# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 087da6bf-73e1-5e73-8eca-8516c84ece35
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 14.07.2023 LE220037
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE220037_2023-07-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer  
 

 

Geschäfts-Nr.: LE220037-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin  

Dr. D. Scherrer und Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos Würgler  

sowie Gerichtsschreiber MLaw A. Eggenberger 

Beschluss und Urteil vom 14. Juli 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchstellerin und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Gesuchsgegner und Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

sowie 

 

C._____,  
Verfahrensbeteiligte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Z._____ 

 

betreffend Eheschutz 
 

- 2 - 

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 
am Bezirksgericht Affoltern vom 9. Juni 2022 (EE190044-A) 
  

- 3 - 

Rechtsbegehren: 

der Gesuchstellerin (Urk. 1 S. 2 f.): 

"1. Auskunfts- / Editionsbegehren: Der Gesuchsgegner sei gestützt 
auf Art. 170 ZGB zu verpflichten, der Gesuchstellerin nachfolgen-
de Unterlagen über seine Einkommens- und Vermögensverhält-
nisse zu edieren: 
– Nachweis der Arbeitssuchbemühungen seit Sommer 2019 
– Allfälliger Arbeitsvertrag  
– Lohnabrechnungen/Lohnausweise der letzten drei Jahre 

2. Der Gesuchstellerin sei nach Edition sämtlicher Unterlagen ge-
mäss vorstehender Ziffer 1 durch den Gesuchsgegner, eine Frist 
zur abschliessenden Bezifferung der nachstehend beantragten 
Unterhaltsbeiträge anzusetzen.  

3. Es sei festzustellen, dass die Parteien seit dem 28. Oktober 2019 
getrennt leben und es sei der Gesuchstellerin die Fortführung des 
Getrenntlebens zu bewilligen. 

4. Es sei die gemeinsame Tochter, C._____, geb. tt.mm.2015, unter 
die alleinige Obhut der Gesuchstellerin zu stellen.  

5. Der Gesuchsgegner sei für berechtigt zu erklären, die gemeinsa-
me Tochter, C._____, geb. tt.mm.2015, wie folgt auf eigene Kos-
ten zu mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen: 
– Jedes zweite Wochenende: Samstag, 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr 

sowie Sonntag von 13.00 Uhr (bzw. nach der Kirche) bis 
16.00 Uhr, 

– 25. Dezember sowie 31. Dezember jeweils von 12.00 Uhr bis 
16.00 Uhr sowie am  

– Ostersonntag von 13.00 Uhr (bzw. nach der Kirche) bis 
16.00 Uhr.  

6. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, für die gemeinsame 
Tochter C._____, geb. tt.mm.2015, monatliche Unterhaltsbeiträge 
von mindestens CHF 100.00 (davon CHF 0.00 Barunterhalt) zzgl. 
allfällige von ihm bezogene gesetzliche oder vertragliche Famili-
enzulagen zu bezahlen. 
Die Unterhaltsbeiträge und Familienzulagen seien jeweils auf den Ers-
ten eines Monats im Voraus an die Gesuchstellerin zu bezahlen, so-
lange das Kind in ihrem Haushalt lebt, keine selbständigen Ansprüche 
gestützt auf Art. 277 Abs. 2 ZGB gegen den Gesuchsgegner stellt und 
keine andere Zahlstelle bezeichnet.  

7. Es sei festzustellen, dass sich die Parteien gegenseitig keinen 
Ehegattenunterhalt schulden. 

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8. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, die eheliche Wohnung 
an der D._____-strasse 1 in E._____ gemeinsam mit der Ge-
suchstellerin auf den nächstmöglichen Kündigungstermin zu kün-
den. 

9. Die eheliche Wohnung an der D._____-strasse 1 in E._____ sei 
samt Hausrat und Mobiliar für die Dauer der Kündigungsfrist der 
Gesuchstellerin sowie der gemeinsamen Tochter C._____, geb. 
tt.mm.2015 zur alleinigen Nutzung zuzuweisen. Darüber hinaus 
sei der gesamte Hausrat und Mobiliar der Gesuchstellerin für die 
Dauer des Getrenntlebens zuzuweisen.  

10. Es sei die Gütertrennung anzuordnen.  
11. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. 7.7% MwSt. zulas-

ten des Gesuchsgegners." 

der Gesuchstellerin (anl. der Hauptverhandlung ergänzt; Urk. 28 S. 1 ff.): 

"1. Es sei festzustellen, dass die Parteien seit dem 28. Oktober 2019 
getrennt leben und es sei der Gesuchstellerin die Fortführung des 
Getrenntlebens zu bewilligen. 

2. Es sei die gemeinsame Tochter, C._____, geb. tt.mm.2015, unter 
die alleinige Obhut der Gesuchstellerin zu stellen. 
Eventualiter sei ein unabhängiges psychiatrisches Gutachten zur Er-
ziehungsfähigkeit des Gesuchsgegners zu erstellen.  

3. Der Gesuchsgegner sei für berechtigt zu erklären, die gemeinsa-
me Tochter, C._____, geb. tt.mm.2015, wie folgt auf eigene Kos-
ten nur in Begleitung einer geeigneten Fachperson mit sich oder 
zu sich auf Besuch zu nehmen: 
– Jedes zweite Wochenende: Samstag, 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr 

sowie Sonntag von 13.00 Uhr (bzw. nach der Kirche) bis 
16.00 Uhr, 

– 25. Dezember sowie 31. Dezember jeweils von 12.00 Uhr bis 
16.00 Uhr sowie am  

– Ostersonntag von 13.00 Uhr (bzw. nach der Kirche) bis 
16.00 Uhr.  

4. Es sei eine Besuchsrechtbeistandschaft zu errichten. 
5. Es sei sodann festzuhalten, dass das beantrage begleitete Be-

suchsrecht gemäss Ziffer 3 nach 6 Monaten ab dem ersten Be-
such vom einzusetzenden Beistand auszuwerten und im Hinblick 
auf eine allfällige Aufhebung oder Ausdehnung der Besuchskon-
takte zu überprüfen sei, dass bis zum Erlass eines anderslauten-
den Entscheides der dannzumal zuständigen Behörde das beglei-
tete Besuchsrecht jedoch in der installierten Form fortgesetzt 
wird. 

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6. Es sei dem Gesuchsgegner unter Strafandrohung zu verbieten 
mit der gemeinsamen Tochter C._____, geb. tt.mm.2015 das 
Staatsgebiet der Schweiz zu verlassen. 

7. Die Kantonspolizei Zürich sei anzuweisen, das Ausreiseverbot 
gemäss Ziffer 6 hiervor in den entsprechenden Informationssys-
temen zu erfassen. 

8. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, für die gemeinsame 
Tochter C._____, geb. tt.mm.2015, monatliche Unterhaltsbeiträge 
von mindestens CHF 500.00 (davon CHF 0.00 Betreuungsunter-
halt) zzgl. allfällige von ihm bezogene gesetzliche oder vertragli-
che Familienzulagen zu bezahlen. 

 Die Unterhaltsbeiträge und Familienzulagen seien jeweils auf den 
Ersten eines Monats im Voraus an die Gesuchstellerin zu bezah-
len, solange das Kind in ihrem Haushalt lebt, keine selbständigen 
Ansprüche gestützt auf Art. 277 Abs. 2 ZGB gegen den Gesuchs-
gegner stellt und keine andere Zahlstelle bezeichnet. 

9. Es sei festzustellen, dass sich die Parteien gegenseitig keinen 
Ehegattenunterhalt schulden. 

10.  Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, die eheliche Woh-
nung an der D._____-strasse 1 in E._____ gemeinsam mit der 
Gesuchstellerin auf den nächstmöglichen Kündigungstermin zu 
künden. 

11. Die eheliche Wohnung an der D._____-strasse 1 in E._____ sei 
samt Hausrat und Mobiliar für die Dauer der Kündigungsfrist der 
Gesuchstellerin sowie der gemeinsamen Tochter C._____, 
geb. tt.mm.2015 zur alleinigen Benutzung zuzuweisen. Dar-
über hinaus sei der gesamte Hausrat und Mobiliar der Gesuch-
stellerin für die Dauer des Getrenntlebens zuzuweisen.  

12. Es sei die Gütertrennung anzuordnen.  
13. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. 7.7% MwSt. zulas-

ten des Gesuchsgegners." 

der Gesuchstellerin (anl. der Hauptverhandlung ergänzt; Urk. 250 S. 1): 

"1. Es sei der Antrag des Gesuchsgegners betreffend Bewilligung der 
Verlegung des Aufenthaltsortes von C._____ in die USA abzu-
weisen. 

2. Es sei der Antrag des Gesuchsgegners, über die Bewilligung der 
Verlegung des Aufenthaltsorts von C._____ in die USA in einem 
Teilentscheid zu entscheiden, abzuweisen. 

3. Weitergehende oder anderslautende Anträge des Gesuchsgeg-
ners seien abzuweisen. 

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4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzli-
che Mehrwertsteuer zu Lasten des Gesuchsgegners." 

des Gesuchsgegners (Urk. 15 S. 1 f.): 

"1. Es sei dem Gesuchsteller [recte: Gesuchsgegner] das Getrennt-
leben auf unbestimmte Zeit zu bewilligen und davon Vormerk zu 
nehmen, dass die Gesuchsgegnerin [recte: Gesuchstellerin] den 
gemeinsamen Haushalt bereits verlassen hat.  

2. Es sei die gemeinsame Tochter C._____, geboren am 
tt.mm.2015, für die Dauer des Getrenntlebens unter die alleinige 
Obhut des Gesuchstellers [recte: Gesuchsgegners] zu stellen. 

3. Eventualantrag: Für den Fall, dass die Tochter C._____ nicht un-
ter die alleinige Obhut des Gesuchstellers [recte: Gesuchsgeg-
ners] gestellt wird, sei ein Erziehungsfähigkeitsgutachten über die 
Gesuchstellerin zu erstellen. 

4. Es sei dem Gesuchsteller [recte: Gesuchsgegner] das Aufent-
haltsbestimmungsrecht über die Tochter C._____ alleine zuzutei-
len und es sei die Gesuchsgegnerin [recte: Gesuchstellerin] zu 
verpflichten, deren Reiseausweise dem Gesuchsteller [recte: Ge-
suchsgegner] auszuhändigen. 

5. Der Gesuchsgegnerin [recte: Gesuchstellerin] sei für die Tochter 
C._____ ein Besuchsrecht einzuräumen wie folgt: 
– an jedem zweiten Wochenende von Freitagabend, 18 Uhr, bis 

Montagmorgen, 9 Uhr; fällt das Wochenende auf Ostern oder 
Pfingsten, verlängert es sich bis am Dienstagmorgen, 9 Uhr; 

– jede Woche von Dienstagabend, 18 Uhr, bis Mittwochmorgen, 
9 Uhr; 

– in geraden Jahren über Weihnachten und in den ungeraden Jah-
ren über Neujahr; 

– in geraden Jahren an Ostern und in ungeraden Jahren an Pfings-
ten; 

– während mindestens vier und höchstens sechs Kindergarten- 
bzw. Schulferienwochen pro Jahr. 

6. Es sei die eheliche Wohnung an der D._____-strasse 1 in 
E._____ samt Hausrat und Mobiliar (mit Ausnahme der persönli-
chen Gegenstände der Gesuchsgegnerin [recte: Gesuchstellerin]) 
für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsteller [recte: Ge-
suchsgegner] zur alleinigen Benützung für sich und die Tochter 
zuzuweisen. 

7. Es sei dem Gesuchsteller [recte: Gesuchsgegner] das Familien-
auto (F._____) zur Benützung für die Dauer des Getrenntlebens 
zuzuweisen. 

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8. Es sei die Gesuchsgegnerin [recte: Gesuchstellerin] zu verpflich-
ten, dem Gesuchsteller [recte: Gesuchsgegner] für den Unterhalt 
für ihn persönlich und die gemeinsame Tochter rückwirkend seit 
1. November 2019 einen monatlichen Unterhalt von mindestens 
CHF 7'699.00.00 [recte: CHF 7'699.00] zu bezahlen, zusammen-
gesetzt aus: 
– CHF 1'794.00 Barunterhalt und CHF 4'714.00 Betreuungsunter-

halt für die Tochter C._____, zuzüglich Familienzulage 
– CHF 1'191.00 Ehegattenunterhalt für den Gesuchsteller [recte: 

Gesuchsgegner] persönlich, 
wobei der Ehegattenunterhalt sich entsprechend einer allfälligen Kür-
zung des Betreuungsunterhalts erhöht.  
Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar an den Gesuchsteller [recte: Ge-
suchsgegner] jeweils im Voraus auf den ersten Tag eines jeden Mo-
nats.  

9. Es sei die Gesuchsgegnerin [recte: Gesuchstellerin] zu verpflich-
ten, über ihre Vermögenswerte im Ausland (USA, Argentinien) 
Auskunft zu erteilen und die notwendigen Unterlagen vorzulegen. 

10. Es sei die Gesuchsgegnerin [recte: Gesuchstellerin] zu verpflich-
ten, dem Gesuchsteller [recte: Gesuchsgegner] einen Prozess-
kostenbeitrag von CHF 10'000.00 zu bezahlen, eventualiter sei 
dem Gesuchsteller [recte: Gesuchsgegner] die unentgeltliche 
Prozessführung zu bewilligen und die unterzeichnende Anwältin 
als unentgeltliche Rechtsbeiständin beizuordnen.  

11. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Ge-
suchsgegnerin [recte: Gesuchstellerin]." 

des Gesuchsgegners/Massnahmegesuchstellers (ergänzt; sinngemäss, Urk. 67 

S. 2): 

1. Es sei im Sinne eines Teilentscheides, eventualiter vorsorglicher 
Massnahmen die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem Gesuchs-
gegner rückwirkend ab November 2019 einen monatlichen Unter-
haltsbeitrag von mindestens CHF 2'311.00 zu bezahlen, wobei 
dieser Unterhaltsbeitrag entsprechend einer Reduktion des Be-
treuungsunterhalts zu erhöhen sei, zahlbar monatlich im Voraus 
auf den ersten eines jeden Monats und verzinslich zu 5% ab Ver-
fall. 

2. Es sei im Sinne eines Teilentscheides, eventualiter vorsorglicher 
Massnahmen die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem Gesuchs-
gegner für den Unterhalt der Tochter C._____, geb. tt.mm.2015, 
rückwirkend ab November 2019 einen monatlichen Unterhaltsbei-
trag von mindestens CHF 6'804.00 (CHF 2'090.00 Bar- und CHF 
4'714.00 Betreuungsunterhalt) zu bezahlen, zahlbar monatlich im 

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Voraus auf den ersten eines jeden Monats und verzinslich zu 5% 
ab Verfall. 

3. Es sei im Sinne eines Teilentscheides, die Gesuchstellerin zu 
verpflichten, dem Gesuchsgegner einen Prozesskostenbeitrag in 
Höhe der bisherigen Anwaltskosten und damit von insgesamt 
CHF 15'365.00 zu bezahlen […] und es sei über diesen Antrag 
umgehend zu entscheiden. 

4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Ge-
suchstellerin. 

des Gesuchsgegners (ergänzt, Urk. 208 S. 5): 

"1. Es sei die Tochter C._____, geb. tt.mm.2015, unter die alleinige 
Obhut des Gesuchsgegners zu stellen und es sei ihm der Wech-
sel des Aufenthaltsortes von C._____ in die USA per sofort zu 
bewilligen. 

2. Es sei über diesen Antrag im Rahmen eines Teilentscheides zu 
befinden und hernach über die übrigen Kinderbelange zu ent-
scheiden. 

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7.7% 
Mehrwertsteuer) zu Lasten der Gesuchstellerin." 

des Gesuchsgegners (ergänzt; sinngemäss, Urk. 253 S. 4f.): 

1. Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, ihre Zustimmung zur Er-
neuerung des amerikanischen Passes von C._____ auf erste Auf-
forderung hin zu erteilen. Eventualiter sei der Gesuchsgegner be-
rechtigt, diese Erneuerung ohne Zustimmung der Gesuchstellerin 
zu beantragen. 

2. Eventualiter sein die mit Verfügung vom 6. Dezember 2019 ange-
ordnete Betreuungsregelung zu bestätigen und dem Gesuchs-
gegner Frist anzusetzen, um Anträge zu den Kinderbelangen zu 
stellen bzw. diese zu erneuern und zu begründen. 

des Gesuchsgegners/Massnahmegesuchstellers (prozessualer Antrag; sinnge-

mäss, Urk. 67 S. 2): 

Eventualiter sei dem Gesuchsgegner die unentgeltliche Prozessfüh-
rung zu bewilligen und ihm in der Person von lic. iur. Y._____ eine un-
entgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen und es sei über diesen An-
trag umgehend zu entscheiden. 

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Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren  
am Bezirksgericht Affoltern vom 9. Juni 2022: 

(Urk. 263 S. 77 f. = Urk. 270 S. 77 f.) 

1. Es wird davon Vormerk genommen, dass dem Gesuchsgegner bereits mit 

Verfügung vom 12. März 2020 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt 

sowie Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ als unentgeltliche Rechtsbeiständin 

bestellt wurde.  

2. Die Anträge der Parteien hinsichtlich der ehelichen Wohnung an der 

D._____-strasse 1 in E._____ werden als gegenstandslos geworden erledigt 

abgeschrieben. 

3. Das Auskunfts- und Editionsbegehren der Gesuchstellerin wird als gegen-

standslos geworden erledigt abgeschrieben. 

4. [Mitteilungssatz].  

Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren  
am Bezirksgericht Affoltern vom 9. Juni 2022: 

(Urk. 263 S. 78 ff. = Urk. 270 S. 78 ff.) 

1. Es wird davon Vormerk genommen, dass über den Antrag des Gesuchs-

gegners auf Leistung eines Prozesskostenbeitrages bereits mit Verfügung 

vom 12. März 2020 entschieden wurde. 

2. Den Parteien wird das Getrenntleben auf unbestimmte Zeit bewilligt. 

3. Es wird festgestellt, dass die Parteien seit 28. Oktober 2019 getrennt leben. 

4. Die elterliche Sorge für die Tochter, C._____, geboren am tt.mm.2015, wird 

den Eltern gemeinsam zugeteilt.  

5. Die Obhut für die Tochter C._____ wird dem Gesuchsgegner zugeteilt. Die 

Tochter C._____ hat ihren Wohnsitz beim Gesuchsgegner. 

6. Der Gesuchsgegner wird für berechtigt erklärt, den Aufenthaltsort resp. den 

Wohnsitz von C._____ in die USA zu verlegen.  

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7. Der Antrag der Gesuchstellerin betreffend Ausreiseverbot für das Staatsge-

biet der Schweiz gegenüber dem Gesuchsgegner wird abgewiesen.  

8. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, ihre Zustimmung zur Erneuerung des 

amerikanischen Passes von C._____ auf erstes Verlangen des Gesuchs-

gegners zu erteilen. Sollte sie ihre Zustimmung verweigern, wird der Ge-

suchsgegner für berechtigt erklärt, die Erneuerung des amerikanischen Pas-

ses von C._____ ohne Zustimmung der Gesuchstellerin zu beantragen. 

9. Die Gesuchstellerin ist für die Dauer des Getrenntlebens und während 

C._____ in der Schweiz wohnt berechtigt und verpflichtet C._____ wie folgt 

auf eigene Kosten zu betreuen: 

− an jedem zweiten Wochenende von Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Mon-

tagmorgen, 9.00 Uhr; 

− jede Woche von Dienstagabend, 18.00 Uhr, bis Mittwochmorgen, 9.00 

Uhr; 

− jeweils am 25. Dezember sowie am 1. Januar, von 10.00 Uhr bis 

18.00 Uhr. 

− während fünf Wochen Ferien pro Jahr. 

 In der übrigen Zeit wird die Tochter vom Gesuchsgegner betreut. 

Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien jeweils rechtzeitig 

ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Vater in Jahren mit unge-

rader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Feri-

en zu; in Jahren mit gerader Jahreszahl der Mutter. 

Fällt das Betreuungswochenende der Mutter auf Ostern, beginnt ihre Be-

treuungsverantwortung bereits ab Gründonnerstag, 18.00 Uhr, und dauert 

bis Ostermontag, 18.00 Uhr. Fällt das Betreuungswochenende der Mutter 

auf Pfingsten, verlängert sich ihre Betreuungsverantwortung bis Pfingstmon-

tag, 18.00 Uhr. In der übrigen Zeit wird die Tochter vom Vater betreut. 

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Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach gegenseiti-

ger Absprache und unter Berücksichtigung der Interessen der Tochter blei-

ben vorbehalten. 

Ist ein Elternteil aus welchen Gründen auch immer nicht in der Lage, die Be-

treuung gemäss dem hier vereinbarten Betreuungsplan selber zu überneh-

men, ist er verpflichtet, für eine angemessene Betreuung der Tochter durch 

Drittpersonen auf eigene Kosten besorgt zu sein. Eine Anfrage an den ande-

ren Elternteil ist möglich; dieser ist jedoch nicht verpflichtet, die Betreuung 

zu übernehmen. 

10. Für die Zeit ab welcher der Gesuchsgegner mit der Tochter in die USA 

übersiedelt, ist die Gesuchstellerin berechtigt und verpflichtet C._____ wie 

folgt auf eigene Kosten zu betreuen resp. zu kontaktieren: 

− jede Woche jeweils Dienstagabends auf elektronischem Weg per Telefon, 

Skype, Facetime, Videotelefon etc.; 

− während fünf Wochen Ferien pro Jahr. 

In der übrigen Zeit wird die Tochter vom Gesuchsgegner betreut. 

Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien jeweils rechtzeitig 

ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Vater in Jahren mit unge-

rader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Feri-

en zu; in Jahren mit gerader Jahreszahl der Mutter. 

Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach gegenseiti-

ger Absprache und unter Berücksichtigung der Interessen der Tochter blei-

ben vorbehalten. 

11. Für die Tochter, C._____, geboren am tt.mm.2015, wird eine Beistandschaft 

nach Art. 308 Abs. 1 ZGB angeordnet. Der Beistandsperson werden die fol-

genden Aufgaben übertragen: 

− die Eltern in ihrer Sorge um die Tochter mit Rat und Tat zu unterstützen; 

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− die Eltern in Erziehungsfragen, wo nötig und angezeigt, zu unterstützen;  

− die Pflege, Erziehung und weitere Entwicklung der Tochter zu begleiten, 

zu fördern und zu überwachen; 

− die Parteien in ihren Bemühungen zur Förderung der Vertrauensbildung, 

zur Verbesserung ihrer Kommunikationsfähigkeit in Bezug auf die Kinder-

belange sowie beim Informationsaustausch untereinander zu unterstüt-

zen; 

− die Eltern bei der Lösungsfindung in Konflikten betreffend die Kindebe-

lange und bei Konflikten zwischen der Tochter und den Eltern zu unter-

stützen. 

12. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Innerschwyz wird ersucht, eine 

für die Aufgaben gemäss vorstehender Ziffer 11 geeignete Beistandsperson 

zu ernennen. 

13. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner an den Unterhalt 

der Tochter Kinderunterhaltsbeiträge, zzgl. allfälliger Kinder- und Familien-

zulagen, wie folgt zu bezahlen: 

− Phase 1, ab 1. Juli 2022: 

Schweiz:  Fr. 6'737.– (davon Fr. 5'021.– Betreuungsunterhalt) 

USA:   Fr. 5'080.– (davon Fr. 3'596.– Betreuungsunterhalt)  

− Phase 2, ab 1. Oktober 2022 für die Dauer des Getrenntlebens: 

Schweiz:  Fr. 5'557.– (davon Fr. 3'571.– Betreuungsunterhalt) 

USA:   Fr. 2'850.– (davon Fr. 666.– Betreuungsunterhalt) 

Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar im Voraus, jeweils auf den Ersten eines 

jeden Monats. 

14. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner für die Dauer des 

Getrenntlebens persönliche Ehegattenunterhaltbeiträge wie folgt zu bezah-

len: 

- 13 - 

− Phase 1, ab 1. Juli 2022: 

Schweiz:  Fr. 1'481.–  

USA:   Fr. 2'311.– 

− Phase 2, ab 1. Oktober 2022 für die Dauer des Getrenntlebens: 

Schweiz:  Fr. 2'061.– 

USA:   Fr. 2'311.– 

Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar im Voraus, jeweils auf den Ersten eines 

jeden Monats. 

15. Diesem Entscheid liegen folgende finanzielle Verhältnisse der Parteien zu 

Grunde: 

Einkommen (netto pro Monat, inkl. 13. Monatslohn): 

Gesuchstellerin:  Fr.  13'690.– (100%-Pensum, inkl. Bonus) 

Gesuchsgegner: Fr.  0.– (Phase 1 (CH+USA), ab 
1. Juli 2022, arbeitslos) 

 Fr.  1'750.– (Phase 2 (CH), hypothetisch,  
50%-Pensum, ab 1. Oktober 2022 
für die Dauer des Getrenntlebens) 

 Fr.  3'630.– (Phase 2 (USA), hypothetisch, 
50%-Pensum, ab 1. Oktober 2022 
für die Dauer des Getrenntlebens) 

C._____: Fr.  460.– (derzeitige Familienzulage) 

 familienrechtlicher Bedarf: 

Gesuchstellerin: 
Phase 1, ab 1. Juli 2022 

CH:  Fr.  3'991.– zuzüglich Fr. 1'481.– (Überschus-
santeil 40%) 

USA: Fr.  3'991.– zuzüglich Fr. 2'310.– (Überschus-
santeil 40%) 

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Phase 2, ab 1. Oktober 2022 für die Dauer des Getrenntlebens 

CH: Fr.  4'011.– zuzüglich Fr. 2'061.– (Überschus-
santeil 40%) 

USA: Fr.  4'011.– zuzüglich Fr. 3'414.– (Überschus-
santeil 40%) 

Gesuchsgegner: 
Phase 1, ab 1. Juli 2022 

CH:  Fr.  5'021.– zuzüglich Fr. 1'481.– (Überschus-
santeil 40% 

USA:  Fr.  3'596.– zuzüglich Fr. 2'310.– (Überschus-
santeil von 40%) 

Phase 2, ab 1. Oktober 2022 für die Dauer des Getrenntlebens 

CH: Fr.  5'321.– zuzüglich Fr. 2'061.– (Überschus-
santeil 40%) 

USA: Fr.  4'296.– zuzüglich Fr. 3'414.– (Überschus-
santeil 40%) 

C._____: 
Phase 1, ab 1. Juli 2022 

CH:  Fr.  1'435.– zuzüglich Fr. 741.– (Überschussan-
teil 20%) 

USA:  Fr.  789.– zuzüglich Fr. 1'155.– (Überschus-
santeil von 20%) 

Phase 2, ab 1. Oktober 2022 für die Dauer des Getrenntlebens 

CH: Fr.  1'415.– zuzüglich Fr. 1'031.– (Überschus-
santeil 20%) 

USA: Fr.  937.– zuzüglich Fr. 1'707.– (Überschus-
santeil 20%) 

  

- 15 - 

Vermögen: 

 

 

 

16. Das Familienfahrzeug (F._____, Kennzeichen ZH 2) wird für die Dauer des 

Getrenntlebens der Gesuchstellerin überlassen.  

17. Der Antrag auf Anordnung der Gütertrennung wird abgewiesen. 

18. Die Entscheidgebühr (inkl. Massnahmeentscheide) wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'500.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 2'505.–   Dolmetscherkosten 

Fr. 15'516.50   Prozessbeistand des Kindes 

Fr. 15'146.–   Gutachterkosten 

19. Die Gerichtskosten werden der Gesuchstellerin zu 7/8 und dem Gesuchs-

gegner zu 1/8 auferlegt. 

Der auf den Gesuchsgegner entfallende Kostenanteil wird zufolge Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Eine Nachforderung im Sinne von Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten. 

20. Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ steht für ihre Bemühungen eine Entschädi-

gung in der Höhe von insgesamt Fr. 32'310.– (inkl. 7.7% MwSt.) zu. 

Unter Abzug der bereits ausbezahlten Akontozahlungen von insgesamt 

Fr. 20'000.–, wird Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ aus der Staatskasse eine 

Rest-Honorarentschädigung in der Höhe von Fr. 12'310.– ausbezahlt. 

21. Dem Gesuchsgegner steht eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe 

von Fr. 24'232.50 zu. Der dem Gesuchsgegner gegenüber der Gesuchstelle-

rin zustehende Entschädigungsanspruch von Fr. 24'232.50 für die reduzierte 

Parteientschädigung ist aufgrund der bereits geleisteten Akontozahlungen 

Gesuchstellerin: kein relevantes Vermögen  

Gesuchsgegner: kein relevantes Vermögen  

C._____: kein relevantes Vermögen  

- 16 - 

und der gemäss vorstehender Ziffer 20 noch auszubezahlender Rest-

Honorarentschädigung auf den Kanton Zürich übergegangen. Die Gesuch-

stellerin wird somit verpflichtet, die reduzierte Parteientschädigung von 

Fr. 24'232.50 an die Bezirksgerichtskasse Affoltern ZH zu bezahlen.  

22. [Mitteilungssatz]. 

23. [Rechtsmittel]. 

Berufungsanträge: 

der Berufungsklägerin (Urk. 269 S. 2 ff.): 

"1. Es sei Ziffer 5 des Dispositivs des vorinstanzlichen Entscheids 
vom 9. Juni 2022 aufzuheben und es sei die Tochter, C._____, 
geboren am tt.mm.2015, unter die alleinige Obhut der Berufungs-
klägerin zu stellen. Dementsprechend sei fest[zu]halten, dass sich 
der zivilrechtliche Wohnsitz der Tochter C._____ bei der Beru-
fungsklägerin befindet. 

2. Es sei Ziffer 6 des Dispositivs des vorinstanzlichen Entscheids 
vom 9. Juni 2022 aufzuheben und es sei dem Berufungsbeklag-
ten zu verbieten, den Aufenthaltsort bzw. den Wohnsitz von 
C._____ in die USA zu verlegen. 

3. Es sei Ziffer 7. des Dispositives des vorinstanzlichen Entscheids 
vom 9. Juni 2022 aufzuheben und es sei dem Berufungsbeklag-
ten zu verbieten, während der Dauer des Berufungsverfahrens 
zusammen mit C._____ die Schweiz zu verlassen. 
Es sei über diesen Antrag superprovisorisch zu entscheiden. 

4. Es sei Ziffer 8. des Dispositivs des vorinstanzlichen Entscheids 
vom 9. Juni 2022 ersatzlos aufzuheben[.] 

5. Es sei Ziffer 9. des Dispositivs des vorinstanzlichen Entscheids 
vom 9. Juni 2022 aufzuheben und es sei der Berufungsbeklagte, 
während er in der Schweiz lebt, zu berechtigen und zu verpflich-
ten, C._____ wie folgt auf eigene Kosten zu betreuen: 

- an jedem zwei[t]en Wochenende von Freitagabend, 
18.00 Uhr, bis Montagmorgen, 9.00 Uhr; 

- jede Woche Dienstagabend, 18.00 Uhr, bis Mittwochmor-
gen, 9.00 Uhr; 

- jeweils am 25. Dezember sowie am 1. Januar, von 10.0 Uhr 
bis 18.00 Uhr; 

- während fünf Wochen Ferien pro Jahr. 

- 17 - 

In der übrigen Zeit wird die Tochter von der Berufungsklägerin betreut. 
(nachfolgender Absatz, Die Eltern…..der Mutter, wird nicht angefochten). 

Fällt das Betreuungswochenende des Vaters auf Ostern, beginnt seine 
Betreuungsverantwortung bereits am Gründonnerstag, 18.00 Uhr, und 
dauert bis Ostermontag, 18.00 Uhr. Fällt das Betreuungswochenende 
des Vaters auf Pfingsten, verlängert sich seine Betreuungsverantwor-
tung bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr. In der übrigen Zeit wird die Tochter 
von der Mutter betreut. 
(die folgenden beiden Absätze werden nicht angefochten). 

6. Es sei Ziffer 10. des Dispositivs des vorinstanzlichen Entscheids 
vom 9. Juni 2022 aufzuheben und es sei der Berufungsbeklagte, 
sollte er ohne C._____ in die USA übersiedeln, zu berechtigen 
und zu verpflichten C._____ wie folgt auf eigene Kosten zu be-
treuen resp. zu kontaktieren: 
jede Woche jeweils Dienstagsabends auf elektronischem Weg per Te-
lefon, Skype, Facetime, Videotelefon etc.; 
während fünf Wochen Ferien pro Jahr. 
In der übrigen Zeit wird die Tochter von der Berufungsklägerin betreut. 
(die folgenden beiden Absätze werden nicht angefochten) 

7. Es sei Ziffer 13. des Dispositivs des vorinstanzlichen Entscheids 
vom 9. Juni 2022 aufzuheben und es sei der Berufungsbeklagte, 
während er in der Schweiz lebt, zu verpflichten, der Berufungs-
klägerin an den Unterhalt der Tochter C._____ Kinderunterhalts-
beiträge zuzüglich allfälliger Kinder- und Familienzulagen, wie 
folgt zu bezahlen: 
Phase 1 ab 1. Juli 2022: 
Schweiz: CHF 00.00 
Phase 2 ab 1. Oktober 2022: 
Schweiz: CHF 600.00 zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertragli-

cher Kinder- und Familienzulagen 
USA:  CHF 600.00 zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertragli-

cher Kinder- und Familienzulagen 
(letzter Absatz wird nicht angefochten) 

8. Eventualiter sei Ziffer 13. des Dispositivs des vorinstanzlichen 
Entscheids vom 9. Juni 2022 aufzuheben und es sei die Beru-
fungsklägerin, sollte die Obhut über C._____ beim Berufungsbe-
klagten verbleiben und dieser zusammen mit C._____ in die USA 
übersiedeln, zu verpflichten, dem Berufungsbeklagten an den Un-
terhalt der Tochter C._____ Kinderunterhaltsbeiträge zuzüglich 
allfälliger Kinder- und Familienzulagen, wie folgt zu bezahlen: 

- 18 - 

Phase 1 ab 1. Juli 2022: 
Schweiz: CHF 5'794.00 (davon CHF 4'291.00 Betreuungsunterhalt) 
USA:  CHF 3'531.30 (davon CHF 2'257.00 Betreuungsunterhalt) 
Phase 2 ab 1. Oktober 2022: 
Schweiz: CHF 2'229.00 zuzüglich Familien- und Kinderzulagen 
USA:  CHF 1'870.60 zuzüglich Familien- und Kinderzulagen 
(letzter Absatz wird nicht angefochten) 

9. Es sei Ziffer 14. des Dispositivs des vorinstanzlichen Entscheids 
vom 9. Juni 2022 aufzuheben und es sei davon Vormerk zu neh-
men, dass die Berufungsklägerin bei einer Zuteilung der alleini-
gen Obhut über C._____ an sie auf nachehelichen Unterhalt ver-
zichtet. 
Eventualiter sei Ziffer 14. des Dispositivs des vorinstanzlichen Ent-
scheids vom 9. Juni 2022 aufzuheben und es sei die Berufungskläge-
rin, sollte die Obhut über C._____ beim Berufungsbeklagten verblei-
ben, zu verpflichten, dem Berufungsbeklagten persönliche Unterhalts-
beiträge wie folgt zu bezahlen: 
Phase 1 ab 1. Juli 2022: 
Schweiz: CHF 1'096.00 
USA:  CHF 2'207.00 
Phase 2 ab 1. Oktober 2022: 
Schweiz: CHF 2'311.00 
USA:  CHF 2'311.00 
(letzter Absatz wird nicht angefochten) 

10. Es sei über die Parteien ein erwachsenpsychiatrisches Gutachten 
in Auftrag zu geben. 

11. Es sei der Berufung aufschiebende Wirkung zu erteilen. 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzliche 
Mehrwertsteuer zu Lasten des Berufungsbeklagten." 

  

- 19 - 

des Berufungsbeklagten (Urk. 286 S. 2): 

"1. Es sei die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei; 
2. Es sei der vorinstanzliche Entscheid vom 9. Juni 2022 zu bestäti-

gen, wobei die Unterhaltsbeiträge für die Phase 1 von 
CHF 8'218.00 (zuzüglich Kinder- und Familienzulagen) gemäss 
Disp.-Ziff. 13 und 14 ab 1. Juli 2020 zuzusprechen seien, unter 
Anrechnung der bereits geleisteten Unterhaltszahlungen; 

3. Eventualiter für den Fall, dass dem Berufungsbeklagten die Ver-
legung des Aufenthaltsorts resp. des Wohnsitzes von C._____ in 
die USA untersagt wird, sei das erstinstanzliche Urteil mit Aus-
nahme von Disp.-Ziff. 6 und 10 sowie 13 bis 15, soweit sich die 
Zahlen auf die USA und bei Disp.-Ziff. 13 und 14 auf die fehlende 
Rückwirkung beziehen, zu bestätigen; 

4 Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich gesetz-
liche Mehrwertsteuer) zulasten der Gesuchstellerin und Beru-
fungsklägerin." 

der Verfahrensbeteiligten betreffend aufschiebende Wirkung (Urk. 276 S. 1 f.): 

"1. Das Gesuch der Berufungsklägerin es sei Dispositiv Ziff. 6 des 
Urteils der Vorinstanz vom 9. Juni 2022 die aufschiebende Wir-
kung der Vollstreckbarkeit zu erteilen, sei gutzuheissen. 

2. Das Gesuch der Berufungsklägerin es sei Dispositiv Ziff. 8 des 
Urteils der Vorinstanz vom 9. Juni 2022 die aufschiebende Wir-
kung der Vollstreckbarkeit zu erteilen, sei abzuweisen" 

des Berufungsbeklagten betreffend aufschiebende Wirkung (Urk. 277 S. 2): 

"1. Das Gesuch um aufschiebende Wirkung der Vollstreckbarkeit 
hinsichtlich Disp. Ziff. 6 und Ziff. 8 des Urteils der Vorinstanz vom 
9. Juni 2022 sei abzuweisen; 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich gesetzliche 
Mehrwertsteuer) zulasten der Gesuchstellerin und Berufungsklä-
gerin." 

- 20 - 

Erwägungen: 

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

1.  Die Parteien sind seit dem tt. Februar 2012 verheiratet und Eltern der ge-

meinsamen Tochter C._____, geboren am tt.mm.2015 (Urk. 4/3 und Urk. 4/4). 

2.  Mit Eingabe vom 14. November 2019 machte die Gesuchstellerin und Beru-

fungsklägerin (nachfolgend: Gesuchstellerin) das vorliegende Eheschutzverfahren 

bei der Vorinstanz anhängig (Urk. 1-3 und Urk. 4/1-16). Hinsichtlich der weiteren 

Prozessgeschichte vor der Vorinstanz kann auf die diesbezüglichen Erwägungen 

im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 270 S. 9 ff.). Mit Urteil vom 

9. Juni 2022 wurde den Parteien das Getrenntleben auf unbestimmte Zeit bewilligt 

und es wurde festgestellt, dass sie seit dem 28. Oktober 2019 getrennt leben. Die 

elterliche Sorge für die Verfahrensbeteiligte (fortan: C._____), wurde den Eltern 

gemeinsam zugeteilt. Die Obhut für C._____ wurde dem Gesuchsgegner und Be-

rufungsbeklagten (fortan: Gesuchsgegner) zugeteilt und es wurde festgehalten, 

dass C._____ ihren Wohnsitz beim Gesuchsgegner hat. Dieser wurde für berech-

tigt erklärt, den Aufenthaltsort respektive den Wohnsitz von C._____ in die USA 

zu verlegen. Der Antrag der Gesuchstellerin betreffend Ausreiseverbot für das 

Staatsgebiet der Schweiz gegenüber dem Gesuchsgegner wurde abgewiesen. 

Die Gesuchstellerin wurde verpflichtet, ihre Zustimmung zur Erneuerung des 

amerikanischen Passes von C._____ auf erstes Verlangen des Gesuchsgegners 

zu erteilen. Für den Fall der Verweigerung der Zustimmung wurde der Gesuchs-

gegner für berechtigt erklärt, die Erneuerung von C._____s amerikanischem Pass 

ohne Zustimmung der Gesuchstellerin zu beantragen. Der Gesuchstellerin wurde 

für die Dauer des Getrenntlebens ein Betreuungsrecht für C._____ eingeräumt, 

einerseits für die Zeit, während der C._____ in der Schweiz wohnt, und anderer-

seits für die Zeit nach deren Umzug mit dem Gesuchsgegner in die USA. Sodann 

wurde die Gesuchstellerin verpflichtet, dem Gesuchsgegner ab 1. Juli 2022 für die 

Dauer des Getrenntlebens Kinder- sowie Ehegattenunterhaltsbeiträge zu bezah-

len (Urk. 270 S. 78 ff.). 

- 21 - 

3.  Hinsichtlich der Dispositiv-Ziffern 5 bis 10 sowie der Dispositiv-Ziffern 13 und 

14 des vorinstanzlichen Urteils erhob die Gesuchstellerin mit Eingabe vom 

27. Juni 2022, hierorts eingegangen am 29. Juni 2022, fristgerecht (vgl. Art. 311 

ZPO in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZPO; Urk. 265 und Urk. 269) Berufung und 

stellte die eingangs aufgeführten Anträge. Unter anderem beantragte die Gesuch-

stellerin, es sei der Berufung die aufschiebende Wirkung der Vollstreckbarkeit zu 

erteilen. Zudem stellte sie ein Gesuch um Erlass eines (superprovisorischen) vor-

sorglichen Verbotes gegenüber dem Gesuchsgegner, während der Dauer des Be-

rufungsverfahrens zusammen mit C._____ die Schweiz zu verlassen (Urk. 269 S. 

2 ff.; vgl. auch die Zusammenfassung der Anträge in Urk. 273 S. 3 f.). 

4.  Mit Beschluss vom 4. Juli 2022 wurde auf das Gesuch um Erteilung der auf-

schiebenden Wirkung der Vollstreckbarkeit teilweise nicht eingetreten (Urk. 273 

S. 7 f. und S. 10). Das Gesuch um Anordnung eines (superprovisorischen) vor-

sorglichen Ausreiseverbotes des Gesuchsgegners zusammen mit C._____ wurde 

abgewiesen (Urk. 273 S. 8 ff.). In Bezug auf Dispositiv-Ziffer 6 sowie Dispositiv-

Ziffer 8 des vorinstanzlichen Urteils wurde dem Gesuchsgegner und dem Kinds-

vertreter Frist zur Stellungnahme zum Gesuch um Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung angesetzt und es wurde festgehalten, dass bis zum Entscheid darüber 

alle Vollstreckungs- beziehungsweise Vollziehungshandlungen hinsichtlich der 

vorgenannten Dispositiv-Ziffern zu unterbleiben haben (Urk. 273 S. 7 f und S. 11). 

Zudem wurde der Gesuchstellerin Frist zur Leistung eines Gerichtskostenvor-

schusses angesetzt, welcher rechtzeitig geleistet wurde (Urk. 273 und Urk. 275). 

Die fristgerecht erstattete Stellungnahme des Kindsvertreters datiert vom 14. Juli 

2022 (Urk. 276), jene des Gesuchsgegners vom 18. Juli 2022 (Urk. 277 und 

Urk. 279/1-6). 

5.  Mit Verfügung vom 10. August 2022 wurde der Berufung der Gesuchstellerin 

gegen Dispositiv-Ziffer 6 des Urteils der Vorinstanz vom 9. Juni 2022 betreffend 

Berechtigung zur Verlegung des Aufenthaltsortes respektive des Wohnsitzes von 

C._____ in die USA die aufschiebende Wirkung erteilt. Das Gesuch der Gesuch-

stellerin um Aufschub der Vollstreckbarkeit hinsichtlich Dispositiv-Ziffer 8 des an-

- 22 - 

gefochtenen Urteils betreffend Erneuerung des amerikanischen Passes von 

C._____ wurde abgewiesen (Urk. 280 S. 11). 

6.  Am 29. August 2022 wurden die Parteien zu einer Vergleichsverhandlung 

auf den 27. September 2022 vorgeladen (Urk. 281). Nachdem die Vergleichsge-

spräche am 27. September 2022 gescheitert waren (vgl. Prot. II S. 8), wurde dem 

Gesuchsgegner mit Verfügung vom 26. Oktober 2022 Frist angesetzt, um die Be-

rufungsantwort einzureichen (Urk. 285). Diese ging fristgerecht hierorts ein (vgl. 

Urk. 286, Urk. 287 und Urk. 288/1-12) und wurde der Gesuchstellerin sowie dem 

Kindsvertreter mit Verfügung vom 1. Dezember 2022 zur Kenntnisnahme zuge-

stellt (Urk. 289). Nachdem keine weiteren Eingaben erfolgten, wurde dem Kinds-

vertreter mit Verfügung vom 3. Januar 2023 Frist angesetzt, um zur Berufungs-

schrift der Gesuchstellerin und zur Berufungsantwort des Gesuchsgegners Stel-

lung zu nehmen (Urk. 290). Die Stellungnahme des Kindsvertreters vom 

16. Januar 2023 ging am 17. Januar 2023 fristwahrend ein und wurde den Partei-

en mit Verfügung vom 18. Januar 2023 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 292). 

Die Eingabe des Gesuchsgegners vom 1. Februar 2023 sowie die zugehörige 

Beilage wurden der Gesuchstellerin und dem Kindsvertreter am 6. Februar 2023 

zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 293 ff.). Die Gesuchstellerin reichte daraufhin 

eine Stellungnahme mit Datum vom 13. Februar 2023 inklusive Beilagen ein, wel-

che dem Gesuchsgegner und dem Kindsvertreter zugestellt wurden (Urk. 297 ff.). 

In der Folge reichte der Gesuchsgegner eine weitere Stellungnahme, datierend 

vom 24. Februar 2023, inklusive Beilage ein, welche der Gesuchstellerin und dem 

Kindsvertreter zugestellt wurde (Urk. 301 ff.). Die Gesuchstellerin wiederum reich-

te mit Eingabe vom 13. März 2023 eine weitere Stellungnahme samt Beilagen ein, 

welche zur Kenntnisnahme an den Gesuchsgegner und den Kindsvertreter ver-

sandt wurden (Urk. 305 ff.). Weitere Eingaben erfolgten nicht. Mit Verfügung vom 

13. Juni 2023 wurde den Parteien Frist angesetzt, um zur Honorarnote des 

Kindsvertreters vom 12. Juni 2023 Stellung zu nehmen (Urk. 311 und Urk. 312). 

Innert Frist ging keine Stellungnahme der Parteien ein. 

- 23 - 

7.  Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-268). Das Verfahren 

erweist sich als spruchreif, was den Parteien und dem Kindsvertreter mit Verfü-

gung vom 12. April 2023 bereits mitgeteilt wurde (Urk. 309). 

II. Prozessuale Vorbemerkungen 

1.  Die Berufung hemmt die Rechtskraft nur im Umfang der Anträge (Art. 315 

Abs. 1 ZPO). Nicht angefochten sind die Dispositiv-Ziffern 1 bis 4, 11, 12 und 15 

bis 21. Diese Ziffern sind somit in Rechtskraft erwachsen, wovon Vormerk zu 

nehmen ist. 

2.  Mit der Berufung können die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streitsache, 

mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, ein-

schliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung; 

BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbe-

gründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der 

erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu be-

trachten ist bzw. an einem der genannten Fehler leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2; 

BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Der Berufungskläger muss sich dazu mit den Erwä-

gungen des angefochtenen Entscheids auseinandersetzen (BGE 138 III 374 

E. 4.3.1; BGer 4A_291/2019 vom 20. August 2019, E. 3.2; BGer 5A_573/2017 

vom 19. Oktober 2017, E. 3.1). In der Berufungsschrift sind die Behauptungen 

bestimmt und vollständig aufzustellen. Zudem muss sie nicht nur eine tatsächli-

che, sondern auch eine rechtliche Begründung enthalten. Der Berufungskläger 

hat mittels klarer und sauberer Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vo-

rinstanz zu zeigen, wo er die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Be-

streitungen und Einreden erhoben hat (OGer ZH LA210006 vom 12.11.2021, 

E. II.2.). Es genügt nicht, wenn der Berufungskläger bloss auf seine Vorbringen 

vor der ersten Instanz verweist oder den angefochtenen Entscheid in allgemeiner 

Art und Weise kritisiert (BGE 141 III 569 E. 2.3.3; BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Diese 

Begründungsanforderungen gelten sinngemäss auch für den Inhalt der Beru-

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-III-569%3Ade&number_of_ranks=0#page569

- 24 - 

fungsantwort (BGer 4A_496/2016 vom 8. Dezember 2016, E. 2.2.2 m.w.H.; BGer 

5A_660/2014 vom 17. Juni 2015, E. 4.2 m.w.H.). Das obere kantonale Gericht hat 

sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurtei-

lung der Beanstandungen zu beschränken, die in der Berufungsschrift in rechts-

genügender Weise erhoben werden (BGE 142 III 413 E. 2.2.4). Inhaltlich ist die 

Rechtsmittelinstanz dabei weder an die Argumente, welche die Parteien zur Be-

gründung ihrer Beanstandungen vorbringen, noch an die Erwägungen der ersten 

Instanz gebunden; sie wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO) und 

verfügt über freie Kognition in Tatfragen, weshalb sie die Berufung auch mit einer 

anderen Argumentation gutheissen oder diese auch mit einer von der Argumenta-

tion der ersten Instanz abweichenden Begründung abweisen kann (sogenannte 

Motivsubstitution). Die vorgebrachten Beanstandungen geben zwar das Prüfpro-

gramm vor, binden die Rechtsmittelinstanz aber nicht an die Argumente, mit de-

nen diese begründet werden (BGE 147 III 176 E. 4.2.1; BGer 4A_397/2016 vom 

30. November 2016, E. 3.1; KUKO ZPO-Oberhammer/Weber, Art. 57 N 2). In die-

sem Rahmen ist insoweit auf die Parteivorbringen einzugehen, als dies für die 

Entscheidfindung erforderlich ist (vgl. BGE 141 III 28 E. 3.2.4 m.w.H.; BGE 134 I 

83 E. 4.1). 

3.  Soweit die Gesuchstellerin in ihrer Berufung den vorinstanzlichen Entscheid 

in allgemeiner Art und Weise kritisiert sowie lediglich ihre Argumente und Tatsa-

chenbehauptungen wiederholt, die sie bereits vor Vorinstanz ausgeführt hat, ohne 

hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den 

angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist beziehungsweise die Vor-

instanz das Recht falsch angewendet oder den Sachverhalt unrichtig festgestellt 

haben soll (vgl. Urk. 269 Rz. 6, Rz. 9 ff., Rz. 16 ff. und Rz. 25 f.), genügt die Beru-

fung den formellen Begründungsanforderungen nicht. Die diesbezüglichen Aus-

führungen der Gesuchstellerin stellen vor dem Hintergrund der Erwägung hiervor 

insgesamt keine genügende Auseinandersetzung mit dem angefochtenen Ent-

scheid dar, weshalb darauf nicht einzutreten ist. 

4.  Neue Tatsachen und Beweismittel können im Sinne von Art. 317 

Abs. 1 ZPO im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt werden, wenn diese 

- 25 - 

ohne Verzug vorgebracht wurden (lit. a) und wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt 

nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Die Berufungs-

instanz soll zwar den erstinstanzlichen Entscheid umfassend überprüfen, nicht 

aber alle Sach- und Rechtsfragen völlig neu aufarbeiten und beurteilen. Alles, was 

relevant ist, ist grundsätzlich rechtzeitig in das erstinstanzliche Verfahren einflies-

sen zu lassen (ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 317 N 10). Jede Partei, die sich auf sol-

che Noven beruft, hat deren Zulässigkeit darzutun (vgl. BGE 144 III 349 E. 4.2.1; 

BGE 143 III 42 E. 4.1; BGer 4A_193/2021 vom 7. Juli 2021, E. 3.1). Für Kinderbe-

lange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorliegend zu beurteilen 

sind – statuiert Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO den Untersuchungs- und Offizialgrund-

satz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes wegen 

erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. Neue Tatsachen 

und Beweismittel können in Verfahren, welche der umfassenden Untersuchungs-

maxime unterstehen, im Berufungsverfahren unbeschränkt vorgebracht werden; 

Art. 317 Abs. 1 ZPO kommt nicht zum Tragen (BGE 147 III 301 E. 2.2; BGE 144 

III 349 E. 4.2.1). 

III. Materielle Beurteilung 

1.  Umzug in die USA / Zuteilung der Obhut 

1.1.  Vorbemerkungen zu Art. 301a Abs. 2 ZGB 

1.1.1.  Nach der Rechtsprechung bildet der vom Gesetzgeber getroffene Ent-

scheid, dass die Niederlassungs- beziehungsweise die Bewegungsfreiheit der El-

tern zu respektieren ist, den Ausgangspunkt für die Auslegung von Art. 301a ZGB 

und insbesondere für die Beurteilung der Kriterien, die für die Wegzugsfrage rele-

vant sind. Art. 301a Abs. 2 ZGB ist eine gesetzliche Regel für den Wechsel des 

Aufenthaltsorts des Kindes. Die Frage lautet nicht, ob es für das Kind vorteilhafter 

wäre, wenn beide Elternteile im Inland verbleiben würden. Entscheidend ist, ob 

das Wohl des Kindes besser gewahrt ist, wenn es mit dem auswanderungswilli-

gen Elternteil wegzieht, oder, wenn es sich beim zurückbleibenden Elternteil auf-

hält. Auszugehen ist von der Prämisse, dass der eine Elternteil wegziehen will, 

dass also nicht ein Vorzustand zu perpetuieren, sondern eine neue Situation zu 

- 26 - 

regeln ist (BGE 142 III 502 E. 2.5; BGE 142 III 481 E. 2.6; BGer 5A_224/2022 

vom 13. Dezember 2022, E. 3.1.). 

1.1.2.  Die bestehende Betreuungsregelung ist somit an eine neue Situation an-

zupassen (vgl. Art. 301a Abs. 5 ZGB). Das Bundesgericht geht davon aus, dass 

es tendenziell zum Wohl des Kindes ist, bei der Hauptbetreuungsperson zu blei-

ben und folglich mit dieser wegzuziehen, soweit es nach dem bisher tatsächlich 

gelebten Betreuungskonzept eine solche gibt, wobei aber auch das Alter und der 

Wunsch des Kindes eine Rolle spielen, weil ältere Kinder zunehmend umge-

bungs- statt personenbezogen sind und ihr Wille schrittweise mehr Beachtung 

finden soll (vgl. BGE 144 III 469 E. 4.1; BGE 142 III 481 E. 2.7, BGE 142 III 612 

E. 4.3; BGE 142 III 502 E. 2.5; BGer 5A_637/2022 vom 9. Februar 2023, E. 3.2.5; 

BGer 5A_224/2022 vom 13. Dezember 2022, E. 3.1). Ein Wechsel des Aufent-

haltsorts des Kindes ist in vorgenannter Situation nur zu verbieten, wenn er eine 

eigentliche Kindeswohlgefährdung darstellt (FamKomm-Büchler/Clausen, 

Art. 301a ZGB N 18, m.w.H.). Ist nur der wegziehende Elternteil bereit, die haupt-

sächliche Betreuung des Kindes weiterhin zu übernehmen, kann ebenfalls allein 

eine schwerwiegende Kindeswohlgefährdung ein Verbot des Umzuges rechtferti-

gen, zumal in solchen Fällen die Konsequenz eines Umzugsverbots eine 

Fremdplatzierung wäre (Bertschi/Maranta, Wir ziehen um!? – Wenn Eltern über 

den Aufenthaltsort des Kindes streiten, FamPra 2017, S. 649 ff., S. 655). Soweit 

nach dem bisher gelebten Modell beide Elternteile als Hauptbezugspersonen an-

zusehen sind, wie dies typischerweise bei der alternierenden Obhut der Fall ist, 

können diese Grundsätze nicht greifen, denn hier ist die Ausgangslage gewis-

sermassen neutral und es muss im Wesentlichen anhand der Kriterien, wie sie 

auch für die Obhutszuteilung gelten – das heisst in erster Linie die Erziehungsfä-

higkeit, die tatsächliche Betreuungsmöglichkeit, die Stabilität der Verhältnisse, die 

Sprache und Beschulung des Kindes und je nach Alter auch dessen Äusserungen 

und Wünsche – über die Frage der Verlegung des Aufenthaltsortes entschieden 

werden. Für die Neuregelung der Eltern-Kind-Verhältnisse haben die Interessen 

der Eltern demgegenüber in den Hintergrund zu treten (vgl. BGE 144 III 469 

E. 4.1; BGE 142 III 502 E. 2.5; BGE 142 III 498 E. 4.4; BGE 142 III 481 E. 2.7; 

BGer 5A_637/2022 vom 9. Februar 2023, E. 3.1; OGer ZH LY180022 vom 22. 

- 27 - 

August 2018, E. 5.1.2). Nicht statthaft ist ein Wechsel des Aufenthaltsorts des 

Kindes, wenn er rechtsmissbräuchlich erfolgt. Rechtsmissbräuchlich verhält sich 

derjenige Elternteil, der zusammen mit dem Kind ohne plausible Gründe allein 

deswegen wegzieht, um Kontakte zwischen dem Kind und dem anderen Elternteil 

zu erschweren oder gar zu vereiteln (BGE 142 III 481 E. 2.7; FamKomm-

Büchler/Clausen, Art. 301a ZGB N 18, m.w.H.). 

1.1.3.  Mit der Abweisung des Begehrens um einen Wechsel des Aufenthaltsorts 

des Kindes muss die Anordnung einhergehen, dass das Kind beim Wegzug des 

einen unter die Obhut des zurückbleibenden andern Elternteils gestellt wird. Eine 

Gutheissung des Begehrens ist demgegenüber mit der Regelung zu verbinden, 

dass bei einem Wegzug dem wegziehenden Elternteil die Alleinobhut zugeteilt 

wird (vgl. BGer 5A_224/2022 vom 13. Dezember 2022, E. 3.5.2). 

1.2.  Zeitpunkt der Beurteilung des Betreuungsmodells 

1.2.1.  Die Vorinstanz erwog im Rahmen der Zuteilung der Obhut, dass beide El-

ternteile C._____ in den letzten zweieinhalb Jahren betreut hätten, wobei die 

mehrheitliche Betreuungsverantwortung beim Gesuchsgegner gelegen habe. Die-

ser sei zweieinhalb Jahre C._____s Hauptbetreuungsperson gewesen. Wie die 

Betreuung zuvor – das heisst vor der Einleitung des Eheschutzes – ausgesehen 

habe, sei zwischen den Parteien bis zuletzt strittig geblieben (Urk. 270 S. 34 f.). 

Im Zusammenhang mit dem Aufenthaltsbestimmungsrecht beziehungsweise einer 

Verlegung des Wohnsitzes in die USA erwog die Vorinstanz, aufgrund der konkre-

ten Umstände sei dem Gesuchsgegner, der in den letzten zweieinhalb Jahren die 

überwiegende Betreuung übernommen habe und dies auch in Zukunft tun werde, 

zu erlauben, den Wohnsitz von C._____ in die USA zu verlegen (Urk. 270 S. 38 

f.). 

1.2.2.  Die Gesuchstellerin argumentiert, für den Entscheid, ob ein Elternteil mit 

dem Kind umziehen dürfe, bilde das im Zeitpunkt des Umzugsentscheids gelebte 

Betreuungsmodell den Ausgangspunkt. Ein Verbot des Aufenthaltswechsels kom-

me erst in Betracht, wenn das Bedürfnis des Kindes nach Fortsetzung seiner Be-

ziehungen sowie Erhaltung seines Umfelds offensichtlich grösser sei als das Inte-

- 28 - 

resse der Betreuungsperson an der freien Wahl eines Wohnorts. Bis zum super-

provisorischen Entscheid vom 6. Dezember 2019 sei C._____ von der Gesuch-

stellerin und deren Familienmitgliedern mütterlicherseits betreut worden. Kurz vor 

oder nach der Trennung der Eltern sei das sogenannte Kontinuitätsprinzip zu be-

achten. Dieses beziehe sich auf die von den Eltern vereinbarte Rollen- und Las-

tenverteilung beziehungsweise auf das von ihnen gewählte Betreuungskonzept 

und besage, dass die konkret gelebte Aufgabenteilung nach der Trennung weiter-

zuführen sei. Es sei aufgrund der gelebten Rollenverteilung und trotz der vollen 

Erwerbstätigkeit der Gesuchstellerin sowie der teilweisen Erwerbstätigkeit des 

Gesuchsgegners und dessen mehrfachen Spitalaufenthalten, Arztbesuchen und 

Therapiestunden davon auszugehen, dass beide Parteien C._____ während des 

ehelichen Zusammenlebens betreut hätten. Die Gesuchstellerin habe sich auf-

grund ihrer belastbaren Psyche und ihres guten Gesundheitszustands jedoch 

weitaus mehr um C._____ gekümmert, insbesondere am Abend und an den Wo-

chenenden. Die Eingewöhnungszeit bei der Kita habe sie ebenfalls allein über-

nommen. Die Vorinstanz habe sich mit der Sachdarstellung und den Beweisoffer-

ten der Gesuchstellerin in Urk. 62 und Urk. 64 nicht rechtsgenügend auseinan-

dergesetzt, sondern lediglich ausgeführt, es sei bis zuletzt strittig geblieben, wie 

die Betreuung vor Einleitung des Eheschutzes ausgesehen habe. Die Vorinstanz 

habe sich mit dem erstellten Sachverhalt nicht rechtsgenügend auseinanderge-

setzt und damit willkürlich entschieden (Urk. 269 Rz. 9). 

1.2.3.  Der Gesuchsgegner erklärt, für den Entscheid, ob ein Elternteil mit dem 

Kind umziehen dürfe, bilde das im Zeitpunkt des Umzugsentscheids gelebte Be-

treuungsmodell den Ausgangspunkt. Sei der wegzugswillige Elternteil nach dem 

bisher tatsächlich gelebten Betreuungskonzept ganz oder überwiegend die Be-

zugsperson gewesen, sei es tendenziell zum besseren Wohl des Kindes, wenn es 

bei diesem verbleibe und folglich mit ihm wegziehe. Sei das Kind noch klein und 

mehr personen- als umgebungsbezogen, sei eine Umteilung an den zurückblei-

benden Elternteil angesichts des Grundsatzes der Betreuungs- und Erziehungs-

kontinuität nicht leichthin vorzunehmen. Massgeblich seien am Ende jeweils die 

Umstände des Einzelfalls. Vorliegend sei unbestritten, dass der Gesuchsgegner 

seit Dezember 2019 – mithin seit bald drei Jahren – die alleinige Obhut über die 

- 29 - 

inzwischen siebenjährige C._____ innehabe und diese zur Hauptsache betreue. 

Der Gesuchstellerin komme ein Besuchsrecht zu. Wie die Parteien die Betreuung 

vor der Trennung beziehungsweise vor Dezember 2019 geregelt hätten, könne 

daher offen gelassen werden, zumal von der Situation unmittelbar vor der Ausrei-

se ins Ausland und nicht vor der Trennung auszugehen sei. Seit der Zuteilung der 

Obhut an den Gesuchsgegner seien bald drei Jahre vergangen, was ohnehin eine 

zu lange Zeit im Leben eines siebenjährigen Kindes sei, als dass an die früheren 

Verhältnisse angeknüpft werden könne. Die Ausführungen der Gesuchstellerin zu 

C._____s Betreuung vor der Trennung der Parteien seien daher mit Blick auf die 

Frage, ob dem Gesuchsgegner der Umzug in die USA zu erlauben sei, nicht rele-

vant. Entsprechend habe die Vorinstanz sich auch nicht mit der diesbezüglichen 

Sachdarstellung und den Beweisofferten der Gesuchstellerin auseinandersetzen 

müssen (Urk. 286 Rz. 3 ff.). 

1.2.4.  Der Kindsvertreter führt aus, es sei zwar zutreffend, dass die Vorinstanz 

zu den diametral auseinandergehenden Behauptungen der Parteien, welcher El-

ternteil in welchem Umfang die Betreuung bis zur Trennung wahrgenommen ha-

be, keine Beweise abgenommen habe und dieser Sachverhalt bis zuletzt strittig 

geblieben sei. Vorliegend sei aber betreffend die Kontinuität der Betreuung von 

massgeblicher Bedeutung, dass der Gesuchsgegner seit Dezember 2019 – somit 

seit über drei Jahren – die alleinige Obhut innehabe. Wie die Gutachterinnen, der 

Kinderarzt und auch die Kindergärtnerinnen festhalten würden, habe sich 

C._____ in dieser Zeit gut entwickelt und es würden keine Probleme vorliegen. Da 

C._____ aufgrund ihres Alters mehr personen- als umgebungsbezogen sei, sei 

bei der Abwägung die Betreuungszeit seit Dezember 2019 stärker zu gewichten, 

als diejenige seit Geburt bis Dezember 2019, mithin der Trennung der Eltern 

(Urk. 291 Rz. 4 f.). 

1.2.5.  In zeitlicher Hinsicht ist beim Entscheid über die Bewilligung oder die 

Verweigerung der Wohnsitzverlegung grundsätzlich auf die aktuellen Verhältnisse 

im Zeitpunkt des Wegzugs abzustellen (BGE 142 III 502 E. 2.7; BGer 

5A_271/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 3.; FamKomm-Büchler/Clausen, 

Art. 301a ZGB N 16, m.w.H; Christener-Trechsel/Herzig, Arbeitskreis 10: Heraus-

- 30 - 

forderung Mobilität bei gemeinsamer elterlicher Sorge: Der sogenannte Zügelarti-

kel – Versuch einer Auslegeordnung, in: Fankhauser/Büchler [Hrsg.], Neunte 

Schweizer Familienrecht§Tage, Bern 2018, S. 229 ff., S. 255). Ist der Wegzug be-

reits erfolgt und liegt auch schon lange zurück, sind die im Entscheidungszeit-

punkt vorliegenden (veränderten) Verhältnisse relevant (BGer 5A_397/2018 vom 

16. August 2018, E. 4.1). 

1.2.6.  Mit Verfügung vom 10. August 2022 wurde der Berufung der Gesuchstel-

lerin gegen Dispositiv-Ziffer 6 des vorinstanzlichen Urteils betreffend Berechtigung 

zur Verlegung des Aufenthaltsortes respektive des Wohnsitzes von C._____ in 

die USA die aufschiebende Wirkung der Vollstreckbarkeit erteilt (vgl. Urk. 280). 

Der Gesuchsgegner beabsichtigt jedoch weiterhin, zusammen mit C._____ in die 

USA umzuziehen, wenn ihm dieser Umzug erlaubt wird (vgl. Urk. 286 Rz. 28; 

Urk. 293). Entsprechend ist vorliegend auf die aktuellen Verhältnisse im Zeitpunkt 

des mutmasslich bevorstehenden Wegzugs abzustellen und nicht auf diejenigen 

vor der Trennung der Parteien. Die Vorinstanz war somit nicht gehalten, zu den 

diametral auseinandergehenden Behauptungen der Parteien, welcher Elternteil in 

welchem Umfang die Betreuung bis zur Trennung wahrgenommen habe, Beweise 

abzunehmen. Sämtliche Ausführungen der Parteien, welche nicht die aktuellen 

Betreuungsverhältnisse betreffen, sind in der Folge nicht relevant und nicht zu hö-

ren. Auf die aktuelle Situation ist nachfolgend einzugehen. 

1.2.7.  Die Vorinstanz hat sich zusammengefasst nicht mit den strittigen Sach-

darstellungen vor der Trennung der Parteien auseinandersetzen müssen und ist 

entsprechend auch nicht in Willkür verfallen, indem sie diesbezüglich keine Be-

weise abgenommen hat. Die entsprechenden Rügen der Gesuchstellerin sind 

somit unbegründet. 

1.3.  Erziehungsfähigkeit 

1.3.1.  Die Vorinstanz erwog hinsichtlich der Erziehungsfähigkeit der Parteien, es 

könne diesbezüglich auf die eingeholte Begutachtung der Fachstelle für zivilrecht-

liche Gutachten und Beratung der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, Klinik 

für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Ambulatorien und Spezi-

- 31 - 

alangebote, vom 25. Februar 2021 betreffend die Familienangelegenheiten (nach-

folgend: Gutachten; Urk. 188) abgestellt werden. Wie jedes Beweismittel unterlie-

ge auch das Gutachten der freien richterlichen Beweiswürdigung, wobei das Ge-

richt bei Sachfragen nur aus triftigen Gründen von einer gerichtlichen Expertise 

abweichen solle. Das Gutachten sei mit Blick auf die Frage der Erziehungsfähig-

keit schlüssig, weshalb auf dieses abgestellt werden könne. Gestützt auf das 

Gutachten seien beide Elternteile erziehungsfähig, trotz unterschiedlicher kleine-

rer Einschränkungen diesbezüglich, welche jedoch der Erziehungsfähigkeit im 

Grundsatz nicht abträglich seien (Urk. 270 S. 30). 

1.3.2.  Die Gesuchstellerin rügt zusammengefasst, die Vorinstanz habe bei ih-

rem Entscheid betreffend Obhutszuteilung die fehlende Stabilität des Gesuchs-

gegners ausser Acht gelassen. Der bisherige Lebenslauf des Gesuchsgegners 

zeige keine Stabilität und Kontinuität. Er sei seit dem Jahr 2014 in Behandlung 

und leide gemäss dem behandelnden Psychiater unter einer chronischen Depres-

sion. Zudem gebe es Hinweise für ein ADHS und eine Selbstwertproblematik. Der 

Gesuchsgegner habe erklärt, dass er eine kleine Dosis eines Medikaments neh-

me, welches ihm helfe, nachts einzuschlafen. Auch habe er zugegeben, dass er 

im Jahr 2016 Cannabis probiert habe, als er Schlafprobleme gehabt habe und 

depressiv gewesen sei. Während des ehelichen Zusammenlebens sei der Ge-

suchsgegner wiederholt in stationären psychiatrischen Einrichtungen gewesen. 

Der Gesuchsgegner erkläre zwar, es gehe ihm heute wieder gut. Später führe er 

jedoch auch an, er gehe davon aus, dass sich seine Gesundheit in den USA erho-

len werde. Selbst wenn sich sein Gesundheitszustand verbessert habe, müsse 

die psychische Gesundheit des Gesuchsgegners, der seit 2014 in regelmässiger 

psychiatrischer Behandlung stehe, zumindest als angeschlagen und labil be-

zeichnet werden. Wer sich um C._____ kümmern werde, falls sich die psychische 

Gesundheit des Gesuchsgegners in den USA wieder verschlechtere, sei unge-

wiss. All diese dem Kindeswohl widersprechenden Fakten habe die Vorinstanz 

nicht erwogen. Die Gesuchstellerin beantrage aus diesen Gründen ein erwach-

senpsychiatrisches Gutachten über die Parteien (vgl. Urk. 269 Rz. 23 f.). 

- 32 - 

1.3.3.  Der Gesuchsgegner entgegnet, es stimme nicht, dass sein Lebenslauf 

keine Stabilität und Kontinuität aufweise. Richtig sei, dass es ihm nicht gelungen 

sei, sich in der Schweiz zu integrieren und er aufgrund der schwierigen Paarbe-

ziehung Ende 2017 ein Burnout erlitten habe. Diese Schwierigkeiten würden mit 

der Rückkehr in sein Heimatland entfallen. Bedenken mit Bezug auf seine Stabili-

tät und seine Fähigkeit, für sich und C._____ zu sorgen, seien daher fehl am 

Platz. Bezüglich seiner Erziehungsfähigkeit, die die Gesuchstellerin erneut an-

zweifle, sei auf das Gutachten zu verweisen. Der Gesuchsgegner erachte ein wei-

teres Gutachten nicht für notwendig. Es sei richtig, dass er unter der gerichtlichen 

Auseinandersetzung mit der Gesuchstellerin und deren Vorwürfen leide und der 

behandelnde Psychiater Dr. G._____ im Zeitpunkt der Begutachtung von einer 

chronischen Depression ausgegangen sei. Allerdings werde auch bestätigt, dass 

beim Gesuchsgegner keine psychiatrischen Einbussen bestehen würden, die sei-

ne Fähigkeit als mündiger Vater wesentlich eingeschränkt hätten. Dr. G._____ 

habe auch stets gesagt, dass der Gesuchsgegner gut in der Lage sei, für C._____ 

zu sorgen, zuletzt mit Schreiben vom 15. Juli 2022. Auch die Gutachterinnen hät-

ten keinen Grund gesehen, an der Erziehungsfähigkeit des Gesuchsgegners zu 

zweifeln. Der Gesuchsgegner habe vorübergehend Antidepressiva eingenommen, 

welche er jetzt schon seit längerem nicht mehr nehme. Der gesundheitliche Zu-

stand des Gesuchsgegners habe sich inzwischen weiter verbessert. Zu 

Dr. G._____ gehe er noch, weil die Gutachterinnen dies empfohlen hätten. Nach 

der Rückkehr in die Heimat werde er ganz genesen, zumal er dort arbeiten könne 

und eine Perspektive habe. Seine Depression sei eine Reaktion auf die schwieri-

gen Lebensumstände in der Schweiz gewesen. Es sei daher nicht davon auszu-

gehen, dass er in den USA erneut eine depressive Phase haben werde. Falls 

doch, habe er dort seine Herkunftsfamilie als Unterstützung (Urk. 286 Rz. 37 ff.). 

1.3.4.  Der Kindsvertreter führt aus, das von der Gesuchstellerin beantragte er-

wachsenenpsychiatrische Gutachten dränge sich nicht auf. Der Gesuchsgegner 

widerspreche sämtlichen Behauptungen der Gesuchstellerin und stelle entspre-

chende eigene Behauptungen auf. Es sei kaum Sache eines Gutachtens, den 

Sachverhalt zu eruieren und gestützt darauf irgendwelche Beurteilungen vorzu-

nehmen. Die weiteren Behauptungen im Zusammenhang mit der Erkrankung des 

- 33 - 

Gesuchsgegners seien thematisiert und abgeklärt worden. Es seien Berichte der 

involvierten Fachpersonen eingeholt und gewürdigt worden. Gemäss Gutachte-

rinnen würden keine Anzeichen dafür vorliegen, dass der Gesuchsgegner auf-

grund seiner psychischen Verfassung nicht in der Lage wäre, C._____ zu be-

treuen. Die Erziehungsfähigkeit sei als gegeben beurteilt worden und es gebe laut 

Gutachterinnen auch keine Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung. Eine 

nochmalige Begutachtung desselben Sachverhalts sei nicht opportun (Urk. 291 

Rz. 10). 

1.3.5.  Die Erziehungsfähigkeit ist die grundlegende Kompetenz eines Elternteils, 

die emotionalen und körperlichen Bedürfnisse seines Kindes zu erkennen, das 

Kind zu versorgen und zu betreuen sowie erzieherisch angemessen auf die kind-

lichen Bedürfnisse einzugehen. Dazu gehören die Fähigkeit und Bereitschaft, als 

Bindungsperson für das Kind zu fungieren, die Fähigkeit, die Bedürfnisse und 

Signale des Kindes zu erkennen und angemessen auf sie zu reagieren, die Fä-

higkeit, Werte und Regeln zu vermitteln, die Fähigkeit, dem Kind Wertschätzung 

entgegenzubringen sowie die Fähigkeit, Kontinuität in Erziehung, Beziehung und 

Umfeld herzustellen. Die elterlichen Kompetenzen sind differenziert zu beurteilen. 

Sind bestimmte Erziehungsaspekte oder auch nur ein einzelner davon als dys-

funktional einzustufen, kann die Erziehungsfähigkeit ganz oder partiell in Frage 

gestellt sein (Ludewig/Baumer/Salzgeber/Häfeli/Albermann, Richterliche und be-

hördliche Entscheidungsfindung zwischen Kindeswohl und Elternwohl: Erzie-

hungsfähigkeit bei Familien mit einem psychisch kranken Elternteil, FamP-

ra.ch 2015, S. 562 ff., S. 574 f.). Die Erziehungsfähigkeit ist eine grundlegende 

Voraussetzung, um obhutsberechtigt zu sein (BGE 142 III 612 E. 4.3 f.; BGer 

5A_569/2020 vom 15. Dezember 2020, E. 3.1; BGer 5A_629/2019 vom 

13. November 2020, E. 4.2; BGer 5A_11/2020 vom 13. Mai 2020, E. 3.3.3.1; 

BGer 5A_462/2019 vom 29. Januar 2020, E. 3.2). Das Eheschutzverfahren ist 

summarischer Natur, weshalb von Gutachten grundsätzlich abzusehen ist (vgl. 

BGer 5A_901/2017 vom 27. März 2018, E. 2.3). 

1.3.6.  Vorab ist festzuhalten, dass die Vorwürfe der Gesuchstellerin dem Ge-

suchsgegner gegenüber durchwegs pauschaler Natur sind. Selbst wenn eine 

- 34 - 

psychische Erkrankung oder ein Medikamenten- beziehungsweise allfälliger Can-

nabis-Konsum glaubhaft gemacht wäre, wäre damit die Erziehungsfähigkeit des 

Gesuchsgegners noch nicht in Frage gestellt. Die Gesuchstellerin legt nicht dar, 

inwiefern sich ihre Vorwürfe auf die vorgenannten Fähigkeiten auswirken würden. 

Auch vermag sie nicht aufzuzeigen, inwiefern der Gesuchsgegner das Kindes-

wohl konkret gefährdet hätte oder dieses in Zukunft gefährdet werden könnte. 

Des Weiteren wurde bereits vor Vorinstanz ein Gutachten eingeholt, in welchem 

die von der Gesuchstellerin aufgeworfenen Aspekte im Grundsatz thematisiert 

wurden. Aus gutachterlicher Sicht sei in Bezug auf die Erziehungsfähigkeit des 

Gesuchsgegners festzuhalten, dass dieser C._____ liebe und um deren Wohl 

sehr besorgt sei. Er sei gewillt, die elterliche Verantwortung zu übernehmen und 

gewährleiste eine angemessene Betreuung. Die Stabilität, Vorhersagbarkeit und 

Zuverlässigkeit des Gesuchsgegners könne zum Begutachtungszeitpunkt als hin-

reichend gegeben beurteilt werden. Im Alltag scheine er für C._____ verfügbar zu 

sein und ihr Stabilität zu bieten. Im Gutachten wurde auch explizit auf die Rück-

meldung von Dr. G._____ verwiesen, wonach beim Gesuchsgegner zum Beurtei-

lungszeitpunkt keine krankheitsbedingte Einschränkung der Erziehungsfähigkeit 

vorgelegen habe. Der Gesuchsgegner verfüge gemäss Gutachten zusammenge-

fasst über wertvolle Ressourcen, von welchen C._____ profitieren könne. Gleich-

zeitig hätten Einschränkungen in den Bereichen Perspektivenübernahme und 

emotionale Wärme festgestellt werden können (vgl. Urk. 188 S. 7 ff. und S. 40 ff.). 

Wie die Vorinstanz zu Recht erwog (vgl. Urk. 270 S. 30), ist das eingeholte Gut-

achten hinsichtlich der Frage der Erziehungsfähigkeit der Parteien schlüssig, 

weshalb grundsätzlich darauf abgestellt werden kann. Dass von dieser Einschät-

zung abgewichen werden müsste ist – auch nach den berufungsweisen Vorbrin-

gen der Gesuchstellerin – nicht ersichtlich. Vor diesem Hintergrund sowie der 

Tatsache, dass es sich vorliegend um einen Eheschutz im summarischen Verfah-

ren handelt, ist auch nicht ersichtlich, dass ein erwachsenenpsychologisches 

Gutachten über die Parteien eingeholt werden müsste. Der entsprechende Antrag 

der Gesuchstellerin (Urk. 269 S. 6) ist im Ergebnis abzuweisen. 

1.3.7.  Zusammenfassend vermag die Gesuchstellerin nicht glaubhaft zu ma-

chen, inwiefern sich die von ihr behaupteten Einschränkungen des Gesuchsgeg-

- 35 - 

ners (Stabilität und Kontinuität) negativ auf dessen Erziehungsfähigkeit auswirken 

sollen. Das eingeholte Gutachten bescheinigt beiden Elternteilen ausdrücklich die 

Erziehungsfähigkeit. Eine ergänzende Beurteilung oder Begutachtung erscheint 

auch zum heutigen Zeitpunkt nicht erforderlich. Die Rügen der Gesuchstellerin 

erweisen sich als unbegründet. 

1.4.  Urteilsfähigkeit von C._____ betreffend ihre Wohnsituation 

1.4.1.  Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, der Wunsch des Kindes sei im 

Rahmen der Obhutszuteilung respektive der Verlegung des Aufenthaltsortes je 

nach Alter des Kindes zu berücksichtigen. C._____ befinde sich in einem Loyali-

tätskonflikt, was dem Gutachten unmissverständlich zu entnehmen sei. Daraus 

folge auch, dass C._____ nicht nur den Wunsch geäussert habe, bei der Gesuch-

stellerin wohnen zu wollen, sondern auch beim Gesuchsgegner. Diese Äusserung 

sei als Ausfluss des Loyalitätskonflikts zu sehen. C._____ wolle am liebsten, dass 

ihre Eltern wieder zusammenfinden könnten und sie sich nicht entscheiden müs-

se. Aufgrund ihres Alters sei C._____ hinsichtlich der Frage, bei welchem Eltern-

teil sie wohnen möchte, nicht urteilsfähig. Ausgehend davon könne für die Ob-

hutszuteilung respektive den Wechsel des Aufenthaltsortes auch nicht auf ihre 

Äusserungen abgestellt werden (Urk. 270 S. 34). 

1.4.2.  Die Gesuchstellerin rügt, C._____s Äusserungen seien als Signale ernst 

zu nehmen und deren direkt oder indirekt geäusserter Wille sei als Ausdruck der 

Persönlichkeit zu berücksichtigen, unabhängig davon, wie die Bewertung der Ur-

teilsfähigkeit ausfalle. Die Kundgabe seines Willens sei dem Kind auch durch 

Art. 12 UN-KRK garantiert. Dieses Persönlichkeitsrecht zu missachten heisse, 

das Kind als Rechtssubjekt zu negieren. Das Anhörungsrecht bringe zum Aus-

druck, dass das Kind nicht Objekt eines Verfahrens sei, über das gestritten und 

verfügt werden könne, sondern dass es sich um eine eigenständige Persönlich-

keit mit eigenen Rechten handle. Diese Aspekte habe die Vorinstanz nicht rechts-

genügend beachtet und in ihren Erwägungen ausser Acht gelassen. C._____ ha-

be anlässlich der Kontakte mit den Gutachterinnen jedes Mal erklärt, sie wolle bei 

der Gesuchstellerin wohnen. Sie vermisse die Gesuchstellerin. Sie habe dieselbe 

Meinung kundgetan, unabhängig davon, welcher Elternteil sie gebracht habe. 

- 36 - 

Auch sei festzuhalten, dass die Gutachterinnen nicht gefragt hätten, wo C._____ 

lieber wohnen würde. Die Gutachterinnen hätten nach der aktuellen Wohnsituati-

on gefragt und C._____ habe geantwortet, dass sie bei der Gesuchstellerin woh-

ne. Im zweiten Gespräch habe sie in Bezug auf ihre Zukunftswünsche angege-

ben, sie wünsche sich, bei der Gesuchstellerin zu wohnen, da sie sie sehr ver-

misse. Sie könne sich vorstellen, den Gesuchsgegner jeweils am Wochenende zu 

sehen. Sie habe auch erklärt, dass sie sowohl beim Gesuchsgegner als auch der 

Gesuchstellerin wohnen wolle. Die Vorinstanz schliesse daraus, dass sie sich 

nicht entscheiden wolle. Diese Schlussfolgerung der Vorinstanz sei willkürlich. 

C._____ habe anlässlich beider Gespräche für die fachkundigen Gutachterinnen 

sinngemäss erklärt, sie wolle bei der Gesuchstellerin wohnen, sie wünsche sich 

das für die Zukunft, da sie die Gesuchstellerin vermisse. Es sei daher davon aus-

zugehen, dass es sich um den eigenen, selbstbestimmten Willen von C._____ 

handle, den sie konstant äussere. Zu diesem Schluss seien auch die Gutachte-

rinnen gekommen, zumal gemäss Gutachten keine Hinweise festgestellt worden 

seien, dass C._____ diesen Willen nicht selbständig und autonom gebildet habe. 

Auch die Urteilsfähigkeit in Bezug auf den geäusserten Kindeswillen werde von 

den Gutachterinnen nicht in Abrede gestellt. Dieser eigene Wille von C._____ sei 

bedeutsam, weil es ein Kindeswohl gegen einen klaren und beständigen Kindes-

willen kaum geben könne. Dieser Kindeswille werde durch die Vorinstanz jedoch 

aktenwidrig und willkürlich negiert. Die Vorinstanz halte fest, dass C._____ nicht 

urteilsfähig sei zu wissen, bei welchem Elternteil sie wohnen möchte. Dem sei zu 

widersprechen. Die Vorinstanz habe die Feststellung der Gutachterinnen akten-

widrig und ermessensfehlerhaft, also willkürlich, gewürdigt (vgl. Urk. 269 Rz. 12, 

Rz. 17 Abs. 2 und Rz. 18). Im Gutachten sei klar festgehalten, dass eine Obhuts-

zuteilung an den Gesuchsgegner nicht dem klar geäusserten Kindeswillen ent-

spreche, bei der Mutter wohnen zu wollen. Die Vorinstanz habe den Entscheid 

über die Obhutszuteilung in Missachtung des Kindeswillens und trotz eines ge-

genlautenden, fachpsychologischen Gutachtens getroffen. Zwar gelte gemäss 

Art. 157 ZPO die freie Beweiswürdigung auch in Bezug auf die Würdigung von 

Fachgutachten. Gleichwohl müsse dabei das pflichtgemässe Ermessen gewahrt 

sein. Eine Urteilsbegründung, die sich über die Erkenntnisse und Empfehlungen 

- 37 - 

eines Fachgutachtens hinwegsetze sei – sofern es hierfür nicht triftige Gründe 

gebe – ermessensfehlerhaft und willkürlich (Urk. 269 Rz. 16). 

1.4.3.  Der Gesuchsgegner führt demgegenüber an, es sei mit der Vorinstanz 

und in Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung davon aus-

zugehen, dass ein fünfjähriges Kind nicht urteilsfähig sei bezüglich der Frage, bei 

welchem Elternteil es wohnen wolle. Das gehe aus dem Gutachten eindrücklich 

hervor, zumal C._____ bereits ihre aktuelle Wohnsituation nicht richtig einschät-

zen könne und meine, sie wohne bei der Gesuchstellerin, obwohl sie beim Ge-

suchsgegner wohne. Sodann habe nicht die Vorinstanz festgestellt, dass sich 

C._____ in einem Loyalitätskonflikt befinde, sondern die Gutachterinnen hätten 

diesen richtigen Schluss gezogen. Der angebliche Wunsch bezüglich ihrer Wohn-

situation sei mithin Ausdruck von C._____s Loyalitätskonflikt. Soweit die Gesuch-

stellerin unter Verweis auf Art. 12 UN-KRK moniere, C._____s Wunsch sei durch 

die Vorinstanz nicht ernst genommen und sie sei als Rechtssubjekt negiert wor-

den, sei zu entgegnen, dass ihr in der Person von Rechtsanwalt Dr. iur. Z._____ 

ein eigener Vertreter bestellt worden sei. Dieser habe ebenfalls die Ansicht vertre-

ten, dass C._____ bezüglich ihrer Wohnsituation nicht urteilsfähig sei und ihren 

Wunsch, bei der Gesuchstellerin zu wohnen, wohl auch nicht derart klar geäus-

sert habe, wie das die Gutachterinnen festhalten würden. Anzufügen sei, dass die 

Verständigung mit C._____ wohl auch aufgrund der Sprachbarriere schwierig ge-

wesen sei, zumal diese Englisch und die Gutachterinnen Deutsch mit Englisch 

gemischt gesprochen hätten. Die Vorinstanz habe allen rechtserheblichen Aspek-

ten genügend Rechnung getragen und den angeblichen Willen von C._____ kor-

rekt gewürdigt. Die Ausführungen der Vorinstanz zum Gutachten seien überzeu-

gend und weder aktenwidrig noch willkürlich. Die Vorinstanz habe im Gegenteil 

die richterliche Beweiswürdigung korrekt ausgeübt. Die Frage bleibe, wie die Gut-

achterinnen zu der abstrusen Schlussfolgerung gekommen seien, dass ein fünf-

jähriges Kind einen autonomen Willen mit Bezug auf die Frage, bei welchem El-

ternteil es wohnen wolle, bilden könne. Offenbar sei ihnen das Konzept der Ur-

teilsfähigkeit nicht bekannt, was aber bei Gutachterinnen im familienrechtlichen 

Kontext vorausgesetzt sein sollte. Da es aufgrund von C._____s Alter im Zeit-

punkt der Begutachtung bereits an deren Willensbildungsfähigkeit fehle, könne of-

- 38 - 

fenbleiben, ob sie diesen Willen autonom gebildet habe oder nicht. Bezweifelt 

werden dürfe beziehungsweise müsse dies indes mit Blick auf das prozessuale 

Verhalten der Gesuchstellerin, die – wie auch der Kinderanwalt festgestellt habe – 

nichts unversucht gelassen habe, die Umteilung der Obhut an sich zu erwirken 

und dazu wohl auch C._____ instrumentalisiert habe (Urk. 286 Rz. 12 f. und 

Rz. 24). Es werde bestritten, dass die Vorinstanz die Obhut trotz des gegenlau-

tenden, fachpsychologischen Gutachtens dem Gesuchsgegner zugeteilt habe. Es 

habe triftige Gründe gegeben, von einem Gutachten, das einem fünfjährigen Kind 

einen stabilen und autonom gebildeten Willen bezüglich der Frage, bei welchem 

Elternteil es wohnen wolle, unterstelle, abzuweichen. Eine solche Aussage halte 

weder in rechtlicher noch in psychologischer Hinsicht stand und könne nicht als 

Grund für eine Obhutszuteilung herangezogen werden. Die Vorinstanz habe rich-

tigerweise darauf hingewiesen, dass sich C._____ in einem Loyalitätskonflikt be-

finde und mit Bezug auf die Frage der Wohnsituation nicht urteilsfähig sei 

(Urk. 286 Rz. 24 ff.). 

1.4.4.  Der Kindsvertreter erklärt, das Bundesgericht habe in konstanter Recht-

sprechung immer wieder ausgeführt, dass ein Kind in Bezug auf die Frage, bei 

welchem Elternteil es wohnen wolle, nicht urteilsfähig sei. Die Urteilsfähigkeit set-

ze die Willensbildungsfähigkeit wie auch die Willensumsetzungsfähigkeit voraus. 

Vorliegend bedeute dies, dass die anlässlich der Begutachtung fünfjährige, heute 

siebenjährige C._____ in der Lage hätte sein müssen zu beurteilen, was es für sie 

bedeute, wenn sie bei der Mutter oder beim Vater wohne. Konkret hätte sie beur-

teilen müssen, welche Auswirkungen dies auf ihr tägliches Leben im Kindergarten 

sowie im sozialen Umfeld, ihre Betreuung sowie ihren Kontakt zum andere Eltern-

teil hätte. Selbstverständlich sei ein Kind ins Verfahren einzubeziehen und anzu-

hören. C._____ sei vorliegend sogar in die Begutachtung einbezogen worden. 

Deren Aussagen seien aber dennoch immer unter der Prämisse der kinderpsy-

chologischen Erkenntnisse zu berücksichtigen, wonach formal logische Denkope-

rationen erst ab ungefähr elf bis dreizehn Jahren möglich seien und auch die 

sprachliche Differenzierungs- und Abstraktionsfähigkeit erst ab ungefähr diesem 

Alter entwickelt sei. Aus kinderpsychologischer Sicht fehle es C._____ damit an 

der Willensbildungsfähigkeit. Ebenso fehle ihr die Willensumsetzungsfähigkeit. 

- 39 - 

Wie aus dem Gutachten hervorgehe, befinde sie sich in einem Loyalitätskonflikt, 

habe beiden Elternteilen gegenüber geäussert, sie wolle bei ihnen wohnen und 

gemäss Gutachterinnen wisse sie, was sie auf jeweilige Frage hin bei dem jewei-

ligen Elternteil sagen solle. Das Bundesgericht führe auch aus, dass bei kleineren 

Kindern nicht nach konkreten Zuteilungswünschen zu fragen sei, könnten sich 

diese doch noch gar nicht losgelöst von allfälligen Einflussfaktoren äussern und in 

diesem Sinne eine stabile Absichtserklärung abgeben (Urk. 291 Rz. 8). Selbst 

wenn man davon ausgehe, dass der Wille von C._____ autonom gebildet worden 

sei, hätten solche Aussagen jüngerer Kinder für die Zuteilungsfrage nur einen be-

schränkten Beweiswert. Bei solchen Befragungen gehe es in erster Linie darum, 

dass sich das Gericht ein Bild machen könne und über ein zusätzliches Element 

bei der Sachverhaltsfeststellung und Entscheidung verfüge. Es sei aber eben 

nicht das allein massgebliche Kriterium. Zudem treffe es nicht zu, dass C._____ 

ihren Willen selbständig und autonom gebildet habe, wie sich aus deren wider-

sprüchlichen Aussagen im Zusammenhang mit ihrem Wohnsitz ergebe. Wenn die 

Gutachterinnen ausführen würden, es gäbe keine Hinweise darauf, dass dieser 

Wille nicht autonom gebildet worden wäre, sei tatsächlich fraglich, inwieweit diese 

Kenntnis vom juristischen Begriff der Urteilsfähigkeit hätten (Urk. 291 Rz. 9). 

1.4.5.  Der Kindeswille ist Ausdruck des Selbstbestimmungsrechts des Kindes 

und im Grundsatz ein wichtiges Kriterium zur Bestimmung des Kindeswohls sowie 

des Sachverhalts. Dem Kindeswillen ist je nach den konkreten Umständen des 

Einzelfalls ein unterschiedlicher Stellenwert beizumessen (vgl. FamKomm Schei-

dung/Büchler/Clausen, Art. 133 ZGB N 13 f. m.w.H.). Kinderpsychologischen Er-

kenntnissen zufolge ist davon auszugehen, dass geistige Aktivitäten formaler Lo-

gik erst ab einem Alter von etwa elf bis dreizehn Jahren möglich sind und dass 

sich die Fähigkeit zur Differenzierung und Abstraktion ebenfalls erst ab diesem Al-

ter mehr oder weniger entwickelt (vgl. BGer 5A_488/2017 vom 8. November 

2017, E. 3.1.3). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind bei der Be-

rücksichtigung des Willens des Kindes zunächst dessen Alter beziehungsweise 

dessen Fähigkeit zur autonomen Willensbildung zentral (vgl. BGer 5A_56/2020 

vom 17. August 2020, E. 4.1; BGer 5A_656/2016 vom 13. März 2017 E. 4; BGer 

5A_404/2015 vom 27. Juni 2016, E. 5.2.5; BGer 5A_890/2014 vom 11. Februar 

- 40 - 

2015, E. 2.3.2). Zur autonomen Willensbildung ist das Kind fähig, wenn es seine 

eigene Situation zu erkennen vermag und trotz äusserer Einflüsse eine eigene 

Meinung bilden kann. Im Rahmen von Zuteilungsfragen ist die Fähigkeit zur auto-

nomen Willensbildung ungefähr ab dem zwölften Altersjahr anzunehmen (BGer 

5A_111/2019 vom 9. Juli 2019, E. 2.3; FamKomm Scheidung/Büchler/Clausen, 

Art. 133 ZGB N 13 m.w.H.; Kilde, Der persönliche Verkehr: Eltern – Kind – Dritte, 

Zivilrechtliche und interdisziplinäre Lösungsansätze, in: Gauch (Hrsg.), AISUF – 

Arbeiten aus dem juristischen Seminar der Universität Freiburg, Bd./Nr. 348, 

N 149). Laut Bundesgericht darf der aktenkundig geäusserte Wille eines jüngeren 

Kindes dennoch nicht ausgeblendet werden. Der kindliche Zuteilungswunsch ist 

insbesondere zu beachten, wenn dadurch eine starke innere Verbundenheit zu 

einem Elternteil zum Ausdruck gebracht wird. Je konstanter die Willenskundge-

bung vorgebracht wird und je mehr sie mit nachvollziehbaren und auf das Kin-

deswohl zielenden Argumente unterlegt wird, desto eher kann sie bei der Urteils-

findung berücksichtigt werden. In diesem Zusammenhang ist die Authentizität des 

vom Kind geäusserten Willens jedoch kritisch zu hinterfragen, zumal der Kindes-

wille gerade bei hochkonflikthaften Prozessen leicht für parteiliche Interessen in-

strumentalisiert werden kann. Zu beachten bleibt jedenfalls, dass im Zusammen-

hang mit Zuteilungsfragen der Meinung beziehungsweise dem Willen des Kindes 

in der Regel keine ausschlaggebende Bedeutung beizumessen ist. Dem Kind 

kommt insbesondere kein freies Wahlrecht zu, wo und bei welchem Elternteil es 

in Zukunft aufwachsen möchte. Äussert ein Kind nahe an der Grenze zur Volljäh-

rigkeit einen stabilen Zuteilungswunsch, erscheint eine Zuteilung gegen seinen 

Willen nur denkbar, wenn dieser offensichtlich dem Kindeswohl widersprechen 

würde (vgl. BGE 131 III 553 E. 1.2.2; BGE 122 III 401 E. 3d; BGer 5A_1013/2018 

vom 1. Februar 2019, E. 5; BGer 5A_775/2016 vom 17. Januar 2017, E. 3.3; 

BGer 5A_620/2016 vom 7. März 2017, E. 4; FamKomm Schei-

dung/Büchler/Clausen, Art. 133 ZGB N 13 f. m.w.H.). 

1.4.6.  C._____s Aussagen wurden vorliegend unbestrittenermassen in das Gut-

achten vom 25. Februar 2021 miteinbezogen (vgl. Urk. 188). Durch den Einbezug 

in die Begutachtung sowie deren Würdigung durch die Vorinstanz wurden 

C._____s Aussagen in Nachachtung ihrer Rechte als Teil der Sachverhaltserstel-

- 41 - 

lung berücksichtigt. Darüber hinaus wurde C._____ in der Person von Rechtsan-

walt Dr. iur. Z._____ ein eigener Rechtsvertreter bestellt. Dieser liess sich betref-

fend den Willen von C._____, bei der Mutter zu wohnen, die Würdigung dieses 

Willens und die entsprechenden Ausführungen der Gutachterinnen bereits vor 

Vorinstanz vernehmen (vgl. Urk. 248 S. 11 f.). Der Vorwurf der Gesuchstellerin, 

die Vorinstanz habe C._____s Persönlichkeitsrecht missachtet, läuft damit ins 

Leere. Im Lichte der hiervor genannten kinderpsychologischen Erkenntnisse so-

wie der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist in Übereinstimmung mit den ent-

sprechenden Ausführungen des Kindsvertreters sodann klar davon auszugehen, 

dass der anlässlich der Begutachtung fünfjährigen, mittlerweile siebenjährigen, 

C._____ aufgrund ihres Alters die Willensbildungsfähigkeit in Bezug auf die Zutei-

lungsfrage fehlt. Die Gesuchstellerin lässt weiter selbst mehrfach vortragen, dass 

C._____ nicht in der Lage sei sich vorzustellen, was es bedeute, in den USA zu 

leben (vgl. Urk. 297 Rz. 4; Urk. 305 S. 2 f.). Dass C._____ tatsächlich (noch) nicht 

in der Lage ist, ihre eigene Situation zu erkennen und sich eine eigene Meinung 

zu bilden, äussert sich exemplarisch darin, dass sie auf entsprechende Frage der 

Gutachterinnen zunächst nicht wusste, wo sie wohnt, und auf weitere Nachfrage 

angegeben habe, sie wohne bei der Gesuchstellerin, obschon sie tatsächlich be-

reits beim Gesuchsgegner wohnte (Urk. 188 S. 26). Weiter habe sie gemäss Gut-

achten den Kindseltern gegenüber je erzählt, dass sie bei beiden Elternteilen le-

ben wolle. Die Gutachterinnen schliessen daraus selbst, dass sich C._____ in ei-

nem Loyalitätskonflikt zu befinden scheine (Urk. 188 S. 47), was zutreffend er-

scheint. Die Ausführungen im Gutachten, wonach es im Rahmen der Begutach-

tung keine Hinweise darauf gebe, dass C._____s Wille, bei der Gesuchstellerin zu 

wohnen, nicht autonom gebildet worden wäre, erscheinen vor dem Hintergrund 

der Erwägungen hiervor nicht überzeugend. Entsprechend kann auf diese Ein-

schätzung nicht vorbehaltlos abgestellt werden und es rechtfertigt sich, in diesem 

Umfang vom Gutachten abzuweichen. Die Vorinstanz ist zum Schluss gekom-

men, dass C._____ hinsichtlich der Frage, bei welchem Elternteil sie wohnen wol-

le, aufgrund ihres Alters nicht urteilsfähig sei. Ausschlaggebend war für die Vo-

rinstanz somit insbesondere das Alter von C._____. Dass die Vorinstanz ihre 

Schlussfolgerung nicht begründet habe – wie die Gesuchstellerin moniert –, kann 

- 42 - 

demnach nicht gesagt werden. Die Tatsache, dass die Gutachterinnen die Urteils-

fähigkeit in Bezug auf den geäusserten Kindeswillen nicht in Abrede stellen, las-

sen die Erwägungen der Vorinstanz sodann weder aktenwidrig noch willkürlich 

erscheinen. Entgegen der Auffassung der Gesuchstellerin lässt sich aus der vor-

genannten gutachterlichen Feststellung ohnehin nicht im Umkehrschluss ableiten, 

C._____ sei bezüglich der Zuteilungsfrage urteilsfähig. Zu beachten bleibt 

schliesslich, dass C._____s Wille bei der vorliegenden Frage der Zuteilung keine 

ausschlaggebende Bedeutung beizumessen ist beziehungsweise ihr kein Wahl-

recht zukommt, zumal sie noch weit entfernt von der Volljährigkeit ist und auch 

keine starke innere Verbundenheit nur zu einem Elternteil ausgemacht werden 

kann. Im Ergebnis sind die Erwägungen der Vorinstanz, wonach C._____ in Be-

zug auf die Frage, bei welchem Elternteil sie wohnen möchte, aufgrund ihres Al-

ters nicht urteilsfähig sei, und für die Zuteilung der Obhut respektive den Wechsel 

des Aufenthaltsortes auch nicht auf deren Äusserungen abgestellt werden könne, 

nicht zu beanstanden. Vor dem Hintergrund der Erwägungen hiervor erübrigt sich 

auch die von der Gesuchstellerin angesprochene Ergänzung des Gutachtens um 

die zum Beurteilungszeitpunkt noch nicht bekannten Umzugspläne des Gesuchs-

gegners. 

1.4.7.  Zusammengefasst wurde C._____s Wille vor Vorinstanz miteinbezogen 

und die diesbezüglichen Schlussfolgerungen der Vorinstanz erweisen sich nach 

dem Gesagten als zutreffend. Die Rügen der Gesuchstellerin sind damit in vorge-

nanntem Umfang unbegründet. 

1.5.  Weitere Rügen im Zusammenhang mit dem Wegzug und der Obhut 

1.5.1.  Die Vorinstanz erwog zusammengefasst, hinsichtlich der persönlichen 

Betreuungsmöglichkeiten sei zu sagen, dass die Gesuchstellerin seit C._____s 

Geburt in einem 100%-Pensum bei der H._____ AG angestellt sei. Zwar arbeite 

die Gesuchstellerin zu 100% im Homeoffice und habe ein Bestätigungsschreiben 

der Arbeitgeberin eingereicht, wonach für die Arbeitstätigkeit der Gesuchstellerin 

keine Auslandreisen mehr nötig seien. Das Schreiben bestätige jedoch nicht, 

dass die Arbeit stets zu 100% aus dem Homeoffice erledigt werden könne. Im Üb-

rigen verkenne die Gesuchstellerin, dass die Tochter nicht nur ihre physische An-

- 43 - 

wesenheit brauche, sondern sie auch psychisch anwesend sein müsse. Entspre-

chend sei Homeoffice allein kein Betreuungskonzept. Im Übrigen arbeite die Ge-

suchstellerin als Managerin bei einem internationalen Grossunternehmen. Es dür-

fe als notorisch angesehen werden, dass ihre Berufstätigkeit die Gesuchstellerin 

nicht nur während der effektiven Arbeitszeit, sondern auch zu Randzeiten stark 

beanspruche. Entsprechend könne die Gesuchstellerin C._____ nicht umfassend 

persönlich betreuen, sondern wäre grösstenteils auf Drittbetreuung angewiesen. 

Der Gesuchsgegner sei mit Ausnahme einer kurzen Anstellung seit anfangs 2018 

arbeitslos und habe damit die entsprechenden Kapazitäten und Ressourcen, 

C._____ persönlich zu betreuen. C._____ sei im Dezember 2019 unter die Obhut 

des Gesuchstellers gestellt worden und werde seit diesem Zeitpunkt persönlich 

von ihm betreut. Die Betreuung durch den Gesuchsgegner habe sich bewährt und 

es gehe C._____ gut. Die Besorgnis der Gesuchstellerin, wonach es C._____ 

beim Gesuchsgegner nicht gut gehe und eine Obhutszuteilung an ihn eine Kin-

deswohlgefährdung darstellen würde, sei unbegründet. Aktenkundig sei, dass 

C._____ ein normal entwickeltes, normal gewichtiges und fröhliches Mädchen sei. 

Hinsichtlich der Wohnsituation seien für die Entwicklung des Kindes stabile örtli-

che Verhältnisse wichtig. Der Gesuchsgegner sei im Juli 2020 nach I._____ ge-

zogen. C._____ besuche dort den Kindergarten und es wäre in deren Wohle, 

wenn sie in ihrem bisherigen Setting bleiben und per August 2023 die 1. Klasse in 

ihrem gewohnten Umfeld in I._____ besuchen könnte. Dies sei jedoch – unab-

hängig davon, welchem Elternteil die Obhut zugeteilt werde – nicht möglich. Wür-

de die Obhut an die Gesuchstellerin zugeteilt, würde dies für C._____ einen Um-

zug von I._____ nach J._____ bedeuten. Würde die Obhut dem Gesuchsgegner 

zugeteilt, würde dies wohl in naher Zukunft einen Umzug von I._____ in die USA 

bedeuten. Wenn der Umzug zurück in die USA nicht im Raum stehen würde, wä-

re im Sinne der Stabilität der Wohnverhältnisse C._____s Wohl mit dem Verbleib 

beim Gesuchsgegner am besten gedient. Auf das Indiz der Wohnsituation respek-

tive Stabilität der örtlichen Verhältnisse könne damit für die Zuteilung der Obhut 

nur beschränkt zurückgegriffen werden. In C._____s Alter seien Kinder mehr per-

sonenbezogen als ortsgebunden. Beide Elternteile hätten in den letzten zweiein-

halb Jahren die Tochter betreut, wobei die mehrheitliche Betreuungsverantwor-

- 44 - 

tung beim Gesuchsgegner gelegen habe. Abgesehen von jedem zweiten Wo-

chenende und wöchentlich jeweils Dienstagabend bis Mittwochmorgen mit Über-

nachtung sowie einiger zusätzlicher Betreuungstage, sei C._____ vom Gesuchs-

gegner betreut worden. Dieser sei somit seit zweieinhalb Jahren die Hauptbetreu-

ungsperson. Gestützt auf diese Betreuung entspreche es C._____s Wohl, dass 

sie auch weiterhin von demjenigen Elternteil betreut werde, welcher sie in den 

letzten Jahren zur Hauptsache betreut habe. Dies sei vorliegend der Gesuchs-

gegner. Entsprechend sei C._____ für die Dauer des Getrenntlebens unter die al-

leinige Obhut des Gesuchsgegners zu stellen. Weiter führte die Vorinstanz aus, 

der auswanderungswillige Elternteil könne den Aufenthaltsort des Kindes bei ge-

meinsamer elterlicher Sorge nur mit Zustimmung des anderen Elternteils bezie-

hungsweise mit dem behördlichen Entscheid ändern. Da die Gesuchstellerin vor-

liegend die Zustimmung zur Verlegung von C._____s Wohnsitz in die USA ableh-

ne, habe das Gericht über die Verlegung des Aufenthaltsorts zu entscheiden. Es 

sei von der Prämisse auszugehen, dass der Gesuchsgegner in die USA zurück-

kehre. Aufgrund der konkreten Gegebenheiten sei zu prüfen, ob es C._____s 

Kindeswohl entspreche, ihren Aufenthaltsort von I._____ in die USA zu verlegen. 

Diesbezüglich erwog die Vorinstanz zusammengefasst zunächst, ausgehend von 

den bei den Akten liegenden Unterlagen zu C._____s Sprachkenntnissen sei da-

von auszugehen, dass sie gewisse Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache 

habe. Nichtsdestotrotz sei bei einem Verbleib in der Schweiz anzunehmen, dass 

sie aufgrund ihres Alters sowie ihrer Fortschritte die deutsche Sprache schnell 

lernen würde. Demgegenüber bringe ein Umzug in die USA keine sprachlichen 

Verständigungsschwierigen mit sich, spreche C._____ doch bereits Englisch. 

Aufgrund der ihm zukommenden Obhut werde der Gesuchsgegner C._____ auch 

in Zukunft hauptsächlich betreuen. Der Ort K._____, an welchen der Gesuchs-

gegner plane zurückzukehren, sei sein Heimatort. Er sei an diesem Ort aufge-

wachsen, kenne die Umgebung sowie die Schule und habe Familie dort. Die El-

tern des Gesuchsgegners sowie dessen drei Geschwister, welche teilweise eben-

falls Kinder im Alter von C._____ hätten, würden dort wohnen. C._____ sei be-

reits in K._____ gewesen. Aktenkundig sei, dass C._____ zumindest ihre Gross-

mutter väterlicherseits kenne. Weiter sei ausgeführt worden, dass die Parteien 

- 45 - 

jeweils Ferien in den USA bei ihren Familien verbracht respektive Familienmit-

glieder sie in der Schweiz besucht hätten. Der Wegzug würde für C._____ einen 

Umzug in ein Land bedeuten, welches sie wohl nur wenig kenne. Jedoch würde 

sie in ein Land auswandern, dessen Sprache sie beherrsche, das Heimatland ih-

rer Eltern sei und wo auch ein Familienkreis mit Kindern in ihrem Alter bestehe, 

welchen sie teilweise bereits kenne. Zugleich würde sie an einem Ort aufwachsen 

und eine Schule besuchen, die der Gesuchsgegner kenne, da er selbst dort auf-

gewachsen und zur Schule gegangen sei. Weiter seien die Ortschaften K._____ 

und I._____ betreffend die Lebensverhältnisse wohl als vergleichbar einzustufen. 

Dies gelte auch für die USA im Vergleich zur Schweiz. Darüber hinaus sei 

C._____ aufgrund ihres Alters mehrheitlich personenbezogen, das heisse mehr 

an den Gesuchsgegner als Hauptbetreuungsperson der letzten zweieinhalb Jah-

re, als an den Ort I._____ gebunden. Zusammenfassend ergebe sich, dass auf-

grund der konkreten Umstände dem Gesuchsgegner, der in den letzten zweiein-

halb Jahren die überwiegende Betreuung von C._____ übernommen habe und 

dies auch in Zukunft tun werde, zu erlauben sei, deren Wohnsitz in die USA zu 

verlegen. Entsprechend sei C._____ für die Dauer des Getrenntlebens unter die 

alleinige Obhut des Gesuchsgegners zu stellen (Urk. 270 S. 32 ff. und S. 36 f.). 

1.5.2.  Die Gesuchstellerin bringt vor, die Parteien hätten in der Schweiz ihren 

Lebensmittelpunkt begründet. Sie sei hier verwurzelt und habe einen festen 

Freundeskreis, zu dem auch Schweizer gehören würden. Sie habe seit dem Zu-

zug in die Schweiz eine Festanstellung bei der H._____. Seit März 2020 arbeite 

sie ausschliesslich im Homeoffice. Entgegen der Annahme der Vorinstanz könne 

sie weiterhin im Homeoffice tätig sein. Eine Reisetätigkeit sei bis auf Weiteres 

nicht vorgesehen. Die Arbeitgeberin habe der Gesuchstellerin zudem bestätigt, 

dass sie jederzeit ihr Pensum reduzieren könne, um C._____ persönlich zu be-

treuen, ohne ihre Arbeitsstelle zu verlieren. Betreffend den Gesuchsgegner sei 

hingegen keinesfalls sicher, dass dieser in K._____ in den USA so leicht eine Ar-

beitsstelle finde, wie er behaupte. C._____ sei in der Schweiz geboren, hier ver-

wurzelt und mit der hiesigen Kultur vertraut. Deren Deutschkenntnisse seien gut 

und sie habe grosse Fortschritte gemacht. Die Gesuchstellerin biete C._____ in 

der Schweiz eine gesicherte, gefestigte und stabile Zukunft. Ein Umzug von 

- 46 - 

I._____ nach J._____ zur Gesuchstellerin habe weitaus geringere Konsequenzen 

als eine Umsiedelung in die USA. Die Gesuchstellerin sei zudem bereit, ihren 

Wohnsitz von J._____ nach I._____ zu verlegen, falls ihr die Obhut zugesprochen 

werde. Ein Umzug nach K._____ dagegen bedeute für C._____ Unsicherheit und 

Ungewissheit. Die Konsequenzen eines Umzugs in die USA, ein ihr unbekanntes 

Land, eine unbekannte Umgebung, die ihr weitgehend unbekannte Familie des 

Gesuchsgegners sowie die dort neue und unbekannte Schule, unterschlage die 

Vorinstanz in ihren Erwägungen. Bereits bei der jetzigen Betreuungsregelung 

vermisse C._____ ihre Mutter. Ein Wegzug in die USA würde die starke Bindung 

zwischen Mutter und Tochter praktisch unterbinden. Ein Wegzug des Gesuchs-

gegners zusammen mit C._____ in die USA widerspreche deren Kindeswohl. Mit 

dem angefochtenen Entscheid habe die Vorinstanz dem Kriterium der Stabilität in 

unzulässiger Weise Vorrang vor der Wahrung des Kindeswohls eingeräumt (vgl. 

Urk. 269 Rz. 10, Rz. 12a, Rz. 13, Rz. 17 und Rz. 18). Weiter rügt die Gesuchstel-

lerin, die Vorinstanz habe jegliche Ausführungen darüber unterlassen, inwiefern 

K._____ und I._____ betreffend Lebensverhältnisse als vergleichbar einzustufen 

seien. Diese unbegründete Annahme sei willkürlich. K._____ sei eine nicht rechts-

fähige Gemeinde in L._____ County, M._____ [US-Bundesstaat], deren Bevölke-

rungszahl seit 2010 rückläufig sei. Im Unterschied zu I._____ habe K._____ im in-

ternationalen Vergleich ein erhebliches Heroinproblem. Die Pläne des Gesuchs-

gegners über seinen zukünftigen Alltag und seine Lebensverhältnisse in den USA 

seien sodann nicht sehr konkret und unklar. Zwar gebe er an, er könne bei seiner 

Mutter wohnen, jedoch habe er keine Arbeitsbemühungen, keinen Arbeitsvertrag 

und auch keine Bestätigung der neuen Schule für C._____ eingereicht. Die Vor-

bereitungen des Gesuchsgegners im Hinblick auf den geplanten Umzug seien 

demnach rudimentär. C._____ gehe es in der Schweiz gut. Diese Situation sei 

daher beizubehalten. Ob es ihr nach dem Umzug in die USA gleich gut ginge oder 

nicht, könne nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden. Ein Wechsel in ein ande-

res Land stelle für Kinder immer eine zusätzliche Belastung dar. Die Vorinstanz 

missachte daher C._____s Kindeswohl. Für die Vorinstanz stehe fest, dass der 

Gesuchsgegner bei seiner Mutter wohnen könne und sich alles andere schon fin-

- 47 - 

den werde. Diese Annahme sei willkürlich (vgl. Urk. 269 Rz. 14 f. und Urk. 297 

Rz. 2). 

1.5.3.  Der Gesuchsgegner bringt demgegenüber vor, die Parteien seien ameri-

kanische Staatsbürger und nur in der Schweiz wegen der Anstellung der Gesuch-

stellerin bei der H._____. Die Gesuchstellerin sei hierzulande nicht integriert, 

spreche die Sprache nicht und ihr Freundeskreis bestehe aus Expats. Es sei da-

von auszugehen, dass sie, wenn sie ihre Anstellung verliere oder ihre Stelle wie-

der ins Ausland verlegt werde – was bei einem internationalen Grosskonzern wie 

der H._____ jederzeit geschehen könne –, die Schweiz auch wieder verlassen 

werde. Die Verhältnisse auf Seiten der Gesuchstellerin seien daher nicht so stabil 

wie sie behaupte. Es sei sodann nicht davon auszugehen, dass sie auf unbe-

stimmte Zeit im Homeoffice arbeiten könne und keine Geschäftsreisen unterneh-

men müsse. Sodann sei Homeoffice kein Betreuungsmodell. Der Gesuchsgegner 

habe durch und durch ein beständiges und geordnetes Leben geführt, was sich 

erst mit der Heirat und seinem Umzug in die Schweiz geändert habe. Dem Ge-

suchsgegner sei es in den letzten drei Jahren trotz der für ihn widrigen Umstände 

gelungen, C._____ ein sicheres und stabiles Umfeld zu bieten sowie sein eigenes 

Leben zu meistern. Ausserdem habe er den Kontakt von C._____ zur Gesuchstel-

lerin sichergestellt beziehungsweise diese jederzeit motiviert, die Kontakte zur 

Gesuchstellerin auch wahrzunehmen. Letztere sei in den vergangenen drei Jah-

ren hingegen alles andere als eine Unterstützung in Bezug auf die gemeinsame 

Tochter gewesen. Der Gesuchsgegner wolle nun mit C._____ zurück in das Hei-

matland der Parteien, wo er aufgewachsen sei und wo seine Mutter und seine 

drei Geschwister mit ihren Kindern in C._____s Alter leben würden, wo er bereits 

über eine Wohnung in der Nähe der Schule von C._____ verfüge sowie eine Ar-

beitsstelle in Aussicht habe, die ihm weiterhin die Betreuung ermöglichen würde. 

Die Rückkehr komme somit keiner Flucht gleich. Für C._____ sei es ein Vorteil, 

wenn sie in einem englischsprachigen Umfeld aufwachsen könne, zumal es frag-

lich sei, ob ihre Deutschkenntnisse für die Einschulung im August 2023 ausrei-

chen würden und sie mit der Einschulung Hochdeutsch lernen müsste, eine für 

sie neue Sprache. Zwar kenne sie die Verhältnisse in K._____ nicht gut, das spie-

le aber aufgrund ihres jungen Alters und mithin ihrer Personenbezogenheit eine 

- 48 - 

untergeordnete Rolle. Wichtiger sei mit Blick auf das Kindeswohl, dass sie bei ih-

rer bisherigen Hauptbezugsperson verbleiben könne. Dies sei seit bald drei Jah-

ren der Gesuchsgegner. Es gebe kein Vorrecht der Mutter bei der Betreuung der 

Kinder, sondern es sei zu prüfen, bei welchem Elternteil das Kindeswohl besser 

gewahrt werde. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechun