# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b196ceca-13ed-5b39-b854-5726dcfe0a4c
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-13
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 13.05.2024 SBK.2024.117
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2024-117_2024-05-13.pdf

## Full Text

Obergericht
Beschwerdekammer in Strafsachen

SBK.2024.117
(HA.2024.169; STA.2024.1575)
Art. 135

Entscheid vom 13. Mai 2024

Besetzung Oberrichter Richli, Präsident
Oberrichterin Massari
Oberrichter Giese
Gerichtsschreiberin Flütsch

Beschwerde-
führer

A._____, geboren am tt.mm.jjjj, von […],
[…], […]
z.Zt.: Bezirksgefängnis F._____, […], […]
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Tamara De Caro,
[…], […]

Beschwerde-
gegnerin

Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten,
Kloster-Südflügel, Seetalstrasse 8, 5630 Muri AG

Anfechtungs-
gegenstand

Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom
8. April 2024 betreffend Anordnung von Untersuchungshaft

in der Strafsache gegen A._____

- 2 -

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten:

1.
Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten führt gegen A._____ (nachfol-
gend: Beschwerdeführer) ein Strafverfahren wegen mehrfacher Drohung.
Der Beschwerdeführer wurde am 5. April 2024 festgenommen.

2.
2.1.
Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten stellte beim Zwangsmassnah-
mengericht des Kantons Aargau am 6. April 2024 einen Antrag auf Anord-
nung von Untersuchungshaft.

2.2.
Mit Verfügung vom 8. April 2024 ordnete das Zwangsmassnahmengericht
des Kantons Aargau Untersuchungshaft über den Beschwerdeführer bis
einstweilen am 7. Juli 2024 an.

3.
3.1.
Der Beschwerdeführer erhob gegen diese ihm am 9. April 2024 zugestellte
Verfügung vom 8. April 2024 mit Eingabe vom 19. April 2024 Beschwerde
bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons
Aargau mit folgenden Anträgen:

" 1.
Die Verfügung der Vorinstanz vom 8. April 2024 betreffend Anordnung Un-
tersuchungshaft sei vollumfänglich aufzuheben und der Beschuldigte sei
unverzüglich aus der Untersuchungshaft zu entlassen.

2.
Im Sinne einer Ersatzmassnahme gemäss Art. 237 Abs. 2 Bst. c, g und f
StPO sei dem Beschuldigten ein Rayonverbot für die Kantonale Asylunter-
kunft Muri und ein Kontaktverbot in Bezug auf Frau C._____ zu auferlegen.
Ausserdem sei er zu verpflichten, sich in psychiatrische Behandlung zu
begeben und dies entsprechend zu belegen.

3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegeg-
nerin."

3.2.
Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau verzichtete mit Ein-
gabe vom 24. April 2024 unter Hinweis auf die Begründung des angefoch-
tenen Entscheids auf eine Vernehmlassung.

3.3.
Mit Beschwerdeantwort vom 29. April 2024 beantragte die Staatsanwalt-
schaft Muri-Bremgarten die kostenfällige Abweisung der Beschwerde.

- 3 -

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:

1.
Der Beschwerdeführer ist als verhaftete Person berechtigt, die Verfügung
des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau (fortan: Vorinstanz)
vom 8. April 2024 mit Beschwerde anzufechten (Art. 222 StPO; Art. 393
Abs. 1 lit. c StPO). Auf seine frist- (Art. 396 Abs. 1 StPO) und formgerecht
(Art. 385 Abs. 1 StPO) erhobene Beschwerde ist einzutreten.

2.
2.1.
2.1.1.
Die Anordnung von Untersuchungshaft ist unter anderem zulässig, wenn
die ernsthafte und unmittelbare Gefahr besteht, eine Person werde ihre
Drohung, ein schweres Verbrechen auszuführen, wahrmachen (Ausfüh-
rungsgefahr; Art. 221 Abs. 2 StPO in der seit 1. Januar 2024 geltenden
Fassung).

2.1.2.
Die Ausführungsgefahr stellt einen selbstständigen gesetzlichen Haftgrund
dar, der keinen dringenden Tatverdacht im Sinne von Art. 221 Abs. 1 StPO
voraussetzt (BGE 140 IV 19 E. 2.1.1; Urteil des Bundesgerichts
7B_259/2024 vom 21. März 2024 E. 3.1.1; je mit Hinweisen). Die Notwen-
digkeit, Personen an der Begehung strafbarer Handlungen zu hindern, wird
auch in Art. 5 Ziff. 1 lit. c EMRK ausdrücklich als Haftgrund anerkannt
(BGE 137 IV 122 E. 5.2 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts
7B_259/2024 vom 21. März 2024 E. 3.1.1).

2.1.3.
Die rein hypothetische Möglichkeit der Verübung von Delikten sowie die
Wahrscheinlichkeit, dass nur geringfügige Straftaten verübt werden, rei-
chen jedoch nicht aus, um Haft wegen Ausführungsgefahr zu begründen.
Bei der Annahme, dass eine Person ein schweres Verbrechen begehen
könnte, ist Zurückhaltung geboten. Erforderlich ist eine sehr ungünstige
Prognose. Nicht Voraussetzung ist hingegen, dass die verdächtige Person
bereits konkrete Anstalten getroffen hat, um die befürchtete Tat zu vollen-
den. Vielmehr genügt es, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Ausführung
aufgrund einer Gesamtbewertung der persönlichen Verhältnisse sowie der
Umstände als sehr hoch erscheint. Besonders bei drohenden schweren
Gewaltverbrechen ist dabei auch dem psychischen Zustand der verdächti-
gen Person bzw. ihrer Unberechenbarkeit oder Aggressivität Rechnung zu
tragen. Je schwerer die angedrohte Straftat ist, desto eher rechtfertigt sich
eine Inhaftierung, wenn die vorhandenen Fakten keine genaue Risikoein-
schätzung erlauben (BGE 140 IV 19 E. 2.1.1; Urteil des Bundesgerichts
7B_259/2024 vom 21. März 2024 E. 3.1.2; je mit Hinweisen). Insbesondere

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bei einer zu befürchtenden vorsätzlichen Tötung darf an die Annahme der
Ausführungsgefahr kein allzu hoher Massstab angelegt werden. Anders zu
entscheiden hiesse, das potenzielle Opfer einem nicht verantwortbaren Ri-
siko auszusetzen (BGE 123 I 268 E. 2e; Urteil des Bundesgerichts
7B_259/2024 vom 21. März 2024 E. 3.1.2; je mit Hinweisen). Es braucht in
solchen Fällen keine maximal ausgeprägte ungünstige Prognose, sondern
es genügt eine deutliche Ausführungsgefahr (Urteil des Bundesgerichts
7B_259/2024 vom 21. März 2024 E. 3.1.2 mit Hinweis).

2.1.4.
Mit der seit 1. Januar 2024 neu ins Gesetz eingefügten Formulierung "un-
mittelbar" soll darüber hinaus verdeutlicht werden, dass die von der be-
schuldigten Person ausgehende Bedrohung akut sein muss, das schwere
Verbrechen in naher Zukunft drohen und deshalb die Haft mit grosser
Dringlichkeit angeordnet werden muss (vgl. Botschaft vom 28. August 2019
zur Änderung der Strafprozessordnung [19.048], BBl 2019 6697, S. 6743).
Mit Blick auf die bereits restriktive Praxis, unter der Präventivhaft überhaupt
angeordnet werden darf, bringt diese Anpassung indes keine eigentliche,
tiefgreifende Änderung mit sich (Urteil des Bundesgerichts 7B_259/2024
vom 21. März 2024 E. 3.1.3).

2.2.
2.2.1.
Die Vorinstanz bejahte das Vorliegen der Ausführungsgefahr in Bezug auf
die Drohungen des Beschwerdeführers, er werde C._____ mit dem Messer
und alle Leute in der Asylunterkunft mit einer Kalaschnikow töten. Mit Blick
auf den schlechten und unberechenbaren psychischen Zustand des Be-
schwerdeführers seien die Voraussetzungen für eine Inhaftierung aufgrund
von Ausführungsgefahr gegeben, denn die vorhandenen Fakten liessen
keine genaue Risikoeinschätzung zu. Es sei an der Staatsanwaltschaft
Muri-Bremgarten, schnellstmöglich ein Gefährlichkeitsgutachten erstellen
zu lassen, welches in dieser Hinsicht Klarheit bringe (angefochtene Verfü-
gung, E. 2.4.3).

2.2.2.
Mit Beschwerde führt der Beschwerdeführer aus, es spreche eigentlich
nichts für eine unmittelbare Ausführungsgefahr. Klar sei, dass er psychi-
sche Probleme habe oder zumindest psychisch schwer belastet sei. Aber
nur deswegen sei nicht zu befürchten, dass er die von D._____ berichteten
Drohungen tatsächlich verwirklichen werde. Zahlreiche Anhaltspunkte
sprächen dagegen. Er sei bisher weder körperlich noch verbal aktenkundig
gewalttätig oder bedrohend gewesen. Auch habe er geäussert, in eine Kli-
nik zu wollen, er sei sich also bewusst, dass es ihm derzeit psychisch nicht
gut gehe und er Hilfe brauche, weshalb davon ausgegangen werden
könne, dass er die Hilfe auch annehmen würde. Weiter habe er eine Fami-
lie, eine schwangere Frau sowie ein hängiges Asylgesuch und daher sehr

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viel zu verlieren. Seine Familie sei zudem nach Y._____ verlegt worden,
weshalb es für ihn noch schwieriger wäre, C._____ in einem psychischen
Ausnahmezustand wirklich zu töten, da die Mobilität von Asylsuchenden
doch sehr eingeschränkt sei. Schliesslich habe er offenkundig auch Bewäl-
tigungsstrategien, sei es ihm bisher immer gelungen, von suizidalen oder
selbstverletzenden Gedanken Abstand zu nehmen. Der Beschwerdeführer
bringt zusammenfassend vor, es werde deutlich, dass – wenn er die Dro-
hungen tatsächlich getätigt habe – diese verständlicherweise Anlass zur
Sorge geben würden, aber die konkrete Situation – auch unter Berücksich-
tigung seiner psychischen Situation – es nicht vermöge, eine unmittelbare
Ausführungsgefahr zu begründen. Dafür bestünden keine konkreten An-
haltspunkte (Beschwerde, S. 7 f. Ziff. II.B.9.).

2.2.3.
Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten verweist mit Beschwerdeantwort
auf die Darlegungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung sowie
ihre Ausführungen im Haftantrag vom 6. April 2024. Zusätzlich hält sie zur
Ausführungsgefahr fest, der Beschwerdeführer habe die Drohungen so
konkretisiert, dass er nicht einfach gesagt habe, er bringe C._____ um,
sondern habe auch das mögliche Tatmittel genannt. Er habe sich damit
offenbar bereits konkretere Gedanken gemacht. Weiter sei zu berücksich-
tigen, dass der Beschwerdeführer gemäss D._____ nicht nur C._____ be-
droht, sondern auch gesagt haben soll, er möchte mit einer Kalaschnikow
in der Asylunterkunft alle töten. Eine unmittelbare Ausführungsgefahr
könne damit im aktuellen Verfahrensstadium nicht sicher ausgeschlossen
werden. Im Gegenteil bestünden konkrete Anhaltspunkte dafür, dass sich
der Beschwerdeführer seine Gedanken, jemandem etwas antun zu wollen,
bereits detailliert ausgemalt habe. Anhand der von D._____ berichteten
Drohungen des Beschwerdeführers müsse damit gerechnet werden, dass
der offenbar psychisch schwer belastete Beschwerdeführer aus einer Kurz-
schlusshandlung heraus eines der von ihm geschilderten Szenarios umset-
zen und wahllos entweder Mitbewohnenden oder Betreuungspersonen der
Asylunterkunft bzw. seinen Kindern etwas antun könnte. Daran ändere
nichts, dass der Beschwerdeführer vorgängig nicht aktenkundig gewalttätig
gewesen sei, eine schwangere Frau habe oder verlegt werden solle. Die
offenbar psychisch belastende Situation bestehe nach wie vor und damit
auch die Gefahr, dass der Beschwerdeführer eben doch einmal nicht mehr
von den ihn umtreibenden Gedanken Abstand nehmen könne. Eine unmit-
telbare Ausführungsgefahr sei damit in Übereinstimmung mit der Vo-
rinstanz zu bejahen.

2.3.
2.3.1.
Die Einwände des Beschwerdeführers verfangen nicht. Mit der Vorinstanz
besteht zumindest derzeit der Verdacht, dass der Beschwerdeführer ge-
genüber D._____ gesagt hat, er wolle C._____ mit einem Messer und in

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der Asylunterkunft alle mit einer Kalaschnikow töten (Einvernahme
D._____ vom 5. April 2024, S. 5 Fragen 21, 23 und 24). Dies kann auch die
Verteidigung des Beschwerdeführers nachvollziehen (Beschwerde, S. 5
Ziff. II.B.8). Weiter erscheinen die Schilderungen von D._____ betreffend
die Drohungen gegen C._____ und die Personen in der Asylunterkunft
glaubhaft. Selbst der Beschwerdeführer spricht D._____ eine grundsätzli-
che Glaubwürdigkeit nicht ab (Beschwerde, S. 4 Ziff. II.B.8) bzw. er schloss
die ihm vorgeworfenen Äusserungen am 7. April 2024 nicht aus. Vielmehr
hielt er fest, die geäusserten Drohungen liessen sich nicht zweifelsfrei er-
stellen und weiter sei zu befürchten, dass seine Äusserungen in einer psy-
chischen Ausnahmesituation gefallen seien und die Untersuchungshaft
nicht die geeignete Massnahme sei, um dem beizukommen (vgl. Stellung-
nahme Beschwerdeführer vom 7. April 2024 zum Antrag der Staatsanwalt-
schaft Muri-Bremgarten vom 6. April 2024 auf Untersuchungshaft, S. 2 ff.).

2.3.2.
Mit Blick auf das frühe Verfahrensstadium ist die konkrete unmittelbare
Ausführungsgefahr derzeit schwierig zu beurteilen. Jedoch sprechen ge-
wichtige Gründe für deren Bejahung. Vorab sind die Schilderungen von
D._____ glaubhaft (vgl. E. 2.3.1 hiervor) und es ist nicht ersichtlich, wes-
halb diese Schilderungen nicht zutreffen sollten. Weiter hat der Beschwer-
deführer unbestritten psychische Probleme oder ist zumindest psychisch
schwer belastet (angefochtene Verfügung, E. 2.4.3; Beschwerde, S. 7
Ziff. II.B.9.; Beschwerdeantwort, S. 3 Ziff. II.2). Wie die Vorinstanz ausführt,
hat der Beschwerdeführer gemäss den Aussagen von D._____ am
4./5. April 2024 mehrfach von Problemen mit dem Teufel bzw. dessen An-
wesenheit auf seinem Rücken und auch von Albträumen und Atemnot be-
richtet (angefochtene Verfügung, E. 2.4.3; Einvernahme D._____ vom
5. April 2024, Fragen 13, 16, 19, 21, 24 und 34). Auch wenn der Beschwer-
deführer sinngemäss bestreitet, Aussagen betreffend den Teufel gemacht
zu haben (Einvernahme Beschwerdeführer vom 6. April 2024, Frage 18),
ist von einer erheblichen psychischen Belastung des Beschwerdeführers
auszugehen, die ihn unberechenbar macht. D._____ traut denn auch dem
Beschwerdeführer die Ausführung der Todesdrohungen zu 80 oder 90 %
aufgrund seines Auftretens beim Arzt am 5. April 2024 zu. Dies aufgrund
des Kaltschweisses, den der Beschwerdeführer gehabt, und der Art und
Weise, wie er ihn angesehen habe. Er habe den Beschwerdeführer zum
ersten Mal "so" gesehen. Als der Beschwerdeführer dann gesagt habe, der
Teufel komme über seinen Rücken, wenn er noch 15 Minuten länger drin-
bleiben müsse, habe er (D._____) ihm geglaubt, dass er das mache (Ein-
vernahme D._____ vom 5. April 2024, Fragen 29, 33 und 34). Auch
C._____ hatte am 5. April 2024 ein komisches Gefühl in Bezug auf den
Beschwerdeführer bzw. war irritiert wegen dessen ungewöhnlichen Verhal-
tens (Einvernahme C._____ vom 5. April 2024, Frage 25). Mit der Staats-
anwaltschaft Muri-Bremgarten besteht demnach zumindest bis zum Vorlie-
gen des am 16. April 2024 in Auftrag gegebenen Kurzgutachtens

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betreffend die Gefährlichkeit des Beschwerdeführers die akute Gefahr,
dass dieser aus einer Kurzschlusshandlung heraus eines der von ihm mut-
masslich angedrohten Szenarios umsetzt (Beschwerdeantwort, S. 3
Ziff. II.2). Dies umso mehr, als der Beschwerdeführer im Rahmen seiner
Einvernahme vom 6. April 2024 selbst angegeben hat, es gebe Momente,
in denen er die Kontrolle über sein Handeln verliere (Einvernahme Be-
schwerdeführer vom 6. April 2024, Frage 39).

2.3.3.
Zu beachten ist ferner, dass Todesdrohungen und damit schwere Verbre-
chen im Raum stehen, weshalb an die Annahme der Ausführungsgefahr
kein allzu hoher Massstab zu stellen ist (vgl. E. 2.1.3 hiervor). Die gegen-
über D._____ geäusserten Drohungen des Beschwerdeführers genügen
daher zumindest im derzeitigen Verfahrensstadium bereits für sich allein
zur Bejahung der Ausführungsgefahr. Es kann daher offenbleiben, ob der
Beschwerdeführer – wie von D._____ angegeben (Einvernahme D._____
vom 5. April 2024, Fragen 13 und 15) – gegenüber Dritten weitere Drohun-
gen gegen C._____ oder andere Personen ausgesprochen hat.

2.4.
Nachdem mit der Ausführungsgefahr ein Haftgrund vorliegt, erübrigt sich
die Prüfung weiterer Haftgründe (Urteil des Bundesgerichts 1B_142/2021
vom 15. April 2021 E. 4.4).

3.
3.1.
3.1.1.
Der Beschwerdeführer beantragt im Sinne einer Ersatzmassnahme die
Entlassung aus der Haft unter Anordnung eines Rayonverbots für die Kan-
tonale Asylunterkunft Muri, eines Kontaktverbots in Bezug auf C._____ so-
wie der Verpflichtung, sich in psychiatrische Behandlung zu begeben und
dies entsprechend zu belegen (Beschwerde, S. 2 Antrag Nr. 2).

3.1.2.
Gemäss Art. 237 Abs. 1 StPO ordnet das zuständige Gericht anstelle der
Untersuchungs- oder Sicherheitshaft eine oder mehrere mildere Massnah-
men an, wenn sie den gleichen Zweck wie die Haft erfüllen. Mit dieser Be-
stimmung wird der Grundsatz der Verhältnismässigkeit (Art. 36 Abs. 3 BV;
Art. 197 Abs. 1 lit. c und d StPO) konkretisiert. Untersuchungs- bzw. Si-
cherheitshaft ist somit "ultima ratio". Kann der damit verfolgte Zweck – die
Verhinderung von Flucht-, Kollusions-, Wiederholungs- oder Ausführungs-
gefahr – mit milderen Massnahmen erreicht werden, sind diese anzuordnen
(Art. 212 Abs. 2 lit. c StPO).

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3.1.3.
Nach dem Dargelegten ist derzeit von einer akuten Ausführungsgefahr aus-
zugehen. Ersatzmassnahmen fallen daher – wie die Vorinstanz zutreffend
erwogen hat (vgl. angefochtene Verfügung, E. 3.1.2) – ausser Betracht.
Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, überzeugt nicht. Insbeson-
dere sind weder ein Rayonverbot, ein Kontaktverbot in Bezug auf C._____
noch die Pflicht zur psychiatrischen Behandlung (Beschwerde, S. 8
Ziff. II.B.10) geeignet, den zumindest derzeit als psychisch unberechenbar
beurteilten Beschwerdeführer ausreichend an der Ausführung der im Raum
stehenden Todesdrohungen zu hindern.

3.2.
Am 16. April 2024 erteilte die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten
Dr. med. E._____ den Auftrag, ein Kurzgutachten betreffend die Gefähr-
lichkeit des Beschwerdeführers zu erstellen. Weil bei Ausführungsgefahr
an sich kein dringender Tatverdacht erforderlich ist, spielt das Verbot der
Überhaft (Art. 212 Abs. 3 StPO) höchstens eine untergeordnete Rolle. Ent-
scheidend ist, dass die Schwere der konkret zu befürchtenden Straftaten
eine fachärztliche Abklärung der Gefährlichkeit des Beschwerdeführers
rechtfertigt und dass deshalb zumindest bis zum Vorliegen des am 16. April
2024 in Auftrag gegebenen Kurzgutachtens die Aufrechterhaltung der Haft
verhältnismässig erscheint (vgl. E. 2.3.2 hiervor). Die Dauer der (einstwei-
len bis zum 7. Juli 2024) angeordneten Haft ist deshalb allein durch das
bereits in Auftrag gegebene und erforderliche Kurzgutachten gerechtfertigt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 1B_522/2022 vom 31. Oktober 2022 E. 4.5).
Der Beschwerdeführer befindet sich nunmehr rund einen Monat in Haft,
weshalb sich die Haft vor dem Hintergrund der ausstehenden diversen Un-
tersuchungshandlungen keineswegs als übermässig präsentiert (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 1B_120/2023 vom 21. März 2023 E. 4.1 mit weiteren
Hinweisen).

4.
Zusammengefasst sind aktuell die Voraussetzungen für die Anordnung der
Untersuchungshaft für drei Monate erfüllt, weshalb die Beschwerde abzu-
weisen ist.

5.
5.1.
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss dem mit sei-
ner Beschwerde unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428
Abs. 1 StPO).

5.2.
Eine mit diesem Beschwerdeverfahren zusammenhängende Entschädi-
gung der amtlichen Verteidigerin ist am Ende des Strafverfahrens von der
dannzumal zuständigen Instanz festzulegen (Art. 135 Abs. 2 StPO).

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Die Beschwerdekammer entscheidet:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-
bühr von Fr. 1'000.00 und den Auslagen von Fr. 70.00, zusammen
Fr. 1'070.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

Zustellung an:
[…]

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG)

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-
lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-
schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde
kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn
diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-
sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-
den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde
(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG).

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-
gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren
Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte
elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen,
inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf
die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen
hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde-
legitimation ist Art. 81 BGG massgebend.

Aarau, 13. Mai 2024

Obergericht des Kantons Aargau
Beschwerdekammer in Strafsachen
Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Richli Flütsch

	Nachdem mit der Ausführungsgefahr ein Haftgrund vorliegt, erübrigt sich die Prüfung weiterer Haftgründe (Urteil des Bundesgerichts 1B_142/2021 vom 15. April 2021 E. 4.4).