# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6b2a826-9ae2-5b0d-b491-9d23dc0ce770
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-19
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 19.09.2023 VBE.2023.162
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-162_2023-09-19.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

 

VBE.2023.162 / ms / nl 
Art. 109 

 

 

Urteil vom 19. September 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichter Kathriner  

Gerichtsschreiber Schweizer          

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____ 

vertreten durch lic. iur. Markus Zimmermann, Rechtsanwalt, 

Stadtturmstrasse 10, Postfach, 5401 Baden    

     

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

     

 
   

Beigeladene   B._____ 

 

    
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 1. März 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die 1988 geborene, zuletzt als Dentalassistentin tätige Beschwerdeführerin 

meldete sich am 13. Mai 2019 aufgrund unfallbedingter Beschwerden an 

der rechten Hand bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen 

(berufliche Integration/Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung 

(IV) an. Die Beschwerdegegnerin tätigte daraufhin medizinische und er-

werbliche Abklärungen, holte die Akten der Unfallversicherung (Suva) ein, 

nahm Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) und 

sprach der Beschwerdeführerin Frühinterventionsmassnahmen in Form 

von Beratung und Unterstützung zu. Nach weiteren Rücksprachen mit dem 

RAD stellte die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Vorbe-

scheid vom 18. Juli 2022 die Zusprache einer ganzen Rente vom 1. No-

vember 2019 bis 31. März 2022 in Aussicht. Nach Prüfung der dagegen 

erhobenen Einwände verfügte die Beschwerdegegnerin am 1. März 2023 

ihrem Vorbescheid entsprechend. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 1. März 2023 erhob die Beschwerdeführerin mit 

Eingabe vom 27. März 2023 fristgerecht Beschwerde und stellte folgende 

Rechtsbegehren: 

 

"1. Die angefochtene Verfügung vom 01.03.2023 sei insoweit zu korrigie-
ren, dass die Beschwerdeführerin auch ab 01.04.2022 Anspruch auf 
eine Rente der Invalidenversicherung hat. 

 2. Eventualiter sei die Sache zur ordnungsgemässen Abklärung des me-
dizinischen Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen. 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerde-
gegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 17. Mai 2023 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 25. Mai 2023 wurde die berufli-

che Vorsorgeeinrichtung der Beschwerdeführerin im Verfahren beigeladen 

und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Mit Eingabe vom 29. Juni 

2023 beantragte die Beigeladene die Abweisung der Beschwerde. 

 

  

 - 3 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. 

 

2. 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen betreffend Weiterentwicklung der 

IV (WEIV) in Kraft getreten. Weder dem IVG noch der IVV sind besondere 

Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit dieser Änderun-

gen im Hinblick auf nach dem 1. Januar 2022 beurteilte mögliche Ansprü-

che des Zeitraums bis zum 31. Dezember 2021 zu entnehmen. Es sind da-

her nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen jene Bestim-

mungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden  

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-

weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April 

2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1 

S. 213). Da vorliegend Leistungen mit Anspruchsbeginn vor dem 1. Januar 

2022 streitig sind, ist für deren Beurteilung die bis zum 31. Dezember 2021 

geltende Rechtslage massgebend. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 

1. März 2023 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 110) in medizinischer Hin-

sicht im Wesentlichen auf die Aktenbeurteilungen von RAD-Arzt 

Prof. Dr. med. C._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau-

matologie des Bewegungsapparates (VB 66; 93).  

 

Mit Stellungnahme vom 18. November 2021 führte RAD-Arzt 

Prof. Dr. med. C._____ aus, die Beschwerdeführerin habe sich am 19. Ok-

tober 2018 bei einem Sturz einen handgelenksnahen Bruch des Radius auf 

der rechten (dominanten) Seite zugezogen, mit inzwischen drei Operatio-

nen. Die primäre Reposition und Osteosynthese vom 20. Oktober 2018 sei 

nicht ausreichend gewesen, so dass eine Korrekturosteotomie am 26. Mai 

2020 vorgenommen worden sei. Inzwischen sei ein Jahr später am 20. Mai 

2021 die Materialentfernung erfolgt, was allerdings nicht zur gewünschten 

Beschwerdereduktion geführt habe. Die Erfahrung des Unterzeichnenden, 

nicht zuletzt aufgrund vieler Fälle mit Handgelenksproblemen, lasse sich in 

der Aussage zusammenfassen, dass an dieser anatomischen Lokalisation 

besonders oft Diskrepanzen bestehen würden zwischen einem fast unauf-

fälligen Befund bzw. allenfalls moderaten pathologischen Veränderungen 

und einem chronischen Schmerzproblem, das einer Wiederaufnahme einer 

beruflichen Tätigkeit gegenüber hohe Resistenz aufweise. Diese Proble-

matik werde auch im vorliegenden Fall deutlich und es stelle sich die Frage, 

ob es durch therapeutische Massnahmen im Rahmen der Schmerzsprech-

stunde über eine Schmerzreduktion eventuell sogar zu einer Schmerzfrei-

heit kommen könne, denn schliesslich seien keine grösseren anatomischen 

 - 4 - 

 

 

 

Abweichungen objektivierbar. In der angestammten Tätigkeit als Dentalhy-

gienikerin bestehe bis auf Weiteres eine (volle) Arbeitsunfähigkeit. Da der 

Leidenszustand an denen eines funktionellen "Einhänders" orientiert wer-

den könne, sei eine angepasste Tätigkeit zu praktizieren, bei der die rechte 

Hand/der rechte Arm nur wenig eingesetzt werde. Alle Tätigkeiten, die ein 

beidhändiges Manipulieren erfordern würden, würden deshalb nicht in Be-

tracht fallen. Somit seien es hauptsächlich Überwachungsaufgaben, die mit 

einem minimalen Einsatz der rechten oberen Extremität ausgeübt werden 

könnten. In einer zahnärztlichen Praxis und vergleichbaren Einrichtungen 

könnten z.B. die Rezeption besetzt werden sowie Telefondienst und "Ähn-

liches mehr" praktiziert werden. Dass vor der Korrekturosteotomie am 

26. Mai 2020 ein Grund für eine Beschwerdehaftigkeit vorgelegen habe, sei 

nicht von der Hand zu weisen. Insofern könne erst in einem genügend gros-

sen zeitlichen Intervall nach dieser Operation vom Beginn einer Arbeitsfä-

higkeit gesprochen werden. Ab September 2020 müsse daher von einer 

Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden, die ein angepasstes Tätigkeitsprofil 

ermögliche. Es sei davon auszugehen, dass ein volles Pensum bei ange-

passter Tätigkeit realisiert werden könne (VB 66 S. 3 f.). 

 

Nachdem die SUVA die Beschwerdeführerin am 25. Oktober 2021 kreis-

ärztlich (VB 69.32 S. 1 ff.) sowie am 30. November 2021 neurologisch 

(VB 69.14 S. 2 ff.) hatte untersuchen lassen, nahm RAD-Arzt 

Prof. Dr. med. C._____ am 5. Mai 2022 erneut Stellung und führte aus, im 

Ergebnis werde durch die beiden Ärzte bestätigt, dass die morphologischen 

Veränderungen, seien sie posttraumatisch oder auf andere Weise entstan-

den, nicht mit dem subjektiven Schmerzbild, welches die Beschwerdefüh-

rerin präsentiere, übereinstimme. "Sozusagen ärgerlich" sei auch die Tat-

sache, dass die Beschwerdeführerin von einem täglich notwendigen, er-

heblichen Schmerzmittelkonsum spreche, bei der Messung des Medika-

mentenspiegels diese Medikation jedoch nicht nachweisbar gewesen sei. 

Vor dem Hintergrund dieser Tatsachen müsse von einer zumutbaren weit-

gehend normalen Tätigkeit als Dentalhygienikerin ausgegangen werden. 

Aufgrund etwas verlangsamter Tätigkeit infolge diskreter posttraumati-

scher/postoperativer Veränderungen am rechten Handgelenk bei Rechts-

dominanz solle eine 10%ige Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt werden 

(VB 93 S. 2 f.). 

 

4. 

4.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen  

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begrün-

det sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 - 5 - 

 

 

 

 

4.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-

nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gut-

achtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge An-

forderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver-

lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-

lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 

E. 4.4 S. 469 f. und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

4.3. 

Beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es im 

Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen. Dies ist ins-

besondere der Fall, wenn genügend Unterlagen aufgrund anderer persön-

licher Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anam-

nese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sach-

verständige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen 

ein lückenloses Bild machen können (Urteile des Bundesgerichts 

8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 22. Dezember 

2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 

5. 

5.1. 

Die Beschwerdeführerin macht im Wesentlichen geltend, RAD-Arzt 

Prof. Dr. med. C._____ sei von seiner zutreffenden Einschätzung vom 

18. November 2021 in seiner Einschätzung vom "16.02.2022" (gemeint 

wohl: 5. Mai 2022; vgl. VB 93) plötzlich mit dem Hauptargument abgewi-

chen, dass bei der Messung des Medikamentenspiegels im Suva-Verfah-

ren die seitens der Beschwerdeführerin angegebene Medikamentation 

nicht habe nachgewiesen werden können. Der RAD-Arzt habe keine Ab-

klärungen getätigt und nicht nachgefragt, was der Grund für diesen Nicht-

nachweis der Medikamentation sein könnte. Ihr sei schleierhaft, weshalb 

Medikamente, welche sie tatsächlich eingenommen habe, nicht angezeigt 

worden seien. Der Grund für diese Diskrepanzen (falsche Messung, fal-

sche Blutprobe etc.) sei nicht abgeklärt worden (Beschwerde S. 13). 

 

5.2. 

Die Beschwerdeführerin wurde am 25. Oktober 2021 durch den Suva-

Kreisarzt Dr. med. univ. D._____, Praktischer Arzt, untersucht. Dieser hielt 

im Bericht vom 29. Oktober 2021 fest, bezüglich der Schmerzproblematik 

 - 6 - 

 

 

 

werde von der Beschwerdeführerin angegeben, dass sie immer nur Ibu-

profen und früher auch zusätzlich Dafalgan als Schmerzmittel eingenom-

men habe. Die aktuell angegebene Schmerzmitteleinnahme von vier bis 

sechs Stück Ibuprofen pro Tag lasse sich aufgrund der objektivierbaren 

Befunde nicht nachvollziehen. Objektiv bestehe ein gutes Behandlungser-

gebnis nach Korrekturosteotomie mit beinahe seitengleicher Kraft und gu-

ter Muskulatur. Objektiv würden Hinweise auf eine Schonung bzw. einen 

verminderten Einsatz der Hand infolge der geklagten Beschwerden fehlen. 

Die geklagte Beschwerdesymptomatik lasse sich aufgrund der objektivier-

baren Befunde nicht nachvollziehen (VB 69.32 S. 4). 

 

In der Folge wurde durch die Suva eine neurologische Untersuchung ver-

anlasst. Dr. med. E._____, Facharzt für Neurologie, führte im Bericht vom 

2. Dezember 2021 aus, die Beschwerdeführerin habe über belastungs- und 

bewegungsabhängige Schmerzen geklagt, aber keine Ruheschmerzen 

und keine sensomotorischen Defizite. Auch bei der aktuellen klinischen Un-

tersuchung sowie der Elektroneurographie der "Nn. medianus und ulnaris" 

habe er keine Hinweise auf eine neurogene Pathologie feststellen können 

(VB 69.14 S. 4). 

 

Nach Kenntnisnahme des Berichts von Dr. med. E._____ sowie der Labor-

befunde über die Medikamentenspiegelbestimmung (VB 69.15 S. 4 f.) 

stellte Dr. med. univ. D._____ am 17. Dezember 2021 fest, von fachärzt-

lich-neurologischer Seite habe keine Nervenläsion als Ursache für die ge-

klagte Beschwerdesymptomatik festgestellt werden können. Die Medika-

mentenspiegelbestimmung mit praktisch fehlendem Nachweis eines Medi-

kamentenspiegels lasse darauf schliessen, dass eine schmerzbedingte 

Medikamenteneinnahme nicht notwendig bzw. auch nicht erfolgt sei. Auf-

grund der objektivierbaren Befunde sei in der körperlich sehr leichten bis 

gelegentlich leichten Tätigkeit als Dentalassistentin eine uneingeschränkte 

ganztägige Arbeitsfähigkeit gegeben (VB 69.6 S. 1). 

 

5.3. 

RAD-Arzt Prof. Dr. med. C._____ führte am 5. Mai 2022 aus, seine Stel-

lungnahme vom 18. November 2021 habe auf den zeitlich davorliegenden 

ärztlichen Berichten basiert, bei denen der Fokus auf der Schmerzstörung 

nach Verletzung des rechten Handgelenks gelegen habe. Gestützt auf die 

nunmehr vorliegenden Beurteilungen von Dr. med. univ. D._____ und 

Dr. med. E._____ kam er (ebenfalls) zum Schluss, dass die morphologi-

schen Veränderungen, seien sie posttraumatisch oder auf andere Weise 

entstanden, nicht mit dem subjektiven Schmerzbild übereinstimmen wür-

den (VB 93 S. 2). Folglich revidierte RAD-Arzt Prof. Dr. med. C._____ 

seine Beurteilung vom 18. November 2021 insbesondere aufgrund der Be-

richte von Dr. med. univ. D._____ und Dr. med. E._____, welche ihm an-

lässlich seiner Stellungnahme vom 18. November 2021 noch nicht vorge-

legen hatten, denn die besagten Berichte gingen erst am 22. Dezember 

 - 7 - 

 

 

 

2021 bei der Beschwerdegegnerin ein (vgl. VB 69.1 S. 1 ff.). Weiter lassen 

sich den Akten keinerlei Anhaltspunkte entnehmen, wonach die Medika-

mentenspiegelbestimmung auf einer falschen Messung oder falschen Blut-

probe basieren würde. Zudem ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Be-

schwerdeführerin dies erst im Beschwerdeverfahren vorbringt und nicht be-

reits im Rahmen ihrer Einwände im Vorbescheidverfahren (vgl. VB 107) 

geltend gemacht hat. Es besteht daher keinerlei Anlass, die diesbezügli-

chen Ergebnisse in Frage zu stellen.  

 

5.4. 

Zusammenfassend ergeben sich weder aus den Ausführungen der Be-

schwerdeführerin (vgl. BGE 119 V 347 E. 1a S. 349 f. mit Hinweis auf 

BGE 110 V 48 E. 4a S. 53) noch den medizinischen Akten Hinweise, wel-

che auch nur geringe Zweifel an der Schlüssigkeit und Vollständigkeit der 

Einschätzung von RAD-Arzt Prof. Dr. med. C._____ erwecken (vgl. 

E. 4.2. f. hiervor; Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, vgl. 

BGE 134 V 109 E. 9.5, mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1). Auf weitere 

Abklärungen kann in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden, da 

von solchen keine entscheidrelevanten weiteren Erkenntnisse zu erwarten 

sind (vgl. BGE 137 V 64 E. 5.2 S. 69; 136 I 229 E. 5.3 S. 236). Es ist daher 

spätestens per Dezember 2021 (Zeitpunkt der kreisärztlichen Beurteilung 

vom 17. Dezember 2021; VB 69.6) von einer höchstens noch 10%igen Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 

Dentalassistentin auszugehen (vgl. VB 93 S.2). 

 

5.5. 

Der von der Beschwerdegegnerin per 17. Dezember 2021 vorgenommene 

Einkommensvergleich (vgl. VB 110 S. 6) wird von der rechtskundig vertre-

tenen Beschwerdeführerin nicht gerügt (BGE 119 V 347 E. 1a S. 349 f.) 

und ist ausweislich der Akten nicht zu beanstanden. Die Beschwerdegeg-

nerin hat folglich einen über den 1. April 2022 (vgl. Art. 88a Abs. 1 IVG) 

hinausgehenden Rentenanspruch der Beschwerdeführerin mit Verfügung 

vom 1. März 2023 zu Recht verneint. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

6.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.  

 

 - 8 - 

 

 

 

6.3. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-

spruch auf Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004  

Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

 - 9 - 

 

 

 

Aarau, 19. September 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Schweizer