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**Case Identifier:** fc353522-f178-5e0f-97e9-8c60e7594ced
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-13
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 13.11.2023 200 2023 535
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-535_2023-11-13.pdf

## Full Text

200 23 535 IV und
200 23 688 IV (2)
KNB/BRO/JJC/LEA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 13. November 2023

Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Brunner

A.________
vertreten durch B.________ AG, Rechtsanwalt lic. iur. C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern 
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. Juni 2023 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Nov. 2023, IV/23/535, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1980 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
ausgebildete ... und vom 1. Juni 2015 bis zum 28. Februar 2023 bei der 
D.________ in diesem Beruf angestellt, meldete sich im September 2022 
unter Hinweis auf ein seit dem 8. März 2022 bestehendes Post Covid-19 
Syndrom bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IV-Stelle des Kantons Bern [IVB bzw. Beschwer-
degegnerin; act. II und act. IIA], act. IIA 1, 3 S. 2; act. II 34). Die IVB holte in 
der Folge medizinische und erwerbliche Unterlagen ein und bejahte mit 
Mitteilung vom 19. April 2023 (act. II 48) den grundsätzlichen Anspruch auf 
eine Integrationsmassnahme und erteilte mit Mitteilung vom 15. Mai 2023 
(act. II 51) Kostengutsprache für ein Aufbautraining bei der Abklärungsstel-
le E.________ vom 12. Juni bis zum 11. September 2023, welches in der 
Folge mit Mitteilung vom 24. August 2023 (act. II 62) bis zum 11. Dezember 
2023 verlängert wurde. Mit Verfügung vom 13. Juni 2023 (act. II 53) ge-
währte die IVB der Versicherten ab dem 12. Juni 2023 und längstens für 
die Dauer der Integrationsmassnahme ein Taggeld von Fr. 147.20 (welches 
im Rahmen der Verlängerung des Aufbautrainings bis zum 11. Dezember 
2023 ebenfalls in gleicher Höhe festgelegt wurde; act. II 65), wobei sie von 
einem durchschnittlichen Tageseinkommen von Fr. 184.-- bzw. einer 
massgebenden jährlichen Lohnbasis von Fr. 66'801.-- ausging.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
C.________, mit Eingabe vom 12. Juli 2023 Beschwerde beim Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern und stellte vorab den Antrag, dass die Ver-
fügung vom 13. Juni 2023 betreffend die Höhe des Taggeldes aufzuheben 
und der Beschwerdeführerin – ab dem 12. Juni 2023, dem Beginn des Auf-
bautrainings – ein höheres Taggeld von zumindest Fr. 240.10 auszurichten 
sei. Dies unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwer-
degegnerin.

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Mit prozessleitender Verfügung vom 3. August 2023 forderte der Instrukti-
onsrichter die Beschwerdeführerin auf, ihre Beschwerde mit Angaben be-
züglich ihres Studiums zu ergänzen. Sie tat dies mit Eingabe vom 22. Au-
gust 2023.

Mit Beschwerdeantwort vom 12. September 2023 beantragte die Be-
schwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Die Beschwerdeführerin nahm daraufhin (unaufgefordert) mit Eingabe vom 
28. September 2023 Stellung zur Beschwerdeantwort und hielt an den An-
trägen in der Beschwerde fest, wobei auch hinsichtlich des Zeitraums der 
Verlängerung der Integrationsmassnahme ein entsprechend höheres Tag-
geld auszurichten sei.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-

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tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 13. Juni 2023 
(act. II 53), mit welcher für das Aufbautraining bei der Abklärungsstelle 
E.________ ein Taggeld von Fr. 147.20 ab dem 12. Juni 2023 und längs-
tens für die Dauer der Eingliederungsmassnahme gewährt wurde. Nicht 
beanstandet wird die (ursprünglich) auf drei Monate festgesetzte und so-
dann auf sechs Monate verlängerte Integrationsmassnahme an sich. Strei-
tig und zu prüfen ist damit einzig die Taggeldhöhe. 

1.3 Beschwerdeweise beantragt wird die Ausrichtung eines höheren 
Taggeldes für die Dauer der (verlängerten) Integrationsmassnahme. Die 
Differenz zwischen dem verfügten (Fr. 147.20; act. II 53, 65) und dem be-
antragen Taggeld (Fr. 240.10; Beschwerde S. 2 Ziff. 2.1) liegt bei Fr. 92.90, 
so dass der Streitwert selbst in Hinsicht auf die Verlängerung der Eingliede-
rungsmassnahme auf sechs Monate unter Fr. 20'000.-- liegt. Folglich fällt 
die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit 
(Art. 57 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG (Weite-
rentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitlicher Hinsicht 
sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). 
Da die angefochtene Verfügung nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung 
vom 19. Juni 2020 erging und den Taggeldanspruch für den Zeitraum vom 
12. Juni bis 11. Dezember 2023 festlegt (act. II 53, 65), gelangt das ab 
1. Januar 2022 geltende Recht zur Anwendung.

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2.1 Versicherte haben während der Durchführung von Eingliede-
rungsmassnahmen nach Art. 8 Abs. 3 IVG Anspruch auf ein Taggeld, wenn 
sie an wenigstens drei aufeinanderfolgenden Tagen wegen der Massnah-
men verhindert sind, einer Arbeit nachzugehen, oder in ihrer Erwerbstätig-
keit zu mindestens 50 % arbeitsunfähig sind (Art. 22 Abs. 1 IVG). Das Tag-
geld besteht aus einer Grundentschädigung, auf die alle Versicherten An-
spruch haben, und einem Kindergeld für Versicherte mit Kindern (Art. 22bis 
Abs. 1 IVG).

2.2 Die Grundentschädigung beträgt nach Art. 23 Abs. 1 IVG 80 % 
des letzten ohne gesundheitliche Einschränkung erzielten Erwerbsein-
kommens, jedoch nicht mehr als 80 % des Höchstbetrages des Taggeldes 
nach Artikel 24 Absatz 1 IVG. Grundlage für die Ermittlung des Erwerbs-
einkommens nach Absatz 1 bildet das durchschnittliche Einkommen, von 
dem Beiträge nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1946 über die 
Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) erhoben wer-
den (massgebendes Einkommen; Art. 23 Abs. 3 IVG). Gemäss Art. 21bis 
Abs. 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung (IVV; SR 831.201) wird das massgebende Einkommen auf den Tag 
umgerechnet.

2.3 Gemäss konstanter Rechtsprechung entspricht das der Bemes-
sung des Taggelds zu Grunde zu legende Erwerbseinkommen nach Art. 23 
Abs. 3 IVG und Art. 21bis Abs. 3 IVV – abgesehen vom Festsetzungszeit-
punkt – dem Valideneinkommen bei der Invaliditätsbemessung nach der 
Einkommensvergleichsmethode, d.h. massgebend ist jenes Einkommen, 
das die versicherte Person als Gesunde tatsächlich erzielen würde, mithin, 
was sie auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstän-
de unter Berücksichtigung ihrer beruflichen Weiterentwicklung zu erwarten 
gehabt hätte. Mit Blick auf den Zweck des Taggeldes, das im Unterschied 
zur Rente keine Dauerleistung ist, ist bei der Beurteilung der beruflichen 
Weiterentwicklung kein allzu strenger Massstab anzulegen, weshalb die 
Feststellung des Valideneinkommens für das Taggeld diejenige für die 
Rente nicht zwingend präjudiziert (vgl. SVR 2008 IV Nr. 4 S. 10 E. 2.1; 
MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 4. Aufl. 
2022, Art. 23 N. 4). 

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2.4 Macht eine versicherte Person glaubhaft, dass sie während der 
Zeit der Eingliederung im Gesundheitsfall eine andere als die zuletzt ohne 
gesundheitliche Einschränkung ausgeübte Erwerbstätigkeit aufgenommen 
hätte, bemisst sich das Taggeld gemäss Art. 21bis Abs. 5 IVV nach dem 
Verdienst, der mit dieser neuen Tätigkeit erzielt worden wäre (vgl. Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 15. März 2010, 9C_942/2009, 
E. 3.2; MEYER/REICHMUTH, a.a.O., Art. 23 N. 5). Mit dem Beweismass des 
Glaubhaftmachens sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis ver-
bunden; der Sachverhalt muss also nicht nach dem im Sozialversiche-
rungsrecht sonst üblichen Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
erstellt sein. Es genügt, dass für den geltend gemachten rechtserheblichen 
Sachumstand wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn 
durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Ab-
klärung werde sich die behauptete Sachverhaltsdarstellung nicht erstellen 
lassen. Grundsätzlich unterliegt das Glaubhaftmachen weniger strengen 
Anforderungen als im Zivilprozessrecht. Dort muss – im Gegensatz zum 
vollen Beweis – das Gericht von der Richtigkeit der behaupteten Sachdar-
stellung immerhin überzeugt sein, wenn auch nicht vollständig und unter 
Ausschluss jeden Zweifels (SVR 2022 IV Nr. 35 S. 114 E. 2.2, 2014 IV 
Nr. 33 S. 121 E. 2).

2.5 Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne ge-
sundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend 
genau beziffern, ist auf statistische Werte wie die vom Bundesamt für Sta-
tistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. 
Auf sie darf jedoch (im Rahmen der Invaliditätsbemessung) nur unter Mit-
berücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele-
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden 
(BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2022 IV Nr. 22 S. 71 E. 4.2). 

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3.

3.1 Umstritten ist – wie erwähnt – einzig die Höhe des Taggeldes und 
dabei insbesondere das massgebende Einkommen, aufgrund dessen die 
Entschädigung zu berechnen ist.

3.2 Die Beschwerdegegnerin zog diesbezüglich für die Berechnung 
der massgebenden Lohnbasis den tatsächlich zuletzt bei der D.________ 
erzielten Jahreslohn heran, welcher seit dem 1. Dezember 2021 Fr. 
66'801.-- betragen hat (act. IIA 29 S. 7 und act. II 53). 

Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, sie hätte im Ge-
sundheitsfall ihr Bachelor Studium in "..." an der Fachhochschule 
F.________ per 30. September 2022 abgeschlossen, weshalb sie bei Be-
ginn der Eingliederung am 12. Juni 2023 bereits eine andere Stelle mit 
höherem Einkommen innegehabt hätte (Beschwerde S. 9-12). Dement-
sprechend sei für die Bestimmung des massgebenden Einkommens auf die 
Werte der LSE-Tabelle 17 (Spalte 25) für akademische Fachkräfte in der ... 
im Alter von 43 Jahren abzustellen, so dass das Taggeld anhand eines 
hypothetischen Jahreslohns von Fr. 109'548.-- zu berechnen sei (Be-
schwerde S. 11 f.). Auf dieser Grundlage sei ein Taggeld von Fr. 240.10 
auszurichten (Beschwerde S. 12). Eventualiter sei das massgebende Ein-
kommen mittels der Tabelle "Standardisiertes Bruttoerwerbseinkommen 
der Hochschulabsolvent/innen nach Hochschultyp, Examensstufe und Al-
terskategorie, Stand ein Jahr nach Studienabschluss, Abschlussjahr 2020" 
des BFS zu bestimmen, nach welcher der Medianjahreslohn einer Person 
mit einem Bachelor Abschluss einer Fachhochschule und einem Alter von 
über 40 Jahren bei Fr. 85'000.-- liegt (Beschwerde S. 12 f.). Das Taggeld 
sei diesfalls auf Fr. 186.30 festzusetzen (Beschwerde S. 13).

3.3 Die Beschwerdeführerin begann am 17. September 2018 ein Ba-
chelor Studium in "...", für welches die Fachhochschule F.________ bei der 
Anmeldung einen voraussichtlichen Studienabschluss per 30. September 
2022 angab (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 10), was der regulären 
Programmdauer für Teilzeit-Studierende entspricht (act. I 11 S. 17). Dass 
das Teilzeitstudium im Gesundheitsfall dementsprechend in der ordentli-
chen Studienzeit von 8 Semestern (oder jedenfalls nach 9 Semestern) und 

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damit vor dem Beginn der Integrationsmassnahme abgeschlossen worden 
wäre, ist zu Recht unbestritten. 

Die Beschwerdegegnerin bringt indes vor, dass die Aufnahme einer besser 
bezahlten Tätigkeit im Zeitraum zwischen dem ohne Eintritt der Invalidität 
im September 2022 erfolgten Studienabschluss und dem Beginn der Inte-
grationsmassnahme "sehr theoretisch" und nicht überwiegend wahrschein-
lich sei (Beschwerdeantwort S. 2 Ziff. 3). Sie verkennt damit jedoch, dass 
Art. 21bis Abs. 5 IVV nicht auf den Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit, sondern auf jenen des Glaubhaftmachens, abstellt (vgl. 
E. 2.4. hiervor). Dabei ist bei der Evaluierung der beruflichen Weiterent-
wicklung insgesamt kein allzu strenger Massstab anzusetzen, weshalb ein 
entsprechend festgesetztes Taggeld auch die Prüfung einer allfälligen Ren-
te nicht präjudiziert (vgl. E. 2.3 hiervor). Die Beschwerdeführerin hat vorlie-
gend glaubhaft gemacht, dass sie nach dem im Gesundheitsfall erfolgten 
Abschluss des Studiums ihre bisherige Stelle als ... gekündigt und vor dem 
Beginn der Integrationsmassnahme eine neue Tätigkeit aufgenommen hät-
te, in welcher sie ihr im Studium angeeignetes Fachwissen zur Anwendung 
hätte bringen können. So besteht gemäss dem Indikatorensystem Arbeits-
kräftesituation des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) im Bereich der 
... ein hoher Fachkräftebedarf, wobei der Fachkräftemangel in den Gebie-
ten ... und ... (welche im Studium der Beschwerdeführerin abgedeckt wur-
den; vgl. act. I 13, 15) besonders ausgeprägt ist (SECO, Indikatorensystem 
Arbeitskräftesituation, September 2023, S. 45). Das Indikatorensystem Ar-
beitskräftesituation führt auch auf, dass die ... Spezialisten in jenem Betäti-
gungsfeld aktiv sind, welches über die höchste Quote offener Stellen ver-
fügt (SECO, a.a.O., S. 11). Im Gesamtindex zur Beurteilung der Fachkräf-
tesituation nimmt diese Berufsgruppe denn auch den zweithöchsten Platz 
hinter den Spezialisten in den Gesundheitsberufen ein (je höher der Wert 
im Gesamtindex, desto stärker sind die Anzeichen für einen Fachkräf-
temangel; vgl. SECO, a.a.O., S. 20 f.). Schliesslich finden gemäss der 
Fachhochschule F.________ 96 % der Absolventen des Studienganges in 
"..." innert sechs Monaten eine Festanstellung (act. I 11 S. 2). Die für diese 
Berufsgattung spezifische Arbeitsmarktlage präsentiert sich daher für Ar-
beitnehmende vorteilhaft, was zur Glaubhaftmachung der gemäss der Be-

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schwerdeführerin angestrebten beruflichen Weiterentwicklung innerhalb 
des fraglichen Zeitrahmens beiträgt.

Daran ändert sich entgegen der Argumentation der Beschwerdegegnerin 
(vgl. Beschwerdeantwort S. 2 Ziff. 3) auch dadurch nichts, dass die Be-
schwerdeführerin im Assessment vom 3. Oktober 2022 (act. IIA 13 S. 1) 
angegeben hat, ihr gefalle die Arbeit im Rahmen ihrer (damals noch beste-
henden; seit dem 28. Februar 2023 gekündigten; act. II 34) Anstellung als 
... sehr gut. So sind die entsprechenden Angaben zur beruflichen Situation 
nach dem Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung getätigt worden 
und erfolgten dementsprechend im Vergleich zur beruflichen Entwicklung 
im Gesundheitsfall unter veränderten Rahmenbedingungen. Darüber hin-
aus deutet die Aufnahme eines Studiums in einem anderen Fachbereich 
mit dem damit verbundenen zeitlichen Engagement darauf hin, dass ein 
derartiger Berufswechsel – mit deutlich höheren Lohnaussichten – seit ei-
niger Zeit vorgesehen war. Die Bewältigung des signifikanten Administrativ- 
und Lernaufwandes für die Absolvierung eines derartigen Teilzeitstudiums 
neben der Anstellung als ... (zuerst zu 80 %, spätestens seit Januar 2022 
zu 100 %; vgl. act. I 6, 7) belegt damit eine deutliche Motivation zu einer 
beruflichen Weiterentwicklung. Daher ist entgegen den Ausführungen der 
Beschwerdegegnerin (vgl. Beschwerdeantwort S. 2 Ziff. 4) Art. 21bis Abs. 5 
IVV vorliegend durchaus anwendbar.

4

4.1 Vorliegend hat die Beschwerdeführerin zumindest glaubhaft ge-
macht, dass sie während der Zeit der Eingliederung im Gesundheitsfall 
eine andere als die vor dem hypothetischen Studienabschluss ausgeübte 
Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte. Die Taggeldhöhe bemisst sich daher 
in Anwendung von Art. 21bis Abs. 5 IVV nach dem Verdienst, welcher mit 
dieser neuen Tätigkeit erzielt worden wäre. Die Beschwerdegegnerin ermit-
telte nach dem Dargelegten das Taggeld fälschlicherweise anhand der 
früheren Tätigkeit und dementsprechend auf einem zu tiefen massgeben-
den Einkommen, so dass die Verfügung vom 13. Juni 2023 (act. II 53), so-
weit die Taggeldhöhe betreffend, in Gutheissung der Beschwerde aufzuhe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Nov. 2023, IV/23/535, Seite 10

ben ist. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit 
diese auf der Grundlage des hypothetisch abgeschlossenen Studiums und 
einer darauf basierend besser entlöhnten Tätigkeit – im Sinne der vorste-
henden Erwägungen – die Taggeldhöhe für die Zeit ab dem 12. Juni 2023 
neu bestimmt. Dabei wird sie sich daran zu orientieren haben, was eine 
Studienabgängerin in ihrem Alter in ihrer ersten Stelle nach einem (Fach-
hochschul-)Studiengang in "..." überwiegend wahrscheinlich verdienen 
würde. Die Höhe des massgebenden Einkommens der hier glaubhaft ge-
machten besser entlöhnten Erwerbstätigkeit ohne Gesundheitsschädigung 
wurde bisher im Verwaltungsverfahren nämlich noch nicht ermittelt. Es ist 
nun vorab wiederum an der Beschwerdegegnerin, dies im Sinne der Erwä-
gungen abzuklären und festzulegen.

4.2 Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann im Sozialversi-
cherungsrecht unter anderem dann auf die Durchführung einer öffentlichen 
Verhandlung nach Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonven-
tion (EMRK; SR 0.101) verzichtet werden, wenn das Gericht auch ohne 
eine solche allein aufgrund der Akten zum Schluss gelangt, dass das mate-
rielle Rechtsbegehren der die Verhandlung beantragenden Partei gutzu-
heissen ist (BGE 136 I 279 E. 1 S. 281; SVR 2022 AHV Nr. 8 S. 19 E. 2.2). 
Der Ausgang des vorliegenden Verfahrens entspricht dem beschwerdewei-
sen Antrag 1 (vgl. Beschwerde S. 2 Ziff. 1), so dass sich die Durchführung 
der beantragten öffentlichen Schlussverhandlung erübrigt. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen. Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.--, hat bei die-
sem Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu 
tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 1’000.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der 
Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Nov. 2023, IV/23/535, Seite 11

5.2

5.2.1 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt 
es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine 
Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits 
als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Ver-
gleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit 
verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und 
neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61). Dies gilt unabhän-
gig davon, ob die Rückweisung beantragt oder ob das entsprechende Be-
gehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wird (SVR 2020 KV 
Nr. 23 S. 112 E. 11.1).

5.2.2 Die Bemessung der Parteientschädigung beurteilt sich nach kan-
tonalem Recht (BGE 125 V 408 E. 3a S. 409; SVR 2019 KV Nr. 7 S. 51 
E. 9.2). Dieses hat den bundesrechtlichen Anforderungen gemäss Art. 61 
lit. g ATSG zu genügen. Nach Art. 13 der kantonalen Parteikostenverord-
nung vom 17. Mai 2006 (PKV; BSG 168.811) beträgt das Honorar in sozia-
lversicherungsrechtlichen Klage- und Beschwerdeverfahren Fr. 400.-- bis 
Fr. 11'800.-- pro Instanz. Praxisgemäss ist dem Gericht bei der Festset-
zung der Parteientschädigung ein weiter Ermessensspielraum einzuräu-
men. Im Rahmen seines Ermessens hat das Gericht für die Bestimmung 
der Höhe des Anwaltshonorars die Wichtigkeit und Schwierigkeit der Streit-
sache, den Umfang der Arbeitsleistung und den Zeitaufwand des Anwalts 
zu berücksichtigen (BGE 114 V 83 E. 4b S. 87; SVR 2019 IV Nr. 17 S. 53 
E. 6.1).

Als Grundsatz gilt, dass die Parteientschädigung nur den objektiv erforder-
lichen Vertretungsaufwand umfassen soll (SVR 2006 BVG Nr. 26 S. 105 
E. 11.3.1). Bei der Beurteilung des Arbeits- und Zeitaufwandes darf das 
Sozialversicherungsgericht auch beachten, dass der Sozialversicherungs-
prozess im Unterschied zum Zivilprozess von der Untersuchungsmaxime 
beherrscht wird, wodurch in vielen Fällen die Arbeit des Anwalts erleichtert 
wird. Dessen Tätigkeit kann nur in dem Umfang berücksichtigt werden, als 
sich der Anwalt bei der Erfüllung seiner Aufgabe in einem vernünftigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Nov. 2023, IV/23/535, Seite 12

Rahmen hält, unter Ausschluss nutzloser oder sonst wie überflüssiger 
Schritte. Im Weiteren fallen Bemühungen, welche der Anwalt vor der Einlei-
tung des Prozesses unternommen hat, bei der gerichtlichen Festsetzung 
der Höhe seines Honorars ausser Betracht (BGE 114 V 83 E. 4b S. 87; 
ZAK 1989 S. 254 E. 4b - d).

5.2.3 Mit Kostennote vom 28. September 2023 macht Rechtsanwalt 
C.________ ein Honorar von Fr. 5'136.-- (17.12 h à Fr. 300.--) zuzüglich 
Auslagen von Fr. 10.30 und Mehrwertsteuer (MWST) von Fr. 396.25, ins-
gesamt damit Fr. 5'542.55, geltend. Der geltend gemachte Vertretungsauf-
wand erweist sich – unter Mitberücksichtigung, dass der Instruktionsrichter 
eine Beschwerdeergänzung veranlasste – nicht in vollem Umfang als ob-
jektiv erforderlich. Für die vorliegende Beschwerde samt Ergänzung wird 
die Parteientschädigung damit unter Würdigung der gesamten Umstände, 
insbesondere der Bedeutung und Komplexität der Streitsache, des Um-
fangs der Arbeitsleistung, des gebotenen Aufwands des konkreten Verfah-
rens sowie im Vergleich zu ähnlich gelagerten Fällen ermessensweise auf 
insgesamt und pauschal Fr. 4’000.-- (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt.

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 13. Juni 2023 betreffend die Taggeldhöhe aufgeho-
ben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit 
sie – nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu 
verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 1’000.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Nov. 2023, IV/23/535, Seite 13

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4'000.-- (inkl. Auslagen und MWST), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG, Rechtsanwalt lic. iur. C.________ z.H. der Be-

schwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.