# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f17a4c7-881a-5949-b27e-6601518ad6dd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-06-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.06.2018 F-2003/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2003-2018_2018-06-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2003/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  J u n i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), 

Richter Andreas Trommer, Richter Philippe Weissenberger,    

Gerichtsschreiber Daniel Brand. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______,  

2. B._______,   

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken in Bezug auf 

C._______ und D._______. 

 

 

 

F-2003/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die aus Afghanistan stammenden Eheleute C._______ und D._______ 

(geb. 1951 und 1959, nachfolgend: Gesuchsteller bzw. Eingeladene) be-

antragten am 13. Dezember 2017 bei der Schweizerischen Botschaft in 

Islamabad die Erteilung je eines Schengen-Visums für die Dauer von 30 

Tagen. Als Zweck der beabsichtigten Reise gaben sie an, ihre im Kanton 

Aargau wohnhafte Tochter A._______ und deren Ehemann B._______ (im 

Folgenden: Beschwerdeführer bzw. Gastgeber) besuchen zu wollen. Be-

reits am 16. November 2017 hatten sich die Gastgeber mit einem entspre-

chenden Einladungsschreiben an die Schweizer Botschaft gewandt. 

B.  

Mit Formularentscheid vom 29. Dezember 2017 lehnte es die Schweizer 

Vertretung in Islamabad ab, die gewünschten Visa auszustellen. Sie be-

gründete ihre Haltung mit der ihrer Auffassung nach fehlenden Gewähr für 

die fristgerechte Wiederausreise der Eingeladenen aus dem Schengen-

Raum nach Ablauf des Visums.  

Gegen diesen Entscheid erhoben die Gastgeber mit Eingabe vom 15. Ja-

nuar 2018 Einsprache.  

C.  

Nachdem die Migrationsbehörde des Kantons Aargau bei den Gastgebern 

ergänzende Auskünfte eingeholt und an das SEM weitergeleitet hatte, wies 

dieses die Einsprache mit Verfügung vom 1. März 2018 ab. Dabei teilte es 

die Einschätzung der schweizerischen Auslandvertretung, wonach die an-

standslose und fristgerechte Wiederausreise der Gesuchsteller nach ei-

nem Besuchsaufenthalt nicht als hinreichend gesichert betrachtet werden 

könne. Diese stammten aus einer Region, aus welcher als Folge der dort 

insbesondere in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht herrschenden Ver-

hältnisse der Zuwanderungsdruck (recte: Auswanderungsdruck) nach wie 

vor stark anhalte. Im Weiteren seien aus den persönlichen, familiären und 

wirtschaftlichen Verhältnissen der Eingeladenen keine Umstände ersicht-

lich, die besondere Gewähr für die Wiederausreise nach einem Besuchs-

aufenthalt bieten könnten.  

  

F-2003/2018 

Seite 3 

D.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 31. März 2018 und ergänzender Eingabe 

vom 24. April 2018 beantragen die Beschwerdeführer beim Bundesverwal-

tungsgericht sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung 

und die Erteilung der gewünschten Besuchervisa an die Gesuchsteller. Zur 

Begründung bringen sie im Wesentlichen vor, die Visaanträge ihrer Eltern 

bzw. Schwiegereltern seien von der Schweizer Botschaft in Pakistan nicht 

sorgfältig genug geprüft worden, sei doch in casu weder ein Familiennach-

zug noch ein Asylverfahren in der Schweiz geplant. Allein schon aufgrund 

ihres fortgeschrittenen Alters hätten die Eingeladenen kein Interesse, ihr 

Heimatland aus wirtschaftlichen Gründen zu verlassen. Sie selber würden 

die Gesuchsteller jedes Jahr in Afghanistan besuchen. Dies treffe auch für 

ihre seit 14 Jahren in der Schweiz lebende Schwester/Schwägerin zu, die 

einmal jährlich – sogar mit ihren Kleinkindern – eine Heimatreise unter-

nehme, was hinreichend belege, dass das Leben ihrer Eltern/Schwiegerel-

tern in Afghanistan nicht in Gefahr sei. 

Den Eingaben wurden diverse Beweismittel beigelegt.  

E.  

In ihrer Vernehmlassung vom 16. Mai 2018 beantragt die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde.  

F.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 

Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen 

Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer in Art. 33 VGG aufge-

führten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen des 

SEM, mit denen die Erteilung eines Schengen-Visums zu Besuchszwe-

cken verweigert wird. In dieser Materie entscheidet das Bundesverwal-

tungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

1.2 Sofern das VGG nichts anderes bestimmt, richtet sich das Verfahren 

vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG). 

F-2003/2018 

Seite 4 

1.3 Die Beschwerdeführer sind als Gastgeber und Einsprecher zur Be-

schwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerde-

verfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 

Abs. 4 VwVG nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann 

die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 

gutheissen oder abweisen. Massgebend sind grundsätzlich die tatsächli-

chen Verhältnisse zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2014/1 

E. 2 m.H.). 

3.  

Der angefochtenen Verfügung liegen die Gesuche eines Ehepaars aus Af-

ghanistan um Erteilung eines Visums für einen 30-tägigen Besuchsaufent-

halt in der Schweiz zugrunde. Da sich die Gesuchsteller nicht auf die 

EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen können und die be-

absichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorlie-

gende Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwendungsbe-

reich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den 

Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen 

Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländergesetz (AuG, SR 142.20) und 

seine Ausführungsbestimmungen gelangen nur soweit zur Anwendung, als 

die Schengen-Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmun-

gen enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2 - 5 AuG). 

4.  

Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im 

Anwendungsbereich der vorerwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt: 

4.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Er-

teilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise 

zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es 

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Seite 5 

sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundes-

gesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 

3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 m.H.). Das Schengen-Recht schränkt die natio-

nalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Voraussetzun-

gen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die 

Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht 

erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt auch das 

Schengen-Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5). 

4.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku-

mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein 

Visum, falls ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 

des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, de-

ren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz ei-

nes Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsan-

gehörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlich ist. Kein Visum 

benötigen Drittstaatsangehörige, die Inhaber eines gültigen Aufenthaltsti-

tels sind oder über ein gültiges Visum für den längerfristigen Aufenthalt ver-

fügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 

22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 

142.204, Fassung gemäss Änderung vom 5. April 2017, AS 2017 2549] 

i.V.m. Art. 6 Abs. 1 und 2 der Verordnung [EU] Nr. 2016/399 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über einen Gemein-

schaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfol-

gend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 77 vom 23.03.2016, geändert 

durch Verordnung (EU) 2017/458, ABl. L 74 vom 18.03.2017; kodifizierter 

Text], Art. 4 Abs. 1 VEV). 

4.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um-

stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei-

chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 

VEV, Art. 6 Abs. 1 Bst. c und Abs. 4 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c der 

Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [nachfol-

gend: Visakodex]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu 

belegen, dass sie den Schengen-Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien 

Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte 

Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako-

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Seite 6 

dex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu EGLI/MEYER, in: Caroni/Gäch-

ter/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über 

die Ausländerinnen und Ausländer, 2010, Art. 5 N. 33). Des Weiteren dür-

fen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informationssystem (SIS) 

zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die 

öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder 

die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellen (Art. 5 

Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 6 Abs. 1 Bst. d und e SGK). 

4.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 

Bst. e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige 

Person nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristge-

recht wieder zu verlassen (vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33; fer-

ner Urteil des deutschen Bundesverwaltungsgerichts 1 C. 1.10 vom 11. Ja-

nuar 2011 Rz. 29). Die Behörden haben daher zu prüfen und drittstaatsan-

gehörige Personen zu belegen, dass die Gefahr einer rechtswidrigen Ein-

wanderung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 

Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr für eine gesicherte 

Wiederausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AuG verlangt, wenn nur ein vorüber-

gehender Aufenthalt vorgesehen ist, steht mit dieser Regelung im Einklang 

(vgl. BVGE 2009/27 E. 5 mit Hervorhebung des Zusammenhangs zum Ein-

reiseerfordernis des belegten Aufenthaltszwecks nach Art. 6 Abs. 1 Bst. c 

SGK). 

4.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenom-

men) nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen-Raum geltendes 

"einheitliches Visum" (Art. 2 Ziff. 3 Visakodex) nicht erteilt werden (Art. 12 

VEV, Art. 36 SGK). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat aus humanitären Grün-

den, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler 

Verpflichtungen für erforderlich, so ist er berechtigt, der drittstaatsangehö-

rigen Person, welche die ordentlichen Einreisevoraussetzungen nicht er-

füllt, ausnahmsweise ein "Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit" zu 

erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Dieses Visum ist grundsätzlich nur für 

das Hoheitsgebiet des ausstellenden Staates gültig (Art. 32 i.V.m. Art. 25 

Abs. 1 Bst. a Visakodex; unter denselben Voraussetzungen kann einer 

drittstaatsangehörigen Person die Einreise an den Aussengrenzen gestat-

tet werden, vgl. Art. 6 Abs. 5 Bst. c SGK). 

  

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Seite 7 

5.  

5.1 Die Vorinstanz verweigerte die Erteilung der beantragten Schengen-

Visa mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte Wiederaus-

reise erscheine nicht als hinreichend gesichert. 

5.2 Wie oben erwähnt, unterliegen die Gesuchsteller aufgrund ihrer Staats-

zugehörigkeit der Visumspflicht (vgl. Anhang I zur Verordnung [EG] 

Nr. 539/2001 [ABl. L 81 vom 21.03.2001; zum vollständigen Quellennach-

weis vgl. Fussnote zu Art. 4 Abs. 1 VEV]). Bei der Prüfung der Einreisevor-

aussetzungen nach Art. 5 Abs. 1 SGK ist die Frage der gesicherten Wie-

derausreise zentral. Zur Einschätzung entsprechender Risiken sind sämt-

liche Umstände des konkreten Einzelfalles zu würdigen. Anhaltspunkte zur 

Beurteilung einer Gewähr für die fristgerechte und anstandslose Wieder-

ausreise können sich aus der allgemeinen Situation im Herkunftsland der 

Besucherin oder des Besuchers ergeben. Einreisegesuche von Bürgerin-

nen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaft-

lich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen können ein Indiz dafür 

sein, dass die persönliche Interessenlage nicht mit dem Ziel und Zweck 

einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang steht.  

5.3 Afghanistan ist mit einem nominalen Pro-Kopf-Einkommen von 561 

US-Dollar (Schätzung 2016) nach wie vor eines der ärmsten Länder der 

Welt und belegt im "Human Development Index 2016" des UNDP (Entwick-

lungsprogramm der Vereinten Nationen) den 169. Platz unter 187 Staaten. 

Die wirtschaftliche Entwicklung Afghanistans wird trotz hoher jährlicher 

Wachstumsraten weiterhin nicht durch ein selbsttragendes Wirtschafts-

wachstum, sondern durch Zuflüsse aus der internationalen Gebergemein-

schaft stimuliert. Zudem gestaltet sich im ländlichen Raum die wirtschaftli-

che Entwicklung angesichts mangelnder Infrastruktur, fehlender Erwerbs-

möglichkeiten ausserhalb der Landwirtschaft und geringen Ausbildungs-

stands weiterhin schwierig; der Anteil an Analphabeten liegt bei rund 90% 

der Gesamtbevölkerung. Nicht ausser Acht gelassen werden darf zudem 

auch die Menschenrechtslage in Afghanistan, die, trotz der ausdrücklichen 

Verpflichtung Afghanistans zur Wahrung der Menschenrechte, schwierig 

bleibt. Dies bezieht sich insbesondere auch auf die Lage der Frauen. Ur-

sachen hierfür sind mangelndes Rechtsverständnis und mangelnde perso-

nelle und materielle Kapazitäten sowie vor allem die schwierige Sicher-

heitslage und die weit verbreitete Korruption (Quelle: www.auswaertiges-

amt.de > Aussen- und Europapolitik > Länderinformationen > Afghanistan 

> Wirtschaft sowie Innenpolitik, Stand März 2018, besucht im Juni 2018).  

http://www.auswaertiges-amt.de/
http://www.auswaertiges-amt.de/

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Seite 8 

Vor diesem Hintergrund besteht bei der afghanischen Bevölkerung ein viel-

facher Wunsch nach Auswanderung, der sich vor allem bei denjenigen Per-

sonen manifestiert, die bereits über ein Beziehungsnetz im Ausland verfü-

gen. Die schwierige Lage der afghanischen Bevölkerung widerspiegelt sich 

im Übrigen auch in der Schweizerischen Asylstatistik, wonach Afghanistan 

im Jahr 2017 mit 1217 Asylgesuchen in der Schweiz immerhin noch an 

dritter Stelle der Herkunftsstaaten stand (Quelle: www.sem.admin.ch > 

Publikation & Service > Asylstatistik > Archiv ab 1994 > 2017 > Kommen-

tierte Asylstatistik 2017 S. 4).  

6.  

6.1 Allein aufgrund der allgemeinen Lage im Herkunftsland darf zwar nicht 

auf eine nicht hinreichend gesicherte Wiederausreise geschlossen werden; 

angesichts der sozio-ökonomischen Verhältnisse und der angespannten 

Sicherheitslage muss den sozialen Bindungen und Verpflichtungen dort le-

bender Gesuchsteller aber ein erhebliches Gewicht zukommen, damit de-

ren Rückkehr als wahrscheinlich gelten kann. Obliegt einer gesuchstellen-

den Person im Heimat- oder Herkunftsland beispielsweise eine besondere 

berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Um-

stand durchaus die Prognose für eine anstandslose Wiederausreise be-

günstigen. Andererseits muss bei Personen, die in ihrer Heimat bzw. in ih-

rem Herkunftsland keine besonderen Verpflichtungen haben, das Risiko 

eines ausländerrechtlich nicht regelkonformen Verhaltens nach einer be-

willigten Einreise als hoch eingeschätzt werden. 

7.  

7.1 Bei den Gesuchstellern handelt es sich um ein Ehepaar, welches ihre 

beiden in der Schweiz lebenden Töchter und deren Familien besuchen 

möchte. Der Gesuchsteller ist mittlerweile 67, seine Ehefrau 59 Jahre alt. 

Über ihre persönlichen Verhältnisse, beispielsweise ihren Gesundheitszu-

stand, ist nichts Näheres bekannt, ausser, dass dem Eingeladenen am 

21. Dezember 2016 von den indischen Behörden ein Visum ausgestellt 

wurde, um sich offenbar in diesem Land medizinisch behandeln zu lassen 

("Visa Type: MEDICAL"; vgl. SEM act. 3 S. 28 und 45). Zu ihrem familiären 

Umfeld kann den Akten entnommen werden, dass sie mit ihren Söhnen 

und Schwiegertöchtern in familiärer Gemeinschaft leben. Vor diesem Hin-

tergrund ist zwar in casu von familiären Bindungen innerhalb des ange-

stammten Lebensumfeldes auszugehen. Darüber hinausgehende Ver-

pflichtungen, die von einer allfälligen Emigration abzuhalten vermöchten, 

sind aber keine erkennbar. 

http://www.sem.admin.ch/

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Seite 9 

7.2 Entsprechend grosse Bedeutung kommt deshalb den wirtschaftlichen 

Verhältnissen zu, in denen sich die Eingeladenen befinden. Bei der Ge-

suchstellerin handelt es sich – der afghanischen Tradition entsprechend – 

um eine Hausfrau. Ihr Ehemann befindet sich im Pensionsalter und bezieht 

eine monatliche Rente von umgerechnet knapp Fr. 70.- (SEM act. 3 S. 46 

und 61), soll aber nebenbei noch eine kleine private Schneiderei mit einem 

Mitarbeiter und zwei Lehrlingen betreiben. Für den Lebensunterhalt ihrer 

Eltern kommen jedoch einerseits die beiden Söhne in Afghanistan, ande-

rerseits die in der Schweiz lebenden Töchter auf, welche die Gesuchsteller 

regelmässig finanziell unterstützen (SEM act. 3 S. 39 und 40). Auch wenn 

die wirtschaftliche Existenz der Gesuchsteller vor Ort dadurch gesichert 

sein dürfte, befinden sie sich nicht finanziell in vergleichsweise vorteilhaf-

ten Verhältnissen, die sie verlässlich davon abhalten könnten, den Ent-

scheid für eine Emigration zu fällen.  

7.3 Nach dem bisher Gesagten können die Gesuchsteller aus der räumli-

chen Nähe zu Kindern und Grosskindern vor Ort und ihrem Alter eine ge-

wisse Verwurzelung in der angestammten Umgebung ableiten. Auf der an-

deren Seite haben sie ebenfalls einen starken Bezug zur Schweiz, da hier 

ihre beiden Töchter mit ihren Familien leben. In Konstellationen wie der 

vorliegenden, in denen nahe Angehörige sowohl in einem wie im andern 

Land wohnen, können (nebst der Möglichkeiten zur Pflege verwandtschaft-

licher Kontakte) erfahrungsgemäss auch andere Umstände ausschlagge-

bend sein, wenn es um den Entscheid für oder gegen eine Emigration geht. 

Von entscheidender Bedeutung können in solchen Fällen auch Faktoren 

wie etwa die soziale Sicherheit oder die Qualität der Gesundheitsversor-

gung sein. Angesichts des fortgeschrittenen Alters der Gesuchsteller kann 

nicht ausgeschlossen werden, dass sie – einmal hier – versucht sein könn-

ten, den Lebensabend zusammen mit ihren in der Schweiz lebenden Fa-

milienangehörigen zu verbringen. Vor diesem Hintergrund erweist sich der 

Einwand der Beschwerdeführer, die Gesuchsteller seien in der Vergangen-

heit bereits nach Indien, Pakistan und sogar nach Russland gereist und 

jeweils wieder in ihr Heimatland zurückgekehrt, als unbehelflich.  

7.4 Vor dem dargelegten allgemeinen und persönlichen Hintergrund durfte 

die Vorinstanz – wie im Übrigen auch die Schweizerische Vertretung in Is-

lamabad, welcher bei ihrem Entscheid umfangreiche Visumsakten vorla-

gen – willkürfrei davon ausgehen, die Wiederausreise der Eingeladenen 

sei im Sinne der massgeblichen Bestimmungen nicht gesichert. An der 

Richtigkeit dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, dass die 

Beschwerdeführer, die gemäss den eingereichten Unterlagen fraglos über 

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Seite 10 

einen guten Leumund verfügen, die in Art. 7 Abs. 1 VEV geregelte Ver-

pflichtungserklärung abgegeben und damit ihr Vertrauen in ein rechtskon-

formes Verhalten ihrer Gäste zum Ausdruck gebracht haben. Bei der Risi-

kobeurteilung ist aber in erster Linie das mögliche Verhalten der Gäste 

selbst von Bedeutung. Gastgeber können mit rechtlich verbindlicher Wir-

kung zwar für gewisse finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Be-

suchsaufenthalt, nicht aber für ein bestimmtes Tun oder Unterlassen ihrer 

Gäste einstehen (vgl. in diesem Zusammenhang auch BVGE 2009/27 

E. 9).  

7.5 Mit der fehlenden Gewähr für eine anstandslose Wiederausreise ist 

eine zwingende Voraussetzung zur Erteilung eines Schengen-Visums nicht 

erfüllt. Gründe für die Ausstellung eines Visums mit räumlich beschränkter 

Gültigkeit wurden von den Beteiligten zu Recht nicht geltend gemacht und 

solche sind auch nicht ersichtlich. Insbesondere können sich die Be-

schwerdeführer nicht auf Art. 8 EMRK berufen, tangiert die Verweigerung 

der Einreisebewilligung doch vorliegend nicht die Kernfamilie, d.h. die Ge-

meinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern. Die bundes-

gerichtliche Rechtsprechung anerkennt zwar auch Ansprüche unter Er-

wachsenen, wenn zwischen nahen Familienangehörigen – beispielsweise 

aufgrund von Krankheit oder Invalidität – ein besonderes Abhängigkeits-

verhältnis besteht (vgl. bspw. Urteile des BGer 2C_418/2015 vom 21. De-

zember 2015 E. 4.6.2 und des BVGer C-1902/2012 vom 18. Februar 2014 

E. 5.3.1 je m.w.H.). In vorliegendem Verfahren wird hingegen nicht darge-

tan und ist auch nicht aus den Akten ersichtlich, inwiefern ein solches be-

sonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen den Gastgebern und ihren 

Gästen bestehen soll. Ohnehin gilt es zu beachten, dass Art. 8 EMRK pra-

xisgemäss keinen Anspruch auf Einreise und Aufenthalt verschafft (BGE 

138 I 246 E. 3.2.1 S. 250 m.H.). Die Konventionsgarantie schützt das Fa-

milienleben als solches und nicht die freie Wahl des für den Aufbau und die 

Führung des Familienlebens günstigsten Ortes. Ein Eingriff in den Schutz-

bereich des Familienlebens liegt daher in aller Regel nicht vor, wenn von 

den Beteiligten ohne Weiteres erwartet werden kann, das Familienleben 

ausserhalb der Schweiz zu pflegen. Eine Interessenabwägung nach Art. 8 

Abs. 2 EMRK erübrigt sich unter diesen Umständen. Anders verhält es 

sich, wenn den Beteiligten nicht oder nicht ohne Weiteres die Kontaktpflege 

im Ausland zuzumuten ist (BVGE 2011/48 E. 6.3.1 m.H.). Vorliegend kann 

der persönliche Kontakt zwischen Gastgebern und Eingeladenen auch an-

derweitig aufrecht erhalten werden, weisen doch die Beschwerdeführer in 

ihrer ergänzenden Eingabe vom 24. April 2018 explizit darauf hin, dass sie 

und ihre Familienangehörigen in der Schweiz, selbst mit ihren Kleinkindern, 

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Seite 11 

jedes Jahr nach Afghanistan reisen würden, um ihre Eltern und weitere 

Verwandte zu besuchen. Bei dieser Sachlage kann vorliegend auch aus 

Art. 8 EMRK kein Anspruch auf Erteilung eines Visums abgeleitet werden. 

Es bestehen demzufolge auch keine Gründe, die es erlauben würden, den 

Gesuchstellern humanitäre Visa mit räumlich beschränkter Gültigkeit aus-

zustellen (vgl. zum Ganzen Urteil des BVGer C-6239/2015 vom 4. März 

2016 E. 9).  

8.  

Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist da-

her abzuweisen. 

9.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die unterliegenden 

Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des 

Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 

vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 900.- werden den Beschwerdeführern 

auferlegt. Sie sind durch den am 23. April 2018 geleisteten Kostenvor-

schuss gleicher Höhe gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführer (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […]+[…] zurück) 

– das Amt für Migration und Integration des Kantons Aargau 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Fulvio Haefeli Daniel Brand 

 

 

 

Versand: