# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce04c74f-f32c-5550-a4cd-c5e5662e74be
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.08.2023 200 2023 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-30_2023-08-02.pdf

## Full Text

200 23 30 IV
SCI/SHE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. August 2023

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 16. Dezember 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1982 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. 
Beschwerdeführerin) meldete sich am 9. April 2020 unter Verweis auf 
Schulterschmerzen bei der IV-Stelle Bern (nachfolgend IVB bzw. 
Beschwerdegegnerin) zur Früherfassung an (Akten der IVB [act. II] 1); am 
28. April 2020 erfolgte die Leistungsanmeldung [act. II 8]). Mit Mitteilung 
vom 
5. Mai 2020 (AB 13) verneinte die IVB einen Anspruch auf 
Eingliederungsmassnahmen, stellte jedoch die Prüfung weiterer Leistungen 
in Aussicht. In der Folge tätigte sie erwerbliche und medizinische 
Abklärungen. Insbesondere holte sie beim Regionalen Ärztlichen Dienst 
(RAD) eine Aktenbeurteilung vom 28. Juni 2021 (act. II 59) ein. Nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. II 60) verneinte die IVB mit 
Verfügung vom 21. September 2021 (act. II 61) bei einem Invaliditätsgrad 
von 0% einen Rentenanspruch. Mit Eingabe vom 30. September 2021 (act. 
II 64) stellte die Versicherte bei der IVB mit Verweis auf eine 
gesundheitliche Verschlechterung ein Gesuch um Wiedereingliederung. 
Am 11. Oktober 2021 (act. II 65) hob die IVB die Verfügung vom 21. 
September 2021 formlos auf und kündigte weitere Abklärungen an. 

Gestützt auf eine RAD-Aktenbeurteilung vom 29. August 2022 
(act. IIA 102) stellte sie mit Vorbescheid vom 8. September 2022 
(act. IIA 103) und der Begründung, es liege keine Invalidität im Sinne des 
Gesetzes vor, in Aussicht, einen Anspruch auf Leistungen der 
Invalidenversicherung zu verneinen. Nach dagegen erhobenem Einwand 
(act. IIA 108, 111, 113) holte die IVB eine weitere RAD-Stellungnahme vom 
15. Dezember 2022 (act. IIA 117) ein und verfügte am 16. Dezember 2022 
(act. IIA 118) dem Vorbescheid entsprechend. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 3

B.

Mit Eingabe vom 12. Januar 2023 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der IV-Stelle … (recte: Bern) vom 16. Dezember 2022 sei 
aufzuheben und die Angelegenheit sei zur vollständigen Abklärung des 
medizinischen Sachverhaltes an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

2. Eventualiter: Die Verfügung der IV-Stelle … (recte: Bern) vom 16. Dezember 
2022 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei mindestens eine 
Viertelsrente der Invalidenversicherung auszurichten, zuzüglich Verzugszinsen 
zu 5% rückwirkend seit Leistungszusprache im Sinne von Art. 16, 17 und 
26 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil 
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1).

3. Der Beschwerdeführerin sei für das vorliegende Verfahren die unentgeltliche 
Rechtspflege zu bewilligen und der Unterzeichnete sei der Beschwerdeführerin 
als unentgeltlicher Rechtsbeistand beizugeben. Darüber sei mittels 
selbstständigen Vorbescheids zu befinden.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. 

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 6. Februar 
2023 auf Abweisung der Beschwerde. 

Am 1. März 2023 ging beim Verwaltungsgericht eine Eingabe des 
Rechtsanwalts inkl. Beilagen ein.

Mit prozessleitender Verfügung vom 14. März 2023 wies der 
Instruktionsrichter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und 
Beiordnung von Rechtsanwalt B.________ als amtlicher Anwalt ab. Die 
Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft und der Kostenvorschuss 
wurde fristgerecht geleistet.

Mit beim Verwaltungsgericht am 15. März 2023 eingegangener Eingabe 
machte der Rechtsanwalt weitere Ausführungen und reichte Unterlagen 
ein. 

Die beim Verwaltungsgericht am 1. und 15. März 2023 eingegangenen 
Stellungnahmen der Beschwerdeführerin inkl. Beilagen wurden der 
Beschwerdegegnerin mit prozessleitender Verfügung vom 23. Juni 2023 
zur Kenntnis zugestellt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 4

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 ATSG i.V.m. 
Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die 
Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; 
BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Die 
Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen 
nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die 
Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 16. Dezember 2022 
(act. IIA 118), mit welcher der Anspruch auf Leistungen der 
Invalidenversicherung verneint wurde. Die Beschwerdeführerin verlangt die 
Aufhebung der Verfügung und weitere Abklärungen resp. die Zusprache 
einer Rente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 5

Die Beschwerdeführerin hat Wohnsitz im Kanton …. Gemäss Zentraler 
Personenverwaltung (ZPV) war die Beschwerdeführerin jedoch vom 
1. Februar 2020 bis zum 1. November 2021 in …, Kanton Bern, gemeldet, 
womit die Beschwerdegegnerin zuständig war, das mit der im April 2020 
eingereichten Anmeldung anhängig gemachte Verfahren durchzuführen. 
Die einmal begründete Zuständigkeit änderte sich mit dem Wegzug aus 
dem Kanton Bern in den Kanton … nicht und die Beschwerdegegnerin war 
zuständig für den Erlass der Verfügung (Art. 55 Abs. 1 IVG i.V.m Art. 40 
Abs. 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 
Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201]). Dass sich die 
Beschwerdeführerin gemäss ihren Angaben zwar bereits bei der IV-Stelle 
… gemeldet hatte (vgl. act. II 1/2), ihr dort jedoch beschieden worden war, 
die Anmeldung sei zu früh, ändert daran nichts. 

3.

3.1 Vorab macht die Beschwerdeführerin eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs geltend. Die Beschwerdegegnerin habe es trotz 
Aufforderung unterlassen, beim „Spital C.________“ einen Verlaufs- bzw. 
Zwischenbericht einzufordern (vgl. Beschwerde S. 5 f. Ziff. 3 ff.). 

3.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]). Das rechtliche Gehör dient einerseits 
der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mit-
wirkungsrecht der Verfahrensbeteiligten beim Erlass von Verfügungen dar, 
die ihre Rechtsstellung betreffen. Dazu gehört insbesondere das Recht der 
Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äus-
sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, 
mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung 
wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Be-
weisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu be-
einflussen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungs-
recht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in 
einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 
143 V 71 E. 4.1 S. 72; SVR 2021 AHV Nr. 17 S. 53 E. 2.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 6

3.3 Nach Erlass des Vorbescheids am 22. September 2022 
(act. IIA 107) reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 
24. Oktober 2022 (act. IIA 113/34) der Beschwerdegegnerin Unterlagen 
ein, welche diese zur Beurteilung dem RAD vorlegte (vgl. RAD-
Stellungnahme vom 15. Dezember 2022 [act. IIA 117]). Im Anschluss 
wurde die hier angefochtene Verfügung am 16. Dezember 2022 erlassen 
(act. IIA 118). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor. Ob 
die Beschwerdegegnerin die Sache hinreichend abgeklärt hat, ist im 
Rahmen der materiellen Beurteilung zu klären. 

4.

4.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). Vorbehältlich besonderer 
übergangsrechtlicher Regelungen sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich 
diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 
ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213). Zwar datiert 
die angefochtene Verfügung (vom 16. Dezember 2022 [act. IIA 118]) nach 
dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020. Der 
frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung eines 
Rentenanspruchs liegt mit Blick auf das Leistungsbegehren vom 28. April 
2020 und Art. 29 IVG, wonach der Rentenanspruch frühestens sechs 
Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs entstehen kann, 
frühestens im Oktober 2020. Für die Zeit vor dem 1. Januar 2022 ist 
grundsätzlich das alte (nachfolgend aArt.) Recht anwendbar; vorbehalten 
bleiben Revisions- und Neuanmeldungsgründe nach Inkrafttreten der 
Gesetzesnovelle.

4.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 7

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen 
Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung 
verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der 
volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als 
Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

4.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 
8 ATSG) sind (lit. c). Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG 
frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des 
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im 
Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). 

4.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

5.

5.1 Aus medizinischer Sicht ergibt sich aus den Akten im Wesentlichen 
das Folgende:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 8

5.1.1 PD Dr. med. D.________, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte 
im Bericht vom 12. November 2019 (act. II 26/18) einen Schulter-Arm-
Schmerz (Erstmanifestation: 23. Oktober 2019; Differentialdiagnose: 
Reizung im Bereich des oberen Plexus brachialis, z.B. bei neuralgischer 
Schulteramyotrophie, Differenzialdiagnose: muskuloskelettale Schmerzen). 
Klinisch-neurologisch finde sich eine leichte Scapula alata rechts des 
Margo inferior. Darüber hinaus bestünden aber keine fassbaren Paresen. 
Das Fühlen werde am rechten Arm etwas diffus vermindert angegeben, 
was nicht sicher einem peripheren Nerv oder einer einzelnen Wurzel 
zuzuordnen sei, am ehesten noch C6/C7 bzw. obere/mittlere Plexus 
anteilig. Neurografisch finde sich kein Carpaltunnelsyndrom und es finde 
sich in den untersuchten Nerven auch kein signifikanter Seitenunterschied 
der Amplituden der sensibel evozierten Potenziale. Für eine EMG-
Untersuchung sei es noch zu früh. Differentialdiagnostisch infrage käme 
eine proximale Läsion im Bereich zervikaler Wurzeln oder im Bereich des 
oberen/mittleren Plexus brachialis. Für letzteres spräche auch die leichte 
Scapula alata auf der rechten Seite, wobei nicht klar sei, ob dies tatsächlich 
neu oder bereits vorbestehend sei. Daneben finde sich klinisch-
neurologisch nur noch die Angabe einer etwas diffusen Fühlstörung am 
rechten Arm. Letztlich käme aufgrund des abstehenden Schulterblatts 
differentialdiagnostisch eine Neuritis des Plexus brachialis im Sinne einer 
neuralgischen Schulteramyotrophie infrage. Bei ansonsten aber fehlenden 
weiteren objektiven Defiziten könne letztlich auch nicht ausgeschlossen 
werden, dass es gar kein neurogenes Problem sei, sondern 
muskuloskelettale Schmerzen. In einem nächsten Schritt erfolge eine MRI 
der HWS und des Plexus brachialis rechts zum Ausschluss struktureller 
Läsionen als Ursache. 

Im Bericht vom 4. Dezember 2019 (act. II 26/23) führte PD Dr. med. 
D.________ aus, im MRI von HWS und Plexus brachialis hätten keine 
strukturellen Läsionen und keine Kompression neuraler Strukturen 
gefunden werden können. Im Labor auffällig sei eine positive 
Borrelienserologie gewesen, wobei derzeit nicht sicher abgeschätzt werden 
könne, ob es sich dabei um eine Seronarbe handle oder ob die aktuelle 
Symptomatik der Beschwerdeführerin möglicherweise mit einer 
Borrelieninfektion in Zusammenhang zu bringen sei. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 9

5.1.2 Im Bericht des Spitals E.________ vom 28. Januar 2020 (act. II 
26/30) wurde ein Schulterschmerz rechts (Erstsymptome Oktober 2019) bei 
leichter Supraspinatus-Tendinitis und Bursitis subacromialis sowie AC-G-
Reizung (MRI Januar 2020) diagnostiziert. Die Klinik entspreche einer 
Reizung des AC-Gelenkes und der Bursa/Supraspinatussehne. 
Therapeutisch sei am 28. Januar 2020 die Steroidinfiltration sowohl ins 
rechte AC-Gelenk wie auch in die Bursa subacromialis erfolgt. Daneben 
seien die physiotherapeutisch instruierten Humeruskopf-
Dekoaptationsübungen fortzusetzen.

5.1.3 Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, äusserte im Bericht vom 
24. April 2020 (act. II 26/14) den Verdacht auf eine therapieresistente 
Bursitis subacromialis links mit AC-Gelenksreizung links bei Status nach 
möglicher AC-Gelenksinfiltration und subacromialer Infiltration am 21. 
Januar 2020. Es lägen ihm nur unvollständige Akten vor. Zur Orientierung 
müsse er die Unterlagen einfordern. Klinisch zeige sich heute eine explizite 
Auffälligkeit des rechten AC-Gelenkes sowie der rechten Bizepssehne. 
Eine Infiltration des AC-Gelenkes sei nach Angaben der 
Beschwerdeführerin bereits erfolgt, allerdings nur mit einer 40%-igen 
Besserung. In diesem Fall sei unglücklicherweise eine 
Kombinationsinfiltration subacromial und des AC-Gelenkes durchgeführt 
worden, so dass nicht eindeutig herausgearbeitet werden könne, welche 
Pathologie hier die Verbesserung oder Nicht-Verbesserung gebracht habe. 

5.1.4 Dr. med. G.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
diagnostizierte im Bericht vom 26. Juni 2020 (act. II 26/1) den Verdacht auf 
eine therapieresistente Bursitis subacromialis links mit AC-Gelenksreizung 
rechts (Erstdiagnose im letzten halben Jahr). Hinsichtlich Befunderhebung 
verwies sie auf Dr. med. F.________ (S. 4 Ziff. 2.5). Für die körperliche 
Arbeit insbesondere Heben/Tragen rechts sei aktuell im bisherigen Beruf 
als … keine Arbeitsfähigkeit möglich; der Verlauf nach der letzten 
Infiltration bleibe abzuwarten (Ziff. 2.7). Aktuell helfe die 
Beschwerdeführerin in der … aus, könne dort kleinere/leichte Tätigkeiten 
ausüben. Sie erhalte keinen Lohn. Die Taggeldversicherung erbringe 
Leistungen (S. 5 Ziff. 3.1). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 10

5.1.5 Dr. med. F.________ diagnostizierte im Bericht vom 9. Juli 2020 
(act. II 32; vgl. zuvor auch die Berichte vom 6. Mai 2020 [act. II 26/12] und 
vom 8. Juni 2020 [act. II 26/11]) eine regrediente Bursitis subacromialis mit 
regredienter AC-Gelenksreizung rechts bei Status nach AC-Gelenksinfiltra-
tion und subacromialer Infiltration am 21. Januar 2020, Status nach 
subacromialer Infiltration vom 4. Mai 2020 und Status nach isolierter AC-
Gelenksinfiltration vom 8. Juni 2020. Die Beschwerdeführerin gebe an, die 
AC-Gelenksinfiltration habe die lokalen Beschwerden über dem AC-Gelenk 
komplett verschwinden lassen. Die vorherige subacromiale Infiltration habe 
ein Verschwinden der Schmerzen über dem Ober- und Unterarm gebracht, 
diese seien allerdings inzwischen mit einer leichteren Intensität wieder 
gekommen. In diesem Fall hätte man ein explizites Ansprechen der 
Infiltrationen sowohl subacromial als auch über dem AC-Gelenk. Trotz 
allem müsse bei der entsprechenden psychosozialen Komponente der 
Beschwerdeführerin eine operative Versorgung sehr kritisch gesehen 
werden. Wünschenswert wäre für ihn, mit einem konservativen 
Therapieansatz die Beschwerden vollständig in den Griff zu bekommen. 
Eine weitere Abklärung der Borreliose mittels diagnostischer Arthroskopie 
und Probenentnahme sei aktuell nicht notwendig. 

5.1.6 Dr. med. H.________, Facharzt für Physikalische Medizin und 
Rehabilitation sowie Rheumatologie, führte in der Aktenbeurteilung vom 
20. Juli 2020 als beratender Arzt des Krankentaggeldversicherers 
(act. II 35.4/1) aus, die Diagnose sei unklar. Das Beschwerdebild und die 
objektiven Befunde seien diskrepant. Eine wesentliche Einschränkung bei 
leichter körperlicher Arbeit sei nicht nachvollziehbar. Es bestehe seit dem 
1. Juli 2020 weder in der angestammten noch in einer leidensangepassten 
Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit. Es seien keine Einschränkungen 
beschrieben. Das Beschwerdebild sei nicht nachvollziehbar und es könne 
keine geeignete Therapie empfohlen werden. 

5.1.7 Prof. Dr. med. I.________, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte 
im Bericht vom 16. Oktober 2020 (act. II 43/8) Schulterschmerzen rechts, 
Erstsymptome im Oktober 2019, bei neurologisch unauffälligen Befunden. 
Die Beschwerdeführerin sei aufgrund von persistierenden 
Schulterbeschwerden rechts zu einer neurologischen Konsultation aus 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 11

differentialdiagnostischen Überlegungen zugewiesen worden. In der 
klinischen neurologischen Untersuchung zeige sich lediglich eine 
angedeutete Atrophie an der rechten Schulter. Bei Prüfung der Sensibilität 
und der Kraft zeigten sich Normalbefunde. Auffällig sei jedoch die 
Schmerzhaftigkeit der Aussenrotation und Anteversion in der Schulter. 
Bildgebende Untersuchungen seien bereits davor durchgeführt worden. 
Das MRI des Plexus brachialis und der HWS hätten keine Hinweise auf 
eine neurogene Ursache gezeigt. Auch seien bereits neurographische 
Untersuchungen gemacht worden, welche allesamt unauffällig gewesen 
seien. Zur Ergänzung seien elektromyographische Untersuchungen an den 
am meisten betroffenen Muskeln durchgeführt worden, welche allesamt 
unauffällig gewesen seien. Eine neurogene Ursache der 
Schulterbeschwerden sei insgesamt nach wie vor unwahrscheinlich. Die 
Anamnese sei zudem auch nicht typisch für eine neuralgische 
Schulteramyotrophie. Von neurologischer Seite seien keine weiteren 
Massnahmen nötig. 

5.1.8 Im Bericht vom 26. Oktober 2020 (act. II 43/6) führte Dr. med. 
F.________ aus, bei der Beschwerdeführerin liege weiterhin eine sehr 
schwierige psychosoziale Konstellation vor. Die Beschwerden wechselten 
ständig. Heute seien Blockierungsgefühle in den Achseln sowie Schmerzen 
im Unterarm erwähnt worden. Zusätzlich sei eine erneute Konsultation 
beim Hausarzt in … erfolgt. Der genaue Grund sei nicht ganz klar. Es sei 
nochmals ein ausführliches Gespräch mit der Beschwerdeführerin geführt 
worden. Es sei unbedingt empfohlen, die Heimübungen regelmässig 
weiterzuführen, um die Schulter zu stabilisieren. Die funktionelle 
Behandlung sei der einzige Weg, um die Schulter in einem akzeptablen 
Zustand zu halten. Weiterführende Abklärungen seien nicht zielführend, 
auch eine erneute Infiltration würde er nicht durchführen und von einer 
operativen Versorgung sei unbedingt Abstand zu nehmen. 

5.1.9 Im Bericht der Klinik J.________ vom 25. Juni 2021 
(act. II 64/14) wurde eine Bicepstendinopathie, SLAP-Läsion Schulter, 
interstitielle Supraspinatussehnen-Partialruptur rechts, diagnostiziert. Da 
die Beschwerdeführerin bereits viermal infiltriert worden sei, wäre der 
nächste Schritt die Bicepstenodese sowie intraoperativ die Inspektion der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 12

Supraspinatussehne, allenfalls Supraspinatussehnenrekonstruktion, wobei 
der Defekt derart klein sei, dass höchstwahrscheinlich ein Débridement 
ausreichen würde. Sie sei ausführlich über die lange Rehabilitation 
aufgeklärt worden, insbesondere auch über das postoperative Risiko einer 
Frozen Shoulder bei Partialrupturversorgung. Es werde der 
Beschwerdeführerin nochmals erklärt, dass die Operation der absolut letzte 
therapeutische Schritt wäre. Aufgrund der Beschwerden auch in beiden 
Handgelenken wäre primär eigentlich eine konservative Therapie mit 
Physiotherapie und Infiltration anzustreben. 

5.1.10 Dr. med. K.________, Facharzt für Chirurgie, diagnostizierte in der 
RAD-Aktenbeurteilung vom 28. Juni 2021 (act. II 59) belastungsabhängige 
Schulterschmerzen rechts (Erstdiagnose: 23. Oktober 2019) bei Status 
nach Infiltrationen AC-Gelenk und Bursa subacromialis. Wesentlich sei die 
vertrauensärztliche Aktenbeurteilung der involvierten 
Krankentaggeldversicherung vom 20. Juli 2020 in der darauf hingewiesen 
werde, dass die Diagnose unklar bleibe und dass der Verlauf sowie die 
durchgeführten Therapien nach neun Monaten ohne wesentliche 
Befundverbesserung gegen die Vermutungsdiagnose einer möglichen 
Tendinitis der Supraspinatussehne und einer zusätzlich vorhandenen 
Bursitis subacromialis sprechen würden. Zum Ausschluss einer möglichen 
„frozen shoulder“ sei empfohlen worden, allenfalls noch einmal eine 
rheumatologische Untersuchung durchführen zu lassen. Die weiteren 
spezialärztlichen Untersuchungen seien orthopädisch und neurologisch 
ohne diesbezügliches Korrelat gewesen. Die volle Arbeitsfähigkeit werde 
im besagten Bericht ab dem 1. Juli 2020 als möglich erachtet. 

Objektive Einschränkungen der Schulterbeweglichkeit seien nicht 
dokumentiert. Einzig bestehe eine leichte Druckdolenz über dem AC-
Gelenk. Im Dossier fänden sich Inkonsistenzen zwischen dem 
angegebenen Beschwerdebild, den objektiven Befunden aber auch in den 
Angaben der Beschwerdeführerin. Trotz fortgesetztem Beschwerdevortrag 
sei nach erfolgter umfänglicher Abklärung und bei fehlenden objektiven 
Befunden nicht nachvollziehbar, warum bei leichten bis mittelschweren 
körperlichen Tätigkeiten eine wesentliche Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit bestehen sollte. Aufgrund der angegebenen Beschwerden, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 13

bei nur geringen objektiven Befunden seien medizinisch-theoretisch 
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ganztags über achteinhalb 
Stunden ohne zusätzliche Leistungsminderung zumutbar. Zu vermeiden 
seien Zwangshaltungen, repetitives Heben von Lasten über Brusthöhe, 
Überkopfarbeiten und das Besteigen von Leitern und Gerüsten. In nicht 
repetitiver Weise könnten zumindest sehr leichte Gewichte gehoben und 
getragen werden, dies jedoch nur bis Bauchhöhe. Geistige und psychische 
Beeinträchtigungen seien aus dem Dossier nicht ersichtlich. Eine objektiv 
knapp belegbare Minderbelastbarkeit der rechten Schulter sei 
nachvollziehbar. Im Rahmen des beschriebenen Zumutbarkeitsprofils sei 
sowohl die bisherige Tätigkeit als … als auch eine angepasste Tätigkeit im 
Rahmen der objektiven und nachvollziehbaren Befunde uneingeschränkt 
zumutbar. Dies gelte seit dem 1. Juli 2020.

5.1.11 Im Bericht des Spitals C.________ vom 19. Juli 2021 (act. II 64/8) 
wurden chronische muskuloskelettale Schmerzen Schulter, Unterarm 
rechts (wahrscheinlich mechanisch bedingt [Überlastung] seit Herbst 2019) 
diagnostiziert. Primär bestehe eine muskuläre Überlastung mit 
möglicherweise initialer Sehnenscheidenentzündung und/oder im rechten 
Unterarm bei dann unter anhaltender Belastung zunehmender Ausweitung 
auf den Bereich der Schulter und zuletzt der linken Hand. Auffällig sei 
allerdings, dass die Beschwerdeführerin an beiden Armen eine 
Handschiene trage und schon länger keine Physiotherapie mehr gehabt 
habe. Auch sei bisher keine Ergotherapie durchgeführt worden. Im Rahmen 
des Psychometrie-Screeningbogens hätten sich zwar sowohl Hinweise für 
eine Depression als auch eine Angststörung gezeigt, die sich in der 
Anamnese und letztendlich ausführlicheren Psychometrie nicht hätten 
bestätigen lassen. Zusammenfassend sei davon auszugehen, dass es sich 
doch um eine primär körperliche Überlastungssituation handle, auch wenn 
diese bisher noch nicht oder nur teilweise wirklich genau anatomisch habe 
zugordnet werden können.

5.1.12 Im Bericht des Spitals C.________ vom 2. August 2021 (act. II 64/5) 
wurden chronische muskuloskelettale Schmerzen Schulter, Unterarm links, 
Unterarm rechts diagnostiziert. Die von der Beschwerdeführerin 
angegebenen rechtsseitigen Handgelenksschmerzen seien schwierig zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 14

eruieren. Klinisch fokussierten sich die Beschwerden am heutigen Tag am 
ehesten auf die FCU-Sehne sowie die Fingerbeugemuskulatur, wobei 
sonographisch keine Zeichen einer ausgeprägten Tendovaginitis 
vorhanden seien. Ein eindeutiger ulnarer Impaktionsschmerz sei nicht 
auszulösen gewesen, wobei radiologisch eine ulnare Überlänge vorhanden 
sei und das Os lunatum zumindest auf der rechten Seite eine Alteration der 
ossären Struktur aufweise (vgl. auch Bericht vom 4. Oktober 2021 [act. II 
77/9]).

Im Bericht vom 21. Dezember 2021 (act. II 77/3) wurde zusätzlich ein 
Ulnarisimpaktionssyndrom rechts > links diagnostiziert. Am 2. November 
2021 sei eine Ulna-Verkürzungsosteotomie rechts durchgeführt worden 
(vgl. act. II 77/5, 77/7). Es präsentiere sich ein schöner Heilungsverlauf 
sechs Wochen nach Ulnaverkürzung. Die Beschwerdeführerin habe 
klinisch keinerlei axialen Stauchungsschmerz mehr oder Druckdolenz über 
der Osteotomie, so dass von einer zunehmenden fibrösen Konsolidation 
auszugehen sei. Für die nächsten sechs Wochen werde eine 
Maximalbelastung von drei bis fünf kg empfohlen. Eine Arbeitsunfähigkeit 
sei bis Ende Januar 2022 ausgestellt worden. 

Im Bericht vom 11. Mai 2022 (act. II 90/4) wurde festgehalten, rechts zeige 
sich ein sehr erfreulicher Verlauf sechs Monate nach Operation (vgl. zur 
Dreimonatskontrolle act. II 83/3). Das Handgelenk sei klinisch 
belastungsstabil und radiologisch zeige sich eine vollständige ossäre 
Konsolidation. Links bestehe ebenfalls ein gesichertes symptomatisches 
Ulna-Impaktionssyndrom. Diesbezüglich werde analog zu rechts ebenfalls 
eine Ulnaverkürzung empfohlen. Ohne Operation links werde eine 
Rückkehr in ein 100%-iges Arbeitspensum vermutlich nicht möglich sein. 

5.1.13 Dr. med. L.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, stellte im RAD-Bericht vom 
29. August 2022 (act. IIA 102) folgende Diagnosen:

Ulna-Impaktionssyndrom des Handgelenks beidseits, rechts stärker als links:

• Status nach Ulna-Verkürzungsosteotomie rechts (2. November 2021)

Schulterschmerzen rechts

• Verdacht auf Bicepssehnentendinopathie mit SLAP-Läsion
• Status nach viermaliger Infiltration

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 15

Die Beschwerdeführerin stehe seit Oktober 2019 wegen spontan 
aufgetretenen Schulterbeschwerden rechts in ärztlicher Behandlung. Die 
Ursache für das angegebene Beschwerdebild habe sich trotz intensiver 
multidisziplinärer Abklärung nicht erheben lassen. Die Behandlung habe 
aus insgesamt vier Infiltrationen bestanden. Ein Zumutbarkeitsprofil sei 
erstellt und vom 28. Oktober 2019 bis zum 30. Juni 2020 einen 100%-ige 
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Ab dem 1. Juli 2020 habe eine 
vollständige Arbeitsfähigkeit bestanden. 

Die Operation an der rechten Hand vom 2. November 2021 habe zu einer 
Beschwerdefreiheit geführt und die Behandlung hätte abgeschlossen 
werden können. Es lägen keine funktionellen Einschränkungen vor. Auf der 
linken Seite liege die gleiche Pathologie vor, welche aber weniger 
ausgeprägt sei. Hier klage die Beschwerdeführerin über 
belastungsabhängige Beschwerden. Die gleiche Operation sei empfohlen 
aber bisher nicht durchgeführt worden. Bei Befolgen des 
Zumutbarkeitsprofils führten die Handgelenksbeschwerden links zu keiner 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bezüglich der chronischen 
Schulterschmerzen rechts finde seit Sommer 2021 keine Behandlung mehr 
statt. Diesbezüglich liege eine eingeschränkte Belastbarkeit für Tätigkeiten 
oberhalb des Schultergürtels vor. Die Schulterschmerzen könnten aktuell 
als stabilisiert betrachtet werden. Vom 1. November 2021 bis 20. März 
2022 habe eine vollständige und vom 21. März 2022 bis 17. April 2022 eine 
50%-ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab dem 18. April 2022 betrage die 
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit 100%, sofern das 
Zumutbarkeitsprofil befolgt werde. Zumutbar seien körperlich leichte bis 
mittelschwere Tätigkeiten ganztags über achteinhalb Stunden ohne 
zusätzliche Leistungsminderung. Zu vermeiden seien Zwangshaltungen, 
repetitives Heben von Lasten über Brusthöhe, Überkopfarbeiten und das 
Besteigen von Leitern und Gerüsten. In nicht repetitiver Weise könnten 
zumindest sehr leichte Gewichte gehoben und getragen werden, dies 
jedoch nur bis Bauchhöhe. Monoton repetitive Belastungen des 
Handgelenks, Arbeiten mit Stoss- und Stauchungsbelastungen sowie 
Tätigkeiten mit Vibrationsbelastungen für das linke Handgelenk durch das 
Bedienen von Maschinen seien nicht mehr zumutbar. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 16

5.1.14 Im Bericht des Spitals C.________ vom 26. September 2022 (act. 
IIA 113/1) wurden folgende Diagnosen gestellt:

Schmerzexazerbation mit ulnopalmaren Handgelenksschmerzen rechts (dominant) 
am 7. September 2022 mit/bei:

- Vermehrter körperlicher Tätigkeit im Rahmen der Arbeit

- Status nach Ulna-Verkürzungsosteotomie rechts (Medartis 2.5 mm System) um 
3.5 mm am 2. November 2021 bei Ulna-Impaktionssyndrom rechts

Symptomatisches Ulna-Impaktions-Syndrom links (adominant)

Die Beschwerdeführerin habe über stark ansteigende Schmerzen bei der 
körperlich belastenden Arbeit am 7. September 2022 berichtet. Seit 
Vorstellung beim Hausarzt am Folgetag erfolge eine Immobilisation in der 
Schiene, was die Symptome etwas gebessert habe. Schmerzen bestünden 
vor allem ulnopalmar bei Belastung. Die Einnahme von Arcoxia lindere die 
Symptomatik. Bei der Arbeit sei es schwierig, da die Beschwerdeführerin 
dort öfters belastende Tätigkeit wie … und … durchführen müsse. 
Idealerweise führe sie nur die Arbeit an der … durch, was jedoch mit dem 
Arbeitgeber besprochen werden müsse. Bei nun bereits gebessertem 
Befund dank der Immobilisation werde vorerst eine Handtherapie 
empfohlen, dies mit Ultraschall-Therapie und zur Kräftigung und 
Mobilisation. Eine genaue Diagnose lasse sich bei bereits gebesserten 
Beschwerden nicht stellen. 

5.1.15 Dr. med. L.________ führte anlässlich des Vorbescheidverfahrens 
in der RAD-Aktenbeurteilung vom 15. Dezember 2022 (act. IIA 117) aus, 
durch eine Überlastung sei es zu einer Reizung des rechten Handgelenks 
gekommen. Eine neue Diagnose sei nicht gestellt worden. Abgesehen von 
einer symptomatischen Schmerzbehandlung sei keine spezifische Therapie 
verordnet worden. Der Gesundheitszustand habe sich im Vergleich zur 
letzten RAD-Stellungnahme vom 29. August 2022 nicht verändert. Das 
Zumutbarkeitsprofil sei klar definiert worden und solle befolgt werden. Es 
habe unverändert Gültigkeit. 

5.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 17

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. 
Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 
Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig 
sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um 
die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen 
Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der 
versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch 
in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste 
(SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 8 E. 3.2). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den 
Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen 
praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder 
im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten 
unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung 
eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 18

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 
Abklärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der versicherten 
Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der 
versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren 
Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der 
pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 
E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das 
Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an 
den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 
65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; SVR 2021 UV 
Nr. 34 S. 155 E. 2.3).

5.3 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der hier angefochtenen 
Verfügung vom 16. Dezember 2022 (act. IIA 118) im Wesentlichen auf die 
RAD-Aktenbeurteilungen der Dres. med. K.________ vom 28. Juni 2021 
(act. II 59) sowie L.________ vom 29. August 2022 (act. IIA 102) und 15. 
Dezember 2022 (act. IIA 117). Diese erfüllen die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert medizinischer 
Berichte gestellten Anforderungen und überzeugen. Der Umstand, dass 
diese Beurteilungen allein aufgrund der Akten erstellt wurden, vermag – 
anders als von der Beschwerdeführerin vorgebracht (vgl. Beschwerde S. 8 
Ziff. 7) – keine Schmälerung des Beweiswerts zu begründen, denn es liegt 
ein lückenloser Befund vor und es geht im Wesentlichen um die 
fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen 
Sachverhalts (E. 5.2 hiervor). Mit den RAD-Berichten liegen überzeugende 
und schlüssige fachärztliche Beurteilungen vor. 

5.3.1 Soweit die Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht die Fachkom-
petenz der RAD-Ärzte (Facharzt für Chirurgie bzw. Facharzt für Orthopädi-
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates) bemängelt 
und eine Beurteilung durch einen Facharzt für Handchirurgie sowie bezo-
gen auf die Schulter- und Handsituation eine interdisziplinäre Beurteilung 
fordert (vgl. Beschwerde S. 8 f. Ziff. 7), vermag sie nichts zu ihren Gunsten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 19

abzuleiten. Bei der Fachdisziplin Handchirurgie handelt es sich zwar um ein 
eigenständiges Fachgebiet, jedoch besteht es aus einer chirurgischen Ba-
sisausbildung und die Behandlungsprinzipien entsprechen u.a. der (allge-
meinen) Chirurgie, der Traumatologie und der orthopädischen Chirurgie 
(vgl. Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung, Facharzt 
für Handchirurgie, Weiterbildungsprogramm vom 1. Januar 2018; abrufbar: 
https://www.siwf.ch/weiterbildung/facharzttitel-und-schwerpunkte > Hand-
chirurgie). Die beiden RAD-Ärzte verfügen über die vollständige fachärztli-
che Befähigung zur Beurteilung des vorliegenden Gesundheitsschadens. 
Die Forderung der Beschwerdeführerin, es sei eine interdisziplinäre Beur-
teilung einzuholen (vgl. Beschwerde S. 9 Ziff. 7), wird von ihr nicht begrün-
det. Auch den medizinischen Akten lässt sich nichts entnehmen, was den 
Beizug einer weiteren fachärztlichen Disziplin bei der Beurteilung bedingen 
würde. Der medizinische Sachverhalt erweist sich als genügend abgeklärt. 
Weitere medizinische Abklärungen sind nicht erforderlich. Was die Kritik 
der Beschwerdeführerin, die Beurteilungen der RAD-Ärzte bildeten keine 
genügende Beweisgrundlage, betrifft, vermag diese – wie nachfolgend 
dargelegt – nicht auch nur geringe Zweifel an den RAD-Beurteilungen zu 
erwecken:

5.3.2 Die Krankentaggeldversicherung hat eine Beweissicherung vor Ort 
(BvO) durchgeführt (vgl. Schreiben vom 8. September 2020; act. II 35.1/5), 
welche ergeben haben soll, dass die Beschwerdeführerin über ein höheres 
Rendement verfüge, als behauptet. Dieser Bericht ist vorliegend nicht 
aktenkundig. Tatsache ist immerhin, dass die Beschwerdeführerin selbst 
wiederholt gegenüber den behandelnden Ärzten von einer Arbeitstätigkeit 
berichtet hat (vgl. u.a. E. 5.1.14 hiervor). Wie es sich damit verhält, braucht 
nicht abschliessend geklärt zu werden, weil der massgebliche Sachverhalt 
bereits gestützt auf die medizinischen Akten geklärt werden kann und die 
RAD-ärztliche Beurteilung ihren Rückhalt auch in den Beurteilungen der 
behandelnden Ärzte findet. So hat etwa Dr. med. F.________ im Bericht 
vom 26. Oktober 2020 (act. II 52/13) darauf hingewiesen, dass von einer 
operativen Versorgung unbedingt Abstand zu nehmen sei. Dies wurde 
seitens Dr. med. I.________, der im Bericht vom 16. Oktober 2020 (act. II 
43/8) Schulterschmerzen rechts mit neurologisch unauffälligen Befunden 
diagnostizierte und eine neurogene Ursache der Schulterbeschwerden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 20

insgesamt für nach wie vor unwahrscheinlich hielt, bestätigt. Im Bericht 
vom 
26. Oktober 2020 wies Dr. med. F.________ zudem auf die Aussage der 
Beschwerdeführerin hin, die Arbeit als … auf einer … sei möglich, 
Physiotherapie sei beendet worden und auch die Heimübungen zur 
Stabilisierung der Schulter seien nicht weitergeführt worden. Es liege nach 
wie vor eine schwierige psychosoziale Konstellation vor und die 
Beschwerden wechselten ständig. Für ihn (Dr. med. F.________) sei die 
funktionelle Behandlung (Physiotherapie und Eigenübungen) der einzige 
Weg. 

Auf dieser Basis hat der RAD-Arzt Dr. med. K.________ als Facharzt für 
Chirurgie in der Aktenbeurteilung vom 28. Juni 2021 (act. II 59) unter 
Verweis auch auf die Beurteilung des rheumatologischen Vertrauensarztes 
der Taggeldversicherung, Dr. med. H.________, vom 20. Juli 2020 (act. II 
35.4) belastungsabhängige Schulterschmerzen rechts diagnostiziert, 
jedoch mit den Akten in Übereinstimmung stehend auch darauf 
hingewiesen, dass die Diagnose unklar bleibe. Der im Dossier 
dokumentierte Verlauf mit dem von der Beschwerdeführerin angegebenen 
Beschwerdebild sei nicht nachvollziehbar; objektive Einschränkungen der 
Schulterbeweglichkeit seien nicht dokumentiert; einzig bestände eine 
leichte Druckdolenz über dem AC-Gelenk. Es sei nicht nachvollziehbar, 
weshalb bei leichten bis mittelschweren körperlichen Tätigkeiten eine 
wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehen sollte. Es sei eine 
volle Arbeitsfähigkeit ab dem 1. Juli 2020 möglich. Die Beurteilung von Dr. 
med. K.________ ist in jeder Hinsicht nachvollziehbar und entgegen den 
Behauptungen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin lässt sich aus 
den Bericht der behandelnden Ärzte nichts anderes ableiten, womit auch 
nicht geringe Zweifel an dieser Beurteilung bestehen.

5.3.3 Auf der Basis der RAD-Aktenbeurteilung vom 28. Juni 2021 
(act. II 59) erging am 21. September 2021 die leistungsablehnende 
Verfügung (act. II 61). Der Beschwerdeführerin seien spätestens seit dem 
1. Juli 2020 körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne repetitives 
Heben von Lasten über Brusthöhe, Überkopfarbeiten sowie das Besteigen 
von Leitern und Gerüsten ganztags ohne zusätzliche Leistungsminderung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 21

wieder zumutbar. Die Beschwerdegegnerin ging bei einer einzig zwischen 
Oktober 2019 und Juni 2020 anzunehmenden 100%-igen Einschränkung 
davon aus, dass bezüglich der Schulterbeschwerden das Wartejahr nicht 
erfüllt worden war. Dies ist nicht zu beanstanden (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b 
IVG sowie E. 4.3 hiervor). Die Verfügung wurde innerhalb der 
Rechtsmittelfrist mit Schreiben vom 11. Oktober 2021 (act. II 65) seitens 
der Beschwerdegegnerin wieder aufgehoben, weil die Beschwerdeführerin 
nach Erlass der besagten Verfügung vorgebracht hatte, ihre 
„gesundheitliche Lage“ habe sich „drastisch verschlechtert“, da sie am 2. 
November 2021 das rechte Handgelenk operieren müsse (vgl. „Gesuch um 
Wiedereingliederung“ vom 30. September 2021 [act. II 64]). 

5.3.4 Mit den Handbeschwerden liegt ein Gesundheitsschaden vor, der 
von den bisher geklagten Beschwerden unabhängig ist. Diesbezüglich fand 
am 29. Juli 2021 eine Erstkonsultation im Spital C.________ statt (vgl. 
Bericht vom 2. August 2021; act. II 64/5). Entgegen der Darstellung der 
Beschwerdeführerin gegenüber diesen Ärzten wurden solche Beschwerden 
vorher nicht geklagt und es bestehen keine Anhaltspunkte für ihre 
Aussage, die Schmerzen hätten in der Hand begonnen und sich dann erst 
über den ganzen Arm in die Schulter ausgedehnt (vgl. act. II 64/5). Die 
Beschwerdeführerin hatte zuvor stets Schmerzen in der Schulter 
angegeben und sich diesbezüglich untersuchen und behandeln lassen. 
Keine bzw. keiner der zahlreich aufgesuchten Ärztinnen und Ärzte hat 
Untersuchungen die Hand betreffend für geboten erachtet. Schliesslich war 
sie wegen der Schulter noch bis im Sommer 2021 in der Klinik J.________ 
in Behandlung. Die Beschwerden am rechten Handgelenk stehen 
entsprechend in keinem Zusammenhang mit der bis dahin ausschliesslich 
geltend gemachten Schulterproblematik. Damit muss für diesen 
Gesundheitsschaden das Wartejahr neu absolviert werden (vgl. auch MEY-
ER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 4. Aufl. 
2022, Art. 29 N. 27 gegen Ende).

Nach der Operation der rechten Hand am 2. November 2021 (vgl. 
Operationsbericht vom 18. November 2021 [act. II 77/5]) waren die 
Schmerzen im Bereich der Hand regredient und innert sechs Wochen eine 
vollständige Heilung eingetreten (vgl. Bericht des Spitals C.________ vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 22

21. Dezember 2021 [act. II 77/3]). Es wurde zwar noch eine 
Arbeitsunfähigkeit bis Ende Januar 2022 attestiert, jedoch bereits eine 
Maximalbelastung von drei bis fünf kg für die nächsten sechs Wochen 
empfohlen. Später wurde dann die Arbeitsunfähigkeit auf 50% reduziert 
(vgl. etwa Bericht des Spitals C.________ vom 16. Februar 2022 [act. II 
83/3] sowie ärztliche Zeugnisse vom 9. Februar 2022 [act. II 94/6] und vom 
29. April 2022 [act. II 94/5]). Im Bericht des Spitals C.________ vom 11. 
Mai 2022 (act. II 90/4) wurde ausgeführt, rechts zeige sich sechs Monate 
nach Operation ein sehr erfreulicher Verlauf. Das Handgelenk sei klinisch 
belastungsstabil und radiologisch zeige sich eine vollständige ossäre 
Konsolidation. Bezugnehmend auf das Schreiben der Taggeldversicherung 
vom 22. April 2022 (act. IIA 97.1/45) hielten auch die behandelnden Ärzte 
fest, aus ihrer Sicht handle es sich um zwei unabhängige Arbeitsausfälle. 
Der RAD-Arzt Dr. med. L.________ attestierte basierend darauf im RAD-
Bericht vom 29. August 2022 (act. IIA 102) betreffend das rechte 
Handgelenk für die Zeit vom 2. November 2021 bis zum 20. März 2022 
eine vollständige und vom 21. März bis zum 17. April 2022 eine 50%-ige 
Arbeitsunfähigkeit. Danach bestehe unter Berücksichtigung des 
Zumutbarkeitsprofils eine Arbeitsfähigkeit von 100%. Diese 
Schlussfolgerung überzeugt.

Nach der mit Vorbescheid vom 8. September 2022 (act. IIA 103) in 
Aussicht gestellten Leistungsablehnung, brachte der Rechtsvertreter der 
Beschwerdeführerin vor, seine Klientin sei weiterhin 50% arbeitsunfähig 
und es sei im „Spital C.________ eine weitere Operation angesprochen“ 
worden bzw. eine solche werde im Verlauf notwendig werden (act. IIA 108, 
111, 113). Die vom Rechtsvertreter eingereichten Unterlagen (act. IIA 
113/1 ff.) waren weitgehend bereits anlässlich der RAD-Beurteilung vom 
29. August 2022 (act. IIA 102) berücksichtigt worden. Einzig der 
Verlaufsbericht des Spitals C.________ vom 26. September 2022 (act. IIA 
113/1) datiert nach dem Vorbescheid. Gemäss diesem Bericht hat sich die 
Beschwerdeführerin, nachdem sie den Vorbescheid erhalten hatte, 
notfallmässig im Spital C.________ vorgestellt. Sie berichtete nach 
Überlastung in der beruflichen Tätigkeit (vgl. E. 5.1.14 hiervor) über 
Schmerzen im rechten (bereits operierten) Handgelenk. Befunde wurden 
dabei jedoch grundsätzlich keine erhoben bzw. eine Besserung aufgrund 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 23

der bereits hausärztlich vorgesehenen Immobilisierung festgestellt. Der 
RAD-Arzt Dr. med. L.________ erläuterte in der Folge in der 
Aktenbeurteilung vom 15. Dezember 2022 (act. IIA 117) überzeugend, 
dass zwar von einem vorübergehenden Reizzustand ohne pathologisch-
anatomische Veränderungen auszugehen sei, dass sich daraus aber keine 
Änderungen ergeben würden und weiterhin an der früheren RAD-
Beurteilung vom 28. Juni 2021 (act. II 59) und dem darin erstellten 
Zumutbarkeitsprofil festzuhalten sei. Ausdrücklich forderte er zur 
Einhaltung des von ihm früher festgelegten Rendements auf, welches die 
Beschwerdeführerin offensichtlich missachtet hatte. 

Im vorliegenden Verfahren hat die Beschwerdeführerin keine anderen 
Berichte aufgelegt, als die bereits bekannten. Dass inzwischen ein 
Operationsaufgebot des Spitals C.________ für den 9. Januar 2023 
vorliegt (act. I 4), die Operation dann wohl jedoch erst am 10. März 2023 
(act. IA 1) im Spital … durchgeführt wurde, ändert daran nichts. Sie erfolgte 
nach Erlass der hier angefochtenen Verfügung vom 16. Dezember 2022 
(act. IIA 118) und es lassen sich keine Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt 
des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens bestehende Situation ableiten 
(SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4). Dass diese vorgängig eine massgebliche 
Arbeitsunfähigkeit begründet hätte, schloss der RAD-Arzt überzeugend 
aus. Eine operationsbedingte Arbeitsunfähigkeit betreffend die linke Hand 
ist erst nach Erlass der Verfügung aufgetreten und wird – sogar wenn sie 
hier zu beurteilen wäre – bei erfolgreicher Behandlung nicht genügen, die 
massgebliche Länge für die Erfüllung des Wartejahres zu erreichen. 

5.3.5 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass unabhängig davon, 
ob die Schulterbeschwerden die Beschwerdeführerin tatsächlich je 
wesentlich eingeschränkt haben, sie bereits vor Ablauf des Wartejahres 
deswegen keine massgebliche Einschränkung in der angestammten und 
erlernten Tätigkeit als … mehr hatte. Was die danach festgestellten 
Handgelenksbeschwerden (zunächst rechts) betrifft, ist festzuhalten, dass 
diese einen neuen Gesundheitsschaden darstellen, sie die 
Beschwerdeführerin nach der unterjährigen Rekonvaleszenz in der 
angestammten Tätigkeit nicht mehr massgeblich einschränken und auch 
bezüglich dieser Beschwerden das Wartejahr nicht abgelaufen ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 24

Hinsichtlich des linken Handgelenks wurden keine Befunde erhoben, 
welche eine Einschränkung begründen könnten. Dass nun dennoch eine 
Operation erfolgt ist, ist seitens des Gerichts zu Kenntnis zu nehmen. Da 
das linke Handgelenk betreffend zumindest bis zum Verfügungszeitpunkte 
keine wesentliche Einschränkung erstellt ist, erübrigen sich entsprechende 
Weiterungen. 

6.

Aufgrund des Dargelegten ist für keines der angegebenen Leiden das 
Wartejahr abgelaufen und die Beschwerdeführerin ist in ihrer erlernten und 
angestammten Tätigkeit als … unbeschränkt arbeitsfähig, weshalb kein 
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung besteht. Die 
angefochtene Verfügung vom 16. Dezember 2022 (act. IIA 118) ist nicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

7.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 25

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Aug. 2023, IV/23/30, Seite 26

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.