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**Case Identifier:** 4a8b6b42-359d-50e0-b9c9-d4e666ad9442
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-04-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.04.2022 C-1405/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1405-2019_2022-04-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-1405/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  A p r i l  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Beat Weber (Vorsitz), 

Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz, Richterin Regina Derrer,    

Gerichtsschreiberin Tanja Jaenke. 
 

 
 

Parteien 
 1. Hôpital fribourgeois - freiburger spital HFR,  

2. A._______,  

c/o HFR Fribourg, Postfach, 1708 Fribourg,   

beide vertreten durch Prof. Dr. iur. Isabelle Häner,  

Rechtsanwältin, und Dr. iur. Livio Bundi, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

Beschlussorgan der Interkantonalen Vereinbarung über 

die hochspezialisierte Medizin (HSM Beschlussorgan),  

vertreten durch lic. iur. Andrea Gysin, Advokatin,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 HSM, Zuteilung der Leistungsaufträge (Pankreasresektion 

bei Erwachsenen);  

Beschluss des HSM-Beschlussorgans vom 31. Januar 2019 

bzw. Verfügung vom 17. April 2019. 

 

C-1405/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Im Bereich der hochspezialisierten Medizin (nachfolgend HSM) haben 

die Kantone zur gemeinsamen Planung die Interkantonale Vereinbarung 

über die hochspezialisierte Medizin (IVHSM) vom 14. März 2008 abge-

schlossen.  

A.b Mit Beschluss vom 4. Juli 2013, publiziert im Bundesblatt am 10. Sep-

tember 2013 (BBl 2013 6809), hat das Beschlussorgan der IVHSM (nach-

folgend HSM-Beschlussorgan oder Vorinstanz) diversen Leistungserbrin-

gern definitive vierjährige und provisorische zweijährige Leistungsaufträge 

für den Bereich der Pankreasresektion erteilt. Dem Hôpital fribourgeois - 

freiburger spital HFR (nachfolgend HFR) wurde kein Leistungsauftrag für 

die Pankreasresektion erteilt (e contrario; vgl. auch Vorakten zur Zuord-

nung [GDK1-act.] 3.03). Am 10. Oktober 2013 erhob das HFR Beschwerde 

gegen diesen Beschluss und ersuchte um Aufhebung des angefochtenen 

Beschlusses sowie Erteilung eines provisorischen Leistungsauftrags, 

eventualiter um Rückweisung an die Vorinstanz zur Neubeurteilung (vgl. 

dazu Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] C-5741/2013 vom 

20. Februar 2014; Akten im Beschwerdeverfahren [B-act.] 1 Beilage 7). 

A.c Mit Grundsatzurteil C-6539/2011 vom 26. November 2013 (publiziert 

als BVGE 2013/45) betreffend die Behandlung von schweren Verbrennun-

gen bei Kindern hat das Bundesverwaltungsgericht festgestellt, dass in der 

Planung der hochspezialisierten Medizin ein zweistufig ausgestaltetes Ver-

fahren erforderlich sei, das heisst, dass in einem ersten Schritt der HSM-

Bereich definiert werden müsse (sog. Zuordnung), damit dieser Bereich 

anschliessend geplant werden könne (sog. Zuteilung). Entsprechend hat 

das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde des HFR mit Urteil vom 

20. Februar 2014 insoweit gutgeheissen, als der angefochtene Beschluss, 

soweit er die Nichtzuteilung eines Leistungsauftrags im Bereich Pankreas-

resektion an das HFR betraf, aufgehoben wurde. Die Sache wurde in die-

sem Umfang zur Durchführung einer bundesrechtskonformen Versor-

gungsplanung und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen (vgl. 

Urteil C-5741/2013). Der Kanton Freiburg hat diversen Leistungserbringern 

ab 1. April 2015 einen (subsidiären) kantonalen IVHSM-Leistungsauftrag 

im Bereich «Grosse Pankreaseingriffe» erteilt. Das HFR verfügt ebenfalls 

über einen solchen subsidiären kantonalen Leistungsauftrag in diesem Be-

reich (vgl. Art. 2 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Anhang 1 der Verordnung über die 

Liste der Spitäler und Geburtshäuser [SGF 822.0.21]).  

C-1405/2019 

Seite 3 

A.d In der Sitzung vom 21. Januar 2016 hat das HSM-Beschlussorgan be-

schlossen, dass die komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie der 

hochspezialisierten Medizin zugeordnet werde und dass diese die Berei-

che Oesophagusresektion, Pankreasresektion, Leberresektion, tiefe Rekt-

umresektion sowie komplexe bariatrische Chirurgie umfasse (Beschluss 

publiziert im Bundesblatt am 9. Februar 2016, BBl 2016 813; vgl. auch 

GDK1-act. 1.146). Gleichzeitig wurde der Schlussbericht vom 21. Januar 

2016 für die Zuordnung zur hochspezialisierten Medizin (vgl. GDK1-

act. 1.145; nachfolgend Schlussbericht vom 21. Januar 2016) publiziert. 

A.e Mit Mitteilung vom 25. Oktober 2016 im Bundesblatt (BBl 2016 8021; 

vgl. auch Vorakten zur Zuteilung [GDK2-act.] 1.001) und Ankündigungs-

schreiben gleichen Datums (GDK2-act. 1.002) eröffnete das Fachorgan 

der IVHSM (nachfolgend HSM-Fachorgan) für die Leistungserbringer die 

Bewerbungsfrist betreffend die komplexe hochspezialisierte Viszeralchirur-

gie. Das HFR bewarb sich in der Folge am 19. Dezember 2016 um einen 

Leistungsauftrag für den Bereich der Pankreasresektion (GDK2-act. 1.006; 

B-act. 1 Beilage 9). 

A.f Das HSM-Fachorgan gewährte den betroffenen Spitälern und interes-

sierten Kreisen mit Mitteilung vom 12. Dezember 2017 im Bundesblatt (BBl 

2017 7862; vgl. auch GDK2-act. 4.001) und Schreiben gleichen Datums 

(GDK2-act. 4.002) das rechtliche Gehör in Bezug auf die vorgesehene 

Leistungszuteilung im Bereich der Pankreasresektion. Im Erläuternden Be-

richt vom 19. Oktober 2017 für die Leistungszuteilung in der komplexen 

hochspezialisierten Viszeralchirurgie wurde sodann vorgeschlagen, insbe-

sondere das HFR bei der Zuteilung eines Leistungsauftrags für die Pan-

kreasresektion nicht zu berücksichtigen (GDK2-act. 4.003 S. 88 f. = 

B-act. 1 Beilage 10 S. 88 f.). Das HFR reichte diesbezüglich mit E-Mail 

vom 26. Januar 2018 eine Stellungnahme mit Beilagen ein und beantragte 

weiterhin die Zuteilung eines Leistungsauftrags im Bereich der Pankreas-

resektion (GDK2-act. 4.005; B-act. 1 Beilage 13). Es führte insbesondere 

aus, dass die durchschnittliche Fallzahl der letzten drei Jahre 10 betrage 

und 2017 13 entsprechende Eingriffe vorgenommen worden seien. Auf-

grund der überdurchschnittlich schnell wachsenden Bevölkerung im Kan-

ton Freiburg und der neuen Kooperation mit dem B._______-Spital im Be-

reich der Pankreas- und Oesophagusresektion (Vereinbarung vom 15. Ja-

nuar 2018) könnten die Fallzahlen künftig erreicht werden. Ausserdem 

weise das Spital eine ausgezeichnete Behandlungsqualität auf. Am 

26. Februar 2018 reichte das HFR die erweiterte Vereinbarung mit dem 

C-1405/2019 

Seite 4 

B._______-Spital vom 2. Februar 2018 ein (GKD2-act. 4.005; B-act. 1 Bei-

lage 11). 

A.g In seiner Sitzung vom 31. Januar 2019 hat das HSM-Beschlussorgan 

über die Zuteilung der Leistungsaufträge im Bereich der komplexen hoch-

spezialisierten Viszeralchirurgie – Pankreasresektion bei Erwachsenen 

entschieden (Beschluss publiziert im Bundesblatt am 19. Februar 2019, 

BBl 2019 1492; vgl. auch GDK2-act. 4.012 = B-act. 1 Beilage 3) und dem 

HFR keinen Leistungsauftrag erteilt (e contrario). Für die Begründung 

wurde auf den Schlussbericht «Komplexe hochspezialisierte Viszeralchi-

rurgie» – Erläuternder Bericht für die Leistungszuteilung vom 31. Januar 

2019 (vgl. GDK2-act. 4.013 = B-act. 1 Beilage 5; nachfolgend Schlussbe-

richt vom 31. Januar 2019) verwiesen. Den nicht berücksichtigten Leis-

tungserbringern – unter anderen das HFR – wurden zusätzlich separate 

individuelle Verfügungen mit der Möglichkeit zur Anfechtung beim Bundes-

verwaltungsgericht in Aussicht gestellt. 

B.  

B.a Am 21. März 2019 reichten das HFR (nachfolgend auch Beschwerde-

führer 1) sowie A._______ (nachfolgend Beschwerdeführer 2), beide ver-

treten durch die Rechtsanwälte Prof. Dr. Isabelle Häner und Dr. Livio 

Bundi, Beschwerde gegen den Beschluss vom 31. Januar 2019 betreffend 

die komplexe hochspezialisierte Viszeralchirurgie – Pankreasresektion bei 

Erwachsenen beim Bundesverwaltungsgericht ein und stellten folgende 

Rechtsbegehren (vgl. B-act. 1):  

1. Die Beschlüsse der Vorinstanz vom 31. Januar 2019 seien insoweit aufzuhe-

ben, als der Beschwerdeführer keine Leistungsaufträge in den Bereichen O-

esophagusresektion und Pankreasresektion erhält, und der Beschwerdefüh-

rer sei auf die Liste der hochspezialisierten Medizin, komplexe hochspeziali-

sierte Viszeralchirurgie, Teilbereiche Oesophagusresektion und Pankreasre-

sektion, aufzunehmen. 

2. Eventualiter sei der Beschluss der Vorinstanz vom 31. Januar 2019 aufzuhe-

ben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich Mehrwertsteuerzu-

schlag, zu Lasten der Vorinstanz. 

C-1405/2019 

Seite 5 

B.b Der mit Zwischenverfügung vom 27. März 2019 bei den Beschwerde-

führern eingeforderte Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 5’000.- 

(B-act. 2) wurde am 2. April 2019 geleistet (B-act. 3). 

B.c Mit Schreiben vom 5. April 2019 stellten die Beschwerdeführer zudem 

ein Ausstandsgesuch betreffend Richter Michael Peterli-Caruel (B-act. 4), 

woraufhin dieser am 11. April 2019 freiwillig in den Ausstand trat (B-act. 6) 

und das diesbezüglich eröffnete separate Verfahren C-1677/2019 infolge 

Gegenstandslosigkeit entsprechend abgeschrieben wurde (vgl. dazu Urteil 

des BVGer C-1677/2019 vom 17. April 2019). 

B.d Mit individueller Verfügung vom 17. April 2019 erteilte das HSM-Be-

schlussorgan dem HFR keinen Leistungsauftrag für den Bereich der kom-

plexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie – Pankreasresektion bei Er-

wachsenen (GDK2-act. 4.016 = B-act. 8 Beilage 1 = B-act. 10 Beilage 2). 

B.e In der Folge reichten die Beschwerdeführer – nach entsprechender te-

lefonischer Vorankündigung (B-act. 9) – innert der im Hinblick auf die indi-

viduelle Verfügung laufenden Beschwerdefrist eine auf den 20. Mai 2019 

datierte Beschwerdeergänzung mit unveränderten Rechtsbegehren ein 

(B-act. 10). 

B.f Die Vorinstanz stellte mit Vernehmlassung vom 24. Juni 2019 den An-

trag, die Beschwerde des Beschwerdeführers 1 gegen den Beschluss des 

HSM-Beschlussorgans vom 31. Januar 2019 sei vollumfänglich abzuwei-

sen, wohingegen auf die Beschwerde des Beschwerdeführers 2 nicht ein-

zutreten sei. Eventualiter sei auch die Beschwerde des Beschwerdeführers 

2 vollumfänglich abzuweisen, alles unter Kostenfolge (B-act. 15). In verfah-

rensrechtlicher Hinsicht stellte sie die Anträge, die als Beweismittel einge-

reichten Beilagen 12, 14, 15, 16, 17, 18, 20, 21, 22, 23 und 24 zur Be-

schwerde seien gestützt auf Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG aus dem Recht zu 

weisen, eventualiter als verspätet und daher unzulässig zu betrachten. 

B.g Mit Schreiben vom 8. Juli 2019 stellten die Beschwerdeführer einen 

Antrag auf Erlass vorsorglicher Massnahmen (B-act. 19). Sie beantragten 

dabei insbesondere die Feststellung, dass der von den Beschwerdeführern 

eingereichten Beschwerde vom 21. März 2019 aufschiebende Wirkung zu-

komme, sodass der angefochtene Beschluss vom 31. Januar 2019 für den 

Beschwerdeführer 1 nicht am 1. August 2019 in Kraft trete, und dass ent-

sprechend der Leistungsauftrag im Bereich «Grosse Pankreaseingriffe» für 

den Beschwerdeführer 1 gemäss Verordnung über die Liste der Spitäler 

C-1405/2019 

Seite 6 

und Geburtshäuser des Kantons Freiburg vom 31. März 2015 (SGF 

822.0.21) samt Anhang 1 (Liste der Leistungsaufträge für die Akutpflege) 

für die Dauer des Verfahrens weiter gelte. In der Folge gab das Bundes-

verwaltungsgericht mit Zwischenverfügung vom 16. Juli 2019 insbeson-

dere dem Feststellungsbegehren der Beschwerdeführer statt und hielt fest, 

dass der Beschwerde vom 21. März 2019 aufschiebende Wirkung zu-

komme (B-act. 20). 

B.h Auf entsprechende Einladung des Bundesverwaltungsgerichts hin 

äusserte sich das Bundesamt für Gesundheit (nachfolgend BAG) als 

Fachbehörde mit Stellungnahme vom 23. Juli 2017 [recte: 2019] 

dahingehend, dass die Beschwerde abzuweisen sei (B-act. 21). 

B.i Mit Instruktionsverfügung vom 29. Juli 2019 stellte das Bundesverwal-

tungsgericht den Parteien die Stellungnahme des BAG zu (B-act. 22). Auf 

Nachfrage der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer hin (B-act. 23) 

stellte das Bundesverwaltungsgericht den Beschwerdeführern mit Schrei-

ben vom 31. Juli 2019 die Vernehmlassung der Vorinstanz vom 24. Juni 

2019 samt Beilagen zu (B-act. 26). 

B.j Die Vorinstanz reichte mit Schreiben vom 27. August 2019 ihre 

Schlussbemerkungen zu den Ausführungen des BAG ein (B-act. 27), wäh-

rend die Beschwerdeführer ihre Schlussbemerkungen am 29. August 2019 

einreichten (B-act. 28). 

B.k Den Parteien wurden mit Instruktionsverfügung vom 2. September 

2019 die eingereichten Schlussbemerkungen zur Kenntnis gebracht und 

der Schriftenwechsel abgeschlossen (B-act. 29). 

C.  

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die eingereich-

ten Akten wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:  

1.  

Die vorliegende Beschwerde vom 21. März 2019 gegen den Beschluss 

vom 31. Januar 2019 beziehungsweise die Beschwerdeergänzung vom 

20. Mai 2019 gegen die Verfügung vom 17. April 2019 (vgl. oben Bst. B.a, 

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Seite 7 

B.d und B.e) richtet sich gegen einen Entscheid des HSM-Beschlussor-

gans zur Planung der hochspezialisierten Medizin (HSM). 

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwal-

tungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (Verwaltungsverfahrensgesetz, 

VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. 

Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden, wobei 

insbesondere Instanzen des Bundes aufgeführt werden. Verfügungen kan-

tonaler Instanzen sind gemäss Art. 33 Bst. i VGG nur dann beim Bundes-

verwaltungsgericht anfechtbar, wenn dies in einem Bundesgesetz vorge-

sehen ist. 

1.2 Art. 90a Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 über die Kran-

kenversicherung (KVG, SR 832.10; jeweils in der Fassung vom 1. Januar 

2019) sieht vor, dass das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen 

Beschlüsse der Kantonsregierungen nach Art. 53 KVG beurteilt. Zu den 

gemäss Art. 53 Abs. 1 KVG anfechtbaren Beschlüssen der Kantonsregie-

rungen gehören namentlich die Spital- oder Pflegeheimlisten im Sinne von 

Art. 39 KVG (vgl. Urteil des BVGer C-5733/2007 vom 7. September 2009 

E. 1.1, teilweise publiziert in BVGE 2009/48 sowie Urteil des BVGer 

C-6062/2007 vom 20. April 2010 E. 1.1, teilweise publiziert in BVGE 

2010/15). Mit Grundsatzurteil C-5301/2010 vom 2. April 2012 (publiziert als 

BVGE 2012/9) hat das Bundesverwaltungsgericht die Frage, ob auch ein 

Zuteilungsentscheid des HSM-Beschlussorgans beim Bundesverwal-

tungsgericht angefochten werden kann, bejaht (E. 1). Damit ist das Bun-

desverwaltungsgericht zuständig, die vorliegende Beschwerde vom 

21. März 2019 gegen den Beschluss vom 31. Januar 2019 beziehungs-

weise vom 20. Mai 2019 gegen die Verfügung vom 17. April 2019 betref-

fend die Zuteilung der Leistungsaufträge im Bereich der komplexen hoch-

spezialisierten Viszeralchirurgie – Pankreasresektion bei Erwachsenen zu 

beurteilen. 

1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich gemäss 

Art. 37 VGG und Art. 53 Abs. 2 Satz 1 KVG grundsätzlich nach den Vor-

schriften des VwVG. Vorbehalten bleiben allfällige Abweichungen des VGG 

und die besonderen Bestimmungen des Art. 53 Abs. 2 KVG. 

2.  

C-1405/2019 

Seite 8 

2.1 Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechts-

pflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Ver-

fügung bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den auf Grund der Be-

schwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegenstand bildet. 

Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand und 

Streitgegenstand identisch, wenn die Verfügung insgesamt angefochten 

wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einen Teil des 

durch die Verfügung bestimmten Rechtsverhältnisses, gehören die nicht 

beanstandeten Teilaspekte des verfügungsweise festgelegten Rechtsver-

hältnisses zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand 

(BGE 125 V 413 E. 1b). Solche Teilaspekte hat das angerufene Gericht nur 

zu überprüfen, wenn sie in einem engen Sachzusammenhang mit dem 

Streitgegenstand stehen; im Übrigen gilt der Dispositionsgrundsatz (ZI-

BUNG/HOFSTETTER, in: Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 

2. Aufl. 2016, Rz. 51 zu Art. 49 VwVG). 

2.2 Nach der Rechtsprechung im Zusammenhang mit der Spitalplanung 

der Kantone ist die Spitalliste als Rechtsinstitut sui generis und in erster 

Linie als Bündel von Individualverfügungen zu qualifizieren. Zudem enthal-

ten Spitallisten nach Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG eine allgemein gültige Re-

gelung, indem sie für alle Versicherten anzeigen, in welchen Spitälern sie 

sich zu Lasten der obligatorischen Krankenversicherung behandeln lassen 

können. Anfechtungsgegenstand im Beschwerdeverfahren betreffend Spi-

tallisten bildet nur die Verfügung, welche das den Beschwerdeführer 1 be-

treffende Rechtsverhältnis regelt. Die nicht angefochtenen Verfügungen 

der Spitalliste erwachsen in Rechtskraft (BVGE 2012/9 E. 3.3; Urteil des 

BVGer C-4302/2011 vom 15. Juli 2015 E. 2.2.1).  

 

Soweit das HSM-Beschlussorgan einzelnen Spitälern Leistungsaufträge 

zuteilt und spezifiziert (Zuteilungsentscheid), entspricht der HSM-Be-

schluss der vorgängig beschriebenen Rechtsnatur und es handelt sich um 

Individualverfügungen (BVGE 2013/45 E. 1.1.2). Vorliegend hat das HSM-

Beschlussorgan mit der Verfügung vom 17. April 2019 gegenüber dem Be-

schwerdeführer 1 (zusätzlich) eine individuelle Verfügung erlassen. 

2.3 Angefochten ist der Beschluss beziehungsweise die Verfügung insge-

samt, indem deren Aufhebung und die Erteilung eines Leistungsauftrags 

im HSM-Bereich der Pankreasresektion bei Erwachsenen an den Be-

schwerdeführer 1 sowie eventualiter die Rückweisung der Sache an die 

Vorinstanz verlangt wird. Materielles Prozessthema bildet damit die Nicht-

C-1405/2019 

Seite 9 

erteilung des Leistungsauftrags im Bereich der komplexen hochspeziali-

sierten Viszeralchirurgie – Pankreasresektion bei Erwachsenen an den Be-

schwerdeführer 1. 

3.  

Vorliegend hat jedoch nicht nur der Beschwerdeführer 1 als Spital und Leis-

tungserbringer, sondern auch der Beschwerdeführer 2 als angestellter Arzt 

des HFR Beschwerde erhoben. Die Legitimation im Beschwerdeverfahren 

ist Teil der Eintretensvoraussetzungen, deren Vorliegen von der Rechtsmit-

telbehörde von Amtes wegen zu prüfen ist (vgl. BVGE 2007/6 E. 1 m.H.). 

3.1 Die Beschwerdelegitimation des Beschwerdeführers 1 ist vorliegend 

nicht umstritten: Er hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist 

als Adressat durch den angefochtenen Beschluss beziehungsweise die in-

dividuelle Verfügung des HSM-Beschlussorgans besonders berührt und 

hat insoweit an deren Aufhebung beziehungsweise Abänderung ein 

schutzwürdiges Interesse (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Er ist daher zur Be-

schwerde legitimiert.  

3.2 Umstritten ist hingegen, ob der Beschwerdeführer 2 als angestellter 

(…) des HFR vorliegend zur Erhebung einer Beschwerde legitimiert ist. 

3.2.1 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sind 

als Adressaten eines angefochtenen Spitallistenbeschlusses in erster Linie 

die Spitäler, im konkreten Fall das HFR, beschwerdelegitimiert. Hinsichtlich 

der Beschwerde angestellter Ärzte eines Spitals, im konkreten Fall die Be-

schwerde des Beschwerdeführers 2, ist daher das Vorliegen einer materi-

ellen Beschwer zu prüfen (vgl. zum Ganzen: Urteil des BVGer 

C-5630/2017 vom 16. Mai 2018 E. 3.2 m.w.H.). Die Beschwerdelegitima-

tion von Dritten im Bereich Spitallisten ist nach einem strengen Massstab 

zu beurteilen (vgl. Urteil C-5630/2017 E. 3.4 mit Hinweis auf BVGE 2012/9 

E. 4.3.2 und 2012/30 E. 4.4) und insbesondere sind die vom Spital ange-

stellten Ärztinnen und Ärzte, welche den Spitallistenentscheid ihren Arbeit-

geber betreffend anfechten wollen, nicht zur Beschwerde legitimiert (vgl. 

dazu Urteile des BVGer C-426/2012 bzw. C-452/2012 vom 5. Juli 2013 

E. 1.4.3 ff.; C-1570/2016 vom 31. März 2016). Gemäss der Rechtspre-

chung sind die vom betreffenden Spital angestellten Ärztinnen und Ärzte 

nicht unmittelbar durch einen Spitallistenbeschluss bezüglich ihres Arbeit-

gebers betroffen. Zwar sind Anordnungen gegenüber den Spitälern geeig-

net, auch Wirkungen gegenüber den angestellten Ärztinnen und Ärzten zu 

C-1405/2019 

Seite 10 

entfalten. Dies genügt aber nach der Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgerichts, welches diesbezüglich die Rechtsprechung des Bundesra-

tes (vgl. BRE vom 23. Juni 1999 betreffend Gemeinsame Spitalliste der 

Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft) weitergeführt hat, nicht, um 

eine Beschwerdelegitimation von angestellten Ärztinnen und Ärzten, die 

den ihren Arbeitgeber betreffenden Spitallistenentscheid anfechten wollen, 

zu begründen (vgl. Urteil C-426/2012 bzw. C-452/2012 E. 1.4.3). Gleich 

verhält es sich gemäss der Rechtsprechung, wenn angestellte Ärzte und 

Ärztinnen nicht nur die Erteilung beziehungsweise die Verweigerung eines 

Leistungsauftrags an ihren Arbeitgeber anfechten wollen, sondern zusätz-

lich mit erteilten Leistungsaufträgen verbundene Nebenbestimmungen wie 

beispielsweise die Mindestfallzahlen pro Operateurin und Operateur um-

stritten sind (vgl. dazu Urteil C-5630/2017 E. 3.5.4 f.).  

3.2.2 Die Parteien äussern sich diesbezüglich zusammengefasst wie folgt: 

3.2.2.1 Der Beschwerdeführer 2 macht hinsichtlich der Beschwerdelegiti-

mation insbesondere geltend, er sei (…) beim Beschwerdeführer 1 sowie 

gewählter ordentlicher Professor (…) an der Universität (…). (…) und sei 

vorliegend als Drittbetroffener zu taxieren. Im Bereich der Vergabe von 

Leistungsaufträgen an Spitäler habe das Bundesverwaltungsgericht ent-

schieden, dass alleine die Spitäler, und nicht die einzelnen Ärzte, die am 

Spital arbeiten, zur Leistungserbringung zu Lasten der Obligatorischen 

Krankenversicherung zugelassen seien. Die einzelnen Ärzte seien ledig-

lich indirekt von Spitallistenbeschlüssen betroffen, zumal sie faktisch nicht 

deren Adressaten seien. Aus der neueren Rechtsprechung zur Drittbe-

schwerde pro Adressat folge jedoch e contrario, dass in jenen Fällen, in 

welchen der Verfügungsadressat selber Beschwerde erhebe, auch der le-

diglich indirekt von der Verfügung Betroffene Beschwerde pro Adressat er-

heben dürfe. Der Beschwerdeführer 2 verweist in diesem Zusammenhang 

auf die Erwägungen 4.4.4 des Urteils des BVGer A-5646/2009 [recte wohl: 

A-5646/2008] vom 13. August 2009. In casu sei zudem zu bezweifeln, ob 

er lediglich als indirekt Betroffener der angefochtenen Beschlüsse gelten 

könne. Der Entzug des Leistungsauftrags hätte unbestrittenermassen zur 

Folge, dass die Stelle des Beschwerdeführers 2 massiv geschwächt 

würde, da er die in Frage stehenden Operationen – deren Ausführung ei-

nen wichtigen Bestandteil seiner beruflichen Entfaltung darstelle – wohl 

nicht mehr ausüben könnte. Für den Beschwerdeführer 2 würde die Um-

setzung des angefochtenen Beschlusses zu einem partiellen Berufsverbot 

führen, was keinesfalls mit dem Grundrecht der Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 

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BV) vereinbar sei. Art. 27 Abs. 2 BV gewährleiste unter anderem die Be-

rufsausübungsfreiheit. Dabei seien nicht nur rechtliche, sondern auch fak-

tische Interessen geschützt – so habe das Bundesgericht in BGE 130 I 26 

E. 4.4 bereits explizit festgehalten, dass die Nichtzulassung als Leistungs-

erbringer faktisch auch die privatwirtschaftliche Tätigkeit des Arztes be-

rühre. Der angefochtene Beschluss schränke die Berufsausübungsfreiheit 

des Beschwerdeführers 2 schwerwiegend ein. Er sei damit in seinem 

Grundrecht auf Wirtschaftsfreiheit betroffen und müsse entsprechend als 

Direktbetroffener gelten. Dass ihm bezüglich der Pankreasresektion ein 

Berufsverbot erteilt werde, trotz nachweislich qualitativ hochstehender 

Leistungen, widerspreche auch Sinn und Zweck des KVG, welches quali-

tativ hochstehende Leistungen anstrebe. Im Weiteren habe das faktische 

Verbot der klinischen Tätigkeit sowohl gravierende Auswirkungen auf die 

Tätigkeit des Beschwerdeführers 2 als Inhaber einer ordentlichen Profes-

sur, (…). Der angefochtene Beschluss verschlechtere die Rechtsposition 

des Beschwerdeführers 2 damit offensichtlich unmittelbar. Der Beschwer-

deführer 2 sei mehr als die Allgemeinheit von der Sachlage betroffen und 

habe ein eigenständiges Interesse daran, gegen die Streichung des Be-

schwerdeführers 1 von der Spitalliste vorzugehen, soweit die Streichung 

Leistungsaufträge betreffe, die direkt von seiner Person abhängen würden 

(vgl. B-act. 1 Rz. 6, 9-11). 

3.2.2.2 Die Vorinstanz bestreitet ihrerseits die Legitimation des Beschwer-

deführers 2. Der Beschwerdeführer 2 sei als angestellter Arzt des Be-

schwerdeführers 1 nicht Adressat des angefochtenen Spitallistenbeschlus-

ses und nicht formell beschwert. Somit käme nur eine materielle Beschwer 

in Frage, wenn von einer Drittbeschwerde pro Adressat auszugehen wäre. 

Das Bundesverwaltungsgericht habe in einem neueren Entscheid festge-

halten, dass seine Rechtsprechung in Bezug auf die Beschwerdelegitima-

tion von Dritten im Bereich Spitallisten nach einem strengen Massstab zu 

beurteilen sei. Danach seien die vom Spital angestellten Ärztinnen oder 

Ärzte, die den ihren Arbeitgeber betreffenden Spitallistenentscheid anfech-

ten wollen, nicht zur Beschwerde legitimiert. Es sei nicht einzusehen, wes-

halb es sich in dieser Sache anders verhalten sollte. Weiter sei nicht er-

sichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer 2 vom angefochtenen Beschluss 

derart betroffen sein solle, dass er zur Beschwerde legitimiert sein könnte. 

Mit den vom Beschwerdeführer 2 gemachten Ausführungen zu seiner Pro-

fessur entstehe ein falscher Eindruck, der nicht den tatsächlichen Gege-

benheiten entspreche. Eine ordentliche Professur erfolge «ad personam» 

und stehe somit nicht in Zusammenhang mit einer Anstellung beim Be-

schwerdeführer 1. Die Universität erteile eine Professur sodann für Lehre 

C-1405/2019 

Seite 12 

und Forschung, nicht aber für die klinische Tätigkeit. Aufgrund der wenigen 

Fälle, die der Beschwerdeführer 2 nicht mehr durchführen dürfte, komme 

es auch nicht zu einem Berufsverbot. Auch könne er sich nicht auf das 

Grundrecht der Wirtschaftsfreiheit nach Art. 27 Abs. 2 BV berufen, da das 

Spitalwesen als Ganzes der Wirtschaftsfreiheit weitgehend entzogen sei. 

Öffentliche Aufgaben würden nicht der Wirtschaftsfreiheit unterstehen. Die 

Tätigkeit an einem Listenspital im Rahmen der obligatorischen Kranken-

pflegeversicherung (OKP) stelle keine privatwirtschaftliche Tätigkeit dar. Im 

Übrigen habe ein vom Beschwerdeführer 1 angestellter Arzt, wie beispiels-

weise der Beschwerdeführer 2, keinen Anspruch, zulasten der OKP tätig 

zu sein. Das gesetzlich geforderte Kriterium der Qualität sei zudem nicht 

(allein) vom Operateur abhängig, wie dies der Beschwerdeführer 2 be-

haupte. Es sei notorisch, dass das ganze Team und die Infrastruktur der 

Einrichtung relevant seien (vgl. B-act. 15 Rz. 19-29). 

3.2.2.3 In den Schlussbemerkungen bringt der Beschwerdeführer 2 zu-

sätzlich vor, entgegen der Auffassung der Vorinstanz gehe es nicht nur um 

«wenige Fälle», die er als Operateur bei der Nichterteilung des in Frage 

stehenden Leistungsauftrags nicht mehr durchführen dürfte. Es sei darauf 

hinzuweisen, dass er in den letzten vier Jahren in seinen Sprechstunden 

pro Jahr von jeweils mehr als (…) Patientinnen und Patienten mit potenti-

ellen Vorstufen eines Pankreaskarzinoms konsultiert worden sei. Auch zur-

zeit würden mehr als (…) Patientinnen und Patienten mit einer Präkanze-

rose des Pankreas regelmässig kontrolliert, um den allfällig richtigen Zeit-

punkt der Operation nicht zu verpassen. Bei einer Operation seien sodann 

auch regelmässige Nachkontrollen erforderlich. Insgesamt würde sein Auf-

gabenfeld bei Entzug des Leistungsauftrags im Bereich Pankreasresektion 

damit massiv schrumpfen, was einem Berufsverbot gleichkomme. Zwi-

schen der Universität (…) und dem Beschwerdeführer 1 bestehe zudem 

eine starke Vernetzung. Es sei offensichtlich, dass bei einem Entzug des 

in Frage stehenden Leistungsauftrags der Beschwerdeführer 2 nicht mehr 

beim Beschwerdeführer 1 tätig sein könnte. Dies würde die Rechtsposition 

des Beschwerdeführers 2 wie auch jene des Beschwerdeführers 1 direkt 

und in erheblichem Ausmass verschlechtern. An dieser Stelle bleibe zu 

wiederholen, dass das für den Beschwerdeführer 2 mit dem angefochtenen 

Beschluss beziehungsweise der angefochtenen Verfügung einhergehende 

partielle Berufsverbot keinesfalls mit dem Grundrecht der Wirtschaftsfrei-

heit vereinbar sei (vgl. B-act. 28 Rz. 6-9). 

C-1405/2019 

Seite 13 

3.2.3 Was den Beschwerdeführer 2 betrifft, der angestellter (…) beim Be-

schwerdeführer 1 und damit nicht Adressat des angefochtenen Beschlus-

ses beziehungsweise der angefochtenen Verfügung ist, ist die Beschwer-

delegitimation gemäss der konstanten bundesverwaltungsgerichtlichen 

Rechtsprechung zu verneinen (vgl. dazu oben E. 3.2.1): Es ist mithin nicht 

ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer 2 auch nicht dargelegt, wes-

halb er ein über die Sachverhalte, welche beispielsweise den Urteilen 

C-426/2012 bzw. C-452/2012, C-1570/2016 und C-5630/2017 zugrunde la-

gen, hinausgehendes eigenes schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung 

oder Änderung des Spitallistenbeschlusses haben soll beziehungsweise in 

einer im Vergleich darüber hinausgehenden beachtenswerten, nahen Be-

ziehung zur Streitsache stehen soll. Weiter ist in diesem Zusammenhang 

darauf hinzuweisen, dass die vom Beschwerdeführer 2 angeführte «neu-

ere» Rechtsprechung zu Drittbeschwerden pro Adressat (vgl. oben 

E. 3.2.2.1) bereits im Jahr 2009 und in anderen Rechtsgebieten ergangen 

ist. Entsprechend ist für das Gericht nicht nachvollziehbar, inwieweit dies 

eine – vom Beschwerdeführer 2 geltend gemachte – Änderung der später 

ergangenen und konstanten Rechtsprechung des Bundesverwaltungsge-

richts zur Beschwerdelegitimation von Dritten im Bereich Spitalliste darstel-

len soll.  

 

Ebenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten kann der Beschwerdeführer 2 

aus der von ihm angeführten Wirtschaftsfreiheit, denn die (Operations-)Tä-

tigkeit an einem Listenspital im Rahmen der OKP stellt keine privatwirt-

schaftliche Tätigkeit dar, die vom Schutzbereich der Wirtschaftsfreiheit er-

fasst wird (vgl. BVGE 2018 V/3 E. 11.6 m.w.H.). Soweit der Beschwerde-

führer 2 in diesem Zusammenhang auf BGE 130 I 26 E. 4.4 verweist, wo-

nach die Nichtzulassung als Leistungserbringer faktisch auch die privat-

wirtschaftliche Tätigkeit des Arztes berühre, ist insbesondere auf die wei-

teren Ausführungen des Bundesgerichts hinzuweisen, welche der Be-

schwerdeführer 2 dabei ausser Acht gelassen zu haben scheint. Das Bun-

desgericht hat im zitierten Urteil in Erwägung 4.5 festgestellt, dass der Zu-

lassungsstopp zwar in den Schutzbereich der Wirtschaftsfreiheit (Grund-

satz der Gleichbehandlung der Gewerbegenossen) falle, doch bei der Be-

urteilung den Besonderheiten Rechnung zu tragen sei, die sich daraus er-

geben würden, dass die betreffende privatwirtschaftliche Tätigkeit faktisch 

über ein System erfolge, das seinerseits der Wirtschaftsfreiheit weitgehend 

entzogen sei. Gewähre die Wirtschaftsfreiheit keinen Anspruch auf staatli-

che Förderung von Betrieben, könne sie auch den privat praktizierenden 

Ärzten kein Recht verschaffen, in beliebiger Höhe Leistungen zu Lasten 

C-1405/2019 

Seite 14 

der sozialen Krankenversicherung zu erbringen (vgl. BGE 130 I 26 E. 4.5 

m.w.H.). 

3.3 Zusammenfassend ist die Beschwerdelegitimation des Beschwerde-

führers 1 zu bejahen, während sie beim Beschwerdeführer 2 zu verneinen 

ist. Entsprechend ist auf die Beschwerde des Beschwerdeführers 2 nicht 

einzutreten, während auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde 

des Beschwerdeführers 1 (nachfolgend auch Beschwerdeführer), nach-

dem auch der verlangte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde (vgl. 

B-act. 3), einzutreten ist (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 

VwVG). 

4.  

4.1 Mit Beschwerde gegen einen Beschluss des HSM-Beschlussorgans im 

Sinne von Art. 39 Abs. 2bis KVG kann die Verletzung von Bundesrecht unter 

Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des Ermessens so-

wie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts gerügt werden. Nicht zulässig ist hingegen die Rüge der Un-

angemessenheit (Art. 53 Abs. 2 Bst. e KVG i.V.m. Art. 49 VwVG; vgl. auch 

Urteil des BVGer C-5305/2010 vom 16. Mai 2013 E. 3; BVGE 2012/9 E. 2). 

Dem HSM-Beschlussorgan steht – wie den zum Erlass der kantonalen Spi-

tallisten zuständigen Organen – ein weiter Ermessensspielraum zu (vgl. 

BVGE 2013/45 E. 5.4 m.H.).  

 

Des Weiteren stellt die unrichtige Anwendung von kantonalem oder inter-

kantonalem Recht keinen Beschwerdegrund nach Art. 49 VwVG dar. Mit 

Beschwerde gegen einen Zuteilungsbeschluss kann eine Verletzung der 

IVHSM daher nur gerügt werden, wenn gleichzeitig eine Verletzung von 

Bundesrecht, namentlich des KVG und seinen Ausführungsverordnungen 

oder des Willkürverbotes (Art. 9 der Bundesverfassung der Schweizeri-

schen Eidgenossenschaft [BV, SR 101]) vorliegt (vgl. BVGE 2010/51 

E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts [BGer] 2C_399/2012 vom 8. Juni 2012 

E. 2.7; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungs-

rechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, S. 366 Rz. 1034; MOSER/BEUSCH/ 

KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 

2013, S. 99 Rz. 2.172). Zwar verlangt die Rechtsweggarantie von Art. 29a 

BV grundsätzlich, dass eine Streitigkeit von einem Gericht mit freier 

Rechts- und Sachverhaltsprüfung beurteilt wird (vgl. BERNHARD WALD-

MANN, in: Basler Kommentar, Bundesverfassung, 2015, Art. 29a Rz. 14; 

C-1405/2019 

Seite 15 

ANDREAS KLEY, in: Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kom-

mentar, 3. Aufl. 2014, Art. 29a Rz. 15 f.). Wie das Bundesgericht in seinem 

Urteil 2C_399/2012 (E. 2.7) erwogen hat, handelt es sich bei der auch hier 

anwendbaren Kognitionsregelung um eine bundesgesetzliche Ausnahme 

von der Rechtsweggarantie, wie sie in Art. 29a BV ausdrücklich vorbehal-

ten ist (vgl. zum Ganzen BVGE 2016/14 E. 1.6.2 zweiter Absatz). 

4.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist nach dem Grundsatz der Rechtsan-

wendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch 

aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-

gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die 

von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRIZ GYGI, Bundesverwaltungs-

rechtspflege, 2. Aufl. 1983, S. 212; THOMAS HÄBERLI, in: Praxiskommentar 

Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Rz. 48 zu Art. 62 VwVG). 

 

Der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen schliesst keine 

aufsichtsrechtliche Überprüfung des angefochtenen Entscheids mit ein. 

Der auch in Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 

nach Art. 53 KVG geltende Untersuchungsgrundsatz (vgl. BVGE 2014/3 

E. 1.5.2) entbindet den Beschwerdeführer nicht davon, seine Beschwerde 

zu begründen und die Mängel zu rügen, an denen der angefochtene Be-

schluss leiden soll. Zwar nimmt der Untersuchungsgrundsatz den Parteien 

einen wesentlichen Teil der subjektiven Beweisführungslast ab, aber er be-

freit sie nicht im gleichen Masse von der Behauptungslast, welche von 

ihnen verlangt, dass sie die Beweismittel beibringen, welche die entschei-

dende Behörde von der Wahrheit oder Unwahrheit einer Sachbehauptung 

überzeugen sollen (vgl. Urteil des BVGer C-2907/2008 vom 26. Mai 2011 

E. 8.4.7 m.w.H.). 

4.3 Mit Blick auf Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG, wonach echte tatsächliche No-

ven unzulässig sind, hat das Bundesverwaltungsgericht bei der Beurteilung 

der Rechtmässigkeit eines Spitallistenbeschlusses in der Regel auf den bis 

zum Beschlusszeitpunkt eingetretenen Sachverhalt abzustellen (zum Ver-

hältnis von Novenverbot und Untersuchungsgrundsatz vgl. BVGE 2014/3 

E. 1.5.3 f.; 2014/36 E. 1.5.2). Dieser Grundsatz gilt allgemein in der Sozi-

alversicherungsrechtspflege (vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1; 130 V 138), 

nicht aber für übrige Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungs-

gericht (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 117 Rz. 2.204 ff.; 

SEETHALER/PORTMANN, in: Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensge-

setz, 2. Aufl. 2016, Rz. 78 zu Art. 52 VwVG). In Beschwerdeverfahren nach 

C-1405/2019 

Seite 16 

Art. 53 Abs. 1 KVG soll das Bundesverwaltungsgericht nicht mit neuen Tat-

sachen oder Beweismitteln konfrontiert werden, welche der vorinstanzli-

chen Beurteilung nicht zugrunde lagen; ein Ausnahmefall im Sinne von 

Art. 53 Abs. 2 Bst. a KVG liegt vor, wenn erst der angefochtene Beschluss 

dazu Anlass gibt (vgl. BVGE 2014/36 E. 1.5.2; Urteil des BVGer 

C-195/2012 vom 24. September 2012 E. 5.1.2). 

5.  

Der Beschwerdeführer rügt in seiner Beschwerde (B-act. 1) sowie seinen 

Schlussbemerkungen (B-act. 28) eine schwere Verletzung des rechtlichen 

Gehörs (vgl. zur Begründung nachfolgend E. 5.5.1). 

5.1 Der aus Art. 29 Abs. 2 BV abgeleitete Anspruch auf rechtliches Gehör 

dient einerseits der Sachverhaltsaufklärung und stellt andererseits zugleich 

ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien dar. Der An-

spruch umfasst insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre 

Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche 

Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen 

Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Be-

weise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu 

äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 

132 V 368 E. 3.1 m.H.). Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV ver-

langt, dass die Behörde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner 

Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, prüft und in der Ent-

scheidfindung berücksichtigt. Daraus folgt auch die Verpflichtung der Be-

hörde, ihren Entscheid zu begründen (BGE 134 I 83 E. 4.1 m.H.). Dabei ist 

es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich 

auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. 

Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte be-

schränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich der Be-

troffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in 

voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In die-

sem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, 

von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid 

stützt (BGE 136 I 229 E. 5.2; 134 I 83 E. 4.1; 126 I 97 E. 2b).   

 

Die im Einzelfall erforderliche Begründungsdichte richtet sich unter ande-

rem nach der Komplexität der zu beurteilenden Fragen, dem Ermessens-

spielraum der entscheidenden Behörde und der Dichte der Parteivorbrin-

gen (vgl. BVGE 2013/46 E. 6.2.5; BGE 142 II 324 E. 3.6 m.H.). Nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind umso strengere Anforderungen 

C-1405/2019 

Seite 17 

an die Begründung zu stellen, je grösser der der Behörde eingeräumte Er-

messensspielraum ist und je vielfältiger die tatsächlichen Voraussetzungen 

sind, die bei der Betätigung des Ermessens zu berücksichtigen sind (BGE 

112 Ia 107 E. 2b; 129 I 232 E. 3.3; BVGE 2012/24 E. 3.2.2). Das Bundes-

verwaltungsgericht hat im Entscheid C-4156/2011 vom 16. Dezember 

2013 festgehalten, dass folgende Umstände für erhöhte Anforderungen an 

die Begründungsdichte bei HSM-Zuteilungsbeschlüssen sprechen: Es 

müsse sich einerseits transparent und nachvollziehbar eine Praxis im Rah-

men der interkantonalen HSM-Koordination und -Konzentration entwickeln 

und andererseits stelle der Ausschluss von der Erbringung gewisser OKP-

Leistungen bei vorgenommenen erheblichen Investitionen einen bedeuten-

den Eingriff in die Interessen der Leistungserbringer dar. Weiter verfüge 

das HSM-Beschlussorgan über ein erhebliches Ermessen (vgl. E. 5.5). 

5.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller beziehungsweise 

selbständiger Natur, womit seine Verletzung ungeachtet der materiellen 

Begründetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur 

Aufhebung des angefochtenen Entscheids führt (BGE 137 I 195 E. 2.2; 135 

I 187 E. 2.2 m.H.). Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders 

schwerwiegende – Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als 

geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor 

einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die 

Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa; 115 V 297 

E. 2h). Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des rechtlichen 

Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst 

bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs dann 

abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen 

Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem 

Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der 

Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 116 V 182 E. 3d; zum Ganzen 

ausführlich Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] 

I 193/04 vom 14. Juli 2006). Von dieser Möglichkeit ist jedoch 

insbesondere in Fällen, in denen – wie vorliegend – kein doppelter 

Instanzenzug besteht, nur zurückhaltend Gebrauch zu machen. 

5.3 Art. 12 Abs. 2 IVHSM bestimmt, dass auf Beschlüsse betreffend die 

Festsetzung der gemeinsamen Spitalliste nach Art. 3 Abs. 3 und 4 [der Ver-

einbarung] die bundesrechtlichen Vorschriften über das Verwaltungsver-

fahren sinngemäss Anwendung finden. Demzufolge ist zu prüfen, ob das 

Zuteilungsverfahren verfassungs- und VwVG-konform ausgestaltet bezie-

hungsweise durchgeführt wurde (vgl. auch Urteil C-4156/2011 E. 5.3). 

C-1405/2019 

Seite 18 

5.4 Aus den Akten ergibt sich insbesondere, dass das HSM-Beschlussor-

gan vorliegend – im Gegensatz zur Spitalplanung in verschiedenen Kanto-

nen – neben dem Beschluss vom 31. Januar 2019 als Bündel von Indivi-

dualverfügungen für den Beschwerdeführer als nicht berücksichtigter Leis-

tungserbringer am 17. April 2019 eine zusätzliche individuelle abweisende 

Verfügung erlassen hat, nachdem dies zuvor im Beschluss vom 31. Januar 

2019 entsprechend angekündigt worden war (vgl. auch oben E. 2.2 zweiter 

Absatz). 

5.5 Die Verfahrensbeteiligten äussern sich zum rechtlichen Gehör folgen-

dermassen: 

5.5.1 Der Beschwerdeführer bringt beschwerdeweise vor, er habe sich im 

Begleitschreiben vom 19. Dezember 2016 anlässlich der Bewerbung für 

die HSM-Leistungsaufträge eingehend zu den entsprechenden Zuteilungs-

kriterien geäussert. Er habe zwar die grundsätzliche Relevanz der Fallzah-

len in Bezug auf die Qualitätssicherung, Effizienz und Wirtschaftlichkeit 

nicht in Abrede gestellt, jedoch darauf hingewiesen, dass eine lineare Ab-

hängigkeit zwischen Fallzahl auf der einen Seite und Qualität beziehungs-

weise Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung auf der anderen Seite 

nicht hergestellt werden könne. Er habe festgehalten, dass die in der Er-

läuternden Notiz vom 25. Oktober 2016 angeführte Fachliteratur jeweils 

Zentren mit sehr hohen und solche mit sehr niedrigen Fallzahlen verglei-

che, Zentren mit mittleren Zahlen, zu denen der Beschwerdeführer zu zäh-

len sei, würden von diesbezüglichen Überlegungen somit nicht erfasst. 

Ebenfalls habe der Beschwerdeführer zu bedenken gegeben, dass viele 

Studien existieren würden, welche einen Zusammenhang zwischen Fall-

zahlen und Qualitätssicherung beziehungsweise Wirtschaftlichkeit nicht 

bestätigen könnten beziehungsweise relativierten. Auch bei der Anhörung 

zu den geplanten Leistungszuteilungen habe sich der Beschwerdeführer 

vernehmen lassen und unter anderem die nicht vorgesehene Leistungser-

teilung im Bereich der Pankreasresektion trotz prognostizierten steigenden 

Fallzahlen und einer Zusammenarbeit mit dem B._______-Spital sowie die 

Nichtberücksichtigung der Intention-to-treat-Fälle bei den Mindestfallzah-

len und seiner im Vergleich zum nationalen Durchschnitt ausgezeichneten 

onkologischen Ergebnisqualität mit niedriger Morbidität und Mortalität kriti-

siert. Die Vorinstanz gebe zwar im Schlussbericht vom 31. Januar 2019 

einige der Rügen wieder, allerdings setze sie sich inhaltlich nicht einmal 

ansatzweise damit auseinander. Die Vorinstanz hätte sich zumindest mit 

den wesentlichen Gesichtspunkten der Vorbringen des Beschwerdeführers 

C-1405/2019 

Seite 19 

auseinandersetzen müssen. Seine Standpunkte seien im gesamten Be-

werbungs- und Anhörungsverfahren jedoch nie diskutiert worden und die 

Vorinstanz habe nicht dargelegt, was sie dazu bewogen habe, die stichhal-

tigen Einwendungen des Beschwerdeführers zu übergehen. Bezeichnend 

sei in diesem Zusammenhang, dass in den angefochtenen Beschlüssen 

der Hinweis angebracht sei, wonach nicht berücksichtigte Leistungserbrin-

ger eine separate individuelle Verfügung, gegen die innert 30 Tagen Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben werden könne, erhal-

ten würden. Dass die Vorinstanz zusätzlich zu den Beschlüssen mit im 

Schlussbericht enthaltener Begründung offenbar noch individuelle Verfü-

gungen habe erlassen wollen, deute darauf hin, dass selbst sie die Begrün-

dung im Schlussbericht vom 31. Januar 2019 für unzulänglich erachtet 

habe (B-act. 1 Rz. 36-43). 

5.5.2 In ihrer Vernehmlassung führt die Vorinstanz aus, im Beschluss des 

HSM-Beschlussorgans betreffend die Pankreasresektion bei Erwachsenen 

sei explizit festgehalten worden, dass diejenigen Spitäler, die sich für den 

entsprechenden Leistungsauftrag beworben hätten, aber unberücksichtigt 

geblieben seien, separat mit individueller Verfügung orientiert würden. Vor-

liegend sei die individuelle Verfügung mit umfangreicher Begründung am 

17. April 2019 eröffnet worden. Da die erste Beschwerdeschrift des Be-

schwerdeführers vor Erlass dieser Verfügung ergangen sei, gehe die Vor-

instanz davon aus, dass sich damit die Geltendmachung der angeblichen 

Verletzung des rechtlichen Gehörs erledigt habe. Die Vorinstanz habe die-

ses Vorgehen im Übrigen so gewählt, da die jeweiligen individuellen Verfü-

gungen mit den ausführlichen Begründungen auch Ausführungen beinhal-

ten würden, die nicht einfach publiziert und damit für jedermann ersichtlich 

gemacht werden könnten bzw. sollten, was wohl auch im Ansinnen der ein-

zelnen nicht berücksichtigten Bewerber sein dürfte. Bestritten werde daher, 

dass die Vorinstanz die Begründung im Schlussbericht selbst als unzuläng-

lich erachtet haben soll, indem sie noch eine weitere Begründung nachge-

schoben habe. Es müsse in einem Massenverfahren möglich sein, auf ei-

nen Bericht verweisen zu können und separate Begründungen individuell 

zuzustellen. Die Vorinstanz habe ein Vorgehen in Anlehnung an die Aus-

führungen des Bundesverwaltungsgerichts in der Erwägung 5.6 des Urteils 

C-4156/2011 gewählt und als konform erachtet. Sie erachte die Begrün-

dungspflicht mit ihrem Vorgehen als gewahrt. Der Beschwerdeführer sei 

angehört worden und es sei auf seine Ausführungen eingegangen und die 

anschliessende Nichtzuteilung ausführlich begründet worden. Somit liege 

keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vor (B-act. 15 Rz. 42). 

C-1405/2019 

Seite 20 

5.5.3 Auch das BAG verweist in seiner Stellungnahme auf das Urteil des 

Bundesverwaltungsgerichts C-4156/2011, in welchem das Gericht in Erwä-

gung 5.6 festgehalten habe, es habe nicht zu entscheiden, wie der vor-

instanzliche Beschluss abzufassen sei, damit er der Begründungspflicht 

rechtsgenüglich Rechnung trage. Dies liege in der Kompetenz des Be-

schlussorgans. Jedenfalls seien aber mit dem gewählten Vorgehen die 

Verfahrensgrundsätze zum rechtlichen Gehör einzuhalten. Das Beschlus-

sorgan habe eine der vorgeschlagenen Methoden zur Beschlussabfassung 

verwendet (Publikation Leistungszuteilung mit Schlussbericht inkl. späterer 

Zustellung von individuellen Begründungen an nicht berücksichtigte Leis-

tungserbringer). Die Vorgehensweise sei somit nicht zu beanstanden. Auf-

grund des grossen Ermessensspielraums der Vorinstanz und des bedeu-

tenden Eingriffs in die Interessen der Beschwerdeführer seien jedoch ge-

mäss bereits erwähntem Urteil C-4156/2011 vorliegend erhöhte Anforde-

rungen an die Begründungspflicht zu stellen. Im Bewerbungsverfahren 

habe der Beschwerdeführer diverse Einwände vorgebracht (vgl. dazu 

B-act. 21 Rz. 1.1). In der individuellen Verfügung vom 17. April 2019 setze 

sich das Beschlussorgan lediglich mit den Intention-to-treat-Fällen vertieft 

auseinander, gehe aber nicht auf die anderen Punkte der Beschwerdefüh-

rer ein. Es sei somit vorliegend zu prüfen, ob eine Verletzung der erhöhten 

Begründungspflicht und somit des rechtlichen Gehörs vorliege. Bei der Be-

gründung von Spitallistenentscheiden, für die ein breites Anhörungsverfah-

ren durchgeführt werde, sei es jedoch nicht praktikabel, auf die Stellung-

nahmen aller Anhörungsteilnehmer detailliert einzugehen. Der Schlussbe-

richt vom 31. Januar 2019 und die individuelle Verfügung vom 17. April 

2019 würden indessen klar begründen, dass das Nichterreichen der Min-

destfallzahl für die Verweigerung des Leistungsauftrags ausschlaggebend 

gewesen sei. Insgesamt liege damit aus Sicht des BAG keine Verletzung 

der Begründungspflicht vor, auch wenn das Beschlussorgan auf zwei Ein-

wände nicht detaillierter eingehe (B-act. 21 Rz. 1.3). 

5.5.4 In ihren Schlussbemerkungen bringt die Vorinstanz vor, angesichts 

dessen, dass der Beschwerdeführer seine Bemerkungen mit Ausnahme 

der Fachliteratur und Fallzahl pro Chirurg im Rahmen des rechtlichen Ge-

hörs wiederholt habe, sei die Vorinstanz davon ausgegangen, dass die wie-

derholten Themen die zentralen Einwendungen seien und habe daher ins-

besondere zu diesen Stellung genommen. Zudem habe die Vorinstanz die 

Anforderungen an den Leistungsauftrag vorgängig mit den Bewerbungs-

unterlagen bekannt gegeben, sodass bekannt gewesen sei, wie die mass-

gebenden Fallzahlen ermittelt würden. Der Beschwerdeführer sei somit 

C-1405/2019 

Seite 21 

vollständig darüber orientiert gewesen, welches die Anforderungen an ei-

nen Leistungsauftrag seien und worauf sich die Vorinstanz dabei stütze. 

Dazu sei keine (separate) Anhörung durchzuführen; ebenso wenig seien 

die Leistungserbringer vor dem Anhörungsverfahren dazu anzuhören, auf 

welche Grundlagen (Studien etc.) die Vorinstanz ihre Versorgungsplanung 

abstützen wolle. Gemäss Ausführungen des Bundesverwaltungsgerichts 

genüge es grundsätzlich, wenn die Parteien vor dem Beschluss der Spital-

liste einmal angehört würden. Etwas anderes sei in einem Massenverfah-

ren, wie dem vorliegenden, mangels Praktikabilität auch nicht möglich. Ent-

sprechend wäre es dem Beschwerdeführer möglich gewesen, sämtliche 

Einwendungen in seiner Stellungnahme im Rahmen der Gewährung des 

rechtlichen Gehörs vorzutragen. Aus dem angefochtenen Beschluss des 

HSM-Beschlussorgans vom 31. Januar 2019 und der begründeten Verfü-

gung vom 17. April 2019 ergebe sich zudem mit ausreichender Deutlich-

keit, dass und weshalb die Vorinstanz dem Beschwerdeführer keinen Leis-

tungsauftrag erteilt habe. Zentral für die Nichtzuteilung sei das Nichterrei-

chen der Fallzahl pro Institution gewesen. Entsprechend sei vor allem auch 

auf den Einwand des Beschwerdeführers, dass die Intention-to-treat-Fälle 

nicht mitgezählt worden seien, eingegangen worden. Die Fallzahl pro Chi-

rurg hätte am Umstand, dass die Fallzahl pro Institution nicht erreicht wor-

den sei, ohnehin nichts geändert. Der Beschwerdeführer habe sich somit 

ohne Weiteres ein hinreichendes Bild über die Tragweite der Nichtzuteilung 

machen können. Es sei ihm denn auch offensichtlich möglich gewesen, die 

Verfügung sachgerecht anzufechten. Insofern sei aus Sicht der Vorinstanz 

nicht ersichtlich, dass das rechtliche Gehör verletzt worden wäre (B-act. 27 

Rz. 2-6). 

5.5.5 Der Beschwerdeführer führt in seinen Schlussbemerkungen aus, die 

Schlussfolgerung des BAG, dass es nicht praktikabel sei, auf die Stellung-

nahmen aller Anhörungsteilnehmer detailliert einzugehen, treffe nicht zu: 

Zum einen gehe es vorliegend nicht um Stellungnahmen von Anhörungs-

teilnehmern im Anhörungsverfahren, sondern um Vorbringen des Be-

schwerdeführers im Rechtsmittelverfahren. Zum anderen würden der 

grosse Ermessensspielraum der Vorinstanz und der bedeutende Eingriff in 

die Interessen des Beschwerdeführers dafür sprechen, an die Begründung 

der Nichtzulassung des Beschwerdeführers für den Leistungsauftrag Pan-

kreasresektion erhöhte Anforderungen zu stellen. Es sei mit dem BAG fest-

zuhalten, dass die Vorinstanz auch in der individuellen Verfügung auf  

massgebende Einwände des Beschwerdeführers nicht eingegangen sei. 

Die Vorinstanz gehe daher zu Unrecht davon aus, dass sich die Geltend-

C-1405/2019 

Seite 22 

machung der Verletzung des rechtlichen Gehörs mit der individuellen Ver-

fügung vom 17. April 2019 erledigt habe. Im Ergebnis habe die Vorinstanz 

weder im angefochtenen Beschluss beziehungsweise in der angefochte-

nen Verfügung noch im darin gründenden Verfahren rechtsgenüglich be-

gründet, weshalb der Beschwerdeführer nicht als Leistungserbringer im 

Bereich Pankreasresektion zugelassen worden sei beziehungsweise zuzu-

lassen sei. Die Vorinstanz habe erst im Beschwerdeverfahren entscheid-

wesentliche Aspekte offengelegt, womit dem Beschwerdeführer erstmals 

mit Zustellung der Vernehmlassung die konkreten Gründe für die Nichtbe-

rücksichtigung des Beschwerdeführers als Leistungserbringer erkennbar 

geworden seien. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs wiege in casu 

schwer und sei über das ganze Verfahren hinweg erfolgt. Die Sache sei 

deshalb in jedem Fall zum neuen Entscheid an die Vorinstanz zurückzu-

weisen (B-act. 28 Rz. 10-13).  

 

Weiter führt er unter dem Titel «rechtswidriger Qualitätsbegriff der Vor-

instanz» aus, wenn nun die Vorinstanz als angeblichen Beweis für ihren 

Standpunkt, dass Fallzahlen Qualitätsindikatoren seien, eine «Zusammen-

stellung relevanter Fachliteratur zu Mindestfallzahlen» einreiche, so sei da-

rauf hinzuweisen, dass sie zuvor den Einwand des Beschwerdeführers, 

wonach die in den Berichten angeführte Literatur Zentren mit sehr hohen 

und solche mit sehr niedrigen Fallzahlen vergleiche und zu Zentren mit 

mittleren Fallzahlen keine Aussage treffe, mit keinem Wort behandelt habe. 

Dass die verfügende Instanz entscheidwesentliche Aspekte erst im Be-

schwerdeverfahren offen lege, sei nicht akzeptabel. Eine Heilung der Ver-

letzung des rechtlichen Gehörs komme von Vornherein nicht in Betracht, 

zumal das Bundesverwaltungsgericht einzige Beschwerdeinstanz sei und 

im Beschwerdeverfahren die Rüge der Unangemessenheit nicht vorge-

bracht werden könne. Ebenso könnten neue Tatsachen und Beweismittel 

nur so weit vorgebracht werden, als erst der angefochtene Beschluss dazu 

Anlass gebe. Die Sache sei deshalb in jedem Fall zum neuen Entscheid 

an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. B-act. 28 Rz. 37). 

5.6 Nachfolgend sind die Verfügung vom 17. April 2019 und der Beschluss 

vom 31. Januar 2019 – soweit dieser als Individualverfügung die Verwei-

gerung des Leistungsauftrags an den Beschwerdeführer betrifft – einer ge-

meinsamen Gesamtbetrachtung zu unterziehen. Zu prüfen ist, ob die Vor-

instanz ihrer Begründungspflicht, welcher im Beschluss vom 31. Januar 

2019 noch nicht Genüge getan worden sein dürfte, mit Erlass der vorange-

kündigten individuellen Verfügung vom 17. April 2019 nachgekommen ist 

(vgl. dazu auch Urteile des BVGer C-1306/2019 bzw. C-2651/2019 vom 

C-1405/2019 

Seite 23 

21. September 2021 E. 4.6 und C-1313/2019 bzw. C-2654/2019 vom 

11. November 2021 E. 4.6): 

5.6.1 Bereits aus dem Schlussbericht vom 31. Januar 2019, welcher integ-

raler Bestandteil des Beschlusses vom 31. Januar 2019 bildet, geht hervor, 

dass der Beschwerdeführer im HSM-Bereich der Pankreasresektion insbe-

sondere aufgrund der nicht erreichten Mindestfallzahl als Leistungserbrin-

ger nicht berücksichtigt worden ist (vgl. GDK2-act. 4.013 S. 94 = B-act. 1 

Beilage 5 S. 94). Zudem wurde im Rahmen der Auswertung der Bewerbun-

gen beziehungsweise der Anhörung festgehalten, das HFR sei der Ansicht, 

dass nicht nur die durchgeführten, sondern auch die unter Intention-to-treat 

fallenden Fälle gezählt werden sollten. Ausserdem werde gemäss HFR die 

Quantität zuungunsten der Qualität gewertet (vgl. S. 79).  

 

In der Verfügung vom 17. April 2019 wurde wiederum festgehalten, das 

HFR erfülle insbesondere die Anforderung der Mindestfallzahl von 12 Ein-

griffen im Durchschnitt der Jahre 2014 - 2016 nicht. Weiter sei das HFR als 

«eher unwirtschaftlich» eingestuft worden. In diesem Zusammenhang sei 

jedoch zu berücksichtigen, dass aufgrund der geringen Fallzahlen die Wirt-

schaftlichkeitsprüfung statistisch wenig aussagekräftig sei (vgl. B-act. 8 

Beilage 1 Ziff. 2 = B-act. 10 Beilage 2 Ziff. 2). In der Folge fasste das Be-

schlussorgan die ihres Erachtens wichtigsten Vorbringen des Beschwerde-

führers im vorinstanzlichen Verfahren zusammen (Ziff. 3) und setzte sich 

insbesondere mit der geltend gemachten Berücksichtigung des künftigen 

Potenzials (Ziff. 4.1), den Qualitätsdaten des Adjumed-Registers (Ziff. 4.2), 

der Bedarfsdeckung im Bereich Pankreasresektion (Ziff. 4.3) sowie den In-

tention-to-treat-Fällen (Ziff. 4.4) auseinander. 

5.6.2 Entsprechend ist mit dem Beschwerdeführer (vgl. oben E. 5.5.1 und 

5.5.5) und dem BAG (vgl. oben E. 5.5.3) festzuhalten, dass die Vorinstanz 

nicht auf restlos alle Vorbringen des Beschwerdeführers eingegangen ist. 

Insbesondere hat sich das HSM-Beschlussorgan weder im Beschluss noch 

der individuellen Verfügung mit der Kritik des Beschwerdeführers im Rah-

men der Anhörung an der Erläuternden Notiz (im Zusammenhang mit den 

berücksichtigten Studien zu Mindestfallzahlen) und an der ausschliessli-

chen Betrachtung der Fallzahlen pro Institution anstatt pro Chirurg aus-

drücklich auseinandergesetzt.  

 

Allerdings ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass eine ausdrückliche Ausei-

nandersetzung mit jeder tatsächlichen Behauptung und mit jedem rechtli-

chen Einwand vor dem Hintergrund des Anspruchs auf rechtliches Gehör 

C-1405/2019 

Seite 24 

nicht erforderlich ist (vgl. auch oben E. 5.1). Wie bereits aufgezeigt (vgl. 

oben E. 5.6.1) sind die Überlegungen, von denen sich die Vorinstanz hat 

leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt, spätestens in der Verfü-

gung vom 17. April 2019 dargelegt worden. Der erhöhten Anforderung an 

die Begründungsdichte bei HSM-Spitallistenentscheiden ist die Vorinstanz 

mit dem zusätzlichen Erlass der individuellen Verfügung nachgekommen. 

 

Im Übrigen ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer durchaus in der 

Lage war, sowohl den Beschluss vom 31. Januar 2019 als auch die Verfü-

gung vom 17. April 2019 sachgerecht anzufechten. Im Zusammenhang mit 

der vorgebrachten Rüge, es sei nicht akzeptabel, dass entscheidwesentli-

che Aspekte («Zusammenstellung relevanter Fachliteratur zu Mindestfall-

zahlen») erst im Beschwerdeverfahren offengelegt würden (vgl. oben 

E. 5.5.5 zweiter Absatz), ist ausserdem darauf hinzuweisen, dass Fachlite-

ratur und Fachinformationen der Stellenwert von allgemeinen und gerichts-

notorischen Tatsachen zukommt, welche die Vorinstanz berücksichtigen 

darf, ohne dass es den Beschwerdeführer vorher dazu anhören muss (vgl. 

dazu Urteil des BVGer C-5006/2019 vom 31. März 2021 E. 4.4 vierter Ab-

satz mit Hinweis auf Urteil des BGer 9C_550/2011 vom 23. März 2012 

E. 1.1 m.w.H.). 

5.7 Zusammenfassend ist aufgrund der obigen Ausführungen festzuhalten, 

dass der Vorinstanz im vorliegenden Verfahren keine Verletzung des recht-

lichen Gehörs vorzuwerfen ist. 

6.  

Im Rahmen seiner Beschwerde macht der Beschwerdeführer weiter gel-

tend, das HSM-Fachorgan sei nicht unabhängig (vgl. B-act. 1 Rz. 33, 97-

102), und in den Schlussbemerkungen wirft er zudem auf, dass sein An-

spruch auf eine unparteiische und unbefangene Behörde verletzt wäre, 

wenn Mitglieder des HSM-Fachorgans bei Beschlüssen betreffend das «ei-

gene» Spital nicht in den Ausstand getreten sein sollten (B-act. 28 Rz. 46). 

Diese Rügen des Beschwerdeführers sind (ebenfalls) vorab zu prüfen. Ins-

besondere der Anspruch auf eine unbefangene Entscheidinstanz ist for-

meller Natur und ein Entscheid, der in Missachtung der Ausstandsvor-

schriften getroffen worden ist, ist regelmässig unabhängig von den Erfolg-

saussichten in der Sache selbst aufzuheben (vgl. Urteil des BGer 

2C_178/2020 vom 19. Juni 2020 E. 2.7 m.w.H.). 

6.1 Gemäss Art. 4 Abs. 1 IVHSM besteht das HSM-Fachorgan aus höchs-

tens 15 unabhängigen Experten, bei deren Bestellung mehrere geeignete 

C-1405/2019 

Seite 25 

Bewerber aus dem Ausland zu berücksichtigen sind. Die Mitglieder legen 

ihre Interessen in einem Interessenbindungsregister offen (aktuelle Mitglie-

derliste sowie Interessenbindungsregister abrufbar unter https://www.gdk-

cds.ch/de/hochspezialisierte-medizin/organisation/organe). Das HSM-

Fachorgan bereitet unter anderem die Entscheidungen des HSM-Be-

schlussorgans vor (insbesondere Vorbereitungen der Zuteilung) und stellt 

an das Beschlussorgan die entsprechenden fachbezogen und wissen-

schaftlich begründeten Anträge (Art. 4 Abs. 1 und 3 IVHSM). Gemäss dem 

Erläuternden Bericht zur IVHSM, verabschiedet zuhanden der Kantone 

von der Plenarversammlung der Schweizerischen Konferenz der kantona-

len Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren am 14. März 2008 (abrufbar 

unter https://www.zrk.ch/fileadmin/dateien/dokumente/medienmitteilun-

gen/ hochspezialisierte-medizin_bericht.pdf), soll das Fachorgan – im Ge-

gensatz zum Beschlussorgan, welches ein politisches Organ mit Ent-

scheidkompetenz ist (vgl. S. 7, Art. 2) – mit unabhängigen Experten, das 

heisst vornehmlich mit ungebundenen akademischen Fachleuten, besetzt 

werden. Die Mitglieder sollen sich bei ihren Entscheidungen ausschliess-

lich von ihrer fachlichen Meinung leiten lassen und keine Partikularinteres-

sen ihres Herkunftsortes vertreten. Zur weitestgehenden Gewährleistung 

der Unabhängigkeit sollen auch ausländische Experten beigezogen wer-

den. Zusätzlich soll durch das zu schaffende Interessenbindungsregister 

für Transparenz gesorgt werden (vgl. S. 9, Art. 4 Abs. 1). 

6.2 Die Ausstandsregeln für das HSM-Fachorgan erlässt das Beschlussor-

gan (Art. 4 Abs. 5 IVHSM). Sofern das HSM-Beschlussorgan die erwähn-

ten Ausstandsregeln erlassen hat, sind diese jedoch weder publiziert noch 

in den Vorakten im vorliegenden Beschwerdeverfahren enthalten. Der An-

spruch auf unbefangene Entscheidträger der Verwaltung ergibt sich jedoch 

bereits aus Art. 29 Abs. 1 BV. Danach hat jede Person in Verfahren vor Ge-

richts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und gerechte Be-

handlung sowie auf Beurteilung innert angemessener Frist. Konkretisiert 

wird Art. 29 Abs. 1 BV durch Art. 10 Abs. 1 VwVG (vgl. STEPHAN BREITEN-

MOSER / MARION SPORI FEDAIL, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Pra-

xiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016, Rz. 17 zu Art. 10 VwVG), der vorlie-

gend anwendbar ist, da auf die Beschlüsse betreffend die Festsetzung der 

gemeinsamen Spitalliste sinngemäss die bundesrechtlichen Vorschriften 

über das Verwaltungsverfahren und damit das VwVG Anwendung finden 

(vgl. Art. 12 Abs. 2 IVHSM). Gemäss Art. 10 VwVG treten Personen, die 

eine Verfügung zu treffen oder vorzubereiten haben, in den Ausstand, 

wenn sie in der Sache ein persönliches Interesse haben (Bst. a), mit einer 

Partei durch Ehe oder eingetragene Partnerschaft verbunden sind oder mit 

C-1405/2019 

Seite 26 

ihr eine faktische Lebensgemeinschaft führen (Bst. b), mit einer Partei in 

gerader Linie oder bis zum dritten Grade in der Seitenlinie verwandt oder 

verschwägert sind (Bst. bbis), Vertreter einer Partei sind oder für eine Partei 

in der gleichen Sache tätig waren (Bst. c), aus anderen Gründen in der 

Sache befangen sein könnten (Bst. d).  

 

Mit den Ausstandsregeln soll die objektive Beurteilung durch eine unpartei-

ische und unvoreingenommene Behörde gewährleistet werden. Die Aus-

standsvorschriften sind sowohl auf Personen anwendbar, welche einen 

Entscheid alleine oder zusammen mit anderen zu fällen haben, als auch 

auf Personen, welche an einem Entscheid in irgendeiner Form mitwirken 

und auf den Ausgang des Verfahrens Einfluss nehmen können (vgl. BEN-

JAMIN SCHINDLER, Die Befangenheit der Verwaltung, 2002, S. 74; RETO 

FELLER / PANDORA KUNZ-NOTTER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kom-

mentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 

2. Aufl. 2019, Rz. 5 zu Art. 10 VwVG). 

6.3 Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt eine Befangen-

heit im Sinne der Generalklausel von Art. 10 Bst. d VwVG vor, wenn Um-

stände bestehen, die das Misstrauen in die Unbefangenheit und damit in 

die Unparteilichkeit des Amtswalters objektiv rechtfertigen. Auf das subjek-

tive Empfinden der Partei, welche die Befangenheit behauptet, kommt es 

dabei ebenso wenig an wie darauf, ob der Betroffene tatsächlich befangen 

ist. Es genügt, dass ein entsprechender Anschein durch objektive Um-

stände und vernünftige Gründe glaubhaft dargetan erscheint. Für verwal-

tungsinterne Verfahren gilt dabei nicht der gleich strenge Massstab wie ge-

mäss Art. 30 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK für unabhängige richterliche Be-

hörden. Im Interesse einer beförderlichen Rechtspflege sind Ablehnungs- 

und Ausstandsbegehren gegen nicht richterliche Justizpersonen bezie-

hungsweise gegen Personen, die an einem Verwaltungsentscheid in ir-

gendeiner Form beratend oder instruierend mitwirken, nicht leichthin gut-

zuheissen. Die für den Anschein der Befangenheit sprechenden Umstände 

müssen jeweils im Einzelfall unter Berücksichtigung der Funktion und der 

Organisation der betroffenen Verwaltungsbehörde gewichtet werden. Dass 

ein Mitglied oder Mitarbeiter einer Behörde im Rahmen seiner Aufgabe be-

reits eine bestimmte inhaltliche Position vertreten hat, begründet für sich 

allein noch keine Befangenheit (vgl. zum Ganzen Urteil des BGer 

2C_695/2014 vom 16. Januar 2015 E. 4.2 m.w.H.).  

6.4 Die Parteien äussern sich in diesem Zusammenhang wie folgt: 

C-1405/2019 

Seite 27 

6.4.1 Beschwerdeweise macht der Beschwerdeführer geltend, die Unab-

hängigkeit des HSM-Fachorgans sei aufgrund seiner Zusammensetzung 

nicht gegeben. Obschon ein Grossteil der Mitglieder den Status «Emeri-

tiert» aufweise, sei ein enger Bezug sowohl zum eigenen Kanton als auch 

zu der entsprechenden Klinik ganz klar gegeben. Insbesondere die Mitglie-

der, welche Universitäten und Universitätsspitäler vertreten würden, Insti-

tutionen also, die im Hinblick auf die Planung der HSM sehr starke Eigen-

interessen vertreten würden, verhinderten eine genügende Unabhängig-

keit des Gremiums von Partikularinteressen. Als unabhängig könnten 

höchstens die Mitglieder aus dem Ausland angesehen werden, da ihr Urteil 

kaum durch eigene Interessen mit Bezug auf die schweizerische Gesund-

heitspolitik beeinflusst werde. Diese einseitige Zusammensetzung, die sich 

bereits im vorangehenden Verfahren gezeigt habe und mit Beschwerde 

vom 10. Oktober 2013 beanstandet worden sei, habe sich offensichtlich 

direkt auf den Inhalt der angefochtenen Beschlüsse ausgewirkt. Es sei 

denn auch bezeichnend, dass gerade vom Centre Hospitalier Universitaire 

Vaudois (nachfolgend CHUV) in Lausanne, welches sowohl im Bereich  

Oesophagusresektion als auch im Bereich Pankreasresektion einen Leis-

tungsauftrag erhalten habe, zwei Vertreter im HSM-Fachorgan dabei seien. 

Die Zusammensetzung des HSM-Fachorgans verletze damit Art. 4 Abs. 1 

IVHSM (B-act. 1 Rz. 100-102). 

6.4.2 Die Vorinstanz bringt in der Vernehmlassung vor, die Mitglieder des 

HSM-Fachorgans würden keine Spitäler vertreten. Sie würden im Übrigen, 

wenn es um die Zuteilung eines Leistungsauftrags zuhanden des «eige-

nen» Spitals gehe, in den Ausstand treten. Die Unabhängigkeit sei deshalb 

gewahrt. Das HSM-Fachorgan könne zudem nur dem HSM-Beschlussor-

gan Antrag stellen. Der definitive Beschluss einer Zuteilung erfolge durch 

das HSM-Beschlussorgan. Mit der vom Beschwerdeführer vorgebrachten 

Kritik an der Zusammensetzung des HSM-Fachorgans würden nach An-

sicht der Vorinstanz sinngemäss Ausstandsgründe geltend gemacht. Aus-

standsgründe könnten sich allerdings nur gegen bestimmte Personen rich-

ten. Da vorliegend nur die Zusammensetzung des HSM-Fachorgans als 

solches kritisiert worden und keine Ausstandsgründe substantiiert gegen 

einzelne konkrete Organmitglieder geltend gemacht worden seien, würden 

keine formellen Ausstandgründe vorliegen. Entsprechend werde bean-

tragt, dass das Bundesverwaltungsgericht diese auch nicht prüfe (B-act. 15 

Rz. 95-96). 

C-1405/2019 

Seite 28 

6.4.3 In seiner Stellungnahme führt das BAG diesbezüglich aus, das HSM-

Fachorgan sei für seine Aufgabenerledigung auf Informationen von Fach-

personen angewiesen. Für diese seien die Verhältnisse der Schweiz mass-

gebend, wodurch viele Informationen nicht von ausländischen Quellen be-

zogen werden könnten. Es liege daher in der Natur des HSM-Bereichs, 

dass schweizerische Fachpersonen auch in den Spitälern tätig seien, wo 

die hochspezialisierte Medizin durchgeführt werde. Eine generelle Ver-

pflichtung von Personen, deren Spitäler als Leistungserbringer der HSM in 

Frage kommen, in den Ausstand zu treten und keine Auskünfte zu erteilen, 

würde in diesem Zusammenhang die sachgerechte Beschlussfassung ver-

unmöglichen. Des Weiteren könne nicht substantiiert werden, dass die be-

hauptete einseitige Besetzung dazu geführt habe, dass beispielsweise das 

CHUV einen Leistungsauftrag in der Pankreasresektion bekommen habe, 

da auch diverse Institutionen Leistungsaufträge erhalten hätten, die nicht 

im HSM-Fachorgan vertreten seien (z.B. Kantonsspital Aarau AG, Kan-

tonsspital Graubünden und andere). Schliesslich gehe das BAG mit der 

Argumentation des Beschlussorgans einher, dass keine formellen Aus-

standsgründe vorliegen würden, die zu prüfen seien (B-act. 21 Rz. 9.3). 

6.4.4 Der Beschwerdeführer legt in seinen Schlussbemerkungen dar, es 

bestehe in der Frage des Vorhandenseins einer Ausstandspflicht der Mit-

glieder des HSM-Fachorgans zwischen dem BAG und der Vorinstanz of-

fensichtlich ein Dissens. Aufgrund des Anspruchs auf eine unparteiische 

und unbefangene Behörde gemäss Art. 29 Abs. 1 BV sowie aufgrund von 

Art. 10 Abs. 1 VwVG sei eine Ausstandpflicht bei potenzieller Befangenheit 

in jedem Fall zu bejahen. Es stelle sich damit die Frage, ob die einzelnen 

Mitglieder des HSM-Fachorgans, als es um die Erteilung eines Leistungs-

auftrags zuhanden des «eigenen» Spitals gegangen sei, in den Ausstand 

getreten seien oder nicht. Sollte von der Vorinstanz nicht nachgewiesen 

werden, dass die einzelnen Mitglieder des HSM-Fachorgans jeweils in den 

Ausstand getreten seien, als es um die Erteilung eines Leistungsauftrags 

zuhanden des «eigenen» Spitals gegangen sei, wäre der Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine unparteiische und unbefangene Behörde ge-

mäss Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 4 Abs. 1 IVHSM verletzt (B-act. 28 Rz. 43-

46). 

6.5 Grundsätzlich kann im vorliegenden Verfahren die Anwendung inter-

kantonalen Rechts gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungs-

gerichts nicht überprüft werden, ausser es liegt gleichzeitig eine Verletzung 

von Bundesrecht vor (vgl. oben E. 4.1 zweiter Absatz). Im vorliegenden Fall 

C-1405/2019 

Seite 29 

kann jedoch offen bleiben, ob die Rügen des Beschwerdeführers betref-

fend Unabhängigkeit und Befangenheit, welche in erster Linie auf die un-

richtige Anwendung von Art. 4 Abs. 1 IVHSM sowie Art. 4 Abs. 5 IVHSM 

und des allfälligen Ausstandsreglements (bzw. die sinngemässe Anwen-

dung von Art. 10 VwVG gestützt auf Art. 12 Abs. 2 IVHSM) und damit inter-

kantonalen Rechts abzielen, vor diesem Hintergrund überhaupt zu über-

prüfen wären. Der Beschwerdeführer bringt nämlich lediglich pauschal vor, 

die Mitglieder des HSM-Fachorgans, welche nicht aus dem Ausland seien, 

seien nicht unabhängig, weil jeweils ein enger Bezug sowohl zum eigenen 

Kanton als auch zur entsprechenden Klinik ganz klar gegeben sei, auch 

wenn viele zwischenzeitlich emeritiert seien. Damit wird nicht für jedes ein-

zelne Mitglied des HSM-Fachorgans ein spezifischer und substantiierter 

Ausstandsgrund geltend gemacht (vgl. zu pauschalen Ausstandsbegehren 

anstelle vieler: Urteil des BGer 9C_773/2018 vom 3. April 2019 E. 4.4 

m.w.H.). Überdies ist die vom Beschwerdeführer geltend gemachte direkte 

Auswirkung der einseitigen Zusammensetzung des HSM-Fachorgans auf 

den Inhalt des angefochtenen Beschlusses (vgl. oben E. 6.4.1) für das Ge-

richt nicht nachvollziehbar: Es ist vielmehr festzustellen, dass das CHUV 

im vorliegend relevanten Bereich der Pankreasresektion die Anforderun-

gen an die Leistungserbringer erfüllt (vgl. GDK2-act. 4.013 S. 83) und in 

den Jahren 2014 - 2016 insbesondere durchschnittlich jeweils 58 Eingriffe 

vorgenommen hat (vgl. GDK2-act. 4.013 S. 41). Ausserdem ist dem BAG 

zuzustimmen (vgl. oben E. 6.4.3), dass auch Leistungserbringer berück-

sichtig worden sind, die keine Vertreter im HSM-Fachorgan stellen.  

 

Soweit der Beschwerdeführer in seinen Schlussbemerkungen zudem vor-

bringt, dass sein Anspruch auf eine unparteiische und unbefangene Be-

hörde verletzt wäre, wenn Mitglieder des HSM-Fachorgans bei Beschlüs-

sen betreffend das «eigene» Spital nicht in den Ausstand getreten sein soll-

ten, ist festzuhalten, dass diese Rüge gemäss der Rechtsprechung zu den 

Ausstandsgründen ungenügend substantiiert ist, weil unklar bleibt, welche 

Mitglieder des HSM-Fachorgans aufgrund welcher Gründe befangen sein 

sollen (vgl. oben E. 6.3). Den Unterlagen im Beschwerdeverfahren ist im 

Übrigen zu entnehmen, dass diverse Mitglieder des HSM-Fachorgans bei 

der Abstimmung über die Empfehlung zur Zuteilung beziehungsweise 

Nichtzuteilung eines Leistungsauftrags im Bereich der Pankreasresektion 

anlässlich der Sitzung des Fachorgans vom 26. November 2018 jeweils bei 

unterschiedlichen Leistungserbringern in den Ausstand getreten sind und 

die Beschlüsse darüber hinaus von den verbleibenden Mitgliedern jeweils 

einstimmig gefällt wurden (GDK2-act. 4.008 S. 3 f.). Damit erweist sich die-

ser Vorwurf als unbegründet. 

C-1405/2019 

Seite 30 

7.  

Im Folgenden werden die für die Streitsache wesentlichen Bestimmungen 

und von der Rechtsprechung dazu entwickelten Grundsätze dargestellt. 

7.1 Spitalplanung ist grundsätzlich Aufgabe der Kantone (vgl. Art. 39 

Abs. 1 Bst. e KVG; BVGE 2009/48 E. 12.1). Gemäss Art. 39 Abs. 2 KVG 

(in der seit 1. Januar 2009 gültigen Fassung) koordinieren die Kantone ihre 

Planung. Im HSM-Bereich beschliessen die Kantone nach Art. 39 Abs. 2bis 

KVG (in Kraft seit 1. Januar 2009) gemeinsam eine gesamtschweizerische 

Planung. Kommen sie dieser Aufgabe nicht zeitgerecht nach (vgl. auch 

Abs. 3 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des KVG [Spitalfinan-

zierung] vom 21. Dezember 2007 [AS 2008 2056]), so legt der Bundesrat 

fest, welche Spitäler für welche Leistungen auf den kantonalen Spitallisten 

aufzuführen sind. 

7.2 Um die gesamtschweizerische Planung zu gewährleisten, haben die 

Kantone am 14. März 2008 die IVHSM beschlossen, die – nachdem alle 

Kantone beigetreten sind – am 1. Januar 2009 in Kraft getreten ist. 

Art. 3 IVHSM regelt die Zusammensetzung, Wahl und Aufgaben des HSM-

Beschlussorgans. Das Beschlussorgan bestimmt gemäss Art. 3 Abs. 3 

IVHSM die Bereiche der hochspezialisierten Medizin, die einer schweiz-

weiten Konzentration bedürfen, und trifft die Planungs- und Zuteilungsent-

scheide. Hierzu erstellt es eine Liste der Bereiche der hochspezialisierten 

Medizin und der mit der Erbringung der definierten Leistungen beauftrag-

ten Zentren. Die Liste wird periodisch überprüft. Sie gilt als gemeinsame 

Spitalliste der Vereinbarungskantone gemäss Art. 39 KVG. Die Zuteilungs-

entscheide werden befristet (Art. 3 Abs. 4 IVHSM). Art. 9 Abs. 1 IVHSM 

hält zudem fest, dass die Vereinbarungskantone ihre Zuständigkeit ge-

mäss Art. 39 Abs. 1 Bst. e KVG zum Erlass der Spitalliste für den Bereich 

der hochspezialisierten Medizin dem HSM-Beschlussorgan übertragen. 

7.3 Das Bundesrecht schreibt den Kantonen nicht vor, in welcher Form sie 

über die gemeinsame gesamtschweizerische Planung Beschluss zu fas-

sen haben. Dass sie dafür ein durch interkantonale Vereinbarung (Konkor-

dat) geschaffenes interkantonales Organ, das mit entsprechenden Ent-

scheidungskompetenzen ausgestattet ist, vorgesehen haben, ist zulässig 

(BVGE 2012/9 E. 1.2.3.4; vgl. Art. 48 BV). 

7.4 Wie bei den kantonalen Spitalplanungen entscheidet auch über die 

HSM-Listen ein politisches Organ: Das HSM-Beschlussorgan setzt sich 

aus Mitgliedern der GDK-Plenarversammlung zusammen, wobei den fünf 

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Kantonen mit Universitätsspital je ein Sitz (mit Stimmrecht) zusteht und die 

weiteren fünf Sitze (mit Stimmrecht) auf die übrigen Kantone verteilt wer-

den (vgl. Art. 3 Abs. 1 IVHSM). Das HSM-Beschlussorgan hat die gesetzli-

chen Bestimmungen (einschliesslich die Planungskriterien gemäss 

Art. 58a ff. der Verordnung vom 27. Juni 1995 über die Krankenversiche-

rung [KVV, SR 832.102; jeweils in der Fassung vom 1. Januar 2019]; vgl. 

nachfolgend E. 7.8) und die IVHSM (vgl. nachfolgend E. 7.7) zu beachten; 

im Übrigen steht ihm jedoch ein weiter Ermessensspielraum zu (vgl. auch 

oben E. 4.1). 

7.5 Art. 4 Abs. 4 IVHSM definiert die Kriterien, welche das HSM-Be- 

schlussorgan bei der Zuordnung zum Bereich der HSM und bei der Zutei-

lung der Leistungsaufträge zu berücksichtigen hat. Die Kriterien für den im 

vorliegenden Verfahren interessierenden Zuteilungsentscheid sind die 

Qualität, die Verfügbarkeit hochqualifizierten Personals und Teambildung, 

die Verfügbarkeit der unterstützenden Disziplinen, die Wirtschaftlichkeit so-

wie das Weiterentwicklungspotenzial. Weiter sind die Relevanz des Be-

zugs zu Forschung und Lehre sowie die internationale Konkurrenzfähigkeit 

zu berücksichtigen. 

7.6 Die Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 

setzt den Leistungsauftrag aufgrund einer kantonalen oder interkantonalen 

Spitalliste voraus (Art. 35 i.V.m. Art. 39 Abs. 1 Bst. d und e sowie Abs. 2bis 

KVG). Ab dem Zeitpunkt der Bestimmung eines Bereiches der hochspezi-

alisierten Medizin und seiner (rechtskräftigen) Zuteilung an HSM-Zentren 

gelten abweichende Spitallistenzulassungen der Kantone im entsprechen-

den Umfang als aufgehoben (Art. 9 Abs. 2 IVHSM). 

7.7 Die IVHSM enthält spezifische Planungsgrundsätze für die HSM. Dem-

nach sollen die hochspezialisierten Leistungen zur Gewinnung von Syner-

gien auf wenige universitäre oder multidisziplinäre Zentren konzentriert 

werden (Art. 7 Abs. 1). Die Planung der HSM soll mit jener im Bereich der 

Forschung abgestimmt werden, Forschungsanreize sollen gesetzt und ko-

ordiniert werden (Art. 7 Abs. 2). Die Interdependenzen zwischen verschie-

denen hochspezialisierten medizinischen Bereichen sind bei der Planung 

zu berücksichtigen (Art. 7 Abs. 3), wobei die Planung jene Leistungen um-

fasst, die durch schweizerische Sozialversicherungen mitfinanziert werden 

(Art. 7 Abs. 4). Die Zugänglichkeit für Notfälle ist bei der Planung zu be-

rücksichtigen (Art. 7 Abs. 5), ebenso wie die vom schweizerischen Ge-

sundheitswesen erbrachten Leistungen für das Ausland; Kooperations-

möglichkeiten mit dem nahen Ausland können genutzt werden (Art. 7 

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Seite 32 

Abs. 6 und 7). Die Planung kann in Stufen erfolgen (Art. 7 Abs. 8). Gemäss 

Art. 8 IVHSM sind bei der Zuordnung der Kapazitäten folgende Vorgaben 

zu beachten: Die gesamten in der Schweiz verfügbaren Kapazitäten sind 

so zu bemessen, dass die Zahl der Behandlungen, die sich unter umfas-

sender kritischer Würdigung erwarten lassen, nicht überschritten werden 

kann (Bst. a). Die resultierende Anzahl der Behandlungsfälle der einzelnen 

Einrichtung pro Zeitperiode darf die kritische Masse unter den Gesichts-

punkten der medizinischen Sicherheit und der Wirtschaftlichkeit nicht un-

terschreiten (Bst. b). Den Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Zentren 

im Ausland kann Rechnung getragen werden (Bst. c). 

7.8 Im Übrigen sind bei der Erstellung einer interkantonalen Spitalliste 

grundsätzlich dieselben Anforderungen gemäss den Vorschriften des KVG 

sowie der Ausführungsverordnungen wie bei der Erstellung einer kantona-

len Spitalliste zu beachten (BVGE 2013/46 E. 6.4.1; vgl. auch RÜTSCHE/ 

PICECCHI, in: Basler Kommentar zum Krankenversicherungsgesetz und 

zum Krankenversicherungsaufsichtsgesetz, 2020, Rz. 95 zu Art. 39). Die 

zugelassenen Spitäler haben somit die Anforderungen von Art. 39 Abs. 1 

KVG zu erfüllen und das interkantonale Beschlussorgan hat die Planungs-

kriterien nach Art. 58a ff. KVV zu beachten. Das Beschlussorgan ermittelt 

den Bedarf in nachvollziehbaren Schritten und stützt sich auf statistisch 

ausgewiesene Daten und Vergleiche (Art. 58b Abs. 1 KVV). Es ermittelt 

das Angebot, das in Einrichtungen beansprucht wird, die nicht auf der von 

ihr erlassenen Liste aufgeführt sind (Abs. 2). Es bestimmt das Angebot, 

das durch die Aufführung der Spitäler auf der Spitalliste zu sichern ist, da-

mit die Versorgung gewährleistet ist. Dieses Angebot entspricht dem nach 

Art. 58b Abs. 1 KVV festgestellten Versorgungsbedarf abzüglich des nach 

Art. 58b Abs. 2 KVV ermittelten Angebots (Abs. 3). Bei der Beurteilung und 

Auswahl des auf der Liste zu sichernden Angebotes berücksichtigen die 

Kantone insbesondere die Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leistungser-

bringung, den Zugang der Patientinnen und Patienten zur Behandlung in-

nert nützlicher Frist sowie die Bereitschaft und Fähigkeit der Einrichtung 

zur Erfüllung des Leistungsauftrages (Abs. 4). Bei der Prüfung der Wirt-

schaftlichkeit und Qualität beachtet das Beschlussorgan insbesondere die 

Effizienz der Leistungserbringung, den Nachweis der notwendigen Quali-

tät, die Mindestfallzahlen (im Spitalbereich) und die Nutzung von Synergien 

(Abs. 5). Die Planung erfolgt für die Versorgung der versicherten Personen 

in Spitälern zur Behandlung von akutsomatischen Krankheiten leistungs-

orientiert (Art. 58c Bst. a KVV).   

 

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Seite 33 

Entsprechend ist im HSM-Bereich grundsätzlich auch die diesbezügliche 

Rechtsprechung zur kantonalen Spitalplanung zu berücksichtigen. 

7.9 Im Rahmen der Verpflichtung zur interkantonalen Koordination der Pla-

nungen nach Art. 39 Abs. 2 KVG müssen die Kantone insbesondere die 

nötigen Informationen über die Patientenströme auswerten und diese mit 

den betroffenen Kantonen austauschen (Art. 58d Bst. a KVV) und die Pla-

nungsmassnahmen mit den davon in ihrer Versorgungssituation betroffe-

nen Kantonen koordinieren (Bst. b). Während die Auswertung der nötigen 

Informationen über die Patientenströme auch bei der interkantonalen Pla-

nung der HSM von Bedeutung ist, dürften die übrigen in Bst. a und b ge-

nannten Anforderungen durch die Einsetzung des interkantonalen Be-

schlussorgans nach Art. 3 IVHSM abgedeckt sein. 

8.  

8.1 Bei der HSM-Spitalplanung lassen sich im Rahmen des Zuteilungsver-

fahrens – wie bei der kantonalen Spitalplanung auch – zwei Etappen un-

terscheiden: die Bedarfsermittlung (vgl. nachfolgend E. 8.2) und die Be-

darfsdeckung (vgl. nachfolgend E. 8.3). Zuerst ist der Bedarf der Einwoh-

nerinnen und Einwohner der Schweiz an stationärer Behandlung im ent-

sprechenden HSM-Bereich zu ermitteln. Nach der Bedarfsermittlung er-

folgt die Phase der Bedarfsdeckung mit der Auswahl der Leistungserbrin-

ger (vgl. Urteil des BVGer C-6266/2013 vom 29. September 2015 E. 4.3.2. 

m.H.). 

8.2 Im vorliegenden Fall ist (auch) die erste Stufe der HSM-Spitalplanung, 

das heisst die Bedarfsermittlung, umstritten.   

 

Die im Streit liegende Zuteilung der Leistungsaufträge im Bereich der kom-

plexen hochspezialisierten Viszeralchirurgie – Pankreasresektion bei Er-

wachsenen basiert auf dem prognostizierten Leistungsbedarf bis ins Jahr 

2025. Bei dieser Bedarfsprognose wurden basierend auf einem Nachfra-

gejahr Einflussfaktoren wie die demografische, medizintechnische, epide-

miologische, ökonomische und sonstige Entwicklung berücksichtigt (vgl. 

Bedarfsprognose HSM: Teilbericht Methodik Version 3.1 vom 23. Mai 2017 

S. 4 f. [GDK2-act. 2.001]). Verwendet wurden letztlich die definitiven Daten 

der Medizinischen Statistik des Bundesamts für Statistik des Jahres 2015. 

Unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Einflussfaktoren rechnet die 

Vorinstanz mit einer starken Zunahme der Fallzahlen um 34 % bis 2025 im 

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Seite 34 

Bereich der Pankreasresektionen und damit mit einer jährlichen Wachs-

tumsrate von 3 % (vgl. Bedarfsprognose HSM: Leistungsbereich Pan-

kreasresektion VIS1.1 Version 1.1 vom 22. September 2017 S. 3 und 11 f. 

[nachfolgend Bedarfsprognose zur Pankreasresektion; GDK2-act. 2.014]; 

Schlussbericht vom 31. Januar 2019 S. 66 [GDK2-act. 4.013]). 

8.3 Strittig ist zudem die Auswahl der Leistungserbringer, die den 

ermittelten Bedarf decken sollen, namentlich die Nichterteilung des 

Leistungsauftrags im Bereich der Pankreasresektion an den 

Beschwerdeführer. 

8.3.1 Für den Bereich der Pankreasresektion sind bei der Eröffnung des 

Bewerbungsverfahrens Ende 2016 – neben den generellen Anforderungen 

an die Leistungserbringer gemäss IVHSM und KVV sowie den Qualitäts-

anforderungen für alle fünf Bereiche der «Komplexen hochspezialisierten 

Viszeralchirurgie» – die folgenden spezifischen Qualitätsanforderungen 

vom HSM-Fachorgan festgelegt worden (vgl. Erläuternde Notiz zur Bewer-

bung für den HSM-Leistungsauftrag im Bereich «Komplexe hochspeziali-

sierte Viszeralchirurgie» vom 25. Oktober 2016 [GDK2-act. 1.004 S. 9]): 

- Strukturqualität:  

- Verantwortlicher Chirurg mit Schwerpunkttitel Viszeralchirurgie  

oder äquivalenter Qualifikation 

- Personelle und strukturelle Voraussetzungen, um postoperative 

Komplikationen selbständig und ohne Spitalverlegung zu behan-

deln (24/7 Verfügbarkeit einer diagnostischen und interventionel-

len Radiologie [oder Äquivalent]; 24/7 Verfügbarkeit eines qualifi-

zierten Chirurgen-Teams [Schwerpunkttitel Viszeralchirurgie oder 

äquivalente Qualifikation] mit der Möglichkeit einer chirurgischen 

[Re-]Intervention innerhalb eines indizierten Zeitintervalls [1h]; Mi-

nimalanforderung: 2 Ärzte mit Schwerpunkt Viszeralchirurgie oder 

äquivalenter Ausbildung) 

- Durch die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) 

anerkannte Intensivstation im Haus 

- 24/7 Verfügbarkeit einer interventionellen Endoskopie 

- Onkologie im Haus 

- Mindestfallzahlen: pro Standort muss eine Mindestfallzahl von 12 Ein-

griffen / Jahr im Durchschnitt über die letzten drei Jahre (gerechnet ab 

Endfrist des Bewerbungsverfahrens) erreicht werden 

- Prozessqualität: jeder Fall wird im interdisziplinären Tumorboard vor-

gestellt (zusammengesetzt gemäss Vorgaben der IVHSM-Organe) 

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Seite 35 

- Weiterbildung, Lehre und Forschung: aktive Teilnahme an klinischen 

Forschungsstudien oder anderen klinischen Forschungsprojekten 

8.3.2 Im Schlussbericht vom 31. Januar 2019 (GDK2-act. 4.013), welcher 

integraler Bestandteil des Beschlusses vom 31. Januar 2019 (GDK2-

act. 4.012; vgl. auch oben E. 5.6.1) bildet, legte die Vorinstanz dar, dass 

die Empfehlung für die Zuteilung eines HSM-Leistungsauftrags nach fol-

gendem Evaluationsschema erarbeitet worden sei: In einem ersten Schritt 

sei zu prüfen, ob die generellen und bereichsspezifischen Anforderungen 

pro Leistungserbringer erfüllt seien. Seien die Anforderungen nicht erfüllt, 

erfolge bereits hier keine Empfehlung für einen HSM-Leistungsauftrag. An-

sonsten werde in einem zweiten Schritt geprüft, ob in der Versorgungsre-

gion Bedarf für eine (zusätzliche) Leistungserbringung bestehe. Sofern der 

Bedarf bestehe, werde die Empfehlung für einen HSM-Leistungsauftrag 

abgegeben, andernfalls nicht. Bei der Beurteilung des Bedarfs in einer Ver-

sorgungsregion würden nebst den Fallzahlen und den Patientenströmen 

zudem weitere Kriterien (Vorhandensein eines HSM-Leistungserbringers 

in der Versorgungsregion; Bedarf für Leistungserbringung aufgrund der 

sprachlichen Region oder geographischen Lage) berücksichtigt 

(GDK2-act. 4.013 S. 90). 

8.3.3 In Bezug auf die Mindestfallzahlen hielt die Vorinstanz fest, diese 

seien anhand der im Register eingetragenen Fälle überprüft worden, dabei 

sei der Zeitraum vom 21. Dezember 2013 bis zum 20. Dezember 2016 

massgeblich gewesen. Über diese drei Jahre sei der Jahresdurchschnitt 

errechnet worden. Bei dieser Überprüfung hätten 20 Bewerber die nötigen 

Minimalfallzahlen erreicht, die anderen neun nicht. Bei den Kliniken, die bei 

der Selbstdeklaration angegeben hätten, die Zahlen zu erreichen, seien die 

entsprechenden Operationsberichte einverlangt worden, um sie durch Ex-

perten daraufhin zu überprüfen, ob es sich um HSM-Fälle nach Zuord-

nungsdefinition handle (vgl. GDK2-act. 4.013 S. 79).  

9.  

Zu prüfen ist in einem ersten Schritt, ob die Vorinstanz bei der Bedarfser-

mittlung, wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht, gegen die gesetzli-

chen Vorgaben gemäss Art. 58a ff. KVV verstossen hat. 

9.1 Die Parteien äussern sich diesbezüglich folgendermassen: 

9.1.1 Beschwerdeweise macht der Beschwerdeführer unter anderem gel-

tend, die Bedarfsermittlung sei vorliegend fehlgeschlagen. Unter dem Titel 

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Seite 36 

«Ungenügende Planungs- und Entscheidgrundlagen» führt er insbeson-

dere aus, es sei für die Bedarfserhebung – aufgrund der Nichtverwendbar-

keit der Zahlen des SGVC/AQC-Registers – auf die Fallzahlen der medizi-

nischen Statistik aus dem Jahr 2015 abgestellt worden, damit die aufgrund 

eines kantonalen Leistungsauftrags erbrachten HSM-Leistungen ebenfalls 

einfliessen könnten. Soweit vorliegend jedoch die Zahlen des SGVC/AQC-

Registers dennoch herangezogen worden seien, sei darauf hinzuweisen, 

dass diese Datenbank privater Natur und nicht klar sei, wer genau die Da-

tenhoheit dieser Daten besitze. Anlässlich eines internen Audits der Daten 

2015/2016, durchgeführt durch die Begleitgruppe HSM, habe sich auch 

herausgestellt, dass die Datenbank unvollständig sei beziehungsweise 

viele Daten darin gefehlt hätten. Dabei sei vor allem vermerkt worden, dass 

viele Fälle nicht abgeschlossen worden seien. Der entsprechende Bericht 

sei dem Beschwerdeführer 2 bekannt ([…]), sei aber als vertraulich einge-

stuft und nie veröffentlicht worden. Es sei also für Spitäler mit genügend 

hohen Fallzahlen insbesondere möglich, Fälle, deren Verlauf nicht gut sei, 

fallen zu lassen und nicht abzuschliessen. Damit werde die Statistik ver-

fälscht und eine sorgfältige Ist-Analyse sei unter diesen Umständen un-

möglich. Insbesondere handle es sich bei den AQC-Daten nicht um statis-

tisch ausgewiesene Daten und Vergleiche, wie dies Art. 58b Abs. 1 KVV 

voraussetze. Darüber hinaus sei die Datenbank aufgrund ihrer Unvollstän-

digkeit und Manipulierbarkeit insbesondere für die Qualitätskontrolle un-

brauchbar (vgl. B-act. 1 Rz. 52; 60-61).   

 

Weiter moniert der Beschwerdeführer, die im Erläuternden Bericht vom 

19. Oktober 2017 enthaltenen Bedarfsprognosen würden sich aufgrund 

seiner Ausführungen zur Unterversorgung des Kantons Freiburg (vgl. 

nachfolgend E. 10.1.1 erster Absatz), zur ungenügenden Planungs- und 

Entscheidgrundlage (vgl. oben E. 9.1.1 erster Absatz) sowie zu den weiter-

gehenden negativen Auswirkungen der Beschlüsse (vgl. nachfolgend 

E. 10.1.1 zweiter Absatz) als unvollständig und eindimensional erweisen. 

Zumindest bezüglich der prognostizierten Entwicklungen der Fallzahlen 

seien sie jedoch klar. Für den Bereich der Pankreasresektion werde mit 

einer massiven Steigerung der Fallzahlen bis 2025 gerechnet. Im Bereich 

der Pankreasresektion werde mit einer starken Zunahme der Fallzahlen 

bis 2025 um 34 % zu rechnen sein, was einer jährlichen Wachstumsrate 

von 3 % entspreche. Dieses Wachstum werde massgeblich mit der demo-

graphischen Entwicklung begründet, wobei dabei speziell zu beachten sei, 

dass der Kanton Freiburg in Bezug auf den Bevölkerungszuwachs mit Ab-

stand an der Spitze der Schweizer Kantone stehe (vgl. B-act. 1 Rz. 67). 

C-1405/2019 

Seite 37 

9.1.2 Die Vorinstanz bringt demgegenüber vor, die Bedarfserhebung sei 

korrekt erfolgt, weil diese gestützt auf die Fallzahlen der medizinischen Sta-

tistik, in welcher die aufgrund eines kantonalen Leistungsauftrags erbrach-

ten Leistungen ebenfalls mitberücksichtigt würden, vorgenommen worden 

sei. Die SGVC/AQC-Klinikstatistik sei aber für die einzelnen Fallzahlen der 

sich bewerbenden Spitäler hinzugezogen worden. Der Beschwerdeführer 

habe bereits im für die Bewerbung auszufüllenden Fragebogen deklariert, 

dass er die Fallzahlen nicht erfülle. Entsprechend sei nicht ersichtlich, in-

wiefern das SGVC/AQC-Register irgendeinen Effekt auf den Beschwerde-

führer gehabt haben sollte. Das Register habe offiziellen Charakter. Mit der 

verbindlichen Dokumentation im Register und der Auditierung der Daten-

qualität sei der Grundstein für ein Qualitätsmonitoring gelegt worden. Die 

Audits würden für die Sicherstellung der im Register erfassten Daten 

durchgeführt. Damit könne die Übereinstimmung der im Register enthalte-

nen Daten mit den Krankengeschichten überprüft werden. Es werde somit 

die Datenqualität geprüft, eine Aussage zur Behandlungsqualität könne da-

mit jedoch nicht gemacht werden. Die Audits würden periodisch (grund-

sätzlich jährlich) erfolgen und seit 2018 von einer professionellen externen 

Firma, der SanaCERT Suisse, durchgeführt. Die Begleitgruppe HSM-Vis-

zeralchirurgie führe keine «internen» Audits durch und habe solche auch 

nie durchgeführt (vgl. B-act. 15 Rz. 53-56). 

9.1.3 Zu den ungenügenden Planungs- und Entscheidgrundlagen führt das 

BAG in seiner Stellungnahme sodann aus, die medizinische Statistik des 

BFS sei die statistische Grundlage, die für die Ermittlung des Bedarfs der 

Wohnbevölkerung in einem bestimmten HSM-Teilbereich zweckmässig 

sei, da es sich um die aktuellsten und vollständigen Zahlen handle. Die 

Daten des SGVC/AQC-Registers könnten nicht verwendet werden, da die 

Daten unvollständig seien und somit die Bedarfsanalyse verzerren könn-

ten. Die Bedarfsanalyse für die Auswahl der Zentren mit Leistungsauftrag 

müsse auf den bisher von den bewerbenden Spitälern erbrachten Leistun-

gen basieren und daraus sei der zukünftige Bedarf zu planen und die Leis-

tungserbringer zu ermitteln, die diesen decken könnten. Im Schlussbericht 

der Vorinstanz vom 31. Januar 2019 sei ersichtlich, dass die Bedarfsana-

lyse gemäss diesem Vorgehen erstellt worden sei. Die Einwände des Be-

schwerdeführers zu den Planungs- und Entscheidungsgrundlagen seien 

daher nicht begründet (vgl. B-act. 21 Rz. 3.3). 

9.1.4 In seinen Schlussbemerkungen führt der Beschwerdeführer erneut 

aus, dass die im SGVC/AQC-Register eingetragenen Daten die Anforde-

rungen (statistisch ausgewiesene Daten und Vergleiche gemäss Art. 58b 

C-1405/2019 

Seite 38 

Abs. 1 KVV) nicht erfüllen würden, zumal sie sich unbestrittenermassen als 

unvollständig erweisen würden. Ebenso sei die Datenbank manipulierbar 

(vgl. B-act. 28 Rz. 23). 

9.2 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sind bei 

der Erstellung einer interkantonalen Spitalliste grundsätzlich dieselben An-

forderungen gemäss den Vorschriften des KVG sowie der Ausführungsver-

ordnungen wie bei der Erstellung einer kantonalen Spitalliste zu beachten 

(BVGE 2013/46 E. 6.4.1). Entsprechend sind insbesondere die Arti-

kel 58a ff. KVV zu beachten (vgl. auch oben E. 7.8). Eine Besonderheit der 

interkantonalen HSM-Spitalliste ist jedoch, dass die Planung für die ganze 

Schweiz zu erfolgen hat und entsprechend kein (ausserkantonales) «An-

gebot, das in Einrichtungen beansprucht wird, die nicht auf der […] erlas-

senen Liste aufgeführt sind» gemäss Art. 58b Abs. 2 KVV zu berücksichti-

gen ist. Zudem sind bei der Planung gemäss Art. 7 Abs. 6 und 7 IVHSM 

die vom schweizerischen Gesundheitswesen erbrachten Leistungen für 

das Ausland zu berücksichtigen und können Kooperationsmöglichkeiten 

mit dem nahen Ausland genutzt werden. Das auf der Spitalliste zu si-

chernde Angebot gemäss Art. 58b Abs. 3 KVV entspricht somit direkt dem 

gemäss Art. 58b Abs. 1 KVV ermittelten Bedarf (vgl. dazu auch Urteil des 

BVGer C-1361/2019 vom 9. März 2022 E. 7.3.1). 

9.3 Wie bereits zuvor ausgeführt (vgl. oben E. 7.8) ist der Bedarf gemäss 

Art. 58b Abs. 1 KVV in nachvollziehbaren Schritten zu ermitteln und hat 

sich auf statistisch ausgewiesene Daten und Vergleiche zu stützen. Aus 

den im Beschwerdeverfahren vorliegenden Akten ergibt sich diesbezüglich 

Folgendes: 

9.3.1 Auf der Grundlage der Fallzahlen des Jahres 2015 ist im Rahmen der 

vorgenommenen – im vorliegenden Verfahren ebenfalls bestrittenen – Be-

darfsprognose bis ins Jahr 2025 mit einer starken Zunahme der Fallzahlen 

um 34 % auf ca. 980 Eingriffe zu rechnen (GDK2-act. 2.014 S. 3 f. und 

S. 14; GDK-act. 4.013 S. 66; vgl. auch oben E. 8.2). In der Bedarfsprog-

nose wird weiter festgehalten, dass die Bevölkerung in der Nordwest-

schweiz weniger stark wachse und altere als in den anderen Regionen. 

Zudem würden die Nordwest- und die Ostschweiz 2015 schon eher höhere 

Hospitalisationsraten ausweisen, weshalb in diesen Regionen aufgrund 

der nationalen Angleichung ein geringeres Wachstum angenommen werde 

(GDK2-act. 2.014 S. 13). In der Westschweiz würden 2025 voraussichtlich 

230 Fälle anfallen, in der Nordwestschweiz und der Ostschweiz je 296, in 

der Zentralschweiz 93 und im Tessin 45 Fälle. Weitere 19 Fälle würden aus 

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Seite 39 

dem Ausland kommen beziehungsweise unbekannter Herkunft sein 

(GDK2-act. 2.014 S. 14).  

9.3.2 Dem Schlussbericht vom 31. Januar 2019 ist sodann zu entnehmen, 

dass im Rahmen der Bedarfsdeckung 18 Leistungserbringer im Bereich 

der Pankreasresektion berücksichtigt worden sind, welche jährlich insge-

samt 616 Eingriffe (Registerdaten der Jahre 2014 - 2016, gemittelt) vorge-

nommen haben. Ausserdem wird auf eine von den berücksichtigten Leis-

tungserbringern selbstdeklarierte mögliche Kapazitätssteigerung von 662 

Eingriffen hingewiesen (vgl. GDK2-act. 4.013 S. 93). Vorliegend bedeutet 

die Kapazitätssteigerung gemäss Schlussbericht vom 31. Januar 2019 die 

Anzahl der Patient/innen, die künftig pro Jahr zusätzlich zum bisherigen 

Behandlungsvolumen für eine Pankreasres