# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4b1c03d4-e887-549c-a5bf-77bfa293bb9f
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-03-15
**Language:** de
**Title:** Lärmsanierung Strassen. Kreise 1, 4 und 5 in Zürich. Rückweisung an die Stadt zur zusätzlichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung.
**Docket/Reference:** BRGE I Nr. 0030/2019
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_i_nr._0030-2019_vom_15._maerz_2019.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
1. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE I Nr. 

R1S.2018.05105 
0030/2019 

Entscheid vom 15. März 2019 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Walter Linsi, Ersatzrichter Ulrich Brunner, Baurichterin 
Beatrice Bosshard, Gerichtsschreiber Alain Thiébaud     

in Sachen 

Rekurrent 

VCS  Verkehrs-Club  der  Schweiz,  Sektion  Zürich,  Zypressenstrasse 76, 
Postfach 820, 8040 Zürich  

gegen 

Rekursgegnerin 

Stadt Zürich, Stadthaus, Stadthausquai 17, Postfach, 8022 Zürich  

betreffend 

Stadtratsbeschluss  vom  24.  August  2018;  Strassenbauprojekt  Lärmsanie-
rung Kreise 1,4 und 5, Zürich 
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit  Beschluss  Nr.  706  vom  24.  August  2018  setzte  der  Stadtrat  der  Stadt 

Zürich  –  unter  Anderem  –  das  Strassenprojekt  "Strassenlärmsanierung 

Kreis  1,  4  und  5"  für  die  folgenden  kommunalen  Strassenabschnitte  ge-

mäss  den  aufgelegten  Plänen  Strassenlärmsanierung  der  Stadt  Zürich, 

Stadtkreise  1,  4  und  5,  und  dem  aufgelegten  "Akustischen  Projekt  Innen-

stadt" (Kreise 1, 4 und 5; im Folgenden: AkP), Bericht mit Erleichterungsan-

trägen,  Strassenabschnitte  ohne  Massnahmen  auf  dem  Ausbreitungsweg, 

November 2015, fest: 

Kreis 1 

Auf der Mauer: Hirschengraben – Leonhardstrasse 

Bahnhofstrasse: Bürkliplatz – Sihlstrasse 

Bahnhofstrasse: Uraniastrasse – Bahnhofplatz 

Bleicherweg: Paradeplatz – Stockerstrasse 

Börsenstrasse: Stadthausquai – Bahnhofstrasse 

Kantonsschulstrasse: Heimstrasse – Rämistrasse 

Limmatquai: Münsterbrücke – Rudolf-Brun-Brücke 

Limmatquai: Rudolf-Brun-Brücke – Central 

Löwenstrasse: Sihlporte – Löwenplatz 

Pelikanstrasse: Talstrasse – Selnaustrasse 

Selnaustrasse: Brandschenkestrasse – Sihlhölzlistrasse 

Talacker: St. Peter-Strasse – Pelikanplatz 

Werdmühleplatz/Werdmühlestrasse: Uraniastrasse – Beatenplatz 

Kreis 4 

Badenerstrasse: Kasernenstrasse – Stauffacherstrasse 

Badenerstrasse: Zweierplatz – Pflanzschulstrasse 

Badenerstrasse: Albisriederplatz – Herdernstrasse 

Birmensdorferstrasse: Zweierplatz – Morgartenstrasse 

Birmensdorferstrasse: Morgartenstrasse – Baumgartnerstrasse 

Bullingerplatz 

Bullingerstrasse: Hardstrasse – Herdernstrasse 

R1S.2018.05105 

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Feldstrasse: Badenerstrasse – Stauffacherstrasse 

Hallwylstrasse: Schöntalstrasse – Schimmelstrasse 

Herdernstrasse: Badenerstrasse – Bienenstrasse 

Herdernstrasse: Bullingerstrasse – Hohlstrasse 

Langstrasse: Wengistrasse – Helvetiaplatz 

Langstrasse: Helvetiaplatz – Lagerstrasse 

Militärstrasse: Kasernenstrasse – Kanonengasse 

Militärstrasse: Kanonengasse – Langstrasse 

Pflanzschulstrasse: Stauffacherstrasse – Hohlstrasse 

Schöneggstrasse: Langstrasse – Schöneggplatz 

Strassburgstrasse: Werdplatz – Zweierplatz 

Werdstrasse: Schöntalstrasse – Schimmelstrasse 

Werdstrasse: Stauffacherquai – St. Peter und Paul-Kirche 

Zweierstrasse: Zweierplatz – Baumgartnerstrasse 

Zypressenstrasse: Kanzleistrasse – Bullingerplatz 

Kreis 5 

Ackerstrasse: Josefstrasse – Fierzgasse 

Fabrikstrasse: Limmatstrasse – Heinrichstrasse 

Heinrichstrasse: Fabrikstrasse – Hardstrasse 

Limmatstrasse: Radgasse – Ackerstrasse 

Limmatstrasse: Gasometerstrasse – Ottostrasse 

Limmatstrasse: Ottostrasse – Escher-Wyss-Platz. 

Die für die Ankerstrasse, Abschnitt Badenerstrasse – Kanzleistrasse bean-

tragten Sanierungserleichterungen wurden im Sinne der Erwägungen redu-

ziert  bzw.  sistiert  (Dispositiv-Ziffer  7).  Ebenfalls  wurde  für  folgende  über-

kommunalen  Strassenabschnitte  eine  analoge  Festsetzung  nach  Massga-

be der genannten Pläne und des AkP getroffen (nur auszugsweise Wieder-

gabe der Dispositiv-Ziffer 6): 

Kreis 4 

Badenerstrasse: Seebahnstrasse – Albisriederplatz 

Stauffacherstrasse: Ernst-Nobs-Platz – Herman-Greulich-Strasse 

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Gleichzeitig  wurde  die  gegen  das  Strassenprojekt  "Strassenlärmsanierung 

Kreis  1,  4  und  5"  erhobene  Einsprache  des  VCS  Verkehrs-Club  der 

Schweiz,  Sektion  Zürich  –  unter  Ausnahme  der  Ankerstrasse,  Abschnitt 

Badenerstrasse  bis  Kanzleistrasse,  und  der  Usteristrasse,  Abschnitt  Lö-

wenplatz bis Usteribrücke – abgewiesen (Dispositiv-Ziffer 4). Die Dienstab-

teilung Verkehr wurde beauftragt, die zu verfügenden Temporeduktionen im 

Sinne  der  entsprechenden  Erwägungen  vorzubereiten  (Dispositiv-Ziffer 8). 

Das Tiefbauamt wurde beauftragt, für die von den Sanierungserleichterun-

gen  betroffenen  Gebäude  die  notwendigen  Verfahren  betreffend  den  Ein-

bau von Schallschutzfenstern auszulösen (Dispositiv-Ziffer 9). 

B. 

Gegen besagten Entscheid gelangte der VCS Verkehrs-Club der Schweiz, 

Sektion Zürich, mit Eingabe vom 3. Oktober 2018 fristgerecht an das Bau-

rekursgericht des Kantons Zürich und stellte die folgenden Rekursanträge: 

" 1.  Es  seien  folgende  Dispositivziffern  des  angefochtene  Beschlusses 

Nr. 706 des Stadtrats vom 24. August 2018 aufzuheben: 

1.1. Dispositivziffer 4,  soweit  damit  die  Einsprache  des  Rekurrenten 

abgewiesen wird;  

1.2. Dispositivziffer 6  (hinsichtlich  der  Strassenabschnitte  Baden-
erstrasse: Seebahnstrasse  –  Albisriederplatz,  Stauffacherstrasse: 
Ankerstrasse  –  Feldstrasse  [mit  Tram],  Stauffacherstrasse:  Feld-
strasse – Herman-Greulich-Strasse [ohne Tram] und Fabrikstras-
se: Sihlquai – Limmatstrasse); 

1.3. Dispositivziffer 7; 

1.4. Dispositivziffer 9; 

1.5. Dispositivziffer 10 f. 

  2.  Es sei das Strassenprojekt "Lärmsanierung Kreis 1, 4 und 5" und das 
Akustische Projekt Innenstadt (Kreise 1, 4 und 5), Bericht mit Erleich-
terungsanträgen,  Strassenabschnitte  ohne  Massnahmen  auf  dem 
Ausbreitungsweg,  November  2015,  im  Sinne  der  Erwägungen  ge-
mäss  der  nachfolgenden  Begründung  zur  zusätzlichen  Sachverhalts-
abklärung und Neubeurteilung an die Rekursgegnerin  mit der Anwei-
sung  zurückzuweisen,  die  Strassenlärmsanierung  vorwiegend  mit 
Massnahmen an der Quelle (Temporeduktionen) umzusetzen und Er-
leichterungsanträge  zur  Ermöglichung  von  Ersatzmassnahmen  nur 
noch ausnahmsweise, mit konkreter Begründung im Einzelfall, zu be-
antragen. 

  3.  Es  sei  Dispositivziffer 8  insbesondere  wie  folgt  zu  ergänzen:  "Die 
Dienstabteilung  Verkehr  wird  beauftragt,  die  Temporeduktionen  ge-

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mäss  Dispositiv-Ziffer  IV.3.1.1  und  IV.3.1.2  sowie  Dispositiv-Ziffer 
IV.3.2 der Erwägungen vorzubereiten." 

  4.  Eventualiter  sei  insbesondere  auf  folgenden  Strassenabschnitten  die 
Lärmsanierung primär mit Massnahmen an der Quelle (Geschwindig-
keitsreduktionen) zu realisieren: 

4.1. Kreis 1: 

Selnaustrasse: Brandschenkestrasse – Sihlhölzlistrasse 

4.2. Kreis 4: 

Badenerstrasse: Seebahnstrasse – Albisriederplatz 

Badenerstrasse: Zweierplatz – Pflanzschulstrasse 

Badenerstrasse: Albisriederplatz – Herdernstrasse 

  Militärstrasse: Kanonengasse – Langstrasse 

Stauffacherstrasse:  Ernst-Nobs-Platz  –  Herman-Greulich-Strasse 
(nur  Teilabschnitte  Ankerstrasse  –  Feldstrasse  [mit  Tram]  und 
Feldstrasse – Herman-Greulich-Strasse [ohne Tram]) 

Sowie subeventualiter auch: 

Schöneggstrasse: Langstrasse – Schöneggplatz 

4.3. Kreis 5: 

Limmatstrasse: Gasometerstrasse – Ottostrasse 

Fabrikstrasse (Sihlquai – Limmatstrasse) 

  5.  Subeventualiter  sei  auf  den  Strassenabschnitten  gemäss  Rechtsbe-
gehren  Nr.  4  ein  zeitlich  begrenzter  Versuch  mit  Tempo 30  ganztags 
durchzuführen. 

  6.  Sub-subeventualiter sei auf den Strassenabschnitten gemäss Rechts-
begehren Nr. 4 Tempo 30 während der Nacht (von 22:00 Uhr bis 6:00 
Uhr) festzusetzen. 

  7.  Es sei Dispositivziffer 10 des angefochtenen Beschlusses unabhängig 
vom Ausgang des Verfahrens in der Hauptsache dahingehend zu än-
dern,  dass  die  dem  Einsprechenden  I,  also  dem  Rekurrenten,  aufer-
legten Verfahrenskosten auf die Stadtkasse zu nehmen sind. 

  8.  Alles  unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten  der  Rekurs-

gegnerin." 

C. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  4. Oktober  2018  wurde  vom  Rekurseingang 

Vormerk genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

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D. 

Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 6. November 2018 die 

vollumfängliche  Abweisung  des  Rekurses;  unter  Kosten-  und  Entschädi-

gungsfolgen zulasten des Rekurrenten. 

E. 

Mit  Replik  vom  4. Dezember  2018  hielt  der  Rekurrent  an  den  mit  Rekurs 

gestellten  Anträgen  im  Wesentlichen  fest;  unter  Rückzug  des  Antrags  ge-

mäss  Ziffer 3  des  Rekursbegehrens  (betreffend  Dispositiv-Ziffer 8  des  an-

gefochtenen Entscheids). Die Vorinstanz duplizierte per 7. Januar 2019 mit 

unveränderten Anträgen. 

F. 

Auf entsprechenden Antrag hin wurde dem Rekurrenten mit Präsidialverfü-

gung  vom  22.  Januar  2019  Frist  zur  Triplik  angesetzt.  Diese  datiert  vom 

6. Februar 2019. Die Vorinstanz liess sich nicht weiter vernehmen. 

Es kommt in Betracht: 

1.1. 

Gemäss § 21 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG) ist zum 

Rekurs  legitimiert,  wer  durch  die  angefochtene  Anordnung  berührt  ist  und 
ein schutzwürdiges Interesse an deren Anfechtung oder Änderung hat. 

Ein  als  juristische  Person  konstituierter  Verband  kann  in  diesem  Rahmen 

insbesondere  zur  Wahrung  der  eigenen  Interessen  den  Rechtsmittelweg 

beschreiten.  Er  kann  aber  auch  –  im  eigenen  Namen,  aber  gewissermas-

sen  stellvertretend  –  die  persönlichen  Interessen  seiner  Mitglieder  geltend 

machen,  wenn es sich um  solche handelt,  die  er  nach  seinen Statuten zu 

wahren  hat,  die  der  Mehrheit  oder  doch  einer  Grosszahl  seiner  Mitglieder 

gemeinsam sind und zu deren Geltendmachung durch Rekurs jedes dieser 

Mitglieder  befugt  wäre  (sogenannte  egoistische  Verbandsbeschwerde). 

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Diese Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein; sie sollen die soge-

nannte  Popularbeschwerde  ausschliessen.  Die  Rechtsmittellegitimation 

steht daher auch nicht jedem Verband zu, der sich in allgemeiner Weise mit 

dem  Gebiet  befasst,  in  welchem  die  angefochtene  Anordnung  erlassen 

worden  ist.  Vielmehr  muss  ein  enger,  unmittelbarer  Zusammenhang  zwi-

schen  dem  statutarischen  Zweck  der  Vereinigung  und  dem  fraglichen 

Sachgebiet  bestehen.  Der  statutarische  Zweck  hat  ferner  einen  Bezug  zu 

den  Beschwerdeinteressen  der  betroffenen  Verbandsmitglieder  aufzuwei-

sen. Die Praxis akzeptiert etwa die Formulierung, dass der Verband die In-

teressen  seiner  Mitglieder  im  Rahmen  des  statutarischen  Zwecks  wahrt 

bzw. vertritt. Kann ein Verband hingegen nach seinen Statuten nur öffentli-

che  Interessen  oder  solche  der  Allgemeinheit  geltend  machen,  ist  er  zur 

egoistischen Verbandsbeschwerde nicht befugt. Die Erfüllung der Legitima-

tionsvoraussetzungen  ist  substantiiert  darzulegen.  Demzufolge  hat  die  re-

kurrierende  Vereinigung  mit  der  Rekurseingabe  ein  vollständiges  Mitglie-

derverzeichnis  einzureichen  und  darzutun,  welche  Mitglieder  aus  welchen 

Gründen  legitimiert  sein  sollen  (zum  Ganzen  VB.2017.00194  vom  24.  Au-

gust  2017,  E.  2.1,  mit  Hinweisen;  sowie  Martin  Bertschi,  in:  Kommentar 

VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 21 Rz. 93 ff.). 

1.2. 

Gemäss  dem  bis  zum  19.  Juli  2017  in  Kraft  stehenden  Art.  2  Ziffer  1  der 

Statuten  des  Rekurrenten  vom  1. Juni  2010  lautete  der  Zweck  wie  folgt: 

"Zweck der Sektion Zürich ist die Förderung der Ziele des Zentralverbandes 

gemäss Art. 2 der Zentralstatuten im Gebiet des Kantons Zürich durch poli-

tische,  publizistische,  rechtliche  und  andere  wirksame  Aktionen  und  Vor-

stösse  im  Bereich  des  Verkehrs  [..]".  Art.  2  Ziffer  1  der  Statuten  des 

VCS Verkehrs-Club  der  Schweiz  (Zweckartikel)  vom  27.  Juni  2015  lautete 

wie  folgt:  "Der  Verkehrs-Club  der  Schweiz  ist  ein  Verkehrs-  und  Umwelt-

verband  mit  gemeinnützigem  Charakter.  Sein  Ziel  ist  ein  menschen-,  um-

welt-  und  klimagerechtes  Verkehrswesen  [..]".  Damit  bestand  die  Zweck-

setzung des Rekurrenten in der Wahrnehmung öffentlicher Interessen und 

war  somit  ideeller  Natur;  zur  Erhebung  einer  egoistischen  Verbandsbe-

schwerde  im  Namen  seiner  Mitglieder  war  der  Rekurrent  nicht  berechtigt 

(BRGE I  Nr. 0023/2017  vom  10. Februar  2017,  E. 2.3,  bestätigt  mit 

VB.2017.00194 

vom 

24.  August 

2017, 

dieser 

bestätigt  mit 

BGr 1C_566/2017 vom 22. März 2018). 

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Mit  Datum  vom  19.  Juli  2017  (Beschluss  der  Generalversammlung  vom 

16. Mai 2017) sind für den Rekurrenten neue Statuten in Kraft getreten. De-

ren  Zweckartikel  sieht  (neu)  als  Zweck  –  nebst  dessen  ideeller  Umschrei-

bung in Art. 2 Ziffer 1 – vor, dass der Rekurrent die Interessen und Rechte 

seiner Mitglieder im Rahmen der Zwecksetzung in Verfahren vor Behörden 

und  Gerichten  wahrt.  Diese  Formulierung  genügt  –  wie  bereits  erwähnt  – 

den von der Rechtsprechung an eine Ermächtigung zur ideellen Verbands-

beschwerde  gestellten  Voraussetzungen  vollauf.  Gegen  das  rekursgegen-

ständliche Strassenprojekt "Strassenlärmsanierung Kreise 1, 4 und 5" wur-

de  vom  Rekurrenten  indes  bereits  vor  Inkrafttreten  der  neuen  statutari-

schen  Bestimmung,  mithin  nach  der  Publikation  vom  18.  November  2015 

im  städtischen  und  am  20.  November  2015  im  kantonalen  Amtsblatt  und 

während der Dauer der öffentlichen Auflage, Einsprache erhoben. Der neue 

Art. 2 Ziffer 2 der Statuten des Rekurrenten ist folglich während der Dauer 

des vorinstanzlichen Verfahrens in Kraft getreten. Für das vorliegende, per 

3. Oktober 2018 erhobene Rekursverfahren ist damit ohne weiteres auf die 

geltende  statutarische  Bestimmung  von  Art. 2  Ziffer  2  der  Statuten  abzu-

stellen (Bertschi, Vorbemerkungen zu §§ 19-28a Rz. 55 sowie § 21 Rz. 7). 

Zu  fragen  ist  einzig  danach,  ob  die  anlässlich  der  Einspracheerhebung 

(noch) fehlende statutarische Ermächtigung zur Führung von Verfahren vor 

Behörden und Gerichten die Rekurslegitimation im vorliegenden Verfahren 

zu beeinträchtigen vermag. 

Bei  dem  von  der  Vorinstanz  durchgeführten  Einspracheverfahren  nach 

Massgabe  von § 17 des Strassengesetzes  (StrassG) handelt  es sich dog-

matisch nicht um ein Einspracheverfahren im Sinne von § 10a f. VRG, son-

dern vielmehr um ein gesetzlich besonders geregeltes Einwendungsverfah-

ren  (Kaspar  Plüss,  in:  Kommentar  VRG,  3.  Aufl.,  Zürich/St.  Gallen  2014, 

§ 10a Rz. 25; Jürg Bosshart/Martin Bertschi, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., 
Zürich/St. Gallen 2014, § 19b Rz. 95 sowie Bertschi, § 21 Rz. 30). Zwar er-

klärt  das  Gesetz  im  Rahmen  der  Einsprache  gemäss  § 17  Abs.  1  Satz  2 

StrassG  die  Rekurs-  und  Beschwerdelegitimation  gemäss  VRG  für  mass-

geblich.  Dergestalt  vermag  das von der  Vorinstanz durchgeführte  Einwen-

dungsverfahren  noch  nicht  zum  (nicht-devolutiven)  Rechtsmittel  zu  erhe-

ben.  Eine  im  Einzelnen  definierte  Anordnung  der  Behörde  geht  dem  Ein-

spracheverfahren  nach  StrassG  nicht  voraus;  ebensowenig  trifft  den  Ein-
sprecher (Einwender) eine Fortsetzungslast oder – wie nachfolgend zu er-

läutern  sein  wird  –  eine  Pflicht  zur  Kostentragung.  Beim  Einwendungsver-

fahren  handelt  es  sich  um  ein  nichtstreitiges  Verwaltungsverfahren,  wel-

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chem  das  Ziel  einer  breiten  Beteiligung  der  Bevölkerung  eigen  ist 

(BGr 1C_266/2016 vom 14. Juni 2017, E. 2.4-2.7). Insoweit steht die "Legi-

timationsprüfung"  gemäss  § 17  Abs.  1  Satz  2  StrassG  in  Widerspruch  zu 

§ 17  Abs.  2  Satz 1  StrassG,  wonach  mit  der  Einsprache  alle  Mängel  des 

Projekts geltend gemacht werden können. Angesichts der Rechtsnatur des 

strassenrechtlichen  Einspracheverfahren  als  Einwendungsverfahren  muss 

es  genügen,  wenn  die  Legitimation  im  Verfahren  vor  der  Projektfestset-

zungsbehörde kursorisch geprüft und im Fall einer gänzlich fehlenden Be-

troffenheit  eine  Behandlung  der  erhobenen  Einwendungen  –  unbeschadet 

der  Rechtsmittellegitimation  des  Einsprechers  gegen  den  Projektfestset-

zungsentscheid  –  unterbleiben  kann.  Daraus  folgt,  dass  die  bei  Einleitung 

des  Einspracheverfahrens  nach  § 17  StrassG  (noch)  fehlende  Ermächti-

gung  des  Rekurrenten  zur  Rechtsmittelerhebung  dessen  Legitimation  im 

vorliegenden Verfahren nicht zu beeinflussen vermag. Nach der bundesge-

richtlichen  Rechtsprechung  vermag  ein  bloss  formeller  Mangel  bezüglich 

der Beschwerdeberechtigung, soweit dieser bis zum Urteilszeitpunkt (nach-

träglich)  entfallen  ist  bzw.  die  Prozessvoraussetzungen  vorliegen,  im  ver-

waltungsrechtlichen Verfahren im Allgemeinen keinen wirksamen Einwand 

zu begründen (BGE 102 Ib 64, E. 2a). Bereits die Vorinstanz hat im ange-

fochtenen Entscheid die Legitimation des Rekurrenten – im Sinne von § 17 

Abs. 1 Satz 1 StrassG – bejaht. Nicht massgeblich ist, dass das Bundesge-

richt 

im  bereits  zitierten,  den  Rekurrenten  betreffenden  Entscheid 

BGr 1C_566/2017 vom 22. März 2018 die Legitimation des Rekurrenten zur 

egoistischen Verbandsbeschwerde trotz der zwischenzeitlich erfolgten Sta-

tutenrevision per 19. Juli 2017 verneinte.  

Nach dem Gesagten liegt mit Art. 2 Ziffer 2 der Statuten vom 19. Juli 2017 

eine  genügende  statutarische  Ermächtigung  zur  Wahrung  der  Interessen 

der  Mitglieder  des  Rekurrenten  vor.  Der  Rekursgegenstand  und  die  vom 
Rekurrenten gestellten Rekursanträge verhalten sich zu dessen Zweckset-

zung in Art. 1 Ziffer 1 der Statuten ohne weiteres konform. 

1.3. 

Zu  untersuchen  ist  weiter  die  persönliche  Betroffenheit  der  Mitglieder  des 

Rekurrenten. Der Rekurrent führt dazu an, dass die Sektion Zürich (mithin: 

der Rekurrent) im Kanton Zürich insgesamt über 22'700 Mitglieder verfüge; 

von  diesen  hätten  rund  7'350  Wohnsitz  in  der  Stadt  Zürich;  von  letzteren 

sodann mehr als 1'000 Wohnsitz in den betreffenden Stadtkreisen 1,4 und 

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Seite 9 

 
 
5. Vom Rekurrenten eingereicht wird eine Mitgliederliste mit 943 Adressen 

von Mitgliedern in den Stadtkreisen 1, 4 und 5 sowie aus dem adhärenten 

Postleitzahlbereich  8003.  Hiervon  wiederum  werden  155 mit  Wohnsitz  in 

einer von der Strassenlärmsanierung konkret betroffenen Liegenschaft ver-

ortet  und  besonders  hervorgehoben.  Der  Rekurrent  illustriert  sodann  die 

Betroffenheit einiger Mitglieder in den erwähnten Kreisen bzw. im Postleit-

zahlbereich 8003 auf deren täglichem Arbeitsweg per Velo. 

Nach  Massgabe  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  steht  die  Be-

schwerdebefugnis gegen Verkehrsanordnungen – und sachlogisch im Um-

kehrschluss  jedenfalls  grundsätzlich  auch  gegen  deren  Nichtanordnung  – 

allen Verkehrsteilnehmern zu, welche die fragliche Strasse mehr oder we-

niger regelmässig benützen, wie dies bei Anwohnern und Pendlern der Fall 

ist,  während  bloss  gelegentliches  Befahren  nicht  genügt.  Die  Rechtspre-

chung  lässt  insofern  genügen,  dass  die  fragliche  Gemeinde  eine  grosse 

Zahl  von  Automobilisten  aufweist,  die  Mitglied  des  zur  Wahrung  der  Inte-

ressen ermächtigten Vereins sind, und dass weitere Vereinsmitglieder aus 

Nachbargemeinden  –  mithin  eine  ansehnliche  Zahl  von  Mitgliedern  des 

Vereins – eine Strasse mehr oder weniger regelmässig benutzt und daher 

zur Beschwerde berechtigt ist (BGE 136 II 539, E. 1.1). Die Beschwerdebe-

fugnis  der  Regionalsektionen  des  Touring-Clubs  Schweiz  (TCS)  und  des 

Automobil Club der Schweiz (ACS) wird vom Bundesgericht bei Geschwin-

digkeitsherabsetzungen  auf  vielbefahrenen  kantonalen  Hauptstrassen  im 

Allgemeinen bejaht; unter besonderen Umständen auch bei der Anordnung 

von  Tempo 30  innerorts,  wenn  die  fragliche  Strasse  eine  wichtige  ver-

kehrsbezogene  Hauptachse  darstellt,  die  regelmässig  von  einer  ansehnli-

chen Anzahl Mitglieder benutzt wird. Das Bundesgericht lässt nach neues-

ter  Rechtsprechung  mitunter  eine  Betroffenheit  einer  Grosszahl  bzw.  Viel-

zahl  der  Vereinsmitglieder  genügen,  ohne  von  einer  insgesamt  rechts-
genüglichen  Substantiierung  beziehungsweise  Glaubhaftmachung  der  Be-

troffenheit  der  Mitglieder  abzusehen 

(BGE  140 

II  80,  E.  1.4.2; 

BGr 1C_117/2017  und  1C_118/2017  vom  20. März  2018,  E.  2.1-2.2,  mit 

Hinweisen). 

Die  Legitimation  des  Rekurrenten  ist  analog  zu  den  betreffend  die  Regio-

nalsektionen des TCS und des ACS entwickelten Grundsätzen zu handha-

ben.  Vom  angefochtenen  Entscheid betroffen sind nicht  nur  die konkret  in 

den von Überschreitungen der Lärmgrenzwerte betroffenen Liegenschaften 

wohnhaften  Vereinsmitglieder,  sondern,  da  die  Strassenlärmsanierung  im 

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Seite 10 

 
 
angefochtenen Entscheid – zu Recht – koordiniert mit den Verkehrsanord-

nungen auf den entsprechenden Strassenabschnitten beurteilt wurde, auch 

die weitere Anwohnerschaft bzw. die weiteren Vereinsmitglieder in den be-

troffenen  Stadtkreisen.  Der  angefochtene  Entscheid  betrifft  mitunter  sogar 

ein  gegenüber  einer  einzelnen  verkehrsbezogenen  Hauptachse  erheblich 

bedeutsameres  Gebiet  sowohl  mit  Hauptverkehrsachsen  als  auch  mit 

Strassen  von  untergeordneter  Bedeutung.  Wie  Vereinsmitglieder  aus 

Nachbargemeinden,  welche  die  fraglichen  Strassenabschnitte  einigermas-

sen  regelmässig  benützen,  zu  behandeln  sind  Mitglieder  des  Rekurrenten 

mit Wohnsitz im Postleitzahlbereich 8003 sowie in den  weiteren Stadtkrei-

sen der Stadt Zürich. Dass sich der Alltag der Bevölkerung in der Stadt Zü-

rich  nicht  an  den  Kreisgrenzen  orientiert  bzw.  die  zurückgelegten  Wege 

nicht  an  den  Kreisgrenzen  enden,  ist  notorisch.  Angesichts  der  zentralen 

Lage  der  behandelten  Strassenabschnitte  muss  davon  ausgegangen  wer-

den, dass die meisten Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt diese mit 

einer  gewissen  Regelmässigkeit  frequentieren.  Ob  die  Benutzung  im  Ein-

zelnen als Fussgänger, Velofahrer oder mit Motorfahrzeugen erfolgt, ist ei-

nerlei.  Mithin  muss  bezüglich  der  gesamten  7'350  in  der  Stadt  Zürich 

wohnhaften  Mitglieder  des  Rekurrenten  von  einer  erhöhten  Betroffenheit 

ausgegangen werden. Angesichts des grossen Perimeters der Lärmsanie-

rung  und  der  Verkehrsanordnungen  erübrigt  sich  die  von  der  Rechtspre-

chung im Allgemeinen geforderte – noch weitergehende – Substantiierung 

der  betroffenen  Mitglieder  (BRGE  I  Nr.  0023/2017  vom  10.  Februar  2017, 

E. 2.4-2.5). Die Betroffenheit mit Bezug auf einzelne Strassenzüge ist nicht 

besonders zu prüfen. Demgemäss kann offen bleiben, ob und inwieweit der 

Rekurrent bezüglich Lärmsanierung oder Verkehrsanordnungen auf einzel-

nen Strassenzügen legitimiert wäre. 

1.4. 

Der  Rekurrent  ist  zur  Erhebung  einer  egoistischen  Verbandsbeschwerde 

legitimiert.  Da  auch  die  weiteren  Voraussetzungen  zur  Rekurserhebung 

vorliegen, ist auf den Rekurs einzutreten. 

2. 

Es  wird  die  Durchführung  eines  Augenscheins  beantragt  (vgl.  § 7  VRG). 

Das  Baurekursgericht  hat  unbesehen  von  Parteianträgen  nur  dann  einen 

Augenschein durchzuführen, wenn die Verhältnisse vor Ort zwar entscheid-

R1S.2018.05105 

Seite 11 

 
 
relevant, auf Grund der Akten aber noch unklar sind. Diese Voraussetzung 

ist  vorliegend  zwar  erfüllt.  Wie  nachfolgend  zu  zeigen  sein  wird,  erweist 

sich  die  Durchführung  eines  Augenscheins  indes  nicht  als  geeignet,  den 

rechtserheblichen Sachverhalt im erforderlichen Masse zu erhellen. 

3.1. 

Der  Rekurrent  wendet  sich  gegen  die  von  der  Vorinstanz  vorgenommene 

Interessenabwägung  bei  der  Gewährung  der  Sanierungserleichterungen 

(Art.  17  des  Umweltschutzgesetzes  [USG]  i.V.m.  Art.  14  der  Lärmschutz-

verordnung  [LSV]).  Mit  dem  angefochtenen  Beschluss  werde  vielerorts 

missachtet,  dass  der  Alarmwert  für  Lärmimmissionen  nicht  überschritten 

werden dürfe. Sodann fehle jede konkrete Aussage, an welchem Strassen-

abschnitt  wie  viele  von  übermässigem  Lärm  in  welchem  konkreten  Aus-

mass  Betroffene  leben.  Fehlen  würden  auch  Angaben  über  die  auftreten-

den Maximalpegel und darüber, um wie viel konkret Tempo 30 die Situation 

der  Anwohner  verbessern  könne.  Eine  Abwägung,  welche  mögliche  Tem-

po 30-Abschnitte  gegeneinander  ausspiele,  sei  rechtsverletzend.  Die  von 

der  Vorinstanz  angeführten  Verlustzeiten  für  den  ÖV  seien  für  sich  allein 

nicht aussagekräftig; unter Anderem würden Angaben über die Reservezei-

ten  an  den  Endhaltestellen  bei  den  Trams  fehlen.  Ohnehin  könne  die  Be-

rücksichtigung der Bedürfnisse des öffentlichen Verkehrs auf Sammelstras-

sen  nicht  als  grundsätzliches  Argument  gegen  Tempo  30  angeführt  wer-

den.  Die  angeführten  Zeitverluste  und  Mehrkosten  für  einzelne  Tramstre-

cken  träfen  nicht  zu.  Sodann  beanstandet  der  Rekurrent  das  von  der  Vo-

rinstanz verwendete Berechnungsmodell StL-86+. Dieses sei veraltet, nicht 

für  Geschwindigkeiten  unter  50 km/h  konzipiert  und  führe  zu  einer  Unter-

schätzung  des  Pegelminderungspotenzials  bei  einer  Geschwindigkeitsre-

duktion von 50 km/h auf 30 km/h. 

3.2. 

Bestehende  Anlagen,  die  den  gesetzlichen  Vorgaben  nicht  entsprechen, 

müssen saniert werden (Art. 16 USG), und zwar so weit, als dies technisch 

und  betrieblich  möglich  sowie  wirtschaftlich  tragbar  ist.  Dabei  müssen 

grundsätzlich die Immissionsgrenzwerte (IGW) eingehalten werden (Art. 13 

Abs. 2 LSV). Würde die Sanierung unverhältnismässige Betriebseinschrän-

kungen oder Kosten verursachen oder stehen ihr überwiegende Interessen 

entgegen,  können  Erleichterungen  gewährt  werden  (Art.  17  USG  und 

R1S.2018.05105 

Seite 12 

 
 
Art. 14 LSV). Dies setzt eine gesamthafte Interessenabwägung voraus. Die 

Gewährung  von  Erleichterungen  zur  Überschreitung  der  IGW  in  einer  be-

stimmten  Situation  ist  eine  Ausnahmebewilligung,  deren  Erteilung  nur  in 

Sonderfällen  erfolgen  darf  und  restriktiv  gehandhabt  werden  muss 

(BGr 1C_117  und  1C_118/2017  vom  20.  März  2018,  E.  3.1; 

BGr 1C_589/2014 vom 3. Februar 2016, E. 2.1). 

Die allgemeine Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge in Ortschaften wurde 

vom Bundesrat auf 50 km/h festgelegt (Art. 4a Abs. 1 lit. a der Verkehrsre-

gelverordnung  [VRV]  i.V.m.  Art.  32  Abs.  2  des  Strassenverkehrsgesetzes 

[SVG]).  Die  Höchstgeschwindigkeit  kann  für  bestimmte  Strassenstrecken 

von der zuständigen Behörde aufgrund eines Gutachtens herab- oder her-

aufgesetzt  werden  (Art.  32  Abs.  3  SVG).  Innerorts  können  tiefere  Höchst-

geschwindigkeiten  für  bestimmte  Strassenstrecken  (Art.  108  Abs.  5  lit.  d 

der  Signalisationsverordnung  [SSV]:  in  Abstufungen  von  je  10  km/h)  oder 

durch die Signalisation einer Tempo 30-Zone oder einer Begegnungszone 

angeordnet werden. Die Herabsetzung ist nach Art. 108 Abs. 2 SSV insbe-

sondere zulässig, wenn (lit. a) eine Gefahr nur schwer oder nicht rechtzeitig 

erkennbar und anders nicht zu beheben ist, wenn (lit. b) bestimmte Stras-

senbenützer eines besonderen, nicht anders zu erreichenden Schutzes be-

dürfen,  wenn  (lit.  c)  auf  Strecken  mit  grosser  Verkehrsbelastung  der  Ver-

kehrsablauf verbessert werden kann oder wenn (lit. d) dadurch eine im Sin-

ne  der  Umweltschutzgesetzgebung  übermässige  Umweltbelastung  (Lärm, 

Schadstoffe)  vermindert  werden  kann,  wobei  der  Grundsatz  der  Verhält-

nismässigkeit zu wahren ist. Die Anordnung von abweichenden Höchstge-

schwindigkeiten ist wie erwähnt nur gestützt auf ein vorgängig zu erstellen-

des Gutachten zulässig. Dieses hat aufzuzeigen, dass die Massnahme nö-

tig,  zweck-  und  verhältnismässig  ist  und  keine  anderen  Massnahmen  vor-

zuziehen  sind  (Art. 32  Abs.  3  SVG  i.V.m.  Art.  108  Abs.  4  Satz  1  SSV; 
BGr 1C_117/2017  und  1C_118/2017  vom  20.  März  2018,  E.  3.2; 

BGr 1C_589/2014 vom 3. Februar 2016, E. 2.2). 

Ob die Anordnung einer Tempo-30-Zone zulässig ist, prüft das Bundesge-

richt  –  und  damit  auch  die  weiteren  gerichtlichen  Instanzen  –  mit  freier 

Kognition. Es ist jedoch Zurückhaltung am Platz, soweit die Beurteilung von 

einer  Würdigung  der  örtlichen  Verhältnisse  abhängt,  welche  die  zuständi-

gen  Behörden  besser  kennen  als  das  Bundesgericht.  Verkehrsbeschrän-

kungen  sind  regelmässig  mit  komplexen  Interessenabwägungen  verbun-

den.  Die  zuständigen  Behörden  besitzen  einen  erheblichen  Gestaltungs-

R1S.2018.05105 

Seite 13 

 
 
spielraum  (BGE  139  II  149,  E.  5,  mit  Hinweisen  zur  weiteren  Rechtspre-

chung).  Im  Zusammenhang  mit  der  gleichzeitigen  Gewährung  von  Sanie-

rungserleichterungen  beurteilt  die  bundesgerichtliche  Rechtsprechung  in 

der  vorzunehmenden  umfassenden  Abwägung  die  (unter  Umständen  ge-

genläufigen)  Interessen  bezüglich  Lärmsanierung  einerseits  und  die  Inte-

ressen  bezüglich 

funktionaler  Verkehrsanordnungen  andererseits  als 

gleichwertig.  Eine  grundsätzliche  Priorisierung  der  Höchstgeschwindigkeit 

von  50 km/h  lehnt  die  Rechtsprechung  in  diesem  Zusammenhang  ab 

(BGr 1C_117/2017 und 1C_118/2017 vom 20. März 2018, E. 2.1-2.2, E. 3.2 

und  E. 4).  Namentlich  steht  die  Tatsache,  dass  es  sich  beim  fraglichen 

Strassenabschnitt  um  eine  Hauptstrasse  handelt,  einer  Geschwindigkeits-

herabsetzung  zwecks  Lärmsanierung  nicht  von  vornherein  entgegen 

(BGr 1C_45/2010  in  URP  2010  S.  625).  Die  Interessenabwägung  unter 

dem Gesichtswinkel der Verhältnismässigkeit im engeren Sinn ist dabei un-

ter Einbezug sämtlicher auf dem Spiel stehenden öffentlichen und privaten 

Interessen vorzunehmen (BGr 1C_411/2010 und 1C_413/2010 vom 1. April 

2011, E. 4.3). 

3.3. 

Bei  der  Beurteilung  der  Verhältnismässigkeit  von  Sanierungsmassnahmen 

und – soweit diese aufgrund der zu erwartenden Kosten und des geringen 

Nutzens  gerade  nicht  verhältnismässig  erscheinen  –  kommt  nach  der 

Rechtsprechung  der  Anzahl  der  betroffenen  Personen  als  Beurteilungs-

grundlage  eine  erhebliche  Bedeutung  zu  (VB.2000.00163  in  RB  2001 

Nr. 78, E. 4d.dd; BGE 119 Ib 463, E. 4). Dasselbe hat auch für die Prüfung 

der  Erforderlichkeit  einer  Massnahme  im  Sinne  einer  Verkehrsanordnung 

zu  gelten.  Insoweit  bedarf  die  Beurteilung,  ob  und  inwiefern  aus  lärm-

schutzrechtlichen Gründen die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf einzel-

nen  Strassenabschnitten  herabzusetzen  sei,  in  der  nach  Massgabe  der 

Rechtsprechung  vorzunehmenden  Interessenabwägung  eingehender  Be-

trachtung. 

Ein rechtsgenüglicher Einbezug der Anzahl Betroffener ist weder aus dem 

angefochtenen  Entscheid  selbst  noch  aus  den  weiteren  diesem  zugrunde 

liegenden  Unterlagen  (insbesondere  dem  AkP)  ersichtlich.  Angesichts  der 

zahlreichen betroffenen Strassenabschnitte ist eine summarische bzw. über 

das  Gebiet  mehrerer  Stadtkreise  hinweg  vorgenommene  Abwägung  der 

Anzahl Betroffener fehl am Platz. Es kann offensichtlich nicht genügen, die 

R1S.2018.05105 

Seite 14 

 
 
Gesamtanzahl  Betroffener 

im  AkP 

lediglich  pauschal  zu  erwähnen 

(12'180 Anwohner  [4'610  an  kommunalen  Strassenabschnitten]/12'420  Ar-

beitsplätze [370 an kommunalen Strassenabschnitten] über drei Stadtkreise 

hinweg). Der von der Vorinstanz behauptete Einbezug der Anzahl von einer 

IGW-Überschreitung betroffenen Personen bei der Entscheidfällung ist we-

der in den Erwägungen des angefochtenen Entscheids noch den sonstigen 

Grundlagen hinreichend  dokumentiert.  Dieser  Mangel ist  grundlegend.  Bei 

der  Anzahl  lärmbetroffener  Anwohnerinnen  und  Anwohner  handelt  es sich 
um  ein  wichtiges,  wenn  nicht  sogar  das  zentrale  Element  der  vorzuneh-
menden  Interessenabwägung.  Eine  blosse  Abschätzung  der  Zahlen  aus 

den  in  Karten und  Tabellen verzeichneten,  als  von IGW-Überschreitungen 

betroffen markierten Gebäuden genügt nicht. Aufgrund von Kartenmaterial 

eine  Abschätzung  hinsichtlich  der  Anzahl  Lärmbetroffener  vorzunehmen, 

muss  auch  für  geübte  Betrachter  –  jedenfalls  im  massgeblichen  Regelfall 

einer Vielzahl von Gebäuden – als unmöglich gelten. Ebenso wenig genügt 

der  bezüglich  einzelner  Strassenabschnitte  im  AkP  gemachte  Hinweis  auf 

eine "geringe" Anzahl Betroffener. Eine adäquate, im Hinblick auf eine An-

fechtung  hinreichend  konkrete  Begründungsdichte  wird  insoweit  –  selbst 

wenn  der  Hinweis  der  Vorinstanz,  wonach  die  Anzahl  Betroffener  in  die 

Entscheidfindung  eingeflossen  sei,  zutreffen  würde  –  nicht  erreicht.  Es  ist 

nicht  Sache der  Rekurrierenden oder  der  Rekursinstanz,  die entsprechen-

den Grundlagen zu erarbeiten oder im Rahmen der beantragten Beweiser-

hebungen  festzustellen.  Die  Durchführung  eines  Augenscheins  zwecks 

Ermittlung  der  Anzahl  von  IGW-Überschreitungen  an  einzelnen  Strassen-

abschnitten  Betroffener  ist  weder  erforderlich  noch  geeignet,  die  Anzahl 

Lärmbetroffener zu ermitteln. Ein Augenschein war damit  – wie bereits er-

wähnt  –  trotz  entsprechenden  Antrags  des  Rekurrenten  nicht  durchzufüh-

ren. 

3.4. 

Der Rekurs erweist sich nach dem Gesagten im Wesentlichen als begrün-

det.  Das  Strassenprojekt  "Lärmsanierung  Kreis  1,  4  und  5"  ist,  soweit  im 

Rekursverfahren  umstritten,  zur  zusätzlichen  Sachverhaltsabklärung  und 

Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  Die  vom  Rekurrenten 

ebenfalls  beantragte  Erteilung  verbindlicher  Weisungen  an  die  Vorinstanz 

wäre  indes  offenkundig  unzulässig.  Die  Rekursanträge  sind  insofern  nicht 

weiter beachtlich. 

R1S.2018.05105 

Seite 15 

 
 
3.5. 

Die Rückweisung hat angesichts der Abklassierung der Stauffacherstrasse 

(Ankerstrasse  bis  Feldstrasse  und  Feldstrasse  bis  Herman-Greulich-

Strasse)  sowie  der  Badenerstrasse  (Seebahnstrasse  bis  Albisriederplatz) 

zu  kommunalen  Strassen  anlässlich  der  Festsetzung  des  Regionalen 

Richtplans (RRB Nr. 576/2017 vom 21. Juni 2017) auch hinsichtlich dieser 

Strassen Geltung. Hingegen ist die Lärmsanierung der Fabrikstrasse (Sihl-

quai  bis  Limmatstrasse)  nicht  Bestandteil  des  angefochtenen  Entscheids 

und  damit  auch  nicht  des  vorliegenden  Rekursverfahrens.  Die  Beurteilung 

der  Schöneggstrasse  (Langstrasse  bis  Schöneggplatz)  fällt  in  die  Zustän-

digkeit des Regierungsrats des Kantons Zürich und ist im vorliegenden Re-

kursverfahren nicht weiter von Belang. 

4.1. 

Betreffend die von der Vorinstanz vorzunehmenden Sachverhaltsabklärun-

gen  und  die  nachfolgende Beurteilung ist  –  bemerkungsweise  –  unter  Be-

rücksichtigung  der  Parteivorbringen  auf  einige  weitere  Modalitäten  der 

Rückweisung einzugehen. 

4.2. 

Bei  der  vorliegenden  Rückweisung  kann  es  entgegen  den  von  der  Vo-

rinstanz  duplicando  geäusserten  Befürchtungen  nicht  darum  gehen,  die 

Anzahl Lärmbetroffener pro Strassenabschnitt mit empirischer Genauigkeit 

(bzw.  für  jede  einzelne  Liegenschaft/Wohnung  an  den  zu  sanierenden 

Strassenabschnitten) zu ermitteln. Ein solcher Detaillierungsgrad wäre, wie 

die Vorinstanz zu Recht ausführt, nicht erforderlich und angesichts des Um-

fangs der Erhebungen mit einem immensen Behördenaufwand verbunden. 

Es genügt vollauf, bei der Ermittlung der Anzahl betroffener Anwohner so-

wie  Arbeitsplätze  auf  die  Daten  des  Statistischen  Amtes  der  Stadt  Zürich 

abzustellen.  Soweit  diese  Betrachtung  mit  gewissen  Ungenauigkeiten  be-

haftet ist, führt sie – wie von der Vorinstanz zu Recht ausgeführt – eher zu 

einer  Überschätzung  der  Anzahl  Lärmbetroffener,  zumal  gemäss  AkP 

sämtliche  Anwohner 

sowie  Arbeitsplätze 

in  einer 

von 

IGW-

Überschreitungen  betroffenen  Liegenschaft  als  lärmbetroffen  eingestuft 

werden. Dieselben Grundsätze haben für den vom Rekurrenten triplicando 

gerügten  Umstand  Geltung,  dass  nicht  sämtliche  betrieblichen  Nutzungen 

zufolge Eigenlärms als lärmunempfindlich eingestuft werden können. Auch 

R1S.2018.05105 

Seite 16 

 
 
diesbezüglich  sind  für  die  Betrachtung  realistisch  gewählte  Mittelwerte  zu 

verwenden.  Die  für  die  Verhältnismässigkeitsprüfung  zentrale  Vergleich-

barkeit  der  Anzahl  Betroffener  bei  der  einzelfallweisen  Beurteilung  der 

Strassenabschnitte bleibt bei einem solchen Vorgehen gewährleistet. 

4.3. 

Das  Bundesgericht  hat  im  Entscheid  BGr  1C_589/2014  vom  3.  Februar 

2016  (betreffend  die  Grabenstrasse  in  der  Stadt  Zug)  unter  Bezugnahme 

auf  Kritik  des  Bundesamts  für  Umwelt  (BAFU)  am  Berechnungsprogramm 

StL-86+  festgehalten,  dass  dieses,  da  es  aus  den  frühen  1980er-Jahren 

stammt  und  Mitte  der  1990er-Jahre  leicht  modifiziert  wurde,  aufgrund  der 

Entwicklung von Wissenschaft und Technik in vielerlei Hinsicht nicht mehr 

als aktuell gelten könne. Diese Ansicht hatte das BAFU im bundesgerichtli-

chen  Verfahren  unter  anderem  mit  der  zwischenzeitlichen  Verschiebung 

der relativen Bedeutung des Antriebs- bzw. Rollgeräuschs eines Fahrzeugs 

infolge  von  Lärmbekämpfungsmassnahmen  am  Motor  und  der  Auspuffan-

lage  begründet.  Der  Entscheid  ordnete  im  Einzelnen  die  Erstellung  eines 

ergänzenden Verkehrsgutachtens zur Neuberechnung der Lärmauswirkun-

gen  gestützt  auf  das  von  der  Eidgenössischen  Materialprüfungs-und  For-

schungsanstalt  (EMPA)  entwickelte  Berechnungsprogramm  SonRoad  an 

(BGr  1C_589/2014  in  URP  2016  S.  319).  Das  Baurekursgericht  hat  diese 

Rechtsprechung  übernommen  (BRGE  III  Nr.  0088/2017  in  BEZ  2017 

Nr. 37). 

Unter  diesen  Umständen  kann  für  die  vorinstanzlichen  Erhebungen,  na-

mentlich  zum  Pegelminderungspotential  der  Einführung  von  Tempo 30, 

nichts Anderes vorausgesetzt werden. Die pauschale Verwendung von Pe-

gelabschlägen auf die mit dem Berechnungsprogramm StL-86+ berechne-

ten Kennzahlen genügt den Anforderungen nicht, zumal die Vorinstanz im 
angefochtenen Entscheid selbst davon ausgeht, der berücksichtigte Pegel-

abschlag  von  2,5  bzw.  3 dB  (A)  stelle  bei  Reduktionen  der  zulässigen 

Höchstgeschwindigkeit  das  Minimum  der  zu  erwartenden  Lärmreduktion 

dar;  in  vielen  Fällen  könnten  sogar  höhere  Emissionspegel-Reduktionen 

erzielt werden. Eine mit Blick auf die von der Vorinstanz angeführten nega-

tiven Auswirkungen von Tempo 30 vorgenommene antizipierte Beweiswür-

digung ist nicht statthaft. Die Sachverhaltsermittlung ist damit grundsätzlich 

unter  Verwendung  des  vom  Bundesgericht  als  massgeblich  erklärten  Pro-

gramms  SonRoad  durchzuführen.  Allein  aus  Gründen  der  Gleichbehand-

R1S.2018.05105 

Seite 17 

 
 
lung der Stadtkreise das – mit guten Gründen als veraltet eingestufte – Be-

rechnungsmodell  StL86+  zu  verwenden,  kommt  nicht  infrage.  Eine  Un-

gleichbehandlung,  welche  auf  dem  Stand  bzw.  der  Weiterentwicklung  der 

Technik  beruht,  ist  im  Grundsatz  nicht  rechtsverletzend,  da  das  Interesse 

an der richtigen Sachverhaltsermittlung überwiegt (Häfelin/Müller/Uhlmann, 

Allgemeines  Verwaltungsrecht,  7.  Aufl.,  Zürich/St.  Gallen  2016,  Rz.  593). 

Sollte  sich  an  einzelnen  Strassenabschnitten  aus  Gründen  der  Gleichbe-

handlung  direkt  benachbarter  Anwohner  die  –  ergänzende  –  Verwendung 

des  Programms  StL-86+  aufdrängen,  wäre  dies  in  den  Erwägungen  ent-

sprechend zu begründen. 

5. 

Der  Rekurs  ist  vollumfänglich  gutzuheissen.  Der  Beschluss  des  Stadtrats 

der  Stadt  Zürich  vom  24.  August  2018  ist,  soweit  angefochten  und  soweit 

kommunale Strassenabschnitte betreffend, aufzuheben. Die Akten sind zur 

ergänzenden  Sachverhaltsermittlung  im  Sinne  der  Erwägungen  und  zum 

Neuentscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

6. 

Die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zu erneuter Abklärung gilt in 

kosten-  und  entschädigungsmässiger  Hinsicht  als  volles  Obsiegen 

(BGr 1C_63/2016  vom  25. August  2016,  E. 5.4  ff.).  Ausgangsgemäss  sind 

die Verfahrenskosten demnach der Vorinstanz aufzuerlegen (§ 13 VRG). 

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 
bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr  in  der  Regel  Fr.  1'000.–  bis  Fr.  50'000.–  (§  338  Abs.  2 PBG; 

§ 3  Abs.  3  GebV  VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der 

Rekursinstanz ein grosser Ermessensspielraum zu (Plüss, § 13 Rz. 25 ff.). 

Angesichts  des  erheblichen  Umfangs  der  Akten  und  des  damit  verbunde-

nen Bearbeitungsaufwandes sowie der Bedeutung des Projekts "Strassen-
lärmsanierung Kreis 1, 4 und 5" und des aufgelegten AkP ist die Gerichts-

gebühr auf Fr. 10'000.– festzusetzen.  

R1S.2018.05105 

Seite 18 

 
 
Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  o-

der  den  Beizug  eines  Rechtsbeistandes  rechtfertigte.  Die  Bemessung  der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. Der Beizug eines 

Rechtsbeistandes  ist  in  aller  Regel  als  Grund  für  die  Zusprechung  einer 

Umtriebsentschädigung  einzustufen  (VB.2003.00093  vom  16.  Oktober 

2003, E. 3.1.). Demnach ist vorliegend dem Rekurrenten zulasten der Vo-

rinstanz  eine  Umtriebsentschädigung  zuzusprechen.  Angemessen  er-

scheint ein Betrag von Fr. 3'000.–. Da die Umtriebsentschädigung pauschal 

festgelegt wird, entfällt die Zusprechung eines Mehrwertsteuerzusatzes von 

vornherein (BRKE II Nrn. 0247 und 0248/2007 in BEZ 2007 Nr. 56). 

[….] 

R1S.2018.05105 

Seite 19