# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5012a7ef-8a3c-5419-9d10-de85619bc5a9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 26.11.2018 ZK2 2013 45
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2013-45_2018-11-26.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Ref.: Chur, 26. November 2018 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 13 45 05. Dezember 2018

Urteil
II. Zivilkammer

Vorsitz Pritzi
RichterInnen Hubert und Michael Dürst
Aktuarin Lenz

In der zivilrechtlichen Berufung

der X . _ _ _ _ _ , Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Rita Ma-
rugg, Dorfstrasse 150, 7220 Schiers, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 9./12./13. November 2012, mit-
geteilt am 30. Juli 2013, in Sachen der Berufungsklägerin gegen Y._____,  Beru-
fungsbeklagte, und Z._____,  Berufungsbeklagter, beide vertreten durch Rechtsan-
walt Dr. iur. Felix Huber, Mühlebachstrasse 38, 8008 Zürich, 

betreffend Forderung aus Architektenvertrag,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A.a. Am 26. April 2006 schlossen Y._____ und Z._____, O.1_____, als Auftragge-
ber/Bauherrschaft einerseits und das X._____, O.2_____, als Beauftragter/Architekt 
andererseits einen SIA-Normvertrag 1002 (Ausgabe 2003) für Architekturleistungen 
betreffend Ausführung eines Projekts "A._____, O.1_____" ab. Nebst den Werten 
des SIA für die Berechnung des mittleren Stundenaufwandes sah er allgemein die 
Anwendbarkeit der SIA-Ordnung 102 (Ausgabe 2003) vor. Der Teilvertrag be-
schränkte sich auf Leistungen des Beauftragten ab der Projektphase 4 (Ausschrei-
bung/Offertvergleich/Vergabeantrag). Gemäss dem Grundleistungsverzeichnis und 
der vertraglichen Projektorganisation erfolgte eine Aufgabenverteilung zwischen den 
am Bau beteiligten beiden Architekten B._____, O.3_____, und C._____. In den Pro-
jektphasen 1-3 (1. Vorprojekt: Studium Lösungsmöglichkeiten, Grobschätzung Bau-
kosten, Vorprojekt und Kostenschätzung; 2. Bauprojekt: Detailstudien, Kostenvoran-
schlag; 3. Bewilligungsverfahren) war Architekt B._____ für Projektentwurf, Materiali-
sierung, Statikkonzept, Skizzen der wesentlichen Konstruktionsdetails und Haus-
technikkonzepte mit den Fachingenieuren, Verhandlungen mit den Behörden, Erstel-
lung des Kostenvoranschlages und Baubeschrieb verantwortlich. In den Projektpha-
sen 4-7 (4. Ausschreibung/Offertvergleich/Vergabeantrag; 5. Ausführungsplanung; 
6. Ausführung; 7. Inbetriebnahme/Abschluss) war das X._____ für die Ausführungs-
planung, das Bauprogramm, die Ausschreibung der Bauarbeiten, die örtliche Baulei-
tung, die Koordination der Zusammenarbeit der Fachplaner sowie die Führung der 
Baubuchhaltung und Abrechnung verantwortlich, wobei in der Projektphase 6 (Aus-
führung: Gestalterische Leitung, Bauleitung/Kostenkontrolle) die Teilleistung gestalte-
rische Bauleitung ebenfalls Architekt B._____ oblag. 

A.b. Von den gesamthaft für den Bau zu erbringenden Architekturleistungen entfiel 
gemäss Grundleistungsverzeichnis ein Leistungsanteil von 61.5 % auf die X._____. 
Dieses war bis zu honorarberechtigten Baukosten von CHF 2'000'000.00 mit einem 
pauschalen Festhonorar (ohne Anpassung an die Teuerung) von CHF 160'000.00, 
zuzüglich MwSt. zum damaligen Satz von 7.6 %, zu vergüten. Gemäss besonderer 
Vereinbarung war das Entgelt für honorarberechtigte Baukosten (B), welche den Be-
trag von CHF 2'000'000.00 übersteigen, nach oben anzupassen, indem das Zusatz-
honorar (H) auf dem überschiessenden Baukostenanteil gemäss der Formel H = B – 
2'000'000 x 14.5 % x 61.5 % zu berechnen war. Über die Anwendung dieser Be-
stimmung war die Bauherrschaft vorgängig in Kenntnis zu setzen. Hinsichtlich der 
Vergütung von Nebenkosten wurde vereinbart, die Reisekosten pauschal mit 
CHF 6'000.00 zu vergüten. Ausgehend von einem geschätzten Aufwand von 

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CHF 7'000.00 war die Entschädigung für Plankopien, Fotokopien und Datenträger 
sodann nach Aufwand geschuldet. 

A.c. Die Baubewilligung wurde am 6. Februar 2006, mit Vorbehalten wegen feh-
lender Unterlagen, erteilt. Gemäss Architektenvertrag vom 26. April 2006 war folgen-
der Terminplan vorgesehen: Baubeginn Juni 2006, Rohbau-Fertigstellung Dezember 
2006, Bezug Juni 2007. Der Bau wurde im Frühjahr 2006 begonnen. Am 18. Dezem-
ber 2006 meldete die X._____ den Rohbau zur Abnahme durch die Baubehörde 
O.1_____ an, welche am 16. Januar 2007 stattfand. Der Bezug der Baute durch die 
Bauherrschaft soll nach deren Angaben am 24. Dezember 2007 erfolgt sein.

B.a. Am 3. Mai 2007 bat die Bauherrschaft die X._____ um Zustellung eines aktua-
lisierten Budgets/Kostenaufstellung zum Bauprojekt. Am 26. Juni 2007 übermittelte 
das ausführende Architekturbüro der Bauherrschaft (mit Kopie an Architekt B._____) 
eine provisorische Kostenzusammenstellung mit folgenden Werten:

BKP Nr. Kostenzusammenstellung provisorisch, 26.06.2007

0 Grundstück 3'115'400

1 Vorbereitungsarbeiten 86'400

2 Gebäude 2'944'200

4 Umgebung 145'000

5 Baunebenkosten 129'000

Total (inkl. MwSt.) 6'420'700

B.b. Gegen Ende der Bauzeit, am 7. November 2007, wünschte die Bauherrschaft 
erneut eine Kostenaufstellung und ersuchte gleichzeitig um einen Besprechungster-
min im Beisein des Bauleiters D._____, um "einige Probleme im Zusammenhang mit 
der Bauführung und der Kostenkontrolle zu klären". Am 12. November 2007 übermit-
telte die X._____ (mit Kopie an Architekt B._____) folgende Kostenprognose:

BKP Nr. KV aktuell Verträge

Vergaben

Zahlungen Prognose Mehr-/Minderkosten

0 Grundstück 3'115'400 3'115'245 3'115'268 -132

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1 Vorbereitungsarbeiten 86'400 58'642 84'595 84'595 -1'805

2 Gebäude 2'959'200 2'425'525 2'041'097 2'927'307 -31'893

4 Umgebung 145'000 205'515 30'000 191'000 46'000

5 Baunebenkosten 129'700 3'848 64'735 132'717 3'017

Total (inkl. MwSt.) 6'435'700 2'693'530 5'335'672 6'450'887 15'187

Mit E-Mail vom gleichen Tag ersuchte die Bauherrschaft "angesichts dieser massiven 
Kostenüberschreitung" dringend um ein Gespräch. Am 15. November 2007 antworte-
te die X._____, die Feststellung der Bauherrschaft, die Kosten würden massiv über-
schritten, erstaune. Die im November 2007 erstellte Endkostenprognose weise ge-
genüber den Kostenvoranschlägen vom Juni 2007 Mehrkosten von CHF 30'000.00 
aus. Alle vorgängigen Kostenangaben stammten nicht aus dem Büro der X._____. 

B.c. Basierend auf folgender Baukostenaufstellung per 4. Februar 2008:

BKP Nr. KV aktuell Verträge 
Vergaben

Zahlungen Prognose Mehr-/Minderkosten

0 Grundstück 3'115'400 3'112'268 3'112'268 -2'932

1 Vorbereitungsarbeiten 86'400 58'642 84'595 84'595 -1'805

2 Gebäude 3'125'690 2'435'458 2'698'811 3'056'098 -69'592

4 Umgebung 145'000 205'515 278'321 209'504 64'504

5 Baunebenkosten 129'700 3'848 71'716 132'717 3'017

Total (inkl. MwSt.) 6'602'190 2'703'463 6'248'688 6'595'382 -6'808

liess die X._____ der Bauherrschaft am 3. Oktober 2008 ihre Schlussabrechnungen 
über die Beträge von CHF 144'778.00 (Restforderung betreffend Honorar aus Archi-
tektenvertrag), CHF 8'324.10 (Nebenkosten) und CHF 42'945.00 (ausserhalb des 
Vertrages erbrachte Teilleistungen), insgesamt CHF 196'047.10, zukommen. Nach-
dem die Begleichung der Forderungen ausblieb, mahnte die X._____ Y._____ und 
Z._____ mit Einschreiben vom 11. November 2008, die ausstehenden Zahlungen bis 
am 21. November 2008 vorzunehmen. Eine Zahlung erfolgte nicht. 

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C.a. Gemäss Ziffer 13.1 des Architektenvertrages war vereinbart, dass in einem 
Streitfall vor Anrufung eines Gerichts unter den Parteien eine Mediation durchzu-
führen sei. Gestützt auf einen Mediationsvertrag vom 12. März 2009 wurde gleichen-
tags unter Leitung des Mediators E._____, F._____ Rechtsanwälte, O.4_____, eine 
Mediation durchgeführt. Eine Einigung wurde nicht erzielt. 

C.b. Mit Schriftsatz vom 17. März 2009 meldete die X._____ die Streitsache zur 
Vermittlung beim Kreispräsidium O.2_____ an. Mangels Streitbeilegung anlässlich 
der Sühneverhandlung vom 20. Mai 2009 wurde der Klägerin am 23. Juli 2009 der 
Leitschein mit folgenden Rechtsbegehren ausgestellt: 

Rechtsbegehren Klägerin:

1. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftbarkeit zu verpflichten, der 
Klägerin CHF 190'047.10 zuzüglich 5 % Zins seit dem 11. November 2008 
zu bezahlen. 

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. 7.6 % MwSt.) zu Las-
ten der Beklagten.

Rechtsbegehren Beklagte:

1. Das Gesuch [recte: die Klage] sei vollumfänglich abzuweisen. 

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. 7.6 % MwSt.) zu Las-
ten der Klägerin.

Widerklagebegehren:

1. Die Klägerin sei zu verpflichten, den Beklagten CHF 350'000.00 zzgl. 5 % 
Zins seit dem 20. Mai 2009 zu bezahlen. 

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. 7.6 % MwSt.) zu Las-
ten der Beklagten. 

D.a. Unter Berücksichtigung der Sommergerichtsferien vom 15. Juli bis 15. August 
2009 prosequierte die X._____ (nachfolgend Klägerin) das Klageverfahren durch 
Einreichung des Leitscheins fristgemäss und im Übrigen auch formgerecht mittels 
Prozesseingabe vom 4. September 2009 an das Bezirksgericht Prättigau/Davos. Sie 
liess folgende Rechtsbegehren stellen:

1. Die Beklagten seien unter solidarischer Haftbarkeit zu verpflichten, der 
Klägerin CHF 196'047.10 zuzüglich 5 % Zins seit dem 11. November 
2008 zu bezahlen. 

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. 7.6 % MwSt.) zu Las-
ten der Beklagten. 

D.b. Zur Klagebegründung (20 Urkunden, 1 Edition, 8 Zeugen, 2 Expertisen) wurde 
im Wesentlichen unter Hinweis auf die Honorarabrechnungen der Klägerin vom 3. 
Oktober 2008 samt dortigen Beilagen ausgeführt, der Klagebetrag setze sich aus 
den 3 Teilforderungen vertragliches Honorar CHF 144'778.00 (a), Nebenkosten 

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CHF 8'324.10 (b) und ausserhalb Architektenvertrag erbrachte Teilleistungen 
CHF 42'945.00 (c) wie folgt zusammen:

Nebst dem Pauschalhonorar von CHF 160'000.00 gemäss Ziffer 2.3 des Architekten-
vertrages habe die Klägerin gemäss Vertragsziffer 14 Anspruch auf ein Zusatzhono-
rar auf den zwei Millionen übersteigenden Teil der Baukostensumme. Die Höhe der 
honorarberechtigten Bausumme gemäss Honorarabrechnung der Klägerin vom 3. 
Oktober 2008 von CHF 2'733'894.00 sei von der Gegenseite nie bestritten worden. 
Unter Berücksichtigung der beklagtenseits bislang geleisteten Abschlagszahlungen 
von total CHF 96'080.00 sei unter dem Titel Architekturhonorar BKP 291 eine Rest-
forderung von CHF 144'778.00 ausstehend.

Gemäss Ziffer 3 des Architektenvertrages sei sodann vereinbart worden, die Reise-
kosten pauschal mit CHF 6'000.00 zu vergüten und die Entschädigung für Plan- und 
Fotokopien sei nach effektivem Aufwand geschuldet. Dementsprechend habe die 
X._____ abrechnungsgemäss Anspruch auf Kostenersatz in der Höhe von 
CHF 8'324.10 (Fahrpauschale CHF 6'000.00; Plan- und Fotokopien CHF 1'736.15). 

Im Umfang von CHF 42'945.00 schliesslich gründe die Forderung auf tatsächlich er-
brachten Architekturleistungen, welche ausserhalb des mit dem Architektenvertrag 
vereinbarten Aufgabenbereichs der Klägerin (Bauausführung) gelegen hätten, von ihr 
aber gleichwohl im Sinne projektnotwendiger Vorleistungen hätten erbracht werden 
müssen, um sich in die Lage zu versetzen, ihren eigenen vertraglichen Aufgaben 
nachkommen zu können. Der eigentliche Architekt und Vertreter der Bauherrschaft, 
B._____, habe die zur Bauausführung unerlässlichen Unterlagen in namhaften Teilen 
nicht beigebracht. Die von ihm zur Verfügung gestellten Baupläne seien nur sehr ru-
dimentär gewesen; Detailpläne hätten nicht existiert. Damit das Bauvorhaben über-
haupt in einem erträglichen Zeitrahmen habe abgewickelt werden können, hätten 
folgende, nicht im Kernauftrag definierte und nach Regietarif B gemäss Beilage 4 
Architektenvertrag zu entschädigenden Leistungen von der Klägerin erbracht werden 
müssen:

▪ Ergänzung Baueingabe: Die Baueingabe habe in mehreren Bereichen 
(Schutzraum, Medienanschlüsse, Personenlift, Auftrag geologisches 
Gutachten, Fassaden- und Grundrissänderungen, Variantenstudie 
Stützmauer und Einfahrt) ergänzt werden müssen. Die Forderung aus 
der Ergänzung der Baueingabe belaufe sich gemäss Schlussabrech-
nung vom 3. Oktober 2008 auf CHF 10'215.00 exkl. MwSt.

▪ Koordination Fachplaner auf Projektebene (Entwicklung Statikkonzept, 
Heizung, Lüftung/Klima, Sanitärinstallation, Elektroinstallationen): 
Gemäss Architektenvertrag sei es Aufgabe von Architekt B._____ ge-
wesen, die Haustechnikkonzepte mit den Fachingenieuren zu erstel-
len. Als eigentlicher Architekt und Vertreter der Bauherrschaft habe 

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dieser jedoch die Koordination der Fachplaner (Statik, Sanitär und Hei-
zung, Elektroinstallationen etc.) nicht oder nur unzureichend wahrge-
nommen. So hätte B._____ gemäss Beilage 2 ein Statikkonzept in 
Phase 1 des Bauprojekts erarbeiten sollen, was dieser jedoch unter-
lassen habe. Das Statikkonzept sei stattdessen durch die Klägerin un-
ter Beizug des Bauingenieurs G._____, O.5_____, erarbeitet worden. 
Im Fachbereich Sanitär, Heizung, Lüftung und Klima habe die Klägerin 
anstelle von Architekt B._____ mit dem Fachplaner H._____, 
O.6_____, diverse Arbeiten wie Grundlagenabklärungen bezüglich 
Wärmeerzeugung und Apparateauswahl koordinieren müssen. Im 
Fachbereich Elektroinstallationen habe die Klägerin anstelle von 
B._____ die Projektierungsarbeiten bezüglich Schwachstrom, Stark-
strom, Installation von Sicherheits- und Blitzschutzanlagen zusammen 
mit dem Elektroplanungsbüro I._____, O.7_____, koordinieren müs-
sen. Die klägerische Forderung aus der geleisteten Koordinationsar-
beit der Fachplaner betrage abrechnungsgemäss CHF 6'465.00, exkl. 
MwSt.

▪ Fehlender Baubeschrieb/Materialisierung als Grundlage von Devisie-
rung/Planung (mehrfache Überarbeitung Baubeschrieb, Erstellung der 
Raumblätter mit Materialisierung): Entgegen seiner vertraglichen Ver-
pflichtung gemäss Beilage 2 des Architektenvertrages habe Architekt 
B._____ den Baubeschrieb nicht erstellt respektive die Materialisierung 
nicht bestimmt. Diese Arbeiten hätten von der Klägerin ausgeführt 
werden müssen. Ihre Honorarforderung für Erstellung von Baube-
schrieb und Materialisierung belaufe sich abrechnungsgemäss auf 
CHF 4'472.00, exkl. MwSt. 

▪ Gestaltung und Detailvorschläge Rohbau: Den Bauplänen von Archi-
tekt B._____ seien weder die notwendigen Gestaltungsdetails für den 
hölzernen Dachaufbau, noch für Metallfassade, noch jene für Metall-
konstruktion und Gestaltung des Liftschachts zu entnehmen gewesen. 
Die Forderung der Klägerin für die Erstellung dieser diversen Gestal-
tungen des Rohbaus würden sich rechnungsgemäss auf 
CHF 8'795.00, exkl. MwSt., belaufen.

▪ Gestaltungsvorschläge Innenausbau: Die Klägerin habe schliesslich 
diverse, den Innenausbau betreffende Gestaltungsvorschläge bezüg-
lich Nasszellen, Schalung Sichtbeton, Gestaltung Dachoberlichter, Ty-
pologie Zimmertüren, Gestaltung Cheminée, Gestaltungskonzept Per-
gola etc. erbringen müssen. Die Forderung dafür betrage abrech-
nungsgemäss CHF 9'965.00, exkl. MwSt.

D.c. Innert mehrfach, mit Zustimmung der Gegenpartei erstreckter Frist und in der 
erforderlichen Form wurde seitens der Beklagten am 19. November 2009 die Pro-
zessantwort mit umfangreichen Beweisanträgen (369 Urkunden, 8 Editionen, 1 Par-
teieinvernahme, 7 Zeugen, 58 Expertisen) eingereicht. Die Beklagten schlossen, un-
ter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin, auf vollumfängliche 
Klageabweisung, soweit die Klage nicht anerkennt werde. Gleichzeitig erhoben sie 
Widerklage mit den Anträgen:

1. Die Klägerin sei zu verpflichten, den Beklagten den Betrag von 
CHF 412'936.00 zu zahlen, unter Vorbehalt der Nachklage;

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2. alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Klägerin.

Die Beklagten bestritten die klägerischen Forderungen sowohl in Bestand als auch 
im Umfang vollumfänglich. Sie vertraten die Auffassung, dass die Klägerin keinen 
Anspruch auf Architektenhonorar mehr habe, da sie ihre vertraglich geschuldeten 
Leistungen – wenn überhaupt – nur sehr mangelhaft erbracht habe. Eventualiter 
machten die Beklagten Verrechnung mit ihren widerklageweise eingeklagten Scha-
denersatzforderungen geltend. Für eine Anpassung des Architektenhonorars auf-
grund einer höheren honorarberechtigten Bausumme sei vereinbart gewesen, dass 
die Bauherrschaft über die Anwendung dieser Bestimmung vorgängig in Kenntnis zu 
setzen sei. Die Klägerin habe dies zu keinem Zeitpunkt getan. Schon aus diesem 
Grund sei die Klägerin nicht berechtigt, eine über das Pauschalhonorar hinausge-
hende Entschädigung zu verlangen. Der Forderungsbetrag für Nebenkosten in der 
Höhe von CHF 8'324.10 werde anerkannt, obwohl vermutungsweise auch dieser Be-
trag überrissen sei. Die Forderung werde indessen mit den eigenen Schadenersatz-
forderungen der Beklagten verrechnet. Die tatsächlichen Behauptungen der Klägerin, 
sie habe Arbeiten ausgeführt (von ihr als Teilleistungen ausserhalb Vertrag bezeich-
net), welche eigentlich von Architekt B._____ hätten ausgeführt werden müssen, und 
der von ihr daraus abgeleitete Honoraranspruch in Höhe von CHF 42'945.00, wiesen 
die Beklagten umfassend zurück. Dem Abschluss des schriftlichen Architektenvertra-
ges seien mehrere Gespräche vorausgegangen, in welchen beschlossen worden sei, 
dass die Klägerin die Arbeit dort aufnehmen solle, wo Architekt B._____ sie beendet 
habe. Die Klägerin habe somit das Projekt sowie den Projektstand bestens gekannt 
und genau gewusst, welche Arbeiten noch zu verrichten gewesen seien. Schon aus 
diesem Grund sei eine Rechnungsstellung ausserhalb des Vertrages ungerechtfer-
tigt. Die Klägerin habe sodann nicht für Architekt B._____ einspringen müssen; das 
Gegenteil sei der Fall gewesen. Insbesondere habe Architekt B._____ einen erhebli-
chen Teil der faktisch inexistenten klägerischen Bauleitung übernehmen müssen. Zu 
bestreiten sei sodann, dass B._____, als eigentlicher Architekt und Vertreter der 
Bauherrschaft, die zur Bauausführung notwendigen Unterlagen nicht beigebracht 
habe und dass die von ihm zur Verfügung gestellten Baupläne nur sehr rudimentär 
gewesen seien und Detailpläne überhaupt nicht existiert hätten. Es sei denn auch 
bezeichnend, dass diese Behauptungen in keiner Weise substantiiert würden. Es 
gehe nicht an, als Substantiierung lediglich den Beweis einer Expertise anzubieten. 
Die Klägerin mache nicht namhaft, welche Baupläne oder Detailpläne nicht geliefert 
worden seien und auch nicht, dass sie das Fehlen von Plänen abgemahnt habe. In 
keinem Zeitpunkt während des Vertragsverhältnisses hätten die Beklagten von der 
Klägerin gehört, die Leistungen von Architekt B._____ seien ungenügend. In Bezug 
auf alle 5 geltend gemachten Positionen (1. Ergänzung Baueingabe; 2. Koordination 

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Fachplaner und Projektebene; 3. fehlender Baubeschrieb/Materialisierung als Grund-
lage von Devisierung/Planung; 4. Gestaltung und Detailvorschläge Rohbau; 5. Ge-
staltungsvorschläge Innenausbau) sei der tatsächlich betriebene Aufwand sowohl im 
Grundsatz als auch im Ausmass als unsubstantiiert zu bestreiten. Es sei in keinem 
dieser Fälle eine Abmahnung der Klägerin erfolgt. Vereinbarungen mit der Bauherr-
schaft betreffend derartige Zusatzleistungen seien ebenfalls nicht getroffen worden.

In der 150 Seiten umfassenden Begründung der Widerklage werden insgesamt 160 
Positionen abgehandelt, in denen die Klägerin den Beklagten einen zu ersetzenden 
Gesamtschaden von CHF 412'936.00 zugefügt haben soll.

D.d. Innert mehrfach, mit Zustimmung der Gegenpartei, erstreckter Frist erstattete 
die Klägerin die Klagereplik und Widerklageantwort mit unverändertem Klagebegeh-
ren gemäss Prozesseingabe und dem Antrag auf Abweisung der Widerklage, unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge inkl. 7.6 % MwSt. zu Lasten der Beklagten und 
Widerkläger. Sie legte 284 neue Urkunden ein, verlangte 1 Edition und offerierte, 
nebst den in der Prozesseingabe aufgerufenen 8 Zeugen, 8 neue Zeugen. 

D.e. Im zweiten Schriftenwechsel hielten die Beklagten mit Klageduplik und Wider-
klagereplik vom 7. Juni 2010 und die Klägerin mit Widerklageduplik vom 30. August 
2010 unverändert an ihren Rechtsbegehren und im Wesentlichen auch an ihren 
Sachverhaltsdarstellungen fest. 

D.f. Am 11. Oktober 2010 legten die Beklagten eine weitere Rechtsschrift ein 
(Stellungnahme zur Widerklage der Klägerin vom 30. August 2010). 

E.a. Gemäss unangefochten gebliebener Beweisverfügung vom 14. April 2011 
wurden:

▪ sämtliche von den Parteien eingelegten Urkunden (Klägerin: act. III.1-
367; Beklagte: act. IV.I.1-369, IV.II.1-226) für erheblich erklärt;

▪ 2 Editionen aus Händen der Beklagten angeordnet;

▪ die Einvernahmen von 15 Zeugen angeordnet (Architekt B._____, 13 
Handwerker beziehungsweise Mitarbeiter von Unternehmerfirmen: 
G._____, H._____, I._____, J._____, K._____, L._____, M._____, 
N._____, O._____, P._____, Q._____, R._____; 1 Mitglied der Bau-
behörde O.1_____: S._____);

▪ die Frage, ob auch die klägerseits zum Zeugnis aufgerufenen D._____ 
(Bauleiter der Klägerin) und/oder C._____ (Geschäftsführer der Kläge-
rin) einzuvernehmen sind, blieb dem Entscheid nach Vorliegen des Er-
gebnisses der ersten Zeugeneinvernahmen vorbehalten;

▪ die freie richterliche Befragung der Parteien an der Hauptverhandlung 
vorbehalten;

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▪ die Beweisaussage der Beklagten Y._____ an der Hauptverhandlung 
vorbehalten; und

▪ die allfällige Anordnung von Expertisen späterer Entscheidung vorbe-
halten.

E.b. Gleichzeitig mit der Beweisverfügung wurde bei beiden Parteien, unter Vorbe-
halt der Nachforderung im Falle der Anordnung von Expertisen, je ein Gerichtskos-
tenvorschuss von CHF 25'000.00 angeordnet. Beide Vorschüsse wurden geleistet 
(vgl. dazu angefochtener Entscheid E. 1.2 S. 34).

E.c. Die angeordneten Editionen wurden beklagtenseits am 1. Juni 2011 eingelie-
fert (act. VI.1-3). Nach Durchführung der angeordneten 15 Zeugeneinvernahmen 
stellte die Klägerin den Beweisantrag, die von ihr nominierten Zeugen D._____ und 
C._____ einzuvernehmen. Dem wurde insoweit stattgegeben, als zunächst D._____, 
Bauleiter des umstrittenen Bauprojekts, einvernommen wurde. Mit Schreiben vom 5. 
Juni 2012 gelangte die Klägerin an das Bezirksgericht Prättigau/Davos und beantrag-
te erneut die Einvernahme von C._____ als Zeugen. Nach Vorliegen von D._____s 
Aussage wurde indessen auf die Zeugeneinvernahme von C._____ mit unangefoch-
ten gebliebener prozessleitender Verfügung vom 14. September 2012 verzichtet, un-
ter Hinweis auf die Möglichkeit, den Beweisantrag an der Hauptverhandlung erneut 
zu stellen. Expertisen wurden keine angeordnet. 

F. Auf Veranlassung der Klägerin wurde der Leitschein mit prozessleitender Ver-
fügung vom 24. August 2011 zur Verbesserung an das Kreispräsidium O.2_____ 
zurückgewiesen. Am 29. August 2011 ging von der Vermittlerin ein korrigierter Leit-
schein ein, welcher im klägerischen Rechtsbegehren einen Forderungsbetrag von 
CHF 196'047.10 (anstatt CHF 190'047.10) aufweist. 

G.a. Im Verlauf der Beweisabnahmen wurde auf Veranlassung der Beklagten eva-
luiert, ob angesichts des erklecklichen Umfangs von Sachverhalt, Akten und Rechts-
schriften nicht ausserordentlicherweise auf die Durchführung der mündlichen Haupt-
verhandlung verzichtet und stattdessen für die Würdigung des Beweisergebnisses 
ein schriftliches Verfahren durchgeführt werden könnte. Die Klägerin stellte sich ge-
gen einen Verzicht, dies unter anderem auch deshalb, weil der erhebliche Aktenum-
fang nicht durch sie, sondern durch die Widerklage der Gegenseite entstanden sei. 
Daraufhin wurde die Durchführung der Hauptverhandlung angeordnet. Die mündliche 
Hauptverhandlung, zu welcher mit prozessleitender Verfügung vom 14. September 
2012 vorgeladen wurde, fand am 9. November 2012 in Klosters statt. Die von den 
Rechtsvertretern vor Schranken gehaltenen Eingangsplädoyers konnten in ihren 
schriftlichen Ausfertigungen zu den Akten genommen werden. 

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G.b. Für die Klägerin stellte Rechtsanwältin lic. iur. Rita Marugg die unveränderten 
Rechtsbegehren zu Klage und Widerklage gemäss dem korrigierten Leitschein und 
der Widerklageantwort. Zur Begründung verwies sie vorab auf die Rechtsschriften. 

G.b.aa. In Bezug auf die Bereinigung des Beweisverfahrens wiederholte die Klägerin 
den Antrag auf Einvernahme des offerierten Zeugen C._____, ebenso den Antrag 
auf Einholung der mit der Klage verlangten Expertisen. Der Antrag der Gegenseite 
auf Einvernahme/Beweisaussage von Y._____ sei dagegen abzuweisen. 

G.b.bb. Im Zusammenhang mit den sehr umfangreichen Rechtsschriften der Beklag-
ten sei festzuhalten, dass es vorliegend nicht darum gehe, dass das Bauprojekt ir-
gendwelche Baumängel aufweise. Das sehr aufwändig und mit einem absolut luxu-
riösen Ausbaustandard realisierte Wohnhaus der Beklagten zu eigentlichen Gebäu-
dekosten von rund CHF 3'000'000.00 existiere denn auch mängelfrei. Die Beklagten 
würden eine Streichung oder Kürzung des Honorars ausschliesslich gestützt auf an-
gebliche Verletzungen der Architektenpflichten im Bereich Bauführung und Baukon-
trolle verlangen. 

G.b.cc. Zum Honorar von CHF 42'945.00 für nicht im schriftlichen Architektenvertrag 
vereinbarte aber erbrachte Leistungen der Klägerin zeige das Beweisergebnis ein-
deutig, dass Architekt B._____ zahlreiche, gemäss Projektorganisation unbestreitbar 
seinem Aufgabenbereich zuzuordnende Leistungen nicht oder nicht richtig erbracht 
habe. Damit das Bauvorhaben habe vollendet werden können, habe die Klägerin die 
Aufgaben von B._____ übernehmen müssen, dies im ausdrücklichen Auftrag der Be-
klagten. Die in Rechnung gestellten Leistungen seien von der Klägerin effektiv er-
bracht worden. Zu Gunsten der Bauherrschaft seien sie zu einem Stundenansatz 
verrechnet worden, der sogar unter den üblichen Tarifen gemäss der SIA Norm 102 
liege. Aus all dem werde klar, dass Architekt B._____ seinen Aufgabenbereich nicht 
genügend habe erfüllen können oder wollen. Die Klägerin habe auch diese Aufgaben 
übernehmen müssen, obwohl ursprünglich nicht zu ihrem Aufgabenbereich 
gehörend. Die Beklagten hätten dies gewusst und seien ausdrücklich damit einver-
standen gewesen, dass die Klägerin zusätzlich auch diese Aufgaben erledigen sollte. 
Diesbezüglich habe der Zeuge D._____ sogar zu Protokoll gegeben, dass die Bau-
herrschaft bei einigen Sitzungen, welche in diesem Bereich mit den Fachplanern ab-
gehalten worden seien, persönlich anwesend gewesen sei. Demgegenüber sei die 
Zeugenaussage von Architekt B._____ praktisch unverwertbar. Obwohl von den Be-
klagten als Hauptzeuge nominiert, sei von deren Seite zur zeit- und kostenaufwändi-
gen Einvernahme von B._____ in Deutschland niemand erschienen. Der Grund sei 
an der Einvernahme klar geworden. Die Aussagen von Architekt B._____ seien kom-
plett unbrauchbar. Er habe im Zeugenstand bestätigt, dass er mit Y._____ vor der 

12 / 58

Einvernahme den Zeugenfragenkatalog im Detail durchgesprochen habe und sogar 
an der Verfassung der Rechtsschriften der Beklagten massgebend beteiligt gewesen 
sei. Hinzu komme, dass ca. 80 % der vom Zeugen teilweise selbst vorformulierten 
Fragen sich nicht auf Tatsächliches aus eigener Wahrnehmung bezogen hätten, 
sondern ihrem Gehalt nach unzulässige Gutachterfragen darstellten.

In rechtlicher Hinsicht sei Auftragsrecht anzuwenden. Auch bezüglich der Leistungen, 
die zusätzlich zum schriftlichen Architektenvertrag erbracht worden seien, sei ein 
Auftragsverhältnis zwischen der Klägerin und den Beklagten gegeben, nachdem die 
Beklagten stets damit einverstanden gewesen seien, dass die Klägerin auch die zu-
sätzlichen Aufgaben erledigte. Dass die beruflich qualifizierte Klägerin auch voll zu 
entschädigen sei, verstehe sich von selbst. 

G.c. Für die Beklagten stellte und begründete Rechtsanwalt Dr. Thomas Spoerri 
die unveränderten Rechtsbegehren gemäss Klageantwort und Widerklage.

G.c.aa. In Bezug auf die Bereinigung des Beweisverfahrens beantragten die Beklag-
ten die Abnahme sämtlicher in den Rechtsschriften offerierten und noch nicht abge-
nommenen Beweise, insbesondere hielten sie daran fest, dass Y._____ zur Partei-
einvernahme/Parteibefragung zuzulassen sei.

G.c.bb. Die Beklagten bestritten die Forderung für Nebenkosten im Betrag von 
CHF 8'324.10 nicht. Sie machten jedoch Verrechnung mit ihrer Schadenersatzforde-
rung geltend. 

G.c.cc. Hinsichtlich des eingeklagten Resthonorars wurde namentlich geltend ge-
macht, die Klägerin widerspreche sich schon in der Klageschrift, wenn sie einerseits 
behaupte, beim Bauvorhaben der Beklagten sei lediglich eine Kostenüberschreitung 
von CHF 30'000.00 entstanden und andererseits ein Zusatzhonorar von 
CHF 144'778.00 wegen Erhöhung der honorarberechtigten Bausumme von 
CHF 2'000'000.00 auf CHF 2'733'894.00 fordere. Unbestritten sei, dass das Bauvor-
haben tatsächlich teurer geworden sei, als von der Klägerin ursprünglich in deren 
Kostenprognose angegeben. Diese Mehrkosten seien aber gerade auf fehlende Bau-
leitung, fehlende Kostenkontrolle und sonstige Fehlleistungen der Klägerin zurückzu-
führen. Diese Fehlleistungen hätten für die Beklagten vertragswidrig verursachte Zu-
satzkosten bei den Unternehmern zur Folge gehabt. Es verstehe sich von selbst, 
dass für eine derartige Erhöhung der Baukosten kein höheres Honorar verlangt wer-
den könne. Für eine Schlechterfüllung des Architektenvertrags sei kein oder jeden-
falls nicht das ganze Honorar geschuldet. Die Klägerin habe darüber hinaus ihre auf-
tragsrechtliche Pflicht, die Bauherren über die Kosten ihres Bauvorhabens rechtzeitig 

13 / 58

und umfassend zu informieren, verletzt. Im Rahmen der Kostenüberwachung sei fort-
laufend zu prüfen, ob die tatsächlichen Baukosten den Kostenvoranschlag über-
schritten. Erstmals am 22. Juni 2007, ein Jahr nach Baubeginn, habe die Klägerin 
den Beklagten eine erste provisorische Kostenzusammenstellung geschickt, aus der 
ersichtlich geworden sei, dass die ursprünglich prognostizierten Baukosten massiv 
überschritten würden. Das rechtzeitige Aufstellen einer Gesamtkostenübersicht, falls 
auf die Erstellung eines Kostenvoranschlages verzichtet worden sei (SIA-Ordnung 
102, Ziff. 4.41), gehöre zu den Grundleistungen des bauleitenden Architekten. 
Gemäss SIA-Ordnung 102, welche vertragliche Grundlage zwischen den Parteien 
sei, müsse der bauleitende Architekt eine revidierte Kostenermittlung aufgrund der 
Angebote der Unternehmer und einen Vergleich mit dem Kostenvoranschlag machen 
(Ziffer 4.4, Ausschreibung; 4.41, Ausschreibung, Offertvergleich, Vergabeantrag) – 
dies selbstverständlich vor Beginn der Bauarbeiten. Später mache dies keinen Sinn 
mehr, weil dann bereits Kosten angefallen seien und nicht mehr umdisponiert werden 
könne. Durch diese fehlende Kostenaufklärung sei den Beklagten ein massiver Ver-
trauensschaden entstanden. Hätte die Klägerin die Beklagten rechtzeitig über die 
wahren Kosten ihres Bauvorhabens informiert, hätten die Beklagten vieles einfacher 
und kostengünstiger geplant und bauen lassen, als sie es ohne die wahren Angaben 
über die Kosten ihres Bauvorhabens taten. Weitere Vertragsverletzungen der Kläge-
rin bestünden in der Schlechterfüllung ihrer auftragsrechtlichen Pflichten in den Be-
reichen Ausschreibung, Vergaben, Abfassung der Werkverträge und Bauleitung. So 
seien zum Beispiel bei den Ausschreibungen oft Arbeiten vergessen gegangen. Da-
durch sei das Einholen von in aller Regel teureren Nachtragsofferten erforderlich ge-
wesen. Oft hätten für die vergessenen Leistungen auch Regiearbeiten erbracht wer-
den müssen, wodurch das Bauvorhaben massiv teurer geworden sei. Ausschreibun-
gen und Vergaben seien oft viel zu spät gemacht worden, wodurch vermeidbarer 
Zeitdruck entstanden sei. Ein prominentes Beispiel hierzu sei die um Monate ver-
spätete Bestellung der Schieferplatten für die Bodenbeläge. Im Rahmen der Baulei-
tung habe es die Klägerin schliesslich oft verpasst, den Unternehmern rechtzeitig die 
erforderlichen Weisungen zu erteilen. Dies habe immer wieder dazu geführt, dass 
Arbeiten auf der Baustelle unkoordiniert abgelaufen seien oder bereits ausgeführte 
Arbeiten provisorisch wieder hätten rückgängig gemacht werden müssen, weil etwas 
vergessen gegangen sei. Auch sei es zu vielen Fehlleistungen von Unternehmern 
gekommen, die ihre Ursache in einer ungenügenden Baustellenpräsenz der Baulei-
tung gehabt hätten, mit der Folge, dass es zu sehr vielen Nachbesserungsarbeiten 
gekommen sei. 

G.c.dd. Hinsichtlich des eingeklagten Honorars von CHF 42'945.00 für Teilleistungen 
ausserhalb Vertrag wurde beklagtenseits teilweise bestritten, dass die fraglichen 

14 / 58

Leistungen tatsächlich erbracht worden seien und durchwegs, dass es sich um Leis-
tungen "ausserhalb des Vertrages" handle. Soweit tatsächlich erbracht, seien diese 
Leistungen im vertraglich vereinbarten Leistungsumfang enthalten und mit dem ver-
einbarten Pauschalpreis abgegolten gewesen. Die Klägerin habe daher keinen An-
spruch auf eine zusätzliche Vergütung. Sie habe während der Planung und der Aus-
führung des Bauvorhabens kein einziges Mal geltend gemacht, sie müsse Leistun-
gen "ausserhalb des Vertrages" erbringen, für welche sie Anspruch auf ein zusätzli-
ches Honorar habe. Vielmehr habe sie dies nach Abschluss des Projekts frei erfun-
den, um ihre Forderungen gegen die Beklagten aufzublähen und von den Beklagten 
möglichst viel Geld zu erlangen. Die Klägerin hätte diese erfundenen Zusatzleistun-
gen denn auch nicht in Rechnung gestellt, wenn es nicht zum Prozess gekommen 
wäre. Die Klägerin habe im Übrigen auch deshalb keine derartigen Honoraran-
sprüche, weil Art. 3.3.4 der SIA-Ordnung 102 vorschreibe, dass die Ausführung von 
besonders zu vereinbarenden Leistungen vorgängig gemeinsam festzulegen sei und 
es hier an einer solchen gemeinsamen vorgängigen Festlegung fehle. Die Klägerin 
lege denn auch keinerlei Dokumente ins Recht, wonach sie die Beklagten während 
der Planungs- und Ausführungsphase auf die Mehrleistungen und die Mehrkosten 
aufmerksam gemacht habe. Die Sorgfalts- und Treuepflicht des Architekten, wie 
auch seine Kostenaufklärungspflicht hätten es aber in jedem Falle geboten, dass die 
Bauherrschaft über Mehrkosten in derart erheblichem Ausmass rechtzeitig und um-
fassend bereits während der Abwicklung des Bauvorhabens aufzuklären gewesen 
wäre. 

Ein Honoraranspruch für angeblich ausservertraglich erbrachte Leistungen müsse 
auch daran scheitern, dass die Klägerin bei Eintritt in das Projekt den Stand der Vor-
arbeiten vollumfänglich und damit die von ihr zu erbringenden Leistungen genau ge-
kannt habe. Auf die Behauptung, sie habe erst an der Kick-Off-Sitzung im Februar 
2006 erfahren, welche Unterlagen, Pläne etc. angeblich noch fehlten, komme es 
nicht an, da der schriftliche Architektenvertrag erst am 26. April 2006 abgeschlossen 
worden sei. Die Baubewilligung datiere vom 6. Februar 2006, sodass beim Abschluss 
des Architektenvertrages bekannt gewesen sei, unter welchen Auflagen die Baube-
willigung erteilt worden sei und welche Bewilligungen (Schutzraumbewilligung, Bewil-
ligung Personenaufzug, Kanalisationsbewilligung, Hauszufahrt) noch ausstehend 
gewesen seien. Es sei im Übrigen völlig normal, dass im Zeitpunkt der Erteilung einer 
Baubewilligung noch nicht jedes Detail des Bauprojekts festgelegt sei. Für Neben-
punkte, die für die grundsätzliche Bewilligungsfähigkeit eines Bauvorhabens nicht 
massgeblich seien, könne die Bewilligung mit einer Auflage versehen werden. So 
müsse beispielsweise das Kanalisationsprojekt im Zeitpunkt der Erteilung der Bau-
bewilligung noch nicht vorliegen. Die Klägerin habe indessen die Baubewilligung ge-

15 / 58

kannt und somit gewusst, dass das Kanalisationsprojekt noch zu erarbeiten gewesen 
sei. 

H. Mit Urteil vom 9./12./13. November 2012, mitgeteilt am 30. Juli 2013, erkannte 
das Bezirksgericht Prättigau/Davos wie folgt:

1. Die Klage der X._____ wird teilweise gutgeheissen. Die Beklagten 
Y._____ und Z._____ sind solidarisch verpflichtet, der X._____ CHF 
74'704.45, nebst Zins zu 5 % seit dem 11. November 2008, zu bezahlen.

2. Die Widerklage wird, soweit darauf einzutreten ist, abgewiesen.

3. Die Kosten des Sühneverfahrens vor der Kreispräsidentin O.2_____ in 
Höhe von CHF 200.00 sowie die Kosten des Bezirksgerichts Prätti-
gau/Davos, bestehend aus:

- der Gerichtsgebühr von CHF 20'000.00

- dem Streitwertzuschlag von CHF 12'000.00

- den Schreibgebühren von CHF 4'912.00

- den Barauslagen von CHF 1'105.90

total CHF 38'017.90

gehen zu 1/5 zu Lasten der X._____ (= CHF 7'603.60) und zu 4/5 (= CHF 
30'414.30) unter solidarischer Haftbarkeit zu Lasten von Y._____ und 
Z._____. Sie werden mit dem von ihnen geleisteten Kostenvorschuss ver-
rechnet. Y._____ und Z._____ werden unter solidarischer Haftbarkeit ver-
pflichtet, dem Bezirksgericht Prättigau/Davos den Restbetrag von 
5'414.30 innert 30 Tagen seit Rechtskraft dieses Urteils zu bezahlen 
(CHF 30'414.30 ./. CHF 25'000).

4. Y._____ und Z._____ sind solidarisch verpflichtet, der X._____ eine Pro-
zessentschädigung von CHF 66'485.00 (inkl. Spesen und MwSt) zu be-
zahlen. 

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Rechtsmittelbelehrung Kostenentscheid).

7. (Mitteilung).

I. Gegen dieses Urteil erklärte die X._____ (nachfolgend Berufungsklägerin) mit 
Eingabe vom 16. September 2013 Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden 
(nachfolgend Kantonsgericht). Sie erhebt folgende Rechtsbegehren:

1. Die Ziffern 1., 3. und 4. des angefochtenen Urteils seien aufzuheben. 

2. Die Klage der X._____ sei gutzuheissen und die Beklagten Y._____ und 
Z._____ seien unter solidarischer Haftbarkeit zu verpflichten, der Klägerin 
CHF 190'547.10 zuzüglich 5% Zins seit dem 11. November 2008 zu be-
zahlen.

3. Die Kosten des Sühneverfahrens vor der Kreispräsidentin O.2_____ so-
wie die Kosten des Bezirksgerichts Prättigau/Davos seien vollumfänglich 
den Beklagten Y._____ und Z._____ aufzuerlegen. 

16 / 58

4. Die Beklagten Y._____ und Z._____ seien zu verpflichten, die Klägerin 
fürs erstinstanzliche Verfahren vor dem Bezirksgericht Prättigau/Davos 
mit CHF 110'809.10 zu entschädigen.

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. 8% MwSt) fürs Berufungs-
verfahren zu Lasten der Beklagten.

6. Formeller Antrag

C._____ sei als Zeuge einzuvernehmen.

J. Y._____ und Z._____ (nachfolgend Berufungsbeklagte) beantragen in ihrer 
Berufungsantwort vom 25. Oktober 2013 die vollumfängliche Abweisung der Beru-
fung unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Berufungsklägerin. Mit 
Y._____ sei eine Parteibefragung durchzuführen. 

K. Mit Schreiben vom 30. Oktober 2013 informierte der Vorsitzende der II. Zivil-
kammer des Kantonsgerichts, dass weder ein weiterer Schriftenwechsel noch eine 
mündliche Verhandlung vorgesehen seien.

L. Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf die Erwä-
gungen im angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen. 

II. Erwägungen

1. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 9./12./13. 
November 2012 wurde den Parteien am 30. Juli 2013 mitgeteilt und somit nach In-
krafttreten der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) am 1. Januar 
2011 eröffnet. Im Gegensatz zum vorinstanzlichen Verfahren, welches noch nach der 
alten Bündnerischen Zivilprozessordnung (GR-ZPO; BR 320.000) durchgeführt wur-
de (vgl. angefochtenes Urteil E. 1), findet auf das vorliegende Rechtsmittelverfahren 
demnach die Schweizerische Zivilprozessordnung Anwendung (vgl. Art. 405 Abs. 1 
ZPO). 

2.1. Gemäss Art. 308 Abs. 1 ZPO sind mit der Berufung erstinstanzliche End- und 
Zwischenentscheide sowie erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnah-
men anfechtbar. Die Berufung ist unter Beilage des angefochtenen Entscheids innert 
30 Tagen seit der Zustellung desselben beim Kantonsgericht von Graubünden 
schriftlich und begründet einzureichen (vgl. Art. 311 ZPO und Art. 7 Abs. 1 des kan-
tonalen Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [EGzZPO; 
BR 320.100]). Innerhalb des Kantonsgerichts liegt die Zuständigkeit für zivilrechtliche 
Berufungen auf dem Rechtsgebiet des Obligationenrechts bei der II. Zivilkammer 

17 / 58

(vgl. Art. 7 der Verordnung über die Organisation des Kantonsgerichts [KGV; BR 
173.100]). 

2.2. Mit dem angefochtenen Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos liegt ein 
Endentscheid vor, wurde damit doch das vorinstanzliche Verfahren durch Sachent-
scheid beendet (vgl. Art. 236 Abs. 1 ZPO; Peter Reetz/Stefanie Theiler, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilpro-
zessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 14 zu Art. 308 ZPO [zit. Kommentar zur 
ZPO]). In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist eine Berufung nur zulässig, 
wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 
10’000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Massgebend ist dabei nicht der Streitwert, 
welcher sich anhand der Berufungsanträge der Parteien und dem vorinstanzlichen 
Entscheid errechnet. Abzustellen ist vielmehr auf den Betrag, welcher nach den Be-
gehren der Parteien bei Erlass des erstinstanzlichen Urteils noch streitig war (vgl. 
Karl Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizeri-
sche Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 9 zu Art. 308 ZPO; Peter 
Reetz/Stefanie Theiler, Kommentar zur ZPO, a.a.O., N 39 f. zu Art. 308 ZPO). Der 
Streitwert bemisst sich somit nach dem, was der Kläger fordert und der Beklagte zu 
erbringen sich weigert oder trotz Anerkennung seiner Schuldpflicht nicht leistet (vgl. 
Matthias Stein-Wigger, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommen-
tar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 14 zu 
Art. 91 ZPO). Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens ist mangels (An-
schluss-)Berufung der Berufungsbeklagten nur die Klage der Berufungsklägerin, 
nicht aber die Widerklage der Berufungsbeklagten. Die Berufungsklägerin beantragte 
vor der Vorinstanz, die Berufungsbeklagten seien unter solidarischer Haftbarkeit zur 
Zahlung von CHF 196'047.10 zuzüglich 5 % Zins seit dem 11. November 2008 zu 
verpflichten, während die Berufungsbeklagten die Abweisung der Klage beantragten. 
Der Streitwert der vor Vorinstanz aufrechterhaltenen Rechtsbegehren beträgt damit 
CHF 196'047.10. Die für die Berufung erforderliche Streitwertgrenze von 
CHF 10'000.00 ist daher zweifelsohne erreicht. Was den gemäss Art. 112 Abs. 1 lit. d 
BGG in der Rechtsmittelbelehrung anzugebenden Streitwert des Berufungsverfah-
rens anbelangt, bleibt schliesslich festzustellen, dass sich die Differenz zwischen der 
erstinstanzlich zugesprochenen und der von der Berufungsklägerin zuletzt beantrag-
ten Honorarforderung auf CHF 115'842.65 (CHF 190'547.10 – CHF 74'704.45), 
beläuft. Damit ist auch der für die Beschwerde in Zivilsachen erforderliche Streitwert 
von CHF 30‘000.00 ohne Weiteres gegeben.

Weiter wurde das angefochtene Urteil vom 9./12./13. November 2012 den Parteien 
am 30. Juli 2013 mitgeteilt. In Berücksichtigung des Fristenstillstandes vom 15. Juli 

18 / 58

bis und mit dem 15. August 2013 (Art. 145 Abs. 1 lit. b ZPO) erfolgte die Berufung 
vom 16. September 2013 rechtzeitig. 

Nach Gesagtem ist auf die Berufung einzutreten.

3. Mit der Berufung als vollkommenes Rechtsmittel kann gemäss Art. 310 ZPO 
die unrichtige Rechtsanwendung (lit. a), die unrichtige Feststellung des Sachverhal-
tes (lit. b) und – über den Wortlaut hinaus – die Unangemessenheit geltend gemacht 
werden. Das Berufungsgericht kann die gerügten Mängel des vorinstanzlichen Ent-
scheids frei und unbeschränkt überprüfen (vgl. Peter Reetz/StefanieTheiler, Kom-
mentar zur ZPO, a.a.O., N. 5 ff. zu Art. 310 ZPO). Die Berufungsklägerin hat sich mit 
der Begründung des angefochtenen Entscheids im Einzelnen auseinanderzusetzen. 
Ein Verweis auf die Vorakten genügt ebenso wenig wie eine pauschale Kritik am an-
gefochtenen Entscheid. Es ist konkret aufzuzeigen, inwiefern dieser als fehlerhaft 
erachtet wird. Die Berufungsklägerin trifft eine Begründungslast. Es ist in der Beru-
fungsschrift vorzutragen, aus welchen Gründen der angefochtene Entscheid unrichtig 
sei und warum er geändert werden müsse. Ist die Begründung zwar nicht gerade 
ungenügend, aber in der Substanz mangelhaft, lässt dies zwar das Eintreten auf sie 
unberührt, kann sich aber in der materiellen Beurteilung zum Nachteil der Berufungs-
klägerin auswirken. Liegt gar keine Begründung vor, oder wird nur auf die vorinstanz-
lichen Vorbringen und Akten verwiesen, ist auf die Berufung nicht einzutreten (Peter 
Reetz/Stefanie Theiler, Kommentar zur ZPO, a.a.O., N 36 zu Art. 311 ZPO mit zahl-
reichen Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung, insbesondere auf 
BGE 138 III 374 E. 4.3.1. und das Urteil des Bundesgerichts 5A_438/2012 vom 27. 
August 2012 E. 2.2; Karl Spühler, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Schweizeri-
sche Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 15 ff. zu Art. 311 [zit. Basler Kom-
mentar zur ZPO]).

4. Die Berufungsklägerin wurde von den Berufungsbeklagten mit der Erstellung 
ihres Einfamilienhauses in O.1_____ beauftragt. Die Berufungsklägerin sollte dabei 
lediglich die Ausführung übernehmen, während die Planung des Hauses durch einen 
zweiten Architekten, B._____, erfolgen sollte. In der Folge entbrannte zwischen der 
Berufungsklägerin und der Berufungsbeklagten ein Streit. Die Berufungsklägerin 
macht gegenüber den Berufungsbeklagten ausstehende Honorarforderungen gel-
tend, während die Berufungsbeklagten von der Berufungsklägerin vor der Vorinstanz 
die Abweisung der Klage und widerklageweise die Bezahlung zahlreicher erlittener 
Schäden fordern. 

Die Vorinstanz erwog, dass auf die Forderung der Berufungsklägerin integral Auf-
tragsrecht anzuwenden sei. Beim einfachen Auftrag sei gemäss Art. 394 Abs. 3 OR 

19 / 58

eine Vergütung zu leisten, wenn sie verabredet oder üblich sei. Überdies sei der Auf-
traggeber schuldig, dem Beauftragten die Auslagen und Verwendungen, die dieser in 
richtiger Ausführung des Auftrages gemacht habe, samt Zinsen zu ersetzen. Die Ab-
reden über Vergütung und Auslagenersatz würden vorliegend in Ziffer 2.3 (pauscha-
les Festhonorar von CHF 160'000.00 bis max. CHF 2'000'000.00 Baukosten), Ziffer 
14 (bei überschiessenden, honorarberechtigten Baukosten Zusatzhonorar in Höhe 
des Überschusses x 14.5 % x 61.5 %) und Ziffer 3 (Reisekosten pauschal CHF 
6'000.00; Kosten für Plankopien/Fotokopien/Datenträger nach Aufwand, schät-
zungsweise CHF 7'000.00) des Vertrages für Architekturleistungen vom 26. April 
2006 geregelt. Das von der Klägerin beanspruchte Vertragshonorar würde sich in 
zwei Teilansprüche mit unterschiedlichen Anspruchsvoraussetzungen gliedern: Zu-
satzhonorar gemäss Ziffer 14 und Pauschalhonorar gemäss Ziffer 2.3. des Vertra-
ges. Die Klägerin verlange des Weitern eine Vergütung für eine ganze Reihe von ihr 
ausserhalb des schriftlichen Architektenvertrages erbrachte Leistungen, die sie ob-
jektiv notwendigerweise und anstelle von Architekt B._____ vorgängig habe erbrin-
gen müssen, damit sie ihre eigenen vertraglich geschuldeten Leistungen habe er-
bringen können. Die Vorinstanz hiess schliesslich in ihrem Urteil vom 9./12./13. No-
vember 2012 die Klage der Klägerin teilweise gut und verpflichtete die Beklagten in 
Dispositivziffer 1 solidarisch, der Klägerin CHF 74'704.45 (Rest Pauschalhonorar von 
CHF 71'880.35, zuzüglich Nebenkosten von CHF 8'324.10, abzüglich einer zuge-
standenen Monatsmiete von CHF 5'500.00 für Bauverzögerungen, jeweils mit 
MwSt.), nebst Zins zu 5% seit dem 11. November 2008, zu bezahlen. 

Zunächst gilt es den Gegenstand des Berufungsverfahrens zu bestimmen.

4.1. Die Berufungsklägerin beantragt unter anderem die Aufhebung von Ziffer 1 
des vorinstanzlichen Urteils. Die Berufungsbeklagten seien unter solidarischer Haft-
barkeit zu verpflichten, der Berufungsklägerin CHF 190'547.10 zuzüglich Zins seit 
dem 11. November 2008 zu bezahlen. Dieser Betrag setze sich zusammen aus der 
Restforderung betreffend Honorar aus Architektenvertrag in der Höhe von CHF 
139'278.00, der Forderung in der Höhe von CHF 8'324.10 für Nebenkosten und der 
Forderung in der Höhe von CHF 42'945.00 für die strittigen Leistungen der Beru-
fungsklägerin ausserhalb des ursprünglich schriftlich abgeschlossenen Architekten-
vertrages. C._____ sei als Zeuge einzuvernehmen.

Mit Berufung an das Kantonsgericht verlangt die Berufungsklägerin (nebst dem Zu-
spruch der Forderungen, welche bereits vor Vorinstanz gutgeheissen wurden) dem-
nach vor Kantonsgericht (i) ein Honorar für Leistungen, welche ausserhalb des Archi-
tektenvertrages erbracht wurden, sowie (ii) ein Zusatzhonorar wegen Überschreitung 
des Kostenrahmens von CHF 2'000'000.00.

20 / 58

4.2.1. In der Berufungsantwort beantragen die Berufungsbeklagten die Abweisung 
der Berufung sowie die Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheides. In formeller 
Hinsicht beantragen sie, es sei mit Y._____ eine Parteibefragung durchzuführen. In 
der Berufungsantwort rügen die Berufungsbeklagten, dass die Vorinstanz (1.) ihren 
Anspruch auf rechtliches Gehör und auf Beweisabnahme verletzt (Berufungsantwort 
Rz. 41 ff.), (2.) ihren Anspruch auf Herabsetzung des Architektenhonorars wegen 
Schlechterfüllung willkürlich nicht beurteilt (Berufungsantwort Rz. 44 ff.) und (3.) die 
Zeugenaussagen willkürlich gewürdigt habe (Berufungsantwort Rz. 48 ff.). 

Es stellt sich die Frage, ob die Anträge und Rügen der Berufungsbeklagten mangels 
Erhebung einer eigenen Berufung bzw. Anschlussberufung zulässig sind.

4.2.2. Die Anforderungen an die Berufungsbegründung gelten sinngemäss auch für 
den Inhalt der Berufungsantwort (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5A_438/2012 vom 
27. August 2012 E. 2.4 Abs. 3, in: SZZP 2013 S. 30). Soweit sich der Berufungsbe-
klagte nicht den Anträgen des Berufungsklägers ganz oder teilweise unterziehen will, 
ist er darauf beschränkt, die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils zu verlangen 
(Martin H. Sterchi, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung, Band II, Bern 2012, N 7 zu Art. 312 ZPO). Es ist dem 
Berufungsbeklagten indessen unbenommen, an den erstinstanzlichen Motiven sei-
nerseits Kritik zu üben, soweit er dies zur Untermauerung seines Standpunkts für 
angebracht erachtet (Martin H. Sterchi, a.a.O., N 9 zu Art. 312 ZPO). Der Berufungs-
beklagte, der in erster Instanz (teilweise) obsiegt hat und eine Gutheissung der Beru-
fung befürchten muss, ist also im eigenen Interesse gehalten, allfällige vor erster In-
stanz gestellte Eventualbegehren zu erneuern, Anträge im Beweispunkt zu stellen, 
nach Massgabe von Art. 317 ZPO neue Tatsachen und neue Beweismittel vorzutra-
gen, ihm nachteilige Sachverhaltsfeststellungen zu rügen und auf eigene Eventual-
standpunkte hinzuweisen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 5D_148/2013 vom 10. Ja-
nuar 2014 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 5A_618/2012 
vom 27. Mai 2013 E. 6.4.1, in: FamPra.ch 2013 S. 728; vgl. zum Ganzen auch Peter 
Reetz/Stefanie Theiler, Kommentar zur ZPO, a.a.O., N 12 zu Art. 312 ZPO).

Aus Gesagtem folgt, dass die Rügen der Berufungsbeklagten nicht per se unzulässig 
sind, da sie keine (Anschluss-)Berufung erhoben haben. Ob die Rügen im Einzelnen 
zu hören sind, ist jeweils nachfolgend im Sachzusammenhang zu prüfen (vgl. insbe-
sondere E. 7.6 zur Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs sowie E. 10 zur Rü-
ge der Berufungsbeklagten, die Vorinstanz habe ihren Anspruch auf Herabsetzung 
des Architektenhonorars wegen Schlechterfüllung willkürlich nicht beurteilt).

21 / 58

4.3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Gegenstand der vorliegenden Beru-
fung die Frage bildet, ob die Berufungsklägerin gegenüber den Berufungsbeklagten 
nebst dem bereits von der Vorinstanz zugesprochenen „Resthonorar“ (CHF 
71‘880.35) auch einen Anspruch auf Architektenhonorar für Leistungen ausserhalb 
des Vertrages sowie auf ein Zusatzhonorar wegen Überschreitung des Kostenrah-
mens von CHF 2'000'000.00 hat. 

Zu prüfen ist in prozessualer Hinsicht ausserdem, ob C._____ als Zeuge und/oder 
Y._____ als Partei einzuvernehmen sind. Kann der Sachverhalt aufgrund des bishe-
rigen Beweisergebnisses nicht festgestellt werden, ist als erstes zu prüfen, ob die 
Parteien die Einvernahme ihres Zeugen (C._____ auf Seiten der Berufungsklägerin) 
resp. ihrer Partei (Y._____ auf Seiten der Berufungsbeklagten) jeweils zu rechtser-
heblichen Tatsachen beantragt haben. Wird dies bejaht, muss in einem zweiten 
Schritt untersucht werden, ob die von der Vorinstanz vorgenommene antizipierte Be-
weiswürdigung, d.h. der Verzicht auf die Beweisabnahme, rechtmässig ist.

5. In materiellrechtlicher Hinsicht verlangt die Berufungsklägerin zunächst, dass 
die von ihr erbrachten, ausserhalb des Architektenvertrages liegenden Leistungen zu 
vergüten sind.

5.1. Die Vorinstanz verneinte einen solchen Anspruch. Sie erwog, dass die stritti-
gen Leistungen nicht unter Ziffer 4 des schriftlichen Architektenvertrages fallen wür-
den, da dort keine Leistungen aufgeführt seien, die bei Vertragsabschluss noch nicht 
abschliessend hätten definiert werden können. In rechtlicher Hinsicht sei aber auch 
bezüglich dieser Leistungen ein Auftragsverhältnis zwischen der Klägerin und den 
Beklagten anzunehmen und deren Vergütung richte sich daher nach Auftragsrecht, 
weshalb insbesondere ein Konsens zwischen den Parteien vorliegen müsse. Zwar 
habe die Klägerin die umstrittenen Teilleistungen ausserhalb Vertrag tatsächlich er-
bracht. Doch ihre Behauptung, die Beklagten hätten vom Säumnis von Architekt 
B._____ und der "Ausservertraglichkeit" dieser Leistungen gewusst und sie seien 
trotzdem ausdrücklich damit einverstanden gewesen, dass die Klägerin diese Aufga-
ben erledige, sei beweislos geblieben. 

Was in antizipierter Beweiswürdigung als erhärtet erscheine, sei nicht nach dem 
Prinzip „doppelt genäht hält besser“ weiteren Beweisen zu unterstellen. Abgesehen 
vom Aspekt „Teilleistungen ausserhalb Vertrag“ sage die Klägerin nicht konkret, zu 
welchen weiteren Fragen und Themenkomplexen das Tatsachenfundament ihrer 
Klage weiterer Stützung bedürfe. Zum Bauablauf sei einerseits aus der Interessens-
sphäre der Klägerin bereits der Bauleiter, D._____, als Zeuge einvernommen wor-
den. Die Sachverhaltsbehauptungen der Parteien erschienen dort, wo sie von Rele-

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vanz seien, durch das übrige Beweisergebnis, namentlich durch das umfangreiche 
Aktenmaterial, zu Genüge erhellt. Für die Entstehungsgeschichte des Vertrages so-
wie die Abgrenzung zur Verpflichtungen zwischen dem projektierenden Architekten 
B._____ und der ausführenden Klägerin erscheine die Zeugeneinvernahme von 
C._____ nach dem Verfahrensausgang der Widerklage und des Klageanspruchs be-
treffend Zusatzhonorar entbehrlich. Für die Frage, ob die Klägerin die umstrittenen 
Teilleistungen ausserhalb Vertrag tatsächlich erbracht habe, sei einerseits umfang-
reiches Urkunden- und anderes Beweismaterial vorhanden (beklagt. act. III.11-18, 
III.186, III.193-298, kläg. act. III.302B-2,3 und 6, III.302C-4 und 8; Zeuge D._____ 
act. V.1 S. 5-10, 15 f., 33, 40-43; Zeuge S._____ act. V.11 S. 2-4; Zeuge G._____ 
act. V.12 S. 2 und 4; Zeuge I._____ act. V.6 S. 1 f.). Andererseits könne diese Frage 
nach dem Verfahrensausgang offen bleiben, da nicht die tatsächliche Leistungser-
bringung, sondern die Konsensfrage ausschlaggebend sei. Dabei würde es für eine 
einschlägige Übereinkunft mit der Bauherrschaft nicht genügen, wenn C._____ aus-
sagen würde, es sei mit diesen kommuniziert worden, dass die Klägerin Teilleistun-
gen für B._____ erbracht habe (vorinstanzlicher Entscheid E. 1.6 a).

Die Klägerin verkenne darüber hinaus die Tragweite der Aufklärungspflicht des be-
auftragten Architekten. Der Hinweis auf die Zeugenaussage von D._____, wonach 
dieser sogar zu Protokoll gegeben habe, die Bauherrschaft sei bei einigen Sitzungen, 
welche in diesem Bereich mit den Fachplanern abgehalten worden seien, persönlich 
anwesend gewesen, sei nicht hilfreich. Wesentlich wäre das Bewusstsein der Be-
klagten gewesen, dass zum einen diese Leistungen nicht unter das Regime des 
schriftlichen Vertrages der Klägerin gefallen seien, da B._____ sie hätte erbringen 
müssen, und sie zum anderen bei Erbringung durch die Klägerin ihr zusätzlich zu 
honorieren gewesen wären. All dies sei in tatsächlicher Hinsicht nicht manifest und 
rechtlich wäre es an der ausführenden Klägerin gelegen, hier für klare Verhältnisse 
zu sorgen. Aus dem von der Klägerin zu diesem Thema offerierten Beweismaterial 
könne kein entsprechender, normativer Konsens abgeleitet werden. Angesichts ihrer 
eigenen, sehr beschränkten Kompetenz zur Vertretung der Bauherrschaft im Aus-
senverhältnis habe die Klägerin sodann auch nicht ohne Weiteres davon ausgehen 
dürfen, Architekt B._____ sei in Vertretung der Bauherrschaft konkludent befugt ge-
wesen, die Bauherrschaft verpflichtende Aufträge im Ausmass von letztlich gegen 
CHF 50'000.00 zu erteilen. Ohne klare Abmahnung ihnen gegenüber hätten die Be-
klagten nach dem Vertrauensprinzip davon ausgehen können, dass die Leistungen 
der Klägerin stets im Rahmen des vertraglich vereinbarten Pflichtenhefts erfolgt sei-
en. Wäre die Klägerin – aus welchen Gründen auch immer – geneigt gewesen, Leis-
tungen ausserhalb des schriftlichen Vertrages vom 26. April 2006 zu erbringen, wäre 
es als Ausfluss der allgemeinen auftragsrechtlichen Treuepflicht ihre Sache gewe-

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sen, die Beklagten rechtzeitig, was hier namentlich vorgängig bedeute, und mit 
Nachdruck darauf hinzuweisen, dass in der Verantwortlichkeit anderer liegende Vor-
leistungsarbeiten gefehlt hätten. Sie habe diese Leistungen ungefragt auf ihr eigenes 
Risiko erbracht und habe nicht davon ausgehen können, dass sie dafür a priori hono-
rarberechtigt sei. Aus der Besonderheit, dass es sich vorliegend nicht um einen Ge-
samtvertrag, sondern aus Sicht der Bauherrschaft um zwei entsprechende Teilver-
träge mit einem projektierenden/gestaltenden und einem ausführenden Architekten 
gehandelt habe, ergebe sich ein konfliktträchtiges Problem bei der Abgrenzung der 
Architektenpflichten unter den Architekten und im Verhältnis zur Bauherrschaft und 
ganz allgemein in der Kommunikation in diesem Dreiecksverhältnis. Die konkrete 
Umsetzung der vertraglichen Aufgaben in den einzelnen Bereichen, das heisse die 
Aufteilung und Abgrenzung zwischen den beiden Architekten, sei gemäss der Aus-
sage von D._____ nicht schriftlich festgehalten worden. Es sei nicht ersichtlich, dass 
und inwieweit die hiesigen Streitpunkte "Teilleistungen ausserhalb Vertrag" unter den 
beiden Architekten laufend und zu nützlichen Zeitpunkten thematisiert worden wären, 
geschweige denn, dass derartige Probleme der Leistungsabgrenzung eine struktu-
rierte Eskalationsroutine unter Einbezug der Bauherrschaft durchlaufen hätten. Sie 
habe die Leistungen ausserhalb Vertrag wohl in der Hitze des Gefechts und im Be-
streben, dass die Bauherrschaft innert nützlicher Frist zu ihrem nach den Regeln der 
Baukunst hergestellten Haus komme, erbracht. Unter vertraglichen Gesichtspunkten 
des Auftragsrechts sei dies falsch gewesen. Sie habe es angesichts ihrer Treue-
pflicht zur Bauherrschaft nicht ohne weiteres tun dürfen und sei darüber hinaus ein 
eigenes Risiko in Bezug auf das darauf entfallende Entgelt eingegangen.

Auch die von der Vorinstanz aufgrund des Prinzips der Rechtsanwendung von Amtes 
wegen thematisierte Rechtsgrundlage der Geschäftsführung ohne Auftrag (nachfol-
gend GoA) verwirft die Vorinstanz schliesslich. Sie ist der Auffassung, dass auch 
nach den Bestimmungen der GoA kein Honorar geschuldet sei, da es – obwohl die 
übrigen Voraussetzungen der GoA erfüllt seien – an der Voraussetzung der Uner-
reichbarkeit fehle (vorinstanzlicher Entscheid E. 4.1.d). 

5.2. Die Berufungsklägerin argumentiert, dass die Vorinstanz zu Recht festgestellt 
habe, dass sie, die Berufungsklägerin, die geltend gemachten Leistungen ausserhalb 
des schriftlichen Vertrages tatsächlich erbracht habe (Ergänzung Baueingabe; Koor-
dination Fachplaner auf Projektebene; Ergänzung Baubeschrieb/Materialisierung für 
Devisierung/Planung, Gestaltung und Detailvorschläge Rohbau; Gestaltungsvor-
schläge Innenausbau). Die fraglichen Leistungen seien für die Bauvollendung innert 
nützlicher Frist und nach den Regeln der Baukunst objektiv notwendig gewesen. Die 
umstrittenen Leistungen seien Grundleistungen gewesen, die gemäss schriftlichem 

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Architektenvertrag nicht von der Berufungsklägerin, sondern vom Architekten 
B._____ zu erbringen gewesen wären. Trotzdem habe die Vorinstanz der Beru-
fungsklägerin fälschlicherweise für die fraglichen Leistungen kein Honorar zugespro-
chen. Dies mit der Hauptbegründung, sie habe nicht bewiesen, dass die Berufungs-
beklagten vom Leistungsverzug des Architekten B._____ und von den zusätzlichen 
Leistungen der Klägerin gewusst hätten, sowie mit der Begründung, mangels ent-
sprechenden Beweises sei bezüglich der erbrachten Teilleistungen ausserhalb des 
schriftlichen Vertrages kein Auftragsverhältnis entstanden. Die Vorinstanz habe 
C._____ zu Unrecht in antizipierter Beweiswürdigung nicht als Zeugen einvernom-
men und damit in krasser Weise das in Art. 152 Abs. 1 ZPO verankerte Recht auf 
Beweis verletzt. C._____ sei gerade für die entscheidenden Tatsachen – Wissen und 
Zustimmung der Berufungsbeklagten zu den ausserhalb des schriftlichen Architek-
tenvertrages erbrachten Leistungen – als Beweismittel offeriert worden. Die entspre-
chende Tatsachenbehauptung, nämlich, dass die Situation, dass die Klägerin Teil-
leistungen für den Architekten B._____ habe erbringen müssen, mit den Beklagten 
kommuniziert worden sei, finde sich insbesondere auf der Seite 73 der klägerischen 
Replik vom 31. März 2010. Die diesbezüglich an den Zeugen konkret zu stellenden 
Fragen seien in der umfangreichen Zeugenfrage Nr. 8 des von der Klägerin einge-
reichten Zeugenfragethemas formuliert worden (Berufung S. 7).

Die Berufungsklägerin führt weiter aus, das vorhandene Beweisergebnis würde 
selbst ohne die Zeugenaussage von C._____ ganz klar zeigen, dass die Berufungs-
beklagten gewusst hätten, dass die Berufungsklägerin anstelle von Architekt B._____ 
in den Bauprojektphasen 1-3 und in der gestalterischen Leitung zusätzliche Leistun-
gen erbracht habe, die ihr zusätzlich zu vergüten seien. Die Vorinstanz habe insbe-
sondere die diesbezügliche Aussage des Zeugen D._____ fälschlicherweise als 
"nicht hilfreich" bezeichnet. Das Fazit aus der Zeugenaussage von D._____ sei klar. 
Die Berufungsbeklagten hätten ihren Bau stets im Griff gehabt und genau gewusst, 
wer welche Arbeiten erledigt hätte. Sie hätten gewusst, dass diese zusätzlichen Leis-
tungen der Berufungsklägerin ebenfalls zu vergüten seien. Dies sei ihnen von 
C._____ mitgeteilt worden. Selbst die Berufungsbeklagten seien bezüglich der fragli-
chen Leistungen von irgendeinem Vertragsverhältnis zwischen ihnen und der Kläge-
rin ausgegangen. Das Beweisergebnis, das starke Kontrollverhalten und die perma-
nente Präsenz der Berufungsbeklagten, aber auch die Eventualbegründung des Kla-
geabweisungsantrags sowie die Hauptbegründung der Widerklage würden eindeutig 
zeigen, dass zwischen den Parteien auch bezüglich der fraglichen Leistungen ein 
Vertragsverhältnis bestanden habe. Es liege ein Auftrag gemäss Art. 394 ff. OR vor, 
da die Beklagten stets damit einverstanden gewesen seien, dass die Klägerin diese 
zusätzlich zum schriftlichen Architektenvertrag zu erbringenden Aufgaben erledige. 

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Selbst wenn kein Auftrag vorliege, seien die ausserhalb des Vertrages erbrachten 
Leistungen nach den Bestimmungen der GoA zu vergüten. Entgegen der Ansicht der 
Vorinstanz sei die Voraussetzung der Unerreichbarkeit nicht gefordert. Im vorliegen-
den Fall habe sich die Berufungsklägerin nämlich über das Vertragsverhältnis mit 
den Berufungsbeklagten als Geschäftsherren geirrt. Beim Irrtum über die vertragliche 
Pflicht dürfe konsequenterweise nicht zusätzlich gefordert werden, dass der Ge-
schäftsherr nicht erreichbar sei. Andernfalls würde es gar keine Konstellation des 
sich über seine Pflicht irrenden Geschäftsführers ohne Auftrag geben. Denn ein Be-
auftragter, welcher ausserhalb seines Auftrages für den Auftraggeber handle, werde 
zum auftragslosen Geschäftsführer (Berufung S. 12 mit weiterem Hinweis auf Rolf H. 
Weber, in: Honsell/Vogt/Wiegand [Hrsg.], Basler Kommentar zum Obligationenrecht 
I, Art. 1-529 OR, 6. Aufl., Basel 2015, N 2 zu Art. 424 OR). Im Weiteren argumentiert 
die Berufungsklägerin, dass die Berufungsbeklagten das Haus abgenommen und 
sich den wirtschaftlichen Vorteil angeeignet hätten. Darin liege eine nachträgliche 
Genehmigung im Sinne von Art. 424 OR, wonach Auftragsrecht anwendbar sei, ins-
besondere die Bestimmungen zur Vergütung nach Art. 394 Abs. 3 OR.

5.3. Die Berufungsbeklagten rügen zuerst eine willkürliche Beweiswürdigung durch 
die Vorinstanz, indem diese festgestellt hätten, dass die fraglichen Leistungen aus-
serhalb des Vertrages tatsächlich erbracht worden seien. Aufgrund des bisherigen 
Beweisergebnisses sei vielmehr davon auszugehen, dass die Berufungsklägerin den 
Beweis nicht erbracht habe, dass sie die von ihr behaupteten Leistungen "ausser-
halb" des Vertrages überhaupt erbracht habe (vgl. Berufungsantwort Rz. 54-62). 

Mit Bezug auf die Konsensfrage sind die Berufungsbeklagten der Auffassung, dass 
die berufungsklägerischen Rügen nicht stichhaltig seien. Die Berufungsklägerin 
übersehe, dass die Vorinstanz in Würdigung der bisher abgenommenen Beweise zur 
Auffassung gelangt sei, dass die Abnahme weiterer Beweise nicht erforderlich sei. Im 
Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung habe die Vorinstanz daher auch auf die 
Abnahme weiterer Beweise und insbesondere auf die Zeugeneinvernahme von 
C._____ verzichten dürfen. Die Berufungsklägerin mache in ihrer Berufungsschrift 
keine Ausführungen dazu, weshalb die Vorinstanz nicht in antizipierter Beweiswürdi-
gung auf die Einvernahme von C._____ hätte verzichten dürfen. Sie hätte sich mit 
dem Beweisergebnis und dessen Würdigung durch die Vorinstanz auseinanderset-
zen müssen. Sie hätte auch aufzeigen müssen, dass die Vorinstanz aufgrund der 
Würdigung des Beweisergebnisses gerade nicht hätte zur Auffassung gelangen dür-
fen, seine Überzeugung werde sich durch eine Einvernahme von C._____ nicht än-
dern. Aufgrund einer Würdigung des gesamten Beweisergebnisses habe nämlich die 
Vorinstanz ohne Weiteres zum Schluss kommen dürfen, dass eine Zeugeneinver-

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nahme von C._____ nicht notwendig sei. Im Weiteren müsse davon ausgegangen 
werden, dass C._____ nicht als unvoreingenommen gelten könne. Als (früherer) al-
leiniger Geschäftsinhaber der Berufungsklägerin habe er ein unmittelbares finanziel-
les und reputationsmässiges Interesse am Prozessausgang gehabt. Er könne des-
halb von Vornherein nicht als unvoreingenommener, glaubwürdiger Zeuge auftreten. 
Ebenfalls sei die Auffassung der Berufungsklägerin, wonach C._____ über jene 
Sachverhalte hätte Zeugnis ablegen sollen, in welchen die Vorinstanz die Klage ab-
gewiesen hatte, falsch. Denn wie es die Vorinstanz richtig festgehalten habe, sei zu 
dieser Frage umfangreiches Urkunden- und anderes Beweismaterial vorhanden und 
andererseits könne dies nach dem Verfahrensausgang offen bleiben, da nicht die 
tatsächliche Leistungserbringung, sondern die Konsensfrage ausschlaggebend sei 
(Berufungsantwort Rz. 21 ff.).

Der Behauptung der Berufungsklägerin, die Berufungsbeklagten hätten gewusst und 
gewollt, dass die Klägerin anstelle von B._____ Leistungen erbringe, welche ihr zu-
sätzlich zum Architektenvertrag zu vergüten seien, sei entgegenzuhalten, dass die 
Berufungsbeklagten ohne klare Abmahnung der Berufungsklägerin nach dem Ver-
trauensprinzip ohne Weiteres davon hätten ausgehen dürfen, dass ihre Leistungen 
als bauleitende Architektin stets im Rahmen des vertraglich vereinbarten Pflichten-
heftes erfolgt seien (vgl. Berufungsantwort Rz. 64). 

6. Da die Berufungsbeklagten in ihrer Berufungsantwort bestreiten, dass die Be-
rufungsklägerin überhaupt "ausserhalb" des Vertrages liegende Leistungen erbracht 
hat, hat das streitberufene Gericht diese Frage zuerst zu klären. 

Vorab ist hinsichtlich der "Ausservertraglichkeit" der Leistungen zu bemerken, dass 
die Berufungsbeklagten mit Bezug auf die Aufgabenteilung gemäss Architektenver-
trag behaupten, das im Vertrag Festgehaltene entspreche nicht dem mündlich Ver-
einbarten. Es werde bestritten, dass die Berufungsklägerin erst an der Kick-off Sit-
zung vom 15. Februar 2006 erfahren habe, dass die von ihr aufgeführten Informati-
onsunterlagen, Pläne, oder Konzeptbeschriebe fehlten. Vielmehr habe die Beru-
fungsklägerin von Anfang an genau gewusst, in welchem Projektstand sich das Vor-
haben befinde. Der Projektstand sei ihr anlässlich der Besprechung zwischen den 
Berufungsbeklagten, B._____ und C._____ am 11. Februar 2006 in O.1_____ erläu-
tert worden, worüber ein Kurzprotokoll (Gesprächsnotiz von B._____ vom 13. Febru-
ar 2006 in beklagt. act. 362) angefertigt worden sei. Selbst wenn C._____ erst an der 
Kick-off Sitzung vom 15. Februar 2006 erfahren hätte, welche Projektunterlagen oder 
Bewilligung fehlen würden, hätte sich die Beklagte (recte: Berufungsklägerin) damit 
einverstanden erklärt und dies durch die Unterzeichnung des Architektenvertrages 
am 10. März / 26. April 2006 akzeptiert. Die Berufungsklägerin habe damit bereits vor 

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Unterzeichnung des Architektenvertrages mit den Berufungsbeklagten gewusst, bei 
welchem Projektstand sie die Bauleitung übernehme und welche Arbeiten zu leisten 
seien bzw. welche Unterlagen und Bewilligungen noch ausstehend seien (Klagedu-
plik und Widerklagereplik Rz. 492-494; beklagt. act. 362). Die Berufungsbeklagten 
beantragen im Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss, Y._____ seien Fragen 
zu Gesprächen vor Abschluss des Architektenvertrages zu stellen, in denen be-
schlossen worden sei, dass die Berufungsklägerin die Arbeit dort aufnehmen solle, 
wo Architekt B._____ sie beendet hätte. C._____ habe das Projekt sowie den Pro-
jektstand bestens gekannt und habe genau gewusst, welche Arbeiten noch zu er-
bringen seien (vgl. Klageantwort und Widerklage Rz. 511). Die entsprechenden Fra-
gen im Fragethema, welches mit der Duplik und Widerklagereplik eingereicht wurde, 
lauten wie folgt: "Trifft es zu, dass die Klägerin das Projekt an jenem Punkt über-
nahm, an welchem es sich zum Zeitpunkt der Übergabe durch B._____ befand und 
dass die Klägerin den Stand des Projektes vor der Unterzeichnung des Architektur-
vertrages genau kannte und insbesondere wusste, welche Vorarbeiten bereits geleis-
tet wurden?" und "Trifft es zu, dass die Bauherren überrascht waren, als ihnen 
C._____ den schriftlichen Architektenvertrag zustellte, und ihn darauf aufmerksam 
machten, dass die Festlegungen im Vertrag nicht dem mündlich Besprochenen und 
Abgemachten entsprachen?" und "Trifft es zu, dass C._____ die Bauherren darauf-
hin beruhigte, indem er sagte, irgendwie müsse man es vertraglich regeln und das 
mündlich Besprochene habe Vorrang?" (vgl. Dokument "Parteibefragung von 
Y._____, [Adresse], Ergänzung Parteibefragung gemäss Duplik/Widerklagereplik 
vom 7. Juni 2010", Rz. 26 ff.). 

Auf welche Punkte genau sich die Parteien mündlich und in Abweichung vom Archi-
tektenvertrag geeinigt hätten, bleibt von den Berufungsbeklagten unbeantwortet und 
die beantragte Einvernahme von Y._____ ist vor dem Hintergrund der soeben zitier-
ten Fragen mangels eines genügend bestimmten Beweisthemas (vgl. zur Substanti-
ierungspflicht und Angabe von Begleitumständen unten E. 9.3.1) aus prozessualen 
Gründen nicht zulässig. Selbst wenn Y._____ als Partei einvernommen würde, wür-
den die von ihr gemachten Aussagen am Beweisergebnis nichts mehr zu ändern 
vermögen. Gleiches gilt für das von den Berufungsbeklagten ins Recht gelegte be-
klagt. act. 362 (Gesprächsnotiz von B._____ vom 13. Februar 2006). Folglich ist für 
die „Verantwortlichkeitsverteilung“ vom schriftlichen Architektenvertrag vom 10. März 
/ 26. April 2006 auszugehen. Für die von der Berufungsklägerin eingeklagten Berei-
che (1. Ergänzung Baueingabe; 2. Koordination Fachplaner und Projektebene; 3. 
fehlender Baubeschrieb/Materialisierung als Grundlage von Devisierung/Planung; 4. 
Gestaltung und Detailvorschläge Rohbau; 5. Gestaltungsvorschläge Innenausbau) ist 
gemäss Ziff. 2.1 des Architektenvertrages und Art. 4 SIA-Ordnung 102 B._____ und 

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nicht die Berufungsklägerin zuständig, sodass die "Ausservertraglichkeit" der Leis-
tungen zu bejahen ist. Diesbezüglich schliesst sich das Kantonsgericht von 
Graubünden vollumfänglich den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz an (vgl. 
angefochtener Entscheid E. 4.1a und E. 4.1b).

6.1. Die Vorinstanz hielt fest, dass "[a]ngesichts des erdrückenden Beweismateri-
als […] ferner entgegen den stereotypen Bestreitungen der Beklagten kaum ernsthaft 
bestreitbar [ist], dass die Klägerin die umstrittenen Teilleistungen ausserhalb Vertrag 
tatsächlich erbracht hat" (vgl. vorinstanzlicher Entscheid E. 4.1a mit Hinweis auf be-
klagt. act. III.11-18, III.186, III.193-298, kläg. act. III.302B-2,3 und 6, III.302C-4 und 8; 
Zeuge D._____ act. V.1 S. 5-10, 15 f., 33, 40-43; Zeuge S._____ act. V.11 S. 2-4; 
Zeuge G._____ act. V.12 S. 2 und 4; Zeuge I._____ act. V.6 S. 1 f.). 

6.2. Wie bereits festgehalten (vgl. oben E. 4.2.2), gelten für die Berufungsantwort 
die gleichen Anforderungen wie für die Berufungsschrift. Insbesondere muss der (vor 
erster Instanz obsiegende) Berufungsbeklagte sämtliche Berufungsgründe tatsächli-
cher und rechtlicher Natur in der Berufungsantwort geltend machen, um allfällige 
Fehler des erstinstanzlichen kantonalen Entscheides zu rügen, welche ihm im Falle 
einer abweichenden Beurteilung der Sache durch die Berufungsinstanz nachteilig 
sein könnten. 

Die Berufungsbeklagten rügen, dass das Beweisergebnis betreffend die behaupteten 
ausserhalb des Vertrages erbrachten Leistungen so gewürdigt werden müsse, dass 
es der Berufungsklägerin nicht gelungen sei, die Erbringung der von ihr behaupteten 
Leistungen "ausserhalb" Vertrag zu beweisen. Die Beweiswürdigung der Vorinstanz 
zur Frage, dass die Berufungsklägerin die Erbringung der von ihr behaupteten Leis-
tungen "ausserhalb" Vertrag bewiesen habe, müsse als willkürlich gerügt werden 
(Berufungsantwort Rz. 57). Ausser D._____ habe keiner der befragten neutralen 
Zeugen substantiierte Aussagen darüber gemacht, welche Leistungen die Beru-
fungsklägerin "ausserhalb" Vertrag erbracht haben soll. Die Berufungsbeklagten zitie-
ren sodann Aussagen von G._____, Bauingenieur, H._____, Haustechniker, und 
S._____, Mitarbeiter des Bauamtes O.1_____, wonach sich ein gegenteiliges Bewei-
sergebnis ergebe (vgl. Berufungsantwort Rz. 58-62). Die von den Berufungsbeklag-
ten angeführten Aussagen der Zeugen sind indessen nicht geeignet, das von der 
Vorinstanz festgestellte Beweisergebnis zu ändern. So können die von H._____ und 
S._____ gemachten Antworten "Das weiss ich nicht" zur Frage, ob die betreffenden 
Leistungen von der Berufungsklägerin gemacht worden seien, nicht zu Ungunsten 
der Berufungsklägerin umgedeutet werden. Durch die Aussage "Das weiss ich nicht" 
ist nämlich nicht erstellt, dass die Leistungen ausserhalb Vertrag nicht von der Beru-
fungsklägerin durchgeführt worden sind. Schliesslich kann auch aus der Aussage 

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von G._____, dass er das Statikkonzept erarbeitet habe, nicht abgeleitet werden, 
dass die Berufungsklägerin keine Arbeiten dazu ausgeführt hat. Mit ihrer Kritik am 
vorinstanzlichen Urteil vermögen die Berufungsbeklagten nicht substantiiert zu be-
gründen, weshalb von der vorinstanzlichen Auffassung, dass die Berufungsklägerin 
die Leistungen "ausserhalb" Vertrag tatsächlich erbracht hat, abzuweichen wäre. 

Vielmehr ist das streitberufene Gericht der Ansicht, dass sich die Auffassung der Vor-
instanz, wonach die Berufungsklägerin die Leistungen ausserhalb des Vertrages 
tatsächlich erbrachte, mit dem Ergebnis der abgenommenen Beweise deckt. Es kann 
vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden (vgl. vorin-
stanzlicher Entscheid E. 4.1a). Im Einzelnen sind an dieser Stelle insbesondere die 
Protokolle der Planungs- und Koordinationssitzungen vom März, April und August 
2006 hervorzuheben (vgl. kläg. act. III.302B-2,3 und 6), welche zahlreiche Aufgaben, 
die gemäss Architektenvertrag vom 26. April 2006 (kläg. act. 3) eigentlich in den Ver-
antwortlichkeitsbereich von B._____ fallen, der Berufungsklägerin zuweisen. 
D._____, Partner von C._____ und Mitglied der Geschäftsleitung der Berufungsklä-
gerin, gibt anlässlich seiner Einvernahme als Zeuge vor Vorinstanz zu Protokoll, dass 
B._____ zahlreiche, in seinen Aufgabenbereich fallende Tätigkeiten, unzureichend 
wahrgenommen habe (z.B. Ergänzung der Baueingabe, Koordination der Fachplaner 
auf Projektebene, Fehlender Baubeschrieb & Materialisierung als Grundlage der De-
visierung/Planung, Gestaltung und Detailvorschläge bezüglich Rohbau, den Innen-
ausbau betreffende Gestaltungsvorschläge). Diese Leistungen seien dann mit Wis-
sen und Zustimmung der Berufungsbeklagten bzw. B._____ als Vertreter der Bau-
herrschaft durch die Berufungsklägerin erbracht worden (Zeugeneinvernahme 
D._____, S. 5-10). Insbesondere die Baueingabe von B._____ sei unzureichend ge-
wesen, beispielsweise hätten die Bewilligungen für den Schutzraum, den Lift, die Ein-
fahrt und Kanalisation gefehlt. Um die Baueingabe zu ergänzen, hätte die Beru-
fungsklägerin die Kanalisationsplanung, die Schutzraumplanung, die Arbeiten im Zu-
sammenhang mit dem Gesuch für die Einfahrt und den Lift machen müssen (Zeuge-
neinvernahme D._____ S. 5 f.). Dass noch ergänzende Unterlagen zur Baueingabe 
nachgereicht werden mussten, bestätigt S._____, welcher Fachspezialist der Baupo-
lizei ist und in der Abteilung Baubewilligung der Baubehörde O.1_____ arbeitet 
(Zeugeneinvernahme S._____ in act. V.11 S. 2-4) und wird auch aus den Urkunden 
erkennbar (vgl. zu der ergänzten Baueingabe betreffend Lift kläg. act. 202-204, be-
treffend grundrissliche Umdispositionen in allen Geschossen und Stützmauer kläg. 
act. 209-212). Bei diesen Urkunden handelt es sich namentlich um Eingaben an die 
Baubehörde O.1_____, in welchen die Berufungsklägerin die Baubehörde um Prü-
fung und Bewilligung der erwähnten Änderungen ersucht. Unter den Urkunden befin-
den sich ebenfalls Schreiben an die Berufungsbeklagten, in welchen diese über die 

30 / 58

Ergänzungen der Baueingabe informiert werden (vgl. z.B. kläg. act. 209 betreffend 
die Stützmauer, worin das Folgende festgehalten wird: "Auf den Baueingabeunterla-
gen wurde nicht berücksichtigt, dass die Sonnenfeldstrasse gegen Süden ansteigt. 
Die vorgesehene Lösung verknüpft das Gebäude mit den Gartenanlagen. Könnte mir 
auch vorstellen, dass die etwas massige Steinkorbstützmauer (Gibonwand) durch 
eine begrünte Betonstützmauer ersetzt werden könnte. Wir haben die Unterlagen vor 
einiger Zeit B._____ zur Stellungnahme zugestellt. Allfällige Änderungen gegenüber 
der Baueingabe sind bewilligungspflichtig. Wir sollten deshalb diese Fragen nächs-
tens klären.").

Auch die Koordination der Fachplaner auf Projektebene durch B._____ ist nach An-
sicht D._____ unzureichend gewesen. Gemäss Architektenvertrag sei es nämlich 
seine Aufgabe gewesen, ein Haustechnikkonzept mit den Fachingenieuren zu erstel-
len. B._____ habe die Koordination der Fachplaner aber nur ungenügend wahrge-
nommen (Zeugeneinvernahme D._____ S. 6). In diesem Zusammenhang bestätigt 
der Zeuge I._____, Elektromonteur/-planer, dass er anfangs mit B._____ zu tun ge-
habt und ihm vermutlich auch seine Honorarofferte zugestellt habe. Danach habe er 
nur noch mit der Berufungsklägerin zu tun gehabt. Er glaube, dass die Berufungsklä-
gerin im Zusammenhang mit der Alarmanlage beispielsweise habe Detailabklärun-
gen mit der Unternehmung T._____ machen müssen (Zeugeneinvernahme I._____ 
S. 1 f.). 

D._____ nennt im Weiteren zusätzliche Beispiele und Aufgabenbereiche, in welchen 
B._____ nicht tätig geworden und die Berufungsklägerin an seiner Stelle einge-
sprungen sei. Hinsichtlich der Beweiswürdigung von D._____ Aussagen machen die 
Berufungsbeklagten geltend, dass dieser als Teilhaber der Berufungsklägerin und 
Mitglied der Geschäftsleitung als befangen gelten müsse. Er sei parteiisch, unglaub-
würdig und habe ein unmittelbares Interesse am Ausgang des Verfahrens. Auch sei 
zu kritisieren und nicht nachvollziehbar, dass die Vorinstanz die Zeugenaussage von 
D._____ glaubwürdiger eingestuft habe als jene von B._____ (vgl. Berufungsantwort 
Rz. 48 ff.). Mit der Vorinstanz (vgl. vorinstanzlicher Entscheid E. 2.1.b) ist festzuhal-
ten, dass D._____ als Partner von C._____ und Mitglied der Geschäftsleitung der 
Berufungsklägerin sowohl ein ökonomisches als auch immaterielles Interesse am 
Prozessausgang hat, hat er doch seinen Ruf als Bauleiter zu bewahren. Wie die Vor-
instanz korrekt festhält, ist dies jedoch kein Grund, die Aussagen D._____s aus dem 
Recht zu weisen, sondern sind seine Aussagen vor diesem Hintergrund zu würdigen. 
Seine anlässlich der rund eineinhalbtägigen Einvernahme gemachten Aussagen er-
scheinen nicht einstudiert, detailreich und glaubhaft. Auch beantwortet er Fragen, bei 
denen er sich nicht sicher ist, nicht, was ein zusätzliches Glaubwürdigkeitsmerkmal 

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ist. Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb nicht auf seine Aussagen abgestellt 
werden könnte. Die Implikation der Berufungsbeklagten, die Aussagen von B._____ 
hätten auch als glaubhaft zu gelten wenn es jene von D._____ seien, ändert an der 
Beweiswürdigung, ob die fraglichen Leistungen tatsächlich erbracht worden sind 
oder nicht, nichts: Den Zeugenaussagen von B._____ lässt sich dazu nämlich nichts 
entnehmen, weshalb sich denn auch die Berufungsbeklagten (vgl. Berufungsantwort 
Rz. 57 ff.) in diesem Zusammenhang ausschliesslich auf Zeugenaussagen von 
G._____, H._____ und S._____ berufen.

Nach Gesagtem steht fest, dass sich aus den Urkunden und den Zeugeneinvernah-
men, darunter insbesondere aus jenen von D._____, ergibt, dass die von der Beru-
fungsklägerin behaupteten Leistungen ausserhalb des Vertrages tatsächlich von ihr 
erbracht wurden. Ob die Leistungen auch richtig erfüllt wurden und damit vollumfäng-
lich zu entschädigen sind, wird später zu prüfen sein (vgl. unten E. 8).

6.3. Da aufgrund der bereits abgenommenen Beweise feststeht, dass die fragli-
chen Leistungen ausserhalb des Vertrages von der Berufungsklägerin erbracht wur-
den, hat das Gericht keine zusätzlichen Beweise mehr abzunehmen und entspre-
chend sind auch C._____ und Y._____ nicht mehr einzuvernehmen. Der von der 
Vorinstanz abgelehnte Beweisantrag der Berufungsbeklagten hinsichtlich Y._____ – 
vgl. insbesondere Rz. 511 der Klageantwort und Widerklage, worin die Berufungsbe-
klagten die Einvernahme von Y._____ zu Fragen betreffend Gesprächen vor Ab-
schluss des Architektenvertrages beantragten, in denen beschlossen worden sei, 
dass die Berufungsklägerin die Arbeit dort aufnehmen solle, wo Architekt B._____ sie 
beendet habe – ist damit nicht willkürlich, weil die Vorinstanz im Lichte bereits offe-
rierter und abgenommener Beweise willkürfrei zum Schluss kam, dass das relevante 
Beweisergebnis feststeht und durch das zusätzliche Beweismittel nicht mehr verän-
dert werden kann. 

7. Nachdem feststeht, dass die ausserhalb des Vertrages liegenden Leistungen 
von der Berufungsklägerin erbracht wurden, ist zu prüfen, ob diese zu vergüten sind. 
In Frage kommt unter anderem eine Vergütungspflicht der Berufungsbeklagten nach 
Auftragsrecht. 

Das Zustandekommen eines Vertrages zwischen den Parteien setzt das Vorliegen 
eines Rechtsbindungswillens voraus. Ein solcher ist zu bejahen, wenn der Leis-
tungsempfänger an einer fachmännischen Unterstützung erkennbar Interesse zeigt 
oder wenn der Leistungserbringer ein eigenes (rechtliches oder ökonomisches) In-
teresse an der zu gewährenden Hilfe mitbringt (Rolf H. Weber, Rolf H. Weber, in: 
Honsell/Vogt/Wiegand [Hrsg.], Basler Kommentar zum Obligationenrecht I, Art. 1-529 

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OR, 6. Aufl., Basel 2015, N 16 zu Vor Art. 419-424 OR mit weiteren Hinweisen). Ist 
das Vorliegen eines Vertrages zu bejahen, kommen die Bestimmungen der GoA 
mangels Rechtsbindungswillen der Parteien nicht zur Anwendung (Claire Huguenin, 
Obligationenrecht, Allgemeiner und Besonderer Teil, 2. Aufl., Zürich 2014, N 1505). 
Zu untersuchen ist, ob bezüglich der von der Berufungsklägerin behaupteten, aus-
serhalb des Vertrages liegenden Leistungen ein (tatsächlicher oder normativer) Kon-
sens zwischen den Parteien besteht.

7.1. Die Vorinstanz erwog, dass nach dem Konsensprinzip ein Honoraranspruch 
nach Regietarif für nicht-vertragliche Leistungen eine neue Absprache im Sinne einer 
vorgängigen Einigung über Leistungsinhalt und –umfang mit den Berufungsbeklagten 
voraussetzen würde. Die Behauptung der Klägerin, die Beklagten hätten vom Säum-
nis von Architekt B._____ und der Ausservertraglichkeit dieser Leistungen gewusst 
und seien trotzdem ausdrücklich damit einverstanden gewesen, dass die Klägerin 
diese Aufgaben erledige, sei beweislos geblieben. Darüber hinaus verkenne die Klä-
gerin die Tragweite der Aufklärungspflicht des beauftragten Architekten. Der Hinweis 
auf die Zeugenaussage von D._____, wonach dieser zu Protokoll gegeben habe, die 
Bauherrschaft sei bei einigen Sitzungen, welche in diesem Bereich mit den Fachpla-
nern abgehalten worden seien, persönlich anwesend gewesen, sei nicht hilfreich. 
Wesentlich sei das Bewusstsein der Beklagten, dass zum einen diese Leistungen 
nicht unter das Regime des schriftlichen Vertrages der Klägerin fielen, sondern 
B._____ sie hätte erbringen müssen, und sie zum anderen bei Erbringung durch die 
Klägerin ihr zusätzlich zu honorieren gewesen seien. Dies sei in tatsächlicher Hin-
sicht nicht manifest und rechtlich sei es die ausführende Architektin, die für klare 
Verhältnisse hätte sorgen müssen. Aus dem von der Klägerin zu diesem Thema offe-
rierten Beweismaterial (kläg. act. III. 193-298) könne kein entsprechender, normativer 
Konsens abgeleitet werden (vgl. vorinstanzlicher Entscheid E. 4.1.b). 

Nachdem sie mangels Vorliegen eines Konsenses die Vergütung der Berufungsklä-
gerin nach Auftragsrecht verneinte, prüfte die Vorinstanz sodann aufgrund des 
Grundsatzes iura novit curia, ob die fraglichen Leistungen allenfalls nach den Be-
stimmungen der Geschäftsführung ohne Auftrag (Art. 419 ff. OR) zu vergüten sind, 
was sie indessen ebenso verneinte.

7.2. Da zwischen den Parteien hinsichtlich der Frage, ob für die von C._____ er-
brachten Leistungen ein Entgelt zu leisten ist, kein natürlicher Konsens besteht, ist 
zu prüfen, ob allenfalls ein normativer Konsens besteht. Durfte der Erklärungsemp-
fänger die Willenserklärung des Erklärenden nach guten Treuen so verstehen (Ver-
trauensprinzip), so wird die vom Erklärungsempfänger verstandene Erklärung dem 
Erklärenden entgegen seinem Willen normativ zugerechnet. Es liegt in diesem Fall 

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normativer Konsens vor, wobei es sich nicht um eine Tat-, sondern Rechtsfrage han-
delt. Auch wenn es sich bei der Frage, ob ein normativer Konsens – und im konkre-
ten Fall damit ein Auftrag – vorliegt oder nicht, um eine Rechtsfrage handelt, ist sie 
trotzdem anhand von Tatsachen zu beantworten. Unterschieden werden kann zwi-
schen inneren und äusseren Tatsachen, wobei es sich bei ersteren um Vorgänge 
des menschlichen Gefühls- und Seelenlebens (Wissen und Wollen einer Partei, guter 
oder böser Glaube, Wille des Erblassers usw.) handelt. Sie können direkt nur durch 
Parteibefragung oder Parteiaussage (Art. 191 und Art. 192 ZPO) bewiesen werden. 
Im Übrigen erfolgt die Beweisführung mittelbar, das heisst durch Schlussfolgerung 
aus dem äusseren Verhalten einer Partei und aus äusseren Umständen, welche eine 
Partei beeinflusst haben. Aufgrund der sich ergebenden Beweisschwierigkeiten kann 
das Gericht sich gegebenenfalls mit Indizien, Vermutungen und Erfahrungsregeln 
behelfen (vgl. Franz Hasenböhler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 
2016, N 8 zu Art. 150 ZPO mit weiteren Hinweisen). Zu den Tatsachen im Sinne von 
Art. 150 ZPO gehören ausserdem Indizien, die auf ein Tatbestandsmerkmal schlies-
sen lassen, ohne selber Tatbestandsmerkmal zu sein (vgl. Roland Schmid, in: Geh-
ri/Jent-Sørensen/Sarbach [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Kommentar, 
2. Aufl., Zürich 2015, N 2 zu Art. 150 ZPO mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil 
des Kantonsgerichts von Graubünden ZK2 15 41 vom 29. März 2017 E. 4.a).

Im konkreten Fall ist Tatbestandsmerkmal für das Vorliegen eines Auftrages das 
Wissen und die Zustimmung der Berufungsbeklagten um die ausserhalb des Vertra-
ges erbrachten Leistungen sowie deren Vergütungspflicht. Da es sich dabei um inne-
re Tatsachen handelt, ist bei der Beweisführung, welche nicht durch Einvernahme 
erfolgt, zu berücksichtigen, dass die Beweisführung auch mittelbar erfolgen kann. Mit 
anderen Worten kann die Beweisführung insbesondere anhand von Handlungen und 
Aussagen der Berufungsbeklagten erfolgen. Aufgrund der sich bei inneren Tatsa-
chen ergebenden Beweisschwierigkeiten ist das streitberufene Gericht berechtigt, 
sich gegebenenfalls mit Indizien, Vermutungen und Erfahrungsregeln zu behelfen. 

Zunächst ist daher das Verhalten der Berufungsbeklagten zu analysieren und so-
dann zu prüfen, ob der Erklärungsempfänger (Berufungsklägerin) die Willenser-
klärung des Erklärenden (Berufungsbeklagte) nach guten Treuen so verstehen durf-
te, dass die Berufungsbeklagten wussten, dass einige der erbrachten Leistungen 
ausserhalb des Vertrages liegen und zusätzlich zum Pauschalhonorar nach Architek-
tenvertrag zu vergüten sind.

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Die Berufungsklägerin führt mehrere Umstände ins Feld, welche dafür sprechen, 
dass der behauptete mündliche Vertragsabschluss entgegen der Ansicht der Vor-
instanz tatsächlich erfolgt ist: 

7.3.1. Die Berufungsklägerin moniert zunächst, dass bereits aufgrund des vorhande-
nen Beweisergebnisses erstellt sei, dass die Berufungsbeklagten gewusst hätten, 
dass die Berufungsklägerin anstelle von Architekt B._____ in den Bauprojektphasen 
1-3 und in der gestalterischen Leitung zusätzliche Leistungen erbracht habe, die ihr 
zusätzlich zu vergüten seien. Dies zeige sich insbesondere an den Zeugenaussagen 
von D._____. 

Demgegenüber bestreiten die Berufungsbeklagten die Zeugenaussagen von 
D._____, da er kein glaubwürdiger Zeuge sei. Er habe ein unmittelbares finanzielles 
und reputationsmässiges Interesse am Ausgang des Prozesses (vgl. Berufungsant-
wort Rz. 123). 

7.3.2. D._____ äusserte sich anlässlich seiner Einvernahme detailliert zu allen Teil-
bereichen. Er führte beispielsweise aus, dass die Berufungsbeklagten über die zu-
sätzlich anfallenden Kosten im Bereich Ergänzung Baueingabe an den Bauherrensit-
zungen mit C._____ und B._____ informiert worden seien (Zeugeneinvernahme 
D._____ S. 9), die Leistungen im Bereich Statikkonzept sicherlich mit Zustimmung 
von B._____ erbracht worden seien (Zeugeneinvernahme D._____ S. 6) oder dass 
die Heizungs- und Sanitärkonzepte mit B._____ und den Berufungsbeklagten be-
sprochen worden seien (Zeugeneinvernahme D._____ S. 7). Ebenfalls sei das Kon-
zept der Elektroinstallation/Sicherheitseinrichtungen mit den Berufungsbeklagten be-
sprochen worden und auch die Arbeiten im Zusammenhang mit dem fehlenden Bau-
beschrieb und der Materialisierung als Grundlage der Devisierung/Planung seien in 
Absprache mit den Berufungsbeklagten getätigt worden, wobei anfänglich noch nicht 
alles im Detail beschlossen worden sei, sondern im Laufe der Ausführungen noch 
dazugekommen oder verändert worden sei. Im Weiteren habe, da B._____s Bauplä-
nen keine Details zur Gestaltung des hölzernen Dachaufbaus, der Metallfassade so-
wie der Metallkonstruktion und Gestaltung eines Liftschachtes habe entnommen 
werden können, die Gestaltung entwickelt werden und mit den Berufungsbeklagten 
bzw. B._____ abgesprochen werden müssen. Es habe sich dabei vor allem um Ar-
beiten gehandelt, die C._____ als Planer habe erarbeiten und P._____ entsprechend 
habe zeichnen müssen (Zeugeneinvernahme D._____ S. 7 f.). Auch sei u.a. die Kür-
zung des Podestes auf Anordnung von B._____ erfolgt und von der Berufungskläge-
rin entsprechend verrechnet worden (Zeugeneinvernahme D._____ S. 41). Schliess-
lich hätten für den Innenausbau, da ein Gestaltungskonzept gefehlt habe, beispiels-
weise die Nasszellen gestaltet werden müssen, d.h. es habe mit den Berufungsbe-

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klagten nach Lösungen gesucht werden müssen. Diverse andere Leistungen hätten 
ebenfalls von der Berufungsklägerin erarbeitet werden müssen (Zeugeneinvernahme 
D._____ S. 9). 

Zunächst ist auch hier festzuhalten, dass die Aussagen von D._____ entgegen der 
Ansicht der Berufungsbeklagten nicht deshalb per se unglaubhaft sind, weil er zum 
Zeitpunkt der Einvernahme Mitglied der Geschäftsleitung der Berufungsklägerin war. 
Vielmehr sind seine Aussagen vor diesem Hintergrund zu würdigen, d.h. es ist – wie 
bereits die Berufungsbeklagten festhalten (vgl. Berufungsantwort Rz. 68) – eine Fra-
ge der Beweiswürdigung, wie mit diesen Zeugenaussagen umgegangen wird. Wie 
bereits erläutert (vgl. oben E. 6.2), sind D._____s Aussagen konsistent und detailliert. 
Dies gilt auch mit Bezug auf die Frage, ob ein Konsens zwischen den Parteien vor-
liegt oder nicht.

7.4.1. Die Berufungsklägerin macht im Weiteren geltend, dass die Berufungsbeklag-
ten genau gewusst hätten, wer welche Arbeiten erledige. Sie seien sowohl auf dem 
Bau vor Ort, als auch an den Bauherrensitzungen anwesend gewesen, anlässlich 
welcher besprochen worden sei, dass die Berufungsklägerin Leistungen, die im ei-
gentlichen Kompetenzbereich von B._____ liegen würden, erbringen würde. Dass 
diese zusätzlichen Leistungen der Berufungsklägerin zusätzlich zu vergüten seien, 
sei ihnen einerseits von C._____ mündlich mitgeteilt worden. Andererseits habe dies 
den Berufungsbeklagten auch schon wegen des schriftlichen Architektenvertrages 
klar sein müssen. Von einem "Gratisschaffen" bzw. von der Unentgeltlichkeit der 
Leistungen hätten die Berufungsbeklagten nach Treu und Glauben und wegen der 
ihnen bestens bekannten üblichen Entschädigung eines Architekten sicher nicht 
ausgehen dürfen. Es sei absolut nicht glaubhaft, dass die Berufungsbeklagten plötz-
lich von all dem nichts mehr gewusst haben. Auch sei nicht glaubhaft, dass die Beru-
fungsklägerin ohne das Wissen der Berufungsbeklagten tätig geworden sei, zumal 
beispielsweise jeder Bauherr sein Heizungs- und Lüftungssystem selber bestimmen 
wolle und deshalb sicherlich nicht akzeptiere, dass der Bauführer in einem so zentra-
len Bereich einfach mal nach seinem Gutdünken etwas mache. Die Berufungsbe-
klagten seien Herr des Geschehens gewesen und hätten auch noch bei der Bauaus-
führung diverse Elemente abändern oder durch ganz andere Baumassnahmen er-
setzen lassen. Sie hätten sich nicht mit einem "Standard-Einfamilienhaus" begnügt, 
sondern sie hätten sehr luxuriös gebaut. Dass die Berufungsbeklagten sozusagen 
mit geschlossenen Augen nicht gewusst haben sollten, dass die Berufungsklägerin in 
diversen entscheidenden Positionen Leistungen erbracht habe, sei auch unter die-
sem Aspekt absolut nicht glaubwürdig. 

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7.4.2. Die Berufungsbeklagten halten dem entgegen, dass von einem "Gratisschaf-
fen" der Berufungsklägerin keine Rede sein könne, da sie gemäss Architektenvertrag 
einen Anspruch auf ein Pauschalhonorar von CHF 160'000.00 habe. Wenn ein Bau-
vorhaben einerseits von einem planenden Architekten entworfen und es anschlies-
send von einem anderen, bauleitenden Architekten realisiert werde, sei die Abgren-
zung naturgemäss schwierig. Die Aufgabenteilung bedinge ein Arbeiten der beteilig-
ten Architekten Hand in Hand und die Übergänge seien teils fliessend und insbeson-
dere für den Laien als Bauherrn sei es nicht ohne Weiteres erkennbar, wenn der eine 
Architekt Leistungen aus dem Aufgabenbereich des andern Architekten erbringe. 
Wenn sie es versäumt habe, ihre Leistungen von denjenigen des planenden Archi-
tekten klar abzugrenzen, und wenn sie während ihrer Tätigkeit den Berufungsbeklag-
ten nie angezeigt habe, dass sie Leistungen erbringe, die nach ihrer Auffassung aus-
serhalb ihrer vertraglichen Pflichten lägen, habe sie es sich vollumfänglich selber zu-
zuschreiben, wenn sie später für diese Leistungen keine zusätzliche Entschädigung 
geltend machen könne. Dass die Berufungsbeklagten im Beisein der Berufungsklä-
gerin an Besprechungen teilgenommen hätten, an welchen es um Fragen wie das 
Statikkonzept, die Sanitärinstallationen oder um Ähnliches gegangen sei, könne nicht 
als Wissen und Zustimmung zur Leistungserbringung ausserhalb des Vertrages 
durch die Berufungsklägerin ausgelegt werden. Die Teilnahme der Berufungsklägerin 
sei ohnehin notwendig gewesen, da sie auch im Rahmen ihrer ursprünglichen Pflich-
ten als bauleitende Architektin die Einzelheiten festlegen und zum Beispiel Aus-
führungspläne habe erstellen müssen. Es könne von den Berufungsbeklagten als 
Bauherren nicht verlangt werden, im Einzelfall danach unterscheiden zu können, ob 
die Berufungsklägerin nun in ihrer ursprünglichen Funktion als bauleitende Architek-
tin an diesen Besprechungen teilgenommen habe oder darüber hinausgehend in Er-
füllung von Aufgaben, zu welchen sie angeblich vertraglich nicht verpflichtet gewesen 
sei. Die Berufungsklägerin habe vor Leistungserbringung nie moniert, sie erbringe 
Leistungen ausserhalb des vertraglich vereinbarten Leistungsumfangs. Sie müsse 
sich rechtsmissbräuchliches Verhalten vorwerfen lassen, wenn sie diese Leistungen 
anfänglich erbringe und die Berufungsbeklagten im Glauben lasse, dies erfolge in 
Erfüllung ihrer vertraglichen Verpflichtung, und erst später geltend mache, sie habe 
Leistungen ausserhalb Vertrag erbracht, die zusätzlich zu vergüten seien (vgl. Beru-
fungsantwort Rz. 66-72).

7.4.3. Wie die Vorinstanz zu Recht festhält (vgl. vorinstanzlicher Entscheid E. 4.1.c), 
ergibt sich aus der Besonderheit, dass es sich gegenständlich nicht um einen Ge-
samtvertrag, sondern aus Sicht der Bauherrschaft um zwei entsprechende Teilver-
träge mit einem projektierenden/gestaltenden und einem ausführenden Architekten 
handelt, ein konfliktträchtiges Problem bei der Abgrenzung der Architektenpflichten 

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unter den Architekten und im Verhältnis zur Bauherrschaft und ganz allgemein in der 
Kommunikation in diesem Dreiecksverhältnis. Beim Bau eines Hauses fliessen oft-
mals viele Schritte beinahe nahtlos ineinander und die Architekten arbeiten, wie dies 
die Berufungsbeklagten und die Vorinstanz bereits bemerkten, Hand in Hand. Selbst-
redend ist es für den Laien schwierig zu erkennen, wer welche Schritte zu erbringen 
hat. Die Berufungsbeklagten schliessen nun aus diesem Umstand, dass diese Ab-
grenzungsschwierigkeiten und die Folgen davon – in casu die Vergütung bzw. Nicht-
Vergütung der ausserhalb des Vertrages erbrachten Leistungen – von der Beru-
fungsklägerin zu vertreten sind. Die Beantwortung dieser Frage ist indessen nicht 
zielführend, da einzig zu beantworten ist, ob ein normativer Konsens zwischen den 
Parteien vorliegt oder nicht. Dabei geht es insbesondere darum, das Verhalten der 
Berufungsbeklagten zu analysieren und zu beurteilen, ob die Berufungsklägerin (Er-
klärungsempfängerin) davon ausgehen durfte, dass ihr die Leistungen zu vergüten 
sind.

Das Argument der Berufungsbeklagten, die Teilnahme der Berufungsklägerin an den 
Bauherrensitzungen sei ohnehin notwendig gewesen, ist nicht zielführend. Denn 
massgebend ist der Umstand, dass die auf der Baustelle auftretenden Probleme dis-
kutiert wurden und die Ber