# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 443bfe43-26cf-52ed-8356-1b8eb2d9e94b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-09-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 04.09.2006 ZF 2006 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2006-10_2006-09-04.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 04. September 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 06 10

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Rehli, Sutter-Ambühl, Tomaschett-Murer und Hubert
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

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In der zivilrechtlichen Berufung

der Z. Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego F. Schwar-
zenbach, Via Stredas 4, Postfach 342, 7500 St. Moritz,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Inn vom 18. Oktober 2005, mitgeteilt am 9. Januar 
2006, in Sachen der Klägerin und Berufungsklägerin gegen X.,  Hotel A., Beklagter 
und Berufungsbeklagter, vertreten durch lic. iur. Jeannine Felix Gaudenz, Advokatur 
und Notariat Dr. iur. Nuot P. Saratz, Villa Clivia, Via Maistra 76, 7504 Pontresina,

betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag,

hat sich ergeben:

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A. Z. stand vom 15. Juni 1989 an in einem Arbeitsverhältnis mit X., Inha-
ber des Hotels A. in B.. Dabei war sie anfangs als Zimmermädchen und später dann 
als Serviceangestellte tätig. Per 31. März 2002 wurde das Arbeitsverhältnis im ge-
genseitigen Einvernehmen aufgelöst. In der Folge kam es zwischen den Parteien 
über Lohnforderungen von Z. zum Streit.

B. Am 14. April 2003 instanzierte Z. bei der Kreispräsidentin Suot Tasna 
gegen X. eine Klage betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag. Nach erfolglos ver-
laufener Sühneverhandlung vom 12. Juni 2003 erstellte die Vermittlerin am 16. Ja-
nuar 2004, mitgeteilt am 21. Januar 2004, einen Leitschein mit folgenden Rechts-
begehren:

„Klägerisches Rechtsbegehren:
1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 

21'297.95 nebst Zins zu 5% seit dem 1. April 2002 und die Betreibungs-
kosten von Fr. 100.00 zu entrichten.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. 7.6% Mehrwert-
steuer zu Lasten des Beklagten.

Beklagtisches Rechtsbegehren:
1. Abweisung der Klage.

2. Alles unter voller vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtli-
cher Entschädigungsfolge einverbindlich Mehrwertsteuer zu Lasten der 
Klägerin.“

Mit Prozesseingabe vom 11. Februar 2004 prosequierte Z. den Leitschein an 
das Bezirksgericht Inn. Sie stellte folgende Rechtsbegehren:

„1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 
21'297.95 nebst Zins zu 5% seit dem 01. April 2002 zu entrichten.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. 7.6% Mehrwert-
steuer zu Lasten des Beklagten.“

Der Beklagte beantragte in seiner Prozessantwort vom 26. April 2004, was 
folgt:

„1. Die Klage sei abzuweisen.

2. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- 
und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin.“

Mit Eingabe vom 28. Juni 2004 reichte die Klägerin die Stellungnahme nach 
Art. 87 Abs. 2 ZPO ein. Am 13. September 2004 erliess der Bezirksgerichtspräsi-
dent Inn die Beweisverfügung, in der er unter anderem eine Schriftenexpertise hin-
sichtlich der Einträge in den eingereichten Arbeitszeitkontrollheften anordnete. 

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Diese Schriftexpertise lag mit Datum vom 13. April 2005 vor. Der Antrag der Kläge-
rin vom 24. Mai 2005, das Gutachten zu ergänzen, wurde mit Verfügung des Be-
zirksgerichtspräsidenten Inn vom 8. Juli 2005 abgewiesen.

C. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Inn fand am 18. Okto-
ber 2005 statt. Mit Urteil vom 18. Oktober 2005, mitgeteilt am 9. Januar 2006, er-
kannte das Bezirksgericht Inn, wie folgt:

„1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und der Beklagte verpflichtet, der 
Klägerin den Betrag von Fr. 829.85 brutto zuzüglich 5 % Zins seit dem 
1. April 2002 zu bezahlen.

2. Die Kosten des Bezirksgerichts Inn, bestehend aus

einer Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.00

einer Schreibgebühr von Fr. 750.00

Barauslagen (inkl. Kosten Expertise) von Fr. 1’050.00

total somit Fr. 6’800.00

gehen zu Lasten der Gerichtskasse.

3. Die Klägerin wird verpflichtet, den Beklagten mit Fr. 13'643.05 inkl. Spe-
sen und Mehrwertsteuer ausseramtlich zu entschädigen.

4. (Rechtsmittelbelehrung)

5. (Mitteilung).“

Das Bezirksgericht war zur Ansicht gelangt, dass die Forderungen der Klä-
gerin auf Ausrichtung einer Entschädigung für nicht bezogene Ferien- und Ruhe-
tage sowie für geleistete Überstunden nicht ausgewiesen seien und wies die Klage 
in diesen Punkten ab. Gutgeheissen wurde die Klage indes in Bezug auf aus dem 
13. Monatslohn resultierende Guthaben.

D. Gegen dieses Urteil liess Z. am 27. Januar 2006 die Berufung an das 
Kantonsgericht von Graubünden erklären. Sie stellte die folgenden Rechtsbegeh-
ren:

„1. Die Ziffer 1 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und die Forde-
rungsklage der Berufungsklägerin vom 11. Februar 2004 sei vollum-
fänglich gutzuheissen.

2. Die Ziff. 3 des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und es sei der Be-
rufungsbeklagte zu verpflichten die Berufungsklägerin gemäss einge-
reichter Kostennote für das erstinstanzliche Verfahren ausseramtlich zu 
entschädigen.

3. Unter voller Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,6 % MWSt. 
zu Lasten des Berufungsbeklagten.“

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Mit Verfügung vom 23. Februar 2006 ordnete der Kantonsgerichtspräsident 
gestützt auf Art. 224 Abs. 2 ZPO die Durchführung des schriftlichen Berufungsver-
fahrens an. Am 18. April 2006 reichte die Berufungsklägerin ihre schriftliche Beru-
fungsbegründung ein. Der Berufungsbeklagte beantragte in seiner Berufungsant-
wort vom 26. Mai 2006 die Abweisung der Berufung unter gesetzlicher Kosten- und 
Entschädigungsfolge zuzüglich 7.6 % Mehrwertsteuer zu Lasten der Berufungsklä-
gerin. Das Bezirksgericht Inn hatte bereits mit Schreiben vom 20. Februar 2006 auf 
das Einreichen einer Vernehmlassung verzichtet.

Auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie auf die Ausführungen in 
den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

1.a. Gegen Urteile der Bezirksgerichte über vermögensrechtliche Streitig-
keiten im Betrag von über Fr. 8'000.-- kann innert zwanzig Tagen seit Mitteilung 
Berufung an das Kantonsgericht ergriffen werden (Art. 218 Abs. 1 ZPO in Verbin-
dung mit Art. 19 ZPO, Art. 219 ZPO). Die Zuständigkeit des Kantonsgerichts von 
Graubünden zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache als Berufungsinstanz ist 
damit gegeben. Die Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Inn vom 18. Ok-
tober 2005, mitgeteilt am 9. Januar 2006, wurde im Übrigen frist- und formgerecht 
eingereicht, so dass darauf eingetreten werden kann.

b. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden Lohnforderungen 
von Z. gegen X. für den Zeitraum vom 1. April 1998 bis zur Beendigung des Arbeits-
verhältnisses am 31. März 2002.

c. Da es sich im vorliegenden Fall um ein Anstellungsverhältnis im 
Gastgewerbe handelt, sind vorliegend neben den vertraglichen Abmachungen 
zwischen den Parteien ab dem 1. Januar 1999 die Bestimmungen des Landes-
Gesamtarbeitsvertrages des Gastgewerbes 1998 (L-GAV 98, im Folgenden nur 
noch L-GAV genannt) und ergänzend - sofern dem L-GAV keine Regel entnommen 
werden kann - die Bestimmungen des OR über den Einzelarbeitsvertrag (Art. 319 
ff. OR) zu beachten (vgl. Ziff. 11 bzw. 14 der jeweiligen Arbeitsverträge [act. IV.3, 
IV.4, V.4] sowie Art. 3 Abs. 2 und 37 Abs. 1 L-GAV). Bis am 31. Dezember 1998 
galt zwischen den Parteien der L-GAV 92 (vgl. den Kontrollbericht betr. Z., act. 
IV.21, S. 2).

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2.a. Zunächst ist der Anspruch von Z. auf eine Entschädigung für nicht be-
zogene Ferien- und Ruhetage zu prüfen.

Die Vorinstanz war im angefochtenen Urteil zum Schluss gekommen, dass 
nicht genau bewiesen werden könne, wie viele Ferien- und Ruhetage die Arbeitneh-
merin bezogen habe und nahm in der Folge in analoger Anwendung von Art. 42 
Abs. 2 OR eine Schätzung vor. Aufgrund dieser Schätzung wies das Bezirksgericht 
Inn die entsprechende Forderung ab, und zwar mangels Überzeugung vom Vorlie-
gen der Tatsache, dass die Arbeitnehmerin ihre Ferien- und Ruhetage nicht bezo-
gen bzw. die nicht bezogenen Tage nicht entschädigt erhalten habe.

Die Berufungsklägerin beanstandet in ihrer Berufung einerseits die analoge 
Anwendung von Art. 42 Abs. OR auf den vorliegenden Fall und anderseits die von 
der Vorinstanz vorgenommene Schätzung an sich.

b. Nach Art. 8 ZGB hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, jene 
Partei das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, die aus ihr 
Rechte ableitet. Diese Vorschrift wird als Grundregel der Beweislastverteilung im 
Privatrecht betrachtet. Wer einen Anspruch geltend macht, hat somit die rechtsbe-
gründenden Tatsachen zu beweisen. Demgegenüber liegt die Beweislast für die 
rechtsvernichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei, welche den 
Untergang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbar-
keit bestreitet. Nach der erwähnten Grundregel hat das Bestehen einer vertragli-
chen Verpflichtung zu beweisen, wer einen vertraglichen Anspruch erhebt. Die Er-
füllung der Vertragspflicht hat dagegen jene Partei zu beweisen, welche dies be-
hauptet und damit den Untergang der vertraglichen Pflicht einwendet.

Bei den Ferien handelt es sich um einen vertraglichen Leistungsanspruch 
des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer hat einen An-
spruch darauf, dass ihm der Arbeitgeber die Freizeit für die Ferien einschliesslich 
des Lohnes während dieser Zeit gewährt. Die Nichtgewährung der Ferien stellt eine 
Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtung des Arbeitgebers dar. Im Hinblick auf 
die Beweislastverteilung ergibt sich hieraus, dass der Arbeitnehmer die vertragliche 
Verpflichtung des Arbeitgebers zur Gewährung von Ferien und ihr Entstehen durch 
die Dauer des Arbeitsverhältnisses beweisen muss. Demgegenüber hat der Arbeit-
geber die Beweislast dafür zu tragen, dass und wie viele Ferientage während der 
massgebenden Zeit vom Arbeitnehmer bezogen wurden (BGE 128 III 273 f.; Ullin 
Streiff/Adrian von Kaenel, Arbeitsvertrag, 6. Aufl., Zürich 2006, N 7 zu Art. 329c 

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OR). Das eben Ausgeführte gilt nicht nur für die Ferien, sondern auch für die Ruhe-
tage, da es sich bei diesen ebenfalls um einen vertraglichen Leistungsanspruch des 
Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber handelt.

Ein Beweis gilt dann als erbracht, wenn das Gericht von der Richtigkeit einer 
Sachbehauptung überzeugt ist. Es muss nach objektiven Gesichtspunkten vom 
Vorliegen der Tatsache überzeugt sein. Die Verwirklichung der Tatsache braucht 
indes nicht mit Sicherheit festzustehen, sondern es genügt, wenn allfällige Zweifel 
als unerheblich erscheinen. Nicht ausreichend ist dagegen, wenn bloss eine über-
wiegende Wahrscheinlichkeit besteht, dass sich die behauptete Tatsache verwirk-
licht hat (BGE 128 III 275). Ausnahmen vom eben dargelegten Regelbeweismass 
im Sinne einer analogen Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR, der eine Schätzung 
durch das Gericht zulässt, sind nach Bundesrecht grundsätzlich zulässig. Eine Her-
absetzung des Beweismasses setzt indessen voraus, dass ein strikter Beweis nach 
der Natur der Sache nicht möglich oder nicht zumutbar ist. Die Herabsetzung des 
Beweismasses darf im Ergebnis nicht zu einer Umkehr der Beweislast führen. Die 
beweispflichtige Partei hat alle Umstände, die für die Verwirklichung des behaupte-
ten Sachverhalts sprechen, soweit möglich und zumutbar, zu behaupten und zu be-
weisen (BGE 128 III 275 ff., mit weiteren Hinweisen).

c.aa. Die Berufungsklägerin macht für den Zeitraum vom 1. April 1998 bis 
am 31. März 2002 ein Ferien- und Ruhetagguthaben inkl. Kinderzulagen von Fr. 
17'942.35 geltend. Für die Feststellung dieses Anspruchs ermittelte die Berufungs-
klägerin den Anspruch auf Ferien- und Ruhetage insgesamt (467 Tage) und zog 
davon die bezogenen Ferien- und Ruhetage (228 Tage) ab, was ein Restguthaben 
von 239 Tagen ergab. Dieses Restguthaben wurde im Anschluss gestützt auf den 
für den jeweiligen Zeitraum vereinbarten Lohn in Franken umgerechnet, was einen 
Anspruch von Fr. 25'577.90 ergab. Davon wurden bereits geleistete Abgeltungsbe-
träge von insgesamt Fr. 8'022.95 abgezogen und die Kinderzulagen von Fr. 387.40 
hinzugerechnet, was schliesslich die geltend gemachte Summe von Fr. 17'942.35 
ergibt (im Einzelnen vgl. zur Berechnung des Anspruchs S. 7-12 der Prozessein-
gabe [act. II.1] sowie S. 3 der Berufungsbegründung [act. 6]).

bb. Obwohl sich in den Akten nicht alle Arbeitsverträge der Berufungsklä-
gerin befinden, sondern nur drei Verträge – diese betreffen die Arbeitsperioden vom 
21. Mai 1998 bis am 21. Mai 1999 (Vertrag vom 16. April 1998; act. V.5), vom 1. 
Juni 2000 bis am 30. Mai 2001 (Vertrag vom 5. April 2000, act. IV.3) sowie ab 1. 
Juni 2001 (Vertrag vom 18. April 2001, act. IV.4) –, ist grundsätzlich unbestritten, 

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dass Z. auch vor dem 21. Mai 1998 bzw. zwischen dem 22. Mai 1999 und dem 31. 
Mai 2000 in einem Arbeitsverhältnis mit dem Berufungsbeklagten stand (vgl. Pro-
zessantwort, S. 2, act. II.4). Bei der Berechnung der Ferien- und Ruhetagguthaben 
berücksichtigte die Berufungsklägerin Saison- bzw. Arbeitsunterbrüche vom 1. Mai 
1998 bis am 30. Mai 1998, vom 27. April 1999 bis am 22. Mai 1999, vom 1. Sep-
tember 1999 bis am 31. Oktober 1999 und vom 16. April 2000 bis am 31. Mai 2000. 
Dass die Berufungsbeklagte auch in den Monaten November und Dezember jeweils 
nicht arbeitete, wie der Berufungsbeklagte geltend macht, ist nicht nachgewiesen. 
Einerseits ist vom Berufungsbeklagten selbst zugestanden, dass die Berufungsklä-
gerin im November jeweils zumindest halbe Tage arbeitete (act. V.4.). Anderseits 
sind aus der Buchhaltung des Hotels A. im Dezember 1998 und in den Monaten 
November und Dezember der Jahre 1999 – 2002 erhebliche Zahlungsflüsse ersicht-
lich (act. VI.2, VI.3). Daraus kann geschlossen werden, dass der Betrieb des Beru-
fungsbeklagten auch in diesen Zeiten geöffnet war und entsprechend auch Personal 
benötigt wurde. Letztlich konnte auch keiner der befragten Zeugen ausschliessen, 
dass die Berufungsklägerin in der fraglichen Zeit im beklagtischen Betrieb tätig war, 
mit Ausnahme der Zeugin C., deren Aussagen indes nur sehr zurückhaltend zu wür-
digen sind, da es sich bei ihr um die Ehefrau des Berufungsbeklagten handelt.

Der Anspruch auf Ferien bzw. Ruhetage ergibt sich aus den massgebenden 
Bestimmungen des L-GAV: Nach Art. 17 L-GAV hat ein Mitarbeiter Anspruch auf 5 
Wochen bzw. 35 Kalendertage Ferien pro Jahr. Für ein angebrochenes Arbeitsjahr 
besteht ein anteilsmässiger Anspruch auf Ferien. Am Ende des Arbeitsverhältnisses 
nicht bezogene Ferien sind mit je 1/30 des monatlichen Bruttolohns zu bezahlen. 
Ein Mitarbeiter hat nach Art. 16 L-GAV zudem Anspruch auf 2 Ruhetage pro Woche. 
Nicht bezogene Ruhetage sind innert nützlicher Frist zu kompensieren. Ist eine 
Kompensation nicht möglich, sind nicht bezogene Ruhetage am Ende des Arbeits-
verhältnisses mit je 1/30 des monatlichen Bruttolohns zu bezahlen.

Unter diesen Umständen sind die vertragliche Verpflichtung des Berufungs-
beklagten zur Gewährung von Ferien und Ruhetagen und ihr Entstehen durch die 
Dauer des Arbeitsverhältnisses bewiesen. Im Folgenden ist daher zu prüfen, ob der 
Berufungsbeklagte den Beweis erbracht hat, dass bzw. wie viele Ferien und Ruhe-
tage während der massgebenden Zeit von der Berufungsklägerin bezogen wurden.

d.aa. Nach Art. 21 Abs. 2 L-GAV hat der Arbeitgeber über die effektiven 
Arbeits- und Ruhezeiten Buch zu führen. Eine saubere und übersichtliche Arbeits-
planung und Arbeitszeitkontrolle sind unabdingbare Führungsinstrumente und ent-

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sprechend von Gesetz und L-GAV zwingend vorgeschrieben. Der Arbeitskontrolle 
kommt auch eine zentrale Bedeutung als Beweismittel in allfälligen gerichtlichen 
Auseinandersetzungen zu (Kommentar zu Art. 21 L-GAV). Es ist zulässig, die Ar-
beitnehmer durch Einträge in entsprechende Arbeitszeitkontrollhefte selbst Buch 
führen zu lassen. In den in den Arbeitszeitkontrollheften enthaltenen Richtlinien wird 
allerdings ausdrücklich festgehalten, dass das Arbeitszeitkontrollheft zwar vom Ar-
beitnehmer geführt wird, dass dieses vom direkten Vorgesetzten aber täglich visiert 
und vom Arbeitgeber alle 14 Tage oder monatlich unterschrieben wird. Dieser, Art. 
21 Abs. 2 L-GAV konkretisierenden Pflicht ist der Berufungsbeklagte offensichtlich 
nicht nachgekommen, weist doch keines der eingereichten Arbeitszeitkontrollhefte 
ein Visum des Arbeitgebers auf. Nach Aussage der Zeugin C., Ehefrau des Beru-
fungsbeklagten, und des Zeugen D., Arbeitnehmer des Berufungsbeklagten, wur-
den die von den Angestellten geführten Arbeitszeitkontrollhefte lediglich stichpro-
benweise kontrolliert.

Ist der Berufungsbeklagte seiner Buchführungspflicht nach Art. 21 Abs. 2 L-
GAV und damit auch seiner Beweispflicht nicht nachgekommen, darf dies nun – 
entgegen den Ausführungen im vorinstanzlichen Urteil bzw. der Ansicht des Beru-
fungsbeklagten – nicht einfach zu einer Herabsetzung des Beweismasses im Sinne 
einer analogen Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR führen. Es kann im vorliegenden 
Zusammenhang nämlich nicht gesagt werden, ein strikter Beweis der von der Ar-
beitnehmerin bezogenen Ferien und Ruhetage sei der Natur der Sache nach nicht 
möglich oder nicht zumutbar. Namentlich liegen keine objektiven Gründe vor, die es 
dem Berufungsbeklagten verunmöglicht hätten, den Bezug von Ferien und Ruheta-
gen in regelmässigen Abständen aufzulisten und der Berufungsklägerin zur unter-
schriftlichen Bestätigung zu unterbreiten bzw. schlichtweg die entsprechenden Ar-
beitszeitkontrollhefte in regelmässigen Abständen einzusehen und zu visieren. Viel-
mehr steht zweifelsfrei fest, dass bei einer mit relativ geringem Aufwand verbunde-
nen, L-GAV-konformen Arbeitszeitkontrolle ein strikter Beweis der bezogenen Fe-
rien- und Ruhetage möglich und zumutbar gewesen wäre. Für eine analoge Anwen-
dung von Art. 42 Abs. 2 OR besteht somit kein Anlass; eine solche würde im Ergeb-
nis zu einer unzulässigen Relativierung der Beweislast des Berufungsbeklagten 
führen.

Es trifft zu, dass im von der Vorinstanz und vom Berufungsbeklagten ange-
führten Bundesgerichtsentscheid (BGE 128 III 271 ff.) Art. 42 Abs. 2 OR analog auf 
bestrittene Ferienguthaben angewendet wurde. Allerdings lässt sich der diesem 
Entscheid zugrunde liegende Sachverhalt nicht mit dem vorliegenden Fall verglei-

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chen. Der betroffene Arbeitnehmer war als Hauswart tätig und führte seine Tätigkeit 
alleine und relativ selbständig aus, so dass eine Arbeitsüberprüfung erschwert war. 
Vorliegend haben wir es jedoch mit einem Arbeitsverhältnis im Bereich des L-GAV 
mit ausdrücklich statuierter Buchführungspflicht zu tun. Überdies handelt es sich 
beim Hotelbetrieb des Berufungsbeklagten und einen kleineren Betrieb, in dem die 
Arbeitnehmer eng mit dem Arbeitgeber zusammenarbeiten. Im vorliegenden Fall 
erweist sich die Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR durch die Vorinstanz daher als 
nicht gerechtfertigt. Vielmehr obliegt dem Berufungsbeklagten der volle Beweis, 
dass die Berufungsklägerin ihre Ferien- bzw. Ruhetage bezogen hat oder diese bei 
Nichtbezug in Geld entschädigt erhielt. Der Berufungsbeklagte hat alle Umstände, 
die für einen Bezug der Ferien- und Ruhetage durch die Berufungsklägerin spre-
chen, zu behaupten und zu beweisen.

bb. Der Berufungsbeklagte stützt seine Behauptung, die Berufungskläge-
rin habe ihre Ferien- und Ruhetage bezogen bzw. in Geld abgegolten erhalten, auf 
die saisonalen Wochenpläne und auf die Lohnabrechnungen.

Wie die Vorinstanz in Erwägung 7.b. des angefochtenen Urteils zu Recht 
festgehalten hat, stellen die für die jeweilige Saison erstellten Wochenpläne kein 
geeignetes Beweismittel dar. Zu allfälligen Ferien der Mitarbeiter sagen diese nichts 
aus. Was die Ruhetage betrifft, so geht aus den Plänen zwar hervor, an welchen 
Wochentagen die Berufungsklägerin in der jeweiligen Saison grundsätzlich ihre Ru-
hetage hatte. Einerseits handelt es sich bei den Wochenplänen aber um eine ein-
seitige Aufstellung seitens des Berufungsbeklagten; anderseits kann diesen Plänen 
nicht entnommen werden, ob die entsprechenden Ruhetage auch tatsächlich ge-
währt bzw. bezogen worden sind oder nicht.

Auch den Lohnabrechnungen kann nicht entnommen werden, ob und wie 
viele Ferien- bzw. Ruhetage die Berufungsklägerin bezogen hat. Aus den Abrech-
nungen ist lediglich ersichtlich, welche Entschädigungen der Berufungsklägerin für 
Ferien ausbezahlt wurden. Diese Ferienentschädigungen von Fr. 3'529.-- im April 
1999, Fr. 3'100.-- im April 2000 und Fr. 1'422.95 im März 2002 hat sie indes, wie in 
Erwägung 2.c. erwähnt, bei der Berechnung ihrer Forderung grundsätzlich berück-
sichtigt. Im Übrigen darf aus dem Umstand, dass die Lohnabrechnungen von der 
Berufungsklägerin während ihrer Anstellung nicht beanstandet wurden, nicht ein-
fach darauf geschlossen werden, sie sei für sämtliche arbeitsrechtlichen Ansprüche 
korrekt und vollständig abgefunden worden, wie dies der Berufungsbeklagte aus 
der Nichtbeanstandung ableiten möchte. Die Lohnabrechnungen weisen nur aus, 

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welche Ansprüche die Berufungsklägerin ausbezahlt erhielt, sagen aber nichts 
darüber aus, ob die den Zahlungen zugrunde liegenden Ansprüche korrekt und 
vollständig berechnet wurden. Zudem besteht keine Pflicht des Arbeitnehmers, 
Lohnabrechnungen, mit denen er nicht einverstanden ist, innert nützlicher Frist zu 
beanstanden. Vielmehr ist der Arbeitnehmer berechtigt, seine Lohnansprüche in-
nerhalb der Verjährungsfrist von 5 Jahren jederzeit geltend zu machen. Selbst wenn 
die Berufungsklägerin diese Lohnabrechnungen oder eine allfällige Schlussabrech-
nung unterzeichnet hätte, würde dies nur als Quittung hinsichtlich der darin aufge-
führten Beträge gelten und nicht – was die Folge wäre, wenn das Nichtbeanstanden 
einer Lohnabrechnung als Beweis für die Richtigkeit und Vollständigkeit der durch 
den entsprechenden Lohn abgegoltenen Forderungen dienen würde – als still-
schweigender Verzicht auf weitergehende Forderungen (Streiff/von Kaenel, a.a.O., 
N 7 zu Art. 341 OR). Gestützt auf Art. 341 Abs. 1 OR kann der Arbeitnehmer 
während der Dauer des Arbeitsverhältnisses auf Forderungen, die sich aus unab-
dingbaren Vorschriften des Gesetzes oder aus unabdingbaren Bestimmungen ei-
nes Gesamtarbeitsvertrages ergeben, nämlich nicht verzichten. Bei den Vorschrif-
ten über die Ferien und Ruhetage bzw. deren Entschädigung im Fall der Nichtge-
währung (Art. 16 und 17 L-GAV) handelt es sich zweifellos um derartige unabding-
bare Vorschriften des Gesamtarbeitsvertrages (vgl. Streiff/von Kaenel, a.a.O., N 6 
zu Art. 341 OR).

Weder die Saison-Wochenpläne noch die Lohnabrechnungen vermögen 
demnach den Beweis dafür zu erbringen, dass die Berufungsklägerin sämtliche Fe-
rien und Ruhetage bezogen hat bzw. für nicht bezogene Ferien und Ruhetage ent-
schädigt wurde.

e. Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle noch auf die Arbeitszeit-
kontrollhefte der Berufungsklägerin einzugehen. Das vorinstanzliche Urteil hält in 
Erwägung 7.b. zu Recht fest, dass die Arbeitszeitkontrollhefte kein rechtsgenügli-
ches Beweismittel darstellen, um die bezogenen bzw. die nicht bezogenen Ferien- 
und Ruhetage zu eruieren. So erweisen sich zwar die Einträge in den Heften 1-4 
grundsätzlich als fortlaufend; die Daten stimmen in der Regel mit den Wochentagen 
der entsprechenden Jahre überein. Doch wurden für gewisse Zeitperioden – wie 
den Heften 1a und 2a zu entnehmen ist – die Arbeitzeiten offensichtlich gleichzeitig 
in zwei Kontrollhefte eingetragen. Hierbei ist festzustellen, dass die Arbeitszeiten 
oftmals nicht übereinstimmen, indem für denselben Tag verschiedene Eintragungen 
vorliegen. In diesem Sinne hält auch der Bericht der Kontrollstelle für den L-GAV 
vom 3. Februar 2003 (act. IV.21) fest, dass eine einwandfreie Überprüfung der ge-

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leisteten Arbeitszeit aufgrund der Arbeitszeitkontrollhefte nicht möglich ist. Als wi-
dersprüchlich erweisen sich indes nicht nur die Eintragungen in den Arbeitszeitkon-
trollheften, sondern auch die Angaben der Berufungsklägerin in diesem Zusammen-
hang. Obwohl die Schriftenexpertise vom 13. April 2005 ergab, dass die Eintragun-
gen in den Arbeitszeitkontrollheften mit wenigen Ausnahmen von der Berufungsklä-
gerin stammen, behauptete jene zunächst, nicht alle Eintragungen würden von ihr 
stammen und rügte folglich die Echtheit/Richtigkeit des Inhalts der Eintragungen 
(vgl. die Stellungnahme im Sinne von Art. 87 Abs. 2 ZPO, act. II.7). Unter diesen 
Umständen stellen die Arbeitszeitkontrollhefte kein rechtsgenügliches Beweismittel 
dar, um den Bezug von Ferien bzw. Ruhetagen nachzuweisen.

f. Im Übrigen wäre – selbst wenn eine Schätzung der bezogenen bzw. 
ausbezahlten Ferien- und Ruhetage analog zu Art. 42 Abs. 2 OR zulässig wäre – 
diese Schätzung durch die Vorinstanz in unzulässiger Weise vorgenommen wor-
den. So trifft es zwar zu, dass der Berufungsklägerin unter dem Titel Taglohn ins-
gesamt ein Betrag von Fr. 5'574.55 bezahlt worden ist. In der Form von Taglohn 
wurden den Arbeitnehmern vom Berufungsbeklagten indes nicht Ferien- und Ruhe-
tagguthaben, sondern Überstunden abgegolten (vgl. dazu Erwägung 3 nachfol-
gend). Bereits erwähnt wurde, dass die ausbezahlten Ferienentschädigungen von 
insgesamt rund Fr. 8'000.-- bei der Berechnung der Entschädigungsforderung 
berücksichtigt wurden. Die regelmässig ausbezahlten Feiertagsentschädigungen 
sind nicht bestritten. Die Berufungsklägerin berücksichtigte bei der Berechnung der 
Ferien- und Ruhetagsansprüche zudem mehrere Saison- bzw. Arbeitsunterbrüche, 
so vom 1. Mai 1998 bis 30. Mai 1998, vom 27. April 1999 bis 22. Mai 1999, vom 1. 
September 1999 bis 31. Oktober 1999 und vom 16. April 2000 bis am 31. Mai 2000. 
Da jene während den Unterbrüchen im Frühjahr indes keinen Lohn erhielt, war eine 
Kompensation der Ferien- und Ruhetage im eigentlichen Sinne nicht möglich. Nach 
Art. 17 L-GAV schuldet der Arbeitgeber den Lohn nämlich auch während den Ferien 
(Kommentar zu Art. 17 L-GAV), so dass eine Kompensation von Ferientagen durch 
unbezahlten Urlaub nicht zulässig ist. Auch nicht bezogene Ruhetage können nur 
an (bezahlten) Arbeitstagen kompensiert werden (Kommentar zu Art. 16 L-GAV). In 
der Frühjahrspause des Jahres 2001 erhielt die Berufungsklägerin den Lohn, aner-
kannte aber entsprechend auch einen Bezug von 55 Ferientagen und brachte den 
Mehrbezug von 20 Ferientagen von der Lohnforderung in Abzug. Die Vorinstanz 
stellte demnach für die Vornahme ihrer Schätzung auf Umstände ab, die nicht rele-
vant sind (Taglohn als Entschädigung für Überstunden, Feiertagsentschädigungen), 
die sich als rechtlich unzulässig erweisen (Kompensation von Ferien und Ruheta-

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gen in unbezahlten Arbeitsperioden), oder auf solche, die von der Berufungsklägerin 
bereits berücksichtigt wurden (ausbezahlte Ferienentschädigungen).

g. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Berufungsklägerin ihr 
Ferien- und Ruhetagsguthaben rechtsgenüglich nachweist, dass dem Berufungs-
beklagten der Beweis, dass die Berufungsklägerin sämtliche Ferien und Ruhetage 
bezogen hat bzw. für nicht bezogene Ferien und Ruhetage entschädigt worden ist, 
dagegen nicht gelingt. Unter diesen Umständen erweist sich der von der Berufungs-
klägerin geltend gemachte Anspruch auf eine Entschädigung für nicht bezogene 
Ferien- und Ruhetage als nachgewiesen. Die Berufung ist in diesem Punkt gutzu-
heissen.

3.a. Umstritten ist vorliegend im Weiteren eine Entschädigung an die Be-
rufungsbeklagte für geleistete Überstunden im Betrag von Fr. 14'839.95.

Überstunden sind Arbeitsstunden, welche über die vereinbarte durchschnitt-
liche wöchentliche Arbeitszeit hinaus geleistet werden. Sie sind innert nützlicher 
Frist durch Freizeit gleicher Dauer zu kompensieren. Ist eine Kompensation nicht 
möglich, sind Überstunden spätestens am Ende des Arbeitsverhältnisses auszu-
zahlen (Art. 15 Abs. 5 L-GAV). Die Beweislast liegt beim Arbeitnehmer. Er hat zu 
beweisen, dass er eine bestimmte Anzahl Überstunden geleistet hat und dass diese 
angeordnet und betrieblich notwendig waren. Steht fest, dass der Arbeitnehmer re-
gelmässig weit über die ordentliche Arbeitszeit hinaus tätig war, und ist die genaue 
Anzahl der Überstunden nicht mehr beweisbar, kann deren Umfang vom Gericht in 
analoger Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR geschätzt werden (Rehbinder/Port-
mann, Basler Kommentar zum Schweizerischen Privatrecht, OR I, 3. Aufl., Basel 
2003, N 3 zu Art. 321c OR; Streiff/von Kaenel, a.a.O., N 10 zu Art. 321c OR, mit 
weiteren Hinweisen).

Wie bereits in Erwägung 2.d. ausgeführt, hat der Arbeitgeber über die effek-
tiven Arbeits- und Ruhezeiten Buch zu führen (Art. 21 Abs. 2 L-GAV). Kommt der 
Arbeitgeber seiner Buchführungspflicht nicht nach, wird im Streitfall eine Arbeitszeit-
kontrolle des Mitarbeiters als Beweismittel zugelassen (Art. 21 Abs. 3 L-GAV). Ent-
gegen der Ansicht der Berufungsklägerin sieht der aktuelle L-GAV damit aber keine 
Beweislastumkehr vor, sondern bloss die Zulassung von Aufzeichnungen des Ar-
beitnehmers zum Beweis, wenn der Arbeitgeber solche Aufzeichnungen unterlässt 
(Streiff/von Kaenel, a.a.O., N 10 zu Art. 321c OR).

13

b. Im vorliegenden Fall kam der Berufungsbeklagte seiner Buch-
führungspflicht nicht nach, so dass aufgrund des Gesagten Aufzeichnungen des 
Arbeitnehmers zum Beweis zuzulassen sind. In diesem Sinn beruft sich die Beru-
fungsklägerin zum Nachweis der von ihr geleisteten Überstunden denn auch auf die 
von ihr geführten Arbeitszeitkontrollhefte. Wie in Erwägung 2.e. festgestellt, stellen 
diese Hefte im vorliegenden Fall allerdings kein taugliches Beweismittel dar, na-
mentlich im Hinblick auf die sich widersprechenden Eintragungen für dieselben Zeit-
perioden. Damit erbringen die Arbeitszeitkontrollhefte keinen Beweis für geleistete 
Überstunden. Da keine Anzeichen dafür bestehen, dass die Berufungsklägerin re-
gelmässig weit über die ordentliche Arbeitszeit hinaus tätig war, besteht überdies 
kein Grund zur Vornahme einer Schätzung nach Art. 42 Abs. 2 OR.

Abgesehen vom fehlenden Nachweis für das Leisten von Überstunden, führt 
das übrige Beweisergebnis zum Schluss, dass allfällige Überstunden entweder 
kompensiert oder in der Form von Taglohn ausbezahlt wurden. So sagte der Zeuge 
D. aus, dass Überstunden kompensiert oder, wenn eine Kompensation nicht mög-
lich war, jeweils am Ende des Monats tageweise ausbezahlt wurden. Obwohl der 
Zeuge zur Zeit seiner Einvernahme im Betrieb des Berufungsbeklagten arbeitete, 
sind seine Aussagen glaubhaft, zumal sie mit den Lohnabrechnungen übereinstim-
men. Diese weisen regelmässige Auszahlungen von derartigen Taglöhnen aus (vgl. 
auch act. IV.15). 

c. Unter diesen Umständen gelingt es der Berufungsklägerin nicht, einen 
Anspruch auf eine Entschädigung im Hinblick auf geleistete Überstunden rechts-
genüglich nachzuweisen. In diesem Punkt ist das vorinstanzliche Urteil daher zu 
bestätigen und die Berufung abzuweisen.

4. Schliesslich machte die Berufungsklägerin im vorinstanzlichen Verfah-
ren eine Forderung in Bezug auf 13. Monatslohn-Guthaben geltend. Das Bezirks-
gericht Inn hiess diese Forderung im Betrag von Fr. 829.85 zuzüglich Zins zu 5 % 
seit dem 1. April 2002 gut. Die Berufungsklägerin anerkennt den angefochtenen 
Entscheid in diesem Punkt. Der Berufungsbeklagte beantragt zwar die vollumfäng-
liche Abweisung der Klage und somit auch die Abweisung des Anspruchs hinsicht-
lich des 13. Monatslohns, macht in der Berufungsantwort indes keine substanzierten 
Einwände gegen die entsprechenden Berechnungen der Vorinstanz geltend. Unter 
diesen Umständen kann auf die zutreffenden Ausführungen in Erwägung 9 des vor-
instanzlichen Urteils verwiesen werden.

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5. Zusammenfassend gelangt das Kantonsgericht zum Schluss, dass 
der Berufungsklägerin in Bezug auf nicht bezogene Ferien- und Ruhetage ein An-
spruch von Fr. 17'942.35 und in Bezug auf den 13. Monatslohn ein Anspruch von 
Fr. 829.85 zusteht. Total hat der Berufungsbeklagte der Berufungsklägerin somit 
den Betrag von 18'772.20 brutto zu bezahlen. Der Beklagte wird verpflichtet, auf 
dem genannten Bruttobetrag Sozialversicherungsabgaben, BVG und Quellensteuer 
abzurechnen.

Die Lohnzahlung ist ab Beendigung des Arbeitsverhältnisses am 1. April 
2002 mit dem gesetzlichen Verzugszins von 5 % zu verzinsen.

6.a. Bei Streitigkeiten aus einem Arbeitsverhältnis bis zu einem Streitwert 
von Fr. 30'000.-- dürfen den Parteien ausser bei mutwilliger Prozessführung weder 
Gebühren noch Auslagen des Gerichts auferlegt werden (Art. 343 Abs. 3 OR). Für 
das Verfahren vor dem Bezirksgericht Inn sowie für das Berufungsverfahren werden 
daher von den Parteien keine Kosten erhoben.

b. Demgegenüber befreit Art. 343 Abs. 3 OR nicht von der Bezahlung 
der ausseramtlichen Kosten. Gemäss Art. 223 ZPO in Verbindung mit 122 Abs. 2 
ZPO ist die unterliegende Partei in der Regel verpflichtet, der obsiegenden alle ihr 
durch den Rechtsstreit verursachten, notwendigen Kosten zu ersetzen. Fällt das 
Urteil nicht ausschliesslich zu Gunsten einer Partei aus, können die aussergericht-
lichen Kosten verhältnismässig nach dem Obsiegen und Unterliegen verteilt werden 
(Art. 122 Abs. 2 ZPO in Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 ZPO).

Die Forderung der Klägerin und Berufungsklägerin umfasste zwei Hauptpo-
sitionen vergleichbarer Grössenordnung, nämlich die Ferien- und Ruhetagsent-
schädigung einerseits und die Überstundenentschädigung andererseits, welche 
beide etwa gleich hohen prozessualen Aufwand verursachten. Mit der ersten For-
derung ist Z. durchgedrungen, mit der zweiten nicht. Es rechtfertigt sich unter diesen 
Umständen, die aussergerichtlichen Kosten für das erstinstanzliche Verfahren und 
für das Berufungsverfahren wettzuschlagen.

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Demnach erkennt die Zivilkammer :

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und das angefochtene Urteil wird 
aufgehoben.

2. Die Klage wird teilweise gutgeheissen und der Beklagte verpflichtet, der Klä-
gerin den Betrag von 18'772.20 brutto zuzüglich 5% Zins seit 1. April 2002 
zu bezahlen. Der Beklagte wird verpflichtet, auf dem genannten Bruttobetrag 
Sozialversicherungsabgaben, BVG und Quellensteuer abzurechnen.

3. Die Kosten des Bezirksgerichts Inn von Fr. 6'800.-- (Gerichtsgebühr Fr. 
5’000.--, Schreibgebühr Fr. 750.--, Barauslagen Fr. 1'050.--) gehen zu Lasten 
der Gerichtskasse.

Die ausseramtlichen Kosten für das vorinstanzliche Verfahren werden wett-
geschlagen.

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens gehen zu Lasten des Kantons 
Graubünden.

Die ausseramtlichen Kosten für das Berufungsverfahren werden wettge-
schlagen.

5. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Präsident: Die Aktuarin ad hoc: