# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0f6475ea-6ac5-5f2f-8e08-dc2339a8da7e
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1982-06-29
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 29.06.1982 OG ARGVP 1988 3113
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_OG-ARGVP-1988-3113_1982-06-29.pdf

## Full Text

C. Gerichtsentscheide 3112, 3113, 3114

sistieren oder zu ergänzen ist oder ob die neu ermittelten Tatbestände in 
ein neues Verfahren zu verweisen sind. Eine Abtrennung rechtfertigt sich 
bei Übertretungen, die einer kurzen Verjährungsfrist unterstehen (vgl. 
Art. 109 und 72 Abs.3 StGB).

OGer 25.1.1983 (RBer 1982/83, S.39)

3113

Urteilsdispositiv. Behandlung einzelner ehrverletzender Äusserungen 
(Art. 175 StPO).

Das Urteil kann bei einer einheitlichen Tat nicht gleichzeitig auf Verurtei­
lung und auf Freispruch lauten (Waiblinger, Das Stafverfahren des Kantons 
Bern, 1946, Nr. 1 zu Art. 304 BE StPO). Die ausserrhodische Gerichtspraxis 
hat aus diesen Überlegungen Ehrverletzungen in der Presse oder in einem 
Brief stets als Einheit behandelt und es abgelehnt, sich im Dispositiv zur 
Strafbarkeit einzelner Äusserungen auszusprechen (vgl. Urteil OG vom
4. Oktober 1977 i.S. R./B. und Konsorten; in diesem Sinne nun auch Praxis 
des Kantonsgerichts Graubünden 1980, S. 81/82). Dagegen ist in den 
Erwägungen zu den einzelnen Äusserungen Stellung zu nehmen.

OGer 29.6.1982 (RBer 1981/82, S.39)

3114

Teilfreispruch. Verpflichtung des appellierenden Geschädigten zur 
Sicherstellung der Prozesskosten (Art. 215 Abs. 1 StPO).

Art. 198 Ziff. 5 StPO gibt dem Geschädigten das Recht, einen Freispruch 
anzufechten. Auf diese Bestimmung gründet sich die Appellation des Klä­
gers, und er kann sich dabei mit gutem Recht auf die Auslegung stützen, 
dass der erwähnte Artikel auch den Teilfreispruch umfasst.

Bei dieser Auslegung muss nun aber der appellierende Geschädigte 
auch Art. 215 Abs. 1 StPO gegen sich gelten lassen. Sinn der Kaution ist, 
dass der Geschädigte nicht ohne Sicherstellung der allfälligen amtlichen 
Kosten und der Anwaltskosten der Gegenpartei den Prozess weiterführen 
soll.

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