# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f9104a60-14e2-57e7-a0a3-63cba33870d2
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-20
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Verwaltungsgerichtshöfe 20.04.2017 603 2017 46
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_007_603-2017-46_2017-04-20.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

603 2017 46

Urteil vom 20. April 2017

III. Verwaltungsgerichtshof

Besetzung Präsidentin: Anne-Sophie Peyraud 
Richter: Marianne Jungo

Dominique Gross 
Gerichtsschreiberin-Praktikantin: Estelle Seiler

Parteien A.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt Joachim 
Lerf    

gegen

KOMMISSION FÜR ADMINISTRATIVMASSNAHMEN IM STRASSEN-
VERKEHR, Vorinstanz     

Gegenstand Strassenverkehr und Transportwesen

Entzug des Führerausweises wegen mittelschwerer Widerhandlung

Beschwerde vom 24. Februar 2017 gegen die Verfügung vom 19. Januar 
2017

Kantonsgericht KG

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Sachverhalt

A. A.________ (Beschwerdeführerin) ist seit 1974 im Besitz des Führerausweises der 
Kategorie B. Im automatisierten Datensystem für Administrativmassnahmen (ADMAS; vgl. Art. 
104b des Bundesgesetzes über den Strassenverkehr vom 19. Dezember 1958 [SVG; SR 741.01] 
und die ADMAS-Register-Verordnung vom 18. Oktober 2000 [SR 741.55]) ist sie nicht verzeichnet.

B. Am 8. März 2013 um 17.15 Uhr fuhr die Beschwerdeführerin in G.________ auf der 
B.________ und wollte in Richtung C.________ auf die D.________ abbiegen. Ein Lieferwagen, 
welcher auf der D.________ in Richtung E.________ fuhr und rechts in die B.________ Richtung 
F.________ einbiegen wollte, schränkte die Sicht der Beschwerdeführerin auf die Fahrbahn 
C.________-E.________ der D.________ ein. Trotzdem bog die Beschwerdeführerin nach links 
ab. Dabei übersah sie einen auf der D.________ aus der Richtung C.________ herkommenden 
Personenwagen. Es kam zu einer Kollision zwischen der rechten Front dieses Fahrzeuges und der 
linken Front des Fahrzeuges der Beschwerdeführerin.

C. Mit Schreiben vom 15. April 2013 teilte die Kommission für Administrativmassnahmen im 
Strassenverkehr (Vorinstanz) der Beschwerdeführerin mit, dass aufgrund des erwähnten Ereignis-
ses ein Administrativverfahren gegen sie eröffnet werde. 

D. Nach Eingang der Stellungnahme der Beschwerdeführerin und unter Berücksichtigung der 
Aktenlage hat die Vorinstanz mit Verfügung vom 23. April 2013 das Administrativverfahren bis zum 
Vorliegen des rechtskräftigen Strafurteils sistiert. Gleichzeitig wies die Vorinstanz die Beschwer-
deführerin darauf hin, dass sie zur Wahrnehmung ihrer Verteidigungsrechte sämtliche Argumente 
bereits im Strafverfahren vorzubringen habe und ggf. gegen einen strafrechtlichen Entscheid, wel-
chen sie nicht akzeptiere, einsprechen müsse; dies, da die Vorinstanz in der Folge im Administra-
tivverfahren nicht mehr auf mögliche Einwände gegenüber gemachten Feststellungen eintreten 
könne.

E. Mit Strafbefehl vom 23. April 2015 hat die Staatsanwaltschaft des Kantons Freiburg die Be-
schwerdeführerin wegen Widerhandlung gegen das SVG (Unaufmerksamkeit, Nichtgewähren des 
Vortritts gegenüber einem vortrittsberechtigten Fahrzeug) zu einer Busse von CHF 300.- verurteilt; 
hiergegen hat die Beschwerdeführerin am 4. Mai 2015 Einsprache erhoben. Mit Urteil vom 
12. Januar 2016 hat der Polizeirichter des Saanebezirks die Beschwerdeführerin derselben Wider-
handlungen schuldig erklärt, die Busse jedoch auf CHF 200.- herabgesetzt. Hiergegen hat die Be-
schwerdeführerin beim Strafappellationshof des Kantonsgerichts Freiburg Berufung erhoben. Mit 
Urteil vom 26. Oktober 2016 (501 2016 27) hat das Kantonsgericht die Berufung abgewiesen und 
das Urteil des Polizeirichters bestätigt. Das Urteil wurde nicht angefochten und ist in Rechtskraft 
erwachsen.

F. Mit Schreiben vom 5. Januar 2017 hat die Beschwerdeführerin die Vorinstanz über das 
rechtskräftige Strafurteil informiert und zugleich, mit Hinsicht auf das Administrativverfahren, Stel-
lung genommen. Gemäss ihren Ausführungen haben die Strafbehörden sie nur wegen einer "ein-
fachen" Verletzung der Verkehrsregeln schuldig erklärt und sie zu einer sehr niedrigen Busse ver-
urteilt. Infolgedessen könne im Administrativverfahren höchstens eine Verwarnung gegen sie aus-
gesprochen werden, zumal sie bis dahin nie mit den Straf- bzw. Verwaltungsbehörden konfrontiert 
worden sei, obwohl sie schon seit vielen Jahren fahre.

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G. Mit Verfügung vom 19. Januar 2017 hat die Vorinstanz der Beschwerdeführerin den Führer-
ausweis wegen mittelschwerer Widerhandlung für die Dauer von einem Monat (spätestens ab dem 
19. Juli 2017) entzogen. Die Vorinstanz wies zudem darauf hin, dass diese Entzugsdauer der ge-
setzlichen Mindestdauer entspreche, die sie anzuwenden habe.

H. Am 24. Februar 2017 hat die Beschwerdeführerin hiergegen Beschwerde an das Kantonsge-
richt erhoben. Sie beantragt, die Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit zwecks Ergänzung 
der Entscheidbegründung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei statt eines Führer-
ausweisentzugs nur eine Verwarnung auszusprechen. Zur Begründung führt die Beschwerdeführe-
rin im Wesentlichen aus, dass eine Verletzung der Begründungspflicht und mithin des rechtlichen 
Gehörs vorliege sowie eine Rechtsverletzung, da die Vorinstanz die Widerhandlung gegen die 
Verkehrsregeln nicht als leicht, sondern als mittelschwer qualifiziert habe.

I. Mit Schreiben vom 16. März 2017 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde.

J. Auf die weiteren Parteivorbringen und die eingereichten Unterlagen wird – soweit für die Ent-
scheidfindung erforderlich – im Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Erwägungen

1. a) Das Kantonsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde zuständig (Art. 12 des kantona-
len Gesetzes vom 12. November 1981 zur Ausführung der Bundesgesetzgebung über den Stras-
senverkehr [AGSVG; SGF 781.1] in Verbindung mit Art. 114 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes 
vom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; SGF 150.1]). Die Beschwerdeführerin 
ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 76 VRG). Auch wurde der Kostenvorschuss 
rechtzeitig bezahlt (Art. 128 VRG). 

b) Hinsichtlich der Beschwerdefrist macht die Beschwerdeführerin geltend, dass die ange-
fochtene Verfügung ihrem Rechtsvertreter am 25. Januar 2017 zugestellt worden sei, sodass mit 
der Eingabe der Beschwerde am 24. Februar 2017 die Frist gewahrt sei.

c) Die Beschwerdefrist beträgt dreissig Tage (Art. 79 Abs. 1 VRG) und beginnt an dem Tag 
zu laufen, der auf ihre Mitteilung oder auf das auslösende Ereignis folgt (Art. 27 Abs. 1 VRG). Sie 
gilt als eingehalten, wenn eine schriftliche Eingabe spätestens am letzten Tag der Frist bei der 
Behörde eingereicht oder zu deren Handen der schweizerischen Post oder einer schweizerischen 
diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben wird (Art. 28 Abs. 1 VRG).

Als Adressat wurde in der angefochtenen Verfügung die Beschwerdeführerin angegeben, die 
Verfügung wurde jedoch richtigerweise ihrem Rechtsvertreter als A-Post Plus Brief geschickt, da 
dieser die Vorinstanz mit Schreiben vom 17. April 2013 informiert hatte, dass er von der Be-
schwerdeführerin in vorliegender Angelegenheit mandatiert worden sei. Gemäss dem Track & 
Trace der Post wurde die angefochtene Verfügung dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 
am 24. Januar 2017, um 6.32 Uhr, in dessen Postfach gelegt bzw. zugestellt. Folglich hat die Frist 
am 25. Januar 2017 zu laufen begonnen und endet, entgegen den Ausführungen der Beschwer-
deführerin, nicht am 24. sondern bereits am 23. Februar 2017.

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d) Infolgedessen wurde die Beschwerdefrist nicht eingehalten, sodass auf die Beschwerde 
nicht eingetreten werden kann. Indes ist die Beschwerde – wie nachfolgend dargelegt wird – 
ohnehin auch in der Sache abzuweisen.

2. Mit der Beschwerde an das Kantonsgericht können die Verletzung des Rechts einschliess-
lich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige 
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. Die Rüge der Unangemessenheit 
ist vorliegend ausgeschlossen (Art. 77 f. VRG).

3. a) Nach der Rechtsprechung darf die Verwaltungsbehörde von den tatsächlichen Feststel-
lungen im Strafurteil nur abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zugrunde 
legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, oder wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, sowie wenn 
der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht sämtliche Rechtsfragen abge-
klärt hat (vgl. BGE 137 I 363 / Pra 2012 46 323 E. 2.3.2). Die Verwaltungsbehörde hat vor allem 
auf die Tatsachen im Strafurteil abzustellen, wenn dieses im ordentlichen Verfahren mit öffentlicher 
Verhandlung unter Anhörung von Parteien und Einvernahme von Zeugen ergangen ist, es sei 
denn, es bestünden klare Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit dieser Tatsachenfeststellung; in die-
sem Fall hat die Verwaltungsbehörde nötigenfalls selbstständige Beweiserhebungen durchzufüh-
ren (BGE 136 II 447 / Pra 2011 34 234 E. 3.1). Hängt die rechtliche Würdigung sehr stark von der 
Würdigung von Tatsachen ab, die der Strafrichter besser kennt als die Verwaltungsbehörde – was 
etwa dann der Fall ist, wenn er den Beschuldigten persönlich einvernommen hat – so ist die Ver-
waltungsbehörde auch hinsichtlich der Rechtsanwendung an die rechtliche Qualifikation des 
Sachverhalts durch das Strafurteil gebunden. Ansonsten bleibt die Verwaltungsbehörde bei der 
rechtlichen Beurteilung des Falls frei (Urteil BGer 1C_452/2011 vom 21. August 2012 E. 2.2 mit 
Verweis auf BGE 124 II 103 E. 1c/aa und 1c/bb; BGE 139 II 95 / Pra 2013 83 652 E. 3.2). Entspre-
chend dem Grundsatz von Treu und Glauben muss der Betroffene allfällige Verteidigungsrechte 
und Beweisanträge im Strafverfahren vorbringen und dort ggf. alle Rechtsmittel ausschöpfen (Ur-
teil BGer 1C_476/2014 vom 29. Mai 2015 E. 2.3).

b) Zu Recht hat sich die Vorinstanz folglich auf den im Strafurteil des Kantonsgerichts Frei-
burg vom 26. Oktober 2016 etablierten Sachverhalt abgestützt: Vorliegend sind keine klaren An-
haltspunkte ersichtlich, welche für die Unrichtigkeit der Tatsachenfeststellung im Strafurteil spre-
chen. Solche werden von der Beschwerdeführerin auch gar nicht behauptet. Im Übrigen hat die 
Beschwerdeführerin auf weitere Rechtsmittel im Strafverfahren verzichtet. Die Voraussetzungen 
für ein Abweichen von den im Strafurteil festgestellten Tatsachen sind damit nicht gegeben, wes-
halb vorliegend auf den etablierten Sachverhalt abgestellt werden kann.

4. a) Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, dass Art. 16a SVG in Verbindung mit 
Art. 16b SVG missachtet worden sei, indem die Vorinstanz die Widerhandlung gegen die Ver-
kehrsregeln nicht als leicht (im Sinne von Art. 16a SVG), sondern als mittelschwer (im Sinne von 
Art. 16b SVG) qualifiziert hat.

b) In rechtlicher Hinsicht bzw. betreffend die begangene Widerhandlung hat der Polizeirich-
ter bzw. das Kantonsgericht in seinem Urteil zu Recht dargelegt, dass die Beschwerdeführerin mit 
ihrem Verhalten namentlich gegen Art. 31 Abs. 1 und Art. 36 Abs. 4 SVG verstossen hat. Nach 
diesen Bestimmungen muss der Führer das Fahrzeug ständig so beherrschen, dass er seinen 
Vorsichtspflichten nachkommen kann (Art. 31 Abs. 1 SVG). Der Führer, der sein Fahrzeug in den 
Verkehr einfügen, wenden oder rückwärts fahren will, darf andere Strassenbenützer nicht behin-
dern; diese haben den Vortritt (Art. 36 Abs. 4 SVG). 

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Nach Art. 16 Abs. 2 SVG wird bei Widerhandlungen gegen Strassenverkehrsvorschriften, bei de-
nen das Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 (OBG; SR 741.03) aus-
geschlossen ist, der Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Bei den be-
schriebenen von der Beschwerdeführerin begangenen Widerhandlungen kommt ein Verfahren 
nach dem OBG aufgrund von Art. 2 lit. a OBG und Art. 3 Abs. 1 OBG in Verbindung (e contrario) 
mit der Ordnungsbussenverordnung vom 4. März 1996 (OBV; SR 741.031) nicht in Frage. In An-
wendung von Art. 16 ff. SVG gilt es damit nachfolgend, den Führerausweisentzug bzw. die Ver-
warnung zu prüfen. Dabei unterscheidet das Gesetz zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittel-
schweren (Art. 16b SVG) und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG).

Laut Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG begeht eine leichte Widerhandlung, wer durch Verletzung von Ver-
kehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft, sofern ihn dabei nur ein 
leichtes Verschulden trifft. Nach der Rechtsprechung müssen eine geringe Gefahr und ein leichtes 
Verschulden kumulativ gegeben sein (BGE 135 II 138). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, 
wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in 
Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Sie stellt einen Auffangtatbestand dar. Sie liegt vor, wenn 
nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten und nicht alle qualifizierenden Elemente einer 
schweren Widerhandlung gegeben sind. Ist die Gefährdung gering, aber das Verschulden hoch, 
oder umgekehrt die Gefährdung hoch und das Verschulden gering, liegt eine mittelschwere Wider-
handlung vor (Urteil BGer 1C_746/2013 vom 12. Dezember 2013 E. 2.3). Ist die Verletzung von 
Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorge-
rufen oder in Kauf genommen, ist die Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine 
ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer ist nicht erst bei einer konkreten, sondern bereits bei 
einer erhöhten abstrakten Gefährdung zu bejahen. Ob eine solche vorliegt, hängt von den jeweili-
gen Verhältnissen des Einzelfalls ab (BGE 135 II 138 E. 2.2.2 f.; 131 IV 133 E. 3.2).

c) Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz geschlossen, dass eine mittelschwere Wider-
handlung vorliege, und hat darauf basierend der Beschwerdeführerin den Führerausweis für die 
Dauer von einem Monat entzogen. Hiergegen trägt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, 
dass ihr Verhalten lediglich als leichte Widerhandlung zu qualifizieren sei: Sie verfüge seit mehre-
ren Jahrzenten über einen ungetrübten fahrerischen Leumund. Auch sei von einem leichten Ver-
schulden auszugehen, da der Polizeirichter des Saanebezirks sie zu einer "Bagatellstrafe" von 
CHF 200.- als Busse verurteilte und im Zeitpunkt des Unfalls in beiden Fahrtrichtungen reger Ver-
kehr herrschte. Weiter habe sie nur eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen, 
dies aufgrund des grossen Feierabendverkehrs, der tiefen Geschwindigkeit im Zeitpunkt der Kolli-
sion (10 bis 15 km/h, vgl. Urteil des Polizeirichters des Saanebezirks vom 12. Januar 2016 E. 1d § 
5), der geringen Sachschäden und der Nichtgefährdung von weiteren Verkehrsteilnehmern. Nach 
Ansicht der Beschwerdeführerin müsse demnach von einer leichten Widerhandlung gegen die 
Verkehrsregeln im Sinne von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG ausgegangen und statt eines Führeraus-
weisentzugs eine Verwarnung ausgesprochen werden.

d) Wie nachfolgend aufgezeigt wird, kann dieser Argumentation der Beschwerdeführerin 
vorliegend nicht gefolgt werden:

Die von der Beschwerdeführerin verletzte Verkehrsregel – nämlich dass sie ihr Fahrzeug ständig 
so beherrschen muss, dass sie ihren Vorsichtspflichten nachkommen kann – ist eine objektiv 
wichtige Verkehrsvorschrift (WEISSENBERGER, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 31 
N. 2). Mangelnde Aufmerksamkeit ist mit Abstand der häufigste Unfallgrund und oft auch die wahre 

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Ursache von Unfällen, die laut Statistik wegen Vortrittsverletzung, unvorsichtigen Überholens oder 
ungenügenden Abstands geschehen soll (vgl. GIGER, SVG Kommentar, 8. Aufl. 2014, Art. 31 N. 8; 
WEISSENBERGER, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 31 N. 12; siehe auch Urteil BGer 
vom 12. April 2012 6B_826/2011). Auch ist hervorzuheben, dass es am Tag des Unfalls regnete, 
sodass die Strasse nass war (siehe Polizeibericht vom 1. April 2013, S. 3) und umso mehr Auf-
merksamkeit geboten war (vgl. GIGER, SVG Kommentar, 8. Aufl. 2014, Art. 31 N. 8). Durch das 
Nichtgewähren des Vortritts und vor allem wegen der mangelnden Aufmerksamkeit hat die Be-
schwerdeführerin die übrigen Verkehrsteilnehmer erheblich gefährdet. Die konkrete und erhebliche 
Gefahr hat sich denn auch in einem Verkehrsunfall mit Sachschaden unmittelbar realisiert. Zwar 
kam es glücklicherweise zu keinen ernstlicheren Unfallfolgen mit Personenschaden; dies schliesst 
jedoch eine massgebliche Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer, insbesondere Motorrad- oder 
Fahrradfahrer, nicht aus, zumal es im Unfallzeitpunkt regnete und reger Verkehr herrschte. Auf-
grund der erhöhten abstrakten Gefährdung der übrigen Verkehrsteilnehmer kann die fragliche Wi-
derhandlung nicht als leicht qualifiziert werden; vielmehr ist auf eine mittelschwere Widerhandlung 
im Sinne von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG zu schliessen. Dem steht auch nicht entgegen, dass der 
Polizeirichter das fragliche Ereignis als einfache Verkehrsverletzung qualifiziert hat: So umfasst 
doch die einfache Verkehrsregelverletzung nach Art. 90 Abs. 1 SVG administrativrechtlich sowohl 
die leichte als auch die mittelschwere Widerhandlung nach Art. 16a und Art. 16b SVG. Das straf- 
und das administrativrechtliche Sanktionensystem sind insofern nicht deckungsgleich (siehe Urteil 
BGer 1C_259/2011 vom 27. September 2011 E. 3.4; BGE 135 II 138 E. 2.4). Der Einwand der 
Beschwerdeführerin, wonach eine Verurteilung wegen Art. 90 Abs. 1 SVG (lediglich) die Annahme 
einer leichten Widerhandlung gemäss Art. 16a SVG indiziere, stösst damit ins Leere.

Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, dass der Polizeirichter bzw. das Kantonsgericht – 
gemäss dessen Ausführungen und aufgrund der relativ milden Bestrafung – offenbar von einem 
leichten Verschulden ausgegangen seien, ist dem entgegenzuhalten, dass eine leichte Wider-
handlung nur angenommen werden kann, wenn (nur) eine geringe Gefahr geschaffen wurde und 
kumulativ das Verschulden leicht ist. Ob in casu tatsächlich nur ein leichtes Verschulden vorliegt, 
braucht – aufgrund der oben dargelegten hervorgerufenen hohen Gefährdung – nicht weiter ge-
prüft zu werden (vgl. Urteil KG FR 603 2014 79 vom 31. März 2016 E. 4e). Lediglich sei darauf 
hingewiesen, dass sich die Beschwerdeführerin bewusst sein musste, dass das Verkehrsgesche-
hen auch noch während des Einbiegens beobachtet werden muss, damit vor einem überraschend 
auftauchenden Vortrittsberechtigten noch angehalten oder ihm durch rasche Beschleunigung die 
ungestörte Weiterfahrt ermöglicht werden kann (vgl. WEISSENBERGER, Kommentar SVG und OBG, 
2. Aufl. 2015, Art. 36 N. 61).

e) Die Vorinstanz ist damit zu Recht von einer mittelschweren Widerhandlung im Sinne von 
Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG ausgegangen. Dem Antrag der Beschwerdeführerin, wonach statt des 
Entzugs des Führerausweises eine Verwarnung auszusprechen sei, kann mithin nicht gefolgt wer-
den, da dies von Gesetzes wegen nur bei leichten Widerhandlungen (und sofern überdies be-
stimmte weitere Voraussetzungen erfüllt sind) möglich ist (Art. 16a Abs. 4 bzw. 3 SVG).

5. a) Hinsichtlich der Dauer des Führerausweisentzuges sind schliesslich nach Art. 16 Abs. 3 
SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der Verkehrs-
sicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwen-
digkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten 
werden. Nach einer mittelschweren Widerhandlung ist der Führerausweis gemäss Art. 16b Abs. 2 
lit. a SVG für mindestens einen Monat zu entziehen.

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b) Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin in der angefochtenen Verfügung den Führer-
ausweis für die gesetzlich vorgeschriebene minimale Dauer entzogen. Die verfügte Entzugsdauer 
von einem Monat ist damit nicht zu beanstanden.

6. a) Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht eine Verletzung der 
Begründungspflicht durch die Vorinstanz und mithin eine Verletzung ihres rechtlichen Gehörs. 
Gemäss den Ausführungen der Beschwerdeführerin begründe die Vorinstanz in der angefochte-
nen Verfügung "mit keinem Wort und mit keinem Argument", weshalb es sich im vorliegenden Fall 
um eine mittelschwere Widerhandlung im Sinne von Art. 16b SVG handle. Auch gehe die Vor-
instanz auf die Argumente der Beschwerdeführerin nicht ein, wonach es sich um eine einfache 
Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG handle, die Busse ausserordentlich tief 
ausgefallen sei und aufgrund des Leumunds lediglich, im schlimmsten Fall, eine Verwarnung aus-
zusprechen sei.

b) Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 
vom 18. April 1999 (BV; SR 101) fliesst unter anderem ein Anspruch der von einem Entscheid in 
ihrer Rechtsstellung betroffenen Person, dass die Behörde ihre Vorbringen auch tatsächlich hört, 
prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt. Entsprechend ist die Behörde verpflichtet, ihren 
Entscheid zu begründen (vgl. auch Art. 66 Abs. 1 lit. c VRG). Dabei muss sie sich nicht mit allen 
Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen, sondern kann sich auf die wesentlichen Punkte 
beschränken. Der Begründungspflicht ist Genüge getan, wenn sich der Betroffene über die Trag-
weite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere In-
stanz weiterziehen kann (siehe Urteil KG FR 603 2017 58 + 60 vom 7. April 2017 E. 3b f.; vgl. zum 
Ganzen BGE 138 IV 81 / Pra 2012 105 720 E. 2.2; 134 I 83 E. 4.1, je mit Hinweisen; ausführlich 
zur Begründungspflicht ALBERTINI, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im 
Verwaltungsverfahren des modernen Staates, 2000, S. 402 ff. mit zahlreichen Hinweisen). 

c) Diesen Anforderungen vermag die angefochtene Verfügung gerade noch knapp zu ge-
nügen. Zwar wurden in der Verfügung die dem Strafurteil zugrunde liegenden Feststellungen nicht 
ausführlich wiedergegeben; jedoch ergibt sich aus der Verfügung namentlich, dass auf dieses 
Strafurteil abgestellt wird. Die Vorinstanz erwähnt insbesondere, dass die Beschwerdeführerin mit 
Strafurteil des Kantonsgerichts Freiburg vom 26. Oktober 2016 wegen Unaufmerksamkeit und 
Nichtgewähren des Vortritts gegenüber einem vortrittsberechtigten Fahrzeug (geschehen am
8. März 2013 um 17.15 Uhr in Freiburg) unter anderem aufgrund von Art. 90 Abs. 1 SVG verurteilt 
wurde, und dass diese Widerhandlung als mittelschwer im Sinne von Art. 16b Abs. 1 SVG qualifi-
ziert wird. Schon mit Schreiben vom 15. April 2013 erwähnte die Vorinstanz zudem die Kriterien, 
die sie im Administrativverfahren insbesondere berücksichtigen werde, nämlich die Art und Um-
stände der Straftat, insbesondere mit Hinsicht auf die Verkehrssicherheit, den Leumund als Mo-
torfahrzeugführer sowie die private oder berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. 
Gestützt auf diese Begründung wusste die Beschwerdeführerin in casu, was ihr konkret vorge-
worfen wird und konnte sich angemessen wehren, zumal ihr der Führerausweis lediglich für die 
gesetzlich vorgesehene Mindestdauer entzogen wurde. Es ist ihr gelungen, die Verfügung durch-
aus sachgerecht anzufechten. Die Rüge, die angefochtene Verfügung verletze die Begründungs-
pflicht, ist demnach unbegründet.

7. Im Ergebnis erweist sich damit der von der Vorinstanz verfügte Warnungsentzug des Führer-
ausweises für die Dauer von einem Monat, basierend auf einer mittelschweren Widerhandlung, als 

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gerechtfertigt. Die Beschwerde ist damit abzuweisen, soweit überhaupt darauf einzutreten ist, und 
die Verfügung der Vorinstanz vom 19. Januar 2017 ist zu bestätigen.

8. Die Verfahrenskosten, die auf CHF 600.- festgelegt und mit dem geleisteten Kostenvor-
schuss verrechnet werden, sind dem Verfahrensausgang entsprechend der Beschwerdeführerin 
aufzuerlegen (Art. 131 Abs. 1 VRG; Art. 1 und 2 Art. 1 und 2 des kantonalen Tarifs vom 17. De-
zember 1991 der Verfahrenskosten und Entschädigungen in der Verwaltungsjustiz [TarifVJ; SGF 
150.12]). Eine Parteientschädigung ist nicht geschuldet (Art. 137 Abs. 1 VRG).

Der Hof erkennt:

I. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit überhaupt darauf einzutreten ist.

II. Die Gerichtskosten von CHF 600.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt und mit dem 
geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

III. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.

IV. Zustellung.

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen ab Zustellung Beschwerde beim Bundesgericht 
eingereicht werden. Gegen die Festsetzung der Höhe der Verfahrenskosten und der Partei-
entschädigung ist innert 30 Tagen die Einsprache an die Behörde, die entschieden hat, zulässig, 
sofern nur dieser Teil des Entscheides angefochten wird (Art. 148 VRG).

Freiburg, 20. April 2017/dgr/ese

Präsidentin Gerichtsschreiberin-Praktikantin