# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0be0d49b-12ee-52ae-93a0-bf66c3539182
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB250044-O1
**Docket/Reference:** SB250044-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB250044-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer 

Geschäfts-Nr.: SB250044-O/U/cs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichter lic. iur. Castrovilli 

und Oberrichter Dr. iur. Bezgovsek sowie Gerichtsschreiberin 

M.A. HSG Eichenberger

Urteil vom 31. Oktober 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft See/Oberland, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache qualifizierte grobe Verletzung der Verkehrsregeln etc. 

und Widerruf

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil vom 22. August 2024 

(DG240003)

- 2 -

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 15. Januar 2024 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 11). 

Urteil der Vorinstanz:

1.

Der Beschuldigte ist schuldig













der mehrfachen qualifizierten groben Verletzung der Verkehrsregeln im 
Sinne von Art. 90 Abs. 3 und 4 lit. a und c SVG in Verbindung mit 
Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 4a Abs.1 lit. b und Abs. 5 VRV und Art. 22 
Abs. 1 SSV,

der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 
SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 34 Abs. 2 SVG und 
Art. 35 Abs. 2 SVG,

des Fahrens eines Fahrzeugs in fahrunfähigem Zustand im Sinne von 
Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG,

der Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 
Abs. 1 lit. a SVG,

des Fahrens ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG, 
sowie

der Übertretung des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel und 
die psychotropen Stoffe (Betäubungsmittelgesetz, BetmG) im Sinne 
von dessen Art. 19a Ziff. 1.

2.

Der mit Urteil des Kantonsgerichts Wallis vom 13. Dezember 2018 gewährte 

bedingte Vollzug für eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten wird widerrufen.

3.

Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 44 Monaten (als 

Gesamtstrafe unter Einbezug der widerrufenen Strafe gemäss Ziffer 2) und 

einer Busse von Fr. 200.–. 

4.

Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. Die Busse ist zu bezahlen.

- 3 -

5.

Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.

6.

Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

4'000.– ;  die weiteren Auslagen betragen:

2'500.–

Gebühr für das Vorverfahren

1'059.30    Gutachten IRM

1'938.60    Sicherstellung Personenwagen

2'300.–    Gutachten FOR

9'000.–

Kosten amtliche Verteidigung (inkl. Barauslagen und 
MwSt) 

7.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf 

die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung ge-

mäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

Berufungsanträge: 

a)

Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 64)

1.

Der Berufungskläger sei betreffend mehrfache qualifizierte grobe Ver-

letzung der Verkehrsregeln, einfache Verletzung der Verkehrsregeln, 

Fahren in fahrunfähigem Zustand, Fahren ohne Berechtigung sowie 

Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes schuldig zu sprechen.

2.

Der Berufungskläger sei betreffend Entwendung eines Fahrzeuges 

zum Gebrauch freizusprechen.

3.

Das Urteil des Kantonsgerichtes Wallis vom 13. Dezember 2018 mit 

Verlängerung der Probezeit durch das Urteil des Bezirksgerichtes 

Bremgarten vom 12. April 2022 sei nicht zu widerrufen.

- 4 -

4.

Der Berufungskläger sei mit einer Freiheitsstrafe von maximal 18 Mo-

naten sowie einer Busse von Fr. 600.– zu bestrafen. Die Freiheitsstrafe 

sei teilbedingt auszusprechen, wobei 6 Monate zu vollziehen seien.

5.

6.

Die Probezeit für den bedingten Teil sei auf 3 Jahre anzusetzen. 

Alles unter ausgangsgemässer Kosten- und Entschädigungsfolgen 

zzgl. anwendbarer MWST.

b)

Der Staatsanwaltschaft See/Oberland:

(schriftlich, Urk. 50)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

_________________________________

Erwägungen:

I.  Verfahrensgang

1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerich-

tes Hinwil vom 22. August 2024 (Urk. 44) liess der Beschuldigte rechtzeitig Beru-

fung anmelden und hernach erklären (Urk. 36; Urk. 46). Innert der mit Präsidialver-

fügung vom 31. Januar 2025 angesetzten Frist zur Erhebung der Anschlussberu-

fung bzw. Stellung eines Nichteintretensantrags auf die Berufung (Urk. 48) erklärte 

die Staatsanwaltschaft See/Oberland den Verzicht auf Anschlussberufung und er-

suchte um Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 50). 

2.

In der Folge wurde auf den 31. Oktober 2025 zur mündlichen Berufungsver-

handlung vorgeladen (Urk. 52), wobei die Staatsanwaltschaft ersuchungsgemäss 

vom persönlichen Erscheinen dispensiert wurde (Urk. 50). Zur Berufungsverhand-

- 5 -

lung erschien der amtliche Verteidiger, während der Beschuldigte unentschuldigt 

fernblieb (Prot. II S. 3).

II.  Prozessuales

1.

1.1. Gemäss  Art.  402  StPO  hat  die  Berufung  im  Umfang  der  Anfechtung  auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend  gehemmt.  Das  Berufungsgericht  überprüft  somit  das  erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das 

Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein 

insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind. 

1.2. Der  Beschuldigte  richtet  sich  mit  seiner  Berufung  gegen  die  Dispositivzif-

fern 1 teilweise (Lemma 2 [grobe Verletzung der Verkehrsregeln] und 4 [Entwen-

dung eines Fahrzeugs zum Gebrauch]), 2 (Widerruf), 3 (Strafe) und 4 (Vollzug der 

Freiheitsstrafe  und  Busse),  wobei  die  Dispositivziffern 5  (Ersatzfreiheitsstrafe 

Busse) und 7 (Kostenauflage) als mitangefochten zu gelten haben. Dementspre-

chend ist das Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil vom 22. August 2024 bezüglich der 

Dispositivziffern 1  teilweise  (Lemma  1  [mehrfache  qualifizierte  grobe  Verletzung 

der Verkehrsregeln], 3 [Fahren eines Fahrzeugs in fahrunfähigem Zustand], 5 [Fah-

ren ohne Berechtigung] und 6 [Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes]) sowie 

6 (Kostenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen, was vorab mittels Beschluss fest-

zustellen  ist.  In  den  übrigen  Punkten  ist  das  vorinstanzliche  Urteil  gestützt  auf 

Art. 398 Abs. 2 StPO zu überprüfen, wobei das Verschlechterungsverbot im Sinne 

von Art. 391 Abs. 2 StPO angesichts der seit dem vorinstanzlichen Urteil erwirkten 

rechtskräftigen  Verurteilung  seitens  des  Bezirksgerichtes  Uster  vom  28. Novem-

ber 2024 (vgl. Urk. 58) lediglich eingeschränkt Anwendung findet (BGE 142 IV 89 

E. 2.2 f.; s. aber nachstehend E. IV.7.).

2.

Da der Beschuldigte nicht zur Berufungsverhandlung erschienen ist, ersuchte 

der amtliche Verteidiger vor Schranken des Berufungsgerichtes um Verschiebung 

- 6 -

und Neuansetzung des Gerichtstermins. Zur Begründung seines Antrags führte er 

an, er wisse mangels Kontakt mit dem Beschuldigten nicht, ob dieser entschuldigt 

oder  unentschuldigt  nicht  erschienen  sei  (Prot. II  S. 5).  Hierzu  gilt  zu  bemerken, 

dass  die  Vorladung  zur  Hauptverhandlung  dem  Beschuldigten  ordnungsgemäss 

zugestellt wurde (Urk. 52), wobei der amtliche Verteidiger den Beschuldigten eige-

nen Angaben zufolge ebenfalls über den Verhandlungstermin orientiert hat (Prot. II 

S. 4). Nachdem der Beschuldigte für den amtlichen Verteidiger seit einer Woche 

weder telefonisch noch postalisch erreichbar ist (Prot. II S. 4) und da mangels ent-

sprechender Hinweise nicht davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte unver-

schuldet am Erscheinen an der Berufungsverhandlung verhindert wurde, hat der 

Beschuldigte als unentschuldigt säumig zu gelten (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 

6B_848/2024 vom 24. Februar 2025 E. 1.2.2; 7B_241/2022 vom 8. Februar 2024 

E. 2.3.2). Dementsprechend ist die Berufungsverhandlung ohne die säumige be-

schuldigte Person durchzuführen (Urteile des Bundesgerichtes 6B_1339/2023 vom 

4. April 2025 E. 1.2.2; 6B_848/2024 vom 24. Februar 2025 E. 1.2.1). Die Frage ei-

nes Rückzugs infolge nicht mehr bestehenden Kontakts zwischen dem amtlichen 

Verteidiger und dem Beschuldigten stellt sich hingegen (noch) nicht (vgl. BGE 149 

IV 259). 

1.

Sachverhalt

III.  Schuldpunkt

Der Beschuldigte hat den noch berufungsgegenständlichen, in der Anklageschrift 

vom 15. Januar 2024 umschriebenen Sachverhalt betreffend den Vorwurf der gro-

ben Verletzung der Verkehrsregeln (Anklagesachverhalt A) und Entwendung eines 

Fahrzeugs  zum  Gebrauch  (Anklagesachverhalt  D)  nicht  grundsätzlich  in  Abrede 

gestellt (Urk. 2/2 F/A 73 ff.; Prot. I S. 19). Insbesondere wurde ausdrücklich aner-

kannt, dass der Beschuldigte beim inkriminierten Überholmanöver die Sicherheits-

linie überfahren hat (Urk. 32 S. 9). In diesem Umfang decken sich die Zugaben der 

Beschuldigtenseite mit dem übrigen Untersuchungsergebnis, weshalb ohne weite-

res  darauf  abzustellen  ist.  Hingegen  wendete  die  Verteidigung  – auch  im  Beru-

fungsverfahren – in sachverhaltsmässiger Hinsicht ein, dass einerseits es im Rah-

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men des Überholvorgangs nicht am nötigen Raum für dieses Manöver gefehlt habe, 

mithin habe das dem Beschuldigten entgegenkommende Fahrzeug weder bremsen 

noch  ausweichen  müssen,  sodass  keine  konkrete  Gefährdung  bestanden  habe, 

und andererseits der Beschuldigte am fraglichen Tag mit Einverständnis der Halte-

rin (B._____ AG) den Mini Cooper gelenkt habe (Urk. 32 S. 6 f.; Urk. 64 S. 8 ff.). 

Auf diese Einwände ist im Nachfolgenden im Rahmen der rechtlichen Würdigung 

einzugehen.

2.

Rechtliche Würdigung

2.1.

Die  Vorinstanz  qualifizierte  in  rechtlicher  Hinsicht  das  Verhalten  des  Be-

schuldigten bezüglich des Überholmanövers (Anklagesachverhalt A) als grobe Ver-

letzung  der  Verkehrsregeln  im  Sinne  von  Art. 90  Abs. 2  SVG  und  bezüglich  der 

Benutzung des Fahrzeugs (Anklagesachverhalt D) als Entwendung zum Gebrauch 

im Sinne von Art. 94 Abs. 1 lit. a SVG (Urk. 44 S. 4 ff., S. 9 ff.). Es kann vorwegge-

nommen  werden,  dass  diese  rechtliche  Würdigung  im  Ergebnis  zutrifft,  weshalb 

vorab auf die entsprechenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen 

werden  kann  (Art. 82  Abs. 4  StPO).  Die  nachfolgenden  Ausführungen  verstehen 

sich demnach in erster Linie als Präzisierung resp. Ergänzung. 

2.2.

Grobe Verkehrsregelverletzung

2.2.1. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt (Urk. 44 S. 4 ff.), erfordert der Tat-

bestand der groben Verkehrsregelverletzung im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG eine 

ernstliche Gefährdung der Sicherheit anderer, wobei diese bei einer erhöhten ab-

strakten Gefährdung gegeben ist. Gemäss der Rechtsprechung genügt die allge-

meine Möglichkeit der Verwirklichung einer Gefahr nur, wenn in Anbetracht der Um-

stände der Eintritt einer konkreten Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt, 

ohne dass nach einer konkreten Gefahr oder Verletzung verlangt wird (BGE 143 IV 

508  E.  1.3;  Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_55/2024  vom  11. März 2024  E. 2.3; 

6B_85/2023  vom  8. November  2023  E.  1.2.1;  6B_236/2022  vom  5. September 

2022  E.  2.1;  je  mit  Hinweisen).  Nach  seinem  Wortlaut  ("hervorruft  oder  in  Kauf 

nimmt")  erfasst  der  subjektive  Tatbestand  von  Art. 90  Abs. 2  SVG  insbesondere 

vorsätzliches  und  eventualvorsätzliches  Verhalten.  Gestützt  auf  Art. 100  Ziff. 1 

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Abs. 1  SVG  ist  der  Tatbestand  nach  konstanter  Rechtsprechung  indes  auch  bei 

grober Fahrlässigkeit anwendbar (BGE 142 IV 93 E. 3.1; 126 IV 192 E. 2c; Urteil 

des Bundesgerichtes 6B_272/2023 vom 2. Oktober 2024 E. 1.3.1). Stets voraus-

gesetzt wird ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend verkehrsregelwidriges 

Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässiger Begehung mindestens 

grobe Fahrlässigkeit (BGE 148 IV 374 E. 3.1; 142 IV 93 E. 3.1; 131 IV 133 E. 3.2 

mit Hinweisen).

2.2.2. Eventualvorsatz  darf  nicht  allein  aus  der  Tatsache  geschlossen  werden, 

dass sich der Täter des Risikos der Tatbestandsverwirklichung bewusst war und 

dennoch handelte, denn dieses Wissen wird auch bei der bewussten Fahrlässigkeit 

vorausgesetzt (BGE 130 IV 58 E. 8.4). Sowohl der eventualvorsätzlich als auch der 

bewusst fahrlässig handelnde Täter weiss um die Möglichkeit des Erfolgseintritts. 

Hinsichtlich der Wissenskomponente stimmen beide Erscheinungsformen des sub-

jektiven Tatbestands somit überein. Unterschiede bestehen hingegen auf der Wil-

lensseite. Der bewusst fahrlässig handelnde Täter vertraut (aus pflichtwidriger Un-

vorsichtigkeit) darauf, dass der von ihm als möglich vorausgesehene Erfolg nicht 

eintreten, das Risiko der Tatbestandserfüllung sich nicht verwirklichen werde. Dem-

gegenüber nimmt der eventualvorsätzlich handelnde Täter den Eintritt des als mög-

lich erkannten tatbestandsmässigen Erfolgs ernst, rechnet mit ihm und findet sich 

mit ihm ab. Wer den Erfolg dergestalt in Kauf nimmt, "will" ihn im Sinne von Art. 12 

Abs. 2 Satz 2 StGB (BGE 147 IV 439 E. 7.3.1; 133 IV 1 E. 4.1; je mit Hinweisen; 

Urteil des Bundesgerichtes 6B_16/2023 vom 17. Mai 2024 E. 2.2.2).

Dass der Beschuldigte einen Unfall im Sinne des Eventualvorsatzes in Kauf nahm, 

muss aus den tatsächlichen Umständen zu erschliessen sein, die diesen Schluss 

zweifelsfrei zulassen. Angesichts der einhergehenden Selbstgefährdung ist im Zu-

sammenhang mit gefährlichen Fahrmanövern mit einem Motorfahrzeug Eventual-

vorsatz allerdings nicht leichthin anzunehmen (BGE 133 IV 9 E. 4.2.5 mit Hinweis). 

Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  ist  eventualvorsätzliche  Tatbege-

hung nur bei krasser Fahrweise zu bejahen, wenn der Täter das Geschehen gleich-

sam "aus der Hand gibt", er es nicht mehr unter Kontrolle hat, die Gefahrenlage zu 

meistern oder einen Unfall durch eigene Machtmittel zu vermeiden, bzw. sich der 

noch glimpfliche Ausgang alleine dem glücklichen Zufall zuschreiben lässt, letzte-

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res insbesondere dann, wenn sich der Täter mit massiver Geschwindigkeitsüber-

schreitung  ein  Rennen  mit  einem  anderen  Fahrzeuglenker  liefert,  sodass  zu 

schliessen  ist,  er  habe  sich  gegen  das  geschützte  Rechtsgut  entschieden  (BGE 

133 IV 9 E. 4.3 f.; 130 IV 58 E. 9.1.1). An dieser Rechtsprechung hat das Bundes-

gericht 

in 

jüngeren  Entscheiden 

festgehalten  (Urteil  des  Bundesgerichtes 

6B_16/2023 vom 17. Mai 2024 E. 2.2.4 mit Hinweisen).

2.2.3. Grobe Fahrlässigkeit ist demgegenüber zu bejahen, wenn sich der Täter 

der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit 

kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Verkehrs-

teilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht, also unbewusst fahrlässig han-

delt. Die Annahme einer groben Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall vor-

aus,  dass  das  Nichtbedenken  der  Gefährdung  anderer  Verkehrsteilnehmer  auf 

Rücksichtslosigkeit  beruht.  Rücksichtslos  ist  unter  anderem  ein  bedenkenloses 

Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen 

(momentanen)  Nichtbedenken  der  Gefährdung  fremder  Interessen  bestehen 

(BGE 131  IV  133  E. 3.2;  Urteile  des  Bundesgerichtes  6B_973/2020  vom  25. Fe-

bruar  2021  E. 2.1;  6B_992/2020  vom  30. November  2020  E. 2.2;  6B_761/2019 

vom 9. März 2020 E. 2.3.1; je mit Hinweisen). Je schwerer die Verkehrsregelver-

letzung  objektiv  wiegt,  desto  eher  wird  Rücksichtslosigkeit  subjektiv  zu  bejahen 

sein, sofern keine besonderen Gegenindizien vorliegen (BGE 142 IV 93 E. 3.1; Ur-

teil des Bundesgerichtes 6B_992/2020 vom 30. November 2020 E. 2.2; je mit Hin-

weisen). Grundsätzlich ist von einer objektiv groben Verletzung der Verkehrsregeln 

auf ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten zu schliessen. Die Rücksichtslosig-

keit  ist  ausnahmsweise  zu  verneinen,  wenn  besondere  Umstände  vorliegen,  die 

das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen lassen (Urteil des Bun-

desgerichtes 6B_761/2019 vom 9. März 2020 E. 2.3.1 mit Hinweisen).

2.2.4. Vorliegend geht die C._____-strasse im fraglichen Abschnitt wenige hun-

dert Meter nach Beginn des inkriminierten Fahrmanövers des Beschuldigten in eine 

Linkskurve über, wobei diese aufgrund der dazwischenstehenden Bäume nur ein-

geschränkt überblickt werden kann. Erschwerend kommt hinzu, dass der Beschul-

digte aufgrund des vor ihm abbiegenden Fahrzeugs zuwarten musste, ehe er über-

haupt erst zum völlig unvermittelten Überholvorgang ansetzen konnte, mit dem er 

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gleich  zwei  weitere  ihm  vorausfahrende  Fahrzeuge  überholte,  was  naturgemäss 

eine längere Überholstrecke voraussetzt, wobei zur betreffenden Tageszeit (tags-

über, 16:41 Uhr und damit kurz vor Feierabend) zwangsläufig mit einem eher hö-

heren Verkehrsaufkommen zu rechnen war. Zu berücksichtigen ist ferner, dass der 

entgegenkommende Verkehr in Anbetracht des Fahrverhaltens des Beschuldigten 

– dessen Fahrzeug befand sich während des gesamten Überholvorgangs komplett 

auf  der  Gegenfahrbahn –  und  angesichts  der  strassenbaulichen  Situation  – die 

Fahrbahn des entgegenkommenden Verkehrs grenzt an Wiesenland und die be-

reits erwähnten Bäume (vgl. Urk. D3/1) – praktisch keine Ausweichmöglichkeiten 

hatte.  Dass  der  Beschuldigte  das  Manöver  unfallfrei  und  ohne  Kollision  mit  dem 

ihm entgegenkommenden Fahrzeug oder mit einem der überholten Fahrzeuge ab-

schliessen konnte, ist – einhergehend mit der Vorinstanz (Urk. 44 S. 6) – denn auch 

einzig seinem knappen Wiedereinbiegen auf die reguläre rechte Fahrspur zu ver-

danken,  was  bei  dieser  Ausgangslage  letztlich  einer  glücklichen  Fügung  gleich-

kommt. Durch das Überfahren der Sicherheitslinie in Kombination mit den für das 

durchgeführte Überholmanöver knapp bemessenen räumlichen Verhältnissen hat 

der Beschuldigte mithin fraglos zumindest eine erhöht abstrakte Gefahr für die an-

deren Verkehrsteilnehmer geschaffen. Entgegen der Auffassung der Verteidigung 

kann hingegen offenbleiben, inwiefern das ihm entgegenkommende Fahrzeug auf-

grund des Überholvorgangs konkret abbremsen bzw. die Geschwindigkeit reduzie-

ren musste (Urk. 32 S. 9; Urk. 64 S. 9), zumal die Schaffung einer konkreten Gefahr 

für Dritte nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gerade nicht erforderlich 

ist (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 6B_180/2023 vom 27. Juni 2024 E. 2.5). Ange-

sichts des unübersichtlichen Streckenverlaufs und des Zeitpunkts der inkriminierten 

Fahrt tagsüber kurz vor Feierabend ist im Weiteren zwingend darauf zu schliessen, 

dass sich der Beschuldigte der allgemeinen Gefährlichkeit seines Verhaltens be-

wusst war und eine Gefährdung anderer durch das Überholmanöver zumindest in 

Kauf nahm. In subjektiver Hinsicht ist demnach – entgegen der Vorinstanz, welche 

widersprüchlicherweise teils von Grobfahrlässigkeit und teils von direktem Vorsatz 

ausgeht (vgl. Urk. 44 S. 8 u. 18) – ein eventualvorsätzliches Handeln des Beschul-

digten erstellt. Nachdem er trotz des erhöhten Verkehrsaufkommens, des im Zeit-

punkt des Ausscherens erkennbaren Gegenverkehrs, der beiden zu überholenden 

- 11 -

Fahrzeuge und der engen Raumverhältnisse nicht vom Überholmanöver abliess, 

kann jedenfalls von einer pflichtwidrigen Unvorsichtigkeit, bei der der Beschuldigte 

auf einen guten Ausgang des Überholmanövers vertrauen konnte, keine Rede sein. 

2.2.5.

In Bezug auf die Frage der Schuldfähigkeit bringt die amtliche Verteidigung 

vor, diese werde notorischerweise durch den Konsum von Kokain eingeschränkt, 

wobei sich eine verstärkte Wirkung des Kokains beim Beschuldigten – infolge sei-

ner  geringen  Konsumerfahrungen –  entfaltet  habe  (Urk. 64  S. 14).  Damit  ist  sie 

nicht  zu  hören.  Es  ist  daran  zu  erinnern,  dass  für  die  Beeinträchtigung  von  Ein-

sichts-  und  Steuerungsfähigkeit  infolge  von  Konsum  von  Betäubungsmitteln  der 

psycho-pathologische Zustand (der Rausch) und nicht dessen Ursache (die Alko-

holisierung bzw. die konsumierte Droge), die sich in der Blutalkoholkonzentration 

bzw. der messbaren Drogenrückstände im Blut widerspiegelt, ausschlaggebend ist 

(vgl. Urteil des Bundesgerichtes 6B_953/2023 vom 15. Dezember 2023 E. 1.4.4). 

Wie die Vorinstanz eingehend darlegte (Urk. 44 S. 14 f.), bestehen mit Blick auf das 

(Fahr-)Verhalten  des  Beschuldigten  im  anklagegegenständlichen  Zeitraum  keine 

Hinweise auf eine eingeschränkte Schuldfähigkeit.

2.2.6. Der  Beschuldigte  ist  damit  der  groben  Verletzung  der  Verkehrsregeln  im 

Sinne  von  Art. 90  Abs. 2  SVG  in  Verbindung  Art. 27  Abs. 1  SVG,  Art. 34  Abs. 2 

SVG und Art. 35 Abs. 2 SVG schuldig zu sprechen.

2.3.

Entwendung des Fahrzeugs zum Gebrauch

2.3.1. Die  Verteidigung  wendet  im  Zusammenhang  mit  dem  Vorwurf  der  unbe-

rechtigten Benutzung des Mini Coopers ein, der Beschuldigte habe das Fahrzeug 

mit Einverständnis der Halterin (B._____ AG) geführt (Urk. 32 S. 7 u. 10 f.; Urk. 64 

S. 11 ff.). Es sei denn auch nicht erstellt, wer Halter des Fahrzeugs gewesen sei 

und den Gewahrsam über den Mini Cooper inne gehabt habe (Prot. I S. 33). 

2.3.2. Der Verteidigung ist zwar beizupflichten, dass man seitens der Staatsan-

waltschaft weder eine umfassende Abklärungen hinsichtlich der Halterschaft des 

zur Tatzeit gelenkten Mini Coopers vorgenommen noch eine Einvernahme mit der 

damaligen  Lebenspartnerin  des  Beschuldigten,  die  als  Mitbewohnerin  und  fakti-

sche Gewahrsamsinhaberin des anklagegegenständlichen Fahrzeugs bezeichnet 

- 12 -

werden  muss  (s. sogleich),  durchgeführt  hat.  Nachdem  der  Beschuldigte  bei  der 

polizeilichen Erstbefragung vom 6. Juni 2023 noch nicht Auskunft darüber geben 

wollte,  ob  er  die  Erlaubnis  hatte,  das  Fahrzeug  zu  benützen,  und  wie  er  an  die 

Fahrzeugschlüssel gelangt ist (Urk. 2/1 F/A 17 ff.), gab er anlässlich der staatsan-

waltschaftlichen Einvernahme vom 13. November 2023 im Beisein seines Verteidi-

gers sowie nach erfolgter Akteneinsicht zu, dass er den Mini Cooper, welcher der 

Firma  seines  Vaters  gehört,  ohne  Erlaubnis  benützt  habe.  Ebenso  bestätigte  er, 

dass auch seine Freundin nicht davon gewusst habe, dass er mit dem Auto unter-

wegs sei (Urk. 2/2 F/A 21 ff.). Erst gestützt auf diese Aussagen erklärte der Staats-

anwalt, dass nunmehr auch der Vorwurf der Entwendung zum Gebrauch erhoben 

werde (Urk. 2/2 F/A 26), worauf der Beschuldigte den ihm gegenüber gemachten 

Schlussvorhalt  in  diesem  Punkt  ausdrücklich  und  vorbehaltslos  anerkannte 

(Urk. 2/2 F/A 76). Entgegen der Auffassung der Verteidigung ist es angesichts die-

ser eindeutigen Sachlage absolut nachvollziehbar, dass auf weitere Beweiserhe-

bungen  verzichtet  wurde.  Schliesslich  bestätigte  der  Beschuldigte  anlässlich  der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 19. August 2024 nochmals in aller Deut-

lichkeit, dass das Fahrzeug "im Besitz der Firma B._____" war, dass aber zur Be-

nutzung  des  Mini  Coopers  "einzig  seine  damalige  Freundin  berechtigt"  gewesen 

sei. Er habe gewusst, dass er keine Erlaubnis zum Lenken des Fahrzeugs gehabt 

habe, wobei er noch beifügte, dass er eine von seiner Lebenspartnerin abgeschlos-

sene Schublade habe aufbrechen müssen, um an die Fahrzeugschlüssel zu gelan-

gen (Prot. I S. 22 f.). Auch im Rahmen des zweitinstanzlichen Verfahrens wurden 

keine anderen Angaben dazu vorgebracht, blieb der Beschuldigte doch der Beru-

fungsverhandlung  unentschuldigt  fern.  Nachdem  er  bereits  seit  dem  Jahr  2015 

nicht mehr im Besitz eines Führerausweises ist, erscheint es im Übrigen reichlich 

lebensfremd, dass der Vater des Beschuldigten über diesen Umstand keine Kennt-

nis gehabt und ihm das Fahrzeug zum Gebrauch überlassen haben soll (so aber 

die Verteidigung in Urk. 64 S. 12 f.). Die Verteidigung vermag daher mit dem von 

ihr behaupteten Mitgewahrsam des Beschuldigten am Fahrzeug nicht zu überzeu-

gen (Urk. 64 S. 12). Unter diesen Umständen ergibt sich zwangslos, dass der Be-

schuldigte den Gewahrsam am Mini Cooper gebrochen hat, als er sich am 8. Mai 

2023 ans Steuer des Fahrzeugs gesetzt hat.

- 13 -

2.3.3. Dementsprechend ist der Beschuldigte auch in zweiter Instanz – mangels 

Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründen (s. vorstehend E. 2.2.5) – der Ent-

wendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 Abs. 1 lit. a SVG 

schuldig zu sprechen.

3.

Fazit

Zusammenfassend ist der Beschuldigte damit zusätzlich zu den bereits rechtskräf-

tig zu erklärenden Schuldsprüchen gemäss dem vorinstanzlichen Entscheid auch 

der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG in Ver-

bindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 34 Abs. 2 SVG und Art. 35 Abs. 2 SVG sowie 

der Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 Abs. 1 lit. a 

SVG schuldig zu sprechen.

IV.  Strafe

1.

Grundlagen der Strafzumessung

Die  allgemeinen  Regeln  der  Strafzumessung  und  zur  Wahl  der  Strafart  hat  die 

Vorinstanz zutreffend dargelegt. Darauf (vgl. Urk. 44 S. 11 ff.) und auf die aktuelle 

Rechtsprechung  des  Bundesgerichtes  zum  Thema  (BGE 144  IV  313;  136  IV  55 

E. 5.4  ff.;  135  IV  130  E. 5.3.1;  132  IV  102  E. 8.1;  Urteile  des  Bundesgerichtes 

6B_681/2024 vom 15. Januar 2025 E. 2.1 ff.; 6B_1239/2023 vom 22. Januar 2024 

E. 1.1; je mit Hinweisen) kann vorab verwiesen werden. 

2.

Strafrahmen / Anwendbares Recht

Die  qualifiziert  grobe  Verletzung  der  Verkehrsregeln  im  Sinne  von  Art. 90 

Abs. 3 SVG wird mit Freiheitsstrafe von 1 bis zu 4 Jahren bestraft. Mit Bundesge-

setz  vom  17. März  2023, 

in  Kraft  seit  1. Oktober  2023 

(AS 2023 453; 

BBl 2021 3026),  wurden  hierzu  zwei  Ausnahmen  ins  Gesetz  eingefügt:  Gemäss 

Abs. 3bis der Bestimmung kann die Mindeststrafe von 1 Jahr bei Widerhandlungen 

gemäss Abs. 3 unterschritten werden, wenn ein Strafmilderungsgrund nach Art. 48 

StGB vorliegt, insbesondere wenn der Täter aus achtenswerten Beweggründen ge-

handelt hat. Nach Abs. 3ter der Bestimmung kann der Täter bei Widerhandlungen 

- 14 -

gemäss Abs. 3 mit Freiheitsstrafe bis zu 4 Jahren oder Geldstrafe bestraft werden, 

wenn er nicht innerhalb der letzten 10 Jahre vor der Tat wegen eines Verbrechens 

oder Vergehens im Strassenverkehr mit ernstlicher Gefahr für die Sicherheit ande-

rer resp. mit Verletzung oder Tötung anderer verurteilt wurde. Das neue Recht ist 

das  für  den  Beschuldigten  mildere,  weswegen  gemäss  dem  Grundsatz  der  lex 

mitior die neuen Bestimmungen zur Anwendung gelangen (vgl. Art. 2 Abs. 1 und 2 

StGB). Die grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 SVG, 

das Fahren in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. b SVG und 

das Fahren ohne Berechtigung im Sinne von Art. 95 Abs. 1 lit. b SVG werden mit 

Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe bestraft. Die Übertretung des Be-

täubungsmittelgesetzes im Sinne von Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird mit einer Busse 

geahndet.

3.

Strafart

Einhergehend  mit  der  seitens  der  Vorinstanz  vertretenen  Auffassung  (Urk. 44 

S. 12 f.) – gegen die auch von der Verteidigung nicht opponiert wird (vgl. Urk. 32 

S. 13 ff.; Urk. 64 S. 17) – kann für keines der Delikte, für welche alternativ eine Frei-

heits-  oder  eine  Geldstrafe  ausgefällt  werden  könnte,  die  mildere  Sanktion  der 

Geldstrafe verhängt werden, da sich der Beschuldigte trotz fünf (teilweise einschlä-

gigen) Vorstrafen (vgl. Urk. 47; Urk. 63) nicht von der heute zu beurteilenden De-

linquenz abhalten liess, zumal er unter anderem bereits zu unbedingten Geldstra-

fen bzw. einer unbedingten Freiheitsstrafe von mehreren Monaten verurteilt wurde 

und er während der Probezeit erneut delinquierte. Die Aussprechung einer Gelds-

trafe  erweist  sich  vor  diesem  Hintergrund  definitiv  nicht  als  zweckmässig.  Hinzu 

kommt, dass sich auch aufgrund des zeitlich und sachlich engen Zusammenhangs 

der aktuellen Delikte, welche der Beschuldigte allesamt während einer einzigen Au-

tofahrt beging, die Ausfällung einer Gesamtfreiheitsstrafe aufdrängt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichtes 6B_1368/2023 vom 18. Juni 2025 E. 7.5.3). 

4.

Konkrete Strafzumessung – Freiheitsstrafe

4.1. Was die konkrete Strafzumessung anbelangt, stellt die mehrfache qualifi-

ziert grobe Verkehrsregelverletzung das abstrakt schwerste Delikt dar, wobei die 

- 15 -

Geschwindigkeitsüberschreitung in der 30er-Zone als gravierendste Tathandlung 

einzustufen ist und den Ausgangspunkt für die Festsetzung der Einsatzstrafe bildet, 

welche hernach mit den Strafen für die weiteren Delikte zu asperieren ist. Im Übri-

gen sind keine aussergewöhnlichen Umstände ersichtlich, welche es rechtfertigen 

würden, den ordentlichen Strafrahmen zu verlassen.

4.2.

Tatkomponente

4.2.1. Hinsichtlich  der  Geschwindigkeitsüberschreitung  in  der  30er-Zone  gilt  zu 

berücksichtigen, dass der Beschuldigte die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 

30 km/h  um  netto  75 km/h  überschritt,  was  einer  Überschreitung  der  zulässigen 

Geschwindigkeit im Umfang von 250 % gleichkommt bzw. fast dem Doppelten des 

für die Anwendung von Art. 90 Abs. 4 lit. a SVG geltenden Überschreitungsgrenz-

werts von 40 km/h entspricht. Mithin handelt es sich um einen krassen Geschwin-

digkeitsexzess  seitens  des  Beschuldigten.  Die  Witterungsverhältnisse  waren  gut 

(Tageslicht,  bedeckt,  trockene  Strasse).  Zum  Tatzeitpunkt  (tagsüber;  16:43  Uhr) 

herrschte auf dem fraglichen Streckenabschnitt innerorts – wie auf den Videoauf-

nahmen  der  polizeilichen  Nachfahrt  ersichtlich  (Urk. 3/1) –  ein  reger  Feieraben-

dverkehr, wobei angesichts des an die Strasse angrenzenden Wohnquartiers und 

Naherholungsgebiets  mit  einem  erhöhten  Fussgängeraufkommen  sowie  mit  Kin-

dern zu rechnen war. So ist auf den Videosequenzen denn auch zu erkennen, wie 

mehrere Automobilisten aufgrund des Fahrverhaltens des Beschuldigten gehalten 

waren, ihre Fahrweise anzupassen, indem sie abbremsen oder dem Fahrzeug des 

Beschuldigten ausweichen mussten. Der Beschuldigte musste sodann mehreren 

für eine Tempo-30-Zone typischen verkehrsberuhigenden Elementen, namentlich 

in  Form  von  Einengungen,  ausweichen,  was  das  Risiko  eines  Unfalls  weiter  er-

höhte. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich. Der Kon-

sum von Kokain vermag durchaus eine enthemmende Wirkung zu entfalten, eine 

bei  der  Strafzumessung  zu  berücksichtigende  verminderte  Schuldfähigkeit  ist  je-

doch nicht gegeben (vgl. vorstehend E. III./2.2.5.). Hinzu kommt, dass der Beschul-

digte  die  signalisierte  Höchstgeschwindigkeit  überschritt,  als  er  sich  der  polizeili-

chen Verfolgung Gewahr wurde und er sich der polizeilichen Anhaltung zu entzie-

hen versuchte, weshalb das subjektive Tatverschulden das objektive nicht zu rela-

- 16 -

tivieren vermag. In einer Gesamtbetrachtung erweist sich das Tatverschulden mit-

telschwer,  sodass  sich  eine  Freiheitsstrafe  von  24  Monaten  rechtfertigt.  Demge-

genüber sind die von der Verteidigung angerufenen Strafmassempfehlungen der 

Strafverfolgungsbehörden (vgl. Urk. 32 S. 13 f.) diesbezüglich von vornherein un-

beachtlich, da diese in erster Linie eine möglichst rechtsgleiche Behandlung von 

Taten  im  Bereich  der  Klein-  und  Massenkriminalität  bezwecken  wollen,  während 

vorliegend ein völlig anders geartetes Raserdelikt zur Beurteilung steht. Hinsichtlich 

der fakultativen Strafmilderungsgründe von Art. 90 Abs. 3bis und Abs. 3ter SVG er-

übrigen sich schliesslich angesichts des fehlenden Strafmilderungsgrundes sowie 

der früheren Verurteilung des Beschuldigten wegen eines schweren Verkehrsde-

likts  weitere  Ausführungen,  sodass  es  bei  einer  Einsatzstrafe  von  24 Monaten 

bleibt. 

4.2.2. Hinsichtlich  der  Überschreitung  der  Höchstgeschwindigkeit  von  80 km/h 

um netto 75 km/h im Rahmen der Weiterfahrt in Richtung … [Ortschaft] ist zu be-

merken,  dass  der  Beschuldigte  die  signalisierte  Höchstgeschwindigkeit  um  fast 

100 %  bzw.  den  Überschreitungsgrenzwert  nach  Art. 90  Abs. 4  lit. c  SVG  von 

60 km/h  um  25 %  überschritt.  Die  Strecke  führte  durch  ein  Waldstück,  was  den 

Überblick  über  den  Strassenverlauf  etwas  einschränkt,  zumal  der  Beschuldigte 

auch kleinere landwirtschaftliche Einfahrtsstrassen und Abstellplätze nicht einse-

hen konnte. Infolge der erheblichen Geschwindigkeitsüberschreitung verlor der Be-

schuldigte sodann die Kontrolle über sein Fahrzeug und kam über die Gegenfahr-

bahn von der Strasse ab, wo er mit einem Baum kollidierte und letztlich zum Still-

stand kam. Mit der Vorinstanz ist festzustellen, dass die von ihm begonnene Flucht 

vor  der  Polizei  im  Rahmen  dieser  Geschwindigkeitsüberschreitung  lediglich  ihre 

Fortsetzung  fand,  sodass  es  sich  nicht  um  einen  neuen  Tatentschluss  handelte, 

was  am  Umstand  des  direktvorsätzlichen  Handelns  nicht  zu  ändern  vermag  und 

auch die objektive Tatschwere nicht relativiert. Im Übrigen ist auf vorstehende Aus-

führungen  (s.  vorstehend  E. 4.2.1.)  zu  verweisen.  In  Anbetracht  der  Gesamtum-

stände ist von einem gerade noch leichten Tatverschulden des Beschuldigten aus-

zugehen, sodass sich eine hypothetische Einsatzstrafe von 14 Monaten als ange-

messen  erweist.  Im  Rahmen  der  Asperation  ist  zu  berücksichtigen,  dass  die  zu 

beurteilenden Delikte sachlich, zeitlich und situativ in einem engen Zusammenhang 

- 17 -

stehen, zumal die Straftaten im Rahmen einer einzigen Autofahrt begangen wur-

den, was sich entsprechend bei der Bemessung der Gesamtstrafe (auch im Fol-

genden) niederschlägt, wobei sich die von der Vorinstanz vorgenommene Aspera-

tion von gesamthaft fast einem Fünftel als zu milde erweist. Vielmehr ist es ange-

zeigt, die Einsatzstrafe um rund 7 Monate auf 31 Monate Freiheitsstrafe zu erhö-

hen. 

4.2.3. Hinsichtlich des Überholmanövers, welches im Vorgang zu den beiden Ge-

schwindigkeitsüberschreitungen erfolgte, ist bezüglich der objektiven Tatschwere 

zu beachten, dass der Beschuldigte die Sicherheitslinie überfuhr, obwohl der Stre-

ckenverlauf durch Bäume eingeschränkt war, um – trotz des nach dem Ausscheren 

für ihn erkennbaren Gegenverkehrs – zwei Fahrzeuge zu überholen. Das Verkehrs-

aufkommen gestaltete sich zum Tatzeitpunkt als eher hoch, wobei das Überholma-

növer des Beschuldigte geeignet war, gleich mehrere Automobilisten zu gefährden. 

Der Beschuldigte vermochte denn auch nur gerade knapp wieder auf seine Spur 

einzulenken, ohne dass es zu einem Unfall kam. Die Witterungsverhältnisse erwei-

sen sich indes als gut und es handelt sich um einen Streckenabschnitt ausserorts. 

Mithin erweist sich das objektive Tatverschulden als gerade noch leicht. In subjek-

tiver  Hinsicht  fällt  ins  Gewicht,  dass  der  Beschuldigte  ohne  zeitliche  Not  und  er-

kennbaren Grund zum Überholvorgang ansetzte, zumal er sich des hinter ihm be-

findlichen zivilen Polizeifahrzeugs (noch) nicht bewusst war. In Bezug auf das sub-

jektive  Tatverschulden  vermag  das  eventualvorsätzliche  Handeln  das  objektive 

Tatverschulden nur leicht zu reduzieren, sodass sich in einer Gesamtbetrachtung 

angesichts des noch leichten Verschuldens des Beschuldigten eine Freiheitsstrafe 

von  3 Monaten  als  angemessen  erweist.  Asperationsweise  ist  die  für  die  vorste-

henden Delikte festgesetzte Strafe um 1 ½ Monate auf 32 ½ Monate Freiheitsstrafe 

zu erhöhen.

4.2.4. Hinsichtlich des Fahrens ohne Berechtigung ist zu konstatieren, dass der 

Beschuldigte das Fahrzeug über eine Strecke von einigen Kilometern durch meh-

rere Gemeinden führte, wobei der Grund des Fahrtantritts bis zuletzt unklar blieb. 

Hinzu kommt, dass der Beschuldigte bereits seit dem Jahr 2015 über keinen Füh-

rerausweis mehr verfügt, wurde ihm doch damals der Führerschein auf Probe vom 

Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich mit sofortiger Wirkung annulliert und auf 

- 18 -

unbestimmte Zeit entzogen (Urk. 8/5), wobei ihm die Ausstellung eines solchen im 

Verlauf des Jahres 2018 erneut mehrmals verweigert wurde (Urk. 8/2). Mithin war 

sich  der  Beschuldigte  des  Umstands  der  fehlenden  Fahrberechtigung  zweifellos 

bewusst,  wobei  das  Verschulden  insgesamt  betrachtet  dennoch  leicht  wiegt.  Es 

rechtfertigt sich somit eine hypothetische Strafe von 2 Monaten. In Asperation zu 

den bereits gewürdigten Straftaten ergibt sich eine Straferhöhung von 1 Monat auf 

eine Freiheitsstrafe von 33 ½ Monaten. 

4.2.5. Der Beschuldigte legte die anklagegegenständliche Fahrt infolge von Ko-

kainkonsum  im  fahrunfähigen  Zustand  zurück.  Im  Blut  des  Beschuldigten  wurde 

eine Kokainkonzentration von 49 μg/l nachgewiesen (Urk. 4/5), was deutlich über 

der Nachweisgrenze von 15 μg/l liegt. Weitere fahrfähigkeitsrelevante Stoffe konn-

ten nicht ermittelt werden. Auch wenn der Beschuldigte bis zum selbstverschulde-

ten Unfall in der Lage war, das Fahrzeug zu beherrschen, ist die Teilnahme des 

Beschuldigten am Strassenverkehr während des Feierabendverkehrs nicht zu ba-

gatellisieren. Zur zurückgelegten Fahrt ist auf vorstehenden Ausführungen zu ver-

weisen (s. E. 4.2.1. ff.). Die objektive Tatschwere erweist sich als eher leicht. Dass 

der Beschuldigte in subjektiver Hinsicht eventualvorsätzlich handelte, vermag die 

objektive  Tatschwere  etwas  zu  relativeren.  Innerhalb  des  denkbaren  Spektrums 

von Fahrten unter Betäubungsmitteleinfluss erscheint angesichts des leichten Ver-

schuldens eine Freiheitsstrafe von 2 Monaten als angemessen. Dementsprechend 

ist in Asperation von 1 Monat die Freiheitsstrafe auf 34 ½ Monate festzusetzen. 

4.2.6. Hinsichtlich der Entwendung des Fahrzeugs zum Gebrauch ist in objektiver 

Hinsicht zu bemerken, dass der Beschuldigte eine nicht unbeachtliche kriminelle 

Energie an den Tag gelegt hat, indem er die von seiner Freundin abgeschlossene 

Schublade aufbrach, um sich der Fahrzeugschlüssel zu bemächtigen. Zur zurück-

gelegten Strecke mit dem entwendeten Fahrzeug ist auf vorstehende Ausführun-

gen zu verweisen (s. E. 4.2.1. ff.), wobei auch hier keine Notwendigkeit der Ver-

wendung  des  Fahrzeugs  ersichtlich  ist.  In  subjektiver  Hinsicht  handelte  der  Be-

schuldigte direktvorsätzlich, zumal er wusste, dass die Fahrzeugschlüssel sicher-

heitshalber von seiner damaligen Lebenspartnerin in der Schublade deponiert wur-

den, um das Fahrzeug seinem Zugriff zu entziehen. Das Verschulden des Beschul-

digten wiegt insgesamt leicht, sodass sich eine Strafe in der Höhe von 2 Monaten 

- 19 -

rechtfertigt. In Asperation zu den bereits gewürdigten Straftaten ist die Strafe um 

1 Monat auf 35 ½ Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen.

4.3.

Täterkomponente

4.3.1. Die Vorinstanz hat das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Be-

schuldigten anhand seiner Angaben korrekt zusammengefasst, sodass auf diese 

vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 44 S. 22), zumal sich im Berufungs-

verfahren keine neuen Erkenntnisse ergeben haben. Es liegen aus diesem Werde-

gang keine Aspekte vor, die für die Strafzumessung von Bedeutung wären.

4.3.2. Der Beschuldigte wies zum Tatzeitpunkt 5 Verurteilungen auf, wobei ins-

besondere auffällt, dass der Beschuldigte wiederholt – vorbehaltlich der Verurtei-

lung mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Schaffhausen vom 28. Fe-

bruar 2017 – im Bereich des Strassenverkehrsrechts delinquierte: Mit Strafbefehl 

der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 6. Dezember 2018 wurde der Beschul-

digte des Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder Aberken-

nung des Ausweises sowie der Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch 

schuldig  gesprochen  und  mit  einer  unbedingten  Geldstrafe  von  40 Tages-sätzen 

zu Fr. 40.– bestraft, wobei auf den Widerruf der Geldstrafe gemäss dem vorstehend 

erwähnten Strafbefehl vom 28. Februar 2017 verzichtet und stattdessen die Probe-

zeit  verlängert  wurde.  Mit  Urteil  des  Kantonsgerichtes  des  Kantons  Wallis  vom 

13. Dezember 2018 wurde der Beschuldigte wegen mehrfacher grober Verletzung 

der Verkehrsregeln, mehrfachen, teilweise versuchten Einbruchdiebstahls und Nö-

tigung mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten, wovon 18 Monate bei 

einer Probezeit von 4 Jahren bedingt ausgefällt wurden, bestraft. Die Staatsanwalt-

schaft See/Oberland verurteilte den Beschuldigten mit Strafbefehl vom 5. Februar 

2019 wegen des Führens eines Motorfahrzeugs mit verfallenem Führerausweis auf 

Probe zu einer unbedingten Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 40.–. Mit Urteil 

des Obergerichtes des Kantons Aargau vom 26. Februar 2023 wurde der Beschul-

digte wegen des Führens eines Motorfahrzeugs trotz Verweigerung, Entzug oder 

Aberkennung des Ausweises mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 7 Monaten 

verurteilt, wobei von einem Widerruf des mit Urteil des Kantonsgerichtes des Kan-

tons Wallis bedingten Teil der Freiheitsstrafe abgesehen, die Probezeit um 2 Jahre 

- 20 -

verlängert  und  der  Beschuldigte  verwarnt  wurde  (Urk. 47;  Urk. 63).  Mithin  delin-

quierte der Beschuldigte innert weniger als 3 Monate nach der Verurteilung durch 

das Obergericht des Kantons Aargau zu einer mehrmonatigen Freiheitsstrafe we-

gen  eines  (einschlägigen)  Strassenverkehrsdelikts  erneut,  was  für  eine  gewisse 

Gleichgültigkeit  des  Beschuldigten  gegenüber  der  Rechtsordnung  spricht.  Hinzu 

kommt, dass der Beschuldigte während der mit Urteil des Obergerichtes des Kan-

tons Aargau verlängerten Probezeit die vorliegend zu beurteilenden Taten beging. 

Diese hartnäckige Straffälligkeit zeugt von einer besonders grossen Unbelehrbar-

keit  des  Beschuldigten,  sich  an  die  geltende  Rechtsordnung  zu  halten,  und  von 

einer erheblichen Uneinsichtigkeit. Zu bemerken ist jedoch, dass die der Verurtei-

lung  des  Kantonsgerichtes  Wallis  zugrundeliegenden  Delikte  vor  über  10 Jahren 

begangen  wurden,  was  sich  relativierend  auswirkt.  Dieser  massiven  strafrechtli-

chen  Vorbelastung  ist  mit  einer  merklichen  Straferhöhung  im  Bereich  von  8 bis 

9 Monaten Rechnung zu tragen. 

4.3.3. Nachdem der Beschuldigte in der Untersuchung initial die Aussage verwei-

gert hatte, anerkannte er im weiteren Verlauf der Untersuchung die Vorwürfe weit-

gehend. Hierbei gilt jedoch zu beachten, dass seine Zugeständnisse grundsätzlich 

der relativ klaren Beweislage geschuldet waren, er aber damit die Untersuchung 

dennoch erleichterte. Insbesondere ist zu bedenken, dass der Beschuldigte unum-

wunden zugab, sich ohne Einwilligung seiner am Fahrzeug berechtigten damaligen 

Lebenspartnerin der Fahrzeugschlüssel behändigt zu haben, was ohne sein Ge-

ständnis  weitergehende  Untersuchungshandlungen  zur  Folge  gehabt  hätte.  Eine 

tatsächliche Einsicht in sein Fehlverhalten ist beim Beschuldigten jedoch nicht er-

kennbar und seine Reuebekundungen vermögen nicht zu überzeugen, auch wenn 

der  infolge  der  Geschwindigkeitsüberschreitung  selbstverschuldete  Unfall  ihn 

durchaus beeindruckt haben dürfte. Auch der Umstand, dass sich der Beschuldigte 

nicht persönlich dem Berufungsverfahren stellte, deutet auf eine fehlende Einsicht 

und Reue hin. Dementsprechend wirkt sich das Nachtatverhalten des Beschuldig-

ten nur geringfügig im Umfang von 2 bis 4 Monaten strafmindernd aus.

- 21 -

4.4.

Nach  Würdigung  sämtlicher  Strafzumessungsgründe  erschiene  mithin 

grundsätzlich eine Freiheitsstrafe im Bereich von 40 Monaten als dem Verschulden 

und der Täterkomponente angemessen.

5.

Konkrete Strafzumessung – Busse

Die von der Vorinstanz festgesetzte Busse von Fr. 200.– für die Übertretung des 

Betäubungsmittelgesetztes infolge des Konsums von Kokain (vgl. Urk. 44 S. 20 f.) 

ist nicht zu beanstanden und in zweiter Instanz zu bestätigen.

6.

Widerruf

Wie die Vorinstanz zutreffend feststellte, delinquierte der Beschuldigte innert der 

mit Urteil des Kantonsgerichtes des Kantons Wallis vom 13. Dezember 2018 fest-

gesetzten  und  mit  Urteil  des  Obergerichtes  des  Kantons  Aargau  vom  26. Fe-

bruar 2023 verlängerten Probezeit (Urk. 44 S. 25). Weiter ist der Vorinstanz auch 

zu  folgen,  wenn  sie  dem  Beschuldigten  eine  eigentliche  Schlechtprognose  stellt 

(Urk. 44 S. 26 f.). Wie bereits erwähnt (s. vorstehende E. 4.3.2.) ist der Beschul-

digte  mehrfach  (grösstenteils  einschlägig)  vorbestraft,  wobei  er  unter  anderem 

auch zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe, die im Umfang von 6 Monaten zu voll-

ziehen  war,  sowie  zu  einer  weiteren  unbedingten  Freiheitsstrafe  von  7 Monaten 

verurteilt wurde, was ihn offensichtlich nicht zu beeindrucken vermochte. Ebenso 

wenig vermochte die vom Obergericht des Kantons Aargau wenige Monate vor den 

hier zu beurteilenden Straftaten ausgesprochene Verwarnung den Beschuldigten 

von weiterer Delinquenz abzuhalten. Der Beschuldigte wurde sodann auch nach 

Ergehen des erstinstanzlichen Urteils im vorliegenden Verfahren mit Urteil des Be-

zirksgerichtes Uster vom 28. November 2024 wiederum wegen Fahrens ohne Be-

rechtigung zu einer Zusatzstrafe in Höhe von 2 Monaten Freiheitsstrafe unbedingt 

rechtskräftig verurteilt (vgl. Urk. 58). Der Beschuldigte hat offensichtlich aus den in 

den einzelnen Verfahren ausgesprochenen Strafen keine Lehren gezogen und de-

monstriert  eine  bemerkenswerte  Gleichgültigkeit  gegenüber  der  Einhaltung  der 

Strassenverkehrsnormen. Nach dem Gesagten ist auch nicht davon auszugehen, 

dass dieser Schlechtprognose mit einer genügenden Warnwirkung infolge Vollzugs 

der in diesem Verfahren zu beurteilenden Strafe begegnet werden könnte. Die Ver-

- 22 -

teidigung ist mit ihrem Einwand bezüglich der Verletzung des Beschleunigungsge-

botes  im  Verfahren  vor  dem  Kantonsgericht  des  Kantons  Wallis  (Prot. I  S. 30 f.) 

unter  Verweis  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  der  Vorinstanz  nicht  zu  hören 

(Urk. 44 S. 27). Demgemäss ist der mit Urteil vom 13. Dezember 2018 bedingt aus-

gesprochene  Teil  der  Freiheitsstrafe  zu  widerrufen.  In  Anwendung  von  Art. 46 

Abs. 1 StGB  ist  demnach  mit  der  aktuell  auszusprechenden  Freiheitsstrafe  eine 

Gesamtstrafe zu bilden. Die zuvor festgelegte Freiheitsstrafe ist mit dem bedingten 

Teil der zu widerrufenden Vorstrafe von 18 Monaten unter Beachtung des Aspera-

tionsprinzips um 10 Monate zu erhöhen. Im Ergebnis erweist sich unter Einbezug 

der widerrufenen Strafe eine Freiheitsstrafe von 50 Monaten als angemessen.

7.

Fazit

Zusammenfassend würde sich in Würdigung aller aufgeführten und massgeblichen 

Strafzumessungsfaktoren sowie unter Einbezug des bedingten Teils der widerrufe-

nen Strafe eine Freiheitsstrafe von 50 Monaten sowie eine Busse von Fr. 200.– als 

angemessen erweisen. Aufgrund des Verschlechterungsverbots bleibt es indes bei 

der  von  der  Vorinstanz  unter  Einbezug  des  Widerrufs  festgesetzten  Strafe  von 

44 Monaten Freiheitsstrafe sowie der Busse von Fr. 200.–.

8.

Vollzug

Die vorliegend auszufällende Gesamtfreiheitsstrafe von 44 Monaten ist von Geset-

zes wegen zu vollziehen, da eine (teil-)bedingte Strafe bereits aus objektiven Grün-

den ausser Betracht fällt (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 43 StGB). Für die Busse 

von  Fr. 200.–,  die  von  Gesetzes  wegen  unbedingt  auszusprechen  ist,  ist  ausge-

hend von einem Umwandlungssatz von Fr. 100.–/Tag eine Ersatzfreiheitsstrafe von 

2 Tagen festzulegen (Art. 106 Abs. 2 StGB).

V.  Kostenfolgen

1.

Der Berufungsprozess brachte im Schuldpunkt keine Änderung des Urteils 

der Vorinstanz. Die erstinstanzliche Kostenregelung (Ziffer 7) ist demzufolge vol-

lumfänglich zu bestätigen (vgl. Art. 426 StPO).

- 23 -

2.

2.1.

Die  Kosten  des  zweitinstanzlichen  Verfahrens  haben  die  Parteien  nach 

Massgabe ihres Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). In-

wiefern eine Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt ins-

besondere davon ab, in welchem Ausmass ihre mit der Berufungserklärung gestell-

ten Anträge gutgeheissen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 6B_1344/2019 

vom 11. März 2020 E. 2.2). Ausnahmen von der allgemeinen Kostenregelung von 

Art. 428 Abs. 1 StPO sieht Art. 428 Abs. 2 StPO für die Fälle vor, dass die Voraus-

setzung für das Obsiegen erst im Rechtsmittelverfahren geschaffen oder der ange-

fochtene Entscheid nur unwesentlich abgeändert wurde.

2.2.

Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'600.– zu ver-

anschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 Abs. 1 

lit. b GebV OG).

2.3.

Der  Beschuldigte  vermag  sich  in  zweiter  Instanz  mit  seinem  Antrag  auf 

Freispruch  in  den  angefochtenen  Anklagepunkten  nicht  durchzusetzen  und  das 

erstinstanzliche Urteil ist auch im Übrigen zu bestätigen. Somit sind die Kosten des 

Berufungsverfahrens – mit Ausnahme jener der amtlichen Verteidigung – ebenfalls 

in vollem Umfange dem Beschuldigten aufzuerlegen.

2.4.

Die  amtliche  Verteidigung  macht  für  ihre  Bemühungen  und  Barauslagen 

vor Berufungsgericht den Betrag von Fr. 7'797.05 (inkl. MWST) geltend (Urk. 62). 

Der Aufwand ist ausgewiesen und das geltend gemachte Honorar steht im Einklang 

mit den Ansätzen der kantonalen Anwaltsgebührenverordnung. Unter Berücksich-

tigung der tatsächlichen Aufwendungen für die Berufungsverhandlung (inkl. Weg 

zum Verhandlungsort) und zuzüglich der Nachbesprechung mit dem Beschuldigten 

erscheint es mithin angemessen, den amtlichen Verteidiger pauschal mit insgesamt 

Fr. 7'300.– (inkl. MWST) aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Analog zu den 

übrigen Berufungskosten ist auch für die Kosten der amtlichen Verteidigung in zwei-

ter Instanz ein uneingeschränkter Rückzahlungsvorbehalt anzubringen, sobald es 

die  wirtschaftlichen  Verhältnisse  des  Beschuldigten  erlauben  (Art. 135  Abs. 4 

StPO).

- 24 -

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil vom 22. Au-

gust 2024 bezüglich der Dispositivziffern 1 teilweise (Lemma 1 [mehrfache 

qualifizierte grobe Verletzung der Verkehrsregeln], 3 [Fahren eines Fahr-

zeugs in fahrunfähigem Zustand], 5 [Fahren ohne Berechtigung] und 6 

[Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes]) sowie 6 (Kostenfestsetzung) in 

Rechtskraft erwachsen ist.

2.

Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A._____ ist ferner schuldig





der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 2 

SVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 34 Abs. 2 SVG und 

Art. 35 Abs. 2 SVG sowie

der Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch im Sinne von Art. 94 

Abs. 1 lit. a SVG.

2.

Der mit Urteil des Kantonsgerichtes des Kantons Wallis vom 13. Dezem-

ber 2018 bedingt ausgefällte Teil der Freiheitsstrafe (18 Monate) wird wider-

rufen.

3.

Der Beschuldigte wird unter Einbezug der widerrufenen Strafe gemäss Zif-

fer 2 bestraft mit 44 Monaten Freiheitsstrafe und mit Fr. 200.– Busse.

4.

Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.

5.

Die erstinstanzliche Kostenauflage (Ziff. 7) wird bestätigt.

- 25 -

6.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

7'300.–   amtliche Verteidigung (inkl. 8.1 % MWST).

7.

Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rück-

zahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vor-

behalten.

8.

Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten 

die Staatsanwaltschaft See/Oberland 

sowie in vollständiger Ausfertigung an





die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten 

die Staatsanwaltschaft See/Oberland 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an













die Vorinstanz

den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Voll-
zugsdienste

das Kantonsgericht des Kantons Wallis betr. Geschäfts-Nr.
P1 17 45 (im Dispositiv)

das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt SVSA, Schermenweg 5, 
Postfach, 3001 Bern

die Zurich Versicherungsgesellschaft AG, Scanning GLC, 8085 Zürich

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und B. 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

- 26 -

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 31. Oktober 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichter lic. iur. Spiess

M.A. HSG Eichenberger