# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff7b1361-6335-5d8f-bbcf-ecc040ba8d72
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.07.2009 C-676/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-676-2008_2009-07-21.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-676/2008/frj /fas
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  J u l i  2 0 0 9

Richter Johannes Frölicher (Vorsitz), 
Richter Stefan Mesmer, Richterin Franziska Schneider, 
Richter Alberto Meuli, Richter Michael Peterli,
Gerichtsschreiberin Susanne Fankhauser.

A._______, 
vertreten durch Advokat lic. iur. Markus Schmid, 
Lange Gasse 90, 4052 Basel,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Sistierung Invalidenrente (Verfügung vom 
14. Dezember 2007).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-676/2008

Sachverhalt:

A.
Der 1964 geborene, deutsche Staatsangehörige, A._______ war seit 
März 1991 als Grenzgänger bei der B._______ als Schichtmitarbeiter 
bzw.  Schichtführer  tätig,  als  er  am  1. Dezember  2000  einen 
Arbeitsunfall  erlitt  (IV-Akt. 3,  S. 44,  IV-Akt. 5). Als  zuständiger  Unfall-
versicherer  erbrachte  die  Schweizerische  Unfallversicherungsanstalt 
(SUVA) die gesetzlichen Leistungen und sprach dem Versicherten mit 
Verfügung  vom  19. September  2004,  ersetzt  durch  Verfügung  vom 
9. November 2004, in Anwendung der sogenannten Schleudertrauma-
Praxis eine ganze Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung 
zu (SUVA-Akt. 109 und 119). 

Nachdem  der  Versicherte  am  30. Oktober  2001  bei  der  Schweizeri-
schen Invalidenversicherung ein  Gesuch um Leistungsbezug gestellt 
hatte (IV-Akt. 1), zog die für die Abklärung zuständige IV-Stelle Basel-
Landschaft (im Folgenden: IV-Stelle BL) die Akten der SUVA bei und 
stellte  fest,  aufgrund eines  Invaliditätsgrades von 100 % bestehe ab 
dem 1. Dezember 2001 Anspruch auf eine ganze Rente der Invaliden-
versicherung (Beschluss vom 15. Oktober 2004, IV-Akt. 21). Mit Verfü-
gung vom 8. Dezember  2004 sprach die  IV-Stelle  für  Versicherte  im 
Ausland (im Folgenden: IV-Stelle IVSTA) dem Versicherten mit Wirkung 
ab 1. Dezember 2001 eine ganze Rente (IV-Akt. 27) und mit Verfügung 
vom  11. April  2006  eine  Kinderrente  für  den  am  25. Februar  2006 
geborenen Sohn zu (IV-Akt. 30).

B.
Am  19. Februar  2007  reichte  die  SUVA beim  Statthalteramt  Bezirk 
Liestal  Strafanzeige  wegen  Betrugs  und  weiterer  Delikte  ein  (IV-
Akt. 46).  Mit  Schreiben  vom 20. Juli  2007  teilte  die  SUVA dem Ver-
sicherten (mit Kopie an die IV-Stelle BL) mit, neu bekannt gewordene 
Tatsachen würden sie zwingen, die Haftungsfrage zu überprüfen. Die 
Ausrichtung  weiterer  Versicherungsleistungen  müsse  daher  unter-
brochen werden (SUVA-Akt. 145, IV-Akt. 31). Daraufhin forderte die IV-
Stelle BL die neueren Akten der SUVA an. Mit  der Überweisung der 
Akten (Nr. 111 – 145) wies die SUVA die IV-Stelle BL darauf hin, dass 
sich die in Zusammenhang mit der am 19. Februar 2007 eingereichten 
Strafanzeige  stehenden  Akten  beim  Statthalteramt  Bezirk  Liestal 
befänden (Schreiben vom 16. August 2007; IV-Akt. 34). Nachdem die 
IV-Stelle BL am 30. November 2007 vom Statthalteramt Liestal weitere 

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Informationen eingeholt hatte (vgl. IV-Akt. 35 und 38), gab die IV-Stelle 
IVSTA mit  Verfügung  vom  14. Dezember  2007  die  Eröffnung  eines 
Revisionsverfahrens  bekannt,  sistierte  die  Rentenleistungen  und 
entzog  einer  allfälligen  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung  (IV-
Akt. 40).

C.
Gegen  diese  Verfügung  erhob  A._______,  vertreten  durch  Rechts-
anwalt Markus Schmid, mit Datum vom 31. Januar 2008 Beschwerde 
und  beantragte  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung,  die 
Weiterausrichtung der  Rentenleistungen sowie die  Wiederherstellung 
der  aufschiebenden Wirkung (Akt. 1). Er  rügte im Wesentlichen eine 
Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs,  weil  die  Verfügung  nicht 
hinreichend begründet  sei. Zudem enthielten  die  Akten der  IV-Stelle 
keine Beweise für einen unrechtmässigen Rentenbezug, weshalb die 
angefochtene Verfügung offensichtlich unrichtig sei.

D.
In ihrer Vernehmlassung vom 7. März 2008 beantragte die Vorinstanz, 
die Beschwerde und das Gesuch um Wiederherstellung der aufschie-
benden Wirkung seien abzuweisen und verwies zur Begründung auf 
die Stellungnahme der IV-Stelle BL vom 5. März 2008 (Akt. 3). 

E.
Mit Zwischenverfügung vom 18. März 2008 wies der Instruktionsrichter 
das  Gesuch  um  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  ab 
und forderte den Beschwerdeführer auf, bis zum 30. April 2008 einen 
Kostenvorschuss von Fr. 400.- zu leisten (Akt. 4). Am 2. April ging der 
Kostenvorschuss bei der Gerichtskasse ein (Akt. 8).

F.
Mit  Schreiben vom 9. Juni  (Akt. 14)  und  vom 20. Juni  2008 zog der 
Instruktionsrichter die Akten der SUVA und des Bezirksstatthalteramts 
Liestal bzw. der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft (Akt. 16 und 18) 
bei.

G.
In seiner Replik vom 29. Oktober 2008 hielt der Beschwerdeführer an 
seinen Rechtsbegehren fest und nahm auch zu den Akten der Staats-
anwaltschaft, welche er in der Zwischenzeit einsehen konnte, Stellung 
(Akt. 24).

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H.
Mit Duplik vom 11. Februar 2009 bestätigte die Vorinstanz ihren Antrag 
auf Abweisung der Beschwerde und reichte die Stellungnahme der IV-
Stelle BL vom 4. Februar 2009 ein (Akt. 29).

I.
Mit  Verfügung  vom 3. März  2009  wurde  der  Schriftenwechsel  abge-
schlossen (Akt. 30).

J.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten 
wird,  soweit  für  die  Entscheidfindung  erforderlich,  im  Rahmen  der 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. De-
zember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021), 
sofern  keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als  Vorinstanzen 
gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Die eidgenössische IV-
Stelle  für  Versicherte  im  Ausland  ist  eine  Vorinstanz  im  Sinne  von 
Art. 33 Bst. d VGG. Die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts 
zur Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen dieser IV-Stelle 
ist  zudem in Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 
1959  über  die  Invalidenversicherung  (IVG,  SR  831.20)  ausdrücklich 
vorgesehen. 

Angefochten  ist  eine  Verfügung  der  IV-Stelle  für  Versicherte  im 
Ausland. Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung der 
Beschwerde zuständig.

2.
Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich  nach 
dem  Verwaltungsverfahrensgesetz,  soweit  das  Verwaltungsgerichts-
gesetz  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG).  Vorbehalten  bleiben 
gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG die besonderen Bestimmungen des Bun-

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desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG, SR 830.1).

2.1 Mit der angefochtenen Verfügung wurden dem Beschwerdeführer 
eine  Rentenrevision  angekündigt  und  die  Rentenleistungen  sistiert. 
Die  Vorinstanz  hat  demnach  vorsorgliche  Massnahmen  im  Rahmen 
eines Hauptverfahrens getroffen, weshalb es sich um eine Zwischen-
verfügung  handelt  (vgl.  BGE  134  I  83  E. 3.1;  FELIX UHLMANN/SIMONE 
WÄLLE-BÄR,  in:  Bernhard  Waldmann/Philippe  Weissenberger  [Hrsg.], 
Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009 [im Folgenden: Praxiskommen-
tar VwVG], Art. 45 N. 7). Selbständig eröffnete Zwischenverfügungen 
sind – mit Ausnahme der Entscheide über die Zuständigkeit und über 
Ausstandsbegehren  (vgl.  Art. 45  Abs. 1  VwVG)  –  gemäss  Art. 46 
Abs. 1 VwVG nur  anfechtbar,  wenn sie  einen nicht  wieder  gutzuma-
chenden  Nachteil  bewirken  können  (Bst. a)  oder  wenn  die  Gutheis-
sung  der  Beschwerde  sofort  einen  Endentscheid  herbeiführen  und 
damit  einen  bedeutenden  Aufwand  an  Zeit  oder  Kosten  für  ein 
weitläufiges  Beweisverfahren  ersparen  würde  (Bst. b).  Bei  vorsorg-
lichen Massnahmen fällt nur die erste Voraussetzung gemäss Bst. a in 
Betracht (vgl. BGE 134 I 83 E. 3.1).

2.1.1 Für die Annahme eines nicht wiedergutzumachenden Nachteils 
im  Sinne  von  Art. 46  Abs. 1  Bst. a  VwVG  genügt  ein  tatsächliches, 
insbesondere auch ein wirtschaftliches Interesse (Urteil  des  Bundes-
gerichts [BGer] 2C_86/2008 vom 23. April 2008 E. 3.2; BGE 130 II 149 
E. 1.1).  Art. 46  Abs. 1  Bst. a  VwVG  setzt  nicht  voraus,  dass  die 
Zwischenverfügung  einen  nicht  wieder  gutzumachenden  Nachteil 
bewirkt, sondern nur, dass sie einen solchen bewirken kann (vgl. Urteil 
BGer  1A.302/2005  vom  29. März  2006  E. 2). Nach  der  Rechtspre-
chung beurteilt sich das Vorliegen eines nicht wieder gutzumachenden 
Nachteils  nicht  nur  anhand  eines  einzigen  Kriteriums.  Vielmehr  ist 
jenes  Merkmal  zu  prüfen,  das  dem  angefochtenen  Entscheid  am 
besten  entspricht.  Namentlich  ist  nicht  allein  der  Nachteil  als  nicht 
wieder gutzumachend zu betrachten, den auch ein für die Beschwerde 
führende  Person  günstiges  Endurteil  nicht  vollständig  zu  beseitigen 
vermöchte. In der Regel genügt ein schutzwürdiges Interesse daran, 
dass der angefochtene Entscheid sofort aufgehoben oder abgeändert 
wird (BGE 131 V 362 E. 3.1 mit Hinweisen).

2.1.2 Die  Sistierung  einer  Invalidenrente,  die  als  Ersatzeinkommen 
den Lebensbedarf zumindest teilweise decken soll, stellt ohne Zweifel 

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einen  nicht  wieder  gutzumachenden  Nachteil  im  Sinne  von  Art. 46 
Abs. 1 Bst. a VwVG dar.

2.2 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht durch den ordentlich 
vertretenen Beschwerdeführer eingereicht (vgl. Art. 38 ff. und Art. 60 
ATSG, Art. 52 VwVG). Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist 
der Beschwerdeführer berührt und er hat ein schutzwürdiges Interesse 
an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  (Art. 59  ATSG,  Art. 48  Abs. 1 
VwVG). Auf die Beschwerde ist daher, nachdem auch der Kostenvor-
schuss fristgerecht bezahlt wurde, einzutreten.

3.
Der Beschwerdeführer rügt  zunächst  eine Verletzung des Anspruchs 
auf  rechtliches  Gehör  gemäss  Art. 29  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) 
bzw. die  daraus  fliessende  Pflicht  der  Behörde,  ihren  Entscheid  zu 
begründen. Angesichts der formellen Natur des Gehörsanspruchs (vgl. 
BGE 132 V 387 E. 5.1 mit  Hinweisen sowie nachfolgende E. 3.2)  ist 
vorab zu prüfen, ob diese Rüge begründet ist.

3.1 Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 
Abs. 2 BV) dient einerseits der Sachverhaltsaufklärung und stellt ande-
rerseits  zugleich  ein  persönlichkeitsbezogenes  Mitwirkungsrecht  der 
Parteien dar. Der Anspruch umfasst  insbesondere deren Recht,  sich 
vor  Erlass  des  in  ihre  Rechtsstellung  eingreifenden  Entscheids  zur 
Sache zu äussern,  erhebliche Beweise beizubringen,  Einsicht  in  die 
Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden 
und  an  der  Erhebung  wesentlicher  Beweise  entweder  mitzuwirken 
oder  sich  zumindest  zum Beweisergebnis  zu  äussern,  wenn  dieses 
geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 mit 
Hinweisen). Daraus folgt auch die Pflicht der Behörde, ihren Entscheid 
zu begründen (BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen).

3.2 Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt grund-
sätzlich  ungeachtet  der  Erfolgsaussichten  der  Beschwerde  in  der 
Sache selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung (BGE 132 V 
387 E. 5.1, BGE 127 V 431 E. 3d/aa). Nach der Rechtsprechung kann 
eine – nicht besonders schwerwiegende – Verletzung des rechtlichen 
Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person 
die Möglichkeit erhält,  sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, 
die sowohl den Sachverhalt  wie die Rechtslage frei  überprüfen kann 
(BGE 127 V 431 E. 3d/aa). Von einer Rückweisung der Sache an die 

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Verwaltung ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des recht-
lichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu 
einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen 
führen würde, die mit  dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse 
der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache 
nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 mit Hinweis, vgl. 
auch BGE 133 I 201 E. 2.2). 

Bei Verstössen gegen die Begründungspflicht wird der Mangel – sofern 
nicht  eine  Ermessensbetätigung  oder  die  Auslegung  unbestimmter 
Rechtsbegriffe durch die Verwaltung in Frage steht (vgl. BVGE 2008/26 
E. 5.2)  – grundsätzlich als behoben erachtet,  wenn die Rechtsmittel-
behörde  eine  hinreichende  Begründung  liefert  oder  wenn  die  unter-
instanzliche Behörde anlässlich der Anfechtung ihres Entscheides eine 
genügende  Begründung  nachschiebt,  etwa  in  der  Vernehmlassung 
(Urteil  BVGer A-5466/2008 vom 3. Juni 2009 E. 2.1.4 mit  Hinweisen, 
Urteil  BVGer C-7730/2007 vom 18. Mai  2009 E. 3.4;  BERNHARD WALD-
MANN/JÖRG BICKEL, in: Praxiskommentar VwVG, Art. 29 N. 118). 

3.3 Die  Begründungspflicht  –  die  auch  in  Art. 49  Abs. 3  ATSG und 
Art. 35  Abs. 1  VwVG  verankert  ist  –  soll  verhindern,  dass  sich  die 
Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und es der betroffenen 
Person ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzu-
fechten. Dies ist nur möglich, wenn sich sowohl die Partei wie auch die 
Rechtsmittelinstanz  über  die  Tragweite  des  Entscheides  ein  Bild 
machen können. In  diesem Sinn müssen wenigstens kurz  die  Über-
legungen  genannt  werden,  von  denen  sich  die  Behörde  hat  leiten 
lassen  und  auf  welche  sich  ihre  Verfügung  stützt.  Dies  bedeutet 
indessen nicht,  dass sie sich ausdrücklich mit  jeder tatbeständlichen 
Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. 
Vielmehr  kann  sie  sich  auf  die  für  den  Entscheid  wesentlichen 
Gesichtspunkte beschränken (BGE 124 V 180 E. 1a,  vgl. auch BGE 
134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen).

3.3.1 Die  verfassungsrechtlichen  Minimalanforderungen  an  die  Be-
gründung gelten auch für die Anordnung von vorsorglichen Massnah-
men  (BGE 134  I  83  E. 4.1).  Indessen  kommt  Art. 29  Abs. 2  BV  im 
Verfahren  betreffend  vorsorgliche  Massnahmen  nicht  die  gleiche 
Bedeutung zu wie im Hauptverfahren, welches mit einer Endverfügung 
abgeschlossen wird (vgl. Urteil  BGer 2P.103/2006 vom 29. Mai  2006 
E. 3.1 mit  Hinweis). Nach der Rechtsprechung sind die verfassungs-

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mässigen Anforderungen an die Begründung mit Blick auf die konkrete 
materiell-,  beweis-  und verfahrensrechtliche Lage festzulegen  (Urteil 
BGer 9C_816/2008 vom 12. März 2009 E. 2.1 mit Hinweisen). In der 
Praxis  werden  bei  Entscheiden  über  vorsorgliche  Massnahmen,  die 
entsprechend ihrem Wesen lediglich auf einer summarischen Prüfung 
beruhen  (vgl.  nachfolgende  E. 4.1),  an  die  Begründungspflicht  nicht 
besonders hohe Anforderungen gestellt (vgl. Urteil BGer 8C_276/2007 
vom 20. November 2007 E. 3.3). 

3.3.2 In der angefochtenen Verfügung führte die Vorinstanz aus, neu 
bekannt  gewordene  Tatsachen  hätten  sie  veranlasst,  die  laufende 
Rente  in  Revision  zu  ziehen.  Aufgrund  der  bereits  vorliegenden 
Informationen  sähe  sie  sich  zudem  veranlasst,  die  Auszahlung  der 
Rentenleistungen  per  sofort  einzustellen.  Sobald  sie  über  die 
notwendigen Unterlagen und Informationen verfüge, werde sie auf die 
Angelegenheit zurückkommen.

Es trifft zu, dass die Vorinstanz nicht ausgeführt hat, welches die neu 
bekannt  gewordenen  Tatsachen  und  Informationen  sind,  die  sie  zu 
einer Revision bzw. einer Sistierung der Rentenzahlungen veranlasst 
haben. Insbesondere fehlt der Hinweis auf das laufende Strafverfahren 
wegen  Betrugs  oder  den  Verdacht  auf  missbräuchlichen  Bezug  von 
Versicherungsleistungen. 

3.3.3 Wie die IV-Stelle BL in ihrer Stellungnahme vom 3. März 2008 
ausführte  (Beilage  zur  Vernehmlassung,  Akt. 3),  übernahm  sie  im 
Wesentlichen die Formulierung der SUVA in deren Brief vom 20. Juli 
2007 (vgl. IV-Akt. 31),  um das laufende Strafverfahren keinesfalls  zu 
behindern. Sowohl in der Stellungnahme zur Vernehmlassung als auch 
in derjenigen zur Duplik begründete die IV-Stelle hinreichend, weshalb 
sie die Leistungen vorsorglich einstellte. Eine allfällige Verletzung der 
Begründungspflicht hätte daher als geheilt zu gelten.

3.3.4 Im Übrigen fragt sich, ob vorliegend eine Berufung auf die aus 
dem  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  fliessende  Begründungspflicht 
nicht ohnehin rechtsmissbräuchlich wäre. Das Verbot des Rechtsmiss-
brauchs erstreckt sich auf die gesamte Rechtsordnung; Missbrauch ist 
insbesondere dann gegeben, wenn ein Rechtsinstitut zweckwidrig zur 
Verwirklichung  von  Interessen  verwendet  wird,  die  dieses  Rechts-
institut nicht schützen will (BGE 131 I 181 E. 3.2.4). Auch das Geltend-
machen  einer  Gehörsverletzung  kann  unter  Umständen  rechtsmiss-
bräuchlich  sein  (vgl.  MICHELE ALBERTINI,  Der  verfassungsmässige 

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Anspruch auf rechtliches Gehör im Verwaltungsverfahren des moder-
nen Staates, Diss., Bern 2000, S. 318 f.).

Auf die Mitteilung der SUVA, die Ausrichtung weiterer Versicherungs-
leistungen müsse sofort unterbrochen werden, weil die Haftungsfrage 
aufgrund neu bekannt gewordener Tatsachen überprüft werden müsse, 
reagierte  der  Beschwerdeführer  mit  Schreiben vom 20. August  2007 
wie  folgt:  „Aufgrund Ihrer  Zeilen  vom 20. Juli  2007 ist  davon auszu-
gehen,  dass  Sie  Ihre  Vorgehensweise  offenbar  auf  Überwachungs-
material stützen. Ich bitte Sie, mir dieses Material zur Einsichtnahme 
zuzustellen  und  mir  gleichzeitig  den  Anfangsverdacht  zu  belegen.“ 
(SUVA-Akt. 148).  Mit  Schreiben  vom  3. September  2007  teilte  die 
SUVA dem Versicherten bzw. dessen Rechtsvertreter Advokat Schmid 
mit,  dass  sich  sämtliche  Akten  beim  Bezirksstatthalteramt  Liestal 
befänden  (SUVA-Akt. 149).  Am  29. Oktober  2007  stellte  Advokat 
Simon  Rosenthaler,  den  der  Beschwerdeführer  am 18. Juli  2007  im 
Strafverfahren  als  Rechtsvertreter  mandatiert  hatte,  ein  Aktenein-
sichtsgesuch  bei  der  SUVA (SUVA-Akt. 151),  welchem  die  SUVA – 
ebenfalls  mit  dem  Hinweis  auf  die  sich  beim  Bezirksstatthalteramt 
Liestal befindenden Akten – stattgab (SUVA-Akt. 153). Daraus erhellt, 
dass dem Beschwerdeführer  bereits  im Zeitpunkt,  in  dem die SUVA 
die Leistungen einstellte, bekannt war, dass ein Strafverfahren gegen 
ihn läuft und er aus der entsprechenden Mitteilung der SUVA offenbar 
den  zutreffenden  Schluss  zog,  die  Leistungseinstellung  sei  durch 
einen  Verdacht  auf  rechtswidrigen  Leistungsbezug  begründet.  Es 
erscheint  daher  kaum  vorstellbar,  dass  der  Beschwerdeführer  den 
Grund für die Sistierung der Rentenleistungen der Invalidenversiche-
rung,  die  am  14. Dezember  2007  erfolgte,  nicht  kannte,  zumal  die 
Begründung im Wesentlichen gleich lautete wie diejenige der SUVA.

Die IV-Stelle beschränkte sich für die Begründung der Sistierung der 
Rentenleistungen auf die von der SUVA verwendete Formulierung, um 
das laufende Strafverfahren nicht zu behindern. Diese Vorsicht dürfte 
auch damit zusammenhängen, dass ihre Anfragen bei der SUVA vom 
23. Oktober und vom 4. Dezember 2007 nach dem Stand des Verfah-
rens bzw. nach weiteren Informationen unbeantwortet blieben. Die IV-
Stelle  erhielt  lediglich  die  mündliche  Information,  das  Verfahren  sei 
noch hängig (vgl. SUVA-Akt. 150, 152, 155 f.). Nachdem sie vom Statt-
halteramt  die  Information  erhalten  hatte,  es  bestünden  erhebliche 
Anzeichen  für  missbräuchlichen  Leistungsbezug,  verfügte  sie,  ohne 
genau zu wissen,  welche Informationen an den Versicherten weiter-

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gegeben werden dürfen. Hingegen war der Beschwerdeführer hinrei-
chend über die Gründe der Einstellung informiert,  um die Verfügung 
anfechten zu können. 

3.4 Zu  Recht  macht  der  Beschwerdeführer  nicht  geltend,  die  Vor-
instanz hätte ihn vor Erlass der Verfügung anhören müssen.

3.4.1 Gemäss Art. 42 ATSG haben die Parteien Anspruch auf  recht-
liches Gehör. Sie müssen nicht angehört werden vor Verfügungen, die 
durch Einsprache anfechtbar sind. Mit Satz 2 von Art. 42 ATSG traf der 
Gesetzgeber eine abschliessende Regelung bezüglich des Anspruchs 
auf  Anhörung  der  Parteien  vor  Verfügungen,  die  durch  Einsprache 
anfechtbar  sind  (BGE  132  V  368  E. 4.2).  Weitere  Ausnahmen  vom 
Grundsatz,  dass  die  Parteien  vor  Erlass  einer  Verfügung anzuhören 
sind, sieht Art. 30 Abs. 2 VwVG vor, der gemäss Art. 55 Abs. 1 ATSG 
ergänzend  im  Sozialversicherungsverfahren  anwendbar  ist.  Nach 
Art. 30  Abs. 2  Bst. e  VwVG  braucht  die  Behörde  die  Parteien  nicht 
anzuhören  vor  Verfügungen  in  einem  erstinstanzlichen  Verfahren, 
wenn Gefahr im Verzuge ist, den Parteien die Beschwerde gegen die 
Verfügung zusteht und ihnen keine andere Bestimmung des Bundes-
rechts einen Anspruch auf vorgängige Anhörung gewährleistet. 

3.4.2 Ein auf Art. 30 Abs. 2 Bst. e VwVG gestützter Verzicht auf vor-
gängige Anhörung muss im Einzelfall verhältnismässig sein, wobei die 
Voraussetzungen bei  Endverfügungen restriktiver zu handhaben sind 
als  bei  Zwischenverfügungen  (vgl.  WALDMANN/BICKEL,  a.a.O.,  Art. 30 
N. 70). 

3.4.3 Nach  der  Rechtsprechung  setzt  die  Anwendung  von  Art. 30 
Abs. 2 Bst. e  VwVG voraus,  dass eine Rechtsmittelinstanz mit  voller 
Kognition angerufen werden kann (BGE 126 II 111 E. 6b/aa, BGE 128 
V 272 E. 5b/ee). Da das Bundesverwaltungsgericht nicht nur Rechts- 
und Tatfragen, sondern auch Ermessensfragen überprüft (vgl. Art. 49 
VwVG),  ist  diese  Voraussetzung  ohne  Weiteres  erfüllt  (vgl.  auch 
WALDMANN/BICKEL,  a.a.O.,  Art. 30 N. 74). Das Anhörungsverfahren wird 
in  diesen  Fällen  nach  Erlass  der  Verfügung  durch  die  Beschwerde-
instanz durchgeführt. 

3.4.4 Wurde ein Strafantrag wegen Verdacht auf Versicherungsbetrug 
eingereicht,  wird  sich  die  IV-Stelle  oft  –  wie  vorliegend  –  mit  dem 
Problem konfrontiert  sehen, dass sie über den Stand des Verfahrens 
nur in  groben Zügen informiert  ist  und die Herrschaft  über  das  Ver-

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fahren sowie die massgeblichen Akten bei der Strafermittlungsbehörde 
liegen. In dieser Situation kann die Gewährung des rechtlichen Gehörs 
erhebliche Schwierigkeiten bieten. Dies darf jedoch nicht dazu führen, 
dass  die  IV-Stelle  trotz  hinreichendem  Verdacht  auf  Versicherungs-
betrug  beispielsweise  den  Abschluss  des  Strafuntersuchungsverfah-
rens und die Anklageerhebung abwarten muss, bevor sie Rentenleis-
tungen einstellen  kann. Die  in  Art. 30 Abs. 2 Bst. e  VwVG genannte 
Voraussetzung  „Gefahr  im  Verzug“  kann  daher  mit  den  Vorausset-
zungen  zum  Erlass  vorsorglicher  Massnahmen,  insbesondere  der 
vorsorglichen  Leistungseinstellung,  weitgehend  übereinstimmen. Wie 
im Folgenden noch darzulegen sein wird, sind diese Voraussetzungen 
im vorliegenden Fall erfüllt. 

3.5 Zusammenfassend ist  festzuhalten,  dass – sofern die Vorinstanz 
den Anspruch des Beschwerdeführers auf  rechtliches Gehör verletzt 
haben sollte – die Gehörsverletzung als geheilt zu gelten hätte.

4.
In materieller Hinsicht rügt der Beschwerdeführer im Wesentlichen, die 
Vorinstanz  habe  den  Sachverhalt  unrichtig  bzw. unvollständig  abge-
klärt, bevor sie die Leistungen eingestellt habe. Es sei nicht mit über-
wiegender  Wahrscheinlichkeit  erstellt,  dass  die  Erwerbsfähigkeit  des 
Beschwerdeführers  nicht  in  dem  Ausmass  eingeschränkt  sei,  von 
welchem  die  Vorinstanz  bei  Erlass  der  rentenzusprechenden  Ver-
fügung  im  Dezember  2004  ausgegangen  sei.  Damit  verkennt  der 
Beschwerdeführer,  dass  die  IV-Stelle  nicht  definitiv  über  den  Leis-
tungsanspruch  entschieden  hat,  sondern  vorsorgliche  Massnahmen 
getroffen hat.

4.1 Vorsorgliche Massnahmen dienen dazu, die Wirksamkeit der End-
verfügung sicherzustellen (STEFAN VOGEL, Vorsorgliche Massnahmen, in: 
Isabelle Häner/Bernhard Waldmann [Hrsg.], Das erstinstanzliche Ver-
waltungsverfahren,  Zürich/Basel/Genf  2008,  S. 90)  ohne  jedoch  den 
Endentscheid  zu  präjudizieren  (BGE  130  II  149  E. 2.2).  Dies  kann 
durch  Sicherungsmassnahmen  (Erhaltung  des  bestehenden  Zustan-
des) sowie Gestaltungs- oder Regelungsmassnahmen (Sicherstellung 
bedrohter Interessen) erfolgen (vgl. Art. 56 VwVG; HANSJÖRG SEILER, in: 
Praxiskommentar  VwVG,  Art. 56  N. 30;  ISABELLE HÄNER,  Vorsorgliche 
Massnahmen im Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, ZSR 
1997  II,  S. 309  ff.).  Sie  sind  in  der  Regel  akzessorisch  zu  einem 
Hauptverfahren, haben nur vorläufige Geltung und fallen mit Erlass der 

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Endverfügung dahin (FRANZ SCHLAURI,  Die vorsorgliche Einstellung von 
Dauerleistungen  der  Sozialversicherung,  in:  Schaffhauser/Schlauri, 
Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gal-
len 1999, S. 218, vgl. auch BGE 129 V 370 E. 4.3 [betreffend aufschie-
bende  Wirkung]).  Da  vorsorgliche  Massnahmen  bei  Dringlichkeit  zu 
erlassen sind, beruhen sie lediglich auf einer summarischen Prüfung.

4.2 Der Erlass vorsorglicher Massnahmen im Verwaltungsverfahren ist 
grundsätzlich unabhängig davon, ob das Gesetz eine explizite Rege-
lung dazu enthält, zulässig (Urteil BVGer A-6043/2007 vom 8. Oktober 
2007 E. 4.2  mit  Hinweisen). Dies  hat  die  Rechtsprechung  insbeson-
dere  auch  im  Bereich  des  Sozialversicherungsrechts  bejaht  (SEILER, 
a.a.O.,  N. 18  mit  Hinweisen,  siehe auch  SCHLAURI,  a.a.O.,  S. 195 ff.). 
Nach der in der Doktrin überwiegend vertretenen Ansicht ergibt sich 
die  Zulässigkeit  des  Erlasses  vorsorglicher  Massnahmen  aus  den 
materiellrechtlichen  Bestimmungen,  deren  Durchsetzung  gesichert 
werden  soll,  weshalb  den  Verfahrensbestimmungen  lediglich  ergän-
zende  Funktion  zukommt  (VOGEL,  a.a.O.,  S. 92;  UHLMANN/WÄLLE-BÄR, 
a.a.O., N. 8, je mit Hinweisen; vgl. auch SEILER, a.a.O., N. 17). Zum Teil 
wird  aber  auch  vertreten,  Art. 56  VwVG  –  der  die  vorsorglichen 
Massnahmen  im  Beschwerdeverfahren  regelt  –  sei  im  Sinne  einer 
Lückenfüllung  analog  im  (erstinstanzlichen)  Verwaltungsverfahren 
anwendbar  (vgl.  SEILER,  a.a.O.,  N. 17  f. und  FN 19).  Das  Recht  des 
Versicherungsträgers, die Versicherungsleistungen bei Verletzung der 
Mitwirkungspflicht einzustellen, gilt nach der Rechtsprechung auch als 
allgemeiner  prozessualer  Grundsatz  der  Bundessozialversicherung 
(Urteil  BGer 9C_345/ 2007 vom 26. März 2008 E. 4 mit  Hinweis auf 
BGE 107 V 24 E. 3).

Ergibt sich die Zulässigkeit vorsorglicher Massnahmen aus dem mate-
riellen Recht, sind vorliegend folgende Bestimmungen von Bedeutung: 
Gemäss Art. 53 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und 
Einspracheentscheide  in  Revision  gezogen  werden,  wenn  die  versi-
cherte  Person  oder  der  Versicherungsträger  nach  deren  Erlass 
erhebliche neue Tatsachen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren 
Beibringung zuvor nicht möglich war (Abs. 1). Der Versicherungsträger 
kann zudem auf formell  rechtskräftige Verfügungen oder Einsprache-
entscheide zurückkommen,  wenn diese zweifellos unrichtig  sind  und 
wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist  (Abs. 2). Nach 
Art. 17  Abs. 1  ATSG  wird  die  Rente  von  Amtes  wegen  oder  auf 
Gesuch hin  für  die  Zukunft  entsprechend  erhöht,  herabgesetzt  oder 

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aufgehoben,  sofern  sich  der  Invaliditätsgrad  einer  Rentenbezügerin 
oder  eines Rentenbezügers erheblich  ändert. In  allen drei  Verfahren 
zur Überprüfung des Rentenanspruchs kann die Verwaltung – sofern 
die  Voraussetzungen  dafür  erfüllt  sind  –  vorsorgliche  Massnahmen 
treffen (vgl. auch SCHLAURI, a.a.O., S. 193).

4.3 Der  Entscheid  über  die  Anordnung  vorsorglicher  Massnahmen 
setzt Dringlichkeit voraus, d.h. es muss sich als notwendig erweisen, 
die  fraglichen  Vorkehren  sofort  zu  treffen.  Der  Verzicht  auf  Mass-
nahmen muss für den Betroffenen einen Nachteil bewirken, der nicht 
leicht wieder gutzumachen ist,  wofür ein tatsächliches, insbesondere 
wirtschaftliches  Interesse  genügt  (BGE  130  II  149  E. 2.2).  Das 
bedrohte  und  zu  schützende  Interesse  kann  ein  öffentliches  oder 
privates  Interesse  sein  (SEILER,  a.a.O.,  N. 26).  Die  beiden  Voraus-
setzungen der Dringlichkeit und des drohenden Nachteils hängen eng 
zusammen (VOGEL, a.a.O., S. 94).

4.3.1 Der Versicherungsträger kann die von der versicherten Person 
unrechtmässig  bezogenen  Leistungen  zurückfordern  (vgl.  Art. 25 
Abs. 1 und 2  ATSG). Die  Rückforderung von Rentenleistungen stellt 
nicht nur einen administrativen Aufwand für die Verwaltung dar. Da es 
sich bei Renten um Ersatzeinkommen handelt, besteht eine erhebliche 
Gefahr, dass solche Forderungen uneinbringlich sind. Die Rechtspre-
chung  misst  dem  Interesse,  solche  Rückerstattungsforderungen  zu 
vermeiden,  regelmässig  ein  erhebliches  Gewicht  bei  (vgl. etwa BGE 
105 V 266 E. 3, Urteil EVG 406/01 vom 31. August 2001 E. 4b, Urteil 
BGer 8C_276/2007 vom 20. November 2007 E. 4.1 in Verbindung mit 
E. 3.1).  Zudem ist  –  insbesondere  bei  Verdacht  auf  strafbare  Hand-
lungen – die Gefahr, dass noch vorhandene Vermögenswerte allenfalls 
beiseite geschafft werden, zu berücksichtigen.

4.3.2 Bei Verdacht auf Versicherungsbetrug gilt es weiter zu beachten, 
dass  ein  rasches  und  konsequentes  Vorgehen  der  Verwaltung  im 
Interesse  der  Allgemeinheit,  insbesondere  der  Versicherten  und  der 
Steuerzahlenden,  aber  auch  der  Bezügerinnen  und  Bezüger  einer 
Invalidenrente, liegt. Denn es geht nicht nur um die Vermeidung eines 
finanziellen  sondern  auch  eines  immateriellen  Schadens,  mithin  um 
das  Vertrauen  in  die  Invalidenversicherung  als  Sozialversicherung 
(siehe  dazu  auch  die  parlamentarischen  Beratungen  zur  5. IV-Revi-
sion,  insbesondere  Amtliches  Bulletin  der  Bundesversammlung  [AB] 
2006 N 71 ff, AB 2006 S 112). 

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Besteht  ein  begründeter  Verdacht  auf  Versicherungsbetrug,  ist  die 
Dringlichkeit der vorsorglichen Leistungseinstellung zu bejahen. Vorlie-
gend  wurden  die  Rentenzahlungen  eingestellt,  nachdem  die  SUVA 
Strafanzeige wegen Betrugs und weiterer Delikte eingereicht hatte und 
die  IV-Stelle  vom  Statthalteramt  die  Auskunft  erhalten  hatte,  es 
bestünden  erhebliche  Anzeichen  für  einen  unrechtmässigen  Leis-
tungsbezug  (vgl.  IV-Akt. 35).  Dass  zu  diesem Zeitpunkt  keine  Kopie 
der Strafanzeige in den IV-Akten lag, ist nicht entscheidend. 

4.3.3 Die  Voraussetzung  der  Dringlichkeit  und  das  Erfordernis  des 
nicht leicht wieder gutzumachenden Nachteils sind demnach erfüllt.

4.4 Für  die  Anordnung  vorsorglicher  Massnahmen  gelten  grund-
sätzlich die gleichen Prinzipien wie bei der Beurteilung der aufschie-
benden Wirkung (SEILER,  a.a.O.,  N. 25; BGE 117 V 185 E. 2b). Dem-
nach ist zu prüfen, ob die Gründe, die für die Wirksamkeit der vorsorg-
lichen  Anordnung  sprechen,  gewichtiger  sind  als  jene,  die  für  die 
gegenteilige  Lösung  angeführt  werden  können.  Dabei  steht  der 
beurteilenden  Behörde  ein  gewisser  Beurteilungsspielraum  zu.  Im 
Allgemeinen wird sie ihren Entscheid auf den Sachverhalt stützen, der 
sich  aus  den  vorhandenen  Akten  ergibt,  ohne  zeitraubende  weitere 
Erhebungen  anzustellen.  Bei  der  Abwägung  der  widerstreitenden 
Interessen  können  auch  die  Aussichten  auf  den  Ausgang  des 
Verfahrens  in  der  Hauptsache  berücksichtigt  werden,  sofern  diese 
eindeutig  sind  (vgl.  BGE 117 V 185  E. 2b; Urteil  EVG U 21/02 vom 
11. Dezember  2002,  veröffentlicht  in  RKUV  2003  S. 188,  E. 8.2  mit 
Hinweisen).

4.4.1 Vorliegend  ist  das  Interesse  des  Beschwerdeführers,  während 
der Dauer des Revisionsverfahrens seinen Lebensunterhalt nicht ohne 
die Rente der Invalidenversicherung bestreiten zu müssen, gegenüber 
dem Interesse der IV-Stelle bzw. der Versichertengemeinschaft, einen 
möglichen finanziellen und immateriellen Schaden zu vermeiden (vgl. 
E. 4.3.2 hiervor), abzuwägen. 

4.4.2 Nach der Praxis zur Beurteilung der aufschiebenden Wirkung ist 
das  Interesse  der  Verwaltung,  administrative  Erschwernisse  und  die 
Gefahr der Nichteinbringlichkeit von Rückforderungen zu vermeiden, in 
der  Regel  höher  zu  gewichten  als  das  Interesse  der  versicherten 
Person  an  der  Weiterausrichtung  der  Rente,  wenn  nicht  mit  hoher 
Wahrscheinlichkeit  anzunehmen  ist,  dass  diese  im  Beschwerde-
verfahren  obsiegen  wird  (Urteil  EVG I 406/01  vom  31. August  2001 

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E. 4b,  AHI  2000  S. 185  E. 5  mit  Hinweisen,  vgl.  auch  Urteil  BGer 
8C_110/2008 vom 7. Mai 2008 E. 2.3). Selbst eine allfällige Notwen-
digkeit des Bezugs von Sozialhilfe begründet nicht ohne Weiteres ein 
überwiegendes  Interesse  der  versicherten  Person  (vgl.  Urteil  BGer 
8C_276/2007 vom 20. November 2007 E. 4.1). 

4.4.3 Der  Beschwerdeführer  macht  keine  besonderen  Umstände 
geltend, die – unter Berücksichtigung der dargestellten Praxis – sein 
Interesse  als  überwiegend  erscheinen  liesse.  Vielmehr  rügt  er  im 
Wesentlichen,  der  blosse  Umstand,  dass  ein  strafrechtliches  Unter-
suchungsverfahren im Gange sei,  genüge für  eine vorsorgliche Ren-
teneinstellung  nicht.  Dieser  Einwand  ist,  wie  sich  aus  den  bereits 
erwähnten  öffentlichen  Interessen  –  insbesondere  an  der  Verhinde-
rung von Versicherungsbetrug – ergibt, unbehelflich. In der Replik wird 
weiter  vorgebracht,  aus  den  Untersuchungsakten  der  Staatsanwalt-
schaft ergäben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerde-
führer  seine Beschwerden bewusst  simuliert  hätte  und der  Verdacht 
auf  Versicherungsbetrug  bzw. unrechtmässigen Bezug  von Versiche-
rungsleistungen begründet wäre.

4.4.4 Ob der Beschwerdeführer wieder in der Lage ist, eine – seinem 
Gesundheitszustand  angepasste  –  Erwerbstätigkeit  auszuüben  bzw. 
bereits  bei  Zusprechung  der  Rente  dazu  in  der  Lage  war,  wird  im 
Hauptverfahren zu beurteilen sein. Der Ausgang des Hauptverfahrens 
kann aufgrund der vorliegenden Akten nicht als eindeutig bezeichnet 
werden.  Die  Vermutung,  dass  der  Beschwerdeführer  jedenfalls  bei 
leichten Tätigkeiten nicht dermassen eingeschränkt ist, wie anlässlich 
der von der SUVA angeordneten medizinischen Untersuchungen dar-
gestellt, kann jedenfalls nicht als haltlos bezeichnet werden (vgl. bspw. 
die vom Beschwerdeführer eingereichten und kommentierten Überwa-
chungsprotokolle  [Akt. 24]  und  den  Bericht  über  die  psychiatrische 
Abklärung vom 3. Mai 2007 von Dr.med. C._______ [IV-Akt. 34], siehe 
auch  Urteil  des  Sozialgerichts  Freiburg  vom  18. März  2008,  mit 
welchem die Leistungsklage gegen die Deutsche Rentenversicherung 
Baden-Württemberg abgewiesen wurde [Akt. 18]).

4.4.5 Nach  dem  Gesagten  überwiegt  das  öffentliche  Interesse  an 
einer  Sistierung  der  Rentenleistungen  das  private  Interesse  des 
Beschwerdeführers  an  der  Weiterausrichtung  der  Rente.  Der  Ent-
scheid  betreffend  vorsorgliche  Einstellung  der  Rentenleistungen  ist 
daher rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

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5.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige 
Parteientschädigung.

5.1 Als unterliegende Partei hat der Beschwerdeführer die Verfahrens-
kosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), wobei der geleistete Kosten-
vorschuss  zu  berücksichtigen  ist.  Bei  Streitigkeiten  um  Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen sind diese nach dem Verfahrens-
aufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 – 1000 
Franken  festzulegen  (Art. 69  Abs. 1bis IVG).  Für  das  vorliegende 
Verfahren sind die Verfahrenskosten auf Fr. 400.- festzusetzen.

5.2 Entsprechend  dem Ausgang  des  Verfahrens  ist  keine  Parteient-
schädigung zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG, Art. 7 Abs. 3 des 
Reglements  vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 400.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 400.- verrechnet. 

3.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen
- zur Kenntnis an SUVA

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Johannes Frölicher Susanne Fankhauser

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die 
Voraussetzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene 
Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer 
in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

Seite 18