# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d7e3341-54a0-5918-b260-3500308df833
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.02.2012 B-2229/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-2229-2011_2012-02-13.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung II
B­2229/2011

U r t e i l   v om   1 3 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz),
Richter Frank Seethaler, Richterin Maria Amgwerd,
Gerichtsschreiberin Myriam Senn.

Parteien A._______,
vertreten durch Rechtsanwalt Pascal Baumgardt,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT,
Vorinstanz,

Interessengemeinschaft Ausbildung im Finanzbereich 
(IAF),
Erstinstanz.

Gegenstand Berufsprüfung Finanzplanerin 2009.

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Sachverhalt:

A. 
Im  November  2009  wiederholte  A._______  (nachfolgend: 
Beschwerdeführerin)  die  Abschlussprüfung  zur  Finanzplanerin  mit  eidg. 
Fachausweis.  Mit  Schreiben  vom  27.  November  2009  teilte  ihr  die 
Interessengemeinschaft  Ausbildung  im  Finanzbereich  IAF  (nachfolgend: 
Erstinstanz,  Prüfungskommission)  mit,  sie  habe  diese  Prüfung  nicht 
bestanden. Zur Begründung verwies sie auf das beigelegte Notenzeugnis 
vom 25. November 2009.

B. 
Am  18.  Januar  2010  erhob  die  Beschwerdeführerin  Beschwerde  beim 
Bundesamt  für  Berufsbildung  und  Technologie  BBT  (nachfolgend: 
Vorinstanz). Sie beantragte, die angefochtenen Verfügungen vom 25. und 
27. November 2009 seien aufzuheben und die Prüfung sei als bestanden 
zu  entscheiden.  In  prozessualer  Hinsicht  beantragte  sie  verschiedene 
Informationen sowie die Einsicht in zusätzliche Akten.

Mit  Beschwerdeergänzung  vom  18.  Februar  2010  hielt  sie  an  ihren 
Anträgen fest.

In  ihrer  Beschwerdeantwort  vom  20.  April  2010  hielt  die  Erstinstanz  an 
ihrem  Entscheid  auf  Nichtbestehen  der  Prüfung  und  Nichterteilen  des 
Fachausweises fest.

Mit Replik vom 28. Mai 2010 nahm die Beschwerdeführerin zur Eingabe 
der Erstinstanz vom 20. April 2010 Stellung.

Mit Duplik vom 13. August 2010 beantwortete die Erstinstanz Fragen der 
Vorinstanz.

Mit Triplik vom 30. September 2010 hielt die Beschwerdeführerin an ihren 
Rechtsbegehren fest.

Mit Schreiben vom 8. November 2010 nahm die Erstinstanz zu weiteren 
Fragen der Vorinstanz Stellung.

C. 
Mit Entscheid vom 14. März 2011 hiess die Vorinstanz die Beschwerde 
teilweise gut, hob die Verfügung der Erstinstanz vom 27.November 2009 
auf und wies die Erstinstanz an, der Beschwerdeführerin Gelegenheit zu 

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einer  gebührenfreien  Wiederholung  der  mündlichen  sowie  der 
schriftlichen  Prüfung  im  Prüfungsteil  "Finanzplanung  für  private 
Haushalte" zu geben. Weiter wies sie die Erstinstanz unter anderem an, 
anlässlich  der  Nachprüfung  Notizen  anzufertigen,  die  es  nachträglich 
erlauben  würden,  die  Bewertung  der  mündlichen  Prüfung  des 
Prüfungsteils "Finanzplanung für private Haushalte" nachzuvollziehen.

D. 
Am  14.  April  2011  erhob  die  Beschwerdeführerin  Beschwerde  gegen 
diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragt,  der 
angefochtene  Entscheid  sei  aufzuheben,  die  Abschlussprüfung  vom 
November  2009  zur  Finanzplanerin  mit  eidg.  Fachausweis  sei  als 
bestanden  zu  entscheiden  und  ihr  sei  der  eidg.  Fachausweis  zur 
Finanzplanerin  zu  erteilen.  Es  sei  ihr  eine  den  tatsächlichen 
Aufwendungen  gemäss  Honorarnote  vom  30.  September  2010 
entsprechende Parteientschädigung zuzusprechen.

E. 
In  ihrer  Vernehmlassung  vom  18.  Juli  2011  hält  die  Erstinstanz  am 
Promotionsentscheid  fest  und  ersucht  um  die  Ablehnung  der 
Beschwerde.  Diese  enthalte  trotz  ihres  beträchtlichen  Umfangs  keine 
neuen Gesichtspunkte. Die Leistungen der Beschwerdeführerin seien  im 
Rahmen  des  erstinstanzlichen  Beschwerdeverfahrens  durch 
verschiedene,  neutrale,  voneinander  unabhängige  und  nicht  in  die 
ursprüngliche  Bewertung  und  Benotung  involvierte  Experten  überprüft 
worden.  Die  Prüfung  gelte  unverändert  als  nicht  bestanden.  Sie  weise 
den schwerwiegenden Vorwurf der Parteilichkeit mit guten Gründen und 
in  aller  Form  zurück.  Die  Einsichtnahme  sei  kein  "Spezialtermin" 
gewesen,  sondern  habe  auch  für  andere  Kandidaten  gegolten.  Die 
Vorwürfe  gegen  den  Experten  B._______  würden  ausdrücklich 
zurückgewiesen.  Das  Prüfungsresultat  sei  aber  ohnehin  nicht  davon 
tangiert.

Mit  Beschwerdeantwort  vom  12.  September  2011  beantragt  die 
Vorinstanz, die Beschwerde unter Kostenfolge abzuweisen.

F. 
Mit  Schreiben  vom  21.  Dezember  2011  reichte  der  Rechtsvertreter  der 
Beschwerdeführerin seine Honorarnote ein.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
Die  vorliegende  Beschwerde  richtet  sich  gegen  den 
Beschwerdeentscheid  der  Vorinstanz  vom  14.  März  2011.  Dieser 
Entscheid  stellt  eine  Verfügung  im  Sinne  von  Art.  5  Abs.  2  des 
Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (Verwaltungsverfahrensgesetz,  VwVG,  SR 
172.021)  dar.  Verfügungen  der  Vorinstanz  unterliegen  der  Beschwerde 
an  das  Bundesverwaltungsgericht  (Art.  61  Abs.  2  des  Bundesgesetzes 
über  die  Berufsbildung  vom  13. Dezember  2002  [Berufsbildungsgesetz, 
BBG, SR 412.10] i.V.m. Art. 5, 44 ff. VwVG und Art. 31, 33 Bst. d., 37 ff. 
des  Bundesgesetzes  über  das  Bundesverwaltungsgericht  vom  17.  Juni 
2005  [Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG,  SR  173.32]).  Die 
Beschwerdeführerin  war  Partei  am  vorinstanzlichen  Verfahren,  ist  als 
Adressatin  der  Verfügung  durch  diese  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  ihrer  Aufhebung  oder  Änderung  (Art. 48 
Abs. 1 VwVG). Eingabefrist und –form sind gewahrt (Art. 50 und 52 Abs. 
1 VwVG), der Kostenvorschuss wurde innerhalb der Frist bezahlt (Art. 63 
Abs.  4  VwVG)  und  die  übrigen  Sachurteilsvoraussetzungen  liegen  vor. 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Die  Berufsprüfung  für  Finanzplanerin  umfasst  zwei  Prüfungsteile.  Der 
Prüfungsteil  "Themen der Finanzplanung" besteht aus einer schriftlichen 
Klausur,  der Prüfungsteil  "Finanzplanung  für  private Haushalte"  umfasst 
eine  schriftliche  Klausur  sowie  eine  mündliche  Prüfung  (Ziff.  5.11 
Prüfungsordnung  der  Erstinstanz  vom  9. Oktober  2008).  Die mündliche 
Prüfung wird von mindestens zwei Experten abgenommen. Die Experten 
erstellen  Notizen  zum  Prüfungsgespräch  sowie  zum  Prüfungsablauf, 
beurteilen  die  Leistung  und  legen  gemeinsam  die  Note  fest  (Ziff.  4.43 
Prüfungsordnung).  Die  Leistungen  werden  mit  Noten  von  6  bis  1 
bewertet.  Die  Noten  4  und  höhere  bezeichnen  genügende  Leistungen. 
Andere  als  halbe  Zwischennoten  sind  nicht  zulässig  (Ziff.  6.3 
Prüfungsordnung).  Die  Note  eines  Prüfungsteils  ist  das  Mittel  der 
entsprechenden Positionsnoten. Sie wird auf eine Dezimalstelle gerundet. 
Die Gesamtnote der Abschlussprüfung  ist das gewichtete Mittel aus den 
Noten der einzelnen Prüfungsteile. Sie wird auf eine Dezimale gerundet 
(vgl. Ziff. 6.2 Prüfungsordnung). Die Abschlussprüfung gilt als bestanden, 

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wenn die Gesamtnote nicht unter 4.0 und keine Note eines Prüfungsteils 
unter 3.5 liegt (Ziff. 6.41 Prüfungsordnung).

3. 
Gemäss  Notenblatt  vom  25.  November  2009  erreichte  die 
Beschwerdeführerin  in  beiden  Prüfungsteilen  "Themen  der 
Finanzplanung"  und  "Finanzplanung  für  private  Haushalte"  jeweils  die 
Note 3.5, was eine Gesamtnote von 3.5 ergab.

Nach Überprüfung der gesamten Prüfungsbewertung im Verlauf des vor­
instanzlichen  Beschwerdeverfahrens  erhöhte  die  Erstinstanz  die 
Punktzahl  im  Prüfungsteil  "Finanzplanung  für  private  Haushalte"  um  6 
Punkte  für  die  schriftliche  Prüfung,  was  zu  einem  Punktetotal  von  46.5 
und  zu  einer  Positionsnote  3.5  führte,  sowie  um  6  Punkte  für  die 
mündliche  Prüfung,  was  zu  70.5  Punkten  und  zu  einer  neuen 
Positionsnote 4.5  führte. Die Gesamtnote erhöhte sich damit auf 3.9, da 
der Prüfungsteil  "Themen der Finanzplanung" mit dem Faktor 3 und der 
Prüfungsteil  "Finanzplanung  für  private  Haushalte"  mit  dem  Faktor  7 
gewichtet werden (vgl. Ziff. 5.11 Prüfungsordnung).

Gemäss  der  Punkte­/Notenskala  sind  für  die  Note  4  mindestens  52 
Punkte  und  für  die  Note  5  mindestens  75  Punkte  erforderlich.  Für  die 
Erteilung einer  genügenden Gesamtnote  fehlen der Beschwerdeführerin 
somit  entweder  5.5  Punkte  für  die  schriftliche  Prüfung  im  Prüfungsteil 
"Finanzplanung für private Haushalte" oder 4.5 Punkte für die mündliche 
Prüfung im gleichen Prüfungsteil oder zwei halbe Notenschritte bezüglich 
den beiden Positionsnoten  im Prüfungsteil  "Themen der Finanzplanung" 
(was je nach betroffener Position insgesamt 10, 15 oder 22 Punkte mehr 
bedeuten würde).

Die Grenzfallregelung der Prüfungskommission sieht vor, dass höchstens 
drei  Punkte  zusätzlich  erteilt  werden  können,  wenn  damit  die  Prüfung 
bestanden wäre.

4. 
Gemäss  Art.  49  VwVG  kann  mit  der  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung  von  Bundesrecht, 
einschliesslich  die Überschreitung  oder  der Missbrauch  des Ermessens 
(Bst.  a.),  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhaltes  (Bst.  b.)  sowie  die  Unangemessenheit 
der angefochtenen Verfügung (Bst. c.) gerügt werden.

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Ähnlich wie das Bundesgericht (vgl. BGE 131 I 467 E. 3.1 mit Hinweisen) 
und  der  Bundesrat  (vgl.  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB] 
62.62  E.  3,  56.16  E.  2.1)  auferlegt  sich  auch  das 
Bundesverwaltungsgericht  bei  der  Überprüfung  von  Prüfungsleistungen 
eine  gewisse  Zurückhaltung,  indem  es  nicht  ohne  Not  von  den 
Beurteilungen  der  erstinstanzlichen  Prüfungsorgane  und  der  Experten 
abweicht.  Diese  Zurückhaltung  wird  damit  begründet,  dass  der 
Rechtsmittelbehörde  zumeist  nicht  alle  massgeblichen  Faktoren  der 
Bewertung  bekannt  sind  und  es  ihr  deshalb  nicht  möglich  ist,  sich  ein 
zuverlässiges  Bild  über  die  Gesamtheit  der  Leistungen  des 
Beschwerdeführenden  und  der  Leistungen  der  übrigen  Kandidaten  zu 
machen. Eine freie und umfassende Überprüfung der Prüfungsbewertung 
würde  die  Gefahr  von  Ungerechtigkeiten  und  Ungleichbehandlung 
gegenüber  anderen  Kandidaten  in  sich  bergen.  Überdies  haben 
Prüfungen  häufig  Spezialgebiete  zum  Gegenstand,  in  denen  die 
Rechtsmittelbehörde  über  keine  eigenen  Fachkenntnisse  verfügt.  Das 
Bundesverwaltungsgericht weicht  daher nicht  von der Beurteilung durch 
die  Prüfungsexperten  ab,  solange  keine  konkreten  Hinweise  auf  deren 
Befangenheit  vorliegen  und  die  Prüfungsexperten  im  Rahmen  der 
Vernehmlassung der Prüfungskommission die substantiierten Rügen des 
Beschwerdeführers  beantwortet  haben  und  ihre  Auffassung, 
insbesondere  soweit  sie  von  derjenigen  des  Beschwerdeführers 
abweicht,  nachvollziehbar  und  einleuchtend  ist  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts BVGE 2010/10 E. 4.1; BVGE 2008/14 E. 3.1, 
BVGE  2007/6  E.  3;  kritisch  dazu  PATRICIA  EGLI,  Gerichtlicher 
Rechtsschutz  bei  Prüfungsfällen:  Aktuelle  Entwicklungen,  in: 
Schweizerisches  Zentralblatt  für  Staats­  und  Verwaltungsrecht  10/2011, 
S. 555 ff).

Diese Zurückhaltung übt das Bundesverwaltungsgericht allerdings nur bei 
der Bewertung der Prüfungsleistungen. Sind dagegen die Auslegung oder 
Anwendung  von  Rechtsvorschriften  streitig  oder  werden 
Verfahrensmängel  im  Prüfungsablauf  gerügt,  so  hat  die 
Beschwerdeinstanz die erhobenen Einwendungen mit freier Kognition zu 
prüfen. Andernfalls würde sie eine formelle Rechtsverweigerung begehen 
(vgl. BVGE 2008/14 E. 3.3).

5. 
Die  Beschwerdeführerin  rügt  diverse  Verfahrensfehler  bezüglich  des 
Prüfungsteils  "Finanzplanung  für  private Haushalte".  So macht  sie  etwa 
geltend, weder die Vorinstanz noch die Prüfungskommission seien  ihrer 

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Begründungspflicht  rechtsgenüglich  nachgekommen.  Die  Antworten  der 
Beschwerdeführerin  zur  mündlichen  Prüfung  seien  nur  rudimentär 
protokolliert worden und die Punktevergabe sei nicht nachvollziehbar. Es 
bestehe eine Pflicht der Prüfungsexperten, nicht nur den Prüfungsablauf, 
sondern  auch  das  Prüfungsgespräch  selbst  zu  protokollieren.  Obschon 
die  Prüfungsordnung  das  Wort  "Notizen"  verwende,  habe  die 
Beschwerdeführerin Anspruch auf Einsicht  in die Prüfungsprotokolle,  für 
die  eine  formelle  Erstellungspflicht  gemäss  Prüfungsordnung  bestehe. 
Auch  sei  aufgrund  des  Verhaltens  der  Organe  der  Erstinstanz,  allen 
voran  jenem  des  Prüfungsexperten  B._______  anlässlich  der 
Prüfungseinsicht  vom  18.  Dezember  2009,  davon  auszugehen,  dass 
sachfremde  Elemente  die  Bewertung  und  Beurteilung  ihrer 
Prüfungsleistung  erheblich  beeinflusst  hätten.  Zumindest  seien  einzelne 
Organe  der  Prüfungskommission  aufgrund  der  Beschwerdeerhebung 
gegen  den  ersten  negativen  Prüfungsentscheid  in  höchstem  Masse 
befangen gewesen.

Die Vorinstanz erachtete die Begründung der Bewertung der mündlichen 
Prüfung  durch  die  Erstinstanz  als  nicht  in  allen  Punkten  genügend 
begründet. Aus diesem Grund, und weil  die mündliche Prüfung von der 
schriftlichen  Klausur  in  diesem  Prüfungsteil  abhängig  sei,  hat  die 
Vorinstanz  mit  ihrem  Beschwerdeentscheid  vom  14.  März  2011  die 
Verfügung der Erstinstanz in Bezug auf den Prüfungsteil "Finanzplanung 
für  private  Haushalte"  aufgehoben  und  der  Beschwerdeführerin 
diesbezüglich  eine  kostenlose  Wiederholung  ohne  Anrechnung  an  die 
Anzahl der erfolglosen Prüfungsversuche zugesprochen.

5.1.  Verfahrensmängel  im  Prüfungsablauf  können  grundsätzlich 
höchstens  dazu  führen,  dass  der  betroffene  Kandidat  den  betroffenen 
Prüfungsteil gebührenfrei wiederholen darf, jedoch nicht zur Erteilung des 
Prüfungsausweises.  Der  Grund  dafür  liegt  darin,  dass  für  die  Erteilung 
eines  Diploms  in  jedem  Fall  ein  gültiges  und  genügendes 
Prüfungsergebnis  Voraussetzung  ist.  Es  besteht  ein  gewichtiges 
öffentliches  Interesse  daran,  dass  nur  Kandidaten  den  entsprechenden 
Ausweis  erhalten,  welche  den  damit  verbundenen  hohen  Erwartungen 
auch  nachgewiesenermassen  entsprechen.  Nach  ständiger  Praxis  des 
Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisationen  ist 
deshalb  ein  gültiges  und  nachweislich  genügendes  Prüfungsresultat 
grundsätzliche Voraussetzung für die Erteilung eines Prüfungsausweises. 
Liegt wegen Verfahrensfehlern kein gültiges Prüfungsergebnis vor, so ist 
diese Voraussetzung nicht erfüllt und es bleibt keine andere Lösung, als 

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die  betreffende  Prüfung  durch  den  Betroffenen  wiederholen  zu  lassen 
(BVGE 2010/21 E. 8.1).

5.2.  Selbst  wenn  die  Sachdarstellung  der  Beschwerdeführerin  in  allen 
Punkten  zutreffen  würde  und  ihre  Rügen  in  Bezug  auf  allfällige 
Verfahrensmängel  alle  begründet  wären  –  was  hier  offen  gelassen 
werden  kann  –,  hätte  die  Vorinstanz  die  Beschwerde  daher  nicht 
reformatorisch gutheissen dürfen. Dass die Vorinstanz die angefochtene 
Verfügung der Prüfungskommission  in  ihrem Beschwerdeentscheid  vom 
14. März 2011  in Bezug auf den Prüfungsteil  "Finanzplanung  für private 
Haushalte"  lediglich  kassiert  und  der  Beschwerdeführerin  diesbezüglich 
eine  kostenlose  Wiederholung  ohne  Anrechnung  an  die  Anzahl  der 
erfolglosen  Prüfungsversuche  zugesprochen  hat,  statt,  wie  von  der 
Beschwerdeführerin  beantragt,  ihre  Beschwerde  reformatorisch 
gutzuheissen und die Prüfung als bestanden zu werten, ist angesichts der 
ständigen  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  zu 
beanstanden.

Dementsprechend  erübrigt  es  sich,  auf  die  diversen  Rügen  der 
Beschwerdeführerin  bezüglich  allfälliger  Verfahrensmängel  im  Ablauf 
dieses  Prüfungsteils  einzugehen,  und  es  sind  nur  diejenigen  Rügen  zu 
behandeln,  die  behauptete  Bewertungsfehler  zum  Gegenstand  haben, 
d.h.  mittels  derer  eine  konkrete  Unterbewertung  einzelner 
Prüfungsleistungen geltend gemacht wird.

6. 
In  Bezug  auf  den  Prüfungsteil  "Finanzplanung  für  private  Haushalte" 
macht  die  Beschwerdeführerin  eine  Unterbewertung  ihrer 
Prüfungsleistung  bezüglich  der  schriftlichen  Aufgaben  1,  2a,  2b,  4a,  4c 
und 4d sowie der mündlichen Prüfung geltend. Sie macht diesbezüglich 
geltend, die Prüfungskommission habe sich nicht mit ihren substantiierten 
Vorbringen auseinandergesetzt.

Die Prüfungskommission nahm zu den Rügen der Beschwerdeführerin im 
Rahmen  des  vorinstanzlichen  Verfahrens  Stellung.  Sie  äusserte  sich 
allerdings  nicht  zu  allen  Rügen  bzw.  begründete  bei  gewissen 
Teilaufgaben  nicht  in  detaillierter  Weise,  warum  sie  der 
Beschwerdeführerin  die  von  dieser  beantragten  Punkte  vorenthalten 
hatte.  Sie  gewährte  der  Beschwerdeführerin  jedoch  Einsicht  in  die 
Musterlösung der schriftlichen Prüfung. Diese Musterlösung ist damit als 

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Teil  der  Begründung  mit  zu  berücksichtigen  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts B­8009/2010 E. 5).

6.1. Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 
ist  es  nicht  Aufgabe  der  Beschwerdeinstanz,  die  Bewertung  der 
Prüfungsleistungen  eines  Beschwerdeführers  gewissermassen  zu 
wiederholen.  Auf  Rügen  bezüglich  der  Bewertung  von 
Examensleistungen  hat  die  Rechtsmittelbehörde  daher  nur  dann 
detailliert  einzugehen,  wenn  der  Beschwerdeführer  selbst  substantiierte 
und  überzeugende  Anhaltspunkte  dafür  liefert,  dass  das  Ergebnis 
materiell  nicht  vertretbar  ist,  dass  eindeutig  zu  hohe  Anforderungen 
gestellt oder die Prüfungsleistungen offensichtlich unterbewertet wurden. 
Die  entsprechenden  Rügen  müssen  insbesondere  von  objektiven 
Argumenten  und  Beweismitteln  getragen  sein  (vgl.  BVGE  2010/11  E. 
4.3).  Die  Behauptung  allein,  die  eigene  Lösung  sei  richtig  und  die 
Auffassung  der  Prüfungskommission  bzw.  die  Musterlösung  sei  falsch 
oder unvollständig, wird dieser Anforderung nicht gerecht.

Bezüglich  der  Frage,  welches  relative  Gewicht  den  verschiedenen 
Angaben, Überlegungen und Berechnungen zukommt, die zusammen die 
korrekte  und  vollständige  Antwort  auf  eine  bestimmte  Prüfungsfrage 
darstellen,  und  wie  viele  Punkte  in  der  Folge  für  nur  teilweise  richtige 
Antworten  zu  vergeben  sind,  steht  den  Prüfungsexperten  ein  relativ 
grosser  Ermessenspielraum  zu,  der  von  den  Rechtsmittelinstanzen  zu 
respektieren  ist.  Das  Ermessen  der  Prüfungsexperten  ist  jedoch  dann 
eingeschränkt,  wenn  die  Prüfungsorgane  einen  verbindlichen 
Bewertungsraster  vorgegeben  haben,  aus  dem  die  genaue 
Punkteverteilung  pro  Teilantwort  hervorgeht.  Der  Grundsatz  der 
Rechtsgleichheit  beziehungsweise  der  Gleichbehandlung  aller 
Kandidaten  gewährt  in  einem  derartigen  Fall  jedem  Kandidaten  den 
Anspruch darauf, dass auch er diejenigen Punkte erhält, die ihm gemäss 
Bewertungsraster  für  eine  richtige  Teilleistung  zustehen  (vgl.  BVGE 
2008/14 E. 4.3.2).

Die gleichen Grundsätze gelten  für  die Überprüfung der Bewertung von 
Folgefehlern:  Unter  einem  Folgefehler  versteht  man  einen  Fehler  im 
Resultat,  der  sich  einzig  deshalb  ergibt,  weil  an  sich  korrekt,  aber  mit 
einem  falschen  Zwischenresultat  weitergerechnet  worden  ist.  Ob  die 
Prüfungsexperten  einen  derartigen  Fehler  nur  bei  der  Bewertung  der 
Berechnung  des  Zwischenresultats  berücksichtigen,  oder  auch  ­ 
beziehungsweise  in  welchem  Ausmass  ­  bei  der  Berechnung  der 

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weiteren Schritte, hängt davon ab, welche Überlegung oder Berechnung 
von  den  Prüfungsexperten  als  die  wesentliche  Prüfungsleistung  des 
zweiten  Schritts  bewertet  wird.  Da  den  Prüfungsexperten  diesbezüglich 
ein  relativ  weiter  Ermessensspielraum  zusteht,  greift  die 
Rechtsmittelinstanz nur ein, wenn dieser Spielraum rechtsfehlerhaft, d.h. 
willkürlich  oder  rechtsungleich  genutzt  wurde  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts B­2204/2006 E. 8.1).

6.2. Der bezüglich der Frage 1 beantragte  zusätzliche Punkt wurde der 
Beschwerdeführerin  von  der  Prüfungskommission  bereits  im 
vorinstanzlichen Verfahren zugestanden und ist daher nicht mehr strittig.

6.3.  In  Bezug  auf  die  Frage  2  verlangt  die  Beschwerdeführerin  die 
Vergabe weiterer Punkte  für  ihre Antworten auf einzelne Teilfragen. Die 
Lösungen  der  Beschwerdeführerin  zu  den  verschiedenen  Teilaufgaben 
weisen  indessen massive Unterschiede zur Musterlösung auf. Teilweise 
sind  sie  offensichtlich  falsch,  teilweise  fehlen  von  der  Musterlösung 
verlangte Lösungsteile:

6.3.1.  So  sind  die  Berechnung  des  Hypothekarzinses  und  des 
erforderlichen  Einkommens  entgegen  der  Behauptung  der 
Beschwerdeführerin  offensichtlich  falsch,  dennoch  gestand  ihr  die 
Prüfungskommission  im  vorinstanzlichen  Verfahren  für  die  teilweise 
richtige  Berechnungsweise  des  Einkommens  einen  Folgefehlerpunkt  zu 
(Teilaufgabe 2a, Teil 1).

6.3.2. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur Teilaufgabe 2a, Teil 
2,  beziehen  sich  alle  auf  einen  einzigen  Unterschied,  obwohl  drei 
Unterschiede verlangt waren. Die Bewertung entspricht daher dem in der 
Musterlösung vorgesehenen Raster.

6.3.3.  Auch  bezüglich  der  Lösung  der  Teilaufgabe  2b,  Teil  1,  fehlen 
offensichtlich wesentliche, aus der Musterlösung ersichtliche und von den 
Prüfungsexperten  dargelegte  Punkte.  Die  Begründung  der 
Prüfungsexperten,  die  Antwort  der  Beschwerdeführerin  sei  teilweise 
"wenig  substantiell",  ist  nachvollziehbar.  Dass  die  Beschwerdeführerin 
dafür nicht die Maximalpunktzahl erhielt, ist daher nicht zu beanstanden.

6.3.4.  Bezüglich  der  Teilaufgabe  2b,  Teil  2,  erhielt  die 
Beschwerdeführerin  ebenfalls  nachträglich  1.5  Punkte.  Richtig  ist  zwar, 
dass  die  Prüfungskommission  in  ihren  Stellungnahmen  nicht  weiter  auf 
die Rügen der Beschwerdeführerin einging. Ein Vergleich der Lösung der 

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Beschwerdeführerin  mit  der  Musterlösung  zeigt  indessen,  dass  die 
meisten  ihrer  Antworten  falsch  sind,  weil  sie  (aufgrund  ihrer  vorherigen 
falschen  Berechnungen)  von  einer  unzutreffenden  Dauer  der 
Amortisationszeit  ausging.  Offensichtlich  falsch  ist  auch  die  vierte 
Antwort,  da  ein  Vorbezug  für  den  Erwerb  einer  Zweitwohnung  nicht 
möglich  ist  (vgl.  Art.  4  Abs.  1  der  Verordnung  über  die 
Wohneigentumsförderung  mit  Mitteln  der  beruflichen  Vorsorge  [WEFV, 
SR 831.411]). Die fünfte Antwort hat keinen ersichtlichen Zusammenhang 
mit der Fragestellung. Die Bewertung der Teilaufgabe  ist daher nicht zu 
beanstanden.

6.4. Auch bezüglich der Aufgabe 4  liegen augenfällige Unterschiede zur 
Musterlösung vor:

6.4.1.  Die  Begründung  der  Prüfungskommission,  warum  die  Lösungen 
der  Beschwerdeführerin  bezüglich  der  Teilaufgaben  a  und  b  teilweise 
falsch  sind,  ist  nachvollziehbar.  Die  Beschwerdeführerin  selbst  begeht 
einen offensichtlichen Denkfehler, wenn sie nicht berücksichtigt, dass der 
heute  23­jährige  Sohn  zu  Beginn  der  dritten  Phase  25­jährig  sein wird. 
Der Punkteabzug wegen Folgefehlern  liegt, wie dargelegt,  im Ermessen 
der  Prüfungsexperten.  Anhaltspunkte  für  einen  Ermessensfehler  sind 
vorliegend nicht dargetan.

6.4.2. Bezüglich  der  Teilfragen  4c  und  4d  hat  die  Prüfungskommission 
der Beschwerdeführerin je einen zusätzlichen Punkt zugestanden und im 
Übrigen nachvollziehbar dargelegt, inwiefern ihre Lösungen unvollständig 
sind.  Das  Lösungsblatt  enthält  zwar  bezüglich  der  Teilfrage  4d  einen 
handschriftlichen  Hinweis  der  Beschwerdeführerin  auf  eine  Beilage, 
welche  sich  nicht  in  den  Prüfungsunterlagen  befindet.  Da  die 
Beschwerdeführerin  indessen  selbst  gar  nicht  konkret  behauptet,  diese 
Beilage  hätte  die  gemäss  Musterlösung  fehlenden  Lösungsteile 
enthalten,  und  sie  gemäss  dem  vorinstanzlichen  Beschwerdeentscheid 
ohnehin  bereits  berechtigt  ist,  diesen  Prüfungsteil  zu  wiederholen, 
braucht nicht weiter auf die Frage eingegangen zu werden, wer in diesem 
Fall die Beweislast bezüglich des fehlenden Lösungsblattes trägt.

6.5.  Auch  in  Bezug  auf  die  mündliche  Prüfung  rügt  die 
Beschwerdeführerin eine Unterbewertung ihrer Leistung.

6.5.1. Unbestritten  ist,  dass  kein  eigentliches  Protokoll  vorliegt,  das  die 
gestellten  Fragen  und  Antworten  im  Einzelnen  darlegen  und  damit  ihre 

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Prüfungsleistung  derart  umfassend  nachweisen  würde,  dass  die 
Bewertung nachträglich überprüft werden könnte.

Wie  das  Bundesverwaltungsgericht  bereits  in  seinem  Urteil  zum  ersten 
Verfahren  der  Beschwerdeführerin  festgehalten  hat,  sind  die  "Notizen", 
welche die Prüfungsexperten der mündlichen Prüfung im Einklang mit der 
Prüfungsordnung  erstellt  haben  (vgl.  Ziff.  4.43  Prüfungsordnung),  als 
deren  persönliche  Aufzeichnungen  zu  verstehen,  die  ihnen  als 
Gedankenstütze zur Vorbereitung des Prüfungsentscheides dienen, aber 
nicht der Akteneinsicht unterliegen und keinen Beweischarakter besitzen 
(vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­6604/2010  vom  29.  Juni 
2011 E. 5.3 ff). Diese "Notizen" können daher nicht für den Nachweis der 
von  der  Beschwerdeführerin  behaupteten  Unterbewertung  ihrer 
Prüfungsleistung herangezogen werden.

Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, sie habe ihren mündlichen 
Vortrag  mit  Hilfe  von  eigens  erstellten  Folien  und  Notizen  gehalten. 
Aufgrund dieser Unterlagen könne sie zumindest einen Teil  ihres an der 
mündlichen  Prüfung  tatsächlich  präsentierten  Wissens  belegen.  Sie 
macht indessen selbst nicht geltend, dass die von ihr angeführten Notizen 
die  mündliche  Prüfung  derart  vollständig  abdecken  würden,  dass  sie 
nachweisen  könnte,  welche  Fragen  gestellt  wurden  und  welche 
Antworten sie dazu gab.

Bezüglich  gewisser  Fragen  der  mündlichen  Prüfung  legt  sie  in  ihren 
Rechtsschriften  im Einzelnen  dar, welche Antworten  sie  gegeben  habe. 
Wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  darlegt,  handelt  es  sich  bei  diesen 
ergänzenden  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  indessen  lediglich  um 
Parteivorbringen,  welche  die  erbrachte  Prüfungsleistung  ebenfalls  nicht 
belegen können.

6.5.2.  Die  Beweislast  dafür,  dass  ihre  Leistung  unterbewertet  wurde, 
obliegt  der  Beschwerdeführerin.  Kann  ihre  Prüfungsleistung  nicht 
genügend  dargelegt  werden,  als  dass  überprüft  werden  könnte,  ob  die 
Bewertung nachvollziehbar  ist oder nicht, so kann sie den Nachweis  für 
eine Unterbewertung nicht  erbringen und eine Höherbewertung  ist  nicht 
möglich.

Richtig  ist  zwar,  dass  nicht  die  Beschwerdeführerin,  sondern  die 
Prüfungskommission die Verantwortung dafür  trägt, dass der Ablauf der 
mündlichen  Prüfung  im Rechtsmittelverfahren  nachvollziehbar  dargelegt 

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wird. Tut sie das nicht, so  liegt darin ein Verfahrensmangel, welcher der 
Beschwerdeführerin  Anspruch  auf  eine  kostenlose  Wiederholung  des 
betreffenden  Prüfungsteils  gibt  (vgl.  das  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  B­6604/2010  vom  29.  Juni  2011  E.  6  f). 
Diesen  Anspruch  hat  ihr  die  Vorinstanz  indessen  bereits  zuerkannt, 
weshalb  darauf  nicht  weiter  einzugehen  ist.  Einen  Anspruch  auf 
Höherbewertung ihrer Leistung kann die Beschwerdeführerin daraus nicht 
ableiten (vgl. E. 5.1).

7. 
Auch in Bezug auf den Prüfungsteil "Themen der Finanzplanung" wirft die 
Beschwerdeführerin der Prüfungskommission Verfahrensfehler vor.

7.1.  Unklar  ist,  ob  die  Beschwerdeführerin  ihren  allgemein  gehaltenen 
Vorwurf,  die  Prüfungskommission  bzw.  einzelne  Mitglieder  der 
Prüfungskommission  seien  ihr  gegenüber  voreingenommen  oder 
befangen gewesen, auch in Bezug auf diesen Prüfungsteil erhebt.

Der  Prüfungsteil  "Themen  der  Finanzplanung"  besteht  ausschliesslich 
aus  einer  Online­Prüfung.  Wie  sich  eine  allfällige  Voreingenommenheit 
von  einzelnen  Prüfungsexperten  unter  diesen  Umständen  auf  die 
Bewertung auswirken könnte, hat die Beschwerdeführerin nicht dargetan 
und ist für das Bundesverwaltungsgericht auch nicht ersichtlich.

7.2. Die Beschwerdeführerin  rügt weiter, sie sei nicht vorgängig darüber 
informiert  worden,  dass  falsche  Antworten  bei  gewissen  Fragen  zu 
Minuspunkten  führen  könnten.  Der  Abzug  von  Punkten  sei  daher 
unzulässig und die abgezogenen Punkte seien ihr zuzugestehen.

Demgegenüber  hält  die  Vorinstanz  fest,  dass  allgemein  anerkannt  ist, 
dass bei Multiple Choice­Aufgaben Minuspunkte erteilt würden, um dem 
Raten entgegen zu wirken. Es liege im Ermessen der Erstinstanz, falsche 
Antworten mit Minuspunkten zu bewerten.

7.2.1. Multiple­Choice­Prüfungen  sind  von  ihrer Natur  her  anfällig  dafür, 
dass Kandidaten nur durch zufälliges Auswählen mehr richtige Antworten 
markieren  können,  als  es  ihrem  effektiven  Wissen  entspricht.  Dies  gilt 
insbesondere  für  Multiple­Choice­Fragen,  bei  denen  nur  sehr  wenige 
Optionen,  beispielsweise  nur  "richtig"  oder  "falsch"  angekreuzt  werden 
können. Aus diesem Grund  ist  es allgemein üblich, bei Multiple­Choice­
Prüfungen eine Bewertungsmethode zu wählen, die diese Besonderheit, 
insbesondere die Wahrscheinlichkeit von Zufallstreffern, ausgleicht.

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Die Prüfungsordnung äussert sich nicht dazu, nach welcher Methode die 
Multiple­Choice­Prüfung im vorliegenden Fall zu bewerten war. Die Wahl 
einer  sachgerechten  Bewertungsmethode  lag  daher  grundsätzlich  im 
Ermessen  der  Prüfungskommission.  Die  im  vorliegenden  Fall  gewählte 
Methode der Bewertung von falschen Antworten mit Minuspunkten gilt als 
übliche  und  sachgerechte  Bewertungsmethode  für  Multiple­Choice­
Prüfungen und ist daher nicht zu beanstanden.

Die  Beschwerdeführerin  macht  zu  Recht  nicht  geltend,  die 
Prüfungsordnung  sehe  vor,  dass  die  Prüfungskommission  den 
Kandidaten  die  gewählte  Bewertungsmethode  vorgängig  bekannt  zu 
geben habe. Sie hat auch nicht behauptet, von der Prüfungskommission 
vorgängig irreführende Informationen zu dieser Frage erhalten zu haben. 
Wie  dargelegt,  ist  es  üblich,  bei  Multiple­Choice­Prüfungen  eine 
Bewertungsmethode  zu  wählen,  welche  die  Wahrscheinlichkeit  von 
Zufallstreffern, ausgleicht. Mit einer derartigen Bewertungsmethode muss 
ein  Kandidat  daher  grundsätzlich  immer  rechnen,  sofern  keine  andere 
konkrete Bewertungsmethode angekündigt wurde.

Unter diesen Umständen ist nicht ersichtlich, inwiefern im Umstand, dass 
die Prüfungskommission den Kandidaten nicht vorgängig mitgeteilt hatte, 
dass  sie  falsche  Antworten  bei  der  Multiple­Choice­Prüfung  mit 
Minuspunkten bewerten werde, ein relevanter Verfahrensfehler vorliegen 
sollte.

7.3.  Die  Beschwerdeführerin  rügt  weiter,  die  Frage  19  sei  unklar  und 
unpräzis formuliert gewesen.

Dieser  Auffassung  kann  nicht  gefolgt  werden.  Die  Fragestellung 
verwendet  die  Formulierungen  "…Maximalleistungen  der 
schweizerischen Sozialversicherungen" und "Wie hoch beläuft sich dieser 
gesamte  Anspruch  pro  Monat?"  Auch  enthält  sie  eine  Angabe  zum 
Freizügigkeitskonto  der  zweiten  Säule.  Die  Frage  war  daher  weder 
unpräzis noch zweideutig  in dem Sinn, dass die Beschwerdeführerin mit 
Grund  hätte  annehmen  dürfen,  die  richtige  Antwort  bestehe  lediglich  in 
der Angabe der Maximalleistung der Unfallversicherung.

Auch  die  Ausführungen  der  Beschwerdeführerin  bezüglich  der  zur 
Verfügung  stehenden  Zeit  und  der  daraus  zu  ziehenden Schlüsse  über 
den Aufwand, der für diese Aufgabe zu erwarten gewesen sei, sind nicht 
stichhaltig:  Selbst  wenn  für  diese  Aufgabe  nur  2.5 Minuten  vorgesehen 

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waren, wäre das offensichtlich zu viel Zeit für eine einfache Wissensfrage 
ohne zusätzliche Berechnungen gewesen.

8. 
Insgesamt  erweist  sich  die  Beschwerde  somit  als  unbegründet  und  ist 
abzuweisen.

9. 
Bei  diesem  Verfahrensausgang  gilt  die  Beschwerdeführerin  als 
unterliegende  Partei,  weshalb  sie  die  Verfahrenskosten  zu  tragen  hat 
(Art. 63 Abs. 1 VwVG).

10. 
Eine  Parteientschädigung  wird  nicht  zugesprochen  (Art.  64  Abs.  1 
VwVG).

11. 
Dieser  Entscheid  kann  nicht  mit  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen 
Angelegenheiten  an  das  Bundesgericht  weitergezogen  werden  (Art.  83 
Bst.  t  des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht 
[Bundesgerichtsgesetz, BGG, SR 173.110]). Er ist endgültig.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von CHF  1'000.­  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von  CHF 
1'000.­ verrechnet.

3. 
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. 
Dieses Urteil geht an:

– die Beschwerdeführerin (Einschreiben; Beschwerdebeilagen)
– die Vorinstanz (Ref­Nr. 122/trp; Einschreiben; Akten zurück)

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– die Erstinstanz (Einschreiben; Akten zurück)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Eva Schneeberger Myriam Senn

Versand: 14. Februar 2012