# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a52a4ade-0cd8-561c-8070-da2b802ea446
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-09-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.09.2019 A-1345/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1345-2019_2019-09-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid angefochten beim BGer 

 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-1345/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  S e p t e m b e r  2 0 1 9  

Besetzung 
 Richterin Kathrin Dietrich (Vorsitz), 

Richter Christoph Bandli,  

Richterin Christine Ackermann,    

Gerichtsschreiber Basil Cupa. 
 

 
 

Parteien 
 Priora Suisse AG,  

[…],   

vertreten durch Alex Keller, Rechtsanwalt,  

relevanz.legal,  

[…],  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Flughafen Zürich AG,  

Rechtsdienst,  

[…],   

Beschwerdegegnerin,  

 

Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, 

Energie und Kommunikation UVEK,  

[…],    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Plangenehmigung Neubau Fracht Rächtenwisen F12,  

Flughafen Zürich. 

 

A-1345/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Flughafen Zürich AG reichte am 13. August 2015 beim Bundesamt für 

Zivilluftfahrt (BAZL) zuhanden des Eidgenössischen Departements für Um-

welt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) ein Plangenehmi-

gungsgesuch betreffend den Neubau der Frachthalle Rächtenwisen ein, 

um das pro Jahr durchschnittlich um 2 Prozent wachsende Frachtaufkom-

men bewältigen und die Sanierung des Gebäudes der Fracht West reali-

sieren zu können. Das Bauvorhaben umfasst u.a. den Neubau des Fracht-

gebäudes F12 (bestehend aus 7'300 m2 Frachthallen- und 1'200 m2 Büro-

flächen), die Erstellung von ca. 4'500 m2 überdachten Flächen unter Vor-

dächern, den Bau von Betriebs- und Manövrierflächen sowie den Abbruch 

der Frachthallen F9 und F10, des Schutzdachs F11, des sog. Limess-Ge-

bäudes S20 und des Einfamilienhauses J11. 

B.  

Mit Schreiben vom 28. August 2015 zeigte das BAZL der Priora Airport Im-

mobilien AG das Bauvorhaben an und wies sie auf die Möglichkeit einer 

Einsprache hin; die Flughafen Zürich AG stellte ihr die Anzeige der bean-

tragten Enteignung zu. Das Plangenehmigungsgesuch wurde zudem in 

den amtlichen Organen des Kantons Zürich publiziert und lag vom 7. Sep-

tember bis zum 6. Oktober 2015 öffentlich auf. 

C.  

Am 6. Oktober 2015 erhob die Priora Airport Immobilien AG Einsprache 

gegen das Plangenehmigungsgesuch und die damit verbundene Enteig-

nung des Grundstücks Kat.-Nr. 5699 in Kloten. 

D.  

Am 6. November 2015 stellte die Priora Airport Immobilien AG ein Aus-

standsbegehren gegen das BAZL und diverse namentlich genannte Mitar-

beitende. Dieses wies das Generalsekretariat des UVEK mit Verfügung 

vom 19. Februar 2016 ab. Ein dagegen erhobenes Rechtsmittel wies das 

Bundesverwaltungsgericht mit Urteil A-2142/2016 vom 9. September 2016 

ab, in der Folge ebenso das Bundesgericht mit Urteil 1C_488/2016 vom 

16. Februar 2017. 

E.  

Nach der Wiederaufnahme des Verfahrens fand am 25. August 2017 eine 

Einigungsverhandlung statt, die ohne Ergebnis blieb. 

A-1345/2019 

Seite 3 

F.  

Mit Verfügung vom 13. Februar 2019 erteilte das UVEK der Flughafen Zü-

rich AG die nachgesuchte Plangenehmigung unter Gewährung der Enteig-

nung des Grundstücks Kat.-Nr. 5699 in Kloten. 

G.  

Am 18. März 2019 erhebt die Priora Suisse AG (nachfolgend: Beschwer-

deführerin) als Rechtsnachfolgerin der Priora Airport Immobilien AG Be-

schwerde gegen die Plangenehmigungsverfügung vom 13. Februar 2019 

beim Bundesverwaltungsgericht und beantragt unter Kostenfolgen deren 

Aufhebung. 

H.  

Mit Vernehmlassung vom 26. April 2019 schliesst die Flughafen Zürich AG 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) unter Kosten- und Entschädigungs-

folgen auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 

I.  

Das UVEK (nachfolgend: Vorinstanz) beantragt am 1. Mai 2019 die Abwei-

sung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 

J.  

Die Beschwerdeführerin hält mit Replik vom 28. Mai 2019 an ihren ein-

gangs gestellten Anträgen fest. Desgleichen halten die Beschwerdegegne-

rin mit Duplik vom 6. Juni 2019 und die Vorinstanz mit solcher vom 7. Juni 

2019 an ihren Anträgen fest. 

K.  

Mit Zwischenverfügung vom 11. Juni 2019 wurde das Bundesamt für Um-

welt (BAFU) gebeten, einen Fachbericht zu den umweltrechtlichen Rügen 

der Beschwerdeführerin zu erstellen. Diesen stellte es dem Bundesverwal-

tungsgericht am 10. Juli 2019 zu, welches ihn den Verfahrensbeteiligten 

zur Stellungnahme bis am 30. Juli 2019 zukommen liess. 

L.  

Mit Vernehmlassung vom 17. Juli 2019 schliesst die Vorinstanz auf Abwei-

sung der Beschwerde und die Beschwerdegegnerin hält mit Eingabe vom 

18. Juli 2019 an ihren bisherigen Eingaben fest. Ebenso hält die Beschwer-

deführerin in den Schlussbemerkungen vom 30. Juli 2019 an ihren bisher 

gestellten Anträgen fest. 

A-1345/2019 

Seite 4 

M.  

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die sich bei den 

Akten befindlichen Schriftstücke wird – soweit relevant – in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes 

vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme 

nach Art. 32 VGG gegeben ist und eine Vorinstanz im Sinn von Art. 33 VGG 

entschieden hat. Bei der angefochtenen Plangenehmigung handelt es sich 

um eine Verfügung im Sinn von Art. 5 VwVG, die von einer Vorinstanz im 

Sinne von Art. 33 Bst. d VGG erlassen wurde. Da keine Ausnahme gemäss 

Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der 

Beschwerde zuständig (Art. 31 VGG und Art. 44 VwVG). 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). Ge-

mäss Art. 48 Abs. 1 VwVG ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor der 

Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teil-

nahme erhalten hat (Bst. a), durch die angefochtene Verfügung besonders 

berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 

oder Änderung hat (Bst. c). 

1.2.1 Die Beschwerdegegnerin bestreitet die Beschwerdelegitimation der 

Beschwerdeführerin, weil diese undurchschaubare Konzernverhältnisse 

aufweise und ihre Rechtsnachfolge nicht als sicher gelten könne. Die be-

hauptete Rechtsnachfolge sei im Lichte des Fusionsvertrags vom 17. De-

zember 2018 näher zu prüfen. Die Vorinstanz wiederum zweifelt nicht die 

Rechtsnachfolge an, sondern die rechtsgenügliche Mandatierung des 

Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin. 

1.2.2 Mit Eingabe vom 28. Mai 2019 legt die Beschwerdeführerin die vom 

24. Oktober 2016 datierende Anwaltsvollmacht, einen Grundbuchauszug 

vom 22. Mai 2019 und einen Handelsregisterauszug vom 27. Mai 2019 ins 

Recht. Letzterem ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin mit der 

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Seite 5 

Priora Airport Immobilien AG am 12. Dezember 2018 fusionierte. Gemäss 

genanntem Grundbuchauszug ist die Beschwerdeführerin Eigentümerin 

des von der Enteignung betroffenen Grundstücks. Die Rechtsvorgängerin 

der Beschwerdeführerin hatte sich am 6. Oktober 2015 als Einsprecherin 

am vorinstanzlichen Verfahren beteiligt (vgl. dazu Art. 37f Abs. 1 Satz 1 des 

Luftfahrtgesetzes [LFG, SR 748.0]) und ist dort mit ihren Anträgen nicht 

durchgedrungen. Die Beschwerdeführerin ist demnach sowohl materiell als 

auch formell beschwert. Die beigelegte Anwaltsvollmacht ist gültig. 

1.3 Da nach dem Gesagten weder die Legitimation (Art. 48 Abs. 1 VwVG) 

noch die übrigen formellen Beschwerdevoraussetzungen (Art. 50 Abs. 1 

und Art. 52 Abs. 1 VwVG) Anlass zu weiteren Bemerkungen geben, ist auf 

die Beschwerde einzutreten. 

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung 

auf Verletzungen von Bundesrecht – einschliesslich unrichtiger oder un-

vollständiger Feststellung des Sachverhalts und Überschreitung oder Miss-

brauch des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). 

2.2 Bei der Angemessenheitsprüfung auferlegt sich das Bundesverwal-

tungsgericht allerdings eine gewisse Zurückhaltung und greift nicht ohne 

Not in den Beurteilungsspielraum der rechtsanwendenden Behörde ein, 

wenn diese – wie vorliegend die Vorinstanz – den örtlichen, technischen 

und persönlichen Verhältnissen nähersteht als die Beschwerdeinstanz (Ur-

teil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] A-4819/2017 vom 19. Juni 

2019 E. 2). Dies ist namentlich dann der Fall, wenn die zu überprüfende 

Verfügung die Beurteilung von Fachfragen durch die sachkundige 

Vorinstanz voraussetzt und deren Entscheid mit Amtsberichten bzw. Stel-

lungnahmen von Fachstellen des Bundes übereinstimmt. In solchen Fällen 

weicht das Bundesverwaltungsgericht nicht ohne zwingenden Grund von 

der Auffassung der Vorinstanz ab. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass 

keine Anhaltspunkte für eine unrichtige oder unvollständige Feststellung 

des Sachverhalts bestehen, die Vorinstanz alle für den Entscheid wesent-

lichen Gesichtspunkte prüfte, sich von sachgerechten Erwägungen leiten 

liess und ihre Abklärungen sorgfältig und umfassend vornahm. Was insbe-

sondere Amtsberichte und Stellungnahmen von Fachstellen des Bundes 

betrifft, so überprüft das Bundesverwaltungsgericht diese nur dann inhalt-

lich und weicht bei der Prüfung naturwissenschaftlicher und technischer 

Fragen nur dann davon ab, wenn stichhaltige Gründe, etwa offensichtliche 

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Mängel oder innere Widersprüche, dafür vorliegen (vgl. zum Ganzen Urteil 

des BVGer A-1625 vom 4. Januar 2019 E. 2 m.w.H.). 

3.  

Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen nicht nur seine ei-

gene Zuständigkeit (vgl. E. 1.2), sondern auch diejenige der Vorinstanz. 

Stellt es dabei fest, dass die Vorinstanz nicht zuständig war, hat es deren 

Entscheid aufzuheben (vgl. Urteil des BVGer C-6669/2013 vom 31. März 

2016 E. 3.1 m.w.H.). 

3.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, der Direktor des BAZL habe die 

Plangenehmigungsverfügung unterzeichnet. Dies verletze die im Luftfahrt-

gesetz vorgesehene Zuständigkeitsordnung. Art. 37 Abs. 2 LFG sehe vor, 

dass das UVEK für Plangenehmigungsverfahren betreffend Flughäfen und 

das BAZL bei solchen betreffend Flugfeldern zuständig sei. Wegen der 

Sonderstellung des Landesflughafens Zürich dränge sich das Einhalten 

dieser vom Gesetzgeber vorgesehenen Zuständigkeiten umso mehr auf. 

Die Beschwerdegegnerin und die Vorinstanz halten dem entgegen, dass 

eine gültige und zulässige Unterschriftendelegation der Departementsvor-

steherin des UVEK vorliege. 

3.2 Ausgangspunkt für die Bestimmung der sachlichen Zuständigkeit im 

erstinstanzlichen Verwaltungsverfahren bildet das anwendbare materielle 

Recht in Verbindung mit dem Organisationsrecht (vgl. DAUM/BIERI, in: Auer 

et al. [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfah-

ren, 2. Aufl. 2019, Rz. 5 zu Art. 7; KIENER/RÜTSCHE/KUHN, Öffentliches Ver-

fahrensrecht, 2. Aufl. 2015, Rz. 491). Das Plangenehmigungsverfahren 

richtet sich gemäss Art. 37a LFG nach dem LFG, für Flughäfen gelangt 

subsidiär das Enteignungsgesetz vom 20. Juni 1930 (EntG, SR 711) zur 

Anwendung. Das ordentliche Plangenehmigungsverfahren ist in den 

Art. 37b ff. LFG geregelt. Es ist für Bauten und Anlagen, die – wie vorlie-

gend die streitbetroffene Frachthalle – ganz oder überwiegend dem Betrieb 

eines Flugplatzes dienen (sog. Flugplatzanlagen), in Art. 37 ff. LFG gere-

gelt. Art. 37 Abs. 2 LFG sieht vor, dass als Plangenehmigungsbehörde bei 

Flughäfen das UVEK (Bst. a) und bei Flugfeldern das BAZL (Bst. b) zu-

ständig ist; die Verordnung über die Infrastruktur der Luftfahrt vom 23. No-

vember 1994 (VIL, SR 748.131.1) äussert sich diesbezüglich nicht. 

3.3 Hinsichtlich der umstrittenen Unterschriftsberechtigung öffnet Art. 49 

Abs. 1 Bst. b des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes vom 

21. März 1997 (RVOG, SR 172.010) dem Departementsvorsteher oder der 

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Departementsvorsteherin des UVEK die Möglichkeit, Direktionsmitglieder 

von Gruppen und Ämtern zu ermächtigen, bestimmte Geschäfte in seinem 

oder ihrem Namen und Auftrag zu unterzeichnen. Die Ermächtigung kann 

gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung auch die Unterzeichnung von Verfügun-

gen einschliessen. Die Zuständigkeit – und damit verbunden die Ent-

scheidverantwortung – des Departementsvorstehers oder der Departe-

mentsvorsteherin bleibt unverändert, d.h. die Entscheidung wird ihm oder 

ihr zugerechnet. Übertragen wird lediglich die Berechtigung, in seinem oder 

ihrem Namen und Auftrag zu unterzeichnen (vgl. Botschaft zum RVOG 

vom 20. Oktober 1993, BBl 1993 III 997 ff., 1099; ferner THOMAS SÄGES-

SER, Kommentar RVOG, 2007, Rz. 4 zu Art. 49). 

3.4 Nach der den Akten beiliegenden Anordnung der Departementsvorste-

herin vom 3. Januar 2019 sind für das hier betroffene UVEK die Direktions-

mitglieder des BAZL zur Unterzeichnung von Plangenehmigungsverfügun-

gen gemäss Art. 37 Abs. 2 Bst. a LFG im Namen und Auftrag der Departe-

mentsvorsteherin ermächtigt. Diese Ermächtigung stützt sich sowohl for-

mell als auch inhaltlich auf Art. 49 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 RVOG und ist 

von der Reichweite dieser Norm abgedeckt. Die Zeichnungsberechtigung 

ist demnach entgegen entsprechender Vorbehalte der Beschwerdeführe-

rin, die im Laufe des Schriftenwechsels die Zulässigkeit der vorgenomme-

nen Unterschriftendelegation im Übrigen nicht weiter bestreitet, nicht in 

Zweifel zu ziehen und die vom Luftfahrtgesetz vorgegebene Zuständig-

keitsordnung ist als gewahrt zu betrachten. 

4.  

In materieller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin, die Plangenehmigung 

sei unzulässigerweise erteilt worden. U.a. bringt sie vor, die Beschwerde-

gegnerin habe zu Unrecht auf eine Aussteckung verzichtet und es fehlten 

die erforderliche Umweltverträglichkeitsprüfung sowie weitere Nachweise 

betreffend den Gewässerraum. 

4.1 Im Folgenden gilt es zu prüfen, ob zu Recht von der Aussteckung von 

Geländeveränderungen bzw. der Profilierung von Hochbauten abgesehen 

wurde. Dabei ist unstrittig, dass die Beschwerdegegnerin auf eine Ausste-

ckung bzw. Profilierung verzichtete. 

4.1.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, dass weder die auf rund 3,5 ha 

stattfindenden Geländeveränderungen ausgesteckt noch das rund 

73'000 m3 grosse Gebäudevolumen profiliert worden seien. Die Vorinstanz 

hätte diesen Mangel bei der Durchführung eines Augenscheins feststellen 

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können, habe jedoch davon abgesehen. Sie wirft der Beschwerdegegnerin 

vor, widersprüchlich zu argumentieren, wenn diese zur Rechtfertigung der 

Projektierungszone einen Bedarf von zusätzlichen 42'000 m2 bis 75'000 m2 

Frachthandlingsflächen bis 2020 geltend mache, mit der Enteignung des 

streitbetroffenen Grundstücks aber nur den Bedarf von maximal 9'000 m2 

zusätzlicher Nutzfläche abdecken könne. Sie argumentiert, die Erstellung 

eines Gutachtens hätte diesbezüglich Klarheit schaffen können, worauf die 

Vorinstanz aber zu Unrecht verzichtet habe. Damit habe sie den Sachver-

halt unvollständig festgestellt und Art. 12 VwVG verletzt. 

Die Beschwerdegegnerin entgegnet dem, dass die Visualisierung des Pro-

jekts F12 aufgrund der betrieblichen Situation mittels Schauwand erfolgt 

sei. Ein Gutachten betreffend Bedarfsberechnung sei überflüssig, weil der 

grundsätzliche Bedarf nachgewiesen sei, auch wenn mit der Enteignung 

der streitbetroffenen Liegenschaft nicht der Gesamtbedarf abgedeckt wer-

den könne. Der Beschwerdeführerin sei aus dem Verzicht auf die Ausste-

ckung kein Nachteil entstanden, zumal davon auszugehen sei, dass diese 

der Beanspruchung ihres Grundeigentums für das Aufstellen von Profilen 

nicht zugestimmt hätte. 

Die Vorinstanz verweist darauf, dass die Profilierung entweder den Flug-

betrieb oder den Betrieb auf Verkehrs- oder Abstellflächen gestört hätte. 

Sie habe darum die Beschwerdegegnerin von der Aussteckungspflicht be-

freit. Stattdessen habe man an gut erreichbaren Stellen Visualisierungen 

angebracht, sodass sich Interessierte ein gutes Bild vom Projekt hätten 

machen können. 

4.1.2 Flugplatzanlagen dürfen nur mit einer Plangenehmigung erstellt oder 

geändert werden (Art. 37 Abs. 1 Satz 1 LFG). Hinsichtlich der Visualisie-

rung von Flugplatzanlagen sieht Art. 37c LFG vor, dass die ersuchende 

Unternehmung vor der öffentlichen Auflage des Gesuchs die Veränderun-

gen, die das geplante Werk im Gelände bewirkt, sichtbar machen muss, 

indem sie diese aussteckt; bei Hochbauten hat sie Profile aufzustellen 

(Abs. 1). Aus wichtigen Gründen, insbesondere zur Wahrung der Flugsi-

cherheit und von geordneten Betriebsabläufen, kann sie die Plangenehmi-

gungsbehörde ganz oder teilweise von der genannten Aussteckung- und 

Profilierungspflicht befreien (Abs. 2). Von der Aussteckung von Bauvorha-

ben auf dem Flugplatz ist gemäss Art. 27b VIL abzusehen, wenn durch die 

Profile der Betrieb beeinträchtigt werden könnte. Zudem sieht Art. 27abis 

Abs. 1 Bst. j VIL vor, dass bei der Einreichung des Plangenehmigungsge-

suchs eine Begründung nötig ist, falls von einer Aussteckung abgesehen 

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Seite 9 

werden soll. Wegen des Grundsatzes der Verfahrenskonzentration sind 

Einwände gegen die Aussteckung oder Profilierung nicht bei der Eidgenös-

sischen Schätzungskommission, sondern bei der Plangenehmigungsbe-

hörde vorzubringen (Art. 37c Abs. 3 LFG). 

4.1.3 Die Aussteckung bzw. Profilierung eines Bauvorhabens erfolgt einer-

seits wegen der damit erreichten Publizitätswirkung, andererseits kommt 

ihr eine wichtige Visualisierungsfunktion zu. Darüber hinaus dient sie dem 

Rechtsschutz. Die Lage und Dimensionierung eines Bauvorhabens ergibt 

sich zwar auch aus den einzureichenden bzw. öffentlich aufgelegten Bau-

plänen. Die Aussteckung hilft jedoch, sich die Ausmasse eines Bauprojekts 

im Gelände vorzustellen und sich ein konkretes und relativ präzises Bild 

des geplanten Bauvorhabens an Ort und Stelle zu machen. Alle von ge-

planten baulichen Veränderungen betroffenen Personen und Organisatio-

nen haben ein legitimes Interesse daran, die Dimensionen eines Vorha-

bens im betroffenen Raum abschätzen zu können (vgl. ARNOLD MARTI, Die 

Bauaussteckung, in: Rüssli et al. [Hrsg.], Staats- und Verwaltungsrecht auf 

vier Ebenen – Festschrift für Tobias Jaag, 2012, S. 225; Botschaft zu einem 

Bundesgesetz über die Koordination und Vereinfachung der Plangenehmi-

gungsverfahren vom 25. Februar 1998 [nachfolgend: Botschaft Koordina-

tionsgesetz], BBl 1998 III 2591 ff., 2625). 

4.1.4 Das Gesetz sieht in Art. 37c Abs. 2 LFG die Möglichkeit vor, aus wich-

tigen Gründen, insbesondere zur Wahrung der Flugsicherheit und von ge-

ordneten Betriebsabläufen, auf eine Aussteckung verzichten zu können. 

Die vertikale Ausdehnung von Profilen könnte namentlich im Landeanflug 

oder beim Start zu Problemen führen (Botschaft Koordinationsgesetz, BBl 

1998 III 2591 ff., 2646). Im Amtsblatt des Kantons Zürich Nr. 35 vom 

4. September 2015 wurde bei der Veröffentlichung des Plangenehmi-

gungsgesuchs darauf hingewiesen, dass das Bauvorhaben während der 

Auflagefrist durch Profile oder andere geeignete Visualisierungen kenntlich 

gemacht werde. Die Vorinstanz als zuständige Plangenehmigungsbehörde 

genehmigte dieses Vorgehen und legte im Rahmen des Schriftenwechsels 

dar, dass auf eine Profilierung verzichtet worden sei, weil dadurch der Flug-

betrieb sowie der Betrieb auf den Verkehrs- und Abstellflächen gestört wor-

den wären. Die Profile wären mehrheitlich auf Flächen zu stehen gekom-

men, die heute als Verkehrsflächen genutzt werden. Dies stellt ein zulässi-

ges sowie ausreichendes Interesse dar, um von der Aussteckung- bzw. 

Profilierungspflicht abzusehen, zumal die Beschwerdegegnerin die Be-

schwerdeführerin am 31. August 2015 schriftlich über dieses Vorgehen in-

formierte und das Projekt mittels Schauwand an gut erreichbarer Stelle 

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Seite 10 

visualisiert wurde. Trotz unterbliebener Aussteckung wurde der Publizitäts- 

und Visualisierungsfunktion Nachachtung verschafft, indem die Beschwer-

deführerin eine Bau- bzw. Enteignungsanzeige erhielt und sich anhand der 

Pläne sowie der Schauwand ein hinreichend genaues Bild vom Projekt 

machen konnte. Die Vorinstanz ging somit zu Recht von einem Ausnahme-

tatbestand im Sinn von Art. 37c Abs. 2 LFG aus und sah damit zulässiger-

weise von einer Aussteckung bzw. Profilierung des Bauvorhabens ab. 

4.1.5 Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, die Vorinstanz habe den 

entscheidrelevanten Sachverhalt nicht festgestellt, kann ihr nach dem Ge-

sagten nicht gefolgt werden. Ihre diesbezügliche Rüge ist als unbegründet 

abzuweisen. Auch vermag sie nicht aufzuzeigen, inwiefern ein Gutachten 

betreffend die Bedarfsberechnung der Frachthandlingsflächen neue, ent-

scheidrelevante Erkenntnisse liefern könnte. Der Sachverhalt lässt sich mit 

genügender Klarheit den vorliegenden Akten entnehmen. Es ist in antizi-

pierter Beweiswürdigung nicht angezeigt, ein entsprechendes Gutachten 

einzuholen, da es sich bereits aus den Akten ergibt, dass die Frachthalle 

Rächtenwisen zumindest einen Teil des unbestrittenen Gesamtbedarfs an 

weiteren Frachthandlingsflächen abzudecken vermag (vgl. BGE 136 I 229 

E. 5.3, 134 I 140 E. 5.3; statt vieler Urteil des BVGer A-5278/2018 vom 

29. Januar 2019 E. 3.1, m.w.H.). 

4.2 Weiter ist die Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprü-

fung (nachfolgend: UVP) genauer zu betrachten. 

4.2.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Beschwerdegegnerin betreibe 

eine Expansionspolitik. Die Frachthalle Rächtenwisen stelle nur den ersten 

Schritt eines Ausbaus der Frachthandlingsflächen dar. Es sei von einem 

eigentlichen Güterumschlagsplatz bzw. einem Verteilzentrum mit einer Ge-

samtgrösse von mehr als 20'000 m2 auszugehen. Für die gesamte im 

Frachtbereich angestrebte Entwicklung sei mit Blick auf Ziff. 14.1 und 80.6 

des Anhangs der Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung vom 

19. Oktober 1988 (UVPV, SR 814.011) eine UVP unter Berücksichtigung 

der bereits vorhandenen Gebäudeflächen erforderlich, ohne deren Durch-

führung die Plangenehmigung aufzuheben sei. 

Die Beschwerdegegnerin verneint die Pflicht zur Durchführung einer UVP 

und verweist diesbezüglich auf die Haltung der zuständigen Behörden, na-

mentlich des BAFU. Die Auswirkungen der Anlage auf die Umgebung und 

Umwelt hielten sich in engen Grenzen, da reiner Frachtverkehr am Flug-

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Seite 11 

hafen Zürich auch in Zukunft die Ausnahme bleiben werde. Dem Frachtge-

bäude Rächtenwisen sei aus betrieblicher Sicht keine selbständige Bedeu-

tung beizumessen. 

Auch nach Ansicht der Vorinstanz ist keine UVP erforderlich. Es handle 

sich vorliegend weder um einen Güterumschlagsplatz noch um ein Verteil-

zentrum im Sinn von Ziff. 80.6 Anhang UVPV, sondern um eine Flughafen-

anlage gemäss Ziff. 14.1 Anhang UVPV. Nur wenn das Bauvorhaben eine 

wesentliche Änderung des Flughafens als Gesamtanlage bewirken würde, 

müsste eine UVP durchgeführt werden, was aber eben gerade nicht der 

Fall sei. Die Umweltfachstellen hätten darum alle keine UVP verlangt. 

4.2.2 Das BAFU weist im Fachbericht vom 10. Juli 2019 zunächst mit Blick 

auf Art. 8 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz vom 7. Oktober 

1983 (Umweltschutzgesetz, USG, SR 814.01) auf die grundsätzliche Wich-

tigkeit einer gesamthaften Beurteilung aller Anlagen hin, die aufgrund ihres 

räumlichen, zeitlichen und funktionellen Zusammenhangs als Gesamtan-

lage erscheinen. Zugleich führt es aus, dass die streitbetroffene Frachthalle 

als Lagerfläche und zu Zwecken des Cargo-Umschlags genutzt werden 

solle. Die Abwicklung solcher Frachtprozesse gehöre zu den Kernaufga-

ben eines Flughafens, weshalb die Frachthalle Rächtenwisen Teil der be-

stehenden Gesamtanlage des Flughafen Zürichs bilde. Aufgrund dessen 

sei die UVP-Pflicht nicht nach Massgabe des Schwellenwerts für Güterum-

schlagsplätze und Verteilzentren (Ziff. 80.6 Anhang UVPV) zu beurteilen, 

sondern anhand der Frage, ob durch die Plangenehmigung eine wesentli-

che Änderung im Sinn von Art. 2 UVPV der bestehenden Flughafenanlage 

(Ziff. 14.1 Anhang UVPV) vorgenommen werde. Die zu erwartenden Um-

welteinwirkungen, wie die gewässerschutzrechtlichen Auswirkungen oder 

der Betriebslärm, würden in Anbetracht der Grösse des Flughafens Zürich 

aber keine wesentliche Änderung darstellen. Der Verzicht auf eine UVP sei 

darum zulässig. 

4.2.3 Laut Art. 1 UVPV besteht eine UVP-Pflicht nach Artikel 10a des USG 

für die Errichtung neuer Anlagen, die im Verordnungsanhang aufgeführt 

sind. Die massgebenden Schwellenwerte für die Pflicht zur Durchführung 

einer UVP bei Güterumschlagsplätzen und Verteilzentren betragen 

20'000 m2 Lagerfläche oder 120'000 m3 Lagervolumen (Ziff. 80.6 Anhang 

UVPV). Nach Art. 2 Abs. 1 Bst. a UVPV unterliegen Änderungen bestehen-

der Anlagen, die im Anhang der UVPV aufgeführt sind, einer UVP, wenn 

die Änderung wesentliche Umbauten, Erweiterungen oder Betriebsände-

rungen betrifft. Dies setzt voraus, dass die der Anlage zuzurechnenden 

A-1345/2019 

Seite 12 

Umweltbelastungen eine ins Gewicht fallende Änderung erfahren, indem 

bestehende Umweltbelastungen verstärkt werden oder gewichtige Um-

weltbelastungen neu oder an neuer Stelle auftreten (vgl. BGE 133 II 181 

E. 6.2; Urteil des BVGer A-2657/2011 vom 9. Oktober 2012 E. 6.12.1, je 

m.w.H.). 

4.2.4 Bei der Beantwortung der Frage, ob eine UVP-Pflicht besteht, ist so-

mit u.a. entscheidwesentlich, ob eine bestehende Anlage geändert oder 

eine neue Anlage errichtet wird. So geht etwa das BAFU nicht davon aus, 

dass mit der Realisierung des Bauvorhabens ein Güterumschlagsplatz 

oder Verteilzentrum im Sinn von Ziff. 80.6 Anhang UVPV errichtet würde. 

Tatsächlich ist die Frachthalle Rächtenwisen als Teil der bestehenden Ge-

samtanlage des Flughafens Zürich zu betrachten. Selbst unter Berücksich-

tigung des zukünftigen Bedarfs an 42'000 m2 bis 75'000 m2 zusätzlicher 

Fläche für die Abwicklung des zunehmenden Frachtverkehrs bis 2020 bil-

det die Frachtabfertigung einen integralen Bestandteil der bestehenden 

Flughafeninfrastruktur, ohne die der Flughafenbetrieb und Flugverkehr 

nicht zweckmässig vonstattengehen könnten; es handelt sich nicht um ei-

nen selbständigen Güterumschlagsplatz oder ein alleinstehendes Verteil-

zentrum. Die in Ziff. 80.6 Anhang UVPV niedergelegten Schwellenwerte 

sind demnach nicht massgebend. So oder so beträgt die neu zu schaffende 

Frachthandlingsfläche der Frachthalle Rächtenwisen nur 7'300 m2 und liegt 

damit klar unter dem in Ziff. 80.6 Anhang UVPV festgelegten Schwellen-

wert von 20'000 m2 Lagerfläche für Güterumschlagsplätze und Verteilzen-

tren. 

4.2.5 Relevant ist mit Blick auf eine allfällige UVP-Pflicht somit einzig, ob 

durch das Bauvorhaben eine Betriebsänderung im Sinn von Art. 2 UVPV 

stattfindet oder bestehende Umweltbelastungen verstärkt werden oder ge-

wichtige Umweltbelastungen neu oder an neuer Stelle auftreten. Das 

BAFU verneint dies. Auch die Beschwerdeführerin behauptet das Vorliegen 

einer UVP-Pflicht in ihren Schlussbemerkungen nicht länger. Der Flugha-

fen Zürich ist ein Landesflughafen von nationalem Interesse und von inter-

nationaler Bedeutung (Art. 36e LFG), dessen Betrieb durch den Abbruch 

der Frachthallen F9 und F10 und der damit verbundenen Erstellung des 

Frachtgebäudes F12 im Umfang von 7'300m2 keine Betriebsänderung er-

fährt. Ebenso stellen die zu erwartenden Umwelteinwirkungen keine we-

sentliche Änderung dar, da bspw. nicht von einer signifikanten Erhöhung 

des Betriebslärms oder anderen wesentlichen Umweltveränderungen aus-

zugehen ist. Die Pflicht zur Durchführung einer UVP ist deshalb zu vernei-

nen. 

A-1345/2019 

Seite 13 

4.3 Umstritten ist ferner, ob die gewässer- und naturschutzrechtlichen Vor-

gaben eingehalten sind. 

4.3.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Frachthalle Rächtenwisen 

komme neben dem Altbach zu liegen. Ob der Gewässerraum eingehalten 

werden könne, sei noch offen. Dies stelle einen schweren Mangel dar, der 

zur Aufhebung der Plangenehmigung führen müsse. Die Beschwerdegeg-

nerin verweist auf die Plangenehmigung und ist der Ansicht, die gewässer- 

und naturschutzrechtlichen Fragen seien im erforderlichen Umfang berück-

sichtigt worden. Die Vorinstanz äussert sich nicht hierzu. 

4.3.2 Der Gewässerraum des Altbachs wurde formell noch nicht festgelegt. 

Auf dem Projektperimeter verläuft er eingedolt. In einem offenen Abschnitt 

weiter unterhalb beträgt seine Sohlenbreite aktuell 2,5 m, womit gemäss 

Abs. 2 Bst. a der Übergangsbestimmung vom 4. Mai 2011 (AS 2011 1955) 

zur Änderung der Gewässerschutzverordnung vom 28. Oktober 1998 

(GSchV, SR 814.201) ein Gewässerraum vom 18,5 m gilt. Da das Fracht-

gebäude nur einen Abstand von 5 m zur Bachdole aufweist, darf es in die-

sem Bereich folglich nur gebaut werden, wenn die Voraussetzungen für 

das Erteilen einer entsprechenden Ausnahmebewilligung gegeben sind. 

Zur Frage der Erteilung einer Ausnahmebewilligung gemäss Art. 41c 

Abs. 1 Bst. a GSchV äussert sich das UVEK in seiner Plangenehmigungs-

verfügung zwar nicht explizit. Die Vorinstanz führt in ihrer Plangenehmi-

gungsverfügung in Ziff. 2.13.7 die Thematik des Gewässerraums jedoch 

auf und zitiert die Stellungnahme einer kantonalen Fachbehörde, wonach 

der geplante Neubau Rächtenwisen in den Nahbereich des eingedolten 

Altbachs zu liegen komme. In wasserbaupolizeilicher Hinsicht könne die 

Bewilligung für den geplanten Neubau erteilt werden, wenn der Nachweis 

erbracht werde, dass eine spätere bauliche Sanierung oder ein Ersatz der 

Dole trotz des geplanten Neubaus möglich bleibe. Dem entsprechenden 

Antrag der kantonalen Fachbehörde stimmte die Vorinstanz in der Folge 

zu und nahm die von dieser verlangte Auflage ins Dispositiv der Plange-

nehmigungsverfügung auf (vgl. Ziffer 3.17 des Dispositivs mit dem Titel 

"Gewässerraum und Hochwasserschutz"). Es ist somit davon auszugehen, 

dass die Vorinstanz die verlangte Ausnahmebewilligung gemäss Art. 41c 

Abs. 1 Bst. a GSchV zumindest implizit ebenfalls erteilen wollte. 

4.3.3 So oder so sind die entsprechenden Voraussetzungen für diese Aus-

nahmebewilligung auch nach Auffassung des BAFU gemäss dem Fachbe-

richt vom 10. Juli 2019 erfüllt. Speziell in dem Teil des Flughafenareals, der 

A-1345/2019 

Seite 14 

an die Autobahn angrenzt, ist von einem dicht überbauten Gebiet auszu-

gehen und es sind keine übergeordneten Interessen ersichtlich, die der Er-

teilung einer Ausnahmebewilligung entgegenstehen. Da auch die Be-

schwerdeführerin nichts vorbringt, das gegen das Erteilen der entspre-

chenden Bewilligung sprechen würde, ist ihre Rüge als unbegründet abzu-

weisen. Der Klarheit halber ist Ziff. 2 des Dispositivs der angefochtenen 

Plangenehmigungsverfügung vom 13. Februar 2019 aber entsprechend zu 

ergänzen und in einer neuen Ziff. 2.8 festzuhalten, dass die gewässer-

schutzrechtliche Ausnahmebewilligung gemäss Art. 41c Abs. 1 Bst. a 

GSchV erteilt wird. 

4.4 Weiter ist strittig, ob der Bau der Frachthalle Rächtenwisen zu einem 

ökologischen Ersatzbedarf führt. 

4.4.1 Die Beschwerdeführerin erachtet den ökologischen Ersatzbedarf als 

gegeben und rügt, dass keine Ersatzmassnahmen sichergestellt seien. 

Dies stelle einen schweren Mangel dar, der zur Aufhebung der Plangeneh-

migung führen müsse. Die Beschwerdegegnerin und die Vorinstanz be-

streiten dies. 

4.4.2 Gemäss Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Natur- und 

Heimatschutz vom 1. Juli 1966 (NHG, SR 451) ist dem Aussterben einhei-

mischer Tier- und Pflanzenarten durch die Erhaltung genügend grosser Le-

bensräume (Biotope) und andere geeignete Massnahmen entgegenzuwir-

ken. Lässt sich eine Beeinträchtigung schutzwürdiger Lebensräume durch 

technische Eingriffe unter Abwägung aller Interessen nicht vermeiden, so 

hat der Verursacher laut Art. 18 Abs. 1ter NHG für besondere Massnahmen 

zu deren bestmöglichem Schutz, für Wiederherstellung oder ansonst für 

angemessenen Ersatz zu sorgen. Die erforderlichen Massnahmen müssen 

bereits im Zeitpunkt des Planerlasses als sichergestellt erscheinen, wobei 

eine Gleichwertigkeit des Zerstörten mit dem neu Geschaffenen anzustre-

ben ist. Die Gleichwertigkeit beurteilt sich dabei sowohl nach qualitativen 

als auch nach quantitativen Kriterien, was bedeutet, dass ein rein flächen-

mässiger Ersatz nicht genügt. Vielmehr muss das Ersatzobjekt auch ähn-

liche ökologische Funktionen übernehmen können wie das zerstörte (Ur-

teile des Bundesgerichts [BGer] 1C_346/2014 vom 26. Oktober 2016 

E. 4.4 sowie 1C_393/2014 vom 3. März 2016 E. 5.5). 

4.4.3 Die angefochtene Plangenehmigung hält in Ziff. 2.13.2 fest, dass 

durch den Bau der neuen Frachthalle sowie der erforderlichen Zufahrten 

und Abstellplätze die betroffene Fläche von ca. 338 a beinahe vollständig 

A-1345/2019 

Seite 15 

versiegelt werde und von den bestehenden 64 a Grünflächen nach Bau-

ausführung nur noch rund 4 a unverändert übrig blieben. Jedoch würden 

rund 21 a Grünflächen wiederhergestellt bzw. neu geschaffen. Das BAFU 

führte dazu bereits im Schreiben vom 1. Juni 2017 aus, dass diese Mass-

nahmen genügen und bestätigt dies im Fachbericht vom 10. Juli 2019 er-

neut. 

4.4.4 Angesichts der den Akten beiliegenden Berechnungen erscheint die 

im Gebiet Hundig verfügte Ersatzmassnahme ausreichend. Dass darüber 

hinaus weitergehender Ersatzbedarf bestehe, macht selbst die Beschwer-

deführerin in ihren Schlussbemerkungen nicht länger geltend. Die 

Vorinstanz ging bei dieser Ausgangslage zu Recht davon aus, dass die 

notwendigen Massnahmen bereits in Form von Vorleistungen realisiert 

wurden und somit keine weiteren ökologischen Ersatzmassnahmen not-

wendig seien. 

4.5 Umstritten ist ferner, ob für den Fall eines allfälligen Hochwassers Ob-

jektschutzmassnahmen getroffen werden müssen oder nicht. 

4.5.1 Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, die Frachthalle sei ein Son-

derrisikoobjekt. Trotz Hochwasserrisiko seien keine Objektschutzmass-

nahmen vorgesehen, was einen schweren Mangel darstelle, der zur Auf-

hebung der Plangenehmigung führen müsse. Die Beschwerdegegnerin 

hält dem entgegen, es würden angebliche bundesrechtliche Mängel hoch-

stilisiert, obwohl alle erforderlichen gewässer- und naturschutzrechtlichen 

Fragen geprüft und genügend berücksichtigt worden seien. Die Vorinstanz 

äussert sich nicht hierzu. 

4.5.2 Das strittige Bauvorhaben liegt gemäss der Naturgefahrenkarte Mitt-

leres Glattal vom 17. Oktober 2012 in einem Gebiet mit Restgefährdung. 

Bei Hochwasserereignissen, welche die bestehenden Schutzmassnahmen 

überlasten, könnte das Wasser wieder in den Bereich des ursprünglichen 

Talwegs fliessen und die Bauten am Flughafenkopf umspülen. Wie das 

BAFU ausführt, steht bei den geplanten Hochwasserschutzmassnahmen 

zur Umrollung der Piste 28 am Flughafen Zürich nicht der Objektschutz, 

sondern der Arealschutz im Vordergrund: Geschützt werden sollen nicht 

einzelne Gebäude, wie etwa die Frachthalle Rächtenwisen, sondern sämt-

liche Bauten und Anlagen auf dem Areal des Flughafenkopfs. Objekt-

schutzmassnahmen sind vorliegend nicht zielführend, weil zahlreiche Ge-

bäude am Flughafen Zürich unterirdisch miteinander verbunden sind und 

so Wasser trotz des Objektschutzes an Gebäuden von der einen Anlage in 

A-1345/2019 

Seite 16 

die andere laufen könnte. Mit anderen Worten sind Objektschutzmassnah-

men unzweckmässig, um die Frachthalle Rächtenwisen zu schützen. Der 

geplante Arealschutz dient demgegenüber dem Schutz aller Gebäude des 

gesamten Flughafenkopfs und stellt insofern eine geeignetere und wirksa-

mere Massnahme dar, um die Anlage vor Hochwasser zu schützen. 

4.5.3 Entsprechend sah die Vorinstanz zu Recht davon ab, Objektschutz-

massnahmen zu verfügen und die diesbezügliche Rüge der Beschwerde-

führerin ist als unbegründet abzuweisen. 

4.6 Insgesamt ist nach dem Gesagten weder die vorinstanzliche Feststel-

lung des Sachverhalts noch der Verzicht auf die Aussteckung bzw. Profilie-

rung und auf die Durchführung einer UVP zu beanstanden. Die Vorinstanz 

hat die Plangenehmigung – trotz der Klarstellung betreffend die gewässer-

rechtliche Ausnahmebewilligung (vorne E. 4.3) – zu Recht erteilt. 

4.7 Soweit die Beschwerdeführerin im Übrigen vorbringt, es fehlten um-

weltrelevante Unterlagen und Nachweise, die von der Vorinstanz nicht ein-

geholt worden und ihr nicht zur Stellungnahme zugestellt worden seien, 

was eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör darstelle, kann 

dieser Argumentation angesichts der festgestellten fehlerfreien vorinstanz-

lichen Sachverhaltsfeststellung nicht gefolgt werden. Selbst wenn eine Ver-

letzung des rechtlichen Gehörs seitens der Vorinstanz vorgelegen hätte, 

konnte sich die Beschwerdeführerin im vorliegenden Beschwerdeverfah-

ren erneut zu den umweltrechtlichen Belangen äussern, womit eine allfäl-

lige Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt zu betrachten wäre (vgl. 

BGE 129 I 129 E. 2.2.3). Ebenso wenig trifft es zu, dass sich die Vorinstanz 

nicht ausreichend mit den Vorbringen der Beschwerdeführerin auseinan-

dergesetzt haben und sie ihre Begründungspflicht verletzt haben soll; sie 

hat deren Vorbringen inhaltlich alle geprüft und ihre materiellen Erwägun-

gen hinsichtlich der Erteilung der Plangenehmigung ausreichend begrün-

det. Dass sie die Beschwerdeführerin jeweils explizit bei der Prüfung jedes 

des von ihr gerügten Aspekts der Plangenehmigung nennt, ist nicht nötig; 

entscheidend ist die materiell-rechtlichen Würdigung der ausschlaggeben-

den Elemente, auf welche sich die Behörde bei ihrem Entscheid stützt, was 

vorliegend in ausreichendem Umfang stattfand (vgl. BGE 137 II 266 E. 3.2, 

136 I 299 E. 5.2, 133 III 439 E. 3.3). 

  

A-1345/2019 

Seite 17 

5.  

Ein freihändiger Erwerb des Grundstücks Kat.-Nr. 5699 (Kloten), das sich 

im Eigentum der Beschwerdeführerin befindet, war nicht möglich. Es soll 

für den Bau des streitgegenständlichen Frachtgebäudes enteignet werden. 

5.1 Im Folgenden ist näher auf die Parteivorbringen zur Enteignung des 

streitgegenständlichen Grundstücks einzugehen. 

Die Beschwerdeführerin macht zusammengefasst geltend, es fehle an 

einem öffentlichen Interesse an der Enteignung. Das grundsätzliche Inte-

resse des Landesflughafens Zürich und die Relevanz der Luftfracht für die 

Schweizer Wirtschaft seien zu allgemein gehalten, um den Eingriff in ihre 

Eigentumsfreiheit zu rechtfertigen. Sowohl der Sachplan Infrastruktur der 

Luftfahrt (SIL) als auch der Luftfahrtpolitische Bericht (Lupo 2016, BBl 2016 

1947 ff.) seien nur behördenverbindlich oder wegleitend, aber nicht grund-

eigentümerverbindlich. Es fehle an einem konkreten öffentlichen Interesse 

an der Enteignung. Die Unanfechtbarkeit des SIL dürfe nicht dazu führen, 

dass dieser nicht in Frage gestellt werden könne. Im Gegenteil würden die 

gravierenden Mängel des Plangenehmigungsgesuchs die konzeptionellen 

Fehler des SIL belegen. Die Beschwerdegegnerin weise kein Konzept auf, 

welches für das Frachthandling eine mittelfristige oder gar langfristige Pla-

nung aufzeige. Es könne nicht angehen, dass der Flughafenperimeter im 

Umfang von rund 9'000'000 m2 bereits soweit verbaut sei, dass der Flug-

hafen Zürich auf die Enteignung des 11'842 m2 grossen Grundstücks der 

Beschwerdeführerin angewiesen sei; ein selbstverschuldetes Planungsde-

fizit dürfe nicht belohnt werden. Die Flughafenbetreiberin habe einzig ein 

finanzielles Interesse an der Enteignung, was die Enteignung nicht zu 

rechtfertigen vermöge. 

Die Beschwerdegegnerin weist darauf hin, dass die Sachplanung 2008 

noch im Gange war. Die SIL-Basisplanung, welche auch die konkret nicht 

unerhebliche Anweisung zur Umrollungsplanung enthalte, habe erst 2013 

abgeschlossen werden können und der massgebliche Flächenbedarf für 

die Umrollung der Piste 28 sei im Rahmen des SIL 2 festgelegt worden. 

Die Sachplanung sei sowohl für die Behörden als auch für die Beschwer-

degegnerin verbindlich. Die Festlegungen der Sachplanung liessen sich 

höchstens vorfrageweise auf ihre Rechtmässigkeit hin überprüfen. Die für 

ein neues Gebäude in Frage kommenden Gebiete würden im SIL-Objekt-

blatt Ziff. 9 i.V.m. Karte 4 ausgewiesen. Die vorgenommene Planung kor-

respondiere mit diesen Vorgaben. Es gelte lediglich, die Überlegungen des 

SIL sachgerecht zu "verfeinern", was im Bericht zum Enteignungsgesuch 

A-1345/2019 

Seite 18 

und in der Plangenehmigung geschehen sei. Das Infragestellen der Grund-

weichenstellungen des SIL erfordere eine Begründungsstichhaltigkeit, von 

der die Beschwerdeführerin mit ihren pauschalen und inhaltsleeren Vor-

würfen weit entfernt sei. Zudem verstricke sie sich in verschiedene argu-

mentative Widersprüche. Die Frachthalle sei so platziert, wie es aufgrund 

der vielfältig zu berücksichtigenden Faktoren notwendig und sinnvoll sei. 

Die Vorinstanz bestreitet die Ausführungen der Beschwerdeführerin eben-

falls, verweist diesbezüglich aber auf die Erwägungen in der angefochte-

nen Plangenehmigungsverfügung. 

5.2 Zwischen den Parteien ist u.a. strittig, ob ein öffentliches Interesse an 

der Enteignung zu bejahen ist oder nicht. 

5.2.1 Eine formelle Enteignung bildet einen Eingriff in die verfassungs-

rechtlich geschützte Eigentumsgarantie (Art. 26 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) und 

setzt deswegen u.a. ein durch Gesetz anerkanntes öffentliches Interesse 

voraus (Art. 36 Abs. 2 BV). Ebenso kann gemäss Art. 1 Abs. 1 EntG das 

Enteignungsrecht nur für Werke geltend gemacht werden, die im Interesse 

der Eidgenossenschaft oder eines grossen Teils des Landes liegen, sowie 

für andere im öffentlichen Interesse liegende Zwecke, sofern sie durch ein 

Bundesgesetz anerkannt sind. 

5.2.2 Die öffentlichen Interessen an der Enteignung lassen sich anhand der 

vom Enteigner verfolgten Zwecke bestimmen. Dass der Betrieb des Flug-

hafens Zürich einem öffentlichen Interesse entspricht, ergibt sich bereits 

aus Art. 36e Abs. 1 LFG, wonach an der Nutzung der Landesflughäfen als 

Drehscheiben des internationalen Luftverkehrs und Teil des Gesamtver-

kehrssystems ein nationales Interesse besteht. In den vergangenen Jah-

ren hat die Zahl der auf den drei Landesflughäfen abgefertigten Passagiere 

stark zugenommen. 2014 betrug sie rund 47 Millionen. Zudem wurden in 

der Schweiz im Jahr 2014 mehr als 400 000 Tonnen Luftfracht und Luftpost 

abgefertigt. Für die Zukunft weisen die Prognosen eine stetige Zunahme 

der Nachfrage nach Flugverkehrsdienstleistungen um ca. 3,2 Prozent pro 

Jahr aus. Der Bereich Luftfracht nimmt dabei eine besondere Rolle für den 

Transport von hochwertigen, temperatursensitiven und dringlichen Gütern 

ein und trägt aufgrund der mitgeführten Luftfracht zur Rentabilität des Pas-

sagierflugbetriebs bei (Lupo 2016, BBl 2016 1852, 1864). Das Bundesver-

waltungsgericht erwog bereits in seinem Urteil von 2009 betreffend die Pro-

A-1345/2019 

Seite 19 

jektierungszone Rächtenwisen, dass das Frachtwesen zur für den Flugbe-

trieb am Boden benötigten Infrastruktur gehöre und ein öffentliches Inte-

resse an der Freihaltung von Grundstücken für die Frachtentwicklung der 

Beschwerdegegnerin bestehe, die schon heute Frachtanlagen im Sinne 

von Flugplatzanlagen betreibe (Urteil des BVGer Urteil A-318/2009 vom 

16. Dezember 2009 E. 8.2). 

5.2.3 Die von der Beschwerdeführerin aufgeworfene Frage nach dem Vor-

liegen eines allfälligen Planungsdefizits und nach dessen Ursachen mag 

z.B. in einem anders gelagerten haftpflichtrechtlichen Kontext relevant 

sein, hingegen ist die Verschuldensfrage für die Bestimmung des öffentli-

chen Interesses an der Enteignung nicht massgebend, weshalb vorliegend 

nicht weiter darauf einzugehen ist. Ebenso wenig ist die Frage nach der 

Grundeigentümerverbindlichkeit des SIL und des Lupo 2016 im vorliegen-

den Kontext relevant, weil die Frage des Vorliegens eines öffentlichen In-

teresses nicht in direktem Zusammenhang damit steht, sondern sich be-

reits genügend klar aus Art. 36e Abs. 1 und Art. 36a Abs. 4 LFG ergibt. Das 

Vorliegen eines öffentlichen, durch ein Bundesgesetz anerkannten Interes-

ses an der Enteignung der Beschwerdeführerin ist zwecks Weiterentwick-

lung der bestehenden Frachtinfrastruktur und mit Blick auf die reibungslose 

Abwicklung des steigenden Frachtaufkommens zu bejahen. 

5.3 Ferner ist die Verhältnismässigkeit der verfügten Enteignung strittig. 

5.3.1 Das Verhältnismässigkeitsprinzip (Art. 5 Abs. 2 BV) besagt, dass Ein-

griffe in die Eigentumsgarantie für das Erreichen des im öffentlichen Inte-

resse liegenden Ziels geeignet, notwendig und dem Betroffenen zumutbar 

sein müssen (Urteil des BVGer A‑2013/2017 vom 14. November 2017 

E. 5.2 m.w.H.; siehe ferner Art. 26 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 Abs. 2 und 3 BV). 

Das Enteignungsrecht kann also nur geltend gemacht werden, wenn und 

soweit es zur Erreichung des Zweckes notwendig ist (Art. 1 Abs. 2 EntG). 

Der mit der Enteignung einhergehende Eingriff in das Eigentum muss sich 

zwar auf ein Minimum (BVGE 2012/23 E. 31.4; Urteil des BVGer 

A‑2795/2017 vom 27. November 2017 E. 5.1), jedoch nicht auf das absolut 

Notwendige beschränken, sondern darf sich auf alles erstrecken, was zur 

angemessenen Realisierung eines Werks erforderlich ist (Urteile des BGer 

1C_385/2016 vom 17. November 2016 E. 5.1.2 und 1C_342/2011 vom 

15. März 2012 E. 2.1). Die Beurteilung der Notwendigkeit kommt damit ei-

ner Verhältnismässigkeitsprüfung gleich. 

A-1345/2019 

Seite 20 

5.3.2 Die Frage der Zulässigkeit der Enteignung hängt mitunter davon ab, 

ob alternative, bessere Varianten vorhanden sind. Die Variantenprüfung 

gibt im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung Antwort auf die Frage 

der Erforderlichkeit (BVGE 2016/13 E. 16.4.1; Urteil des BGer 

1C_582/2013 vom 25. September 2014 E. 2 f.). Allerdings ist zu beachten, 

dass nicht jede, möglicherweise ebenfalls bundesrechtskonforme Variante 

dem vorgelegten Projekt gegenübergestellt werden muss, sind doch bei 

jedem Bauprojekt regelmässig mehrere Varianten denkbar. Der Entscheid, 

welche von mehreren rechtskonformen und zweckmässigen Lösungen 

umgesetzt wird, liegt grundsätzlich im Ermessen der Vorinstanz (sog. Aus-

wahlermessen, vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungs-

recht, 7. Aufl. 2016, Rz. 401). Diese kann mit der Feststellung, dass ein 

eingereichtes Projektgesuch alle Genehmigungsvoraussetzungen erfüllt 

und bundesrechtskonform ist, die Prüfung anderer Varianten ausschlies-

sen, denn die Einhaltung des einschlägigen Bundesrechts impliziert, dass 

den berührten Interessen genügend Rechnung getragen worden ist. Aus-

serdem ist zu beachten, dass der Vergleich verschiedener Lösungen nur 

dann angezeigt ist, wenn die einander gegenüberzustellenden Varianten 

echte Alternativen sind, d.h. sie müssen realistisch und einigermassen aus-

gereift sein. Nicht verlangt werden kann hingegen, dass alle in Betracht 

fallenden Alternativen im Detail projektiert werden. So dürfen insbesondere 

Varianten, die mit erheblichen Nachteilen belastet sind, schon nach einer 

ersten summarischen Prüfung aus dem Auswahlverfahren ausgeschieden 

werden (vgl. Urteile des BVGer A-1524/2015 vom 19. November 2015 

E. 4.6.1.2, A-3826/2013 vom 12. Februar 2015 E. 3.4.3.1). 

5.3.3 Zunächst ist festzuhalten, dass der Flughafenperimeter in seinem 

Umfang beschränkt ist und die Beschwerdegegnerin nicht auf eine aus-

serhalb liegende Fläche ausweichen kann. Gemäss SIL-Objektblatt vom 

23. August 2017 geniessen Flughafenanlagen – wie das streitbetroffene 

Frachtgebäude – innerhalb des Flughafenperimeters Priorität (Festsetzung 

9, S. 26). Des Weiteren ist die Beschwerdegegnerin durch die Betriebskon-

zession verpflichtet, die zur Gewährleistung eines ordnungsgemässen 

Frachtbetriebs erforderliche Infrastruktur bereitzustellen. Zur Umsetzung 

ist sie auf den Standort innerhalb des Flughafenperimeters angewiesen. 

Der Standort Rächtenwisen ist, wie dem Bericht zum Enteignungsgesuch 

vom 28. Juni 2018 entnommen werden kann, hinsichtlich seiner Lage mit 

Verbindung zu den bereits bestehenden Frachtgebäuden, aufgrund seiner 

Grösse und der Erschliessung sowie der Anbindung ans übergeordnete 

Strassennetz der einzige Standort, der all diese Kriterien zu erfüllen ver-

A-1345/2019 

Seite 21 

mag; ein Alternativstandort innerhalb des Flughafenperimeters ist nicht vor-

handen. Eine Platzierung der zusätzlichen Frachtabfertigungsflächen an 

einem anderen Ort im Flughafenperimeter, z.B. im Westen, wäre mit be-

trieblichen Nachteilen verbunden und stünde im Konflikt mit der geplanten 

und teilweise bereits realisierten Erweiterung von Flächen für die Flugzeug-

abfertigung. Zusammen mit den Grundstücken, die der Beschwerdegeg-

nerin bereits gehören oder, wie diejenigen der Armasuisse und des Kan-

tons Zürich, freihändig überlassen werden, ergibt sich eine Fläche, auf der 

ein zweckmässiges Projekt realisiert werden und zumindest ein Teil des 

Bedarfs an erweiterter Frachthandlingsfläche zur Abwicklung des steigen-

den Frachtaufkommens abgedeckt werden kann. Überdies nutzt die ge-

plante Frachthalle die durch den Sicherheitszonenplan beschränkte Bau-

höhe optimal aus. Der gewählte Standort des Projekts F12 ist damit sowohl 

geeignet als auch erforderlich, um die Abwicklung des steigenden Fracht-

aufkommens zu bewältigen. 

5.3.4 Die Enteignung ist zudem nur zulässig, wenn eine angemessene 

Zweck-Mittel-Relation besteht und das öffentliche Interesse an der Errei-

chung des verfolgten Zwecks das private Interesse an der uneingeschränk-

ten Nutzung seines Grundeigentums überwiegt (vgl. Urteile des BVGer 

A‑2013/2017 vom 14. November 2017 E. 5.2.3, A‑2795/2017 vom 27. No-

vember 2017 E. 5.1). In diesem Kontext ist auch auf die von der Beschwer-

deführerin vorgebrachten Rügen des Rechtsmissbrauchs und der Verlet-

zung der Wirtschaftsfreiheit einzugehen. 

5.3.4.1 Die Beschwerdeführerin bringt im Wesentlichen vor, die Beschwer-

degegnerin habe den Bau eines von ihr geplanten Frachtgebäudes verhin-

dert. Seit vierzehn Jahren sei sie in der Nutzung ihres Grundstücks massiv 

eingeschränkt und habe einen enormen finanziellen Schaden erlitten. Das 

vorliegende Plangenehmigungsgesuch sei nur darauf ausgerichtet, an-

stelle des von ihr geplanten Frachtgebäudes die Frachthalle Rächtenwisen 

zu erstellen. Die beiden Gebäude würden dieselbe Funktionalität aufwei-

sen, jedoch treibe die Beschwerdegegnerin die Enteignung aus rein finan-

ziellen Motiven voran, was als rechtmissbräuchlich zu qualifizieren sei. In 

diesem Vorgehen erkennt die Beschwerdeführerin zudem eine Verletzung 

der Wirtschaftsfreiheit, von Art. 94 Abs. 1 BV als "Garantie der Privatwirt-

schaft" und der Richtlinie 96/67/EG des Rates vom 15. Oktober 1996 über 

den Zugang zum Markt der Bodenabfertigungsdienste auf den Flughäfen 

der Gemeinschaft, ABl L 272 vom 25. Oktober 1996 (nachfolgend: Richtli-

nie 96/67/EG). Es sei kein Grund ersichtlich, warum sie nicht ihr eigenes 

Frachtgebäude als Nebenanlage des Flughafens Zürich betreiben sollte. 

A-1345/2019 

Seite 22 

Die Beschwerdegegnerin vertritt zusammengefasst die Auffassung, das 

aus dem Jahr 2005 stammende Bauprojekt der Beschwerdeführerin bilde 

nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, weshalb nicht weiter da-

rauf einzugehen sei. Es sei auf Strassenfracht ausgerichtet gewesen und 

lasse sich schon allein deswegen nicht mit dem Projekt Rächtenwisen ver-

gleichen. Entsprechend könne gar kein Konkurrenzverhältnis bestehen. 

Die Beschwerdeführerin verzögere das Verfahren im Sinn einer selbstge-

wählten Erpressungsstrategie, weil sie sich den Landbedarf für den Flug-

hafenbetrieb mit einer weit über dem Marktpreis liegenden Fantasiesumme 

vergolden lassen wolle. Auch könne Art. 94 Abs. 1 BV nicht (direkt) als An-

spruchsgrundlage herangezogen werden, da diese Bestimmung nicht im 

Grundrechtskatalog enthalten sei. Art. 87 BV enthalte die notwendige Mo-

nopolkompetenz. Die Richtlinie 96/67/EG gelte einzig für den eigentlichen 

Bodenabfertigungsbereich und vermittle kein Anspruch Dritter, selbständig 

Infrastrukturbauten zu errichten, zumal in Bezug auf die Frachtabfertigung 

wesentliche zusätzliche Einschränkungen bestünden. 

Ebenso weist die Vorinstanz darauf hin, dass das Bauprojekt der Be-

schwerdeführerin nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilde und 

darum nicht weiter darauf einzugehen sei. Zudem habe das Bundesgericht 

jüngst festgehalten, dass im Bereich der Luftfahrtinfrastruktur aufgrund von 

Art. 87 BV und dem darauf basierenden LFG eine Monopolsituation be-

stehe. Das Monopol zum Betrieb des Flughafens und der dafür benötigten 

Infrastruktur stehe allein dem Konzessionär zu, was sich Wirtschaftsteil-

nehmer und mögliche Konkurrenten sowie Dritte, die im Flughafenareal 

Grundeigentum besässen, entgegenhalten lassen müssten. 

5.3.4.2 Das von der Beschwerdeführerin vorgebrachte Verbot des Rechts-

missbrauchs ist ein Teilgehalt des grundrechtlich geschützten und in Art. 9 

BV niedergelegten Grundsatzes von Treu und Glauben, der als allgemeine 

Verhaltensregel sowohl Private als auch Behörden bindet und somit die 

gesamte Rechtsordnung durchdringt (siehe ferner Art. 5 Abs. 3 BV und 

Art. 2 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 

1907 [ZGB, SR 210]). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt 

ein Rechtsmissbrauch namentlich dann vor, wenn ein Rechtsinstitut 

zweckwidrig zur Verwirklichung von Interessen verwendet wird, die dieses 

nicht schützen will, oder wenn das Interesse an der Rechtsausübung ent-

weder fehlt oder nur von geringer Schutzwürdigkeit ist und dessen Aus-

übung als Schikane erscheint (BGE 134 I 65 E. 5, 131 I 185 E. 3.2.4, 131 

I 166 E. 6,1; TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

4. Aufl. 2014, § 22 Rz. 26; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 716 f.). 

A-1345/2019 

Seite 23 

Rechtsmissbrauch ist zudem lediglich in offensichtlichen Fällen zu bejahen 

(Urteil des BGer 2C_853/2017 vom 13. Dezember 2017 E. 3.4.4). 

5.3.4.3 Sodann statuiert Art. 94 BV das System einer Wirtschaftsordnung 

des freien Wettbewerbs. Dieser institutionelle Grundsatz wird in Art. 27 BV 

im Rahmen seiner individualrechtlichen Funktion konkretisiert (vgl. KIE-

NER/KÄLIN/WYTTENBACH, Grundrechte, 2018, S. 368, 370). Bei der Wirt-

schaftsfreiheit, die gemäss Art. 27 Abs. 2 BV das Recht auf einen freien 

Berufszugang umfasst, handelt es sich primär um ein Abwehrrecht gegen-

über dem Staat. Sie schützt in individualrechtlicher Hinsicht die freie privat-

wirtschaftliche Betätigung in einem umfassenden Sinn. Demnach fällt jeg-

liche gewerbsmässig ausgeübte privatwirtschaftliche Tätigkeit, die der Er-

zielung eines Gewinnes oder eines Erwerbseinkommens dient, in den 

Schutzbereich von Art. 27 BV (BGE 137 I 167 E. 3.1; KIENER/KÄLIN/WYT-

TENBACH, a.a.O., S. 372 ff.). Als privat gilt eine Betätigung allerdings nur, 

wenn sie weder die Erfüllung einer staatlichen oder kommunalen, öffent-

lich-rechtlichen übertragenen Aufgabe noch eine Tätigkeit im Monopolbe-

reich darstellt (vgl. KLAUS A. VALLENDER, in: Ehrenzeller et al. [Hrsg.], Die 

Schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, 

Art. 27 Rz. 9 ff. m.w.H.). 

5.3.4.4 Wie jedes Grundrecht gilt auch die Wirtschaftsfreiheit nicht absolut. 

Das Bundesverwaltungsgericht setzte sich 2016 im Kontext von Drittabfer-

tigungen am Flughafen Bern-Belp mit den Einschränkungsvoraussetzun-

gen der Wirtschaftsfreiheit auseinander, auf welche vorliegend verwiesen 

werden kann (vgl. Urteil des BVGer A-696/2015 vom 17. März 2016 E. 3.3). 

Im eben zitieren Entscheid erwog es ferner, dass Art. 87 BV für die Luftfahrt 

eine umfassende Bundeskompetenz vorsehe und die Bundesverfassung 

es dem Bundesgesetzgeber in diesem Bereich erlaube, von der Wirt-

schaftsfreiheit abzuweichen, namentlich die Tätigkeiten als rechtliches Mo-

nopol auszugestalten und die entsprechenden Rechte entweder selber 

wahrzunehmen oder innerhalb eines Konzessions- oder Bewilligungssys-

tems an Dritte zu übertragen. Im Gegenzug zur Konzessionierung sei der 

Flughafenbetreiber verpflichtet, den Flughafen unter Vorbehalt der Rege-

lungen im Betriebsreglement für den nationalen und internationalen Ver-

kehr offen zu halten, einen ordnungsgemässen sicheren Betrieb zu ge-

währleisten und die dafür erforderliche Infrastruktur bereitzustellen 

(Art. 36a Abs. 2 LFG und Art. 10 Abs. 1 VIL, vgl. E. 4.1). Das Bundesgericht 

bestätigte diesen Entscheid und hielt fest, dass das Verwaltungsrechtsver-

hältnis zwischen Staat und Bürger durch das verfassungsrechtlich vorge-

gebene Monopol im Luftfahrtbereich bestimmt werde. Angesichts dieses 

A-1345/2019 

Seite 24 

Umstands (i.V.m. Art. 190 BV) sei es nicht notwendig, die Frage aufzuwer-

fen und zu prüfen, ob die Monopolisierung von Flugplätzen durch den Bund 

zulässig sei. Aus dem gleichen Grund komme den Rügen, wonach ver-

schiedene Grundrechte verletzt seien, keine Bedeutung zu. Massgebend 

sei das Verwaltungsrechtsverhältnis, das durch das LFG bestimmt werde 

(Urteil des BGer 2C_377/2016 vom 16. April 2018 E. 3 m.w.H.). 

5.3.4.5 Damit laufen die von der Beschwerdeführerin erhobenen Grund-

rechtsrügen ins Leere, zumal sie sich trotz entsprechendem Hinweis der 

Beschwerdegegnerin nicht mit der einschlägigen Rechtsprechung ausei-

nandersetzt und das Bundesverwaltungsgericht die indirekt erneut in Frage 

gestellte Rechtmässigkeit der Projektierungszone des Gebiet Rächtenwi-

sen bereits vor zehn Jahren festgestellt hatte (Urteil des BVGer A-318/2009 

vom 16. Dezember 2009). 

5.3.4.6 Die Beschwerdeführerin sieht in der verfügten Enteignung zudem 

eine Verletzung der Richtlinie 96/67/EG. Dazu ist zunächst festzuhalten, 

dass die Richtlinie für die Schweiz verbindlich ist (dazu einlässlich Urteil 

des BVGer A-696/2015 vom 17. März 2016 E. 6.3.2.1 f.). Sie bezweckt die 

schrittweise Öffnung des Marktes der Bodenabfertigungsdienste, wodurch 

nach ihrer fünften Begründungserwägung zur Senkung der Betriebskosten 

der Luftverkehrsgesellschaften und zur Hebung der den Nutzern gebote-

nen Qualität beigetragen werden soll. Ihr Geltungsbereich erfasst Dienst-

leistungen, u.a. im Bereich der Fracht- und Postabfertigung, soweit dies die 

konkrete Beförderung von Fracht und Post zwischen Flughafen und Flug-

zeug bei der Ankunft, beim Abflug oder beim Transit betrifft (Art. 2 i.V.m. 

Art. 6 Abs. 2 Richtlinie 96/67/EG). Nicht vom Geltungsbereich erfasst sind 

hingegen die Bereitstellung von Immobilien bzw. Infrastruktureinrichtungen 

zur Erbringung von Bodenabfertigungsdiensten, die aufgrund ihrer Kom-

plexität bzw. aus Kosten- oder Umweltschutzgründen nicht geteilt oder in 

zweifacher Ausführung geschaffen werden können, wie bspw. die Ge-

päcksortier-, Enteisungs-, Abwasserreinigungs- und Treibstoffverteilungs-

anlagen (siehe Art. 8 Abs. 1 Richtlinie 96/67/EG; ferner Urteil des Europäi-

schen Gerichtshofs [EuGH] vom 12. Dezember 2000 T-128/98 Aéroports 

de Paris/Kommission, Slg. 2000 II-3933 Rn. 149 ff. betr. Flughafenmono-

pol). Strittig ist vorliegend, ob die Erteilung der Plangenehmigung des 

Frachtgebäudes Rächtenwisen rechtmässig sei, und damit die Erstellung 

einer Infrastrukturbaute; nicht Teil des Streitgegenstands bildet hingegen 

die Frage, ob die Beschwerdeführerin die Frachthalle der Beschwerdegeg-

nerin zur Erbringung von Frachtdienstleistungen nutzen darf. Demzufolge 

A-1345/2019 

Seite 25 

ist der vorliegende Streitgegenstand nicht vom Geltungsbereich der Richt-

linie 96/67/EG erfasst, weshalb die Beschwerdeführerin gestützt darauf 

nichts zu ihren Gunsten ableiten kann und ihre diesbezügliche Rüge abzu-

weisen ist. 

5.3.4.7 Hinsichtlich der Zumutbarkeit ist schliesslich anzumerken, dass der 

Beschwerdeführerin als Folge der Enteignung die Ausübung dinglicher 

Rechte des streitbetroffenen Grundstücks verunmöglicht würde (vgl. Art. 5 

Abs. 1 EntG). Sie hatte beabsichtigt, darauf selbst ein Logistik- und Spedi-

tionsgebäude zu errichten (vgl. zum Projekt der Beschwerdeführerin: Urteil 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2008.00083 vom 1. Okto-

ber 2008 E. 6.2.4), was ihr durch die Erteilung der Plangenehmigung ver-

wehrt würde. Es stünde ihr indes weiterhin offen, ausserhalb des Flugha-

fenperimeters ein Logistik- und Speditionsgebäude zu errichten und zu be-

treiben. Gemäss Handelsregistereintrag (am 23. August 2019 im Internet 

eingesehen) bilden "der Betrieb von Gastwirtschafts- und Hotelbetrieben 

und der Betrieb und die Entwicklung von touristischen Betrieben, Anlagen 

und Projekten jeder Art, das Betreiben eines Business Centers und damit 

verbundene Dienstleistungen aller Art; sowie Investmentgeschäfte und -tä-

tigkeiten aller Art, […]" den Zweck der beschwerdeführenden Aktiengesell-

schaft. Zu diesem Zweck kann sie Liegenschaften im In- und Ausland er-

werben, verwalten, belasten und veräussern. Sie widmet sich demnach 

nicht ausschliesslich dem Frachtgeschäft, sondern ist als eigentliche In-

vestmentgesellschaft ausgestaltet. Dies ist insofern relevant, als dass die 

Investitionstätigkeit der Beschwerdeführerin durch die verfügte Enteignung 

nur geringfügig eingeschränkt wird. Hingegen ist die Errichtung der plan-

gegenständlichen Frachthalle Rächtenwisen notwendig, um den im natio-

nalen bzw. öffentlichen Interesse liegenden Flughafenbetrieb (vgl. vorne 

E. 5.2 f.) reibungslos aufrechterhalten zu können. Hinsichtlich der Zweck-

Mittel-Relation der Enteignung ist demnach festzuhalten, dass das öffent-

liche Interesse an einem funktionierenden und sicheren Flug- bzw. Fracht-

betrieb das private Interesse der Beschwerdeführerin überwiegt. Die 

Vorinstanz ging demnach zu Recht davon aus, die Voraussetzungen der 

Enteignung seien im vorliegenden Fall erfüllt und sprach die Enteignung 

gerechtfertigt aus. 

  

A-1345/2019 

Seite 26 

6.  

Zusammenfassend erweist sich der vorinstanzliche Entscheid, die Plange-

nehmigung für die Frachthalle Rächtenwisen zu erteilen, als rechtmässig. 

Die angefochtene Verfügung der Vorinstanz vom 13. Februar 2019 ist da-

her – unter Berücksichtigung der in E. 4.3.3 festgehaltenen Ergänzung – 

zu bestätigen und die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen. Auch sei 

darauf hingewiesen, dass die Entschädigungsforderungen nicht Gegen-

stand des vorliegenden Verfahrens bilden. Über sie wird im anschliessen-

den Schätzungsverfahren zu befinden sein (Art. 57 EntG). 

7.  

Es bleibt über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des Beschwerdever-

fahrens zu befinden. 

7.1 Bei diesem Verfahrensausgang gilt die Beschwerdeführerin als unter-

liegend und hat daher die Verfahrenskosten zu tragen. Sie werden auf 

Fr. 3'000.– festgesetzt (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Dieser Betrag 

wird dem Kostenvorschuss entnommen. 

7.2 Angesichts ihres Unterliegens hat die Beschwerdeführerin keinen An-

spruch auf Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 VGKE). 

Dasselbe gilt für die nicht anwaltlich vertretene Beschwerdegegnerin (vgl. 

Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. VGKE) sowie die Vorinstanz als Bun-

desbehörde (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.) 

  

A-1345/2019 

Seite 27 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Ziff. 2 des Dispositivs der Plangenehmigungsverfügung vom 13. Februar 

2019 wird mit einer neuen Ziff. 2.8 wie folgt ergänzt: "Die gewässerschutz-

rechtliche Ausnahmebewilligung gemäss Art. 41c Abs. 1 Bst. a GSchV wird 

erteilt". 

2.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 3'000.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag wird dem Kostenvorschuss entnommen. 

4.  

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz ([…]; Gerichtsurkunde) 

– das BAFU z.K. (A-Post) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Kathrin Dietrich Basil Cupa 

  

A-1345/2019 

Seite 28 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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