# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b40582a7-9011-52c1-adbb-b59062a6355e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Schuldbetreibungs- und Konkurskammer 24.11.2021 KSK 2021 85
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_003_KSK-2021-85_2021-11-24.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 24. November 2021

(Mit Urteil 5A_1005/2021 vom 08. Dezember 2021 ist das Bundesgericht auf die 
gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde nicht eingetreten.)

Referenz KSK 21 85

Instanz Schuldbetreibungs- und Konkurskammer als Aufsichtsbehörde 
über Schuldbetreibung und Konkurs

Besetzung Cavegn, Vorsitzender
Blumenthal, Aktuar ad hoc

Parteien A._____, 
Beschwerdeführer

Gegenstand Aufhebung Sperrung Bankkonten / betreibungsrechtliches Exis-
tenzminimum

Anfechtungsobj. Pfändungsvollzug/Sicherungsmassnahme Betreibungs- und Kon-
kursamt der Region Plessur vom 01.10.2021

Mitteilung 25. November 2021

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Sachverhalt

A. Am 30. April 2021 gingen beim Betreibungs- und Konkursamt der Region 
Plessur (nachfolgend: Betreibungsamt Plessur) zwei Fortsetzungsbegehren in den 
Betreibungen Nr. B._____ und Nr. C._____ gegen A._____ ein. In der Folge gin-
gen beim Betreibungsamt Plessur weitere Betreibungsbegehren gegen A._____ 
ein (Nr. D._____ und Nr. E._____). Das Betreibungsamt Plessur stellte A._____ 
am 12. Mai 2021 für beide Verfahren eine Pfändungsankündigung an seiner 
Wohnadresse in F._____ zu. Zum Einvernahmetermin am 21. Mai 2021 erschien 
A._____ nicht, weshalb das Betreibungsamt eine zweite Vorladung zustellte, 
ebenfalls erfolglos.

B. Am 10. Juni 2021 beauftragte das Betreibungsamt Plessur in der Betrei-
bung Nr. D._____ das Betreibungs- und Konkursamt Viamala (nachfolgend: Be-
treibungsamt Viamala) mit der Zustellung des Zahlungsbefehls an die Adresse 
G._____ in H._____ sowie mit dem Vollzug der Pfändung. Hierauf teilte das Be-
treibungsamt Viamala am 16. September 2021 dem Betreibungsamt Plessur mit, 
A._____ sei zwar in der Region Viamala in H._____ gemeldet, halte sich aber 
nicht an dieser Adresse, sondern in F._____ auf. 

D. Am 17. September 2021 stellte das Betreibungsamt Plessur bei der I._____ 
ein Gesuch um polizeiliche Zuführung. Die Zuführung blieb erfolglos, da A._____ 
nicht in F._____ angemeldet sei.

E. Am 1. Oktober 2021 erliess das Betreibungsamt Plessur dringliche Siche-
rungsmassnahmen infolge Pfändungsverzugs und teilte der Bank_____ (nachfol-
gend: Bank) gleichentags mit, dass im Pfändungsverfahren gegen A._____ die 
vorsorgliche Pfändung vollzogen worden sei, weshalb zur Sicherung der Vermö-
genswerte sämtliche Konten, Depositen sowie allfällige Schrankfächer zu sperren 
seien. Mit Schreiben vom 6. Oktober 2021 bestätigte die Bank_____ die Sperrung. 

F. In der Betreibung Nr. E._____ wurde nach erteilter Rechtsöffnung am 12. 
Oktober 2021 eine Pfändungsankündigung ausgestellt. Weitere vorsorgliche 
Pfändungen von Einkommen und Bankkonti erfolgten am 3. November 2021.

G. Bereits mit Eingabe vom 25. Oktober 2021 gelangte A._____ (nachfolgend: 
Beschwerdeführer) an das Verwaltungsgericht von Graubünden und beantragte 
die Aufhebung der Kontosperre. Dabei stellte er ebenfalls Antrag auf unentgeltli-
che Rechtspflege. Gleichentags überstellte das Verwaltungsgericht von Graubün-
den die Beschwerde zuständigkeitshalber an das Kantonsgericht von Graubün-
den.

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H. In seiner Stellungnahme vom 8. November 2021 beantragte das Betrei-
bungsamt Plessur die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 
Infolge böswilliger oder mutwilliger Beschwerdeführung seien dem Beschwerde-
führer eine Busse sowie die Gebühren und Auslagen aufzuerlegen, eventualiter 
für zukünftige Beschwerdeverfahren, welche er aufgrund der Verletzung seiner 
Mitwirkungspflichten im Pfändungsverfahren verschuldet, eine Busse samt Aufer-
legung der Gebühren und Auslagen anzudrohen.

I. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie die Verfah-
rensakten wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegan-
gen.

Erwägungen

1.1. Gegen jede Verfügung eines Betreibungs- oder eines Konkursamtes kann 
nach Art. 17 Abs. 1 SchKG bei der Aufsichtsbehörde wegen Gesetzesverletzung 
oder Unangemessenheit Beschwerde geführt werden. Im Kontext von Betrei-
bungshandlungen kann sich die Beschwerdeführerin somit auf jede Verletzung der 
Bestimmungen über deren Vollzug berufen. Im Kanton Graubünden amtet das 
Kantonsgericht nach Art. 13 SchKG i.V.m. Art. 13 EGzSchKG (BR 220.000) als 
einzige Aufsichtsbehörde über die Betreibungs- und Konkursämter. Die interne 
Zuständigkeit fällt dabei der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer zu (Art. 8 
Abs. 1 KGV [BR 173.100]). Die Beschwerde ist schriftlich (Art. 17 Abs. 1 
EGzSchKG) und binnen einer Frist von zehn Tagen seit Kenntnisnahme von der 
angefochtenen Verfügung (Art. 17 Abs. 2 SchKG) einzureichen. Im Übrigen richtet 
sich das Verfahren gemäss Art. 10 EGzSchKG, soweit das SchKG und das 
EGzSchKG keine Vorschriften enthalten, nach der ZPO und dem EGzZPO 
(BR 320.100).

1.2. Zur Beschwerde nach Art. 17 SchKG ist legitimiert, wer durch die angefoch-
tene Verfügung oder durch eine Untätigkeit eines Vollstreckungsorgans in seinen 
rechtlich geschützten oder zumindest tatsächlichen Interessen betroffen und da-
durch beschwert ist und deshalb ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung 
oder Änderung der Verfügung hat (Pra 2019 Nr. 57 E. 3.2; Pra 2019 Nr. 33 
E. 4.2.2).

1.3. Aus der Beschwerde vom 25. Oktober 2021 ist nicht auf den ersten Blick zu 
erkennen, welche Betreibungshandlung der Beschwerdeführer rügt (act. A.1). Aus 
den Vorbringen des Beschwerdeführers und den von ihm eingereichten Beilagen 
kann geschlossen werden, dass er die dringliche Sicherungsmassnahme infolge 

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Pfändungsvollzug des Betreibungsamtes Plessur vom 1. Oktober 2021 sowie die 
darauf gestützt ergangene Anzeige an die Bank_____ wegen Verletzung der Be-
stimmungen über das pfändbare Einkommen beanstandet (act. B.2). Dabei han-
delt es sich allerdings nicht um eine an den Beschwerdeführer adressierte Verfü-
gung. Es ist auch nicht dargelegt, zu welchem Zeitpunkt der Beschwerdeführer 
Kenntnis von der Sicherungsmassnahme erlangt hat und ob die Eingabe an das 
Verwaltungsgericht überhaupt innert der Beschwerdefrist von zehn Tagen erfolgt 
ist. Dies kann offenbleiben, da keine rechtswidrige oder unangemessene Betrei-
bungshandlung des Betreibungsamts Plessur erkennbar ist, wie nachfolgend dar-
gelegt wird.

2.1. Die Anzeige an die Bank_____ vom 1. Oktober 2021 erfolgte aufgrund ei-
ner dringlichen und vorsorglichen Sicherungsmassnahme infolge Pfändungsvoll-
zugs. Der Zweck einer Sicherungsmassnahme nach Art. 98 ff. SchKG liegt in der 
Erhaltung der Vermögenswerte des Schuldners und im Entgegenwirken bei Ge-
fährdung der Gläubigerrechte. Sie kann bei Dringlichkeit schon vor dem Pfän-
dungsvollzug erfolgen und es können dringliche Massnahmen getroffen werden. 
Aufgrund des Eingriffs in die Stellung des Schuldners sind an die besondere 
Dringlichkeit erhöhte Anforderungen zu stellen (Roger Schlegel/Markus Zopfi, in: 
Kren Kostkiewicz/Vock [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetrei-
bung und Konkurs, 4. Aufl. 2017 N 3 zu Art. 99 SchKG; BGer 5A_616/2017 v. 
14.3.2018 E. 6). Eine Dringlichkeit ist dann etwa gegeben, wenn sich der Schuld-
ner im Rahmen einer anstehenden Pfändung permanent und wiederholt dem Zu-
griff der Vollstreckungsbehörden entzieht und somit eine Pfändung verunmöglicht, 
obwohl es ihm nach objektiven Kriterien möglich gewesen wäre, dem Pfändungs-
vollzug beizuwohnen. Diesfalls lässt sich auch die vorsorgliche Sperrung des ge-
samten Lohnes/Einkommens und/oder eines bekannten Bankkontos rechtfertigen 
(Schlegel/Zopfi, a.a.O., N 3 zu Art. 99 SchKG). Dem Schuldner ist in diesem Fall 
rückwirkend wenigstens das Existenzminimum zuzugestehen. Der an die vorsorg-
liche Massnahme anschliessende Pfändungsvollzug oder die Aufhebung dersel-
ben ist den Beteiligten mitzuteilen.

2.2. Vorliegend ist aus den Akten ersichtlich, dass sich der Beschwerdeführer 
der Pfändung mehrfach entzogen hat und selbst die polizeiliche Zuführung nicht 
gelungen ist. Es ist geradezu offensichtlich, dass der Beschwerdeführer die in 
Art. 91 SchKG statuierte Mitwirkungspflicht des Schuldners verletzt hat. Unter die-
sen Umständen erscheinen die vom Betreibungsamt Plessur angeordneten dring-
lichen vorsorglichen Sicherungsmassnahmen durch Sperrung von Bankkonti we-
der rechtswidrig noch unangemessen. Solange der Beschwerdeführer seine Mit-

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wirkungspflicht gegenüber dem Betreibungsamt nicht wahrnimmt, kann er sich 
nicht mit einer Beschwerde über eine angeblich nicht korrekte dringliche und vor-
sorgliche Sicherungsmassnahme beschweren. 

2.3. Soweit der Beschwerdeführer die Belassung des betreibungsrechtlichen 
Existenzminimums sowie einen Zugriff auf ein Bankkonto, auf welches seine AHV-
Gutschriften überwiesen werden, verlangt, ist er auf die Mitwirkungspflicht hinzu-
weisen. Ist er der Meinung, dass durch die Kontosperrung ein Eingriff in sein Exis-
tenzminimum erfolgt sei, so ist es an ihm, sich dem Pfändungsvollzug umgehend 
persönlich zu stellen und dem Betreibungsamt die notwendigen Angaben zu ma-
chen, wozu er auch bereits mehrfach aufgefordert wurde (vgl. BGer 5A_616/2017 
v. 14.3.2018 E. 6). Dies wäre für ihn offensichtlich ein Leichtes. Im Rahmen des 
Pfändungsvollzugs ist ihm alsdann – auch rückwirkend – das betreibungsrechtli-
che Existenzminimum zu belassen. 

3. Somit ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

4. Das vorliegende Beschwerdeverfahren ist gemäss Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 
SchKG kostenlos. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen (Art. 62 
Abs. 2 der Gebührenverordnung zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und 
Konkurs [GebV SchKG; SR 281.35]). Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von 
CHF 800.00 verbleiben damit beim Kanton Graubünden. Der Antrag auf Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege ist damit obsolet.

5. Da sich die Beschwerde als offensichtlich unzulässig erweist, ergeht der 
vorliegende Entscheid in einzelrichterlicher Kompetenz (Art. 18 Abs. 3 GOG 
[BR 173.000]; Art. 11 Abs. 2 KGV).

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Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 800.00 verbleiben beim 
Kanton Graubünden.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 74 Abs. 2 lit. c BGG Be-
schwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lau-
sanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schrift-
lich, innert 10 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Ent-
scheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzurei-
chen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Vor-
aussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 
ff. und Art. 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: