# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6cada93c-d61d-5eb4-81e7-511590d55074
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.11.2016 SB160250
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB160250_2016-11-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB160250-O/U/jv 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. M. Langmeier und 

Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. S. Hürlimann Winterhalter 

 

Urteil vom 3. November 2016 
 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. iur. M. Oertle,  

Anklägerin und I. Berufungsklägerin 

 

gegen 

 
A._____,  

Beschuldigter und II. Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

betreffend  
versuchter Mord etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 8. Abteilung, vom  
16. Dezember 2015 (DG150176) 

 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 1. Juni 

2015 (D1 Urk. 52) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 142 S. 213 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Bezüglich der Anklagevorwürfe gemäss D11 sowie D16 wird das Verfahren 

eingestellt. 

2. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in 

Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB; 

− der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB; 

− der mehrfachen sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 

StGB; 

− der versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern im Sinne von 

Art. 187 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB; 

− der mehrfachen einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB; 

− der mehrfachen Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB; 

− des mehrfachen Exhibitionismus im Sinne von Art. 194 Abs. 1 StGB; 

− der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB; 

− der mehrfachen sexuellen Belästigung im Sinne von Art. 198 StGB; 

− der Tätlichkeiten im Sinne von Art. 126 Abs. 1 StGB; 

− der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes im Sinne 

von Art. 19a Ziff. 1 BetmG. 

- 3 - 

3. Von den Vorwürfen der versuchten sexuellen Handlungen mit Kindern im 

Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zum 

Nachteil von B._____ (D15) sowie der Gewalt und Drohung gegen Behörden 

und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 Abs. 1 StGB zum Nachteil von 

C._____ (D17) wird der Beschuldigte freigesprochen. 

4. Der Beschuldigte wird bestraft mit 9 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 798 Tage durch Haft erstanden sind, mit einer Geldstrafe von 

90 Tagessätzen zu Fr. 10.– sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.–. 

5. Die Freiheits- sowie die Geldstrafe werden vollzogen. Die Busse ist zu 

bezahlen. 

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

6. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin D._____ wird abgewiesen. 

7. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin D._____ Fr. 1'000.– 

zuzüglich 5% Zins ab 25. März 2012 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin D._____ 

abgewiesen. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin D._____ für das ge-

samte Verfahren eine Umtriebs- und Parteientschädigung von Fr. 2'000.– zu 

bezahlen. 

9. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin E._____ wird abgewiesen. 

10. Das bei der Bezirksgerichtskasse lagernde Mobiltelefon Samsung GT-

I8190N, IMEI-Nr. …, wird dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft 

auf erstes Verlangen herausgegeben bzw. nach unbenutztem Ablauf einer 

dreimonatigen Frist der Bezirksgerichtskasse zur gutscheinenden 

Verwendung überlassen. 

 

- 4 - 

11. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf  

Fr. 9'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 10'000.00   Gebühr Vorverfahren; 

Fr. 29'490.80   Auslagen Untersuchung; 

Fr. 1'184.75   diverse Kosten; 

Fr. 150.00   Zeugenentschädigung; 

Fr. 7'797.05   amtliche Verteidigung Untersuchung durch RA X1._____; 

Fr. 9'650.00   amtliche Verteidigung Untersuchung durch RA X._____; 

Fr. 28'000.00   amtliche Verteidigung Akonto RA X._____; 

Fr.    amtliche Verteidigung RA X._____ (ausstehend). 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

12. Die Kosten der Untersuchung, mit Ausnahme von Fr. 1'000.–, sowie die 

Kosten des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amt-

lichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Der Betrag von 

Fr. 1'000.– wird definitiv, die Kosten der amtlichen Verteidigung werden 

einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten bleibt eine Nach-

forderung der Kosten der amtlichen Verteidigung im Sinne von Art. 135 

Abs. 4 StPO. 

Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung durch Rechtsanwalt 

lic. iur. X._____ wird mit separatem Beschluss entschieden. 

13. (Mitteilung) 

14. (Rechtsmittel)" 

 

 

 

- 5 - 

Berufungsanträge: 

a) Der Staatsanwaltschaft (Urk. 156 S. 1): 

1. Der Beschuldigte sei anstelle der versuchten vorsätzlichen Tötung im Sinne 

von Art. 111 StGB des versuchten Mordes im Sinne von Art. 112 StGB 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB zum Nachteil von F._____ schuldig zu sprechen.  

2. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 16 Jahren, einer unbe-

dingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 10.-- sowie einer Busse von 

Fr. 1'000.-- zu bestrafen und 

3. Der Beschuldigte sei zu verwahren. 

4. Im Übrigen sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 16. Dezember 

2015 zu bestätigen. 

b) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 157 S. 1 f.): 

1. Der II. Berufungskläger sei der einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

2. Im Übrigen sei der II. Berufungskläger nebst den bereits in Rechtskraft er-

wachsenen Verurteilungen frei zu sprechen. 

3. Der II. Berufungskläger sei maximal mit einer Freiheitsstrafe von 20 Mona-

ten zu bestrafen und sofort auf freien Fuss zu setzen. 

4. Der II. Berufungskläger sei aufgrund der unschuldig erlittenen Haft im Um-

fang von Fr. 50'800.-- zu entschädigen. 

5. Das Genugtuungsbegehren und das Begehren auf Umtriebsentschädigung 

der Privatklägerin D._____ seien abzuweisen. 

6. Die Kosten des Verfahrens seien angemessen zwischen dem Staat und 

dem II. Berufungskläger aufzuteilen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung 

seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

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7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt) zulasten der  

Vorinstanz bzw. des Staates. 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Zum Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil kann auf die zutreffen-

den Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 142 

S. 6 ff.).  

2. Am 17. Dezember 2015 meldete die Staatsanwaltschaft Berufung gegen das 

vorinstanzliche Urteil an (Urk. 126), und nach Zustellung des begründeten Urteils 

reichte sie dem Obergericht am 20. Juni 2016 die Berufungserklärung ein 

(Urk. 145). Der Beschuldigte liess am 21. Dezember 2015 Berufung anmelden 

(Urk. 127) und am 27. Juni 2016 die Berufungserklärung einreichen (Urk. 146). 

Die Berufungsanmeldungen und -erklärungen erfolgten fristgerecht. 

3. Mit Verfügung vom 28. Juni 2016 wurden die Berufungserklärungen in An-

wendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 StPO sowie Art. 401 StPO der jeweiligen Ge-

genpartei und den Privatklägern zugestellt, um gegebenenfalls Anschlussberu-

fung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die Berufungen zu beantragen. Ver-

schiedenen Geschädigten wurde weiter Frist angesetzt, um zu erklären, ob sie 

den Antrag stellen, dass dem urteilenden Gericht eine Person gleichen Ge-

schlechts angehöre und ob sie für den Fall einer Befragung verlangen, von einer 

Person gleichen Geschlechts einvernommen zu werden (Urk. 148). Die Privatklä-

gerin G._____ beantragte daraufhin mit Schreiben vom 20. Juli 2016, dass dem 

urteilenden Gericht eine Person gleichen Geschlechts angehöre und dass sie für 

den Fall einer Befragung von einer Person gleichen Geschlechts einvernommen 

werde (Urk. 150). Die übrigen Privatkläger liessen sich nicht vernehmen.  

4. Zu Beginn der heutigen Berufungsverhandlung, zu welcher der Staatsanwalt 

Dr. M. Oertle sowie der Beschuldigte in Begleitung seines Verteidigers Rechts-

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anwalt lic. iur. X._____ erschienen sind, waren keine Vorfragen zu entscheiden 

(Prot. II S. 4 ff.).  

II.  Prozessuales 

1. Umfang der Berufung 

1.1. Die Berufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen den Schuldspruch 

hinsichtlich der rechtlichen Würdigung des Tatvorwurfs in Dossier 1 betreffend 

den Tötungsversuch (Ziff. 2 Abs. 1), die Bemessung der Strafe (Ziff. 4 und 5) so-

wie die Nichtanordnung der Verwahrung (Urk. 145). Der Beschuldigte lässt das 

Urteil der Vorinstanz zunächst im Schuldpunkt (Ziff. 2) anfechten, mit Ausnahme 

des Schuldspruchs der mehrfachen einfachen Körperverletzung (Ziff. 2 Abs. 5), 

der mehrfachen Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes (Ziff. 2 Abs. 11) und 

betreffend Exhibitionismus und sexuelle Belästigung zum Nachteil von H._____, 

E._____ und G._____. Weiter ficht der Beschuldigte den Strafpunkt (Ziff. 4 und 5), 

die Zusprechung einer Genugtuung bzw. Entschädigung an die Privatklägerin 

D._____ (Ziff. 7 und 8) sowie die Kostenauflage (Ziff. 12) an (Urk. 146).  

1.2. Damit kann festgehalten werden, dass Dispositiv Ziff. 1, Ziff. 2 Abs. 5, 

2 Abs. 7 (Exhibitionismus zum Nachteil von E._____ und H._____), 2 Abs. 9  

(Sexuelle Belästigung zum Nachteil von G._____), 2 Abs. 11, sowie Ziff. 3, 6, 9, 

10 und 11 nicht angefochten und somit in Rechtskraft erwachsen sind, was vorab 

festzustellen ist (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 402 und 437 StPO). 

2. Formelles 

2.1. Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten 

Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies 

in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit Er-

wähnung findet. 

2.2. Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende 

Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und  

- 8 - 

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss (BGE 141 IV 249 

E. 1.3.1; BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2, je mit Hinweisen). Die Be-

rufungsinstanz kann sich somit auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte 

beschränken. 

3. Antrag des Beschuldigten auf Wechsel der amtlichen Verteidigung 

3.1. Der Beschuldigte stellte eingangs der Berufungsverhandlung den Antrag 

auf Wechsel der amtlichen Verteidigung. Sein Verteidiger sei erst einen Tag vor 

der wichtigen Berufungsverhandlung bei ihm vorbeigekommen. Er habe die Un-

terlagen nur kurz studieren können. Er habe kein Vertrauen mehr und wolle einen 

anderen Anwalt (Prot. II S. 5). Der Verteidiger äusserte sich nicht zum Antrag des 

Beschuldigten (Prot. II S. 6).  

3.2. Wenn das Vertrauensverhältnis zwischen der beschuldigten Person und  

ihrem amtlichen Verteidiger erheblich gestört oder eine wirksame Verteidigung 

aus anderen Gründen nicht mehr gewährleistet ist, wird die amtliche Verteidigung 

einer anderen Person übertragen. (Art. 134 Abs. 2 StPO). Die Störung des Ver-

trauensverhältnisses muss nicht bewiesen, aber glaubhaft gemacht werden, wo-

bei dies mit konkreten und nachvollziehbaren Hinweisen zu geschehen hat und 

eine ausschliesslich subjektiv geprägte Beurteilung der beschuldigten Person 

nicht genügt (N. Schmid, StPO Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich 2013, 

Art. 134 N 2). 

3.3. Der Beschuldigte machte einzig geltend, er habe zu wenig Zeit gehabt, vor 

der Berufungsverhandlung die Unterlagen zu studieren. Vor dem Hintergrund, 

dass im Berufungsverfahren kein Wechsel der Verteidigungstaktik stattfand, wel-

cher eine umfassend neue und ausführliche Instruktion erforderlich gemacht hät-

te, ist nicht ersichtlich, weshalb der Verteidiger im Vorfeld der Berufungsverhand-

lung ein weiteres Mal das Gespräch mit dem Beschuldigten hätte suchen müssen. 

Die Besprechung des amtlichen Verteidigers mit dem Beschuldigten dauerte in 

der Folge rund zweieinhalb Stunden (Urk. 158 S. 2), was in zeitlicher Hinsicht 

nicht zu beanstanden ist. Aus den "Unterlagen" der Verteidigung – gemeint ist 

wohl das Plädoyer – geht denn auch nichts Neues hervor, was dem Beschuldig-

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ten nicht bekannt gewesen sein muss oder seinen Interessen zuwider laufen wür-

de. Ausserdem hatte der Beschuldigte an der Berufungsverhandlung ausgiebig 

Gelegenheit, sich im Rahmen seiner Einvernahme sowie im Schlusswort selber 

zu äussern. Die Befragung dauerte knapp zwei Stunden. Inhaltliche Unstimmig-

keiten zwischen den Aussagen des Beschuldigten und dem Plädoyer des Vertei-

digers sind nicht ersichtlich. Zusammenfassend ist kein objektiver Grund ersicht-

lich, welcher für ein erschüttertes Vertrauensverhältnis zwischen dem Beschuldig-

ten und seinem Verteidiger spricht. Dass sich der Beschuldigte subjektiv offenbar 

zu wenig ernst genommen fühlt, wenn der Verteidiger ihn erst einen Tag vor der 

Berufungsverhandlung besucht, genügt nicht. Der Antrag auf Wechsel der amt-

lichen Verteidigung ist abzuweisen.  

III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung 

A. Vorwurf gemäss Dossier 1: Delikte zum Nachteil von F._____ 

1. Sachverhalt 

1.1. Ausgangslage 

1.1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, am 

8. Oktober 2013 die Privatklägerin F._____ im Zimmer … des Hotels  

I._____ mit einer Hand vorne am Hals gepackt, sie aufs Bett geworfen und sie 

sodann von vorne mit beiden Händen gewürgt zu haben, wobei er ihr, als sie ge-

schrien habe, damit gedroht habe, sie umzubringen, und ihr den Zeige- und Mit-

telfinger in den Hals gesteckt habe, woraufhin die Privatklägerin F._____ aus dem 

Mund geblutet habe. Alsdann habe der Beschuldigte den Druck am Hals der Letz-

teren während einer nicht bekannten Zeit so massiv verstärkt, dass sie keine Luft 

mehr bekommen und gedacht habe, sie müsse sterben, ein "Klicken" im Hals ge-

hört habe, ihr schwarz vor Augen geworden sei und sie für kurze Zeit weggetreten 

sei. In der Folge habe er sowohl die Privatklägerin F._____ als auch sich selbst 

bis auf die Socken ausgezogen, wobei er die Privatklägerin zwischendurch immer 

wieder am Hals festgehalten habe, woraufhin er sie aufs Bett gestossen und sie 

erneut während einer nicht bekannten Zeitspanne gewürgt habe, sodass sie wie-

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der keine Luft bekommen habe. Als die Privatklägerin F._____ versucht habe, ihn 

wegzustossen, habe er diese zudem mit der Faust gegen den Mund geschlagen. 

Von diesem Angriff habe sich die Privatklägerin F._____ massenhaft feine Punkt-

blutungen in der Gesichtshaut, je eine Punktblutung im rechten und linken Gehör-

gang, punktförmige bis kleinfleckige Bindehautein- bzw. -unterblutungen in beiden 

Augen, je einen Bluterguss im linken und rechten Augapfel, eine 1.5 cm durch-

messende, geschwollene, gerötete und teils eingeblutete Schleimhautläsion an 

der Oberlippeninnenseite, eine an der rechten Wange zwischen Ohr und Mund-

winkel bogenförmig verlaufende, ca. 3 cm x 0.5 cm messende, oberflächliche, ge-

rötete, kratzerartige Hautabschürfung, eine ca. 2 cm x 0.2 cm messende, quer zur 

Körperlängsachse verlaufende, oberflächliche, gerötete, kratzerartige Hautab-

schürfung in der Mitte der Stirn, mehrere vorwiegend streifenförmige, teils flecken-

förmige, Hautrötungen sowie rote Hauteinblutungen sowie feine, oberflächliche, 

kratzerartige Hautabschürfungen an beiden Halsaussenseiten und der Halsvor-

derseite, zwei feine, von innen oben nach unten aussen verlaufende, je ca. 2 cm 

lange, kratzerartige Hautrötungen an der linken Schultervorderseite sowie eine 

feine, ca. 12 cm lange, kratzerartige Hautrötung an der rechten Oberschenkelvor-

der- bzw. -innenseite zugezogen, wobei der Beschuldigte diese Verletzungen 

bzw. die damit zusammenhängenden Schmerzen gewollt oder zumindest in Kauf 

genommen habe. Durch sein Verhalten habe der Beschuldigte dabei nicht nur 

bewusst eine in rücksichtsloser Weise hervorgerufene, unmittelbare, sittlich zu 

missbilligende und ohne jeden vernünftigen Grund bewirkte sowie durch nichts zu 

rechtfertigende Gefahr für Leib und Leben der Privatklägerin F._____ bewirkt, 

sondern zudem um die möglicherweise tödlichen Folgen für Letztere gewusst, 

wobei er diese Folgen auch gewollt oder zumindest in Kauf genommen habe. 

Diese Tat sei insbesondere deshalb besonders skrupellos gewesen, weil der Be-

schuldigte die Privatklägerin F._____ aus völlig nichtigem Anlass zu töten ver-

sucht habe, er Letztere im Rahmen der Tat zum blossen Objekt seiner Wut und 

Gereiztheit gemacht habe und diese, nachdem sie sich auf sexuelle Handlungen 

mit ihm eingelassen gehabt habe, unter Ausnutzung ihrer Ahnungs- und Wehrlo-

sigkeit, namentlich auch ihrer körperlichen Unterlegenheit, plötzlich aus heiterem 

Himmel heimtückisch zu töten versucht habe (D1 Urk. 52 S. 3 f.). 

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Im Anschluss an den vorstehend beschriebenen tätlichen Übergriff habe der Be-

schuldigte versucht, anal in die auf dem Rücken liegende Privatklägerin F._____ 

einzudringen, was ihm jedoch nicht gelungen sei. Daraufhin habe er die Privatklä-

gerin F._____ auf den Bauch gedreht, sie dabei gleichzeitig am Hals gehalten und 

von ihr verlangt hinzuknien, welcher Aufforderung Letztere nachgekommen sei. 

Sodann habe er sie mit der Hand am Genick festgehalten, sie gegen das Bett ge-

drückt und sie auf diese Weise fixiert, sodass er mit dem Penis in ihren After habe 

eindringen können. In der Folge habe er die Privatklägerin F._____ wieder auf 

den Rücken gedreht, habe sich auf sie gelegt und sei mit seinem Glied vaginal in 

sie eingedrungen, während er sie nach wie vor am Hals festgehalten habe. Als-

dann habe er seinen Penis herausgezogen und versucht, ihn der Privatklägerin 

F._____ in den Mund zu stecken, worauf diese jedoch ihren Kopf weggedreht ha-

be, sodass der Beschuldigte auf ihre Brust bzw. ihren Bauch ejakuliert habe. 

Während des sexuellen Übergriffs habe sich die Privatklägerin F._____ zwar ge-

wehrt und die Beine gedreht, um den Beschuldigten daran zu hindern, in sie ein-

zudringen, dies sei ihr jedoch nicht gelungen. Zudem sei sie aufgrund der vorgän-

gig erfahrenen heftigen Gewaltanwendung nicht mehr in der Lage gewesen, er-

folgreich Widerstand zu leisten. Bei seinem Handeln sei der Beschuldigte mit 

Wissen und Willen vorgegangen, wobei ihm namentlich der den sexuellen Hand-

lungen entgegenstehende Wille der Privatklägerin F._____ bekannt gewesen sei. 

Dabei habe er insbesondere deshalb grausam gehandelt, weil er die Privatkläge-

rin F._____ unmittelbar zuvor und in engstem Zusammenhang beinahe zu Tode 

gewürgt habe, sodass die gegen Letztere erzwungenen sexuellen Handlungen für 

sie psychisch in besonderem Masse brutal und gefühllos erschienen seien (D1 

Urk. 52 S. 4 f.). 

1.1.2. Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, anerkennt der Beschuldig-

ten den vorstehend wiedergegebenen Anklagesachverhalt insofern, als er zugibt, 

mit der Privatklägerin F._____ in ihrem Zimmer im Hotel I._____ Geschlechtsver-

kehr sowie eine tätliche und verbale Auseinandersetzung gehabt zu haben 

(Urk. 142 S. 11). Auf dieses Zugeständnis des Beschuldigten kann abgestellt 

werden. 

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Hingegen bestreitet der Beschuldigte auch im Berufungsverfahren, die Privatklä-

gerin gewürgt zu haben, und stellt eine Tötungsabsicht klar in Abrede. Ausserdem 

bestreitet der Beschuldigte, die sexuellen Handlungen gegen den Willen der Pri-

vatklägerin F._____ vorgenommen zu haben. Man könne nicht gegen den Willen 

einer Person Sex in vier verschiedenen Positionen haben. Er habe nach dem Sex 

bemerkt, dass die Privatklägerin bei seinen Sachen gewesen sei. Sie habe dann 

versucht, ihn aus dem Zimmer zu werfen, da er gesagt habe, er rufe die Polizei. 

Er vermute, dass sie gestritten hätten, wie wisse er nicht. Er habe zu Beginn der 

Untersuchung aufgrund seiner Verwirrung Druck gespürt. Er habe auch Angst ge-

habt wegen seines Drogenzustandes. Er habe alles akzeptiert um zu kooperieren 

(Urk. 155 S. 7 ff.).  

Die Verteidigung führte dazu anlässlich der Berufungsverhandlung aus, dass es 

aufgrund der Anzahl und Länge wie auch aufgrund der über den langen Zeitraum 

erfolgten Einvernahmen beim Beschuldigten zu mehr widersprüchlichen Aussa-

gen gekommen sei, sei naheliegend und wenig überraschend. Die Aussagen des 

Beschuldigten würden klar darauf hindeuten, dass er keine richtige Erinnerung an 

die Ereignisse gehabt habe. Er habe die Erinnerungslücken nicht zu seinen Guns-

ten erfunden, sondern habe sich tatsächlich zu Beginn des Ermittlungsverfahrens 

nicht erinnern können. Sein Erinnerungsvermögen sei erst im Verlauf des Ermitt-

lungsverfahrens, nämlich nach wiederholter Auseinandersetzung mit dem damali-

gen Ereignis allmählich zurückgekommen. Geradezu willkürlich erscheine die 

Grenzziehung, welche die Vorinstanz bei den Aussagen der Privatklägerin vorge-

nommen habe. Während sie auf gewisse Aussagen der Privatklägerin nicht ab-

stütze, erhebe sie sämtliche übrigen Aussagen der Privatklägerin zur unumstritte-

nen Wahrheit und beurteile den Sachverhalt deshalb als erstellt. Dass die Privat-

klägerin nachweislich mehrmals bewusst gelogen habe, habe die Vorinstanz nicht 

in Betracht gezogen. Auch der Umstand, dass die körperliche Untersuchung der 

Privatklägerin keinerlei Spuren von gewaltsamem Sex zu Tage gebracht habe, 

spreche klar gegen die Version der Privatklägerin. Die Vorinstanz stütze sich auf 

die Aussagen des Beschuldigten in der Hafteinvernahme vom 10. Oktober 2013. 

Der Beschuldigte habe sich damals in einer Ausnahmesituation befunden. Er sei 

das erste Mal in seinem Leben verhaftet worden und sei sich nicht sicher ge-

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wesen, ob er in der besagten Nacht etwas angestellt habe. Ob der Beschuldigte 

zu diesem Zeitpunkt noch an den Spätfolgen der Drogeneinnahme gelitten habe, 

wisse man nicht, müsse aber als Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Weiter 

würden widersprüchliche Gutachten vorliegen. Im Bericht des USZ vom 

30. Oktober 2013 werde festgehalten, die Privatklägerin habe keine lebensbedro-

henden Verletzungen erlitten. Während dem Würgen könne Lebensbedrohung 

bestanden haben. Die Privatklägerin hätte sich nicht in Lebensgefahr befunden, 

wenn keine ärztliche Behandlung erfolgt wäre und sie werde keine bleibenden 

Schäden davontragen. Dieser Bericht, welcher kurze Zeit nach dem Ereignis ge-

stützt auf die unmittelbar nach dem Ereignis aufgrund der Untersuchung gewon-

nenen Erkenntnisse verfasst worden sei, stehe mit dem Gutachten, auf welches 

sich die Vorinstanz stütze im Widerspruch, da es von einer bloss theoretisch mög-

lichen Lebensgefahr im Tatzeitpunkt ausgehe. Es könne nicht zwingend von einer 

unmittelbaren Lebensgefahr ausgegangen werden. Auch der erste Bericht enthal-

te entgegen der Vorinstanz eine Beurteilung einer möglichen Lebensgefährdung 

im Tatzeitpunkt. Zusammenfassend sei festzuhalten, dass aufgrund der fehlenden 

Verlässlichkeit der Aussagen der Privatklägerin, der entgegenstehenden Aus-

sagen des Beschuldigten und der widersprechenden medizinischen Gutachten 

der Sachverhalt zu wenig erstellt sei, um gestützt darauf den Tatbestand der ver-

suchten vorsätzlichen Tötung als erfüllt zu beurteilen (Urk. 157 S. 6 ff.).  

1.1.3. Zur Erstellung des Anklagesachverhalts sind die folgenden Beweismittel zu 

würdigen: Aussagen der Privatklägerin (D1 Urk. 15/1, 15/3 und 15/7), das Gutach-

ten des Instituts für Rechtsmedizin (D1 Urk. 28/11) sowie die weiteren medizini-

schen Berichte (D1 Urk. 28/3 und 28/10), die Fotodokumentation der Verletzun-

gen der Privatklägerin (D1 Urk. 2 und 3) sowie schliesslich die Aussagen des Be-

schuldigten (D1 Urk. 14/1, 14/2, 14/5, 14/11, 14/14, 14/17, 14/20; Urk. 113; 

Urk. 155). 

Die Vorinstanz hat die Aussagen der Privatklägerin und des Beschuldigten wie 

auch die Erkenntnisse aus den medizinischen Gutachten zutreffend und um-

fassend wiedergegeben. Darauf kann zur Vermeidung von Wiederholungen ver-

wiesen werden (Urk. 142 S. 12-25). Im Anschluss daran hat die Vorinstanz Erwä-

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gungen zur Verwertbarkeit der Beweismittel getätigt und geschlossen, dass der 

Verwertbarkeit der Aussagen des Beschuldigten und der Privatklägerin, der ärztli-

chen Berichte der Klinik für Unfallchirurgie und des Gutachtens des Instituts für 

Rechtsmedizin sowie der Fotodokumentation der Verletzungen der Privatklägerin 

nichts entgegensteht (Urk. 142 S. 25 f.). Dieser Schlussfolgerung der Vorinstanz 

ist nichts hinzuzufügen. 

1.2. Beweiswürdigung 

1.2.1. Objektiver Anklagesachverhalt 

1.2.1.1. Mit der Vorinstanz und entgegen der amtlichen Verteidigung kann die all-

gemeine Glaubwürdigkeit der Privatklägerin nicht als beeinträchtigt bezeichnet 

werden. Die Vorinstanz hat zwar richtigerweise aufgezeigt, dass die Privatklägerin 

zum Grund ihres Aufenthalts in der Schweiz wohl die Unwahrheit gesagt hat, ist 

doch aufgrund der gesamten Umstände wahrscheinlicher, dass die Privatklägerin 

hier als Prostituierte tätig war und das Land nicht als Touristin besuchte (vgl. 

Urk. 142 S. 27). Dies führt jedoch nicht dazu, dass die Privatklägerin als Person 

unglaubwürdig ist. Ausserdem kommt es vielmehr als auf die Glaubwürdigkeit der 

Privatklägerin auf die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen insbesondere zum eigentli-

chen Kerngeschehen an. 

1.2.1.2. Zu diesem Kerngeschehen – dem tätlichen Übergriff des Beschuldigten 

und den Sexualdelikten – sagte die Privatklägerin denn auch weitgehend wider-

spruchsfrei aus. Auffallend ist, dass die Privatklägerin immer wieder ausserge-

wöhnliche Details nannte. Sie führte aus, der Beschuldigte sei sehr durcheinander 

gewesen und habe gesagt, er möchte sie umbringen. Dies habe er in einem 

strengen und lauten Ton gesagt. Es sei wie der Teufel gewesen (D1 Urk. 15/7 

S. 9). Das erste Mal habe sie geschrien und dann auf Deutsch "Hilfe" gesagt (D1 

Urk. 15/7 S. 10). Der Beschuldigte habe sie immer von vorne gehalten und ge-

würgt. Am Schluss sei ihr Kopf seitlich und der vordere Teil des Halses, also die 

Luftröhre, auf der Matratze gelegen. Sie habe dann etwas wie ein "Klick" gehört 

(D1 Urk. 15/7 S. 11). Sie habe einen Stuhl nehmen wollen, habe aber keine Kraft 

gehabt, den Stuhl zu heben (D1 Urk. 15/7 S. 11). Der Beschuldigte habe sie bis 

- 15 - 

auf die Socken ausgezogen (D1 Urk. 15/7 S. 13). Die Hosen seien so weit gewe-

sen, dass er sie zusammen mit den Unterhosen runtergezogen habe (D1 

Urk. 15/7 S. 14). Weiter konnte die Privatklägerin detailliiert beschreiben, wie der 

Beschuldigte sie gewürgt hatte. Er habe sie von vorne gepackt. Ihr Hals sei zwi-

schen seinem Daumen auf der einen Seite und seinen Fingern auf der anderen 

Seite gewesen. Sie wisse, dass er sie so gehalten habe und am meisten vorne 

bei der Gurgel. Auf dem Bett habe er sie von vorne mit beiden Händen gewürgt. 

Er habe schon fest gedrückt, aber sie habe immer wieder atmen können, weil sie 

sich immer wieder gedreht habe. Die Hand des Beschuldigten sei nie ganz von ih-

rem Hals weggekommen. Sie habe ein bisschen Luft bekommen beim Kampf mit 

ihm, am Schluss habe sie aber keine Luft mehr bekommen. Hätte sie nicht ge-

kämpft, hätte sie von Anfang an keine Luft bekommen (D1 Urk. 15/7 S. 12). Wei-

ter erläuterte die Privatklägerin anschaulich, wie der Beschuldigte auf ihrem 

Brustkorb gesessen sei, ein Knie links und eines rechts von ihrem Körper (D1 

Urk. 15/7 S. 12 f.). Die Privatklägerin belastete den Beschuldigten sodann oftmals 

nur sehr zurückhaltend und neigte keinesfalls dazu, das Geschehene zu dramati-

sieren. Der Beschuldigte habe sie nur am Hals gedrückt, nicht geschlagen oder 

so etwas (D1 Urk. 15/7 S. 9). Als er sie ausgezogen habe, habe er sie nicht so 

fest am Hals gehalten (D1 Urk. 15/7 S. 13). Als er vaginal eingedrungen sei, habe 

er sie nur am Hals gehalten und nicht gewürgt. Er habe sie gewürgt, bis es zur 

Vergewaltigung gekommen sei, danach habe er sie nur noch am Hals gehalten 

(D1 Urk. 15/7 S. 18). Ebenfalls differenziert und anschaulich schilderte die Privat-

klägerin den Ablauf des sexuellen Übergriffs. Der Beschuldigte habe auf Spanisch 

zu ihr gesagt, er wolle jetzt Sex. Sie sei quer in der Mitte auf dem Rücken auf dem 

Bett gelegen. Er habe versucht, anal einzudringen, habe es aber nicht geschafft. 

Er habe geschrien, er wolle das und sie habe zu ihm gesagt, er solle sie in Ruhe 

lassen. Er habe sie von hinten am Hals gehalten und gedreht, so dass sie nach-

her auf dem Bauch gelegen sei. Er habe zu ihr gesagt, sie solle auf die Knie ge-

hen. Sie sei gekniet und der Oberkörper sei flach auf dem Bett gelegen und ihr 

Kinn habe das Bett berührt. Er habe sie dabei mit einer Hand am Genick festge-

halten und gegen das Bett gedrückt (D1 Urk. 15/7 S. 16). Er habe sie so fixiert 

und sei dann mit seinem Penis auch in sie eingedrungen. Dann habe er sie um-

- 16 - 

gedreht und sei vaginal eingedrungen, habe den Penis dann aber wieder rausge-

zogen und ihn ihr in den Mund geben wollen. Sie sei mit dem Kopf weggegangen 

und er habe auf ihre Brust/ihrem Bauch ejakuliert (D1 Urk. 15/7 S. 17). Die kleine-

ren Abweichungen in den Aussagen der Privatklägerin betreffend Entkleiden und 

Reihenfolge der sexuellen Handlungen ändern nichts daran, dass die Aussagen 

der Privatklägerin grundsätzlich als äussert glaubhaft zu bezeichnen sind. Gerin-

ge Abweichungen in Aussagen sind vollkommen normal und lassen diese weder 

stereotyp noch einstudiert wirken. Die weiteren Einwände der Verteidigung hat 

bereits die Vorinstanz zutreffend entkräftet (D1 Urk. 142 S. 29 f.). So kann einer-

seits nicht gesagt werden, das Zimmer habe keinerlei Kampfspuren aufgewiesen, 

waren auf dem Bett doch nicht unerhebliche Blutflecken vorhanden (D1 Urk. 3). 

Weiter habe der gesamte Übergriff auf dem Bett stattgefunden, so dass es nicht 

erstaunt, dass im Zimmer der Privatklägerin keine weiteren Spuren eines Kamp-

fes zu finden waren. Auch dass die Privatklägerin lieber wieder ins Hotel I._____ 

zurückkehrte und nicht in ein Frauenhaus gehen wollte, macht ihre Aussagen kei-

nesfalls unglaubhaft. Vielmehr ist verständlich, dass die Privatklägerin in der Nähe 

ihrer Freundin sein wollte und sich wohl auch wegen des wahren Grunds ihres 

Aufenthalts bei den Behörden unwohl fühlte. Auch dass die Privatklägerin das 

Vorgefallene nicht gleich gegenüber dem Nachtwächter erwähnte, bedeutet kei-

nesfalls, dass es sich nicht so ereignet hätte, wie die Privatklägerin dies schilder-

te. Die Privatklägerin war offenbar gemäss Aussagen des Nachtwächter J._____ 

zunächst auch in einem schlechten Zustand und konnte nicht gut sprechen 

(D1 Urk. 16/14 S. 4 f.). Dies bestätigte auch die Freundin der Privatklägerin,  

K._____, in ihrer Zeugeneinvernahme (D1 Urk. 16/4 S. 4 ff.). Zusammenfassend 

ist festzuhalten, dass die Privatklägerin F._____ glaubhaft ausgesagt hat. Auf ihre 

Schilderungen kann abgestellt werden. 

1.2.1.3. Der Beschuldigte gab im Laufe der Untersuchung zahlreiche Versionen 

des Tatablaufs zu Protokoll. Auffallend ist dabei insbesondere, dass er seinen 

Tatbeitrag je länger je mehr abschwächte und die Schuld an der Auseinander-

setzung letztlich gänzlich der Privatklägerin zuschob. In der ersten ausführlichen 

Hafteinvernahme vom 10. Oktober 2013 führte er zunächst nur allgemein aus, 

wenn jemand Drogen oder Alkohol konsumiert habe, würden die Prostituierten nur 

- 17 - 

das Geld nehmen und nichts bieten (D1 Urk. 14/1 S. 6). Weiter erklärte der Be-

schuldigte, er wisse, dass sie etwas gemacht hätten. Er wisse auch, dass sie das 

nicht gewollt habe. Sie hätten ein Missverständnis gehabt wegen dem Geld. Er 

habe der Privatklägerin Geld geboten, damit diese nichts sage (D1 Urk. 14/1 

S. 6/8). In der staatsanwaltlichen Einvernahme vom 28. Mai 2014 gab er an, die 

Privatklägerin habe ihn bestehlen wollen, woraufhin es zu einer Auseinanderset-

zung zwischen ihnen gekommen sei, in deren Verlauf er tätlich geworden sei, wo-

gegen sich die Privatklägerin F._____ aus Schuldbewusstsein kaum gewehrt ha-

be (D1 Urk. 14/11 S. 3 f.). Anlässlich der staatsanwaltlichen Einvernahmen vom 

7. Juli 2014, 3. September 2014 sowie 6. Mai 2015 gab der Beschuldigte dagegen 

neu an, die Privatklägerin F._____ sei wie eine Furie auf ihn losgegangen, als er 

sie damit konfrontiert habe, dass sie ihn habe bestehlen wollen. Er habe sich le-

diglich verteidigen wollen, wobei er die Privatklägerin wohl auf übertriebene Art 

und Weise am Hals gepackt und zugedrückt habe (D1 Urk. 14/14 S. 7 ff.; D1 

Urk. 14/17 S. 2 ff.; D1 Urk. 14/20 S. 3, 9). Dieses widersprüchliche Aussagever-

halten des Beschuldigten gipfelte darin, dass er sich vor Vorinstanz gar auf den 

Standpunkt stellte, er habe die Privatklägerin nie gewürgt, sondern nur von sich 

ferngehalten. Die Privatklägerin sei zuerst auf ihn losgegangen (Urk. 113 

S. 9/11 f.). Dass diese letzte Aussage des Beschuldigten nicht nur unglaubhaft, 

sondern in Anbetracht der eindeutigen festgestellten Verletzungen der Privatklä-

gerin auch aktenwidrig ist, hat bereits die Vorinstanz zutreffend erkannt (Urk. 142 

S. 32). Weiter gab der Beschuldigte an, sich aufgrund seines Drogenkonsums nur 

schlecht zu erinnern und führte immer wieder Erinnerungslücken an. Er habe sehr 

viel Alkohol konsumiert und Halluzinationen gehabt, weshalb er sich nur noch an 

einzelne Fragmente erinnern könne (Urk. 113 S. 7). Dabei sticht ins Auge, dass 

der Beschuldigte sich mehrheitlich an ihn belastende Momente nicht zu erinnern 

vermögen will, während er entlastende Umstände und das von ihm geltend ge-

machte Fehlverhalten der Privatklägerin durchaus detailliert beschreiben kann. Er 

kann den gesamten Ablauf des Tatabends ausführlich beschreiben (vgl. D1 

Urk. 14/12 S. 3), erinnert sich genau, die Privatklägerin bezahlt und in ihrem Zim-

mer Fanta getrunken zu haben (Urk. 113 S. 7), weiss, dass "normale" sexuelle 

Handlungen stattgefunden haben und wie er danach ins Badezimmer gegangen 

- 18 - 

sei (Urk. 113 S. 8 f.). Verschwommen ist seine Erinnerung hingegen betreffend 

den tätlichen Übergriff. Ein solch selektiver Erinnerungsverlust ist auch unter Be-

rücksichtigung eines im Tatzeitpunkt vorhandenen Rauschzustandes wenig 

glaubhaft. Es macht vielmehr den Anschein, als habe der Beschuldigte seine 

Aussagen jeweils geschickt dem Stand der Untersuchung angepasst, was er 

sinngemäss auch eingesteht, indem er an der Berufungsverhandlung ausführte, 

er habe sich lange mit dem Thema beschäftigt, es hätten sich viele Sachen nicht 

so abgespielt, man müsse auf die Beweise abstellen (Urk. 155 S. 13). Das Aus-

mass des Rauschzustandes scheint der Beschuldigte ebenfalls zu seinen Guns-

ten auszulegen. Er schiebt ein allfälliges Fehlverhalten seinerseits auf den Dro-

genrausch, ist aber offenbar noch derart bei Sinnen, dass er die Privatklägerin bei 

einem heimlichen Diebstahl habe beobachten können und er soweit denkt, das 

blutige Kissen mitzunehmen, damit er keine Probleme bekommt. Es muss sicher 

davon ausgegangen werden, dass eine gewisse Intoxikation mutmasslich durch 

LSD und Alkohol vorhanden war, diese jedoch nicht derart gravierend bestanden 

hat, wie der Beschuldigte darzulegen versuchte. Anzeichen, wonach der Beschul-

digte bei der ersten Hafteinvernahme stark unter Druck gesetzt worden sei, wie er 

erstmals vor Vorinstanz ausführte (Urk. 113 S. 9), bestehen sodann keine. Der 

Verteidiger war bei dieser Einvernahme anwesend und hätte mit Sicherheit ein-

gegriffen, wenn aus seiner Sicht zu viel Druck auf den Beschuldigten ausgeübt 

worden wäre. Dass der Beschuldigte wie von der Verteidigung aufgeworfen bei 

dieser Einvernahme möglicherweise noch unter Drogeneinfluss gestanden hatte, 

kann ausgeschlossen werden, immerhin wurde er verhaftet, als er seiner Arbeit 

als Kranführer nachging. Er fühlte sich mithin so gut, dass er die anspruchsvolle 

Arbeit eines Kranführers ausführen konnte (Urk. 155 S. 6). Auf die erste Haftein-

vernahme und die darin enthaltenen Zugeständnisse des Beschuldigten kann voll 

abgestellt werden. Dem Beschuldigten wurden anlässlich dieser Hafteinvernahme 

offene Fragen gestellt, auf welche er jeweils sehr ausführliche Antworten gab. Es 

ist auch nicht so, dass er bedingungslos alle Vorhalte anerkannte, sondern er 

machte Zugaben, wies aber gewisse Vorwürfe auch dezidiert von sich (vgl. D1 

Urk. 14/1). Es kann nicht die Rede davon sein, dass der Beschuldigte alles aner-

kannte, um zu kooperieren, wie er an der Berufungsverhandlung vorbrachte 

- 19 - 

(Urk. 155 S. 8). Diese ersten Aussagen des Beschuldigten wirken authentisch und 

glaubhaft, weshalb auf sie abzustellen ist. Später folgte ein eigentlicher Bruch im 

Aussageverhalten des Beschuldigten, welcher weder mit den vorgebrachten Erin-

nerungslücken, noch mit Druck oder Verwirrung anlässlich der ersten Einvernah-

me zu erklären ist. Es ist schlicht nicht ersichtlich, weshalb der Beschuldigte, wel-

cher sich sonst umfassend äusserte, den von ihm geltend gemachten Diebstahl 

bzw. Diebstahlsversuch durch die Privatklägerin nicht schon in der ersten Einver-

nahme erwähnt hatte. Die Erklärung des Beschuldigten für die Auseinanderset-

zung mit der Privatklägerin ist nachgeschoben und muss als Schutzbehauptung 

qualifiziert werden. Insgesamt vermögen die späteren Aussagen des Beschuldig-

ten die glaubhafte Darstellung der Privatklägerin nicht zu entkräften.  

1.2.1.4. Letztlich lassen sich die Ausführungen der Privatklägerin auch mit den 

Erkenntnissen der Klinik für Unfallchirurgie des Universitätsspitals Zürich vom 

8. Oktober 2013 und 30. Oktober 2013 (D1 Urk. 28/3 und 10) und dem Gutachten 

des Instituts für Rechtsmedizin vom 15. Januar 2014 (D1 Urk. 28/11) zwanglos in 

Einklang bringen. Insbesondere das Hämatom an der Stimmlippe links sowie die 

diskreten punktförmigen bzw. kleinflächigen Blutungen an der Rachenhinterwand, 

welche als direkte Folge einer Kehlkopf- bzw. Halskompression zu sehen seien, 

würden aus rechtsmedizinischer Sicht auf eine erhebliche Gewalteinwirkung hin-

deuteten. Zudem belegten die Schluckbeschwerden der Privatklägerin nach dem 

Vorfall sowie die deutlich ausgeprägten stauungsbedingten Blutungen im Kopfbe-

reich eine unmittelbar lebensgefährliche Durchblutungsstörung des Gehirns (D1 

Urk. 28/11 S. 5). Mit der Vorinstanz sind die Feststellung im Gutachten von Prof. 

Dr. med. L._____ einerseits, wonach sich die Privatklägerin im Zeitpunkt des 

Würgens in unmittelbarer Lebensgefahr befand, und diejenige von Oberärztin 

Dr. med. M._____ andererseits, dass im Zeitpunkt der Untersuchungen keine Le-

bensgefahr bestanden habe und auch nicht mit bleibenden Schäden zu rechnen 

sei, nicht als widersprüchlich anzusehen. Dass im Untersuchungszeitpunkt keine 

Lebensgefahr für die Privatklägerin bestanden hatte, schliesst das Vorliegen einer 

unmittelbaren und konkreten Lebensgefahr im Zeitpunkt der Tat nicht aus. Auch 

dass die untersuchende Ärztin Dr. med. M._____ die Frage, ob sich das Opfer zu 

irgend einem Zeitpunkt in einer unmittelbaren Lebensgefahr befunden habe, da-

- 20 - 

hingehend beantwortete, dass zum Zeitpunkt des Würgevorgangs eine mögliche 

Lebensbedrohung vorgelegen haben könnte, widerspricht dem Gutachten des In-

stituts für Rechtsmedizin nicht, zumal es nicht Aufgabe der untersuchenden Ärztin 

ist, ein Gutachten zum Tathergang zu erstellen. Gestützt auf das schlüssige Gut-

achten des Instituts für Rechtsmedizin vom 15. Januar 2014 ist erstellt, dass für 

die Privatklägerin im Tatzeitpunkt eine unmittelbare und konkrete Lebensgefahr 

bestanden hatte.  

1.2.1.5. Der objektive Anklagesachverhalt ist aufgrund der glaubhaften Aussagen 

der Privatklägerin erstellt. Weiter decken sich diese Aussagen mit den medizini-

schen Berichten bzw. dem rechtsmedizinischen Gutachten und weitgehend auch 

mit den Schilderungen des Beschuldigten anlässlich der ersten Hafteinvernahme 

vom 10. Oktober 2013. Die späteren Aussagen des Beschuldigten und Einwände 

der Verteidigung vermögen die glaubhafte Darstellung der Privatklägerin nicht zu 

entkräften.  

1.2.2. Subjektiver Anklagesachverhalt 

1.2.2.1. Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass sich betreffend den sub-

jektiven Sachverhalt Tat- und Rechtsfragen überschneiden (Urk. 142 S. 35). An 

dieser Stelle wird daher nur kurz auf den subjektiven Sachverhalt eingegangen, 

vertiefter hernach bei der rechtlichen Würdigung. 

1.2.2.2. Die Privatklägerin beschrieb die Handlungen des Beschuldigten so, dass 

dieser sie plötzlich am Hals gepackt und mit der Zeit immer fester zugedrückt ha-

be, wobei sie nur deshalb immer wieder Luft bekommen habe, weil sie sich zu 

wehren versucht und sich hin und her gewunden habe. Weiter habe der Beschul-

digte ihr den Kopf über längere Zeit in die Matratze gedrückt, so dass sie kurzzei-

tig das Bewusstsein verloren habe. Sie habe ein "Knacksen" im Hals festgestellt. 

Sie habe gedacht, sie müsse sterben (D1 Urk. 15/1 S. 4, 7; D1 Urk. 15/3 S. 4 f., 7; 

D1 Urk. 15/7 S. 9 ff., 12, 15 f., 21, 22 f.). Diese Ausführungen der Privatklägerin 

sind glaubhaft und mit dem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin vom 

15. Januar 2014 in Einklang zu bringen, welches aufgrund des Verletzungsbildes 

auf eine erhebliche Gewalteinwirkung sowie auf eine unmittelbar lebens-

- 21 - 

gefährliche Durchblutungsstörung des Gehirns schliesst (D1 Urk. 28/11 S. 5). 

Zum sexuellen Übergriff erklärte die Privatklägerin, sie habe dem Beschuldigten 

gesagt, er solle sie in Ruhe lassen. Er müsse gewusst haben, dass sie die Hand-

lungen nicht gewollt habe. Sie habe zudem versucht, sich zu wehren (D1 

Urk. 15/3 S. 8; D1 Urk. 15/7 S. 16, 18, 25). Auch auf diese Darstellung der Privat-

klägerin kann ohne weiteres abgestellt werden. 

1.2.2.3. Der Beschuldigte gab immer wieder an, er habe die Privatklägerin weder 

töten noch verletzen wollen (D1 Urk. 14/1 S. 6, 18; D1 Urk. 14/2 S. 3; D1 

Urk. 14/17 S. 2; D1 Urk. 14/20 S. 3, 8; Urk. 113 S. 16). Zunächst führte der Be-

schuldigte sodann aus, er wisse nicht, was passiere, wenn man jemanden würge, 

räumte dann jedoch ein, es sei gefährlich, wenn man lange Zeit keinen Sauerstoff 

kriege, man sterbe natürlich (D1 Urk. 14/1 S. 18 f.). Es ist folglich davon auszuge-

hen, dass der Beschuldigte um die möglichen tödlichen Folgen seines Handelns 

wusste und seine Handlungen dennoch fortsetzte. Weiter ist davon auszugehen, 

dass der Beschuldigte den Widerstand der Privatklägerin gegen die Vornahme 

der sexuellen Handlungen erkannt hatte, was er in der ersten Einvernahme auch 

einräumte (D1 Urk. 14/1 S. 8) und aufgrund der glaubhaften Schilderungen der 

Privatklägerin nicht zu bezweifeln ist. Wie die Tathandlungen des Beschuldigten 

rechtlich einzuordnen sind, wird hernach zu erläutern sein. 

1.2.3. Fazit 

Die Vorinstanz hat den gesamten objektiven und subjektiven Anklagesachverhalt 

als erstellt bezeichnet (Urk. 142 S. 37). Diese Schlussfolgerung ist grundsätzlich 

richtig, ist aber noch etwas zu verdeutlichen, um nicht bereits der rechtlichen 

Würdigung (Frage des Vorsatzes, Mordqualifikation) vorzugreifen. Fraglos erstellt 

ist der objektive Anklagesachverhalt, das heisst die von aussen erkennbare Er-

scheinung des gesamten Übergriffs. Dabei mutet die Abgrenzung Tötungsver-

such/Sexualdelikte in der Anklageschrift indessen als etwas künstlich an. Viel-

mehr ist anzunehmen, dass der tätliche Angriff fliessend in die späteren Sexu-

aldelikte überging. Der Sachverhalt zum Tötungsversuch ist demnach im Zusam-

menhang mit den folgenden sexuellen Handlungen zu würdigen und nicht isoliert 

zu betrachten. Weiter ist aufgrund der glaubhaften ersten Aussagen des Beschul-

- 22 - 

digten davon auszugehen, dass es sich bei der Privatklägerin um eine Prostituier-

te handelte, mit welcher der Beschuldigte in Ausübung ihrer Tätigkeit sexuelle 

Handlungen hatte vornehmen wollen. Weiter ist davon auszugehen, dass es vor 

den Übergriffen zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldig-

ten und der Privatklägerin gekommen war, wobei die Modalitäten der auszufüh-

renden sexuellen Handlungen Thema gewesen sein müssen. Zum subjektiven 

Anklagesachverhalt ist bis hierhin einzig erstellt, dass der Beschuldigte um die 

möglichen tödlichen Folgen bei Würgen eines Menschen wusste und dass er die 

Gegenwehr der Privatklägerin gegen die sexuellen Handlungen erkannt hatte. 

Näher zu betrachten ist der subjektive Sachverhalt bei der rechtlichen Würdigung. 

Auch auf die in der Anklageschrift die Mordqualifikation umschreibenden Elemen-

te ist erst im Rahmen der rechtlichen Würdigung einzugehen, der Sachverhalt 

kann diesbezüglich nicht bereits an dieser Stelle als erstellt bezeichnet werden. 

2. Rechtliche Würdigung 

2.1. Tätlicher Übergriff 

2.1.1. Die Vorinstanz hat den Übergriff des Beschuldigten auf die Privatklägerin 

F._____ als versuchte vorsätzliche Tötung im Sinne von Art. 111 i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB qualifiziert (Urk. 142 S. 38 ff.). 

2.1.2. Die Staatsanwaltschaft kritisiert, die Vorinstanz sei korrekterweise davon 

ausgegangen, dass der gesamte Sachverhalt erstellt sei, habe in der Folge aber 

zu unrecht die Mordqualifikation verneint. Sie führte dazu anlässlich der Beru-

fungsverhandlung weiter aus, ein Beschuldigter, der aus völlig nichtigem Anlass 

sein Opfer zu töten versuche und dieses dabei zum blossen Objekt seiner Wut 

und Gereiztheit mache, begehe einen Mord. Der von der Vorinstanz angewendete 

Grundsatz "in dubio pro reo" habe bei der rechtlichen Qualifikation nichts zu su-

chen (Urk. 156 S. 2 ff.). 

2.1.3. Die Verteidigung hingegen stellt sich auf den Standpunkt, der tätliche Über-

griff des Beschuldigten auf die Privatklägerin sei als einfache Körperverletzung zu 

würdigen. Sie legte an der Berufungsverhandlung dar, es sei ohnehin fraglich, ob 

- 23 - 

der Beschuldigte in seinem Zustand überhaupt fähig gewesen sei, wissentlich 

skrupellos zu handeln. Da er die Tragweite seines Handelns im Tatzeitpunkt nur 

eingeschränkt, wenn überhaupt, habe wahrnehmen können, sei ein skrupelloses 

Vorgehen nicht denkbar. Der Grund für die körperliche Auseinandersetzung sei 

keinesfalls nichtig, sondern habe darin bestanden, dass die Privatklägerin den 

Beschuldigten nach dem Sex versucht habe zu bestehlen. Die dadurch beim Be-

schuldigten ausgelöste Wut gepaart mit dem Angstzustand sei somit begründbar 

und nachvollziehbar (Urk. 157 S. 16). 

2.1.4. Die Vorinstanz hat richtigerweise zunächst geprüft, ob die Tatbestands-

merkmale einer vorsätzlichen Tötung erfüllt sind, bevor sie sich mit der Mordquali-

fikation auseinandergesetzt hat (Urk. 142 S. 39). In diesem Zusammenhang hat 

sie mit treffender Begründung dargelegt, dass der objektive Tatbestand der vor-

sätzlichen Tötung erfüllt ist, jedoch aufgrund des fehlenden Erfolgseintritts von ei-

ner versuchten Begehung im Sinne von Art. 22 Abs. 1 StGB auszugehen ist. Auf 

diese vorinstanzlichen Erwägungen kann verwiesen werden (Urk. 142 S. 39 f.).  

2.1.5. Gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB verübt ein Verbrechen oder Vergehen vorsätz-

lich, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. Das Wissen bezieht sich auf die 

Tatumstände, welche sich unter die objektiven Merkmale des Deliktstatbestandes 

subsumieren lassen, sowie bei Erfolgsdelikten auf den Geschehensverlauf, der 

zum Eintritt des Erfolges führt (Donatsch, OFK-StGB, N 4 zu Art. 12 StGB). Der 

Vorsatz bezieht sich nicht nur auf Tatumstände, deren Vorhandensein oder Ein-

treten der Täter für sicher hält. Er kann sich auch auf solche erstrecken, deren 

Vorhandensein oder Eintreten er nur für möglich hält (BGE 125 IV 242 E. 3c 

S. 251; 103 IV 65 E. I.2 S. 67 f.; vgl. schon BGE 69 IV 75 E. 5 S. 79 f.; BSK StGB 

I-Jenny, N 22 zu Art. 18 StGB). Neben dem Wissen um die reale Möglichkeit der 

Tatbestandserfüllung verlangt der Vorsatz auch den Willen, den Tatbestand zu 

verwirklichen. Der Täter muss sich gegen das rechtlich geschützte Gut entschei-

den. Dieser Wille ist gegeben, wenn die Verwirklichung des Tatbestandes das ei-

gentliche Handlungsziel des Täters ist oder ihm als eine notwendige Voraus-

setzung zur Erreichung seines Zieles erscheint. Dasselbe gilt, wenn die Verwirkli-

chung des Tatbestandes für den Täter eine notwendige Nebenfolge darstellt, mag 

- 24 - 

sie ihm auch gleichgültig oder gar unerwünscht sein (BSK StGB I-Jenny 

N 39 f./42 zu Art. 18 StGB). 

2.1.5.1. Neben diesem direkten Vorsatz erfasst Art. 12 Abs. 2 StGB auch den 

Eventualvorsatz. Hier strebt der Täter den Erfolg nicht an, sondern weiss lediglich, 

dass dieser möglicherweise mit der willentlich vollzogenen Handlung verbunden 

ist. Die Rechtsprechung bejaht Eventualvorsatz, wenn der Täter den Eintritt des 

Erfolgs bzw. die Tatbestandsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch han-

delt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm ab-

findet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 130 IV 58 E. 8.2; BGE 125 IV 

242 E. 3c S. 251; 121 IV 249 E. 3a/aa; 119 IV 1 E. 5a, je mit Hinweisen). Wer den 

Erfolg derart in Kauf nimmt, "will" ihn im Sinne von Art. 12 Abs. 2 StGB. Nicht er-

forderlich ist, dass der Täter den Erfolg "billigt" (eingehend BGE 96 IV 99 S. 101; 

103 IV 65 E I.2 S. 68). 

2.1.5.2. Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in diesem Sinne in Kauf ge-

nommen hat, muss das Gericht – bei Fehlen eines Geständnisses des Beschul-

digten – aufgrund der Umstände entscheiden. Dazu gehören die Grösse des dem 

Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die Schwere der Sorg-

faltspflichtverletzung, die Beweggründe des Täters und die Art der Tathandlung. 

Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je 

schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto näher liegt die Schlussfolge-

rung, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (BGE 135 

IV 12 E. 2.3.2 S. 17 mit Hinweisen; BGE 134 IV 26 E. 3.2.2). Für den Nachweis 

des Vorsatzes darf das Gericht vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, 

wenn sich diesem die Verwirklichung der Gefahr als so wahrscheinlich aufdräng-

te, dass die Bereitschaft, sie als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als 

Inkaufnahme des Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 4 mit 

Hinweis). Eventualvorsatz kann indessen auch vorliegen, wenn der Eintritt des 

tatbestandsmässigen Erfolgs nicht in diesem Sinne sehr wahrscheinlich, sondern 

bloss möglich war (Urteil 6B_222/2014 vom 15. Juli 2014 E. 1.3.2). Doch darf 

nicht allein aus dem Wissen des Täters um die Möglichkeit des Erfolgseintritts auf 

dessen Inkaufnahme geschlossen werden. Weitere Umstände müssen hinzu-

- 25 - 

kommen (BGE 133 IV 9 E. 4.1 S. 17; Urteil 6B_148/2013 vom 19. Juli 2013 

E. 4.3.1). Wesentlich ist, dass der Täter den Erfolg "in Kauf nimmt" (Art. 12 Abs. 2 

StGB) und nicht, ob er ihm unerwünscht ist, ob er ihn billigt oder ob er ihn aus an-

deren, nur ihm einsichtigen oder nicht einsichtigen, Gründen in Kauf nimmt. So 

kommt es etwa auf die innere Ablehnung nicht an, wenn der Täter auf das Aus-

bleiben des Erfolges nicht mehr vertrauen, sondern es sich bloss noch erhoffen 

konnte (BSK StGB I-Niggli/Maeder, N 56 zu Art. 12 StGB). Welches die Beweg-

gründe der Tat waren, ist ohne Einfluss auf den Vorsatz (BGE 99 IV 266 E. I/5 

S. 274). Der Beweggrund kann ausserhalb des Vorsatzes liegen (BGE 101 IV 62 

E. 2c S. 66). Im Gegensatz zum Eventualvorsatz auf Tötung vertraut der Täter 

beim Gefährdungsvorsatz darauf, der Tod des Opfers werde nicht eintreten. Das 

setzt voraus, dass er annimmt, die drohende Gefahr werde durch sein eigenes 

Verhalten oder durch eine Reaktion der gefährdeten Person abgewendet werden 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_352/2011 vom 20. Oktober 2011 E. 3.2. mit weite-

ren Verweisen). 

2.1.5.3. Gemäss erstelltem Sachverhalt hat der Beschuldigte durch den Angriff 

auf den Hals der Privatklägerin eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben der 

Privatklägerin bewirkt. Die Privatklägerin erlitt durch die Handlungen des Be-

schuldigten starke Würgemale am Hals, ausgeprägte Stauungsblutungen im Ge-

sicht, um die Augen und in den Augen, Atemnot, kurze Bewusstlosigkeit, ein "Kli-

cken" im Hals, ein Hämatom an der Stimmlippe, punktförmige bzw. kleinflächige 

Blutungen an der Rachenhinterwand, Schluckbeschwerden sowie Heiserkeit.  

2.1.5.4. Dass der Beschuldigte direkt vorsätzlich handelte, mithin der Tod der Pri-

vatklägerin Ziel seiner Handlungen war, kann nicht erstellt werden. Zu prüfen 

bleibt folglich, ob das Handeln des Beschuldigten als eventualvorsätzlich qualifi-

ziert werden kann. 

2.1.5.5. Das Unterbinden der Luftzufuhr bei einem Menschen ist zweifellos geeig-

net, den Tod durch Ersticken zu verursachen. Starkes Würgen einer Person führt 

in diesem Sinne dazu, dass die Luftzufuhr unterbrochen wird. Dies kann als 

grundlegendes Allgemeinwissen bezeichnet werden und war dem Beschuldigten 

gemäss seinen Aussagen auch bewusst (D1 Urk. 14/1 S. 18 ff.). Angesichts der 

- 26 - 

Dauer und Intensität, mit welcher der Beschuldigte die Privatklägerin gewürgt hat, 

muss von einer grossen Todeswahrscheinlichkeit ausgegangen werden. Die Be-

einflussung dieser Wahrscheinlichkeit durch den Beschuldigten war nicht nur we-

gen des als erstellt geltenden kraftvoll ausgeführten Würgevorgangs, sondern 

auch wegen des durch die Einnahme von Drogen beeinträchtigten Zustandes des 

Beschuldigten praktisch unmöglich. Aufgrund des augenfällig grossen Kräftegefäl-

les zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin musste dem Beschuldig-

ten überdies bewusst sein, dass seine Körperkraft exzessiv wirken konnte. Die 

drohende Gefahr konnte demnach auch nicht einfach durch eine Reaktion der 

Privatklägerin abgewendet werden. Unter den festgestellten Umständen war die 

nahe Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung evident und die Sorg-

faltspflichtverletzung durch den Beschuldigten gravierend. Die Art der Tathand-

lung legt den Schluss nahe, dass der Beschuldigte nicht darauf vertrauen durfte, 

dass sein Angriff nicht tödlich, sondern glimpflich verlaufen würde. Es ist deshalb 

mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschuldigte den Erfolg im Sinne 

der Rechtsprechung in Kauf genommen hat. 

Damit ist erstellt, dass der Beschuldigte eventualvorsätzlich handelte, womit auch 

der subjektive Tatbestand von Art. 111 StGB erfüllt ist. 

2.1.6. Vorsätzliche Tötung (Art. 111 StGB) ist dann als Mord zu qualifizieren, 

wenn der Täter besonders skrupellos handelt, namentlich sein Beweggrund, der 

Zweck der Tat oder die Art der Ausführung besonders verwerflich sind (Art. 112 

StGB). 

2.1.6.1. Die Staatsanwaltschaft bezeichnet das Vorgehen als besonders skrupel-

los, weil der Beschuldigte die Privatklägerin aus völlig nichtigem Anlass zu töten 

versucht habe, er die Privatklägerin im Rahmen der versuchten Tötung zum blos-

sen Objekt seiner Wut und Gereiztheit gemacht habe und die Privatklägerin, wel-

che sich auf sexuelle Handlungen mit ihm eingelassen habe, unter Ausnutzung ih-

rer Ahnungs- und Wehrlosigkeit, namentlich auch ihrer körperlichen Unterlegen-

heit, plötzlich "aus heiterem Himmel" heimtückisch zu töten versucht habe (D1 

Urk. 52 S. 4).  

- 27 - 

2.1.6.2. Die vorsätzliche Vernichtung menschlichen Lebens wiegt immer ausser-

ordentlich schwer. Mord unterscheidet sich durch besondere Skrupellosigkeit klar 

von der vorsätzlichen Tötung (BGE 118 IV 122 E. 2b). Er zeichnet sich durch 

aussergewöhnlich krasse Missachtung fremden Lebens bei der Durchsetzung ei-

gener Absichten aus. Für die Qualifikation verweist das Gesetz in nicht abschlies-

sender Aufzählung beispielhaft auf äussere (Ausführung) und innere Merkmale 

(Beweggrund, Zweck). Diese Merkmale oder Indizien müssen zum einen nicht er-

füllt sein, um Mord anzunehmen, zum andern aber sollen sie vermeiden helfen, 

dass für die Qualifikation allein auf die Generalklausel der besonderen Skrupello-

sigkeit abgestellt werden müsste (BGE 117 IV 369 E. 17, 19b). Die für eine Mord-

qualifikation konstitutiven Elemente sind jene der Tat selber, während Vorleben 

und Verhalten nach der Tat nur heranzuziehen sind, soweit sie tatbezogen sind 

und ein Bild der Täterpersönlichkeit geben (BGE 117 IV 369 E. 17, 19a; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_429/2010 vom 24. Januar 2012 E. 4.2.). Das Gesetz erfasst 

jenen Täter, den der Psychiater Binder (ZStrR 67/1952 S. 307) beschrieben hat 

als skrupellos, gemütskalt, krass und primitiv egoistisch, ohne soziale Regungen, 

der sich daher zur Verfolgung seiner eigenen Interessen rücksichtslos über das 

Leben anderer Menschen hinwegsetzt (BGE 117 IV 369 E. 17; BGE 120 IV 265 

E. 3a). Entscheidend ist eine Gesamtwürdigung der äusseren und inneren Um-

stände der Tat (BGE 120 IV 265 E. 3a; BGE 118 IV 122; BGE 115 IV 8 E. Ib; Pra 

89/2000 Nr. 73 S. 429 E. 2c; Urteil des Bundesgerichts 6B_232/2012 vom 8. März 

2013 E. 1.2.). In dieser Gesamtwürdigung kann eine besondere Skrupellosigkeit 

immer noch entfallen, namentlich wenn das Tatmotiv einfühlbar und nicht krass 

egoistisch ist, etwa wenn die Tat durch eine schwere Konfliktsituation ausgelöst 

wurde (BGE 120 IV 265 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 6B_232/2012 vom 

8. März 2013 E. 1.2.). Somit erfolgt die Qualifikation im Wesentlichen nach  

ethischen Kriterien (BGE 115 IV 8 E. Ib; BGE 127 IV 10 E. 1 a.). Nach der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung und der herrschenden Lehre kann Mord auch 

eventualvorsätzlich begangen werden (BGE 112 IV 65 E. 3b; Urteile des Bundes-

gerichts 6B_215/2012 vom 24. Oktober 2012 E. 2.3.1 und 6B_232/2012 vom 

8. März 2013 E. 1.4.2; BSK StGB II-Schwarzenegger, N 23 zu Art. 112 StGB). 

- 28 - 

2.1.6.3. Die Staatsanwaltschaft bezeichnet das Vorgehen des Beschuldigten un-

ter anderem als heimtückisch. Unter Heimtücke fällt die Ausnutzung besonderer 

Arg- und Wehrlosigkeit, so etwa wenn der Ehegatte oder nahe Blutsverwandte im 

Schlaf getötet werden oder wenn das Opfer, zu dem der Täter eine Liebesbezie-

hung unterhalten hatte, unter bewusster Ausnutzung seiner Arglosigkeit in einen 

Hinterhalt gelockt wird (vgl. Trechsel/Fingerhuth, Schweizerisches Strafgesetz-

buch, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, N 21 zu Art. 112 StGB; BSK StGB II-

Schwarzenegger, N 22 zu Art. 112 StGB; je mit Hinweisen). 

Zur Motivlage des Beschuldigten ist mit der Vorinstanz wenig bekannt. In der ers-

ten Hafteinvernahme führte der Beschuldigte jedoch aus, wenn er eine Vereinba-

rung mit einer Prostituierten habe, müsse sie diese auch einhalten. Er erinnere 

sich an den Streit, und glaube, dass es darum gegangen sei, dass sie ihn nicht 

habe bedienen wollen (D1 Urk. 14/1 S. 9). Dies deutet darauf hin, dass der Be-

schuldigte auf die Privatklägerin losgegangen ist, um den nach seiner Meinung 

vereinbarten Geschlechtsverkehr durchzusetzen, obwohl die Privatklägerin dies 

für ihn erkennbar nicht (mehr) wollte (vgl. Urk. 14/1 S. 9). Der Beschuldigte änder-

te zwar im Laufe des Verfahrens sein Aussageverhalten mehrmals, es ist jedoch 

kein Grund ersichtlich, weshalb nicht auf die Zugeständnisse in der ersten 

Hafteinvernahme abgestellt werden könnte, die sich – wie gesehen – letztlich 

recht weitgehend mit der Darstellung der Privatklägerin decken. Naheliegend ist 

daher, dass der Beweggrund für den Angriff das Durchsetzen des Geschlechts-

verkehrs war – mithin das Erzwingen der Erfüllung der Vereinbarung durch die 

Privatklägerin –, und zwar um jeden Preis, was als krasser Egoismus ein beson-

ders verwerfliches Motiv darstellt. Schliesslich hat der Beschuldigte, als die Pri-

vatklägerin durch das heftige Würgen nicht mehr zu einer relevanten Gegenwehr 

fähig war, den Geschlechtsverkehr bis zur Ejakulation vollzogen. Selbst wenn 

man dem Beschuldigten aufgrund seiner Migrations- und Integrationsschwierig-

keiten und insbesondere seiner Herkunft subjektiv im Umgang mit Frauen eine 

andere Wertvorstellung zubilligen würde, war sein Handeln dennoch von primiti-

vem Egoismus geprägt. Zudem besteht ein krasses Missverhältnis zwischen dem 

vom Beschuldigten verfolgten Zweck und der in Kauf genommenen (versuchten) 

Auslöschung eines Menschenlebens. 

- 29 - 

Dass die Privatklägerin aufgrund ihrer körperlichen Unterlegenheit wehrlos war, 

muss als erstellt gelten. Ebenso erwartete sie sicher keinen Angriff des Beschul-

digten, als sie diesen – aus welchen Gründen auch immer – mit auf ihr Hotel-

zimmer nahm; sie muss mithin grundsätzlich auch als arglos bezeichnet werden. 

Dass der Beschuldigte bereits im Vorfeld geplant hätte, die Privatklägerin unter 

Ausnützung ihres Vertrauens in ihr Zimmer zu locken, um sich hernach über sie 

herzumachen, kann aus den gesamten Umständen ausgeschlossen werden. 

Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte tatsächlich im Sinn hatte, 

mit der Privatklägerin einvernehmlich den Geschlechtsverkehr zu vollziehen – ob 

dies in Erfüllung der beruflichen Tätigkeit der Privatklägerin erfolgt wäre, ist nicht 

ausschlaggebend. Als ihm dies jedoch offenbar nicht ermöglicht wurde, was dem 

Beschuldigten bewusst geworden war (D1 Urk. 14/1 S. 9), setzte er für die Privat-

klägerin, welche ihm zuvor noch etwas zu trinken gebracht hatte, unerwartet zu 

einem Angriff an und würgte die Privatklägerin in erstellter Weise. Zugunsten des 

Beschuldigten ist jedoch anzunehmen, dass es zwischen ihm und der Privatkläge-

rin zuvor zu einer Auseinandersetzung bezüglich der Modalitäten des anstehen-

den Geschlechtsverkehrs gekommen war, so dass der Angriff nicht "aus heiterem 

Himmel" erfolgte, wie dies die Anklageschrift umschreibt.  

Dass der Beschuldigte die Privatklägerin letztlich durch seinen tätlichen Übergriff 

zum blossen Objekt seiner Wut und Gereiztheit machte, ist grundsätzlich zutref-

fend. Der Beschuldigte fügte der Privatklägerin jedoch nicht grössere physische 

oder psychische Schmerzen, Leiden oder Qualen zu, als sie mit einer Tötung 

durch Erwürgen notwendigerweise verbunden sind. Die durch den Beschuldigten 

angewendete Gewalt ist zu einem grossen Teil auch im Zusammenhang mit der 

folgenden Vergewaltigung und sexuellen Nötigung zu sehen und wird hernach un-

ter diesen Titeln abgegolten. Die Tatausführung an sich kann nicht als besonders 

verwerflich bezeichnet werden, geht sie doch nicht über das dem Sexualdelikt 

immanente Mass an Verwerflichkeit und Skrupellosigkeit hinaus. 

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Beweggrund der Tat zwar 

verwerflich ist und durchaus von Skrupellosigkeit zeugt. Insbesondere die Tat-

ausführung und die gesamten Umstände lassen in einer Gesamtwürdigung die 

- 30 - 

besondere Skrupellosigkeit jedoch entfallen. Die durch den Beschuldigten be-

gangene versuchte Tötung ist nicht als versuchter Mord im Sinne von 

Art. 112 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB zu qualifizieren.  

2.1.7. Das Vorliegen von Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründen hat die 

Vorinstanz zutreffend begründet verneint. Darauf kann zur Vermeidung von Wie-

derholungen verwiesen werden (Urk. 142 S. 48). 

2.1.8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich der Beschuldigten durch den 

tätlichen Angriff auf die Privatklägerin der versuchten vorsätzlichen Tötung im 

Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht 

hat. 

2.2. Sexueller Übergriff auf die Privatklägerin F._____ 

2.2.1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten der Vergewaltigung im Sinne von 

Art. 190 Abs. 1 StGB sowie der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 

StGB schuldig.  

2.2.2. Der Beschuldigte wehrt sich dagegen und liess an der Berufungsverhand-

lung ausführen, es fehle sowohl am objektiven als auch am subjektiven Tat-

bestand. Der Beschuldigte habe mit der Privatklägerin gegen Bezahlung ein-

vernehmlich Sex gehabt (Urk. 157 S. 16). 

2.2.3. Dass der objektive Tatbestand der Vergewaltigung erfüllt ist, hat die Vor-

instanz mit zutreffender Begründung dargelegt (Urk. 142 S. 49 f.). Insbesondere 

ist der Vorinstanz beizupflichten, dass an den durch die Privatklägerin geleisteten 

Widerstand keine allzu hohen Anforderungen zu stellen ist. Es ist aufgrund des 

Tatablaufs nur logisch und nachvollziehbar, dass die Privatklägerin nicht mehr in 

der Lage war, sich heftig zu wehren. Sie hatte gerade die Übermacht des Be-

schuldigten in aller Deutlichkeit zu spüren bekommen, wurde sie doch eben erst 

bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Damit war der Widerstand der Privatklägerin be-

reits gebrochen. Dass der Beschuldigte, wie er immer wieder betonte mit der Pri-

vatklägerin in vier verschiedenen Stellungen Sex gehabt habe (vgl. Urk. 155 S. 10 

und 13; Prot. II S. 9), ist nicht etwa als Einverständnis der Privatklägerin zu wer-

- 31 - 

ten, sondern aufgrund des gewaltsamen Vorgehens des Beschuldigten ohne wei-

teres auch gegen den Willen der Privatklägerin möglich.  

Auch der subjektive Tatbestand ist zweifelsfrei erfüllt. Der Beschuldigte führte in 

der ersten Hafteinvernahme selbst aus, er wisse, dass sie versucht hätten Sex zu 

haben und dass die Privatklägerin nicht gewollt habe (D1 Urk. 14/1 S. 8). Auf die-

se Aussage kann abgestellt werden. Es ist somit erstellt, dass der Beschuldigte 

mit direktem Vorsatz handelte. 

Die Vergewaltigung erscheint mit der Vorinstanz nicht als besonders grausam im 

Sinne von Art. 190 Abs. 3 StGB. Der erstellte tätliche Angriff des Beschuldigten 

gegen die Privatklägerin erfolgte im Wesentlichen vor dem sexuellen Übergriff. 

Während der Beschuldigte die sexuellen Handlungen vornahm, hielt er die Privat-

klägerin gemäss erstelltem Sachverhalt nur noch am Hals fest. Der Würgevor-

gang wird wie vorstehend dargelegt separat gewürdigt und bestraft. Dieses Wür-

gen nochmals zulasten des Beschuldigten zu verwenden, kann mit der Vorinstanz 

nicht angehen. Weitere Anhaltspunkte, welche für die Annahme besonderer 

Grausamkeit im Sinne von Art. 190 Abs. 3 StGB sprechen würden, sind keine er-

sichtlich. 

2.2.4. Die weiteren durch den Beschuldigten vorgenommenen sexuellen Hand-

lungen (Analverkehr, versuchter Oralverkehr, Ejakulieren auf Brust/Bauch der Pri-

vatklägerin) fallen klarerweise unter den Tatbestand der sexuellen Nötigung im 

Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB. Zum Widerstand durch die Privatklägerin kann 

auf vorstehende Ausführungen verwiesen werden. Der objektive Tatbestand der 

sexuellen Nötigung ist zweifelsfrei erfüllt. 

Zum subjektiven Tatbestand erübrigen sich weitere Ausführungen, es kann auf 

das zur Vergewaltigung Gesagte verwiesen werden. Demnach ist erstellt, dass 

der Beschuldigte direkt vorsätzlich handelte. 

Mit gleicher Argumentation wie vorstehend zur Vergewaltigung erscheint auch die 

sexuelle Nötigung nicht als besonders grausam im Sinne von Art. 189 Abs. 3 

StGB. 

- 32 - 

2.2.5. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe liegen nicht vor.  

2.3. Fazit 

Der Beschuldigte hat sich zum Nachteil der Privatklägerin F._____ der versuchten 

vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB, der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB sowie der sexuellen 

Nötigung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. 

B. Vorwurf gemäss Dossier 2: Sexuelle Nötigung zum Nachteil von 

D._____ 

1. Sachverhalt 

1.1. Ausgangslage 

1.1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, die Privatklägerin  

D._____ im Treppenhaus angesprochen zu haben, ihr, nachdem diese Angst be-

kommen, in spanischer Sprache "nein, nein, nein" gesagt und sich zu entfernen 

versucht habe, die Treppe hinauf gefolgt zu sein und ihr sodann gegen deren für 

ihn offensichtlich erkennbaren Willen ans Gesäss gefasst zu haben. Daraufhin 

habe er die Privatklägerin D._____ am Arm gepackt und zurückgezogen, um sie 

daran zu hindern, weiter wegzurennen, wodurch Letztere gestolpert, zu Boden 

gestürzt und rücklings auf der Treppe liegen geblieben sei. In dem Moment habe 

er der Privatklägerin D._____ gezielt unters Kleid gefasst und mindestens einen 

Finger über ihrer Strumpfhose in deren Scheidenbereich gedrückt, wogegen sie 

sich aufgrund der vom Beschuldigten geschaffenen Situation nicht habe wehren 

können (D1 Urk. 52 S. 5). 

1.1.2. Der Beschuldigte anerkennt den Vorwurf insoweit, als er zugab, die Privat-

klägerin angesprochen und ihr, als sie die Treppe hochgegangen sei, einen Klaps 

auf den Hintern versetzt zu haben (D1 Urk. 14/15 S. 2; D2 Urk. 6/1 S. 3 f., 8; D2 

Urk. 6/4 S. 2; Urk. 113 S. 17 f.; Urk. 155 S. 14). Auf dieses Zugeständnis des Be-

schuldigten kann abgestellt werden.  

- 33 - 

1.1.3. Der Verwertbarkeit der Aussagen der Privatklägerin steht nichts entgegen. 

Eben so wenig der Verwertbarkeit der Aussagen des Beschuldigten. Die Vor-

instanz hat zutreffend festgehalten, dass der Beschuldigte keine Zugeständnisse 

im Hinblick auf ein abgekürztes Verfahren getätigt hat, welche in einem folgenden 

ordentlichen Verfahren nicht verwertbar wären (Urk. 142 S. 59). Der Antrag der 

Verteidigung um Durchführung eines abgekürzten Verfahrens erfolgte erst ein 

halbes Jahr nach der letzten staatsanwaltschaftlichen Einvernahme. Bei den wei-

teren Einvernahmen des Beschuldigten, welche nach Einleitung der Unter-

suchung zum Hauptvorwurf gemäss Dossier 1 erfolgten, war ein abgekürztes Ver-

fahren kein Thema mehr. Nicht zulasten des Beschuldigten zu verwerten sind die 

Erkenntnisse aus dem Kurzbericht des Forensischen Instituts Zürich vom 18. April 

2012 (D2 Urk. 8/1+2), welcher dem Beschuldigten nie vorgehalten wurde. 

1.2. Beweiswürdigung 

1.2.1. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Privatklägerin D._____ und des  

Beschuldigten ausführlich wiedergegeben, darauf ist zu verweisen (Urk. 142 

S. 57 ff.).  

1.2.2. Weder bei der Privatklägerin, noch beim Beschuldigten ist von einer be-

einträchtigen Glaubwürdigkeit auszugehen (vgl. Urk. 142 S. 60 f.).  

1.2.2.1. Die Aussagen der Privatklägerin D._____ wirken mit der Vorinstanz ins-

gesamt sehr glaubhaft. Ihre Schilderungen fallen detailliert und in sich stimmig 

aus und sind weitgehend frei von Widersprüchen. Weiter sagte die Privatklägerin 

zurückhaltend aus und neigte in ihrer Schilderung nicht zu Übertreibungen. Sie 

beschrieb eindrücklich ihre Gefühlslage während des Geschehens; so sei sie in 

Panik geraten, als der Beschuldigte sich angenähert habe (D2 Urk. 7/1 S. 6). Sie 

habe Angst bekommen, weil sie gemerkt habe, dass etwas nicht stimme (D2 

Urk. 7/3 S. 3). Weiter legte die Privatklägerin anschaulich dar, wie sie habe die 

Treppe hoch flüchten wollen, der Beschuldigte ihr jedoch nachgerannt sei und ans 

Gesäss gefasst habe. Sodann habe er sie am Arm gepackt und sie sei rückwärts 

auf die Treppe gefallen. Dann habe er ihr unter ihr Kleid in ihren Intimbereich ge-

fasst (D2 Urk. 7/1 S. 2). Er habe mit einem oder zwei Fingern gedrückt, habe aber 

- 34 - 

nicht eindringen können, da sie eine Strumpfhose getragen habe. Sie habe den 

Druck spüren können, er habe ihr aber nicht wehgetan (D2 Urk. 7/1 S. 3). Auf die 

glaubhafte Darstellung der Privatklägerin kann abgestellt werden.  

1.2.2.2. Der Beschuldigte dagegen machte weniger detaillierte und widersprüchli-

che Ausführungen. Er führte lediglich aus, er habe die Privatklägerin kennenge-

lernt und sich mit ihr bei der Treppe unterhalten. Dann habe er ihr einen Klaps auf 

den Hintern gegeben, unter das Kleid habe er ihr nicht gefasst. Die Privatklägerin 

sei dann hingefallen (D2 Urk. 6/1 S. 4; D2 Urk. 6/4 S. 2; Urk. 113 S. 17). Dazwi-

schen räumte er den Vorwurf indessen einmal ein (D2 Urk. 6/2 S. 3 f.). Weiter fällt 

auf, dass der Beschuldigte, nachdem er offenbar die Einvernahmen der Privatklä-

gerin studiert hatte, versuchte, diese als Lügnerin darzustellen. Wenn man eine 

Treppe hinunterstürze, habe man doch zumindest blaue Flecken. Es gebe keiner-

lei Beweise für die Falschaussagen der Privatklägerin. Er habe sich Sorgen ge-

macht, dass er ihrer Schilderung nichts werde entgegen halten können (Urk. 113 

S. 17). Dass der Beschuldigte die Aussagen der Privatklägerin zum Treppensturz 

aufgrund fehlender Verletzungen als nicht bewiesen bezeichnet (Urk. 155 S. 14), 

erstaunt umso mehr, als er selbst in der Untersuchung eingeräumt hatte, die Pri-

vatklägerin sei hingefallen, mithin ihre diesbezüglichen Aussagen bestätigte. Ent-

gegen der Ansicht des Beschuldigten ist weiter kein Grund ersichtlich, weshalb 

die Privatklägerin den Beschuldigten zu Unrecht belasten oder übertreiben sollte 

(Urk. 155 S. 14). Die wenig kohärenten Aussagen des Beschuldigten vermögen 

die plausible und glaubhafte Darstellung der Privatklägerin nicht zu entkräften. 

Entgegen der Ansicht der Verteidigung entlastet den Beschuldigten auch die Tat-

sache nicht, dass bei der Privatklägerin keine Spuren von ihm gefunden werden 

konnten (Urk. 157 S. 17). Abstellend auf die Aussagen der Privatklägerin ist der 

Anklagesachverhalt erstellt. Es besteht kein Anlass, die Privatklägerin erneut ein-

zuvernehmen.  

2. Rechtliche Würdigung 

2.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten anklagegemäss der sexuellen Nöti-

gung im Sinne von Art. 189 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. 

- 35 - 

2.2. Die Verteidigung wandte dagegen an der Berufungsverhandlung ein, bei 

der Berührung von Geschlechtsteilen über den Kleidern müsse eine gewisse In-

tensität vorliegen, um den Tatbestand der sexuellen Nötigung zu erfüllen. Die feh-

lende DNA-Spur auf der Strumpfhose spreche klar gegen eine Berührung, noch 

viel mehr spreche diese gegen eine intensive Berührung (Urk. 157 S. 18). 

2.3. Indem der Beschuldigte die Privatklägerin auf der Treppe zu Fall brachte, 

machte er sie zumindest für eine kurze Zeit zum Widerstand unfähig. Das für die 

Privatklägerin offenbar gut spürbare Drücken mit mindestens einem Finger im 

Scheidenbereich muss in Würdigung der gesamten Tatumstände mit der Vor-

instanz unter den objektiven Tatbestand der sexuellen Nötigung subsumiert wer-

den und ist nicht mehr bloss als sexuelle Belästigung zu sehen (vgl. Urk. 142 

S. 62 f.). Zwar mag der Griff des Beschuldigten in den Scheidenbereich der Pri-

vatklägerin nicht von langer Dauer gewesen sein. Mit dem klar spürbaren Druck 

mit einem oder mehreren Fingern ging er aber über ein blosses Berühren oder 

Betasten deutlich hinaus. Hinzu kommt, dass der Vorfall im Treppenhaus der von 

der Privatklägerin bewohnten Liegenschaft stattfand und der Beschuldigte für sei-

nen Übergriff den von ihm zumindest provozierten Sturz der Privatklägerin bzw. 

deren anschliessendes Liegen auf der Treppe ausnützte. In dieser gesamten Er-

scheinung geht die Tat des Beschuldigten klar über eine sexuelle Belästigung 

hinaus. Der objektive Tatbestand der sexuellen Nötigung ist folglich erfüllt. 

2.4. Gemäss erstelltem Sachverhalt wies die Privatklägerin den Beschuldigten 

zunächst deutlich verbal zurück und versuchte sogleich auch davon zu rennen. 

Dieses Verhalten kann nun beim besten Willen – auch mit gewissen kulturell be-

dingten Integrationsschwierigkeiten – nicht als Einverständnis, sexuelle Handlun-

gen vorzunehmen, interpretiert werden. Indem der Beschuldigte dies dann den-

noch tat, handelte er klar gegen den für ihn erkennbaren Willen der Privatklägerin 

und damit direkt vorsätzlich. Der subjektive Tatbestand der sexuellen Nötigung ist 

damit erfüllt. 

2.5. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe wurden weder geltend ge-

macht noch sind solche ersichtlich. 

- 36 - 

2.6. Der Beschuldigte hat sich der sexuellen Nötigung im Sinne von Art. 189 

Abs. 1 StGB zum Nachteil der Privatklägerin D._____ schuldig gemacht.  

C. Vorwurf gemäss Dossier 7: Hinderung einer Amtshandlung etc. 

1. Sachverhalt 

1.1. Ausgangslage 

1.1.1. Im Berufungsverfahren ist nur noch ein Teil des Anklagesachverhalts strit-

tig. Die Auseinandersetzung mit N._____ gilt als erstellt und braucht nicht mehr 

thematisiert zu werden. Dem Beschuldigten wird im zweiten Teil des Anklage-

sachverhalts vorgeworfen, er sei davongerannt, als nach der Auseinandersetzung 

mit N._____ die Polizei vor Ort eingetroffen sei, wobei er auch dann nicht ange-

halten habe, als der ihm nacheilende Polizeibeamte mehrfach "halt", "stopp" und 

"Polizei" gerufen habe. Nachdem der Polizist ihn wenig später hinter einer Hecke 

liegend erblickt habe, soll der Beschuldigte sodann erneut die Flucht ergriffen und 

sich so der Polizeikontrolle sowie der drohenden Verhaftung entzogen haben (D1 

Urk. 52 S. 6). 

1.1.2. Der Beschuldigte gibt zu, weggerannt zu sein, als die Polizei eingetroffen 

sei, und später erneut vor dem Polizisten geflohen zu sein (Urk. 113 S. 20). 

Er legte hingegen dar, er habe zunächst nicht realisiert, dass er von der Polizei 

verfolgt worden sei. Beim zweiten Mal sei er davongerannt, da ihm der Polizist 

Pfefferspray in die Augen gesprüht habe (Urk. 113 S. 19 f.). 

Im Berufungsverfahren stellte sich der Beschuldigte auf den Standpunkt, er habe 

nicht gehört, dass "Polizei" gerufen worden sei. Nachdem er ins Gebüsch ge-

sprungen sei und entdeckt worden sei, sei er weiter gerannt, da er gedacht habe, 

die Person sei ein Buschauffeur (Urk. 155 S. 16). 

1.1.3. Sämtliche Aussagen des Zeugen O._____ (des handelnden Polizeibeam-

ten) sowie des Beschuldigten, welche zur Erstellung des Sachverhalts heranzu-

ziehen sind, sind ohne Einschränkungen verwertbar. 

- 37 - 

1.2. Beweiswürdigung 

1.2.1. Die Anklage stützt sich im Wesentlichen auf die Ausführungen des Zeugen 

O._____. Dieser sagte plausibel und widerspruchsfrei aus. Er schilderte nachvoll-

ziehbar, wie er den Beschuldigten verfolgt und letztlich hinter einer Hecke auf 

dem Bauch liegend erblickt habe. Er habe "Angst gerochen" bzw. gespürt, dass 

jemand anwesend sei. Er habe sich als Polizist zu erkennen gegeben und den 

Beschuldigten angewiesen, liegen zu bleiben. Als er auf ihn zugekommen sei, 

habe er schliesslich den Pfefferspray eingesetzt (D7 Urk. 10 S. 3 f.). Er erklärte 

zudem, weshalb er sich auch über zwei Jahre später noch so gut an der Fall erin-

nern könne. Eine Hinderung einer Amtshandlung sei nichts Alltägliches und Fälle, 

bei denen jemand flüchte und man den Täter nicht mehr erwische, würden einen 

nerven und an diese würde man sich erinnern (D7 Urk. 10 S. 4). Auf die glaubhaf-

ten Aussagen des Zeugen O._____ kann abgestellt werden. 

1.2.2. Der Beschuldigte sagte hingegen widersprüchlich aus. Zunächst gab er an, 

sich auf der Flucht hinter die Hecke gelegt zu haben, um sich dort zu verstecken 

(D7 Urk. 5 S. 5), um sich später auf den Standpunkt zu stellen, er sei bei einem 

Sprung über die Hecke mit seinem Fuss hängen geblieben und dadurch gestürzt 

(D1 Urk. 14/20 S. 1; D7 Urk. 7 S. 2; Urk. 113 S. 20). Vor Vorinstanz räumte der 

Beschuldigte schliesslich ein, den Polizisten als solchen erkannt zu haben, wobei 

er daraufhin weggelaufen sei, da er Angst bekommen habe, als ihm Pfefferspray 

in die Augen gesprüht worden sei (Urk. 113 S. 19 f.). Im Berufungsverfahren führ-

te er aus, er habe nicht gehört, was gerufen worden sei und habe den Polizisten 

nicht als solchen erkannt (Urk. 155 S. 15 f.). Mit der Vorinstanz fällt wiederum auf, 

dass der Beschuldigte bemüht ist, sich selbst in einem günstigen Licht darzu-

stellen (Urk. 142 S. 74 f.). Er gibt gerade so viel zu, wie ihm seiner Ansicht nach 

nicht schaden kann. Dabei überzeugt seine Darstellung nicht.  

1.2.3. Im Ergebnis ist der noch strittige Anklagesachverhalt aufgrund der glaub-

haften Ausführungen des Zeugen O._____ erstellt, wobei mit der Vorinstanz der 

Zeitpunkt, in welchem dem Beschuldigten klar wurde, dass er vor der Polizei da-

vonlief, offen gelassen werden kann. Spätestens als er hinter der Hecke liegend 

vom Beamten angesprochen wurde, hatte der Beschuldigte jedenfalls realisiert, 

- 38 - 

dass eine polizeiliche Kontrolle bevorstand. Bei dieser Zugabe ist der Beschuldig-

te zu behaften, auch wenn er anlässlich der Berufungsverhandlung wieder aus-

führte, er habe nicht realisiert, dass er von der Polizei verfolgt worden sei.  

2. Rechtliche Würdigung 

2.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der Hinderung einer Amtshandlung 

im Sinne von Art. 286 StGB schuldig gesprochen (Urk. 142 S. 78).  

2.2. Die Verteidigung kritisiert im Berufungsverfahren, die blosse Fluchthand-

lung stelle eine straflose Selbstbegünstigung im Sinne von Art. 305 StGB dar. Die 

Vorinstanz habe sich zwar insofern mit dieser Argumentation auseinandergesetzt, 

als es die Kritik an der bundesgerichtlichen Rechtsprechung anerkannt habe, sie 

habe sich schliesslich jedoch auf einen Bundesgerichtsentscheid berufen, welcher 

acht Jahre zurückliege (Urk. 157 S. 21).  

2.3. Dadurch, dass der Beschuldigte die Flucht ergriff, als das Polizeifahrzeug 

am Tatort eintraf, wobei er seine Flucht auch dann fortsetzte, als ihm der Polizei-

beamte, O._____, nachlief und wiederholt "halt", "stopp" und "Polizei" zurief, dass 

er sich daraufhin seiner Festnahme widersetzte, als ihn O._____ hinter der Hecke 

liegend vorfand, sich als Polizeibeamter zu erkennen gab und ihn aufforderte, lie-

gen zu bleiben bzw. sich wieder auf den Boden zu legen, und dadurch, dass er 

aufstand, auf O._____ zu rannte und abermals davonlief, obschon ihm Letzterer 

wiederum "Stopp, Polizei" nachrief, hat der Beschuldigte die objektiven Tatbe-

standselemente von Art. 286 StGB erfüllt (so schon die Vorinstanz in Urk. 142 

S. 77, mit Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Allein die Tatsa-

che, dass der Bundesgerichtsentscheid, auf welchen sich die Vorinstanz in ihrer 

Argumentation stützt, vor über acht Jahren gefällt wurde, bedeutet entgegen der 

Ansicht der Verteidigung nicht, dass dieser Entscheid keine Gültigkeit mehr hätte. 

So verweist das Bundesgericht selbst in seiner aktuellen Rechtsprechung auf be-

sagten Entscheid und bestätigt, dass Flucht eine Hinderungshandlung im Sinne 

von Art. 286 Abs. 1 StGB darstelle (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_166 /2016 

vom 7. Juli 2016 E. 3.2.).  

- 39 - 

2.4. Der Beschuldigte hat gemäss erstelltem Sachverhalt den Zeugen O._____ 

als Polizeibeamten erkannt. Indem er sich den Anweisungen des Polizeibeamten 

bewusst widersetzte, hat der auch den subjektiven Tatbestand von Art. 286 StGB 

erfüllt. 

2.5. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe wurden weder geltend ge-

macht noch sind solche ersichtlich. 

2.6. Der Beschuldigte hat sich der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von 

Art. 286 StGB schuldig gemacht. Mit der Vorinstanz kommt eine Verurteilung we-

gen Nichtbefolgens polizeilicher Anordnungen im Sinne von Art. 4 APV nicht in 

Frage (Urk. 142 S. 78).  

D. Vorwurf gemäss Dossier 9: Versuchte sexuelle Handlungen mit Kindern zum 

Nachteil von P._____ 

1. Sachverhalt 

1.1. Ausgangslage 

1.1.1. Der Beschuldigte soll weiter die damals zwölfjährige Geschädigte P._____ 

an einem Fussweg in Q._____ in ein Gespräch verwickelt und sie dabei insbe-

sondere nach ihrem Alter gefragt haben, in der Folge zu ihr gesagt haben, sie 

könnten doch fünf Minuten Spass haben, ihr, nachdem die Geschädigte P._____ 

dies abgelehnt habe und weitergelaufen sei, gefolgt sein und sie kurz vor dem 

Bahnhof unvermittelt mit beiden Armen umarmt haben, wobei er gleichzeitig ver-

sucht habe, sie zu küssen, indem er seinen Mund geöffnet, seine Zunge heraus-

gestreckt und seinen Kopf zur Geschädigten P._____ hin bewegt habe; dies alles 

im Wissen um ihr junges Alter (D1 Urk. 52 S. 6). 

1.1.2. Der Beschuldigte ist geständig, die Geschädigte angesprochen und ihr da-

bei vorgeschlagen zu haben, sie könnten doch fünf Minuten Spass haben. Auch 

habe er der Geschädigten die Zunge herausgestreckt (Urk. 113 S. 21).  

Demgegenüber bestreitet der Beschuldigte, die Geschädigte umarmt und zu küs-

sen versucht zu haben. Sodann habe er das Alter der Geschädigten nicht ge-

- 40 - 

kannt, ihr die Zunge nur zur Beleidigung herausgestreckt und mit der Aussage, 

sie könnten fünf Minuten Spass haben, gemeint, sie könnten sich kennenlernen 

und allenfalls etwas trinken (Urk. 113 S. 21 f.).  

An der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte zu Protokoll, er habe mit der 

Person reden wollen, aber sein Deutsch sei schlecht gewesen. Er habe ihr die 

Zunge aus Frechheit rausgestreckt (Urk. 155 S. 16). Der Verteidiger führte zudem 

aus, wenn jemand einen Zungenkuss geben wolle, strecke diese Person be-

stimmt nicht die Zunge heraus, bevor es zum Kontakt zwischen den Lippen der 

sich Küssenden komme. Die Interpretation der Vorinstanz sei lebensfremd 

(Urk. 157 S. 19).  

1.1.3. Sowohl die Aussagen der Geschädigten wie auch die Aussagen des Be-

schuldigten sind verwertbar. 

1.2. Beweiswürdigung 

1.2.1. Die Schilderungen der Geschädigten P._____ sind mit der Vorinstanz 

(Urk. 142 S. 84 f.) widerspruchsfrei und nachvollziehbar. Sie erklärte bildhaft, wie 

der Beschuldigte aufdringlich gewesen sei und sie habe in eine Seitengasse lo-

cken wollen (D9 Urk. 7 S. 4 f.; D9 Urk. 9 S. 3). Sie gab sodann eine Aussage des 

Beschuldigten wieder, welche sie sich nicht ausgedacht haben kann ("sie könnten 

doch fünf Minuten Spass haben und dann Tschüss; sie könne sich für einige Mi-

nuten wie 30 Jahre alt fühlen"; D9 Urk. 7 S. 4 f.; D9 Urk. 9 S. 3). Genauso über-

zeugend sind ihre Schilderungen dazu, dass sie und der Beschuldigte sich über 

ihr Alter unterhalten hätten (D9 Urk. 7 S. 6; D9 Urk. 9 S. 3). Auf die glaubhaften 

Aussagen der Geschädigten kann abgestellt werden.  

1.2.2. Der Beschuldigte sagte wiederum ausweichend und teilweise widersprüch-

lich aus. Er führte wiederum Erinnerungslücken an (D9 Urk. 5 S. 6 f.), um sich 

später an (entlastende) Details zu erinnern. Mit der Vorinstanz überzeugen die 

Erklärungen des Beschuldigten zur Aussage 'sie könnten doch fünf Minuten 

Spass haben und dann Tschüss' in keiner Weise (Urk. 142 S. 86). Was er mit die-

ser Aussage ausser etwas Sexuellem gemeint haben könnte, ist nicht ersichtlich. 

- 41 - 

Jedenfalls ist wenig wahrscheinlich, dass er mit einem Mädchen im Alter der Ge-

schädigten etwas trinken gehen wollte. Ebenso wenig plausibel ist seine Dar-

stellung, wonach er der Geschädigten – aus Spass oder als Reaktion auf ihre Zu-

rückweisung – die Zunge herausgestreckt haben will (vgl. Urk. 142 S. 86). 

Schliesslich kann auch zum Alter der Geschädigten auf die überzeugenden Er-

wägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 142 S. 86). Aufgrund der 

glaubhaften Aussagen der Geschädigten kann als erstellt gelten, dass der Be-

schuldigte ihr Alter gekannt hatte. Seine Erklärungsversuche dazu vermögen je-

denfalls nicht zu überzeugen. Auch die Argumentation der Verteidigung, wonach 

man bei einem Zungenkuss nicht zunächst die Zunge herausstrecke, bevor man 

eine Person küsse, verfängt nicht. Es spielte sich nämlich nicht so ab, dass der 

Beschuldigte der Geschädigten von Weitem die Zunge herausgestreckt hätte in 

der Absicht, diese zu küssen. Es war gestützt auf die glaubhafte Darstellung der 

Geschädigten vielmehr so, dass der Beschuldigte sie unvermittelt mit beiden 

Händen von vorne umarmt und dabei versucht hatte, sie zu küssen, indem er sei-

nen Mund geöffnet, seine Zunge herausgestreckt und sich mit seinem Gesicht 

dem ihren genähert hatte (D9 Urk. 7 S. 4). Demnach war der Beschuldigte bereits 

sehr nahe am Gesicht der Geschädigten, als er die Zunge herausstreckte. Was er 

dabei anderes gewollt haben soll, als die Geschädigte zu küssen, ist nicht ersicht-

lich. Aus dem Gesamtkontext ist klar, dass die Handlung des Beschuldigten se-

xuell motiviert war.  

1.3. Der Anklagesachverhalt gemäss Dossier 9 ist gestützt auf die glaubhaften 

Ausführungen der Geschädigten P._____ erstellt. 

2. Rechtliche Würdigung 

2.1. Das Verhalten des Beschuldigten wurde von der Vorinstanz als sexuelle 

Handlung mit Kindern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB qualifiziert.  

2.2. Die Vorinstanz hat zutreffend erkannt, dass der Versuch des Beschuldig-

ten, der Geschädigten P._____ einen Zungenkuss zu geben, tatbeständlich im 

Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB ist 

- 42 - 

(Urk. 142 S. 89). Diese Erwägungen stehen im Einklang mit der bundesgericht-

lichen Rechtsprechung, wonach Zungenküsse von Erwachsenen an Kinder als 

sexuelle Handlungen qualifiziert werden (vgl. BGE 125 IV 58 E. 3b.). Beim Alters-

unterschied zwischen dem damals 28-jährigen Beschuldigten und der 12-jährigen 

Privatklägerin liegt eine solche Sachlage in ausgeprägt akzentuierter Form vor. 

Dass der Beschuldigte vorsätzlich handelte, ist aufgrund des erstellten Sachver-

halts offensichtlich. 

2.3. Der Beschuldigte hat sich der versuchten sexuellen Handlungen mit Kin-

dern im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB 

schuldig gemacht. 

E. Vorwurf gemäss Dossier 13: Exhibitionismus zum Nachteil von 

R._____ 

1. Sachverhalt 

1.1. Ausgangslage 

1.1.1. Der Vorwurf gegen den Beschuldigten lautet zusammengefasst wie folgt: Er 

habe die Geschädigte R._____ mit heruntergelassener Hose konfrontiert, als die-

se gerade die Gemeinschaftsdusche in der Jugendherberge … verlassen habe, 

wobei er mit der Hand an seinem Glied manipuliert habe. Nachdem die Geschä-

digte R._____ einen Annährungsversuch seinerseits abgeblockt habe, sei der Be-

schuldigte duschen gegangen, habe die Geschädigte R._____ in der Folge aller-

dings erneut angesprochen; dies mit den Worten: "Hey R._____, ich kann Dir 

schöne Dinge zeigen in der Liebe." Weiter habe er ausgeführt, dass sie "das" jetzt 

machen, sprich Sex haben, sollten, dass er der Beste sei. Währenddessen habe 

der Beschuldigte bewusst vor der Geschädigten R._____ onaniert. Als die Ge-

schädigte R._____ ihn wiederum abgewiesen habe, habe er schliesslich das 

Zimmer verlassen. Das Verhalten des Beschuldigten habe die Geschädigte 

R._____ dabei als störend empfunden, was der Beschuldigte gewusst oder zu-

mindest in Kauf genommen habe (D1 Urk. 52 S. 8). 

- 43 - 

1.1.2. Der Beschuldigte anerkannte vor Vorinstanz, die Geschädigte in der  

Jugendherberge angetroffen und sich ihr nackt präsentiert zu haben (Urk. 113 

S. 24 f.).  

In Abrede stellt er hingegen, die Geschädigte R._____ bereits mit herunterge-

lassener Hose konfrontiert zu haben, als diese aus der Dusche gekommen sei. 

Weiter habe er nicht an seinem Glied manipuliert, keine sexuellen Avancen ge-

macht und die Geschädigten nicht belästigen wollen (D13 Urk. 3 S. 3; D13 Urk. 4 

S. 2 f.; Urk. 113 S. 25). 

An der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, er habe die Geschä-

digte etwas angemacht und mit ihr etwas trinken wollen, sie habe ihn jedoch nicht 

nackt gesehen (Urk. 155 S. 17 f.).  

1.1.3. Die Aussagen der Geschädigten R._____ und des Beschuldigten sind ver-

wertbar.  

1.2. Beweiswürdigung 

1.2.1. Die Vorinstanz hat schlüssig ausgeführt, dass die Darstellung der Geschä-

digten R._____ glaubhaft sei. Sie habe einleuchtend geschildert, wie sie den Be-

schuldigten vier Mal habe auf die Toilette gehen hören, als sie geduscht habe, 

und bereits ein ungutes Gefühl bekommen habe. Sie habe schlüssig dargelegt, 

dass der Beschuldigte plötzlich mit heruntergelassener Hose vor ihr gestanden 

sei und an seinem Geschlechtsteil herumgespielt habe. Auch, dass der Beschul-

digte hernach zu ihr gesagt habe, "Hey R._____, ich kann Dir schöne Dinge zei-

gen in der Liebe." und gemeint habe, dass sie "das" jetzt machen sollten, wobei er 

die ganze Zeit an seinem Glied herummanipuliert habe, würde plausibel und er-

lebt wirken (Urk. 142 S. 107). Auf diese zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz 

kann vollumfänglich verwiesen werden. Es ist wiederum nicht ersichtlich, weshalb 

die Geschädigte den Vorwurf gegen den Beschuldigten erfunden haben sollte, 

zumal sie ihn auch nur sehr zurückhaltend belastet.  

1.2.2. Das Aussageverhalten des Beschuldigten überzeugt abermals nicht, da es 

ausweichend, vage und widersprüchlich ist. Auf eine Zugabe seinerseits, wonach 

- 44 - 

er mindestens einmal nackt neben dem Bett der Geschädigten gestanden habe, 

folgt sogleich eine Rechtfertigung bzw. anlässlich der Berufungsverhandlung gar 

die Rücknahme der Zugabe. Er habe sein Handtuch lediglich entfernt, um seine 

Unterhosen anzuziehen, er habe einfach einen offenen Umgang mit Nacktheit 

(Urk. 113 S. 25; Urk. 116 S. 26). An der Berufungsverhandlung erklärte der Be-

schuldigte, die Geschädigte habe ihn in einem Zimmer ohne Licht nicht nackt ge-

sehen (Urk. 155 S. 17). Augenfällig ist auch, dass der Beschuldigte, welcher zu-

nächst noch einräumte, er habe mit der Geschädigten gesprochen und sie ge-

fragt, ob sie eine gute Zeit mit ihm haben und etwas trinken gehen wolle (D13 

Urk. 4 S. 3), hernach zu Protokoll gab, er sei an der Geschädigten nicht interes-

siert gewesen und hätte sich nur ihr zuliebe auf sexuelle Handlungen mit ihr ein-

gelassen (D13 Urk. 3 S. 3). Dieses Schlechtmachen der Geschädigten wäre nicht 

nötig, wollte der Beschuldigte damit nicht von seinem Verhalten ablenken. Diese 

Aussagen belegen vielmehr seine Haltung, dass sich – auf das Wesentliche zu-

sammengefasst – letztlich jede Frau glücklich zu schätzen habe, wenn er sexuelle 

Kontakte mit ihr möchte (ähnlich schon die Vorinstanz in Urk. 142 S. 109). Die 

Aussagen des Beschuldigten vermögen die glaubhafte Darstellung der Geschä-

digten nicht zu entkräften. 

1.3. Der Anklagesachverhalt gemäss Dossier 13 ist aufgrund der glaubhaften 

Ausführungen der Geschädigten R._____ rechtsgenügend erstellt. 

2. Rechtliche Würdigung 

2.1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten des Exhibitionismus im Sinne 

von Art. 194 StGB schuldig. Im Berufungsverfahren rügt die Verteidigung, der 

Vorfall sei aufgrund des offenen Umgangs des Beschuldigten mit Nacktheit ge-

schehen und nicht als bewusste Zurschaustellung seines Geschlechtsorgans zu 

sehen. Ausserdem habe sich die Geschädigte kaum belästigt gefühlt, da sie sich 

an der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme nicht einmal mehr an den Vorfall er-

innert habe (Urk. 157 S. 22).  

2.2. Das erstellte mehrmalige Entblössen seines Gliedes und das Manipulieren 

desselben, welches Verhalten offensichtlich sexuell motiviert war und von der Ge-

- 45 - 

schädigten wahrgenommen wurde, fallen zweifelsfrei unter den objektiven Tat-

bestand des Exhibitionismus. 

Dass der Beschuldigte bei seinen Handlungen beabsichtigte, dass die Geschädig-

te diese wahrnehme, steht aufgrund des erstellten Sachverhalts ebenfalls ausser 

Frage. Ob sich die Geschädigte tatsächlich belästigt gefühlt hat, ist nicht relevant. 

2.3. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe wurden weder geltend ge-

macht noch sind solche ersichtlich. 

2.4. Der Beschuldigte ist im Ergebnis des mehrfachen Exhibitionismus im Sinne 

von Art. 194 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.  

F. Vorwurf gemäss Dossier 17: Gewalt und Drohung gegen Behörden und 

Beamte sowie Tätlichkeiten zum Nachteil von C._____ 

1. Sachverhalt 

1.1. Ausgangslage 

1.1.1. Dem Beschuldigten wird zusammengefasst weiter vorgeworfen, sich an den 

Sihlquai in Zürich begeben zu haben, um dort nach einer Prostituierten Ausschau 

zu halten, wobei er irgendwann in die Nähe des Flora Dora Busses gekommen 

sei, wo ihn die Geschädigte C._____, eine Mitarbeiterin der städtischen Sozialein-

richtungen und somit eine Beamtin, angesprochen und ihn gefragt habe, ob sie 

ihm helfen könne. Nach einer kurzen Unterhaltung habe sie ihn gebeten, sich et-

was vom Bus zu entfernen, da es sich dabei um einen geschützten Raum für 

Frauen handle, was der Beschuldigte indes nicht getan habe, sondern auf die 

Geschädigte C._____ zugegangen sei und ihr damit gedroht habe, "Gasolina", 

sprich Benzin, über sie zu schütten. Gleichzeitig habe er mit der Hand eine hori-

zontale Bewegung von der linken zur rechten Halsseite gemacht. Obschon die 

Geschädigte C._____ dadurch in Angst versetzt worden sei und sich in ihrem Si-

cherheitsgefühl massiv beeinträchtigt gefühlt habe, habe sie erwidert, dass sie 

sich nicht einschüchtern lasse. Daraufhin habe der Beschuldigte mit dem Fuss 

einmal schmerzhaft gegen die Leiste sowie ein weiteres Mal gegen die linke Hand 

- 46 - 

der Geschädigten C._____ getreten und sei alsdann weggelaufen (D1 Urk. 52 

S. 10). 

1.1.2. Der Beschuldigte räumt ein, dass es zu einer Auseinandersetzung mit der 

Geschädigten C._____ gekommen sei, bestreitet jedoch, der Geschädigten ge-

droht und sie getreten zu haben (Urk. 113 S. 29 f.).  

Im Rahmen der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, die Geschä-

digte habe eine übertriebene Stellungnahme abgegeben. Er sei plötzlich von der 

Seite weggestossen worden. Als er zum zweiten Mal gestossen worden sei, habe 

er den Fuss hochgehalten. Die Geschädigte sei über seinen Fuss gestolpert, als 

sie auf ihn losgegangen sei (Urk. 155 S. 18 f.).  

1.1.3. Es spricht vorliegend nichts gegen die Verwertbarkeit der Aussagen der 

Geschädigten wie auch des Beschuldigten. 

1.2. Beweiswürdigung 

1.2.1. Mit der Vorinstanz wirken die Aussagen der Geschädigten C._____ im Er-

gebnis glaubhaft, womit auf ihre Schilderungen abgestellt werden kann (vgl. 

Urk. 142 S. 141 f.). Dass sich die Geschädigte die Drohung mit dem spanischen 

Ausdruck "Gasolina" und der Handbewegung des Beschuldigten ausgedacht hat, 

erscheint ausgeschlossen. Es ist kein Grund ersichtlich, weshalb sie den Be-

schuldigten zu Unrecht belasten sollte, zumal sie sehr zurückhaltend aussagte. 

So führte sie beispielsweise aus, sie habe sich keine Verletzungen zugezogen 

(D17 Urk. 5 S. 4; D17 Urk. 6 S. 4). Ebenfalls äusserst glaubhaft ist die Aussage 

der Geschädigten, wonach sie grosse Angst gehabt habe, dem Beschuldigten 

gegenüber aber keine Schwäche habe zeigen wollen (D17 Urk. 5 S. 3). Weiter 

konnte sie nachvollziehbar schildern, dass der Beschuldigte sie, nachdem sie zu 

ihm gesagt habe, sie würde die Polizei rufen, einmal mit dem Fuss in die Leiste 

und ein zweites Mal gegen die linke Hand getreten habe. Einige Frauen, welche 

den Vorfall beobachtet hätten, seien zu ihnen gelaufen und hätten "Polizei,  

Polizei" gerufen (D17 Urk. 5 S. 2).  

- 47 - 

1.2.2. Der Beschuldigte verfällt in seinen Aussagen in ein bekanntes Muster. Er 

gibt zunächst ein gewisses Fehlverhalten zu, um dies hernach so darzustellen, 

dass sein vermeintliches Fehlverhalten schliesslich nur durch ein Fehlverhalten 

der anderen Person provoziert worden und daher zu entschuldigen sei. So habe 

er die Geschädigte nicht getreten, sondern seinen Fuss lediglich zur Abwehr an-

gehoben (D17 Urk. 4 S. 2 f.; Urk. 113 S. 29; Urk. 155 S. 18 f.). Weshalb die Ge-

schädigte den Beschuldigten grundlos wegstossen sollte, ist nicht ersichtlich, zu-

mal schwer vorstellbar ist, dass die Geschädigte so leichtsinnig wäre und von sich 

aus nachts die Konfrontation mit einem unbekannten Mann suchen würde. Die 

Vorinstanz hat zutreffend erwogen, dass auf die Darstellung des Beschuldigten 

nicht abgestellt werden kann. Auf diese Erwägungen ist zu verweisen (Urk. 142 

S. 142 f.).  

1.3. Der Anklagesachverhalt gemäss Dossier 17 ist somit gestützt auf die 

glaubhaften Schilderungen der Geschädigten C._____ erstellt. 

2. Rechtliche Würdigung 

2.1. Die Staatsanwaltschaft hat das Verhalten des Beschuldigten als Gewalt 

und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB 

sowie als Tätlichkeiten im Sinne von Ar