# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f832b478-7231-5542-8a74-a1f592d9122f
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-03-28
**Language:** de
**Title:** Rentenrevision, nur VEK str.; auch bei jung verunfallten Versicherten kann allein aus dem Umstand, dass sie eine invaliditätsbedingte Umschulung absolvierten, nicht auf eine hypothetische berufliche Weiterentwicklung geschlossen werden; keine konkreten Anhaltspunkte in der Validen- und Invalidenkarriere; massgebend ist das aktuell vom ersten AGer für den ursprünglich gelernten Beruf bezahlte Gehalt, nicht der Vollzeitlohn in der umgeschulten Tätigkeit
**Docket/Reference:** UV.2017.00240
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2017.00240.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2017.00240
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Bonetti
Urteil
vom
2
8.
März 2019
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Thomas
Wehrlin
Weissberg
Advokatur
Notariat
Plänkestrasse
32, Postfach 93, 2501 Biel/Bienne
gegen
Suva
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1970, absolvierte ab April 1987 eine Lehre
zum Maschi
nenmechaniker
bei der Firma
Y.___
AG und war gestützt auf dieses Arbeitsverhäl
tnis bei der Suva obligatorisch
gegen Unfälle versichert, als er am 3
0.
September 1989 in einen
knapp 4
Meter tiefen Schacht stürzte
(
Urk.
8/2)
. Dabei
erlitt er
unter anderem
eine
Contusio
s
pinalis
auf Höhe HWK5 mit konse
kutiver, sensomotorisch inkompletter
Tetraplegie
unterhalb
von
C
4, eine
fronto
basale
Schädelfraktur mit
Epiduralhämatom
frontal rechts und
eine Pneumonie links basal
(
Urk.
8/1/48)
.
Die Lehre schloss er nichtsdestotrotz im A
pril 1991 ab (
Urk.
3/3) u
nd arbeite
te
anschliessend rund
zwei Jahre im Lehrbetrieb
weiter
(
Urk.
3/4).
Ab April
1993
nahm der V
ersicherte eine Ausbildung zum T
echnischen Kauf
mann an der
Z.___
in Angriff.
Nach einem Vorbereitungskurs
schloss
er
diese indes
im Juli 1995 mit dem Handelsdiplom ab
(
Urk.
3/5, 8/23/1-2, 8/14/17 und 8/17/1).
Bereits im September
1994
hatte die
Ausbildungsstätte
der Invalidenversicherung mitge
te
ilt
, dass sich der Versicherte der Gesamtbelastung nicht gewachsen zeige, weshalb sie vor
s
chlage,
der Ver
sicherte
solle
den spezifischen Ausbildungsteil zum
T
echnischen Kaufmann
im Rahmen von Abendkursen während zwei weiterer Semester bis Oktober 1996
ab
solvieren
(
Urk.
8/23/6
und 8/24/1-2
). Diesen Teil der Ausbildung brach der Versicherte im Laufe des Jahres
1996
ab
(
Urk.
1
Ziff.
6
,
Urk.
8/26/1
,
8/23/3
und 8/24/1
). Bereit
s
i
m
November 1995
hatte er e
ine
Stelle
als Sachbea
rbeiter im Ver
kaufsinnendienst
der A.___
AG
an
getreten
(
Urk.
8/30), worauf die Invalidenver
sicherung die berufliche Eingliederung am
6.
Februar 1996
infolge der Erzielung eines rentenausschliessenden Einkommens
abschloss (
Urk.
8/27).
Ab
Mai 2000
arbeitete
der Versicherte in einem Vollzeitpensum
bei der
B.___
(
Urk.
8/53/27 und 8/
328
).
1.2
Die Suva sprach
dem Versicherten
mit Verfügung vom 1
8.
Juli 1996 eine Integ
ritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 50
%
(
Urk.
8/32)
und mit Verfügung vom 2
0.
Januar 1997 eine Invalidenrente
bei einem Invaliditätsgrad
von 8
%
rückwirkend ab
1.
September 1995
zu
(
Urk.
8/41)
.
Nach einem Kopf
sprung im Freibad zeigte sich
beim Versicherten
im MRI vom
6.
September 2012 eine rechts-medio-laterale und nach kranial luxierte Diskushernie HWK6/7,
die
am 2
5.
September 2012 operativ saniert wurde (
Urk.
8/155).
Die Suva anerkannte das Ereignis als Rückfall an. Sie übernahm die Heilkosten und erbrachte Taggeld
leistungen
(
Urk.
8/159
, 9/180-182
,
8/199
und
8/275
).
Das
mit den Verlaufskon
trollen betraute
Zentrum
C.___
befürwortete
im
Bericht
vom
5.
März 2014
eine Redu
ktion des Arbeitspensums auf 80
%
(
Urk.
8/221)
,
weshalb
die Suva
die Invalidenrente des Versicherten
mit Verfügung vom 1
8.
Juli 2014
rückwirkend ab
1.
April 2014
auf 20
%
erhöhte
(
Urk.
8/249)
. Die dagegen erhobene Einsprache
(
Urk.
8/258)
wies sie mit Entscheid vom 27. Februar 2015 ab
(
Urk.
8/281)
. Der
Einspracheentscheid
erwuchs in Rechts
kraft.
Nach einer stationären Re-Rehabilitation empfahl das
C.___
im Austrittsbericht
vom 1
8.
Dezember 2015
eine
weitere
Reduktion des Arbeitspensums auf
noch 50
% für drei Monate mit anschliessender Neubeurteilung
(
Urk.
8/312/4)
.
Wäh
rend die
Suva erneut Taggeldleistungen aus
richtete
(
Urk.
8/414/2
)
, meldete sich der Versicherte i
m Januar 2016
auch
bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle
(nachfolgend: IV-Stelle), zu
m
Renten
bezug
an (
Urk.
8/
323
).
Nach eigener Untersuchung am 1
5.
März 2016 bestätigte
die Kreisärztin
der Suva,
Dr.
med.
D.___
, Fachärztin für Neurologie,
eine Arbeitsfähigkeit von
weiterhin 50
%
(
Urk.
8/3
36
)
und schätzte die Integritätseinbusse neu
auf 60
%
(
Urk.
8/340
)
. Mit Verfügung vom
1.
September 2016 erhöhte die Suva die Invalidenrente des Versicherten
ab 1.
Oktober 2016 auf 43
% und sprach ihm eine Integritätsent
schädigung für die zusätzliche Integritätseinbusse zu
(
Urk.
8/387)
. Die vom Ver
sicherten
gegen die
festgesetzte Rente erhobene Einsprache vom 30.
September 2016
(
Urk.
8/396)
wies
sie
mit
Einspracheentscheid
vom 15.
September 2017 ab
(
Urk.
2)
.
Kurz darauf, am 1
0.
Oktober 2017,
sprach die IV-Stelle dem Versicherten rückwirkend ab
1.
Juli 2016 eine halbe Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 50
%
zu (
Urk.
8/434),
2.
Gegen
den
Einspracheentscheid
vom 1
5.
September 2017
erhob der Versichert
e, vertreten durch Rechtsanwalt
Wehrli
n
, mit Eingabe vom 1
8.
Oktober 2017 Beschwerde. Darin beantragte er, ihm rückwirkend ab
1.
Oktober 2016 eine Inva
lidenrente von mindestens 51
%
auszurichten; unter Kosten- und Entschädi
gungsfolgen zulasten der Suva (
Urk.
1; Beilagen
Urk.
3-6). In der Beschwerde
antwort vom 2
1.
November 2017 schloss die Suva auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Diese wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 2
2.
November 2017 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9).
Am
1
4.
Dezember 2017 teilte der Versicherte mit, auf eine Replik zu verzichten, und wies auf einen offenkundigen Datumsfehler i
n der Beschwerde hin (
Urk.
10).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 bzw. am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfall
versicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten. Indes sieht Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden. Vorliegend finden deshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen Anwendung und werden in dieser Fassung zitiert.
Da der Beschwerdeführer die Rente bei Inkrafttreten des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) am
1.
Januar 2003 bereits bezog, stellt sich die Frage, inwiefern die davor geltenden Rechtsnormen mass
gebend sind (
Art.
82
Abs.
1 ATSG), zumal ein Rückfall einen besonderen revi
sionsrechtlichen Tatbestand darstellt und dadurch kein neuer Rentenanspruch entsteht (vgl. BGE 118 V 293 E. 2.b, Urteil des Bundesgerichts 8C_643/2017
vom
4.
Dezember 2017
E. 2.2). Dies zeitigt allerdings keine Folgen, da das ATSG weder bezüglich der Revision von Dauerleistungen noch der Invaliditätsbemessung Änderungen brachte (BGE 130 V 343, Urteile des Bundesgerichts U 192/03 vom 2
2.
Juni 2004 E. 1 und 8C_495/2007 vom 3
1.
Januar 2008 E. 2.2).
Im Folgenden werden daher die seit
1.
Januar 2003 geltenden Bestimmungen zitiert.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente (zum massgeblichen Vergleichszeitpunkt vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4), die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszu
standes revidierbar. Weiter sind veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen, Urteil 8C_495/2007 vom 3
1.
Januar 2008 E. 3.1). Liegt in diesem Sinne ein Revisions
grund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen und E. 6.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_553/2017 vom 26. März 2018 E. 2.2.1).
Es ist mit Blick auf die Argumentation des Beschwerdeführers hervorzuheben, dass dies insbesondere auch für das
Valideneinkommen
gilt (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_90/2011 vom 8. August 2011 E. 5.3.2). Die in einem früheren Ent
scheid festgesetzten Vergleichseinkommen gelten daher nicht als behördliche Zusicherung und können bei Vorliegen eines
Rückkommenstitels
genauso wie die invalidisierende Wirkung eines Leidens frei überprüft werden, ohne dass dadurch das Gebot von Treu und Glauben verletzt würde.
1.3
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
; Art. 16 ATSG).
Angesichts der Argumentation des Beschwerdeführers ist anzu
merken, dass eine Invaliditätsschätzung der Invali
denversicherung gegenüber der Unfallversicherung keine Bindungswirkung ent
faltet, zumal letztere nicht legiti
miert war, den Entscheid (zumindest zu Unguns
ten der versicherten Person) anzufechten (BGE 134 V 153 E. 5.2 sowie 131 V 362 E. 2.2.2).
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; Urteile des Bundesgerichts 9C_815/2017 vom 17. April 2018 E. 3.1 und 9C_252/2018 vom 21. Juni 2018 E. 3.2).
Bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit verdient hätte. Da die Invaliditätsbemessung der voraussichtlich bleiben
den oder längere Zeit dauernden Erwerbsunfähigkeit zu entsprechen hat (Art. 8 Abs. 1 ATSG), ist auch die berufliche Weiterentwicklung zu berücksichtigen, die eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist allerdings
erfor
derlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesund
heit
liche
Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkom
men tatsächlich realisiert worden wären. Blosse Absichtserklärungen genügen nicht. Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits durch kon
krete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums etc. kund
getan worden sein, auch wenn kein strikter Beweis für eine nach dem Unfall absolvierte Wei
terbildung zu verlangen ist. Im Revisionsverfahren besteht inso
weit ein Unter
schied zur ursprünglichen Rentenfestsetzung, als der in der Zwischenzeit tatsäch
lich durchlaufene beruflich-erwerbliche Werdegang als invalide Person bekannt ist. Eine trotz Invalidität erlangte besondere berufliche Qualifizierung erlaubt allenfalls (weitere) Rückschlüsse auf die mutmassliche Ent
wicklung, zu der es ohne Eintritt des unfallbedingten Gesundheitsschadens bis zum Revisionszeit
punkt gekommen wäre. Eine solche Annahme ist unter anderem dann zulässig, wenn die angestammte Tätigkeit nach dem Unfall weitergeführt werden kann. Indessen darf aus einer erfolgreichen Invalidenkarriere in einem neuen Tätig
keitsbereich nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die versicherte Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch im angestammten Tätigkeits
gebiet erreicht (Urteile des Bundesgerichts 8C_502/2015 vom 26. Okto
ber 2015 E. 3.1.2, 9C_607/2012 vom 17. April 2013 E. 3, 8C_864/2011 E. 5.2.1, 8C_629/2011 vom 16. Januar 2012 E. 4.2-3, 8C_667/2010 vom 15. Dezember 2010 E. 3.3 und 8C_550/2009 vom 12. November 2009 E. 4.1-2).
2
.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog
im
Einsprachee
ntscheid
und
der
Beschwerdeant
wort
, das Invalideneinkommen entspreche dem aktuelle
n
Jahresverdienst von Fr. 46'470.
--
für ein 50%-Pensum (
Urk.
2
Ziff.
4). Für die Festsetzung des
Vali
deneinkommens
sei aufgrund der Angaben der
Y.___
AG von
einem Lohn
für das Jahr 2016 von
Fr.
82'095.-- auszugehen.
So sei beim Wechsel des Tätigkeitsbereichs gemäss Bundesgericht nicht ohne Weiteres anzunehmen, die versicherte Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch
im
angestammten Tätigkeit
sbereich
erreicht (
Urk.
7
Ziff.
III.2). Der Beschwerdeführer habe sich nach und wegen des Unfalls für die Handelsschule entschieden, als er aufgrund seiner Gesundheit mit der Kündigung habe rechnen müssen. Ohne Unfall hätte er sich kaum hierzu entschlossen, so habe die damalige Sachbearbei
terin der Invalidenversicherung an seiner Motivation gezweifelt und nur
ein
Halbjahr beantragen wollen (
Urk.
7
Ziff.
III.3.1-2;
Urk.
2
Ziff.
5). Gemäss Bun
desgericht
kein Indiz sei die Tatsache
, dass es sich bei der versicherten Person um ein
en
motivierten Lehrling mit guten Zeugnissen gehandelt habe (
Urk.
7
Ziff.
III.3.3). Nichts
a
bleiten könne der Beschwerdeführer
ferner a
us der
V
erfü
gung vom 1
8.
Juli 2014, zumal
man
im
dazugehörigen
Einspracheentscheid
fest
gehalten
habe
, dass der
Invaliditätsgrad eigentlich 17
%
betrage
(Urk.
2
Ziff.
6
;
Urk.
7
Ziff.
III.3.4
).
2.2
Der
Beschwerdeführer
hielt
in der Beschwerde
dafür
, einer vor Lehrabschluss ver
unfallten Pe
rson werde es
kaum gelingen, für eine berufliche Weiterentwick
lung
Indizien
aus der Zeit vor dem Unfall
vorzuweisen
. Faktisch
sei eine solche nur durch eine spätere
Qualifikation
zu belegen, was die Re
chtsprechung für wei
ter
hin im bisherigen Beruf tätige Versicherte
zugelassen habe
.
Bei ihm seien
eben
falls Rückschlüsse von der Invaliden- auf die
hypothetische
Validenkarriere
zuzulassen
, zumal
er vor dem Lehrabschluss verunfallt und die tatsächliche
Validenkarriere
sehr kurz gewesen sei
.
Andernfalls würde
ihm der Nachweis einer beruflichen Weiterentwicklung verunmöglicht
und er würde
in unzulässiger Weise
wegen
des gesundheitsbedingten Berufswechsel
s
(
Art.
27
Abs.
2
der Bun
desverfassung;
BV)
bzw.
gegenüber Personen diskriminiert, die
erst
später im Berufsleben verunfallt seien oder im
bisherigen
Beruf weiterarbeiten
könnten
(
Art.
8 BV)
.
Die Invalidenkarriere erlaube Aussagen zu den beruflichen Erfolg
saussichten und der Leistungsbereitschaf
t. Zudem sei nicht einzusehen, weshalb im Gesundheitsfall heute eine Tätigkeit als
Maschinenmechaniker
wahrschein
licher
wäre
.
M
ittlerweile
wechsle
eine Mehrzahl der Lernenden
später d
en Beruf.
Schliesslich
werde
beruflicher Erfolg
durch
eine
Invalidität erschwert, weshalb anzunehmen sei, dass eine dennoch gelungene
berufliche Weiterentwicklung auch im Gesundheitsfall gelungen
wäre
(
Urk.
1
Ziff.
3-
5).
Konkret f
ür seine guten beruflichen Fähigkeiten und seine überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft spreche der gute Lehrabschluss trotz stationärer Rehabilita
tion. In den zwei Jahren, in denen er auf dem erlernten Beruf gearbeitet habe, sei die Arbeitgeberin mit seinen Leistungen zudem sehr zufrieden gewesen. Die Han
delsschule habe er ebenfalls mit guten Durchschnittsnoten abgeschlossen.
Die beruf
sbegleitende Weiterbildung zum T
echnischen Kaufmann sei nicht an den intellektuellen Fähigkeiten
gescheitert
, sondern
die Zusatzbelastung
sei
nicht mit seiner Gesundheit vereinbar gewesen.
Er habe nun
beinahe 20 Jahre Vollzeit gearbeitet und
die
jetzige
Arbeitgeberin sei mit seinen Leistungen
wiederum
sehr zufrieden. Die Beschwerdegegnerin habe im Jahr 2014 selb
st
anerkannt, dass er ohne Unfallfolgen eine neue Herausforderung gesucht
hätte
und heute mindes
tens ein gleich hohes Einkommen erzielen würde.
Auch
die Invalidenversicherung
gehe
von einem Invaliditätsgrad von 50
%
aus,
obschon
keine unfallfremden Faktoren
bestünden.
Es sei deshalb im Minimum
der Lohn eines weitergebildeten Maschinenmechanikers anzunehmen
. Realistisch sei indes gestützt auf den zuletzt für ein Vollzeitpensum erzielten Lohn ein
Valideneinkommen
von
Fr.
95'955.--.
Nachdem sich die Invalidität erst im Jahr 2014 mit einer Reduktion des Pensums bemerkbar gemacht habe, sei das Abstellen auf den Lehrberuf besonders stossend
(
Urk.
1
Ziff.
6
-7
).
3.
3.1
Zwischen den Parteien
ist unstrittig, dass nach der letzten
materiellen Renten
prüfung mit Verfügung vom
1
8.
Juli 2014
erneut
ein Revisionsgrund nach
Art.
17 ATSG im Sinne einer gesundheitlichen Verschlechterung mit erheblichen Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gegeben ist.
Mit Blick auf die Arztberichte des
C.___
vom 1
8.
Dezember 2015 (
Urk.
8/312) und 3
1.
Januar 2017 (
Urk.
8/417) sowie den kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 1
5.
März 2016 (
Urk.
8/336) ist dies ebenso wenig zu beanstanden wie die von beiden Parteien befürwortete
Festle
gung der Arbeitsfähigkeit auf
50
%
in der umgeschulten Tätigkeit.
3
.2
Die Parteien sind sich ferner einig, dass das Invalideneinkommen
anhand des vom Beschwerdeführer im Jahr 2016 tatsächlich bei der
B.___
erzielten Einkommens zu bestimmen und auf
Fr.
46'470.-- festzulegen ist
. In Anbetracht des langjährigen, stabilen Arbeitsverhältnisses sowie der aktenku
ndigen Lohn
auskünfte der Arbeit
geberin bedarf es hierzu keiner Weiterungen
(
vgl.
Urk.
8/353
:
Fr.
46'470.-- =
12 x
Fr.
3’690.
--
zuzüglich
Fr.
2'190.
--
für steuerpflichtige Ver
gütungen
;
ferner auch
Urk.
8/280
, 8/286 und
8/343). Einziger Streitpunkt zwischen den Parteien bildet somit die Frage,
ob sich
der
Beschwerdeführer auch ohne die invalidisierenden gesundheitlichen Folgen des Unfalles vom
3
0.
Sep
tember 1989
beruflich in gleicher
Weise weiterentwickelt hätte oder weiterhin als Maschinenmechaniker – allenfalls
in einer besseren
Position – arbeiten würde.
4.
4.1
Angesichts der Argumentation des Beschwerdeführers bedarf die eingangs dar
gelegte Rechtsprechung zur Festsetzung des
Valideneinkommens
einiger Ergän
zungen.
Bereits
im
Urteil
U
340/04 vom
9.
März 2005 E.
2.2 setzte sich das Bun
desgericht mit der Tatsache auseinander, dass das lebenslange Ausüben eines ein
mal erlernten Berufes in den derzeitigen sozialen und wirtschaftlichen Ver
hält
nissen immer weniger den Regelfall bildet, die ständige berufliche Qualifiz
ie
rung hingegen weit verbreitet
ist. Es schlussfolgerte im
Falle der jung verunfallten
Versicherten, dass sich die
hypothetische Tatsache
einer Jahre
später ohne Inva
lidität ausgeübten Tätigkeit naturgemäss einem strikten Beweis entziehe und die Anforderungen an den massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit nicht überspannt werden dürften. Gleichwohl müsse der hypothe
tische berufliche Werdegang dem Richter wahrscheinlicher erscheinen als die Weiterausübung des angestammten Berufs
.
Dies entspricht
letztlich
der allgemein im Sozialversicherungs
prozess
geltenden Beweisregel, die Platz greift, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes
aufgrund
einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen
. Es
besteht
nur, aber immerhin insofern
eine Beweislast
, als im Falle der Beweislosigkeit
der Entscheid zuungunsten jener Par
tei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten
wollte
(vgl.
Art.
8 des
Schweizerisches Zivilgesetzbuch
es, ZGB;
Urteil des
Bun
desgerichts 8C_271/2012 vom 1
7.
Juli 2012 E. 3.3 unter anderem mit Hinweis auf BGE 117 V 261
E. 3b). Kann also eine einkommenssteigernde berufliche Wei
terentwicklung nicht entsprechend untermauert werden, ist weiterhin vom tiefe
ren Einkommen entsprechend der bisherigen Ausbildung auszugehen.
4.2
Das vorstehend Ausgeführte wurde vom
Bundesgericht
im
Urteil 8C_550/2009 vom 1
2.
November 2009 E. 4.2 und 4.3
nochmals bestätigt. Danach müssen
grundsätzlich auch bei jungen Versicherten Indizien für eine berufliche Weiter
entwicklung in Form von konkreten Anhaltspunkte
n
bereits bei Eintritt des Gesundheitsschadens vorhanden sein
, um Spekulationen zu vermeiden. Gute handwerkliche Fertigkeiten und Schul
noten bieten
g
emäss Bundesgericht
indes
selbst für eine
berufliche Weiterentwicklung im angestammten Tätigkeitsgebiet
keine genügende Gewähr. Es
wies
zu Recht darauf hin, dass
die berufliche Lauf
bahn neben persönlichen Qualifikationen und Einsatzwillen regelmässig von wei
teren
,
nicht beeinflussbaren äusseren Umständen ab
hänge
,
und nach
dem Abschluss
der Lehre nicht nur eine
einzige
Weiterbildungsmöglichkeit
offen
stehe
.
4.3
Noch prägnant
er
formuliert ist das bundesgerichtliche U
rteil
8C_629
/2011 vom 16. Januar 2012 E. 5.
2.
Für
den Nachweis einer beruflichen Weiterentwicklung
auch im Gesundheitsfall
genügt
es
danach
nicht
, wenn sich eine versicherte Per
son erst nach und aufgrund eines Unfalles zu
r
Ausbildung e
ntschliesst.
4.4
Es erstaunt daher nicht, dass das Bundesgericht
im Urteil
8C_864/2011 vom 1.
Februar 2012
E. 5.2.3
zum Schluss kam, eine Note von 5,3 bei
der Lehrab
schlussprüfung als Elektromonteur sowie eine erfolgreiche Umschulung zum kaufmännischen Angestellten mit Hilfe der Invalidenversicherung würden noch keine konkreten Schritte für eine hypothetische berufliche Entwicklung zum Ressort- oder Abteilungsleiter darstellen, wie sie sich etwa aus einem tatsäch
lichen Kursbesuch ergeben würden. Auch dem Werdegang des Versicherten als Invalider seien keine entsprechenden Hinweise zu entnehmen. Dieser sei seit
Jah
ren als kaufmännischer Sachbearbeiter beim gleichen Unternehmen tätig. Wei
terbildungen oder Weiterbildungsbemühungen in diesem Beruf seien nicht aktenkundig
.
4.5
Das Bundesgericht
befasste sich also
bereits
eingehend mit der
hypothetischen Einkommensentwicklung
von
versicherten Personen
, die
schon
in jungen Jahren verunfallten. Eine
Einschränkung der Berufswahlfreiheit
respektive
Ungleichbe
handlung
von versicherten Personen
, die umgeschult werden mussten, gegenüber solchen,
die weiterhin die angestammte Tätigkeit ausüben
konnten
oder erst in späteren Jahren verunfallten
, ist
nicht erkennbar
. Das Bundesgericht verlangt
e
stets
massgebliche
eigenständige
konkrete
B
emühungen
, das Einkommen vor oder
zumindest
nach dem Unfall zu steigern
. Der zuletzt zitierte Entscheid und die Formulierung «unter anderem dann» bringen dabei klar zum Ausdruck, dass solchen Bemühungen unabhängig davon Rechnung zu tragen ist, ob sie in der ange
stammten oder einer
dem Leiden
angepassten Tätigkeit
erfolgten.
Beizupflichten ist dem
Bundesgericht ferner
, dass
eine
von aussen initiierte
und finanzierte,
einzig
aus einer gesundheitlich bedingten Zwangslage heraus absol
vierte Ausbildung nicht
bereits
darauf schliessen lässt, die versicherte Person hätte sich auch im Gesundheitsfall für diese (oder
eine andere
Ausbildung
) ent
schieden.
Es ist deshalb begreiflich, dass eine solche Ausbildung allein keinen genügenden Anhaltspunkt für eine berufliche Weiter
entwicklung
darstellt.
Tat
sache bleibt, dass
auch heutzutage
nicht jede
gesunde erwerbstätige Person
ein
kommenssteigernd
den Beruf
wechselt oder
sich einkommenssteigernd im ange
stammten
Beruf
weiterbildet und eine
Führungsposition
ergattert
. Die Gründe hierfür
sind vielfältig
(z.B. Familiengründung,
fehlende finanzielle Möglichkeiten
, Persönlichkeitsstruktur
, mangelnde Fähigkeiten
, keine Unterstützung durch den Arbeitgeber
).
Ergeben sich somit
– aus welche
n
Gründen auch immer –
keine konkreten Anhaltspunkte für
entsprechende
Bemühungen, hat die versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit einer beruflichen Weiterentwicklung zu tragen.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer
schloss
die Lehr
e
im April 1991
u
nter erleichterten
Prü
fungsbedingungen (20
%
mehr Zeit)
ab. Auch
später
erreichte er
keine volle Leis
tungsfähigkeit im ursprünglich gelernten Beruf
, vielmehr verschlechterte sich diese rasch
– von allen Seiten bestätigt –
auf 50
%
(
Urk.
8/6
/2
,
8/8
und 8/9/9
).
5.2
Am 2
4.
März 1992 erklärte
der Beschwerdeführer
gegenüber
dem zuständigen Sachbearbeiter
der
Beschwerdegegnerin
(Hr.
E.___
)
, er wolle sich Richtung Tech
nisches Büro weiterbilden. Ein Kollege von ihm mache die Technikerschule. Er werde sich bei diesem erkundigen und allenfalls per 1993 ebenfalls dort beginnen (
Urk.
8/8/2)
.
5.3
Die
nachfolgende (
Urk.
8/9/10)
berufliche A
bklärung
der
Invalidenversicherung
ergab indes
Zweifel, dass der
Beschwerdeführer die Technikerschule vom Intellekt (Realschüler) her
, vor allem
angesichts
dessen, dass er sehr unentschlossen wirke
, schaffen würde
. Es wurden verschiedene Berufe
mit ihm
angeschaut
,
und
letztlich
wurde
eine Ausbildung
zum
T
echnis
chen Kaufmann ins Auge gefasst.
Da
er
Bedenken wegen seiner
Französisch
kenntnisse
äusserte
,
sollte er einen
Sprach
kurs organisieren, den die Invalidenversicherung finanzieren würde.
Der
zustän
dige Berufsberater
(Hr.
F.___
)
wies darauf hin,
dass man bei der Zusam
menkunft am Arbeits
platz am 1
6.
Juli 1992 mit dem Personalver
antwortlichen über die
alles andere als rosige
berufliche Zukunft gesprochen habe. Es sei in naher Zukunft mit einem Arbeitsplatzabbau zu rechnen.
Man
habe den Beschwer
deführer
daher
aufgefor
dert, sich
intensiv und
ernsthaft mit einer Umschulung auseinanderzusetzen, was
diesem
sichtlich
Mühe
bereite (
Urk.
8/9
/1 f. und 8/9/5
).
5.4
Ähnliches ist der Notiz
des Sachbearbeiters
E.___
zur
gemeinsam
Besprechung
aller Beteiligter
vom 2
5.
August 1992 zu entnehmen. Der Personalverantwort
lich
e
habe
erläutert
, man habe etw
as Zeit infolge einer Frühpensionierung und zweier
Abgänge
gewonnen. Sollte man jedoch aus wirtschaftlichen Gründen Ent
lassungen vornehmen müsse
n
, wäre der Beschwerdeführer mit seiner Behinde
rung einer der ersten, der die Firma verlassen müss
t
e. Der Sachbearbeiter redete
d
em Beschwerdeführer
und
seiner Mutter ins Gewissen und erwähnte, dass die Invalidenversicherung ohne
d
en Sprachkurs die Motivation für die Handelsschule hinterfragen würde. Der
Beschwerdeführer sah seinen Arbeitsplatz
damals
nicht als akut bedroht und fürchtete eher, nach einer Umschulung keine Stelle mehr zu haben (
Urk.
8/10
und 8/11
).
5.5
Nachdem der Beschwerdeführer bis Ende November
1992
den Sprachkurs aus «verschiedenen Gründen»
aufgeschoben hatte, wurde in einer weiteren
gemein
samen
Besprechung entschieden
, ihn mittels eines Vorbereitungskurses an der Handelsschule
vorzubereiten
, der halbtags stattf
inden
und einen intensiven Fra
n
zösischkur
s
beinhalten sollte
. Sowohl
sein
Personalchef als auch
sein
Meister warnten davor, dass
er sich
an einem sicheren Arbeitsplatz sehe. Bei einem Per
sonalabbau werde er der erste sein, der gehen müsse. Der Sachbearbeiter
E.___
äusserte wiederum seine Zweifel an der Motivation des Beschwerdeführers, die Ausbildung durchzuhalte
n
(
Urk.
8/13/1
).
Mitte Dezember 1992 teilte
letzterer
mit
,
per Ende Februar 1993 gekündigt und sich in der Handelsschule angemeldet zu haben. Durch die
neuen,
verlängerten Arbeit
s
zeiten
(Schicht, vgl.
Urk.
8/13/3)
seien die
Beschwer
den an den Knie
n
schlimmer geworden
(
Urk.
8/14/19).
5.6
In der Folge absolvierte
er
den Vorbereitungskurs
(
Urk.
8/17/1)
und
erwarb
das Handelsdiplom
(
Urk.
3/5)
. Die Kostengutsprache für den Vorbereitungskurs
(
Urk.
8/14/17)
und die zweieinhalbjährige Ausbildung
durch die Invalidenver
sicherung
erfolgten separat (
Urk.
8/14/1 f.
). Im
ersten
Antrag
äusserte
der
Berufs
berater
F.___
wiederum
Bedenken
bezüglich der Motivation des Beschwer
deführers
. Für den gewählten Beruf sei leider keine echte Begeisterung festzu
stellen. Nur aus der Notsituation heraus, scheine er die Umschulung überhaupt anzutreten
(
Urk.
8/14/
23
)
.
Den spezifischen Ausbildungsteil für den Technischen Kaufmann schloss
der Beschwerdeführer
nicht ab
. B
ereits in der krei
särztlichen Untersuchung vom 9.
Januar 1996
erwähnte er
, derzeit keine Therapie mehr
zu machen
, da er eine
Arbeitsstelle
angetreten habe.
Das Problem sei der relativ
lange
A
rbeits
weg, weshalb er jetzt auch wieder die
[Handels-]
Schule unterbrechen wolle.
Allerdings zog er in Erwägung,
wenn er
in einem Jahr
eingearbeitet sei, das letzte Semester, das doch drei Abende pro
Woche beanspruche, noch fertig
zu
machen.
Im Übrigen habe er
sich e
ine Fitnessmaschine angeschafft
und
trainiere
täglich
z
u
hause
. Er
fahre zudem
wieder mit dem Velo zum Bahnho
f (
Urk.
8/26/1)
.
Der Kreisarzt stellte dementsprechend fest,
der Zustand sei seit längerer Zeit stationär. Mit der Physiotherapie sei jeweils eine Vers
chlechterung verhindert worden.
In diesem Sinne sei auch künftig durch physiotherapeutische Massnahmen, vor allem im Winter, der Muskelkontraktur gezielt entgegenzuwirken, um die Gelenk
beweglichkeit aufrechtzuerhalten
(
Urk.
8/26/3).
5.7
Zusammenfassend bestehen also keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwer
deführer sich ohne Unfall weitergebildet und insbesondere die Ausbildung zum Technischen Kaufmann angestrebt hätte.
E
r zögerte die Umschulung so lange wie möglich hinaus, obschon er von verschiedenen Seiten unterstützt, immer wieder motiviert sowie auf die Notwendigkeit
aufgrund
seiner Arbeitsplatzsituation hin
gewiesen wurde.
Zudem verfügte er gemäss
der beruflichen Abklärung nur bedingt über die Voraussetzungen für diese Umschulung und
hegte selbst Zweifel, weshalb nicht ohne weiteres anzunehmen ist, er hätte diese ohne Druck und Unterstützung aufgenommen.
Gleiches gilt übrigens für die Technikerschule, welche er nach Verschlechterung seines Gesundheitszustandes erstmals im Früh
jahr 1992 als
blosse
Idee erwähnte, zumal er sich bis da
hin offenbar nicht kundig gemacht hatte.
Dass er
später
noch
mals
Anstrengungen unternahm, um den spezifischen Ausbildungsteil als
T
echnische
r
Kaufmann abzuschliessen, behaup
tete der Beschwerdeführer selbst nicht. Der lange Arbeitsweg und die damalige Einarbeitungsphase stellten indes keine langfristig
en Hinderungsgründe dar, zumal ihm lediglich noch ein Semester fehlte und er die Abendkurse auch berufs
begleitend, gegebenenfalls unter vorübergehender Reduktion des Arbeitspen
sums, hätte besuchen können.
Klarzustellen ist, dass nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass dem fast 20 Jahre
in
Vollzeit erwerbstätigen bzw. voll leistungsfähigen Beschwerdeführer
jegliche berufliche Weiterentwicklung
aus gesundheitlichen Gründen unmöglich war. Zwar absolvierte er während der Umschulung
im Früh
jahr 1994
eine stationäre Rehabilitation, weil sich sein Zustand infolge einer Ver
nachlässigung der Therapie verschlechtert hatte
(
Urk.
8/22/2)
. Indes stellte sich dieses Problem bei der oberwähnten kreisärztlichen Untersuchung
im Januar 1996
nicht mehr. Der Therapieaufwand hielt sich denn auch über lange Zeit in Grenzen
.
Primär besuchte d
er Beschwerdeführer eine Langzeit Physiotherapie und wurde
er
zumeist jährlich
ambulant kontrolliert; alle paar Jahre wurde er kurz
zeitig stationär therapiert,
unter anderem zur Anpassung einer
Beinschiene
(
z.B.
Urk.
8/45/1, 8/53/36
,
8/53/9 ff.,
8/75/1
und
8/116
).
Erst im Rahmen der
gesund
heitlichen
Verschlechterung nach einem Kopfsprung ins Wasser bekundete
er
erstmals
Mühe mit seinem Arbeitspensum (
Urk.
8/150 und 8/164/
2
)
. Letztlich würde aber auch ein gesundheitlich bedingter Verzicht auf besondere berufliche Anstrengungen nichts an der Beweislosigkeit und den daran anknüpfenden Rechtsfolgen ändern. Ohne jegliche Anhaltspunkte eine hypothetische berufliche Entwicklung anzunehmen,
hätte
eine nicht zu rechtfertigende Bevorzugung gegenüber allen anderen Versicherten
zur Folge.
Soweit der Beschwerdeführer ergänzend eine zusätzliche Qualifikation im ursprünglich gelernten Beruf geltend machte, ist ferner darauf hinzuweisen,
dass zahlreiche Karrieremöglichkeiten bestanden hätte
n
. Ein hypothetisch
über
wie
gend wahrscheinlicher
konkreter
beruflicher Werdegang lässt sich
daher nur bedingt eruieren (
https://www.swissmem-berufsbil
dung.ch/
fileadmin
/
user_upload
/
PM_
PR_
MP_
Berufsprofil_130507.pdf
).
6.
Demzufolge ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das
Validen
einkommen
gemäss den Angaben des Lehrbetriebs
und
der
ersten Arbeitgeberin
, der heutigen
Y.___
Ltd., vom
8.
Juni 2016 auf Fr.
82'095.--
fest
legte. Immerhin berücksichtigte sie dabei zu Gunsten des Beschwerdeführers nicht den Durschnitts-, sondern den Maximal
lohn von Fr.
6'315.-- pro Monat (vgl.
Urk.
8/360/2). Die früher mit einem Zuschlag entschädigte CNC-Zusatz
ausbildung ist heute in der Grundausbildung enthalten und wird nicht mehr zusätzlich vergütet (vgl.
Urk.
8/378).
Damit bleibt es bei einem für die Invalidi
tätsrente massgeblichen Invaliditätsgrad von 43
%
.
Die Beschwerde ist daher abzuweisen, wobei d
as Verfahren gemäss Art. 61
lit
. a ATSG kostenlos
ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos
.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Thomas
Wehrlin
-
Suva
unter Beilage einer Kopie von
Urk.
10
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigBonetti