# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dfcabb77-0a45-55db-95e9-636cb128ddbe
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.11.2023 200 2023 543
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-543_2023-11-21.pdf

## Full Text

200 23 543 IV
FUE/SHE/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. November 2023

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 13. Juni 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Nov. 2023, IV/23/543, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1972 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. 
Beschwerdeführer), der über keine Berufsausbildung verfügt, arbeitete 
zuletzt von Januar 2002 bis Oktober 2014 bei der B.________ GmbH als 
…. Von Januar bis Juli 2015 sowie in den Monaten September und 
Dezember 2015 bezog er Arbeitslosentaggelder. Im Februar 2017 erfolgte 
bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB oder Beschwerdegegnerin) die 
Anmeldung zum Leistungsbezug (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 2). 
Diese tätigte erwerbliche und medizinische Abklärungen. Gestützt auf die 
Aktenbeurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 23. 
Januar 2018 (AB 28) gewährte sie Eingliederungsmassnahmen (vgl. 
Mitteilung vom 27. Februar 2018 [AB 31]). Insbesondere veranlasste sie ein 
Belastbarkeitstraining (vgl. Mitteilung vom 28. Februar 2018 [AB 32]). Am 
23. Mai 2018 (AB 40) brach die IVB die beruflichen Massnahmen per 25. 
Mai 2018 ab (vgl. auch Abschlussbericht der beruflichen 
Eingliederungsmassnahme vom 28. Juni 2018 [AB 49/2]). Nach Einholung 
einer weiteren RAD-Aktenbeurteilung vom 12. Juni 2018 (AB 42) schloss 
die IVB die berufliche Eingliederung mit Verfügung vom 27. August 2018 
(AB 51; vgl. auch Mitteilung vom 7. September 2018 [AB 55]) ab und 
sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 21. Dezember 2018 (AB 58/2) 
bei einem Invaliditätsgrad von 51% ab dem 1. August 2017 eine halbe 
Invalidenrente zu. Diese Verfügung blieb unangefochten.

B.

Anlässlich eines im September 2021 (AB 70) von Amtes wegen 
eingeleiteten Rentenrevisionsverfahrens tätigte die IVB erneut berufliche 
und medizinische Abklärungen. Insbesondere gestützt auf die RAD-
Aktenbeurteilung vom 15. März 2023 (AB 119) verfügte sie nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 120) am 13. Juni 2023 (AB 
123/2), bei einem Invaliditätsgrad von 100% ab 1. Juni 2021 die bisherige 
halbe Invalidenrente per 1. September 2021 auf eine ganze Rente zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Nov. 2023, IV/23/543, Seite 3

erhöhen und bei einem Invaliditätsgrad von 48% ab dem 1. August 2022 
per 1. November 2022 auf eine Invalidenrente von 45% des Betrages einer 
ganzen Invalidenrente herabzusetzen. 

C.

Mit Eingabe vom 13. Juli 2023 erhob der Versicherte dagegen 
Beschwerde. Er beantragte sinngemäss, ihm sei über den 31. Oktober 
2022 hinaus bei einem Invaliditätsgrad von 100% eine ganze 
Invalidenrente auszurichten. 

Mit Beschwerdeantwort vom 4. September 2023 schloss die 
Beschwerdegegnerin unter Verweis auf eine ins Recht gelegte RAD-
Aktenbeurteilung vom 15. August 2023 (in den Gerichtsakten) auf 
Abweisung der Beschwerde. 

Von der Möglichkeit, Schlussbemerkungen einzureichen (vgl. 
prozessleitende Verfügung vom 5. September 2023), machte der 
Beschwerdeführer keinen Gebrauch.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, 

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durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 
59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 13. Juni 2023 
(AB 123/2), mit welcher die Beschwerdegegnerin die bisherige halbe 
Invalidenrente per 1. September 2021 auf eine ganze Invalidenrente 
erhöhte und alsdann per 1. November 2022 auf eine Invalidenrente von 
45% des Betrags einer ganzen Invalidenrente reduzierte. Anstelle der 
Invalidenrente von 45% des Betrags einer ganzen Rente verlangt der 
Beschwerdeführer die unbefristete Weiterausrichtung einer ganzen Rente. 
Auch wenn lediglich die Reduktion der Invalidenrente per 1. November 
2022 beanstandet wird, bedeutet dies nach der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung (BGE 125 V 413 E. 2d S. 417) nicht, dass die unbestritten 
gebliebenen Rentenbezugszeiten in Rechtskraft erwachsen und 
demzufolge der richterlichen Überprüfung entzogen sind. Folglich ist 
vorliegend nicht bloss der Anspruch auf eine höhere als die ab dem 1. 
November 2022 zugesprochene Invalidenrente von 45% des Betrages 
einer ganzen Invalidenrente, sondern der Rentenanspruch als Ganzes ab 
dem 1. September 2021 zu prüfen.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 
oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 148 V 
162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Im Zeitpunkt des ersten 
Revisionsgrundes per Juni 2021 (vgl. E. 3.1 hiernach) ist das bis 31. 
Dezember 2021 gültige Recht und dabei insbesondere die bis dahin 
gültigen Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 17. 
Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) in der bis 
31. Dezember 2021 gültigen Fassung (fortan: aArt.) massgebend. Falls der 
Beschwerdeführer über den 1. Januar 2022 hinaus Anspruch auf eine 
Invalidenrente hat, so erfolgt ein allfälliger Wechsel zum neuen stufenlosen 
Rentensystem je nach Alter der Rentenbezügerin oder des 
Rentenbezügers gemäss lit. b und c der Übergangsbestimmungen des IVG 
zur Änderung vom 19. Juni 2020 (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 16. Mai 2023, 8C_608/2022, E. 3.1). Gemäss lit. b Abs. 1 bleibt für 
Rentenbezügerinnen und -bezüger, deren Rentenanspruch vor Inkrafttreten 
dieser Änderung entstanden ist und die bei Inkrafttreten dieser Änderung 
das 55. Altersjahr noch nicht vollendet haben, der bisherige 
Rentenanspruch solange bestehen, bis sich der Invaliditätsgrad nach Art. 
17 Abs. 1 ATSG ändert. Der am ... … 1972 geborene Beschwerdeführer 
(AB 2/1 Ziff. 1.1) hatte am 1. Januar 2022 das 55. Altersjahr noch nicht 
vollendet. Mit Eintritt eines weiteren Revisionsgrundes im August 2022 (vgl. 
E. 3.5 hiernach) gelangt damit unter der Voraussetzung, dass der 
Rentenanspruch trotz Erfüllung der Voraussetzungen nach Art. 17 Abs. 1 
ATSG bei einer Erhöhung des Invaliditätsgrads nicht sinken oder bei einem 
Sinken des Invaliditätsgrades nicht ansteigen würde, das neue, seit 1. 
Januar 2022 geltende Recht (mit dem Wechsel ins stufenlose 
Rentensystem) zur Anwendung (vgl. auch Rz. 9102 und 9201 f. des 
Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über 
Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]; zur Bedeutung 
von Verwaltungsweisungen, vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82).

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2.2

2.2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a) und die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen 
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) 
gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid 
(Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c).

2.2.2.1 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe 
Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf 
eine Viertelsrente.

2.2.2.2 Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2022 gültigen 
Fassung) wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen an 
einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis 69% 
entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 IVG), 
bei einem Invaliditätsgrad ab 70% besteht Anspruch auf eine ganze Rente 
(Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invaliditätsgrad zwischen 40 und 49% gel-
ten die prozentualen Anteile nach Massgabe von Art. 28b Abs. 4 IVG.

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2.3

2.3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder 
aufgehoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG in der 
seit dem 1. Januar 2022 gültigen Fassung wird die Invalidenrente von 
Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft erhöht, herabgesetzt 
oder aufgehoben, wenn der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder 
eines Rentenbezügers sich um mindestens fünf Prozentpunkte ändert (lit. 
a) oder auf 100% erhöht (lit. b).

2.3.2 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

2.3.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, 
sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Be-
messung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 
2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.3.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der 
Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung 
ausschlaggebenden Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an 

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frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 
198 E. 4b S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.3.5 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende Än-
derung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei 
Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 
88a Abs. 1 IVV). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die 
anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne 
wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 
IVV). 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Mit Verfügung vom 21. Dezember 2018 (AB 58/2) – diese ist 
massgebender Vergleichszeitpunkt (E. 2.3.2 hiervor) – sprach die 
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer gestützt auf die 
Aktenbeurteilung von Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, vom 12. Juni 2018 (AB 42), wonach der Beschwerdeführer 
namentlich an einer äthyltoxischen Leberzirrhose Child-Pugh-Score A6, 
MELD-Score 7, leide und ihm eine angepasste leichte Wechseltätigkeit im 

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Rahmen eines 50%-Pensums (zwei Mal zwei Stunden pro Tag mit einer 
längeren zwischenzeitlichen Pause zur Erholung) zumutbar sei, bei einem 
Invaliditätsgrad von 51% eine halbe Invalidenrente mit Wirkung ab 1. 
August 2017 zu. Aufgrund der im Juni 2021 dekompensierten 
äthyltoxischen Leberzirrhose mit metabolischer Komponente bei 
äthyltoxischer, akuter Steatohepatitis Child-Pugh-Score B9, MELD-Score 
23 (AB 97/18 f.), mit damit einhergehender vollständig aufgehobener 
Erwerbsfähigkeit (AB 119/10 f.) und Hospitalisation im Juni/Juli 2021 (vgl. 
AB 79/2 Ziff. 4, 83/21) liegt ein medizinischer Revisionsgrund vor, womit die 
Beschwerdegegnerin zu Recht eine allseitige Prüfung des 
Leistungsanspruchs vorgenommen hat und mit Verfügung vom 13. Juni 
2023 (AB 123/2) die bis dahin ausgerichtete halbe Invalidenrente – 
nachdem die Verschlechterung mehr als drei Monate andauerte (vgl. E. 
2.3.5 hiervor) – ab 1. September 2021 auf eine ganze Rente erhöhte. Dies 
erweist sich aufgrund der Akten als korrekt und wird von den Parteien zu 
Recht nicht bestritten. 

3.2 Zu prüfen bleibt die mit Verfügung vom 13. Juni 2023 (AB 123/2) 
per 1. November 2022 erfolgte Herabsetzung auf eine Invalidenrente von 
45% des Betrags einer ganzen Invalidenrente. Hierzu ergeben die 
medizinischen Akten im Wesentlichen das Folgende: 

3.2.1 Dr. med. C.________ führte in der RAD-Aktenbeurteilung vom 15. 
März 2023 (AB 119) aus, beim Versicherten bestehe eine alkoholtoxische 
Leberzirrhose, welche sich im Rahmen von Alkoholrückfällen (wiederholtes 
Alkoholentzugsdelir, zuletzt im Dezember 2020 und Juni 2021) vorü-
bergehend in ein Stadium Child-Pugh-Score C11 verschlechtert habe. 
Auch hätten sich die Folgeerkrankungen verschlechtert und im September 
2020 seien erstmals Ösophagusvarizen Iº aufgetreten; im Januar 2021 sei 
es zu einer deutlichen Erhöhung der Lebersteifigkeit gekommen. Im 
weiteren Verlauf sei es dann offensichtlich unter anhaltender Alkoholkarenz 
zu einer zunehmenden Verbesserung gekommen mit wenig subjektiven 
Beschwerden ausser anhaltender Müdigkeit sowie intermittierend 
Einschränkungen im Rahmen einer Umbilikalhernien-Operation im März 
2022 und Beschwerden bei degenerativen 
Rotatorenmanschettenveränderungen der rechten Schulter (Operation 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Nov. 2023, IV/23/543, Seite 10

empfohlen, bisher abgelehnt). Die erhöhte Lebersteifigkeit habe sich von 
62 auf 31 kPa (normal bis ca. 8 kPa) im November 2022 verbessert bei 
gleichzeitiger Verbesserung der Leberwerte und Rückgang des Aszites 
(Bauchwasser). Zuletzt (Januar 2023) sei ein stabiler Verlauf mit Stadium 
Child-Pugh-Score B7, MELD-Score 7, und rückläufigen aber noch erhöhten 
Leberwerten unter wohl anhaltender Alkoholabstinenz beschrieben worden. 
Hinweise auf ein zusätzliches HCC (hepatozelluläres Karzinom) hätten sich 
bildgebend nicht ergeben. Es sei der Ausbau der körperlichen 
Betätigungen, eiweissreiche und salzarme Ernährung sowie eine 
Gewichtsreduktion bei Adipositas empfohlen worden. Seit der 
rentenzusprechenden Verfügung vom Dezember 2018 sei es aufgrund der 
vorliegenden Befundberichte ab ca. Juni 2021 (Steato-Hepatitis) zu einer 
vorübergehend anhaltenden Verschlechterung mit Aufhebung der 
Leistungsfähigkeit gekommen. Spätestens ab August 2022 hätte sich die 
Situation so stabilisiert, dass sogar zwischenzeitlich ein Stadium Child-
Pugh-Score A6, MELD-Score 9, habe erreicht werden können. Somit 
könne aufgrund der vorliegenden Befunde ab diesem Zeitpunkt wieder auf 
das Zumutbarkeitsprofil des RAD vom Juni 2018 abgestellt werden. Bei 
weiter anhaltender Alkoholabstinenz sollte sich die Situation auch noch 
weiter stabilisieren. Eine angepasste Tätigkeit (spezifiziert, auch auf die 
Schulterpathologie; körperlich leichte, überwiegen sitzende Arbeit) sei dem 
Versicherten ganztags zu maximal vier Stunden, aufgeteilt in zwei Mal zwei 
Stunden mit einer längeren zwischenzeitlichen Pause, zumutbar. Zu 
vermeiden seien anhaltende Zwangshaltungen, Heben von Lasten 
körperfern, repetitives Heben von Lasten über Brusthöhe, 
Überkopfarbeiten, repetitives Kauern, Bücken oder Tätigkeiten in nach vorn 
geneigter Haltung (d.h. keine Körperhaltungen mit Bauchpresse), 
armbelastende Tätigkeiten (vor allem rechts) mit Arbeiten über Bauchhöhe 
und das Besteigen von Leitern und Gerüsten sowie häufiges 
Treppensteigen. Bei Asthma seien keine Tätigkeiten mit inhalativen 
Belastungen (Staub, Dämpfe, Rauch) zumutbar. 

3.2.2 Eine weitere Aktenbeurteilung von Dr. med. C.________ datiert vom 
15. August 2023 (in den Gerichtsakten). Darin führte dieser aus, nach 
Durchsicht der Befundberichte habe sich aus Sicht des RAD keine 
relevante Verschlechterung ergeben, wobei im Rahmen der Anhörung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Nov. 2023, IV/23/543, Seite 11

keine weiteren aktuellen Befundberichte eingereicht worden seien. An 
Problematiken bestünden an der rechten Schulter degenerative 
Veränderungen (Januar 2022), weswegen gegebenenfalls eine Operation 
(Arthroskopie) empfohlen aber bisher wohl nicht durchgeführt worden sei. 
Die Schulterpathologie sei im Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt worden. Im 
Mai 2022 habe wegen einer Umbilikalhernie eine Operation mit 
erfreulichem Verlauf stattgefunden. Somit bestehe diesbezüglich wohl 
keine Problematik mehr. Im August 2022 sei eine Schilderung der 
hepathologischen Situation (Spital D.________) mit einem Stadium Child-
Pugh-Score A und stabilem Verlauf sowie mehrheitlich intakter 
Leberfunktion ohne Aszites (Bauchwasser) erfolgt. Im letzten Bericht des 
Spitals D.________ vom Januar 2023 werde – mit Ausnahme von 
Müdigkeit und intermittierendem Schwindel – ein gutes Wohlbefinden 
beschrieben. Es würden täglich Spaziergänge durchgeführt und die 
Situation sei stabil in einem Stadium Child-Pugh-Score B mit rückläufigen 
Leberwerten und rückläufiger Lebersteifigkeit (Stiffness). Insofern würden 
im Moment keine objektiven Argumente geliefert, welche eine relevante 
Verschlechterung der Situation bedingten. Aufgrund der derzeitigen 
objektiven Befundlage könne aus Sicht des RAD am bisherigen 
Zumutbarkeitsprofil festgehalten werden. Ein Gutachten werde derzeit nicht 
für notwendig erachtet, gegebenenfalls könnten weitere Verlaufsberichte 
der Hepatologie des Spitals D.________ zur Kenntnis genommen werden. 
Bei weiter anhaltender Alkoholabstinenz sollte sich die Situation auch noch 
weiter stabilisieren. In den Stadien Child-Pugh-Score A und B sei eine 
alkoholtoxische Leberzirrhose bei konsequenter Alkoholabstinenz durchaus 
rückbildungsfähig. Insofern sei derzeit aufgrund der objektiven Befundlage 
nicht von einer dauerhaft anhaltenden Leistungsunfähigkeit auszugehen. 

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

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anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 8 E. 3.2). Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, 
sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die 
fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen 
Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der 
versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch 
in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste 
(SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3). Trotz dieser grundsätzlichen 
Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer 
Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem 
gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom 
Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger 
Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines 
externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 
Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen. 
Insbesondere sind die von der versicherten Person aufgelegten Berichte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Nov. 2023, IV/23/543, Seite 13

der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die 
Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen 
durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in 
Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen 
auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um 
solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein 
Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger 
zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine 
Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 
229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; SVR 2021 UV Nr. 34 S. 155 E. 2.3).

3.4 Die Aktenbeurteilungen von Dr. med. C.________ vom 15. März 
2023 (AB 119) und 15. August 2023 (in den Gerichtsakten) erfüllen die 
Voraussetzungen der Rechtsprechung an eine medizinische 
Aktenstellungnahme und erbringen vollen Beweis. Dass der RAD-Internist 
auf eine klinische Exploration des Beschwerdeführers verzichtete, ist nicht 
zu beanstanden, konnte er sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen 
doch ein lückenloses Bild verschaffen. Zudem geht es hier im Wesentlichen 
um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden 
medizinischen Sachverhalts (vgl. E. 3.3 hiervor). Mit den RAD-Berichten 
liegen überzeugende und schlüssige fachärztliche Beurteilungen aus 
internistischer Sicht vor. Dr. med. C.________ kommt darin zum 
einleuchtenden Schluss, dass sich die Situation spätestens im August 2022 
wieder dergestalt verbesserte, dass nurmehr ein Stadium Child-Pugh-
Score A6 sowie ein MELD-Score 9 festgestellt werden konnte (vgl. auch 
Bericht des Spitals D.________, vom 11. August 2022 [AB 103/2]). 
Aufgrund dieser Befunde schlussfolgerte der RAD-Internist, es gelte ab 
August 2022 wiederum das von ihm im Juni 2018 formulierte 
Zumutbarkeitsprofil bzw. die Arbeitsfähigkeit betrage wieder zwei Mal zwei 
Stunden pro Tag in einer angepassten Tätigkeit. Mit den beiden RAD-
Aktenbeurteilungen liegen nachvollziehbare und schlüssige fachärztliche 
Beurteilungen vor, so dass darauf abzustellen ist. Die Vorbringen des 
Beschwerdeführers wie auch die übrigen Akten vermögen keine auch nur 
geringen Zweifel an den RAD-Beurteilungen zu wecken:

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Der Bericht des behandelnden Hausarztes Dr. med. E.________, Facharzt 
für Allgemeine Innere Medizin, vom 8. November 2021, wonach keine 
Erwerbstätigkeit mehr zumutbar und bei fortgeschrittener Leberzirrhose 
auch keine Verbesserung zu erwarten sei (AB 79/3 Ziff. 9 sowie 79/4 Ziff. 
13), steht insoweit im Einklang mit der Beurteilung des RAD-Internisten, als 
auch dieser im Berichtzeitpunkt (8. November 2021) von einer gänzlich 
aufgehobenen Erwerbsfähigkeit ausging. Die Annahme des Hausarztes, 
wonach keine Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten 
sei, wobei er diese Prognose nicht hinreichend begründete, hat sich jedoch 
offenkundig nicht bestätigt. Vielmehr hat der echtzeitliche Verlauf resp. die 
Befundlage gezeigt, dass sich der Gesundheitszustand spätestens im 
August 2022 wieder erheblich verbessert hatte (namentlich sank der Child-
Pugh-Score von B9 im Juni 2021 auf A6 im August 2022), womit 
einleuchtet, dass RAD-Internist Dr. med. C.________ wiederum vom zuvor 
geltenden Zumutbarkeitsprofil ausging, als vergleichbare Werte in Bezug 
auf die Leber vorlagen, und dieses unter Berücksichtigung der neu 
aufgetretenen Schulterproblematik ergänzte (vgl. AB 119/11). Soweit der 
Beschwerdeführer mit Verweis auf einen vor Jahren abgebrochenen 
Arbeitsversuch die Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit in einer 
Teilzeittätigkeit verneint, ist mit der Beschwerdegegnerin 
(Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. 7) festzuhalten, dass gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung (statt vieler Entscheid des BGer vom 
27. Juni 2018, 8C_48/2018, E. 4.3.1 mit Hinweisen) eine abschliessende 
Beurteilung der sich aus einem Gesundheitszustand ergebenden 
funktionellen Leistungsfähigkeit in der Hauptsache dem Arzt oder der Ärztin 
obliegt und nicht den Fachleuten der Berufsberatung bzw. beruflichen 
Eingliederung. 

Der medizinische Sachverhalt ist hinreichend erstellt. Auf weitere 
medizinische Abklärungen ist in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 
144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; 
SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) zu verzichten.

3.5 Aufgrund des Dargelegten ist somit erstellt, dass sich der 
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers spätestens im August 2022 
wieder erheblich verbesserte und ihm seit diesem Zeitpunkt eine körperlich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Nov. 2023, IV/23/543, Seite 15

leichte überwiegend sitzende Tätigkeit ganztags zu maximal vier Stunden, 
aufgeteilt in zwei Mal zwei Stunden mit einer längeren zwischenzeitlichen 
Pause, zumutbar ist. Zur vermeiden sind anhaltende Zwangshaltungen, 
Heben von Lasten körperfern, repetitives Heben von Lasten über 
Brusthöhe, Überkopfhöhe, repetitives Kauern, Bücken oder Tätigkeiten in 
nach vorn geneigter Haltung (d.h. keine Körperhaltungen mit 
Bauchpresse), armbelastende Tätigkeiten, Arbeiten über Bauchhöhe und 
Besteigen von Leitern und Gerüsten sowie häufiges Treppensteigen, 
Arbeiten mit inhalativen Belastungen. Gestützt darauf ist nachfolgend die 
Invaliditätsbemessung vorzunehmen, stellt diese Veränderung doch einen 
Revisionsgrund dar.

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 
und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Soweit für die Bestimmung der 
massgebenden Erwerbseinkommen statistische Werte herangezogen 
werden, sind die Zentralwerte der Lohnstrukturerhebung (LSE) des 
Bundesamtes für Statistik (BFS) massgebend. Andere statistische Werte 
können beigezogen werden, sofern das Einkommen im Einzelfall nicht in 
der LSE abgebildet ist. Es sind altersunabhängige und 
geschlechtsspezifische Werte zu verwenden (Art. 25 Abs. 3 IVV). Die 
statistischen Werte nach Abs. 3 sind an die betriebsübliche Arbeitszeit 
nach Wirtschaftsabteilungen und an die Nominallohnentwicklung 
anzupassen (Art. 25 Abs. 4 IVV).

4.2 Für die Ermittlung des Einkommens ohne Invalidität 
(Valideneinkommen; Art. 16 ATSG) ist entscheidend, was die versicherte 
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

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tatsächlich verdient hätte (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325). Das 
Valideneinkommen bestimmt sich anhand des zuletzt vor Eintritt der 
Invalidität tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens. Unterlag das in den 
letzten Jahren vor Eintritt der Invalidität erzielte Erwerbseinkommen starken 
Schwankungen, so wird auf ein angemessenes Durchschnittseinkommen 
abgestellt (Art. 26 Abs. 1 IVV). Kann das tatsächlich erzielte 
Erwerbseinkommen nicht oder nicht hinreichend genau bestimmt werden, 
so wird das Einkommen ohne Invalidität nach statistischen Werten nach 
Art. 25 Abs. 3 IVV für eine Person bei gleicher Ausbildung und 
entsprechenden beruflichen Verhältnissen festgelegt (Art. 26 Abs. 4 IVV). 
Nicht massgebend ist, was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 135 V 58 
E. 3.1 S. 59, 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53; SVR 2021 IV Nr. 29 S. 91 E. 2.2).

4.3 Erzielt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität ein 
Erwerbseinkommen, so wird ihr dieses als Einkommen mit Invalidität (Art. 
16 ATSG) angerechnet, sofern sie damit ihre verbliebene funktionelle 
Leistungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit 
bestmöglich verwertet (Art. 26bis Abs. 1 IVV). Liegt kein anrechenbares 
Erwerbseinkommen vor, so wird das Einkommen mit Invalidität nach 
statistischen Werten gemäss Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt (Art. 26bis Abs. 2 
IVV). Kann die versicherte Person aufgrund ihrer Invalidität nur noch mit 
einer funktionellen Leistungsfähigkeit nach Art. 49 Abs. 1bis IVV von 50% 
oder weniger tätig sein, so werden vom statistisch bestimmten Wert 10% 
für Teilzeitarbeit abgezogen (Art. 26bis Abs. 3 IVV). Andere Abzugsgründe 
wurden mit der Einführung des neuen Rentensystems im Rahmen der 
Weiterentwicklung der Invalidenversicherung per 1. Januar 2022 weder im 
IVG noch in der IVV vorgesehen (Entscheid des Verwaltungsgerichts des 
Kantons Bern vom 5. September 2023, IV/2023/389, E. 5.3.4 [zur 
Publikation in der BVR vorgesehen]; vgl. auch BSV, 
Ausführungsbestimmungen zur Änderung des Bundesgesetzes über die 
Invalidenversicherung [Weiterentwicklung der IV], Erläuternder Bericht 
[nach Vernehmlassung] vom 3. November 2021, S. 53 f.; abrufbar: 
www.bsv.ad min.ch > Sozialversicherungen > Invalidenversicherung > 
Reformen & Revisionen > Weiterentwicklung der IV > Dokumentation > 
Erläuterungen).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Nov. 2023, IV/23/543, Seite 17

4.4 Mit Blick auf die spätestens im August 2022 eingetretene 
gesundheitliche Verbesserung ist der Einkommensvergleich auf das Jahr 
2022 hin vorzunehmen.

4.5 Der Beschwerdeführer war zuletzt vor Eintritt des Gesundheitsscha-
dens bis am 16. Oktober 2014 bei der B.________ GmbH in … angestellt 
(AB 23). In der Folge bezog er Arbeitslosenentschädigung. Per Ende 2015 
bzw. Anfangs 2016 kam es in der B.________ GmbH zu einem 
Betreiberwechsel. Über die Nachfolgerin (F.________ AG) wurde mit 
Wirkung per 6. Mai 2020 der Konkurs eröffnet und die Gesellschaft per 14. 
Juni 2021 im Handelsregister gelöscht (vgl. www.zefix.ch). Damit ist mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer 
auch im Gesundheitsfall im hier massgebenden Zeitpunkt nicht mehr in der 
B.________ GmbH bzw. im Nachfolgebetrieb arbeiten würde. Das bei der 
B.________ GmbH erzielte Einkommen ist daher nicht für die Ermittlung 
des Valideneinkommens heranzuziehen, sondern dieses ist aufgrund von 
statistischen Daten zu ermitteln (vgl. E. 4.2 hiervor; vgl. statt vieler auch 
Entscheid des BGer vom 21. Oktober 2014, 9C_378/2014, E. 4.3.1). 
Aufgrund der über 20-jährigen Erfahrung im … (vgl. AB 11) ist mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der 
Beschwerdeführer nach wie vor in dieser Branche tätig wäre und zwar wie 
zuletzt während rund zwölf Jahren als ungelernte … (AB 2). Gestützt auf 
die Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 2020, Ziff. 55-56 
(Gastgewerbe/Beherbergungen und Gastronomie) hätte er im Jahr 2020 im 
Kompetenzniveau 2 einen Monatslohn von Fr. 4‘481.-- erzielt. Angepasst 
an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 42.5 Stunden (vgl. 
Ziff. 55-56 [Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie] der Tabelle 
„Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro 
Woche“) und angepasst an die Nominallohnentwicklung pro 2022 (Tabelle 
T1.1.20, Nominallohnindex, Männer 2021-2022, Ziff. 55/56 [Beherbergung 
und Gastronomie]; 2020 [100], 2022 [100.8]) ergibt sich ein massgebendes 
Valideneinkommen von Fr. 57‘589.80 (Fr. 4‘481.-- x 12 Monate / 40 
Stunden x 42.5 Stunden / 100 x 100.8).

4.6 Da der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit nicht verwertet, 
wird auch das Invalideneinkommen gestützt auf statistische Werte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Nov. 2023, IV/23/543, Seite 18

bestimmt (vgl. E. 4.3 hiervor). Gemäss dem Totalwert, Männer, 
Kompetenzniveau 1, Tabelle TA1_tirage_skill_level, der LSE 2020 
verdienten Männer 2020 monatlich Fr. 5‘261.--. Aufgerechnet auf ein Jahr 
und angepasst an die Nominallohnentwicklung pro 2022 (Tabelle T1.1.20, 
Nominallohnindex, Männer 2021-2022, Totalwert; 2020 [100], 2022 [100.3]) 
resultiert ein Wert von Fr. 63‘321.40 (Fr. 5‘261.-- x 12 Monate / 100 x 
100.3). Dabei hat entgegen der angefochtenen Verfügung keine 
Aufrechnung auf eine „betriebsübliche“ wöchentliche Arbeitszeit zu 
erfolgen, da aus medizinischer Sicht eine verbleibende tägliche Arbeitszeit 
von zwei Mal zwei Stunden bzw. 20 Stunden pro Woche (und nicht ein 
prozentualer Anteil der Wochenarbeitszeit) attestiert wurde (Entscheid des 
BGer vom 6. Oktober 2020, 8C_703/2019, E. 5.1). Unter Berücksichtigung 
einer Restarbeitsfähigkeit von 20 Stunden pro Woche und eines Abzugs 
vom Tabellenlohn von 10% wegen der verbleibenden Arbeitsfähigkeit von 
nur noch vier Stunden pro Tag (vgl. Art. 26bis Abs. 3 IVV) beläuft sich das 
Invalideneinkommen auf Fr. 28‘494.65 (Fr. 63‘321.40 / 40 Stunden x 20 
Stunden x 90%).

4.7 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 57‘589.80 (vgl. E. 4.5 hiervor) 
und einem Invalideneinkommen von Fr. 28‘494.65 (vgl. E. 4.6 hiervor) 
resultiert ein Invaliditätsgrad von gerundet 50% ([Fr. 57‘589.80 - 28‘494.65] 
/ Fr. 57‘589.80 x 100). Unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 1 IVV, 
wonach eine Verbesserung zu berücksichtigen ist, nachdem sie ohne 
wesentlichen Unterbruch drei Monate gedauert hat und voraussichtlich 
weiterhin andauern wird, hat der Beschwerdeführer damit ab 1. November 
2022 nurmehr Anspruch auf eine Invalidenrente entsprechend 50% des 
Betrages einer ganzen Invalidenrente. 

4.8 Zusammenfassend ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde 
die angefochtene Verfügung vom 13. Juni 2023 dahingehend abzuändern, 
dass ab 1. November 2022 Anspruch auf eine Invalidenrente von 50% des 
Betrages einer ganzen Invalidenrente besteht. Soweit weitergehend ist die 
Beschwerde abzuweisen. 

5.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Nov. 2023, IV/23/543, Seite 19

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Mit Blick darauf, dass der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde eine 
höhere Invalidenrente (50% anstatt 45% des Betrages einer ganzen Invali-
denrente) erreicht hat, seinem Antrag auf eine ganze Rente jedoch nicht zu 
entsprechen ist, rechtfertigt es sich, von einem Obsiegen von einem Viertel 
auszugehen. Dementsprechend hat der Beschwerdeführer von den gericht-
lich auf Fr. 800.-- bestimmten Verfahrenskosten drei Viertel, ausmachend 
Fr. 600.--, zu übernehmen. Die Beschwerdegegnerin ihrerseits hat im Um-
fang ihres Unterliegens die Verfahrenskosten zu einem Viertel, ausma-
chend Fr. 200.--, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). 
Der auf den Beschwerdeführer entfallende Anteil von Fr. 600.-- ist dem von 
ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 800.-- zu entnehmen. Die Res-
tanz von Fr. 200.-- ist ihm nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurück-
zuerstatten.

5.2 Der nicht anwaltlich vertretene Beschwerdeführer hat nach konstan-
ter Praxis trotz seines teilweisen Obsiegens keinen Anspruch auf eine Par-
teientschädigung, da der Aufwand zur Wahrung seiner Interessen den 
Rahmen dessen nicht überschritten hat, was der Einzelne üblicher- und 
zumutbarerweise nebenbei zur Besorgung seiner persönlichen Angelegen-
heiten auf sich zu nehmen hat (BGE 127 V 205 E. 4b S. 207; SVR 2019 KV 
Nr. 7 S. 51 E. 9.2.1).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Bern vom 13. Juni 2023 insoweit abgeändert, 
als ab 1. November 2022 Anspruch auf eine Invalidenrente von 50% 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Nov. 2023, IV/23/543, Seite 20

des Betrages einer ganzen Invalidenrente besteht. Soweit 
weitergehend wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden zu Fr. 600.-- dem Be-
schwerdeführer bzw. zu Fr. 200.-- der Beschwerdegegnerin zur Bezah-
lung auferlegt. Der Anteil des Beschwerdeführers wird dem geleisteten 
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- entnommen. Die Restanz 
von Fr. 200.-- wird ihm nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.