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**Case Identifier:** 5a80e8dd-b84a-5091-a8a7-15ac014570c0
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-26
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 26.08.2021 720 21 55/228
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-55-228_2021-08-26.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 26. August 2021 (720 21 55 / 228) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

 

IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber i.V. Benjamin Appius 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Dr. Markus Wick, 
Rechtsanwalt, Totentanz 5, 4051 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Die 1964 geborene A.____ meldete sich am 11. September 2018 unter Hinweis auf eine 
chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Anteilen, Rücken- und Bauchbe-
schwerden sowie eine Depression bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leis-
tungsbezug an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) untersuchte in der Folge den rechtser-
heblichen Sachverhalt und holte beim Zentrum für Medizinische Begutachtung (ZMB) Basel ein 

 

 
 
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polydisziplinäres Gutachten ein, welches am 27. Februar 2020 erging. Gestützt auf die Ergeb-
nisse dieser Begutachtung lehnte sie das Leistungsgesuch von A.____ mit Verfügung vom 8. 
Januar 2021 – nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren – bei einem rentenausschliessenden 
Invaliditätsgrad von 31 % ab. 
 
B. Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Advokat Dr. Markus Wick, am 9. Februar 
2021 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). 
Sie beantragte, es sei die angefochtene Verfügung vom 8. Januar 2021 aufzuheben. Es sei ihr 
und ihren Kindern ab dem 1. März 2019 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter 
sei die Sache zwecks Erlasses einer Verfügung gemäss Antrag, subeventualiter zwecks weiteren 
Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. In verfahrensrechtlicher 
Hinsicht beantragte sie die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und unentgeltlichen 
Verbeiständung mit Advokat Dr. Markus Wick als Rechtsvertreter. Zur Begründung brachte sie 
im Wesentlichen vor, das beim ZMB eingeholte Gutachten sei mangelhaft. Zudem sei vom Inva-
lideneinkommen ein leidensbedingter Abzug von 25 % vorzunehmen. 
 
C. Mit Verfügung vom 22. April 2021 wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Pro-
zessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Advokat Dr. Markus Wick als Rechtsver-
treter bewilligt. 
 
D. Am 2. März 2021 liess sich die IV-Stelle vernehmen und beantragte die Abweisung der 
Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be-
schwerde vom 9. Februar 2021 ist einzutreten. 
 
2. Streitig ist, ob die Beschwerdeführerin ab dem 1. März 2019 Anspruch auf eine ganze 
Invalidenrente hat. Massgebend ist dabei der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der ange-
fochtenen Verfügung vom 8. Januar 2021 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungs-
gemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 1 E. 1.2). 
 

 

 
 
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3.1  Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während 
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 
 
3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2). 
 
3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, 
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min-
destens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist.  
 
3.4 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt 
und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditäts-
grad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; vgl. BGE 128 V 30 E. 1, 104 
V 136 E. 2a und b). 
 
4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem Ausmass 
die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig ist. 
 

 

 
 
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4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterla-
gen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stel-
len haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für 
die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet 
werden können (vgl. BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro-
zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen 
Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, un-
abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-
fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 
eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 
Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1; 
125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
4.4 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 f. E. 4.4 und 4.5). Gemäss diesen Richtlinien ist den im Rahmen des Verwal-
tungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund 
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er-
statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu-
verlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). In 
Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten und Ärztinnen darf und soll das Gericht der Erfah-
rungstatsache Rechnung tragen, dass diese im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauens-
stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (vgl. BGE 
125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des bzw. der therapeu-
tisch tätigen (Fach-)Arztes bzw. Ärztin einerseits und von Begutachtungsauftrag der amtlich be-
stellten fachmedizinischen Experten und Expertinnen anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E. 4; Urteil 
des EVG vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgut-
achten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die 
behandelnden Ärzte bzw. Ärztinnen zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten 

 

 
 
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bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden 
Ärzte bzw. Ärztinnen wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende 
– Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben 
sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1 mit Hinweisen). 
 
5.1 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines 
anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 
141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychi-
sche Krankheit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidi-
tät. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig 
von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass 
bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurtei-
lende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. 
BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; 
vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). 
 
5.2 Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem 
strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (vgl. BGE 143 V 409 
E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der Rechtsfrage, ob und in wel-
chem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen 
Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). 
 
5.3 Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei den genannten Gesundheitsschäden be-
achtlichen Standardindikatoren hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert: Der erste Indika-
toren-Komplex steht unter dem Titel “Gesundheitsschädigung“. Darunter sind die Ausprägung 
der diagnoserelevanten Befunde, der Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg o-
der -resistenz und die Komorbiditäten zu würdigen. Im zweiten, die “Persönlichkeit“ betreffenden 
Indikatoren-Komplex wird nach der Persönlichkeitsentwicklung und der -struktur gefragt, und es 
sind die persönlichen Ressourcen der versicherten Person zu eruieren. Im dritten Indikatoren-
Komplex schliesslich ist unter dem Titel “sozialer Kontext“ eine Eruierung der Ressourcen anhand 
des sozialen Umfelds vorzunehmen. Anhand der ermittelten Indikatoren ist schliesslich die “Kon-
sistenz“ zu prüfen. Darunter fallen verhaltensbezogene Kategorien wie die Indikatoren einer 
gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen 
und eines behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdrucks (vgl. 
BGE 141 V 281 E. 4). 
 
5.4 Gemäss BGE 141 V 281 ergibt sich hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, 
dass sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwen-
dung bei ihrer Einschätzung des Leistungsvermögens an den normativen Vorgaben zu orientie-
ren haben; die Gutachter im Idealfall gemäss der entsprechend formulierten Fragestellung 
(vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2). Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbe-
sondere daraufhin, ob die ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde 

 

 
 
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Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberück-
sichtigt, die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl. BGE 140 
V 193; 130 V 352 E. 2.2.5). Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen, ist bei der Annahme 
einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 
V 294 E. 5a; Urteile des Bundesgerichts vom 22. März 2018, 8C_582/2017, E. 5, vom 3. Februar 
2016, 8C_746/2015, E. 2.2 und vom 19. Januar 2016, 9C_146/2015, E. 3.1). Es soll indes keine 
losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten Beweisverfahrens 
stattfinden (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.3), sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft 
werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und 
widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen (vgl. 
BGE 141 V 281 E. 6; Urteile des Bundesgerichts vom 31. Oktober 2018, 8C_628/2018, E. 4.3 
und vom 1. Dezember 2017, 8C_260/2017, E. 4.2.4). Entscheidend bleibt letztlich immer die 
Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversiche-
rungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 
281 kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Ar-
beitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen 
Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Ein-
schränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit 
zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den 
Regeln über die (materielle) Beweislast zu Ungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 31. Oktober 2018, 8C_628/2018, E. 4.3; BGE 144 V 50 E. 
4.3). 
 
6. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt 
auf den Untersuchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leis-
tungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschie-
den werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
7.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, die 
vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden sollen indessen lediglich diejenigen 
Berichte wiedergegeben werden, welche sich nach Auffassung des Gerichts für die Beurteilung 
der Angelegenheit als zentral erweisen. 
 
7.2 Nach Eingang der IV-Anmeldung vom 11. September 2018 holte die IV-Stelle Berichte bei 
den behandelnden Ärzten ein. Pract. med. B.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, führte 
am 31. Dezember 2018 aus, die Versicherte sei ihm von der Klinik für Schmerztherapie des Kan-
tonsspitals G.____ zur ambulanten Weiterbehandlung in deren albanischen Muttersprache zuge-
wiesen worden. Das Kantonsspital G.____ habe eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 

 

 
 
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F32.1) diagnostiziert. Die Versicherte sei bewusstseinsklar und allseits orientiert, wobei sie Auf-
merksamkeits- und Gedächtnisstörungen angegeben habe. Hinweise auf Wahn, Sinnestäu-
schungen oder Ich-Störungen bestünden keine. Sie sei im Affekt bedrückt, traurig, klagend, im 
Antrieb gemindert und psychomotorisch innerlich unruhig. Es bestehe ein sozialer Rückzug, wo-
bei eine akute Suizidalität glaubhaft verneint werde. Die Versicherte habe über Ein- und Durch-
schlafstörungen berichtet. Sie sei vom 15. März 2018 bis 26. September 2018 bei ihm in Behand-
lung gewesen. Damals sei eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vorgelegen, es könne jedoch keine 
Prognose zur aktuellen Arbeitsunfähigkeit angegeben werden. 
 
7.3 Am 16. Mai 2019 diagnostizierte Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine seit 2018 bestehende Chronifizierung einer mittel-
gradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.10), eine chronische Schmerzstörung mit psychi-
schen und somatischen Anteilen (ICD-10 F45.41) und eine psychosoziale Belastungssitua-
tion (ICD-10 Z59.6). Die Versicherte sei bewusstseinsklar und allseits orientiert. Im Affekt wirke 
sie deprimiert und die Stimmung sei gedrückt. Es bestünden Ängste vor der Zukunft, Lebens-
überdrussgedanken bei anhaltenden chronischen Schmerzen. Zwänge, Wahn, Sinnestäuschun-
gen oder Ich-Störungen seien nicht feststellbar. In den alltäglichen Aktivitäten sei sie einge-
schränkt und im Haushalt auf die Hilfe von Ehemann und Kindern angewiesen. Anamnestisch 
seien latente Suizidgedanken vorhanden, aktuell aber keine Suizidalität zu eruieren. Prognostisch 
sei die Arbeitsfähigkeit äusserst ungünstig. Das jetzige ambulante Setting sollte unter antidepres-
siver medikamentöser Therapie weitergeführt werden. 
 
7.4 In der Folge holte die IV-Stelle zur Klärung des medizinischen Sachverhalts beim ZMB ein 
polydisziplinäres Gutachten ein, welches am 27. Februar 2020 erging. Darin wurde mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren (ICD-10 F45.41) bei einem chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndrom mit/bei 
symptomatischer Spinalkanalstenose mit Osteochondrose L4/5 mit ventraler Pseudolisthesis und 
Osteochondrose L5/S1 sowie eine Spondylodese L4/5, eine Infiltration Facettgelenke L5/S1 und 
Adipositas WHO Grad III festgestellt. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde u.a. eine 
psychosoziale Belastungssituation diagnostiziert. In orthopädischer Hinsicht bestehe eine Min-
derbelastbarkeit des Achsenorganes. Die Versicherte solle keine repetitiven Lasten über 10 kg 
heben müssen und keine Tätigkeit in Zwangspositionen bzw. keine repetitiven Überkopfarbeiten 
verrichten. In internistischer Hinsicht könne sie aufgrund der Adipositas III keine körperlich 
schwere Arbeit verrichten. Weder aus gynäkologischer noch aus urologischer Sicht seien Diag-
nosen mit Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit festzustellen. 
 
Im psychiatrischen Teilgutachten, das von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychothera-
pie, erstattet wurde, berichtete die Versicherte, sie stehe zwischen 9:00 und 10:00 Uhr morgens 
auf und trinke dann Kaffee. Am Morgen würde sie sich schwach und kraftlos fühlen und könne 
bis zum Nachmittag wenig machen; sie bleibe meist liegen oder versuche Kleinigkeiten im Haus-
halt zu erledigen. Sodann unterhalte sie sich mit ihren Kindern oder gehe etwas hinaus. Am 
Abend sei sie mit ihrer Familie zusammen, schaue Fernsehen oder sie unterhalte sich. Sie nehme 
die Abendmedikation ein und schlafe ab 22:00 Uhr. Die Versicherte habe angegeben, ihr gehe 
es psychisch nicht gut. Sie werde grundlos nervös und beschimpfe dann ihre Familienmitglieder. 

 

 
 
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Den Haushalt würden diese bewältigen, während sie allenfalls etwas putze. Zudem sei sie ver-
gesslich, suche beim Aufräumen nach bestimmten Dingen und vergesse auch Termine. Weiter 
sorge sie sich, ob sie die Rechnungen noch bezahlen könne. Die früher verrichtete schwere Ar-
beit habe ihre Gesundheit geschädigt, weshalb ihr nunmehr die ständigen Schmerzen das Arbei-
ten verunmöglichen würden. Wenn sie wieder arbeiten würde, müsste sie Sozialhilfegelder zu-
rückbezahlen; dies sei aber für sie unmöglich. Dr. D.____ führte aus, die Versicherte sei an einer 
chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren erkrankt. Die Diagnose 
einer depressiven Symptomatik sei entgegen den vorbehandelnden Personen nicht zu stellen, 
da die Versicherte keine Symptome gezeigt bzw. entsprechende vorgetragen habe, welche diese 
Diagnose nach ICD-10 rechtfertigen würden. Die Versicherte nehme ein Antidepressivum ein, 
sodass es möglich sei, dass sich der depressive Zustand verbessert habe. Sie habe über ein 
buntes Bild an Schmerzen in verschiedenen Körperregionen geklagt und sei auf das Schmerzer-
leben eingeengt. Diese Symptomatik belaste sie körperlich und stehe im Vordergrund. So sei die 
Versicherte bei unterschiedlicher Fragestellung regelmässig auf ihre Schmerzen zurückgekom-
men. Es sei ihr wichtig gewesen, dass verstanden werde, sie habe starke Schmerzen und sei 
dadurch eingeschränkt. Als Konflikt im Hintergrund sei die soziale Belastung, insbesondere durch 
den Wegfall der finanziellen Grundlage, zu sehen. Die Versicherte stamme aus guten Verhältnis-
sen und habe sich bisher nie derart finanziell einschränken müssen. Sie habe berichtet, in der 
Kindheit reich gewesen zu sein und nie Armut erfahren zu haben. Auch in der Ehe habe sie nie 
arbeiten müssen, weil ihr Ehemann ausreichend verdient habe. Durch die Erkrankung des Ehe-
manns habe sich die Situation verändert, indem die Versicherte im ausserhäuslichen Bereich 
habe arbeiten müssen. Die psychiatrische Gutachterin führte weiter aus, die Versicherte zeige 
eine passive Haltung und die Selbstheilungstendenz sei eingeschränkt. Sie habe sich gleichsam 
innerlich zur Ruhe gesetzt und werde in ihrer Passivität durch die familiäre Unterstützung be-
stärkt. Sie fordere sich nicht mehr, werde versorgt, was als Zuwendung erlebt werde. Dies wirke 
sich jedoch insgesamt ungünstig aus. Insgesamt bestehe infolge der Schmerzen ein erhöhtes 
Pausenbedürfnis, weshalb eine wechselbelastende Tätigkeit anzustreben sei, welche den Fähig-
keiten der Versicherten entspreche. Sie könne sich an Regeln und Routinen anpassen und auch 
Aufgaben strukturieren, jedoch sei sie in ihrer Flexibilität und Umstellungsfähigkeit eingeschränkt. 
Dabei sei sie primär auf ihre Schmerzen zentriert, welche die Durchhaltefähigkeit beschränken 
würden. Die Versicherte könne sich aber selbst behaupten und ihren Wünschen Ausdruck verlei-
hen. Sowohl die Kontaktfähigkeit als auch die Gruppenfähigkeit seien ungestört. Sie sei fähig, 
sich selbst zu pflegen und Wege zurückzulegen, wobei sie sich von der Familie fahren lasse, 
anstatt sich aktiv selbst zu bemühen. Wenngleich bei der Versicherten keine Persönlichkeitsstö-
rung diagnostiziert worden sei, zeige sich eine Persönlichkeitsakzentuierung im Sinne einer pas-
siven Anspruchshaltung. Sie habe wenig Selbstheilungstendenzen und einen hohen Wunsch 
nach Versorgung und finanzieller Absicherung. In der Begutachtung sei die Versicherte affekt-
stabil, insgesamt freundlich und mitteilungsbedürftig gewesen. Die Versicherte sei aus psychiat-
rischer Sicht in einer angepassten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig. In der interdisziplinären Kon-
sensbeurteilung wurde eine Restarbeitsfähigkeit von 70 % in einer angepassten Tätigkeit festge-
stellt. 
 
7.5 Mit Schreiben vom 1. April 2020 beantwortete das ZMB Rückfragen des RAD vom 6. März 
2020 dahingehend, dass in der Begutachtung eine somatoforme Schmerzstörung, aber entgegen 

 

 
 
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des behandelnden Arztes keine Depression feststellbar gewesen sei. Daher könne eine gänzliche 
Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Befunde nach versicherungsmedizinischen Gesichtspunkten 
nicht nachvollzogen werden. 
 
7.6 Am 8. April 2020 nahm RAD-Arzt Dr. E.____, FMH Allgemeinmedizin, zum Gutachten der 
ZMB vom 27. Februar 2020 Stellung. Er führte aus, dass die Schlussfolgerung nachvollziehbar, 
medizinisch begründet und widerspruchsfrei sei. Zudem seien alle wesentlichen Standardindika-
toren ausreichend erfasst und diskutiert worden. Die im Gutachten festgestellte Arbeitsfähigkeit 
im Umfang von 70 % in einer Verweistätigkeit zumindest seit Anfang 2019 sei schlüssig. Sie 
könne für die Beurteilung des Rentenanspruchs übernommen werden. Weitere medizinischen 
Abklärungen seien nicht notwendig. 
 
7.7 Im Rahmen des Vorbescheidsverfahrens führte Dr. C.____ am 20. Juli 2020 aus, die drei 
Grundsymptome einer Depression (Antriebsstörung, gedrückte Stimmung und Schlafstörungen), 
welche von Ängsten begleitet werden, seien bei der Versicherten vorhanden. Es sei erstaunlich, 
dass die Gutachterin diese Symptome überhaupt nicht berücksichtigt und gesehen habe. Es sei 
grobfahrlässig, dass die depressive Episode und die psychosoziale Belastungssituation, insbe-
sondere die Hospitalisation, die Befunderhebung und die Diagnosen im gesamten Gutachten 
nicht erwähnt worden seien. Widersprüchlich sei, dass die Gutachterin die Weiterführung der 
Psychotherapie und die medikamentöse antidepressive Therapie empfehle, obwohl keine De-
pression festgestellt werde. In der zweistündigen Begutachtung sei die Versicherte nur zur 
Schmerzsymptomatik befragt worden, während das psychische Befinden nicht erwähnt worden 
sei. Die Hintergründe der Schmerzen lägen aber in der Depression begründet. Weiter sei wider-
sprüchlich, dass die Gutachterin eine Psychoedukation empfohlen habe, dann müsste keine Psy-
chotherapie und keine antidepressive medikamentöse Behandlung weitergeführt werden. 
Schliesslich hielt Dr. C.____ daran fest, dass die Versicherte aufgrund der mittelgradigen depres-
siven Entwicklung und Störung, der Schmerzstörung, der Chronifizierung der Depression, der 
sozialen Isolation, der fehlenden Ressourcen, der Schmerzstörung und vielen anderen Faktoren 
zu 100 % arbeitsunfähig sei. 
 
7.8 Am 18. Dezember 2020 bezog RAD-Arzt Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psycho-
therapie, Stellung zu den Einwänden von C.____, mit welchen eine mittelgradige depressive Epi-
sode mit einer 100 % Arbeitsunfähigkeit geltend gemacht werde. Diese Argumente seien nicht 
nachvollziehbar. So habe die Gutachterin die abzuklärenden Punkte betreffend Antrieb, Stim-
mungsschwankungen, Ängsten, soziale Isolation und latente Suizidgedanken in Erfahrung ge-
bracht. Im Anschluss habe die Gutachterin nachvollziehbar begründet, weshalb keine Depression 
diagnostiziert werden könne. Dazu würden die objektiven psychopathologischen Grundlagen feh-
len, indem weder eine erhebliche Antriebsstörung noch eine Störung der Affektlage bzw. der Af-
fektmodulation vorlägen. Zudem würden die im Arztbericht von Dr. C.____ vorhandenen invalidi-
tätsfremden Faktoren nicht differenziert. Die Empfehlung, die Psychotherapie weiterzuführen, sei 
aufgrund der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren plausibel. 
Dadurch könne eine Schmerzdistanzierung bewirkt und der Gebrauch von Schmerzmitteln ver-
mindert werden. Auch sei bei psychosozialen Belastungssituationen plausibel, eine ärztliche Un-
terstützung vorzuschlagen. Die Hospitalisation im Kantonsspital H.____ werde im Gutachten 

 

 
 
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samt sämtlichen Diagnosen erwähnt. Demnach seien die Einwände von Dr. C.____ nicht geeig-
net, das polydisziplinäre Gutachten der ZMB vom 27. Februar 2020 grundlegend in Zweifel zu 
ziehen. 
 
7.9  Am 6. Januar 2021 nahm RAD-Arzt Dr. E.____ ein weiteres Mal (vgl. vorstehend E. 7.7) 
Stellung zu den Einwänden der Versicherten vom 28. Mai 2020 zum ZMB-Gutachten vom 
27. Februar 2020. Die Versicherte habe das Ergebnis der einzelnen somatischen Fachgutachten 
nicht nachvollziehbar bemängelt. In den somatischen Disziplinen sei in der zuletzt ausgeübten 
Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert worden, während in allen somatischen Disziplinen 
eine volle Arbeitsfähigkeit in angepassten Verweistätigkeiten ausgewiesen sei. Die Einwände der 
Versicherten könnten aus medizinischer Sicht nicht nachvollzogen werden. Das umfassende und 
neutrale polydisziplinäre ZMB-Gutachten vom 27. Februar 2020 habe den Sachverhalt vollum-
fänglich erfasst und die Schlussfolgerungen seien aus medizinischer Sicht nachvollziehbar und 
widerspruchsfrei. Am Ergebnis des Gutachtens und an der RAD-Beurteilung vom 8. April 2020 
könne daher festgehalten werden. 
 
8.1 Die IV-Stelle stützte ihre Verfügung vom 8. Januar 2021 bei der Beurteilung des Gesund-
heitszustands und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten vollumfänglich auf das Gutachten des 
ZMB vom 27. Februar 2020. Sie ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin in einer ange-
passten Verweistätigkeit im Umfang von 70 % arbeitsfähig sei. Die vorinstanzliche Beweiswürdi-
gung ist trotz Kritik der Beschwerdeführerin (vgl. dazu die nachstehenden Erwägungen) im Er-
gebnis nicht zu beanstanden. Wie oben (vgl. E. 4.3 hiervor) dargelegt, ist den im Rahmen des 
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche auf-
grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu-
verlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen nicht vor. Das Gutachten des ZMB 
vom 27. Februar 2020 erfüllt sowohl in formeller Hinsicht als auch inhaltlich die bundesgerichtli-
chen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage. Die Gutach-
ter hatten Kenntnis von sämtlichen medizinischen Vorakten, sie setzten sich in angemessener 
Weise mit den geäusserten Beschwerden auseinander und begründeten die Schlussfolgerungen 
in nachvollziehbarer Weise. In inhaltlicher Hinsicht vermag sodann zu überzeugen, dass bei der 
Beschwerdeführerin aufgrund der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi-
schen Faktoren von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Verweistätig-
keit von 30 % aufgrund eines erhöhten Pausenbedarfs auszugehen ist. Insgesamt bestehen 
keine Anhaltspunkte, dass die Begutachtung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und 
Verhaltensbeobachtung als wichtigste Grundlage gutachtlicher Feststellungen und Schlussfolge-
rungen nicht lege artis erfolgt wären (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 2016, 
9C_410/2016, E. 2.2.1 mit Hinweis, in: SVR 2016 IV Nr. 53 S. 178). 
 
8.2 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin gegen die Schlussfolgerungen im Gutachten des 
ZMB vom 27. Februar 2020 überzeugen nicht, wie nachfolgend aufgezeigt wird. 
 

 

 
 
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8.2.1 Die Beschwerdeführerin rügt, dass das ZMB Gutachten nicht den bundesgerichtlichen 
Vorgaben zum strukturierten Beweisverfahren mittels systematisierter Indikatoren genüge. Ihr ist 
zwar insofern zuzustimmen, dass im Gutachten die Prüfung der Standardindikatoren – nament-
lich deren Erfassung und Diskussion – eher knapp ausgefallen, letztlich dennoch hinreichend ist. 
Zum Komplex "Gesundheitsschädigung", worunter die diagnoserelevanten Befunde (vgl. S. 61 f. 
psychiatrisches Gutachten), der Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz (vgl. 
S. 64 und S. 66 psychiatrisches Gutachten) und die Komorbiditäten (vgl. S.  62 ff. psychiatrisches 
Gutachten) fallen, bezieht die psychiatrische Gutachterin umfassend Stellung. Ebenso findet sich 
eine Zusammenfassung der persönlichen, beruflichen und gesundheitlichen Entwicklung (vgl. 
62 ff. psychiatrisches Gutachten). In Bezug auf die Komplexe "Persönlichkeit" und "sozialer Kon-
text" ist dem Gutachten keine Persönlichkeitsstörung, aber eine Persönlichkeitsakzentuierung zu 
entnehmen. Die Beschwerdeführerin sei passiv, habe sich innerlich zur Ruhe gesetzt und die 
Selbstheilungstendenz sei eingeschränkt. Sie könne aber soziale Kontakte pflegen und sei in 
ihrer Familie sozial eingebettet, welche sie allseitig unterstütze und versorge, was als Zuwendung 
erlebt werde. Die Kontakt- und Gruppenfähigkeit seien ungestört. Ihre Aktivitäten beinhalten Putz-
arbeiten, Spaziergänge, Unterhaltungen mit den Familienmitgliedern und Fernsehschauen. Dar-
aus könne durchaus abgeleitet werden, dass die Beschwerdeführerin über Ressourcen verfügt, 
um in einer angepassten und körperlich leichten Tätigkeit 70 % arbeitsfähig zu sein. Im Komplex 
der Konsistenz hält das Gutachten fest, betreffend die Diagnose einer chronischen Schmerzstö-
rung würden sich keine Diskrepanzen ergeben, während hinsichtlich der Einschätzung, wonach 
eine depressive Symptomatik bestünde, keine entsprechende Symptome gefunden worden 
seien. Demnach enthält das Gutachten die nötigen Angaben für die Prüfung der Frage, ob sich 
ein invalidisierender Gesundheitszustand anhand der Standardindikatoren verifizieren lässt. Es 
ist zu berücksichtigen, dass die Handhabung des Indikatorenkatalogs jeweils einzellfallgerecht 
anzuwenden ist; es handelt sich damit nicht um eine "abhakbare Checkliste" (vgl. BGE 141 V 281 
E.  4.1.1; Urteil des Bundesgerichts vom 26. September 2011, 8C_420/2011, E. 2.4.2). 

 

8.2.2 Weiter beanstandet die Beschwerdeführerin das psychiatrische Teilgutachten auch inhalt-
lich, da gravierende Mängel vorliegen würden. Wenn sie die Ausführung im Gutachten vom 27. 
Februar 2020, womit die Durchführung einer Psychotherapie und die Einnahme antidepressiver 
Medikamente empfohlen, aber eine Depression verneint werde, als widersprüchlich rügt, kann ihr 
nicht gefolgt werden. Mit dem RAD-Arzt Dr. F.____, der in seiner Stellungnahme vom 18. De-
zember 2020 die psychiatrische Auffassung des ZMB-Gutachtens fachärztlich stützt, ist festzu-
stellen, dass dadurch eine Schmerzdistanzierung bewirkt und der Schmerzmittelgebrauch ver-
mindert werden kann. Dies führt zu einer verbesserten Schmerzbewältigung und die Versicherte 
kann in der psychosozialen Belastungssituation ärztlich unterstützt werden. Mithin ist bei der The-
rapieempfehlung kein Widerspruch zu erblicken. Soweit die Beschwerdeführerin kritisiert, es sei 
keine testpsychologische Untersuchung durchgeführt worden, ist daran zu erinnern, dass für die 
Qualität der klinischen Untersuchung die Kenntnis der Anamnese entscheidend ist. Wenngleich 
eine testpsychologische Untersuchung die klinische Erfassung der Explorandin ergänzen kann, 
muss diese nicht in jedem Fall stattfinden und steht im gutachterlichen Ermessen. Gleich verhält 
es sich auch in Bezug auf Rückfragen an den behandelnden Arzt (vgl. Urteil des Bundegerichts 
vom 15. November 2012, 9C_671/20212, E. 4.5), zumal RAD-Arzt Dr. F.____ umfassend zu den 

 

 
 
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Einwänden des behandelnden Psychiaters Stellung bezog. Beides ist dem Beweiswert des ZMB-
Gutachtens vom 27. Februar 2020 nicht abträglich. Auch wenn – wie die Beschwerdeführerin 
zutreffend rügt – im gutachterlichen Aktenauszug zum Austrittbericht der Schmerzklinik I.____ 
vom 27. Februar 2018 die Diagnose der mittelschweren depressiven Episode nicht erwähnt 
wurde, ändert dies am Beweiswert des Gutachtens nichts. 

 

8.2.3 Ferner hält die Beschwerdeführerin daran fest, dass ihre Schmerzproblematik entgegen 
den Ausführungen im Gutachten der ZMB vor dem Hintergrund ihrer diagnostizierten Depression 
zu deuten sei. Die Tatsache, dass die psychiatrische Gutachterin die erhobenen Befunde diag-
nostisch anders einordnete als der behandelnde Arzt Dr. C.____ (vgl. Berichte vom 16. Mai 2019 
und vom 20. Juli 2020), der eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) diagnostizierte, 
schmälert den Beweiswert des Gutachtens nicht. Dies umso weniger, als sich die Gutachterin mit 
der abweichenden Diagnose des behandelnden Psychiaters auseinandersetzte. Sie legte plausi-
bel – wenn auch knapp – dar, weshalb die Kriterien für eine mittelgradige depressive Störung 
nicht erfüllt seien. Dies wurde unter Verweis auf die klinisch-diagnostischen Leitlinien der ICD-10 
getan. Dazu kommt, dass die Versicherte in der Begutachtung sowohl beim freien Bericht als 
auch bei unterschiedlichen Fragestellungen regelmässig ihre Schmerzsymptomatik in den Vor-
dergrund stellte, jedoch nicht über psychische Beschwerden berichtete. Auch ist zu berücksichti-
gen, dass das Beschwerdebild massgeblich durch eine psychosoziale Belastungssituation 
(Wunsch nach finanzieller Absicherung) mitbestimmt ist, die aber vom sozialversicherungsrecht-
lichen Standpunkt aus unbeachtlich ist (vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.5 und BGE 143 V 409 E. 
4.5.2). Weiter ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, wonach behandelnde Ärzte mit-
unter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten 
ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (vgl. E. 4.4). Schliesslich kann eine Exploration von 
der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet einer Gutachterperson prak-
tisch immer einen Spielraum für verschiedene medizinische Interpretationen, was zulässig und 
zu respektieren ist, sofern sie – wie hier – lege artis vorgegangen ist. Die Beschwerdeführerin 
legt nicht dar und es ist auch nicht ersichtlich, dass aus den Berichten von Dr. C.____ erhebliche 
Gesichtspunkte hervorgingen, die von der psychiatrischen Gutachterin nicht berücksichtigt wor-
den wären oder deren Zumutbarkeitsbeurteilung als offensichtlich unzutreffend erscheinen lies-
sen. In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass letztlich nicht die Diagnosen, sondern 
die funktionellen Einschränkungen und die damit einhergehenden Auswirkungen auf das Leis-
tungsvermögen der versicherten Person ausschlaggebend sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
vom 6. August 2009, 9C_617/2008, E. 4.5). 

 

8.2.4 Somit steht insgesamt die gutachterliche Einschätzung mit den objektiven Umständen im 
Einklang und gibt – wie bereits erwähnt – ein schlüssiges Bild zum Gesundheitszustand und der 
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Die medizinischen Unterlagen und die Angaben der 
Beschwerdeführerin waren hinreichend präzise und kohärent genug, um ein zuverlässiges Bild 
über ihren psychischen Gesundheitszustand machen zu können. Demnach liegt nichts Wesent-
liches vor, was auf eine aktenwidrige oder unzutreffende Beurteilung von der Gutachterperson 
schliessen lassen würde oder Zweifel an ihrer Beurteilung zu begründen vermöchte, weshalb in 

 

 
 
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antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 137 V 64 E. 5.2; 136 I 229 E. 5.3) auf zusätzliche Ab-
klärungen verzichtet werden kann. 

 
8.3 Nach dem Gesagten ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle gestützt auf 
das ZMB-Gutachten vom 27. Februar 2020 davon ausgegangen ist, dass der Beschwerdeführerin 
angepasste Tätigkeiten zu 70 % zumutbar sind. 
 
9.1 In der angefochtenen Verfügung vom 8. Januar 2020 führte die IV-Stelle den Einkom-
mensvergleich gemäss Art. 16 ATSG durch. Dabei stützte sie sowohl das Validen- als auch das 
Invalideneinkommen auf die Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016 des Bundesamtes für Statistik. 
Die Beschwerdeführerin bestreitet weder die Höhe des so ermittelten Valideneinkommens von 
Fr 55'445.-- noch des unter Berücksichtigung der attestierten Restarbeitsfähigkeit von 70 % be-
rechneten Invalideneinkommens von Fr. 38'359.-- (Fr. 54'799.-- x 0.7). Diesbezüglich kann auf 
die korrekten Ausführungen in der angefochtenen Verfügung vom 8. Januar 2021 verwiesen wer-
den. Hingegen bringt die Beschwerdeführerin vor, dass die IV-Stelle auf das Invalideneinkommen 
einen leidensbedingten Abzug von 25 % hätte gewähren müssen.  
 
9.2.1 Wird das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE ermittelt, sind praxisgemäss verschie-
dene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damalige Eidgenössische Versiche-
rungsgericht [EVG; heute: Schweizerisches Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] seine 
Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und weiterentwickelt. Dabei hat es 
betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von 
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles abhängt (leidens-
bedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und 
Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Da-
bei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden 
Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 75 E. 5b). 
 
9.2.2 Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung keinen Abzug vom Tabellen-
lohn gewährt, was in Würdigung der gegebenen Umstände sowie unter Berücksichtigung aller in 
Betracht fallenden Merkmale entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin nicht zu be-
anstandet ist. Insbesondere verkennt die Beschwerdeführerin, dass gesundheitliche Einschrän-
kungen, welche bereits im medizinischen Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt wurden, nicht ein 
weiteres Mal über die Anwendung eines leidensbedingten Abzugs beachtet werden können (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts vom 14. November 2008, 9C_362/2008, E. 3.2.4). Der Beschwerde-
führerin ist es insgesamt noch möglich, eine adaptierte Verweistätigkeit im Umfang von 70 % zu 
verrichten. Damit wurden ihre Beschwerden bereits in der attestierten Arbeitsfähigkeit und dem 
Anforderungsniveau 1 der LSE beachtet. Weiter rechtfertigen auch die Kriterien Lebensalter, 
Dienstjahre und Nationalität/Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad keinen Abzug vom 
Tabellenlohn. 
 
9.3 Aus der Gegenüberstellung des massgebenden Valideneinkommens von Fr. 55'445.-- 
und dem Invalideneinkommen von Fr. 38'359.-- ergibt sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 17'086.-
- und damit ein Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 31 %. 

 

 
 
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9.4 Unter diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle in der angefochte-
nen Verfügung vom 8. Januar 2021 einen Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente ab 
dem 1. März 2019 abgelehnt hat. Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde erweist sich 
als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. 
 
10.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 
20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemes-
senem Ausmass auferlegt. Vorliegend unterliegt die Beschwerdeführerin, weshalb die Verfah-
renskosten ihr zu auferlegen sind. Da der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 22. April 2021 
die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden ist, werden die Verfahrenskosten vorläufig auf 
die Gerichtskasse genommen. 
 
10.2 Eine Parteientschädigung wird bei diesem Ausgang des Verfahrens nicht zugesprochen. 
Da der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 22. April 2021 auch die unentgeltliche Verbei-
ständung mit ihrem Rechtsvertreter bewilligt wurde, ist dieser für seine Bemühungen aus der 
Gerichtskasse zu entschädigen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat in seiner Hono-
rarnote vom 28. April 2021 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 11.38 Stunden 
geltend gemacht, was in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht zu 
beanstanden ist. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte vom 17. 
November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung Fr. 200.--. Hinzu kom-
men Auslagen im Betrag von insgesamt Fr. 140.40. Dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 
ist demnach ein Honorar in der Höhe von Fr. 2'602.45 (11.38 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen 
von Fr. 140.40.-- und Mehrwertsteuer von 7.7 %) aus der Gerichtskasse auszurichten. 
 
10.3 Die Beschwerdeführerin wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Orga-
nisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Partei, 
der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie 
dazu in der Lage ist. 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwerde-
führerin auferlegt. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Ver-
fahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskosten genommen. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung wird dem 
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ein Honorar in der Höhe von 
Fr. 2'602.45 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse 
ausgerichtet. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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