# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** da70bab7-ed59-5313-b199-f20357c54861
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-11-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 27.11.2006 110 2006 73
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2006-73_2006-11-27.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION

Ÿ

RA Nr. 110/2006/73 Bern, 27. November 2006

in der Beschwerdesache zwischen

Stadt Bern, Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün, handelnd durch das 
Tiefbauamt, Bundesgasse 38, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdeführerin

vertreten durch Herrn Fürsprecher A.________

und

Kirchgemeinde B.________
Beschwerdegegnerin 1

Kirchgemeinde D.________
Beschwerdegegnerin 2

alle vertreten durch Herrn Fürsprecher C.________

sowie

Regierungsstatthalteramt Bern, Amthaus, Hodlerstrasse 7, 3011 Bern

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramtes Bern vom 10. April 2006 (Nr. 05-
0095, Bahnhofplatz/Bubenbergplatz; Baldachin)

I. Sachverhalt

1. Die Stadt Bern reichte am 28. Februar 2005 das Baugesuch ein für den Abbruch der 

bestehenden Gleisanlage und Haltestellen sowie die Sanierung und Umgestaltung des 

2

Bahnhofplatzes und Bubenbergplatzes (Erneuerung Gleisanlage, Fahrbahn, 

Werkleitungen, Haltestellen und Überdachungen [Baldachin]; Abbruch und Umgestaltung 

Christoffelunterführung: Erneuerung Ladenpassage, Anlieferung, Treppenaufgänge, 

Haustechnikanlage). Das Baugesuch wurde publiziert. Es gingen zahlreiche Einsprachen 

ein. Im Anschluss an die Einspracheverhandlungen änderte die Stadt Bern das Projekt am 

16. Dezember 2005 in mehreren Punkten. Insbesondere wurde der so genannte Baldachin 

soweit verkürzt, dass er im Norden gegen das Bahnhofgebäude nicht mehr die 

Nordfassade der Heiliggeistkirche überragt. Zudem stellte die Stadt Bern ein Gesuch für 

eine Ausnahmebewilligung für die Anlieferung für die Christoffelunterführung via 

Schwanengasse. Das abgeänderte Vorhaben wurde erneut öffentlich aufgelegt. Der 

Regierungsstatthalter holte die notwendigen Fachberichte ein. Am 9. März 2006 wurde das 

Projekt nochmals in einem kleinen Punkt angepasst.

Der Regierungsstatthalter beauftragte Herrn Professor E.________ ein Gutachten 

abzufassen bezüglich der Einfügung des Baldachins in das bestehende Ortsbild, 

insbesondere bezüglich der Heiliggeistkirche und des Burgerspitals. Die Parteien konnten 

sich zu diesem Gutachten äussern. Anschliessend beantwortete der Gutachter ergänzende 

Fragen. Am 29. März 2006 nahm das Bauinspektorat der Stadt Bern abschliessend 

Stellung und beantragte dem Regierungsstatthalter, die eingereichten Einsprachen 

abzuweisen und für das Bauvorhaben unter Vorbehalt bestimmter Bedingungen und 

Auflagen eine Ausnahmebewilligung nach Art. 28 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 

(BauG, BSG 721.0) und die Gesamtbewilligung zu erteilen. 

Der Regierungsstatthalter von Bern fällte den Gesamtbauentscheid am 10. April 2006. Er 

erteilte für das Vorhaben die Baubewilligung und die Ausnahmebewilligung nach Art. 28 

BauG (Ziffer 1.1. und 1.3). Für den Baldachin in der heutigen Form erteilte er – mit 

Ausnahme der für die Befestigung der Fahrleitungen erforderlichen Stützen und 

Aufhängevorrichtungen – den Bauabschlag (Ziffern 1.2). Er kam zusammenfassend zu 

folgendem Schluss: In Anbetracht des Umstandes, dass der geplante Baldachin zwischen 

den geschützten Bauten Heiliggeistkirche und Burgerspital somit an einer Stelle gebaut 

werden soll, die aufgrund der bestehenden kantonalen und kommunalen Vorschriften den 

höchstmöglichen Schutz verdiene, müssten gewichtige ebenfalls öffentliche Interessen 

vorliegen, die einen Eingriff in die geschützte Situation rechtfertigen würden. Das 

öffentliche Interesse an der Erstellung eines neuen Eingangstores sei nicht genügend, 

einen Verstoss gegen Art. 10b Abs. 1 letzter Satz BauG zu rechtfertigen. Zudem könne der 

3

Baldachin so entworfen werden, dass die wichtigsten Einwände aus denkmalpflegerischer 

Sicht entkräftet werden könnten (Beschränkung auf den Bahnhofplatz).

2. Die Stadt Bern führt gegen die Verweigerung der Baubewilligung für den Baldachin 

Beschwerde und beantragt, die Ziffer 1.2 des Gesamtbauentscheides vom 10. April 2006 

aufzuheben und die mit Projektänderung vom Dezember 2005 beantragte Baubewilligung 

für den Baldachin zu erteilen. Sie rügt, dass der rechtserhebliche Sachverhalt teilweise 

unrichtig oder unvollständig sowie die Rechtsgrundlagen nicht richtig ermittelt worden seien 

und dass deshalb die Zulässigkeit des Baldachins rechtsfehlerhaft beurteilt worden sei.

Der Regierungsstatthalter von Bern beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit 

darauf eingetreten werden könne. Eventuell sei ein Obergutachten zur Frage der 

Denkmalverträglichkeit des Baldachins bei der Eidgenössischen 

Denkmalpflegekommission oder bei einer anderen gerichtlich zu bestimmenden 

Fachinstanz einzuholen und gestützt darauf die Denkmalverträglichkeit des Baldachins neu 

zu beurteilen. Die Kirchgemeinde B.________ und die Kirchgemeinde D.________ stellen 

ebenfalls den Antrag, die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. 

Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die Bau-, Verkehrs- und 

Energiedirektion (BVE) leitet, edierte bei der Stadt Bern und beim Bundesamt für Kultur 

Akten betreffend die Altstadt von Bern als „World Heritage“ der United Nations Educational, 

Scientific and Cultural Organisation (UNESCO), ersuchte die Stadt Bern und den 

Regierungsstatthalter um die Zustellung weiterer Akten betreffend den Baldachin und 

räumte beiden Behörden die Gelegenheit ein, Aussagen in ihren Rechtsschriften genauer 

zu begründen und zu belegen. Die Kirchgemeinde D.________ wurde zudem ersucht, ihre 

Beschwerdelegitimation zu begründen. Die Parteien konnten zum Beweisergebnis Stellung 

nehmen und Schlussbemerkungen einreichen. 

3. Die Stimmberechtigten der Stadt Bern haben am 5. Juni 2005 in einer 

Variantenabstimmung den Kredit für den neuen Bahnhofplatz in der Variante Baldachin mit 

63 % Ja–Stimmen angenommen. Die Variante mit Einzeldächer fand keine Mehrheit. 

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Gegen den Gesamtbauentscheid des Regierungsstatthalters von Bern vom 10. April 2006 

ist eine weitere Beschwerde eingereicht worden. Die Beschwerdeführenden rügen darin 

indessen nicht den Baldachin, sondern die Erschliessungsanlagen in der Schwanengasse.

II. Erwägungen

1. Die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) prüft die 

Eintretensvoraussetzungen von Amtes wegen.

a) Der Regierungsstatthalter von Bern hat einen Gesamtentscheid nach Art. 9 des 

Koordinationsgesetzes vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1) gefällt. Dieser kann, 

unabhängig von den geltend gemachten Einwänden, einzig mit dem für das Leitverfahren 

massgeblichen Rechtsmittel angefochten werden (Art. 11 Abs. 1 KoG). Leitverfahren ist 

das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Nach Art. 40 des Baugesetzes vom 9. 

Juni 1985 (BauG, BSG 721.0) können Entscheide, welche in diesem Verfahren ergangen 

sind, bei der BVE angefochten werden. Die Beschwerdebefugnis richtet sich im 

koordinierten Verfahren nach der besonderen Gesetzgebung (Art. 10 KoG). 

b) Die Beschwerdeführerin ist als Baugesuchstellerin zur Beschwerde gegen den 

Bauabschlag befugt (Art. 40 Abs. 2 BauG). 

Partei im Beschwerdeverfahren ist auch, wer bereits vor der Vorinstanz Parteirechte 

ausübte und dies weiterhin tun will (Art. 12 Abs. 2 Bst. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989, VRPG; BSG 155.21; vgl. auch Art. 40 Abs. 2 

BauG). Beide Beschwerdegegnerinnen haben im Baubewilligungsverfahren Einsprache 

erhoben und sich damit als Partei konstituiert. Beide haben erklärt, sich auch als Partei am 

Beschwerdeverfahren zu beteiligen. Die Beschwerdegegnerin 1 ist Grundeigentümerin der 

Parzelle Gbbl. Nr. F.________, auf der sich die Heiliggeistkirche befindet. Sie ist deshalb 

durch das Bauvorhaben unmittelbar in eigenen schutzwürdigen Interessen betroffen (Art. 

35 Abs. 2 Bst. a BauG; vgl. auch Art. 38 Abs. 1 Bst. a des Gesetzes über die 

Denkmalpflege vom 8. September 1999, Denkmalpflegegesetz, DPG; BSG 426.41). Die 

Beschwerdegegnerin 2 bringt vor, sie sei in ihren eigenen schutzwürdigen Interessen 

betroffen. Sie begründet diese Betroffenheit mit folgenden Argumenten: Sie sei eine 

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Körperschaft des öffentlichen Rechts und zur Wartung der ihr von der 

Gesamtkirchgemeinde zur Benutzung zugewiesenen Heiliggeistkirche zuständig. Ihr 

Exekutivorgan entscheide über die Benützung der Liegenschaften und Orgeln. Es sei 

zuständig für den „Betrieb“ der Kirche (u.a. Gottesdienste, Konzerte und andere kulturelle 

Veranstaltungen). In die Kompetenz ihres Exekutivorgans falle auch die Abwehr 

unberechtigter Eingriffe inner- und ausserhalb der Kirche. Die Beschwerdegegnerin 2 

macht nicht geltend, sie habe die Heiliggeistkirche von der Beschwerdegegnerin 1 gemietet 

oder gepachtet. Indessen bestehen gestützt auf das Organisationsrecht der beiden 

Kirchgemeinden dennoch bestimmte Rechte und Pflichten der Beschwerdegegnerin 2, 

welche eine hinreichende Betroffenheit für eine Beschwerdelegitimation begründen. 

c) Die Beschwerdeführerin beantragt nur die Aufhebung von Ziffer 1.2 des 

Gesamtbauentscheides vom 10. April 2006. Streitgegenstand und damit auch Gegenstand 

des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist somit allein die Verweigerung der 

Baubewilligung für den Baldachin. 

d) Die übrigen Eintretensvoraussetzungen sind erfüllt. Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2. Umstritten ist, ob der Baldachin die Ästhetikvorschriften einhält, insbesondere ob er 
die benachbarten Baudenkmäler (Burgerspital und Heiliggeistkirche) beeinträchtigt.

a) Nach Art. 9 Abs. 1 BauG dürfen Bauten und Anlagen die Orts- und Strassenbilder 

nicht beeinträchtigen. Für Baudenkmäler wird in Art. 10b BauG das 

Beeinträchtigungsverbot ausdrücklich normiert: Baudenkmäler dürfen durch 

Veränderungen in ihrer Umgebung nicht beeinträchtigt werden (so genannter 

Umgebungsschutz). Die Gemeinden sind befugt, eigene Ästhetikvorschriften zu erlassen, 

die über die kantonalen Vorschriften hinausgehen (Art. 9 Abs. 3 BauG). Solche 

Vorschriften müssen aber, um eine selbständige Bedeutung zu haben, konkreter gefasst 

sein als die kantonalen; sie dürfen Letztere nicht nur allgemein anders umschreiben (BVR 

2006 S. 145 E. 2.1). 

Die Gemeinde Bern hat in Art. 11 Abs. 1 der Bauordnung vom 1. Januar 2003 

(Bauordnung, BO, 721.1) eine allgemeine Ästhetikvorschrift erlassen, die ein positives 

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Einfügungsgebot beinhaltet. Dieses geht über die Anforderungen von Art. 9 Abs. 1 BauG 

hinaus (VGE 21724 vom 23.04.2004 E. 4.3 i.S. O.). Nach dieser Vorschrift sind Bauten, 

Teile von solchen und bauliche Einrichtungen, die sich in ihrer Erscheinung nicht in das 

Stadt-, Quartier- und Strassenbild einfügen oder die Einheitlichkeit der wesentlichen 

Merkmale der betreffenden Siedlung nicht wahren, unzulässig. Der Baldachin ist im 

Perimeter der oberen Altstadt geplant (vgl. Bauklassenplan von 1955). Für die Altstadt hat 

die Gemeinde Bern die allgemeine Ästhetikvorschrift in Art. 122 Abs. 1 BO konkretisiert: 

Bei allen baulichen Massnahmen sowie öffentlichen Einrichtungen im Strassenraum ist 

dem Charakter der Altstadt in besonderem Masse Rechnung zu tragen. Für die 

Bauparzelle gilt deshalb ein qualifiziertes Einfügungsgebot. Bei der Auslegung und 

Anwendung dieser kommunalen Ästhetikbestimmungen kann sich die Gemeinde Bern auf 

die Gemeindeautonomie berufen (BVR 2005, S. 443 E. 3.3). Diese Autonomie gilt jedoch 

nur für die kommunalen Ästhetikbestimmungen und nicht auch für die kantonalen und 

bundesrechtlichen Schutzbestimmungen. 

b) In einem nächsten Schritt ist zur Beurteilung des qualifizierten städtebaulichen 

Einfügungsgebots der Gemeinde und des kantonalen Beeinträchtigungsverbots der 

Denkmalschutzbestimmungen das Schutzniveau festzustellen, das für die Bauparzelle 

sowie die benachbarten Gebäude gilt. 

Internationaler Schutz: Die Altstadt von Bern bis zum Hirschengraben wurde mit Beschluss 

des „World Heritage Committee“ der UNESCO am 9. Dezember 1983 gestützt auf das 

Kriterium C III („to bear a unique or at least exceptional testimony to a cultural tradition or to 

a civilization which is living or which has disappeared”1) mit folgender Begründung zum 

„World Heritage“2 erklärt. 3

„While taking account of the significant modification that have been made since it foundation in the 
12th Century, the Committee considered that it constituted a positive example of how a medieval 
urban structure can be adapted to fulfill functions which are increasingly complex, notably the 
function of a capital city of a modern State. 

Der Bahnhof- und Bubenbergplatz sowie die Heiliggeistkirche und das Burgerspital liegen 

innerhalb des Perimeters des “World Heritage” (Nomination to the World Heritage List 

submitted by Switzerland, 20.12.1982; vgl. auch Office fédéral de la Culture, Rapport 

périodique de la Suisse, 16.10.2005, p. 22). 

1 http://whc.unesco.org/en/criteria/ 
2 http://whc.unesco.org/en/list/267 
3 http://whc.unesco.org/archive/repcom83.htm 

http://whc.unesco.org/en/criteria/
http://whc.unesco.org/en/list/267
http://whc.unesco.org/archive/repcom83.htm

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Bundesrechtlicher Schutz: Die Altstadt von Bern vom Zeitglockenturm bis und mit 

Burgerspital, das Burgerspital selbst und die Heiliggeistkirche sind im Bundesinventar der 

schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung (ISOS) enthalten (Verordnung über 

das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz vom 9. September 1981, 

Anhang: Kantonsteil Mittelland, VISOS, SR 451.12; ISOS, Kanton Bern, Amtsbezirk Bern, 

BE 3, Bern 1984; vgl. auch ISOS, Kanton Bern, Band 3, Bern Stadt, 2005, veröffentlicht 

September 2006, S. 67). Dieses Gebiet und diese Einzelbauten sind der 

Aufnahmekategorie A zugewiesen. Diese lautet wie folgt: „Ursprüngliche Substanz von 

Bauten und Freiräumen mit ausgeprägten epochenspezifischen oder regionaltypischen 

Merkmalen als Ganzheit vorhanden.“ Dieser Kategorie entspricht das Erhaltungsziel A mit 

folgendem Wortlaut: „Erhalten der Substanz. Integrales Erhalten aller Bauten, Anlageteile 

und Freiräume, Beseitigen störender Eingriffe.“ Das ISOS ist aufgrund der 

bundesstaatlichen Kompetenzausscheidung im Bereich des Natur- und Heimatschutzes 

und nach der ausdrücklichen Vorschrift von Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den 

Natur- und Heimatschutz vom 1. Juli 1996 (NHG, SR 451) nur bei der Erfüllung von 

Bundesaufgaben unmittelbar verbindlich. Die Verweigerung einer Baubewilligung nach 

kantonalem Recht ist keine Erfüllung einer Bundesaufgabe (vgl. dazu URP 2005, S. 680 E. 

3a). Daran ändert nichts, dass beim Bau des Baldachins wegen den Fahrleitungen für den 

öffentlichen Verkehr auch rein technische Normen des Eisenbahnrechts des Bundes zu 

beachten sind. Nicht jede Anwendung von Bundesrecht zu Lasten des Natur– und 

Heimatschutzrechts ist als eine Erfüllung von Bundesaufgaben im Sinne von Art. 2 NHG zu 

verstehen. Vielmehr bedarf es einer Entscheidung, die in Erfüllung von Bundesaufgaben 

ergeht und bei deren Fällung die Interessen des Natur– und Heimatschutzes zu wahren 

sind  (vgl. dazu BGE 100 Ib 445 E. 3; ZBl 1995 S. 144 E. 2a). Dies trifft etwa zu für 

Mobilfunkantennen (Verpflichtung zur Erbringung einer Dienstleistung gestützt auf eine 

Konzession) und Zivilschutzbauten (gesetzliche Verpflichtung; BGE 131 II 545 E. 2.2). Der 

umstrittene Baldachin dagegen wird nicht in Erfüllung einer bundesrechtlichen 

Verpflichtung erstellt. Daraus folgt aber nicht, dass dem ISOS vorliegend keine 

Verbindlichkeit zukommt. Der Kanton Bern hat das ISOS im Richtplan ausdrücklich als 

Grundlageninformation bezeichnet, die in der Planung umzusetzen ist. Das ISOS als 

anderes Inventar im Sinne von Art. 13e der Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 

721.1) gilt daher für die Behörden von Kanton und Gemeinden auch im 

Baubewilligungsverfahren zumindest als Empfehlung und ist entsprechend bei der 

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Beurteilung des hier umstrittenen Projekts zu berücksichtigen (VGE 21841 vom 22.09.2004 

i.S. S. AG). Für das Burgerspital gilt zudem gestützt auf Bundesrecht eine durch 

Grunddienstbarkeit gesicherte Verpflichtung der Eigentümerin, ohne Genehmigung des 

Bundes alle Veränderungen am Denkmal zu unterlassen (Verpflichtungsschein und 

Dienstbarkeitsvertrag vom 13.4.1984; vgl. auch Art. 13 Abs. 3 NHG). Für die 

Aussenrenovation der Heiliggeistkirche ist ein Beitragsgesuch beim Bund hängig. 

Kantonaler Schutz: Der Kanton Bern hat die Heiliggeistkirche und das Burgerspital mit 

RRB Nr. 5314 vom 24. November 1908 in das kantonale Inventar der Kunstaltertümer 

aufgenommen: 
„Die Heiliggeistkirche in ihrer heutigen Gestalt mit allen ihren Pertinenzien4.“ (Nr. 21);
„Das Burgerspital in seiner äusseren, 1734 bis 1742 erhaltenen Gestalt mit dem Brunnen im Hofe.“ 
(Nr. 26).

Heute gilt für unbewegliche Denkmäler die Baugesetzgebung, soweit das Gesetz über die 

Denkmalpflege vom 8. September 1999 (Denkmalpflegegesetz, DPG; BSG 426.41) keine 

besonderen Vorschriften enthält (Art. 1 Abs. 2  und Art. 4 Abs. 1 i. V. m. Art. 39 Abs. 1 

DPG). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Das Burgerspital und die Heiliggeistkirche sind so 

genannte K–Objekte, d.h. für sie gilt das Inventar der Stadt Bern als Inventar des Kantons 

und zwar mit der kantonalen Bewertung als schützenswert (vgl. dazu Art 13 Abs. 3 BauV; 

Genehmigungsbeschluss des Kantonalen Amtes für Kultur vom 12. August 1996). 

Schützenswerte Baudenkmäler dürfen – wie bereits erwähnt – durch Veränderungen in 

ihrer Umgebung nicht beeinträchtigt werden (Art. 10b Abs. 1 BauG). Die Beschreibung im 

Inventar lautet für das Burgerspital: „Ausgedehnteste und bedeutendste alte Spitalanlage 

der Schweiz“ und für die Heiliggeistkirche: „Wichtigster protestantischer Kirchenbau der 

Schweiz“ (Inventar der oberen Altstadt 1984, Überarbeitung Juni 1994, S. 89 und 320). 

Kommunaler Schutz: Nach Art. 127 Abs. 1 BO können die in das kommunale Inventar 

aufgenommenen Gebäude und Gebäudegruppen der oberen Altstadt ganz oder teilweise 

den Schutzbestimmungen für die untere Altstadt nach Art. 128 bis 130 BO unterstellt 

werden. Sowohl die Heiliggeistkirche wie das Burgerspital sind als ganzes Gebäude 

geschützt und jenen Schutzbestimmungen unterstellt worden (Inventar der oberen Altstadt 

1985, Überarbeitung Juni 1994, S. 89 und 320). Das heisst, das historische Stadtbild und 

damit auch das Burgerspital und die Heiliggeistkirche mit ihrer Umgebung sind in ihrer 

4 Pertinenz:  Zubehör im Rechtssinn. Sache oder Recht als rechtlicher Bestandteil einer anderen Sache 
(http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~cd2/drw/e/pe/rtin/pertinenz.htm).

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Eigenart zu erhalten. Sie dürfen in ihrer Erscheinung weder durch Neubauten noch durch 

An- und Umbauten oder Renovationen beeinträchtigt werden (Art. 128 Abs. 1 BO). 

Insbesondere zu erhalten sind die Fassaden, die gegen öffentliche Verkehrs- oder 

Parkanlagen gerichtet oder von solchen Anlagen aus sichtbar sind sowie historisch und 

architektonisch wertvolle Rückfassaden und Bauteile (Art. 129 Abs. 1 Bst. b und d BO). 

Eine wegen des baulichen Zustandes erforderliche Erneuerung von Bauteilen ist so 

auszuführen, dass die Gliederung, die Höhe und Breite der Fassaden sowie die 

Dachgestaltung das bisherige Altstadt- und Strassenbild nicht beeinträchtigen (Art. 129 

Abs. 3 BO). 

Das umstrittene Bauvorhaben hat somit dem qualifizierten Einfügungsgebot nach Art. 11 

und 122 BO zu entsprechen und darf auch das Burgerspital und die Heiliggeistkirche sowie 

das historische Stadtbild nicht beeinträchtigen. Für die Einordnung in das Stadtbild ist 

insbesondere die Gestaltung und Anordnung folgender Elemente massgebend: Standort, 

Stellung und Form (Baukubus und Dach) der Baute; Gliederung der Aussenflächen 

(Fassaden und Dach); Material und Farbe; Aussenraum, insbesondere die Begrenzung 

gegenüber dem Strassenraum (Art. 11 Abs. 2 BO). Eine Beeinträchtigung ist gegeben, 

wenn ein Bauvorhaben einen Gegensatz zur bestehenden Überbauung schafft, der 

erheblich stört (BVR 2006 S. 145 E. 2.1). 

3. Die Vorinstanz hat mit Einverständnis der Parteien bei Herrn Prof. Dr. E.________ 

ein Gutachten in Auftrag gegeben.

a) Der Gutachter kam zusammenfassend zu folgenden Schlüssen:
„Das von seinen Verfassern „Baldachin“ genannte Bauwerk fügt sich in das bestehende Ortsbild und 
vor allem auch in Bezug auf die prominenten Baudenkmale „Heiliggeistkirche“ und „Burgerspital“ 
nicht günstig ein, sondern wird sich mit Sicherheit störend auf Wahrnehmung und Wirkung des 
denkmalpflegerischen Kontextes auswirken. Die städtebaulichen, architektonischen und 
funktionalen Grundannahmen und die sehr geringen, offensichtlich kaum angestellten 
denkmalpflegerischen Rücksichten des Projektes machen nachbessernde Massnahmen schwierig 
und wenig Erfolg versprechend. Unter dieser Einschränkung bietet sich dennoch die Reduktion des 
Bauwerks, allerdings nur als Symptombekämpfung, an. Eine genaue Analyse des historischen 
Kontextes einerseits und der Grundprinzipien des Neubauentwurfs andererseits lassen den sicheren 
Schluss zu, dass hier auf hohem architektonischem Niveau der gänzlich falsche Weg eingeschlagen 
wurde.“

Er begründet dies mit folgenden Argumenten: Im Zusammenhang mit dem neuen 

Bahnhofplatz und dem „Baldachin“ sei insbesondere die Überlieferung der vollständigen 

mittelalterlichen Gradierung von Plätzen, Hauptgassen, Quergassen und öffentlichen 

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Fussgängerdurchgängen von Bedeutung. Den grossen Berner „Querplätzen“ komme eine 

zentrale historische Bedeutung und eine wesentliche aktuelle Aufgabe in der Gliederung 

des Stadtkörpers und der Aufnahme wichtiger Funktionen zu. Anders als beim 

Kornhausplatz und dem Waisenhausplatz sei dies heute beim Bahnhofplatz nicht mehr 

unmittelbar erlebbar. Er schöpfe seine städtebaulichen Möglichkeiten heute nicht aus. Der 

Grundgedanke des jetzt vorliegenden Projekts, seine verkehrlichen Funktionen zu ordnen, 

ihnen neue Gestalt in der Fläche zu geben und diese neue Gestalt auch dreidimensional 

zu unterstreichen und zu interpretieren, liege deshalb zunächst auf der Hand. Die jüngere 

Geschichte des Bahnhofplatzes dürfe dabei anregend zur Rate gezogen werden. Der 

jetzige städtebauliche Aggregatzustand mit freiem Bahnhofplatz, abgebrochenem 

Christoffelturm und als Solitär auf der Platzfläche stehender Heiliggeistkirche stelle jedoch 

längst einen historisch gewachsenen Zustand dar, an dessen Veränderung 

denkmalpflegerische Vorsicht und architektonische Qualität angelegt werden müsste. Der 

Hauptgedanke des Entwurfs sei an sich einfach und nachvollziehbar: In einem ersten 

Schritt werde durch die Neuordnung des Verkehrs der Bahnhofplatz wieder zur 

Verfügungsfläche für vielfältige Fussgängerbeziehungen gemacht. Die Heiliggeistkirche 

werde vom tangentialen Fahrverkehr befreit und zunächst zum freien Solitär auf der neuen 

Platzfläche. Der zweite Schritt bestehe darin, diesen frei geräumten Platz als Baufläche für 

den Baldachin zu benutzen. 

Indessen müsse die Frage erlaubt sein, ob bei einem solchen Gewinn an öffentlicher 

städtischer Verfügungsfläche mit einem Bauwerk wie dem Baldachin, der zumindest für die 

Wirksamkeit von Heiliggeistkirche und Burgerspital eine Bedrohung darstelle, ein richtiger 

Weg in der Ausnützung dieser Fläche gemacht werde. In Grösse und Materialisierung solle 

hier etwas entstehen, was die Aufmerksamkeit auf sich ziehen solle. Die Nähe und 

Höhenentwicklung zur Heiliggeistkirche sei bedenklich. Mit den höheren Teilen seiner 

Wellenform erreiche der geplante Neubau fast die Höhe des Hauptgesimses der 

Heiliggeistkirche und damit die städtebauliche Bezugslinie dieses Bauwerks, die für die 

Zuordnung neuer Eingriffe zu diesem Baudenkmal entscheidend sei. Der Baldachin setze 

mit seiner modischen Form einen momentanen Reiz, obwohl neue Architektur an diesem 

Ort, von dieser Grösse und von diesen Kosten als permanentes architektonisches 

Stadtelement gültig bleiben müsse. Kritisch zu werten seien die biomorphen, d.h. der 

Biologie entlehnten Formen, für die die Verfasser keine Erklärung fänden. Die 

Denkmalpflege müsse an diesem Ort für den Beitrag moderner Architektur einen 

sensibleren Dialog mit der historischen Situation fordern. Diese denkmalpflegerischen 

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Interessen beschränkten sich nicht auf die Belange von Heiliggeistkirche und Burgerspital. 

Genauso wichtig sei die Erlebbarkeit der Topographie, die für die mittelalterliche 

Stadtgründung auf ihrem Berggrat konstituierend sei. Die kontinuierliche Öffnung des 

städtischen Raumes über die kleine Schanze und die unsichtbare Aare hinweg auf den 

südlich gelegenen Hügelzug werde durch den Baldachin abgeriegelt. 

Zusammenfassend ist festzuhalten: Der Gutachter erachtet es als richtig, den Bahnhofplatz 

entsprechend seinen Funktionen als Verkehrsfläche neu zu ordnen, ihm eine neue Gestalt 

als Fläche zu geben und diese Gestalt auch dreidimensional zu interpretieren und zu 

unterstreichen. Die dreidimensionale räumliche Gestaltung kann im Interesse eines 

klimatischen Schutzes der Fussgängerbewegungen auch in Form einer Bedachung 

erfolgen. Dabei ist aber eine dialogische Rücksichtnahme unentbehrlich. Die 

Neugestaltung des Platzes und seiner allfälligen Überdachung hat mit ihren Elementen auf 

die architektonische Sprache der Umgebung und die umliegenden Baudenkmäler zu 

antworten. In Rahmen dieses Dialogs ist auch der älteren und der jüngeren Vergangenheit 

angemessen Rechnung zu tragen. Der Gutachter vermisst vor allem diesen Dialog und 

kritisiert die Dominanz und die Wirkung des geplanten Baldachins auf die geschützte 

Heiliggeistkirche. Seine Kritik richtet sich gegen die nur momentan gültige Form des 

Baldachins, seine Höhe im Verhältnis zur Heiliggeistkirche und seine Grösse und 

Materialisierung. 

b) Die Beschwerdeführerin, ihre zuständigen Fachstellen und die Denkmalpflege des 

Kantons Bern konnten zum Gutachten von Herrn Prof. E.________ Stellung nehmen: 

 Die Denkmalpflege des Kantons Bern äusserte sich wie folgt: Der Gutachter prüfe die 

Verträglichkeit des voluminösen Bauwerks mit dem Bahnhofplatz, dessen heutige 

Raumform richtigerweise als historisch gesetzt bezeichnet werde, und mit den zwei seit 

100 Jahren unter kantonalem Schutz stehenden Bauwerken von nationaler Bedeutung, 

der Heiliggeistkirche und dem Burgerspital. Er stelle fest, dass das neue Bauwerk 

sowohl den städtischen Raum wie auch die beiden Einzelbauwerke beeinträchtige. Die 

Denkmalpflege habe dem Gutachten nichts beizuführen. 

 Die Denkmalpflege der Stadt Bern nahm wie folgt Stellung: Das Gutachten nehme eine 

korrekte Würdigung des geplanten Vorhabens vor, prüfe dessen Auswirkungen auf 

Stadtraum und Umgebung von Heiliggeistkirche und Burgerspital. Es komme zu einer 

nachvollziehbaren Schlussfolgerung. Sowohl die Denkmalpflege wie die 

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Denkmalpflegekommission respektierten jedoch den Volksentscheid zum Bau des 

Baldachins, weshalb für sie klar sei, dass nur noch Detailkorrekturen am Projekt 

vorgenommen werden könnten. – Nachdem der Baldachin im Norden soweit verkürzt 

worden war, dass er nicht mehr über die Nordfront der Heiliggeistkirche hinausragt, 

erklärte die Denkmalpflege am 9. März 2006, in Berücksichtigung des 

Volksentscheides akzeptiere sie das Projekt in dieser überarbeiteten Form. 

 Die durch das Tiefbauamt handelnde Stadt Bern holte die zwei folgenden Meinungsäus

 serungen ein und stellte den Antrag, nicht auf das Gutachten von Herrn E.________ 

einzutreten:

Herr Prof. G.________, Architekt, äusserte sich namens der Planergemeinschaft Neuer 

Bahnhofplatz Bern wie folgt: Das Projekt beeinträchtige die benachbarten historischen 

Bauten nicht, spiele den Bahnhofplatz als Gemeinschaftsbereich frei und vermeide es, 

den durch die neue Verkehrsführung gewonnenen Raum mit Kleinbauten zu verstellen. 

Die Fragestellung und Methodik des Gutachtens werde nicht in Frage gestellt. Seine 

Interpretation des Bahnhofplatzes sei aber nicht zwingend. Der Bahnhofplatz sei nicht 

historisch gewachsen und die Heiliggeistkirche stehe nicht als Solitär auf dem Platz, 

sondern sei als Gassenkirche geplant worden. Die Planergemeinschaft legt 

anschliessend die wichtigsten Gedanken dar, die bei der Erarbeitung des Projekts 

wegleitend waren: Im Rahmen eines einheitlichen Entwurfes sollte vor dem Bahnhof 

ein Platz sowie ein Weg im Stadtraum, nämlich vom Bahnhof zu den Tramhaltestellen, 

geschaffen und der Bubenbergplatz gegen die Stadt hin mit einem Tor konsolidiert 

werden. Das Aussehen des Baldachins sei weder zufällig noch künstlerisch gewollt, 

sondern das Resultat von städtebaulichen, räumlichen und konstruktiv-technischen 

Überlegungen. Der Baldachin verleihe dem neuen Bahnhofplatz als wandloses Nicht-

Gebäude seinen besonderen Charakter. Der Blick des Gutachters sei gebannt auf den 

Baldachin als Objekt fixiert und blende dessen Rolle im stadträumlichen Kontext aus. 

H.________, Archäologischer Dienst des Kanton Bern, erläuterte die Entstehung des 

Bahnhofplatzes und zog folgenden Schluss für die aktuelle Diskussion: Es könne zu 

keiner historischen Zeit von einem Platz gesprochen werden. Erst recht könne nicht 

davon gesprochen werden, der Baldachin käme einem Abbruch der Barockbauten 

gleich. Ein Schutzdachbau wie der Baldachin dürfe durchaus eine gewisse Präsenz auf 

dem Platz haben. Die weitgehend transparente Architektur spiele mit der Welle die 

Hauptachse West–Ost frei und betone sie, ohne sich mit dem verlorenen 

Christoffelturm anzubiedern. 

 Am 20. Februar 2006 reichte die Gemeinde Bern ein Gutachten von Frau I.________, 

13

Kunsthistorikerin, Basel, ein. Frau I.________ kam zum Schluss, eine materielle und 

ideelle Beeinträchtigung der baukünstlerisch und denkmalpflegerisch wertvollen 

Substanz der Heiliggeistkirche und des Burgerspitals sei nicht zu befürchten. In ihrem 

Gutachten legt Frau I.________ ausführlich die historische Entwicklung des 

Bahnhofplatzes dar, klärt die städtebauliche Funktion des Projekts und stellt fest, dass 

dieses durch die Verringerung und Konzentration der heute weit verstreuten Elemente 

der Infrastruktur eine Beruhigung der Situation herbeiführe. Das neue Element des 

Baldachins werde bei allen offensichtlichen Bemühungen um Leichtigkeit und 

Durchlässigkeit der architektonischen Gestaltung als Bauwerk und als neues Element 

in Erscheinung treten. Entscheidend für die Zuträglichkeit des Neubaus seien Fragen 

der genauen Positionierung und der Proportion. Und hier das richtige Mass zu ermitteln 

sei Aufgabe der Fachleute aus Architektur und Denkmalpflege. 

c) Die Vorinstanz hat das Gutachten von Herrn Prof. E.________ in Anwendung von Art. 

19 Abs. 1 Bst. g VRPG in Auftrag gegeben. Zieht die Behörde mangels eigener 

Fachkenntnisse einen Experten bei, so ist sie zwar grundsätzlich in der Würdigung des 

Gutachtens frei. Weicht sie jedoch von den Folgerungen des Gutachters ab, so hat sie dies 

zu begründen. Dabei darf sie nicht ohne triftige Gründe in Fachfragen ihre eigene Meinung 

anstelle derjenigen des Experten setzen (BGE 101 V 129 E. 3a; vgl. auch 

Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 19 N. 8, sowie 

BVR 1998 S. 440, E. 3d). Andererseits rechtfertigt der Umstand allein, dass eine 

Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht 

Zweifel an ihrem Beweiswert. Ausschlaggebend für diesen ist grundsätzlich weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme, sondern dessen Inhalt. Die Behörde hat alle Beweismittel, 

unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, 

ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruchs gestatten (vgl. dazu BGE 122 V 157 E. 1c). Entgegen der Auffassung der 

Vorinstanz sind somit alle in den Akten liegenden Stellungnahmen frei zu würdigen. 

d) Die Würdigung des Gutachtens und der entsprechenden Stellungnahme ist auf dem 

Hintergrund dieser Anforderungen sowie des qualifizierten städtebaulichen 

Einfügungsgebots nach Art. 11 und 122 BO und des Beeinträchtigungsverbots der 

Denkmalschutznormen von Art. 10b Abs. 1 BauG, Art. 128 Abs. 1 und Art. 129 Abs. 1 Bst. 

b BO vorzunehmen. 

14

Der Gutachter bestreitet nicht, dass eine Überdachung des Bahnhofplatzes möglich ist. 

Seine Kritik richtet sich vor allem gegen die Form des Baldachins, seine Höhe im 

Verhältnis zur Heiliggeistkirche und seine Grösse und Materialisierung. Zudem vermisst er 

eine dialogische Rücksichtnahme des Baldachins auf den vorhandenen Kontext. Der 

Baldachin antwortet nicht auf die architektonische Sprache der Umgebung und die 

umliegenden Baudenkmäler. In Rahmen dieses Dialogs ist auch der älteren und der 

jüngeren Vergangenheit angemessen Rechnung zu tragen. 

Zu prüfen ist, ob die in Erwägung 3b zitierten Stellungnahmen geeignet sind, das 

Gutachten E.________ in Frage zu stellen. Dabei ist vorweg festzuhalten, dass weder die 

kantonale noch die städtische Denkmalpflege in ihren Stellungnahmen das umstrittene 

Projekt umfassend würdigen. Sie begnügen sich weitgehend mit der Feststellung, dass das 

Gutachten schlüssig sei. Diese Stellungnahmen können deshalb nicht als eigenständige, 

substantielle Fachmeinungen gelten, vermögen aber das Gutachten E.________ auch 

nicht in Frage zu stellen. Näher zu prüfen sind die übrigen drei Stellungnahmen. Herr 

Gutscher nimmt vor allem aus historischer Sicht Stellung. Er äussert sich auch zur Wirkung 

eines Schutzdaches und der Welle des Baldachins über der Hauptachse Ost-West. Er 

kommt zum Schluss, dass der Baldachin aus dieser Sicht vertretbar sei. Der Baldachin 

betone mit seiner Welle gerade die historisch wichtige Hauptachse, die durch die 

Spitalgasse und den Bubenbergplatz gebildet werde. Auch Frau Prof. I.________ vertritt 

gestützt auf eine ausführliche historische Rekonstruktion der Entwicklung des 

Bahnhofplatzes die Meinung, eine Beeinträchtigung der Heiliggeistkirche und des 

Burgerspitals sei nicht zu befürchten. Sie relativiert diesen Schluss indessen wieder mit 

dem Hinweis, die Fragen der Positionierung und der Proportion des Baldachins seien von 

den Fachleuten zu beantworten. Herr Prof. G.________ hat sich am ausführlichsten mit 

dem Gutachten auseinandergesetzt. Zu Beginn kommt er analog der Stellungnahmen 

H.________ und I.________ zum Schluss, dass die heutige Situation auf dem 

Bahnhofplatz nicht historisch gewachsen sei. Auch sei die Heiliggeistkirche nicht als 

Solitär, sondern als Gassenkirche geplant worden. Anschliessend begründet er den 

umstrittenen Baldachin mit den Gedanken, die bei seiner Projektierung wegleitend 

gewesen seien. Es solle damit ein Ganzes entwickelt werden, ein Platz und ein Weg im 

Stadtraum geschaffen und beides mit einem Tor konsolidiert werden. Weiter erklärte er das 

Aussehen des Baldachins mit seinen funktionellen und technischen Anforderungen. Dieses 

sei weder zufällig noch allein künstlerisch gewollt, sondern Resultat von städtebaulichen, 

15

räumlichen und konstruktiv-technischen Überlegungen. Der Erklärungswert dieser 

Argumentation ist mindestens gleich überzeugend wie diejenige des Gutachters. Dass 

diese Stellungnahme stärker aus der städtebaulichen Sicht argumentiert als der Gutachter, 

der vor allem denkmalpflegerische Aspekte betont, ist nicht zu beanstanden, denn beide 

Gesichtspunkte sind bei der Beurteilung des umstrittenen Projekts relevant (vgl. dazu E. 2 

am Schluss und E. 3d zu Beginn). Als Zwischenergebnis ist deshalb festzuhalten: In 

Würdigung sowohl des Gutachtens wie auch der Stellungnahmen, die dazu abgegeben 

wurden, sprechen ungefähr gleich viele Argumente für wie gegen den Baldachin. 

4. Ein Entscheid über eine Denkmalschutzmassnahme darf nicht nur im Interesse eines 

begrenzten Kreises von Fachleuten getroffen werden. Er muss auch von einem grösseren 
Teil der Bevölkerung bejaht werden, um Anspruch auf eine gewisse Allgemeingültigkeit 
erheben zu können (vgl. dazu BGE 120 Ia 270 E. 4 mit Hinweis). In diesem Sinn ist zu 

prüfen, welche Bedeutung der Gemeindeabstimmung vom 5. Juni 2005 zukommen kann.

a) Mit der Abstimmung vom 5. Juni 2005 unterbreitete der Stadtrat von Bern den 

Stimmberechtigten zwei Kreditbeschlüsse über zwei Varianten für das Projekt Neuer 

Bahnhofplatz Bern. Die Variante I sah vor, dass der zentrale Teil des Bahnhofplatzes von 

einer leichten Glaskonstruktion, dem Baldachin, überspannt wird. In der Variante II waren 

die Treppenaufgänge aus der Unterführung sowie die Tram- und Bushaltestellen mit 

Einzeldächern versehen. Der Stadtrat empfahl beide Varianten zur Annahme; bei der 

Stichfrage empfahl der Stadtrat, der Variante I den Vorzug zu geben (Botschaft des 

Stadtrats an die Stimmberechtigten zur Abstimmung vom 5. Juni 2005, S. 19 ff.). Die 

Stimmberechtigten hiessen die Variante Baldachin mit 63% Ja-Stimmen gut, wogegen die 

Variante II keine Mehrheit fand.

b) In der Lehre ist anerkannt, dass das Finanzreferendum die Funktion des so 

genannten Verwaltungsreferendums übernehmen kann. Das Verwaltungsreferendum ist 

das Recht eines politischen Staatsorgans, des Parlaments oder des Volks, mittels eines 

Mehrheitsbeschlusses über einen Verwaltungsakt zu entscheiden (vgl. dazu Alfred Kölz, 

Ausbau des Verwaltungsreferendums?, SJZ 1981, S. 53 ff., S. 55 f.). Obwohl die 

Stimmberechtigten der Gemeinde Bern am 5. Juni 2005 nur über die Finanzierung des 

Projekts „Neuer Bahnhofplatz Bern“ abgestimmt haben, kann dieser demokratische 

Mitbestimmungsakt auch als eine Willensäusserung zu sachlichen Fragen, insbesondere 

16

zur Frage, ob der Baldachin mit den Ästhetikbestimmungen und den 

Denkmalschutzvorschriften vereinbar ist oder nicht, angesehen werden. Voraussetzung 

dazu ist allerdings, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ihren Entscheid auf der 

Grundlage einer umfassenden Information treffen konnten. Umfassende und sachliche 

Information in Bezug auf die Rahmenbedingungen sowie über die positiven wie auch über 

die negativen Auswirkungen des Projekts sind notwendig. Solche Informationen haben vor 

allem die Behörden in den offiziellen Abstimmungsunterlagen zu liefern. Sie können kurz 

sein. Ergänzend dazu kann auch den Massenmedien eine Informationsfunktion zukommen 

(vgl. dazu z.B. Pierre Tschannen, Stimmrecht und politische Verständigung, 

Basel/Frankfurt a. M. 1995, S. 102 ff.; Daniel Kolb, Grossprojekte als Demokratieproblem, 

Zürich 1999, S. 160 ff.).

c) Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Stimmberechtigten hätten nach einer 

langjährigen Entscheidfindung und einer langjährigen politischen Auseinandersetzung der 

umfassenden Sanierung und Neugestaltung des Bahnhofplatzes zugestimmt. Die 

denkmalpflegerischen Fragen seien im Vorfeld der Abstimmung auch in den Medien 

thematisiert worden. 

Eine Rekonstruktion dieser Geschichte aufgrund der Akten ergibt folgendes Bild: Im Jahre 

2001 führte die Gemeinde einen Projektwettbewerb Bahnhofplatz Bern durch. Das 

Siegerprojekt sah bereits ein Dach über dem neu gestalteten Bahnhofplatz vor. Dieses 

Dach war aber mit dem später entworfenen Baldachin nicht vergleichbar. 2002 bewilligten 

die Stimmberechtigten einen Kredit für die Projektierung des Vorhabens. Auf das geplante 

Glasdach wurde verzichtet. Im Herbst 2002 bezeichnete der Gemeinderat das neue 

Gestaltungskonzept „Baldachin“ als wegleitend für die Weiterprojektierung. Anlässlich einer 

Sitzung vom 10. Dezember 2002 beurteilte der Vertreter der städtischen Denkmalpflege 

den vorgeschlagenen Baldachin als unproblematisch. In der Folge zeigte die öffentliche 

Diskussion, dass die Dachgestaltung zu einem problematischen Punkt des Projekts 

geworden war. Die Denkmalpflegekommission der Stadt Bern nahm in der Folge an ihrer 

Sitzung vom 17. März 2004 zum Baldachin Stellung: Sie stellte fest, dass das vorgesehene 

Dach eine erhebliche Beeinträchtigung des Burgerspitals, vor allem aber der 

Heiliggeistkirche bedeute. Sie verlangte, dass das Projekt auch dem Bundesamt für Kultur 

zur Prüfung einzureichen sei. Dieses Amt äusserte sich am 24. Dezember 2004 wie folgt: 

Der Überdachung des Platzes könne es nicht zustimmen. Diese beeinträchtige das 

Ensemble von Heiliggeistkirche und Burgerspital. Die räumliche Qualität des 

17

Bahnhofplatzes werde wesentlich durch das Gegenüber der zwei Baudenkmäler bestimmt. 

Diese Beziehung durchtrenne der Baldachin in seiner vorgesehenen Ausdehnung. Es sei 

deshalb der Auffassung, dass insbesondere im nördlichen Teil des Platzes auf die 

Überdachung zu verzichten sei. Die Beschwerdeführerin macht geltend, wie sich aus dem 

Schreiben ergebe, habe vorgängig eine Besprechung mit dem Bundesamt für Kultur 

stattgefunden. Dabei hätten die Vertreter dieses Amtes festgehalten, den Vorbehalten 

gegen das Projekt sei dann nicht weiter Rechnung zu tragen, wenn sich die 

Stimmberechtigten der Stadt Bern zugunsten des Vorhabens entscheiden sollten. Es kann 

offen bleiben, ob das Bundesamt für Kultur diese Einschränkung tatsächlich gemacht hat 

oder nicht. Im Brief vom 24. Dezember 2004 finden sich jedenfalls keine Anhaltspunkte 

dafür. Selbst wenn sie erfolgt sein sollte, könnte sie im vorliegenden Zusammenhang keine 

Rolle spielen, denn hier ist allein relevant, welche Abklärungen und Diskussionen im 

Vorfeld der Abstimmung vom 5. Juni 2005 bezüglich der Vereinbarkeit des Baldachins mit 

den kommunalen Ästhetikbestimmungen und den Denkmalschutzvorschriften erfolgten und 

ob die Stimmberechtigten hinreichend informiert wurden oder sich hinreichend informieren 

konnten. Die Stimmberechtigten wurden in der Abstimmungsbotschaft über die 

Stellungnahmen der Fachinstanzen nicht orientiert. In der Botschaft findet sich nur 

folgender Satz zum Verhältnis Baldachin und Denkmalschutz: 
„Mit der transparenten Gestaltung [des Baldachins] wurde bewusst darauf geachtet, dass 
Burgerspital und Heiliggeistkirche gut sichtbar bleiben und ihre Wirkung als hervorragende 
historische Bauwerke nicht geschmälert wird.“ (S. 24)

Auf Aufforderung hin hat die Beschwerdeführerin verschiedene Medienberichte zu den 

Akten gereicht, die sich im Vorfeld der Abstimmung auf jenes Thema beziehen: In der 

Berner Zeitung vom 25. Mai 2005 legte der Denkmalpfleger des Kantons ausführlich seine 

Beurteilung dar und vertrat die Meinung, mit dem grossen Glasdach werde der neu 

gewonnene Platz wieder gefüllt; er kritisierte auch die „amorphe Form“ und bezeichnete 

diese als „undiszipliniert“. Entgegen der Aussage in der Abstimmungsbotschaft 

beeinträchtige das Dach die historischen Bauten empfindlich. An einer öffentlichen 

Diskussion meinte ein Stadtrat, das Glasdach verletze die kantonalen 

Denkmalpflegevorschriften (Bund vom 11. Mai 2005). Darauf entgegnete – immer gemäss 

Bericht im Bund vom 11. Mai 2005 – die zuständige Gemeinderätin, die Bausubstanz der 

umliegenden schützenswerten Gebäude, etwa der Heiliggeistkirche, werde nicht tangiert. 

Wie jedes andere Gesetz sei das Denkmalpflegegesetz aber der Auslegung unterworfen, 

es gebe verschiedene Einschätzungen. Jene Behauptung könne letztlich nur in einem 

juristischen Verfahren geklärt werden. 

18

Diese Geschichte zeigt, dass die Stimmberechtigten in der Abstimmungsbotschaft zwar nur 

sehr knapp über die Frage der Vereinbarkeit des Baldachins mit den Denkmalschutz- und 

den städtebaulichen Ästhetikvorschriften informiert wurden. Da indessen bei dieser Frage 

auch Wertungen mitspielen und den Behörden immer auch ein bestimmter 

Beurteilungsspielraum zusteht, ist die kurze Information trotz der vorgängigen negativen 

Stellungnahmen der Fachstellen des Bundes und der Stadt nicht zu beanstanden. Dies 

umso weniger, als während längerer Zeit vor der Abstimmung die Frage der Überdachung 

des Bahnhofplatzes in der Öffentlichkeit diskutiert und unmittelbar vor dem Volksentscheid 

auch in den Medien die Verträglichkeit des geplanten Baldachins mit dem Denkmalschutz 

thematisiert wurde. Allein gestützt auf das Ergebnis der Abstimmung kann jedoch nicht 

gesagt werden, der Baldachin beeinträchtige die benachbarten Denkmäler nicht und sei mit 

Blick auf die städtebaulichen Ästhetikvorschriften unbedenklich. Das Abstimmungsergebnis 

ist nur ein weiteres massgebendes Element, das im vorliegenden Fall mehr für den 

Baldachin als gegen ihn spricht. 

5. Schliesslich ist zu prüfen, ob überwiegende öffentliche Interessen für den Baldachin 
sprechen. 

Anders als ein privates Bauvorhaben, kann der umstrittene Baldachin auch im öffentlichen 

Interesse liegen. Die relevanten öffentlichen Interessen bestehen vor allem darin, die 

Fussgängerinnen und Fussgänger auf dem Bahnhofplatz, an den Haltestellen des 

öffentlichen Verkehrs im Bereich südwestlich der Heiliggeistkirche sowie die 

Treppenaufgänge aus den Unterführungen vor Witterungseinflüssen zu schützen. Der 

Gutachter E.________ sieht zur Erfüllung dieser Interessen andere Möglichkeiten als den 

umstrittenen Baldachin, insbesondere die Aufteilung in mehrere Baukörper, die den 

räumlichen Gegebenheiten besser angepasst wären, statt sie zu dominieren. Die Variante 

mit den Einzeldächern schöpfe diese Möglichkeiten nicht aus. Dem entgegnet Herr Prof. 

G.________: Eine Aufteilung in einzelne Bauteile würde ein in allen Bereichen anderes 

Konzept nach sich ziehen, wobei das Überstellen des Bahnhofplatzes mit Dächlein und 

Häuslein keine Lösung darstelle und lediglich die benachbarten Baudenkmäler 

verunstalten würde. Den genannten öffentlichen Interessen kann mit einem einzigen Dach 

besser entsprochen werden als mit zahlreichen Einzeldächern, die zudem, sollen sie einen 

wirksamen Witterungsschutz bieten, von einer gewissen Ausdehnung sein müssen. Die 

19

Summe dieser Einzeldächer kann durchaus zu einer viel heterogeneren und damit 

störenderen Wirkung führen als der umstrittene Baldachin. Deshalb sprechen auch die 

öffentlichen Interessen für diesen und nicht gegen ihn. 

6. Eine Gesamtbeurteilung der verschiedenen geprüften Aspekte ergibt folgenden 
Schluss: Der umstrittene Baldachin muss das qualifizierte Einfügungsgebot der Gemeinde 

Bern erfüllen und darf das denkmalpflegerisch motivierte Beeinträchtigungsverbot nicht 

verletzen. Dieses Beeinträchtigungsverbot gilt vor allem mit Blick auf die Heiliggeistkirche 

und das Burgerspital, die beide unter dem Schutz von Bund, Kanton und Gemeinde 

stehen. Das Gutachten E.________ kommt zum Schluss, dass der Baldachin sich in das 

bestehende Ortsbild und vor allem auch in Bezug auf die genannten Baudenkmäler nicht 

günstig einfügt, sondern sich störend auf die Wahrnehmung und Wirkung des 

denkmalpflegerischen Kontextes auswirken wird. Die Stellungnahmen H.________ und 

I.________ und vor allem diejenige von G.________ vermögen das Gutachten E.________ 

gestützt auf andere, insbesondere historische und städtebauliche Gesichtspunkte insoweit 

in Frage zu stellen, als in Würdigung aller Fachmeinungen ungefähr gleich viele Argumente 

für wie gegen den Baldachin sprechen. Die Variantenabstimmung vom 5. Juni 2005 über 

den Kredit für das Projekt Neuer Bahnhofplatz Bern, in welcher eine Mehrheit der 

Stimmberechtigten für den Kredit mit Baldachin gestimmt hat, kann als relevante 

Meinungsäusserung der Allgemeinheit zur Frage der Erfüllung des städtebaulichen 

Einfügungsgebots und der Einhaltung des Beeinträchtigungsverbots der 

Denkmalschutzbestimmungen anerkannt werden. Und schliesslich fallen auch die 

berechtigten öffentlichen Interessen, vor allem an einem umfassenden Witterungsschutz, in 

die Waagschale für den umstrittenen Baldachin. Aus diesen Gründen widerspricht der 

Baldachin den massgebenden Ästhetik- und Denkmalschutzvorschriften nicht. 

Klarzustellen ist jedoch Folgendes: Die Gemeinde Bern hat in ihren Schlussbemerkungen 

erklärt, sie wolle den Baldachin in Kenntnis des Welterbestatus ihrer Altstadt unabhängig 

von allfälligen Diskussionen im Kreis der Organe des Weltkulturerbes realisieren. Bei 

dieser Aussage ist die Beschwerdeführerin zu behaften. Es liegt in ihrer Verantwortung zu 

entscheiden, ob sie den Baldachin auch ohne Orientierung und Konsultation der 

zuständigen Organe der UNESCO verwirklichen will und ob sie damit das Risiko einer 

Infragestellung des Status der Altstadt von Bern als Weltkulturerbe eingehen will oder 

nicht. 

20

7. Die Vorinstanz wendet ein, der Baldachin könne auch deshalb nicht bewilligt werden, 

weil die Zustimmung der zuständigen städtischen Fachinstanz nach Art. 17 Abs. 1 des 
Gesetzes über die Denkmalpflege vom 8. September 1999 (Denkmalpflegegesetz, DPG; 

BSG 426.41) nicht vorliege.

Nach Art. 39 Abs. 1 DPG gelten alle Objekte, die gestützt auf das Gesetz vom 16. März 

1902 über die Erhaltung der Kunstaltertümer und Urkunden in das Inventar der 

Kunstaltertümer aufgenommen worden sind, als unter Schutz gestellt nach den 

Vorschriften des DPG. Die Veränderung eines unter Schutz gestellten unbeweglichen 

Denkmals ist nur zulässig, wenn die Fachstelle der zuständigen Direktion die 

entsprechende Bewilligung erteilt (Art. 17 Abs. 1 DPG). Im Bewilligungsverfahren für die 

Veränderung eines Objektes nach Art. 39 Abs. 1 DPG findet das Koordinationsgesetz vom 

21. März 1994 (KoG; BSG 724.1) keine Anwendung. Daraus folgt, dass in einem solchen 

Fall die Fachstelle und nicht die Baubewilligungsbehörde verfügt (Heidi Walther Zbinden, 

im KPG Bulletin 1+2, 2003 April, S. 44). 

Nach dem klarem Wortlaut von Art. 17 Abs. 1 DPG ist die Zustimmung nur notwendig, 

wenn ein unter Schutz gestelltes unbewegliches Denkmal verändert wird. Aus den 

Materialien ergibt sich keine andere Regelungsabsicht. Insbesondere wollte man damit 

nicht einen generellen Umgebungsschutz einführen (vgl. dazu Vortrag des 

Regierungsrates an den Grossen Rat zum Gesetz über die Denkmalpflege, S. 13). Mit 

RRB 5314 vom 24. November 1908 sind das Burgerspital und die Heiliggeistkirche nur als 

„Gebäude“ unter Schutz gestellt worden. Ein Umgebungsschutz im Sinne der 

Baugesetzgebung wurde nicht verfügt. Durch den Baldachin werden die beiden Gebäude 

nicht verändert. Deshalb ist eine Zustimmung nach Art. 17 Abs. 1 DPG nicht notwendig. Im 

Übrigen könnte man sich fragen, ob der Vorbehalt nach Art. 39 Abs. 1 DPG im 

Beschwerdeverfahren überhaupt gilt, denn das Gesetz spricht nur vom 

„Bewilligungsverfahren“. Es lässt sich deshalb die Auffassung vertreten, dass – wie z.B. im 

Falle der Ausnahmebewilligungen nach Art. 24 RPG – dieser Vorbehalt für das 

Beschwerdeverfahren nicht gilt und dass demzufolge die BVE die Zustimmung nach Art. 17 

DPG im Gesamtentscheid erteilen könnte, allerdings nur nach Einholung eines 

Amtsberichts der kantonalen Denkmalpflege. 

21

8. Die Beschwerdeführerin obsiegt. Die Beschwerdegegnerinnen haben die Abweisung 

der Beschwerde beantragt. Deshalb haben sie die Kosten dieses Verfahrens zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese betragen pauschal Fr. 1'400.-- (Art. 103 Abs. 1 VRPG). 

Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 104 Abs. 3 VPRG). 

III. Entscheid

1. Die Beschwerde der Stadt Bern vom 8. Mai 2006 wird gutgeheissen, die 

Baubewilligung für den „Baldachin“ wird erteilt und der Gesamtbauentscheid vom 10. 

April 2006 des Regierungsstatthalteramtes Bern wird wie folgt abgeändert: 

Ziffer 1.1: „…, vorbehältlich Ziffer 1.2 unten…“ wird gestrichen.

Ziffer 1.2 wird aufgehoben.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens betragen Fr. 1'400.--. Sie werden der 

B.________ und der D.________ je zur Hälfte auferlegt. Die 

Beschwerdegegnerinnen haften solidarisch für den gesamten Betrag.

3. Parteikosten werden keine gesprochen. 

IV. Eröffnung

- Herrn Fürsprecher A.________, 

- Herrn Fürsprecher C.________, 

– je als Gerichtsurkunde.

- Regierungsstatthalteramt Bern, 

- Bundesamt für Kultur, Sektion Heimatschutz und Denkmalpflege, z.K.

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

22

B. Egger-Jenzer, Regierungsrätin