# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 895883ed-7ae4-5c7e-90eb-b0f5ae6476b9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-10-28
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 28.10.2010 S 2010 22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2010-22_2010-10-28.pdf

## Full Text

S 10 22

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 28. Oktober 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

1. a) Die 51-jährige … (geb. ...1959) ist Schweizerin, verheiratet und Mutter eines 

volljährigen Kindes. Am 19.09.2005 meldete sie sich bei der 

Invalidenversicherung Graubünden zum Bezug von Leistungen an, wobei sie 

angab, seit dem 01.04.2001 als Reinigungsangestellte beim … zu arbeiten. 

Aus dem Fragebogen des Arbeitgebers vom 07.10.2005 geht hervor, dass sie 

dort vom 01.08.2002 bis 30.06.2003 zu 80% (vier Tage pro Woche) und seit 

dem 01.07.2003 zu 100% (fünf Tage pro Woche) arbeitet.    

b) Am 24.03.2005 diagnostizierte die Klinik … ein lumbospondylogenes 

Syndrom links und ein cervikovertebrales bis cervikospondylogenes Syndrom 

rechts. Das aktuelle klinische Bild entspreche einer lumbospondylogenen 

Schmerzsymptomatik. Die Versicherte werde aktuell sowohl medikamentös 

als auch physiotherapeutisch behandelt.  

c) Am 20.06.2005 attestierte die Klinik … der Versicherten eine 

Arbeitsunfähigkeit (AUF) von 100% bis zum 26.06.2005; sie empfahl sodann 

ab dem 27.06.2005 nochmals einen therapeutischen Arbeitsversuch in der 

bisherigen Tätigkeit als Reinigungskraft von 1 Stunde pro Tag, während 

zunächst zwei Wochen. Zwangshaltungen seien zu vermeiden, ebenso 

längere Gehstrecken sowie Gewichtsbelastungen über 10 Kilogramm.

d) Am 08.07.2005 diagnostizierte die Klinik … ein generalisiertes 

weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom, enthaltend ein initial 

lumboradikuläres Schmerzsyndrom S1 links bei bekannter linksparamedianer 

Diskushernie L5/S1 mit Kompromittierung der Nervenwurzel S1 links, Status 

nach ICD-gesteuerter Infiltration Nervenwurzel S1 links sowie Sakralblock mit 

gutem Ansprechen, bei Eintritt klinisch lumbospondylogene Restsymptomatik 

und Insertsionstendinose am Beckenkamm links. Daneben wurden – ohne 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit – eine arterielle Hypertonie und eine 

Adipositas diagnostiziert. Sie sei bis zum 26.06.2005 zu 100% arbeitsunfähig 

und ab dem 27.06.2005 werde nochmals ein therapeutischer Arbeitsversuch 

empfohlen (gleiche Einschränkungen). Längerfristig sollte eine mindestens 

halbtätige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Putzfrau oder 

allgemein in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit wieder möglich sein.

e) Im Bericht der Schulthess-Klinik vom 12.07.2006 wurden ein Status nach 

Fenestration L5/S1 links am 11.08.2005, persistierende Bein- und 

Rückenschmerzen mit Diskopathie L5/S1, Diskushernienrezidiv L5/S1 links 

sowie eine Fibromyalgie mit panvertebralem Schmerzsyndrom und bilateralen 

Arm- sowie Nackenschmerzen diagnostiziert. Im MRI der LWS vom 

11.05.2006 hätten sich die bekannte Diskopathie sowie Veränderungen in den 

Deck- und Bodenplatten der Wirbelkörper gezeigt. Es bestehe eine deutliche 

Raumforderung, welche von der Bandscheibe und dem Recessus lateralis 

stamme und die Nervenwurzel L5/S1 auf der linken Seite komprimiere. Die 

Situation sei sehr komplex. Eine Spondylodese L5/S1 mit Dekompression der 

Nervenwurzel S1 sei indiziert. Andernfalls sei eine konservative Behandlung 

nötig.

f) Am 29.05.2007 verfügte die IV-Stelle Graubünden den Abschluss der 

beruflichen Massnahme. Gemäss Stellungnahme des Hausarztes und 

Rücksprache mit dem Regionalen Aerztlichen Dienst (RAD) seien berufliche 

Massnahmen derzeit nicht möglich.  

g) Am 21.04.2008 erliess die IV-Stelle einen Vorbescheid betreffend Rente. Die 

Versicherte sei seit dem 09.08.2004 in ihrer angestammten Tätigkeit zu 100% 

arbeitsunfähig. Im Zuge der beruflichen Abklärungen sei ihr ein Arbeitstraining 

vom 23.04. bis zum 20.07.2007 bewilligt worden. Sie habe dieses am zweiten 

Arbeitstag abgebrochen. Aus medizinischer Sicht sei sie ab November 2005 

in adaptierter Tätigkeit täglich achteinhalb Stunden arbeitsfähig, mit einer 

zusätzlichen Leistungsminderung von 20% durch vermehrte 

Entlastungspausen (80%-Pensum). Vom 09.08.2005 bis zum 31.10.2005 sei 

sie zu 100% arbeitsunfähig (IV-Grad 100%). Ab dem 01.11.2005 sei das 

Valideneinkommen (Jahreseinkommen als Gesunde; VAE) auf Fr. 47'341.-- 

und das Invalideneinkommen (Verdienst trotz Behinderung; IVE) auf Fr. 

36'839.-- (laut Lohnstrukturerhebung [LSE], Anforderungsniveau 4, Frauen, 

abzüglich 10% für leichte Tätigkeiten) zu beziffern, was einen IV-Grad von 

22.18% ergebe. Vom 01.08.2005 bis zum 31.01.2006 habe die Versicherte 

deshalb Anspruch auf eine ganze Rente (IV-Grad 100%); ab dem 01.02.2006 

bestehe kein Anspruch mehr (22%).

h) Dagegen erhob die Versicherte rechtzeitig Einwand, wobei sie die Erstellung 

eines umfassendes Gutachtens verlangte.

i) Am 03.03.2009 berichtete der Neurologe Dr. …, dass ein Verdacht auf ein 

Karpaltunnelsyndrom rechts bestätigt werde. Links könne dies nicht belegt 

werden. Das Einschlafen beider Hände werde damit angesichts des positiven 

Schultergürtelprovokationsmanövers durch ein sensibles neurogenes 

Schultergürtelengpasssyndrom beidseits verursacht. Ein Hinweis auf eine 

zervikoradikuläre Läsion bestehe nicht. Ein operatives Vorgehen sei zurzeit 

nicht notwendig.

j) Am 08.04.2009 berichtete der RAD Ostschweiz über eine interdisziplinäre 

Untersuchung der Versicherten vom 11.03.2009. Objektiv könne eine 

eindrückliche Diskrepanz zwischen subjektivem Schmerzempfinden und 

objektiven Befunden festgestellt werden. Es fehle ein organisches Substrat 

zur Erklärung des von der Versicherten geschilderten chronischen 

Schmerzsyndroms an den diversen bekannten Lokalisationen (Bein links, 

Lendenwirbelsäule [LWS], Halswirbelsäule [HWS], Brustwirbelsäule [BWS], 

Kopfschmerzen rechts) ohne korrespondierendes organisches Substrat und 

– ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit – Status nach Mikrodiskektomie 

L5/S1 links am 11.08.2005, sensibles Residuum: Hyposensibilität im distalen 

Dermatom S1 links, Karpaltunnelsyndrom rechts und Adipositas. Nicht 

auszuschliessen sei, dass die bildgebend festgestellte Diskushernie L5/S1 

früher einmal symptomatisch gewesen sei. Zwischen August 2004 und März 

2005 habe ein lumboradikuläres Syndrom bestanden. Die Klinik … habe am 

17.03.2005 keine radikuläre Symptomatik mehr feststellen können. Auch 

aktuell könne eine solche nicht eruiert werden. Eine Instabilität der LWS 

könne heute mit grosser Sicherheit verneint werden. Klinisch könnten nur 

noch sensible Residuen im distalen Dermatom S1 links festgestellt werden. 

Hier werde ein Teil eines ausgedehnten chronischen Schmerzsyndroms 

aufgefunden. Die Befunde im Bereich der LWS seien relativ gering. Beim 

Bewegen der LWS könnten Weichteilschmerzen ausgelöst werden. Klinische 

Zeichen einer Instabilität bestünden nicht. Die geklagten Schmerzen im linken 

Bein hätten ihren Ursprung in der Muskulatur und in einer herabgesetzten 

Schmerzschwelle, wie auch die anderen Schmerzlokalisationen. Die 

radiologischen Befunde zeigten lediglich geringe degenerative 

Veränderungen. Auch die rechtsseitigen Kopfschmerzen könnten organisch 

nicht erklärt werden. Eine Indikation für weitere bildgebende Untersuchungen 

bestehe nicht. Die festgestellten chronischen Weichteilschmerzen ohne 

organische Ursache seien versicherungsmedizinisch nicht anerkannt. Auch 

die subjektiv empfundene reduzierte Funktionsfähigkeit könne nicht als IV-

anerkanntes Problem gewertet werden. Somatisch ergebe sich keine 

medizinische Begründung für eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit, weder 

angestammt noch adaptiert. Das Karpaltunnelsyndrom und die Adipositas 

seien ohne Einfluss auf eine adaptierte Tätigkeit. Eine zeitlich 

ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit anhand einer organischen Ursache habe 

höchstens für 10 Monate bestanden. Postoperativ sei die Versicherte vom 

August bis November 2005 zu 100% arbeitsunfähig gewesen. In adaptierter 

Tätigkeit sei sie ab sofort zu 100% arbeitsfähig (leichte Wechselbelastung bis 

10 kg, selten mittelschwere Anteile bis 15 kg, ohne Zwangspositionen, ohne 

Witterungseinflüsse).

k) Am 05.05.2009 erliess die IV-Stelle einen neuen Vorbescheid. Aufgrund ihres 

Einwands habe man die Versicherte vom RAD interdisziplinär untersuchen 

lassen. Diese Abklärung habe ergeben, dass eine psychiatrische Diagnose 

mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nicht gestellt werden könne. Aus 

rheumatologischer Sicht bestehe keine Begründung für eine anhaltende 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Nur vom 

August 2004 bis Juni 2005 sowie vom August 2005 bis November 2005 habe 

eine Arbeitsunfähigkeit bestanden. Dies führte zur Zusprechung der gleichen 

befristeten Rente wie im ursprünglichen Vorbescheid.

l) Am 05.06.2009 erhob die Versicherte dagegen Einsprache und verlangte 

ergänzende medizinische Abklärungen, insbesondere die Erstellung neuer 

MRI-Bilder und eine orthopädische Untersuchung. Sie reichte einen 

Arztbericht vom neuen Hausarzt Dr. … vom 13.05.2009 ein, in welchem 

dieser zum RAD-Gutachten Stellung nahm. Die Versicherte könnte wohl 

kurzfristig ein bis 2 Stunden pro Tag in einer leichten Tätigkeit arbeiten. 

Zusätzliche Einschränkungen bestünden nicht. Aufgrund der reduzierten 

Belastbarkeit und der langen Krankheitsdauer denke er, eine Arbeitsfähigkeit 

von maximal 40% werde zu erreichen sein.

m) Am 15.12.2009 verfügte die IV-Stelle die Zahlung der befristeten Rente wie 

im Vorbescheid angekündigt. Sie stellte dabei insbesondere auf den 

interdisziplinären RAD-Untersuchungsbericht vom 11.03.2009 ab. Dieser 

werde durch die Stellungnahme des Hausarztes vom 13.05.2009 nicht 

erschüttert. Zwar habe der RAD keine orthopädische Begutachtung 

vorgenommen. Wirbelsäulensyndrome seien aber der Rheumatologie 

zuzuordnen. Der RAD habe sie rheumatologisch untersucht.

2. Dagegen erhob die Versicherte am 01.02.2010 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den Begehren um 

kostenfällige Aufhebung der angefochtenen IV-Verfügung vom 15.12.2009 

unter Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz (IV-Stelle) zur 

Neubeurteilung. Eventuell sei eine Invalidität ab dem 01.08.2005 bis zum 

31.01.2006 von 100%, ab dem 01.02.2006 im Umfang von mindestens 60% 

festzustellen und die Invalidenversicherung zu verpflichten, die der 

Versicherten gestützt darauf zustehenden gesetzlichen 

Versicherungsleistungen ab dem 01.08.2005 auszubezahlen. Subeventuell 

sei ein pluridisziplinäres fachärztliches Gutachten über die 

Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin einzuholen, welches 

insbesondere die psychische und rheumatologische Erkrankung unter 

Einbezug aktueller Untersuchungsergebnisse und aktueller Bildgebungen der 

Beschwerdeführerin würdige. Das RAD-Gutachten vom 08.04.2009 sei vom 

Hausarzt Dr. … in Zweifel gezogen worden, insbesondere, dass die 

Diskushernie L5/S1 ein Zufallsbefund sei. Dies müsse geklärt werden. Zudem 

könnten Fragen der Instabilität der Wirbelsäule nicht zu 100% 

ausgeschlossen werden. Das Gutachten des RAD sei ein IV-internes (Partei-

)Gutachten. Es stütze sich zur Hauptsache auf ein MRI der LWS vom 

28.04.2004 des Kantonsspitals in Chur sowie auf ein funktionelles MRI vom 

11.05.2006 im MRI-Zentrum in Zürich. Diese Untersuchungen seien nicht 

aktuell. In der Regel müssten die Untersuchungen wiederholt werden, falls die 

zur Verfügung stehenden Bilder älter als sechs Monate seien. Der Verzicht 

darauf sei ein erheblicher Mangel an der Begutachtung. Zwar seien die 

Wirbelsäulensyndrome der Rheumatologie zuzuordnen; für deren Beurteilung 

sei indessen auch eine orthopädische Begutachtung unerlässlich. Eine solche 

fehle. Zudem leide die Versicherte unter einer Nervenpathologie, welche 

neurologisch begutachtet hätte werden müssen. Die Versicherte habe auf 

Initiative des Hausarztes am 30.12.2009 ein neues Funktions-MRI in Zürich 

erstellen lassen. Darauf habe sie der Neurologe Dr. … untersucht und am 

25.01.2010 Bericht erstattet. Dieser Bericht zeige, dass die Versicherte unter 

einem lumboradikulären Syndrom leide. Der Diskuskollaps sei danach 

einwandfrei vorhanden und die befürchtete Rezidiv-Hernie werde bestätigt. 

Offensichtlich werde dadurch die Nervenwurzel stets gereizt. Es liege ein 

korrespondierendes organisches Substrat zur Erklärung der Leiden der 

Beschwerdeführerin vor. Speziell die Seiten 7 und 15 des RAD-Gutachtens 

seien somit widerlegt. Aufgrund der neuen MRI-Bilder könne nicht ohne 

weiteres gesagt werden, ob eine Instabilität der Wirbelsäule vorliege. Zudem 

werde die Diskushernie bestätigt und bewiesen, dass die Nervenwurzel S1 

links dadurch kompromittiert sei. Die Schlussfolgerungen auf Seite 7 des 

RAD-Gutachtens seien somit durch die neuen Bilder widerlegt. Es sei daher 

auch nicht richtig, dass bei der Versicherten chronische Weichteilschmerzen 

ohne organische Ursachen vorlägen. Sowohl der Hausarzt Dr. … als auch der 

Neurochirurg Dr. … hielten die Versicherte für arbeitsunfähig. Eine mittel- und 

langfristige Arbeitsfähigkeit von mehr als 40% sei illusorisch. Der Bericht von 

Dr. … zeige, dass es bei chronischen Schmerzzuständen immer noch eine 

psychische Komponente zu berücksichtigen gelte. Das RAD-Gutachten gehe 

davon aus, dass die Schmerzen der Versicherten keine psychischen 

Ursachen hätten. Eine psychiatrische Diagnose sei aber nicht gestellt worden. 

Der RAD habe somit keine pluridisziplinäre Begutachtung durchgeführt. Falls 

das Gericht das Hauptbegehren der Versicherten abweise, müsse deshalb 

ein echtes pluridisziplinäres Gutachten eingeholt werden. Dieses habe 

insbesondere die psychische und rheumatologische Erkrankung zu würdigen.

3. In ihrer Vernehmlassung vom 01.03.2010 beantragte die Vorinstanz die 

kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Sie verwies darin primär auf die 

Begründung in der angefochtenen Verfügung. Die RAD stünden nicht unter 

der Aufsicht der IV-Stellen, sondern seien dem Bundesamt für 

Sozialversicherungen unterstellt. Sie seien gemäss Art. 59 Abs. 2bis IVG und 

Art. 49 IVV zuständig zur medizinischen Beurteilung, ob von einem 

invalidisierenden Gesundheitsschaden auszugehen sei. Zum 

Untersuchungszeitpunkt habe beim RAD Ostschweiz kein Lumbo-

Radikulärsyndrom eruiert werden können. Rechtsprechungsgemäss sei der 

bis zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung sich verwirklichte Sachverhalt 

massgebend. Die neu eingereichten Berichte äusserten sich indessen zur 

aktuellen Situation nach Verfügungserlass. Die Versicherte könne sich neu 

bei der Invalidenversicherung anmelden, wenn sie davon ausgehe, dass sich 

der IV-Grad seit Verfügungserlass in einer für den Anspruch erheblichen 

Weise geändert habe.

4. Mit Eingabe vom 12.03.2010 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen 

nochmals ausdrücklich fest. Die neuen MRI-Aufnahmen wiesen ein 

lumboradikuläres Syndrom nach und belegten demzufolge, dass sie 

verschiedene schwere Beeinträchtigungen aufweise, die nicht erst seit dem 

16.12.2009 entstanden sein könnten. Sie würden deshalb beweisen, dass der 

RAD und damit auch die IV-Stelle aufgrund unvollständiger Untersuchungen 

zu falschen Schlussfolgerungen gelangt seien.

5. Am 16.03.2010 erklärte die Vorinstanz ihren Verzicht auf die Einreichung 

einer weiteren Stellungnahme zur dieser Angelegenheit.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 ATSG; SR 830.1 in Verbindung mit 

Art. 4 IVG; SR 831.20). Bei erwerbstätigen Versicherten erfolgt die Ermittlung 

der Invalidität in der Regel nach der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 

16 ATSG; Art. 28 Abs. 2 IVG). Bei dieser Methode wird das gegenwärtig trotz 

Behinderung noch zumutbare Erwerbseinkommen mit jenem ohne 

Behinderung verglichen, wobei die daraus resultierende Differenz in 

Prozenten den Invaliditätsgrad (IV-Grad) ergibt. Ist ein Versicherter danach 

mindestens 40% invalid, so hat er Anspruch auf eine Viertelsrente, bei 

mindestens 50% auf eine halbe Rente, bei mindestens 60% auf eine 

Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG). Für 

die Feststellung des IV-Grads kommt es in erster Linie auf die wirtschaftliche 

Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische Arbeitsunfähigkeit an (PVG 

2005 Nr. 11, 1982 Nr. 80; BGE 132 V 395 E. 2.1). Ohne zuverlässige und 

beweistaugliche Bestimmung der graduellen Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte 

als Beurteilungsgrundlage ist eine seriöse Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit 

(IV-Grad) jedoch zum voraus gar nicht möglich (BGE 125 V E. 4, 122 V 160 f. 

E. 1c, 115 V 134 E. 2).

2. a) Laut interdisziplinärer Untersuchung vom 11.03.2009 (Bericht 08.04.2009) 

des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der Ostschweiz der 

Invalidenversicherung wurde die Versicherte eingehend sowohl 

rheumatologisch (S. 1-8) als auch psychiatrisch (S. 9-13) abgeklärt. Die 

behandelnde Fachärztin für Rheumatologie, physikalische Medizin und 

Rehabilitation, Dr. med. … nahm darin klar Stellung zu den objektiven 

Befunden am Bewegungsapparat (S. 5: Gangbild; Wirbelsäule; Gelenke; 

Muskeltests, Palpation der Weichteile), den neurologischen Befunden (S. 5) 

sowie den Resultaten der bildgebenden Verfahren (S. 5-6: MRI 2004/2005). 

Bei den Diagnosen wurde dabei klar zwischen solchen mit Auswirkungen auf 

die Arbeitsfähigkeit (ICD-10-Code) und solchen ohne Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit (S. 6) differenziert. Es folgte die zusammenfassende 

Beurteilung zur Funktions- und Arbeitsfähigkeit aus 

versicherungsmedizinischer Sicht (S.6-7), die schliesslich konkret auf die 

Restarbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit der Versicherten als 

Putzfrau/Reinigungskraft (ab 08/04 bis max. 03/05 während höchstens 10 

Monaten aus organischen Gründen [Rücken- und WS-Probleme] zu 100% 

AUF; postoperativ von 08/05 bis 11/05 noch für 3 Monate zu 100% AUF) 

übertragen wurde. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe hingegen ab sofort 

eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit (AF), wobei es sich dabei um eine (körperlich) 

leichte Tätigkeit mit Wechselbelastung bis max. 10-15 kg, ohne 

Zwangspositionen und ohne Witterungseinflüsse handeln sollte. Die 

Eingliederungsfähigkeit sei aus rein somatischer Sicht ab sofort gegeben (S. 

8 Bericht). Entgegen der Darstellung der Versicherten erfolgte dann aber auch 

noch eine psychiatrische Abklärung durch die Fachärztin für Psychiatrie und 

Psychotherapie, Dr. med. …, worin festgestellt wurde (S. 12), dass 

psychiatrisch keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

vorlägen; als Diagnose ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden 

einzig die „anhaltenden somatoformen Schmerzstörungen“ erwähnt. Am 

Schluss des Berichts (S. 14) wurden diese Feststellungen als 

Gesamtbeurteilung nochmals bestätigt. Von unvollständigen oder 

lückenhaften Abklärungen seitens der Vorinstanz kann demnach aber 

offensichtlich keine Rede sein, zumal auch noch eine neuere neurologische 

Beurteilung von Dr. … vom 03.03.2009 vorliegt, worin ein operatives 

Vorgehen zur Zeit als nicht nötig bezeichnet wurde. Für das Gericht besteht 

kein Grund, vom schlüssigen, umfassenden und aussagekräftigen RAD-

Untersuchungsbericht vom Frühling 2009 abzuweichen und deshalb noch ein 

neues Gutachten in Auftrag zu geben. Vielmehr vermögen die im RAD-Bericht 

enthaltenen Feststellungen, wonach ein organisches Substrat zur Erklärung 

der subjektiv geklagten Schmerzen fehle, anhand der Vorakten zu 

überzeugen.

b) Die weitere Kritik der Beschwerdeführerin erschöpft sich hauptsächlich darin, 

dass die von ihr selbst veranlassten neueren Untersuchungen – so namentlich 

das Funktions-MRI in Zürich vom 30.12.2009 und der Arztbericht des 

Neurologen Dr. … vom 25.01.2010 – den Nachweis für das Existieren eines 

„korrespondierenden“ organischen Substrats zur Erklärung der Beschwerden 

des Beschwerdeführerin lieferten. Dieser Auffassung vermag sich das Gericht 

jedoch nicht anzuschliessen, da das neu erstellte MRI vom 12/2009 keine 

wesentlichen Abweichungen zu den früheren Bildaufnahmen vom 08/2004 

(MRI-LWS; Kantonsspital Chur), vom 03/2005 (MRI LWS/HWS; Klinik …) 

sowie vom 05/2006 (LWS; MRI-Zentrum Zürich) hervorbrachte. An den 

Feststellungen und Schlussfolgerungen der bereits zuvor mit diesen Akten 

befassten Kliniken und Ärzten (März/Juni/Juli 2005 Klinik …; Juli 2006 …-

Klinik; März 2009 Neurologe Dr. …; März/April 2009 RAD Ostschweiz) gibt es 

deshalb auch unter Berücksichtigung der nachgereichten Atteste der 

Beschwerdeführerin nichts zu rütteln. Dem ist hier umso mehr beizupflichten, 

als sich der Neurologe Dr. … einzig auf das MRI vom 12/2009 stützte und ihm 

die früheren Bildaufnahmen (2004-2006) ganz offenkundig nicht zur 

Verfügung standen. Eine zuverlässige Vergleichbarkeit des früheren und 

jetzigen Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin war daher im Voraus 

nicht möglich. Sein Arztbericht vom 25.01.2010 enthält denn auch nichts 

Neues. Daran ändert auch der erste Bericht des neuen Hausarztes Dr. … vom 

13.05.2009 nichts, worin von einer künftigen Arbeitsfähigkeit der Patientin von 

maximal 40% die Rede ist. Abgesehen davon, dass auf Atteste und 

Bestätigungen der Hausärzte nur bedingt abgestellt werden kann, weil sie 

erfahrungsgemäss zu Gunsten ihrer Patienten Stellung beziehen, ist beim 

erwähnten Hausarzt nicht ersichtlich, gestützt auf welche klinischen Befunde 

er seine Zumutbarkeitsprognose (nur 40% AF) abgegeben hat. Bei den drei 

für die Beschwerdeführerin angeführten Arztberichten (Dr. … 01/10; MRI 

12/09; Dr. … 05/09) muss festgehalten werden, dass sie teils auf blossen 

Annahmen und Vermutungen beruhen oder sonst nur bereits Bekanntes 

enthalten. Selbst unter Berücksichtigung und Würdigung dieser neueren 

Dokumente ist das Gericht daher zur Überzeugung gelangt, dass an der 

Aussagekraft und Zuverlässigkeit des interdisziplinären RAD-

Untersuchungsberichtes vom 08.04.2009 keine Zweifel bestehen, weshalb 

die Vorinstanz zu Recht darauf abstellte.

c) Die Behauptung der Beschwerdeführerin, beim RAD-Gutachten handle es 

sich um ein „IV-internes“ und folglich nicht um ein parteiunabhängiges 

Arztattest, geht ebenfalls ins Leere. Nach Art. 59 Abs. 2bis IVG in Verbindung 

mit Art. 49 IVV (SR 831.201) stehen den IV-Stellen aller Kantone die 

regionalen ärztlichen Dienste (RAD) zur Beurteilung der medizinischen 

Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie (die RAD) 

setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG  massgebende 

funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare 

Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie (die RAD) 

sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig. 

Angesichts dieses klaren Wortlautes im Gesetz kann von einer 

Weisungsgebundenheit oder einem anders gearteten 

Subordinationsverhältnis zwischen den IV-Stellen [als Auftraggeber] und den 

RAD oder MEDAS [als Auftragnehmer] keine Rede sein. Solange keine 

konkreten Hinweise oder sogar Belege gegen eine korrekte Auftragserfüllung 

des RAD vorgebracht werden, gilt somit stets die gesetzlich verankerte und 

garantierte „Unabhängigkeitsvermutung“ gemäss Art. 59 Abs. 2bis IVG und 

Art. 49 IVV. 

d) Die wirtschaftliche Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit (100% in 

einer leidenangepassten Tätigkeit; keine IV-Rente mehr ab 01.02.2006 

mangels rentenrelevantem IV-Grad [nur noch 22%; statt zumindest 40%]) 

wurde von der Vorinstanz demzufolge ebenfalls korrekt ermittelt (VAE: Fr. 

47'341.--; IVE Fr. 36'839.-- [inkl. 10% LA]; Einkommenseinbusse pro Jahr Fr. 

10`502.-- (entspricht IV-Grad von exakt 22.18%).

3. a) Die angefochtene Verfügung vom 15.12.2009 ist demnach rechtmässig, was 

zu ihrer Bestätigung und zur Abweisung der Beschwerde führt.

b) Laut 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung von Art. 

61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von 

IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. 

Diese Kosten werden jeweils nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 

vom Streitwert der Sache im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. 

Aufgrund des Ausgangs dieses Verfahrens rechtfertigt es sich vorliegend, der 

unterliegenden Beschwerdeführerin Kosten von Fr. 700.-- zu überbinden.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.