# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b4d92dd3-1d1c-5cbe-b79e-5abb501e1ba2
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-01-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 28.01.2004 BK 2003 33
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2003-33_2004-01-28.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 28. Januar 2004 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 03 33

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Heinz-Bommer und Rehli 
Aktuar Engler

——————

In der strafrechtlichen Beschwerde

der A. Z., Beschwerdeführerin I,

der B. Z., c/o A. Z., Beschwerdeführerin II, sowie

der C. Z., c/o A. Z., Beschwerdeführerin III,

alle vertreten durch Rechtsanwalt Dirk J. Lehnhoff, Heidebergenstrasse 47, DE-
53229 Bonn,

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 7. Juli 2003, 
mitgeteilt am 15. Juli 2003, in Sachen gegen Y., Beschwerdegegner, vertreten 
durch Rechtsanwalt Dr. iur. Gregor Benisowitsch, Am Römerhof, Ilgenstrasse 22, 
8030 Postfach, Zürich,

betreffend fahrlässige Tötung
(Lawinenunfall),

hat sich ergeben:

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A.1. Für die Zeit vom Montag 4. März 2002 bis Samstag 9. März 2002 
hatte der patentierte und gebietserfahrene Bergführer Y. eine Tourenwoche im 
Münstertal (Val Müstair) organisiert. Von den elf Personen, die sich hierfür ange-
meldet hatten, waren dem Bergführer sechs von früheren Skitouren her bereits 
bekannt. Die Teilnehmer reisten am Sonntag 3. März 2002 an und bezogen in 
Fuldera Quartier. Am Montag 4. März 2003 unternahm Y. mit ihnen eine Skitour 
auf den 2907 Meter hohen Piz Terza. Für Dienstag 5. März 2002 schliesslich war 
eine Tour auf den 3021 Meter hohen Piz Vallatscha geplant.

Nach den Niederschlägen vom 24. und 25. Februar 2002, welche auf Buf-
falora, ca. 2 km WNW des Ofenpasses, eine Zweitagessumme von 25 cm Neu-
schnee ausmachten, war das Wetter in der Region Unterengadin-Münstertal meist 
wolkenreich und oberhalb von 2000 Metern über Meer eher mild. Es blieb jedoch 
bis zum Samstag 2. März 2002 mehrheitlich trocken. In der Nacht vom 2. auf den 
3. März 2002 brachte ein kleines, aber aktives Tief von Südbünden bis zum Obe-
rengadin zum Teil über einen halben Meter Neuschnee. Am Morgen des 3. März 
2002 wurden in La Drossa 28 cm, auf Buffalora 26 cm und in Sta. Maria Val Müstair 
37 cm Neuschnee gemessen. Gemäss der dem Unfallgebiet am nächsten gele-
genen automatischen Schnee- und Wetterstation von Motta Naluns (oberhalb von 
Scuol) flaute der Wind noch während des Schneefalls deutlich ab und blieb danach 
schwach. Während der klaren Nacht auf Montag 4. März 2002 bahnte sich dann 
ein markanter Temperaturanstieg an. In der Folge war die Tageslufttemperatur auf 
rund 2400 Metern über Meer sehr milde. Nach einer erneut klaren Nacht vom 4. 
auf den 5. März 2002 war der Himmel am Dienstag fast andauernd mit mehr oder 
weniger dichten hohen Schleierwolken überzogen. Des weiteren kennzeichneten 
schwache Winde aus südlichen Richtungen und milde Lufttemperaturen diesen 
Tag in der Region Unterengadin-Münstertal.

Das Gebiet Piz Vallatscha/Val S-charl liegt an der Grenze zwischen dem 
Unterengadin und dem zu den Bündner Südtälern gehörenden Münstertal. Wie in 
anderen Regionen war auch hier der ungünstige Schneedeckenaufbau zu beach-
ten, auf den bereits in früheren Bulletins aufmerksam gemacht worden war. – Im 
nationalen Lawinenbulletin Nr. 104 vom 4. März 2002 17.00 Uhr wurde in der Vor-
hersage für den kommenden Tag für Graubünden mit Ausnahme des Prättigau 
vor einer erheblichen Lawinengefahr gewarnt. Die Gefahrenstellen befänden sich 
vor allem an Steilhängen der Expositionen Südwest über Nord bis Südost ober-
halb von rund 2200 Metern. Ergänzend wurde für konkret bezeichnete Gebiete (so 

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das Engadin) darauf hingewiesen, dass vor allem die relativ frischen und teilweise 
erheblichen Neuschneemengen der letzten Tage durch Einzelpersonen ausgelöst 
werden könnten. – Das für Südbünden (Engadin, Bergell, Puschlav, Münstertal) 
herausgegebene, für den Tagesverlauf geltende regionale Lawinenbulletin Nr. 
089 vom Dienstag 5. März 2002 08.00 Uhr bestätigte die im nationalen Bulletin 
vom Vorabend enthaltene Prognose, und zwar hinsichtlich Gefahrenstufe, Höhen-
lage und Expositionen. Im Begleittext wurde darüber hinaus festgehalten, dass die 
kritischen Verhältnisse Vorsicht und Zurückhaltung verlangten; die milden Tempe-
raturen würden die Auslösebereitschaft für trockene Schneebrettlawinen in allen 
Expositionen erhöhen; überdies seien mit der Tageserwärmung ab Mittag stellen-
weise Nassschneelawinen zu erwarten.

Nach der Interpretationshilfe zum nationalen Lawinenbulletin, deren gän-
gige Kurzfassung in der von verschiedenen Institutionen (so auch vom Schweizer 
Bergführerverband SBV) herausgegebenen Broschüre Achtung Lawinen! zu fin-
den ist, bedeutet erhebliche Lawinengefahr:

„Auslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung (z. B. Einzelperson) 
vor allem an den angegebenen Steilhängen möglich. Fallweise sind spon-
tan einige mittlere, vereinzelt aber auch grosse Lawinen möglich. Teilweise 
ungünstige Verhältnisse. Erfahrung in der Lawinenbeurteilung erforderlich. 
Steilhänge der angegebenen Exposition und Höhenlage möglichst mei-
den.“

2. Für die geplante Tour auf den Piz Vallatscha benützte Y. mit seinen 
Gästen am Morgen des 5. März 2002 vorerst die Transportanlagen des Skigebie-
tes von Minschuns. Von deren Endstation gelangte die Gruppe in geschlossener 
Formation über die Fuorcla Funt. da S-charl und das Valbella in nordwestlicher 
Richtung in den eigentlichen (mit Spitzkehren zu bewältigenden) Aufstiegsbereich 
des Südhangs. Von hieran wurden Entlastungsabstände von rund 50 Metern ein-
gehalten. Den Gipfelhang schliesslich umging die Gruppe zu Fuss über die an-
grenzenden Felsen. Gegen Mittag wurde das Ziel erreicht. Während der ansch-
liessenden Rast kam unter der Leitung eines deutschen Bergführers eine weitere 
Gruppe auf dem Gipfel an. Die beiden Bergführer entschlossen sich für die Abfahrt 
ins Vallatscha d’Astras, die vorerst in nördlicher Richtung verläuft und dann in ei-
nem Bogen auf die Ostseite des Felsmassivs führt. Wegen Schneeverfrachtungen 
in Mulden erachteten sie es dabei als angezeigt, die Spur möglichst in flache Zo-
nen zu legen und Steilhänge bzw. steilere Hangabschnitte zu meiden; ausserdem 
sollten Passagen ausgenützt werden, in deren Bereich der Wind den Neuschnee 

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etwas weggeblasen hatte. Die Gruppe mit dem deutschen Bergführer fuhr dann 
als erste zu Tal.

Etwas später brach auch Y. mit seinen Leuten auf. Im steilen Gipfelbereich 
stiegen sie ein Stück weit zu Fuss ab. Für die anschliessende Abfahrt bestimmte 
der Bergführer jeweils den Korridor, der nicht verlassen werden durfte; überdies 
legte er laufend fest, bis zu welchen Punkten durchgefahren bzw. wo wieder an-
gehalten werden sollte. Ausserdem verlangte er die Einhaltung grosser Abstände, 
soweit er bestimmte Abschnitte nicht sogar einzeln befahren liess. Nachdem die 
Gruppe in der beschriebenen Art und Weise den oberen Bereich der Abfahrt be-
wältigt und dabei (nunmehr Richtung Süden haltend) bereits einen Teil der nach 
Osten exponierten Hänge passiert hatte, besammelte sie sich auf einer Höhe von 
ungefähr 2600 Metern über Meer neu. Von hier an führten die Spuren der unter 
der Leitung des deutschen Bergführers vorausgefahrenen Gruppe leicht abwärts 
und immer noch in südlicher Richtung über einen eher flachen (nur ungefähr 15° 
geneigten) terrassenartigen Geländeabschnitt, auf dem sich praktisch kein Neu-
schnee befand. Der darüber liegende, nach Osten ausgerichtete Hang ist anfäng-
lich rund 30°, oben bei den Felsen aber gegen 40° steil; ähnlich abschüssig ist der 
Hang unterhalb der die Traverse begrenzenden Kante. Y. entschied sich für den 
gleichen Weg, den bereits der deutsche Bergführer gewählt hatte. Er fuhr als ers-
ter los, um den nächsten Halteplatz zu bestimmen, während ihm die einzelnen 
Gruppenmitglieder in der vorgegebenen Spur sowie den verlangten Abständen 
folgen sollten. Nach der Querung hielt der Bergführer an, um die herannahenden 
Tourenfahrer zu beobachten. In diesem Augenblick brach knapp unterhalb der be-
schriebenen Geländekante ein Schneebrett los. Sekunden später löste sich in den 
Felsen auf ungefähr 2740 Metern über Meer eine ungefähr 130 Meter breite, sich 
in der Folge noch weiter ausdehnende Sekundärlawine. Y. und vier seiner Gäste 
wurden von ihr erfasst und rund 140 bzw. 100 Meter über den unterhalb von ihnen 
liegenden steilen Bereich in die dortige Mulde mitgerissen. Der mit einem ABS-
Rucksack ausgerüstete Bergführer hatte noch rechtzeitig den Mechanismus sei-
nes Rettungsballons betätigt.

Während Y. unverletzt an der Oberfläche des Lawinenkegels zum Stillstand 
kam und unverzüglich die Rettung einleiten konnte, wurden X. 220 cm, W. 210 
cm, V. 180 cm und U. 160 cm tief verschüttet. Alle vier wurden rasch geortet und 
innert ungefähr vierzig Minuten soweit freigeschaufelt, dass mit der Reanimation 
begonnen werden konnte. Bei X. blieb dies ohne Erfolg; der Notfallarzt musste bei 

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ihm noch am Unfallort den Tod feststellen. V. und W. wurden in bewusstlosem 
Zustand nach Chur ins Kantonsspital bzw. nach Zürich ins Universitätsspital ge-
flogen. Die beiden Opfer konnten jedoch nicht mehr gerettet werden; am Nachmit-
tag des 6. März 2002 wurde bei ihnen der Tod festgestellt. U. war demgegenüber 
schon kurz nach der Bergung ansprechbar. Sie wurde leicht unterkühlt, aber un-
verletzt nach Samedan ins Kreisspital Oberengadin geflogen; am Tag darauf 
wurde sie dort wieder entlassen.

B. Am 14. März 2002 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden zur 
Abklärung der näheren Umstände dieses tödlichen Lawinenunfalls eine Strafun-
tersuchung, welche ab dem 4. April 2003 gegen den Bergführer Y. wegen des 
Verdachts der fahrlässigen Tötung weitergeführt wurde. Mit der Sache betraut war 
das Untersuchungsrichteramt Samedan. Im Verlaufe des Verfahrens holte der Un-
tersuchungsrichter beim Eidgenössischen Institut für Schnee- und Lawinenfor-
schung SLF Davos ein Gutachten ein, welches von Dr. T. ausgearbeitet und am 
9. September 2002 der den Auftrag erteilenden Behörde abgeliefert wurde.

Mit Verfügung vom 7. Juli 2003, mitgeteilt am 15. Juli 2003, die vom zustän-
digen Staatsanwalt genehmigt wurde, stellte der Untersuchungsrichter die Stra-
funtersuchung ein, wobei die Verfahrenskosten auf die Staatskasse genommen 
wurden.

C. Am 31. Juli 2003 liessen die durch einen Rechtsanwalt vertretenen 
A. Z., B. Z. und C. Z. die Einstellungsverfügung mittels strafrechtlicher Be-
schwerde bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichtes anfechten. In erster 
Linie beantragten sie, es sei ihnen, was bislang offenbar noch nicht geschehen 
war, umfassend Akteneinsicht zu gewähren, verbunden mit der Möglichkeit, an-
schliessend die Beschwerde zu ergänzen. Vorsorglich machten sie – beschränkt 
auf ihren damaligen Wissensstand – auch noch Ausführungen darüber, weshalb 
ihrer Meinung nach die Untersuchung gegen den Bergführer nicht hätte eingestellt 
werden dürfen.

In ihrer Stellungnahme vom 25. August 2003 begnügte sich die Staatsan-
waltschaft damit, den Antrag auf Gewährung von Akteneinsicht zu unterstützen; 
auf nähere Bemerkungen zur Beschwerde verzichtete sie hingegen; sie verwies 
stattdessen auf die Ausführungen in der angefochtenen Einstellungsverfügung.

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In seiner Vernehmlassung vom 30. September 2003 liess Y. durch seinen 
Rechtsvertreter das Begehren stellen, es sei die Beschwerde unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge zulasten der Gegenpartei abzuweisen. Er bestritt, Sorgfalts-
pflichten verletzt und dadurch den tödlichen Lawinenunfall verursacht zu haben.

D. Nachdem die Beschwerdeführerinnen Akteneinsicht erhalten hatten, 
wurde ein zweiter Schriftenwechsel durchgeführt. In ihrer Replik vom 11. Novem-
ber 2003 verdeutlichten sie die bereits in ihrer ersten Eingabe vertretene Auffas-
sung, dass der Bergführer durch die Einstellung der Untersuchung zu Unrecht vom 
Vorwurf entlastet worden sei, wegen sorgfaltswidrigem Verhalten für den Tod von 
X. verantwortlich zu sein. Die Strafsache müsse deshalb dem ordentlichen Richter 
zum Entscheid unterbreitet werden.

Mit Schreiben vom 24. November 2003 verzichtete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden auf die Einreichung einer Duplik.

In seiner Duplik vom 9. Dezember 2003 beharrte Y. auf seinem ursprüngli-
chen Antrag, wonach das Rechtsmittel unter Kosten- und Entschädigungsfolge 
zulasten der drei Beschwerdeführerinnen abgewiesen werden müsse.

Am 11. Dezember 2003 wurde der Schriftenwechsel geschlossen.

E. Auf die weiteren Ausführungen in der angefochtenen Einstellungs-
verfügung sowie in den verschiedenen Eingaben an die Beschwerdekammer wird, 
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:

1. Bei A. Z., B. Z. und C. Z. handelt es sich um die Lebenspartnerin und 
die beiden noch unmündigen gemeinsamen Kinder von X., der beim hier zu beur-
teilenden Lawinenunfall ums Leben gekommen ist. Sie sind damit Personen im 
Sinne von Art. 2 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 über die Hilfe 
an Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz; OHG; SR 312.5), die in bestimmten 
Bereichen dem Opfer gleichgestellt werden; unter anderem bei der Geltendma-

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chung von Verfahrensrechten und Zivilansprüchen, soweit ihnen (aus eigenem 
Recht oder aus einer Rechtsnachfolge) Zivilansprüche (auf Ersatz von Versorger-
schaden etwa oder auf Leistung einer Geldsumme als Genugtuung) gegenüber 
dem Täter zustehen (Art. 2 Abs. 2 lit. b OHG; vgl. auch BGE 126 IV 44 f.; 
GOMM/STEIN/ZEHNTNER, Kommentar zum Opferhilfegesetz, Bern 1995, Art. 2 OHG 
N. 28 f.).

Gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. b OHG steht dem Opfer und den ihm gleichgestell-
ten Personen das Recht zu, Verfügungen oder Beschlüsse über die Nichtanhand-
nahme oder die Einstellung eines Strafverfahrens an eine richterliche Behörde 
weiterzuziehen, und zwar ungeachtet der besonderen Legitimationsvoraussetzun-
gen (vgl. hierzu BGE 127 IV 126 f.), die gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG für die 
Anfechtung gerichtlicher Entscheidungen erfüllt sein müssen (vgl. 
GOMM/STEIN/ZEHNTNER, a. a. O., Art. 8 OHG N. 5 f.). Es ist also nicht erforderlich, 
dass die betreffenden Personen bereits Zivilansprüche geltend gemacht haben, 
ebenso wenig, dass sich der angefochtene Entscheid auf die Beurteilung der Zi-
vilforderungen auswirken kann, und auch nicht, dass sich die Rechtsmitteleinleger 
sonstwie am Verfahren beteiligt haben (vgl. Eva WEISHAUPT, Die verfahrensrecht-
lichen Bestimmungen des Opferhilfegesetzes [OHG] unter besonderer Berück-
sichtigung ihrer Auswirkungen auf das Zürcher Verfahrensrecht, Zürcher Studien 
zum Strafrecht Band 33, Zürich 1998, S. 269).

Die vom OHG geforderte Weiterzugsmöglichkeit bietet das bündnerische 
Verfahrensrecht mit Art. 138 StPO an, der vorsieht, dass vom Staatsanwalt ge-
nehmigte Einstellungsverfügungen der Untersuchungsrichter mittels Beschwerde 
bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichtes angefochten werden können. 
Zur Ergreifung dieses Rechtsmittels sind A. Z., B. Z. und C. Z. nach dem Gesagten 
bereits von Bundesrechts wegen legitimiert (vgl. WEISHAUPT, a. a. O., S. 266; Willy 
PADRUTT, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden [StPO], 
2. Aufl., Chur 1996, S. 354), so dass auf die in Art. 139 Abs. 1 StPO umschriebene 
Berechtigung zur Beschwerdeführung nicht weiter eingegangen zu werden 
braucht. Da sich die drei Beschwerdeführerinnen überdies innert Frist und in Be-
achtung der gesetzlichen Formvorschriften (Art. 139 Abs. 2 und 3 StPO) dagegen 
gewehrt haben, dass die gegen Y. geführte Strafuntersuchung eingestellt wurde, 
kann auf ihr Rechtsmittel grundsätzlich eingetreten werden.

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2. Unzulässig ist allerdings der in der Beschwerde sinngemäss enthal-
tene Antrag, es sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen, die Angelegenheit durch 
Anklageerhebung dem zuständigen Sachrichter zum Entscheid zu unterbreiten. 
Wird eine angefochtene Einstellungsverfügung aufgehoben, liegt es angesichts 
der rein kassatorischen Natur des Rechtsmittels nach einer allfälligen Ergänzung 
der Untersuchung wiederum ausschliesslich in der Kompetenz der Staatsanwalt-
schaft, darüber zu befinden, ob Anklage erhoben oder das Verfahren erneut ein-
gestellt werden soll (vgl. PADRUTT, a. a. O., S. 347). Soweit dem hier nicht Rech-
nung getragen wird, kann auf die Beschwerde also nicht eingetreten werden.

Bei all dem ist freilich einzuräumen, dass der Staatsanwaltschaft nach der 
Aufhebung einer unhaltbaren Einstellungsverfügung immer dann, wenn sich die 
Erhebung zusätzlicher Beweise erübrigt und eine Verfahrenseinstellung mit geän-
derter (verbesserter) Begründung ebenso wenig in Frage kommt, faktisch keine 
andere Möglichkeit bleibt, als den Angeschuldigten in Anklagezustand zu verset-
zen.

3. Gemäss Art. 138 StPO kann eine angefochtene Einstellungsverfü-
gung durch die Beschwerdekammer wegen Rechtswidrigkeit oder Unangemes-
senheit aufgehoben werden. Wenn in der Rechtsprechung hierzu festgehalten 
wird, dass sich ein Eingreifen in das Ermessen des Untersuchungsrichters und 
des Staatsanwaltes nur insoweit rechtfertige, als sich deren Verfügung nicht mit 
triftigen Gründen vertreten lasse, liegt darin keine Beschränkung auf eine reine 
Willkürprüfung. Eine Einstellungsverfügung ist vielmehr dann angemessen und 
hält der umschriebenen Kontrolle stand, wenn aufgrund des Untersuchungsergeb-
nisses nicht genügend Anhaltspunkte für das Vorliegen eines straf- und verfolg-
baren Verhaltens gegeben sind und somit bei gerichtlicher Beurteilung ein Frei-
spruch erwartet werden müsste und wenn überdies keine neuen Beweismittel er-
sichtlich sind, die das Beweisergebnis massgeblich zu beeinflussen vermöchten. 
Aufzuheben ist eine Einstellungsverfügung hingegen, wenn in objektiver und sub-
jektiver Hinsicht Umstände vorliegen, welche einen Schuldspruch als wahrschein-
lich erscheinen lassen, oder wenn die Möglichkeit zu einer sinnvollen Untersu-
chungsergänzung gar nicht ausgeschöpft wurde (vgl. PKG 1975-58-169; Ent-
scheid der Beschwerdekammer vom 24. November 2003 Erw. 1, BK 03 49).

Den Beschwerdeführerinnen erscheinen die Untersuchungsakten insoweit 
lückenhaft und ergänzungsbedürftig, als die Aussagen von S. gegenüber der Po-

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lizei, so sie überhaupt schriftlich festgehalten worden seien, noch beschafft wer-
den sollten. Die Tatsache, dass im Polizeirapport lediglich die Protokolle über die 
vom Untersuchungsrichter am Tag nach dem Unglück auf dem Polizeiposten Zer-
nez getätigten Einvernahmen aufscheinen, bedeutet, dass die Polizei selber keine 
förmlichen Befragungen vorgenommen hat, andernfalls wären die entsprechen-
den Dokumente mit Sicherheit in die der Staatsanwaltschaft übermittelten Akten 
integriert worden. Der zuständige Sachbearbeiter begnügte sich offenkundig mit 
der formfreien Einholung der nötigen Auskünfte, die ihn in die Lage versetzen soll-
ten, eine vorläufige Schilderung des Tourenverlaufs und des Unfallherganges ma-
chen zu können. Selbst wenn hierüber noch gewisse Unterlagen vorhanden sein 
sollten (Handnotizen etwa), erübrigt es sich, nach ihnen zu forschen und sie 
nachträglich zu den Akten zu nehmen. Nebst anderen Personen wurde S. nämlich 
in der Zwischenzeit auf dem Rechtshilfeweg als Zeuge befragt, wobei er umfas-
send und klar ausgesagt hat. Seine Beobachtungen sind damit hinlänglich doku-
mentiert, so dass diesbezüglich kein Bedarf für weitere Abklärungen besteht, zu-
mal Anhaltspunkte fehlen, er könnte gegenüber der Polizei andere Angaben ge-
macht haben als vor dem Rechtshilferichter. – Bislang nicht einvernommen wurde 
offenbar der Ehemann der beim Lawinenunglück ums Leben gekommenen W.. 
Die Beschwerdeführerinnen möchten, dass dies nachgeholt wird, versuchen aber 
gar nicht erst darzutun, in welcher Richtung durch eine solche Befragung zusätz-
liche Aufschlüsse gewonnen werden sollen. Angesichts des Zeitablaufs (der Unfall 
liegt bereits zwei Jahre zurück), des Vorliegens eines ausführlichen Gutachtens 
sowie des Umstandes, dass sich ausser dem Bergführer insgesamt fünf seiner 
Gäste als Zeugen einlässlich zum Geschehen geäussert haben, ist denn auch 
nicht zu erwarten, dass die Vernehmung eines weiteren Mitglieds der Touren-
gruppe neue Erkenntnisse bringen wird, die das Beweisergebnis wesentlich zu 
beeinflussen vermöchten. – Dass sich sonstwie die Erhebung zusätzlicher Be-
weismittel aufdränge (die Einholung ergänzender Auskünfte beim Eidgenössi-
schen Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF Davos etwa), wird von den 
Beschwerdeführerinnen zu Recht nicht geltend gemacht.

Im Folgenden bleibt damit zu prüfen, ob die Staatsanwaltschaft bei der ge-
gebenen Aktenlage zum Schluss kommen durfte, dass Y., sollte es zu einer An-
klageerhebung kommen, aller Wahrscheinlichkeit nach vom Vorwurf der fahrläs-
sigen Tötung freigesprochen werden müsste.

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4. Gemäss Art. 117 StGB wird mit Gefängnis oder mit Busse bestraft, 
wer fahrlässig den Tod eines Menschen verursacht. Fahrlässig begeht der Täter 
ein Verbrechen oder Vergehen, wenn die Tat darauf zurückzuführen ist, dass er 
die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder 
darauf nicht Rücksicht genommen hat (Art. 18 Abs. 3 Satz 1 StGB). Ein Schuld-
spruch wegen fahrlässiger Tötung setzt somit voraus, dass der Täter den Erfolg 
durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Sorgfaltswidrig ist die Hand-
lungsweise, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umstände sowie 
seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit bewirkte Gefährdung der Rechts-
güter des Opfers hätte erkennen können und müssen und wenn er zugleich die 
Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat (Art. 18 Abs. 3 Satz 2 StGB). Wo 
besondere Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, richtet sich das Mass der 
dabei zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften. Fehlen 
sie, kann auf analoge, der Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Regeln 
privater oder halbprivater Vereinigungen abgestellt werden, sofern sie allgemein 
anerkannt sind. Dies schliesst freilich nicht aus, dass der Vorwurf der Fahrlässig-
keit auch auf allgemeine Rechtsgrundsätze wie den allgemeinen Gefahrensatz ge-
stützt werden kann. Grundvoraussetzung für das Bestehen einer Sorgfaltspflicht-
verletzung und mithin für die Fahrlässigkeitshaftung ist also die Vorhersehbarkeit 
des Erfolges, wobei die zu ihm führenden Geschehensabläufe für den konkreten 
Täter mindestens in ihren wesentlichen Zügen voraussehbar sein müssen. Für die 
Beantwortung der Frage, ob dem so war, gilt der Massstab der Adäquanz. Danach 
muss das Verhalten des Täters geeignet sein, nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen her-
beizuführen oder mindestens zu begünstigen. Die Adäquanz ist nur zu verneinen, 
wenn ganz aussergewöhnliche Umstände (das Mitverschulden eines Dritten etwa 
oder Material- bzw. Konstruktionsfehler) als Mitursache hinzutreten, mit denen 
schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass 
sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolges erscheinen und 
so alle anderen mitverursachenden Faktoren (namentlich das Verhalten des An-
geschuldigten) in den Hintergrund drängen (vgl. zum Ganzen BGE 129 IV 284 f., 
127 IV 64 f., 126 IV 16 f., 121 IV 14 f.). Die blosse Vorhersehbarkeit des Erfolgs-
eintritts erlaubt es freilich nicht ohne weiteres, ihn auf das pflichtwidrige Verhalten 
des Täters zurückzuführen. Vielmehr stellt sich die weitere Frage, ob der Erfolg 
überhaupt vermeidbar war. Dabei wird ein hypothetischer Kausalverlauf unter-
sucht und geprüft, ob der Erfolg bei pflichtgemässem Verhalten des Täters aus-
geblieben wäre. Da sich dies nicht mit Gewissheit beweisen lässt, reicht es für die 

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Zurechnung aus, wenn das Verhalten des Täters mindestens mit einem hohen 
Grad der Wahrscheinlichkeit oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich-
keit die Ursache des Erfolges bildete (vgl. BGE 121 IV 290).

Bei Y., der die Leitung der Gruppe gegen Entgelt übernommen hatte, han-
delt es sich um einen patentierten Bergführer mit langjähriger Berufserfahrung, um 
eine Person also, die über ausgezeichnete alpinistische Kenntnisse verfügt. Er 
muss sich deshalb gefallen lassen, dass an sein Beurteilungsvermögen und an 
seine Umsicht hohe Anforderungen gestellt werden (vgl. BGE 98 IV 177). Als 
Massstab für die Sorgfalt, die er auf der verhängnisvollen Skitour zu beachten 
hatte, sind die Verhaltensregeln heranzuziehen, die sich aus dem Lawinenbulletin 
des Eidgenössischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF Davos in 
Verbindung mit der hierzu erlassenen Interpretationshilfe ergeben (vgl. BGE 118 
IV 133 f.).

5. Zumindest andeutungsweise scheinen die Beschwerdeführerinnen 
Y. vorwerfen zu wollen, er hätte die von ihm am 5. März 2002 gewählte Tour auf 
den Piz Vallatscha bei den damals herrschenden Verhältnissen gar nicht erst 
durchführen dürfen oder er hätte sie zumindest abbrechen müssen, bevor die 
Gruppe in kritische Geländeabschnitte vorstiess, in denen der im massgeblichen 
Lawinenbulletin enthaltenen Warnung vor erheblicher Lawinengefahr Rechnung 
zu tragen war. Laut den Ausführungen im Polizeirapport, der von einem ausge-
sprochenen Gebietskenner und mit Lawinenunfällen vertrauten Mann verfasst 
wurde, handelt es sich bei dem von Y. gewählten Aufstieg von Süden her und der 
in der Folge in Angriff genommenen Abfahrt ins Vallatscha d’Astras um viel be-
gangene bzw. häufig befahrene Routen. Dies bedeutet zwar nicht, dass sie stets 
und ohne jede Vorsichtsmassnahme benützt werden dürfen. Auf der anderen 
Seite gibt es aber auch keine genügenden Anhaltspunkte, dass die von Y. in Aus-
sicht genommene Tour, ohne übermässige Risiken einzugehen, schlechthin nicht 
mehr zu verantworten sei, wenn für Südbünden und damit auch für das Gebiet um 
den Piz Vallatscha vor einer erheblichen Lawinengefahr gewarnt wird. Die Gefah-
renstufe erheblich verbietet nicht jedes Tourengehen in kritischer Höhenlage und 
Exposition, sie verlangt aber die Erfahrung und das lawinenkundliche Wissen zur 
optimalen Spuranlage unter Ausnützung aller Geländevorteile (vgl. Werner MUN-
TER, 3x3 Lawinen, Risikomanagement im Wintersport, 3. Auflage, Garmisch-Par-
tenkirchen 2003, S. 207; Gutachten des Eidgenössischen Instituts für Schnee- und 

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Lawinenforschung SLF Davos, Akt. 3/20, S. 4), Eigenschaften, über die Y. nicht 
nur allgemein, sondern auch hinsichtlich des hier interessierenden Gebietes mit 
Sicherheit verfügte, ist er doch seit fünfzehn Jahren hauptberuflich als Bergführer 
tätig, wobei er regelmässig auch im Raum Unterengadin/Münstertal Skitouren 
durchführt. Dass trotz dieser Fähigkeiten bei der für den Unfalltag angegebenen 
Gefahrenlage – gemäss Lawinenbulletin befanden sich die Gefahrenstellen vor 
allem an Steilhängen der Expositionen Südwest über Nord bis Südost oberhalb 
von rund 2200 Metern; zudem wurde darauf hingewiesen, dass die relativ frischen 
und teilweise erheblichen Neuschneemengen der letzten Tage durch Einzelper-
sonen ausgelöst werden könnten – eine Reduzierung des Risikos auf ein vertret-
bares Mass auf den genannten Routen selbst dann von vornherein gar nicht mög-
lich gewesen sei, wenn Y. höchste Aufmerksamkeit und umfassende Sorgfalt wal-
ten liess, lässt sich wiederum nicht belegen. Bezeichnenderweise werden denn 
auch in dieser Richtung weder im Polizeirapport noch in der Expertise des Lawi-
neninstituts irgendwelche Bedenken geäussert. Hinzu kommt, dass dem Bergfüh-
rer mangels genügender gegenteiliger Anhaltspunkte auch nicht etwa vorgehalten 
werden darf, er hätte bei gebührender Aufmerksamkeit Anzeichen wahrnehmen 
können und müssen (wiederholte Wumm-Geräusche; spontan oder durch Fer-
nauslösung abgehende Schneebretter), die auf eine erhebliche Lawinengefahr 
hingewiesen hätten. Diesem Umstand kommt um so mehr Gewicht zu, als zumin-
dest teilweise Hänge der kritischen Exposition im Beobachtungsfeld von Y. lagen 
und als er sogar in den obersten Steilhang der Abfahrtsroute hineingestiegen ist, 
um dort einen Augenschein zu nehmen; Auffälligkeiten der geschilderten Art wa-
ren dabei offenbar nicht auszumachen. So ist etwa die auf der Übersichtsfoto der 
Polizei klar ersichtliche Lawine in der Südwestflanke des Piz d’Astras erwiesener-
massen erst nach dem hier zu beurteilenden Unfall niedergegangen, während die 
kleineren Schneebretter in der Nähe der Unglücksstelle, von denen nicht bekannt 
ist, wann sie ausgelöst wurden, nicht frühzeitig genug erkennbar waren und des-
halb ohnehin nicht als Warnzeichen hätten dienen können. Der Bergführer musste 
die Verhältnisse also nicht als derart gefährlich einstufen, dass er verpflichtet ge-
wesen wäre, von der Abfahrt ins Vallatscha d’Astras abzusehen und die Tour noch 
vor oder spätestens auf dem Gipfel abzubrechen, um entlang der Aufstiegsspur 
zum Ausgangspunkt zurückzukehren. – Als Zwischenergebnis steht somit fest, 
dass die Durchführung der Tour an sich und die grossräumige Routenwahl keine 
Verletzung der Sorgfaltspflicht darstellten.

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Auf die einzelnen Vorsichtsmassnahmen, welche Y. unterwegs bis kurz vor 
dem Unfall getroffenen hat (Art der kleinräumigen Spuranlage, Anordnungen zur 
Gangart und zur Fahrweise), braucht an sich nicht näher eingegangen zu werden, 
kam es doch weder beim Aufstieg (insbesondere in Gipfelnähe im Bereich des 
Südwestgrades) noch im oberen Teil der dort durch Geländeabschnitte mit kriti-
scher Ausrichtung führenden Abfahrt zum Abgang eines Schneebrettes. Festzu-
halten ist immerhin, dass das, was er tatsächlich vorgekehrt hat, von Umsicht und 
vom Bestreben zeugt, die Gefahr einer Lawinenauslösung möglichst gering zu hal-
ten. So sorgte er bereits während des Aufstiegs, der überwiegend durch einen 
südexponierten und damit im Lawinenbulletin nicht besonders erwähnten Hang 
führte, dass in den über 30° steilen Abschnitten zur Schonung der Schneedecke 
Entlastungsabstände von rund 50 Metern eingehalten wurden; den letzten Auf-
schwung unterhalb des Gipfels umging er dann mit seiner Gruppe sogar zu Fuss 
über die angrenzenden Felsen. Für die Abfahrt entschloss er sich, was nach dem 
bislang gezeigten Verhalten ohne weiteres glaubwürdig erscheint, in Absprache 
mit einem anderen Bergführer, die Spur möglichst in flache Zonen zu legen und 
Steilhänge bzw. steilere Hangabschnitte zu meiden; ausserdem sollten Passagen 
ausgenützt werden, in deren Bereich der Wind den Neuschnee etwas weggebla-
sen hatte. Nach seinen weiteren, nicht nur nicht zu widerlegenden, sondern zu-
mindest teilweise durch Zeugenaussagen gestützten Angaben (vgl. R., Akt. 3/8, 
S. 2; Q., Akt. 3/26, S. 3 f.; S., Akt. 3/29, S.2 und 4), setzte der Bergführer das 
geschilderte Vorhaben in der Folge dadurch um, dass er situationsbezogen die 
Korridore bestimmte, die nicht verlassen werden durften, und überdies festlegte, 
bis zu welchen Punkten durchgefahren bzw. wo wieder angehalten werden sollte; 
ausserdem verlangte er die Einhaltung grosser Abstände, soweit er gewisse Ab-
schnitte nicht sogar einzeln befahren liess. – All dies bedeutet freilich noch nicht, 
dass Y. damit endgültig von jedem Vorwurf entlastet ist. Zu prüfen bleibt immer 
noch, ob er durch die Spuranlage und die übrigen Verhaltensweisen auch im wei-
teren Verlauf der Abfahrt den ihm obliegenden Sorgfaltspflichten gerecht wurde. 
Nachdem die von ihm geführte Gruppe in der beschriebenen Art und Weise rund 
400 Höhenmeter bewältigt hatte, besammelte sie sich auf einer Höhe von 2600 
Metern über Meer erneut. Vor ihnen lag ein längerer, eher flacher (nur ungefähr 
15° geneigter) terrassenartiger Geländeabschnitt, auf dem sich praktisch kein 
Neuschnee befand (beim späteren Befahren waren auf hartem Untergrund ältere 
Spuren fühlbar). Der darüber liegende, nach Osten ausgerichtete Hang ist anfäng-
lich rund 30°, oben bei den Felsen aber gegen 40° steil; ähnlich abschüssig ist der 
Hang unterhalb der die Traverse begrenzenden Kante. Der Bergführer war sich 

14

bewusst, dass er sich angesichts der Höhenlage sowie der Ost-Exposition und der 
Steilheit einzelner Hangbereiche in einem alpinen Bereich befand, der in dem vor 
erheblicher Lawinengefahr warnenden Lawinenbulletin speziell erwähnt worden 
war. Desgleichen war ihm der ungünstige Schneedeckenaufbau bekannt. Über-
dies hatte er aus dem Lawinenbulletin erfahren, dass die teils erheblichen Neu-
schneemengen durch Einzelpersonen ausgelöst werden könnten, und er hatte 
denn auch im Gipfelbereich selber festgestellt, dass es zu Schneeverfrachtungen 
in Mulden gekommen war. Auf der anderen Seite waren wie bereits vorher auch 
auf der Anfahrt zur späteren Unfallstelle wiederum keine zusätzlichen Anzeichen 
vorhanden, welche offensichtlich auf die erhebliche Lawinengefahr hingewiesen 
hätten, so dass Y. nicht damit rechnen musste, selbst bei Wahrung aller Vorsicht 
mit grosser Wahrscheinlichkeit von einer Lawine erfasst zu werden. Da er jedoch 
bei der geschilderten Ausgangslage einen Lawinenniedergang auch nicht einfach 
ausschliessen durfte, waren Sicherheitsmassnahmen notwendig. Um zu verhin-
dern, dass jemand aus der Gruppe in steilere und schneereichere Hangpartien 
gerate, was nach den Warnungen zu einer Überlastung der Schneedecke hätte 
führen können, musste er vorab einmal Gewähr haben, dass sich seine Gäste bei 
der Querung an die Spuren hielten, welche die zuvor zu Tal gefahrene, ebenfalls 
unter der Leitung eines Bergführers stehende Gruppe hinterlassen hatte; dies be-
deutete, die eher flache und neuschneearme Traverse bis zum nächsten Anhalte-
ort weder nach rechts noch nach links zu verlassen. Selbst wenn Y. solches ent-
gegen seinen an sich nicht anzuzweifelnden Behauptungen nicht ausdrücklich an-
geordnet haben sollte, sondern angesichts des bisherigen Abfahrtsverlaufs darauf 
vertraut hätte, dass die von ihm eingeschlagene, den bereits vorhandenen Spuren 
folgende Fahrtrichtung als genügende Anordnung verstanden würde, wäre dies 
nicht weiter von Belang, gibt es doch keinerlei Hinweise, dass ein Verlassen des 
durch das Flachstück vorgegebenen Korridors (zu hohes Queren, im steileren 
Hangbereich statt auf der Fläche) den Abgang der zur tödlichen Verschüttung 
führenden Lawine verursacht hat. Nach der Einschätzung des Experten und der 
Beobachtung des Bergführers handelte es sich bei ihr vielmehr um eine Sekun-
därlawine, die durch ein kurz zuvor unterhalb der Traverse losbrechendes 
Schneebrett fernausgelöst wurde. Auch bezüglich der Primärlawine gibt es nichts, 
was darauf hindeuten würde, dass jemand aus der Gruppe in den Steilhang un-
terhalb der Fahrspur hineingefahren und dadurch die Schneedecke zum Brechen 
gebracht hat. Nach den Ausführungen des Experten ist vielmehr auch diese La-
wine höchstwahrscheinlich fernausgelöst worden, und zwar durch den letzten 
Schwung des Bergführers am Ende der Traverse. Wie dies für ihn voraussehbar 

15

und vermeidbar gewesen sein sollte, ist wiederum nicht ersichtlich, und es wird 
ihm denn auch diesbezüglich im Gutachten nicht einmal andeutungsweise vorge-
halten, dass er nach der Querung an einem ungeeigneten Ort einen Halt einge-
schaltet habe, um die Gruppe vor der Weiterfahrt erneut zu besammeln. Um die 
Schneedecke zu schonen und Gewähr zu haben, dass bei einem allfälligen Lawi-
nenniedergang möglichst wenige der Tourenteilnehmer von ihr erfasst würden, 
musste der Bergführer überdies dafür zu sorgen, dass seine Gäste ihm über den 
terrassenartigen Geländeabschnitt nicht in geschlossener Formation, sondern mit 
Abstand folgten. Wenn nun der Angeschuldigte geltend macht, solches verlangt 
zu haben, verbietet sich aufgrund seines bisher gezeigten Verhaltens, Gegenteili-
ges anzunehmen und ihm leichthin zu unterstellen, zu reinen Schutzbehauptun-
gen Zuflucht zu nehmen. Abgesehen davon, dass einzelne Gäste ausdrücklich 
bestätigten, es sei die Einhaltung von Abständen verlangt und diese Anordnung 
auch befolgt worden (vgl. R., Akt. 3/8, S. 2; P., Akt. 3/23, S. 3; S., Akt. 3/29, S. 4), 
belegt im Übrigen allein die Wirkung des im Erfassungsbereich über 130 Meter 
breiten Lawinenniedergangs, dass es auf dem terrassenartigen Flachstück zu kei-
ner Massierung gekommen ist, andernfalls wären mehr als vier der elf Gäste ver-
schüttet worden. Auch insoweit verbietet es sich also, Y. irgendwelche Vorwürfe 
zu machen. Auf einer langen und flachen Traverse, wie hier eine zu befahren war, 
muss freilich damit gerechnet werden, dass einzelne Personen mit der Zeit näher 
zueinander aufschliessen, sie also nicht in der Lage sind, den ursprünglichen Ab-
stand über eine bestimmte Distanz einzuhalten. Dies würde es an sich nahe legen, 
sie auf Kommando starten und die vorgegebene Strecke einzeln befahren zu las-
sen. Hier entfiel diese Möglichkeit allerdings, weil zwischen dem Warteraum der 
Gruppe und dem neuen Standort des vorausfahrenden Bergführers kein genügen-
der Sichtkontakt vorhanden war. Weitere risikomindernde Massnahmen standen 
ebenso wenig zur Verfügung. So gab es im Bereich der Unfallstelle nach den Aus-
führungen des Experten keine günstigere Abfahrtsvariante, und eine Umkehr ver-
bunden mit einem Wiederaufstieg auf den Gipfel und einer anschliessenden Ab-
fahrt über den Südhang verbot sich wohl bereits aufgrund der Uhrzeit (früher 
Nachmittag) und der Gefahr der Überforderung der Teilnehmer.

Bei all dem, was sonst noch vorgebracht wird, um Y. als unverantwortlich 
wagemutigen und wenig fürsorglichen Bergführer hinzustellen, handelt es sich 
durchwegs um ungerechtfertigte Vorwürfe. Selbst wenn sie im Übrigen zutreffen 
sollten, vermöchten sie den Ausgang des Verfahrens gar nicht zu beeinflussen. 
Der Lawinenunfall und damit der Tod von X. sowie der beiden anderen Opfer hät-

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ten sich nämlich auch dann nicht verhindern lassen, wenn die in den verschiede-
nen Anschuldigungen enthaltenen Forderungen nach Einhaltung eines bestimm-
ten Verhaltens von Y. tatsächlich missachtet worden wären. – In der untersu-
chungsrichterlichen Einvernahme am Tag nach dem Unfall wies Y. – auf die Tou-
renvorbereitung angesprochen – unter anderem glaubwürdig darauf hin, dass er 
sich aus dem Internet das für den 5. März 2002 gültige Lawinenbulletin besorgt 
habe. Hierbei kann es sich nur um das nationale Lawinenbulletin Nr. 104 des Eid-
genössischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF Davos gehandelt 
haben, das am Vorabend, am 4. März 2002 also, ab 1700 Uhr zur Verfügung 
stand. Es gibt nichts, was die Annahme erlauben würde, dass sich Y. auf eine 
ältere Ausgabe gestützt oder dass er die massgebende sonstwie gar nicht erst zur 
Kenntnis genommen hatte. Mit dem Vorwurf, der Bergführer habe es unterlassen, 
das aktuellste Lawinenbulletin anzufordern, dürften die Beschwerdeführerinnen 
wohl eher das regionale Lawinenbulletin Nr. 089 vom 5. März 2002 0800 Uhr an-
sprechen. Da die Gruppe jedoch zeitiger aufbrach, war Y. schlichtweg nicht in der 
Lage, es vorher noch zu studieren, und da bei den Witterungsverhältnissen über 
Nacht keine überraschenden Änderungen eingetreten waren, kann darin, dass er 
gar nicht erst versucht hat, es unterwegs über sein Handy abzurufen, ebenso we-
nig eine Pflichtverletzung liegen. Im übrigen enthielt das regionale Bulletin vom 
Unfalltag gegenüber dem nationalen vom Vorabend keine markanten Abweichun-
gen, so dass ausgeschlossen werden kann, dass die Entscheidungen des Berg-
führers hinsichtlich Tourenziel, Routenwahl und Spuranlage bei dessen Kenntnis 
anders ausgefallen wären. Dass er diese zusätzliche Beurteilungshilfe nicht zur 
Verfügung hatte, war somit für den Tod von X. und den der beiden anderen Opfer 
völlig irrelevant. – In Zusammenhang mit dem Vorwurf, Y. habe die Teilnehmer an 
seiner Tourenwoche nicht ausreichend über die Lawinengefahr unterrichtet, gilt es 
vorab einmal festzuhalten, dass es ausschliesslich in seinem Verantwortungsbe-
reich lag, anhand der konkreten Umstände (Witterungs- und Schneeverhältnisse, 
Grösse der Gruppe, Ausbildungsstand und Kondition der Teilnehmer etc.) jeweils 
darüber zu befinden, welche Tour in Angriff zu nehmen sei; desgleichen war es 
an ihm, unterwegs zu entscheiden, ob ein bestimmtes Ziel weiterhin verfolgt wer-
den könne oder ob es aufgegeben werden müsse. Überdies ist zu berücksichti-
gen, dass die Gäste, die sich einem Bergführer anvertrauen, meistens mangels 
genügender Sachkunde und Erfahrung gar nicht im Stande sind, die sich aus dem 
Lawinenbulletin ergebenden Schlussfolgerungen verlässlich zu erkennen und sie 
dann im Gelände richtig umzusetzen. Damit liegt auf der Hand, dass es bei der 
Besprechung des Wochenprogramms und der einzelnen Tagestouren mit einer 

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eher rudimentär gehaltenen Aufklärung über die Gefahrenlage sein Bewenden ha-
ben muss. Dies zumindest darf aber von Bergführern erwartet werden und wird in 
aller Regel von ihnen denn auch so gehandhabt; hingegen besteht keine Verpflich-
tung, jeden Teilnehmer und jede Teilnehmerin an einer Tourenwoche unaufgefor-
dert mit einer Kopie oder einer Abschrift des jeweils gültigen Lawinenbulletins zu 
bedienen. Wenn Y. behauptet, die Mitglieder seiner Tourengruppe auf die geschil-
derte übliche Weise über die herrschenden Verhältnisse unterrichtet zu haben, 
darf ihm dies aufgrund der Erfahrung ohne weiteres geglaubt werden. Daran zu 
zweifeln besteht um so weniger Anlass, als der Zeuge S. auf die Frage, welche 
Informationen der Gruppe zur Tour auf den Piz Vallatscha geliefert worden seien, 
festhielt (Akt. 3/29, S. 3), der Bergführer habe sie darauf aufmerksam gemacht, es 
herrsche zwar Lawinengefahr, sie sei jedoch nicht derart, dass die vorgesehene 
Tour nicht durchgeführt werden könne; er werde bei Bedarf die nötigen Verhal-
tensmassnahmen anordnen. Ob dabei oder bei den früheren Orientierungen die 
aktuelle Gefahrenstufe (erheblich) ausdrücklich oder bloss sinngemäss erwähnt 
wurde, ist für den Ausgang des Verfahrens ohne Belang, deutet doch nichts darauf 
hin, dass X. oder eines der beiden anderen Opfer Y. zu verstehen gegeben hatten, 
sie würden nur bei geringer oder mässiger Lawinengefahr auf eine Skitour mitge-
hen. Wäre dem tatsächlich so gewesen, was allerdings kaum jemand tun dürfte, 
der für eine ganze Woche einen Bergführer engagiert, hätten sie mit Sicherheit 
von Anfang an ausdrücklich nach der Gefahrenstufe gefragt und dann die entspre-
chende Konsequenz gezogen. Die Beschwerdeführerinnen scheinen all dies im 
Grunde denn auch gar nicht in Zweifel ziehen zu wollen. Ihre Argumentation läuft 
vielmehr darauf hinaus, dass X. und wohl auch die übrigen Gruppenmitglieder von 
der Tour auf den Piz Vallatscha abgesehen hätten, wenn sie vor dem Abmarsch 
darauf aufmerksam gemacht worden wären, sie müssten bei den gegebenen Ver-
hältnissen mit hoher Wahrscheinlichkeit damit rechnen, von einer Lawine ver-
schüttet zu werden. Wie dargelegt wurde, musste der die nötige Sorgfalt wahrende 
Bergführer derartige Befürchtungen gar nicht hegen, und es darf ihm deshalb nicht 
vorgehalten werden, vor der entsprechenden Gefahr nicht gewarnt zu haben. Ab-
gesehen davon hätte er es dann ohnehin nicht bei einer vertieften Erläuterung der 
Lage bewenden lassen, sondern er hätte sich diesfalls für ein anderes Tagesziel 
entschieden. – Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerinnen war Y. auch 
nicht etwa verpflichtet, dafür zu sorgen, dass seine Gäste am Unfalltag für die 
vorgesehene Tour einen ABS-Rucksack mit sich führten. Auf gewöhnlichen Ski-
touren, wie hier eine durchgeführt wurde, gehört ein solches Sicherungssystem 
zumindest zur Zeit noch nicht zur zwingend erforderlichen Ausrüstung; dies im 

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Gegensatz etwa zu einem funktionierenden und richtig eingestellten Lawinenver-
schüttetensuchgerät. Überdies lässt sich nicht mit hinlänglicher Sicherheit sagen, 
dass X. oder eines der beiden anderen Opfer den Unfall überlebt hätten, wenn sie 
mit einem ABS-Rucksack ausgerüstet gewesen wären, gilt es doch zu berücksich-
tigen, dass der Bergführer im Gegensatz zu ihnen am Rande der Sekundärlawine 
von den niedergehenden Schneemassen erfasst wurde. Dass der eine mit dem 
Leben davongekommen ist und die anderen den Tod gefunden haben, muss also 
nicht zwangsläufig an der unterschiedlichen Ausrüstung, sondern kann ebenso 
am ungleichen Erfassungsort gelegen haben. – Fehl geht überdies der Vorwurf, 
Y. hätte X. am letzten Halteort darauf hinweisen müssen, die Fangriemen seiner 
Skis zu lösen, um bei einer allfälligen Verschüttung weniger stark in die Tiefe ge-
zogen zu werden. Da der Bergführer wegen des Fehlens zusätzlicher Warnhin-
weise, welche die im Lawinenbulletin enthaltene Warnung offensichtlich hätten 
werden lassen, nicht unmittelbar mit dem Niedergang einer Lawine rechnen 
musste, bestand für eine derartige Anordnung keine Veranlassung. Angesichts 
der Grösse der Sekundärlawine sowie des Umstandes, dass die von ihr erfassten 
Gäste in eine Mulde befördert wurden, wo sich der Schnee wegen der Stauwirkung 
bis zu 5 m hoch auftürmte, muss ohnehin darin und nicht in der Ankerwirkung 
mitgeschleppter Skis die entscheidende Ursache dafür gesehen werden, dass die 
Verschütteten aus beträchtlicher Tiefe geborgen werden mussten. Hinzu kommt, 
dass bei X. keine Atemhöhle vorhanden war, seine Atemwege vielmehr durch 
Schnee völlig verstopft waren, eine Beobachtung, die nach der Erfahrung leider 
auch bei Lawinenopfern gemacht werden muss, die nur leicht verschüttet wurden. 
Es steht also nicht mit genügender Wahrscheinlichkeit fest, dass X. durch recht-
zeitiges Lösen der Fangriemen den Unfall überlebt hätte. Gleiches gälte bezüglich 
der beiden anderen Opfer, falls die an ihren Skis montierten Bindungen, was frei-
lich von keiner Seite behauptet wird, ebenfalls mit Fangriemen und nicht mit Stop-
pern ausgerüstet gewesen sein sollten. – Durch nichts zu erhärten ist schliesslich 
die weitere Behauptung, dass Y. seine Gäste durch die Tour auf den Piz Vallat-
scha überfordert habe und dass es dadurch zu nicht mehr zu vertretenden Verzö-
gerungen gekommen sei. Das Eintreffen auf dem Gipfel gegen Mittag – und dies 
erst noch vor einer anderen, ebenfalls unter der Leitung eines Bergführers stehen-
den Gruppe – stellte unter den gegebenen Witterungsbedingungen keine Unsorg-
falt dar, und es wird dem Angeschuldigten diesbezüglich im Gutachten denn auch 
kein Vorwurf gemacht. Hinzu kommt, dass nach der Einschätzung des Experten 
die tageszeitliche Erwärmung die Lawinensituation nur geringfügig beeinflusst ha-
ben dürfte. Dann aber verbietet sich ohnehin die Annahme, dass die todbringende 

19

Lawine mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ausgelöst worden wäre, wenn die 
Gruppe etwas früher am Unfallort eingetroffen wäre.

Aus all diesen Gründen ist nicht zu beanstanden, dass die Staatsanwalt-
schaft Graubünden die gegen Y. wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung 
eröffnete Strafuntersuchung wieder eingestellt hat.

6. Muss das gegen die Einstellungsverfügung ergriffene Rechtsmittel 
nach dem Gesagten abgewiesen werden, gehen die Kosten des Verfahrens vor 
der Beschwerdekammer unter solidarischer Haftung zulasten der drei Beschwer-
deführerinnen (Art. 160 Abs. 1 StPO). Die unter diesem Titel zu überbindende Ge-
richtsgebühr (Art. 3 der Verordnung über die Kosten im Strafverfahren, BR 
350.200) wird innerhalb des hierfür vorgesehenen ordentlichen Rahmens von Fr. 
80.– bis Fr. 5000.– (Art. 3 lit. c der Verordnung über Gebühren und Entschädigung 
der im Strafverfahren mitwirkenden Personen sowie das Rechnungswesen in der 
Fassung vom 13. August 2002, BR 350.230) in Beachtung des Äquivalenz- und 
des Kostendeckungsprinzips auf Fr. 1000.– festgelegt.

Da die Beschwerdeführerinnen mit ihrem Rechtsmittel nicht durchzudrin-
gen vermochten, haben sie von vornherein keinen Anspruch auf eine Parteien-
tschädigung. Dem Angeschuldigten, der sich vernehmen liess, steht mangels ei-
ner gesetzlichen Grundlage ebenso wenig eine Umtriebsentschädigung zu, weder 
zulasten der Beschwerdeführerinnen noch zulasten des Kantons Graubünden. Bei 
dieser Sachlage sind die aussergerichtlichen Kosten wettzuschlagen.

20

Demnach erkennt die Beschwerdekammer:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1000.– gehen unter solida-
rischer Haftung zu Lasten der Beschwerdeführerinnen. Die aussergerichtli-
chen Kosten werden wettgeschlagen.

3. Gegen diesen Entscheid kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts 
geltend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassations-
hof des schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem 
Bundesgericht innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausferti-
gung des Entscheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bun-
desstrafrechtspflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Beschwerdelegitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtig-
keitsbeschwerde gelten die Art. 268 ff BStP.

4. Mitteilung an:

__________

Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident Der Aktuar