare morphologische Ursache für die von der Versicherten beklagten 

Beschwerden am linken Knie zu finden. Da keine objektiv nachweisbare Pathologie 

vorliege, könne die Knieproblematik nicht in schlüssiger Weise auf einen bestimmten 

Auslöser zurückgeführt werden. Folglich stehe das Ereignis vom 12. Juni 2021 

überwiegend wahrscheinlich nicht am Ursprung der Problematik und die Operation 

vom 8. April 2022 sei überwiegend wahrscheinlich aus rein unfallfremden Gründen 

erfolgt (UV-act. 66).

Mit Einspracheentscheid vom 9. Februar 2023 wies die Versicherung die 

Einsprache der Versicherten vom 29. Juni 2022 ab (UV-act. 68).

B.f. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 9. Februar 2023 erhob die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 6. März 2023 Beschwerde. Sie beantragte, der 

Einspracheentscheid der Versicherung (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) sei 

vollumfänglich aufzuheben. In Anerkennung der Leistungspflicht seien die 

Versicherungsleistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung im 

Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 12. Juni 2021 zu erbringen. Eventualiter 

sei die Sache zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu 

Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).

C.a. 

In der Beschwerdeantwort vom 11. Mai 2023 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde vom 6. März 2023 unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge (act. G 5).

C.b. 

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Erwägungen

1.  

Mit Schreiben vom 24. Mai 2023 wurde der Beschwerdeführerin Gelegenheit 

gegeben, zur Beschwerdeantwort Stellung zu nehmen. Bei unbenütztem Fristablauf 

werde vom Verzicht auf eine Stellungnahme ausgegangen (act. G 6). Da die 

Beschwerdeführerin die Frist unbenützt verstreichen liess, wurde der Schriftenwechsel 

für abgeschlossen erklärt (vgl. das Schreiben vom 3. Juli 2023, act. G 7, und das 

Schreiben am 7. Juli 2023 an die neue Wohnortadresse der Beschwerdeführerin, vgl. 

act. G 8 f.).

C.c. 

Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der 

Einspracheentscheid vom 9. Februar 2023 (UV-act. 68). Streitig und zu prüfen ist, ob 

die Beschwerdegegnerin zu Recht die vorübergehenden Versicherungsleistungen per 

29. Oktober 2021 eingestellt hat.

1.1. 

Die Beschwerdeführerin geht in der Beschwerde vom 6. März 2023 insbesondere 

gestützt auf den Bericht von Dr. D.___ vom 21. April 2022 (vgl. UV-act. 35-3: das 

Hyperextensionstrauma sei überwiegend wahrscheinlich die Ursache für die 

dokumentierte Pathologie am medialen Tibiaplateau, degenerative Veränderungen oder 

eine Überbelastung könnten ausgeschlossen werden) davon aus, dass die Befunde am 

linken Knie, welche am 8. April 2022 operativ angegangen worden seien (vgl. UV-act. 

32-3), mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 12. Juni 2021 

zurückzuführen seien. Im Weiteren macht die Beschwerdeführerin mit Verweis auf die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung geltend, dass die Beschwerdegegnerin nach 

Anerkennung der Leistungspflicht bis zu dem von ihr nachzuweisenden Erreichen des 

Status quo sine vel ante leistungspflichtig bleibe. Dies beinhalte den Anspruch auf eine 

zweckmässige Behandlung, welche auch operative Eingriffe umfassen könne (act. G 1).

1.2. 

Die Beschwerdegegnerin stützt sich bei ihrem Leistungseinstellungsentscheid 

insbesondere auf die Einschätzungen ihres beratenden Arztes Dr. L.___ (vgl. 

Stellungnahme vom 25. Oktober 2022, vgl. UV-act. 66) ab. Aufgrund der erhobenen 

Befunde, gestellten Diagnosen und des dokumentierten Behandlungsverlaufs in den 

ersten Monaten nach dem Unfall sei es wenig wahrscheinlich, dass sich die 

Beschwerdeführerin beim Ereignis vom 12. Juni 2021 eine relevante Verletzung am 

tibialen MCL-Ansatz zugezogen habe. Zu den Ausführungen und Einschätzungen von 

Dr. D.___ wird erklärt, dass sich Dr. D.___ hinsichtlich des Vorliegens einer kleinen 

1.3. 

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2.  

Knochenschuppe am proximalen tibialen Innenband getäuscht haben müsse, denn 

gemäss Dr. L.___ liege keine abgesprengte ossäre Struktur vor und die Kontur am 

medialen Tibiaplateau wirke vollkommen ruhig. Auch gebe es im Operationsbericht 

keinen Hinweis darauf, dass ossäre Strukturen entfernt worden seien, obwohl solche 

Dr. D.___ bei der beschriebenen Grösse des postulierten Ossikels aber fast zwingend 

hätten auffallen müssen. Hinzu komme, dass Dr. D.___ die Beschwerdeführerin erst 

knapp acht Monate nach dem Ereignis vom 12. Juni 2021 untersucht habe und die 

Beschreibung des Unfallmechanismus recht spekulativ sei, weshalb ohnehin keine 

zuverlässigen Schlüsse auf allenfalls erlittene Verletzungen am linken Knie gezogen 

werden könnten. Zu den medizinischen Einschätzungen des beratenden Arztes Dr. 

I.___ wird erklärt, dass es sich um Fehleinschätzungen/Fehlbeurteilungen handeln 

müsse, da sich nie eindeutige pathologische Befunde am linken Knie, insbesondere für 

die Region am medialen Tibiaplateau, hätten objektivieren lassen (act. G 5).

Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt.

2.1. 

Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die plötzliche, nicht beabsichtigte 

schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 

menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen 

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.

2.2. 

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig 

(Art. 6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Sie hat zudem 

Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist die 

versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie 

Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person 

durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene 

Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht und die 

vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld) fallen dahin, wenn allfällige 

Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind und von 

der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 

Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann (vgl. Art. 19 

Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, 

2.3. 

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falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung 

gewährt (Art. 24 Abs. 2 Satz 1 UVG).

Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht nur für Gesundheitsschäden, 

die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis 

zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: 

Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 

Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: 

KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne 

Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 

[nachfolgend zitiert: BSK UVG]). Ursachen im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein die 

gesundheitliche Beeinträchtigung nicht oder nicht in gleicher Weise oder nicht zur 

gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung verantwortlich, d.h. 

zumindest teilkausal ist, der Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, 

ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 

E. 3.1, 119 V 337 E. 1, 118 V 289 E. 1b, 117 V 376 E. 3a, 117 V 360 E. 4a, je mit 

Hinweisen; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 53). Für die Tatfrage nach dem Bestehen 

natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel 

auf Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 

E. 3.1 und 112 V 32 f. E. 1; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 und 58 f.; KOSS UVG-

Nabold, N 53 und 59 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 65 f. und 74 zu Art. 6). Im Bereich 

klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen 

Veränderungen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle (vgl. BGE 117 V 364 f. E. 5d/bb, 118 V291 f. E. 3a). Sind dagegen die Unfallfolgen 

organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität 

nicht automatisch auch die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen 

Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung vorzunehmen.

2.4. 

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Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht 

(BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. 

E. 3.2). Dieser schliesst eine Beweislast im Sinn der Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall 

der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem 

unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 129 V 177 E. 3.1, 117 V 360 

E. 4a, je mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, 

E. 2.2, und vom 20. August 2009, 8C_363/2009, E. 1; Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG] vom 27. April 2005, U 6/05; Thomas Locher/Thomas 

Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 58 f.; Rumo-

Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4, 54 f.).

2.5. 

Hat der Unfallversicherer seine Leistungspflicht im Grundfall einmal anerkannt, so 

entfällt seine Leistungspflicht erst dann, wenn der Unfall nicht (mehr) die natürliche 

oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also letzterer nur 

noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn 

entweder der (allenfalls krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 

Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach 

dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften oder andersartig geschädigten 

Vorzustands auch ohne den Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine) 

erreicht ist. Trifft ein Unfall auf einen vorgeschädigten Körper und steht 

medizinischerseits fest, dass weder der Status quo sine noch der Status quo ante je 

wieder erreicht werden können, liegt eine richtungsgebende Verschlimmerung vor (vgl. 

zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2, und 

vom 11. Juni 2007, U 290/06, E. 3.3 mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 

3b mit Hinweisen; KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; 

Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54). Treten im Anschluss an einen Unfall Beschwerden 

auf, die zuvor nicht bestanden haben, und ist davon auszugehen, dass durch den 

Unfall lediglich ein zuvor stummer degenerativer Vorzustand aktiviert, nicht aber 

verursacht worden ist, so hat der Unfallversicherer bis zum Erreichen des Status quo 

sine oder ante Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall 

stehende Schmerzsyndrom zu erbringen und zwar selbst dann, wenn sich die 

Gesundheitsschädigung bei einer Gewichtung der konkurrierenden Ursachen zum 

stark überwiegenden Teil als Krankheitsfolge darstellt. Dies bedeutet unter Umständen, 

dass die versicherte Person Anspruch auf eine operative Eingriffe miteinschliessende 

zweckmässige Behandlung hat, wenn diese im Gesamtkontext gesehen letztlich mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit der (vorzeitigen) Beseitigung der vom Unfall 

zumindest mitverursachten Schmerzen dient und nicht gesagt werden kann, die 

2.6. 

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Operation sei auch ohne den durch den Unfall bewirkten Beschwerdeschub 

überwiegend wahrscheinlich im selben Zeitpunkt notwendig geworden (Urteil des 

Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 8C_423/2012, E. 5.3 mit Hinweisen).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 

Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich 

fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 

6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; Locher/Gächter, a.a.O., § 70 N 58 f.). Da es sich 

hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende 

Beweislast (vgl. Erwägung 2.5 hiervor) – anders als bei der Frage, ob ein 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der 

versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (Urteile des Bundesgerichts vom 

3. August 2022, 8C_698/2021, E. 3.3, und vom 24. August 2016, 8C_263/2016, E. 4.2; 

Urteil des EVG vom 9. September 1999, U 355/98, E. 2, in: RKUV 2000 Nr. U 363 

S. 45).

2.7. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 

(BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Insofern kann 

rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen 

während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen oder von 

ihren Vertrauensärztinnen und -ärzten einholen, Beweiswert beigemessen werden, 

sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 

2.8. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/19

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3.

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, 

Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Dies ist nachfolgend zu prüfen.

V 467 ff. E. 4, 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Soll ein Versicherungsfall jedoch 

ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 

Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel 

an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen oder 

vertrauensärztlichen Feststellungen, ist eine versicherungsexterne Begutachtung 

anzuordnen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 229 E. 5.2 mit Hinweis, 135 V 465 E. 4.4 und 

E. 4.7).

Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin am 12. Juni 2021 einen 

Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG erlitten hat. Dabei verletzte sie sich am linken 

Handgelenk sowie am linken Knie (vgl. Bagatellunfallmeldung UVG vom 14. Juli 2021, 

UV-act. 1, und Arztbericht von Dr. C.___ vom 29. März 2022, UV-act. 16-2; vgl. auch 

die Schilderungen der Beschwerdeführerin zum Unfall und den Folgen vom 29. März 

2022, UV-act. 15). Mit Schreiben vom 16. Juli 2021 anerkannte die 

Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für das Ereignis vom 12. Juni 2021 (vgl. UV-

act. 2 f.) und übernahm in der Folge insbesondere die Heilbehandlungskosten (vgl. UV-

act. 12).

3.1. 

Als die Klinik H.___ am 25. März 2022 ein Gesuch zur Übernahme der Kosten für 

einen geplanten operativen Eingriff am linken Knie (offene Exzision oder Verschraubung 

links) einreichte (vgl. UV-act. 6), stellte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht in 

Frage und holte daher bei der Beschwerdeführerin und den sie behandelnden Ärzten 

Berichte ein (UV-act. 13 ff.). Diese Berichte legte die Beschwerdegegnerin ihrem 

beratenden Arzt Dr. I.___ mit der Frage, ob der Kausalzusammenhang noch gegeben 

sei, zur Stellungnahme vor. Am 30. März 2022 erklärte der angefragte Arzt, dass die 

vorgesehene operative Revision des Lokalbefundes im Bereich des medialen 

Tibiaplateaus eine ereignisfremde Behandlung darstelle, denn in der Zusammenschau 

der Aussagen von Dr. D.___ und der Analyse der Bilddatensätze mit fehlenden 

reaktivem Befund um die Knochenschuppe sei der Befund im Bereich des medialen 

Tibiaplateaus überwiegend wahrscheinlich Ausdruck einer vorbestehenden 

pathologischen Veränderung und nicht durch das geltend gemachte Ereignis vom 12. 

Juni 2021 begründet. Somit gingen sowohl Dr. I.___ als auch Dr. D.___ vom Vorliegen 

einer Knochenschuppe aus. Während Dr. D.___ von deren Unfallkausalität ausging, 

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/19

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stufte Dr. I.___ diese als vorbestehend und damit als nicht unfallkausal ein. Eine 

nachvollziehbare und schlüssige Begründung enthält die Stellungnahme von Dr. I.___ 

jedoch nicht. Die Einschätzung von Dr. I.___, der Status quo sine sei mit der MRI-

Untersuchung vom 28. Oktober 2021 als erreicht dokumentiert worden, beruht darauf, 

dass Radiologe Dr. F.___ in den Beurteilungen der MRI-Bilddatensätze vom 28. 

Oktober 2021 und 7. Februar 2022 keine Pathologie zur Region des medialen 

Tibiaplateaus festgehalten hatte (UV-act. 17). Ob Dr. I.___ in Beachtung der 

Untersuchungspflicht (vgl. Erwägung 2.5 hiervor) auch anderweitige unfallbedingte 

Ursachen der Knieschmerzen in Betracht gezogen und überprüft hatte, erschliesst sich 

nicht aus seiner Stellungnahme. Solche Abklärungen wären vorliegend jedoch 

angezeigt gewesen, denn wie in Erwägung 2.6 hiervor ausgeführt, entfällt bei einmal 

anerkannter Leistungspflicht diese erst dann, wenn der Gesundheitsschaden nur noch 

und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Anzumerken ist, dass Dr. F.___ 

seine Einschätzung des Nichtvorliegens einer Pathologie zur Region des medialen 

Tibiaplateaus in seinem Zusatzbefund vom 20. Juni 2022 (UV-act. 43-5 f.) – und damit 

zeitlich nach den Stellungnahmen von Dr. I.___ vom 30. März und 12. Mai 2022 – 

korrigierte bzw. insofern relativierte, als er nun selbst gestützt auf die bisherigen MRI-

Untersuchungsbilder vom Vorliegen einer hypointensen Struktur von rund 3 x 2 mm 

ausging, welche nach seiner Einschätzung auch einer Knochenschuppe entsprechen 

könnte. Eine Stellungnahme von Dr. I.___, welche Folgen der Zusatzbefund von Dr. 

Z.___ hat, enthalten die Akten nicht (siehe dazu auch die nachfolgende Erwägung 3.4).

Am 21. April 2022 – und damit nach der Knieoperation vom 8. April 2022 (vgl. UV-

act. 32-3) – nahm Dr. D.___ Stellung zur Unfallkausalität des Knieleidens (UV-act. 35-3). 

So erklärte er, dass in den MRT-Untersuchungsbildern eine kleine Knochenschuppe 

am proximalen tibialen Innenband erkannt werden könne. Diese Situation würde mit 

den Beschwerden korrelieren. Eine diagnostische Infiltration habe ebenfalls darauf 

angesprochen. Wegen des fehlenden Erfolgs mit den konservativen 

Behandlungsmassnahmen sei der Befund zwischenzeitlich operativ angegangen 

worden. Zur Unfallkausalität führte er aus, dass dafür eine klare Logik vorliege. 

Dagegen gebe es in keiner Art und Weise irgendwelche degenerativen Veränderungen 

oder eine Überlastungsproblematik, welche die behauptete Krankheitskausalität 

unterstützen würde. Die Beschwerdegegnerin bat daraufhin Dr. I.___ um eine erneute 

Stellungnahme. Dieser führte am 12. Mai 2022 aus, dass ein Unfallereignis nicht 

bestritten werde. Das geltend gemachte Hyperextensionstrauma sei jedoch 

überwiegend wahrscheinlich nicht die Ursache für die dokumentierte Pathologie am 

medialen Tibiaplateau (UV-act. 37). Festzuhalten ist, dass der beratende Arzt erneut 

vom Vorliegen einer Knochenschuppe ausging, deren Ursache er – ohne dies näher zu 

3.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/19

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bergründen – weiterhin nicht im Unfall am 12. Juni 2021 begründet sah, sondern einem 

Vorzustand zuschrieb.

Am 20. Juni 2022 – wie bereits erwähnt – korrigierte bzw. ergänzte Radiologe 

Dr. F.___ seine Beurteilungen der MRI-Untersuchungsbilder vom 28. Oktober 2021 und 

7. Februar 2022. In einem Zusatzbefund erklärte er, dass entsprechend den 

ergänzenden klinischen Informationen sich in der Zweitlesung der Untersuchungsbilder 

sowohl vom 7. Februar 2022 als auch vom 28. Oktober 2021 nahe der 

Innenbandinsertion am Tibiakopf (nahe dem Pes anserinus) eine runde 3 x 2 mm 

messende hypointense Struktur abgrenzen lasse, welche bei entsprechendem 

Röntgenkorrelat auch einem kleinen Cortexflake/Knochenschuppe entsprechend 

könne (vgl. UV-act. 43-5). Somit ging – nebst Dr. I.___ und Dr. D.___ – nun auch Dr. 

F.___ zumindest vom möglichen Vorliegen einer Knochenschuppe aus. Hinsichtlich 

deren Ursächlichkeit ging Dr. D.___ von einer Unfallbedingtheit und Dr. I.___ von einem 

vorbestehenden Zustand aus. Dr. F.___ äusserte sich dazu nicht. Die 

Beschwerdegegnerin tätigte daraufhin weitere Abklärungen. So forderte sie von Dr. 

C.___ die Krankengeschichte der Beschwerdeführerin ein (vgl. den Auszug aus der 

Krankengeschichte vom 21. September 2022, UV-act. 53). Daraus ist ersichtlich, dass 

die Beschwerdeführerin noch am Unfalltag wegen den beim Sturz erlittenen 

Verletzungen ihren Hausarzt Dr. C.___ konsultierte. Erwähnt werden sowohl die 

Handverletzungen als auch das Verdrehen des linken Knies. Da die Handverletzungen 

nach wenigen Wochen folgenlos abheilten, lag der Fokus der weiteren medizinischen 

Behandlungen auf dem Knieleiden. Da die Knieschmerzen trotz Physiotherapie (vgl. 

UV-act. 4 f.) nicht wie erwartet abklangen, sondern gar zunahmen, veranlasste Dr. 

C.___ im Oktober 2021 eine MRI-Untersuchung des linken Knies der 

Beschwerdeführerin. Diese brachte jedoch (zumindest vorerst) keine Aufschlüsse 

hinsichtlich der Ursache der Knieschmerzen. Im Februar 2022 und damit rund acht 

Monate nach dem Unfall überwies Dr. C.___ die Beschwerdeführerin zur fachärztlichen 

Behandlung des Knieleidens an Dr. D.___. Festzuhalten ist somit, dass das linke Knie 

der Beschwerdeführerin vom Unfall vom 12. Juni 2021 (mit-)betroffen war und sie 

deswegen zuerst bei ihrem Hausarzt Dr. C.___ und später bei Facharzt Dr. D.___ in 

Behandlung war. Dass die Überweisung an Dr. D.___ nicht früher erfolgte, hat die 

Beschwerdeführerin nicht zu verantworten. Entgegen der beschwerdegegnerischen 

Argumentation (vgl. act. G5-11 Ziff. 8) ist diese nach deren Ansicht späte Überweisung 

kein Indiz für einen fehlenden Kausalzusammenhang des Knieleidens mit dem Unfall 

vom 12. Juni 2021, zumal die Knieproblematik der Beschwerdeführerin bis dahin 

anhielt und regelmässig physiotherapeutisch behandelt worden war (vgl. UV-act. 4 f., 

42).

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/19

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Die Einsprache der Beschwerdeführerin vom 29. Juni 2022 (UV-act. 43) gegen die 

leistungseinstellende Verfügung vom 31. Mai 2022 (UV-act. 38) nahm die 

Beschwerdegegnerin zum Anlass, eine ärztliche Stellungnahme zur Frage "Ändern die 

Einsprache der Versicherten vom 29. Juni 2022 und der Zusatzbericht vom 30. Juni 

2022 von Dr. F.___ etwas an den Beurteilungen von Dr. I.___ vom 30. März 2022 und 

vom 12. Mai 2022?" einzuholen. Die Beschwerdegegnerin beauftragte damit Dr. L.___, 

der am 25. Oktober 2022 Stellung zur Frage bezog (UV-act. 66). Dazu ist Folgendes zu 

bemerken:

3.5. 

Dr. L.___ beantwortete die Frage der Beschwerdegegnerin gestützt auf die ihm 

zur Verfügung gestellten Akten. Wie nachfolgend dargelegt wird, ist es fraglich, ob dem 

Arzt sämtliche relevanten Akten zur Verfügung standen, fehlt doch ein 

Aktenverzeichnis, welches darüber hätte Aufschluss geben können. Für eine 

unvollständige Aktenlage bzw. für eine fehlende Berücksichtigung wesentlicher Akten 

spricht, dass Dr. L.___ bezüglich des Unfallhergangs von den wenigen Angaben in der 

Bagatellunfallmeldung vom 14. Juli 2021 (vgl. UV-act. 1) ausging, die von der 

Beschwerdeführerin auf Verlangen der Beschwerdegegnerin am 29. März 2022 erstellte 

ausführlichen Beschreibung des Unfalls jedoch nicht (mit-)berücksichtigte (vgl. UV-act. 

15). Die Aussage von Dr. L.___, dass die Knieproblematik erst Monate nach dem Unfall 

ärztlicherseits angegangen worden war und deshalb nicht unfallkausal sein könne, 

deutet ebenfalls auf ungenügende Sachverhalts- bzw. Aktenkenntnisse hin. Gemäss 

den vorliegenden Akten war die Beschwerdeführerin ab dem Unfalltag auch wegen den 

Knieschmerzen in ärztlicher Behandlung bei Dr. C.___. Dieser setzte in einer ersten 

Phase auf eine konventionelle Behandlung mit Physiotherapien. In den 

Physiotherapieverordnungen wurde denn auch als Diagnose ein Status nach 

Knietrauma genannt (vgl. UV-act. 4 f.: anzumerken ist, dass in den Akten die zweite 

Physiotherapieverordnung fehlt, wurde doch diejenige vom 29. Dezember 2021 als 

dritte Verordnung bezeichnet). Die Aussage von Dr. L.___, dass Verletzungen im 

Bereich des MCL in den meisten Fällen sehr schmerzhaft seien und die betroffenen 

Personen in ihrer Gehfähigkeit von Anfang an meist deutlich eingeschränkt seien, 

entsprechende Befunde jedoch nicht vorlägen (vgl. UV-act. 66-4), deutet ebenfalls auf 

unzureichende Aktenkenntnisse hin, konnte doch die Beschwerdeführerin ihrem Hobby 

Ballett wegen den Knieschmerzen nicht mehr nachgehen (vgl. UV-act. 15). Angesichts 

dessen muss davon ausgegangen werden, dass Dr. L.___ entweder Akten mit 

relevante Informationen nicht zur Verfügung standen oder er keine umfassende 

Würdigung der Aktenlage vornahm. Folglich kann auch nicht unbesehen auf die 

Aussagen und Folgerungen von Dr. L.___ abgestellt werden.

3.5.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/19

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Dr. L.___ wies in seiner Stellungnahme verschiedentlich auf fehlende, 

ungenügende und angeblich widersprüchliche Aussagen in den Berichten von Dr. 

C.___ und Dr. D.___ hin (vgl. UV-act. 66-3 f.). Angesichts dessen ist es nicht 

verständlich, dass Dr. L.___ bzw. die Beschwerdegegnerin die behandelnden Ärzte 

nicht um ergänzende Angaben, Klärungen oder Erläuterungen bat. Obwohl Dr. L.___ 

Zweifel an der Geeignetheit des wie in der Bagatellunfallmeldung beschriebenen 

Unfallhergangs zur Verursachung der Knieleiden kundtat (vgl. UV-act. 66-4), verzichtete 

er auf zusätzliche Abklärungen, wie auf eine Befragung der Beschwerdeführerin zum 

Unfallhergang. Angesichts dessen vermag die Folgerung von Dr. L.___, da es keine 

Hinweise auf eine Direktkontusion gebe, könne die entsprechende Veränderung im 

Hoffa-Fettkörper nicht dadurch bedingt sein und die leicht ödematösen Veränderungen 

an der posteromedialen meniskokapsulären Aufhängung seien am ehesten 

unspezifisch (vgl. UV-act. 66-1 f.), nicht zu überzeugen. Da von einem ungenügend 

geklärten Sachverhalt ausgegangen werden muss, leuchtet die Folgerung von Dr. 

L.___, dass die fehlenden Aussagen/Angaben in der Unfallmeldung, in der 

Krankengeschichte und in den Arztberichten belegen würden, dass das Knieleiden 

nicht unfallkausal sein könne, ebenfalls nicht ein.

3.5.2. 

Zur Erklärung von Dr. L.___, dass im Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nicht vom Vorliegen einer Knochenschuppe bzw. eines Ossikel am medialen 

Tibiaplateau auszugehen sei (vgl. UV-act. 66-7, Ad 3), ist festzuhalten, dass diese 

Einschätzung von denjenigen des behandelnden Facharztes Dr. D.___, des Radiologen 

Dr. F.___ sowie des beratenden Arztes Dr. I.___ abweicht bzw. diesen widerspricht. Da 

es sich bei Dr. L.___ um einen beratenden Arzt der Beschwerdegegnerin handelt, 

reichen gemäss der Rechtsprechung bereits geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit seiner Feststellungen, so dass eine versicherungsexterne Begutachtung 

erforderlich wird (vgl. Erwägung 2.8 hiervor). Die Ausführungen von Dr. L.___ vermögen 

die gegenteiligen Einschätzungen der weiteren involvierten Ärzte nicht zweifelsfrei zu 

widerlegen. So beruhen die Einschätzungen von Dr. L.___ auf einer eigenen und von 

den weiteren Ärzten abweichenden Interpretation der MRI-Untersuchungsbilder vom 

28. Oktober 2021 und 7. Februar 2022 und nicht etwa auf neuen 

Sachverhaltserkenntnissen (bspw. neuer MRI-Untersuchung und/oder einer 

persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin). Auch fehlt es an einer 

nachvollziehbaren und überzeugenden Begründung für den angenommenen Grad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Hinzu kommen – wie bereits ausgeführt – die 

Unsicherheiten infolge der unzureichenden Berücksichtigung relevanter Akten sowie 

ein ungenügend abgeklärter Sachverhalt.

3.5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/19

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4.

Da die Kausalität zwischen den Kniebeschwerden sowie dem Unfall vom 12. Juni 2021 

nach dem Gesagten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit abschliessend 

Im Weiteren erschliesst sich aus der Stellungnahme von Dr. L.___ nicht, ob auch 

anderweitige – auf den Unfall vom 12. Juni 2021 zurückzuführende – Ursächlichkeiten 

der Knieschmerzen in Betracht gezogen und geprüft worden sind. Derartige 

Abklärungen erscheinen vorliegend angezeigt, denn Dr. L.___ erklärte in der 

Stellungnahme, dass die nach dem Unfall aufgetretenen Schmerzen im Bereich des 

tibialen Innenbandes von ihm nicht in Abrede gestellt werden (vgl. UV-act. 66-4). Wie in 

Erwägung 2.7 hiervor ausgeführt, liegt es an der Beschwerdegegnerin, das Dahinfallen 

jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen des Knieleidens mit dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachzuweisen, da sie zuvor die Unfallkausalität des Knieleidens anerkannt hatte (vgl. 

UV-act. 3),

3.5.4. 

Zur beschwerdegegnerischen Argumentation mit Verweis auf die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Beweismaxime post hoc ergo propter hoc, 

dass die Beschwerdefreiheit vor dem Unfall hinsichtlich der Unfallkausalität nicht 

relevant sei (vgl. Beschwerdeantwort vom 11. Mai 2013, act. G 5-14 Ziff. 13), ist 

anzumerken, dass dies insofern korrekt ist, als sich damit alleinig die Unfallkausalität 

kaum mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen lässt. Trotzdem kann eine 

Beschwerdefreiheit vor einem Unfallereignis durchaus ein wichtiges Indiz für die 

Unfallkausalität eines Leidens sein, insbesondere dann, wenn typische Risikofaktoren 

für das geltend gemachte bzw. zu beurteilende Leiden wie (berufsbedingte) 

Überbeanspruchungen, Abnützungen oder degenerative Einflüsse auszuschliessen 

sind. Umso mehr Bedarf es in solchen Fällen einer nachvollziehbaren medizinischen 

Beurteilung sowie einer rechtlichen Würdigung der Situation beinhaltend die 

Gewichtung der Faktoren, die für und die gegen eine Unfallkausalität eines Leidens 

sprechen. Die Beschwerdegegnerin führte denn auch mit Verweis auf die 

Stellungnahme von Dr. L.___ aus, dass es nicht die Regel sei, bei jüngeren Personen – 

die Beschwerdeführerin war zum Unfallzeitpunkt erst 27 Jahre alt – ohne äusseren 

Einfluss spontan zum Auftreten von körperlichen Schmerzen komme, doch trete auch 

dies ohne schlüssige Erklärung immer wieder auf und lasse sich leider durch 

regelmässige Aktivierung nicht verhindern (vgl. act. G 5-12 f.). Aus den vorliegenden 

medizinischen Akten ergeben sich auch keine Hinweise, dass die Beschwerdeführerin 

bereits früher wegen eines Knieleidens in ärztlicher Behandlung war oder dass ein 

relevanter degenerativer Zustand vorlag.

3.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/19

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beurteilt werden kann und dies selbst dann, wenn – wie von Dr. L.___ vertreten – vom 

Nichtvorliegen einer Knochenschuppe ausgegangen würde. Ohne verlässliche 

medizinische Entscheidungsgrundlagen, welche sich über den Kausalzusammenhang 

zwischen den Kniebeschwerden und dem Unfallereignis äussern, kann aus rechtlicher 

Sicht auch nicht darauf geschlossen werden, dass dem Unfallereignis von Beginn an 

bzw. ab dem 29. Oktober 2021 keine massgebende Bedeutung zukommt bzw. nicht 

mehr zukommt.

5.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Frage nach dem natürlichen 

Kausalzusammenhang gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit beurteilen lässt (vgl. Erwägung 3 hiervor), womit sich 

der Sachverhalt insgesamt als noch nicht spruchreif erweist. Die Sache ist daher an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die notwendigen Abklärungen 

durchführt. Sie wird eine verwaltungsexterne unabhängige orthopädische/chirurgische 

Beurteilung des Gesundheitsschadens am Knie sowie des kausalen Zusammenhangs 

der von der Beschwerdeführerin beklagten Knieleiden und der Knieoperationen vom 8. 

April (UV-act. 32-3) und 15. Juli 2022 (UV-act. 57) zum Unfall vom 12. Juni 2021 

einholen müssen. Anschliessend wird sie erneut über den 

Leistungseinstellungszeitpunkt und die Übernahme der Heilbehandlungskosten 

(inklusive derjenigen der Knieoperationen) sowie gegebenenfalls über die Ausrichtung 

von Unfalltaggelder verfügen müssen. Diese Vorgehensweise steht auch im Einklang 

mit der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 147 V 211 E. 6.1).

6.  

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 9. Februar 2023 (UV-act. 68) dahingehend 

gutzuheissen, dass die Sache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen und neuer 

Verfügung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.

6.1. 

Bei Streitigkeiten über Leistungen ist das Verfahren kostenpflichtig, wenn dies im 

jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist (Art. 61 lit. f  ATSG). Im UVG ist eine solche 

Kostenpflicht nicht vorgesehen. Das Verfahren ist deshalb kostenlos.

6.2. 
bis

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die Rückweisung 

der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 132 V 235 E. 6.2). 

Mangels Rechtsvertretung und mangels geltend gemachter anderweitiger 

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/19

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 9. Februar 2023 

im Sinne der Erwägungen insofern gutgeheissen, als die Sache zu ergänzenden 

medizinischen Abklärungen und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

ausserordentlicher Aufwendungen fällt die Zusprache einer Parteientschädigung für die 

obsiegende Beschwerdeführerin vorliegend jedoch nicht in Betracht (vgl. BGE 110 V 

134 f. E. 4d; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N 217 zu Art. 61).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 24.01.2024
	Rückweisung des Falls an die Versicherung zwecks Ergänzung der medizinischen Aktenlage beinhaltend die Einholung eines unabhängigen medizinischen Gutachtens zur Knieproblematik und anschliessender neuer Verfügung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kanton St. Gallen vom 24. Januar 2024, UV 2023/18).

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