# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8ca9d7fd-626a-5f8d-8caf-b9c981975640
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-04-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 04.04.2005 ZF 2004 6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2004-6_2005-04-04.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 4. April 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 04 6

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Rehli, Sutter-Ambühl, Tomaschett-Murer und Riesen-Bienz 
Aktuar Blöchlinger

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In der zivilrechtlichen Berufung

der X .  A G , Klägerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
iur. Marc E. Wieser, Dimvih, 7524 J.,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 18. November 2003, mitgeteilt am 1. 
Dezember 2003, in Sachen gegen Z., Beklagte und Berufungsbeklagte, 

betreffend Forderung,

hat sich ergeben:

2

A. Im Jahre 2001 erbrachte die X. AG für Z. im Zusammenhang mit 
dem Umbau der Chesa A. in J. Architekturleistungen. Am 22. Oktober 2001 
stellte die X. AG Z. dafür Rechnung in Höhe von CHF 85'055.--. Separat dazu 
wurden am 23. Oktober 2001 für die Nebenkosten CHF 292.90 gefordert. Am 
25. Oktober 2001 stellte die X. AG Z. schliesslich die Rechnungen der beige-
zogenen Planer zu. 

2. Da diese Rechnungen nicht beglichen wurden, reichte die X. AG 
am 10. April 2002 beim Vermittleramt des Kreises Oberengadin Klage gegen Z. 
ein, wobei die Klägerin folgende Anträge stellte:

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 109'048.80 nebst 
Zins zu 5 % seit 01.11.2001 zu bezahlen.

2. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kos-
ten- und Entschädigungsfolge, nebst 7,6 % Mehrwertsteuer zu Las-
ten des Beklagten.

3. Der auf den 19. September 2002 angesetzten Sühneverhandlung 
blieb die Beklagte unentschuldigt fern.

B.1. Am 5. Dezember 2002 reichte die Klägerin die Prozesseingabe so-
wie den Leitschein vom 15. November 2002 beim Bezirksgericht Maloja ein. 

Zur Begründung der Klage brachte die X. AG im Wesentlichen vor, ihr 
Geschäftsführer sei am 2. Mai 2001 mit der Beklagten zusammengetroffen. Er 
habe für sie die Gebäulichkeiten auf den Parzellen Nr. 164 und Nr. 2378 in J. 
besichtigt und Skizzen für einen Um- und Anbau erstellt. Am 3. Mai 2001 habe 
die Beklagte die Liegenschaft noch als zu teuer erachtet. Am 5. Mai 2001 habe 
sie der Klägerin gegenüber jedoch erklärt, die Liegenschaften für CHF 
1'250'000.-- gekauft zu haben. Die Klägerin habe die Um- und Ausbaukosten auf 
CHF 1'000'000.-- und das Architekturhonorar auf CHF 160'000.-- bis CHF 
170'000.-- geschätzt. Am 7. Mai 2001 habe die Beklagte der Klägerin einen 
schriftlichen Architekturauftrag nach SIA 102 bis zur Baueingabe erteilt. Die Klä-
gerin habe der Beklagten daraufhin Ideenentwürfe gefaxt. Letztere habe sich am 
12. Juni 2001 für eine Variante entschieden und Instruktionen für die Weiterbe-
arbeitung erteilt. Am 27. Juni 2001 habe die Gemeinde J. zum Gesuch um einen 
Vorentscheid Stellung genommen. Die Klägerin habe die Beklagte darüber infor-
miert. Z. habe ihr daraufhin den Auftrag zur Einreichung eines Baugesuches er-
teilt. Am 16. Juli 2001 habe die Klägerin der Beklagten die Baueingabepläne 
gefaxt. Die Beklagte habe ihr sodann telefonisch den Auftrag zur Fortsetzung 

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der Planung erteilt und eine genaue Kostenschätzung gewünscht. Die Klägerin 
ihrerseits habe darauf hingewiesen, dass nunmehr weitere Planer beizuziehen 
seien, und die Kosten auf CHF 1'500'000.-- geschätzt. Die Beklagte habe dar-
aufhin erklärt, die Kosten dürften höchstens CHF 1'200'000.-- betragen. Sie habe 
zudem verlangt, dass die Baute bis Weihnachten unter Dach sei. Am 18. Juli 
2001 habe die Beklagte die Umbaukosten von CHF 1'200'000.-- bestätigt und 
die Klägerin aufgefordert, mit den Ausschreibungen zu beginnen. Am 23. Juli 
2001 habe Letztere das Baugesuch bei der Gemeinde eingereicht. Tags darauf 
habe eine Aussprache mit den anderen Planern über das Bauvorhaben, die Ab-
brüche und Termine stattgefunden. Am 4. August 2001 habe die Klägerin der 
Beklagten Offerten und Werkverträge sowie den eigenen Architekturvertrag vor-
gelegt. Die Fachplaner seien mit der Vorbereitung der Submissionsunterlagen 
und den Ausschreibungen beauftragt worden. Die Beklagte habe inzwischen 
eine Wohnung in Pontresina gemietet, damit ihr Sohn in J. hätte zur Schule ge-
hen können. Am 12. September 2001 habe die Beklagte die Klägerin telefonisch 
angewiesen, alle Arbeiten einzustellen, da der Umbau zu teuer werde. Der klä-
gerische Geschäftsführer habe in der Folge die Baugesuchsunterlagen noch be-
reinigt und am 4. Oktober 2001 der Gemeinde eingereicht. Am 21. November 
2001 habe die Gemeinde die Bewilligung erteilt. Am 22. Oktober 2001 habe die 
Klägerin ihre Abrechnung erstellt. Sie sei von honorarberechtigten Baukosten 
von CHF 1'239'000.-- ausgegangen. Bei einem Gesamthonorar von CHF 
241'000.-- und einem erbrachten Leistungsanteil von 32,8 % belaufe sich ihr Ho-
noraranspruch auf CHF 79'048.-- zuzüglich Mehrwertsteuer und Spesen von 
CHF 892.90. Die übrigen Planungsarbeiten hätten insgesamt CHF 23'136.90 ge-
kostet. Die Planer hätten ihre Ansprüche an die Klägerin abgetreten, so dass ihr 
zusammen mit ihrem eigenen Honorar nunmehr eine Forderung von CHF 
109'084.80 zustehen würde.

2. In ihrer Prozessantwort vom 29. April 2003 beantragte Z. sinn-
gemäss die Abweisung der Klage. Dabei machte sie im Wesentlichen geltend, 
sie habe im Mai 2001 verschiedene Häuser im Engadin besichtigt, da ihr Sohn 
die Schule in J. habe besuchen wollen. Den klägerischen Architekten habe sie 
am 3. Mai 2001 erstmals getroffen. Dabei habe sie mitnichten erklärt, sie habe 
die Chesa A. gekauft. Am 7. Mai 2001 habe der Architekt von ihr für die Fortset-
zung weiterer Verhandlungen eine Zusicherung verlangt. Sie habe die ihr dik-
tierte technische Klausel „Architekturauftrag gemäss SIA 102" nicht gekannt und 
in gutem Glauben unterzeichnet. In der Folge sei sie mit Skizzen überschwemmt 
worden. Ihr Auftrag habe sich auf ein typisches Engadinerhaus bezogen. Die 

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Pläne hätten diesem Auftrag nicht entsprochen. Sie sei sich deshalb verschau-
kelt vorgekommen. Sie sei meist unterwegs gewesen und habe daher keine Mit-
teilungen der Klägerin erhalten noch dieser Instruktionen erteilt. Das Bauvorha-
ben sei von den Nachbarn angefochten worden. Auf Drängen des Immobilien-
händlers habe sie den Rechtsweg beschritten. Bereits zu jenem Zeitpunkt habe 
sie sich entschlossen, wieder aus dem Engadin wegzuziehen. Es sei allein die 
Entscheidung der Klägerin gewesen, das Baugesuch nach dem Auftragswiderruf 
noch den Baubehörden einzureichen. Der Architekt habe sie bis zur ersten 
Rechnungsstellung nie über die Kosten aufgeklärt. Sie habe die Klägerin nie zum 
Beizug weiterer Unternehmen ermächtigt, noch sei ihr der Beizug weiterer Pla-
ner mitgeteilt worden. Ihre Wohnung habe sie für drei Jahre mieten müssen. Der 
Umbau der Chesa A. habe somit nicht geeilt. Die von der Klägerin vorgesehenen 
Kosten seien übersetzt und die Kosten für das Kaufobjekt ohne einen Innenaus-
bau nicht annehmbar gewesen. Sie hätten beinahe CHF 3'000'000.-- ausge-
macht und wären wahrscheinlich weiter gestiegen. Das Projekt wäre an dieser 
Lage nicht verkaufbar gewesen. Anfang September 2001 habe sich ihr Sohn ent-
schieden, die Schulen in London und nicht in J. zu besuchen. Der Schulbesuch 
in J. sei aber die Voraussetzung für den Hauskauf gewesen. Sie habe den Im-
mobilienhändler, den Grundeigentümer und den Architekten davon in Kenntnis 
gesetzt. Der Hauseigentümer habe die Anzahlung von CHF 245'000.-- nicht 
zurückerstatten wollen. Schliesslich habe sie CHF 150'000.-- zurückerhalten und 
CHF 95'000.-- verloren. Sie habe angenommen, dieser Betrag würde der Forde-
rung der Klägerin entsprechen und eine einvernehmliche Lösung lasse sich fin-
den. Der Grundeigentümer könne seine Liegenschaft verkaufen und den zurück-
behaltenen Betrag direkt an die Klägerin weiterleiten.

C. Mit Urteil vom 18. November 2003, mitgeteilt am 1. Dezember 
2003, erkannte das Bezirksgericht Maloja:

1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagte wird ver-
pflichtet, der Klägerin CHF 62'593.60, zuzüglich 5 % Zins seit 14. 
November 2001, zu bezahlen.

2. Die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von 
CHF 7'000.--, einen Streitwertzuschlag von CHF 1'000.-- und 
Schreibgebühren von CHF 500.--, sowie die vermittleramtlichen 
Kosten von CHF 220.-- werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.

3. Die ausseramtlichen Kosten werden wettgeschlagen.

4. (Rechtsmittelbelehrung)

5. (Mitteilung).

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D.1. Gegen dieses Urteil liess die X. AG am 5. Januar 2004 beim Be-
zirksgerichtspräsidium Maloja Berufung an das Kantonsgericht Graubünden er-
heben, wobei folgende Anträge gestellt wurden:

1. Ziffer 1 des angefochtenen Urteils sei insofern aufzuheben, als dass 
die Klage nur teilweise gutgeheissen wird und die Beklagte und Be-
rufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Klägerin und Berufungsklä-
gerin den Betrag von CHF 109'048.80 nebst Zins zu 5 % seit 
14.11.2001 zu bezahlen.

2. Ziffer 2 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und die Kosten 
des Bezirksgerichtes Maloja seien der Beklagten und Berufungsbe-
klagten aufzuerlegen.

3. Ziffer 3 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und die Beklagte 
und Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, die Klägerin und Beru-
fungsklägerin für das Verfahren vor Bezirksgericht Maloja mit CHF 
11'448.80 aussergerichtlich zu entschädigen.

4. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge für das Berufungsver-
fahren zulasten der Beklagten und Berufungsbeklagten.

2. Am 9. Januar 2004 stellte der Bezirksgerichtspräsident Maloja die 
Berufung samt Aktenverzeichnis Z. zu, wobei er darauf hinwies, dass sie innert 
10 Tagen Anschlussberufung erkläre könne. 

3. Am 28. Januar 2004 liess Z. dem Bezirksgerichtspräsidenten Ma-
loja eine Fax-Mitteilung zukommen, welcher dieser am 2. Februar 2004 - als "An-
schlussberufung im Original" bezeichnet - an das Kantonsgerichtspräsidium 
Graubünden weiterleitete. 

4. Mit Verfügung vom 10. Februar 2004 setzte das Kantonsgerichts-
präsidium Graubünden den Rechtstag auf den 3. Mai 2004 fest. Gleichzeitig wur-
den beide Parteien aufgefordert, bis zum 1. März 2004 einen Gerichtkostenvor-
schuss von je CHF 5'000.-- zu leisten. 

5. Am 2. März 2004 ging beim Kantonsgerichtspräsidium Graubün-
den ein Schreiben von Z. ein, worin diese erklärte, sie vermöge weder persönlich 
an der angesetzten Hauptverhandlung teilzunehmen, noch sich durch einen An-
walt vertreten zu lassen. 

6. Mit Schreiben vom 2. März 2004 wies das Kantonsgerichtspräsi-
dium Graubünden Z. auf die Möglichkeit und die Voraussetzungen der unent-
geltlichen Rechtspflege hin und räumte ihr Gelegenheit ein, bis 31. März 2004 
ein entsprechendes Gesuch zu stellen. 

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7. Mit Schreiben vom 29. März 2004, eingegangen am 1. April 2004, 
ersuchte Z. um eine Fristerstreckung für ihr Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege. Gleichzeitig erklärte sie, dass sie das Urteil des Bezirksgerichts Maloja 
nicht erhalten habe. 

8. Mit Verfügung vom 6. April 2004 erstreckte das 
Kantonsgerichtspräsidium Graubünden Z. die Frist zur Einreichung ihres Ge-
suchs um unentgeltliche Rechtspflege bis zum 30. April 2004. Ebenfalls mit Ver-
fügung vom 6. April 2004 wurde die Hauptverhandlung vertagt, nachdem sich 
gezeigt hatte, dass noch keine Bestätigung über die Aushändigung des auf dem 
Rechtshilfeweg nach England zugestellten Urteils des Bezirksgerichts Maloja 
eingegangen war. 

9. Am 30. April 2004 reichte Z. beim Kantongerichtspräsidium 
Graubünden ihr Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege samt 
Beilagen ein. 

10. Am 13. September 2004 stellte das Bezirksgerichtspräsidium Ma-
loja dem Kantonsgerichtspräsidium Graubünden die Bescheinigung über die Zu-
stellung des am 1. Dezember 2003 mitgeteilten Urteils zu. Gemäss dieser Be-
scheinigung wurde das Urteil Z. persönlich am 10. September 2004 ausgehän-
digt. 

11. Mit Verfügung vom 24. September 2004 wies das Kantonsgerichts-
präsidium Graubünden das Gesuch von Z. um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege mangels Bedürftigkeit der Gesuchstellerin ab. Die Verfügung 
wurde Z. am 28. September auf dem Rechtshilfeweg zugestellt. Mit Schreiben 
vom 23. November 2004, beim Kantonsgerichtspräsidium eingegangen am 30 
November 2004, teilte die für die Rechtshilfe zuständige englische Behörde mit, 
dass sie die Verfügung nicht habe zustellen können. Am 1. Dezember 2004 
wurde die zuständige englische Behörde unter Hinweis auf frühere, erfolgreiche 
Zustellungen um eine Wiederholung des Zustellungsversuchs ersucht. Mit Be-
scheinigung vom 30. Dezember 2004, beim Kantonsgerichtspräsidium einge-
gangen am 6. Januar 2004, bestätigte die Behörde die am 17. Dezember 2004 
erfolgte Zustellung.

12. Mit Verfügung vom 29. September 2004 setzte das Kantonsge-
richtspräsidium Graubünden Z. eine Nachfrist zur Leistung des Gerichtskosten-
vorschusses von CHF 5'000.-- innert 30 Tagen seit Inempfangnahme der Verfü-

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gung an. Die Verfügung erging mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass bei Nicht-
leistung des Kostenvorschusses innert der angesetzten Frist eine allfällige An-
schlussberufung in Anwendung von Art. 39 Abs. 1 ZPO als erledigt abgeschrie-
ben werde und Z. - solange sie den Kostenvorschuss nicht leiste - gestützt auf 
Art. 39 Abs. 2 ZPO von der Beteiligung am Verfahren ausgeschlossen bleibe. 
Gleichzeitig wurde Z. aufgefordert, innert 20 Tagen seit Inempfangnahme der 
Verfügung ein Zustelldomizil in der Schweiz zu bezeichnen, anderenfalls die sie 
betreffenden gerichtlichen Mitteilungen durch das Kantonsgericht ediktaliter - 
mithin durch Publikation im Amtsblatt des Kantons Graubünden - erlassen wür-
den. Auch diese Verfügung wurde Z. auf dem Rechtshilfeweg zugestellt. Am 27. 
Oktober 2004 ging beim Kantonsgerichtspräsidium Graubünden die Bestätigung 
ein, dass diese Verfügung am 13. Oktober 2004 erfolgreich auf dem Rechtshil-
feweg an Z. zugestellt werden konnte. 

13. Mit Verfügung vom 26. Januar 2005 lud das Kan-
tonsgerichtspräsidium Graubünden die Parteien zu der auf den 4. April 2005 an-
gesetzten Hauptverhandlung vor. Die Berufungsbeklagte wurde gleichzeitig dar-
auf hingewiesen, dass sie gestützt auf Art. 39 Abs. 2 ZPO bis zur Leistung der 
einverlangten Vertröstung von der Beteiligung am Berufungsverfahren ausge-
schlossen bleibe. Werde die Vertröstung nicht geleistet und/oder erscheine die 
Berufungsbeklagte an der mündlichen Berufungsverhandlung nicht, werde ge-
stützt auf Art. 223 ZPO in Verbindung mit Art. 125 ff. ZPO das Kontumazverfah-
ren durchgeführt. Die Verfügung wurde Z. mittels Publikation im Amtsblatt vom 
27. Januar 2005 eröffnet. 

E. An der mündlichen Berufungsverhandlung vor dem Kantonsgericht 
Graubünden vom 4. April 2005 war einzig der Rechtsvertreter der Berufungsklä-
gerin anwesend. Einwände gegen die Zusammensetzung des Gerichts wurden 
keine erhoben. Der klägerische Rechtsvertreter bestätigte seine Berufungsan-
träge und begründete diese. Er legte zudem eine schriftliche Ausfertigung seines 
Vortrages im Sinne von Art. 51 Abs. 1 lit. b OG ein. 

Auf die Berufungsbegründung und die Ausführungen im vorinstanzlichen 
Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

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Die Zivilkammer zieht in Erwägung:

1. a) Die Beklagte und Berufungsbeklagte hat den von ihr einverlangten 
Gerichtskostenvorschuss trotz Abweisung ihres Gesuchs um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege und Ansetzung einer Nachfrist unter Hinweis auf 
die Säumnisfolgen nicht geleistet. Desgleichen ist sie unentschuldigt der Beru-
fungsverhandlung ferngeblieben. Demzufolge gelangt das Kontumazverfahren 
zur Anwendung (Art. 228 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit Art. 125 Abs. 1 ZPO). 
Das Gericht hat nach Anhörung der Klägerin und Berufungsklägerin aufgrund 
der gestellten Berufungsanträge und der Beweismittel zu entscheiden (Art. 127 
ZPO). Alsdann ist der Berufungsbeklagten gestützt auf Art. 128 Abs. ZPO eine 
Purgationsfrist anzusetzen, innert welcher sie bei Nachweis eines Entschuldi-
gungsgrundes im Sinne von Art. 130 ZPO die Wiederaufnahme des Verfahrens 
verlangen kann. Da gemäss den nachstehenden Erwägungen die Berufung ab-
zuweisen ist, die Berufungsbeklagte mithin im Berufungsverfahren obsiegt und 
sie demzufolge auch mit keinen Kosten belastet wird, ist ein Interesse an der 
Wiederaufnahme allerdings nicht auszumachen. Demgemäss erscheint es ge-
rechtfertigt, die von Gesetzes wegen einzuräumende Purgationsfrist auf einen 
Monat festzusetzen. 

b) Die Berufungsbeklagte hat dem Bezirksgerichtspräsidenten Maloja 
am 28. Januar 2004 mittels Fax ein Schreiben zugestellt, das dieser unter der 
Bezeichnung "Anschlussberufung im Original" an das Kantonsgerichtspräsidium 
weiterleitete. Als Anschlussberufung ist auf dieses Schreiben schon allein des-
halb nicht einzugehen, weil die Nichtleistung des Kostenvorschusses die Ab-
schreibung des betreffenden Verfahrens zur Folge hat (Art. 39 Abs. 1 ZPO). Auf 
diese Säumnisfolge wurde die Berufungsbeklagte bei der Ansetzung der Nach-
frist zur Leistung des Kostenvorschusses ausdrücklich hingewiesen. Abgesehen 
davon ist dem Schreiben von seinem Inhalt her auch nicht die Bedeutung einer 
Anschlussberufung beizumessen. Z. hält darin lediglich fest, dass sie die Beru-
fung der X. AG erhalten habe. Zur Sache selbst habe sie nichts beizufügen. Eini-
ge Punkte seien indessen anhand der nachfolgenden Fragenliste noch zu er-
klären. Dieser Fragenkatalog beinhaltet keine konkreten Rügen gegen das vor-
instanzliche Urteil. Ebenso wenig wurden - nachdem das Schreiben keine kon-
krete Anträge auf Abänderung des vorinstanzlichen Urteils enthält - die formel-
len Voraussetzungen an eine Anschlussberufung erfüllt. 

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2. Das Bezirksgericht Maloja gelangte in seinem Urteil zur zutreffen-
den Feststellung, dass sich die vorliegende Honorarstreitigkeit nach schweize-
rischen Recht beurteilt. Statt einer eigenen Begründung kann in diesem Zusam-
menhang auf die Erwägungen in Ziff. 5 des vorinstanzlichen Urteils verwiesen 
werden (Art. 229 Abs. 3 ZPO). 

3. In der Sache selbst kam die Vorinstanz in ihrem Urteil zum Schluss, 
dass Z. die X. AG mit Schreiben vom 7. Mai 2001 beauftragt habe, für den Um-
bau der A. in J. Pläne bis zur Baueingabe zu erstellen. Bei dieser Vereinbarung 
handle es sich rechtlich gesehen um einen Werkvertrag. Die Höhe der Vergü-
tung richte sich grundsätzlich nach den Bestimmungen der SIA-Norm 102, auf 
deren Anwendbarkeit die Beklagte in ihrem Schreiben verwiesen habe. Da eine 
weitergehende Abrede bezüglich des Architektenhonorars fehle, sei dieses nach 
Art. 7.2.2 der SIA-Norm 102 nach dem Kostentarif zu berechnen. Aufgrund der 
Kostenvorgabe der Beklagten sowie den von der Klägerin selbst im Baugesuch 
gemachten Angaben sei demgemäss von einer Bausumme von CHF 1'200'000.-
- auszugehen. Nachdem die Klägerin den nicht honorarberechtigten Kostenan-
teil auf rund einen Viertel der Gesamtkosten angesetzt habe, sei ihr Honoraran-
spruch demzufolge auf der Grundlage von honorarberechtigten Baukosten von 
CHF 900'000.-- zu berechnen. Das Gesamthonorar belaufe sich unter Berück-
sichtigung des von der Klägerin berücksichtigten Koeffizienten von 0.1945 auf 
CHF 175'050.--. Die Beklagte habe den Architekturauftrag am 12. September 
2001 widerrufen. Die Klägerin habe die ab diesem Zeitpunkt ausgeführten Arbei-
ten demzufolge ohne Auftrag und damit auf eigene Kosten erbracht. Der von ihr 
geltend gemachte Leistungsanteil von 32.8 % sei daher ermessensweise auf 32 
% zu reduzieren. Der Honoraranspruch der Klägerin belaufe sich somit auf CHF 
56'016.--. 

4. Die Berufungsklägerin macht geltend, die Vorinstanz sei bei der 
Berechnung des Honorars nach Massgabe der mutmasslichen Baukosten zu 
Unrecht von einer Bausumme von lediglich CHF 1'200'000.-- ausgegangen. 
Nach dem Vertragsrücktritt der Beklagten habe die Klägerin die voraussichtli-
chen Baukosten gestützt auf das von ihr erarbeitete und von der Beklagten ge-
nehmigte Projekte gemäss Baugesuch errechnet.

a) Ausgewiesen ist, dass die Beklagte die Klägerin mit Schreiben vom 
7. Mai 2001 (vgl. KB act. 1) und unter Hinweis auf die SIA-Ordnung 102 mit den 
für eine Baueingabe erforderlichen Architekturleistungen für den Um- und Aus-

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bau der Chesa A. in J. beauftragte. Dabei hielt Z. fest, dass die Pläne für den 
Umbau akzeptiert werden müssten, woraus sich darauf schliessen lässt, dass 
dieser Auftrag grundsätzlich die Architekturleistungen der Vorprojekt- und Pro-
jektphase gemäss SIA-Ordnung 102 umfasste. Ein Vertrag über Architekturleis-
tungen, der ausschliesslich die Herstellung von Bauplänen, Kostenvoranschlä-
gen etc., nicht aber Leistungen im Zusammenhang mit der Erstellung des kör-
perlichen Bauwerks umfasst, ist als Werkvertrag im Sinne von Art. 363 OR ZGB 
zu würdigen (vgl. P. Gauch, Vom Architektenvertrag, seiner Qualifikation und der 
SIA 102, in: Gauch/Tercier [Hrsg.], Das Architektenrecht, 1995, S. 12. N. 31; S. 
Ulrich, Rechtsfragen bei vorzeitiger Auflösung eines Architektur- oder Ingenieu-
rvertrages, in: Alfred Koller [Hrsg.], Recht der Architekten und Ingenieure, 2002, 
S. 41; BGE 109 II 462 E. 3.d S. 465; BGE 130 III 362 E. 4.1. S. 365). Durch 
diesen Werkvertrag verpflichtet sich der Architekt als Unternehmer zur Herstel-
lung des Planwerks zur Realisierung der Baute und der Bauherr als Besteller zur 
Leistung einer Vergütung. Aus dem diesbezüglichen Verweis der Beklagten in 
ihrer Auftragsbestätigung vom 7. Mai 2001 schloss die Vorinstanz zudem darauf, 
dass die Parteien die SIA-Ordnung 102 in ihrem Vertrag übernommen haben. 
Diese Feststellung blieb im Berufungsverfahren unbestritten. Lediglich der 
Vollständigkeit halber gilt darauf hinzuweisen, dass es sich hierbei um die SIA-
Ordnung 102 in der Ausgabe des Jahres 1984 handelt, da diese erst per 1. Au-
gust 2001 und damit nach Auftragserteilung durch die revidierte Ordnung des 
Jahres 2001 ersetzt wurde. 

b) Ausgewiesen ist sodann, dass Z. am 12. September 2001 vom Ver-
trag zurücktrat, indem sie - bevor die definitiven Unterlagen für das Baugesuch 
vorlagen - die Klägerin aufforderte, die Arbeiten einzustellen (vgl. Baujournal, 
Eintrag vom 12. September 2001, KB act. 27). Das Projekt wurde in der Folge 
denn auch nicht realisiert. Handelt es sich bei dem von den Parteien geschlos-
senen Vertrag um einen Werkvertrag, richtet sich die Vertragskündigung nicht 
nach Art. 1.14 der anwendbar erklärten SIA-Ordnung 102, da diese Bestimmung 
nur bei Anwendung des Auftragsrechts Geltung hat, sondern nach der werkver-
traglichen Bestimmung von Art. 377 OR (vgl. D. Trümpy, Architektenvertragsty-
pen, 1989, S. 12; P. Tercier, L'extinction prématurée du contrat, in Gauch/Tercier 
[Hrsg.], a.a.O., S. 389 N. 1243). Demgemäss kann der Besteller - solange das 
Werk unvollendet ist - gegen Vergütung der bereits geleisteten Arbeit und gegen 
volle Schadloshaltung des Unternehmers jederzeit vom Vertrag zurücktreten 
(Art. 377 OR). Nachdem sich die Höhe der Vergütung für bereits geleistete Ar-
beiten aber gleichfalls nach der vertraglichen Preisabrede bemisst (vgl. P. 

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Gauch, Der Werkvertrag, 1996, S. 155 N. 537), ist diese Folge der Unterstellung 
der Kündigungsordnung unter das Werkvertragsrecht indes bedeutungslos. 

c) Zutreffend wurde von der Vorinstanz sodann festgestellt, dass die 
Parteien keine konkrete Vereinbarung über das Honorar getroffen haben. Für 
einen solchen Fall sieht Art. 7.2.2. der SIA-Ordnung 102 grundsätzlich vor, dass 
sich die Höhe der Vergütung für die bereits geleistete Arbeit nach dem Kosten-
tarif errechnet. Bei einer vorzeitigen Vertragsauflösung wird dabei das Honorar 
für die vertragsgemäss erbrachten Leistungen aufgrund der letzten Kostener-
mittlung berechnet (Art. 8.5 der SIA-Ordnung 102). Analog zu honorieren sind 
Leistungen des Architekten für Bauwerksteile, die geplant, aber nicht ausgeführt 
werden. Die nicht honorarberechtigten Beträge sind zu schätzen und in Abzug 
zu bringen. Ob die Nichtausführung darin begründet ist, dass von vornherein nur 
ein Teilauftrag erteilt wurde oder der Vertrag vorzeitig aufgelöst wurde, ist irrele-
vant (vgl. dazu A. Egli, Das Architektenhonorar, in Gauch/Tercier [Hrsg.], a.a.O., 
S. 325 N. 107 mit Hinweis auf Art. 4.1.4., 4.2.2 und 4.2.5 der SIA-Ordnung 102; 
U. Hess, Der Architekten- und Ingenieurvertrag, 1986, N. 32 zu 1.14.2). Die von 
der X. AG als Ausgangspunkt der Honorarberechnung geltend gemachten Bau-
kosten von CHF 1'665'000.-- wurden - wie aus dem Schreiben der Klägerin vom 
20. September 2001 (KB act. 18), insbesondere aber auch aus den Ausführun-
gen des klägerischen Rechtsvertreters anlässlich der Berufungsverhandlung (S. 
2) folgt - erst nachträglich ermittelt, sind mit anderen Worten nicht die letzten, vor 
Auflösung des Vertrags berechneten Kosten. Damit erweist sich die gestützt auf 
diese Baukosten vorgenommene Honorarrechnung von vornherein als irrele-
vant. Beachtlich ist hingegen der Umstand, dass die Beklagte bereits mit Fax-
Mitteilung vom 16. Juli 2001 (vgl. KB act. 7) erklärte, die Baukosten dürften den 
Betrag von CHF 1'200'000.-- nicht übersteigen. Dabei hielt sie zusätzlich fest, 
diese Limite setze sie, zumal zu berücksichtigen sei, dass sie weitere CHF 
100'000.-- für Aufwendungen, die in den Baukosten nicht enthalten seien, auf-
zubringen habe. Dass die Klägerin dies durchaus zur Kenntnis nahm, ergibt sich 
denn auch aus dem Journal (vgl. KB act. 27). Dort wurde unter dem 16. Juli 
20001 "Tel. v. Z." festgehalten, der Beklagten sei die Schätzung von CHF 
1'500'000.-- mitgeteilt worden, worauf Z. mit Fax vom gleichen Tag die Kosten 
auf maximal CHF 1'200'000.-- begrenzt habe. Am 18. Juli 2001 wurde die Sache 
offenbar nochmals telefonisch erörtert. Gemäss dem erwähnten Journal gab die 
Beklagte wiederum an, die Baukosten seien auf CHF 1'200'000.-- zu beschrän-
ken. Die Summe von CHF 1'500'000.-- wurde lediglich als Betrag genannt, mit 
welchem alle Kosten "inklusive Vorhänge usw." - mithin die Gesamtkosten samt 

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Inneneinrichtung gedeckt sein müssten. Schliesslich hält die Klägerin auch in 
ihrer Prozesseingabe fest, dass Z. erklärt habe, die Baukosten dürften sich auf 
höchstens CHF 1'200'000.-- belaufen. Eine solche Bekundung der Bauherrin 
stellt nicht eine unverbindliche Empfehlung, sondern eine konkrete Weisung an 
den Architekten in Form einer Kostenlimite dar. Denn mit einer Kostenlimite, wie 
sie die Beklagte für die Baukosten gesetzt hat, wird der äusserste Preis, den das 
Bauwerk haben darf, bestimmt (vgl. W. Fellmann, Haftung für falsche Kosten-
schätzung, in: Alfred Koller [Hrsg.], Recht der Architekten und Ingenieure, Ta-
gungsband, St. Gallen 2002 S. 218; R. Schumacher, Die Haftung des Architek-
ten aus Vertrag, in: Gauch/Tercier [Hrsg.], a.a.O., S. 233 N. 737 f.; BGE 108 II 
197; Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts 4C.424/2004 vom 15. März 
2005). Danach hatte sich die Klägerin zu richten und entsprechend ist auch ihr 
Honorar anhand dieser maximalen Baukosten zu berechnen (vgl. Schumacher, 
a.a.O., S. 197 N. 607; P. Gauch, Der Werkvertrag, 1996, S. 440 N. 1609 ff.). So 
lässt sich auch nicht behaupten, die Beklagte habe in der Folge ihre Limite fallen 
gelassen. Offensichtlich unzutreffend ist der in diesem Zusammenhang vorge-
brachte Einwand der Klägerin, die Beklagte habe mit dem in der Prozessantwort 
gemachten Hinweis, das Kaufobjekt habe beinahe CHF 3'000'000.-- ausge-
macht, Baukosten von CHF 1'700'000.-- anerkannt. Wie aus dem Zusammen-
hang folgt, unterlegte die Beklagte mit dieser erst im Verlaufe des Prozesses 
vorgebrachten Erklärung nur ihre Behauptung, dass die von der Klägerin vorge-
sehenen Kosten übersetzt und für sie nicht annehmbar gewesen seien. Dafür, 
dass die Beklagte höhere Baukosten akzeptiert hat, bestehen letztlich keine An-
haltspunkte. Im Baugesuch (KB act. 26), das der Beklagten gemäss Schreiben 
der Klägerin (KB act. 8) am 23. Juli 2001 zugestellt wurde, bezifferte Letztere die 
Baukosten auf CHF 1'300'000.--. Die Beklagte konnte somit davon ausgehen, 
dass ihren mit Fax-Schreiben vom 16. Juli 2001 übermittelten Limiten Rechnung 
getragen wurde. In der Folge wurde die Klägerin bis zum Zeitpunkt des Widerrufs 
nie über die Baukosten informiert. Zumindest ist solches - wie bereits die Vorin-
stanz zutreffend festgestellt hat - nicht ausgewiesen. Erst mit Schreiben vom 20. 
September 2001, in welchem die Klägerin auf den Widerruf des Auftrags rea-
gierte, hielt diese unter Hinweis auf eine beigelegte Kostenschätzung fest, dass 
die Schätzung nach m3 mit CHF 1'500'000.-- ziemlich genau gewesen sei. Die-
ses Schreiben wurde zum einen jedoch erst nach dem Widerruf zugestellt. Zum 
anderen folgt daraus nur, dass sich die Klägerin nicht weiter um die von der Be-
klagten anlässlich des Telefonats vom 16. Juli 2001 gesetzte Limite kümmerte 
und sogar noch Kosten über CHF 1'500'000.-- als annehmbar erachtete. Ein sol-
ches Vorgehen berechtigt den Architekten nicht, die höheren Baukosten zur 

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Grundlage seiner Honorarberechnung zu erklären, sondern wäre höchstens un-
ter dem Aspekt von Art. 368 Abs. 2 OR zu prüfen (vgl. Schuhmacher, a.a.O., N. 
607; P. Gauch, Der Werkvertrag, 1996, S. 440 N. 1609 ff.). Dies kann indessen 
unterbleiben, nachdem sich die Rügen der Klägerin bezüglich der Bemessung 
der massgeblichen Baukosten schon aus anderen Überlegungen als unbegrün-
det erweisen. Ebensowenig ist - nachdem auf eine Kostenlimite und nicht auf die 
von der Berufungsklägerin ermittelten Baukosten abzustellen ist - von Amtes we-
gen eine Expertise zur Frage der Höhe der Baukosten anzuordnen. 

5. Nicht substanziert angefochten wurde das Urteil insoweit, als die 
Vorinstanz gestützt auf die eigenen Angaben der Klägerin den nicht honorarbe-
rechtigten Kostenanteil auf rund einen Viertel der Baukosten ansetzte und ge-
stützt darauf von einer honorarberechtigten Bausumme von CHF 900'000.-- aus-
ging. Diese Frage braucht demnach im Berufungsverfahren nicht überprüft zu 
werden. Nur der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass die Klägerin 
die nicht honorarberechtigten Baukosten in ihrer Rechnung gar nicht erst im Ein-
zelnen aufgeführt hat. Hingegen macht die Klägerin geltend, die Vorinstanz habe 
ihr das Honorar insofern zu Unrecht gekürzt, als sie die nach Widerruf des Ar-
chitekturvertrages ausgeführten Arbeiten nicht als entschädigungspflichtig er-
achtet habe. Diese weiteren Arbeiten seien nicht separat verrechnet worden, 
sondern würden Bestandteil des Baubewilligungsverfahrens bilden. Zudem habe 
es auch im Interesse der Beklagten gestanden, dass sie über eine Baubewilli-
gung verfüge. Die Klägerin habe ihrerseits ein Interesse an der Bewilligung ge-
habt, damit ihr die Beklagte nicht entgegenhalten könne, sie habe ein nicht be-
willigungsfähiges Gesuch eingereicht. Auch diese Einwände gegen das vorin-
stanzliche Urteil erweisen sich als unbegründet. Der Besteller kann gestützt auf 
Art. 377 OR jederzeit vom Vertrag zurücktreten und gemäss klarem Wortlaut der 
Bestimmung sind nur die bereits geleisteten Arbeiten zu vergüten. Folglich hat 
die Beklagte für alle Arbeiten, welche die Klägerin nach dem Widerruf des Auf-
trags bis zur Erteilung der Baubewilligung noch ausführte, nicht aufzukommen. 
Schlicht nicht ersichtlich ist zudem, welches Interesse die Beklagte an den wei-
teren Arbeiten und dem Erhalt der Baubewilligung noch gehabt haben sollte. 
Zum Widerruf kam es, weil das Projekt zu teuer zu stehen kam und der Sohn der 
Beklagten entgegen der ursprünglichen Absicht die Schule in J. nicht antrat. Da-
mit hatte Z. keinen Grund mehr, ins Engadin zu übersiedeln. Das Projekt war für 
die Beklagte mit oder ohne Baubewilligung nutzlos geworden. Noch weniger 
geht es an, die Beklagte zur Übernahme von Kosten zu verpflichten, welche der 
Klägerin für die Beweissicherung und damit bei der Verfolgung eigener Interes-

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sen entstanden. Folglich besteht auch kein Grund, das vorinstanzliche Urteil in 
diesem Punkt in Frage zu stellen, zumal die Vorinstanz den Umstand, dass die 
Klägerin weder darlegte noch bewies, welche Arbeiten sie tatsächlich bis zum 
Widerruf ausführte, nicht weiter Beachtung schenkte, und statt dessen für die 
nicht entschädigungspflichtigen Arbeiten nach Kündigung des Vertrags einen 
geringen zusätzlichen prozentualen Abzug von 0.8 % nach Ermessen machte 
und immerhin von einem Leistungsanteil von 32 % ausging. Schliesslich stellte 
die Vorinstanz auch in allen weiteren Punkten auf die Honorarrechnung der Klä-
gerin ab. Dies obwohl sie feststellte, dass die für ihre Forderung beweispflichtige 
Klägerin (vgl. dazu die nachstehenden Erwägungen unter Ziff. 6.) die weiteren 
massgeblichen Kalkulationsfaktoren, welche keineswegs fix sind und nach Art. 
8 der SIA-Ordnung 102 zwingender Bestandteil eines behaupteten Honorars 
nach dem Kostentarif sind, nicht konkret dargelegt hat. Wie es sich damit verhält, 
kann wiederum offen bleiben, nachdem dem klägerischen Antrag auf Zuspre-
chung eines höheren Honorars schon aus anderen Überlegungen nicht stattzu-
geben ist. 

6. Die Klägerin bringt vor, die Vorinstanz habe die Forderung für die 
Aufwendungen der Planer, die von ihr beigezogen wurden und deren Honorar-
forderungen sie sich abtreten liess, zu Unrecht abgewiesen. Es müsse als be-
wiesen gelten, dass bei einer Fortführung der Planung Spezialisten beigezogen 
werden müssten. Die Planer hätten ihre entsprechenden Aufträge erfüllt. Die 
Verhandlungen mit den Planern gingen einerseits aus dem Heft mit Bespre-
chungsnotizen (KB 27) und anderseits auch aus den Disketten mit Korrespon-
denz, Bauadministration und Submission hervor (KB 46). Zudem seien die CAD-
Pläne auf der unter KB 47 eingereichten CD-Rom zu entnehmen. Der Zeuge C. 
habe bestätigt, er hätte Devisierungen für Baumeisterarbeiten gemacht und auch 
eine Besprechung mit Elektro-, Heizungs- und Sanitärplanern geführt. Die Devis 
seien auch an Baumeister, Heizungs-, Sanitär- und Elektroplaner verschickt wor-
den. Der Zeuge B., der sicher nicht mit der Klägerin gleichgestellt werden könne, 
habe zudem bestätigt, dass er die Rechnungen der Planer geprüft habe. Die 
Leistungen der Planer seien sind in ihren Rechnungen aufgeführt und es be-
stehe, nachdem diese Rechnungen geprüft worden seien, sicher keine Veran-
lassung, an deren Richtigkeit zu zweifeln. 

a) Gemäss Art. 8 ZGB hat grundsätzlich derjenige das Vorhanden-
sein einer Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demzufolge hat 
der Unternehmer bzw. der Beauftragte das Vertragsverhältnis, eine allfällige 

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konkrete Abrede über die vertragliche Regelung der Entschädigung und bei Wi-
derruf des Vertrags seine bereits getätigten Aufwendungen zu beweisen (vgl. 
Gauch, a.a.O., S. 35 N. 112, S. 285 N. 1011 ff.; Zindel/Pulver, Basler Kommentar 
zum OR, Band I, 2003, N. 22 zu Art. 377 OR; J. Hofstetter, Schweizerisches 
Privatrecht, Band VII/6, 2000, S. 84; P. Gmür, Die Vergütung des Beauftragten, 
1994, S. 86). Dass die im Streit liegenden Forderungen an die Klägerin zediert 
wurden, ändert an dieser Beweislastverteilung grundsätzlich nichts, denn der 
Schuldner behält alle Einreden, die der Forderung des Abtretenden entgegen-
standen (Art. 169 Abs. 1 OR). 

b) Der ihr obliegenden Beweispflicht ist die Klägerin nun offenkundig 
nicht nachgekommen. Irgendwelche schriftlichen Verträge wurden nicht ins 
Recht gelegt und irgendwelche Behauptungen zum Zustandekommen dieser 
Verträge fehlen. So wurde in der Prozesseingabe behauptet, die entsprechen-
den Planerverträge seien der Beklagten am 4. August 2001 unterbreitet worden. 
Unterzeichnet wurden die Verträge von der Beklagten jedoch offenbar nicht. Zu-
mindest ist solches nicht nachgewiesen und die Beklagte macht denn auch gel-
tend, sie habe die Klägerin nicht zum Beizug weiterer Unternehmer ermächtigt. 
Nachdem die Klägerin aber auch nicht behauptet, sie selbst habe die Verträge 
im Namen der Klägerin unterschrieben, insofern auch nicht geltend macht, sie 
sei ermächtigt gewesen, als Vertreterin der Beklagten die betreffenden Verträge 
abzuschliessen, lässt sich mit Fug fragen, ob es überhaupt zum Abschluss von 
Verträgen gekommen ist, welche die Beklagte gegenüber den Planern verpflich-
ten. Denn insoweit die Planer in Kenntnis darüber waren, dass die Verträge für 
ihre Verbindlichkeit von Z. unterzeichnet werden mussten, handelten sie - soweit 
sie unbesehen davon tatsächlich Arbeiten ausführten - auf eigenes Risiko (Art. 
16 OR). Soweit die Planer indessen von der Klägerin namens der Beklagten mit 
der Ausführung von Arbeiten beauftragt wurden, mithin die schriftlichen Verträge 
nur die Bestätigung von bereits mündlich abgeschlossenen Vereinbarungen an-
zusehen wären, wäre eine Bindung der Beklagten nur im Falle der Stellvertre-
tung mit Ermächtigung anzunehmen (Art. 32 Abs. 1 OR). Dagegen spricht nun 
aber die Tatsache, dass die Klägerin - wie dargelegt wurde - die Unterzeichnung 
der Verträge durch die Beklagte verlangte und nicht gleich namens der Beklag-
ten unterschrieb. So wurde denn auch im Baujournal unter dem 16. Juli 2001 
vermerkt, dass die Namen der Planer der Beklagten mitzuteilen sind. Auch dies 
lässt nicht den Schluss zu, dass die Klägerin die Planer ohne vorgängige Zu-
stimmung der Beklagten mit Arbeiten betrauen durfte. Überdies bleibt es auch in 
Bezug auf solche allenfalls mündlich abgeschlossene Verträge bei der Feststel-

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lung, dass nichts über deren Inhalt bekannt ist. Handelte die Klägerin hingegen 
ohne Ermächtigung und genehmigte die Beklagte die Vereinbarungen nachträg-
lich nicht, stünde den Planern von vornherein kein Forderungsrecht aus Vertrag 
gegenüber der Beklagten zu (Art. 39 Abs. 1 OR). Entsprechend kann eine solche 
Forderung auch nicht an die Klägerin zediert werden. Und beauftragte die Klä-
gerin die Planer schliesslich in eigenem Namen, hätte sich deren Forderung 
auch nicht gegen die Beklagte, sondern gegen die Klägerin zu richten. Letztere 
hätte diesfalls gegenüber der Beklagten lediglich Anspruch auf Auslagenersatz. 
Ein solcher ist aber bereits deshalb auszuschliessen, weil die Planer gegenüber 
der Klägerin gar keine Forderung erhoben haben. Angesichts dieser sich aus 
dem fehlenden Nachweis der vertraglichen Grundlagen ergebenden Unklarhei-
ten kann die Beklagte auch nicht zur Übernahme der an die Klägerin abgetrete-
nen Forderungen verpflichtet werden.

c) Dies würde sich schliesslich selbst dann nicht rechtfertigen, wenn 
klar wäre, dass die an die Klägerin zedierten Forderungen tatsächlich auf Ver-
trägen beruhen, welche die Beklagte gegenüber den Planern zur Honorarleis-
tung verpflichten. Denn darüber hinaus ist - wie bereits die Vorinstanz festge-
stellt hat - auch nicht nachgewiesen, dass die geltend gemachten Planerleis-
tungen tatsächlich vertragsgemäss - und dies vor dem Widerruf der diesbezüg-
lichen Vereinbarungen - geleistet wurden. Belegt ist, dass die Aufwendungen für 
den Energienachweis, der vom 21. August 2001 datiert und von der D. AG aus-
gefertigt wurde, vor dem Widerruf anfielen. Die Vorinstanz hat der Klägerin denn 
auch den geltend gemachten Betrag von CHF 1'423.55 zugesprochen. Nicht zu-
treffend ist hingegen, dass die Vorinstanz auch die Kosten der Profilierung in 
Höhe von CHF 1'427.50 hätte berücksichtigen müssen. Gemäss Rechnung der 
E. AG wurden diese Arbeiten am 27. September 2001 und damit erwiesener-
massen nach dem Widerruf ausgeführt. Entsprechend hat die Beklagte auch 
nicht für den von der Klägerin geltend gemacht Betrag aufzukommen. Die von 
der Klägerin in diesem Zusammenhang an der Berufungsverhandlung erwähn-
ten Kosten der F. AG betreffen demgegenüber nicht die Profilierung, sondern die 
Absteckung und Ausmessung. Diese Kosten wurden in der Prozesseingabe 
nicht separat geltend gemacht und waren folglich auch nicht Gegenstand der 
vorinstanzlichen Beurteilung. Soweit die Klägerin erst im Berufungsverfahren Er-
satz dieser Kosten verlangt, bringt sie damit unzulässige neue Tatsachenbe-
hauptungen vor, auf die gemäss Art. 223 ZPO in Verbindung mit Art. 118 ZPO 
nicht einzutreten ist. Entsprechend kann auch dahingestellt bleiben, ob diese 
Kosten von der Klägerin überdies nicht bereits im eigenen Aufwand für die Vor-

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projekt- und Projektphase enthalten sind. Kein Nachweis über die getätigten Ar-
beiten bzw. den Zeitpunkt ihrer Ausführung wurden im Zusammenhang mit den 
abgetretenen Forderungen des Büros für Haustechnik G., der H. AG und der I. 
Elektroplanung erbracht. Den in diesem Zusammenhang eingereichten Rech-
nungen lässt sich hierzu nichts entnehmen. Ebensowenig vermag die Behaup-
tung, der Zeuge C. habe Besprechungen mit den Planern bestätigt und B. habe 
die von ihnen gestellten Rechnungen überprüft, den geltend gemachten Auf-
wand zu belegen. Dies schon allein deshalb nicht, weil sich die Zeugen zu dieser 
Frage nur pauschal äussern. Auch aus dem Baujournal ergeben sich keine aus-
reichenden Aufschlüsse. Belegt ist darin nur eine Aussprache. Diese fand offen-
bar am 24. Juli 2001 statt. Anlässlich dieser Besprechung wurden die Planer 
indessen nur zur Offertstellung bis Mitte August aufgefordert, während der Bau-
auftrag erst für Mitte September 2001 in Aussicht gestellt wurde. Dass für eine 
solche Besprechung vor Offertstellung sicherlich kein Honorar geschuldet ist, 
braucht keiner besonderer Erörterung. Schliesslich gilt darauf hinzuweisen, dass 
auch die Klägerin ihre eigenen Planungsarbeiten nach dem Widerruf ebenfalls 
nicht einstellte und alsdann den Vertragsrücktritt beim Aufwand ihrer Angestell-
ten ebenfalls unberücksichtigt liess. Entsprechend ist kaum anzunehmen, bei 
den Planern habe es sich zwingend anders verhalten, zumal diese erst anfangs 
Oktober 2001 Rechnung stellten. 

7. Zusammenfassend erweist sich die Berufung somit als unbegrün-
det und ist abzuweisen. Damit bleibt es auch bei der vorinstanzlichen Kosten- 
und Entschädigungsfolge gemäss Ziffer 2 und 3 des vorinstanzlichen Urteilsdis-
positivs, deren Abänderung die Berufungsklägerin - wie sich aus dem Fehlen 
einer eigenständigen Begründung ergibt - nur für den Fall der Gutheissung ihres 
Rechtsmittels verlangt hat.

8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die gerichtlichen Kos-
ten von CHF 5'000.-- zuzüglich einer Schreibgebühr von CHF 285.-- zu Lasten 
der Berufungsklägerin. Da die Zusprechung einer ausseramtlichen Entschädi-
gung an die Berufungsbeklagte mangels entschädigungspflichtigem Aufwand 
entfällt, sind die ausseramtlichen Parteikosten wettzuschlagen. 

9. Die Berufungsbeklagte ist der mit Verfügung vom 29. September 
2004 ergangenen Aufforderung, innert 20 Tagen seit Inempfangnahme der Ver-
fügung ein Zustelldomizil in der Schweiz zu bezeichnen, nicht nachgekommen. 

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Androhungsgemäss ist ihr demnach das vorliegende Urteil ediktaliter - mithin 
durch Publikation im Amtsblatt des Kantons Graubünden - mitzuteilen. 

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Demnach erkennt die Zivilkammer:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr 
von CHF 5'000.-- und Schreibgebühren von CHF 285.--, total somit CHF 
5'285.--, gehen zu Lasten der Berufungsklägerin. Die ausseramtlichen Kos-
ten werden wettgeschlagen.

3. Der Berufungsbeklagten wird eine Purgationsfrist gemäss Art. 128 ZPO 
von einem Monat angesetzt.

4. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden
Der Vizepräsident Der Aktuar