# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d8d08985-bdaa-51ee-b17e-60ac7b5b1b8a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-08-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 19.08.2008 ZB 2008 19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_ZB-2008-19_2008-08-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 19. August 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZB 08 19

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Sutter-Ambühl und Tomaschett-Murer 
Aktuarin ad hoc Ankes

——————

In der zivilrechtlichen Beschwerde

d e r  X . , Beklagte und Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. 
Hans E. Beck, Via Tegiatscha 24, 7500 St. Moritz,

gegen

das Urteil des Kreispräsidiums D. vom 28. Mai 2008, mitgeteilt am 28. Mai 2008, in 
Sachen Y . , vertreten durch den einzelzeichnungsberechtigten Gesellschafter W., 
Klägerin und Beschwerdegegnerin, gegen die Beklagte und Beschwerdeführerin, 

betreffend gerichtliche und aussergerichtliche Kosten,

hat sich ergeben:

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A. Die Y. ist Eigentümerin der Liegenschaft Nr. A. in B.. Zugunsten der 
benachbarten Liegenschaft Nr. G., die im Eigentum der X. steht, ist ein Fuss- und 
Fahrwegrecht zulasten der Liegenschaft Nr. A. im Grundbuch eingetragen.

B. Am 24. Oktober 2006 erhob die Y. (damals: Z.), vertreten durch 
Rechtsanwalt C., Klage beim Kreispräsidium D. gegen die Stockwerkeigentümer-
gemeinschaft bezüglich der Aufteilung der Schneeräumungskosten für die – auf Pa-
rzelle Nr. A. gelegene – Zufahrtsstrasse zu den Liegenschaften der Parteien (sowie 
weiterer Liegenschaften). Sie beantragte, die Stockwerkeigentümergemeinschaft 
sei zu verpflichten, ihr CHF 90.40 nebst 5% Zins seit 18. Oktober 2006 zu bezahlen. 
Dieser Forderung lagen Schneeräumungskosten (Unterhaltskosten) in Höhe von 
insgesamt Fr. 602.55 zugrunde; nach Ansicht der Klägerin hatte die Beklagte hier-
von 15% zu tragen, während die Beklagte selbst zwar grundsätzlich eine Beteiligung 
an den Unterhaltskosten anerkannte, jedoch nur bereit war, einen Anteil von 5% zu 
übernehmen. Nach dem Scheitern von Vergleichsverhandlungen, an denen die 
Rechtsanwälte beider Parteien beteiligt waren, liess die Beklagte in ihrer Prozes-
santwort Folgendes beantragen:

"1. Auf die Klage sei nicht einzutreten.

2. Evtl. die Klage sei in einem Fr. 60.─ nebst Verzugszins übersteigenden 
Betrage abzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge"

Zur Begründung wurde angeführt, die sachliche Zuständigkeit des Kreisprä-
sidenten sei nicht gegeben, da es der Klägerin nur vordergründig um die Bezahlung 
der eingeklagten Rechnung gehe; in Wirklichkeit wolle sie jedoch einen Gerichts-
entscheid erwirken, in dem die von der Beklagten geschuldete Unterhaltsquote für 
den Wegunterhalt endgültig gerichtlich festgelegt würde. Daher liege nicht nur die 
eingeklagte Forderung im Streit, sondern der gesamte kapitalisierte Wert der 
zukünftigen anteiligen Unterhaltslast, womit die Streitwertgrenze von Fr. 1'000.─ of-
fensichtlich überschritten sei. Was die Nutzung der Strasse durch den gewerblich 
bedingten Verkehr zur und von der Parzelle Nr. A. und der entsprechenden Gewich-
tung betreffe, sei eine Expertise einzuholen. Stünde eine Unterhaltsbeteiligung der 
Beklagten überhaupt zur Diskussion, betrage deren Anteil etwa 4%; zur Vermeidung 
des Prozessrisikos habe sich die Beklagte jedoch entschlossen, einen Kostenanteil 
von 10% anzuerkennen.

C. Am 4. Februar 2008 teilte Rechtsanwalt C. dem Kreispräsidenten mit, 
dass die Klägerin nicht mehr durch ihn vertreten werde. 

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D. Am 15. Februar 2008 führte der Kreispräsident einen Augenschein mit 
Hauptverhandlung durch, an welchem für die Klägerschaft W. sowie für die Beklagt-
schaft zwei der drei Stockwerkeigentümer (E. und F.) sowie deren Rechtsvertreter 
teilnahmen. Letzterer rügte unter anderem erneut die Unzuständigkeit des Gerichts: 
durch das Einklagen eines geringeren Betrags werde die gesetzliche Zuständig-
keitsordnung unterlaufen, weshalb eine unzulässige Teilklage vorliege. Zudem sei 
die Stockwerkeigentümergemeinschaft als solche nicht passivlegitimiert. Als aus-
seramtliche Entschädigung wurden Fr. 3'468.─ geltend gemacht. 

E. Mit Urteil vom 28. Mai 2008, mitgeteilt gleichentags, erkannte der 
Kreispräsident D. wie folgt:

"1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagte verpflichtet, der 
Klägerin den Betrag von CHF 60.25 nebst 5% Zins seit 18. Oktober 
2006 zu bezahlen.

2. Die Kosten des Verfahrens von CHF 600.00 gehen zu 1/3 bzw. CHF 
200.00 zu Lasten der Klägerin und zu 2/3 bzw. CHF 400.00 zu Lasten 
der Beklagten und werden mit den geleisteten Vertröstungen von je 
CHF 400.00 verrechnet.

Die Klägerin erhält den Überschuss von CHF 200.00 nach Eintritt der 
Rechtskraft erstattet.

3. Ausseramtlich hat die Beklagte die Klägerin mit CHF 500.00 zu entschä-
digen.

4. (Rechtsmittelbelehrung)

5. (Mitteilung)"

F.  Gegen dieses Urteil erhob die Beklagte am 16. Juni 2008 zivilrechtli-
che Beschwerde gemäss Art. 232 ff. der Zivilprozessordnung des Kantons 
Graubünden (ZPO; BR 320.000) an den Kantonsgerichtsausschuss mit folgenden 
Rechtsbegehren:

"1. Ziff. 2 und 3 des angefochtenen Urteils seien aufzuheben.

2. Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens seien vollumfänglich der 
Beschwerdebeklagten aufzuerlegen, die zudem zu verpflichten sei, der 
Beschwerdeführerin für das vorinstanzliche Verfahren eine ausseramt-
liche Entschädigung von Fr. 3'480.─ zu bezahlen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdebe-
klagten."

Die Beschwerdeführerin habe, insbesondere mit Rücksicht auf das Prozess-
risiko, von Anfang an eine Unterhaltsprozentuale von 10% anerkannt und demnach 
vollumfänglich obsiegt. Hieran ändere auch nichts, dass sie die prozessualen Vor-
fragen der Zuständigkeit und der Passivlegitimation aufgeworfen habe, da diese 

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vom Gericht ohnehin von Amts wegen hätten überprüft werden müssen. Im Übrigen 
habe der Kreispräsident Art. 122 ZPO unrichtig angewendet; da sich Parteientschä-
digungen von unterschiedlicher Höhe gegenüber gestanden hätten (Fr. 750.─ sei-
tens der Beschwerdebeklagten, Fr. 3'480.─ seitens der Beschwerdeführerin), hät-
ten diese als Basis für die verhältnismässige Teilung dienen müssen. Dies hätte 
einen Entschädigungsanspruch von Fr. 500.─ zugunsten der Beschwerdebeklagten 
(2/3 von Fr. 750.─) und von Fr. 1'160.─ zugunsten der Beschwerdeführerin (1/3 von 
Fr. 3'480.─), mithin einen Saldo von Fr. 660.─ zugunsten der Beschwerdeführerin 
ergeben.

G. Die Y. beantragte in ihrer Stellungnahme vom 3. Juli 2008 was folgt:

"1. Die Beschwerde sei teilweise gutzuheissen, indem das Urteil vom 28. 
Mai 2008 in der Ziffer 3 aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vor-
instanz zurückzuweisen sei.

2. Im Übrigen sei die Berufung abzuweisen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Berufungskläge-
rin."

Hauptbegehren der "Berufungsklägerin" (recte: Beschwerdeführerin) sei das 
Nichteintreten gewesen, womit sie nicht durchgedrungen sei. Für die Kostenvertei-
lung sei im Übrigen massgeblich, mit welchem Teil der Forderung die Klägerin Er-
folg gehabt habe, was hier zu 2/3 der Fall gewesen sei. Nicht entscheidend sei hin-
gegen, ob das Obsiegen durch Anerkennung oder Urteilsspruch erfolge. Eine teil-
weise Anerkennung könne die Aufteilung der Kosten nicht nachträglich beeinflus-
sen. Es sei richtig, dass die Beschwerdegegnerin 1/3 der notwendigen ausserge-
richtlichen Kosten zu übernehmen habe. Hierbei seien jedoch nicht unbesehen 1/3 
der in der Honorarnote des gegnerischen Anwalts ausgewiesenen Kosten zu über-
nehmen, sondern nur 1/3 des tatsächlich notwendigen Aufwands. Dieser dürfte - 
aufgrund der anwaltlichen Vertretung der Gegenpartei - allenfalls geringfügig grös-
ser als derjenige der Beschwerdegegnerin gewesen sein. 

H. Der Kreispräsident D. hielt in seiner Vernehmlassung am gefällten 
Entscheid fest und beantragte kostenfällige Beschwerdeabweisung. Der Eventual-
antrag der Beklagten habe seiner Ansicht nach keine selbständige Bedeutung ge-
habt, sondern sei unter prozessualen Gesichtspunkten ähnlich wie ein Vergleichs-
vorschlag bzw. eine teilweise Anerkennung zu werten gewesen.

I. Am 25. Juli 2008 reichte der Vertreter der Beschwerdeführerin ein 
Schreiben des neuen Rechtsvertreters der Beschwerdegegnerin ein, in dem unter 
Hinweis auf den rechtskräftig festgestellten Unterhaltsanteil von 10% weitere For-

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derungen gegen seine Klientin (Belagsarbeiten, Schneeräumung, Kanalreinigung) 
geltend gemacht wurden. Hiermit sei die These bestätigt, wonach die gerichtliche 
Geltendmachung einer Rechnung lediglich der Vorwand für eine generelle Rege-
lung der Strassenunterhaltsfrage gewesen sei.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie im angefochte-
nen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1.a. Festzuhalten ist zunächst, dass das Urteil des Kreispräsidenten D. le-
diglich im Kostenpunkt (Ziff. 2 und 3 des Dispositivs) angefochten wurde, weshalb 
der Entscheid in materieller Hinsicht (Ziff. 1) in Rechtskraft erwachsen ist. Soweit 
die Rechtsschriften Ausführungen enthalten, die materielle Fragen betreffen, ist auf 
diese nachfolgend nicht einzugehen. 

b. Festzustellen ist weiter, dass das angefochtene Urteil von der zustän-
digen Instanz gefällt wurde. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin lag der 
Streitwert nicht über Fr. 1'000.─. Im konkreten Verfahren wurde eine Forderung für 
bestimmte Unterhaltsarbeiten in Höhe von Fr. 90.40 nebst Zins geltend gemacht. 
Zwar mögen die Ausführungen im Urteil, die den von der Beschwerdeführerin zu 
übernehmenden Anteils der Unterhaltskosten betreffen, eine gewisse faktische Be-
deutung bezüglich künftiger Forderungen haben; der angefochtene Entscheid ent-
faltet jedoch nur hinsichtlich der streitgegenständlichen konkreten Forderung mate-
rielle Rechtskraft. (s. zum Ganzen Frank/Sträuli/Messmer, ZPO, 3. Auflage Zürich 
1997, § 191 RZ 5 mit Hinweisen). 

c. Da Entscheide des Kreispräsidenten nicht berufungsfähig sind, (Art. 
218 ZPO), ist auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ge-
stützt auf Art. 232 (Ingress) ZPO einzutreten.

2. Die Kognitionsbefugnis des Kantonsgerichtsausschusses ist be-
schränkt. Er überprüft im Rahmen der Beschwerdeanträge nur, ob der angefoch-
tene Entscheid oder das diesem vorausgegangene Verfahren Gesetzesbestimmun-
gen verletzt, welche für die Beurteilung der Streitfrage wesentlich sind (Art. 235 Abs. 
1 ZPO). Feststellungen der Vorinstanzen über tatsächliche Verhältnisse sind für die 
Beschwerdeinstanz bindend, es sei denn, sie sind unter Verletzung von Beweisvor-
schriften zustande gekommen, erweisen sich als willkürlich oder beruhen auf offen-

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sichtlichen Versehen (Art. 235 Abs. 2 ZPO). Bei Ermessensentscheiden – wozu ins-
besondere Kostenentscheide gehören – schreitet der Kantonsgerichtsausschuss 
nur ein, wenn eine Ermessensüberschreitung oder ein Ermessensmissbrauch vor-
liegt. Nachfolgend ist somit nur zu prüfen, ob der Entscheid der Vorinstanz im Kos-
tenpunkt rechtmässig war. 

3. Art. 122 Abs. 1 ZPO bestimmt, dass die unterliegende Partei in der 
Regel verpflichtet wird, sämtliche Kosten des Verfahrens zu übernehmen. Hat keine 
Partei vollständig obsiegt, können die Kosten verhältnismässig verteilt werden. Der 
Kantonsgerichtsausschuss sieht keinen Anlass, die grundsätzliche, vom Kreisprä-
sidenten getroffene Aufteilung der Kosten (2/3 zu Lasten der Beschwerdeführerin, 
1/3 zu Lasten der Beschwerdegegnerin) zu beanstanden. 

a. Der Hauptantrag der Beschwerdeführerin lautete, auf die Klage sei 
mangels Zuständigkeit des Kreispräsidiums nicht einzutreten. Da der Kreispräsident 
auf die Klage eintrat, ist sie mit diesem Antrag vollständig unterlegen. Erst der Even-
tualantrag lautete auf Abweisung der Klage in einem Fr. 60.─ nebst Verzugszins 
übersteigenden Betrag. Dass die Beklagte – wie in der Prozessantwort ausgeführt 
– einen Kostenanteil von 10% anerkennen wollte, um "jedes Prozessrisiko zu ver-
meiden", ist als reine Absichtserklärung rechtlich irrelevant und kann sie nicht von 
der Übernahme der tatsächlich geschuldeten Prozesskosten befreien. Die "Aner-
kennung" ändert nichts daran, dass sie mit dem Hauptbegehren die Klage vollum-
fänglich scheitern lassen wollte. Am Rande sei angemerkt, dass gemäss Art. 114 
Abs. 1 ZPO die Kosten bei Anerkennung in der Regel ebenfalls zu Lasten der Be-
klagten gehen; selbst wenn man also – mit der Beschwerdeführerin - annehmen 
wollte, der Eventualantrag sei hinsichtlich der Kostenfolge wie ein Hauptantrag zu 
werten, hätten keinesfalls die Kosten vollständig von der Klägerschaft übernommen 
werden müssen. 

b. Der Hauptantrag der Klägerin lautete auf Übernahme von Schneeräu-
mungskosten durch die Beklagte in Höhe von Fr. 90.40. Dieser Antrag wurde im 
Umfang von Fr. 60.25 gutgeheissen. Zwar hatte die Beklagte bereits vorprozessual 
eine Unterhaltsquote von 5% anerkannt; jedoch ist unter Berücksichtigung der Tat-
sache, dass die Beklagte mit ihrem Hauptantrag vollumfänglich scheiterte, ohne 
weiteres ein Obsiegen der Klägerin im Umfang von 2/3 anzunehmen. 

c. Auch die Höhe der Gerichtskosten von Fr. 600.─ ist nicht zu beanstan-
den, weshalb der Beschwerde in diesem Punkt kein Erfolg beschieden sein kann.

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4. Rechtsgrundlage für die Bemessung der aussergerichtlichen Entschä-
digung ist Art. 122 Abs. 2 ZPO. Hiernach wird die unterliegende Partei in der Regel 
verpflichtet, der obsiegenden alle dieser durch den Rechtsstreit verursachten, not-
wendigen Kosten zu ersetzen. Fällt das Urteil nicht ausschliesslich zu Gunsten einer 
Partei aus, können die aussergerichtlichen Kosten nach den gleichen Grundsätzen 
wie die gerichtlichen verteilt werden. 

a. Soweit es um die Bemessung der Verfahrensschäden beider Parteien 
geht, steht dem Kreispräsidenten ein weites Ermessen zu. Der Kantonsgerichtsaus-
schuss greift – wie erwähnt - in diesen erheblichen Ermessensspielraum grundsätz-
lich nicht ein, es sei denn, der Gebrauch des Ermessens erweise sich als miss-
bräuchlich oder das Ermessen werde überschritten. Dies ist der Fall, wenn sich ein 
Ermessensentscheid auf keine sachlich vertretbaren Gründe abstützen lässt oder 
dem Gerechtigkeitsgedanken in stossender Weise zuwiderläuft (vgl. PKG 1987 Nr. 
17). Die Beschwerde ist demnach unter dieser beschränkten Kognition zu prüfen. 

b. Wie von beiden Parteien im Grundsatz richtig erkannt, erweist sich der 
vorinstanzliche Entscheid jedoch weder im Hinblick auf die Bemessung der ausser-
amtlichen Entschädigung noch hinsichtlich deren Berechnung als rechtmässig. Wie 
das Kantonsgericht im Urteil ZB 06 26 ausführlich dargestellt hat, ist es unzulässig, 
für beide Parteien ohne nähere Prüfung den gleichen aussergerichtlichen Aufwand 
anzunehmen; dies gilt insbesondere dann, wenn eine der Parteien nicht anwaltlich 
vertreten ist. Vielmehr müssen zunächst die für jede Partei entstandenen Kosten 
individuell festgelegt und von diesem Betrag die entsprechende Quote berechnet 
werden. In einem zweiten Schritt sind die so gewonnenen Beträge (und nicht die 
Quoten; s. ZB 06 26 E. 4.a. und b.) zu verrechnen.

c. Vorab sei angemerkt, dass selbst dann, wenn man eine ausseramtli-
che Entschädigung von Fr. 750.─ für beide Parteien für angemessen erachtete, das 
Ergebnis der Vorinstanz nicht korrekt ist: 1/3 dieser Summe, d.h. Fr. 250.─, hätte 
die Klägerin der Beklagten bezahlen müssen, 2/3, d.h. Fr. 500.─, die Beklagte der 
Klägerin; bei Verrechnung wäre ein Betrag von Fr. 250.─ zugunsten der Klägerin 
(und nicht Fr. 500.─) verblieben. 

d. Jedoch erweist sich eine ausseramtliche Entschädigung von nur Fr. 
750.─ als offensichtlich zu niedrig. Allein aufgrund eines geringen Streitwerts auf 
einen geringen Aufwand zu schliessen, wie es hier offenbar geschehen ist, ist un-
zulässig. Für die anwaltlichen Aktivitäten in diesem Fall (Klienteninstruktion, Einrei-
chung von Rechtsschriften, Beizug von Unterlagen, Vergleichsverhandlungen so-

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wie Teilnahme an Augenschein und Hauptverhandlung) erscheint ein Aufwand von 
13.5 Stunden, wie ihn der Beklagtenvertreter in seiner Kostennote angibt, nicht von 
vorneherein als unangemessen. 

e. Die Beklagte machte auf dieser Basis vor der Vorinstanz Anwaltskos-
ten von Fr. 3'480.─ geltend; die Klägerin bezifferte ihre Auslagen nicht. Festzuhalten 
ist jedoch, dass auch letztere im vorinstanzlichen Verfahren anwaltlich vertreten 
war. Ihr damaliger Rechtsanwalt reichte die Klageschrift mit Beweisbelegen ein und 
führte offensichtlich umfassende Vergleichsverhandlungen mit der Gegenseite. Erst 
mit Schreiben vom 4. Februar 2008, d.h. nur wenige Tage vor der Hauptverhand-
lung, erfolgte die Anzeige, dass die Klägerin nicht mehr von ihm vertreten werde. 
Soweit aus den Akten ersichtlich, dürften der Klägerseite bis zu diesem Zeitpunkt 
jedoch Anwaltskosten in ähnlichem Umfang wie der Beklagtenseite entstanden 
sein. Zudem erscheint offensichtlich, dass das von der Klägerin schriftlich einge-
reichte Plädoyer von einer juristisch ausgebildeten Person stammt. Der einzige we-
sentliche Unterschied besteht darin, dass der Klägervertreter nicht mehr an Augen-
schein und Hauptverhandlung vom 15. Februar 2008 teilnahm, welche gemäss Pro-
tokoll 45 Minuten (14:00 Uhr bis 14:45 Uhr) in Anspruch nahmen. Es rechtfertigt 
sich daher, von einem etwa gleich hohen aussergerichtlichen Aufwand der Parteien 
auszugehen und für die Klägerseite lediglich - auf Basis des von der Gegenpartei 
geltend gemachten Aufwands - eine Reduktion von 1 ½ Stunden (Teilnahme an 
Augenschein und Hauptverhandlung einschliesslich Wegzeit) vorzunehmen.

f. Der Berücksichtigung der tatsächlich entstandenen aussergerichtli-
chen Kosten steht auch nicht die Tatsache entgegen, dass die Klägerin das Urteil 
des Kreispräsidenten nicht angefochten hat. Es wäre unbillig, allein aufgrund dieser 
Tatsache aussergerichtliche Kosten in Höhe von nur Fr. 750.─ anzusetzen und den 
Denkfehler des Kreispräsidenten einseitig im Sinne der Beschwerdeführerin zu kor-
rigieren. Der Kantonsgerichtsausschuss hat den angefochtenen Kostenpunkt viel-
mehr - im Rahmen des Beschwerdeantrags - gesamthaft neu zu berechnen. 

g. Letztlich kann offen bleiben, ob die Kostennote der Beklagten in vollem 
Umfang gerechtfertigt ist oder nicht, da sich ihre Beschwerde – wie nachfolgend 
aufgezeigt wird – im Ergebnis als unbegründet erweist. Ausgehend von einem übli-
chen anwaltlichen Stundenansatz von Fr. 240.─ und nach Reduktion des Honorars 
der Klägerschaft um 1 ½ Stunden unter Berücksichtigung der Fahrtkosten und der 
Mehrwertsteuer (pauschal Fr. 400.─) ergibt sich hinsichtlich der aussergerichtlichen 
Kosten folgendes Bild:

Kosten Klägerschaft Fr. 3'086.─

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Kosten Beklagtschaft Fr. 3'486.─

2/3 von Fr. 3'086.─ (zu bezahlen von Beklagtschaft) Fr. 2'057.─
1/3 von Fr. 3'486.─ (zu bezahlen von Klägerschaft) Fr. 1'162.─
Verrechnung: Anspruch Klägerschaft Fr.    895.─

h. Hieraus erhellt, dass der Klägerschaft im kreisamtlichen Verfahren bei 
korrekter Berechnung eine ausseramtliche Entschädigung in Höhe von Fr. 895.─ 
zugestanden hätte. Da sie jedoch gegen den Entscheid des Kreispräsidenten kein 
Rechtsmittel eingelegt hat, verbleibt es bei der zugesprochenen Entschädigung von 
Fr. 500.─. Im Ergebnis hat es daher beim Urteil der Vorinstanz sein Bewenden, 
weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 

5. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die Gerichtskosten gemäss Art. 
122 ZPO, welcher auch im Rechtsmittelverfahren Anwendung findet, zu Lasten der 
Beschwerdeführerin. Sie hat zudem der Beschwerdegegnerin eine Umtriebsent-
schädigung von Fr. 200.─ für das Beschwerdeverfahren zu bezahlen. 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'500.─ (inkl. Schreibge-
bühren) gehen zu Lasten der X.. Diese hat zudem die Y. mit Fr. 200.─ aus-
sergerichtlich zu entschädigen.

3. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Ar. 72, Art. 74 Abs. 2 lit. a des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht geführt werden, falls sich eine Rechtsfrage 
von grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre 
Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. gegeben. In beiden Fällen ist 
das Rechtsmittel dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Verfassungsbeschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff., 90 ff., 113 
ff. BGG.    

4. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Präsident: Die Aktuarin ad hoc: