# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e549bcbc-4a18-5b07-8bb1-1b10d4d1a74c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-02-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 02.02.2007 S 2005 95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2005-95_2007-02-02.pdf

## Full Text

S 05 95
2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 2. Februar 2007

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

1. a) Die heute 53-jährige … (geb. …) ist gelernte Psychotherapeutin und war als 

solche bei einer …klinik in … angestellt. Durch ihre Arbeitgeberin war sie 

obligatorisch gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle bei den …-

Versicherungen versichert. Am 18.09.2001 erlitt die Versicherte einen 

Autounfall, als sie beim Linksabbiegen in eine Zufahrtsstrasse mit ca. 30 km/h 

von einer überholenden Autolenkerin (mit ca. 50 km/h) seitlich vorne 

angefahren wurde. Die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsveränderung 

(Delta-v) muss dabei zwischen 3,5 bis 5 km/h von hinten und 1 bis max. 2 

km/h seitlich gelegen haben. Zur Erstbehandlung wurde die Versicherte sofort 

ins Spital … verbracht, wo ihr eine HWS-Distorsion samt Thoraxkontusion 

diagnostiziert wurde. Wegen diffuser Kopfschmerzen und leichter Nausea 

wurde sie während dreier Nächte (18.09.-21.09.2001) zur neurologischen 

Überwachung im Spital behalten, wobei jedoch keine nervenbedingten 

Ausfälle festgestellten werden konnten. In der Folge begab sich die 

Versicherte mehrfach in Behandlung ihrer Hausärztin (Dr. …) sowie 

regelmässig in entsprechende Physio- und Psychotherapien (inklusive 

homöopathische Behandlungen und Akupunkturbehandlungen im TCM in …). 

Für jene Spital-, Behandlungs-, Therapie- und Erwerbsausfallkosten kam der 

Unfallversicherer zuerst auf.

b) Mit Verfügung vom 17.11.2004 erwog der Unfallversicherer, gestützt auf 

mehrere Arztberichte seit Sept. 2001, dass er seine Leistungen aus UVG ab 

13.03.2002 rückwirkend einstellen werde, weil kein adäquater 

Kausalzusammenhang zwischen den Unfallverletzungen und den seit März 

2002 weiterhin geklagten Gesundheitsleiden mehr bestünde bzw. im Einzelfall 

nach sechs Monaten der frühere Gesundheitszustand ohne Unfallereignis 

(status quo sine/ante) wieder erreicht worden sei. Eine dagegen erhobene 

Einsprache der Versicherten wies der Unfallversicherer (Vorinstanz) mit 

Entscheid vom 07.06.2005 vollständig ab.    

2. a) Hiergegen erhob die Einsprecherin am 18.07.2005 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim kantonalen Verwaltungsgericht mit den Begehren um 

kostenfällige Aufhebung des angefochtenen Entscheids und Verpflichtung der 

Vorinstanz, ihr die Leistungen aus UVG auch über das Einstelldatum vom 

14.03.2002 weiterhin zu gewähren (zuzüglich Invalidenrente und 

Integritätsentschädigung); ferner sei das Verfahren bis zum Vorliegen des von 

ihr in Auftrag gegebenen interdisziplinären Gutachtens (UMEG in Zürich) zu 

sistieren. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass die 

vorhandenen Arztberichte – ausser des Aktenattests des Vertrauensarztes 

des Unfallversicherers Dr. … vom 25.04.2005 – allesamt dafür gesprochen 

hätten, dass eine Unfallkausalität zwischen den beim Autounfall erlittenen 

Verletzungen (HWS-Stauchung; Brustprellung) und den bis heute noch 

geklagten Gesundheitsleiden (Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, 

Sprachstörungen usw.; alles typische Folgesymptome nach 

Schleudertrauma) zu bejahen gewesen wäre. Der Gegenbeweis, wonach die 

natürliche Kausalität (ab Mitte März 2002) entfallen sei, habe die Vorinstanz 

nicht erbracht, weshalb sie weiterhin leistungspflichtig gewesen sei. 

Ausserdem wären auch die Kriterien für die Bejahung eines adäquaten 

Kausalzusammenhangs (schwere/besondere Art der erlittenen Verletzungen; 

ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung; Dauerschmerzen über 

3½ Jahre; schwieriger Heilungsverlauf; Grad/Dauer der Arbeitsunfähigkeit) 

erfüllt gewesen. Da sich die Vorinstanz geweigert habe, ein bisher fehlendes 

interdisziplinäres Gutachten in Auftrag zu geben, habe sie selbst ein 

Privatgutachten bei der UMEG (Unabhängige medizinische Gutachtenstelle) 

veranlasst, weshalb das Verfahren während etwa ¾ Jahren (bis zum 

Vorliegen jenes Gutachtens) zu sistieren sei.

b) Mit modifizierter Beschwerde vom 05.09.2006 beantragte die Einsprecherin – 

nach Erhalt sowie Studium des interdisziplinären Gutachtens UMEG vom 

23.08.2006 [inkl. Rheumatologisches Teilgutachten vom 29.11.2005; 

Neuropsychologisches Teilgutachten v. 16.12.2005 sowie Psychiatrisches 

Teilgutachten v. 16.06.2006] sowie der Honorarnote vom 31.08.2006 über 

gesamthaft Fr. 15'205.00 – neuerdings, der Unfallversicherer (Vorinstanz) sei 

zu verpflichten, ihr ab 14.03.2002 Taggeldleistungen aus UVG auf der Basis 

einer Arbeitsunfähigkeit von 35% auszurichten und die Heilbehandlungen 

(sofern sie laut UMEG auf den Unfall zurückzuführen wären) weiterhin zu 

finanzieren; ausserdem sie die Vorinstanz anzuweisen, die entstandenen 

Gutachterkosten über Fr. 15'205.-- der UMEG zu erstatten. In Ergänzung zur 

Begründung in der Beschwerdeschrift von 2005 wurde dazu noch 

vorgebracht, dass die UMEG mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit sowohl eine milde traumatische 

Hirnverletzung als auch das Beschwerdebild nach Schleudertrauma der HWS 

bejaht habe. Ihrer Ansicht nach erklärten die klinisch festgestellten 

organischen Befunde im Funktions-CT die heutigen Beschwerden 

vollumfänglich. Darum sei auch die Schleudertrauma-Praxis anwendbar, 

wobei die entsprechenden Adäquanzkriterien nahezu vollständig erfüllt seien. 

Im Übrigen hielten die körperlichen Dauerschmerzen auch 5 Jahre nach dem 

Unfall an und die Arbeitsunfähigkeit betrage immer noch 30 bis 40%.

3. In seiner Vernehmlassung beantragte der Unfallversicherer – gleich wie in den 

früheren Stellungnahmen vom 06.10.2005 und 06.12.2005 – abermals die 

Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen Entscheids 

samt der ihm zugrunde liegenden Einstellungsverfügung. Den Einwänden des 

Beschwerdeführers hielt der Versicherer zur Hauptsache entgegen, dass das 

Gutachten der UMEG ein reines Parteigutachten darstelle und ihm daher 

jeder Beweiswert abzusprechen sei; zumal die darin enthaltenen Diagnosen 

und Erkenntnisse weder schlüssig noch nachvollziehbar begründet bzw. 

teilweise gar klar tatsachen- und aktenwidrig seien. Wie aus den zum UMEG-

Gutachten eingeholten Stellungnahmen der Ärzte Dr. … vom 27.9.2006 und 

Dr. … vom 03.10.2006 einleuchtend und schlüssig hervorgehe, hätten die 

heute immer noch geklagten Rücken- und Nackenprobleme vorwiegend auf 

krankhaften degenerativen Veränderungen der HWS beruht. Diesbezüglich 

sei der Versicherer daher zu Recht von klar unfallfremden anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörungen sowie konversionsneurotischen 

Symptomen ausgegangen. Auch das Vorliegen einer milden traumatischen 

Hirnschädigung sei höchst unwahrscheinlich, da die geschilderten 

neuropsychologischen Funktionsstörungen allesamt unspezifisch seien und 

dafür deshalb verschiedenen Ursachen wie z.B. psychosoziale 

Belastungssituationen (frühere Traumaerlebnisse, Unfalltod Schwester usw.) 

verantwortlich sein könnten. Überdies dürfe auch nicht ausser Acht gelassen 

werden, dass es sich beim Unfallereignis graduell noch um einen „leichten 

Unfall“ (laut unfallanalytischem Verkehrsgutachten vom 10.01.2002 bestand 

zum Kollisionszeitpunkt nur eine geringe Delta-v von 3,5 bis 5 km/h) gehandelt 

habe, weshalb daraus auch keine schweren Körperschäden entstanden sein 

könnten oder sonst eine psychische Fehlentwicklung habe abgeleitet werden 

können. Angesichts der neuzeitlichen Befunde der Dres. … im Herbst 2006 

sei namentlich das Privatgutachten der UMEG vom Sommer 2006 in allen 

wesentlichen Punkten entkräftet bzw. widerlegt worden, weshalb die 

Vorinstanz mangels eines natürlichen wie adäquaten Kausalzusammenhangs 

ihre Versicherungsleistungen aus UVG ab Mitte März 2002 berechtigterweise 

eingestellt habe. Zur beantragten Kostenübernahme wurde letztlich noch 

festgehalten, dass die Einholung eines interdisziplinären Gutachtens vorweg 

gar nicht nötig gewesen wäre, da der massgebende Sachverhalt auch sonst 

ausreichend liquid und bekannt gewesen wäre, um ohne weiteres Gutachten 

(UMEG) darüber entscheiden zu können. Selbst wenn man dazu aber anderer 

Meinung wäre und jenem Gutachten einen gewissen Beweiswert zubilligen 

wollte, wären die so entstandenen Kosten (Fr. 15'205.--) unverhältnismässig 

hoch ausgefallen, weshalb sich die Vorinstanz - wenn überhaupt - höchstens 

zu 1/3 daran zu beteiligen hätte.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Die Parteien haben die Grundsätze zum Umfang der Leistungspflicht des 

Unfallversicherers (Art. 6 UVG), zum Unfallbegriff (Art. 9 UVV; neu Art. 4 

ATSG) und zur erforderlichen Konnexität zwischen Unfallereignis und Eintritt 

des Schadens (BGE 129 V 181 E. 3.1, 122 V 415, 119 V 338 E. 1, 118 V 289 

E. 1b) zutreffend dargelegt. Richtig sind auch ihre Vorgaben zum 

sozialversicherungsrechtlich gültigen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 E. 5b, 121 V 208 E. 6b, 114 V 305 E. 5b) 

sowie zu den Beweislastregeln (BGE 125 V 352, 117 V 263 E. 3b; RKUV 2001 

S. 39 E. 5a, 1993 S. 159 E. 3b) ausgefallen. Demnach trägt also jene Partei 

die Folgen der Beweislosigkeit, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

Sachverhalt Rechte ableiten möchte. Die von der Versicherten behaupteten 

Beeinträchtigungen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf ein 

ganz bestimmtes, unvorhersehbares Schadensereignis zurückgeführt werden 

können. Misslingt dieser Nachweis oder fallen die dafür erforderlichen 

Voraussetzungen im Verlaufe der Zeit weg, entfällt auch die Leistungspflicht 

des Unfallversicherers (EVG-Urteil vom 24.10.2003 [U 110/03] E. 2.2; SJZ 

1992 S. 324). Umgekehrt trifft den Unfallversicherer dieselbe Beweispflicht, 

falls er bisher UVG-Leistungen ausrichtete, indes die Kriterien dafür zu einem 

späteren Zeitpunkt plötzlich nicht mehr als erfüllt erachtet und daher weitere 

Leistungen ablehnt. Strittig ist vorliegend gebliebenen, ob die im Sept. 2001 

erlittenen Verletzungen (HWS-Stauchung; Brustprellung) mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auch verantwortlich für die heute noch immer geklagten 

Beschwerden (Kopfschmerzen; Schwindelanfälle; Sprachstörungen usw.; 

typische Symptome nach HWS-Schleudertrauma) sind bzw. ob ein solcher 

Zusammenhang anhand der existenten Befunde vom Unfallversicherer 

wirklich schon definitiv ab 14.03.2002 rückwirkend ausgeschlossen werden 

durfte. 

b) Konkret sind hier folgende Unfall-, Spital- und Facharztberichte 

(Vertrauensarzt; Gutachter) aktenkundig und für die Entscheidfindung von 

Belang:

 Laut Unfallmeldung vom 19.09.2001 erlitt die Versicherte tags zuvor am 
18.09.2001, ca. 12.15, bei der Abzweigung … einen Autounfall 
(Streifkollision), wobei sie sich am Nacken und der Schulter verletzte.

 Im Spitalbericht … vom 21.09.2001 wurde das Vorliegen einer Commotio 
cerebri (Hirnerschütterung) verneint. Es wurden hingegen leichte 
Schmerzen im Thorax und unteren HWS-Bereich diagnostiziert. Die 
Untersuchung auf der Notfallstation sei ohne fokale neurologische 
Ausfälle, bei freier HWS-Beweglichkeit und leichten Druckschmerzen an 

der Brust sowie an den Halswirbelkörpern (HWK) 5-7 erfolgt. Im Laufe des 
Vormittags (19.09.2001) seien zunehmend diffuse Kopfschmerzen und 
leichter Schwindel ohne Erbrechen aufgetreten. Das Röntgenbild des 
Schädels habe normale Atemverläufe der Kieferhöhlen sowie keine 
direkten oder indirekten Frakturzeichen am Schädel ergeben. Die HWS 
habe eine normale Fluchtlinie der Wirbelkörper gezeigt; indes seien 
diskrete degenerative Veränderungen mit Unkarthrose und 
Spondylarthrose im Segment C4-C6 festgestellt worden. Im Brustbereich 
sei altersentsprechend kein Indiz für eine Lungenquetschung oder eine 
Herzschädigung vorgelegen.

 Im Bericht vom 25.04.2005 von Dr. … (beratender Vertrauensarzt des 
Unfallversicherers) ist von einem Bagatell-Unfall die Rede, der kurzfristig 
Muskelverspannungen mit daraus resultierenden Kopfschmerzen 
verursacht haben könnte. Aus biomechanischer Sicht könnten die 
nachfolgenden Befindlichkeitsstörungen aber nicht erklärt werden. 
Unfallkausale morphologische Schädigungen seien nicht erkennbar 
gewesen. Die an der HWS vorgefundenen degenerativen 
(abnützungsbedingten) Veränderungen seien altersentsprechend und mit 
an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon vor dem Unfall im 
2001 existent gewesen. Die inzwischen postulierte posttraumatische 
Belastungsstörung sei ebenfalls nicht unfallbedingt, da kein 
katastrophaler Verkehrsunfall passiert sei. Im Übrigen sei die Versicherte 
schon während ihrer Ausbildung zur Psychotherapeutin (1997) wegen 
verschiedener psychosomatischer Beschwerden in Behandlung 
gestanden. Da unfallkausal objektivierbare Schäden gänzlich fehlten, 
müsste der Vorzustand (status quo sine/ante) grosszügig gerechnet rund 
6 Monate nach dem Unfall wieder eingetreten sein. Irgendwelche 
Anzeichen für das Vorliegen eines Hirnödems seien ebenso wenig 
ersichtlich gewesen wie eine Unfallkausalität der Diskushernie. Die 
diffusen Muskelstörungen, die Gesichtsschmerzen und die zeitweise 
auftretenden Parästhesien seien unfallkausal nicht erklärbar und dürften 
wohl im Zusammenhang mit einer psychischen 
Überlagerungssymptomatik (frühere Schicksalsschläge; 
Verarbeitungsproblematik) stehen.

 Im interdisziplinären Gutachten der UMEG vom 23.08.2006 (21 Seiten); 
samt Rheumatologischem Teilgutachten vom 26.11.2005 (9 Seiten plus 
10 Seiten Aufsatz); Neuropsychologischem Teilgutachten v. 16.12.2005 
(4 Seiten) und Psychiatrischem Teilgutachten v. 16.06.2006 (12 Seiten) 
wurde in Kenntnis aller früheren Arztatteste und Therapieberichte (2001-
2005) zum Beschwerdebild der Versicherten was folgt festgehalten: Sie 
habe über Nacken- und Kopfweh, Schulterschmerzen mit Ausstrahlung in 
den Rücken und ausserdem über Konzentrationsstörungen, abnorme 
Ermüdbarkeit usw. geklagt. Neurologisch seien mittels MRI im Bereiche 
der HWS Anzeichen eines komplexen Muskelungleichgewichts mit 
Segmentsstörung Höhe C 0/1 u. C 1/2 festgestellt worden. 
Rheumatologisch sei ein cervico-vertebrales und cervico-spondylogenes 
Syndrom mit sekundärer Schmerzausdehnung und mit 
fibromyalgieähnlichem Charakter bestätigt worden. Neuropsychologisch 
sei eine milde traumatische Hirnverletzung als wahrscheinlich bezeichnet 

worden; adäquate Störungen seien nach HWS-Schleudertrauma häufig 
zu beobachten. Psychiatrisch konnten indes keine Störungen mit 
Krankheitswert, insbesondere keine Depressionen, ermittelt werden. Zur 
Beantwortung der Gutachterfragen wurde erklärt, dass die festgestellte 
posttraumatische Symptomatik dem typischen Beschwerdebild des EVG 
nach HWS-Distorsionstrauma entspreche. Der Restgrad der 
Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf als Psychotherapeutin wurde darin 
(unfallbedingt) noch auf 60-70% geschätzt.

 Aus dem Attest vom 27.09.2006 des Psychiaters Dr. … (beratender 
Vertrauensarzt Unfallversicherer) geht hervor, dass laut erstem 
Spitalbericht 2001 keine Bewusstlosigkeit, keine Amnesie 
(Gedächtnislücke) und keine Nausea (Schwindel/Ohnmacht) bestanden 
haben. Laut Hausärztin habe sie über Wortfindungsstörungen, 
Konzentrationsstörungen und anfallartiges Kopfweh geklagt; wobei es 
sich bei der Versicherten aber um eine emotional labile Persönlichkeit 
(Tränenausbrüche) handle. Entgegen anders lautender Darstellung der 
Versicherten sei jedoch kein Kopfanprall (Abknickmechanismus) beim 
Unfall aktenkundig, der eine Hirnverletzung hätte auslösen können. 
Psychiatrisch sei die UMEG zu wenig auf die persönlichen 
Begleitumstände (Unfalltod Schwester; familiärer Umzug und Aufbau 
eines neuen Bauernhofs; Verlust Arbeitsstelle durch Klinikschliessung) 
eingegangen. Es dürfte sich hier deshalb um konversionsneurotische 
Symptome und nicht um unfallkausale Leiden handeln. 
Neuropsychologisch sei eine traumatische Hirnschädigung anhand des 
dokumentierten Unfallhergangs ebenfalls als unwahrscheinlich 
einzustufen. Psychisch sei sie zwar tatsächlich angeschlagen; die 
geschilderten Probleme direkt beim Unfall 
(Beinlähmung/Gesichtsschmerzen) könnten aber klinisch (organisch) 
sicherlich nicht unfallkausal sein.

 Im Bericht vom 03.10.2006 hielt Dr. … (beratender Vertrauensarzt 
Unfallversicherer) dem UMEG-Gutachten noch entgegen: Neurologisch 
seien unmittelbar nach dem Unfall laut Spitalbericht weder eine 
Hirnerschütterung noch eine Amnesie (Erinnerungslücken) vorgelegen. 
Eine milde traumatische Hirnverletzung wegen der Streifkollision könne 
daher praktisch ausgeschlossen werden. Die festgestellten 
degenerativen Veränderungen der HWS hätten sehr wohl aus eigener 
Dynamik die heute noch geklagten Rücken- und Nackenbeschwerden 
verursachen können. Rheumatologisch sei es zudem eine 
Erfahrungstatsache, dass die klinisch ermittelten Unkarthrosen, 
Spondylarthrosen und Osteochondrosen nicht innerhalb eines Jahres 
nach dem Unfall (2001) derart ausgeprägt entstanden sein könnten. 
Damit sei aber ein krankhafter Vorzustand hinreichend erstellt. 
Zusammengefasst sei demnach festzuhalten, dass keine 
morphologischen Schädigungen hätten objektiviert werden können, die 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einen natürlichen 
Kausalzusammenhang zum Unfall hätten gestellt werden können. An der 
Beurteilung im ersten Bericht von April 2005 halte er zudem unverändert 
fest.     

c) In Würdigung der soeben aufgezählten Medizinalakten ist das Gericht zur 

Überzeugung gelangt, dass der Sachverhalt aus ärztlicher Sicht vom 

Unfallversicherer nicht genügend abgeklärt wurde, um zuverlässig und 

aussagekräftig über die Herkunft aller Gesundheitsleiden ab dem Autounfall 

im Sept. 2001 über das strittige Einstelldatum per 13.03.2002 hinaus befinden 

und gestützt darauf den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den 

unfallbedingt erlittenen HWS- und Brustkorbverletzungen und den ½ Jahr 

später (bis heute 5 Jahre später) immer noch geklagten Kopf- und 

Nackenschmerzen, Schwindelattacken, Sprachstörungen, Kraftlosigkeit usw. 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit faktisch ausschliessen zu können. 

Insbesondere die Ungereimtheiten und Widersprüche zwischen den 

Fachattesten der Spezialisten der UMEG (im Zeitraum Nov. 2005 bis Aug. 

2006) und den Berichten der Vertrauensärzte des Unfallversicherers (Dres. 

…) von April 2005 und Herbst 2006 sind bis zuletzt ungelöst geblieben, 

weshalb die Frage nach der natürlichen Kausalität anhand der bereits 

existierenden Berichte und Auskünfte unmöglich schlüssig und seriös 

beantwortet werden kann. Die Einholung eines ärztlichen Obergutachtens 

durch den Unfallversicherer erweist sich deshalb im konkreten Fall angesichts 

der teils nur angedeutet und teils diametral gegenteiligen Schlussfolgerungen 

in den erwähnten Attesten als unerlässlich. In diesem Sinne ist für das Gericht 

vor allem unklar geblieben, ob und allenfalls inwieweit die heute noch 

geklagten Beschwerden im Kopf- und Nackenbereich ursächlich etwas mit 

dem Unfall zu tun haben. Überdies sind die Herkunft samt Auswirkung der 

festgestellten Traumata (Schwindelanfälle; rasche Ermüdung usw.) auf die 

Arbeitsfähigkeit weitgehend im Dunkeln geblieben. Die Vertrauensärzte des 

Unfallversicherers stellten sich auf den Standpunkt, dass die beim Autounfall 

erlittene HWS-Stauchung samt Brustkorbprellung spätestens nach 6 Monaten 

wieder komplett hätte ausgeheilt sein müssen Als Beleg für die Intensität der 

Unfallfolgen verwiesen sie dabei speziell auf den unfallanalytischen 

Verkehrsbericht und die dort erwähnte geringfügige 

Geschwindigkeitsdifferenz (Delta-v: 3,5 bis 5 km/h) bei der Streifkollision. 

Allein diese Tatsache vermag für sich allein aber noch nicht hinreichend 

Auskunft über die Schwere der Verletzung an der HWS zu erteilen, da die 

genaue Kopfstellung beim Aufprall sowie weitere Begleitumstände ebenfalls 

einen erheblichen Einfluss auf das Schadenspotential und die daraus 

resultierenden Folgen gehabt haben könnten. Die teilweise grundlegend 

unterschiedlichen Darstellungen über die Teil- und Hauptursachen und das 

Ausmass der tatsächlich unfallkausalen Faktoren vermag das Gericht jedoch 

selbst nicht vernünftig zu erklären, weshalb dazu noch umfassend eine 

Oberexpertise Klarheit verschaffen muss. Der Unfallversicherer wird dann 

erneut darüber befinden müssen.

2. a) Der angefochtene Entscheid ist damit nicht rechtens, was zu seiner 

Aufhebung und zur Gutheissung der Beschwerde führt. Die Sache wird - zur 

Einholung eines Obergutachtens und zu neuem Entscheid – an die Vorinstanz 

zurückgewiesen. Diese wird nach Vorliegen und Prüfung jener 

Gesamtbeurteilung (Oberexpertise) im neuen Entscheid auch noch über die 

Zusatzkosten (Honorarnote Gutachten UMEG 31.08.2006: Fr. 15'205.--) 

abschliessend und verbindlich zu entscheiden haben.

b) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren laut Art. 61 lit. a ATSG – ausser hier nicht zutreffender 

Ausnahmen – kostenlos ist. Hingegen hat die Vorinstanz der anwaltlich 

vertretenen Beschwerdeführerin nach Art. 61 lit. g ATSG aussergerichtlich 

noch eine angemessene Parteientschädigung zu bezahlen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen, der 

angefochtene Entscheid aufgehoben und die Angelegenheit an die Vorinstanz 

zur Einholung eines medizinischen Obergutachtens und zu neuem Entscheid 

(inkl. Kosten UMEG-Gutachten von Fr. 15'205.--) zurückgewiesen.  

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Aussergerichtlich hat die Vorinstanz (Unfallversicherer) … indes noch eine 

Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (inkl. MWST) zu bezahlen.

Auf die dagegen an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde am 5. Dezember 

2007 nicht eingetreten (8C_162/2007).