# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f462eda7-6368-5702-becf-fa471d3103b7
**Source:** Zürich (entscheidsuche) (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 28.10.2025 NP250018
**Docket/Reference:** NP250018
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_NP250018_2025-10-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer 

Geschäfts-Nr.: NP250018-O/U

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichter Dr. E. Pahud und Ersatzoberrichterin Dr. M. Isler 

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Bohli Roth

Urteil vom 28. Oktober 2025

in Sachen

A._____ Schweiz AG, 
Klägerin und Berufungsklägerin

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

B._____ GmbH,
Beklagte und Berufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwalt M.A. HSG in Law and Economics Y._____

betreffend Forderung

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Bülach 
vom 8. April 2025; Proz. FV230016

- 2 -

Rechtsbegehren:
(act. 2 S. 2)

1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag in der 
Höhe von Fr. 18'901.35 nebst Zins zu 5% seit dem 10. November 
2022 zu bezahlen.

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehr-
wertsteuer) zu Lasten der Beklagten.

Urteil des Einzelgerichtes:

1. Die Klage wird abgewiesen.

2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'985.– festgesetzt. Allfällige weitere Ausla-

gen bleiben vorbehalten.

3. Die Entscheidgebühr wird der Klägerin auferlegt und aus dem von ihr geleis-

teten Kostenvorschuss bezogen.

4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von 

Fr. 5'603.– zu bezahlen. 

5. (Mitteilung)

6. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge:

der Klägerin und Berufungsklägerin (act. 2 S. 2):

"1. Das Urteil vom 08. April 2025 des Einzelgerichts des Bezirksge-
richts Bülachs (FV230016) sei vollumfänglich aufzuheben.

2. Die Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin 
den Betrag in der Höhe von CHF 18'901.35 nebst Zins zu 5 % seit 
10. November 2022 zu bezahlen.
Eventualiter:
Die Sache sei unter Berücksichtigung der Ausführungen des 
Obergerichts an die Vorinstanz zum neuen Entscheid zurückzu-
weisen.

- 3 -

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehr-
wertsteuer) zu Lasten der Berufungsbeklagten."

Erwägungen:

I.

1. Die Klägerin und Berufungsklägerin (fortan: Klägerin) und die Beklagte und 

Berufungsbeklagte (fortan: Beklagte) schlossen einen Vertrag betreffend War-

tungs- und Reparaturleistungen für einen Sattelschlepper (act. 5/4/2). Nachdem 

bei einer polizeilichen Kontrolle des Sattelschleppers Veränderungen am Motor-

steuergerät festgestellt worden waren, machte die Klägerin eine Vertragsverlet-

zung durch die Beklagte geltend. Die Klägerin löste den Vertrag gestützt auf eine 

Vertragsklausel auf und verlangte von der Beklagten Schadenersatz (act. 5/4/9). 

2. Am 8. April 2023 erhob die Klägerin beim Einzelgericht des Bezirksgerichts 

Bülach (Vorinstanz) Klage mit eingangs erwähntem Rechtsbegehren (act. 5/2). 

Der Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens ist im angefochtenen Urteil der Vor-

instanz vom 8. April 2025 dargestellt (act. 4 S. 2 f.). Hierauf kann verwiesen wer-

den. Das Dispositiv des vorinstanzlichen Urteils ist vorne wiedergegeben.

3. Am 29. August 2025 erhob die Klägerin Berufung (act. 2). Die vorinstanzli-

chen Akten wurden von Amtes wegen beigezogen (act. 5/1-61). Mit Verfügung 

vom 11. September 2025 wurde der Klägerin Frist zur Leistung eines Kostenvor-

schusses angesetzt (act. 6). Der Vorschuss wurde innert Frist geleistet (act. 8 und 

9). Weiterungen sind nicht erforderlich (vgl. Art. 312 Abs. 1 HS 2 ZPO).

II.

1. Beim angefochtenen Urteil handelt sich um einen berufungsfähigen Ent-

scheid (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO). Die Berufung wurde form- und frist-

gerecht erhoben (Art. 311 Abs. 1 ZPO; vgl. act. 5/61), der Kostenvorschuss wurde 

rechtzeitig geleistet (act. 8 und 9) und die Klägerin ist beschwert. Dem Eintreten 

auf die Berufung steht damit nichts entgegen.

- 4 -

2. Mit Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-

gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung. Abgesehen von of-

fensichtlichen Mängeln hat sich das Berufungsgericht allerdings grundsätzlich auf 

die Beurteilung der in der Berufung und Berufungsantwort gegen das erstinstanz-

liche Urteil erhobenen Beanstandungen zu beschränken. Die Parteien haben mit-

tels klarer Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz zu zeigen, wo 

sie die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden 

erhoben haben. Sie haben die von ihnen kritisierten Erwägungen des angefochte-

nen Entscheids wie auch die Aktenstücke, auf die sie ihre Kritik stützen, genau zu 

bezeichnen (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 4A_580/2015 vom 11. April 2016 

E. 2.2). In rechtlicher Hinsicht ist das Berufungsgericht bei dieser Prüfung jedoch 

weder an die Erwägungen der ersten Instanz noch an die mit den Rügen vorge-

tragenen Argumente der Parteien gebunden, sondern es wendet das Recht von 

Amtes wegen an (Art. 57 ZPO). Das Berufungsgericht kann die Rügen der Partei-

en auch mit abweichenden Erwägungen gutheissen oder abweisen 

(BGer 2C_124/2013 vom 25. November 2013 E. 2.2.2). Neue Tatsachen und Be-

weismittel können im Berufungsverfahren nur noch unter den restriktiven Voraus-

setzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO vorgebracht werden. In diesem Rahmen ist 

auf die Parteivorbringen einzugehen, soweit dies für die Entscheidfindung erfor-

derlich ist (BGE 141 III 28 E. 3.2.4 m.w.H.). 

III.

1.

1.1 Die Parteien schlossen am 11. August 2018 / 13. September 2018 den Ver-

trag "A._____ à la carte" (act. 5/4/2), mit dem sich die Klägerin zur Erbringung von 

Reparatur- und Wartungsleistungen an einem Sattelschlepper der Marke A._____ 

und die Beklagte zur Bezahlung eines Entgelts verpflichtete (vgl. act. 5/4/9; act. 2 

S. 4). Der Vertrag enthält unter anderem die folgenden Regelungen (act. 5/4/2):
"[…]

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1.2 Verpflichtungen des Kunden
Der Kunde verpflichtet sich, alle gesetzlichen Bestimmungen im Zusammenhang 

mit Unterhalt und Betrieb des Fahrzeugs zu beachten. […] Für allfällige Schäden 

bzw. Mehrschäden, die durch Missachtung der oben genannten Pflichten durch den 

Kunden verursacht werden, hat dieser selber aufzukommen.

[…]

1.6 Änderungen am Fahrzeug
Änderungen am Fahrzeug, am Aufbau und an der Einsatzart müssen dem Händler 

gemeldet werden und können zu Vertragsanpassungen führen. Nicht genehmigte 

Änderungen (z.B. Motortuning) können zur Vertragsauflösung führen.

[…]

3. Vertragsauflösung
3.1 Durch den Kunden
[…]

3.2 Durch A._____ Schweiz AG
Wenn der Kunde seine vertraglichen Pflichten nicht erfüllt, insbesondere wenn er 

mit der Zahlung einer Monatsmiete in Verzug ist und trotz Ansetzung einer Frist von 

15 Tagen zur nachträglichen Erfüllung nicht bezahlt bzw. erfüllt; wenn der Kunde 

wesentliche Vertragspflichten verletzt oder Bestimmungen dieses Vertrages nicht 

einhält oder wenn A._____ Schweiz AG gegen den Kunden betreibungsrechtliche 

Schritte eingeleitet hat, stehen A._____ Schweiz AG in Übereinstimmung mit Art. 

107 OR nach Wahl folgende Möglichkeiten offen:

• Den Wartungs- und Reparaturvertrag mit sofortiger Wirkung aufzulösen und 

Schadenersatzansprüche geltend zu machen

• Unverzüglich sämtlich verfallene und nicht verfallene Monatsraten bis zum or-

dentlichen Ende der Vertragsdauer und Zinsen einzufordern

Eine Vertragsauflösung hat schriftlich unter Angabe der Gründe zu erfolgen. 

[…]"

1.2 Am 4. Februar 2022 wurde der von der Beklagten genutzte Sattelschlepper 

von der Urner Kantonspolizei geprüft. Es wurden unter anderem folgende Mängel 

festgestellt (act. 5/4/6):
"1 [Fahrgestell] Antriebsmotor; Motorleistung; Veränderung Steuergerät/ Dreh-

moment (zu hoch);

2. [Umweltbelastung] Im Bereich Motor; Nicht lokalisierbar; Ölverlust"

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1.3 Mit Schreiben vom 10. Februar 2022 erklärte die Klägerin gegenüber der 

Beklagten, den Wartungs- und Reparaturvertrag per 4. Februar 2022 aufzulösen 

(act. 5/4/9):
"Vertragsauflösung W&R Vertrag …:2 per 4.2.2022
[..]

Gemäss Artikel 3.2 der Allgemeinen Bedingungen zum W&R Vertrag erfolgt die 

Vertragskündigung von Seiten A._____ Schweiz AG, da Sie als Kunde ihre vertrag-

lichen Pflichten nicht erfüllt haben. In Übereinstimmung mit Art. 107 OR lösen wir 

den Wartungs- und Reparaturvertrag mit sofortiger Wikung per 4.2.2022 auf und 

machen Schadenersatzansprüche geltend.

[…]"

Zur Begründung machte die Klägerin geltend, die Polizei habe ein Motortuning 

festgestellt, so dass eine Verletzung von Artikel 1.2 und Artikel 1.6 der AGB vor-

liege (act. 5/4/9 S. 1). 

2. Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid zusammengefasst, die 

Klägerin habe aufgrund der vertraglichen Regelung und in Übereinstimmung mit 

Art. 107 Abs. 2 OR im Falle der Vertragsverletzung eines Kunden zwei Vorge-

hensmöglichkeiten zur Auswahl gehabt, wobei sich aus dem Schreiben vom 

10. Februar 2022 ergebe, dass sie die erste Möglichkeit ("Den Wartungs- und Re-

paraturvertrag mit sofortiger Wirkung aufzulösen und Schadenersatzansprüche 

geltend zu machen") gewählt habe. Im Übrigen hätte es an der anwaltlich vertre-

tenen Klägerin gelegen, konkret und unmissverständlich zu behaupten, auf wel-

che Wahlmöglichkeit sie sich berufe (act. 4 E. 5.3 f.). Der Klägerin hätte es so-

dann oblegen, das Bestehen eines Schadens zu substanziieren. Sie habe in die-

sem Zusammenhang aber nur pauschale und generische Behauptungen vorge-

bracht, wonach Motortuning zu erhöhter Beanspruchung und erhöhtem Ver-

schleiss von Fahrzeugteilen führe. Dies stelle keinen in Einzeltatsachen zerglie-

derten Tatsachenvortrag dar, welcher einer Beweisabnahme zugänglich wäre. 

Hinzu komme, dass die Klägerin auch nicht dargelegt habe, gestützt auf welche 

Tatsachen der Schaden Fr. 18'901.35 betrage bzw. dem Betrag von 27 Monatsra-

ten entspreche. Dass die substanziierte Behauptung, ein Schaden sei in bestimm-

ter Höhe entstanden, bei vorliegender Ausgangslage sehr schwierig sei, sei nicht 

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von der Hand zu weisen. Dagegen könnte sich die Klägerin jedoch in ihrer Funk-

tion als Händlerin, Lieferantin und Herstellerin von Lastwagen mittels entspre-

chender Vertragsgestaltung absichern (act. 4 E. 6.2 f.). Da die geltend gemachte 

Vertragsverletzung (Motortuning bzw. Veränderung des Motorsteuergeräts durch 

die Beklagte) seitens der Beklagten bestritten sei, hätte die Klägerin auch diese 

substanziiert zu behaupten gehabt. Der allgemeine Verweis auf die Akten des 

Strafverfahrens der Staatsanwaltschaft Uri bzw. den Strafbefehl genüge nicht. Die 

Klägerin habe auch nicht behauptet, zu welchem Zeitpunkt die Beklagte das Mo-

torsteuergerät verändert habe. Sie verkenne sodann, dass der Schuldspruch ge-

genüber dem Geschäftsführer der Beklagten im Strafverfahren ein Zivilgericht 

nach Art. 53 OR nicht automatisch binde (act. 4 E. 6.4). Zusammengefasst fehle 

es der Klage an einem substanziierten Tatsachenvortrag in Bezug auf das bestrit-

tene Vorliegen eines Schadens und einer Vertragsverletzung (act. 4 E. 6.5). 

3. Die Klägerin weist in der Berufung klärend darauf hin, dass der Vertrag 

"A._____ à la carte" entgegen der Vorinstanz nicht einen Leasingvertrag darstelle, 

sondern einen Vertrag, bei dem Service- und Dienstleistungen, die beim Fahren 

eines Lastwagens anfielen, mit einer festgesetzten monatlichen Rate bezahlt wür-

den (act. 2 S. 4). Zudem gehe die Vorinstanz zwar richtigerweise davon aus, dass 

die Beklagte das Fahrzeug nicht mehr im Besitz habe, nehme aber fälschlicher-

weise an, dass es sich in ihrem (der Klägerin) Besitz befinde. Das Fahrzeug sei 

im Eigentum der Beklagten oder eines von ihr gewählten Finanziers gewesen und 

nach dem Vorfall vom 4. Februar 2022 an einen Dritten im Ausland verkauft wor-

den (act. 2 S. 7). In der Sache hält die Klägerin im Wesentlichen dafür, 

- dass Ziffer 3.2 des Vertrags, auf welche sich die klägerische Forderung 

stütze, entgegen der Ansicht der Vorinstanz keinen Bezug zu Art. 107 OR 

habe und die beiden vorgesehenen Möglichkeiten (sofortiges Auflösung des 

Vertrags mit Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen und unver-

zügliches Einfordern aller verfallenen und nicht verfallenen Monatsraten) ku-

mulativ anwendbar seien (act. 2 S. 5);

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- dass sie im vorinstanzlichen Verfahren dargetan habe, dass noch 27 Mo-

natsraten à Fr. 700.05 ausstehend gewesen seien, was die geforderten 

Fr. 18'901.35 ergebe (act. 2 S. 8);

- dass vorliegend der Inhaber der Beklagten mit Schreiben vom 16. November 

2022 die Einsprache gegen den Strafbefehl zurückgezogen habe, was die 

rechtliche Folge habe, dass er persönlich die Schuld für die ihm vorgehalte-

ne Tat – das Führen eines nicht betriebssicheren und in nicht vorschriftsge-

mässem Zustand befindlichen Fahrzeugs – anerkannt habe (act. 2 S. 9 f., 

12);

- dass das Handeln des Inhabers der Berufungsbeklagten dieser anzurech-

nen sei (act. 2 S. 9 f.) und 

- dass sie (die Klägerin) die vorgenommene Manipulation im vorinstanzlichen 

Verfahren behauptet und belegt habe (vgl. act. 2 S. 11). 

IV.

1.

1.1 Die Klägerin stützt sich für ihren Anspruch gegenüber der Beklagten auf Zif-

fer 3.2 des Vertrags "A._____ à la carte". Sie macht eine Vertragsverletzung 

durch die Beklagte geltend und stellt sich im Rahmen der Berufung auf den 

Standpunkt, die ihr in einem solchen Fall vertraglich zur Verfügung stehenden 

Möglichkeiten seien kumulativ anwendbar. 

1.2

1.2.1 Bei der Auslegung eines Vertrags gilt es in erster Linie, den übereinstim-

menden wirklichen Willen der Parteien festzustellen (sog. subjektive Auslegung; 

vgl. Art. 18 Abs. 1 OR). Lässt sich ein übereinstimmender tatsächlicher Wille nicht 

feststellen, hat das Gericht durch objektivierte Auslegung den Vertragswillen zu 

ermitteln, den die Parteien mutmasslich gehabt haben (objektive oder normative 

Auslegung). Nach dem Vertrauensprinzip sind die Willenserklärungen so auszule-

gen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Um-

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ständen, die den Erklärungen vorausgingen und unter denen sie abgegeben wur-

den, nach Treu und Glauben verstanden werden durften und mussten (zum Gan-

zen: GAUCH/SCHLUEP/SCHMID/EMMENEGGER, Schweizerisches Obligationenrecht 

AT, Bd. I, 11. Aufl. 2020, Rz. 1200 f.; BGer 4A_171/2020 vom 28. August 2020 

E. 6.1 m.H.). 

Die Klägerin behauptet keinen übereinstimmenden tatsächlichen Willen der Par-

teien. Der Vertrag ist objektiv nach dem Vertrauensprinzip auszulegen. 

1.2.2 Gemäss Ziffer 3.2 des Vertrags stehen der Klägerin bei einer Vertragsverlet-

zung eines Kunden "in Übereinstimmung mit Art. 107 OR nach Wahl" zwei Mög-

lichkeiten offen: 1.) "Den Wartungs- und Reparaturvertrag mit sofortiger Wirkung 

aufzulösen und Schadenersatzansprüche geltend zu machen"; 2.) "Unverzüglich 

sämtlich[e] verfallene und nicht verfallene Monatsraten bis zum ordentlichen Ende 

der Vertragsdauer und Zinsen einzufordern" (act. 5/4/2; vorne E. III.1.1). Diese 

Formulierung kann nach Treu und Glauben nicht anders verstanden werden, als 

dass die Klägerin zwischen den zwei Möglichkeiten wählen kann ("Entweder-

Oder"), nicht aber, dass sie die Dispositionsmöglichkeiten kumulieren oder vermi-

schen kann. Dieses Verständnis gemäss Wortlaut wird bestätigt durch den Zweck 

der Regelung, wie er sich aus der Gestaltung der Wahlmöglichkeiten ergibt und 

wie er auch mit dem Verweis auf Art. 107 OR zum Ausdruck gebracht wird: Die 

erste Möglichkeit besteht in der sofortigen Auflösung (Kündigung) des Vertrags 

und der Geltendmachung des negativen Interesses, die zweite in der Aufrechter-

haltung des Vertrags und der Einforderung des positiven Interesses (Erfüllungsin-

teresse), d.h. wie wenn der Vertrag vereinbarungsgemäss erfüllt worden wäre 

(vgl. BGE 123 III 16 E. 4b; s. dazu auch unten E. IV.2.3). 

1.3 Mit ihrem Schreiben vom 10. Februar 2022 erklärte die Klägerin unter Be-

zugnahme auf Ziffer 3.2 des Vertrags, "den Wartungs- und Reparaturvertrag mit 

sofortiger Wirkung per 4.2.2022 auf[zulösen] und […] Schadenersatzansprüche 

geltend[zumachen]" (act. 5/4/9; vorne E. III.1.2). Die Klägerin hat damit eine Wahl-

erklärung abgegeben, für deren Auslegung wiederum der Vertrauensgrundsatz 

massgebend ist (BGE 123 III 16 E. 4b; BGer 4A_603/2009 vom 9. Juni 2010 

E. 2.4). Gestützt auf diesen ergibt sich aus der Wortwahl der Klägerin klar, dass 

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sie sich für die erste der Varianten gemäss Ziffer 3.2 des Vertrags "A._____ à la 

carte" entschieden hatte (Vertragsauflösung und Geltendmachung von Schaden-

ersatz). Anders konnte die Erklärung nach Treu und Glauben nicht verstanden 

werden. Die einmal getroffene Wahl ist als Ausübung eines Gestaltungsrechts un-

widerruflich (BGE 123 III 16 E. 4b). 

2.

2.1 Die Vorinstanz wies darauf hin, dass die Klägerin die Behauptungs- und Be-

weislast für das Vorliegen sowie die betragsmässige Höhe eines Schadens treffe. 

Hierzu habe die Klägerin geltend gemacht, Motortuning führe zu enorm erhöhter 

Beanspruchung bzw. zu höheren Verschleissspuren am Motor, Getriebe, an den 

Achsen und Bremsen und dies wiederum zu erhöhten Abriebspuren bei den 

Bremsen. Ein Motortuning belaste die Motorenbestandteile und Abgasteile extrem 

und aussergewöhnlich, wodurch mehr Verschleissteile anfallen würden. Die Ab-

nützung dieser Teile falle grösser aus, so dass die kalkulierten Instandstellungs-

kosten höher ausfielen, als die Durchschnittsrechnung es erwarten liesse. Es wür-

den grössere und teurere Wartungsarbeiten anfallen (act. 4 E. 6.2 m.H.a. act. 23 

Rz. 5). Diese pauschalen und generischen Behauptungen, so die Vorinstanz, 

seien einer Beweisabnahme nicht zugänglich. Die Klägerin habe zudem auch 

nicht dargelegt, gestützt auf welche Tatsachen der Schaden Fr. 18'901.35 be-

trage bzw. dem Betrag von 27 Monatsraten entspreche (act. 4 E. 6.3). 

2.2 Die Klägerin hält im Rahmen der Berufung dafür, entgegen den Ausführun-

gen der Vorinstanz "den Tatsachenvortrag substantiiert dargestellt" zu haben. Sie 

habe dargelegt, dass der Vertrag "A._____ à la carte" von der Beklagten eine mo-

natliche Zahlung eines Betrages von Fr. 700.05 während insgesamt 72 Monaten 

vorsehe. Vertragsbeginn sei gemäss "A._____ à la carte" am 1. August 2018 und 

das Vertragsende auf den 31. Juli 2024 vorgesehen gewesen. Die Kündigung sei 

am 10. Februar 2022 erfolgt und der letzte von der Beklagten bezahlte Betrag sei 

im März 2022 eingegangen, womit noch 27 Monate à je Fr. 700.05 bis zum ver-

traglichen Laufende ausstehend gewesen seien. Diese Monatsbeträge könnten 

aufgrund der Kündigung vom 10. Februar 2022 gemäss Ziffer 3.2 des Vertrages 

"A._____ à la carte" noch eingefordert werden (Wortlaut Ziffer 3.2: "Unverzüglich 

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sämtliche verfallene und nicht verfallene Monatsraten bis zum ordentlichen Ende 

der Vertragsdauer und Zinsen einzufordern"), was Fr. 18'901.35 ergebe (act. 2 

Rz. 13).

2.3 Die Klägerin macht damit in der Berufung keinen Schadenersatz (mehr) gel-

tend, sondern sie beruft sich ausdrücklich auf die im Rahmen der zweiten Varian-

te gemäss Ziff. 3.2 (bei Festhalten am Vertrag) vorgesehene Möglichkeit, die ver-

fallenen und nicht verfallenen Monatsraten bis zum Vertragsende einzufordern. 

Ein solcher Anspruch steht ihr allerdings wie ausgeführt bei der von ihr vorgenom-

menen Wahlerklärung (Auflösung des Vertrags) nicht zu. 

2.4 Mangels Ausführungen zum Schaden tut die Klägerin auch nicht dar, ge-

stützt auf die von ihr gewählte erste Variante gemäss Ziff. 3.2 ("Den Wartungs- 

und Reparaturvertrag mit sofortiger Wirkung aufzulösen und Schadenersatzan-

sprüche geltend zu machen") einen Schadenersatzanspruch in Höhe der einge-

klagten Monatsraten zu haben. Ein solcher hätte sich im Übrigen auch nicht be-

gründen lassen:

2.4.1Ein Schaden wird definiert als unfreiwillige Vermögensverminderung. Er 

kann in einer Verminderung der Aktiven, einer Vermehrung der Passiven oder im 

entgangenen Gewinn bestehen und entspricht der Differenz zwischen dem ge-

genwärtigen Vermögensstand und dem Stand, den das Vermögen ohne das 

schädigende Ereignis hätte (BGE 144 III 155 E. 2.2; GAUCH/SCHLUEP /EMMENEG-

GER, Schweizerisches Obligationenrecht AT, Bd. II, 11. Aufl. 2020, Rz. 2848). Be-

steht (aufgrund des Dahinfallens des Vertrags) ein Anspruch auf Ersatz des nega-

tiven Interesses, wird der Vermögensstand angestrebt, der bestünde, wenn der 

Vertrag gar nicht abgeschlossen worden wäre (GAUCH/SCHLUEP/EMMENEGGER, 

a.a.O., Rz. 2499). Das negative Interesse deckt auch etwa hypothetischen Ge-

winn aus im Vertrauen auf den dahingefallenen Vertrag nicht abgeschlossenen 

Drittgeschäften (BGer 4C.268/2000 vom 21. Dezember 2000 E. 2baa). Tatsäch-

lich entgangener Gewinn infolge Verletzung der konkreten Vertragspflicht kann 

demgegenüber nur im Rahmen des positiven Interesses gefordert werden (BGE 

69 II 243 E. 4). Tritt der Gläubiger vom Vertrag zurück, kann er Gewinne, die er 

nur bei tatsächlicher Erfüllung erzielt hatte, nicht als negatives Interesse hereinho-

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len (GAUCH/SCHLUEP/EMMENEGGER, a.a.O., Rz. 2903; LÜCHINGER, Schadenersatz 

im Vertragsrecht, Freiburg Schweiz 1999, Rz. 216, 223, 304). 

2.4.2 Bei einer Auflösung des Vertrags hätte die Klägerin damit etwa geltend ma-

chen können, aufgrund des Vertragsschlusses mit der Beklagten mangels Kapazi-

tät auf Verträge mit anderen Kunden (Drittgeschäfte) und entsprechenden Gewinn 

verzichtet zu haben. Sie kann aber nicht die Monatsraten einverlangen, die bei 

Aufrechterhaltung des Wartungs- und Reparaturvertrags geschuldet gewesen wä-

ren. Dabei handelt es sich um Positionen, die nur im Rahmen des positiven Inter-

esses hätten geltend gemacht werden können (wobei die eingesparten eigenen 

Aufwendungen bzw. Leistungen der Klägerin abzuziehen gewesen wären). 

2.5 Festzuhalten ist, dass die Vorinstanz den von der Klägerin geltend gemach-

ten Anspruch zu Recht verneint hat. Die Berufung ist abzuweisen und das Urteil 

der Vorinstanz ist zu bestätigen.

3. Nicht eingegangen werden braucht auf die Rügen der Klägerin, wonach die 

Vorinstanz zu Unrecht zum Schluss gekommen sei, dass die Klägerin auch eine 

Vertragsverletzung der Beklagten nicht hinreichend dargetan habe (vgl. 

act. 2 S. 8 ff.). 

V.

Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des Berufungsverfahrens der Klä-

gerin aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Ausgehend vom Streitwert von 

Fr. 18'901.35 ist die Entscheidgebühr auf Fr. 2'500.– festzusetzen (§ 12 Abs. 1 

und 2 i.V.m. § 4 Abs. 1 und 2 GebV OG; s.a. act. 6). Eine Parteientschädigung ist 

nicht zuzusprechen, der Klägerin nicht, weil sie unterliegt, der Beklagten nicht, 

weil ihr keine zu entschädigenden Aufwände entstanden sind.

Es wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen. Das Urteil des Einzelgerichts des Bezirksge-

richts Bülach vom 8. April 2025 wird bestätigt.

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2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'500.– festgesetzt, der 

Berufungsklägerin auferlegt und mit dem geleisteten Vorschuss verrechnet. 

Der nicht beanspruchte Teil des Vorschusses wird der Berufungsklägerin zu-

rückerstattet. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an die Berufungsbeklagte unter Beila-

ge der Doppel von act. 2 und act. 3/1-3, sowie an das Bezirksgericht Bülach, 

je gegen Empfangsschein.

Nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück.

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 18'901.35.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Zivilkammer

Die Vorsitzende:

lic. iur. E. Lichti Aschwanden

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. S. Bohli Roth

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