# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** badcee85-6c65-59eb-967c-12d0e2370cc4
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-29
**Language:** de
**Title:** Hüftbeschwerden allenfalls posttraumatisch bedingt, indes keine Zuordnung zum geltend gemachten Unfall möglich
**Docket/Reference:** UV.2013.00210
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2013.00210.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2013.00210
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiber Sonderegger
Urteil
vom
29. Mai 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Urs Christen
Weinbergstrasse 18, 8001 Zürich
gegen
Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
Direktion Bern
Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1961, arbeitete in einem 50
%
-Pensum bei der
Firma Y.___
und in einem 40
%
-Pensum bei der
Firma Z.___
je als Kadermitarbeiterin (
Urk.
8/UM2,
Urk.
8/K1)
. Über die erste Arbeitgeberin war sie bei der AXA Versicherungen AG
(nachfolgend AXA)
und über die zweite bei der
Schweizerische
n
Mobiliar Versicherungsge
sellschaft AG
(nachfolgend Mobiliar)
unfallversichert.
Mit Unfallmeldung vom 1
2.
April 2012 informierte sie die AXA, dass sie sich am 3
1.
Juli 2011 bei einem Surfunfall eine Verletzung an
der
rechten Hüfte zugezogen habe (
Urk.
8/5 =
Urk.
8/K1). Am 1
8.
Juni 2012 erstatte
te
sie sodann der Mobiliar entsprechen
de
Meldung (
Urk.
8/UM1).
Die beiden Unfallversicherer einigten sich in der Folge darauf, dass die Mobiliar die Fallführung in diesem Fall übernimmt (
Urk.
8/1-4).
1.2
Mit Schreiben vom 2
7.
November 2012 teilte die Mobiliar der Versicherten mit, dass die Hüftbeschwerden rechts nicht auf das Ereignis vom 3
1.
Juli 2011 zu
rückzuführen, sondern degenerativ bedingt seien (
Urk.
8/44). Dementsprechend verfügte sie am
5.
März 2013 die Leistungsablehnung
für die Zeit ab 2
4.
September 2012
(
Urk.
8/84). Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom
7.
August 2013 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess die Versicherte am 1
6.
September 2013 Beschwerde erheben und beantragen, es sei die Mobiliar zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen für den Unfall vom 3
1.
Juli 2011 zu erbringen. Eventualiter sei ein medizinisches Gutachten anzuordnen (
Urk.
1 S. 2).
Die
Mobiliar schloss in der Beschwerde
antwort vom
1.
November 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7 S. 2). Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren Anträgen fest (
Urk.
13, 17).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Mobiliar hat im Einspracheentscheid
die Bestimmungen und Grundsätze über den Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung im Allgemeinen (
Art.
6
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
[
UVG
]
in Verbin
dung mit
Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
cherungsrechts
[ATSG;
Unfallbegriff];
Art.
6
Abs.
2 UV
G in Verbindung mit
Art.
9 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV;
Begriff der
unfall
ähn
lichen
Körperschädigung]), die für die Leistungspflicht des
Unfallversiche
rers
vorausgesetzte natürliche Kausalität zwischen dem Unfall und dem einge
tre
te
nen Schaden (Krankheit, Invalidität,
Tod; BGE 129 V 177 E. 3.1
mit Hin
weisen), den im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der über
wie
gen
den Wahrscheinlic
hkeit (BGE 125 V 193 E. 2
; vgl.
auch BGE 129 V 177 E.
3.1
mit Hinweisen) sowie die bei der beweismässigen Auswertung medi
zini
scher Berichte und Gutachten zu beachtenden Re
geln (BGE 125 V 351 E. 3a
mit Hinweis; z
udem BGE 134 V 231 E. 5.1
mit Hinweis)
zutreffend dargelegt
. Da
rauf wird verwiesen.
Zu ergänzen ist, dass auf
Stellungnahmen
versiche
rungs
interner
Ärzte dann abgestellt werden kann,
so lange als
auch nicht gerin
ge Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 465 E.
4
.7
).
1.2
Ferner ist zu berücksichtigen, dass
die einzelnen Umstände des
Unfallgesche
hens
von der leistungsansprechenden Person glaubhaft zu machen sind. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem unvollständige, ungenaue oder wider
sprüch
liche Angaben gemacht werden, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, so besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Insbesondere ist zu verlangen, dass die Schilderungen mit den vorhandenen Indizien im Wesentlichen übereinstimmen. Im Streitfall obliegt es dem Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen. Wird auf Grund dieser Massnahmen das Vorlie
gen eines Unfallereignisses nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt
die blosse Möglichkeit genügt nicht -, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt. Diese Grundsätze gelten auch bezüglich des Nachweises unf
allähnlicher
Körperschä
digungen
. Unter Umständen kann auch der medizinische Befund einen Beweis dafür bilden, dass eine Schädigung auf eine ungewöhnliche äussere Einwirkung, also auf ein Unfallereignis, zurückzuführen ist. Der mangelnde Nachweis eines
Unfalles lässt sich selten durch medizinische Feststellungen ersetzen. Diese die
nen aber mitunter als Indizien im Beweis für oder gegen das Vorliegen eines Unfalles (BGE 103 V 175; Urteil
d
es Bundesgerichts 8C_999/201
0 vom 1
5.
März 2011 E. 3.3.2 mit Hinweisen
)
.
2.
Streitig und zu prüfen ist, ob
die rechtsseitigen Hüftbeschwerden der Beschwer
de
führerin auf den Surfunfall vom 3
1.
Juli 2011 zurückzufü
hren sind
.
3.
3.1
Den Akten ist Folgendes
zu entnehmen: Am 2
0.
August 2011
suchte
die
Beschwerdeführerin die
Notfallstation
der Klinik
A.___
auf.
Die Klinikärzte
Dr.
med.
B.___
und
Dr.
med.
C.___
hielten fest, seit gestern Morgen nach dem Klettern klage die Beschwerdeführerin über Schmerzen im Unterbauch rechts.
Unter ähnlichen Beschwerden habe die Beschwerdeführerin laut eigenen Angaben bereits vor einem Monat gelitten
. Damals seien die Beschwerden nach zwei bis drei Tagen aufgrund einer Behandlung mit Ibuprofen wieder ver
schwun
den (
Urk.
8/M3).
Zur weiteren Abklärung stellte sich die Besch
werdeführerin am 2
2.
August 2011
(vgl.
Urk.
8/M
3)
Dr.
med.
D.___
, Facharzt für Chirurgie
,
vor
. Dieser hielt in der Krankengeschichte fest, die Beschwerdeführerin klage über abdominale Schmerzen, welche seit zirka e
iner Woche im Bereich des
Musculus
Rectus
bestün
den.
Sie sei Extremsportlerin.
Im Röntgenbild zeigten sich unauffällige Verhältnisse und die Laborwerte seien normal (
Urk.
8/100).
Am 2
4.
August 20
11 erfolgte eine
Sonographie der Bauchwand. Hinweise auf eine Hernie ergaben si
ch nicht. Der Radiologe
Dr.
med.
E.___
erklärte, die Beschwerden im rechten Mittelbauch seien am ehesten muskulärer Genese
. Die Beschwerdeführerin betreibe Klettersport und andere belastende Tätigkeiten. Sie berichte über ein dort aufgetretenes Trauma
(
Urk.
8/102).
Einen Tag später wurde ein transabdominaler Ultraschall durchgeführt.
In der Anamnese
des
Radiologieberichts
wurde festgehalten, dass vor zirka einer Woche im Bereich des rechten Unterbauchs Schmerzen aufgetreten seien. Der
für den Untersuch zuständige
Gastroenterologe
Dr.
med.
F.___
schloss eben
falls auf eine
muskuläre Ursache der Beschwerden (
Urk.
8/101).
3.2
Am
9.
Januar 2012 konsultierte
die Beschwerdeführerin
Dr.
D.___
erneut
, da sie
zunehmend
e
Dolenzen
in der rechten Leiste verspürte, die seit der letzten
Not
falluntersuchung
im August aufträten.
Dr.
D.___
interpretierte diese
Beschwerden am ehesten im Rahmen einer muskulären
Dysbalance
mit
Ein
klem
mungserscheinungen
(
Urk.
8/99).
Die von ihm veranlassten Röntgen
bil
der
vom 1
0.
Januar 2012
der Hüfte zeigten kleine
Randosteophyten
(
Urk.
8/97). D
ie auf dem
MRI
vom 2
3.
Januar 2012
sichtbaren Veränderungen in der rechten Hüfte waren nach Meinung des Radiologen
Dr.
med.
G.___
arthrotischer
Natur (
Urk.
8/96).
3.3
Mit Unfallmeldung vom 1
2.
April 2012 gelangte die Beschwerdeführerin an die AXA. Darin führte sie aus, sie sei am 3
1.
Juli 2011 in Spanien beim Surfen vom Surfbrett gestürzt
. Da
bei
sei
der rechte Fuss in der Fussschlaufe hängen ge
blie
ben
und
dadurch sei
das rechte Bein ausgedreht
. Danach
habe sie leichte Schmer
zen verspürt
. Zwischendurch sei
en diese
wieder verschwunden. A
ber
die Schmerzen seien dann immer häufiger und immer heftiger aufgetreten
(
Urk.
8/K1).
3.4
Mit Schreiben vom 1
6.
April 2012 überwies
Dr.
D.___
die Beschwer
de
füh
rerin an PD
Dr.
med.
H.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates,
Stv
. Chefarzt
Orthopädie
an der
Klinik I.___
. Darin führte er aus, er kenne die Beschwerdeführerin seit rund 10 Mo
naten. Erstmals habe er sie in der Notfallstation der Klinik
A.___
unter
sucht. Damals sei eine abdominelle Symptomatik im Bereich der rechten Leiste im Vordergrund gestanden.
Die Beschwerdeführerin habe angegeben, perma
nente, zum Teil invalidisierende Schmerzen im rechten Mittel- bis Unterbauch zu haben. Die Abklärungen damals hätten unauffällige intraabdominale Ver
hältnisse ergeben. Ebenso hätten keine Anhaltspunkte für eine Hernie bestan
den. In der Zwischenzeit habe er die Beschwerdeführerin nochmals gesehen und eine Labordiagnostik sowie radiologische
Bilder anfertigen lassen
. Die Beschwer
deführerin habe während sechs Monaten ihren eigenen Therapeuten auf
gesucht und eine gewisse Besserung erwartet.
Diese sei
scheinbar
nicht einge
treten
. Sie wünsche deshalb nun eine Überweisung
. In Hinblick auf die Anfangssymptomatik habe man auf eine Muskelzerrung im
Rektusbereich
hin
gewiesen. Die Therapeuten der Beschwerdeführerin postulier
ten jedoch
eine Hüftproblematik im Sinne eines
Impingements
(
Urk.
8/M4).
3.5
Am 1
8.
Mai 2012 untersuchte PD
Dr.
H.___
die Beschwerdeführerin. Im entspre
chenden Bericht führte er unter der Anamnese aus, seit gut zehn Monaten seien rechtsseitige Leistenschmerzen vorhanden, welche einschiessend akut aufträten. Vorausgegangen sei eine Hüftgelenksdistorsion beim Windsurfen (Bericht vom 2
3.
Mai 2012,
Urk.
8/93; vgl. auch
Urk.
8/88).
Am 1
5.
Juni 2012 erfolgte
auf seine Veranlassung
ein
Arthro
-MRI der rechten Hüfte (
Urk.
8/89 =
Urk.
8/M6
). PD
Dr.
H.___
erklärte dazu, dieses zeige erstaunlicherweise keine
Knochenaltera
tion
im
Femurkopf
. Hingegen bestehe auf dem
Femurkopf
ein sehr grosses Areal, das knorpelfrei sei. Dieser Befund
erkläre
die belastungsabhängigen Schmerzen. Kurz- bis mittelfristig werde die Arthrose wohl fortschreiten und ein künstliches Hüftgelenk notwendig machen (
Urk.
8/91;
vgl. auch
Urk.
8/M7).
3.6
Vor dem Hintergrund, dass die Einsetzung einer Hüftprothese zur Diskussion stand, konsultierte die Beschwerdeführerin am
6.
Juli 2012 PD
Dr.
J.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates, Chefarzt Orthopädie an der
Klinik K.___
. In der Anamnese
seines Be
richts
führte
dies
er aus, die Beschwerdeführerin habe vor rund einem Jahr einen Surfunfall mit einer Distorsion erlitten, als sie in de
r Schlaufe hängen geblieben sei.
In der Folge seien wiederholt
Klemmungsgefühle
aufgetreten. Vor einigen Wochen sei es beim Joggen zu einer erneuten Schmerzepisode gekommen. Seit
her
krepitiere
etwas im Gel
enk bei besti
mmten Bewegungen. Diagnostisch schloss PD
Dr.
J.___
aufgrund
der Röntgenbilder, insbesondere des
Arth
ro
-MRI vom 1
5.
Juni 2012, und der eigenen Untersuchung auf eine
wahrscheinlich posttraumatische
Abschäl
läsion
des
femoralen
Knorpels (
Urk.
8/M8).
Am 2
5.
September 2012
erfolgte durch
PD
Dr.
J.___
die
operative Einsetzung der Hüftprothese
(
Urk.
8/M
9
-10
).
3.7
Die Mobiliar unterbreitete ihrem beratenden Arzt
Dr.
med.
L.___
, Facharzt für Chirurgie, die Akten. In der Stellungnahme vom 1
5.
November 2012
verneinte er, dass die Beschwerdeführerin eine
femorale
Knorpel-
Abschälläsion
erlitten habe.
Eine derartige Verletzung hätte ein Klettern verunmöglicht.
Anlässlich der Abklärungen im Notfall der Klinik
A.___
sei das rechte Hüftgelenk nicht einmal klinisch untersucht worden. Jedenfalls hätten sich keine Befunde in Be
zug auf die Beweglichkeit des Hüftgelenks ergeben.
Er führte weiter aus, e
ine
traumabedingte
frische
Abschälung
des Knorpels hätte mit Sicherheit zu einem Knorpelfragment geführt, das sich im Hüftgelenk frei bewegt und zu Blockie
rungen geführt hätte.
Ein Knorpelfragment
habe bei der Operation vom 2
5.
September 2012 aber nicht gefunden werden können
.
Zudem wäre
es zu
eine
r
exsudative
n
Reaktion
mit einem Gelenkserguss
gekommen
.
Das
Arthro
-MRI vom 1
5.
Juni 2012
zeige
sodann
klar einen degenerativen Befund.
Abgese
hen davon sei der beschriebene Unfallhergang beim Surfen nicht geeignet gewesen, den vorliegenden Defekt zu verursachen (
Urk.
8/M16.1).
3.8
PD
Dr.
J.___
hielt im Bericht vom 1
0.
Januar 2013 im Sinne einer Entgegnung zur Stellungnahme von
Dr.
L.___
fest, e
s sei nicht aussergewöhnlich
, dass bei Ereignissen wie dem vorliegenden initial nicht die richtige Diagnose gestellt werde. Initial würden differentialdiagnostisch oft Leistenbrüc
he und andere
Ursachen abgeklärt. Dies sei
auch vorliegend
der Fall gewesen
. Das
Arthro
-MRI vom 1
5.
Juni
2012 spreche
für eine traumatische Ursache.
D
er Hauptbefund
finde sich
am
Femurkopf
. Bei degenerative
n Veränderungen sei solches
gerade nicht der Fall.
Er sei nach wie vor der Meinung, dass das Distorsionstrauma beim Surfen mit grosser Wahrscheinlichkeit zur Kopfverletzung geführt habe und somit ursächlich für die sekundäre Arthrose sei
. Es sei bekannt, dass
Knor
pelschäden
an konvexen Gelen
k
stellen über Monate hinweg auch zu degenera
ti
ven Veränderungen an der korresp
o
ndierenden konka
ven Seite
führen würden
(
Urk.
8/M16.2, vgl. auch
Urk.
8/59-81).
3.9
Im Rahmen von
weiteren Stellungnahme
n vom
2
5.
Februar 2013
respektive
4.
Dezember 2013 hielten
Dr.
L.___
und PD
Dr.
J.___
an ihren Einschätzungen fest
(
Urk.
8/M17,
Urk.
14/2).
Auf das Argument von
Dr.
L.___
hin, wonach
kein freies Fragment
habe
gefunden werden
können, was gegen eine traumatische Genese der Knorpelschäden spreche
(
Urk.
8/M
16.1 S. 5
), reichte PD
Dr.
J.___
Auszüge aus der Literatur ein. Diesen ist zu entnehmen, dass im letzten
Stadium einer
Osteochondrosis
di
ssecans
das Knorpel-Knochenfragment sich zerlegen und in kaum nachweisbare Teile zerfallen kann (
Urk.
14/1+3).
3.10
Im Rahmen des vorinstanzlichen
Einsprachev
erfahrens
äusserte sich
Dr.
D.___
mit Bericht vom
4.
April 2013
nochmals
zur Sache. Auf die Frage, ob er die Meinung von
Dr.
L.___
teile, wonach die Beschwerdeführerin wesent
lich stär
kere Schmerzen und körperliche Einschränkungen gehabt hätte, wenn
es beim
Surf
unfall
vom 3
1.
Juli 2011 zur später festgestellten Verletzung bezie
hungsweise zum Schaden des rechten Hüftgelenks gekommen wäre, antwortete er, dass die Beschwerdeführerin gemäss ihren eigenen Angaben unmittelbar posttraumatisch starke Schmerzen im rechten Hüftgelenk verspürt habe. Eine Knorpelschädigung könne vorübergehend bis zur definitiven degenerativen Veränderung des
Knorpels schmerzfrei sein (
Urk.
8/106).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützt sich für ihren Standpunkt auf die Stellungnah
men von
Dr.
L.___
, während sich die Beschwerdeführerin auf die Berichte ihrer behandelnden Ärzte, insbesondere von PD
Dr.
J.___
und
Dr.
D.___
, beruft. Aufgrund der Akten steht fest, dass der ausgeprägte Knorpelschaden
femoral
rechts die Einsetzung eines künstlichen Hüftgelenks
erforderlich machte
.
In
Bezug auf den Knorpelschaden
sprechen sämtliche Ärzte
von einer Arthrose, also von degenerativen Veränderungen. Sie sind sich aber
uneinig
, ob die Ursa
che dieser Veränderung traumatischer Natur ist oder ob es sich um ein rein degeneratives Geschehen handelt.
4.2
In den initialen Berichten bestehen keinerlei Anhaltspunkte auf den Surfunfall vom 3
1.
Juli 201
1.
Anlässlich der ersten aktenkundigen ärztlichen Konsultation vom 2
0.
August 2011 klagte die Beschwerdeführerin
über S
chmerzen
im rech
ten Unterbauch.
Diese
bestanden laut eigenen Angaben der Beschwerdeführerin seit dem Vortag nach dem Klettern. Ähnliche Beschwerden waren bereits einen Monat zuvor, also v
or dem Surfunfall, aufgetreten
(
Urk.
8/M3)
.
Im Rahmen der umfassenden Abklärungen im August 2011
wurde die Beschwer
deführerin von mindestens vier verschiedenen Ärzten untersucht. Kei
nem gegenüber
erwähnte sie
den Surfunfall
. Hingegen wies sie
wiederholt
auf
ein beim Klettersport aufgetretenes Trauma hin (
Urk.
8/102
,
Urk.
8/M3
)
.
4.3
V
om Surfunfall
ist aktenkundig
erstmals in der Unfallmeldung vom 1
2.
April 2012, also rund
8 ½ Monate später, die Rede.
In den medizinischen Akten wird er erstmals im Bericht von PD
Dr.
H.___
vom 2
3.
Mai 2012 erwähnt, wo unter der Anamnese vermerkt ist, dass
den rec
htsseitigen Leistenschmerzen
ein
e
Hüft
gelenksdistorsion
beim Windsurfen vorausgegangen
sei
(
Urk.
8/93). Es ist davon auszugehen, dass
diese Angabe von der Beschwerdeführerin stammt.
Denn im Überweisungsschreiben von
Dr.
D.___
ist nichts Derartiges erwähnt.
Davon, dass unmittelbar nach dem Surfunfall Klemmschmerzen aufgetreten war
en, ging auch PD
Dr.
J.___
aus.
Dieser Sachverhalt findet indessen in den initialen Arztberichten keine Grundlage
, nachdem
in diesen
nirgends von einem
Surf
unfall
die Rede ist.
4.4
Die
im August 2011
(wieder)
aufgetretenen
Schmerzen im rechten Unterbauch wurden von den Ärzten
damals
auf eine muskuläre
Dysbalance
zurückgeführt.
PD
Dr.
J.___
hält dafür
, dass
bei Patienten mit Hüftleiden oftmals differential
diagnostisch sowohl Leistenbrüche als auch andere Ursachen abgeklärt werden (
Urk.
8/M16.2). Der rech
te Unterbauch entspricht
dem Bereich der rechten Leiste, was für die Argumentation von PD
Dr.
J.___
spricht. Hingegen bleibt er eine Erklärung schuldig, weshalb die Klinik der rechten Hüfte am 2
0.
August 2011 unauffällig war
.
Entscheidend erscheint aber,
dass sich die Beschwerde
führerin im Rahmen der initialen Abklärungen den Surfunfall als
schmerzaus
lösendes
Ereignis
gar nicht an
sprach
.
Soweit
Dr.
D.___
in diesem Zusam
menhang ausführt, die Beschwerdeführerin habe unmittelbar nach dem beim Surfen erlittenen Trauma starke Schmerzen im rechten Hüftgelenk verspürt (
Urk.
8/106), findet sich in den initialen Berichten
, unter anderem in der von ihm geführten Krankengeschichte,
kein
Beleg dafür, sondern es handelt si
ch
dabei
um eine nachträgliche, rund neun
Monate nach dem behaupteten Unfall gemachte Angabe der Beschwerdeführerin.
Belegt ist einzig, dass die Beschwer
deführerin gelegentlich unter Klemmschmerzen litt. Dies war aber
erstmals schon vor dem Surfunfall der Fall gewesen (
Urk.
8/M3).
4.5
Aufgrund der Ausführungen von PD
Dr.
J.___
und
Dr.
D.___
ist nicht aus
zuschliessen, dass es sich bei der Knorpelschädigung im
Femurkopf
um eine posttraumatische Schädigung handelt. Indessen lässt die Aktenlage eine Zuord
nung zum behaupteten Surfunfall vom 3
1.
Juli 201
1
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
zu.
Ein anderes konkretes
,
den Unfallbegriff erfüllendes Ereignis
, etwa beim Klettern,
beschreibt die Beschwerdeführerin nicht. E
ine Verletzung, die ausschliesslich auf wiederholte, im täglichen Leben laufend auftretende, eine allmähliche Abnützung bewirkende und schliesslich zu einem
behandlungsbedürftigen
Gesundheitsschaden führende Mikrotraumata zurück
zuführen ist,
was im Fall der sehr sportlichen Beschwerdeführerin
mindestens ebenso
wahrscheilich
ist,
genügt diesem Begriffsmerkmal nicht (
Bundesge
richtsurteil
8C_709/2010
vom 3
1.
Januar 2011
E. 3.2). Von
weiteren Erhebun
gen
sind
keine
entscheidrelevanten
ne
uen Aufschlüsse zu erwarten
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 131 I 153 E. 3
)
.
Die Beschwerde ist somit abzu
weisen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Urs Christen
-
Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu
enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubSonderegger