# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e11f839-9d26-5c40-9d16-958bfd972e2a
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-15
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 15.02.2024 460 23 101 (460 2023 101)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-23-101_2024-02-15.pdf

## Full Text

Seite 1   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 
15. Februar 2024 (460 23 101)  
____________________________________________________________________ 
 
 
Strafrecht  
 
 
Sexuelle Handlungen mit Kindern 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Helena Hess (Ref.),  

Richter Dominique Steiner; Gerichtsschreiber Pascal Neumann 
 
 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  
Hauptabteilung Allgemeine Delikte,  
Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  
Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin  
 
A.____,  
gesetzlich vertreten durch B.____,   
vertreten durch Advokatin Jessica Baltzer,  
Advokatur am Dreispitz, Bordeaux-Strasse 5, 4053 Basel,  
Privatklägerin 

  
 
gegen 
 
 

 C.____,   
vertreten durch Advokatin Isabelle Achermann,  
Bäumleingasse 18, 4051 Basel,  
Beschuldigter und Berufungskläger 
 
 

Gegenstand Sexuelle Handlungen mit Kindern 
(Berufung und Anschlussberufung gegen das Urteil des Strafge-
richtspräsidiums Basel-Landschaft vom 17. Januar 2023)  

 
 

 
 
 

 
 
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A. Mit Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 17. Januar 2023 wurde 

C.____ der sexuellen Handlungen mit einem Kind schuldig erklärt und zu einer bedingt voll-

ziehbaren Freiheitsstrafe von sechs Monaten, bei einer Probezeit von zwei Jahren, verurteilt; 

dies in Anwendung von Art. 187 Ziff. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB sowie Art. 44 

Abs. 1 StGB (Dispositiv-Ziffer 1). Demgegenüber wurde von der Anordnung einer Landesver-

weisung gegen den Beschuldigten in Anwendung von Art. 66a Abs. 2 StGB abgesehen (Dispo-

sitiv-Ziffer 2). Hingegen wurde ihm in Anwendung von Art. 67 Abs. 3 lit. b StGB die Ausübung 

jeder beruflichen und jeder organisierten ausserberuflichen Tätigkeit, die einen regelmässigen 

Kontakt zu Minderjährigen umfasst, lebenslänglich verboten (Dispositiv-Ziffer 3). Weiter wurde 

angeordnet, dass sämtliche im vorliegenden Verfahren forensisch gesicherten Daten, welche 

sich bei der Polizei Basel-Landschaft, IT-Forensik, befinden, nach Rechtskraft des Urteils unwi-

derruflich gelöscht werden (Dispositiv-Ziffer 4). Ferner wurde der Beschuldigte dazu verurteilt, 

A.____ CHF 1'500.-- zuzüglich 5 % Zins ab dem 7. Februar 2021 als Genugtuung zu bezahlen; 

die Mehrforderung wurde abgewiesen (Dispositiv-Ziffer 5). Die Verfahrenskosten, bestehend 

aus den Kosten des Vorverfahrens von CHF 6'407.20 und der Gerichtsgebühr von   

CHF 3’000.--, gingen in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO zu Lasten des Beschuldigten 

(Dispositiv-Ziffer 6). Sodann wurde das Honorar der amtlichen Verteidigerin, Advokatin Isabelle 

Achermann, in reduziertem Umfang von CHF 12'488.05 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) 

unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung von C.____ nach Art. 135 Abs. 4 StPO aus der 

Gerichtskasse entrichtet (Dispositiv-Ziffer 7). Schliesslich wurde Advokatin Jessica Baltzer für 

die Opfervertretung aus der Staatskasse ein Honorar in Höhe von CHF 4'813.-- (inkl. Auslagen 

und Mehrwertsteuer) zugesprochen (Dispositiv-Ziffer 8). Auf die Begründung dieses Urteils so-

wie der nachfolgenden Eingaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwä-

gungen des vorliegenden Entscheids eingegangen.  

 

B. Gegen das erstinstanzliche Urteil meldete der Beschuldigte mit Schreiben vom 25. Januar 

2023 die Berufung an und reichte sodann mit Eingabe vom 30. Mai 2023 die Berufungserklä-

rung beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, ein mit folgenden Anträgen: 

Es sei das angefochtene Urteil bezüglich der Ziffern 1, 3, 5 und 6 vollständig aufzuheben (Zif-

fer 1), und es sei C.____ vom Vorwurf der sexuellen Handlungen mit einem Kind vollumfänglich 

und kostenlos freizusprechen (Ziffer 2). Des Weiteren sei das lebenslängliche Verbot betreffend 

Ausübung jeder beruflichen und jeder organisierten ausserberuflichen Tätigkeit, die einen re-

 
 
 

 
 
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gelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, aufzuheben (Ziffer 3). Ebenso sei C.____ von 

der Zahlung einer Genugtuung von CHF 1'500.-- zuzüglich 5 % Zins ab dem 7. Februar 2021 

freizusprechen (Ziffer 4). Zudem sei dem Beschuldigten die amtliche Verteidigung zu bewilligen 

(Ziffer 5); dies alles unter o/e Kostenfolge für beide Instanzen (Ziffer 6).   

 

C. Mit Stellungnahme vom 1. Juni 2023 beantragte die Privatklägerin die Bestätigung des 

angefochtenen Urteils unter o/e Kostenfolge zu Lasten des Berufungsklägers. Ausserdem be-

gehrte sie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung für das 

zweitinstanzliche Verfahren.  

 

D. Die Staatsanwaltschaft erklärte mit Datum vom 14. Juni 2023 die Anschlussberufung und 

beantragte darin, es sei der Beschuldigte in Übereinstimmung mit dem angefochtenen Urteil der 

sexuellen Handlungen mit einem Kind schuldig zu erklären, allerdings sei die ausgesprochene 

Freiheitsstrafe zu erhöhen.  

 

E. Mit Datum vom 14. August 2023 reichte der Beschuldigte seine Berufungsbegründung ein 

mit folgenden, leicht abgeänderten Rechtsbegehren: Es sei das angefochtene Urteil bezüglich 

der Ziffern 1, 3, 5 und 6 vollständig aufzuheben (Ziffer 1). Demnach sei C.____ vom Vorwurf der 

sexuellen Handlungen mit einem Kind vollumfänglich und kostenlos freizusprechen; eventualiter 

sei er zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je CHF 30.--, mit einer Probezeit 

von zwei Jahren, zu verurteilen (Ziffer 2). Des Weiteren sei das lebenslängliche Verbot betref-

fend Ausübung jeder beruflichen und jeder organisierten ausserberuflichen Tätigkeit, die einen 

regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, aufzuheben (Ziffer 3). Ebenso sei C.____ 

von der Zahlung einer Genugtuung von CHF 1'500.-- zuzüglich 5 % Zins ab dem 7. Februar 

2021 freizusprechen (Ziffer 4). Zudem sei dem Beschuldigten die amtliche Verteidigung zu be-

willigen (Ziffer 5); dies alles unter o/e Kostenfolge für beide Instanzen (Ziffer 6).  

 

F. Die Staatsanwaltschaft hielt in ihrer Anschlussberufungsbegründung vom 17. August 

2023 an ihren bereits vorgebrachten Anträgen fest.  

 

G. Mit Stellungnahme vom 14. September 2023 beantragte der Beschuldigte die Abweisung 

der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft unter Verweis auf seine eigenen Vorbringen.  

 

 
 
 

 
 
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H. Die Privatklägerin teilte mit Schreiben vom 18. September 2023 ihren Verzicht auf eine 

Stellungnahme zu den Rechtsschriften des Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft mit.  

 

I. Die Staatsanwaltschaft nahm sodann mit Eingabe vom 19. Oktober 2023 Stellung zur 

Berufungsbegründung des Beschuldigten, ohne eigene Anträge vorzubringen.  

 

J. Mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgerichts vom 19. Juni 2023 wurde dem 

Beschuldigten die amtliche Verteidigung für das zweitinstanzliche Verfahren bewilligt. Gleich-

ermassen wurde der Privatklägerin mit nämlicher Verfügung die unentgeltliche Rechtspflege für 

das Berufungsverfahren gewährt.  

 

K. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung sind der Beschuldigte mit seiner amtlichen 

Verteidigerin, Advokatin Isabelle Achermann, Stephan Schmid als Vertreter der Staatsanwalt-

schaft sowie die Rechtsvertreterin der Privatklägerin, Advokatin Jessica Baltzer, anwesend. Auf 

die von den Anwesenden getätigten Darlegungen wird wiederum, soweit erforderlich, im Rah-

men der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

 

 

Erwägungen  

 

 

1. Formalien und Verfahrensgegenstand  

 

1.1 Formalien  

 

Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Berufungs-

instanz zur Beurteilung der vorliegenden Rechtsmittel ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO 

sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Nach Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig ge-

gen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abge-

schlossen worden ist. Gemäss Abs. 3 von Art. 398 StPO können mit der Berufung gerügt wer-

den: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, 

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststel-

lung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das 

 
 
 

 
 
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Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Laut 

Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 

zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem 

Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche 

Berufungserklärung einzureichen. Die Anschlussberufung ist Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO folgend 

innerhalb von 20 Tagen seit Empfang der Berufungserklärung schriftlich zu erklären. Schliess-

lich wird die Legitimation der Staatsanwaltschaft zur Ergreifung des Rechtsmittels in Art. 381 

Abs. 1 StPO und diejenige des Beschuldigten in Art. 382 Abs. 1 StPO normiert. Nachdem in 

casu das angefochtene Urteil ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt, sowohl der Beschul-

digte als auch die Staatsanwaltschaft berufungs- bzw. anschlussberufungslegitimiert sind, zu-

lässige Rügen erheben und die Rechtsmittelfristen gewahrt haben sowie der Erklärungspflicht 

nachgekommen sind, ist im Folgenden ohne Weiteres auf die Berufung des Beschuldigten und 

die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft einzutreten.  

 

1.2 Verfahrensgegenstand   

 

a) Gegen das erstinstanzliche Urteil haben sowohl der Beschuldigte wie auch die Staatsan-

waltschaft ein Rechtsmittel ergriffen. Dabei ficht der Beschuldigte in seiner Berufung das ihn 

betreffende Urteil des Vorderrichters grundsätzlich vollumfänglich an, womit seine Verurteilung 

wegen sexueller Handlungen mit Kindern, die darauf fussende Strafzumessung wie auch die 

daraus resultierende Kostenverteilung (beinhaltend ebenso die Rückzahlungsverpflichtung von 

C.____ nach Art. 135 Abs. 4 StPO) inklusive der Verpflichtung zur Leistung einer Genugtu-

ungszahlung an das Opfer in der Höhe von CHF 1'500.-- zuzüglich 5 % Zins ab dem 7. Februar 

2021 sowie schliesslich das Verbot zur Ausübung jeder beruflichen und jeder organisierten 

ausserberuflichen Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, zu 

prüfen sind. Demgegenüber hat die Staatsanwaltschaft in ihrer Anschlussberufung ihre Begeh-

ren auf die Anfechtung des erstinstanzlichen Strafmasses beschränkt. Gestützt auf Art. 404 

Abs. 1 StPO bilden damit im vorliegenden Berufungsverfahren nur noch die vorgängig genann-

ten Punkte Gegenstand der richterlichen Beurteilung (vgl. auch Art. 398 Abs. 2 StPO sowie 

Art. 399 Abs. 4 StPO).  

 

b) Namentlich nicht mehr zu prüfen sind mangels diesbezüglicher Anfechtung der Entscheid 

der Vorinstanz, wonach von der Anordnung einer Landesverweisung gegen den Beschuldigten 

 
 
 

 
 
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abgesehen wird (Dispositiv-Ziffer 2), die Direktive, wonach sämtliche im vorliegenden Verfahren 

forensisch gesicherten Daten, welche sich bei der Polizei, IT-Forensik, befinden, nach Rechts-

kraft des Urteils unwiderruflich gelöscht werden (Dispositiv-Ziffer 4), die Festlegung des Hono-

rars der amtlichen Verteidigerin, Advokatin Isabelle Achermann, in reduziertem Umfang von 

CHF 12'488.05 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) (Dispositiv-Ziffer 7) sowie die Festsetzung 

der Entschädigung der Opfervertreterin, Advokatin Jessica Baltzer, in Höhe von CHF 4'813.-- 

(inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) (Dispositiv-Ziffer 8).   

 

c) Gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO darf die Rechtsmittelinstanz Entscheide nicht zum Nachteil 

der beschuldigten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen 

worden ist (Verbot der sogenannten "reformatio in peius"). Diese Konstellation liegt zufolge der 

durch die Staatsanwaltschaft erklärten Anschlussberufung nicht vor, wobei diese lediglich auf 

die Bemessung der Strafe beschränkt ist. Infolgedessen kann das Kantonsgericht das erstin-

stanzliche Urteil entweder bestätigen oder im Rahmen der Berufungsanträge zu Gunsten des 

Beschuldigten mildern, nicht aber zu dessen Lasten verschärfen. Eine Ausnahme besteht hin-

sichtlich des ausgefällten Strafmasses, welches entweder bestätigt, zu Gunsten des Beschul-

digten gemildert oder zu dessen Lasten verschärft werden kann.   

 

 

2. Parteistandpunkte  

 

2.1 Ausführungen des Beschuldigten  

 

(...)  

 

2.2 Darlegungen der Staatsanwaltschaft  

 

(...)  

 

2.3 Vorbringen der Privatklägerin  

 

(...)  

  

 
 
 

 
 
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3. Verfahrensgrundsätze, Beweiswürdigung und Sachverhalt  

 

3.1 Verfahrensgrundsätze 

 

(...) 

 

3.2 Beweiswürdigung 

  

(...)   

 

3.3 Sachverhalt 

 

(...)  

 

 

4. Tatbestand der sexuellen Handlungen mit Kindern  

 

4.1 

a) Die Vorinstanz hat zur Begründung ihres diesbezüglichen Schuldspruchs was folgt erwo-

gen: Hinsichtlich der strittigen Sachverhaltsfragen sei auf die überzeugenden Depositionen der 

Privatklägerin abzustellen, welche den Sachverhalt dergestalt darlege, wie er in die Anklage-

schrift Eingang gefunden habe. Dies bedeute insbesondere, dass einerseits die von der Privat-

klägerin geschilderten, vom Beschuldigten an ihr (gegen ihren Willen) vorgenommenen sexuel-

len Handlungen rechtsgenüglich nachgewiesen seien. Andererseits müsse angesichts der Fra-

ge des Beschuldigten, ob der Privatklägerin dies gefalle, auch davon ausgegangen werden, 

dass es sich dabei nicht um zufällige Berührungen gehandelt habe, sondern diese in sexueller 

Absicht erfolgt seien. Unbestritten sei schliesslich, dass der Beschuldigte im Wissen um das 

damalige Alter der Privatklägerin gehandelt habe. Gestützt auf den erstellten Anklagesachver-

halt sei folglich davon auszugehen, dass der Beschuldigte mit der damals 12-jährigen Privatklä-

gerin die angeklagten Handlungen – namentlich das Reiben seines Genitalbereichs an ihrem 

Bein, das Berühren ihres Oberschenkels und Scheidenbereichs mit der Hand sowie das Legen 

ihrer Hand auf seinen Penis – vorgenommen habe, welche offensichtlich als sexuelle Handlun-

 
 
 

 
 
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gen im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB zu qualifizieren seien, womit er den objektiven Tatbe-

stand erfüllt habe. In subjektiver Hinsicht habe der Beschuldigte, der um das Alter der Privatklä-

gerin gewusst habe, in sexueller Absicht, mithin vorsätzlich, gehandelt, weshalb er sich ent-

sprechend strafbar gemacht habe. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe seien 

schliesslich keine ersichtlich.  

 

b) Demgegenüber vertritt der Beschuldigte den Standpunkt, er habe das ihm zur Last geleg-

te deliktische Verhalten schlichtweg nicht an den Tag gelegt (vgl. oben E. 2.1).  

 

c) Die Staatsanwaltschaft beantragt, es sei das erstinstanzliche Urteil im Schuldpunkt voll-

umfänglich zu bestätigen (vgl. oben E. 2.2). 

 

d) Gleichermassen begehrt die Privatklägerin die Bestätigung des angefochtenen Urteils 

(vgl. oben E. 2.3).  

 

4.2  

a) Gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe 

bestraft, wer mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexuelle Handlung vornimmt, es zu einer sol-

chen Handlung verleitet oder es in eine sexuelle Handlung einbezieht. Hat der Täter zur Zeit der 

Tat oder der ersten Tathandlung das 20. Altersjahr noch nicht zurückgelegt und liegen beson-

dere Umstände vor oder ist die verletzte Person mit ihm die Ehe oder eine eingetragene Part-

nerschaft eingegangen, so kann die zuständige Behörde von der Strafverfolgung, der Überwei-

sung an das Gericht oder der Bestrafung absehen (Art. 187 Ziff. 3 StGB).  

 

b) Art. 187 StGB will die Gefährdung der sexuellen Entwicklung der Unmündigen verhindern. 

Es geht darum, die ungestörte Entwicklung des Kindes zu gewährleisten, bis es die notwendige 

Reife erlangt hat, damit es zur verantwortlichen Einwilligung zu sexuellen Handlungen in der 

Lage ist (BOTSCHAFT 1985, 1065). Nach Ansicht des Gesetzgebers ist eine solche Reife unter 

dem 16. Altersjahr grundsätzlich zu verneinen (BGE 120 IV 194). Gemäss aktueller Rechtspre-

chung handelt es sich beim Rechtsgut der ungestörten sexuellen Entwicklung des Kindes um 

ein hochwertiges Gut, da verfrühte bzw. nicht altersgemässe Sexualkontakte für jedes Kind das 

Risiko bergen, in seiner Persönlichkeitsbildung und Sexualentwicklung durch das Erlebte in 

irgendeiner Form beeinträchtigt zu werden. Täter sind Frauen und Männer bzw. männliche und 

 
 
 

 
 
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weibliche Jugendliche, die mehr als drei Jahre älter sind als das Opfer. Opfer ist ein Kind oder 

eine jugendliche Person unter 16 Jahren, wobei es sich um eine absolute Altersgrenze handelt. 

Art. 187 StGB stellt ein abstraktes Gefährdungsdelikt dar, eine konkrete Schädigung ist nicht 

Voraussetzung, ebenso wenig die Vornahme einer Nötigungshandlung durch den Täter. Ge-

mäss der Tatbestandsvariante der Vornahme von sexuellen Handlungen muss es zu einem 

körperlichen Kontakt zwischen dem Täter und dem Opfer kommen. Sexuelle Handlungen sind 

unter anderem folgende: der Beischlaf; orale und anale Penetration; Einführung von Gegen-

ständen in Vagina oder Anus; Reiben des Geschlechtsteils des Täters oder der Täterin an den 

Genitalien oder an der weiblichen Brust des Opfers; Berühren des nackten männlichen oder 

weiblichen Geschlechtsteils; Berührung der nackten Brust einer Jugendlichen, auch unter den 

Kleidern; das längere oder intensive Betasten des weiblichen oder männlichen Geschlechtsteils 

über der Kleidung; spürbarer oder lang anhaltender Griff an die Brust einer Jugendlichen über 

den Kleidern; Zungenküsse, sodass die Zunge des Täters in den Mund des Opfers eindringt 

oder das Opfer mit seiner Zunge in den Mund des Täters eindringen muss; kurze, leichte Griffe 

an die Genitalien über den Kleidern eines Kindes; sich in angekleidetem Zustand über längere 

Zeit an ein Kind pressen, wobei besonders mit den Genitalien Gegendruck am Körper des Kin-

des gesucht wird etc. Beim subjektiven Tatbestand wird Vorsatz verlangt, wobei Eventualvor-

satz genügt. Dabei braucht der Täter keine exakte Vorstellung darüber zu haben, welche Be-

deutung sein Verhalten für das betroffene Opfer hat. Zudem ist erforderlich, dass der Täter 

weiss oder zumindest in Kauf nimmt, dass das Kind unter 16 Jahre alt ist. Nicht entscheidend 

sind die Motive des Täters (PHILIPP MAIER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Ba-

sel 2019, N 1, 10 ff. und 21 zu Art. 187 StGB, mit zahlreichen Hinweisen).  

 

c) Nach Ziff. 3 von Art. 187 StGB wird die Tat von einem fakultativen Strafbefreiungsgrund 

erfasst, wenn der Täter zur Zeit der Tat noch nicht 20 Jahre alt ist oder mit dem Opfer die Ehe 

geschlossen hat oder mit diesem in einer eingetragenen Partnerschaft lebt. Ist eines der vorge-

nannten Merkmale gegeben oder liegen besondere Umstände vor, so kann das Gericht von 

einer Bestrafung absehen. Die Bestimmung sollte vor allem dort zur Anwendung gelangen, wo 

‒ trotz erfülltem Tatbestand ‒ das Rechtsgut der Gefährdung der sexuellen Entwicklung der 

Unmündigen nicht oder kaum tangiert ist. Gemäss bundesgerichtlicher Praxis führt der Gedan-

ke der Entkriminalisierung sexueller Beziehungen von Jugendlichen zu einer grosszügigen Aus-

legung des Begriffs der besonderen Umstände. Darunter kann etwa die Liebesbeziehung zwi-

schen jugendlichen Beteiligten fallen. Eine solche ist insbesondere dann zu bejahen, wenn der 

 
 
 

 
 
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Täter in guten Treuen annehmen darf, die sexuellen Handlungen erfolgten im Rahmen einer 

Beziehung, getragen von gegenseitiger Zuneigung. Besondere Umstände liegen konkret dann 

vor, wenn die Initiative zum sexuellen Kontakt vom Opfer ausgegangen ist, wenn der Altersun-

terschied zwischen Täter und Opfer nur wenig mehr als drei Jahre beträgt oder wenn bloss we-

nig weitgehende sexuelle Handlungen vorgenommen werden, wie z.B. Zungenküsse oder Be-

rührungen über den Kleidern (MAIER, a.a.O., N 31 ff. zu Art. 187 StGB, mit Hinweisen; STEFAN 

TRECHSEL / CARLO BERTOSSA, in: Trechsel / Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, 

Praxiskommentar, 4. Auflage, Zürich / St. Gallen 2021, N 13 zu Art. 187 StGB, mit Hinweisen).  

 

4.3 Bei der Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts sind in concreto folgende, kompri-

miert wiedergegebene Indizien und Beweise zu würdigen:   

 

a) Depositionen der Privatklägerin: 

Die Privatklägerin hat anlässlich ihrer Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 

26. Februar 2021 (Wortprotokoll der Videoeinvernahme act. 193 ff.) zu Protokoll gegeben, der 

Beschuldigte habe ein ausziehbares Sofa gehabt, auf welchem es nicht genug Platz für vier 

Personen gehabt habe, weshalb sie während des Films zunächst freiwillig auf einem Stuhl ge-

sessen sei. Der Beschuldigte habe dann gemeint, sie solle auf das Sofa liegen und er sitze auf 

den Stuhl. Weil der Beschuldigte aber zuviel Angst gehabt habe vor dem Horrorfilm sei er ne-

ben sie gelegen, wobei er vorher noch die Decke vom Bett geholt habe. Dabei hätten sie sich 

"mega" zusammenquetschen müssen und D.____ sei fast vom Bett gefallen. Danach habe er 

langsam angefangen, indem er ihr Bein zwischen seine Beine gelegt und sich daran gerieben 

habe. Sie habe deshalb ihr Bein weggenommen und aufgestellt. In der Folge habe er mit seiner 

Hand ihren Oberschenkel gestreichelt und sei immer weitergegangen, bis er ihre Vagina berührt 

habe. Nachher habe er ihre Hand genommen und auf sein Geschlechtsteil gelegt. Bevor er dies 

getan habe, habe er sie noch gefragt, ob es so gut sei. Sie habe verneint und ihre Hand weg-

gezogen. Als er ihre Hand auf sein Geschlechtsteil gelegt habe, habe sie gespürt, dass es ein 

wenig hart gewesen sei. Sie habe aber nicht die Dicke oder Länge gespürt, zumal der Beschul-

digte mit einer Hose bekleidet gewesen sei. Auch habe sie nach rund zwei Sekunden die Hand 

weggenommen. Nachdem der Beschuldigte das Zimmer verlassen habe, habe sie D.____ vom 

Vorgefallenen erzählt und ihr gesagt, dass sie sofort aufbrechen müssten. Danach habe sie 

einen Schock und in dieser Woche kaum noch Kontakt mit D.____ gehabt, weil diese trotz des 

Vorgefallenen nochmals dorthin gegangen sei.  

 
 
 

 
 
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b) Aussagen des Beschuldigten, jeweils begleitet durch einen Dolmetscher: 

aa) Der Beschuldigte hat anlässlich der Einvernahme durch die Polizei, Polizeihauptposten 

Therwil, vom 22. Februar 2021 (act. 167 ff.) deponiert, er habe den Film angestellt und sei dann 

sogleich aus seinem Zimmer ins Wohnzimmer gegangen, um mit seiner Freundin zu telefonie-

ren. Die Idee für den Horrorfilm habe sein Bruder E.____ gehabt. Er habe den Film hineingetan 

und "play" gedrückt. Er wisse nicht, wo die Drei genau gesessen hätten. Er habe keine Decke 

ausgebreitet und die Privatklägerin weder berührt noch etwas in ihr Ohr geflüstert. Er habe 

A.____ ungefähr einen Monat vorher zum ersten Mal gesehen, aber nie etwas mit ihr unter-

nommen. Er könne sich nicht erklären, weshalb sie eine falsche Behauptung aufstellen sollte.  

 

bb) Anlässlich seiner Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 11. August 2021 

(act. 573 ff.) hat der Beschuldigte ausgeführt, er sei nie auf dem Sofa gelegen und habe sofort, 

nachdem er den Film eingestellt habe, das Zimmer verlassen und telefoniert. In dem Moment, 

als er den Film eingeschaltet habe, habe sein Handy geklingelt. Es sei seine Freundin gewe-

sen, er habe das Telefon aber nicht abgenommen und sei dann hinuntergegangen. Seine 

Freundin habe ihn normal über das Telefon und nicht über eine Plattform angerufen. Nachdem 

er den Film auf Youtube eingestellt habe, sei er hinuntergegangen und habe seine Freundin 

zurückgerufen. Die Privatklägerin habe er an jenem Tag kennengelernt und sie vorgängig noch 

nie gesehen. D.____ und E.____ seien auf dem Sofa gelegen, er sei auf dem Sofaspitz geses-

sen und die Privatklägerin sei auf dem Stuhl gewesen. Nachdem er den Film abgespielt habe, 

habe er zu A.____ gesagt, dass sie jetzt auf das Sofa könne, da er hinuntergehen werde. Er sei 

nie auf dem Sofa gelegen, hierfür hätte es gar nicht genügend Platz gegeben. Die Decke habe 

sein Bruder genommen. Er habe nicht neben der Privatklägerin gelegen, diese nicht berührt 

und auch nicht mit ihr getuschelt. Auf die Frage, weshalb die Privatklägerin die Geschichte er-

funden haben sollte, hat der Beschuldigte gemutmasst, dass diese vielleicht etwas von E.____ 

gewollt habe.  

 

cc) Vor dem Strafgericht (act. S 73 ff.) hat der Beschuldigte vorgebracht, er habe die Privat-

klägerin nie angefasst. Er habe den Horrorfilm abgespielt und sei dann aus seinem Zimmer hin-

ausgegangen, weil er mit seiner Freundin habe telefonieren wollen. Als er den Film gestartet 

habe, sei er vorne auf dem Sofa gesessen. Nach dem Starten des Films habe er das Sofa aus-

gezogen und sei dann nach rund einer Minute gegangen. Er wisse nicht, weshalb die Privatklä-

 
 
 

 
 
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gerin die Vorwürfe erhoben habe. Diese sei schon dreimal bei ihm zu Hause gewesen, einmal 

sei sogar seine Freundin dabei gewesen.  

 

dd) Im Rahmen der Verhandlung vor dem Kantonsgericht (Protokoll KG S. 5 ff.) hat der Be-

schuldigte die Anklagevorwürfe ebenfalls bestritten und vorgebracht, er sei nie auf dem Bettsofa 

gelegen. Die Idee für den Film habe entweder A.____ oder sein Bruder gehabt. Am Anfang sei 

er auf dem Sofa gewesen, dann habe er auf den Stuhl gewechselt. A.____ sei zuerst auf dem 

Stuhl gesessen, E.____ und D.____ seien auf dem Bett gelegen. Das Einstellen des Films sei 

sehr schnell gegangen und unmittelbar danach habe er das Zimmer verlassen, um mit seiner 

Freundin zu telefonieren. Er könne sich nicht erklären, weshalb kein Anrufversuch seitens sei-

ner Freundin auf seinem Handy registriert sei. Er könne sich nicht mehr erinnern, weshalb er 

seine Vorankündigung per WhatsApp an seine Freundin, sie in zehn Minuten anzurufen, bislang 

nie erwähnt habe. Auch wisse er nicht mehr, warum er diese Vorankündigung gegenüber seiner 

Freundin überhaupt gemacht habe. Gleichermassen wisse er nicht mehr, was er in den zehn 

Minuten zwischen der Vorankündigung und dem tatsächlichen Telefonanruf gemacht habe; viel-

leicht sei er auf die Toilette gegangen. Sodann wisse er nicht, wer die Idee mit der Decke ge-

habt habe, da er zu diesem Zeitpunkt schon weggewesen sei. A.____ habe er an jenem Tag 

zum ersten Mal gesehen. Er könne sich nicht erklären, welche Motive A.____ für die falschen 

Anschuldigungen gehabt haben könnte. Vielleicht habe sie Geld oder dann etwas von seinem 

Bruder E.____ gewollt, der mit D.____ zusammen gewesen sei.  

 

c) D.____ hat anlässlich ihrer Einvernahme als Auskunftsperson durch die Staatsanwalt-

schaft vom 7. April 2021 (Wortprotokoll der Videoeinvernahme act. 367 ff.) deponiert, auf das 

Sofa hätten eigentlich nur drei Personen gepasst, weshalb die Privatklägerin zuerst auf dem 

Stuhl gesessen sei, wobei der Beschuldigte in der Folge mit ihr den Platz getauscht habe, 

wodurch A.____ auf dem Sofa zu Liegen gekommen sei. Dann sei der Beschuldigte aber doch 

neben die Privatklägerin gelegen, wobei er eine Decke geholt und über alle gelegt habe. Sie 

habe gehört, wie die Beiden geflüstert hätten, aber sie habe nicht alles verstanden. Irgendwann 

habe sie gespürt und gesehen, wie A.____ mit dem Bein herumgezappelt habe. Danach sei der 

Beschuldigte aufgestanden, und die Privatklägerin sei sehr schnell aufgesessen und habe ge-

sagt, dass er sie angefasst habe. Dabei sei sie "mega" gestresst gewesen. Unterwegs nach 

Hause habe die Privatklägerin ihr dann genau erzählt, was alles passiert sei. D.____ hat zwar in 

 
 
 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

eigener Wahrnehmung die inkriminierten Vorwürfe nicht mitbekommen, schildert aber in mit den 

Aussagen der Privatklägerin übereinstimmender Weise den äusseren Geschehensablauf.  

 

d) Der Bruder des Beschuldigten, E.____, hat im Rahmen seiner Einvernahme als Aus-

kunftsperson durch die Staatsanwaltschaft vom 7. April 2021 (Wortprotokoll der Videoeinver-

nahme act. 435 ff.) zu Protokoll gegeben, sein Bruder sei auf dem Stuhl gesessen, als er den 

Film eingestellt habe, und sei dann sofort wieder hinuntergegangen. Bevor er hinuntergegangen 

sei, habe C.____ noch das Sofa aufgemacht. In der Folge seien er, A.____ und D.____ auf 

dem Sofa gelegen und hätten den Horrorfilm geschaut. Nach rund 15 Minuten habe A.____ 

nach Hause gehen müssen. Es könne nicht sein, dass der Beschuldigte die Privatklägerin an-

gefasst habe, da dieser gar nicht dabei gewesen sei. Auffällig ist in diesem Zusammenhang, 

wie dies bereits die Vorinstanz festgestellt hat, die Aufforderung von E.____ an D.____ via 

WhatsApp, sie solle zugeben, dass der Beschuldigte auf dem schwarzen Stuhl gesessen sei 

(vgl. unten lit. g/bb), da dieser nach dem Starten des Films angeblich das Zimmer sofort verlas-

sen haben soll, womit eigentlich aus Sicht von E.____ keinerlei Relevanz für die Frage, wo der 

Beschuldigte nun gesessen ist, verbleibt. Nicht nachvollziehbar erscheint ferner die Behauptung 

von E.____, er habe vom Vorwurf gegen seinen Bruder durch eine WhatsApp der Privatklägerin 

erfahren, nachdem eine solche Nachricht nicht aktenkundig ist. Diesbezüglich ist vielmehr da-

von auszugehen, dass die Privatklägerin unmittelbar nach dem inkriminierten Geschehen vor 

Ort im Zimmer des Beschuldigten und damit in Anwesenheit von E.____ den fraglichen Vorwurf 

geäussert hat (vgl. die diesbezügliche Aussage der Privatklägerin [act. 243] sowie diejenige von 

D.____ [act. 401]). Auf die Frage, was er denke, weshalb die Privatklägerin eine Anzeige gegen 

den Beschuldigten gemacht habe, hat E.____ geantwortet, dass sie vielleicht irgendwie Angst 

gehabt habe, oder weil sie C.____ für zu alt oder respektlos befunden habe (act. 537). Angst 

haben vor einer Person oder diese als zu alt bzw. respektlos zu befinden kann man logischer-

weise nur dann, wenn die in Frage stehende Person tatsächlich etwas getan hat. Für eine sol-

che Aussage gäbe es folglich schlicht keinen Grund, wenn zwischen dem Beschuldigten und 

der Privatklägerin nichts vorgefallen wäre.  

 

e) Die Mutter der Privatklägerin, B.____, hat anlässlich ihrer Einvernahme als Auskunftsper-

son durch die Polizei, Polizeihauptposten Therwil, vom 19. Februar 2021 (act. 155 ff.) dargelegt, 

ihre Tochter sei am fraglichen Abend früher nach Hause gekommen und sei "sehr komisch 

drauf" gewesen. Auch die nächsten Tage sei sie "nicht gut drauf" gewesen; ausserdem habe 

 
 
 

 
 
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sie in dieser Woche keinen Kontakt mit D.____ gehabt, was nicht normal gewesen sei. Unge-

fähr eine Woche später habe sie ihr vom Vorfall erzählt. Danach seien sie alle Vier auf dem 

Sofa gesessen, wobei der Beschuldigte neben ihr gewesen sei. Er habe sich und die Privatklä-

gerin mit einer Decke zugedeckt. Dann habe er ihr auf den Oberschenkel und weiter hinauf zwi-

schen die Beine gefasst. Zudem habe er ihr ins Ohr geflüstert, ob dies für sie so gut sei. An-

schliessend habe er ihre Hand genommen und diese auf sein Geschlechtsteil gelegt. Sie sei 

wie in einer Schockstarre gewesen und habe sich nicht wehren können. Danach sei er aufge-

standen, woraufhin sie aufgesprungen sei und zu D.____ gesagt habe, dass sie gehen wolle. 

Das Geschlechtsteil des Beschuldigten sei nicht entblösst gewesen. Zu ihrem Mann habe der 

Beschuldigte gesagt, es tue ihm leid, wenn er A.____ in eine unangenehme Situation gebracht 

habe, aber es sei nichts passiert.   

 

f) Der Vater der Privatklägerin, F.____, hat anlässlich seiner Zeugeneinvernahme durch die 

Staatsanwaltschaft vom 8. Juli 2021 (act. 555 ff.) geschildert, seine Tochter habe sich nach 

dem Geschehenen 1-2 Wochen sehr zurückgezogen und erst auf mehrfaches Nachfragen hin 

erzählt, was passiert sei. Demnach hätten sie zusammen einen Film geschaut, wobei der Be-

schuldigte zuerst auf einem Stuhl gesessen sei und die anderen Drei auf dem Bett gelegen sei-

en. Irgendwann habe der Beschuldigte ebenfalls auf das Bett gewechselt. Dann habe es noch 

eine Decke über die Kinder gegeben, und der Beschuldigte habe die Hand seiner Tochter ge-

nommen und diese auf seinen Genitalbereich gelegt. Die Privatklägerin sei sehr schockiert ge-

wesen, weshalb sie auch nicht gleich geschrien habe. In der Folge sei A.____ zusammen mit 

D.____ gegangen. Seine Tochter sei beim Gespräch mit ihm und seiner Frau aufgelöst gewe-

sen; seither sei sie nicht mehr dieselbe wie früher.  

 

g) Im Sinne von objektiven Indizien aktenmässig erstellt sind sodann insgesamt vier Chat-

verläufe. Der erste hat zwischen dem Beschuldigten und seiner damaligen Freundin stattgefun-

den und betrifft den angeklagten Tatzeitraum am 7. Februar 2021 zwischen 17:30 Uhr und 

21:59 Uhr (act. 117 ff.), der zweite beinhaltet einen Austausch zwischen E.____ und D.____ an 

einem unbekannten Tag zwischen 08:55 Uhr und 13:10 Uhr (act. 337), der dritte widerspiegelt 

eine Konversation zwischen der Privatklägerin und D.____ ab dem 7. Februar 2021 zeitlich 

nach den inkriminierten Ereignissen (act. 339 ff.), und der vierte hat eine Konversation zwischen 

der Privatklägerin und E.____ am 16. Februar 2021 zum Inhalt (act. 353 ff.).  

 

 
 
 

 
 
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aa) Aus dem Chatverlauf zwischen dem Beschuldigten und seiner damaligen Freundin ergibt 

sich im Wesentlichen, dass die Beiden im fraglichen Zeitraum zahlreiche und inhaltlich belang-

lose, altersadäquate Nachrichten hin- und hergeschickt haben, wobei sich der Beschuldigte bei 

seinen Antworten in aller Regel kurzgefasst hat, was ja auch terminologisch dem Sinn von SMS 

entspricht. Relevant für den vorliegenden Fall ist dabei, dass im gemäss Anklageschrift mass-

geblichen Zeitraum zwischen ca. 18:30 Uhr und ca. 18:52 Uhr (act. 131 ff.) wiederholt zwischen 

den einzelnen Nachrichten mehrere Minuten Unterbrüche gelegen haben, so zwischen 

18:33 Uhr (Beschuldigter: "[...]") und 18:40 Uhr (Freundin: "[...]"), zwischen 18:40 Uhr (Freundin: 

"[...]") und 18:46 Uhr (Beschuldigter: "[...]") sowie zwischen 18:46 Uhr und dem tatsächlich 

durch den Beschuldigten erfolgten Anruf bei seiner Freundin um 18:52 Uhr.  

 

bb)  Inhalt des zweiten Chatverlaufs ist, dass D.____ offenbar mit E.____ Schluss gemacht 

und dieser nach den Gründen gefragt hat. Auffällig ist hierbei, dass E.____ völlig ansatzlos fol-

gende Aufforderung an D.____ gerichtet hat: "(...)." Der Erklärungsansatz des Beschuldigten 

hierfür, dass E.____ mit dieser Aufforderung an D.____ bloss seine Freundin habe zurückge-

winnen wollen, vermag offenkundig nicht zu überzeugen. Zwar ist der zitierte Appell tatsächlich 

im Rahmen der durch D.____ erfolgten Beziehungsbeendigung vorgebracht worden, allerdings 

weist er zu dieser keinerlei inhaltlichen Zusammenhang auf und es erhellt auch nicht, inwiefern 

diese Aufforderung seinem Ansinnen in irgendeiner Weise hätte dienlich sein sollen.  

 

cc) Aus dem dritten Chatverlauf zwischen der Privatklägerin und D.____ ergibt sich, dass 

Erstere ihrer Freundin in der offenbar zwischen den beiden Freundinnen vorherrschenden, au-

thentischen Sprache mitgeteilt hat, dass der Beschuldigte ihre Vagina berührt haben soll sowie 

dass die Beiden keine Ahnung gehabt haben, was sie in der Folge hätten tun sollen.   

 

dd) Am 16. Februar 2021 um 22:29 Uhr (act. 359) hat E.____ der Privatklägerin Folgendes 

geschrieben: "(...)." Diese Äusserung kann zwar einerseits als Versuch gesehen werden, 

D.____ mit Hilfe der Privatklägerin als deren beste Freundin zurückzugewinnen. Auf der ande-

ren Seite bestünde jedoch von vornherein kein Grund für eine solche Erklärung, wenn es für 

E.____ gestützt auf seine eigenen Wahrnehmungen ausgeschlossen gewesen wäre, dass der 

Beschuldigte das ihm zur Last gelegte Delikt überhaupt begangen haben könnte. Hinzu kommt, 

dass die Privatklägerin im weiteren Chatverlauf um 22:30 Uhr E.____ geantwortet hat: "(...)."  

 

 
 
 

 
 
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h)  

aa) Des Weiteren liegt ein Schreiben von G.____, Familien- und Erziehungsberatung in 

H.____, vom 16. Januar 2023 (act. S 137) vor, in welchem diese bestätigt, dass die Privatkläge-

rin im Jahre 2021 sieben Beratungsgespräche bei ihr wahrgenommen habe. Der Inhalt dieser 

Gespräche habe sich unter anderem auf die sexuellen Grenzüberschreitungen bezogen, wel-

che die Privatklägerin erlebt habe. Sie habe den Vorfall nur schwer nachvollziehen können. Sie 

habe zudem mit der Angst gelebt, dass die Jungen, falls sie sich jemandem anvertraue, weiter 

Gewalt auf sie ausüben und ihren Ruf über Social-Media-Kanäle schädigen könnten. Die Pri-

vatklägerin habe wiederholt geäussert, dass sie Bedenken habe, sich ausserhalb von ihrem 

Haus aufzuhalten. Auch habe sie immer den Schutz von ihren Freundinnen gesucht.  

 

bb) I.____, Schulsozialdienst der Sekundarschule H.____, hat in seiner E-Mail vom 18. Okto-

ber 2022 (act. S 141) ausgeführt, die Privatklägerin habe sich das erste Mal am 11. März 2021 

in seinem Büro vorgestellt und insgesamt sechs Termine bei ihm wahrgenommen. Der fragliche 

Vorfall habe mehrmalig Auswirkungen auf ihre Interaktionen in der Schule gehabt, weil zwei der 

jüngeren Brüder des Betroffenen über Jugendthemen diskutiert hätten und das Thema unwei-

gerlich abgedriftet sei, oft in Richtung des Beschuldigten und des Vorfalls. Die Privatklägerin, 

wie auch D.____, hätten zudem noch andere Schwierigkeiten gehabt, die meist mit Kommuni-

kationsproblemen zwischen den Geschlechtern oder anderen Schulkollegen zusammengehan-

gen hätten.   

 

i)  

aa) In Würdigung der vorgenannten Aussagen und Indizien ist in einem ersten Schritt zu kon-

statieren, dass die Vorbringen der Privatklägerin als detailliert, konsistent und stringent zu be-

zeichnen und damit im Ergebnis für sich genommen als sehr glaubhaft zu qualifizieren sind. Die 

Privatklägerin hat die von ihr anschaulich beschriebenen Ereignisse in ihrer Einvernahme im 

Kernbereich konstant geschildert und dabei darauf verzichtet, den Beschuldigten übermässig zu 

belasten, was bei einer Falschaussage zu vermuten wäre. Ebenso hat die Privatklägerin ein-

drücklich zu Protokoll gegeben, dass das inkriminierte Verhalten bei ihr dergestalt Gefühle aus-

gelöst hat, dass sie schockiert gewesen ist, dass sie ‒ trotz ihres Austauschs mit ihrer besten 

Freundin ‒ nicht gewusst hat, wie sie sich verhalten soll sowie dass sie sich nach dem Vorfall 

verändert hat und namentlich hässig gewesen ist auf D.____, weil diese trotz des Vorfalles 

nochmals zum Haus der J.____ gegangen ist. Ferner hat die Privatklägerin die inkriminierten 

 
 
 

 
 
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Ereignisse nachvollziehbar in die objektiv relevierten Begleitumstände des Tattages ‒ wie z.B. 

das Videospielen, das Hören von Musik oder das Shisharauchen im Haus der Familie J.____ ‒ 

eingebettet. All ihre Schilderungen, seien es diese vorher, zum Kerngeschehen oder nachher, 

sind gleichermassen detailliert und weisen zahlreiche Realkennzeichen (kein erkennbarer 

Bruch in der Erzählstruktur; Nennung von spezifischen Einzelheiten, wie die von ihr unverstan-

dene Angst des Beschuldigten vor dem Horrorfilm, was dieser offenbar als Vorwand genommen 

hat, um sich zu ihr auf das Bettsofa zu legen; Beschreiben von räumlich-zeitlichen Gegebenhei-

ten, wie den engen Platzverhältnissen auf dem Sofa; Interaktionsschilderungen, wie der Platz-

abtausch mit dem Beschuldigten, nachdem sie ursprünglich auf dem Stuhl gesessen ist; Zu-

rückhaltung bei der Schilderung der Eingriffsintensität der angeklagten Handlungen; Relativie-

rung bei der Schuldzuweisung, indem sie eine Teilverantwortung auf sich nimmt, weil sie sich 

zu wenig gewehrt habe [act. 305]) auf. Angesichts der zahlreichen Realkriterien besteht für das 

Kantonsgericht kein Zweifel, dass die Aussagen der Privatklägerin einen erlebnisbasierten Hin-

tergrund haben. Zudem ist kein vernünftiger Grund ersichtlich, weshalb die Privatklägerin den 

Beschuldigten zu Unrecht belasten sollte. Die vom Beschuldigten als möglichen Grund für allfäl-

lige falsche Angaben seitens der Privatklägerin vorgebrachte Vermutung, wonach diese allen-

falls etwas von seinem Bruder E.____ (oder Geld [Protokoll KG S. 7]) gewollt habe, wird durch 

nichts gestützt und erscheint, wie bereits von der Vorinstanz zutreffend festgestellt, als abwe-

gig, wäre doch ein solcher Zweck durch den Vorwurf eines Sexualdelikts ihm gegenüber offen-

sichtlich nicht zu erreichen. Hinzu kommt, dass die Aussagen der Privatklägerin in dem Sinne 

durch diejenigen von D.____ gestützt werden, als Letztere den äusseren Geschehensablauf ‒ 

wie der Beschuldigte zunächst den Platz mit der Privatklägerin auf dem Stuhl getauscht, sich 

dann aber doch zu ihr auf das Sofa gelegt und die Decke ausgebreitet hat, wie die Beiden ge-

flüstert haben, wie A.____ ihre Beine aufgestellt und herumgezappelt hat sowie abrupt aufge-

standen ist, nachdem der Beschuldigte das Zimmer verlassen hat, und noch vor Ort unmittelbar 

nach dem Vorfall vom Geschehenen erzählt hat ‒ bestätigt. Gleichermassen spricht der objektiv 

erstellte Chatverlauf zwischen der Privatklägerin und D.____ nach dem Vorfall eindeutig dafür, 

dass sich die inkriminierten Handlungen tatsächlich ereignet haben, ansonsten für einen sol-

chen Austausch keinerlei Grund bestehen würde. Ebenso deutlich geht aus den Schreiben der 

Familien- und Erziehungsberatung H.____ sowie des Schulsozialdienstes der Sekundarschule 

H.____ hervor, dass die Privatklägerin im März 2021, d.h. rund einen Monat nach den inkrimi-

nierten Geschehnissen, erstmalig Hilfe hat in Anspruch nehmen müssen. Wenngleich bei der 

Privatklägerin offenbar noch andere Probleme existiert haben, so kann diese Tatsache doch nur 

 
 
 

 
 
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so verstanden werden, dass als Auslöser für die Gespräche etwas Gravierendes vorgefallen 

sein muss, wobei in der Folge die im Raume stehenden Vorwürfe tatsächlich Gegenstand der 

entsprechenden Sitzungen gewesen sind. Sodann ist es gerichtsnotorisch, dass ein Opfer, wel-

ches mit sexueller Delinquenz konfrontiert wird, wie sie dem Beschuldigten vorgeworfen wird, 

zunächst einige Zeit braucht, um diese einordnen und das weitere zweckmässige Vorgehen 

reflektieren zu können, was umso mehr gilt, als es sich bei der Betroffenen um ein 12- bzw. 

knapp 13-jähriges Kind gehandelt hat. In casu hat die Privatklägerin nebst dem unmittelbaren 

Austausch mit ihrer besten Freundin D.____ zusätzlich nach rund 1-2 Wochen ihre Eltern über 

das Vorgefallene informiert, was als adäquate Vorgehensweise zu bezeichnen ist. Überdies 

haben sowohl die Mutter als auch der Vater der Privatklägerin ausgesagt, dass ihre Tochter in 

der Zeit nach dem Vorfall sehr verändert gewesen sei, wofür es offensichtlich keinen Grund 

geben würde, wenn dieses Ereignis nicht stattgefunden hätte. Schliesslich lassen sich die von 

der Privatklägerin beschriebenen Handlungen ohne Weiteres in Einklang bringen mit den diver-

sen objektivierten Chatverläufen, namentlich demjenigen zwischen dem Beschuldigten und sei-

ner damaligen Freundin (vgl. nachfolgend lit. i/bb) sowie demjenigen zwischen E.____ und der 

Privatklägerin, in welchem der Bruder des Beschuldigten sich dafür entschuldigt hat, falls dieser 

etwas getan haben sollte, wofür von vornherein kein Grund bestünde, wenn es für E.____ ge-

stützt auf seine eigenen Wahrnehmungen ausgeschlossen gewesen wäre, dass der Beschul-

digte das ihm zur Last gelegte Delikt überhaupt begangen haben könnte (vgl. oben lit. g/dd).  

 

bb) In Bezug auf die Depositionen des Beschuldigten ist zu erwägen, dass dieser hinsichtlich 

des Tatvorwurfs grundsätzlich gleichbleibend ausgesagt und die ihm zur Last gelegten Hand-

lungen in genereller Weise bestritten hat. Gleichermassen wiederholt und ohne grössere Ab-

weichungen hat er in diesem Zusammenhang zu Protokoll gegeben, dass er während des Vor-

bereitens des Films von seiner Freundin auf seinem Handy angerufen worden sei, dieses Tele-

fonat aber nicht entgegengenommen und stattdessen den Film abgespielt und unmittelbar da-

nach bzw. rund eine Minute später sein Zimmer verlassen habe, in das Wohnzimmer hinunter-

gegangen sei und von dort seine Freundin zurückgerufen habe. Allerdings, und dies ist von ent-

scheidender Bedeutung, hat der Beschuldigte bezüglich des von ihm behaupteten (und von 

seinem Bruder E.____ grundsätzlich bestätigten) und sein Alibi bildenden Geschehensablaufs 

nachweislich die Unwahrheit gesagt. So ergibt sich aus dem Chatverlauf zwischen dem Be-

schuldigten und seiner damaligen Freundin, dass diese ihn um 18:40 Uhr angeschrieben und 

gefragt hat, wann sie telefonieren würden "(...)", wobei er um 18:46 Uhr geantwortet hat, in zehn 

 
 
 

 
 
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Minuten "(...)", worauf er sie de facto um 18:52 Uhr angerufen hat. Demgegenüber hat ihn seine 

Freundin gemäss dem Chatverlauf in der fraglichen Zeit bewiesenermassen gerade nicht ange-

rufen. Ebenso erstellt ist, dass er nicht unmittelbar nach dem Starten des Films, was rund eine 

Minute gedauert haben soll, sein Zimmer verlassen und seine Freundin angerufen hat, sondern 

eben erst um 18:52 Uhr. Mit diesen Feststellungen kann der Beschuldigte damit zum inkrimi-

nierten Zeitpunkt kein durchgehendes Alibi vorweisen. Ganz im Gegenteil ergibt sich, dass zwi-

schen der Anfrage seiner Freundin um 18:40 Uhr und seinem Anruf um 18:52 Uhr offenkundig 

ein zwölf Minuten dauerndes Zeitfenster für die Vornahme der inkriminierten Handlungen be-

standen hat, zumal sich der Beschuldigte mit seiner Ankündigung an seine Freundin, sie in 

zehn Minuten anzurufen, eine zusätzliche zeitliche Reserve eingeräumt hat, wobei er keinen 

Grund für diese Ankündigung nennen kann. Abgesehen von diesen groben Widersprüchen zu 

objektivierten Tatsachen erscheinen die Aussagen des Beschuldigten in mehrfacher ‒ wenn-

gleich weniger bedeutender ‒ Hinsicht nicht widerspruchsfrei, was insofern auffällig ist, als die-

ser allgemein inhaltlich wenig differenziert ausgesagt hat. So hat der Beschuldigte beispielswei-

se widersprüchliche Aussagen getätigt bezüglich den Fragen, ob er auf dem Stuhl gesessen ist, 

wann er das Sofa zum Bett umfunktioniert sowie wann er die Privatklägerin zum ersten Mal ge-

sehen hat. Im Ergebnis kommt den Depositionen des Beschuldigten ‒ auch unter Berücksichti-

gung derjenigen seines Bruders E.____ ‒ nicht die gleiche Glaubhaftigkeit zu, wie sie den Aus-

sagen der Privatklägerin zu attestieren ist, weshalb sie nicht geeignet sind, diese in Zweifel zu 

ziehen, zumal letztere gestützt werden durch die Aussagen von D.____, ihren Eltern, den Be-

richten der Familien- und Erziehungsberatung sowie des Schulsozialdienstes der Sekundar-

schule H.____ und den diversen objektivierten Chatverläufen.  

 

cc) Gemäss diesen Erwägungen ist bei der Eruierung des rechtserheblichen Sachverhaltes 

auf die sehr glaubhaften Darlegungen der Privatklägerin abzustellen. An diesem Ergebnis ver-

mögen die Einwände des Beschuldigten nichts zu ändern. Im Einzelnen ist diesen Folgendes 

zu entgegnen: In Bezug auf die Rüge, wonach die Übereinstimmung in der Wiedergabe des 

Kerngeschehens betreffend die Aussagen von A.____ und D.____ auffällig sei, ist zu erwägen, 

dass eine solche Kongruenz bloss dann als auffällig zu bezeichnen wäre, wenn die Schilderun-

gen nahezu identisch ausfallen würden oder wenn die Aussagenden die exakt gleichen Wörter 

benutzen bzw. wenn die beiden Mädchen eine nicht altersgerechte Terminologie verwenden 

würden. Hiervon kann in casu jedoch keine Rede sein, zumal D.____ die sexuellen Handlungen 

gerade nicht mitbekommen und dementsprechend auch keine solchen geschildert hat. Ohne 

 
 
 

 
 
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objektive Hinweise und aus dem blossen Umstand, dass keine signifikanten Widersprüche in 

den Aussagen der beiden Mädchen erkennbar sind, abzuleiten, dass diese Depositionen abge-

sprochen sein müssen, geht offensichtlich fehl und würde der Glaubhaftigkeitswürdigung nach-

gerade den Sinn berauben. Korrekt ist zwar, dass die Eltern der Privatklägerin und deren 

Freundin die Vorwürfe bloss vom Hörensagen kennen, nachdem Erstere beim Vorfall nicht da-

bei gewesen sind und Letztere diese nicht mitbekommen hat. Dementsprechend müssen deren 

Depositionen zum Kerngeschehen logischerweise in gewisser Weise übereinstimmend sein zu 

den Aussagen der Privatklägerin. Entscheidend ist aber vielmehr, dass die Ausführungen von 

D.____ den äusseren Geschehensablauf bestätigen und diejenigen der Eltern das Verhalten 

der Privatklägerin nach den angeklagten Geschehnissen beschreiben. Im Übrigen bestehen 

keine Hinweise darauf, dass die Privatklägerin und D.____ sich abgesprochen haben könnten, 

wie sie den Vorfall schildern sollen. Demgegenüber gilt es vielmehr als erstellt, dass Erstere 

unmittelbar nach dem Ereignis und nachdem der Beschuldigte das Zimmer verlassen hat, auf-

gesprungen ist und den Anwesenden (D.____ und E.____) erzählt hat, dass der Beschuldigte 

sie angefasst hat. Gleichermassen nachgewiesen ist, dass sich die beiden Mädchen nach dem 

Vorfall intensiv via Chat ausgetauscht und dabei erörtert haben, wie sie mit dem Vorgefallenen 

umgehen sollen.  

 

Nicht zu folgen ist überdies der Ansicht, wonach eine angeblich sexuell unerfahrene 12- bzw. 

knapp 13-Jährige nicht in der Lage sein soll, den Zustand eines männlichen Gliedes zu be-

schreiben. Es ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass eine Person dieses Alters grundle-

gendste anatomische Kenntnisse auch des anderen Geschlechts hat, sei es durch den Biolo-

gieunterricht in der Schule, durch die Aufklärung der Eltern oder durch Gespräche mit Gleichalt-

rigen, ohne dass hierfür eigene sexuelle Erfahrungen vonnöten sind. In casu hat die Privatklä-

gerin den Penis des Beschuldigten denn auch nicht mit "leicht erigiert", sondern in altersgerech-

ter Weise mit "isch echli hart gsi" umschrieben. Eine solche Feststellung dürfte von jedem Teen-

ager ohne kognitive Einschränkungen ungeachtet der persönlichen sexuellen Entwicklung 

machbar sein.  

 

Zutreffend ist das Vorbringen des Beschuldigten, wonach die Privatklägerin ausgesagt hat, sie 

habe bei ihm einen Reissverschluss gespürt. Ob es sich hierbei um einen Widerspruch zur ob-

jektiven Aktenlage oder bloss um eine unsubstantiierte Parteibehauptung seitens des Beschul-

digten handelt, kann allerdings offenbleiben, da nicht gesichert ist, was dieser zum Tatzeitpunkt 

 
 
 

 
 
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tatsächlich getragen hat. Selbst wenn sich aber die Privatklägerin in diesem Punkt geirrt und 

der Beschuldigte eine Trainerhose ohne Reissverschluss getragen haben sollte, würde dies 

nichts an der hohen Glaubhaftigkeit ihrer Depositionen ‒ gestützt durch die Aussagen von 

D.____, ihren Eltern, den Berichten der Familien- und Erziehungsberatung sowie des Schulso-

zialdienstes der Sekundarschule H.____ und den diversen objektivierten Chatverläufen ‒ än-

dern.   

 

Gegen das Vorliegen des inkriminierten Sachverhaltes spricht auch nicht, dass D.____ vom 

eigentlichen Vorfall nichts mitbekommen hat. Zwar sind die damaligen Platzverhältnisse tat-

sächlich beengt gewesen, wobei die Privatklägerin und D.____ ‒ entgegen der Behauptung des 

Beschuldigten ‒ nicht gesagt haben, dass es auf dem Sofa kaum Platz für drei Personen ge-

habt habe, sondern vielmehr, dass kaum vier Personen Platz gehabt hätten bzw. dass eigent-

lich nur drei Personen Platz gefunden hätten, weshalb die Privatklägerin zunächst auf dem 

Stuhl gesessen sei. Nicht zu übersehen ist sodann, dass die beiden Mädchen erstens nicht di-

rekt nebeneinander gelegen sind und D.____ am anderen Ende fast vom Sofa gefallen wäre, 

dass sich zweitens D.____ auf E.____, mit welchem sie am fraglichen Tag zusammengekom-

men ist, sowie den Film konzentriert hat, dass sich drittens die Ereignisse unter der Decke zu-

getragen haben, sowie dass sich viertens der inkriminierte Übergriff so abgespielt hat, dass der 

Beschuldigte ‒ jeweils ohne Gewaltanwendung ‒ seinen unteren Körperbereich am Bein der 

Privatklägerin gerieben, sie mit seiner rechten Hand über den Kleidern am rechten Oberschen-

kel bis zu ihrer Vagina berührt und schliesslich ihre rechte Hand wiederum über den Kleidern 

auf seinen Intimbereich gelegt hat. Diese Handlungen sind, behutsam ausgeführt, zweifellos 

möglich gewesen, ohne dass es die anderen beiden, mit sich selbst beschäftigten Anwesenden 

mitbekommen haben. Abgesehen hiervon hat D.____ durchaus mitgekriegt, dass der Beschul-

digte und die Privatklägerin miteinander geflüstert sowie Letztere mit den Beinen gezappelt hat; 

allerdings hat sie diese Verhaltensweisen mangels Kontextes differenziert interpretiert.  

 

Des Weiteren erscheint die Behauptung des Beschuldigten, es sei eine Tatsache, dass sich 

D.____ nach dem angeblichen Vorfall während etwa einer Woche von der Privatklägerin fern-

gehalten und die Beziehung zu E.____ fortgesetzt habe, was beweise, dass A.____ ihre Freun-

din erst von ihrer Version der Geschichte habe überzeugen müssen, als Verdrehung der Fak-

ten. Abgesehen davon, dass aus dem Chatverlauf zwischen der Privatklägerin und D.____ her-

vorgeht, dass sie sich mit dieser unmittelbar nach dem Vorfall über die Geschehnisse ausge-

 
 
 

 
 
Seite 22   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

tauscht hat und in der Folge Beide nicht gewusst haben, was sie unternehmen sollen, ist davon 

auszugehen, dass sich die Privatklägerin von D.____ ferngehalten hat, weil sie erstens eine 

Weile gebraucht hat, um das Erlebte zu verarbeiten, wie sie auch ihre Eltern erst einige Tage 

nach dem Geschehenen über den Vorfall informiert hat, und zweitens hässig auf ihre beste 

Freundin gewesen ist, weil diese ungeachtet der Ereignisse nochmals zu E.____ ins Haus der 

Familie J.____ gegangen ist.  

 

Schliesslich vermag das Argument, der Beschuldigte habe damals eine gleichaltrige Freundin 

gehabt, mit welcher er eine sexuelle Beziehung geführt habe, weshalb es nicht einsichtig sei, 

wieso er sich einem 12- bzw. knapp 13-jährigen Mädchen sexuell annähern sollte, nicht zu 

überzeugen. Selbst wenn es zutreffend sein sollte, dass der Beschuldigte eine sexuelle Bezie-

hung mit seiner Freundin geführt hat, würde dieser Umstand einen sexuellen Übergriff nicht von 

vornherein ausschliessen. Abgesehen davon, dass bekanntermassen viele Sexualstraftäter 

ganz normale Beziehungen führen, ist in casu gar nicht bekannt, ob der Beschuldigte tatsäch-

lich eine sexuelle Beziehung mit seiner Freundin geführt hat. Falls dies grundsätzlich zu beja-

hen wäre, könnte es überdies immer noch sein, dass er an jenem Wochenende seine sexuellen 

Bedürfnisse aus irgendeinem Grund nicht hat befriedigen können und dieser Umstand gerade 

das Motiv für seine Tat gegenüber der Privatklägerin darstellt, allenfalls angestachelt durch den 

von ihm ohne Zweifel wahrgenommenen Austausch von Zärtlichkeiten zwischen seinem Bruder 

und D.____.  

 

dd) Demnach bestehen nach Auffassung des Kantonsgerichts auch unter Berücksichtigung 

der Maxime "in dubio pro reo" keine ernsthaften und vernünftigen Zweifel, dass der Sachverhalt 

gemäss Anklageschrift erstellt ist. Somit steht fest, dass der bekleidete Beschuldigte am 7. Feb-

ruar 2021, ungefähr in der Zeit zwischen 18:30 Uhr und 18:52 Uhr, in seinem Zimmer im Eltern-

haus in K.____ seitlich auf dem ausgezogenen Bettsofa liegend unter einer ausgebreiteten De-

cke zunächst seinen unteren Körperbereich (Bauch- und Geschlechtsbereich) am rechten Bein 

der links neben ihm liegenden, ebenfalls bekleideten 12- bzw. knapp 13-jährigen Privatklägerin, 

welches er zu diesem Zweck zwischen seine eigenen Beine gelegt hat, gerieben hat, um sie 

danach mit seiner rechten Hand über den Kleidern am rechten Oberschenkel bis hin zu ihrer 

Vagina zu streicheln, sowie dass er schliesslich ‒ nachdem sie seine Hand von ihrem Intimbe-

reich weggezogen und seine Frage, ob es so gut sei, mit "nein" beantwortet hat ‒ ihre rechte 

Hand zwischen seine Beine auf seinen Intimbereich gelegt hat, wodurch die Privatklägerin mit 

 
 
 

 
 
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ihrer Hand dessen leicht erigiertes Glied gespürt hat. Da die Privatklägerin in der Folge der Auf-

forderung des Beschuldigten, ihn mit ihrer rechten Hand in seinem Intimbereich über den Klei-

dern zu streicheln, nicht nachgekommen ist, hat sich der Beschuldigte nach ein paar Sekunden 

vom Bettsofa erhoben und sein Zimmer verlassen (vgl. die Anklageschrift der Staatsanwalt-

schaft vom 12. August 2022).  

 

4.4  

a) Gestützt auf den nachgewiesenen inkriminierten Sachverhalt ist im Rahmen der rechtli-

chen Subsumption zu erwägen, dass es angesichts des Reibens des Geschlechtsbereichs des 

Beschuldigten am rechten Bein der Privatklägerin, des Streichelns mit seiner rechten Hand an 

ihrem rechten Oberschenkel bis hin zu ihrer Vagina sowie des Legens ihrer rechten Hand auf 

seinen Intimbereich, alles jeweils über den Kleidern sowohl des Beschuldigten als auch der Pri-

vatklägerin, fraglos zu einem körperlichen Kontakt zwischen dem Täter und dem Opfer im Sinne 

von sexuellen Handlungen gekommen ist. Gleichermassen ohne Zweifel ist, dass die zum in-

kriminierten Zeitpunkt 12- bzw. knapp 13-jährige Privatklägerin das 16. Altersjahr noch nicht 

erreicht hat sowie dass der damals 18-jährige Beschuldigte mehr als drei Jahre älter gewesen 

ist als das Opfer. Demnach ist der objektive Tatbestand von Art. 187 Ziff. 1 StGB ohne Weiteres 

erfüllt. In subjektiver Hinsicht ist zu konstatieren, dass der Beschuldigte direktvorsätzlich ge-

handelt und zweifellos um das Alter des Opfers gewusst hat, womit der subjektive Tatbestand 

ebenfalls gegeben ist. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe liegen sodann keine vor.  

 

b) In Bezug auf die Frage, ob gestützt auf Art. 187 Ziff. 3 StGB von einer Bestrafung zufolge 

des Vorliegens besonderer Umstände abzusehen ist, ist festzustellen, dass unter Verweis auf 

die vorstehend zitierte Lehre (vgl. oben E. 4.2.c) Anwendungsfälle der genannten Bestimmung 

in erster Linie solche sind, in welchen das Rechtsgut der Gefährdung der sexuellen Entwicklung 

der Unmündigen nicht oder kaum tangiert ist, indem beispielsweise die Initiative zum sexuellen 

Kontakt vom Opfer ausgeht oder eine Liebesbeziehung zwischen Opfer und Täter im Raume 

steht. Der Gedanke des fakultativen Strafbefreiungsgrundes liegt in der Entkriminalisierung se-

xueller Beziehungen von Jugendlichen im Rahmen von Liebesbeziehungen. Obwohl in casu der 

Täter zur Zeit der Tat noch keine 20 Jahre alt gewesen ist und nur wenig weitgehende sexuelle 

Handlungen vorgenommen hat, liegt ein solcher besonderer Fall klarerweise nicht vor, kann 

doch keine Rede von einer Initiative seitens des Opfers oder einer Liebesbeziehung sein, womit 

der Beschuldigte keinerlei Grund gehabt hat, anzunehmen, dass die 12- bzw. knapp 13-jährige 

 
 
 

 
 
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und ihm kaum bekannte Privatklägerin mit seiner sexuellen Annäherung einverstanden sein 

könnte.  

 

Demnach ist der Beschuldigte in Abweisung seiner diesbezüglichen Berufung und folglich in 

Bestätigung des angefochtenen Urteils der sexuellen Handlungen mit Kindern nach Art. 187 

Ziff. 1 StGB schuldig zu erklären.  

 

 

5. Strafzumessung  

 

5.1 Dogmatische Erwägungen  

 

(...)  

 

5.2 Konkrete Erwägungen  

 

a) Hinsichtlich der konkreten Strafzumessung bringt der Beschuldigte vor, dass sich bei ei-

ner allfälligen Bestätigung des Schuldspruches in Beachtung aller zumessungsrelevanten Fak-

toren lediglich eine bedingte Geldstrafe im Umfang von 60 Tagessätzen zu jeweils CHF 30.-- 

rechtfertigen würde. Demgegenüber beantragt die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung zu einer 

bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten, bei einer Probezeit von zwei Jahren.  

 

b) In casu ist zu konstatieren, dass der Beschuldigte in Bestätigung des erstinstanzlichen 

Urteils wegen sexuellen Handlungen mit Kindern zu verurteilen und entsprechend zu bestrafen 

ist. Dieses Delikt beinhaltet gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB einen ordentlichen Strafrahmen zwi-

schen einer Geldstrafe von mindestens drei Tagessätzen und einer Freiheitsstrafe von höchs-

tens fünf Jahren.  

 

c) Auf der Seite der objektiven Tatkomponenten ist zu würdigen, dass dem zur Tatzeit      

18-jährigen Beschuldigten mit dem Reiben seines Geschlechtsbereichs am rechten Bein der 

12- bzw. knapp 13-jährigen, pubertierenden Privatklägerin, dem Streicheln mit seiner rechten 

Hand an ihrem rechten Oberschenkel bis hin zu ihrer Vagina sowie dem Legen ihrer rechten 

Hand auf seinen Intimbereich gleich mehrere strafbare Verhaltensweisen zur Last zu legen 

 
 
 

 
 
Seite 25   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sind, wobei er sich bei seinem strafbaren Tun über wiederholte verbal und nonverbal geäusser-

te Willensbekundungen des Opfers hinweggesetzt hat. Relativierend wirkt sich hingegen aus, 

dass sich diese spontanen Handlungen im Rahmen eines einzelnen Geschehensablaufs wäh-

rend bloss einiger weniger Minuten ereignet haben. Deutlich zu seinen Gunsten spricht sodann, 

dass sämtliche strafbaren Handlungen über den Kleidern sowohl des Beschuldigten als auch 

der Privatklägerin vollzogen worden sind und aufgrund ihrer geringfügigen Eingriffsintensität als 

lediglich Übertretungen darstellende sexuelle Belästigungen zu qualifizieren wären, wenn es 

sich beim Opfer nicht um eine unter 16-jährige Person handeln würde. Dies gilt umso mehr, als 

der Täter weder Druck ausgeübt noch seine Stellung ausnützt hat und auch nicht besonders 

raffiniert vorgegangen ist, sondern vielmehr mit seinem deliktischen Handeln nach kurzer Zeit 

aufgehört hat, nachdem die Privatklägerin ihr Bein aufgestellt, seine Hand weggeschoben bzw. 

ihre Hand weggenommen und seine Frage, ob es gut sei, mit "nein" beantwortet hat. Auch hat, 

ungeachtet der Tatsache, wonach das deliktische Verhalten im Zimmer des Beschuldigten 

stattgefunden hat, keine Wehrlosigkeit des Opfers vorgelegen, hat dieses doch unbestrittener-

massen sämtliche unerwünschten Berührungen durch das Aufstellen ihres Beines sowie das 

Wegstossen bzw. Wegziehen seiner bzw. ihrer Hand unmittelbar und adäquat abwehren kön-

nen. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang ebenfalls, dass die Privatklägerin mit dem Be-

schuldigten zu keinem Zeitpunkt alleine und folglich diesem nicht schutzlos ausgeliefert gewe-

sen ist; vielmehr hat sich ihre beste Freundin (wie auch E.____, der jüngere Bruder des Be-

schuldigten) die ganze Zeit im gleichen Raum und sogar auf dem gleichen Bettsofa liegend be-

funden. In Anbetracht hiervon ist die objektive Tatschwere nach Dafürhalten des Kantonsge-

richts als sehr leicht einzustufen.  

 

d) In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten ein direktvorsätzliches Vorgehen anzulasten, 

was aber neutral zu gewichten ist, womit die subjektive Schwere der Tat keinen Einfluss auf das 

objektive Tatverschulden zeitigt.  

 

e) Im Resultat ist das Tatverschulden von C.____ als sehr leicht zu qualifizieren, was unter 

Beachtung des abstrakten Strafrahmens zu einer schuldangemessenen tatbezogenen Strafe 

von 90 Strafeinheiten führt. In Bezug auf die Wahl der Sanktionsart ist festzuhalten, dass be-

züglich der vorliegend zu beurteilenden Tathandlung unter Berücksichtigung der Zweckmässig-

keiten von Freiheits- und Geldstrafe sowie der damit verbundenen präventiven Effizienz auf den 

Täter unter Einbezug aller relevanten Umstände und namentlich angesichts dessen Vorstrafen-

 
 
 

 
 
Seite 26   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

losigkeit sowie der guten Legalprognose kein Grund ersichtlich ist, von der prioritär anzuord-

nenden Geldstrafe abzuweichen. Dies würde im Übrigen auch dann gelten, wenn die erstin-

stanzlich ausgesprochene Strafe von 180 Strafeinheiten zu bestätigen gewesen wäre. Der vom 

Vorderrichter vertretenen Auffassung, wonach in casu als Strafart eine Freiheitsstrafe angezeigt 

sei, weil für die Delinquenz des Beschuldigten schlicht keine nachvollziehbare Motivation er-

sichtlich sei und dieser den Tatvorwurf vehement bestritten habe, ist zu entgegnen, dass für die 

überwiegende Anzahl von strafbaren Handlungen kein objektiv nachvollziehbarer Grund vor-

liegt, und zudem die beschuldigte Person gestützt auf den "Nemo-tenetur"-Grundsatz das Recht 

hat, den Tatvorwurf zu bestreiten (Art. 113 Abs. 1 StPO sowie Art. 6 EMRK und Art. 14 Ziff. 3 

lit. g des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte), womit diese Kriterien 

nicht geeignet erscheinen, um eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten oder weniger in Abkehr 

von der gesetzlichen Prioritätsordnung zu legitimieren (vgl. oben E. 5.1.e). Somit ist im Resultat 

eine hypothetische Strafe von 90 Tagessätzen Geldstrafe festzusetzen.  

 

f) In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob diese tatbezogene hypothetische Strafe auf-

grund der besonderen Täterkomponenten ‒ umfassend die Faktoren Vorleben, persönliche 

Verhältnisse, Nachtatverhalten und Verhalten im Strafverfahren ‒ anzupassen ist. In diesem 

Zusammenhang ist zu erwägen, dass der Beschuldigte am 1. ____ in Italien geboren und zu-

sammen mit seinen Eltern, seinem älteren sowie seinen zwei jüngeren Zwillingsbrüdern im Jah-

re 2011, eventualiter mit elf Jahren (act. 9), von L.____ in die Schweiz gekommen ist. Hier hat 

der Beschuldigte die Primar- sowie die Sekundarschule absolviert und arbeitet nunmehr in einer 

unbefristeten Anstellung als Maler, wobei er 13 Monatslöhne erhält und netto ca. CHF 4'200.-- 

pro Monat verdient. Zur Zeit verfügt er über die Niederlassungsbewilligung C und wohnt nach 

wie vor mit seiner Familie zusammen. Der Beschuldigte hat keine eigenen Kinder und führt ak-

tuell keine Beziehung. Schulden oder Betreibungen sind keine ausgewiesen (Protokoll KG 

S. 3 f.). Eine erhöhte Strafempfindlichkeit, welche praxisgemäss nur bei besonderen Umstän-

den zu bejahen ist, ist nicht zu erkennen. Hinsichtlich des Gesundheitszustandes des Beschul-

digten sind keine besonderen Bemerkungen angebracht. Vorstrafen liegen keine vor und zu 

berücksichtigende Reue oder Einsicht werden nicht vorgebracht. Dies alles ist soweit neutral zu 

werten. Eine mangelnde Einsicht in das begangene Unrecht zufolge des jungen Alters kann ihm 

ebenfalls nicht zugutegehalten werden, da er den inkriminierten Sachverhalt vollumfänglich be-

streitet. Infolgedessen erweist sich aufgrund der besonderen Täterkomponenten keine Anpas-

sung der tatbezogenen hypothetischen Strafe als angezeigt.  

 
 
 

 
 
Seite 27   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

  

g) Tat- und täterunabhängige Strafzumessungsfaktoren (Verletzung des Beschleunigungs-

gebotes nach Art. 5 StPO; Zeitablauf gemäss Art. 48 lit. e StGB) sind in casu keine zu berück-

sichtigen.   

 

h) Damit erscheint in Würdigung sämtlicher Tat- und Täterkomponenten sowie der tat- und 

täterunabhängigen Strafzumessungsfaktoren eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen als ange-

messen. Bezüglich der Höhe des einzelnen Tagessatzes ist in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 

StGB gestützt auf die aktuellen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschuldig-

ten gemäss seinen Depositionen vor dem Kantonsgericht (Protokoll KG S. 4: monatliches Net-

toeinkommen von rund CHF 4'200.--, keine Schulden oder Betreibungen) ein Ansatz von jeweils 

CHF 60.-- festzulegen. Bei diesem Strafmass ist der bedingte Strafvollzug nach Art. 42 Abs. 1 

StGB möglich und vorliegend ohne Weiteres zu gewähren. Die Probezeit ist auf das gesetzliche 

Minimum von zwei Jahren festzulegen (Art. 44 Abs. 1 StGB). Eine Anrechnung der weniger als 

drei Stunden dauernden vorläufigen Festnahme hat nicht zu erfolgen (vgl. BGE 143 IV 339; 146 

IV 231).  

 

i) Zusammenfassend ist damit der Beschuldigte in teilweiser Gutheissung seiner Berufung 

sowie in Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft und folglich in entsprechen-

der Abänderung des angefochtenen Urteils der sexuellen Handlungen mit Kindern nach 

Art. 187 Ziff. 1 StGB schuldig zu erklären und ‒ bei einer Probezeit von zwei Jahren ‒ zu einer 

bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu jeweils CHF 60.-- zu verurteilen.  

 

 

6. Landesverweisung  

 

Das Strafgericht hat in Anwendung von Art. 66a Abs. 2 StGB von der Anordnung einer Landes-

verweisung abgesehen. Diese vorinstanzliche Erkenntnis steht mangels Anfechtung im vorlie-

genden Berufungsverfahren nicht zur Debatte.  

 

 

 

 

 
 
 

 
 
Seite 28   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

7. Tätigkeitsverbot  

 

a) Die Begründung des Vorderrichters bezüglich des von ihm verhängten lebenslänglichen 

Tätigkeitsverbots lautet wie folgt: Werde jemand, wie der Beschuldigte, wegen sexuellen Hand-

lungen mit Kindern (Art. 187 StGB) zu einer Strafe verurteilt, so verbiete ihm das Gericht ge-

mäss Art. 67 Abs. 3 lit. b StGB lebenslänglich jede berufliche und jede organisierte ausserberuf-

liche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasse. In besonders leich-

ten Fällen könne das Gericht ausnahmsweise von der Anordnung eines solchen Verbots abse-

hen (Art. 67 Abs. 4bis StGB). Ein solch leichter Fall sei vorliegend nur schon deshalb nicht gege-

ben, weil die Tat des Beschuldigten angesichts der vorerwähnten Umstände – insbesondere 

unter Berücksichtigung des Handelns gegen den ausdrücklichen Willen der deutlich minderjäh-

rigen Privatklägerin ohne jedweden nachvollziehbaren Grund – nicht mehr den untersten Be-

reich des Strafrahmens betreffe. Demnach sei ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot im erwähn-

ten Sinne anzuordnen.  

 

b) (...) 

 

c) (...)   

 

d) (...)   

 

e)  Gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. b StGB verbietet das Gericht dem Täter lebenslänglich jede 

berufliche und jede organisierte ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu 

Minderjährigen umfasst, wenn dieser wegen sexuellen Handlungen mit Kindern nach Art. 187 

StGB zu einer Strafe verurteilt oder deswegen gegen ihn eine Massnahme angeordnet wird. In 

Anwendung von Art. 67 Abs. 4bis StGB kann das Gericht in besonders leichten Fällen aus-

nahmsweise von der Anordnung eines Tätigkeitsverbotes nach Abs. 3 absehen, wenn ein sol-

ches Verbot nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Straftaten ab-

zuhalten, wie sie Anlass für das Verbot sind. Mit dem neuen Abs. 4bis von Art. 67 StGB versucht 

der Gesetzgeber, wenigstens ansatzweise dem Verhältnismässigkeitsgebot Rechnung zu tra-

gen (BOTSCHAFT 2016, 6163), indem eine Ausnahmebestimmung zum lebenslänglichen Tätig-

keitsverbot formuliert wird, die sich allerdings gemäss Botschaft in engen Grenzen halten soll 

und kumulativ einen besonders leichten Fall (verlangt ist, dass die Anlasstat nach subjektiven ‒ 

 
 
 

 
 
Seite 29   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

verstanden als Verschulden ‒ und objektiven Aspekten Bagatellcharakter aufweise) sowie feh-

lende Anhaltspunkte für eine Wiederholungsgefahr (BOTSCHAFT 2016, 6161) voraussetzt. Nicht 

notwendig erscheint jedenfalls dann ein Tätigkeitsverbot, wenn dem Täter eine gute Prognose 

gestellt werden kann. Indes liegt es auch bei Vorliegen der Voraussetzungen im Ermessen des 

Gerichts, ob ausnahmsweise auf die Anordnung des lebenslänglichen Tätigkeitsverbots ver-

zichtet wird (BOTSCHAFT 2016, 6162; NADINE HAGENSTEIN, in: Basler Kommentar, Strafrecht I, 

4. Auflage, Basel 2019, N 87 zu Art. 67 StGB, mit Hinweisen). Gleicher Ansicht ist 

LANGENEGGER: Nach ihm muss für das Absehen von einem lebenslänglichen Tätigkeitsverbot 

ebenso kumulativ eine gute Prognose bzw. das Fehlen von Anhaltspunkten einer Wiederho-

lungsgefahr sowie ein besonders leichter Fall einer Katalogtat vorliegen. Bei der Prognose 

kommt es auf eine Gesamtwürdigung aller massgeblichen Umstände an (DIEGO LANGENEGGER, 

in: Graf [Hrsg.], Annotierter Kommentar StGB, Bern 2020, N 24 zu Art. 67 StGB, mit Hinweisen).  

 

f) Im vorliegenden Fall ist festzustellen, dass es sich beim inkriminierten Verhalten um fol-

gende Vorgänge handelt: das Reiben des Genitalbereichs des Beschuldigten am Bein der Pri-

vatklägerin, das Berühren ihres Oberschenkels und Scheidenbereichs mit der Hand sowie das 

Legen ihrer Hand auf seinen Penis, wobei alle Berührungen über den Kleidern erfolgt sind. Die-

se Handlungsweisen würden, wenn es sich beim Opfer nicht um ein 12- bzw. knapp 13-jähriges 

Kind handeln würde, eine sexuelle Belästigung gemäss Art. 198 StGB und damit eine Übertre-

tung darstellen. Zu beachten ist ferner, dass dem zur Tatzeit 18-jährigen und nicht vorbestraften 

Beschuldigten eine einmalige Verfehlung ‒ welche sich überdies nicht im Rahmen einer berufli-

chen oder einer organisierten ausserberuflichen Tätigkeit zugetragen hat ‒ anzulasten und ihm 

hierbei in Beachtung aller zumessungsrelevanten Kriterien ein sehr leichtes Verschulden zu 

attestieren ist, was sich auch im gegenüber dem erstinstanzlichen Urteil deutlich reduzierten 

Strafmass widerspiegelt. Aufgrund dieses sehr leichten Verschuldens, des Bagatellcharakters 

der inkriminierten Vorwürfe sowie der komplett fehlenden Anhaltspunkte für eine Wiederho-

lungsgefahr, womit zwingendermassen eine gute Legalprognose verbunden ist, erscheint es 

nach Auffassung des Kantonsgerichts als klar unverhältnismässig, dem nunmehr 20-jährigen 

Beschuldigten ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot, welches im Zusammenhang mit dem Kon-

takt zu Minderjährigen steht, aufzuerlegen. Vielmehr ist in casu von einem besonders leichten 

Fall im Sinne von Art. 67 Abs. 4bis StGB auszugehen, welcher es ausnahmsweise rechtfertigt, 

von der Anordnung eines Tätigkeitsverbotes nach Abs. 3 der genannten Bestimmung abzuse-

hen. Demnach ist in Gutheissung der diesbezüglichen Berufung des Beschuldigten das vom 

 
 
 

 
 
Seite 30   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Vorderrichter gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. b StGB verhängte lebenslängliche Tätigkeitsverbot 

aufzuheben.   

 

 

8. Zivilforderungen  

 

a) Die Vorinstanz hat ihren Entscheid zu den Zivilforderungen der Privatklägerin so begrün-

det: Angesichts des noch leichten Verschuldens des Beschuldigten wie auch in Beachtung der 

aktenkundigen Tatfolgen für die Privatklägerin erweise sich im Lichte der gerichtlichen Genug-

tuungspraxis das Zusprechen einer Genugtuung im Umfang von CHF 1'500.-- zuzüglich Zins zu 

5 % seit dem 7. Februar 2021 als angemessen.  

 

b) (...)    

 

c) (...)  

 

d) (...)  

 

e) Der Genugtuungsanspruch gemäss Art. 47 OR setzt voraus, dass das haftungsbegrün-

dende Ereignis eine Körperverletzung verursacht hat. Als Körperverletzung ist dabei jede Be-

einträchtigung der physischen oder psychischen Integrität zu qualifizieren. Der Genugtuungs-

anspruch bei einer Beeinträchtigung der sexuellen Selbstbestimmung bzw. der sexuellen Integ-

rität verlangt eine schwere Persönlichkeitsverletzung sowie eine immaterielle Unbill bei der be-

troffenen Person. Der Genugtuungsanspruch hängt nicht davon ab, ob die betroffene Person im 

Zeitpunkt der Vornahme der Handlung, welche ihre sexuelle Selbstbestimmung oder sexuelle 

Integrität beeinträchtigt hat, urteilsfähig bzw. bei Bewusstsein gewesen ist. Entsprechend sind 

auch Kinder genugtuungsberechtigt. Als Folge der Beeinträchtigung der sexuellen Selbstbe-

stimmung bzw. der sexuellen Integrität muss bei der betroffenen Person eine immaterielle Unbill 

eingetreten sein. Vom Eintritt eines solchen Unrechts kann allerdings als Folge der Lebenser-

fahrung im Zusammenhang mit sexuellen Handlungen vermutungsweise ausgegangen werden. 

Die Höhe der Genugtuung richtet sich nach der konkreten seelischen Unbill der betroffenen 

Person. Diese hängt massgeblich von der Art und Dauer des sexuellen Übergriffs, der Bezie-

hung zwischen Opfer und Täter sowie vom Geschlecht und Alter des Opfers ab. Besonders bei 

 
 
 

 
 
Seite 31   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

sexuellen Übergriffen gegenüber Kindern ist allfälligen psychischen Beeinträchtigungen in der 

Zukunft angemessen Rechnung zu tragen (HARDY LANDOLT, Genugtuungsrecht, Systematische 

Gesamtdarstellung und Kasuistik, 2. Auflage, Zürich / St. Gallen 2021, § 12 N 706 ff., mit Hin-

weisen). Nach der Praxis des Bundesgerichts bezweckt die Genugtuung den Ausgleich für erlit-

tene seelische Unbill. Ihre Bemessung richtet sich im Wesentlichen nach der Art und Schwere 

der Verletzung, der Intensität und Dauer der Auswirkungen auf die Persönlichkeit des Betroffe-

nen, dem Grad des Verschuldens des Haftpflichtigen, einem allfälligen Selbstverschulden des 

Geschädigten sowie der Aussicht auf Linderung des Schmerzes durch die Zahlung eines Geld-

betrags. Die Festsetzung der Höhe der Genugtuung bildet eine Entscheidung nach Billigkeit 

und beruht auf richterlichem Ermessen. Sie ist nicht schematisch vorzunehmen, sondern muss 

dem Einzelfall angepasst werden (BGer 6B_857/2015 vom 21. März 2016 E. 3.2; 6B_768/2014 

vom 24. März 2015 E. 3.3, nicht publ. in: BGE 141 IV 97).  

 

f)  Im vorliegenden Fall steht gestützt auf die vorgängigen Erwägungen zur Strafzumessung 

(vgl. oben E. 5.2) fest, dass der zur Tatzeit 18-jährige Beschuldigte an der 12- bzw. knapp 13-

jährigen Betroffenen, welche eine Schulkollegin seiner jüngeren Zwillingsbrüder gewesen ist, 

gegen deren Willen folgende sexuell konnotierte Handlungen begangen hat: Reiben seines Ge-

schlechtsbereichs am rechten Bein der Privatklägerin, Streicheln mit seiner rechten Hand an 

ihrem rechten Oberschenkel entlang bis hin zu ihrer Vagina sowie Legen ihrer rechten Hand auf 

seinen Intimbereich, wobei sowohl der Beschuldigte als auch das Opfer jederzeit vollständig 

bekleidet gewesen sind. Diese Handlungen hat der Beschuldigte spontan im Rahmen eines 

einzelnen Geschehensablaufs innerhalb einiger weniger Minuten tagsüber und in Anwesenheit 

von weiteren Personen verübt. Aufgrund ihrer geringfügigen Eingriffsintensität wären die delikti-

schen Aktionen als lediglich Übertretungen darstellende sexuelle Belästigungen einzustufen, 

wenn es sich beim Opfer nicht um eine unter 16-jährige Person handeln würde, zumal der Täter 

weder Druck ausgeübt noch seine Stellung ausnützt hat und auch nicht besonders raffiniert 

vorgegangen ist. Auch hat, ungeachtet der Tatsache, wonach die Übergriffe im Zimmer des 

Beschuldigten stattgefunden haben, keine Wehrlosigkeit des Opfers vorgelegen. In Beachtung 

aller zumessungsrelevanten Kriterien hat das Kantonsgericht das Verschulden des Beschuldig-

ten als sehr leicht qualifiziert. Aktenkundig ist des Weiteren, dass das Opfer im Anschluss an 

das Geschehene wiederholt Hilfe bei der Familien- und Erziehungsberatung sowie dem Schul-

sozialdienst H.____ in Anspruch genommen hat, womit feststeht, dass die Übergriffe nicht spur-

los an ihm vorübergegangen sind. Ein Selbstverschulden der Betroffenen liegt sodann zweifel-

 
 
 

 
 
Seite 32   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

los nicht vor. Das Geschlecht des Opfers kann hingegen, entgegen der vorstehend zitierten 

Lehre, nach Auffassung des Kantonsgerichts bei der Bemessung der Genugtuung per se keine 

Rolle spielen, wohl aber die wirtschaftlichen Verhältnisse der Betroffenen und des Täters. Ge-

stützt auf diese Ausführungen erachtet das Kantonsgericht in Würdigung aller massgeblichen 

Faktoren sowie unter Berücksichtigung vergleichbarer Fälle die erstinstanzlich zugesprochene 

Genugtuung von CHF 1'500.-- als zu hoch. Angemessen erscheint vielmehr eine Summe in der 

Höhe von CHF 800.--, welche seit dem Tag des Vorfalls mit 5 % zu verzinsen ist.  

 

Infolgedessen wird der Beschuldigte in teilweiser Gutheissung seiner diesbezüglichen Berufung 

und entsprechender Abänderung des erstinstanzlichen Urteils dazu verurteilt, der Privatklägerin 

CHF 800.--, zuzüglich Zins zu 5 % ab dem 7. Februar 2021, als Genugtuung zu bezahlen; die 

darüber hinausgehende Mehrforderung wird abgewiesen.  

 

 

9. Kostenfolgen   

 

9.1 Kantonsgericht  

 

a) Nach Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens 

nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Bei vorliegendem Verfahrensausgang ‒ 

indem die Berufung des Beschuldigten in dem Sinne teilweise gutgeheissen wird, als sowohl 

das Strafmass (von sechs Monaten bedingter Freiheitsstrafe auf 90 Tagessätze bedingter 

Geldstrafe) wie auch die an die Privatklägerin zu leistende Genugtuung (von CHF 1'500.-- auf 

CHF 800.--) reduziert werden und darüber hinaus das lebenslange Tätigkeitsverbot aufgeho-

ben, im Übrigen jedoch dessen Rechtsmittel namentlich in Bezug auf den vollumfänglich zu 

bestätigenden Schuldspruch abgewiesen wird wie auch auf der Gegenseite die auf eine Erhö-

hung des erstinstanzlichen Strafmasses gerichtete Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft 

vollumfänglich abzuweisen ist ‒ rechtfertigt es sich, die ordentlichen Kosten des Berufungsver-

fahrens in der Höhe von CHF 7'750.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 7'500.--  [fünf Stun-

den Verhandlung zu jeweils CHF 1'500.--/h] sowie pauschale Auslagen von CHF 250.--) im Um-

fang von 50 % (= CHF 3'875.--) zu Lasten des Beschuldigten und im nämlichen Umfang von 

50 % (= CHF 3'875.--) zu Lasten des Staates zu verlegen.  

 

 
 
 

 
 
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b) Im Hinblick auf die ausserordentlichen Kosten ist zu erkennen, dass der Rechtsvertreterin 

des Beschuldigten, Advokatin Isabelle Achermann, zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidi-

gung für das Berufungsverfahren gestützt auf deren Honorarnote vom 13. Februar 2024 ein 

Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 8'305.50 (inklusive sechs Stunden Hauptverhandlung, 

Weg, Nachbesprechung, Auslagen und CHF 601.80 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates 

ausgerichtet wird. Der Beschuldigte wird zur Rückzahlung der Entschädigung der amtlichen 

Verteidigung für das Berufungsverfahren im Umfang von 50 % (= CHF 4'152.75) an den Kanton 

Basel-Landschaft verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 

Abs. 4 lit. a StPO).  

 

c) Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist sodann der Rechtsvertreterin der 

Privatklägerin, Advokatin Jessica Baltzer, für das Berufungsverfahren gestützt auf deren Hono-

rarnote vom 13. Februar 2024 ein Honorar in der Höhe von insgesamt CHF 3'406.-- (inklusive 

sechs Stunden Hauptverhandlung, Weg, Nachbesprechung, Auslagen und CHF 251.80 Mehr-

wertsteuer) zu Lasten des Staates auszurichten.  

 

9.2 Strafgericht  

 

Nachdem schliesslich die Berufung des Beschuldigten im kantonsgerichtlichen Verfahren im 

Hinblick auf den zur Anklage gebrachten Sachverhalt und die daraus resultierende Verurteilung 

vollumfänglich abgewiesen wird, besteht keine Veranlassung, an der erstinstanzlichen Kosten-

verteilung eine Änderung vorzunehmen.  

 

  

 
 
 

 
 
Seite 34   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 

 
://: I. Das Urteil des Strafgerichtspräsidiums Basel-Landschaft vom 

17. Januar 2023, lautend:  

 

"1.  C.____ wird der sexuellen Handlungen mit einem Kind schuldig 

erklärt und verurteilt 

 

 zu einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 6 Monaten, 

 

 bei einer Probezeit von 2 Jahren, 

 

 in Anwendung von Art. 187 Ziff. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 42 

Abs. 1 StGB sowie Art. 44 Abs. 1 StGB.  

 

2.  Von der Anordnung einer Landesverweisung gegen C.____ wird 

in Anwendung von Art. 66a Abs. 2 StGB abgesehen.  

 

3.  Dem Beurteilten wird in Anwendung von Art. 67 Abs. 3 lit. b 

StGB die Ausübung jeder beruflichen und jeder organisierten 

ausserberuflichen Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu 

Minderjährigen umfasst, lebenslänglich verboten.  

 

4.  Sämtliche im vorliegenden Verfahren forensisch gesicherten 

Daten, welche sich bei der Polizei Basel-Landschaft, IT-

Forensik, befinden, werden nach Rechtskraft des Urteils unwi-

derruflich gelöscht.  

 

5.  Der Beurteilte wird dazu verurteilt, A.____ Fr. 1'500.--, zzgl. Zins 

zu 5% ab 7. Februar 2021, als Genugtuung zu bezahlen. Die 

Mehrforderung wird abgewiesen.  

 

6.  Die Verfahrenskosten bestehen aus den Kosten des Vorverfah-

rens von Fr. 6'407.20 und der Gerichtsgebühr von Fr. 3’000.--. 

 

 Der Beurteilte trägt die Verfahrenskosten in Anwendung von 

Art. 426 Abs. 1 StPO.  

 

7.  Das Honorar der amtlichen Verteidigung wird in reduziertem 

Umfang von Fr. 12'488.05 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) 

 
 
 

 
 
Seite 35   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung von C.____ 

nach Art. 135 Abs. 4 StPO aus der Gerichtskasse entrichtet.  

 

8.  Jessica Baltzer wird für die Opfervertretung aus der Staatskas-

se ein Honorar in Höhe von Fr. 4'813.-- (inkl. Auslagen und 

MwSt.) zugesprochen." 

 
wird in teilweiser Gutheissung der Berufung des Beschuldigten 

sowie in Abweisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft 

in den Ziffern 1, 3 und 5 wie folgt neu gefasst: 

 

1.  C.____ wird der sexuellen Handlungen mit einem Kind schuldig 
erklärt und verurteilt 

 
 zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 90 Tagessätzen 

zu jeweils CHF 60.--, 
 
 bei einer Probezeit von 2 Jahren, 
 
 in Anwendung von Art. 187 Ziff. 1 StGB, Art. 34 Abs. 1 und 

Abs. 2 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB sowie Art. 44 Abs. 1 StGB. 
 
3.  aufgehoben. 
 
5.  Der Beschuldigte wird dazu verurteilt, A.____ CHF 800.--, zu-

züglich Zins zu 5 % ab dem 7. Februar 2021, als Genugtuung 
zu bezahlen. Die Mehrforderung wird abgewiesen. 

 
 
Im Übrigen wird das vorinstanzliche Urteil unverändert zum 

Bestandteil dieses Urteils erklärt. 

 

 II. Die ordentlichen Kosten des Berufungsverfahrens in der Höhe von 

CHF 7'750.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 7'500.-- sowie 

Auslagen von CHF 250.--) gehen im Umfang von 50 % 

(= CHF 3'875.--) zu Lasten des Beschuldigten und im nämlichen 

Umfang von 50 % (= CHF 3'875.--) zu Lasten des Staates. 

 

 
 
 

 
 
Seite 36   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 

 

III. Zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidigung wird der Rechtsver-

treterin des Beschuldigten, Advokatin Isabelle Achermann, für das 

Berufungsverfahren ein Honorar in der Höhe von insgesamt 

CHF 8'305.50 (inklusive Hauptverhandlung, Weg, Nachbespre-

chung, Auslagen und CHF 601.80 Mehrwertsteuer) zu Lasten des 

Staates ausgerichtet.  

 

Der Beschuldigte ist zur Rückzahlung der Entschädigung der amtli-

chen Verteidigung für das Berufungsverfahren an den Kanton im 

Umfang von 50 % (= CHF 4'152.75) verpflichtet, sobald es seine 

wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO).  

 

Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird der 

Rechtsvertreterin der Privatklägerin, Advokatin Jessica Baltzer, für 

das Berufungsverfahren ein Honorar in der Höhe von insgesamt 

CHF 3'406.-- (inklusive Hauptverhandlung, Weg, Nachbesprechung, 

Auslagen und CHF 251.80 Mehrwertsteuer) zu Lasten des Staates 

ausgerichtet. 

 

 

 

Präsident 
 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
Pascal Neumann 

 
 
 
 
Dieser Entscheid ist rechtskräftig.