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**Case Identifier:** d7115350-0a81-5217-a3d6-c7daa4ab17fe
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 14.09.2017 200 2017 416
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-416_2017-09-14.pdf

## Full Text

200 17 416 IV
SCP/FRN/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 14. September 2017

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 15. März 2017

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2017, IV/17/416, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1961 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich am 10. Mai 2007 unter Hinweis auf verschiedene 
„Frauenleiden“, Depressionen, Angststörungen und Panikattacken erstmals 
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an (Akten der IV [AB] 1 S. 1 ff.). Die IV-Stelle Bern (nachfolgend: IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) nahm medizinische und erwerbliche Abklärungen 
vor. Sie gewährte Berufsberatung (AB 19) und sprach eine berufliche Ab-
klärung (AB 25) sowie ein Arbeitstraining von September bis Dezember 
2008 (AB 34) zu. Die beruflichen Massnahmen wurden zufolge Schwan-
gerschaft der Versicherten abgebrochen (AB 49). Mit Mitteilung vom 16. 
März 2011 sprach die IVB erneut ein Arbeitstraining zu (AB 93). Am 18. 
November 2011 erteilte sie Kostengutsprache für ein Praktikum mit einem 
begleitenden Coaching (AB 105). Sodann holte sie ein psychiatrisches 
Gutachten vom 22. Juni 2013 bei Dr. med. C.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, ein (AB 128.1). Nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren (AB 130) wies sie das Leistungsbegehren mit Verfü-
gung vom 26. September 2013 ab (AB 131). 

B.

Am 7. Juni 2016 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf einen Un-
fall mit Mittelgesichtstrauma und Schock, eine Fussoperation sowie einen 
psychischen Zusammenbruch erneut bei der IV zum Leistungsbezug an 
(AB 132). Daraufhin führte die IVB medizinische und erwerbliche Abklärun-
gen durch. Insbesondere holte sie beim Krankenversicherer die psychiatri-
sche Kurzbeurteilung von Dr. med. D.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie, vom 19. Februar 2017 ein (AB 161.2). Mit Vorbe-
scheid vom 7. Februar 2017 stellte die IVB die Abweisung des Leistungs-
begehrens mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens in Aus-
sicht (AB 159). Dagegen erhob die Versicherte Einwand (AB 160). Mit Ver-

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fügung vom 15. März 2017 verfügte die IVB dem Vorbescheid entspre-
chend die Abweisung des Leistungsbegehrens (AB 163). 

C.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 1. Mai 2017 Beschwerde und stellt die fol-
genden Anträge:

Die Verfügung der Eidg. IV vom 15. März 2017 sei aufzuheben.

Der Beschwerdeführerin seien die beruflichen Massnahmen, nach 
Durchführung der notwendigen Abklärungen, zu gewähren.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen –

Zudem reichte sie den Arztbericht von Dr. med. E.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 27. April 2017 (Akten der Beschwer-
deführerin [BB] 3) ein. 

Mit Beschwerdeantwort vom 6. Juni 2017 schliesst die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 15. März 2017 (AB 
163). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
Leistungen der IV, namentlich auf berufliche Eingliederungsmassnahmen. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 

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von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.5 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen IV-
Grades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur ge-
prüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad der 
Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 
87 Abs. 2 und 3 IVV).  

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des IV-Grades auch tatsächlich ein-
getreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall 
nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 E. 3.2). 
Stellt sie fest, dass der IV-Grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen 
Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch 
ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Ver-
änderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Invalidität zu beja-
hen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche 

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materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; 
SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den IV-Grad erhebli-
chen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsverfahren 
– analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Vergleich 
des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beurteilung 
und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der 
streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 71 E. 
3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b). 

 

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Zu prüfen ist, ob zwischen der leistungsabweisenden Verfü-
gung vom 26. September 2013 (AB 131), in welcher ein invalidisierender 
Gesundheitsschaden verneint wurde, und der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 15. März 2017 (AB 163) in den tatsächlichen Verhältnissen eine 
erhebliche Änderung eingetreten ist, die geeignet ist, den Leistungsan-
spruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.5 hiervor). 

3.2 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Verfügung vom 26. Sep-
tember 2013 (AB 131) massgeblich auf das psychiatrische Gutachten vom 
22. Juni 2013 von Dr. med. C.________ (AB 128.1). Der Gutachter hielt 
zusammenfassend fest, dass die Beschwerdeführerin an einer rezidivie-
renden depressiven Störung (ICD-10 F33) gelitten habe und möglicherwei-
se noch leide. Bei der depressiven Symptomatik stünden psychosoziale 
Fakten wie die Kindererziehung, Partnerschaftskonflikte, finanzielle Sorgen, 
Erwerbslosigkeit und erfolglose Bewerbungen vollständig im Vordergrund. 
Solche Faktoren besässen eine allfällige therapeutische Relevanz, seien 
jedoch aus versicherungspsychiatrischer Sicht von krankheitsbedingten 
objektivierbaren psychopathologischen Befunden abzugrenzen. Zusätzlich 
weise die Beschwerdeführerin akzentuierte emotional instabile, sthenische 
und narzisstische Persönlichkeitszüge auf, welche aber die Eingangskrite-
rien zur Diagnose einer Persönlichkeitsstörung zu keiner Zeit erfüllt hätten, 

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weshalb sich die von den behandelnden Ärzten ausgesprochenen Ver-
dachtsdiagnosen nicht nachvollziehen liessen (S. 13 ff.). Zu den in den 
medizinischen Akten von den behandelnden Ärzten zudem erwähnten 
phobischen Ängsten und Panikattacken hielt der Gutachter in seiner Beur-
teilung fest, dass die Beschwerdeführerin an einem leichten, unspezifi-
schen Angstgefühl leide, indessen dieses Gefühl von ihr als erträglich und 
mit Deanxit als gut behandelbar empfunden werde. Diesbezüglich objekti-
vierbare psychopathologische Befunde habe er denn auch nicht erheben 
können und in der Interaktion wirke die Beschwerdeführerin vielmehr leicht 
sthenisch und dominant (S. 12 f.). 

3.3 Der nunmehr angefochtenen Verfügung vom 15. März 2017 (AB 
163) liegen insbesondere folgende Berichte zugrunde: 

3.3.1 Die Beschwerdeführerin war vom 20. Juni bis am 20. August 2016 
in der Klinik F.________ hospitalisiert. Im Bericht vom 8. September 2016 
(AB 148) diagnostizierten die Ärzte eine Angststörung mit Panikattacken 
vor dem Hintergrund einer anhaltenden psychosozialen Belastungs- und 
Überforderungssituation (ICD-10 F41.0, S. 2). Zu den Einweisungsumstän-
den führten sie aus, die Beschwerdeführerin habe berichtet, seit dem Tod 
des Vaters im 2015 unter Panikattacken (verbunden mit Schweissaus-
brüchen und Herzrasen) zu leiden. Ihre seit Jahren bestehenden Ängste 
hätten sich verstärkt, zudem habe sie Ein- und Durchschlafstörungen. Im 
November 2015 sei sie in mehrere kleine Unfälle verwickelt gewesen, was 
sie ihrer zunehmenden Unaufmerksamkeit und Erschöpfung zuschreibe. 
Mitte Dezember sei sie im Dunkeln eine Treppe hinuntergestürzt, wobei sie 
sich mehrere Zahnverletzungen zugezogen habe. Im Januar 2016 habe 
eine geplante Fussoperation durchgeführt werden müssen, anschliessend 
habe sie an Unterarmstöcken gehen und zugleich noch eine Zahnschiene 
tragen müssen. Sie sei am Ende ihrer Kräfte und völlig verzweifelt gewe-
sen, insbesondere da ihr ambulanter Psychiater sie wieder zur Arbeit habe 
schicken wollen. In dieser Zeit habe sie unter Suizidgedanken gelitten und 
geplant, sich unter einen Bus zu werfen (S. 3 f.). Zur Therapie und zum 
Verlauf führten die Ärzte aus, die Beschwerdeführerin habe am störungs-
spezifischen Programm für Angstpatienten teilgenommen. Dabei habe sie 
gelernt, die vegetativen Begleiterscheinungen einzuschätzen, zu erkennen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2017, IV/17/416, Seite 8

und zu regulieren. Die Schwierigkeiten, sich im Alltag zu stabilisieren, was 
jeweils mit Ängsten einhergehe, gründeten in einer tiefer greifenden 
Selbstwertproblematik, die im Gegensatz stehe zum kompetenten Auftreten 
der Beschwerdeführerin. Beim Austritt habe ein weitgehend unauffälliger 
Psychostatus vorgelegen, bei jeweils emotionaler Instabilität mit Ängsten in 
Konflikten um die weitere Beziehungsgestaltung mit den Kindern und der 
Berufsausübung (S. 6). 

3.3.2 Im Bericht vom 17. November 2016 (AB 152 S. 1 ff.) diagnostizierte 
der behandelnde Psychiater, Dr. med. E.________, eine Anpassungs-
störung mit ängstlich, depressiver Reaktion nach Erschöpfungssituation in 
Arbeit und Familie 2016 (ICD-10 F43.2) im Übergang zu einer mittelschwe-
ren depressiven Episode (ICD-10 F32.2, S. 1). Nach seinen bisherigen 
Erkenntnissen habe die Beschwerdeführerin eine ambivalente Beziehung 
zur Mutter und fühle sich vom Ex-Ehemann in der Erziehung im „Stichge-
lassen“, wie sie es väterlicherseits in der Kindheit erlebt habe. Sie versuche 
sich in ihrer perfekten Arbeitsweltbeziehung zu kompensieren als pflicht-
bewusste ..., wo sie sich nach solcher Anerkennung sehne und fürchte. 
Vielleicht sei dies einer der Gründe, weshalb sie stets versucht habe, alle 
Menschen, insbesondere den Arbeitgeber, in höchstem Masse zufrieden-
zustellen, andererseits sich als distanzierte, sachliche ... ausgebe, die kei-
ne solchen Ambitionen nach Anerkennung und Wertschätzung hege. Die-
ses mentale Konstrukt habe zunehmend zur Befürchtung geführt, nicht zu 
genügen und immer mehr leisten zu müssen. Die schwierige Situation 
durch die psychische Erkrankung ihres Sohnes und der Tod des vermiss-
ten Vaters hätten das Ganze zum Überlaufen gebracht. Aus seiner Sicht-
weise entspringe die Arbeitsunfähigkeit nicht wegen einer bestehenden 
depressiven Disposition, sondern durch unkontrollierte Angstvorstellungen, 
die zu massiven Schlafstörungen geführt hätten, welche eine akute psychi-
sche Belastungsstörung als Folge hervorriefen. Bis auf weiteres sei sie zu 
100% arbeitsunfähig, ab dem 1. Januar 2017 hofften sie auf eine 50% Re-
mission und in drei bis sechs Monaten auf eine vollständige Remission (S. 
2 f.).

3.3.3 Im Bericht vom 2. Februar 2017 (AB 158 S. 1 ff.; Eingangsdatum bei 
der Beschwerdegegnerin) führte der Hausarzt, Dr. med. G.________, 

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Facharzt für Allgemeine Medizin, aus, in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit 
als ... bestehe seit dem 1. Januar 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 
2). Es sei mit einer schrittweisen Wiederaufnahme der Arbeitsfähigkeit zu 
rechnen (S. 3). 

3.3.4 Dr. med. D.________ stellte in der psychiatrischen Kurzbeurteilung 
zu Handen des Krankenversicherers vom 19. Februar 2017 (AB 161.2) 
keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (auf das bisherige Pen-
sum von 19%). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte sie 
eine psychosoziale Belastungssituation sowie eine aktenkundige depressi-
ve Entwicklung (S. 6). Die Gutachterin führte aus, eine Erschöpfungsten-
denz oder Müdigkeit im Rahmen der Begutachtung sei nicht festgestellt 
worden. Depressionstypische Denkinhalte seien nicht geklagt worden. Zu-
dem lägen keine Anhaltspunkte für Zwänge, Phobien oder spezifische 
Ängste vor. Die Beschwerdeführerin habe unspezifische Ängste geäussert. 
Suizidalität und Gedanken an Lebensüberdruss seien verneint worden. 
Eingereicht worden seien einige, teils umfangreiche Arztberichte. Im We-
sentlichen sei von einer Anpassungsstörung, mittelschweren Depression, 
Angststörung und Panikattacken vor dem Hintergrund einer psychosozialen 
Belastungs- und Überforderungssituation, sowie Erschöpfung berichtet 
worden. Die Beschwerdeführerin habe insgesamt sechs Kinder von drei 
unterschiedlichen Vätern und sei alleinerziehend, was eine zusätzliche Be-
lastung darstelle (S. 5). Es sei durchaus möglich, dass die Beschwerdefüh-
rerin sich in einer massiven Belastungssituation befunden und sich belastet 
gefühlt habe und auch heute noch fühle. Insgesamt sei von einer deutli-
chen Besserung im Vergleich zum letzten Jahr auszugehen, was die Be-
schwerdeführerin auch subjektiv bestätigt habe. Die genannten Diagnosen, 
welche in der Vergangenheit attestiert worden seien, begründeten heute 
keine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit, zumal diese heute im Rahmen 
der Kurzbeurteilung nicht mehr hätten festgestellt werden können. Die Be-
schwerdeführerin befinde sich derzeit in einem deutlich gebesserten Zu-
stand, im Vergleich zu den Befunden dokumentiert in den Vorakten, mit fast 
vollständig remittierter, rückläufiger Symptomatologie (S. 6). 

3.3.5 Im Bericht vom 27. April 2017 (BB 3), der im Beschwerdefahren 
eingereicht wurde, diagnostizierte Dr. med. E.________ eine Anpassungs-

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störung mit ängstlich, depressiver Reaktion nach Erschöpfungssituation in 
Arbeit und Familie 2016 (ICD-10 F43.2) im Übergang zu einer mittelschwe-
ren depressiven Episode (ICD-10 F32.2) im Hintergrund einer ADS (Auf-
merksamkeitsstörung) seit Kindheit (ICD-10 F90.0) und einer emotionalen 
instabilen Persönlichkeitsstörung Typ Borderline (ICD-10 F60.31). Zur neu 
diagnostizierten Persönlichkeitsstörung Typ Borderline führte der Psychia-
ter aus, die Beschwerdeführerin sei in ihrer Kindheit oft alleine gelassen 
worden. Als Kind habe sie an einer ADS-Störung gelitten, welche bei intel-
ligenten Mädchen oft nicht gestellt werde, mit einer impulsiven Ader mit 
Frustrationstoleranz in der Jugendzeit, gekennzeichnet durch einen unab-
hängigen, sturen Charakter mit Risikoverhalten. Als Erwachsene habe sie 
ein exzessives Liebesleben gelebt, Alkohol konsumiert und impulsiv ge-
handelt. Oft überschätze sie sich selbst, habe ein starkes Harmoniebedürf-
nis, aber immer dramatische Beziehungsgeschichten, auch mit den eige-
nen Kindern. Sie sei hochsensibel, gehe schlecht mit Kritik um, der Selbst-
wert sei gleich null, nach aussen wirke sie souverän. Grosse Stimmungs-
schwankungen gehörten zu ihrem Leben, seit 2006 sei sie in antidepressi-
ver Behandlung und versuche das Gefühl der Vereinsamung/Leere mit 
Kindern, Partner und Freunden zu vermeiden. Aktuell sei die sonst tüchtige 
Beschwerdeführerin am Ende ihrer Kräfte, auch nach einer Hospitalisation 
und Änderung der Medikation scheine sie sogar im Alltag rasch zu ermü-
den. Die verschiedenen psychischen und somatischen Therapien und zwei 
Schulkinder zuhause, wie auch der jugendliche Sohn im H.________ in ..., 
verlangten ihre ganze Energie. Haushalt und andere Aufgaben blieben oft 
unerledigt. 

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

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Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

3.5

3.5.1 Die von den Ärzten der Klinik F.________ gestellte Diagnose einer 
Angststörung mit Panikattacken (ICD-10 F41.0; AB 148 S. 2) wurde vor 
dem Hintergrund einer anhaltenden psychosozialen Belastungs- und Über-
forderungssituation gestellt, mithin die im Mai/Juni 2016 aufgetretene 
Störung von den längst bekannten und unverändert gebliebenen psycho-
sozialen Belastungsfaktoren (u.a. Kindererziehung- und betreuung, Part-
nerschaftskonflikte, finanzielle Sorgen und Erwerbslosigkeit) ausgelöst und 
unterhalten wurde. Beim Austritt aus der Klinik F.________ lag bereits wie-
der ein weitgehend unauffälliger Psychostatus bei emotionaler Instabilität 
mit Ängsten in Konflikten um die weitere Beziehungsgestaltung mit den 
Kindern vor (AB 148 S. 2, S. 4 ff.). Der behandelnde Psychiater Dr. med. 
E.________ stellte im Zusammenhang mit der von ihm diagnostizierten 
Anpassungsstörung mit ängstlich depressiver Reaktion denn auch nach-
vollziehbar fest, dass die schwierige Situation durch die psychische Erkran-
kung des Sohnes und der Tod des vermissten Vaters das Ganze zum 
Überlaufen gebracht habe und aus seiner Sicht die Arbeitsunfähigkeit nicht 
durch eine bestehende depressive Disposition, sondern durch unkontrollier-
te Angstvorstellungen bedingt sei, welche zu massiven Schlafstörungen 
geführt und als Folge eine akute psychische Belastungsstörung hervorge-
rufen hätten (AB 152 S. 2). 

3.5.2 Insoweit überzeugt auch die psychiatrische Kurzbeurteilung von Dr. 
med. D.________ (AB 161.2). Sie stellt nicht bloss auf die von ihr erhobe-

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nen Befunde ab, sondern auch auf die in E. 3.4.1 hiervor wiedergegebenen 
Feststellungen der behandelnden Ärzte und hält – wie bereits der Vorgut-
achter Dr. med. C.________ (AB 128.1 S. 15) – unter Ausklammerung der 
krankheitsfremden psychosozialen Belastungsfaktoren nachvollziehbar 
fest, dass aus versicherungspsychiatrischer Sicht ein Gesundheitsschaden 
nicht ausgewiesen sei (AB 161.2 S. 6). Dass es sich bei diesem Kurzgut-
achten um ein Parteigutachten handelt, steht einem Abstellen auf die darin 
enthaltene Beurteilung nicht entgegen. Der Beweiswert eines solchen Gut-
achtens ist – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Be-
schwerde S. 4) – nicht schon deshalb zweifelhaft, weil es von einer Partei 
ins Verfahren eingebracht wird (BGE 125 V 351 E. 3b dd S. 353, 122 V 157 
E. 1c S. 161; RKUV 1993 U 167 S. 96 E. 5a; ZAK 1986 S. 188 E. 2a). 

3.5.3 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, Dr. med. E.________ ha-
be in seinem Bericht vom 27. April 2017 (BB 3) neue und ergänzende Dia-
gnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt, die nicht aussch-
liesslich auf psychosozialen Faktoren beruhten (Beschwerde S. 5), kann 
sie daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Dieser nach Erlass der ange-
fochtenen Verfügung verfasste Bericht enthält zwar neu die Diagnosen 
einer Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) und einer emotionalen in-
stabilen Persönlichkeitsstörung Typ Borderline (ICD-10 F60.31). Praxis-
gemäss stellt eine hinzugetretene bzw. neue Diagnose nicht per se einen 
Revisionsgrund dar (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 25. April 
2016, 9C_894/2015, E. 5.1). Entscheidend ist auch bei einer anderen Dia-
gnosestellung vielmehr, ob mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht, 
dass sich die gesundheitlichen Verhältnisse in anspruchsrelevanter Weise 
geändert haben. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Aufgrund der gesamten 
Akten beruhen die nunmehr gestellten Diagnosen auf Persönlichkeits-
merkmalen, welche seit der Jugendzeit bestehen und in ihrer Ausprägung 
die Eingangskriterien zur Diagnose einer Persönlichkeitsstörung zu keiner 
Zeit erfüllt haben, wie im Rahmen des früheren Verfahrens von Dr. med. 
C.________ mit nachvollziehbarer Begründung dargelegt wurde (vgl. E. 
3.2). Insoweit handelt es sich bei der jüngsten Beurteilung des Dr. med. 
E.________ lediglich um eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen 
unverändert gebliebenen Persönlichkeitsprofils. Zudem standen im Verlauf 
der gesundheitlichen Entwicklung die psychosozialen Faktoren seit Jahren 

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vollständig im Vordergrund. Damit steht fest, dass im Vergleich zu den 
Verhältnissen des mit Verfügung vom 26. September 2013 (AB 131) beur-
teilten Gesundheitszustandes von unverändert gebliebenen Verhältnissen 
auszugehen ist, womit ein Revisionsgrund nicht ausgewiesen ist. 

3.6 Der Sachverhalt ist rechtsgenüglich abgeklärt. Auf weitere Beweis-
massnahmen kann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d 
S. 162) verzichtet werden.

3.7 Zusammenfassend liegt keine revisionsrelevante Veränderung des 
Gesundheitszustandes vor. Damit bleibt kein Raum für eine in rechtlicher 
und tatsächlicher Hinsicht umfassende Prüfung auf Leistungen der IV. Die 
angefochtene Verfügung ist nicht zu beanstanden und die dagegen erho-
bene Beschwerde abzuweisen. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die Verfahrenskosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, der unterliegenden Beschwerdeführerin 
auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Sie werden dem in gleicher Höhe geleis-
teten Kostenvorschuss entnommen.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 14. Sept. 2017, IV/17/416, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.