# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 00fe5f0b-00cc-5489-bb93-4b78688826f8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-09-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.09.2011 UV 2011/3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2011-3_2011-09-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2011/3

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 31.03.2020

Entscheiddatum: 19.09.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 19.09.2011
Art. 10 UVG, Art. 16 Abs. 1 UVG: Leistungseinstellung bei 
schleudertraumaähnlicher Verletzung. Der Sturz von der Toilette und der 
entsprechende Aufprall mit dem Kopf auf dem Boden stellt einen 
mittelschweren im Grenzbereich zu einem leichten Unfall dar. Ob der 
natürliche Kausalzusammenhang entfällt, kann in casu offen bleiben, da der 
adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen ist (Urteil des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. September 2011, UV 
2011/3).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider,

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 19. September 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach, 

8887 Mels,

gegen

Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 8085 Zürich,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ war bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) 

obligatorisch gegen Unfälle versichert als sie am 17. März 2009 wegen einer akuten 

Gastroenteritis zu Hause kollabierte und von der Toilette stürzte, wobei sie mit dem 

Kopf auf dem Plattenboden aufschlug (UV-act. z1, zm2). Dabei erlitt sie eine Commotio 

cerebri, wies bei Spitaleintritt 15 Punkte auf der Glasgow Coma Scale (GCS) aus, hatte 

Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) und eine aufgeschlagene Oberlippe. 

Ausserdem zeigten sich eine Kontusionsmarke auf der Mitte der Stirn und eine 

minimale Fissur am Nasenbein ohne Dislokation. Radiologisch konnte eine Fraktur am 

Schädel ausgeschlossen werden (UV-act. zm2).

A.b   In der Folge wurde der Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, 

welche im Lauf der Zeit abnahm. Am 10. Juli 2009 erlangte sie eine volle 

Arbeitsfähigkeit (UV-act. zm21). Bereits am 17. Juli 2009 wurde die Arbeitsfähigkeit 

wieder auf 50% herabgestuft und die Hausärztin, Dr. med. B.___, Allgemeine Medizin 

FMH, ersuchte um eine vertrauensärztliche Untersuchung der Versicherten (UV-act. 

zm21 und zm22).

A.c   Die Zürich erbrachte die entsprechenden Leistungen und stellte diese mit 

Verfügung vom 29. Juli 2010 aufgrund des Berichts von Prof. Dr. med. C.___, 

Chefärztin der Klinik für Neurologie, per 19. Oktober 2009 ein (UV-act. z141, zm32).

B.     

B.a   Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 

lic. iur. R. Braun, Mels, am 24. August 2010 Einsprache. Sie beantragte, die Verfügung 

sei aufzuheben und es seien ab dem 1. Oktober 2009 weiterhin die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen auszurichten (UV-act. z144).

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B.b   Mit Schreiben vom 7. September 2010 teilte die Zürich der Versicherten mit, dass 

sie die Taggeldleistungen entgegenkommenderweise und ohne jegliches Präjudiz bis 

zum 18. Oktober 2009 zu 50% ausrichten werde (UV-act. z148).

B.c   Mit Entscheid vom 26. November 2010 wies die Zürich die Einsprache ab. Sie 

begründete dies damit, dass weder ein natürlicher noch ein adäquater 

Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfall vorliege 

(act. G1.1).

C.     

C.a   Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde vom 5. Januar 2011. Die 

Beschwerdeführerin beantragt, der Einspracheentscheid vom 26. November 2010 

sowie die Verfügung vom 29. Juli 2010 betreffend UVG-Leistungen seien aufzuheben. 

Es seien ihr ab 19. Oktober 2009 weiterhin die gesetzlichen Versicherungsleistungen 

auszurichten. Unter Entschädigungsfolgen. Sie macht im Wesentlichen geltend, auf 

den Bericht von Prof. Dr. med. C.___ könne nicht abgestellt werden. Der Wegfall der 

natürlichen Kausalität sei nicht bewiesen (act. G1).

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 7. März 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Gemäss dem Bericht von Prof. Dr. C.___ 

sei der Unfall nur eine mögliche Ursache neben anderen Ursachen. Die natürliche 

Kausalität sei damit dahingefallen. Sodann liege auch keine adäquate Kausalität vor, da 

es sich um einen leichten, höchstens mittelschweren Unfall gehandelt habe und die 

massgeblichen Kriterien nicht erfüllt seien. (act. G5).

C.c   Mit Replik vom 25. März 2011 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest. 

Sie bringt ergänzend vor, die zahnärztlichen Unterlagen würden bestätigen, dass sie 

mit dem Kopf heftig auf dem Plattenboden aufgeschlagen habe. Zudem weist sie 

darauf hin, dass Prof. Dr. C.___ weitere ärztliche Behandlungen bzw. 

Therapiemassnahmen empfohlen habe (act. G7).

C.d   Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf das Einreichen einer Duplik (act. G9).

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C.e   Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt 

der übrigen Akten wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.      

Vorab ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin zunächst von einer 

Leistungspflicht ihrerseits ausging, was unbestritten ist. Aufgrund der vorliegenden 

Akten erscheint dieser Standpunkt korrekt. Der Sturz von der Toilette mit Aufprall des 

Kopfs auf dem Boden ist als Unfall im Sinn von Art. 4 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) zu qualifizieren. Die 

Beschwerdegegnerin erbrachte demzufolge zu Recht die entsprechenden Leistungen 

(Kosten für die Heilbehandlung, Taggelder).

2.      

2.1    Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die 

Versicherungsleistungen zu Recht per 18. Oktober 2009 eingestellt hat. Sie hat mit 

Entscheid vom 26. November 2010 eine Leistungspflicht verneint, da kein natürlicher 

Kausalzusammenhang mehr vorliege. Es seien aus neurologischer Sicht keine 

somatischen Befunde festgestellt worden (act. G1.1).

2.2    Gemäss ständiger Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 

1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) kann ein nach einem 

versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, 

wenn und soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von 

jenem Unfall herrührt (natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 sowie BGE 117 V 359 und 

BGE 134 V 109). Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 

Begründung des Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1; BGE 119 V 338 E. 1 

und BGE 118 V 289 f. E. 1b je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann nur 

für jene Folgen, die mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000 

UV Nr. 14 S. 45). Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen 

Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem 

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adäquaten Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 112 E. 3a). Im Bereich klar 

ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen 

Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit bildgebenden 

Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen 

werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 

127 V 103 E. 5b/bb, BGE 123 V 102 E. 3b, BGE 118 V 291 f. E. 3a, BGE 117 V 365 

E. 5d/bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) 

fassbar, ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie 

folgt zu differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein Schleudertrauma 

bzw. keine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten, gelangt die Rechtsprechung 

gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen 

das Vorliegen einer Schleudertraumaverletzung, muss geprüft werden, ob die zum 

typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 

115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze 

massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 

gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten 

Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang 

bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus 

dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die 

ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild 

ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 327 E. 3b).

3.      

3.1    Gemäss dem Austrittsbericht des Spitals Walenstadt vom 18. März 2009 wurden 

bei der Beschwerdeführerin eine Commotio cerebri und eine akute Gastroenteritis 

diagnostiziert. Radiologisch konnte eine Fraktur des Schädels ausgeschlossen werden. 

Hingegen zeigte sich eine minimale Fissur am Nasenbein (UV-act. zm2, zm4). 

Anlässlich der zahnärztlichen Untersuchung durch Dr. med. dent. D.___ präsentierten 

die Röntgenbilder vom 23. März 2009 einen unauffälligen Befund der OK/UK-Front. Es 

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wurden jedoch Querrisse festgestellt (Zahnschadenformular vom 21. April 2009 [UV-

act. zm8]). Ein im September 2009 durchgeführtes EEG zeigte ein unregelmässiges 

9-11/s Alpha-EEG einer teils vigilanzgeminderten Patientin mit einer unspezifischen 

Funktionsstörung in Form von intermittierenden kurzen Gruppen von generalisierten 

höher gespannten Alpha- und Theta-Wellen frontal betont, vereinzelt auch eingelagerte 

steile Transienten, jedoch ohne Nachweis von sicheren epilepsietypischen Potentialen 

(UV-act. zm26). Auch die MRI-Untersuchung, welche am 8. Oktober 2009 durchgeführt 

wurde, ergab unauffällige Resultate. Es lag eine grenzwertig normale Weite der 

Liquorräume vor. Sodann zeigten sich keine Hinweise auf eine fokale posttraumatische 

Läsion respektive eine stattgehabte intracerebrale Blutung. Die Virchow' Robinschen 

Räume hoch parietal beidseits waren gering erweitert. Zudem fand sich eine lokalisierte 

polypoide Schleimhautschwellung im linken Sinus maxillaris (UV-act. zm25).

3.2    Insgesamt steht somit fest, dass keine organisch-strukturell ausgewiesenen 

Unfallfolgen vorgelegen haben bzw. noch vorliegen. Denn die durchgeführten 

bildgebenden Verfahren ergaben allesamt unauffällige Befunde, mit Ausnahme von 

leichten Verletzungen, namentlich der minimalen Fissur am Nasenbein sowie der 

Querrisse.

4.      

4.1    Gemäss dem Bericht von Prof. Dr. C.___ vom 11. Februar 2010 erbrachte die 

klinisch-neurologische Untersuchung einen in allen Einzelheiten regelrechten Befund 

(UV-act. zm32). Aus neuropsychologischer Sicht hingegen zeigte sich insgesamt eine 

leichte kognitive Funktionsstörung. Dr. phil. D.___, Psychologin FSP / Fachpsychologin 

für Neuropsychologie FSP, Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen, führte 

aus, es stünden dabei im Vordergrund bis mittelschwere Störungen der Aktivierung 

und der Daueraufmerksamkeit/ Vigilanz mit im Verlauf nach drei Stunden und bei 

monotonen Aufgaben deutlich erhöhter Ermüdbarkeit und abnehmender qualitativer 

Leistungsfähigkeit. Im Weiteren komme es zu Einbrüchen im Lernen, im sprachlichen 

Arbeits- sowie Langzeitgedächtnis. Im emotionalen und Persönlichkeitsbereich falle 

eine verminderte psychische Belastbarkeit mit Angabe von Schmerzen, kompliziertem 

Verhalten und (Über-)Betonung von somatischen und geistigen Symptomen im Alltag 

auf. In der Vorgeschichte scheine es mehrfach nach belastenden Lebensereignissen zu 

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psychischen Anpassungsschwierigkeiten gekommen zu sein. Im Weiteren sei ein 

regelmässiger Schmerzmittelkonsum beschrieben worden. Insgesamt zeige sich aus 

neuropsychologischer Sicht eine leichte kognitive Funktionsstörung, welche 

umschrieben Aktivierung, Daueraufmerksamkeit und Vigilanz, somit vor allem die 

Leistungskonstanz und Aufmerksamkeitsbelastung betreffe. Es bestehe ein klinisches 

Bild wie es nach leichter traumatischer Hirnverletzung und/oder HWS-Trauma 

angetroffen werden könne. Im Verlauf schienen die somatischen und geistigen 

Symptome übermässig zu persistieren. Ursächlich kämen dafür aus 

neuropsychologischer Sicht die verminderte psychische Belastbarkeit mit Anpassungs­

problemen, ein chronischer Schmerzmittelgebrauch, ein ungenügendes Training der 

Daueraufmerksamkeit und der geistigen Belastbarkeit sowie die mangelnde Übung in 

beruflichen Tätigkeiten in Frage. Die Arbeitsfähigkeit als Mutter und Hausfrau sei 

gegeben. In einer Bürotätigkeit dürfte die Arbeitsfähigkeit aufgrund der Störungen der 

Daueraufmerksamkeit/ Vigilanz und erhöhten Ermüdung in geistigen Tätigkeiten 

eingeschränkt sein. Dabei dürften vermehrte Pausen und ein Wechsel auf körperliche 

Tätigkeiten notwendig werden. Eine ausserhäusliche Tätigkeit von ca. 10% pro Woche 

sei möglich. Insgesamt sei von einer theoretischen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

in geistigen Tätigkeiten von 20-30% auszugehen. In diesen Angaben seien 

Einschränkungen durch neurologische oder psychiatrische Erkrankungen als Folge des 

Unfalls vom 17. März 2009 nicht mitberücksichtigt und müssten von den jeweiligen 

Fachgebieten beantwortet werden. Ein regelmässiges Training der Daueraufmerk­

samkeit/Vigilanz und Training der geistigen Fähigkeiten sei indiziert. Aktuell scheine die 

Patientin psychisch stabil. Aufgrund der Familientätigkeit komme dabei ein tägliches 

kognitives Training zu Hause, ein Training in Form von Kursen abends und ein 

regelmässiges Arbeitstraining in Bürotätigkeiten im Umfang von ca. 10% pro Woche 

(halber Tag) in Frage. Ein spezifisches neuropsychologisches Training sei nicht 

notwendig (UV-act. zm31).

4.2    Es gibt Fälle, in denen bei sonst unauffälligen Untersuchungsbefunden neuro­

psychologische Abklärungen Hirnleistungsstörungen aufzeigen können und der 

neuropsychologische Befund der einzig verlässliche Parameter ist (BGE 117 V 378 f. 

E. 3d). Jedenfalls bei eindeutigem, nicht diffusem Befund kann der 

neuropsychologischen Diagnostik - im Rahmen einer neurologischen 

Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der Kausalitätsbeurteilung ein 

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Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 E. 3c). Hingegen vermag es die 

Neuropsychologie nicht, selbständig die Beurteilung der Genese abschliessend 

vorzunehmen (RKUV 2000 Nr. U 395 S. 316 E. 3). Nach B. P. Radanov (Über den 

Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion, 

SZS 1996 S. 471 ff.) sind psychologische Probleme (und die eingenommenen 

Medikamente) geeignet, die kognitiven Leistungen negativ zu beeinflussen (S. 477). 

Psychologische Probleme bzw. die Interrelation psychologischer und kognitiver 

Funktionen könnten die reduzierte Leistungsfähigkeit mit erklären (S. 475).

4.3    Aufgrund der neuropsychologischen Ergebnisse lässt sich das Vorliegen einer 

natürlichen Kausalität zwischen den noch bestehenden Beschwerden und dem Unfall 

vom 17. März 2008 nicht eindeutig bejahen oder verneinen. Einerseits ist die Rede von 

einem klinischen Bild, wie es nach leichter traumatischer Hirnverletzung und/oder 

HWS-Trauma angetroffen wird (vgl. medizinisches Gesamtbild und Unfallhergang, 

nachstehend E. 5.2). Andererseits wurde eine um 20-30% verminderte Arbeitsfähigkeit 

attestiert. Hingegen kommen ursächlich für die festgestellten somatischen und 

geistigen Symptome die verminderte psychische Belastbarkeit mit 

Anpassungsproblemen, ein chronischer Schmerzmittelgebrauch, ein ungenügendes 

Training der Daueraufmerksamkeit und der geistigen Belastbarkeit sowie die 

mangelnde Übung in beruflichen Tätigkeiten in Frage. Dabei handelt es sich 

ausschliesslich um unfallfremde Ursachen bzw. höchstens indirekte Unfallfolgen, was 

wiederum eher gegen das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs spricht. 

Sodann ist zu berücksichtigen, dass aufgrund der unklaren Formulierungen im Bericht 

von Dr. phil. D.___, der psychischen Vorgeschichte der Beschwerdeführerin (mehrfach 

psychische Anpassungsschwierigkeiten nach belastenden Lebensereignissen) sowie 

der Resultate der bildgebenden Verfahren zwar von einem eindeutigen Befund und 

somit einem Aussagewert der neurologischen Diagnose ausgegangen werden kann 

(vgl. act. G1.1, UV-act. z141). Jedoch erscheint aufgrund des teilweise 

widersprüchlichen und nicht explizit auf die Kausalität Bezug nehmenden Berichts 

auch aus neuropsychologischer Sicht eine natürliche Kausalität nur möglich.

5.      

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5.1    Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert 

und liegt - wie dies konkret der Fall ist - kein fassbarer organisch-struktureller 

(unfallbedingter) Befund an der HWS im erwähnten Sinn vor, muss für die Bejahung der 

natürlichen Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von 

Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und 

Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, 

Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vorliegen (BGE 117 V 360 E. 4b; 

vgl. auch BGE 117 V 379 f. E. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 121 f. E. 9). Dieses 

Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden muss jedoch nicht in seiner 

umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall 

auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der 

Halsregion oder an der HWS - bei einem Schädelhirntrauma in Form von 

Kopfschmerzen - manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, 

U 215/05, und vom 15. März 2007, U 258/06; RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 E. 5e). Im 

Weiteren muss nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des EVG vom 4. November 

2005, U 312/05) nicht der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer 

Unfallkausalität ausgehen zu können.

5.2    Im Austrittsbericht des Spitals Walenstadt vom 18. März 2009 werden als 

Diagnose eine Commotio cerebri sowie als Befund u.a. Schmerzen im HWS-Bereich 

genannt (vgl. UV-act. zm2). Im Dokumentationsbogen nach kranio-zervikalem 

Beschleunigungstrauma, erstellt am 14. April 2009, wird u.a. das Vorliegen von 

Nackenbeschwerden und muskuloskelettalen Befunden (verminderte Beweglichkeit 

und punktuelle Druckschmerzhaftigkeit mit eingeschlossen) bestätigt, was einem Grad 

II in Anlehnung an die QTF-Klassifikation entspricht (vgl. UV-act. zm4). Auch die 

Hausärztin und der behandelnde Osteopath erwähnen in ihren Berichten stets, die 

Beschwerdeführerin klage über Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und 

Nackenschmerzen (vgl. UV-act. zm5, zm10, zm16, zm20, zm22). Aufgrund der 

Beschreibung des Unfallhergangs (Sturz von der Toilette und dadurch Aufprall mit dem 

Kopf auf dem Boden), der bei der Beschwerdeführerin festgestellten Verletzungen 

(insbesondere der Commotio cerebri sowie der Prellung an der Stirn und der 

aufgeschlagenen Oberlippe) und der Angaben im Dokumentationsbogen nach kranio-

zervikalem Beschleunigungstrauma (UV-act. zm2, zm4) ist darauf zu schliessen, dass 

die Beschwerdeführerin eine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitt (vgl. BGE 134 V 

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117 E. 6.2.2). Auch ein typisches Beschwerdebild liegt vor, das mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als natürlich-kausale Folge der schleudertraumaähnlichen 

Verletzung zu betrachten ist. Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin einen 

Leistungsanspruch bis am 19. Oktober 2009 anerkannt.

5.3    Wenn die Beschwerdegegnerin nun geltend macht, ab 19. Oktober 2009 seien 

keine Unfallfolgen mehr vorhanden, so ist darauf hinzuweisen, dass die Leistungspflicht 

des Unfallversicherers erst entfällt, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung 

von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich dabei um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, 

ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei 

der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 

E. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen 

erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist 

unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter 

Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte 

Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben (RKUV 

1994 Nr. U 206 S. 326 E. 3b). Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den 

negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder 

dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 

18. Dezember 2003, U 258/02, vom 25. Oktober 2002, U 143/02, und vom 31. August 

2001, U 285/00).

5.4    Die Frage, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang vorliegt, kann in casu offen 

bleiben, da - wie nachstehend zu zeigen sein wird - die Adäquanz zu verneinen ist. Weil 

ein schleudertraumaähnlicher Sachverhalt vorliegt, hat die Beurteilung der Adäquanz 

nach der Schleudertrauma-Rechtsprechung (BGE 134 V 109) zu erfolgen.

6.      

6.1    Das Bundesgericht hat den Zeitpunkt der Adäquanzprüfung in BGE 134 V 109 mit 

dem Zeitpunkt gleichgesetzt, an dem der Unfallversicherer einen Fall abzuschliessen 

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habe (E. 3.2 und ganze E. 4 S. 113ff.). Nach dieser Rechtsprechung ist der Zeitpunkt 

für die Adäquanzprüfung dann erreicht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen 

Behandlung keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands der versicherten 

Person mehr erwartet werden kann (analoge Anwendung von Art. 19 Abs. 1 UVG). Die 

Beschwerdegegnerin hat vorliegend die Adäquanz per 19. Oktober 2009, dem Datum 

der Untersuchung durch Prof. Dr. C.___, geprüft. Dabei konnte ein neurologischer 

Normbefund festgestellt und eine Behandlungsbedürftigkeit verneint werden (UV-act. 

zm32). Von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung der Beschwerdeführerin konnte 

in jenem Zeitpunkt keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands mehr 

erwartet werden, weshalb sich der Zeitpunkt der Adäquanzprüfung als 

rechtsprechungskonform erweist.

6.2    Für die Bejahung eines adäquaten Kausalzusammenhangs muss im Einzelfall 

geprüft werden, ob dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der 

Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse 

Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Um diese Frage 

zu beurteilen, ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom 

augenfälligen Geschehensablauf – zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, 

schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren 

Bereich unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in der Regel 

bei schweren Unfällen ohne Weiteres bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden 

kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht 

aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv 

erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen 

oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung 

einzubeziehen. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und 

abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt 

sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder 

müssen mehrere herangezogen werden (vgl. BGE 134 V 126 E. 10.1).

6.3    Im vorliegenden Fall kollabierte die Beschwerdeführerin auf der Toilette und 

schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf. Dies ist vergleichbar mit einfachen 

Auffahrunfällen und dementsprechend als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu 

leichten Unfällen zu qualifizieren (vgl. Urteil des EVG vom 15. März 2005, U 380/04, 

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E. 5.1.2 mit Hinweisen; sowie A. Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts 

zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Aufl. 

2003, S. 64 ff.). Gemäss Bundesgericht sind bei Vorliegen eines derartigen Unfalls 

spezifische adäquanzrelevante Kriterien zu prüfen, welche jedoch allesamt bei der 

Beschwerdeführerin nicht erfüllt sind (vgl. BGE 134 V 130 E. 10.3): In casu ging der 

Unfall weder mit besonders dramatischen Begleitumständen einher noch handelte es 

sich um einen besonders eindrücklichen Unfall. Sodann liegen keine schweren 

Verletzungen oder solche besonderer Art vor. Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche 

die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, ist ebenfalls nicht gegeben. Auch fehlt es 

an einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen. Aus den Akten 

geht hervor, dass die Beschwerdeführerin sich in osteopathische Behandlung begab 

und mehrmals ihre Hausärztin aufsuchte. Dabei kann nicht von einer fortgesetzt 

spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung im Sinn der Rechtsprechung 

gesprochen werden (vgl. BGE 134 V 128 E. 10.2.3; SVR 2009 UV Nr. 22 S. 80 

[8C_209/2008] E. 5.4 sowie Urteil des Bundesgerichts vom 12. Juni 2009, 8C_25/2009, 

E. 4.2.2 mit Hinweisen). Ob erhebliche Beschwerden vorliegen, beurteilt sich nach den 

glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person 

durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (vgl. BGE 134 V 128 E. 10.2.4). Zwar 

leidet die Beschwerdeführerin an Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten, 

jedoch ist sie gemäss dem neuropsychologischen Bericht in ihrer Tätigkeit als Mutter 

und Hausfrau nicht eingeschränkt. Es kann daher nicht von erheblichen Beschwerden 

die Rede sein. Die Beschwerdeführerin war in ihrer Arbeitsfähigkeit seit dem Unfall vom 

17. März 2009 zu 100%, seit dem 20. April 2009 zu 80% bzw. seit dem 27. April 2009 

zu 50% (mit Ausnahme von einer Woche) arbeitsunfähig. Ab dem 19. Oktober 2009 

wurde ihr aufgrund der neuropsychologischen Untersuchung eine 20-30%ige 

Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Beschwerdeführerin gibt an, sie führe selbst ein 

Training der Daueraufmerksamkeit/Vigilanz bzw. ihrer geistigen Fähigkeiten durch (act. 

G7). Aufgrund dieser Aktenlage kann nicht von einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit 

trotz ausgewiesener Anstrengungen gesprochen werden, zumal deren natürliche 

Kausalität zum Unfall fraglich ist. Selbst wenn jedoch dieses Kriterium bejaht würde, 

reichte dies allein nicht aus, um eine Adäquanz zu bejahen.

7.      

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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7.1    Zusammenfassend wird die Frage, ob im vorliegenden Fall der natürliche Kausal­

zusammenhang gegeben ist oder nicht, offen gelassen. Denn aufgrund des fehlenden 

adäquaten Kausalzusammenhangs ist eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin 

für die über den 19. Oktober 2009 hinaus andauernden Beschwerden ohnehin zu 

verneinen. Die Beschwerde ist abzuweisen.

7.2    Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 19.09.2011
	Art. 10 UVG, Art. 16 Abs. 1 UVG: Leistungseinstellung bei schleudertraumaähnlicher Verletzung. Der Sturz von der Toilette und der entsprechende Aufprall mit dem Kopf auf dem Boden stellt einen mittelschweren im Grenzbereich zu einem leichten Unfall dar. Ob der natürliche Kausalzusammenhang entfällt, kann in casu offen bleiben, da der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen ist (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. September 2011, UV 2011/3).

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		2025-07-19T12:18:56+0200
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