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**Case Identifier:** d73d0859-dd0a-57f0-9b7e-282c4ba0cbb2
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-17
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 17.10.2023 VBE.2023.231
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-231_2023-10-17.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

3. Kammer 

 

 

VBE.2023.231 / nba / lc / fi 

Art. 92 

 

 

Urteil vom 17. Oktober 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Gössi, Präsidentin 

Oberrichter Kathriner 

Oberrichterin Peterhans 

Gerichtsschreiber Battaglia 

Rechtspraktikantin Comiotto 

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____  

vertreten durch lic. iur. Christos Antoniadis, Rechtsanwalt, 

Weinbergstrasse 29, 8006 Zürich 

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Kyburgerstrasse 15, 5000 Aarau 

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 31. März 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1960 geborene Beschwerdeführer meldete sich am 18. März 2018 we-

gen anlässlich eines Autounfalls erlittenen Verletzungen der rechten Hand 

bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen (berufliche In-

tegration/Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an. Die 

Beschwerdegegnerin tätigte daraufhin Abklärungen in medizinischer und 

erwerblicher Hinsicht und zog die Akten des zuständigen Unfallversicherers 

bei. Mit Verfügung vom 19. Juni 2019 sprach sie dem Beschwerdeführer 

eine vom 1. November 2018 bis zum 31. März 2019 befristete ganze Rente 

zu; einen darüberhinausgehenden Anspruch verneinte sie. Das Versiche-

rungsgericht hiess die dagegen erhobene Beschwerde mit Urteil 

VBE.2019.543 vom 10. Oktober 2019 teilweise gut, hob die Verfügung vom 

19. Juni 2019 auf und wies die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an 

die Beschwerdegegnerin zurück. 

 

1.2. 

Die Beschwerdegegnerin tätigte weitere Abklärungen, zog weitere Akten 

des zuständigen Unfallversicherers bei und führte berufliche Eingliede-

rungsmassnahmen durch. Nach Rücksprache mit dem internen Regiona-

len Ärztlichen Dienst (RAD) und durchgeführtem Vorbescheidverfahren 

sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit Verfügung 

vom 31. März 2023 eine befristete ganze Rente vom 1. November 2018 bis 

zum 30. September 2020 zu. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 31. März 2023 erhob der Beschwerdeführer mit 

Eingabe vom 16. Mai 2023 Beschwerde und stellte folgende Rechtsbegeh-

ren: 

 

" 1. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, soweit die Rente bis 

30. September 2020 befristet wurde, und es sei dem Beschwerdeführer 

auch über dem [sic] 31. März 2019 [recte: 30. September 2020] hinaus 

eine ganze Rente der Eidgenössischen Invalidenversicherung zuzu-

sprechen, 

 

 2. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuerzu-

satz zu Lasten der Beschwerdegegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 26. Juni 2023 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde. 

  

 - 3 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf die 

zugesprochene Rente hat und ob diese zu Recht mit Verfügung vom 

31. März 2023 per 30. September 2020 befristet wurde (Vernehmlassungs-

beilage [VB] 145). 

 

2. 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen betreffend Weiterentwicklung der 

IV (WEIV) in Kraft getreten. Weder dem IVG noch der IVV sind besondere 

Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit dieser Ände-

rungen im Hinblick auf nach dem 1. Januar 2022 beurteilte mögliche An-

sprüche des Zeitraums bis zum 31. Dezember 2021 zu entnehmen. Es sind 

daher nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen jene Be-

stimmungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-

weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April 

2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1 

S. 213). Da vorliegend Leistungen mit Anspruchsbeginn vor dem 1. Januar 

2022 streitig sind, ist für deren Beurteilung die bis zum 31. Dezember 2021 

geltende Rechtslage massgebend (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 8C_744/2022 vom 12. Mai 2023 E. 2.2). 

 

3. 

Der angefochtenen Verfügung vom 31. März 2023 (VB 145) liegt in medi-

zinischer Hinsicht im Wesentlichen die Stellungnahme des RAD-Arztes 

Dr. med. B._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 17. März 2022 zugrunde 

(VB 130). Diese stützt sich wiederum auf das von der Unfallversicherung in 

Auftrag gegebene Gutachten der Praxis für handchirurgische Gutachten 

und Expertisen von Dr. med. C._____, Facharzt für Chirurgie und für 

Handchirurgie, vom 19. Juni 2020 (VB 128.1/9 ff.). Aus Letzterem ergeben 

sich folgende Diagnosen (VBE 128.1/22): 

 

" - Kontusion/Quetschung des rechten Handrückens und Weichteildefekt 

[…], 

 - Schädelkontusion parietal links und Schulter-Kontusion rechts mit 

Funktionseinschränkungen (Frozen-shoulder rechts), 

 - St. n. Arthrolyse der MCP-Gelenke II-V, Tenolysen EDC-Sehnen I-V 

sowie EIP-Sehne Hand rechts […]." 

 

In angestammter Tätigkeit als Lagermitarbeiter bestehe seit dem Unfall 

vom 12. November 2017 eine bleibende 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In 

einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer infolge einer 

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20%igen schmerzbedingten Einschränkung zu 80 % arbeitsfähig (ganztä-

gig an fünf Tagen pro Woche). In angepasster Tätigkeit sei das Tragen und 

Halten von Gewichten bei hängendem Arm bis zwei Kilogramm, das Auf-

heben von Gewichten oder Gegenständen auf die Tischfläche bis maximal 

zwei Kilogramm, das Festhalten, Greifen, Drücken, Ziehen, Stossen, Hoch-

heben von Gewichten bis zur Brusthöhe bis maximal zwei Kilogramm und 

die Greiffunktionen im Spitz- und Präzisionsgriff bis maximal einem Kilo-

gramm jeweils nur vereinzelt und nicht repetitiv möglich. Das Tragen am 

Unterarm sei bis fünf Kilogramm repetitiv möglich, wie auch sämtliche Kör-

perbewegungen oder Drehbewegungen im Stehen, Sitzen und Knien. Alle 

Bewegungen seien bei normaler sowie leicht darunterliegender Zimmer-

temperatur erlaubt, unter 10°C gänzlich zu vermeiden (VB 128.1/25). Die 

angepasste Tätigkeit sollte gemäss Dr. med. B._____ zusammengefasst 

körperlich sehr leicht und wechselbelastend sein, ohne Absturzgefahr und 

ohne Steigen auf Gerüsten, Leitern und Dächern. Stösse, Erschütterungen 

sowie Vibrationen sollten vermieden werden (VB 130/3).  

 

4. 

Der Beschwerdeführer wurde zur Erstellung des Gutachtens vom 19. Juni 

2020 fachärztlich umfassend untersucht (VB 128.1/18 ff.). 

Dr. med. C._____ beurteilte die medizinischen Zusammenhänge sowie die 

medizinische Situation in Kenntnis der Vorakten (VB 128.1/11 ff.) und unter 

Berücksichtigung der subjektiven Angaben des Beschwerdeführers 

(VB 128.1/17 f.) einleuchtend und gelangte zu einer nachvollziehbar 

begründeten Schlussfolgerung, was vom anwaltlich vertretenen 

Beschwerdeführer zu Recht nicht gerügt worden ist 

(vgl. Rügeprinzip: BGE 119 V 347 E. 1a S. 349 f. mit Hinweisen). Des 

Weiteren schloss sich Dr. med. B._____ mit seiner Stellungnahme vom 

17. März 2022 der Beurteilung von Dr. med. C._____ an (VB 130/2 f.). 

Ausweislich der Akten liegen sodann keine zusätzlichen unfallfremde 

Beeinträchtigungen vor, was vom Beschwerdeführer denn auch nicht 

geltend gemacht wird. Dem Gutachten kommt damit grundsätzlich Be-

weiswert zu (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352) 

und die Beschwerdegegnerin durfte zu Recht darauf abstellen. Demzufolge 

ist von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer an-

gepassten Tätigkeit auszugehen (vgl. E. 3.). 

 

5. 

5.1. 

Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich 

unter Ermittlung eines Invaliditätsgrades von 100 % per 13. November 

2018 respektive von 10 % per 17. Juni 2020 (VB 145/5 ff.) wird vom Be-

schwerdeführer nicht gerügt und gibt ausweislich der Akten zu keinen Be-

anstandungen Anlass, womit sich diesbezügliche Weiterungen erübrigen 

(BGE 119 V 347 E. 1a S. 349 f. mit Hinweis auf BGE 110 V 48 E. 4a S. 53). 

Der Beschwerdeführer stellt einzig die wirtschaftliche Verwertbarkeit seiner 

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Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt infolge seines 

fortgeschrittenen Alters sowie seiner körperlichen und kognitiven Ein-

schränkungen in Frage, weshalb die Rente entgegen der Verfügung vom 

31. März 2023 unbefristet auszurichten sei (vgl. Beschwerde Rz. 13, 20 

und 22). 

 

5.2. 

Die Verwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit beurteilt sich (auch bei vorge-

rücktem Alter; BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 459 f.) bezogen auf einen (hypo-

thetisch) ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 und Art. 16 Abs. 1 

ATSG), wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Ver-

dienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind 

(SVR 2016 IV Nr. 58 S. 190; 8C_910/2015 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Der 

ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeits-

plätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit 

einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen 

können (vgl. BGE 148 V 174 E. 9.1 S. 188; Urteil des Bundesge-

richts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1). 

 

Gemäss gefestigter Rechtsprechung bestehen auf dem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten selbst für 

Personen, die funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies 

nur noch leichte Arbeit verrichten können. Zu denken ist etwa an einfache 

Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung und 

Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen oder Produktionsein-

heiten sowie die Arbeit als Museums- oder Parkplatzwärter (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_55/2022 vom 19. Mai 2022 E. 4.4.1; 8C_134/2020 vom 

29. April 2020 E. 4.5 und 9C_304/2018 vom 5. November 2018 E. 5.2.2). 

 

Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist anzunehmen, wenn die zu-

mutbare Tätigkeit nunmehr in so eingeschränkter Form möglich ist, dass 

sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter 

nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitge-

bers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von 

vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteile des Bundesge-

richts 8C_170/2021 vom 23. September 2021 E. 5.5.1 mit Hinweisen und 

9C_277/2016 vom 15. März 2017 E. 4.1; vgl. zum Ganzen auch MEYER/ 

REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversiche-

rungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 4. Aufl. 

2022, N. 131 ff. zu Art. 28a IVG). Fehlt es schliesslich an einer wirtschaft-

lich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsun-

fähigkeit vor (Urteile des Bundesgerichts 9C_416/2016 vom 14. Oktober 

2016 E. 4.1 und 9C_134/2016 vom 12. April 2016 E. 3.1 je mit Hinweisen). 

 

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5.3. 

5.3.1. 

Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Fak-

tor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit 

weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, 

dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf 

dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachge-

fragt wird und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbstein-

gliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist (BGE 107 V 17 E. 2c S. 21; Urteil 

des Bundesgerichts 8C_910/2015 vom 19. Mai 2016 E. 4.2.2). Hinsichtlich 

des massgeblichen Alters bei der Beantwortung der Frage der Verwertbar-

keit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem hypothetisch ausgeglichenen Ar-

beitsmarkt ist auf den Zeitpunkt der Erstattung des Gutachtens vom 

19. Juni 2020 (VB 128.1/9 ff.) abzustellen, da erst dieses eine zuverlässige 

Sachverhaltsfeststellung zuliess (vgl. BGE 138 V 457 E. 3.4 S. 462; statt 

vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_720/2020 vom 8. Januar 2021 E. 7.2 

mit Hinweisen). Somit ist vorliegend ein relevantes Alter von 60 Jahren und 

gut fünf Monaten zu berücksichtigen. Demzufolge verblieb dem Beschwer-

deführer noch eine Erwerbsdauer von rund vier Jahren und sie-

ben Monaten. 

 

5.3.2. 

Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis-

tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt 

sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den 

Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaf-

fenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Um-

stellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch 

Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbil-

dung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus 

dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_650/2015 

vom 11. August 2016 E. 5.3 mit Hinweisen). 

 

Das Bundesgericht stellt generell relativ hohe Hürden für die Annahme 

einer Unverwertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit älterer Menschen auf und 

verneinte jene unter anderem bei einem knapp 60-Jährigen, der nur noch 

zu 50 % in angepassten Tätigkeiten arbeitsfähig war (Urteil des Bundesge-

richts 8C_28/2017 vom 19. Juni 2017 E. 5) sowie bei einer Versicherten, 

die rund zwei Jahre vor der ordentlichen Pensionierung stand, noch zu 

80 % in Verweistätigkeiten arbeitsfähig und zuvor praktisch ausschliesslich 

im Bereich Wäscherei/Zimmerservice tätig gewesen war (Urteil des Bun-

desgerichts 8C_117/2018 vom 31. August 2018 E. 3.2 und 3.3.4). Demge-

genüber verneinte das Bundesgericht die Realisierbarkeit der Restarbeits-

fähigkeit im Fall einer 62-Jährigen, welcher bis zum ordentlichen Rentenal-

ter lediglich noch eine kurze Aktivitätsdauer von eineinhalb Jahren verblieb 

 - 7 - 

 

 

 

und die keine berufliche Ausbildung aufwies (Urteil des Bundesge-

richts 9C_416/2016 vom 14. Oktober 2016 E. 3.1 und 5.1). Gleich verhielt 

es sich bei einem 60 Jahre alten Versicherten, der ebenfalls über keine Be-

rufsausbildung verfügte, in seiner über 20 Jahre dauernden Tätigkeit als 

Hotelportier meist mittelschwere bis schwere Arbeiten ausgeführt hatte und 

sich dabei keine feinmotorischen Fähigkeiten hatte aneignen können (Urteil 

des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 3.2). 

 

5.3.3. 

Auszugehen ist vorliegend von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit mit 

einer schmerzbedingten Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 20 % in 

angepassten sehr leichten Tätigkeiten (VB 128.1/25 und 130/3; vgl. E. 3.). 

Ausweislich der Akten hat der Beschwerdeführer in Sri Lanka die Primar- 

sowie "Kantonsschule" besucht und keinen Beruf erlernt (VB 5/5). Nach 

seiner Einreise in die Schweiz war er zunächst im Jahr 1990 als Hilfskoch 

und später von 1991-2009 als Koch in zwei verschiedenen Gastwirtschaf-

ten tätig. Im Anschluss hat er für acht Jahre als Lagermitarbeiter bei der 

D._____ in Q._____ gearbeitet (VB 33/2). 

 

5.3.4. 

Mit den Mitteilungen vom 18. sowie 19. März 2021 gewährte die Beschwer-

degegnerin dem Beschwerdeführer als berufliche Eingliederungsmass-

nahme eine Potenzialabklärung in Form eines Jobcoachings bei der 

E._____ GmbH (E._____; VB 109 und 110). Im Rahmen dieser 

Abklärungen von Februar bis Juli 2021 habe sich das Finden eines 

geeigneten Einsatzplatzes im ersten Arbeitsmarkt zufolge des 

eingeschränkten Zumutbarkeitsprofils des Beschwerdeführers sowie der 

fehlenden zeitlichen Ressource zur Einschulung und Betreuung bei einem 

neuen Arbeitgeber (und schliesslich auch der erschwerten Arbeits-

marktlage durch die Corona-Pandemie) als "massiv erschwerend" gezeigt. 

Selbst die Suche nach einem Nischenarbeitsplatz (leichte und nieder-

schwellige Arbeit) sei ohne Erfolg verlaufen (VB 137/4 und 8). 

 

Während der von der E._____ durchgeführten Module seien in Bezug zur 

körperlichen Leistungsfähigkeit hauptsächlich bei der rechten 

dominierenden Hand fein- sowie grobmotorische Einschränkungen zu 

beobachten gewesen (geringe Kraftausübung beim Greifen und begrenzte 

Biegungsfähigkeit der Finger). Im Rahmen dieser Abklärungen sei eben-

falls bei der unverletzt gebliebenen linken Hand eine fehlende Koordina-

tionsfähigkeit aufgefallen. Erstaunlicherweise habe die linke im Vergleich 

zur rechten Hand teilweise tiefere Ergebniswerte erreicht (VB 137/6 und 

22). Die Beobachtungen zur rechten Hand decken sich weitgehend mit je-

nen aus dem Gutachten von Dr. med. C._____ vom 19. Juni 2020 

(VB 128.1/9 ff.). Bei dessen gutachterlicher Untersuchung sei eine stark 

eingeschränkte Greiffunktion der rechten Hand sowohl für Grob- als auch 

Präzisionsgriffe zu beobachten gewesen. Die rechte Hand könne weder zu 

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einer Faust geschlossen, noch könnten die Finger ausgestreckt werden. 

Die verbleibende Kraft sei sehr schwach und die Bewegungsabläufe seien 

während der Untersuchungen unkoordiniert und durch ein Zittern gestört 

gewesen. Der Beschwerdeführer sei im Alltag bei allen zweihändigen Tä-

tigkeiten behindert (bspw. beim Anziehen, Waschen oder Schreiben; 

VB 128.1/18). Die vom Beschwerdeführer angegebenen wie auch ersicht-

lichen Beschwerden seien gemäss den Ausführungen von 

Dr. med. C._____ medizinisch objektivierbar (VB 128.1/23). 

 

Weiter berichtet das E._____ über erhebliche Sprachdefizite des 

Beschwerdeführers (VB 137/6, 7 und 10), weshalb die Instruktionen zu den 

Modulen auf praktischer und visueller Weise hätten erfolgen müssen 

(VB 137/7). Detaillierte Fragen seien von ihm kaum verstanden worden und 

er hätte überdurchschnittlich viel Zeit zur Umsetzung der Aufgaben ge-

braucht (VB 137/6 f.). 

 

Schliesslich verfüge der Beschwerdeführer über eine geringe Methoden- 

und Fachkompetenz, dies ebenfalls in den angestammten Tätigkeiten als 

Koch und Lagermitarbeiter. Selbst nachdem die Module wiederholt worden 

seien, hätten keine verbesserten Ergebnisse erzielt werden können, wes-

halb das Lernpotential als gering einzustufen sei (VB 137/7 und 10). Aus 

berufsberaterischer Sicht könne sowohl eine handwerkliche als auch tech-

nische Begabung ausgeschlossen werden. Als geeignete berufliche Betä-

tigung werde eine repetitive und einfache Tätigkeit, ohne komplexe Aufga-

benstellungen oder hohen Anspruch an feinmotorische Fähigkeiten vorge-

schlagen. Idealerweise sei die Bedienung, Nutzung oder Überwachung von 

einfachen automatischen Maschinen geeignet (VB 137/7). 

 

5.4. 

Die Eingliederungsmassnahmen haben gezeigt, dass bei einem zukünfti-

gen Arbeitgeber von einem verhältnismässig hohen Umstellungs- und Ein-

arbeitungsaufwand auszugehen ist (VB 137/8), was die potentiellen Ein-

satzmöglichkeiten reduziert. Es gilt vorliegend insbesondere zu beachten, 

dass der Beschwerdeführer nicht nur stark an der dominanten rechten 

Hand beeinträchtigt ist, sondern auch die linke Hand als Führungshand un-

geeignet ist (VB 137/6 ff.), was die Verwertbarkeit seiner verbleibenden Ar-

beitsfähigkeit im Vergleich zu gesunden Versicherten zusätzlich erschwert. 

Zudem verfügt er über keine Berufsausbildung (VB 5/5) und hat gemäss 

seiner Erwerbsbiografie nie in einer dem jetzigen Belastungsprofil ent-

sprechenden Tätigkeit gearbeitet (VB 33/2, 137/4 und 137/7). In seinen bis-

herigen beruflichen Tätigkeiten übernahm er lediglich wiederkehrende, 

simple, wenig komplexe und zuletzt primär körperlich intensive Aufgaben 

(VB 137/7). Unter diesen Voraussetzungen ist die Auswahl an auf dem aus-

geglichenen Arbeitsmarkt vorkommenden, seinem Zumutbarkeitsprofil ent-

sprechenden Stellen als gering einzustufen. Altersbedingt und aufgrund mi-

nimaler (Aus-)Bildung ist sodann von einer geringen Anpassungsfähigkeit 

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an eine neue Tätigkeit auszugehen. Unter Berücksichtigung der mit seiner 

Beschäftigung verbundenen Risiken wie berufliche Unerfahrenheit und al-

ters- und krankheitsbedingt geringe Anpassungsfähigkeit ist davon auszu-

gehen, dass ein durchschnittlicher Arbeitgeber von einem entsprechenden 

Arbeitsverhältnis überwiegend wahrscheinlich absehen würde, zumal be-

hindertengerechte Arbeitsplätze mit der Möglichkeit einer körperlich leich-

ten Tätigkeit ebenfalls von Behinderten in jungem und mittlerem Alter stark 

nachgefragt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 

2013 E. 3.2.2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 617/02 

vom 10. März 2003 E. 3.3) und vorliegend gemäss der Beurteilung von 

Dr. med. B._____ gar nur noch eine sehr leichte Tätigkeit in Frage kommt 

(VB 130/3). 

 

5.5. 

Zusammengefasst hat der Beschwerdeführer selbst unter Berücksichti-

gung der relativ strengen bundesgerichtlichen Rechtsprechung praktisch 

keine realistischen Anstellungschancen mehr. Es ist in einer Gesamtwürdi-

gung aller objektiver und subjektiver Umstände mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5, mit Hinweisen auf BGE 129 V 177 

E. 3.1) davon auszugehen, dass die dem Beschwerdeführer verbliebene 

Einsatzfähigkeit mit Einschränkungen auch bei sehr leichten Tätigkeiten 

(VB 137/4) auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr nachgefragt 

wird (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_183/2017 vom 30. Oktober 2017 

E. 5.2 und 6; 9C_416/2016 vom 14. Oktober 2016 E. 5.1; 9C_954/2012 

vom 10. Mai 2013 E. 3.2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsge-

richts I 392/02 vom 23. Oktober 2003 E. 3.2 und 3.3). Ist seine Rester-

werbsfähigkeit wirtschaftlich nicht mehr verwertbar, so liegt eine vollstän-

dige Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG vor, die einen Anspruch 

auf eine ganze Invalidenrente begründet. 

 

6. 

6.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde gutzuheissen und die angefoch-

tene Verfügung vom 31. März 2023 dahingehend abzuändern, dass der 

Beschwerdeführer über den 30. September 2020 hinaus Anspruch auf eine 

ganze Rente hat. 

 

6.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

 

 - 10 - 

 

 

 

6.3. 

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz ihrer 

richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 31. März 2023 

dahingehend abgeändert, dass der Beschwerdeführer über den 30. Sep-

tember 2020 hinaus Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdegegnerin auf-

erlegt. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer die Par-

teikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 2'450.00 zu bezahlen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 
   

 - 11 - 

 

 

 

Aarau, 17. Oktober 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Die Präsidentin:  Der Gerichtsschreiber 

 

 

 

Gössi  Battaglia