# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 55d1c7bb-b18c-5199-be26-0f4ffdf18d69
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-05-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.05.2007 A-1363/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1363-2006_2007-05-30.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1363/2006
{T 0/2}

Urteil vom 30. Mai 2007

Mitwirkung: Richter Markus Metz (Vorsitz); Richterin Salome 
Zimmermann; Richter Daniel Riedo; Gerichtsschreiberin 
Sonja Bossart.

X._______ AG, ...,
Beschwerdeführerin, vertreten durch ...,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Mehrwertsteuer, 
Schwarztorstrasse 50, 3003 Bern,
Vorinstanz

betreffend
Warenumsatzsteuer/Mehrwertsteuer (4. Quartal 1994);
Bemessung der Eigenverbrauchssteuer (Art. 83 Abs. 3 MWSTV), Marktwert, 
Verkehrswert, Schätzung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

2

Sachverhalt:

A. Die Y. AG war vom 1. Juni 1979 bis 31. Dezember 1994 im Register der 
Warenumsatzsteuerpflichtigen und vom 1. Januar 1995 bis 30. Juni 1997 
im  Register  der  Mehrwertsteuerpflichtigen  der  Eidgenössischen 
Steuerverwaltung  (ESTV)  eingetragen.  Die  Y.  AG  wurde  gemäss 
Handelsregisterauszug  des  Kantons  Aargau  (Eintrag  vom  ...)  infolge 
Fusion von der X. C. AG (ab ...: X. S. AG) übernommen und aufgelöst. Die 
X. S. AG wiederum wurde gemäss Handelsregisterauszug infolge Fusion 
(Fusionsvertrag  vom  ...)  mit  der  X.  AG  aufgelöst  und  die  Aktiven  und 
Passiven der Gesellschaft  sind durch Universalsukzession auf die X. AG 
übergegangen.

B. Ende 1999 führte die ESTV bei der Steuerpflichtigen eine Kontrolle durch 
und  prüfte  unter  anderem  die  Behandlung  des  Überganges  von  der 
Warenumsatzsteuer  (WUST)  zur  Mehrwertsteuer.  Mit 
Ergänzungsabrechnung (EA) Nr. 215'003 vom 12. November 1999 forderte 
die ESTV von der X. S. AG Mehrwertsteuer in der Höhe von Fr. 121'942.-- 
zuzüglich Verzugszins nach. In der EA wurde ausgeführt, beim Übergang 
von der WUST zur MWST sei auf den Anlagen, bei welchen die WUST auf 
den Mieteinnahmen  abgerechnet  worden  sei,  die  Eigenverbrauchssteuer 
auf  dem  Marktwert  nachzuentrichten.  Der  von  der  Steuerpflichtigen 
deklarierte Wert (Fr. 403'520.--) werde auf Fr. 2'370'338.-- korrigiert (Wert 
laut  Anlagebuchhaltung  von  Fr. 2'677'838.--  abzüglich  verbuchte 
Wertberichtigung von Fr. 307'500.--). 

C. Die ESTV erliess am 26. April 2002 einen Entscheid, in welchem sie die 
Nachforderung gegenüber der X. S. AG gemäss EA bestätigte. Am 27. Mai 
2002 liess die X. S. AG (vormals Y. AG) dagegen Einsprache erheben mit 
dem Begehren, der Entscheid sei aufzuheben.

D. Mit Einspracheentscheid vom 13. Mai 2004 hiess die ESTV die Einsprache 
teilweise  gut  und  stellte  fest,  dass  die  X.  S.  AG  der  ESTV  für  das  4. 
Quartal  1994 Fr. 102'726.20 Warenumsatzsteuer (zuzüglich Verzugszins) 
zu bezahlen habe. Die teilweise Gutheissung wurde damit begründet, dass 
die  ESTV in  der  EA fälschlicherweise  von  einem deklarierten  Marktwert 
von Fr. 403'520.--, statt von dem in der Schlussabrechnung per Ende 1994 
deklarierten  Marktwert  der  vermieteten  Anlagen  von  Fr.  713'452.10 
ausgegangen sei. Die Steuer auf der Differenz von Fr. 309'032.10 sei der 
Einsprecherin  gutzuschreiben.  Im  Übrigen   führte  die  ESTV  im 
Wesentlichen  aus,  gestützt  auf  Art.  83  Abs.  3  der  Verordnung  über  die 
Mehrwertsteuer  vom 22. Juni  1994 (MWSTV,  AS 1994 1464) sei  per  31. 
Dezember  1994  die  Eigenverbrauchssteuer  auf  dem  Marktwert  der 
betroffenen  Gegenstände  zu  entrichten.  Es  bestünden  vorliegend  keine 
Anhaltspunkte dafür, dass die Bewertung der vermieteten Anlagen in der 
Handelsbilanz  der  Beschwerdeführerin  gegen  zwingende  Bestimmungen 
des Handelsrecht verstossen würden. Der betreffende Buchwert sei nach 
dem Massgeblichkeitsprinzip auch für die Steuerbemessung massgebend. 

3

Gemäss Art. 669 Abs. 1 i.V.m. Art. 960 Abs. 2 des Obligationenrechts vom 
30.  März  1911  (OR,  SR 220)  dürfe  der  Buchwert  den  Tageswert  eines 
Gegenstandes  nicht  übersteigen.  Folglich  könne  der  Buchwert  der 
vermieteten  Anlagen  nicht  über  dem  Marktwert  liegen.  Die  Differenz 
zwischen  Buchwert  und  deklariertem  Marktwert  sei  deshalb  zu  Recht 
nachgefordert  worden.  Weiter  nahm  die  ESTV  Stellung  zu  den 
verschiedenen Argumenten der Steuerpflichtigen.

E. Mit  Eingabe  vom  14.  Juni  2004  lässt  die  X.  AG  (Beschwerdeführerin; 
vormals X. S. AG) gegen diesen Einspracheentscheid Beschwerde an die 
Eidgenössische Steuerrekurskommission (SRK) führen mit dem Antrag, es 
sei  der  Einspracheentscheid  aufzuheben.  Weiter  stellt  sie  den 
Verfahrensantrag, das Verfahren sei bis zum rechtskräftigen Entscheid im 
bei der SRK anhängig gemachten Verfahren SRK 2004-102 zu sistieren. 
Die  Beschwerdeführerin  bringt  unter  anderem  vor,  der  Eigenverbrauch 
gemäss Art. 83 Abs. 3 MWSTV sei auf dem Marktpreis zu berechnen, wie 
dies  zudem  auch  beim  Entnahme-Eigenverbrauch  sowohl  unter  dem 
WUST- als auch dem MWST-Regime gelte. Die Bilanzwerte seien nicht zu 
berücksichtigen.  In  der  Praxis  werde  ein  Verbraucher  kaum bereit  sein, 
den bilanzierten Wert zu bezahlen. Die ESTV stelle nicht in Abrede, dass 
der  von  der  Beschwerdeführerin  beigezogene  IDC-Report  ein  taugliches 
Instrument  zu  Marktwert-Ermittlung  sei.  Das  von  der  ESTV  angerufene 
Massgeblichkeitsprinzip  gelte  zudem  nur  für  die  direkten  Steuern,  nicht 
aber  für  die  WUST  oder  die  MWST.  Weiter  äussert  sich  die 
Beschwerdeführerin  zur  Höhe  des  Buchwertes  der  in  Frage  stehenden 
Waren und zu den Gründen, weswegen dieser über dem Marktwert liege. 
So  sei  für  das  Insolvenzrisiko  eine  angemessene  Wertberichtigung 
gebildet  worden,  wobei  eine  solche  sowohl  unter  den  Aktiven  als  auch 
unter  den  Passiven  ausgewiesen  werden  könne.  Weiter  sei  in  der 
Anlagebuchhaltung  nicht  der  Wert  der  "Leasingobjekte",  sondern  der 
Barwert  der  "Leasingverträge"  (=  abgezinste  ausmultiplizierte  Mieten  = 
Anschaffungswert  des  Leasingobjektes  plus  Gewinn  plus  Zins  und  alles 
wieder abgezinst) verbucht  worden,  welcher  parallel  zum Tilgungsverlauf 
des  Leasingvertrages  zu  Beginn  der  Vertragsdauer  mit  tieferen,  gegen 
Schluss  mit  höheren  Sätzen  abgeschrieben  worden  sei.  Während  der 
Vertragsdauer  habe  damit  zwangsläufig  der  Buchwert  des 
Leasingvertrages  über  dem Marktwert  des  Leasinggutes  liegen  müssen. 
Zudem  enthalte  der  Buchwert  des  Leasingvertrages  eine 
Leasinggewinnkomponente. Der Marktwert gemäss Art. 83 Abs. 3 MWSTV 
hingegen sei ein nackter Warenwert, es gehe um  den Wert, den man bei 
Verkauf am 31. Dezember 1994 realistischerweise hätte erzielen können. 
Damit  könne  der  Anlagebuchwert  für  den  Marktwert  -  auf  welchen  die 
MWST-Übergangsregelung abstelle - nicht massgeblich sein. 

F. Mit  Vernehmlassung  vom  2.  September  2004  beantragt  die  ESTV  die 
kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. Insbesondere wiederholt  die 
ESTV ihren Standpunkt, dass der Buchwert der Leasingobjekte nach den 
allgemeinen  und  aktienrechtlichen  Bewertungsgrundsätzen  nicht  über 
deren Marktwert  liegen könne.  Da von einer  ordnungsgemäss  geführten 

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Buchhaltung  der  Beschwerdeführerin  ausgegangen  werde,  könne 
demnach  der  von  dieser  deklarierte  Marktwert  nicht  dem  effektiven 
Marktwert  per 31.  Dezember 1994 entsprechen.  Weiter  nimmt die ESTV 
Stellung zu den einzelnen Vorbringen der Beschwerdeführerin. 

G. Auf die weiteren Begründungen in den Eingaben der Parteien wird - soweit 
erforderlich - im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Auf  dem  Gebiet  der  Mehrwertsteuer  wie  auch  der  Warenumsatzsteuer 
konnten  Einspracheentscheide  der  ESTV  nach  Art.  65  des 
Bundesgesetzes vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer in der 
Fassung vom 25. Juni 2002 (MWSTG; SR 641.20), Art. 53 MWSTV bzw. 
Art.  6  Abs.  3  des  Bundesratsbeschlusses  vom  29.  Juli  1941  über  die 
Warenumsatzsteuer  (Warenumsatzsteuerbeschluss,  WUB;  AS  1941  793 
und  spätere  Änderungen)  mit  Beschwerde  bei  der  SRK  angefochten 
werden.  Die SRK ist  per  31.  Dezember  2006 aufgelöst  worden und das 
Bundesverwaltungsgericht  hat  am  1.  Januar  2007  seine  Tätigkeit 
aufgenommen.  Gemäss Art.  31 des Bundesgesetzes vom 17.  Juni  2005 
über  das  Bundesverwaltungsgericht  (VGG;  SR  173.32)  beurteilt  dieses 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art.  5  des Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021), 
sofern  keine Ausnahme nach Art.  32  VGG gegeben  ist.  Im Bereich  der 
Mehrwertsteuer bzw. der Warenumsatzsteuer liegt eine solche Ausnahme 
nicht  vor  und  das  Bundesverwaltungsgericht  ist  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Es übernimmt am 1. Januar 2007 die 
Beurteilung des vorher  bei  der SRK hängigen Rechtsmittels  und wendet 
das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VGG). Auf die Beschwerde ist 
somit einzutreten.

1.2 Am  1.  Januar  2001  ist  das  MWSTG  sowie  die  zugehörige  Verordnung 
(MWSTGV; SR 641.201) in Kraft getreten. Der zu beurteilende Sachverhalt 
bezieht  sich  auf  das  4.  Quartal  1994,  so  dass  auf  die  vorliegende 
Beschwerde  noch  bisheriges  Recht  anwendbar  ist  (Art.  93  und  94 
MWSTG), mithin der Warenumsatzsteuerbeschluss bzw. die MWSTV und 
ihre Übergangsbestimmungen. 

1.3 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet  die  Beschwerdeinstanz  in  der 
Sache  selbst  oder  weist  diese  ausnahmsweise  mit  verbindlichen 
Weisungen an die Vorinstanz zurück. Ein solcher Rückweisungsentscheid 
rechtfertigt  sich  vor  allem  dann,  wenn  weitere  Tatsachen  festgestellt 
werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzuführen ist 
(ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und 
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 694; ANDRÉ 
MOSER/PETER UEBERSAX,  Prozessieren  vor  eidgenössischen 

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Rekurskommissionen, Basel und Frankfurt am Main 1998, Rz. 3.87). Auch 
wenn  der  Rechtsmittelinstanz  die  Befugnis  zusteht,  weitere 
Sachverhaltsabklärungen  vorzunehmen,  soll  in  diesem  Fall  die  mit  den 
örtlichen  Verhältnissen  besser  vertraute  oder  sachlich  kompetentere 
Behörde  über  die  Angelegenheit  des  Beschwerdeführers  entscheiden. 
Diese  Methode  wahrt  das  Prinzip  der  Garantie  des  doppelten 
Instanzenzuges,  da  die  Beschwerdeführerin  den  aufgrund  der 
Rückweisung  getroffenen  neuen  Entscheid  der  Vorinstanz  wiederum mit 
allen  zulässigen  Rechtsmitteln  anfechten  kann  (zum Ganzen:  Entscheid 
der  SRK  vom  31.  August  2004,  veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der 
Bundesbehörden [VPB] 69.6, E. 7 mit Hinweisen).

2. Die  Warenumsatzsteuer  sowie  die  Mehrwertsteuer  sind 
Selbstveranlagungssteuern  (Archiv  für  Schweizerisches  Abgaberecht 
[ASA] 60 S.  435;  57 S. 293;  vgl.  ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER, System 
des Steuerrechts, 6. Auflage, Zürich 2002, S. 421 ff.). Dies hat zur Folge, 
dass  der  Steuerpflichtige  die  volle  und  alleinige  Verantwortung  für  eine 
richtige  und  vollständige  Versteuerung  seiner  Umsätze  trägt  (Urteil  des 
Bundesgerichts  vom 31.  Mai  2002,  E.  6b,  veröffentlicht  in  SteuerRevue 
[StR]  2003,  S.  214;  ASA 57  S.  293).  Die  ESTV  ermittelt  die  Höhe  der 
Steuer  nur  dann  an  Stelle  des  Steuerpflichtigen,  wenn  dieser  seinen 
Pflichten  nicht  nachkommt  (Entscheid  der  SRK  vom  5.  Januar  2000, 
veröffentlicht in VPB 64.83 E. 2; ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER, Handbuch 
zur neuen Mehrwertsteuer, Bern 1994, Rz. 994 ff.). Vom Steuerpflichtigen 
wird  eine  umfassende  Mitwirkungs-  und  Sorgfaltspflicht  in  seiner 
Steuerveranlagung  verlangt  (vgl.  BERNHARD ZINGG,  Beweis-  und 
Untersuchungsprobleme  bei  der  Warenumsatzsteuer,  in  ASA 35  S.  38). 
Der ESTV sind auf Verlangen alle Angaben zu machen und alle Bücher, 
Geschäftspapiere  und  Urkunden  vorzulegen,  welche für  die  Feststellung 
der  Steuerpflicht  und  die  Berechnung  der  Steuer  von  Bedeutung  sind 
(Entscheid  der  SRK  vom  28.  September  2001  [SRK  2000-149],  E.  4a; 
ASA 40 S. 264).

3.

3.1 Art.  8  Abs.  3  der  Übergangsbestimmungen  der  bis  zum  31.  Dezember 
1999  geltenden  (alten)  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 29. Mai 1874 (ÜB-aBV) erteilt dem Bundesrat den 
Auftrag, den Übergang von der Warenumsatzsteuer zur Mehrwertsteuer zu 
regeln. Gestützt darauf hat der Bundesrat Art. 83 ff. MWSTV erlassen.

Art. 83 Abs. 3 MWSTV sieht das Folgende vor: Wurde bei der Vermietung 
von  Verkaufswaren  die  Warenumsatzsteuer  -  statt  vom  Wert  der  Ware 
beim Beginn der Vermietung - von den gesamten bis 31. Dezember 1994 
erzielten  Mieteinnahmen  berechnet,  so  ist  per  31.  Dezember  1994  die 
Eigenverbrauchssteuer  auf  dem  Marktwert  solcher  Waren 
nachzuentrichten. In der warenumsatzsteuerlichen Schlussabrechnung per 
31. Dezember 1994 war daher der Marktwert solcher Waren zu deklarieren 
und  zu  6,2%  zu  versteuern  (vgl.  Ziff.  2.1.2.  der  von  der  ESTV  im 

6

September  1994  herausgegebenen  Broschüre  "Übergang  von  der 
Warenumsatzsteuer zur Mehrwertsteuer"). Art. 83 Abs. 3 MWSTV, welcher 
nicht  nur für Mietwaren,  sondern auch für  Leasingwaren gilt,  wurde vom 
Bundesgericht als verfassungsmässig anerkannt (BGE 123 II 446 ff. E. 8d, 
9a, 11; zu den Hintergründen dieser Bestimmung vgl. auch Entscheide der 
SRK vom 12.  Juni  2003 [SRK 2002-015]  E.  2e,  3a;  vom 14.  Dezember 
2004  [SRK  2002-042],  E.  2b,  3a;  ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER, 
Handbuch zur neuen Mehrwertsteuer, Bern 1995, Rz. 1190). 

3.2

3.2.1 Art.  83  Abs.  3  MWSTV  knüpft  für  die  Bemessung  der 
Eigenverbrauchsteuer  an  den  Marktwert  der  Miet-  bzw.  Leasing-
gegenstände  an.  Dieser  Marktwert  ist  mit  dem  Verkehrswert  bzw.  dem 
Veräusserungswert  der  Güter  gleichzusetzen  (Entscheid  der  SRK  vom 
14. Dezember  2004  [SRK  2002-042],  E.  5a  mit  Hinweisen;  vgl.  ferner 
CAMENZIND/HONAUER,  a.a.O.,  Rz.  811,  1194,  wo  auf  die  sog. 
Wiederbeschaffungskosten abgestellt wird, also auf den Betrag bei Erwerb 
eines gleichartigen Gegenstandes).  Gleichermassen hat die SRK für den 
beim Entnahme-Eigenverbrauch gemäss Art. 26 Abs. 3 Bst. a Ziff. 2 bzw. 
Ziff.  3  MWSTV  relevanten  Marktwert  festgehalten,  dass  dieser  dem 
Verkehrswert  entspricht  (Entscheid  der  SRK  vom  10.  Januar  2006, 
veröffentlicht  in  VPB  70.56,  E.  3a  i.V.m.  2d,  mit  Hinweisen).  Als 
Verkehrswert  eines  Gegenstandes  gilt  der  Erlös,  der  am  Stichtag  bei 
einem Verkauf an einen unabhängigen Dritten hätte erzielt werden können. 
Der Verkehrswert im steuerrechtlichen Sinn stellt nicht eine mathematisch 
exakt  bestimmbare  Grösse,  sondern  in  der  Regel  einen  Schätz-  oder 
Vergleichswert dar (Urteil des Bundesgerichts 2A.5/2002 vom 3. Juli 2002, 
E. 2.3; BGE 128 I 249 E. 3.2.1; soeben zitierte Entscheide der SRK vom 
14. Dezember 2004 und vom 10. Januar 2006, a.a.O.).

3.2.2 Gemäss Praxis der ESTV zu Art. 26 Abs. 3 Bst. a Ziff. 2 MWSTV wird der 
Marktwert primär aufgrund objektiver Kriterien bestimmt (z.B. bei Autos die 
Schätzpreise  gemäss Eurotax Auto-i-Dat),  wobei  auf den mutmasslichen 
Verkaufspreis  (und  nicht  auf  den  Einkaufspreis)  abzustellen  ist.  In  den 
übrigen Fällen  ergibt sich der Marktwert aus dem Anschaffungswert (inkl. 
die  wertvermehrenden  Aufwendungen)  abzüglich  die  lineare  jährliche 
Abschreibung  nach  bestimmten  Abschreibungssätzen  (Ziff.  3.2.1.1.2 
Broschüre  Eigenverbrauch der ESTV vom November  1996,  inkl.  Anhang 
Abschreibungstabelle). Eine entsprechende (interne) Praxis der ESTV zur 
Bestimmung des Marktwertes gemäss Art. 83 Abs. 3 MWSTV hat die SRK 
betreffend  einen konkreten  Fall  als  sachgerecht  erachtet  (Entscheid  der 
SRK vom 14. Dezember 2004, a.a.O., E. 5b). 

Nach  in  der  Lehre  vertretener  Ansicht  geben  Anhaltspunkte  für  die 
Bemessung  des  Marktwertes  beim  Entnahme-Eigenverbrauch  offizielle 
Bewertungslisten,  Angaben  aus  der  Anlagebuchhaltung  unter 
Berücksichtigung  angemessener  kalkulatorischer  Abschreibungen  oder 
Angebote  von  vergleichbaren  Gegenständen.  Als  Obergrenze  ist  der 
ursprüngliche  Einkaufspreis  massgeblich  (CAMENZIND/HONAUER,  a.a.O, 

7

Rz. 811, Rz. 1194). 

3.3

3.3.1 Gemäss Art.  960 Abs. 2 OR sind Aktiven bei  ihrer  Errichtung höchstens 
nach dem Werte  anzusetzen,  der  ihnen zum Zeitpunkt,  auf  welchen  die 
Bilanz errichtet wird, für das Geschäft zukommt. Gestützt auf Art. 960 Abs. 
2  OR  erfolgt  die  Bewertung  von  Aktiven  grundsätzlich  nach 
Fortführungswerten; es wird danach gefragt, welcher Wert den Aktiven "für 
das  Geschäft"  zukommt,  wenn  dieses  weitergeführt  wird.  Relevant  ist 
dabei  nicht  der Verkehrswert  bzw.  der  Verkaufserlös,  sondern  der 
Nutzwert (subjektiver Geschäftswert), mithin der Nutzen, den die Güter für 
das Unternehmen bringen (Entscheid der SRK vom 14. Dezember 2004, 
a.a.O.,  E.  3b,  c,  5a mit  Hinweisen;  PETER BÖCKLI, Schweizer  Aktienrecht, 
3. Aufl., Zürich 2004, S. 788; Schweizer Handbuch der Wirtschaftsprüfung 
1998,  Treuhand-Kammer,  Schweizerische Kammer der Wirtschaftsprüfer, 
Steuer-  und  Treuhandexperten,  Band  1,  S.  171  f.).  Anlagen  eines 
Unternehmens  können  einen  Geschäftswert  haben,  der  den 
Veräusserungswert  des  Gutes  wesentlich  übersteigt  (Entscheid  der  SRK 
vom 14. Dezember 2004, a.a.O., E. 3c, 5a mit Hinweisen). 

Von Art. 960 Abs. 2 OR abweichend bzw. ergänzend bestimmt Art. 665 OR 
für  Aktiengesellschaften,  dass  die  Sachanlagen  höchstens  zu  den 
Anschaffungs-  oder  Herstellungskosten,  unter  Abzug  der  notwendigen 
Abschreibungen,  zu  bewerten  sind.  Abschreibungen,  Wertberichtigungen 
und  Rückstellungen  müssen  vorgenommen  werden,  soweit  sie  nach 
allgemein  anerkannten  kaufmännischen  Grundsätzen  notwendig  sind 
(Art. 669 Abs. 1 OR). Auch unter Anwendung von Art. 665 OR muss aber 
aufgrund  der  Tatsache,  dass  die  Bewertung  eines  Anlagegutes 
grundsätzlich nicht anhand von Verkehrswerten, sondern von Nutzwerten 
(Fortführungswerten)  erfolgt  (Art.  960  Abs.  2  OR),  selbst  bei  nachhaltig 
gesunkenen  Verkehrswerten  nicht  zwangsläufig  eine  zusätzliche 
Wertberichtigung  auf  dem  Buchwert  vorgenommen  werden.  Allerdings 
darf  bei  Aktiengesellschaften  aufgrund  von  Art.  665  OR  nicht  auf 
planmässige Abschreibungen der Anlagegüter  mit  der Begründung eines 
höheren  Nutzwertes  verzichtet  werden  (Entscheid  der  SRK  vom 
14. Dezember  2004,  a.a.O.,  E.  3b,  c,  5a,  b;  BÖCKLI,  a.a.O,  S.  877; 
Schweizer Handbuch der Wirtschaftsprüfung 1998, a.a.O., S. 172 f.). 

3.3.2 Aufgrund dieser Überlegungen zu den zivilrechtlichen Vorschriften über die 
Rechnungslegung  hat  die  SRK  in  einem  konkreten  Anwendungsfall  die 
Auffassung  der  ESTV  hinsichtlich  Art.  83  Abs.  3  MWSTV,  wonach  bei 
Steuerpflichtigen,  bei  welchen  der  deklarierte  Marktwert  unter  dem 
Buchwert  liegt,  auf  den  höheren  Buchwert  abzustellen  sei,  als  unrichtig 
bezeichnet. Der Marktwert im Sinne von Art. 83 Abs. 3 MWSTV, mithin der 
Verkehrswert,  könne  grundsätzlich  ohne  weiteres  auch  unter  dem 
Buchwert  der  fraglichen  Anlagegüter  per  31.  Dezember  1994  liegen 
(Entscheid  der  SRK  vom  14. Dezember  2004,  a.a.O.,  E.  5a,  b,  ferner 
E. 3b, c). 

4.

8

4.1 Im  vorliegenden  Fall  ist  unbestritten,  dass  die  Voraussetzungen  von 
Art. 83 Abs. 3 MWSTV grundsätzlich gegeben sind und diese Bestimmung 
zur  Anwendung  gelangt,  mithin  die  Eigenverbrauchssteuer  auf  dem 
Marktwert der vermieteten oder verleasten Waren zu entrichten ist. Strittig 
ist  hingegen  die  Berechnung  der  Steuer,  nämlich  die  Höhe  des 
Marktwertes, auf welchem die Eigenverbrauchssteuer abgerechnet werden 
muss. Die Beschwerdeführerin (bzw. deren Rechtsvorgängerin) deklarierte 
auf  ihrer  WUST-Abrechnung  für  das  4.  Quartal  1994  für  die  in  Frage 
stehenden  vermieteten  bzw.  verleasten  Computer  (gebrauchte  ...-
Computeranlagen) einen Marktwert von Fr. 713'452.10. Dieser Wert wurde 
von  der  ESTV nicht  akzeptiert;  sie  stützte  sich  bei  ihrer  Nachforderung 
vielmehr  auf  den  in  der  Anlagebuchhaltung  bilanzierten  Wert  von 
Fr. 2'677'838.-- abzüglich eine Wertberichtigung von Fr. 307'500.--, mithin 
einen Wert von Fr. 2'370'338.--, ab. 

4.2 Art.  83  Abs.  3  MWSTV  stellt  explizit  auf  den  mit  dem  Verkehrswert 
identischen  Marktwert  ab,  welcher  zu  definieren  ist  als  der  theoretische 
Wert,  der  am Stichtag  im  Falle  eines  Verkaufs  an  einen  unabhängigen 
Dritten erhältlich wäre (oben E. 3.2.1). Insbesondere knüpft Art. 83 Abs. 3 
MWSTV damit offensichtlich nicht direkt an den Buchwert der betreffenden 
Gegenstände per 31. Dezember 1994 an (siehe auch Entscheid der SRK 
vom 14. Dezember 2004, a.a.O., E. 5a). 

4.3 Von  vorneherein  unzutreffend  ist  die  Annahme der  ESTV,  dass  auf  die 
Deklaration  der  Beschwerdeführerin  deswegen  nicht  abgestellt  werden 
kann,  weil  aufgrund  der  obligationenrechtlichen  Bewertungsvorschriften 
der  Marktwert  generell  nicht  unter  dem  Buchwert  liegen  könne.  Die 
Höchstbewertungsregel  von  Art.  960  Abs.  2  OR  besagt  nach 
Rechtsprechung  und  Lehre,  dass  der  Buchwert  den  subjektiven 
Geschäftswert bzw. den Nutzwert  nicht übersteigen darf und bezieht sich 
gerade  nicht  auf  den  Markt-  bzw.  Verkehrswert.  Dies  gilt  auch  für  das 
vorliegend  in  Frage  stehende  Anlagevermögen  einer  Aktiengesellschaft, 
wobei hier zudem Art. 665 und Art. 669 Abs. 1 OR zu respektieren sind, 
wonach  bei  der  Bewertung  nicht  auf  notwendige  Abschreibungen 
verzichtet  werden  darf.  Gemäss  den  zivilrechtlichen  Vorschriften  zur 
Rechnungslegung  kann  der  Marktwert  von  Anlagevermögen  durchaus 
tiefer sein als der Buchwert (zum Ganzen oben E. 3.3). Folglich durfte die 
ESTV  nicht  lediglich  aufgrund  der  Tatsache,  dass  der  deklarierte 
Marktwert der Anlagen unter deren Buchwert liegt,  schematisch und ohne 
auf  die  konkrete  Situation  Bezug  zu  nehmen,  den  Buchwert  als 
Bemessungsgrundlage für die Eigenverbrauchssteuer nach Art. 83 Abs. 3 
MWSTV  einsetzen.  An  der  entsprechenden  Rechtsprechung  der  SRK 
(E. 3.3.2) ist festzuhalten. 

4.4

4.4.1 Der für Art. 83 Abs. 3 MWSTV relevante Markt- bzw. Verkehrswert ist ein 
"Schätz-  oder  Vergleichswert"  und  kann  nicht  mathematisch  exakt 
bestimmt  werden  (E.  3.2.1).  Vorliegend  hat  die  ESTV  nicht  auf  die 

9

Deklaration  der  Beschwerdeführerin  abgestellt,  sondern  vielmehr  den ihr 
richtig erscheinenden Buchwert als Bemessungsgrundlage herangezogen. 
Nachdem die Beschwerdeführerin vorliegend den Obliegenheiten aus dem 
Selbstveranlagungsprinzip  (oben  E.  2)  grundsätzlich  nachgekommen  ist, 
indem sie in der Abrechnung für das 4. Quartal  1994 den ihrer Meinung 
nach korrekten Marktwert der entsprechenden Waren deklariert hat, ist die 
ESTV  jedoch  nur  zur  eigenen  Festlegung  (Schätzung)  des  Marktwertes 
befugt, wenn davon ausgegangen werden muss, dass die Deklaration der 
Beschwerdeführerin mit dem wirklichen Sachverhalt (objektiver Marktwert) 
nicht übereinstimmt (vgl. für die Ermessensveranlagung: Art. 48 MWSTV, 
was  analog  auch  für  die  Schätzung  des  Verkehrswertes  zu  gelten  hat; 
siehe auch oben E. 2). 

Indem  die  ESTV  unzutreffenderweise  (oben  E.  4.3)  den  von  der 
Beschwerdeführerin deklarierten Wert als falsch erachtet hat, weil er unter 
dem  Buchwert  liege,  ist  sie  auch  aufgrund  falscher  Prämissen  davon 
ausgegangen, sie sei zur eigenen Ermittlung des Marktwertes berechtigt. 
Im Folgenden ist  der  Frage  nachzugehen,  ob eine Schätzung durch die 
ESTV aus anderen Gründen zulässig war, namentlich weil die Deklaration 
der Beschwerdeführerin als grundsätzlich falsch angesehen werden muss. 
Sollte  dies  nicht  der  Fall  sein,  hätte  die  ESTV  zu  Unrecht  eine  eigene 
Schätzung vorgenommen und diese wäre aufzuheben. 

4.4.2 Die  Beschwerdeführerin  hat  sich  nach  ihren  eigenen  Angaben  bei  der 
Bestimmung  des  Marktwertes  der  Leasingobjekte  auf  einen  "IDC 
International ... Residual Value Report" abgestützt (siehe auch Beiblatt Nr. 
2 zum Kontrollbericht).  Es handle sich dabei um den verlässlichsten und 
von der  gesamten  Branche  routinemässig  verwendeten  Anhaltspunkt  für 
den  Marktwert  gebrauchter  ...-Computeranlagen,  vergleichbar  etwa  mit 
den Eurotax-Bewertungen von Auto-Occasionen (siehe Einsprache S. 7). 
Der  geltend  gemachte  Marktwert  entspreche  80% des  IDC-Marktpreises 
der  betreffenden  ...-Leasingobjekte,  dies  weil  die  Beschwerdeführerin 
aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung festgestellt habe, dass in der Regel 
nur 80% der IDC-Marktwerte realisierbar waren (siehe Einsprache S. 7).

An  diesem  Vorgehen,  auf  Vergleichswerte  abzustellen,  ist  grundsätzlich 
nichts  auszusetzen.  Der  Verkehrswert  als  Schätzungs-  bzw. 
Vergleichswert  kann  nur  annäherungsweise  ermittelt  werden. 
Umfangreiche Abklärungen zur Bestimmung des Marktwertes können von 
der  Beschwerdeführerin  (wie  auch  von  der  ESTV)  im Allgemeinen  nicht 
verlangt  werden, sondern die schematische Bestimmung nach objektiven 
Kriterien drängt sich auf (vgl. Entscheid der SRK vom 14. Dezember 2004, 
a.a.O., E. 1f, 5b mit Hinweisen). Der Nachweis des Marktwertes unterliegt 
damit  nicht  einem  strengen  Beweis,  sondern  das  Beweismass  ist 
zwangsläufig  herabgesetzt.  Das Abstellen  auf  Bewertungslisten  sieht  im 
Übrigen  auch  die  ESTV  in  ihrer  Praxis  zum  Entnahme-Eigenverbrauch 
unter dem Regime der MWSTV vor (z.B. Eurotax, oben E. 3.2.2). 

4.4.3 Was  die  konkrete  Höhe  des  in  der  Schlussabrechnung  per  Ende  1994 
deklarierten  Marktwertes  anbelangt,  so  hat  die  Beschwerdeführerin 

10

immerhin  plausibel  erläutert,  dass  der  Markt-  bzw.  Verkehrswert  der 
Computeranlagen  vorliegend  tatsächlich  unter  dem  Buchwert  der 
fraglichen  Anlagegüter  in  der  Anlagebuchhaltung  liegen  kann.  So ist  es 
nicht  undenkbar,  dass  die  gebrauchten  Computer,  indem  sie  vermietet 
bzw.  verleast  worden  sind,  im  Hinblick  auf  die  Bestimmung  des 
Buchwertes  für  das  Geschäft  der  Beschwerdeführerin  (d.h.  eben  das 
Vermieten  und  Verleasen  von  Computeranlagen)  wertvoller  waren,  als 
wenn  sie  verkauft  worden  wären  (Marktwert  gemäss  Art.  83  Abs.  3 
MWSTV),  dies  namentlich  angesichts  der  Tatsache,  dass  Computer 
generell  relativ schnell  an Marktwert  verlieren.  Nachdem Art.  960 Abs. 2 
OR den Geschäftswert  und nicht  den Verkehrswert  anspricht,  sind  auch 
die Ausführungen der Beschwerdeführerin  nachvollziehbar,  dass sie den 
Wert  des  Leasingvertrages verbucht  habe,  welchen  sie  als  den  Nutzen 
versteht,  den  die  Computer  dem  Geschäft  erbrachten,  indem  sie  eben 
verleast  worden  sind,  und  dass  sie  hingegen  nicht  den  dem  Marktwert 
entsprechenden  reinen  Warenwert  der  Leasingobjekte als 
Verkaufsgegenstand  aktiviert  habe.  Was  das  Argument  anbelangt,  dass 
eine Leasinggewinnkomponente in den Buchwert einbezogen worden sei, 
braucht  nicht  überprüft  zu  werden,  ob  dies  unter  handelsrechtlichen 
Gesichtspunkten  (Vorsichtsprinzip  gemäss  Art.  662a  Abs.  2  Ziff.  3  OR) 
zulässig  war,  da  die  Einhaltung  der  Rechnungslegungsvorschriften  nicht 
Gegenstand  der  vorliegenden  Streitsache  ist,  in  welcher  primär  der 
effektive Marktwert nach Art. 83 Abs. 3 MWSTV ermittelt werden muss. Es 
ist aber anzumerken, dass eine Einbeziehung des Leasinggewinns bei der 
Festlegung  des Bilanzwertes  tatsächlich  zu  einem (wenn auch allenfalls 
handelsrechtlich  unzulässigerweise)  erhöhten  Buchwert  führt.  Auch  die 
Abschreibungsmethode  der  Beschwerdeführerin,  wonach  vom  in  der 
Anlagebuchhaltung eingesetzten Wert der Leasingverträge zu Beginn der 
Vertragsdauer  tiefere  und  gegen  Ende  höhere  Abschreibungen 
vorgenommen  wurden,  liess  (wiederum  unabhängig  von  der 
handelsrechtlichen Zulässigkeit) den Buchwert während der Vertragsdauer 
effektiv  relativ  hoch  ausfallen,  womit  der  Standpunkt  der 
Beschwerdeführerin,  dass  der  Buchwert  über  dem  Marktwert  liege, 
ebenfalls (jedenfalls in gewissem Umfang) gestützt wird. Auf die weiteren 
Ausführungen der Parteien im Zusammenhang mit der Rechnungslegung 
und der Bewertung des Anlagevermögens für die Bilanzerstellung braucht 
im Übrigen nicht eingegangen zu werden. Anzumerken bleibt, dass für den 
Fall, dass der Buchwert nicht richtig (weil zu hoch) festgelegt worden wäre, 
die ESTV erst recht nicht auf den Buchwert abstellen dürfte. 

Nach  dem  Gesagten  ist  von  der  Beschwerdeführerin  zumindest 
nachvollziehbar erläutert worden, dass der Marktwert der fraglichen Güter 
geringer  sein  konnte  als  der  Buchwert.  Die  Annahme  der  ESTV,  der 
Marktwert könne nicht unter dem Buchwert liegen, ist damit auch unter den 
konkreten Umständen nicht haltbar. 

4.4.4 Allerdings ist das Bundesverwaltungsgericht aufgrund der ihm vorgelegten 
Akten nicht  in  der  Lage abzuklären,  ob der von der  Beschwerdeführerin 
deklarierte  Marktwert  als  korrekt  anerkannt  und  zur  Bemessung  der 

11

Eigenverbrauchssteuer  herangezogen  werden  muss.  Die  verwendeten 
IDC-Vergleichswerte  (Bewertungslisten)  sind  in  den  Akten  nicht 
vorhanden,  so  dass  deren  Eignung  als  Vergleichswerte  sowie  deren 
korrekte Anwendung durch die Beschwerdeführerin nicht überprüft werden 
kann. Ebenso ist die Begründetheit des Abzugs von 20% von diesen IDC-
Werten durch die Beschwerdeführerin nicht ohne Weiteres ersichtlich. 

Diese sachverhaltsmässigen Unklarheiten (mithin die Tatsache, dass nicht 
überprüft werden kann, ob der deklarierte Wert als Bemessungsgrundlage 
heranzuziehen  ist)  sind  aber  nicht  (nur)  der  Beschwerdeführerin 
anzulasten, sondern hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die ESTV 
fälschlicherweise  davon  ausging,  dass  der  Marktwert  nicht  unter  dem 
Buchwert  liegen  könne,  weswegen  sie  schlicht  auf  dem  Buchwert 
abgestellt  hat,  ohne  weitere  Abklärungen  zur  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  vorzunehmen  und  sich  mit  dem 
deklarierten  Marktwert  näher  auseinanderzusetzen.  Entsprechend 
äusserte die ESTV sich im gesamten Verfahren weder zur Frage, ob die 
ICD-Werte  überhaupt  zur  Bestimmung  des  Marktwertes  geeignet  sind, 
noch  hat  sie  im  Einzelnen  darlegt,  dass  der  deklarierte  Marktwert  den 
tatsächlichen  Verhältnissen  nicht  entsprechen  könne.  Insbesondere  hat 
die ESTV, soweit aus den Akten ersichtlich, die Beschwerdeführerin nicht 
zum Nachweis des Marktwertes bzw. zum Einreichen weiterer Unterlagen 
hierzu  aufgefordert.  Der  Beschwerdeführerin  kann  in  diesem 
Zusammenhang auch keine Verletzung der Mitwirkungspflichten (s.a. E. 2) 
vorgeworfen werden.  Wie bereits  erläutert  (E.  4.4.1)  darf  die ESTV eine 
Schätzung  nur  vornehmen,  wenn  sie  zum berechtigten  Schluss  gelangt, 
dass  auf  die  Selbstdeklaration  nicht  abgestellt  werden  kann  (weil  der 
deklarierte Wert falsch ist). Ihre Berechtigung zur eigenen Ermittlung des 
Marktwertes hat die ESTV im vorliegenden Verfahren nicht nachgewiesen. 
Zudem kann aufgrund der Aktenlage auch nicht gesagt werden, dass  der 
deklarierte  Marktwert  mit  den  tatsächlichen  Verhältnissen  offensichtlich 
nicht übereinstimmt (E. 4.4.3). Es ist damit nicht dargetan, dass die ESTV 
befugt war, die Deklaration der Beschwerdeführerin abzulehnen und selbst 
eine Schätzung der Bemessungsgrundlage vorzunehmen (siehe E. 4.4.1). 
Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen. 

4.4.5 Die  Frage,  ob  die  Voraussetzungen  für  eine  Schätzung  (aus  anderen 
Gründen als den von der ESTV vorgebrachten) gegeben sind oder ob bei 
der Bemessung der Eigenverbrauchssteuer vielmehr auf den deklarierten 
Marktwert  abgestellt  werden  kann,  muss  nach  dem  vorstehend 
Dargelegten  näher  untersucht  werden.  Nachdem  weitere 
Sachverhaltsabklärungen  und  allfällige  Beweiserbebungen  nötig  sind, 
welche die ESTV bereits im Erhebungsverfahren hätte vornehmen sollen, 
ist die Sache an die ESTV zurückzuweisen (hierzu oben E. 1.3). Die ESTV 
hat zu überprüfen, ob der in der Schlussabrechnung Ende 1994 deklarierte 
Marktwert  den  tatsächlichen  Verhältnissen  entspricht  und  als  effektiver 
(annäherungsweiser)  Marktwert  angesehen  werden  kann,  wobei  sie 
allenfalls  der  Beschwerdeführerin  Gelegenheit  zum  Beweis  bzw.  zur 
weiteren  Erläuterung  ihrer  Angaben  (z.B.  Vorlage  der  verwendeten 

12

Vergleichszahlen,  Begründung für  den Abzug von 20%) zu eröffnen hat. 
Nur  wenn die  ESTV zum Schluss  käme,  dass  der  deklarierte  Marktwert 
nicht  korrekt  sein  kann  (was  sie  darzulegen  hätte),  dürfte  sie  zu  einer 
schätzungsweisen Ermittlung des Verkehrswerte der Waren schreiten. Sie 
hätte  eine  Schätzung  vorzunehmen,  die  der  wirklichen  Situation,  mithin 
dem tatsächlichen Verkehrswert möglichst nahe kommt (zu den möglichen 
Methoden, siehe vorne E. 3.2). 

5. Die Beschwerdeführerin beantragt die Sistierung des  Verfahrens bis zum 
rechtskräftigen Entscheid im am 27. Mai 2004 von der X. S. AG (heute X. 
AG)  bei  der  SRK  anhängig  gemachten  Verfahren  SRK  2004-102 
(entspricht  dem Verfahren des Bundesverwaltungsgerichts A-1362/2006). 
Die Beschwerden seien weitgehend gleichlautend und in beiden Verfahren 
seien die gleichen Rechtsfragen zu beantworten. 

Vorab ist  festzustellen,  dass sich eine Sistierung zweier  (gleichlautender 
Sistierungsantrag  im  dritten  hängigen  Verfahren  A-1364/2006)  von 
insgesamt  drei  praktisch  gleichzeitig  eingereichter  Parallelverfahren, 
welche dieselbe Beschwerdeführerin betreffen und die in sachverhaltlicher 
und  rechtlicher  Hinsicht  praktisch  identisch  sind,  aus 
prozessökonomischen  Gesichtspunkten  grundsätzlich  nicht  rechtfertigt. 
Solches hätte  eine Verzögerung der  zwei  sistierten  Verfahren zur  Folge 
und  das  Bundesverwaltungsgericht  hätte  zwei  von  drei  praktisch 
identischen Beschwerden zu einem späteren Zeitpunkt nochmals an Hand 
zu nehmen. 

Ohnehin  erübrigt  sich  angesichts  der  Gutheissung  der  Beschwerden  (in 
allen  drei  Verfahren)  eine  Sistierung,  denn  einziger  Grund  für  das 
Sistierungsgesuch waren soweit ersichtlich (die Beschwerdeführerin macht 
hierzu keine Angaben) die für den Fall einer Abweisung der Beschwerde 
durch  das  Bundesverwaltungsgericht  von  der  Beschwerdeführerin  zu 
tragenden  Verfahrenskosten.  Nachdem  die  Beschwerden  gutgeheissen 
wurden  und  keine  Verfahrenskosten  auferlegt  werden  (siehe  sogleich 
E. 6),  ist  dieser  –  mutmassliche  –  Sistierungsgrund  dahingefallen. 
Ebenfalls  droht  der  Beschwerdeführerin  folglich  kein  nicht 
wiedergutzumachender Nachteil dadurch, dass das Verfahren nicht durch 
einen selbständig anfechtbaren Zwischenentscheid sistiert worden ist (vgl. 
Art. 45 Abs. 1 VwVG). Einzig im Auge zu behalten ist, dass bei allfälliger 
Beschwerde  der  ESTV  gegen  den  vorliegenden  Entscheid  und 
Gutheissung  derselben  durch  das  Bundesgericht,  das 
Bundesverwaltungsgericht über die Auferlegung von Verfahrenskosten neu 
zu befinden hätte. Sollte es hierzu kommen, müsste der Sistierungsantrag 
der Beschwerdeführerin  in die Überlegungen betreffend Auferlegung von 
Verfahrenskosten miteinbezogen werden.

6. Dem  Gesagten  zufolge  ist  die  Beschwerde  im  Sinne  der  Erwägungen 
gutzuheissen und die Sache zur Sachverhaltsfeststellung und zu neuem 

13

Entscheid  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  Bei  diesem  Ausgang  des 
Verfahrens  sind  weder  der  obsiegenden  Beschwerdeführerin  noch  der 
ESTV  Verfahrenskosten  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  2  VwVG).  Der 
Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 2'200.-- ist der Beschwerdeführerin 
zurückzuerstatten.  Die  ESTV  hat  der  Beschwerdeführerin  eine 
Parteientschädigung auszurichten,  die in  Berücksichtigung der Tatsache, 
dass  die  Beschwerdeführerin  drei  praktisch gleichlautende Beschwerden 
eingereicht  hat,  auf  Fr.  2'000.--  festgesetzt  wird  (Art.  64  Abs.  1  und  2 
VwVG;  Art.  7  Abs.  1,  14  Abs.  2  des  Reglements  über  Kosten  und 
Entschädigungen vor  dem Bundesverwaltungsgericht  vom 11.  Dezember 
2006 [VGKE, SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die  Beschwerde  wird  im  Sinne  der  Erwägungen  gutgeheissen,  und  der 
Einspracheentscheid der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 13. Mai 
2004 wird aufgehoben. Die Sache wird zu neuer Beurteilung im Sinne der 
Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.

2. Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben.  Der  geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 2'200.-- wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt 
der Rechtskraft des vorliegenden Entscheides zurückerstattet.

3. Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  hat  der  Beschwerdeführerin  eine 
Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- zu entrichten.

4. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- der Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)

- der Vorinstanz (Ref.-Nr. ESTV ...) (Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Markus Metz Sonja Bossart

Rechtsmittelbelehrung
Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  in  Abgabesachen  können  innert  30 
Tagen  seit  Eröffnung  beim  Schweizerischen  Bundesgericht  in  Lausanne 
angefochten werden. Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und 

14

hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu enthalten.  Sie muss spätestens  am letzten Tag der Frist  beim 
Bundesgericht  eingereicht  oder  zu  dessen  Handen der  Schweizerischen  Post 
oder  einer  schweizerischen  diplomatischen  oder  konsularischen  Vertretung 
übergeben  werden  (vgl.  Art.  42,  48,  54,  83  Bst.  l  und  m  sowie  100  des 
Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht 
[Bundesgerichtsgesetz, BGG, SR 173.110]).

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