# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 644d0e0b-9c48-5160-959d-a9c4f44034e5
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-29
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 29.10.2015 VG.2015.00087 (VG.2015.287)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2015-00087_2015-10-29.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 29. Oktober 2015

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2015.00087

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______AG

    	
    Beschwerdeführerin

    

    

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt
    B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Technische Betriebe Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin

    
	
     

    	
     

    

  

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt
    C.______

    

  

  
	
   

   

  
	
  und

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    D.______AG

    	
    Beigeladene

    

  

  
	
   

   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Vergabe
  Leitsystem für Elektrizität, Wasser, Gas, Wärme und Kraftwerk

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1
  Die Technischen Betriebe Glarus (TBG) schrieben am 6. November 2014 im
  Amtsblatt des Kantons Glarus und auf der Internetplattform Simap die Vergabe
  eines Querverbund Leitsystems Elektrizität, Wasser, Gas, Wärme und Kraftwerk
  (nachfolgend: Leitsystem) im selektiven Verfahren aus. Gleichentags schrieben
  sie die Vergabe eines Smart Grid fähigen Smart Metering Systems (SMS) aus.

  
	
   

  
	
  1.2
  Mit Verfügung vom 9. Februar 2015 teilten die TBG der A.______AG mit,
  dass das Präqualifikationsverfahren abgeschlossen sei und sie zur zweiten
  Stufe und damit zur Ausarbeitung eines Angebots zugelassen sei. 

  
	
   

  
	
  1.3
  Am 30. Juni 2015 erteilten die TBG der D.______AG den Zuschlag für das
  Leitsystem zum Preis von Fr. 424'420.- (gemäss vorgesehener Bestellsumme).
  Als Hauptgrund für die Absage führte sie gegenüber der A.______AG den
  wesentlich höheren Anschaffungspreis an.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1
  Die A.______AG erhob in der Folge am 10. Juli 2015 beim
  Verwaltungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung der TBG vom 30. Juni 2015
  und beantragte deren Aufhebung. Der Zuschlag sei ihr zu erteilen;
  eventualiter sei die Sache zur Wiederholung des Ausschreibungsverfahrens an
  die TBG zurückzuweisen. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu
  erteilen. Der Beschwerdeführerin seien sämtliche Grundlagen der Beurteilung
  der Angebote der A.______AG und der D.______AG zur Einsicht zuzustellen;
  alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der TBG und/oder der
  D.______AG.

  
	
   

  
	
  2.2
  Die beigeladene D.______AG verzichtete am 20. Juli 2015 sinngemäss auf
  Teilnahme am Verfahren. Die TBG beantragten am 27. Juli 2015, dass der Beschwerde
  die aufschiebende Wirkung nicht gewährt werde. Im Hauptstandpunkt beantragten
  sie die Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  2.3
  Mit Präsidialverfügung vom 30. Juli 2015 gewährte das Verwaltungsgericht
  der A.______AG teilweise Einsicht in die Akten. In ihrer Replik vom 18.
  August 2015 hielt diese an ihren Anträgen ebenso fest wie die TBG in der
  Duplik vom 2. September 2015. 

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Gemäss Art. 35 f. des kantonalen Submissionsgesetzes
  vom 4. Mai 1997 (SubmG) i.V.m. Art. 105 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die
  Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1989 (VRG) ist das Verwaltungsgericht zur
  Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen
  Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  1.2 Gemäss Art. 37 Abs. 1 SubmG können mit der
  Beschwerde Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch
  des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des
  rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. Dem Verwaltungsgericht bleibt
  hingegen eine Angemessenheitskontrolle verwehrt (Art. 37 Abs. 2 SubmG).
  Greift das Gericht in den technischen Ermessensbereich der Vergabebehörde
  ein, verletzt es das Recht (BGE 141 II 14 E. 2.3)

  
	
   

  
	
  1.3 Da vorliegend der Entscheid in der Sache ergeht,
  muss über das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde
  nicht mehr entschieden werden.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Die Beschwerdeführerin macht zunächst geltend, die
  Beschwerdegegnerin plane die Realisierung eines SMS mit einer Laststeuerung
  und Anbindung an ein neues Netzleitsystem. Das Netzleitsystem bestehe aus den
  Elementen IDS-Fernwirkgeräte, IDS-Frontrechner, IDS Terminal Server und der
  Leitstelle. Im Grunde handle es sich um ein System der Fernsteuerung. Die in
  der Leitstelle eingegebenen Befehle würden schliesslich von den
  IDS-Fernwirkgeräten ausgeführt. Die übrigen Komponenten dienten der
  Datenübermittlung. Gegenstand der Submission Smart Grid fähiges SMS bildeten
  hingegen das SMS, die Integrationsplattform und die Lastschaltung. Die beiden
  Ausschreibungsgegenstände seien eng miteinander verknüpft. Eine Lastschaltung
  ohne Anbindung an eine Leitstelle sei zwar grundsätzlich möglich. Die volle
  Funktionalität des Gesamtsystems bestehe aber gerade in der Verbindung der
  (mit dem SMS verbundenen) Lastschaltung mit dem Netzleitsystem über die
  Leitstelle. Auch eine Anbindung der Leitstelle an die Integrationsplattform
  könne durchaus sinnvoll sein. Eine optimale Funktionalität des Gesamtsystems
  erfordere hinsichtlich der Koordination des Leitsystems mit der Laststeuerung
  weit mehr als die blosse Bereitstellung entsprechender Schnittstellen. Die
  geforderte Schnittstelle IEC 60870-5- 104 sei ein blosses
  Datenübertragungsprotokoll, welches lediglich die Möglichkeit eines
  Austauschs von Daten zwischen den beiden Systemteilen ermögliche.
  Demgegenüber definiere es nicht, ob tatsächlich eine Datenübertragung
  stattfinde und welche Daten ausgetauscht würden. Ein Zusammenwirken der
  beiden Systemteile werde keineswegs gewährleistet, vielmehr werde erst die
  theoretische Möglichkeit dafür geschaffen. Damit ein Zusammenwirken
  tatsächlich stattfinde, müsse das Leitsystem entweder über ein spezielles auf
  ein SMS ausgerichtetes Lastmanagementmodul verfügen oder es müsse von der
  Leitstelle ein Zugriff auf die Lastschaltgeräte möglich sein. Die Entwicklung
  eines Lastmanagementmoduls daure aber etwa zwei Jahre. Die Zuschlagsempfängerin
  habe zudem keine Schnittstelle IEC 60870-5-104 für die Anbindung des
  Leitsystems an das SMS offeriert. Die in der Offerte vorhandene Schnittstelle
  IEC 60870-5-104 sei nämlich nicht für die Anknüpfung an das SMS
  vorgesehen, vielmehr sollte über diese Schnittstelle der Datenverkehr zwischen
  der Leitstelle und den Fernwirkunterstellen erfolgen. Aus der Ausschreibung
  SMS ergebe sich schliesslich in aller Deutlichkeit, dass ein tatsächliches
  Zusammenwirken zwischen dem Leitsystem und dem SMS gefordert gewesen sei,
  weshalb die Beschwerdegegnerin nicht das Gegenteil behaupten könne.

  
	
   

  
	
  Aus diesen Gründen sei
  bereits die Aufteilung des Gesamtprojekts in zwei Ausschreibungsverfahren
  unsinnig. Die Zuschlagskriterien müssten jedenfalls bei einer Aufteilung
  eines Gesamtsystems in Auftragsteile so festgelegt und bei der Beurteilung
  gehandhabt werden, dass das für das Gesamtsystem wirtschaftlichste Angebot
  den Zuschlag erhalte. Es sei unverständlich, dass sich die Beschwerdegegnerin
  ausgerechnet bei der technisch anspruchsvollen Verknüpfung der beiden Systeme
  auf ein Experiment einlasse und das volle Risiko sowie den gesamten Koordinationsaufwand
  übernehme. 

  
	
   

  
	
  2.1.2 Die Beschwerdegegnerin führt demgegenüber aus, sie
  habe die Systeme getrennt ausgeschrieben, um den Markt soweit wie möglich zu
  öffnen. Hätte sie die beiden Systeme in einer einzigen Ausschreibung
  zusammengefasst, wären nur zwei Anbieter in der Lage gewesen, die
  Anforderungen annähernd zu erfüllen. Die Beschwerdeführerin beschreibe ein
  Ausschreibungsverfahren, wie sie es gerne gehabt hätte. Sie, die Beschwerdegegnerin,
  habe aber nicht ein Gesamtsystem ausgeschrieben, sondern zwei Systeme, welche
  über die standardisierte Schnittstelle IEC 60870-5-104 verbunden würden.
  Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin liege der Fokus der Beschaffung
  nicht auf einem Smart Grid System. Beim Leitsystem sei vielmehr der Ersatz
  der Steuerung das primäre Ziel. Der sekundäre Fokus liege bei der Netzüberwachung
  und der Netzführung für die Strom-, Wasser-, Gas- und Wärmeversorgung. Zudem
  solle mit dem neuen Leitsystem die zentrale Visualisierung aller eigenen
  Kraftwerke realisiert werden. Erst tertiär erfolge die Energieoptimierung.
  Wichtigste Aufgabe des SMS sei die Ablösung der Rundsteuerung und der
  Zählerersatz. Sekundär seien die elektronische Unterstützung und Effizienzsteigerung
  bei Geschäftsprozessen sowie die Integration des Smart Grid fähigen SMS in
  die Systemlandschaft mittels Integrationsplattform. Tertiär liege der Fokus
  beim Steuern von Schaltkontakten und Schaltgruppen ab einem übergeordneten
  System. Für das Zusammenwirken von Leitsystem und dem ausgeschriebenen SMS
  gebe es im heutigen Zeitpunkt bei der Beschwerdegegnerin noch nicht viele
  konkrete Anwendungsfälle. Die bekannten Anwendungsfälle seien im Rahmen der
  Submission beider Systeme erfasst worden, die künftigen würden sich erst noch
  zeigen. Die Formulierung der Zuschlagskriterien sei fokussiert auf die
  wirklich zwingenden und dringenden Bedürfnisse der Beschwerdegegnerin
  erfolgt. Für diese Punkte, welche im primären und sekundären Fokus stünden,
  sei kein Gesamtsystem erforderlich. Die Anforderungen würden auch ohne
  Verbindung der Systeme erfüllt. Um aber eine Verbindung zu gewährleisten und
  diese Möglichkeit offen zu halten, sei die Standardschnittstelle IEC
  60870-5-104 ausgeschrieben worden. Die Funktionalität und das Zusammenwirken
  der Systeme beider Zuschlagsempfängerinnen würden im ausgeschriebenen und
  geforderten Umfang erfüllt. Schliesslich sei die Beschwerdeführerin nicht zu
  hören, soweit sie geltend mache, es hätte ein Gesamtsystem ausgeschrieben
  werden müssen, oder die Zuschlagskriterien kritisiere, da sie die
  Ausschreibung akzeptiert habe.

  
	
   

  
	
  2.2 

  
	
  2.2.1 Nach Art. 35 Abs. 1 und 2 lit. b i.V.m. Art. 36
  SubmG kann die Ausschreibung des Auftrags innert zehn Tagen mit Beschwerde
  beim Verwaltungsgericht angefochten werden. Erachtet ein Anbieter ein oder
  mehrere Zuschlagskriterien als unzulässig und ist der geltend gemachte Mangel
  bereits aus den rechtzeitig erhältlich gemachten Ausschreibungsunterlagen
  ersichtlich, muss er die entsprechende Rüge mit der Beschwerde gegen die
  Ausschreibung vorbringen (VGer-Urteil VG.2014.00136 vom 30. April 2015
  E. 3.3, mit Hinweisen). Angesichts des Zeitdrucks, der beschränkten Rechtskenntnisse
  der Anbietenden sowie der Furcht vor der Verringerung der Chancen im
  Vergabeverfahren sind hier allerdings keine strengen Anforderungen zu stellen
  (BGer-Urteil 2C_919/2014 und 2C_920/2014 vom 21. August 2015 E. 6.7, zur
  Publikation vorgesehen).

  
	
   

  
	
  2.2.2 Vorliegend war es für die Beschwerdeführerin nicht
  einfach zu erkennen, wie der von ihr geltend gemachte Vorteil, dass sie ein
  Gesamtsystem offeriert habe, in der Bewertung berücksichtigt würde bzw.
  welche Nachteile die Ausschreibung in zwei Verfahren für sie zeitigen würde.
  Insofern sind ihre Rügen, dass die getrennte Ausschreibung unsinnig sei und
  dass durch die Zuschlagskriterien die Vorteile ihres Gesamtsystems nur
  unzureichend berücksichtigt würden, entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
  zu prüfen.

  
	
   

  
	
  2.3

  
	
  2.3.1 Durch die Vergabe des Leitsystems soll ein
  Netzleitsystem beschafft werden, welches die entsprechenden Netze und die
  Kraftwerke steuert und überwacht. Dabei erfolgt die Steuerung über die
  Leitstelle. Die dort eingegebenen Befehle werden durch die
  Fernwirkunterstellen erfasst und ausgeführt.

  
	
   

  
	
  2.3.2 Ausschlaggebend für die Ausschreibung des Smart Grid
  fähigen SMS war, dass die Beschwerdeführerin zur Zeit verschiedene
  Rundsteuerungen in vier getrennten Ortsnetzen betreibt. Die Technik der
  Rundsteuerungen ist veraltet und muss ersetzt werden. Die E-Zähler und
  Fremdgerätegateways sind Smart Meter, welche bei den Endkunden den
  Energieverbrauch messen. Die Daten werden den Datenkonzentratoren übermittelt
  und von dort an den AMI-Server weitergeleitet, wo sie verarbeitet werden.
  Durch die Integrationsplattform können auch die übrigen Softwareprogramme mit
  den erhobenen Daten arbeiten, was beispielsweise für die Rechnungsstelle
  wesentlich ist. Durch die Laststeuerung sollen die Aufgaben der vier
  Rundsteuerungsanlagen übernommen werden. Dazu werden bei den Endkunden
  Lastschaltgeräte installiert. Deren Ansprache erfolgt über die Datenkonzentratoren,
  welche bereits für die Smart Meter verwendet werden. Die Datenverarbeitung
  erfolgt durch das Laststeuermodul. Die Lastschaltung soll dabei das Netz der
  Beschwerdegegnerin Smart Grid fähig machen. Damit bestünde beispielsweise die
  Möglichkeit, auf Schwankungen im Stromnetz zu reagieren und die Benützergruppen
  entsprechend zu schalten. Hierzu ist aber die Verbindung zum Netzleitsystem
  erforderlich. Ausgeschrieben wurden die Laststeuerung (inkl.
  Laststeuermodul), die E-Zähler und Fremdgerätegateways, die AMI-Zentrale
  sowie die Integrationsplattform. Damit die Möglichkeit offen steht, mit dem
  Netzleitsystem zu kommunizieren, wurde beim Laststeuermodul die
  standardisierte Schnittstelle IEC 60870-5-104 gefordert (vgl. zum Ganzen
  Verfahren VG.2015.00088).

  
	
   

  
	
  2.4

  
	
  2.4.1 Es ist grundsätzlich Aufgabe der Vergabestelle, ihre
  Bedürfnisse zu evaluieren und den Gegenstand der Vergabe zu definieren. Grund
  für die Vergabe des Leitsystems war, dass die Beschwerdegegnerin zur Zeit verschiedene
  Leitsysteme im Bereich Strom, Erdgas und Wasser betreibt. Die Leitsysteme,
  der Fernwirkkopf und die Fernwirkunterstellen sind am Ende der Lebensdauer
  und müssen ersetzt werden. Dabei sollen die sechs bestehenden Leitsysteme zu
  einem Querverbund Leitsystem zusammengeführt werden. Wie die
  Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt, schrieb sie parallel lediglich ein
  Smart Grid fähiges SMS, nicht ein Smart Grid System aus. So forderte sie denn
  auch insbesondere kein umfassendes Zusammenwirken des SMS mit dem Leitsystem.
  Im Vergabeverfahren Smart Grid fähiges SMS wurde unter dem Titel Schnittstellen
  zu übergeordneten Systemen (z.B. Netzleitsystem) lediglich verlangt, dass
  über eine standardisierte Schnittstelle einzelne Schaltkontakte und
  Schaltgruppen adressiert und geschaltet werden können (Verfahren
  VG.2015.00088). Hierzu fragte sie in Frage 1 nach, ob das angebotene
  Laststeuermodul in der Lage sei, die Kommunikation mit dem Netzleitsystem
  über Ethernet TCP/IP mit dem Protokoll IEC 60870-5-104 abzuwickeln. Dass
  eine entsprechende Frage bei der Vergabe Leitsystem fehlt und dass die Schnittstelle
  IEC 60870-5-104 hier nur für die Kommunikation mit den
  Fernwirkunterstellen verlangt wird, trifft zwar zu. Hierzu führt die Beschwerdegegnerin
  aber nachvollziehbar aus, dass sich das Lastschaltmodul für Schalthandlungen
  und Rückmeldung des Schaltzustands gleich wie eine Fernwirkunterstelle
  verhalte, weshalb die Funktion auch im Leitsystem gegeben sei.

  
	
   

  
	
  2.4.2 Das Gericht kann sich in einem strittigen
  Submissionsverfahren mangels Fachkenntnissen nicht bis ins Detail mit
  komplexen technischen Fragen auseinandersetzen, zudem kommt der
  Vergabebehörde ein technischer Ermessensbereich zu
  (vgl. E. II/1.2). Es muss daher bei der Feststellung sein Bewenden
  haben, dass die vorliegende Ausschreibung nachvollziehbar und für das von der
  Beschwerdegegnerin geforderte Zusammenwirken von Leitsystem und SMS genügend
  ist. Namentlich ist dabei wesentlich, dass die Beschwerdegegnerin kein
  umfassendes Zusammenwirken von Leitsystem und SMS ausschrieb, sondern das
  Bereitstellen der Schnittstelle IEC 60870-5-104, welche Voraussetzung
  für ein allfälliges künftiges Zusammenwirken bildete, genügen liess, weshalb
  sich die Gefahr zusätzlicher Kosten und Risiken in engen Grenzen halten
  dürfte.

  
	
   

  
	
  Damit ist es aber auch
  nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Leitsystem und das
  Smart Grid fähige SMS in getrennten Verfahren vergab. Es wäre zwar sicherlich
  zulässig gewesen, dafür ein Gesamtprojekt auszuschreiben. Dies hätte aber
  gemäss unbestrittener Darstellung der Beschwerdegegnerin die Zahl möglicher
  Anbieter deutlich verringert. Insofern sprachen zumindest wettbewerbsrechtliche
  Gründe für eine getrennte Ausschreibung. Wurden aber zwei getrennte
  Ausschreibungen vorgenommen, sind die entsprechenden Angebote auch getrennt
  zu beurteilen.

  
	
   

  
	
  Bereits deshalb ist es
  nicht zu beanstanden, dass die höhere Funktionalität, welche bei einer Wahl
  des Systems der Beschwerdeführerin und einer gleichzeitigen Wahl des in der
  Vergabe Leitsystem unterlegenen Systems der A.______AG bestanden hätte, nur
  am Rande berücksichtigt wurde. Im Übrigen ist einzig der Bedarf der Beschwerdegegnerin
  massgebend. Wenn nun die Beschwerdeführerin im Bereiche des Zusammenwirkens
  der Systeme eine erhöhte Funktionalität anbietet, deren Nutzen im jetzigen
  Zeitpunkt für die Beschwerdeführerin aber nicht abschätzbar ist, darf dies
  ohnehin nicht in die Bewertung einfliessen. 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Die Beschwerdeführerin stellt die Eignung der
  Zuschlagsempfängerin in Frage. Für das Zusammenwirken zwischen Netzleitsystem
  und SMS sei ein Lastmanagementmodul erforderlich. Ein solches sei in der
  Offerte der Zuschlagsempfängerin schlicht nicht enthalten, sondern werde
  nachträglich noch in Regie auszuführen sein. Schliesslich sei auch unklar, ob
  das Protokoll TASE.2 im Angebot der Zuschlagsempfängerin enthalten sei. 

  
	
   

  
	
  3.2 Die Einwände der Beschwerdeführerin treffen nicht
  zu. Die Zuschlagsempfängerin hat ein Lastmanagementmodul angeboten (vgl.
  Beschreibung EVU-Loadcontroller), welches für die Bedürfnisse der
  Beschwerdeführerin gemäss eigenen Aussagen ausreichend ist. Daneben hat die
  Zuschlagsempfängerin ausgeführt, dass TASE.2-Koppelungen realisiert werden
  könnten. Insofern bestehen keine Anhaltspunkte, die gegen die Eignung der
  Zuschlagsempfängerin sprechen würden.

  
	
   

  
	
  4. 

  
	
  4.1 Die Beschwerdeführerin bemängelt sodann die
  Transparenz der Ausschreibung. Hinsichtlich der Gewichtung der
  Zuschlagskriterien sei lediglich angegeben worden, dass diese gemäss
  Reihenfolge mit abnehmender Gewichtung gelten würden. Konkrete Angaben über
  die Gewichtung hätten gefehlt. Es sei anzunehmen, dass die Prozentsätze
  bereits vor der Ausschreibung festgelegt worden seien. Diesfalls hätten sie
  mit der Ausschreibung bekannt gegeben werden müssen. 

  
	
   

  
	
  4.2

  
	
  4.2.1 In der Ausschreibung wurde unter dem Titel
  "Angebotsprüfung und Zuschlagskriterien" ausgeführt, dass die
  Gewichtung der Zuschlagskriterien gemäss nachstehender Reihenfolge mit
  abnehmender Gewichtung erfolge. Aufgelistet wurden Zweckmässigkeit,
  Wirtschaftlichkeit, Technische Standards/Sicherheit, Projektabwicklung, Kundendienst
  und Systempräsentation, wobei unter den einzelnen Hauptkriterien
  Unterkriterien angeführt wurden.

  
	
   

  
	
  4.2.2 Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich hat sich
  in einem Leitentscheid vom 18. Dezember 2002 einlässlich mit der Frage
  auseinandergesetzt, ob in den Ausschreibungsunterlagen nicht nur die
  Zuschlagskriterien, sondern auch deren Gewichtung bekannt zu geben seien.
  Unstrittig ist, dass die Zuschlagskriterien, um die notwendige Transparenz
  des Vergabeverfahrens zu gewährleisten (vgl. Art. 1 Abs. 3 lit. c
  der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom
  15. März 2001 [IVöB]), bekannt zu geben sind. Es muss aus der
  Bekanntgabe zudem ersichtlich sein, welches Gewicht die Vergabebehörde den
  einzelnen Kriterien beimisst. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich kam allerdings
  zum Schluss, dass es ausreiche, die relative Bedeutung, die sie den einzelnen
  Kriterien zuerkennen wolle, ersichtlich zu machen. Eine Bekanntgabe der Gewichtungen
  zu Beginn des Vergabeverfahrens wäre zwar mit Blick auf die Transparenz
  desselben wünschbar, doch liessen sich die Vor- und Nachteile verschiedener
  Lösungen nicht hinreichend überblicken. In dieser Situation obliege es nicht
  in erster Linie der Rechtsprechung, sondern der Gesetzgebung und dem Verordnungsgeber,
  die Voraussetzungen der Vergabe öffentlicher Aufträge näher zu umschreiben
  (VB.2001.00095 E. 3, www.vgr.zh.ch).

  
	
   

  
	
  Dieser Auffassung ist zu
  folgen. In Art. 11 Abs. 1 lit. k der vorliegend anwendbaren
  Submissionsverordnung vom 17. Dezember 1997 (SubmV) ist vorgeschrieben, dass
  in den Ausschreibungsunterlagen zumindest die Zuschlagskriterien in der
  Reihenfolge ihrer Bedeutung anzugeben seien. Hingegen wird die genaue Angabe
  der Gewichtung der Zuschlagskriterien nicht verlangt. Weder führt die
  Beschwerdeführerin zwingende Gründe an, dieser Regel die Anwendung zu
  versagen, noch sind solche anderweitig ersichtlich.

  
	
   

  
	
  Dies gilt jedoch einzig
  dann, wenn das Schema mit prozentualen Gewichtungen nicht schon bei der
  Ausschreibung festgelegt wurde. Ansonsten erfordert das Transparenzgebot
  nämlich, dass die prozentualen Gewichtungen in der Ausschreibung bekannt gegeben
  werden (BGer-Urteil 2P.299/2006 vom 24. August 2001 E. 2c).

  
	
   

  
	
  4.2.3 Vorliegend führt die Beschwerdegegnerin aus, dass
  sie die prozentualen Gewichtungen an einer Besprechung vom 19. Februar 2015
  und somit nach der Ausschreibung festgelegt habe. Insofern ist ihr unter der
  geltenden Rechtslage kein Fehlverhalten vorzuwerfen, auch wenn eine frühzeitige
  Festlegung und Bekanntgabe der Gewichtungen zu begrüssen gewesen wären.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  Die Beschwerdeführerin
  rügt weiter die Gewichtung und Bewertung einzelner Zuschlagskriterien. 

  
	
   

  
	
  5.1 

  
	
  5.1.1 Sie macht geltend, dass der Anschaffungspreis gemäss
  dem Bewertungsraster nur mit 23 % gewichtet werden sollte, was dem besonderen
  Gewicht der Zweckmässigkeit in funktionalen Ausschreibungen grundsätzlich
  Rechnung trage. Mit der Preisspanne von 50 % werde dem Preiskriterium
  vorliegend aber ein solches Gewicht verliehen, dass es gegenüber der
  Zweckmässigkeit in den Vordergrund trete. Die gewählte Preisspanne führe zu
  einer Verzerrung und Verschiebung der Zuschlagskriterien. Bei einem komplexen
  Auftrag wie dem vorliegenden wäre eine Preisspanne von mindestens 70 %
  angemessen.

  
	
   

  
	
  5.1.2 Bei der Ausgestaltung der Preiskurve steht der
  Vergabebehörde ein weites Ermessen zu (BGer-Urteil 2P.136/2006 E. 3.4). Die
  Preiskurve darf aber nicht derart flach ausfallen, dass dem Preis nicht mehr
  ein adäquates Gewicht zukommt.

  
	
   

  
	
  Vorliegend gewichtete die
  Beschwerdeführerin den Anschaffungspreis mit 23 %, was im unterem Rahmen lag.
  Es gingen Angebote (gemäss voraussichtlicher Bestellmenge) ein, die zwischen
  Fr. 424'420.- und Fr. 575'031.- lagen. Die Zuschlagsempfängerin erhielt für
  ihr Angebot, welches das günstigste war, die vollen 23 Punkte. Aufgrund der
  gewählten Preisspanne von 50 % erhielt das teuerste Angebot immerhin noch
  6.67 Punkte. Mit der gewählten
  Preisspanne wurde das Kriterium des Anschaffungspreises adäquat gewichtet.
  Würde hingegen der Auffassung der Beschwerdeführerin gefolgt, wäre es
  zumindest fraglich, ob dem Anschaffungspreis nicht ein zu geringes Gewicht
  zukäme. Schliesslich wurde dem Umstand, dass es sich vorliegend um einen
  technisch anspruchsvollen Auftrag handelte, genügend Rechnung getragen, indem
  der Anschaffungspreis nur mit 23 % gewichtet wurde.

  
	
   

  
	
  5.2 

  
	
  5.2.1 Die Beschwerdeführerin rügt sodann, dass die
  Lebensdauer der Komponenten und die Kosten für Ersatzmaterial praktisch nicht
  berücksichtigt würden, obwohl dieses Unterkriterium in der Ausschreibung
  ausdrücklich erwähnt worden sei. Ihre Komponenten hielten fünf Jahre länger
  als diejenigen der Zuschlagsempfängerin, was 33 % entspreche. In der
  Bewertungsmatrix finde dieser Unterschied lediglich Niederschlag in einer
  Differenz von 0.25 Punkten, was beim Kriterium des Anschaffungspreises einem
  Preisunterschied von rund Fr. 2'000.- entspreche. Effektiv verhalte es sich
  aber so, dass das System der Zuschlagsempfängerin pro Jahr Fr. 28'294.55
  koste, ihres hingegen nur Fr. 28'066.25. 

  
	
   

  
	
  5.2.2 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass die Angaben
  zur Lebensdauer nur die Fernwirkunterstellen betreffen, was die
  Beschwerdeführerin zu verkennen scheint, wenn sie anhand der Lebensdauer die
  Gesamtkosten des Systems pro Jahr berechnen will. Sodann versteht es sich von
  selbst, dass die Angabe der Lebensdauer nur approximativ erfolgen kann. So
  gehen denn sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Zuschlagsempfängerin
  bei ihren Angaben von einer Mindestlebensdauer aus. Insofern ist es nicht zu
  beanstanden, dass die Beschwerdeführerin dem Kriterium der Lebensdauer nur
  ein geringes Gewicht zumass. Dennoch vermag die Bewertung unter dem Unterkriterium
  "Lebensdauer der Komponenten und Kosten für Ersatzmaterial" nicht
  zu überzeugen. Die Beschwerdeführerin, welche von einer Lebensdauer von
  mindestens 20 Jahren und Ersatzmaterialkosten von Fr. 3'002.- ausging,
  erhielt zu Recht das Punktemaximum von (ungewichtet) 4 Punkten. Eine
  Anbieterin ging von einer Lebensdauer von mehr als 10 Jahren und
  Ersatzmaterialkosten von Fr. 2'740.- aus und erhielt (ungewichtet) nur 1
  Punkt. Es leuchtet nun nicht ein und erscheint als willkürlich, dass der
  Beschwerdeführerin, welche eine Lebensdauer von mindestens 15 Jahren
  angab, trotz der hohen Ersatzmaterialkosten von Fr. 10'539.-
  (ungewichtet) 3 Punkte bzw. (gewichtet) 0.75 Punkte erteilt wurden. Ihr
  Angebot ist diesbezüglich insgesamt etwa gleichwertig zum erwähnten Angebot
  der Mitbewerberin, weshalb sie unter dem Unterkriterium "Lebensdauer der
  Komponenten und Kosten für Ersatzmaterial" ebenfalls nur mit (ungewichtet)
  1 Punkt bzw. mit (gewichtet) 0.25 Punkten zu bewerten ist.

  
	
   

  
	
  5.3. 

  
	
  5.3.1 Die Beschwerdeführerin bemängelt zudem, dass dem
  Unterkriterium "Synergien bei gleichzeitiger Realisierung des Smart-Metering-Projekts"
  mit einer Gewichtung von 1 % kein adäquates Gewicht zukomme. Vielmehr
  müssten Kosten, Aufwand und Risiken bei einer getrennten Vergabe angemessen
  berücksichtigt werden.

  
	
   

  
	
  5.3.2 Die Beschwerdegegnerin hat das von der
  Beschwerdeführerin ausgewiesene Einsparpotential von Fr. 42'560.- bei
  Beschaffung beider Projekte berücksichtigt. Im Übrigen mass sie den Synergien
  zwischen den beiden Projekten offenbar nur geringes Gewicht bei. Es lag denn
  auch in deren Ermessen, andere Punkte als wichtiger zu erachten, weshalb das
  Gericht keine Veranlassung sieht, in die Gewichtung des Unterkriteriums
  einzugreifen (vgl. E. II/2.4). 

  
	
   

  
	
  5.4.

  
	
  5.4.1 Sodann ist die Beschwerdeführerin nicht damit
  einverstanden, dass die Beschwerdegegnerin nur einen Teil der gewählten
  Optionen bei der Preisberechnung berücksichtigt habe. Die Bewertung könne
  nicht ausblenden, dass der ausgeschriebene Vertrag es vorsehe, möglicherweise
  einen erheblich anderen Inhalt oder Umfang zu haben, als dies grundsätzlich
  und unbedingt vereinbart werden soll. Es gehe daher nicht an, dass die
  Vergabestelle eine Reihe von Optionen ausschreibe, sich dann nach Eingang der
  Angebote auf einige Optionen entschliesse und nur noch diese Optionen in die
  Bewertung des Preises, aber auch der Zweckmässigkeit einfliessen lasse.
  Namentlich der Preis sei unter Berücksichtigung des Preises aller Optionen zu
  bewerten. Dies gelte auch für die Fernwirkunterstellen, wo die
  Beschwerdeführerin bei der Preisberechnung lediglich die Initialkosten sowie
  einmal die zusätzlichen Kosten pro Fernwirkunterstelle berechnet habe.

  
	
   

  
	
  Wohlgemerkt habe die
  Beschwerdegegnerin tatsächlich auch Optionen bewertet, welche nicht zur
  Ausführung gelangten. Namentlich sei der Beschwerdeführerin ein Abzug von 2
  Punkten unter dem Unterkriterium "Den Bedürfnissen entsprechende
  Parametrierung, Änderbarkeit und Erweiterbarkeit des Leitsystems"
  gemacht worden. Dies mit der Begründung, dass die Bewirtschaftung im Bereich
  Wasser noch Verbesserungspotential habe. Gemeint seien damit wohl die Leistungen
  gemäss Kap. 12.19.13, welche eine Option darstellen würden.

  
	
   

  
	
  5.4.2 Die Beschwerdegegnerin hat ein klares Bild davon,
  was sie bestellen wird, und so den voraussichtlichen Bestellumfang definiert.
  So soll beispielsweise die Koppelung des Universalmessgeräts nur bei einer
  Fernwirkunterstelle erfolgen, was die Beschwerdeführerin in ihrer Duplik
  ausdrücklich bekräftigt. Es würde nun dem Gebot der Wirtschaftlichkeit (Art.
  1 Abs. 3 lit. d IVöB) widersprechen, wenn bei der Bewertung auch solche
  Optionen mitberücksichtigt werden müssten, deren Wahl für die Vergabestelle
  nicht in Frage kommt. Dies würde unter Umständen zu einer Verfälschung der
  Bewertung des Preiskriteriums führen und könnte so unnötige Kosten für die
  öffentliche Hand zur Folge haben. Eine Berücksichtigung sämtlicher Optionen
  bei der Preisberechnung kann aber auch deshalb nicht erfolgen, weil nicht
  sämtliche Anbieter alle Optionen offeriert haben. Hingegen ist zu Recht unbestritten,
  dass die Optionen, welche die Beschwerdegegnerin bestellen will, in die
  Bewertung des Preises einzufliessen haben, da die diesbezüglichen Kosten ja
  auch tatsächlich anfallen werden.

  
	
   

  
	
  Soweit die
  Beschwerdegegnerin geltend macht, ihr sei ein Abzug gemacht worden für eine
  Leistung, welche gar nicht bestellt werde, ist ihr nicht zu folgen. Die Beschwerdegegnerin
  legt dar, dass sich der Abzug von (ungewichtet) 0.5 bzw. (gewichtet) 2 Punkten
  unter dem Unterkriterium "Den Bedürfnissen entsprechende Parametrierung,
  Änderbarkeit und Erweiterbarkeit des Leitsystems" nicht auf das Kap. 12.19.13
  der Submissionsunterlagen "Simulation im Bereich Wasserversorgung"
  beziehe. Gemeint sei das Kap. 12.19.9.1 und die dort beschriebene Reservoirbewirtschaftung.
  Dass grosses Verbesserungspotential bei der Bewirtschaftung im Bereich Wasser
  bestehe, habe sie der Beschwerdeführerin bereits anlässlich der
  Systempräsentation mündlich mitgeteilt. Die Ausführungen der Beschwerdegegnerin
  erscheinen nachvollziehbar. Zum einen verweist sie nämlich in der Bewertung
  auf die Präsentation, zum anderen entspricht der Hinweis auf das Verbesserungspotential
  bei der Bewirtschaftung im Bereich Wasser viel eher dem Kap. 12.19.9.1
  als dem Kap. 12.19.13 der Submissionsunterlagen. Insofern ist nicht davon
  auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin eine am Ende nicht ausgewählte Option
  in die Bewertung der Zweckmässigkeit einfliessen liess.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend,
  dass in der Ausschreibung diverse Leistungen als "Leistungen des
  Auftraggebers" bezeichnet worden seien, wobei die Erstellung der
  Schemata und der Signallisten vergessen gegangen seien. Die Leistungen,
  welche nicht effektiv inhouse erbracht würden, müssten in einer weiteren Submission
  ausgeschrieben werden. Da die Leistungen des Leitsystems, des SMS, aber auch
  die noch nicht ausgeschriebenen Leistungen der beiden Aufträge eine Einheit
  bildeten, sei der Auftragswert all dieser Aufträge zusammenzurechnen. Daraus
  ergebe sich, dass die Ausschreibung im offenen oder selektiven Verfahren zu
  erfolgen habe.

  
	
   

  
	
  6.2 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die
  Frage, ob es rechtmässig war, den Zuschlag für das Leitsystem nicht der
  Beschwerdeführerin zu erteilen. Soweit diese geltend macht, die
  "Leistungen des Auftraggebers" sowie die nicht erwähnte Erstellung
  der Schemata und Signallisten müssten ausgeschrieben werden, sofern die Leistungen
  nicht effektiv inhouse erbracht würden, trifft dies zu. Davon geht im Übrigen
  auch die Beschwerdegegnerin aus. Indessen hat dieser Hinweis keinen Einfluss
  auf den Ausgang des vorliegenden Verfahrens, in welchem einzig über die
  Rechtmässigkeit der Zuschlagsverfügung zu entscheiden ist. 

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  Zusammenfassend ergibt
  sich, dass die Rügen der Beschwerdeführerin grösstenteils Punkte betreffen,
  bei deren Beurteilung der Beschwerdegegnerin ein weiter Ermessensspielraum
  zukommt. Eine Ausnahme bildet einzig das Unterkriterium "Lebensdauer der
  Komponenten und Kosten für Ersatzmaterial", bei welchem die Bewertung
  der Zuschlagsempfängerin mit (gewichtet) 0.75 Punkten als willkürlich
  erscheint und eine Korrektur auf (gewichtet) 0.25 Punkte angezeigt ist (vgl.
  E. II/5.2). Da dem Gericht aber keine Ermessenskontrolle zukommt, erfolgen
  keine weiteren Korrekturen bei der Bewertung der Kriterien.

  
	
   

  
	
  Insgesamt erreicht die
  Zuschlagsempfängerin neu gerundet 84.3 statt 84.8 Punkte, während die
  Beschwerdeführerin bei 80.8 Punkten bleibt. Folglich erweist sich das Angebot
  der Zuschlagsempfängerin nach wie vor als das wirtschaftlich günstigste, was
  zur Abweisung der Beschwerde führt.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  1. 

  
	
  Die Gerichtskosten von pauschal
  Fr. 5'000.- sind der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 134
  Abs. 1 lit. c VRG) und mit dem von ihr in gleicher Höhe geleisteten
  Kostenvorschuss zu verrechnen. Ausgangsgemäss steht ihr keine Parteientschädigung
  zu (Art. 138 Abs. 3 VRG e contrario). Eine solche ist aber auch der Beschwerdegegnerin
  nicht zuzusprechen. Sie ist eine selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt,
  welche zu 100 % im Eigentum der Gemeinde Glarus steht. Daher hat sie als
  Behörde im Sinne von Art. 138 Abs. 4 VRG zu gelten. Da die Beantwortung von
  Rechtsmitteln – namentlich im Bereiche von Gebührenstreitigkeiten und
  Vergabeverfahren – zu ihrem angestammten Aufgabenbereich gehört, sind keine
  besonderen Umstände ersichtlich, welche ein Abweichen vom in Art. 138 Abs. 4
  VRG statuierten Grundsatz, wonach Behörden in der Regel keine Parteientschädigungen
  zugesprochen werden, gebieten würden.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Der geschätzte
  Auftragswert übersteigt den im Staatsvertragsbereich massgeblichen
  Schwellenwert (Art. 1 lit. b der Verordnung des WBF vom
  2. Dezember 2013 über die Anpassung der Schwellenwerte im öffentlichen
  Beschaffungswesen für die Jahre 2014 und 2015). Gegen diesen Entscheid ist
  daher die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach
  Art. 82 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG)
  zulässig, sofern sich eine Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung stellt
  (Art. 83 lit. f BGG); andernfalls steht nur die subsidiäre Verfassungsbeschwerde
  nach Art. 113 ff. BGG offen.

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Der
    Beschwerdeführerin wird eine pauschale Gerichtsgebühr von Fr. 5'000.- auferlegt,
    die mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet
    wird.

    
	
    3.

    	
    Es
    werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]