# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 77aa7ea0-681f-5cbf-ac87-3be12c7710a1
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-05-17
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 2. Kammer 17.05.2022 II 2021 96
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_002_II-2021-96_2022-05-17.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer II

II 2021 96 + 97

Entscheid vom 17. Mai 2022 

Besetzung lic.iur. Achilles Humbel, Präsident
Dr.oec. Andreas Risi, Richter
Dr.iur. Frank Lampert, Richter
lic.iur. Anna Maria Rüesch, Gerichtsschreiberin

Parteien 1. A.________
(Verfahren II 2021 96)

2. B.________,
(Verfahren II 2021 97)
Beschwerdeführer,
beide vertreten durch Rechtsanwalt MLaw C.________,

3.   D.________,
Beigeladener,

gegen

Sozialversicherungsanstalt (SVA) Zürich, Röntgenstrasse 17, 
Postfach, 8087 Zürich,
Vorinstanz,

Gegenstand Alters- und Hinterlassenenversicherung (Schadenersatz gemäss 
Art. 52 AHVG)

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Sachverhalt:

A. Die am 11. Juni 2014 im Handelsregister des Kantons Zürich eingetragene 
E.________ AG (nachstehend: E.________) mit Sitz in ________ bezweckte den 
Betrieb eines Personalverleihs, Personalvermittlung und Personalberatung, einer 
Unternehmensberatung sowie Erbringung von Marketingdienstleistungen. Das 
aus 100 Namenaktien zu je Fr. 1'000.-- zusammengesetzte Aktienkapital von 
insgesamt Fr. 100'000.-- war zu Fr. 50'000.-- liberiert. Präsident des Verwaltungs-
rates war B.________, Mitglied des Verwaltungsrates A.________; beide zeich-
neten mit Einzelunterschrift. 

Am 23. Juli 2014 wurde der Sitz der E.________ nach ________ verlegt und am 
17. November 2016 nach ________. Per 17. November 2016 schied A.________ 
und per 1. Dezember 2016 B.________ aus der E.________ aus (Vi-act. 2018 
bis 2021/229-1/47 sowie 46/47). 

Nach weiteren Sitzverlegungen im April 2017 nach ________ und im September 
2017 nach ________ wurde die E.________ am 27. März 2018 in Anwendung 
von Art. 153b der Handelsregisterverordnung (HRegV, SR 221.411) vom 17. Ok-
tober 2007 von Amtes wegen als aufgelöst erklärt, weil die ihr zur Wiederherstel-
lung des gesetzmässigen Zustandes in Bezug auf das Domizil angesetzte Frist 
fruchtlos abgelaufen war. Mit Verfügung vom 29. April 2019 ordnete der Einzel-
richter des Bezirksgerichts F.________ die Liquidation der bereits aufgelösten 
E.________ an und stellte das Konkursverfahren mit Verfügung vom 22. Mai 
2019 mangels Aktiven ein. Am 30. August 2019 wurde die E.________ im Han-
delsregister gelöscht. 

B.1 Mit Verfügung betreffend Schadenersatz für entgangene Beiträge vom 
7. September 2020 verfügte die Sozialversicherungsanstalt (SVA) Zürich ge-
genüber A.________ was folgt:

1. Herr A.________ als Solidarhafter wird nebst D.________ und B.________, 
verpflichtet, unserer Kasse für entgangene Beiträge Schadenersatz von 
Fr. 820'735.05 zu leisten.

(Zahlungsfrist).

2.-3. (Zustellungsmodalität und Rechtsmittelbelehrung). 

B.2 Gegen diese Verfügung liess A.________ mit Eingabe vom 7. Oktober 
2020 Einsprache erheben mit dem Antrag auf Aufhebung der Verfügung, eventu-
aliter Herabsetzung des Schadenersatzbetrages. 

B.3 Mit Entscheid vom 8. Juli 2021 wies die SVA Zürich die Einsprache ab. 

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C.1 Ebenso verfügte die SVA Zürich am 12. Februar 2020 gegenüber 
B.________ was folgt:

1. Herr B.________ als Solidarhafter wird nebst D.________ und A.________, 
verpflichtet, unserer Kasse für entgangene Beiträge Schadenersatz von 
Fr. 820'992.65 zu leisten.

(Zahlungsfrist).

2.-3. (Zustellungsmodalität und Rechtsmittelbelehrung). 

C.2 Gegen diese Verfügung liess B.________ mit Eingabe vom 12. März 2020 
(Vi-act. 2018 bis 2021/250) Einsprache erheben mit dem Antrag auf Aufhebung 
der Verfügung, eventualiter Herabsetzung des Schadenersatzbetrages. 

C.3 Mit Entscheid vom 8. Juli 2021 wies die SVA Zürich die Einsprache ab. 

D. Mit Verfügung vom 12. Februar 2020 hat die SVA Zürich auch D.________ 
als Solidarhafter nebst B.________ und A.________ zur Bezahlung eines Scha-
denersatzes von Fr. 826'748.75 verpflichtet (Vi-act. 2018 bis 2021/9 ff.-47). 
D.________ hat gegen die Schadenersatzverfügung soweit ersichtlich keine Ein-
sprache erhoben. 

E.1 Mit Eingabe vom 9. September 2021 (Postaufgabe am gleichen Tag) lässt 
A.________ fristgerecht Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 
Schwyz erheben mit den folgenden Anträgen (Verfahren II 2021 96):

1. Der Einspracheentscheid vom 8. Juli 2021 sei aufzuheben und es sei 
festzustellen, dass der Beschwerdeführer keinen Schadenersatz zu leisten 
hat. 

2. Eventuell sei der Einspracheentscheid vom 8. Juli 2021 aufzuheben und die 
Sache sei zur Erstellung einer neuen Abrechnung und Neubeurteilung an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

3. Subeventuell sei der Einspracheentscheid vom 8. Juli 2021 aufzuheben und 
der Schadenersatzbetrag herabzusetzen.

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin. 

E.2 Mit Eingabe ebenfalls vom 9. September 2021 (Postaufgabe am gleichen 
Tag) lässt auch B.________ den ihn betreffenden Einspracheentscheid vom 
8. Juli 2021 beim Verwaltungsgericht anfechten mit den identischen Anträgen 
(Verfahren II 2021 97).

F. Mit einer gemeinsamen Vernehmlassung vom 15. November 2021 in den 
beiden Verfahren beantragt die Vorinstanz die teilweise Gutheissung der Be-
schwerden und Reduktion der Schadenersatzforderung auf Fr. 743'802.68 für 

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beide Beschwerdeführer. Mit der Vernehmlassung reicht die Vorinstanz die Akten 
bzw. 5 CDs umfassend insgesamt 7'624 Seiten ein (2014: 918 Seiten; 2015: 
1'752 Seiten; 2016: 2'522 Seiten; 2017: 967 Seiten; 2018 bis 2021: 1'456 Seiten). 

G. Mit Replik vom 24. Januar 2022 ersuchen die Beschwerdeführer um er-
messensweise Herabsetzung der Schadenersatzforderung. Mit Duplik vom 
9. Februar 2022 verweist die Vorinstanz vollumfänglich auf ihre Vernehmlassung 
vom 15. November 2021. 

H. Mit Schreiben vom 23. Februar 2022 unterbreitet das Verwaltungsgericht 
der Vorinstanz verschiedene Fragen zur Klärung. Hierzu äussert sich diese mit 
Schreiben vom 16. März 2022. Sie macht (neu) einen Ausstand von total 
Fr. 779'066.63 geltend, wofür die beiden Beschwerdeführer solidarisch hafteten. 
Es werde daher weiterhin die Abweisung der Beschwerde beantragt. 

I. Am 24. Februar 2022 reichen die Beschwerdeführer ein Schreiben der Vor-
instanz vom 13. Januar 2017 ans Amt für Wirtschaft und Arbeit ein, womit Bei-
tragsausstände von rund Fr. 400'000.-- geltend gemacht wurden. 

J. Mit Schreiben vom 1. April 2022 lud das Verwaltungsgericht D.________ 
unter Hinweis auf die Urteile BGer 9C_646/2012 vom 27. August 2013 (i.Sa. R. 
vs. Ausgleichskasse Schwyz) sowie BGE 134 V 306 ins Verfahren bei. Da der 
Empfänger unter der angegebenen Adresse nicht ermittelt werden konnte, re-
tournierte die Post das Schreiben am 5. April 2022. Gleichentags erfolgte der 
Versand des Schreibens per Post A-plus an die neue Adresse von D.________ 
(Zustellung am 6.4.2022 [Sendungsnummer 98.________]). Innert angesetzter 
Frist (29.4.2022) liess sich D.________ nicht vernehmen. Androhungsgemäss ist 
daher Verzicht auf eine Stellungnahme anzunehmen. 

K. Mit Schreiben vom 2. Mai 2022 nahmen die Beschwerdeführer Stellung 
zum Schreiben der Vorinstanz vom 16. März 2022. 

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Im Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege (VRP; SRSZ 234.110) vom 
6. Juni 1974 wird die Verfahrensvereinigung nicht ausdrücklich erwähnt. Nach 
konstanter Rechtsprechung können Beschwerden vereinigt werden, wenn das 
Gericht für zwei oder mehrere Verfahren in der gleichen Verfahrensart zuständig 
ist und sich die verschiedenen Beschwerden im Wesentlichen auf die gleichen 
Tatsachen (Sachverhalt) und die gleichen Rechtsgründe (Rechtsfragen) stützen 

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(vgl. statt Vieler VGE III 2011 151 + 155 vom 18.1.2012 Erw. 1; VGE 603 + 
606/92 vom 23.9.1992 Erw. 1). Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall 
offensichtlich gegeben. Die beiden Beschwerden sind inhaltlich und formal wei-
testgehend deckungsgleich, die Beschwerdeführer haben eine für beide Verfah-
ren gemeinsame Replik eingereicht, und die Vorinstanz hat ebenso für beide 
Verfahren gemeinsame Eingaben gemacht. Auch der Beigeladene wurde mit 
beiden Verfügungen (vom 7.2.2020 bzw. 12.2.2020) als Solidarhafter zur Zah-
lung verpflichtet und ist mithin gleichermassen betroffen. 

2.1.1  Fügt ein Arbeitgeber durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung 
von Vorschriften der Versicherung einen Schaden zu, so hat er diesen zu 
ersetzen (Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und 
Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10] vom 20.12.1946). Handelt es 
sich beim Arbeitgeber um eine juristische Person, so haften subsidiär die 
Mitglieder der Verwaltung und alle mit der Geschäftsführung oder Liquidation 
befassten Personen. Sind mehrere Personen für den gleichen Schaden 
verantwortlich, so haften sie für den Schaden solidarisch (Art. 52 Abs. 2 AHVG). 
Der Schadenersatzanspruch verjährt nach den Bestimmungen des 
Obligationenrechts über die unerlaubten Handlungen (Art. 52 Abs. 3 AHVG), d.h. 
mit Ablauf von drei Jahren von dem Tage an gerechnet, an welchem der 
Geschädigte Kenntnis vom Schaden und von der Person des Ersatzpflichtigen 
erlangt hat (vgl. Art. 60 Abs. 1 OR). Die zuständige Ausgleichskasse macht den 
Schadenersatzanspruch durch Verfügung geltend (Art. 52 Abs. 4 AHVG). In Ab-
weichung von Artikel 58 Absatz 1 des Bundesgesetzes über den allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) vom 6. Oktober 2000, wo-
nach zur Beurteilung von Beschwerden das Versicherungsgericht desjenigen 
Kantons zuständig ist, in dem die versicherte Person oder der Beschwerde 
führende Dritte zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat, ist für die Be-
schwerde nach Art. 52 AHVG das Versicherungsgericht des Kantons zuständig, 
in welchem der Arbeitgeber seinen Wohnsitz hat (vgl. Art. 52 Abs. 5 AHVG).

2.1.2  Die E.________ hatte ihren Sitz seit September 2017 bis zu ihrer Lö-
schung im Handelsregister per 30. August 2019 (vgl. vorstehend Ingress lit. A) im 
Kanton Schwyz. Im Kanton Schwyz ist das Verwaltungsgericht das kantonale 
Versicherungsgericht im Sinne der Bundesgesetzgebung (§ 16 Abs. 2 lit. a des 
Justizgesetzes [JG; SRSZ 231.110] vom 18.11.2009; vgl. § 20 des Einführungs-
gesetzes zu den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversiche-
rung und über die Invalidenversicherung [SRSZ 362.100] vom 24.3.1994; § 24 
Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Krankenversiche-
rung [EGzKVG; SRSZ 361.100] vom 19.9.2007). 

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Die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz zur Beurteilung 
der Beschwerden ist somit gegeben. Auf die zudem frist- und formgerecht (vgl. 
Art. 60 i.V.m. Art. 61 ATSG) eingereichten Beschwerden ist einzutreten.

2.2 Kenntnis des Schadens ist in der Regel von dem Zeitpunkt an gegeben, in 
welchem die Ausgleichskasse unter Beachtung der ihr zumutbaren Aufmerksam-
keit erkennen muss, dass die tatsächlichen Gegebenheiten nicht mehr erlauben, 
die Beiträge einzufordern, wohl aber eine Schadenersatzpflicht begründen kön-
nen (vgl. BGE 119 V 92 Erw. 3).

Die Rechtzeitigkeit der verfügungsweisen Geltendmachung des Schadens wird 
von den Beschwerdeführern nicht bestritten. 

3.1.1  Mit den Verfügungen vom 12. Februar 2020 und 7. September 2020 hat 
die Vorinstanz dargelegt, dass sich die offenen Beträge auf die nicht beglichenen 
Akontorechnungen für die Jahre 2015 und 2016 bzw. die definitiven Jahresab-
rechnungen für die Jahre 2015 und 2016 bezögen. Hierfür wurde auf die Jahres-
abrechnungen für das Jahr 2015 vom 3. März 2016 sowie für das Jahr 2016 vom 
6. Juni 2019 verwiesen. Aufgrund der Austritte per 17. November 2016 (Be-
schwerdeführer Ziff. 1) bzw. 1. Dezember 2016 (Beschwerdeführer Ziff. 2) seien 
die erst nach dem Austritt entstandenen Mahngebühren, Kosten und BBF-Bei-
träge für das Jahr 2016 in Abzug gebracht worden (je S. 1 Ziff. 1). Als Organ der 
E.________ hätten die Beschwerdeführer die gesetzlichen Verpflichtungen 
gemäss Art. 14 Abs. 1 AHVG missachtet und dadurch den Schaden versursacht 
(je S. 1 f. Ziff. 2 f.). 

3.1.2  Mit den angefochtenen Einspracheentscheiden (vgl. S. 2 ff. Ziff. 3) führte 
die Vorinstanz aus, für das Jahr 2014 sei (am 30.1.2015, vgl. Vi-act. 2015/7-2/16) 
eine Lohnsumme von Fr. 1'858'641.50 bei rund 200 Mitarbeitern deklariert wor-
den. Für das Jahr 2015 seien Löhne von total Fr. 3'293'208.-- bei rund 400 Mit-
arbeitern deklariert worden, nachdem die voraussichtliche Lohnsumme auf 
Fr. 180'000.-- veranschlagt worden sei. Für das Jahr 2016 sei eine voraussichtli-
che Lohnsumme von Fr. 1 Mio. angegeben worden. Für das Jahr 2016 sei je-
doch keine Lohndeklaration eingereicht worden, weshalb man eine Einschätzung 
der Lohnsumme habe vornehmen müssen. Veranlagt worden sei für das Jahr 
2016 eine Lohnsumme von Fr. 4 Mio., die von den Einsprechern in dieser Höhe 
bestritten werde.

Für die Jahre 2014 und 2015 sei der Ausstand aufgrund der Schlussabrechnung 
ersichtlich. Das Jahr 2014 weise keine Ausstände mehr aus. Für das Jahr 2015 
bestehe ein offener Saldo von Fr. 338'031.20. In diesem Umfang sei ein Schaden 
ausgewiesen. 

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Für das Jahr 2016 ergäbe sich bei einer angenommenen Lohnsumme von 
Fr. 4 Mio. eine Schadenssumme von Fr. 488'504.45. Für die Jahre 2016 und 
2017 hätten sich diverse Mitarbeiter gemeldet, denen die Löhne auf den indivi-
duellen Konten nicht gutgeschrieben worden seien. Die Vorinstanz listete hierzu 
rund 230 Namen auf, bei 13 ergänzt um den "bekannten Lohn". 

Die Lohndeklaration 2015 enthalte auch rund 100 Mitarbeiter, die bis Dezember 
2015 angestellt gewesen seien. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei davon 
auszugehen, dass ein Grossteil dieser Personen ebenfalls ab Januar 2016 wei-
terbeschäftigt worden sei. Zusammenfassend sei von rund 400 Mitarbeitern aus-
zugehen, welche im Jahr 2016 von der E.________ beschäftigt worden seien. 
Diese Anzahl entspreche derjenigen des Vorjahres 2015 mit einer Lohnsumme 
von Fr. 3'293'208.--. Mangels Unterlagen habe die effektive Lohnsumme 2016 
nicht bestimmt werden können. 

Eine Lohnsumme von Fr. 4 Mio. erweise sich als verhältnismässig. Dies könne in 
analoger Anwendung der Grundsätze zur Ermessensveranlagung im Sinne von 
Art. 132 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG; 
SR 642.11) vom 14. Dezember 1990 beurteilt werden. Vor dem Hintergrund der 
hierzu ergangenen Rechtsprechung und des zulässigen Spielraumes der Behör-
den sei die Annahme von um rund 20% über der Lohnsumme 2015 liegenden 
Fr. 4 Mio. gerechtfertigt. Der Schaden sei ausgewiesen (S. 2 ff. Ziff. 3). 

Die Beschwerdeführer Ziff. 1 und Ziff. 2 seien per 16. November 2016 bzw. per 
1. Dezember 2016 als Organ zurückgetreten. Damit hafteten sie grundsätzlich 
nur für Ausstände, welche während ihrer Organtätigkeit angefallen seien. Aller-
dings sei zu beachten, dass die Arbeitgebenden verpflichtet seien, wesentliche 
Änderungen, d.h. eine Abweichung von mindestens 10%, während des laufen-
den Jahres zu melden. Abweichungen unter Fr. 20'000.-- müssten nicht gemeldet 
werden. Die Lohnsumme sei anfangs Jahr mit Fr. 1 Mio. beziffert worden. Die ef-
fektive Lohnsumme sei aber höher gewesen. Die Arbeitgeberpflicht sei verletzt 
worden, weil die Lohnsummenänderung nicht gemeldet worden sei. Dies bedeu-
te eine Erweiterung des Haftungszeitraumes (S. 8 f. Ziff. 3). Die Einsprecher hät-
ten die Beitrags- und Abrechnungspflicht verletzt (S. 9 f. Ziff. 4). Sie hätten sich 
grobfahrlässig verhalten (S. 10 f. Ziff. 5). Der adäquate Kausalzusammenhang 
sei gegeben (S. 11 Ziff. 6). 

3.2 Mit ihren Beschwerden machen die Beschwerdeführer in erster Linie und 
zur Hauptsache geltend, die Schadensberechnung sei nicht nachvollziehbar 
(S. 5 ff. Rz. 15 ff. bzw. S. 5 ff. Rz. 17 ff.). Weiter werde eine Pflichtwidrigkeit und 
Widerrechtlichkeit bestritten (S. 10. Rz. 32 ff. bzw. S. 10 f. Rz. 34 ff.), ebenso der 
adäquate Kausalzusammenhang; sofern dieser gegeben sei, sei er durch das 

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Verschulden der Vorinstanz unterbrochen worden (S. 10 f. Rz. 35 ff. bzw. S. 11 
Rz. 37 ff.). Ein Verschulden könne ihnen nicht vorgeworfen werden; es bestün-
den auch Exkulpationsgründe (S. 11 ff. Rz. 38 ff. bzw. S. 11 ff. Rz. 40 ff.). 

3.3.1  Soweit der Beschwerdeführer Ziff. 1 moniert, er sei nicht - wie im Einspra-
cheentscheid (Ziff. 3 [S.2]) festgehalten werde - erst am 22. September 2017 aus 
der Gesellschaft ausgetreten, ist bereits an dieser Stelle darauf hinzuweisen, 
dass in der gleichen Ziffer 3 (S. 8) als Datum seines Rücktritts als Organ richti-
gerweise der 1. Dezember 2016 genannt wird. 

Im Übrigen wird die Organeigenschaft der Beschwerdeführer bzw. deren Funkti-
on als Verwaltungsräte für die Zeit seit der Gründung der E.________ bis zum 
17. November 2016 bzw. 1. Dezember 2016 (vgl. Beschwerden je S. 3 Rz. 4 bis 
6) nicht bestritten. 

3.3.2  Die Organhaftung beginnt grundsätzlich mit der effektiven Organstellung, 
spätestens mit der Eintragung im Handelsregister, und hält so lange an, als die 
Person eine formelle, materielle oder faktische Organstellung innehatte (und da-
mit über allenfalls vorhandenes Vermögen disponieren und Zahlungen an die 
Ausgleichskasse veranlassen konnte; Marco Reichmuth, Die Haftung des Arbeit-
gebers und seiner Organe nach Art. 52 AHVG, Zürich 2008, Rz 242/256 m.H.). 
Sie endet mit anderen Worten in jenem Zeitpunkt, in welchem die Person den 
Geschäftsgang nicht mehr beeinflussen kann, sei es durch Handlungen oder Un-
terlassungen (vgl. BGE 126 V 61 Erw. 4a: Fehlen einer formellen und faktischen 
Organstellung). 

Die allfällige Haftung der Beschwerdeführer endet vorliegend somit grundsätzlich 
mit deren Austritt aus dem Verwaltungsrat per 17. November 2016 bzw. 1. De-
zember 2016.

3.4 Zum Schaden gehören auch die unbezahlten Verwaltungskosten (BGE 121 
III 382 Erw. 3.bb). Nach Art. 66 des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung (IVG; SR 831.20) vom 19. Juni 1959 sowie nach Art. 21 des Bundesge-
setzes über den Erwerbsersatz (Erwerbsersatzgesetz, EOG; SR 834.1) vom 
25. September 1952 und nach Art. 25 lit. c des Bundesgesetzes über die Famili-
enzulagen (Familienzulagengesetz, FamZG; SR 836.2) vom 24. März 2006 rich-
tet sich die Haftung für Schäden sinngemäss ebenfalls nach Art. 52 AHVG. 
Ebenso stellt die Nichtbezahlung von Arbeitslosenversicherungsbeiträgen durch 
Arbeitgeber einen Schaden im Sinne des Art. 52 AHVG dar, weshalb die AHV-
Ausgleichskassen befugt sind, das Schadenersatzverfahren einzuleiten (BGE 
113 V 186 Regeste und Erw. 4.b). 

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Die Beschwerdeführer bestreiten mithin zu Unrecht das Fehlen einer gesetzli-
chen Grundlage für eine (allfällige) persönliche Haftung für Beiträge an die Fami-
lienausgleichskasse, die Arbeitslosenversicherung sowie für die Verwaltungskos-
ten (Replik S. 6 Rz. 19). 

4. Die Beschwerdeführer rügen eine unklare Schadensberechnung. 

4.1 Vorab drängt sich eine Darstellung der Beitragserhebung während der 
Dauer der Organeigenschaft der Beschwerdeführer auf. Hierzu lassen sich den 
Akten unter anderem die folgenden Angaben entnehmen. 

4.1.1  Laut dem "Fragebogen für juristische Personen" zur AHV-Beitragspflicht 
wurde der Vorinstanz seitens der E.________ im Juni 2014 (Erfassung bei der 
Vorinstanz am 13.6.2014) ab August 2014 eine Bruttolohnsumme von 
Fr. 10'000.-- pro Monat für zwei Personen sowie eine Geschäftsführer-
Lohnsumme von Fr. 5'000.-- pro Monat gemeldet (Vi-act. 2014/6). Mit Beitrags-
rechnung vom 8. September 2014 wurde der E.________ erstmals eine Beitrags-
rechnung von gesamthaft Fr. 4'140.90 bei einer Lohnsumme von Fr. 30'000.-- für 
die Monate August und September 2014 zugesandt (Vi-act. 2014/119); am 
1. Dezember 2014 folgte die (Akonto-)Rechnung für die Monate Oktober bis De-
zember 2014 über Fr. 6'211.35 bei einer Lohnsumme von total Fr. 45'000.-- (Vi-
act. 2014/286). 

Mit Schreiben vom 1. Dezember 2014 ersuchte die E.________ die Vorinstanz 
um die Anpassung der Lohnsumme für die Akontorechnung auf Fr. 1'550'000.--, 
da aufgrund der erfreulichen Geschäftsentwicklung die Lohnsumme 2014 "um 
einiges höher als budgetiert" sein werde (Vi-act. 2014/289). Am 19. Dezember 
2014 stellte die Vorinstanz der E.________ (Akonto-)Beiträge von Fr. 188'395.55 
auf der Basis einer Lohnsumme von Fr. 1'370'000.-- in Rechnung (Vi-
act. 2014/351). 

Mit Lohndeklaration vom 30. Januar 2015 deklarierte die E.________ für das 
Jahr 2014 eine AHV-pflichtige Lohnsumme von insgesamt Fr. 1'858'641.50 unter 
Beilage der detaillierten Übersicht über die Mitarbeitenden sowie deren Löhne 
(Vi-act. 2014/7-2 ff.). Am 5. März 2015 wurden der E.________ hierfür die Bei-
träge (von insgesamt Fr. 198'747.80) in Rechnung gestellt (Vi-act. 2015-33). 

4.1.2  Am 23. Februar 2015 wurde die E.________ zur Zahlung der Rechnung 
vom 19. Dezember 2014 über Fr. 138'415.55 (Fr. 188'395.55 abzgl. Zahlung von 
Fr. 50'000.-- zzgl. Mahngebühr von Fr. 20.--) gemahnt (Vi-act. 2015/13). 

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4.1.3  Am 6. März 2015 wurden der E.________ für die Monate Januar bis März 
2015 Beiträge von insgesamt Fr. 6'166.35 auf der Basis einer Lohnsumme von 
insgesamt Fr. 45'000.-- (bzw. Fr. 15'000.-- pro Monat) in Rechnung gestellt (Vi-
act. 2015/35). 

4.1.4  Am 26. Mai 2015 wurde die E.________ betr. die Rechnung vom 19. De-
zember 2014 über einen noch bestehenden Ausstand von Fr. 114'803.85 ge-
mahnt (Vi-act. 2015/190). 

Ebenfalls am 26. Mai 2015 wurde die E.________ betr. die Rechnung vom 
6. März 2015 (Akonto erstes Quartal 2015) über Fr. 6'166.35 gemahnt (Vi-
act. 2015/192).

4.1.5  Am 1. Juni 2015 ersuchte der Beschwerdeführer Ziff. 2 die Vorinstanz um 
die ratenweise Begleichung der offenen Beträge von insgesamt Fr. 166'382.45. 
Die Vorinstanz bewilligte eine Zahlung in fünf monatlichen Raten ab Ende Juni 
2015 zu je Fr. 33'000.-- (plus Restbetrag) unter Hinweis, dass für das Jahr 2015 
von einer provisorischen Lohnsumme von Fr. 180'000.-- ausgegangen werde; 
diese könne jederzeit mit einer schriftlichen Mitteilung angepasst werden (Vi-
act. 2015/204, Vi-act. 2015/209). Nachdem die erste Rate nicht fristgerecht be-
zahlt wurde, erklärte die Vorinstanz den Ratenzahlungsplan für gefährdet (Vi-
act. 2015/267). 

4.1.6  Am 17. August 2015 wurde die E.________ betr. die Rechnung vom 
8. Juni 2015 über Fr. 6'166.35 (Vi-act. 2015/371) gemahnt, am 30. September 
2015 betr. die gleiche Rechnung vom 8. Juni 2015 über Fr. 4'375.55 (Vi-act. 
2015/458), am 16. November 2015 betr. die Rechnung vom 7. September 2015 
über Fr. 6'166.35 (Vi-act. 2015/583) und am 14. Dezember 2015 betr. Rechnung 
vom 13. Oktober 2015 über Fr. 1'937.80 (Vi-act. 2015/676). 

4.1.7  Mit Mitteilung "voraussichtliche Jahreslohnsummen als Grundlage für 
Akontobeiträge 2016" vom 22. Dezember 2015 (Vi-act. 2016/3 [von der Vorin-
stanz "erledigt 07.01.2016/nan"]; nicht vom 5.11.2016 [kein Dokument aktenkun-
dig unter diesem Datum] wie von den Beschwerdeführern replizierend S. 1 Rz. 2 
geltend gemacht) nannte die E.________ der Vorinstanz für das Vorjahr (d.h. 
das Jahr 2015) eine Lohnsumme von Fr. 180'000.-- und eine neue Jahreslohn-
summe (d.h. für das Jahr 2016) von Fr. 1'000'000.--. 

Am 14. Januar 2016 stellte die Vorinstanz der E.________ die Akonto-
Beitragsrechnung für den Januar 2016 von Fr. 11'342.90 auf der Basis einer 
Lohnsumme von Fr. 83'333.-- pro Monat aus (Vi-act. 2016/24) und entsprechend 

11

für die Folgemonate (5.2.2016 [Vi-act. 2016-45], 3.3.2016 [Vi-act. 2016-122], 
etc.).

4.1.8  Am 8. Februar 2016 wurde die E.________ betr. die Rechnung vom 
1. Dezember 2015 über Fr. 6'166.35 (Vi-act. 2016/47) und gleichentags über die-
jenige vom 10. Dezember 2015 über Fr. 1'574.70 (Vi-act. 2016/48) gemahnt. Am 
7. März 2016 folgte die Mahnung betr. die Rechnung vom 14. Januar 2015 über 
Fr. 11'342.90 (Vi-act. 2016/126). 

Analog folgten weitere monatliche Mahnungen während der Dauer der Organ-
stellung der Beschwerdeführer (4.4.2016 betr. Rechnung vom 5.2.2016 über 
Fr. 7'825.05 [Vi-act. 2016/177], 2.5.2016 betr. Rechnung vom 4.3.2016 über 
Fr. 2'735.-- [Vi-act. 2016/322], 9.5.2016 betr. Rechnung vom 5.2.2016 über 
Fr. 6'635.80 [Vi-act. 2016/337], 30.5.2016 betr. Rechnung vom 5.2.2016 über 
Fr. 6'143.65 [Vi-act. 2016/384], 30.5.2016 betr. Rechnung vom 4.3.2016 über 
Fr. 2'735.-- [Vi-act. 2016/385], 30.5.2016 betr. Rechnung vom 8.4.2016 über 
Fr. 11'382.90 [Vi-act. 2016/386], 13.6.2016 betr. Rechnung vom 20.4.2016 über 
Fr. 237.20 [Vi-act. 2016/443], 27.6.2016 betr. Rechnung vom 6.5.2016 über 
Fr. 9'329.45 [Vi-act. 2016/473], 2.8.2016 betr. Rechnung vom 6.6.2016 über 
Fr. 10'019.55 [Vi-act. 2016/582], 29.8.2016 betr. Rechnung vom 8.7.2016 über 
Fr. 10'699.50 [Vi-act. 2016/644], 19.9.2016 betr. Rechnung vom 8.7.2016 über 
Fr. 10'699.50 [Vi-act. 2016/678], 26.9.2016 betr. Rechnung vom 5.8.2016 über 
Fr. 11'342.-- [Vi-act. 2016/683], 31.10.2016 betr. Rechnung vom 6.9.2016 über 
Fr. 7'334.65 [Vi-act. 2016/848], 7.11.2016 betr. Rechnung vom 5.8.2016 über 
Fr. 10'243.90 [Vi-act. 2016/871], 29.11.2016 betr. Rechnung vom 6.10.2016 über 
Fr. 11'342.90 [Vi-act. 2016/940]).

4.1.9  Vom 12. Februar 2016 datiert die Lohndeklaration der E.________ für das 
Jahr 2015 über eine Lohnsumme von insgesamt Fr. 3'293'208.-- (Vi-
act. 2016/100-1 ff.), welcher die detaillierte Liste der Mitarbeitenden und deren 
Saläre beigelegt wurde. Hierfür stellte die Vorinstanz der E.________ am 3. März 
2016 die Beitragsrechnung 2015 über Fr. 386'822.-- zu (Vi-act. 2016/122). 

Am 4. März 2016 ersuchte die E.________ die Vorinstanz um ratenweise Beglei-
chung der Jahresrechnung 2015 über Fr. 386'822.-- (Vi-act. 2016/127: Raten 
zwischen Fr. 15'000.-- und Fr. 50'000.-- ab April 2016 bis April 2017). Die Vorin-
stanz entsprach dem Ratenzahlungsgesuch am 16. März 2016 unter Anpassung 
der Konditionen (zehn statt dreizehn Raten) (Vi-act. 2016/139). 

Mit Schreiben vom 10. Mai 2016 beurteilte die Vorinstanz den Ratenzahlungs-
plan als gefährdet, nachdem die E.________ die per 30. April 2016 fällige (erste) 

12

Rate von Fr. 15'000.-- nicht geleistet hatte; gleichzeitig drohte der E.________ 
das Inkassoverfahren an (Vi-act. 2016/338). 

Mit Mahnung vom 18. Juli 2016 setzte die Vorinstanz der E.________ Frist zur 
Begleichung von Fr. 368'186.70 an (Fr. 386'822.-- abzgl. Zahlung von 
Fr. 18'675.30 zzgl. Mahngebühr von Fr. 40.--) (Vi-act. 2016/540). Am 5. August 
2016 leitete die Vorinstanz das Betreibungsverfahren ein (Vi-act. 2016/599; Vi-
act. 2016/646 [Zahlungsbefehl Betreibung Nr. ________ vom 5.8.2016 des Be-
treibungsamtes ________ ]); am 19. Oktober 2016 stellte sie das Fortsetzungs-
begehren (Vi-act. 2016-791). 

Am 6. September 2016 leitete die Vorinstanz die Betreibung über einen weiteren 
Ausstand von Fr. 9'289.45 ein (6.9.2016 [Vi-act. 2016/660 + 724]; Fortsetzungs-
begehren am 23.11.2016).

4.1.10 Am 20. August 2016 liess die nunmehr beanwaltete E.________ um die 
Bezahlung des Ausstandes 2015 von Fr. 368'186.70 in zehn monatlichen Raten 
zu je Fr. 36'500.-- ersuchen (Vi-act. 2016/816 + 823). Gemäss einer Notiz vom 
24. Oktober 2016 war der Ratenplan "im Moment" erledigt (Vi-act. 2016/815). 

4.1.11 Mit Schreiben vom 25. Oktober 2016 informierte die Vorinstanz die 
E.________, dass für die Akontobeiträge 2017 auf eine Jahreslohnsumme von 
Fr. 999'996.-- (gemäss dem Vorjahr 2016) abgestellt werde (Vi-act. 2016/898). 

4.1.12 Nach dem Austritt der beiden Beschwerdeführer waren noch weitere 
Mahnungen von Beiträgen und Betreibungshandlungen zu verzeichnen (vgl. Vi-
act. 2017/1, 6, 8, 16, 17, 21, 27, 37-39, 43 und viele mehr). 

Am 7. März 2017 und 13. April 2017 wurde die E.________ erinnert bzw. ge-
mahnt, die Lohndeklaration 2016 bis 20. März 2017 bzw. 28. April 2017 einzurei-
chen (Vi-act. 2017/55 und 98). Am 8. März 2017 wurde ein erster Verlustschein 
(Pfändungsurkunde) über Fr. 9'570.10 betreffend die Rechnung vom 6. Mai 2016 
ausgestellt (Vi-act. 2017/56), am 9. Mai 2017 folgte ein nächster (Vi-
act. 2017/109). 

4.2.1 Der Schaden setzt sich im Bereich von Art. 52 AHVG zur Hauptsache aus 
den nicht abgelieferten paritätischen Sozialversicherungsbeiträgen (AHV/IV/EO/ 
FAK inkl. ALV) zusammen. Dazu können die Verwaltungskostenbeiträge, Mahn-
gebühren, Veranlagungs- und Betreibungskosten sowie Verzugszinsen für 
rückständige Beiträge kommen (vgl. Thomas Nussbaumer, Die Haftung des Ver-
waltungsrates nach Art. 52 AHVG, AJP 9/1996, S. 1076, Ziff. 8 lit. a).

13

4.2.2 Eine Veranlagungsverfügung mit schätzungsweiser Ermittlung der bei-
tragspflichtigen Löhne ist zulässig, wenn es für die Ausgleichskasse praktisch 
unmöglich ist, die beitragspflichtigen Lohnsummen mit der vom Gesetz verlang-
ten Genauigkeit in Erfahrung zu bringen, weil es der Arbeitgeber trotz Mahnung 
unterlässt, innert nützlicher Frist die für die Festsetzung der paritätischen Beiträ-
ge erforderlichen Angaben zu machen (BGE 118 V 65 Regeste, Erw. 3).

Die Herabsetzung der Schadenshöhe setzt voraus, dass die auf einer Ermes-
senseinschätzung beruhende (angenommene) Lohnsumme zweifellos unrichtig 
ist. Ob dies zutrifft, beurteilt sich in analoger Anwendung der Grundsätze zur Er-
messensveranlagung nach dem Bundesgesetz vom 14. Dezember 1990 über die 
direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11). Danach ist eine Veranlagung nach 
pflichtgemässem Ermessen namentlich dann offensichtlich unrichtig im Sinne 
von Art. 132 Abs. 1 DBG, wenn die Schätzung sachlich unbegründbar ist, sich 
auf sachwidrige Grundlagen, Methoden oder Hilfsmittel stützt oder wenn sich aus 
dem Ausmass der Abweichung von der tatsächlichen wirtschaftlichen Leistungs-
fähigkeit und den sonstigen Umständen ergibt, dass sie erkennbar pönal oder 
fiskalisch motiviert ist. Dabei setzt "pflichtgemäss" eine Würdigung der gesamten 
Verhältnisse voraus. Es sind alle bekannten Tatsachen zu berücksichtigen und 
allen zur Verfügung stehenden Unterlagen Rechnung zu tragen. Annahmen und 
Vermutungen bedürfen der Plausibilisierung. Die Einschätzung soll der Wirklich-
keit möglichst nahekommen, was eine umfassende Würdigung des Aktenstands 
im Licht der Lebenserfahrung erfordert. Das Bundesgericht ist an die Ermes-
senseinschätzung gebunden, wenn sie auf einer richtigen und vollständigen 
Sachverhaltsermittlung und auf einer sachgerechten Abwägung der Gesamtheit 
der für die Veranlagung massgebenden Verhältnisse beruht, wobei den zustän-
digen Behörden ein gewisser Spielraum für die zahlenmässige Auswertung der 
Untersuchungsergebnisse zusteht; so lange sich ihre Schätzung im Rahmen des 
so gegebenen Spielraums hält, kann das Bundesgericht nicht eingreifen (Urteile 
BGer 9C_223/2019 vom 23.5.2019 Erw. 6.1 mit weiteren Hinweisen; 9C_3/2013 
vom 22.8.2013 Erw. 3; H 383/98 vom 27.9.2001 Erw. 2.b; 9C_614/2020 vom 
15.9.2021 Erw. 5.2; [alle Entscheide betr. Haftung nach Art. 52 AHVG]; vgl. SZS 
2022 S. 2 f. [Urteil BGer 9C_353/2021 vom 7.12.2021 mit Bemerkungen P. Fors-
ter]). 

4.2.3  Die von einer Schadenersatzforderung betroffene Person muss auf Grund 
der Rechtsweggarantie die Möglichkeit haben, das Massliche der Beitragsforde-
rungen, für die sie haftbar gemacht wird, zumindest einmal bei einer Gerichts-
instanz bestreiten zu können, die den Sachverhalt frei prüft. Solange sie noch 
Organ der Gesellschaft ist, hat sie die Möglichkeit, eine solche Beitragsverfügung 

14

anzufechten, sei es direkt für die Gesellschaft oder indirekt, indem sie innerhalb 
der Unternehmung darauf hinwirkt, dass die Verfügung angefochten und die 
Rechtslage geklärt wird. Anders verhält es sich, wenn die ins Recht gefasste 
Person im Zeitpunkt der betreffenden Beitragsverfügung nicht mehr Organ der 
Gesellschaft ist: Aus der Unternehmung ausgeschiedene frühere Organe haben 
bei späterer Zustellung der Beitragsverfügung in der Regel keine Möglichkeit, 
Einfluss darauf zu nehmen, dass die Gesellschaft die Verfügung anficht. Bei-
tragsschuldnerin und damit Verfügungsadressatin ist die Gesellschaft. Ein ehe-
maliges Gesellschaftsorgan ist nicht legitimiert, die Beitragsforderung vor Gericht 
zu ziehen. War die ins Recht gefasste Person in diesem Zeitpunkt als Organ 
ausgeschieden und hatte sie demzufolge keine Möglichkeit mehr, in ihrer Orga-
neigenschaft die Beitragsverfügung anzufechten oder anfechten zu lassen, muss 
die Beitragsverfügung also im Rahmen des Schadenersatzverfahrens frei über-
prüfbar sein (BGE 134 V 401).

4.3.1  Die Beschwerdeführer machen geltend, der der Verfügung beigelegte Kon-
toauszug sei handschriftlich korrigiert worden, wobei die Korrekturen nicht nach-
vollziehbar seien. Unter der Abrechnungsnummer ________ hätten sie am 9. De-
zember 2016 einen Kontoauszug für den Zeitraum vom 1. Januar 2014 bis 9. De-
zember 2016 erhalten mit einem Gesamttotal von Fr. 397'869.40 zu Gunsten 
der Vorinstanz. Der Kontoauszug vom 10. Februar 2020 für die Periode vom 
22. September 2014 bis 6. Juni 2019 weise gänzlich andere Beträge aus. Im 
Einspracheentscheid gebe die Vorinstanz in Ziff. 3 an, dass sie aufgrund der 
Schlussabrechnungen lediglich Ausstände in Höhe von Fr. 338'031.20 feststellen 
könne, komme aber letztlich aufgrund einer Einschätzung nach Ermessen auf 
den Betrag von Fr. 820'735.05. 

Mit Veranlagungsverfügung vom 19. Mai 2017 habe die Vorinstanz auf eine ge-
schätzte Lohnsumme von Fr. 4 Mio. Beiträge von Fr. 562'500.-- verlangt. Dem 
Einschätzungsverfahren vorausgegangen seien Mahnungen vom 7. März 2017 
und 13. April 2017 (Hinweise auf act. 641, 602 sowie 616; gemäss den von der 
Vorinstanz zur Verfügung gestellten CD's indes Vi-act. 2017/118, 2017/55 sowie 
2017/98). Wie sich die Zahl von 400 Mitarbeitern herleiten lasse, sei nicht nach-
vollziehbar, zumal es angesichts der sich verschlechternden Wirtschaftslage sehr 
unwahrscheinlich erscheine, dass die E.________ im Jahr 2016 besser gewirt-
schaftet habe als im Jahr 2015 und mehr Personal habe vermitteln können. 
Durch das Einreichen der Lohnschätzung von Fr. 1 Mio. für das Jahr 2016 seien 
sie ihrer Verantwortung nachgekommen. Die Diskrepanz zu Fr. 4 Mio. sei nicht 
nachvollziehbar. Die Schadenshöhe sei für das Jahr 2016 offensichtlich falsch 
ermittelt worden und überhöht. Mangels Organfunktion sei es ihnen nicht möglich 

15

gewesen, sich hiergegen zu wehren. In die Schadenshöhe einbezogen werden 
könne lediglich der realisierte massgebende AHV-Lohn. 

4.3.2  Vernehmlassend wiederholt die Vorinstanz zunächst ihre im angefochte-
nen Einspracheentscheid gemachten Angaben zu den Lohndeklarationen und 
Lohnsummen der Jahre 2014 bis 2016. Mangels einer Lohndeklaration für das 
Jahr 2016 sei gestützt auf die Lohnentwicklung 2014 und 2015 eine Lohnsumme 
von Fr. 4 Mio. angenommen worden. Die Beschwerdeführer hätten keine Lohn-
summenänderungen gemacht. Die Ausstände bis zu ihrem Austritt gehörten da-
her zum Schaden. Unter Berücksichtigung des Austritts der Beschwerdeführer 
per Mitte November stelle die Vorinstanz indes in Korrektur des Einspracheent-
scheides nur auf die geschuldeten Beiträge auf Löhnen ab, welche bis Ende Ok-
tober 2016 an die Mitarbeiter ausbezahlt worden seien (S. 1 f.; S. 2 Mitte). 

Mangels Mitwirkung der Beschwerdeführer sei unklar, ob die Aufstellung der Mit-
arbeiter im Einspracheentscheid richtig sei. Aufgrund der zur Verfügung stehen-
den Angaben habe sie (die Vorinstanz) Durchschnittswerte für die Monate Janu-
ar bis Oktober 2016 errechnet, wobei sich ein durchschnittlicher Monatslohn von 
Fr. 3'637.60 ergeben habe. Da es sich um eine Personalverleihfirma gehandelt 
habe, sei davon auszugehen, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die 
meisten Mitarbeiter nur für einige Monate für die Firma tätig gewesen seien; 
berücksichtigt worden sei maximal ein Lohn für ein fünfmonatiges Pensum. So-
weit bei Mitarbeitern effektive Lohnzahlen vorhanden seien, habe man auf diese 
abgestellt. Für das Jahr 2016 gehe aus den Unterlagen hervor, dass einige Mit-
arbeiter auch über einen längeren Zeitraum als fünf Monate angestellt gewesen 
seien (S. 2 f.). Damit ergebe sich eine Lohnsumme von Fr. 3'569'943.90 (gemäss 
VL-Beilage C). Die geschuldeten Beiträge auf der Lohnsumme 2016 beliefen sich 
entsprechend auf Fr. 502'023.25 (gemäss VL-Beilage C). Der Schaden betrage 
somit insgesamt Fr. 762'252.68 (gemäss VL-Beilage A). Nach Abzug von zu 
berücksichtigenden Umbuchungen in Höhe von Fr. 18'450.-- belaufe sich der ge-
samte Schaden noch auf Fr. 743'802.68 (S. 4 f.). 

Das Abstellen auf eine Lohnsumme 2016 von Fr. 4 Mio. erkläre sich wie folgt: Im 
Jahr 2014 habe die Lohnsumme bei gemeldeten Fr. 1'550'000.-- effektiv 
Fr. 1'858'641.50 betragen. Für das Jahr 2015 sei keine Lohnsumme gemeldet 
worden; effektiv habe sie Fr. 3'293'208.-- betragen, also fast das Doppelte des 
Vorjahres. Mache die Ausgleichskasse eine Einschätzung, habe diese realistisch 
zu sein. In Betrachtung der gesamten Situation (Vorjahreslohnsumme, Anzahl 
gemeldeter Mitarbeitender) seien Fr. 4 Mio. in jedem Fall realistischer als die vom 
Beschwerdeführer vorgebrachte Lohnsumme von Fr. 1.5 Mio. Zu betonen sei, 

16

dass seitens der Geschäftsführer keine Belege zur Lohnsumme 2016 eingereicht 
worden seien (S. 5). 

4.3.3  Replizierend machen die Beschwerdeführer unter anderem geltend, Lohn-
summen würden regelmässig erst nach Beendigung des Geschäftsjahres gemel-
det. Es bestehe keine gesetzliche Grundlage, die definitive Lohnsumme bereits 
vor Beendigung des Jahres zu melden (S. 2 Rz. 4 f.). Den Akten der Vorinstanz 
seien weder Konkursakten zu entnehmen, noch seien Bemühungen ersichtlich, 
die effektive Lohnsumme festzustellen. Ohne Beweisnot sei die Vornahme einer 
Schätzung nicht zulässig. Die Herabsetzung des Beweismasses setze voraus, 
dass ein strikter Beweis nach der Natur der Sache nicht möglich oder nicht zu-
mutbar sei (S. 2 Rz. 6 f. mit Hinweis auf BGE 133 III 462 Erw. 4.4.2 sowie BGE 
122 III 219 Erw. 3a). Die Annahme, alle Arbeitnehmer, deren Löhne nicht dekla-
riert wurden, seien im Schnitt fünf Monate tätig gewesen, erscheine unbegründet 
und willkürlich. Es könne nur auf effektive Löhne abgestellt werden (S. 3 Rz. 8 f.). 
Die vorinstanzliche Berechnung des Durchschnittslohnes sei falsch (S. 3 ff. 
Rz. 10 ff.). Beispielsweise habe 

- der Lohn von G.________ Fr. 2'000.-- pro Monat und nicht Fr. 3'000.-- betra-
gen;

- H.________ gemäss Lohnausweis Fr. 40'258.-- und nicht Fr. 41'885.50 ver-
dient;

- I.________ nur Fr. 23'822.-- statt Fr. 29'887.90 verdient.

Die Vorinstanz gehe weiter für alle Personen, die potentiell mehrere Monate ge-
arbeitet hätten, davon aus, dass diese unter Umständen mehr als fünf Monate 
hätten arbeiten können, und rechne für alle diese Personen einen Lohn von fünf 
Monaten ab. Dies sei eine unsubstantiierte Behauptung, die bestritten werde. 
Diese Vorgehensweise sei nachweislich falsch (S. 3 f. Rz. 12 f.). Beispielsweise 
sei

- J.________ vom 4. April 2016 bis 24. Mai 2016 angestellt gewesen mit einem 
AHV-pflichtigen Lohn von Fr. 9'349.-- und nicht Fr. 18'188.--;

- K.________ vom 4. Januar 2016 bis 22. Januar 2016 tätig gewesen. Für ihn 
seien Fr. 18'188.-- veranschlagt worden; der deklarierte Lohn sei auf act. 67 
abgedeckt, weshalb der effektive Lohn nicht erkennbar sei; es sei von maxi-
mal Fr. 3'000.-- auszugehen;

- L.________ vom 11. April 2016 bis 30. Juni 2016 zu einem Lohn von 
Fr. 31.75 pro Stunde, 100% beschäftigt gewesen; die Vorinstanz gehe von 
6.5 Monaten und Fr. 18'188.-- aus;

- M.________ vom 22. Juni 2016 bis 31. August 2016 angestellt gewesen, also 
2.25 Monate; verlangt würden Beiträge für vier Monate;

17

- N.________ vom 14. Juli 2016 bis 7. September 2016, also knapp zwei Mo-
nate, angestellt gewesen; verlangt würden Beiträge für 3.5 Monate. 

Es könne nicht Aufgabe der Beschwerdeführer sein, jede einzelne Hypothese zu 
widerlegen. Gemäss Beilage C der Vernehmlassung sei eine Lohnsumme von 
Fr. 3'569'943.90 ausbezahlt worden; es könnten aber genauso gut nur 10% hier-
von sein (S. 4 f. Rz. 14 ff.). Die Gutschrift von Fr. 136'114.80 im Jahr 2016 könne 
mit der Forderung für die Lohnbeiträge 2015 verrechnet werden, womit sich die 
Forderung 2015 entsprechend reduziere (S 5 Rz. 18). Eine Lohnsumme von 
Fr. 1.5 Mio. erweise sich als realistischer (S. 7 Rz. 22). 

4.3.4  Die Vorinstanz weist duplizierend darauf hin, dass die Beschwerdeführer 
weder im Einspracheverfahren noch mit der Beschwerde Lohnausweise einge-
reicht hatten. Betreffend die drei eingereichten Lohnausweise und die aufgeführ-
ten Mitarbeiter erklärte sie sich mit einer Korrektur einverstanden. 

4.3.5  Mit Schreiben vom 23. Februar 2022 ersuchte das Verwaltungsgericht die 
Vorinstanz wie folgt um ergänzende Angaben zwecks Substantiierung des gel-
tend gemachten Schadens: 

1. Mit der Schadenersatzverfügung vom 7. September 2020, bestätigt mit Ein-
spracheentscheid vom 8. Juli 2021, haben Sie den massgebenden Schaden auf 
Fr. 820'735.05 beziffert. Mit der Vernehmlassung vom 15. November 2021 haben 
Sie die Schadenersatzforderung auf Fr. 743'802.68 reduziert. 

2. Für das Jahr 2016 werden neben den Fr. 365'908.45 (act. A Position 2017 
0002) weitere Beträge (Positionen 2016 0009, 0013, 0015, 0016) geltend gemacht. 
Der Einwand der Beschwerdeführer (Replik vom 24.1.2022 S. 6 Rz. 20), es 
würden Schadenspositionen doppelt verrechnet, erscheint nicht unberechtigt und 
bedarf der Klärung (die Berücksichtigung der Positionen 2016 0017 sowie 0018 
werden von Ihnen erläutert). 

3. Mit Ihrer Duplik vom 9. Februar 2022 erklären Sie sich mit einer Korrektur zu 
Gunsten der Beschwerdeführer gestützt auf von diesen eingereichte (drei) 
Lohnausweise einverstanden, ohne sich indessen zu den quantitativen 
Auswirkungen zu äussern. Es kann nicht Sache des Verwaltungsgerichts sein, die 
entsprechenden nummerischen Berechnungen vorzunehmen. 

4.-5. (…). 

Hierzu führte die Vorinstanz im Schreiben vom 16. März 2022 aus, vorab sei be-
züglich des Schreibens vom 13. Januar 2017 ans Amt für Wirtschaft und Arbeit 
festzuhalten, dass zu jenem Zeitpunkt die Lohndeklaration 2016 noch nicht ein-
gereicht worden sei. Die effektiven Beiträge für das Jahr 2016 hätten daher noch 
nicht bestimmt werden können. Aus den Akten gehe jedoch hervor, dass die 
tatsächliche Lohnsumme 2016 um einiges höher gewesen sein müsse als der 
den Akontobeiträgen zugrunde gelegte Betrag. 

18

Derzeit werde von einem Schaden von Fr. 743'802.68 ausgegangen. Mangels 
Lohndeklaration habe die Ausgleichskasse die Löhne schätzen müssen. Eine 
Revision habe gemäss der SUVA nicht durchgeführt werden können, da keine 
Unterlagen hätten erhältlich gemacht werden können. Auf eine Revision ihrer-
seits sei daher verzichtet worden, da die E.________ nicht mehr bei ihr ange-
schlossen gewesen und bereits bei der Revision der SUVA klar geworden sei, 
dass keine Unterlagen vorhanden seien.

Zur Beilage A zur Vernehmlassung legte die Vorinstanz konkret Folgendes dar: 

- Der Posten 2016 0003 beziehe sich auf die ausstehenden Beiträge 2015 von 
Fr. 345'396.83. 

- Der Posten 2016 0009 beziehe sich auf die unbezahlten Akontobeiträge Mai 
2016 von Fr. 125.55.

- Der Posten 2016 0013 beziehe sich auf die unbezahlten Akontobeiträge Au-
gust 2016 von Fr. 10'239.90.

- Der Posten 2016 0015 beziehe sich auf die unbezahlten Akontobeiträge Sep-
tember 2016 von Fr. 7'294.65.

- Der Posten 2016 0016 beziehe sich auf die unbezahlten Akontobeiträge Ok-
tober 2016 von Fr. 11'342.90.

- Der Posten 2016 0017 beziehe sich auf die unbezahlten Akontobeiträge für 
November 2016 von Fr. 10'601.50. 

Zu diesem Zeitpunkt (d.h. Ende November 2016) hätten die Beschwerdeführer 
keine Akontobeiträge mehr bezahlen müssen. Allerdings könnten diese nicht in 
Abzug gebracht werden, da sie nicht vollständig bezahlt worden seien. Dies wür-
de sonst das Endergebnis der Schlussabrechnung verfälschen: Ansonsten wür-
den bei der Schlussabrechnung Gutschriften berücksichtigt, die nicht bezahlt und 
daher nicht gutzuschreiben seien. Bei der Schlussabrechnung würden die bereits 
in Rechnung gestellten Akontobeiträge (vorliegend von Fr. 136'114.80) dann al-
lerdings von den effektiv geschuldeten Beiträgen in Abzug gebracht.

Der Posten 2016 0018 beziehe sich auf die nicht bezahlten Akontobeiträge De-
zember 2016. Auch hier seien diese, mangels effektiver Zahlung, zu berücksich-
tigen.

Der Posten 2017 0002 beziehe sich auf die Schlussabrechnung 2016.

In der Eingabe der Beschwerdeführer sei auf diverse Personen hingewiesen 
worden, für welche ein Lohnausweis vorhanden sei. Sie hätten entsprechende 
Anpassungen vorgenommen.

G.________: Man sei von zwei Monaten zu einem Lohn von Fr. 3'000.-- ausge-
gangen, total Fr. 6'000.--. Gemäss Lohnausweis habe sie von Januar bis März zu 

19

einem Lohn von Fr. 6'000.-- gearbeitet. Der Lohn in der Tabelle von G.________ 
betrage damit weiterhin Fr. 6'000.--.

H.________: Er habe gemäss Lohnabrechnung Fr. 40'258.-- für die Zeitperiode 
vom 25. April 2016 bis 3. Dezember 2016 verdient. Man habe einen Lohn von 
Fr. 41'885.50 für die Zeit von Mai bis November 2016 berücksichtigt. Aufgrund 
des eingereichten Lohnausweises werde der Lohn gemäss der Abrechnung - ge-
rundet auf sechs Monate (Mai - November 2016) - auf Fr. 34'506.85 reduziert.

I.________: Der Lohn werde ebenfalls von Fr. 29'887.90 auf Fr. 23'822.-- redu-
ziert, ebenso bei J.________ gemäss Lohnausweis von Fr. 18'188.-- auf 
Fr. 9'349.--.

Der Durchschnittslohn liege gemäss diesen Lohnausweisen zwar tiefer, die Än-
derungen seien allerdings nicht massiv. Aufgrund der Lohnausweise habe man 
nochmals das gesamte Aktendossier durchgearbeitet. Dabei habe man bei diver-
sen Personen weitere Lohnausweise gefunden und die Liste ergänzt. Die Liste 
sei damit mit den der Ausgleichskasse vorliegenden Angaben vollständig. Eben-
falls habe man festgehalten, unter welchem Datum im Dossier die dafür nötigen 
Unterlagen zu finden seien. Weiterhin habe es Personen, bei welchen die Vor-
instanz nicht wisse, wie lange sie für die Firma tätig gewesen seien (die Namen 
ergäben sich aus den FAK Anmeldungen sowie den Versicherungsnachweisen). 
Dies zeige einmal mehr, dass die Firma diverse Mitarbeiter beschäftigt und Löh-
ne ausbezahlt habe. Die Namen auf der Liste seien effektiv Personen, die durch 
die Firma beschäftigt worden seien.

Auch zeige sich aus den vorhandenen Lohnausweisen, dass Personen über län-
gere Zeit auch zu einem höheren Lohn, als von der Vorinstanz bisher angenom-
men, angestellt gewesen seien (z.B. O.________, P.________, Q.________, 
R.________). Damit seien die Durchschnittswerte bei den Löhnen sowie dem 
Arbeitspensum von fünf Monaten realistisch und nicht zu beanstanden. Die ein-
geschätzte Lohnsumme sei damit überwiegend wahrscheinlich und hinreichend 
substantiiert.

Ebenfalls habe die Vorinstanz den Austritt der Beschwerdeführer per 17. No-
vember 2016 berücksichtigt. Die substantiierte Lohnsumme setze sich daher nur 
aus Einkommen zusammen, die bis zum Austritt der beiden Beschwerdeführer 
angefallen seien. Die Lohnsumme von Januar bis Dezember wäre folglich höher. 
Die pro rata temporis Berechnung sei bereits vorgenommen worden. Zu ergän-
zen sei, dass aufgrund der erneuten Durchsicht und der vorgenommenen An-
passungen die Lohnsumme für das Jahr 2016 nun mit Fr. 3'770'168.60 höher sei. 
Es ergäben sich folgende Beiträge (in Franken): 

20

AHV-Beiträge 10.25% 193'221.10 193'221.10 386'442.20
FAK 1.100% 41'471.85 41'471.85
ALV 2.2% 41'471.85 41'471.84 82'943.70
VK 5%   19'322.10

530'179.85

Von diesem Betrag seien die erwähnten Fr. 136'114.80, d.h. die bereits in Rech-
nung gestellten Akontobeiträge, in Abzug zu bringen (Schlussabrechnung). Diese 
früher in Rechnung gestellten Akontobeiträge seien zwar noch nicht alle bezahlt 
worden, würden aber in den Positionen 2016 0009 / 2016 0013 / 2016 0015 / 
2016 0016 / 2016 0017 und 2016 0018 berücksichtigt (offene Akontobeiträge).

Damit seien für das Jahr 2016 Beiträge in der Höhe von Fr. 394'065.05 geschul-
det. Mit den übrigen Positionen

Fr. 345'396.83 (2016 0003 Jahr 2015)
Fr. 125.55 (2016 0009)
Fr. 10'239.90 (2016 0013)
Fr. 7'294.65 (2016 0015)
Fr. 11'342.90 (2016 0016)
Fr. 10'601.50 (2016 0017)
Fr. 394'065.05 (2017 0002, Schlussabrechnung 2016)

ergebe sich ein Ausstand von total Fr. 779'066.63. Für diesen Ausstand der Jah-
re 2015 und 2016 hafteten die beiden Solidarschuldner. Der Schaden sei somit 
ausgewiesen und die Lohnsumme 2016 genügend substantiiert. Es sei mit über-
wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass Löhne in dieser Höhe bezahlt wur-
den. Der Ausgleichskasse sei es im vorliegenden Fall nicht anders möglich, das 
Beitragsjahr 2016 festzusetzen.

4.4 Beitragsausstand 2015: 

Es ist nicht zu verkennen, dass sich die Vorinstanz betreffend das Beitragsjahr 
2015 widerspricht, wenn sie im Einspracheentscheid einen als Schaden ausge-
wiesenen offenen Saldo von Fr. 338'031.20 nennt, in der Vernehmlassung wie 
auch in der Eingabe vom 16. März 2022 diesen Schaden unter Hinweis auf den 
Kontoauszug vom 2. November 2018, jedoch ohne weitere Kommentierung, auf 
Fr. 345'396.83 veranschlagt. Indes besteht kein Anlass an der Richtigkeit der 
Rechnung vom 10. Februar 2020 (Vernehmlassungsbeilage D), womit das Zu-
standekommen des Betrags von Fr. 338'031.20 aufgezeigt wird, zu zweifeln. All-
fällige Einzahlungen der E.________ (insgesamt Fr. 71'533.35) und/oder Umbu-
chungen, welche allenfalls nach dem Ausscheiden der Beschwerdeführer bei der 
E.________ zu Gunsten der Beitragsrechnung 2015 vorgenommen wurden, 
können jedenfalls nicht nachträglich gleichwohl als Schaden geltend gemacht 
werden. Die Beschwerdeführer ihrerseits weisen nur auf die Diskrepanz zum 

21

Kontoauszug vom 9. Dezember 2016 (Bf-act. 11) hin, bestreiten den (tieferen) 
Betrag von Fr. 338'031.20 jedoch nicht substantiiert. 

Für das Jahr 2015 ist somit von einem Schaden von Fr. 338'031.20 auszugehen. 

4.5 Beitragsausstand 2016

4.5.1  Gemäss E-Mail vom 2. November 2016 (Vi-act. 2016/864) der Vorinstanz 
an die Suva konnte eine im Sommer 2016 eingeleitete Revision bei der 
E.________ nicht durchgeführt werden, da nicht die richtigen Unterlagen vorge-
legt wurden. 

Ebensowenig war im August 2018 eine Revision durchführbar (Vi-act. 2018-
2021/128 [E-Mail der Suva vom 13.8.2018 an die Vorinstanz]). 

Mit der Eingabe vom 16. März 2022 legt die Vorinstanz zudem einen Revisions-
bericht der Suva vom 17. November 2017 ins Recht (Beilage 1 zur Eingabe vom 
16.3.2022). Unter "Feststellungen und Anträge" hält der Revisor fest, dass eine 
erste Revision vom 6. September 2016 mangels Unterlagen nicht habe durchge-
führt werden können. Mit dem (damaligen) Rechtsvertreter der E.________ sei 
ein neuer Termin vereinbart worden (12.1.2016 [recte wohl: 2017]); dieser habe 
jedoch den Revisionstermin kurzfristig absagen müssen, da der Betrieb einen 
neuen Inhaber habe. Eine neue Aufforderung zur Einsicht in die Dokumente sei 
an den Beschwerdeführer Ziff. 2 als ehemaliges Organ sowie ein neues Organ 
ergangen. Ersterer habe mitgeteilt, dass er nicht mehr bei der E.________ tätig 
sei; das neue Organ habe das Schreiben nicht entgegengenommen. Die Revisi-
on sei nicht durchführbar; es würden rechtliche Schritte gegen das ehemalige 
Organ vorgenommen. 

Bei dieser Sachlage ist ersichtlich, dass die Vorinstanz die Beitragsausstände 
nur ermessensweise festlegen konnte. Diese ermessensweise Festlegung er-
scheint als plausibel und nachvollziehbar. Die diesbezüglichen Rügen der Be-
schwerdeführer sind unbegründet. Nichts Anderes gilt für deren Behauptung, die 
Vorinstanz hätte selber eine Revision vornehmen müssen (Eingabe der Be-
schwerdeführer vom 2.5.2022 S. 1 Ziff. 2). Es ist nicht nachvollziehbar, dass und 
wie der Vorinstanz eine Revision hätte möglich sein können, nachdem drei ent-
sprechende - und zeitnahe - Versuche der Suva gescheitert waren. Es ist offen-
sichtlich, und wird durch die Sichtung des umfangreichen Aktendossiers belegt, 
dass seitens der E.________ bzw. der Beschwerdeführer als deren verantwortli-
che Organe keine ordentliche (Lohn-)Buchhaltung erstellt wurde und nichts dar-
auf hindeutet, dass auch Löhne und Beiträge sämtlicher Mitarbeiter vollständig 
und/oder korrekt erfasst wurden (vgl. hierzu auch den Revisionsbericht vom 

22

17.11.2017). Die Vorinstanz war folglich gezwungenermassen auf Annahmen 
und deren Plausibilisierung angewiesen. 

4.5.2  Abgesehen von der Nennung einer voraussichtlichen Jahreslohnsumme 
von Fr. 1 Mio. am 22. Dezember 2015 (vgl. vorstehend Erw. 4.1.7) hat die 
E.________ der Vorinstanz weder Lohnänderungen mitgeteilt noch - wie für das 
Jahr 2015 (vgl. vorstehend Erw. 4.1.) - eine Lohndeklaration mit der effektiven 
Lohnsumme zukommen lassen. Nachdem die E.________ im ersten (verkürzten) 
Geschäftsjahr 2014 eine Lohnsumme von über Fr. 1,8 Mio. und im zweiten Jahr 
eine solche von rund Fr. 3,3 Mio. erzielte, erscheint die Annahme einer Lohn-
summe von rund Fr. 4 Mio. für das Geschäftsjahr 2016 grundsätzlich nicht als un-
realistisch. Nicht verfangen kann jedenfalls die Argumentation der Beschwerde-
führer, die Wirtschaftslage habe sich im Jahr 2016 verschlechtert (vorstehend 
Erw. 4.3.1). In den Jahren 2014 bis 2018 wuchs das Bruttoinlandsprodukt jeweils 
um 2,4 %, 1,7 %, 2 % (Jahr 2016), 1,6 % und 2,9 %. Die Zahl der Erwerbstätigen 
hat im gleichen Zeitraum kontinuierlich zugenommen (4,825 Mio., 4,899 Mio., 
4,967 Mio., 5,013 Mio., 5,065 Mio.; vgl. Bundesamt für Statistik, Wichtige Ar-
beitsmarktindikatoren, Entwicklung, Tabelle T3.1.1.1). 

4.5.3  Mit den Einspracheentscheiden hat die Vorinstanz die Schadensberech-
nung unter Abstellen auf konkrete Zahlen verfeinert und den Zeitraum des gel-
tend gemachten Schadens auf die Monate Januar bis Oktober begrenzt. Auf die-
se Weise ermittelte sie eine Lohnsumme von Fr. 3'569'943.90.

Die Beschwerdeführer konnten replizierend nur bei acht Mitarbeitenden gewisse 
Korrekturen substantiieren. Ansonsten gelingt es ihnen nicht, das methodische 
Vorgehen der Vorinstanz im Kern als unrechtmässig zu widerlegen.  

4.5.4  Mit der Duplik sowie der Eingabe vom 16. März 2022 anerkennt die Vor-
instanz die Vorbringen der Beschwerdeführer, soweit diese konkretisiert sind. Sie 
hat ihrerseits indessen im Rahmen der ergänzenden Abklärungen vom 16. März 
2022 das (umfangreiche) Dossier (vgl. vorstehend Ingress lit. F) noch einmal 
durchgesehen und weitere Personen, die zu einem höheren Lohn als ange-
nommen, angestellt waren, eruiert (z.B. O.________: Fr. 18'459.50 für vier Mo-
nate; P.________: Fr. 9'920.-- für zwei Monate; Q.________: Fr. 48'826.75 für 
neun Monate; R.________: Fr. 63'197.50 für zehn Monate). Dies führt im Ergeb-
nis zu einer gegenüber den Berechnungen in der Vernehmlassung höheren 
Lohnsumme für den massgeblichen Zeitraum der Organschaft der Beschwerde-
führer. 

Dieses ermessensweise ermittelte Resultat gibt zu keinen Beanstandungen An-
lass. Zum einen ist eine gewisse Unschärfe jeder ermessensweisen Veranlagung 

23

immanent. Zum andern basieren die Überlegungen/Berechnungen der Vor-
instanz auf sachlichen Grundlagen (namentlich Vergleich mit der Jahreslohn-
summe der Vorjahre; nachvollziehbare Hochrechnung der Jahreslohnsumme 
aufgrund aktenkundiger Angaben zur Anstellungsdauer und zu den Löhnen, so-
weit diese für 232 berücksichtigte Mitarbeitende [vgl. Beilage 3 zur Eingabe vom 
16.3.2022] verfügbar sind). Zudem hat die Vorinstanz nur einen Zeitraum vom 
1. Januar 2016 bis 17. November 2016 berücksichtigt. Entgegen der Auffassung 
der Beschwerdeführer (Eingabe der Beschwerdeführer vom 2.5.2022 S. 1 f. 
Ziff. 3) wurden auch die Akontobeiträge nicht zusätzlich erfasst; es kann diesbe-
züglich daher ohne weiteres auf die Erläuterungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (vorstehend Erw. 4.3.5). Der ermessensweisen Ermittlung von Beiträgen 
ist zwangsläufig auch eine gewisse Unschärfe immanent. Entgegen der Auffas-
sung der Beschwerdeführer kann daher aus einzelnen nachgewiesenen tieferen 
Löhnen nicht ohne weiteres auf eine insgesamt tiefere Lohnsumme geschlossen 
werden (Eingabe der Beschwerdeführer vom 2.5.2022 S. 2 f. Ziff. 7 f.), zumal 
nachdem die Vorinstanz ihrerseits einzelne Fälle beibringen kann, bei denen das 
Gegenteil der Fall war (vgl. auch vorstehend Erw. 4.3.5). 

Es kann daher jedenfalls nicht gesagt werden, die vorinstanzliche ermessens-
weise Festsetzung der Beiträge sei offensichtlich unrichtig und nicht in Würdi-
gung aller bekannten Umstände vorgenommen worden. Vielmehr erscheint die 
ermittelte Jahreslohnsumme als plausibel und nachvollziehbar. Hieran können 
auch die Vorbringen der Beschwerdeführer nichts ändern. 

4.5.5  Der Schaden beläuft sich mithin auf insgesamt Fr. 732'096.25 
(Fr. 338'031.20 für das Beitragsjahr Jahr 2015 sowie Fr. 394'065.05 für das Bei-
tragsjahr 2016).

5.1.1  Als Haftungsvoraussetzung für den Schadenersatzanspruch des Versiche-
rers gemäss Art. 52 Abs. 1 AHVG wird weiter verlangt, dass ein Arbeitgeber 
durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung von Vorschriften der Ver-
sicherung einen Schaden zufügt. Absichtlich handelt, wer etwas mit Wissen und 
Willen begeht (vgl. ZAK 1987, S. 206). Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn ein 
Arbeitgeber das ausser Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in gleicher 
Lage und unter gleichen Umständen als beachtlich hätte einleuchten müssen 
(Urteile BGer 9C_117/2011 vom 29.3.2011 Erw. 4 und 9C_330/2010 vom 
18.1.2011 Erw. 3.2). Das Bundesgericht geht in seiner Praxis allerdings davon 
aus, dass bei Verletzung der Beitragszahlungs- und Abrechnungspflicht ein Ver-
schulden des Arbeitgebers grundsätzlich gegeben ist. Lediglich wenn besondere 
Umstände die Nichtbefolgung der einschlägigen Vorschriften als erlaubt oder 
nicht schuldhaft erscheinen lassen, entfällt eine Haftung (vgl. Nussbaumer, 

24

a.a.O., S. 1077 f. m.H.a. BGE 108 V 183 Erw. 1b und BGE 121 V 243 Erw. 4b). 
Ist der Arbeitgeber eine Aktiengesellschaft, so sind grundsätzlich strenge Anfor-
derungen an die Sorgfaltspflicht der Organe zu stellen. Dieser Grundsatz gilt 
auch für Aktiengesellschaften mit bescheidener Firmengrösse; ebenso für 
Gesellschaften mit beschränkter Haftung (vgl. Urteil BGer 9C_204/2008 vom 
6.5.2009 Erw. 3.1 m.H.). Das Verschulden ist nach den Verhältnissen im Einzel-
fall zu beurteilen (vgl. VGE 172/94 vom 12.4.1995 Erw. 3c; VGE 254/96 vom 
17.9.1997 Erw. 1c; VGE 327/98 vom 13.5.1998 Erw. 1c; VGE 489/98 vom 
21.4.1999 Erw. 1c). Die Verantwortlichkeit des Geschäftsführers einer GmbH (zu 
dessen Sorgfalts- und Treuepflicht vgl. Art. 812 OR) geht sogar noch weiter als 
diejenige des Geschäftsführers einer AG, der nicht zugleich Verwaltungsrat ist 
(vgl. Urteil BGer H 67/06 vom 11.7.2006 Erw. 5.2 m.H.a. BGE 126 V 239 Erw. 4 
u.w.). 

5.1.2  Mit der "absichtlichen oder grobfahrlässigen Missachtung von Vorschriften" 
ist in erster Linie die Beitrags- und Abrechnungspflicht des Arbeitgebers ange-
sprochen (vgl. Art. 14 Abs. 1 AHVG i.V.m. Art. 34 Abs. 1 der Verordnung über die 
Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101] vom 31.10.1947).

Gemäss Art. 14 Abs. 1 AHVG sind Beiträge vom Einkommen aus unselbständi-
ger Erwerbstätigkeit bei jeder Lohnzahlung in Abzug zu bringen und vom Arbeit-
geber zusammen mit dem Arbeitgeberbeitrag periodisch zu entrichten. Art. 34 
Abs. 1 lit. a AHVV verlangt, dass der Arbeitgeber die Beiträge der Ausgleichs-
kasse monatlich oder, wenn die jährliche Lohnsumme Fr. 200'000.-- nicht über-
steigt, vierteljährlich zu bezahlen hat. Weder die Abrechnungspflicht noch das 
Entstehen der Beitragsschuld sind von der Zustellung einer Rechnung, einer 
Veranlagungsverfügung oder einer Nachzahlungsverfügung seitens der Aus-
gleichskasse abhängig, vielmehr entsteht die Beitragsschuld im Zeitpunkt der 
Lohnzahlung ex lege; Akontobeiträge sind innert 10 Tagen nach Ablauf der Zah-
lungsperiode zu begleichen (vgl. Art. 34 Abs. 3 AHVV).

Die Nichterfüllung dieser Aufgabe stellt eine Missachtung von Vorschriften im 
Sinne von Art. 52 AHVG dar. Unter dem Begriff der Vorschriften von Art. 52 
AHVG sind indes nicht nur die Vorschriften der AHV-Gesetzgebung zu verste-
hen, sondern auch die nach den objektiven Umständen und den persönlichen 
Verhältnissen gebotene Pflicht, dafür zu sorgen, dass keine Zahlungsunfähigkeit 
eintritt (vgl. ZAK 1985, S. 575ff.; VGE 254/96 vom 17.9.1997 Erw. 1a).

5.1.3  Im laufenden Jahr haben die Arbeitgeber periodisch Akontobeiträge zu 
entrichten. Diese werden von der Ausgleichskasse auf Grund der voraussichtli-
chen Lohnsumme festgesetzt (Art. 35 Abs. 1 AHVV). Die Arbeitgeber haben der 

25

Ausgleichskasse wesentliche Änderungen der Lohnsumme während des laufen-
den Jahres zu melden (Art. 35 Abs. 2 AHVV). Als wesentlich gilt eine Abwei-
chung von mindestens zehn Prozent und Fr. 20'000.-- von der ursprünglich vor-
aussichtlichen Lohnsumme (Reichmuth a.a.O., Rz. 31). 

Wenn Änderungen der massgebenden Lohnsumme entgegen den Vorschriften 
nicht der Ausgleichskasse gemeldet werden, wird die Ausgleichskasse daran ge-
hindert, die Beiträge anzupassen. Dies ist grundsätzlich als grobe Fahrlässigkeit 
im Sinne von Art. 52 AHVG zu werten. Ebenso ist es als grob fahrlässiges Ver-
halten zu qualifizieren, wenn die Arbeitgeberin die Meldung betreffend einer irr-
tümlich zu tief festgesetzten Lohnsumme unterlässt, obwohl der Irrtum ohne wei-
teres erkennbar war (SVR 2006 AHV Nr. 8; SVR 2003 AHV Nr. 1 Erw. 7.b). 

5.1.4  Bei der Verschuldenshaftung nach Art. 52 AHVG handelt es sich um eine 
Verschuldenshaftung aus öffentlichem Recht. Indessen ist nach ständiger 
Rechtsprechung des Bundesgerichts (bzw. bis 31.12.2006 des Eidg. 
Versicherungsgerichts [EVG]) nicht jede Verletzung der öffentlich-rechtlichen 
Aufgaben des Arbeitgebers als Institution der Versicherungsdurchführung ohne 
weiteres als qualifiziertes Verschulden ihrer Organe im Sinne von Art. 52 AHVG 
zu werten. Das absichtliche oder grobfahrlässige Missachten von Vorschriften 
verlangt vielmehr einen Normverstoss von einer gewissen Schwere (vgl. BGE 
121 V 244 Erw. 4b m.H. u.a. auf ZAK 1985, S. 576 und 619f.; VGE 489/98 vom 
21.4.1999 Erw. 3). Dagegen kann beispielsweise die relativ kurze Dauer des 
Beitragsausstandes sprechen (vgl. BGE 121 V 244 Erw. 4b m.H.a. nicht 
veröffentlichte Urteil Q. vom 22.11.1993), wobei aber immer eine Würdigung 
sämtlicher konkreten Umstände des Einzelfalles Platz zu greifen hat. Die Frage 
der Dauer des Normverstosses ist somit ein Beurteilungskriterium, welches im 
Rahmen der Gesamtwürdigung zu berücksichtigen ist und im Sinne der 
Rechtsprechung zu den Entlastungsgründen (vgl. BGE 108 V 183 Erw. 1b; BGE 
108 V 199 Erw. 1) zur Verneinung der Schadenersatzpflicht führen kann.

5.1.5  Die Schadenersatzpflicht ist somit im konkreten Fall nur dann begründet, 
wenn keine Rechtfertigungs- bzw. Exkulpationsgründe vorliegen, d.h. wenn nicht 
Umstände gegeben sind, welche das fehlerhafte Verhalten des Arbeitgebers als 
gerechtfertigt erscheinen lassen oder sein Verschulden im Sinne von Absicht 
oder grober Fahrlässigkeit ausschliessen. In diesem Sinne ist es denkbar, dass 
ein Arbeitgeber zwar in vorsätzlicher Missachtung von AHV-Vorschriften der 
Ausgleichskasse einen Schaden zufügt, aber trotzdem nicht schadenersatzpflich-
tig wird, wenn besondere Umstände die Nichtbefolgung der einschlägigen Vor-
schriften als erlaubt oder nicht schuldhaft erscheinen lassen (vgl. VGE 137/94 
vom 28.8.1996 Erw. 1d, Prot. S. 736, m.H.a. BGE 108 V 183 Erw. 1 m.H.).

26

5.2 Vorliegend ist eindrücklich erstellt, dass die E.________ bzw. die Be-
schwerdeführer als deren Organe weder der Beitragspflicht rechtsgenüglich 
nachgekommen sind, noch der Vorinstanz die gesetzlich gebotenen Änderungen 
der massgebenden Lohnsumme gegenüber den Akonto in Rechnung gestellten 
Beiträgen - was augenfällig war - gemacht haben. Es kann hierfür auf die vorste-
hende (Erw. 4.1.1 ff.) chronologische Übersicht verwiesen werden. 

Dass die Beschwerdeführer namentlich auch um die Notwendigkeit der Mitteilung 
von Änderungen wussten, zeigt das Schreiben der E.________ vom 1. Dezem-
ber 2014 (vorstehend Erw. 4.1.1). Zudem wurden sie von der 
Vorinstanz hierauf aufmerksam gemacht (vgl. vorstehend Erw. 4.1.5). Es ist der 
Vorinstanz daher beizupflichten, dass sich die Haftung der Beschwerdeführer 
auch auf die Beitragsausstände des Novembers 2016 bzw. bis zu ihrem Austritt 
aus dem Verwaltungsrat bezieht, selbst wenn die Beiträge für den November 
2016 erst nach ihrem Austritt aus dem Verwaltungsrat fällig geworden sein soll-
ten. Anzufügen ist indessen, dass die Vorinstanz beim Schaden gleichwohl nicht 
die Beitragsausstände für den gesamten November 2016, sondern nur bis zum 
Austritt der Beschwerdeführer aus dem Verwaltungsrat berücksichtigt hat. 

Die Beschwerdeführer sind somit ihren Pflichten im Sinne von Art. 52 AHVG und 
716a (Abs. 1 Ziff. 1, Ziff. 3 und Ziff. 5) OR nicht nachgekommen. Die Widerrecht-
lichkeit kann mithin nicht ernsthaft bestritten werden. 

5.3.1  Die Nichtbezahlung von Sozialversicherungsbeiträgen kann ausnahms-
weise in entschuldbarer Weise namentlich erfolgen, wenn bei ungenügender Li-
quidität eine Arbeitgeberin zunächst für das Überleben des Unternehmens we-
sentliche andere Forderungen (insbesondere solche der Arbeitnehmer und Liefe-
ranten) befriedigt, sofern sie auf Grund der objektiven Umstände und einer seriö-
sen Beurteilung der Lage annehmen darf, sie werde die geschuldeten Beiträge 
innert nützlicher Frist nachzahlen können (BGE 108 V 183 Erw. 2, bestätigt in 
BGE 121 V 243; 132 III 523 Erw. 4.6; ZAK 1992 S. 248 Erw. 4b). Eine relativ kur-
ze Dauer des Beitragsausstandes schliesst zwar ein grobes Verschulden nicht 
zwingend aus, kann aber für sich allein - in Abwesenheit anderer Umstände - 
nicht als grobfahrlässig gewertet werden (BGE 121 V 243 Erw. 4b). Eine kurze 
Dauer bzw. "nützliche Frist" in diesem Sinne ist z.B. überschritten, wenn die Bei-
tragszahlungspflicht über ein Jahr lang verletzt wird (Urteil BGer 9C_111/2007 
vom 17.9.2007 Erw. 3.1), zumal wenn dabei kein gezieltes, auch in zeitlicher 
Hinsicht konkretes Sanierungskonzept vorliegt (Urteil des EVG H 34/02 vom 
4.3.2004 Erw. 5.2) oder wenn eine Sanierung erst nach einem jahrelang defi-
zitären Geschäftsgang erwartet werden kann (Urteil EVG H 295/02 vom 
2.12.2003 Erw. 5.2.1). Nicht entschuldbar ist die Beitragsrückbehaltung, wenn 

27

eine Sanierung überhaupt nicht ernsthaft erwartet werden kann (Urteil des EVG 
H 28/84 vom 21.8.1985 Erw. 3; zum Ganzen: Urteil BGer 9C_330/2010 vom 
18.1.2011 Erw. 3.4; vgl. auch Kieser, Rechtsprechung zur AHV, 3. Aufl., Art. 52 
Rz. 48 ff.). 

5.3.2  Das Verschulden der Beschwerdeführer und fehlende Rechtfertigungs-
gründe sind vorliegend evident. Die E.________ bzw. die Beschwerdeführer ha-
ben zwar am 22. Dezember 2015 eine Lohnsummenmeldung eingereicht. Indes 
musste ihnen kurz vor Ende des Geschäftsjahres 2015 klar sein, dass eine 
Lohnsumme von Fr. 180'000.-- für das Geschäftsjahr 2015 massiv zu tief sowie 
falsch und die für das Jahr 2016 deklarierte Lohnsumme von Fr. 1 Mio. mutmass-
lich erheblich zu tief war. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführer weder im 
Verlaufe des Jahres 2015 bei klar erkennbar weit höherer Lohnsumme Korrektu-
ren mittteilten noch für das Jahr 2016 solche vornahmen. 

Ausserdem zeigen die zahlreichen bzw. unzähligen Mahnungen an die 
E.________ während der Zeit der Organschaft der Beschwerdeführer, dass die-
se der Beitragspflicht höchst säumig - wenn überhaupt - nachkamen. Selbst der 
ihnen im Juni 2015 von der Vorinstanz zugestandenen ratenweisen Begleichung 
der Ausstände kamen sie bereits mit der ersten Rate nicht fristgerecht nach und 
kamen in Verzug. 

Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer kann von einer vollumfänglichen 
Pflichterfüllung nicht die Rede sein (Beschwerde S. 10 Rz. 33 bzw. S. 10 Rz. 35). 
Dies gilt in Berücksichtigung der Anstrengungen für eine ratenweise Begleichung 
der Ausstände wie auch der Einreichung der voraussichtlichen Lohndeklaration 
2016. Im Weiteren kann auch hierfür auf die vorstehende Chronologie 
(Erw. 4.1.1 ff.) verwiesen werden. Das Verhalten der Beschwerdeführer muss als 
grobfahrlässig qualifiziert werden. Ein allenfalls punktuelles gesetzkonformes 
Verhalten kann die Beschwerdeführer vorliegend auch nicht exkulpieren. Recht-
fertigungsgründe sind nicht erkennbar.

5.4 Die Beschwerdeführer machen ein Mitverschulden der Ausgleichskasse 
geltend, womit der adäquate Kausalzusammenhang unterbrochen worden sei 
(Beschwerde S. 10 f. Rz. 35 ff. bzw. S. 11 Rz. 37 ff.).  

5.4.1  Im von den Beschwerdeführern angeführten Urteil 9C_548/2017 vom 
13. März 2017 (Erw. 7.1 ff. mit Hinweisen) hat das Bundesgericht erwogen, der 
Schadenersatz könne ermessensweise - nach Recht und Billigkeit (vgl. Art. 4 
ZGB) - herabgesetzt werden, wenn eine grobe Pflichtverletzung der Ausgleichs-
kasse, wie die Missachtung elementarer Vorschriften der Beitragsveranlagung 
und des Beitragsbezugs, für die Entstehung oder Verschlimmerung des Scha-

28

dens adäquat kausal gewesen sei (vgl. Art. 44   Abs. 1 OR). Dabei stehe dem 
kantonalen Versicherungsgericht ein weiter Ermessensspielraum zu, in den das 
Bundesgericht nur mit Zurückhaltung eingreife. Nach der Rechtsprechung könne 
Zahlungsaufschub mit Tilgungsplan von Bedeutung sein für die Frage, ob die 
Ausgleichskasse ihren Sorgfaltspflichten im Zusammenhang mit dem Beitrags-
bezug nachgekommen sei.

Im konkreten Fall hatte die betreffende Ausgleichskasse der Unternehmung vier 
Jahre Zeit gegeben, um die Lohnbeiträge eines Jahres in monatlichen Raten ab-
zuzahlen. Das Bundesgericht erachtete dies als klar zu lange, und zwar umso 
mehr, als sich keine Hinweise in den Akten finden liessen, dass die Vorinstanz 
irgendwelche Abklärungen getätigt hätte, um sich über die Lage der Firma ins 
Bild zu setzen. Grundlage der Zahlungsvereinbarung bildete einzig das schriftli-
che Ratenzahlungsgesuch. 

5.4.2  Das zitierte Präjudiz lässt sich mit dem vorliegenden Sachverhalt nicht 
vergleichen. Vorliegend hat die Vorinstanz eine ratenweise Begleichung der 
Ausstände auf fünf Monate bzw. im zweiten Fall auf zehn Monate (unter Redukti-
on der von der E.________ beantragten 13 Monate) begrenzt (vgl. vorstehend 
Erw. 4.5 und Erw. 4.1.9). Nach Ausbleiben der ersten Rate hat die Vorinstanz die 
Ratenzahlungspläne unverzüglich als gefährdet bzw. gescheitert erklärt. Mit 
Mahnungen und Betreibungsverfahren (vgl. vorstehend namentlich Erw. 4.1.8 f.) 
hat die Vorinstanz ihr Möglichstes getan, um die Beiträge einzutreiben. Bereits im 
März 2018 wurde die E.________ denn auch aufgelöst (vgl. vorstehend Ingress 
lit. A). Mit der Sitzverlegung der E.________ im November 2016 in den Kanton 
Graubünden endete (per Ende 2016) überdies grundsätzlich die Zuständigkeit 
der Vorinstanz (vgl. Art. 117 Abs. 1 AHVV; Wegleitung über die Kassenzugehö-
rigkeit der Beitragspflichtigen [WKB], gültig ab 1.1.2005, Stand 1.1.2007 
Rz. 1043, Rz. 2005 u. 2007). 

5.4.3  Die Vorinstanz trifft mithin kein den adäquaten Kausalzusammenhang zwi-
schen dem schuldhaften Verhalten der Beschwerdeführer und dem Schaden 
(ganz oder teils) unterbrechendes (Mit-)Verschulden. 

6. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Schaden im Um-
fang von Fr. 732'096.25 von der Vorinstanz gemessen am erforderlichen Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit rechtsgenüglich plausibilisiert 
wurde. Dieser Schaden wurde der Vorinstanz von den Beschwerdeführern als 
Organe der E.________ in widerrechtlicher Weise und nicht entschuldbarer Wei-
se durch grobfahrlässiges Handeln verursacht. Ein Mitverschulden der Vorin-
stanz liegt nicht vor. 

29

7.1.1  Gemäss dem bis 31. Dezember 2020 gültigen Art. 61 lit. a ATSG i.V.m. 
Art. 1 Abs. 1 AHVG musste das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsge-
richt u.a. für die Parteien kostenlos sein. Für nach dem 1. Januar 2021 eingelei-
tete Verfahren ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflich-
tig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist (Art. 61 lit. fbis erster 
Satzteil ATSG; vgl. Übergangsbestimmung Art. 83 ATSG). Mithin wurde die all-
gemeine Kostenlosigkeit gestrichen und es kommt bezüglich Verfahrenskosten 
das kantonale Recht zur Anwendung (Art. 61 Satz 1 ATSG; § 71 ff. VRP), soweit 
nicht die Kostenlosigkeit gemäss neuem Art. 61 lit. fbis ATSG greift. Vorliegend 
handelt es sich um eine Streitigkeit über Beiträge, womit grundsätzlich bei (teil-
weisem) Unterliegen Kosten auferlegt werden können. 

Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) sind in 
Anwendung von § 3 der Gebührenordnung für die Verwaltung und die Rechts-
pflege im Kantons Schwyz (GebO; SRSZ 173.111) vom 20. Januar 1975 i.V.m. 
§ 25 Ziff. 29 GebO (Gebührenrahmen von Fr. 100.-- bis Fr. 20'000.-- für verwal-
tungsgerichtliche Beschwerdeverfahren) auf Fr. 3'000.-- festzusetzen. 

7.1.2  Der vorliegende Verfahrensausgang entspricht zwar einem teilweisen Ob-
siegen der Beschwerdeführer. Dennoch sind die Verfahrenskosten vollumfäng-
lich den Beschwerdeführern aufzuerlegen. 

Zum einen ist nicht zu verkennen, dass der Vorinstanz angesichts der fehlenden 
Buchhaltung (die entsprechend auch keine Revisionen zuliessen, vgl. vorstehend 
Erw. 4.5.1) zunächst keine andere Möglichkeit blieb, als den Schaden ermes-
sensweise zu ermitteln. Mit ihren Beschwerden machten die Beschwerdeführer 
keine konkreten Angaben; ebensowenig reichten sie schlüssige Belege/Rech-
nungen etc. ein. Dennoch überprüfte die Vorinstanz mit ihrer Vernehmlassung 
den geltend gemachten Schaden noch einmal, soweit das Aktendossier dies zu-
liess. Erst mit der Replik (vgl. vorstehend Erw. 4.3.3) machten die Beschwerde-
führer vereinzelte konkrete Angaben, welchen die Vorinstanz in der Folge auch 
Rechnung trug. Es ist nicht nachvollziehbar, dass und weshalb die Beschwerde-
führer entsprechenden Angaben nicht bereits zu einem früheren Zeitpunkt, na-
mentlich bereits im Einspracheverfahren gemacht haben, womit das verwal-
tungsgerichtliche Verfahren allenfalls erspart oder zumindest kürzer hätte gestal-
tet werden können. 

Zum andern ist das Obsiegen der Beschwerdeführer (gemessen an der gerichtli-
chen Reduktion des Schadenersatzes) als zu gering zu veranschlagen, als dass 
ihnen bei der Verlegung der Verfahrenskosten Rechnung getragen werden könn-
te. 

30

7.2 Aus den vorstehend dargelegten Gründen kann dem Verfahrensausgang 
entsprechend den beanwalteten Beschwerdeführern auch keine (reduzierte) Par-
teientschädigung zugesprochen werden. 

31

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerden werden die angefochtenen 
Einspracheentscheide vom 8. Juli 2021 im Sinne der Erwägungen aufge-
hoben und die Beschwerdeführer als Solidarhafter verpflichtet, der Sozial-
versicherungsanstalt (SVA) Zürich für entgangene Beiträge einen Scha-
denersatz von Fr. 732'096.25 zu bezahlen. 

2. Die Verfahrenskosten (Gerichtsgebühr, Kanzleikosten und Barauslagen) 
von Fr. 3'000.-- werden den Beschwerdeführern je zur Hälfte (je Fr. 1'500.--) 
auferlegt. 

Die jeweiligen Betreffnisse sind innert 30 Tagen seit Zustellung des Ent-
scheids auf das Postkonto 60-22238-6 des Verwaltungsgerichts zu über-
weisen.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung Beschwer-
de* in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht, Schwei-
zerhofquai 6, 6004 Luzern, erhoben werden (Art. 42 und 82ff. des Bundes-
gesetzes über das Bundesgericht [BGG; SR 173.110] vom 17.6.2005).

5. Zustellung an:
- den Rechtsvertreter der Beschwerdeführer (3/R)
- die Vorinstanz (R; unter Beilage der Eingabe der Beschwerdeführer vom 

2.5.2022)
- den Beigeladenen (R)
- und das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, 3003 Bern (A).

Schwyz, 17. Mai 2022 

Im Namen des Verwaltungsgerichts

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

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*Anforderungen an die Beschwerdeschrift 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache (Deutsch, Französisch, Italienisch, Ru-
mantsch Grischun) abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 
darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Urkunden, auf die 
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 
hat; der angefochtene Entscheid ist beizulegen.

Versand: 2. Juni 2022