# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f4a74eec-2035-537f-8ddd-cd81e2c49b26
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.06.2010 D-4004/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4004-2010_2010-06-30.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4004/2010
law/joc/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Walter Lang (Vorsitz), 
Richter Bendicht Tellenbach, Richter Robert Galliker; 
Gerichtsschreiberin Claudia Jorns Morgenegg.

A.__________, geboren (...),
Bosnien-Herzegowina,
vertreten durch lic. iur. Rebecca Moses, 
Thurgauer Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende, (...)
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 27. Mai 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4004/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführerin, eine Staatsangehörige von Bosnien und 
Herzegowina, eigenen Angaben zufolge am 13. Mai 2010 illegal in die 
Schweiz  einreiste,  wo  sie  am  gleichen  Tag im  Empfangs-  und  Ver-
fahrenszentrum (EVZ) H._______ um Asyl nachsuchte, 

dass das BFM am 19. Mai 2010 im EVZ H._______ die Personalien 
der Beschwerdeführerin erhob und sie summarisch zum Reiseweg und 
zu den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes befragte,

dass das BFM die Beschwerdeführerin am 27. Mai 2010 einlässlich zu 
den Asylgründen anhörte, 

dass  die  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  dieser  Anhörungen  im 
Wesentlichen geltend machte, aufgrund ihrer  Homosexualität und da 
ihr Vater für die Serben gekämpft  habe, sei  sie in ihrem Heimatland 
ständig  beschimpft  und  diskriminiert  worden,  indem sie  etwa keinen 
Zugang  zum Arbeitsmarkt  gehabt  habe,  nach  einer  Anzeige  wegen 
versuchter  Vergewaltigung  im  Februar  2010  durch  die  Polizei  bloss 
verhöhnt  worden  und  ihr  anschliessend  durch  einen  Arzt  die  nötige 
medizinische Hilfe verweigert worden sei, 

dass sie deshalb ihren letzten Wohnsitz, B.___________, am 12. Mai 
2010 verlassen habe und mit dem Bus zunächst nach X.______, an-
schliessend nach Y.______ und danach nach Z._______ (Serbien) ge-
langt sei, von wo sie schliesslich mit einem Reisbus via Ungarn nach 
Zürich gereist sei, 

dass das BFM mit Verfügung vom 27. Mai 2010 – mündlich eröffnet am 
gleichen  Tag –  in  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  des  Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf  das Asylgesuch 
der  Beschwerdeführerin  vom  13.  Mai  2010  nicht  eintrat,  die  Weg-
weisung aus der Schweiz verfügte, feststellte, die Beschwerdeführerin 
habe die Schweiz am Tag nach Eintritt  der Rechtskraft zu verlassen, 
den  Kanton  C._________  mit  dem  Vollzug  der  Wegweisung 
beauftragte und der Beschwerdeführerin die editionspflichtigen Akten 
gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, 

dass  das  Bundesamt  seinen  Entscheid  im  Wesentlichen  damit  be-
gründete, die Beschwerdeführerin habe es unterlassen, innerhalb der 

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Frist  von 48 Stunden rechtsgenügliche Reise-  oder  Identitätspapiere 
abzugeben und dafür keine entschuldbaren Gründe glaubhaft machen 
können, 

dass  ihre  Schilderung,  von  Serbien  aus  ohne  Reisedokumente  in 
einem Reisebus in die Schweiz gelangt zu sein, höchst realitätsfremd 
erscheine, da sie weder darlegen könne, durch welche Länder sie ge-
reist sei, noch wisse, ob sie unterwegs kontrolliert worden sei,

dass  deshalb  davon  auszugehen  sei,  sie  habe  für  die  Reise  in  die 
Schweiz gültige Reisepapiere verwendet, die sie den schweizerischen 
Asylbehörden vorenthalte, 

dass  das  BFM im Übrigen  die  von  der  Beschwerdeführerin  geschil-
derten  Diskriminierungen  mangels  Intensität  als  nicht  asylrelevant 
erachtete und feststellte, der Vollzug ihrer Wegweisung in ihr Heimat-
land sei zulässig, zumutbar und möglich, 

dass die Beschwerdeführerin gegen diese Verfügung mittels Eingabe 
ihrer  Rechtsvertreterin  vom  3.  Juni  2010  beim  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerde  erheben  und  dabei  beantragen  liess,  die  ange-
fochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache sei zwecks Prüfung 
des Asylgesuches (Eintreten) an die Vorinstanz zurückzuweisen, 

dass sie in  verfahrensrechtlicher Hinsicht  um Gewährung der  unent-
geltlichen  Rechtspflege  sowie  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses ersuchen liess, 

dass  in  der  Beschwerde  geltend  gemacht  wird,  die  Beschwerdefüh-
rerin habe bereits anlässlich der Befragung vom 19. Mai 2010 darauf 
hingewiesen,  sie werde ihre Mutter  zwecks Beibringung ihrer  Identi -
tätskarte anrufen und sie habe im Rahmen der Anhörung vom 27. Mai 
2010 bestätigt,  ihre Mutter  kontaktiert  zu haben, woraufhin diese ihr 
mitgeteilt habe, ihr den Identitätsausweis zuzusenden, 

dass sich zu jener Zeit gerade eine Schwester eines guten Freundes 
in  Bosnien befunden habe, weshalb die Mutter  dieser die Identitäts-
karte  der  Beschwerdeführerin mitgegeben habe, was durch das bei-
liegende Bestätigungsschreiben belegt werde, 

dass sie sich daher – entgegen der Ansicht des BFM – um die Bei-
bringung eines rechtsgenüglichen Ausweises bemüht habe, 

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dass  zudem  der  Vorwurf,  die  genaue  Reiseroute  nicht  gekannt  zu 
haben, nicht  stichhaltig  erscheine,  da Flüchtlinge aus Balkanländern 
oftmals direkt, ohne umsteigen zu müssen, in einem Bus nach West -
europa fahren würden, 

dass der Beschwerde eine Identitätskarte im Original sowie ein hand-
schriftliches  Schreiben  vom  2.  Juni  2010  beilagen,  in  dem  Frau 
D.__________ erklärt, am 21. Mai 2010 von U._______ nach Bosnien 
gereist und am 30. Mai 2010 in die Schweiz zurückgekehrt zu sein, wo 
sie  der  Beschwerdeführerin  am 1. Juni  2010 ihre  Identitätskarte  am 
Bahnhof V._______ übergeben habe, 

dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungs-
gerichts mit Verfügung vom 7. Juni 2010 das Gesuch um Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  guthiess,  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  verzichtete  und  dem  BFM  die  Gelegenheit  ein-
räumte, sich innert Frist zur Beschwerde vom 3. Juni 2010 vernehmen 
zu lassen,

dass das BFM mit Vernehmlassung vom 10. Juni 2010 die Abweisung 
der  Beschwerde  beantragte  und  dabei  ausführte,  die  von  der  Be-
schwerdeführerin  nachgereichte  Identitätskarte  vermöge an den  bis-
herigen Erwägungen nichts zu ändern, 

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG,  SR 172.021)  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführerin  am  Verfahren  der  Vorinstanz  teilge-
nommen hat,  durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt 
ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  dessen  Aufhebung  bezie-
hungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde 
legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37  VGG und Art. 48 Abs. 1 
VwVG),

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dass auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutre-
ten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG 
und 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide  (Art.  32-35 
AsylG) die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätz-
lich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das 
Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  bei  Beschwerden  gegen 
Nichteintretensentscheide  –  sofern  es  diesen  als  unrechtmässig  er-
achtet – grundsätzlich darauf beschränkt, die angefochtene Verfügung 
aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuld-
baren  Gründen  nicht  in  der  Lage  (Art. 32  Abs. 3  Bst. a  AsylG),  auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder 
sich auf  Grund der Anhörung erweist,  dass zusätzliche Abklärungen 
zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungs-
vollzugshindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass entschuldbare Gründe im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG 
grundsätzlich  dann  vorliegen,  wenn  dem  Umstand,  dass  die  asyl-
suchende Person nicht in der Lage ist, innerhalb von 48 Stunden keine 
Reise- oder Identitätspapiere abzugeben, nicht die Absicht zugrunde 
liegt, den Aufenthalt in der Schweiz unrechtmässig zu verlängern (vgl. 
BVGE 2010/2 E.5.6), 

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dass die Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG gestützt auf Art.  
32  Abs.  3  Bst.  a  AsylG  dann  ausgeschlossen  ist,  wenn  die  asyl-
suchende Person glaubhaft darzutun vermag, dass sie deshalb nicht in 
der Lage ist, Reise- oder Identitätspapiere innerhalb von 48 Stunden 
seit  Einreichung des Gesuchs abzugeben,  weil  sie  ihre  Reise-  oder 
Identitätspapiere im Heimatstaat zurückgelassen hat, und sie sich um-
gehend und ernsthaft darum bemüht, diese innert angemessener Frist 
zu beschaffen (vgl. BVGE 2010/2 E.6), 

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung die Glaubhaftigkeit der 
von  der  Beschwerdeführerin  geltend  gemachten  Fluchtgründe,  auf-
grund ihrer Homosexualität in ihrem Heimatland diskriminiert  worden 
zu sein, nicht in Zweifel zog, demgegenüber die Umstände ihrer Reise 
in  die Schweiz und die von ihr  vorgebrachten Gründe für  die Nicht-
abgabe von Reisepapieren als nicht glaubhaft erachtete, 

dass die Beschwerdeführerin bereits anlässlich der Erstbefragung vom 
19. Mai  2010  versicherte,  sie  werde  ihre  Mutter  kontaktieren,  damit 
diese  ihr  ihre  im  Jahre  2005  ausgestellte  Identitätskarte,  die  sie  zu 
Hause gelassen habe, zukommen lassen könne (vgl. act. A1/11 S. 4 
f.), 

dass  sie  im Rahmen der  einlässlichen  Anhörung vom 27. Mai  2010 
erneut bestätigte, dass sich ihre Identitätskarte zu Hause befinde und 
ergänzte,  sie habe die  Identitätskarte  in  einer  Jackentasche gehabt, 
für  ihre  Reise jedoch eine andere Jacke angezogen (vgl. act. A8/15 
S. 2), 

dass sie zudem versicherte, vor zwei Tagen ihre Mutter kontaktiert zu 
haben, die ihr die Identitätskarte per Post zusenden würde und es ihr  
früher  nicht  möglich  gewesen  sei,  ihre  Mutter  zu  erreichen,  da  sie 
diese zwar angerufen, sich jedoch niemand gemeldet habe (vgl. act. 
A8/15 S. 2), 

dass  als  weiteres  Indiz  für  die  Glaubhaftigkeit  der  von  der  Be-
schwerdeführerin gemachten Ausführungen zum Verbleib ihrer Papiere 
die  von ihr  am 3. Juni  2010 auf  Beschwerdeebene nachgereichte  – 
und mit den Angaben der Beschwerdeführerin zu deren Ausstellungs-
datum  und  ihrer  Person  (vgl.  act.  A1/11  S.  1)  übereinstimmende  – 
Identitätskarte im Original spricht, 

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dass die in der Beschwerde angeführte Argumentation, die Identitäts-
karte  sei  ihr  durch eine  in  der  Schweiz  wohnhafte  Schwester  eines 
guten bosnischen Freundes,  welche in  Bosnien zu Besuch gewesen 
sei, überbracht worden, durch das eingereichte Bestätigungsschreiben 
von D.__________ vom 30. Mai 2010 gestützt wird, 

dass  zudem  –  entgegen  der  Auffassung  des  BFM  in  der  ange-
fochtenen Verfügung – eine Reise von Serbien in die Schweiz tatsäch-
lich wie von der Beschwerdeführerin beschrieben ohne kontrolliert zu 
werden zurückgelegt werden kann, 

dass  verschiedene  Reisebusunternehmen  direkte  Reisen  von 
Z._______ in die Schweiz anbieten, wobei eine solche Fahrt, wie von 
der  Beschwerdeführerin  angegeben  (vgl.  act.  A1/11  S.  8),  zirka  18 
Stunden dauert und wie von ihr beschrieben (vgl. act. A1/11 S. 7) auch 
via Ungarn erfolgen kann, wobei ein Bus nicht zwingend in jedem Fall 
einer Kontrolle unterzogen wird, zumal Korruptionsfälle an der unga-
rischen  Grenze  in  Form  von  Bestechungsgeldern  an  die  Grenzbe-
hörden zwecks Vermeidung von Kontrollen in der Vergangenheit kein 
unbekanntes Phänomen darstellen, 

dass demzufolge im Gesamtkontext überwiegend glaubhaft erscheint, 
dass die Beschwerdeführerin ihre Identitätskarte – wie von ihr im EVZ 
geltend gemacht – in Bosnien zurückgelassen hat, und ohne (andere) 
Reise- oder Identitätspapiere mit sich zu führen und ohne kontrolliert 
zu werden in die Schweiz gereist ist,

dass  sie  folglich  zum  Zeitpunkt  der  Einreichung  des  Asylgesuches 
respektive innerhalb der  nachfolgenden 48 Stunden faktisch nicht  in 
der Lage war, ihre Identitätskarte abzugeben,

dass die Beschwerdeführerin sich umgehend darum bemühte, die zu-
rückgelassene Identitätskarte zu beschaffen und diese – drei Wochen 
nachdem sie um Asyl nachsuchte – mit der Beschwerde vom 3. Juni 
2010 einreichte, nachdem sie am 1. Juni 2010 in deren Besitz gelangt 
ist, weshalb nicht davon ausgegangen werden kann, dem Unvermögen 
der  Beschwerdeführerin  Reise-  oder  Identitätspapiere  einzureichen, 
liege  im  Sinne  von  Art.  7  Abs.  2  AsylG  mit  überwiegender  Wahr-
scheinlichkeit  die  Absicht  zugrunde,  den  Aufenthalt  in  der  Schweiz 
unrechtmässig zu verlängern,

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dass die Beschwerdeführerin demnach aufgrund ihrer glaubhaften An-
gaben zum Reiseweg und zum Verbleib ihrer Identitätskarte sowie des 
Umstandes, dass sie ihre Identitätskarte umgehend nachgereicht hat, 
gelingt,  entschuldbare  Gründe  im  Sinne  von  Art.  32  Abs.  3  Bst. a 
AsylG glaubhaft zu machen

dass das BFM somit zu Unrecht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a i.V.m. 
Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht 
eingetreten ist, weshalb offen bleiben kann, ob diese – wie vom BFM 
angenommen – die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht erfüllt, 

dass  die  Beschwerde  daher  gutzuheissen,  die  angefochtene  Verfü-
gung vom 27. Mai 2010 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung 
an das BFM zurückzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Verfahrenskosten auf-
zuerlegen sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), 

dass  der  obsiegenden  Beschwerdeführerin  zulasten  der  Vorinstanz 
eine  Parteientschädigung  für  die  ihr  erwachsenen  notwendigen  und 
verhältnismässig hohen Kosten zuzusprechen ist  (vgl. Art. 64  Abs. 1 
VwVG i.V.m. Art. 7  des Reglements  vom 21. Februar  2008  über  die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]),

dass  seitens  der  Rechtsvertretung  keine  Kostennote  eingereicht 
wurde,  indes  auf  die  Einforderung  einer  solchen  verzichtet  werden 
kann, da der Aufwand für das Beschwerdeverfahren vorliegend zuver-
lässig abgeschätzt werden kann (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE), 

dass in Anwendung der genannten Bestimmung und unter Berücksich-
tigung der  massgeblichen Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 8  ff. VGKE) 
das BFM anzuweisen ist, der Beschwerdeführerin eine Parteientschä-
digung in der Höhe von Fr. 600.-- auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die Verfügung des BFM vom 27. Mai 2010 wird aufgehoben und die 
Sache zur Neubeurteilung an das BFM zurückgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Das  BFM wird  angewiesen,  der  Beschwerdeführerin  eine  Parteient-
schädigung von Fr. 600.-- auszurichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführerin  (vorab  per  Telefax; 
Einschreiben)

- das BFM, Empfangs- und Verfahrenszentrum H._______ per Telefax 
zu den Akten Ref.-Nr. N (...)

- (zuständige kantonale Behörde) (per Telefax)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Walter Lang Claudia Jorns Morgenegg

Versand: 

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