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**Case Identifier:** 2857a116-e780-589e-962a-2aed099b796b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.04.2017 200 2016 1228
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1228_2017-04-19.pdf

## Full Text

200 16 1228 IV
ACT/COC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. April 2017

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Matti, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 10. November 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. April 2017, IV/16/1228, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1960 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
rutschte am 7. Februar 1994 bei der Arbeit aus (Akten der Invalidenversi-
cherung [IV], Teil C [act. II], Akten vor 1999, 48). Mit Verfügung vom 
27. Februar 1997 (act. II Akten vor 1999, 26) sprach die C.________ als 
zuständiger Unfallversicherer bezüglich dieses Ereignisses eine Integritäts-
entschädigung für eine Integritätseinbusse von 10% zu; dagegen verneinte 
sie einen Rentenanspruch.

Bereits am 5. November 1996 hatte sich die Versicherte unter Hinweis auf 
seit dem Unfall vom 7. Februar 1994 bestehende „Schmerzen beim Ste-
hen, Heben und Kälte“ bei der IV zum Leistungsbezug in Form von berufli-
chen Massnahmen angemeldet (act. II, Akten vor 1999, 24). Dieses Ge-
such wurde mit Verfügung vom 13. Januar 1998 (act. II, Akten vor 1999, 1) 
abgeschrieben, da sie eine passende Arbeitsstelle gefunden hatte.

B.

Am 4. März 2008 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV zum Leis-
tungsbezug an (act. II 1). Daraufhin führte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) medizinische und erwerbliche Erhebungen durch.

C.

In der Zwischenzeit hatte die C.________, nachdem ihr wegen Beschwer-
den im Mittelfuss rechts ein Rückfall resp. ein weiterer Unfall vom 27. April 
2008 mit Schulterbeschwerden rechts gemeldet worden war (act. II 9 S. 31, 
35 S. 49), erneut Versicherungsleistungen ausgerichtet (vgl. act. IIA 69). 
Mit Verfügung vom 4. April 2012 (act. IIA 73) sprach sie ab dem 1. April 
2012 eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 21% 

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und eine Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von noch-
mals 10% zu. 

D.

Mit Verfügung vom 6. November 2012 (act. IIA 110) verneinte die IVB bei 
einem ermittelten Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 11% einen Anspruch auf 
eine IV-Rente. Eine hiergegen erhobene Beschwerde (act. IIA 114 S. 3 ff.) 
hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 2. Februar 
2015, IV/2012/1166 (Akten der IV, Teil C [act. IIB] 139), insofern gut, als es 
die angefochtene Verfügung aufhob und die Akten an die IVB zurückwies, 
damit diese weitere medizinische Abklärungen durchführe und anschlies-
send über den Rentenanspruch neu verfüge. Dieses Urteil blieb unange-
fochten.

In der Folge führte die IVB weitere medizinische Erhebungen durch. Dabei 
veranlasste sie eine interdisziplinäre Begutachtung durch die Fachärzte der 
Begutachtungsstelle D.________ (MEDAS; Gutachten vom 28. September 
2015; act. IIB 155.1). Gestützt auf die Ergebnisse der getätigten Erhebun-
gen stellte sie mit Vorbescheid vom 8. März 2016 (act. IIB 163) ab 1. Sep-
tember 2008 bei einem IV-Grad von 46% die Zusprache einer Viertelsrente 
und vom 1. März 2009 bis 31. März 2012 sowie vom 1. September bis 
31. Dezember 2012 bei einem IV-Grad von 100% die Zusprache einer be-
fristeten ganzen IV-Rente in Aussicht. Dagegen verneinte sie einen Ren-
tenanspruch für die Zeit vom 1. April bis 31. August 2012 und ab dem 
1. Januar 2013. Damit zeigte sich die Versicherte nicht einverstanden 
(act. IIB 168). Nach Einholung einer Stellungnahme des Regionalen Ärztli-
chen Dienstes (RAD; act. IIB 179) verfügte die IVB am 10. November 2016 
wie im Vorbescheid angekündigt und sprach ab 1. September 2008 eine 
Viertelsrente und vom 1. März 2009 bis 31. März 2012 sowie vom 1. Sep-
tember bis 31. Dezember 2012 eine ganze IV-Rente zu (act. IIB 180).

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E.

Hiergegen lässt die Versicherte am 9. Dezember 2016 Beschwerde erhe-
ben und die kostenfällige Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie 
die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zu weiteren Ab-
klärungen beantragen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 25. Januar 2017 schliesst die Beschwerde-
gegnerin unter Hinweis auf eine Stellungnahme des RAD vom 20. Dezem-
ber 2016 (in den Gerichtsakten) auf Abweisung der Beschwerde. 

Mit Schlussbemerkungen vom 2. Februar 2017 lässt die Beschwerdeführe-
rin an ihrem Antrag festhalten.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-

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tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 10. November 2016 
(act. IIB 180). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch und in diesem 
Zusammenhang insbesondere, ob der rechtserhebliche Sachverhalt genü-
gend abgeklärt ist.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Die Sachverständigen sollen die Diagnose einer anhaltenden so-
matoformen Schmerzstörung bzw. eines vergleichbaren psychosomati-
schen Leidens so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen 
können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind 
(BGE 142 V 106 E. 3.3 S. 108, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höch-
strichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein solcher Gesund-
heitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, 
schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters 
(BGE 141 V 281 E. 4.1 S. 296 ff.). Nach Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG 

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liegt eine Erwerbsunfähigkeit nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 
überwindbar ist. Die materielle Beweislast liegt bei der rentenansprechen-
den Person (E. 3.7). Die Anerkennung eines rentenbegründenden IV-
Grades ist deshalb nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der 
medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzel-
fall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit 
(zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (E. 6).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.5 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden (BGE 109 V 125 E. 4a S. 127; AHI 1998 S. 121 E. 1b).

Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers 
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die 

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Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 
Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung 
in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10, 130 V 343 
E. 3.5 S. 349).

3.

3.1 Im Urteil VGE IV/2012/1166 (act. IIB 139) hat das Verwaltungsge-
richt rechtskräftig entschieden, dass der medizinische Sachverhalt gestützt 
auf die bis zum Erlass der Verfügung vom 6. November 2012 (act. IIA 110) 
vorgelegenen Arztberichte nicht abschliessend beurteilt werden kann. Des-
halb hat es die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit 
diese weitere medizinische Erhebungen, insbesondere eine interdisziplinä-
re Begutachtung, durchführe (S. 12 ff. E. 4.3). 

Zum Gesundheitszustand resp. zur Arbeitsfähigkeit lässt sich den Akten im 
Wesentlichen Folgendes entnehmen: 

3.1.1 Die RAD-Ärztin med. pract. E.________, Fachärztin für Physikali-
sche Medizin und Rehabilitation, führte im Aktenbericht vom 10. September 
2012 (act. IIA 98) keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähig-
keit an. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte sie ins-
besondere eine Coxarthrose beidseits, einen Status nach Dekompression 
L3/4 und L4/5 bilateral, eine Reruptur des Supraspinatus rechts und eine 
bekannte OSG-Arthrose rechts (S. 4). Die Beschwerdeführerin sei aus in-
validenversicherungsrechtlicher Sicht seit Juni 2009 in einer leichten bis 

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mittelschweren Tätigkeit (max. 10kg), überwiegend sitzend (Anteil der Ar-
beitszeit im Sitzen mind. 50% der normalen Arbeitszeit), mit der Möglichkeit 
der Wechselpositionierung, ohne Leistungsminderung zu 100% arbeitsfähig 
(S. 5). 

3.1.2 Dr. med. F.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht vom 
4. September 2013 (act. IIB 129) einen Zustand nach Dekompression L3/4 
und L4/5, eine chronisch therapierefraktäre Lumbago bei degenerativer 
Erkrankung der LWS, einen Zustand nach HTP rechts und eine Coxarthro-
se links. Die Beschwerdeführerin leide seit einem Unfall im Jahr 1994 mit 
einer Verletzung im Fussbereich an Dauerschmerzen. Ferner leide sie im 
Rahmen der Rekonvaleszenz nach der durchgeführten Dekompression der 
Segmente L3/4 und L4/5 nach wie vor an einem ausgeprägten Schmerz. 
Die Belastbarkeit sei erheblich eingeschränkt. Die Gehfähigkeit betrage 
30 Minuten, die Sitzfähigkeit 15 Minuten. In einer leichten körperlichen 
Tätigkeit in Wechselpositionen, d.h. eine rückenschonende Arbeit, mit He-
ben und Tragen von maximal 5kg, ohne Arbeiten oberhalb des Schultergür-
tels und unterhalb der Gelenksebene, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 
50%. Die Arbeitsfähigkeit müsse auf zwei Mal zwei Stunden täglich einge-
schränkt werden. Vier Stunden ohne Unterbruch könne die Beschwerde-
führerin nicht belasten. Die entsprechenden Belastungstestungen seien 
gescheitert. Eine Verbesserung dieser Situation sei in den nächsten Mona-
ten nicht zu erwarten. Es handle sich um eine stabile Situation.

3.1.3 Im interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 28. September 2015 
(act. IIB 155.1) wurden mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein 
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom unter lumbaler Betonung 
(ICD-10 M54.80/Z98.8), chronische Beschwerden am rechten Sprungge-
lenk (ICD-10 T93.2/M19.17/Z98.8), chronische Beschwerden an der domi-
nanten rechten Schulter (ICD-10 M75.1/M19.81/Z98.8), chronisch intermit-
tierende Beschwerden an den Handgelenken (ICD-10 M18.0/Z98.8) und 
ein Verdacht auf eine leichte somatoforme Schmerzüberlagerung (ICD-10 
F45.4) diagnostiziert. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit führten 
die Gutachter insbesondere ein metabolisches Syndrom und chronische 
Hüftbeschwerden beidseits (ICD-10 M16.0/Z96.6) an (S. 34 f. Ziff. 5).

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Aus allgemeininternistischer Sicht imponiere ein metabolisches Syndrom, 
beinhaltend einen Diabetes mellitus Typ II, eine Adipositas wie auch eine 
aktuell gut eingestellte arterielle Hypertonie. Mit geeigneten Massnahmen 
könne das metabolische Syndrom jedoch gut angegangen werden und 
begründe somit keine quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für 
eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit. Eine länger dauernde 
Arbeitsunfähigkeit könne nicht bescheinigt werden (S. 18 Ziff. 3.4 f.). 

Aus psychiatrischer Sicht wurde ausgeführt, die vorwiegend geklagten 
Schmerzen wirkten weitgehend somatisch begründet, d.h. es bestehe ein 
organisches Korrelat. Zusätzlich könne eine eher leichte psychische, d.h. 
somatoforme Schmerzüberlagerung vermutet werden. Ein konflikthafter 
Hintergrund bestehe aufgrund der gescheiterten Ehe und des schwierigen 
chronifizierten Krankheitsverlaufs. Ansonsten könnten keine psychiatri-
schen Komorbiditäten festgestellt werden. Insbesondere bestünden keine 
Anhaltspunkte für einen klinisch relevanten depressiven Zustand. Die an-
genommene somatoforme Schmerzstörung schränke die Arbeitsfähigkeit 
um ca. 10% ein (S. 21 Ziff. 4.1.4 f.). 

Aus orthopädischer Sicht wurde ausgeführt, die geklagten Beschwerden 
liessen sich durch die klinischen und radiologischen Befunde nicht 
vollständig begründen. Durchaus nachvollziehbar sei der Leidensdruck an 
der lumbalen Wirbelsäule sowie an der rechten Schulter und in gewissem 
Ausmass auch am rechtem Sprunggelenk, kaum aber in den übrigen Ab-
schnitten der rechten Körperhälfte, sodass von einer erheblichen nicht-
organischen Beschwerdekomponente ausgegangen werden müsse (S. 28 
Ziff. 4.2.4). Für körperlich mittelschwere und schwere sowie überwiegend 
im Stehen und Gehen zu verrichtende Tätigkeiten bestehe eine vollständi-
ge Arbeitsunfähigkeit. Für körperlich sehr leichte Verrichtungen unter 
Wechselbelastung bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80% bei ganztägigem 
Pensum mit um 20% reduzierter Leistung aufgrund eines vermehrten Pau-
senbedarfes. Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten über 5kg, der 
Einsatz der rechten oberen Extremität oberhalb Schulterniveau sowie das 
Überwinden von Treppen und unebenem Grund sollten dabei vermieden 
werden (S. 29 Ziff. 4.2.5). Ferner führte der orthopädische Gutachter an, 
der Einschätzung von Dr. med. F.________ (act. IIB 129) könne grundsätz-

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lich gefolgt werden. Ebenfalls der Einschätzung der RAD-Ärztin im Bericht 
vom 10. September 2012 (act. IIA 98) könne insgesamt gut gefolgt werden, 
doch sollte aufgrund der deutlichen lumbalen Degeneration von einem 
vermehrten Pausenbedarf von 20% ausgegangen werden (S. 30 
Ziff. 4.2.8). 

Aus neurologischer Sicht wurde ausgeführt, die geschilderten Schmerzen 
bzw. Parästhesien am rechten Bein seien nicht auf eine neurale Struktur 
zurückzuführen und die angegebene Minderbelastung des rechten Beines 
könne bei seitengleich ausgeprägter Ober- und Unterschenkelmuskulatur 
nicht nachvollzogen werden. Ähnliches gelte für die gebotene Schwäche an 
der rechten Hand, welche im Kontrast stehe zu den beidseitigen deutlichen 
Verschwielungen. Bei häufiger Benützung von Gehstöcken bleibe es offen, 
ob zusätzlich an den Händen ein Karpaltunnelsyndrom vorliege. Dies hätte 
für die jetzigen Leistungsbeurteilungen keine Bedeutung, da es sich um 
eine gut behandelbare Erkrankung handle. Gesamthaft finde sich somit 
abgesehen von einem vor allem in das orthopädische Gebiet fallenden de-
generativen LWS-Syndrom keine die Arbeitsfähigkeit einschränkende neu-
rologische Erkrankung. Die Vielzahl der Beschwerden, denen kein ausrei-
chender klinischer Befund entgegenstehe, und gewisse Auffälligkeiten bei 
der Untersuchung wie das Verhalten bei den Gangprüfungen sprächen für 
eine zusätzliche somatoforme Störung (S. 34 Ziff. 4.3.4).

Aus interdisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, es bestehe 
eine volle Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere und mittelschwere 
Tätigkeiten. Dagegen attestierten sie für eine körperlich leichte, gut adap-
tierte Tätigkeit eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80%, vollschichtig 
realisierbar mit erhöhtem Pausenbedarf von fünf bis zehn Minuten pro 
Stunde. Die geringe Leistungseinbusse aus psychiatrischer Sicht wirke sich 
beim vorgegebenen Pausenbedarf aus somatischer Sicht nicht zusätzlich 
aus (S. 37 Ziff. 6.2). 

3.1.4 Dr. med. F.________ diagnostizierte im Bericht vom 8. Mai 2016 
(act. IIB 174 S. 13 f.) einen Status nach Hüft-TP rechts und Hüft-TP-
Luxation rechts, eine chronische Lumbago, einen Zustand nach Dekom-
pression L3/L5 beidseits sowie eine Adipositas. Die Beschwerdeführerin 
leide unter Schmerzen, welche abdominal rechts, inguinal rechts und 

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Oberschenkel Innenseite rechts beschrieben würden. Die Schmerzen im-
ponierten als Dauerschmerz mit Zunahme bei Bewegung und Belastung. 
Die Gehfähigkeit betrage zehn Minuten, die Sitzfähigkeit zehn bis fünfzehn 
Minuten. Die Situation habe sich in den letzten Monaten zugespitzt. Die 
Aktivität sei regredient (S. 13).

3.1.5 Dr. med. G.________, Fachärztin für Neurologie, diagnostizierte im 
Bericht vom 23. September 2016 (act. IIB 177 S. 2 ff.) insbesondere multi-
etagere schwere degenerative LWS-Veränderungen, einen Status nach 
Hüft-TP rechts und Hüft-TP-Luxation rechts sowie eine Tendovaginitis ste-
nosans Dig. III beidseits (S. 2). Im Neurostatus führte sie einen Muskelum-
fang der Oberschenkel rechts von 51 cm und links von 52 cm sowie einen 
Muskelumfang der Unterschenkel von rechts 41 cm und links 42 cm an 
(S. 3). Die beklagte Klinik mit brennenden Missempfindungen am rechten 
Bein entspreche einer multiradikulären sensiblen Reizsymptomatik der 
Wurzeln L2, L3 und L4 sowie weiter kaudal der Wurzel L5 rechts. Zusätz-
lich bestünden auch vermehrt „Krämpfe in den S1-innervierten Muskeln 
(Planta pedis beidseits sowie in den Händen)“. Diese seien mit Magnesium 
hochdosiert etwas besser geworden. Die Wurzelreizung sei vor allem durch 
die sehr ausgeprägten extraforaminalen Wirbelsäulenveränderungen mit 
schweren Ossifikationen ausreichend und gut erklärbar (S. 4).

3.1.6 Die RAD-Ärztin med. pract. E.________ führte im Aktenbericht vom 
3. November 2016 (act. IIB 179 S. 3) aus, falls tatsächlich eine Tendovagi-
nitis stenosans Dig. III beidseits bestehen sollte, sei diese handchirurgisch 
gut behandelbar und führe zu keiner langdauernden Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit. Weiter könne alleine aufgrund der anatomischen Zuord-
nung von S1 im Bericht von Dr. med. G.________ nicht auf deren Beurtei-
lung abgestellt werden. S1 als Sacralnerv könne niemals die Muskeln der 
oberen Extremität mitversorgen. Die Beschwerdeführerin sei durch den 
MEDAS-Neurologen adäquat beurteilt worden.

3.1.7 Dr. med. G.________ nahm im Bericht vom 22. November 2016 
(Beschwerdebeilage [act. I] 4) nochmals Stellung. In ihrem vorherigen Be-
richt habe sich insofern ein Fehler eingeschlichen, als die Klammer an der 
falschen Stelle gesetzt worden sei. Diese hätte hinter Planta pedis beid-
seits gesetzt werden müssen (S. 1). Die Beschwerdeführerin leide an einer 

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Tendovaginitis stenosans Dig. III beidseits, welche in der Regel operativ 
gut behandelt werden könne. Die Beschwerden der LWS seien den zuvor 
beschriebenen multietageren degenerativen LWS-Veränderungen ab L2 
zuzuschreiben (S. 2). 

3.1.8 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens nahm die RAD-Ärztin med. 
pract. E.________ am 20. Dezember 2016 nochmals Stellung (in den Ge-
richtsakten). Nachdem die behandelnde Neurologin in ihrem Bericht keine 
neuen medizinischen Erkenntnisse vorbringe, sondern auf die bekannten 
degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule hinweise, könne weiterhin 
auf die Beurteilung im MEDAS-Gutachten abgestellt werden (S. 3). 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Aus allgemeininternistischer und psychiatrischer Sicht erfüllt das 
MEDAS-Gutachten vom 28. September 2015 (act. IIB 155.1) die von der 
höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizini-

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schen Gutachtens gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor) und über-
zeugt. Die Gutachter haben sich in ihren fachärztlichen Beurteilungen in 
Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen 
Einschränkungen auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen insbe-
sondere gestützt auf ihre eigenen Untersuchungen getroffen. Die Aus-
führungen in den Beurteilungen der medizinischen Zusammenhänge sind 
einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand nachvollziehbar begründet. Auf diese (allgemeininternistischen und 
psychiatrischen) Beurteilungen ist – unbestrittenermassen – abzustellen.

Aus dem MEDAS-Gutachten geht klar und schlüssig hervor, dass aus all-
gemeininternistischer Sicht keine Diagnose mit Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit vorliegt (S. 35 Ziff. 5.2) und dass für eine körperlich leichte 
bis mittelschwere Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit be-
steht (S. 18 Ziff. 3.4 f.). Aus psychiatrischer Sicht wurde im Gutachten 
nachvollziehbar aufgezeigt, dass ein Verdacht auf eine leichte somatofor-
me Schmerzüberlagerung besteht (S. 21 Ziff. 4.1.4). Soweit der psychiatri-
sche Gutachter jedoch aufgrund dieser Verdachtsdiagnose eine Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit von 10% attestiert hat (S. 21 Ziff. 4.1.5), kann ihm 
mit Bezug auf die vorliegend streitigen Belange nicht gefolgt werden. Denn 
eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 
E. 2.1 und 2.1.1 S. 285 f.; vgl. E. 2.1 hiervor). Dies ist hier gerade nicht der 
Fall.

3.4

3.4.1 Entgegen der Auffassung in der Beschwerde (S. 6 Art. 4) wurde im 
MEDAS-Gutachten aus neurologischer Sicht grundsätzlich schlüssig darge-
legt, dass abgesehen von einem vor allem in das orthopädische Gebiet 
fallenden degenerativen LWS-Syndrom keine die Arbeitsfähigkeit ein-
schränkende neurologische Erkrankung besteht. Dabei wies der neurologi-
sche Gutachter insbesondere darauf hin, dass die angegebene Minderbe-
lastung des rechten Beines bei seitengleich ausgeprägter Ober- und Unter-
schenkelmuskulatur nicht nachvollzogen werden könne und die gebotene 
Schwäche an der rechten Hand in Widerspruch stehe zu den beidseitigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. April 2017, IV/16/1228, Seite 14

deutlichen Handbeschwielungen (act. IIB 155.1 S. 33 f. Ziff. 4.3.4 f.). Da 
jedoch der Bericht von Dr. med. G.________ vom 23. September 2016 
(act. IIB 177 S. 2 ff.) einen Hinweis enthält, der gegen das Abstellen auf die 
Einschätzung des neurologischen Gutachters im Verfügungszeitpunkt 
spricht, indem die behandelnde Neurologin – anders als der Gutachter ein 
gutes Jahr vorher (act. IIB 155.1 S. 32 unten) – seitenunterschiedliche Um-
fänge der Ober- und Unterschenkelmuskulatur gemessen hat (act. IIB 177 
S. 3 unten), und dieser Widerspruch gestützt auf die Akten nicht aufgelöst 
werden kann, kann vorliegend auf die neurologische Beurteilung im 
MEDAS-Gutachten nicht direkt abgestellt werden. Diesbezüglich erweist 
sich der medizinische Sachverhalt als zu wenig abgeklärt.

3.4.2 Auch die orthopädische Beurteilung im MEDAS-Gutachten vermag 
vorliegend nicht vollständig zu überzeugen. Denn diese ist in sich wider-
sprüchlich. Zum einen kommt der orthopädische Gutachter zum Schluss, 
dass aufgrund des bestehenden chronischen panvertebralen Schmerzsyn-
droms unter lumbaler Betonung sowie der chronischen Beschwerden am 
rechten Sprunggelenk, an der dominanten rechten Schulter und an den 
Handgelenken körperlich mittelschwere und schwere sowie überwiegend 
im Stehen und Gehen zu verrichtende Tätigkeiten nicht mehr zumutbar 
sind. Ferner attestiert er in einer angepassten, körperlichen sehr leichten 
Tätigkeit eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80% (vollschichtig um-
setzbar; act. IIB 155.1 S. 26 f. Ziff. 4.2.3 und S. 29 Ziff. 4.2.5). Zum anderen 
führt er aus, dass der Einschätzung des behandelnden Orthopäden 
Dr. med. F.________ „grundsätzlich“ gefolgt werden könne (act. IIB 155.1 
S. 30 Ziff. 4.2.8). Er begründet jedoch nicht, weshalb er sich nicht der von 
Dr. med. F.________ attestierten – und im Gutachten explizit wiedergege-
benen (act. IIB 155.1 S. 30 Ziff. 4.2.8) – Arbeitsfähigkeit von 50% (act. IIB 
129) anschliesst, sondern eine Arbeitsfähigkeit von 80% in leidensange-
passten Tätigkeiten annimmt. Bereits aufgrund dieses Widerspruchs kann 
auf die Beurteilung des orthopädischen Gutachters nicht abgestellt werden. 
Vorliegend kann jedoch auch nicht auf die von Dr. med. F.________ im 
Bericht vom 4. September 2013 (act. IIB 129) attestierte 50%-ige Arbeits-
fähigkeit abgestellt werden, da aus diesem Bericht nicht hervor geht, ob 
sich der behandelnde Orthopäde in seiner Beurteilung allein auf die gezeig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. April 2017, IV/16/1228, Seite 15

te Leistung der Beschwerdeführerin abstützt oder ob er die Arbeitsfähigkeit 
medizinisch-theoretisch beurteilt hat. 

Darüber hinaus hat der orthopädische Gutachter zwar dargelegt, warum 
der von der RAD-Ärztin med. pract. E.________ im Bericht vom 10. Sep-
tember 2012 (act. IIA 98 S. 5) attestierten 100%-igen Arbeitsfähigkeit nicht 
gefolgt werden könne, und dass wegen vermehrten Pausenbedarfs eine 
Leistungseinbusse von 20% zu berücksichtigen sei (act. IIB 155.1 S. 30 
Ziff. 4.2.8). Jedoch ist nicht nachvollziehbar, weshalb sich der Gutachter 
der Beurteilung der RAD-Ärztin insgesamt anschliesst (act. IIB 155.1 S. 30 
Ziff. 4.2.8). Einerseits weicht sie wesentlich von derjenigen des Dr. med. 
F.________ ab, welcher sich der Gutachter ebenfalls anschliesst (a.a.O.). 
Andererseits führt die RAD-Ärztin in ihrem Bericht vom 10. September 
2012 (act. IIA 98 S. 4 f.) keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit an und hat zudem eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit als zu-
mutbar erachtet. Er selber hat in seiner Beurteilung diverse Diagnosen mit 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt und zudem mittelschwere 
Tätigkeiten als nicht mehr zumutbar erachtet (act. IIB 155.1 S. 26 f. 
Ziff. 4.2.3 und S. 29 Ziff. 4.2.5). Dass auf die Einschätzung der RAD-Ärztin 
nicht abgestellt werden kann, ist bereits im Urteil VGE IV/2012/1166 
(act. IIB 139 S. 12 f. E. 4.3) festgehalten worden.

3.5 Unter diesen Umständen kann vorliegend keine abschliessende 
Beurteilung der medizinischen Situation bzw. deren Auswirkung auf die 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit vorgenommen werden. Die Beschwerde ist 
deshalb gutzuheissen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und die 
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die aufge-
zeigten Unklarheiten z.B. durch eine entsprechende Stellungnahme der 
MEDAS-Gutachter und allenfalls weitere sich in der Folge als notwendig 
erweisende Abklärungen (z.B. ein Verlaufsgutachten) kläre. Anschliessend 
hat die Beschwerdegegnerin über den Rentenanspruch neu zu verfügen.

Anzumerken bleibt, dass vorliegend das Verfahren gemäss BGE 137 V 
314, wonach der Beschwerde führenden Partei auch dann die Gelegenheit 
zum Rückzug der Beschwerde zu geben ist, wenn eine rentenzusprechen-
de Verfügung aufgehoben und die Sache zu weiterer Abklärung und neuer 
Entscheidung an die IV-Stelle zurückgewiesen werden soll, nicht durchzu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. April 2017, IV/16/1228, Seite 16

führen ist, da die Rückweisung zu weiteren Abklärungen dem Antrag der 
Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 2 Ziff. I) entspricht.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der von der Beschwerde-
führerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird nach Rechtskraft 
des Urteils zurückerstattet.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

In der Kostennote vom 10. Februar 2017 hat Rechtsanwalt B.________ 
eine Parteientschädigung von Fr. 4‘446.40 zuzüglich Auslagen von 
Fr. 125.90 und Mehrwertsteuer von Fr. 365.85, somit von total Fr. 4‘938.15, 
geltend gemacht. Dies ist nicht zu beanstanden. Diesen Betrag hat die Be-
schwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. April 2017, IV/16/1228, Seite 17

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 10. November 2016 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4‘938.15 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.