# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e5b1e58-773d-5151-9a5c-01440ad0e735
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.01.2021 200 2020 429
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-429_2021-01-28.pdf

## Full Text

200 20 429 UV
KOJ/IMD/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. Januar 2021

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

Visana Versicherungen AG
Leistungszentrum UVG, Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 5. Mai 2020 (18.007551)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Jan. 2021, UV/20/429, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1959 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
bei der C.________ angestellt und dadurch bei der Visana Versicherungen 
AG (Visana bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von 
Unfällen und Berufskrankheiten versichert, als er am 14. Juli 2018 in ... mit 
seinem Motorrad auf einem Bahnübergang von einer Lokomotive erfasst 
wurde und sich dabei ein Polytrauma mit Verletzungen insbesondere an 
der rechten Hand und am rechten Brustkorb zuzog (Akten der Visana [act. 
II] pag. 4, 8, 61). Die Visana klärte den Sachverhalt in beruflicher sowie 
medizinischer Hinsicht ab und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (act. II 
pag. 12 f.). Mit Verfügung vom 14. Dezember 2018 (act. II pag. 232 ff.) 
kürzte die Visana die Taggeldleistungen ab dem 1. September 2018 wegen 
grober Fahrlässigkeit um 10 %. Die dagegen erhobene Einsprache (act. II 
pag. 253 ff.) wies sie mit Einspracheentscheid vom 5. Mai 2020 (act. II pag. 
521 ff.) ab.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch B.________, eidg. dipl. 
Privat- und Sozialversicherungsexpertin, mit Eingabe vom 4. Juni 2020 
Beschwerde mit den Anträgen, der angefochtene Einspracheentscheid sei 
aufzuheben, dem Beschwerdeführer seien die gesetzlichen Leistungen zu 
erbringen und auf eine Kürzung der Taggeldleistungen sei zu verzichten.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 10. August 
2020 auf Abweisung der Beschwerde.

Mit Replik vom 9. September 2020 hielt der Beschwerdeführer an den bis-
herigen Anträgen fest.

Mit Verfügung vom 14. September 2020 gewährte der Instruktionsrichter 
dem Beschwerdeführer unter Beilage von Bildschirmfotos (entnommen aus 

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Google Earth / Streetview) Gelegenheit zur Ergänzung der Replik hinsicht-
lich des Unfallortes.

Der Beschwerdeführer bestätigte mit Eingabe vom 9. Oktober 2020, dass 
es sich bei dem auf den Bildschirmfotos abgebildeten Bahnübergang um 
den Unfallort handle.

Mit Duplik vom 12. November 2020 bestätigte die Beschwerdegegnerin den 
Antrag auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 5. Mai 
2020 (act. II pag. 521 ff.), mit welchem die Beschwerdegegnerin die am 
14. Dezember 2018 (act. II pag. 232 ff.) verfügte Kürzung der Taggeldleis-
tungen um 10 % bestätigt hat. Streitig und zu prüfen ist, ob dem Beschwer-

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deführer eine grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen ist, welche eine Kürzung 
der Taggelder im Sinne von Art. 37 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 
20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) rechtfertigt.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Ist der Versicherte infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeits-
unfähig (Art. 6 ATSG), so hat er Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 
UVG).

2.3 Hat die versicherte Person den Versicherungsfall vorsätzlich oder 
bei vorsätzlicher Ausübung eines Verbrechens oder Vergehens herbeige-
führt oder verschlimmert, so können ihr die Geldleistungen vorübergehend 
oder dauernd gekürzt oder in schweren Fällen verweigert werden (Art. 21 
Abs. 1 ATSG).

2.3.1 In Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden in der Versiche-
rung der Nichtberufsunfälle die Taggelder, die während der ersten zwei 
Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gekürzt, wenn die versicherte 
Person den Unfall grob fahrlässig herbeigeführt hat. Die Kürzung beträgt 
jedoch höchstens die Hälfte der Leistungen, wenn die versicherte Person 
im Zeitpunkt des Unfalls für Angehörige zu sorgen hat, denen bei ihrem 

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Tode Hinterlassenenrenten zustehen würden (Art. 37 Abs. 2 UVG). Diese 
Bestimmung steht mit Art. 32 Ziff. 1 Bst. e des Übereinkommens Nr. 128 
vom 29. Juni 1967 der Internationalen Arbeitsorganisation (SR 0.831.105) 
und mit Art. 68 Bst. f der Europäischen Ordnung der Sozialen Sicherheit 
vom 16. April 1964 (SR 0.831.104) in Einklang. Der staatsvertragliche Aus-
schluss der Leistungskürzung oder -verweigerung wegen grobfahrlässiger 
Herbeiführung des Versicherungsfalles beschränkt sich auf die Berufsun-
fallversicherung und findet auf die Versicherung von Nichtberufsunfällen – 
sowie von Arbeitswegunfällen (BGE 126 V 353 E. 5a S. 360) – keine An-
wendung (BGE 121 V 40 E. 2 S. 42; SVR 2013 UV Nr. 11 S. 40 E. 5.3.2; 
RKUV 1995 U 232 S. 206 E. 2b).

2.3.2 Grobfahrlässig nach Art. 37 Abs. 2 UVG handelt, wer jene elemen-
taren Vorsichtsgebote unbeachtet lässt, die jeder verständige Mensch in 
der gleichen Lage und unter den gleichen Umständen befolgt hätte, um 
eine nach dem natürlichen Lauf der Dinge vorhersehbare Schädigung zu 
vermeiden (BGE 138 V 522 E. 5.2.1 S. 527). Die Fahrlässigkeit besteht aus 
einer objektiven und subjektiven, nach ihrer Schwere graduell abzustufen-
den Verschuldenskomponente, wobei sich der Grad der Fahrlässigkeit 
primär nach dem Grad des subjektiven Verschuldens beurteilt. Das Verhal-
ten muss, um – durch Verletzung elementarster Vorsichtsgebote – Rechts-
nachteile zu gewärtigen, Unverständnis, Kopfschütteln und Tadel auslösen, 
eine moralische Verurteilung nach sich ziehen und die Grenze des Tole-
rierbaren überschreiten (BGE 138 V 522 E. 5.2.2 S. 527).

Nach ständiger Rechtsprechung ist der Begriff der groben Fahrlässigkeit im 
Zusammenhang mit Verkehrsunfällen nach Art. 37 Abs. 2 UVG weiter zu 
fassen als derjenige der groben Verletzung von Verkehrsregeln nach 
Art. 90 Ziff. 2 des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 
(SVG; 741.01), welcher ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend re-
gelwidriges Verhalten voraussetzt. Bei Fehlverhalten im Strassenverkehr ist 
grobe Fahrlässigkeit im Sinne von Art. 37 Abs. 2 UVG in der Regel dann 
anzunehmen, wenn in ursächlichem Zusammenhang mit dem Unfall eine 
elementare Verkehrsvorschrift oder mehrere wichtige Verkehrsregeln 
schwerwiegend verletzt wurden. Nicht jede pflichtwidrige und unfallkausale 
Missachtung einer Verkehrsvorschrift bedeutet demgemäss eine grobe 

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Fahrlässigkeit, ansonsten die Abgrenzung gegenüber der leichten Fahrläs-
sigkeit entfiele. Auch die Verletzung einer elementaren Verkehrsvorschrift 
führt nicht notwendigerweise zur Annahme einer groben Fahrlässigkeit, da 
nicht allein auf den Tatbestand der verletzten Vorschrift abzustellen ist. 
Vielmehr sind die gesamten Umstände des konkreten Falles zu würdigen 
und ist zu prüfen, ob subjektiv oder objektiv bedeutsame Entlastungsgrün-
de vorliegen, die das Verschulden in einem milderen Licht, somit die Ver-
kehrsregelverletzung nicht als schwerwiegend erscheinen lassen (BGE 118 
V 305 E. 2b S. 307).

2.4 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – 
das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn 
sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat 
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes 
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 
fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhaltes genügt die-
sen Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachver-
haltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen 
als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429, 138 V 218 
E. 6 S. 221).

2.5 Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die 
Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrschein-
lich zu betrachten und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem 
feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so ist auf die Abnahme weite-
rer Beweise zu verzichten. Gleiches gilt, wenn der Sachverhalt, den die 
Partei beweisen will, nicht rechtserheblich erscheint. In einem solchen Vor-
gehen liegt kein Verstoss gegen das rechtliche Gehör gemäss Art. 29 
Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101). Auch das Fairnessgebot von 
Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 
0.101) gewährt in diesem Zusammenhang keinen zusätzlichen Schutz 
(BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d 
S. 162; SVR 2017 ALV Nr. 6 S. 18 E. 4.2).

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3.

3.1 Es ist zu Recht unbestritten, dass in Bezug auf das Ereignis vom 
14. Juli 2018 die kumulativen Anspruchsvoraussetzungen des Unfallbe-
griffs gemäss Legaldefinition (E. 2.1 hiervor) erfüllt sind. Ebenso ist die 
Versicherungsdeckung für den Nichtberufsunfall gegeben. Die Beschwer-
degegnerin hat denn auch entsprechende Versicherungsleistungen er-
bracht (act. II pag. 12 f.). Umstritten ist hingegen, ob die Beschwerdegeg-
nerin zu Recht die Kürzung der Taggeldleistungen um 10 % anordnete, 
wobei sie diese verwaltungsrechtliche Sanktion (vgl. BGE 134 V 315 
E. 4.5.1.1 S. 319) im angefochtenen Einspracheentscheid vom 5. Mai 2020 
(act. II pag. 521 ff.) mit einer grob fahrlässigen Herbeiführung des Unfalls 
begründete.

3.2 Aufgrund der Akten ist erstellt und insoweit unbestritten, dass der 
Beschwerdeführer am 14. Juli 2018 mit seinem Motorrad auf der Strasse 
von ... in Richtung ... (...) unterwegs war und dabei um 14:05 Uhr kurz vor 
der Ortschaft ... auf einem mit einer Lichtsignalanlage sowie halbseitig mit 
einer Bahnschranke gesicherten Bahnübergang mit einer Lokomotive kolli-
dierte (vgl. act. II pag. 61, 265 ff.). Dem Rapport der örtlichen Polizei vom 
23. Juli 2018 bzw. der deutschen Übersetzung hiervon ist zu entnehmen, 
dass sich die asphaltierte Strasse zum Unfallzeitpunkt in einem trockenen 
und sauberen Zustand (act. II pag. 261, 267]) und die Strassensignalisation 
allem Anschein nach in einwandfreiem Zustand für die auf der Strasse fah-
renden Fahrzeuge befunden hätten. Die Bahnschranke (Barriere) sei zu 
gewesen (act. II pag. 263, 270). Der Verunfallte habe mündlich ausgesagt, 
er habe sich ablenken lassen und als er die geschlossene Schranke (Barri-
ere) bemerkt habe, habe er nicht mehr ausweichen können (act. II pag. 
263, 270). In einer Aktennotiz vom 20. August 2018 (act. II pag. 67) hielt 
die damalige Arbeitgeberin den vom Beschwerdeführer telefonisch geschil-
derten Unfallhergang wie folgt fest: "Herr A.________ war auf einer Töfftour 
in .... Plötzlich bemerkte er im Asphalt der Strasse (Boden) ein Blinken, was 
er so noch nirgends gesehen hat und nicht wusste was das bedeutet. Als 
er aufschaute war er [sic!] vor ihm eine Bahnbarriere über die halbe Stras-
senseite. Im Schreck reagierte er bei gleichzeitigem Bremsen mit einem 
Ausweichmanöver vor der Schranke auf die offene Seite hin und wurde von 

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einer herannahenden Lokomotive touchiert und auf die Strasse katapultiert 
[…]".

3.3 Die Beschwerdegegnerin begründete die hier strittige Kürzung der 
Taggeldleistungen im Wesentlichen damit, der Beschwerdeführer habe 
aufgrund von Unaufmerksamkeit den Bahnübergang zu spät bemerkt und 
eine abrupte Lenkbewegung gemacht, wodurch er auf die Bahngeleise 
gelangt sei, wo er mit der Lokomotive kollidiert sei. Er habe mehrere wichti-
ge Verkehrsregeln schwerwiegend verletzt (Missachtung von Stop- und 
Lichtsignalen; Nichtbeherrschen des Fahrzeuges) und dadurch den Unfall 
vom 14. Juli 2018 grob fahrlässig verursacht. Es lägen nicht genügend Ent-
lastungsgründe vor, um das Verschulden in einem milderen Lichte erschei-
nen zu lassen (act. II pag. 525).

3.4 Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag an der 
seitens der Beschwerdegegnerin vorgenommenen Qualifikation seines 
Verhaltens als grob fahrlässig nichts zu ändern. Dessen Schilderungen des 
Unfallhergangs, wonach er durch eine im Boden eingelassene Signalisation 
abgelenkt worden sei, weswegen er den Bahnübergang auch aufgrund der 
unübersichtlichen Verhältnisse nicht rechtzeitig habe erkennen können, 
und er im fraglichen Bereich nur 20 bis 30 km/h gefahren sei (Beschwerde 
S. 8 f. Ziff. 20 ff.; Replik S. 6 f.) sind unglaubwürdig und widersprüchlich.

Davon, dass er den Bahnübergang nicht rechtzeitig hätte erkennen kön-
nen, kann keine Rede sein. Wie aus der vom Instruktionsrichter erstellten 
und den Parteien zur Stellungnahme vorgelegten Fotodokumentation (in 
den Gerichtsakten) ersichtlich wird, sind die Verhältnisse vor Ort sehr über-
sichtlich. Der Bahnübergang liegt in einer leichten Linkskurve am Ende 
einer langen geraden Strecke und ist schon aus weiter Entfernung ersicht-
lich. Für den Beschwerdeführer bestand bei dieser Ausgangslage keine 
Veranlassung, diese Strecke lediglich mit 30 km/h oder noch langsamer zu 
befahren, zumal er gemäss eigener Aussage auf dieser Strasse "ohne 
Fahrzeug vor und Fahrzeug nach ihm" fuhr (Replik S. 3). Sollte er tatsäch-
lich mit dieser geringen Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein, hätte er 
auch bei einer unvorhergesehenen Ablenkung die geschlossene Schranke 
ohne weiteres rechtzeitig erkennen und vor dem Bahnübergang anhalten 
können. Unabhängig davon hätte sich der Beschwerdeführer aufgrund der 

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vorhandenen Signalisation bereits vorher des vor ihm liegenden Bahnü-
berganges bewusst sein müssen. Ab ca. 40 Meter vor dem Bahnübergang 
finden sich auf der rechten Fahrspur sechs weisse Doppelstreifen und ab 
ca. zehn Meter vor dem Bahnübergang ist die Fahrbahn mit roter Farbe 
bestrichen. Insbesondere die rote Fläche ist – wie der Fotodokumentation 
(in den Gerichtsakten) zu entnehmen ist – bereits von weitem erkennbar. 
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die rote Bodenmarkierung sei 
gemäss seinem Kenntnisstand erst nach dem Unfallzeitpunkt angebracht 
worden (Eingabe vom 9. Oktober 2020), ist dies nachweislich falsch: Auf 
weiteren auf Google Earth / Streetview vorhandenen Bildern der Unfallstel-
le vom Mai 2018 ist ersichtlich, dass die entsprechenden Markierungen 
bereits damals und damit vor dem Unfallereignis vorhanden waren (Koordi-
naten …" N …" W). Des Weiteren befinden sich ca. 260 Meter vor dem 
Bahnübergang am rechten Strassenrand das Gefahrensignal "Schranken" 
und ein Distanzbaken, gefolgt von zwei weiteren Distanzbaken in regel-
mässigem Abstand. Die Signalisation des Bahnüberganges ist damit kei-
neswegs ungewöhnlich. Vielmehr entsprechen insbesondere das Gefah-
rensignal "Schranken" und die Distanzbaken in ihrer Ausgestaltung den in 
der Schweiz bekannten Signalen. Das Vorbringen des Beschwerdeführers, 
soweit er von einer für die Schweiz unüblichen Signalisation spricht, ist 
damit nicht zu hören. Hinzu kommt, dass er daraus nichts zu seinen Guns-
ten ableiten kann: Diesfalls wäre er umso mehr verpflichtet gewesen, die 
Geschwindigkeit den Verhältnissen vor Ort so anzupassen, dass er vom 
Bahnübergang nicht überrascht worden wäre und rechtzeitig hätte anhalten 
können. Aufgrund der bereits weit vor dem Bahnübergang vorhandenen 
Signale, welche der Beschwerdeführer bei gebotener Aufmerksamkeit hätte 
bemerken müssen, überzeugt das Argument, er sei durch eine im Boden 
eingelassene Signalisation vom Strassenverkehr abgelenkt worden, nicht, 
zumal eine entsprechende Signalisation (Warnblinker und "sonore War-
nung" [Replik S. 3]), weder auf den Bildern aus Google Earth / Streetview 
von vor noch nach dem Zeitpunkt des Unfalles ersichtlich ist.

Zusammenfassend hat der Beschwerdeführer der Strasse und den örtli-
chen Verhältnissen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit (BGE 144 V 427 
E. 3.2 S. 429) nicht die notwendige und von allen Verkehrsteilnehmern zu 
erwartende Aufmerksamkeit geschenkt, was zum Unfall vom 14. Juli 2018 

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geführt hat. Dieses Verhalten wurde von der Beschwerdegegnerin zu Recht 
als grob fahrlässig beurteilt und mit einer Kürzung der Taggeldleistungen 
sanktioniert.

3.5 Die vorhandenen und instruktionsrichterlich ergänzten Akten er-
lauben eine zuverlässige Beurteilung des Sachverhalts. Dieser ist mithin 
rechtsgenüglich abgeklärt und auf weitere Beweismassnahmen kann in 
antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden (vgl. BGE 144 V 361 
E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV 
Nr. 50 S. 163 E. 4).

3.6 Die Kürzung der Leistungen im Sinne von Art. 37 Abs. 2 UVG er-
folgt nach Massgabe des Verschuldens. Es handelt sich dabei natur-
gemäss um Ermessensentscheide. Das sie überprüfende Sozialversiche-
rungsgericht darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle 
desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich bei der Korrektur auf Ge-
gebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessens-
ausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 126 V 353 E. 5d S. 
362). Vorliegend besteht für das Gericht keine Veranlassung in das Ermes-
sen der Beschwerdegegnerin einzugreifen, welche die Kürzung auf 10 % 
festgesetzt hat.

3.7 Nach dem Dargelegten ist die von der Beschwerdegegnerin ver-
fügte Kürzung der Taggeldleistungen weder in grundsätzlicher noch in 
masslicher Hinsicht zu beanstanden. Die gegen den Einspracheentscheid 
vom 5. Mai 2020 (act. II pag. 521 ff.) erhobene Beschwerde ist dement-
sprechend abzuweisen.

4.

4.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. aArt. 61 lit. a ATSG in 
der bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen und hier anwendbaren Fas-
sung (vgl. Art. 83 ATSG) sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

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4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Be-
schwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG). 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen

3. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Visana Versicherungen AG, Leistungszentrum UVG
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.