# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0341a97a-e4aa-5469-bf59-a02e4ff16b5e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.03.2010 E-1341/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1341-2010_2010-03-16.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-1341/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  M ä r z  2 0 1 0

Einzelrichter Bruno Huber, 
mit Zustimmung von Richter Martin Zoller;
Gerichtsschreiberin Carmen Fried.

A._______, Guinea-Bissau,
vertreten durch lic. iur. Emil Nisple, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 18. Februar 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-1341/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge Guinea-Bissau 
im Jahre (...) verliess und auf dem See- und Landweg am 18. Februar 
2009 in die Schweiz gelangte, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte,

dass  er  auf  dem Personalienblatt  und  anlässlich  der  summarischen 
Erstbefragung im B._______ vom 24. Februar 2009 als Geburtsdatum 
den (...) angab,

dass die damit geltend gemachte Minderjährigkeit vom BFM als wahr-
scheinlich  eingestuft  und  der  Beschwerdeführer  mit  Verfügung  vom 
27. Februar 2009 dem Kanton C._______ zugeteilt wurde,

dass  die  für  den  Beschwerdeführer  zuständige  Vormundschafts-
behörde  am  9. März  2009  beschloss,  dem  unbegleiteten  minder-
jährigen  Asylsuchenden  für  die  Anhörung  zu  den  Asylgründen 
D._______ als rechtskundige Person zuzuteilen,

dass der Beschwerdeführer am 27. Januar 2010 in E._______ im Bei-
sein dieser rechtskundigen Person vom BFM zu seinen Asylgründen 
angehört  wurde  und  dabei  geltend  machte,  seine  leiblichen  Eltern 
nicht  gekannt  zu  haben  und  bei  seinem  Onkel  väterlicherseits  und 
dessen Sohn aufgewachsen zu sein,

dass  er  in  Senegal  geboren,  jedoch  schon  in  jungen  Jahren  nach 
F._______ (Guinea-Bissau) umgezogen sei, weil sein Onkel und seine 
Tante Probleme mit den Rebellen gehabt hätten,

dass die Rebellen jedoch eines Nachts auch in F._______ zu Hause 
aufgetaucht seien, ihn in den Rücken gestochen und seinen Onkel und 
seine Tante entführt hätten,

dass  er  und  sein  Cousin  anschliessend  von  einem  Nachbarn  auf-
genommen  worden  seien,  dieser  ihnen  jedoch  aufgrund  der  be-
scheidenen Verhältnisse vorgeschlagen habe, das Land zu verlassen,

dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 18. Februar 2010 – eröffnet am 
25. Februar 2010 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a  des Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf  das Asylgesuch 

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nicht  eintrat  und die  Wegweisung aus der  Schweiz  und  den  Vollzug 
anordnete,

dass  das  Bundesamt  zur  Begründung  ausführte,  der  Beschwerde-
führer  habe den Asylbehörden innerhalb der ihm eingeräumten Frist 
von 48 Stunden keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben, wofür 
keine entschuldbaren Gründe vorliegen würden,

dass dem Beschwerdeführer nicht geglaubt werden könne, er habe die 
Reise von Guinea-Bissau bis  in  die Schweiz ohne jegliche Ausweis-
papiere und ohne jemals kontrolliert worden zu sein, zurückgelegt,

dass seine Aussagen, nie Reise- oder Identitätspapiere besessen zu 
haben und mit niemandem in seinem Heimatland Kontakt aufnehmen 
zu können,  vielmehr  stereotypen Vorbringen von Beschwerdeführern 
entsprechen würden, welche nicht bereit seien, ihre Identität mit Aus-
weispapieren zu belegen,

dass  der  Beschwerdeführer  trotz  seines  langen  Aufenthaltes  in  der 
Schweiz  auch  keinerlei  Bemühungen  unternommen  habe,  um  an 
rechtsgenügliche Papiere zu gelangen,

dass  die  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  aufgrund  der  zahl-
reich  aufgetretenen Widersprüche den Anforderungen an  die  Glaub-
haftigkeit nicht genügen würden,

dass der Beschwerdeführer beispielsweise bei der Erstbefragung und 
der Anhörung unterschiedliche Angaben zum Aufenthaltsort des Cou- 
sins zum Zeitpunkt des Überfalls der Rebellen gemacht habe,

dass er weiter bei der Anhörung ausgesagt habe, die Rebellen hätten 
seinen Stiefvater und seine Stiefmutter entführt, bei der Erstbefragung 
jedoch ausschliesslich seinen Stiefvater erwähnt habe,

dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3 
und 7 AsylG somit nicht erfülle und aufgrund der Aktenlage keine zu-
sätzlichen  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses erforderlich seien,

dass der Vollzug der Wegweisung sowohl zulässig als auch zumutbar 
und möglich sei,

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dass der Beschwerdeführer bei Ablauf der Ausreisefrist die Volljährig-
keit  erreicht  haben  werde  und  es  sich  bei  ihm  um einen  gesunden 
jungen Mann handle, der in seinem Heimatland als (...) bereits beruf-
lich tätig gewesen sei,

dass er eine Reise in die Schweiz habe finanzieren können, so dass 
Anhaltspunkte  dafür  bestehen  würden,  er  könne bei  einer  Rückkehr 
auf  eigene  Ressourcen  zurückgreifen  und  werde  nicht  in  eine  aus-
sichtslose Lage geraten,

dass  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  mit 
Rechtsmitteleingabe vom 4. März 2010 in materieller Hinsicht – unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge – die Aufhebung der angefochtenen 
Verfügung,  das Eintreten auf  das Asylgesuch,  die  Durchführung des 
Normalverfahrens und die Gewährung von Asyl beantragt,

dass  er  eventualiter  die  Feststellung der  Unzulässigkeit  beziehungs-
weise  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  unter  Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme beantragt,

dass er in prozessualer Hinsicht um Verzicht auf die Erhebung eines 
Kostenvorschusses  ersucht  und  damit  sinngemäss  ein  Gesuch  um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege stellt,

dass  der  Instruktionsrichter  mit  Verfügung  vom  10. März  2010  den 
Eingang  der  Beschwerde  bestätigte  und  festhielt,  der  Beschwerde-
führer dürfe den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten,

dass  der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  mit  Eingabe  vom 
10. März  2010  das  in  der  Beschwerde  in  Aussicht  gestellte  Arzt-
zeugnis nachreichte,

und zieht in Erwägung,

dass das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
[VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 

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SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teil-
genommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde  –  mit  Ausnahme  des  Antrags  auf  Gewährung  von  Asyl 
(vgl. Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asyl-
rekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.) – einzutreten 
ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (a.a.O., 
S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit  dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist 
(BVGE 2007/8 insbes E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 

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Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (a.a.O., E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  ent-
schieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie 
nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Be-
schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 
AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen weiteren 
Schriftenwechsel zu verzichten ist,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn Asylsuchende 
glaubhaft  machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Grün-
den nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der An-
hörung sowie gestützt auf Art. 3 und Art. 7 AsylG die Flüchtlingseigen-
schaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass es sich gemäss BVGE 2007/7 beim Begriff "Reise- und Identitäts-
papiere"  um Dokumente  handelt,  die  "sowohl  die  einwandfreie  Fest-
stellung  der  Identität  als  auch  die  sichere  Durchführung  der  Rück-
schaffung ermöglichen" sollen (E. 6),

dass unter Vorbehalt des Vorliegens entschuldbarer Gründe ein Nicht-
eintretensentscheid selbst dann zu erfolgen hätte, wenn trotz fehlender 
Ausweispapiere keine Zweifel über die Identität des oder der Asylsu-
chenden bestehen (a.a.O. ,E. 5.3. in fine),

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dass  vorliegend  keine  Reise-  oder  Identitätspapiere  eingereicht 
wurden  und  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  in  rechts-
genüglicher Weise dargelegt hat, weshalb für das Nichteinreichen von 
Reise- oder Identitätspapieren keine entschuldbaren Gründe vorliegen,

dass  aufgrund  der  realitätsfremden  Ausführungen  des  Beschwerde-
führers, er sei sowohl auf dem See- als auch auf dem Landweg ohne 
Reise-  oder  Identitätspapiere  gereist,  dabei  nirgends  kontrolliert 
worden und habe für die Reise auch nichts bezahlen müssen, davon 
auszugehen  ist,  er  habe  für  seine  Reise  authentische  Reise-  und 
Identitätspapiere  verwendet,  welche  er  jedoch  in  Verletzung  seiner 
gesetzlichen  Mitwirkungspflicht  (Art. 8  Abs. 1  Bst. b  AsylG)  den 
schweizerischen Asylbehörden vorenthält,

dass  an  dieser  Beurteilung  auch  die  nachträgliche  Einreichung  von 
gültigen Reise- oder Identitätspapieren nichts ändern würde,  weil  es 
bei der Frist von 48 Stunden gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht 
um die Beschaffung neuer Papiere, sondern um die Abgabe der schon 
existierenden, für die Reise in die Schweiz verwendeten Papiere geht 
(EMARK 1999 Nr. 16 E. 5c. aa S. 109 f.),

dass die Identität des Beschwerdeführers bis heute nicht zweifelsfrei 
feststeht  und  dadurch  auch  seine  persönliche  Glaubwürdigkeit  in 
Frage gestellt ist,

dass aufgrund der Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und 
in  den  Akten  in  Beachtung  der  im Urteil  BVGE 2007/8  festgelegten 
Richtlinien (E. 5.6) der Schluss zu ziehen ist, es bestehe weder Anlass 
zur  Vornahme zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung der  Flücht-
lingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungshindernisses  noch  zur 
direkten Feststellung der Flüchtlingseigenschaft (Art. 32 Abs. 3 Bstn. b 
und c AsylG),

dass  mit  der  Vorinstanz  einigzugehen  ist,  dass  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht 
standhalten,  da  er  sich  bezüglich  seiner  zentralen  Vorbringen  in 
Widersprüche verwickelte,

dass er – wie von der Vorinstanz ausgeführt – bei der Erstbefragung 
im Gegensatz zur Anhörung mit  keinem Wort  erwähnte,  dass neben 
seinem Onkel auch seine Tante von den Rebellen entführt worden sei 
(Akten BFM A 4/9 S. 5 und A 14/11 Q22 und Q52),

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dass  der  Ablauf  des  Überfalls  der  Rebellen  vom Beschwerdeführer 
anlässlich  der  Erstbefragung  und  der  Anhörung  unterschiedlich  ge-
schildert wurde,

dass er nämlich bei der Erstbefragung angab, er habe geschrien, als 
er die Rebellen habe kommen sehen, und er sei dann von diesen in 
den Rücken gestochen und bewusstlos geworden (A 4/9 S. 5),

dass  er  in  Abweichung  hierzu  bei  der  Anhörung  angab,  er  habe 
Hundegebell  gehört,  und als er aufgewacht sei,  sei  jemand über ihn 
hergefallen (A 14/11 Q52),

dass er bei der Erstbefragung aussagte, sein Cousin sei nicht verletzt 
worden, weil er sich in einem anderen Teil des Hauses befunden habe, 
in der Anhörung dagegen diesbezüglich geltend machte, sein Cousin 
sei bei einem Nachbarn gewesen (A 4/9 S. 5 und A 14/11 Q50),

dass sich der Vorfall nach Angaben des Beschwerdeführers zudem im 
Jahre (...) abgespielt (A 4/9 S. 5) und er erst im Jahre (...) sein Land 
verlassen  hat,  so  dass  in  zeitlicher  Hinsicht  ein  genügend  enger 
Kausalzusammenhang zwischen Verfolgung und Flucht  zu verneinen 
und damit auch die Asylrelevanz abzusprechen ist,

dass  der  Beschwerdeführer  ausserdem  geltend  machte,  weil  sie  in 
bescheidenen Verhältnissen gelebt hätten, habe ein Nachbar für seine 
Ausreise gesorgt,  wirtschaftliche Gründe jedoch keine Verfolgung im 
Sinne von Art. 3  AsylG darstellen  und damit  auch nicht  asylrelevant 
sind,

dass in der Rechtsmitteleingabe ausgeführt wird, es würden sehr wohl 
entschuldbare  Gründe  für  die  Nichtabgabe  von  Reise-  oder  Identi-
tätspapieren  vorliegen,  da es  sich  beim Beschwerdeführer  noch um 
ein  Kind  handle,  und  es  aufgrund  seiner  Lebensgeschichte  sehr 
wahrscheinlich sei, dass er solche nie besessen habe,

dass dem einerseits obige Erwägungen entgegenzuhalten zu sind und 
anderseits  auffällt,  dass  der  Beschwerdeführer  zwar  bei  der  Erst-
befragung  aussagte,  nie  irgendwelche  Reise-  oder  Identitätspapiere 
besessen  zu  haben,  bei  der  Anhörung  jedoch  angab,  er  habe  sein 
Land  in  einer  Notsituation  verlassen  und  deshalb  keine  Dokumente 
mitnehmen können (A 14/11 Q1),

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dass  auch  die  Rüge  des  Rechtsvertreters,  die  Aussagen  des  Be-
schwerdeführers hätten nicht mit denselben peniblen Kriterien beurteilt 
werden dürfen wie die Aussagen eines Erwachsenen, nicht verfängt, 
da der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Rebellenüberfalls bereits 
(...)  Jahre alt  war und sich deshalb genauer an den Ablauf  erinnern 
können sollte,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Weg-
weisung aus der  Schweiz zur  Folge hat  (Art. 44 Abs. 1 AsylG),  vor-
liegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem 
kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (EMARK  2001 
Nr. 21),  weshalb die verfügte Wegweisung vom Bundesamt zu Recht 
angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlich-
en Bestimmungen über  die  vorläufige Aufnahme von Ausländern  re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist,  da keine Anhaltspunkte für  eine menschenrechtswidrige Behand-
lung im Sinne von Art. 3 der Konvention zum Schutze der Menschen-
rechte  und  Grundfreiheiten  vom  4. November  1950  (EMRK, 
SR 0.101) oder Art. 1 des Übereinkommens gegen Folter und andere 

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grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
vom  10. Dezember  1984  (FoK,  SR 0.105)  ersichtlich  sind,  die  dem 
Beschwerdeführer in seinem Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat-  beziehungsweise  Her-
kunftsstaat des Beschwerdeführers noch individuelle Gründe auf eine 
konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen,

dass in der Beschwerde geltend gemacht wird, der Beschwerdeführer 
sei  noch  minderjährig  und  könne  ohne  familiäre  Unterstützung  im 
Heimatland nicht wieder Fuss fassen,

dass der Beschwerdeführer jedoch am (...) volljährig geworden ist und 
sich  damit  Ausführungen  zum  Kindeswohl  im  Sinne  des  Überein-
kommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes (KRK, 
SR 0.107) erübrigen,

dass  entgegen  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  nicht  davon 
auszugehen  ist,  er  verfüge  im  Heimatstaat  über  keinerlei  Familien-
angehörige mehr, und zumindest auch nach seinen eigenen Angaben 
mit  dem Nachbarn,  welcher  sich bereits  vor seiner  Ausreise  um ihn 
gekümmert hat, eine Person da ist, welche ihn unterstützen kann,

dass  bezüglich  der  erstmals  in  der  Beschwerde  geltend  gemachten 
gesundheitlichen  Probleme  festzuhalten  ist,  dass  im  eingereichten 
Arztzeugnis  des  Kantonsspitals  C._______  vom  3. März  2010  aus-
geführt wird, der Beschwerdeführer sei gar nicht erst in die Klinik ein-
getreten, obwohl ihm der Befund (...) erklärt worden sei,

dass  bei  dieser  Sachlage  der  Wegweisungsvollzug  auch  unter  dem 
Aspekt der Gesundheit nicht als unzumutbar einzustufen ist,

dass  an  der  Einschätzung der  Zumutbarkeit  der  Rückkehr  auch der 
Einwand des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, es sei  unver-
hältnismässig,  den  integrationswilligen  Beschwerdeführer  vor  Ab-
schluss  seiner  Ausbildung  aus  der  Schweiz  auszuweisen,  nichts  zu 
ändern vermag, da der Frage der Integration bei der Prüfung der Zu-

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mutbarkeit des Wegweisungsvollzuges grundsätzlich keine Bedeutung 
mehr  zukommt  und  seit  dem  1. Januar  2007  neu  der  Kanton  die 
Möglichkeit hat, mit Zustimmung des Bundesamtes bei Vorliegen eines 
schwerwiegenden persönlichen Härtefalls eine Aufenthaltsbewilligung 
zu erteilen (Art. 14 Abs. 2 AsylG),

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass  aufgrund  des  Entscheides  in  der  Hauptsache  das  Gesuch  um 
Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  gegenstandslos 
geworden ist,

dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als 
aussichtslos erweist, weshalb das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist und bei 
diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 16 
Abs. 1  Bst. a  VGG  i.V.m.  Art. 1-3  des  Reglements  vom  21. Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesver-
waltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  auf-
zuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Carmen Fried

Versand: 

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