# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e402761-83c0-587f-be3e-cf63ea4d873f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-05-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.05.2014 200 2014 250
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-250_2014-05-28.pdf

## Full Text

200 14 250 IV
MAW/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. Mai 2014

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 4. Februar 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2014, IV/14/250, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1964 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) wurde im April 2013 durch die Psychiatrischen Dienste 
C.________ bei der Invalidenversicherung zur Früherfassung angemeldet, 
dies unter Verweis auf eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; 
posttraumatic stress disorder [PTSD]) nach einem tätlichen Angriff durch … 
Landsleute am 23. bzw. 24. Dezember 2012 (Akten der IV-Stelle Bern 
[nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1 – 3). 
Nachdem die IVB den Versicherten zur IV-Anmeldung aufgefordert und 
gemahnt hatte (AB 4 f.), meldete er sich am 15. Juli 2013 zum Leistungs-
bezug an (AB 6). 

Die IVB holte die Akten der zuständigen Unfallversicherung, der Schweize-
rischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA), ein (AB 9.1 und 29.1) und 
nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor (AB 12 – 15, 24, 27). 
Nachdem die SUVA ihre Leistungen wegen fehlender adäquater Kausalität 
mit Verfügung vom 23. Oktober 2013 eingestellt hatte (AB 26), stellte die 
IVB dem Versicherten mit Vorbescheid vom 10. Dezember 2013 infolge 
eines fehlenden IV-relevanten Gesundheitsschadens die Abweisung des 
Leistungsbegehrens in Aussicht (AB 31). Nachdem kein Einwand erhoben 
worden war, verfügte die IVB am 4. Februar 2014 die Abweisung des Leis-
tungsbegehrens (AB 33). 

B.

Dagegen erhob der Versicherte mit einer vom 12. März 2014 datierten, am 
13. März 2014 persönlich beim Verwaltungsgericht abgegebenen Eingabe 
Beschwerde. Er beantragt sinngemäss, ihm seien Sozialversicherungs-
leistungen auszurichten und macht geltend, für die erlittene Erwerbsein-
busse habe entweder die Arbeitslosen-, die Unfall- oder die Invalidenver-
sicherung aufzukommen. Zudem reichte der Sozialdienst ... für den Be-

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schwerdeführer mit Eingabe vom 24. März 2014 ein Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege ein. 

Mit Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2014 beantragt die Beschwerdegegne-
rin die Abweisung der Beschwerde.

Auf instruktionsrichterliche Aufforderung hin reichte die Beschwerdegegne-
rin am 16. Mai 2014 eine Sendungsverfolgung der Post ein, wonach die 
angefochtene Verfügung vom 4. Februar 2014 dem Beschwerdeführer am 
5. Februar 2014 zur Abholung gemeldet und am 12. Februar 2014 am 
Schalter zugestellt wurde.

Am 26. Mai 2014 reichte der Beschwerdeführer zwei Berichte der Psychia-
trischen Dienste C.________ (vom 14. März 2014 und vom 6. Mai 2013) 
ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 

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i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist – vorbehält-
lich der nachstehenden Ausführungen in Erwägung 1.2 – auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 4. Februar 2014 (AB 33). Strei-
tig und zu prüfen ist allein der Anspruch auf Leistungen der Invalidenversi-
cherung. Ob der Beschwerdeführer allenfalls Ansprüche bei der SUVA oder 
der Arbeitslosenversicherung geltend machen könnte, ist nicht in diesem 
Verfahren zu prüfen, da dies nicht Gegenstand der angefochtenen Verfü-
gung bildet. Insoweit ist mangels Anfechtungsgegenstand auf die Be-
schwerde nicht einzutreten (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 2011 
UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1). Allerdings kann darauf hingewiesen werden, dass 
der Beschwerdeführer die Leistungseinstellung durch die SUVA mit Verfü-
gung vom 23. Oktober 2013 nicht angefochten hat (vgl. AB 26, 30), wes-
halb er von dieser Seite keine Leistungen mehr zu erwarten hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-

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glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

2.2 Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2007 IV Nr. 47 S. 154 E. 2.4). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der 
versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die 
Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft 
tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prü-
fen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine 
fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich 
anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 
282). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes auch 
eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche 
noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somato-
forme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensan-
strengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbe-
wältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in 
den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person als-
dann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Res-
sourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im 
Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Fest-
stellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprä-

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gung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: 
chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger, chronifizier-
ter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik 
ohne länger dauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen 
des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer in-
nerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlas-
tenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die 
Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten 
oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem 
Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser 
Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde 
darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise – die Voraussetzungen für 
eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 
67, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 
354). Diese für alle Versicherten in gleicher Weise geltende Gerichtspraxis 
ist weder menschenrechtswidrig noch diskriminierend (SVR 2008 IV Nr. 62 
S. 204 E. 4.2) noch basiert sie – mit Blick auf die rechtliche Natur des Krite-
rienkataloges – auf medizinwissenschaftlich unhaltbaren Annahmen (SVR 
2012 IV Nr. 32 S. 128 E. 2.3 - 2.5).

Aus Gründen der Rechtsgleichheit ist es geboten, sämtliche pathogene-
tisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweis-
bare organische Grundlage den gleichen sozialversicherungsrechtlichen 
Anforderungen zu unterstellen (BGE 139 V 346 E. 2 S. 346, 137 V 64 E. 
4.3 S. 69, 136 V 279 E. 3.2.3 S. 283). Die zu den somatoformen Schmerz-
störungen entwickelten Grundsätze sind deshalb analog anwendbar auf 
PTBS (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 4. Dezember 2012, 
8C_483/2012, E. 4.2).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1 Im Bericht des Spitals D.________ vom 24. Dezember 2012 (AB 
29.1/22 ff.) diagnostizierten die behandelnden Ärzte eine wenig dislozierte 
Scapulafraktur rechts und ein Hämatom frontal links. Der Beschwerdefüh-
rer sei durch die Sanitätspolizei zugewiesen worden aufgrund von Schul-
terschmerzen rechts. Er habe eine Schlägerei schlichten wollen und sei 
dabei selbst mit Steinen und Holzstangen traktiert und sowohl an Schulter 
wie auch am Kopf getroffen worden. Vom 24. Dezember 2012 bis 4. Januar 
2013 wurde eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (AB 29.1/7).

3.2 Die behandelnden Ärzte erwähnten im Bericht des Spitals 
D.________ vom 11. Februar 2013 (AB 29.1/17 f.) eine weitestgehende 
Konsolidierung der Skapulablattfraktur rechts. Der Beschwerdeführer dürfe 
das Schultergelenk wieder frei funktionell einsetzen. Er sei noch für vier 
Wochen zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben für schwere körperliche Ar-
beit, für … sei er aber (ab 4. bzw. 9. Januar 2013) zu 100 % arbeitsfähig 
(vgl. AB 29.1/25). 

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3.3 Im Bericht vom 29. April 2013 der Psychiatrischen Dienste 
C.________ (AB 29.1/168 ff.; vgl. auch Bericht der Psychiatrischen Dienste 
C.________ vom 5. August 2013 [AB 15/2 – 7 insbesondere S. 6]) wurde 
eine posttraumatische Belastungsstörung, PTSD (ICD-10: F43.1), nach 
tätlichem Gewaltübergriff mit Körperverletzung am 23. Dezember 2012 mit 
Intrusionen, Flashbacks, Hyperarousal sowie der Verdacht auf posttrauma-
tische neurokognitive Defizite diagnostiziert. Es wurde ausgeführt, nach 
Abklingen der somatischen Traumafolgen (Scapula-Fraktur rechts und 
Kopfplatzwunde links-frontal mit fraglichem SHT I°) stünden vor allem die 
posttraumatische psychische Störung und die assoziierten neurokognitiven 
Auffälligkeiten im Vordergrund. Die Fraktur rechts sei gut verheilt, unter 
Physiotherapie seien die physischen Schmerzen deutlich regredient. Trotz-
dem leide der Beschwerdeführer seit dem Trauma täglich an heftigen 
Spannungskopfschmerzen. Es bestünden Befürchtungen, dass der gewalt-
same Übergriff durch … Landsleute gegebenenfalls im Zusammenhang mit 
seiner ... bei der ... und beim ... stehe. Infolge dessen sei es zu einem Ver-
meidungsverhalten gekommen, so dass er seit Februar 2012 (richtig: 2013) 
nicht mehr arbeitsfähig sei. Seit dem Trauma leide er neu an Panikattacken 
auf öffentlichen Plätzen, er sei unsicher und misstrauisch geworden und 
habe sein Selbstvertrauen verloren. Zusätzlich entwickle er zunehmend 
Existenz- und Zukunftsängste, da er aktuell traumabedingt nicht in der La-
ge sei, als ... tätig zu sein.

3.4 Zur psychologischen Diagnostik bezüglich der PTBS wurde im Be-
richt der Psychiatrischen Dienste C.________ vom 7. Mai 2013 (AB 
29.1/177 f.) festgehalten, die Ergebnisse der verschiedenen Fragebögen 
zur posttraumatischen Belastungsstörung unterstützten alle eindeutig die 
klinische Beobachtung. Eine PTB (richtig: PTBS) könne daher mit Sicher-
heit diagnostiziert werden. Auffällig sei auch der erhöhte Summenwert im 
BDI, der auf eine mittelgradige depressive Symptomatik hinweise.

3.5 Ein am 1. Mai 2013 durchgeführtes EEG (Bericht der Psychiatri-
schen Dienste C.________ vom 17. Mai 2013 [AB 29.1/174]) wurde wie 
folgt beurteilt: Alpha-Beta-Misch-EEG mit einer Alpha-Grundaktivität um 10 
bis 11/Sekunde ohne eindeutige Zeichen einer erhöhten cerebralen Erre-
gungsbildung, Herdbefund oder Seitenasymmetrie. 

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3.6 Gemäss der Beurteilung vom 12. Juli 2013 einer MR-Untersuchung 
des Schädels und einer MR-Angiographie, beide durchgeführt am 25. April 
2013 im Spital D.________, war keine traumatische Läsion und auch sonst 
kein Korrelat zur Symptomatik nachweisbar (AB 29.1/198).

3.7 Die behandelnden Ärzte der Psychiatrischen Dienste C.________ 
hielten im Bericht vom 19. August 2013 (AB 29.1/215 f.) fest, im Zeitraum 
von April bis August 2013 hätten die Klärung und Bearbeitung sozialpsych-
iatrischer und rechtlicher Angelegenheiten im Vordergrund gestanden. Die 
Regelung der Finanzen z.B. via Sozialamt nach Verdienstausfall sowie die 
Vernetzung über die Opferhilfe in … seien zur Stabilisierung ausgespro-
chen wichtig gewesen. Die in der Folge des Verdienstausfalls aufgetrete-
nen psychosozialen Belastungen seien für den Beschwerdeführer destabi-
lisierend. Aktuell sei aufgrund der schwierigen psychosozialen Situation 
keine Trauma-Exposition möglich. Problematisch erscheine, dass der Be-
schwerdeführer in den letzten Jahren als ... vor allem für ... tätig gewesen 
sei und somit seinen Beruf aktuell traumabedingt nicht ausüben könne, da 
er bei jedem ...-Auftrag einer erneuten „Konfrontation“ ausgesetzt sei. Auf-
grund seines Misstrauens und der Ängste gegenüber den Landsleuten 
fühle er sich in der Rolle des ... überfordert. Aus diesem Grund suche er 
eine artverwandte Tätigkeit, allerdings mit Anbindung an eine Institution, da 
er sich dadurch mehr geschützt fühle (vgl. auch Bericht der Psychiatrischen 
Dienste C.________ vom 5. August 2013 [AB 15/4 Ziff. 1.5]). Vor seiner 
Tätigkeit als ... habe er als ... über einige Jahre gearbeitet. Mit dem Be-
schwerdeführer sei wiederholt die Option einer erneuten Tätigkeit im … 
thematisiert worden, wobei er sich ambivalent zeige. Er würde bevorzugen, 
wieder im Bereich … tätig zu sein. Die aktuellen finanziellen Probleme er-
klärten sich retrospektiv nicht nur als Sekundärfolge der PTSD, da die Ein-
künfte über ... in den letzten Jahren immer sehr geringfügig gewesen seien. 
Die Stabilisierung der finanziellen Situation erscheine jedoch erforderlich, 
um eine Trauma-Exposition zu beginnen. 

3.8 Dr. med. B.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, 
führte im Bericht vom 8. Oktober 2013 (AB 24/2 – 6) als Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische Belastungs-
störung und eine Depression auf. Er hielt fest, seit Mitte 2012 bestünden 

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eine Depression und eine antidepressive Behandlung. Am 23. Dezember 
2012 habe sich ein Überfall durch Landsleute mit multiplen Verletzungen 
(Scapulafraktur rechts, Prellungen, Schädel-Hirn-Trauma, multiple andere 
Prellungen und RQW) ereignet. Die körperlichen Folgen seien weitgehend 
verheilt. Die bisherige Tätigkeit als ... sei nicht mehr zumutbar, möglicher-
weise seien die ... im … ein Grund für die Verletzung durch die Landsleute 
gewesen, deshalb komme diese Tätigkeit nicht mehr in Frage. Dr. med. 
B.________ attestierte vom 23. Dezember 2012 bis zum 31. Oktober 2013 
eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit und ab dem 1. November 2013 eine 
50 %-ige Arbeitsfähigkeit, jedoch nicht am alten Arbeitsplatz als ... .

3.9 Im Bericht der Psychiatrischen Dienste C.________ vom 5. Novem-
ber 2013 (AB 27) wurde festgehalten, dass es seit der SUVA-Ablehnung 
beim Beschwerdeführer vermehrt zu Schwitzen, Angst, Schlafstörung und 
Unruhe komme. Die Prognose sei gut, es werde eine ambulante Trauma-
therapie und die weitere Einnahme von Cipralex 20mg am Morgen empfoh-
len. Das Arbeitspensum betrage initial (ab 1. November 2013) 40 % mit 
sukzessiver Steigerung auf 60 % (ab 1. Januar 2014) bis 80 % bis 100 % 
(in einem Jahr). 

4.

4.1 Unbestritten ist, dass die somatischen Folgen des tätlichen Angriffs 
vom 23. bzw. 24. Dezember 2012 bereits nach kurzer Zeit abgeklungen 
waren und keine relevante bzw. bleibende Einschränkung der Arbeitsfähig-
keit des Beschwerdeführers verursacht haben. Bereits am 11. Februar 
2013 berichteten die behandelnden Ärzte von einer weitestgehenden Kon-
solidierung der Skapulablattfraktur rechts und dass das Schultergelenk 
wieder frei funktionell eingesetzt werden dürfe (AB 29.1/17 f.). Für körper-
lich schwere Arbeiten war der Beschwerdeführer bis zum 6. März 2013 zu 
100 % arbeitsunfähig geschrieben, für … wurde ihm bereits ab dem 4. bzw. 
9. Januar 2013 eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert (AB 29.1/25). Die An-
meldung zur Früherfassung im April 2013 (AB 1) ist denn auch nicht auf-
grund somatischer Beschwerden, sondern durch die Psychiatrischen 
Dienste C.________ und somit von psychiatrischer Seite her erfolgt.

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4.2 Es ist somit zu prüfen, ob den psychischen Beschwerden des Be-
schwerdeführers invalidisierende Wirkung zukommt. Nachdem die Be-
schwerdegegnerin darauf verzichtet hat, selbst eine psychiatrische Ab-
klärung durchzuführen bzw. durchführen zu lassen, ist gestützt auf die Ak-
ten bzw. die Arztberichte der Psychiatrischen Dienste C.________ (vgl. E. 
3.3 – 3.5, 3.7 und 3.9 hiervor) davon auszugehen, dass der Beschwerde-
führer tatsächlich unter einer PTBS leidet. Eine solche ist indessen analog 
der Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen zu beurtei-
len (vgl. E. 2.3 hiervor).

Eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und 
Dauer ist vorliegend nicht gegeben. Zwar wird im Bericht der Psychiatri-
schen Dienste C.________ vom 7. Mai 2013 (psychologische Diagnostik 
bezüglich der PTBS [AB 29.1/177 f.]) auf eine mittelgradige depressive 
Symptomatik hingewiesen, welche bereits teilweise vor dem Ereignis vom 
23. bzw. 24. Dezember 2012 bestanden hat, dies unter anderem aufgrund 
des geringen Verdienstes als ... (vgl. Bericht der Psychiatrischen Dienste 
C.________ vom 19. August 2013 [AB 29.1/215 f.]), welche lediglich Zwi-
schenverdienste im Rahmen der Arbeitslosigkeit darstellten (AB 29.1/45 
ff.), und somit aus psychosozialen, invalidenversicherungsrechtlich nicht 
relevanten Gründen. Der Beschwerdeführer wurde diesbezüglich bereits 
seit Oktober 2012 vor allem wegen Schlafstörungen und leicht gedrückter 
Stimmung mit einer antidepressiven Medikation behandelt, was subjektiv 
gut geholfen habe (Bericht der Psychiatrischen Dienste C.________ vom 
29. April 2013 [AB 29.1/171]). Es kommt hinzu, dass mittelgradige 
depressive Episoden grundsätzlich keine von depressiven 
Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im 
Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens darstellen, die es der 
betroffenen Person verunmöglichten, die Folgen der Schmerzstörung bzw. 
vorliegend der PTBS zu überwinden (Entscheid des BGer vom 7. Februar 
2012, 9C_736/2011, E. 4.2.2.1). 

Auch die weiteren allenfalls massgebenden Kriterien (vgl. E. 2.3 hiervor) 
sind nicht (in genügender Intensität und Konstanz) gegeben. Chronische 
körperliche Begleiterkrankungen liegen nicht vor. Auch ein mehrjähriger, 
chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Sym-

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ptomatik ohne länger dauernde Rückbildung ist zu verneinen, ist doch seit 
dem Ereignis von Ende Dezember 2012 bis zum Verfügungserlass Anfang 
Februar 2014 erst etwas mehr als ein Jahr vergangen. Ebenso ist ein sozi-
aler Rückzug in allen Belangen des Lebens zu verneinen, da der Be-
schwerdeführer mit seiner Ehefrau und seinen zwei Kindern zusammenlebt 
(vgl. AB 29.1/171 und Verfügung des Sozialdienstes ... vom 24. März 2014 
[im Gerichtsdossier]). Auch sind die Kriterien eines verfestigten, therapeu-
tisch nicht mehr beeinflussbaren innerseelischen Verlaufs einer an sich 
missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung sowie das 
Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären 
Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz 
kooperativer Haltung der versicherten Person zu verneinen, denn es war 
aufgrund der schwierigen psychosozialen Situation noch keine Trauma-
Exposition möglich (vgl. AB 29.1/216). Folglich kann nicht gesagt werden, 
es wäre dem Beschwerdeführer nicht zumutbar, die Folgen der PTBS mit-
tels einer Willensanstrengung zu überwinden. Daran ändert nichts, dass 
gemäss Bericht von Dr. med. B.________ vom 8. Oktober 2013 (AB 24/3 
und 4), eine Rückkehr zur früheren Tätigkeit als ... in erster Linie nicht mehr 
möglich erscheint, weil dort die vom Beschwerdeführer als Gefahr empfun-
dene Möglichkeit besteht, dass er seinen gewalttätigen … Landsleuten 
begegnet, was für ihn unzumutbar wäre. Der Facharzt der Inneren Medizin 
Dr. med. B.________ gibt damit aber nur die subjektive Auffassung des 
Beschwerdeführers wieder; ein medizinischer Grund dafür, keine ... mehr 
machen zu können, ist dadurch nicht erstellt. Nachdem der Beschwerde-
führer von 2003 bis 2010 (d.h. vor der Arbeitslosigkeit; vgl. AB 9.1/22) in … 
gearbeitet hat (AB 29.1/171), wäre ihm eine solche Tätigkeit jedoch ohne 
weiteres zumutbar. Dies ergibt sich auch aus dem Bericht der Psychiatri-
schen Dienste C.________ vom 19. August 2013 (AB 29.1/215 f.).

4.3 Nach dem Ausgeführten ergibt sich, dass beim Beschwerdeführer 
kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt. Die angefochtene Ver-
fügung vom 4. Februar 2014 ist demnach nicht zu beanstanden und die 
Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. E. 1.2 hier-
vor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2014, IV/14/250, Seite 13

Daran ändern die vom Beschwerdeführer am 26. Mai 2014 eingereichten 
Unterlagen nichts.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen (Art. 
108 Abs. 1 VRPG), unter Vorbehalt der nachfolgend zu prüfenden unent-
geltlichen Rechtspflege.

5.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 VRPG). Eine Person 
ist bedürftig, wenn sie nicht in der Lage ist, für die Prozesskosten aufzu-
kommen, ohne dass sie Mittel beanspruchen müsste, die zur Deckung des 
Grundbedarfs für sie und ihre Familie notwendig sind (BGE 128 I 225 E. 
2.5.1 S. 232). Massgebend sind die wirtschaftlichen Verhältnisse im Zeit-
punkt der Gesuchseinreichung (BGE 122 I 5 E. 4a S. 6; SVR 2009 UV Nr. 
12 S. 50 E. 4.1).

Im vorliegenden Fall war das Verfahren nicht als von vornherein aussichts-
los zu bezeichnen. Sodann sind die übrigen Voraussetzungen erfüllt, ins-
besondere die Prozessarmut. Der Beschwerdeführer wird vom Sozialdienst 
... unterstützt (vgl. Verfügung vom 24. März 2014 [im Gerichtsdossier]). Das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist somit gutzuheissen und der 
Beschwerdeführer ist – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss 
Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung 
vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272), d.h. sobald er innert zehn Jahren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2014, IV/14/250, Seite 14

nach Abschluss des Verfahrens zur Nachzahlung in der Lage ist – von der 
Pflicht zur Zahlung der Verfahrenskosten zu befreien.

5.3 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern (zusammen mit den am 26. Mai 2014 eingereichten 

Unterlagen)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2014, IV/14/250, Seite 15

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.