# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e07661e-7c10-5f8e-9649-b9abca3008b3
**Source:** Nidwalden (NW)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-26
**Language:** de
**Title:** Nidwalden Gerichte 26.06.2023 32612
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/NW_Gerichte/NW_OG_001_32612_2023-06-26.pdf

## Full Text

GERICHTE  VERWALTUNGSGERICHT  Marktgasse 4, 6371 Stans, 041 618 79 70, www.nw.ch 

 

ST 22 7 

Entscheid vom 27. März 2023 

Steuerabteilung 

 

 

 

Besetzung Vizepräsidentin Barbara Brodmann, Vorsitz, 

 Verwaltungsrichter Peter Fuhrer, 

 Verwaltungsrichter Hansruedi Schleiss, 

Gerichtsschreiber Silvan Zwyssig. 

 

 

 

Verfahrensbeteiligte  1. A.__, 

2. B.__, 

Beschwerdeführer 1 und 2, 

gegen 

Kantonales Steueramt Nidwalden, 

Bahnhofplatz 3, Postfach 1241, 6371 Stans, 

Beschwerdegegner. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegenstand Grundstückgewinnsteuer 

Beschwerde gegen den Einspracheentscheid des Kantonalen 

Steueramtes vom 27. September 2022 (PID-Nr. __). 

2│11 

Sachverhalt: 

A.  

Aufgrund eines Grundstückverkaufs im Jahr 2021 wurde zu Lasten von A.__ und B.__ (Be-

schwerdeführer 1 und 2) mit Datum vom 9. Juni 2022 ein Grundstückgewinn von Fr. 73'700.– 

veranlagt und die Grundstückgewinnsteuer auf Fr. 17'688.– festgesetzt; ein Steueraufschub 

infolge Ersatzbeschaffung wurde dabei nicht gewährt (vi-Blatt 65). Eine dagegen erhobene 

Einsprache (vi-Blatt 106-107) wies das Steueramt mit Einspracheentscheid vom 27. Septem-

ber 2022 ab (vi-Blatt 109). 

 

B.  

Hiergegen gelangten die nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer mit Beschwerde vom 

23. Oktober 2022 an das Verwaltungsgericht Nidwalden, wobei sie damit sinngemäss die Auf-

hebung des Einspracheentscheids und den Aufschub der Besteuerung verlangten. 

Innert angesetzter Frist leisteten die Beschwerdeführer einen Gerichtskostenvorschuss von 

Fr. 1'500.–. 

 

C.  

Das Steueramt beantragte mit Vernehmlassung vom 15. Dezember 2022, unter Auflage der 

Verfahrensakten, die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.  

 

D.  

Ein zweiter Schriftenwechsel wurde nicht angeordnet. Die Beschwerdeführer reichten am 

26. Dezember 2022 eine Replik ein. Das Steueramt liess sich nicht mehr vernehmen. 

 

E.  

Die Steuerabteilung des Verwaltungsgerichts Nidwalden hat die vorliegende Beschwerdesa-

che an der Sitzung vom 27. März 2023 abschliessend beraten und beurteilt. Auf die Ausfüh-

rungen der Parteien in den Rechtsschriften wird – soweit erforderlich – in den nachstehenden 

Erwägungen eingegangen. 

3│11 

Erwägungen: 

1.  

1.1  

Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 27. September 2022, mit welchem die Einspra-

che der Beschwerdeführer betreffend eine Grundstücksteuerveranlagung abgewiesen wurde. 

Als Rechtsmittel gegen einen Einspracheentscheid der Veranlagungsbehörde ist die Be-

schwerde an das Verwaltungsgericht gegeben (Art. 206 Abs. 1 StG [NG 521.1]). Die Be-

schwerde muss einen Antrag und eine Begründung enthalten. Beschwerdelegitimiert ist die 

steuerpflichtige Person (Art. 206 Abs. 1 StG). Die Beschwerdeführer sind durch den angefoch-

tenen Einspracheentscheid offensichtlich berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an 

dessen Aufhebung oder Änderung, sodass sie beschwerdelegitimiert sind. Da auch die übri-

gen Prozessvoraussetzungen gemäss Art. 54 VRG (NG 265.1) gegeben sind, ist auf die Be-

schwerde einzutreten. 

 

1.2  

Gemäss Art. 206 Abs. 2 StG (sowie Art. 50 StHG [Steuerharmonisierungsgesetz; SR 642.14]) 

können mit der Beschwerde alle Mängel des angefochtenen Entscheides und des vorange-

gangenen Verfahrens gerügt werden. Somit kann das Verwaltungsgericht vorliegend auch die 

Angemessenheit des angefochtenen Entscheids überprüfen. Eine weitere Besonderheit findet 

sich in Art. 207 StG, wonach das Verwaltungsgericht bei Beschwerden in Steuersachen nicht 

an die Begehren der Parteien gebunden ist, sondern ihm die gleichen Befugnisse zustehen 

wie der Veranlagungsinstanz im Veranlagungsverfahren und nach Anhörung der steuerpflich-

tigen Person die Veranlagung auch zu ihrem Nachteil abändern kann. 

 

2.  

Vorab ist festzuhalten, dass die wesentlichen Sachumstände unstrittig sind. Aus den Akten 

ergibt sich, dass die C.__ AG den Beschwerdeführern im Verlaufe des Jahres 2018 kaufver-

traglich folgende Grundstücke übertrug: 

− GB-Nrn. S__  (Stockwerkeigentum; 50/1000 ME an Parz. Nr. __ mit Sonderrecht an 

der 3½-Zi-Whg im 4. OG Haus D mit Nebenraum), __, Grundbuch D.__, für 

Fr. 1'450'000.–, 

− M__ (Miteigentumsanteil, 1/20 ME an GB-Nr. S__, Platz 15 [Autoeinstellhallenplatz]), 

__, Grundbuch D.__, für Fr. 45'000.–, 

4│11 

− M__ (Miteigentumsanteil, 1/20 ME an GB-Nr. S__, Platz 16 [Autoeinstellhallenplatz]), 

__, Grundbuch D.__, für Fr. 45'000.– und  

− M__ (Miteigentumsanteil, 55/1000 ME an Nr. S__, Bootsplatz 21), __, Grundbuch 

D.__, für Fr. 470'000.– 

Der Kaufpreis für die Wohnung, die beiden Parkplätze sowie den Bootsplatz belief sich dem-

nach auf insgesamt Fr. 2'010'000.– (vi-act. 57-59). Die Autoeinstellhalle, GB-Nr. S__ (60/1000 

ME an Parz. Nr. __ mit Sonderrecht an der Autoeinstellhalle im Untergeschoss), sowie die 

Bootshalle, GB-Nr. S__ (Stockwerkeigentum 240/1000 ME an Parz. Nr. __ mit Sonderrecht an 

der Bootshalle im Untergeschoss), an welchen die Beschwerdeführer Miteigentumsanteile 

(GB-Nrn. M__, M__ [Autoeinstellhallenplätze] respektive M__ [Bootsplatz]) erwarben, bilden 

Einheiten derselben Stockwerkeigentumsgemeinschaft Parz. Nr. __ wie die Wohnung GB-

Nr. S__. Dieselben vier Grundstücke verkauften die Beschwerdeführer sodann am 30. Sep-

tember 2021 der E.__ ag (vi-act. 74-102) für den Kaufpreis von Fr. 2'100'000.– (Wohnung GB-

Nr. S__: Fr. 1'535'000.–; Bootsplatz GB-Nr. M__: Fr. 470'000.–; Autoeinstellhallenplatz GB-

Nr. M__: Fr. 50'000.–; Autoeinstellhallenplatz GB-Nr. M__: Fr. 45'000.–). Steuerwirksam tätig-

ten die Beschwerdeführer im Zusammenhang mit ihrer Liegenschaft in D.__ wertvermehrende 

Aufwendungen im Umfang von Fr. 36'974.– und es fielen Erwerbs- und Veräusserungskosten 

von Fr. 30'082.– an (vi-Blatt 3-47). Von den Beschwerdeführern weitergehend geltend ge-

machte Aufwendungen und Kosten waren vom Steueramt nicht anerkannt worden (vi-Blatt 53, 

60), was von den Beschwerdeführern in diesem Beschwerdeverfahren indes nicht mehr mo-

niert wird. Ebenfalls ungerügt bleibt der Umstand, dass im Übrigen aus einer Vorveräusserung 

ein gemäss Art. 142 f. StG aufgeschobener, dementsprechend bis anhin nicht versteuerter 

Grundstückgewinn von Fr. 50'758.– besteht (vi-Blatt 63). 

Im Kanton F.__ erwarben die Beschwerdeführer sodann am 30. Mai 2022 mit der Liegenschaft 

Nr. __, __ (1/8 subjektiv-dingliches Miteigentum an Parz. Nr. __), __, Grundbuch G.__, für die 

Summe von Fr. 1'865'000.– (vi-act. 66-73) ein Ersatzobjekt. Das Ersatzobjekt umfasste eine 

Einstellgarage und dient den Beschwerdeführern fortan als Wohnsitz. 

 

5│11 

3.  

Umstritten sind die grundstückgewinnsteuerrechtlichen Folgen. 

 

3.1  

Mit Verfügung vom 9. Juni 2022 veranlagte das Steueramt aufgrund des Grundstückverkaufs 

vom 30. September 2021 einen Grundstückgewinn von Fr. 73'700.–. Bei einer Eigentums-

dauer bis 9 Jahre (Steuersatz: 24%) betrage die Grundstückgewinnsteuer Fr. 17'688.–. Ein 

Steueraufschub infolge Ersatzbeschaffung sei nicht zu gewähren. Die Anlagekosten der ver-

äusserten Liegenschaft in D.__ betrage Fr. 2'077'056.–. Demgegenüber sei für das Ersatzob-

jekt im Kanton F.__ lediglich Fr. 1'865'000.– reinvestiert worden. Es seien nur die Anlagekos-

ten und nicht der Grundstückgewinn reinvestiert worden. Der Grundstückgewinn sei realisiert 

worden und stehe zur freien Verfügung, weshalb er der Besteuerung unterliege. 

Im Einspracheentscheid erläuterte das Steueramt sodann, dass der Verkauf der 

Stockwerkeigentumswohneinheit (inkl. zwei Einstellhallenplätze) und der Verkauf des 

Bootsplatzes nicht gesondert zu berücksichtigen seien. Es bestehe ein enger (örtlicher) 

Zusammenhang zwischen Stockwerkeigentum und dem Bootsplatz. Unter Einbezug des 

Bootsplatzes und Berücksichtigung von bereits aufgeschobenem Gewinn resultiere vorliegend 

ein Grundstückgewinn von Fr. 73'702.–. Es sei nicht der gesamte Verkaufserlös innerhalb von 

zwei Jahren in ein selbstbewohntes Grundstück reinvestiert worden. Der erzielte Gewinn 

unterliege der sofortigen Besteuerung und es werde kein Steueraufschub gewährt. Die 

Einsprache werde abgewiesen und die Veranlagungsverfügung bestätigt. 

 

3.2  

Die Beschwerdeführer stellen sich auf den Standpunkt, die Wohnung __, die beiden Autoein-

stellplätze Nrn. 15 und 16 sowie der Bootsplatz Nr. 21 am __, D.__, hätten je eigene Grund-

buchnummern, seien dementsprechend frei und ohne Einschränkungen handelbar. Es sei 

dem Zufall geschuldet, dass alle Objekte von derselben Käuferin (E.__ AG) erworben worden 

seien. Entsprechend seien die Objekte gesondert zu besteuern, womit der hauptsächliche 

Grundstückgewinn einzig auf den Verkauf der Wohnung angefallen sei. Mit dem Kauf des 

Hausteils und der freistehenden Doppelgarage in __, hätten sie eine mindestens gleichwertige 

Ersatzbeschaffung vorgenommen und den Grundstücksgewinn aus dem Verkauf der Woh-

nung der Einstellplätze vollumfänglich reinvestiert. 

 

6│11 

3.3  

Die Grundstückgewinnsteuer wird auf dem Gewinn aus Veräusserung von Grundstücken oder 

Anteilen von solchen erhoben. Der Veräusserung von Grundstücken sind gleichgestellt: 

Rechtsgeschäfte, die in Bezug auf die Verfügungsgewalt über ein Grundstück wirtschaftlich 

wie eine Veräusserung wirken; entgeltliche Belastungen eines Grundstückes mit privatrechtli-

chen Dienstbarkeiten oder öffentlichrechtlichen Eigentumsbeschränkungen, wenn diese die 

Bewirtschaftung oder den Veräusserungswert des Grundstückes dauernd und wesentlich be-

einträchtigen (Art. 141 StG; s. auch Art. 12 StHG). Der Steuer liegt der Gedanke zugrunde, 

dass alle Gewinne aus der Veräusserung eines Grundstücks besteuert werden sollen 

(BGE 130 II 202 E. 5.2). Steuerobjekt ist die Veräusserung eines Grundstücks oder Anteilen 

davon. Der Gewinn bildet die Bemessungsgrundlage (SILVIA HUNZIKER/MORITZ SEILER, in: 

Zweifel/Beusch [Hrsg.], Bundesgesetz über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kan-

tone und Gemeinden, 4. A., 2022, N 30 f. zu Art. 12 StHG). Grundstückgewinn ist der Betrag, 

um welchen der Veräusserungserlös die Anlagekosten (Erwerbspreis und Aufwendungen) 

übersteigt (Art. 145 Abs. 1 StG). Als Erwerbspreis gilt der Kaufpreis mit Einschluss aller wei-

teren Leistungen der Erwerberin oder des Erwerbers (Art. 147 Abs. 1 StG). Als Aufwendungen 

sind anrechenbar: 1) Aufwendungen für Bauten, Umbauten, Meliorationen und andere dau-

ernde Verbesserungen des Grundstückes, nach Abzug allfälliger Versicherungsleistungen und 

Beiträge von Bund, Kanton oder Gemeinde; 2) Grundeigentümerbeiträge, wie Strassen-, Trot-

toir-, Dolen-, Werkleitungs- oder Perimeterbeiträge; 3) übliche Mäklerprovisionen und Inserti-

onskosten für Erwerb und Veräusserung; 4) mit der Veräusserung und dem Erwerb verbun-

dene Abgaben; 4a) die entrichtete Mehrwertabgabe gemäss Art. 5 RPG; 5) Baukreditzinsen 

bei Grundstücken (Art. 148 Abs. 1 Ziffn. 1-5 StG). Als Erlös gilt der Kaufpreis, einschliesslich 

aller weiteren Leistungen der Erwerberin oder des Erwerbers (Art. 149 StG). Die Steuersätze 

ergeben sich aus Art. 151 Abs. 1 StG. Wurde das Grundstück aus steueraufschiebender Ver-

äusserung erworben, wird für die Berechnung der Eigentumsdauer auf die letzte Veräusserung 

abgestellt, die keinen Steueraufschub bewirkt hat oder bewirkt hätte (Art. 151 Abs. 3 StG). 

7│11 

Die Grundstückgewinnsteuer wird aufgeschoben bei Handänderungen zum Zwecke der Er-

satzbeschaffung von gleich genutzten Liegenschaften in der Schweiz infolge Veräusserung 

einer dauernd und ausschliesslich selbstgenutzten Wohnliegenschaft, soweit der Erlös binnen 

2 Jahren vor oder nach der Handänderung zum Erwerb oder zur Überbauung einer gleichge-

nutzten Ersatzliegenschaft in der Schweiz verwendet wird (Art. 143 Abs. 1 Ziff. 2 StG; s. auch 

Art. 12 Abs. 3 lit. e StHG). Unter den Begriff des dauernd und ausschliesslich selbstgenutzten 

Wohneigentums fällt einzig der Hauptwohnsitz (ausführlicher erläuternd: BGE 143 II 233 

E. 2.3 ff.). Der Grundsatz, dass Grundstückgewinne zu versteuern sind, wird damit insofern 

durchbrochen, als der Steuerpflichtige im Interesse der Mobilität nicht durch Steuern daran 

gehindert werden soll, den vollen Veräusserungserlös für eine Ersatzliegenschaft einzusetzen. 

Übersteigen die für das Ersatzobjekt eingesetzten Mittel jedoch die Anlagekosten der veräus-

serten Liegenschaft nicht, so steht die vollständige Besteuerung des Grundstückgewinns dem 

Erwerb des Ersatzobjekts und damit der Mobilität nicht entgegen. Die Besteuerung des Ver-

äusserungsgewinns ohne Steueraufschub verringert die zur Ersatzbeschaffung benötigten 

Mittel in diesem Fall nicht. Zusätzlich zum Ersatzobjekt steht dem Steuerpflichtigen noch der 

volle Veräusserungsgewinn zur Verfügung; er ist nicht im Ersatzobjekt gebunden. Der Gewinn 

muss insoweit als realisiert gelten. Somit entfällt in einem solchen Fall der Grund für den Steu-

eraufschub. Die vom Gesetz vorgesehene Besteuerung des Grundstückgewinns ist nach dem 

Sinn und Zweck von Art. 12 StHG sofort vorzunehmen, was auch dem Leistungsfähigkeits-

prinzip entspricht (BGE 130 II 202 E. 5.3). Zur Anwendung kommt die absolute Methode (auch 

Abschöpfungsmethode genannt), wonach der Steueraufschub nur für denjenigen Teil des Ge-

winns gewährt wird, der nach Wiederverwendung der Anlagekosten des veräusserten Objekts 

(und allfälliger Drittleistungen) zusätzlich in den Erwerb des Ersatzobjektes investiert wird. Das 

heisst, der nicht wieder investierte Gewinn gelangt sofort zur Besteuerung (BGE 137 II 419 

E. 2.2.1). 

 

3.4  

Im Hinblick auf die Beurteilung der Rechtmässigkeit des angefochtenen Einspracheentscheids 

stellt sich zunächst die Frage nach dem Steuerobjekt: Die Beschwerdeführer waren vorüber-

gehend Eigentümer der Stockwerkeigentumseinheit GB-Nr. S__, des Bootsplatzes GB-

Nr. M__ sowie der Autoeinstellhallenplätze GB-Nrn. M__ sowie M__, alle __, Grundbuch D.__. 

Die Beschwerdeführer kauften und verkauften die vier Grundstücke nicht separat, sondern 

gemeinsam in je einem Rechtsgeschäft 2018 von einer einzigen Verkäuferin (C.__ AG) und 

2021 wieder an eine einzige Käuferin (E.__ AG). Dabei ist es – wie von den Beschwerdefüh-

rern zu Unrecht suggeriert wird – kein blosser Zufall, dass die Grundstücke jeweils gemeinsam 

8│11 

transferiert wurden. Vielmehr bilden diese faktisch eine sinnvolle Einheit und haben den Be-

schwerdeführern gesamthaft als Wohnliegenschaft gedient, zumal sowohl die Stockwerkei-

gentumseinheit (Wohnung) als auch die drei übrigen Miteigentumsanteile (Boots- und Autoein-

stellhallenplätze) Bestandteile derselben Überbauung respektive derselben Parzelle Nr. __ 

(__, Grundbuch D.__) sind. Dabei ist nicht von der Hand zu weisen, dass – nach allgemeiner 

Lebenserfahrung – Grundstücke für das Abstellen privater Verkehrsmittel (wie hier die GB-

Nrn. M__, M__, M__) regelmässig als sinnvolle Ergänzung zu Grundstücken, welche der ei-

gentlichen Wohnnutzung dienen (wie hier die GB-Nr. S__), fungieren. Dabei kann den Be-

schwerdeführern zwar beigepflichtet werden, wenn sie ausführen, diese vier Grundstücke 

seien rein sachenrechtlich betrachtet eigenständig und frei handelbar (s. Art. 655 ZGB) gewe-

sen. Dem ist hier aber keine grosse Bedeutung zuzumessen, nachdem in tatsächlicher Hin-

sicht erstellt ist, dass die einzelnen Grundstücke im Rahmen des (grundstücksteuerrelevanten) 

Kaufs sowie Verkaufs durch die Beschwerdeführer eben gerade nicht eigenständig und frei, 

sondern gemeinsam gekauft und wieder verkauft wurden. Hinsichtlich des sachenrechtlichen 

Einwands der Eigenständigkeit und freien Handelbarkeit ist ferner zu berücksichtigen, dass 

Abstellplätze für Boote oder Autos in der Regel keinen abgeschlossenen Raum bilden und 

entsprechend nicht sonderrechtsfähig sind (s. AMÉDÉO WERMELINGER, ZK-Das Stockwerkei-

gentum, 2. A., 2019, N 32 ff. zu Art. 712b ZGB). In Mehrfamilienhausüberbauungen mit Stock-

werkeigentumseinheiten werden solche deshalb sachenrechtlich zwangsläufig als (selbststän-

dige) Miteigentumsanteile ausgestaltet, obwohl die Abstellplätze faktisch (respektive auch 

rechtlich, über miteigentumsrechtliche Regelungen) mit den Wohneinheiten zusammenhän-

gen. Gestützt auf die enge örtliche und sachliche Beziehung der vier Grundstücke, die na-

mentlich auch im Rahmen derer gemeinsamen Anschaffung und Veräusserung Ausdruck 

fand, sind diese auch veranlagungs- respektive grundstückgewinnsteuerrechtlich einheitlich 

zu betrachten. Das Steuerobjekt ist demnach die Veräusserung der Wohnung (GB-Nr. S__) 

inklusive des Boots- sowie der Autoeinstellhallenplätze (GB-Nrn. M__, M__, M__). Folglich ist 

bei der Berechnung des Veräusserungserlöses gemäss Art. 149 StG auch der dem Bootsplatz 

zugeordnete Teil des Kaufpreises (Fr. 470'000.–) miteinzubeziehen. 

9│11 

Insoweit das Steueramt unter diesen Voraussetzungen sodann – inklusive aufgeschobenem 

Gewinn aus Vorveräusserung – einen Grundstückgewinn von Fr. 73'700.– berechnete, wird 

dies von den Beschwerdeführern ebenso wenig in Frage gestellt wie die behördliche Festle-

gung der Anlagekosten auf Fr. 2'077'056.–. Dafür bestand auch kein Anlass, nachdem die 

Berechnungen des Steueramtes mit der Aktenlage im Einklang stehen (vorne E. 2), mitunter 

weder in tatsächlicher noch rechtlicher Hinsicht zu Beanstandungen Anlass gäbe: 

 

Bei einem Steuersatz von 24% resultierte hieraus eine Grundstückgewinnsteuer von 

Fr. 17'688.– (Art. 151 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StG). 

Zuletzt ist zu beurteilen, ob diese Steuer infolge Ersatzbeschaffung respektive in Anwendung 

von Art. 143 StG (erneut) aufzuschieben ist: Nach Dargelegtem betrugen die Anlagekosten 

der veräusserten Grundstücke in D.__ Fr. 2'077'056.– (Erwerbspreis: Fr. 2'010'000.– zzgl. 

wertvermehrende Aufwendungen: Fr. 36'974.–; zzgl. Erwerbs-/Veräusserungskosten: 

Fr. 30'082.–), wobei die Beschwerdeführer bei einem Veräusserungserlös von Fr. 2'100'000.– 

einen Grundstückgewinn von Fr. 22'944.– erzielten. Für ihre gleich genutzte, binnen 2 Jahren 

erworbene Wohnliegenschaft im Kanton F.__ bezahlten die Beschwerdeführer indes lediglich 

noch Fr. 1'865'000.–. Mit anderen Worten überstiegen die für das Ersatzobjekt eingesetzten 

Mittel (Fr. 1'865'000.–) die Anlagekosten der veräusserten Liegenschaft (Fr. 2'077'056.–) 

nicht. Zusätzlich zum Ersatzobjekt stand den Beschwerdeführern noch der volle 

Veräusserungsgewinn zur Verfügung, weshalb der Gewinn insoweit als realisiert gelten muss. 

Rechtsprechungsgemäss entfällt in einem solchen Fall der Grund für den Steueraufschub. Die 

vom Gesetz vorgesehene Besteuerung des Grundstückgewinns ist nach dem Sinn und Zweck 

von Art. 12 StHG (resp. Art. 141 ff. StG) sofort vorzunehmen, was auch dem 

Leistungsfähigkeitsprinzip entspricht. Demzufolge war und ist kein Steueraufschub zu 

gewähren. 

 

10│11 

4.  

Die Beschwerde vom 23. Oktober 2022 ist somit unbegründet und vollumfänglich abzuweisen. 

 

5.  

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens richten sich nach der Verwaltungsrechtspflegegesetz-

gebung und umfassen die amtlichen Kosten (Gebühren und Auslagen) sowie die Parteient-

schädigung (Art. 188 StG sowie Art. 144 Abs. 5 DBG i.V.m. Art. 115 Abs. 1 VRG). Für das 

Beschwerdeverfahren vor dem Verwaltungsgericht beträgt die Gebühr Fr. 100.– bis Fr. 7'000.– 

(Art. 116 Abs. 3 VRG i.V.m. Art. 17 Abs. 1 Prozesskostengesetz [PKoG; NG 261.2). Die Ge-

bühr wird vorliegend ermessensweise, nach Massgabe des Umfangs, der Bedeutung und der 

Schwierigkeit der Streitsache (s. Art. 2 Abs. 1 PKoG), auf Fr. 1'500.– festgelegt. 

Die Partei hat die amtlichen Kosten im Rechtsmittelverfahren zu tragen, wenn sie unterliegt, 

auf ihr Rechtsmittel nicht eingetreten wurde oder wenn sie das Rechtsmittel zurückgezogen 

hat (Art. 188 StG i.V.m. Art. 122 Abs. 1 VRG; Art. 144 Abs. 1 Satz 1 DBG). Ausgangsgemäss 

wird die Gerichtsgebühr vollumfänglich zu je gleichen Teilen den unterliegenden Beschwerde-

führern auferlegt, deren Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnommen und ist bezahlt. 

Parteientschädigungen sind keine zu sprechen (Art. 123 Abs. 2 VRG e contrario; Art. 123 

Abs. 4 VRG). 

11│11 

Demgemäss erkennt das Verwaltungsgericht: 

1. Die Beschwerde vom 23. Oktober 2022 wird abgewiesen. 

 

2. Die Gebühr wird auf Fr. 1'500.– festgelegt. Sie wird den Beschwerdeführern zu je gleichen 

Teilen auferlegt, deren Kostenvorschuss in gleicher Höhe entnommen und ist bezahlt. 

 

3. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 

 

4. [Zustellung]. 

 

 

 

 

Stans, 27. März 2023 

VERWALTUNGSGERICHT NIDWALDEN 

Steuerabteilung 

Die Vizepräsidentin 
 

 

 

lic. iur. Barbara Brodmann 

Der Gerichtsschreiber 

 

 

 

MLaw Silvan Zwyssig Versand:     

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Schweizerischen Bundesgericht, 

Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. i. V. m. Art. 90 ff. BGG). 

Die Beschwerde hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift 

des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 

Beweismittel angeführten Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). 

Für den Fristenlauf gelten die Art. 44 ff. BGG.