# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 18f2cb38-860f-5cb1-8c71-aada565e9473
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 25.02.2016 B 2014/159
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2014-159_2016-02-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2014/159

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 25.02.2016

Entscheiddatum: 25.02.2016

Entscheid Verwaltungsgericht, 25.02.2016
Steuerrecht. Art. 36 und 36 Abs. 1 lit. b StG (SR 811.1). Art. 63 der 
Bundespersonalverordnung (BPV; SR 172.220.111.3).  Bestätigung der 
vorinstanzlichen Feststellung, wonach eine Witwenrente weiterhin 
privilegiert (zu 80%) zu besteuern ist. Aufgrund des Todes des Ehemannes 
im Jahr 1974 wurden Leistungen des Bundes bei Betriebsunfall 
(Betriebsunfallrente) festgesetzt und als „Leistungen Dritter“ im Sinn von 
Art. 9 Abs. 1 und 2 der Statuten der Versicherungskasse für das Personal der 
allgemeinen Bundesverwaltung (Eidgenössische Versicherungskasse) vom 
29. September 1950 (EVK-Statuten; AS 1950, 913 ff.) behandelt. Die durch die 
EVK vorgenommene Leistungskoordination mit Drittleistungen bewirkte 
nicht ein Dahinfallen des Vorsorgeleistungsanspruchs der 
Beschwerdegegnerin gegenüber der EVK; vielmehr bildete die 
Leistungskoordination versicherungstechnisch notwendiger Bestandteil des 
Leistungsanspruchs. Die Sichtweise des Beschwerdeführers (Steueramt), 
wonach die streitigen Leistungen ausschliesslich von der ehemaligen 
Arbeitgeberin stammen würden und die EVK die Leistungen nicht einmal 
teilweise mitfinanziert habe bzw. die Rente nicht von der EVK stamme, 
erwies sich als nicht begründet, zumal sie den Inhalt der EVK-
Rentenverfügung von 1974, die Regelungen der EVK-Statuten und den 
Aspekt der versicherungsrechtlichen Leistungskoordination ausser Acht 
liess (Verwaltungsgericht, B 2014/159). Entscheid vom 25. Februar 2016

Besetzung

 

Präsident Eugster; Verwaltungsrichter Linder, Bietenharder, Zindel; Ersatzrichter 

Engeler; Gerichtsschreiber Schmid

 

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St.Galler Gerichte

Verfahrensbeteiligte

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Beschwerdeführer,

gegen

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen,

Unterstrasse 28, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

X.Y.,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Kantons- und Gemeindesteuer (Einkommen und Vermögen 2012)

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.            

a. X.Y., geb. 1938, ist seit 1974 verwitwet. Im Jahr 2012 erhielt sie eine AHV-Rente von 

Fr. 22‘272.-- sowie eine Hinterlassenenrente von Fr. 32‘449.--. Letztere deklarierte sie 

in der Steuererklärung 2012 zu 80%. Die Steuerveranlagungsbehörde rechnete in der 

Veranlagung vom 20. August 2013 die Rente zu 100% an mit der Begründung, es 

handle sich nicht um eine Leistung aus beruflicher Vorsorge (act. G 5/6 I/1.1). Nachdem 

die Steuerpflichtige hiergegen Einsprache (act. G 5.6 I/1.9) erhoben hatte, forderte sie 

die Veranlagungsbehörde auf, Unterlagen einzureichen, aus denen ersichtlich sei, dass 

die Rente vom verstorbenen Ehemann (und nicht ausschliesslich durch den 

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Arbeitgeber) finanziert worden sei und somit einer reduzierten Besteuerung unterliege 

(act. G 5/6 II/1.8). Auf ein Schreiben der Steuerpflichtigen vom 4. Dezember 2013 liess 

ihr die Veranlagungsbehörde Auszüge aus dem Bundespersonalgesetz und der 

Bundespersonalverordnung zugehen (act. G 5/6 II/1.6 f.). Am 16. Dezember 2013 

reichte die Steuerpflichtige verschiedene Unterlagen ein (act. G 5/6 II/1.4). Mit 

Entscheid vom 26. Februar 2014 wies das Kantonale Steueramt die Einsprache ab und 

veranlagte die Steuerpflichtige für die Kantons- und Gemeindesteuer 2012 mit einem 

steuerbaren Einkommen von Fr. 57‘800.-- und einem steuerbaren Vermögen von 

Fr. 216‘000.--. Zur Begründung bestätigte es, dass der Steuerpflichtigen keine Leistung 

aus beruflicher Vorsorge zugeflossen sei, sondern eine solche des Arbeitgebers (Bund) 

nach Berufsunfall, welche vollumfänglich besteuert werde (act. G 5/6 II/1.3).

b. Den gegen diesen Entscheid erhobenen Rekurs (act. G 5/1) hiess die 

Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 17. Juni 2014 

gut und hob den Entscheid auf. Zur Begründung hielt die Rekursinstanz unter anderem 

fest, die Veranlagungsbehörde vermöge keine Tatsachen darzutun, wonach die Rente 

des Bundes nicht zumindest teilweise der beruflichen Vorsorge zuzuordnen sei. 

Entsprechend der bisherigen Praxis der Veranlagungsbehörde sei davon auszugehen, 

dass der Rentenanspruch zumindest teilweise auf Leistungen beruhe, die vom 

Ehemann finanziert worden und der beruflichen Vorsorge zuzurechnen seien (act. G 2).

 

B.            

a. Gegen den Rekursentscheid erhob das Kantonale Steueramt mit Eingabe vom 15. 

August 2014 Beschwerde. Es beantragte dessen Aufhebung sowie die Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 26. Februar 2014.

b. In der Vernehmlassung vom 25. August 2014 beantragte die Vorinstanz Abweisung 

der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen 

Entscheid und machte ergänzende Ausführungen (act. G 4). Die Beschwerdegegnerin 

verzichtete auf eine Vernehmlassung (act. G 7).

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c. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den vorerwähnten Eingaben wird, 

soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.            (…).

2.             

2.1.        Streitig ist, ob die Rente der Beschwerdegegnerin für das Jahr 2012 von 

Fr. 32‘449.-- vollumfänglich oder privilegiert zu 80% zu besteuern ist. - Steuerbar sind 

alle Einkünfte aus der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, aus 

Einrichtungen der beruflichen Vorsorge und aus anerkannten Formen der gebundenen 

Selbstvorsorge (Art. 35 Abs. 1 StG). Als Einkünfte aus der beruflichen Vorsorge gelten 

insbesondere Leistungen aus Vorsorgekassen, aus Spar- und Gruppenversicherungen 

sowie aus Freizügigkeitspolicen und Freizügigkeitskonten (Art. 35 Abs. 2 StG). 

Steuerbar sind im Weiteren - als übrige Einkünfte - auch wiederkehrende Leistungen 

bei Tod (Art. 36 Abs. 1 lit. b StG). Soweit jedoch die entsprechenden Leistungen als 

Vorsorgeleistungen zu qualifizieren sind, erfolgt eine Zuordnung zu Art. 35 StG bzw. 

eine Besteuerung als Vorsorgeleistung. Dies gilt namentlich für alle Leistungen, die bei 

Tod aus einer Vorsorgeform anfallen, welcher der Verstorbene angehörte oder die 

dieser aufbaute (Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014, 

II./Rz. 564). Von den Leistungen aus beruflicher Vorsorge, die vor dem 1. Januar 1987 

erstmals fällig wurden, von den Leistungen, die auf einem vor dem 1. Januar 1985 

begründeten Vorsorgeverhältnis beruhen und vor dem 1. Januar 2002 erstmals fällig 

wurden, sowie von den gesetzlichen Renten und Abfindungen für Nichtberufsunfälle, 

die sich vor dem 1. Januar 1987 ereignet haben, sind 20 Prozent der Einkünfte 

steuerfrei, wenn die Leistungen, auf denen der Anspruch des Steuerpflichtigen beruht, 

teilweise, wenigstens aber zu 20 Prozent vom Steuerpflichtigen erbracht worden sind 

(Art. 280 Abs. 1 lit. b StG und Art. 98 Abs. 4 des Gesetzes über die berufliche Vorsorge 

[BVG; SR 831.40]).

2.2.         

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2.2.1.    Der 1974 bei seiner Tätigkeit getötete Ehemann der Beschwerdegegnerin war 

bei der Eidgenössischen Versicherungskasse (EVK), der Rechtsvorgängerin der 

Pensionskasse des Bundes, vorsorgeversichert (act. G 5/6 II/1.4 Beilage „Auflösung 

der Mitgliedschaft“). In der Rentenbescheinigung vom 3. Januar 2013 wird zwar das 

Vorliegen von Leistungen des Arbeitgebers bei Berufsunfall bestätigt und auf Art. 63 

der Bundespersonalverordnung (BPV; SR 172.220.111.3) verwiesen, jedoch gleichzeitig 

explizit vermerkt, dass bei Fällen, bei denen - wie vorliegend - der Anspruch vor dem 1. 

Januar 2002 entstanden ist, die im Zeitpunkt der Entstehung des Anspruchs geltenden 

Bestimmungen massgebend sind (act. G 5/6 I/1.3 und G 5/9/7 unten). Die Vorinstanz 

kam im angefochtenen Entscheid zum Schluss, aufgrund der Akten sei nicht 

ersichtlich, inwiefern sich die der Beschwerdegegnerin gegenwärtig zufliessende Rente 

des Bundes anteilmässig aus der ehemaligen Fürsorgeleistung wegen Betriebsunfalls 

und der Rente der Pensionskasse zusammensetze. Bislang sei die Rente offenbar nur 

zu 80% besteuert worden. Was den Beschwerdeführer bewogen habe, für das Jahr 

2012 die Rente erstmals zu 100% zu erfassen, gehe aus den Akten nicht hervor. Die 

Beschwerdegegnerin habe um Zustellung der Informationen ersucht, welche dem 

Beschwerdeführer zur Verfügung gestanden hätten, worauf ihr dieser aber lediglich 

Auszüge aus den gesetzlichen Erlassen zugestellt habe (act. G 5/6 II/1.6 ff.). Aus dem 

Rentenausweis sei ersichtlich, dass die Veranlagungsbehörde offenbar telefonisch 

Abklärungen vorgenommen habe (handschriftliche Notizen in act. G 5/6 I/1.3 unten). 

Deren Ergebnis gehe aus den Akten aber nicht hervor. Für die Beschwerdegegnerin sei 

es nicht zumutbar, Unterlagen zu den Lohnzahlungen beizubringen, welche 40 oder 

mehr Jahre zurücklägen und belegten, dass die Beiträge teilweise von ihrem Ehemann 

bezahlt worden seien. Nicht ersichtlich sei, in welchem Ausmass die streitige Rente aus 

Teilen der beruflichen Altersvorsorge und solchen der Betriebsunfallversicherung 

bestehe. Auch wenn grundsätzlich einer Steuerpflichtigen der Nachweis für das 

Vorliegen steuermindernder Tatsachen obliege, so habe doch anderseits die 

Steuerbehörde die Pflicht zur Begründung der Änderung einer langjährigen Praxis und 

damit auch zum Nachweis von Tatsachen, welche die Praxisänderung rechtfertigen 

würden. Der Ehemann der Beschwerdegegnerin habe unzweifelhaft Beiträge für die 

berufliche Vorsorge geleistet. Die Veranlagungsbehörde vermöge keine Tatsachen 

darzutun, wonach die Rente des Bundes nicht zumindest teilweise der beruflichen 

Vorsorge zuzuordnen sei. Somit sei entsprechend der bisherigen Praxis der 

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Veranlagungsbehörde davon auszugehen, dass der Rentenanspruch zumindest 

teilweise auf Leistungen beruhe, die vom Ehemann erbracht worden und der 

beruflichen Vorsorge zuzurechnen seien. Dies rechtfertige es, die Rente nur zu 80% zu 

erfassen (act. G 2).

2.2.2.    Der Beschwerdeführer wendet ein, von der Ausnahmeregelung des Art. 280 

Abs. 1 lit. b StG würden Leistungen der beruflichen Vorsorge sowie für 

Nichtbetriebsunfälle erfasst. Dabei sei einzig wesentlich, aus welcher Quelle die 

Leistungen stammten. Der erwähnten Bestimmung liege eine schematische 

Betrachtungsweise zugrunde. Die Statuten der Eidgenössischen Versicherungskasse 

hätten zwar tatsächlich eine Leistungskürzung beim Vorliegen eines Anspruchs auf 

Fürsorgeleistungen bei Betriebsunfällen vorgesehen. Deswegen stellten die erhaltenen 

Leistungen aber nicht solche aus beruflicher Vorsorge dar. Sie stammten vielmehr 

vollumfänglich von der ehemaligen Arbeitgeberin und bestünden unabhängig von 

allfälligen Leistungen der Eidgenössischen Versicherungskasse. Letztere habe die 

Leistungen nicht einmal teilweise mitfinanziert. Die streitige Leistung unterliege daher 

der (uneingeschränkten) Besteuerung als übriges Einkommen. In der Steuerperiode 

2012 sei erstmals festgestellt worden, dass die Rente von der Arbeitgeberin und nicht 

von einer Vorsorgeeinrichtung stamme. Von einer Praxisänderung könne keine Rede 

sein. Aus früheren Veranlagungen könne die Beschwerdegegnerin keine Rechte 

ableiten (act. G 1).

2.3.         Aufgrund des Todesfalls im Jahr 1974 wurden Leistungen des Bundes bei 

Betriebsunfall (Betriebsunfallrente) festgesetzt und als „Leistungen Dritter“ im Sinn von 

Art. 9 Abs. 1 und 2 der Statuten der Versicherungskasse für das Personal der 

allgemeinen Bundesverwaltung (Eidgenössische Versicherungskasse) vom 29. 

September 1950 (nachstehend EVK-Statuten; AS 1950, 913 ff.) behandelt (vgl. act. G 

5/6 II/1.4 Beilage „Auflösung der Mitgliedschaft“). Der 1959 geänderte (AS 1959, 2114) 

und im Todeszeitpunkt in Kraft gestandene Art. 9 Abs. 2 der EVK-Statuten sah 

folgendes vor: „Hat der Bezüger von Kassenleistungen gleichzeitig Anspruch auf 

Leistungen der Eidgenössischen Militärversicherung, der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt aus obligatorischer Versicherung oder auf 

Fürsorgeleistungen des Bundes bei Betriebsunfällen, so werden die Leistungen der 

Kasse um den Betrag der anderen Leistungen gekürzt (Satz 1). Nach Satz 2 der 

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erwähnten Bestimmung konnte unter anderem bei Vorliegen von „besonders 

berücksichtigenswerten Verhältnissen“ auf die Anrechnung der anderen Leistungen 

teilweise oder ganz verzichtet werden. Bei Art. 9 Abs. 2 der EVK-Statuten handelte es 

sich um eine versicherungsrechtliche Kürzungs- bzw. Koordinationsnorm mit 

Anrechnung von Hinterlassenenleistungen Dritter (d.h. der Betriebsunfallrente; vgl. act. 

G 9/6 unten). Entscheidend ist, dass diese Norm auf der Leistungspflicht der EVK bzw. 

auf dem Vorliegen eines statutarischen Leistungsanspruchs basierte und als 

Überversicherungsregelung eine Kumulation der EVK-Leistungen mit den 

Betriebsunfallleistungen und damit eine Überentschädigung der Hinterbliebenen 

verhinderte. Regelungen dieser Art stellen auch heute noch einen klassischen 

Bestandteil des Berufsvorsorgeleistungsrechts dar (vgl. dazu M. Hürzeler, in: BVG und 

FZG, Handkommentar, Bern 2010, zu Art. 34a BVG).

Gemäss Rentenverfügung der EVK vom 1. Februar 1974 kam konkret - und dies 

erscheint entscheidend - mit Wirkung ab 1. Januar 1974 ausdrücklich eine 

Hinterbliebenenleistung (Witwen- und Waisenrenten) gemäss Art. 29/31 der EVK-

Statuten zur Ausrichtung (act. G 5/9/2 und 5/9/3). Als EVK-Kassenleistung stellt die an 

die Beschwerdegegnerin seit 1974 ausgerichtete, mit einer Betriebsunfallrente bzw. 

einer Fürsorgeleistung des Bundes bei Betriebsunfällen (vgl. act. G 9/2 unten) 

koordinierte EVK-Hinterbliebenenrente (vgl. Art. 29 EVK-Statuten [AS 1950, 923]) 

dementsprechend nicht eine Leistung des ehemaligen Arbeitgebers des getöteten 

Ehemannes dar, sondern fällt unter die Vorsorgeleistungen im Sinn von Art. 35 StG. Die 

durch die EVK vorgenommene Leistungskoordination mit Drittleistungen im erwähnten 

Sinn bewirkte m.a.W. nicht ein Dahinfallen des Vorsorgeleistungsanspruchs der 

Beschwerdegegnerin gegenüber der EVK; vielmehr bildet die Leistungskoordination 

einen versicherungstechnisch notwendigen Bestandteil des Leistungsanspruchs. Die 

Sichtweise des Beschwerdeführers, wonach die streitigen Leistungen ausschliesslich 

von der ehemaligen Arbeitgeberin stammen würden und die EVK die Leistungen nicht 

einmal teilweise mitfinanziert habe bzw. die Rente nicht von der EVK stamme (act. G 1 

S. 3 f.), erweist sich bei der geschilderten Aktenlage als nicht begründet, zumal sie den 

Inhalt der EVK-Rentenverfügung von 1974, die hier wesentlichen Regelungen der EVK-

Statuten und den Aspekt der versicherungsrechtlichen Leistungskoordination ausser 

Acht lässt.

2.4.       

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2.4.1.    Nach seinen Darlegungen besteuerte der Beschwerdeführer die 

Hinterlassenenrente der Beschwerdegegnerin in den Jahren vor 2012 jeweils zu 80% 

(act. G 1 S. 2). Praxisgemäss ist kein widersprüchliches Verhalten darin zu sehen, dass 

die Steuerbehörde Sachverhalte in späteren Veranlagungsperioden anders beurteilt als 

in früheren (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, 

Rz. 80 zu VB zu Art. 109-121 DBG) und sie dementsprechend - wie vorliegend mit der 

Aufgabe der privilegierten (Teil-)Besteuerung der Hinterlassenenrente der 

Beschwerdegegnerin - von ihrer bisherigen Einschätzung abrückt. Zu prüfen ist, ob die 

Voraussetzungen für eine Anwendung von Art. 280 Abs. 1 StG bezogen auf das Jahr 

2012 nach wie vor erfüllt sind bzw. ob die Leistungen, auf denen der Anspruch der 

Beschwerdegegnerin beruht, teilweise, wenigstens aber zu 20 Prozent vom 

verstorbenen Ehemann finanziert wurden. Dabei geht es konkret um die Frage, ob der 

Verstorbene das Risiko des vorzeitigen Versterbens (mit Auslösung von 

Hinterlassenleistungen) - und damit die entsprechenden Risikoprämien - zu einem 

Fünftel selbst finanziert hatte oder nicht. Nicht zu prüfen ist, ob er auch ein allfälliges 

Alterskapital für die nach Eintritt des Rentenalters der Beschwerdegegnerin 

ausgerichteten Renten im erforderlichen Umfang mit eigenen Prämien finanziert hatte, 

denn die Hinterlassenenleistungen wurden beim Übergang der Beschwerdegegnerin 

ins AHV-Alter nicht durch entsprechende Altersleistungen abgelöst, sondern liefen 

weiterhin als „Leistungen nach Berufsunfall“ - also als Risikoleistungen (vgl. act. G 9/7).

Unbestritten ist vom Grundsatz her, dass der verstorbene Ehemann der 

Beschwerdegegnerin von 1. Februar 1955 bis Januar 1974 (vgl. act. G 5/6 II/1.4 S. 2 

und 4) Lohnbeiträge an die Vorsorgeversicherung (EVK) - und damit auch Beiträge zur 

Finanzierung seines eigenen Sterberisikos - entrichtete. Dementsprechend ist davon 

auszugehen, dass er die späteren Hinterlassenenleistungen (Art. 29 und 31 EVK-

Statuten), d.h. die in diesem Zusammenhang anfallenden Risikoprämien, jedenfalls zum 

Teil selbst finanzierte. Art. 15 der Statuten der EVK (AS 1950, 918) sah denn auch eine 

entsprechende Beitragspflicht vor. In den Jahren vor 2012 ging der Beschwerdeführer 

offensichtlich (implizit) davon aus, dass die Rente im erforderlichen Fünftel 

eigenfinanziert sei, andernfalls er für diese Jahre keine privilegierte Besteuerung 

zugelassen hätte. Weder aus den Akten noch aus der Beschwerdeschrift ist ersichtlich, 

auf welche konkreten Umstände der Beschwerdeführer seine nunmehr veränderte 

Sichtweise im Einzelnen abstützt.

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2.4.2.    Nach der Praxis zu Art. 204 DBG, welcher den gleichen Regelungsgehalt wie 

Art. 280 Abs. 1 lit. b StG aufweist, wird aus Praktikabilitätserwägungen nicht darauf 

abgestellt, ob die geleisteten eigenen Beiträge steuerlich (voll) hatten abgezogen 

werden können oder nicht, sondern einzig auf die Art der Finanzierung. Für die 

Bestimmung des Eigenfinanzierungsgrades ist der Vergleich zwischen den geleisteten 

Arbeitgeberbeiträgen und den Arbeitnehmerbeiträgen massgeblich. Aus Gründen der 

Vereinfachung wird dabei von der genauen Ermittlung der einzelnen Zahlungen 

abgesehen und auf die ordentlichen, in den Statuten festgesetzten Beiträge abgestellt. 

Die Untersuchung wird sodann in der Regel nicht auf die ganze Dauer der 

Beitragszahlung ausgedehnt, sondern es wird von den Verhältnissen ausgegangen, wie 

sie im letzten Jahr (oder ausnahmsweise der letzten Jahre) vor Beginn des 

Rentenflusses vorgelegen haben. Unerheblich ist somit insbesondere, inwieweit 

weitere Finanzierungsquellen (Vermögenserträge, Mutationsgewinne, 

Überschussanteile usw.) zur Finanzierung der ausgerichteten Leistungen beigetragen 

haben (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 7 zu Art. 204 DBG mit Hinweisen; 

Maute/Steiner/Rufener/Lang, Steuern und Versicherungen, 3. Aufl. 2010, 224 mit 

Hinweis auf ein entsprechendes Merkblatt der Eidgenössischen Steuerverwaltung).

Konkret ist davon auszugehen, dass der verstorbene Ehemann der 

Beschwerdegegnerin wiederkehrende EVK-Beiträge entrichtete, welche genau gleich 

hoch waren wie diejenigen seines Arbeitgebers (vgl. Art. 15 und 16 der EVK-Statuten; 

AS 1950, 918; diese paritätische Aufteilung blieb in der Folge unverändert). Mit Blick 

auf die geschilderte pauschalierte Prüfungsweise hat somit als erstellt zu gelten, dass 

er zumindest einen Fünftel der Risikobeiträge (im letzten Jahr bzw. in den letzten 

Jahren vor seinem Tod) selbst finanziert hatte. Vor diesem Hintergrund erweist sich der 

Schluss der Vorinstanz, die Veranlagungsbehörde vermöge keine Tatsachen darzutun, 

wonach die Rente des Bundes nicht zumindest teilweise der beruflichen Vorsorge 

zuzuordnen sei (act. G 2 und G 4), im Ergebnis begründet. Ihr Entscheid lässt sich 

daher nicht beanstanden.

3.            (…).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

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1.            Die Beschwerde wird abgewiesen.

 

2.            Der Beschwerdeführer bezahlt die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens von Fr. 2'000.--.

 

Der Präsident                    Der Gerichtsschreiber

Eugster                              Schmid

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		2025-07-19T08:23:52+0200
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