# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3bd83670-8ed7-59ca-a689-c5c825ee1290
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 14.04.2014 HG110039
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG110039_2014-04-14.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 

   

 

 
 

Geschäfts-Nr. HG110039-O            U/dz  

 

 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Heinrich Andreas Müller, Vorsitzender, und Prof. 

Dr. Alexander Brunner, die Handelsrichter Dr. Felix Graber, Fabio 

Oetterli und Thomas Steinebrunner sowie die Gerichtsschreiberin 

Claudia Feier 

 

Urteil vom 14. April 2014 

 

in Sachen 

 

A._____ SICAF-SIF,  

Klägerin 

 

vertreten durch Fürsprecher Prof. Dr. iur. X1._____ 

vertreten durch lic. iur. X2._____ 

 

gegen 

 

B._____ AG,  

Beklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y1._____ 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y2._____ 

 

betreffend Forderung 

- 2 - 

Rechtsbegehren: 
(act. 1 S. 2) 

"1.  Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 24'808'940.85 
zu bezahlen nebst Zinsen zu 5% auf 

CHF 46'786'747.00 vom 25.05.2007 bis 15.06.2007 

CHF 46'906'747.00 vom 16.06.2007 bis 24.09.2007 

CHF 46'886'621.70 vom 25.09.2007 bis 19.12.2007 

CHF 46'830'732.80 vom 20.12.2007 bis 25.03.2008 

CHF 46'776'443.60 vom 26.03.2008 bis 24.06.2008 

CHF 46'733'824.10 vom 25.06.2008 bis 17.12.2008 

CHF 33'113'093.90 vom 18.12.2008 bis 07.04.2009 

CHF 24'808'940.85 seit dem 08.04.2009. 

2.  Alles unter Partei- und Verfahrenskostenfolgen zu lasten der Be-
klagten." 

- 3 - 

Inhaltsverzeichnis: 

Rechtsbegehren 2 
Inhaltsverzeichnis 3 

A. Sachverhaltsübersicht 6 
B. Prozessverlauf 7 
C. Beweisvorbringen der Parteien 8 

 
Erwägungen 8 
 

I. Prozessuales 8 
1. Zuständigkeit 8 
2. Editionsbegehren 8 
3. Novenrecht und Protokollierung in der Hauptverhandlung 11 
 

II. Tatfragen 13 
1. Klägerin 13 
2. Beklagte 14 
3. Geschäftsbeziehung vor der streitgegenständlichen Vermögensanlage 15 
4. Streitgegenständliche Vermögensanlage 15 

4.1. Beratung durch die Beklagte 15 
4.2. Empfehlung der Beklagten vom 12. Januar 2007 17 
4.3. Vermögensverwaltungsvertrag vom 16./21. Mai 2007 18 
4.4. Anlageprodukt: "B._____ (Lux) Institutional Fund - Absolute Return Bond 
(EUR)" B._____ ARB EUR 19 
4.5. Anlageentscheid und Umsetzung 19 
4.6. Umsetzung des Anlageentscheides 20 
4.7. Anlageverlauf und Information 21 
4.8. Ausstieg und Liquidation 24 
4.9. Verlust und Ursachen 25 

 
III. Rechtsfragen und Würdigung 26 

 
1. Übersicht 26 
 
2. Anwendbares Recht 27 
 
3. Qualifikation des Vertrages 27 

3.1. Rechtliches 27 
3.2. Abreden zwischen den Parteien 28 
3.3. Frühere Abrede 28 
3.4. "Institutioneller Vermögensverwaltungsvertrag" 29 
3.4.1. Wortlaut und Form 29 
3.4.2. Struktur 29 
3.4.3. Anlageentscheid durch Klägerin 30 
3.4.4. Abgrenzung zur punktuellen Anlageberatung 30 

- 4 - 

3.4.5. Zusammenfassung 31 
3.5. Rechte und Pflichten im Anlageberatungsverhältnis 31 
3.6. Mass der Sorgfalt 32 
3.7. Fazit 33 

 
4. Erster Hauptstandpunkt der Klägerin: Unangemessene Empfehlung 33 

4.1. Standpunkt der Klägerin 33 
4.2. B._____ ARB EUR entsprach der Risikoneigung der Klägerin 34 
4.2.1. Parteistandpunkte 34 
4.2.2. Rechtliches 34 
4.2.3. Risikobereitschaft der Klägerin 35 
4.2.3.1. In den Worten der Klägerin 35 
4.2.3.2. Nach den Informationen der Beklagten über die gewählte Anlage 36 
4.2.3.3. Zwischenergebnis 37 
4.2.3.4. Klägerin noch stärker auf Sicherheit bedacht? 38 
4.2.3.5. Ergebnis 42 
4.2.4. Risiko des B._____ ARB EUR aus damaliger Sicht 42 
4.2.4.1. Standpunkt der Klägerin 42 
4.2.4.2. Vorgehen der Risikobeurteilung 43 
4.2.4.3. Rendite und Volatilität 43 
4.2.4.4. Nicht entscheidend: Nachträglich eingetretene Umstände 44 
4.2.4.4.1. Ausmass des Verlustes 44 
4.2.4.4.2. Value at Risk, Expected Shortfall 44 
4.2.4.4.3. Performance anderer Produkte 47 
4.2.4.4.4. Zusammenfassung 47 
4.2.4.5. Verstoss gegen Anlagerichtlinien? 48 
4.2.4.5.1. Standpunkt der Klägerin 48 
4.2.4.5.2. Standpunkt der Beklagten 48 
4.2.4.5.3. Würdigung 49 
4.2.4.5.4. Ergebnis 52 
4.2.4.6. Risikomanagement 52 
4.2.4.7. Strukturierte Kreditrisiken im Portfolio des B._____ ARB EUR 53 
4.2.4.7.1. Standpunkt der Klägerin 53 
4.2.4.7.2. Standpunkt der Beklagten 55 
4.2.4.7.3. Würdigung 55 
4.2.4.7.3.1. Minime Risiken? 55 
4.2.4.7.3.2. Richtige Methode der Risikobeurteilung? 56 
4.2.4.7.3.3. Von der Beklagten angewandte Methode vertretbar 58 
4.2.4.7.4. Zusammenfassung 60 
4.2.4.8. Investitionen in US Immobilienmarkt 60 
4.2.4.8.1. Standpunkt der Klägerin 60 
4.2.4.8.2. Standpunkt der Beklagten 61 
4.2.4.8.3. Würdigung 62 
4.2.4.8.4. Fazit 62 
4.2.5. Ergebnis 62 
4.3. Diversifikation 63 
4.3.1. Standpunkt der Klägerin 63 
4.3.2. Standpunkt der Beklagten 64 

- 5 - 

4.3.3. Würdigung 65 
4.3.4. Ergebnis 67 
4.4. B._____ ARB EUR entsprach nicht bisherigem Investment 67 
4.5. B._____ ARB EUR illiquide Anlage? 69 
4.6. Interessenkonflikt 69 
4.6.1. Standpunkt der Klägerin 69 
4.6.2. Standpunkt der Beklagten 70 
4.6.3. Rechtliches 70 
4.6.4. Würdigung 71 
4.6.5. Ergebnis 72 
4.7. B._____ ARB EUR keine traditionelle Anlage 72 
4.8. Fazit 73 

 
5. Zweiter Hauptstandpunkt der Klägerin: Fehlende oder unrichtige 
Informationen im Zeitpunkt der Empfehlung 73 

5.1. Standpunkt der Klägerin 73 
5.2. Standpunkt der Beklagten 74 
5.3. Gegenstand und Umfang der Informationspflicht 74 
5.3.1. Rechtliches 74 
5.3.2. Kenntnisse und Erfahrungen der Klägerin 77 
5.3.3. Ausgestaltung des Beratungsverhältnisses 79 
5.3.4. Anmerkung zur börsengesetzlichen Informationspflicht 81 
5.3.5. Fazit 82 
5.4. Risiken von Absolute Return Konzepten - Keine traditionellen Anlagen 82 
5.5. Risiken von Anlagefonds 83 
5.6. Risiken aus der Strukturierung, Korrelationsrisiken und Liquiditätsrisiken 
der verbrieften Kreditrisiken 85 
5.6.1. Standpunkt der Klägerin 85 
5.6.2. Standpunkt der Beklagten 85 
5.6.3. Würdigung 85 
5.7. Risiko eines substantiellen Verlustes 86 
5.8. Marktrisiken und Systemrisiko 88 
5.9. B._____ ARB EUR identisch mit B._____ ARB CHF 88 
5.10. Verletzung der Anlagerichtlinien 90 
5.11. Fazit 90 

 
6. Dritter Hauptstandpunkt der Klägerin: Fehlende oder unrichtige Information 
während des laufenden Investments 91 

6.1. Standpunkt der Klägerin 91 
6.2. Standpunkt der Beklagten 93 
6.3. Schaden nicht hinreichend behauptet 93 
6.3.1. Rechtliches 94 
6.3.2. Keine Schadensberechnung 94 
6.3.3. Keine Angaben zum Nettoinventarwert ausser per 31.12.2007 95 
6.3.4. Ergebnis 96 
6.4. Kausalität einer Unterlassung am 31. Dezember 2007? 96 
6.5. Fazit 99 

 

- 6 - 

7. Weiterer Standpunkt der Klägerin: Schaden bei der Abwicklung 99 
7.1. Standpunkt der Klägerin 99 
7.2. Standpunkt der Beklagten 99 
7.3. Würdigung 100 
7.4. Fazit 101 

 
8. Eventualstandpunkt der Klägerin 102 

8.1. Standpunkt der Klägerin 102 
8.2. Standpunkt der Beklagten 102 
8.3. Würdigung 102 
8.4. Fazit 105 

 
IV. Zusammenfassung 105 

 
V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 106 

 
 

A. Sachverhaltsübersicht 

Die Klägerin ist eine société d'investissement à capital fixe (SICAF) nach luxem-

burgischen Recht mit Sitz in Luxemburg (act. 1 S. 7; act. 3/7). Sie ging aus der mit 

Beschluss der Generalversammlung vom 30. Dezember 2010 umgewandelten 

"A1._____ (Luxembourg) S.A." hervor und bezweckte - im massgeblichen Zeit-

raum - unter anderem die Beteiligung an luxemburgischen und ausländischen Ge-

sellschaften, den Erwerb und die Veräusserung von Wertpapieren sowie die Ver-

waltung und Auswertung des Wertpapiervermögens (act. 3/7, vgl. act. 1 S. 13). 

Die Klägerin gehört zur A._____ Group (act. 1 S. 13). 

Die Beklagte ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Basel und Zürich. Sie bezweckt 

den Betrieb einer Bank und kann hierzu alle Arten von Bank-, Finanz-, Beratungs-, 

Dienstleistungs- und Handelsgeschäften eingehen. 

Im Rahmen der langjährigen Geschäftsbeziehung erwarb die Klägerin auf Emp-

fehlung der Beklagten im Mai und Juni 2007 Anteile an einem Anlagefonds im 

Gesamtwert von rund CHF 46.9 Mio. Die Anlage büsste im Zuge der globalen Fi-

nanzkrise stets an Wert ein. Abgesehen von kleineren Rücknahmen im Betrag 

von insgesamt CHF 0.2 Mio. blieb das Kapital voll investiert. Am 30. September 

2008 kündigte die Klägerin das Mandat der Beklagten. Am 10. November 2008 

- 7 - 

wurden Ausgabe und Rücknahme von Anteilen des Fonds eingestellt und der 

Fonds liquidiert. Der Liquidationsanteil der Klägerin belief sich gesamthaft auf 

CHF 21.9 Mio.  

Die Klägerin will die Verluste auf die Beklagte abwälzen. Die Parteien streiten 

darüber, ob die Empfehlung der Beklagten, Anteile am Anlagefonds "B._____ 

(Lux) Institutional Fund - Absolute Return Bond (EUR)", kurz: B._____ ARB EUR, 

zu erwerben, angemessen war, ob die Beklagte die Klägerin hinreichend infor-

mierte, ob die Beklagte der Klägerin später, im Verlaufe der Anlage, einen Aus-

stieg aus dem B._____ ARB EUR hätte empfehlen müssen, weil sich das Risiko 

der Anlage im Laufe der Zeit veränderte und ob die Beklagte bei der Abwicklung 

des Fonds ihre Pflichten verletzte. 

B. Prozessverlauf 

Die Klägerin machte ihre Klage am 9. März 2011 (dem Gericht überbracht) an-

hängig (act. 1). Nach fristgerechter Bezahlung des mit Verfügung vom 10. März 

2011 auferlegten Prozesskostenvorschusses gemäss Art. 98 ZPO (Prot. S. 2-3; 

act. 16) und Eingang der Klageantwortschrift vom 22. Juli 2011 (act. 19) fand am 

26. Januar 2012 eine Vergleichsverhandlung statt, an der sich die Parteien jedoch 

nicht einigten (Prot. S. 12-13). Mit Verfügung vom 27. Januar 2012 liess der In-

struktionsrichter das Verfahren schriftlich fortsetzen. Er wies die Parteien auf ihre 

Substantiierungsobliegenheiten hin (Prot. S. 14-15). Die Parteien erstatteten Rep-

lik (Eingabe vom 24. April 2012, act. 26) und Duplik (Eingabe vom 16. August 

2012, act. 30). Mit Eingabe vom 1. November 2012 (act. 34) nahm die Klägerin zu 

den Noven der Duplik Stellung; die Beklagte äusserte sich hierzu mit Eingabe 

vom 12. November 2012 (act. 37). Da die Klägerin die Durchführung einer Haupt-

verhandlung verlangt hat, wurde diese am 14. April 2014 durchgeführt (Prot. S. 23 

ff.). Der Prozess erweist sich als spruchreif. 

- 8 - 

C. Beweisvorbringen der Parteien 

Die Parteien nennen ihre Beweismittel in den folgenden Eingaben: act. 15, act. 19 

S. 139-145, act. 26 S. 144-145, act. 30 S. 136-137. 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Zuständigkeit 

Die Klägerin hat ihren Sitz in Luxemburg, die Beklagte in der Schweiz. Es liegt ein 

internationaler Sachverhalt vor. Die Beklagte anerkennt die örtliche Zuständigkeit 

der Zürcher Gerichte (act. 19 S. 7); sie ist nach Art. 23 (vgl. act. 3/3 Ziffer 12) und 

24 LugÜ gegeben. Die sachliche Zuständigkeit das Handelsgerichts, die von Am-

tes wegen zu prüfen ist (Art. 59 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 60 ZPO), ist nach Art. 6 

Abs. 2 ZPO und § 44 lit. b GOG gegeben, da Klägerin und Beklagte in einem 

Handelsregister eingetragen sind und der Streitwert CHF 30'000 übersteigt. 

2. Editionsbegehren 

Die Klägerin stellte mit der Klage die prozessualen Anträge, die Beklagte bzw. die 

Fondsgesellschaft hätten die folgenden Unterlagen zu edieren: 

"1.  Dokumentation des internen Auswahlverfahrens der Beklagten, 
welches zum Investitionsvorschlag vom Januar 2007 geführt hat 
(Risikoprofil der Klägerin, Protokolle, etc.). 

2.  Dokumentation der Herkunft, der Allokation und der Prüfung der 
Werthaltigkeit der einzelnen Anlagen (Assets) des B._____ ARB 
EUR 

2 1  zum Zeitpunkt des Verkaufs der Fondanteile an die Klägerin im 
Mai 2007; 

2.2  über die gesamte Investitionsdauer der Klägerin von Mai 2007 bis 
April 2009. 

3.  Position strukturierte Kreditprodukte: 

- 9 - 

3.1  Dokumentation aus welcher hervorgeht, zu welchem Zeitpunkt die 
Position an "strukturierten Kreditprodukten" aufgebaut wurde, d.h. 
von welchem Zeitpunkt an diese bestand. 

3.2  Dokumentation aus welcher hervorgeht, wann die Beklagte Infor-
mationen zum Aufbau der und Entwicklung Position an "struktu-
rierten Kreditprodukten" an die Investoren und insbesondere ge-
genüber der Klägerin kommuniziert hat. 

3.3  Dokumentation aus welcher hervorgeht, wie die Beklagte bzw. die 
B1._____ S.A., Luxemburg intern und in ihren Eigenbeständen 
die Position an "strukturierten Kreditprodukten" ausweist, d.h. ob 
die Beklagte bzw. die B1._____ S.A., Luxemburg diese Position 
als eigenständige Anlagekategorie ausgewiesen hat oder unter 
die üblichen Kategorien (Investment Grade, High Yield, etc.) sub-
sumiert hat. 

3.4  Dokumentation aus welcher das Risikomanagement der Position 
an "strukturierten Kreditprodukten" nachvollzogen werden kann, 
insbesondere ob für diese Position die gleichen Modelle wie für 
die Übrigen Fixed lncome- und Kredit-Positionen verwendet wur-
den. 

4.  Re-Allokation: Dokumentation des anteilsmässigen Portfoliover-
kaufs des B._____ ARB EUR bei Rückverkäufen von Fond-
Anteilen, d.h. insbesondere Dokumentation, woher die Zukäufe 
für die Re-Allokation der dynamischen Wertentwicklung des 
B._____ ARB EUR stammen. 

5. Risikomanagement 

5.1  Dokumentation der Absicherung des Portfolios des B._____ ARB 
EUR über die gesamte Investitionsdauer der Klägerin von Mai 
2007 bis April 2009. 

5.2  Dokumentation, welche die verfolgte Strategie und den Absiche-
rungserfolg aufzeigen und aus welcher hervorgeht, ob die verfolg-
te Absicherungsstrategie in Bezug auf einen einzelnen Anlage-
entscheid versagt oder funktioniert hat, jeweils über die gesamte 
Investitionsdauer der Klägerin von Mai 2007 bis April 2009. 

5.3  Dokumentation der Absicherungsgeschäfte durch Credit Default 
Swaps (CDS), insbesondere hinsichtlich deren Erfolgskontrolle 
über die gesamte lnvestitionsdauer der Klägerin von Mai 2007 bis 
April 2009. 

6.  Liquidation: 

6.1  Dokumentation aus welchem sämtliche Grundlagen für den Liqui-
dationsentscheid des B._____ ARB EUR hervorgehen. 

6.2  Dokumentation aus welcher hervorgeht, welche Alternativszena-
rien zu einer Liquidation in Betracht gezogen und warum diese 
verworfen wurden. 

- 10 - 

6.3  Dokumentation aus welcher hervorgeht, weshalb entschieden 
wurde den B._____ ARB EUR gerade zum gewählten Zeitpunkt 
zu liquidieren. 

6.4  Dokumentation aus welcher hervorgeht wann, an wen und zu 
welchem Preis die einzelnen Anlagen (Assets) des B._____ ARB 
EUR nach dem Liquidationsentscheid verkauft wurden. 

6.5  Dokumentation aus welcher hervorgeht, welche Anlagen (Assets) 
des B._____ ARB EUR zu welchem Preis an die Beklagte oder 
einer ihrer Tochterunternehmen verkauft wurden. 

6.6  Falls Anlagen (Assets) des B._____ ARB EUR an die Beklagte 
oder eine ihrer Tochterunternehmen verkauft wurden. Dokumen-
tation wie viel diese Anlagen (Assets) heute im Vergleich zum Da-
tum des Verkaufs wert sind. 

6.7  Dokumentation aus welcher hervorgeht wie die Bewertung der Li-
quidationsverkäufe und das Zustandekommen des jeweiligen 
Verkaufspreises vorgenommen wurden. 

7.  Sämtliche internen Dokumente, welche die Beziehung der Kläge-
rin mit der Beklagten bzw. der B1._____ S.A., Luxemburg im re-
levanten Zeitraum, insbesondere vorn April 2007 bis April 2009 
betreffen, im Speziellen, sämtliche Dokumente (E-Mails, Aktenno-
tizen, Briefe etc.), welche die Klägerin im Zusammenhang mit 
dem B._____ ARB EUR betreffen." 

Mit der Replik stellte die Klägerin klar, dass sie die Editionsbegehren nicht auf 

materielle Ansprüche, sondern einzig auf prozessuale Rechte und Pflichten stützt 

(act. 26 Rz. 375-377). Als Grundlage für die Editionsbegehren nennt sie entspre-

chend Art. 160 ZPO über die Mitwirkungspflicht der Parteien bei der Beweiserhe-

bung. Die Editionsanträge der Klägerin kommen demzufolge erst dann zum Tra-

gen, wenn Beweise erhoben werden. 

Unter dem nicht mehr geltenden, alten kantonalen Prozessrecht war anerkannt, 

dass sich eine Partei nicht mit allgemeinen Behauptungen begnügen konnte, in 

der Hoffnung, für die Begründung ihres Standpunktes werde sich aus dem Be-

weisverfahren hinreichend Prozessstoff ergeben. Denn die Durchführung eines 

Beweisverfahrens setzte entsprechende Behauptungen voraus. Entsprechend 

konnte eine ungenügende Sachdarstellung nicht durch ein Editionsbegehren er-

setzt werden (FRANK/STRÄULI/MESSMER, Kommentar zur zürcherischen Zivilpro-

zessordnung, 3. Aufl., Zürich 1997, N 5 zu § 113 ZPO). Voraussetzung für die 

Edition von Urkunden bildete daher die detaillierte Darlegung des Klagefunda-

- 11 - 

ments einerseits und die spezifische Bezeichnung der zu edierenden Urkunden 

andererseits (Entscheid des Kassationsgerichts vom 6. Februar 1995, 

ZR 95/1996 Nr. 62, Erw. 5.3.). Daran hat sich unter der neuen eidgenössischen 

Zivilprozessordnung, entgegen der Ansicht der Klägerin (act. 26 Rz. 375), nichts 

geändert. Die eidgenössische Zivilprozessordnung geht sogar noch weiter: Sie 

verlangt, dass die einzelnen Beweisanträge konkreten Behauptungen zugeordnet 

werden (Urteile des Bundesgerichts 4A_56/2013 vom 4. Juni 2013, E. 4.4. und 

5A_107/2013 vom 7. Juni 2013, E. 3.1.). Gemäss Art. 160 ZPO sind die Parteien 

zur Mitwirkung bei der Beweiserhebung verpflichtet. Beweise werden aber nur er-

hoben, soweit ein Anspruch hinreichend konkret behauptet wurde, was sich sei-

nerseits schon vor Inkrafttreten der eidgenössischen ZPO aus dem materiellen 

Recht und damit dem Bundesrecht ergab. Entsprechend wird in der Lehre zu 

Art. 160 ZPO auch heute vorausgesetzt, dass das Herausgabebegehren durch 

die Erheblichkeit und Beweisbedürftigkeit begründet ist, weshalb im Einzelnen 

anzugeben sei, welche konkreten Tatsachenbehauptungen mit dem herauszuge-

benden Dokument bewiesen werden sollen (HASENBÖHLER, in: Sutter-Somm/Ha-

senböhler/Leuenberger, ZPO Komm., 2. Aufl., Zürich 2013, N 10 zu Art. 160). Es 

wird verlangt, dass die interessierte Partei die zu edierende Urkunde genügend 

umschreibt und substantiierte Angaben zu deren Inhalt macht (RÜETSCHI, in: Ber-

ner Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, Bern 2012, N 16 zu 

Art. 160). Die Ausforschung der Gegenpartei auf Basis von Editionsbegehren 

bleibt also weiterhin unzulässig.  

Wie zu zeigen sein wird, ist das Verfahren spruchreif und ein Beweisverfahren 

nicht notwendig, weshalb die Editionsanträge unerheblich sind. Ihre Zulässigkeit 

kann im Einzelnen offen bleiben. Dass die Beklagte die verlangten Informationen 

in den Rechtsschriften und Beilagen zum Teil erteilt, wird an den betreffenden 

Stellen erwähnt, soweit dies relevant ist (vgl. unten zum Rechtlichen Ziff. III.7.3).  

3. Novenrecht und Protokollierung in der Hauptverhandlung 

Im vorliegenden Fall wurde der Aktenschluss durch einen zweiten Schriftenwech-

sel im Sinne von Art. 225 ZPO hergestellt. Neue Tatsachen und Beweismittel dür-

fen gemäss Art. 229 Abs. 1 ZPO (Ingress) im Prozess nur berücksichtigt werden, 

- 12 - 

wenn sie "ohne Verzug" durch eine Noveneingabe in den Prozess eingeführt wer-

den. Wegen des die Prozessordnung beherrschenden Beschleunigungsgebots 

darf damit namentlich nicht bis zur Hauptverhandlung zugewartet werden (LEUEN-

BERGER, in Sutter-Somm / Hasenböhler / Leuenberger, N. 9 f. zu Art. 229 ZPO; 

LEUENBERGER, Das Recht, zweimal unbeschränkt Tatsachen und Beweise vorzu-

tragen: ein Grundsatz und seine Anwendung, SZZP 2014, S. 81 ff.; je mit Hinwei-

sen). Vorbehalten bleiben allerdings Noven, die erst unmittelbar vor der Haupt-

verhandlung bekannt geworden sind. Machen die Parteien anlässlich der Haupt-

verhandlung Noven geltend, so haben sie überdies darzutun, dass auch ihre in-

haltlichen Voraussetzungen gemäss Art. 229 Abs. 1 lit. a und b ZPO erfüllt sind.  

Auf die soeben beschriebenen Voraussetzungen des Novenrechts wurden die 

Parteien mit Brief des Vorsitzenden vom 27. Januar 2014 (act. 45) hingewiesen. 

Die Parteien wurden dort namentlich darauf aufmerksam gemacht, dass sie es in 

der Hauptverhandlung ausdrücklich zu deklarieren hätten, wenn sie von ihrem 

Novenrecht Gebrauch machen wollten. Dabei hätten sie die Voraussetzungen des 

Novenrechts im Sinne von Art. 229 Abs. 1 ZPO sowohl in zeitlicher als auch in in-

haltlicher Hinsicht darzutun. In diesem Sinne hat sich anlässlich der heutigen 

Hauptverhandlung keine der Parteien auf Noven berufen, die hätten zu Protokoll 

genommen werden müssen. 

Im Übrigen wurden die Parteien mit dem besagten Brief des Vorsitzenden darauf 

hingewiesen, dass die Protokollierung anlässlich der Hauptverhandlung ohne den 

Einsatz technischer Hilfsmittel nach der Vorschrift von Art. 235 ZPO vorgenom-

men werde. Nach dieser Vorschrift werden nämlich Ausführungen der Parteien 

tatsächlicher Art, die bereits in ihren Schriftsätzen enthalten sind, nicht protokol-

liert (Art. 235 Abs. 2 ZPO). Berufen sich die Parteien dagegen im Sinne des Ge-

sagten auf ihr Novenrecht, so werden ihre tatsächlichen Ausführungen gemäss 

Art. 235 Abs. 2 ZPO "dem wesentlichen Inhalt nach" protokolliert. Ausführungen 

rechtlicher Art werden dagegen nicht zu Protokoll genommen. 

Anlässlich der heutigen Hauptverhandlung hat zunächst der Vertreter der Klägerin 

Plädoyernotizen verlesen und diese im Sinne einer zürcherischen Tradition zu 

den Akten gegeben (act. 47). Der Vertreter der Beklagten protestierte sofort ge-

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gen dieses Vorgehen und verlangte, dass diese Notizen aus dem Recht gewiesen 

würden (Prot. S. 24). Der Beklagten wurde darauf beschieden, dass diese Notizen 

nicht "infidiert" würden, wie das früher nach zürcherischem Prozessrecht gemäss 

§ 150 GVG/ZH regelmässig geschah: Nach dieser Vorschrift traten die Plädoyer-

notizen nämlich an die Stelle des Protokolls, "wenn ihre Übereinstimmung mit 

dem Vorgetragen vom Protokollführer geprüft und bescheinigt ['infidiert'] wird". Ei-

ne solche Überprüfung der Plädoyernotizen der Parteien (– schliesslich hatte 

auch die Beklagte ihre Plädoyernotizen zu den Akten gegeben – act. 48) erfolgte 

anlässlich der heutigen Hauptverhandlung nicht, so dass diese Notizen auch nicht 

zum Protokollinhalt werden konnten. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Parteien anlässlich der heutigen Haupt-

verhandlung dem Gericht ihre Sicht der Dinge nochmals – wie bereits im doppel-

ten Schriftenwechsel – vorgetragen haben. Auf Noven im Sinne von Art. 229 

Abs. 1 ZPO haben sie sich dabei nicht berufen. 

II. Tatfragen 

Dem Gericht wurde der folgende, soweit nicht anders vermerkt unbestrittene 

Sachverhalt präsentiert: 

1. Klägerin 

Die Klägerin ist eine société d'investissement à capital fixe (SICAF) nach luxem-

burgischen Recht mit Sitz in Luxemburg (act. 1 S. 7; act. 3/7). Sie ging aus der mit 

Beschluss der Generalversammlung vom 30. Dezember 2010 umgewandelten 

"A1._____ (Luxembourg) S.A." hervor. 

Die Klägerin gehört zur A._____ Group (act. 1 S. 13). Sie ist eine Finanzgesell-

schaft mit dem Ziel, die liquiden Mittel, Beteiligungen und Fonds in Anlehnung an 

die Finanzpolitik der A._____ Group zu bewirtschaften (act. 19 Rz. 12, act. 26 

Rz. 89, vgl. act. 20/1 S. 111).  

- 14 - 

Die Klägerin bewirtschaftet die gesamten flüssigen Mittel der A._____ Group. 

Diese beliefen sich per 31. Dezember 2007 auf CHF 2'176 Mio (act. 19 Rz. 15, 

act. 26 Rz. 101, vgl. act. 20/1 S. 165). Davon waren CHF 507 Mio in Wertschriften 

angelegt (CHF 70 Mio in Aktien, CHF 229 Mio in Obligationen und CHF 104 Mio 

in Anlagefonds). Der Restbetrag von CHF 1'669 Mio stand in flüssigen Mitteln und 

Finanzanlagen zur Verfügung. Sie ist in der Bankenbranche nach ihrer eigenen 

Darstellung als sehr konservative Anlegerin bekannt (act. 1 Rz. 27, act. 26 Rz. 11-

23, 266). 

Für die Klägerin waren in der Zeit zwischen dem 1.1.2007 und dem 1.1.2009 

C._____ und D._____ tätig. C._____ ist Jurist mit Bankerfahrung, D._____ hat ei-

nen Handelsschulabschluss und langjährige Bankerfahrung. C._____ ist Verwal-

tungsrat der Klägerin und gleichzeitig ... der A._____-Gruppe (act. 19 Rz. 14.1, 

act. 26 Rz. 98). Auf Seiten der Klägerin traten zudem E._____ und F._____ auf. 

E._____ übte innerhalb der A._____-Gruppe die Funktion … und … Manager aus 

(act. 1 Rz. 51, act. 19 Rz. 14.2). F._____ war ebenfalls im Group Treasury der 

A._____-Gruppe tätig; er verfügte über Berufserfahrung in der Bankenbranche 

(act. 19 Rz. 15, act. 26 Rz. 105).  

Das Group Treasury stand im massgeblichen Zeitraum unter der Aufsicht des …-

Ausschusses, dem neben C._____ auch G._____ und H._____ angehörten 

(act. 19 Rz. 18-19, act. 26 Rz. 115). G._____ ist eidgenössisch diplomierter Ex-

perte in Rechnungslegung und Controlling; er war früher für die B._____ und für 

I._____ im Bereich Finanzen tätig (act. 19 Rz. 18-19). 

 

2. Beklagte 

Die Beklagte ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Basel und Zürich. Sie bezweckt 

den Betrieb einer Bank und kann hierzu alle Arten von Bank-, Finanz-, Beratungs-, 

Dienstleistungs- und Handelsgeschäften eingehen. Für die Beklagte trat vorwie-

gend H._____ auf, der die Klägerin während der gesamten Kundenbeziehung be-

treute (act. 1 Rz. 31, vgl. act. 19 Rz. 269). 

- 15 - 

3. Geschäftsbeziehung vor der streitgegenständlichen Vermögensanlage 

Die Parteien standen seit 1999 in einer Geschäftsbeziehung. Die Klägerin legte 

mit Unterstützung der Beklagten anfänglich Vermögenswerte von CHF 80 Mio an, 

die im Laufe der Zeit auf CHF 92.5 Mio anwuchsen (act. 1 Rz. 31).  

Unter dem "Vertrag Globale Obligationen" vom 21. April 1999 (act. 3/11) ermäch-

tigte die Klägerin die Beklagte zur Anlage des Vermögens unter diversen Restrik-

tionen in Straight Bonds und Geldmarktinstrumente (act. 1 Rz. 31-42, vgl. act. 19 

Rz. 20, 269). Als Benchmark diente der JP Morgan Government Bond Index ex 

Japan. Diese Anlagestrategie kann als sehr konservativ bezeichnet werden (act. 1 

Rz. 33, vgl. act. 19 Rz. 269). Mit dieser Anlage erzielte die Klägerin in den Jahren 

1999 bis 2006 eine spesenbereinigte Rendite von durchschnittlich 1.5% (act. 1 

Rz. 243). Dieses Rechtsverhältnis wurde im Jahr 2006 durch Kündigung aufgelöst 

(act. 26 Rz. 28). 

Ab dem 27. April 2006 erwarb die Klägerin mit dem Erlös aus diesen Anlagen An-

teile am B._____ (CH) Institutional Fund - Global Bonds 3X ("B._____ (CHF) IF-

GLBD 3X"). Die Klägerin beauftragte die Beklagte mit E-Mail vom 10. Januar 

2007, diese Anteile zu verkaufen und liess den Erlös (CHF 92'523'038) in eine 

Cashanlage (48h Call) investieren (act. 26 Rz. 170). Mit der Anlage in den Global 

Bonds 3X erzielte die Klägerin eine spesenbereinigte Rendite von 1.97% (act. 1 

Rz. 44, vgl. act. 19 Rz. 269), was einer spesenbereinigten Jahresrendite von 

2.73% entspricht (1.97*365/263). 

Anschliessend wurden die Vermögenswerte - bis die Klägerin am 25. Mai und 

15. Juni 2007 die streitgegenständliche Anlage tätigte - im Geldmarkt fiduziarisch 

angelegt (act. 1 Rz. 50, vgl. act. 19 Rz. 269). 

4. Streitgegenständliche Vermögensanlage 

4.1. Beratung durch die Beklagte 

Anlässlich eines Treffens am 19. April 2005 in Biel präsentierten J._____ und 

K._____ der Klägerin anhand von Slides ("A._____ Group, Tiefe Zinsen - was 

tun?, Biel 19. April 2005"; act. 20/22) die Vorteile des ARB-Konzeptes. In den Sli-

- 16 - 

des werden unter anderem Portfolio, Performance und Risiken von zwei ver-

schiedenen Absolute Return Bonds ("ARB geratet" und "ARB ungeratet") darge-

stellt. Ob die Slides der Klägerin ausgehändigt wurden, ist umstritten (act. 26 

Rz. 228; act. 30 Rz. 81.4).  

Am 6. Juli 2006 trafen sich die Parteien erneut (act. 19 Rz. 33-34). Die Beklagte 

präsentierte der Klägerin die in den Akten liegenden Slides "(Traditionelle) Abso-

lute Return Strategien A._____ Group" (vgl. act. 20/20). In den Slides werden un-

ter anderem Renditeziele, Anlagehorizont, Portfolioallokation, historische Perfor-

mance und Risiken dargestellt. Dabei wird stets zwischen dem "B._____ (CH) In-

stitutional Fund - Absolute Return Bond (gerated)" und einem "B._____ (Lux) In-

stitutional Fund - Absolute Return Bond Euro in CHF (ungerated)" unterschieden. 

Ob die Slides der Klägerin ausgehändigt wurden, ist umstritten (act. 26 Rz. 228; 

act. 30 Rz. 81.4). Die Klägerin beruft sich in der Replik auch auf dieses Dokument 

(act. 26 Rz. 45). 

Über dieses Treffen hielt J._____ in einer Besprechungsnotiz vom 17. August 

2006 (act. 20/4), auf die sich beide Parteien berufen (act. 19 Rz. 28, act. 26 

Rz. 154, 157; act. 30 Rz. 50-50.5), folgendes fest (Hervorhebungen durch das 

Gericht): 

"They have indicated a certain interest in absolute return products, though more in ARB 
than DAS. Anything new should provide a Libor + return (Libor flat is not of inte-
rest), whereby this could be wrapped into one fund (altough most likely they would split it 
into its parts and allocate the portions to their internal buckets) or possibly a combination 
of a short term fund with ARB. This should provide a bit more return than Libor, but 
keep the MM flavour / risk profile." 

Mit E-Mail vom 17. August 2008 (act. 20/23) liess J._____ C._____ und E._____ 

auf deren Wunsch eine ergänzte Fassung der Slides vom vorgenannten Treffen 

("Cash und Absolute Return Strategien, A._____, August 2006", act. 20/24) zu-

kommen, damit sie den Vorschlag dem …-Ausschuss präsentieren könnten 

(act. 19 Rz. 33-34). Die Klägerin bestritt, dass sich am erwähnten Meeting ein 

ausdrückliches Interesse ergeben habe, nicht aber, dass sie die Zustellung der 

Slides gewünscht habe (act. 26 Rz. 166-169). Diese Slides enthalten Aussagen 

zu Renditeziel, Portfolioallokation, historischer Performance und Risiken eines 

Produktes, das als "ARB (ungerated)" bezeichnet wird.  

- 17 - 

4.2. Empfehlung der Beklagten vom 12. Januar 2007 

Nachdem die Klägerin der Beklagten am 10. Januar 2007 den Auftrag erteilt hat-

te, die Anteile am B._____ (CHF) Institutional Fund - Global Bonds 3X zu verkau-

fen (act. 20/25), unterbreitete die Beklagte der Klägerin mit E-Mail vom 12. Januar 

2007 (act. 20/26), einen konkreten Vorschlag (act. 19 Rz. 36, act. 26 Rz. 172, vgl. 

act. 3/16). Sie empfahl der Klägerin den Erwerb von Anteilen am B._____ (CH) 

Institutional Fund - Absolute Return Bond (B._____ ARB CHF) und am B._____ 

(Lux) Institutional Fund - Global Convertible Bonds (hedged in CHF) je zur Hälfte 

(act. 3/16 S. 6). Die Beklagte führte hierzu aus, sie habe sich "von dem bisherigen 

Investment leiten lassen" und die "Informationen aus den Treffen im 2006 und 

Gesprächen mit einfliessen lassen" (act. 3/16 S. 5). Aus dem Schreiben ergibt 

sich, dass das bisherige Investment die eben verkauften Anteile am "B._____ 

(CH) Institutional Fund - Global Bonds 3X" sind (vgl. 3/16 S. 5).  

Zudem erwähnte die Beklagte den streitgegenständlichen "B._____ (Lux) Institu-

tional Fund - Absolute Return Fund EUR (gehedged in CHF)" (B._____ ARB 

EUR). Sie schrieb, sie würde den Einsatz dieses Produktes als Alternative zum 

B._____ ARB CHF gerne mit der Klägerin besprechen (act. 19 Rz. 37.1; vgl. 

act. 3/16 S. 3). Im Gegensatz zum B._____ ARB CHF mit einem Moody's Rating 

von A habe der B._____ ARB EUR "mit High Yield-Anlagen ein erweitertes Anla-

geuniversum und weniger Ratingrestriktionen bei den Anlagen und daher kein of-

fizielles Fund-Rating" (act. 3/16 S. 6). Die Beklagte führte folgendes aus: "Die his-

torische Simulation zeigt, dass, wenn auf ein Rating verzichtet werden kann, mit 

der in CHF abgesicherten Absolute Return Bond EUR ein Ertragsziel von LIBOR 

+1% eher erreicht werden konnte, als mit dem reinen ARB CHF" (act. 3/16 S. 7). 

Insgesamt empfahl die Beklagte den B._____ ARB EUR als "verhältnismässig 

konservative Anlage" (act. 19 Rz. 7, act. 26 Rz. 80). 

Zusammen mit der E-Mail vom 12. Januar 2007 (act. 20/26) wurden der Klägerin 

neben dem bereits erwähnten Vorschlag unter anderem die folgenden Dokumen-

te zugestellt (act. 19 Rz. 36, act. 26 Rz. 172): 

-  Factsheet für den B._____ ARB CHF per Ende Dezember 2006 
(act. 20/27); 

- 18 - 

-  Factsheet für den B._____ ARB EUR (XA, d.h. ohne CHF Hedge) per 
Ende Dezember 2006 (act. 20/28); 

-  Fund Spotlight für den B._____ ARB CHF vom Februar 2005 (act. 20/29); 
-  Pressemitteilung Moody's vom 29. Oktober 2004 (act. 20/30). 

Nicht zugestellt wurden der Klägerin mit dieser E-Mail ein Fund Spotlight für den 

B._____ ARB EUR (act. 19 Rz. 36, act. 26 Rz. 174). 

4.3. Vermögensverwaltungsvertrag vom 16./21. Mai 2007 

Am 16. Mai 2007 bzw. 21. Mai 2007 unterzeichneten die Parteien eine Vereinba-

rung, die als "Institutioneller Vermögensverwaltungsvertrag" betitelt ist (act. 3/3). 

Der Entwurf der Vereinbarung wurde der Klägerin bereits am 24. Januar 2007 mit 

der E-Mail (act. 20/32) von J._____ an E._____ übermittelt (act. 19 Rz. 41, vgl. 

act. 26 Rz. 184). 

In dieser Abrede bezogen sich die Parteien ausdrücklich auf einen Absolute Re-

turn Bond ("Capability": "EUR Absolute Return Bonds") mit folgender Benchmark: 

"Citigroup EUR 3 Month Euro Deposit, hedged in CHF" (act. 3/3). Unter dem Titel 

"Risikoaufklärung und Information zu B._____ Institutional Funds" unterzeichnete 

die Klägerin "Der Kunde anerkennt, dass B._____ Global Asset Management ihm 

keine zusätzlichen Informationen über diese Anlageinstrumente zur Verfügung 

stellt und dass B._____ Institutional Funds gemäss Fondsreglement / Verkaufs-

prospekt verwaltet werden, welche jederzeit bei der Fondsleitung bezogen wer-

den können." Die Klägerin verpflichtete sich, die Beklagte mit einer performance-

unabhängigen Gebühr ("Erste CHF 25 Millionen: 0.445% p.a.; Nächste CHF 25 

Millionen: 0.392% p.a.") zu entschädigen (act. 3/3 S. 2). Die Gebühr war gemäss 

Wortlaut des Vertrages für "die Vermögensverwaltung, die Kundenbetreuung im 

Rahmen dieses Vertrages sowie die Berichterstattung" geschuldet (act. 3/3).  

Die Parteien legten übereinstimmend dar, dass die Unterzeichnung der Vereinba-

rung von Seiten der Beklagten als Erfordernis für den Erwerb der Anteile am 

B._____ ARB EUR vorausgesetzt wurde (act. 1 Rz. 72, act. 19 Rz. 43-44, act. 26 

Rz. 190). 

 

- 19 - 

4.4. Anlageprodukt: "B._____ (Lux) Institutional Fund - Absolute Return Bond 

(EUR)" B._____ ARB EUR 

Beim "B._____ (Lux) lnstitutional Fond -Absolute Return Bond (EUR)" handelte es 

sich um einen Sub-Fonds (Teilfonds) des B._____ (Lux) lnstitutional Fonds, eines 

Anlagefonds Iuxemburgischen Rechts. Die Verwaltung des Hauptfonds oblag der 

B1._____ S.A. (Fondsgesellschaft), eine Aktiengesellschaft luxemburgischen 

Rechts. Als Administrationsstelle agierte die B2._____ (Luxembourg) S.A., eben-

falls eine Aktiengesellschaft luxemburgischen Rechts. Zwei Verwaltungsratsmit-

glieder der Fondsgesellschaft, L._____ und M._____, bekleideten gleichzeitig 

Funktionen bei der Beklagten. Portfolio Manager des Fonds war die Beklagte. In-

nerhalb der Beklagten war diese Funktion dem Unternehmensbereich Global As-

set Management übertragen. Für die Verwaltung des Fondsvermögens war 

N._____ als … Portfolio Manager verantwortlich. Zudem war Dr. O._____ mass-

geblich mit dem Investment befasst (act. 19 Rz. 26.2-3). 

Das Produkt ist im Fund Spotlight vom Februar 2005 (act. 20/29) sowie im Sales 

Prospectus vom Mai 2006 beschrieben (act. 3/22). Nach dem Fund Spotlight vom 

Februar 2005 richtete sich der B._____ ARB EUR an Pensionskassen und an 

Firmen, "die Teile ihrer Liquidität mit einem Anlagehorizont von 6-12 Monaten 

diversifizieren und mit kontrolliertem Risiko in Anlagen mit mehr Ertragspotenzial 

als reine Geldmarktanlagen investieren möchten" (act. 4/21). 

4.5. Anlageentscheid und Umsetzung 

Aus den Vorbringen beider Parteien geht hervor, dass es die Klägerin und nicht 

die Beklagte war, die über den Erwerb von Anteilen am B._____ ARB EUR ent-

schied. (act. 1 Rz. 59, act. 1 Rz. 64 und 75). An welchem Datum und welche Per-

sonen auf Seiten der Klägerin den Entscheid zum Erwerb von Anteilen am 

B._____ ARB EUR trafen, ist nicht dargetan. Dies muss spätestens am 16. Mai 

2007 passiert sein. An diesem Datum unterzeichnete die Klägerin den Vermö-

gensverwaltungsvertrag, den die Parteien als notwendige Voraussetzung für die 

Anlage ansahen.  

- 20 - 

Aufgrund des bereits Ausgeführten steht fest, dass die Klägerin in diesem Zeit-

punkt über die folgenden Dokumente verfügte: 

- Anlagevorschlag der Beklagten vom 12. Januar 2007 (act. 3/16); 
- Slides "Cash und Absolute Return Strategien, A._____, August 2006" 

(act. 20/24); 
-  Factsheet für den B._____ ARB EUR (XA, d.h. ohne CHF Hedge) per 

Ende Dezember 2006 (act. 20/28). 

Sodann ist zwischen den Parteien unbestritten, dass der Klägerin vor dem Investi-

tionsentscheid die folgenden Dokumente nicht zugestellt wurden (act. 19 Rz. 41; 

act. 26 Rz. 207): 

- Fund Spotlight B._____ ARB EUR (act. 3/21); 
- Fondsprospekt ("Sales prospectus", act. 3/22); 
-  Investment Guidelines B._____ ARB EUR (act. 3/23). 

Zwischen der Anlageempfehlung der Beklagten und der Vermögensanlage 

vergingen rund vier Monate. Der Grund hierfür ist umstritten: Die Beklagte erklärt 

die Verzögerung damit, dass die Klägerin das angedachte Investment beobachten 

wollte, um den optimalen Einstiegszeitpunkt zu ermitteln. Nachdem der B._____ 

ARB EUR in den Monaten Februar und März eine negative Rendite auswies, ha-

be die Klägerin aufgrund der positiven Rendite der Monate April und Mai den 

Vermögensverwaltungsvertrag eingesandt (act. 19 Rz. 44-41). Die Klägerin be-

streitet dies mit der Begründung, dass der Vermögensverwaltungsvertrag, der für 

den Erwerb der Fondsanteile Voraussetzung gewesen sei, erst im Mai 2007 un-

terzeichnet worden sei (act. 26 Rz. 184). 

Mit der empfohlenen Kombination von B._____ ARB CHF und Wandelanleihen-

fonds konnte sich die Klägerin nicht anfreunden, weil sie ihr mit einem Risikopo-

tential von 4.9% zu riskant war. Sie entschied sich deswegen für den B._____ 

ARB EUR, bei dem sie von einem Risikopotential von 3% ausging (act. 1 Rz. 59). 

4.6. Umsetzung des Anlageentscheides 

Am 25. Mai 2007 zeichnete die Klägerin 283'200 Anteile am B._____ ARB EUR 

zu CHF 164.96 per Anteil zuzüglich Stempelsteuer in der Höhe von CHF 70'075. 

Hierfür wurde ihr der Betrag von CHF 46'786'747 belastet (act. 1 Rz. 75). Am 

15. Juni 2007 zeichnete sie weitere 727.462 Anteile am B._____ ARB EUR zu 

- 21 - 

CHF 164.71 per Anteil zuzüglich Stempelsteuer. Hierfür wurde ihr ein weiterer Be-

trag von CHF 120'000 belastet (act. 1 Rz. 76).  

Die Anteile der Klägerin wurden in der Klasse … emittiert. Diese Anteilsklasse 

wurde eigens für die Klägerin geschaffen. Im Unterschied zur Anteilsklasse XA ist 

sie in Schweizer Franken abgesichert. Ansonsten sind die Anteilsklassen iden-

tisch (act. 19 Rz. 36.2). 

4.7. Anlageverlauf und Information  

Die Performance des B._____ ARB EUR entwickelte sich während der gesamten 

Anlagedauer negativ (act. 1 Rz. 80 und 119, act. 19 Rz. 277, vgl. act. 3/25).  

Gleichzeitig sank das Nettovermögen des B._____ ARB EUR stetig, unter ande-

rem weil andere Anleger ihre Anteile verkauften: Im Jahr 2007 standen Neuzeich-

nungen im Betrag von rund EUR 297 Mio Rücknahmen im Betrag von rund 

EUR 1'051 Mio gegenüber, was einem Mittelabfluss von rund EUR 754 Mio und 

damit von über 50% des Fondsvermögens entspricht (act. 1 Rz. 96, act. 19 

Rz. 279). Auch im ersten Halbjahr 2008 hielten Wertverlust und Rücknahmen an 

(act. 1 Rz. 112). Gemäss Halbjahresbericht (act. 3/37) belief sich das Nettover-

mögen am 30. Juni 2008 noch auf EUR 144 Mio (act. 1 Rz. 114, act. 19 Rz. 287). 

Im Rahmen der weiteren Anlageberatung, die nachfolgend dargestellt wird, riet 

die Klägerin der Beklagten zu keinem Zeitpunkt zu einem Verkauf der Anlage 

(act. 26 Rz. 62, act. 30 Rz. 148, 247). 

Die Beklagte stellte der Klägerin quartalsweise einen Depotauszug zu (act. 19 

Rz. 167, act. 26 Rz. 294), so zum Beispiel der Depotauszug per 30. September 

2007 (act. 20/116). Die Zustellung erfolgte jeweils gegen Mitte des Folgemonats 

(act. 19 Rz. 169). 

Jeweils 14 Tage nach Monatsende erstellte die Beklagte ein Factsheet per Mo-

natsende (act. 19 Rz. 168, act. 26 Rz. 294). Ob die Beklagte der Klägerin diese 

Factsheets jeweils von sich aus hat zukommen lassen, ist umstritten. Fest steht, 

dass die Klägerin die folgenden Factsheets erhalten hat (vgl. act. 30 Rz. 155): 

- 22 - 

- Mit E-Mail vom 12. Januar 2007 das Factsheet per Ende Dezember 2007 
(act. 19 Rz. 36.2, act. 26 Rz. 173, vgl. act. 20/28) 

- Mit E-Mail vom 10. September 2007 das Factsheet per Ende Juli 2007 
(act. 1 Rz. 88, act. 30 Rz. 155, vgl. act. 3/29) 

- Mit E-Mail vom 17. März 2008 das Factsheet per Ende Februar 2008 
(act. 1 Rz. 105, act. 30 Rz. 155, vgl. act. 3/34). 

- Mit E-Mail vom 16. September 2008 das Factsheet per Ende August 2008 
(act. 1 Rz. 117, act. 30 Rz. 155, vgl. act. 3/41). 

Die Zustellungen der Factsheets per Ende Februar 2008 und per Ende August 

2008 erfolgten auf Nachfrage der Klägerin (act. 1 Rz. 105, 117, act. 3/33 und 

3/40). 

Mit E-Mail vom 20. August 2007 (act. 3/26) stellte die Beklagte der Klägerin den 

"Zusätzlichen Performancekommentar" vom 18. August 2007 (act. 3/27) zu (act. 1 

Rz. 81, act. 19 Rz. 173). Darin werden - unter ausdrücklicher Benennung von 

CDOs [Collateralized Debt Obligations: Oberbegriff für Finanzinstrumente der Gruppe der forde-

rungsbesicherten Wertpapiere und strukturierten Kreditprodukte; bestehen aus einem Portfolio aus 

festverzinslichen Wertpapieren.] und CLOs [Collateralized Loan Obligations: Unterkategorie von 

CDOs] - die Ursachen der Underperformance diskutiert und die Ausrichtung der 

Anlagestrategie vorgestellt: 

"CDOs und CLOs, die durch Unternehmensanleihen besichert sind, bleiben interessante 
Anlagen für das Portfolio - trotz der jüngsten Volatilität und Illiquidität in diesem Sektor."  

Der Kommentar enthält keine Äusserungen zur Liquidität des B._____ ARB EUR 

aufgrund von Kapitalabflüssen. Des weiteren bot J._____ in der erwähnten E-Mail 

C._____ an, dass er ihm via Telefon zur Verfügung stehe "für Zusatzinfos zu ein-

zelnen Exposures und Titeln, die Meinung unserer Analysten, etc." (act. 3/26). 

Am 11. September 2007 fand auf Wunsch der Klägerin eine Telefonkonferenz 

statt, an der seitens der Klägerin C._____ und E._____ und seitens der Beklagten 

J._____, P._____ und N._____ teilnahmen (act. 1 Rz. 87-90, act. 19 Rz. 175-

176). Es steht fest, dass die Beklagte der Klägerin anlässlich dieses Gespräches 

nicht zu einem Ausstieg aus dem B._____ ARB EUR riet (act. 26 Rz. 300; act. 30 

Rz. 144). Unbestritten blieb ferner die Behauptung, dass die Beklagte die Klägerin 

anlässlich dieses Gesprächs nicht über die einsetzende Rücknahme von 

Fondsanteilen durch andere Anleger informierte (act. 1 Rz. 90, act. 19 Rz. 278).  

- 23 - 

Am 10. Dezember 2007 rief C._____ J._____ an (act. 1 Rz. 92, act. 19 Rz. 177, 

act. 26 Rz. 304 und 298), worauf die Beklagte der Klägerin mit Schreiben vom 

27. Dezember 2007 (act. 3/30) die Gründe für die schlechte Performance sowie 

die mit einem Festhalten am Investment verbundenen Risiken und Chancen dar-

legte:  

"Most of this underperformance can be closely linked to events in credit markets and do 
the unexpectedly severe deterioration in the US housing market. Against this background, 
investor risk aversion has increased markedly and price volatility has dramatically excee-
ded historic norms, compound by ongoing liquidity concerns. These events have been 
well beyond the assumptions of most market participants and their risk models. 

Our ARB funds have exposure to a broad range of fixed income assets, some of which 
have been badly impacted by credit deterioration in housing related securities, while 
others are exposed to the general increase in risk premiums. 

[…] 

We do not expect this process of improvement to be devoid of further periods of volatility 
and we would not rule out set backs, particularly through year end. However, we expect 
that the general trend going forward will be more constructive than that experienced 
during much of this year, Importantly, the ARB fund is positioned to benefit from recovery 
and from receding risk aversion in the bond market. This dynamic would ultimately benefit 
those investors willing to look beyond this year's disappointment. While we continue to 
underscore·the validity of our investment proposition, we have reflected carefully on the 
lessons of this year's experience. At no point has our commitment to ARB as a key pro-
duct offering waned and we remain fully committed to the product." 

Ebenfalls im Dezember 2007, also gleichzeitig mit dem erwähnten Schreiben, teil-

te die Beklagte bzw. ihre Abteilung B._____ … den Regionalniederlassungen mit, 

dass sich das Risikoprofil der Anlage verändert habe und empfahl ihnen, die Kun-

den auf diese Erhöhung des Risikos hinzuweisen (act. 1 Rz. 97, act. 19 Rz. 179, 

vgl. act. 26 Rz. 308). Hierzu veröffentlichte die Beklagte zuhanden der Retail-

Kunden auf diversen Kanälen das Schreiben "B._____ Absolute Return Bond - 

Key facts at a glance" vom 7. Dezember 2007 (act. 20/118). Zu einem Verkauf der 

Anlage wurde nicht generell geraten (act. 19 Rz. 179).  

Im Februar 2008 bot die Beklagte der Klägerin ein Gespräch mit einem Mitglied 

des Portfolio Management-Teams an, um ergänzende Informationen und eine ak-

tuelle Einschätzung der Marktaussichten aus erster Hand zu erhalten (act. 19 

Rz. 180, act. 26 Rz. 310). F._____ lehnte dieses Angebot mit E-Mail vom 4. Feb-

ruar 2008 ab mit dem Hinweis, dass kein Bedarf für ein Meeting bestehe, weil "wir 

- 24 - 

schon mit einem Portfolio Manager direkt Kontakt hatten" (act. 20/120, act. 19 

Rz. 181, act. 26 Rz. 310). 

Am 17. März 2008 stellte die Beklagte der Klägerin, nachdem sich E._____ mit E-

Mail vom 17.03.2008 nach "einer aktuellen Liste der Portfolio-Holdings" erkundigt 

hatte (act. 3/33), das Factsheet per Ende Februar 2008 (act. 3/34) zu (act. 1 

Rz. 105, act. 19 Rz. 284). 

Am 29. April 2008 fand auf Wunsch der Klägerin erneut ein Konferenzgespräch 

statt. Daran nahmen auf Seiten der Klägerin C._____ und E._____ sowie auf Sei-

ten der Beklagten J._____ und Dr. O._____ teil (act. 1 Rz. 107, act. 19 Rz. 183). 

Wer an diesem Gespräch welche Aussagen machte, ist umstritten; die Beklagte 

beruft sich für ihre Version auf ein Telefonprotokoll von J._____ (act. 20/50). Fest 

steht immerhin, dass an diesem Gespräch ein möglicher Ausstieg aus dem In-

vestment besprochen wurde und dass umgekehrt die Liquidation des B._____ 

ARB EUR kein Thema war (act. 19 Rz. 184, act. 26 Rz. 317-318, act. 30 Rz. 309).  

Mit E-Mail vom 16. September 2008 stellte die Beklagte der Klägerin auf deren 

Anfrage hin das Factsheet per Ende August 2008 (act. 3/41) zu (act. 1 Rz. 117, 

act. 19 Rz. 193). 

4.8. Ausstieg und Liquidation 

Mit Schreiben vom 30. September 2008 (act. 3/42) kündigte die Klägerin das 

Mandat mit sofortiger Wirkung (act. 1 Rz. 120, act. 19 Rz. 195). Wie sich aus der 

E-Mail von E._____ vom 9. Oktober 2008 ergibt, wünschte die Klägerin ausdrück-

lich eine Kündigung ohne Verkauf bzw. Liquidation der Position: "Die Fondsantei-

le bleiben Teil unseres Portfolios" (act. 3/43). Die Klägerin wollte die Anlagen des 

B._____ ARB EUR im Sinne einer redemption in kind übernehmen und diese zu 

einem späteren Zeitpunkt, wenn sich die Märkte beruhigt hätten, verkaufen (act. 1 

Rz. 122, act. 19 Rz. 197).  

Die Abwicklung verzögerte sich, weil die Vorgabe des Fondsprospektes, wonach 

die Anteile nicht ausserhalb eines Vermögensverwaltungsvertrages gehalten wer-

- 25 - 

den durften, Abklärungen mit der luxemburgischen Aufsichtsbehörde und der Re-

visionsstelle des Fonds erforderlich machten (act. 19 Rz. 198). 

Mit Schreiben vom 10. November 2008 (übermittelt per E-Mail gleichen Datums, 

vgl. act. 3/45-46), noch bevor der Ausstieg der Klägerin abgewickelt war, teilte die 

Beklagte der Klägerin mit, dass der Verwaltungsrat der Fondsleitung (B1._____ 

SA) beschlossen habe, den B._____ ARB EUR aufzulösen, und dass Ausgabe 

und Rücknahme von Anteilen per 10. November 2008 eingestellt worden sei 

(act. 1 Rz. 126, act. 19 Rz. 290). Am gleichen Tag stellte sie der Klägerin auf de-

ren Verlangen den Fondsprospekt, den Jahresbericht 2007 (act. 3/31) und den 

Halbjahresbericht 2008/1 (act. 3/37) zu (act. 1 Rz. 131). 

Die Klägerin erhielt aus dem Liquidationserlös am 17. Dezember 2008 den Betrag 

von CHF 13'620'730.20, entsprechend CHF 48.19 pro Anteil (act. 1 Rz. 132), und 

am 7. April 2009 den Betrag von CHF 8'304'153.05, entsprechend CHF 29.38 pro 

Anteil (act. 1 Rz. 134).  

4.9. Verlust und Ursachen 

Es ist unbestritten, dass die Klägerin mit dem Engagement in den B._____ ARB 

EUR einen Verlust von CHF 24'808'940.85 realisierte (act. 26 Rz. 322). Die Klä-

gerin geht davon aus, dass die grossen Verluste des Produkts durch Positionen in 

verbrieften Kreditrisiken verursacht wurden (act. 1 Rz. 152). Die Beklagte bestrei-

tet nicht, dass die Verluste unter anderem auch auf das Engagement des Fonds 

in strukturierte Kreditrisiken zurückzuführen sind (act. 19 Rz. 145). Es ist unbe-

stritten, dass der B._____ ARB EUR ab Januar 2007 in erheblichem Umfang in 

strukturierte Kreditrisiken investiert war (nach Angaben der Klägerin im Juli 2007 

mit 28% des Portfolios und Ende Juli 2008 mit 25% des Portfolios, vgl. act. 1 

Rz. 151-154; nach der Angabe im beklagtischen Privatgutachten mit durchschnitt-

lich rund 22 bis 36% des Gesamtvermögens in MBS [Mortgage Backed Securities: 

durch Vermögenswerte gesicherte Wertpapiere], ABS [Asset Backed Securities: Forderungsbesi-

cherte Wertpapiere] und CMBS [Commercial MBS: durch Gewerbe- und Mehrfamilienimmobilien 

besicherte Wertpapiere], act. 20/39 S.15 und 51).  

- 26 - 

III. Rechtsfragen und Würdigung 

1. Übersicht 

Die Klägerin macht als Hauptstandpunkt geltend, die Beklagte habe ihre Bera-

tungspflicht verletzt, indem sie es unterlassen habe, über die Risiken der empfoh-

lenen Anlage umfassend und richtig aufzuklären. Mit dem B._____ ARB EUR sei-

en Risiken verbunden gewesen, die aus den Anlagerichtlinien nicht hervorgingen 

bzw. durch sie ausgeschlossen gewesen seien. Der B._____ ARB EUR sei für die 

Anlageziele der Klägerin daher ungeeignet gewesen. Hätte die Beklagte die Klä-

gerin umfassend und richtig über die Risiken des B._____ ARB EUR aufgeklärt, 

hätte die Klägerin die Anlage nicht getätigt (act. 1 Rz. 306). Stattdessen hätte sie 

an der bisherigen Anlagestrategie festgehalten und in den "B._____ (CH) Institu-

tional Fund - Global Bonds 3X" investiert und damit eine Rendite von rund 6.77 % 

erzielt (act. 1 Rz. 306). Alternativ sei davon auszugehen, dass die Klägerin das 

Vermögen im fraglichen Zeitraum nicht angelegt hätte (act. 1 Rz. 307). 

Eventualiter, falls das Gericht zum Schluss kommen sollte, dass der B._____ 

ARB EUR für die Anlageziele der Klägerin geeignet gewesen sei, macht die Klä-

gerin geltend, sie habe aufgrund der Anlagerichtlinien nicht mit einem derartigen 

Verlust rechnen müssen (vgl. act. 1 Rz. 332 ff.). Die Klägerin macht weiter gel-

tend, dass das Verlustpotential bei Einhaltung der Anlagerichtlinien bei maximal 

28% des investierten Vermögens liege. Sie macht jenen Betrag, den sie darüber 

hinaus als Verlust erlitt, als Schadenersatz geltend (act. 1 Rz. 352). 

Haupt- und Eventualstandpunkt der Klägerin laufen auf Schadenersatzforderun-

gen aus Vertragsverletzung hinaus. Wer Schadenersatzforderungen infolge Ver-

letzung der Pflichten aus einem Auftragsverhältnis geltend macht, hat vorab den 

Bestand des Auftragsverhältnisses nachzuweisen. Notwendige Anspruchsgrund-

lagen der Haftung bilden sodann eine Vertragsverletzung, das Vorliegen eines 

Schadens, ein Kausalzusammenhang zwischen der Vertragsverletzung und dem 

Schaden sowie Verschulden. Diese Voraussetzungen werden nachfolgend zuerst 

für die Hauptstandpunkte und sodann für den Eventualstandpunkt behandelt. Der 

Auftraggeber muss grundsätzlich den Schaden, den Kausalzusammenhang und 

- 27 - 

die Vertragsverletzung beweisen, dem Beauftragten steht der Exkulpationsbeweis 

offen. Zu beachten ist stets der aus Art. 8 ZGB fliessende Grundsatz, wonach der-

jenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen hat, welcher 

daraus Rechte ableitet. 

2. Anwendbares Recht 

Die Klägerin hat ihren Sitz in Luxemburg, die Beklagte in der Schweiz. Es liegt ein 

internationaler Sachverhalt vor. Gemäss Art. 116 Abs. 1 IPRG untersteht der Ver-

trag dem von den Parteien gewählten Recht. Die Parteien unterstellten ihre Ge-

schäftsbeziehung stets dem schweizerischen Recht. Eine entsprechende 

Rechtswahl trafen sie bereits unter dem früheren "Vertrag Globale Obligationen" 

vom 21. April 1999 (act. 3/11, vgl. Art. 10) und später wieder mit der Vereinbarung 

vom 16. Mai 2007 bzw. 21. Mai 2007 (act. 3/3, vgl. Ziff. 12). Anwendbar ist daher 

schweizerisches Recht. 

3. Qualifikation des Vertrages 

3.1. Rechtliches 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist zwischen Vermögensverwal-

tung, Anlageberatung und reiner Depotbeziehung zu differenzieren. Eine reine 

Depotbeziehung liegt nicht vor. Während sich die Klägerin auf einen Vermögens-

verwaltungsvertrag zwischen ihr und der Beklagten beruft, geht die Beklagte unter 

Verweis auf Bertschinger von einem "Anlageberatungsvertrag sui generis" aus 

(act. 30 Rz. 95.3) (vgl. Urs BERTSCHINGER, Sorgfaltspflichten der Bank bei Anla-

geberatung und Verwaltungsaufträgen, Zürich 1991, S. 113). 

Von Vermögensverwaltung wird gesprochen, wenn die Bank das vom Kunden 

anvertraute Vermögen selbständig - im Rahmen der zuvor abgesprochenen Anla-

gestrategie - anlegt und ständig überwacht. Bei der Anlageberatung dagegen ent-

scheidet der Kunde selbst, welche Anlagen er tätigt (Urteil des Bundesge-

richts vom 11. Juni 2008, 4A_168/2008, Erw. 2.1; ZR 106/2007 Nr. 1, Erw. 2). Die 

Beratung kann entweder punktuell im Hinblick auf ein bestimmtes Geschäft oder 

auf Dauer vereinbart sein (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2008, 

- 28 - 

4A_168/2008, Erw. 2.2). Eine derartige Vereinbarung kann schriftlich, mündlich 

oder konkludent erfolgen. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann 

sich namentlich aus einer andauernden Geschäftsbeziehung ein besonderes Ver-

trauensverhältnis entwickeln, aus dem der Kunde nach Treu und Glauben unauf-

gefordert Beratung und Abmahnung erwarten darf (BGE 133 III 97, Erw. 7.2), o-

der aufgrund einer Empfehlung, die die Bank aufgrund ihres Fachwissens erteilt 

(Entscheid des BGer vom 29. März 2006, 4C.394/2005, Erw. 2.2). Von einem An-

lageberatungsverhältnis auf Dauer gehen Rechtsprechung und Lehre auch dann 

aus, wenn zwar ein schriftlicher Auftrag zur Vermögensverwaltung vorliegt, der 

Kunde aber anderweitig zum Ausdruck bringt, dass er die Anlageentscheide 

selbst fällen will (Entscheid des BGer vom 6.12.2000, 4C.171/2000, Erw. 2c; 

P. CHRISTOPH GUTZWILLER, Rechtsfragen der Vermögensverwaltung, Zürich 2008, 

S. 47). Davon zu unterscheiden sind jene Fälle, in denen der Kunde innerhalb ei-

nes Vermögensverwaltungsverhältnisses der Bank vereinzelt Weisungen erteilt 

(vgl. Urs BERTSCHINGER, a.a.O., S. 113, der in diesem Zusammenhang von einem 

Anlageberatungsvertrag sui generis spricht). 

3.2. Abreden zwischen den Parteien 

Die Parteien regelten ihre Geschäftsbeziehung mittels schriftlicher Vereinbarun-

gen: Vor der streitgegenständlichen Vermögensanlage (von 1999 bis 2006) durch 

den "Vertrag Globale Obligationen" vom 21. April 1999 (act. 3/11), seit Mai 2007 

durch eine Vereinbarung vom 16./21. Mai 2007, die als "Institutioneller Vermö-

gensverwaltungsvertrag" betitelt ist (act. 3/3).  

3.3. Frühere Abrede 

Beim "Vertrag Globale Obligationen" handelte es sich um einen eigentlichen Ver-

mögensverwaltungsvertrag. Die Beklagte verpflichtete sich darin zur Verwaltung 

des klägerischen Vermögens nach freiem Ermessen. Anlagerichtlinien wurden 

vereinbart (act. 3/11) und während der Laufzeit erneuert (act. 3/12).  

 

 

- 29 - 

3.4. "Institutioneller Vermögensverwaltungsvertrag" 

Nachdem der "Vertrag Globale Obligationen" im Jahr 2006 gekündigt worden war 

(act. 26 Rz. 28), schlossen die Parteien im Mai 2007 eine neue Vereinbarung, die 

als "Institutioneller Vermögensverwaltungsvertrag" betitelt ist.  

3.4.1. Wortlaut und Form 

Die neue Vereinbarung erscheint wieder in der Form eines Vermögensverwal-

tungsvertrages. Nach ihrem Wortlaut beauftragt die Klägerin die Beklagte, die 

Vermögenswerte diskretionär zu verwalten, unter Berücksichtigung der Anlagepa-

rameter (act. 3/3 S. 1).  

3.4.2. Struktur 

Allerdings sind die Anlageparameter mit "EUR Absolute Return Bonds" dann so 

konkret, dass der Beklagten auf Grundlage der neuen Vereinbarung von vornhe-

rein kein Spielraum für eine Vermögensverwaltung blieb. Bezeichnenderweise 

vereinbarten die Parteien unter diesem Vertrag - im Gegensatz zum früheren Ver-

trag - keine Anlagerichtlinien, obwohl dies gemäss Wortlaut ("nachstehende Spe-

zifikationen", act. 3/3 S. 1) vorgesehen gewesen wäre. Die Vertrags- bzw. Anla-

gestruktur unterscheidet sich wesentlich von der früheren Struktur: Die Beklagte 

trat nicht direkt als Vermögensverwalterin, sondern als Vertriebsträgerin des 

B._____ ARB EUR auf. In dieser Funktion empfahl sie der Klägerin den Erwerb 

von Anteilen am B._____ ARB EUR. Wohl war sie auch mit der Verwaltung des 

Fondsvermögens beauftragt. Sie übte diese Tätigkeit aber im Auftrag der Fonds-

leitung aus. Diese Rechtsverhältnisse sind auseinanderzuhalten (vgl. Entscheid 

des BGer vom 3. November 2011, 4A_274/2011, Erw. 6.5). Der Klägerin, die an 

diesem Rechtsverhältnis nicht beteiligt ist und die über das Fondsvermögen auch 

nicht hätte verfügen können, erwuchsen keine Rechte und Pflichten gegenüber 

der Beklagten aus einem Vermögensverwaltungsvertrag. Mit dem Erwerb von An-

teilen am B._____ ARB EUR war die Klägerin in wirtschaftlicher Hinsicht wohl 

noch Bezügerin von Vermögensverwaltungsdienstleistungen, allerdings ohne Par-

tei eines Vermögensverwaltungsvertrages mit der Beklagten zu sein. Die Rechte 

- 30 - 

und Pflichten der Klägerin als Eigentümerin von Fondsanteilen ergeben sich aus - 

je nach Ausgestaltung des Fonds - vertragsrechtlichen, gesellschaftsrechtlichen 

oder spezialgesetzlichen Bestimmungen. Aus diesem Rechtsverhältnis macht die 

Klägerin mit der vorliegenden Klage ausdrücklich keine Rechte geltend (act. 1 

Rz. 11, Rz. 151).  

3.4.3. Anlageentscheid durch Klägerin 

Ausgehend von der soeben dargestellten Struktur war zwischen Klägerin und Be-

klagter nur zu entscheiden, ob die Klägerin Anteile am B._____ ARB EUR erwer-

ben soll oder nicht. Einerseits steht fest, dass die Beklagte die Klägerin ver-

schiedentlich über die Vorzüge ihrer Absolute Return Bonds informierte und ihr 

schliesslich den Erwerb von Anteilen am B._____ ARB CHF empfahl und ihre 

Aufmerksamkeit im Sinne einer Alternative auf den B._____ ARB EUR lenkte. 

Anderseits steht fest, dass anschliessend die Klägerin den Entscheid fällte, 

Fondsanteile zu erwerben. Auch über den Verkauf entschied die Klägerin - nota 

bene ohne der Beklagten je vorzuwerfen, diese hätte die Fondsanteile selbständig 

verkaufen müssen. Andere Entscheide, namentlich über einzelne Titel auf Ebene 

des Fondsvermögens, waren zwischen den Parteien nicht zu fällen. Die Klägerin 

entschied also stets selber. Damit fehlt dem vorliegenden Rechtsverhältnis zu-

mindest für die Zeit nach Mai 2007 das für einen Vermögensverwaltungsvertrag 

entscheidende Element. Wer die Anlageentscheide nach der Kündigung des Ver-

trages Globale Obligationen im Jahr 2006 fällte, ist nicht dargetan. Aufgrund der 

Kündigung kann ohne weiteres angenommen werden, dass es die Klägerin war, 

die über den Erwerb und Verkauf der Anteile am Global 3X Fonds und der Geld-

marktanlagen entschied. Demzufolge ist das Rechtsverhältnis zwischen den Par-

teien im massgeblichen Zeitraum entgegen dem Wortlaut der Vereinbarung als 

Vertrag über die Anlageberatung zu qualifizieren. 

3.4.4. Abgrenzung zur punktuellen Anlageberatung 

In Abgrenzung zur punktuellen Anlageberatung ist von einer dauerhaften Ge-

schäftsbeziehung auszugehen. Es fanden regelmässige Kontakte statt, die die 

Beklagte nutzte, um der Klägerin Anlageprodukte zu erläutern. Die Klägerin ver-

- 31 - 

sorgte sich bei der Beklagten während mindestens 8 Jahren mit Dienstleistungen 

im Bereich der Vermögensverwaltung und Anlageberatung, die über eine reine 

Depotbeziehung hinausgingen. Dies verbietet es, in den Empfehlungen der Be-

klagten bloss punktuell erteilte Ratschläge zu erblicken. 

3.4.5. Zusammenfassung 

Vor diesem Hintergrund und im Lichte der oben dargelegten Rechtsprechung ist 

das Rechtsverhältnis während der streitgegenständlichen Vermögensanlage und 

deren Anbahnung als Anlageberatungsvertrag auf Dauer zu verstehen. 

3.5. Rechte und Pflichten im Anlageberatungsverhältnis 

Der Anlageberatungsvertrag wird als einfacher Auftrag im Sinne von Art. 394 ff. 

OR qualifiziert. Die Bank, die als Anlageberaterin tätig ist, hat nicht für den Erfolg 

ihrer Tätigkeit einzustehen. Sie haftet dem Kunden für die sorgfältige und getreue 

Beratung (Entscheide des BGer vom 6.12.2000, 4C.171/2000, Erw. 2c, und vom 

11.06.2008, 4A_168/2008, Erw. 2.2). Für die Erfüllung dieser Hauptpflichten hat 

sie zu Beginn des Vertragsverhältnisses die Bedürfnisse des Kunden zu eruieren. 

Sie hat dem Kunden sodann ein Produkt zu empfehlen, das sie nach sorgfältiger 

Auswertung der zur Verfügung stehenden Informationen den Bedürfnissen des 

Kunden für angemessen hält. Geschuldet ist in diesem Punkt eine wertende Emp-

fehlung. Zudem muss sie den Kunden hinsichtlich der Risiken der beabsichtigten 

Investitionen aufklären, nach Bedarf in Bezug auf die einzelnen Anlagemöglich-

keiten sachgerecht beraten und vor übereilten Entschlüssen warnen (Entscheid 

des BGer vom 27. Juni 2011, 4A_140/2011, Erw. 3.1, vgl. für die Anlageberatung 

BGE 133 III 97, Erw. 7.2). In diesem Punkt sind richtige Informationen geschuldet. 

Die Bank ist verpflichtet, dem Kunden korrekte, verständliche, auf den verfügba-

ren Daten basierende, genaue und vollständige Informationen zu verschaffen 

(Entscheid des BGer vom 21.2.2007, 4C.205/2006, Erw. 3.4.1). Vollständig infor-

miert ist der Kunde, wenn er sämtliche Informationen hat, auf die er für seinen An-

lageentscheid abstellen muss.  

- 32 - 

Wie weit die Aufklärungs- und Beratungspflicht bei der Anlageberatung im Einzel-

nen geht, kann nicht allgemein festgelegt werden, sondern hängt von den Um-

ständen des Einzelfalls ab, namentlich von der Ausgestaltung des jeweiligen Be-

ratungsverhältnisses, der Art des konkreten Anlagegeschäftes sowie der Erfah-

rung und den Kenntnissen des Kunden (Entscheide des BGer vom 21. Februar 

2007, 4C.205/2006, Erw. 3.2, und vom 3. Februar 2012, 4A_525/2011, Erw. 3.2). 

Eine Pflicht, das Wertschriftendepot des Kunden dauernd zu überwachen, besteht 

beim Anlageberatungsvertrag grundsätzlich nicht (Entscheid des BGer vom 

3. Februar 2012, 4A_525/2011, Erw. 8.1). Im Einzelfall kann sich aus der konkre-

ten Ausgestaltung des Anlageberatungsverhältnisses aber eine Warnpflicht erge-

ben (Entscheid des BGer vom 3. Februar 2012, 4A_525/2011, Erw. 8.1). 

Auch die Parteien gehen davon aus, dass die Beklagte jedenfalls zur sorgfältigen 

und getreuen Beratung verpflichtet war (act. 1 Rz. 207; act. 26 Rz. 103, 311; 

act. 30 Rz. 95-95.3). Ob die Beklagte aus dem vorliegenden Vertragsverhältnis 

zur Aufklärung und Warnung verpflichtet war, und wie umfassend die Beratung 

sein musste, ist im Einzelnen im Zusammenhang mit den konkreten Vorwürfen 

der Klägerin zu untersuchen.  

3.6. Mass der Sorgfalt 

Das Mass der Sorgfalt bestimmt sich nach objektiven Kriterien. Erforderlich ist die 

Sorgfalt, welche ein gewissenhafter Beauftragter in der gleichen Lage bei der Be-

sorgung der ihm übertragenen Geschäfte anzuwenden pflegt. Höhere Anforde-

rungen sind an den Beauftragten zu stellen, der seine Tätigkeit berufsmässig, ge-

gen Entgelt ausübt. Dabei ist nach der Art des Auftrages zu differenzieren und 

auch den besonderen Umständen des Einzelfalles Rechnung zu tragen. Bestehen 

für eine Berufsart oder ein bestimmtes Gewerbe allgemein befolgte Verhaltensre-

geln und Usanzen, können sie bei der Bestimmung des Sorgfaltsmasses heran-

gezogen werden (BGE 115 II 62, Erw. 3a; Entscheid des BGer vom 10. Novem-

ber 2006, 4C.158/2006, Erw. 3.3.2).  

Ob eine Empfehlung oder Unterlassung als unsorgfältig eingestuft werden muss, 

ist stets anhand der damaligen Umstände zu beurteilen. Dasselbe gilt auch für die 

- 33 - 

Frage, welche Kenntnisse jemand hatte oder hätte haben müssen (vgl. Entscheid 

des Bundesgerichts vom 3. Februar 2012, 4A_525/2011, Erw. 6.2). Später eintre-

tende Ereignisse oder Kenntnisse, die eine Empfehlung oder Unterlassung nach-

träglich, in einer rückblickenden Betrachtung, als suboptimal erscheinen lassen, 

lassen keinen Schluss auf eine Sorgfaltspflichtverletzung zu (vgl. BERTSCHINGER, 

a.a.O., S. 142).  

3.7. Fazit 

Das Rechtsverhältnis zwischen den Parteien im Zeitraum von der Empfehlung 

des B._____ ARB EUR am 12. Januar 2007 bis zur Kündigung am 8. Oktober 

2008 ist als Anlageberatungsvertrag zu qualifizieren.  

4. Erster Hauptstandpunkt der Klägerin: Unangemessene Empfehlung 

4.1. Standpunkt der Klägerin 

Wie bereits angeführt wirft die Klägerin der Beklagten vor, der B._____ ARB EUR 

sei für die Anlageziele der Klägerin ungeeignet gewesen, weil mit der Anlage Ri-

siken verbunden gewesen seien, die aus den Anlagerichtlinien nicht hervorgingen 

bzw. durch sie ausgeschlossen waren (act. 1 Rz. 306). Dass die Anlage für die 

Anlageziele der Klägerin ungeeignet war, führt die Klägerin zudem darauf zurück, 

dass der B._____ ARB EUR aus verschiedenen Gründen nicht dem Risikoprofil 

der Klägerin entsprochen habe (act. 1 Rz. 232-268), dass der B._____ ARB EUR 

unzureichend diversifiziert gewesen sei (act. 175-178), dass der B._____ ARB 

EUR nicht dem bisherigen Investment entsprochen habe (act. 1 Rz. 234, 238), 

dass die vom B._____ ARB EUR gehaltenen Anlagen illiquid gewesen seien 

(act. 1 Rz. 248-255), dass sich die Beklagte mit der Empfehlung des B._____ 

ARB EUR in einen Interessenkonflikt begeben hätte (act. 1 Rz. 236) und dass der 

B._____ ARB EUR keine traditionelle Anlage war (act. 1 Rz. 234). Eine Übersicht 

ergibt sich aus der Replik (vgl. act. 26 S. 141-143). Dies ist im Folgenden zu prü-

fen. 

 

- 34 - 

4.2. B._____ ARB EUR entsprach der Risikoneigung der Klägerin 

4.2.1. Parteistandpunkte 

Die Klägerin wirft der Beklagten vor, der B._____ ARB EUR habe bereits im Zeit-

punkt der Empfehlung im Januar 2007 bzw. des Erwerbs im Juni 2007 nicht zur 

Anlagestrategie bzw. zum Risikoprofil der Klägerin gepasst und somit bereits in 

diesem Zeitpunkt eine unangemessene Empfehlung dargestellt (act. 26 Rz. 77, 

vgl. auch act. 26 Rz. 393). In Tat und Wahrheit sei der B._____ ARB EUR schon 

damals keine konservative, sondern eine spekulative Anlage gewesen (act. 1 Titel 

vor Rz. 257, act. 1 Rz. 17-18, 257-268, act. 26 Titel vor Rz. 56, act. 26 Rz. 77, 

act. 26 Rz. 429). Nebenbei erwähnt die Klägerin, die Beklagte habe auch damit 

ihre Pflichten verletzt, indem sie es bewusst unterlassen habe, ein Risikoprofil der 

Klägerin zu erstellen (act. 26 Rz. 399). 

Die Beklagte bestreitet, dass ihre Empfehlung der Risikobereitschaft der Klägerin 

nicht entsprochen habe (act. 19 Rz. 230-232). 

4.2.2. Rechtliches 

Wie bereits erwähnt, hat die Bank ihrem Kunden nach sorgfältiger Auswertung 

der zur Verfügung stehenden Informationen eine Anlage zu empfehlen, die sie 

seinen Bedürfnissen für angemessen hält.  

Angemessen ist eine Empfehlung, die der Risikobereitschaft, der Risikofähigkeit 

und der Situation hinreichend gerecht wird. Was im Einzelfall unangemessen ist, 

ist nicht leicht zu beurteilen. Massgebend sind sämtliche damaligen Umstände. 

Als unangemessen gilt eine Empfehlung nur, wenn sie im Zeitpunkt der Empfeh-

lung offensichtlich unvernünftig erscheint (vgl. Entscheid des BGer vom 

21. Februar 2007, 4C.205/2006, Erw. 3.4.1). Denn das Risiko des Anlagege-

schäfts trägt nicht die Bank, sondern der Anleger. Ihm muss bewusst sein, dass 

Empfehlungen das zukünftige Geschehen betreffen und auf sie kein sicherer Ver-

lass sein kann. Er hat das Risiko daher auch dann selber zu tragen, wenn er dem 

Rat der Bank gefolgt ist.  

- 35 - 

Bei ihrer Tätigkeit hat die Bank mit der geschuldeten Sorgfalt vorzugehen. Ge-

schuldet ist, wie oben bereits dargestellt, jene Sorgfalt, die ein gewissenhafter 

Beauftragter in der gleichen Lage bei der Besorgung der ihm übertragenen Ge-

schäfte anzuwenden pflegt. Aufgrund der berufsmässigen Tätigkeit sind die Er-

wartungen an die Sorgfalt der Beklagten im vorliegenden Fall hoch. Um sog. 

Rückschaufehler zu vermeiden, hat die Beurteilung anhand der damaligen Um-

stände und Kenntnisse zu erfolgen.  

Die Umstände, dass die Empfehlung unangemessen war und dass sie auf eine 

Verletzung der Sorgfaltspflicht zurückzuführen ist, stellen primäre Sachan-

spruchsvoraussetzungen dar. Die Behauptungs- und Beweislast für ihr Vorliegen 

trägt daher die Klägerin (Art. 8 ZGB, vgl. GUTZWILLER, a.a.O., S. 59). 

Darüber hinaus gehört es zu den Sorgfaltspflichten eines Anlageberaters, dass er 

im Vorfeld ein Kundenprofil erstellt, das über die Risikobereitschaft und Risikofä-

higkeit des Kunden Aufschluss gibt. Nach der Rechtsprechung dient das Erstellen 

eines Kundenprofils indes nur der Vorbereitung des Vertragsschlusses. Dem 

Kundenprofil kommt danach keine selbständige Bedeutung zu, wenn die tatsäch-

lich getroffenen vertraglichen Abmachungen betreffend Risiko eindeutig sind 

(Entscheid des BGer vom 10. November 2006, 4C.158/2006, Erw. 3.3.2).  

Im Folgenden ist zu prüfen, ob sich die Risikoneigung der Klägerin hinreichend 

aus der vertraglichen Abrede ergibt und ob die Anlage dieser entsprach.  

4.2.3. Risikobereitschaft der Klägerin 

4.2.3.1. In den Worten der Klägerin 

Es ist unbestritten, dass die Klägerin eine relativ konservative Anlage suchte 

(act. 19 Rz. 27), die Aussicht auf eine Mehrrendite gegenüber dem Geldmarkt bot 

(act. 26 Rz. 32, Rz. 157). Nach der unbestrittenen Aussage von C._____ und 

E._____ anlässlich der Sitzung vom 6. Juli 2006 bestand auf Seiten der Klägerin 

kein Interesse an "libor flat" (act. 19 Rz. 28, act. 26 Rz. 157, vgl. act. 20/20). Die 

Klägerin strebte eine Mehrrendite gegenüber einer Geldmarktanlage an. Es war 

der Klägerin klar, dass sie hierfür zusätzliche Risiken eingehen musste. Wie sie 

- 36 - 

durch ihren Privatgutachter ausführen lässt, war es aufgrund der angestrebten 

Mehrrendite offensichtlich, dass die Beklagte ein aktives Management beabsich-

tigt und damit auch Risiken einzugehen gedachte (act. 3/6 S. 2). Im vorliegenden 

Verfahren beziffert die Klägerin ihre damalige Risikoneigung mit einer Volatilität 

von 3% (act. 1 Rz. 59).  

4.2.3.2. Nach den Informationen der Beklagten über die gewählte Anlage 

Unbestritten ist weiter, dass die Beklagte der Klägerin mit dem Anlagevorschlag 

vom 12. Januar 2007 empfahl, das zwischenzeitlich am Geldmarkt angelegte 

Teilvermögen von ungefähr CHF 90 Mio. je zur Hälfte in den B._____ ARB CHF 

und in den Global Convertible Bonds zu investieren. Im Sinne einer Alternative 

zum B._____ ARB CHF empfahl sie, eine Beteiligung am B._____ ARB EUR in 

Betracht zu ziehen.  

Mit diesem Anlagevorschlag und in dessen Vorfeld stellte die Beklagte den 

B._____ ARB CHF wie folgt dar: In der Anlageempfehlung vom Januar 2007 führ-

te sie für den B._____ ARB CHF für die Zeit zwischen 30. November 2004 und 

31. Dezember 2006 eine Rendite von 2.44% (1 Jahr, vor Gebühren) bzw. 1.55% 

(2 Jahre, vor Gebühren) und eine Volatilität von 0.91% p.a. auf. Diese Werte zur 

historischen Rendite und Volatilität lassen sich dem der Klägerin zusammen mit 

dem Anlagevorschlag zugestellten Factsheet zum B._____ ARB CHF entnehmen 

(act. 20/27). Zu erwarten sei ein Ertrag von 3.9% bei einem Risiko von 1.8% 

(act. 3/16 S. 5). Hierbei ging die Klägerin von einem risikolosen Zinssatz von 3% 

aus. Kombiniert mit dem Global Convertible Bonds, für den die Beklagte einen Er-

trag von 5.8% bei einem Risiko von 9.1% erwartete, rechnete die Beklagte der 

Klägerin für ihren Anlagevorschlag eine zu erwartende Rendite von 4.9% bei ei-

nem zu erwartenden Risiko von 4.9% vor (act. 3/16). 

Demgegenüber stellte die Beklagte den B._____ ARB EUR etwas riskanter dar 

als den B._____ ARB CHF: In der Anlageempfehlung vom 12. Januar 2007 führte 

die Beklagte für den B._____ ARB EUR für die Zeit zwischen 30. April 2004 und 

31. Dezember 2006 eine Rendite von 3.09% (1 Jahr, vor Gebühren) bzw. 1.78% 

(2 Jahre, vor Gebühren) und eine Volatilität von 1.04% p.a. auf. Ähnliche Werte 

- 37 - 

zur historischen Rendite und Volatilität lassen sich dem der Klägerin zusammen 

mit dem Anlagevorschlag zugestellten Factsheet zum B._____ ARB EUR ent-

nehmen (act. 20/28). Zum erwarteten Ertrag führte die Beklagte in der Anlage-

empfehlung nur aus, dass ein Ertragsziel von Libor + 1% mit dem B._____ ARB 

EUR eher erreicht werden könne, als mit dem B._____ ARB CHF (act. 3/16). In 

den früheren Präsentationen in den Jahren 2005 und 2006 bezifferte sie die Ziel-

rendite mit "Cash plus 175 bpn" (act. 20/22 S. 15) bzw. "Libor plus 1 - 1.75%" 

(act. 20/21). In den Slides, die die Beklagte der Klägerin im August 2006 zukom-

men liess, ist von "Libor plus 1 -1.5%" die Rede (act. 20/24 S. 15). Überdies wies 

die Beklagte darauf hin, dass der B._____ ARB EUR im Gegensatz zum B._____ 

ARB CHF mit High Yield-Anlagen ein erweitertes Anlageuniversum habe und 

dass weniger Ratingrestriktionen bei den Anlagen bestünden, weshalb der 

B._____ ARB EUR kein offizielles Fund-Rating habe. Damit wies die Beklagte 

unmissverständlich auf die leicht höhere Risikoexposition des B._____ ARB EUR 

hin.  

Für den B._____ ARB CHF sprach die Beklagte im Anlagevorschlag von einem 

erwarteten Ertrag von 0.9% über dem risikolosen Zinssatz bei einem erwarteten 

Risiko von 1.8% (act. 3/16 S. 5). Die Klägerin musste daher davon ausgehen, 

dass beim B._____ ARB EUR eine höhere Rendite angestrebt wurde und ent-

sprechend ein höheres Risiko zu erwarten war. Inwiefern sich, wie die Klägerin 

behauptet (act. 26 Rz. 189), der betreffenden Stelle in der Anlageempfehlung die 

gegenteilige Aussage entnehmen lassen soll, ist für das Gericht nicht nachvoll-

ziehbar. Der Standpunkt erscheint überdies widersprüchlich, nachdem die Kläge-

rin ihre Risikoneigung im vorliegenden Verfahren selber mit einer Volatilität von 

3% bezifferte.  

4.2.3.3. Zwischenergebnis 

Insgesamt deckte sich das Rendite- und Risikoprofil der Klägerin mit dem Rendi-

te- und Risikoprofil des B._____ ARB EUR, wie ihn die Beklagte in der Anlage-

empfehlung vom 12. Januar 2007 und anlässlich der früheren Treffen darstellte. 

Davon ging die Klägerin aus, als sie - spätestens im Mai 2007 - entschied, Anteile 

am B._____ ARB EUR zu erwerben und die Beklagte mit der Zustellung des un-

- 38 - 

terzeichneten "Institutionellen Vermögensverwaltungsvertrag" entsprechend an-

wies.  

Aus diesem Sachverhalt geht hervor, dass die Klägerin eine verhältnismässig 

konservative Anlage beabsichtigte, die gegenüber einer Geldmarktanlage eine 

Mehrrendite von mindestens 1%-1.5% bringen sollte bei einer erwarteten Volatili-

tät von 3%.  

Damit ergibt sich die Risikobereitschaft der Klägerin hinreichend klar aus dem An-

lageentscheid. Demzufolge kann der Beklagten im vorliegenden Fall nicht vorge-

worfen werden, sie habe es unterlassen ein Kundenprofil zu erstellen. 

4.2.3.4. Klägerin noch stärker auf Sicherheit bedacht? 

Die Klägerin versucht im vorliegenden Verfahren auf verschiedene Weise darzu-

tun, dass ihre Risikobereitschaft geringer war und dass sie eine ganz besonders 

konservative Vermögensanlage gesucht habe. Bei diesem Versuch widerspricht 

sie zum Teil bereits den eigenen, oben zitierten Ausführungen, zum Beispiel wenn 

sie bestreitet, dass sie "nach einer über dem Geldmarkt liegenden Rendite trach-

tete, mithin offenkundig kein absolut risikoloses Investment suche" (vgl. act. 26 

Rz. 398). Auch die weiteren Argumente der Klägerin vermögen nicht zu überzeu-

gen:  

- Die Klägerin streicht immer wieder hervor, dass sie eine Anlage mit dem Risi-

koprofil einer liquiden Geldmarktanlage gewollt hätte (act. 1 Rz. 12, 18, 257, 

act. 26 Rz. 152). Sie muss aber einräumen, dass sie eine höhere Rendite an-

strebte. Eine höhere Rendite erzielt nur, wer ein höheres Risiko einzugehen bereit 

ist. Die Klägerin selber liess durch ihren Privatgutachter erläutern, dass für die 

angestrebte Zusatzrendite offensichtlich zusätzliche Risiken eingegangen werden 

müssten (act. 3/6 S. 2, vgl. act. 1 Rz. 336). Vor diesem Hintergrund kann das Ge-

richt der Argumentation der Klägerin nicht folgen, zumal sie nicht darlegt, wie die 

höhere Rendite anders als durch die Eingehung weiterer Risiken hätte erzielt 

werden sollen.  

- 39 - 

- Im Lichte des soeben Erwähnten ist auch die Aussage der klägerischen Vertre-

ter gegenüber J._____, wonach die Anlage Art und Risiko einer Geldmarktanlage 

behalten solle ("keep the MM flavour / risk profile", act. 26 Rz. 154), nicht geeig-

net, mehr als den Wunsch nach einer relativ konservativen Anlage auszudrücken. 

Diese Aussage ist für sich allein betrachtet unklar. Im gesamten Zusammenhang, 

auf den sich beide Parteien berufen (act. 26 Rz. 154, act. 30 Rz. 50.2), wird klar, 

dass Art und Risikoprofil der Geldmarktanlage gerade nicht durch den B._____ 

ARB EUR gewährleistet werden sollte. In diesem Gespräch war offenbar die Re-

de davon, eine kurzfristige Geldmarktanlage mit dem B._____ ARB EUR zu kom-

binieren. Dabei sollte mit dem B._____ ARB EUR die Mehrrendite gegenüber 

dem Geldmarkt ("Anything new should provide a Libor + return") erzielt werden 

und mit der kurzfristigen Geldmarktanlage Art und Risikoprofil der Geldmarktanla-

ge erhalten werden. 

- Die Klägerin bringt weiter vor, dass der angestrebte Mehrertrag gerade die neu 

anfallenden Verwaltungs- und Custody-Gebühren hätte decken sollen. Andern-

falls hätte sie die Gelder im Geldmarkt platziert (act. 26 Rz. 29). Dieses Argument 

ist nicht nachvollziehbar. Es scheint dem Gericht selbstverständlich, dass die Klä-

gerin eine Rendite erzielen wollte, die die zusätzlichen Kosten mindestens deckt. 

Wenn sich die Rendite aber auf die zusätzlichen Kosten beschränken sollte, ist 

nicht nachvollziehbar, warum die Klägerin nicht weiter im Geldmarkt investierte. 

Überdies lässt sich die angestrebte Zusatzrendite mit diesem Argument schon 

deswegen nicht bagatellisieren, weil die Klägerin nicht darlegt, wie hoch die zu-

sätzlichen Kosten ausfallen.  

- Sodann leitet die Klägerin aus der vereinbarten Benchmark ab, es sei eine be-

sonders konservative Anlage vereinbart worden (act. 26 Rz. 496). Nach ihrer An-

sicht kommt der Benchmark die Funktion von Anlagerichtlinien zu, die die strate-

gische Asset Allokation und damit das Risikoprofil der Anlage widerspiegle 

(act. 26 Rz. 494). Im Gegensatz zum relativen Return-Konzept, wo es darum ge-

he, einen Mehrertrag gegenüber einer Benchmark zu erzielen, gehe es beim Ab-

solute Return-Konzept darum, einen positiven Ertrag unabhängig von der Bench-

mark zu erwirtschaften. Die Beklagte vertritt demgegenüber die Ansicht, die 

- 40 - 

Benchmark diene einzig als Ausgangspunkt für die Quantifizierung des Rendite-

ziels (act. 30 Rz. 60.4). Soweit sich diese Ansichten widersprechen, ist jene der 

Beklagten zutreffend. Es ist unbestritten, dass die vereinbarte Benchmark ("Ci-

tigroup EUR 3 Month Euro Deposit, hedged in CHF", act. 3/3) einen reinen Geld-

marktindex darstellt (act. 30 Rz. 60.1; act. 26 Rz. 495). Wie oben dargelegt steht 

zudem fest, dass die Klägerin mit der beabsichtigten Anlage eine Mehrrendite ge-

genüber dem Geldmarkt ("Libor +1%") anstrebte. Die vereinbarte Benchmark bil-

det den als risikolos geltenden Ertrag am Geldmarkt ab. Die Klägerin strebte ei-

nen Ertrag an, der den Ertrag der Benchmark um 1% übertrifft und musste hierfür 

gewisse zusätzliche Risiken in Kauf nehmen. Über Art und Ausmass dieser Risi-

ken vermag ein Geldmarktindex nichts auszusagen. Schon aus diesem Grund 

lassen sich aus der Benchmark über die schlichte Feststellung hinaus, dass eine 

relativ konservative Anlage beabsichtigt war, keine konkreteren Aussagen zum 

Risikoprofil des B._____ ARB EUR ableiten.  

Überdies war aufgrund der der Klägerin vorliegenden Informationen offensichtlich, 

dass der B._____ ARB EUR keineswegs in Geldmarktinstrumente, sondern je-

denfalls in Anleihen investiert war (vgl. etwa act. 20/24 S. 3, act. 20/28). Ein reiner 

Geldmarktindex kann hier weder als Anlagerichtlinie noch als Richtlinie für die As-

set Allocation irgendwelche Dienste leisten.  

Die Klägerin stützt sich für ihre Ansicht auf eine Aussage der Beklagten, wonach 

Absolute Return Bonds unabhängig von einer Benchmark verwaltet würden 

(act. 26 Rz. 494, unter Verweis auf act. 3/18). Die Aussage der Beklagten ist aus 

dem Zusammenhang gerissen; ganz lautet sie wie folgt: "Die Fonds werden un-

abhängig von einer Benchmark verwaltet, weshalb es keine feste Asset Allocation 

gibt. Die Fondsmanager können somit rasch auf Marktentwicklungen reagieren 

und weltweit die grösstmögliche Zahl von Anlagechancen nutzen" (act. 3/18). Da-

rin findet die klägerische Ansicht keine Stütze.  

Die Klägerin beruft sich sodann auf die Aussagen des von ihr beauftragten Privat-

gutachters (act. 26 Rz. 494), wonach der Benchmark die Anlagepolitik restringiere 

(act. 27/9 S. 12). Der Privatgutachter führt hierzu aus, die "Restringierung" erfolge 

"einerseits durch die Minimal-/Maximalgewichtungen und andererseits durch das 

Anlageuniversum, welches durch die Indizes abgedeckt wird" (act. 27/9 S. 12). 

- 41 - 

Diese Aussagen kritisiert die Beklagte als irreführend und falsch (act. 30 

Rz. 60.2). Sofern die angesprochenen Gewichtungen und das Anlageuniversum 

letzten Endes ausschliesslich Geldmarktprodukte betreffen, ist nach dem Gesag-

ten nicht nachvollziehbar, wie diese Regeln auf den B._____ ARB EUR ange-

wendet werden könnten. Die Klägerin legt nicht dar, wie die fraglichen Gewich-

tungen und das Anlageuniversum aussehen. So vermag auch dieses Argument 

die klägerische Ansicht nicht zu stützen. 

- Weiter bringt die Klägerin vor, sie habe eine Anlage gesucht, die auch unter 

ausserordentlichen Umständen risikoarm sei (act. 1 Rz. 257). Es liegt in der Natur 

des Risikobegriffs, dass es so etwas nicht gibt. Wenn ein Resultat mit sehr gerin-

ger Wahrscheinlichkeit eintreten kann, gelten die Umstände, die als Mitursache in 

Frage kommen, gerade als ausserordentlich. Wenn die Klägerin eine unter allen 

Umständen risikoarme Anlage fordert, verlangt sie nicht weniger als eine Anlage 

ohne jegliches Risiko. Dass dies nicht den Absichten der Klägerin entsprach, 

ergibt sich aus den bisherigen Erwägungen. 

- Die Klägerin führt weiter aus, eine Bezeichnung als "Absolute Return" sei geeig-

net, falsche Erwartungen zu wecken (act. 1 Rz. 260). Sie macht aber nicht gel-

tend, sie bzw. die für sie handelnden Vertreter und Organe seien dadurch zu fal-

schen Erwartungen verführt worden. Demzufolge ist das Prädikat "absolute re-

turn" für die Feststellung ihrer Risikobereitschaft nicht massgeblich. 

- Die Klägerin will die Anpreisungen des B._____ ARB EUR so verstanden haben, 

dass sie sich darauf habe verlassen dürfen, dass ihr Geld wieder zurück erhalte 

(act. 1 Rz. 68). In dieselbe Richtung geht ihre Behauptung, sie sei mit der Anla-

geempfehlung nicht darauf hingewiesen worden, dass der B._____ ARB EUR 

über keinen Kapitalschutz verfüge (act. 1 Rz. 278). Sie macht letztlich aber nicht 

geltend, sie habe gemeint, die Beklagte oder ein Dritter garantiere die Rückzah-

lung des investierten Kapitals, sondern bloss, die Beklagte habe den B._____ 

ARB EUR in die Nähe zu derartigen Produkten gerückt (act. 26 Rz. 44, 67). Sie 

will dies mit Aussagen von J._____ belegen, der die "Nachricht vermittelt" habe, 

dass die Möglichkeit, der Wert könne jemals unter den Einstandspreis fallen, aus-

geschlossen sei (act. 26 Rz. 221). Diese Behauptungen stehen im Widerspruch 

- 42 - 

zum oben aufgeführten, auf den Behauptungen der Klägerin beruhenden oder 

unbestrittenen Sachverhalt (vgl. oben Ziff. 4.2.3.1 und 4.2.3.2). Ebenfalls unbe-

stritten blieb, dass die Beklagte in einer E-Mail von J._____ vom 17. August 2006 

sowie in den der Klägerin übermittelten Präsentationsunterlagen ausdrücklich auf 

die Ausfallsrisiken hinwies und sie diskutierte (act. 19 Rz. 74, vgl. act. 20/23 und 

20/24 S. 29). Entsprechend lässt sich auch aus diesen Behauptungen nicht ablei-

ten, die Klägerin sei noch stärker auf Sicherheit bedacht gewesen, als dies oben 

festgestellt wurde. 

- Dass die Klägerin generell als konservative Anlegerin bekannt gewesen sein soll 

und dass sie ihr Vermögen vor, während und nach dem Engagement in den 

B._____ ARB EUR stets hoch konservativ angelegt habe (act. 26 Rz. 12-26), ist 

für die konkrete Anlage nicht massgeblich. Ein Risikoprofil war angesichts der kla-

ren Anlageentscheides nicht zu erstellen. 

4.2.3.5. Ergebnis 

Es bleibt bei der oben festgestellten Risikobereitschaft, die die Klägerin kommuni-

zierte und die sich aus dem Anlageentscheid ergab: Die Klägerin suchte eine ver-

hältnismässig konservative Anlage, die gegenüber einer Geldmarktanlage eine 

Mehrrendite von 1%-1.5% bringen sollte bei einer erwarteten Volatilität von 3%. 

Aus den weiteren von ihr ins Feld geführten Argumenten ergibt sich keine konser-

vativere Risikobereitschaft und keine Absicht einer ganz risikolosen Anlage.  

4.2.4. Risiko des B._____ ARB EUR aus damaliger Sicht 

4.2.4.1. Standpunkt der Klägerin 

Die Klägerin vertritt den Standpunkt, der B._____ ARB EUR habe schon bei der 

Empfehlung bzw. beim Erwerb nicht dem soeben erkannten Risikoprofil entspro-

chen. Nach ihrer Ansicht handelte es sich in Tat und Wahrheit um eine spekulati-

ve Anlage; die Beklagte bestreitet dies. 

 

 

- 43 - 

4.2.4.2. Vorgehen der Risikobeurteilung 

Um zu beurteilen, ob ein Anlagefonds eine konservative oder spekulative Anlage 

ist, kann einerseits auf die historischen Werte, namentlich Volatilität und Rendite, 

und anderseits - wie es der Privatgutachter der Klägerin ausführt (act. 3/6 S. 1) - 

auf den Fondsprospekt und die Anlagerichtlinien, aus denen sich Anlageausrich-

tung, Anlagebegrenzungen und Risikomanagement des Fonds ergeben, abge-

stellt werden. Denkbar wäre darüber hinaus, eine Beurteilung auf Basis der tat-

sächlichen Portfolio Holdings des Fonds vorzunehmen, bezogen auf einzelne An-

lagen oder bezogen auf das gesamte Portfolio. Bei dieser Beurteilung ist stets auf 

das tatsächliche Wissen der Parteien und die damals in Fachkreisen allgemein 

bekannten Informationen abzustellen. 

Aus den Umständen, die die Klägerin zur Stützung ihres Standpunktes vorbringt, 

ergibt sich nicht, dass der B._____ ARB EUR damals nicht als konservative Anla-

ge hätte eingestuft werden dürfen.  

4.2.4.3. Rendite und Volatilität 

Es wurde bereits dargelegt, dass die Erwartungen an Rendite und Volatilität den 

Absichten der Klägerin entsprachen. Dass die Beklagte den B._____ ARB EUR 

wider besseres Wissen als konservative Anlage empfohlen habe, wirft die Kläge-

rin der Beklagten nicht vor, zumindest nicht in hinreichend konkreter Art und Wei-

se. Es ist unbestritten, dass die Beklagte den B._____ ARB EUR in Prospekt, 

Fond Spotlights und anderen Unterlagen als konservativ darstellte. Unbestritten 

ist namentlich, dass die annualisierte Volatilität rund 1.04% bzw. 1.16% und die 

jährliche Rendite rund 3.09% bzw. 3.27% betrug. Diese Werte ergeben sich aus 

dem Anlagevorschlag vom Januar 2007 (act. 3/16) bzw. aus dem Factsheet vom 

Dezember 2006 (act. 20/28). Sie stehen mit der erwarteten Rendite von Libor + 1-

1.5% und der erwarteten Volatilität von 3% in Einklang, zumindest für den gege-

benen Zeitpunkt im Januar 2007.  

Die Risikoexposition des B._____ ARB EUR lässt sich freilich nicht allein gestützt 

auf Rendite und Volatilität beurteilen. Volatilität ist - wie die Beklagte durch ihren 

- 44 - 

Privatgutachter ausführen lässt - eine ungeeignete Risikokennzahl während ext-

remen Stresssituationen. Es sind daher weitere Aspekte zu prüfen. 

4.2.4.4. Nicht entscheidend: Nachträglich eingetretene Umstände 

Die Klägerin stützt ihre Überlegungen zum Risikoprofil des B._____ ARB EUR in 

erheblichem Ausmass auf Umstände, die erst nachträglich eingetreten sind. Ge-

gen dieses Vorgehen wehrt sich die Beklagte (act. 19 Rz. 232), wie schon mehr-

fach angesprochen (vgl. oben Ziff. 3.6), zu Recht. Anhand von rückblickenden Be-

trachtungen lässt sich nicht beurteilen, ob der B._____ ARB EUR als konservative 

oder spekulative Anlage galt. Aus dieser Überlegung heraus vermögen die fol-

genden Umstände den Standpunkt der Klägerin nicht zu stützen:  

4.2.4.4.1. Ausmass des Verlustes 

Unbestritten ist die Tatsache, dass die Klägerin mit dem B._____ ARB EUR einen 

Verlust von rund 50% erlitt. Es ist verständlich, dass die Klägerin diesen Umstand 

immer wieder anführt, zum Beispiel wenn sie geltend macht, sie habe mit einem 

derartigen Verlust nicht rechnen müssen (act. 1 Rz. 284). Klar ist aber auch, dass 

sich vom Verlust, der im Jahre 2009 mit dem B._____ ARB EUR realisiert werden 

musste, nicht auf die Risikoexposition des B._____ ARB EUR im Januar oder Mai 

2007 schliessen lässt.  

4.2.4.4.2. Value at Risk, Expected Shortfall 

Ebenfalls nicht geeignet, um die Risikoexposition des B._____ ARB EUR im Ja-

nuar 2007 oder eine Sorgfaltspflichtverletzung der Beklagten in diesem Zusam-

menhang darzulegen, sind die klägerischen Berechnungen zum Value at Risk 

(VaR) und Expected Shortfall (ES) eines Vergleichsportfolios. Der klägerische 

Privatgutachter macht im Gutachten anhand dieser Modelle Aussagen über den 

mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu erwartenden Verlust. Die Aussagen be-

ziehen sich auf ein Vergleichsportfolio, das der Privatgutachter aufgrund der für 

den B._____ ARB EUR geltenden Anlagerichtlinien erstellte. Anschliessend setzt 

er diese Werte ins Verhältnis zum eingetretenen Verlust. Diese Argumentation ist 

nicht geeignet, eine die Risikoexposition des B._____ ARB EUR im Januar 2007 

- 45 - 

oder eine Sorgfaltspflichtverletzung im Januar 2007 darzulegen. Eine ganze Rei-

he von Gründen spricht dagegen: 

Erstens liegt auch diesem Argument in erster Linie eine rückblickende Betrach-

tung zugrunde, die für die vorliegende Frage nicht zulässig ist. Mit dem Argument 

will die Klägerin aufzeigen, dass der tatsächliche Verlust ein Ausmass erreichte, 

mit dem sie nicht habe rechnen müssen. Aus diesem Vergleich ist weder die Risi-

koexposition des B._____ ARB EUR im Januar 2007 noch eine Sorgfaltspflicht-

verletzung der Beklagten ersichtlich. Auch dies ist eine rückblickende Betrach-

tung. Der Mangel ergibt sich daraus, dass unter dem Strich mit dem im Jahr 2009 

eingetretenen Verlust verglichen wird. Die finanzmathematische Herleitung des 

Vergleichswertes vermag diesen Mangel nicht zu beheben.  

Zweitens gehen die angestellten Berechnungen an der Sache vorbei: Der klägeri-

sche Privatgutachter berechnet VaR und ES anhand eines Vergleichsportfolios. 

Das Vergleichsportfolio stellte er so zusammen, dass die Anlagerichtlinien voll 

ausgenutzt aber stets eingehalten werden (act. 3/6 S. 4-5). Der Privatgutachter 

geht für diese Berechnungen also davon aus, dass der B._____ ARB EUR in An-

lagen investiert war, in die er nicht hätte sein dürfen. Darin liegt - wie sogleich 

eingehend dargelegt wird - in erster Linie der Vorwurf, die Vermögensverwaltung 

auf Stufe des Fonds sei unrechtmässig erfolgt. Eine Aussage zu den tatsächli-

chen Risiken des B._____ ARB EUR und wie diese im relevanten Zeitpunkt auf 

Basis entsprechender Berechnungen zu quantifizieren gewesen wären, ist darin 

nicht enthalten.  

Drittens enthält das Argument der Klägerin einen untauglichen Vergleich. Es wäre 

deswegen auch für eine Schadensschätzung nicht verwertbar: Der klägerische 

Privatgutachter berechnet auf Basis eines hypothetischen Portfolios, wie hoch ein 

Verlust mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ausfallen könnte (act. 3/6 S. 5). 

Dieser Wert wird schliesslich ins Verhältnis zum Verlust der Klägerin gesetzt (vgl. 

act. 27/9 S. 23). Verglichen wird so der mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit 

mögliche Verlust (VaR oder ES) eines hypothetischen Portfolios auf der einen 

Seite mit dem tatsächlich eingetretenen Verlust des B._____ ARB EUR auf der 

anderen Seite. Unbekannt bleibt, mit welchem Verlust auf dem tatsächlichen Port-

- 46 - 

folio mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit gerechnet werden musste. Unbekannt 

bleibt sodann, wie hoch ein Verlust auf dem hypothetischen Vergleichsportfolio 

mit der errechneten VaR/ES Kennzahlen in der relevanten Periode tatsächlich 

ausgefallen wäre. Auch hier hätte tatsächlich ein Verlust von rund 50% eintreten 

können oder im schlechtesten Fall ein Totalverlust. Wohl liessen sich anhand der 

Modelle aussagekräftige Vergleiche anstellen. Zum Beispiel könnte der VaR des 

hypothetischen Portfolios mit dem VaR des tatsächlichen Portfolios verglichen 

werden, selbstverständlich unter Bezugnahme auf denselben Zeitpunkt. So geht 

die Klägerin allerdings nicht vor. Sie vergleicht Äpfel mit Birnen: Auf der einen Sei-

te steht der tatsächlich eingetretene Verlust, auf der anderen Seite steht derjenige 

Verlust, der aufgrund historischer Daten "nur mit sehr, sehr kleiner Wahrschein-

lichkeit erwartet werden musste" (act. 26 Rz. 344). Dieser Vergleich ist untauglich. 

Viertens lassen sich mit den von der Klägerin verwendeten Modellen VaR und ES 

grundsätzlich keine Anhaltspunkte für eine Sorgfaltspflichtverletzung gewinnen. 

Dies liegt am Zweck dieser Modelle. Sie mögen geeignet sein, um ein erwartetes 

Risiko zu quantifizieren und letztlich einen Höchstverlust bzw. Mindestwert für ei-

ne gewisse Wahrscheinlichkeit zu schätzen. Insofern kann ihre Anwendung für 

die Schadensschätzung im Sinne der Vergleichshypothese einen gangbaren Weg 

darstellen. Demgegenüber lässt die Anwendung dieser Modelle in der Regel kei-

ne Aussagen über eine Sorgfaltspflichtverletzung zu, namentlich im Bereich der 

Anlageberatung und Vermögensverwaltung. In diesem Bereich trägt grundsätzlich 

der Anleger das wirtschaftliche Risiko. Kapitalschutz oder garantierte Rendite sind 

die Ausnahme (vgl. GUTZWILLER, a.a.O., S. 163-164; EMCH/RENZ/ARPAGAUS, 

a.a.O., Rz. 1638; MONIKA ROTH, Die Spielregeln des Private Banking in der 

Schweiz, 3. Aufl. 2009, S. 48-49). Grundlage ist das Recht des einfachen Auftra-

ges. Gemäss Art. 398 Abs. 2 OR haftet der Beauftragte dem Auftraggeber für ge-

treue und sorgfältige Ausführung des ihm übertragenen Geschäftes. Er hat 

grundsätzlich nicht für den Erfolg seiner Tätigkeit einzustehen (vgl. oben Ziff. 3.5). 

Diese Grundsätze würden missachtet, wenn man den mit einer gewissen Wahr-

scheinlichkeit möglichen Verlust schätzte, diesen Wert mit den tatsächlich erlitte-

nen Verlusten vergliche und daraus - falls die Werte voneinander abweichen wür-

den - auf eine Sorgfaltspflichtverletzung schlösse. Es ist eben nicht so, dass sich 

- 47 - 

für eine Anlage ein höchstmöglicher Verlust festlegen liesse (auch nach Ansicht 

der Parteien, vgl. act. 26 Rz. 343), und jeder Verlust, der diese Grenze über-

schreitet, eine Sorgfaltspflichtverletzung implizierte. So vorzugehen hiesse, ein 

bestimmtes Kapital oder eine bestimmte Performance zu garantieren, nämlich 

den mittels VaR oder ES geschätzten Wert. Die Überschreitung eines mit einer 

gewissen Wahrscheinlichkeit erwarteten Verlustes stellt aber - wie fehlende Ren-

dite oder schlechte Performance (vgl. GUTZWILLER, a.a.O., S. 163) - keine Sorg-

faltspflichtverletzung dar.  

Aus diesen Gründen erweist sich der Ansatz der Klägerin als unzulässig, weshalb 

auf die weiteren Vorbringen der Parteien (vgl. act. 19 Rz. 204, act. 26 Rz. 333) in 

diesem Zusammenhang nicht weiter einzugehen ist. 

4.2.4.4.3. Performance anderer Produkte 

Dass sich andere Produkte im fraglichen Zeitraum günstiger entwickelten, ist für 

die Einschätzung der Risikoexposition des B._____ ARB EUR ebenfalls unerheb-

lich. Die Klägerin stellt unter anderem das bisherige Investment, den B._____ 

(CH) Institutional Fund - Global Bonds 3X, zum Vergleich. Es ist unbestritten, 

dass sich mit dem Global Bonds 3X von Mai 2007 bis April 2009 eine Rendite von 

6.77% (inkl. Dividendenzahlungen, exkl. Gebühren) hätte erzielen lassen (act. 1 

Rz. 244, 279, 326). Es ist offensichtlich, dass dieser Umstand der Beklagten da-

mals, im Zeitpunkt der Empfehlung im Januar 2007, nicht bekannt sein konnte. 

Dass sich mit dem bisherigen Investment rückblickend eine bessere Rendite hätte 

erzielen lassen, sagt weder über die Risikoexposition des B._____ ARB EUR 

noch über eine allfällige Sorgfaltspflichtverletzung etwas aus.  

4.2.4.4.4. Zusammenfassung 

Ob der B._____ ARB EUR als konservative oder spekulative Anlage galt, lässt 

sich anhand dieser Umstände nicht beurteilen. Rückblickend lässt sich vielleicht 

feststellen, dass die Klägerin einen Verlust von rund 50% erlitt, dass der mit einer 

gewissen Wahrscheinlichkeit zu erwartende Verlust auf einem hypothetischen 

Portfolio tiefer ausgefallen wäre oder dass mit einem anderen Produkt sogar eine 

- 48 - 

positive Rendite hätte erzielt werden können. Im Januar 2007, vor den Ereignis-

sen, die zu den Verlusten mit den B._____ ARB EUR führten, waren diese Um-

stände naturgemäss noch nicht bekannt. Die Risikoexposition des B._____ ARB 

EUR oder eine Sorgfaltspflichtverletzung der Beklagten kann sich daraus nicht 

ergeben.  

4.2.4.5. Verstoss gegen Anlagerichtlinien? 

4.2.4.5.1. Standpunkt der Klägerin 

Wie bereits angeführt wirft die Klägerin der Beklagten vor, der B._____ ARB EUR 

sei für die Anlageziele der Klägerin ungeeignet gewesen, weil mit der Anlage Ri-

siken verbunden gewesen seien, die aus den Anlagerichtlinien nicht hervorgingen 

(act. 1 Titel vor Rz. 287). Dieser Vorwurf nimmt in der klägerischen Argumentation 

besonders viel Raum ein. Das Thema wird in der Klageschrift an diversen Stellen 

behandelt oder angesprochen (act. 1 Rz. 19, 155-172, 180, 287-295, 357; vgl. 

act. 26 Rz. 238-261). Im Rahmen eines Eventualstandpunktes wird der Vorwurf 

sogar als haftungsbegründende Tatsache herangezogen (act. 1 Rz. 332-352), 

worauf an gegebener Stelle zurückzukommen ist. Der klägerische Privatgutachter 

äussert sich auf über zehn Seiten zum Thema (act. 3/6 S. 6-11; act. 27/9 S. 8-16). 

In Kürze lautet der Vorwurf, die Investition in strukturierte Kreditprodukte sei in 

den Anlagerichtlinien nicht vorgesehen. Für derartige Produkte sei keine Asset-

klasse vorgesehen; sie könnten namentlich nicht unter den Titel "Pfandbriefanlei-

hen" subsumiert werden.  

4.2.4.5.2. Standpunkt der Beklagten 

Die Beklagte bestreitet, dass der B._____ ARB EUR nicht hätte in verbriefte Kre-

ditprodukte investiert sein dürfen (act. 19 Rz. 63-67.4). Sie verweist unter ande-

rem auf den Fondsprospekt und auf die englischsprachige Version des Fund 

Spotlight. Dort sei von "mortgage-backed securities" die Rede, was mit "Pfand-

briefanleihen" übersetzt worden sei (act. 19 Rz. 64).  

Sie bringt zudem vor, die Klägerin habe einen informierten Entscheid zugunsten 

der Anlage in den B._____ ARB EUR getroffen. In den Unterlagen, über welche 

- 49 - 

die Klägerin dabei verfügte, sei das Anlageuniversum des Fonds thematisiert und 

verschieden