# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba27c2c2-d9ce-5ea5-bf32-489749520fdc
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-11-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.11.2008 UV 2008/16, UV 2008/17
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-16--UV-2008-_2008-11-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/16, UV 2008/17

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 27.11.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 27.11.2008
Art. 9 Abs. 2 UVV; unfallähnliche Körperschädigung: Verneinung eines 
unfallähnlichen Ereignisses in Bezug auf das Manövrieren eines 
Gabelstaplers mit anschliessender Feststellung einer Bicepssehnenruptur 
und eines Muskelfaserrisses des Musculus brachialis (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. November 2008, UV 
2008/16 + 17).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 27. November 2008

in Sachen

Sansan Versicherungen AG, Versicherungsrecht, Postfach, 8081 Zürich,

Beschwerdeführerin,

und

D.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Paul Rechsteiner, Oberer Graben 44,

9000 St. Gallen

gegen

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AXA Versicherungen AG, General Guisan-Str. 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

Der 1957 geborene D.___ war im Oberstufenzentrum A.___ als Hauswart tätig und 

dadurch bei der AXA Versicherungen AG (nachfolgend: AXA) gegen die Folgen von 

Unfällen versichert, als er dieser am 21. Juni 2007 meldete, er habe am 20. Juni 2007 

beim Heben von Paletten und anschliessendem Rückwärtsgehen einen plötzlichen 

"Knicks" im linken Arm verspürt (act. A 1). Laut Bericht des Spitals Rorschach vom 

12. Juli 2007 hatte sich der Versicherte am 20. Juni 2007 notfallmässig behandeln 

lassen. Gestützt auf eine am 27. Juni 2007 durchgeführte MRI-Untersuchung des 

linken Ellbogens wurde die Diagnose einer distalen Bicepssehnenruptur sowie eines 

Muskelfaserrisses des Musculus brachialis gestellt (act. M 3, M 4). Am 9. Juli 2007 

wurde im Spital Rorschach eine Refixation der distalen Bicepssehne durchgeführt (act. 

M 2). Nach ergänzenden Angaben des Versicherten zum Ereignis vom 20. Juni 2007 

(act. A 2) teilte ihm die AXA mit Schreiben vom 7. August 2007 mit, dass weder ein 

Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung vorliege. Sie lehne deshalb eine 

Leistungspflicht aus obligatorischer Unfallversicherung ab (act. A 5). Nach weiteren 

Besprechungen mit dem Versicherten hielt die AXA am 30. August 2007 

verfügungsweise an der Leistungsablehnung gemäss Schreiben vom 7. August 2007 

fest (act. A 25).

B.        

Gegen diese Verfügung erhoben sowohl der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 

lic. iur. P. Rechsteiner, St. Gallen, als auch dessen Krankenversicherer, die Sansan 

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Versicherung AG (nachfolgend: Sansan), Einsprache (act. A 26, A 32, A33). Mit 

Entscheid vom 21. Januar 2008 (act. A 37) wies die AXA die Einsprachen ab.

C.        

C.a   Gegen diesen Entscheid erhoben sowohl die Sansan wie der Versicherte selbst 

beim Versicherungsgericht Beschwerde mit dem Begehren, der Einspracheentscheid 

sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, für das Ereignis vom 

20. Juni 2007 die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Die Sansan macht in ihrer 

Eingabe vom 14. Februar 2008 im Wesentlichen geltend, dass das ruckartige 

Verschieben einer 70 - 80 kg schweren Palette mit abgedrehtem Arm nicht einer 

alltäglichen Bewegung gleichgesetzt werden könne. Das "Einparken" einer schwer 

beladenen Palette sei eine Tätigkeit, die einen massiv erhöhten Kraftaufwand erfordere, 

vor allem wenn sie aus einer für den menschlichen Körper ungünstigen Position heraus 

vorgenommen werden müsse. Die hier zur Verletzung führende Tätigkeit habe die 

Bicepssehne physiologisch mehr beansprucht als eine normale Lebensverrichtung, vor 

allem weil der Versicherte seinen Arm habe abdrehen müssen, um irgendwie mit 

"Würgen" die schwer beladene Palette "einparken" zu können. Das gegenüber dem 

normalen Gebrauch der Körperteile gesteigerte Gefährdungspotenzial habe sich 

vorliegend realisiert, weshalb die Voraussetzung des äusseren Faktors erfüllt sei. Die 

Beschwerdegegnerin spiele das Ereignis unbehelflich herunter, indem sie bei einem 

Hauswart pauschal eine Gewöhnung an körperliche Arbeiten jedweder Art annehme. 

Würde jedes Mal bei körperlich tätigen Personen dieses undifferenzierte verneinende 

Argument ins Feld geführt, wären auch die meisten sportlichen Verletzungen nicht 

unter eine unfallähnliche Körperschädigung zu subsumieren, was letztlich den Sinn und 

den Schutzzweck von Art. 9 Abs. 2 UVV aushöhlen würde.

C.b Der Versicherte lässt durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 20. Februar 

2008 ausführen, dass die für den Begriff der unfallähnlichen Körperschädigung 

geforderte schädigende äussere Einwirkung auch in einer körpereigenen Bewegung 

bestehen könne. Der Auslösungsfaktor könne dabei alltäglich und diskret sein, es 

müsse sich aber um ein plötzliches Ereignis handeln. Solche Ereignisse könnten auf 

Koordinationsstörungen oder eine schlechte Dosierung der Kraft zurückzuführen sein. 

Diese Kriterien einer schlecht koordinierten körpereigenen Bewegung mit schlechter 

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Dosierung der eingesetzten Kraft bei einer nicht alltäglichen Verrichtung seien in Bezug 

auf das Ereignis vom 20. Juni 2007 offensichtlich erfüllt. Es handle sich um ein unter 

erheblichem Kraftaufwand durchgeführtes Manöver unter ungünstigen Bedingungen 

mit einer ungewöhnlichen Drehbewegung des Arms bzw. um eine sinnfällige 

schädigende äussere Einwirkung im Sinn einer körpereigenen Bewegung. Die im 

Einspracheentscheid vorgebrachten pauschalen Argumente gegen die unfallähnliche 

Körperschädigung seien untauglich. Für eine krankheits- oder degenerativ bedingte 

Gesundheitsschädigung gäbe es keine Hinweise. Aus dem Umstand, dass der 

Beschwerdeführer den Beruf des Hauswarts ausübe, könne ebenfalls nicht 

geschlossen werden, dass es sich für ihn um eine gewohnte Arbeit gehandelt habe. In 

seinem Beruf habe er andere Tätigkeiten auszuführen.

C.c   In der Beschwerdeantwort vom 15. April 2008 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerden vom 14. und 20. Februar 2008.

C.d Mit Replik vom 6. bzw. 8 Mai 2008 hielten die Beschwerdeführer unverändert an 

ihren Anträgen und Standpunkten fest.

C.e Mit Duplik vom 29. Mai 2008 hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an ihren 

Standpunkten und ihrem Rechtsbegehren fest.

C.f    Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften wird, soweit 

entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.         

Beide Beschwerden richten sich gegen denselben Einspracheentscheid der 

Beschwerdegegnerin. Es geht um dieselben Rechtsfragen und die Vorbringen der 

beiden Beschwerdeführer sind in beiden Fällen im Wesentlichen gleich. Es rechtfertigt 

sich daher, die Verfahren zu vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen (vgl. 

BGE 128 V 126 E. 1 und 128 V 194 E. 1, je mit Hinweisen).

2.         

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Laut Angaben in der Unfallmeldung vom 21. Juni 2007 verspürte der Beschwerdeführer 

am 20. Juni 2007 beim Heben von Paletten und anschliessendem Rückwärtsgehen 

plötzlich einen "Knicks" im linken Arm (act. A 1). In der Folge wurden eine distale 

Bicepssehnenruptur sowie ein Muskelfaserriss des Musculus brachialis festgestellt.

3.         

3.1    Zwischen den Parteien ist nicht strittig, dass das Geschehen vom 20. Juni 2007 

das Merkmal der Ungewöhnlichkeit nicht erfüllt, und somit kein Unfall im Sinn von Art. 

4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG; SR 830.1) vorliegt. Gemäss Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) kann jedoch der Bundesrat Körperschädigungen, 

die den Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser 

Kompetenz hat er in Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 

832.202) Gebrauch gemacht. Als so genannte unfallähnliche Körperschädigungen 

gelten die in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV aufgeführten Körperverletzungen (unter 

anderem Muskelrisse und Sehnenrisse, vgl. lit. c und f), sofern sie auf eine plötzliche, 

nicht beabsichtigte schädigende äussere Einwirkung auf den menschlichen Körper 

zurückzuführen sind. Das bei einem Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG vorausgesetzte 

Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors ist bei den unfallähnlichen 

Körperschädigungen also nicht erforderlich. Hingegen hat das Eidgenössische 

Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialversicherungsrechtliche 

Abteilungen des Bundesgerichts) in BGE 129 V 467 E. 2.2 seine Rechtsprechung 

gemäss BGE 123 V 43 bestätigt, wonach mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit auch 

bei den unfallähnlichen Körperschädigungen die übrigen Tatbestandsmerkmale des 

Unfallbegriffs - fehlende Absicht, äusserer Faktor, Plötzlichkeit, Schädigung (Art. 4 

ATSG) - erfüllt sein müssen. Laut EVG-Rechtsprechung kommt hierbei der 

Voraussetzung des äusseren Ereignisses, d.h. eines ausserhalb des Körpers liegenden, 

objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalls, besondere 

Bedeutung zu. Wo kein solches Ereignis mit Einwirkung auf den Körper stattgefunden 

hat, und sei es auch nur als Auslöser eines in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV aufgezählten 

Gesundheitsschadens, liegt eine eindeutig krankheits- oder degenerativ bedingte 

Gesundheitsschädigung vor. Kein unfallähnliches Ereignis liegt insbesondere in all 

jenen Fällen vor, in denen der äussere Faktor mit den Schmerzen gleichgesetzt wird, 

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wie sie anfänglich bei den in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV aufgezählten 

Gesundheitsschäden typischerweise in Erscheinung treten. Das Auftreten von 

Schmerzen als solches ist kein äusserer (schädigender) Faktor im Sinn der 

Rechtsprechung. Entsprechend kann dort nicht von einem äusseren schädigenden 

Faktor gesprochen werden, wo die versicherte Person nur das (erstmalige) Auftreten 

von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag. Ebenfalls nicht erfüllt ist das 

Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors, wenn das (erstmalige) Auftreten von 

Schmerzen mit einer blossen Lebensverrichtung einhergeht, welche die versicherte 

Person zu beschreiben in der Lage ist; denn für die Bejahung eines äusseren, auf den 

menschlichen Körper schädigend einwirkenden Faktors ist stets ein Geschehen 

verlangt, dem ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotenzial innewohnt. Das ist zu 

bejahen, wenn die zum einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer 

allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa für viele 

sportliche Betätigungen zutreffen kann. Wer hingegen beim Aufstehen, Absitzen, 

Abliegen, der Bewegung im Raum, Handreichungen usw. einen einschiessenden 

Schmerz erleidet, welcher sich als Symptom einer Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV 

herausstellt, kann sich nicht auf das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung 

berufen. Erfüllt ist demgegenüber das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors 

bei Änderungen der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu 

körpereigenen Traumen führen können, also im Sinn der bisherigen Rechtsprechung 

das plötzliche Aufstehen aus der Hocke, die heftige und/oder belastende Bewegung 

und die durch äussere Einflüsse unkontrollierbare Änderung der Körperlage im Sinn der 

von der Rechtsprechung positiv beurteilten Sachverhalte (BJV 2003 S. 918 f.).

3.2    Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht 

dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 

überzeugt sind. Das Gericht hat seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas 

Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu 

folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste 

würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 117 V 360 E. 4a mit Hinweisen). Der 

Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Dieser 

schliesst die Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Wenn 

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es sich jedoch als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes 

einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen, greift die Beweisregel Platz, dass die Parteien eine 

Beweislast insofern tragen, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten 

jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 

wollte (BGE 117 V 264 E. 3b, 115 V 142 E. 8a).

4.         

In der zum Fragekatalog der Beschwerdegegnerin abgegebenen Schilderung des 

Ereignisses vom 20. Juni 2007 (act. A 2) hielt der Beschwerdeführer fest, er habe im 

B.___, wo er ehrenamtlich und hobbymässig arbeite, Flugzeuge aus dem Hangar 

gebracht. Für einen bevorstehenden Event hätten auch zwei Stapel Paletten 

hinausgestellt werden müssen. Beim Hinausschieben von zwei Paletten - eine wiege 

zwischen 70 und 80 kg - und Einparken am neuen Ort habe er seinen Arm gedreht und 

zugleich Druck ausgeübt, um diese neu zu positionieren. Dabei habe er einen hörbaren 

Knacks im Unterarm verspürt. Es habe sich um eine für ihn gewohnte Tätigkeit 

gehandelt, die unter normalen äusseren Bedingungen verlaufen sei. Es sei nichts 

Besonderes (Ausgleiten, Sturz etc.) geschehen. Anlässlich einer telefonischen 

Besprechung mit der Beschwerdegegnerin vom 10. August 2007 erklärte der 

Beschwerdeführer, er habe, um die sehr schweren Paletten zu stossen, starken Druck 

ausüben müssen. Dabei habe er zusätzlich eine Drehbewegung gemacht, wodurch es 

zur Bicepssehnenruptur links gekommen sei. Ohne diese Drehbewegung wäre es 

wahrscheinlich nicht zu dieser Verletzung gekommen (act. A 12). Anlässlich einer 

weiteren Besprechung vom 22. August 2007 erklärte der Beschwerdeführer, um die 

Mittagszeit hätten sich bereits alle Mitarbeiter verabschiedet gehabt, als er noch eine 

Palette habe verstauen wollen. Diese habe vom Hangar in einen ca. 20 Meter 

entfernten Unterstand verschoben werden müssen. Dort seien bereits verschiedene 

Dinge deponiert gewesen, weshalb die Platzverhältnisse nicht optimal gewesen seien. 

Es habe sich um eine Einzelpalette mit aufgesetztem Rahmen gehandelt, die mit alten 

Fliesteppichen des Museums beladen gewesen sei und schätzungsweise ein Gewicht 

von rund 70 - 80 kg aufgewiesen habe. Die Palette selber sei nicht ausbalanciert 

gewesen, da die Teppichrollen hinten über den Palettrahmen hinausgeragt hätten. Sie 

habe zwischen dem Flugzeug- und dem Tankanhänger deponiert werden müssen. Da 

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ein gerades Einfahren nicht möglich gewesen sei, habe er sie schräg eingefahren und 

am Schluss gerade platziert. Während der Schlussarbeiten (gerades Einstellen der 

Palette) habe er die Deichsel komplett senkrecht und mit eingeschlagenen Rädern 

nach rechts gestellt. Er habe "wie ein Esel" würgen müssen, um die Palette in die 

Schlussposition zu bringen. Es könne sein, dass wegen der unausbalancierten Palette 

eine Ecke am Boden oder der Palettrahmen am Tankwagen angestanden habe. Dies 

seien allerdings nur Vermutungen. Am Boden selber seien später keine Unebenheiten, 

Löcher, Risse oder ähnliches festzustellen gewesen. Als er am Würgen gewesen sei, 

habe er einen Zwick im Bereich des Ellbogens und Unterarms verspürt (act. A 15).

5.         

5.1    Die Beschwerdeführerin sowie der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

machen angesichts der geschilderten Geschehensabläufe geltend, der 

Beschwerdeführer habe mit erheblichem bzw. massiv erhöhtem Kraftaufwand und aus 

einer für den menschlichen Körper ungünstigen Position heraus - er habe den linken 

Arm abdrehen müssen, um irgendwie mit Würgen die schwer beladenen Paletten 

einparken zu können - ein schwieriges Manöver durchführen müssen. Den 

Komponenten Kraftaufwand und ungünstige Körperhaltung wohne ein gesteigertes 

Gefährdungspotential inne, wodurch die Bicepssehne physiologisch mehr als bei einer 

normalen Lebensverrichtung beansprucht worden sei. Das Erfordernis des äusseren 

schädigenden Faktors bzw. sinnfälligen Ereignisses sei damit erfüllt.

5.2    Laut Rechtsprechung des EVG stellen der im Einzelfall aufgewendete 

Kraftaufwand und/oder die dabei eingenommene Körperhaltung grundsätzlich 

Komponenten dar, die für die Beantwortung der Frage des Vorliegens eines äusseren 

Faktors mit gesteigertem Schädigungspotential massgebend sind (vgl. dazu BGE 129 

V 466). Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, muss jedoch die geltend gemachte 

Sinnfälligkeit der beiden Komponenten in Bezug auf das Ereignis vom 20. Juni 2007 

verneint und im konkreten Fall von einer Verrichtung des täglichen Lebens 

ausgegangen werden. Der Begriff der blossen Lebensverrichtung ist nicht dadurch 

bestimmt, dass er nur leichte Kraftaufwendungen umfasst und sämtliche Menschen 

einer bestimmten Verrichtung im Alltag genau gleich begegnen. Die vom EVG in Bezug 

auf seine allgemein formulierten schädigenden äusseren Faktoren (BGE 129 V 466 E. 

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4.2.3) im Einzelfall positiv beurteilten Sachverhalte machen sodann deutlich, dass der 

allgemein formulierte äussere schädigende Faktor häufig einer zusätzlich zur 

Bewegung hinzukommenden Komponente, wie ruckartig, plötzlich, brüsk, abrupt, 

Abwehr oder Reflexbewegung, Abstossen, Verdrehung des Knies oder ähnliches 

bedarf. Gleiches geht aus der Empfehlung Nr. 2/86 der Ad-hoc-Kommission Schaden 

UVG vom 8. November 2002 (Fundstelle: www.svv.ch/index.cfm?id=6395) hervor. Ein 

hoher Kraftaufwand und Bewegung an sich führen demnach keineswegs in jedem Fall 

ohne Weiteres zur Bejahung eines unfallähnlichen Ereignisses.

5.3    Was den im Fall des Beschwerdeführers zur Diskussion stehenden Kraftaufwand 

betrifft, ist festzuhalten, dass aufgrund der verschiedenen Schilderungen des 

Ereignisses vom 20. Juni 2007 nicht abschliessend gesagt werden kann, ob der 

Beschwerdeführer eine oder zwei Paletten verschoben hat. Die Frage kann jedoch 

offen gelassen werden. Wesentlich mit Bezug auf die Frage des tatsächlich 

aufgewendeten Kraftaufwandes ist nämlich, dass die Paletten mit einem Palettrolli 

verschoben wurden. Ein solcher Rolli dient grundsätzlich dem Verschieben von 

Stapelwaren auf Paletten. Das Betätigen eines solchen stellt zwar keine rundweg 

leichte Arbeit dar. Trotz allem wird das Gewicht des Stapelguts durch das fragliche 

Transportmittel zu einem massgeblichen Teil neutralisiert. Gewichte im Rahmen des 

geltend gemachten, d.h. zwischen 70 und 80 kg, aber auch des Doppelten, können im 

Regelfall mit einem Palettrolli bei gleichmässiger Bodenbeschaffenheit (vgl. dazu act. A 

15) auch zusammen mit Fliesteppichen ohne übermässigen Einsatz von roher Kraft 

verschoben und manövriert werden. Die physiologische Beanspruchung der Arme bzw. 

ihrer Muskeln und Sehnen entspricht dabei einer alltäglichen Lebensverrichtung, bei 

der die Arme gegenüber dem normalen Gebrauch nicht mit einer schädigenden Kraft 

beansprucht werden. Durch den Umstand, dass der Beschwerdeführer hauptberuflich 

Hausabwart in einem Oberstufenzentrum ist, lässt sich diese Beurteilung durchaus 

zusätzlich erhärten. Selbst wenn dabei im Vergleich zur freiwilligen Arbeit im B.___ 

nicht genau die gleichen Arbeiten ausgeübt werden, kann die Grenze zwischen der 

normalen physiologischen Beanspruchung des Körpers und einer sinnfälligen 

Überanstrengung bei der Konstitution und der beruflichen Gewöhnung des 

Beschwerdeführers, körperliche Tätigkeiten auszuüben, höher angesetzt werden. 

Immerhin bestätigte auch der Beschwerdeführer gegenüber der Beschwerdegegnerin, 

es habe sich um eine für ihn gewohnte Tätigkeit gehandelt, die unter normalen 

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äusseren Bedingungen abgelaufen sei (act. A 2). Abgesehen davon, dass der 

Beschwerdeführer anfänglich bzw. vor Erhalt des leistungsablehnenden Schreibens der 

Beschwerdegegnerin vom 7. August 2007 (act. A 5) lediglich von einem blossen 

"Schieben" des Rollis sprach, und die Aussage, er habe wie ein Esel würgen müssen, 

um die Palette in die Schlussposition zu bringen, erst später gemacht wurde (vgl. dazu 

BGE 121 V 47 E. 2a), erscheint diese Konkretisierung auch insofern nicht überzeugend, 

als das Manövrieren eines Palettrollis weniger eine Frage der Kraft als der 

Geschicklichkeit ist. Auch wenn bei einem Manöver auf kleinem Raum mehr 

Hebelvorgänge mit der Deichsel durchgeführt werden müssen, ist eine grössere 

Kraftaufwendung dafür indessen nicht erforderlich. Das Schieben eines Palettrollis 

kann damit etwa mit dem in der Empfehlung Nr. 2/86 der Ad-hoc-Kommission 

Schaden UVG zitierten Hängen des ganzen Körpers am Arm verglichen werden, bei 

dem das unfallähnliche Ereignis jedoch insbesondere durch die Zusatzkomponente 

"abrupt" erreicht wird. Im Fall des Beschwerdeführers ist eine solche 

Zusatzkomponente jedoch zu verneinen. Auch die von der Beschwerdeführerin 

angeführte Ruckartigkeit in Bezug auf das Einparken des Palettrollis vermag keine 

solche zu begründen. Die vorgebrachte Zusatzkomponente basiert lediglich auf den am 

22. August 2007 eingebrachten Vermutungen des Beschwerdeführers - es könnte sein, 

dass wegen der unausbalancierten Palette eine Ecke am Boden oder der Palettrahmen 

am Tankwagen angestanden habe (act. A 15). Solche Vermutungen allein vermögen 

indessen eine Sinnfälligkeit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen, 

womit auf Beweislosigkeit erkannt werden muss (BGE 117 V 264 E. 3b, 115 V 142 E. 

8a). In Anbetracht des Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass beim 

Ereignis vom 20. Juni 2007 mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit keine Belastungssituation entstanden ist, die einer sinnfälligen 

Einwirkung auf den Körper bzw. einem erhöhten Kraftaufwand entspricht.

5.4    Zusätzlich wird nun aber noch das Hinzutreten einer belastenden Bewegung in 

Form einer Drehbewegung des Arms geltend gemacht. Der Kasuistik des EVG 

(BGE 129 V 466 E. 4.1) ist zu entnehmen, dass die normale Drehbewegung mit einem 

Körperteil lediglich eine alltägliche Lebensverrichtung darstellt. Die Intensität eines 

schädigenden äusseren Faktors wird auch in diesen Fällen durch eine beigefügte 

Zusatzkomponente (vgl. Erwägung Ziff. 5.2), welche von einer heftigen und/oder 

belastenden Bewegung sprechen lässt, erreicht. Im Zusammenhang mit einem 

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erhöhten Kraftaufwand muss eine solche, wie in Erwägung Ziff. 5.3 dargelegt, verneint 

werden. In Bezug auf die Drehung des Arms sind den Ereignisschilderungen des 

Beschwerdeführers auch keine sonstigen, von einer alltäglichen Lebensverrichtung 

unterscheidbaren äusseren Momente zu entnehmen, die eine Heftigkeit der Drehung 

des Arms bewirkt hätten. Insofern erscheint die wenig konkrete Formulierung des 

Rechtsvertreters des Beschwerdeführers einer ungewöhnlichen Drehbewegung 

unbehelflich. Die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte Ruckartigkeit wurde 

nicht auf die Drehbewegung, sondern den Rollvorgang des Palettrollis (ruckartiges 

"Einparken") bezogen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in der geltend 

gemachten Drehbewegung des Beschwerdeführers ebenfalls kein objektiv 

feststellbares sinnfälliges, eben unfallähnliches Ereignis, gesehen werden kann. Die 

Beschwerdegegnerin hat damit das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung 

im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV zu Recht verneint.

6.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen sind die Beschwerden unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 21. Januar 2008 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.        Die Beschwerden werden abgewiesen.

2.        Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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