# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 099d5053-d3e7-5118-9188-8b8a82608da4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-05-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.05.2008 D-4867/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4867-2006_2008-05-14.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4867/2006/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 4 .  M a i  2 0 0 8

Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 
Richterin Marianne Teuscher, 
Richter Bendicht Tellenbach (Kammerpräsident), 
Gerichtsschreiber Patrick Weber.

X._______, geboren _______,
Sri Lanka, _______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 2. März 
2006 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4867/2006

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest:

A.

A.a
Der  Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat nach eigenen An-
gaben erstmals am 19. November 1998  und stellte am 23. November 
1998  in  der  Schweiz  ein  Asylgesuch.  Anlässlich  der  Befragungen 
machte  er  zu  dessen  Begründung  im  Wesentlichen  geltend,  tamili-
scher Abstammung zu sein und aus der Nordprovinz Sri Lankas (Regi-
on _______) zu stammen. Dort habe er gravierende Probleme mit dem 
srilankischen Militär gehabt. So habe er ein Trainingslager der LTTE in 
der Nähe seines Wohnortes besucht. Nach rund drei Monaten habe er 
auf Ersuchen seiner Mutter und Bekannter das Lager verlassen dürfen. 
Im Jahr 1996 sei er von der Armee unter dem Verdacht, bei der LTTE 
mitzumachen,  festgenommen  worden.  Weil  er  indessen  eine  solche 
Mitgliedschaft  kategorisch  abgestritten  habe,  hätten  sie  ihn  bald 
darauf  wieder  laufen  lassen.  Eines  Tages  sei  ein  durch  die  sri-
lankischen  Sicherheitskräfte  verletztes  LTTE-Mitglied  durch  dessen 
Kameraden zwecks Pflege zum elterlichen Haus gebracht worden. Et-
was später seien auch srilankische Soldaten vor Ort erschienen. Auf 
Rat  seiner  Mutter  sei  der  Beschwerdeführer  mit  den  Kämpfern  der 
LTTE geflüchtet. Die Armee habe daraufhin  alle  im elterlichen Haus 
befindlichen Personen mitgenommen. Nach der Intervention des Dorf-
oberhauptes seien zwar seine Angehörigen wieder frei gekommen. In-
dessen habe sich die Mutter nun täglich bei der Armee melden müs-
sen. Sie sei  zudem aufgefordert  worden,  den Aufenthaltsort  des Be-
schwerdeführers preiszugeben. In Anbetracht  dieser Sachlage sei  er 
schliesslich nach Colombo geflohen.

A.b
Das Bundesamt stellte mit Verfügung vom 11. Mai 2000 fest, der Be-
schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht,  lehnte dessen 
Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz. Zur Be-
gründung führte es im Wesentlichen aus, die Angaben des Beschwer-
deführers  genügten  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftmachung 
nicht. Seine Schilderungen seien in mehrfacher Hinsicht widersprüch-
lich ausgefallen. Ausserdem sei der Vollzug der Wegweisung zulässig, 
zumutbar und möglich.

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A.c
Mit Eingabe vom 19. Juni 2000 an die Schweizerische Asylrekurskom-
mission  (ARK)  liess  der Beschwerdeführer  durch  seinen  damaligen 
Rechtsvertreter die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die 
Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zwecks Durchführung wei-
terer  Abklärungen  beantragen.  Es  sei  eine  Rückschiebung  des  Be-
schwerdeführers in dessen Heimatland zu unterlassen und von Amtes 
wegen  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen.  Zur  Begründung  des 
Kassationsantrages wurde vorgebracht, dass die wesentlichen Vorbrin-
gen glaubhaft  ausgefallen seien. Das Bundesamt habe sich  auf  das 
blosse Erfragen von Sachverhalten konzentriert und erforderliche Ab-
klärungen  nicht  vorgenommen. Es  gehe  deshalb  nicht  an,  dass  die 
Vorinstanz die Angaben des Beschwerdeführers in pauschaler Weise 
als  unglaubhaft  qualifiziere. Sodann  sei  zu  berücksichtigen,  dass  er 
aufgrund der Fallumstände bei seiner Rückkehr begründete Furcht vor 
erheblichen Nachteilen habe. Die Vorinstanz sei dem Untersuchungs-
grundsatz und der Begründungspflicht nicht nachgekommen und habe 
sachfremd entschieden. Dadurch liege eine Gehörsverletzung vor. 

Im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens wurde eine Erklärung der Poli-
zei von _______ vom 13. Januar 1999 zu den Akten gereicht. 

A.d
Mit  Urteil  vom 7. Oktober  2002  wies  die  ARK die  Beschwerde vom 
19. Juni  2000 als  offensichtlich  unbegründet  ab. Die Beschwerdeins-
tanz hielt in ihrem Urteil fest, die gerügten Gehörsverletzungen fänden 
in den Akten keine Stütze. Die eingereichte polizeiliche Erklärung vom 
13. Januar 1999 vermöge angesichts der vom Bundesamt in der Ver-
nehmlassung formulierten  und von der  ARK erkennbaren und nach-
vollziehbaren Fälschungshinweisen keinen anderen Ausgang des Ver-
fahrens  zu  bewirken.  Das  Dokument  sei  zur  Verhinderung  weiteren 
Missbrauchs einzuziehen. Ferner bejahte die ARK hinsichtlich des Be-
schwerdeführers eine zumutbare innerstaatliche Aufenthaltsalternative 
namentlich im Grossraum Colombo, wo er sich seinen Angaben zufol-
ge schon wiederholt längere Zeit bei Verwandten aufgehalten habe.

B.
Am 14. Januar 2006 wurde der Beschwerdeführer bei der versuchten 
illegalen Ausreise aus der Schweiz verhaftet und in der Folge in Aus-

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schaffungshaft genommen. Am 18. Januar 2006 (fremdsprachige Ein-
gabe) beziehungsweise mit Eingabe seines neu bestellten Rechtsver-
treters vom 24. Januar 2006 stellte er bei der Vorinstanz ein zweites 
Asylgesuch. Gleichzeitig beantragte er die Edition von Verfahrensakten 
im Falle eines beabsichtigten negativen Entscheids und ersuchte um 
die  Möglichkeit,  vor  Entscheidfällung  eine  Stellungnahme  einzurei-
chen.

C.
Am 31. Januar 2006 gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer 
unter Kostenauflage Einsicht in die Akten des ersten Asylverfahrens. 

D.
Mit Eingabe vom 2. Februar 2006 ersuchte der damalige Vertreter des 
Beschwerdeführers das Bundesamt, die Behandlung des zweiten Asyl-
gesuchs seines Mandanten an Hand zu nehmen. Jegliche Kontaktauf-
nahme mit den srilankischen Behörden zwecks Papierbeschaffung sei 
zu vermeiden. 

E.
Am  17.  Februar  2006  führte  die  kantonale  Behörde  eine  Anhörung 
durch. Dabei machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, 
nach  Ablehnung  seines  ersten  Asylgesuchs  im  April  2003  nach  Sri 
Lanka zurückgereist zu sein. Er habe in _______ Wohnsitz genommen 
und dort als Rischkafahrer gearbeitet. Wegen drei Fahrgästen, die bei 
einer Polizeikontrolle geflohen seien, habe ihn die Polizei am 14. Juni 
2003 festgenommen. Nach zwei Tagen Haft auf der Polizeistation sei 
er  ins  _______-Gefängnis  verlegt  worden.  Er  habe  Misshandlungen 
erlitten. Gegen Kaution sei er am 16. September 2003 freigekommen. 
Er habe sich aber fortan zweimal täglich bei den Behörden in _______ 
melden müssen. Im Zusammenhang mit Anschlägen sei er wiederholt 
für  zwei Tage festgenommen worden. Mit  seinen Angehörigen sei  er 
deshalb am 20. Februar 2004 ins Heimatdorf zurückgekehrt. Dort sei 
seine  Schwester  in  einem Armeelager  vergewaltigt  und  umgebracht 
worden.  Eine  Anzeige  gegen  die  Armee  habe  nichts  genützt.  Im 
Dezember  2004  seien  seine  Mutter  und  zwei  Brüder  durch  einen 
Tsunami  ums Leben gekommen. Der  Beschwerdeführer  habe  fortan 
allein auf sich gestellt im Dorf gelebt. Wegen medizinischer Probleme 

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habe er eine mehrmonatige Spitalpflege in Anspruch nehmen müssen. 
Anschliessend sei er zu einer in Colombo wohnhaften Tante gezogen. 
Dort sei er im Juni 2005 verhaftet und auf der Polizeistation _______ 
festgehalten  worden. Durch einen Gerichtsbeschluss  sei  er  nach 14 
Tagen freigekommen. Da er nicht mehr in Colombo habe leben wollen, 
sei  er  vorerst  nach  _______  zurückgekehrt  und  schliesslich  am  7. 
Januar 2006 auf dem Luftweg ausser Landes geflohen. Er habe be-
absichtigt, sich in _______ mit einer Cousine zu verheiraten. 

Als Belege für sein Vorbringen gab der Beschwerdeführer im Verlauf 
des erstinstanzlichen Verfahrens in Telefax-Form zwei Quittungen (Ho-
telaufenthalt in Sri Lanka), vier Bestätigungsschreiben (Haft in Colom-
bo), ein Arztzeugnis und eine Foto zu den Akten (vgl. dazu die Auflis-
tung der vorinstanzlichen Akte B 16). 

F.
Mit Eingabe vom 20. Februar 2006 seines damaligen Vertreters bean-
tragte der Beschwerdeführer beim BFM unter anderem eine ärztliche 
Untersuchung  (Folterspuren).  Ferner  sei  eine  psychiatrische  Begut-
achtung zu veranlassen. 

G.
Mit Zwischenverfügung vom 27. Februar 2006 gewährte die Vorinstanz 
dem Beschwerdeführer  im  Sinne  seines  Ersuchens  vom 24.  Januar 
2006 Einsicht in die Akten des (aktuellen) Verfahrens. Die Vorinstanz 
wies in ihrer Verfügung darauf hin, dass mit der gewährten Aktenein-
sicht keine Frist zur Stellungnahme verbunden sei, da nach Abschluss 
der amtlichen Untersuchung grundsätzlich kein Anspruch auf  Durch-
führung eines Schriftenwechsels bestehe. 

H.
Das Bundesamt stellte mit Verfügung vom 2. März 2006 fest, der Be-
schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte dessen 
Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz. Zur Be-
gründung  führte  es  im  Wesentlichen  aus,  die  Behauptung  des  Be-
schwerdeführers,  nach Ablehnung  seines  Asylgesuchs tatsächlich  in 
sein Heimatland zurückgekehrt  zu sein, sei  nicht  hinreichend belegt. 
Im Übrigen habe er sein Asylgesuch erst im Zusammenhang mit einer 

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drohenden Ausschaffung gestellt,  was nicht  der üblichen Verhaltens-
weise tatsächlich verfolgter Personen entspreche. Hinzu komme, dass 
die angebliche dreimonatige Inhaftierung des Jahres 2003, welche we-
gen des blossen Verdachts der  LTTE-Unterstützung erfolgt  sein soll, 
gemäss  Erkenntnissen  des  Bundesamtes  in  der  geltend  gemachten 
Form der (damaligen) Praxis der Behörden vor Ort widerspreche. Die 
angebliche Haft mute deshalb realitätsfremd an. Die gleiche Feststel-
lung gelte auch für die angebliche Haft vom Juni 2005. Die diesbezüg-
lich  eingereichten  Bestätigungsschreiben  rechtfertigten  als  einfach 
manipulierbare Fax-Dokumente, welche überdies in formaler Hinsicht 
den normalerweise zu diesem Zweck ausgestellten Schreiben in kei-
ner  Weise  entsprächen,  keine  andere  Einschätzung.  Beim  Bestäti-
gungsschreiben  des  Anwalts  sei  von  einem  Gefälligkeitsdokument 
auszugehen, und eine der Bestätigungen für den Hotelaufenthalt in Sri 
Lanka beziehe sich auf einen Zeitpunkt, wo der Beschwerdeführer er-
wiesenermassen  bereits  in  der  Schweiz  gewesen  sei.  Die  nachge-
reichte korrigierte Version erhärte den Verdacht, dass entsprechende 
Beweismittel nach Wunsch des Auftraggebers ausgestellt würden. Das 
Arztzeugnis vermöge offensichtlich keinen asylrelevanten Sachverhalt 
zu belegen. Auch die tragischen Folgen des Tsunami stünden offen-
sichtlich nicht im Zusammenhang mit einer asylrelevanten Verfolgung. 
Den Vollzug der Wegweisung erachtete das Bundesamt - namentlich 
für den Grossraum Colombo - für zulässig, zumutbar und möglich. Dort 
könne der Beschwerdeführer mit der Unterstützung durch seine Tante 
rechnen. Auch eine finanzielle Hilfe durch den in der Schweiz leben-
den  Bruder  komme  in  Betracht.  Die  im  eingereichten  srilankischen 
Arztzeugnis  erwähnten Depressionen könnten im Bedarfsfall  vor  Ort 
behandelt werden.

I.
Am 3. März 2006 wurde der Beschwerdeführer aus der Ausschaffungs-
haft entlassen. 

J.
Mit Eingabe vom 17. März 2006 an die ARK beantragte der Beschwer-
deführer durch seine Vertretung die Aufhebung der angefochtenen Ver-
fügung und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur ergän-
zenden Sachverhaltsfeststellung und zur Neubeurteilung. Eventualiter 
sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und Asyl zu gewähren. Je-

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denfalls sei  die Unzulässigkeit  und die Unzumutbarkeit  des Wegwei-
sungsvollzugs nach Sri Lanka festzustellen und die vorläufige Aufnah-
me anzuordnen. Es sei die unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 
und 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwal-
tungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) zu gewähren. Die mit Zwischen-
verfügung der  Vorinstanz  vom 31. Januar  2006 erhobene Gebühr  in 
der Höhe von Fr. 61.-- für nicht bestellte Akten sei dem Beschwerde-
führer rückzuerstatten. Zur Begründung wurde unter anderem geltend 
gemacht, der Beschwerdeführer habe bereits anlässlich seiner ersten 
Begegnung  mit  den  Schweizer  Behörden  am  14.  Januar  2006  ver-
sucht,  ein  Asylgesuch  zu  stellen.  Er  habe  in  der  Folge  auch  eine 
schriftliche  Eingabe  an  eine  Behörde  verfasst  und  eine  Kopie  des 
Schreibens am 17. Januar 2006 bei der Haftrichterverhandlung vorge-
legt. Der Haftrichter habe indes auf die hierfür zuständigen Bundesbe-
hörden  verwiesen.  Anschliessend  sei  eine  postalische  Eingabe  des 
Beschwerdeführers beim BFM und daraufhin die Eingabe des Vertre-
ters beim BFM am 24. Januar 2006 erfolgt. Die Asylbehörden hätten 
indes  die  Behandlung  des  Gesuchs  nicht  an  Hand  genommen  und 
stattdessen weiterhin die Ausschaffung vorbereitet. Erst nach nochma-
liger Intervention des Vertreters vom 6. Februar 2006 sei die Behand-
lung des Asylgesuchs in  die Wege geleitet  worden. Die Behauptung 
des Bundesamtes,  der Beschwerdeführer habe sein Asylgesuch ver-
spätet und demnach missbräuchlich gestellt,  weshalb die angebliche 
Gefährdungslage im Heimatland nicht glaubhaft erscheine, könne ent-
sprechend  nicht  nachvollzogen  werden.  Ausserdem  sei  die  erlittene 
Verfolgung durch - mittlerweile im Original beigebrachte - Beweismittel 
belegt, weshalb die weitere Einschätzung des Bundesamtes, die gel-
tend gemachten Inhaftierungen entsprächen nicht der üblichen Praxis 
der Behörden vor Ort, ebenfalls nicht geteilt werden könne. Im Übrigen 
sei auch die Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka im An-
schluss an das erste Asylverfahren belegt; die diesbezüglichen Zweifel 
des  BFM seien  fehl  am Platz. Der  Vertreter  des  Beschwerdeführers 
habe sodann bereits mit Eingabe vom 20. Februar 2006 beantragt, die 
Narben des Beschwerdeführers und dessen psychischer Zustand sei-
en medizinisch abzuklären. Diese Anträge seien in der angefochtenen 
Verfügung  unberücksichtigt  geblieben,  was  zur  Kassation  des  Ent-
scheids führen müsse. Die weitere Feststellung des Bundesamtes hin-
sichtlich des Beweiswerts der Dokumente (blosse Faxkopien) sei mitt-
lerweile überholt, da nach dem Gesagten Originaldokumente vorlägen. 
Diese habe das BFM nicht abgewartet,  was wiederum die Kassation 
des  Entscheids  rechtfertige.  Die  pauschale  Behauptung  des  BFM, 

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beim Anwaltsschreiben handle es sich erfahrungsgemäss um ein Ge-
fälligkeitsschreiben,  könne  jedenfalls  nicht  gehört  werden.  Vielmehr 
wäre die Vorinstanz gehalten gewesen, bei Zweifeln weitere Abklärun-
gen vorzunehmen. Schliesslich würde ein allfälliger Vollzug der Weg-
weisung gegen die relevanten gesetzlichen Bestimmungen verstossen. 

Der Eingabe lagen 7 Fotos (Tsunami-Schäden), bereits im erstinstanz-
lichen Verfahren als Fax-Kopien eingereichte Dokumente, nämlich ein 
Anwaltsschreiben vom 13. Februar  2006 mit  Originalunterschrift  und 
Stempel, eine Hotelquittung in Kopie, eine Bestätigung des _______-
Gefängnisses in Colombo mit Unterschrift und Stempel samt englisch-
sprachiger  Übersetzung,  ein  Arztzeugnis  aus  Sri  Lanka  im Original, 
sowie als  neue Beweismittel  die  Kopie eines Hotel-Meldezettels  aus 
Sri Lanka, ein Zustelldokument hinsichtlich der erwähnten Beweismit-
tel, ein Positionspapier der SFH zur Situation vor Ort und ein Bericht 
über psychiatrische Behandlungsmöglichkeiten in Sri Lanka bei.

K.
Mit Zwischenverfügung vom 12. April 2006 bestätigte die Instruktions-
richterin der ARK die Berechtigung des Beschwerdeführers zur Anwe-
senheit in der Schweiz bis zum Abschluss des Verfahrens. Im Weiteren 
hiess sie das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspfle-
ge  gut  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung wurde abgewie-
sen. Im Zusammenhang mit den geltend gemachten Folterspuren und 
den gesundheitlichen Problemen wurde dem Beschwerdeführer  Frist 
zwecks Zusendung eines ausführlichen Arztberichts angesetzt. 

L.
Mit  Eingabe vom 27. April  2006 reichte der Beschwerdeführer einen 
Arztbericht vom 25. April 2006 zu den Akten. Weitere (ausführlichere) 
Arztberichte wurden in Aussicht gestellt. Gleichzeitig beantragte er die 
wiedererwägungsweise Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbei-
ständung (Art. 65 Abs. 2 VwVG). 

M.
Mit Zwischenverfügung vom 9. Mai 2006 lehnte die ARK das wiederer-

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wägungsweise gestellte Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG ab.

N.
Mit  Vernehmlassung  vom  14.  September  2006  beantragte  die  Vor-
instanz die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Auch in Be-
rücksichtigung der nachträglich eingereichten Beweismittel sei die gel-
tend gemachte Rückkehr des Beschwerdeführers in sein Heimatland 
nicht belegt. So handle es sich zum einen um nicht amtliche Schrei-
ben, welche vom Beschwerdeführer in Auftrag gegeben worden seien. 
Zum anderen liege die Bestätigung des _______-Gefängnisses ledig-
lich  in  Form  einer  für  Manipulationen  äusserst  anfälligen  Fax-Kopie 
vor. Ferner sei festzuhalten, dass der Beschwerdeführer sein Asylge-
such in der Schweiz erst nach einem längeren Aufenthalt gestellt und 
beabsichtigt  habe,  in  _______  zu  heiraten.  Die  angeblichen  Verfol-
gungsvorbringen  müssten  deshalb  als  nachgeschoben  bezeichnet 
werden. Hinsichtlich der angeblichen Traumatisierung des Beschwer-
deführers sei eine angemessene Therapie im Bedarfsfall vor Ort mög-
lich. 

O.
Mit Replik vom 4. Oktober 2006 hielt der Beschwerdeführer an seinen 
bisherigen Vorbringen fest. Die vorinstanzliche Argumentation hinsicht-
lich  der  geltend gemachten asylrelevanten Verfolgung müsse als  wi-
dersprüchlich bezeichnet werden. Hinzu komme, dass der Beschwer-
deführer aufgrund seiner Traumatisierung und der sich in seinem Hei-
matland zuspitzenden politischen Situation bei der Wiedereinreise be-
sonders gefährdet wäre.

P.
Mit Eingabe vom 19. Oktober 2006 wies der Beschwerdeführer auf die 
Eskalierung  der  Konflikte  in  seinem Heimatland  hin. Gleichzeitig  er-
suchte er die ARK, einen spezialärztlichen Bericht im Zusammenhang 
mit seiner psychiatrischen Behandlung in der Schweiz, welcher für die 
Beurteilung  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  von  aus-
schlaggebender Bedeutung sein dürfte, noch abzuwarten.

Q.
Am 30. Oktober 2006 reichte der Beschwerdeführer einen Arztbericht 

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vom 19. Oktober 2006 ________ nach.

R.
Mit Eingabe vom 11. Januar 2007 reichte der Beschwerdeführer beim 
Bundesverwaltungsgericht einen detaillierten Arztbericht vom 4. Janu-
ar  2007  _______  ein.  Im  besagten  Bericht  wurden  unter  anderem 
ausgeprägte  Symptome  einer  posttraumatischen  Belastungsstörung, 
mittelschwere  bis  schwere  Angstsymptome,  ausgeprägte  depressive 
Symptome, eine mässige Somatisierungstendenz sowie mittelschwere 
dissoziative  Symptome  erwähnt.  Beim  Patienten  liege  eine  schwere 
posttraumatische  Belastungsstörung  sowie  eine  schwere  depressive 
Episode vor. Des Weiteren wurden Panikanfälle diagnostiziert, welche 
die Kriterien für eine Panikstörung zwar nicht erfüllten, aber mit hohem 
Leidensdruck  verbunden  seien.  Ferner  wurde  dargelegt,  dass  die 
diskreten  fokalen  Vernarbungen  an  den  Oberschenkeln  des 
Beschwerdeführers  mit  Brandmarken  vereinbar  seien.  Das 
Krankheitsbild  des  Patienten  spreche  für  wiederholte 
Traumatisierungen.  Er  sei  gemäss  seinen  Angaben  in  Sri  Lanka 
während fast eines Jahres in stationärer und ambulanter Behandlung 
gestanden.  In  der  Schweiz  sei  aufgrund  seiner  unsicheren 
(Aufenthalts)situation  bisher  lediglich  eine  symptomatische  Behand-
lung erfolgt. Im Bericht wurde sodann festgehalten, dass die therapeu-
tischen Möglichkeiten in Sri Lanka bereits ohne Erfolg in Anspruch ge-
nommen worden seien. Im Falle einer Rückkehr ins Heimatland drohe 
zudem eine erneute Retraumatisierung.

S.
Am 12. September 2007 zeigte der ehemalige Vertreter des Beschwer-
deführers dem Bundesverwaltungsgericht seine Mandatsniederlegung 
an. 

T.
Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels beantragte das BFM mit 
Vernehmlassung vom 19. März  2008 erneut  die  vollumfängliche  Ab-
weisung der Beschwerde. Aufgrund der Aktenlage respektive der un-
glaubhaften und mangelhaften  Aussagen des Beschwerdeführers  zu 
seiner bisherigen Lebenssituation in Sri Lanka sei es nicht möglich, in 
voller Kenntnis der tatsächlichen persönlichen und familiären Umstän-

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de  des  Beschwerdeführers  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvoll-
zugs zu überprüfen. Für die Zumutbarkeit  des Vollzugs der Wegwei-
sung spreche indes der Umstand, wonach in Colombo eine Tante des 
Beschwerdeführers  -  mutmasslich  mit  ihrer  Familie  -  lebe.  Zudem 
stamme er eigenen Angaben zufolge aus einer vermögenden Familie, 
und im Ausland lebende Verwandte seien in der Lage, ihn bei der Re-
integration vor Ort im Bedarfsfall finanziell zu unterstützen.

U.
Mit Zwischenverfügung vom 25. März 2008 wurde dem Beschwerde-
führer Frist zur Replik eingeräumt. Besagte Verfügung wurde von der 
Post  dem Bundesverwaltungsgericht  am 7. April  2008  mit  dem Ver-
merk "nicht abgeholt" retourniert.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern keine Aus-
nahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 
33 und 34 VGG genannten Behörden. Dazu gehören Verfügungen des 
BFM, welche gestützt auf das AsylG erlassen wurden; das Bundesver-
waltungsgericht  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig  (Art.  105 
AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

2.
Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht; der Beschwer-
deführer ist legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 und 50 ff. VwVG). Auf 

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die Beschwerde ist mithin einzutreten.

3.

3.1 Der ehemalige Vertreter des Beschwerdeführers machte geltend, 
er habe bereits mit Eingabe vom 20. Februar 2006 beantragt, die Nar-
ben seines Mandanten und dessen psychischer Zustand seien medizi-
nisch  abzuklären.  Diese  Anträge  seien  in  der  angefochtenen  Verfü-
gung unberücksichtigt geblieben, was (als Verletzung des rechtlichen 
Gehörs) zur Kassation des Entscheids führen müsse. Die weitere Fest-
stellung des Bundesamtes hinsichtlich des Beweiswerts der Dokumen-
te (blosse Faxkopien) sei mittlerweile überholt, da nach dem Gesagten 
Originaldokumente  vorlägen. Diese habe das BFM nicht  abgewartet, 
was wiederum die Kassation des Entscheids rechtfertige. 

3.2 Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt in der 
Regel zur Aufhebung des angefochtenen Hoheitsakts ohne Rücksicht 
darauf, ob Letzterer bei korrekter Gewährung des rechtlichen Gehörs 
anders ausgefallen wäre, zumal  eine solche Betrachtungsweise dem 
formellen Charakter des Gehörsanspruchs widerspräche (vgl. u.a. Ent-
scheide und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission/
EMARK 1999 Nr. 20 S. 131 und 1998 Nr. 34 S. 292). Gemäss Praxis 
des Bundesgerichts besteht indes die Möglichkeit, dass die Verletzung 
des Anspruchs auf rechtliches Gehör durch die untere Instanz im Be-
schwerdeverfahren geheilt  wird, wenn die Rekursinstanz mit  gleicher 
Kognition entscheidet und den Betroffenen die gleichen Mitwirkungs-
rechte zustehen (vgl. BGE 116 Ia 95 f.; 110 Ia 82 E. d). Dabei können 
insbesondere prozessökonomische Überlegungen eine Rolle spielen. 
Gemäss Praxis der ARK, welche in diesem Punkt ihre Gültigkeit beibe-
halten hat, sollte auf eine Kassation indes nur dann verzichtet werden, 
wenn  die  Gehörsverletzung  für  den  Betroffenen  keinen  schweren 
Nachteil bedeutet beziehungsweise ihn nicht in schwerer Weise trifft.

3.3 Vorliegend  ist  -  auch  mangels  entsprechender  Erwägungen  der 
Vorinstanz in der Vernehmlassung - unbestritten, dass die erwähnten 
Anträge des Beschwerdeführers in der Eingabe vom 20. Februar 2006 
im Rahmen der angefochtenen Verfügung nicht berücksichtigt wurden. 
Eine  Heilung  dieser  Gehörsverletzung  erscheint  unter  Würdigung 
sämtlicher Umstände indes als gerechtfertigt. So hatte der Beschwer-
deführer nach Erlass des erstinstanzlichen Entscheids ausführlich Ge-
legenheit,  seine  psychische  Verfassung  und  die  Narben  an  seinem 

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Körper medizinisch abklären zu lassen. In Würdigung des eingereich-
ten und ausführlichen Arztberichts vom 4. Januar 2007 (Universitäts-
spital Zürich/Psychiatrische Poliklinik), welcher sich zu den relevanten 
Fragen schlüssig äussert, ist der Sachverhalt jedenfalls als erstellt zu 
betrachten, und eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz würde 
insofern einen prozessualen Leerlauf bedeuten. Die weitere Rüge, die 
Vorinstanz wäre gehalten gewesen, den Eingang von Originalbeweis-
mitteln abzuwarten, vermag nur bedingt zu überzeugen, zumal ein sol-
cher expliziter Antrag in der erwähnten Eingabe vom 20. Februar 2006 
nicht  gestellt  wurde,  die  Dokumente  aus  Sri  Lanka  am 17.  Februar 
2006  bereits  der  Post  übergeben  gewesen  sein  sollen  und  die  Vor-
instanz mit ihrem Entscheid immerhin bis zum 2. März 2006 zuwartete 
(vgl. B 14/24, S. 19). Abgesehen davon erschiene auch diese allfällige 
Gehörsverletzung in Berücksichtigung der Fallumstände wiederum als 
heilbar.

3.4 Nach dem Gesagten ist  von einer  Kassation  der  angefochtenen 
Verfügung im aktuellen Zeitpunkt abzusehen.

4.

4.1 Gemäss Art. 2  Abs. 1 AsylG gewährt  die Schweiz grundsätzlich 
Flüchtlingen Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt,  wenn  sie  in  ihrem Heimatstaat  oder  im  Land,  wo sie  zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

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4.3 Der Beschwerdeführer rügt, das Bundesamt gehe zu Unrecht von 
der  fehlenden  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen aus  und  verkenne  die 
prekäre Situation in seinem Heimatland.

4.4 Dieser Einschätzung kann im Asylpunkt nicht gefolgt werden. Die 
Feststellung  des  Beschwerdeführers,  er  habe  befürchtet,  in  der 
Schweiz werde auf sein zweites Asylgesuch nicht eingetreten, weshalb 
er hier seine Fluchtgründe vorerst nicht vorgebracht habe, vermag we-
nig zu überzeugen. So hat sich der Beschwerdeführer den Akten zufol-
ge seit der Einreise vom 9. Januar 2006 während mehrerer Tage illegal 
bei seinem Bruder in der Schweiz aufgehalten, ein Verhalten, das nicht 
recht zu einer tatsächlich befürchteten Verfolgung in Sri Lanka passt. 
Im Weiteren mag zutreffen, dass der Beschwerdeführer nicht erst mit 
Eingabe  seines  Vertreters  vom 24. Januar  2006  ein  (sinngemässes) 
Asylgesuch stellte. Die oben skizzierte Verhaltensweise lässt die Fest-
stellung des  BFM, wonach der  Beschwerdeführer  nicht  aus den ge-
nannten Gründen aus dem Heimatland geflohen sei und eine angebli-
che asylrelevante Gefährdung erst im Moment einer drohenden Aus-
schaffung vorgebracht habe, im Ergebnis aber gleichwohl als plausibel 
erscheinen, zumal tatsächlich Verfolgte in der Tat im Allgemeinen auch 
aus  ihrer  Sicht  keine  unnötigen  Risiken  eingehen. Einzuräumen  ist, 
dass  das  Verhalten  des  Beschwerdeführers  zwar  gewisse  Zweifel 
weckt, für sich alleine besehen aber die Unglaubhaftigkeit der Vorbrin-
gen insgesamt noch nicht zu begründen vermöchte. Gegen eine Verfol-
gungssituation im Zeitpunkt der Ausreise sprechen indes weitere An-
haltspunkte in den Akten. So gab der Beschwerdeführer unter ande-
rem an,  aus  Furcht  vor  (erneuten)  Problemen mit  den srilankischen 
Behörden eine offizielle Ausschaffung aus der Schweiz nach der Ab-
lehnung seines ersten Asylgesuches vermieden zu haben (vgl. S. 4 der 
Eingabe vom 17. März 2006). Andererseits soll er sich aber (angeblich 
durch  Vermittlung  eines  Schleppers)  in  der  Folge  vor  Ort  um einen 
Reisepass mit seinen Personalien bemüht und diesen durch die srilan-
kischen Behörden im Juni 2004 auch erhalten haben (vgl. u.a. B 14/24, 
S. 6). Schliesslich sei er mit diesem Pass auf seinen eigenen Namen 
im Jahre 2006 auch legal  ausgereist  (vgl. kantonale Befragung vom 
14. Januar 2006,  S. 2),  was deutlich gegen eine Verfolgung des Be-
schwerdeführers  in  diesem Zeitpunkt  spricht.  Der  Beschwerdeführer 
führt zwar aus, im Juni 2003 in Trincomalee verhaftet worden zu sein; 
das Gerichtsverfahren habe jedoch mit einem Freispruch geendet. We-
gen lokalen Behelligungen sei die Familie danach wieder in die Hei-
matregion zurückgekehrt. Dort sei im Jahr 2004 seine Schwester ver-

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mutlich von Armeeangehörigen vergewaltigt und ermordet worden. Bis 
zur Ausreise im Jahre 2006 habe er selber aber keine Probleme mit 
den Behörden mehr gehabt; gegen ihn sei auch kein Strafverfahren er-
öffnet worden (vgl. B14 S. 14). Als Ausreisegrund wird denn auch in 
erster  Linie vorgebracht,  er  habe im Heimatstaat  keine Angehörigen 
mehr.  Bereits  im  Brief  an  die  Asylbehörden  vom  18.  Januar  2006 
macht er entsprechende Ereignisse geltend (vgl. B4 S. 2). Selbst wenn 
der Beschwerdeführer  oder seine Familie in  Konflikt  mit  den Sicher-
heitsbehörden gelangt ist, ist aufgrund dieser Ausführungen nicht auf 
eine Verfolgungssituation im Zeitpunkt der Ausreise zu schliessen. Da-
ran vermögen auch die Vorbringen zur angeblichen Haft  im Sommer 
2005 nichts zu ändern, zumal der Beschwerdeführer dazu ausführt, er 
sei am 14. Juni 2005 verhaftet worden (vgl. B14, S. 16), während im 
Anwaltsschreiben vom Juli 2005 die Rede ist. Hinzu kommt, dass eine 
solche Haft auch in zeitlicher Hinsicht nicht zu den übrigen Vorbringen 
passt. So führte der Beschwerdeführer aus, nach dem Tsunami vom 
26. Dezember 2004 noch einige Zeit im Dorf verblieben zu sein, sich 
aber mehr und mehr isoliert zu haben, weshalb die Dorfbewohner ihn 
schliesslich in eine psychiatrische Klinik gebracht hätten. Dort  sei  er 
sieben Monate verblieben und dann von seiner Tante nach Colombo 
gebracht worden. Wie er unter diesen Umständen bereits am 14. Juni 
2005 in Colombo verhaftet worden sein soll, vermag nicht zu überzeu-
gen. Die beigebrachten Beweismittel sind ebenfalls nicht geeignet, die 
Glaubhaftigkeit einer Verfolgungssituation im Zeitpunkt der Ausreise zu 
erhärten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer be-
reits im Rahmen des erstinstanzlichen Verfahrens geltend machte, im 
_______-Gefängnis inhaftiert gewesen zu sein, und diese Behauptung 
mit  einem  Bestätigungsschreiben  der  Polizei  zu  belegen  versuchte. 
Besagtes  Dokument  wurde  indes  rechtskräftig  für  gefälscht  erachtet 
und mit Urteil der ARK vom 7. Oktober 2002 eingezogen. Das im aktu-
ellen Verfahren eingereichte Bestätigungsschreiben bezieht sich aber 
ohnehin - selbst bei unterstellter Authentizität - auf Ereignisse im Jahre 
2003, die für die Ausreise kaum noch relevant gewesen sein dürften. 
Im  Weiteren  ist  der  Vorinstanz  insofern  beizupflichten,  als  Bestäti-
gungsschreiben von Drittpersonen mitunter bloss der Beweiswert von 
Gefälligkeitsschreiben zukommt. Das Anwaltsschreiben vom 13. Feb-
ruar 2006, welches in sehr allgemein gehaltenen Formulierungen ge-
wisse  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  bestätigt,  aber  auch  neue 
Ungereimtheiten aufbringt, erscheint als typisches Beispiel eines sol-
chen Belegs. Der angeblich über Jahre für den Beschwerdeführer tätig 
gewesene Anwalt hätte denn auch in der Lage gewesen sein müssen, 

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weitere  Gerichtsdokumente,  zumindest  solche  von  der  Haft  vom 
Sommer  2005  -  sei  doch  der  Beschwerdeführer  vor  das  Gericht 
_______ gebracht  worden (vgl. A14 S. 16)  -  einzureichen. Auch die 
bezüglich  Datierung  differierenden  Bestätigungen  für  den 
Hotelaufenthalt  in  Sri  Lanka  vor  der  Ausreise  vermögen  kaum 
Beweiswert zu entfalten. Insbesondere aber ergibt sich daraus ohnehin 
keine  Bestätigung  einer  Verfolgung  im  Zeitpunkt  der  Ausreise.  Im 
Gegenteil hätte sich der Beschwerdeführer wohl kaum in einer Lodge 
offiziell  registrieren lassen können, wenn – wie im Anwaltsschreiben 
geltend  gemacht  –  tatsächlich  nach  ihm  gefahndet  worden  wäre. 
Insgesamt  ergibt  sich  vielmehr  der  Eindruck,  der  Beschwerdeführer 
habe sein Heimatland im Jahre 2006 aufgrund persönlicher Probleme 
im Zusammenhang mit dem Verlust von Familienangehörigen und mit 
dem Ziel der Heirat in _______ verlassen.

An  dieser  Einschätzung  vermögen  die  ärztlichen  Unterlagen  und 
insbesondere der ausführliche Arztbericht vom 4. Januar 2007 nichts 
zu  ändern.  Abgesehen  davon,  dass  die  Angaben  des 
Beschwerdeführers  bei  der  Anamnese  nur  bedingt  seinen 
Darlegungen  vor  den  Asylbehörden  entsprechen,  kann  mit  solchen 
Berichten zwar ein medizinisches Leiden, kaum je aber schlüssig die 
genaue  Ursache  einer  psychischen  Störung  glaubhaft  gemacht 
werden.  An  den  gestellten  Diagnosen  (schwere  posttraumatische 
Belastungsstörung  sowie  eine  schwere  depressive  Episode)  ist  in 
Anbetracht des fundierten Berichts hingegen nicht zu zweifeln. Auch 
mag  zutreffen,  dass  die  erwähnten  Narben  auf  Gewalteinwirkung 
durch  Dritte  zurückzuführen  sind.  Dass  der  Beschwerdeführer  unter 
der  zeitweise  sehr  angespannten  Situation  in  seinem  Heimatland 
gelitten  hat  beziehungsweise  mit  den  lokalen  Sicherheitskräften 
zeitweise in Konflikt geraten sein könnte und möglicherweise auch im 
Zusammenhang  mit  dem Tsunami  vom Dezember  2004  Angehörige 
verloren hat, ist nicht auszuschliessen. Eine zielgerichtete behördliche 
Verfolgung  in  der  geltend  gemachten  Form  vermochte  er  aber  im 
Lichte  vorstehender  Erwägungen  nicht  hinreichend  glaubhaft  zu 
machen.

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4.5 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die 
weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde  und  die  Beweismittel  im 
Einzelnen einzugehen, weil  sie am Ergebnis im Asylpunkt nichts än-
dern  können. Unter  Berücksichtigung der  gesamten  Umstände  folgt, 
dass der Beschwerdeführer keine Gründe nach Art. 3 AsylG nachwei-
sen oder glaubhaft machen konnte. Das Bundesamt hat sein Asylge-
such zu Recht abgelehnt. 

5.

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21).

6.

6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). Er kann für Ausländerinnen oder Ausländer 
unzumutbar sein, wenn sie in Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, all-
gemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  im  Heimat-  oder  Her-
kunftsstaat konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG). Der Vollzug ist 
schliesslich nicht  möglich,  wenn die Ausländerin  oder  der Ausländer 
weder in den Heimat- oder den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat 
ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AuG).

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6.3 Die vorstehend erwähnten Bedingungen für einen Verzicht auf den 
Vollzug der Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit, Unmöglich-
keit) sind alternativer Natur. Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Voll-
zug der Wegweisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere 
Anwesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vor-
läufige Aufnahme zu regeln (vgl. EMARK 2006 Nr. 6 E. 4.2. S. 54 f.; 
2001 Nr. 1 E. 6a S. 2). Gegen eine allfällige Aufhebung der vorläufigen 
Aufnahme  steht  dem  weggewiesenen  Asylsuchenden  wiederum  die 
Beschwerde an  das  Bundesverwaltungsgericht  offen  (Art.  105  i.V.m. 
Art. 44 Abs. 2 AsylG), wobei in jenem Verfahren sämtliche Vollzugshin-
dernisse von Amtes wegen und nach Massgabe der dannzumal herr-
schenden Verhältnisse (vgl. EMARK 1997 Nr. 27) von Neuem zu prü-
fen sind.

7.

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat im zur Publikation vorgesehe-
nen  Urteil  BVGE E-2775/2007  vom 14.  Februar  2008  bezüglich  Sri 
Lanka eine Lageanalyse vorgenommen und die Praxis hinsichtlich der 
Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs von abgewiesenen 
Asylsuchenden tamilischer Ethnie neu festgelegt.

7.2 Angesichts  der  im  zitierten  Urteil  dargelegten  politischen,  wirt-
schaftlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten und der auf Eska-
lation  und Verschlechterung hinweisenden Entwicklung in  Sri  Lanka, 
sieht das Bundesverwaltungsgericht keine Veranlassung, die bisherige 
Wegweisungspraxis  hinsichtlich  des  Nordens  Sri  Lankas  zu ändern: 
Die Rückschaffung abgewiesener Asylsuchender aus Sri Lanka in die 
Nordprovinz  (die  Distrikte  Killinochchi,  Mannar,  Vavuniya,  Mullaitivu 
und  Jaffna)  wird  nach  wie  vor  als  unzumutbar  qualifiziert.  Auch  die 
Rückschaffung in die Ostprovinz (Distrikte Trincomalee, Batticaloa und 
Ampara)  muss angesichts  der  dort  herrschenden,  oben  dargelegten 
Lage als unzumutbar betrachtet werden. 

7.3 Im zitierten Urteil wurde dargelegt, dass sich die allgemeine Lage 
im  Grossraum Colombo seit  2006  in  einem erheblichen  Masse  ver-
schlechtert hat. Aufgrund der wiederaufgeflammten Konflikte erweisen 
sich die Existenzmöglichkeiten für die tamilische Bevölkerungsgruppe 
als sehr schwierig. Jungen Tamilen wird nicht im gleichen Umfang wie 
den  übrigen  Bevölkerungsschichten  Schutz  vor  Verfolgung  gewährt. 
Singhalesen und Tamilen werden unterschiedlich behandelt. Die Unter-

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künfte, in welchen die meisten der sich auf Besuch in der Hauptstadt 
befindlichen  Tamilen  logieren,  werden  von  der  Polizei  regelmässig 
kontrolliert. Dabei  müssen sich die Bewohner der Lodges ausweisen 
können. Die Zahl der Entführungen nimmt ständig zu.

7.4 Die Frage, inwieweit Tamilen in Colombo oder in anderen von der 
Regierung kontrollierten  Gebieten im Süden des Landes leben kön-
nen, hängt sehr von ihrer jeweiligen finanziellen Situation, von einem 
qualifizierten  Beruf  oder  eventueller  Unterstützung  durch  dortige 
Freunde oder  Verwandte ab. Die  meisten der  vom Bürgerkrieg  nach 
Colombo vertriebenen Tamilen  leben jedoch in  ärmlichen Verhältnis-
sen. Zudem kann nicht von einer grundsätzlich spielenden Solidarität 
unter  der  tamilischen  Bevölkerungsgruppe ausgegangen werden,  da 
die Tamilen in Sri Lanka keine kulturell oder sozial homogene Gruppe 
darstellen. 

Angesichts der Verschärfung der allgemeinen Lage in Sri Lanka, von 
der auch der Grossraum Colombo stark betroffen ist, ist bei der Frage 
des Wegweisungsvollzugs von abgewiesenen tamilischen Asylsuchen-
den  aus  Sri  Lanka  eine  sorgfältige  Prüfung  aller  oben  dargelegten 
massgeblichen Faktoren vorzunehmen. Es bedarf besonders begünsti-
gender, positiver individueller Umstände, damit die Rückkehr abgewie-
sener tamilischer Asylsuchender in den Grossraum Colombo und Um-
gebung im heutigen Zeitpunkt als zumutbar qualifiziert  werden kann. 
Bei der Beurteilung begünstigender Umstände erachtet das Bundes-
verwaltungsgericht namentlich das Vorliegen eines tragfähigen Famili-
en- oder sonstigen Beziehungsnetzes, die konkreten Möglichkeiten der 
Sicherung des Existenzminimums sowie der Wohnsituation als mass-
gebend. 

Unter Berücksichtigung der oben dargelegten allgemeinen Lage ist da-
von auszugehen, dass zwar alle rückkehrenden Tamilen mit gewissen 
Schwierigkeiten rechnen müssen. Dabei ist jedoch zwischen der Situa-
tion der aus dem Grossraum Colombo oder Umgebung selbst  stam-
menden  Tamilen  und  der  Lage  der  aus  der  Nord-  oder  Ostprovinz 
stammenden Tamilen zu differenzieren.

7.5 Bei abgewiesenen tamilischen Asylsuchenden, die aus der Nord- 
oder Ostprovinz stammen, ist unter Hinweis auf die Feststellungen un-
ter  7.2  die  Frage  einer  zumutbaren  Aufenthaltsalternative  im  Süden 
des Landes zu prüfen. Die Rechtsprechung der schweizerischen Asyl-

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behörden  ist  in  den  vergangenen  Jahren  stets  vom Vorliegen  einer 
grundsätzlichen Aufenthaltsalternative für rückkehrende, abgewiesene 
tamilische  Asylsuchende  im Grossraum Colombo ausgegangen (vgl. 
EMARK 2006 Nr. 6  E. 6.5). Es gibt  keine Zahlen oder  Schätzungen 
darüber, wie viele tamilische Bürgerkriegsflüchtlinge zu Freunden oder 
Verwandten nach Colombo oder in die nicht vom Bürgerkrieg betroffe-
nen Gebiete im Süden des Landes geflohen sind. Personen ohne Kon-
takte in Colombo dürften sich dort  kaum beziehungsweise höchstens 
für kurze Zeit aufhalten, nachdem dort keine Flüchtlingslager existie-
ren und es keine Unterstützung für diese meist völlig mittellosen Per-
sonen gibt. Eine Rückkehr in den Grossraum Colombo ist  bei  dieser 
tamilischen Bevölkerungsgruppe in noch erhöhtem Masse in Frage ge-
stellt als bei den von dort stammenden Tamilen. Erstere werden in aller 
Regel  über  keine  engeren  Verwandten  oder  Bekannten  in  Colombo 
verfügen,  die ihnen bei  der Wiederintegration als  soziales Netz eine 
Unterstützung und eine Unterkunftsmöglichkeit  zur  Verfügung stellen 
können.  Ohne  tragfähiges  Beziehungsnetz  werden  sie  auch  in  aller 
Regel keiner legalen Arbeit nachgehen können, was ihnen den Aufbau 
einer wirtschaftlichen Existenz praktisch verunmöglicht. Hinzu kommt, 
dass die aus dem Norden und Osten stammenden Tamilen einer er-
höhten  Gefahr  behördlicher  Behelligungen  ausgesetzt  wären,  zumal 
davon auszugehen ist, dass sie aus Sicht der Behörden keinen valab-
len Grund respektive keine Rechtfertigung für ihren Aufenthalt vorwei-
sen können.

7.6 Bei  rückkehrenden  Tamilen,  die  aus  der  Nord-  oder  Ostprovinz 
stammen, kann nicht mehr von der generellen Zumutbarkeit der Inan-
spruchnahme einer  innerstaatlichen  Aufenthaltsalternative  im  Süden 
des Landes,  namentlich  im Grossraum Colombo, ausgegangen wer-
den. Können die Existenz eines tragfähigen Beziehungsnetzes und die 
konkreten Möglichkeiten der Existenzsicherung und der Wohnsituation 
nicht als gesichert angenommen werden, ist der Wegweisungsvollzug 
daher  als  unzumutbar  zu  qualifizieren  und  in  der  Folge  als  Ersatz-
massnahme eine vorläufige Aufnahme anzuordnen.

7.7 Entgegen der vorinstanzlichen Sichtweise lässt sich die Frage der 
Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs gestützt auf die bestehenden 
Akten rechtsgenüglich beantworten. Der Beschwerdeführer stammt ei-
genen  Angaben  zufolge  aus  der  Nordprovinz  Sri  Lankas  (Region 
_______). Dieses Sachverhaltselement  wurde vom BFM nicht  ange-
zweifelt  und es ergeben sich  aus  den Akten auch keine Gründe für 

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entsprechende Zweifel, weshalb die Herkunft des Beschwerdeführers 
aus  der  Nordprovinz  als  erstellt  zu  erachten  ist.  Gemäss  den 
vorstehenden Erwägungen ist  der Vollzug der Wegweisung in dieses 
Gebiet als unzumutbar zu qualifizieren. Somit bleibt zu prüfen, ob es 
dem Beschwerdeführer  zuzumuten ist,  sich in  einer anderen Region 
seines   Heimatlandes  -  namentlich  im  Grossraum  Colombo  - 
niederzulassen.  Dort  soll  sich  gemäss  seinen  Angaben  eine  Tante 
befinden,  welche  ihn  im  Rahmen  der  erforderlichen  psychiatrischen 
Behandlung  offenbar  unterstützt  hat.  Die  Mitglieder  seiner  engeren 
Familie  sollen  gemäss  den  Angaben  des  Beschwerdeführers  nicht 
mehr am Leben sein. Dass er über eine Tante vor Ort, welche ihn mög-
licherweise nach wie vor in einem gewissen Ausmass zu unterstützen 
vermöchte, verfügt, kann indessen nicht ohne weiteres als tragfähiges 
Beziehungsnetz  bezeichnet  werden,  zumal  aus  den  Akten  nicht  ge-
schlossen werden kann, der längerfristige Aufenthalt des Beschwerde-
führers bei seiner Verwandten sei gewährleistet. So müsste die Tante 
im Falle  des Aufenthaltes ihres Neffen unter  Umständen mit  erhebli-
chen behördlichen Problemen rechnen,  zumal die Polizei - auf der Su-
che  nach  potenziellen  LTTE-Anhängern  -  offenbar  häufig  nächtliche 
Hausdurchsuchungen in Lodges und Häusern von Tamilen durchführt. 
Hinzu kommt  aber  vorliegend  insbesondere,  dass  in  Anbetracht  der 
erhöhten  Gefahr  von  Anschlägen  durch  die  LTTE in  Colombo  auch 
innerhalb der Stadt zahlreiche Checkpoints errichtet wurden, an denen 
Sicherheitskontrollen durchgeführt werden. Da der Beschwerdeführer, 
welcher  gemäss den eingereichten Arztberichten -  deren Diagnosen 
zu  bezweifeln  das  Bundesverwaltungsgericht  keinen  Anlass  hat  - 
überdies  ein  gravierendes  Krankheitsbild  aufweist  und  medizinische 
Hilfe  benötigt,  im  Falle  seiner  Rückschaffung  nach  Colombo 
ausserdem kaum eine so genannte "valid reason" für einen längeren 
dortigen  Aufenthalt  nachweisen  könnte,  würde  er  erhebliche  Gefahr 
laufen,  anlässlich  einer  Checkpoint-Kontrolle  verhaftet  zu  werden. 
Zumindest  eine  erneute  Retraumatisierung  wäre  die  mutmassliche 
Folge eines  solchen Ereignisses  (vgl. dazu auch Arztbericht  vom 4. 
Januar  2007,  S.  4).  Die  alternative  Wohnsitznahme  des 
Beschwerdeführers  in  Colombo  ist  ihm  aufgrund  der  gesamten 
Umstände daher  nicht  zuzumuten. Vor diesem Hintergrund erscheint 
der  Vollzug  der  Wegweisung  des  unbestrittenermas-sen 
traumatisierten Beschwerdeführers in sein Heimatland als unzumutbar 
im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG,  da  ihm  innerhalb  seines  Hei-
matlandes keine zumutbare Aufenthaltsalternative zur Verfügung steht. 

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7.8 Aus den Akten ergeben sich im Übrigen keine rechtsgenüglichen 
Hinweise auf allfällige Ausschlussgründe gemäss Art. 83 Abs. 7 AuG. 
Die ihm zur Last gelegte Beteiligung an einer Schlägerei vom 24. De-
zember 2007 erscheint in der aktenkundigen Form nicht als Delikt im 
hierfür relevanten Sinne. 

8.
Die Beschwerde ist nach dem Gesagten bezüglich der Nichtanerken-
nung der Flüchtlingseigenschaft und der Verweigerung des Asyls so-
wie  der  Anordnung  der  Wegweisung  abzuweisen;  soweit  die  Anord-
nung des Wegweisungsvollzugs betreffend, ist  die Beschwerde dem-
gegenüber gutzuheissen. Das BFM ist anzuweisen, den Aufenthalt des 
Beschwerdeführers  nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die 
vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG und Art. 83 
Abs. 4 AuG).

9.

9.1 Bei diesem Verfahrensausgang wären die reduzierten Verfahrens-
kosten in  der Höhe von Fr. 300.--  dem Beschwerdeführer aufzuerle-
gen. Da dessen Gesuch um Kostenerlass mit Zwischenverfügung vom 
12. April 2006 gutgeheissen worden ist, ist von der Kostenauferlegung 
abzusehen.

9.2 Obsiegende  Parteien  haben  Anspruch  auf  eine  Parteientschädi-
gung  für  die  ihnen  erwachsenen  notwendigen  und  verhältnismässig 
hohen Kosten (Art. 7 Abs. 1 und 4 des Reglements vom 11. Dezember 
2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Im vorliegenden Fall  ist  der bis 
zum 12. September  2007 vertreten gewesene Beschwerdeführer  mit 
seinen Begehren im Sinne eines hälftigen Obsiegens durchgedrungen. 
Es  wurde  keine  Kostennote  zu  den  Akten  gereicht.  Der  notwendige 
Vertretungsaufwand lässt sich indes aufgrund der Aktenlage zuverläs-
sig  abschätzen,  weshalb  auf  die  Einholung  einer  solchen  verzichtet 
werden kann (vgl. Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). In Anwendung der ge-
nannten  Bestimmungen  und  unter  Berücksichtigung  der  massgebli-
chen Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 8 ff. VGKE) sowie der wohl irrtüm-
lichen und kostenpflichtigen Zusendung von Vorakten durch das BFM 
(vgl.  Bst. C  vorstehend)  wird  die  von der  Vorinstanz  auszurichtende 
Parteientschädigung zuzüglich der rückzuerstattenden Gebühr in der 

Seite 22

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Höhe  von  Fr.  61.--  demnach  von  Amtes  wegen  auf  insgesamt  Fr. 
1'200.-- festgesetzt.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 23

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, indem festgestellt  wird, 
dass  der  Wegweisungsvollzug  unzumutbar  ist.  Soweit  weitergehend, 
wird die Beschwerde abgewiesen.

2.
Die Vorinstanz wird angewiesen, den Beschwerdeführer vorläufig auf-
zunehmen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Das BFM hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 1'200.-- zu entrichten. 

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: angefochtene Verfü-
gung im Original, Vernehmlassung vom 19. März 2008 in Kopie)

- den ehemaligen Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Kopie)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den vor-

instanzlichen Akten (Kopie; Ref.-Nr. N _______)
- _______

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber

Versand: 

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