# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** db385e51-988d-5169-800b-d857e51e7fef
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-04-22
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2009 und 2010
**Docket/Reference:** ST.2014.46
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2014_46_ur.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2014.46 

Entscheid 

22. April 2015 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

1.  A,    

2.  B,    

In Sachen 

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrenten,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2009 und 2010 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend die Pflichtige) ist Alleininhaberin und einzige Angestellte der 

C AG mit Sitz im Kanton D. Diese bezweckt das Erbringen von Dienstleistungen aller 

Art  insbesondere  in  den  Bereichen  nationales  und  internationales  Steuerrecht  sowie 

Finanz- und Rechnungswesen. 2009 schüttete die C AG der Pflichtigen eine Dividende 

von Fr. 1'350'000.- und 2010 von Fr. 230'000.- aus; daneben bezog sie von der C AG 

einen Nettolohn von Fr. 192'000.- (2009) bzw. Fr. 193'000.- (2010). In der Steuererklä-

rung  2009  bzw.  2010  deklarierten  sie  und  B  (nachfolgend  zusammen  die  Pflichtigen) 

als  Vermögenssteuerwert  der  C  AG  deren  Substanzwert 

(Eigenkapital)  von 

Fr. 159'443.- (2009) bzw. Fr. 218'444.- (2010).  

Der  Steuerkommissär  setzte  demgegenüber  in  den  Einschätzungen  für  die 

Staats- und Gemeindesteuern 2009 und 2010 vom 26. August 2013 den Vermögens-

steuerwert  der  C  AG  entsprechend  der  Wertschriftenbewertung  des  Steueramts  des 

Kantons D auf Fr. 3'550'000.- (2009) bzw. Fr. 3'480'000.- (2010) fest. Dabei wurde der 

Substanzwert jeweils einmal und der Ertragswert zweimal gewichtet.  

B. Hiergegen erhoben die Pflichtigen am 25. September 2013 Einsprache mit 

dem  Antrag,  sie  bei  unverändertem  steuerbaren  Einkommen  mit  einem  steuerbaren 

Vermögen  von  Fr.  1'166'000.-  (2009)  bzw.  Fr.  1'603'000.-  (2010)  einzuschätzen.  Das 

Gewinnpotential der C AG hänge nur von der persönlichen Arbeitskraft der Pflichtigen 

ab, weshalb der Einbezug des Ertragswerts nicht sachgerecht sei. Bei einem Verkauf 

der  Gesellschaft  könnte  nur  der  Substanzwert  erzielt  werden.  Dieselbe  Praxis  käme 

auch bei Anwaltskanzleien zur Anwendung, weshalb sie Anrecht auf Gleichbehandlung 

hätten.  

Das  kantonale  Steueramt  des  Kantons  D  nahm  darauf  eine  Neubewertung 

vor,  welche  einen  Steuerwert  von  Fr.  2'709'786.-  (2009)  bzw.  Fr.  3'484'847.-  (2010) 

ergab.  Dabei  handelt  es  sich  um  den  Durchschnitt  von  Substanz-  und Ertragswert, je 

einmal  gewichtet.  Einen  entsprechenden  Vergleichsvorschlag  lehnten  die  Pflichtigen 

am  30.  Dezember  2013  ab.  Am  24.  Januar  2014  hiess  das  kantonale  Steueramt  die 

Einsprachen teilweise gut, indem es die revidierten Vermögenssteuerwerte übernahm, 

und traf folgende Einschätzungen:  

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steuerbares Einkommen 

davon Ertrag aus qual. Beteiligung 

steuerbares Vermögen 

2009 

Fr.  

1'664'600.-  

1'350'000.- 

3'707'000.- 

2010 

Fr.  

568'600.- 

230'000.- 

4'865'000.-. 

C. Hiergegen erhob die Pflichtige am 26. Februar 2014 Rekurs und wiederhol-

te Einspracheantrag und -begründung, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Darin 

teilte sie mit, dass sie vom Pflichtigen mittlerweile getrennt lebe.  

Das kantonale Steueramt beantragte am 26. März 2014, die Einschätzungen 

neu folgendermassen vorzunehmen:  

steuerbares Einkommen 

davon Ertrag aus qual. Beteiligung 

steuerbares Vermögen 

2009 

Fr.  

1'664'600.-  

687'500.- 

1'954'000.- 

2010 

Fr.  

568'600.- 

33'000.- 

1'752'000.-. 

Darin qualifizierte es einen Teil der Dividenden neu als Lohneinkünfte, da die 

als Dividenden vereinnahmten Beträge in einem krassen Missverhältnis zur Verzinsung 

des  investierten  Kapitals  stünden  und  zu  korrigieren  seien.  Daraus  ergebe  sich  ein 

geringerer Vermögensertrag und damit auch ein tieferer Ertragswert. Beim Vermögen 

seien  ferner  die  im  Wertschriftenverzeichnis  nicht  aufgeführten  Netto-Dividenden-

guthaben  per  Ende  Jahr  (Fr.  780'000.-  per  Ende  2009  und  Fr.  149'000.-  per  Ende 

2010)  aufzurechnen,  was bisher  übersehen  worden sei. Weiter  bestätigte  es,  dass  in 

Bezug  auf  Anwaltskanzleien  ein  Ruling  vorliege,  gemäss  welchem  deren  Aktien  zum 

Substanzwert bewertet würden. Diese Fälle liessen sich aber aus näher dargestellten 

Gründen nicht mit dem vorliegenden vergleichen. Als Eventualantrag seien die Fakto-

ren  gemäss  Einspracheentscheid  zu  bestätigen,  indessen  beim  Vermögen  noch  die 

Netto-Dividendenguthaben aufzurechnen.  

Der  über  den  Rekurs  in  Kenntnis  gesetzte  Pflichtige  liess  sich  nicht  verneh-

men.  

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Mit  Replik  vom  31.  Mai  2014  hielt  die  Pflichtige  an  ihren  Anträgen  fest.  Die 

Dividendenguthaben seien in den deklarierten Vermögen bereits enthalten, indem die 

Kontokorrent-Schuld der Pflichtigen bei der C AG mit der Dividende verrechnet worden 

sei.  Die  vom  kantonalen  Steueramt  in  der  Rekursantwort  vorgenommenen  Umqualifi-

zierung von Dividende in Lohn sei abzulehnen. Eine solche setze nämlich voraus, dass 

der  ausbezahlte  Lohn  nicht  der  Stellung  in  der  Gesellschaft  entsprechen  würde,  was 

hier  nicht  der  Fall  sei.  Der  Lohn  sei  branchenüblich.  Die  Pflichtige  zahle  sich  jeweils 

einen  Basislohn  von  Fr.  180'000.-  aus  sowie  ein  Bonus,  basierend  auf  geleisteten 

Überstunden und Zusatzbelastungen. Der in der Rekursantwort behauptete branchen-

übliche Lohn und Bonus entbehre jeglicher Grundlage.  

Das  kantonale  Steueramt  blieb  in  der  Duplik  vom  19.  Juni  2014  bei  seinem 

Standpunkt. Insbesondere seien die Dividendenguthaben aus dem Kontokorrent der C 

AG nicht ersichtlich. Ebenso fehle das Verrechnungssteuerguthaben.  

Die  Pflichtige  nahm  am  7.  Juli  2014  hierzu  erneut  Stellung.  Die  Dividenden 

seien ordnungsgemäss verbucht worden. Verrechnungssteuerguthaben seien im Wert-

schriftenverzeichnis nicht zu deklarieren, da es sich um blosse Anwartschaften handle. 

Die  Einpersonen-AG  sei  rechtlich  anerkannt  und  stelle  keine  Steuerumgehung  dar. 

Das kantonale Steueramt habe nicht nachgewiesen, dass der ausbezahlte Lohn unan-

gemessen  tief  sei.  Die  Aufrechnung  würde  zudem  zu  Differenzen  zwischen  der  Ein-

schätzung der C AG und der Pflichtigen als Aktionärin führen.  

Mit  Verfügung  vom  15.  Oktober  2014  setzte  das  Steuerrekursgericht  den 

Pflichtigen Frist an, um diverse Unterlagen, insbesondere zur Lohnhöhe, einzureichen. 

Mit Eingabe vom 30. Oktober 2014 teilt der Pflichtige mit, dass er von der Pflichtigen 

getrennt lebe und am 4. Juni 2014 eine Scheidungsklage eingereicht habe und deshalb 

nicht in der Lage sei, die Auflage zu erfüllen; weiter ersuchte er um Zustellung von Ko-

pien  der  von  ihr  noch  eingehenden  Unterlagen.  Am  5.  Dezember  2014  reichte  die 

Pflichtige diverse Unterlagen ein. Mit Verfügung vom 21. Januar 2015 wurde die Aufla-

ge  vom  15.  Oktober  2014  gemahnt,  worauf  die  Pflichtige  am  2.  Februar  2015  noch 

weitere  Unterlagen  einreiche.  Das  kantonale  Steueramt  nahm  am  18.  Februar  2015 

Stellung.  

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  Der  Rekurs  wurde  nur  von  der  Pflichtigen  unterzeichnet.  Der  von  ihr  ge-

trennt lebende Pflichtige wurde deshalb mit Verfügung vom 3. März 2014 aufgefordert, 

zum  Rekurs  Stellung  zu  nehmen,  unter  Androhung  von  Säumnisfolgen.  Er  liess  sich 

darauf  nicht  vernehmen,  weshalb  androhungsgemäss  davon  auszugehen  ist,  dass  er 

sich dem Rekurs der Pflichtigen anschliesst.  

2.  Streitig  ist  einerseits  die  Abgrenzung  zwischen  Lohn  und  Dividende  der 

Pflichtigen  aus  der  C  AG.  Das  kantonale  Steueramt  beantragt  in  der  Rekursantwort 

neu die  Erhöhung  des  Lohns  auf  Kosten  der  Dividende,  da  ein  offensichtliches  Miss-

verhältnis bestehe. Damit stellt sich zunächst die Frage nach einer rechtlichen Grund-

lage für die Vornahme einer solchen Korrektur:  

a) Gemäss § 17 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) sind steu-

erbar alle Einkünfte aus privatrechtlichem oder öffentlich-rechtlichem Arbeitsverhältnis 

mit Einschluss der Nebeneinkünfte, wie Entschädigungen für Sonderleistungen, Provi-

sionen,  Zulagen,  Dienstalters-  und  Jubiläumsgeschenke,  Gratifikationen,  Trinkgelder, 

Tantiemen, geldwerte Vorteile aus Mitarbeiterbeteiligungen und andere geldwerte Vor-

teile.  Mithin  sind  sämtliche  geldwerten  Vorteile,  welche  ein  Arbeitnehmer  als  Gegen-

leistung für seine Tätigkeit gestützt auf ein Arbeitsverhältnis erhält, Lohn.  

aa)  Eine  Umqualifizierung  einer  Dividende  in  Lohn  wäre  demnach  dann  ge-

rechtfertigt,  wenn  diese  eine  Gegenleistung  für  die  erbrachte  Arbeit  darstellt.  Wenn 

eine Auszahlung als eine solche Gegenleistung gedacht war, ist sie als solche zu be-

handeln,  ungeachtet  der  äusseren  Form,  in  welche  sie  gekleidet  wurde.  Zur  Beurtei-

lung ist in erster Linie auf die vertraglichen Vereinbarungen abzustellen. Ein klares In-

diz auf eine Substitution von Lohn durch eine Dividende wäre etwa gegeben, wenn der 

ausbezahlte  Lohn  unter  den  vertraglichen  Vorgaben  bleiben  würde,  gleichzeitig  aber 

eine erhöhte Dividende ausgeschüttet würde.  

bb) Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob sich eine solche Umqualifizierung 

auch unmittelbar aus dem Drittvergleich ergeben kann, indem eine nicht marktgerechte 

Entlöhnung  bei  gleichzeitiger  hoher  Dividende  ohne  weiteres  zur  Umdeutung  eines 

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Teils  der  Dividende  in  Lohn  berechtigt.  Das  kantonale  Steueramt  macht  dies  geltend 

und verweist hierzu auf die Praxis von AHV-Ausgleichskassen und die hierzu erlasse-

nen  Mitteilungen  an  die  AHV-Ausgleichskassen und EL-Durchführungsstellen  Nr.  219 

vom 31. März 2008 (R-act. 6 S. 3 Ziff. 2.5). Darin hat das Bundesamt für Sozialversi-

cherungen  Regeln  für  die  Abgrenzung  von  massgebendem  Lohn  und  Kapitalertrag 

aufgestellt.  Dabei  stützt  es  sich  auf  Art.  5  des  Bundesgesetzes  über  die  Alters-  und 

Hinterlassenenversicherung  vom  20.  Dezember  1946  (AHVG)  und  die  hierzu  beste-

hende  Rechtsprechung,  gemäss  welcher  es  an  den  Ausgleichskassen  liegt,  zu  ent-

scheiden,  ob  ein  Einkommensbestandteil  als  massgebender  Lohn  oder  als  Kapitaler-

trag zu qualifizieren ist.  

Im  Steuerrecht  stellte  sich  die  Frage  des  angemessenen  Lohns  eines  ange-

stellten Hauptaktionärs bisher im Zusammenhang mit verdeckten Gewinnausschüttun-

gen bei der Einschätzung von Gesellschaften. Die über ein angemessenes Arbeitsent-

gelt  hinausgehende  geldwerte  Leistung  einer  Kapitalgesellschaft  an  den  massgeblich 

beteiligten  Anteilsinhaber  stellt  keine  Einkunft  aus  unselbstständiger  Erwerbstätigkeit 

mehr  dar,  sondern  eine  verdeckte  Gewinnausschüttung  (§ 64  Abs. 1  Ziff. 2  lit. e  StG; 

Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3. A.,  2013, 

§ 17 N 47 StG sowie § 64 N 201 StG; Markus Reich, Verdeckte Vorteilszuwendungen 

zwischen verbundenen Unternehmen, ASA 54, 621 f.). Aus steuerrechtlicher Perspek-

tive  sind  Arbeitsentschädigungen  dann  übersetzt,  wenn  sie  einem  Drittvergleich  nicht 

standhalten bzw. wenn sie sich nur durch die enge Beziehung des mitarbeitenden Ak-

tionärs zu "seiner" Gesellschaft erklären lassen. Im Zusammenhang mit einem solchen 

Fall  gab  die (damalige)  Steuerrekurskommission  II  ein  Gutachten  über  die Frage des 

angemessenen  Lohns  eines  mitarbeitenden  Mitinhabers  in  Auftrag  (Entscheid  vom 

20. Juni  2006,  2  ST.2004.500/2  DB.2004.94).  Die  Erkenntnisse  wurden  in  der  Folge 

vom  Gutachter  publiziert  (Henneberger/Ziegler,  Zur  Frage  der  Angemessenheit  von 

Salären in der Aktiengesellschaft mitarbeitender Aktionäre, IFF Forum für Steuerrecht, 

2007 S. 19 ff.). Im dortigen Fall ergab dies für mitarbeitende Aktionäre einer kleineren 

Handelsfirma einen beachtlichen Lohnrahmen von rund Fr. 50'000.- bis Fr. 186'000.-. 

Im vorliegenden Fall liegt indessen keine verdeckte Gewinnausschüttung vor, 

erachtet doch das kantonale Steueramt den ausbezahlten Lohn als zu tief. Ein zu tiefer 

Lohn  kann  aber  nie  einen  geschäftsmässig  nicht  begründeten  Aufwand  darstellen. 

Damit stellen die Bestimmungen über die verdeckte Gewinnausschüttung keine rechtli-

che Grundlage für die vom kantonalen Steueramt beantragte Korrektur dar.  

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cc)  §  17  StG  selbst  enthält  keinen  Begriff  des  "massgebenden  Lohns"  wie 

etwa  Art.  5  AHVG.  §  17  StG  verbietet  nicht,  dass  ein  Inhaber  sich  selbst  einen  im 

Marktvergleich zu tiefen Lohn auszahlt; einzig einem zu hohen Lohn wird – wie soeben 

dargestellt – durch § 64 Abs. 1 Ziff. 2 StG ein Riegel geschoben. Daraus ist zu schlies-

sen,  dass  ein  dem  Drittvergleich  widersprechender  zu  tiefer  Lohn  nicht  bereits  schon 

aus  diesem  Grund  aufgerechnet  werden  darf.  Umgekehrt  lässt  sich  aber  auch  nicht 

sagen, der Drittvergleich sei unbeachtlich; vielmehr kann ein zu tiefer Lohn bei gleich-

zeitig hoher Dividende ein Indiz darstellen, dass die Entlöhnung für die Arbeitsleistung 

verdeckt auf andere Weise erfolgt.  

b) aa) Gemäss Sachdarstellung der Pflichtigen bezog sie folgenden Lohn bzw. 

erzielte die C AG folgende Ergebnisse (2006 vier Monate; Geschäftsjahr jeweils bis 30. 

September):  

Lohn  

Reingewinn 

Dividende 

Basislohn  

Bonus 

Total (brutto) 

Fr.  

Fr.  

Fr.  

30'157.- 

44'895.- 

75'052.- 

Fr.  

- 

Fr.  

- 

180'000.- 

109'577.- 

289'577.- 

- 23'126.- 

0.- 

180'000.- 

92'619.- 

272'619.- 

232'569.- 

150'000.- 

180'000.- 

42'222.- 

222'222.- 

1'208'203.- 

1'200'000.- 

180'000.- 

43'034.- 

223'034.- 

280'797.- 

230'000.-. 

2006 

2007 

2008 

2009 

2010 

Mit Auflage vom 15. Oktober 2014 verlangte das Steuerrekursgericht von den 

Pflichtigen  die  Arbeitsverträge  und  die  Berechnungsgrundlagen.  Die  Pflichtige  legte 

darauf eine schriftliche Bestätigung über das Arbeitsverhältnis vom 30. Dezember 2007 

vor. Gemäss diesem war sie vollzeitlich tätig, mit einem Ferienanspruch von acht Wo-

chen. Der Basislohn betrug Fr. 180'000.-, hinzu kam ein Bonus, welcher sich nach Ar-

beitseinsatz in qualitativer und quantitativer Hinsicht und nach subjektiv empfundenen 

Zusatzbelastungen richtete. Die Bonushöhe lag zwischen Fr. 40'000.- und Fr. 120'000.-

. In der Replik vom 31. Mai 2014 führte sie hierzu aus, die Bonushöhe werde nach der 

Anzahl  geleisteter  Überstunden  gemessen  und  daran,  ob  die  Arbeitsleistung  mit  be-

sonderen Belastungen einhergehe, so zum Beispiel Arbeit vor Ort oder auch Arbeit in 

einem  besonders  herausfordernden  Projektteam  und  dergleichen.  Damit  basiert  der 

ausbezahlte Lohn auf arbeitsvertraglicher Grundlage. 

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bb)  Bei  der  Pflichtigen  (Jahrgang  1969)  handelt  es  sich  um  eine  diplomierte 

(..) mit Ausbildung zur amerikanischen(…). Auch ohne Beizug eines Gutachtens lässt 

sich sagen, dass der von der C AG ausbezahlte Lohn (Basislohn und Bonus) absolut 

betrachtet nicht bzw. nicht erheblich unter dem Rahmen dessen liegt, was eine Ange-

stellte in ihrem Alter und ihren Qualifikationen auf dem freien Markt verdient hätte. Im-

merhin  fällt  aber  auf,  dass  gegenüber  ihrem  letzten  Lohn  bei  der  KPMG  von  Fr. 

293'191.- (2005) und Fr. 216'516.- (2006, acht Monate) ein nicht unerheblicher Rück-

gang zu verzeichnen ist. Indessen reicht der ausbezahlte Lohn noch immer bei weitem 

für die Bestreitung der Lebenshaltungskosten aus.  

Auffallend  ist  indessen,  dass  die  Lohnentwicklung  der  Pflichtigen  und  der 

Reingewinn  der  C  AG  nicht  parallel,  sondern  sogar  konträr  verlaufen.  Die  Pflichtige 

erklärt  denn  auch,  dass  ihr  Arbeitseinsatz  und  nicht  der  finanzielle  Erfolg  Grundlage 

des Bonus darstellte. Daraus lässt sich bereits der Schluss ziehen, dass jedenfalls mit 

Bezug  auf  den  Bonus  keine  marktgerechte  Entlöhnung  angestrebt  wurde,  dient  die 

Aussicht auf einen Bonus doch gemeinhin der Motivation der Arbeitnehmer und ist als 

angemessene  Beteiligung  desselben  am  wirtschaftlichen  Erfolg  der  Unternehmung 

gedacht. Ein Arbeitgeber wird in der Regel vor dem Eintritt eines solchen Erfolgs denn 

auch kaum bereit sein, Bonusauszahlungen an seine Arbeitnehmer vorzunehmen. Auf-

fallend ist, dass der Lohn ab 2008, als sich bei der C AG der finanzielle Erfolg einzu-

stellen begann, bedeutend gesenkt wurde, was vermuten lässt, dass das am 1. Janu-

ar 2008  bzw.  2009  erfolgte  Inkrafttreten  von  §  35  Abs.  4  StG,  in  der  Fassung  vom 
9. Juli 2007, bzw. von Art. 20 Abs. 1bis DBG, in der Fassung vom 23. März 2007 (Un-

ternehmenssteuerreformgesetz  II),  welche  die  Teil(satz)besteuerung  von  Dividenden 

einführten, wohl auch eine Rolle gespielt haben dürfte.  

cc)  Insgesamt  ergeben  sich  zwar  Hinweise  darauf,  dass  die  Pflichtige  ihren 

Lohn  nicht  nach  marktgerechten  Kriterien  festsetzte  und  die  Ausnutzung  der  mit  der 

Unternehmenssteuerreform  II  eingeführten  Möglichkeiten  der  Steueroptimierung  eine 

Rolle  gespielt  haben  dürfte.  Dies  reicht  indessen  nicht  zur  Annahme  aus,  dass  eine 

Substitution von Arbeitseinkommen durch Dividendenausschüttung erfolgt war. Insge-

samt rechtfertigen es die vorliegenden Umstände daher nicht, eine entsprechende Kor-

rektur vorzunehmen.  

c)  aa)  Ein  nicht  marktgerechtes  tiefes  Arbeitseinkommen  bei  gleichzeitiger 

grosszügiger  Dividende  kann  indessen  auch  ein  Indiz  für  eine  Steuerumgehung  dar-

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stellen.  Nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  (vgl.  BGE  138  II  239  E.  4.1; 

BGr,  14.  Juni  2012,  2C_1027/2011  bzw.  2C_1028/2011  E.  4.2,  mit  Hinweisen)  wird 

eine Steuerumgehung angenommen, wenn  

-  eine  von  den  Beteiligten  gewählte  Rechtsgestaltung  als  ungewöhnlich,  sachwidrig 

oder  absonderlich,  jedenfalls  den  wirtschaftlichen  Gegebenheiten  völlig  unange-

messen erscheint,  

-  anzunehmen ist, dass die gewählte Rechtsgestaltung missbräuchlich lediglich des-

halb getroffen wurde, um Steuern einzusparen, die bei sachgemässer Ordnung der 

Verhältnisse geschuldet wären, und  

-  das  gewählte  Vorgehen  tatsächlich  zu  einer  erheblichen  Steuerersparnis  führen 

würde, sofern es von den Steuerbehörden hingenommen würde.  

bb)  Ein  Vergleich der  Steuerfolgen  der  von der Pflichtigen gewählten  mit  der 

von der Vorinstanz vertretenen Aufteilung von Lohn und Dividende ergibt jedoch, dass 

mit  der  Lösung  der  Pflichtigen  gar  keine  Steuerersparnis  verbunden  ist.  Dabei  er-

scheint es als sachgerecht, bei diesem Vergleich die Steuerfolgen bei der C AG einzu-

beziehen; diesfalls wird aber die bei höherer Dividende erzielte Steuerersparnis bei der 

Pflichtigen durch die höheren Steuern bei der C AG kompensiert.  

Beim  folgenden  Vergleich  geht  die  Variante  1  von  einer  Dividende  von 

Fr. 1'350'000.-  und  einem  Nettolohn  von  Fr.  192'000.-  gemäss  Steuererklärung  aus. 

Die Variante 2 enthält die Faktoren gemäss dem Antrag des kantonalen Steueramts in 

der  Rekursantwort  mit  einer  Dividende  Fr.  687'500.-  und  einem  Nettolohn  von  Fr. 

854'500.-  (Nettolohn  Fr.  192'000.-  +  Fr.  662'500.-).  Für  den  Vergleich  wird  auf  die 

Steuerperiode 2009, mit Verheiratetentarif, Steuergemeinde E, abgestellt; das Vermö-

gen wird zur Vereinfachung ausgeklammert.  

Variante 1  

Variante 2 

A. Staats- und Gemeindesteuern  

Fr.  

Steuerbares Einkommen  

1'664'600.- 

Ertrag aus qualifizierter Beteiligung  

1'350'000.- 

Steuerbetrag  

217'119.- 

B. Direkte Bundessteuer 

Steuerbares Einkommen 

Steuerbetrag  

1'138'100.- 

130'881.- 

Fr.  

1'664'600.- 

687'500.- 

289'790.- 

1'403'100.-* 

161'356.- 

1 ST.2014.46 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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C. C AG 

Reingewinn (= Dividende) 

1'350'000.- 

687'500.- 

Steuerbetrag  

- Staats- und Gemeindesteuern  

- Direkte Bundessteuer 

134'171.- 

114'750.- 

D. Steuerbeträge Total 

217'119.- 

130'881.- 

134'171.- 

114'750.- 

596'921.-. 

Steuerbetrag 

66'279.- 

58'438.- 

289'790.- 

161'356.- 

66'279.- 

  58'438.- 

575'863.-. 

(*= Fr. 1'138'100.- + Fr. 540'000.- ./ 40% von Fr. 687'500.-) 

Bei Korrektur gemäss Antrag des kantonalen Steueramts fällt somit die Steu-

erbelastung insgesamt um Fr. 21'058.- geringer aus. Damit ist aber der Annahme einer 

Steuerumgehung von vornherein die Grundlage entzogen.  

d)  Insgesamt  ist  daher  der  Antrag  des  kantonalen  Steueramts  auf  Korrektur 

des Lohns bzw. der Dividende abzuweisen.  

3. Weiter streitig ist der von den Pflichtigen zu deklarierende Vermögenssteu-

erwert der C AG.  

a)  aa)  Das  Vermögen  –  und  damit  insbesondere  auch  das  Wertschriftenver-

mögen – wird zum Verkehrswert bewertet (§ 39 Abs. 1 StG). Es bemisst sich nach dem 

Stand am Ende der Steuerperiode (§ 51 Abs. 1 StG). Die Bewertung zum Verkehrswert 

wird den Kantonen durch Art. 14 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung 

der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  vom  14.  Dezember  1990  (StHG) 

vorgeschrieben, wobei der Ertragswert angemessen zu berücksichtigen ist. Nach wel-

chen  Regeln  die  Bewertung  zu  erfolgen  hat,  sagt  das  StHG  indessen  nicht,  weshalb 

den  Kantonen  ein  weiter  Ermessenspielraum  verbleibt  (Zigerlig/Jud,  in:  Kommentar 

zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, 2. A., 2002, Art. 14 N 2 StHG). Allgemein 

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ist  der  Verkehrswert  der  objektive  Marktwert,  der  einem  Vermögensobjekt  am  jeweili-

gen Stichtag zukommt. Er ist jener Wert, der bei einer Veräusserung im gewöhnlichen 

Geschäftsverkehr normalerweise zu erzielen wäre, den also ein Käufer unter normalen 

Umständen für ein Objekt zahlen würde. Massgeblich ist dabei eine "technisch-" bzw. 

"rechtlich-objektive"  Betrachtungsweise  (Zigerlig/Jud,  Art.  14  N  1  und  18  StHG; 

RB 1998 Nr. 140, 1989 Nr. 26; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 16 N 97 StG). Abzu-

lehnen  ist  dagegen  eine  "subjektiv-wirtschaftliche"  Betrachtungsweise,  welche  darauf 

abstellt, welchen Wert ein Vermögensrecht für die betreffende steuerpflichtige Person 

aufgrund ihrer individuellen Umstände hat. Umstände, welche lediglich den Preis, nicht 

aber den Wert beeinflussen, müssen deshalb ausser Betracht bleiben.  

bb) Der Verkehrswert nichtkotierter Wertpapiere – um solche handelt es sich 

bei den C AG-Aktien – ist gemäss Ziff. II.2 der für die Steuerperioden 2009 und 2010 

noch geltenden Weisung der Finanzdirektion vom 21. August 1998 (ZStB I Nr. 22/200, 

ab 1. Januar 2011 ersetzt durch Fassung vom 12. November 2010, ZStB I Nr. 22/201) 

nach der Wegleitung der Schweizerischen Steuerkonferenz (SSK) zur Bewertung von 

Wertpapieren  ohne  Kurswert  für  die  Vermögenssteuer  (Kreisschreiben  Nr.  28  vom 

28. August  2008;  www.steuerkonferenz.ch,  nachfolgend Wegleitung)  zu ermitteln.  Die 

SSK hat zudem am 16. Dezember 2010 einen Kommentar zum Kreisschreiben Nr. 28 

veröffentlicht (nachfolgend Kommentar).  

Gemäss Randziffer (Rz) 2 Abs. 4 der Wegleitung entspricht der Verkehrswert 

von  nichtkotierten Wertpapieren, für  die keine  Kursnotierungen  bekannt sind,  dem  in-

neren Wert. Er wird nach den Bewertungsregeln der Wegleitung in der Regel als Fort-

führungswert  berechnet.  Privatrechtliche  Verträge  wie  beispielsweise  Aktionärsbin-

dungsverträge,  welche  die  Übertragbarkeit  der  Wertpapiere  beeinträchtigen,  sind  für 

die  Bewertung  unbeachtlich.  Der  Unternehmenswert  von  Handels-,  Industrie-  und 

Dienstleistungsunternehmen  ergibt  sich  gemäss  Rz  34  der  Wegleitung  aus  der  zwei-

maligen Gewichtung des Ertragswerts und der einmaligen Gewichtung des Substanz-

werts  zu  Fortführungswerten.  Diese  Art  der  Bewertung  wird  auch  "Praktikermethode" 

genannt  und  ist  tendenziell  auf  kleinere  Unternehmen  zugeschnitten  (BGr,  18.  Sep-

tember  2013,  2C_309/2013  und  2C_310/2013,  www.bger.ch).  In  Ergänzung  hierzu 

nimmt  die  SSK  in  Ziff.  5  des  Kommentars  Stellung  zur  Bewertung  einer  Gesellschaft 

mit nicht bzw. schwer  veräusserbarem, von der Leistung einer Einzelperson abhängi-

gem  Ertragswert.  Wird  die  Wertschöpfung  allein  vom  Mehrheitsbeteiligten  erzielt  und 

wird  mit  Ausnahme  von  wenigen  Hilfskräften  für  die  Administration  und  Logistik  kein 

1 ST.2014.46 

 
 
 
 
 
 
 
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weiteres  Personal  beschäftigt,  dann  kann  die  Bewertungsstelle  dies  auf  Antrag  der 

Unternehmung  berücksichtigen,  indem  der  Ertragswert  und  der  Substanzwert  je  ein-

fach gewichtet werden. 

Gemäss  Rz  7  der  Wegleitung  sind  die  Jahresrechnungen  Grundlage  für  die 

Bestimmung  des  Ertragswerts.  Für  die  Berechnung  stehen  zwei  Modelle  zur  Verfü-

gung, indem zusätzlich zum aktuellen Geschäftsjahr entweder auf das letzte oder auf 

die beiden letzten Geschäftsjahre abgestellt wird. Als Ertragswert ist der kapitalisierte 

ausgewiesene  Reingewinn  der  massgebenden Geschäftsjahre heranzuziehen.  Dieser 

Reingewinn wird vermehrt oder vermindert um die in der Wegleitung nachstehend auf-

gezählten Aufrechnungen oder Abzüge (Rz 8 Abs. 1 der Wegleitung). Ausserordentli-

che, am Stichtag bereits vorhersehbare zukünftige Verhältnisse (z.B. Umstrukturierun-

gen  mit  nachhaltigen  Folgen  für  den  Ertragswert)  können  bei  der  Ermittlung  des 

Ertragswerts  angemessen  berücksichtigt  werden  (Rz  8  Abs.  3  der  Wegleitung).  Rz  9 

Abs. 2 der Wegleitung enthält eine Reihe von Positionen, welche vom Ertrag abzuzie-

hen sind, insbesondere in lit. a einmalige und ausserordentliche Erträge (z.B. Kapital-

gewinne,  Auflösung  von  Reserven  sowie  Auflösung  von  Rückstellungen  im  Rahmen 

der bisher in der Bewertung korrigierten, nicht anerkannten Aufwendungen).  

Grundlage  für  die  Bestimmung  des  Substanzwerts  ist  die  Jahresrechnung 

(Rz 11 Abs. 1 der Wegleitung).  

Die Wegleitung enthält sodann Ausnahmen, bei welchen einzig auf den Sub-

stanzwert abgestellt wird. Namentlich sind Handels-, Industrie- und Dienstleistungsun-

ternehmen im Gründungsjahr und in der Zeit der Aufbauphase nach dem Substanzwert 

zu bewerten (Rz 32 der Wegleitung). Für reine Holding-, Vermögensverwaltungs- und 

Finanzierungsgesellschaften  sowie  Immobiliengesellschaften  richtet  sich  der  Unter-

nehmenswert ebenfalls nach dem Substanzwert (Rz 38 bzw. 42 der Wegleitung). Her-

vorzuheben ist ferner, dass gemäss Rz 61 der Wegleitung der eingeschränkten Über-

tragbarkeit von Gesellschaftsanteilen unter bestimmten Voraussetzungen durch einen 

Pauschalabzug von 30% Rechnung getragen wird.  

cc)  Die  von  den  Verwaltungsbehörden  veröffentlichten  Broschüren,  Kreis-

schreiben  und  Merkblätter  stellen  Verwaltungsverordnungen  dar,  d.h.  generelle 

Dienstanweisungen, die sich an nachgeordnete Behörden oder Personen wenden und 

worin  die  Verwaltungen ihre  Sichtweise darlegen.  Als  solche  sind  sie für die  Gerichte 

1 ST.2014.46 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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rechtlich  unverbindlich  (BGE  139  V  122  E.  3.3.4;  BGr,  23.  November  2012, 

2C_689/2011,  E.  3.5).  Das  Bundesgericht  orientiert  sich  an  solchen  Kreisschreiben, 

sofern  diese  eine  überzeugende  Konkretisierung  der  rechtlichen  Vorgaben  enthalten 

und  es  sich  um  eine  eher  technische  Materie  von  begrenzter  Justiziabilität  handelt. 

Eine  solche  Konstellation  ist  in  steuerlichen  Bewertungsfragen  gegeben,  weswegen 

das Bundesgericht in seiner Praxis das Kreisschreiben Nr. 28 im Bereich der Besteue-

rung  natürlicher  Personen  regelmässig  in  seine Erwägungen  einbezieht (BGr,  24.  Ju-

ni 2010,  2C_881/2008;  BGr,  15.  April  2010,  2C_504/2009,  E.  3.3;  BGr,  18.  Septem-

ber 2013, 2C_309/2013 E. 3.5). Von der Wegleitung ist nach der Rechtsprechung nur 

dann  abzuweichen,  wenn  eine  bessere  Erkenntnis  des  Verkehrswerts  dies  gebietet 

(StE  1999  B 52.41  Nr. 2;  im  Ergebnis  ebenso  das  Bundesgericht  in  StE  1997  B  22.2 

Nr. 13). 

Bei  Bewertung  aufgrund  der  Wegleitung  wird  vermutet,  sie  gebe  den  Ver-

kehrswert richtig wieder, sodass der vom Fiskus für diesen Wert zu leistende Nachweis 

als erbracht gilt, und obliegt es dem Steuerpflichtigen, den Gegenbeweis anzutreten. 

b)  aa)  Die Bewertung  der  C  AG  erfolgte  durch das kantonale  Steueramt  des 

Kantons  D  als  Sitzkanton.  Dabei  stellte es für  die Ermittlung  des  Ertragswerts  jeweils 

auf den Reingewinn des aktuellen und der zwei vorangehenden Geschäftsjahre ab und 

kapitalisierte  das  durchschnittliche  Jahresergebnis  für  die  Bewertung  2009  mit  9% 

(= 2%  für  5-Jahre-Swapsatz  +  7%  für  feste  Risikoprämie,  Rz  10  Wegleitung)  und  für 

die  Bewertung  2010  mit  8,5%  (=  1,5%  für  5-Jahres-Swapsatz  +  7%  für  feste  Risiko-

prämie). Dies ergab per 31. Dezember 2009 einen Ertragswert von Fr. 5'251'925.- und 

per  31.  Dezember  2010  von  Fr.  6'751'250.-.  Auf  Antrag der  Pflichtigen wurde für  den 

Vermögenssteuerwert in Anwendung von Ziff. 5 des SSK-Kommentars der Ertragswert 

und der Buchwert nur einmal gewichtet.  

Die  Pflichtige  lehnt  den  Einbezug  des  Ertragswerts  gänzlich  ab,  da  er  allein 

auf  ihrem  persönlichen Arbeitseinsatz  beruhe.  Die  Tätigkeiten  der  C  AG  habe  in Pro-

jektaufträgen bestanden, welche aufgrund der persönlichen Qualifikation und Kunden-

kontakten  der  Pflichtigen  zustande  gekommen  seien.  Es  habe  kein  einziger  Kunden-

vertrag  für  wiederkehrende  Arbeiten  vorgelegen.  Weitere  operativ  tätige  Angestellte 

habe  die  C  AG  nicht  gehabt,  sondern  einzig  Teilzeitpersonal  mit  äusserst  geringem 

Pensum  für  Hilfsarbeiten  wie  Administration  und  Büroreinigung.  Ein  Verkauf  der  Ge-

sellschaft über dem Substanzwert sei in dieser Situation undenkbar. Die Berücksichti-

1 ST.2014.46 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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gung des Ertragswerts sei nicht zwingend vorgeschrieben, und eine Korrektur sei un-

geachtet der Bewertung durch das kantonale Steueramt des Kantons D rechtlich mög-

lich.  

bb) Die Bewertung der C AG unter Einbezug des Substanz- und des Ertrags-

werts  entspricht  der  allgemeinen,  schematischen  Regelung  in  der  Wegleitung,  die  – 

wie  erwähnt  –  nach  Rechtsprechung  und  Praxis  nicht  zuletzt  mit  Rücksicht  auf  die 

Rechtssicherheit  auch  bei  Einmann-Aktiengesellschaften  vermutungsweise  zur  An-

wendung  zu  gelangen  hat.  Die  durch  das  Steueramt  des  Kanton  D  vorgenommene 

Bewertung ist richtig und insofern grosszügig, als der Ertragswert ausnahmsweise le-

diglich einfach gewichtet wird. Dies ist unbestritten. 

Die  Sachverhaltselemente,  die  eine  individuelle,  davon  abweichende  Ver-

kehrswertberechnung nahe  legen könnten,  wären vollumfänglich durch die Pflichtigen 

vorzubringen,  zu  substanzieren  und  in  einem  zweiten  Schritt  zu  beweisen  gewesen. 

Die Parteibehauptungen beschränken sich vorliegend indessen im Wesentlichen einzig 

auf den bereits zu Beginn aktenkundigen Umstand, dass die Pflichtige Alleinaktionärin 

und einzige operativ tätige Angestellte der C AG ist. Inwiefern der durch die Firma er-

zielte  Umsatz  auf  die  Persönlichkeit  bzw.  Arbeitstätigkeit  der  Pflichtigen  zurückzufüh-

ren  ist,  bleibt  vollständig im  Dunkeln.  So  lässt  sich  aus  dem  allgemein und ausseror-

dentlich  breit  gehaltenen  Zweck  der  Firma  (Dienstleistungen  aller  Art  mit  Fokus  auf 

Bereiche  wie  nationales  und  interantionales  Steuerrecht,  Finanz-  und  Rechnungswe-

sen, Unternehmensberatung, etc.) nichts über die konkret in den fraglichen Geschäfts-

jahren erbrachten Dienstleistungen ableiten. Aktenkundig sind weder die Kunden der C 

AG  noch  die  mit  diesen  abgeschlossenen  Verträge.  Ohne  detaillierte  Informationen 

und entsprechende Beweismittel zu diesem Themenkomplex lässt sich nicht erkennen, 

ob  einzig  persönliche  Beziehungen  und  Qualifikationen  zu  den  Kundenbeziehungen 

geführt  haben und ob  die  Verträge  tatsächlich lediglich über  einzelne,  klar  umrissene 

Projekte abgeschlossen wurden oder nicht doch auch längerfristige Komponenten ent-

hielten.  Es  bleibt  davon  abgesehen  ohnehin  nicht  einsichtig,  weshalb  der  Abschluss 

von einzelnen "Projekt-Aufträgen" per se zur Annahme führen müsste, die Kundenbe-

ziehungen  hingen  einzig  von  der  Tätigkeit  der  Pflichtigen  und  ihrem  persönlichen 

Netzwerk an professionellen Kontakten ab. 

Es ist im Gegenteil denkbar und sogar wahrscheinlich, dass auch eine Aktien-

gesellschaft  mit  nur  einem  bzw.  einer  Angestellten  im  Markt  Reputation  und Kunden-

1 ST.2014.46 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
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stamm  aufbauen  kann,  die  unabhängig  von  der  Persönlichkeit  des  Mitarbeiters  bzw. 

der  Mitarbeiterin  einen  Marktwert  darstellen.  Für  einen  solchen  "Goodwill"  könnte  ein 

potentieller Käufer sehr wohl bereit sein, einen erheblichen Preis zu zahlen. Ohne kon-

krete  Anhaltspunkte  über  Kundenstamm  und  Geschäftstätigkeit,  welche  die  Pflichtige 

hätte vorbringen müssen, kann vorliegend hierüber aber nur spekuliert werden.  

Schliesslich ist anzumerken, dass die Pflichtige sich mit ihrer Behauptung, der 

gesamte Wert der Gesellschaft hänge einzig von ihrer Person und ihrer Arbeitstätigkeit 

ab,  in Widerspruch  zu  der  von  ihr  selber  gewählten  arbeitsvertraglichen  Konstruktion 

stellt: Wäre der Erfolg der Unternehmung tatsächlich einzig auf ihren persönlichen Ein-

satz zurückzuführen, so liegt der Verdacht zumindest in der Luft, dass Lohn und Bonus 

im  Arbeitsvertrag,  bei  dem  es  sich  um  ein  klassisches,  so  genanntes  Insichgeschäft 

handelt, bewusst und entgegen dem tatsächlichen Willen der Vertragsparteien zu nied-

rig  festgesetzt  wurden  (so  genannte  Simulation).  Für  die  Pflichtige  bestand  jedenfalls 

aufgrund  ihrer  Doppelrolle  als  Aktionärin  und  Arbeitnehmerin  keinerlei  Veranlassung, 

über das wesentliche Element des Vertrags (die Leistung von Arbeit gegen einen be-

stimmten  Lohn)  eine  den  tatsächlichen  Gegebenheiten  entsprechende  Vereinbarung 

zu treffen, stand es ihr doch jederzeit frei, sich ihren "Bonus" durch einen entsprechen-

den  Griff  in  die  "Dividendenkasse"  anderweitig  zu  beschaffen.  Es  ist  offensichtlich, 

dass  die  beiden  Faktoren  "Lohn"  und  "Marktwert  der  Gesellschaft"  sich  gegenseitig 

beeinflussen bzw. bedingen. Eine Korrektur bei der Bewertung der Gesellschaft müss-

te so gesehen zwingend auch zu einer Anpassung beim Lohn führen, was hier indes-

sen gerade aufgrund der diesbezüglichen Ausführungen und dem Verhalten der Pflich-

tigen nicht geschehen ist.  

Nach alledem ist festzuhalten, dass es den Pflichtigen nicht gelungen ist, Um-

stände zu schildern, die eine Abweichung von den Grundsätzen der Wegleitung erhei-

schen würden. Der Rekurs ist insofern abzuweisen. 

c)  aa)  Die  Pflichtigen  berufen  sich  in  diesem  Zusammenhang  ferner  auf  den 

Grundsatz der Gleichbehandlung im Unrecht und weisen auf ein mit gewissen als juris-

tische  Personen  organisierten  Anwaltskanzleien  abgeschlossenes  Ruling  hin,  nach 

welchem der Wert der entsprechenden Aktien bei den Teilhabern lediglich unter Einbe-

zug des Substanzwerts errechnet würde.  

1 ST.2014.46 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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bb)  Der  Grundsatz  der  Gesetzmässigkeit  der  Verwaltung  (Legalitätsprinzip) 

verlangt  eine  Übereinstimmung  der  Entscheidung  mit  dem  Gesetz;  er  geht  der  Rück-

sichtnahme  auf  eine  gleichmässige  Rechtsanwendung  vor 

(Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter,  VB zu  Art. 109 - 121   N 102  ff.  DBG  und  VB zu  §§ 119 - 131  N 111  ff. 

StG). Wenn aber die Behörde die Aufgabe der auch in gleich gelagerten Fällen geüb-

ten  gesetzeswidrigen  Praxis  ablehnt,  kann  der  Bürger  verlangen,  dass  die  gesetzes-

widrige  Begünstigung,  die  dem  Dritten  zuteil  wird,  auch  ihm  gewährt  wird  (Gleichbe-

handlung  im  Unrecht,  spezielle  Rechtsgleichheit;  vgl.  hierzu  Häfelin/Müller/Uhlmann, 

Rz 518). Dabei dürfen keine gewichtigen öffentlichen Interessen oder das berechtigte 

Interesse  eines  privaten  Dritten  an  der gesetzmässigen  Rechtsanwendung  entgegen-

stehen. In einem solchen Interessenkonflikt sind die einander widersprechenden Rech-

te  und  Interessen  im  Einzelfall  gegeneinander  abzuwägen  (Häfelin/Müller/Uhlmann, 

Rz 522).  Vorausgesetzt  wird  im  Weitern,  dass  sich  die  Behörde  der  Rechtswidrigkeit 

bewusst war und keine Anstalten getroffen hat, ihre Praxis zu ändern. Dies kann erst 

der Fall sein, wenn das höchste Gericht, welches nach seiner eigenen Rechtsprechung 

an eine rechtswidrige Praxis der Kantone nicht gebunden ist (BGr, 9. Juli 1999 = ASA 

69, 652 = StE 1999 B 23.1 Nr. 43; BGE 122 II 446 = ASA 66, 224 = StE 1997 B 23.1 

Nr.  36  =  StR  1997,  22),  in dieser  Frage  einen  abschliessenden  Entscheid gefällt  hat. 

Vorher kann der  Steuerbehörde  letztlich nicht  ernsthaft  vorgeworfen  werden,  sich ge-

setzeswidrig zu verhalten bzw. im vollen Bewusstsein um ihre Rechtswidrigkeit weiter-

hin an einer Praxis festhalten zu wollen.  

cc) Eine pauschale, generell auf Anwaltskanzleien bezogene Ausnahmerege-

lung erscheint mit Blick auf das Legalitätsprinzip als problematisch. Als juristische Per-

sonen  organisierte  Anwaltskanzleien  sind  als  Dienstleistungsunternehmen  zu  qualifi-

zieren, bei welchen Rz 34 der Wegleitung den Einbezug des Ertragswerts verlangt. Die 

von  der  Vorinstanz  angeführten  Gründe  für  die  Abweichung  von  der  vorgesehenen 

Bewertungsmethode  vermögen  nicht  zu  überzeugen.  Beschränkungen  der  Übertrag-

barkeit sind gemäss Rz 61 f. der Wegleitung durch einen Pauschalabzug von 30% zu 

berücksichtigen  bzw.  unbeachtlich,  und die Lohn-  bzw.  Dividendenpolitik  selber  bildet 

erst recht keinen Grund für eine Nichtbeachtung des Ertragswerts. Auch ist nicht ein-

sichtig, inwiefern die Standesregeln es Anwälten verbieten würden, in ihrer Firma einen 

Goodwill mit Marktwert zu schaffen. 

Ob  die  durch  das  Ruling  begründete,  in  der  vorliegenden  Form  –  soweit  er-

sichtlich  –  rechtswidrige  Praxis  des  kantonalen  Steueramts  einer  höchstinstanzlichen 

1 ST.2014.46 

 
 
 
 
 
 
 
 
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gerichtlichen Überprüfung standhielte und ob das Amt trotzdem daran festhielte, kann 

zum  jetzigen  Zeitpunkt  noch  nicht  gesagt  werden.  Die  Berufung  auf  die  spezielle 

Rechtsgleichheit erscheint deshalb als verfrüht. Doch auch wenn die kantonale Behör-

de  den  körperschaftlich  organisierten  Anwaltskanzleien  trotz  anderslautenden  Ge-

richtsentscheiden in Zukunft weiterhin in der geschilderten Weise bevorzugt behandeln 

würde,  wäre  das  Begehren  der  Pflichtigen  abzulehnen,  denn  der  Kreis  der durch das 

Ruling  betroffenen  Anwalts-Unternehmen  erscheint  im  Vergleich  zu  der  grossen  Zahl 

ähnlicher Dienstleistungsunternehmen als zu klein, als dass es sich rechtfertigen wür-

de, die im Steuerharmonisierungsgesetz ausdrücklich festgeschriebene Regel der Be-

wertung des Vermögens nach dem Verkehrswert zugunsten des Gleichheitsgrundsat-

zes allgemein ausser Kraft zu setzen. 

4.  Streitig  ist ferner  die  Frage,  ob  die Pflichtige ihre  Dividendenguthaben ge-

genüber der C AG im Vermögen deklariert hat.  

a) Nach den Akten wurden folgende Dividenden ausgeschüttet: 

Geschäftsjahr  

Ausschüttungsdatum  

Dividende 

Fr.  

1.10.2007 - 30.09.2008  

4. Februar 2009  

150'000.- 

1.10.2008 - 30.09.2009  

31. Dezember 2009  

1'200'000.- 

1.10.2009 - 30.09.2010  

31. Dezember 2010  

230'000.-. 

Im Wertschriftenverzeichnis 2009 ist kein Guthaben gegenüber der C AG ent-

halten,  hingegen  im  Schuldenverzeichnis  eine  Schuld  gegenüber  der  C  AG  von 

Fr. 719'000.-.  Dasselbe  trifft  zu  mit  Bezug  auf  das Wertschriftenverzeichnis  2010  und 

das  Schuldenverzeichnis  2010,  wobei  sich  hier  die  Schuld  auf  Fr. 601'655.-  beläuft. 

Daraus lässt sich in der Tat nicht erkennen, ob die Dividendenguthaben deklariert wor-

den sind oder nicht.  

b) Die Pflichtige macht geltend, dass die Nettodividenden im per 31. Dezem-

ber  2009  bzw.  2010  deklarierten  Nettovermögen  bereits  enthalten  seien,  indem  ihre 

Kontokorrentschuld  gegenüber  der  Gesellschaft  jeweils  mit  der  entsprechenden  Ver-

buchung der Dividendengutschrift reduziert worden sei. Sie legt hierzu eine chronologi-

sche Übersicht über die einzelnen Buchungen sowie Kontoauszüge des Kontos 2140 

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Bilanzvortrag vor, gemäss welchen sie jeweils 65% der Dividende auf dem Gegenkon-

to 2015 gutgeschrieben hat. 

Hingegen  hat  sie  trotz  Auflage  und  Mahnung  durch  das  Steuerrekursgericht 

keine  Originalauszüge  ihres  Kontokorrents  bei  der  C  AG  vorgelegt,  aus  welchen  die 

einzelnen  Buchungen  hervorgegangen  wären. Damit fehlt  es aber  an  einem  unmittel-

baren  Beweis  dafür,  dass  die  Dividendenguthaben  in  der  Vermögensdeklaration  ent-

halten  sind.  Über  die  Gründe,  welche  die  Pflichtige  bewogen  haben,  diese  Kontokor-

rentauszüge  nicht  einzureichen,  lässt  sich  nur  spekulieren.  Diese  Unklarheit  allein 

rechtfertigt es indessen nicht, eine Aufrechnung vorzunehmen, wenn sich auf mittelba-

re Weise Hinweise finden, dass die Dividendenguthaben dennoch im deklarierten Ver-

mögen enthalten sind. Hierfür bietet sich ein Vergleich der Vermögensentwicklung mit 

dem deklarierten Einkommen an. Für den folgenden Vergleich wird auf das steuerbare 

Einkommen  gemäss  den  Einspracheentscheiden  sowie  zur  Vereinfachung  auf  das 

deklarierte Vermögen  ohne  Vermögenssteuerwert  der  C  AG  abgestellt.  Daraus  ergibt 

sich folgende Tabelle: 

Vermögensstand  
per Ende Jahr 

Dividende 

steuerbares Einkommen  
im selben Jahr 

Fr.  

Fr.  

Fr.  

2008  

- 105'033.-  

2009  

1'007'000.-  

2010  

1'455'000.-  

1'350'000.- 

230'000.- 

1'664'600.- 

568'600.-. 

Dabei ist zu berücksichtigen, dass die steuerbaren Einkommen auch den Ver-

rechnungssteueranteil  auf  den Dividenden  umfassen,  welche  in  den deklarierten  Ver-

mögen nicht enthalten sind. Aus dem Vergleich ergibt sich, dass die Dividendengutha-

ben 

im  deklarierten  Vermögen  enthalten  sein  müssen,  andernfalls  bei  deren 

Hinzurechnung  eine  Vermögensvermehrung  resultieren  würde,  welche  sich  mit  dem 

erzielten Einkommen nicht erklären liesse. Auf eine Korrektur ist daher zu verzichten.  

5.  Schliesslich  stellt  sich  die  Frage,  ob  der  Anspruch  auf  Rückerstattung  der 

Verrechnungssteuer im steuerbaren Vermögen jeweils zu deklarieren ist.  

a) Die Deklaration des Rückerstattungsanspruchs im Vermögen setzt voraus, 

dass dieser als bestehende Forderung zu betrachten ist. Zur Beurteilung dieser Frage 

1 ST.2014.46 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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liegt es nahe, auf die Grundsätze der Einkommensrealisation abzustellen. Grundsätz-

lich sind nur unbedingte Leistungsansprüche als realisiertes Einkommen zu qualifizie-

ren (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 50 N 26 f. StG, auch zum Folgenden). Bei auf-

schiebend  (supensiv)  bedingten  Rechtsgeschäften  bleibt  der  Erwerb  von  Einkommen 

bis zum Eintritt eines künftigen Ereignisses in der Schwebe, so dass der Einkommens-

zufluss  erst  in  dem  Zeitpunkt  erfolgt,  in  welchem  der  Schwebezustand  wegfällt  und 

feststeht,  dass  der  Empfänger  das  fragliche  Einkommen  ohne  weitere  Gegenleistung 

behalten kann. Er erhält mit Abschluss des aufschiebend bedingten Vertrags erst eine 

Anwartschaft  auf  die  zugedachten  Rechte.  Hingegen  erfolgt  der  Einkommenszufluss 

bei  auflösend  (resolutiv)  bedingten  Rechtsgeschäften  schon  beim  Erwerb;  ein  Ein-

kommenszufluss  ist  nur  zu  verneinen,  wenn  das  auflösende  Ereignis  unmittelbar  be-

vorsteht.  Diese  Grundsätze  müssen  analog  auch  zur  Anwendung  gelangen  bei  der 

Frage,  ob  der  entsprechende  Anspruch  als  Vermögensrecht  zu  deklarieren  ist  oder 

nicht.  

b) Die Verrechnungssteuerforderung des Gemeinwesens entsteht bei Kapital-

erträgen  im  Zeitpunkt,  in  dem  die  steuerbare  Leistung  fällig  wird  (Art.  12  Abs.  1  des 

Bundesgesetzes über die Verrechnungssteuer vom 13. Oktober 1965, VStG). Bei der 

Dividende als  Ertrag  von  Aktien  tritt  die Fälligkeit  mit  dem  Beschluss der  Generalver-

sammlung über die Gewinnverteilung (Art. 698 Abs. 2 Ziff. 4 OR) ein, wenn kein Fällig-

keitsdatum bestimmt wird, andernfalls an demjenigen Tag, auf den die Dividende zahl-

bar  gestellt  wird  (Michael  Beusch  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht, 

Bundesgesetz über die Verrechnungssteuer, 2. A., 2012, Art. 12 N 33 VStG). Der Emp-

fänger der Dividende hat Anspruch auf Rückerstattung der ihm vom Leistungsschuld-

ner abgezogenen Verrechnungssteuer, wenn er zur Zeit der Fälligkeit der Erträgnisse 

das  Nutzungsrecht  an  den  entsprechenden  Vermögenswerten  besitzt  (Art.  21  Abs.  1 

lit. a VStG). Sein Anspruch auf die Rückerstattung der Steuer entsteht mit der Fälligkeit 

der  steuerbaren  Leistung  (Maja  Bauer-Balmelli,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen 

Steuerrecht,  Bundesgesetz  über  die  Verrechnungssteuer,  2.  A.,  2012,  Art.  21  N  6 

VStG). Allerdings kann der Anspruch in der Regel erst nach Ablauf des Kalenderjahrs, 

in dem die Fälligkeit eintritt, geltend gemacht werden (Art. 29 Abs. 2 VStG) und ist an 

zwei  Bedingungen  geknüpft  (Art.  21  Abs.  2,  Art.  23  VStG).  Bedingung  ist  einerseits, 

dass  die  Rückerstattung  nicht  zu  einer  Steuerumgehung  führt  (Art.  21  Abs.  2  VStG), 

und  andererseits  die  Angabe  der  Einkünfte  und  Vermögen,  woraus  solche  Einkünfte 

fliessen, gegenüber den Steuerbehörden (Art. 23 VStG). 

1 ST.2014.46 

 
 
 
 
 
 
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Demzufolge  kann  der  Steuerpflichtige  den  Rückerstattungsanspruch  nicht 

bereits ab dem Zeitpunkt der Ablieferung der Verrechnungssteuer durch den Schuldner 

geltend  machen,  sondern  erst  mit  Erfüllung  der  Bedingungen  für  dessen  Geltendma-

chung, insbesondere der ordnungsgemässen Deklaration. Mithin herrscht zunächst ein 

Schwebezustand, weshalb die Voraussetzungen für die Geltendmachung als Suspen-

sivbedingungen  zu  qualifizieren  sind.  Dies  führt  zum  Schluss,  dass  der  Rückerstat-

tungsanspruch zunächst nur eine Anwartschaft darstellt und in der Steuererklärung des 

Fälligkeitsjahres  nicht  im  Vermögen  per  Ende  Jahr  zu  deklarieren  ist  (a.M.  VGr  AG, 

6. Mai 2002 = StE 2003 A 24.41.1 Nr. 1). Dies entspricht im Übrigen auch der Praxis 

der Steuerbehörden, ist doch gemäss dem seit jeher verwendeten amtlichen Formular 

Wertschriftenverzeichnis  der  ermittelte  Verrechnungssteueranspruch nicht  in das  Ver-

mögen zu übertragen, was gestalterisch ohne weiteres möglich gewesen wäre. Daran 

ändert  nichts,  dass  der  dem  Rückerstattungsanspruch  zugrunde  liegende  Anteil  der 

Dividende  als  Vermögensertrag  zu  deklarieren  ist,  erfolgt  dies  doch  kraft  ausdrückli-

cher gesetzlicher Vorschrift. Insgesamt ist deshalb zu schliessen, dass der Rückerstat-

tungsanspruch zunächst eine blosse Anwartschaft darstellt und noch nicht bereits mit 

der Steuererklärung des Fälligkeitsjahres im Vermögen zu deklarieren ist.  

Das  kantonale  Steueramt  hat  mit  den  Einschätzungsentscheiden  2009  und 

2010  vom  26.  August  2013  jeweils  den  Rückerstattungsanspruch  für  die  Verrech-

nungssteuer  festgesetzt.  Damit  ist  der  Anspruch  auf  Rückerstattung  erst  ab  diesem 

Zeitpunkt im Vermögen zu deklarieren.  

6. Gestützt auf diese Erwägungen sind Rekurs und Antrag auf Höhereinschät-

zung abzuweisen. Bei diesem Ausgang sind die Kosten des Verfahrens den Rekurren-

ten aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG). Die Voraussetzungen für die Zusprechung einer 

Parteientschädigung  sind  nicht  erfüllt  (§ 152 StG  i.V.m.  § 17  Abs. 2  des  Verwaltungs-

rechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen.  

[…] 

1 ST.2014.46