# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 827739cc-630b-5a42-8fb6-c756ffbe1eb5
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-12-07
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 07.12.2023 BB.2023.68
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2023-68_2023-12-07.pdf

## Full Text

Beschluss vom 7. Dezember 2023 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter 

Roy Garré, Vorsitz, 

Miriam Forni und Felix Ulrich, 

Gerichtsschreiberin Inga Leonova  

   
 

Parteien 

  

1. A. SÀRL, 

2. B. SÀRL, 

3. C. SA, 

4. D. SA (IN LIQ.), 

5. E. SÀRL (IN LIQ.), 

6. F. SÀRL (IN LIQ.), 

7. G. SÀRL, 

8. H. LTD. als einzige Aktionärin der liquidierten I. Sàrl, 

9. J. LTD. als einzige Aktionärin der liquidierten K. Sàrl, 

 

alle vertreten durch Rechtsanwältin Carla Reyes und 

Rechtsanwalt Vince Thabuis, 

 

Beschwerdeführerinnen 

 

 

 

 

 

 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2023.68-76 

Nebenverfahren:   (BP.2023.29-37)  

 

 

 

- 2 - 

 

 

 gegen 

   

1. BUNDESANWALTSCHAFT, 

 

2. L., vertreten durch 

Rechtsanwalt Gregor Benisowitsch,  

 

Beschwerdegegner 

 

   

Gegenstand  Einstellung des Verfahrens (Art. 322 Abs. 2 StPO) 

  

- 3 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Mit Eingabe vom 19. Februar 2020 liessen die Gesellschaften M. Limited, 

N. Sàrl, O. Sàrl und P. Sàrl (nachfolgend «Anzeigeerstatterinnen») beim Un-

tersuchungsrichteramt in Luxemburg Strafanzeige gegen L. (nachfolgend 

«L.» oder «Beschuldigter») und Unbekannt einreichen und konstituierten 

sich als Privatklägerinnen (Verfahrensakten BA SV.20.0750 [nachfolgend 

«Verfahrensakten»], pag. 15.1.1.1 0550 ff.). In der Folge wurde in Luxem-

burg gegen L. das Strafverfahren Nr. 6408/20/CD u.a. wegen Fälschung, 

Gebrauch von Fälschung, Untreue und Geldwäsche nach luxemburgischem 

Recht eröffnet (Verfahrensakten, pag. 18.2.1 0011 ff.). 

 

 

B. Am 11. Juni 2020 reichten A. Sàrl, B, Sàrl, C. SA, D. SA (in Liq.), E. Sàrl 

(in Liq.), F. Sàrl (in Liq.), G. Sàrl, H. Limited als Alleinaktionärin der liquidier-

ten I. Sàrl und J. Ltd. als Alleinaktionärin der liquidierten K. Sàrl (nachfolgend 

«Privatklägerinnen» oder «Beschwerdeführerinnen») bei der Bundesanwalt-

schaft (nachfolgend «BA») Strafanzeige gegen L. und Unbekannt ein und 

konstituierten sich als Privatklägerinnen (Verfahrensakten, pag. 15.1.1.1 

0001 ff.). Als Beilage zur Strafanzeige legten die Privatklägerinnen u.a. eine 

Kopie der am 19. Februar 2020 in Luxemburg eingereichten Strafanzeige 

der Anzeigeerstatterinnen bei (Verfahrensakten, pag. 15.1.1.1 0016 und 

0550 ff.). Am 31. August 2020 eröffnete die BA unter dem Verfahrenszeichen 

SV.20.0750 eine Untersuchung gegen L. wegen Veruntreuung, Betrugs, 

ungetreue Geschäftsbesorgung und Geldwäscherei (Verfahrensakten, 

pag. 1.1 0001 ff.). 

 

 

C. Mit Verfügung vom 31. August 2020 beschlagnahmte die BA im Verfahren 

SV.20.0750 zahlreiche auf L. und/oder seine Ehefrau, Q., lautende 

Geschäftsbeziehungen bei diversen Bankinstituten (Verfahrensakten, 

pag. 7.1.1 0001 ff.). Mit Verfügung vom 8. Oktober 2020 belegte die BA die 

Liegenschaft Nr. 1 an der […] in Z., mit Beschlag und wies das Grundbuch-

amt Z. an, im Grundbuch eine Sperre anzumerken (Verfahrensakten, 

pag. 7.101 0001 ff.). Ferner beschlagnahmte die BA am 8. Juni 2021 die 

Vermögenswerte der auf L. lautenden Geschäftsbeziehung Nr. 2 bei der 

Stiftung R. der Bank S. AG (Verfahrensakten, pag. 7.8.1 0001 ff.). 

 

 

D. Gestützt auf Art. 67a IRSG übermittelte die BA am 31. Mai 2021 den luxem-

burgischen Behörden Informationen, die sie für die Erweiterung des dort 

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hängigen Verfahrens und Einleitung eines Rechtshilfeverfahrens als geeig-

net hielt (Verfahrensakten, pag. 18.2.1 0001 ff.). 

 

 

E. Mit Rechtshilfeersuchen vom 12. Februar 2021 (eingegangen bei der BA am 

7. Juni 2021) gelangten die luxemburgischen Behörden im Zusammenhang 

mit der Untersuchung Nr. 6408/20/CD an die Schweiz und ersuchten um 

Übermittlung von Unterlagen zu den darin bezeichneten Bankkonten (Ver-

fahrensakten, pag. 18.2.1 0010 ff.). Mit ergänzendem Rechtshilfeersuchen 

vom 22. Oktober 2021 wurde um Beschlagnahme der Liegenschaft Nr. 1 

sowie um Pfändung aller in aufgelisteten Bankkonten noch vorhandener, 

EUR 5'000.-- übersteigender, Vermögenswerte ersucht (Verfahrensakten, 

pag. 18.2.1 0052 ff.). Nach der Beauftragung mit dem Vollzug des Rechts-

hilfeersuchens seitens des Bundesamtes für Justiz eröffnete die BA das 

Rechtshilfeverfahren RH.21.0126. 

 

 

F. Mit elf Zwischenverfügungen vom 5. Juli, 19. Oktober und 30. November 

2021 sowie 27. Januar 2022 zog die BA im Rechtshilfeverfahren RH.21.0126 

die entsprechenden Bankunterlagen aus dem Strafverfahren SV.20.0750 

zu Handen des Rechtshilfeverfahrens bei (Verfahrensakten, pag. 18.2.1 

0032 ff.; 0058 ff.). Mit Schlussverfügungen vom 13. und 27. Januar sowie 

17. Februar 2022 im Rechtshilfeverfahren RH.21.0126 entsprach sie dem 

Rechtshilfeersuchen vom 12. Februar 2021, stellte der ersuchenden Be-

hörde die erbetenen Bankunterlagen zu und sperrte die darin bezeichneten 

Bankkonten. Mit Schreiben vom 10. Mai 2022 zogen die luxemburgischen 

Behörden das Ersuchen um Beschlagnahme der Liegenschaft Nr. 1 auf-

grund nicht geklärter territorialer Zuständigkeit zurück (act. 7, Ziff. 11, 43; das 

Schreiben vom 10. Mai 2022 und die Schlussverfügungen liegen dem 

Gericht nicht vor). 

 

 

G. Die Privatklägerinnen ersuchten die BA mit Schreiben vom 4. Februar 2022 

um Vornahme von 12 Untersuchungshandlungen im Strafverfahren 

SV.20.0750, insbesondere um Befragung von L. und Beschlagnahmungen 

von Vermögenswerten (Verfahrensakten, pag. 15.1.1.2 1029 ff.). Mit Schrei-

ben vom 9. März, 12. April und 17. Mai 2022 gelangten die Privatklägerinnen 

an die BA und hielten an den beantragten Zwangsmassnahmen fest (Ver-

fahrensakten, pag. 15.1.1.2 1043 ff.). 

 

 

- 5 - 

 

 

H. Anlässlich eines Telefongesprächs vom 9. Juni 2022 teilte die BA den 

Rechtsvertretern der Privatklägerinnen mit, dass derzeit die Koordination 

bzw. das weitere Vorgehen mit den luxemburgischen Behörden geregelt 

werde. Sämtliche noch vorhandenen Vermögenswerte seien in der Schweiz 

beschlagnahmt und sämtliche Bankunterlagen seien im Rahmen eines 

Rechtshilfeverfahrens an Luxemburg übermittelt worden. Über den Fortgang 

der nationalen Strafuntersuchung werde die BA die Parteien zu gegebener 

Zeit informieren (Verfahrensakten, pag. 15.1.1.2 1046). 

 

 

I. Mit Verfügung vom 20. Oktober 2022 setzte die BA die Parteien darüber in 

Kenntnis, dass sie die gegen L. geführte Untersuchung SV.20.0750 als voll-

ständig und abschlussreif erachte und aufgrund des in Luxemburg im selben 

Sachzusammenhang geführten Strafverfahrens beabsichtige, die Untersu-

chung in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 8 Abs. 3 StPO 

einzustellen. Den Parteien wurde u.a. die Gelegenheit gewährt, bis zum 

18. November 2022 allfällige Beweisanträge zu stellen (Verfahrensakten, 

pag. 3 0001 f.).  

 

 

J. Die Privatklägerinnen ersuchten die BA am 24. Oktober 2022 um Mitteilung, 

wie sie im Falle der Einstellung des Verfahrens SV.20.0750 mit den 

bestehenden Zwangsmassnahmen, insbesondere den im schweizerischen 

Strafverfahren angeordneten Beschlagnahmungen, zu verfahren gedenke 

und verlangten die vollständige Einsicht in die Verfahrensakten (Verfahren-

sakten, pag. 15.1.1.2 1047 f.). Daraufhin stellte die BA ihnen am 27. Oktober 

2022 die Verfahrensakten SV.20.0750 zu und teilte zugleich mit, dass die 

bestehenden Zwangsmassnahmen mit der Einstellungsverfügung aufgeho-

ben werden, wobei die im Rechtshilfeverfahren angeordneten Zwangsmass-

nahmen aufrechterhalten bleiben würden (Verfahrensakten, pag. 15.1.1.2 

1047 f.). 

 

 

K. Mit Eingabe vom 16. November 2022 sprachen sich die Privatklägerinnen 

gegen die Einstellung des Strafverfahrens und wiederholten die am 4. Feb-

ruar 2022 gestellten Beweisanträge (Verfahrensakten, pag. 15.1.1.2 

1057 ff.). 

 

 

L. Mit Verfügung vom 6. März 2023 wies die BA sämtliche Beweisanträge der 

Privatklägerinnen mit der Begründung ab, sie beabsichtige das Strafverfah-

ren einzustellen, da die Verfahrenshoheit an Luxemburg abgegeben werde 

- 6 - 

 

 

und die beantragten Beweisanträge würden an diesem Vorgehen nichts zu 

ändern vermögen (Verfahrensakten, pag. 15.1.1.2 1061 ff.). Mit separater 

Verfügung vom gleichen Tag stellte die BA das Verfahren SV.20.0750 gegen 

L. ein (Dispositivziffer 1), verwies die Zivilklage der Privatklägerinnen auf den 

Zivilweg (Dispositivziffer 2) und hob die angeordneten Beschlagnahmen von 

Vermögenswerten auf L. und/oder Q. lautenden Konten sowie die Grund-

buchsperre der Liegenschaft Nr. 1 vollständig auf ([Dispositivziffern 3-7]; 

act. 1.1). 

 

 

M. Am 14. März 2023 ersuchten die Privatklägerinnen die BA um Einsicht in die 

seit dem 27. Oktober 2022 entstandenen Verfahrensakten. Am darauffolgen-

den Tag stellte die BA ihnen das ergänzende Rechtshilfeersuchen vom 

22. Oktober 2021 zu und führte aus, dass die Privatklägerinnen betreffend 

die übrige Korrespondenz sowie die im Rahmen des Rechtshilfeverfahrens 

ergangenen Verfügungen nicht persönlich und direkt von möglichen Rechts-

hilfemassnahmen betroffen seien, weshalb ihnen kein Akteneinsichtsrecht 

im Rahmen des Rechtshilfeverfahren zustehe (Verfahrensakten, pag. 

15.1.1.2 1069 ff.).  

 

 

N. Gegen die Einstellungsverfügung vom 6. März 2023 liessen die Privatkläge-

rinnen am 24. März 2023 bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts Beschwerde erheben. Sie beantragen im Hauptbegehren die Aufhe-

bung der Einstellungsverfügung und Rückweisung der Sache an die BA zur 

Durchführung der im Schreiben vom 4. Februar 2022 verlangten Untersu-

chungshandlungen. In prozessualer Hinsicht ersuchen sie um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung (act. 1). 

 

 

O. Mit ergänzendem Ersuchen vom 23. März 2023 ersuchten die luxemburgi-

schen Behörden die Schweiz u.a. um Beschlagnahme der Urkunde, mit wel-

cher die Hälfte der Liegenschaft Nr. 1 von L. an Q. verschenkt worden sei, 

sowie um Beschlagnahme der Liegenschaft sowie sämtlicher noch vorhan-

denen Vermögenswerte auf den auf Q. lautenden Bankkonten (Verfahrens-

akten, pag. 18.2.1 0066 ff.). Mit Zwischenverfügung vom 12. April 2023 im 

Verfahren mit dem Verfahrenszeichen RH.23.0043 zog die BA den Vertrag 

auf Eigentumsübertragung der Liegenschaft Nr. 1 aus dem Strafverfahren 

SV.20.0750 bei (Verfahrensakten, pag. 18.2.1 0075 ff.).  

 

 

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P. Die BA teilte dem Gericht mit Eingabe vom 4. April 2023 mit, sich dem Ge-

such um aufschiebende Wirkung nicht zu widersetzen (BP.2023.29-37, 

act. 5). Das entsprechende Gesuch der Beschwerdeführerinnen wurde in 

der Folge mit Zwischenverfügung BP.2023.29-37 vom 19. April 2023 gutge-

heissen (act. 6). 

 

 

Q. L. informierte das Gericht mit Eingabe vom 11. April 2023, dass er auf eine 

Stellungnahme zur Beschwerde verzichte und deren kostenfälligen Abwei-

sung beantrage (act. 5). Die BA nahm zur Beschwerde mit Eingabe vom 

24. April 2023 Stellung. Sie beantragt deren kostenfällige Abweisung 

(act. 7). Mit Schreiben vom 8. und 22. Mai 2023 hielten die Beschwerdefüh-

rerinnen und die BA an den in der Beschwerde resp. Beschwerdeantwort 

gestellten Begehren fest (act. 10, 12). L. liess sich nicht vernehmen. 

 

 

R. Am 2. November 2023 übermittelte die BA dem Gericht zuständigkeitshalber 

eine bei ihr eingegangene Anfrage der Bank T. AG vom 27. Oktober 2023 

betreffend Saldierung von Bankbeziehungen zwecks Vermeidung zukünfti-

ger Spesenbelastungen (act. 14). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. Gemäss Art. 3 Abs. 1 StBOG ist die Verfahrenssprache Deutsch, Franzö-

sisch oder Italienisch. Nach konstanter Praxis der Beschwerdekammer 

bestimmt die Sprache des angefochtenen Entscheids die Sprache im 

Beschwerdeverfahren (TPF 2018 133 E. 1 m.w.H.). Davon abzuweichen 

besteht hier kein Grund. Der vorliegende Beschluss ergeht deshalb in 

deutscher Sprache, auch wenn die Beschwerde in Französisch eingereicht 

wurde. 

 

 

2.  

2.1 Gegen eine von der Bundesanwaltschaft verfügte Einstellung eines Strafver-

fahrens können die Parteien bei der Beschwerdekammer des Bundesstraf-

gerichts Beschwerde erheben (Art. 322 Abs. 2 StPO und Art. 37 Abs. 1 des 

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Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehör-

den des Bundes [Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]). 

Gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO können mit der Beschwerde Rechtsverletzun-

gen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, 

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder 

unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie die Unangemessen-

heit (lit. c) gerügt werden. 

 

2.2 Zur Beschwerde legitimiert sind die Parteien, sofern sie ein rechtlich 

geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen 

Entscheids haben (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 und Art. 382 Abs. 1 

StPO). Die geschädigte Person ist grundsätzlich nur insoweit zur Be-

schwerde legitimiert, als sie sich im Sinne der Art. 118 f. StPO als Privatklä-

gerschaft konstituiert hat bzw. als sie noch keine Gelegenheit hatte, sich als 

Privatklägerschaft zu konstituieren (vgl. BGE 141 IV 380 E. 2.2 S. 383 m.H.; 

Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2016.24 vom 7. Juni 2016 E. 1.2 

m.w.H.). Als Privatklägerschaft und somit als Partei des Strafverfahrens 

(Art. 104 Abs. 1 lit. b StPO) gilt die geschädigte Person, die ausdrücklich 

erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin oder -kläger zu 

beteiligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). Als geschädigte Person gilt die Person, 

die durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist 

(Art. 115 Abs. 1 StPO). Dies trifft auf Träger des durch die verletzte Straf-

norm geschützten oder zumindest mitgeschützten Rechtsguts zu (BGE 140 

IV 155 E. 3.2 m.w.H.).  

 

2.3 Die Beschwerdeführerinnen machen u.a. geltend, der Beschuldigte habe 

sich durch Vermögensdelikte zu deren Nachteil bereichert und das verbre-

cherisch erlangte Vermögen gewaschen; sie haben sich als Privatklägerin-

nen konstituiert (Verfahrensakten, pag. 15.1.1.1 0001 und 0012 ff.) und sind 

Adressatinnen der angefochtenen Verfügung; sie sind zur Erhebung der 

vorliegenden Beschwerde befugt. Die Einstellungsverfügung vom 6. März 

2023 stellt ein zulässiges Anfechtungsobjekt dar. Auf die im Übrigen form- 

und fristgerecht erhobene Beschwerde ist somit einzutreten. 

 

 

3. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss sich die Beschwer-

deinstanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen 

und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen. Sie kann sich auf 

die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschränken, und es genügt, 

wenn die Behörde wenigstens kurz die Überlegungen nennt, von denen sie 

sich leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 141 IV 249 

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E. 1.3.1; 139 IV 179 E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 1A.59/2004 vom 

16. Juli 2004 E. 5.2 m.w.H.). 

 

 

4.  

4.1 Die Untersuchung SV.20.0750 stellte die BA im Wesentlichen mit der 

Begründung ein, die dem Beschuldigten vorgeworfenen Handlungen seien 

Gegenstand eines luxemburgischen Strafverfahrens. Die Beschwerdeführe-

rinnen hätten vor der Einreichung der Strafanzeige bei der BA im gleichen 

Zusammenhang bereits am 19. Februar 2020 in Luxemburg eine Strafan-

zeige gegen den Beschuldigten eingereicht und sich als Privatklägerinnen 

konstituiert. Gegenstand des luxemburgischen Strafverfahrens seien die 

mutmasslich in Luxemburg begangenen Vortaten der Geldwäscherei und die 

mutmasslich begangenen Geldwäschereihandlungen, welche – «soweit die 

möglicherweise inkriminierten Vermögensverschiebungen über Schweizer 

Bankverbindungen erfolgten» – auch Gegenstand des in der Schweiz 

geführten Strafverfahrens gegen den Beschuldigten seien. Im nationalen 

Strafverfahren seien Bankunterlagen ediert und Vermögenswerte auf 

Schweizer Bankbeziehungen, die auf den Beschuldigten und/oder dessen 

Ehefrau lauten, beschlagnahmt und die Liegenschaft Nr. 1 mit Beschlag 

belegt worden. Den beiden luxemburgischen Rechtshilfegesuchen 12. Feb-

ruar 2021 und 22. Oktober 2022 sei stattgegeben worden. Die Vortaten 

würden von den luxemburgischen Behörden umfassender untersucht, da in 

Bezug auf einen Teil der angezeigten Vortaten keine Schweizer Strafhoheit 

auszumachen sei. Zudem befänden sich der Lebensmittelpunkt und Arbeits-

ort des Beschuldigten den Angaben dessen Verteidigers zufolge in Luxem-

burg. Damit seien die Voraussetzungen für die Einstellung des Verfahrens 

gestützt auf Art. 8 Abs. 3 und 4 StPO gegeben. Ausserdem würden die in 

der Einstellungsverfügung ausgeführten inländischen Kontoüberweisungen 

keine Geldwäschereihandlungen darstellen, weshalb diesbezüglich unab-

hängig von einer Einstellung von Art. 319 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 8 Abs. 3 

StPO eine Einstellung in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO erfolge 

(act. 1.1, S. 6 ff.). 

 

4.2 Die Beschwerdeführerinnen wenden dagegen im Wesentlichen ein, eine sich 

auf Art. 8 Abs. 3 StPO stützende Verfahrenseinstellung könne nur erfolgen, 

wenn die überwiegenden Interessen den Privatklägerinnen nicht verletzt 

werden. Dazu gehöre, dass die Privatklägerinnen ihre Zivilansprüche 

geltend machen können und dass die erlittenen Vermögensschäden im 

Strafverfahren Berücksichtigung fänden. Zum einen gehe die BA von einer 

falschen Sachverhaltsfeststellung aus. Die Strafanzeige vom 19. Februar 

2020 in Luxemburg sei nicht von den Beschwerdeführerinnen, sondern von 

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anderen Gesellschaften der A.-Gruppe eingereicht worden. Die zum Nachteil 

jener Gesellschaften abgezweigten Gelder seien auf Konten in Luxemburg 

geflossen. Hingegen sei das zum Nachteil der Beschwerdeführerinnen ab-

gezweigte Vermögen bzw. die Gelder jener Gesellschaften, die ihre Strafan-

zeige in der Schweiz eingereicht haben, auf Bankkonten in der Schweiz ge-

flossen. Zum anderen hätten die Beschwerdeführerinnen am 4. Februar 

2022 im Verfahren SV.20.0750 mehrere Beweisanträge gestellt und darauf-

hin mehrfach erfolglos um deren Behandlung ersucht. Die BA habe das 

Verfahren SV.20.0750 eingestellt, ohne sich bei den luxemburgischen 

Behörden zu vergewissern, dass die Interessen der Beschwerdeführerinnen 

in Luxemburg gewahrt werden. Aus den Verfahrensakten gehe hervor, dass 

nicht alle edierten Bankunterlagen an die luxemburgischen Behörden weiter-

geleitet worden seien und dass ein Bankkonto des Beschuldigten nicht 

beschlagnahmt worden sei. Es sei auch unklar, inwiefern in Bezug auf einige 

Bankkonten der Bank S. AG, die nicht beschlagnahmt und deren Bankunter-

lagen nicht an die luxemburgischen Behörden zugestellt worden seien, die 

Interessen der Beschwerdeführerinnen gewahrt sein sollen. Auf einem 

dieser Konten der Bank S. AG seien im Jahr 2021 EUR 240'000.-- eingegan-

gen. Auch aus der Einstellungsverfügung gehe nicht hervor, ob/dass sämtli-

che im schweizerischen Verfahren erfolgten Beschlagnahmungen auch im 

Rechtshilfeverfahren beschlagnahmt worden seien. Zudem würde der 

Beschuldigte und/oder dessen Ehefrau über Vermögenswerte in Deutsch-

land verfügen, wobei den Beschwerdeführerinnen nicht bekannt sei, ob 

diese beschlagnahmt worden seien. Damit die Beschwerdeführerinnen 

beurteilen könnten, ob ihre Interessen im luxemburgischen Verfahren ge-

wahrt seien, sei ihnen zumindest Einsicht in die Beschlagnahmeverfügungen 

zu gewähren, die im Rechtshilfeverfahren ergangen seien. Indem die BA 

Verfügungen, die im Rechtshilfeverfahren im Zusammenhang mit Beschlag-

nahmungen getroffen worden seien, den Beschwerdeführerinnen im 

nationalen Verfahren SV.20.0750 nicht offenlege, verletze sie deren 

Anspruch auf rechtliches Gehör. Aufgrund der nicht identischen Privatklä-

gerschaft in den schweizerischen und im luxemburgischen Verfahren könne 

nicht davon ausgegangen werden, dass die Interessen der Beschwerdefüh-

rerinnen, insbesondere betreffend Zivilansprüche, im luxemburgischen 

Verfahren 6408/20/CD gewahrt seien. Hinzu komme, dass die Gesellschaf-

ten, die in Luxemburg Anzeige erstattet hätten, aufgrund des Instruktionsge-

heimnisses nach luxemburgischem Recht keine Akteneinsicht in das dort 

geführte Verfahren erhalten würden. Dass sich die BA nicht um den entspre-

chenden Schutz der Interessen der Beschwerdeführerinnen gesorgt habe, 

gehe auch daraus hervor, dass sie das Verfahren gestützt auf Art. 8 Abs. 3 

StPO eingestellt habe, obschon zu jenem Zeitpunkt die Liegenschaft Nr. 1 

im Rechtshilfeverfahren nicht beschlagnahmt gewesen sei. Im vorliegenden 

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Verfahrensstadium erscheine eine Einstellung voreilig. Sei das Vorgehen der 

ausländischen Behörde ungewiss, sei es nicht angebracht, das Verfahren 

einzustellen. Nach einer Einstellung würden die Beschwerdeführerinnen 

kaum eine Wiederaufnahme des nationalen Verfahrens bewirken können. Im 

Zweifelsfall sei eine Sistierung in Betracht zu ziehen. Im Übrigen sei die BA 

nicht besonders aktiv gewesen und habe ausser den im Jahre 2020 

verfügten Beschlagnahmungen keine Untersuchungshandlungen getätigt 

und sämtliche Beweisanträge der Beschwerdeführerinnen abgewiesen. 

Obschon der Beschuldigte erklärt habe, zu einer Einvernahme zu erschei-

nen, sofern ihm das freie Geleit gewährt werde, habe die BA ihn nicht 

einvernommen. Unter dem Deckmantel des luxemburgischen Rechtshilfe-

verfahrens habe sie den Fortgang des Strafverfahren SV.20.0750 vernach-

lässigt. Weder den Privatklägerinnen im luxemburgischen Verfahren noch 

den Beschwerdeführerinnen seien Untersuchungshandlungen der luxem-

burgischen Strafverfolgungsbehörden oder eine angebliche Kooperation des 

Beschuldigten bekannt. Nach ihrer Kenntnis wohne der Beschwerdeführer 

unweit von der Schweizer Grenze, in Deutschland und nicht in Luxemburg 

(act. 1, S. 16 ff.; act. 10). 

 

4.3 Im Rahmen des Schriftenwechsels verweist die BA auf die in der angefoch-

tenen Einstellungsverfügung getätigten Ausführungen. Ergänzend führt sie 

aus, welche Bankkonten rechtshilfeweise beschlagnahmt worden seien und 

dass sie dem ergänzenden Rechtshilfeersuchen vom 23. März 2023 betref-

fend die Beschlagnahme der Liegenschaft Nr. 1 entsprochen habe. Mit 

Ausnahme von Bankbeziehungen mit einem Minussaldo oder mit einem 

unbeachtlichen Betrag, seien sämtliche in der Schweiz vorhandenen Vermö-

genswerte rechtshilfeweise beschlagnahmt worden. Für Luxemburg bestehe 

ein untrennbarer Zusammenhang zwischen den dort und den in der Schweiz 

begangenen Straftaten, weshalb das Bezirksgericht Luxemburg auch für die 

in der Schweiz begangenen Straftaten zuständig sei. Eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs stellt die BA in Abrede. Sämtliche luxemburgischen 

Rechtshilfeersuchen seien zum Verfahren SV.20.0750 beigezogen worden. 

Die Beschwerdeführerinnen seien von möglichen Rechtshilfemassnahmen 

nicht direkt und persönlich i.S.v. Art. 21 Abs. 3 und Art. 80h lit. b IRSG 

betroffen, weshalb ihnen kein Recht auf Einsicht in weitere Unterlagen 

zustehe. Es sei unbeachtlich, wer in Luxemburg Strafanzeige eingereicht 

habe. Vielmehr müsse sich das ausländische Verfahren auf dieselben Tat-

sachen und Personen wie das bei der BA geführte Strafverfahren beziehen. 

Aus der in Luxemburg von vier Einheiten der A.-Gruppe eingereichten Straf-

anzeige sowie den entsprechenden Rechtshilfeersuchen gehe hervor, dass 

der in Luxemburg beanzeigte und der dortigen Untersuchung zugrundelie-

gende Sachverhalt identisch sei wie derjenige, der in der Strafanzeige vom 

- 12 - 

 

 

11. Juni 2020 geschildert wurde. Mit Hinweis auf Auszüge aus dem 

luxemburgischen Recht hält die BA fest, dass die Konzeption der infrage 

kommenden Delikte in Luxemburg gleich sei wie in der Schweiz. Es 

bestünde weder Befürchtung, dass im Falle einer Strafbarkeit des Beschul-

digten in Luxemburg keine den hiesigen Vorstellungen gerecht werdende 

Sanktion drohe, noch bestünden Anhaltspunkte, um an der Effizienz und 

Korrektheit des luxemburgischen Strafverfahrens zu zweifeln. Vor diesem 

Hintergrund würden die Interessen der Beschwerdeführerinnen auch im 

Verfahren in Luxemburg umfassend gewahrt, weshalb sich keine weiteren 

Abklärungen zur Interessenwahrung aufgedrängt hätten. Daran würde die 

Rüge der Beschwerdeführerinnen betreffend fehlende Akteneinsicht im 

luxemburgischen Verfahren nichts ändern. Sofern die Befürchtung bestehe, 

dass die Beschwerdeführerinnen in Luxemburg keine Zivilansprüche geltend 

machen können, könnten sie in Luxemburg eine Strafanzeige einreichen und 

sich dort als Privatklägerinnen konstituieren. Betreffend die Liegenschaft 

Nr. 1 würden die Beschwerdeführerinnen nicht ausführen, warum die 

Möglichkeit des zivilrechtlichen Arrests nicht in Betracht gezogen worden sei. 

Es wäre den Beschwerdeführerinnen freigestanden, die Durchsetzung ihres 

Rückforderungsanspruches bereits vor Einreichung der Strafanzeige zivil-

rechtlich zu sichern. Ungeachtet der Tatsache, dass auf ein Konto des 

Beschuldigten bei der Bank S. AG Fr. 240'000.-- transferiert worden seien, 

habe sich dessen Saldo am 31. März 2021 auf rund Fr. 2'500.-- belaufen 

(act. 7, S. 2 ff.; act. 12). 

 

 

5.  

5.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV sowie Art. 3 

Abs. 2 lit. c und Art. 107 StPO dient einerseits der Sachaufklärung, ander-

seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass ei-

nes Entscheids dar, der in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift 

(BGE 146 IV 218 E. 3.1.1; 112 Ia 3 m.H.). Der Anspruch auf rechtliches 

Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht all jene Befugnisse, die einem Betroffe-

nen einzuräumen sind, damit er seinen Standpunkt wirksam zur Geltung 

bringen kann. Daraus folgt das Recht auf Einsicht in die Akten, sich vor 

Erlass eines in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu 

äussern sowie der Anspruch auf Abnahme der rechtzeitig und formrichtig 

angebotenen rechtserheblichen Beweismittel. Das Akteneinsichtsrecht 

bezieht sich auf sämtliche Akten eines Verfahrens, die für dieses erstellt oder 

beigezogen wurden, ohne dass ein besonderes Interesse geltend gemacht 

werden müsste und unabhängig davon, ob aus Sicht der Behörde die fragli-

chen Akten für den Ausgang des Verfahrens bedeutsam sind. Der Anspruch 

gilt nicht absolut; er kann aus überwiegenden Interessen durch Abdeckung 

- 13 - 

 

 

und nötigenfalls Aussonderung eingeschränkt werden; auf solchermassen 

geheim gehaltene Akten darf nur insoweit abgestellt werden, als deren 

wesentlicher Inhalt unter Wahrung der Äusserungsmöglichkeit bekannt 

gegeben wird (Art. 107 Abs. 1 lit. a und d StPO; BGE 144 II 427 E. 3.1 und 

3.1.1; 144 I 11 E. 5.3 S. 17; 135 II 286 E. 5.1 S. 293; 132 II 485 E. 3.1 S. 494; 

je mit Hinweisen). 

 

Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur und eine Verletzung 

führt deshalb ungeachtet der materiellen Begründetheit des Rechtsmittels 

grundsätzlich zur Gutheissung der Beschwerde und zur Aufhebung des 

angefochtenen Entscheids. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen die Gehörs-

verletzung nicht besonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die 

Partei, deren rechtliches Gehör verletzt wurde, sich vor einer Instanz äussern 

kann, welche sowohl Tat- als auch Rechtsfragen uneingeschränkt überprüft 

(BGE 144 IV 302 E. 3.1 S. 304; 144 I 11 E. 5.3 S. 17; 137 I 195 E. 2.2 S. 197; 

135 I 279 E. 2.6.1; je m.w.H.).  

 

5.2  

5.2.1 Die Einstellungsverfügung vom 6. März 2023 erfolgte gestützt auf Art. 8 

Abs. 3 StPO. Diese Bestimmung ermächtigt die Staatsanwaltschaft, von der 

Strafverfolgung abzusehen, wenn u.a. die Straftat bereits von einer auslän-

dischen Behörde verfolgt wird und keine überwiegenden Interessen der 

Privatklägerschaft entgegenstehen. Ein Interesse der Privatklägerschaft 

stellt etwa jenes an der Behandlung ihrer Zivilansprüche oder in besonders 

gewichtigen Fällen ihres Strafanspruchs dar (Botschaft vom 21. Dezember 

2005 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1131). Ein 

entgegenstehendes Interesse ist zu bejahen, wenn z.B. das ausländische 

Verfahrensrecht es der Privatklägerschaft nicht erlaubt, ihre zivilrechtlichen 

Ansprüche im Strafverfahren adhäsionsweise geltend zu machen (Ent-

scheide des Bundesstrafgerichts BB.2021.75 vom 28. Juni 2022 E. 2.3.2; 

BB.2021.4 vom 27. April 2021 E. 2). Macht die Privatklägerschaft Zivilan-

sprüche geltend, hat sie grundsätzlich ein Interesse daran, dass allfällig ihr 

entzogene Vermögenswerte oder Vermögenswerte im Zugriffbereich des 

Beschuldigten, die zur Schadensdeckung herangezogen werden könnten, 

gesichert und der Gefahr einer Verringerung entzogen werden. Sind solche 

Vermögenswerte im nationalen Verfahren beschlagnahmt, würde es den 

Interessen der Privatklägerschaft entgegenstehen, wenn das schweizeri-

sche Verfahren mit gleichzeitiger Aufhebung der Beschlagnahmen, einge-

stellt wird, ohne dass eine – allenfalls rechtshilfeweise – nahtlose Sicherung 

dieser Vermögenswerte im ausländischen Verfahren vorliegt. Angesichts 

des vorliegend geltend gemachten Deliktsbetrags von mehr als EUR 12 Mio. 

ist das Interesse der Beschwerdeführerinnen an der Sicherung der 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-II-427%3Ade&number_of_ranks=0#page427
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-I-11%3Ade&number_of_ranks=0#page11
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-IV-302%3Ade&number_of_ranks=0#page302

- 14 - 

 

 

im Verfahren SV.20.0750 gesperrten Bankverbindungen, welche nach Aus-

kunft der BA vom 18. Oktober 2021 Vermögenswerte von insgesamt ca. 

Fr. 10. Mio. aufwiesen, evident. Dies gilt ebenso in Bezug auf die Aufrecht-

erhaltung der Grundbuchsperre über die Liegenschaft Nr. 1. 

 

5.2.2 Die Erwägungen in der Einstellungsverfügung vom 6. März 2023 in Bezug 

auf das Schicksal der beschlagnahmten Vermögenswerte stehen somit mit 

den überwiegenden Interessen der Beschwerdeführerinnen in Zusammen-

hang und sind in Berücksichtigung von Art. 8 Abs. 3 StPO entscheidrelevant. 

Dazu gehören auch die in der Einstellungsverfügung als rechtshilfeweise 

gesperrt bezeichneten Vermögenswerte (act. 1.1, z.B. Ziff. 43, 50, 52, 54). 

Es geht daher nicht an, dass die in der Einstellungsverfügung des Strafver-

fahrens erwähnten Verfügungen aus dem Rechtshilfeverfahren lediglich der 

BA bekannt sind. Die rechthilfeweise verfügten Vermögenssperren haben 

aktenkundig zu sein. Für das Gericht ergeben sich aus den vorliegenden 

Akten keine überwiegenden private oder öffentlichen Interessen, die dem 

Beizug dieser Verfügungen ins nationale Verfahren entgegenstehen würden. 

Solche werden von der BA auch nicht behauptet. Indem die BA den 

Beschwerdeführerinnen die Einsicht in im Rechtshilfeverfahren ergangene 

Entscheide verweigerte bzw. diese nicht in das nationale Verfahren beizog, 

hat sie deren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Nachdem die BA die 

entsprechenden Verfügungen auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

nicht eingereicht hat, fällt eine Heilung der Gehörsverletzung von vornherein 

ausser Betracht. Dementsprechend ist die angefochtene Verfügung aufzu-

heben. 

 

 

6.  

6.1 Da die Verfügung bereits aus formellen Gründen aufzuheben ist, erübrigt 

sich die Prüfung der Vorbringen der Beschwerdeführerinnen in materieller 

Hinsicht. Im Sinne der Verfahrensökonomie sind die Parteien gleichwohl auf 

nachfolgende Erwägungen hinzuweisen.  

 

6.2 Art. 8 Abs. 3 StPO setzt voraus, dass der Einstellung oder der Nichtanhand-

nahme eines Verfahrens keine überwiegenden Interessen der Privatkläger-

schaft entgegenstehen. Art. 8 Abs. 3 StPO bezieht sich auf Straftaten, die in 

der Schweiz begangen wurden und für welche die Schweiz nach dem Terri-

torialitätsprinzip zuständig wäre (Art. 3 Abs. 1 StGB). Erfasst werden zwei 

Konstellationen: Der Tatverdächtige steht auch im Ausland wegen dieser Tat 

in einem Strafverfahren oder der Täter wird gemäss Art. 3 Abs. 3 StGB 

gestützt auf ein Strafübernahmebegehren der Schweiz (vgl. Art. 88 f. IRSG) 

in einem (anderen) Staat verfolgt, z.B. weil er dort ebenfalls Straftaten 

https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/564c189e-a29d-4671-9de2-ba95ae975807/b1b304e9-838c-4dce-9c49-ee0b28e3b9f2?source=document-link&SP=7|n4t3ad
https://www.swisslex.ch/DOC/ShowLawViewByGuid/11f01823-20fd-4956-af94-299409e09a74/b353c2bf-d229-409b-973b-1bc2339afa5d?source=document-link&SP=7|n4t3ad

- 15 - 

 

 

begangen hat und deshalb dort Objekt eines Strafverfahrens ist. Die Über-

tragung des Strafverfahrens im Sinne von Art. 88 IRSG kann nur erfolgen, 

wenn in der Schweiz ein Strafverfahren eröffnet worden ist (vgl. Beschlüsse 

des Bundesstrafgerichts BB.2021.4 vom 14. Mai 2021 E. 2; BB.2016.192 

vom 30. November 2016 E. 3.2.3; BB.2016.192 vom 14. Mai 2021 E. 3; UN-

SELD, Basler Kommentar, 2015, Art. 88 IRSG N. 8). 

 

Da ein eingestelltes Verfahren nur unter den engen Voraussetzungen von 

Art. 323 StPO wieder aufgenommen werden kann, besteht die Möglichkeit, 

das Verfahren in Anwendung von Art. 314 Abs. 1 lit. b StPO zu sistieren. 

Diese Alternative kommt ferner auch in Betracht, wenn absehbar ist, dass 

innert nützlicher Frist Gewissheit über den Verfahrensausgang oder zumin-

dest die Fortschritte des ausländischen Verfahrens erlangt werden kann 

(Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2021.75 vom 28. Juni 2022 E. 2.3.3 

m.w.H.; FIOLKA/RIEDO, a.a.O., Art. 8 StPO N. 97; ROTH/VILLARD, a.a.O., Art. 

8 StPO N. 39a). 

 

6.3  

6.3.1 Im luxemburgischen Verfahren haben die Gesellschaften M. Limited, N. Sàrl, 

O. Sàrl und P. Sàrl Strafanzeige erstattet, im schweizeischen Verfahren hin-

gegen die Gesellschaften A. Sàrl, B. Sàrl, C. SA, D. SA (in Liq.), E. Sàrl (in 

Liq.), F. Sàrl (in Liq.), G. Sàrl, H. Ltd. (Alleinaktionärin der liquidierten I. Sàrl) 

und J. Ltd. (Alleinaktionärin der der liquidierten K. Sàrl). Damit trifft die 

Angabe in der Einstellungsverfügung vom 6. März 2023, wonach die Privat-

klägerinnen im schweizerischen Verfahren auch in Luxemburg eine Anzeige 

eingereicht haben sollen (act. 1.1, Ziff. 46), nicht zu.  

 

6.3.2 Die in Luxemburg eingereichte Strafanzeige vom 19. Februar 2020 und 

jene vom 11. Juni 2020, die in der Schweiz erstattet wurde, schildern 

Folgendes: Der Beschuldigte sei von 2007 bis 2019 Direktor des luxembur-

gischen A. Büro gewesen. Im August 2019 seien einer Angestellten der AA., 

Verwalterin der A. Fonds, zwei Zahlungen an die Gesellschaft BB. Sàrl, die 

nicht zur A. gehöre und mit welcher A. keine Geschäftsbeziehungen gepflegt 

habe, aufgefallen. Es habe sich herausgestellt, dass der Beschuldigte 

Alleinaktionär dieser Gesellschaft gewesen sei. Eine interne bzw. an die 

Firma CC. mandatierte Untersuchung habe ergeben, dass zwischen März 

2010 und Juli 2019 72 betrügerische Zahlungen erfolgt seien, die der A. 

einen Schaden von mindestens EUR 12'732'656.-- verursacht hätten. Diese 

Zahlungen habe der Beschuldigte veranlasst, wobei er sich für seine 

Machenschaften folgender vier Methoden bedient habe: 1) Als Alleinaktionär 

der Firma DD. Sàrl (später in BB. Sàrl umfirmiert), habe er dieser zwischen 

März 2012 und Juli 2019 sechs Zahlungen im Gesamtbetrag von 

- 16 - 

 

 

EUR 4'105'723.-- zukommen lassen, welche von Fonds oder anderen durch 

die A. verwalteten Strukturen stammten. Der jeweilige Name seiner Firma 

habe den tatsächlich bestehenden Geschäftsbeziehungen mit dem «Projekt 

[…]» und dem «Projekt […]» geglichen. Es sei anzunehmen, dass der 

Beschuldigte für den Vollzug der Zahlungen das Vertrauensverhältnis seiner 

Kollegen missbraucht oder deren Unterschrift gefälscht habe. 2) Der 

Beschuldigte habe ein gefälschtes Mandat der A. an eine in Tat und Wahrheit 

inexistente Beratungsfirma namens «EE.» aufgesetzt und in diesem Zusam-

menhang zwischen August 2015 und Mai 2019 mindestens 19 Zahlungen im 

Gesamtbetrag von EUR 5'874'800.-- auf eigene Bankkonten veranlasst. 

3) Der Beschuldigte habe gefälschte Rechnungen, die auf fiktiven Bera-

tungsleistungen basiert hätten, zwecks Finanzierung persönlicher Ausgaben 

verwendet. Zwischen Oktober 2015 und Oktober 2018 seien 40 betrügeri-

sche Zahlungen im Gesamtbetrag von EUR 1'086'583.-- an die Vermieter 

der Wohnungen des Beschuldigten geflossen. 4) Schliesslich habe der 

Beschuldigte weitere sechs betrügerische Zahlungen im Gesamtbetrag von 

EUR 1'665'550.-- getätigt (Verfahrensakten, pag. 15.1.1.1 0552 ff.). In der 

schweizerischen Strafanzeige stellen die Beschwerdeführerinnen inhaltlich 

und zeitlich denselben Ablauf und dieselben vier Vorgehensweisen, wie die 

in Luxemburg eingereichten Strafanzeige bzw. den exakt selben Sachverhalt 

dar. Ergänzend führt die Anzeige vom 11. Juni 2020 aus, dass mit der 

Methode 2 Bankkonten von B. Sàrl, K. Sàrl, D. SA (in. Liq.) und E. Sàrl 

(in Liq.) belastet worden seien. Für die Zahlungen im Zusammenhang mit 

den Liegenschaften (Methode 3) seien Vermögenswerte verwendet worden, 

die sich auf Konten der B. Sàrl, F. Sàrl (in. Liq). und G. Sàrl befunden hätten. 

Die Methode 4 sei zu Lasten der Vermögenswerte auf Konten der Firmen 

I. Sàrl und B. Sàrl erfolgt. Mit den Methoden 2 bis 4 seien die abgezweigten 

Gelder hauptsächlich auf (in der Strafanzeige genau bezeichneten) 

Schweizer Bankkonten transferiert worden. Die unrechtmässig erlangten 

Vermögenswerte habe L. im Umfang von rund CHF 7 Mio. zumindest 

teilweise von ausländischen Geschäftsbeziehungen auf die auf ihn oder ihm 

nahestehenden Dritten lautenden Geschäftsbeziehungen in der Schweiz 

bzw. von der Schweiz ins Ausland transferiert sowie für Lebenshaltungskos-

ten verbraucht, um die Feststellung der ursprünglichen Herkunft der Vermö-

genswerte zu erschweren und diese vor dem Zugriff der Strafverfolgungsbe-

hörden zu schützen. Für die fiktive Beratungsfirma «EE.» (Methode 3) sei 

eine Adresse in Z. verwendet worden. Der Beschuldigte habe einen luxuriö-

sen Lebensstil geführt, über Luxusfahrzeuge verfügt und in der Schweiz 

luxuriöse Villen gemietet. Er besitze ein Haus in Z., dass er seiner Ehefrau 

überschrieben habe (Verfahrensakten, pag. 15.1.1.1 0001 ff.). Diese gegen-

über der Schweizerischen Strafverfolgungsbehörde gemachten 

- 17 - 

 

 

Ergänzungen ändern indessen nichts an der Tatsache, dass der in Luxem-

burg und der in der Schweiz angezeigte Sachverhalt derselbe ist. 

 

6.3.3 Unklarheit scheint darüber zu herrschen, wer von diesen mutmasslichen 

Handlungen einen Schaden erlitten haben soll. Die von den Beschwerdefüh-

rerinnen und der BA genannte Unternehmensstruktur klärt diese Frage nicht. 

Fraglich und zumindest nicht erstellt ist, dass das luxemburgische Gesell-

schaftsrecht die Gesellschaftsform der Gruppe kennt. Selbst wenn dies der 

Fall wäre, dürfte nicht ohne Weiteres der Schluss gezogen werden, dass ein 

innerhalb der Unternehmensstruktur strafrechtlich erlittener Schaden pau-

schal als Zivilanspruch der Gruppe geltend gemacht werden kann. Die 

Beschwerdeführerinnen haben sich denn auch korrekterweise einzeln als 

Privatklägerinnen konstituiert. Der Umstand, dass im aktuellen Verfahrens-

stadium (noch) nicht abschliessend geklärt ist, welche konkrete (juristische) 

Person durch die angezeigten Handlungen einen Schaden erlitten haben 

soll, ändert indessen nichts an der Tatsache, dass die in der Schweiz und in 

Luxemburg angezeigten Handlungen identisch sind. Beide Länder untersu-

chen dieselben Straftaten und diese Untersuchung umfasst auch die Ermitt-

lung allfällig konkret geschädigter (juristischer) Personen. Demnach steht 

der Beschuldigte auch im Ausland wegen der in der Schweiz untersuchten 

Tat in einem Strafverfahren. Das entsprechende Erfordernis von Art. 8 Abs. 3 

StPO ist somit erfüllt.  

 

6.3.4 Angesichts der festgestellten Verletzung des rechtlichen Gehörs ist vorlie-

gend auch nicht zu prüfen, ob die BA die Interessen der Beschwerdeführe-

rinnen angemessen berücksichtigt hat. Prima vista scheint jedoch die ersatz-

lose Aufhebung der Grundbuchsperre der Liegenschaft Nr. 1 im Zeitpunkt 

der Einstellung des Verfahrens dem entgegengestanden zu haben. 

 

 

7. Nach dem Gesagten ist die Einstellungsverfügung vom 6. März 2023 aufzu-

heben und die Sache zu neuer Entscheidung an die BA zurückzuweisen. Bei 

diesem Ergebnis wird sie auch die Anfrage der Bank T. AG vom 27. Oktober 

2023 zu beantworten haben. Demensprechend werden mit diesem 

Beschluss act. 14.1 und 14.2 im Original an die BA retourniert. Kopien von 

act. 14.1 und 14.2 verbleiben in den Gerichtsakten und werden mit diesem 

Beschluss an die übrigen Parteien zugestellt. 

 

 

8.  

8.1 Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Hebt die Recht-

mittelinstanz einen Entscheid auf und weist sie die Sache zur neuen 

- 18 - 

 

 

Entscheidung an die Vorinstanz zurück, so trägt der Bund oder der Kanton 

die Kosten des Rechtsmittelverfahrens (Art. 428 Abs. 4 und Art. 423 StPO). 

Die Kosten sind somit auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

8.2 Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend hat die BA den Beschwerde-

führerinnen eine Entschädigung für ihre Aufwendungen auszurichten 

(Art. 436 Abs. 1 i.V.m. 429 Abs. 1 lit. a StPO). Grundlage für die Bemessung 

der Entschädigung bildet grundsätzlich die Kostennote (vgl. Art. 10 i.V.m. 

Art. 12 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 

2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafver-

fahren [BStKR; SR 173.713.162]).  

 

Die Rechtsvertreter der Beschwerdeführerinnen machen in der Beschwerde 

einen Aufwand von insgesamt 28 Stunden und 30 Minuten geltend, wovon 

18 Stunden und 40 Minuten von einem Mitarbeiter geleistet worden sind. 

Den Stundenansatz berechnen sie mit Fr. 230.-- und weisen so ein Total von 

Fr. 6'555.-- (exkl. MwSt.) aus (act. 1, S. 23 f.). In der Replikschrift wurde kein 

Aufwand geltend gemacht (act. 10). Der Stundenansatz von Fr. 230.-- 

entspricht demjenigen, den das Bundesstrafgericht für die Bearbeitung 

durchschnittlicher Verfahren, zu welchem auch das vorliegende zählt, durch 

die anwaltliche Vertretung als angemessen erachtet (vgl. Beschlüsse des 

Bundesstrafgerichts BB.2012.8 vom 2. März 2012 E. 4.2; BK.2011.21 vom 

24. April 2012 E. 2.1). Bei juristischen Mitarbeitern beträgt der Stundenan-

satz hingegen Fr. 100.-- (vgl. Urteile des Bundesstrafgerichts SK.2010.28 

vom 1. Dezember 2011 E. 19.2; SK.2010.3 vom 5. Mai 2010 E. 8.4; Urteil 

des Bundesgerichts 6B_118/2016 vom 20. März 2017 E. 4.4.1). In Berück-

sichtigung dieser Vergütungen und der eingereichten Replikschrift ist die 

angemessene Entschädigung ermessensweise auf pauschal Fr. 5'500.-- 

festzulegen. Damit hat die BA an die Beschwerdeführerinnen eine Entschä-

digung von insgesamt Fr. 5'500.-- zu leisten. 

 

  

- 19 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Einstellungsverfügung vom 6. März 

2023 wird aufgehoben und die Sache wird zu neuer Entscheidung an die 

Bundesanwaltschaft zurückgewiesen. 

 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden auf die Staatskasse genom-

men. 

 

3. Die Bundesanwaltschaft hat den Beschwerdeführerinnen für das vorliegende 

Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 5'500.-- zu bezahlen. 

 

 

Bellinzona, 7. Dezember 2023 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwältin Carla Reyes und Rechtsanwalt Vince Thabuis 

- Bundesanwaltschaft 

- Rechtsanwalt Gregor Benisowitsch 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen den vorliegenden Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben (Art. 79 BGG).