# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8805a087-4cc1-5469-b074-5539f46d8762
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-09-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.09.2015 200 2015 273
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-273_2015-09-22.pdf

## Full Text

200 15 273 IV
GRD/RUM/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. September 2015

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Rüfenacht

A.________
vertreten durch B.________, Fürsprecher Daniel C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 17. Februar 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Sept. 2015, IV/15/273, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1975 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich am 12. März 2009 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwer-
degegnerin) wegen Krankheit zum Leistungsbezug an (Antwortbeilage [AB] 
2). Die IVB holte erwerbliche und medizinische Unterlagen ein und erteilte 
Kostengutsprachen für ein Belastbarkeitstraining vom 22. Februar 2010 bis 
14. Mai 2010, ein Aufbautraining vom 15. Mai 2010 bis 15. August 2010 mit 
Verlängerung bis 7. November 2010 und für ein Arbeitstraining vom 8. No-
vember 2010 bis 31. Januar 2011 mit Verlängerung bis 24. April 2011 in 
der Abklärungsstelle D.________. Am 31. Januar 2011 wurde die Mass-
nahme vorzeitig abgebrochen (AB 44, 54, 59, 70, 78; Berichte der Ab-
klärungsstelle D.________ vom 1. Juni, 20. September, 12. November 
2010 und 2. Februar 2011 [AB 57, 65, 71 u. 79]). Im Auftrag der IVB erstell-
te Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, in der Folge ein psychiatrisches Gutachten vom 21. August 2011 
(AB 105.1). Am 30. Mai 2012 verfügte die IVB nach Durchführung des Vor-
bescheidverfahrens den Abschluss der beruflichen Eingliederungsmass-
nahmen, da aufgrund des Gesundheitszustands zurzeit keine solchen mög-
lich seien (AB 127, 129, 131).

Mit Verfügung vom 21. Februar 2013 sprach die Schweizerische Unfallver-
sicherungsanstalt (SUVA) dem Versicherten für die verbleibende Beein-
trächtigung der rechten Schulter infolge eines Motorradunfalls vom 21. Au-
gust 2009 eine Rente der Unfallversicherung auf der Basis einer Erwerbs-
unfähigkeit von 14 % und eine Integritätsentschädigung für eine Integrität-
seinbusse von 10 % zu (AB 155). 

Mit Eingabe vom 22. Juli 2013 ersuchte der Versicherte um Wiederaufnah-
me von beruflichen Massnahmen (AB 167). Die IVB erteilte Kostengutspra-
che für einen Support am Arbeitsplatz bei der F.________ vom 7. Novem-
ber 2013 bis 16. Februar 2014, welche in der Folge bis 30. April 2014 ver-
längert wurde (AB 182, 193). Am 31. März 2014 wurde die Massnahme 
vorzeitig beendet (AB 199, 201). Am 25. August 2014 erstattete die 

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G.________ (MEDAS) das von der IVB in Auftrag gegebene interdisziplinä-
re Gutachten (AB 211.1). Mit Vorbescheid vom 17. Oktober 2014 stellte die 
IVB bei einem Invaliditätsgrad von 13 % die Ablehnung eines Rentenan-
spruchs in Aussicht (AB 217). Mit Mitteilung vom 12. November 2014 erteil-
te sie Kostengutsprache für ein Arbeitstraining vom 17. November 2014 bis 
22. Februar 2015 im H.________ (AB 222). In der Folge liess der Versi-
cherte gegen den Vorbescheid Einwand erheben (AB 228, 236). Nach Ein-
holung einer ergänzenden Stellungnahme der MEDAS vom 9. Februar 
2015 (AB 242) lehnte die IVB mit Verfügung vom 17. Februar 2015 einen 
Rentenanspruch, wie angekündigt, ab (AB 243).

B.

Mit Eingaben vom 15. und 20. März 2015 erhob der Versicherte, vertreten 
durch B.________, Fürsprecher C.________, Beschwerde. Er beantragt:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 17. Februar 2015 
sei aufzuheben.

2. Dem Beschwerdeführer sei eine ganze Invalidenrente zuzuspre-
chen.

3. Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an 
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung zu 
bewilligen und er sei von allfälligen Vorschuss- und Sicherheits-
leistungen zu befreien. Zudem sei ihm die unentgeltliche Rechts-
verbeiständung durch den Unterzeichnenden zu gewähren.

In der Begründung wird im Wesentlichen eine unvollständige Feststellung 
bzw. unrichtige Würdigung des rechtserheblichen medizinischen Sachver-
halts geltend gemacht.

Mit Eingabe vom 7. April 2015 reichte der Beschwerdeführer Unterlagen 
zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nach.

Mit Beschwerdeantwort vom 4. Mai 2015 beantragt die Beschwerdegegne-
rin die Abweisung der Beschwerde.

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Mit prozessleitender Verfügung vom 8. Mai 2015 (im Gerichtsdossier) wies 
der Instruktionsrichter das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wegen 
Aussichtslosigkeit des Prozesses ab. Die Verfügung blieb unangefochten.

Mit Eingabe vom 24. Juni 2015 liess der Beschwerdeführer informieren, er 
habe mit einer stationären Traumatherapie begonnen. Zudem wurde um 
Berücksichtigung der Rechtsprechung gemäss Urteil des Bundesgerichts 
(BGer) 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 bei der Urteilsfindung gebeten.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 17. Februar 2015 (AB 243). 
Streitig ist der Rentenanspruch.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2

2.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegli-
chenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar 
ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen 
(BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.2.2 Mit zur Publikation bestimmtem Entscheid 9C_492/2014 vom 3. Juni 
2015 hat das Bundesgericht seine bisherige Praxis, wonach die Überwind-

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barkeit in Fällen mit Diagnostik anhaltender somatoformer Schmerzstörun-
gen und vergleichbarer psychosomatischer Störungen zu vermuten sei, 
aufgegeben. Zusammenfassend hat es namentlich festgehalten, dass die 
Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Störungen stärker als bisher 
den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichtigen hat, was 
sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss. An 
die Stelle des bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender somatoformer 
Schmerzstörung und vergleichbaren psychosomatischen Leiden) treten 
neu im Regelfall beachtliche Standardindikatoren. Diese lassen sich in die 
Kategorien Schweregrad und Konsistenz der funktionellen Auswirkungen 
einteilen. Auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und die Prä-
ponderanz der psychiatrischen Komorbidität ist fortan zu verzichten. Der 
Prüfungsraster ist rechtlicher Natur. Recht und Medizin wirken sowohl bei 
der Formulierung der Standardindikatoren wie auch bei deren – rechtlich 
gebotener – Anwendung im Einzelfall zusammen. Die Anerkennung eines 
rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktio-
nellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen An-
spruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig 
und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit 
nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen 
(E. 6).

Eine neue Rechtspraxis ist grundsätzlich nicht nur auf künftige, sondern auf 
alle im Zeitpunkt der Änderung noch hängigen Fälle anwendbar (Entscheid 
des BGer vom 7. Dezember 2009, 9C_476/2009, E. 3.3).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-

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nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). Der Beweis-
wert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streiti-
gen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Ana-
mnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu-
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein-
leuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend 
für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be-
weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gege-
benen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt 
(BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a 
S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das So-
zialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhän-

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gig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1 Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen Folgendes 
zu entnehmen:

3.1.1 Im psychiatrischen Gutachten vom 21. August 2011 führte Dr. med. 
E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, als Dia-
gnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Panikstörung (ICD-10 
F41.0) als Symptom einer dekompensierten, möglicherweise durch ängsti-
gende traumatisierende Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61.7) entstandenen, 
narzisstischen und histrionisch-konversiven Neurose, ausgelöst anlässlich 
einer MRI-Untersuchung am 8. September 2008 bei seit dem Tod des Va-
ters im Juni 2007 vorbestehender, heute remittierter Anpassungsstörung 
mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21) auf; manifest als persis-
tierende sekundäre, nichtorganische Insomnie (ICD-10 F51.0; mit Hypera-
rousal und katathymen Phänomenen); als Folge davon eine Verschiebung 
des Schlaf-Wach-Rhythmus, Mühe mit dem Aufstehen, verminderte Tages-
Vigilanz durch Müdigkeit, funktionelle kognitive Störungen (Konzentration, 
Auffassung), Beeinträchtigungen der emotionalen Belastbarkeit, der An-
passungs- und Leistungsfähigkeit bzw. -konstanz und Produktivität, eine 
bisher nicht über 50 % steigerbare Arbeitsfähigkeit im IV-Arbeitstraining. 
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt der Gutachter 
periodisch rezidivierende Schmerzstörungen (ICD-10 F45.8; periorbital, 
Herzstechen), einen Tinnitus, eine medikamentös kompensierte juvenile ar-
terielle Hypertonie, eine Pinealis-/Retentionszyste in der rechten Kiefer-
höhle, eine Tendenz zu Schwindel-/Synkopen sowie eine Persönlichkeit mit 
akzentuierten narzisstisch-verletzlichen, ängstlich-selbstunsicheren, sensi-

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tiv-expansiven und anankastischen Zügen (ICD-10 Z73.1) fest. Dem Be-
schwerdeführer sei 2009 aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt worden. 
Die bisher letzte Tätigkeit bei Artification (im Rahmen der Abklärungsstelle 
D.________-Arbeitstrainings [vgl. AB 79/2]) sei nur bis zu einem knapp 
50 %igen Pensum steigerbar gewesen. Das reduzierte Pensum berück-
sichtige die mehrheitlich symptomatik-bedingt verminderte Leistungsfähig-
keit. Ein gewisser, eher geringerer Teil der Leistungsfähigkeitsminderung 
sei IV-fremd (Motivationsprobleme, Fluchttendenzen in Krankheitsgewinn). 
Eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 20 % oder mehr be-
stehe seit September 2008. Bei einer Verbesserung der Schlafproblematik 
(verbesserte ärztliche Beherrschung der panikartigen Intrusionen) seien 
angepasste Tätigkeiten überwiegend wahrscheinlich zu mindestens 70 % 
zumutbar. Dabei sollte der Arbeitsplatz motivieren und valorisieren, fordern 
(qualitativ und quantitativ, jedoch weder unter- noch überfordern), somit 
von der übermässigen Beschäftigung mit seinen Beschwerden ablenken, 
hinreichend, aber nicht extrem ermüden. Vom Tinnitus her dürfe der Ar-
beitsplatz nicht absolut still und nicht extrem lärmig sein (AB 105.1/18, 
105.1/22 ff.).

3.1.2 Im ärztlichen Zwischenbericht der Psychiatrischen Dienste 
I.________ vom 6. Januar 2012 wurden als Diagnosen eine nichtorgani-
sche Insomnie (ICD-10 F51.0), eine Somatisierungsstörung (ICD-10 
F45.0), eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 
F43.21), aktuell mittelschwere Depression, und Kontaktanlässe mit Bezug 
auf Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61.0) festgehalten. Es sei nicht klar fest-
zustellen, wie hoch die Arbeitsunfähigkeit wegen der psychischen Belas-
tung sei. Es sei der Wunsch des Beschwerdeführers, wieder in den Ar-
beitsprozess integriert zu werden. Auch aus ärztlicher Sicht sei es sinnvoll, 
einen schrittweisen Einstieg in den Arbeitsalltag zu versuchen, da ein Fak-
tor des momentan belasteten psychischen Zustands die fehlende Tages-
struktur ausmache. Psychisch bestehe aufgrund der reduzierten Schlaf-
dauer eine geringere Belastbarkeit. Ebenso könne deshalb die Ermüdung 
bei einer Arbeit erhöht sein. Die depressive Symptomatik stehe vor allem 
im Zusammenhang mit der fehlenden Tagesstruktur und sollte durch den 
Aufbau einer solchen (bspw. mittels Integration in den Arbeitsprozess) ab-
nehmen. Aufgrund der depressiven Symptomatik beschreibe der Be-

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schwerdeführer eine Reduktion der Konzentrationsleistung, die sich bei der 
Arbeit hinderlich auswirken könne. Grundsätzlich sei die bisherige Erwerbs-
tätigkeit in der … zumutbar. Hier lägen auch die Motivation und Fähigkeiten 
des Beschwerdeführers. Eine andere Tätigkeit würde zu einer Kränkung 
führen und sei daher zu vermeiden. Das Zumutbarkeitsprofil könne nur 
schwer beurteilt werden. Nach einem Belastbarkeitstraining wäre eine diffe-
renzierte Einschätzung möglich (AB 123/1 ff.).

3.1.3 Im Bericht über die SUVA-kreisärztliche Untersuchung vom 14. Mai 
2012 im Zusammenhang mit dem Motorradunfall vom 29. August 2009 
wurden als Diagnosen eine posteriore Labrumläsion Schulter rechts und ei-
ne Brust- und Lendenwirbelsäulenkontusion aufgeführt. Aufgrund der Ana-
mnese, der klinischen Befunde und der Zusatzuntersuchungen könne nur 
die Unfallkausalität für die Schultersymptomatik bejaht werden. Zumutbar 
seien sämtliche leichte bis mittelschwere Tätigkeiten bis auf Schulterhöhe. 
Nicht zumutbar seien Tätigkeiten, welche mit einer Elevation bzw. Abdukti-
on des rechten Oberarms über Schulterhöhe einhergingen. Im Rahmen 
dieser Kriterien sei eine ganztägige Arbeitsplatzpräsenz zumutbar 
(AB 130.1/8 ff.).

3.1.4 Im Arztbericht der Klinik J.________, vom 12. Juli 2012 wurden als 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische 
Belastungsstörung (PTBS; ICD-10 F43.1), rezidivierende depressive 
Störungen, ohne somatische Syndrome (ICD-10 F33.00), eine nichtorgani-
sche Insomnie (ICD-10 F51.0), ein Tinnitus und eine Somatisierungs-
störung (ICD-10 F45.0) aufgeführt. Durch die genannten Diagnosen 
bestünden Einschränkungen der Konzentrationsfähigkeit und der Belast-
barkeit. Der Beschwerdeführer sei körperlich und geistig erschöpft, könne 
sich nicht auf die Arbeit konzentrieren, ermüde schnell, auch aufgrund der 
Schlafstörungen. Er werde durch die PTBS schnell abgelenkt, ermüde und 
sei unkonzentriert. Die körperlichen Beschwerden seitens des Unfalls könn-
ten nicht beurteilt werden. Durch die psychiatrischen Diagnosen bestünden 
Einschränkungen, welche die bisherige Tätigkeit aktuell nicht zuliessen. Die 
Arbeitsfähigkeit müsste im Rahmen eines längeren Arbeitseinsatzes bzw. 
Rehabilitationsaufenthaltes überprüft werden (AB 139/2 ff.).

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3.1.5 Im Bericht der Psychiatrischen Dienste I.________ vom 8. Januar 
2013 wurden als Diagnosen eine Anpassungsstörung mit langer depressi-
ver Reaktion (ICD-10 F43.2), eine nichtorganische Insomnie (ICD-10 
F51.0) mit Tag-Nacht-Umkehr, eine Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0), 
ein Tinnitus, eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen 
und histrionischen Anteilen (ICD-10 F61) und massive psychosoziale Be-
lastungen durch Probleme mit der IV und dem Sozialdienst festgehalten 
(AB 236/7 f.).

3.1.6 Im Bericht der Klinik K.________ vom 25. März 2013 wurden als 
Diagnosen eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; 
ICD-10 F43.1), eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel-
gradige Episode (ICD-10 F33.1), eine nichtorganische Insomnie und ein 
Tinnitus festgehalten. Es bestehe eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit bei 
Austritt und weiterführend bis zum 15. April 2013 (AB 157/2 ff.).

3.1.7 Im interdisziplinären Gutachten der G.________ (MEDAS) vom 
25. August 2014 wurden als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, mit 
posttraumatischen Symptomen (ICD-10 F33.0), chronische Beschwerden 
an der rechten Schulter, eine Hochtonschallempfindungsschwerhörigkeit 
links und ein Tinnitus beidseits festgehalten. Als Diagnosen ohne Einfluss 
auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine anhaltende somatoforme Schmerz-
störung (ICD-10 F45.4), ein chronisches zerviko- und thorakovertebrales 
Schmerzsyndrom, chronische Beschwerden am linken Handgelenk, eine 
anlagebedingte Fehlsichtigkeit, eine chronische Benetzungsstörung, ein 
Zustand nach selbstdrainierter Kieferhöhlenzyste rechts, eine arterielle Hy-
pertonie, anamnestisch eine Dislipidämie sowie ein fortgesetzter Nikotin-
konsum aufgeführt. Vor allem die posttraumatischen Symptome seien für 
die Schlafstörung verantwortlich. Die depressive Symptomatik sei anläss-
lich der Untersuchung nur leicht ausgeprägt gewesen. Aus psychiatrischer 
Sicht sei die Arbeitsfähigkeit um 20 % vermindert. Zusätzlich bestehe noch 
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, die keinen weiteren Ein-
fluss auf die Arbeitsfähigkeit habe, aber die von somatischer Seite nicht 
objektivierbaren Beschwerden erkläre. Die angegebenen Beschwerden 
könnten aus somatischer Sicht nicht im vollen Ausmass mit den medizini-

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schen Befunden erklärt werden. Die Belastbarkeit der rechten Schulter sei 
etwas vermindert. Körperlich schwere Tätigkeiten seien nicht mehr zumut-
bar. Körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten, 
wie sie der Beschwerdeführer auch in seinem Beruf als … ausgeübt habe, 
seien ohne Leistungseinschränkung mit ganzem Pensum zumutbar. Aus 
HNO-ärztlicher Sicht sei die Arbeitsfähigkeit qualitativ beeinträchtigt, indem 
Tätigkeiten mit erhöhtem Störlärm vermieden werden sollten. Im Übrigen 
bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Im Rahmen der neuro-
logischen Untersuchung habe für die Schmerzen im Oberkiefer keine Ursa-
che gefunden werden können. Eine Nervenirritation liege nicht vor. Die 
Schlafproblematik bestehe aus neurologischer Sicht im Rahmen des psy-
chischen Leidens. Aus neurologischer Sicht ergebe sich daraus keine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus ophthalmologischer Sicht bestehe 
keine Verminderung der Arbeitsfähigkeit. Die arterielle Hypertonie werde 
anamnestisch seit einigen Jahren behandelt. Hinweise für eine Kreislauf-
störung bestünden klinisch nicht. Aus allgemein-internistischer Sicht sei die 
Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Zusammengefasst sei der Beschwer-
deführer aus polydisziplinärer Sicht für die angestammte Tätigkeit als … 
sowie für eine andere körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelas-
tende Tätigkeit zu 80 % arbeits- und leistungsfähig, ganztätig mit vermehr-
ten Pausen verwertbar. Tätigkeiten mit hohem Umgebungsgeräuschpegel 
sollten vermieden werden. Aufgrund der anamnestischen Angaben, der 
Untersuchungsbefunde, der vorliegenden Dokumente sowie der früher at-
testierten Arbeitsunfähigkeiten werde davon ausgegangen, dass eine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit durch das psychische Leiden seit Septem-
ber 2008 bestehe. Während der Hospitalisationen sei die Arbeitsfähigkeit 
aufgehoben gewesen. Im Übrigen könne über die Zeit gemittelt keine höhe-
re als die festgestellte Arbeitsunfähigkeit bestätigt werden (AB 211.1/35 ff.).

3.1.8 In einer Stellungnahme der Psychiatrischen Dienste I.________ 
vom 10. Dezember 2014 zum MEDAS-Gutachten wird ausgeführt, die vor-
handene psychiatrische Beeinträchtigung sei im Gutachten zu wenig ge-
wichtet worden. Der Bericht der Psychiatrischen Dienste I.________ vom 
11. Januar 2012 habe im Zeitpunkt der Erstellung des Gutachtens nicht 
vorgelegen, sodass nicht alle IV-relevanten psychiatrischen Befunde in die 
gutachtliche Beurteilung einbezogen worden seien. Der Beschwerdeführer 

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sei mit einigen Unterbrechungen vom 27. Oktober 2008 bis 11. Dezember 
2012 bei den Psychiatrischen Dienste I.________ in der ambulanten 
psychiatrischen Behandlung gewesen. Mit Abschluss der Behandlung sei 
aufgrund der Erkenntnisse bezüglich des langjährigen und komplizierten 
Behandlungs- und Krankheitsverlaufs eine Anpassung der Diagnose er-
folgt. Diese laute auf eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzissti-
schen und histrionischen Anteilen (ICD-10 F61.0). Die Diagnose einer Per-
sönlichkeitsstörung sei insofern für die IV-Rentenbeurteilung relevant, als 
sie einen starken Einfluss auf den therapeutischen Behandlungserfolg (ha-
be) und mit einer deutlich reduzierten sozialen und somit auch beruflichen 
Integration einhergehe (AB 236/3).

3.1.9 Im Bericht vom 9. Februar 2015 hielten die MEDAS-Gutachter dazu 
fest, im Gutachten sei bereits ausgeführt worden, weshalb die Diagnose ei-
ner Persönlichkeitsstörung nicht gestellt werden könne. Eine Persönlich-
keitsstörung entstehe nicht einfach so, sondern entwickle sich seit Kindheit 
und manifestiere sich im frühen Erwachsenenalter auf Dauer. Der Schwe-
regrad sei mehr oder weniger unabhängig von Phasen mit deutlicher Ver-
schlechterung oder Verbesserung und bleibe mehr oder weniger gleich. 
Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung würden früh auffallen, bereits in 
der Schule, spätestens aber in der Berufsausbildung. Aufgrund der schwer 
gestörten Persönlichkeit gelinge es ihnen kaum, einen Berufsabschluss zu 
machen. Es komme auch im Berufsleben immer wieder zu Abbrüchen und 
schliesslich würden sie ganz aus dem Erwerbsleben fallen, da sie immer 
wieder Probleme machen würden. Auch in den Beziehungen komme es zu 
Konflikten und Problemen, sodass sie schliesslich Einzelgänger blieben, je-
doch nicht selbstgewollt, sondern aufgrund ihrer durch die Persönlichkeitss-
törung bedingten Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen. Sol-
che Menschen lebten oft einzelgängerisch. Der Beschwerdeführer sei aber 
vor seiner Erkrankung voll leistungsfähig gewesen. Er habe auch eine … 
mit Lehrabschluss absolviert. Er habe im Rahmen seiner längsten Anstel-
lung während fünf Jahren gearbeitet. Vom 18. bis zum 25. Lebensjahr habe 
er eine längere Beziehung gehabt und mit der Frau zwei bis drei Jahre zu-
sammengelebt, bis die Beziehung wegen eines anderen Manns auseinan-
der gegangen sei. Es bestünden möglicherweise akzentuierte Persönlich-
keitszüge mit narzisstischen und histrionischen Anteilen. Es sei aber nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Sept. 2015, IV/15/273, Seite 14

plausibel, dass dem Beschwerdeführer die notwendige Willensanstrengung 
nicht möglich sei, um trotz seiner Schwächen in einer Tätigkeit, die soma-
tisch angepasst sei und seinen Fähigkeiten entspreche und mit der er sich 
identifizieren könne, mit einer leicht eingeschränkten Leistungsfähigkeit 
aufgrund der affektiven Störung zu arbeiten (AB 242).

3.2 Das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 25. August 2014 
(AB 211.1) ist umfassend, beruht auf einlässlichen anamnestischen Erhe-
bungen sowie eigenen, in den Fachbereichen der Allgemeinen Inneren Me-
dizin, Orthopädie, Neurologie, Ophthalmologie, Oto-Rhino-Laryngologie so-
wie Psychiatrie durchgeführten Untersuchungen, berücksichtigt die geklag-
ten Beschwerden und wurde in Kenntnis sowie unter Würdigung der Vorak-
ten erstellt. Das in der Darlegung der Befunde, der Diagnosen und der Ein-
schätzung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit widerspruchsfrei und nach-
vollziehbar begründete Gutachten erfüllt die vom Bundesgericht an den Be-
weiswert von solchen gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.4 hiervor) und ist 
damit voll beweiskräftig.

Der Vorwurf des Beschwerdeführers, auf die meisten der genannten Punk-
te seiner Lebensgeschichte sei im MEDAS-Gutachten nicht eingegangen 
worden (Eingabe vom 15. März 2015 im Gerichtsdossier), ist zurückzuwei-
sen. Den Gutachtern lagen die umfangreichen Akten vor, die u.a. seine 
persönliche und seine Krankengeschichte ausführlich dokumentieren (vgl. 
AB 211.1/4 ff.). Zudem fanden anlässlich der Untersuchungen weitere 
anamnestische Erhebungen statt, in deren Rahmen der Beschwerdeführer 
auch befragt wurde. Das MEDAS-Gutachten kann insoweit in keiner Weise 
als unzulänglich oder unvollständig bezeichnet werden.

Im Einzelnen ist Folgendes festzuhalten:

3.3 Der Beschwerdeführer gab anlässlich der Begutachtung Schmerzen 
an verschiedenen Körperstellen an, namentlich in den Bereichen der rech-
ten Schulter, der Halswirbelsäule, des Rückens sowie des linken Handge-
lenks (AB 211.1/18, 211.1/36). Die geklagten Beschwerden liessen sich in 
somatischer Hinsicht im Rahmen der Untersuchungen nur teilweise objekti-
vieren (AB 211.1/22, 211.1/34 u. 211.1/36). Im Rahmen der sozialversiche-
rungsrechtlichen Leistungsprüfung wird jedoch in Anbetracht der sich mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Sept. 2015, IV/15/273, Seite 15

Bezug auf Schmerzen naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten 
verlangt, dass subjektive Schmerzangaben durch damit korrelierende, fach-
ärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind (BGE 
136 V 279 E. 3.2.1 S. 281). Soweit deshalb die Gutachter ihre einlässliche 
und nachvollziehbare Einschätzung des Zumutbarkeitsprofils und der Rest-
arbeitsfähigkeit einzig auf der Basis der im Rahmen der klinischen und bild-
gebenden Untersuchungen nachweisbaren krankhaften Veränderungen 
vorgenommen haben (AB 211.1/36-38), ist dies aus versicherungsrechtli-
cher Sicht nicht zu beanstanden. Nebst der verminderten Belastbarkeit der 
rechten Schulter, welche zur Unzumutbarkeit körperlich schwerer Arbeiten 
führt, wurde namentlich auch dem Tinnitus und der festgestellten Hochton-
schallempfindungsschwerhörigkeit Rechnung getragen, indem Tätigkeiten 
mit erhöhtem Störlärm ausgeschlossen wurden. Aus den übrigen Akten er-
gibt sich nichts anderes. So führte insbesondere auch die kreisärztliche Un-
tersuchung vom 14. Mai 2012 abgesehen von den Befunden betreffend die 
rechte Schulter zu keinen weiteren relevanten Ergebnissen, insbesondere 
zu keinen die geklagten Schmerzen erklärenden strukturellen Veränderun-
gen der Hals- und Brustwirbelsäule (AB 130.1/8-10). Die vom Beschwerde-
führer vorgetragene Kritik am MEDAS-Gutachten bezieht sich denn auch 
ausschliesslich auf die psychiatrische Einschätzung (Beschwerdeergän-
zung vom 20. März 2015, S. 5 ff., im Gerichtsdossier).

3.4

3.4.1 In psychiatrischer Hinsicht besteht gemäss dem MEDAS-Gutachten 
als einzige Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivie-
rende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0; 
AB 221.1/15). Praxisgemäss ist eine leichte depressive Episode grundsätz-
lich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität (Art. 4 Abs. 2 IVG 
i.V.m. Art. 8 ATSG) zu begründen, zumal bei einem derartigen Gesund-
heitsschaden in der Regel davon auszugehen ist, dass die versicherte Per-
son die daraus resultierenden Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-
werten, abwenden könnte (Entscheide des BGer vom 25. Januar 2010, 
9C_260/2009, E. 2.3, vom 4. April 2007, I 251/06, E. 3.3.1). Vorliegend ha-
ben die Gutachter jedoch überzeugend und in einlässlicher Auseinander-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Sept. 2015, IV/15/273, Seite 16

setzung mit den medizinischen Vorakten dargelegt, dass es sich um eine 
seit 2008 bestehende rezidivierende depressive Störung leichten Grades 
handelt, in deren Rahmen auch die geklagten Schlafstörungen mit ver-
mehrter Tagesmüdigkeit zu sehen sind (AB 211.1/16 f. Ziff. 4.1.4 f., 4.1.8). 
Aufgrund dieser länger andauernden, wenn auch insgesamt nur leicht aus-
geprägten depressiven Störung wurde nachvollziehbar eine Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit von 20 % seit 2008 festgehalten (AB 211.1/16 
Ziff. 4.1.5). Gemäss den Gutachtern war diese Arbeitsunfähigkeit höchs-
tens während den stationären Behandlungen möglicherweise stärker aus-
geprägt (AB 211.1/16 Ziff. 4.1.6). Hierzu ergibt sich aus den echtzeitlichen 
Unterlagen, dass die Hospitalisation in der Klinik L.________ vom 14. April 
2009 bis 20. Mai 2009 vorab der Behandlung des Tinnitus diente (AB 22/1). 
Zudem wurde im Austrittsbericht vom 8. Juli 2009 nur eine leichte depres-
sive Episode (ICD-10 F32.0) festgehalten (AB 22/3). Vom 15. Juni 2012 bis 
19. Juli 2012 befand sich der Beschwerdeführer in der Klinik J.________. 
Auch hier wurde im Arztbericht vom 12. Juli 2012 eine rezidivierende de-
pressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0), aufgeführt 
(AB 139/2). Einzig im Bericht der Klinik K.________ über die Hospitalisati-
on vom 22. Januar 2013 bis 21. März 2013 wurde für die Dauer des Auf-
enthalts eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 
Episode (ICD-10 F33.1), festgehalten, was jedoch in Anbetracht der kurzen 
Dauer von weniger als drei Monaten zum Vornherein nicht zu berücksichti-
gen ist (Art. 88a Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]; vgl. auch Entscheid des BGer vom 
26. Januar 2007, I 510/06, E. 6.3). Damit bleibt es bei der von den Gutach-
tern postulierten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % seit 2008.

3.4.2 Die teilweise abweichenden Diagnosen und daraus abgeleiteten Ar-
beitsunfähigkeiten anderer Ärzte vermögen die gutachterliche Einschät-
zung aus nachfolgenden Gründen nicht in Zweifel zu ziehen:

Die in verschiedenen Berichten (AB 105.1/18, 105.2/4, 123/1, 139/2, 157/2, 
236/7) aufgeführte nichtorganische Insomnie (ICD-10 F51.0) liegt nicht vor. 
Eine solche könnte gemäss den Gutachtern nur diagnostiziert werden, 
wenn keine andere psychische Störung – wie hier die rezidivierende de-
pressive Störung – als Ursache vorläge (AB 211.1/17 Ziff. 4.1.8; vgl. auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Sept. 2015, IV/15/273, Seite 17

DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT, Internationale Klassifikation psychischer 
Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 9. Aufl. 
2014, S. 253).

Bezüglich der in den Berichten der Kliniken J.________ vom 12. Juli 2012 
(AB 139/2) und K.________ vom 25. März 2013 (AB 157/2) aufgeführten 
posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) fehlt es an einem 
belastenden Ereignis in der geforderten Schwere. Nach bundesgerichtli-
cher Rechtsprechung entsteht eine PTBS gemäss den diagnostischen Leit-
linien allein als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belasten-
des Ereignis oder eine Situation aussergewöhnlicher Bedrohung oder kata-
strophenartigen Ausmasses (kurz oder lang anhaltend), die bei fast jedem 
eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Hierzu gehören eine durch Na-
turereignisse oder von Menschen verursachte Katastrophe, eine Kampf-
handlung, ein schwerer Unfall oder Zeuge des gewaltsamen Todes anderer 
oder selbst Opfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder ande-
ren Verbrechen zu sein (Entscheid BGer vom 15. Juli 2010, 8C_754/2009, 
E. 5.3.3). Ein solch einschneidendes Ereignis ist vorliegend nicht ersichtlich 
(AB 211.1/17 Ziff. 4.1.8), insbesondere auch nicht hinsichtlich der vom Be-
schwerdeführer beschriebenen belastenden Situationen im Zusammen-
hang mit dem schwierigen ehelichen Verhältnis seiner Eltern bzw. der vom 
Vater gegenüber der Mutter ausgeübten Gewalt oder des im Jahr 2009 er-
littenen Motorradunfalls (vgl. AB 105.1/7, 157/3 f., 211.1/12 f.; Beschwerde 
vom 15. März 2015, S. 1 ff. [im Gerichtsdossier]).

Die Diagnose einer (eigenständigen) Panikstörung (vgl. AB 105.1/18) konn-
ten die Gutachter nicht bestätigen, da gemäss der ICD-10 hierfür ein häufi-
ges Auftreten anfallsartiger Angst mit vegetativen Symptomen als Ausdruck 
der Angst und zwar unabhängig von der Situation vorausgesetzt sei, was 
beim Beschwerdeführer nicht der Fall sei (AB 211.1/17). Jedoch haben die 
Gutachter der geklagten, nachts auftretenden posttraumatischen Sympto-
matik, v.a. den traumatische Erinnerungen, der Angst sowie Erregtheit, und 
den damit verbundenen Schlafstörungen im Rahmen der rezidivierenden 
depressiven Störung und der daraus abzuleitenden 20 %igen Einschrän-
kung der Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen (AB 211.1/15 Ziff. 414). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Sept. 2015, IV/15/273, Seite 18

Weiter vermögen auch die Berichte der Psychiatrischen Dienste 
I.________ vom 10. Dezember 2014 (AB 236/3 f.) und 8. Januar 2013 (AB 
236/7 ff.), wonach seit September 2012 (AB 236/7) eine kombinierte Per-
sönlichkeitsstörung mit narzisstischen und histrionischen Anteilen (ICD-10 
F61) vorliegen soll, an den Schlussfolgerungen der MEDAS nichts zu än-
dern. Entgegen der vorab im Bericht der Psychiatrischen Dienste 
I.________ vom 10. Dezember 2014 vertretenen und vom Be-
schwerdeführer übernommenen Auffassung (Eingabe vom 20. März 2015, 
S. 5 ff.) wurde bereits im MEDAS-Gutachten vom August 2014 und zusätz-
lich im Bericht vom 9. Februar 2015 (AB 242) mit Verweis auf die erhobe-
nen Befunde und den Krankheitsverlauf nachvollziehbar dargelegt, dass 
möglicherweise etwas selbstunsichere Persönlichkeitszüge, mit Sicherheit 
jedoch keine Persönlichkeitsstörung vorliegt (AB 211.1/15 Ziff. 4.1.4). Auch 
aus keinem weiteren in den Akten liegenden Bericht ergeben sich Anhalts-
punkte für eine Persönlichkeitsstörung, insbesondere nicht aus dem Bericht 
vom 12. Juli 2012 der Klinik J.________ über die Hospitalisation vom 
15. Juni bis 19. Juli 2012 (AB 139/2 ff.). Weshalb nur knapp zwei Monate 
später (ab September 2012; vgl. AB 236/7) auf einmal von einer Persön-
lichkeitsstörung auszugehen sein sollte, wird in den Berichten der Psychia-
trischen Dienste I.________ nicht erläutert, womit nicht darauf abzustellen 
ist.

3.4.3 Schliesslich halten die Schlussfolgerungen des MEDAS-Gutachtens 
vom 25. August 2014 auch der in der Zwischenzeit mit BGer 9C_492/2014 
vom 3. Juni 2015 eingeleiteten Praxisänderung betreffend die Auswirkun-
gen somatoformer Schmerzstörungen und anderer psychosomatischer Lei-
den (vgl. E. 2.2.2 hiervor) stand.

Nach altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren nicht per se 
ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des 
Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rü-
gen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen 
Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält. In sinngemässer Anwen-
dung dieser in BGE 137 V 210 E. 6 S. 266 entwickelten Grundsätze auf die 
nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem 
einzelnen Fall zu prüfen, ob die beigezogenen administrativen und/oder ge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Sept. 2015, IV/15/273, Seite 19

richtlichen Sachverständigengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit 
weiteren fachärztlichen Berichten – eine schlüssige Beurteilung erlauben 
oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umstän-
den eine punktuelle Ergänzung genügen (BGer 9C_492/2014, E. 8).

Das Bundesgericht hält im erwähnten Entscheid weiter fest, dass die Sach-
verständigen die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerz-
störung so begründen sollten, dass die Rechtsanwender nachvollziehen 
könnten, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten seien. 
Dem diagnose-inhärenten Schweregrad der somatoformen Schmerz-
störung sei vermehrt Rechnung zu tragen: Als „vorherrschende Beschwer-
de“ verlangt werde „ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz“. 
Im Gegensatz zu anderen psychosomatischen, bspw. dissoziativen, 
Störungen, die nicht schon an sich einen Bezug zum Schweregrad aufwei-
sen würden, setze die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung per 
definitionem Beeinträchtigungen der Alltagsfunktionen voraus. ICD-10 Ziff. 
F45.4 beschreibe als gewöhnliche Folge denn auch „eine beträchtliche 
persönliche oder medizinische Betreuung oder Zuwendung“ (BGer 
9C_492/2014, E. 2.1.1). Die gutachtlichen Ausführungen zur Diagnose sei-
en nicht nur im Hinblick auf eine gesicherte Feststellung des Krankheits-
wertes bedeutsam. Vielmehr würden die in der Klassifikation vorausgesetz-
ten konkreten Beeinträchtigungen der Alltagsfunktionen bei der Einschät-
zung der Arbeitsfähigkeit wieder aufgegriffen. Die gestellte Diagnose sei 
„Referenz für allfällige Funktionseinschränkungen“. In den „konsistenten 
Nachweis einer gestörten Aktivität und Partizipation“ einzubeziehen seien 
nur funktionelle Ausfälle, die sich aus denjenigen Befunden ergäben, wel-
che auch für die Diagnose der Gesundheitsbeeinträchtigung massgebend 
gewesen seien. Die Einschränkung in den Alltagsfunktionen, welche be-
grifflich zu einer lege artis gestellten Diagnose gehörten, werde mit den 
Anforderungen des Arbeitslebens abgeglichen und anhand von Schwere-
grad- und Konsistenzkriterien in eine allfällige Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit umgesetzt. Auf diesem Weg könnten geltend gemachte Funkti-
onseinschränkungen über eine sorgfältige Plausibilitätsprüfung bestätigt 
oder verworfen werden (a.a.O., E. 2.1.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Sept. 2015, IV/15/273, Seite 20

Die MEDAS-Gutachter haben zwar mit Hinweis auf die „doch etwas ausge-
weiteten Schmerzen im Bewegungsapparat, deren Ausmass sich durch die 
somatischen Befunde nicht hinreichend erklären lässt“ (AB 211.1/15 
Ziff. 4.1.4), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) 
aufgeführt, dies konsequenterweise jedoch unter den Diagnosen ohne Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (AB 211.1/15 Ziff. 4.1.3, 211.1/35 Ziff. 5.2). 
Denn wie in E. 3.4.1 hiervor festhalten wurde, wird der Beschwerdeführer in 
psychiatrischer Hinsicht aufgrund der schlüssigen gutachterlichen Aus-
führungen allein im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung unter 
Berücksichtigung der Schlafstörungen in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt 
(AB 211.1/16 f. Ziff. 4.1.4 f.). Damit fehlt es hinsichtlich der anhaltenden so-
matoformen Schmerzstörung am diagnose-inhärenten Mindestschweregrad 
(vgl. BGer 9C_492/2014, E. 2.1.1). Bestehen mit Bezug auf die Schmerz-
störung – wie hier – zum Vornherein keine Funktionseinschränkungen, ent-
fällt auch deren Plausibilisierung anhand der massgeblichen Indikatoren 
(vgl. BGer 9C_492/2014, E. 2.1.2). Mangels Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit ist der invalidisierende Charakter des Schmerzgeschehens ohne-
hin zu verneinen. 

3.5 Die Beschwerdegegnerin hat nach dem Gesagten zu Recht auf das 
MEDAS-Gutachten abgestellt. Gestützt darauf ist mit dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt (BGE 138 V 218 E. 6 S. 221), 
dass der Beschwerdeführer sowohl in der angestammten Tätigkeit als … 
als auch in anderen körperlich leichten bis mittelschweren, wechselbelas-
tenden Tätigkeiten ganztags arbeitsfähig ist unter Berücksichtigung einer 
Leistungseinschränkung von 20 % wegen vermehrten Pausenbedarfs (AB 
211.1/38 Ziff. 6.8). Bei diesem Beweisergebnis erübrigen sich weitere vom 
Beschwerdeführer beantragte Beweismassnahmen.

4.

Auf dieser Basis ist im Folgenden die Invaliditätsbemessung zu prüfen (vgl. 
E. 2.3 hiervor).

4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Sept. 2015, IV/15/273, Seite 21

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 
S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne ge-
sundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend 
genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabel-
lenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemes-
sung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall ge-
gebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt 
werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössischen Ver-
sicherungsgerichts [EVG] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon-
kret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 
E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruktur-
erhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1). Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Sept. 2015, IV/15/273, Seite 22

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222).

Gemäss Gutachten besteht die invaliditätsbedingte Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit von 20 % seit September 2008 (AB 211.1/37 Ziff. 6.3; vgl. 
AB 6/13, 33/2), womit für den Einkommensvergleich auf die Verhältnisse 
des Jahres 2009 abzustellen ist.

4.3 Der Beschwerdeführer hat eine Lehre als … absolviert und in der 
Folge während mehreren Jahren bei verschiedenen Arbeitgebern als … 
bzw. … gearbeitet. Er verfügt zudem über eine Weiterbildung als … (AB 
24/8, 37). Zuletzt war er als … bei der M.________ tätig. Gemäss dem Ar-
beitgeberbericht wurde ihm diese Anstellung per 31. Mai 2009 aus wirt-
schaftlichen Gründen gekündigt (AB 13/1, 13/4). Aus dem MEDAS-
Gutachten geht jedoch auch hervor, dass die Tätigkeit beendet worden sei, 
weil zu wenig geeignete Arbeit vorhanden gewesen sei und die IV nicht 
länger eine Unterstützung habe leisten können (AB 211.1/10 Ziff. 3.1.2). Ob 
unter diesen Umständen der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall unun-
terbrochen bei der M.________ weitergearbeitet hätte, womit die Berech-
nung des Valideneinkommens auf der Basis des dort erzielten Einkom-
mens zu erfolgen hätte, oder ob davon auszugehen wäre, dass er aus wirt-
schaftlichen Gründen eine andere Stelle hätte annehmen müssen, womit 
auf ein Durchschnittseinkommen im Maschinenbau gemäss LSE abzustel-
len wäre, kann offen bleiben. Der 2008 bei der M.________ ohne gesund-
heitliche Einschränkungen erzielte Lohn betrug gemäss Arbeitgeberanga-
ben Fr. 5‘850.-- pro Monat bzw. Fr. 76‘050.-- jährlich (inkl. 13. Monatslohn). 
Demgegenüber beträgt das an die betriebsübliche Arbeitszeit angepasste 
statistische Durchschnittseinkommen eines Facharbeiters in der Maschi-
nenbauindustrie per 2008 Fr. 74‘882.40 (inkl. 13. Monatslohn; Fr. 6‘088.-- x 
12 / 40 x 41; Bundesamt für Statistik [BFS], LSE 2008, Tabelle TA1, Ma-
schinen und Fahrzeugbau, Anforderungsniveau 3 [Berufs- und Fachkennt-
nisse vorausgesetzt], Männer; BFS, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt-
schaftsabteilungen, Maschinenbau, 2008). Selbst wenn im Folgenden der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Sept. 2015, IV/15/273, Seite 23

höhere und damit für den Beschwerdeführer grundsätzlich günstigere Wert 
von Fr. 76‘050.-- als Valideneinkommen herangezogen wird, resultiert, wie 
hiernach darzulegen ist, kein rentenbegründender Invaliditätsgrad.

4.4 Gemäss dem MEDAS-Gutachten ist dem Beschwerdeführer die an-
gestammte Tätigkeit als … bzw. … weiterhin ganztags zumutbar, wobei 
wegen eines behinderungsbedingt vermehrten Pausenbedarfs eine Leis-
tungseinschränkung von 20 % zu berücksichtigen ist. Damit ist zur Berech-
nung des Invalideneinkommens das in E. 4.3 hiervor bereits festgehaltene 
statistische Durchschnittseinkommen eines Facharbeiters in der Maschi-
nenbauindustrie von Fr. 74‘882.40 heranzuziehen. Da den behinderungs-
bedingten Einschränkungen im Rahmen des von den Gutachtern attestier-
ten Leistungsvermögens Rechnung getragen wird und darüber hinaus ein 
Abzug weder aufgrund des Alters (39 Jahre im Zeitpunkt der angefochte-
nen Verfügung [vgl. AB 2/1]) noch hinsichtlich des (voll zumutbaren [vgl. 
E. 3.5 hiervor]) Arbeitspensums gerechtferigt ist, entfällt vorliegend ein Ta-
bellenlohnabzug. Das zu berücksichtigende Invalideneinkommen beträgt 
somit Fr. 59‘905.90 (Fr. 74‘882.40 x 0.8).

4.5 Bei einem Valideneinkommen von maximal Fr. 76‘050.-- und einem 
Invalideneinkommen von Fr. 59‘905.90 beträgt die Erwerbseinbusse 
Fr. 16‘144.10. Dies entspricht einem rentenausschliessenden Invaliditäts-
grad von 21 % (zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Im 
Übrigen resultierte auch dann ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad 
(29 %), wenn zusätzlich zur Leistungseinschränkung von 20 % ein – nach 
E. 4.4 hiervor jedoch ungerechtfertigter – Tabellenlohnabzug von 10 % be-
rücksichtigt würde (Fr. 76‘050.-- - [Fr. 74‘882.40 x 0.8 x 0.9] / Fr. 76‘050.-- x 
100).

Die angefochtene Verfügung vom 17. Februar 2015 ist demnach im Ergeb-
nis rechtens. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzu-
weisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Sept. 2015, IV/15/273, Seite 24

5.

Das vom Beschwerdeführer am 20. März 2015 für das vorliegende Verfah-
ren gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wurde mit prozesslei-
tender Verfügung vom 8. Mai 2015 abgewiesen. Damit ist hinsichtlich der 
Kostenfolgen Folgendes festzuhalten:

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kanto-
nalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder Ver-
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Entsprechend dem Ausgang des Ver-
fahrens werden die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, 
dem unterliegenden Beschwerdeführer auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 
Sie werden dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss entnom-
men.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine Partei-
entschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (inkl. Doppel der Eingabe des Beschwerdeführers vom 

24. Juni 2015)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Sept. 2015, IV/15/273, Seite 25

- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.