# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2355425f-8c33-5bf2-8a74-f0d4a13cabcf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-11-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.11.2021 E-4978/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4978-2021_2021-11-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4978/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  N o v e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichterin Roswitha Petry, 

mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;   

Gerichtsschreiberin Regina Seraina Goll. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

BAZ 

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch  

(sicherer Drittstaat 31a I a) und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 10. November 2021 / N (…). 

 

 

 

E-4978/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am (…) 2021 in der Schweiz um Asyl nach. 

Dabei reichte er einen italienischen Aufenthaltstitel, gültig vom (…) 2019 

bis zum (…) 2023, zu den Akten. 

B.  

Ein am 1. Oktober 2021 erfolgter Abgleich der Fingerabdrücke mit der Zent-

raleinheit Eurodac ergab, dass er am (…) 2016 in B._______, am (…) 2016 

in C._______, am (…) 2016 in Italien und am (…) 2021 in D._______ um 

Asyl ersucht hatte.  

C.  

Am 5. Oktober 2021 fand die Personalienaufnahme (PA) statt.  

D.  

Anlässlich des persönlichen Gesprächs im Hinblick auf einen möglichen 

Nichteintretensentscheid und die Rückführung nach Italien vom 11. Okto-

ber 2021 bestätigte der Beschwerdeführer, in Italien über einen subsidiären 

Schutzstatus zu verfügen. Er wendete jedoch ein, trotz dieses Dokuments 

nicht unterstützt worden zu sein und in den ganzen fünf Jahren in Italien 

nie einen Arzt gesehen zu haben. Wenn er krank gewesen sei, hätten sie 

ihm erst einen Termin in sechs Monaten gegeben. Italien habe er ausser-

dem verlassen, da er dort zweieinhalb Jahre legal gearbeitet, wegen der 

Coronapandemie jedoch die Arbeitsstelle verloren habe. Während dem 

Jahr als Arbeitsloser sei er von den italienischen Behörden nicht unterstützt 

worden. Er habe zwei Schwestern, die hier in der Schweiz lebten, wobei 

die jüngere Schwester fälschlicherweise als Tochter seiner älteren Schwes-

ter erfasst sei. Es handle sich nicht um seine Nichte, sondern um seine 

minderjährige Schwester.  

Das SEM teilte dem Beschwerdeführer anlässlich des Gesprächs mit, dass 

es aufgrund des ihm in Italien gewährten subsidiären Schutzes beabsich-

tige, gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 142.31) nicht auf sein Asyl-

gesuch einzutreten. Es bot dem Beschwerdeführer gleichzeitig an, sich bis 

zum 18. Oktober 2021 schriftlich zur beabsichtigten Wegweisung nach Ita-

lien zu äussern. 

Hinsichtlich des medizinischen Sachverhalts gab der Beschwerdeführer zu 

Protokoll, dass er sowohl physisch als auch psychisch kerngesund sei.  

E-4978/2021 

Seite 3 

E.  

Am 12. Oktober 2021 ersuchte die Vorinstanz die italienischen Behörden 

um Rückübernahme des Beschwerdeführers.  

F.  

Mit Eingabe vom 14. Oktober 2021 nahm der Beschwerdeführer schriftlich 

zur beabsichtigten Wegweisung nach Italien Stellung und führte aus, er sei 

damit nicht einverstanden. Obwohl er eine Gesundheitskarte beantragt 

habe, habe er nie eine solche erhalten und somit auch keine notwendige 

gesundheitliche Behandlung. Er habe in Italien während zweieinhalb Jah-

ren gearbeitet, aber nicht immer den ihm zustehenden Lohn erhalten. Als 

er wegen Corona keine Beschäftigung mehr gefunden und sich zweimal 

für Arbeitslosengeld angemeldet habe, sei er abgewiesen worden. Ihm sei 

mitgeteilt worden, dass er zu wenig gearbeitet habe, um Arbeitslosengeld 

zu erhalten, weshalb er sich diskriminiert gefühlt habe. Er habe fortan 

mehrheitlich in Parks, teilweise bei Freunden und manchmal in Unterkünf-

ten der Caritas übernachtet. Bei Letzterer habe er aus Platzgründen jeweils 

nur ein paar Nächte bleiben können. Ausserdem sei er in die Schweiz ge-

kommen, um seine ältere Schwester E._______ bei der Betreuung der 

minderjährigen Schwester F._______ zu unterstützten. Erstere habe mit 

ihren (…) Kindern bereits genug zu tun und sich wegen häuslicher Gewalt 

von ihrem Ehemann getrennt. Er wäre eine grosse Stütze für sie. Bis dato 

liege überdies keine Rückübernahmezusicherung Italiens vor, weshalb 

seine Überstellung zum aktuellen Zeitpunkt rechtswidrig wäre. Ausserdem 

seien die Aufnahmebedingungen in Italien selbst für Schutzberechtigte un-

zureichend. 

Als Beweismittel legte der Beschwerdeführer seiner Eingabe Belege be-

züglich seiner in Italien geleisteten Arbeit sowie einen "Antrag auf eine Ge-

sundheitskarte" bei.  

G.  

Am 5. November 2021 stimmten die italienischen Behörden der Rücküber-

nahme zu (SEM-act. 1110481-21/2) und bestätigten, dass dem Beschwer-

deführer in Italien subsidiärer Schutz gewährt worden war.  

H.  

Einer Aktennotiz des SEM vom 9. November 2021 ist zu entnehmen, dass 

der Beschwerdeführer zwischen dem 25. Oktober 2021 und dem 5. No-

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Seite 4 

vember 2021 unbekannten Aufenthaltes war. Nachdem sein Antrag um pri-

vate Unterbringung abgelehnt worden war, war er erneut unbekannten Auf-

enthalts.  

I.  

Am 9. November 2021 gab die Vorinstanz der dem Beschwerdeführer zu-

gewiesenen Rechtsvertreterin Gelegenheit zur Stellungnahme zum Verfü-

gungsentwurf. Mit Eingabe vom gleichen Tag teilte die Rechtsvertreterin 

mit, dass es ihr nicht möglich gewesen sei, mit dem Beschwerdeführer in 

Kontakt zu treten, weshalb sie keine Stellungnahme einreichen könne. 

J.  

Mit Verfügung vom 10. November 2021 – tags darauf eröffnet – trat die 

Vorinstanz auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, wies ihn 

aus der Schweiz weg und forderte ihn unter Androhung von Zwangsmass-

nahmen im Unterlassungsfall auf, die Schweiz am Tag nach Eintritt der 

Rechtskraft der Verfügung zu verlassen. Sie hielt fest, dass es dem Be-

schwerdeführer offenstehe, ein Fristerstreckungsgesuch zu stellen, sollte 

die angesetzte Ausreisefrist aufgrund der ausserordentlichen Lage nicht 

ausreichen. Gleichzeitig beauftragte die Vorinstanz den zuständigen Kan-

ton mit dem Vollzug der Wegweisung und händigte der Rechtsvertretung 

des Beschwerdeführers die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenver-

zeichnis aus. 

K.  

Mit Eingabe vom 15. November 2021 erhob der – nicht mehr vertretene – 

Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und be-

antragt, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz 

sei anzuweisen, ihr Recht zum Selbsteintritt auszuüben und sich für das 

vorliegende Asylverfahren für zuständig zu erklären. Subeventualiter sei 

die Sache wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen.  

In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses und um Erteilung der aufschiebenden Wirkung.  

L.    

Am 17. November 2021 bestätigte das Gericht den Eingang der Be-

schwerde und hielt fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des 

Verfahrens einstweilen in der Schweiz abwarten. 

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – 

endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).  

1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-

rung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist – unter Vorbehalt der Erwägung 3.3 – einzutreten (Art. 108 

Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).  

3.2 Hinsichtlich der Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs 

hat die Vorinstanz eine materielle Prüfung vorgenommen, weshalb das 

Bundesverwaltungsgericht diese Punkte insoweit ohne Einschränkung 

prüft. 

3.3 Nicht einzutreten ist auf das prozessuale Begehren um Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung, denn diese kommt der vorliegenden Be-

schwerde von Gesetzes wegen zu (Art. 55 Abs. 1 VwVG) und wurde von 

der Vorinstanz auch nicht entzogen. 

4.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

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Seite 6 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG wird auf ein Asylgesuch in der 

Regel nicht eingetreten, wenn die asylsuchende Person in einen nach 

Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG als sicher bezeichneten Drittstaat zurückkehren 

kann, in welchem sie sich vorher aufgehalten hat.  

Die Vorinstanz trat in Anwendung dieser Bestimmung auf das Asylgesuch 

nicht ein, da der Beschwerdeführer nach Italien zurückkehren könne. Im 

vorliegenden Fall würden zwar Anzeichen dafür bestehen, dass der Be-

schwerdeführer die Bedingungen für eine vorläufige Aufnahme nach 

Art. 83 AIG erfüllen würde, da er in Italien subsidiären Schutz erhalten 

habe. Für ein allfälliges Ersuchen um Wiedererwägung des Asylentschei-

des sei nicht die Schweiz, sondern Italien zuständig. In diesem Zusammen-

hang sei auf Art. 25 Abs. 2 VwVG zu verweisen. Gemäss dieser Bestim-

mung sei einem Begehren um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft in 

der Schweiz nur dann zu entsprechen, wenn ein schutzwürdiges Interesse 

nachgewiesen werde. Dieser Nachweis könne dem Beschwerdeführer 

nicht gelingen, weil bereits ein Drittstaat einen Schutzstatus erteilt habe. Er 

könne nach Italien zurückkehren, ohne eine Rückschiebung in Verletzung 

des Non-Refoulement-Prinzips befürchten zu müssen. 

5.2 Die Vorinstanz stellt in der angefochtenen Verfügung zutreffend fest, 

dass es sich bei Italien um einen sicheren Drittstaat im Sinne von Art. 6a 

Abs. 2 Bst. b AsylG handelt. Aus den Akten geht sodann hervor, dass die 

italienischen Behörden dem Beschwerdeführer subsidiären Schutz ge-

währt und der Rückübernahme am 5. November 2021 zugestimmt haben. 

Die Vorinstanz ist demnach zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten.   

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

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Seite 7 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-

länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund 

von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-

scher Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung fest-

gestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Auf-

nahme zu gewähren. 

Der Vollzug ist schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der 

Ausländer weder in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen 

Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 

AIG). 

7.3 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.4 Italien gilt als sicherer Drittstaat (vgl. Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG), in 

welchem der Beschwerdeführer Schutz vor Rückschiebung im Sinne von 

Art. 5 Abs. 1 AsylG findet. Italien ist sodann Signatarstaat der EMRK, der 

FoK und der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

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(SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Ver-

pflichtungen grundsätzlich nach. Den Akten können keine Anhaltspunkte 

dafür entnommen werden, dass dem Beschwerdeführer bei einer Rück-

kehr nach Italien eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von 

Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 FoK und der Praxis zu Art. 3 EMRK droht. Er 

hat in Italien subsidiären Schutz erhalten und verfügt seit dem (…) 2019 

über ein "Permesso di soggiorno". Somit kann er sich auf die ihm zustehen-

den Rechte gemäss Kapitel VII der Qualifikationsrichtlinie berufen (vgl. ins-

besondere die Art. 26 [Zugang zu Beschäftigung], Art. 29 [Sozialhilfe] und 

30 [medizinische Versorgung] i.V.m. Art. 20 Abs. 2). Entgegen den unsub-

stanziierten Vorbringen in der Beschwerde liegen damit keine konkreten 

Anhaltspunkte dafür vor, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr 

nach Italien einer menschenunwürdigen oder erniedrigenden Behandlung 

ausgesetzt wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig. 

Das SEM hat sodann zutreffend ausgeführt, dass der Beschwerdeführer 

aus der Beziehung zu seinen Verwandten in der Schweiz unter dem Blick-

winkel von Art. 8 EMRK nichts zu seinen Gunsten abzuleiten vermag, da 

es sich weder um Angehörige seiner Kernfamilie handelt noch Hinweise 

auf ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem Beschwerde-

führer und seinen hier lebenden Verwandten vorliegen. 

7.5 Hinsichtlich der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ist 

auf Art. 83 Abs. 5 AIG zu verweisen, wonach eine Wegweisung in einen 

EU- oder EFTA-Staat vermutungsweise zumutbar ist. Wie bereits erwähnt, 

ist Italien an die Qualifikationsrichtlinie gebunden und hat dafür zu sorgen, 

dass Personen mit subsidiärem Schutzstatus der Zugang zu Wohnraum 

und Beschäftigung gewährleistet wird und sie die notwendige Sozialhilfe 

sowie Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten. Die allgemein gehal-

tenen Ausführungen in der Beschwerdeschrift zu den prekären Verhältnis-

sen, unter welchen der Beschwerdeführer in Italien gelebt habe, sind nicht 

geeignet, die Regelvermutung der Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs umzustossen, legt der Beschwerdeführer doch nicht dar, welche kon-

kreten Schritte er eingeleitet hätte, um die ihm zustehenden Rechte einzu-

fordern. 

Auch wenn die Lebensbedingungen für Personen mit Schutzstatus in Ita-

lien schwierig sein mögen, ist nicht davon auszugehen, dass der Be-

schwerdeführer dort in eine existenzielle Notlage geraten würde. Dem jun-

gen und gesunden Beschwerdeführer ist es zuzumuten, sich bei Bedarf an 

die zuständigen staatlichen Stellen zu wenden und nötigenfalls den 

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Seite 9 

Rechtsweg zu beschreiten, falls ihm die ihm zustehenden Rechte bezie-

hungsweise materiellen Leistungen verwehrt würden. Zudem steht ihm die 

Möglichkeit offen, die vor Ort tätigen karitativen Organisationen – auch für 

rechtliche Unterstützung – zu kontaktieren. Im Übrigen kann auf die zutref-

fenden Ausführungen des SEM verwiesen werden.  

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung nach Italien 

auch als zumutbar. 

7.6 Nachdem die italienischen Behörden einer Rückübernahme des Be-

schwerdeführers am 5. November 2021 zugestimmt haben, erweist sich 

der Vollzug der Wegweisung auch als möglich (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Wegweisungsvollzug zu-

lässig, zumutbar und möglich ist, womit die Anordnung einer vorläufigen 

Aufnahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).  

8.  

Soweit der Beschwerdeführer die Rückweisung der Sache zur weiteren Ab-

klärung an die Vorinstanz beantragt (vgl. Ziff. 2 der Beschwerdebegehren), 

ist festzuhalten, dass weder in der Beschwerde dargelegt wird noch aus 

den Akten ersichtlich ist, inwiefern das SEM das rechtliche Gehör des Be-

schwerdeführers verletzt haben soll. Es besteht somit kein Anlass zur 

Rückweisung der Sache an die Vorinstanz. Das entsprechende Kassati-

onsbegehren ist abzuweisen.  

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf ein-

zutreten ist.  

10.  

10.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Aufgrund der vorstehenden Erwä-

gungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtlos zu gelten haben. 

Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht gege-

ben, weshalb dem Gesuch nicht stattzugeben ist.  

10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

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Seite 10 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]).  

Mit dem vorliegenden Urteil ist der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses gegenstandlos geworden. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Regina Seraina Goll 

 

 

Versand: