# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25ffb716-07aa-5888-b284-11190bb71f80
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 19.06.2020 ZK1 2019 173
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2019-173_2020-06-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 19. Juni 2020

Referenz ZK1 19 173

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Brunner, Vorsitzender
Michael Dürst und Nydegger
Gustin, Aktuar

Parteien A._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Gian Reto Bühler
c/o Fryberg Augustin Schmid, Quaderstrasse 8, 7000 Chur

in Sachen

E._____
vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Seraina Aebli
Gäuggelistrasse 1, Postfach 341, 7001 Chur 

Gegenstand Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts etc.

Anfechtungsobj. Entscheid Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden 
vom 23. August 2019, mitgeteilt am 4. Oktober 2019 

Mitteilung 2. Juli 2020

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I. Sachverhalt

A. A._____ und C._____ sind die unverheirateten Eltern des am _____ 2018 
geborenen E._____. E.________ steht unter der elterlichen Sorge beider Eltern-
teile.

B. Aufgrund verschiedener Gefährdungsmeldungen nach der Geburt von 
E.________ prüfte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nordbünden 
(nachfolgend: KESB Nordbünden) ab Mai 2018 die Inkraftsetzung von Kindes-
schutzmassnahmen. Als Ergebnis errichtete die KESB Nordbünden mit Entscheid 
vom 19. Juli 2018 für E.________ eine Erziehungsbeistandschaft mit besonderen 
Befugnissen; als Beiständin wurde B.________, Berufsbeistandschaft Imboden, 
eingesetzt. Mit superprovisorischem Entscheid vom 27. September 2018 und 
schliesslich mit ordentlichem Entscheid vom 4. Oktober 2018 entzog die KESB 
Nordbünden A._____ und C._____ nach dem Scheitern einer Unterbringung in der 
Mutter-Kind Institution D.________ das Aufenthaltsbestimmungsrecht über 
E.________ und brachte ihn in der SOS-Pflegefamilie H.________ unter. Für das 
Verfahren setzte die KESB Nordbünden mit Verfügung vom 27. September 2018 
Rechtsanwältin MLaw Seraina Aebli als Verfahrensbeiständin für E.________ ein.

C. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 15. November 2018 beauftragte die 
KESB Nordbünden die Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden (nachfolgend: 
KJP Graubünden) mit der Begutachtung der Erziehungsfähigkeit der Eltern von 
E.________. Das von der KJP Graubünden daraufhin erstellte Gutachten vom 15. 
März 2019 ergab zusammenfassend, dass die Eltern von E.________ über keine 
ausreichenden Erziehungsfähigkeiten verfügen beziehungsweise diese Fähigkeiten 
stark eingeschränkt sind. Die Gutachter erachteten die Fortsetzung der Fremdplat-
zierung von E.________ als sinnvoll und notwendig, um dessen stabile Entwicklung 
zu gewährleisten. Gleichzeitig unterstützten sie regelmässige, maximal wöchentli-
che Kontakte von E.________ mit seinen Eltern, damit er ein eigenes Bild von sei-
nen leiblichen Eltern entwickeln könne.

D. Mit superprovisorischem Entscheid vom 11. Juli 2019 ordnete die KESB 
Nordbünden den Wechsel von E.________ von der SOS-Pflegefamilie H.________ 
zur Pflegefamilie G.________ in I.________ an. Der Entscheid sah vor, dass das 
Besuchsrecht der leiblichen Eltern von E.________ während der Angewöhnungs-
phase auszusetzen ist. 

E. Mit Entscheid der KESB Nordbünden vom 23. August 2019, mitgeteilt am 
4. Oktober 2019, regelte die KESB Nordbünden die bisherigen erst vorsorglich er-
lassenen Kindesschutzmassnahmen neu. Die Behörde bestätigte dabei den Entzug 

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des Aufenthaltsbestimmungsrechts und die Unterbringung von E.________ bei der 
Pflegefamilie G.________. Im Weiteren regelte die KESB Nordbünden insbeson-
dere den persönlichen Verkehr zwischen E.________ und seinen Eltern. Im Einzel-
nen wurde wie folgt entschieden:

1. Die gemäss Ziff. 1 und 2 des Entscheids vom 4. Oktober 2018 erlasse-
nen vorsorglichen Massnahmen (Entzug Aufenthaltsbestimmungsrecht 
bzw. behördliche Unterbringung/Regelung persönlicher Verkehr) sowie 
die superprovisorischen Massnahmen (Wechsel Unterbringung/Neure-
gelung persönlicher Verkehr) gemäss Ziff. 1-3 der superprovisorischen 
Verfügung vom 11. Juli 2019 werden aufgehoben.

2. Im Zusammenhang mit dem Aufenthalt von E._____ wird gestützt auf 
Art. 310 Abs. 1 ZGB:

a. A._____ (Mutter) und C._____ (Vater) das Aufenthaltsbestimmungs-
recht über E._____ entzogen;

b. E._____ in der Pflegefamilie G.________ behördlich untergebracht. Die 
Pflegefamilie G.________ wird durch die Familienplatzierungsorganisa-
tion Sozialpädagogische Fachstelle F.________, begleitet.

3. Der persönliche Verkehr zwischen E._____ und A._____ sowie 
C._____ wird wie folgt geregelt (Art. 273 ZGB):

a. A._____ und C._____ sind berechtigt, im Sinne der Erwägungen alle 
zwei Wochen begleitet Zeit mit E._____ zu verbringen;

b. während der Eingewöhnungsphase von E._____ bei der Pflegefamilie 
G.________ sind die zweiwöchentlichen Kontakte auf zwei Stunden zu 
begrenzen, später sollen die Kontaktzeiten unter Einbezug der involvier-
ten Fachpersonen sowie unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von 
E._____ schrittweise bis zu maximal einem halben Tag alle zwei Wo-
chen ausgedehnt werden.

4. Die bestehende Beistandschaft gemäss Entscheid vom 19. Juli 2018 
wird unverändert weitergeführt. Die Beistandsperson hat die Aufgaben 
und Kompetenzen:

a. die Eltern im Rahmen der Erziehungsbeistandschaft (Art. 308 Abs. 1 
ZGB) angemessen zu beraten und unterstützen, insbesondere in den 
Bereichen Betreuung, Persönlichkeitsentwicklung, angemessene Erzie-
hungsmethoden, gesundheitliche Entwicklung, Schule und Ausbildung, 
Förderung von Begabungen und Interessen;

b. im Rahmen einer Beistandschaft mit besonderen Befugnissen (Art. 308 
Abs. 2 ZGB):

1. die Eltern bei der Ausübung des persönlichen Verkehrs zwischen ih-
nen und E._____ zu beraten und unterstützen sowie im Konfliktfall in 
Rahmen der behördlichen Besuchsregelung konkrete Modalitäten 
zur Umsetzung festzulegen;

2. die sorgeberechtigten Eltern von E._____ in folgenden Bereichen 
nötigenfalls zu vertreten:

a. Betreuung/Wohnen inkl. Sicherstellen der Finanzierung

b. Geltendmachen von Sozialversicherungsansprüchen

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c. Schul- und Berufsbildung (angemessene frühkindliche Förde-
rung im Rahmen einer Spielgruppe, Kita, evtl. Heilpädagogik und 
andere Unterstützungsangebote)

d. medizinische Behandlung/Therapie

3. sämtlichen an der Betreuung und Förderung von E._____ Beteiligten 
als Ansprechperson zur Verfügung zu stehen, mit diesen in Kontakt 
zu treten und sich mit ihnen auszutauschen.

5. Die Festsetzung und Auferlegung der Kosten im vorliegenden Verfahren 
erfolgen mit separatem Kostenentscheid.

6. (Rechtsmittelbelehrung mit dem Hinweis auf den Entzug der aufschie-
benden Wirkung)

7. (Mitteilung)

F. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 
mit Eingabe vom 15. Oktober 2019 Beschwerde an das Kantonsgericht von 
Graubünden und stellte die folgenden Begehren:

1. Ziffer 3 des Dispositivs des Entscheids der KESB Nordbünden vom 
23.08./04.10.2019 sei dahingehend aufzuheben, dass die Beschwerde-
führerin zu berechtigen sei, ihren Sohn E.________ ab sofort – ohne 
Eingewöhnungsphase – jede Woche ein bis zwei Stunden bei der Pfle-
gefamilie G.________ zu besuchen.

2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolgen.

G. Mit Beschwerdeantwort vom 7. November 2019 stellte die KESB Nordbün-
den unter Verweisung auf die Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie auf 
die Akten die folgenden Begehren:

1. Die Beschwerde sei abzuweisen, sofern darauf eingetreten werden 
kann.

2. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien nach Gesetz zu verlegen.

H. Mit Stellungnahme vom 14. November 2019 beantragte Rechtsanwältin 
MLaw Seraina Aebli als Verfahrensbeiständin (Kindesvertreterin) von E._____ 
ebenfalls die Abweisung der Beschwerde unter gesetzlicher Kosten- und Entschä-
digungsfolgen. 

I. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften und im angefochtenen 
Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegan-
gen.

II. Erwägungen

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1.1. Gemäss Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 450 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide 
der Kindesschutzbehörde beim zuständigen Gericht Beschwerde erhoben werden. 
Nach Art. 60 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetz-
buch (EGzZGB; BR 210.100) ist das Kantonsgericht von Graubünden die einzige 
kantonale Beschwerdeinstanz. Zur Beschwerde legitimiert sind nach Art. 450 Abs. 2 
Ziff. 1 ZGB die am Verfahren beteiligten Personen und damit in erster Linie die von 
der Anordnung der KESB direkt betroffenen Personen. Im Bereich des Kindesschut-
zes können nebst den Kindern auch deren Eltern betroffene Personen sein (Lorenz 
Droese/Daniel Steck, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar zum Zivil-
gesetzbuch I, 6. Auflage, Basel 2018, N 29 zu Art. 450 ZGB m.w.H.). Die Beschwer-
deführerin ist als Mutter durch den angefochtenen Entscheid betroffen und somit zu 
dessen Anfechtung legitimiert.

1.2. Die Beschwerdefrist beträgt gemäss Art. 450b Abs. 1 ZGB dreissig Tage seit 
Mitteilung des Entscheids. Der Entscheid der KESB Nordbünden vom 23. August 
2019 wurde der Beschwerdeführerin am 4. Oktober 2019 mitgeteilt und ist bei ihrem 
Rechtsvertreter am 7. Oktober 2019 eingegangen (vgl. act. B.1). Ihre am 15. Okto-
ber 2019 der Post übergebene Beschwerde ist damit fristgerecht erfolgt.

1.3. Gemäss Art. 450 Abs. 3 ZGB ist die Beschwerde beim Gericht schriftlich und 
begründet einzureichen, wobei in formeller Hinsicht keine hohen Anforderungen ge-
stellt werden dürfen (vgl. Botschaft zur Änderung des Schweizerischen Zivilgesetz-
buches [Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht] vom 28. Juni 2006, 
BBI 2006 7001, S. 7085; Lorenz Droese/Daniel Steck, a.a.O., N 42 zu Art. 450 
ZGB). Die Beschwerdeschrift genügt den Begründungsanforderungen ohne Weite-
res, sodass auf die auch im Übrigen formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist.

2. Die Beschwerde hat aufschiebende Wirkung, sofern die Kindesschutzbe-
hörde oder die gerichtliche Beschwerdeinstanz nichts anderes verfügt 
(Art. 450c ZGB). Vorliegend hat die Vorinstanz gemäss Ziffer 6 des Dispositivs des 
angefochtenen Entscheids dem Rechtsmittel die aufschiebende Wirkung entzogen. 
Die Beschwerdeführerin hat keinen Antrag auf Wiedererteilung der aufschiebenden 
Wirkung gestellt. Für das Kantonsgericht als Beschwerdeinstanz besteht kein 
Grund, von Amtes wegen von diesem Entscheid abzuweichen.

3. Mit der Beschwerde können gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB Rechtsverletzun-
gen (Ziff. 1), die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 
Sachverhalts (Ziff. 2) und die Unangemessenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Die Be-
schwerde ist ein vollkommenes Rechtsmittel, womit das erstinstanzliche Urteil in 

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rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend überprüft werden kann (Botschaft, 
a.a.O., Ziff. 2.3.3. S. 7085; Anna Murphy/Daniel Steck, in: Fountoulakis et al. [Hrsg.], 
Fachhandbuch Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, Zürich/Basel/Genf 2016, N 
19.34). Dennoch gilt das Rügeprinzip gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB, welches die 
nach Art. 446 ZGB geltende Untersuchungs- und Offizialmaxime insoweit ein-
schränkt, als dass eine Überprüfung des erstinstanzlichen Entscheids eine förmli-
che Beschwerde voraussetzt und die Beschwerdeinstanz sich folglich primär auf die 
geltend gemachten Rügen und Anträge konzentriert (Lorenz Droese/Daniel Steck, 
a.a.O., N 4 f. zu Art. 450a ZGB; Anna Murphy/Daniel Steck, a.a.O., N 19.35; Daniel 
Steck, in: Büchler et al. [Hrsg.], FamKommentar Erwachsenenschutz, Bern 2013, N 
7 zu Art. 446 ZGB).

Vorliegend hat die KESB Nordbünden in ihrem Entscheid vom 23. August 2019 der 
Beschwerdeführerin und dem Vater basierend auf Art. 310 Abs. 1 ZGB das Aufent-
haltsbestimmungsrecht über E.________ entzogen und gleichzeitig den persönli-
chen Verkehr zwischen Eltern und Kind geregelt (vgl. act. B.1). Die Beschwerdefüh-
rerin rügt vorliegend nicht die behördliche Unterbringung von E.________ in der 
Pflegefamilie G.________, sondern verlangt die Anpassung des angeordneten per-
sönlichen Verkehrs. Dies in dem Sinne, dass sie E.________ ohne Eingewöhnungs-
phase jede Woche ein bis zwei Stunden bei der Pflegefamilie G.________ besu-
chen dürfe. Das vorliegende Beschwerdeverfahren beschränkt sich demnach auf 
die Frage der Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs.

4.1. Die Beschwerdeführerin begründet ihr Begehren im Wesentlichen damit, 
dass die getroffene Besuchsregelung unangemessen und nicht schlüssig sei. Sie 
bringt vor, dass die KESB Nordbünden von den Empfehlungen des Gutachtens der 
KJP Graubünden vom 15. März 2019 unbegründet abgewichen sei. Das Gutachten 
halte vielmehr fest, dass regelmässige wöchentliche Kontakte zu unterstützen 
seien; es sei in keiner Weise eine Beschränkung der wöchentlichen Besuchsrechte 
vorgesehen, insbesondere auch nicht während einer allfälligen Angewöhnungs-
phase (act. A.2, S. 5). Diese Empfehlung im Gutachten sei ohne Weiteres nachvoll-
ziehbar, als dass die Beschwerdeführerin E.________ seit der superprovisorischen 
Unterbringung ab dem 27. September 2018 jede Woche besucht habe und eine 
gute Beziehung zu ihrem Sohn aufgebaut habe. Der Beziehungsaufbau sei durch 
die superprovisorische Unterbringung ab dem 11. Juli 2019 jäh unterbrochen wor-
den, indem bis auf Weiteres jeglicher Besuchskontakt verboten worden sei. Seither 
habe sie ihren Sohn erst einmal besuchen können. Dieses Kontaktverbot führe zu 
einer Eltern-Kind Entfremdung, welche nicht im Wohl von E.________ sein könne. 

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Die gutachterliche Empfehlung von regelmässigen wöchentlichen Besuchskontak-
ten werde damit missachtet (act. A.2, S. 6).

Im Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend, dass die KESB Nordbünden 
keine einschlägigen Gründe für eine Abweichung vom einwöchigen Besuchsrecht 
aufführe, sondern nur pauschalisiert geltend mache, dass ausschliesslich zwei-
wöchentliche Besuchskontakte die Angewöhnung gewährleisten könne. Eine sol-
che Annahme finde in den Akten keine Grundlage, weshalb nicht von der gutach-
terlichen Empfehlung abgewichen werden dürfe. Dies umso weniger, als dass 
E.________ bereits seit Juli 2019 bei der Pflegefamilie G.________ lebe, und damit 
die Angewöhnungsphase abgeschlossen sei (act. A.2, S. 6). Davon gehe augen-
scheinlich auch die KESB Nordbünden aus, zumal diese im superprovisorischen 
Entscheid vom 11. Juli 2019 noch selbst festgehalten habe, dass nach einer Ange-
wöhnungsphase ein persönlicher Verkehr von zwei Stunden jede zweite Woche zu-
zulassen sei. Das nun im Entscheid vom 23. August 2019 in genau dieser Modalität 
angeordnete Besuchsrecht impliziere damit, dass sich E.________ mittlerweile an 
die Pflegefamilie gewöhnt habe, weshalb sich die KESB widersprüchlich verhalte. 
Aus diesen Gründen sei nicht ersichtlich, weshalb vom gutachterlich empfohlenen 
wöchentlichen Besuchsrecht abgewichen werde, so dass ein solches anzuordnen 
sei. Die zweiwöchentliche Besuchsregelung sei aufgrund der konkreten Umstände 
als unangemessen und nicht schlüssig zu qualifizieren. Die Beschwerdeführerin be-
antragt weiter die Ergänzung des Gutachtens der KJP, sofern das Kantonsgericht 
wider Erwarten Zweifel an den wöchentlichen Besuchsrechten habe (act. A.2, S. 7).

4.2. Die KESB Nordbünden beantragt die Abweisung der Beschwerde und ver-
weist dazu auf die Begründung im angefochtenen Entscheid (vgl. act. A.2). Darin 
zitiert die Behörde wiederum das Gutachten der KJP Graubünden vom 15. März 
2019. Gemäss diesem würden regelmässige, maximal wöchentliche Kontakte zwi-
schen E.________ und den Eltern empfohlen. Es hätte sich gezeigt, dass die Mutter 
unter zeitlich begrenzten Rahmenbedingungen (Zeitspanne von ein paar Stunden) 
positive Kontakte mit E.________ gestalten könne (angefochtener Entscheid, act. 
B.1, S. 3). Die KESB Nordbünden legt in ihrem Entscheid vom 23. August 2019 wei-
ter dar, dass bei Langzeitunterbringungen in Bezug auf die Kontaktgestaltung gut 
zwischen den Bedürfnissen des Kindes und denen der Eltern abzuwägen sei, wobei 
diesbezüglich das Wohl des Kindes bei der Häufigkeit und Gestaltung der Kontakte 
klar im Vordergrund stehe. E.________ habe den Grossteil seines Lebens in der 
SOS-Pflegefamilie H.________ verbracht, zu welcher er wohl eine enge Bindung 
aufgebaut habe. Für E.________ sei nun zentral, dass er in der neuen Umgebung 
der Pflegefamilie G.________ ankommen, Ruhe finden und verlässliche Bindungen 

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aufbauen könne, wobei gleichzeitig auch der Kontakt mit seinen Eltern aufrechter-
halten bleiben solle. Aufgrund der Dauerperspektive des Pflegeverhältnisses sei es 
angemessen und im Interesse von E.________, wenn zukünftig nur zweiwöchentli-
che Kontakte zwischen E.________ und seinen Eltern bestehen würden. Dies im 
Unterschied zur SOS-Unterbringung, bei welcher die zukünftige Betreuungssitua-
tion nicht klar gewesen sei und deshalb zum Kontinuitäts- und Bindungserhalt 
wöchentliche Kontakte bestanden hätten. Durch die zweiwöchentlichen Kontakte 
sei es E.________ möglich, sich einerseits auf den Lebensalltag bei der Pflegefa-
milie zu konzentrieren, andererseits aber auch seine leiblichen Eltern zu erfahren 
und zu erleben (angefochtener Entscheid, act. B.1, S. 3 f.).

4.3. Die Kindesvertreterin beantragt schliesslich ebenfalls die Abweisung der Be-
schwerde. In ihrer Stellungnahme bestreitet sie insbesondere die Aussagen der Be-
schwerdeführerin, wonach die angeordnete Besuchsregelung als unangemessen 
zu qualifizieren sei und dem Gutachten zuwiderlaufe. Das Gutachten der KJP 
Graubünden empfehle "regelmässige maximal wöchentliche Kontakte", womit 
wöchentliche Kontakte eine Obergrenze bilden würden. Die bisherige Besuchsre-
gelung sei für die Gutachter offenbar nicht massgebend gewesen, da sie ansonsten 
gerade nicht einschränkend von maximalen wöchentlichen Kontakten gesprochen, 
sondern die Weiterführung der bisherigen Regelung empfohlen hätten. Im gleichen 
Kontext sei auch die im Rahmen der Beantwortung der Fragen getroffene Aussage 
im Gutachten zu verstehen, wonach regelmässige wöchentliche Kontakte zu unter-
stützen seien. Dies sei nicht streng wörtlich zu verstehen, sondern so, dass regel-
mässige Kontakte zu den leiblichen Eltern gefördert werden sollten (act. A.3, Rz. 
10, 14).

Weiter legt die Kindesvertreterin dar, dass es sich bei dem im superprovisorischem 
Entscheid vom 27. September 2018 festgelegten wöchentlichen Besuchsrecht nur 
um eine vorläufige Regelung gehandelt habe, welche für die Zeit der Platzierung 
bei der SOS-Pflegefamilie Geltung gehabt habe. Zu diesem Zeitpunkt sei eine Rück-
platzierung von E.________ zur Beschwerdeführerin noch denkbar gewesen, wes-
halb es nachvollziehbar erscheine, dass anfangs wöchentliche Kontakte festgelegt 
worden seien (act. A.3, Rz. 12, 15). Der Wechsel von E.________ in die neue Pfle-
gefamilie sei für ihn einschneidend und sicherlich mit gewissen Irritation verbunden 
gewesen, weshalb die nun festgelegte Beschränkung auf eine zweiwöchentliche 
Besuchsregelung in Anbetracht der Umstände als sachgerecht und in Einklang mit 
dem Gutachten zu beurteilen sei. Bei der neuen Besuchsrechtsgestaltung habe die 
KESB zudem der Dauerhaftigkeit des neuen Pflegeverhältnisses Rechnung getra-
gen. Schliesslich habe die KESB gemäss dem superprovisorischen Entscheid vom 

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11. Juli 2019 auch telefonisch Rücksprache mit der Gutachterin gehalten, welche 
dabei betont habe, dass bei der Kontaktgestaltung die Stabilität von E.________ in 
der neuen Pflegefamilie im Vordergrund stehe (act. A.3, Rz. 16). Die Behauptung 
der Beschwerdeführerin, wonach die Intensivierung des Beziehungsaufbaus zwi-
schen E.________ und den Eltern nun jäh unterbrochen werde, sei ebenfalls unzu-
treffend. Vielmehr werde der Beziehungsaufbau sachgerecht an die veränderten 
Umstände angepasst und fortgeführt (act. A.3, Rz. 18)

Auch hinsichtlich der Angewöhnungsphase bestreitet die Kindesvertreterin die Aus-
sage der Beschwerdeführerin, wonach die Beschränkung der Besuchsregelung in 
dieser Phase dem Gutachten widerspreche. Vielmehr hätten sich die Gutachter 
nicht explizit dazu geäussert, wie das Besuchsrecht während der Angewöhnungs-
phase bei einer neuen Pflegefamilie ausgestaltet werden solle (act. A.3, Rz. 17). 
Das Gutachten zeige jedoch, dass E.________ auf Stabilität und Sicherheit seines 
Umfelds sowie auf emotional verfügbare Bezugspersonen angewiesen sei, was die 
Beschwerdeführerin aufgrund der stark eingeschränkten Erziehungsfähigkeit nicht 
gewährleisten könne. Basierend auf diesen Aussagen der Gutachter habe die KESB 
Nordbünden ihre Entscheide vom 11. Juli 2019 und 23. August 2019 getroffen und 
darin einlässlich begründet, dass bei der Langzeitunterbringung die Bedürfnisse des 
Kindes und der Eltern abzuwägen seien, wobei das Wohl des Kindes bei der Häu-
figkeit der Kontakte klar im Vordergrund stehe. Die Kritik der Beschwerdeführerin 
an der zweiwöchentlichen Besuchsregelung als pauschalisierte Annahme ohne fun-
dierte Grundlage sei deshalb unzutreffend. Schliesslich könne man entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführerin auch nicht ohne weiteres annehmen, dass die 
Angewöhnung nach drei Monaten bereits abgeschlossen sei (act. A.3, Rz. 19, 20, 
22).

Abschliessend verweist die Kindesvertreterin auf ihren Antrag in der Anhörung am 
23. August 2019. Darin habe sie ebenfalls eine zweiwöchentliche Besuchsregelung 
gefordert, wobei diese bei positivem Verlauf auf wöchentliche Kontakte ausgedehnt 
werden sollte. Die nun getroffene Regelung der KESB Nordbünden sei zwar restrik-
tiver als in der Vergangenheit, widerspreche dem Gutachten der KJS Graubünden 
jedoch nicht. Es bestehe zudem die Möglichkeit, die aktuelle Regelung später ab-
zuändern und an die zukünftigen Verhältnisse anzupassen. Aus diesen Gründen 
sei die Beschwerde abzuweisen (act. A.3, Rz. 24 f).

5.1. Vorliegend hat die KESB Nordbünden E.________ gestützt auf Art. 310 Abs. 
1 ZGB in eine Pflegefamilie untergebracht. Gemäss dieser Bestimmung hat die Kin-
desschutzbehörde ein Kind den Eltern wegzunehmen und in angemessener Weise 
unterzubringen, sofern einer Gefährdung des Kindes nicht anders begegnet werden 

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kann. Mit dieser Verfügung entzieht die Kindesschutzbehörde dem oder den Inha-
bern der elterlichen Sorge das Aufenthaltsbestimmungsrecht (Art. 301a ZGB) über 
das Kind. Die elterliche Sorge verbleibt damit beim bisherigen Inhaber, wird jedoch 
eines wichtigen Teilaspekts entledigt. 

Vorliegend üben die Beschwerdeführerin und der Vater von E.________ die elterli-
che Sorge gemeinsam aus. Durch die verfügte Unterbringung von E.________ in 
der Pflegefamilie haben die Eltern jedoch das Aufenthaltsbestimmungsrecht über 
E.________ verloren. Inwiefern die Voraussetzungen der Fremdunterbringung im 
Sinne von Art. 310 Abs. 1 ZGB gegeben sind, braucht vorliegend nicht näher aus-
geführt zu werden, zumal die Beschwerdeführerin die Fremdunterbringung nicht be-
anstandet hat.

5.2. Zu prüfen ist, inwiefern der durch die KESB Nordbünden geregelte persönli-
che Verkehr zwischen E.________ und seinen Eltern rechtmässig ausgestaltet ist. 
Diesbezüglich regelt Art. 273 Abs. 1 ZGB das gegenseitige Recht des minderjähri-
gen Kindes und von Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, auf 
angemessenen persönlichen Verkehr. Unter Obhut wird dabei nach neuem Recht 
nur noch die "faktische Obhut" verstanden, welche die Befugnis zur täglichen Be-
treuung des Kindes und die Ausübung der Rechte und Pflichten im Zusammenhang 
mit seiner Pflege und laufenden Erziehung beinhaltet (BGE 142 III 612 E. 4.1 
m.w.H.; Andrea Büchler, in: Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKommentar Schei-
dung, Band I: ZGB, 3. Auflage, Bern 2017, N 2 zu Art. 273 ZGB). Die Eltern von 
E.________ fallen vorliegend unbestritten in den Anwendungsbereich von Art. 273 
Abs. 1 ZGB: Der Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und eine Unterbrin-
gung in eine Pflegefamilie bedeutet für die Eltern einerseits eine Entleerung der 
elterlichen Sorge um wichtige Befugnisse; anderseits erfolgt zwangsläufig auch ein 
Entzug der faktischen Obhut. Es steht damit nicht nur E.________, sondern auch 
der Beschwerdeführerin und dem Vater von E.________ das Recht auf persönli-
chen Verkehr zu.

5.3. Die Beschwerdeführerin rügt vorliegend die Unangemessenheit der von der 
KESB Nordbünden erlassenen Besuchsregelung. Das Gesetz gibt betreffend ge-
nauer Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs keine ausdrücklichen Regeln vor, 
sondern nur, dass der persönliche Verkehr angemessen sein soll (Art. 273 Abs. 1 
ZGB). In der Gerichtspraxis haben sich sogenannte Regelbesuchsrechte eingebür-
gert, welche beispielsweise bei Kleinkindern üblicherweise zwei halbe Tage pro Mo-
nat betragen (vgl. Diana Wider/Daniel Pfister-Wiederkehr, in: Rosch/Fountou-la-
kis/Heck [Hrsg.], Handbuch Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, 2. Auflage, Bern 
2018, N 743 m.w.H.). Inwiefern eine Besuchsregelung angemessen ist, lässt sich 

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nach Lehre und Rechtsprechung jedoch nur anhand der Umstände des Einzelfalls 
unter Berücksichtigung des Zwecks des Besuchsrechts bestimmen (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 5A_404/2015 vom 27. Juni 2016 E. 5.2.2; Andrea Büchler, a.a.O., 
N 25 zu Art. 273 ZGB m.w.H.). Zweck des persönlichen Verkehrs ist dabei der Auf-
bau und die Pflege der inneren Verbundenheit zwischen den Eltern und dem min-
derjährigen Kind. Dessen Bedürfnis nach regelmässigem Kontakt soll dabei insbe-
sondere aus Gründen der Persönlichkeitsentwicklung nachgekommen werden (In-
geborg Schwenzer/Michelle Cottier, in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kom-
mentar, Zivilgesetzbuch I, 6. Auflage, Basel 2018, N 6 zu Art. 273). Oberste Richt-
schnur muss damit das Kindeswohl sein; allfällige Interessen der Eltern stehen da-
hinter zurück (vgl. BGE 130 III 585 E. 2.1). Für die Ausgestaltung des Besuchs-
rechts in Betracht zu ziehen sind dabei unter anderem das Alter des Kindes, die 
Persönlichkeit und Bedürfnisse des Kindes und der Besuchsberechtigten, die Be-
ziehung des Kindes zu den Besuchsberechtigten, die zeitliche Beanspruchung be-
ziehungsweise Verfügbarkeit aller Beteiligten sowie auch deren Gesundheitszu-
stand (vgl. zum Ganzen das Urteil des Bundesgerichts 5A_341/2008 vom 23. De-
zember 2008 E. 4.1; BGE 130 III 585 E. 2.2.2, m.w.H.; Joachim Schreiner, in: 
Schwenzer/Fankhauser [Hrsg.], FamKommentar Scheidung, Band II: Anhänge, 3. 
Auflage, Bern 2017, Anh. Psych N 156 ff.; Ingeborg Schwenzer/Michelle Cottier, 
a.a.O., N 13 zu Art. 273, Diana Wider/Daniel Pfister-Wiederkehr, a.a.O., N 744). Zur 
Beurteilung der Häufigkeit und der Dauer der Besuchskontakte kommt in der Praxis 
insbesondere dem Alter des Kindes besondere Bedeutung zu. Im Grundsatz sollen 
demnach bei Kindern im Vorschulalter die Besuchskontakte in kleinerem zeitlichen 
Umfang festgelegt werden als bei älteren Kinder. Aufgrund des kindlichen Zeitemp-
findens sollten bei Kleinkindern wiederum die Besuche nicht länger als 14 Tage 
auseinanderliegen, die Trennungszeiten von der Hauptbezugsperson jedoch auch 
nicht allzu lang sein. Kurze und häufige Besuchsintervalle sind in diesem Alter ideal 
(Andrea Büchler, a.a.O., N 28 zu Art. 273 ZGB m.w.H.; Joachim Schreiner, a.a.O., 
Anh. Psych N 197 – 201). Einschränkungen des Besuchsrechts sind nur aus triftigen 
Gründen zulässig. Zu denken ist etwa an die Gefahr der Überforderung des Kindes 
oder des besuchsberechtigten Elternteils bei einem Kleinkind oder an die Notwen-
digkeit eines vorsichtigen Ausbaus des Besuchsrechts bei einer noch wenig eta-
blierten Beziehung (Heinz Hausheer/Thomas Geiser/Regina E. Aebi-Müller, Das 
Familienrecht des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 6. Auflage, Bern 2018, N 
17.139 m.w.H.). Ein vollständiger Entzug des Besuchsrechts ist schliesslich nur im 
Rahmen von Art. 274 Abs. 2 ZGB möglich. Dies dann, wenn das Wohl des Kindes 
durch den persönlichen Verkehr gefährdet wird, die Eltern diesen pflichtwidrig aus-
üben, sich nicht ernsthaft um das Kind kümmern oder andere wichtige Gründe vor-
liegen.

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5.4.1. Die KESB Nordbünden hat im vorliegenden Fall ein zweiwöchentliches Be-
suchsrecht vorgesehen. In der Eingewöhnungsphase sollen die Besuche dabei auf 
zwei Stunden begrenzt werden, später sollen die Kontaktzeiten schrittweise bis zu 
maximal einem halben Tag alle zwei Wochen erhöht werden. Diese Regelung be-
wegt sich damit am Rande, aber noch im Rahmen der gemäss Lehre und Praxis für 
Kleinkinder üblichen Besuchsfrequenz (vgl. E. 5.3). Die Regelung liegt entgegen 
den Ausführungen der Beschwerdeführerin auch im Rahmen der gutachterlichen 
Empfehlungen. Während die Beschwerdeführerin einzig eine bestimmte Stelle des 
Gutachtens zitiert (KESB act. 237, S. 56), wird aus dem Gesamtkontext des Gut-
achtens und den Erläuterungen ersichtlich, dass die Gutachter maximal wöchentli-
che Besuchskontakte empfehlen (vgl. KESB act. 237, S. 53). Der Wortlaut dieser 
Empfehlung zeigt, dass die Gutachter zur Einhaltung des Kindeswohls wöchentliche 
Kontakte nicht als zwingend erachten. Dies bestätigte sinngemäss auch Dr. med. 
J.________ der KESB Nordbünden anlässlich eines Telefonats am 4. Juli 2019, bei 
welchem die Frage der Besuchsregelung nochmals erläutert worden ist (KESB act. 
346). Insofern erübrigt sich der Antrag der Beschwerdeführerin auf eine Ergänzung 
des Gutachtens, als dass bereits aus diesen bisherigen Empfehlungen ersichtlich 
ist, dass zweiwöchentliche Besuchskontakte dem Kindeswohl entsprechen können. 
Es kann damit festgehalten werden, dass die getroffene Besuchsregelung eher re-
striktiv ausgestaltet ist, aber keineswegs einer üblichen Praxis oder dem Gutachten 
der KJP widerspricht.

5.4.2. Die eher restriktive Besuchsregelung begründet die KESB Nordbünden na-
mentlich mit der Dauerperspektive des Pflegeverhältnisses und dem Stabilitätsbe-
dürfnis von E.________. Die Argumentation mit der Langzeitperspektive vermag 
dabei nur in beschränkter Weise zu überzeugen. Zwar erscheint es im Sinne des 
Kindeswohls durchaus als richtig, dass die elterliche Besuchsregelung bei einer Un-
terbringung in einer SOS-Pflegefamilie zum Zwecke des Kontinuitätserhalts eher 
enger als üblich zu halten ist. Alleine die später angeordnete Langzeitunterbringung 
rechtfertigt einen Wechsel zu einer restriktiveren Besuchsregelung jedoch nicht. 
Massgebend ist auch in dieser Situation der Langzeitunterbringung das Kindeswohl, 
dessen Teilaspekt auch beinhaltet, dass zu den eigenen Eltern eine Beziehung auf-
gebaut werden soll (vgl. E. 5.3). Aufgrund des subjektiven Zeitempfindens von 
Kleinkindern sind dafür jedoch Kontakte in kurzen, aber häufigen Zeitintervallen vor-
teilhaft; dies unabhängig davon, ob das Pflegeverhältnis dauerhaft besteht oder 
nicht. Insofern wäre eine häufigere Besuchsfrequenz als vorliegend durch die KESB 
Nordbünden angeordnet für den Beziehungsaufbau zu den Eltern ideal. In Überein-
stimmung mit der KESB Nordbünden ist hier jedoch auch das Ruhe- und Stabilitäts-
bedürfnis von E.________ zu berücksichtigen, auf welches er angewiesen ist. Wie 

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dem Gutachten (KESB act. 237, S. 44, 52, 53) und insbesondere der Aussage von 
Dr. med. J.________ (KESB act. 346, 357) zu entnehmen ist, soll dieses sogar im 
Vordergrund stehen. Dieser Aspekt steht in einem gewissen Spannungsfeld zu den 
eben erläuterten idealen Besuchsfrequenzen, als dass die Besuche für E.________ 
in der Vergangenheit auch mit einer gewissen Aufregung und Stress verbunden wa-
ren (vgl. KESB act. 237, S. 40; KESB act. 374). Dieses Spannungsfeld gilt es zu 
lösen. Zu berücksichtigen ist dabei gemäss Lehre auch die Verfügbarkeit der Pfle-
gefamilie (vgl. sinngemäss Diana Wider/Daniel Pfister-Wiederkehr, a.a.O., N 743 
m.w.H.), welcher es vorliegend aus organisatorischen Gründen nur schwer möglich 
ist, wöchentliche Besuchskontakte durchzuführen (KESB act. 343). Nach Ansicht 
des Gerichts hat die KESB Nordbünden dieses Spannungsfeld mit der vorliegenden 
Besuchsregelung in einer angemessenen Weise gelöst. Die Eltern von E.________ 
vermögen durch die zweiwöchigen Besuchsabstände eine Beziehung zu ihrem Kind 
aufzubauen und gleichzeitig trägt die Regelung dem erhöhten Stabilitätsbedürfnis 
von E.________ und den organisatorischen Möglichkeiten der Pflegefamilie Rech-
nung. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin hat die KESB Nordbünden da-
mit im Rahmen ihres Ermessens eine Besuchsrechtsregelung getroffen, welche das 
Kindeswohl von E.________ in einer angemessenen Weise berücksichtigt. 

5.4.3. Die weiteren Rügen der Beschwerdeführerin sind ebenfalls abzuweisen. So 
erfolgte der beanstandete Unterbruch des Besuchsrechts im Juli 2019 auf Empfeh-
lung von Dr. med. J.________. Aufgrund des erneuten Betreuungswechsels emp-
fahl diese den Besuchsunterbruch im Interesse von E.________, damit er sich bes-
ser an seine neue Pflegefamilie angewöhnen könne. Keineswegs ist die KESB 
Nordbünden damit grundlos vom Gutachten abgewichen, zumal die Empfehlung im 
Gutachten einen allfälligen Betreuungswechsel gar zu nicht berücksichtigen hatte. 
Schliesslich besteht auch kein Widerspruch zwischen der superprovisorischen Ver-
fügung vom 11. Juli 2019 und dem angefochtenen Entscheid vom 23. August 2019. 
Die Verfügung sah – wie gerade erwähnt – einen Besuchsstopp in der ersten Phase 
der neuen Unterbringung vor, damit sich E.________ an die neue Situation ange-
wöhnen konnte. Das im angefochtenen Entscheid angeordnete zweiwöchentliche 
Besuchsrecht hingegen ist nicht nur zum Zwecke der weiteren Angewöhnung an-
geordnet worden, sondern vor allem auch, um dem erhöhten Stabilitäts- und Sicher-
heitsbedürfnis von E.________ zu entsprechen (siehe vorstehend). Wie dem Gut-
achten entnommen werden kann, besteht dieses Bedürfnis nicht nur kurzfristig; 
E.________ ist auch längerfristig zwingend auf die Stabilität und Sicherheit seines 
Umfeldes sowie auf emotional verfügbare Bezugspersonen angewiesen (KESB act. 
237, S. 44, 52, 53). Ob in Zukunft höhere Besuchsfrequenzen möglich sind, muss 
sich insbesondere aus den Bedürfnissen von E.________ (vgl. die Aussage von Dr. 

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med. J.________, KEBS act. 346), aber auch aus den Möglichkeiten der Pflegefa-
milie ergeben.

5.4.4. Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die Rügen der Beschwerdeführe-
rin unbegründet sind. Die Beschwerde wird abgewiesen.

6.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten grundsätz-
lich der Beschwerdeführerin als unterliegende Partei aufzuerlegen (Art. 60 Abs. 2 
EGzZGB i.V.m. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Dies betrifft auch die Kosten des Verfahrens-
beistands des Kindes, welche Verfahrenskosten darstellen (KOKES [Hrsg.], Praxis-
anleitung Kindesschutzrecht, Zürich 2017, N 7.66; Urteil des Bundesgerichts 
5A_840/2011 vom 13. Januar 2012 E. 6). Mit Gesuch vom 15. Oktober 2019 (ZK1 
19 174) hat die Beschwerdeführerin für das vorliegende Verfahren um unentgeltli-
che Rechtspflege und die Einsetzung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands er-
sucht. Nach ständiger Praxis des Kantonsgerichts von Graubünden wird über die 
Befreiung der Gerichtskosten bzw. der Entscheidgebühr im Hauptverfahren ent-
schieden. Zu prüfen ist damit, ob allenfalls gestützt auf Art. 63 Abs. 3 EGzZGB auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten ist. 

6.2. Ein Verzicht auf die Erhebung von Verfahrenskosten im Sinne von Art. 63 
Abs. 3 EGzZGB rechtfertigt sich nach Art. 28 Abs. 1 der Verordnung zum Kindes- 
und Erwachsenenschutz (KESV; BR 215.010) unter anderem bei Kindesschutz-
massnahmen, sofern das Vermögen der Eltern unter dem Freibetrag von 
CHF 10'000.00 liegt und deren Einkommen nur knapp ausreicht, um ihren Verpflich-
tungen nachzukommen und ihren Lebensunterhalt zu bestreiten (lit. b) oder wenn 
die Personen nachweislich auf die Unterstützung der öffentlichen Sozialhilfe ange-
wiesen sind (lit. c). Die Beschwerdeführerin bezieht nachweislich wirtschaftliche So-
zialhilfe (vgl. ZK1 19 174, act. B.1). Unter diesen Umständen verbleiben die Kosten 
des Beschwerdeverfahrens beim Kanton Graubünden. Es ist an dieser Stelle anzu-
merken, dass bei einer zukünftigen Beschwerdeerhebung die Verfahrenskosten 
trotzdem der Beschwerdeführerin auferlegt werden könnten, wenn sich die Be-
schwerde als mutwillig oder trölerisch herausstellen sollte (Art. 63 Abs. 3 EGzZGB).

6.3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden gestützt auf Art. 10 Abs. 1 
der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Zivilsachen (VGZ; BR 320.210) auf 
CHF 1'500.00 festgesetzt. Der Stundenansatz von MLaw Seraina Aebli als Verfah-
rensbeiständin beträgt gemäss verfahrensleitender Verfügung der KESB Nordbün-
den vom 27. September 2018 betreffend das Verfahren um Prüfung weiterer Kin-
desschutzmassnahmen CHF 200.00 (zzgl. MwSt. und Spesenpauschale von 3 %, 
ohne Interessenwertzuschlag; vgl. KESB act. 146). MLaw Seraina Aebli reichte am 

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2. Dezember 2019 ihre Honorarnote ein (act. G.2). Sie machte einen Aufwand von 
insgesamt 6.83 Stunden zu einem Stundenansatz von CHF 200.00 geltend, woraus 
sich eine Entschädigung in Höhe von total CHF 1'515.35 ergibt (inkl. 3 % Kleinspe-
senpauschale und 7.7% MwSt.). Diese erscheint angesichts der sich stellenden 
Sach- und Rechtsfragen als angemessen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens im Umfang von CHF 1'500.00 Ge-
richtsgebühr gehen zu Lasten des Kantons Graubünden, wobei diese aus 
der Gerichtskasse des Kantonsgerichts bezahlt werden. 

3. Rechtsanwältin MLaw Seraina Aebli wird als Kindesvertreterin mit 
CHF 1'515.35 aus der Gerichtskasse des Kantonsgerichts von Graubünden 
entschädigt.

4. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 72 BGG Beschwerde in Zivil-
sachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zuläs-
sigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an: