# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d22caece-3c7f-532d-b8a2-4761bebc3e47
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.05.2010 E-2945/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2945-2010_2010-05-21.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2945/2010/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  M a i  2 0 1 0

Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 
mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;
Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe.

A._______, geboren (...),
Nigeria,
vertreten durch Annelise Gerber, (...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 15. April 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2945/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge im Februar 2008 
seinen Heimatstaat Richtung Niger verlassen habe und im April 2009 
über Libyen nach Sizilien gekommen sei, von wo aus er am 9. Januar 
2010  in  die  Schweiz  gereist  sei,  wo er  gleichentags um Asyl  nach-
suchte,

dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum Chiasso vom 21. Januar 2010 sowie der direkten Anhörung 
vom 26. März 2010 zur Begründung des Asylgesuchs im Wesentlichen 
geltend machte, er habe zunächst in Lagos und seit Studienbeginn im 
Jahre 2004 in Benin City (Nigeria) gelebt,

dass  er  sich  einerseits  aufgrund einer  Erbstreitigkeit  vor  seinen (...) 
und  anderseits  vor  der  nigerianischen  Polizei  um  Leib  und  Leben 
fürchte,  welche  ihn  aufgrund  seiner  Verwicklung  in  Entführungen 
verfolge,

dass das BFM mit Verfügung vom 15. April 2010 – eröffnet am 19. Ap-
ril  2010 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht ein-
trat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordne-
te,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der  Be-
schwerdeführer habe innerhalb der eingeräumten Frist von 48 Stunden 
keine Reise-  oder  Identitätspapiere abgegeben und dafür  keine ent-
schuldbaren Gründe angegeben,

dass der  Beschwerdeführer  ferner  hinsichtlich  der  widersprüchlichen 
und unsubstantiierten Aussagen die Flüchtlingseigenschaft nach Art.  3 
und 7 AsylG nicht erfülle,

dass  zudem  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flücht-
lingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  auf-
grund der Aktenlage nicht erforderlich seien,

dass daher auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei,

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dass die Wegweisung die Regelfolge eines Nichteintretensentscheides 
darstelle und der Wegweisungsvollzug zulässig, zumutbar und möglich 
sei, da weder die im Heimatland des Beschwerdeführers herrschende 
politische Situation noch andere Gründe dagegen sprechen würden,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 26. April 2010 (vorab per 
Telefax) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde erhob und dabei  unter  anderem beantragte,  auf  das Asyl-
gesuch sei einzutreten; ferner sei die Unzulässigkeit sowie die Unzu-
mutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige 
Aufnahme anzuordnen; zudem sei das Dossier zur Neubeurteilung an 
das BFM zurückzugeben,

dass in prozessrechtlicher Hinsicht die unentgeltliche Rechtspflege im 
Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewäh-
ren sei,

dass  die  vorinstanzlichen Akten am 28. April  2010 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet  (Art. 105 
AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 

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und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 
soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
[BVGE]  Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts 
2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand ist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs ma-
teriell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

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dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art.  32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet,  wenn Asyl-
suchende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldba-
ren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund 
der  Anhörung sowie  gestützt  auf  Art. 3  und 7 AsylG die Flüchtlings-
eigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder sich auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass – trotz des auf Rechtsmittelebene gemachten Einwands des Be-
schwerdeführers, er sei am 26. März 2010 in besonderer Weise über 
seinen  Studiengang,  aber  nur  am  Rande  über  seine  Fluchtgründe 
ausgefragt worden – hinsichtlich seiner zur Begründung des Asylge-
suches geltend gemachten Vorbringen vorweg auf  die Protokolle der 
Kurzbefragung vom 21. Januar 2010 sowie der direkten Bundesanhö-
rung vom 26. März 2010 zu verweisen ist, 

dass  er  zur  fehlenden  Abgabe  von  Identitätspapieren  in  seiner  Be-
schwerdeschrift  ferner  ausführte,  als  die  nigerianische  Polizei  ge-
kommen sei,  habe er seine Brieftasche mit  seinen persönlichen Do-
kumenten am Ort  liegen lassen, wo er die entführten Menschen be-
wacht habe,

dass diese Brieftasche verschwunden geblieben sei, als er an den Ort  
des Geschehens zurückgekehrt sei,

dass  ein  Reisepapier  im  Sinne  von  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  AsylG  zur 
Einreise in den Heimatstat oder in andere Staaten berechtigt, während 
unter einem Identitätspapier ein Ausweis zu verstehen ist, der haupt-
sächlich zwecks des Identitätsbeweises von den heimatlichen Behör-
den ausgestellt wird (vgl. BVGE 2007/7 E. 6),

dass der Beschwerdeführer kein solches Identitätsdokument innert der 
Frist  von  48 Stunden  nach  Einreichen  des  Asylgesuchs  vorweisen 
konnte,

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dass  der  Beschwerdeführer  ferner  keine  entschuldbaren  Gründe  für 
die Nichtabgabe eines solchen beweistauglichen Identitätsdokuments 
glaubhaft  zu  machen  vermochte  (Art. 32  Abs. 3  Bst. a  AsylG;  vgl. 
BVGE 2007/8 E. 3.2), da seine Erklärung, er habe nie solche Papiere 
besessen und sei ohne jemals kontrolliert zu werden (A14/11, S. 2 f.), 
von Nigeria bis in die Schweiz gereist, als stereotypes Vorbringen zu 
qualifizieren ist,

dass er sich auch seit seiner Einreise in die Schweiz nicht anschickte, 
Vorbereitungen zu treffen,  sich diese Dokumente – oder  mindestens 
einen anderen Ausweis wie beispielsweise eine Kopie der Studenten-
karte oder einer Geburtsbestätigung – durch Freunde oder den Anwalt 
der Familie zu beschaffen,

dass aufgrund dieses untätigen Verhaltens geschlossen werden kann, 
dass der Beschwerdeführer seine Identität nicht belegen und eine all -
fällige Rückkehr in seinen Heimatstaat erschweren will,  um den Auf -
enthalt in der Schweiz unrechtmässig zu verlängern (vgl. das zur Pub-
likation  vorgesehene  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  D-
6069/2008 vom 3. Februar 2008 E. 6.2),

dass  sodann,  wie  nachfolgend aufgezeigt  wird,  im vorliegenden  Fall 
aufgrund  der  Aktenlage,  wie  sie  sich  nach  der  Direktanhörung  vom 
26. März 2010 präsentierte, unter Verzicht auf zusätzliche tatbeständ-
liche  oder  rechtliche  Abklärungen  im Rahmen  einer  bloss  summari -
schen Prüfung der Schluss gezogen werden konnte, der Beschwerde-
führer erfülle die Flüchtlingseigenschaft offenkundig nicht, und ebenso 
offenkundig stünden einem Vollzug der Wegweisung keine Hindernisse 
entgegen  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  und c  AsylG;  vgl.  BVGE  2007/8 
E. 5.5 f.),

dass der Beschwerdeführer nach seinen Angaben einerseits von sei-
ner  Familie  verfolgt  werde und diesbezüglich  keinen Schutz von der 
nigerianischen Polizei  bekommen würde und dass er anderseits  von 
der Polizei selber gesucht sei, weil er sich gezwungen gesehen habe, 
das  Angebot  des  Mannes,  die  entführten  Menschen  zu  bewachen, 
anzunehmen,

dass Behelligungen durch private Dritte nur dann asylrechtlich relevant 
sein können, wenn kein staatlicher Schutz vor nichtstaatlicher Verfol-
gung erhältlich ist (vgl. EMARK 2006 Nr. 18 E. 10.3),

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dass der Beschwerdeführer keinen plausiblen Grund nannte, weshalb 
in Bezug auf die Erbstreitigkeit mit seiner Familie (mit oder ohne Hilfe 
des Familienanwalts) keine dafür zuständige Schlichtungsstelle – wie 
beispielsweise ein traditionelles oder zivilrechtliches Gericht – angeru-
fen wurde (A 14/11, S. 7 f.), welche eine Lösung hätte erarbeiten kön-
nen,

dass  der  Beschwerdeführer  darüber  hinaus  zu  seiner  kriminellen 
Arbeit als Bewacher von entführten Menschen, welcher er zusammen 
mit  vier  weiteren Männern  bei  B._______ (Nigeria)  für  zwei  Monate 
nachging, nicht gezwungen wurde (A 14/11, S. 7),

dass eine polizeiliche Abklärung der Entführungsfälle und eine allfälli -
ge strafrechtliche Ahndung durch die nigerianischen Behörden grund-
sätzlich keine Asylrelevanz entfalten können,

dass des Weiteren die  geltend  gemachten  Geschehnisse insgesamt 
als  konstruiert  erscheinen,  da der  Beschwerdeführer gemäss seinen 
Ausführungen immer zur "rechten" Zeit kurz abwesend gewesen sein 
will, um der geschilderten Gefahr zu entrinnen, sei dies bei den Aus-
einandersetzungen  mit  seiner  Familie  (A1/10,  S. 5; A14/11,  S. 7),  in 
Benin City, als jemand seine Freunde getötet habe (A1/10, S. 5) oder 
in  B._______,  als  der  Beschwerdeführer  genau  im  Zeitpunkt  der 
Ankunft der Polizei seine Notdurft draussen im Busch verrichtet habe 
(A1/10, S. 5; A14/11, S. 6),

dass das BFM demnach zu Recht  gestützt  auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers 
nicht eingetreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2 AsylG; Art.  83  Abs. 1  des 

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Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation,  die  Schweizerische  Asylrekurskommission 
(ARK),  der gleiche Beweisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft 
gilt, dass heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis mög-
lich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  WALTER 
STÖCKLI,  Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländer-
recht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtli-
chen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung im Sinne von Art. 3  der Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 
0.101) ersichtlich  sind,  die  dem Beschwerdeführer  im  Heimat-  oder 
Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

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dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat des 
Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Ge-
fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll-
zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass es sich beim Beschwerdeführer darüber hinaus gemäss Akten-
lage um einen jungen, gesunden und alleinstehenden Mann handelt, 
der vier Jahre (...) studiert hat, weshalb erwartet werden kann, dass er 
sich in einer existenzsicheren Lage wiederfinden wird,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG),  und es dem Beschwerdeführer obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass  die  Beschwerdebegehren  unter  diesen  Umständen  als  aus-
sichtslos  erscheinen,  womit  es  an  den  materiellen  Voraussetzungen 
zur Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 
Abs. 1 VwVG fehlt und das entsprechende Gesuch abzuweisen ist,

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.- (Art. 
1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses  Urteil  geht  an  die  Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers, 
das BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe

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