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**Case Identifier:** a7b92017-ba2b-59e7-885e-eaaa299546c5
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-20
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2012
**Docket/Reference:** ST.2014.162
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2014_162_tf.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2014.162 

Entscheid 

20. Oktober 2014 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Walter Balsiger und Gerichtsschreiberin Vivienne Blunschi 

A ,    

vertreten durch B ag,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrentin,  

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2012 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  die  Pflichtige)  deklarierte  in  der  Steuerperiode  2012  im 

Wertschriftenverzeichnis 250 Aktien der nicht börsenkotierten C AG mit dem im Vorjahr 

massgeblichen Steuerwert von Fr. 5'544.- pro Aktie.  

Im Einschätzungsentscheid vom 14. April 2014 stellte die Steuerkommissärin 

auf  den  per  2012  massgeglichen  Steuerwert  von  Fr.  6'084.-  ab,  was  für  250  Aktien 

eine entsprechende Vermögensaufrechnung zur Folge hatte. Kleinere Korrekturen – im 

Ergebnis  zu  Gunsten  der  Pflichtigen  –  nahm  sie  zudem  auch  einkommensseitig  vor. 

Eröffnet  wurde  dergestalt  die  Einschätzung  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  

Fr. 48'300.- und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 2'904'000.-.  

B.  Mit  hiergegen  am  16.  Mai  2014  erhobener  Einsprache  liess  die  Pflichtige 

beantragen, den Steuerwert der C-Aktien auf Fr. 4'258.- festzusetzen, weil ihr ausge-

hend  vom  unbestrittenen  Ausgangswert  von  Fr. 6'084.-  der  30%-Abzug  für  Minder-

heitsbeteiligungen zuzugestehen sei. Gemäss einschlägiger Wegleitung der Schweize-

rischen Steuerkonferenz (SSK) werde dieser Pauschalabzug zwar dann nicht gewährt, 

wenn der  Minderheitsaktionär  eine  angemessene  Dividende erhalte.  Letzteres  sei  bei 

ihr  der  Fall,  wenn man  die Frage  der  Angemessenheit  gestützt  auf  die Vorgaben  der 

SSK-Wegleitung  beantworte.  An  den  letzteren  Vorgaben  sei  indes  in  verschiedener 

Hinsicht Kritik anzubringen; ein sachgerechtes Resultat hätten diese nicht zur Folge.  

Mit Entscheid vom 10. Juni 2014  wies das kantonale Steueramt die Einspra-

che  ab.  Es  erwog,  dass  die  Aktienbewertung  bei  konsequenter  Anwendung  der  

SSK-Wegleitung zu einem rechtlich haltbaren Ergebnis führe; die diesbezügliche Kritik 

der Pflichtigen sei nicht berechtigt.  

C. Mit Rekurs vom 11. Juli 2014 liess die Pflichtige ihren Antrag der Einspra-

che erneuern und wiederum verfechten, den Wert einer C-Aktie unter Gewährung des 

30%-Abzugs  für  Minderheitsbeteiligungen  auf  Fr.  4'258.-  festzusetzen.  Zudem  wurde 

die  Zusprechung  einer  Parteientschädigung  verlangt.  Zur  Begründung  wurde  die  ein-

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spracheweise vorgebrachte Kritik an gewissen Vorgaben der SSK-Wegleitung wieder-

holt und vertieft. 

Das  kantonale  Steueramt  schloss  mit  Vernehmlassung  vom  7.  August  2014 

auf Rekursabweisung.  

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  a)  Gemäss  Art.  14  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über  die  Harmonisierung 

der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  vom  14.  Dezember  1990  (StHG) 

wird  das  Vermögen  zum  Verkehrswert  bewertet,  wobei  der  Ertragswert  angemessen 

berücksichtigt werden kann. Die Bewertung zum Verkehrswert ist für die Kantone bin-

dend.  

Als Verkehrswert gilt der objektive Marktwert eines Vermögensobjekts. Dieser 

entspricht  dem  Preis,  der  bei  einer  Veräusserung  im  gewöhnlichen  Geschäftsverkehr 

mutmasslich  zu  erzielen  ist,  den  also  ein  unbefangener  Käufer  unter  normalen  Um-

ständen zu zahlen bereit wäre (BGE 128 I 240 E. 3.1.2 S. 248; Zigerlig/Jud, in: Kom-

mentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, 2. A., 2002, Art. 14 N 1 StHG). 

Nach welchen Regeln der Verkehrswert zu ermitteln ist, schreibt das Steuer-

harmonisierungsgesetz  im  Übrigen  nicht  vor.  Ebensowenig  wird  die  Kann-Vorschrift 

der angemessenen Berücksichtigung des Ertragswertes näher geregelt. Den Kantonen 

steht daher ein grosser Ermessensspielraum ("marge de manoeuvre importante", BGE 

134 II 207 E. 3.6 S. 214, mit Hinweisen) offen. 

b)  Im  Einklang  mit  diesen  harmonisierungsrechtlichen  Vorgaben  bestimmt 

§ 39  Abs.  1  des  Steuergesetzes  vom  8.  Juni  1997  (StG),  dass  das  Vermögen  zum 

Verkehrswert  bewertet  wird.  Massgeblich  für  die  Bestimmung  des  Verkehrswerts  

ist  dabei  eine  "technisch-"  bzw.  "rechtlich-objektive"  und  nicht  eine  "subjektiv-

wirtschaftliche" Betrachtungsweise (RB 1989 Nr. 26).  

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c)  Bei  der  Bewertung  nicht  kotierter  Wertpapiere  hält  sich  die  hiesige  Ein-

schätzungspraxis  an  die  bereits  erwähnte  einschlägige  SSK-Wegleitung  (=  Kreis-

schreiben  Nr.  28  vom  28.  Augst  2008:  Wegleitung  zur  Bewertung  von  Wertpapieren 

ohne Kurswert für die Vermögenssteuer, nachfolgend Wegleitung).  

Hinter  der  Wegleitung  stehen  als  Mitglieder  der  SSK  die  kantonalen  Steuer-

verwaltungen  und  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung.    Bei  der Wegleitung  handelt 

es  sich  folglich  um  keine  von  einer  Bundesbehörde erlassene Rechtsnorm  und diese 

stellt auch kein Bundesrecht dar; ebensowenig kann sie als interkantonales Recht be-

zeichnet werden. Die Wegleitung qualifiziert als reine Verwaltungsverordnung und sta-

tuiert dementsprechend keine Rechte und Pflichten gegenüber Privaten, sondern ent-

hält  bloss  verwaltungsinterne  Regeln  für  das  Verhalten  der  Steuerbeamten  (BGer,  

5. Dezember 2013, 2C_450/2013, mit weiteren Hinweisen, auch zum Folgenden).  

Gemäss RZ 1 Abs. 1 der Wegleitung bezweckt diese im Rahmen der Vermö-

genssteuer eine in der Schweiz einheitliche Bewertung von inländischen und ausländi-

schen  Wertpapieren,  die  an  keiner  Börse  gehandelt  werden;  sie  dient  der  

Steuerharmonisierung  zwischen  den  Kantonen.  Die  Wegleitung  entspricht  damit  ver-

mutungsweise  der  geübten  Verwaltungspraxis;  gleichzeitig  konkretisiert  sie  Art.  14 

Abs.  1  StHG  und  füllt  den  Handlungsspielraum  aus,  den  diese  Norm  den  Kantonen 

einräumt.  

Eine  Wegleitung,  welche  zum  Ziel  hat,  alle  nicht  an  der  Börse  gehandelten 

Wertpapiere  schweizweit  einer  einheitlichen  und  einfach  handhabbaren  Bewertung 

zuzuführen,  basiert  naturgemäss  auf  summarischen  und  schematischen  Regeln.  Der 

nach  den  Letzteren  ermittelte  Verkehrswert  weicht  deshalb  vom  objektiven  Wert  oft 

erheblich ab, namentlich nach unten (StRK II, 4. November 2010, 2 ST.2010.272 und  

2  DB.2010.198).  Gleichwohl  ist  von  der  Wegleitung  nur  dann  Abstand  zu  nehmen, 

wenn eine bessere Erkenntnis des Verkehrswertbegriffs dies gebietet (RB 1994 Nr. 38, 

mit  Hinweisen).  Dass  im  Einzelfall  eine  von  der  schematischen  Bewertung  gemäss 

Wegleitung abweichende Ermittlung des Verkehrswerts nötig sein kann, ist gerichtlich 

anerkannt  (vgl.  BGr,  4.  November  1987,  StE  1988  B  72.13.22  Nr.  10;  VGr,  17.  Ju-

ni 1998, StE 1999 B 52.41 Nr. 2). 

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2. a) Im vorliegenden Fall stellt die Pflichtige nicht in Abrede, dass für die Ver-

kehrswertbestimmung  ihrer  C-Aktien  grundsätzlich auf  die Wegleitung  abzustellen  ist. 

Auch  geht  sie  mit  der  Steuerbehörde  davon  aus,  dass  die  Bewertungsvorgaben  der 

Letzteren  zu  einem  Verkehrswert  der  C-Aktie  per  hier  massgeblichem  Stichtag  

(31.  Dezember  2012)  von  Fr. 6'084.-  führen.  Umstritten  ist  allein,  ob  ausgehend  von 

letzterem Wert  ein  Anspruch  auf  den  30%-Einschlag  besteht,  welcher  Minderheitsbe-

teiligten unter bestimmten Voraussetzungen gewährt wird; diesfalls reduzierte sich der 

Steuerwert einer C-Aktie auf Fr. 4'258.-. 

b)  Gemäss  Wegleitung  wird  dem  beschränkten  Einfluss  des  Inhabers  einer 

Minderheitsbeteiligung  auf  die  Geschäftsleitung  und  auf  die  Beschlüsse  der  General-

versammlung  sowie  der  eingeschränkten  Übertragbarkeit  von  Gesellschaftsanteilen 

pauschal  mit  einem  Abzug  von  30%  auf  dem  Steuerwert  Rechnung  getragen  (RZ  61 

Abs. 1).  

Bei  der  Bewertung  nicht  kotierter  Wertpapiere  wird  somit  dem  beschränkten 

Einfluss des Inhabers einer Minderheitsbeteiligung auf die Gesellschaft, soweit er sich 

auch  auf  den  Verkehrswert  beim  Handel  mit  solchen  Gesellschaftsanteilen  auswirkt, 

durch  einen  Einschlag  Rechnung  getragen.  Allerdings  lässt  sich  die  Einbusse  beim 

Verkehrswert  nur  schwer  abschätzen  und  nicht  in  Zahlen  ausdrücken.  Deshalb  sieht 

die Wegleitung  für  solche  Fälle  einen  pauschalen  Abzug  von  30%  vor.  Der  pauschal 

bemessene Abzug ist somit rein praktisch bedingt. Andernfalls müsste der Minderwert 

durch  Schätzung  ermittelt  werden.  Angesichts  des  nicht  rechtsverbindlichen  Charak-

ters  der Wegleitung  ist  es  zulässig,  im  Einzelfall  von  dieser  Pauschale  abzuweichen, 

wenn  hierfür  Gründe  vorliegen,  die  im  konkreten  Fall  einen  anderen  Wert  als  besser 

begründet  erscheinen  lassen  als  die  pauschalen  30%  (BGer,  5.  Dezember  2013, 

2C_450/2013).  

Erhält  der  Steuerpflichtige  eine  angemessene  Dividende,  so  hat  er  gemäss 

Wegleitung keinen Anspruch auf diesen Abzug (RZ 63 Abs. 1). Eine Dividende ist dann 

angemessen,  wenn  die  im  Verhältnis  zum  Verkehrswert  errechnete  Rendite  mindes-

tens dem um 1 Prozent-Punkt erhöhten, auf 1/10 Prozent aufgerundeten, durchschnitt-

lich  auf  Quartalsbasis  berechneten  (ungerundeten)  5-Jahres-Swapsatz  entspricht  

(RZ 63 Abs. 2). Für die Berechnung der Rendite zum Bewertungsstichtag wird auf den 

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Durchschnitt  der  in den Kalenderjahren (n)  und  (n-1)  bezahlten  Dividenden  abgestellt 

(RZ 63 Abs. 3).  

c) Dass die Pflichtige mit 250 von total 36'000 C-Aktien eine Minderheitsbetei-

ligung hält, ist unbestritten. Der damit verbundene 30%-Einschlag auf dem Steuerwert 

der Aktien wäre ihr demnach unter der Voraussetzung zu gewähren, dass sie von der 

C  AG  keine  angemessene  Dividende  erhalten  hat.  Letzteres  ist  nach  Massgabe  der 

Berechnungsvorgaben in der Wegleitung indes nicht der Fall, betrug doch die Grenz-

rendite 1.5% (0.42% [5jähriger Swap-Satz] + 1 Prozentpunkt aufgerundet auf 1/10) und 

erhielt  sie  in  den  massgeblichen  Jahren  2012  (n)  und  2011  (n-1)  Dividenden  von 

Fr. 1'000.-  bzw.  Fr.  1'500.-,  womit  sich  ausgehend  vom  Steuerwert  der  C-Aktie  von 

Fr. 6'084.-  (bzw.  Fr.  60'840.-,  weil  die  Dividenden  vor  dem  im  Kalenderjahr  2012 

durchgeführten  Aktiensplit  [1:10]  ausbezahlt  worden  waren)  eine  Rendite  von  2.05% 

errechnet ([Fr. 1'000.- + Fr. 1'500.-] : 2 = Fr. 1'250.- : Fr. 60'840.- = 2.05%). 

Die Pflichtige beanstandet diese Berechnung nicht, hält jedoch dafür, dass die 

Vorgaben  der  Weisung  betreffend  die  Angemessenheit  der  Dividende  nicht  haltbar 

seien. Dabei bringt sie in dreierlei Hinsicht Kritik an: 

d)  aa)  Zunächst  macht  sie  geltend,  dass  sich  die  Angemessenheit  der  Divi-

dendenrendite  nach  der  früheren  (bis  Ende  2007  gültigen)  Fassung  der  Wegleitung 

vom Kapitalisierungssatz abgeleitet habe. Für das Jahr 2012 hätte sich auf dieser Ba-

sis  eine  Angemessenheitsgrenze  von  3.15%  ergeben;  nach  der  aktuellen  Fassung 

betrage  diese  nun  nur  noch  1.5%  und  sei  damit  kommentarlos  massiv  reduziert  wor-

den. Eine solche Verschärfung erweise sich aus den folgenden Gründen als nicht ge-

setzeskonform:   

Bei jeder Investition basiere die Gewinnerwartung auf dem generellen Zinsni-

veau sowie  dem  allgemeinen und  investitionsspezifischen Risiko.  Von  daher  habe  es 

Sinn  gemacht,  die  Angemessenheit  einer  Dividende  anhand  einer  proportionalen  Ab-

hängigkeit  zum  Kapitalisierungssatz  zu  beurteilen,  weil  dieser  beide  massgebenden 

Komponenten  verkörpere.  Bei  der  heutigen  Regelung  hange  die  Angemessenheits-

grenze  viel  zu  stark  vom  generellen  Zinsniveau  ab.  Strebe dieses  gegen  0%,  ergebe 

sich eine Angemessenheitsgrenze von lediglich 1%. Heute qualifiziere damit praktisch 

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jede  Dividende  als  angemessen  und  damit  als  zu  hoch  für  die  Gewährung  des  Pau-

schalabzugs.  

Seit  Beginn  der  "Tiefzinsphase  ab  2012  (5-Jahres-Swapsatz  weit  unter  1%)" 

liege die Angemessenheitsgrenze gemäss Weisung bei 1.5% (2012) bzw. 1.6% (2013). 

Die  durchschnittliche  Dividendenrendite  im  SPI  habe  mit  2.44%  (2012)  bzw.  2.5% 

(2013) im Schnitt beinahe 60% höher gelegen. Es sei offensichtlich, dass sich spätes-

tens seit dem Jahr 2012 die Zinsen praktisch gegen den Nullpunkt hin bewegten und 

somit  losgelöst  von  den  Dividenden  und  Gewinnen  der  Realwirtschaft  entwickelt  hät-

ten.  Daher  sei  für  die  Berechnung  der  Grenzrendite  ein  praktisch  ausschliessliches 

Abstützen auf Zinssätze für risikolose Anlagen im aktuellen Nullzinsumfeld kaum mehr 

haltbar. Soweit die Steuerbehörde im Einspracheentscheid darauf hinweise, dass auch 

die Rendite einer Obligation der Schweizerischen Eidgenossenschaft nur unwesentlich 

höher  liege  als  der  5-Jahres-Swapsatz  (0.5%  versus  0.42%)  sei  dies  unbehelflich, 

handle  es  sich  hierbei  doch  ebenfalls  um  ein  risikoloses  Zinspapier,  welches  sich  im 

aktuellen  Nullzinsumfeld  bewege.  Welcher  risikolose  Zins  herangezogen  werde,  sei 

letztlich irrelevant; moniert werde, dass die Wegleitung dem Investitionsrisiko lediglich 

mit 1 Prozentpunkt Rechnung trage, was grob realitätsfremd und nicht sachgerecht sei.  

bb)  Wenn  die  Pflichtige  selber  festhält,  dass  die  aktuelle Wegleitung  bei  der 

Frage der Angemessenheit nicht allein dem auf risikolose Anlagen bezogenen aktuel-

len  Zinsniveau    Rechnung  trägt  (indem  sie  als  Referenzzins  den  5-Jahres-Swapsatz 

verwendet),  sondern  im  Rahmen  des  Zuschlags  um  1%  auch  das  Investitionsrisiko 

berücksichtigt, so ist zunächst dem Argument, wonach in der früheren Fassung beide 

Elemente berücksichtigt worden seien, nichts abzugewinnen.  

Was  das  erste  Element  des  generellen  Zinsniveaus  anbelangt,  ist  sodann 

nachvollziehbar,  wenn  sich  die  Wegleitung  insoweit  am  5-Jahres-Swapsatz  orientiert. 

Auch die Pflichtige beanstandet die Verwendung dieses Leitzinses als Referenzzins für 

risikolose  Anlagen  nicht,  sondern  stört  sich  daran,  dass  im  heutigen  Nullzinsumfeld 

damit  letztlich  allein  der  Zuschlag  von  einem  Prozent  verbleibt,  welcher  über  die  An-

gemessenheit einer Dividende entscheidet. Dabei übersieht sie jedoch, dass das Zins-

umfeld  nicht  losgelöst  von  der  Teuerung  bzw.  der  allgemeinen  Inflation  beurteilt  wer-

den  kann.  Wirft  bei  hoher  Inflation  ein  risikoloses  Zinspapier  einen  hohen  Zinsertrag 

ab, ist der Anleger im Rahmen einer inflationsbereinigten  Nettobetrachtung nicht bes-

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ser gestellt, als wenn er bei fehlender Inflation (oder gar Deflation) sein Geld in Zinspa-

pieren  anlegt,  welche  kaum  mehr  einen  Zinsertrag  abwerfen.  Hinzu  kommt,  dass  in 

Tiefzinsphasen der Markt mit billigem Geld geflutet wird, was sich einerseits positiv auf 

die  Investitionstätigkeiten  der  Unternehmen  auswirkt  und  andrerseits  die  Anleger 

(mangels Alternativen) in den Aktienmarkt drängt. Das von der Pflichtigen betonte Risi-

ko bei der Investition in Beteiligungen wird in Tiefzinsphasen deshalb durch die erhöhte 

Aussicht auf steigende Unternehmenswerte (und damit Aktienwerte) ausgeglichen.  

Fraglich  kann  damit  allein  sein,  ob  sich  der  in  der  Wegleitung  vorgegebene 

Zuschlag  von  1%  zum  allgemeinen  (Referenz-)Zinsniveau  als  zu  knapp  bemessen 

bzw.  in  den  Worten  der  Pflichtigen  als  unsachgemäss  oder  gar  ungesetzlich  erweist. 

Davon kann indes keine Rede sein:  

Wie erwähnt liegt es auf der Hand, dass eine Wegleitung, welche schweizweit 

eine einheitliche und einfach handhabbare Bewertung von nicht kotierten Wertpapieren 

ermöglichen  soll  (die  Alternative  wäre  die  Erstellung  von  teuren  Fachgutachten  in  je-

dem  Einzelfall),  nur  summarische  und  schematische  Bewertungsvorgaben  aufstellen 

kann. Schematisch ist dabei nach dem Gesagten denn auch der Ansatz, Inhabern von 

Minderheitsbeteiligungen  unter  gewissen  Voraussetzungen  einen  (grosszügigen)  Ein-

schlag von pauschal 30% auf dem Verkehrswert ihrer Aktien zu gewähren.  

Eine dieser Voraussetzungen ist das Fehlen einer angemessenen Dividende. 

Weil sich über die Frage der Angemessenheit immer streiten lässt, liegt es nahe, dass 

die  Wegleitung  auch  insoweit  eine  einfache  und  schematische  Regel  aufstellt.  Im 

Rahmen  des  erwähnten  Ermessens,  welches  den  Kantonen  bei  Bewertungsfragen 

zusteht, ist es mit Blick auf eine Harmonisierung der Ermessensausübung ohne weite-

res vertretbar, wenn die SSK in der Wegleitung eine Dividende als "angemessen" be-

zeichnet, wenn sie den Ertrag einer Anlage in ein risikoloses Zinspapier um 1% über-

steigt.  Ein  Steuerpflichtiger  wird  nämlich  eine  Dividendenausschüttung  nicht  als 

unangemessen  ansehen,  wenn  er  vergleichsweise  feststellt,  dass  die  Rendite  seiner 

nicht börsenkotierten Aktien diejenige seiner risikolosen Zinspapiere (z.B. Obligationen 

mit  5jähriger  Laufzeit)  um  einen  ganzen  Prozentpunkt  übersteigt.  Anders  als  bei  der 

Anlage  in  risikolose  Zinspapiere  ist  bei  Investitionen  in  Aktien  die  jährliche  Ausschüt-

tung ohnehin eher nebensächlich. Dem Anleger ist vorab daran gelegen, dass der Wert 

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seiner Beteiligung jährliches Wachstum verzeichnet; das Investitionsrisiko wird ihm wie 

erwähnt primär in diesem Sinn entschädigt. 

Würde die Wegleitung bei der Frage der Angemessenheit der Dividendenaus-

schüttung im  Sinn  der  Pflichtigen  auf  die  SPI-Dividendenrendite (durchschnittliche  Di-

vidende aller Gesellschaften im SPI) abstellen, wäre dies allenfalls auch ein gangbarer 

Weg,  welchen  die  SSK  in  ihrer  Wegleitung  jedoch  nicht  gewählt  hat.  Auch  dagegen 

liessen  sich  (insbesondere  mit  Blick  auf  die  Notwendigkeit  einfacher,  schematischer 

Vorgaben) im Übrigen Einwendungen anbringen, z.B. dass die Wegleitung auch für die 

Wertbestimmung ausländischer nicht börsenkotierten Wertpapiere gilt, womit gefordert 

werden  könnte,  es  seien  auch  die  durchschnittlichen  Dividenden  von  Gesellschaften 

anderer Börsenindizes (DAX, Dow Jones, Nasdaq Comp., NIKKEI 225, FTSE 100 etc.) 

zu berücksichtigen. Auch könnte man argumentieren, dass wenn schon für die Frage 

der Angemessenheit auf die Dividenden von börsenkotierten Gesellschaften abzustel-

len wäre, dann jedenfalls ein branchenspezifischer Vergleich angestellt werden müss-

te, bestehen doch von Branche zu Branche Unterschiede in Bezug auf die Ausschüt-

tungspolitik. Schliesslich wäre einzuwenden, dass es Publikumsgesellschaften gibt, die 

unabhängig von der Ertragslage regelmässig Dividenden ausschütten, während andere 

wiederum selbst bei bester Ertragslage davon Abstand nehmen. Auch insoweit wären 

in Bezug auf einen Dividendenvergleich zwischen börsenkotierten und nicht börsenko-

tierten Gesellschaften  Vorbehalte  anzubringen. Schliesslich  wäre  bei  einem  Abstellen 

auf  die  SPI-Dividendenrendite  wohl  auch  eine  gewisse  Angemessenheitsbandbreite 

zuzugestehen. Bei einer SPI-Dividendenrendite von 2.44% per 2012 liesse sich damit 

wohl nicht sagen, die Dividendenrendite der C AG von 2.05% qualifiziere als unange-

messen.  

Mit  ihrem  ersten  Kritikpunkt  vermag  die  Pflichtige  die  Vorgaben  der  Weglei-

tung damit nicht ins Wanken zu bringen. 

e)  aa)  Ihr  zweiter  Kritikansatz  geht  dahin,  dass  die  Dividendenrendite  eines 

Minderheitenaktionärs "nachhaltig angemessen" sein müsse, um als Einflussfaktor für 

die Wertbestimmung berücksichtigt zu werden. Es könne nicht angehen, wenn – wie in 

ihrem Fall – nur in einem Jahr eine etwas höhere Dividendenrendite erzielt werde, als 

in  der  Wegleitung  vorgesehen.  So  sei  bei  ihr  die  zu  errechnende  Dividendenrendite 

massgeblich davon beeinflusst worden, dass die im Jahr 2011 bezahlte Dividende 50% 

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höher  gelegen  habe  als  die  im  Jahr  2012  bezahlte;  zudem  sei  die  Grenzrendite  von 

2011  auf  2012  um  60%  von  2.4%  auf  unrealistische  1.5%  gesunken.  Die  Forderung 

nach  einer  nachhaltigen  mehrjährigen  Betrachtungsweise  dränge  sich  insbesondere 

aber auch im Zusammenhang mit Substanzdividenden auf. Die schematischen Bewer-

tungsregeln der Weisung führten bei Ausschüttung einer Subtanzdividende nämlich zu 

einer Verweigerung des Minderheitenabzugs und somit zu einer Erhöhung des Aktien-

werts,  obwohl  eine  Substanzdividende  unbestrittenermassen  zu  einer  Wertverminde-

rung  der  Aktie  führe.  Verdeutlicht  würden  die  absurden  Auswirkungen  der  Angemes-

senheitsregel  hinsichtlich  Substanzdividenden  am  Beispiel  einer  Holdinggesellschaft, 

welche  in  einem  Jahr  eine  5%-Substanzdividende  ausschütte  und  damit  erstmals  die 

Grenzrendite überschreite. Diesfalls würde der Aktienwert wegen Nichtgewährung des 

Pauschalabzugs  nämlich  um  25%  steigen  (Wegfall  Pauschalabzug  30%,  Verminde-

rung  Substanzwert  5%),  derweil  die  verminderte  Substanz  jedoch  erst  im  Folgejahr 

berücksichtigt.  

bb) Unstreitig hat die C AG in den hier für die Angemessenheit massgeblichen 

Jahren  2011  und  2012  keine  Substanzdividende  ausgeschüttet.  Ob  im  Fall  der  Aus-

schüttung einer Substanzdividende Verhältnisse vorliegen könnten, welche eine einzel-

fallweise Bewertung ausserhalb der Wegleitung rechtfertigten (vgl. E. 1c), ist damit hier 

nicht  zu  entscheiden.  Zu  bemerken  ist  zum  angeführten  Beispiel  lediglich,  dass  die 

Nichtgewährung des Pauschalabzugs selbstredend keine Wertsteigerung der Aktie um 

30% zur Folge hat. Der Pauschalabzug ist ein Korrektiv, das allein die Vermögensebe-

ne des Minderheitsbeteiligten beschlägt; der Unternehmenswert als solcher (und damit 

der Wert der einzelnen Aktie) bleibt davon unberührt.   

Wenn  sodann  die  Wegleitung  für  die  Frage  der  Angemessenheit  auf  den 

Durchschnitt  der  aktuellen  Dividende  und  der  Vorjahresdividende  abstellt,  erscheint 

dies  wiederum  im  Licht  einer  schematischen  und  einfach  handbaren  Regelung  als 

durchaus sachgerecht; dies insbesondere auch vor dem Hintergrund von sich auf die 

Grenzrendite  auswirkenden  Zinsschwankungen,  welche  ein  Abstellen  auf  zeitnahe 

Dividenden nahelegen. Was die Pflichtige mit ihrer Forderung nach einer nachhaltigen, 

mehrjährigen Betrachtungsweise erreichen will bzw.  was sie darunter genau versteht, 

bleibt sodann unklar. Auszugehen ist jedenfalls davon, dass sie in umgekehrter Kons-

tellation eine  nachhaltige  Betrachtungsweise  wohl  ablehnen  würde. Würden nach der 

Ausschüttung von angemessenen Dividenden über Jahre Minderheitsbeteiligten plötz-

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lich  keine  Dividenden  mehr  ausgerichtet,  so  dass  aufgrund  der  Wegleitung  der  

30%-Einschlag neu zu gewähren  wäre,  würde sie die Verweigerung des Pauschalab-

zugs mit dem Argument, das Fehlen einer angemessenen Dividende müsse nachhaltig 

sein, kaum gelten lassen. 

Als  unbehelflich  erweist  sich  schliesslich  das  Argument  der  Pflichtigen,  wo-

nach  die  Angemessenheit  in  ihrem  Fall  vorab  auf  der  hohen  Vorjahresdividende  von 

Fr. 1'500.-  beruhe,  denn  auch  bei  alleinigem  Abstellen  auf  die  per  2012  ausbezahlte 

Dividende  von  Fr. 1'000.-  wäre  die  Grenzrendite  von  1.5%  überschritten  (Fr. 1'000.-  : 

Fr. 60'840.- = 1.64%).  

Die  mit  der  Forderung  nach  einer  mehrjährigen  nachhaltigen  Betrachtungs-

weise verbundene Kritik an der Angemessenheitsformel der Wegleitung ist damit eben-

falls nicht berechtigt.  

f)  aa)  Unter  dem  Titel  "Periodenverschiebung"  wird  schliesslich  geltend  ge-

macht,  dass  es  sich  bei  der  C  AG  um  eine  Holdinggesellschaft  handle,  welche  fast 

ausschliesslich  Einkünfte  aus  den  Ausschüttungen  ihrer  Tochtergesellschaften  erzielt 

habe. Bei den pro 2011 und 2012 bezahlten Dividenden handle es sich um die Gewin-

ne  der  Holdinggesellschaft  per  2010  und  2011,  welche  wiederum  auf  den  Gewinnen 

der Tochtergesellschaften per 2009 und 2010 beruhten. Faktisch stelle die Wegleitung 

bei der Berechnung der Dividendenrendite 2012 somit auf die Gewinne der Tochterge-

sellschaften der Jahre 2009 und 2010 ab, was mit der gesetzlichen Vorschrift, wonach 

für  die  Vermögenssteuer  der  Verkehrswert  per  Ende  der  Steuerperiode  massgebend 

sei, wohl nicht vereinbar sei. Ein Investor interessiere sich im Übrigen eher für den ak-

tuellen Stand einer Gesellschaft; eine rückblickende Betrachtung sei für ihn kein stich-

haltiges  Argument.  Auch  unter  diesem  Blickwinkel  erscheine  es  kaum  als  vertretbar, 

die  Dividenden  der  Jahre  2011  und  2012  in  die  Betrachtung  einzubeziehen,  welche 

zudem auf den Gewinnen 2009 und 2010 der Tochtergesellschaften basierten.    

bb)  Einspracheweise  hatte  die  Pflichtige  in  gleichem  Zusammenhang  gefor-

dert, im Rahmen der Angemessenheitsformel seien die Jahre (n+1) und (n) einzuset-

zen,  anstatt  (n)  und  (n-1);  dies  weil  eine  Dividendenausschüttung  normalerweise  auf 

dem Vorjahresgewinn beruhe. Zu Recht wird diese Forderung rekursweise nicht mehr 

konkret gestellt, nachdem die Einsprachebehörde aufzeigte, welche Probleme mit einer 

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solchen in die Zukunft gerichteten Formel verbunden wären. So könnte etwa ein Min-

derheitsbeteiligter  den  Pauschalabzug  im  Jahr  (n)  auch  dann  nicht  beanspruchen, 

wenn er die Beteiligung im Folgejahr vor Ausschüttung der Dividende veräussert hätte 

und  die  später  ausbezahlte,  nicht  mehr  ihm  zukommende  Dividende  zur  Überschrei-

tung der Grenzrendite führte. 

Bei ihrer rekursweise erneut vorgebrachten Kritik an der vergangenheitsbezo-

genen  Betrachtung  übersieht  die  Pflichtige  zunächst,  dass  es  bei  der  Bewertung  von 

nicht börsenkotierten Wertpapieren für die Vermögenssteuer nicht um den Blickwinkel 

des  Investors geht.  Die Steuerbehörde kann  ihre Bewertung (wie freilich auch der In-

vestor) nur gestützt auf vorhandene und damit vergangenheitsbezogene (aber aktuelle) 

Kennzahlen vornehmen; entsprechend orientiert sie sich gemäss RZ 4 der Wegleitung 

bei der Berechnung des Verkehrswerts von nichtkotierten Wertpapieren per Ende der 

Steuerperiode (n) in der Regel an der Jahresrechnung (n) der zu bewertenden Gesell-

schaft;  falls  diese  im  Zeitpunkt  der  Veranlagung  des  Aktionärs  noch  ausstehend  ist, 

kann auch die Jahresrechnung (n-1) berücksichtigt werden, sofern die Gesellschaft im 

Geschäftsjahr  (n)  keine  wesentlichen  Veränderungen  erfahren  hat.  Es  ist  nicht  nach-

vollziehbar, wieso für die Frage der Angemessenheit der Dividenden nicht ebenfalls auf 

die  im  Veranlagungszeitpunkt  bekannten  Dividenden  der  Jahre  (n)  sowie  (n-1)  abge-

stellt werden sollte. Der Hinweis der Pflichtigen, wonach bei einer Holdinggesellschaft 

damit letztlich die Gewinne der Tochtergesellschaften aus den Jahren (n-2) und (n-3) 

für die Frage der Angemessenheit massgeblich seien, was mit der Verkehrswertermitt-

lung per Ende des Jahres (n) nicht vereinbar sei, verfängt nicht. Zunächst ist fraglich, 

ob  es  sich  bei  der  C  AG  überhaupt  um  eine  Holdinggesellschaft  handelt,  wurde  re-

kursweise doch geltend gemacht, diese sei auch im  D tätig und dies nicht allein über 

Tochtergesellschaften. Im Übrigen kann die Ausschüttung einer Holdinggesellschaft im 

Jahr (n) durchaus auch auf vorgängigen Ausschüttungen der Tochtergesellschaften im 

gleichen Jahr beruhen. Sodann ist nicht verständlich, wie diese Kaskade der Gewinn-

ausschüttung von der Tochtergesellschaft über die Holdingsgesellschaft an den Aktio-

när  der  Letzteren  den  Verkehrswert  der  Holdinggesellschaft  beeinflussen  sollte. 

Schliesslich geht es aber bei der Frage der angemessenen Dividende gar nicht um die 

Verkehrswertbestimmung der ausschüttenden Holdinggesellschaft, sondern darum, ob 

dem  Minderheitsbeteiligten  aufgrund  seiner  beschränkten  Einflussnahme  auf  die  Hol-

dinggesellschaft (also nicht auf deren Tochtergesellschaften) der 30%-Pauschalabzug 

zu gewähren sei. Insoweit auf die beiden letztbekannten Dividenden der Jahre (n) so-

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wie (n-1) abzustellen, erweist sich als naheliegend und macht Sinn, lassen sich diese 

Dividenden  doch  den  Jahresrechnungen  entnehmen,  welche  auch  für  die  Verkehrs-

wertberechnung der Holdingsgesellschaft benötigt werden.  

g) aa) Einspracheweise hatte die Pflichtige noch antönen lassen, als massge-

bende Grösse für  oder gegen  einen  Pauschalabzug  eignete sich  womöglich der  "Ge-

winn pro Aktie" besser als die ausgeschüttete Dividende.  

bb)  Im  Einspracheentscheid  wurde  dazu  u.a.  erwogen,  dass  die  Kennzahl 

"Gewinn pro Aktie" gerade bei reinen Holdingsgesellschaften problematisch wäre, weil 

deren Gewinne einzig von den ausgeschütteten Erträgen ihrer Beteiligungen abhängig 

seien.  Dementsprechend  müsste  bei  der  Verwendung  dieser  Kennzahl  für  reine  Hol-

dinggesellschaften regelmässig eine vollkonsolidierte Konzernrechnung vorausgesetzt 

werden; gerade eine solche liege bei der C AG nicht vor. 

cc)  Rekursweise  lässt  die  Pflichtige  hierzu  entgegnen,  dass  die  C  AG  sehr 

wohl  eine  konsolidierte  Konzernrechnung  erstellt  habe.  Dieser  gemäss  resultiere  per 

2011 ein "Gewinn pro Aktie" von 0.64% und per 2012 ein solcher von 1.05%. Damit sei 

leicht  erkennbar,  dass  der  "Gewinn  pro  Aktie"  die  Grenzrendite  2012  der  Wegleitung 

bei weitem nicht erreicht habe.  

dd) Nachdem die Pflichtige selber davon ausgeht, dass der "Gewinn pro Ak-

tie"  als  Kennzahl  für  die  Gewährung  des  30%-Abzugs  bei  Minderheitsbeteiligung 

höchstens eine Alternative zur Kennzahl der angemessenen Dividende sein könnte, ist 

darauf  nicht  weiter  einzugehen.  In  der  Wegleitung  wurde  im  Rahmen  des  steuerbe-

hördlichen  Ermessens  (bzw.  des  Ermessens  der  SSK)  die  letztere  Kennzahl  gewählt 

und  die  Pflichtige  hat  keinen  Anspruch  darauf,  dass  Rechnungsmodelle  mit  alternati-

ven Kennzahlen geprüft werden, bis schliesslich ein Modell gefunden wird, welches für 

sie die gewünschte Steuererleichterung zur Folge hat. Damit erübrigt sich eine Prüfung 

der Zahlen aus den konsolidierten Jahresrechnungen der C AG und braucht auch die 

Frage  nicht  beantwortet  zu  werden,  ob  beim  Abstellen  auf  den  "Gewinn  pro  Aktie" 

überhaupt an derselben Grenzrendite Mass zu nehmen wäre.  

h)  aa)  Abschliessend 

lässt  die  Pflichtige  geltend  machen,  der  30%-

Pauschalabzug werde Minderheitsbeteiligten gemäss Wegleitung auch mit Blick auf die 

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eingeschränkte  Übertragbarkeit  der  Aktien  gewährt;  diese  Voraussetzung  sei  bei  ihr 

erfüllt. 

bb) Mit dem Pauschalabzug wird gemäss RZ 61 Abs. 1 der Wegleitung dem 

beschränkten Einfluss des Inhabers einer Minderheitsbeteiligung auf die Geschäftslei-

tung  und  auf  die  Beschlüsse  der  Generalversammlung  "sowie"  (nicht  "oder")  der  ein-

geschränkten  Übertragbarkeit  von  Gesellschaftsanteilen  Rechnung getragen.  Der  Ab-

zug  gleicht  mithin  die  Kombination  der  angeführten  Gründe  aus,  was  schon  deshalb 

einleuchtet, weil bei vorhandener (faktischer) Möglichkeit der Einflussnahme auch auf 

die eingeschränkte Übertragbarkeit Einfluss genommen werden kann. Im Einklang da-

mit  wird  gemäss  RZ  63  Abs.  1  der  Wegleitung  der  Pauschalabzug  ohne  jede  Ein-

schränkung  dann  nicht  gewährt,  wenn  der  Minderheitsbeteiligte  eine  angemessene 

Dividende erhält.  Diese  Ausnahmeregel  bezieht  sich also auf  den Pauschalabzug  als 

solchen, unabhängig von den in RZ 61 Abs. 1 genannten Gründen.  

Die Tatsache, dass die Pflichtige gemäss den nach dem Gesagten vertretba-

ren Vorgaben der Wegleitung als Minderheitsbeteiligte von der C AG eine angemesse-

ne  Dividende  erhalten  hat,  schliesst  damit  die  beantragte  Gewährung  des  30%-

Pauschalabzugs aus.  

i)  Nach  alledem  erweist  sich  der  angefochtene  Einspracheentscheid  als  ge-

setzeskonform.  

3. Diese Erwägungen führen zur Rekursabweisung.  

Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  der  Pflichtigen  aufzuerle-

gen (§ 151 Abs. 1 StG) und ist ihr keine Parteientschädigung zuzusprechen (§ 152 StG 

i.V.m.  §  17  Abs.  2  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  vom  24.  Mai  1959/ 

8. Juni 1997). 

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Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen.  

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