# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7b35b3c-a3ae-5ee1-a074-9ae0fa0ec284
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 29.09.2009 S 2009 105
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2009-105_2009-09-29.pdf

## Full Text

S 09 105

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 29. September 2009

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. a) Die heute 44-jährige … (geb. ...1964) ist ledig und Mutter zweier Kinder. 

Zuletzt arbeitete sie bis Frühling 2004 als selbständige Wirtin, wobei sie jene 

Tätigkeit aus finanziellen Gründen aufgab. Am 31.01.2006 meldete sie sich – 

unter Hinweis auf ihre Depressionen und wiederholten Lungenkrankheiten – 

bei der Invalidenversicherung (IV) Graubünden zum Bezug von Leistungen 

an.

b) Es folgten mehrere medizinische Untersuchungen über den 

Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Versicherten (vgl. Atteste Dr. 

… vom 10.04.2006/15.02.2007; polydisziplinäres Gutachten vom 20.11.2007 

Dres. … Regionaler Ärztlicher Dienst [RAD]; Attest Dr. … vom 06.10.2008). 

c) Gestützt auf die daraus gewonnenen Erkenntnisse gewährte die IV der 

Versicherten mit Verfügung vom 25.05.2009 – gleich wie im Vorbescheid vom 

25.02.2009 – eine befristete Viertelsrente (01.08.2005-31.12.2007) auf der 

Basis eines Invaliditätsgrads (IV-Grad) von 49%. Zur Begründung hielt sie 

fest, dass die Versicherte ab dem 30.08.2004 (Beginn Wartefrist) in 

unterschiedlicher Höhe in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Seit dem 

03.12.2005 sei sie in einer adaptierten Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig und seit 

dem Abklärungszeitpunkt durch den RAD (26.09.2007) zu 60% arbeitsfähig. 

Aus wirtschaftlicher Sicht habe sich daraus zunächst ein IV-Grad von 48.52% 

und später noch ein IV-Grad von 38.22% ergeben.

2. Dagegen liess die Versicherte am 16.06.2009 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben mit 

den Begehren um Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom Mai 2009 

sowie Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung. Sie 

betonte noch, dass es nur um die Neubeurteilung der Invalidität ab 01.01.2008 

gehe. Die Berechnung und Auszahlung der Rente bis zum 31.12.2007 sei 

demgegenüber in Ordnung und werde nicht bestritten. Es sei aber völlig 

unverständlich, dass sie nur befristet bis Ende 2007 eine Viertelsrente (IV-

Grad 49%) erhalte und danach keine rentenbegründende IV mehr bestehe. 

Die behandelnden Ärzte bestätigten, dass sich ihr Gesundheitszustand in den 

letzten Jahren erheblich verschlechtert habe. Der Hausarzt Dr. … spreche 

explizit von einem IV-Grad von 60% (Beilagen: Arztzeugnis Dr. … vom 

02.06.2009; Arztzeugnis Pneumologe Dr. … vom 29.05.2009; Arztzeugnis 

Augenspezialist Dr. … vom 04.06.2009).

3. In ihrer Vernehmlassung beantragte die Vorinstanz die kostenfällige 

Abweisung der Beschwerde; evtl. die Androhung einer reformatio in peius in 

dem Sinne, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und der 

Beschwerdeführerin keine (befristete) Rente zugesprochen werde, wobei ihr 

die Gelegenheit zu geben sei, die Beschwerde zurückzuziehen sowie die 

angefochtene Verfügung in Kraft treten zu lassen. Bestritten sei einzig, ob ab 

01.01.2008 noch Anspruch auf eine Viertelsrente bestehe. Es könne dazu auf 

das interdisziplinäre RAD-Gutachten vom 20.11.2007 abgestellt werden. 

Dieses attestiere der Versicherten in der bisherigen Tätigkeit als Gastwirtin 

zwar keine Arbeitsfähigkeit mehr (hohes Rückfallrisiko wegen 

Alkoholkrankheit), aber in einer adaptierten Tätigkeit sei sie noch zu 60% 

arbeitsfähig. Den Abklärungsberichten der Dres. … könne keine (objektive) 

Gesundheitsverschlechterung seit September 2007 entnommen werden. Der 

Pneumologe Dr. … attestiere lediglich eine Verschlechterung in den letzten 

zwei Jahren, welche der RAD bereits zeitlich grösstenteils berücksichtigt 

habe. Zudem sei jenes Attest bloss pauschal ohne objektive Befunde 

abgefasst und enthalte keine Stellungnahme zum RAD-Gutachten. Obwohl 

Dr. … eine Gesundheitsverschlechterung in den letzten zwei Jahren bejahe, 

lasse sich seinem Attest keine objektive Verschlimmerung entnehmen. Er 

komme praktisch zu den gleichen Diagnosen wie schon am 06.10.2008, wo 

er noch festgehalten habe, dass gesamthaft ein unveränderter Zustand 

bestehe. Auch das aktuellste Zeugnis vom 02.06.2009 sei nicht schlüssig, weil 

noch ein halbes Jahr zuvor festgestellt worden sei, dass ein unveränderter 

Zustand bestehe. Überdies handle es sich bei ihm um den Hausarzt der 

Versicherten und es bestehe zudem nur eine eher geringe Diskrepanz 

zwischen dessen Einschätzung (60%-ige Invalidität bzw. wohl gemeint 60%-

ige Arbeitsunfähigkeit) und jener des RAD (100% Arbeitsunfähigkeit in 

bisheriger Tätigkeit; 40% Arbeitsunfähigkeit in adaptierter Tätigkeit). 

Spätestens ab dem 26.09.2009 habe die Arbeitsfähigkeit der Versicherten in 

einer adaptierten Tätigkeit wieder 60% betragen. Der RAD habe keine 

retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen. Der frühere 

Hausarzt Dr. … habe am 15.02.2007 u.a. festgehalten, dass er weiterhin der 

Ansicht sei, dass wenn die organisch bedingte Arbeitsunfähigkeit zusammen 

mit der instabilen psychischen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit über 

längere Zeit betrachtet werde, die Beschwerdeführerin ab dem 03.12.2005 

dauernd zu 50% arbeitsunfähig sei. Demgegenüber hätten aber die Fachärzte 

der Psychiatrischen Klinik … am 29.06.2007 festgestellt, dass die 

Beschwerdeführerin nicht an psychiatrischen Diagnosen mit Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit leide und daher aus psychiatrischer Sicht voll einsatzfähig 

sei. Zugunsten der Beschwerdeführerin sei – nach Ablauf des gesetzlichen 

Wartejahres – auf eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit und später (ab 26.09.2007) 

auf eine 60%-ige Arbeitsfähigkeit erkannt worden. Eigentlich wäre 

festzustellen gewesen, dass die Beschwerdeführerin am 29.08.2005 nur noch 

zu 30% arbeitsunfähig gewesen sei, da psychisch laut fachärztlichem Bericht 

keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Folglich hätte 

seither gar kein Rentenanspruch bestanden (nur IV-Grad von 28%). Die kurze 

komplette Arbeitsunfähigkeit vom 17.11.-02.12.2005 habe ebenfalls noch 

keinen solchen Anspruch begründet. Entgegen der strittigen Verfügung vom 

Mai 2009 hätte deshalb wohl eher kein Anspruch auf eine Viertelsrente bis 

31.12.2007 bestanden, womit auch der Eventualantrag einer allfälligen 

„reformatio in peius“ berechtigt sei.

4. In ihrer Replik vom 21.08.2009 stellte die Beschwerdeführerin noch den 

Antrag, die Vorinstanz sei anzuweisen, mittels Einholung eines 

Zusatzgutachtens zu überprüfen, ob sie nicht auch ab dem 01.01.2008 

Anspruch auf eine Viertelsrente habe. Die durch die Vorinstanz in Abrede 

gestellte Gesundheitsverschlechterung könne - ohne weiteres Gutachten – 

nicht einfach mit dem Verweis auf das fast zwei Jahre alte RAD-Gutachten 

vom November 2007 behauptet werden, zumal die selbst nachgereichten 

Arztzeugnisse (Dres. …) das Gegenteil belegen würden.  

5. Mit Schreiben vom 04.09.2009 verzichtete die Vorinstanz – unter Festhalten 

der Ausführungen in ihrer Vernehmlassung vom 04.08.2009 – auf die 

Einreichung einer Duplik. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Gemäss Art. 61 lit. d des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist das Versicherungsgericht 

nicht an die Begehren der Parteien gebunden. Es kann deshalb eine 

Verfügung oder einen Einspracheentscheid entweder zu Ungunsten der 

Beschwerde führenden Person abändern (sog. reformatio in peius) oder 

dieser mehr zusprechen (reformatio in melius), als sie verlangt hat, wobei den 

Parteien vorher Gelegenheit zur Stellungnahme sowie zum Rückzug der 

Beschwerde zu geben ist. Nach ständiger Lehre und Rechtsprechung ist von 

der Möglichkeit einer reformatio in peius jedoch nur zurückhaltend Gebrauch 

zu machen (vgl. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, zu Art. 

61 Rz 93 f.; SVR 2008 AHV Nr. 8; Urteil H 161/06 E. 5.6]).

b) Vorliegend hat die Vorinstanz beantragt, der Beschwerdeführerin eventualiter 

eine reformatio in peius anzudrohen, da sie zur Auffassung gelangte, dass die 

Voraussetzungen für die Zusprechung einer Viertelsrente (01.08.2005-

31.12.2007) an die Versicherte ursprünglich nicht erfüllt gewesen wären und 

daher diese IV-Rente zu Unrecht bis Ende 2007 gewährt worden sei. Dieser 

Meinung kann sich das Gericht nicht anschliessen, da sich die Vorinstanz bei 

der Gewährung jener Rente weder in einem offensichtlichen Irrtum befunden 

hat noch sonst wie ersichtlich ist, inwiefern rückwirkend eine derartige 

Schlechterstellung der Beschwerdeführerin zwingend notwendig oder gar 

sachlich gerechtfertigt sein sollte. Selbst unter Berücksichtigung der zwei sich 

widersprechenden Abklärungsberichte von Dr. … (15.02.2007) und der 

Psychiatrischen Klinik … (29.06.2007) kann noch nicht von einer 

offensichtlichen Unrichtigkeit jener Rentenzusprechung gesprochen werden, 

die im Nachhinein unerlässlich – ohne Rückzug der Beschwerde für eine 

fortgesetzte Berentung über das Datum vom 01.01.2008 hinaus – nach einer 

solchen einschneidenden Korrektur verlangen würde. Vielmehr hat die 

Vorinstanz aufgrund der ihr damals bekannten Fakten (Arztberichte), 

insbesondere in Kenntnis des polydisziplinären RAD-Gutachtens vom 

20.11.2007, mit Vorbescheid vom 25.02.2009 – unverändert bestätigt mit 

Verfügung vom 25.05.2009 – selbst noch erklärt, dass sie aus wirtschaftlicher 

Sicht einen IV-Grad von 49% für den fraglichen Zeitabschnitt (2005-2007) 

ermittelt habe und erst später von einem tieferen IV-Grad auszugehen sei. Bei 

dieser Feststellung darf die Vorinstanz behaftet werden, da sich an jener 

Faktenlage nachträglich überhaupt nichts verändert hat, was zwingend eine 

reformatio in peius nach Art. 61 lit. d ATSG gefordert hätte.

2. a) Strittig und zu prüfen ist vorliegend somit zur Hauptsache noch, ob die 

Vorinstanz zu Recht auf die fortgesetzte Ausrichtung der Viertelsrente seit 

01.01.2008 verzichtete, oder ob die nachträglich eingereichten Arztatteste 

des Pneumologen Dr. … vom 29.05.2009, des Hausarztes Dr. … vom 

02.06.2009 (samt Erstbericht vom 06.10.2008) sowie des Augenspezialisten 

Dr. … vom 02.06.2009 Anlass für eine gegenteilige Gesamtbeurteilung oder 

zumindest für zusätzliche Medizinalabklärungen geboten hätten. Dies trifft 

hier – wie nachfolgend gezeigt wird – jedoch nicht zu.  

b) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 ATSG und Art. 4 des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Bei 

erwerbstätigen Versicherten erfolgt die Ermittlung der Invalidität in der Regel 

nach der Methode des Einkommensvergleiches (Art. 16 ATSG; Art. 28 Abs. 2 

IVG). Bei dieser Methode wird das gegenwärtig trotz Behinderung noch 

zumutbare Erwerbseinkommen mit jenem ohne Behinderung verglichen, 

wobei die daraus resultierende Differenz in Prozenten den IV-Grad ergibt. Ist 

ein Versicherter danach mindestens 40% invalid, so hat er Anspruch auf eine 

Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindestens 60% 

auf eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 

IVG). Für die Festsetzung des IV-Grads kommt es primär auf die 

wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische 

Arbeitsunfähigkeit an (PVG 2005 Nr. 11, 1982 Nr. 80; BGE 132 V 395 E. 2.1). 

Ohne zuverlässige und beweistaugliche Bestimmung der graduellen 

Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte als Beurteilungsgrundlage ist eine seriöse 

Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit (IV-Grad) aber zum voraus gar nicht 

möglich (BGE 125 V 261 E. 4, 122 V 160 f. E. 1c, 115 V 134 E. 2).

c) Folgende ärztlichen Atteste und Gutachten sind im konkreten Fall aktenkundig 

und für die Entscheidfindung von Bedeutung:

• Im polydisziplinären Gutachten des RAD vom 20.11.2007 (Dres. …; 
internistische/pneumologische/psychiatrische Abklärungen) wurde die 
Diagnose eines Status nach rezidivierender Lungenembolie bei tiefen 
Beinvenenthrombosen mit Verdacht auf Cor pulmonale bzw. eine leichte 
bis beginnend mittelschwere chronisch-obstruktive Atemwegserkrankung 
gestellt, welche Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten hätte. 
Keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit wurde aber der 
Alkoholkrankheit, dem Bezodiazepinabusus, dem Nikotinabusus sowie der 
Adipositas (Übergewicht) samt Verdacht auf schlafbezogene 
Atemstörungen beigemessen. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe etwa 
noch eine Leistungsfähigkeit von 60%, mit verschiedenen 
Einschränkungen. Aus psychiatrischer Sicht sei keine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit erkennbar. Die Tätigkeit als Gastwirtin sei vor allem wegen 
des Rückfallrisikos bezüglich der Alkoholsucht nicht geeignet. Dies gelte 
für alle Tätigkeiten mit Suchtmittelexposition. Pneumologisch sei die 
bisherige Tätigkeit (als Wirtin) ebenfalls eher ungünstig.

• Im ersten Attest vom 06.10.2008 des Hausarztes Dr. … wurde der 
Versicherten in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Putzfrau/Hilfskraft eine 
Arbeitsunfähigkeit von 50% attestiert. Er behandle die Versicherte seit 
anfangs Mai 2007 (vorheriger Hausarzt Dr. …), wobei er sie letztmals am 
10.09.2008 untersucht habe. Laut Zwischenanamnese sei bisher 
gesamthaft von einem unveränderten Gesundheitszustand – mit sich 
verschlechternder Tendenz – auszugehen.

• Im zweiten Attest vom 02.06.2009 hielt derselbe Hausarzt (Dr. …) fest, 
dass sich der Gesundheitszustand der Versicherten in den letzten zwei 
Jahren deutlich verschlechtert habe. Aufgrund der Polymorbidität bestehe 
bei ihr eine ganz erhebliche Einschränkung der körperlichen 
Leistungsfähigkeit und aus seiner Sicht sei sie deshalb mindestens zu 
60% invalidisiert.

• Im Arztzeugnis vom 29.05.2009 des Pneumologen Dr. … wurde erklärt, 
dass er die Versicherte im Frühjahr 2004 und erneut wieder im April 2009 
untersucht habe. Er könne daher bestätigen, dass sich ihre 
Lungenkrankheit in diesen fünf Jahren verschlechtert habe. 

• Im Arztzeugnis vom 04.06.2009 hielt der Augenspezialist Dr. … fest, dass 
bei der Versicherten ein Pigmentdispersionsglaukom bestehe, welches bei 
den augendrucksenkenden Tropfen einen der Norm entsprechenden 
Druck aufweise. Zusätzlich bestehe eine allergische Genese beider 
Augen, welche unter Opatanol gtts. bei Bedarf verbessert werden könne. 
Die Versicherte habe sich nun halbjährlich für eine Druckkontrolle der 
Augen untersuchen zu lassen.

d) In Würdigung der soeben zitierten Arztberichte, Zeugnisse und Gutachten ist 

das Gericht zur Überzeugung gelangt, dass es keine Gründe gibt, nicht auf 

das schlüssige, widerspruchsfreie, umfassende und aussagekräftige RAD-

Gutachten (Dres. …) vom 20.11.2007 abzustellen. Die aus den Akten 

bekannten Gesundheitsprobleme wurden darin in nachvollziehbarer Weise 

untersucht und gewürdigt. Die Tätigkeit als selbständige Gastwirtin wurde 

wegen des Rückfallrisikos hinsichtlich der Alkoholkrankheit als nicht mehr 

zumutbar angesehen. In leidensadaptierter Tätigkeit würde aber noch eine 

Leistungsfähigkeit von ca. 60% (verwertbare Arbeitsfähigkeit) bestehen, 

wobei es sich dabei um Tätigkeiten mit leichter bis intermittierend 

mittelschwerer körperlicher Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten über 

15 kg, ohne regelmässige und länger anhaltende Zwangshaltungen der 

Lendenwirbelsäule (LWS) handeln sollte. Die Exposition gegenüber 

atemwegsreizenden Stäuben, Dämpfen und Rauchen sei ungünstig; 

ebenfalls sollte die Exposition gegenüber Kälte, Nässe und Zugluft gemieden 

werden. Arbeiten, die mit einer erhöhten Verletzungsgefahr einhergingen, 

würden zum voraus ausscheiden. Die von der Beschwerdeführerin hiergegen 

vorgebrachten Arztatteste der Dres. …, wonach eine markante 

Gesundheitsverschlechterung eingetreten sei, vermögen das zuverlässige 

RAD-Gutachten nicht zu erschüttern. Was das Zeugnis des Pneumologen Dr. 

… vom Mai 2009 angeht, so bestätigte dieser darin bloss pauschal und ohne 

Auseinandersetzung mit den Befunden und Schlussfolgerungen im RAD-

Gutachten, dass nach seinem Dafürhalten zwischen 2004 und 2009 eine 

Verschlechterung der Lungenkrankheit (Atemwegproblematik) eingetreten 

sei. Wann diese Verschlechterung genau erfolgt ist, geht aus dem Zeugnis 

nicht hervor, weshalb davon auszugehen ist, dass die entsprechende 

Problematik bereits im RAD-Gutachten vom Herbst 2007 mit enthalten war. 

Die beiden Berichte des Hausarztes Dr. … sind insofern widersprüchlich, als 

der Genannte im Erstbericht vom 06.10.2008 unter Ziff. 3.3 

(Zwischenanamnese) noch auf einen gesamthaft unveränderten Zustand 

erkannte; unter Ziff. 4.1 im selben Attest aber einen sich verschlechternden 

Gesundheitszustand vermerkte („ankreuzte“), ohne dann jedoch unter Ziff. 5.2 

konkret auf die daraus resultierenden Konsequenzen einzugehen, obwohl 

gerade dieser Fragenkomplex sehr wichtig gewesen wäre und daher auch mit 

dem Vermerk „Bitte unbedingt ausfüllen“ versehen war. Die Zuverlässigkeit 

und Aussagekraft der beiden vom Hausarzt Dr. … verfassten Berichte muss 

daher als beschränkt angesehen werden, zumal er im Zweitbericht vom 

02.06.2009, also bloss ein halbes Jahr später – ohne Nennung plausibler 

Gründe oder der Stellung neuer Diagnosen – plötzlich auf eine Invalidität von 

60% (gemeint wohl Arbeitsunfähigkeit) schloss. Der besagte Hausarzt 

äusserte sich namentlich nicht dazu, auf welche Tätigkeiten sich jene 

Arbeitsunfähigkeit beziehen sollte. Ein Widerspruch zum RAD-Gutachten ist 

damit aber auch nicht unbedingt ersichtlich, wurde der Versicherten in ihrer 

bisherigen Tätigkeit (Wirtin) dort doch sogar eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit 

attestiert. In einer leidenangepassten Tätigkeit wurde die Versicherte aber 

explizit bloss zu 40% arbeitsunfähig bzw. eben komplementär als zu 60% 

arbeitsfähig eingestuft. Daran kann selbstverständlich auch das Artzeugnis 

vom 04.06.2009 des Augenspezialisten Dr. … nichts ändern, da in diesem mit 

keinem Wort auf eine allfällige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit bei der 

Beschwerdeführerin infolge erhöhten Augendrucks Bezug genommen wurde; 

vielmehr hielt er fest, dass der diagnostizierte Schaden 

(Pigmentdispersionsglaukom) durch medikamentöse Behandlung wieder in 

geordnete Bahnen gelenkt werden könne, was halbjährliche Kontrollen über 

den Augendruck als angezeigt erscheinen lasse. Zusammengefasst folgt 

daraus, dass es also keine triftigen Gründe gibt, auf das RAD-Gutachten vom 

20.11.2007 zurückzukommen und die medizinische Situation nochmals im 

Detail abklären zu lassen. Zwar ist das massgebliche Gutachten bereits zwei 

Jahre alt; was aber trotzdem nichts daran ändert, dass nachweislich keine 

anderslautenden genügend fundierten Medizinalbeurteilungen vorliegen, die 

es gebieten würden, vom schlüssigen und vollständigen RAD-Gutachten 

abzuweichen. Die Einholung weiterer Abklärungen hätte für die hier allein 

interessierende Zeitspanne ab 01.01.2008 nichts Neues erwarten lassen.

3. a) Die angefochtene Verfügung vom 25.05.2009 ist demnach rechtens, was zu 

ihrer Bestätigung und zur Abweisung der Beschwerde vom 16.06.2009 führt.

b) Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung von 

Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung 

von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. 

Diese Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des 

Ausganges dieses Verfahrens sind die Kosten von Fr. 700.-- der 

unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheids an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.