# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5add22af-d813-5fe0-9576-29f8d76bb680
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-25
**Language:** de
**Title:** Anwendung neue Schmerzpraxis auf PTBS-Fälle; keine invalidisierenden Einschränkungen auszumachen
**Docket/Reference:** IV.2016.01137
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.01137.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.01137
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichterin Philipp
Gerichtsschreiberin Hediger
Urteil vom 25. August 2017
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwältin Stephanie Schwarz
Sigg Schwarz Advokatur
Theaterstrasse 3, Postfach 2336, 8401 Winterthur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der
19
80
geborene
X.___
,
ohne Berufsausbildung und Vater zweier 2003 und 2005 geborener Kinder
, war
zuletzt
von
November 2004
bis Ende März 2014 im
Alterszentrum Y.___ der Stiftung Z.___
tätig;
initial in einer kombinierten Stelle (ca. 50
%
Abwaschtätigkeiten, 50
%
Bereich Hausdienst), alsdann
vollständig im Hausdienst und schliesslich
ab
2011
als
Bereichsleiter
Hausdienst
(Urk. 7/44/5 f.)
.
L
etzter effektiver Arbeitstag war der
2
.
Juli 2013
(Urk.
7/24/1)
.
N
ach erfolgter Früherfassung (Urk.
7
/4
f.
)
meldete er sich
mit Datum vom 3. März 2014
unter Hinweis auf Angst- und Panikattacken, Depressionen sowie auf die Kriegserlebnisse in Bosnien von 1992-1995
bei der
Eidgenössischen Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (Urk.
7/8
)
.
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog die Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 7/10/1-35, Urk. 7/22/1-16) und tätigte berufliche und medizinische Abklärungen. Insbesondere veranlasste sie die bidisziplinäre Expertise (Rheumatologie/Psychiatrie) der MEDAS A.___ vom 27. Januar 2015 (Urk. 7/44). Mit Vorbescheid vom 24. März 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/50). Dagegen erhob dieser am 7. Mai 2015 Einwand (Urk. 7/53, mit ergänzender Einwandbegründung vom 10. Juni 2015, Urk. 7/57). Nach Beizug des Verlaufsberichts des behandelnden Psychiaters vom 11. Januar 2016 (Urk. 7/61) sowie des Berichts der B.___ vom 10. Mai 2016 (Urk. 7/67) hielt die IV-Stelle an ihrem Standpunkt fest und wies das Leistungsbegehren des Versicherten wie vorbeschieden mit Verfügung vom 12. September 2016 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob X.___ am 13. Oktober 2016 Beschwerde und bean
tragte, es sei die angefochtene Verfügung vom 12. September 2016 aufzu
heben und ihm eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. In verfah
rens
recht
licher Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer das Gericht, den MEDAS-Gutachtern auf Kosten der Beschwerdegegnerin „Ergänzungsfragen zur Plausi
bili
tätsprüfung unter Anwendung der Standardindikatoren“ zu stellen. Ausser
dem ersuchte er um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 23. November 2016 schloss die Beschwerdegeg
nerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was dem Beschwerdeführer am 24. November 2016 zu Kenntnis gebracht wurde. Zeitgleich wurde ihm mit
geteilt, ein zweiter Schriftenwechsel werde nicht als notwendig erachtet (Urk. 7). Mit Eingabe vom 23. Januar 2017 gab der Beschwerdeführer eine weitere Stel
lungnahme zu den Akten (Urk. 8). Schliesslich reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers mit Datum vom 14. Juni 2017 ihre Honorarnote ein (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen ist, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze ode
r teilweise Erwerbsunfähigkeit
Art. 8 Abs. 1
des Allgemeinen Teils des Sozial
versicherungsgesetzes (
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrech
en, Krankheit oder Unfall sein
Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Inva
liden
versicherung (
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kör
per
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heits
wert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130
V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezem
ber
2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psy
chiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts
8C_616/2014 vom 25. Februar 2015 E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. Novem
ber
2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden soma
to
formen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomatischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundes
ge
richt wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshin
dern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Res
so
u
rcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/201
5 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Auf
gabenbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeit
ge
stal
tung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Kriterium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Ein
schränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krank
heitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermindern. Soweit erhebbar, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten
Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu s
ehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tatsächlichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf feh
lenden Leidensdruck zu schliessen ist, wenn die Nichtinanspruchnahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarer
weise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurückzu
führen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versi
cher
ten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsi
sten
tes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versicherte Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni
2016 E. 4.1.2).
Gemäss BGE 142 V 342 ist die Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 (vgl. E.
1.5) auch auf eine posttraumatische Belastungsstörung anwendbar.
1.4
Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 Prozent, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie min
des
tens zu 60 Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Pro
zent, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind.
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung erwog die Beschwerdegegnerin im Wesent
li
chen, gestützt auf die medizinischen Abklärungen liege unter Berücksich
ti
gung der Rechtsprechung zur invalidisierenden Wirkung psychischer Leiden kein invalidisierendes Leiden vor (Urk. 2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein, sowohl die MEDAS-Gutachter als auch der RAD-Arzt seien davon ausgegangen, die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers sei aufgrund der diagnostizierten post
traumatischen Belastungsstörung dauerhaft eingeschränkt. Vor diesem Hinter
grund seien die Ausführungen der Beschwerdegegnerin zum fehlenden Krank
heitswert der Beschwerden nicht nachvollziehbar. In der angefochtenen Verfü
gung habe sie ohne genügende Auseinandersetzung mit dem gut begründeten Gutachten und in Abweichung zur RAD-Stellungnahme lediglich mittels Text
bau
steinen sowie einigen Hinweisen zur aktuellen Lebenssituation des Beschwer
d
e
führers die Überwindbarkeit der Beschwerden angenommen. Gegebenenfalls seien den Gutachtern auf Kosten der Beschwerdegegnerin Ergänzungsfragen zur Plausibilitätsprüfung unter Anwendung der Standardindikatoren zu stellen (Urk. 1 S. 7 ff.).
3.
Die medizinische Aktenlage betreffend den Zeitraum vor der Begutachtung wurde im
bidisziplinären
Gutachten
der MEDAS A.___ vom 27. Januar 2015 zitiert (Urk. 7/44/2-4
). Auf die betreffenden Ausführungen wird verwiesen
.
Die Gutachter diagnostizierten mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1). Ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hielten sie ohne abschliessende somatische Zuordnung (1) ein chronisches Panvertebralsyndrom, (2) Gonalgien beidseits sowie (3) Fussschmerzen fest. Als Nebenbefunde notierten die Gut
achter (1) eine arterielle Hypertonie, (2) Nikotinabsus sowie (3) eine Psoriasis (Urk. 7/44/12).
Der rheumatologische Gutachter hielt zusammengefasst fest, der Beschwer
de
führer leide
unter e
inem chronischen Schmerzsyndrom
im Bereich des Rückens, akzentuiert lumbal,
sowie der
Kniegelenke beidseits und
Fussrücken. Die Schmerzen hätten
in den letz
ten Jahren eher zugenommen, seien
heute quan
titati
v hoch einzustufen (
visuelle Analogskala
[VAS] bis 10) und würden
teil
weise auch von der Belastungssituation ab
hängen. Es handle
sich um Dauer
schmerzen.
Allerdings stünden die geschilderten Schmerzen
im Hinter
grund. Die Leidensgeschichte sei
vielmehr
geprägt durch die Kriegserfahrungen und Panik
attacken ab ca. 2012 verbunden mit
Antriebslosigkeit. Ausserdem habe der Beschwerdeführer
teils
Konzentrationsschwächen beklagt
.
Gesamthaft
sei die rheumatologische Untersuchung
bis auf
diffuse Druckdolenz
en sowie altersent
sprechend
degenerative
Veränderungen ohne Befund
verblieben. Insbesondere
erschein
e
eine
Psoriasis-assoziiert
e
Spondyloarthropathie
mangels entsprech
en
der Hinweise des behandelnden Rheumatologen bei fehlenden entzündlichen Befunden sowie angesichts der
C
hronifizierung der Beschwerden und der feh
len
den ent
zündliche
n
Modulation (z.B. keine Tag-/
Nachtsc
hwankungen oder fehlende Schwan
kungen im Langzeitverlauf)
sehr unwahrscheinlich. Schliesslich sei die
bekannte arterielle Hypertoni
e anamnestisch gut eingestellt und schränke die Psoriasis die Arbeitsfähigkeit nicht ein (Urk. 7/44/11 f.).
In psychiatrischer Hinsicht habe der Beschwerdeführer berichtet, seine psy
chischen Probleme hätten mit der Belagerungszeit in Sarajevo 1992 bis 1995
an
ge
fangen. Seine Heimatstadt sei ganz schlecht vorbereitet gewesen. Der nächste
Schutzraum sei mehr als einen Kilometer entfernt und viel zu klein gewesen.
Sie hätten damit unges
chützt die serbischen Bombardieru
ngen
in Inter
vallen
zu verschiedensten Tages- und Nachtzeiten
auszuhalt
en gehabt
,
und er habe nicht gewusst
,
o
b er getroffen werde oder nicht.
Der Schulunterricht habe nur noch sporadis
ch stattfinden können. Lehrer seien massakriert worden
.
Sarajevo sei eingeschlossen und die
Lebensmittelrationen seien viel zu klein gewesen. Selten habe der Vater aus dem Militärdienst wäh
rend dem Urlaub etwas Holz zum F
euern oder Lebensmittel mitbringen können, was die Not mini
mal
gelindert habe
.
A
uf den Straßen
hätten
verstümmelte Leichen gelegen. 1995 sei er mit seinem Bruder und mit Hilfe eines
Schlepper
s
aus dem belagerten Sarajevo geflohen. Nach Aufenthalten in Deutschland und Norwegen sei er ca. 2000 in die Schweiz eingereist. Wenig später habe er Arbeit gefunden und sei
er
bis zur aktuellen Erkrankung
immer beru
fstätig gewesen
. Zu Beginn habe er als Leitplankenmonteur sowie im Asphaltbau auf der Autobahn gear
beitet (1990-2001). Von 2001 bis 2004 sei er zu 100 % in der Gebäudereinigung tätig gewesen. Anschliessend habe er von 2004 bis 2013 in einem Altersheim gearbeitet; initial in einer kombinierten Stelle (ca. 50 % Abwaschtätigkeiten, 50 % Bereich Hausdienst), alsdann vollständig im Hausdienst. Ab 2011 sei er zum Bereichsleiter Hausdienst befördert worden. 2012 sei sein psychischer Zustand schlechter geworden. Auch die Situation am Arbeitsplatz habe sich ab 2012 verschlechtert. Der Druck habe ständig zugenommen.
Überstunden seien nicht ausbezahlt worden
.
Er sei zunehmend gemobbt worden. Die Chefin habe ihre Kollegin an seinen Arbeitsplatz setzen wollen. Er sei dazu gedrängt worden, selbst zu kündigen. Dies habe er selbstverständlich abgelehnt. Daraufhin sei ihm fristlos gekündigt worden.
Erst nach Beizug eines Anwalts seien ihm seine Rechte eingeräumt worden.
Nach der Kündigung sei auch ein Hausverbot aus
gesprochen worden. Dies habe ihn sehr gekränkt. Seine Beschwerden hätten sic
h dadurch verstärkt. Er sei schliesslich nicht mehr arbeitsfähig gewesen und habe unter demütigenden Umständen die Tätigkeit q
uittieren müssen.
Unter der Psy
chotherapie
hätten sich die Symptome soweit zurückgebildet
,
dass er jetzt wieder
zu
50
% arbeitsfähig sei. E
r t
raue sich dieses Pensum auch zu.
Ab Dezem
ber 2014 habe er eine Anstellung gefunden bei einer Kanalreini
gungs
firma, bei der er auf Abruf stundenweise Einsätze in der Region leisten müsse
. Sowohl
die Intensität als auch die Häufigkeit der Beschwerden hätten unter der psycho- und pharmakotherapeutischen (Wellbutrin, Neurontin sowie Xanax und Temesta bei Bedarf) Behandlung deutlich nachgelassen. Er habe dadurch deut
liche Erleichterung und Entspannung erfahren
. Allerdings leide er noch immer „zwischendurch“ an einem Anfall. Dieser bestehe aus Schwitzen und Atemnot. Er setze sich dann, atme ruhig und nehme ein Temesta. Nach ca. 30 bis 45 Minuten gehe es ihm dann besser.
Ausserdem
überf
ielen
ihn u
nter Menschen
an
sammlungen
Ängste. So habe er z
.B. Mühe, sich in Einkaufszentren zu begebe
n.
Ausserdem würden ihm enge Räume und Lifte Schwierigkeiten machen. Letz
teres tangiere seine neue Tätigkeit als Kanalreiniger, anlässlich welcher er in Abwasserkanäle und Rohrleitungen absteigen müsse, nicht (Urk. 7/44/7 f., Urk. 7/44/24 ff.).
Weiter hielt der psychiatrische Gutachter
fest, der Beschwerdeführer sehe seine eigene Krankheit ausschliesslich im Zusammenhang mit dem Krieg
. D
ie Be
schwer
den
würden
die Bedingungen der posttraumatisch
en Belastungsstöru
ng erfüllen
. Zu
diskutieren
sei
, weshalb die Einflüsse auf
die
Arbeitsfähigkeit erst relativ spät manifest
geworden seien.
Den Erläuterungen des I
CD-10 Klassifi
zie
rungssystems kö
nn
e
entnommen werden, dass prot
rahierte Reaktionen möglich seien.
Als Auslöser
hätten wahrscheinlich die Erl
ebnisse am Arbeitsplatz, die alleine, ohne Belastungen in der Vorgeschichte kaum eine derartige Reaktion
ausgelöst hätten, gewirkt. Grundsätzlich verfüge der Beschwerdeführer über eine
gute Leistungsfähigkeit. Er habe
sich im Rahmen einer 9-jährigen Anstellungs
dauer
vom körperlich
en Schwerarbeiter zum Vorgesetzten in der Hauswirtschaft emporgearbeitet, was siche
r ein Leistungsausweis darstelle
. Differenze
n mit einer Vorgesetzten hätten
zum Bruch
geführt
, zum Versagen und auch zur Beschleunigung des Krankhei
tsprozesses. Man kö
nn
e
nur spekulieren, dass viel
leicht die Belastungen in der Familie oder auch ein zunehmender, situations
be
dingte
r
Arbeitsdruck die ersten Symptome an die Oberfläche
gebracht hätten, denen dann weitere gefolgt seien. Es stell
e sich die ganze Palette der lehrbu
ch
mässigen Symptome ein. Das erl
ebte Geschehen
sei
unbestritt
enermassen kata
strophal gewesen.
Erinnerungen und Wiedererleben
würden andauern. Es be
stün
den aufdringliche Nachhall-Erinnerungen und Angstträume.
Die aktuellen Belastungen am Arbeitsplatz
hätten
Assoziationen an die Ereignisse
verstärkt
. Die
Hyperv
igilanz und die Erregung
seien nachweisbar. Weiter fänden sich Schlaf
störungen. Der
Beschwerdeführer werde
vom Umfeld als re
izbar und unkonzentriert erlebt.
Hypervigilanz und eine gewisse Schreckhaftigkeit
seien auch im Gespräch manifest geworden. Als
Kriterium einer posttraumatischen Belastungsstörung werde verlangt
, dass die ersten Symptome spätestens
nach sechs
Monate
n
auftreten
.
Vorliegend seien gewisse Symptome immer vorhan
den gewesen.
So z
.B. die Erinnerungen an die Ereignisse
. Anfänglich sei
es dadurch
allerdings
zu keiner Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit
gekommen
.
Das vorgenannte
Kriterium
sei damit
erfüllt.
Seine Einschätzung der Arbeits
fähigkeit decke sich mit dem aktuell ausgeübten Pensum von 50 %. Diese Einschätzung gelte auch mit Bezug auf eine Verweistätigkeit (Urk. 7/44/28 ff.).
Im Rahmen der bidisziplinären Konsensbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, der Beschwerdeführer sei für sämtliche Tätigkeiten seit Ende Dezember 2012 bis Ende Januar 2014 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Seither bestehe für sämtliche Tätigkeiten eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. In naheliegender Zeit sei nicht von einer wesentlichen Änderung der aktuellen Beurteilung auszugehen. Aus rein rheumatologischer Sicht bestünden keine Einschränkungen und hätten nie solche bestanden (Urk. 7/44/13).
4.
4.1
Die Parteien anerkennen das bidisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 27. Januar 2015 in medizinischer Hinsicht übereinstimmend als beweisbildende Entschei
dungs
grundlage, was keinerlei Anlass zur gerichtlichen Korrektur gibt. Unbe
stritten und aufgrund der überzeugenden Feststellungen des rheumatologischen Gutachters ausgewiesen ist, dass in somatischer Hinsicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht. Strittig und zu prüfen bleibt die im Hinblick auf seine psychischen Leiden in
juristischer Hinsicht zu beurteilende Arbeitsfähig
keit
des Beschwerdeführers.
4.2
Der psychiatrische Gutachter kam zum Schluss, der Beschwerdeführer sei zu
folge der diagnostizierten posttraumatischen Belastungsstörung seit Ende Januar
2014 für sämtliche Tätigkeiten zu 50 % arbeitsunfähig.
Nach den
Klinisch-diagnostischen Leitlinien der Internationalen Klassifikation psychischer Gesundheitsstörungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10 Kapitel V (F), Dilling/Mombour/Schmidt (Herausgeber),
9. Auflage, Bern 2014,
S.
208
, tritt
eine posttraumatische Belastungsstörung
innerhalb von sechs
Mo
na
ten nach einem traumatisierenden Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere
auf. Das Vorderhandsein psychischer Leiden ist vorliegend frühestens seit
Janu
ar 2013 (Aufnahme einer psychotherapeutischen Behandlung, vgl. Urk. 7/27
, vgl. auch Urk. 7/34) ausgewiesen. Vor diesem Hintergrund wirft die Diagnose einer
posttraumatischen Belastungsstörung
zumindest Fragen auf.
Daran ändern auch die anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers, wonach er seit seiner Jugend an psychischen Problemen leide, nichts (
E. 3,
vgl. auch
Urk.
8 S. 3).
So hat das
Gericht seinen Entscheid
im
Sozialversicherungsrecht
nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit
eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Vielmehr
folgt das Gericht jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
Auch der gutachterliche
Hinweis darauf, dass gewisse Symptome schon immer vorhanden gewesen seien
, so etwa die „Erinnerungen an die Ereignisse“ (vgl. E. 3), erweist sich offen
sicht
lich als wenig zielführend. Wie das
unbestr
ittenermassen vorhandene psychi
sche Leiden zu qualifizieren ist
,
kann indes offen gelassen werden, da sich
auch unter Berücksichtigung der im Regelfall b
eachtlichen Standardindikatoren (vgl. E. 1.3)
keine erhe
blichen funktionellen Auswirkun
gen
ergeben:
4.3
Zunächst ist festzuhalten, dass gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gut
achten nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegeben
heiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstel
len auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In sinn
gemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständigengutachten - gegebe
nenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berichten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (
Urteil des Bundesgerichts
9C_
492/2014 vom 3. Juni 2015 E. 8
mit Hinweis).
4.4
Vorliegend erhellt sich aus dem Gutachten hinreichend, dass die Ausprägung der somatischen
und psychiatrischen
diagnoserelevanten Befunde ni
cht stark ins Gewicht fällt. Die Gutachter attestierten
dem Beschwerdeführer
aus soma
tischer Sicht
k
eine länger andauernde
,
wesentliche Arbeitsunfähigkeit.
Sodann
beurteilte
d
er
psychiatrische Gutachter d
ie arbeitsrelevanten Fähigkeiten des Beschwerdeführers
im MINI ICF-Ratingfragebogen als nicht oder lediglich leicht eingeschränkt. Einzig mit Bezug auf die Durchhaltefähigkeit notierte er eine mittelgradige Einschränkung (
Urk.
7/44/31 ff.).
Die psychischen Leiden (in Form
von Schlafstörungen, Schweissausbrüchen, Kriegserinnerungen, Albträumen u
nd Kopfschmerzen) sind nach Angaben des Beschwerdeführers seit 1992 (Belage
rung Sarajevos) resp. 1995 (Kriegsende, Urk. 7/44/7, vgl. auch Urk. 8 S. 3) vorbestehend. Dennoch gelang es ihm in den darauffolgenden Jahren eine Familie zu gründen und sich ungeachtet seiner initial fehlenden Berufsaus
bil
dung in der Schweiz beruflich zu etablieren; der Beschwerdeführer absolvierte diverse zertifizierte Ausbildungen bei Firmen wie C.___ oder D.___ sowie Weiterbildungen in der Personal- und Maschinenführung und arbeitete zuletzt in leitender Position (Urk. 7/10/6). Dabei kam es ungeachtet der offenbar seit seiner Jugend bestehenden Leiden bis 2013, mithin über 20 Jahre hinweg, nie zu einer wesentlichen, krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit.
Der
psychi
a
tri
sche Gutachter
betonte
wiederholt
die erheblichen Ressourcen und
das (beruf
liche) Potenzial des Beschwerdeführers
(Urk. 7/44/28 f.)
.
Die - aus invaliditäts
fremden Gründen (vgl. Urk. 7/44/7, Urk. 7/44/28) - im Jahre 2012 eingetretene
Zuspitzung der psychiatrischen Symptomatik ist als vorübergehende Ver
schlech
terung zu beurteilen. So hat sich
die Beschwerdesymptomatik
mit
Aufnahme der
psycho- und pharmakotherapeutischen Behandlung anfangs 2013 sowohl subjek
tiv als auch objektiv deutlich verbessert
(Urk. 7/44/26; vgl. auch Urk. 7/10/6)
.
Darüber hinaus
hat der Beschwerdeführer die sich angesichts der geschilderten Symptomschwere aufdrängenden übrigen Behandlungsmöglichkeiten (teilstatio
n
äre/
sta
tionäre Therapien) nie
in Anspruch genommen
(vgl. Urk. 7/67/2)
.
V
on einer invalidisierenden Leidensresistenz bei ausgeschöpften Behandlungs
res
sour
cen kann
v
or diesem Hintergrund nicht die Rede sein.
Alsdann ist zu ver
merken, dass der Beschwerdeführer einen geordneten Tagesablauf mit körper
lichen Aktivitäten (
mehrstündiges
Spazieren im Wald) sowie Aktivitäten mit Anforderungen an die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit (Unter
stüt
zen der Kinder bei den Hausaufgaben,
längere
Autofahrten) vollzog und er im Zusammenhang mit den
nach eigenen Angaben 1-2 resp. 1 Mal (Urk. 7/44/8, Urk. 7/44/26) wöchentlich
auftretenden Anfällen mit Schwindel und Atemnot eine effektive Selbsthilfe anzuwenden wei
ss (vgl. E. 3, Urk. 7/44/8). Sodann bezeichnete der Beschwerdeführer die Beziehung zur Ehefrau und zu den Kindern als
„recht ordentlich“ resp. gut
und verfügt
er nach eigenen Angaben
auch ausserfamiliär über soziale Kontakte (Urk. 7/44/6, Urk. 7/44/8, Urk.
7/44/26
).
Schliesslich fällt auf, dass eine
im Dezember 2014 z
ur
Beerdigung seiner Mutter
angetretene
Reise nach Bosnien, mithin ins
ehemalige Kriegs
ge
biet
,
offenbar
ohne Schwierigkeiten
verlief
. Gegenteiliges ist den Akten jeden
falls nicht zu entnehmen (vgl. Urk. 7/44/27).
4.5
An den bisherigen Erwägungen
vermö
g
en
auch
die im Vorbescheidverfahren zusätzlich eingeholten Arztberichte (Urk. 7/61, Urk. 7/67) nichts zu ändern. Insbesondere lässt die vom behandelnden Psychiater mit Verlaufsbericht vom 11. Januar 2016 (Urk. 7/61) postulierte Verschlechterung „im letzten Jahr“ eine hinreichende Begründung vermissen und kann sie folge dessen nicht nachvollzogen werden. Darüber hinaus schweigt sich der Bericht zur Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit aus. Dasselbe gilt für den Bericht des B.___ vom 10. Mai 2016 (Urk. 7/67). Kommt hinzu, dass
der leitende Arzt
des B.___
im Rahmen seiner Befundung vornehmlich die sub
jektiven Beschwerdeschilderungen des Beschwerdeführers
wiederholte.
Gegen eine wesentliche Zustandsverschlechterung spricht im Übrigen, dass der Be
schwer
deführer Mitte 2015 in der Lage war, eine eigene Firma (E.___) zu gründen, im Rahmen welcher er als Verwaltungsrat mit Einzelzeich
nungs
befugnis und Angestellter fungiert (vgl. Handelsregisterauszug vom 2. Juli 2015,
Urk. 7/60/5, Urk. 7/59/4).
4.6
Bei der insoweit hinreichenden Aktenlage besteht entgegen dem Beschwerde
führer (Urk. 1 S. 2)
kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte Beweiswürdi
gung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom
6.
Dezember 2006 E.
2.2 mit Hinweisen).
Ganz abgesehen davon bleibt in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass die
Aufgabe der Ärzte
und Ärztinnen
im invaliden
versiche
rungsrechtlichen Verfahren
darin besteht
, die Arbeitsfähigkeit in medizinisch-theoretischer Hinsicht zu beziffern. Die Einschätzung der erwerblichen Aus
wir
kungen fällt dagegen nicht unter die medizinische
Beurteilung
.
5.
Zusammenfassend ist mit dem im Sozialversich
erungsrecht massgebenden Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
kein invaliden
versicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden besteht und
es dem Beschwerdeführer bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen) und in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht allgemein gel
ten
den Grundsatzes der Schadenminderungspflicht zuzumuten ist, einer
renten
ausschliessenden Erwerbstätigkeit nachzugehen.
6.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigeru
ng von Leistungen der Invaliden
versiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG kostenpflichtig.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr.
7
00.-- als angemessen. Ausgangsgemäss ist diese de
m Beschwerdeführer
auf
zu
erlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Stephanie Schwarz
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Beilage einer Kopie von Urk. 8
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zu
zustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstHediger