# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 48e37e00-2cbc-50c2-bec4-0492b9e56416
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.07.2008 C-179/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-179-2006_2008-07-31.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-179/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 1 .  J u l i  2 0 0 8

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiber Thomas Segessenmann.

K._______,
vertreten durch Rechtsanwalt Rudolf Schächle,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisesperre.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-179/2006

Sachverhalt:

A.
Der  aus  Deutschland  stammende K._______  (geboren  1934)  wurde 
am 21. März 2003 im Fürstentum Liechtenstein verhaftet und mit Urteil 
des Fürstlichen Landgerichts  vom 1. Oktober  2004 wegen schweren 
Betrugs und gewerbsmässigen schweren Betrugs zu einer unbeding-
ten  Freiheitsstrafe  von  viereinhalb  Jahren  verurteilt.  Mit  Urteil  vom 
5. Januar  2005 bestätigte das Fürstliche Obergericht  diesen Schuld-
spruch,  erhöhte  die  verhängte  Freiheitsstrafe  jedoch  auf  fünf  Jahre. 
Die weiteren, in dieser Sache angestrengten Rechtsmittel wurden mit 
Urteilen des Obersten Gerichtshofes vom 4. Mai 2005 und des Staats-
gerichtshofes vom 6. Februar 2006 abgewiesen.

B.
Nachdem K._______ am 19. Juli 2006 eine formlose Wegweisung des 
Ausländer- und Passamtes vom 13. Juli 2006 sowie eine vom Bundes-
amt für Migration (BFM) unter Entzug der aufschiebenden Wirkung der 
Beschwerde verfügte fünfjährige Einreisesperre vom 17. Juli 2006 er-
öffnet worden waren, wurde er am 21. Juli 2006 aus dem Strafvollzug 
entlassen und nach Österreich geführt.

C.
Mit Beschwerde vom 11. bzw. 14. August 2006 an das Eidgenössische 
Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) beantragt der Beschwerdefüh-
rer  die  Aufhebung  der  Einreisesperre,  eventualiter  die  Rückweisung 
der Sache an die zuständigen Behörden. In prozessualer Hinsicht er-
suchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbei-
ständung.

Zur Begründung der Beschwerde wird im Wesentlichen angeführt, die 
der angeordneten Fernhaltemassnahme zu Grunde liegende gerichtli-
che Verurteilung werde vom Beschwerdeführer vor dem Europäischen 
Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) angefochten. Zudem sei zur 
Zeit  noch ein  weiteres  Ermittlungsverfahren gegen  ihn  hängig,  wes-
halb er zur Wahrnehmung seiner Verteidigungsrechte zwingend auf die 
Möglichkeit der Einreise in das Fürstentum Liechtenstein angewiesen 
sei. Schliesslich sei die Einreisesperre ohne vorgängige Anhörung ver-
fügt worden, womit sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt wor-
den sei. 

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D.
Mit  Zwischenverfügung vom 6. September 2006 gewährte das EJPD 
dem Beschwerdeführer  die  unentgeltliche  Rechtspflege  und  ordnete 
ihm den bisherigen Rechtsvertreter als amtlichen Anwalt bei. 

E.
Am  25.  September  2006  übermittelte  der  Beschwerdeführer  dem 
EJPD die Kopie einer an den EGMR gerichteten Individualbeschwerde. 

F.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 6. Oktober 2006 
auf Abweisung der Beschwerde.

G.
In seiner Replik vom 16. November 2006 hält der Beschwerdeführer an 
seinen Anträgen fest.

H.
Das Bundesverwaltungsgericht,  welches das Verfahren am 1. Januar 
2007 vom EJPD übernommen hatte, gab dem Beschwerdeführer mit 
verfahrensleitenden  Anordnungen  vom  24.  August  2007  und  vom 
18. September 2007 Gelegenheit, neue Beweismittel bezüglich seiner 
aktuellen persönlichen und wirtschaftlichen Situation sowie betreffend 
sein Verhalten seit der Entlassung aus dem Strafvollzug einzureichen. 
Von dieser Gelegenheit  machte er mit  Eingaben vom 10. September 
2007 und vom 18. Oktober 2007 Gebrauch.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als 
Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden. 
Dazu gehört auch das BFM, das mit der Anordnung der Einreisesperre 
eine Verfügung im erwähnten Sinne und daher ein zulässiges Anfech-
tungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht 
vor. 

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1.2 Nach Art. 3 der Vereinbarung vom 6. November 1963 zwischen der 
Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein über die Handhabung der 
Fremdenpolizei  für  Drittausländer  im  Fürstentum  Liechtenstein  und 
über die fremdenpolizeiliche Zusammenarbeit  (im Folgenden: Verein-
barung mit Liechtenstein, SR 0.142.115.143) gelten für das ganze Ge-
biet der Schweiz ausgesprochene Einreisesperren auch für das Gebiet 
des Fürstentums Liechtenstein. Für die Anfechtung der vom BFM ver-
fügten Einreisesperren sind – auch soweit sie Liechtenstein betreffen – 
allein  die  verfahrensrechtlichen  Bestimmungen  des  schweizerischen 
Rechts anwendbar (vgl. die nicht  in  der SR publizierte Liste der an-
wendbaren  bundesrechtlichen  Erlasse  in  Anlage  I  der  Vereinbarung 
mit Liechtenstein).

1.3 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig 
ist, die Beurteilung der beim Inkrafttreten des VGG am 1. Januar 2007 
bei den Eidgenössischen Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei 
den  Beschwerdediensten  der  Departemente  hängigen  Rechtsmittel 
und wendet das neue Verfahrensrecht  an (Art. 53 Abs. 2 VGG). Ge-
mäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren nach dem VwVG, soweit 
das Gesetz nichts anderes bestimmt.

1.4 Der  Beschwerdeführer  ist  als  Adressat  durch  die  angefochtene 
Verfügung berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Än-
derung oder Aufhebung (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-
gerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (vgl. Art. 49 ff. 
VwVG). 

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes sowie, wenn nicht eine kantonale Behörde 
als Beschwerdeinstanz verfügt hat, die Unangemessenheit gerügt wer-
den  (Art.  49  VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet  im  Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. Urteil  des Bundesgerichts  2A.451/2002 vom 28. März 

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2003 E. 1.2, sowie Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-135/2006 
vom 20. Dezember 2007 E. 2 mit weiteren Hinweisen).

3.
3.1 Der Beschwerdeführer macht in verfahrensrechtlicher Hinsicht gel-
tend, es sei ihm das Recht vorenthalten worden, sich vor Erlass der 
Einreisesperre zu den Vorwürfen der Behörden zu äussern.

3.2 Das Recht des Betroffenen, vor Erlass einer Verfügung angehört 
zu werden (vgl. Art. 30 Abs. 1 VwVG), stellt einen wesentlichen Teilge-
halt des in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom 18. April  1999 (BV, SR 101)  statuierten An-
spruchs auf rechtliches Gehör dar (vgl. BGE 132 II 485 E. 3.2 S. 494, 
129 V 73 E. 4.1 S. 74, je mit Hinweisen).

3.3 Aus den Akten ist  nicht  ersichtlich,  dass dem Beschwerdeführer 
vorgängig Gelegenheit zur Stellungnahme zur beabsichtigten fremden-
polizeilichen Fernhaltemassnahme eingeräumt worden wäre. Er beruft 
sich daher grundsätzlich zu Recht auf eine Verletzung seines Gehörs-
anspruchs. Diese  Verfahrensverletzung  ist  indessen  als  nachträglich 
geheilt  zu  betrachten,  da  der  Beschwerdeführer  auf  Rekursebene 
mehrfach Gelegenheit hatte, sich zur Anordnung der Einreisesperre zu 
äussern und sowohl das vormals zuständige EJPD als auch das Bun-
desverwaltungsgericht in der vorliegenden Beschwerdesache über vol-
le Kognition verfügt haben bzw. verfügen (vgl. BGE 133 I 201 E. 2.2 
S. 204  f.,  132  V  387  E.  5.1  S. 390,  131  II  271  E.  11.7.1  S.  304, 
129 I 129 E. 2.2.3 S. 135, je mit Hinweisen).

4.
Mit  dem  Inkrafttreten  des  Bundesgesetzes  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer (AuG, SR 142.20) am 1. Januar 2008 wurde das ehe-
malige Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Nieder-
lassung der Ausländer (aANAG, BS 1 121) abgelöst (vgl. Art. 125 AuG 
i.V.m. Ziff.  I  des  Anhangs zum AuG). Auf  Verfahren,  die  vor  diesem 
Zeitpunkt  eingeleitet  wurden,  bleibt  das  bisherige  Recht  anwendbar 
(vgl. Art. 126 Abs. 1 AuG sowie BVGE 2008/1 E. 2). Die angefochtene 
Verfügung erging vor dem Inkrafttreten des AuG. Für die materielle Be-
urteilung der vorliegenden Beschwerde ist  daher – soweit  das inner-
staatliche Recht zur Anwendung gelangt – auf die altrechtliche Rege-
lung, insbesondere auf Art. 13 Abs. 1 aANAG, abzustellen.

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5.
5.1 Die eidgenössische Behörde kann über unerwünschte Auslände-
rinnen  und  Ausländer  eine  Einreisesperre  verhängen.  Während  der 
Einreisesperre ist der ausländischen Person jeder Grenzübertritt ohne 
ausdrückliche  Ermächtigung  der  verfügenden  Behörde  untersagt 
(Art. 13 Abs. 1 Satz 1 und 3 aANAG).

5.2 Als "unerwünscht" im Sinne des Gesetzes gelten nach ständiger 
Praxis in der Regel Fremde, die wegen eines Verbrechens oder Verge-
hens gerichtlich verurteilt  wurden. Die Einreisesperre hat jedoch kei-
nen Strafcharakter,  sondern  stellt  lediglich eine präventiv-polizeiliche 
Administrativmassnahme zum Schutz der öffentlichen Sicherheit  und 
Ordnung dar. Mit dieser Massnahme sollen Ausländerinnen und Aus-
länder ferngehalten werden, deren Vorleben bzw. konkretes Verhalten 
darauf  schliessen lässt,  dass  sie nicht  willens oder  nicht  fähig  sind, 
sich in die geltende Ordnung einzufügen (vgl. BGE 129 IV 246 E. 3.2 
S. 251 f. sowie Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-135/2006 vom 
20.  Dezember  2007  E.  3.2,  je  mit  Hinweisen).  Die  Begehung  einer 
Straftat  kann  ein  Indiz  dafür  sein,  die  ausländische  Person  werde 
erneut delinquieren. Dabei sind die Anforderungen an die in Kauf zu 
nehmende Wiederholungsgefahr  angesichts  eines schweren Verstos-
ses  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  niedriger  als  bei 
leichten Verfehlungen (vgl. auch BGE 131 II 352 E. 3.3 S. 358 mit Hin-
weis). Andererseits kann ein strafbares Verhalten in generalpräventiver 
Hinsicht die Notwendigkeit begründen, mittels regelmässiger Fernhal-
tepraxis darauf hinzuwirken, dass andere in der Schweiz lebende Aus-
länderinnen und Ausländer von Ordnungsverstössen der betreffenden 
Art absehen (vgl. etwa zur Publikation vorgesehenes Urteil  des Bun-
desverwaltungsgerichts C-146/2006 vom 4. Juni 2008 E. 4.2 mit Hin-
weis).

6.
6.1 Wie aus dem Urteil des Fürstlichen Landgerichts vom 1. Oktober 
2004 hervorgeht,  bestand die Geschäftstätigkeit des Beschwerdefüh-
rers während vieler Jahre darin, über verschiedene Gesellschaften, bei 
welchen  er  als  Organ  (Verwaltungsrat,  Präsident)  und  wirtschaftlich 
Berechtigter  eine  hauptverantwortliche  Stellung  inne  hatte,  diverse 
"Anlageprodukte" zu vertreiben, wobei er sich hierzu auch einer Viel-
zahl  von Vermittlern bediente, welche auf  Provisionsbasis potentielle 
Anleger anwarben. Die von den Anlegern überwiesenen Gelder wur-
den vom Beschwerdeführer indessen nicht wie von ihm zugesagt in-

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vestiert,  sondern  im  Wesentlichen  zur  Bestreitung  des  eigenen  Le-
bensunterhalts und desjenigen seiner Lebensgefährtin sowie zur Leis-
tung von Provisionszahlungen an die Vermittler und von Rückzahlun-
gen an andere Anleger nach dem Prinzip eines "Schneeballsystems" 
benutzt. 

Das Verschulden des Beschwerdeführers wurde vom Fürstlichen Land-
gericht als gravierend erachtet. So habe er nicht nur über einen äus-
serst langen Zeitraum delinquiert, sondern auch eine Vielzahl von An-
legern  mit  einer  Gesamtschadenssumme  von  mehreren  Millionen 
Schweizer Franken betrogen. In äusserst ausgeklügelter und perfider 
Weise sei den Anlegern ein nicht existierendes Scheingebilde präsen-
tiert  und das blinde Vertrauen in  die Person des Beschwerdeführers 
geschürt  worden.  Letztlich  habe  der  Beschwerdeführer  durch  seine 
Straftaten auch den liechtensteinischen Finanzdienstleistungsplatz  in 
Verruf  gebracht  und  damit  vitalen  Landesinteressen  geschadet.  Er-
schwerend seien im Weiteren das Zusammentreffen von zwei Betrugs-
tatbeständen in Realkonkurrenz und die zweifache Qualifikation (Ge-
werbsmässigkeit,  schwerer  Fall)  bei  einem  dieser  Verbrechen.  Mil-
dernd sei hingegen die bisherige Unbescholtenheit  des Beschwerde-
führers  zu  berücksichtigen  sowie  der  Umstand,  dass  einer  der  Ge-
schädigten letztlich das von ihm investierte Kapital wieder zurückerhal-
ten habe, womit der entsprechende wirtschaftliche Schaden nachträg-
lich weitestgehend beseitigt worden sei. Die an die übrigen Anleger in 
Form eines "Schneeballsystems" geflossenen Teilrückzahlungen könn-
ten hingegen nicht zu Gunsten des Beschwerdeführers berücksichtigt 
werden, da die entsprechenden Mittel durch strafbare Handlungen be-
schafft worden seien und somit der Schaden zu Lasten fremden Ver-
mögens gutgemacht worden sei. Das Fürstliche Obergericht bestätigte 
diese Einschätzung mit Ausnahme der angeblichen Unbescholtenheit 
des Beschwerdeführers. Diesbezüglich hielt  es in  seinem Urteil  vom 
5. Januar 2005 fest, dass der Beschwerdeführer am 7. Dezember 2001 
wegen eines ausländerrechtlichen Vergehens zu einer bedingten Geld-
strafe von 40 Tagessätzen (bei einer Probezeit von drei Jahren) verur-
teilt worden sei.

6.2 Bereits aufgrund der objektiven Schwere der fraglichen Delikte ist 
der Beschwerdeführer gemäss der ständigen Praxis als "unerwünsch-
ter Ausländer" im Sinne von Art. 13 Abs. 1 Satz 1 aANAG zu betrach-
ten. Die Anordnung einer Einreisesperre durch die Vorinstanz ist daher 
im Lichte des nationalen Rechts grundsätzlich nicht zu beanstanden.

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7.
7.1 Da der Beschwerdeführer deutscher Staatsangehöriger und somit 
Bürger eines Mitgliedstaates der Europäischen Union (im Folgenden: 
EU) ist, ist die gegen ihn verfügte Fernhaltemassnahme auch auf ihre 
Vereinbarkeit  mit  dem  Abkommen  vom  21. Juni  1999  zwischen  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen 
Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten andererseits über die Freizü-
gigkeit (Freizügigkeitsabkommen, FZA, SR 0.142.112.681) bzw. – so-
weit das Fürstentum Liechtenstein betreffend (vgl. Art. 2 Bst. e der Ver-
einbarung mit Liechtenstein) – mit dem Abkommen vom 2. Mai 1992 
über den Europäischen Wirtschaftsraum (im Folgenden: EWR-Abkom-
men, s. BBl 1992 IV S. 668 ff.) zu prüfen. Für Staatsangehörige eines 
EU-Mitgliedstaates verhält  es sich hinsichtlich der Freizügigkeit  nach 
dem EWR-Recht  im Fürstentum Liechtenstein im Wesentlichen nicht 
anders als nach dem Freizügigkeitsabkommen in der Schweiz (vgl. Ur-
teil des Bundesgerichts 2A.433/2006 vom 15. September 2006 E. 2.1).

7.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Anhangs I zum Freizügigkeitsabkommen 
(im Folgenden: FZA-Anhang I) dürfen EU-Bürger ohne besondere Be-
willigung in die Schweiz bzw. das Fürstentum Liechtenstein einreisen 
(vgl. Art. 3 FZA bzw. Art. 28 Abs. 3 EWR-Abkommen). Das Recht auf 
Einreise  darf  nur  durch Massnahmen,  die  aus  Gründen der  öffentli-
chen Ordnung, Sicherheit  und Gesundheit  gerechtfertigt  sind,  einge-
schränkt werden (vgl. Art. 5 Abs. 1 FZA-Anhang I bzw. Art. 28 Abs. 3 
EWR-Abkommen), wobei die entsprechenden Begriffe gemäss Art. 5 
Abs. 2 FZA-Anhang I i.V.m. Art. 16 FZA bzw. Art. 6 EWR-Abkommen 
im  Sinne  der  Richtlinie  64/221/EWG  vom  25.  Februar  1964 
(ABl. Nr. 56,  1964,  S. 850)  sowie  der  einschlägigen Rechtsprechung 
des EuGH vor Unterzeichnung des FZA bzw. des EWR-Abkommens 
auszulegen sind.

7.3 Einschränkungen der Personenfreizügigkeit sind eng auszulegen. 
Eine innerstaatliche Behörde kann diese Freiheit folglich nur dann un-
ter Berufung auf die öffentliche Ordnung einschränken, wenn abgese-
hen von der Störung, die von jeder Gesetzesverletzung ausgeht, ein 
Grundinteresse  der  Gesellschaft  tatsächlich  und hinreichend  schwer 
gefährdet ist. Bei Massnahmen der öffentlichen Ordnung oder Sicher-
heit darf ferner nach Art. 3 Abs. 1 Richtlinie 64/221/EWG ausschliess-
lich das persönliche Verhalten des fraglichen Individuums ausschlag-
gebend sein. Ausgeschlossen sind demnach Massnahmen aus gene-
ralpräventiven Gründen, d.h. zum Zwecke der Abschreckung anderer 

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ausländischer Personen. Das alleinige Vorliegen einer strafrechtlichen 
Verurteilung  rechtfertigt  nicht  zwangsläufig  die  Einschränkung  der 
Freizügigkeit (Art. 3 Abs. 2 Richtlinie 64/221/EWG). Solche Verurteilun-
gen können nur insofern berücksichtigt werden, als die ihnen zu Grun-
de liegenden Umstände ein persönliches Verhalten erkennen lassen, 
das für die öffentliche Ordnung eine gegenwärtige Bedrohung darstellt; 
im Einzelfall ist allerdings nicht auszuschliessen, dass schon allein das 
vergangene Verhalten den Tatbestand einer solchen Gefährdung der 
öffentlichen Ordnung erfüllt. Mit Blick auf die Bedeutung des Freizügig-
keitsprinzips dürfen an die Wahrscheinlichkeit keine zu geringen Anfor-
derungen gestellt  werden. Allerdings  hängt  das  Ermessen auch von 
der  Schwere  der  möglichen  Rechtsgüterverletzung  ab;  je  schwerer 
diese  ist,  desto  niedriger  sind  die  Anforderungen an die  in  Kauf  zu 
nehmende  Rückfallgefahr.  Wie  bei  jedem  anderen  ausländischen 
Staatsbürger auch sind bei der Prüfung darüber hinaus die Konvention 
vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grund-
freiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  sowie  das  Verhältnismässigkeitsprinzip 
zu berücksichtigen (vgl. BGE 131 II 352 E. 3.2 f. S. 357 f. mit Hinwei-
sen auf die Praxis des EuGH).

8.
8.1 Bei den strafbaren Handlungen des Beschwerdeführers handelt es 
sich mit Ausnahme des ausländerrechtlichen Vergehens im Jahre 2001 
ausschliesslich  um  Vermögensdelikte.  Eine  Gefährdung  besonders 
schützenswerter Rechtsgüter wie Leib und Leben besteht somit offen-
bar nicht  (vgl. BGE 131 II  352 E. 4.3.1 S. 360 mit  Hinweisen). Dem 
fraglichen Verstoss gegen fremdenpolizeiliche Bestimmungen, welcher 
sich im Strafverfahren als Vorstrafe nicht unwesentlich auf das ausge-
fällte Strafmass auswirkte, kann sodann betreffend die hier interessie-
rende Frage, ob vom Beschwerdeführer eine tatsächliche und aktuelle 
Gefahr  für  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  des  Fürstentums 
Liechtenstein und der Schweiz ausgeht, kein entscheidendes Gewicht 
beigemessen werden. Dies auch vor dem Hintergrund, dass es an ei-
nem direkten Zusammenhang zwischen diesem relativ  geringfügigen 
Ordnungsverstoss und den betrügerischen finanziellen Machenschaf-
ten des Beschwerdeführers fehlt.

Im Weiteren erscheint es fraglich, inwiefern aus dem bei der Strafzu-
messung  gegen  den  Beschwerdeführer  verwendeten  Argument,  wo-
nach  er  durch  seine  Handlungen  den  Finanzdienstleistungsplatz 
Liechtenstein in Verruf gebracht habe, auf eine in seinem persönlichen 

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Verhalten begründete Gefährdung der öffentlichen Ordnung geschlos-
sen werden kann (vgl. BGE 131 II 352 E. 4.3.1 S. 359).

8.2 Auf der anderen Seite gilt es festzuhalten, dass der Beschwerde-
führer durch sein betrügerisches Verhalten eine Vielzahl von Anlegern 
in einem Gesamtbetrag von mehreren Millionen Schweizer Franken fi-
nanziell geschädigt hat und gegen ihn bezüglich verschiedener weite-
rer Anklagepunkte, welche zwecks zusätzlicher Sachverhaltsabklärun-
gen vom ursprünglichen Prozess abgetrennt wurden, noch immer ein 
Strafverfahren hängig ist. Im Urteil  vom 1. Oktober 2004 bezeichnete 
das Fürstliche Landgericht das Vorgehen des Beschwerdeführers als 
"äusserst  ausgeklügelt  und  perfide"  und  stufte  das  Verschulden  als 
gravierend ein. Besonders schwer fällt diesbezüglich ins Gewicht, dass 
es sich beim abgeurteilten Verhalten nicht um eine isolierte Tat gehan-
delt hat, sondern um eine gewerbsmässige, sich über 15 Jahre hinzie-
hende Delinquenz. Aufgrund der Akten ist  ferner davon auszugehen, 
dass der Beschwerdeführer das Unrecht seines Handelns auch nach 
Verbüssung der Strafe noch immer nicht eingesehen hat. Davon zeugt 
namentlich seine an den EGMR gerichtete Individualbeschwerde vom 
18. September 2006, in welcher er jegliche Schuld von sich weist. Die 
mit  Beschluss des Fürstlichen Landgerichts vom 28. Juni 2006 unter 
Ansetzung einer dreijährigen Probezeit verfügte, bedingte Entlassung 
per 21. Juli 2006 wurde denn auch nicht mit einem Gesinnungswandel 
des  Beschwerdeführers  begründet,  sondern  im Wesentlichen  mit  ei-
nem korrekten Verhalten im Strafvollzug sowie dem gesicherten wirt-
schaftlichen Fortkommen in Freiheit (Rente, Möglichkeit der Wohnsitz-
nahme bei der Lebenspartnerin).

Im heutigen Zeitpunkt unterhält der Beschwerdeführer offenbar einen 
Wohnsitz in Teneriffa sowie einen Nebenwohnsitz in Österreich. Betref-
fend seinen Nebenwohnsitz reichte er auf Anfrage des Bundesverwal-
tungsgerichts zu seiner aktuellen persönlichen und wirtschaftlichen Si-
tuation sowie zu seinem Verhalten seit der Entlassung aus dem Straf-
vollzug unter anderem eine Strafregisterbescheinigung vom 31. August 
2007 zu den Akten, in welcher keine strafrechtliche Verurteilung ver-
zeichnet ist. Bezüglich seines Hauptwohnsitzes beschränkte er sich in-
dessen trotz entsprechender Nachfrage seitens des Gerichts auf  die 
Einreichung  einer  Wohnsitzbestätigung  (vgl.  Art.  19  VwVG  i.V.m. 
Art. 40 des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundes-
zivilprozess [BZP, SR 273]). Wie aus dem Schreiben des Beschwerde-
führers vom 10. Oktober 2007 sowie der von ihm auf den Namen einer 

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seiner früheren Gesellschaften betriebenen E-Mail-Adresse zu schlies-
sen  ist,  scheint  er  sodann  seine  frühere  Geschäftstätigkeit  –  wenn 
auch gemäss eigenen Angaben zur Zeit ohne geldwerte Vergütung – 
fortsetzen zu wollen. 

8.3 Auch wenn es sich bei  den vom Beschwerdeführer begangenen 
Verbrechen  somit  "nur"  um Vermögensdelikte  handelte,  ist  aufgrund 
der konkreten Umstände des vorliegenden Falles – insbesondere an-
gesichts  der  langjährigen  und  gravierenden  Delinquenz  sowie  einer 
nicht  unerheblichen Rückfallgefahr –  anzunehmen,  es gehe von ihm 
eine aktuelle und hinreichend schwere Gefahr für ein Grundinteresse 
der Gesellschaft aus (vgl. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
C-69/2006 vom 30. März 2007 E. 5). Die durch die Vorinstanz verfügte 
Einreisesperre hält  daher von ihrem Grundsatz her vor Art. 5 Abs. 1 
FZA-Anhang I bzw. Art. 28 Abs. 3 EWR-Abkommen stand. 

9.
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die gegen ihn verhängte 
Einreisesperre sei nicht mit den Verfahrensgarantien von Art. 6 EMRK 
vereinbar, vermögen seine Vorbringen nicht zu überzeugen. 

9.1 Er beruft  sich in diesem Zusammenhang darauf, dass er sich in 
dem noch vor den liechtensteinischen Behörden hängigen Strafverfah-
ren verteidigen müsse und dass es zu diesem Zweck absolut notwen-
dig sei, sich in der Kanzlei seines liechtensteinischen Rechtsvertreters 
zu treffen, die Sach- und Rechtslage mit ihm zu besprechen und be-
schlagnahmte Unterlagen bei den Behörden einzusehen. Die Einreise-
sperre verunmögliche es ihm, sich rechtswirksam und mit der erforder-
lichen Waffengleichheit zu verteidigen. Die Möglichkeit einer befriste-
ten Suspension der Einreisesperre erachtet der Beschwerdeführer als 
ungenügend, da diese nicht gesetzlich vorgesehen sei und zudem ei-
ne  willkürliche  Einschränkung  der  Verteidigungsrechte  bedeute,  da 
stets begründete Anträge gestellt werden müssten, diese Anträge be-
willigt werden müssten, die Zollbeamten verständigt werden müssten 
etc. Er habe jedoch ein Recht auf freien und unkontrollierten Zugang 
zu seinem Anwalt.

9.2 Wie der Beschwerdeführer zutreffend erkennt, ergibt sich aus dem 
in Art. 6  Ziff. 1  EMRK statuierten Grundsatz eines fairen Verfahrens 
unter  anderem  das  Erfordernis  der  Chancen-  und  Waffengleichheit. 
Danach  müssen  alle  Verfahrensbeteiligten  gleich  behandelt  werden, 
wobei sie insbesondere Anspruch darauf haben, in gleichem Umfang 

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unterrichtet zu werden und ihre Sache unter denselben Bedingungen 
vertreten zu können (vgl. EGMR,  Bulut gegen Österreich,  Urteil  vom 
22. Februar 1996, Slg. 1996-II, S. 359 Ziff. 47). Nach Art. 6 Ziff. 3 Bst. b 
EMRK müssen Angeklagte zudem ausreichend Zeit  und Gelegenheit 
haben, ihre Verteidigung vorzubereiten und Art. 6 Ziff. 3 Bst. c EMRK 
garantiert das Recht auf ungestörten und unüberwachten Verkehr mit 
dem Verteidiger (vgl. zu Letzterem EGMR, S. gegen die Schweiz,  Ur-
teil vom 28. November 1991, Serie A, Bd. 220, S. 16 Ziff. 58).

Der Beschwerdeführer verkennt mit seiner Argumentation jedoch, dass 
die erwähnten Verfahrensgarantien nicht absolut gelten, sondern – nur, 
aber immerhin – eine angemessene Mitwirkung im Einzelfall garantie-
ren  sollen  (vgl.  JENS MEYER-LADEWIG,  EMRK-Handkommentar,  Baden-
Baden 2003, Art. 6 Rz. 35). Es trifft zwar zu, dass sich der Beschwer-
deführer aufgrund der gegen ihn verhängten Einreisesperre nicht je-
derzeit mit seinem Verteidiger in dessen Anwaltskanzlei treffen kann. 
Die  Einreisesperre  stellt  indessen kein absolutes  Einreiseverbot  dar, 
sondern  stellt  die  Einreise  lediglich  unter  einen  besonderen  Bewilli-
gungsvorbehalt.  Gestützt  auf  Art.  13  Abs.  1  Satz  3  aANAG besteht 
nämlich die Möglichkeit, die Einreisesperre für eine befristete Zeit zu 
suspendieren. Es steht dem Beschwerdeführer frei, bei der Vorinstanz 
ein Gesuch um Suspension der Einreisesperre zu stellen, wenn es für 
die Wahrnehmung seiner Verteidungsrechte notwendig ist, sei dies für 
die  Teilnahme  an  einer  Gerichtsverhandlung,  die  Konsultation  be-
schlagnahmter Aktenstücke oder – soweit die Anwesenheit vor Ort er-
forderlich ist – auch für Besprechungen mit dem Rechtsvertreter. Der 
damit  für  den  Beschwerdeführer  verbundene  Verwaltungsaufwand 
stellt  für  sich alleine  keinen unzumutbaren Eingriff  in  seine Verteidi-
gungsrechte dar, zumal der blosse Umstand, dass die Einreisesperre 
im Einzelfall durch die Vorinstanz suspendiert werden muss, nicht mit 
einer  Überwachung  des  Verkehrs  mit  dem Rechtsvertreter  gleichge-
setzt werden kann. 

10.
In  einem nächsten Schritt  ist  die  angeordnete  Fernhaltemassnahme 
auf ihre Verhältnismässigkeit zu prüfen.

10.1 Der in Art. 5 Abs. 2 BV verankerte Grundsatz der Verhältnismäs-
sigkeit  verlangt,  dass  eine Massnahme geeignet  ist,  das  im öffentli-
chen Interesse angestrebte Ziel zu erreichen und sich zudem im Hin-

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blick  auf  die  Zweck-Mittel-Relation  als  erforderlich  und  angemessen 
erweist (vgl. BGE 131 I 91 E. 3.3 S. 99 f. mit Hinweisen).

10.2 Die  gegen  den  Beschwerdeführer  angeordnete  Fernhaltemass-
nahme ist grundsätzlich ein geeignetes Mittel, um die Gefahr, welche 
vom Beschwerdeführer für die öffentliche Sicherheit und Ordnung aus-
geht, entscheidend zu verringern, auch wenn die Möglichkeit einer er-
neuten Entfaltung betrügerischer Finanzaktivitäten in der der Schweiz 
oder dem Fürstentum Liechtenstein damit nicht gänzlich ausgeschlos-
sen werden kann. Wie  weiter  oben bereits  gesehen,  besteht  zudem 
aufgrund der massiven Straffälligkeit des Beschwerdeführers und den 
weiteren  Indizien,  die  auf  das  Bestehen  einer  aktuellen  Gefährdung 
der öffentlichen Sicherheit und Ordnung schliessen lassen, ein erhebli-
ches  öffentliches  Interesse  an  der  Fernhaltung  des  Beschwerdefüh-
rers.

10.3 Es erscheint indessen zweifelhaft, ob die für die Dauer von fünf 
Jahren verhängte Einreisesperre im vorliegenden Fall als angemessen 
betrachtet werden kann. 

Der Beschwerdeführer hat bis am 21. Juli 2006 eine erstmalige, lang-
jährige Freiheitsstrafe verbüsst. Er lebt anscheinend in einer stabilen 
Partnerschaft und ist im heutigen Zeitpunkt bereits 74 Jahre alt. Diese 
Umstände  können  als  Indizien  für  eine  erhöhte  Strafempfindlichkeit 
gewertet werden. Trotz der weiter oben erwähnten Hinweise auf eine 
Fortsetzung der früheren Geschäftstätigkeit und trotz des offensichtli-
chen Fehlens eines Unrechtsbewusstseins bestehen somit auch kon-
krete Anhaltspunkte, dass der Strafvollzug und die noch laufende Pro-
bezeit  doch  die  gewünschte  abschreckende  Wirkung  auf  den  Be-
schwerdeführer  gehabt  haben  (vgl.  zur  Berücksichtigung  einer  straf-
rechtlichen  Probezeit  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.39/2006  vom 
31. Mai 2006 E. 2.3 Abs. 2). 

Vor diesem Hintergrund dürfte es sich in relativ naher Zukunft weisen, 
ob der Beschwerdeführer – wie zur Zeit noch nicht mit hinreichender 
Sicherheit ausgeschlossen werden kann – effektiv noch willens und in 
der Lage ist, erneute geschäftliche Aktivitäten zu entfalten, wie jene, 
welche zu seiner strafrechtlichen Verurteilung geführt  haben oder ob 
er sich angesichts seines fortgeschrittenen Alters definitiv aus dem Er-
werbsleben  zurückzieht  bzw.  zumindest  nicht  (mehr)  ernsthaft  ver-
sucht, an seine frühere (illegale) Geschäftstätigkeit anzuknüpfen. 

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10.4 Bei dieser besonderen Sachlage ist die gegen den Beschwerde-
führer verfügte Einreisesperre angemessen zu reduzieren. Das Bun-
desverwaltungsgericht erachtet es im vorliegenden Fall als angezeigt, 
das Ende der Fernhaltemassnahme auf den 20. Juli 2009, dem Ende 
der dem Beschwerdeführer bei der Entlassung aus dem Strafvollzug 
angesetzten  dreijährigen  Probezeit,  festzulegen.  Eine  Anlehnung  an 
den Beschluss des Fürstlichen Landgerichts vom 28. Juni 2006 recht-
fertigt sich namentlich vor dem Hintergrund, dass dem entsprechenden 
Entscheid des Strafrichters ebenfalls eine Würdigung der Bewährungs-
aussichten des Beschwerdeführers zu Grunde liegt. 

10.5 Lediglich der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle schliess-
lich festzuhalten, dass es der Vorinstanz frei steht, die Einreisesperre 
im  Bedarfsfalle  zu  verlängern,  ebenso  wie  dem  Beschwerdeführer 
grundsätzlich  die  Möglichkeit  offen  steht,  bei  veränderter  Sachlage 
beim BFM ein Wiedererwägungsgesuch einzureichen, um die vorzeiti-
ge Aufhebung der Sperre zu beantragen. 

11.
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Einreisesperre von 
ihrem Grundsatz her als rechtmässig, hinsichtlich ihrer Dauer hinge-
gen als unangemessen (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist daher 
teilweise gutzuheissen und die gegen den Beschwerdeführer verfügte 
Einreisesperre auf den 20. Juli 2009 zu befristen.

12.
12.1 Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt hat und ihm mit Zwi-
schenverfügung des EJPD vom 6. September 2006 die unentgeltliche 
Rechtspflege gewährt wurde, sind ihm keine Verfahrenskosten aufzu-
erlegen (Art. 63 Abs. 1 und Art. 65 Abs. 1 VwVG).

12.2 Im  Umfang  seines  Obsiegens  ist  dem  Beschwerdeführer  eine 
Parteientschädigung für die ihm entstandenen verhältnismässig hohen 
Kosten zuzusprechen; im Umfang des Unterliegens ist seinem Rechts-
vertreter ein amtliches Honorar auszurichten. Da sich die vom Rechts-
beistand  vorgelegten  Kostenverzeichnisse  vom  14.  August  2006, 
16. November  2006  und  1.  August  2007  als  widersprüchlich  (unter-
schiedliche Beträge für  gleiche Eingaben,  gleiche Beträge für  unter-
schiedliche Eingaben) und überhöht  erweisen,  werden die Parteient-
schädigung und das amtliche Honorar von Amtes wegen festgesetzt. 
Das  Bundesverwaltungsgericht  erachtet  einen  Betrag  von  je 
Fr. 1'000.– als angemessen (Art. 64 Abs. 1 und Art. 65 Abs. 2 VwVG 

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i.V.m. Art. 7 ff. VGKE).

Schliesslich  bleibt  darauf  hinzuweisen,  dass  Beschwerdeführer  dem 
Bundesverwaltungsgericht gemäss Art. 65 Abs. 4 VwVG das amtliche 
Honorar des Rechtsvertreters zu vergüten hat, wenn er später zu hin-
reichenden Mitteln gelangt.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen.

2.
Die Einreisesperre wird auf die Dauer von drei Jahren bis zum 20. Juli 
2009 begrenzt. 

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Die  Vorinstanz  hat  dem Beschwerdeführer  eine  Parteientschädigung 
von Fr. 1'000.– zu bezahlen.

5.
Der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  ist  als  amtlicher  Anwalt 
von der Gerichtskasse mit Fr. 1'000.– zu entschädigen.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. 2 239 926 retour)
- das Ausländer- und Passamt des Fürstentums Liechtenstein (Akten 

ZAR 9773101 retour)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Ruth Beutler Thomas Segessenmann

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (vgl. 
Art. 42 BGG).

Versand: 

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