# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1cfcdacc-9062-5d2a-9531-7392e67183fe
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-02-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 25.02.2016 B 2014/171
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2014-171_2016-02-25.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2014/171

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 25.02.2016

Entscheiddatum: 25.02.2016

Entscheid Verwaltungsgericht, 25.02.2016
Inhalt der Doktorurkunde. Art. 1 Abs. 2 des Universitätsgesetzes, sGS 
217.11, UG; Promotionsordnung für das Doktorat der Universität St. Gallen 
vom 11. Dezember 2006 (PromO 07); Promotionsordnung für das Doktorat 
der Universität St. Gallen vom 16. Mai 1994 (PromO 94).  Streitig war die 
Interpretation von Art. 28 PromO 94 bzw. die Frage, ob die Universität 
gestützt auf diese Bestimmung zu Recht das Prädikat „befriedigend“ auf der 
Doktorurkunde der Beschwerdeführerin anbrachte. Das Verwaltungsgericht 
kam zum Schluss, dass der Vorinstanz diesbezüglich keine 
Rechtsverletzung vorzuwerfen sei, weshalb ein Eingriff in das 
vorinstanzliche Ermessen ausser Betracht fiel. Immerhin räumte das 
Verwaltungsgericht ein, dass ein Entgegenkommen der Universität in der 
streitigen Frage durchaus möglich gewesen wäre, zumal es sich bei der 
PromO 94 bereits im Zeitpunkt der ablehnenden Verwaltungsverfügung um 
ein „Auslaufmodell“ handelte, welches (wenn überhaupt) nur noch wenige 
Doktoranden tangiert haben dürfte. Nur fehlte der angerufenen 
Beschwerdeinstanz - nachdem diesbezüglich eine rechtsfehlerhafte 
Ermessensausübung der Vorinstanzen nicht ersichtlich war - die rechtliche 
Handhabe, das Weglassen des Prädikatsvermerks auf der Urkunde 
vorzuschreiben. Das Verwaltungsgericht erachtete es sodann als zureichend 
dargetan, dass die Übergangsregelung („Ordnung für den Übertritt aus der 
Studienordnung 93/97/99, aus der Promotionsordnung 94 und aus der 
Promotionsordnung 06 in die Promotionsordnung 07 der Universität St. 
Gallen vom 15. Oktober 2007“) im Jahr 2009, in welchem ein Wechsel in die 
Promo 07 unbestritten noch hätte beantragt werden können (vgl. Art. 7 Abs. 
3 und Art. 14 der erwähnten Übertrittsordnung vom 15. Oktober 2007), für die 
Beschwerdeführerin in elektronischer Form zugänglich gewesen wäre 
(Verwaltungsgericht, B 2014/171). Entscheid vom 25. Februar 2016

Besetzung

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Präsident Eugster; Verwaltungsrichter Linder, Heer, Zindel; Ersatzrichterin Gmünder; 

Gerichtsschreiber Schmid

 

Verfahrensbeteiligte

Dr. iur. A.Y.,

Beschwerdeführerin,

gegen

Universitätsrat der Universität St. Gallen, Regierungsrat Stefan Kölliker, Präsident, 

Davidstrasse 31, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Inhalt der Doktorurkunde

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

A.            

a. Dr. iur. A.Y. fertigte ihre Dissertation an der Universität St. Gallen an. Im Anschluss 

an ihre Disputation wurde sie am 26. April 2011 vor die Wahl gestellt, die Arbeit 

unverändert einzureichen (Bewertung mit der Note 4.5) oder noch Anpassungen 

vorzunehmen (Bewertung mit der Note 5.0). Nachdem sie sich für Ersteres entschieden 

hatte, stellte ihr die Universität gegen Bezahlung einer Gebühr von Fr. 260.- die 

Ausstellung einer Urkunde in Aussicht. Auf der in der Folge anlässlich der Diplomfeier 

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vom 19. September 2011 überreichten Urkunde war das Prädikat „befriedigend“ 

vermerkt. Von Seiten des Generalsekretariats der Universität wurde ihr mitgeteilt, dass 

praxisgemäss alle Urkunden, welche noch nicht der Promotionsordnung für das 

Doktorat der Universität St. Gallen vom 11. Dezember 2006 (PromO 07) unterstünden, 

ein Prädikat enthielten und dass sie die Urkunde zurückgeben könne. Eine neue 

Urkunde ohne Prädikat könne nicht ausgestellt werden. Mit Verfügung vom 1. 

Dezember 2011 lehnte der Studiensekretär der Universität den Antrag von A.Y., eine 

Urkunde zu erhalten, welche das Prädikat nicht ausweise, gestützt auf Art. 23 Abs. 4 

der Promotionsordnung für das Doktorat der Universität St. Gallen vom 16. Mai 1994 

(PromO 94) ab. Ein Übertritt in die Nachfolgepromotionsordnung (PromO 07) sei nicht 

erfolgt (act. G 9/7a/2).

b. Den gegen diese Verfügung durch A.Y. am 23. Dezember 2011 erhobenen Rekurs 

wies die Rekurskommission der Universität St. Gallen (Rekurskommission) mit 

Entscheid vom 15. Februar 2012 (der Post übergeben am 5. März 2013; act. G 9/1a/1) 

ab. Der Universitätsrat bestätigte am 19./20. Juni 2014 den Entscheid der 

Rekurskommission und wies den dagegen erhobenen Rekurs ab (act. G 2).    

 

B.             

a. Gegen diesen Rekursentscheid erhob A.Y. mit Eingabe vom 26. August 2014 

Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben (Ziff. 1), und die 

Universität sei anzuweisen, ihr auf Kosten der Universität eine neue Doktorurkunde 

(immer noch bezugnehmend auf die Diplomfeier vom 19. September 2011) ohne 

Erwähnung des erlangten Prädikats auszustellen (Ziff. 2). Eventualiter sei die Universität 

anzuweisen, der Beschwerdeführerin auf ihre (eigenen) Kosten eine neue 

Doktorurkunde ohne Erwähnung des erlangten Prädikats auszustellen, alles unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. 3; act. G 1).

b. Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 7. Oktober 2014 Abweisung 

der Beschwerde, unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin. Zur 

Begründung verwies sie auf den angefochtenen Entscheid (act. G 8).

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c. Auf die Ausführungen in der Beschwerde wird, soweit für den Entscheid wesentlich, 

in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1.            Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis 

Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1; VRP). Die 

Beschwerdeführerin ist zur Beschwerde legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 

Abs. 1 VRP), und die Beschwerdeeingabe vom 25. August 2014 erfüllt die gesetzlichen 

Anforderungen in zeitlicher, sachlicher und inhaltlicher Hinsicht (Art. 64 in Verbindung 

mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich 

einzutreten. Nicht einzutreten ist auf die Darlegungen der Beschwerdeführerin (act. G 1 

B.2.) insofern, als lediglich auf Vorbringen im vorinstanzlichen Verfahren verwiesen wird 

(vgl. VerwGE B 2012/1 vom 12. Juni 2013, E. 1.3 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). 

Nachdem sie es jedoch nicht bei der Wiederholung ihrer Vorbringen vor den 

Vorinstanzen bewenden lässt, sondern sich daneben auch mit den Feststellungen im 

angefochtenen Entscheid im Einzelnen befasst, lässt sich ihre Begründung insgesamt 

nicht als unzureichend beanstanden. Ein Anlass für eine Nachfristansetzung zur 

Nachbesserung der Beschwerde (act. G 1 B.2.) lag daher nicht vor. Inwiefern die von 

ihr gestellten Beschwerdeanträge auch als materiell begründet gelten können, ist 

nachstehend zu prüfen.

2.             

2.1.        Im Zeitpunkt, in welchem die Beschwerdeführerin ihr Doktorandenstudium 

aufnahm, stand die PromO 94 in Kraft. Nach Art. 23 Abs. 4 PromO 94 werden aufgrund 

der verfügten Noten Prädikate verliehen. Art. 28 PromO 94 legt den Inhalt der 

Doktorurkunde dahingehend fest, dass diese mit dem Siegel der Universität, der 

Unterschrift des Rektors und des Sekretärs des Senats versehen sein muss. Sodann 

führt er die Sprachen auf, in welchen die Urkunde abgefasst werden kann (Deutsch; auf 

Wunsch Französisch, Italienisch, Englisch). Das Prädikat wird als Bestandteil der 

Urkunde nicht explizit erwähnt. - Streitig ist vorliegend die Interpretation von Art. 28 

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PromO 94 bzw. die Frage, ob die Universität gestützt auf diese Bestimmung zu Recht 

das Prädikat „befriedigend“ auf der Doktorurkunde der Beschwerdeführerin anbrachte.

Die Universität St. Gallen ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener 

Rechtspersönlichkeit und mit dem Recht der Selbstverwaltung (vgl. Art. 1 Abs. 2 des 

Universitätsgesetzes, sGS 217.11; UG). Der Benützer einer öffentlich-rechtlichen 

Anstalt tritt in ein besonderes Rechtsverhältnis zum Gemeinwesen. Soweit es sich zur 

Wahrung des Anstaltszwecks als nötig erweist, ist die Anstaltsleitung allenfalls auch 

ohne ausdrückliche formell-gesetzliche Grundlage zur Normierung der Anstaltsordnung 

befugt. Dies betrifft etwa die Disziplinarordnung und die Organisation der Kurse und 

der Examina. Davon ausgenommen sind lediglich wichtige, einschneidende Fragen, so 

etwa die Einführung eines Numerus clausus (BGE 121 I 22 E. 4a). Nach dem Gesagten 

ist die Universität St. Gallen als selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt ohne weiteres 

befugt, die Modalitäten im Zusammenhang mit der Ausstellung von Doktorurkunden zu 

regeln. Die rechtlichen Grundlagen im Doktorandenstudium an der Universität 

St. Gallen sind auf deren Homepage näher umschrieben (http://www.unisg.ch/de/

studium/doktorat/allgemeineinformationen). Die Publikation hat in einer für den 

Adressatenkreis angemessenen Art und Weise zu erfolgen (vgl. VerwGE B 2013/152 

vom 21. Oktober 2014, E. 3.3.2; www.gerichte.sg.ch).

2.2.        Das Legalitätsprinzip gilt auch im Rahmen eines Sonderstatusverhältnisses 

(vgl. BGE 129 I 74 E. 4.1 mit Hinweisen). Die genügende Bestimmtheit einer Norm bzw. 

die Voraussehbarkeit von Rechtsfolgen ist Ausfluss des Rechtssicherheitsgebots (vgl. 

zu diesen Grundsätzen allgemein Imboden/Rhinow, Schweizerische 

Verwaltungsrechtsprechung, Bd. I, 5. Aufl. 1976, Nr. 59 B.II.i; Rhinow/Krähenmann, 

Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel 1990, Nr. 20 

B.X.d). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (sowie des Europäischen 

Gerichtshofs für Menschenrechte) darf das Gebot der Bestimmtheit rechtlicher Normen 

nicht in absoluter Weise verstanden werden. Der Gesetzgeber kann nicht darauf 

verzichten, allgemeine und mehr oder minder vage Begriffe zu verwenden, deren 

Auslegung und Anwendung der Praxis überlassen werden muss. Der Grad der 

erforderlichen Bestimmtheit lässt sich nicht abstrakt festlegen. Er hängt unter anderem 

von der Vielfalt der zu ordnenden Sachverhalte, von der Komplexität und der 

Vorhersehbarkeit der im Einzelfall erforderlichen Entscheidung, von den 

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Normadressaten, von der Schwere des Eingriffs in Verfassungsrechte und von der erst 

bei der Konkretisierung im Einzelfall möglichen und sachgerechten Entscheidung ab 

(vgl. BGE 138 I 378 E. 7.2, 132 I 49 E. 6.2). Unbestimmte Regelungen können 

insbesondere dann genügen, wenn ein Rechtsverhältnis zur Diskussion steht, welches 

die Betroffenen freiwillig eingegangen sind oder bei dem die Rechte und Pflichten 

zwischen Staat und Privaten frei ausgehandelt werden können. Schliesslich kann dem 

Bedürfnis nach Rechtsgleichheit auch durch eine gleichmässige und den besonderen 

Umständen Rechnung tragende Behördenpraxis entsprochen werden (BGE 123 I 1 E. 

4b mit Hinweisen).

2.3.        Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der Bestimmung. Ist der 

Text nicht ganz klar und sind verschiedene Interpretationen möglich, so muss nach 

seiner wahren Tragweite gesucht werden, unter Berücksichtigung aller 

Auslegungselemente. Abzustellen ist dabei namentlich auf die Entstehungsgeschichte 

der Norm und ihren Zweck, auf die dem Text zu Grunde liegenden Wertungen sowie 

auf die Bedeutung, die der Norm im Kontext mit anderen Bestimmungen zukommt. 

Das Bundesgericht hat sich bei der Auslegung von Erlassen stets von einem 

Methodenpluralismus leiten lassen und nur dann allein auf das grammatische Element 

abgestellt, wenn sich daraus zweifelsfrei die sachlich richtige Lösung ergab (BGE 133 V 

9 E. 3.1 S. 10; 132 III 707 E. 2 S. 710).

Eine echte Gesetzeslücke liegt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts vor, 

wenn der Gesetzgeber etwas zu regeln unterlassen hat, was er hätte regeln sollen, und 

dem Gesetz diesbezüglich weder nach seinem Wortlaut noch nach dem durch 

Auslegung zu ermittelnden Inhalt eine Vorschrift entnommen werden kann. Von einer 

unechten oder rechtspolitischen Lücke ist demgegenüber die Rede, wenn dem Gesetz 

zwar eine Antwort, aber keine befriedigende zu entnehmen ist. Echte Lücken zu füllen, 

ist dem Richter aufgegeben; unechte zu korrigieren, ist ihm nach traditioneller 

Auffassung grundsätzlich verwehrt, es sei denn, die Berufung auf den als massgeblich 

erachteten Wortsinn der Norm stelle einen Rechtsmissbrauch dar (BGE 136 III 96 E. 3.3 

mit Hinweisen; BGer 6B_17/2010 vom 6. Juli 2010).

Soweit eine Lücke nicht schon durch Gewohnheitsrecht (vgl. dazu BGE 105 Ia 80 E. 

5b; BGE 103 Ia 369 E. 4c; BGE 125 I 173 E. 9e) geschlossen ist, kann sie die 

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rechtsanwendende Behörde in freier Rechtsfindung schliessen. Sie hat dabei von den 

dem Erlass zugrunde liegenden Wertungen und Zielsetzungen auszugehen. Das 

Verfahren bei der Lückenfüllung steht damit der teleologischen Auslegung sehr nahe 

(Häfelin/Haller/Keller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl. 2012, Rz. 147). 

Mithin hat das Gericht bei Fehlen einer ausdrücklichen Regelung - und soweit kein 

Gewohnheitsrecht vorliegt - nach der Regel zu entscheiden, die es als Gesetzgeber 

aufstellen würde (Art. 1 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, ZGB, SR 210). 

Es kann zur Schliessung der (echten) Lücke auch auf Regelungen greifen, die sich 

analog anwenden lassen. Der Analogieschluss setzt allerdings hinreichend 

gleichgelagerte Verhältnisse voraus (BGE 132 V 32 E. 6.5.2; BGE 130 V 71 E. 3.2.1; 129 

V 345 E. 4.1).

2.4.        Im angefochtenen Entscheid kam die Vorinstanz zum Schluss, dass die 

grammatikalische Auslegung von Art. 28 PromO 94 das Vorliegen einer nicht 

abschliessenden Aufzählung ergebe. Auch die teleologische Auslegung führe zu 

keinem anderen Ergebnis, da es nicht Zweck der Norm sein könne, eine - vom Siegel 

und zwei Unterschriften abgesehen - leere Urkunde vorzuschreiben. Aus diesem Grund 

sei davon auszugehen, dass der Universitätsrat die Aufzählung in dieser Bestimmung 

als nicht abschliessend erachte bzw. kein qualifiziertes Schweigen vorliege. Der 

Universitätsrat habe die Regelung bewusst offen gehalten, um es der 

Universitätsverwaltung zu überlassen, zur Ausgestaltung der Urkunde in 

pflichtgemässer Ermessensausübung eine konstante Praxis zu entwickeln. Dadurch 

werde nicht automatisch Gewohnheitsrecht gebildet. Gerade die Tatsache, dass die 

Beschwerdeführerin die Praxis nicht gekannt habe, schliesse die Bildung von 

Gewohnheitsrecht aus (fehlende Rechtsüberzeugung). Auch wären die zeitlichen 

Voraussetzungen für die Entstehung von Gewohnheitsrecht in Frage gestellt, da auch 

eine lange Praxis der Verwaltung noch nicht den hohen Anforderungen an eine 

langdauernde Rechtsübung und -überzeugung zu genügen vermöge. Wie im Übrigen 

der von der Universitätsverwaltung getätigte Vergleich mit den Promotionsordnungen 

der Rechtswissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten Basel, Zürich und 

Neuenburg zeige, würden die dortigen Doktorurkunden ebenfalls ein Prädikat 

ausweisen. Rechtsvergleichend zeige sich somit, dass die konstante Praxis der 

Universitätsverwaltung, Doktorurkunden mit einem Prädikat zu versehen, gängig sei 

(act. G 2 S. 17).

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Sodann habe die Beschwerdeführerin nicht darauf vertrauen dürfen, dass die 

Doktorurkunde - gleich wie die Lizentiatsurkunde - kein Prädikat enthalten werde. Der 

Umstand, dass die seinerzeit erworbene Lizentiatsurkunde kein Prädikat enthalten 

habe, könne nicht als Vertrauensgrundlage für die entsprechende Ausstellung der 

Doktorurkunde herangezogen werden. Das Doktoratsstudium sei auf den Erwerb von 

wissenschaftlichen Kompetenzen ausgerichtet; dies im Unterschied zum Lizentiat, 

welches auf den Erwerb von Berufskompetenzen ausgerichtet sei. Ähnliche 

Formulierungen in den gesetzlichen Bestimmungen über zwei verschiedene 

Studiengänge könnten nicht als individuell-konkrete und hinreichend bestimmte 

Auskunft gelten. Die Frage, ob der Beschwerdeführerin (im Fall der Bejahung einer 

Vertrauensgrundlage) das berechtigte Vertrauen abzusprechen wäre, da sie als Juristin 

die einschlägigen Bestimmungen hätte kennen sollen, könne damit offen bleiben (act. 

G 2 S. 18). Im Weiteren legte die Vorinstanz dar, es hänge von der anwendbaren 

Studienordnung ab, ob Doktoranden mit der Note 4.5 ein Diplom mit oder ohne 

Prädikat erhalten würden. Ein Wechsel in die neue Ordnung bedinge einen Antrag, der 

bewilligt werde, sofern die in der Übertrittsordnung aufgeführten Voraussetzungen 

erfüllt seien. Die Beschwerdeführerin habe keinen Antrag gestellt und somit in der alten 

Ordnung (PromO 94) abgeschlossen. Auf der Urkunde sei somit zu Recht das Prädikat 

„befriedigend“ vermerkt worden. Darin sei kein stossender Widerspruch gegen den 

Gerechtigkeitsgedanken bzw. eine Verletzung des Willkürverbots (Art. 9 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, BV, SR 101; BGE 135 V 2 

E. 1.3 mit Hinweisen) zu erblicken. Auch sei ein überspitzter Formalismus (Art. 29 Abs. 

1 BV; BGE 135 I 6 E. 2.1) nicht gegeben, indem die Universitätsverwaltung in 

pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens eine konstante Praxis zu Art. 28 PromO 94 

entwickelt habe und sie auch im Fall der Beschwerdeführerin auf der rechtsgleichen 

Anwendung ebendieser Praxis bestehe (act. G 2 S. 20 f.).

Im Weiteren führte die Vorinstanz aus, die Nennung des Prädikats auf der 

Doktorurkunde erweise sich bereits mit Blick auf das Recht auf informationelle 

Selbstbestimmung (Art. 11 Datenschutzgesetz [DSG; sGS 142.1]; Art. 13 Abs. 2 BV; 

Brunner, Persönlichkeitsschutz der behördlichen Information der Öffentlichkeit von 

Amtes wegen: Ein Leitfaden, in: ZBl 11/2010, S. 595 ff.) als unbedenklich, da sich die 

Urkunde im Besitz der Beschwerdeführerin befinde und somit nicht ohne ihr Zutun an 

die Öffentlichkeit gelangen könne. Inwiefern vor diesem Hintergrund die Persönlichkeit 

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der Beschwerdeführerin durch den Umstand verletzt sein solle, dass sie eine Urkunde 

mit einem Prädikat erhalte, das Auskunft über ihre tatsächliche Leistung gebe, sei nicht 

nachvollziehbar (act. G 2 S. 21).

Die Beschwerdeführerin könne sich schliesslich nicht zu Recht auf einen Irrtum (Art. 23 

und 24 Abs. 1 Ziff. 4 des Schweizerischen Obligationenrechts, OR, SR 220; BGE 98 V 

258 m.H.) berufen. Ihre Erklärung, die Note 4.5 zu akzeptieren, sei nicht 

mängelbehaftet gewesen. Vielmehr habe sie dem Erklärungswillen zum 

Erklärungszeitpunkt entsprochen. Ein Erklärungsirrtum (Art. 23 OR) sei daher nicht 

gegeben. Ein Motivirrtum wäre nur dann wesentlich, wenn die Tatsache, dass die 

Urkunde ein Prädikat enthalten werde, von der Beschwerdeführerin nach Treu und 

Glauben im Geschäftsverkehr als notwendige Grundlage der Erklärung habe betrachtet 

werden dürfen, mithin objektiv wesentlich sei. Der konkrete Sachverhalt sei für die 

Willensbildung subjektiv wesentlich gewesen. Die Beschwerdeführerin habe jedoch der 

Universitätsverwaltung zu keinem Zeitpunkt zu erkennen gegeben, dass das Prädikat 

auf der Urkunde für sie von grundlegender Bedeutung sei. Damit könne es nicht 

angehen, der Beschwerdeführerin zu erlauben, auf ihre Entscheidung 

zurückzukommen. Dass die Urkunde das Prädikat nicht ausweise, sei auch nicht 

objektiv wesentliche Voraussetzung für den Verzicht auf eine Nachbearbeitung der 

Dissertation. Mit dem Verzicht auf eine Nachbearbeitung sei vom Einverständnis der 

Doktorierenden mit der Note, dem Prädikat und dessen Wiedergabe auf der 

Doktorurkunde auszugehen. Zudem habe die Beschwerdeführerin den Irrtum selbst zu 

verantworten. Sie könne sich daher nicht auf einen Grundlagenirrtum berufen (act. G 2 

S. 22).  

2.5.        Die Beschwerdeführerin bestätigt ihren schon im vorinstanzlichen Verfahren 

eingenommenen Standpunkt, wonach bereits auf ihrer Lizentiatsurkunde weder 

Prädikat noch Note vermerkt seien und Art. 33 der damals relevanten Prüfungsordnung 

vom 24. Februar 1997 sich in ähnlicher Weise wie Art. 28 PromO 94 über den Inhalt 

des Diploms geäussert habe. Wo hier der Unterschied für die Nennung von Note und 

Prädikat bestehen solle, sei nicht ersichtlich. Entsprechend habe sie nach Treu und 

Glauben davon ausgehen dürfen, dass auf der Doktorurkunde weder Note noch 

Prädikat vermerkt sein würden. Es gehe nicht darum, ob die Aufzählung in Art. 28 

PromO 94 abschliessend sei oder nicht; entscheidend sei die Unterscheidung 

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zwischen wichtigen und unwichtigen Inhalten. Werde dem Legalitätsprinzip gefolgt, so 

müssten wesentliche Inhalte wie die Nennung des Prädikats Bestandteil der 

Aufzählung sein. Würde der Argumentation der Vorinstanz gefolgt, so wäre der 

Adressat der PromO der Willkür der Verwaltungsbehörden ausgeliefert, indem diese 

frei und von Jahr zu Jahr unterschiedlich über den Inhalt der Doktorurkunde 

entscheiden könnten. Dies könne nicht der Wille des Erlassgebers gewesen sein (act. 

G 1 D.1.). Aus keiner gesetzlichen Grundlage gehe hervor, dass auf der Doktorurkunde 

das Prädikat vermerkt werde. Andere Universitäten würden ihren Absolventen 

immerhin den Gefallen machen, das Prädikat in lateinischer Sprache auszuweisen. Die 

Universität habe in dieser Frage überspitzt formalistisch gehandelt. Es wäre ihr ohne 

Weiteres möglich gewesen, ihr in dieser Frage entgegen zu kommen, indem sie 

anerkenne, dass die Studienordnung keinen Vermerk des Prädikats in der 

Doktorurkunde vorsehe. Sie habe keine (andere) Möglichkeit, sich mit einem Dokument 

als Doktorin der Rechtswissenschaft auszuweisen als mit den offiziellen Urkunden der 

Universität - auf beiden sei das Prädikat „befriedigend“ vermerkt. Dass dies für sie 

nicht befriedigend sei, liege auf der Hand. Ihr Leben lang werde sie sich als Doktorin 

der Rechtswissenschaft mit dem erwähnten Prädikat bewerben müssen. Dies 

widerspreche dem Grundsatz des Persönlichkeitsschutzes, welcher sich insbesondere 

auch auf den Schutz der Privatsphäre beziehe. Wenn die Vorinstanz in Bezug auf den 

geltend gemachten Irrtum ausführe, die Universitätsverwaltung habe (mangels eines 

entsprechenden Hinweises der Beschwerdeführerin) nicht erkennen können, dass das 

Prädikat auf der Urkunde für sie von grundlegender Bedeutung sei, irre sie. Dieser 

Punkt sei objektiv wesentlich. Jedem neutralen Beobachter erschliesse sich, dass kein 

Absolvent im Besitz einer zu Präsentationszwecken gedachten Urkunde sein wolle, 

welche das Prädikat „befriedigend“ ausweise. Erst recht könne ihr nicht vorgeworfen 

werden, für den Irrtum verantwortlich zu sein (act. G 1).

3.             

3.1.        Der Universitätsrat verfügte im vorinstanzlichen Rekursverfahren über eine 

volle Kognition, indem er den angefochtenen Entscheid sowohl auf seine 

Rechtmässigkeit, einschliesslich richtiger und vollständiger Sachverhaltsfeststellung, 

als auch auf seine Angemessenheit überprüfen konnte (vgl. Art. 46 Abs. 1 VRP). Die 

Kognition des Verwaltungsgerichts ist demgegenüber auf Rechtsverletzungen 

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beschränkt; die beschwerdeführende Person kann sich sodann auch darauf berufen, 

die angefochtene Verfügung oder der angefochtene Entscheid beruhe auf einem 

unrichtig oder unvollständig festgestellten Sachverhalt (Art. 61 VRP). Liegt ein 

vorinstanzlicher Entscheid innerhalb des Ermessensspielraums bzw. wurden die 

Verfassungsprinzipien sowie der Sinn und Zweck der gesetzlichen Ordnung beachtet, 

liegt keine Rechtsverletzung vor, selbst wenn das Ermessen unzweckmässig 

gehandhabt worden wäre. Anders verhält es sich nur bei einem qualifizierten 

Ermessensfehler, wenn die Verwaltungsbehörde das Ermessen missbraucht bzw. über- 

oder unterschritten hat. Dies ist der Fall, wenn Ermessen ausgeübt wird, wo der 

Rechtssatz keines einräumt bzw. wo die Behörde auf die Ermessensausübung 

verzichtet, obschon ihr eine solche Betätigung gestattet ist. Beim 

Ermessensmissbrauch hält sich die Behörde formell zwar an den 

Entscheidungsspielraum, den ihr der Rechtssatz einräumt. Der Entscheid ist aber nicht 

bloss unzweckmässig oder unangemessen, sondern schlicht unhaltbar; er steht im 

Widerspruch zu Verfassungsprinzipien oder zu Sinn und Zweck des Gesetzes. Solche 

Entscheide müssen vom Verwaltungsgericht aufgehoben werden (Häfelin/Müller/

Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, Zürich, 6. Aufl. 2010, Rz. 460 ff.; Cavelti/

Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen - dargestellt an den Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl. 2003, Rz. 740).

3.2.       

3.2.1.    Gemäss Feststellung in der Verfügung vom 1. Dezember 2011 wird nach 

Absolvierung des Doktorstudiums in Ermangelung einer Mehrzahl an geprüften Fächern 

kein weiteres Zeugnis als die Doktorurkunde ausgestellt (act. G 9/7a/2). Der Vermerk 

des in Art. 23 Abs. 4 PromO 94 geregelten Prädikats auf der Doktorurkunde (Art. 28 

PromO 94) hat in diesem Sinn nicht nur repräsentativen Charakter. Zur Feststellung der 

Beschwerdeführerin, wonach - ausgehend von der Argumentation der Vorinstanz - der 

Adressat der PromO 94 der Willkür der Verwaltungsbehörden ausgeliefert wäre, indem 

diese frei und von Jahr zu Jahr unterschiedlich über den Inhalt der Doktorurkunde 

entscheiden könnten (act. G 1 D.1.), ist festzuhalten, dass Praxisänderungen 

hinsichtlich des Urkundeninhalts im Geltungsbereich derselben Promotionsordnung 

vorliegend gerade nicht zur Diskussion stehen. Die Universitätsverwaltung beruft sich 

zur Begründung ihres Standpunktes vielmehr auf die rechtsgleiche Anwendung ihrer 

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Praxis und schaltet bezüglich der Einhaltung dieser Praxis - wie sie es formuliert - auf 

„stur“ (vgl. act. G 9/7a/19 S. 3 f.). Nicht vorgesehen ist entgegen dem diesbezüglichen 

Vorbringen der Beschwerdeführerin auch der Vermerk von „beliebigen“ Inhalten auf der 

Urkunde, so zum Beispiel eine schriftliche Kurzbeurteilung der Dissertation durch den 

Referenten oder ähnliches (act. G 1 D.3.); damit muss der Absolvent auch nicht 

rechnen.

3.2.2.    Indem die Vorinstanz den Vermerk des Prädikats auf der Doktorurkunde damit 

begründet, dass das Doktoratsstudium (im Unterschied zum Lizentiat/Master) auf den 

Erwerb von wissenschaftlichen Kompetenzen ausgerichtet sei und ähnliche 

Formulierungen in den gesetzlichen Bestimmungen über zwei verschiedene 

Studiengänge nicht als individuell-konkrete und hinreichend bestimmte Auskunft gelten 

könnten, nahm sie eine Wertung im Rahmen des ihr zustehenden Ermessens vor, 

welche nicht als Ermessensüberschreitung taxiert werden kann. Insbesondere macht 

die Tatsache, dass beide Urkunden von derselben Institution stammen und beide 

Studiengänge aufeinander aufbauen (act. G 1 D.3.), eine unterschiedliche Praxis 

hinsichtlich des Vermerks von Prädikaten auf der jeweiligen Urkunde noch nicht 

rechtsfehlerhaft. Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, dass die Nennung des Prädikats 

auf der Doktorurkunde sich mit Blick auf das Recht auf informationelle 

Selbstbestimmung als unbedenklich erweise, da sich die Urkunde im Besitz der 

Beschwerdeführerin befinde und somit nicht ohne ihr Zutun an die Öffentlichkeit 

gelangen könne, führt insofern nicht zu einer Persönlichkeitsverletzung der 

Beschwerdeführerin, als die Urkunde über die erzielte Leistung zutreffend und mit 

sachlicher Formulierung Auskunft gibt. Wenn die Beschwerdeführerin die Wahl hat, 

sich entweder als „befriedigende“ Doktorin zu präsentieren oder gänzlich darauf zu 

verzichten (act. G 1 D.7.), so ist nicht ersichtlich, inwiefern aus dieser Wahlfreiheit eine 

Persönlichkeitsverletzung resultieren sollte. Die Verwendung von lateinischen 

Prädikaten ist in Art. 23 Abs. 4 PromO 94 nicht vorgesehen, weshalb diese Möglichkeit 

als „mildere“ Massnahme (im Sinn des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes) nicht zur 

Verfügung stand.

3.2.3.    Wenn die Beschwerdeführerin im Weiteren einwendet, dass ein 

Entgegengekommen der Universität in der streitigen Frage durchaus möglich gewesen 

wäre (act. G 1 D.6), so dürfte dies zutreffen, zumal es sich bei der PromO 94 bereits im 

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Zeitpunkt der ablehnenden Verwaltungsverfügung um ein „Auslaufmodell“ (vgl. dazu 

auch nachstehende E. 3.4.1) handelte, welche (wenn überhaupt) nur noch wenige 

Doktoranden tangiert haben dürfte. Nur fehlt der angerufenen Beschwerdeinstanz - 

nachdem diesbezüglich eine rechtsfehlerhafte Ermessensausübung der Vorinstanzen 

nicht ersichtlich ist - die rechtliche Handhabe, das Weglassen des Prädikatsvermerks 

auf der Urkunde vorzuschreiben.

3.2.4.    Die Beschwerdeführerin bestätigt implizit ihren Standpunkt, dass sie die 

Erklärung, die Note 4.5 zu akzeptieren (und auf eine Nachbesserung zu verzichten), 

nicht abgegeben hätte, wenn sie gewusst hätte, dass das entsprechende Prädikat auf 

der Urkunde ausgewiesen werde (act. G 1 D.8). Die Erheblichkeit von Willensmängeln 

im Verwaltungsrecht ergibt sich aus einem allgemeinen Rechtsgrundsatz. Regelmässig 

ist der Willensmangel aber nur dann zu beachten, wenn der zugrunde liegende Irrtum 

nicht von der Person, an die sich der beanstandete Verwaltungsakt richtet, verschuldet 

worden ist (vgl. BGE 98 V 255 E. 2). Wesentlich ist ein Irrtum (Art. 23 OR) namentlich, 

wenn er einen bestimmten Sachverhalt betraf, der vom Irrenden nach Treu und 

Glauben im Geschäftsverkehr als eine notwendige Grundlage der Erklärung betrachtet 

wurde (Art. 24 Abs. 1 Ziff. 4 OR). Neben der subjektiven Wesentlichkeit ist erforderlich, 

dass der zu Grunde gelegte Sachverhalt auch objektiv als notwendige Grundlage der 

Erklärung erscheint (vgl. BGE 136 III 528 E. 3.4.1 m.H. [Vertragsrecht]). - Konkret war 

für die Universitätsverwaltung nicht erkennbar, dass für die Beschwerdeführerin die 

Frage des Vermerks des Prädikats auf der Urkunde (bzw. ihre Annahme, dass kein 

Prädikat auf der Urkunde erscheinen werde) für die Abgabe der Erklärung, auf eine 

Nachbearbeitung zu verzichten, subjektiv wesentlich war (vgl. Ingeborg Schwenzer, in: 

Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 5. Aufl., Rz. 23 zu Art. 24 OR). Für die 

Universitätsverwaltung war m.a.W. nicht ersichtlich, welches von mehreren denkbaren 

Motiven - Zeitbedarf für die Nachbearbeitung, fehlendes inneres Bedürfnis zur 

Präsentation der erzielten Note gegenüber aussenstehenden Personen, Annahme der 

Nichtverurkundung der Note - die Beschwerdeführerin veranlasste, auf eine 

Nachbesserung und damit auf eine in Aussicht stehende Notenaufbesserung auf 5.0 zu 

verzichten. Damit fehlt es an einer Voraussetzung für die Berufung auf einen 

Willensmangel, und es lässt sich dementsprechend nicht beanstanden, dass die 

Vorinstanz das Vorliegen eines Grundlagenirrtums verneinte. Die weiteren Fragen, ob 

die Annahme des Nichterscheinens des Prädikats auf der Urkunde auch als objektiv 

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wesentlich im erwähnten Sinn anzusehen ist und ob die Beschwerdeführerin den Irrtum 

selber zu verantworten hat, brauchen unter diesen Umständen nicht untersucht zu 

werden.

3.3.         

3.3.1.    Die Beschwerdeführerin bestreitet sodann das Bestehen einer gesetzlichen 

Grundlage für die Erhebung einer Gebühr im Zusammenhang mit der Erstellung der 

Doktorurkunde. Der Hinweis auf diverse Erlasse genüge hierfür nicht. Für einen 

Absolventen sei unklar, welche Leistungen als „besonders“ gelten würden und welche 

nicht. Dass es sich bei einer Doktorurkunde im Gegensatz zu einer Lizentiatsurkunde 

um eine „besondere“ Leistung der Universität handle, sei für einen 

Rechtsunterworfenen nicht erkennbar. Auch sei nicht erkennbar, inwiefern die Kosten 

von Fr. 260.-- „kostendeckend“ sein sollten (act. G 1 D.9.). Die Vorinstanz hatte im 

angefochtenen Entscheid zur Frage der Erhebung der Gebühr ausgeführt, dass die 

Universität das Doktordiplom extern anfertigen lasse. Sie stelle einzig die ihr 

verrechneten Herstellungskosten in Rechnung, falls ein gedrucktes Exemplar 

gewünscht werde. Die Gebühr werde gestützt auf Art. 9 Abs. 1 lit. h, Art. 33 Abs. 1 lit. d 

und Art. 33 Abs. 3 UG festgelegt. Somit bestehe eine dem Art. 28 Abs. 3 PromO 94 

übergeordnete Grundlage in einem formellen Gesetz, die es ermögliche, die 

Herstellungskosten für eine gewünschte Urkunde an den Doktoranden weiterzugeben 

(act. G 2 S. 22).  

3.3.2.    Vorliegend kann der Kostendeckungscharakter der Gebühr insofern nicht in 

Frage gestellt werden, als der von der Vorinstanz angeführte Umstand der externen 

Anfertigung des Diploms mit Inrechnungstellung der ihr selbst verrechneten 

Herstellungskosten durch die Universität als solcher unbestritten blieb. Eine 

kostendeckende Gebührenbemessung im Sinn von Art. 33 Abs. 3 UG hat als 

zureichend dargetan zu gelten, wenn die Gebühr lediglich die durch Dritte in Rechnung 

gestellten Kosten abdeckt. Eine „besondere“ Leistung der Universität (Art. 33 Abs. 1 lit. 

d UG) lag insofern vor, als die Diplomherstellung extern erfolgte. Der 

Beschwerdeführerin war im Übrigen von Seiten der Universitätsverwaltung die 

Möglichkeit eingeräumt worden, die Urkunde gegen Rückerstattung des bezahlten 

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Betrages zurückzugeben (act. G 9/7a/10); von dieser Möglichkeit machte sie keinen 

Gebrauch.

3.4.       

3.4.1.    Wie Art. 28 PromO 94 enthält auch die Nachfolgepromotionsordnung in Art. 66 

PromO 07 keine explizite Regelung für den Vermerk des Prädikats auf der Urkunde. In 

Abweichung von der PromO 94 wird für Noten unter 5.0 kein Prädikat mehr vergeben 

(Art. 57 Abs. 2 PromO 07) und dementsprechend auch in der Urkunde (Art. 66 PromO 

07) nicht mehr genannt (vgl. http://www.unisg.ch/de/studium/doktorat/

allgemeineinformationen/rechtlichegrundlagenundmerkblaetter). Mit dem Übergang 

von der PromO 94 zur PromO 07 erfolgte damit eine Praxisanpassung in dem Sinn, 

dass bei Nichtvergabe eines Prädikats (in Anwendung von Art. 57 Abs. 2 PromO 07) die 

Notengebung auch keinen Eingang in die Doktorurkunde (Art. 66 PromO 07) mehr 

findet. Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihr sei die Möglichkeit des Übertritts von 

der PromO 94 in die PromO 07 nicht bekannt gewesen. Die Universität habe es 

unterlassen, einen Beweis für die ordnungsgemässe Publikation der 

Übergangsregelung zu erbringen. Dadurch habe sie den Gleichbehandlungsgrundsatz 

verletzt. Sämtliche angerufenen Instanzen hätten es unterlassen, die ordnungsgemässe 

Publikation von Amtes wegen zu prüfen. Es sei offensichtlich, dass Absolventen mit 

einer Note unter 5 ein Interesse daran gehabt hätten, einen entsprechenden Wechsel 

vorzunehmen. Für sie (die Beschwerdeführerin) hätte es rückblickend keinen Grund 

gegeben, die Promotionsordnung nicht zu wechseln (act. G 1 D.4., D.5.).

3.4.2.    Gemäss Art. 2 Abs. 1 Ziff. 4 des Gesetzes über die Gesetzessammlung und 

das Amtsblatt (GGA; sGS 0.1) sind Promotionsvorschriften von Schulen nicht in die 

Gesetzessammlung aufzunehmen. In der im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten 

Duplik vom 4. Juli 2013 legte die Rekurskommission dar, die Publikation der 

Übergangsregelung („Ordnung für den Übertritt aus der Studienordnung 93/97/99, aus 

der Promotionsordnung 94 und aus der Promotionsordnung 06 in die 

Promotionsordnung 07 der Universität St. Gallen vom 15. Oktober 2007“) sei im Jahr 

2007 sowohl physisch durch Aushang des Volltextes am Anschlagbrett der Universität 

als auch im Internet als PDF-Format erfolgt. Zudem sei im Internet ein Hinweis auf die 

neue Ordnung platziert worden. Eine Publikation sei auch auf der HSG-internen Lotus-

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Notes-Datenbank erfolgt, die zum damaligen Zeitpunkt parallel zum Newskanal alle 

aktuellen Informationen geführt habe und auf welche alle Studierenden Zugriff gehabt 

hätten (act. G 9/15). Die Vorinstanz stellte gestützt hierauf fest, dass der Nachweis der 

tatsächlichen Publikation im Nachhinein nicht mehr erbracht werden könne, da die 

Datenbank in der Zwischenzeit gelöscht worden sei, weil heute aktuelle Informationen 

nur noch über den Studentweb im Newskanal publiziert würden. Im massgeblichen 

Zeitpunkt vor Abgabe der Vorstudie durch die Beschwerdeführerin bzw. vor Frühjahr 

2009 sei die Übergangsregelung aber nachweislich auf der öffentlichen Internetseite 

der Universität zugänglich gewesen. Die Übertrittsordnung sei demnach ordentlich 

publiziert worden (act. G 2 S. 19).

3.4.3.    Dem Archivbild-Printscreen eines externen Archivierungsanbieters ist zu 

entnehmen, dass die streitige Übergangsregelung im Jahr 2009 auf der Homepage der 

Universität verfügbar war (act. G 9/15a/1). Dies bildet ein Indiz dafür, dass die 

Übergangsregelung ab dem Jahr ihres Erlasses (2007) öffentlich zugänglich war. 

Andere Beweise für die Publikation sind im heutigen Zeitpunkt nicht mehr verfügbar. 

Der aus dem erwähnten Printscreen ersichtliche Website-Inhalt als solcher blieb im 

vorliegenden Verfahren unbestritten. Anhaltspunkte dafür, dass der Printscreen einen 

unzutreffenden Sachverhalt wiedergeben könnte, werden weder geltend gemacht noch 

sind solche aus den Akten ersichtlich. Damit hat als zureichend dargetan zu gelten, 

dass die Übergangsregelung jedenfalls im Jahr 2009, in welchem ein Wechsel in die 

Promo 07 unbestritten noch hätte beantragt werden können (vgl. Art. 7 Abs. 3 und Art. 

14 der erwähnten Übertrittsordnung vom 15. Oktober 2007), für die 

Beschwerdeführerin zugänglich gewesen wäre. Dies umso mehr, als sie im 

vorinstanzlichen Verfahren implizit bestätigt hatte, dass andere Studierende über die 

Übertrittsmöglichkeit informiert gewesen seien (act. G 9/1 S. 9). Hierbei ist nicht 

anzunehmen, dass die Universität lediglich einige Doktoranden selektiv über die 

Übertrittsmöglichkeit informiert hatte; solches wird auch nicht behauptet. Aus dem 

Umstand, dass der Beschwerdeführerin die Regelung dennoch nicht bekannt war, 

kann sie keinen Vorteil (d.h. die Anwendbarkeit der PromO 07) für sich ableiten (vgl. 

VerwGE B 2006/125 vom 19. Oktober 2006, E. 2d; www.gerichte.sg.ch). Eine 

Verletzung des Gleichbehandlungsgrundsatzes (Art. 8 Abs. 1 BV) kann bei diesem 

Sachverhalt nicht als dargetan gelten.

4.             

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4.1.        Insgesamt ist somit festzuhalten, dass Anhaltspunkte für sachverhaltsmässig 

unrichtige Feststellungen im vorinstanzlichen  Entscheid nicht als belegt gelten können. 

Die vorinstanzliche Ermessensausübung hinsichtlich der Festlegung des Inhalts der 

Doktorurkunde hat das Verwaltungsgericht, das nach Art. 61 Abs. 1 VRP nur zur 

Rechtskontrolle befugt ist, zu respektieren. Eine Ermessenskontrolle steht ihm nicht zu; 

im Fall der Ausübung pflichtgemässen Ermessens ist ihm eine Korrektur verwehrt.

4.2.        (…).

4.3.        (…).

 

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1.            Die Beschwerde wird abgewiesen.

 

2.            Die Beschwerdeführerin bezahlt die amtlichen Kosten von Fr. 2‘000.--, unter 

Verrechnung mit dem von ihr in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss.

 

3.            Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

 

Der Präsident                Der Gerichtsschreiber

Eugster                          Schmid

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 25.02.2016
	Inhalt der Doktorurkunde. Art. 1 Abs. 2 des Universitätsgesetzes, sGS 217.11, UG; Promotionsordnung für das Doktorat der Universität St. Gallen vom 11. Dezember 2006 (PromO 07); Promotionsordnung für das Doktorat der Universität St. Gallen vom 16. Mai 1994 (PromO 94).  Streitig war die Interpretation von Art. 28 PromO 94 bzw. die Frage, ob die Universität gestützt auf diese Bestimmung zu Recht das Prädikat „befriedigend“ auf der Doktorurkunde der Beschwerdeführerin anbrachte. Das Verwaltungsgericht kam zum Schluss, dass der Vorinstanz diesbezüglich keine Rechtsverletzung vorzuwerfen sei, weshalb ein Eingriff in das vorinstanzliche Ermessen ausser Betracht fiel. Immerhin räumte das Verwaltungsgericht ein, dass ein Entgegenkommen der Universität in der streitigen Frage durchaus möglich gewesen wäre, zumal es sich bei der PromO 94 bereits im Zeitpunkt der ablehnenden Verwaltungsverfügung um ein „Auslaufmodell“ handelte, welches (wenn überhaupt) nur noch wenige Doktoranden tangiert haben dürfte. Nur fehlte der angerufenen Beschwerdeinstanz - nachdem diesbezüglich eine rechtsfehlerhafte Ermessensausübung der Vorinstanzen nicht ersichtlich war - die rechtliche Handhabe, das Weglassen des Prädikatsvermerks auf der Urkunde vorzuschreiben. Das Verwaltungsgericht erachtete es sodann als zureichend dargetan, dass die Übergangsregelung („Ordnung für den Übertritt aus der Studienordnung 93/97/99, aus der Promotionsordnung 94 und aus der Promotionsordnung 06 in die Promotionsordnung 07 der Universität St. Gallen vom 15. Oktober 2007“) im Jahr 2009, in welchem ein Wechsel in die Promo 07 unbestritten noch hätte beantragt werden können (vgl. Art. 7 Abs. 3 und Art. 14 der erwähnten Übertrittsordnung vom 15. Oktober 2007), für die Beschwerdeführerin in elektronischer Form zugänglich gewesen wäre (Verwaltungsgericht, B 2014/171). Entscheid vom 25. Februar 2016

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