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**Case Identifier:** 8b5d59cd-2161-546b-8319-a3171560edd0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-01
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 01.10.2025 AVI 2025/14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_AVI-2025-14_2025-10-01.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/11

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: AVI 2025/14

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: AVI - Arbeitslosenversicherung

Publikationsdatum: 14.11.2025

Entscheiddatum: 01.10.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 01.10.2025
Art. 8 Abs. 1 lit. f und Art. 15 AVIG: Vermittlungsunfähigkeit bei Führen einer 
Garage/Werkstatt. Keine Zwischenverdiensttätigkeit, da auf Dauer gerichtet. 
Abweisung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kanton St. Gallen vom 
1. Oktober 2025, AVI 2025/14).

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Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/10 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung I 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 1. Oktober 2025 

Besetzung  Präsidentin Marie Löhrer, Versicherungsrichterinnen Tanja Petrik-
Haltiner und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Julia Dillier  

   

Geschäftsnr.   AVI 2025/14 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführer,  

 
 

  gegen 

  A m t  f ü r  W i r t s c h a f t  u n d  A r b e i t ,  Rechtsdienst,  
Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen,  

Beschwerdegegner,  
 
 

 
  

Gegenstand  Vermittlungsfähigkeit (selbständige Erwerbstätigkeit, zeitliche  
Einschränkung) 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

AVI 2025/14 
 

 

2/10 

Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 2. Oktober 2024 im Job-Room des Portals 
der Arbeitslosenversicherung zur Arbeitsvermittlung an (act. 3.1/A4) und stellte per 1. Dezember 2024 

bei der Kantonalen Arbeitslosenkasse St. Gallen (nachfolgend: Kasse) Antrag auf 

Arbeitslosenentschädigung (act. G3.1/B8). Er gab an, Vollzeit arbeiten zu wollen (act. G3.1/A6). Er 

arbeitete zuletzt vom ___ bis ___ bei der B.___ AG (act. G3.1/A12).  

A.b Mit E-Mail vom 10. November 2024 teilte der Versicherte seinem RAV-Personalberater mit, dass 
er sich selbständig machen wolle. Er wolle das Angebot zur Förderung der Selbständigkeit wahrnehmen 

und habe sich bereits darüber informiert (act. G3.1/A9). Am 11. Dezember 2024 informierte der 

Versicherte die Fachstelle für arbeitsmarktliche Massnahmen darüber, dass er per 1. Dezember 2024 

eine Garage/Werkstatt gemietet und den ersten Mietzins sowie die Mietkaution bereits bezahlt habe 

(act. G3.1/A26). Auf die Frage, was er seit dem 1. Dezember 2024 mit den Mieträumlichkeiten mache, 

antwortete er, dass er die Garage Schritt für Schritt einrichte. Sein RAV-Personalberater habe ihm 

gesagt, dass er Bewerbungen schreiben müsse. Dies ergebe jedoch keinen Sinn, falls ihm «die 

Förderung der Selbständigkeit» bewilligt werde (act. G3.1/A30).  

A.c Mit E-Mail vom 16. Dezember 2024 übermittelte die Kasse dem zuständigen RAV-
Personalberater den Handelsregistereintrag der C.___, bei welcher der Versicherte als Inhaber mit 

Einzelunterschrift aufgeführt war, und beantragte eine Überprüfung der Vermittlungsfähigkeit 

(act. G3.1/A42).  

A.d Mit Schreiben vom 14. Januar 2025 gab das Amt für Wirtschaft und Arbeit (nachfolgend: AWA) 
dem Versicherten Gelegenheit zur Stellungnahme betreffend seine Vermittlungsfähigkeit. Dabei wurde 
vorgebracht, dass dieser als Inhaber der C.___ im Handelsregister eingetragen sei. Es stelle sich nun 

die Frage, wann und in welchem Umfang er seiner Selbständigkeit nachgehe. Er habe angegeben, eine 

Vollzeitstelle zu suchen. Das Arbeitsgesetz sehe jedoch eine Höchstarbeitszeit von maximal 50 

Stunden pro Woche vor (act. G3.1/A46).  

A.e Mit Schreiben vom 29. Januar 2025 nahm der Versicherte zu seiner Vermittlungsfähigkeit 
Stellung. Er sei derzeit als Inhaber einer Werkstatt tätig. Trotz seiner selbständigen Erwerbstätigkeit 

suche er weiterhin aktiv nach einer Anstellung und sei bereit, eine zumutbare Arbeit aufzunehmen. 

Seine selbständige Erwerbstätigkeit beeinträchtige seine Vermittlungsfähigkeit nicht. Er halte sich an 

die Vorgaben der Arbeitsvermittlung, bewerbe sich und nehme an Beratungsgesprächen sowie 

Vermittlungsmassnahmen teil. Er plane, seine Selbständigkeit mit der Unterstützung der kantonalen 

Amtsstelle weiter voranzutreiben. Im Formular «Erhebungsbogen zur Selbständigkeit» erklärte der 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

AVI 2025/14 
 

 

3/10 

Versicherte, dass er über Fr. 50'000.– in die Einrichtung der Werkstatt investiert habe. Seine 

Selbständigkeit führe er von Montag bis Freitag von 07:30 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 18:00 Uhr 

aus. Er beabsichtige, eine Arbeitnehmertätigkeit am Freitag flexibel und am Samstag und Sonntag von 

07:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 24:00 Uhr auszuüben (act. G3.1/A48).   

A.f Mit Verfügung vom 6. Februar 2025 bejahte das AWA die Vermittlungsfähigkeit des Versicherten 
rückwirkend ab 1. Dezember 2024. Der anrechenbare Arbeitsausfall betrage 100 % einer Vollzeitstelle. 

Dem Formular «Erhebungsbogen zur selbständigen Erwerbstätigkeit» sei zu entnehmen, dass der 

Versicherte die selbständige Erwerbstätigkeit seit August 2014 ausübe. Diese Tätigkeit sei zwar auf 

Dauer ausgerichtet, dennoch sei er bereit und in der Lage, seine selbständige Erwerbstätigkeit jederzeit 

kurzfristig zugunsten einer Tätigkeit als Arbeitnehmer ganz aufzugeben. Mit E-Mail vom 6. Februar 

2025 habe er sodann mitgeteilt, dass er dem Arbeitsmarkt weiterhin zu 100 % zur Verfügung stehe, bis 

das Gesuch um Förderung der Selbständigkeit gutgeheissen werde (act. G3.1/A55).  

A.g Am 12. Februar 2025 verfügte das AWA, die Verfügung vom 6. Februar 2025 werde 
wiedererwägungsweise aufgehoben und der Versicherte sei ab 2. Dezember 2024 nicht 

vermittlungsfähig und habe dementsprechend keinen Anspruch auf Leistungen der 

Arbeitslosenversicherung. Bei einer internen Prüfung sei festgestellt worden, dass der Entscheid 

betreffend Vermittlungsfähigkeit vom 6. Februar 2025 nicht korrekt sei. Deshalb werde die Verfügung 

in Wiedererwägung gezogen. Es stehe fest, dass der Versicherte eine Gewerbeliegenschaft inkl. 
Abstellplätzen mit Mietbeginn ab 1. Dezember 2024 gemietet habe. Die Vertragsunterzeichnung sei am 

9. November 2024 erfolgt. Die monatliche Nettomiete betrage Fr. 1'360.– zuzüglich Nebenkosten in der 

Höhe von Fr. 150.–. Mit der Unterzeichnung des Mietvertrags bereits im November 2024 und den 

getätigten Investitionen von rund Fr. 50'000.– sei davon auszugehen, dass der Versicherte bereits vor 

Antragsstellung seine Selbstständigkeit aufgenommen habe. Diese getroffenen Dispositionen liessen 

darauf schliessen, dass die Tätigkeit auf Dauer ausgerichtet sei. Eine Google-Suche der Werkstatt des 

Versicherten habe zudem ergeben, dass die […] montags bis freitags jeweils von 07:30 bis 12:00 Uhr 

und von 13:00 bis 18:30 Uhr sowie am Samstag von 07:30 bis 12:00 Uhr geöffnet sei. Auf der 

Internetseite «AutoScout24» sei ausserdem ersichtlich, dass er bereits […] zum Verkauf inseriert habe. 

Auf einem Instagram-Post sei weiter erkennbar, dass der Versicherte diverse […]-leistungen anbiete. 

Vor diesem Hintergrund sei nicht ersichtlich, wie er ohne Änderung bzw. weitgehende Aufgabe der 

Selbständigkeit einer Vollerwerbstätigkeit nachgehen wolle. Aufgrund all dieser Indizien werde ein doch 

erheblicher zeitlicher und organisatorischer Aufwand deutlich, der zusammen mit den getätigten 

Investitionen klar zeige, dass sich der Versicherte bereits vor Antragsstellung zum Leistungsbezug 
ernsthaft und intensiv um den Aufbau einer auf Dauer gerichteten selbständigen Erwerbstätigkeit 

bemüht habe. Es könne daher nicht davon gesprochen werden, dass er die selbständige 

Erwerbstätigkeit als vorübergehenden, zeitlich beschränkten Zwischenverdienst oder als Massnahme 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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und Reaktion auf die Arbeitslosigkeit aufgenommen habe. Die Selbständigkeit habe vielmehr einem 

bereits länger gehegten Wunsch entsprochen. Aufgrund der genannten Aspekte bestehe an der 

behaupteten Bereitschaft, die Selbständigkeit zugunsten einer unselbständigen Vollzeiterwerbsstelle 

jederzeit aufzugeben, erhebliche Zweifel. Auch könne den Ausführungen, einer Selbständigkeit nur 

noch abends und am Wochenende nachzugehen, angesichts der erheblichen Verbindlichkeiten nicht 
gefolgt werden (act. G3.1/A61). 

A.h Dagegen erhob der Versicherte am 6. März 2025 (Datum Poststempel) Einsprache. Er habe aktiv 
nach einer festen Anstellung gesucht, was durch seine Bewerbungsaktivitäten und seine Registrierung 

auf dem Stellenvermittlungsprotal belegt sei. Er erfülle alle Voraussetzungen der 

Arbeitslosenversicherung. Mehrmals habe er erwähnt, dass er zwischen 50 bis 100 % vermittlungsfähig 

sei (act. G3.1/A65).  

A.i Mit Einspracheentscheid vom 1. April 2025 wies das AWA die Einsprache ab. Die Erheblichkeit 
der getroffenen Dispositionen sowie die Äusserungen des Versicherten liessen mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit darauf schliessen, dass seine selbständige Erwerbstätigkeit nicht als 

Zwischenverdiensttätigkeit qualifiziert werden könne, sondern vielmehr auf Dauer ausgerichtet sei. Er 

habe im Erhebungsbogen auch mitgeteilt, dass die Tätigkeit auf Dauer ausgerichtet sei (act. G3.1/A79).  

B.   

B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 12. Mai 2025 
(Datum Poststempel) mit dem sinngemässen Antrag auf dessen Aufhebung. Der Beschwerdeführer 

weist darauf hin, mehrfach betont zu haben, dass er bereit sei, seine Werkstatt lediglich als Hobby 

weiterzuführen und unter der Woche voll dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Die Investitionen 

stammten ausschliesslich aus seinem privat ersparten Geld der letzten Jahre und nicht aus staatlichen 

Mitteln. Er fühle sich durch einzelne Gespräche mit Mitarbeitenden missverstanden oder in seiner 

Aussage beeinflusst, insbesondere bei der Einschätzung seines Beschäftigungsgrads. Sein Ziel sei nie 

gewesen, sich vollständig auf eine Selbständigkeit zu konzentrieren, sondern während seiner 

Arbeitslosigkeit als arbeitsfähig und verfügbar zu gelten (act. G1).  

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 17. Juni 2025 beantragt der Beschwerdegegner die Abweisung der 
Beschwerde und verweist zur Begründung auf den Einspracheentscheid (act. G6).  

Erwägungen 
1.   

1.1 Der Beschwerdegegner anerkannte mit Verfügung vom 6. Februar 2025 zunächst die 
Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers ab 1. Dezember 2024. Während der noch laufenden 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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5/10 

Rechtsmittelfrist widerrief der Beschwerdegegner die ursprüngliche Verfügung und aberkannte die 

Vermittlungsfähigkeit des Versicherten ab dem 2. Dezember 2024. Wie der Beschwerdegegner in der 

Verfügung vom 12. Februar 2025 zutreffend ausführte, darf die Verwaltung während der 

Rechtsmittelfrist auf unangefochtene formelle Verfügungen zurückkommen, ohne dass die nach Eintritt 

der Rechtskraft erforderlichen Voraussetzungen der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision 
erfüllt sein müssen (BGE 129 V 110 E. 1.2.1, 124 V 247 E. 2). Entsprechend ist der Widerruf nicht zu 

beanstanden. 

1.2 Soweit sich der Beschwerdeführer diesbezüglich auf den Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 
9 der Bundesverfassung [BV; SR 101]) beruft, ist ihm entgegenzuhalten, dass die rechtsuchende 

Person im Vertrauen auf die Richtigkeit der Auskunft Dispositionen getroffen haben muss, die nicht 

ohne Nachteil rückgängig gemacht werden können (BGE 143 V 341 E. 5.2.1). Angesichts der Tatsache, 

dass zwischen der ursprünglichen Verfügung vom 6. Februar 2025 und dem Widerruf am 12. Februar 

2025 lediglich sechs Tage vergingen, ist nicht überwiegend wahrscheinlich anzunehmen, dass der 

Beschwerdeführer innert dieser kurzen Zeit Dispositionen getroffen hat, was dieser auch nicht 

behauptet (vgl. act. 3.1/A48). Zu erwähnen ist sodann, dass der Beschwerdeführer bereits vor Erlass 

der erwähnten Verfügungen umfängliche Investitionen in der Höhe von über Fr. 50'000.– getätigt hatte 

und eine Dauerverpflichtung (Anmietung Gewerbeobjekt) eingegangen war. Ein Kausalzusammenhang 

zwischen der behördlichen Vertrauensgrundlage sowie einer allfälligen Disposition wäre daher 
jedenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich.   

2.  

2.1 Streitig und zu prüfen ist somit, ob der Beschwerdegegner die Vermittlungsfähigkeit des 
Beschwerdeführers ab 2. Dezember 2024 zu Recht verneint hat.  

2.2 Die Vermittlungsfähigkeit ist eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf 
Arbeitslosenentschädigung (Art. 8 Abs. 1 lit. f des Bundesgesetzes über die obligatorische 

Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Gemäss Art. 15 Abs. 1 

AVIG ist die arbeitslose Person vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine 

zumutbare Arbeit anzunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen. Der Begriff der 

Vermittlungsfähigkeit als Anspruchsvoraussetzung schliesst graduelle Abstufungen aus. Entweder ist 

die versicherte Person vermittlungsfähig oder sie ist es nicht. Zur Vermittlungsfähigkeit gehören die 

Arbeitsfähigkeit und Arbeitsberechtigung im objektiven Sinn sowie subjektiv die persönliche 

Vermittlungsbereitschaft, die Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen während der 

üblichen Arbeitszeit einzusetzen (BGE 120 V 385 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts vom 20. Mai 2015, 
8C_922/2014, E. 2.1 m.w.H.). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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2.3 Die Frage der Vermittlungsfähigkeit beurteilt sich prospektiv, das heisst vom Zeitpunkt der 
Antragstellung aus. Massgebend sind die tatsächlichen Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass des 

Einspracheentscheides entwickelt haben (BGE 120 V 385 E. 2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 

vom 6. Juli 2005, C 56/05, E. 1.2). 

2.4 Sinn und Zweck der Arbeitslosenversicherung ist es primär, bestehende Arbeitslosigkeit zu 
bekämpfen. Dazu gehört auch die Unterstützung zur Förderung der selbständigen Erwerbstätigkeit 

gemäss Art. 71a ff. AVIG. Danach kann die Arbeitslosenversicherung unter anderem Versicherte, die 

eine dauernde selbständige Erwerbstätigkeit aufnehmen wollen, durch die Ausrichtung von höchstens 

90 Taggeldern während der Planungsphase eines Projektes unterstützen (Art. 71a Abs. 1 AVIG). 

Demgegenüber sollen aber keine Taggelder während der anschliessenden Anlaufphase des Geschäfts 

ausgerichtet werden, denn die Arbeitslosenversicherung ist nicht als “Überbrückungshilfe“ bei einem 

Wechsel von einer unselbständigen in eine selbständige Erwerbstätigkeit konzipiert. Es ist nicht Sache 

der Arbeitslosenversicherung, das wirtschaftliche Risiko einer selbständig erwerbstätigen Person zu 

tragen; namentlich ist es nicht ihre Aufgabe, die beim Aufbau einer selbständigen Erwerbstätigkeit 

anfänglich fehlenden Einnahmen zu ersetzen (Urteil des Bundesgerichts vom 27. August 2009, 

8C_81/2009, E. 3.3; ARV 2010 Nr. 5 S. 138 ff E. 3.2; je mit weiteren Hinweisen).  

2.5 Eine Erwerbstätigkeit charakterisiert sich dadurch, dass eine zur nachhaltigen Gewinnerzielung 
geeignete Tätigkeit mit der Absicht, einen solchen Gewinn zu erzielen, ausgeführt wird. Durch diese 
Gewinnstrebigkeit unterscheidet sich die Erwerbstätigkeit von einem Hobby bzw. einer blossen 

Liebhaberei (vgl. BGE 143 V 177 E. 4.2.1). Selbständige Erwerbstätigkeit liegt vor, wenn die 

beitragspflichtige Person durch Einsatz von Arbeit und Kapital in frei bestimmter Selbstorganisation und 

nach aussen sichtbar am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt mit dem Ziel, Dienstleistungen zu erbringen 

oder Produkte zu schaffen, deren Inanspruchnahme oder Erwerb durch finanzielle oder geldwerte 

Gegenleistungen abgegolten wird. Besonderes Gewicht kommt dabei dem Unternehmerrisiko (Inkasso- 

und Delkredere-Risiko) zu. Unter anderem folgende Elemente deuten auf das Vorliegen einer 

selbständigen Erwerbstätigkeit hin: Tätigen von erheblichen Investitionen, Handeln unter eigenem 

Namen auf eigene Rechnung, Verfügen über eigene Geschäftsräume, Tragen der Unkosten und des 

Verlustrisikos, freies Bestimmen und Art und Weise der Arbeitserbringung, keinen Weisungen 

unterworfen, Gleichstellung gegenüber Person, die Auftrag erteilt hat, selbständiges Festlegen der 

Arbeitszeiten, Tätigkeiten für mehrere Auftraggebende (MADELEINE RANDACHER, in: ATSG-Kommentar, 

5. Aufl. 2024, Art. 12 N 4).  

2.6 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine 
Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im 

Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas 

Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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(BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen). Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt 

den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die 

es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 

125 V 193 E. 2, 121 V 45 E. 2a). 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe stets betont, dass er seine selbständige 
Erwerbstätigkeit zugunsten einer Arbeitnehmertätigkeit aufgeben und seine Werkstatt lediglich als 

Hobby weiterführen würde (act. G1). Unbestritten ist in diesem Zusammenhang, dass der 

Beschwerdeführer im massgebenden Zeitraum eine selbständige Erwerbstätigkeit ausübte.  

3.2 Im Lichte der ihr obliegenden Schadenminderungspflicht ist es nicht zu beanstanden, dass sich 
eine arbeitslose versicherte Person mit der Möglichkeit der Aufnahme einer selbständigen 

Erwerbstätigkeit befasst. Unterlässt sie es aber im Hinblick auf dieses Ziel, sich daneben auch in 

vertretbarem Umfange um eine unselbständige Erwerbstätigkeit zu bemühen, entsteht der Verdacht, 

dass keine unselbständige Erwerbstätigkeit mehr gesucht wird. Übt eine versicherte Person während 

ihrer Arbeitslosigkeit eine selbständige Erwerbstätigkeit aus, ist die volle Vermittlungsfähigkeit nur 

solange gegeben, als die selbständige Erwerbstätigkeit ausserhalb der normalen Arbeitszeit oder 

ausserhalb der Arbeitslosigkeit ausgeübt werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. Dezember 

2012, 8C_672/2012, E. 2; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG, heute: 
Bundesgericht] vom 16. Juli 2001, C 353/00, E. 2b). Das an sich achtenswerte Verhalten einer 

versicherten Person, die Arbeitslosigkeit mit selbständiger Erwerbstätigkeit zu überwinden, ändert 

nichts daran, dass die Vermittlungsfähigkeit verneint werden muss, wenn die Absicht zur Aufnahme der 

selbständigen Arbeit so weit fortgeschritten ist, dass die Annahme einer unselbständigen Tätigkeit nicht 

oder kaum mehr möglich ist (ARV 1996/97 Nr. 36 S. 203 E. 3; ARV 1993/1994 Nr. 30 S. 217 E. 3b 3. 

Absatz). Als selbständige Zwischenerwerbstätigkeiten kommen sodann nur vorübergehende, zeitlich 

beschränkte und investitionsarme Tätigkeiten in Frage (vgl. SVR 1998 ALV Nr. 10 E. 3).  

4.  

4.1 Aus den Akten geht hervor und unbestritten geblieben ist, dass der Beschwerdeführer nach seiner 
Anmeldung zum Leistungsbezug die Kontrollvorschriften erfüllte. Für die Zeit vor Eintritt der 

Arbeitslosigkeit tätigte er allerdings keine Arbeitsbemühungen (vgl. act. G6.1/A86, Verlaufsprotokoll 

Beratungsgespräch vom 10. Dezember 2024). Bereits anlässlich des Erstgesprächs am 14. Oktober 

2024 teilte der Beschwerdeführer seinem Personalberater mit, dass er eventuell eine Selbständigkeit 

in der […] aufbauen wolle (vgl. act. G6.1/A86, Verlaufsprotokoll Erstgespräch). Im November 2024 
erkundigte er sich dann konkret über die Möglichkeit von Taggeldern zur Förderung der selbständigen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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8/10 

Erwerbstätigkeit (act. G3.1/A18). Im Fragebogen «Kurzbeschrieb Geschäftsidee» führte er aus, dass 

er sich in der […] selbständig machen wolle (act. G3.1/A22). Am 11. Dezember 2024 reichte er sodann 

den Mietvertrag mit Mietbeginn per 1. Dezember 2024 ein und teilte mit, dass er den ersten Mietzins 

sowie die Kaution bereits bezahlt habe (act. G3.1/A26). Dem Mietvertrag war zu entnehmen, dass es 

sich um ein unkündbares Mietverhältnis für fünf Jahre mit der Option auf Verlängerung handelte und 
ein monatlicher Mietzins von Fr. 1'510.– (inkl. Nebenkosten) vereinbart war. Die Kaution betrug 

Fr. 4'530.– (act. G3.1/A24). Die Kasse beantragte am 16. Dezember 2024 beim für den 

Beschwerdeführer zuständigen Personalberater, die Vermittlungsfähigkeit ab Anmeldung zum 

Leistungsbezug überprüfen zu lassen. Grund war ein beigezogener Handelsregisterauszug der C.___, 

bei welcher der Beschwerdeführer seit dem Eintrag ins Handelsregister am 28. November 2024 als 

Inhaber mit Einzelunterschrift aufgeführt war (act. G3.1/A41 und A42). Daraufhin wurde dem 

Beschwerdeführer Gelegenheit zur Stellungnahme betreffend seine Vermittlungsfähigkeit eingeräumt 

(act. G3.1/A46). Im Erhebungsbogen zur selbständigen Erwerbstätigkeit gab er an, dass es sein Traum 

seit seiner Lehre gewesen sei, selbständig zu sein. Seit einem Jahr sei er intensiver am Planen. Seine 

selbständige Erwerbstätigkeit sei auf Dauer ausgerichtet, er sei jedoch in der Lage, die Selbständigkeit 

jederzeit und kurzfristig zugunsten einer Tätigkeit als Arbeitnehmer ganz aufzugeben. Er habe 

Investitionen für die Einrichtung der Werkstatt mit […] für über Fr. 50'000.– getätigt. Er habe sich zudem 

Visitenkarten drucken lassen und betreibe Werbung über die sozialen Medien (act. G3.1/A48).  

4.2 Aus einem Internet-Auszug vom 11. Februar 2025 geht sodann hervor, dass die Werkstatt des 
Beschwerdeführers von Montag bis Freitag von 07:30 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 18:30 Uhr sowie 

am Samstag von 07:30 bis 12:00 Uhr geöffnet hat (act. G3.1/A60 S. 3). Dieselben Öffnungszeiten 

veröffentlichte der Beschwerdeführer bei seinen Inseraten über AutoScout24 (act. 3.1/A60 S. 5). Die 

Öffnungszeiten werden denn auch von ihm nicht bestritten. Zwar erwähnte er im Erhebungsbogen zur 

selbständigen Erwerbstätigkeit, dass er diese am Samstag nicht ausübe (act. G3.1/A49). Mit Blick auf 

die in der Google-Suche gefundenen Öffnungszeiten sowie den von ihm angegebenen Öffnungszeiten 

bei AutoScout24 erscheinen diese Ausführungen des Beschwerdeführers wenig plausibel.  

4.3 Gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers sowie die Akten steht fest, dass es sich bei der 
Führung der C.__ um eine auf Dauer angelegte selbständige Tätigkeit des Beschwerdeführers handelt. 

Andernfalls wären die Eintragung im Handelsregister, die Anmietung einer Werkstatt für mindestens 

fünf Jahre ohne Kündigungsmöglichkeit sowie die erheblichen Investitionen im Umfang von über 

Fr. 50'000.– kaum zu erklären. Der Beschwerdeführer ging damit eine auf Dauer gerichtete finanzielle 

Verpflichtung ein. Zudem sagte er selber, dass es sein lang gehegter Wunsch sei, sich selbständig zu 
machen (act. G3.1/A49). Dass er seine Werkstatt bei Finden einer unselbständigen Erwerbstätigkeit als 

Hobby weiterführen würde, erscheint damit als äusserst unrealistisch. Eine selbständige 

Zwischenverdiensttätigkeit kann damit – wie der Beschwerdegegner zu Recht ausführte – 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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ausgeschlossen werden, kann die selbständige Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers doch mit Blick 

auf das soeben Ausgeführte weder als vorübergehend, zeitlich beschränkte noch als investitionsarme 

Tätigkeit qualifiziert werden (vgl. E. 4.1 vorstehend). Unerheblich ist dabei, dass die Investitionen ohne 

staatliche Förderung bzw. Hilfe getätigt wurden. 

4.4 Wenn der Beschwerdeführer argumentiert, er sei seinen vom RAV auferlegten Verpflichtungen 
stets nachgekommen (act. G3.1/A65), ist festzuhalten, dass es ihm zwar zugute zu halten ist, dass er 

sich ab Dezember 2024 neben seiner selbständigen Erwerbstätigkeit in rechtsgenüglicher Weise um 

Arbeit bemüht hat, jedoch kann allein gestützt darauf nicht auf seine (subjektive) Vermittlungsfähigkeit 

geschlossen werden, umso mehr als vor Eintritt der Arbeitslosigkeit bzw. Aufnahme der selbständigen 

Erwerbstätigkeit gerade keine Arbeitsbemühungen getätigt wurden. 

4.5 Abschliessend ist zu erwähnen, dass sein Einwand, er fühle sich durch einzelne Gespräche mit 
Mitarbeitenden des Beschwerdegegners missverstanden oder in seinen Aussagen beeinflusst, nicht 

nachvollziehbar erscheint, zumal er seine Angaben überwiegend schriftlich machte. Auffallend ist indes, 

dass seine Angaben widersprüchlich sind. So führte er mehrfach aus, dass die selbständige 

Erwerbstätigkeit auf Dauer ausgerichtet sei. Gleichzeitig machte er aber geltend, dass er die 

selbständige Erwerbstätigkeit zu Gunsten einer unselbständigen Erwerbstätigkeit aufgeben würde (vgl. 

act. G3.1/A48). Aus diesen Widersprüchen lässt sich jedenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten.  

5.   

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. 

fbis ATSG). 

  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

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10/10 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  
Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

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		2026-01-28T04:06:29+0100
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