# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 520eda33-5ff3-55b1-a79e-57ac70bf2321
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.05.2016 200 2015 1075
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-1075_2016-05-12.pdf

## Full Text

200 15 1075 IV publiziert in BVR 2016 S. 520
SCI/BOC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. Mai 2016

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsdienst, lic. iur. C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

X.________
Beigeladene

betreffend Verfügung vom 20. Oktober 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1969 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) ist seit dem 1. Juni 1987 bei der D.________ als … … / … 
angestellt, wobei er sein zuvor 100 %-Pensum per 1. Oktober 1999 auf 
60 % reduziert hatte (Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 8). Der Versicherte meldete sich 
am 11. bzw. 12. Oktober 2004 mit Unterstützung seiner Arbeitgeberin bei 
der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an, dies unter Hinweis auf 
eine rezidivierende depressive Störung, mittelgradige depressive Episode 
mit somatischem Syndrom, Dysthymia und ADS, bestehend seit der Kind-
heit (AB 1). Nachdem die IVB den Leistungsanspruch in medizinischer und 
erwerblicher Hinsicht abgeklärt hatte, sprach sie dem Versicherten mit Ver-
fügungen vom 19. Dezember 2005 und 11. Januar 2006 bei einem Invali-
ditätsgrad von 40 % ab dem 1. Oktober 2003 eine Viertelsrente zu (AB 21, 
23 - 25). Diese Verfügungen blieben unangefochten.

Im Dezember 2008 stellte der Versicherte ein Revisionsgesuch unter Hin-
weis darauf, dass er aus gesundheitlichen Gründen sein Arbeitspensum ab 
dem 1. Januar 2009 auf 50 % reduzieren werde (AB 27 f.). Die IVB nahm in 
der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen vor (AB 29 - 31) und 
gewährte Beratung und Unterstützung beim Erhalt des Arbeitsplatzes (AB 
32). Nach durchgeführter Arbeitsplatzabklärung schloss das Eingliede-
rungsmanagement der IVB am 2. Juni 2009 das Dossier (AB 33). Mit Ver-
fügung vom 30. September 2009 lehnte die IVB nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren das Gesuch um Erhöhung der Invalidenrente ab (AB 
36, 38 f.). Diese Verfügung blieb unangefochten.

Ab dem 6. Juni 2011 liess sich der Versicherte in der Klinik E.________ 
behandeln und stellte am 21. September 2011, unterstützt durch die Sozia-
larbeiterin dieser Klinik, ein Gesuch um Rentenerhöhung (AB 40, 42). Nach 
Vornahme erwerblicher und medizinischer Abklärungen (AB 44 bzw. 46 - 
53) und durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 54 - 59) sprach die IVB 
dem Versicherten mit Verfügungen vom 14. Juni und 26. Juli 2012 (AB 65 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 3

f.) ab dem 1. September 2011 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine 
ganze Rente und ab dem 1. November 2011 bei einem Invaliditätsgrad von 
56 % eine halbe Rente zu. Diese Verfügungen blieben unangefochten.

B.

Am 30. Juli 2014 teilte die D.________ der IVB mit, der Gesundheitszu-
stand des Versicherten habe sich verschlechtert. Ihr Angestellter habe sei-
ne Arbeit seit dem 24. März 2014 ausgesetzt (AB 73). Im daraufhin 
eingeleiteten Revisionsverfahren mit Vornahme erwerblicher und medizini-
scher Abklärungen (AB 77 f., 81 f.) liess die IVB den Versicherten durch Dr. 
med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, begut-
achten (Expertise vom 30. Juni 2015 [AB 89.1]). Nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren verfügte die IVB am 20. Oktober 2015 bei einem 
Invaliditätsgrad von 48 % die Herabsetzung der bisherigen halben Rente 
auf eine Viertelsrente mit Wirkung auf das Ende des der Zustellung der 
Verfügung folgenden Monats (AB 90 f., 94 f.). 

Die Verfügung vom 20. Oktober 2015 (AB 95) wurde nicht der Rechtsver-
treterin des Versicherten, lic. iur. C.________ von B.________, sondern 
diesem direkt zugestellt, weshalb die Rechtsvertreterin mit E-Mail vom 
28. Oktober 2015 (AB 96) die IVB um Zustellung der Verfügung zu ihren 
Handen ersuchte, was die IVB mit Schreiben vom 29. Oktober 2015 tat (AB 
97). Auf Intervention der Rechtsvertreterin des Versicherten hin korrigierte 
die IVB zudem darauf auch ihre Vollzugsverfügung vom 11. November 
2015 mit Vollzugsverfügung vom 25. November 2015 insoweit, als die 
Wirksamkeit der Rentenherabsetzung vom 1. Dezember 2015 auf den 
1. Januar 2016 verschoben wurde (AB 99, 101 - 103). 

C.

Gegen die Verfügung vom 20. Oktober 2015 erhob der Versicherte, weiter-
hin vertreten durch lic. iur. C.________ von B.________, am 3. Dezember 
2015 Beschwerde. Er beantragt, unter Aufhebung der angefochtenen Ver-

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fügung sei ihm rückwirkend ab Januar 2016 weiterhin eine halbe Invaliden-
rente auszurichten, eventualiter seien geeignete Massnahmen beruflicher 
Art zu gewähren, subeventualiter sei der Fall zur weiteren Abklärung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 8. Dezember 2015 forderte der In-
struktionsrichter die Parteien auf, Unterlagen im Zusammenhang mit der 
Eröffnung der angefochtenen Verfügung einzureichen und gab der Rechts-
vertreterin des Beschwerdeführers Gelegenheit, sich zur Rechtzeitigkeit der 
Beschwerdeerhebung zu äussern. 

Mit Eingabe vom 10. Dezember 2015 reichte die Rechtsvertreterin des Be-
schwerdeführers einen in der Beschwerde in Aussicht gestellten medizini-
schen Bericht sowie Unterlagen betreffend die Verfügungseröffnung ein 
und machte diesbezügliche Ausführungen. 

Ebenfalls mit Eingabe vom 10. Dezember 2015 reichte die Beschwerde-
gegnerin Unterlagen zur Verfügungseröffnung ein. 

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Januar 2016 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 

Der Instruktionsrichter lud mit prozessleitender Verfügung vom 11. März 
2016 die X.________ zum Verfahren bei und holte bei der D.________ das 
Personal- und Gesundheitsdossier des Beschwerdeführers ein, welches 
dem Gericht am 22. März 2016 zuging. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 24. März 2016 gab der Instruktions-
richter den Parteien wie auch der Beigeladenen Gelegenheit, Schlussbe-
merkungen einzureichen.

Die Beigeladene verzichtete mit Eingabe vom 31. März 2016 auf eine Stel-
lungnahme zur Beschwerde. An den gestellten Rechtsbegehren hielten der 
Beschwerdeführer mit am 8. April 2016 und die Beschwerdegegnerin mit 
am 21. April 2016 eingegangener Eingabe fest.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 5

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG; vgl. dazu die Abklärungen im Instruktionsverfah-
ren und BGE 103 V 63 E. 2a S. 66; ARV 2000 S. 121 E. 1b; SVR 2011 IV 
Nr. 32 S. 94 E. 4.1; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG, heute Bundesgericht {BGer}] vom 13. Februar 2001, C 168/00, 
E. 3c) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist – vorbehältlich der Ausführun-
gen in E. 1.2 hiernach – auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 20. Oktober 2015 (AB 95). Strei-
tig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente und dabei insbe-
sondere deren Reduktion von einer halben Rente auf eine Viertelsrente. 
Keine eigenständige Bedeutung kommt der Vollzugsverfügung vom 
25. November 2015 (AB 103) zu (vgl. Sachverhalt lit. B. hiervor).

Soweit der Beschwerdeführer ein Gesuch um berufliche Massnahmen 
stellt, ist darauf nicht einzutreten, da hierüber in der angefochtenen Verfü-
gung vom 20. Oktober 2015 nicht entschieden wurde, womit es an einem 
Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung fehlt 

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(BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1). Das Ge-
such um berufliche Massnahmen ist jedoch an die Beschwerdegegnerin 
weiterzuleiten. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit inva-
lidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könn-
te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 

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(BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 
S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person 
trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit auf 
dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits-
markt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies ist 
nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 279 
E. 3.2.1 S. 281).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.3

2.3.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

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Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft 
eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auf-
trag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern des-
sen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 
351 E. 3a S. 352).

2.3.2 Unabhängig davon, ob es sich um eine nachweisliche organische 
Pathologie oder um ein unklares Beschwerdebild handelt, setzt eine 
Anspruchsberechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung 
der Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit voraus. Dabei können – insbesondere unklaren 
Beschwerdebildern inhärente – Abklärungs- und Beweisschwierigkeiten die 
Berücksichtigung weiterer Lebens- und Aktivitätsbereiche wie etwa 
Freizeitverhalten oder familiäres Engagement erfordern, um das Ausmass 
der Einschränkungen zu plausibilisieren, wobei auch fremdanamnestische 
Angaben zu berücksichtigen sind. Ohne Einbezug solcher Indizien, wie sie 
im Rahmen der festen Praxis zu den organisch nicht nachweisbaren 
unklaren Beschwerdebildern (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303, 130 V 352) 
regelmässig zu berücksichtigen sind, ist eine ärztliche 
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht beweiskräftig (BGE 140 V 290 E. 3.3.2 S. 
297).

2.3.3 Bei der Würdigung von divergierenden ärztlichen Stellungnahmen 
zur Arbeitsfähigkeit ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass allenfalls 
von unterschiedlichen Krankheitsbegriffen ausgegangen wurde. Das in der 
Medizin verbreitete bio-psycho-soziale Krankheitsmodell ist weiter gefasst 
als der für die Belange der Rechtsanwendung massgebende sozialversi-
cherungsrechtliche Begriff der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 
127 V 294 E. 5a S. 299). Beruht die Abweichung allein auf der Verwendung 
unterschiedlicher krankheitsbegrifflicher Prämissen, so liegen keine einan-
der widersprechenden Einschätzungen im Sinne von BGE 125 V 351 E. 3a 
S. 352 vor (SVR 2007 IV Nr. 33 S. 118 E. 5.2).

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 9

3.

3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächli-
chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die 
Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich 
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Da-
zu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöh-
nung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist ferner 
unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemes-
sung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Auf-
gabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 E. 3.5 
S. 349).

3.2 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

3.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 10

gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 
200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

3.4 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 
1961 [IVV; SR 831.201]). 

Bei Versicherten, welche die Leistung weder unrechtmässig erwirkt noch 
die Meldepflicht verletzt haben, erfolgt die Herabsetzung oder Aufhebung 
der Renten frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Ver-
fügung folgenden Monats an (Art. 88bis Abs. 2 IVV).

4.

Der Beschwerdeführer liess ausführen (Beschwerde S. 10 f.), er sehe seine 
gesundheitlichen, persönlichen und beruflichen Schwierigkeiten als im Zu-
sammenhang stehend mit der Tatsache, dass ihm vor dem Hintergrund 
seiner Ursprungsfamilie bereits als kleines Kind viel Leid, schmerzhafte 
Erfahrungen in fremder Umgebung mit ihm nicht Wohlgesinnten, Ausnut-
zung als kindliche Arbeitskraft und fehlende Unterstützung widerfahren sei. 
Allerdings bleibe vorläufig offen, ob er als fremdplatziertes Kind auch unter 
den Begriff Opfer im Sinne von Art. 2 lit. d des Entwurfes des Bundesge-
setzes über die Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und 
Fremdplatzierungen vor 1981 (AFZFG) fallen werde und daraus einen An-
spruch werde ableiten können. Gemäss den Aussagen eines Vizedirektors 
der Invalidenversicherung habe das Bundesamt für Sozialversicherungen 
(BSV) die IV-Stellen angewiesen, bei Personen, die einen Hintergrund als 
Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen hätten, bei Rentenherabset-
zungen nach Lösungen mit Augenmass zu suchen. 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 11

Daraus kann der Beschwerdeführer jedoch für die sich hier stellenden Fra-
gen nichts direkt ableiten: Der Beschwerdeführer wuchs mit … Geschwis-
tern in ärmlichen landwirtschaftlichen Verhältnissen auf. Die Fremdplatzie-
rung während des ersten und zweiten Schuljahres wie auch die Aufenthalte 
auf einer Alp während der Sommerferien erfolgten offenbar auf rein privater 
Ebene (vgl. AB 46/6 f., 89.1/13). Von einer Verdingung im Sinne einer 
staatlichen Fremdplatzierung mit anschliessendem Missbrauch kann damit 
nicht die Rede sein. Dies schliesst jedoch nicht aus, dass individuelle Be-
sonderheiten des sozialen Umfeldes invalidenversicherungsrechtlich be-
achtliche Folgen hätten haben können. In einem konkreten Fall erfolgte 
Milieuschädigungen (vgl. AB 44/3: „emotionales Mangelmilieu“), die zu ge-
sundheitlichen Störungen mit Krankheitswert führen, sind invalidenversi-
cherungsrechtlich relevant. Wie es sich mit der historischen und regional-
soziologischen Einordnung der Begebenheiten in der Kindheit des 
Beschwerdeführers verhält, ist vorliegend nicht von Bedeutung. Verlangt ist 
für die Begründung eines Leistungsanspruchs gegenüber der Invalidenver-
sicherung allemal und rechtsgleich bei allen Versicherten das Vorliegen 
eines massgeblichen Gesundheitsschadens (vgl. E. 2.1 und 2.3 hiervor). 
Der Beschwerdeführer wird und ist deshalb im Recht der Invalidenversiche-
rung unabhängig von der Einordnung seiner Kindheit weder besser noch 
schlechter gestellt bzw. zu stellen, als alle anderen Versicherten. Auf die 
entsprechende Argumentation des Beschwerdeführers zur Einordnung sei-
ner Kindheit bzw. den Hinweis auf den Entwurf des AFZFG, welcher auch 
von Privatpersonen wie Eltern verdingte oder fremdplatzierte Kinder erfas-
se, und den Umstand, dass das BSV im Rahmen der Umsetzungsvorberei-
tung der Revisionen gemäss lit. a der Schlussbestimmungen der Änderung 
vom 18. März 2011 des IVG (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket 
[SchlBest. IV 6/1]; in Kraft seit 1. Januar 2012) im Zusammenhang mit Ren-
tenherabsetzungen von verdingten und fremdplatzierten Kindern eine Emp-
fehlung ausgesprochen habe (Beschwerde S. 10 f.), ist damit nicht 
einzugehen. Abgesehen davon liegt hier keine Revision nach den 
SchlBest. IV 6/1 vor. Eine entsprechende Gesundheitsstörung bzw. ein 
pathogenetisch-ätiologisch unklares syndromales Beschwerdebild ohne 
nachweisbare organische Grundlage wurde den Beschwerdeführer betref-
fend nie erhoben und war nicht Basis der Rentenzusprache.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 12

Die gerichtliche Prüfung hat streng dem geltenden Recht der Invalidenver-
sicherung zu folgen. Zu klären ist damit vorab das Vorliegen eines Ge-
sundheitsschadens bzw. dessen Entwicklung. 

5.

5.1 Grund der Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversi-
cherung war das medizinische Attest einer rezidivierenden depressiven 
Störung, mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom, Dysthymia und 
ADS, bestehend schon seit der Kindheit. Dies entspricht weitgehend dem 
Bericht der Klinik G.________ vom 14. März 2003 (AB 2) nach einer Be-
handlung in der psychotherapeutischen Tagesklinik vom 4. November 2002 
bis 21. Februar 2003. Eine Persönlichkeitsstörung wurde damals ausdrück-
lich ausgeschlossen und der Beginn der rezidivierenden depressiven 
Störung wurde auf das 20. Altersjahr gelegt (AB 2/2). Ausserdem wurde 
festgehalten, der Beschwerdeführer werde nach Austritt wieder zu 60 % bei 
seinem früheren Arbeitgeber arbeiten. Im gleichen Sinne hat auch der be-
handelnde Psychiater Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, am 24. November 2004 (AB 6) und 30. Juni 2005 
(AB 11/3 f.) Bericht erstattet, wobei im Jahr 2005 die Konsultationen allein 
noch in grösseren Abständen erfolgten. Eine hirnorganische Ursache der 
Konzentrations- und Gedächtnisdefizite konnte ausgeschlossen werden 
(AB 7/8; vgl. auch die Ergebnisse einer Untersuchung des kognitiven Leis-
tungsprofils vom 30. Januar 2012 [AB 49/4 f.]). Dem Beschwerdeführer 
wurde daraufhin mit Verfügungen vom 19. Dezember 2005 und 11. Januar 
2006 bei einem Invaliditätsgrad von 40 % eine Viertelsrente zugesprochen 
(AB 21, 23 - 25).

Im Dezember 2008 verlangte der Beschwerdeführer eine Rentenrevision, 
da er nur noch 50 % arbeiten könne (AB 27 f.) und er allein noch dieses 
Pensum ausführe. Dabei ist mit Blick auf den Arbeitgeberbericht vom 
12. Dezember 2008 (AB 29) fraglich, ob das Pensum tatsächlich bereits 
reduziert worden war. Per 1. Januar 2009 war das Pensum arbeitsvertrag-
lich auf 50 % reduziert (vgl. IK-Auszug [AB 57] und Arbeitgeberbericht vom 
12. Dezember 2008 [AB 29/3] mit entsprechender handschriftlicher Bemer-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 13

kung) und per 1. Mai 2010 wieder auf 60 % erhöht (AB 59/5 ff.) worden. 
Per 1. Juni 2012 wurde das Pensum wieder auf 50 % reduziert (AB 59/1 
ff.). Dr. med. H.________ diagnostizierte am 15. Dezember 2008 (AB 30/3 
ff.) nach wie vor eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mit-
telgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom, ICD-10 F33.11, 
und neu eine Dysthymia, ICD-10 F34.1, sowie einen periodischen Haaraus-
fall bei bekanntem seborrhoischem Ekzem, differentialdiagnostisch: Akzen-
tuierung durch Psychopharmaka und/oder depressive Grundstörung. 
Zudem hielt er eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes (mit Blick 
auf die leicht verbesserte Situation anlässlich seines letzten Berichts vom 
30. Juni 2005 [AB 11/3 f.]) fest. Er wies darauf hin, dass der Beschwerde-
führer sich letztmals am 9. November 2005 wegen eines Rezepts gemeldet 
habe. Am 19. Juni 2006 sei die Behandlung wegen einer Zustandsver-
schlechterung wieder aufgenommen worden. Dr. med. H.________ führte 
aus, er habe dem Beschwerdeführer die Aufnahme einer anderen Tätigkeit 
empfohlen (keine medikamenteninduzierte Risiken mehr) und attestierte 
eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit, dies deshalb, weil beim Beschäftigungsgrad 
von 60 % eine ungünstige Diensteinteilung mit wiederholt drei Wochen 
Dienst am Stück die Folge war. Nach Einholung einer Stellungnahme des 
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 35/3 ff.) verneinte die Beschwer-
degegnerin mit Verfügung vom 30. September 2009 (AB 39) eine Renten-
erhöhung mangels Veränderung.

5.2 Die Verfügungen vom 14. Juni und 26. Juli 2012 (AB 65 f.) basierten 
dann im Wesentlichen auf den folgenden medizinischen Unterlagen:

5.2.1 Im Austrittsbericht der Klinik E.________ vom 14. Oktober 2011 (AB 
46; vgl. auch AB 44) im Zusammenhang mit der tagesklinischen Behand-
lung vom 6. Juni bis 23. September 2011 wurde Folgendes diagnostiziert:

1. Dysthymia (ICD-10 F34.1)
2. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy-

chotische Symptome (ICD-10 F33.2)
3. V.a. narzisstische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.80)

Die behandelnden Ärzte gaben an (AB 46/2), es hätten starke Ängste und 
Konzentrationsprobleme bestanden, die den Beschwerdeführer in seinem 
Arbeitsalltag massiv einschränkten, eine starke Erschöpfung, einhergehend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 14

mit Schlafstörungen und einer massiven Selbstwertproblematik mit dem 
Gefühl einer grossen inneren Leere, Vereinsamung, sozialer Isolation, 
Freud- und Hoffnungslosigkeit. Es hätten starke Versagensängste bestan-
den, die vor allem in Verbindung mit dem Arbeitsplatz, gegenüber der Frau, 
den Kindern und dem Freundeskreis erlebt worden seien. Der Beschwerde-
führer habe zeitweise eine grosse innere Unruhe, Niedergeschlagenheit, 
Antriebslosigkeit und Gereiztheit erlebt. Ebenso habe er berichtet, dass er 
diese Zustände bereits seit seiner Kindheit in abgeschwächter Form kenne. 
Zudem wurde festgehalten (AB 46/3 f.), seit April 2010 sei der Beschwerde-
führer nur noch 50 % arbeitsfähig, seitdem habe er sein 60 %-Pensum 
nicht mehr geschafft. Längerfristig habe sich sein Leistungsniveau auf 50 % 
reduziert. Sein Gesundheitszustand habe sich ohne wesentliche Unterbre-
chungen verschlechtert und die Invalidität habe zugenommen. Der Be-
schwerdeführer trete in teilweise noch recht instabiler psychischer 
Verfassung nach Hause aus. Da sich die Symptomatik nur geringfügig ver-
bessert habe und er sich bis zum Ende der Behandlung nur teilweise habe 
stabilisieren können – bei zunehmender Therapiemüdigkeit und bei gleich-
zeitiger Unsicherheit, den Anforderungen im Alltag nicht ausreichend ge-
wachsen zu sein –, sei eine Therapiepause in der Tagesklinik vereinbart 
und eine Intervalltherapie empfohlen worden. 

5.2.2 Im Bericht des Spitals I.________ vom 30. Januar 2012 wurde fest-
gehalten (AB 49/4 f.), in einer Untersuchung zur Beurteilung des kognitiven 
Leistungsprofils bestünden beim Beschwerdeführer im Vergleich zur Vorun-
tersuchung vom 17. Februar 2003 und unter Berücksichtigung entspre-
chender Alters- und Bildungsnormen erfreulicherweise weiterhin 
unauffällige kognitive Befunde (mit im mnestischen Bereich eher über-
durchschnittlichen Leistungen), sodass aufgrund der Befunde auf dem ent-
sprechenden Fachgebiet keine Diagnose abzuleiten sei. 

5.2.3 Im Zwischenbericht vom 6. Februar 2012 (AB 49/1 - 3) diagnosti-
zierte Dr. med. J.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, eine Dysthymia (F34.1) und eine Persönlichkeitsstörung mit narziss-
tischen Zügen (F60.80). Dr. med. J.________ gab einen stationären Ge-
sundheitszustand seit Oktober 2011 an und hielt fest, sie kenne den 
Beschwerdeführer seit dem erwähnten Zeitpunkt. Unter unveränderter me-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 15

dikamentöser Therapie und neu Psychotherapie beim Psychologen 
K.________ bestehe ein unveränderter Allgemeinzustand mit knapper Be-
wältigung des 50 %-igen Arbeitspensums im … der D.________. Subjektiv 
bestehe unverändert ein hoher Leidensdruck mit dauernd gedrückter 
Stimmung, Klagen über Konzentrationsstörungen und Blackouts ohne 
anamnestisch Gefährdung der Verkehrsteilnehmer. Dr. med. J.________ 
attestierte seit April 2010 langfristig eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit und 
gab an, im reduzierten Pensum von 50 % sei die bisherige Tätigkeit als … 
im … der D.________ zumutbar. Die reduzierte Belastbarkeit erlaube eine 
Belastung von maximal vier Stunden am Tag (AB 49/3).

5.2.4 Nach einer zweiten tagesklinischen Behandlung in der Klinik 
E.________ vom 23. April bis 1. Juni 2012 wurde im Bericht vom 31. Mai 
2012 (AB 89.2) wiederum eine Dysthymia (ICD-10 F34.1) und eine rezidi-
vierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psycho-
tische Symptome (ICD-10 F33.2), angegeben, wohingegen die Verdachts-
diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.80) nicht 
mehr aufgeführt wurde. Die behandelnden Ärzte gaben an (AB 89.2/3), der 
zweite Aufenthalt in der Tagesklinik habe dem Beschwerdeführer geholfen, 
wieder zur Ruhe zu kommen, seine Belastungsgrenze wieder zu finden, 
diese zu erweitern und sich in sozialen Kontakten reflektierend zu erfahren. 
Nach dieser Behandlung habe er eigene Erfolge besser sehen und wert-
schätzen können. Während der Entlassungsvorbereitung habe sich nach 
dem zweiten Aufenthalt gezeigt, dass er mehr Stabilität im häuslichen 
Rahmen habe erleben können. Er fühle sich durch die 50 %-ige Rente sehr 
entlastet. Das verbleibende Leistungsniveau könne er erfüllen. Der Be-
schwerdeführer habe in verbessertem Allgemeinzustand am 1. Juni 2012 
nach Hause entlassen werden können. 

5.3 Seit Mitte 2012 ist den Akten in medizinischer Hinsicht im Wesentli-
chen das Folgende zu entnehmen:

5.3.1 Dr. med. L.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
gab im Bericht vom 14. Oktober 2014 (AB 82/1 - 4) zur Entwicklung seit 
dem 1. Juni 2012 an, im Verlauf hätten sich regelmässige Rückschläge 
gezeigt, der Beschwerdeführer habe in der Therapie ein eigenes 
Störungsmodell erarbeitet, die vorhandenen Einschränkungen habe er we-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 16

niger abgewertet und könne sie verständnisvoller wahrnehmen. Er habe 
Perspektiven entwickelt, sein … entfalten zu können, was ihm letztlich nicht 
zufriedenstellend gelungen sei, da ihm die nötige externe Strukturierung 
gefehlt habe. Insgesamt sei von einer Verschlechterung in der letzten Zeit 
auszugehen. Von März bis Juli habe sich der Zustand verschlechtert, der 
Beschwerdeführer sei zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Sein aktuelles 
Arbeitspensum betrage 20 %. Der Beschwerdeführer schätze die Situation 
so ein, dass zwei Jahre Therapie ihm nichts gebracht hätten. Die depressi-
ve Symptomatik müsse aktuell als therapieresistent betrachtet werden. Es 
sei sehr wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer an der Grenze seiner 
Leistungsfähigkeit sei, man sollte prüfen, ob ein geschützter Arbeitsplatz 
nicht eher für ihn in Frage komme. 

5.3.2 Im psychiatrischen Gutachten vom 30. Juni 2015 (AB 89.1) führte 
Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, fol-
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (AB 89.1/19):

 Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit depressiven und narzisstischen Antei-
len, ICD-10: F61.0

 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig vollständig remittiert, ICD-10: 
F33.4

Die Gutachterin hielt fest (AB 89.1/22 ff.), in der angestammten Tätigkeit 
als … bei der D.________ bestehe aus psychiatrischer Sicht eine 60 %-ige 
Arbeitsfähigkeit. Bei gleichmässig über die Wochentage verteiltem 60 %-
igem Anwesenheitspensum bestehe eine volle Leistungsfähigkeit. Die ge-
dankliche Einengung mindere die geistige Umstellungsfähigkeit/Flexibilität. 
Die Kompensation der Insuffizienzgefühle, der Versagensängste, der sub-
jektiv erlebten Kränkungen und der Selbstentwertungen erfordere einen 
ständig erhöhten innerseelischen Energieaufwand, welcher zu vorzeitiger 
Ermüdung führe. Zwischen den Arbeitseinsätzen bestehe ein vermehrter 
Erholungsbedarf. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erfordere eine 
Berücksichtigung des zeitlichen Verlaufes im Längsschnitt, welche neben 
den persönlichkeitsbedingten Schwierigkeiten auch die rezidivierenden 
depressiven Episoden mit einschliesse. Bei einem höheren Arbeitspensum 
wäre mit zunehmender Erschöpfung, vermehrten Fehlern, depressiver De-
kompensation und schliesslich Stellenverlust zu rechnen. Im Vergleich zum 
Zeitraum der letzten Rentensprechung der IV von Anfang/Mitte 2012 sei es 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 17

zu einer Besserung des Zustandsbildes gekommen. Bereits während des 
zweiten Aufenthaltes in der Tagesklinik M.________ habe eine Besserung 
des psychischen Erlebens erreicht werden können, der Beschwerdeführer 
habe von der Lithiummedikation profitiert. Über den Verlauf von Mitte 2012 
bis Ende 2014 lägen kaum Unterlagen vor. Die von den behandelnden Ärz-
ten bescheinigte vollständige Arbeitsunfähigkeit von März bis Oktober 2014 
sei aus versicherungspsychiatrischer Sicht nicht nachzuvollziehen. Von 
Anfang 2014 bis Anfang 2015 habe der Beschwerdeführer keine Psycho-
pharmaka eingenommen, was auf einen diesbezüglich fehlenden Leidens-
druck hinweise und was möglicherweise zu einer vorübergehenden 
Verschlechterung des Zustandsbildes mit beigetragen habe. Zudem habe 
der Beschwerdeführer während der Zeit der Krankschreibung versucht, ein 
… aufzubauen. Es sei dem Beschwerdeführer jedoch zuzumuten, seine 
Ressourcen primär in seiner angestellten/bezahlten Arbeitstätigkeit einzu-
setzen. Motivationale Aspekte, wie etwa die gewünschte Entwicklung sei-
ner Potentiale und Talente (die Arbeit bei der D.________ sei 
unbefriedigend, „Ich bin ein … und ich will ein … sein!“), könnten bei der 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht berücksichtigt werden. Ende Februar 
2015 sei eine Psychotherapie-Pause vereinbart worden, da es dem Be-
schwerdeführer besser gegangen sei. Gegenwärtig bestehe eine vollstän-
dige Remission der rezidivierenden depressiven Störung. Selbst die 
diagnostischen Kriterien einer leichtgradigen depressiven Störung seien 
nicht erfüllt. Der Beschwerdeführer schildere, dass er sich wieder freuen 
könne, dass die Konzentration besser und der Schlaf wieder „tiptop“ sei. 
Die früheren Müdigkeitsattacken seien seit längerem nicht mehr aufgetre-
ten. Er beschreibe eine sehr rege Freizeitgestaltung („Im Moment habe ich 
ein rechtes Programm“) mit freiwilliger Mitarbeit in einer …, Mithilfe beim 
…, …, … und sportlichen Aktivitäten. Eine höhergradige Arbeitsunfähigkeit 
sei angesichts der fehlenden Einschränkung im privaten Bereich nicht 
nachvollziehbar. Hierbei müsse berücksichtigt werden, dass es sich bei der 
vom Beschwerdeführer geschilderten momentan guten Verfassung eben-
falls um eine Momentaufnahme handle, welche in den weiteren zeitlichen 
Kontext eingeordnet werde müsse. Dr. med. N.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, schildere in dem Telefonat mit der 
Referentin, dass es dem Beschwerdeführer besser gehe als in den letzten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 18

Jahren, im Rahmen der Konsultation am Vortag habe er nicht depressiv 
gewirkt.

Die gegenwärtige 60 %-ige Arbeitsfähigkeit liege spätestens seit dem Un-
tersuchungszeitpunkt vor, wahrscheinlich seit Februar 2015. Die Arbeits-
fähigkeit in anderen Arbeitsbereichen sei nicht höher als in der angestamm-
ten Tätigkeit. Eine gleich hohe Arbeitsfähigkeit von 60 % bestehe in 
zahlreichen Tätigkeitsbereichen, welche nicht mit vermehrtem Zeitdruck 
oder erhöhten Anforderungen bezüglich sozialer Interaktionsfähigkeit ein-
hergingen. Eine Schichtarbeit sei nicht zumutbar. 

5.3.3 Der Psychiater Dr. med. N.________ und die diplomierte Psycholo-
gin O.________, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP und für Neuro-
psychologie FSP, diagnostizierten im Bericht vom 24. November 2015 
(Akten des Beschwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 5 bzw. 5a), wel-
cher im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens eingereicht wur-
de, eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit depressiven, 
selbstunsicher-vermeidenden und narzisstischen Anteilen (F60.08). Die 
Behandler gaben an, die Therapie habe einen langen und schwierigen Pro-
zess der Neuorientierung bei Lebensinhalten und Lebenszielen begleitet. 
Dieser habe vor allem im therapeutisch begleiteten Experimentieren mit 
unterschiedlichen Beschäftigungsstrukturen und -inhalten bei gleichzeiti-
gem Aufbau verstärkender Aktivitäten bestanden. Dysfunktionale Kognitio-
nen seien hinterfragt und ansatzweise revidiert worden. So zum Beispiel 
die hartnäckige Überzeugung, dass zuerst die Depression verschwinden 
müsse und erst dann eine Neuausrichtung des Lebens möglich wäre. Heu-
te bestehe in Ansätzen eine gewisse Akzeptanz für die eigene Depressi-
vität. Der Beschwerdeführer sei entsprechend einem instabilen Selbst-
konzept zwischen unrealistischen Vorstellungen (den Lebensunterhalt als 
selbstständiger … zu erwirtschaften) und der Idee, am besten in einer Insti-
tution mit vollumfänglicher Versorgung zu leben, gependelt. Das Experi-
mentieren in verschiedenen Konstellationen sei therapeutinnenseits als 
sinnvoll und wichtig erachtet worden und habe nun dazu geführt, dass der 
Beschwerdeführer einen Kompromiss aus Broterwerb bei der D.________ 
und Ausleben kreativer Fähigkeiten in Form ehrenamtlicher Mitarbeit in … 
gefunden habe.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 19

Der bisherige Prozess sei positiv zu bewerten, einige Therapieziele hätten 
erreicht werden können, insbesondere die Reduktion von Depressivität und 
passivem Verharren in selbstbezogener Grübelei. Der Beschwerdeführer 
habe sich in der Therapie von einer Lageorientierung mit ausgeprägten 
Vermeidungszielen sowie Fixierung auf die Krankenrolle weiter entwickeln 
können zu einer offeneren, neugierigeren, aktiveren und annäherungsmoti-
vierteren Lebensführung. Die Tätigkeit im P.________ diene der Erfahrung 
von Selbstwirksamkeit und Potentialförderung.

Um die Therapieerfolge aufrechterhalten zu können, zur Prophylaxe von 
Rückfällen und Erhaltung der aktuellen Arbeitsfähigkeit sei es nun dringend 
indiziert, dass der Beschwerdeführer die Tätigkeit in der … des 
P.________ im aktuellen Umfang (20 %) weiter verfolgen könne. Bei der 
gutachterlich festgestellten Arbeitsfähigkeit von 60 % müsste der Be-
schwerdeführer dafür jedoch bei einem 50 % Arbeitspensum bei der 
D.________ insgesamt 70 % arbeiten. Dies würde seine Ressourcen auf 
die Dauer überbeanspruchen. Aus medizinisch-psychiatrischer Sicht sei 
somit auf eine Arbeitsfähigkeit von 50 % zu plädieren. Dies zur Aufrechter-
haltung des nun verbesserten Zustands, der Potentialentwicklung in einer 
sinnstiftenden Tätigkeit und somit langfristigen Erhaltung der Arbeitsfähig-
keit auf dem ersten Arbeitsmarkt. 

6.

6.1 Im August bzw. September 2011 stellte der Beschwerdeführer ein 
erneutes Rentenerhöhungsgesuch (AB 40, 42), welches im Erlass der Ver-
fügungen vom 14. Juni und 26. Juli 2012 (AB 65 f.) mündete, mit welchen 
dem Beschwerdeführer eine befristete ganze Rente (1. September 2011 
bis 31. Oktober 2011) und anschliessend ab dem 1. November 2011 eine 
halbe Rente (bei vormals Viertelsrente) zugesprochen wurde. Diese Verfü-
gungen bilden in revisionsrechtlicher Hinsicht den massgebenden Ver-
gleichszeitpunkt (vgl. E. 3.2 hiervor), so dass durch einen Vergleich des 
Sachverhalts in diesem Zeitpunkt und demjenigen im Zeitpunkt der vorlie-
gend angefochtenen Verfügung vom 20. Oktober 2015 (AB 95) zu prüfen 
ist, ob in den tatsächlichen Verhältnissen eine erhebliche Änderung einge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 20

treten ist, die geeignet ist, den Rentenspruch zu beeinflussen (vgl. E. 3.1 
hiervor).

6.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

6.3 Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. F.________ vom 
30. Juni 2015 (AB 89.1) erfüllt die an den Beweiswert einer medizinischen 
Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.3.1 hiervor). Es basiert auf 
einer einlässlichen eigenen Untersuchung, einem eingehenden Aktenstudi-
um und fremdanamnestischen Erhebungen beim Arbeitgeber (AB 89.1/17) 
wie auch beim behandelnden Arzt Dr. med. N.________ (AB 89.1/18). Da-
mit geht der Einwand des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 8), wonach 
die Einschätzungen des bzw. der psychiatrischen Behandler und des Ar-
beitgebers nicht eingeholt bzw. nicht berücksichtigt worden seien, fehl. Das 
Gutachten erbringt demnach vollen Beweis. Die Gutachterin attestierte eine 
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit depressiven und narzisstischen 
Anteilen (ICD-10: F61.0) wie auch eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig vollständig remittiert (ICD-10: F33.4). Diese Diagnosen hat die 
Gutachterin vor dem Hintergrund der diagnostischen Leitlinien (vgl. DIL-
LING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen: ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch diagnostische Leitlinien, 9. Aufl. 
2014, S. 180 f., 284) nachvollziehbar und überzeugend begründet (AB 
89.1/19 ff.). Gleichermassen überzeugend hat sie dargelegt, weshalb sie 
die (derzeit) remittierte depressive Störung dennoch (im Längsschnitt) als 
Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit betrachtet. Überzeugend ist 
auch die Begründung, weshalb die Dysthymie nicht mehr als eigenständige 
Diagnose gestellt werden kann, d.h. nun als Teil der Persönlichkeitsstörung 
zu betrachten ist (AB 89.1/21 f.). Die Gutachterin hat die vorliegenden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 21

echtzeitlichen medizinischen Unterlagen nachvollziehbar eingeordnet. Das 
Attest einer 60 %-igen Arbeitsfähigkeit bei über die gesamte Woche verteil-
tem Arbeitspensum ohne Leistungsminderung überzeugt in gleicher Weise 
wie die Begründung des Verlaufs, nämlich einer Verbesserung seit der letz-
ten Beurteilung im Frühjahr 2012 (AB 89.1/22 f.). Zu Recht hat sie auf die 
während längerer Zeit vor der Begutachtung erfolgte Behandlungssistie-
rung bzw. -reduktion hingewiesen (vgl. diesbezüglich auch die Bestätigung 
im Bericht von Dr. med. N.________ und der diplomierten Psychologin 
O.________ vom 24. November 2015 [BB 5 bzw. 5a]). Unter Hinweis auf 
das erhebliche Aktivitätsniveau im privaten Bereich (freiwillige Mitarbeit in 
…, Mithilfe beim …, …, … und sportliche Aktivitäten) wie auch die Thera-
pie-Compliance hat sie eine Konsistenzprüfung vorgenommen (AB 89.1/23 
f.). Die sukzessive Verbesserung des Zustands (zuweilen mit Rückschlä-
gen) seit der Basis der Rentenerhöhung bildenden tagesklinischen Be-
handlung vom 6. Juni bis 23. September 2011 mit damals (noch) kaum 
merklicher Besserung (vgl. AB 44 bzw. 46) ist damit erstellt. Der Prozess 
der Verbesserung, der in den Verfügungen vom 14. Juni und 26. Juli 2012 
(AB 65 f.) noch unbeachtlich blieb, setzte mit dem tagesklinischen Aufent-
halt in der Klinik E.________ vom 23. April bis 1. Juni 2012 (AB 89.2) ein, 
nach welchem der Beschwerdeführer in verbessertem Allgemeinzustand 
nach Hause entlassen werden konnte, wobei sich der Beschwerdeführer in 
Kenntnis des am 18. April 2012 (AB 54) erlassenen Vorbescheids betref-
fend Rentenerhöhung offenbar sehr entlastet fühlte (AB 89.2/3). Die Ver-
besserung konnte in der Folge in der Behandlung bei Dr. med. N.________ 
bzw. der diplomierten Psychologin O.________ fortgesetzt und verstärkt 
sowie der Zustand stabilisiert werden. Spätestens ab der Begutachtung im 
Juni 2015 ist die höhere Arbeitsfähigkeit von 60 % erstellt. Damit ist auch 
eine revisionsrechtlich massgebliche Verbesserung ausgewiesen. Dass 
zwischen der Aufnahme der Revision im September 2014 (AB 74) und der 
Beurteilung durch die Gutachterin im Jahr 2015 (befristet) eine höhere Ar-
beitsunfähigkeit vorgelegen hätte, d.h. ein befristet höherer Invaliditätsgrad 
hätte resultieren können, erscheint ausgeschlossen und liesse sich auch 
nicht mehr erstellen. 

6.4 Nichts an der Massgeblichkeit des Gutachtens von Dr. med. 
F.________ ändern die Beurteilung des Psychiaters Dr. med. N.________ 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 22

bzw. der diplomierten Psychologin O.________. Die Behandler folgen in 
ihrem Bericht vom 24. November 2015 (BB 5 bzw. 5a) grundsätzlich der 
gutachterlichen Einschätzung. Sie bestätigten die Diagnose der kombinier-
ten Persönlichkeitsstörung inklusive aktuell weitgehender Remission der 
depressiven Symptomatik (BB 5 bzw. 5a S. 1). Die Behandler votieren je-
doch dafür, dass aus therapeutischen Gründen trotz Besserung nach wie 
vor allein eine 50 %-ige Arbeitsfähigkeit zugemutet werden könne. Dem 
kann nicht gefolgt werden. Aus dem erwähnten Bericht der Behandler er-
gibt sich, dass die Therapie seit längerer Zeit (seit Sommer 2014) allein 
noch sehr locker geführt wird. Entgegen der Empfehlung der Gutachterin 
einer 14-tägigen Konsultationsfrequenz (AB 89.1/25) wurde die Therapie 
auch nicht wieder intensiviert. Aus dem nun dargelegten Therapiekonzept 
bzw. den entsprechenden Erkenntnissen der Behandler wird neben der 
eigentlichen psychischen Störung ein klarer Versorgungswunsch erhoben, 
welcher vergesellschaftet ist mit den Erlebnissen in der Kindheit, die der 
Beschwerdeführer je länger je mehr als Begründung einer Drittschuld für 
seine Lebenssituation und der fehlenden eigenen Verantwortung, sein 
Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, verstanden wissen will. Dies 
stimmt letztlich auch mit der eigenen Darstellung des Beschwerdeführers 
gegenüber der Beschwerdegegnerin überein. Im Rahmen des zur vorlie-
gend angefochtenen Verfügung vom 20. Oktober 2015 (AB 95) führenden 
Revisionsverfahrens gab der Beschwerdeführer im Revisionsfragebogen im 
September 2014 (AB 74) an, er scheitere als Familienvater immer öfter, 
alles werde ihm zu viel und stresse ihn. Er verwies auf eine Perspektiven-
losigkeit im Leben (unbefriedigende berufliche Tätigkeit ohne Entwick-
lungsperspektive) und eine Ratlosigkeit betreffend seine Zukunft. Er 
wünsche sich eine Tätigkeit im … Bereich als Selbstständigerwerbender. 
Die Therapeutin hat in Übereinstimmung mit diesen Erkenntnissen und der 
gutachterlichen Empfehlung die Therapie inzwischen darauf ausgerichtet, 
den Beschwerdeführer wieder in den ursprünglichen Beruf zurückzuführen. 
Dies überzeugt. Dass sie daneben aus therapeutischen Überlegungen die 
zusätzliche (…) Tätigkeit bzw. ein Experimentieren (BB 5 bzw. 5a S. 3) 
befürwortet und dem Beschwerdeführer hierfür eine zusätzliche Arbeitsun-
fähigkeit attestiert, mag zwar aus biopsychosozialer Sicht (vgl. E. 2.3.3 
hiervor) überzeugen. Der Beschwerdeführer übt aktuell jedoch neben dem 
50 %-Pensum bei der D.________ parallel in der ausserberuflichen Tätig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 23

keit eine erwerbsähnliche Tätigkeit von 20 % zuzüglich des Pensums der 
Hilfe zu Gunsten eines Freundes jeweils am Mittwoch Nachmittag beim … 
[vgl. AB 89.1/12 und 23]) aus. Damit kann er das derzeitige 50 %-Pensum 
dem gutachterlichen Attest entsprechend zweifellos auf 60 % erhöhen. 
Auch so bliebe angesichts des effektiv erheblich (höheren) Aktivitätsni-
veaus weiterhin Zeit für ausserberufliche Aktivitäten. Auch vor diesem Hin-
tergrund bleibt die Beurteilung von Dr. med. F.________ in jeder Hinsicht 
überzeugend. Nachvollziehbar hat die Gutachterin denn auch auf das an 
sich gebotene Behandlungskonzept mit Steigerung der Behandlungsinten-
sität hingewiesen (AB 89.1/25). Wenn die Therapeutin (derzeit) nicht gewillt 
ist, dies umzusetzen, so bedeutet dies nicht, dass damit deren tiefere Fest-
legung der Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen wäre. 

Es bestehen keine Anzeichen dafür, dass der Beschwerdeführer von seiner 
falschen Annahme, die Gesellschaft schulde ihm seine (ökonomisch nicht 
erfolgreiche) Selbstverwirklichung als … bzw. unter Umständen gar eine 
vollständige Versorgung, nicht abweichen kann. Im Gegenteil: Der Be-
schwerdeführer hat gemäss der auch ihm obliegenden Schadenminde-
rungspflicht (vgl. BGE 140 V 267 E. 5.2.1 S. 274, 129 V 460 E. 4.2 S. 463) 
wie jede andere versicherte Person vor dem Bezug solidarisch getragener 
Sozialversicherungsleistungen der ökonomischen Verwertung seiner Res-
sourcen vor der Selbstverwirklichung den Vorzug zu geben. Dies hat er 
entsprechend den Ausführungen gegenüber der Gutachterin offenbar auch 
selbst erkannt (AB 89.1/15). Dabei ist auch festzustellen, dass der Be-
schwerdeführer in der Vergangenheit bei drohender bzw. bei effektiver 
Leistungsverweigerung mit einer Leistungssteigerung reagiert hat und sich 
von unrealistischen Selbstverwirklichungsvorhaben abbringen liess.

Nach dem Dargelegten sind entgegen der Auffassung des Beschwerdefüh-
rers (vgl. Subeventualantrag) auch keine weiteren Abklärungen notwendig.

6.5 Es liegt im Vergleich zum Zustand anlässlich der rentenerhöhenden 
Verfügungen aus dem Jahr 2012 (AB 65 f.) eine gesundheitliche Verbesse-
rung und damit ein Revisionsgrund vor, so dass der Rentenanspruch – 
unter Berücksichtigung einer Arbeitsfähigkeit von 60 % – frei zu prüfen ist 
(vgl. E. 3.3 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 24

7.

7.1 Die Beschwerdegegnerin ging in ihren verschiedenen Beurteilungen 
davon aus, dass der Beschwerdeführer als Gesunder inzwischen wiederum 
vollerwerbstätig wäre. Dies blieb unbestritten und ist angesichts der ersten 
Äusserungen des Beschwerdeführers selbst anlässlich der IV-Anmeldung 
im Jahr 2004, er sei nun Vater geworden, seine Frau arbeite nicht mehr 
und er müsste deswegen sein Arbeitspensum unbedingt wieder auf 100 % 
erhöhen (AB 1/10), nachvollziehbar und nicht zu beanstanden. Der Be-
schwerdeführer ist als Vollerwerbstätiger zu bemessen, womit der Invali-
ditätsgrad mittels Einkommensvergleich zu bestimmen ist. Es ist dabei 
ohne weiteres davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer auch als 
Gesunder nach wie vor bei der D.________ angestellt wäre.

7.2 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mit-
einander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

7.3 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

7.4 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 
133 E. 7.1). Übt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität eine Er-
werbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhält-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 25

nisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Ar-
beitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem 
das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als So-
ziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invaliden-
lohn (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

7.5 Da die tatsächlichen Verhältnisse im Zeitpunkt der allfälligen Ren-
tenrevision (vgl. Entscheid des EVG vom 3. Juli 2006, I 86/06, E. 4) mass-
gebend sind, sind Validen- wie Invalideneinkommen auf das Jahr 2015 hin 
zu bestimmen. 

7.5.1 Der Beschwerdeführer arbeitet seit 1987 bei der D.________. Bis 
Ende September 1999 arbeitete er während Jahren in einem 100 %-
Pensum (AB 8). Zwar hat die gesundheitliche Störung gemäss gutachterli-
cher Beurteilung ihre Wurzeln auch in der Kindheit (AB 89.1/21). Von einer 
bereits seit Kindheit bestehenden gesundheitlichen Einschränkung mit 
Auswirkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit kann hingegen nicht die 
Rede sein. Der Beschwerdeführer hatte bei der D.________ offenbar 
während Jahren ohne Beanstandungen in einer vollschichtigen Funktion 
gearbeitet. Er hat das Pensum ab 1. Oktober 1999 – freiwillig – auf 60 % 
reduziert, wobei er jeweils eine Woche arbeitete und eine Woche frei hatte 
(AB 8/3). Er gab für jene Zeit ein breites Spektrum an Hobbies mit u.a. 
auch mehrmonatigen Auslandreisen zusammen mit seiner Ehefrau an und 
bezog mehrfach unbezahlten Urlaub (AB 7/6, 10/7, 8/4, vgl. auch Perso-
naldossier „Finanzielles“). Massgebliche Fehlzeiten zufolge Erkrankung 
sind weder unmittelbar vor noch nach der Pensumsreduktion ausgewiesen 
(AB 8/4). Eine fachärztlich psychiatrische Behandlung war gemäss Akten 
und Angaben des Beschwerdeführers in der Zeit von 1988 bis 1992 und 
erst ab dem Jahr 2002 wieder erforderlich (AB 1/11, 89.1/16 – vgl. aber 
auch AB 7/5, wonach ab 1997 eine Psychotherapie stattgefunden haben 
soll). Wenn der Beschwerdeführer den Grund der Pensumsreduktion später 
als gesundheitlich bedingt darstellt (vgl. z.B. AB 7/2), so lässt sich dies ins-
besondere auch dem Personaldossier nicht entnehmen. Vielmehr wurde 
dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 1. Oktober 1999 – ohne auch 
nur den geringsten Hinweis auf gesundheitliche Beeinträchtigungen – 
bestätigt, dass seinem Wunsch entgegengekommen werden könne und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 26

das Pensum auf 60 % festgelegt werde. Die vorgängige Personalbeurtei-
lung vom 27. September 1999 enthält den Hinweis „ev. Reduktion auf 
60 %“ und keinerlei Bemerkungen (trotz wenig Interesse und Freude) über 
ungenügende Arbeitsleistungen oder gesundheitliche Probleme. Es wurde 
denn auch nicht etwa parallel zur Pensumsreduktion eine Anmeldung bei 
der Invalidenversicherung oder der beruflichen Vorsorge vorgenommen. 
Dass die Pensumsreduktion – wie vom Beschwerdeführer heute geltend 
gemacht – gesundheitsbedingt gewesen wäre, ist nicht erstellt und lässt 
sich auch nicht (mehr) erstellen. Vielmehr ist mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit vom Gegenteil auszugehen.

Im Tätigkeitsbereich des Beschwerdeführers hat bekanntermassen ein 
grosser struktureller Wandel stattgefunden. Es wurde einer Vielzahl von 
Mitarbeitenden im Verlauf der Jahre neue Funktionen und Aufgaben zuge-
teilt (vgl. insbesondere für den Beschwerdeführer die entsprechenden Un-
terlagen im Personaldossier, „Eintritt“, betreffend … im Jahr 2010 oder die 
… von der Q.________ in die R.________ im Jahr 2006). Dies erfolgte 
auch mit Auswirkung auf den Lohn. Zufolge der Äusserungen der Arbeitge-
berin (in den Arbeitgeberberichten [AB 8, 29, 53, 77] wie auch gegenüber 
der Gutachterin [AB 89.1/17]) wird dem Beschwerdeführer derzeit wie 
früher ein dem Pensum entsprechender Leistungslohn ausgerichtet. Eine 
Pensumssteigerung wäre jederzeit möglich und würde von der Arbeitgebe-
rin – wie diese mit ihrer bisherigen Bereitschaft zur Anpassung bereits 
mehrfach bewiesen hat – auch unterstützt.

Grundsätzlich wäre damit sowohl das Validen- wie auch das Invalidenein-
kommen auf der Grundlage des aktuell erzielten Einkommens zu bestim-
men. Der IV-Grad entspräche in der Folge unter Berücksichtigung des 
Status als Vollerwerbstätiger (vgl. E. 7.1 hiervor) der gutachterlich attestier-
ten Einschränkung von 40 %. Selbst wenn jedoch zu Gunsten des Be-
schwerdeführers auf das vor der ersten IV-Anmeldung bei der früheren 
Q.________ erzielte höhere Einkommen abgestellt würde, würde sich am 
Ergebnis nichts ändern.

7.5.2 Das Valideneinkommen wurde von der Q.________ für ein 100 %-
Pensum im Jahr 2005 auf Fr. 68‘601.-- (AB 17) beziffert. Indexiert auf das 
Jahr 2015 resultierte ein Valideneinkommen von jährlich Fr. 75‘299.-- (In-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 27

dex Jahr 2005: 100 Punkte; Index Jahr 2010: 107.4 Punkte [Tabelle 
T1.1.05, Nominallohnindex, Männer, 2006 – 2010, Abschnitt I, Verkehr und 
Nachrichtenübermittlung]: Fr. 68‘601.-- : 100 x 107.4 = Fr. 73‘678.--; Index 
Jahr 2010: 100 Punkte; Index Jahr 2015: 102.2 Punkte [Tabelle T1.1.10 
Nominallohnindex, Männer, 2011 – 2015, Wirtschaftszweig H, Verkehr und 
Lagerei]: Fr. 73‘678.-- : 100 x 102.2 = Fr. 75‘299.--).

7.5.3 Für das Invalideneinkommen ist auf den aktuellen Verdienst in der 
angepassten Tätigkeit bei der R.________ im 50 %-Pensum, aufgerechnet 
auf ein 60 %-Pensum, abzustellen, da der Beschwerdeführer dort ange-
messen eingegliedert ist und das Pensum, wie bereits erwähnt, jederzeit 
entsprechend erhöht werden könnte. Der Verdienst im Jahr 2015 hätte 
gleich viel wie im Jahr 2014 betragen, denn gemäss Personaldossier, „Be-
werbung/Anstellung“ erfolgte erst per 1. Januar 2016 wieder eine Lohner-
höhung. Folglich hätte der Verdienst im Jahr 2015 in einem 60 %-Pensum 
Fr. 39‘957.-- betragen (vgl. AB 77/2; Fr. 33‘297.50 : 50 % x 60 %). Würde 
das im Jahr 2014 erzielte Einkommen an die Lohnentwicklung des Jahres 
2015 angepasst, läge das Invalideneinkommen leicht höher und es würde 
(vor der Rundung des Ergebnisses auf ganze Zahlen) gar ein leicht tieferer 
Invaliditätsgrad als bei der Berechnung mit den vorgenannten Zahlen (vgl. 
E. 7.5.4 hiernach) resultieren. 

7.5.4 Aus der Gegenüberstellung der beiden Einkommen resultierte ein 
Invaliditätsgrad von gerundet 47 % (100 / Fr. 75‘299.-- x [Fr. 75‘299.-- – 
Fr. 39‘957.--] = 46.94 %; zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 E. 
3.2 und 3.3 S. 123). Auch bei dieser Betrachtungsweise ergäbe sich der 
Anspruch auf eine Viertelsrente.

7.6 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin die bisherige 
halbe Rente zu Recht auf eine Viertelsrente herabgesetzt. Mit Blick auf den 
Umstand, dass die Verfügung vom 20. Oktober 2015 (AB 95) der Rechts-
vertreterin des Beschwerdeführers erst am 3. November 2015 zugegangen 
ist (vgl. E. 1.2.2 hiervor), hat die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 
25. November 2015 die Rentenherabsetzung vom 1. Dezember 2015 auf 
den 1. Januar 2016 verschoben (AB 103), was nicht zu beanstanden ist 
(vgl. E. 3.4 hiervor). Damit wird insbesondere auch die dreimonatige Frist 
gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV respektiert (vgl. E. 3.4 hiervor), nachdem die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 28

60 %-ige Arbeitsfähigkeit gemäss der Gutachterin Dr. med. F.________ 
spätestens seit dem Untersuchungszeitpunkt am 24. Juni 2015 vorliegt (AB 
89.1/1 und 24).

Der Beschwerdeführer hat die Rente weder über 15 Jahre bezogen (Ren-
tenbeginn 1. Oktober 2003; AB 21) noch ist er über 55 Jahre alt (Jahrgang 
1969; AB 1), so dass bereits deshalb vor der Rentenherabsetzung keine 
beruflichen Massnahmen durchzuführen sind; die Restarbeitsfähigkeit bzw. 
die verbesserte Arbeitsfähigkeit ist vielmehr auf dem Weg der Selbstein-
gliederung verwertbar, wobei die Arbeitgeberin offensichtlich – wie in frühe-
ren Jahren auch verwirklicht (AB 59) – jederzeit Hand für die gebotene 
Pensumserhöhung bieten würde (zum Ganzen: Entscheid des BGer vom 
1. Februar 2012, 9C_726/2011, E. 5).

7.7 Die Beschwerde ist nach dem Ausgeführten abzuweisen, soweit 
darauf einzutreten ist.

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 
108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss glei-
cher Höhe entnommen.

8.2 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Mai 2016, IV/15/1075, Seite 29

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Soweit in der Beschwerde das Gesuch um berufliche Massnahmen 
gestellt wird, wird dieses an die Beschwerdegegnerin weitergeleitet.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- X.________
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.