# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0efd845b-5cef-5597-8dbd-de91b8760e6a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.12.2017 200 2015 600
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-600_2017-12-02.pdf

## Full Text

200 15 600 SCHG und
200 15 934 SCHG und
200 17 629 SCHG (3)
SCP/BOC/SEE

Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten 
des Kantons Bern

Urteil vom 2. Dezember 2017

Vorsitzender Verwaltungsrichter Schütz
Fachrichter Dr. med. Gubler und Fürsprecher Cadotsch
Gerichtsschreiberin Bossert

1. CSS Kranken-Versicherung AG (BAG Nr. 8)
Tribschenstrasse 21, 6005 Luzern

2. Aquilana Versicherungen (BAG Nr. 32)
Bruggerstrasse 46, 5400 Baden

3. Moove Sympany AG (BAG Nr. 57)
Peter Merian-Weg 4, 4052 Basel

4. SUPRA-1846 SA (BAG Nr. 62)
Avenue de la Rasude 8, 1006 Lausanne

5. Sumiswalder Krankenkasse (BAG Nr. 194)
Spitalstrasse 47, 3454 Sumiswald

6. Genossenschaft Krankenkasse Steffisburg (BAG Nr. 246)
Unterdorfstrasse 37, 3612 Steffisburg

7. CONCORDIA
Schweiz. Kranken- und Unfallversicherung AG (BAG Nr. 290)
Bundesplatz 15, 6002 Luzern

8. Atupri Gesundheitsversicherung, vormals Atupri Krankenkasse 
(BAG Nr. 312)
Zieglerstrasse 29, 3000 Bern

9. Avenir Krankenversicherung AG (BAG Nr. 343)
Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

10. Krankenkasse Luzerner Hinterland (BAG Nr. 360)
Luzernerstrasse 19, 6144 Zell

11. KPT Krankenkasse AG (BAG Nr. 376) 
Wankdorfallee 3, 3014 Bern

12. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG (BAG Nr. 455)
Bahnhofstrasse 13, 7302 Landquart

13. Vivao Sympany AG (BAG Nr. 509)
Peter Merian-Weg 4, 4052 Basel

14. Kolping Krankenkasse AG (BAG Nr. 762)
Wallisellenstrasse 55, 8600 Dübendorf

15. Easy Sana Krankenversicherung AG (BAG Nr. 774)
Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

16. KLuG Krankenversicherung (BAG Nr. 829)
Gubelstrasse 22, 6300 Zug

17. EGK Grundversicherungen AG (BAG Nr. 881)
Brislachstrasse 2, 4242 Laufen

18. sodalis gesundheitsgruppe (BAG Nr. 941)
Balfrinstrasse 15, 3930 Visp

19. Progrès Versicherungen AG (BAG Nr. 994) in eigener Sache und 
als Rechtsnachfolgerin der sansan Versicherungen AG (BAG 
Nr. 1566)
Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf

20. SWICA Krankenversicherung AG (BAG Nr. 1384)
Römerstrasse 38, 8400 Winterthur

21. GALENOS Kranken- und Unfallversicherung (BAG Nr. 1386)
Militärstrasse 36, 8004 Zürich

22. Mutuel Krankenversicherung AG (BAG Nr. 1479)
Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

23. Sanitas Grundversicherungen AG (BAG Nr. 1509) in eigener Sache 
und als Rechtsnachfolgerin der Wincare Versicherungen AG 
(BAG Nr. 1060)
Jägerstrasse 3, 8004 Zürich

24. Intras Kranken-Versicherung AG (BAG-Nr. 1529)
Avenue de Valmont 41, 1000 Lausanne 10

25. Philos Krankenversicherung AG (BAG Nr. 1535)
Rue des Cèdres 5, 1920 Martigny

26. Assura Basis SA (BAG Nr. 1542)
Avenue Charles-Ferdinand-Ramuz 70, 1009 Pully

27. Visana AG (BAG Nr. 1555)
Weltpoststrasse 19, 3015 Bern

28. Agrisano Krankenkasse AG (BAG Nr. 1560)
Laurstrasse 10, 5200 Brugg

29. Helsana Versicherungen AG (BAG Nr. 1562) in eigener Sache und 
als Rechtsnachfolgerin der avanex Versicherungen AG (BAG Nr. 
1565)
Zürichstrasse 130, 8600 Dübendorf

30. sana24 AG (BAG Nr. 1568)
Weltpoststrasse 19, 3015 Bern

31. Arcosana AG (BAG Nr. 1569)
Tribschenstrasse 21, 6005 Luzern

32. Vivacare AG (BAG Nr. 1570) in eigener Sache und als Rechtsnach-
folgerin der innova Krankenversicherung AG (BAG Nr. 1563)
Weltpoststrasse 19, 3015 Bern

33. Compact Grundversicherungen AG (BAG Nr. 1575)
Jägerstrasse 3, 8004 Zürich

alle vertreten durch den Verein santésuisse, Römerstrasse 20, Postfach, 
4502 Solothurn
und dieser vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. A.________ 
Klägerinnen

gegen

B.________, Dr. med.
vertreten durch Rechtsanwalt C.________ 
Beklagter

betreffend Klagen vom
- 29. Juni 2015 (RSS-Jahr 2013; Verfahren SCHG/2015/600), 
- 23. Oktober 2015 (RSS-Jahr 2014; Verfahren SCHG/2015/934) und
-   3. Juli 2017 (RSS-Jahr 2015; Verfahren SCHG/2017/629)

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 4

Sachverhalt:

A.

Am 29. Juni 2015 reichten 34 Krankenversicherer (nachfolgend: Klägerin-
nen [Nrn. 1, 4 - 29, 31 - 33]), vertreten durch den Verein santésuisse (nach-
folgend: santésuisse), dieser wiederum vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
iur. A.________, gegen Dr. med. B.________, Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin (nachfolgend: Beklagter), Klage ein (Verfahren 
SCHG/2015/600). Sie stellen die folgenden Rechtsbegehren:

1. Der Beklagte sei durch das Schiedsgericht zu verpflichten, jene Be-
träge den Klägerinnen zurückzuerstatten, die er für das Rechnungs-
steller-Statistikjahr 2013 (RSS 2013) wegen unwirtschaftlicher bzw. 
gegebenenfalls nicht gesetzlicher Behandlungsweise den Klägerin-
nen gegenüber zu Unrecht vereinnahmt hat.
Gegebenenfalls seien weitere Sanktionsmassnahmen nach Ermes-
sen des Schiedsgerichts zu treffen.
Die Konkretisierung des Forderungsbetrages bleibt ausdrücklich 
vorbehalten. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklagten.

Mit prozessleitender Verfügung vom 10. Juli 2015 orientierte der Instrukti-
onsrichter unter anderem über die Edition der Detailauswertung für alle 
Leistungserbringer des Facharztgebietes „Allgemeine Innere Medizin“ und 
die Durchführung einer Google-Recherche über die Praxistätigkeit des Be-
klagten. Gleichzeitig forderte er die Klägerinnen (bzw. santésuisse) auf, 
eine rechtsgültig unterzeichnete Anwaltsvollmacht sowie in Bezug auf ein-
zelne Klägerinnen rechtsgültig unterzeichnete Prozessvollmachten und die 
RSS der Jahre 2009 bis 2013 betreffend Dr. med. D.________, der Ehe-
frau des Beklagten, einzureichen. Der Beklagte wurde aufgefordert, eine 
schriftliche Stellungnahme samt allfälliger Beweismittel einzureichen, wobei 
er diverse Fragen zum Kostenanstieg und zur Praxistätigkeit zu beantwor-
ten hatte. Schliesslich wurden die Parteien auf den 17. September 2015 zu 
einer Einigungsverhandlung vorgeladen. 

Am 17. Juli 2015 leisteten die Klägerinnen einen Vorschuss an die Ge-
richtskosten von Fr. 3‘000.--.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 5

Mit Eingabe vom 30. Juli 2015 reichten die Klägerinnen die verlangten 
Vollmachten ein und informierten über das Ergebnis getätigter Recherchen 
zur Tätigkeit von Dr. med. D.________, insbesondere darüber, dass die 
Ehefrau des Beklagten im Zahlstellenregister (ZSR) weder mit eigener 
Nummer noch mit einer K-Nummer (Kontrollnummer für Angestellte) regis-
triert sei. 

Mit Stellungnahme vom 4. September 2015 stellte der Beklagte, vertreten 
durch Rechtsanwalt C.________, die folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Rückforderungsklage bzw. Beschwerde sei vollumfänglich ab-
zuweisen, sofern überhaupt darauf eingetreten werden kann.

2. Eventualiter sei in vorliegendem Fall zur Überprüfung der Zahlen 
des Beklagten die analytische Methode, systematische Einzelfall-
prüfung oder repräsentative Einzelfallprüfung mit Hochrechnung, 
anzuwenden. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerinnen.

Am 17. September 2015 fand vor dem Schiedsgericht eine Einigungsver-
handlung statt, anlässlich welcher keine Einigung erzielt werden konnte. 

Mit Klageergänzung vom 23. Oktober 2015 wiederholten die Klägerinnen 
das RSS-Jahr 2013 betreffend die mit Klage vom 29. Juni 2015 gestellten 
Rechtsbegehren.

B.

Gleichzeitig mit der Klageergänzung vom 23. Oktober 2015 reichten 
32 Krankenversicherer (nachfolgend: Klägerinnen [Nrn. 1, 3 - 9, 11 - 14, 16 
- 31, 32 {in eigener Sache}]), vertreten durch den Verein santésuisse, die-
ser wiederum vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. A.________, gegen Dr. 
med. B.________, eine weitere Klage ein (Verfahren SCHG/2015/934). Sie 
stellen die folgenden Rechtsbegehren:

1. Der Beklagte sei durch das Schiedsgericht zu verpflichten, jene Be-
träge den Klägerinnen zurückzuerstatten, die er für das Rechnungs-
steller-Statistikjahr 2014 (RSS 2014) wegen unwirtschaftlicher bzw. 
gegebenenfalls nicht gesetzlicher Behandlungsweise den Klägerin-
nen gegenüber zu Unrecht vereinnahmt hat.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 6

Gegebenenfalls seien weitere Sanktionsmassnahmen nach Ermes-
sen des Schiedsgerichts zu treffen.
Die Konkretisierung des Forderungsbetrages bleibt ausdrücklich 
vorbehalten. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht werden für die beiden Verfahren der Sta-
tistikjahre 2013 und 2014 die folgenden Anträge gestellt:

2. In beweisrechtlicher Hinsicht sei die Überarztung anhand der statisti-
schen Methode zu prüfen. Der Eventualantrag des Beklagten, die 
analytische Methode, die systematische Einzelfallprüfung oder die 
repräsentative Einzelfallprüfung mit Hochrechnung anzuwenden, sei 
abzuweisen.

3. Auf die förmliche Durchführung einer Schlichtungsverhandlung für 
das Statistikjahr 2014 sei zu verzichten und die klägerischerseits gel-
tend gemachte Überarztung pro 2014 im Rahmen des schon früher 
rechtshängig gemachten Verfahrens pro 2013 gemeinsam zu beur-
teilen, sohin eine Vereinigung der beiden Statistikjahre 2013/2014 
vorzunehmen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklagten.

Mit prozessleitender Verfügung vom 27. Oktober 2015 verwies der Instruk-
tionsrichter die Klage betreffend das RSS-Jahr 2014 ins Verfahren 
SCHG/2015/934 und ordnete die bis auf weiteres gemeinsame Instruktion 
der beiden Verfahren SCHG/2015/600 und 934 an; soweit weitergehend 
wurde der Verfahrensantrag der Klägerinnen abgewiesen. Weiter wurde 
verfügt, dass auf die in den beiden Verfahren bislang erlangten und noch 
zu erlangenden Erkenntnisse gegenseitig abgestellt werde; soweit die Be-
weismittel nicht ausschliesslich das RSS-Jahr 2014 beträfen, würden sie im 
Rahmen des Verfahrens SCHG/2015/600 gesammelt. Zudem wurde ver-
fügt, dass im Verfahren SCHG/2015/934 in Gutheissung des Antrags der 
Klägerinnen keine Einigungsverhandlung im Sinne eines Vermittlungsver-
fahrens durchgeführt werde.

Am 23. Februar 2016 reichte der Beklagte, weiterhin vertreten durch 
Rechtsanwalt C.________, eine Stellungnahme zur Ergänzung der Klage 
bzw. zu den Klagen (bzw. eine Klageantwort) ein. Im Verfahren 
SCHG/2015/600 stellt er unverändert die Rechtsbegehren gemäss Stel-
lungnahme vom 4. September 2015 und im Verfahren SCHG/2015/934 
beantragt er Folgendes:

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 7

1. Die Rückforderungsklage bzw. Beschwerde sei vollumfänglich ab-
zuweisen, sofern überhaupt darauf eingetreten werden kann.

2. In vorliegendem Fall sei zur Überprüfung der Zahlen des Beklagten 
die analytische Methode, systematische Einzelfallprüfung oder re-
präsentative Einzelfallprüfung mit Hochrechnung, anzuwenden. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerinnen.

Mit prozessleitender Verfügung vom 25. Februar 2016 forderte der Instruk-
tionsrichter die Klägerinnen auf, eine Replik einzureichen und sich zu den 
vom Beklagten geltend gemachten statistischen Ungereimtheiten, zur gel-
tend gemachten Praxisbesonderheit „Behandlungskompetenz verhindere 
Zuweisungen an Spezialisten und Spitäler“ sowie zur geltend gemachten 
„Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit“ mit entsprechender höherer Notfallquote 
zu äussern.

Mit Replik vom 24. Mai 2016 halten die Klägerinnen grundsätzlich unverän-
dert an den bisher gestellten Rechtsbegehren fest und beantragen zusätz-
lich, dass die vom Beklagten das Verfahren SCHG/2015/934 betreffend 
gestellten Rechtsbegehren abzuweisen seien.

Mit Duplik vom 3. März 2017 bestätigt der Beklagte für die beiden Verfah-
ren SCHG/2015/600 und 934 unverändert die gemäss den Stellungnahmen 
vom 4. September 2015 und 23. Februar 2016 gestellten Rechtsbegehren. 

Ebenfalls mit Schreiben vom 3. März 2017 machte der Beklagte das Ge-
richt darauf aufmerksam, dass beim wiederholten Versuch mit seinem per-
sönlichen Passwort bei der SASIS AG seine RSS 2015 herunterzuladen, 
eine fremde Statistik von einem Arzt aus … gezeigt worden sei.

Mit prozessleitender Verfügung vom 31. März 2017 forderte der Instrukti-
onsrichter die Klägerinnen auf, für die RSS-Jahre 2013 und 2014 geson-
derte Listen, auf welchen sämtliche dem Beklagten als „Erkrankte“ 
zugeordneten Versicherten mit Namen und Vornamen sowie (soweit mög-
lich) mit dem Geburtsdatum aufgeführt seien, sowie eine Stellungnahme zu 
dem im Schreiben des Beklagten vom 3. März 2017 dargelegten Sachver-
halt, beschränkt auf die in den vorliegenden Verfahren streitigen Belange, 
einzureichen. Gleichzeitig stellte der Instruktionsrichter fest, dass das ange-
rufene Gericht zur Behandlung von Eingaben betreffend allfälliger Verstös-
se gegen das Datenschutzgesetz sachlich nicht zuständig sei.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 8

Mit Eingabe vom 4. Mai 2017 führten die Klägerinnen hinsichtlich der ver-
langten Patientenlisten 2013/2014 aus, diese könnten von der SASIS AG 
nicht erstellt werden und müssten bei den Versicherern angefordert wer-
den. Da die Einholung dieser Daten bei sämtlichen Versicherern fürs erste 
nicht verhältnismässig erscheine, würden lediglich die Daten der drei gröss-
ten Versicherer (Helsana, KPT und Visana), welche für beide Jahre rund 
60 % der ärztlicherseits erbrachten Leistungen abdeckten, geliefert. Zu-
sätzlich äusserten sich die Klägerinnen zum Schreiben des Beklagten vom 
3. März 2017 und zu der am gleichen Tag verfassten Duplik.

Der Instruktionsrichter stellte mit prozessleitender Verfügung vom 9. Mai 
2017 fest, die von den Klägerinnen vorgetragene Begründung zur Be-
schränkung der Beweisanordnung vermöge solange zu überzeugen, als 
sich aufgrund des Abgleichs mit der Patientenkartei des Beklagten nicht 
Unzulänglichkeiten von wesentlicher Bedeutung ergäben. Gleichzeitig for-
derte er den Beklagten auf schriftlich mitzuteilen, ob auf den Listen Perso-
nen aufgeführt seien, welche in den fraglichen Abrechnungsjahren nicht 
von ihm behandelt worden seien. Gegebenenfalls seien die Personen na-
mentlich und unter Angabe des Geburtsdatums aufzulisten. 

C.

Am 3. Juli 2017 reichten 35 Krankenversicherer (nachfolgend: Klägerinnen 
[Nrn. 1 - 29, 31, 32 {in eigener Sache}, 33]), vertreten durch den Verein 
santésuisse, dieser wiederum vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. 
A.________, gegen Dr. med. B.________, eine weitere Klage ein (Verfah-
ren SCHG/2017/629). Sie stellen die folgenden Rechtsbegehren:

1. Der Beklagte Dr. med. B.________ (bzw. alternativ die ihm 
gehörende und zuzurechnende „...“) seien zu verpflichten, den kla-
genden Versicherern unter dem Titel unwirtschaftliche Behandlung 
pro 2015 jene Beträge zurückzuzahlen, die aus unwirtschaftlicher 
Behandlung resultieren. 
Die Präzisierung und Konkretisierung des Forderungsbetrages bleibt 
vorbehalten. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklagten.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 9

Mit prozessleitender Verfügung vom 6. Juli 2017 hielt der Instruktionsrichter 
fest, die Klage betreffend das RSS-Jahr 2015 werde als gesondertes Ver-
fahren unter der Nummer SCHG/2017/629 geführt. Soweit die Beweismittel 
nicht ausschliesslich das RSS-Jahr 2015 beträfen, würden sie im Rahmen 
des Verfahrens SCHG/2015/600 gesammelt. Weiter wurden die Klägerin-
nen aufgefordert klarzustellen, ob sie mit der Eingabe vom 3. Juli 2017 
auch Klage gegen die „…“ erheben würden; gegebenenfalls hätten sie sich 
auch zur Passivlegitimation zu äussern.

Am 25. Juli 2017 leisteten die Klägerinnen an die Gerichtskosten der drei 
Verfahren einen weiteren Vorschuss von Fr. 6‘000.--. 

Am 28. Juli 2017 beantragten die Klägerinnen, das Verfahren 
SCHG/2017/629 sei nur in Bezug auf den Arzt Dr. med. B.________ wei-
terzuführen.

In den Verfahren SCHG/2015/600 und 934 reichte der Beklagte am 
10. August 2017 eine Stellungnahme ein, unter anderem mit Ausführungen 
zu den von den Klägerinnen beigebrachten Patientenlisten 2013 und 2014. 
Daraufhin forderte der Instruktionsrichter den Beklagten mit prozessleiten-
der Verfügung vom 11. August 2017 auf mitzuteilen, welche der von ihm 
erwähnten 22 Patienten nicht zu seinem Patientenstamm gehörend zu be-
trachten seien bzw. von ihm noch nie eine Leistungsabrechnung erhalten 
hätten. Die entsprechende Stellungnahme des Beklagten ging am 28. Au-
gust 2017 beim Gericht ein. In der Folge forderte der Instruktionsrichter die 
Klägerinnen mit prozessleitender Verfügung vom 28. August 2017 auf, un-
ter Bekanntgabe des jeweiligen Abrechnungsvolumens nachzuweisen, 
dass die vom Beklagten aufgelisteten Versicherten um Kostenvergütung 
von Leistungen ersucht hätten, welche der Beklagte erbracht habe. Für 
diejenigen Versicherten, für welche ihnen der Nachweis nicht gelingen soll-
te, hätten sie insbesondere das in der jeweiligen RSS berücksichtigte Ab-
rechnungsvolumen pro Patient und die daraus resultierenden direkten 
Arztkosten pro Erkrankten bekanntzugeben. Die entsprechende Stellung-
nahme der Klägerinnen ging am 11. Oktober 2017 beim Gericht ein. 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 10

Im Verfahren SCHG/2017/629 stellt der Beklagte, weiterhin vertreten durch 
Rechtsanwalt C.________, mit Klageantwort vom 29. September 2017 die 
folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Rückforderungsklage sei vollumfänglich abzuweisen, sofern 
überhaupt darauf eingetreten werden kann.

2. Eventualiter sei in vorliegendem Fall zur Überprüfung der Zahlen 
des Beklagten die analytische Methode, systematische Einzelfall-
prüfung oder repräsentative Einzelfallprüfung mit Hochrechnung, 
anzuwenden. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerinnen.

Mit Schlussbemerkungen vom 6. November 2017 hielten die Klägerinnen in 
allen drei Verfahren SCHG/2015/600 und 934 sowie SCHG/2017/629 mit 
Hinweis auf das bisher Ausgeführte an den bisherigen Ausführungen fest, 
insbesondere hätten die Ausführungen pro 2013/2014 auch für das später 
rechtshängig gemachte Verfahren pro 2015 Gültigkeit.

Der Beklagte hielt mit Schlussbemerkungen vom 6. November 2017 an den 
Ausführungen in den Rechtsschriften zu den einzelnen Verfahren vollum-
fänglich fest. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 7. November 2017 gab der Instrukti-
onsrichter den Parteien in den Verfahren SCHG/2015/600 und 934 sowie 
SCHG/2017/629 die Zusammensetzung des Spruchkörpers bekannt. 

Erwägungen:

1.

1.1 Gemäss Art. 17 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) kann die instruie-
rende Behörde Verfahren vereinigen, wenn getrennt eingereichte Eingaben 
den gleichen Gegenstand betreffen. Vorliegend beziehen sich die Klagen 
vom 29. Juni 2015 (Verfahren SCHG/2015/600), vom 23. Oktober 2015 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 11

(Verfahren SCHG/2015/934) und vom 3. Juli 2017 (Verfahren 
SCHG/2017/629) auf die gleiche Sache, nämlich die Wirtschaftlichkeit der 
Praxisführung des Beklagten. Folglich sind die drei erwähnten Verfahren zu 
vereinigen.

1.2 Gemäss Art. 89 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 
über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) sind Streitigkeiten zwi-
schen Versicherern und Leistungserbringern durch ein Schiedsgericht zu 
entscheiden. Die Kantone können die Aufgaben des Schiedsgerichts dem 
kantonalen Versicherungsgericht übertragen (Art. 89 Abs. 4 Satz 3 Halb-
satz 1 KVG), was der Kanton Bern getan hat (Art. 40 des kantonalen Ge-
setzes vom 6. Juni 2000 betreffend die Einführung der Bundesgesetze über 
die Kranken-, die Unfall- und die Militärversicherung [EG KUMV; BSG 
842.11]).

1.3 In den vorliegenden Verfahren ist je eine Streitigkeit zwischen Ver-
sicherern und einem Leistungserbringer zu beurteilen, weshalb die sachli-
che Zuständigkeit des Schiedsgerichts gegeben ist. Der Beklagte hat seine 
Praxis im Kanton Bern (…), womit das Schiedsgericht in Sozialversiche-
rungsstreitigkeiten des Kantons Bern auch örtlich zuständig ist (Art. 89 
Abs. 2 KVG).

1.4 Die Vertretungsverhältnisse auf der klägerischen Seite wurden im 
Rahmen der Prozessinstruktion geklärt (vgl. dazu insbesondere 
SCHG/2015/600: prozessleitende Verfügungen vom 10. Juli 2015 [Ziff. 1 
lit. b und c und Ziff. 3] und vom 16. Juli 2015 sowie Eingabe der Klägerin-
nen vom 30. Juli 2015; vgl. dazu auch SCHG/2017/629: Klage vom 3. Juli 
2017 S. 5 II./A./Ziff. 10 sowie SCHG/2015/600 und 934: Eingabe des Be-
klagten vom 23. Februar 2016 S. 3 f. II./A./Ziff. 4 und 5 und Replik vom 
24. Mai 2016 S. 2 f. II./A./Ziff. 7 und 8). Dabei ergibt sich die Vertretungs-
vollmacht von santésuisse für die vorliegenden Verfahren für diejenigen 
Krankenversicherer, die santésuisse-Mitglieder sind, aus Art. 16 der santé-
suisse-Statuten (Akten der Klägerinnen im Verfahren SCHG/2015/600 
[SCHG/2015/600 act. I] 1). Bezüglich der klagenden Nicht-santésuisse-
Mitglieder wurden entsprechende die Jahre 2013 bis 2015 umfassende 
Prozessvollmachten vorgelegt (SCHG/2015/600 act. I 2; Akten der Kläge-
rinnen im Verfahren SCHG/2015/600 [SCHG/2015/600 act. Ia] 2 - 4). So-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 12

dann ist der Rechtsvertreter von santésuisse ordnungsgemäss bevollmäch-
tigt (SCHG/2015/600 act. Ia 1; Art. 15 VRPG).

1.5

1.5.1 Soweit der Beklagte hinsichtlich der Formvorschriften vortragen 
lässt (SCHG/2015/600: Eingabe vom 4. September 2015 S. 2 f. II./A./Ziff. 3; 
SCHG/2015/934: Stellungnahme vom 23. Januar 2016 S. 2 f. II./A./Ziff. 2 
a.E.; SCHG/2017/629: Klageantwort vom 29. September 2017 S. 3 
II./A./Ziff. 4; vgl. auch die Schlussbemerkungen vom 6. November 2017 in 
allen drei Verfahren S. 2 Ziff. 3), die Rechtsbegehren seien zu wenig be-
stimmt bzw. nicht beziffert worden, weshalb auf die Klagen nicht eingetre-
ten werden könne, kann dem nicht gefolgt werden. Zum einen findet, 
entgegen der ursprünglichen Annahme des Beklagten (SCHG/2015/600: 
Stellungnahme vom 4. September 2015 S. 2 f. II./A./Ziff. 3), nicht die 
Schweizerische Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 
272), sondern das VRPG Anwendung (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV; vgl. auch 
E. 1.7 hiernach). Nur für eine Änderung des Rechtsbegehrens oder des 
Klagegrundes wären die Vorschriften der ZPO über die Klageänderung 
sinngemäss anwendbar (Art. 26 VRPG).

Für die Frage, ob das Rechtsbegehren hinreichend bestimmt ist, ist das 
VRPG massgebend. Der Antrag bzw. das Rechtsbegehren gemäss Art. 32 
Abs. 2 VRPG soll so präzise gefasst sein, dass er unverändert ins Ent-
scheiddispositiv übernommen werden kann. Die Praxis ist jedoch nicht 
streng. Zum einen ist dem Antragserfordernis bereits Genüge getan, wenn 
sich aus dem Zusammenhang und unter Zuhilfenahme der Begründung 
sinngemäss ergibt, was anbegehrt wird (MERKLI/AESCHLIMANN/HERZOG, 
Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 32 N. 13; vgl. auch BGE 137 
III 617 E. 6.2 S. 622). Zum anderen sind im Sozialversicherungsprozess die 
Anforderungen an eine hinreichende Klage geringer als nach ZPO. Es gilt 
insbesondere der Untersuchungsgrundsatz (Art. 89 Abs. 5 KVG). Ausser-
dem kann das Gericht einer Partei mehr oder anderes zusprechen, als was 
sie verlangt hat (vgl. auch E. 1.6 hiernach). Insoweit liegen mit Blick auf die 
betragliche Festlegung in den Begründungen – die Klägerinnen machen für 
das Jahr 2013 eine Rückforderung von Fr. 931‘438.-- (SCHG/2015/600: 
Klage vom 29. Juni 2015 S. 8 II./B./Ziff. 16), für das Jahr 2014 eine solche 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 13

von Fr. 766‘177.-- (SCHG/2015/934: Klage vom 23. Oktober 2015 S. 12 f. 
II./B./Ziff. 14.2) und für das Jahr 2015 eine solche von Fr. 1‘116‘977.--
(SCHG/2017/629: Klage vom 3. Juli 2017 S. 4 II./A./Ziff. 7) geltend – hinrei-
chend substantiierte Rechtsbegehren vor (vgl. auch Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 5. Juli 2012, 9C_110/2012, E. 1.1), zumal im 
Verfahren vor dem Schiedsgericht auch nicht die Dispositionsmaxime gilt 
(vgl. dazu E. 1.6 hiernach).

Nicht einzutreten ist demgegenüber auf die in den Verfahren 
SCHG/2015/600 und 934 gestellten Anträge, weitere Sanktionsmassnah-
men anzuordnen (vgl. Art. 59 KVG). In dieser Hinsicht sind weder die An-
träge konkret noch erfolgt in der jeweiligen Klagebegründung eine 
hinreichende Spezifizierung. Im Übrigen entsprechen die Klagen den 
Formvorschriften (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 32 Abs. 2 und 3 VR-
PG), weshalb auf die Klagen ohne Weiterungen einzutreten ist.

1.5.2 Da – wie bereits erwähnt (vgl. E. 1.5.1 hiervor) – vorliegend nicht 
die ZPO zur Anwendung gelangt, können Weiterungen zum Argument des 
Beklagten, eine Klagenhäufung sei nicht statthaft (vgl. Art. 376 ZPO; vgl. 
insbesondere SCHG/2015/600 und 934: Stellungnahme vom 23. Februar 
2016 S. 4 II./A./Ziff. 5) unterbleiben (vgl. auch E. 3.1.1 am Schluss hier-
nach). Vorliegend kommt das gesetzlich vorgesehene schiedsgerichtliche 
Verfahren gemäss Art. 89 KVG zur Anwendung.

1.6 Im Klageverfahren ergibt sich der Streitgegenstand einzig aus den 
Rechtsbegehren der Klage. Innerhalb des Streitgegenstands ist das 
Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten in Durchbrechung der 
Dispositionsmaxime an die Begehren der Parteien nicht gebunden (vgl. 
BGE 135 V 23 E. 3.1 S. 26). Das Gericht würdigt die Vorbringen der Par-
teien in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht nach pflichtgemässem Er-
messen. Es kann unter Wahrung des rechtlichen Gehörs zu Ungunsten der 
klagenden Partei entscheiden oder dieser mehr zusprechen, als sie ver-
langt hat (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 92 Abs. 1 und 3 Satz 2 VR-
PG). Vorliegend ist zu prüfen, ob der Beklagte den Klägerinnen für die 
Jahre 2013 bis 2015 zu Unrecht erhaltene Vergütungen zurückbezahlen 
muss und gegebenenfalls wie hoch der entsprechende Betrag ist.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 14

1.7 Die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) finden gemäss Art. 1 Abs. 2 lit. e KVG beim Verfahren vor dem 
kantonalen Schiedsgericht (Art. 89 KVG) keine Anwendung. Das KVG 
schreibt vor, dass das Verfahren einfach und rasch zu sein und das 
Schiedsgericht die für den Entscheid erheblichen Tatsachen unter Mitwir-
kung der Parteien festzustellen hat, wobei es die notwendigen Beweise 
erhebt und in der Beweiswürdigung frei ist (Art. 89 Abs. 5 KVG). Der Kan-
ton regelt das Weitere (Art. 89 Abs. 5 Halbsatz 1 KVG). Das Klageverfah-
ren richtet sich vorbehältlich abweichender Regelungen des EG KUMV 
(Art. 46 Abs. 2 EG KUMV) nach dem VRPG. 

1.8 Das Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten urteilt in 
Dreierbesetzung. Es besteht aus einem Mitglied des Verwaltungsgerichts 
als neutralem Vorsitzenden und je einer Vertreterin oder einem Vertreter 
der betroffenen Versicherer und Leistungserbringer. Diese werden von der 
oder dem neutralen Vorsitzenden bezeichnet (Art. 89 Abs. 4 Sätze 2 und 3 
KVG, Art. 56 Abs. 4 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1]). 

Die Klägerinnen wurden im Verfahren SCHG/2015/600 bereits mit prozess-
leitender Verfügung vom 10. Juli 2015 (Ziff. 1 lit. d und e) auf Art. 48 Abs. 2 
GSOG hingewiesen, wonach es sich beim Schiedsgericht um ein staatli-
ches Gericht handelt, an welches auch die Fachrichter – auf Vorschlag der 
Fachverbände – vom Grossen Rat des Kantons Bern gewählt werden, mit-
hin auf den Verfahrensantrag gemäss Ziff. 3 der Klage vom 29. Juni 2015 
nicht einzutreten ist. In den Folgeverfahren wurde dieser Antrag denn auch 
nicht mehr gestellt.

1.9 Gemäss Art. 45 Abs. 1 EG KUMV kann durch die neutrale Vorsit-
zende oder den neutralen Vorsitzenden des Schiedsgerichts ein Vermitt-
lungsverfahren durchgeführt werden, wenn nicht schon eine vertraglich 
eingesetzte Vermittlungsinstanz geamtet hat. Im Verfahren 
SCHG/2015/600 fand am 17. September 2015 eine erfolglose Einigungs-
verhandlung statt. Im Verfahren SCHG/2015/934 wurde mit prozessleiten-
der Verfügung vom 27. Oktober 2015 entschieden, keine Einigungsver-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 15

handlung im Sinne eines Vermittlungsverfahrens durchzuführen. Auch im 
Verfahren SCHG/2017/629 ist von der Durchführung eines Vermittlungsver-
fahrens abzusehen, da eine Einigung zwischen den Parteien offensichtlich 
nicht erzielt werden kann (vgl. SCHG/2017/629: Klage vom 3. Juli 2017 
S. 6 II./A./Ziff. 13). 

2.

2.1

2.1.1 Die zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung abge-
rechneten Leistungen müssen wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich 
sein (Art. 32 Abs. 1 KVG). Die Leistungserbringer haben sich in ihren Leis-
tungen auf das Mass zu beschränken, das im Interesse der Versicherten 
liegt und für den Behandlungszweck erforderlich ist (Art. 56 Abs. 1 KVG). 
Für Leistungen, die über dieses Mass hinausgehen, kann die Vergütung 
verweigert werden. Eine nach diesem Gesetz dem Leistungserbringer zu 
Unrecht bezahlte Vergütung kann zurückgefordert werden (Art. 56 Abs. 2 
KVG). Leistungserbringer und Versicherer legen vertraglich eine Methode 
zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit fest (Art. 56 Abs. 6 KVG). 

2.1.2 Gemäss Art. 59 Abs. 1 KVG werden gegen Leistungserbringer, wel-
che gegen die im Gesetz vorgesehenen Wirtschaftlichkeits- und Qualitäts-
anforderungen (Art. 56 und 58 KVG) oder gegen vertragliche Abmachun-
gen verstossen, Sanktionen ergriffen. Diese umfassen die Verwarnung 
(lit. a), die gänzliche oder teilweise Rückerstattung der Honorare, welche 
für nicht angemessene Leistungen bezogen wurden (lit. b), eine Busse 
(lit. c) oder im Wiederholungsfall den vorübergehenden oder definitiven 
Ausschluss von der Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflege-
versicherung (lit. d). Über Sanktionen entscheidet das Schiedsgericht nach 
Art. 89 KVG auf Antrag eines Versicherers oder eines Verbandes der Ver-
sicherer (Art. 59 Abs. 2 KVG).

Obschon die Rückerstattung der Honorare (Art. 59 Abs. 1 lit. b KVG) neu 
unter dem Begriff "Sanktionen" (Art. 59 Abs. 1 Satz 1 KVG) steht, bleibt die 
zu Art. 56 Abs. 2 KVG ergangene Rechtsprechung anwendbar, wonach 

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vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 16

(namentlich) kein Verschulden des Leistungserbringers vorausgesetzt wird 
(BGE 141 V 25 E. 8.4 S. 30).

2.2 Zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit kann rechtsprechungs-
gemäss sowohl die statistische Methode (Durchschnittskostenvergleich) als 
auch die analytische Methode (Einzelfallprüfung) – oder eine Kombination 
beider Methoden – zur Anwendung gelangen (BGE 135 V 237 E. 4.6.1 
S. 245; SVR 2015 KV Nr. 8 S. 31 E. 5.2). Voraussetzung für die Anwend-
barkeit der statistischen Methode ist, dass sich das Vergleichsmaterial hin-
reichend ähnlich zusammensetzt und sich der Vergleich über einen 
genügend langen Zeitraum erstreckt, wodurch bloss zufällige Unterschiede 
mehr oder weniger ausgeglichen werden. Eine Überarztung liegt vor, wenn 
eine ins Gewicht fallende Zahl von Rechnungen desselben Arztes oder 
derselben Ärztin an eine Krankenkasse im Vergleich zur Zahl von Rech-
nungen von Ärzten des gleichen Fachbereichs in geographisch gleichem 
Tätigkeitsbereich und mit etwa gleichem Krankengut im Durchschnitt er-
heblich höher ist, ohne dass den Durchschnitt beeinflussende Besonderhei-
ten geltend gemacht werden können. Falls die Wirtschaftlichkeit in 
Anwendung der statistischen Methode beurteilt wird, darf eine Unwirtschaft-
lichkeit nicht schon bei Überschreitung des statistischen Mittelwertes (100 
Indexpunkte) vermutet werden. Vielmehr ist den Ärzten und Ärztinnen ei-
nerseits ein Toleranzbereich und zudem allenfalls ein Zuschlag zu diesem 
Toleranzwert (zu dem den Toleranzbereich begrenzenden Indexwert) zu-
zugestehen, um spezifischen Praxisbesonderheiten Rechnung zu tragen. 
Nach der Rechtsprechung liegt der Toleranzbereich zwischen 120 und 130 
Indexpunkten (BGE 137 V 43 E. 2.2 S. 45; SVR 2015 KV Nr. 8 S. 31 
E. 5.3). 

2.3 In BGE 130 V 377 hat das Bundesgericht entschieden, dass bei der 
Wirtschaftlichkeitsprüfung grundsätzlich die Vergütungen sämtlicher verur-
sachten (direkten und veranlassten) Kosten zu berücksichtigen sind, und 
zwar bei der Bestimmung der Indizes im Rahmen der statistischen Metho-
de ebenso wie bei der Bemessung der Rückerstattungspflicht. In BGE 133 
V 37 hat es – in Änderung seiner bisherigen Rechtsprechung – erkannt, 
dass bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung grundsätzlich eine Gesamtbetrach-
tung Platz zu greifen hat und dementsprechend auf den die Arzt-, die Medi-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 17

kamenten- und – soweit möglich – die veranlassten Kosten berücksichti-
genden Gesamtkostenindex abzustellen ist. Schliesslich hat das Bundes-
gericht in BGE 137 V 43 die Rechtsprechung gemäss BGE 130 V 377 da-
hingehend geändert, dass von der Rückerstattungspflicht nach Art. 56 Abs. 
2 KVG nur die direkten Kosten (einschliesslich der abgegebenen Medika-
mente), nicht hingegen die vom Arzt veranlassten Kosten erfasst werden. 
Nach wie vor ist jedoch die Frage, ob das Wirtschaftlichkeitserfordernis 
erfüllt ist, aufgrund einer Gesamtbetrachtung im Sinne von BGE 133 V 37 
zu beantworten, wobei ein überdurchschnittlicher Anteil an selber erbrach-
ten – bei unterdurchschnittlich ausgelagerten – Leistungen zumindest im 
Sinne einer Praxisbesonderheit zu berücksichtigen ist (Entscheid des BGer 
vom 5. Juli 2012, 9C_110/2012, E. 2.2). Massgebend ist somit der 
Gesamtkostenindex. Liegt dieser innerhalb des Toleranzbereichs, ist das 
Wirtschaftlichkeitsgebot nicht verletzt. Andernfalls ist – in einem zweiten 
Schritt – zu prüfen, ob die direkten Kosten den Toleranzwert übertreffen. 
Trifft das nicht zu, besteht trotz Überarztung keine Rückerstattungspflicht. 
Es können sich jedoch allenfalls Massnahmen nach Art. 59 Abs. 1 lit. a, c 
oder d KVG aufdrängen (SVR 2015 KV Nr. 8 S. 31 E. 5.4).

2.4 Der von den Krankenversicherern gestützt auf die statistische Me-
thode um Rückerstattung angegangene Arzt hat aus Gründen des rechtli-
chen Gehörs einen Anspruch darauf, in die für den Wirtschaftlichkeits-
vergleich herangezogenen Daten Einsicht zu nehmen. Bei Anwendung der 
statistischen Methode der Wirtschaftlichkeitsprüfung hat der Verband der 
Krankenversicherer deshalb die Namen der Ärzte, welche die Vergleichs-
gruppe bilden, sowie – in anonymisierter Form – deren individuelle Daten 
aus dem "santésuisse-Datenpool" offenzulegen (SVR 2011 KV Nr. 15 S. 59 
E. 4.4).

3.

3.1

3.1.1 Die Aktivlegitimation der klagenden Krankenversicherer ergibt sich 
aus Art. 56 Abs. 2 bzw. Art. 59 Abs. 2 KVG (vgl. E. 2.1.1 und 2.1.2 hiervor). 
Als Klägerinnen treten vorliegend Krankenkassen auf, die in den Jahren 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 18

2013 bis 2015 vom Beklagten ausgestellte Rechnungen vergütet und 
santésuisse zur Aufnahme in die RSS gemeldet haben. Die in den Klagen 
vom 29. Juni 2015, 23. Oktober 2015 und 3. Juli 2017 aufgeführten Kläge-
rinnen bzw. BAG-Nummern stimmen teilweise insofern nicht mehr mit den 
im Rubrum aufgeführten Krankenkassen überein, als seither gewisse Kran-
kenkassen miteinander fusioniert haben (vgl. Rubrum hiervor und 
www.zefix.ch). Ihre Aktivlegitimation als Frage der materiellen Anspruchs-
berechtigung in den Verfahren betreffend die Rückerstattung ist auf die 
neuen Kassen übergegangen. Soweit unterschiedliche Parteibezeichnun-
gen bloss auf einen Wechsel der Firma der klagenden Kassen zurückge-
hen, liegt von vornherein kein rechtlich relevanter Parteiwechsel vor 
(Entscheid des BGer vom 10. Dezember 2009, 9C_457/2009, E. 5).

Nach der Rechtsprechung ist eine Kollektivklage aller Versicherer, vertre-
ten durch den Krankenkassenverband, zulässig und eine Spezifikation der 
auf den einzelnen Versicherer entfallenden Beträge nicht erforderlich (in 
BGE 133 V 37 nicht publ. E. 3.3 [Entscheid des Eidgenössischen Versiche-
rungsgerichts {EVG, heute BGer} vom 9. Oktober 2006, K 6/06]). 

3.1.2 Die Passivlegitimation des Beklagten (vgl. dazu SCHG/2017/629: 
prozessleitende Verfügung vom 6. Juli 2017, Eingabe der Klägerinnen vom 
28. Juli 2017 und Klageantwort vom 29. September 2017 S. 3 f. II./B./Ziff. 
1) ergibt sich allein über die dem Beklagten persönlich zugteilte Abrech-
nungsnummer … (vgl. SCHG/2015/600 act. I 6). Dafür, dass über die dem 
Beklagten persönlich zugeteilte ZSR-Nummer sämtliche Leistungen der in 
der … des Beklagten beschäftigten Ärzte abgerechnet wurden, haftet der 
Beklagte persönlich. Zudem ergibt sich die Passivlegitimation des Beklag-
ten aus Art. 56 Abs. 2 bzw. Art. 59 Abs. 1 lit. b KVG. Vorliegend fordern die 
Klägerinnen vom Beklagten als Leistungserbringer Vergütungen zurück, 
von denen die Klägerinnen geltend machen, diese seien zu Unrecht be-
zahlt worden.

3.2 In Analogie zu Art. 25 Abs. 2 ATSG erlischt der 
Rückforderungsanspruch praxisgemäss auch hinsichtlich Art. 56 Abs. 2 
KVG mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung 
davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 19

Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung (vgl. dazu BGE 133 V 
579 E. 4.1 S. 582).

Vorliegend datiert die RSS für das Jahr 2013 vom 15. Juli 2014 
(SCHG/2015/600 act. I 6), diejenige für das Jahr 2014 vom 15. Juli 2015 
(Gerichtsdossier SCHG/2015/934) und diejenige für das Jahr 2015 vom 
15. Juli 2016 (Akten der Klägerinnen im Verfahren SCHG/2017/629 
[SCHG/2017/629 act. I] 1); die Klage für das Jahr 2013 wurde am 29. Juni 
2015, diejenige für das Jahr 2014 am 23. Oktober 2015 und diejenige für 
das Jahr 2015 am 3. Juli 2017 der Post übergeben und damit beim 
Schiedsgericht eingereicht (vgl. Art. 42 VRPG). Dass in den Akten nur das 
Erstellungsdatum der Statistik und nicht auch die für den Beginn der Frist 
massgebende Kenntnisnahme vermerkt ist, vermag nicht zu schaden, weil 
eine Kenntnisnahme der Statistik vor deren Erstellung ausgeschlossen ist. 
Damit haben die Klägerinnen für die drei fraglichen Jahre die einjährige 
Verwirkungsfrist gewahrt. Da hier Vergütungen für die Jahre 2013 bis 2015 
zurückgefordert werden, ist die Fünfjahresfrist ebenfalls eingehalten. 

Nachdem die Rechtsbegehren bzw. die Rückforderungsbeträge als hinrei-
chend bestimmt qualifiziert wurden (vgl. E. 1.5.1 hiervor), erübrigen sich 
auch weitere Ausführungen zum Einwand des Beklagten, wonach die For-
derung(en) mangels Bezifferung verwirkt sei(en; SCHG/2015/600 und 934: 
Stellungnahme vom 23. Januar 2016 S. 3 II./A./Ziff. 3; vgl. auch 
SCHG/2017/629: Klageantwort vom 29. September 2017 S. 2 II./A./Ziff. 3). 
Im Übrigen ist zur Fristwahrung die Klagebezifferung grundsätzlich nicht 
notwendig (Entscheid des EVG vom 26. Juni 2003, K 127/01, E. 2.2.3). 

4.

4.1 Die Klägerinnen haben vorliegend für die Wirtschaftlichkeitsprüfung 
die statistische Methode bzw. den Durchschnittskostenvergleich herange-
zogen, wobei sie Auswertungen anhand der RSS und der Varianzanalyse 
bzw. ANOVA-Methode (ANOVA = Analysis of Variance) vorgenommen 
haben. Letztere vergleicht die Kostenstruktur des Arztes nach Alter- und 
Geschlecht seiner Patienten mit der durchschnittlichen Kostenstruktur nach 
Alter- und Geschlecht der gesamtschweizerischen Facharztgruppe, wobei 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 20

zusätzlich auch kantonale Kostenunterschiede berücksichtigt werden (Posi-
tionspapier von santésuisse „Wirtschaftlichkeitsprüfungen bei frei praktizie-
renden Ärzten“ [nachfolgend: Positionspapier santésuisse], Fassung vom 
29. Januar 2009, S. 3 Ziff. 2.4, abrufbar unter www.santésuisse.ch; vgl. 
auch GEBHARD EUGSTER, Krankenversicherung, in ULRICH MEYER [Hrsg.], 
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, Soziale Si-
cherheit, 3. Aufl. 2016, S. 678 N. 882). Im Zusammenhang mit der ANOVA-
Methode machen die Klägerinnen in der Eingabe vom 23. Oktober 2015 in 
den Verfahren SCHG/2015/600 und 934 S. 11 f. II./B./Ziff. 13.10 und 14.1, 
geltend, dass die Indizes des Beklagten gemäss der ANOVA-Methode, 
welche gestützt auf Art. 56 Abs. 6 KVG zwischen FMH, santésuisse und 
curafutura vertraglich vereinbart worden sei, ebenfalls (neben der RSS) 
ausserhalb des Toleranzbereichs lägen (vgl. auch SCHG/2017/629: Klage 
vom 3. Juli 2017 S. 3 II./A./Ziff. 4). 

4.2 Im Zusammenhang mit der Anwendbarkeit der ANOVA-Methode 
liess der Beklagte ein juristisches Kurzgutachten („Gutachterliche Äusse-
rung zur vertraglichen Festlegung einer Methode zur Kontrolle der Wirt-
schaftlichkeit [Art. 56 Abs. 6 KVG]“; Akten des Beklagten im Verfahren 
SCHG/2015/600 [SCHG/2015/600 act. IIa] 4) des Prof. Dr. iur. Ueli Kieser 
zu Handen des Vereins Ethik und Medizin in der Schweiz (VEMS) einrei-
chen. Darin wird ausgeführt, der vertraglichen Festlegung der ANOVA-
Methode zwischen der Ärzteschaft (FMH) einerseits und santésuisse sowie 
curafutura andererseits als Methode zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit 
(vgl. SCHG/2015/600 act. I 24) sei keine Beachtung zu schenken 
(SCHG/2015/600 act. IIa 4 Ziff. 4.3 und 5). Das Parlament habe beim Er-
lass von Art. 56 Abs. 6 KVG diese Methode ausdrücklich ausgeschlossen 
(SCHG/2015/600 act. IIa 4 Ziff. 3.3.1, 3.4, 4.3 und 5). Gestützt auf die Aus-
führungen von Prof. Dr. iur. Kieser beantragt der Beklagte die Anwendung 
der analytischen Methode bzw. die Durchführung einer repräsentativen 
Einzelfallprüfung mit Hochrechnung (SCHG/2015/600 und 934: Stellung-
nahme vom 23. Februar 2016 S. 8 II./A./Ziff. 7 und Duplik vom 3. Juli 2017 
S. 4 f. II./B./Ziff. 3).

Vorab zu prüfen ist, ob der Methode des Durchschnittskostenvergleichs die 
Anwendung zu versagen ist.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 21

4.3 Das Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kan-
tons Bern hat sich zur Anwendbarkeit des Durchschnittskostenvergleichs 
bzw. der ANOVA-Methode im Urteil vom 5. März 2017, SCHG/2015/644, 
E. 4.3 (vgl. auch Urteile vom 1. März 2017, SCHG/2015/658 und 2016/667, 
E. 4.3, vom 5. März 2017, SCHG/2016/660, E. 4.3, und vom 3. Juli 2017, 
SCHG/2016/665, E. 4.2.1), geäussert und dazu Folgendes festgehalten: 
Die ANOVA-Methode besteht seit dem Statistikjahr 2004 (vgl. Positionspa-
pier santésuisse; vgl. auch das Gutachten des Seminars für Statistik der 
ETH Zürich vom 28. September 2005 „Die ANOVA-Methode zur Prüfung 
der Wirtschaftlichkeit von Leistungserbringern nach Art. 56 KVG“, abrufbar 
unter www.physicianprofiling.ch). Sie ist immer wieder in der Kritik gestan-
den, vorab von Seiten der Ärzteschaft. Auch Prof. Dr. iur. Kieser hat sich 
wiederholt kritisch gegenüber der ANOVA-Methode geäussert (vgl. MICHA-
EL ROMANENS, Wirtschaftlichkeitsverfahren, die keine sind: rechtliches Gut-
achten im Licht unabhängiger Statistik, Schweizerische Ärztezeitung [SÄZ], 
2011, S. 338 ff.). Dies führte dazu, dass auch der Bundesgesetzgeber tätig 
wurde und in Art. 56 KVG einen neuen Abs. 6 einfügte. Darin wird festge-
legt, dass Ärzteschaft und Krankenversicherer gemeinsam eine Methode 
zur Wirtschaftlichkeitsprüfung zu vereinbaren haben. Ausgangspunkt war 
die parlamentarische Initiative „Stärkung der Hausarztmedizin“ (vgl. BBl 
2011 2519 2527 2529). Die Krankenversicherer sollten die angewandte 
Methode transparent machen und die Parteien sollten gemeinsam (part-
nerschaftlich) über die anzuwendende Methode diskutieren. Der Sprecher 
der Kommission im Nationalrat (Ignazio Cassis) hatte dabei hervorgehoben 
(Amtl. Bull. NR 2011 S. 1308), dass die Methode vorab den Leistungser-
bringern unbekannt sei (Intransparenz). Der Titel „Stärkung der Hausarzt-
medizin“ stehe deshalb, weil die Hausärzte mitunter schwere Fälle 
behandeln würden und sie von der derzeitigen Methode übermässig beein-
trächtigt würden. Es sei deshalb das Ziel, die Morbidität mit in die Methode 
einzubeziehen. Die neue Bestimmung setze voraus, dass die Verbände der 
Versicherer ihre Methode zur Diskussion stellten und die Algorithmen 
vollständig offen legten. Was geändert werde, sei einzig die Festlegung der 
Methode. Es gebe die ANOVA-Methode, die möglicherweise morbiditäts-
bezogen verfeinert werden müsse (Voten Humbel, Perlicz-Huber und Bun-
desrat Burkhalter im Nationalrat wie auch im Ständerat [Amtl. Bull. NR 
2011 S. 1308 ff. und Amtl. Bull. SR 2011 S. 1106 ff.]). In der parlamentari-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 22

schen Beratung findet sich einzig im Votum Heim (Amtl. Bull. NR. 2011 S. 
1310) eine eindeutige Ablehnung der ANOVA-Methode. Das Parlament hat 
damit der eingefügten Gesetzesbestimmung – über den Wortlaut hinaus – 
kein Verbot einer bestimmten Methode beigelegt. Vielmehr war es die Ab-
sicht des Parlaments, die Methodenfestlegung in Zukunft auf den partner-
schaftlichen Weg zu verweisen, ohne sich selbst zur Methode zu äussern. 
Die Leistungserbringerseite hatte dem Willen des Gesetzgebers folgend 
nach Erlass von Art. 56 Abs. 6 KVG die Gelegenheit, sich die Methode 
transparent vorlegen zu lassen und in eine Diskussion mit den Versicherern 
einzusteigen. Dies ist erfolgt und es ist ein Vertrag über die Anwendbarkeit 
der ANOVA-Methode abgeschlossen worden. Die Parteien sind gleichzeitig 
übereingekommen, die Methode fortlaufend zu verbessern. Insoweit darf 
durchaus davon ausgegangen werden, dass Transparenz geschaffen wor-
den war und unüberwindbare Vorbehalte nicht mehr bestanden. Wenn die 
Parteien ihrem freien Willen folgend (die Ärzteschaft hätte ohne weiteres 
die Unterschrift verweigern können, womit der Bundesrat die Methode fest-
gelegt hätte [vgl. Übergangsbestimmung zur Änderung des KVG vom 
23. Dezember 2011]) die Vereinbarung über die Massgeblichkeit der ANO-
VA-Methode unterzeichnet haben, so zeigt dies, dass die im Verhand-
lungsverfahren geschaffene Transparenz in Kombination mit dem ETH-
Gutachten vom 28. September 2005 die Ärzteschaft offenbar davon 
überzeugen konnte, dass der derzeitige Stand für die Leistungserbringer-
seite zumindest als minimale Basis akzeptabel war. Schliesslich stände es 
jeder Partei frei, den Vertrag zu kündigen. 

Das Bundesgericht hatte im Entscheid vom 15. Mai 2017, 9C_28/2017, 
eine Rückforderung für das Jahr 2012 zu beurteilen und dabei offengelas-
sen (E. 3.2), ob der Gesetzgeber mit dem neuen (am 1. Januar 2013 in 
Kraft getretenen [AS 2012 4087]) Art. 56 Abs. 6 KVG betreffend die Metho-
de zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit die weitere Anwendung der statisti-
schen Methode (Durchschnittskostenvergleich) ausschliessen wollte. Hier 
sind dagegen die Jahre 2013 bis 2015 zu beurteilen. Für die Jahre 2014 
und 2015 ist der zwischen den Versicherern und den Leistungserbringern 
gestützt auf Art. 56 Abs. 6 KVG am 27. Dezember 2013/16. Januar 2014 
geschlossene Vertrag (SCHG/2015/600 act. I 24) und damit der Durch-
schnittskostenvergleich anwendbar, dies entgegen der im Urteil BGer 

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vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 23

9C_28/2017, E. 3.2, vom damaligen Beschwerdeführer vertretenen Auffas-
sung. Ob der am 27. Dezember 2013/16. Januar 2014 geschlossene Ver-
trag (SCHG/2015/600 act. I 24) auch für das Jahr 2013 Gültigkeit hat, kann 
offen bleiben (vgl. auch E. 5.8.2 hiernach), da bis zum Vertragsschluss 
ohnehin der Durchschnittskostenvergleich anwendbar war. 

Dass sich die Parteien des Vertrages nach Art. 56 Abs. 6 KVG 
(SCHG/2015/600 act. I 24) dazu verpflichtet haben, das heute verwendete 
Varianzanalysemodell mit Morbiditätsvariablen zu ergänzen, führt im vor-
liegenden Fall nicht dazu, von der statistischen zur analytischen Methode 
zu wechseln.

4.4 Neben den Einwendungen gegen die ANOVA-Methode bringt der 
Beklagte auch Einwendungen gegen die statistischen Grundlagen vor (vgl. 
SCHG/2015/600 und 934: Stellungnahme vom 23. Februar 2016 S. 6 f. 
II./A./Ziff. 6):

4.4.1 Soweit er unter Hinweis auf eine Erhebung von PonteNova geltend 
macht, rund 20 % der statistisch erfassten Leistungserbringer übten im 
massgeblichen Statistikjahr im Kanton Bern gar keine Praxistätigkeit (mehr) 
aus, ist festzustellen, dass es sich dabei um Ärzte handelt, welche zwar im 
betreffenden Statistikjahr nicht mehr praktizierten, jedoch deren Patienten 
in diesem Jahr noch Leistungsabrechnungen aus früherer Zeit einreichten. 
Mit dem Beklagten ist davon auszugehen, dass solche Leistungserbringer 
in der Statistik bloss noch wenige Patienten und demgemäss ein kleines 
Abrechnungsvolumen aufweisen. Es mag zutreffen, dass über Leistungs-
erbringer, welche in der Statistik nur wenige Patienten aufweisen, keine 
über eine grosse Zahl konsolidierten Statistikwerte erzeugt werden können. 
Dieser Umstand wirkt sich indessen mit Bezug auf die vorliegend streitigen 
Belange auf die Statistik des Beklagten deshalb nicht aus, weil die Kosten 
pro Erkrankten den massgeblichen Indexwert bilden. 

Dies wird bestätigt durch die im vorliegenden Verfahren angeordneten Kon-
trollrechnungen für das Jahr 2013. Die Klägerinnen haben Berechnungen 
vorgelegt mit Einschränkung des Vergleichskollektivs „Allgemeine Innere 
Medizin Kanton Bern 2013“ auf Ärzte, welche gemäss SASIS-Datenpool 
300 oder mehr Erkrankte aufweisen (Akten der Klägerinnen im Verfahren 

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SCHG/2015/600 [SCHG/2015/600 act. Ib] 4), und mit Ausschluss der je 
200 Ärzte mit dem tiefsten bzw. höchsten Abrechnungsvolumen (direkte 
Kosten [SCHG/2015/600 act. Ib 5]); schliesslich wurden die Durchschnitts-
werte der Vergleichsgruppe auch noch anhand des Medians ermittelt 
(SCHG/2015/600 act. Ib 6). Die gestützt auf diese Berechnungen ermittel-
ten Indizes weichen nur unwesentlich von der Standardberechnung ab 
bzw. fallen teilweise sogar zu Ungunsten des Beklagten aus (vgl. 
SCHG/2015/600 und 934: Replik vom 24. Mai 2016 S. 4 f. II./A./Ziff. 9 lit. d 
und e). Zu ergänzen ist, dass nach den Ausführungen in E. 4.3 hiervor der 
ANOVA-Index massgebend ist, welcher auf einem gesamtschweizerischen 
Vergleichskollektiv mit mindestens 50 Erkrankten oder mindestens totalen 
Kosten von Fr. 100‘000.-- beruht, worauf die Klägerinnen überzeugend 
hinweisen (vgl. a.a.O., S. 5 II./A./Ziff. 9 lit. g und h).

4.4.2 Weiter wurden mit prozessleitender Verfügung vom 31. März 2017 
in den Verfahren SCHG/2015/600 und 934 Abklärungen eingeleitet, dies im 
Zusammenhang mit den vom Beklagten implizit geäusserten Zweifeln, wo-
nach nicht darauf vertraut werden könne, dass die in seiner Statistik aus-
gewiesenen Kosten auch tatsächlich von ihm abgerechnet worden seien. 
Denn mit Eingabe vom 3. März 2017 in den Verfahren SCHG/2015/600 und 
934 informierte der Beklagte das Gericht darüber, dass beim Versuch die 
eigene RSS 2015 abzurufen, eine fremde Statistik eines Arztes aus … an-
gezeigt worden sei. Im Rahmen dieser Abklärungen reichten die Klägerin-
nen für die Jahre 2013 und 2014 Listen von drei Versicherern (Helsana, 
KPT, Visana) mit einem Abrechnungsvolumen ein, welches 60 % der vom 
Beklagten in den beiden Jahren erbrachten Leistungen abdeckt (Akten der 
Klägerinnen im Verfahren SCHG/2015/600 [SCHG/2015/600 act. Ic] 1 f.). 
Der Beklagte hat die Frage des Gerichts, ob die auf den von den Klägerin-
nen eingereichten Listen aufgeführten Patienten zu seinem Patienten-
stamm gehören bzw. ob diese von ihm noch nie eine Leistungsabrechnung 
erhalten haben (vgl. SCHG/2015/600 und 934: prozessleitende Verfügung 
vom 11. August 2017, Ziff. 1 lit. d und f sowie Ziff. 3), nicht abschliessend 
beantwortet. Denn er hat lediglich geprüft, ob diese Patienten in den Jahren 
2012 bis 2014 bei ihm in Behandlung waren (vgl. SCHG/2015/600 act. IIa 
15 f., 22 f.), was jedoch mit Blick auf die fünfjährige Verwirkungsfrist in Be-
zug auf Leistungsforderungen gemäss KVG (vgl. dazu EUGSTER, a.a.O., 

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S. 605 f. N. 651 f.) und den Umstand, dass für die Erfassung der Behand-
lungsfälle in der RSS das Abrechnungsdatum beim Krankenversicherer 
und nicht das Datum der Leistungserbringung (Behandlungsdatum) mass-
gebend ist (vgl. EUGSTER, a.a.O., S. 677 N. 880), nicht ausreicht. Folglich 
ist der implizite Vorwurf der Leistungsverwechslung nicht belegt.

4.5 Die generellen Einwendungen des Beklagten sind damit nicht ge-
eignet, um ernsthafte Zweifel an der Aussagekraft der von den Klägerinnen 
geführten Statistik als Basis der Wirtschaftlichkeitskontrolle zu erwecken. 
Für das von ihm beantragte Vorgehen nach der analytischen Methode be-
steht somit keine Veranlassung. Es bleibt nachfolgend zu prüfen, ob beim 
vorliegend anwendbaren Durchschnittskostenvergleich Praxisbesonderhei-
ten gegeben sind, die einen Zuschlag zum Toleranzwert rechtfertigen (vgl. 
E. 2.2 hiervor).

5.

5.1 Der Beklagte macht geltend, unter den Patienten befänden sich 
sehr viele Polymorbide und überdies führe er eine HIV-Sprechstunde, wor-
aus ein höherer Behandlungsaufwand resultiere (SCHG/2015/600: Stel-
lungnahme vom 4. September 2015 S. 4 f. II./B./Ziff. 2 und 3). Hierzu gilt es 
vorab festzustellen, dass der Beklagte aufgrund seiner Praxisstruktur 
gemäss Statistik pro Jahr mit gegen 1‘100 Patienten (1‘126 [2013], 1‘055 
[2014] und 1‘122 [2015 {SCHG/2017/629 act. I 1}]) fast die doppelte Zahl 
Patienten behandelt als ein Arzt des Vergleichskollektivs (662 [656‘708 
Erkrankte : 992 Leistungserbringer; 2013], 628 [629‘825 Erkrankte : 1‘003 
Leistungserbringer; 2014] und 631 [638‘133 Erkrankte : 1‘011 Leistungser-
bringer; 2015 {SCHG/2017/629 act. I 3}]). Die Auswertung des dem Beklag-
ten im Jahr 2013 zurechenbaren Medikamentenbezugs (gemäss Angaben 
der Klägerinnen durch PonteNova erstellte Medikamentenliste 
[SCHG/2015/600 act. I 23]) ergibt, dass der Beklagte Patienten mit folgen-
den, einem erhöhten Krankheitsrisiko zurechenbaren Krankheitsbildern 
behandelte: HIV, Krebs, Epilepsie, Parkinson, Immunsupressiva. Wie die 
Klägerinnen überzeugend darlegen (SCHG/2015/600: Eingabe vom 
23. Oktober 2015 S. 9 ff. II./B./Ziff. 13.1 - 13.9), lässt der Medikamentenbe-

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zug jedoch nicht klare Rückschlüsse auf die Morbidität des Patientengutes 
zu (vgl. dazu auch SCHG/2015/600 und 934: Replik vom 24. Mai 2016 
S. 11 f. II./B./Ziff. 15), lassen sich doch nicht alle Medikamente eindeutig 
einem Krankheitsbild zuordnen und erhält ein Patient unter Umständen 
auch verschiedene Medikamente verschrieben. Unter Berücksichtigung 
dieser Umstände dürften im Jahr 2013 rund 30 bis 50 Patienten des Be-
klagten an einem der hiervor genannten Krankheitsbildern gelitten haben 
(HIV [~12], Krebs [~2] Epilepsie [~4], Parkinson [~6], Immunsuppressiva 
[~3]; vgl. auch die Aufstellung betreffend Erkrankungen nach PCG [Phar-
maceutical Cost Groups] 2013 [SCHG/2015/600 act. IIa 9] mit teilweise 
abweichenden Zahlen), wobei in diesem Zusammenhang auch auf die Aus-
führungen in E. 5.7 hiernach zu verweisen ist. Dies entspricht bei 1‘100 
Patienten einem Prozentsatz von 3 bis 5 %, was keine Praxisbesonderheit 
darzustellen vermag, zumal auch die Ärzte des Vergleichskollektivs zur 
Behandlung solcher Krankheitsbilder ausgebildet sind und Patienten mit 
solchen Krankheitsbildern behandeln dürften. Im Übrigen haben die Kläge-
rinnen in ihrer Replik vom 24. Mai 2016 S. 11 f. II./B./Ziff. 15 
(SCHG/2015/600 und 934; vgl. auch Eingabe vom 23. Oktober 2015 S. 9 
II./B./Ziff. 13.3) zutreffend festgehalten, dass sich im Rahmen der Totalrevi-
sion der Verordnung über den Risikoausgleich in der Krankenversicherung 
(VORA) ein PCG-Modell für die Schweiz erst in Erarbeitung befindet (vgl. 
VORA, Inkrafttreten auf den 1. Januar 2020 vorgesehen, Kommentar und 
Inhalt der Bestimmungen, vom September 2016 des Bundesamtes für Ge-
sundheit [BAG], abrufbar unter www.bag.admin.ch; siehe auch die Studie 
der Polynomics AG und der Universität Basel im Auftrag des BAG „Über-
tragung der niederländischen PCG auf Schweizer Verhältnisse; Schlussbe-
richt“ vom 9. Februar 2015, abrufbar unter www.bag.admin.ch).

Weiter kommt hinzu, dass über die Abrechnungsnummer des Beklagten die 
Leistungen von mehreren Ärzten bzw. zeitweise drei Ärzten mit einem Ar-
beitspensum von 250 % abgerechnet wurden (SCHG/2015/600: Stellung-
nahme des Beklagten vom 4. September 2015 S. 4 II./B./Ziff. 1; vgl. auch 
SCHG/2017/629: Klageantwort vom 29. September 2017 S. 4 II./B./Ziff. 1 
und Schlussbemerkungen des Beklagten vom 6. November 2017 in allen 
drei Verfahren S. 2 Ziff. 4), mithin die vom Beklagten für sich beanspruchte 
herausragende fachliche Kompetenz zur Behandlung besonders morbider 

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Patienten bereits durch das Mit-Abrechnen zweier „weniger qualifizierter“ 
Ärzte ausgeglichen wird. Ebenso wenig ist das geltend gemachte hohe 
Durchschnittsalter der Patienten (2013: 52.5 Jahre; 2014: 52.7 Jahre; 2015: 
52.8 Jahre [SCHG/2017/629 act. I 1]) zu hören (vgl. SCHG/2015/600: Ein-
gabe vom 4. September 2015 S. 5 II./B./Ziff. 3), liegt doch dieses durchaus 
bei demjenigen des Vergleichskollektivs (2013: 51.2 Jahre; 2014: 51.6 Jah-
re; 2015: 51.6 Jahre [SCHG/2017/629 act. I 3]). 

5.2 Der Umstand, dass über die ZSR-Nummer des Beklagten zeitweise 
drei Ärzte mit einem Beschäftigungsgrad von 250 % abrechnen bzw. abge-
rechnet haben (Dr. med. B.________ 100 %; Dr. med. D.________ 50 %; 
Dr. med. E.________ 100 %), ist für den hier relevanten Statistikwert inso-
fern nicht erheblich, als dieser die Kosten pro erkrankte Person ausweist 
und vergleicht. Hinzu kommt, dass die im Vergleich zum Beklagten weniger 
auf besonders schwierige Krankheitsbilder ausgebildeten Praxisärzte zu 
einem „Verdünnungseffekt“ beitragen, worauf bereits in E. 5.1 hiervor hin-
gewiesen wurde. Damit vermag auch dieser Umstand keine die Statistik 
zum Nachteil des Beklagten beeinflussende Praxisbesonderheit zu be-
gründen.

5.3 Weiter macht der Beklagte geltend (SCHG/2015/600 und 634: Stel-
lungnahme vom 23. Februar 2016 S. 13 II./B./Ziff. 3), aufgrund der Praxiss-
truktur mit drei Ärzten sei es möglich, die Patienten rund um die Uhr zu 
betreuen. Diese stetige Verfügbarkeit äussere sich in einer hohen Anzahl 
Grundleistungen. Hier ist mit den Klägerinnen festzuhalten (vgl. 
SCHG/2015/600 und 934: Replik vom 24. Mai 2016 S. 10 II./B./Ziff. 14 lit. 
b), dass eine hohe zeitliche Verfügbarkeit durchaus zu mehr Grundleistun-
gen und gegebenenfalls zu höheren Fallkosten führen kann. Durch die ho-
he zeitliche Verfügbarkeit können aber auch Fälle mit geringen Kosten 
generiert werden, da der Beklagte allenfalls dann konsultiert wird, wenn 
andere Hausärzte zeitlich nicht verfügbar sind. Die hohe zeitliche Verfüg-
barkeit gibt jedoch keinen Aufschluss über die behandelten Krankheitsbil-
der und darüber, ob die Kosten indiziert sind.

5.4 Sodann macht der Beklagte geltend, er verfüge über eine bessere 
Ausbildung und Erfahrung als das Vergleichskollektiv und deshalb sei es 
ihm möglich, sehr viele Patienten ambulant zu betreuen und nur im Notfall 

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ins Spital einzuweisen oder an einen Spezialisten zu verweisen 
(SCHG/2015/600: Eingabe vom 4. September 2015 S. 5 II./B./Ziff. 3; 
SCHG/2015/600 und 934: Stellungnahme vom 23. Februar 2016 S. 10 ff. 
II./B./Ziff. 2 und Duplik vom 3. Juli 2017 S. 4 f. II./B./Ziff. 4; 
SCHG/2017/629: Klageantwort vom 29. September 2017 S. 4 II./B./Ziff. 2 
und S. 6 II./B./Ziff. 4; Schlussbemerkungen vom 6. November 2017 in allen 
drei Verfahren S. 2 f. Ziff. 4 und 5). Es gehört zur Aufgabe eines zu Lasten 
der sozialen Krankenversicherung praktizierenden Arztes, dass er seine 
Patienten nur bei Eintritt der Spitalbehandlungsbedürftigkeit in ein Spital 
einweist, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass es auch die Ärz-
te des immerhin rund 1‘000 Kollegen und Kolleginnen umfassenden Ver-
gleichskollektivs so handhaben. Da die Krankenversicherer in der Statistik 
nicht abschliessend erfassen können (vgl. SCHG/2015/600 und 934: Replik 
vom 24. Mai 2016 S. 7 II./B./Ziff. 12 lit. a und b), wie viele Hospitalisationen 
bzw. Überweisungen an Spezialärzte und Spitäler ein frei praktizierender 
Arzt verordnet, hat der Beklagte den entsprechenden Nachweis solcher 
geltend gemachter Einsparungen zu führen (EUGSTER, a.a.O., S. 679 Rz. 
887 und S. 683 Rz. 907), worauf er vorliegend verzichtet hat. Auf die von 
den Klägerinnen mit den vorhandenen Daten betreffend Überweisungen an 
Spezialisten und Spitäler dennoch für die Jahre 2013 und 2014 vorgenom-
menen Auswertungen mit Entfernung sämtlicher Ärzte mit weniger als 100 
Erkrankten aus dem Vergleichskollektiv (SCHG/2015/600 act. Ib 7 f.) kann 
aufgrund ihrer Unvollständigkeit und damit reduzierten Aussagekraft nicht 
abgestellt werden. 

Kommt hinzu, dass der Beklagte beispielsweise über spezifische Ausbil-
dungen und Einrichtungen verfügt, um Laboruntersuchungen selber in der 
Praxis vorzunehmen (vgl. SCHG/2015/600: Stellungnahme vom 4. Sep-
tember 2015 S. 6 II./B./Ziff. 6) und dennoch bei den veranlassten Laborkos-
ten massiv höhere Indexwerte aufweist als das Vergleichskollektiv (2013: 
211; 2014: 245; 2015: 207 [SCHG/2017/629 act. I 1]), mithin aus der Mög-
lichkeit, die Leistungen selber zu erbringen, keineswegs geschlossen wer-
den kann, dadurch würden weniger Kosten bei Dritten veranlasst.

5.5 Der Beklagte macht sodann geltend (SCHG/2015/600 und 934: 
Eingabe vom 10. August 2017 S. 3 Ziff. 1; SCHG/2017/629: Klageantwort 

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vom 29. September 2017 S. 4 f. II./B./Ziff. 2), er behandle und betreue 
mehrere Patienten zusammen mit der Spitex (insgesamt 41 Patienten), 
welche ohne seine Betreuung in eine stationäre Institution mit entspre-
chend hohen Kosten eingewiesen werden müssten. Zweifellos kann diese 
Art von Patientenbetreuung mehr Hausbesuche verursachen. Doch fallen 
diese bei einem prozentualen Anteil von weniger als 2 % gemessen an der 
hohen Zahl der Gesamtkonsultationen kaum ins Gewicht (2013: 116/7‘186 
= 1.61 %; 2014: 136/6‘600 = 2.06 %; 2015: 86/7‘640 = 1.12 % 
[SCHG/2017/629 act. I 1]). Zudem beziehen sich die vom Beklagten einge-
reichten Listen mit den insgesamt 41 Spitexpatienten (SCHG/2015/600 act. 
IIa 17 f.) offenbar auf das Jahr 2017 und nicht auf die hier umstrittenen Jah-
re 2013 bis 2015.

5.6 Weiter führt der Beklagte im Sinne einer kosteneinsparenden Pra-
xisbesonderheit an (SCHG/2015/600 und 934: Stellungnahme vom 10. Au-
gust 2017 S. 4 Ziff. 2), ein wesentlicher Teil seiner Leistungen betreffe 
Sonographien des Abdomens (vgl. SCHG/2015/600 act. IIa 19), die von 
den meisten Hausärzten an Spezialisten oder an Spitäler delegiert würden. 
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass in der Schweiz rund 1‘200 Ärzte und 
Ärztinnen in der Sektion „Allgemeine Innere Medizin“ – gleich wie der Be-
klagte – über den Fähigkeitsausweis Sonographie (SGUM) verfügen (vgl. 
www.sgum.ch) und folglich auch eine nicht unwesentliche Anzahl Ärzte und 
Ärztinnen im Vergleichskollektiv des Kantons Bern Träger dieses Fähig-
keitsausweises sind und somit Sonographien selber durchführen. Die An-
schaffung eines Sonographiegerätes ist denn auch nicht mit allzu hohen 
Anschaffungskosten verbunden (ca. Fr. 10‘000.-- bis Fr. 15‘000.--), womit 
davon ausgegangen werden kann, dass in zahlreichen Praxen des Ver-
gleichskollektivs zur Diagnostik Sonographiegeräte eingesetzt werden. Zu-
dem entspricht es einer Erfahrungstatsache, dass das Vorhandensein von 
Untersuchungsapparaten auch dazu führt, dass diese bei der Diagnostik 
standardmässig und generell eingesetzt werden, was sich unter dem As-
pekt der Wirtschaftlichkeit als nicht erforderlich erweist und insoweit oft zur 
Perfektionierung der Diagnostik und zu einem unnötigen Kostenwachstum 
beiträgt.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 30

5.7 Was die Selbstdispensation von Medikamenten anbetrifft, ist festzu-
stellen, dass der Beklagte deswegen zwar einen exorbitanten Index auf-
weist, indessen weniger Medikamente als die Vergleichsgruppe über die 
Apotheke an seine Patienten abgeben lässt (Index 5 [2013]; 8 [2014]) und 
11 [2015 {SCHG/2017/629 act. I 1}]). Dabei handelt es sich indessen nicht 
um eine Praxisbesonderheit (die Medikamentenabgabe wird beim ANOVA-
Index denn auch nicht berücksichtigt), sondern um einen kompensatori-
schen Umstand, welchem bei der Berechnung der Rückforderung 
Rechnung getragen werden kann (vgl. E. 5.8.1 und 5.8.2 hiernach).

Soweit der Beklagte geltend macht (SCHG/2015/600 und 934: Stellung-
nahme vom 25. August 2017 S. 3 Ziff. 3), seine Praxis diene der Bevölke-
rung als Apotheke, unter anderem in Fällen, in welchen sich die 
behandelnden Ärzte weigern würden, teure Medikamente abzugeben, ist 
mit den Klägerinnen festzuhalten (SCHG/2015/600 und 934: Stellungnah-
me vom 10. Oktober 2017 S. 4 Ziff. 2), dass sich dies auf den Index der 
Arztkosten des Beklagten auch positiv auszuwirken vermag. Wie die Kläge-
rinnen zutreffend darauf hinweisen, hat der Beklagte durch dieses Verhal-
ten zwar teure Medikamente in seiner Statistik, jedoch auch einen 
Erkrankten mehr pro Apotheken-Kunde. In Bezug auf die Arztkosten wird 
der Index jedoch verfälscht, da ein Apotheken-Kunde zwar als Erkrankter 
zählt, für diesen jedoch keine Arztkosten anfallen. Ausserdem verfälscht 
die Apothekenfunktion die PCG-Auswertungen, welche dazu dienen, mor-
bide und daher teure Patienten zu ermitteln. Beim Beklagten erscheinen 
folglich alle Patienten, welche PCG-Medikamente ohne seine Behandlung 
beziehen, als teure Patienten, ohne dass die entsprechenden hohen Arzt-
kosten beim Beklagten anfallen.

5.8 Nach den Darlegungen hiervor erweist sich die Behandlungsweise 
als unwirtschaftlich, was sich in den Indizes der Gesamtkosten der RSS 
(direkt und veranlasst) 2013 von 222 Punkten, 2014 von 210 Punkten und 
2015 von 200 Punkten sowie in den Indizes der totalen Kosten gemäss 
ANOVA-Index 2013 von 237 Punkten, 2014 von 209 Punkten und 2015 von 
224 Punkten wiederspiegelt. Da der Beklagte den Toleranzbereich von 130 
Punkten auch bei den direkten Kosten überschreitet (RSS: 318 Punkte 
[2013], 295 Punkte [2014] und 278 Punkte [2015]; ANOVA-Index [direkte 

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Kosten ohne Medikamente]: 267 Punkte [2013], 275 Punkte [2014] und 258 
Punkte [2015]), hat eine Rückforderung zu erfolgen (vgl. E. 2.3 hiervor), 
dies soweit die von ihm direkt abgerechneten Kosten den Toleranz-
Indexwert von 130 übersteigen (vgl. E. 2.2 hiervor).

5.8.1 Die im Vergleich etwas andere Verteilung der Medikamentenkosten 
beim Beklagten (vgl. E. 5.7 hiervor) hat insoweit Auswirkungen auf die Be-
rechnung des Rückerstattungsbetrags, als die (tieferen) veranlassten Me-
dikamentenkosten nicht (vgl. E. 2.3 hiervor), die (höheren) Kosten für direkt 
abgegebene Medikamente hingegen grundsätzlich im vollen Umfang in die 
Rückerstattung einbezogen werden. Dies führt im Lichte der erwähnten 
Gerichtspraxis zu einer Ungleichbehandlung unter den zur Kostenrücker-
stattung verpflichteten Ärzten, wenn die veranlassten Medikamentenkosten 
von selbstdispensierenden Ärzten unter dem Indexwert von 100 (Durch-
schnittswert des Vergleichskollektivs) liegen.

Wie in E. 5.7 hiervor erwähnt ist diesem Umstand bei der Berechnung der 
Rückforderung angemessen Rechnung zu tragen. In einem ersten Schritt 
ist hierzu die Differenz zwischen den vom beklagten Arzt (Indexwert unter 
100) und den vom Vergleichskollektiv pro Erkrankten veranlassten durch-
schnittlichen Medikamentenkosten (Index 100) zu ermitteln. Der Differenz-
betrag ist in einem zweiten Schritt vom Kostendurchschnittswert für die 
vom beklagten Arzt pro Erkrankten direkt abgegebenen Medikamente in 
Abzug zu bringen und schliesslich mit der Anzahl der vom beklagten Arzt 
behandelten Patienten zu multiplizieren. Die auf diese Weise bereinigten 
direkten Medikamentenkosten unterliegen – wie die übrigen direkten Arzt-
kosten – alsdann nur insoweit der Rückforderung, als der für den beklagten 
Arzt massgebende Index-Wert der direkten Kosten den Toleranzwert von 
130 Punkten überschreitet (vgl. auch VGE SCHG/2015/644, E. 5.1.3).

2013 2014 2015

Index RSS 5 8 11

Ø-Kosten Medikamente Apotheke pro Erkrankten 
Kollektiv in Fr.

239.18 246.43 248.70

Ø-Kosten Medikamente Apotheke pro Erkrankten 
Beklagter in Fr.

10.77 19.64 26.26

Differenz in Fr. 228.41 226.79 222.44

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Ø-Kosten Medikamente direkt pro Erkrankten Be-
klagter in Fr.

1‘013.56 870.63 854.02

– Differenz in Fr. 228.41 226.79 222.44

Resultat in Fr. 785.15 643.84 631.58

Anzahl Patienten Beklagter 1‘126 1‘055 1‘122

Für Rückerstattung massgebende direkte Medika-
mentenkosten Beklagter in Fr.

884‘078.90 679‘251.20 708‘632.76

Nach Bereinigung im vorstehenden Sinne ergeben sich direkte Kosten des 
Beklagten (direkte Arztkosten und direkte Medikamentenkosten [bereinigt]) 
pro Erkrankten im Jahr 2013 von Fr. 1‘767.68 ([Fr. 1‘106‘333.-- + 
Fr. 884‘078.90] = Fr. 1‘990‘411.90 : 1‘126), im Jahr 2014 von Fr. 1‘679.57 
([Fr. 1‘092‘698.-- + Fr. 679‘251.20] = Fr. 1‘771‘949.20 : 1‘055) und im Jahr 
2015 von Fr. 1‘647.52 ([Fr. 1‘139‘894.-- + Fr. 708‘632.76] = 
Fr. 1‘848‘526.76 : 1‘122), was verglichen mit den direkten Kosten des Ver-
gleichskollektivs pro Erkrankten 2013 von Fr. 627.65, 2014 von Fr. 645.78 
und 2015 von Fr. 672.91 einen Index von 282 Punkten 2013, von 260 
Punkten 2014 und von 245 Punkten 2015 ergibt, womit auch mit der Kor-
rekturberechnung der Toleranzbereich klar überschritten wird. 

5.8.2 Wie dargelegt (vgl. E. 4.3 hiervor) wurde die ANOVA-Methode ver-
traglich gestützt auf Art. 56 Abs. 6 KVG als Standardmethode bei Anwen-
dung der statistischen Methode zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit 
festgelegt (SCHG/2015/600 act. I 24). Der entsprechende Vertrag wurde 
am 27. Dezember 2013 bzw. 16. Januar 2014 unterzeichnet. Es kann offen 
bleiben, ob die ANOVA-Methode für das Jahr 2013 bereits auf der Basis 
der vertraglichen Vereinbarung oder bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
Anwendung findet bzw. letztere gar eine Berechnung auf der Basis der 
RSS erlauben würde. Wird die ANOVA-Methode vorliegend nicht nur für 
2014 und 2015, sondern auch für das Jahr 2013 zur Anwendung gebracht, 
so wirkt sich dies aufgrund der ‚9er-Probe‘ mit den Indizes der RSS allein 
zu Gunsten des Beklagten aus:

2013 2014 2015

Index RSS total direkte Kosten 318 295 278

Index ANOVA direkte Kosten (ohne Medikamente) 267 275 258

∆ über 130 Punkte Index ANOVA 137 145 128

Direkte Arztkosten in Fr. 1‘106‘333.00 1‘092‘698.00 1‘139‘894.00

Direkte Medikamentenkosten (bereinigt) in Fr. 884‘078.90 679‘251.20 708‘632.76

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 33

Total direkte Kosten in Fr. 1‘990‘411.90 1‘771‘949.20 1‘848‘526.76

Direkte Kosten : ANOVA-Index x Überschreitung = 
Rückforderung in Fr.

1‘021‘297.50 934‘300.50 917‘098.55

5.9 Nach dem Dargelegten ist der Beklagte in Gutheissung der Klagen 
vom 29. Juni 2015 und 23. Oktober 2015 (Verfahren SCHG/2015/600 und 
934) – soweit darauf einzutreten ist (vgl. E. 1.5.1 in fine hiervor) – zu verur-
teilen, den Klägerinnen Nrn. 1, 4 - 29, 31 - 33 für das Jahr 2013 den Betrag 
von insgesamt Fr. 1‘021‘297.50 und den Klägerinnen Nrn. 1, 3 - 9, 11 - 14, 
16 - 31 und 32 (in eigener Sache) für das Jahr 2014 den Betrag von insge-
samt Fr. 934‘300.50 zurückzuerstatten.

Zudem ist die Klage vom 3. Juli 2017 (Verfahren SCHG/2017/629) dahin 
gutzuheissen, als der Beklagte zu verurteilen ist, den Klägerinnen Nrn. 1 - 
29, 31, 32 (in eigener Sache) und 33 für das Jahr 2015 den Betrag von 
insgesamt Fr. 917‘098.55 zurückzuerstatten.

6.

Vorliegend hat hinsichtlich der Verfahrenskosten und der Parteientschädi-
gung eine Gesamtbetrachtung zu erfolgen, da in allen drei Verfahren 
SCHG/2015/600 und 934 sowie SCHG/2017/629 die Frage der Wirtschaft-
lichkeit der Praxisführung des Beklagten zu klären war und dabei der 
Streitwert der einzelnen Verfahren nicht von Bedeutung ist. 

6.1 Für das Klageverfahren werden Kosten erhoben. Die Kosten richten 
sich gemäss Art. 47 Abs. 3 EG KUMV nach dem Dekret vom 24. März 
2010 betreffend die Verfahrenskosten und die Verwaltungsgebühren der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (Verfahrenskostendekret, 
VKD; BSG 161.12). Die Verfahrenskosten werden für die drei Verfahren 
SCHG/2015/600 und 934 sowie SCHG/2017/629 insgesamt auf Fr. 9'000.-- 
festgesetzt (Art. 52 VKD) und sind nach Massgabe des Unterliegens auf 
die Parteien zu verlegen (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 109 Abs. 1 
VRPG). Im Rahmen der vorliegend vorzunehmenden Gesamtbetrachtung 
obsiegen die Klägerinnen vollumfänglich bzw. ihnen wird gar mehr zuge-
sprochen als beantragt war. Folglich sind die Verfahrenskosten von total 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 34

Fr. 9‘000.-- dem unterliegenden Beklagten zur Bezahlung aufzuerlegen; sie 
werden aus den von den Klägerinnen geleisteten Kostenvorschüssen glei-
cher Höhe gedeckt (Fr. 3‘000.-- am 17. Juli 2015 und Fr. 6‘000.-- am 
25. Juli 2017). Der Beklagte hat den Klägerinnen den Betrag von total 
Fr. 9'000.-- zu ersetzen.

6.2 Die Parteikosten sind ebenfalls nach Massgabe des Unterliegens 
auf die Parteien zu verlegen (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 109 
Abs. 1 VRPG). Gemäss Art. 104 Abs. 1 VRPG umfassen die Parteikosten 
den durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand. Die 
Bemessung des Parteikostenersatzes richtet sich nach den Vorschriften 
der Anwaltsgesetzgebung. Gestützt auf Art. 41 Abs. 1 und 4 des kantona-
len Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) bemisst sich 
der Parteikostenersatz in sozialversicherungsrechtlichen Klage- und Be-
schwerdeverfahren ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung 
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, wobei der Ta-
rifrahmen von Art. 13 der Verordnung vom 17. Mai 2006 über die Bemes-
sung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; BSG 
168.811) von Fr. 400.-- bis Fr. 11‘800.-- pro Instanz zur Anwendung ge-
langt.

Die durch Rechtsanwalt Dr. iur. A.________ vertretenen Klägerinnen ha-
ben Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten (BGE 119 V 448 E. 6b S. 456). 
Mit Kostennote vom 22. November 2017 macht Rechtsanwalt A.________ 
für die drei Verfahren SCHG/2015/600 und 934 sowie SCHG/2017/629 ein 
Honorar von total Fr. 11‘875.-- (pro 2015: 25 h à Fr. 250.-- = Fr. 6‘250.--; 
pro 2016: 12 h x Fr. 250.-- = Fr. 3‘000.--; pro 2017: 10.5 h x Fr. 250.-- = Fr. 
2‘625.--), zuzüglich Barauslagen im Betrag von Fr. 356.25 und Mehrwert-
steuer im Betrag von Fr. 978.50 (8 % von Fr. 12‘231.25), total Fr. 
13‘209.75, geltend, was keinen Anlass zur Beanstandung gibt. Insbesonde-
re ist nicht zu beanstanden, dass der für das Jahr 2015 in Rechnung ge-
stellte Aufwand mehr als doppelt so hoch ausgefallen ist, als je für die 
Jahre 2016 und 2017, wurden doch im Jahr 2015 zwei Klagen eingereicht 
und im ersten Verfahren SCHG/2015/600 eine Einigungsverhandlung 
durchgeführt, ausserdem konnten im weiteren Verlauf in den Folgeverfah-
ren aus den Erkenntnissen des ersten Verfahrens Synergien genutzt wer-

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vom 2. Dezember 2017, SCHG/2015/600 Seite 35

den. Weiter liegt in Anbetracht des Umstandes, dass die drei Verfahren 
vereinigt wurden, auch keine Überschreitung des Tarifrahmens (Art. 13 
PKV) vor. Folglich ist die Parteientschädigung in den drei Verfahren 
SCHG/2015/600 und 934 sowie SCHG/2017/629 auf total Fr. 13‘209.75 
(inkl. Auslagen und MWSt.) festzusetzen. Diesen Betrag hat der Beklagte 
den Klägerinnen zu ersetzen. 

Demnach entscheidet das Schiedsgericht:

1. Die Verfahren SCHG/2015/600 und 934 sowie SCHG/2017/629 wer-
den vereinigt.

2. Soweit auf die Klage vom 29. Juni 2015 (Verfahren SCHG/2015/600) 
einzutreten ist, wird sie dahin gutgeheissen, als der Beklagte verurteilt 
wird, den Klägerinnen Nrn. 1, 4 - 29, 31 - 33 für das Jahr 2013 den Be-
trag von insgesamt Fr. 1‘021‘297.50 zurückzuerstatten. 

3. Soweit auf die Klage vom 23. Oktober 2015 (Verfahren 
SCHG/2015/934) einzutreten ist, wird sie dahin gutgeheissen, als der 
Beklagte verurteilt wird, den Klägerinnen Nrn. 1, 3 - 9, 11 - 14, 16 - 31 
und 32 (in eigener Sache) für das Jahr 2014 den Betrag von insgesamt 
Fr. 934‘300.50 zurückzuerstatten. 

4. Die Klage vom 3. Juli 2017 (Verfahren SCHG/2017/629) wird dahin 
gutgeheissen, als der Beklagte verurteilt wird, den Klägerinnen Nrn. 1 - 
29, 31, 32 (in eigener Sache) und 33 für das Jahr 2015 den Betrag von 
insgesamt Fr. 917‘098.55 zurückzuerstatten.

5. Die Verfahrenskosten für die drei Verfahren SCHG/2015/600 und 934 
sowie SCHG/2017/629 von insgesamt Fr. 9‘000.-- werden dem Beklag-
ten zur Bezahlung auferlegt und den von den Klägerinnen in gleicher 
Höhe geleisteten Vorschüssen entnommen. Der Beklagte hat den Klä-
gerinnen den Betrag von Fr. 9‘000.-- zu ersetzen.

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6. Der Beklagte hat den Klägerinnen für die drei Verfahren 
SCHG/2015/600 und 934 sowie SCHG/2017/629 eine Parteientschä-
digung von total Fr. 13‘209.75 (inkl. Auslagen und MWSt.) zu bezah-
len. 

7. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt Dr. iur. A.________ z.H. der Klägerinnen
- Rechtsanwalt C.________ z.H. des Beklagten
- Bundesamt für Gesundheit 

Namens des Schiedsgerichts:

Der Vorsitzende: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.