# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 84d424e8-0e02-5d59-bb69-06e933282bb7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.07.2010 A-7764/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-7764-2009_2010-07-09.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-7764/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Markus Metz (Vorsitz), Richter Jérôme Candrian, 
Richterin Kathrin Dietrich, 
Gerichtsschreiber Johannes Streif.

A._______, 
vertreten durch B._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich ETH, 
Rechtsdienst, Rämistrasse 101, 8092 Zürich,
Beschwerdegegnerin,

und

ETH-Beschwerdekommission,
Postfach 6061, 3001 Bern,
Vorinstanz.

Auflösung des Arbeitsverhältnisses.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-7764/2009

Sachverhalt:

A.
A._______,  geboren  am  (Datum),  war  seit  (Datum)  bei  der 
Eidgenössischen  Technischen  Hochschule  Zürich  (ETHZ)  in  der 
Abteilung  Z._______  angestellt.  Seit  (Datum)  war  er  Leiter  der 
Y._______. Mit  Verfügung vom 27. Oktober 2003  löste die ETHZ das 
Arbeitsverhältnis auf  den  30. April  2004  auf  und  begründete, 
angesichts  einer  langen  Liste  von  pflichtverletzendem  Verhalten 
stünde eine andere Massnahme als eine Kündigung ausser Frage. Mit 
Eingabe  vom  18. Dezember  2003  beantragte  die  ETHZ  der  ETH-
Beschwerdekommission  (nachfolgend  ETH-BK  oder  Vorinstanz),  die 
Gültigkeit  der am 27. Oktober 2003 ausgesprochenen Auflösung des 
Arbeitsverhältnisses  mit  A._______  festzustellen.  A._______  seiner-
seits hatte am 27. November 2003 Beschwerde gegen die Verfügung 
vom 27. Oktober 2003 erhoben. Mit Eingabe vom 9. Februar 2004 ver-
langte er zudem den Erlass einer vorsorglichen Massnahme, wonach 
das Arbeitsverhältnis zu verlängern sei. Die ETH-BK ordnete mit Zwi-
schenverfügung vom 9. März 2004 die Lohnfortzahlung für die Dauer 
des Beschwerdeverfahrens an. Mit Entscheid vom 13. Juli  2004 (Ver-
fahrensnummer  1)  stellte  die  ETH-BK fest,  die  Beendigung  des  Ar-
beitsverhältnisses per 30. April 2004 sei gültig erfolgt und die angeord-
nete Lohnfortzahlung mit Datum des genannten Entscheids beendet. 
Dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft.

B.
Im Zusammenhang mit  den vorgeworfenen arbeitsrechtlichen Pflicht-
verletzungen  hatte  der  C._______  der  ETHZ  in  deren  Namen  am 
9. September  2003  eine  Strafanzeige  gegen  A._______  eingereicht, 
worin er ihn verschiedener Delikte bezichtigte. Die Staatsanwaltschaft 
erledigte das daraufhin eingeleitete Strafverfahren, in dessen Verlauf 
die  Kantonspolizei  Zürich am 23. November  2004 einen Ermittlungs-
bericht  erstellte, mit  zwei  Einstellungsverfügungen  vom  22. August 
2006. A._______,  dem sowohl  diese  Dokumente  als  auch  ein  Brief 
(Rapport) vom 8. Mai 2001 seines damaligen Mitarbeiters D._______ 
an den Leiter der Abteilung Z._______ zur Kenntnis gebracht worden 
waren,  beantragte  am  2. November  2006  der  Vorinstanz,  den  Ent-
scheid  vom  13. Juli  2004  durch  Revision  aufzuheben.  Er  ersuchte 
überdies  den  Rat  der  Eidgenössischen  Technischen  Hochschulen 
(ETH-Rat) mit Eingabe vom 23. Januar 2007 um Erlass einer vorsorg-
lichen  sowie  mit  Eingabe  vom  15. Februar  2007  um  Erlass  einer 

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superprovisorischen  Massnahme,  wonach  die  ETHZ rückwirkend  ab 
1. Januar  2007  und  bis  zum  rechtskräftigen  Entscheid  über  den 
Revisionsantrag  zur  Lohnzahlung  zu  verpflichten  sei.  Der  ETH-Rat 
überwies  beide  Begehren  mit  Verfügung  vom 23. Februar  2007  der 
ETH-BK,  die  das  Gesuch  vom 23. Januar  2007  mit  Beschluss  vom 
17. April 2007,  das Gesuch vom 15. Februar 2007 mit Präsidialverfü-
gung  vom  15. März  2007 und  schliesslich  mit  Entscheid  vom 
21. August 2007 auch den Antrag auf Aufhebung des Entscheids vom 
13. Juli 2004 ablehnte (Verfahrensnummer 2).

C.
Während der Beschluss vom  17. April  2007 sowie die Präsidialverfü-
gung vom 15. März 2007 in Rechtskraft erwuchsen, erhob A._______ 
am 24. September 2007 gegen den Entscheid vom 21. August  2007 
Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  und  beantragte,  den 
Entscheid  aufzuheben  und  das  Revisionsbegehren  gegen  den  Ent-
scheid der ETH-BK vom 13. Juli  2004 gutzuheissen. Das Bundesver-
waltungsgericht hiess die Beschwerde im Verfahren A-6450/2007 mit 
Urteil vom 3. März 2008, soweit es darauf eintrat, gut und wies die An-
gelegenheit zur Neubeurteilung an die ETH-BK zurück.

D.
Gegen ein Schreiben der ETHZ vom 12. April 2007 reichte A._______ 
am 14. Mai  2007 eine weitere  Beschwerde bei  der  ETH-BK ein und 
beantragte,  die  ETHZ  sei  anzuweisen,  ihm  eine  Abgangsent-
schädigung im Umfang von zwei Jahreslöhnen zuzüglich 5% Zins ab 
30. April 2004 zu bezahlen (Verfahren 3).

E.
Mit Entscheid vom 22. April  2008 wies die ETH-BK das Revisionsge-
such erneut ab. Eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde 
wies das Bundesverwaltungsgericht im Verfahren A-3517/2008 mit Ur-
teil vom 29. September 2008 ab. A._______ erhob gegen dieses Urteil 
Beschwerde an das Bundesgericht, welches, soweit es darauf eintrat, 
das Revisionsgesuch mit Urteil vom 3. April 2009 guthiess und die Sa-
che zur materiellen Beurteilung an die ETH-BK zurückwies. 

F.
Hierauf  ersuchte  A._______  mit  Gesuch  vom 18. Oktober  2009  die 
ETH-BK  um  Erlass  einer  superprovisorischen  Massnahme,  wonach 
die  ETHZ  zu  Lohnfortzahlungen  zu  verpflichten  sei.  Die  Vorinstanz 
wies  am 20. Oktober  2007  den  Antrag  ab  und  stellte  mit  Entscheid 

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vom 3. November  2009 wiederum die  Gültigkeit  der  Kündigung vom 
27.  Oktober  2003  fest  (Verfahrensnummer  4).  Die  Anträge  von 
A._______  auf  Weiterbeschäftigung  bzw.  auf  Ausrichtung  einer 
Abgangsentschädigung wies sie ab.

G.
A._______ (nachfolgend: Beschwerdeführer) verlangt mit Beschwerde 
vom  10. Dezember  2009  beim  Bundesverwaltungsgericht  die  Auf-
hebung  des  Entscheids  der  ETH-BK vom 3. November  2009,  einen 
neuen  Entscheid  in  der  Sache,  die  Aufhebung  der  Vereinigung  des 
Verfahrens 3 mit den Verfahren 5, 2 und 4 sowie die Beibehal tung der 
Sistierung im Verfahren 3 bis zum Abschluss des Revisionsverfahrens; 
eventualiter  beantragt  er  die  Zusprechung  einer  Abgangsentschädi-
gung  im  Umfang  von  zwei  Jahreslöhnen  zzgl.  5%  Zins  seit  dem 
30. April  2004,  die  Aufhebung  des  Entscheids  der  Vorinstanz  vom 
13. Juli  2004,  die  "Aufhebung  der  Beschwerde"  der  ETHZ  vom 
18. Dezember 2003 sowie seine Wiedereinstellung.

Er  verlangt  mit  Eingabe 20. Dezember 2009 sodann in prozessualer 
Hinsicht  sinngemäss,  die  ETHZ  mittels  Erlass  vorsorglicher  Mass-
nahmen zu verpflichten, ihm sämtliche ausstehenden Löhne seit dem 
14. Juli 2004, zzgl. 5% Zins ab Fälligkeit zu bezahlen, mit oder ohne 
seine  Freistellung,  sie  mindestens  jedoch  anzuweisen,  ihm  rück-
wirkend ab 3. November 2009 bis zum rechtskräftigen Abschluss des 
Revisionsverfahrens den Lohn zu entrichten. 

Die  Vorinstanz  beantragt  mit  Eingabe  vom  11. Januar  2010,  die 
Begehren vollumfänglich abzuweisen und verweist zur Begründung auf 
ihre Erwägungen im Revisionsentscheid vom 3. November 2009. Sie 
macht  insbesondere  geltend,  eine  Weiterbeschäftigung  des  Be-
schwerdeführers  sei  nicht  zumutbar,  für  eine  Wiederaufnahme  von 
Lohnzahlungen bestünden keine überwiegenden Gründe und einer all-
fälligen  Abgangsentschädigung  zu  Gunsten  des  Beschwerdeführers 
sei der Vorrang zu geben. Die ETHZ (auch Beschwerdegegnerin) be-
antragt  mit  Eingabe  vom  28. Januar  2010,  das  Gesuch  um  Erlass 
einer vorsorglichen Massnahme abzuweisen, soweit darauf einzutreten 
sei. Mit  Eingabe vom 15. März 2010 beantragt  sie ebenfalls  die Ab-
weisung der Beschwerde gegen den angefochtenen Entscheid.

Mit  Zwischenverfügung vom 9. Februar 2010 wies der zuständige In-

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struktionsrichter des Bundesverwaltungsgerichts das Gesuch des Be-
schwerdeführers um Erlass einer vorsorglichen Massnahme ab.

H.
Auf die Begründung der  gestellten Anträge und der  weiteren Partei-
standpunkte wird – soweit für deren Beurteilung erforderlich – in den 
Erwägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt  gemäss Art. 31 des Ver-
waltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), wobei als Verfügungen auch Beschwerdeentscheide gel-
ten (Art. 5 Abs. 2 VwVG). Die ETH-BK gehört zu den eidgenössischen 
Kommissionen  nach  Art.  33  Bst.  f  VGG  (ANDRÉ MOSER/MICHAEL 
BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht,  Basel  2008,  Rz. 1.34  Fussnote  87)  und  ist  daher  eine  Vor-
instanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  Ausnahme,  was  das 
Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (vgl. Art. 32 Abs. 1 Bst. c VGG). 
Das Bundesverwaltungsgericht ist deshalb für die Beurteilung der vor-
liegenden  Beschwerde  zuständig  (vgl.  auch  Art. 62  Abs.  2  der  Ver-
ordnung des ETH-Rates vom 15. März 2001 über das Personal im Be-
reich der Eidgenössischen Technischen Hochschulen [PVO-ETH, SR 
172.220.113]). 

1.2 Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich 
auch bei  Beschwerden gegen Entscheide der ETH-BK grundsätzlich 
nach  dem  VwVG.  Vorbehalten  bleiben  abweichende  Bestimmungen 
des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 über die Eidgenössischen 
Technischen Hochschulen (ETH-Gesetz,  SR 414.110) oder  des VGG 
(vgl. Art. 37 Abs. 1 ETH-Gesetz i.V.m. Art. 37 VGG).

1.3 Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor 
der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur 
Teilnahme erhalten hat, durch die angefochtene Verfügung besonders 
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 
Änderung  hat.  Als  formeller  und  materieller  Verfügungsadressat  hat 
der Beschwerdeführer ohne weiteres ein aktuelles, schutzwürdiges In-

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teresse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Er ist daher 
zur Beschwerde legitimiert. 

1.4 Anfechtungsobjekt  bildet  im  vorliegenden  Verfahren  der  vor-
instanzliche Entscheid vom 3. November 2009. Streitgegenstand in der 
nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist  das Rechtsverhältnis,  das 
Gegenstand  der  angefochtenen  Verfügung  bzw.  des  angefochtenen 
Entscheids  bildet,  soweit  es  noch  streitig  ist  (vgl.  MOSER/BEUSCH/ 
KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 2.7  f.).  Die  Prüfung  des  Bundesverwaltungs-
gerichts erstreckt sich damit auf sämtliche Punkte des Entscheids der 
Vorinstanz, die vom Beschwerdeführer beanstandet werden.

1.5 Auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  (Art.  50 
und 52 VwVG) ist einzutreten.

2.
Das  Bundesverwaltungsgericht  überprüft  die  bei  ihm angefochtenen 
Entscheide  mit  uneingeschränkter  Kognition.  Gerügt  werden  kann 
nicht  nur  die  Verletzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Über-
schreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens  (Art.  49  Bst.  a  VwVG) 
oder die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhalts  (Art. 49 Bst. b  VwVG),  sondern auch die Unan-
gemessenheit  des angefochtenen Entscheids (Art. 49 Bst. c  VwVG). 
Die  Beschwerdeinstanz  überprüft  demnach  nicht  nur,  ob  die  Ver-
waltung bei ihrem Entscheid im Rahmen ihres Ermessens geblieben 
ist,  sondern  grundsätzlich  auch,  ob  sie  eine  dem  Sachverhalt  an-
gemessene Lösung getroffen, das heisst nicht bloss rechtlich, sondern 
ebenfalls sachlich richtig entschieden hat. Bei der Prüfung der Ange-
messenheit auferlegt sich das Bundesverwaltungsgericht – wie zuvor 
auch  die  Eidgenössische  Personalrekurskommission  [PRK]  –  indes 
eine  gewisse  Zurückhaltung,  soweit  es  um die  Leistungsbeurteilung 
von  Bediensteten,  um  verwaltungsorganisatorische  Fragen  oder  um 
Probleme der betriebsinternen Zusammenarbeit  und des Vertrauens-
verhältnisses geht. Es entfernt sich insofern im Zweifel nicht von der 
Auffassung der Vorinstanz und setzt nicht an deren Stelle sein eigenes 
Ermessen  (vgl. BVGE 2007/34 E. 5 mit Hinweisen). 

3.
Der  Beschwerdeführer  rügt  zunächst,  die  Vorinstanz  habe  Art.  68 
Abs. 1 VwVG sowie den Grundsatz verletzt, wonach derselbe Sachver-
halt  nicht  mehr  zum  Gegenstand  einer  neuen  richterlichen  Ent-
scheidung gemacht werden dürfe, indem sie es im angefochtenen Ent-

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scheid  unterlassen  habe,  den  Entscheid  vom  13. Juli  2004  aufzu-
heben.

Nachdem das Bundesgericht mit Entscheid vom 3. April 2009 die Er-
heblichkeit  der  als  neu anerkannten Tatsachen bzw. Beweismittel  im 
Sinn  von  Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG  bejaht,  mithin  das  Revisions-
gesuch  gutgeheissen  und  die  Angelegenheit  zur  materiellen  Be-
urteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen hatte, entschied diese am 
3. November  2009  in  der  Sache  neu.  Dass  sie  den  Entscheid  vom 
13. Juli 2004 nicht explizit aufhob, ändert nichts an der Tatsache, dass 
dieser durch den neuen Entscheid in der Sache ersetzt wurde. Daher 
ist weder Art. 68 Abs. 1 VwVG noch der genannte Grundsatz verletzt.

4.
Der Beschwerdeführer  beantragt  sodann, es sei  die Vereinigung der 
Verfahren  3  (Abgangsentschädigung),  1  (Feststellung  der  Gültigkeit 
der Kündigung des Arbeitsverhältnisses), 2 (Revision des Entscheids 
der Vorinstanz vom 13. Juli 2004) sowie 4 (Beurteilung der Kündigung 
nach Rückweisung durch Entscheid des Bundesgerichts vom 3. April 
2009) aufzuheben und das Verfahren 3 sistiert zu halten. Er erblickt in 
der Vereinigung der Verfahren 3, 5 und 4 die Verletzung von Bundes-
recht, worauf nachfolgend im Einzelnen einzugehen ist.

4.1 Der  Beschwerdeführer  rügt,  die  Vorinstanz  habe 
Art. 57 Abs. 1 VwVG  sowie  seinen  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör 
verletzt, indem sie die im Verfahren 3 betreffend die Beschwerde ge-
gen Ablehnung  einer  Abgangsentschädigung  mit  Zwischenverfügung 
vom 4. Juni 2007 angeordnete Sistierung aufhob, mit dem Verfahren 4 
betreffend  das  Revisionsgesuch  vereinigte  und  in  der  Sache  ent-
schied, ohne vorab eine Stellungnahme der Beschwerdegegnerin ein-
geholt zu haben. 

4.1.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör, wie ihn Lehre und Recht-
sprechung aus Art. 29 Abs. 2 der Schweizerischen Bundesverfassung 
vom 18. April 1999 (BV, SR 101) ableiten und wie er sich für das Bun-
desverwaltungsverfahren aus den Art. 29 ff. VwVG ergibt, umfasst eine 
Anzahl verschiedener verfassungsrechtlicher Verfahrensgarantien (vgl. 
Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  C-1618/2007 vom  27. Februar 
2009 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Dazu  – und für die Prozesspar-
teien regelmässig im Vordergrund stehend – gehört das Recht auf vor-
gängige Anhörung und Äusserung (vgl. Art. 30 Abs. 1 VwVG), welches 

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den Betroffenen  einen  Einfluss  auf  die  Ermittlung  des  wesentlichen 
Sachverhalts sichert. Dabei kommt der von einem Verfahren betroffe-
nen Person der Anspruch zu,  sich vorgängig einer behördlichen An-
ordnung zu allen wesentlichen Punkten,  welche die Feststellung des 
rechtserheblichen Sachverhalts betreffen, zu äussern und von der be-
treffenden Behörde alle dazu notwendigen Informationen zu erhalten 
(BVGE 2007/21 E. 10.2). Der in Art. 57 Abs. 1 VwVG verlangte Schrif-
tenwechsel dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör der Gegenpar-
tei; die Verwaltung und eine allfällige Gegenpartei sollen sich zu den 
Ausführungen  äussern  können  (vgl. ANDRÉ MOSER,  in:  Auer/Müller/ 
Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwal-
tungsverfahren  (VwVG)  [Kommentar-VwVG],  Zürich  2008,  Rz. 1 zu 
Art. 57).

4.1.2 Eine Behörde kann auf Antrag oder von Amtes wegen ein bei ihr 
hängiges Beschwerdeverfahren bei  Vorliegen besonderer Gründe bis 
auf weiteres bzw. bis zu einem bestimmten Termin oder Ereignis sistie-
ren,  dies  namentlich  dann,  wenn  sich  unter  den  gegebenen  Um-
ständen ein sofortiger Entscheid über die Beschwerde mit Blick auf die 
Prozessökonomie nicht rechtfertigen würde. Dies ist insbesondere der 
Fall,  wenn der Entscheid  massgeblich vom Ausgang eines anderen 
Verfahrens abhängt (BGE 123 II 1 E. 2b mit Hinweis; Urteil  des Bun-
desverwaltungsgerichts  A-842/2007  vom  3.  Mai  2007).  Der  Ver-
waltungsbehörde  kommt  ein  erheblicher  Beurteilungsspielraum beim 
Entscheid  über  eine  Sistierung  zu  (BGE  119  II  386  E.  1b  mit  Hin -
weisen).  Vorliegend  ist  der  Ausgang  des  Revisionsverfahrens  zu-
mindest geeignet, den Entscheid über eine Abgangsentschädigung zu 
präjudizieren. So ist  im Fall  der  Revision des Kündigungsentscheids 
das Vorliegen eines Kündigungsgrundes gemäss Art. 12 des Bundes-
personalgesetzes vom 24. März 2000 (BPG, SR 172.220.1) erneut zu 
prüfen. Diese Frage ist auch für die Beurteilung des Verschuldens und 
damit für den Anspruch auf Ausrichtung einer Abgangsentschädigung 
massgebend. Eine  präjudizierende  Wirkung  des  Revisionsverfahrens 
ist damit ohne weiteres zu bejahen, weshalb die Vorinstanz zu Recht 
einen  Sistierungsgrund  angenommen  (vgl.  Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts A-4379/2007 vom 29. August 2007 E. 4.2) bzw. den 
Schriftenwechsel ausgesetzt hat. 

4.1.3 Das  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  richtet  sich  nach  der  Ge-
schäftsordnung  der  ETH-BK  vom  18. September  2003  (SR 
414.110.21). Dieser kann keine Regelung hinsichtlich der Verfahrens-

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vereinigung  entnommen  werden.  Nach  dem  Grundsatz  des  Amts-
betriebs liegt der Verfahrensablauf in den Händen der instruierenden 
Behörde,  die  das  Verfahren  nach  prozessökonomischen  Gesichts-
punkten  verwaltet.  Die  Behörde  hat  die  Möglichkeit,  getrennt  ein-
gereichte Eingaben,  die  den gleichen Gegenstand betreffen,  zu  ver-
einigen. Beim Entscheid über die Verfahrensvereinigung steht der Be-
hörde ein grosses Ermessen zu (vgl.  MARKUS MÜLLER,  Bernische Ver-
waltungsrechtspflege, Bern 2008, S. 53). Verschiedene Verfahren zu-
sammenzulegen und in einem gemeinsamen Verfahren mit einem ein-
zigen Entscheid abzuschliessen, rechtfertigt sich, wenn die einzelnen 
Sachverhalte in einem engen inhaltlichen Zusammenhang stehen und 
sich  in  allen  Fällen  gleiche  oder  ähnliche Rechtsfragen  stellen  (vgl. 
MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 3.17  mit  Verweisen).  Diese  An-
forderungen  gelten  auch  für  die  Beurteilung  der  Frage,  ob  die  Ver-
einigung der Verfahren vorliegend zulässig war. Gegenstand des Ver-
fahrens  3  ist  die  Beschwerde  gegen  eine  Verfügung  der  Be-
schwerdegegnerin,  mit  welcher  dem Beschwerdeführer  die  Leistung 
einer Abgangsentschädigung verweigert wird. Die entsprechende For-
derung  stützt  sich  auf  das  Arbeitsverhältnis  des  Beschwerdeführers 
mit  der  Beschwerdegegnerin.  Das  Verfahren  4  hat  die  materielle 
Beurteilung  der  Auflösung  ebendieses  Arbeitsverhältnisses  zum 
Gegenstand, die gestützt auf das Revisionsgesuch des Beschwerde-
führers und den Entscheid des Bundesgerichts vom 3. April 2009 vor-
zunehmen ist. Der Sachverhalt des Verfahrens 4 weist einerseits über 
weite  Teile  einen  identischen  Sachverhalt  zu  demjenigen  des 
Verfahrens 3 auf und betrifft gleiche Rechtsfragen; andererseits kommt 
dem Revisionsverfahren 4 – wie gezeigt – präjudizierende Wirkung zu. 
Angesichts  dieses  engen  Zusammenhangs  hat  die  Vorinstanz  die 
Verfahren zu Recht vereinigt. 

4.1.4 Durch die Verfahrensvereinigung – eine prozessuale  Handlung 
im Ermessen der Vorinstanz – wurde entgegen der Ansicht  des Be-
schwerdeführers dessen Anspruch auf rechtliches Gehör nicht verletzt. 
Auch Art. 57 Abs. 1 VwVG ist nicht verletzt. In der Materie hängt der 
Anspruch auf Ausrichtung einer Abgangsentschädigung vom Vorliegen 
eines  Kündigungsgrundes  gemäss  Art. 12 BPG  bzw.  von  der  Be-
urteilung  des  Verschuldens  des  Beschwerdeführers  ab; wie  die  Vor-
instanz richtig  erkannt  hat,  sind diese Fragen auch Gegenstand des 
Verfahrens 4 bzw. waren bereits Gegenstand des Verfahrens 2 betref-
fend Revisionsgesuch. Hierzu konnte sich die Beschwerdegegnerin mit 
aktenkundiger  Stellungnahme  vom  14. Mai  2007  äussern.  Ihr  An-

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spruch,  den eigenen Standpunkt  vor Erlass des angefochtenen Ent-
scheids zu allen wesentlichen Punkten,  welche die Feststellung des 
rechtserheblichen Sachverhalts betreffen, einbringen zu können, wur-
de erfüllt.

4.2 Der  Beschwerdeführer  rügt  weiter,  die  Vorinstanz  übernehme 
durch die Vereinigung der genannten Verfahren gleichzeitig die Rolle 
des Richters und der Gegenpartei und habe damit gegen den Grund-
satz der Gewaltenteilung verstossen.

Mit der Verfahrensvereinigung hat die Vorinstanz einen Entscheid ge-
troffen, der in ihrem Ermessen lag (vgl. E. 4.1.4). Inwiefern sie dadurch 
die  Rolle  der  Gegenpartei  übernahm,  ist  nicht  ersichtlich  und  wird 
nicht dargetan. Ihr Verhalten ist nicht geeignet, den Grundsatz der Ge-
waltenteilung zu verletzen.

4.3 Der  Beschwerdeführer  sieht  sodann  in  der  Vereinigung  der  ge-
nannten  Verfahren  seinen  Anspruch  auf  ein  unparteiisches  Gericht 
verletzt.

4.3.1 Gemäss Art. 30 Abs. 1 BV hat jede Person, deren Sache in ei-
nem gerichtlichen Verfahren beurteilt werden muss, Anspruch auf ein 
durch  Gesetz  geschaffenes,  zuständiges,  unabhängiges  und  un-
parteiisches  Gericht.  Die  Vorinstanz  ist  ausschliesslich  mit  Recht-
sprechungsaufgaben beschäftigt und untersteht nicht der direkten Wei-
sungsgewalt einer übergeordneten Behörde. Ihre Mitglieder sind in ih-
rer  Tätigkeit  unabhängig  und nur  dem Gesetz  unterworfen (Art.  37a 
Abs. 3  ETH-Gesetz). Sie  hat  damit  zumindest  eine  gerichtsähnliche 
Stellung. An  die  Zusammensetzung  solcher  Behörden  sind  die  glei-
chen  Anforderungen  zu  stellen  wie  bei  einem  Gericht 
(BGE 127 I 128 E. 4a). Ob die ETH-BK als interne Beschwerdeinstanz 
die  erforderliche  Unparteilichkeit  aufweist,  beantwortet  sich  im  Licht 
des Art. 30 Abs. 1 BV und des Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schut-
ze der  Menschenrechte  und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101). Lie-
gen bei objektiver Betrachtung Gegebenheiten vor, die den Anschein 
der  Befangenheit  und  die  Gefahr  der  Voreingenommenheit  zu  be-
gründen vermögen, ist die Garantie verletzt (Urteil des Bundesgerichts 
9C_273/2009 vom 14. September 2009 E. 3.3). Mit Blick auf die Pro-
blematik der Vorbefassung kann nicht  generell  gesagt werden, wann 
sich eine solche als unzulässig erweist. In analoger Anwendung von 
Art. 34 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-

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desgericht (BGG, SR 173.110) ist ein Ausstandsgrund nicht bereits im 
Rahmen einer Mitwirkung in einem früheren Verfahren vor demselben 
Gericht  anzunehmen.  Mit  Blick  auf  ein  Revisionsgesuch  bedeutet, 
dies, dass ein Richter auch dann urteilen darf, wenn er bereits bei dem 
mit  der  Revision  angefochtenen  Urteil  mitgewirkt  hat  (vgl.  ANDREAS 
GÜNGERICH, in: Niggli/Uebersax/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, 
Bundesgerichtsgesetz, Basel etc. 2008, Rz. 8 zu Art. 34). Vielmehr ist 
zu untersuchen, ob die konkret zu entscheidende Rechtsfrage noch of-
fen erscheint. In zivilprozessualen Verfahren ist im Fall einer Rückwei-
sung die Mitwirkung des am aufgehobenen Entscheid beteiligten Rich-
ters bei der Neubeurteilung der Streitsache unter dem Blickwinkel des 
verfassungs- und konventionsmässigen Gerichts ohne weiteres zuläs-
sig, da von einem Richter erwartet werden darf, er behandle die Streit-
sache auch nach Aufhebung des Entscheids objektiv und unparteiisch, 
zumal er sich an die Auffassung der Rechtsmittelinstanz zu halten hat 
(vgl. BGE 131 I 113 E. 3.4 ff.). 

4.3.2 Gestützt auf den dem angefochtenen Entscheid vom 3. Novem-
ber 2009 zugrunde liegenden Sachverhalt  hat der Präsident der Vor-
instanz,  E._______  im  Verfahren  betreffend  Revision  am  17. März 
2008 seinen Ausstand erklärt. Der Ausstand wurde im vorinstanzlichen 
Entscheid vom 22. April 2008 genehmigt. Der  Beschwerdeführer ver-
langte  –  nach  Rückweisung  der  Angelegenheit  zur  materiellen  Be-
urteilung durch den Entscheid des Bundesgerichts vom 3. April 2009 – 
in seiner Stellungnahme vom 4. Juli 2009 weiterhin den Ausstand des 
Präsidenten der Vorinstanz; die Vorinstanz genehmigte diesen mit Zwi-
schenverfügung vom 21. September 2009 und gab dem Beschwerde-
führer gleichzeitig den Spruchkörper  bekannt. Der Beschwerdeführer 
verzichtete auf  die  ihm eingeräumte Möglichkeit,  weitere  Ausstands-
begehren  vorzutragen.  Daher  entschied  die  Vorinstanz  am 
3. November  2009  in  gleicher  Zusammensetzung  wie  am  22. April 
2007.

4.3.3 Der Beschwerdeführer bringt nicht vor und es ist auch nicht er-
sichtlich, inwiefern durch die Vereinigung der genannten Verfahren bei 
der  Vorinstanz ein  Anschein  der  Befangenheit  oder  eine Gefahr  der 
Voreingenommenheit bestehen soll. Eine Verletzung der Garantie des 
verfassungsmässigen Richters liegt daher nicht vor.

4.4 Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, die Vorinstanz habe 
gegen  das  Willkürverbot  (Art. 9 BV)  verstossen,  indem  sie  die  ge-

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nannten  Verfahren  (vgl. E.  4.1.3)  erst  mit  angefochtenem  Entscheid 
und nicht bereits mit  Entscheid vom 21. August 2008 in gleicher An-
gelegenheit  vereinigt  habe. Überdies  habe die  Vorinstanz  ihren  Ent-
scheid wirklichkeitsfremd – und daher willkürlich – begründet,  indem 
sie  anführe,  der  Beschwerdeführer  habe  sich  von einem Mitarbeiter 
Fr. 3'000.-- als Entgelt für Überstunden aus der X._______-kasse aus-
bezahlen lassen.

4.4.1 Willkür liegt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts 
nicht  schon dann vor, wenn eine andere Lösung ebenfalls vertretbar 
erscheint  oder  gar vorzuziehen wäre. Das Bundesgericht  hebt  einen 
Entscheid nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tatsäch-
lichen Situation  in  klarem Widerspruch steht,  eine Norm oder  einen 
unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Wei-
se  dem  Gerechtigkeitsgedanken  zuwiderläuft  (vgl.  BGE  127 I 60 
E. 5a).

4.4.2 Die Vereinigung der Verfahren lag im Ermessen der Vorinstanz. 
Diese  hat  –  wie  dargestellt  (vgl.  vorne  E. 4.1.3)  –  die  Verfahren  zu 
Recht  vereinigt.  In  welcher Weise die Vereinigung im bundesgericht-
lichen Sinn willkürlich sei, vermag der Beschwerdeführer nicht darzu-
tun  und  ist  auch  nicht  ersichtlich.  Gleiches  gilt  für  den  Vorwurf  der 
wirklichkeitsfremden Begründung; bei dieser handelt es sich um eine 
Würdigung  unter  mehreren,  die  zusammen  zur  Auffassung  der  Vor-
instanz  führen,  die  Kündigung  sei  im  Sinn  von  Art. 12 
Abs. 6 Bst. a BPG begründet. Weder steht der Entscheid als Ganzes in 
klarem  Widerspruch  zur  tatsächlichen  Situation  noch  ist  er 
offensichtlich unhaltbar.

4.5 Vor  dem  Hintergrund  des  Gesagten  ist  der  Antrag  des  Be-
schwerdeführers  zu  beurteilen,  die  Vereinigung  der  genannten  Ver-
fahren sei aufzuheben. 

4.5.1 Der  Beschwerdeführer  begründet  seinen Antrag  nicht.  Anhand 
der  Beschwerdegründe,  die  er  im  Zusammenhang  der  geltend  ge-
machten Rechtsverletzungen  anführt  (vgl. E. 4.1 - 4.3),  können den-
noch verfahrensrechtliche Vorbringen, nicht  jedoch Argumente in  der 
Sache gewonnen werden.

4.5.2 Aus den Erkenntnissen,  wonach die Vorinstanz im Verfahren 3 
zu  Recht  einen  Sistierungsgrund  angenommen  (vgl.  E. 4.1.2)  und 
angesichts des engen Zusammenhangs die beiden Verfahren 3 und 4 

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zu Recht vereinigt hat (vgl. E.4.1.3), ohne dabei das rechtliche Gehör 
des Beschwerdeführers,  dessen Anspruch auf  Beurteilung durch ein 
unparteiisches Gericht,  den Grundsatz der Gewaltenteilung oder das 
Willkürverbot zu verletzen (vgl. E. 4.2 ff.), ist zu schliessen, dass die 
Vorinstanz bei ihrem Entscheid, die Verfahren zu vereinigen, nicht nur 
verfahrensrechtlich  korrekt  vorgegangen,  sondern  auch  im  Rahmen 
ihres Ermessens geblieben ist und eine den Umständen angemessene 
Lösung getroffen hat. 

Der Antrag um Aufhebung der Vereinigung der genannten Verfahren ist 
daher abzuweisen.

5.
5.1 Am  8. April 2003  stellte  C._______  fest,  in  der  Abteilung 
Z._______ bestünden seit einiger Zeit Probleme organisatorischer und 
personeller Natur. Er verfügte daher gleichentags eine administrative 
Untersuchung dieser Abteilung; zu beurteilen seien die Amtsführung, 
interne Schnittstellenprobleme, Schwachstellen bei den Aussenbezie-
hungen,  die  Einhaltung  rechtlicher  Rahmenbedingungen  sowie  die 
Personalsituation  in  der  Abteilung. Ein  mit  der  Untersuchung  beauf-
tragter Zürcher Rechtsanwalt  wurde angewiesen, seine Erkenntnisse 
in einem Bericht zusammen mit Vorschlägen allenfalls zu ergreifender 
Massnahmen dem Präsidenten der ETHZ einzureichen.

Die Untersuchung (nachfolgend: der Bericht) konzentrierte sich im We-
sentlichen  einzig  auf  den  direkten  Vorgesetzten  des  Beschwerde-
führers,  den  Leiter  der  Abteilung  Z._______,  sowie  auf  den  Be-
schwerdeführer  selbst.  Unter  dem  Titel  "Die  Leitung  des  Bereiches 
Y._______ durch A._______" wird das Verhalten des Beschwerdefüh-
rers wie folgt gewürdigt:

5.1.1 Der Bericht stellt fest, der Beschwerdeführer verfüge über beste 
Beziehungen zu  V._______ und  W._______,  die  er  bei  Bedarf  auch 
einsetze,  und  beschreibt  seinen  Geltungsdrang,  sich  im  Licht 
berühmter  Personen  darzustellen.  Der  Bericht  beschreibt  sein 
Auftreten  als  streng  und  beeinflussend  ("Er  soll  sagen,  neue 
Mitarbeiter müsse man erst 'biegen'"), stur ("für ihn gebe es nur zwei 
Meinungen, die seine und die Falsche"), unanständig und respektlos 
("Dazu wird ihm eine Sprache voller Verbalinjurien zugeschrieben, mit  
denen  er  jeden  [...]  zu  betiteln  pflegt,  insbesondere  F._______  [...]) 
sowie "unverschämt und rücksichtslos". Hierzu passe die Aussage von 

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zwei  seiner  Mitarbeiter,  die  ihm  intrigantes  Benehmen  sowie  die 
Veranlagung, Sachverhalte falsch darzustellen, vorwerfen. Der Bericht 
hält fest, der Beschwerdeführer habe sich in den vergangenen Jahren 
mutmasslich  eine  grosse  Zahl  von  Gesetzesverstössen  zuschulden 
kommen  lassen,  bei  denen  zum  Teil  von  strafbaren  Handlungen 
auszugehen sei.

5.1.2 Der Bericht hält weiter fest, der Beschwerdeführer habe sich der 
ETHZ gegenüber illoyal verhalten, indem er – im Zusammenhang mit 
einem pyrotechnischen Zwischenfall anlässlich einer Preisverleihungs-
feier – eine Strafanzeige gegen ETH-Angehörige wegen Sprengstoff-
delikten  deponiert  habe.  Zudem  habe  er  mit  E-Mail  vom  20. Janu-
ar 2003 zwei seiner Mitarbeiter veranlasst, ohne Erlaubnis bei der Poli-
zei in dieser Sache eine Aussage zu machen, nachdem er bereits am 
17. Januar 2003 die Polizei über den genannten Zwischenfall orientiert 
habe. Überdies  habe  er  seinen  Mitarbeitern  befohlen,  Anfragen  des 
Leiters  der  Abteilung  Z._______  nach  der  Urheberschaft  genannter 
Strafanzeige nicht zu beantworten.

5.1.3 Dem Bericht kann sodann entnommen werden, der Beschwerde-
führer habe zugegeben, rechtswidrig abgestellten Fahrzeugen auf dem 
Gelände der ETHZ und anderswo die Luft aus den Reifen gelassen zu 
haben. Damit seine Mitarbeiter es ihm gleich täten, habe er ihnen hier-
zu  spezielle  Werkzeuge  abgegeben. Der  Bericht  bezichtigt  den  Be-
schwerdeführer  vorbehaltlos  der  mehrfachen  Sachbeschädigung 
(Art. 144 des  Schweizerischen  Strafgesetzbuchs  vom  21.  Dezember 
1937  [StGB,  SR 311.0])  sowie  der  mehrfachen  Anstiftung  bzw. ver-
suchten Anstiftung zu selbigem Delikt.

5.1.4 Im Bericht wird weiter vorgetragen, der Beschwerdeführer hand-
le der Beschwerdegegnerin gegenüber illoyal, indem er sich keine Zu-
rückhaltung  beim  Abschleppenlassen  falsch  abgestellter  Fahrzeuge 
auferlege und die  Beschwerdegegnerin  dem Risiko  einer  Entschädi-
gung der Abschleppdienste aussetze. Überdies nehme er vom beauf-
tragten Abschleppdienst eine Provision in Höhe von Fr. 20.-- pro Fahr-
zeug entgegen, die ihm in der Absicht bezahlt würden, er möge den 
nächsten Auftrag wieder derselben Firma vergeben statt einen Konkur-
renten zu berücksichtigen. Diese Provisionen lege er in eine von ei-
nem Mitarbeiter  verwaltete  X._______-kasse. Hierdurch verstosse er 
gegen die Ablieferungspflicht (Art. 321b Abs. 2 des Obligationenrechts 
vom 30. März 1911 [OR, SR 220]) und mache sich der ungetreuen Ge-

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schäftsbesorgung (Art. 158 StGB) sowie der Annahme von Geschen-
ken (Art. 316 StGB) schuldig.

5.1.5 Indem er für die erste Diensthälfte 2003 Zuschläge für 260 Über-
stunden geltend gemacht und der Leiter der Abteilung Z._______ die 
Korrektheit  dieser  Abrechnung  angezweifelt  habe,  frage  es  sich  so-
dann,  ob  der  Beschwerdeführer  einen  versuchten  Betrug  (Art.  146 
StGB) begangen habe. Der Beschwerdeführer habe sich von seinem, 
die X._______-kasse verwaltenden, Mitarbeiter Fr. 3'000.-- ausbezah-
len lassen, da ihm dieser Betrag nicht als Überstundenzuschläge über-
wiesen  worden  sei;  eine  strafrechtliche  Relevanz  dieser  Handlung 
(Veruntreuung, Art. 168 StGB) wird als möglich dargestellt.

5.1.6 Der Bericht hält sodann fest, der Beschwerdeführer habe mehr-
fach nachts  Transporte  von ETH-Material  an  Dritte  ausgeführt,  wes-
halb der Tatbestand des Diebstahls (Art. 139 StGB) in Betracht fallen 
könne.

5.1.7 Der Bericht wirft  dem Beschwerdeführer überdies unverhältnis-
mässige Gewaltanwendung und eine niedrige Gesinnung vor. Der Be-
schwerdeführer bestätige, dass er es als wirksame Methode erachte, 
Handschellen  bei  Festnahmen  so  stark  anzuziehen,  dass  den  Be-
troffenen die Hände anlaufen würden. Diese Aussage lasse Hinweise 
eines Mitarbeiters glaubhaft erscheinen, wonach der Beschwerdefüh-
rer einem Randständigen ausserhalb des ETH-Geländes Pfefferspray 
ins Gesicht gesprüht oder – aus anderem Anlass – eine sich bereits in 
polizeilichem Gewahrsam befindende Person misshandelt habe. 

5.1.8 Der  Bericht  legt  sodann  dar,  der  Beschwerdeführer  bestreite 
nicht, im Dienst eine Schusswaffe zu tragen. Da ein Schusswaffentrag-
verbot an der ETHZ allgemein bekannt sei, tue er dies folglich wider 
besseres Wissen und verletze damit  den entsprechenden Beschluss 
der Schulleitung. Der Bericht bezichtigt den Beschwerdeführer auch in 
dieser Hinsicht des strafbaren Verhaltens.

5.1.9 Schliesslich  erachtet  der  Bericht  den  Tatbestand  der  Amtsan-
massung (Art. 287 StGB) durch den Beschwerdeführer im Zusammen-
hang mit einer Verfolgung von Personen, die mutmasslich ohne Bewilli -
gung Plakate auf öffentlichem Grund anbrachten, vorbehaltlos als er-
füllt  und  lässt  überdies  eine  falsche  Anschuldigung  (Art. 303 Ziff. 1 
StGB) als wahrscheinlich erscheinen.

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5.1.10 Zusammenfassend kommt der Bericht zum Schluss, gegen den 
Beschwerdeführer würde eine Fülle von ihn konkret belastenden Aus-
sagen vorliegen, die ihn strafrechtlichen Vorwürfen aussetzten und es 
schwer  machten zu glauben,  er  stehe der  ETHZ als  einer  ihrer  Be-
reichsleiter gut an. Die Schulleitung werde einen schweren Entscheid 
zu treffen haben.

5.2 Die Arbeitsverhältnisse des Personals  des ETH-Bereichs  richten 
sich,  soweit  das  ETH-Gesetz  nichts  Abweichendes  bestimmt,  nach 
dem Bundespersonalgesetz ( vgl. Art. 17 Abs. 2 ETH-Gesetz) und den 
Ausführungsbestimmungen  der  PVO-ETH  (Art.  1  Abs.  1  PVO-ETH 
i.V.m. Art. 37 Abs. 3 BPG und Art. 2 Abs. 2 der  Rahmenverordnung 
vom  20.  Dezember  2000  zum  BPG  [Rahmenverordnung  BPG,  SR 
172.220.11]). Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis kann gemäss Art. 12 
Abs. 1 BPG von jeder Vertragspartei gekündigt werden. Will der Arbeit-
geber das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Probezeit ordentlich kün-
digen, so kann er das nur aus einem der in Art. 12 Abs. 6 BPG ab-
schliessend  aufgezählten  Gründe  tun  (Urteil  des  Bundesgerichts 
1C_277/2007 vom 30. Juni 2008 E. 4.2). Eine nach Art. 12 Abs. 6 BPG 
nicht  begründete  Kündigung  ist  nichtig  im  Sinn  von  Art. 14  Abs. 1 
Bst. b BPG.

5.3 Die  Beschwerdegegnerin  stützte  die  Kündigung  des  Arbeitsver-
hältnisses  mit  dem Beschwerdeführer  auf  Art. 12  Abs. 6 Bst. a BPG. 
Danach gilt als Grund für die ordentliche Kündigung durch den Arbeit -
geber  die  Verletzung wichtiger  gesetzlicher  oder  vertraglicher  Pflich-
ten.  Die  Beschwerdegegnerin  erachtete  Art. 12 Abs. 7 BPG  in  dem 
Sinn als erfüllt,  als ihr die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht 
mehr zumutbar sei, verzichtete indes auf eine fristlose Kündigung. Ge-
stützt auf den Bericht begründete die Beschwerdegegnerin die mit Ver-
fügung vom 27. Oktober 2003 ausgesprochene Kündigung im Einzel-
nen wie folgt:

5.3.1 Der  Beschwerdeführer  habe  –  in  Missachtung  eines  entspre-
chenden Verbots  aus dem Jahr  1992 –  während seiner  dienstlichen 
Verrichtungen als Leiter der Y._______ eine Waffe getragen.

Der  Beschwerdeführer  habe  bei  falsch  parkierten  Autos  die  Ventile 
entfernt und hierdurch die Sicherheit der betroffenen Lenker gefährdet. 
Dies habe ganz allgemein seine Glaubwürdigkeit als Kadermitarbeiter 
in einer heiklen Vertrauensstellung (...) erschüttert. In einem Brief vom 

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8. Mai 2001  schildert  ein  Mitarbeiter  des  Beschwerdeführers  dem 
Leiter der Abteilung Z._______, dass er den Beschwerdeführer beim 
Ablassen  der  Luft  aus  den  Reifen  eines  abgestellten  Fahrzeugs 
beobachtet  habe.  Er  erwähnt,  dass  das  geschilderte  Ereignis  kein 
Einzelfall  gewesen  bzw. Gleiches  an  verschiedenen  Orten  auf  dem 
Gelände der ETHZ sowie im öffentlichen Raum erfolgt sei.

Ausserdem  habe  der  Beschwerdeführer  für  das  Abschleppenlassen 
von Fahrzeugen vom beauftragten Abschleppdienst einen Geldbetrag 
von  jeweils  Fr.  20.--  entgegengenommen.  Kumuliert  könne  dieser 
Betrag  nicht  mehr  als  Trinkgeld  qualifiziert  werden.  Dass  der  Be-
schwerdeführer das Geld in eine gemeinsame Kasse gelegt habe, än-
dere an diesem Umstand nichts.

Der Beschwerdeführer habe des Weiteren seine Mitarbeiter zur Aussa-
ge bei der Polizei aufgefordert.

Aus dem Bericht ergäben sich schliesslich weitere Pflichtverletzungen. 
Die Beschwerdegegnerin führt das unerlaubte Erstatten einer Strafan-
zeige gegen ETH-Angehörige,  das mutwillige Anzünden von Gegen-
ständen, das Anweisen der Mitarbeiter, den Aufforderungen des Lei-
ters der Abteilung Z._______ keine Folge zu leisten, den nächtlichen 
Transport  von ETH-Material  an Dritte sowie das unverhältnismässige 
Anwenden von Gewalt an.

5.3.2 Zusammenfassend kam die Beschwerdegegnerin zum Schluss, 
durch die Handlungen habe der Beschwerdeführer seine gesetzlichen 
und vertraglichen Pflichten verletzt; er sei als Mitarbeiter in einem Be-
trieb der  öffentlichen Verwaltung bzw. als  Mitarbeiter  im Bereich  der 
Z._______ untragbar. Angesichts des nachhaltig gestörten Vertrauens-
verhältnisses erachtete sie eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses 
im Sinn von Art. 12 Abs. 7 BPG als nicht zumutbar und kündigte unter 
Einhaltung einer sechsmonatigen Frist ordentlich.

5.4 Gestützt  auf  diese  Schlussfolgerungen  reichte  C._______  am 
9. September 2003  eine  Strafanzeige  gegen  den  Beschwerdeführer 
ein  und  beantragte  eine  Strafuntersuchung  hinsichtlich  des 
unerlaubten  Waffentragens,  Amtsmissbrauchs,  Betrugs  und  Dieb-
stahls,  der  Amtsanmassung,  Veruntreuung,  ungetreuen  Amtsführung 
und Vorteilsannahme sowie weiterer Delikte.

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5.4.1 Die im Auftrag der Bundesanwaltschaft  untersuchende Zürcher 
Kantonspolizei  befragte sieben Personen aus dem unmittelbaren Ar-
beitsumfeld des Beschwerdeführers. Der Verfasser des Berichts erach-
tete  einzig  den  Tatbestand  des  Waffentragens  ohne  Berechtigung 
(Art. 33 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über Waffen, Waffenzubehör 
und Munition vom 20. Juni 1997 (Waffengesetz, WG, SR 514.54) als 
erfüllt; ob sich der Beschwerdeführer strafbar gemacht hatte, als er die 
Luft  aus Autoreifen abliess,  eine Strafanzeige gegen Mitarbeiter  ein-
reichte und von einem Abschleppunternehmen Geldbeträge entgegen-
nahm, überliess der Verfasser explizit der Staatsanwaltschaft zur Beur-
teilung. Die  weiteren Vorwürfe  erachtete  er  als  nicht  begründet. Der 
Bericht kommt zum Schluss, dass "betriebsinterne Spannungen, feh-
lende  Sozialkompetenz  sämtlicher  Vorgesetzen,  beginnend  mit 
A._______  und  endend  mit  F._______,  sowie  zerrüttete  zwischen-
menschliche  Beziehungen  innerhalb  des  gesamten  Teams  der 
Z._______"  zum  Disziplinarverfahren  geführt  hätten.  "Dabei  hatte 
A._______  über  die  Klinge  zu  springen,  der  mit  der  Administrativ-
Untersuchung  beauftragte  Rechtsanwalt  den  Rausschmiss  arbeits- 
und personalrechtlich abzusegnen."

5.4.2 Mit  den Verfügungen vom 22. August 2006 schloss die Staats-
anwaltschaft  die  Strafuntersuchungen  gegen  den  Beschwerdeführer 
ab. Dass gegen die  Einstellungsverfügungen Rekurs  geführt  worden 
wäre, wird nicht vorgebracht und ist auch nicht ersicht lich. Rechtskräf-
tig eingestellt  wurden namentlich die Verfahren betreffend Amtsmiss-
brauch  (Art. 312 StGB),  Amtsanmassung  (Art. 287 StGB),  ungetreue 
Amtsführung (Art. 314 StGB), Sachbeschädigungen an falsch parkier-
ten  Fahrzeugen  (Art. 144 StGB),  Vorteilsannahme  (Art. 322se-
xies StGB),  Betrug  (Art. 146 StGB),  Veruntreuung  (Art. 138 StGB), 
Diebstahl (Art. 139 StGB) und schliesslich auch – entgegen dem Er-
mittlungsbericht  –  betreffend  das  Waffentragen  ohne  Berechtigung 
(Art. 33 Abs. 1 Bst. a  WG).  Den  Strafakten  kann diesbezüglich  ent-
nommen werden, dass der Leiter der Abteilung Z._______ nicht über-
prüft habe, ob der Beschwerdeführer sich an das Waffentragverbot hal-
te; er habe gewusst bzw. es sei ihm zu Ohren gekommen, dass der 
Beschwerdeführer ab und zu mit einer Waffe seinen Dienst verrichtet 
hätte. Er habe ihn darauf hingewiesen, doch sei auch später unter den 
Mitarbeitern gemunkelt worden, dass der Beschwerdeführer sich nicht 
an das Verbot gehalten hätte. Überprüft habe er jedoch nichts. Daher 
sei nicht nachzuweisen, ob der Beschwerdeführer Kenntnis des Waf-
fentragverbots gehabt habe. Auch hinsichtlich des Vorwurfs der unver-

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hältnismässigen  Gewaltanwendung  konnte  dem  Beschwerdeführer 
kein  strafrechtlich  relevantes  Verhalten  nachgewiesen  werden.  Dem 
Beschwerdeführer wurden indes Verfahrenskosten auferlegt, da er die 
Untersuchung zumindest teilweise durch leichtfertiges Benehmen ver-
ursacht, indem er eine Waffe ohne entsprechende Bewilligung getra-
gen  habe  und  sich  Geld  aus  der  X._______-kasse  habe  auszahlen 
lassen.

5.5 Das Bundesgericht  gelangte  im  Urteil  vom 3. April 2009  zur  Er-
kenntnis, der vom Beschwerdeführer mit Revisionsgesuch vom 2.  No-
vember 2006  vorgebrachte  Revisionsgrund  von Art. 66  Abs. 2  Bst. a 
VwVG sei gegeben; damit hiess es die Rüge des Beschwerdeführers 
gut, wonach sowohl die Vorinstanz als auch das Bundesverwaltungs-
gericht zu Unrecht die zwei Einstellungsverfügungen der Staatsanwalt-
schaft  Zürich vom 22. August 2006, dem Ermittlungsbericht der Kan-
tonspolizei Zürich vom 23. November 2004 sowie dem Brief (Rapport) 
vom  8. Mai 2001  eines  Mitarbeiters  an  den  Leiter  der  Abteilung 
Z._______ die Erheblichkeit abgesprochen hätten.

5.5.1 Das Bundesgericht hielt fest, für den – vorliegend zu treffenden 
– verwaltungsrechtlichen Entscheid sei grundsätzlich bedeutsam, dass 
sich die Vorwürfe in den Strafuntersuchungen als nicht fundiert erwie-
sen  hätten,  da  sowohl  C._______,  als  er  die  Kündigungsverfügung 
erlassen,  als  auch  die  Vorinstanz,  als  sie  den  Entscheid 
vom 13. Juli 2004 gefällt habe, in Kenntnis des Berichts (vgl. E. 5.1 ff.) 
davon hätten ausgehen müssen, es mit einem noch nicht verurteilten 
Straftäter  und einem ausserordentlich gravierenden Fehlverhalten zu 
tun zu haben. Überdies sei es für die Vorwerfbarkeit des unerlaubten 
Waffentragens und Ablassens von Luft  aus  den Reifen falsch abge-
stellter  Fahrzeuge bedeutsam, dass der direkte Vorgesetzte des Be-
schwerdeführers  um sein  Verhalten  in  diesen  Punkten  gewusst  und 
dieses geduldet habe. Die Vorbringen des Beschwerdeführers würden 
ein anderes Licht auf die ihm vorgeworfenen Pflichtverletzungen wer-
fen  und  seien  geeignet,  die  Rechtsmässigkeit  der  Kündigung  nach 
Art. 12 Abs. 6 Bst. a VwVG in Frage zu stellen.

5.6 Die Vorinstanz erachtet  im angefochtenen Entscheid  vom 3. No-
vember 2009 die Gründe für eine Kündigung als gegeben und damit 
diese weiterhin als rechtmässig. Sie begründet dies im Einzelnen wie 
folgt.

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5.6.1 Sie erklärt sinngemäss, eine Kündigung sei wegen Mängeln im 
Verhalten nach Art. 12 Abs. 6 Bst. a BPG gestützt auf den Wortlaut der 
Bestimmung ohne Mahnung zulässig. Obschon das Bundesgericht mit 
Urteil  1C_277/2007  vom  30. Juni 2008  eine  Praxisänderung  vorge-
nommen habe,  sei  vorliegend die  Kündigung  –  unabhängig  von der 
neuen Rechtsprechung – ohne vorgängige Mahnung gültig, da bei ei-
nem Entscheid nach einer Revision jenes Recht angewendet werde, 
welches im Zeitpunkt des Verfügungserlasses gegolten habe. Die Vor-
auswirkung einer neuen Praxis um mehr als vier Jahre und acht Mona-
te widerspreche der Rechtssicherheit in grundlegender Weise.

5.6.2 Indem der Beschwerdeführer einen Mitarbeiter aufgefordert ha-
be, gegenüber dem Leiter der Abteilung Z._______ keine Stellungnah-
men zum genannten pyrotechnischen Zwischenfall abzugeben, obwohl 
der Vorgesetzte explizit darum gebeten habe, habe sich der Beschwer-
deführer  der  Weisung  des  Vorgesetzen  widersetzt  und  seine 
Mitarbeiter aufgefordert, Gleiches zu tun. Der Beschwerdeführer habe 
überdies gezeigt, die Weisungsbefugnis seines Vorgesetzten völlig ab-
zulehnen, indem er sein Verhalten mit  einer polizeilichen Anweisung 
begründet habe, wonach er keine Auskünfte erteilen dürfe. Die Vorin-
stanz  kommt  zum Schluss,  der  Beschwerdeführer  habe  eigennützig 
gehandelt,  da  er  die  Konsequenzen  einer  unerlaubt  eingereichten 
Strafanzeige  scheute.  Zudem  habe  er  die  Weisung  seines 
Vorgesetzten ungerechtfertigterweise missachtet. Die ihm zur Last ge-
legte Veruntreuung stütze dies, zumal sie auf eine Ablehnung der Wei-
sungskompetenz  des  Vorgesetzten  schliessen  lasse;  es  sei  "die 
fehlende strafrechtliche Verurteilung für die personalrechtliche Beurtei-
lung der Missachtung der Weisungskompetenz des Vorgesetzten indes 
nicht von Belang". Das Verhalten des Beschwerdeführers stelle einen 
Kündigungsgrund nach Art. 12 Abs. 6 Bst. a BPG dar.

5.6.3 Sie hält sodann fest, der Beschwerdeführer müsse sich vorwer-
fen lassen, zwei Mitarbeitern beim Verfassen einer Strafanzeige im Zu-
sammenhang  mit  genanntem pyrotechnischen  Zwischenfall  geholfen 
zu haben. Indem er  die  beiden Mitarbeiter  nicht  darauf  hingewiesen 
habe, entweder den Dienstweg betreffend das Einreichen einer Straf -
anzeige  einzuhalten  oder  von  einer  Anzeige  abzusehen,  habe  er 
Art. 14 Abs. 1 und 2 der  Geschäftsordnung  der  Schulleitung  vom 
25. August 1998  (Geschäftsordnung  der  Schulleitung  ETHZ, 
RSETHZ 202.3) missachtet, wonach einzig der Präsident Strafanträge 
stellen könne, sofern diese sich gegen ETH-Bedienstete richteten.

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5.6.4 Weiter führt sie aus, der Beschwerdeführer habe durch das Ab-
lassen  der  Luft  aus  den  Reifen  abgestellter  Fahrzeuge  wiederholt 
Sachbeschädigungen  begangen.  Der  objektive  Tatbestand  sei  erfüllt 
und das entsprechende Strafverfahren nur eingestellt worden, weil kei-
ne Strafanzeigen vorgelegen hätten. Das Verhalten des Beschwerde-
führers sei  mit  einer sorgfältigen und gewissenhaften Aufgabenerfül-
lung nicht vereinbar und ein Verstoss gegen die 'Sorgsamkeitspflicht' 
daher  erstellt.  Kenntnis  und  Duldung durch den  Vorgesetzten könne 
der Beschwerdegegnerin nicht angelastet werden, da es sich um eine 
Führungsschwäche des Vorgesetzten handle und diesem die Leitung 
der Abteilung Z._______ entzogen worden sei. Das Verhalten des Be-
schwerdeführers erfülle daher neben Art. 12 Abs. 6 Bst. a BPG auch 
den  Kündigungsgrund  der  mangelnden  Eignung  und  Tauglichkeit 
(Art. 12 Abs. 6 Bst. c BPG), zumal er eine Gefährdung der betroffenen 
Autolenker  zumindest  in  Kauf  genommen  und  weitere  Hinweise  auf 
seine Gefährlichkeit geliefert habe.

5.6.5 Die Anwendung unnötiger Gewalt anlässlich einer Verhaftung bei 
einem  Anlass  der  Beschwerdegegnerin  (...)  bestätige  seine  Ge-
fährlichkeit  und fehlende  Eignung zur  Verrichtung  einer  Tätigkeit  als 
Sicherheitsmitarbeiter mit Vorgesetztenfunktion.

5.6.6 Die Feststellungen des Bundesgerichts, wonach der Leiter  der 
Abteilung  Z._______  duldete,  dass  der  Beschwerdeführer  seinen 
Dienst bewaffnet verrichtete (vgl. E. 5.5.1) und dieser Umstand für die 
Vorwerfbarkeit  solchen Verhaltens grundsätzlich von Belang sei,  fan-
den keinen Eingang in die Erwägungen der Vorinstanz.

5.6.7 Die Vorinstanz kommt zum Schluss, die Pflichtverletzungen des 
Beschwerdeführers seien in ihrer Gesamtheit erheblich und geeignet, 
das Vertrauensverhältnis zwischen der Beschwerdegegnerin und dem 
Beschwerdeführer zu erschüttern. Die Fortführung des Arbeitsverhält-
nisses sei  deshalb der Beschwerdegegnerin  nicht  zumutbar  im Sinn 
von Art. 12 Abs. 7 BPG .

5.7 Der Beschwerdeführer  bringt  in  seiner  Eingabe vom 10. Dezem-
ber 2009 was folgt vor:

5.7.1 Die Kündigung sei in Ermangelung einer vorgängigen Mahnung 
nichtig; die Vorinstanz verwechsle eine Praxisänderung mit der Ände-
rung des objektiven Rechts und verkenne, dass eine neue Praxis auf 

Seite 21

A-7764/2009

die im Zeitpunkt der Änderung noch nicht erledigten Fälle anwendbar 
sei.

5.7.2 Er bestreitet, seine Mitarbeiter angewiesen zu haben, zum pyro-
technischen Zwischenfall keine Stellung zu nehmen, mithin einer An-
weisung des Vorgesetzten keine Folge zu leisten (vgl. E. 5.1.2, 5.3.1 
und 5.6.2). Er habe nur befohlen, dem Vorgesetzten zu antworten, die-
ser möge den Dienstweg einhalten und sich direkt an den Beschwer-
deführer wenden.

5.7.3 Hinsichtlich  des  Veruntreuungsvorwurfs  in  Bezug  auf  die  sog. 
X._______-kasse (vgl. E. 5.1.5 und 5.6.2), erklärt der Beschwerdefüh-
rer, diese sei mit Trinkgeldern von Mitgliedern der Y._______ geäufnet 
worden; der Leiter der Abteilung Z._______ habe über keinerlei Befug-
nisse diese Kasse betreffend verfügt, weshalb dem Beschwerdeführer 
in dieser Hinsicht kein Vorwurf gemacht werden könne, er hätte Wei-
sungen missachtet.

5.7.4 Er wendet sodann ein, er habe seinen Mitarbeitern nicht gehol-
fen, eine Strafanzeige zu verfassen (vgl. E. 5.1.2, 5.3.1 und 5.6.3), zu-
mal diese ihre Aussagen mündlich gemacht hätten; er habe sich dar -
auf beschränkt ihnen zu sagen, wohin sie zu gehen hätten. Im Weite-
ren erachtet er Art. 14 Abs. 1 und 2 der Geschäftsordnung der Schul-
leitung  ETHZ  vorliegend  als  nicht  anwendbar,  da  diese  Norm  aus-
schliesslich die Anzeige von strafbaren Handlungen, die einen amtli -
chen Bezug aufweisen, zum Gegenstand habe; die Durchführung ei-
nes  gefährlichen und unbewilligten Feuerwerks  an einer  öffentlichen 
Veranstaltung weise indes keinen derartigen Bezug auf. Daher sei der 
Beschwerdeführer seinen Mitarbeitern lediglich bei einer Handlung be-
hilflich gewesen, zu der sie ohnehin berechtigt gewesen seien. Im Üb-
rigen seien die Beschuldigten im Zuge des Strafverfahrens rechtskräf-
tig wegen Gefährdung durch Sprengstoffe verurteilt worden.

5.7.5 Mit Blick auf den Vorwurf, er habe mehrfach bei falsch abgestell -
ten  Fahrzeugen  die  Luft  aus  den  Reifen  abgelassen  (vgl.  E. 5.1.3, 
5.3.1 und 5.6.4) bringt er vor, die Vorinstanz habe das Wissen und Dul-
den dieses Verhaltens durch die Vorgesetzten nicht in Betracht gezo-
gen.  Die  Argumentation,  wonach  Führungsschwächen  des  direkten 
Vorgesetzten der Beschwerdegegnerin nicht angelastet werden könn-
ten,  überzeuge nicht. Schliesslich übersehe die Vorinstanz,  dass der 
Vorwurf gemäss Art. 58 Abs. 4 PVO-ETH in ihrer Fassung vom 23. Juli 

Seite 22

A-7764/2009

2002  im  Zeitpunkt  der  Administrativuntersuchung  verjährt  gewesen 
sei.

5.7.6 Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, die Vorinstanz be-
rufe sich zu Unrecht auf den Kündigungsgrund der mangelnden Eig-
nung bzw. Tauglichkeit  (Art. 12 Abs. 6 Bst. c BPG);  dieser  falle nur in 
Betracht,  wenn  der  Kündigung ein  Versuch  vorangegangen sei,  den 
Mangel  mit  entsprechender  Weiterbildung  zu  beheben  oder  das  Ar-
beitsverhältnis entsprechend den Fähigkeiten des Angestellten umzu-
gestalten. Vorliegend sei dies nicht geschehen.

5.8 Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 18. Januar 
2010 die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Sie verweist zur 
Begründung auf ihren Entscheid vom 3. November 2009 und verzichtet 
auf  Ergänzungen.  Auch  die  Beschwerdegegnerin  beantragt  mit 
Stellungnahme vom 15. März  2010  die  Abweisung  der  Beschwerde. 
Auf  ihre  Vorbringen  wird  –  soweit  entscheidrelevant  –  nachstehend 
eingegangen.

6.
6.1
Im Gegensatz zur ausserordentlichen Auflösung des Dienstverhältnis-
ses aus einem wichtigen Grund genügt für die ordentliche Kündigung 
ein (nach der Terminologie des alten Dienstrechts) triftiger Grund, wel-
cher objektiv begründet und sachlich haltbar sein muss (BGE 108 Ib 
210 E. 2; Entscheid der PRK vom 16. Juni 2004, veröf fentlicht in Ver-
waltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 68.150 E. 6b mit  Hinwei-
sen).  Das  Bundespersonalgesetz  nennt  in  einer  (abschliessenden) 
Aufzählung Sachverhalte, die als (triftige) Gründe für  die ordentliche 
Kündigung  gelten.  Genannt  werden  unter  anderem  die  Verletzung 
wichtiger gesetzlicher oder vertraglicher Pflichten (Art. 12 Abs. 6 Bst. a 
BPG) oder die mangelnde Eignung, Tauglichkeit oder Bereitschaft, die 
im  Arbeitsvertrag  vereinbarte  Arbeit  zu  verrichten  (Art. 12  Abs. 6 
Bst. c BPG).

Unter den Begriff der wichtigen gesetzlichen Pflichten (Art.  12 Abs. 6 
Bst. a BPG) fällt – neben anderen Pflichten – die Treuepflicht. Nach ei-
ner allgemeinen Auffassung haben Angestellte die berechtigten Inter-
essen des Bundes bzw. ihres Arbeitgebers zu wahren (Art. 20 Abs. 1 
Halbs. 2 BPG). Das Geschenkannahmeverbot (Art. 21 Abs. 3 BPG) ist 
in diesem Zusammenhang als Konkretisierung der allgemeinen Treue-

Seite 23

A-7764/2009

pflicht zu sehen; es gilt als verletzt, wenn ein Angestellter Vermögens-
zuwendungen  entgegennimmt,  die  einen  Zusammenhang  mit  seiner 
amtlichen Stellung oder Tätigkeit aufweisen. Zu den wichtigen gesetzli -
chen Pflichten zählt sodann die Befolgungspflicht. Diese orientiert sich 
am Weisungsrecht des Arbeitgebers, das seinerseits begriffswesentli-
cher Inhalt  des Arbeitsverhältnisses ist. Die Nichtbefolgung des Wei-
sungsrechts stellt somit eine Verletzung einer gesetzlichen Pflicht dar. 
Demgegenüber fallen unter den Begriff der mangelnden Eignung bzw. 
Tauglichkeit (Art. 12 Abs. 6 Bst. c BPG) jene objektiven, nicht vom An-
gestellten  verschuldeten  Gründe,  die  mit  dessen  Person  in  Zusam-
menhang stehen, und ihn nicht oder nur ungenügend in die Lage ver-
setzen,  die  vereinbarte  Arbeit  zu  leisten  (vgl.  zum  Ganzen  HARRY 
NÖTZLI,  Die Beendigung von Arbeitsverhältnissen im Bundespersonal-
recht, Bern 2005, Rz. 146 ff.). 

Das Bundesverwaltungsgericht  hat  in  seinem Urteil  A-621/2009 vom 
20. August 2009 betreffend den – vorliegend nicht angerufenen – Kün-
digungsgrund des Art. 12 Abs. 6 Bst. b BPG entschieden, dass Män-
gel im Verhalten eines Angestellten eine Kündigung nur dann zu recht-
fertigen vermögen, wenn sie auch für Dritte nachvollziehbar sind. Un-
ter anderem wegen der Schwierigkeit,  die beiden Kündigungsgründe 
(Art. 12 Abs. 6 Bst. a und b BPG) voneinander klar abzugrenzen (vgl. 
Urteil  des  Bundesgerichts  1C_277/2007  vom 30. Juni  2008  E. 5.3), 
muss eine objektivierte Betrachtungsweise auch bei geltend gemach-
ter  Verletzung gesetzlicher  oder  vertraglicher  Pflichten gelten. Diese 
objektivierte  Betrachtungsweise  drängt  sich  auf,  weil  der  Grundsatz 
von Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 BV) und das Verhältnis-
mässigkeitsprinzip (Art. 5 Abs. 2 BV) insbesondere verlangen, dass bei 
einer  Kündigung  aufgrund  von  Arbeitskonflikten,  wie  sie  hier  in  Be-
tracht gezogen werden muss, die Ursachen der Spannungen näher zu 
betrachten sind. Das Verhalten des Angestellten muss zu einer Stö-
rung des Betriebsablaufes führen oder das Vertrauensverhältnis zwi -
schen Angestelltem und Vorgesetzten erschüttern (vgl. Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts A-6517/2007 vom 9. April 2008 E. 7.2; NÖTZLI, 
a.a.O., Rz. 195). Dem Verhältnismässigkeitsprinzip entsprechend muss 
die Kündigung stets ultima ratio sein (vgl. Art. 19 Abs. 1 BPG). Sie ist 
ausgeschlossen, wenn dem Arbeitgeber mildere Massnahmen zur Ver-
fügung stehen, um die eingetretene Störung des Arbeitsverhältnisses 
in  zumutbarer Weise zu beheben. Dies gilt  nicht  nur für  die frist lose 
Kündigung, sondern auch für die ordentliche Auflösung des Arbeitsver-
hältnisses  (vgl.  statt  vieler  BVGE  2008/25  E.  6  mit  weiteren  Hin-

Seite 24

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weisen). Aus der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers (Art. 328 OR i.V.m. 
Art. 6 Abs. 2 BPG sowie Art. 4 Abs. 2 Bst. g BPG) ergibt sich, dass er 
im Fall  einer  Störung des Betriebsklimas alle  zumutbaren Massnah-
men ergreifen muss, um die Lage zu entspannen, und sich nicht dar-
auf beschränken darf, die am Konflikt beteiligten Angestellten zu ent-
lassen  (Urteil  des  Bundesgerichts  1C_245/2008  vom 2.  März  2009 
E. 4.2 mit weiteren Hinweisen). 

6.2 Ob  die  Rechtmässigkeit  der  Kündigung  nach  Art.  12  Abs. 6 
Bst. a BPG ein  Verschulden des Angestellten verlangt,  kann der  Be-
stimmung nicht entnommen werden und ist daher durch Auslegung zu 
ermitteln.  Dabei  muss  das  Gesetz  in  erster  Linie  aus  sich  selbst 
heraus, das heisst nach dem Wortlaut, Sinn und Zweck und den ihm 
zu  Grunde  liegenden  Wertungen  auf  der  Basis  einer  teleologischen 
Verständnismethode  ausgelegt  werden.  Die  Gesetzesauslegung  hat 
sich vom Gedanken leiten zu lassen, dass erst das an Sachverhalten 
verstandene und konkretisierte Gesetz – und nicht schon der Wortlaut 
– die Norm darstellt. Einschränkend ist zu beachten, dass allgemeine 
Zweckmässigkeitsüberlegungen in jenen Fällen greifen, in denen der 
Wortlaut  mehreren  Deutungen  zugänglich  ist,  bei  sprachlicher 
Eindeutigkeit  zur  Ermittlung  eines  abweichenden  Normsinns  aber 
ausser Betracht fallen. Der klare Wortlaut trägt die Vermutung in sich, 
dass  er  die  (historische)  gesetzgeberische  Interessenwertung 
zutreffend  zum  Ausdruck  bringt;  bestätigt  die  historische  Auslegung 
einen  eindeutigen  Wortlaut,  hat  also  der  Gesetzgeber  einen 
Interessenkonflikt  erkennbar  bewertet  und  unmissverständlich  zum 
Ausdruck  gebracht,  findet  die  Rechtsfindung  nach  dem 
Gesetzeszweck ihre Schranke am Wortsinn. Erweist sich dagegen im 
Rahmen der historischen Auslegung, dass der Gesetzgeber einen vom 
Wortlaut  abweichenden  Zweck  verfolgte  oder  eine  bestimmte 
Sachlage nicht in seine Überlegungen eingeschlossen hat, kann diese 
Vermutung  relativiert  werden  (vgl.  MANUEL JAUN,  Die  teleologische 
Reduktion im schweizerischen Recht, Bern 2001, S. 110 f.). Gefordert 
ist  sodann die sachlich richtige Entscheidung im normativen Gefüge, 
ausgerichtet  auf  ein  befriedigendes  Ergebnis  der  ratio  legis.  Dabei 
befolgt das Bundesgericht einen pragmatischen  Methodenpluralismus 
und lehnt es namentlich ab, die einzelnen Auslegungselemente einer 
hierarchischen  Prioritätsordnung  zu  unterstellen.  Die  Gesetzes-
materialien  können  beigezogen  werden,  wenn  sie  auf  die  streitige 
Frage  eine  klare  Antwort  geben  (vgl.  BGE 136 III 23  E. 6.6.2.1,  mit 
weiteren  Hinweisen;  PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI/  MARKUS MÜLLER, 

Seite 25

A-7764/2009

Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl.,  Bern 2009,  § 25 Rz. 3; ULRICH 
HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 
5. Aufl., Zürich/Base/Genf/St. Gallen 2006, Rz. 218). 

6.2.1 Der bundesrätliche Entwurf  zum BPG führt  die Kündigung we-
gen Verletzung gesetzlicher  und vertraglicher  Pflichten sowie wegen 
Mängel  in  der  Leistung  oder  im  Verhalten in  einer  einzigen  Bestim-
mung auf (Art. 11 Abs. 6 Bst. a des Entwurfs), welche – wie die gelten-
den Bestimmungen des Art. 12  Abs. 6  Bst. a  und b  BPG – ein  Ver-
schulden des Angestellten am Eintreten dieser Kündigungsgründe un-
erwähnt lässt (vgl. Botschaft zum Bundespersonalgesetz vom 14. De-
zember 1998 [nachfolgend Botschaft  BPG], veröffentlicht im Bundes-
blatt [BBl] 1999 1597 ff.). Auch den Ausführungen zu Art. 11 des Ent-
wurfs kann diesbezüglich nichts entnommen werden. In der parlamen-
tarischen Beratung beantragte eine Minderheit, Verletzungen gesetzli-
cher oder vertraglicher Pflichten nur dann als Kündigungsgrund zuzu-
lassen, wenn diese 'erheblich' seien. Ohne diese Qualifizierung stünde 
diese  Bestimmung  im  Widerspruch  zu  den  Disziplinarmassnahmen 
von Art. 22 des Entwurfs (dessen Abs. 1 bis 3 unverändert in Art. 25 
BPG übernommen worden sind), welche nach dem Verschuldensgrad 
abgestufte Sanktionen vorsehen (Votum Thanei, Amtliches Bulletin der 
Bundesversammlung [AB], 1999 N 2067). Es ist anzunehmen, dass mit 
diesem Antrag versucht  wurde,  durch Einführung des Erfordernisses 
der erheblichen Verletzung ein Verschulden zu berücksichtigen. Diese 
erhöhte Anforderung an die zur Kündigung berechtigende Pflichtverlet -
zung wurde vom Gesetzgeber indes nicht übernommen; die Mehrheit 
der vorberatenden Kommission wollte dem Arbeitgeber bereits ermög-
lichen, trotz Mahnung wiederholt verletzte (vgl. Art.  12 Abs. 6 Bst. abis 
Entwurf, AB 1999 N 2067), wichtige gesetzliche oder vertragliche Re-
geln mit einer Kündigung zu sanktionieren. Die Einführung einer wei-
terführenden Qualifizierung – die 'Erheblichkeit der Verletzung' – lehn-
te sie explizit ab (Votum David, AB 1999 N 2069 f.). Dies kann als Hin -
weis gewertet werden, der Bedeutung des Verschuldens kein Gewicht 
beizumessen. Einem Verschulden des Angestellten kann im Rahmen 
des  sich  an  Art. 337  Abs. 2  OR  orientierenden  Art. 12  Abs. 7  BPG 
Rechnung getragen werden, obschon ein solches auch nicht vorauszu-
setzen ist (vgl. Botschaft BPG, BBl 1999 1615; Art.  6 Abs. 2 BPG; ULLIN 
STREIFF/ADRIAN VON KAENEL,  Arbeitsvertrag,  Praxiskommentar  zu 
Art. 319−362  OR,  6. Aufl.,  Zürich  2006,  N. 6 zu  Art. 337;  vgl.  PETER 
HÄNNI,  Schweizerisches  Bundesverwaltungsrecht,  Band  I,  Organisati-
onsrecht, Teil 2, Personalrecht des Bundes, 2. Aufl., Basel/Genf/Mün-

Seite 26

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chen 2004 (nachfolgend  Organisationsrecht), Rz. 96). Der Bundesrat 
sah – wohl aus diesem Grund – in genannter Qualifizierung eine uner -
wünschte Annäherung an die Gründe einer fristlosen Kündigung nach 
Abs. 7 (Votum Villiger, AB 1999 N 2070). Die Entstehungsgeschichte 
des Art. 12 Abs. 6 Bst. a BPG liefert  somit  ein Indiz  dafür,  dass  der 
historische Gesetzgeber  ein  allfälliges  Verschulden  des Angestellten 
am Eintritt eines Kündigungsgrundes unberücksichtigt wissen wollte.

Der sachliche Kündigungsgrund nach dem alten Beamtengesetz vom 
30. Juni 1927 (BtG,  AS 1987 932 und AS 1991 1372) setzte kein Ver-
schulden des Angestellten voraus; dieses fand lediglich im Zusammen-
hang mit Versicherungs- und Besoldungsfragen Beachtung. Sollte der 
Gesetzgeber die im BPG aufgeführten Kündigungsgründe als Kodifi -
zierung der Rechtsprechung zum BtG verstanden haben, würde dies 
die  Annahme  bekräftigen,  dass  Art. 12  Abs. 6  Bst. a BPG  ein 
Verschulden  des  Angestellten  nicht  verlangt  (vgl.  NÖTZLI,  a.a.O., 
Rz. 137, mit weiteren Hinweisen). 

Die  historische  Auslegung  liefert  demnach  zwei  Hinweise,  wonach 
Art. 12 Abs. 6 Bst. a BPG ein Verschulden nicht voraussetzt, lässt in-
des  eine  gesetzgeberische  Bewertung  des  Interessenkonflikts  nicht 
klar erkennen. Daher ist sie nicht geeignet, im – ohnehin mehrdeutigen 
– Wortlaut der Bestimmung eine Schranke für die Beurteilung des Ge-
setzeszwecks auszumachen.

6.2.2 Weiter ist das Verhältnis zwischen Art. 12 Abs. 6 Bst. a BPG und 
dem disziplinarrechtlichen Art. 25 BPG zu untersuchen. Letzterer sieht 
Massnahmen vor, die den Aufgabenvollzug nach einer Verletzung ar-
beitsrechtlicher  Pflichten sicher  stellen. Aus dem Umstand,  dass die 
Verletzung arbeitsrechtlicher Pflichten nach Art. 25 BPG stets auch ei-
ne  Verletzung  wichtiger  gesetzlicher  oder  vertraglicher  Pflichten  im 
Sinne von  Art. 12 Abs. 6 Bst. a BPG darstellt,  wird die weitgehende 
Gleichheit  dieser  Begriffe  und  der  enge  Zusammenhang der  beiden 
Bestimmungen ersichtlich. Im Vergleich zur Kündigung stellt das Diszi-
plinarrecht ein weniger weit gehender Sanktionsmechanismus dar. Für 
die Beantwortung vorliegender Frage ist – mit Blick auf eine das Ver-
hältnismässigkeitsprinzip  achtende  verfassungskonforme  Auslegung 
der Bestimmung – erheblich,  ob das Disziplinarrecht  als  ein im Ver-
gleich zur Kündigung weniger weit  gehender Sanktionsmechanismus 
bereits  ein  Verschulden  des  Angestellten  für  die  Anordnung  einer 
Massnahme voraussetzt. Art. 25 Abs. 1 und 2 BPG sehen disziplinie-

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rende Massnahmen bei fahrlässig, grobfahrlässig oder vorsätzlich be-
gangenen Verletzungen arbeitsrechtlicher Pflichten vor. Dabei handelt 
es sich um verschiedene Formen des Verschuldens; diese haben für 
die Anordnung von Disziplinarmassnahmen demnach vorzuliegen (vgl. 
NÖTZLI, a.a.O., Rz. 142). Dass die Massnahmen selbst keinen pönalen 
Charakter haben (vgl. Botschaft BPG,  BBl 1999 1621), vermag daran 
nichts zu ändern.

6.2.3 Im Zusammenhang mit den Zielvorstellungen des Gesetzgebers 
wurde bereits auf die Auffassung der vorberatenden Kommission ver-
wiesen (E. 6.2.1), wonach u.a. das Erfordernis der verletzten wichtigen 
gesetzlichen und vertraglichen Pflicht ausreiche, um als Kündigungs-
grund zu gelten. Im Zentrum steht damit die Frage, wie gravierend eine 
Pflichtverletzung sein muss, damit sie den Arbeitgeber zur Kündigung 
berechtigt. Die Hürde der  'wichtigen'  Pflicht  erfüllt  ihren Zweck nach 
der Auffassung von  NÖTZLI nur, wenn sie an die Handlung des Ange-
stellten  im  Sinne  eines  vorwerfbaren  Verhaltens  anknüpft  (NÖTZLI, 
a.a.O., Rz. 143). Dem ist beizupflichten.

6.2.4 Führen verschiedene Auslegungsmethoden zu unterschiedlichen 
Resultaten, ist eine wertende Abwägung vorzunehmen. Dabei ist jener 
Methode bzw. jener  Methodenkombination  der Vorzug zu geben,  die 
am ehesten dem wahren Sinn der Norm entspricht  und die Gewich-
tung der verschiedenen Auslegungselemente mit Blick auf ein vernünf-
tiges  und  praktikables  Ergebnis  vorzunehmen  (vgl.  ULRICH HÄFELIN/ 
WALTER HALLER/HELEN KELLER,  Schweizerisches  Bundesstaatsrecht, 
7. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 2008, Rz. 133 ff.). Vorliegend widerspricht 
der  anhand  historischer  Gesichtspunkte  verstandene  Normsinn  der 
systematischen, verfassungskonformen sowie der teleologischen Auf-
fassung der Bestimmung. Dass der historische Normsinn nicht eindeu-
tig  ermittelt  werden kann,  spricht  für  dessen untergeordnete  Bedeu-
tung.  Demgegenüber  stellt  die systematische,  verfassungskonforme 
Auffassung sicher, dass die Kündigung nach Art. 12 Abs. 6 Bst. a BPG 
nur  dann  ausgesprochen  werden  kann,  wenn  das  pflichtverletzende 
Verhalten des Angestellten nicht durch eine mildere [disziplinarische] 
Massnahme korrigiert  werden  kann. Sollen  jene  Pflichtverletzungen, 
die  nicht  durch  ein  Verschulden  des Angestellten  eingetreten  –  und 
dementsprechend weniger gravierend bzw. diesem nicht vorwerfbar – 
sind, als Kündigungsgründe ausser Betracht fallen, bedingt dies eine 
Auffassung,  wonach  wichtige  gesetzliche  und  vertragliche  Pflichten 
vom  Angestellten  nur  schuldhaft  verletzt  werden  können.  Ein  prak-

Seite 28

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tikables Ergebnis verlangt daher, die Rechtmässigkeit einer Kündigung 
nach Art. 12 Abs. 6 Bst. a BPG nur dann zu bejahen, wenn der Ange-
stellte die Pflichtverletzung mindestens im leichtesten Grad schuldhaft 
bewirkt hat.

6.3 Ein schuldhaftes Verhalten ist anzunehmen, wenn der Angestellte 
pflichtwidrig  gehandelt  hat,  obwohl  er  bei  richtiger  Willensbetätigung 
pflichtgemäss  hätte  handeln  können.  Dies  setzt  nicht  nur  ein 
Bewusstsein  des  Angestellten  über  die  Pflichtwidrigkeit  voraus; 
verlangt wird auch, dass es ihm möglich und zumutbar gewesen wäre, 
pflichtgemäss zu handeln (vgl. HÄNNI, Organisationsrecht, Rz. 227). 

Für die Beurteilung der Frage, ob der Beschwerdeführer durch das be-
waffnete Verrichten seiner dienstlichen Tätigkeiten seine gesetzlichen 
und vertraglichen Pflichten, namentlich die Pflicht, Weisungen zu be-
folgen, verletzt hat, ist einerseits zu erörtern, ob die Kenntnis und das 
Dulden durch seinen Vorgesetzten einer Vorwerfbarkeit entgegensteht. 
Andererseits ist  zu klären, ob er von einem entsprechenden Waffen-
tragverbot Kenntnis gehabt haben kann. 

Das Verhalten eines Vorgesetzten, der einen unkorrekten Zustand dul-
det, ist grundsätzlich geeignet, die Fähigkeit zur richtigen Willensbetä-
tigung eines ihm unterstellten Angestellten zu beeinträchtigen. Je län-
ger  das Dulden  eines unkorrekten  Verhaltens  dauert,  desto  weniger 
kann  von einem Angestellten  ein  Unrechtsbewusstsein  verlangt  und 
das Verhalten als tadelnswürdig verstanden werden (vgl. zur Frage to-
lerierten pflichtwidrigen Verhaltens das Urteil des Bundesgerichts vom 
30. Januar 1981, veröffentlicht in VPB 45.28, E. 4.b.).

Das Bundesgericht hielt in seinem Urteil  vom 3. April  2009 nicht nur 
fest, das Wissen und Dulden sei für die Vorwerfbarkeit des Verhaltens 
bedeutsam;  es  stellte  auch  klar,  für  den  verwaltungsrechtlichen 
Entscheid  sei  grundsätzlich  von  Belang,  dass  sich  die  gegen  den 
Beschwerdeführer erhobenen Vorwürfe in der Strafuntersuchung nicht 
bestätigt hatten.

Der  Einstellungsverfügung  der  Zürcher  Staatsanwaltschaft  vom 
22. August 2006 zufolge hatte der Beschwerdeführer in den (Anzahl) 
der Freistellung vorangehenden Jahren keinen Anlass,  die Gültigkeit 
seiner Waffentragbewilligung zu hinterfragen. Einer der Gründe hierfür 
besteht im Wissen und Dulden des unkorrekten Verhaltens durch den 

Seite 29

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Vorgesetzten. Gerade wegen der erheblichen Dauer ist der Beschwer-
degegnerin dieses Dulden anzurechnen. Hieraus folgt, dass dem Be-
schwerdeführer nicht mehr vorgeworfen werden kann, er habe Weisun-
gen missachtet, die das Tragen einer Waffe verboten hätten. Vor die-
sem Hintergrund erübrigt sich eine Erörterung der Frage, inwiefern er 
von einem Waffentragverbot tatsächlich Kenntnis gehabt haben kann, 
da selbst  die  Kenntnis  des genannten Beschlusses der  Schulleitung 
(vgl. E. 5.1.8) oder eines entsprechenden Abschnitts in einer Dienst-
vorschrift  aus dem Jahr 1988 diesfalls keine Vorwerfbarkeit  mehr zu 
begründen vermöchte.

6.4 Eine  weitere  Pflichtverletzung  wird  dem  Beschwerdeführer  als-
dann wegen des Ablassens der Luft aus den Reifen unkorrekt abge-
stellter Fahrzeuge zur Last gelegt. Die Beschwerdegegnerin sah eine 
sich  aus  der  Gefährdung  betroffener  Lenker  ergebende  erschütterte 
Glaubwürdigkeit  des Beschwerdeführers in dessen leitender Stellung 
und stufte die Sachbeschädigungen als personalrechtlich relevant ein. 
Die  Vorinstanz  beurteilte  dieses  Verhalten  als  unvereinbar  mit  einer 
sorgfältigen und gewissenhaften Aufgabenerfüllung. Sie führt aus, das 
entsprechende Strafverfahren sei nur aufgrund fehlender Strafanträge 
geschädigter Fahrzeugeigentümer eingestellt  worden und verneint in-
sofern die Vereinbarkeit von deliktischem Handeln mit der Position des 
Beschwerdeführers. Bedeutsam für die Vorwerfbarkeit ist jedoch auch 
in diesem Punkt das Verschulden des Beschwerdeführers. Dazu kann 
auf die entsprechenden Ausführungen verwiesen werden (vgl. E. 6.2). 
Hinzuzufügen ist  einzig,  dass  angesichts  des erwähnten Urteils  des 
Bundesgerichts das Vorbringen der Beschwerdegegnerin, wonach das 
Wissen des Vorgesetzten die  Verfehlungen nicht  relativiere,  nicht  zu 
hören ist. Dem Beschwerdeführer kann im Resultat auch hier nicht vor-
geworfen werden, er hätte davon ausgehen müssen, die Beschwerde-
gegnerin würde seine Handlungen als Pflichtverletzung ihr gegenüber 
qualifizieren. Sein Verhalten ist ihm umso weniger vorzuwerfen, je län-
ger der Vorgesetzte davon Kenntnis hatte und es duldete; im Zeitpunkt 
der Kündigung ist angesichts des Briefes vom 8. Mai 2001 sowie eines 
aktenkundigen  Bestätigungsschreibens  des  Mitarbeiters  G._______ 
vom 15. Dezember 2003 von einem Zeitraum von mindestens 2,5 Jah-
ren auszugehen. Mit Verweis auf diese lange Dauer vermag auch das 
Argument der Beschwerdegegnerin nicht  zu überzeugen, wonach ihr 
das  Fehlverhalten  des  Leiters  der  Abteilung  Z._______  nicht  zuge-
rechnet werden könne.

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6.5 Erstellt und nicht bestritten ist der Umstand, der Beschwerdeführer 
habe  –  in  Ausübung  seines  Dienstes  –  von  jeweils  demselben  Ab-
schleppunternehmen regelmässig einen Betrag in Höhe von Fr. 10.-- 
bis Fr. 20.-- pro erteilten Auftrag angenommen.

Art. 21 Abs. 3 BPG verpönt das Annehmen von Geschenken oder an-
deren Vorteilen,  wenn dies im Rahmen des Arbeitsverhältnisses ge-
schieht. Der in diesem Zusammenhang ebenfalls einschlägige Art.  56a 
PVO-ETH war zum Kündigungszeitpunkt  noch nicht  in  Kraft  und hat 
vorliegend unberücksichtigt zu bleiben. Zulässig sind in der Regel ge-
ringfügige,  sozial  übliche Vorteile  (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O., 
Rz. 1574  mit  Verweis  auf  Art. 322octies StGB).  Danach  ist  die 
Sozialadäquanz eines gegebenen Vorteils insbesondere zu verneinen, 
wenn  ein  Vorteil  einen Bezug  zur  künftigen  Amtshandlung  impliziert 
(vgl. MARK PIETH: in Kommentar Strafrecht II, 2. Aufl., Basel 2007, Rz. 5 
zu  Art. 322octies).  Die  Vorwerfbarkeit  solchen  Verhaltens  ist  sodann 
unabhängig davon zu beurteilen, ob die angenommenen Vorteile der 
Arbeitgeberin  weitergeleitet  werden.  Daher  kann  vorliegend  dahin-
gestellt bleiben, ob die Kasse, in welcher der Beschwerdeführer diese 
Beträge deponierte, von der Weisungskompetenz seines Vorgesetzten 
erfasst wurde oder sich dieser entzog. Die Beschwerdegegnerin wirft 
dem Beschwerdeführer in ihrer  Kündigungsverfügung denn auch nur 
die  Annahme  von  Provisionen  vor  und  nicht  –  wie  der  Bericht 
suggeriert  (vgl.  E. 5.1.4)  –  einen  Verstoss  gegen  eine  angebliche 
Ablieferungspflicht. Nicht relevant ist sodann die Frage, ob es sich bei 
den  Provisionen  um  Trinkgelder  oder  anders  zu  qualifizierende 
geldwerte  Vorteile  handelte.  Demgegenüber  ist  das  Vorbringen  der 
Beschwerdegegnerin  zu  berücksichtigen,  wonach  der  Beschwer-
deführer genannte Gelder systematisch angenommen habe.

Der Zeitraum, in welchem die genannten Zahlungen entgegen genom-
men worden sind, bzw. ein Gesamtbetrag kann mangels entsprechen-
der Angaben nicht angegeben werden; gestützt auf die protokollierten 
Aussagen  des  Beschwerdeführers  und  seines  Mitarbeiters,  der  die 
X._______-kasse verwaltete, handelte es sich um eine Mehrzahl von 
Beträgen, die der  Beschwerdeführer gesammelt habe und die als Ge-
samteinlage in Beträgen von Fr. 400.-- bis Fr. 600.-- verbucht worden 
seien. Der  Beschwerdeführer  hielt  es  dabei  für  möglich,  dass  diese 
Gelder in der Absicht gegeben worden seien, beim nächsten Auftrag 
wieder berücksichtigt zu werden. Es ist daher davon auszugehen, dass 
diese Handlungen geeignet sind, die Amtsführung zu beeinflussen. Zu 

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klären ist  sodann, ob sich die Kenntnis der Vorgesetzten eignet,  die 
Vorwerfbarkeit  der  Vorteilsannahme  in  Frage  zu  stellen.  Im  Unter-
schied zu den erörterten Vorwürfen des Waffentragens und des Ablas-
sens der Luft aus den Reifen abgestellter Fahrzeuge stellt das Verbot, 
Vorteile  anzunehmen,  eine  gesetzlich  klar  umschriebene  Pflicht  dar. 
Es  liegt  in  der  Natur  der  Sache,  dass  bei  derart  klar  formulierten 
Verhaltensregeln die subjektive Seite des Verschuldens, vorliegend die 
Fähigkeit  des  Beschwerdeführers,  den Unrechtsgehalt  der  Annahme 
von  offensichtlich  aus  Eigennutz  bezahlten  Provisionen  einzusehen, 
weniger  einfach  von  einem  etwaigen  Fehlverhalten  Vorgesetzter 
beeinflusst  werden  kann. Dem Beschwerdeführer  hätte  mit  anderen 
Worten  auffallen  müssen,  dass  dieses  Verhalten  –  selbst  wenn 
geduldet – unkorrekt gewesen ist. Die Beschwerdegegnerin hat daher 
in  diesem Verhalten zu Recht  eine Verletzung wichtiger  gesetzlicher 
Pflichten gesehen.

Die Auffassung des Beschwerdeführers, dieses Verhalten sei ihm nicht 
als Pflichtverletzung vorzuwerfen,  da Art. 58 Abs. 4 PVO in der zum 
Kündigungszeitpunkt geltenden Fassung eine –  bereits abgelaufene – 
Verjährungsfrist  statuiere,  findet  im  Wortlaut  der  genannten  Bestim-
mung keine Stütze. So ermöglicht Art. 58 Abs. 1 PVO-ETH in der Fas-
sung vom 23. Juli 2002, dass gegen Angestellte, die arbeitsrechtliche 
Pflichten verletzen, verschiedene Massnahmen, z.B. Verweise, ausge-
sprochen werden können. Vorausgesetzt  wird  jedoch,  die  Verletzung 
stelle  keinen  Kündigungsgrund  nach  Art. 12  BPG  dar.  Da  die  Be-
schwerdegegnerin wie dargelegt zu Recht im Verhalten des Beschwer-
deführers grundsätzlich einen Kündigungsgrund angenommen hat, ist 
die entsprechende Voraussetzung als  nicht  erfüllt  zu betrachten und 
Art. 58  PVO-ETH  nicht  anwendbar.  Die  angerufene  Verjährungsfrist 
gemäss Art. 59 Abs. 4 PVO-ETH betrifft  überdies die Anordnung der 
Massnahmen als Reaktion auf Pflichtverletzungen; die Anordnung ist 
nicht zu verwechseln mit der Feststellung von Pflichtverletzungen. Die 
angerufene  Bestimmung ist  somit  nicht  geeignet,  das  Verhalten  des 
Beschwerdeführers in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. Mit 
dem  Beschwerdeführer  ist  indes  festzuhalten,  dass  der  Zeitablauf 
grundsätzlich zu berücksichtigen ist, wenn das vorgeworfene Verhalten 
längere Zeit zurückliegt (vgl. E. 6.4).

Demnach  sind  die  Voraussetzungen  der  Kündigung  gemäss  Art. 12 
Abs. 6 Bst. a BPG betreffend die Vorteilsannahme grundsätzlich erfüllt.

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6.5.1 Im Unterschied zu Art. 12 Abs. 6 Bst. b BPG, wonach Mängel in 
der Leistung oder im Verhalten nur unter der Voraussetzung, dass sie 
trotz schriftlicher Mahnung anhalten oder sich wiederholen, einen Kün-
digungsgrund darstellen, erwähnt Art. 12 Abs. 6 Bst. a BPG das Erfor-
dernis einer vorgängigen Mahnung nicht ausdrücklich. 

Das Bundesgericht hat aber im Urteil 1C_277/2007 vom 30. Juni 2008 
E. 5.3 ff.,  bestätigt mit  Urteil  1C_245/2008 vom 2. März 2009 E. 5.4, 
mittels  historischer  und  teleologischer  Auslegung  festgestellt,  dass 
auch eine Kündigung gestützt auf Art. 12 Abs. 6 Bst. a BPG erst nach 
vorgängiger schriftlicher Mahnung erfolgen dürfe. Es hat dazu festge-
halten,  die  abschliessende  Aufzählung  der  Kündigungsgründe  be-
zwecke  einen  verbesserten  Kündigungsschutz  und  es  leuchte  unter 
dem Blickwinkel des Gesetzeszwecks nicht ein, je nach Fallkonstellati-
on eine Mahnung zu verlangen oder davon abzusehen. Auch das Ver-
hältnismässigkeitsprinzip  erfordere  eine  vorgängige  Mahnung.  Nach 
den  unzweideutigen  Ausführungen  des  Bundesgerichts  besteht  kein 
Raum, im Einzelfall auf eine Mahnung zu verzichten (vgl. auch Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-6664/2009  vom  29. Juni  2010 
E. 5.1, A-1684/2009 vom 14. September 2009 E. 5.2, A-76/2009 vom 
24. August 2009 E. 4.1, A-621/2009 vom 20. August 2009 E. 3.5 und 
A-309/2009 vom 15. Mai  2009 E. 2.3). Das Bundesgericht  hat  damit 
auch dem Umstand Rechnung  getragen,  dass  die  Grenze zwischen 
Verhaltensmängeln  gemäss  Art. 12  Abs. 6  Bst. a  BPG  und  der 
Verletzung wichtiger gesetzlicher oder vertraglicher Pflichten im Sinn 
von Art. 12 Abs. 6 Bst. b BPG fliessend ist und das Subsumieren eines 
bestimmten Verhaltens unter die eine oder andere Bestimmung häufig 
Probleme  bereitet.  Ein  mangelhaftes  Verhalten  im  Sinn  von  Art. 12 
Abs. 6 Bst. b BPG kann sich auch als Pflichtverletzung gemäss Art. 12 
Abs. 6 Bst. a BPG erweisen (Urteil des Bundesgerichts 1C_245/2008 
vom 2. März 2009 E. 5.4). 

6.5.2 Vor  diesem Hintergrund  erweist  sich  die  Kündigung  durch die 
Beschwerdegegnerin  als  unrechtmässig,  weil  der  Beschwerdeführer 
vor  der  Auflösung  des  Arbeitsverhältnisses  nicht  schriftlich  verwarnt 
worden  ist.  Im  Gegensatz  zur  Ansicht  der  Vorinstanz  ändert  daran 
auch der Umstand nichts, dass die Kündigung bereits vor dem klären-
den Urteil  des Bundesgerichts  erlassen worden ist. Zwar  führen die 
Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin richtig aus, dass für die Beur-
teilung  eines  Beschwerdeentscheids  im  Revisionsverfahren  die 
Rechtslage, wie sie zur Zeit des ersten Entscheids bestand, massge-

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bend ist  (vgl. AUGUST MÄCHLER,  in: Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kom-
mentar-VwVG, Rz. 11 zu Art. 68), doch stellt sich die Frage nach dem 
anwendbaren Recht  hinsichtlich  der  verlangten vorgängigen schriftli-
chen  Mahnung  vorliegend  nicht,  weil  keine  Rechtsänderung  vorge-
nommen worden ist. 

6.5.3 Entgegen der Ansicht  der Vorinstanz und der Beschwerdegeg-
nerin  hat  das  Bundesgericht  auch  keine  Praxisänderung  vorgenom-
men, sondern eine Rechtslage geklärt, die bisher nie Gegenstand der 
bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  war  und  auch  vom Bundesver-
waltungsgericht oder der ehemaligen PRK noch nie in grundsätzlicher 
Weise entschieden worden war. Selbst wenn die Rechtsprechung des 
Bundesgerichts,  wonach  auch  eine  Kündigung  gestützt  auf  Art. 12 
Abs. 6 Bst. a BPG erst nach vorgängiger schriftlicher Mahnung erfol-
gen dürfe, als Praxisänderung betrachtet würde, könnte sich die Vorin-
stanz als Behörde nicht auf den sich aus Art.  9 BV ergebenden Grund-
satz  des  Vertrauensschutzes  berufen,  welcher  einzig  Privaten  unter 
bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch vermittelt, in ihrem Ver-
trauen auf die bisherige Praxis geschützt zu werden (vgl. zum Ganzen 
ausführlich  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-76/2009  vom 
24. August 2009 E. 4.2 und A-309/2009 vom 15. Mai 2009 E. 3).

6.5.4 Zusammenfassend gelten somit Verletzungen wichtiger gesetzli-
cher oder vertraglicher Pflichten, die trotz schriftlicher Mahnung anhal -
ten oder sich wiederholen, als ordentlicher Kündigungsgrund im Sinn 
von  Art. 12 Abs. 6 Bst. a BPG.  Analog  zu  Art. 12 Abs. 6 Bst. b BPG 
hätte die Kündigung im vorliegenden Fall nur ausgesprochen werden 
dürfen, wenn der Beschwerdeführer vorher schriftlich gemahnt worden 
wäre. Indem die Vorinstanz diesen Punkt übersah, hat sie Bundesrecht 
verletzt. Eine Kündigung ohne vorgängige schriftliche Mahnung stellt 
eine unbegründete Kündigung im Sinn von Art. 14 Abs. 1 Bst. b BPG 
dar  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  1C_245/2008  vom 2. März  2009 
E. 7).

6.5.5 Die  Vorinstanz  macht  geltend,  die  Pflichtverletzungen  des  Be-
schwerdeführers  hätten auch eine fristlose Kündigung gerechtfertigt. 
Ob eine fristlose Kündigung zulässig gewesen wäre, muss vorliegend 
indessen nicht geprüft  werden. Eine solche fiele ohnehin ausser Be-
tracht,  zumal  sich,  wie zu zeigen ist,  bereits eine ordentliche Kündi-
gung als unverhältnismässig erweist.

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Gemäss Art. 5 Abs. 2 BV muss alles staatliche Handeln verhältnismäs-
sig sein. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit fordert, dass die Ver-
waltungsmassnahmen zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse 
liegenden  Ziels  geeignet  und  notwendig  sind.  Ausserdem muss  der 
angestrebte  Zweck  in  einem  vernünftigen  Verhältnis  zu  den  Be-
lastungen stehen, die den Privaten auferlegt  werden (HÄFELIN/MÜLLER/ 
UHLMANN, a.a.O., Rz. 581 mit Hinweisen).

Mit der Kündigung bezweckte die Beschwerdegegnerin, weitere Verlet-
zungen arbeitsrechtlicher Verpflichtungen durch den Beschwerdefüh-
rer  zu  verhindern  und die  bestehenden Spannungen zu eliminieren. 
Die Kündigung war zur Erreichung dieses Zwecks zweifellos geeignet.

Näher zu prüfen ist dagegen, ob die Kündigung zur Erreichung dieses 
Ziels das mildeste mögliche Mittel darstellte. So scheint es grundsätz-
lich denkbar, die Pflichtverletzung durch eine Ermahnung zu sanktio-
nieren. Mit Verweis auf das soeben erläuterte, mit Urteil 1C_277/2007 
des Bundesgerichts vom 30. Juni 2008 eingeführte Mahnungserforder-
nis  bei  einer  Kündigung  nach  Art. 12  Abs. 6  Bst. a  BPG bleibt  kein 
Raum, um bei einer Pflichtverletzung auf das mildere Mittel einer Mah-
nung  zu  verzichten.  Vor  diesem  Hintergrund  ist  auch  unbeachtlich, 
dass Art. 58 Abs. 1 PVO-ETH vom 15. März 2001 in der Fassung vom 
23. Juli 2002 eine Verwarnung nicht vorsah, wenn die Pflichtverletzung 
keinen  Kündigungsgrund  des  Art. 12  BGP darstellt.  Diese  Regelung 
geht  bereits  insofern  fehl,  als  sie  dem  Wortlaut  des  Art. 12  Abs. 6 
Bst. b BPG widerspricht, der eine Mahnung verlangt. 

6.6 Der  Beschwerdeführer  hat  zufolge  eigener  Angaben  den 
H._______  der  Kantonspolizei  Zürich  über  einen  pyrotechnischen 
Zwischenfall  in  Kenntnis  gesetzt.  Dem in  dieser  Sache  ergangenen 
aktenkundigen  Strafbefehl  zufolge  gefährdete  der  angeschuldigte 
Assistent  Leib  und  Leben  von  Menschen  durch  fahrlässiges 
Abbrennen von Sprengstoffen (Art. 225 Abs. 2 StGB). Die Information 
der Polizei durch den Beschwerdeführer geschah in der Absicht, den 
Zwischenfall  sauber  aufzuarbeiten;  in  diesem  Zusammenhang  steht 
das aktenkundige Aufgebot zweier Mitarbeiter durch den Beschwerde-
führer zur Rapportaufnahme bei der Kriminalpolizei Zürich. Dort wur-
den diese befragt und waren sodann am Strafverfahren – gestützt auf 
den ebenfalls aktenkundigen Strafbefehl – als Geschädigte beteiligt. 
Die  Geschäftsordnung  der  Schulleitung  ETHZ  hält  im  zweiten  Ab-
schnitt unter dem Titel "Kompetenzdelegation" in Art. 14 Abs. 1 Bst. a 

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und Abs. 2 betreffend die Einleitung von Strafverfahren fest:

1 Der Leiter/die Leiterin der Abteilung Sicherheit ist befugt:

a) Strafanzeigen zu erstatten;

b) Strafanträge zu stellen und zurückzuziehen;

c) Schadenersatzbegehren zu stellen, sie nachträglich abzuändern und zu

    rückzuziehen;

d) Hausverbote auszusprechen.
2   Richten sich die Massnahmen gemäss Absatz 1 gegen Dozenten/Dozentin

    nen oder Bedienstete der ETHZ, so trifft sie der Präsident/die Präsidentin.

Der  Beschwerdeführer  gab  zu  Protokoll,  von  dieser  Vorschrift  keine 
Kenntnis gehabt zu haben. Weder er noch seine Mitarbeiter seien dies-
bezüglich informiert worden.

6.6.1 Die Vorinstanz bestätigte in angefochtenem Entscheid die Auf-
fassung der Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführer habe die Re-
gelung missachtet, wonach der Präsident zur Einreichung von Strafan-
zeigen ermächtigt sei, sofern sich diese gegen Bedienstete der ETHZ 
richten.  Der Beschwerdeführer habe eingestanden, den beiden Mitar-
beitern beim Verfassen einer Strafanzeige geholfen zu haben. Als di-
rekter  Vorgesetzter  der  aufgebotenen  Mitarbeiter  sei  er  zudem ver-
pflichtet gewesen, sie auf den korrekten Dienstweg hinzuweisen oder 
von der Erhebung der Strafanzeige abzusehen. Mit seinem Vorgehen 
habe der Beschwerdeführer daher seine Dienstpflicht verletzt.

Der Beschwerdeführer wirft ein, er habe den Mitarbeitern keine Hilfe-
stellung beim Verfassen von Strafanzeigen geboten, zumal deren Aus-
sagen mündlich erfolgt seien. Er habe sich darauf beschränkt,  ihnen 
zu sagen, wohin sie zu gehen hätten. Die Verursacher des Zwischen-
falls,  zwei Assistenten, seien rechtkräftig verurteilt  worden, was eine 
unbegründete Strafanzeige ausschliesse. Das Durchführen pyrotechni-
scher Aktivitäten im Rahmen einer Preisverleihungsfeier gehöre nicht 
zu den dienstlichen Aktivitäten eines Assistenten, womit die Anwend-
barkeit der genannten Bestimmung ohnehin wegfalle. Schliesslich sei-
en bei der Explosion – den Verfahrensakten beiliegende – Metallsplit-
ter von der Grösse eines Fünf-Franken-Stückes durch die Luft geflo-
gen  und  hätten  die  Gesundheit  seiner  Mitarbeiter  gefährdet;  ange-
sichts  der  Schwere  des  Vorfalls  könne  eine  Anzeigeerstattung  nicht 
vom  Einverständnis  des  Präsidenten  der  ETHZ  abhängig  gemacht 
werden. Zu berücksichtigen sei,  dass sein Vorgesetzter  nichts unter-

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nommen und damit  ähnliche künftige  Ereignisse in  Kauf  genommen 
habe.

Die Beschwerdegegnerin bringt vor, Art. 14 der Geschäftsordnung der 
Schulleitung ETHZ enthalte eine betriebsinterne Komponente, die der 
Aufrechterhaltung eines geordneten Geschäftsgangs diene. ETH-Mit-
arbeiter sollen nicht nach eigenem Gutdünken andere ETH-Mitarbeiter 
in  Strafverfahren  verwickeln  können.  Daher  sei  nicht  entscheidend, 
dass die beiden Assistenten verurteilt worden seien. Überdies betreffe 
der Zwischenfall eine dienstliche Angelegenheit und falle daher in den 
Anwendungsbereich genannter Regelung. Schliesslich zeige die Argu-
mentation des Beschwerdeführers, dass er selbst Erlasse der obers-
ten Leitungsbehörde der ETHZ nicht akzeptiere.

6.6.2 Gestützt auf Art. 14 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 der Geschäftsord-
nung der Schulleitung ETHZ reicht der Präsident Strafanzeigen gegen 
Bedienstete der ETHZ ein. Fraglich ist, ob diese Bestimmung anderen 
Bediensteten die Befugnis entzieht, selbst Strafanzeigen einzureichen. 
Dies ist durch Auslegung zu ermitteln. Ausgangspunkt bildet dabei der 
Wortlaut  der  Bestimmung. Ist  der  Text nicht  ganz klar  und sind ver-
schiedene Interpretationen möglich,  so  muss unter  Berücksichtigung 
aller Auslegungselemente nach seiner wahren Tragweite gesucht wer-
den.  Dabei  dienen  die  Gesetzesmaterialien  als  Hilfsmittel,  um  den 
Sinn der Norm zu erkennen. Das Bundesgericht hat sich bei der Ausle-
gung von Erlassen stets von einem Methodenpluralismus leiten lassen 
und nur dann allein auf das grammatische Element abgestellt,  wenn 
sich daraus zweifelsfrei die sachlich richtige Lösung ergab  (vgl. BGE 
134 II 249  E. 2.3,  133 V 9  E. 3.1,  je  mit  Hinweisen;  vgl.  auch 
vorstehende E. 6.2). Zu berücksichtigen sind bei der Auslegung neben 
dem Wortlaut  und historischen Auslegungselementen vor allem auch 
teleologische  Aspekte.  Dabei  ist  auf  den  Sinn  und  Zweck  einer 
Bestimmung,  auf  die  dieser  zugrundeliegenden  Wertvorstellungen 
abzustellen (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 218).

Der Wortlaut der Bestimmung legt fest, der Präsident sei an Stelle des 
Leiters  der  Abteilung  Sicherheit  befugt,  Strafanzeige  einzureichen, 
wenn diese sich gegen Bedienstete der ETHZ richte. Der Wortlaut ent-
hält  keinen  Hinweis  darauf,  wonach  übrigen  Bediensteten  die  Ein-
reichung von Strafanzeigen gegen andere Bedienstete untersagt sei.

In  Ermangelung  von Gesetzesmaterialien  ist  in  erster  Linie  auf  den 

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Sinn und Zweck der Bestimmung abzustellen, mithin ist zu ermitteln, 
welcher Zweck mit der Zuweisung der Befugnis, Strafanzeigen gegen 
Bedienstete einzureichen, verfolgt wird. Das Geschäftsreglement stützt 
sich  auf  die  Verordnung über  die  Organisation  der  Eidgenössischen 
Technischen Hochschule Zürich vom 14. Mai 1998 (Organisationsver-
ordnung ETHZ, SR 414.110.371; vgl. unten E. 6.5.3), welche die Auf-
gaben  der  Schulleitung  in  allgemeiner  Weise  umschreibt  und  dieser 
den  Erlass  eines  Geschäftsreglements  überträgt.  Erkenntnisse 
hinsichtlich der Zweckermittlung lassen sich indes auf einer höheren 
Normstufe nicht gewinnen. 

Die Zuweisung der in Art. 14 Abs. 1 Bst. a-d der Geschäftsordnung der 
Schulleitung ETHZ genannten Handlungen in die Kompetenz einer be-
stimmten Person stellt vorab sicher, dass der bezeichneten Person die 
fragliche Handlung zur Erledigung übertragen werden kann. In diesem 
Sinn soll die Bestimmung sicherstellen, dass die Handlung überhaupt 
erfolgt  und  der  ETHZ  als  Körperschaft  zugerechnet  werden  kann. 
Beim Recht, eine Strafanzeige zu stellen, handelt es sich – wie beim 
Recht,  ein  Schadenersatzbegehren  einzureichen  –  um  strafprozes-
suale Rechte, die der ETHZ in ihrer Rolle als Geschädigte zustünde. 
Indem die Schulleitung diese Rechte delegiert, deren Ausübung ihr an-
dernfalls allein zustünde, ist  kein anderer Schluss denkbar, als dass 
sich ausschliesslich die ermächtigte Person den übertragenen Kompe-
tenzen annehmen soll. Würde diese Kompetenz mehreren Bedienste-
ten der  ETHZ zustehen,  liefe die  Schulleitung Gefahr,  in  der  Sache 
weder  eine  einheitliche  noch  eine  koordinierte  Handhabung 
sicherstellen zu können. Vor diesem Hintergrund und angesichts der 
systematischen  Anordnung  ist  anzunehmen,  dass  die  Schulleitung 
sowohl das Aussprechen von Hausverboten als auch das Einreichen 
von Strafanzeigen auf gleiche Weise zu regeln beabsichtigte. Wie von 
der  Beschwerdegegnerin  vorgetragen,  soll  die  Bestimmung überdies 
mutwillig oder unbegründet eingereichte Strafanzeigen verhindern und 
damit  der  Wahrung  eines  geordneten  Arbeitsablaufs  dienen.  Die 
Bestimmung  ist  insofern  abschliessend;  die  Ausschliesslichkeit  der 
Delegation ergibt sich vorliegend durch Schweigen.

6.6.3 Jedermann ist berechtigt,  Straftaten bei einer Strafverfolgungs-
behörde anzuzeigen. Offenbleiben kann die Frage,  ob es sich dabei 
um eine  Handlung  im  Schutzbereich  von  Art. 10  Abs. 2  BV handelt 
(vgl. RAINER J. SCHWEIZER, in: Ehrenzeller/Mastronardi/Schweizer [Hrsg.], 
Die schweizerische Bundesverfassung, 2. Aufl., Zürich 2008, Rz. 5 zu 

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Art. 10;  REGINA KIENER/WALTER KÄLIN,  Grundrechte,  Bern  2007, S. 127), 
zumal  sich ein allgemeines Anzeigerecht  sowohl  aus dem geltenden 
Strafprozessrecht  ergibt  (für  den Kanton Zürich  aus § 20 Abs. 1 der 
Strafprozessordnung  des  Kantons  Zürich  vom  4. Mai  1919 
[Ordnungsnummer 321])  als  auch in  der am 1. Januar  2011 in Kraft 
tretenden Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 
findet (vgl. Botschaft zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts vom 
21. Dezember 2005, BBl 2006 1259).

6.6.4 Zu prüfen ist daher, ob Art. 14 Abs. 1 Bst. a und Abs. 2 der Ge-
schäftsordnung der Schulleitung ETHZ die Möglichkeit einzuschränken 
vermag, strafrechtlich relevante Sachverhalte den Strafverfolgungsbe-
hörden zur Anzeige zu bringen. Ist  dies zu bejahen, gilt  es in einem 
weiteren Schritt  zu prüfen,  ob das Verhalten des Beschwerdeführers 
als Pflichtverletzung und – gegebenenfalls – als Kündigungsgrund zu 
beurteilen ist.

Die Einschränkung eines Freiheitsrechts ist gestützt auf Art.  36 BV zu-
lässig, wenn sie auf einer  gesetzlichen Grundlage beruht, im  öffentli-
chen Interesse liegt und verhältnismässig ist; zudem darf sie den Kern-
gehalt des  Grundrechts nicht beeinträchtigen (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 1B_126/2010 vom 18. Mai 2010 E. 2.1;  HÄFELIN/HALLER/KELLER, 
a.a.O., Rz. 302 ff.).

Das  Erfordernis  der  gesetzlichen  Grundlage  bedeutet,  dass  die  ge-
setzliche  Grundlage  eine  generell-abstrakte  Struktur  aufweist,  dass 
der Rechtssatz demokratisch legitimiert ist und dass er rechtsstaatlich 
ausreichend bestimmt ist  (vgl.  TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER,  a.a.O.,  § 19 
Rz. 2). Die generell-abstrakte Natur der fraglichen Bestimmung ist an-
gesichts ihrer auf Dauer angelegten Geltungszeit sowie ihrer Anwen-
dung auf eine individuell  nicht bestimmte Vielzahl von Personen und 
auf eine unbestimmte Zahl von Lebenssachverhalten zu bejahen (vgl. 
FRITZ GYGI, Verwaltungsrecht: eine Einführung, Bern 1983, S. 89). Die 
präzise Formulierung der Normen macht deren Handhabung sodann 
vorausseh-  und  berechenbar.  Die  Bestimmung  ist  demokratisch  ge-
nügend  legitimiert,  wenn  der  gewählten  Normstufe  –  vorliegend  die 
Geschäftsordnung der Schulleitung ETHZ – eine genügende, d.h. den 
Eingriff  in  die  Rechtsposition  des  Betroffenen  zu  rechtfertigen  ver-
mögende,  gesetzgeberische  Legitimation  innewohnt.  Die  fragliche 
Kompetenzdelegation zum Einreichen von Strafanzeigen, beschlossen 
von der Schulleitung der ETHZ, stützt sich auf Art. 4 Abs. 2 Bst. c der 

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Organisationsverordnung,  wonach  die  Schulleitung  sich  eine  Ge-
schäftsordnung  gibt.  Dieser  Erlass  stützt  sich  seinerseits  auf  Art.  6 
Abs. 2  Bst. c  der  bundesrätlichen  Verordnung  über  den  Bereich  der 
Eidgenössischen  Technischen  Hochschulen  vom  13. Januar  1993 
(Verordnung ETH-Bereich,  SR 414.110.3),  die den ETH-Rat anweist, 
Vorschriften  über  die  Leitung  und  Verwaltung  der  Anstalten  zu  er-
lassen. Diese Verordnung findet ihre Grundlage schliesslich in Art.  39 
Abs. 2  ETH-Gesetz,  wonach  der  Bundesrat  die  Ausführungsvor-
schriften  betreffend  die  Oberaufsicht  über  die  ETH  erlässt  und  die 
Regelung  von  Einzelheiten  dem  ETH-Rat  übertragen  kann.  Erlasse 
von  dezentralen  Verwaltungsträgern,  zu  denen  die  Beschwerde-
gegnerin zu zählen ist  (Anhang 1, Bst. B, Eidgenössisches Departe-
ment  des  Innern,  Ziff.  2  der  Regierungs-  und  Verwaltungsorganisa-
tionsverordnung  vom  25. November  1998  ([RVOV,  SR 172.010.1]), 
kommt  in  der  Regel  Verordnungsrang  zu  (vgl.  TSCHANNEN/ZIMMERLI/ 
MÜLLER, a.a.O., § 15 Rz. 5 und § 19 Rz. 5, 17 und 18). Auch wenn den 
höheren  Normstufen  keine  explizite  Delegation  der  fraglichen 
Kompetenzzuweisung  entnommen  werden  kann,  legen  Sinn  und 
Zweck der Bestimmung (E. 6.6.2) nahe, dass es sich – im Sinn einer 
Verwaltungsverordnung  –  um  eine  Vorschrift  über  die  Leitung  und 
Verwaltung  der  Anstalt  handelt.  Eine  Kompetenzzuweisung  in  der 
Geschäftsordnung,  mithin  auf  Verordnungsstufe,  erfüllt  daher  die 
Anforderungen  an  eine genügende demokratische  Legitimation;  dies 
gilt  umso mehr, als  es sich  nicht  um einen schweren Eingriff  in  die 
Rechtsposition eines Angestellten der ETHZ handelt.

Die Anforderungen der Gesetzmässigkeit erfüllend, bleibt die materiel-
le Zulässigkeit  der Bestimmung zu prüfen. Dies hat im Licht des be-
sonderen  Rechtsverhältnisses  zu  geschehen,  dem  sich  ein  An-
gestellter  des  Bundes  vollständig  und  freiwillig  unterwirft  und  sich 
damit insbesondere an die Treuepflicht bindet (vgl. die übersichtliche 
Darstellung  der  Rechtsprechung  bei   PETER HÄNNI,  Das  öffentliche 
Dienstrecht der Schweiz, eine Fallsammlung, Zürich/Basel/Genf 2008, 
S. 433 ff.). So kann die Grundrechtsausübung von Staatsangestellten 
in  dem  Mass  beschränkt  werden,  als  dies  der  Zweck  der  jene  an-
stellenden Institution rechtfertigt (PIERRE MOOR, Droit administratif, Bd. 
III,  Bern 1992, S. 213), wobei die Einschränkungen dieser Freiheiten 
durch  den  Zweck  und  das  Interesse  an  einem  geordneten  Ver-
waltungsbetrieb gerechtfertigt sein müssen (BGE 123 I 296 E. 3); was 
die Treuepflicht bei der Grundrechtsausübung zu bewirken vermag, hat 
dabei  erst  Recht  bei  der  Einschränkung  von  Verhaltensweisen  zu 

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A-7764/2009

gelten,  die  keinen  grundrechtlichen  Schutz  für  sich  beanspruchen 
können.  Dementsprechend  gebietet  die  Treuepflicht  ei