# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d1f0b53-0777-5120-82d3-f374fc87c5b8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-08-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.08.2023 D-2911/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2911-2023_2023-08-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2911/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  A u g u s t  2 0 2 3  

Besetzung 
 Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), 

Richterin Esther Marti, Richterin Chiara Piras,    

Gerichtsschreiber Matthias Schmutz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Patrick Burger, 

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Rechtsverzögerung / Rechtsverweigerung / N (…). 

 

 

 

D-2911/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am (…) in der Schweiz um Asyl nach. 

Auf dem Personalienblatt gab er an, er sei am (…) geboren. 

A.b Am 21. Oktober 2021 fand die Erstbefragung UMA (EB) statt. 

A.c Das am (…) am Institut (…) erstellte Altersgutachten (körperliche, ra-

diologische und zahnärztliche Untersuchung) zur Altersbestimmung ergab 

zum Zeitpunkt der Untersuchung ([…]) ein durchschnittliches Lebensalter 

des Beschwerdeführers von (…) Jahren sowie ein Mindestalter von (…) 

Jahren. Das vom Beschwerdeführer angegebene Alter könne gemäss der 

aktuellen wissenschaftlichen Studienlage nicht zutreffen. 

A.d Am 18. November 2021 informierte das SEM den Beschwerdeführer, 

dass es beabsichtige, sein Geburtsdatum im Zentralen Migrationsinforma-

tionssystems (ZEMIS) auf den (…) anzupassen und gewährte ihm das 

rechtliche Gehör.  

A.e Im Rahmen seiner Stellungnahme vom 23. November 2021 beantragte 

der Beschwerdeführer, das Geburtsdatum sei zu belassen und andernfalls 

sei ein Bestreitungsvermerk aufzunehmen und eine anfechtbare Ziffer im 

Dispositiv des Asylentscheids zu erlassen. 

A.f Am 7. Dezember 2021 passte das SEM das Geburtsdatum des Be-

schwerdeführers im ZEMIS auf den (…) – mit Bestreitungsvermerk – an 

(vgl. auch Mutationsformular vom 6. Dezember 2021, act. SEM 1110832-

23/2). 

A.g  Am 7. Januar 2022 wurde der Beschwerdeführer vom SEM zu seinen 

Asylgründen angehört. 

A.h Mit Entscheid vom 14. Januar 2022 erfolgte die Zuteilung in das erwei-

terte Verfahren, anlässlich welcher der Beschwerdeführer dem Kanton 

B._______ zugewiesen wurde. 

A.i Mit Eingabe vom 1. September 2022 an das SEM beantragte der Be-

schwerdeführer erneut, das eingetragene Geburtsdatum im ZEMIS sei zu 

belassen. Zudem ersuchte er um beförderliche Behandlung seines Verfah-

rens. 

D-2911/2023 

Seite 3 

A.j Mit Eingabe vom 28. Oktober 2022 ersuchte er um Auskunft über den 

Verfahrensstand. Ausserdem stellte er die Einreichung einer Rechtsverzö-

gerungsbeschwerde in Aussicht. 

A.k Mit Antwortschreiben vom 8. Dezember 2022 teilte das SEM mit, dass 

es aufgrund der hohen Geschäftslast nicht möglich sei, den Entscheid auf 

ein bestimmtes Datum hin in Aussicht zu stellen. Über das Asylgesuch 

werde sobald als möglich gemäss interner Prioritätenordnung entschieden. 

A.l Mit Eingabe vom 6. Februar 2023 ersuchte der Beschwerdeführer das 

SEM erneut um Mitteilung, wann mit einem Asylentscheid zu rechnen sei 

und stellte erneut die Einreichung einer Rechtsverzögerungsbeschwerde 

in Aussicht. 

A.m Mit Eingabe vom 22. März 2023 ersuchte der Beschwerdeführer das 

SEM um Abschluss seines Asylverfahrens, um Kantonswechsel (von 

B._______ nach C._______) und um Erlass einer Zwischenverfügung über 

die Altersanpassung im ZEMIS. 

B.  

B.a Mit Eingabe vom 22. Mai 2023 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragte, es sei festzustellen, 

dass das SEM ihm durch Nichterlass einer Zwischenverfügung über die 

Altersanpassung seit dem 18. November 2021 Recht verweigere und das 

(Asyl-)Verfahren N (…) übermässig lange dauere. Das SEM sei anzuwei-

sen, das Verfahren unverzüglich mit einem Asylentscheid abzuschliessen 

(inklusive einer separaten Dispositivziffer über die Altersanpassung), even-

tualiter sei unverzüglich eine anfechtbare Verfügung über die Altersanpas-

sung zu erlassen. Ferner sei das SEM anzuweisen, über das eingereichte 

Kantonswechselgesuch zu entscheiden. In prozessualer Hinsicht sei ihm 

die unentgeltliche Prozessführung, inklusive Verzicht auf die Erhebung ei-

nes Kostenvorschusses, und die unentgeltliche Rechtsvertretung zu ge-

währen. 

B.b Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 23. Mai 2023 den Ein-

gang der Beschwerde. 

B.c Mit Zwischenverfügung vom 26. Mai 2023 hiess die Instruktionsrichte-

rin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut, 

wies das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeistän-

dung ab und lud das SEM ein, eine Vernehmlassung einzureichen. 

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Seite 4 

B.d Mit Entscheid vom 17. Juli 2023 verneinte das SEM die Flüchtlingsei-

genschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte 

seine Wegweisung aus der Schweiz, schob deren Vollzug wegen Unzu-

mutbarkeit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme auf und beauftragte den 

Kanton B._______ mit der Umsetzung der vorläufigen Aufnahme. Zudem 

verfügte es die Anpassung des Geburtsdatums des Beschwerdeführers im 

ZEMIS auf den (…). 

B.e Mit Eingabe vom 20. Juli 2023 hielt der Beschwerdeführer an seiner 

Rechtsverzögerungs- respektive Rechtsverweigerungsbeschwerde fest 

und reichte eine Kostennote seiner Rechtsvertretung ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 VGG (i.V.m. 

Art. 105 AsylG [SR 142.31] respektive i.V.m. Art. Art. 112 Abs. 1 AIG  

[SR 142.20]) Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, sofern 

eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG entschieden hat und keine Aus-

nahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Gegen das unrechtmässige Verwei-

gern oder Verzögern einer anfechtbaren Verfügung kann ebenfalls Be-

schwerde geführt werden (Art. 46a VwVG). Für deren Behandlung ist die 

Beschwerdeinstanz zuständig. 

1.2 Das SEM ist eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts im Sinne 

von Art. 33 Bst. d VGG. Da die vorliegenden Streitsachen nicht in einen 

nach Art. 32 VGG ausgeschlossenen Sachbereich fallen, ist das Bundes-

verwaltungsgericht für die Beurteilung der Beschwerde zuständig.  

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts 

anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.4 Auf dem Gebiet des Asyls entscheidet das Bundesverwaltungsgericht 

in der Regel endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.5 Rechtsverweigerungs- und Rechtsverzögerungsbeschwerden richten 

sich gegen den Nichterlass einer anfechtbaren Verfügung. Die Beschwer-

delegitimation setzt voraus, dass bei der zuständigen Behörde zuvor ein 

Begehren um Erlass einer Verfügung gestellt wurde und Anspruch darauf 

besteht. Ein Anspruch ist anzunehmen, wenn die Behörde verpflichtet ist, 

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Seite 5 

in Verfügungsform zu handeln und der ansprechenden Person nach Art. 6 

i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG Parteistellung zukommt (vgl. BVGE 2008/15 

E. 3.2 m.w.H.). 

Der Beschwerdeführer stellte am (…) ein Asylgesuch. Zudem ersuchte er 

am 23. November 2021 um eine anfechtbare Ziffer im Dispositiv des Asyl-

entscheids respektive am 22. März 2023 um eine Zwischenverfügung zur 

Altersanpassung im ZEMIS. Ebenfalls am 22. März 2023 ersuchte er um 

einen Kantonswechsel (von B._______ nach C._______). Über diese An-

träge hat das SEM in Form einer anfechtbaren Verfügung zu befinden. Der 

Beschwerdeführer ist daher zur Beschwerdeerhebung legitimiert. 

1.6 Gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern einer Verfü-

gung kann grundsätzlich jederzeit Beschwerde geführt werden (Art. 50 

Abs. 2 VwVG). Dennoch steht der Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung 

nicht völlig im Belieben der beschwerdeführenden Person. Der Grundsatz 

von Treu und Glauben bildet hier eine Grenze. Die beschwerdeführende 

Person muss zudem darlegen, dass sie zur Zeit der Beschwerdeerhebung 

ein schutzwürdiges – mithin aktuelles und praktisches – Interesse an der 

Vornahme der verzögerten Amtshandlung respektive der Feststellung einer 

entsprechenden Rechtsverzögerung hat (vgl. ANDRÉ MOSER/MICHAEL 

BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER/MARTIN KAYSER, Prozessieren vor dem Bun-

desverwaltungsgericht, 3. Aufl. 2022, Rz. 5.23). 

Der Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ist vorliegend nicht zu beanstan-

den und das schutzwürdige Interesse des Beschwerdeführers im Zeitpunkt 

der Beschwerdeerhebung an der Vornahme der Amtshandlungen ergibt 

sich aus der Tatsache, dass das SEM bis zur Beschwerdeerhebung in den 

Sachen nicht entschieden hat. 

1.7 Auf die formgerecht (Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereichte Beschwerde 

ist einzutreten. 

2.  

2.1 Hinsichtlich des Asylgesuchs und des Gesuchs um Verfügung der Al-

tersanpassung im ZEMIS zielte die Beschwerde vom 22. Mai 2023 darauf 

ab, das SEM dazu zu veranlassen, das Asylverfahren N (…) mit einem 

Asylentscheid abzuschliessen und eine Verfügung über die Änderung der 

Personendaten im ZEMIS zu erlassen. Mit Entscheid von 17. Juli 2023 ist 

das SEM diesen Anträgen nunmehr nachgekommen. Dadurch ist insoweit 

das Rechtsschutzinteresse (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG) an der 

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Seite 6 

Rechtsverweigerungs- respektive Rechtsverzögerungsbeschwerde nach-

träglich weggefallen (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER/KAYSER, a.a.O., 

Rz. 5.31 m.w.H.). Der Beschwerdeführer macht – abgesehen von der Par-

teientschädigung (vgl. dazu unten E. 7) – weder in der Beschwerde vom 

22. Mai 2023 noch im Schreiben vom 20. Juli 2023 ein Interesse an der 

nachträglichen Feststellung einer Rechtsverweigerung oder Rechtsverzö-

gerung in diesen Punkten geltend. Ein solches Interesse ist auch für das 

Bundesverwaltungsgericht nicht erkennbar. 

2.2 Die Rechtsverzögerungs- respektive Rechtsverweigerungsbeschwer-

de ist hinsichtlich des Asylgesuchs und des Gesuchs um Verfügung der 

Altersanpassung im ZEMIS folglich als gegenstandslos geworden abzu-

schreiben. 

3.  

3.1 Hinsichtlich des Kantonswechselgesuchs hat das SEM – soweit er-

sichtlich – bisher nicht in der Sache entschieden. Dieses Beschwerdebe-

gehren ist im Folgenden zu prüfen. 

3.2 Das Prüfungsergebnis des Bundesverwaltungsgerichts beschränkt 

sich vorliegend auf die Frage, ob die Vorinstanz das Rechtsverzögerungs-

verbot verletzt hat. Im Falle einer Gutheissung der Beschwerde weist es 

die Sache mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück (Art. 61 

Abs. 1 VwVG). Hingegen ist das Gericht nicht dazu befugt, sich dazu zu 

äussern, wie ein unrechtmässig verzögerter Entscheid inhaltlich hätte aus-

fallen sollen, da es – Spezialkonstellationen vorbehalten – nicht anstelle 

der untätig gebliebenen Behörde entscheiden darf, andernfalls der Instan-

zenzug verkürzt und möglicherweise Rechte der Verfahrensbeteiligten ver-

letzt würden (vgl. BVGE 2008/15 E. 3.1.2 m.w.H.). 

4.  

4.1 Das Verbot der Rechtsverzögerung ergibt sich als Teilgehalt aus der 

allgemeinen Verfahrensgarantie von Art. 29 Abs. 1 BV. Danach hat jede 

Person unter anderem Anspruch auf eine Beurteilung ihrer Sache innert 

angemessener Frist (sog. Beschleunigungsgebot). Diese Verfassungsga-

rantie gilt für alle Sachbereiche und alle Akte der Rechtsanwendung 

(vgl. BGE 130 I 174 E. 2.2 m.w.H.). 

4.2 Von einer Rechtsverzögerung im Sinne des Gesetzes ist nach Lehre 

und Praxis auszugehen, wenn behördliches Handeln zwar nicht (wie bei 

einer Rechtsverweigerung) grundsätzlich infrage steht, aber die Behörde 

D-2911/2023 

Seite 7 

nicht innert der Frist handelt, die nach der Natur der Sache objektiv noch 

als angemessen erscheint. Die Angemessenheit der Dauer eines Verfah-

rens ist im Einzelfall unter Berücksichtigung der gesamten Umstände zu 

beurteilen. In Betracht zu ziehen sind dabei namentlich die Komplexität der 

Sache, das Verhalten der betroffenen Beteiligten und der Behörden, die 

Bedeutung des Verfahrens für die betroffene Partei sowie einzelfallspezifi-

sche Entscheidungsabläufe (vgl. zum Ganzen BGE 130 I 312 E. 5.1 f. 

m.w.H.).  

4.3 Ein Verschulden der Behörde an der Verzögerung wird nicht vorausge-

setzt, weshalb sie das Rechtsverzögerungsverbot auch dann verletzt, 

wenn sie wegen Personalmangels oder Überlastung nicht innert angemes-

sener Frist handelt (vgl. BGE 138 II 513 E. 6.4; 107 Ib 160 E. 3c; 103 V 

190 E. 5c). Spezialgesetzliche Behandlungsfristen sind bei der Beurteilung 

der Angemessenheit der Verfahrensdauer zu berücksichtigen (vgl. zum 

Ganzen auch Urteil des BVGer E-1438/2018 vom 5. April 2018 E. 3.2 

m.w.H.). 

5.  

Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde geltend, er sei am 

14. Januar 2022 dem erweiterten Verfahren zugewiesen und dem Kanton 

B._______ zugeteilt worden. Er habe mit Eingabe vom 22. März 2023 das 

SEM darum ersucht, ihm den Wechsel vom Kanton B._______ nach 

C._______ zu gestatten, da dort seine Familie (d.h. […]) lebe. Er habe das 

Gesuch damit begründet, dass er nach wie vor minderjährig sei (und selbst 

nach Einschätzung des von der Vorinstanz veranlassten Altersgutachtens 

mindestens noch bis zum […] gewesen sei). Auf dieses Gesuch sei bis 

heute nicht reagiert worden. 

6.  

6.1 Vorneweg ist festzuhalten, dass hier keine formelle Rechtsverweige-

rung vorliegt. Das behördliche Handeln steht nicht grundsätzlich in Frage. 

Das SEM hat weder ausdrücklich abgelehnt noch stillschweigend unterlas-

sen, das Kantonswechselgesuch zu behandeln. Eine Rechtsverweigerung 

ist auch nicht im Umstand zu erblicken, dass das SEM im Entscheid vom 

17. Juli 2023 den Kanton B._______ – mit der Begründung dieser sei der 

Aufenthaltskanton des Beschwerdeführers – mit der Umsetzung der vor-

läufigen Aufnahme beauftragte, bevor es das Kantonswechselgesuch be-

handelt hat. Freilich wurde das Kantonswechselgesuch damit aber auch 

nicht abgewiesen. Vielmehr wird das SEM über das Kantonswechselge-

such zu entscheiden haben.   

D-2911/2023 

Seite 8 

6.2 Bezüglich einer Rechtsverzögerung im Sinne des Gesetzes ist festzu-

halten, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 22. März 2023 um 

einen Kantonswechsel von B._______ nach C._______ ersucht hat. Die 

Verfahrensdauer von zwei Monaten bis zur Einreichung der Rechtsverzö-

gerungs-beschwerde vom 22. Mai 2023 und ebenso die bisherige gesamte 

Verfahrensdauer kann noch nicht als überlang im Sinne einer Rechtsver-

zögerung bezeichnet werden, zumal der Beschwerdeführer seine Zutei-

lung in den Kanton B._______ nicht anfocht (vgl. dazu Bst. A.h hievor) und 

sein Gesuch um Kantonswechsel erst 14 Monate später stellte, woraus zu 

schliessen ist, dass es sich auch aus seiner Optik nicht um einen beson-

ders dringlichen Entscheid handle. Zudem ist bei der vorliegenden Verfah-

renskonstellation und dem Zeitpunkt des Kantonswechselgesuchs nicht zu 

beanstanden, dass das SEM zuerst den Asyl- und Wegweisungsentscheid 

samt Verfügung über die Altersanpassung im ZEMIS erlassen hat, bevor 

es das Kantonswechselgesuch behandelt hat, zumal die Frage des Asyls 

und die vorläufige Aufnahme sowie das Alter (respektive die Volljährigkeit) 

des Beschwerdeführers für das Kantonswechselgesuch von Bedeutung ist. 

Unter dem Blickwinkel von Art. 29 Abs. 1 BV liegt zurzeit (noch) keine 

Rechtsverzögerung vor. 

6.3 Aufgrund des Gesagten erweist sich die Rüge der Rechtsverzögerung 

respektive der Rechtsverweigerung bezüglich des Kantonwechselgesuchs 

vom 22. März 2023 als unbegründet, weshalb die Beschwerde in diesem 

Punkt abzuweisen ist. 

7.  

7.1 Bei Gegenstandslosigkeit eines Verfahrens sind die Verfahrenskosten 

in der Regel jener Partei aufzuerlegen, deren Verhalten die Gegenstands-

losigkeit bewirkt hat, und wenn das Verfahren ohne Zutun der Parteien ge-

genstandslos geworden ist, sind die Kosten auf Grund der Sachlage vor 

Eintritt des Erledigungsgrundes festzulegen (Art. 5 des Reglements vom 

11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Für die Festsetzung einer 

allfälligen Parteientschädigung ist gleich vorzugehen (Art. 15 VGKE). 

7.2 Im Falle von Rechtsverzögerungs- respektive Rechtsverweigerungsbe-

schwerden ist der Erlass der verlangten Entscheidung allerdings nicht au-

tomatisch als Eingeständnis eines Fehlverhaltens der Behörde zu werten, 

weil die Behörde auch in einem solchen Fall vorab die ihr übertragene Auf-

gabe erfüllt hat. Vielmehr ist anhand der Verfahrensumstände zu prüfen, 

ob der Behörde die Folge des Gegenstandsloswerdens zuzurechnen ist. 

D-2911/2023 

Seite 9 

Im Hinblick auf die Frage der Kostentragung ist zu prüfen, ob objektiv be-

trachtet für den Beschwerdeführer begründeter Anlass zur Erhebung einer 

Rechtsverweigerungsbeschwerde bestanden hat (vgl. Urteil des BVGer D-

461/2022 m.w.H.). 

7.3 Wie bereits anlässlich der Gutheissung der unentgeltlichen Prozess-

führung in der Zwischenverfügung vom 26. Mai 2023 festgehalten wurde, 

konnte die Beschwerdeerhebung in den abgeschriebenen Punkten nicht 

als aussichtslos bezeichnet werden. Insbesondere hinsichtlich des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens N (…) erscheint die Verfahrensdauer zwi-

schen dem Asylgesuch am (…) und der Beschwerdeerhebung am 22. Mai 

2023 als nicht angemessen. Das Gegenstandloswerden ist dem SEM zu-

zurechnen. 

7.4 Folglich ist hinsichtlich der Abschreibungspunkte von einem Obsiegen 

(zu zwei Dritteln) und im Abweisungspunkt von einem Unterliegen (zu ei-

nem Drittel) des Beschwerdeführers auszugehen. 

7.5 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 

zu einem Drittel dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). Nachdem aber mit Zwischenverfügung vom 26. Mai 2023 die un-

entgeltliche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt wurde, 

sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 

7.6 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts des teilweisen Ob-

siegens in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 VGKE eine um 

einen Drittel reduzierte Entschädigung für die ihm notwendigerweise er-

wachsenen Parteikosten zuzusprechen. 

In der Kostennote wird ein zeitlicher Vertretungsaufwand von insgesamt 

175 Minuten sowie Auslagen von Fr. 31.30 ausgewiesen, was angemes-

sen erscheint. Der Stundenansatz von Fr. 300.– ist reglementskonform 

(vgl. Art. 10 Abs. 2 VGKE). Die durch die Vorinstanz zu entrichtende (um 

ein Drittel vom Gesamtbetrag Fr. 906.30 reduzierte) Parteientschädigung 

ist demnach auf insgesamt Fr. 604.10 (inkl. Auslagen) festzulegen. 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-2911/2023 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Verfahren wird hinsichtlich des Asylgesuchs als gegenstandslos ge-

worden abgeschrieben. 

2.  

Das Verfahren wird hinsichtlich des Gesuchs um Verfügung der Altersan-

passung im ZEMIS als gegenstandslos geworden abgeschrieben. 

3.  

Die Beschwerde hinsichtlich des Kantonswechselgesuchs wird abgewie-

sen. 

4.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

5.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer eine Parteientschädi-

gung von Fr. 604.10 auszurichten. 

6.  

Dieser Entscheid geht an den Beschwerdeführer, das SEM, das General-

sekretariat EJPD und den Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlich-

keitsbeauftragten. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Matthias Schmutz 

 

Versand:  

D-2911/2023 

Seite 11 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen Ziffer 2 dieses Entscheids kann innert 30 Tagen nach Eröffnung 

beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtli-

chen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die 

Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist 

beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizeri-

schen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsulari-

schen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechts-

schrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. 

Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind beizulegen, soweit 

sie der Beschwerdeführer in Händen hat (Art. 42 BGG).