# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 35f2bfe5-f290-5078-bd6d-1b9d3142706d
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-05
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 05.01.2022 S 2020 59
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2020-59_2022-01-05.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und MLaw Ines Stocker
Gerichtsschreiber: MLaw Patrick Trütsch

U R T E I L  vom 5. Januar 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch B.________

gegen

HDI Global SE, Niederlassung Schweiz, Postfach, 8034 Zürich
Beschwerdegegnerin 
vertreten durch RA LL.M. C.________,

betreffend

Unfallversicherung
(Leistungen)

S 2020 59

2

Urteil S 2020 59

A. Die 1973 geborene A.________ war seit dem 1. Dezember 2008 bei der 
D.________ AG, früher E.________ AG, zu 80 % als Logistikmanagerin angestellt und in 
dieser Eigenschaft bei der HDI Global SE obligatorisch gegen Berufs- und 
Nichtberufsunfälle versichert (UV-act. K1). Mit Schadensmeldung vom 29. September 
2017 machte die Versicherte geltend, am 15. September 2017 zusammen mit ihrem 
Partner bei einem Ausflug in F.________ vom Blitz getroffen worden zu sein (UV-act. K1). 
Am 27. März 2018 informierte die HDI Global SE die Versicherte mit formloser Mitteilung 
über die Ablehnung der Übernahme der Leistungen per 7. März 2018, gestützt auf das 
Gutachten von Dr. med. G.________, Facharzt für Neurologie FMH, zertifizierter 
medizinischer Gutachter SIM (UV-act. K80). Am 14. Juni 2018 erfolgte die entsprechende, 
gleichlautende anfechtbare Verfügung der HDI Global SE. Begründend wurde angeführt, 
dass ein Unfallereignis nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sei und selbst wenn man von einer "möglichen" Blitzschlagverletzung 
ausgehen würde, würden keine eindeutigen Indizien vorliegen, welche die "überwiegend 
wahrscheinliche" Annahme eines unfallkausalen Zusammenhangs rechtfertigen würden 
(UV-act. K104). Mit Einsprache vom 22. August 2018 machte die Versicherte geltend, 
dass ein Blitzschlag mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bewiesen sei und sie infolge 
des Unfalls nach wie vor unter zahlreichen Beschwerden leide (UV-act. K111 S. 3 und 9). 
Mit Einspracheentscheid vom 8. April 2020 wies die HDI Global SE die Einsprache ab 
(UV-act. K126).

B. Beschwerdeweise liess die Versicherte am 14. Mai 2020 beim Verwaltungsgericht 
Zug beantragen, dass der Einspracheentscheid vom 8. April 2020 und die Verfügung vom 
14. Juni 2018 aufzuheben seien. Die Sache sei zur Abklärung der weiteren 
Leistungsansprüche der Versicherten unter Anerkennung des Unfallereignisses und der 
Kausalität der somatischen und psychischen Unfallfolgen unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (act. 1).

C. Mit Vernehmlassung vom 13. August 2020 beantragte die HDI Global SE die 
vollumfängliche Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei (act. 5).

D. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren 
jeweiligen Anträgen fest (act. 8 und 11). Auf den Inhalt der Eingaben wird – soweit 
notwendig – erwägungsweise einzugehen sein.

3

Urteil S 2020 59

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Entscheids (in casu 
8. April 2020) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei sind in 
zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung des zu 
Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 V 445 E. 1.2.1).

Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten geänderten Bestimmungen 
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 
SR 830.1) in Kraft getreten. In übergangsrechtlicher Hinsicht sieht Art. 82a ATSG vor, 
dass für im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 21. Juni 2019 beim 
erstinstanzlichen Gericht hängige Beschwerden das bisherige Recht gilt. Die hier zu 
beurteilende Beschwerde wurde am 15. Mai 2020 der Post übergeben, weshalb die bis 
31. Dezember 2020 gültigen Normen des ATSG auf den vorliegenden Fall Anwendung 
finden und in dieser Fassung zitiert werden.

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 ATSG in Verbindung mit § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] sowie § 4 Abs. 1 lit. b der kantonalen 
Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung [BGS 842.5]). Die 
örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf 
Art. 58 Abs. 1 ATSG – Zuständigkeit am Wohnsitz der versicherten Person – gegeben, 
lebt die Beschwerdeführerin doch in H.________/Zug (UV-act. K1). Der angefochtene 
Einspracheentscheid datiert vom 8. April 2020 (UV-act. K126). Die Beschwerdeschrift trägt 
das Datum des 14. Mai 2020, wurde tags darauf der Post übergeben und ging am 18. Mai 
2020 beim Verwaltungsgericht ein. Damit gilt unter Berücksichtigung von Art. 38 Abs. 4 
lit. a ATSG die 30-tägige Frist gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG als gewahrt. Die 
Beschwerdeführerin ist von der angefochtenen Verfügung direkt betroffen und zur 
Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält einen verständlichen Antrag und 
eine Begründung. Damit ist den formellen Anforderungen Genüge getan, weshalb auf die 
Beschwerde einzutreten ist. Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 
der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

4

Urteil S 2020 59

3.
3.1 Die Beschwerdeführerin macht vorab eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 
geltend, weil sie sich nicht zum vorgesehenen Gutachten oder zum vorgesehenen 
Gutachter Dr. G.________ habe äussern und auch keine Ergänzungsfragen habe stellen 
können, da die Anfrage an den Gutachter lediglich mit E-Mail der Beschwerdegegnerin an 
den Gutachter erfolgt sei, wovon die Beschwerdeführerin keine Kenntnis erhalten habe 
(act. 1 S. 7 Ziff. 2).

3.2 Die Beschwerdegegnerin erwidert, dass die gerügte Gehörsverletzung 
unbegründet sei, da die Beschwerdeführerin bei der gutachterlichen Untersuchung bei 
Dr. G.________ vom 5. März 2018 zugegen gewesen sei. Das Gutachten sei der 
Beschwerdeführerin umgehend zugestellt worden. Im Nachgang habe sich 
Dr. G.________ mit den Berichten mehrerer Ärzte befasst, die die Beschwerdeführerin 
behandelt hätten und habe sich in zusätzlichen Repliken geäussert. Es sei nicht 
ersichtlich, welche relevanten Ergänzungsfragen der Beschwerdeführerin hätten verwehrt 
sein sollen. Auch in der Einsprache vom 22. August 2018 habe die Beschwerdeführerin 
keine konkreten Ergänzungsfragen gestellt oder sich zur Eignung von Dr. G.________ 
geäussert (act. 5 S. 23).

3.3 Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör 
(vgl. auch Art. 42 ATSG). Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, 
andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines 
Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu gehört 
insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden 
Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten 
zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung 
wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu 
äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGer 8C_834/2013 
vom 18. Juli 2014 E. 5.1 mit Hinweisen).

3.4 Nach der Rechtsprechung gelten die rechtsstaatlichen Anforderungen bei 
polydisziplinären Gutachten, u.a. bezüglich der Partizipationsrechte, sinngemäss auch bei 
mono- und bidisziplinären medizinischen Begutachtungen. Weil hier die zufallsbasierte 
Zuweisung zu einer Gutachterstelle nicht zur Anwendung gelangt, ist die Beachtung der 
Verfahrensgarantien bei mono- und bidisziplinären Expertisen umso wichtiger. Zu diesen 
Garantien gehört namentlich das Recht der versicherten Person zur vorgängigen 

5

Urteil S 2020 59

Fragestellung. Ziel dieser Mitwirkungsmöglichkeit ist eine einzelfalladäquate 
Fragestellung, welche zur Qualität des Gutachtens wesentlich beiträgt (BGer 
9C_595/2018 vom 26. November 2018 E. 4.3.1).

In beiden Fällen der vorgängigen oder nachträglichen Fragestellung geht es letztlich um 
dasselbe, nämlich die Qualität des Gutachtens und damit die Tragfähigkeit der 
tatsächlichen Entscheidungsgrundlage zu erhöhen. Es besteht indessen ein wesentlicher 
Unterschied, was die Schwere und damit die Heilbarkeit eines diesbezüglichen Mangels 
im Beschwerdeverfahren anbetrifft. Die nachträgliche Fragestellung betrifft in erster Linie 
das Recht der versicherten Person, sich zum Beweisergebnis zu äussern. Dabei geht es 
hauptsächlich darum, dass unklare Aussagen im Gutachten erläutert und präzisiert, offen 
gebliebene Fragen beantwortet und (scheinbare) Widersprüche aufgelöst werden. 
Demgegenüber steht bei der vorgängigen Fragestellung der Gesichtspunkt der 
Waffengleichheit und damit der Verfahrensfairness (mehr) im Vordergrund. In gleicher 
Weise wie die Verwaltung soll die versicherte Person, gegebenenfalls zusammen mit ihrer 
Rechtsvertretung und allenfalls nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten oder 
ihrem Hausarzt die aus ihrer Sicht für die Beurteilung des Leistungsanspruchs 
bedeutsamen Fragen vorgängig den Gutachtern stellen können (BGer 9C_595/2018 vom 
26. November 2018 E. 4.3.2).

3.5 Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders schwerwiegende – 
Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene 
Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl 
den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa). Von 
einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung ist sogar bei einer schwerwiegenden 
Verletzung des rechtlichen Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung 
zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, 
die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer 
beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1 
mit Hinweis).

3.6 Aus den Akten erhellt, dass die Unfallversicherung mit Schreiben vom 16. Februar 
2018 Dr. G.________ mit einer second Opinion (Konsilium) beauftragt hat. Wichtig für sie 
sei u.a. wie die Kausalität der Beschwerden zum Ereignis beurteilt würden, ob 
unfallfremde Faktoren eine Rolle spielten und wenn ja welche, welche Behandlungen als 
indiziert zu betrachten seien und wie die Arbeitsunfähigkeit (nach wie vor zu 60 %) 

6

Urteil S 2020 59

beurteilt werde (UV-act. K73). Mit Fax vom 19. Februar 2018 sandte die HDI dem 
Gutachter einen bei ihr eingegangenen Arztbericht zu (UV-act. K59). Die 
Unfallversicherung schickte Dr. G.________ am 26. Februar 2018 ein E-Mail, bezog sich 
dabei auf ein Faxschreiben vom 21. Februar 2018 und erteilte Gutsprache für ein 
Kurzgutachten. Sie wiederholte in Stichworten die zu beurteilenden Punkte, namentlich die 
Kausalitätsbeurteilung, unfallfremde Faktoren, Arbeitsunfähigkeit, welche Behandlungen 
indiziert seien, ob eine Integritätsentschädigung geschuldet sei und die Prognose. Ferner 
gab sie an, die eingegangenen Bilder und Berichte inkl. Übersetzungen per A-Post 
zuzustellen (UV-act. K75, vgl. auch UV-act. K76). Am 5. März 2018 schickte die 
Unfallversicherung noch einen Verlaufsbericht per E-Mail (UV-act. K69 und K70). Mit E-
Mail vom 27. März 2018 teilte die Unfallversicherung der Beschwerdeführerin mit, gestützt 
auf das Gutachten von Dr. G.________, welches sie bereits in Kopie erhalten habe, 
müssten die Leistungen zum gemeldeten Unfall per 7. März 2018 (Eingang Gutachten) 
eingestellt werden. Ein entsprechendes, ausführliches Schreiben werde ihr per Post 
zugestellt (UV-act. K80). Nach Eingang eines Arztberichtes fragte die HDI beim Experten 
am 4. April 2018 nach, ob sich dadurch an seiner Einschätzung etwas ändere oder daran 
festgehalten werde (UV-act. K83). Die Beschwerdeführerin meldete sich am 26. April 2018 
per E-Mail und erklärte sich mit dem Gutachten von Dr. G.________ nicht für 
einverstanden. Sie verlangte die Weiterausrichtung der Leistungen. Im Weiteren verlangte 
sie die Stellungnahme von Dr. G.________ sowie eine beschwerdefähige Verfügung ein, 
sollte die Unfallversicherung an ihrem Entscheid festhalten (UV-act. 86/1). Gleichentags 
antwortete die HDI, dass aktuell nach wie vor die Expertise von Dr. G.________ relevant 
sei und demnach ab 8. März 2018 keine Leistungen mehr erbracht würden. Sobald die 
erneute Stellungnahme vom Sachverständigen vorliege, werde sie wieder informiert (UV-
act. K87). Mit Kurzschreiben vom 14. Mai 2018 sandte die Unfallversicherung die 
Stellungnahme von Dr. G.________ vom 30. April 2018 der Beschwerdeführerin (UV-
act. K91). Diese teilte am 12. Juni 2018 per E-Mail mit, dass sie eine beschwerdefähige 
Verfügung verlange (UV-act. K96/1). Die HDI erklärte gleichentags, die Verfügung werde 
in den nächsten Tagen verschickt (UV-act. K97). Die Verfügung wurde sodann am 
14. Juni 2018 versandt (UV-act. K104). 

3.7 Es gehen keinerlei Hinweise aus den Akten hervor, dass die Unfallversicherung 
der Beschwerdeführerin die Möglichkeit gegeben hätte, ihre Mitwirkungsrechte 
wahrnehmen zu können. Weder wurden ihr die zu klärenden Punkte unterbreitet noch 
wurde ihr Gelegenheit gegeben, Ergänzungsfragen zu stellen. Daran ändert selbstredend 
nichts, dass die Beschwerdeführerin bei der Untersuchung zugegen gewesen und ihr das 

7

Urteil S 2020 59

Gutachten umgehend zugestellt worden sei. Gleiches gilt auch für die zusätzlichen 
Repliken von Dr. G.________, in welchen er sich mit den Berichten mehrerer Ärzte 
auseinandersetzte. Die vorgängigen Mitwirkungsrechte der Beschwerdeführerin wurden 
damit in keiner Weise gewahrt. Dies stellt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, 
welche indessen als geheilt gelten kann, da die Beschwerdeführerin die Möglichkeit hat, 
sich im vorliegenden Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren ausführlich zu äussern, 
verfügt das Gericht doch über eine umfassende Kognition (vgl. E. 3.5 hiervor). 

4.
4.1 Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 
SR 832.20) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer 
Unfallfolgen.

4.2
4.2.1 Erste Voraussetzung für die Leistungspflicht eines Unfallversicherers ist das 
Vorliegen eines Unfalls (Art. 4 ATSG) resp. einer unfallähnlichen Körperschädigung (Art. 6 
Abs. 2 UVG). Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod 
zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

4.2.2 Nach dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Untersuchungsgrundsatz haben 
der Unfallversicherer, und im Streitfall das Gericht, den Sachverhalt von Amtes wegen zu 
ermitteln. Indessen ist die Person, die Leistungen verlangt, ihrerseits verpflichtet, dabei 
mitzuwirken. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue 
oder widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens 
als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des 
Unfallversicherers (BGE 114 V 298 E. 5b). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst zwar 
eine Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien 
tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu 
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte 
ableiten wollte. Diese Beweisregel kommt allerdings erst dann zur Anwendung, wenn im 
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes kein überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt 
ermittelt werden kann (BGE 115 V 133 E. 8a).

8

Urteil S 2020 59

4.2.3 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es 
verlässlicher medizinischer Entscheidsgrundlagen. Wie die einzelnen Beweismittel zu 
würdigen sind, ist in BGE 125 V 351 E. 3 festgelegt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 
Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 
134 V 231 E. 5.1, vgl. auch BGE 135 V 465 E. 4.4).

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner medizinischer 
Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, so ist doch zu betonen, dass ihnen 
praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenen Gutachten zukommt. 
Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 
werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 
vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4).

4.2.4 In beweisrechtlicher Hinsicht ist überdies zu beachten, dass es Sache des 
Leistungsansprechers ist, die genauen Umstände des Unfalls resp. des zu beurteilenden 
Ereignisses glaubhaft zu machen. Der Nachweis eines Gesundheitsschadens allein 
genügt hierzu nicht. Das Gericht stellt sodann auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es 
von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste ansieht. Dabei ist der 
Beweismaxime, wonach die so genannten "spontanen Aussagen der ersten Stunde" in der 
Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder 
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art 
beeinflusst sein können, entsprechend Rechnung zu tragen. Wechselt die versicherte 
Person ihre Darstellung im Laufe der Zeit, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem 
Unfall gemacht hat, meistens grösseres Gewicht zu als jenen, die sie beispielsweise nach 
einer – einlässlich begründeten und mit Beispielen aus der Praxis versehenen – 
Ablehnungsverfügung bzw. nach einem ablehnenden Einspracheentscheid des 
Versicherers tätigte (BGE 121 V 45 E. 2a; BGer 8C_637/2016 vom 13. Dezember 2016 
E. 3.2). 

9

Urteil S 2020 59

5. Streitig ist zunächst die Sachverhaltsdarstellung, nach welcher die 
Beschwerdeführerin am 15. September 2017 vom Blitz getroffen worden ist, mithin ob ein 
Unfallereignis gegeben ist.

5.1 Die Unfallversicherung verneinte im angefochtenen Entscheid die Frage nach 
einem rechtsgenüglichen Nachweis eines am 15. September 2017 erlittenen Blitzschlages 
unter Hinweis auf die Akten sowie insbesondere auf das Gutachten von Dr. G.________ 
vom 6. März 2018 und dessen Replik vom 30. April 2018 (Bf-act. 2 E. 2.3.2). Die 
Beschwerdeführerin macht hierzu geltend, dass die HDI durch ihren Standpunkt, wonach 
der Blitzschlag nicht mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bewiesen sei, 
sowohl den Untersuchungsgrundsatz verletzt als auch die Beweiswürdigung nicht 
rechtmässig vorgenommen habe, da sie die Beweise weder umfassend, noch sorgfältig, 
objektiv oder inhaltsbezogen gewürdigt habe. Da auch der Gutachter Dr. G.________ im 
MEDAS-Gutachten vom 6. März 2018 und den ergänzenden Stellungnahmen einen 
Grossteil der Beweismittel betreffend das Unfallereignis nicht berücksichtigt habe, sei das 
Gutachten unvollständig, nicht schlüssig, nicht nachvollziehbar sowie nicht beweistauglich 
und damit nicht verwertbar (act. 1 S. 7).

5.2 Die Beschwerdegegnerin begründet ihre Auffassung damit, dass im Rahmen der 
Erstbehandlung keine Blitzeintritts- und Austrittsmarken oder Prellmarken bei der 
Beschwerdeführerin festgehalten worden seien. Ebenfalls habe die angefertigte 
Computertomographie (CT) des Schädels keine Anhaltspunkte für eine intrakranielle 
Schädigung ergeben. Auch habe der Gutachter Dr. G.________ festgehalten, dass kein 
Augenzeuge ein tatsächliches Eintreten eines Blitzes in den Körper der 
Beschwerdeführerin oder ihres Partners gesehen habe. Das vorliegende unspezifische 
Beschwerdebild habe Dr. G.________ neurologisch nur allenfalls einer "möglichen" 
Blitzschlagverletzung zuschreiben können. Insgesamt würden gemäss Dr. G.________ 
keine eindeutigen Indizien für ein stattgehabtes Elektrotrauma mit andauerndem 
Gesundheitsschaden vorliegen. Doktor G.________ habe sich in seinem Gutachten und 
den drei Repliken auch sorgfältig mit den verschiedenen Arztberichten und den darin auf 
einen Blitzschlag zurückgeführten gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Befunden bei 
der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt und plausibel und schlüssig erläutert, dass 
jeweils auch entsprechend krankheitsbedingte Ursachen vorliegen könnten bzw. von 
solchen auszugehen sei. In diesem Zusammenhang bestreitet die Beschwerdegegnerin 
die von der Beschwerdeführerin ins Recht gelegte Telefonnotiz betreffend ein Gespräch 
mit I.________ vom 21. August 2018. Einerseits würden die Aussagen nicht auf 

10

Urteil S 2020 59

unmittelbaren eigenen Wahrnehmungen beruhen, sondern ein Ereignis schildern, von dem 
sie die Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung mit einem Eintritt eines Blitzschlages 
bei der Beschwerdeführerin ableiten würden. Solchen Vermutungen könne jedoch keine 
Beweiskraft zukommen. Die Telefonnotiz sei im Übrigen erst zirka ein Jahr nach dem 
vermeintlichen Unfallereignis verfasst worden, weshalb auch aus zeitlicher Sicht eine 
gewisse Distanz zu den Abläufen angenommen werden müsse. Es würden gerade keine 
eindeutigen Augenzeugenberichte, die das Eintreten eines Gewitterblitzes in den Körper 
der Beschwerdeführerin bezeugen würden, vorliegen. Andererseits stellt die 
Beschwerdegegnerin die Verwertbarkeit der Telefonnotiz als Beweismittel in Frage. 
Abgesehen davon, dass eine Aktennotiz den Inhalt der Aussagen nur bruchstückhaft und 
unvollkommen wiedergeben würde, stehe eine Befragung per Telefon im Konflikt mit den 
im Anspruch auf rechtliches Gehör enthaltenen Parteirechten auf Teilnahme am Verfahren 
und auf Einflussnahme auf den Prozess der Entscheidfindung. Schliesslich seien die von 
der Beschwerdeführerin eingereichten Fotos ebenfalls untauglich, da es sich nicht 
überprüfen lasse, ob die Beschwerdeführerin die abgebildeten Kleidungsstücke zur Zeit 
des vermeintlichen Blitzeinschlags getragen habe. Die Fotos seien undatiert und von der 
Beschwerdeführerin in ihrer Einsprache, fast ein Jahr nach dem Ereignis, zum ersten Mal 
vorgebracht worden. Die Brandlöcher auf den Fotos liessen sich zudem nicht mit den 
Feststellungen im Notfallbericht des Universitätsspitals J.________ vereinen, der 
festgestellt habe, dass die Haut der Beschwerdeführerin unauffällig gewesen sei. Es 
erschliesse sich nicht, wie die – teilweise direkt auf der Haut getragene – Kleidung der 
Beschwerdeführerin einer so grossen Hitzeeinwirkung ausgesetzt sein konnte, dass 
grosse Brandlöcher entstanden seien, die darunterliegende Haut jedoch keinerlei 
Verletzung aufweise (act. 5 Rz. 45 ff.).

5.3
5.3.1 Aktenkundig ist, dass gemäss der Schadenmeldung vom 29. September 2017 die 
Beschwerdeführerin am 15. September 2017 mit ihrem Partner, K.________, einen 
Ausflug zu Fuss zur L.________, in F.________, unternommen hat. Als sie dort 
angekommen seien, sei plötzlich ein heftiges Gewitter aufgezogen mit heftigem Regen 
und starken Windböen. Sie hätten in einem alten Wachturm Schutz gesucht, wo sie vom 
Blitz getroffen worden seien und beide das Bewusstsein verloren hätten. Ein anderes Paar 
habe den Notfall organisiert und erste Hilfe geleistet (UV-act. K1).

5.3.2 Dies stimmt überein mit dem übersetzten Entlassungsbericht aus der 
Notaufnahme vom 16. September 2017 des Spitals J.________. Als Grund des 

11

Urteil S 2020 59

Klinikbesuchs wird ein offensichtlicher Stromschlag angegeben. Die Patientin sei mit dem 
Rettungswagen in die Notaufnahme eingeliefert worden, nachdem sie offenbar von einem 
Blitz getroffen worden sei und einen Stromschlag erlitten habe. Sie habe sich mit ihrem 
Ehemann in einer Schutzhütte befunden, um sich vor einem Gewitter zu schützen. Wie sie 
berichtet habe, habe sie sich in der Schutzhütte befunden und plötzlich das Bewusstsein 
verloren. Sie erinnere sich nicht mehr, was passiert sei. Ein Paar, das sich ebenfalls in der 
Schutzhütte, aber in einem benachbarten Raum, aufgehalten habe, würde erklären, dass 
die Ursache ein Blitzschlag gewesen sei. Nachdem die Patientin das Bewusstsein 
wiedererlangt habe, habe sie eine Schwäche in den unteren Gliedmassen festgestellt, die 
sich aber nach und nach gegeben habe, bis sie wieder voll beweglich gewesen seien (UV-
act. M1).

5.3.3 In der Einsprache vom 22. August 2018 gegen die Verfügung vom 14. Juni 2018 
liess die Beschwerdeführerin eine Kopie der Übersetzung des Polizeiberichtes vom 5. Juli 
2018 beilegen (UV-act. K111 S. 14). Daraus erhellt, dass in M.________ am 
15. September 2017 um 14.00 Uhr zwei Touristen im Bereich des Strandes und der 
N.________ in L.________ vom Blitz getroffen worden seien. Einer von ihnen sei 
infolgedessen laut den Angaben des Notrufdienstes bewusstlos geworden. Aufgrund der 
Natur der zu leistenden Dienste habe die Notdienstzentrale das Eingreifen der Feuerwehr 
von F.________ beantragt. Das Polizeifahrzeug habe den ankommenden Rettungswagen 
bis in die unmittelbare Nähe der N.________ begleitet. Auf halbem Wege hätten sie die 
Feuerwehr angetroffen, die einen der Verletzten auf einer Tragbahre abtransportiert habe. 
Der Verletzte werde vom Rettungsdienst untersucht. Dann sei die andere verunglückte 
Person geholt und von den Sanitätern, Feuerwehrmännern und Polizisten der O.________ 
betreut worden. Beide Verunglückten würden in das Krankenhaus J.________ befördert, 
wo sie untersucht werden sollten. Von den beiden verletzten Personen sei es der Mann, 
der sich im schlechteren Zustand zu befinden scheine. Die verletzten Personen seien als 
die folgenden Personen identifiziert worden: A.________ und K.________.

5.3.4 Ebenfalls wurden der Einsprache vom 22. August 2018 drei Artikel von 
Tageszeitungen, die über das Ereignis berichteten, beigelegt. So informierte der Blick am 
15. September 2017 (https://www.blick.ch/________, besucht am 30. September 2021), 
der Tagesanzeiger am 16. September 2017 (https://www.tagesanzeiger.ch/________, 
besucht am 30. September 2021) und wiederum der Blick am 19. Februar 2018 
(https://www.blick.ch/________, besucht am 30. September 2021) über das Ereignis. Die 

12

Urteil S 2020 59

in der Presse geschilderten Ereignisse decken sich dabei mit dem oben aufgeführten 
Hergang. 

Sodann stellte die Beschwerdeführerin in der Einsprache Kopien der vier Fotos der 
Brandlöcher auf der Regenjacke und Kopien der drei Fotos des Brandloches sowie der 
versengten Stellen an den Socken zur Verfügung. Darüber hinaus befand sich eine Kopie 
der Blitzkarte vom 15. September 2017 in der Anlage zur Einsprache vom 22. August 
2018 (UV-act. K111 S. 14 ff.).

5.3.5 Zusätzlich legte die Beschwerdeführerin eine Kopie der Telefonnotiz vom 
Gespräch mit I.________ vom 21. August 2018 ins Recht. I.________ berichtet darin als 
Augenzeuge bzw. Zeuge vor Ort von den Ereignissen vom 15. September 2017 (vgl. act. 1 
Ziff. 4).

5.4 Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ist ausweislich der Akten und 
der darin enthaltenen Angaben von einem Unfallereignis im Sinne von Art. 4 ATSG 
auszugehen. In Anbetracht der grossen Anzahl an Indizien und Berichten, die inhaltlich 
deckungsgleich sind sowie den ärztlichen Ausführungen, die ebenfalls die Plausibilität 
eines Blitzschlages am 15. September 2017 bestätigen, sind die Umstände des 
Unfallgeschehens glaubhaft dargetan. Es liegen demnach äusserst gewichtige 
Anhaltspunkte vor, welche darauf schliessen lassen, dass der Blitzunfall nicht nur 
möglicherweise, sondern vielmehr überwiegend wahrscheinlich stattgefunden hat. 
Insbesondere der Bericht des Spitals J.________ vom 16. September 2017 (UV-act. M1) 
und der Polizeibericht vom 5. Juli 2018 (UV-act. K111) lassen kaum Zweifel am 
Unfallgeschehen aufkommen. Es ist nicht einzusehen, weshalb gerade im Polizeibericht 
falsche Angaben hätten gemacht werden sollen. Auch der von der Beschwerdeführerin 
eingereichte Beleg über die Blitzaktivitäten vom 15. September 2017 (UV-act. K111) weist 
eine erhebliche Anzahl von Blitzen über F.________ und insbesondere auch über der 
Region des N.________ in L.________ aus. Daneben gibt es Zeugen, die den 
eigentlichen Blitzeinschlag zwar nicht mit eigenen Augen gesehen haben, aber immerhin 
die ganze Situation schildern können. Dies geht auch aus der ins Recht gelegten und 
unterzeichneten Telefonnotiz vom 21. August 2018 (Bf-act. 9) hervor. Schliesslich 
berichteten auch zahlreiche Medien vom Ereignis, was ein weiteres Indiz für den 
stattgehabten Unfall darstellt.

13

Urteil S 2020 59

5.5 Was die Beschwerdegegnerin indessen dagegen vorbringt, ist in keiner Weise 
stichhaltig.

5.5.1 Soweit sie sich unter Berufung auf die Ausführungen von Dr. G.________ auf den 
Standpunkt stellt, es lägen keine eindeutigen Indizien für ein stattgehabtes Elektrotrauma 
vor und die beschriebenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen könnten auch 
krankheitsbedingte Ursachen haben, kann sie nicht gehört werden. Die Unfallversicherung 
scheint sich nicht im Klaren zu sein, dass es sich bei der Frage, ob ein Unfall im Sinne von 
Art. 4 ATSG vorliegt, um eine Rechtsfrage handelt, die nicht vom Mediziner, sondern vom 
Rechtsanwender, mithin der Versicherung und im Beschwerdefall durch das Gericht, zu 
beurteilen ist. Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass sich der mangelhafte Nachweis 
eines die Merkmale des Unfalls erfüllenden Ereignisses nur selten durch medizinische 
Feststellungen ersetzen lässt. Es kommt ihnen im Rahmen der Beweiswürdigung für oder 
gegen das Vorliegen eines unfallmässigen Geschehens in der Regel nur die Bedeutung 
von Indizien zu (BGer 8C_270/2020 vom 1. September 2020 E. 5.2 mit weiteren 
Hinweisen).

5.5.1.1 Die Ausführungen von Dr. G.________ stellen nach dem Gesagten lediglich 
Indizien für das Vorliegen eines unfallmässigen Geschehens dar. Allerdings sind sie 
vorliegend für den negativen Beweis eines Unfallereignisses nicht verwertbar. Er negiert 
einen Blitzeinschlag unter Hinweis auf das Verletzungsbild mit fehlenden Ein- und 
Austrittsmarken. Indessen ist für die Frage, ob ein Blitzschlagunfall passiert ist oder nicht, 
der Umstand unerheblich, ob bei der Beschwerdeführerin echtzeitlich, mithin bei der 
Einlieferung ins Spital J.________, Stromeintritts- und Austrittsmarken oder Prellmarken 
haben festgestellt werden können. Diese sind keine notwendige Bedingung, um ein 
solches Ereignis bejahen zu können (vgl. BGer 8C_437/2021 vom 25. November 2021 
E. 5.1.3 und 5.1.5; 8C_362/2011 vom 30. Juni 2011 E. 3.2; SVGer ZH UV.2017.00100 
vom 15. Juni 2018 E. 6.4). Daraus kann die Unfallversicherung somit nichts zu ihren 
Gunsten ableiten.

5.5.1.2 Darüber hinaus stellt Dr. G.________ auch mangels eines Augenzeugen, der den 
direkten Blitzeinschlag gesehen hat, und weil die einzelnen Gesundheitsschäden auch 
krankhaften Ursprungs sein können, einen Blitzschlag in Abrede. Es ist aber nicht die 
Aufgabe des Gutachters festzustellen, ob es überwiegend wahrscheinlich einen 
Blitzeinschlag gegeben hat. Er hat nur aber immerhin zu beurteilen, ob die geklagten 
Beschwerden von einem Blitzunfall herrühren (können), mithin ob ein natürlicher 

14

Urteil S 2020 59

Kausalzusammenhang besteht. Es genügt dabei aber bei Weitem nicht, dass er festhält, 
die gesundheitlichen Beeinträchtigungen könnten auch krankheitsbedingt sein, ohne aber 
näher darzulegen, auf welche Krankheiten sie zurückzuführen wären. Dies geschieht 
einzig in Bezug auf die Kopfschmerzen, welche er als typisch für eine Migräne als 
eigenständige zyklisch-konstitutionelle Kopfschmerzform sieht (UV-act. M20 S. 14). 
Hinsichtlich der neuropsychologischen Beeinträchtigung fehlt dies gänzlich. Dies 
überzeugt insgesamt nicht. Schliesslich ist zu bedenken, dass ein Unfallereignis 
stattgefunden hat, ansonsten wohl kaum die Rettungskräfte zwei Personen hätten bergen 
und medizinisch versorgen müssen. Dass bei beiden lediglich krankhafte Gründe dafür 
ursächlich gewesen wären, ist kaum anzunehmen und ergibt sich auch nicht aus den 
Akten.

5.5.2 Auch der Einwand der Beschwerdegegnerin, wonach die Telefonnotiz vom 
21. August 2018 als Beweismittel nicht verwertbar sei, zielt ins Leere. 

Ergänzend zu den ATSG-Bestimmungen ist der in Art. 12 des Bundesgesetzes über das 
Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021) enthaltene Katalog von Beweismitteln zu 
berücksichtigen. Diese Bestimmung hatte bereits nach der bisherigen Rechtsprechung 
allgemeine Bedeutung im Sozialversicherungsrecht (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 
4. Aufl. 2020, Art. 43 N 36). Das VwVG sieht diesbezüglich in Art. 12 lit. c namentlich 
Auskünfte von Drittpersonen zwar vor, verweist zudem aber ergänzend auf das 
Beweisrecht des Bundesgesetzes über den Bundeszivilprozess (Art. 19 VwVG); danach 
können als Auskünfte von Privat- bzw. Drittpersonen nur schriftliche Auskünfte gelten, die 
unter Umständen der Bekräftigung durch gerichtliches Zeugnis bedürfen (Art. 49 des 
Bundesgesetzes über den Bundeszivilprozess [BZP; SR 273]). Das Eidgenössische 
Versicherungsgericht hat deshalb in sinngemässer Anwendung dieser Regelung auch für 
sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren, bei denen das VwVG nicht direkt 
anwendbar ist, die Zulässigkeit und Beweistauglichkeit von schriftlichen Auskünften 
grundsätzlich anerkannt. Zugleich hat es aber festgehalten, dass Auskunftspersonen 
nötigenfalls durch den Richter der förmlichen Zeugenbefragung zu unterstellen sind, wenn 
die Richtigkeit ihrer schriftlichen Auskünfte vom Betroffenen bestritten wird (BGE 117 V 
282 E. 4b). Eine formlos eingeholte und in einer Aktennotiz festgehaltene mündliche bzw. 
telefonische Auskunft stellt nur insoweit ein verwertbares Beweismittel dar, als damit 
blosse Nebenpunkte wie etwa Indizien oder Hilfstatsachen festgestellt werden (RKUV 
1994, S. 268 ff.). Sind aber Auskünfte zu wesentlichen Punkten des rechtserheblichen 
Sachverhaltes einzuholen, kommt grundsätzlich nur die Form einer schriftlichen Anfrage 

15

Urteil S 2020 59

und Auskunft in Betracht. Werden Auskunftspersonen bzw. die Partei selbst zu wichtigen 
Punkten mündlich befragt, ist eine Einvernahme durchzuführen und darüber ein Protokoll 
aufzunehmen.

Nach dem Vorstehenden ist festzustellen, dass auch Auskünfte von Drittpersonen als 
Beweismittel im Verwaltungsverfahren zugelassen und schriftliche Auskünfte grundsätzlich 
zulässig sind. Wenn die Beschwerdegegnerin vorliegend geltend macht, dass die 
Telefonnotiz vom 21. August 2018 als Beweismittel nicht verwertbar sei, dann ist sie daran 
zu erinnern, dass bereits das Verwaltungsverfahren vom Untersuchungsgrundsatz (vgl. 
dazu BGE 132 V 393 E. 4.1) beherrscht ist. Die Beschwerdeführerin hat die Telefonnotiz 
schon in der Einsprache vom 22. August 2018 (UV-act. K111) vorgebracht und es wäre 
der Beschwerdegegnerin freigestanden bzw. hätte ihr oblegen, I.________ zu 
kontaktieren, den Sachverhalt umfassend und objektiv festzustellen sowie eine 
Beweiswürdigung vorzunehmen. Vorliegend braucht in Anbetracht der gesamten 
Aktenlage nicht abschliessend beantwortet zu werden, ob die Telefonnotiz ein zulässiges 
Beweismittel darstellt. Der rechtserhebliche Sachverhalt bzw. die genauen Umstände des 
zu beurteilenden Ereignisses ist ausreichend von der Beschwerdeführerin dargetan.

5.6 Unter Berücksichtigung und Würdigung aller Akten gelangt das Gericht zur 
Überzeugung, dass die Beschwerdeführerin am 15. September 2017 auf F.________ mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit einen Blitzschlagunfall erlitten hat. Entgegen der 
Auffassung der Unfallversicherung besteht hierfür nicht nur eine blosse Möglichkeit, 
sondern es liegen weitestgehend deckungsgleiche Anhaltspunkte dafür vor. Die 
Unfallversicherung begründet ihre Einschätzung lediglich damit, dass die Telefonnotiz, die 
angeführten Zeitungsberichte, das Video und der Polizeirapport nicht geeignet seien, die 
Unfallversion mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu belegen. Weshalb dem so ist, 
insbesondere weshalb der Polizeibericht, der Bericht des Spitals J.________, die 
Blitzaktivitätenkarte und auch die Zeitungsartikel nicht ausreichen, legt sie nicht näher dar. 
Da sie auch die Einvernahme eines möglichen Zeugen bei offenbar bestehenden Zweifeln 
ihrerseits nicht durchgeführt hat, grenzt dies an eine willkürliche Beweiswürdigung, welche 
nicht haltbar ist, zumal sie sich ausschliesslich auf die Beurteilung von Dr. G.________ 
stützt, der für die Beantwortung der Rechtsfrage, ob ein Unfallereignis gegeben ist, 
überhaupt nicht zuständig ist. 

6. Ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Unfallereignis im Sinne von Art. 4 
ATSG ausgewiesen, bedarf es ferner eines natürlichen und adäquaten 

16

Urteil S 2020 59

Kausalzusammenhangs. Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. 
dessen Wegfallen ist in erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu 
führen (BGer 8C_287/2020 vom 27. April 2021 E. 3.1 mit weiterem Hinweis). Einen 
solchen Kausalzusammenhang verneint die Beschwerdegegnerin eventualiter unter 
Verweis auf die Ausführungen von Dr. G.________ in dessen Gutachten und Repliken 
vom 30. April 2018, 4. März 2019 und 28. Oktober 2019 (Bf-act. 2 E. 2.4.3).

6.1 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für 
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben 
worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 
begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1).

Diesen Anforderungen vermag das Gutachten von Dr. G.________ vom 6. März 2018 
(UV-act. M20) samt Repliken vom 30. April 2018 (UV-act. M22), 4. März 2019 (UV-
act. M26) und 28. Oktober 2019 (UV-act. M28) nicht gerecht zu werden. Die Beurteilung 
des Neurologen ist insgesamt nicht nachvollziehbar und die Schlussfolgerungen sind nicht 
einleuchtend. Wie bereits erwähnt, schliesst der Gutachter aufgrund fehlender eindeutiger 
Augenzeugenberichte und der fehlenden Hautverletzungen darauf, dass kein 
Blitzeinschlag stattgefunden hat. Dies ist indessen nicht seine Aufgabe. Er hat vielmehr zu 
beurteilen, ob die geklagten Beschwerden von einem Blitzunfall herrühren können und 
nicht, ob ein solcher überhaupt geschehen ist. Des Weiteren sind Blitzeintritts- und 
Austrittsmarken keine notwendige Bedingung für einen solchen Unfall (vgl. E. 5.5.1.1). 
Deshalb geht er von falschen Tatsachen aus. In seinem Gutachten gibt er nur aber 
immerhin auch zu, dass das vorherrschende unspezifische Beschwerdebild neurologisch 
allenfalls einer möglichen Blitzschlagverletzung zugeschrieben werden könne (UV-
act. M20 S. 13 in fine). Im Übrigen begründet er in keiner Weise, welches die 
krankheitsbedingten Ursachen für die geklagten Beschwerden sind. Lediglich für die 
Kopfschmerzen führt er an, diese seien mehrheitlich typisch für eine Migräne als 
eigenständige zyklisch-konstitutionelle Kopfschmerzform (UV-act. M20 S. 14).

Demgegenüber erachten zahlreiche behandelnde Ärzte die von der Beschwerdeführerin 
vorgetragenen Beschwerden als mit einem Blitzunfall vereinbar und plausibel (vgl. etwa 
Bericht von Dr. med. P.________, FMH HNO, vom 22. November 2017 [UV-act. M8], 
Bericht von Dr. med. Q.________, Augenarzt FMH, vom 30. November 2017 [UV-act. M9], 

17

Urteil S 2020 59

Bericht von Dr. med. R.________, FMH Neurologie, vom 27. Dezember 2017 [UV-
act. M12], Bericht von Dr. med. S.________, Oberärztin T.________ vom 17. August 2018 
[UV-act. M23]). Mithin ergeben sich zahlreiche gewichtige Hinweise für das Vorliegen 
eines natürlichen Kausalzusammenhangs. Diese vermögen erhebliche Zweifel an der 
Einschätzung von Dr. G.________ zu begründen, so dass nicht auf dessen Beurteilung 
abgestellt werden kann.

6.2 Hinzu kommt, dass es die Unfallversicherung trotz des ihr obliegenden 
Untersuchungsgrundsatzes versäumt hat, die Beschwerdeführerin umfassend abzuklären. 
Sie begnügte sich damit, lediglich eine neurologische Expertise einzuholen, obschon es 
mannigfache Hinweise auf weitere gesundheitliche Störungen gibt, die anderen 
Fachbereichen zuzuordnen sind. Aktenkundig ist etwa eine leichte neuropsychologische 
Störung sowie eine mittelgradige kognitive und motorische Erschöpfungssymptomatik 
(Bericht von Prof. Dr. med. U.________, FMH Neurologie, vom 3. März 2018 [UV-
act. M19]). Ein weiteres neuropsychologisches Konsilium bescheinigt der 
Beschwerdeführerin nach wie vor eine 15%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zufolge 
einer minimalen bis leichten neuropsychologischen Funktionsstörung mit Defiziten im 
Arbeitsgedächtnis und im Aufmerksamkeitsbereich, bei herabgesetzter psychomentaler 
Dauerbelastbarkeit (UV-act. M27). Auch aus psychiatrischer Warte besteht offenbar ein 
Gesundheitsschaden, welcher die Arbeitsfähigkeit einschränkt und auf das Unfallereignis 
zurückzuführen ist (Bericht der T.________ vom 30. November 2018 [UV-act. M25]). Der 
Facharzt Dr. med. P.________, FMH HNO, konstatierte am 22. November 2017 einen 
Lagerungsschwindel und einen Tinnitus bei Hochtonsenke beidseitig nach Blitzschlag 
(UV-act. M8). Eine kardiologische Abklärung ergab eine arterielle Hypertonie mit deutlich 
erhöhtem 24 Stunden-Blutdruckmittelwert, welche behandlungsbedürftig sei (UV-
act. M14/1). Diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind selbstredend ebenfalls 
abzuklären, wozu die teils ergangenen Stellungnahmen von Dr. G.________ nicht 
genügen. 

6.3 Anhand der Akten kann das Vorliegen bzw. das Wegfallen des natürlichen und 
adäquaten Kausalzusammenhangs nicht abschliessend beurteilt werden. Die Sache ist 
somit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie eine Expertise einhole, 
welche sich zum Vorliegen bzw. Wegfallen des natürlichen Kausalzusammenhangs 
äussert. Ebenso ist die Frage nach einer unfallkausalen Arbeitsunfähigkeit zu beurteilen. 
Dies hat mindestens in den Fachrichtungen Psychiatrie, Neurologie und Neuropsychologie 

18

Urteil S 2020 59

zu erfolgen. Die Beurteilung, ob weitere medizinische Gebiete miteinzubeziehen sind, wird 
durch die Gutachterstelle vorzunehmen sein. 

Hinsichtlich des adäquaten Kausalzusammenhangs ist die Unfallversicherung auf das 
jüngst ergangene Urteil des Bundesgerichts 8C_437/2021 vom 25. November 2021 
hinzuweisen, wonach ein Blitzunfall als mittelschwer im Bereich zu den schweren Unfällen 
zu qualifizieren ist, weswegen das Vorliegen eines Kriteriums genügt, um die Adäquanz 
bejahen zu können (E. 5.2 des soeben genannten Urteils).

7. Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit einen Unfall durch einen Blitzschlag erlitten hat. Da 
sich der medizinische Sachverhalt als nicht ausreichend abgeklärt erweist, ist der 
angefochtene Einspracheentscheid somit aufzuheben und die Angelegenheit an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die notwendigen Abklärungen im Sinne 
der Erwägungen vornehme und hernach neu über den Anspruch der Beschwerdeführerin 
entscheidet. Insoweit erweist sich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde als begründet und 
ist gutzuheissen.

8.
8.1 Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenlos (Art. 61 
lit. a ATSG).

Praxisgemäss wird die Rückweisung einem Obsiegen gleichgestellt, womit der anwaltlich 
vertretenen Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung zusteht. Der 
Beschwerdeführerin ist zulasten der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung nach 
Art. 61 lit. g ATSG auszurichten, welche ermessensweise auf Fr. 3'900.– (inkl. Auslagen 
und MWST) festgesetzt wird.

8.2 Die Beschwerdeführerin beantragt sodann, die ihr entstandenen Kosten für die 
notwendige Übersetzung des Polizeirapports in Höhe von Fr. 254.20 (Bf-act. 4) und für 
das neuropsychologische Konsilium von lic. phil. V.________ vom 2. Juli 2019 in Höhe 
von Fr. 171.20 (recte: Fr. 1'712.– [Bf-act. 5]) seien von der Beschwerdegegnerin 
zurückzuerstatten (act. 1 Ziff. 12).

Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG übernimmt der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung, 
soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so 

19

Urteil S 2020 59

übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des 
Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen 
bilden. Artikel 45 Abs. 1 ATSG führt den Begriff der Massnahmen bzw. 
Abklärungsmassnahmen nicht näher aus und schränkt die Kostenübernahme weder in 
sachlicher, örtlicher noch zeitlicher Hinsicht ein. Aufgrund der offenen Formulierung findet 
sich in der Lehre die Auffassung, der Begriff der Massnahmen umfasse alle infrage 
kommenden Abklärungen bzw. damit einhergehenden Aufwände (ärztliche Berichte, 
Gutachten, telefonische Auskünfte, Befragungen, Dolmetscherkosten), wobei die 
Massnahmen nicht zwingend im Inland zu erfolgen hätten (BGer 9C_764/2014 vom 
21. Juli 2015 E. 3.2.1).

Die Abklärung, ob ein Unfallereignis stattgefunden hat, obliegt der Beschwerdegegnerin. 
Dazu gehört ohne Zweifel auch der Polizeirapport, welcher den Notruf und das Ereignis 
bestätigt. Die dafür aufgewendeten Kosten von Fr. 254.20 für die Übersetzung sind somit 
von der Unfallversicherung zu tragen.

Gleiches gilt für das neuropsychologische Konsilium durch lic. phil. V.________. Die 
Ausführungen der Neuropsychologin, wonach die minimalen bis leichten 
neuropsychologischen Befunde auch bei unauffälliger Bildgebung und bei fehlenden 
Veränderungen der Grundaktivität im EEG mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als 
Folge des Blitzunfalles vom 15. September 2017 einzuordnen seien und die 
Arbeitsfähigkeit um 15 % einschränkten, vermögen ebenfalls Zweifel an der Beurteilung 
von Dr. G.________ zu erwecken und führen letztendlich ebenfalls zur Rückweisung mit 
ergänzender Sachverhaltsabklärung. Insofern war das neuropsychologische Konsilium 
nebst anderen Berichten entscheidwesentlich. Auch für diese Kosten in Höhe von 
Fr. 1'712.– hat die Beschwerdegegnerin aufzukommen. 

20

Urteil S 2020 59

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als der Einspracheentscheid 
vom 8. April 2020 aufgehoben und die Sache zu weiteren Abklärungen im Sinne 
der Erwägungen und zum anschliessenden Neuentscheid an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in 
der Höhe von Fr. 5'866.20 (inkl. Auslagen, MWST, Übersetzungskosten 
[Fr. 254.20] und Abklärungskosten bei lic. phil. V.________ [Fr. 1'712.–]) zu 
bezahlen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die 
Beschwerdegegnerin (im Doppel) sowie an das Bundesamt für Gesundheit, Bern.

Zug, 5. Januar 2022

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am