# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff3d7e38-57ab-5389-923b-ad0d4962a946
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-31
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2005 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2005
**Docket/Reference:** DB.2011.59
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2011_59_rl.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2011.59 
1 ST.2011.89 

Entscheid 

 31. August 2011 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiberin Barbara Müller 

A,   

vertreten durch B,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2005 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2005 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A deklarierte in der Steuererklärung 2005 nebst Einkünften aus seiner Tä-

tigkeit  als  Partner  einer  grossen  Wirtschaftsanwaltskanzlei  von  Fr.  ……….-  sowie  ei-

nem  unselbstständigen  Nebenerwerb  von  Fr. ………..-  aus  Honoraren  als  Verwal-

tungsrat einen Verlust seiner Einzelunternehmung "C" in der Höhe von Fr. 384'607.-.  

Mit Auflage vom 27. März 2009 forderte der Steuerkommissär vom Pflichtigen 

einen  vollständigen  Businessplan  der  "C"  (inkl.  Planungserfolgsrechnung,  erwartete 

Einnahmen mit Angabe der dafür getroffenen Annahme, Planbilanzen, Liquiditäts- und 

Investitionsplan,  Kapitalbedarf  und  -verwendung,  Kapitalherkunft,  erwartete  Rendite) 

ein.  Sodann  ersuchte  er  um  einen  detaillierten  Bericht  sowie  eine  Zeittabelle  für  die 

Darlegung des zeitlichen Aufwands der Einzelunternehmung. Weiter verlangte er eine 

detaillierte schriftliche Aufzeichnung der Marketing-Strategie. Der Pflichtige liess hierzu 

am 15. April 2009 Stellung nehmen und verschiedene Unterlagen, darunter zahlreiche 

CD's, einreichen.  

Am 11. November 2009 liess der Steuerkommissär dem Pflichtigen einen Ver-

anlagungs- und einen Einschätzungsvorschlag für die Steuerperiode 2005 zukommen, 

wobei er den Verlust der Einzelunternehmung aufrechnete. In einem Begleitschreiben 

begründete  er  die  Aufrechnung.  Der  Pflichtige  liess  hierauf  erklären,  dass  er  an  der 

steuerlichen Anerkennung der selbstständigen Erwerbstätigkeit festhalte. Zudem bat er 

um einen Besprechungstermin. Am 3. Februar 2010 fand eine Besprechung zwischen 

dem  Pflichtigen,  dessen  Vertreter  und  dem  Steuerkommissär  statt.  Am  19.  Febru-

ar 2010  bat  der  Steuerkommissär  den  Pflichtigen  um  die  Beantwortung  weiterer  Fra-

gen.  Mit  Eingabe vom  29.  März  2010  liess  dieser  dazu Stellung  nehmen  und weitere 

Unterlagen einreichen.  

Mit Einschätzungsentscheid vom 27. August 2010 betreffend Staats- und Ge-

meindesteuern  2005  und  Hinweis  des  gleichen  Tages  bzw.  Veranlagungsverfügung 

vom 13. September 2010 betreffend direkte Bundessteuer 2005 eröffnete der Steuer-

kommissär  dem  Pflichtigen  ein  steuerbares  Einkommen  von  Fr.  ……...-  (satzbestim-

mend Fr. ………..-; Staats- und Gemeindesteuern) bzw. Fr. ………..- (satzbestimmend 

Fr.  ……….-;  direkte Bundessteuer).  Hierbei  verwehrte er  erneut  die  Verrechnung  des 

Verlusts aus der "C" mit dem übrigen Einkommen. Den Entscheiden legte er wiederum 

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ein  Begleitschreiben  mit  einer  Begründung  für  die  Aberkennung  der  selbstständigen 

Nebenerwerbstätigkeit bei.  

B. Am 27. September 2010 liess der Pflichtige hiergegen Einsprache erheben 

und  die  Einschätzung  bzw.  Veranlagung  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. ………….-  (satzbestimmend  Fr.  ………..-;  Staats-  und  Gemeindesteuern)  bzw. 

Fr. ………….- (satzbestimmend Fr. …………..-; direkte Bundessteuer) beantragen. Der 

Verlust  aus  seiner  selbstständigen  Nebenerwerbstätigkeit  sei  vollumfänglich  zu  be-

rücksichtigen.  Mit  Entscheiden  vom  7.  März  2011  wies  das  kantonale  Steueramt  die 

Einsprachen ab.  

C. Dagegen liess der Pflichtige am 6. April 2011 Beschwerde und Rekurs er-

heben  und  an  seinen  Anträgen  gemäss  Einsprache  festhalten.  Zudem  beantragte  er 

eine  Prozessentschädigung.  Das  kantonale  Steueramt  schloss  mit  Beschwerde-/ 

Rekursantwort  vom  29.  April  2011  auf  kostenfällige  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Am 

20. Juni 2011 liess der Pflichtige dazu Stellung nehmen und weitere Unterlagen einrei-

chen. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen. 

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Nach Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer 

vom  14. Dezember  1990  (DBG)  bzw.  § 18  Abs. 1  des  Steuergesetzes  vom 

8. Juni 1997 (StG) sind alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- 

und  Forstwirtschaftsbetrieb,  aus  einem  freien  Beruf  sowie  aus  jeder  anderen  selbst-

ständigen Erwerbstätigkeit steuerbar. Bei selbstständiger Erwerbstätigkeit werden von 

diesen  Einkünften  gemäss  Art. 27  Abs. 1  DBG  bzw.  § 27  Abs. 1  StG  die  geschäfts- 

oder berufsmässig begründeten Kosten abgezogen. Verluste aus einer solchen Tätig-

keit  können  mit  übrigen  Einkünften  verrechnet  werden  (vgl.  zum  sogenannten  Netto-

prinzip:  Markus  Reich,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Band  I/2a, 

2. A., 2008, Art. 25 N 5 DBG).  

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Abzugsfähig  ist  der  gesamte  Aufwand,  der  für  die  selbstständige  Erwerbstä-

tigkeit notwendig ist. Die Beschränkung der Abzugsfähigkeit auf die notwendigen Aus-

gaben soll lediglich bewirken, dass der Abzug nur für jene Auslagen gestattet wird, die 

einen geschäftlichen Grund haben, und dass alle Aufwendungen unberücksichtigt blei-

ben, die vorwiegend mit der allgemeinen Lebenshaltung eines Selbstständigerwerben-

den zusammenhängen. In der Einschätzungspraxis wird weniger auf die Zumutbarkeit 

der Vermeidung abgestellt, sondern vielmehr darauf, ob der Aufwand geschäftsmässig 

begründet ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, 

Art.  27  N  4  und  Kommentar  zum  harmonisierten  Zürcher  Steuergesetz,  2. A.,  2006, 

§ 27 N 3 StG).  

In jedem Fall erfordert der Abzug, dass die Tätigkeit, welcher der betreffende 

Aufwand zuzurechnen ist, überhaupt eine selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinn von 

Art. 18 DBG bzw. § 18 StG darstellt (StRK I, 18. März 1993 = StE 1995 B 23. 1 Nr. 30 

= ZStP 1993, 107). 

b)  Die  Rechtsprechung  umschreibt  die  selbstständige  Erwerbstätigkeit  zu-

sammenfassend wie folgt: aa) Die Tätigkeit des Steuerpflichtigen hat auf eigenes Risi-

ko zu erfolgen; bb) Der Steuerpflichtige hat in seiner Tätigkeit Arbeitskraft und Kapital 

einzusetzen; cc) Die Tätigkeit des Steuerpflichtigen hat in einer von ihm selber frei be-

stimmten Organisation zu erfolgen; dd) Jedes Streben im wirtschaftlichen Bereich zielt 

auf die Erzielung eines Gewinns und auf die Vermeidung eines Verlusts ab (Merkmal 

der  Gewinnerzielungsabsicht);  ee)  Eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  liegt  schliess-

lich  nur  vor,  wenn  der  Steuerpflichtige  in  einer  qualifizierten,  d  .h.  planmässigen  und 

anhaltenden (nachhaltigen), Weise am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist selbstständige Erwerbstätig-

keit  unter  Umständen  bereits  aufgrund  eines  einzigen  Kriteriums  zu  bejahen 

(BGr, 29. Juli  2011,  2C_766/2010  und  BGE  125  II  113;  anderer  Meinung  bislang  das 

Verwaltungsgericht, VGr, 25. August 2010, SB.2010.00056, www.vgrzh.ch, E. 2.4 f.). 

c)  Abzugrenzen  ist  die  selbstständige  Erwerbstätigkeit  insbesondere  von  der 

Liebhaberei  bzw.  dem  Hobby.  Die  steuerrechtliche  Qualifikation  einer  Tätigkeit  als 

selbstständiger  Erwerb  im  dargelegten  Sinn  oder  als  Liebhaberei  hängt  grundsätzlich 

davon  ab,  ob  sie  ausschliesslich  oder  vorwiegend im  Hinblick  auf  die Erzielung  eines 

Erwerbseinkommens ausgeübt wird (BGr, 2. Oktober 1992, NStP 1993, 7, E. 2b; Raoul 

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Oberson, Les pertes commerciales fiscalement déductibles, ASA 48, 113). Unterschei-

dungskriterium ist also der Beweggrund für die Ausübung der Tätigkeit. Es handelt sich 

dabei  um  ein  subjektives  Kriterium,  auf  dessen  Vorhandensein  nur  durch  Indizien 

(nämlich erkennbare Umstände) geschlossen werden kann (StE 1999 B 23.1 Nr. 42). 

Eine zusätzliche Erschwernis liegt darin, dass es Grenzfälle gibt, bei denen sich Lieb-

haberei und Erwerbstätigkeit verbinden, wobei das Schwergewicht auf der einen oder 

anderen Seite liegen kann.  

Eine  fehlende  Gewinnstrebigkeit  kann  sich  zum  einen  aus  der  betreffenden 

Tätigkeit als solcher ergeben, weil diese als Basis für eine rentable Erwerbsquelle un-

geeignet erscheint, zum anderen kann sie aus der Art des Vorgehens abgeleitet wer-

den, indem dieses nicht auf kommerzieller Methode beruht. Gerade bei künstlerischen 

Tätigkeiten steht vielfach nicht die Erzielung eines kalkulierbaren Ertrags, sondern die 

Liebe zur Kunst im Vordergrund (StE 2006 B 23.1 Nr. 61).  

Wer eine Tätigkeit ausübt, welche auf die Dauer nichts einbringt oder dauernd 

einen  finanziellen  Aufwandüberschuss  erfordert,  betreibt  diese  nicht  als  Erwerbstätig-

keit, sondern eben als Liebhaberei oder aus einem andern nicht kommerziellen Grund. 

Denn wer eine unrentable Aktivität wirklich als Erwerbstätigkeit ausübt, wird sich in der 

Regel durch das andauernde Fehlen eines finanziellen Erfolgs von der Zwecklosigkeit 

seines  Unterfangens  überzeugen  lassen  und  die  betreffende  Tätigkeit  aufgeben  (Ro-

man Blöchliger, Steuerliche Probleme des Abzuges geschäftlicher Verluste, StR 1981, 

236).  Allerdings  muss  nicht  jedes  einzelne  mit  einem  Verlust  abgeschlossene  Jahr 

oder selbst die Tatsache, dass während mehrerer Jahre Verlust erzielt worden ist, zum 

Schluss zwingen, es handle sich um eine Liebhaberei (Höhn/Waldburger, Steuerrecht, 

Band  I,  9.  A.,  2001,  § 14  Rz  45;  vgl.  BGr,  4.  Juni  2004,  2A.68/2004,  Erw.  1.3;  Peter 

Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 18 N. 22). Ob sich nämlich eine Tätig-

keit  lohnt,  lässt  sich  methodisch  richtig  nur  nach  Betrachtung  des  Gewinns  aus  der 

gesamten  Betriebstätigkeit  von  deren  Aufnahme  bis  zu  ihrer  Beendigung  beurteilen 

(sogenannter  Totalgewinn,  vgl.  Manuel  René  Theisen,  Die  Liebhaberei – ein  Problem 

des  Steuerrechts  und  der  betriebswirtschaftlichen  Steuerlehre,  Steuer  und  Wirtschaft 

[StuW],  1999,  259;  StRK  II,  17. Februar  2000,  2 ST.1999.419,  E.  6a).  Der  Entscheid 

über den steuerlichen Charakter einer Tätigkeit hängt deshalb von einer Prognose über 

den zu erwartenden Totalgewinn ab. Ergibt die Prognose ein positives Gesamtergeb-

nis, ist dies ein gewichtiges Indiz für die Gewinnstrebigkeit. Anderseits liegt bei negati-

ver Prognose die Schlussfolgerung nahe, dass ein Steuerpflichtiger, dem es tatsächlich 

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um die Erzielung eines Erwerbseinkommens gegangen wäre, sich wegen des in Aus-

sicht stehenden finanziellen Misserfolgs von der Weiterführung des Betriebs abbringen 

lassen würde. Die steuerrechtliche Qualifikation der Tätigkeit ist eine Frage, die grund-

sätzlich  für  jede  Veranlagungsperiode  neu  überprüft  werden  kann,  wobei  unter  Um-

ständen  die  Verhältnisse  in  den  Vorjahren  bzw.  in  den  auf  das  Steuerjahr  folgenden 

Jahren  gewisse  Anhaltspunkte  liefern  können  (BGr, 31. August 2005,  2A.46/2005, 

E. 2.2.2, www.bger.ch, mit Hinweisen zum Ganzen). Wie lange die wirtschaftliche Be-

tätigung  verlustreich  sein  darf,  bis  eine  natürliche  Vermutung  dafür  spricht,  dass  der 

finanzielle  Erfolg  auf  Dauer  ausbleiben  wird,  kann  nicht  allgemein  gesagt  werden.  Im 

Sinn einer Faustregel wird in der Literatur die Auffassung vertreten, der Umstand, dass 

innerhalb von fünf bis zehn Jahren kein nennenswerter Gewinn erzielt werde, bilde ein 

gewichtiges  Indiz  für  das  Fehlen  der  Gewinnstrebigkeit.  Dem  Steuerpflichtigen  steht 

aber der Gegenbeweis offen, dass auch in diesem Fall eine Gewinnstrebigkeit vorliegt 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  18  N 48  DBG  und  § 18  N  38  StG).  Im  Einzelfall 

kommt es namentlich auf die Art der Tätigkeit und die konkreten Verhältnisse an (RB 

2000 Nr. 118). Die Verhältnisse in den Vor- und Nachperioden können zur Beurteilung 

grundsätzlich herangezogen werden (StE 2006 B 23.1 Nr. 59). 

Qualifiziert die Aktivität des Steuerpflichtigen in der unter den erwähnten Krite-

rien  vorzunehmenden  Prüfung  als  Liebhaberei  oder  produziert  sie  reine  Lebenshal-

tungskosten (vgl. Art. 34 lit. a DBG und § 33 lit. a StG), können die entstandenen Ver-

luste nicht mit übrigen Einkünften verrechnet werden. 

d)  Nach  Art.  123  Abs.  1  DBG  bzw.  §  132  Abs.  1  StG  stellen  die  Steuerbe-

hörden zusammen mit dem Steuerpflichtigen die für eine vollständige und richtige Be-

steuerung  massgebenden  tatsächlichen  und  rechtlichen  Verhältnisse  fest.  Dabei  gilt 

die allgemeine  Regel  der  Beweislastverteilung,  dass die Steuerbehörde die steuerbe-

gründenden  oder  -erhöhenden  Tatsachen  nachzuweisen  hat,  der  Steuerpflichtige  da-

gegen  jene  Umstände,  welche  die  Steuerschuld  mindern  oder  aufheben  (Blumen-

stein/Locher,  System  des  schweizerischen  Steuerrechts,  6.  A.,  2002,  S.  416  [mit 

Verweisungen]  und  454).  Dementsprechend  obliegt  der  Nachweis,  dass  eine  selbst-

ständige Erwerbstätigkeit vorliegt, grundsätzlich der Steuerbehörde. Ist dagegen strei-

tig,  ob  eine  bestimmte  verlustbringende  Betätigung  (überhaupt)  eine  selbstständige 

Erwerbstätigkeit  darstellt  (oder  ob  nicht  z.B.  eine  Liebhaberei  vorliegt),  ist  hierfür  der 

Steuerpflichtige beweispflichtig (vgl. StRK I, 18. März 1993 = StE 1995 B 23.1 Nr. 30 

ZStP 1993, 107). Denn er leitet hieraus die steuermindernde Verrechnung dieses Ver-

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lusts mit übrigen Einkünften ab. Zur Beweisleistung gehört in erster Linie und in jedem 

Fall,  dass  eine  substanziierte  Sachdarstellung  gegeben  wird,  die ohne  weitere  Unter-

suchung, aber unter dem Vorbehalt der Beweiserhebung, die Beurteilung der massge-

benden  Qualifikationsfrage  ermöglicht.  Für  die  von  ihm  verfochtene,  hinreichend  sub-

stanziierte  Sachdarstellung  hat  der  Steuerpflichtige  beweiskräftige  Unterlagen 

einzureichen oder zumindest unter genauer Bezeichnung Beweise anzubieten. 

2.  Der  Pflichtige  arbeitet  hauptberuflich  als  Partneranwalt  in  einer  grossen 

Wirtschaftsanwaltskanzlei in D. Die streitbetroffene, mit dieser Tätigkeit in keinem Zu-

sammenhang stehende, behauptete selbstständige Nebenerwerbstätigkeit des Pflichti-

gen ist aufgrund der Akten wie folgt zusammenzufassen:  

a)  Gemäss  Beschwerde-  bzw.  Rekursschrift  tritt  der  Pflichtige  neben  seiner 

Anwaltstätigkeit  als  Musikproduzent  auf.  Er  komponiert  und  textet  Songs  (dies  seine 

Kernkompetenz) und versucht, diese erfolgreich zu vermarkten. Er lässt seine Stücke 

durch die Sängerin E singen. Für die Einspielung (fast ausnahmslos) seiner Musik so-

wie die Promotion und den Vertrieb der CD's trägt er das volle Risiko. Über die Koope-

ration  mit  andern Marktteilnehmern  begrenze er  sein Risiko.  Er  arbeite mit  einem  Ar-

rangeur 

(F),  einem  Musikverleger 

(G),  einem  Distributor 

(H)  und  einem 

Konzertveranstalter (I) zusammen. Hierbei handle es sich allesamt um erfahrene Part-

ner.  Insbesondere  die  G  trage  erhebliche  Investitionen  mit.  Der  Pflichtige  arbeite  so-

dann mit weiteren renommierten Partnern zusammen. Die Rolle des Musikproduzenten 

bedeute,  dass  der  Pflichtige  in  der  Produktionskette  die  kapitalintensivste  Tätigkeit 

wahrnehme. Aufgrund der begrenzten finanziellen Möglichkeiten könne  er nicht belie-

big viele Künstler produzieren. Er habe sich deshalb vernünftigerweise einstweilen auf 

eine  Künstlerin  konzentriert.  Sein  Erfolg  im  Markt  stehe  und falle  mit  dem  Erfolg  die-

ser/seiner Sängerin E. Potentielle Kunden würden ihn später auffinden, sobald er einen 

kommerziellen Erfolg vorweisen könne.  

Während der Pflichtige betonen lässt, dass er die Sängerin nicht bei ihrer Tä-

tigkeit betreue, sondern erst die Voraussetzungen für deren Tätigkeit schaffe, lässt er 

an anderer Stelle genau das Gegenteil ausführen: "Zudem betreut er die von ihm pro-

duzierten  Künstler.".  Was  er  vom  einen  oder  anderen  ableiten  will,  ist  nicht  klar.  So 

oder anders steht die Person von E und deren musikalischer Erfolg bei der "C" deutlich 

im Vordergrund, sodass sich die Frage nach der Nähe des Pflichtigen zu E aufdrängt. 

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Der  Pflichtige  mochte  sich  zu  seiner  Beziehung  zu  ihr  anlässlich  der  steueramtlichen 

Besprechung  nicht  äussern.  Er gab  lediglich  bekannt,  dass  er  die  Sängerin an einem 

Festival kennengelernt habe. Diese Frage ist insoweit relevant, als sie Hinweis auf die 

Motivierung  der  Musikproduzententätigkeit  des  Pflichtigen  sein  kann.  Insbesondere 

beim  Support  von  künstlerischen  oder  kulturellen  Projekten  ist  fraglich,  ob  die  Unter-

stützung aus gewinnorientierten Gesichtspunkten oder nicht vielmehr aus Leidenschaft 

zur Musik und Kunst oder gar zum/zur Künstler/in und damit unter weitgehender Aus-

blendung  ökonomischer  Kriterien  erfolgt.  Je  höher  die  eingesetzten  Beträge  und  die 

erwirtschafteten  Verluste,  desto  mehr  drängt  sich  diese  Frage  auf.  Aufgrund  der  ihn 

treffenden  Beweislast  müsste  sich  das  diesbezügliche  Schweigen  des  Pflichtigen  zu 

seinen  Ungunsten  auswirken.  Letztlich  kann  der  Sachverhalt  in  diesem  Punkt  jedoch 

offenbleiben, wie zu zeigen sein wird.  

b)  Die  für  die  Annahme  einer  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  erforderlichen 

Kriterien der  Übernahme eigenen  Risikos,  des Einsatzes  von  Arbeitskraft  und Kapital 

und  der  freien  Organisation  scheinen  vorliegend  ohne  Weiteres  erfüllt.  Der  Pflichtige 

komponiert und textet für die Sängerin E. Die musikalische Zusammenarbeit mit ihr ist 

aus den zahlreichen eingereichten CD's ersichtlich, wo er jeweils als Komponist/Texter 

und/oder Produzent erscheint. Er investiert sodann in die Produktion von CD's und ihre 

Vermarktung  (privates)  Vermögen.  In  der  Organisation  seiner  Tätigkeit  ist  er  frei  und 

unabhängig.  Zu  entscheiden  bleibt,  ob  er  diese  Tätigkeit  in  der  erkennbaren  Absicht 

der  Gewinnerzielung  und  mit  einem  planmässigen  und  anhaltenden  Auftritt  am  Wirt-

schaftsverkehr  ausübt.  Die  Behauptung  der  Gewinnerzielungsabsicht  allein  reicht  für 

deren Nachweis nicht aus. Vielmehr muss sich diese in objektiver Weise manifestieren. 

Sie kann sich insbesondere aus der Art des Vorgehens und der Prognose des realisti-

scherweise zu erwartenden Totalgewinns ergeben.  

c) aa) Der Pflichtige hat seine Einzelunternehmung "C" am 23. Oktober 2003 

in das Handelsregister eintragen lassen. Eine Planungserfolgsrechnung und -bilanz für 

die  Musikproduzententätigkeit hat er nicht vorgelegt, ebensowenig eine Liquiditätspla-

nung.  Den  notwendigen  Kapitalbedarf  entnimmt er  laufend seinen privaten  Ersparnis-

sen. Er geht davon aus, dass jederzeit der Durchbruch  seiner Sängerin E geschehen 

könne. Sie ist sein eigentliches "Produkt". Sein Ziel ist es, sie als Weltstar zu vermark-

ten.  Diesfalls  rechnet  er  mit  vermehrten  CD-Verkäufen,  sowohl  neuer  als  auch  alter 

Aufnahmen,  und  damit,  dass  einzelne  Konzerte  alsdann  mit  einem  Gewinn  von 

EUR 5'000.- bis 7'000.- veranstaltet werden können.  

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bb) In der Steuerperiode 2005 steht einem Betriebsertrag von Fr. 152'783.- ein 

Aufwand von Fr. 537'882.56 gegenüber. Der Ertrag setzt sich wie folgt zusammen: 

CD-Verkauf Italy 
Autor-Ertrag 
Konzertertrag Italy 
Auflösung Wertberichtigung Vorjahr 
Total erwirtschafteter Ertrag 

29'227.- 
Fr.  
29'537.- 
Fr.  
4'683.- 
Fr.  
Fr.  
89'336.- 
Fr.  152'783.- 

Der Aufwand gestaltet sich wie folgt: 

Aufnahmen 
Produktion und Promotion 
Konzerte Italy 2. Album 
Sängerin 
Drittproduktionen 
Aufwand Material, Waren, Drittaufwand 
sonstiger Betriebsaufwand 
Total Aufwand 

41'475.80 
Fr.  
Fr.  240'610.25 
Fr.  186'614.50 
40'000.00 
Fr.  
4'699.20 
Fr. 
Fr.  513'399.75 
Fr. 
24'482.81 
Fr.  537'882.56 

Betrachtet  man  den  Konzertaufwand,  so  betrug  allein  der  Posten  "Konzerte 

Italy"  rund  das  40ig-Fache  des  erzielten  Konzertertrags.  Wieviele  Konzerte  im  Jahr 

2005  abgehalten  wurden,  ist  dabei  nicht  bekannt.  Bemerkenswert  ist  aber,  dass  von 

vornherein  keine  Verträge  oder  Abmachungen  bei  den  Akten  liegen,  die  dem  Pflichti-

gen einen substantiellen Anteil an Konzerterträgen von E  zusichern würden. Der Auf-

wand  von  gegen  Fr. 200'000.-  steht  damit  keinem  realistischerweise  zu  erwartenden 

Ertrag  gegenüber.  Jedenfalls  ist  ein  Rückfluss  seiner  Investitionen  in  die  Konzerte, 

soweit ersichtlich, vertraglich nicht abgesichert. So ist es überhaupt völlig unklar und in 

keiner  Art  und Weise nachvollziehbar,  wie  der  Pflichtige  dereinst  auf  Konzertgewinne 

(= Erlös aus dem "Verkauf" des Konzerts ./. Kosten) von bis zu EUR 7'000.- pro Kon-

zert kommen will. Selbst ausgehend von solchen Zahlen wäre sodann angesichts des 

hohen  Konzertaufwands  gänzlich  offen,  wie  der  Pflichtige  eine  gesamthaft  ausgegli-

chene Rechnung erzielen möchte. 

In den Folgejahren entwickelten sich die Zahlen der Konzerte wie folgt: 2006 

wird weder ein Konzertertrag noch -aufwand ausgewiesen, 2007 bloss ein Konzertauf-

wand "Konzerte Italy 2.  Album" von Fr. 35'822.83 aber keinerlei Ertrag. Im Jahr 2008 

betrug der Konzertaufwand "Konzerte Italy 2. Album" sodann Fr. 102'824.50, welchem 

immerhin ein "Konzertertrag Italy" von Fr. 73'977.- gegenüberstand. Insgesamt beträgt 

der  Konzertaufwand  seit  Beginn  der  Tätigkeit  bis  Ende  2008  rund  Fr.  325'000.-,  der 

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Konzertertrag jedoch nur rund Fr. 80'000.-; dies jeweils ohne Berücksichtigung weiterer 

Kosten wie Anteil am Honorar der Sängerin und Promotionskosten. Bemerkenswert ist 

insbesondere,  dass  selbst  in  der  Zeit  reger  Konzerttätigkeit  (über  80  Konzerte  zwi-

schen Herbst 2007 und Herbst 2008) der Konzertaufwand ein Vielfaches des erzielten 

und  nach  Massgabe  der  Akten  je  realistischerweise  erzielbaren  Konzertertrags  aus-

macht. Dieser Umstand spricht nicht für eine gewinnorientierte Ausübung der Tätigkeit.  

cc) Weiter ist festzuhalten, dass mit der Hauptperson, E, kein Vertrag besteht, 

obwohl  sie  seine  einzige  Sängerin  darstellt,  eine  professionelle  Sängerin  ist  und  der 

Erfolg des Pflichtigen gänzlich von ihrem Erfolg abhängt. Dies lässt jede Art von Pro-

fessionalität vermissen. Der Pflichtige richtet ihr überdies Honorare aus, in der Steuer-

periode z.B. im Betrag von Fr. 40'000.-. Die Interessen liegen damit offenbar auf Seiten 

des  Pflichtigen  und  es  drängt  sich  der  Schluss  auf,  dass  es  dem  Pflichtigen  nicht 

hauptsächlich  um  die  (eigene)  Gewinnerzielung  geht,  sondern  vielmehr  darum,  dass 

seine  Songs  aufgenommen  und  aufgeführt  werden  und  im  Speziellen,  dass  die  von 

ihm  geförderte  Sängerin  E  Erfolg  hat.  Sein  eigenes  Fortkommen  strebt  er  dagegen 

ganz offenkundig nicht an.  

dd)  Betreffend  Geldrückfluss  substanziiert  vorgebracht  und  aktenkundig  sind 

Gewinnbeteiligungen  aus  CD-Verkäufen  und  Song-Downloads  im  Internet  (Verkaufs-

anteil  und  Autorenertrag).  Die  Produktionsverträge  mit  der  G  sahen  jeweils  vor,  dass 

der  Pflichtige  sämtliche  Kosten  für  die  CD-Aufnahmen  trug  (Musiker,  Studiokosten, 

Mastering)  und  im  Gegenzug  sämtliche  Rechte  am  Master  übertragen  erhielt.  Die  G 

ihrerseits verpflichtete sich jeweils, die CD's zu pressen und in Umlauf zu bringen, so-

wie die Siae-(Abgabe) zu bezahlen. Im Vertrag vom 26. März 2003 betreffend die CD 

"…"  und  im  Vertrag  vom  15.  Oktober  2004  betreffend  die  CD  "…"  vereinbarte  der 

Pflichtige mit  der  G  zudem  jeweils  eine  hälftige Beteiligung an  den Promotionskosten 

von  insgesamt  EUR  200'000.-.  Aufgrund  der  Produktionsverträge  konnte  er  mit  EUR 

1.56  (bzw.  für  die  CD  "…"  EUR  1.67;)  pro  verkaufte  CD  "als  return  on  investment" 

rechnen.  Mit  Vertrag  vom  14.  April  2007  sicherte  er  sich  sodann  eine  Entschädigung 

von maximal 26% des Handelspreises des Albums "…" zu.  

Anlässlich  der  Besprechung  mit  dem  Steuerkommissär  gab  der  Pflichtige  zu 

Protokoll,  dass  das  erste  Album  ("…")  ca.  80'000  mal  und  das  zweite  ca. 40'000  mal 

habe  verkauft  werden können.  Das  erste Album  erzielte  denn  auch  die  "Disco d'oro". 

Diese CD-Produktion bezeichnet der Pflichtige damit zu Recht als beachtlichen Erfolg.  

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Damit liegen ansehnliche Verkaufszahlen seiner CD-Produktionen vor. In der 

Beschwerde-  bzw.  Rekursschrift  legt  er  seinen  Leistungsausweis  dar.  Er  hebt  dabei 

ausführlich  hervor,  wie  erfolgreich  die  von  ihm  portierte  Sängerin  E  sei.  So  habe  er 

bereits zwei Goldene Schallplatten entgegennehmen dürfen für den Erfolg nicht nur der 

ersten ("…", über 80'000 mal verkauft) sondern auch der zweiten CD ("…", über 40'000 

mal verkauft). Im Jahr 2006 sei eine Single ("…") in Italien in der italienischen Online 

Hitparade bis auf Rang … vorgestossen und bei iTunes habe dieser Song in der Hitpa-

rade mehr als vier Wochen lang einen Podestplatz belegt. Das nächste Album sei auf-

grund dieser Erfolge in Zusammenarbeit mit Warner Music aufgenommen worden. An-

gesichts  der  schwierigen  Umstände  im  Musikgeschäft  sei  der  Vertriebsvertrag  mit 

Warner Music ein ganz ausserordentlicher Erfolg. Die erwähnte Konzertreihe zwischen 

Herbst  2007  und  Herbst  2008  mündete  im  dritten  Album  ("…",  über  40'000  mal  ver-

kauft). Auch dafür erhielt der Pflichtige wiederum eine Goldene Schallplatte. Das neus-

te 2010 produzierte Album ("…") sei auf Englisch in den USA aufgenommen und eben-

falls bereits mehr als 40'000 mal verkauft worden. Er werde daher demnächst die vierte 

Goldene Schallplatte erhalten. Im Dezember 2010 sei er auch in den Online Musikver-

trieb eingestiegen. Seine Künstlerin habe sodann auch eine bemerkenswerte Medien-

präsenz.  

Nach Kenntnisnahme dieser Erfolge erstaunt es umso mehr, dass der Pflichti-

ge  seit  Beginn  seiner  Tätigkeit  bis  Ende  2005  aus  dem  ersten  Album  dennoch  bloss 

Erträge  von  rund  Fr. 191'000.-  erzielte  (Fr.  179'700.-  gemäss  Erfolgsrechnung  2003,  

und Fr. 11'193.- gemäss Erfolgsrechnung 2005). Die Herstellungs- und Promotionskos-

ten für dieses Album betrugen demgegenüber gemäss Erfolgsrechnung 2003 und 2004 

insgesamt rund Fr. 634'000.- (Herstellung Fr. 90'257.40 + Fr. 11'290.30 sowie Produk-

tion und Promotion [gemäss Erfolgsrechnung 2003] Fr. 532'943.94). Für die zweite CD 

machten  die  gesamten  Herstellungs-  und  Promotionskosten  bis  Ende  2005  rund 

Fr. 418'000.-  aus  (Aufnahme/Promo-Tour  2.  Album  Fr. 63'703.85  und  Promotion  [ge-

mäss  Erfolgsrechnung  2004]  Fr. 354'327.32),  während  die  entsprechenden  Erträge 

rund Fr. 137'000.- betrugen (Fr. 89'336.- + Fr. 29'227.- + Fr. 18'344.-).  

Auch über die Jahre betrachtet steht die Erfolgsgeschichte seiner Sängerin in 

keinem  Verhältnis  zum  wirtschaftlichen  Erfolg  (oder  eben  Misserfolg)  des  Pflichtigen 

selber. Die Jahresergebnisse seiner "C" entwickelten sich seit Anfang seiner Tätigkeit 

wie folgt:  

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2003 

2004 

2005 

2006 

2007 

2008 

2009 

- 12 - 

- Fr. 471'037.- 

- Fr. 501'192.- 

- Fr. 384'607.- 

- Fr. 424'078.- 

- Fr. 562'616.- 

- Fr. 395'435.- 

Fr. 3'892.-. 

Bei  Verlusten  von  gesamthaft  rund  Fr.  2'739'000.-  in  der  Zeit  bis  Ende  2008 

bzw. von einem minimal kleineren Gesamtverlust bis Ende 2009 schlägt sich der Erfolg 

der  Sängerin  E  in  der  Buchhaltung  des  Pflichtigen  damit  in keiner Weise nieder.  Das 

Argument  der  sinkenden  Ladenpreise  für  CD's  verfängt  dabei  nicht,  nachdem  der 

Pflichtige über Produktionsverträge mit einem fest vereinbarten Anteil pro verkaufte CD 

verfügte und dieser nur beim Album "…" vom Ladenverkaufspreis abhing. Es ist dem 

Pflichtigen  nicht  zu  unterstellen,  dass  er  nicht  lieber  einen  Gewinn  als  einen  Verlust 

hinnehmen  möchte.  In  den  obgenannten  Zahlen  kommt  aber  überwiegend  zum  Aus-

druck, dass er nicht seinen, sondern primär den Erfolg von E anstrebt. Dies mehr oder 

weniger nach dem Prinzip, "koste es was es wolle", was sich u.a. auch in der fehlen-

den Liquiditätsplanung  zeigt.  Er  ist  denn  auch gar  nicht  auf  Einkünfte aus  seiner  Mu-

sikproduzententätigkeit angewiesen, da er seine Existenz ausreichend aus seinen Ein-

künften  als  Anwalt  sichern kann.  So ungewiss  und schwer  kalkulierbar  der finanzielle 

Erfolg  seiner  Musikproduzententätigkeit  zugestandenermassen  ist,  so  unerheblich 

scheint die Gewinnerzielungskomponente aber auch für ihn selber zu sein. Wenn E die 

– aufgrund beschränkter zeitlicher Ressourcen des Pflichtigen – einzige von ihm "pro-

duzierte"  Künstlerin  ist,  er  seinen  eigenen  Erfolg  gänzlich  von  ihrem  Erfolg  abhängig 

macht,  E  schliesslich  mit  der  Aufnahme  und  Wiedergabe  seiner  Songs  beachtliche 

Erfolge  ausweist  und  sich  bei  ihm  dennoch  massive  Verluste  einstellen,  so  ist  eine 

wirtschaftliche  Ausrichtung  seiner  Tätigkeit  nicht  zu  erkennen.  Es  bleibt  nur  der 

Schluss, dass er sich von anderen, nicht überwiegend ökonomischen Gesichtspunkten 

leiten lässt. Ins Bild passt dabei, dass er im Dezember 2009 ein Angebot der WARNER 

Music Italia von EUR 500'000.- für die Vermarktung der ersten vier Alben ausschlug.  

d)  Wer  seine  Tätigkeit  darauf  aufbaut,  dass  das  von  ihm  lancierte  "Produkt" 

ein Jahrhunderterfolg – oder wie es der Pflichtige formuliert ein "Super-Hit" – wird, an-

sonsten  seine  Investitionen  niemals,  auch  nicht  bei  doch  recht  ansehnlichem  Erfolg, 

wiedereingebracht  werden  können,  übt  seine  Tätigkeit  nicht  nach  ökonomischen  Ge-

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sichtspunkten aus. Mit dem kühlen Kopf eines Geschäftsmannes, der aus der Tätigkeit 

ein Einkommen generieren will bzw. muss, hätte der Pflichtige das Projekt mit Sicher-

heit  anders  aufgezogen.  Das  Musikbusiness  kann  sehr  wohl  eine  (rentable)  Erwerbs-

quelle sein. Die Vorgehensweise des Pflichtigen ist jedoch nicht zur Hauptsache darauf 

ausgelegt,  mit  der  nötigen  Planungssicherheit  geschäftlichen  Erfolg  und  Gewinn  zu 

erzielen.  Damit  überwiegt  die  Komponente  der  Liebhaberei,  weshalb  das  Vorliegen 

einer  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  nach  steuerlichen  Gesichtspunkten  zu  vernei-

nen ist und für eine Verlustverrechnung kein Raum besteht. Das fehlende Erwerbsmo-

tiv zeigt sich vorliegend in der Art des Wirtschaftens seit Anbeginn der Tätigkeit. Dass 

in  der  Steuerperiode  2009  offenbar  ein  geringfügiger  Gewinn  ausgewiesen  wurde, 

vermag  an  der  Beurteilung  nichts  zu ändern.  Dieser  Gewinn  verwandelte sich  zudem 

wieder in einen Verlust, hätte er der Sängerin wie in den Vorjahren ein Entgelt entrich-

tet. 

3.  Diese  Erwägungen  führen  zur  Abweisung  der  Rechtsmittel.  Ausgangsge-

mäss  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  dem  Pflichtigen  aufzuerlegen  (Art.  144  Abs.  1 

DBG,  §  151  Abs.  1  StG)  und  entfällt  die  Zusprechung  einer  Parteientschädigung 

(Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungs-

verfahren  vom  20. Dezember  1968,  § 152  StG  i.V.m.  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungs-

rechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen.  

[…] 

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