# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5c9ac28-c0ac-5b30-920d-f70a31a8f47d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-06-17
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 17.06.2008 IV 2007/74
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-74_2008-06-17.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/74

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 17.06.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 17.06.2008
Art. 16 ATSG. Einkommensvergleich zur Ermittlung des rentenspezifischen 
Invaliditätsgrades. Abklärung des trotz der Behinderung noch vorhandenen 
Arbeitsfähigkeitsgrades (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 17. Juni 2008, IV 2007/74).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin 

Huber-Studerus; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl

Entscheid vom 17. Juni 2008

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Linda Keller, Waisenhausstrasse 17, Postfach, 

9001 St. Gallen,

 gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

 betreffend

Rente

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 Sachverhalt:

A.   

A.___ meldete sich am 24. Juni 2003 zum Bezug von IV-Leistungen an. Dr. med. B.___ 

berichtete der IV-Stelle am 6. Juli 2003, die Versicherte leide an chronischen 

invalidisierenden Lumboischialgien bei St. n. Diskushernie L5/S1, St. n. Diskektomie 

am 5. Juli 2002 und St. n. Einlage einer Bandscheibenprothese am 30. April 2003. Als 

Angestellte in einem Hotelbetrieb sei die Versicherte seit dem 20. Februar 2003 

vollständig arbeitsunfähig. Nach der Diskushernienoperation hätten die Schmerzen 

erneut zugenommen, so dass eine Bandscheibenprothese habe eingelegt werden 

müssen. Die Schmerzen seien weiterhin teilweise unerträglich, so dass nicht an eine 

Aufnahme der Arbeit gedacht werden könne. Es sei eine Umschulung zu prüfen. In 

einer leichten Arbeit in wechselnden Körperpositionen wäre eine teilzeitliche 

Beschäftigung mit reduzierter Leistung denkbar. Dr. med. C.___ berichtete am 25. 

August 2003, die Versicherte leide an einem Panvertebralsyndrom, an einem St. n. 

Implantation einer Bandscheibenprothese L5/S1 und an einer depressiven 

Stimmungslage. Nach der Bandscheibenimplantation hätten sich die ursprünglichen 

Kreuzschmerzen gebessert. Die Versicherte klage aber neu über nicht objektivierbare 

Beschwerden im ganzen Rücken, aber auch an den Händen. Zudem bestehe weiterhin 

eine ausgeprägte depressive Stimmungslage. Die jetzigen Beschwerden schienen stark 

überlagert zu sein. In einer körperlich leichten Erwerbstätigkeit sollte ab November 

2003 eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50% (ganztags bei reduzierter Leistung) 

bestehen. Das Hotel D.___ teilte am 15. Juli 2003 mit, es habe die Versicherte bis 30. 

November 2002 als Zimmermädchen beschäftigt. Der Lohn habe Fr. 3000.- betragen. 

Am 12. November 2003 gab Dr. med. C.___ folgende Diagnose an: somatisches 

Beschwerdebild, Fibromyalgie, depressive Stimmungslage, Panvertebralsyndrom 

rechtsbetont und St. n. Einlage einer Bandscheibenprothese. Er führte aus, die 

Versicherte sei weiterhin zu 100% arbeitsunfähig. Die Physiotherapie habe wegen 

Schmerzzunahme abgebrochen werden müssen. Seither gehe es wieder besser. 

Therapeutisch wären eine symptomatische Schmerztherapie und Antidepressiva 

sinnvoll.

 

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B.  

Die IV-Stelle beauftragte die MEDAS Ostschweiz mit einer interdisziplinären Abklärung. 

Die MEDAS berichtete in ihrem Gutachten vom 28. September 2005, bei der 

Untersuchung habe die Versicherte über invalidisierende Schmerzen lumbal 

rechtsbetont, im gesamten rechten Abdomen und im rechten Bein, im weiteren über im 

vergangenen Jahr neu aufgetretene Schmerzen in beiden Armen, in den Finger-, 

Hand-, Ellbogen- und Schultergelenken sowie im Nackenbereich geklagt. Für die 

diffusen, ausgedehnten Druckdolenzen im Bereich beider Arme, des ventralen Thorax, 

im rechten Abdomen, im gesamten Rückenbereich unter Betonung der Nacken- und 

Lumbalregion sowie im ganzen rechten Bein habe sich kein organisches Korrelat 

gefunden. Insbesondere seien keine Hinweise für ein radikuläres Reiz- oder 

sensomotorisches Ausfallsyndrom fassbar gewesen. Aufgefallen sei eine deutliche 

Diskrepanz der geschilderten Beschwerden zu den objektivierbaren klinischen 

Befunden. Der ausserordentlich tiefe PACT-Score (9 von 200 Punkten) weise auf eine 

Selbstlimitierung der körperlichen Leistungsbereitschaft hin. Klinisch und radiologisch 

seien eine Skoliose und ein Hohlrundrücken festgestellt worden. Als Nebenbefund sei 

eine Einschränkung der Plantarflexion des rechten Handgelenks erhoben worden. Die 

radiologische Abklärung habe einzig eine Ulna-Plus-Variante mit Weichteilverkalkungen 

dorsal des distalen Radius ergeben. Die Röntgenverlaufskontrolle der LWS ap und 

seitlich vom 15. Juni 2005 habe im Vergleich zur Voruntersuchung vom 2. Mai 2003 

eine unveränderte regelrechte Stellung der Diskusprothese L5/S1 gezeigt. Im 

Laborscreening seien keine Pathologien festgestellt worden. Der psychiatrische 

Sachverständige habe eine Anpassungsstörung auf eine körperliche Krankheit, 

ausgedrückt in einem chronischen Schmerzsyndrom, depressiv-dysphorischen 

Zuständen, Angst und Sorgen, aber auch in manchen dissoziativen Verhaltensweisen, 

diagnostiziert. Er habe eine Arbeitsunfähigkeit von 50% attestiert. Auf die Frage nach 

der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeiten gaben die Sachverständigen der 

MEDAS an, als Zimmermädchen sei die Versicherte vollständig arbeitsunfähig, denn 

diese Tätigkeit sei als mittelschwer zu taxieren. Gemäss den medizinischen Akten sei 

seit 25. Mai 2002 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit dokumentiert. Einzig für die Zeit 

vom 16. September bis zum 1. Oktober 2002 sei eine Arbeitsunfähigkeit von lediglich 

50% angegeben worden. In bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit 

hielten die Sachverständigen fest, unter Berücksichtigung aller 

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gesundheitsbeeinträchtigenden Faktoren wären der Versicherten körperlich leichte, 

wechselbelastende Tätigkeiten ohne Heben/Tragen von Lasten über 10 kg sowie 

Tätigkeiten in Wirbelsäulenzwangshaltungen bei wenig stressiger Tätigkeit in einem 

Umfang von 50% zumutbar. Auf die Frage nach möglichen medizinischen oder 

beruflichen Massnahmen gaben die Sachverständigen an, aus somatischer Sicht seien 

die Behandlungsmöglichkeiten erschöpft. Grundsätzlich wäre eine 

psychotherapeutische Behandlung erforderlich. Da die Versicherte stark auf das 

Rückenleiden fixiert sei, zu Überbewertung und Schwarzmalerei neige und sich in einer 

Invalidenrolle sehe, sei mit einer erschwerten Behandlung und einem geschmälerten 

Behandlungserfolg zu rechnen. Die Prognose sei aufgrund der Schmerzausweitungs- 

und Chronifizierungstendenz mit Skepsis zu beurteilen.

C.  

Die IV-Stelle hielt in einer internen Notiz vom 28. November 2005 fest, die Versicherte 

habe sich schon vor zwei Jahren als nicht mehr eingliederbar betrachtet. Deswegen 

und auch als Folge der sehr starken Selbstlimitierung machten 

Eingliederungsbemühungen keinen Sinn. Es sei deshalb eine "Rentenprüfung" 

vorzunehmen. Das Valideneinkommen betrage ausgehend vom letzten als 

Zimmermädchen erzielten Lohn teuerungsangepasst Fr. 41'600.-. Auch bei der 

Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens sei auf diesen Betrag abzustellen. Bei 

einem Beschäftigungsgrad von 50% und einem "Leidensabzug" von 10% resultiere ein 

zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 18'720.-. Mit einer Verfügung vom 19. Juni 

2006 sprach die IV-Stelle der Versicherten rückwirkend ab 1. Mai 2003 eine halbe 

Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 55% zu.

D.  

Die Versicherte erhob am 21. August 2006 Einsprache gegen diese Verfügung. Am 

16. Oktober 2006 reichte sie der IV-Stelle ein Schreiben von Dr. med. B.___ vom 24. 

August 2006 ein. Dr. med. B.___ hatte ausgeführt, die Versicherte sei wegen der 

chronischen therapieresistenten Rückenbeschwerden seit Februar 2002 bei ihm in 

Behandlung. Auch für eine leidensangepasste Tätigkeit bestehe eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit. Da die Versicherte im Sitzen, Stehen und Gehen an chronischen 

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Schmerzen leide, sei es für ihn nicht nachvollziehbar, dass sie leichte Arbeiten solle 

ausführen können. Seines Erachtens seien die Beschwerden v.a. somatischer Natur 

und erlaubten es der Versicherten nicht zu arbeiten. Seit den Eingriffen von 2002 und 

2003 bestehe durchgehend eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In ihrer 

Einsprachebegründung vom 16. Oktober 2006 beantragte die Versicherte die 

Zusprache einer Invalidenrente auf der Grundlage eines Invaliditätsgrades von 60%. 

Sie führte sinngemäss aus, die MEDAS habe eine Schmerzausweitungs- und 

Chronifizierungstendenz festgestellt. Deshalb sei es nicht auszuschliessen, dass sich 

die gesundheitliche Situation seither verschlechtert habe und dass nun eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% vorliege, zumal es für Dr. med. B.___ nicht 

nachvollziehbar sei, dass für leichte Arbeiten noch eine Arbeitsfähigkeit bestehen solle. 

Unter Berücksichtigung der somatischen und der psychischen Einschränkungen müsse 

deshalb von einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von weit mehr als 50% ausgegangen 

werden. Da sie aufgrund ihrer Herkunft und ihrer Ausbildung die Restarbeitsfähigkeit 

nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten könnte, sei ein 

"Leidensabzug" von 25% gerechtfertigt. Dies allein lasse den Invaliditätsgrad auf 60% 

ansteigen.

E.  

Die IV-Stelle forderte bei Dr. med. B.___ einen Verlaufsbericht an. Dieser Bericht wurde 

am 26. Oktober 2006 erstellt. Dr. med. B.___ gab darin an, seit Juni 2005 habe sich der 

Gesundheitszustand der Versicherten verschlechtert. Wegen der chronischen 

Schmerzen habe sich eine Depression eingestellt. Die beiden Krankheiten zusammen 

hätten eine Arbeitsunfähigkeit von 100% zur Folge. Dr. med. E.___ vom RAD 

Ostschweiz hielt dazu am 13. Dezember 2006 fest, eine im Vergleich zum MEDAS-

Gutachten objektiv und wesentlich veränderte medizinische Befundlage sei nicht 

ausgewiesen. Die IV-Stelle wies die Einsprache am 8. Januar 2007 ab. Zur Begründung 

führte sie u.a. aus, weder das Schreiben von Dr. med. B.___ vom 24. August 2006 noch 

der Verlaufsbericht vom 26. Oktober 2006 enthalte einen ernsthaften Hinweis auf eine 

objektive Verschlechterung. Das von Dr. med. B.___ erwähnte depressive Syndrom sei 

im MEDAS-Gutachten beschrieben worden. Daraus lasse sich also nicht auf eine 

Verschlechterung schliessen. Dass die behandelnden Ärzte die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin trotz grundsätzlich übereinstimmender Diagnose und Befunde 

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anders einschätzten als die Sachverständigen der MEDAS, erschüttere die Beweiskraft 

des MEDAS-Gutachtens nicht, da behandelnde Ärzte erfahrungsgemäss im Zweifelsfall 

eher zugunsten ihrer Patienten aussagten. Ein "Leidensabzug" von 25% sei nicht 

gerechtfertigt, da die Versicherte bei einem Beschäftigungsgrad von 50% keinen 

Teilzeitnachteil erleiden, sondern im Gegenteil von einem Teilzeitvorteil profitieren 

würde, und da die statistischen Durchschnittslöhne aufgrund der Einkommen der 

(schweizerischen und ausländischen) Wohnbevölkerung erhoben worden seien. Einzig 

die verminderte Belastbarkeit führe zu einem zusätzlichen Nachteil. Diesem sei durch 

einen zusätzlichen Abzug von 10% ausreichend Rechnung getragen.

F.   

Die Versicherte erhob am 8. Februar 2007 Beschwerde gegen diesen 

Einspracheentscheid. Sie stellte den Antrag, der Einspracheentscheid sei insofern 

aufzuheben, als die Ausrichtung einer Invalidenrente basierend auf einem 

Invaliditätsgrad von mehr als 55% abgewiesen worden sei; es sei eine Invalidenrente 

basierend auf einem Invaliditätsgrad von 60% zuzusprechen. Eventualiter seien 

zusätzliche medizinische Abklärungen zur Beurteilung ihrer Leistungsfähigkeit 

durchzuführen. Zur Begründung machte die Versicherte geltend, gemäss dem MEDAS-

Gutachten bestehe aus psychiatrischer Sicht allein schon eine Arbeitsunfähigkeit von 

50%. Dr. med. C.___ habe am 25. August 2003 eine Arbeitsunfähigkeit von 50% 

angegeben. Dr. med. B.___ habe die Arbeitsunfähigkeit mit 100% beziffert. Das seien 

klare Hinweise darauf, dass sich der Gesundheitszustand nach den beiden 

Operationen von 2002 und 2003 verschlechtert habe. Es lägen zudem keine aktuellen 

neurologischen Berichte vor. Die Abklärung durch die MEDAS hätte auch eine 

neurologische Untersuchung erfordert. Zwar könnten eine Arbeitsunfähigkeit von 50% 

aus psychiatrischer Sicht und eine Arbeitsunfähigkeit von 50% aus somatischer Sicht 

nicht einfach addiert werden. Weil aber aus somatischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit 

zwischen 50% und 100% bestehe, müsste der gesamte Arbeitsunfähigkeitsgrad weit 

mehr als 50% betragen.

G.   

Die IV-Stelle beantragte am 14. Februar 2007 die Abweisung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.   

Gemäss Art. 16 ATSG kann der Einkommensvergleich zur Ermittlung des 

Invaliditätsgrades erst erfolgen, wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen 

durchgeführt worden sind bzw. wenn aufgrund der Sachverhaltsabklärungen feststeht, 

dass keine Eingliederungsmassnahme in Frage kommt. Diese Gesetzesbestimmung 

setzt also die Geltung des Grundsatzes der 'Eingliederung vor Rente' voraus (vgl. U. 

Kieser, ATSG-Kommentar, N. 15 zu Art. 16 und N. 11 zu Art. 7). Dieser Grundsatz folgt 

aus der allgemeinen Schadenminderungspflicht (vgl. U. Kieser, a.a.O., 

Vorbemerkungen N. 33) in ihrer Ausprägung als Pflicht, die Invalidität zu vermeiden 

oder wenigstens so tief wie möglich zu halten. Spricht eine IV-Stelle einer versicherten 

Person eine Invalidenrente zu, ohne die Eingliederungspflicht geprüft und 

gegebenenfalls durchgesetzt zu haben, ist die entsprechende Verfügung als 

rechtswidrig zu qualifizieren und aufzuheben und die Sache ist zur Prüfung und 

allenfalls zur Durchsetzung der Eingliederungspflicht an die IV-Stelle zurückzuweisen. 

Die Verfügung vom 19. Juni 2006 erwähnt die Eingliederungspflicht nicht. Im 

angefochtenen Einspracheentscheid hingegen hat die Beschwerdegegnerin ihre 

Erwägungen mit der Feststellung eingeleitet, nach Lage der Akten fielen 

unbestrittenermassen keine Eingliederungsmassnahmen in Betracht. Das kann nur so 

interpretiert werden, dass die Beschwerdegegnerin bereits in der Verfügung vom 

19.Juni 2006 - stillschweigend - jede Eingliederungsmöglichkeit verneint und dass sie 

dies in ihrem Einspracheentscheid bestätigt hat. Die Frage nach einer Möglichkeit, die 

Beschwerdeführerin wieder einzugliedern und so den Eintritt einer rentenbegründenden 

Invalidität zu verhindern oder zumindest den Invaliditätsgrad so weit wie möglich zu 

senken, bildet deshalb Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Die 

MEDAS hat in ihrem Gutachten vom 28. September 2005 sinngemäss festgehalten, 

dass die starke Fixierung auf das Rückenleiden, die Neigung zu Überbewertung und 

Schwarzmalerei und die Invalidenrolle die medizinische Eingliederung der 

Beschwerdeführerin stark erschwerten. Dies muss erst recht für die berufliche 

Eingliederung gelten. Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin berufliche 

Massnahmen krankheitsbedingt nur dazu benützen würde, unbewusst ihre Invalidität 

zu "beweisen". Hinzu kommt, dass nur eine sogenannte höherwertige Umschulung 

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einen rentenrelevanten Eingliederungserfolg haben könnte. Die Beschwerdeführerin 

müsste durch eine qualifizierte Berufsausbildung in die Lage versetzt werden, bei 

einem Beschäftigungsgrad von 50% ein zumutbares Invalideneinkommen zu erzielen, 

dass um weniger als 40% unter dem Valideneinkommen läge. Dies würde den 

uneingeschränkten Einsatz der Beschwerdeführerin für die Ausbildung voraussetzen. 

Da sie dazu aufgrund der Beeinträchtigung ihrer psychischen Gesundheit nicht in der 

Lage ist, ist die Beschwerdegegnerin zu Recht davon ausgegangen, dass - zumindest 

im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Einspracheentscheids - keine berufliche 

Eingliederung möglich gewesen ist. Die Verneinung jeder beruflichen 

Eingliederungsmöglichkeit erweist sich als rechtmässig.

2.   

2.1  Der Grad der für den Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 

ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das 

die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt wird zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 

wäre (Valideneinkommen). Ausschlaggebendes Element des Einkommensvergleiches 

ist in aller Regel der Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdegegnerin 

ist davon ausgegangen, dass mit dem Gutachten der MEDAS ein Arbeitsfähigkeitsgrad 

der Beschwerdeführerin von 50% mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen 

sei. Dem hat die Beschwerdeführerin entgegen gehalten, die Abklärung durch die 

MEDAS sei unvollständig gewesen, weil die notwendige neurologische Untersuchung 

unterblieben sei. Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Einwand übersehen, dass 

dasselbe auch für die Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte gelten 

müsste, denn keiner hat einen Neurologen beigezogen. Dr. med. C.___ ist nicht 

Neurologe, sondern Neurochirurg. Wäre zusätzlich eine neurologische Abklärung 

notwendig gewesen, hätten entweder die behandelnden Ärzte oder die MEDAS einen 

Neurologen mit einer Untersuchung beauftragt. Die MEDAS hatte den offen 

formulierten Auftrag, interdisziplinär abzuklären. Sie hätte also keinen Grund gehabt, 

auf eine neurologische Untersuchung zu verzichten, wenn diese notwendig gewesen 

wäre.

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2.2  Die Beschwerdeführerin hat weiter eingewendet, die Kombination aus einer 

psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit und aus einer durch die körperlichen 

Einschränkungen bewirkten Arbeitsunfähigkeit von ebenfalls 50% müsse 

notwendigerweise einen Gesamtarbeitsunfähigkeitsgrad von mehr als 50% ergeben. 

Das Gutachten der MEDAS enthält keine Arbeitsfähigkeitsschätzung, die sich 

ausschliesslich auf die somatischen Beschwerden beziehen würde. Einzig der 

psychiatrische Sachverständige der MEDAS hat eine Arbeitsfähigkeitsschätzung aus 

der Sicht seines Fachgebietes allein abgegeben. Die in Beantwortung der Frage nach 

der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer adaptierten Erwerbstätigkeit 

abgegebene Schätzung ist eine Gesamtschätzung, d.h. eine in einer 

Konsensdiskussion von den beteiligten Sachverständigen erarbeitete Schätzung, bei 

der auch einer allfälligen Wechselwirkung zwischen den körperlichen und den 

psychischen Beeinträchtigungen Rechnung getragen worden ist. Die Frage, ob die 

Kombination von körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen eine 

Arbeitsunfähigkeit von mehr als 50% oder nur von 50% bewirke, ist also - überzeugend 

- so beantwortet worden, dass die Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung aller 

Beeinträchtigungen der Gesundheit 50% betrage. Dr. med. B.___ hat zwar am 24. 

August 2006 und am 26. Oktober 2006 eine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin 

von 100% angegeben. Er hat ausgeführt, diese vollständige Arbeitsunfähigkeit sei 

bereits aus somatischer Sicht allein gerechtfertigt, denn die Beschwerdeführerin leide 

im Sitzen, Stehen und Gehen unter chronischen Schmerzen. Deshalb könne sie auch 

keine leichtere Arbeit ausführen. Diese Einschätzung vermag nicht zu überzeugen und 

sie vermag auch keine Zweifel an der Richtigkeit der Einschätzung der MEDAS zu 

wecken, denn Dr. med. B.___ hat offenkundig die Schmerzangaben der 

Beschwerdeführerin für bare Münze genommen, d.h. er hat daraus auf das Ausmass 

der somatischen Beschwerden geschlossen, ohne der Tatsache Rechnung zu tragen, 

dass nach den Abklärungen der MEDAS eine ganz erhebliche Diskrepanz zwischen 

den klinisch und bildgebend nachgewiesenen, eher unbedeutenden 

Beeinträchtigungen der körperlichen Gesundheit und den als völlig invalidisierend 

geschilderten Beschwerden nachgewiesen ist. Dr. med. B.___ hat, wie viele andere 

behandelnde Ärzte auch, seine Arbeitsfähigkeitsschätzung unbewusst nicht nach den 

objektiven Umständen, sondern nach dem subjektiven, über Jahre demonstrierten 

Krankheitsempfinden seiner Patientin ausgerichtet.

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2.3  Weder im Schreiben vom 24. August 2006 noch im Verlaufsbericht vom 26. 

Oktober 2006 hat Dr. med. B.___ eine nach der Abklärung durch die MEDAS 

eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin 

angegeben. Seine Aussage, der Gesundheitszustand habe sich verschlechtert, bezieht 

sich auf die Zeit nach den beiden Rückenoperationen in den Jahren 2002 und 2003. 

Die Akten enthalten entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin keinen Hinweis 

darauf, dass sich der Gesundheitszustand seit Juni 2006 verschlechtert hätte, so dass 

die von den Sachverständigen der MEDAS abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung 

nicht mehr massgebend wäre. Das zumutbare Invalideneinkommen ist deshalb anhand 

eines Arbeitsfähigkeitsgrades der Beschwerdeführerin von 50% zu ermitteln.

3.   

3.1  Die Beschwerdeführerin geht seit längerer Zeit keiner Erwerbstätigkeit mehr nach. 

Ihr zumutbares Invalideneinkommen kann deshalb praxisgemäss nur anhand 

statistischer Durchschnittseinkommen ermittelt werden. Körperlich leichte, 

wechselbelastende Hilfsarbeiten ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne 

Wirbelsäulenzwangshaltungen und ohne Stressbelastung werden in vielen Branchen 

aller Sektoren geleistet. Es kann also nicht auf das Durchschnittseinkommen eines 

bestimmten Sektors oder gar einer bestimmten Branche abgestellt werden. Gemäss 

der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2004, Resultate auf nationaler Ebene, 

Anhang Tabelle TA1 belief sich das Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiterinnen 

aller Branchen auf Fr. 3893.- bzw. umgerechnet von 40 auf den schweizerischen 

Durchschnitt von 41,6 Wochenarbeitsstunden auf Fr. 4049.- bzw. Fr. 48'588.-. Bei 

einem Beschäftigungsgrad von 50% wären also grundsätzlich Fr. 24'294.- zu 

verdienen. Allerdings erleiden teilzeitbeschäftigte Hilfsarbeiterinnen (anders als 

männliche Hilfsarbeiter, die nicht vollzeitlich erwerbstätig sind) einen 

unterproportionalen Lohnnachteil, d.h. sie verdienen bei einem Beschäftigungsgrad von 

50% nicht die Hälfte des Durchschnittseinkommens der vollzeitlich erwerbstätigen 

Hilfsarbeiterinnen, sondern 53,5% (vgl. die Lohnstrukturerhebung 2004, S. 25 Tabelle 

T6*).

3.2  Die Beschwerdeführerin weist als Folge der Tatsache, dass ihr auf 50% reduzierter 

Beschäftigungsgrad auf eine Gesundheitsbeeinträchtigung zurückzuführen ist, einen 

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Konkurrenznachteil auf. Ein ökonomisch handelnder potentieller Arbeitgeber würde 

nämlich ihre gesunde Konkurrentin für eine Halbtagesstelle bevorzugen, weil er bei 

dieser Arbeitnehmerin nicht mit überdurchschnittlich vielen Krankheitsabsenzen 

rechnen müsste, weil er und die anderen Mitarbeiter nicht (z.B. wegen schwankender 

Leistungsfähigkeit) besondere Rücksicht auf die neue Kollegin nehmen müssten und 

weil bei Bedarf Überstunden geleistet werden könnten, wozu die Beschwerdeführerin 

behinderungsbedingt nicht oder nur sehr eingeschränkt in der Lage wäre. Diese 

Nachteile gegenüber gesunden Konkurrentinnen kann die Beschwerdeführerin nur 

kompensieren, indem sie ihre Arbeitskraft zu einem "Preis" anbietet, der unter 

demjenigen der gesunden Konkurrentinnen, d.h. unter dem Durchschnittseinkommen 

liegt. Dies rechtfertigt aufgrund der bei einer Depression zu erwartenden besonders 

ausgeprägten Nachteile und unter Berücksichtigung des "Teilzeitvorteils" den von der 

Beschwerdegegnerin mit 10% bemessenen zusätzlichen Abzug. Mit dem von der 

Beschwerdeführerin beanspruchten maximalen zusätzlichen Abzug von 25% würden 

die Konkurrenznachteile der Beschwerdeführerin auf dem Markt für adaptierte 

Hilfsarbeiten mit einem Beschäftigungsgrad von 50% massiv überbewertet. Bei einem 

zusätzlichen Abzug von 10% resultiert ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 

21'865.-.

3.3  Die Beschwerdeführerin ist vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung als 

Zimmermädchen tätig gewesen. Dabei handelte es sich aber nicht um die einzige 

Möglichkeit der Beschwerdeführerin, die damals noch nicht eingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit zu verwerten. Die Beschwerdeführerin hätte in vielen Branchen 

verschiedene Hilfsarbeiten ausführen können. Ihre hypothetische erwerbliche 

Leistungsfähigkeit ohne den Gesundheitsschaden bemisst sich deshalb nicht nach 

dem weit unterdurchschnittlichen Lohn als Zimmermädchen, sondern ebenfalls nach 

dem statistischen Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiterinnen. Es beträgt Fr. 

48'588.-. Die behinderungsbedingte Erwerbseinbusse beläuft sich somit auf Fr. 

26'723.-. Das entspricht einem Invaliditätsgrad von 55%. Die Beschwerdegegnerin hat 

der Beschwerdeführerin also zu Recht eine halbe Invalidenrente zugesprochen.

4.   

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Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das gilt 

auch für das Begehren um die Zusprache einer Parteientschädigung, denn die 

Beschwerdeführerin unterliegt vollumfänglich (Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG). Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenlos, da die Verfügung vom 19. Juni 2006 am 1. Juli 

2006 noch nicht rechtskräftig gewesen ist (lit. a der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung des IVG vom 16. Dezember 2005 i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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