# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 446ce2cc-27b2-51b3-885b-4f92f62a58f0
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 10.03.2025 SST.2024.221
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-221_2025-03-10.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2024.221 
(ST.2024.44; StA.2022.8798) 

 

 

Urteil vom 10. März 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident 

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary  

Gerichtsschreiberin i.V. Lehmann 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

 
    

Beschuldigte   A._____,  

geboren am tt.mm.1976, von Kosovo, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwältin Kim Attenhofer, 

[…] 

 

 
 

Gegenstand  Diebstahl 
 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau erhob am 22. Februar 2024 

Anklage gegen die Beschuldigte wegen Diebstahls. 

 

Der Beschuldigten wird vorgeworfen, am 1. November 2022 zwischen ca. 

09:00 und 10:40 Uhr während ihrer Reinigungsarbeit als Temporär-

Mitarbeiterin der Spitex die Wohnung von B._____ in U._____ am [...] nach 

Wertsachen durchsucht und vier Armketten/Armbänder, drei Armreifen, 

zwei Halsketten, zwei Eheringe, sechs Fingerringe sowie drei 

Ohrringe/Ohrstecker von B._____ im Gesamtwert von ca. Fr. 30'920.00 

aus deren Nachttisch bzw. deren Schmuckschatulle entwendet und an sich 

genommen zu haben. Die Beschuldigte habe die Wohnung danach mit den 

genannten Schmuckstücken verlassen und sich dadurch bereichert. 

 

2. 

Der Präsident des Bezirksgerichts Aarau fällte am 21. Mai 2024 folgendes 

Urteil: 

 

1. 
Die Beschuldigte ist schuldig: 
- des Diebstahls gemäss Art. 139 Abs. 1 StGB. 
 
2. 
Die Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 1 erwähnten Bestimmungen und gestützt 
auf Art. 40 und Art. 47 StGB zu 8 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. 
 
3. 
Der Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 StGB für die Freiheitsstrafe der bedingte 
Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 Abs. 1 StGB auf 3 Jahre 
festgesetzt. 
 
[…] 
 
4. 
4.1. 
Die Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziff. 1 erwähnten Bestimmungen und gestützt 
auf Art. 106 i.V.m. Art. 42 Abs. 4 StGB zu einer Busse von Fr. 3'000.00 verurteilt. 
 
4.2. 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird eine Ersatzfreiheitsstrafe von 30 Tagen 
vollzogen. 
 
5. 
Der mit Urteil des Bezirksgerichts Lenzburg vom 25. Januar 2021 für 100 Tagessätze 
Geldstrafe zu einem Tagessatz von je Fr. 60.00 gewährte bedingte Vollzug wird gestützt 
auf Art. 46 Abs. 1 Satz 1 StGB widerrufen. Die widerrufene Geldstrafe von total Fr. 6'000.00 
ist zu bezahlen. 
 

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6. 
Das sichergestellte Bargeld von Fr. 3'000.00 wird gestützt auf Art. 442 Abs. 4 StPO zur 
Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 
 
7. 
Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Zivil- und Strafklägerin B._____ Fr. 30'920.00 zzgl. 
Verzugszins zu 5 % seit 1. November 2022 als Schadenersatz zu bezahlen. 
 
8. 
Die Beschuldigte hat der Zivil- und Strafklägerin B._____ die gerichtlich auf Fr. 2'961.40 
(inkl. Fr. 178.60 MwSt.) festgesetzten Parteikosten zu ersetzen (Art. 433 StPO). 
 
9. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der Gerichtsgebühr von Fr. 1'800.00 
b) der Anklagegebühr von  Fr. 1'400.00 
c) andere Auslagen Fr. 196.00 
Total Fr. 3'396.00 
 
Der Beschuldigten werden die Gerichtsgebühr und die Anklagegebühr sowie die Kosten 
gemäss lit. c) im Gesamtbetrag von Fr. 3'396.00 auferlegt. 
 
10. 
Die Beschuldigte trägt ihre Parteikosten selbst. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 7. Oktober 2024 beantragte die Beschuldigte, 

sie sei von Schuld und Strafe freizusprechen und die Zivilforderung sei 

abzuweisen bzw. auf den Zivilweg zu verweisen. Auf einen Widerruf des 

mit Urteil des Gerichtspräsidiums Lenzburg vom 25. Januar 2021 für die 

Geldstrafe von 100 Tagessätzen à Fr. 60.00 gewährten bedingten 

Strafvollzugs sei zu verzichten. Zudem sei ihr das sichergestellte Bargeld 

herauszugeben. 

 

3.2. 

Die Berufungsverhandlung fand am 10. März 2025 statt. Die 

Staatsanwaltschaft beantragte die Abweisung der Berufung. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Beschuldigte beantragt einen vollumfänglichen Freispruch, womit das 

Urteil des Präsidenten des Bezirksgerichts Aarau vom 21. Mai 2024 

vollumfänglich angefochten und zu überprüfen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

 - 4 - 

 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz sah es als erstellt an, dass die Beschuldigte den ihr in der 

Anklage vorgeworfenen Diebstahl diverser Schmuckstücke gemäss 

Art. 139 Ziff. 1 StGB begangen hat (vorinstanzliches Urteil, E. 3.5). Sie 

stützte sich dabei insbesondere auf die in der Wohnung der Beschuldigten 

aufgefundene goldene Armkette mit Gravur und das Bargeld in der Höhe 

von Fr. 3'000.00 sowie auf die jeweiligen Aussagen der Beschuldigten und 

der Privatklägerin B._____ ab. 

 

Die Beschuldigte bestreitet, die betreffenden Schmuckstücke gestohlen zu 

haben und beantragt einen vollumfänglichen Freispruch. Die Sachverhalts-

feststellung sowie -würdigung der Vorinstanz verletze den Grundsatz «in 

dubio pro reo» (Plädoyer N. 15). 

 

2.2. 

2.2.1. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten geblieben, dass sich 

die Beschuldigte am 1. November 2022 während ungefähr einer halben 

Stunde zwecks Hausreinigung im Auftrag der Spitex in der Wohnung von 

B._____ in U._____ aufgehalten hat. Unbestritten ist zudem, dass 

anlässlich der Hausdurchsuchung vom 28. November 2022 eine goldene 

Armkette mit Gravur «C._____» auf der Vorder- und «B._____ tt-mm-63» 

auf der Rückseite (act. 86 f.) sowie Bargeld in der Höhe von Fr. 3'000.00 

(act. 88 f.) bei der Beschuldigten aufgefunden und sichergestellt worden 

sind. 

 

Bestritten und zu prüfen bleibt hingegen, wie die goldene Armkette in den 

Besitz der Beschuldigten gelangt ist und ob die Beschuldigte am 

1. November 2022 die in der Anklage aufgeführten Schmuckstücke zu ihrer 

eigenen Bereicherung aus der Wohnung von B._____ entwendet hat. 

 

2.2.2. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindbare Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, d.h. solche, die sich nach einer objektiven 

Sachlage aufdrängen, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten 

günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO; «in dubio pro reo»). Bloss 

abstrakte und theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche 

immer möglich sind. Der Grundsatz «in dubio pro reo» verlangt indes nicht, 

dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für den 

Beschuldigten günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidregel «in 

dubio pro reo» ist erst anwendbar, nachdem alle aus Sicht des urteilenden 

Gerichts notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet worden sind und 

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nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem relevante Zweifel bestehen 

(BGE 148 IV 409 E. 2.2; BGE 144 IV 345 E. 2.2.3). 

 

Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichgestellt (BGE 144 IV 345 

E. 2.2.3.4). Eine Mehrzahl von Indizien, welche für sich allein betrachtet nur 

mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder 

Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offenlassen, können in ihrer 

Gesamtheit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den vollen rechts-

genüglichen Beweis von Tat und Täter erlaubt (statt vieler: Urteil des 

Bundesgerichts 6B_390/2021 vom 18. März 2022 E. 1.2.2 mit Hinweisen). 

 

2.2.3. 

Mit der Vorinstanz hat auch das Obergericht keine Zweifel an der 

Täterschaft der Beschuldigten. Abzustellen ist hierbei in erster Linie auf die 

glaubhaften Aussagen von B._____ sowie dem damit in Einklang 

stehenden Umstand, dass bei der Beschuldigten anlässlich einer Haus-

durchsuchung eine goldene Armkette mit Gravur sowie verstecktes Bargeld 

aufgefunden und sichergestellt werden konnten. 

 

2.2.3.1. 

B._____ gab in der Einvernahme vom 11. November 2022 an, dass ihr 

insgesamt 14 bis 15 Schmuckstücke gestohlen worden seien (act. 182). 

Sie habe am 8. November 2022 festgestellt, dass der Schmuck fehle, und 

am 9. November 2022 ihre Tochter informiert, welche umgehend die Spitex 

(act. 185) sowie am 10. November 2022 via Notruf die Polizei kontaktiert 

habe (act. 151). Der Schmuck sei vom 17. Oktober 2022 bis zum 28. 

Oktober 2022 bei der Tochter aufbewahrt worden, um ihn vor den vielen 

auswärtigen Leuten, die ihren kranken Ehemann in der Wohnung gepflegt 

hätten (vgl. act. 193), zu schützen (act. 182). Nachdem ihr Ehemann ins 

Pflegeheim umgezogen sei (vgl. act. 256), sei der Schmuck am 28. Oktober 

2022 wieder zurück zu B._____ gebracht worden, die ihn eigenhändig 

versorgt habe (act. 182 f.). Anlässlich der Wohnungsreinigung durch die 

Beschuldigte habe der Schmuck somit an seinem üblichen Ort, in der 

letzten Schublade vom Nachttisch und in einer Schmuckschatulle auf der 

Kommode, gelegen (act. 182). Des Weiteren führte B._____ aus, dass die 

Wohnung ausser von der Beschuldigten nicht von unbekannten Personen 

betreten worden sei (act. 183). So bestand anlässlich der Meldung vom 10. 

November 2022 bei der Polizei bereits ein konkreter Verdacht gegen die 

Beschuldigte (act. 151). 

 

Die Schilderungen von B._____ bezüglich des Ablaufs der Hausreinigung 

vom 1. November 2022 decken sich grösstenteils mit jenen der 

Beschuldigten. Im Widerspruch zu B._____ gab die Beschuldigte jedoch zu 

Protokoll, B._____ sei während der Hausreinigung ständig bei ihr gewesen 

und habe ihr das Gefühl gegeben, sie zu kontrollieren (act. 168). B._____ 

sagte demgegenüber aus, dass sie sich jeweils absichtlich nicht im 

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gleichen Raum wie die Beschuldigte aufgehalten habe, weil die 

Beschuldigte ein forsches Auftreten gehabt habe und sie ihr nicht im Weg 

habe sein wollen (act. 184). Als letztere die hinteren Zimmer geputzt habe, 

sei sie im vorderen Bereich gewesen und umgekehrt (act. 185). Überein-

stimmende Aussagen hat B._____ anlässlich ihrer zweiten Einvernahme 

vom 9. Januar 2023 gemacht (act. 192). Die Sachverhaltsschilderungen 

von B._____ und der Beschuldigten gehen auch insoweit auseinander, als 

dass die Beschuldigte angab, sie habe nur im Wohnzimmer, in den beiden 

Badezimmern sowie im Korridor geputzt, wohingegen B._____ ausführte, 

die Beschuldigte sei in allen Zimmern gewesen (act. 167). 

 

In den sich widersprechenden Punkten ist auf die Sachverhaltsdarstellung 

von B._____, die insgesamt konstant, nachvollziehbar und schlüssig ist, 

abzustellen. Bei dem von B._____ als forsch empfundenen Auftreten der 

Beschuldigten (UA act. 184) ist es nachvollziehbar, dass B._____ ihr 

während der Hausreinigung aus dem Weg hat gehen wollen. Im Übrigen ist 

es allgemein üblich, Angestellte der Spitex bei der Verrichtung von 

Reinigungsarbeiten nicht zu stören. Dass B._____ die Beschuldigte beim 

Putzen auf Schritt und Tritt verfolgt und kontrolliert haben soll, entspricht 

mithin nicht der allgemeinen Lebenserfahrung und ist als reine Schutz-

behauptung zu qualifizieren. 

 

2.2.3.2. 

Die Verteidigung bringt vor, dass der angeordnete DNA-Spurenbericht der 

Schmuckschatulle von B._____ entlastend sei und die Auswertung des 

Mobiltelefons der Beschuldigten keinerlei Hinweise auf eine Täterschaft wie 

beispielsweise die Veräusserung des Deliktsguts ergeben habe (Plädoyer 

N. 11). 

 

Entgegen dem Vorbringen der Beschuldigten (Plädoyer N. 11) lässt sich 

aus dem Umstand, dass aus den Daktyloskopie-Spuren an der Schmuck-

schatulle kein DNA-Profil erstellt werden konnte (act. 160 ff.) und auf dem 

Mobiltelefon der Beschuldigten keine verdächtigen Hinweise gefunden 

wurden (act. 111.2), nicht der Schluss ziehen, dass die Beschuldigte 

deshalb als Täterin nicht mehr in Frage kommen würde. Ein DNA-Treffer 

auf der Schmuckschatulle oder Hinweise auf die Entäusserung der 

gestohlenen Schmuckstücke auf dem Mobiltelefon der Beschuldigten 

hätten lediglich handfeste Beweise für eine Täterschaft erbringen können, 

das Fehlen solcher Umstände für sich allein ist aber nicht geeignet, die 

Täterschaft der Beschuldigten auszuschliessen. Vielmehr sind diese 

Umstände im Lichte der gesamten Indizienlage zu beurteilen. Im Übrigen 

erstaunt es nicht, dass während der Hausreinigung keine verwertbaren 

DNA-Spuren hinterlassen worden sind, da beim Putzen und Abstauben 

Spuren regelmässig verwischt werden. Hinzu kommt, dass die 

Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung ausgesagt hat, bei 

Verrichtungen dieser Art jeweils Handschuhe zu tragen bzw. getragen zu 

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haben (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 5). Diesfalls liegt es aber 

auf der Hand, dass sich keine DNA-Spuren von ihr haben finden lassen. 

Sodann ist es auch nicht etwa so, dass auf der Schmuckschatulle DNA-

Spuren von unbekannten Drittpersonen, die als Täter infrage kommen 

könnten, gefunden worden wären. 

 

2.2.3.3. 

Ein sehr schwerwiegendes Indiz für die Täterschaft der Beschuldigten ist 

die goldene Armkette mit Gravur «C._____» auf der Vorder- und «B._____ 

tt-mm-63» auf der Rückseite, die im Rahmen der Hausdurchsuchung vom 

28. November 2022 in der Wohnung der Beschuldigten aufgefunden 

worden ist. Diese hat B._____ glaubhaft als die ihre identifiziert, als sie ihr 

anlässlich der Einvernahme der Beschuldigten vom 28. November 2022 

vorgelegt wurde (act. 173). Wie B._____ übereinstimmend auch anlässlich 

ihrer zweiten Einvernahme vom 9. Januar 2023 ausgesagt hat, stehe 

«C._____» für den Namen ihres Ehemannes, «B._____» für ihren eigenen 

Vornamen und «tt-mm-63» für das Schenkungsdatum der Armkette 

anlässlich des Geburtstages ihres Ehemannes im Jahr 1963 (act. 173, 

194). An ihrer zweiten Einvernahme ergänzte B._____ zudem, dass 

jemand die Armkette poliert haben müsse, da sie nun wieder glänze 

(act. 194). Da B._____ diese Armkette wiederholt als ihr Eigentum 

identifizieren konnte (act. 173, 194, 257) und die Beschuldigte dies denn 

auch nicht bestreitet (act. 260), bestehen für das Obergericht keine Zweifel, 

dass diese Armkette B._____ gehört. 

 

Als Erklärung, wie die goldene Armkette mit Gravur in ihren Besitz 

gekommen sei, gab die Beschuldigte anlässlich der am Nachmittag nach 

der Hausdurchsuchung vom 28. November 2022 durchgeführten Einver-

nahme zu Protokoll, dass sie diese zwei Jahre zuvor (also im Jahr 2020) 

beim Kantonsspital Aarau gefunden habe (act. 173). Nachdem die 

ebenfalls anwesende B._____ ihr Eigentum an der Armkette geltend 

gemacht hatte, sagte die Beschuldigte auf Nachfrage, ob sie sich dazu 

äussern möchte, dass es definitiv so sei, wie sie es gesagt habe (act. 173). 

An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 21. Mai 2024 erklärte die 

Beschuldigte sodann, ihr im Zeitpunkt der Verhandlung sieben Jahre alte 

Enkel habe die Armkette beim Kantonsspital Aarau auf dem Boden 

gefunden, als er ungefähr drei Jahre alt gewesen sei (also im Jahr 2020; 

act. 260). Die Beschuldigte habe dem Enkel die Armkette zuerst weg-

genommen und weggeworfen, da sie sich das Objekt gar nicht richtig 

angeschaut habe (act. 260). Der Enkel habe sie jedoch wiedergefunden 

und in seine Jackentasche gesteckt (act. 260). Die Armkette sei sicher zwei 

Jahre in der Jacke gewesen, die auch mehrmals gewaschen worden sei, 

bevor die Beschuldigte sie gefunden habe (act. 260). Als sie die goldene 

Kette (demnach etwa zwei Jahre später im Jahr 2022) gefunden habe, 

habe sie gedacht, dass dies die Armkette vom Kantonsspital sein müsse 

(act. 261). Der Fund sei lange vor der Hausreinigung vom 1. November 

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2022 erfolgt und sie erinnere sich nicht, wo sie die Armkette danach 

aufbewahrt habe (act. 261). Durch die Polizei gefunden wurde sie am 

28. November 2022 in ihrer Handtasche im Gästezimmer (art. 83 ff.). 

 

Die Erklärung der Beschuldigten ist als unglaubhafte Schutzbehauptung zu 

qualifizieren. Es liegt komplett ausserhalb einer vernünftigen Betrachtungs-

weise, dass die Beschuldigte (bzw. ihr Enkel) die besagte Armkette zufällig 

gefunden, zwei Jahre lang in Besitz gehabt und dann ausgerechnet einige 

Tage, bevor deren Eigentümerin ihren Schmuck als gestohlen gemeldet 

hat, bei letzterer die Wohnung gereinigt hat. Vielmehr ist auf die glaubhafte 

Aussage von B._____ anlässlich ihrer Einvernahme vom 9. Januar 2023 

abzustellen, dass sie die betroffene Armkette zuletzt vor etwa einem halben 

Jahr (also noch im Jahr 2022) gesehen habe (act. 194). Hingegen liegen 

keinerlei Hinweise dafür vor, dass die Armkette bereits im Jahr 2020 

verloren gegangen wäre. 

 

Nach dem Gesagten ist für das Obergericht mit der Vorinstanz zweifelsfrei 

erstellt, dass die Beschuldigte die goldene Armkette mit Gravur, die am 

28. November 2022 in ihrer Wohnung aufgefunden wurde, am 1. November 

2022 aus der Wohnung von B._____ entwendet hatte. 

 

2.2.3.4. 

In Bezug auf die übrigen Schmuckstücke ist ein weiteres Indiz für die 

Täterschaft der Beschuldigten das Bargeld in der Höhe von Fr. 3'000.00, 

das bei ihr zu Hause im Kleiderschrank des Gästezimmers versteckt 

aufgefunden wurde. Die Beschuldigte konnte dessen Herkunft nicht 

überzeugend erklären und verstrickte sich stattdessen in erhebliche 

Widersprüche. Anlässlich der am Nachmittag nach der Hausdurchsuchung 

durchgeführten Einvernahme gab die Beschuldigte an, rund zwei Wochen 

zuvor für einen Urlaub, der drei Tage später am 1. Dezember 2022 starten 

sollte, drei Bargeldbezüge von je Fr. 1'000.00 bei der H._____ Bank getätigt 

zu haben (act. 174). Sie erklärte, bis zum 30. November 2022 den 

entsprechenden Kontobeleg vorzulegen (act. 174). Auf dem am 

29. November 2022 vorgelegten Bankauszug vom 1. September bis 

29. November 2022 konnten jedoch keine Bezüge festgestellt werden, wie 

sie in der Einvernahme angegeben worden waren (act. 199 ff.). Anlässlich 

der erstinstanzlichen Verhandlung sagte die Beschuldigte sodann aus, sie 

habe immer mehrere Tausend Franken Bargeld zu Hause und die 

betreffenden Fr. 3'000.00 seien das Restgeld der insgesamt Fr. 8'000.00 

eines vergangenen Urlaubs gewesen (act. 261). Auf den Widerspruch 

dieser neuen Erklärung zur ersten Einvernahme angesprochen, brachte die 

Beschuldigte vor, am besagten Morgen schockiert und nicht sie selbst 

gewesen zu sein, weshalb sie nicht gewusst habe, was sie ausgesagt habe 

(act. 262). Dabei scheint sie ausser Acht zu lassen, dass die Einvernahme 

erst am Nachmittag, fünf Stunden nach Abschluss der Hausdurchsuchung, 

stattgefunden hat (act. 163) und sie ihre gemachte Aussage am 

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darauffolgenden Tag noch durch Vorlegung eines Bankauszugs zu 

belegen versucht hat (act. 155 f.). Da die Beschuldigte keine schlüssige 

und nachvollziehbare Erklärung für das anlässlich der Hausdurchsuchung 

aufgefundene Bargeld hatte und sich das Vorhandensein auch nicht anders 

erklären lässt, liegt der Schluss nahe, dass es sich dabei um den 

(teilweisen) Erlös aus der Veräusserung des zuvor bei B._____ 

gestohlenen Schmucks handelt. Dafür spricht auch der Umstand, dass die 

bei der Beschuldigten aufgefundene goldene Armkette poliert worden war 

(act. 194). Offensichtlich sollte auch diese gestohlene Armkette veräussert 

werden. Damit im Einklang steht schliesslich, dass sich die Beschuldigte 

im Umgang mit Edelmetallen auskannte, was sich aus den Gutschriften auf 

ihr Konto für «Ankauf Edelmetall» vom 12. September 2022 ergibt 

(act. 199). 

 

Nach dem Gesagten ist darauf zu schliessen, dass die Beschuldigte 

während der Wohnungsreinigung am 1. November 2022 nicht nur die 

goldene Armkette, sondern auch noch weitere Schmuckstücke von 

B._____ entwendet und bereits vor der Hausdurchsuchung zu Bargeld 

gemacht hat. Weshalb einzig die anlässlich der Hausdurchsuchung 

sichergestellte Armkette noch nicht veräussert, jedoch poliert worden ist, 

lässt sich nicht mit Sicherheit feststellen. Denkbar ist, dass sich die 

Beschuldigte dafür einen höheren Erlös erhofft oder noch keinen Abnehmer 

gefunden hatte; möglicherweise wurde der andere Schmuck auch 

eingeschmolzen oder mit Blick darauf veräussert. Jedenfalls spricht der 

Umstand, dass nur die gravierte Armkette aufgefunden werden konnte, 

nicht gegen die Täterschaft der Beschuldigten. Mit der Vorinstanz sind die 

Fr. 3'000.00 als Deliktserlös bzw. Surrogat für das Deliktsgut zu 

qualifizieren. 

 

Betreffend die Anzahl und den Wert der entwendeten Schmuckstücke ist 

auf die von B._____ vorgebrachte Auflistung der fehlenden Schmuckstücke 

mit der Schätzung ihres jeweiligen Wertes durch die I._____ AG 

abzustellen (act. 249 ff.). Dagegen bringt die Beschuldigte vor, dass sich 

die Liste der fehlenden Schmuckstücke nach der ersten Einvernahme von 

B._____ vom 11. November 2022 verlängert und die Gesamtsumme des 

geltend gemachten Schadens erhöht hat (Plädoyer N. 20 f.). Bei ihrer 

ersten Einvernahme gab B._____ an, dass ihr zwei Halsketten, ein 

Armband, ein Ehering, drei Armreifen sowie sieben bis acht Fingerringe 

gestohlen worden seien (act. 182), wobei sie den Gesamtwert auf Fr. 

8'000.00 schätzte (act. 186). Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft 

führte schliesslich vier Armketten/Armbänder, drei Armreifen, zwei 

Halsketten, zwei Eheringe, sechs Fingerringe sowie drei Ohrringe/ 

Ohrstecker im Gesamtwert von ca. Fr. 30'920.00 auf (act. 209), wobei sie 

sich auf die am 24. Januar 2023 von der I._____ AG signierte Liste der 

fehlenden Schmuckstücke stützte (act. 249 ff.). Hierbei ist vorwegzu-

nehmen, dass der Staatsanwaltschaft bei der Auflistung des Deliktsguts ein 

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Fehler unterlaufen ist: B._____ ist lediglich der Ehering ihres Ehemannes 

C._____ entwendet worden, der auf der Basis ihres eigenen Eheringes auf 

Fr. 1'200.00 geschätzt worden ist (act. 249, «1x Ehering C._____ dito 

Ehering B._____, Preis 1'200»). Statt von zwei gestohlenen Eheringen im 

Wert von je Fr. 600.00 (act. 209) ist somit von einem gestohlenen Ehering 

im Wert von Fr. 1'200.00 (act. 249) auszugehen. Am Deliktsbetrag ändert 

sich dabei nichts. 

 

Der Umstand, dass sich die Auflistung der fehlenden Schmuckstücke seit 

der ersten polizeilichen Einvernahme von B._____ verlängert hat, vermag 

die Glaubhaftigkeit des Fehlens aller schliesslich aufgelisteten 

Schmuckstücke nicht in Zweifel zu ziehen. Vielmehr ist diese Auflistung 

inkl. der Ergänzungen das Ergebnis einer sorgfältig erfolgten Zusammen-

stellung, bei der auch die Tochter von B._____, welche den Schmuck vor 

dem Diebstahl aufbewahrt hatte (act. 182), mitgewirkt hat (act. 257 i.V.m. 

act. 267). Bezüglich des anlässlich der ersten Einvernahme geschätzten 

Deliktsbetrages ist es nachvollziehbar, dass B._____ den aktuellen Wert 

des fehlenden Schmuckes nicht exakt hat schätzen können. Einige der 

Schmuckstücke gehörten bereits ihrer Mutter (act. 257 f.), andere hat 

B._____ vor vielen Jahren gekauft, wie beispielsweise die goldene 

Armkette mit Gravur im Jahr 1963 (act. 173, 194). Seit dieser Zeit sind die 

Goldpreise jedoch massiv gestiegen, weshalb der heutige Wert des 

Goldschmuckes nicht mehr mit den Anschaffungspreisen verglichen 

werden kann, wie B._____ selbst auf Nachfrage aussagte (act. 258). Im 

Verlauf des Verfahrens hat sie sich jedoch darum bemüht, den Wert jedes 

einzelnen in der Anklage aufgeführten Schmuckstückes durch einen 

Experten schätzen zu lassen (act. 249 ff.). An dieser Schätzung ist nichts 

auszusetzen. Die goldene Armkette mit Gravur konnte wieder aufgefunden 

und deren Wert von Fr. 1'620.00 somit genau bestimmt werden (act. 249). 

Der gestohlene Ehering des Ehemannes C._____ konnte anhand des noch 

vorhandenen Eheringes von B._____ auf Fr. 1'200.00 geschätzt werden 

(act. 249, vgl. auch Plädoyer vor Bezirksgericht act. 267). Ein zum auf der 

Liste aufgeführten goldenen Collier gehörendes Armband wurde an einem 

anderen Ort aufbewahrt, weshalb dieses noch vorhanden war und das 

gestohlene Collier anhand des vorliegenden Referenzmodells auf Fr. 

5'000.00 geschätzt werden konnte (act. 267 i.V.m. act. 249). Von einer 

anderen Halskette sowie einem Armband gab es zudem Fotos, worauf die 

Schätzung abgestützt werden konnte (act. 257 f.). Bei den restlichen 

Schmuckstücken ist bei der Schätzung jeweils nur von dem ausgegangen 

worden, was auch angenommen werden konnte. So wurde zum Beispiel 

nur mit einem synthetischen Stein anstatt mit einem Edelstein gerechnet, 

wenn das Material nicht mit Sicherheit habe ermittelt werden können 

(act. 267). Somit entstand die Schätzung der I._____ AG nicht ohne 

jegliche Grundlage, sondern erweist sich vielmehr als schlüssig und 

nachvollziehbar. Entgegen dem Vorbringen der Beschuldigten (Plädoyer 

N. 23) sind auch keine Anzeichen dafür ersichtlich, dass die I._____ AG 

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bewusst eine zu hohe Schätzung abgegeben haben könnte. Nach dem 

Gesagten ist darauf abzustellen, dass die Beschuldigte B._____ alle in der 

Schätzung genannten Schmuckstücke entwendet hat, welche einen 

Gesamtwert von rund Fr. 30'920.00 aufgewiesen haben. 

 

2.2.3.5. 

Insgesamt hat das Obergericht bei einer Gesamtwürdigung aller relevanten 

Beweise keine ernstzunehmenden Zweifel daran, dass die Beschuldigte 

am 1. November 2022 anlässlich der Wohnungsreinigung bei B._____ 

sowohl die goldene Armkette mit Gravur als auch alle weiteren in der 

Anklage aufgeführten Schmuckstücke – mit Ausnahme des Eherings von 

B._____ – im Gesamtwert von rund Fr. 30'920.00 an sich genommen hat. 

 

2.3. 

Nach Art. 139 Ziff. 1 StGB macht sich des Diebstahls schuldig, wer 

jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um 

sich oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern. 

 

Für das Obergericht ist erstellt, dass die Beschuldigte die Schmuckstücke, 

die B._____ gehören und somit als fremd zu qualifizieren sind, aus deren 

Nachttisch bzw. deren Schmuckschatulle genommen hat. Dadurch hat sie 

deren Gewahrsam gebrochen und eigenen begründet. Es war ihr dabei 

bewusst, dass es sich um fremde Schmuckstücke handelte, und sie nahm 

diese mit der Absicht, sich diese anzueignen und sich dadurch selbst zu 

bereichern. Dies lässt sich insbesondere auch daraus schliessen, dass sie 

die Schmuckstücke grösstenteils veräussert hat. 

 

Aufgrund des Gesagten ist der Schuldspruch wegen Diebstahls gemäss 

Art. 139 Ziff. 1 StGB betreffend den Vorfall vom 1. November 2022 zu 

bestätigen und die Beschuldigte entsprechend zu verurteilen. Ihre 

Berufung ist in diesem Punkt unbegründet und damit abzuweisen. 

 

3. 

3.1. 

Die Vorinstanz hat die Beschuldigte zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 

8 Monaten, Probezeit 3 Jahre, sowie einer Busse von Fr. 3'000.00, 

ersatzweise 30 Tage Freiheitsstrafe, verurteilt. Zudem hat sie den Widerruf 

des mit Urteil des Gerichtspräsidiums Lenzburg vom 25. Januar 2021 für 

die Geldstrafe von 100 Tagessätzen à Fr. 60.00, d.h. Fr. 6'000.00, 

gewährten bedingten Vollzugs angeordnet. 

 

Die Beschuldigte stellt für den Fall, dass der Schuldspruch wegen 

Diebstahls vollumfänglich bestätigt wird, keinen Antrag zum Strafmass. Sie 

beantragt diesfalls jedoch, dass vom Vollzug der Widerrufsstrafe 

abzusehen sei. 

 - 12 - 

 

 

3.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 

IV 217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). 

Darauf kann verwiesen werden. 

 

3.3. 

3.3.1. 

Der Tatbestand des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB sieht eine 

Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor. Ausgangs-

punkt für die Strafzumessung innerhalb des ordentlichen Strafrahmens 

bildet die Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts (Art. 47 

Abs. 2 StGB). 

 

Der Straftatbestand des Diebstahls schützt das Vermögen (BGE 129 

IV 223 E. 7.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_786/2014 vom 10. April 2015 

E. 1.5.3). Die Beschuldigte hat am 1. November 2022 aus der Wohnung 

von B._____ Schmuckstücke im Gesamtwert von Fr. 30'920.00 gestohlen. 

Bei dieser Deliktssumme handelt es sich um einen erheblichen Betrag, der 

mehr als dem Vierfachen des im Jahr 2022 durchschnittlich verfügbaren 

Einkommens eines Privathaushalts von rund Fr. 6'900.00 pro Monat (vgl. 

Medienmitteilung des Bundesamtes für Statistik vom 12. November 2024) 

entspricht. Unter Berücksichtigung des grossen Spektrums möglicher 

Deliktssummen ist damit von einem mittelschweren Taterfolg auszugehen. 

 

Die Art und Weise des Tatvorgehens bzw. die Verwerflichkeit des Handelns 

der Beschuldigten wirkt sich zudem verschuldenserhöhend aus. Auch 

wenn es sich bei einer Gesamtbetrachtung nicht um einen Fall besonders 

schwerer Kriminalität handelt, so zeugt das Vorgehen der Beschuldigten 

doch von einer beachtlichen Skrupellosigkeit, die erheblich über die blosse 

Erfüllung des Tatbestand hinausgeht. Besonders perfide erscheint, dass 

sie ihre Vertrauensstellung als Mitarbeiterin der Spitex und den damit 

einhergehenden Zugang zur Wohnung der damals 79-jährigen B._____ 

ausgenutzt hat, um diese zu bestehlen. Damit hat sie sowohl das Vertrauen 

von B._____ als auch jenes ihrer Arbeitgeberin missbraucht und in Kauf 

genommen, den Ruf der Spitex zu schädigen. 

 

Dass die Beschuldigte aus rein monetären Beweggründen gehandelt hat, 

ist jedem Vermögensdelikt immanent und vorliegend zudem durch das 

Tatbestandsmerkmal der unrechtmässigen Bereicherung erfasst. Dieses 

Motiv darf deshalb nicht nochmals verschuldenserhöhend berücksichtigt 

werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1327/ 2015 vom 16. März 2016 

E. 4.2). Verschuldenserhöhend ist jedoch das sehr hohe Mass an 

Entscheidungsfreiheit zu berücksichtigen, über welches die Beschuldigte 

bei der Begehung des Diebstahls verfügt hat. Wie sie selbst ausführte, 

erzielte sie im Tatzeitpunkt ein geregeltes Erwerbseinkommen und befand 

 - 13 - 

 

 

sich in keiner direkten finanziellen Notsituation (act. 177, 262). Dass die 

Beschuldigte aus achtenswerten Gründen, in schwerer Bedrängnis, unter 

dem Einfluss oder Druck von Drittpersonen oder aus einer subjektiv als 

aussichtslos empfundenen Lage heraus gehandelt hätte, ist nicht 

erkennbar. Je leichter es aber für sie gewesen wäre, das fremde Vermögen 

zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen und 

somit auch ihr Verschulden (vgl. BGE 117 IV 112 E. 1; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Insgesamt ist von einem mittelschweren Tatverschulden auszugehen, für 

welches in Relation zum Strafrahmen von bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe 

eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren zuzüglich einer Verbindungsbusse als in 

ihrer Gesamtheit angemessene Sanktion auszusprechen wäre. Nachdem 

nur die Beschuldigte ein Rechtsmittel ergriffen hat, ist eine Erhöhung der 

von der Vorinstanz ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 8 Monaten 

aufgrund des Verschlechterungsverbots jedoch nicht möglich (Art. 391 

Abs. 2 StPO). 

 

3.3.2. 

Die Täterkomponente würde sich zudem straferhöhend auswirken. Die 

Beschuldigte ist wegen mehrfachen Betruges im einschlägigen Delikts-

bereich vorbestraft. Aus dieser Verurteilung hat sie jedoch nicht die 

notwendigen Lehren gezogen und im Gegenteil noch während laufender 

Probezeit eine sehr schwerwiegende Straftat begangen, was sich 

straferhöhend auswirkt (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4). 

 

Des Weiteren hat sich die Beschuldigte trotz erdrückender Indizienlage 

weder geständig noch kooperativ gezeigt und ihre Tat mit Schutzbe-

hauptungen hartnäckig zu leugnen versucht. Dies wirkt sich jedoch nicht zu 

ihren Lasten aus, da sich eine beschuldigte Person nicht selbst belasten 

muss und namentlich das Recht hat, die Aussage und Mitwirkung im 

Strafverfahren zu verweigern (vgl. Art. 113 Abs. 1 StPO). Damit steht aber 

auch fest, dass eine Strafminderung, wie sie bei einem von Anfang an 

geständigen, nachhaltig einsichtigen und aufrichtig reuigen Täter möglich 

ist, vorliegend ausscheidet. 

 

Weitere relevante, sich auf die Strafhöhe auswirkende Täterkomponenten 

sind nicht ersichtlich. Insbesondere sind keine aussergewöhnlichen Um-

stände für die Annahme einer erhöhten Strafempfindlichkeit auszumachen 

(vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 

E. 2.6.1 mit Hinweisen). 

 

Nach dem Gesagten wäre die dem Verschulden angemessene Freiheits-

strafe von 2 Jahren aufgrund der negativen Täterkomponente zu erhöhen, 

was aufgrund des Verschlechterungsverbots jedoch nicht möglich ist. 

 

 - 14 - 

 

 

3.4. 

3.4.1. 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe 

von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe 

nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer 

Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Schiebt das 

Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so bestimmt es 

dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 

StGB). Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder 

Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben 

wird, so widerruft das Gericht die bedingte Strafe. Ist nicht zu erwarten, 

dass der Verurteilte weitere Straftaten begehen wird, so verzichtet das 

Gericht auf einen Widerruf. Es kann den Verurteilten verwarnen oder die 

Probezeit um höchstens die Hälfte der im Urteil festgesetzten Dauer 

verlängern (Art. 46 Abs. 1 sowie Abs. 2 Sätze 1 und 2 StGB). 

 

Die Prüfung der Bewährungsaussichten des Täters ist anhand einer 

Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen (BGE 134 

IV 140 E. 4.4). In die Beurteilung der Bewährungsaussichten ist auch 

miteinzubeziehen, ob die neue Strafe bedingt oder unbedingt ausge-

sprochen wird. Das Gericht kann zum Schluss kommen, dass vom Widerruf 

des bedingten Vollzugs für die frühere Strafe abgesehen werden kann, 

wenn die neue Strafe vollzogen wird. Auch das Umgekehrte ist zulässig: 

Wenn die frühere Strafe widerrufen wird, kann unter Berücksichtigung ihres 

nachträglichen Vollzugs eine Schlechtprognose für die neue Strafe im 

Sinne von Art. 42 Abs. 1 StGB verneint und diese folglich bedingt 

ausgesprochen werden (BGE 144 IV 277 E. 3.2; BGE 134 IV 140 E. 4.5). 

 

3.4.2. 

Mit Urteil des Gerichtspräsidiums Lenzburg vom 25. Januar 2021 wurde die 

Beschuldigte wegen mehrfachen Betrugs zu einer bedingten Geldstrafe 

von 100 Tagessätzen à Fr. 60.00 verurteilt. Noch während der festgelegten 

Probezeit von drei Jahren delinquierte die Beschuldigte erneut im 

einschlägigen Deliktsbereich und machte sich des vorliegend zu 

beurteilenden Diebstahls schuldig. Die bedingt ausgesprochene Geldstrafe 

von Fr. 6'000.00 hatte trotz des in Anbetracht ihrer finanziellen Verhältnisse 

sehr hohen Betrags offensichtlich keinerlei Wirkung. Vielmehr konnte sie 

die Beschuldigte nicht davon abhalten, erneut ein Vermögensdelikt zu 

begehen. Im erstinstanzlichen Verfahren auf die Vorstrafe angesprochen, 

verharmloste die Beschuldigte ihre Straftat, einen mehrfachen Betrug beim 

Bezug von Arbeitslosenentschädigungen, und tat sie lediglich als 

sprachliches Missverständnis ab (act. 262), obschon sie sich selbst sehr 

gute mündliche und schriftliche Deutschkenntnisse zuschreibt (act. 119). 

Somit ist mit der Vorinstanz auf eine hartnäckige Unbelehrbarkeit und 

Gleichgültigkeit der Beschuldigten gegenüber ihrer Vortat zu schliessen. 

Auch während des aktuellen Strafverfahrens zeigte sich die Beschuldigte 

 - 15 - 

 

 

selbst in Bezug auf die bei ihr zu Hause aufgefundene Armkette nicht als 

geständig, verstrickte sich in unglaubhafte Aussagen und hat sich auch 

noch im Berufungsverfahren auf den Standpunkt gestellt, sie habe keinen 

Diebstahl begangen. Mithin kann weder von einer nachhaltigen Einsicht 

noch von einer aufrichtigen Reue ausgegangen werden, was sich hinsicht-

lich ihrer Legalprognose negativ auswirkt. 

 

Die Beschuldigte geht zwar einer geregelten Arbeit nach. Jedoch konnten 

sie auch stabile finanzielle Verhältnisse nicht von erneutem Delinquieren 

während laufender Probezeit abhalten, zumal sie die vorliegend zu 

beurteilende Tat sogar in Ausübung ihrer Arbeit beging. Genauso wenig 

konnten sie ihre persönlichen Verhältnisse von der erneuten Begehung 

einer Straftat im einschlägigen Deliktsbereich abhalten. Bei der Beurteilung 

der Legalprognose kann der beruflichen und familiären Situation deshalb 

nicht in positiver Hinsicht Rechnung getragen werden (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_681/2013 vom 26. Mai 2014 E. 2.3). 

 

Bei einer Gesamtwürdigung aller Umstände ist von einer eigentlichen 

Schlechtprognose auszugehen. Die Vorinstanz hat die Freiheitsstrafe von 

8 Monaten dennoch bedingt ausgesprochen. Der bedingte Vollzug ist mit 

Berufung unangefochten geblieben, weshalb aufgrund des Verschlech-

terungsverbots gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO nicht darauf zurückzu-

kommen ist (BGE 147 IV 167 E. 1.5.1 ff.). Im Hinblick auf die Gewährung 

des bedingten Strafvollzuges erachtete die Vorinstanz die Legalprognose 

der Beschuldigten jedoch nur aufgrund des gleichzeitigen Widerrufs des 

bedingten Vollzugs der mit Urteil des Gerichtspräsidiums Lenzburg vom 

25. Januar 2021 verhängten Geldstrafe von 100 Tagessätzen à Fr. 60.00 

als verbessert (vorinstanzliches Urteil, E. 6.3.2.). Vor dem Hintergrund, 

dass aufgrund des Verschlechterungsverbots für die Freiheitsstrafe von 8 

Monaten der bedingte Vollzug gewährt wird, erweist sich der Widerruf des 

bedingten Vollzugs der Geldstrafe von 100 Tagessätzen à Fr. 60.00 als 

erforderlich, um der hohen Rückfallgefahr der Beschuldigten zu begegnen. 

Somit ist die Widerrufsstrafe von 100 Tagessätzen à Fr. 60.00, d.h. 

Fr. 6'000.00, zu vollziehen. 

 

3.4.3. 

Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so 

bestimmt es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren 

(Art. 44 Abs. 1 StGB). Je grösser die Rückfallgefahr, desto länger muss die 

Probezeit sein, damit der Beschuldigte von weiteren Delikten abgehalten 

wird. 

 

Die Vorinstanz hat aufgrund der hohen Rückfallgefahr für den in 

Rechtskraft erwachsenen bedingten Vollzug der Freiheitsstrafe von 8 

Monaten richtigerweise eine Probezeit von vier Jahren als angemessen 

erachtet und begründet, im Dispositiv jedoch nur drei Jahre angesetzt. Da 

 - 16 - 

 

 

für das Verschlechterungsverbot nach Art. 391 Abs. 2 StPO das Urteils-

dispositiv massgebend ist (BGE 148 IV 89 E. 4.3; BGE 146 IV 311 E. 3.6.3; 

BGE 142 IV 129 E. 4.5.), hat es bei einer Probezeit von drei Jahren sein 

Bewenden. 

 

3.5. 

Eine bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe kann mit einer Busse 

verbunden werden (Art. 42 Abs. 4 StGB), wobei das Hauptgewicht auf der 

bedingten Freiheitsstrafe zu liegen hat. Andererseits sollte der Verbin-

dungsbusse nicht nur symbolische Bedeutung zukommen (BGE 149 IV 321 

E. 1.3.1 f.; BGE 135 IV 188 E. 3.4.4). 

 

Vorliegend ist die Verbindung der bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe 

mit einer Busse angezeigt, um der Beschuldigten die Ernsthaftigkeit der 

Sanktion und die Konsequenzen ihres Handelns im Sinne eines spürbaren 

Denkzettels deutlich vor Augen zu führen. Zudem soll sie gegenüber einem 

Täter, der sich bloss wegen einer Übertretung – hier eines geringfügigen 

Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Art. 172ter StGB – zu verantworten 

hat und dafür mit einer Busse bis zu Fr. 10'000.00 bestraft wird, nicht 

besser gestellt werden (sog. Schnittstellenproblematik). Mit der Vorinstanz 

erscheint bei der von ihr ausgesprochenen bedingten Freiheitsstrafe von 

8 Monaten eine Verbindungsbusse von Fr. 3'000.00 als in ihrer Gesamtheit 

mit der bedingten Freiheitsstrafe dem mittelschweren Verschulden und den 

finanziellen Verhältnissen angemessen. Sie kann nicht weiter herabgesetzt 

werden. 

 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Verbindungs-

busse ist ausgehend vom als Umrechnungsschlüssel zu verwendenden 

Tagessatz von Fr. 100.00 (BGE 149 I 248 E. 5.4.2) auf 30 Tage 

festzusetzen (Art. 106 Abs. 2 StGB). 

 

3.6. 

Zusammengefasst ist die Beschuldigte zu einer bedingten Freiheitsstrafe 

von 8 Monaten, Probezeit 3 Jahre, sowie zu einer Verbindungsbusse von 

Fr. 3'000.00, ersatzweise 30 Tage Freiheitsstrafe, zu verurteilen. Zudem 

wird der mit Urteil des Gerichtspräsidiums Lenzburg vom 25. Januar 2021 

gewährte bedingte Vollzug für die Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 

Fr. 60.00, d.h. Fr. 6'000.00, widerrufen. 

 

Damit erweist sich die Berufung der Beschuldigten auch im Strafpunkt als 

unbegründet und ist abzuweisen. 

 

4. 

Die Vorinstanz hat angeordnet, dass das sichergestellte Bargeld von 

Fr. 3'000.00 gemäss Art. 442 Abs. 4 StPO zur Deckung der 

Verfahrenskosten zu verwenden sei. Die Beschuldigte beantragt mit 

 - 17 - 

 

 

Berufung, das Bargeld sei ihr sofort herauszugeben bzw. zurückzu-

bezahlen. 

 

Es ist anzumerken, dass die Vorinstanz die beschlagnahmten Fr. 3'000.00 

als Deliktserlös bzw. Surrogat des Deliktsguts betrachtet hat (vorinstanz-

liches Urteil, E. 3.4.2.) und dies auch für das Obergericht erstellt ist. 

Vermögenswerte, die durch eine Straftat erlangt worden sind, wären 

entweder dem Verletzten zur Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustandes auszuhändigen oder, wenn dies nicht möglich ist, gemäss 

Art. 70 Abs. 1 StGB einzuziehen. Jedenfalls dürften solche Vermögens-

werte nicht zur Deckung der dem Beschuldigten auferlegten Verfahrens-

kosten verwendet werden, da der beschuldigten Person damit ermöglicht 

würde, ihre Schulden gegenüber dem Staat mit deliktisch erlangtem 

Vermögen zu tilgen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1362/2020 vom 

20. Juni 2022 E. 23.6.2). 

 

Nachdem dieser Punkt jedoch nur von der Beschuldigten angefochten 

worden ist, hat es aufgrund des Verschlechterungsverbots bei der von der 

Vorinstanz angeordneten Verwendung zur Deckung der Verfahrenskosten 

sein Bewenden. Die Berufung der Beschuldigten erweist sich auch in 

diesem Punkt als unbegründet. 

 

5. 

5.1. 

Die Vorinstanz hat die Beschuldigte verpflichtet, der Privatklägerin B._____ 

Fr. 30'920.00 zzgl. Verzugszins zu 5 % seit 1. November 2022 als 

Schadenersatz zu bezahlen. 

 

Die Beschuldigte beantragt mit Berufung, sämtliche Zivilforderungen seien 

abzuweisen bzw. auf den Zivilweg zu verweisen. 

 

5.2. 

Das Gericht entscheidet über eine von der Privatklägerschaft anhängig 

gemachte Zivilklage u.a. dann, wenn es die beschuldigte Person schuldig 

spricht (Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO). Die Zivilklage wird auf den Zivilweg 

verwiesen, wenn die Privatklägerschaft ihre Klage nicht hinreichend 

begründet oder beziffert hat (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO). 

 

5.3. 

Gemäss Art. 41 Abs. 1 OR ist, wer einem anderen widerrechtlichen 

Schaden zufügt, sei es mit Absicht, sei es aus Fahrlässigkeit, ihm zum 

Ersatze verpflichtet. Art. 41 OR setzt voraus, dass ein Schaden besteht, 

welcher schuldhaft durch eine widerrechtliche Handlung verursacht wurde 

und dass zwischen der Handlung und dem Schaden ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht. Wer Schadenersatz beansprucht, hat den 

Schaden zu beweisen. Verstösst jemand gegen Normen des Strafge-

 - 18 - 

 

 

setzes, so ist diese Handlung grundsätzlich widerrechtlich. Ein adäquater 

Kausalzusammenhang zwischen der Handlung und dem Schaden ist zu 

bejahen, wenn die betreffende Ursache nach dem gewöhnlichen Lauf der 

Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet war, den 

eingetretenen Erfolg zu bewirken, so dass der Eintritt dieses Erfolges als 

durch die fragliche Tatsache allgemein begünstigt erscheint. 

 

5.4. 

Die Privatklägerin B._____ hat ihre Zivilforderung von Fr. 30'920.00 

beziffert und rechtsgenüglich begründet (act. 245 ff.). Als Beleg ihres 

geltend gemachten Schadens hat sie eine signierte Schätzung der ge-

stohlenen Schmuckstücke durch die I._____ AG eingereicht (act. 249 ff.). 

Das Obergericht betrachtet es als erstellt, dass der Privatklägerin sämtliche 

in der Schätzung aufgelisteten Schmuckstücke im Gesamtwert von Fr. 

30'920.00 gestohlen worden sind. Es ist jedoch anzumerken, dass der 

Privatklägerin die als erstes Schmuckstück aufgeführte goldene Armkette 

mit Gravur, die bei der Beschuldigten aufgefunden wurde, wieder 

ausgehändigt wurde (act. 105.1). Somit ist diese Armkette im Wert von 

Fr. 1'620.00 (act. 249) vom Gesamtschaden in der Höhe von Fr. 30'920.00 

abzuziehen, was eine Schadenssumme von Fr. 29'300.00 ergibt. 

 

Die Beschuldigte wird mit vorliegendem Urteil des Diebstahls schuldig 

gesprochen. Indem sie der Privatklägerin die restlichen Schmuckstücke 

entwendet hat, hat sie dieser in widerrechtlicher Weise einen Vermögens-

schaden in der Höhe von Fr. 29'300.00 verursacht. Die Widerrechtlichkeit 

findet sich in der Verletzung der Schutznorm von Art. 139 Ziff. 1 StGB 

wieder. Der Diebstahl war kausal für den verursachten Vermögens-

schaden. Verschuldensausschlussgründe sind keine ersichtlich. 

 

Nach dem Gesagten ist die Beschuldigte der Privatklägerin gemäss Art. 41 

Abs. 1 OR zum Ersatz des Vermögensschadens in der Höhe von 

Fr. 29'300.00 verpflichtet. 

 

5.5. 

Zudem ist der geschädigten Person ab dem Zeitpunkt Schadenszins 

geschuldet, in welchem sich das schädigende Ereignis finanziell ausgewirkt 

hat (BGE 147 V 10 E. 4.3.2; BGE 139 V 176 E. 8.1.2). Die Beschuldigte hat 

den Schmuck am 1. November 2022 aus dem Vermögen der Privatklägerin 

entwendet, weshalb sie ihr Schadenszins zu 5% ab dem 1. November 2022 

schuldet. 

 

Mit der Vorinstanz ist die Beschuldigte daher zu verpflichten, der 

Privatklägerin Fr. 29'300.00 zzgl. Zins zu 5 % seit dem 1. November 2022 

als Schadenersatz zu bezahlen. 

 

 - 19 - 

 

 

6. 

Zusammengefasst ist das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen und die 

Berufung der Beschuldigten in allen Punkten abzuweisen. 

 

7. 

7.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

Die Berufung der Beschuldigten erweist sich als unbegründet und ist 

abzuweisen. Ausgangsgemäss hat die Beschuldigte die obergerichtlichen 

Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 (§ 15 GebührD) vollumfänglich zu 

tragen. Zudem hat die Beschuldigte keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StPO e 

contrario). 

 

7.2. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 426 Abs.1 StPO trägt die beschuldigte Person 

die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. 

 

Da es bei einer Verurteilung der Beschuldigten bleibt, hat die Beschuldigte 

die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 3'396.00 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 1'400.00) vollumfänglich zu tragen und hat keinen Anspruch 

auf eine Parteientschädigung (Art. 429 Abs. 1 StPO e contrario). 

 

Ausgangsgemäss hat sie der Privatklägerin zudem eine Parteient-

schädigung von Fr. 2'961.40, deren Höhe mit Berufung nicht angefochten 

worden ist, zu bezahlen. 

 

8. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, fällt es ein 

neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO, Art. 81 StPO). Dies ist auch der Fall, wenn eine Berufung 

vollumfänglich abgewiesen wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_761/2017 

vom 17. Januar 2018 E. 4 mit Hinweisen). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschuldigte ist des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB schuldig. 

 

 - 20 - 

 

 

2. 

2.1. 

Die Beschuldigte wird hierfür gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB sowie in 

Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 1 und 4 StGB, 

Art. 44 StGB und Art. 106 StGB 

 

zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 8 Monaten, Probezeit 3 Jahre, 

 

und zu einer Busse von Fr. 3'000.00, ersatzweise 30 Tage Freiheitsstrafe, 

 

verurteilt. 

 

2.2. 

Der mit Urteil des Gerichtspräsidiums Lenzburg vom 25. Januar 2021 für 

die Geldstrafe von 100 Tagessätzen à Fr. 60.00, d.h. Fr. 6'000.00, 

gewährte bedingte Vollzug wird gestützt auf Art. 46 Abs. 1 StGB 

widerrufen. 

 

3. 

Das sichergestellte Bargeld von Fr. 3'000.00 wird zur Deckung der 

Verfahrenskosten verwendet. 

 

4. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 29'300.00 

zzgl. Verzugszins zu 5 % seit 1. November 2022 als Schadenersatz zu 

bezahlen. 

 

5. 

5.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'000.000 werden der 

Beschuldigten auferlegt. 

 

5.2. 

Die Beschuldigte hat ihre obergerichtlichen Parteikosten selber zu tragen. 

 

6. 

6.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 3'396.00 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 1'400.00) werden der Beschuldigten auferlegt. 

 

6.2. 

Die Beschuldigte hat ihre erstinstanzlichen Parteikosten selber zu tragen. 

 

 - 21 - 

 

 

6.3. 

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ für das 

erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 2'961.40 zu 

bezahlen. 

 

 

 Zustellung an: 

[…] 

 
 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe 

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu 

bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der 

Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB). 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 10. März 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Six Lehmann