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**Case Identifier:** b405dd0a-625c-542a-ac40-437097c746c5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.10.2014 200 2013 653
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-653_2014-10-14.pdf

## Full Text

200 13 653 IV
SCJ/WSA/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. Oktober 2014

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Winz

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Bundesgerichtsentscheid vom 17. Juli 2013 (Rückweisung an Vorinstanz / 
IV 853/12)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Okt. 2014, IV/13/653, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1960 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) absolvierte im Jahr 1994 eine Ausbildung zur … (Antwortbeila-
ge [AB] 11 S. 2) und arbeitete zuletzt vollzeitlich als … für die C.________ 
(AB 15). Ab dem 12. Dezember 2007 attestierte ihr Hausarzt erstmals we-
gen Rückenproblemen eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. In der Folge war 
die Versicherte ab dem 1. September 2008 30% und ab dem 1. Januar 
2009 20% arbeitsunfähig geschrieben (AB 2 S. 6, AB 6 S. 3). 

Mit Eingangsdatum vom 3. Juni 2009 meldete sich die Versicherte bei der 
Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Dabei 
beantragte sie Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit und 
Arbeitsvermittlung (AB 8). Daraufhin veranlasste die IV-Stelle Bern (nach-
folgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin) verschiedene berufliche und medi-
zinische Abklärungen. Gestützt auf die interdisziplinäre Begutachtung 
durch die Dres. med. D.________, Fachärztin für Rheumatologie und All-
gemeine Innere Medizin FMH, und E.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH (Gutachten vom 27. Oktober 2010 [AB 38.1, 38.2 
und 39.1] und Nachtrag vom 29. Oktober 2011 [AB 64]) wies die IVB das 
Leistungsbegehren mit Vorbescheid vom 3. Mai 2012 (AB 69) bzw. Verfü-
gung vom 16. Juli 2012 (AB 74) ab, da kein Gesundheitsschaden mit inva-
lidisierender Wirkung im Rechtssinne gegeben sei.

B.

Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht mit Urteil 
vom 18. Januar 2013 (VGE IV/2012/853) ab. Auf Beschwerde hin hob das 
Bundesgericht (BGer) diesen Entscheid mit Urteil vom 17. Juli 2013, 
8C_162/2013, auf und wies die Sache an die Vorinstanz zurück, damit die-
se ein psychiatrisches Gerichtsgutachten einhole und über die Beschwerde 
neu entscheide. Es führte dabei aus, es fehle in den Akten eine ärztliche 
Auseinandersetzung mit der Frage, ob es sich bei der depressiven Proble-

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matik lediglich um eine reaktive Begleiterscheinung der somatoformen 
Schmerzstörung handle oder um ein selbstständiges, vom psychogenen 
Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden im Sinne einer psychi-
schen Komorbidität und ob dieses Leiden gegebenenfalls als ausgewiese-
ne Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dau-
er betrachtet werden könne. Ebenso fehle eine invalidenversicherungs-
rechtliche Auseinandersetzung mit den psychosozialen Faktoren.

C.

In der Folge brachte der Instruktionsrichter den Parteien mit prozessleiten-
der Verfügung vom 19. September 2013 seine Absicht zur Kenntnis, bei 
der psychiatrischen Klinik F.________ eine ambulante psychiatrische Be-
gutachtung der Beschwerdeführerin in Auftrag zu geben. Er gab den Par-
teien Gelegenheit, allfällige Einwendungen gegen die geplante Begutach-
tung vorzubringen. Gleichzeitig erhielten die Parteien die Möglichkeit, zum 
beiliegenden Fragenkatalog Stellung zu nehmen und allfällige Ergänzungs-
fragen zu beantragen.

Die Beschwerdegegnerin reichte am 10. Oktober 2013 eine entsprechende 
Ergänzung des Fragenkatalogs ein. 

Mit Schreiben vom 11. November 2013 gab der Instruktionsrichter bei der 
psychiatrischen Klinik F.________ unter Beilage des Fragenkatalogs samt 
Ergänzungsfragen eine Begutachtung der Beschwerdeführerin in Auftrag. 
Nach mehrmaligen Fristverlängerungen ging das psychiatrische Gutachten 
am 6. Mai 2014 beim Gericht ein. Mit prozessleitender Verfügung vom 
7. Mai 2014 erhielten die Parteien Gelegenheit, sich zum Gutachten zu 
äussern.

Die Beschwerdegegnerin führte in der Stellungnahme vom 28. Mai 2014 
aus, das Gerichtsgutachten äussere sich nicht zu sämtlichen entscheid-
relevanten Fragen, und hielt an ihrem Antrag auf Abweisung der Be-
schwerde fest. Die durch Fürsprecher B.________ vertretene Beschwerde-
führerin beantragte in der Stellungnahme vom 24. Juni 2014 weiterhin die 
Gutheissung der Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht hat sich aufgrund des Entscheides BGer 
8C_162/2013 mit der vorliegenden Sache zu befassen. Damit erübrigt sich 
eine erneute Prüfung der Sachurteilsvoraussetzungen (vgl. im Übrigen 
VGE IV/2012/853, E. 1.1).

1.2 Anfechtungsobjekt bildet (nach wie vor) die Verfügung vom 16. Juli 
2012 (AB 74). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdefüh-
rerin auf eine Rente der Invalidenversicherung. 

1.3 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d des Bundes-
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 
6. Oktober 2000 [ATSG; SR 830.1]; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]).

1.4 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 des kantonalen Geset-
zes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwalt-
schaft vom 11. Juni 2009 [GSOG; BSG 161.1]).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 

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nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

2.2

2.2.1 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine 
fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich 
anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 282). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes 
auch eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als 
solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die 
somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Wil-
lensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die 
Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wieder-
einstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte 
Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen not-
wendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, ent-
scheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund 
steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher 
Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere 
Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähri-
ger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter 
Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in 
allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr be-
einflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch 
aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht 
in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambu-
lanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeu-
tischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je 
mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechen-
den Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Vorausset-
zungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 V 
64 E. 4.1 S. 67, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 
352 E. 2.2.3 S. 354). 

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2.2.2 Aber selbst wenn rechtlich betrachtet ein unklares Beschwerdebild 
vorliegt, muss fachärztlich geprüft werden, ob nicht ein anderes Störungs-
bild gegeben ist, das anhand klinischer und/oder anderweitiger Untersu-
chungen zuverlässig nachgewiesen werden kann (Urteil des BGer vom 
14. Februar 2014, 8C_251/2013, E. 4.2.2 mit Hinweis). 

Eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung ist 
nicht von vornherein auszuschliessen, deren Annahme bedingt aber, dass 
es sich dabei nicht bloss um die Begleiterscheinung einer Schmerzkrank-
heit handelt, sondern um ein selbstständiges, vom psychogenen Schmerz-
syndrom losgelöstes depressives Leiden. Fehlt es daran, ist nach der 
Rechtsprechung in der Regel keine invalidisierende Wirkung des Gesund-
heitsschadens anzunehmen (BGer 8C_162/2013 E. 3.1.2 mit Hinweisen).

2.2.3 Zur Annahme einer Invalidität braucht es in jedem Fall ein medizini-
sches Substrat, das (fach)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und 
nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich be-
einträchtigt. Je stärker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Ein-
zelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, 
desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung 
von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet, dass das klinische Be-
schwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belasten-
den soziokulturellen und psychosozialen Faktoren herrühren, bestehen 
darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfas-
sen hat, zum Beispiel eine von depressiven Verstimmungszuständen klar 
unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder 
einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand (SVR 2012 IV 
Nr. 52 S. 189 E. 3.2, Nr. 22 S. 96 E. 2.5.1; vgl. BGE 127 V 294 E. 5a 
S. 299).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 (IVG; SR 831.20) haben Versicherte Anspruch 
auf eine Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungs-
massnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-

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destens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Der Rentenanspruch entsteht nicht, so-
lange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen 
kann (Abs. 2).

2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.6 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

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dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Praxis, im Rahmen der 
Würdigung medizinischer Unterlagen, nicht ohne zwingende Gründe von 
der Einschätzung der medizinischen Experten ab, deren Aufgabe es gera-
de ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, 
um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum 
Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist, 
von unzutreffenden Sachverhaltshypothesen ausgeht (BGE 119 V 335 
E. 4c S. 346) oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in 
überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abwei-
chende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche 
Meinungsäusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug 
erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, 
sei es, dass es die Überprüfung durch einen Oberexperten für angezeigt 
hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutach-
tens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 351 E. 3b aa 
S. 352; SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.2).

2.7 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1 Der angefochtenen Verfügung vom 16. Juli 2012 (AB 74) liegt das 
interdisziplinäre Gutachten vom 27. Oktober 2010 (AB 38.2) zu Grunde. 
Darin diagnostizierten die Dres. med. D.________ und E.________ Fol-
gendes mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

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- anhaltende somatoforme Schmerzstörung F45.4 mit/bei
Zervikozephalem und thorakalem Schmerzsyndrom, potenziell re-
versibel M53.0 und M54.6
Chronifiziertem lumbalen und intermittierendem lumbospodyloge-
nem Schmerzsyndrom M54.8

- Mittelgradige depressive Episode bei rezidivierender depressiver 
Störung F33.1

Die Gutachterinnen hielten damals fest, aus somatischer Sicht sei eine 
körperlich leicht- bis höchstens mittelgradig belastende, rückenergono-
misch korrekt durchführbare Tätigkeit, welche kein lang dauerndes Sitzen, 
kein regelmässiges Bücken und kein Hochheben von schweren (>15 Kilo-
gramm) Lasten erfordere, vollumfänglich zumutbar. Aus psychiatrischer 
Sicht sei die Beschwerdeführerin in … noch 50% arbeitsfähig. Für beson-
ders verantwortungsvolle Tätigkeiten und/oder Nachtschichten bestehe 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit.

In ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 29. Oktober 2011 (AB 64) präzi-
sierte die psychiatrische Gutachterin, Dr. med. E.________, die aus psych-
iatrischer Sicht bestehenden Einschränkungen würden sich in jeder Tätig-
keit gleichermassen auswirken. Die Antriebsstörung und psychomotorische 
Hemmung würden zu einer quantitativen Leistungsminderung führen, wo-
bei eine Präsenz an einem gedachten Arbeitsplatz zu sechs Stunden pro 
Tag zumutbar wäre. Innerhalb dieses Präsenzzeitraumes sei im Verlauf der 
Belastungsspanne mit zunehmenden Leistungseinbussen zu rechnen, so 
dass summa summarum eine zwar länger als 4.25 Stunden pro Tag zu-
mutbare zeitliche Belastung begründet werden könne, innerhalb welcher 
aber mit Leistungseinbussen zu rechnen sei, woraus eine gesamthafte 
Leistungsminderung von 50% resultieren dürfte.

3.2 Im Urteil vom 17. Juli 2013, 8C_162/2013, hielt das BGer fest, die 
Expertinnen D.________/E.________ hätten die Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit lediglich mit der depressiven Störung begründet. Zur Frage, 
ob es sich bei der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mit-
telgradige Episode, um einen Begleitumstand des Schmerzsyndroms oder 
um ein selbstständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes 
depressives Leiden handle, habe sich Dr. med. E.________ im psychiatri-
schen Teilgutachten vom 27. Oktober 2010 weder explizit noch indirekt 
geäussert (BGer 8C_162/2013 E. 4.2). Gleichzeitig liess es die Einschät-

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zung von Dr. med. E.________ unbeanstandet, wonach sich die festge-
stellten Störungen von Antrieb, Kognition und Motivation im Rahmen der 
depressiven Erkrankung leistungsmindernd auswirkten, woraus eine 50%-
ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten resultiere (BGer 
8C_162/2013 E. 4.1). Auch die Beschwerdeführerin hielt diese Einschät-
zung für zutreffend, machte sie doch in ihrer Beschwerde gegen das Urteil 
des Verwaltungsgerichts vom 18. Januar 2013 (VGE IV/2012/853) geltend, 
aus dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med. E.________ gehe 
hervor, dass nebst der somatoformen Schmerzstörung eine eigenständige, 
vom Schmerzgeschehen losgelöste mittelschwere Depression vorliege, 
welche die Arbeitsfähigkeit um 50% einschränke (BGer 8C_162/2013 E. 2). 
Gestützt auf das Bundesgerichtsurteil bleibt somit in erster Linie zu prüfen, 
ob es sich bei der depressiven Problematik der Beschwerdeführerin um 
eine reaktive Begleiterscheinung der somatoformen Schmerzstörung oder 
aber tatsächlich um ein selbstständiges, vom psychogenen Schmerzsyn-
drom losgelöstes depressives Leiden handelt.

3.3

3.3.1 Im Auftrag des Verwaltungsgerichts wurde die Beschwerdeführerin 
am 12., 19. und 26. Februar 2014 an der psychiatrischen Klinik F.________ 
untersucht. Im psychiatrischen Gerichtsgutachten vom 2. Mai 2014 dia-
gnostizierten die Dres. med. G.________, praktische Ärztin und Mitglied 
der FMH, und H.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 
sowie Prof. Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe-
rapie FMH, eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10: 
F43.1) und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere 
Episode (ICD-10: F33.2). Die Gutachter führten bezüglich Diagnosestellung 
aus, eine PTBS könne zu einem abnorm gesteigerten subjektiven Schmer-
zerleben führen. Sodann könnten sowohl eine PTBS als auch eine schwere 
depressive Episode zu einem ausgeprägten sozialen Rückzug führen. Aus 
diesem Grund würden trotz entsprechender Symptomatik die somatoforme 
Schmerzstörung und die soziale Phobie nicht als separate, eigenständige 
Störungsbilder diagnostiziert (Gerichtsgutachten S. 13).

Zur Diagnose PTBS ist festzuhalten, dass das Sozialversicherungsgericht 
die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheides in der Regel nach 

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dem Sachverhalt beurteilt, der zur Zeit seines Erlasses gegeben war (BGE 
130 V 138 E. 2.1 S. 140). Allfällige Veränderungen nach Erlass der ange-
fochtenen Verfügung vom 16. Juli 2012 (AB 74) haben deshalb unberück-
sichtigt zu bleiben. Im Bericht der Klinik J.________ vom 8. Dezember 
2009 (AB 27 S. 2 ff.) wurde keine PTBS diagnostiziert, sondern lediglich 
Teilaspekte davon vor dem Hintergrund einer langjährigen Gewalterfahrung 
zwischen dem 16. und 30. Lebensjahr (AB 27 S. 7). Dr. med. K.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bezeichnet diesen Hin-
weis der Klinik J.________ in seinem Bericht vom 20. Juli 2010 (AB 58 S. 9 
f.) als Erklärungsversuch für die psychogene Genese der somatoformen 
Schmerzen. Auch Dr. med. E.________ konnte keine PTBS feststellen (AB 
38.2 S. 4 Ziff. 5). Eine solche wurde somit erstmals im Gerichtsgutachten 
von Medizinern diagnostiziert, welche die Beschwerdeführerin nicht behan-
deln. Wie es sich damit genau verhält, braucht aufgrund der bereits zwei 
Jahre davor erfolgten Verfügung nicht diskutiert zu werden.

3.3.2 Weiter kamen die Gerichtsgutachter zum Schluss, die bestehenden 
Leiden seien nicht nur als psychische Komorbidität von erheblicher Schwe-
re, Intensität und Dauer sondern auch als eigenständig invalidisierende 
Gesundheitsgebrechen zu bewerten (Gerichtsgutachten S. 14 unten). Es 
handle sich bei der Beschwerdeführerin um eine mehrfach traumatisierte 
Patientin, welche zunächst trotz massiver Misshandlungen und Traumati-
sierungen (durch ihren damaligen Ehemann zwischen dem 16. und 30. Le-
bensjahr [AB 27 S. 7 und 38.2 S. 2]) weitgehend arbeitsfähig geblieben sei 
(Gerichtsgutachten S. 11 unten). Erst nachdem es zur körperlichen Erkran-
kung gekommen (mediolateraler Diskushernie L4/L5 Wurzelaffektion L5 
rechts sowie multietageren Osteochondrosen [AB 18 S. 7]) und sie beim 
beruflichen Wiedereinstieg (nach der Durchführung eines Sakralblocks am 
9. Juli 2008 [AB 18 S. 7]) erneut am Arbeitsplatz gemobbt worden sei, habe 
dies zur vollständigen psychischen Dekompensation und zur Chronifi-
zierung der Beschwerden geführt (Gerichtsgutachten S. 12 oben). 

Mit diesen Ausführungen ist die vorliegend entscheidende Frage mit hinrei-
chender Klarheit beantwortet: Es ist von einem selbstständigen, vom psy-
chogenen Schmerzsyndrom losgelösten depressiven Leiden auszugehen. 
Auch kann aufgrund des dargelegten Verlaufs ohne weiteres davon ausge-

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gangen werden, dass diese Beurteilung bereits für die Zeit des Gutachtens 
von Dr. med. E.________ Gültigkeit hat. Unter diesen Umständen spielt 
keine Rolle, dass die Gerichtsgutachter die Fragen zu den Foerster-
Kriterien nicht einlässlich beantwortet haben. Sodann ist mit den gerichts-
gutachterlichen Aussagen auch der Stellenwert der psychosozialen Fakto-
ren im Sinne der Rechtsprechung gemäss BGE 127 V 294 E. 5a S. 299 
(E. 2.2.3 hiervor) geklärt. Diese haben zwar zur Entstehung und Ver-
schlimmerung der psychischen Krankheit beigetragen, die Krankheit hat 
sich aber mittlerweile verselbstständigt und dauert inzwischen unabhängig 
vom Weiterbestehen oder Wegfallen der ungünstigen psychosozialen und 
soziokulturellen Faktoren an. 

3.4 Mit diesem Beweisergebnis steht fest, dass die von Dr. med.
E.________ diagnostizierte rezidivierende depressive Störung, gegenwär-
tig mittelgradige Episode, invalidisierenden Charakter hat, so dass die dar-
auf zurückgeführte und vom BGer unbeanstandet gelassene Arbeitsun-
fähigkeit von 50% für die Beurteilung des Anspruchs auf eine Invalidenren-
te im massgebenden Zeitraum bis 16. Juli 2012 zu berücksichtigen ist. 
Dass im Gerichtsgutachten die aktuelle Arbeitsunfähigkeit auf 100% festge-
legt wird (Gerichtsgutachten S. 14), ändert daran nichts, denn dies betrifft 
einen Zeitpunkt, der ausserhalb der zu beurteilenden Periode liegt. Es 
muss deshalb vorliegend auch nicht geprüft werden, ob sich der (insbeson-
dere psychische) Gesundheitszustand nach dem 16. Juli 2012 verschlech-
tert hat und nunmehr tatsächlich eine - wie von den Gerichtsgutachtern 
aufgrund einer PTBS (vgl. zu dieser Diagnose aber die Ausführungen in E. 
3.3.1 hiervor) attestiert - vollständige Arbeitsunfähigkeit besteht (vgl. im-
merhin E. 4.2 in fine hiernach).

4.

4.1 Bezüglich Invaliditätsbemessung ergibt sich schliesslich was folgt:

4.1.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Okt. 2014, IV/13/653, Seite 13

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.1.2 Die Beschwerdeführerin ist ausgebildete … (AB 11 S. 2) und ohne 
Gesundheitsschaden würde sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wei-
terhin diesen Beruf ausüben. Mit Gesundheitsschaden ist ihr die Tätigkeit 
als … - wie auch jede andere Tätigkeit - noch zu 50% zumutbar (AB 64). 
Da sie in einer ungelernten Hilfsarbeitertätigkeit weniger verdienen würde 
als in ihrem angestammten Beruf, erübrigt sich eine genaue Ermittlung der 
Vergleichseinkommen. Es ist sowohl beim Validen- als auch beim Invali-
deneinkommen vom angestammten Beruf als … auszugehen, so dass der 
Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit entspricht; der Invali-
ditätsgrad beträgt 50%.

4.1.3 Der frühestmögliche Rentenbeginn gemäss Art. 29 IVG (E. 2.3 hier-
vor) liegt aufgrund der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 3. Juni 2009 
(Eingang bei der Beschwerdegegnerin; AB 8) im Dezember 2009. Vom 
7. Juli 2009 bis 2. Oktober 2009 befand sich die Beschwerdeführerin in 
einer teilstationären Behandlung in der Privatklinik J.________. Gestützt 
auf den Bericht dieser Klinik vom 8. Dezember 2009 (AB 27 S. 2 ff.) ist oh-
ne weiteres davon auszugehen, dass die gesundheitliche Situation, wie sie 
von Dr. med. E.________ beschrieben wird, in vergleichbarer Weise ab 
Dezember 2009 bestanden hat. Sodann ist die gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b 
IVG erforderliche durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% 
während des einjährigen Wartejahres unter Berücksichtigung einer ab 
3. Juni 2009 attestierten Arbeitsunfähigkeit von 100% (AB 21) und einer 
vorher bestehenden Arbeitsfähigkeit von 70 bzw. 80% (AB 15) erfüllt. Damit 
hat die Beschwerdeführerin ab Dezember 2009 Anspruch auf eine halbe 
Invalidenrente. 

4.2 Die Beschwerde erweist sich aufgrund des Dargelegten als begrün-
det und ist gutzuheissen. Die Verfügung vom 16. Juli 2012 (AB 74) ist auf-
zuheben.

Angesichts der im Gerichtsgutachten für den Zeitpunkt der Begutachtung 
attestierten vollen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin rechtfertigt es 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Okt. 2014, IV/13/653, Seite 14

sich, die Akten an die Beschwerdegegnerin zu übermitteln zur Prüfung des 
Rentenanspruchs anschliessend an die im vorliegenden Verfahren beurteil-
te Zeit bis 16. Juli 2012.

5.

Nach der Aufhebung des Entscheides dieses Gerichts vom 18. Januar 
2013 durch das Bundesgericht sind die Verfahrens- und Parteikosten 
zunächst für das Verfahren IV/2012/853 neu und anschliessend diejenigen 
für das vorliegende Verfahren zu verlegen. 

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Nach dem Entscheid BGer 8C_162/2013 ist davon auszugehen, dass die 
Beschwerdeführerin mit der Aufhebung des kantonalen Urteils und der 
Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung formell obsiegt hat. Die 
Verfahrenskosten für das Verfahren IV/2012/853, gerichtlich bestimmt auf 
Fr. 700.--, sind dementsprechend von der unterliegenden Beschwerdegeg-
nerin zu tragen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.-- ist ihr nach Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Im Verfahren IV/2013/653 besteht - da nach wie vor die gleiche Ver-
fügung wie im Verfahren IV/2012/853 streitig ist - kein Anlass zur Erhebung 
von Verfahrenskosten. 

5.3 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf Ausrichtung 
einer Parteientschädigung (BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61). Diese wird vom 
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Pro-
zesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG).

In der Kostennote vom 24. Juni 2014 macht der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin ein Honorar von Fr. 3‘696.-- (13.2 h x Fr. 280.--), Ausla-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Okt. 2014, IV/13/653, Seite 15

gen von Fr. 761.90 (Fr. 37.90 für Fotokopien, Fr. 24.-- für Porti sowie 
Fr. 700.-- für „Gerichtskosten, 20.09.2012“) und MWSt. von Fr. 300.65 (8% 
von Fr. 3‘757.90) geltend. Der im Verfahren IV/2012/853 geleistete Kosten-
vorschuss wird der Beschwerdeführerin bereits unter dem Titel der Verfah-
renskosten zurückerstattet (E. 5.1 hiervor) und ist deshalb von der geltend 
gemachten Parteientschädigung in Abzug zu bringen. Da die Kostennote 
ansonsten zu keinen Beanstandungen Anlass gibt, hat die Beschwerde-
gegnerin der Beschwerdeführerin für beide Verfahren eine Parteientschä-
digung von insgesamt Fr. 4‘058.55 (Honorar: Fr. 3‘696.--, Auslagen: 
Fr. 61.90, MWSt: Fr. 300.65) zu bezahlen. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 16. Juli 2012 aufgehoben. Die Beschwerdeführerin 
hat ab 1. Dezember 2009 Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Die 
Zeit nach dem 16. Juli 2012 betreffend wird die Sache an die IV-Stelle 
Bern übermittelt zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- für das Verfahren IV/2012/853 
werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Der von der Beschwerde-
führerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechts-
kraft des Urteils zurückerstattet.

3. Für das vorliegende Verfahren (IV/2013/653) werden keine Kosten 
erhoben.

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten 
für beide Verfahren, gerichtlich bestimmt auf Fr. 4‘058.55 (inkl. Ausla-
gen und MWSt.), zu ersetzen.

5. Zu eröffnen (R):

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Okt. 2014, IV/13/653, Seite 16

- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.