# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a31ff96-8cfc-5bb6-9b5b-3cb1df903780
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.04.2010 D-2355/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2355-2010_2010-04-16.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2355/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  A p r i l  2 0 1 0

Einzelrichter Robert Galliker, 
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

A._______, geboren (...), und 
dessen Ehefrau B._______, geboren (...),
Türkei,
vertreten durch lic. iur. Christian Dénériaz, Rechtsanwalt, 
(...), 
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin); 
Verfügung des BFM vom 25. März 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2355/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführenden am 6. Januar 2010 im Empfangs- und 
Verfahrenszentrum (EVZ) C._______ ein Asylgesuch einreichten, 

dass  die  Beschwerdeführenden  am  12.  Januar  2010  im  EVZ 
C._______  summarisch  befragt  wurden  und  der  Beschwerdeführer 
dabei geltend machte, er sei im Jahre 1992 wegen der Mitgliedschaft 
in  einer  illegalen  Organisation  verhaftet  und  anschliessend  während 
zirka neun Jahren im Gefängnis gewesen, 

dass er im Mai 2003 die Türkei auf illegalem Weg verlassen habe, da 
die  Gefahr  bestanden habe,  wegen der  Teilnahme an einem Todes-
fasten verurteilt zu werden, 

dass er per LKW nach Holland gereist sei, wo er Ende Mai 2003 ein 
Asylgesuch gestellt habe, welches negativ entschieden worden sei, 

dass auch der dagegen erhobene Rekurs abgewiesen worden sei und 
er sich ab Ende 2007 illegal in Holland aufgehalten habe, 

dass er Holland am 4. Januar 2010 zusammen mit der Beschwerdef-
ührerin verlassen habe und in die Schweiz gereist sei, 

dass  das BFM dem Beschwerdeführer  anlässlich  der  summarischen 
Befragung  das  rechtliche  Gehör  zum  Aufenthalt  in  Holland  und  zu 
einer allfälligen Wegweisung dorthin gewährte, 

dass der Beschwerdeführer diesbezüglich vorbrachte, er sei in Holland 
eine unerwünschte Person,  da er zu einer "lebenslänglichen" Zucht-
hausstrafe verurteilt worden sei, 

dass  die  Beschwerdeführerin  als  Asylgrund  angab,  sie  sei  in  der 
Türkei  während  Jahren  regelmässig  von  der  Polizei  ungerecht-
fertigterweise in Untersuchungshaft gesetzt worden, wo man sie nach 
dem Aufenthaltsort ihres Mannes befragt und misshandelt habe, 

dass sie deshalb die Türkei am 13. Mai 2007 auf illegalem Weg ver-
lassen habe und per LKW nach Holland gereist sei, wo sie am 22. Mai 
2007  ein  Asylgesuch  gestellt  habe,  welches  negativ  entschieden 
worden sei, 

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dass die holländischen Behörden ihr mitgeteilt hätten, sie würden sie 
am  13.  Januar  2010  ausschaffen,  weshalb  sie  -  die  Beschwerde-
führerin - am 4. Januar 2010 zusammen mit dem Beschwerdeführer in 
die Schweiz gereist sei, 

dass das BFM der Beschwerdeführerin anlässlich der summarischen 
Befragung  das  rechtliche  Gehör  zum  Aufenthalt  in  Holland  und  zu 
einer allfälligen Wegweisung dorthin gewährte, 

dass die Beschwerdeführerin diesbezüglich vorbrachte,  das holländi-
sche  Gericht  habe  ihr  Asylgesuch  negativ  entschieden  und  sie 
aufgefordert,  das Land innerhalb von achtundzwanzig Tagen zu ver-
lassen, 

dass  für  den  weiteren  Inhalt  der  protokollierten  Aussagen  und  hin-
sichtlich  der  eingereichten  Beweismittel  auf  die  Akten  und,  soweit 
wesentlich, auf die Erwägungen zu verweisen ist, 

dass  das BFM am 24. Februar  2010  gestützt  auf  EURODAC-Treffer 
vom  22.  Mai  2003  (Beschwerdeführer)  beziehungsweise  6.  August 
2007 (Beschwerdeführerin) an Holland ein Gesuch um Übernahme der 
Beschwerdeführenden stellte, 

dass  Holland  am 9. März  2010  einer  Übernahme der  Beschwerdef-
ührenden zustimmte, 

dass das BFM mit Verfügung vom 25. März 2010 - eröffnet am 2. April 
2010 - gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerde-
führenden  nicht  eintrat  sowie  deren  Wegweisung  aus  der  Schweiz 
nach  Holland  und  den  Vollzug  anordnete,  wobei  es  feststellte,  dass 
eine  allfällige  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  keine  auf-
schiebende Wirkung habe,

dass das Bundesamt zur Begründung im Wesentlichen anführte, die 
Beschwerdeführenden  hätten  gemäss  eigenen  Angaben  ihr  Heimat-
land  im  Mai  2003  beziehungsweise  Mai  2007  verlassen  und  seien 
nach Holland gereist, wo sie um Asyl ersucht und sich bis zur Ein reise 
in die Schweiz am 4. Januar 2010 aufgehalten hätten, 

dass  Holland  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004 
zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der 

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Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Be-
stimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  einem 
Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin-
Assoziierungsabkommen  [DAA],  SR  0.142.392.68)  und  auf  das 
Übereinkommen  vom 17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizeri-
schen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem  Königreich 
Norwegen  über  die  Umsetzung,  Anwendung  und  Entwicklung  des 
Schengen-Besitzstands  und  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur 
Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  der 
Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags 
(Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004,  SR  0.362.32)  für  die 
Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei, 

dass die holländischen Behörden am 9. März 2010 einer Übernahme 
der Beschwerdeführenden zugestimmt hätten und die Rückführung - 
vorbehältlich  einer  allfälligen Unterbrechung oder  Verlängerung -  bis 
spätestens zum 8. September 2010 zu erfolgen habe, 

dass  den  Beschwerdeführenden  am 12. Januar  2010  das  rechtliche 
Gehör in Bezug auf eine Wegweisung nach Holland gewährt worden 
sei, 

dass  der  Beschwerdeführer  dabei  geltend  gemacht  habe,  er  sei  zu 
lebenslänglicher Haft  verurteilt  worden; man könne ihn nicht  zurück-
schicken, 

dass die Beschwerdeführerin vorgebracht habe, die holländischen Be-
hörden  hätten  ihr  Asylgesuch  negativ  entschieden  beziehungsweise 
sie hätten ihr mitgeteilt, dass man sie am 13. Januar 2010 ausschaffen 
wolle und die Präsenz ihres Mannes in Holland der Ausschaffung auch 
nicht entgegenstehe, 

dass  diese Aussagen  jedoch kein  Hindernis  hinsichtlich  einer  Rück-
kehr der Beschwerdeführenden nach Holland darstellen würden, zumal 
dieses Land seinen staatsvertraglichen Verpflichtungen nachkomme, 

dass für die weitere Begründung auf die vorinstanzliche Verfügung zu 
verweisen ist, 

dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 9. April 2010 (Post-
stempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde  erhoben  und  dabei  (sinngemäss)  beantragten,  die  Ver-

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fügung des BFM vom 25. März 2010 sei  aufzuheben,  von der  Weg-
weisung sei  abzusehen und die Vorinstanz sei  anzuweisen,  auf  ihre 
Asylgesuche einzutreten,

dass sie in prozessualer Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. 
Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  er-
suchten, 

dass für die Begründung der Beschwerde auf die Akten zu verweisen 
und  -  soweit  entscheidwesentlich  -  nachfolgend  darauf  Bezug  zu 
nehmen ist, 

dass  der  Beschwerde  ein  ärztliches  Zeugnis  vom 6. April  2010  be-
treffend die Beschwerdeführerin beilag, 

dass das Bundesverwaltungsgericht am 12. April 2010 den Vollzug der 
Wegweisung vorsorglich,  bis  zum definitiven Entscheid über die auf -
schiebende Wirkung, aussetzte, 

dass die  vorinstanzlichen Akten am 13. April  2010 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

dass der neu mandatierte Rechtsvertreter  der Beschwerdeführenden 
mit  Eingabe  vom 14.  April  2010  dem Bundesverwaltungsgericht  ein 
ärztliches  Zeugnis  vom  9.  April  2010  betreffend  die  Beschwerde-
führerin einreichte und um Akteneinsicht ersuchte, 

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Bereich  des  Asyls  endgültig 
über  Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM ent-
scheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichts-
gesetzes  vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

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dass  die  Beschwerdeführenden  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt  sind,  ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-
hebung beziehungsweise Änderung haben und daher zur Einreichung 
der Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2  AsylG,  Art.  105  AsylG  i.V.m. Art.  37 
VGG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine solche handelt,  weshalb der  Beschwerdeentscheid  nur  summa-
risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  -  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entschei-
dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), 

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  dies-
bezüglich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese  Fragen  – 
namentlich diejenigen hinsichtlich des Bestehens von Vollzugshinder-

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nissen (Durchführbarkeit der Überstellung an den zuständigen Staat) – 
in  den  Dublin-Verfahren  bereits  vor  Erlass  des  Nichteintretens-
entscheides stellen,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass die durch das BFM am 7. Januar 2010 durchgeführten Abfragen 
der  EURODAC-Datenbank  ergaben,  dass  die  Beschwerdeführenden 
am 22. Mai 2003 (Beschwerdeführer) beziehungsweise am 6. August 
2007 (Beschwerdeführerin) bereits Asylgesuche in Holland eingereicht 
hatten (vgl. act. A 5/1, A 6/1), 

dass  Holland  am  9.  März  2010  einer  Wiederaufnahme  der  Be-
schwerdeführenden gemäss Art. 16 Abs. 1 Bst. c der Verordnung [EG] 
Nr.  343/2003  des  Rates  vom 18.  Februar  2003  zur  Festlegung  der 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die 
Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat 
gestellten Asylantrag zuständig ist (Dublin-II-VO), zugestimmt hat (vgl. 
act. A 24/2),

dass  angesichts  des  zuvor  festgestellten  Sachverhalts  und  der  ein-
schlägigen  Staatsverträge  (vgl.  DAA;  Dublin-II-VO;  Verordnung  [EG] 
Nr. 1560/2003  der  Kommission  vom 2.  September  2003  mit  Durch-
führungsbestimmungen zur Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates 
[Dublin-DVO]) Holland als zuständig zu erachten ist,

dass keine Hinweise darauf bestehen, Holland halte sich nicht an die 
massgebenden völkerrechtlichen Bestimmungen, insbesondere an das 
Refoulementverbot  oder  die  einschlägigen  Normen  der  Konvention 
vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grund-
freiheiten (EMRK, SR 0.101), 

dass es im vorliegenden Verfahren lediglich darum geht,  die Voraus-
setzungen einer Rückführung nach Holland im Rahmen der Dublin-II-
VO zu prüfen, weshalb auf die Vorbringen der Beschwerdeführenden 
in Bezug auf ihre Situation in der Türkei nicht einzugehen ist, 

dass deshalb  auch darauf  verzichtet  werden kann,  die  Beschwerde-
führenden zu ihren Asylgründen in Bezug auf die Türkei ergänzend zu 

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befragen  oder  die  in  diesem  Zusammenhang  bestehenden  Beweis-
mittel  einzusehen,  wie  das in  der  Rechtsmittelschrift  beantragt  wird, 
weshalb der entsprechende Antrag abzuweisen ist,

dass,  wie  nachfolgend  aufgezeigt  wird,  die  Beschwerdeführenden 
auch keine anderen Gründe vorbringen können, die die Zuständigkeit 
der Schweiz zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens 
nach sich ziehen würden beziehungsweise die der Ausreise nach Hol-
land entgegen stünden,

dass weder angesichts der Verhältnisse in  Holland noch zufolge der 
individuellen Situation der Beschwerdeführenden Anlass zur Ausübung 
des Selbsteintrittsrechts im Sinne von Art. 3  Abs. 2 Dublin-II-VO be-
steht,  zumal  sich  die  Beschwerdeführenden  bereits  längere  Zeit  in 
Holland aufhielten und mit den dortigen Verhältnissen vertraut sind,

dass auch die in der Beschwerdeschrift geltend gemachten und durch 
ärztliche  Zeugnisse  vom 6. beziehungsweise  9. April  2010  belegten 
gesundheitlichen  Beschwerden  der  Beschwerdeführerin  (Erbrechen 
mit  Kopfschmerzen  und  Schwindel  in  einem  anxio-depressiven  Zu-
sammenhang)  nicht  derart  sind,  dass  die  Ausübung  des  Selbstein-
trittsrechts  angezeigt  wäre,  da  nach  Erkenntnis  des  Bundesver-
waltungsgerichts die medizinische Versorgung in Holland gewährleistet 
ist, 

dass die gesundheitlichen Beschwerden der Beschwerdeführerin zu-
dem in Zusammenhang mit ihrer Schwangerschaft  stehen und daher 
ohnehin nur vorübergehender Natur sein dürften, 

dass die Schwangerschaft der Beschwerdeführerin die Ausübung des 
Selbsteintrittsrechts nicht  indiziert,  die zuständigen Behörden jedoch 
bei  der  Festsetzung  des  Rückführungstermins  der  Beschwerde-
führenden  nach  Holland  auf  die  Schwangerschaft  der  Beschwerde-
führerin  beziehungsweise  deren  baldige  Niederkunft  Rücksicht  zu 
nehmen haben, 

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 
Bst.  d  AsylG  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführenden  nicht 
eingetreten ist, 

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Weg-
weisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), wobei 

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in  Verfahren  nach  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  die  Frage  nach  der 
Zulässigkeit  und  Möglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs  regelmässig 
bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des  Nichtein-
tretensentscheides ist, weshalb sie hier nicht mehr zu prüfen ist, 

dass sich auch die Frage nach der Zumutbarkeit  des Wegweisungs-
vollzugs in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht erst unter 
dem  Aspekt  von  Art.  83  Abs.  1  und  4  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 
142.20) stellt, sondern bereits bei der Prüfung des Nichteintretens im 
Rahmen der Ausübung des Selbsteintrittsrechts oder gegebenenfalls - 
falls  sich  Familienmitglieder  in  verschiedenen  Dublin-Mitgliedstaaten 
befinden  und  allenfalls  zusammengeführt  werden  sollten  -  bei  der 
Anwendung der sogenannten Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin-II-
VO), 

dass  vorliegend  -  wie  aufgezeigt  -  kein  Anlass  zur  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO) beziehungsweise zur 
Anwendung der  Humanitären  Klausel  (Art.  15  Dublin-II-VO)  besteht, 
weshalb der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu be-
stätigen ist,

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht  gelungen ist  dar-
zutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass  der  am  12.  April  2010  verfügte  Vollzugsstopp  mit  der  vor-
liegenden Abweisung der Beschwerde hinfällig wird,

dass  mit  vorliegendem  Direktentscheid  ohne  vorgängige  Instruktion 
das Gesuch um Verzicht  auf  die Erhebung eines Kostenvorschusses 
gegenstandslos geworden ist, 

dass das Gesuch des Rechtsvertreters um Akteneinsicht vom 14. April  
2010 gegenstandslos geworden ist, zumal den Beschwerdeführenden 
die Akten zusammen mit der angefochtenen Verfügung ediert worden 
sind (vgl. Dispositiv-Ziffer 6),

dass  schliesslich  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ungeachtet der Bedürftig-

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keit  der  Beschwerdeführenden  abzuweisen  ist,  da  die  Beschwerde-
begehren nach dem Gesagten als aussichtslos zu bezeichnen sind,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) den Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 
Abs. 1 und 5 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 

3.
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter  der Beschwerdeführenden (vorab per Telefax; 
Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 
Kurier; in Kopie)

- das BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  Dublin-Office,  Ref.-Nr. N (...)  (per 
Telefax)

- (...)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

Versand:

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