# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8b62400b-e1fe-5236-a03c-7d1247b8209f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-06-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 04.06.2019 SB170415
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB170415_2019-06-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB170415-O/U/ad 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichterinnen lic. iur. 

Wasser-Keller und lic. iur. Bertschi sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw Höchli 

 

Urteil vom 4. Juni 2019 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigte, Erstberufungsklägerin, Berufungsbeklagte und 

Anschlussberufungsbeklagte 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ 

verteidigt durch Fürsprecher Dr. iur. X2._____ 

 

gegen 

 

1. (Kunde Nr. 1), 
Privatklägerin, Zweitberufungsklägerin und Berufungsbeklagte 

2. - 3. … 

4. (Kunde Nr. 6), 
5. (Kunde Nr. 7), 
6. (Kunde Nr. 8), 
7. - 14. … 

-   2   - 

15. (Kunde Nr. 21), 
16. - 20. …  

Privatkläger 

 

1 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____ 

4, 5, 6, 15 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____ 

 

sowie 

 

Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. Pellegrini,  

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend mehrfache qualifizierte Veruntreuung etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 
23. August 2017 (DG160301) 

 

-   3   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 26. 

September 2016 (Urk. 00000073 ff., Ordner 0) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig 

- der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, 

- der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB, 

- der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 

Ziff. 1 Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 138 Ziff. 2 StGB. 

2. Die Beschuldigte A._____ wird vom Vorwurf der mehrfachen ungetreuen 

Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Bezug auf 

die Anklageziffer 1.2.B.1. freigesprochen. 

3. Die Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 1 Tag durch Haft erstanden ist. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 20 Monaten 

aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (10 

Monate, abzüglich 1 Tag, der durch Untersuchungshaft erstanden ist) wird 

die Freiheitsstrafe vollzogen. 

5. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin 1 (Kunde Nr. 1) wird 

abgewiesen. 

6. Die Beschuldigte wird gemäss ihrer Anerkennung verpflichtet, den folgenden 

Privatklägern Schadenersatz in nachfolgender Höhe zu bezahlen: 

− Privatklägerin 2 (Kunde Nr. 3), TRY 10'574'200; 
− Privatkläger 9 und 10 (Kunde Nr. 14), TRY 198'900 und CAD 8'900; 

-   4   - 

− Privatklägerin 11 (Kunde Nr. 15), TRY 709'001.78; 
− Privatklägerin 12 (Kunde Nr. 18), TRY 1'448'300; 
− Privatkläger 15 (Kunde Nr. 21), TRY 5'521'500; 
− Privatkläger 18 (Kunde Nr. 24),TRY 5'841'775.79 und 

USD 1'495'601.70; 
− Privatkläger 19 (Kunde Nr. 25), TRY 4'099'650; 
− Privatkläger 20 (Kunde Nr. 28), TRY 616'550. 

Im allfälligen Mehrbetrag werden die Schadenersatzbegehren auf den 

Zivilweg verwiesen. 

7. Es wird festgestellt, dass die Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 13 

(Kunde Nr. 19) aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach 

schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfangs der 

Schadenersatzansprüche wird die Privatklägerin 13 (Kunde Nr. 19) auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

8. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 14 (Kunde Nr. 20) wird 

abgewiesen. 

9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 6. Juli 

2015 angeordnete Sperre der Freizügigkeitskonten Nr. 1 und Nr. 2 bei der 

B._____ AG, lautend auf die Beschuldigte, wird nach Eintritt der Rechtskraft 

aufgehoben. 

10. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 20'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

CHF 120'000.–   Gebühr Anklagebehörde 

CHF 1'043.75   Auslagen Untersuchung 
 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

11. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden der 

Beschuldigten auferlegt. 

-   5   - 

12. Auf die Anträge der folgenden Privatkläger betreffend 

Prozessentschädigung wird nicht eingetreten: 

− Privatkläger 4 (Kunde Nr. 6); 
− Privatklägerin 5 (Kunde Nr. 7); 
− Privatkläger 6 (Kunde Nr. 8); 
− Privatklägerin 12 (Kunde Nr. 18); 
− Privatkläger 15 (Kunde Nr. 21). 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung: 

(Urk. 254 S. 3 f.; Urk. 262 S. 29, sinngemäss) 

Unter vollständiger Ersetzung der Ziff. 1, 3, 4, 6, 7 und 11 des Erkenntnisses 

im Dispositiv des Urteils des Bezirksgerichtes Zürich vom 23. August 2017 

und der zugehörigen Erwägungen sei 

1. auf die Straf- und Zivilklagen der Privatklägerin Nr. 2 (Kunde Nr. 3, 

C._____ Ltd.) und der Privatklägerin Nr. 12 (D._____ Ltd., Kunde Nr. 

18) sowie auf die Strafklage der Privatklägerin 14 (E._____ Ltd., Kunde 

Nr. 20) nicht einzutreten und diese seien aus dem Verfahren zu 

weisen. 

2. Auf die Anklage sei in den Anklagepunkten 1.2 und 1.3 nicht 

einzutreten. 

3. Die Beschuldigte sei vom Vorwurf der mehrfachen qualifizierten 

Veruntreuung von Vermögenswerten im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 

Abs. 2, Ziff. 2 StGB in Anklagepunkt 1.4 freizusprechen. 

eventualiter 

 Die Beschuldigte sei überdies auch vom Vorwurf der mehrfachen 

ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB im 

Anklagepunkt 1.2 und vom Vorwurf der mehrfachen 

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Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 Abs. 2 StGB im 

Anklagepunkt 1.3 freizusprechen. 

4. Die Zivilklagen der Privatkläger 2, 9 - 11, 12, 13, 15, 18, 19 und 20 

seien abzuweisen. 

5. Die Kosten des gesamten Strafverfahrens, einschliesslich des 

Berufungsverfahrens, seien auf die Staatskasse zu nehmen, soweit 

diese nicht den Privatklägern aufzuerlegen sind. 

6. Es sei der Beschuldigten eine Entschädigung für die Wahrnehmung 

ihrer Verteidigungsrechte auf Grundlage der heute eingereichten 

Honorarnoten zzgl. des Zeitaufwands für den Tag der 

Berufungsverhandlung sowie ihrer Auslagen gemäss den heute 

eingereichten Belegen zuzusprechen. 

7. Die für die Beschuldigte eingezahlte Sicherheitsleistung von 

Fr. 70'000.– sei freizugeben. 

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich:  

(Urk. 253 S. 1) 

1. Die Anschlussberufung der Anklägerin und Berufungsbeklagten vom 

28. November 2017 sei gutzuheissen und die Beschuldigte sei in 

Abänderung der Dispositivziffern 3 und 4 des Urteils des 

Bezirksgerichtes Zürich vom 23. August 2017 mit einer Freiheitsstrafe 

von 42 Monaten zu bestrafen, welche zu vollziehen sei. 

2. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen und die 

Berufung der Beschuldigten abzuweisen. 

c) Des Vertreters der Privatkläger 4, 5, 6, 15: 

(Prot. II S. 28, sinngemäss) 

 Abweisung der Berufung der Beschuldigten. 

-   7   - 

____________________________ 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Gegenstand des Berufungsverfahrens 

Mit Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 23. August 2017 wurde 

die Beschuldigte der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB, der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von 

Art. 251 Ziff. 1 StGB und der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung im Sinne 

von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 138 Ziff. 2 StGB schuldig 

gesprochen. Vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von 

Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Bezug auf die Anklageziffer 1.2.B.1. wurde sie 

freigesprochen. Sie wurde bestraft mit einer Freiheitstrafe von 30 Monaten. Der 

Vollzug der Freiheitsstrafe wurde im Umfang von 20 Monaten aufgeschoben und 

die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt, im Übrigen wurde die Freiheitsstrafe 

vollzogen. Es wurde über die Zivilansprüche der Privatklägerschaft entschieden 

und die Kontosperren der auf die Beschuldigte lautenden Freizügigkeitskonten 

wurden aufgehoben. 

Gegen das Urteil haben die Beschuldigte mit Eingabe vom 24. August 2017 

(Urk. 210) und der Privatkläger 1 mit Eingabe vom 28. August 2017 (Urk. 211) 

fristgerecht Berufung angemeldet. Die entsprechenden Berufungserklärungen 

wurden ebenfalls innert Frist erstattet. Der Privatkläger 1 beantragte, Dispositiv 

Ziffer 2 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben und die Beschuldigte der 

mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig zu sprechen (Urk. 219). 

Die Beschuldigte beantragte vollumfänglichen Freispruch und Verweisung der 

Privatkläger auf den Zivilweg (Urk. 221). 

Innert der mit Präsidialverfügung vom 17. November 2017 (Urk. 223) angesetzten 

Frist hat die Staatsanwaltschaft Anschlussberufung erhoben (Urk. 226). Sie 

beantragte die Bestrafung der Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 42 

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Monaten. Seitens der Privatklägerschaft wurde keine Anschlussberufung 

erhoben. 

Mit Eingabe vom 24. August 2018 hat der Privatkläger 1 seine Berufung 

zurückgezogen (Urk. 232). Vom Rückzug der Berufung des Privatklägers 1 ist 

Vormerk zu nehmen. Infolge dieses Berufungsrückzuges ist der Freispruch der 

Beschuldigten in Bezug auf Anklageziffer 1.2.B.1. sowie die Abweisung des 

Schadenersatzbegehrens in Rechtskraft erwachsen. Der vom Privatkläger 1 mit 

der Berufungserklärung gestellte Beweisantrag auf Einvernahme von F._____ als 

Zeuge/Auskunftsperson ist aufgrund des Berufungsrückzuges gegenstandslos 

geworden. 

Demzufolge ist vorweg festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil betreffend 

Dispositiv-Ziffern 2 (Freispruch betreffend Anklageziffer 1.2.B.1), 5 

(Schadenersatzbegehren Privatklägerin 1), 8 (Genugtuungsbegehren 

Privatklägerin 14), 

9 (Aufhebung Kontosperren), 10 (Kostenfestsetzung) und 12 (Nichteintreten auf 

Anträge betr. Prozessentschädigung Privatkläger 4,5,6,12 und 15) in Rechtskraft 

erwachsen ist. 

2. Berufungsverhandlung und Urteilsberatung 

Die Beschuldigte liess für die Berufungsverhandlung einen Antrag auf freies 

Geleit stellen (Urk. 221 S. 3). Diesem Antrag wurde mit Präsidialverfügung vom 

17. September 2018 stattgegeben (Urk. 237). Zur Berufungsverhandlung vom 

5. April 2019 erschienen die Beschuldigte persönlich in Begleitung ihrer beiden 

Verteidiger, zwei Vertreter der Staatsanwaltschaft, der Revisor G._____ sowie der 

Rechtsvertreter der Privatkläger 4, 5, 6 und 15. Nach Durchführung der 

Berufungsverhandlung haben die Parteien auf mündliche Urteilseröffnung 

verzichtet (Prot. II S. 58). Ein erster Teil der Urteilsberatung erfolgte am 9. April 

2019, die abschliessende Beratung und Urteilsfällung unter heutigem Datum 

(Prot. II S. 59 f.). 

3. Beweisanträge 

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Mit Eingabe vom 27. März 2019 liess die Beschuldigte die Beweisanträge stellen, 

es seien die Urteile und die Akten inklusive der Parteieingaben der Verfahren am 

Handelsgericht des Kantons Zürich beizuziehen und zu den Akten des 

Strafverfahrens zu nehmen (Urk. 248), welche von den Privatklägern 9/10, 11, 14 

und 15 gegen die H._____ SA geführt worden seien (Urk. 248). Zur Begründung 

dieser Beweisanträge liess die Beschuldigte geltend machen, es sei keinem 

Kunden gelungen, einen Anspruch gegen die H._____ SA rechtskräftig 

zugesprochen zu bekommen. Für die Abklärung der materiellen Wahrheit sei es 

relevant, mit welchen Beweismitteln und in welchem Umfang die Kunden und die 

Bank angebliche Schäden geltend gemacht, bzw. abgewehrt hätten (Urk 248 S. 

4). Die Beweisanträge wurden im Rahmen der Berufungsverhandlung durch die 

Verteidigung nicht weiter begründet.  

Im vorliegenden Strafverfahren ist einzig zu beurteilen, ob sich die gegenüber der 

Beschuldigten erhobenen Anklagevorwürfe erstellen lassen. Es ist nicht 

erkennbar, inwiefern die Frage, ob die Geschädigten Schadenersatzansprüche im 

Zivilverfahren gegen die H._____ durchsetzen konnten, für die 

Sachverhaltserstellung im vorliegenden Strafverfahren wegleitend sein soll. Die 

Beweisanträge der Beschuldigten sind abzuweisen. 

4. Nichteintretensantrag betreffend Anklagepunkte 1.2. und 1.3. 

Die Beschuldigte liess in der Berufungsverhandlung beantragen, auf die Anklage 

sei in den Anklagepunkten 1.2. und 1.3. nicht einzutreten (Urk. 254 S. 3). Zur 

Begründung ihres Nichteintretensantrages machte sie geltend, das 

Anklageprinzip sei bezüglich dieser Anklagepunkte verletzt.  

Betreffend die Vornahme von Fremdwährungsoptionsgeschäften liess sie geltend 

machen, der Vorwurf, sie habe ohne Zustimmung des Kunden Geschäfte 

ausgeführt, sei noch klar nachvollziehbar, dagegen nicht die Alternativvorwürfe, 

wonach sie die Geschäfte unter falschen und/oder unvollständigen und/oder 

irreführenden Angaben vorgenommen habe (Urk. 254 S. 10). Dem Einwand der 

Verteidigung ist nicht zu folgen. Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass in 1.2.A 2. 

der Anklageschrift festgehalten wird, die Beschuldigte habe zumindest gegenüber 

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einem Teil der betroffenen Kunden die vorhandenen Verlustrisiken untertrieben, 

indem sie vorgegeben habe, Fremdwährungsoptionsgeschäfte seien überhaupt 

nicht mit Risiken behaftet oder sie hätte diese stets unter Kontrolle und der Kunde 

müsse sich keine Sorgen machen oder indem sie die Risiken ganz verschwiegen 

habe. Damit ist der Alternativvorwurf hinreichend umschrieben. Die fundierten und 

detaillierten Ausführungen der Verteidigung zeigen denn auch in optima forma, 

dass für die Beschuldigte klar erkennbar war, was ihr vorgeworfen wurde und sie 

sich ohne weiteres gegen die Vorwürfe verteidigen konnte. Betreffend 

Anklagepunkt 1.3. liess die Beschuldigte ebenfalls geltend machen, in der 

Anklage werde nicht genau beschrieben, was an den Konto- und 

Depotaufstellungen genau falsch gewesen sein soll. Es sei nicht Aufgabe der 

Verteidigung darüber zu mutmassen, welche Angaben auf welchen Papieren 

unzutreffend seien, vielmehr sei es Aufgabe der Staatsanwaltschaft, in der 

Anklage darzulegen, welche Zahl, bzw. welcher Eintrag auf welchem Aktenstück 

falsch sei (Urk. 254 S. 49 f.). Auch diesem Einwand der Verteidigung ist nicht zu 

folgen. In der Einleitung wird in der Anklageschrift festgehalten, die Beschuldigte 

habe einem Teil der betroffenen Kunden wiederholt gefälschte Konto- bzw. 

Depotaufstellungen überlassen, auf denen namentlich die unautorisierten 

Transaktionen nicht wiedergegeben gewesen seien (Anklageschrift S. 3 Absatz 

3). In Anklageziffer 1.3. wird erneut ausgeführt, auf den von der Beschuldigten 

erstellten Konto- und Depotaufstellungen seien nicht alle von ihr getätigten 

Transaktionen respektive Positionen (insbesondere 

Fremdwährungsoptionsgeschäfte) wiedergegeben worden. Zudem werden die 

entsprechenden Vermögensausweise je Kunde in der Anklage aufgeführt mit 

entsprechender Fundstelle in den Akten (Anklage S. 9 f.). Was am Anklagevorhalt 

Ziffer 1.3. unklar sein soll, ist nicht nachvollziehbar. Entsprechend konnte die 

Beschuldigte sich denn auch in diesem Anklagepunkt fundiert und ausführlich 

verteidigen lassen. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Anklageprinzip betreffend alle 

Anklagepunkte gewahrt ist und der entsprechende Nichteintretensantrag der 

Verteidigung abzuweisen ist. 

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5. Antrag auf Nichteintreten auf die Straf- und Zivilklagen der Kunden Nr. 3 

(C._____ Ltd), Nr. 18 (D._____ Ltd.) und Nr. 20 (E._____)  

Die Verteidigung machte geltend, die Kunden Nr. 3, 18 und 20 seien von der 

Staatsanwaltschaft fälschlicherweise als Privatkläger aufgeführt worden, denn es 

fehle an einer gültigen Konstituierung als Privatklägerschaft (Urk. S. 7 f.). Zur 

Begründung führte sie aus, betreffend diese Gesellschaften sei die 

Konstituierungserklärung von den wirtschaftlich Berechtigten unterzeichnet 

worden, nicht von den für die Gesellschaft vertretungsberechtigten Personen. 

Da ausschliesslich Offizialdelikte angeklagt wurden, ist die Frage einer gültigen 

Konstituierung als Privatklägerschaft für die Beurteilung des strafrechtlichen 

Aspektes ohne Belang, weshalb der Antrag der Beschuldigen auf Nichteintreten 

auf die Strafklage der Kunden Nr. 3, 18 und 20 ins Leere stösst.  

Der Nichteintretensantrag betreffend die Zivilklage ist betreffend die Kunden Nr. 3 

und Nr. 18 im Zusammenhang mit der adhäsionsweisen Geltendmachung von 

Zivilansprüchen zu prüfen. Betreffend den Kunden Nr. 20 wurde der geltend 

gemachte Zivilanspruch (Genugtuungsbegehren) von der Vorinstanz rechtskräftig 

abgewiesen (Dispositiv-Ziffer 8), weshalb sich weitere Ausführungen zur Frage 

der Konstituierung als Privatklägerschaft zum vornherein erübrigen.  

Es ist ferner darauf hinzuweisen, dass die Frage, ob auf die Zivilforderung 

einzutreten ist, namentlich davon abhängt, ob die Vertretungsmacht der 

antragstellenden Person gegeben ist und die Aktivlegitimation zu bejahen ist. 

Diese Fragen sind unabhängig davon zu prüfen, ob die erwähnten Kunden im 

bisherigen Verfahren als Privatkläger zugelassen wurden. An dieser Stelle ist 

denn auch festzuhalten, dass den Kunden Nr. 3, 18 und 20 während der ganzen 

Dauer des bisherigen Verfahrens vom Vorverfahren bis und mit 

Berufungsverhandlung die Stellung als Privatklägerschaft eingeräumt war, sie 

entsprechend Parteirechte ausüben konnten und auch ausübten. Daran würde 

auch eine nachträgliche Feststellung im Berufungsverfahren, wonach die 

betreffenden Personen nicht als Privatkläger hätten zugelassen werden dürfen, 

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nichts ändern. Den Vorbringen der Verteidigung ist jedoch betreffend die Kunden 

Nr. 3 und Nr. 18 aus anderen Gründen nicht zu folgen: 

Betreffend den Kunden Nr. 18 hatten I._____, J._____ und K._____ je 

Alleinzeichnungsberechtigung mit Bezug auf die Geschäftsverbindung mit der 

H._____ (Ordner 1 01300013). Alle drei Personen unterzeichneten im 

vorliegenden Verfahren je eine Vollmacht an Rechtsanwalt Z._____ (Ordner 1 

01300005-7). Rechtsanwalt Z._____ leitete denn auch das von J._____ und 

I._____ unterzeichnete Formular betreffend Konstituierung als Privatklägerschaft 

an die Staatsanwaltschaft weiter und bestätigte, dass Frau und Herr I._____, 

J._____ sich durch ihn am Verfahren beteiligen und Rechte als Privatklägerschaft 

ausüben wollen (Ordner 130 10300011-15). Diese Erklärung von Rechtsanwalt 

Z._____ zeigt, dass der Rechtsvertreter betreffend die Konstituierungserklärung 

zwischen den wirtschaftlich berechtigten natürlichen Personen und der 

Gesellschaft nicht unterschied. Zudem war er auch von K._____, der Direktorin 

der D._____ Ltd (Ordner 1 01300011), mandatiert. Vor diesem Hintergrund ist 

nicht zu beanstanden, dass die Staatsanwaltschaft die D._____ Ltd. als 

Privatklägerin führte. Dem Vorbringen der Verteidigung bezüglich fehlender 

Konstituierung des Kunden Nr. 18 als Privatkläger ist daher nicht zu folgen.  

Der Kunde Nr. 3 (C._____ Ltd.) wurde vor Vorinstanz vertreten durch 

Rechtsanwalt X3._____, welcher sich mit einer Vollmacht für die C._____ Ltd. 

auswies (Urk. 195). Mit Schreiben vom 16. Juli 2015 an die C._____ Ltd. c/o 

Rechtsanwalt X3._____ hatte die Staatsanwaltschaft L._____ zu einem 

schriftlichen Bericht betreffend die Delikte eingeladen und ihm verschiedene 

Fragen unterbreitet. Sie schrieb darin "Gemäss unseren bisherigen Erkenntnissen 

liessen Sie (gemeint ist jeweils auch die durch Sie vertretene juristische Person) 

in der genannten Zeit Vermögenswerte bei den genannten Banken durch A._____ 

betreuen. Wenn Sie durch eine Straftat im Zusammenhang mit dieser 

Vermögensbetreuung geschädigt wurden, haben sie das Recht, dies bei der 

Staatsanwaltschaft anzuzeigen und als Privatkläger am Verfahren teilzunehmen." 

(Ordner 126 09900001). Dem Schreiben wurde ein Formular "Geltendmachung 

von Rechten als Privatklägerschaft" beigelegt. Die Erklärung betreffend 

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Konstituierung als Privatkläger wurde von Rechtsanwalt X3._____ unterzeichnet 

und bezog sich auf die C._____ Ltd. (Ordner 126 0900015). Diese Erklärung 

wurde vom Rechtsvertreter mit Schreiben vom 28. August 2015 eingereicht, in 

welchem auch die von der Staatsanwaltschaft an L'._____ Ince gerichteten 

Fragen zu den Delikten beantwortet wurden (Ordner 126 09900011 ff.). Dieser 

Ablauf zeigt deutlich, dass weder seitens der Staatsanwaltschaft noch seitens des 

Rechtsvertreters zwischen der juristischen Person und dem wirtschaftlich 

Berechtigten klar unterschieden wurde. Vor diesem Hintergrund ist nicht zu 

beanstanden, dass die C._____ Ltd. von der Staatsanwaltschaft als 

Privatklägerschaft aufgenommen wurde und Parteirechte ausüben konnte. 

6. Verwertbarkeit der Einvernahmen der wirtschaftlich Berechtigten als 

Auskunftsperson 

Ob eine gültige Konstituierung als Privatklägerschaft vorliegt, kann eine Rolle 

spielen bezüglich der Form, in welcher die wirtschaftlich berechtigte Person in der 

Untersuchung einzuvernehmen war. Während die Privatklägerschaft als 

Auskunftsperson einzuvernehmen ist (Art. 178 Abs. 1 lit a StPO), ist der 

Geschädigte, der sich nicht als Privatkläger konstituiert hat, als Zeuge 

einzuvernehmen (Art. 162 StPO). 

Betreffend die Kunden Nr. 3 und Nr. 20 erfolgte keine Einvernahme der 

wirtschaftlich berechtigten Person. Dagegen wurde betreffend die Kunden Nr. 18 

(D._____ Ltd.) und Nr. 19 (L._____ Ltd) die wirtschaftlich berechtigte Person 

einvernommen (Kunde Nr. 18 I._____ und Kunde Nr. 19 M._____). Die 

Verteidigung moniert, diese Personen hätten als Zeugen einvernommen werden 

müssen, ihre Aussagen als Auskunftsperson seien gestützt auf Art. 141 Abs. 2 

StPO nicht verwertbar (Urk. 254 S. 28 und S. 31). 

Gemäss Art. 118 Abs. 1 StPO gilt als Privatklägerschaft die geschädigte Person, 

die ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilkläger zu 

beteiligen. Als geschädigte Person gilt die Person, die durch die Straftat in ihren 

Rechten unmittelbar verletzt worden ist (Art. 115 Abs. 1 StPO). Bloss mittelbar 

verletzt sind die Gesellschafter oder der wirtschaftlich Berechtigte, der unmittelbar 

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verletzten juristischen Person (BSK StPO-Mazzucchelli/Postizzi, Art. 115 , N 28). 

Als geschädigte Person gilt, wer Träger des Rechtsguts ist, das durch die 

fragliche Strafbestimmung vor Verletzung oder Gefährdung unmittelbar geschützt 

werden soll (BGE 138 IV 258 E. 2.2.-2.4). Veruntreuung im Sinne von Art. 138 

StGB und ungetreue Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 StGB stellen 

Vermögensdelikte dar, Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 StGB ein 

Urkundendelikt. Bei den Vermögensdelikten ist das geschützte Rechtsgut das 

Vermögen. Demzufolge kommt derjenigen Person Geschädigtenstellung zu, 

welche Trägerin des Vermögens ist. Dies ist sowohl im Falle des Kunden Nr. 3 

(C._____ Ltd.) wie auch des Kunden Nr. 18 (D._____ Ltd) die juristische Person. 

Als Privatklägerschaft konstituieren kann sich betreffend die Vermögensdelikte 

somit nur die juristische Person. Bei Urkundendelikten ist das geschützte 

Rechtsgut der Schutz der Sicherheit und Zuverlässigkeit des Rechtsverkehrs mit 

Urkunden als Beweismittel und das öffentliche Vertrauen in den Urkundenbeweis 

(BSK StPO-Boog, Vor Art. 251 StGB). Damit wird sowohl die Allgemeinheit als 

auch direkt der Einzelne geschützt. Die wirtschaftlich Berechtigten als natürliche 

Personen, denen die fraglichen Urkunden geschickt oder vorgelegt wurden, sind 

somit betreffend das Urkundendelikt Geschädigte im Sinne von Art. 115 StPO und 

konnten sich diesbezüglich als Privatklägerschaft konstituieren. Betreffend den 

Kunden Nr. 20 käme der wirtschaftlich berechtigten Person somit die Stellung als 

Privatklägerschaft betreffend das Urkundendelikt zu, nicht jedoch betreffend das 

Vermögensdelikt. Angesichts des engen Zusammenhangs zwischen den 

angeklagten Vermögensdelikten und dem Urkundendelikt rechtfertigt sich keine 

solche Gabelung betreffend die Stellung als Privatklägerschaft und eine 

unterschiedliche Einvernahmeform betreffend die verschiedenen 

Deliktskategorien. Auch betreffend diejenigen Kunden, bezüglich welcher kein 

Urkundendelikt angeklagt wurde, entspricht das von der Staatsanwaltschaft 

gewählte Vorgehen der Einvernahme der wirtschaftlich berechtigten Person als 

Auskunftsperson der Interessenlage und der unmittelbaren Betroffenheit der 

natürlichen Person, auch wenn diese nicht formell Träger des Vermögens sind. 

Von zentraler Bedeutung ist sodann, dass der Beschuldigten kein Nachteil daraus 

erwächst, dass die wirtschaftlich Berechtigten als Auskunftspersonen 

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einvernommen wurden, vielmehr kommt der belastenden Aussage einer 

Auskunftsperson geringeres Gewicht zu als derjenigen eines Zeugen, welcher 

unter der strengen Strafandrohung von Art. 307 StGB aussagt. Entsprechend 

erfolgte bis zur Berufungsverhandlung zu Recht auch keine Beanstandung der 

entsprechenden Befragungsformen seitens der anwaltlich vertretenen 

Beschuldigten. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Aussagen von I._____ und M._____ 

als Auskunftspersonen verwertbar sind. 

II. Sachverhalt 

1. Anklagevorwurf 

In der Anklageschrift vom 26. September 2016 wird vorweg festgehalten, die 

Beschuldigte sei ab 1. September 2009 bis 31. Dezember 2011 bei der N'._____ 

Switzerland AG [Bank] (nachfolgend N._____) als Director und nach deren 

Integration in die H'._____ (nachfolgend H._____) ab 1. Januar 2012 als Senior 

Privat Banker im Rang eines Executive Directors tätig gewesen und habe 

Geschäftsführerstellung gehabt. Sie habe ca. 70 bis 90 vornehmlich in der Türkei 

oder sonst wo im Ausland wohnhafte Kunden mit unterschiedlich grossen 

Portfolios betreut. 

Es wird der Beschuldigten vorgeworfen, sie habe in der Zeit vom 27. Januar 2010 

bis 21. Januar 2014 für 14 Kunden (Kunden Nr. 1, 3, 6, 10, 12, 14, 15, 18, 19-21, 

24, 25 und 28) ohne deren Wissen und Zustimmung oder unter falschen und/oder 

unvollständigen Angaben die im Anhang zur Anklageschrift aufgelisteten 

Fremdwährungsoptionsgeschäfte getätigt und den Kunden einen 

Vermögensschaden von insgesamt rund USD 2,5 Mio., rund TRY 76,1 Mio. und 

CAD 4'900.– verursacht. 

Zwecks Verschleierung der unautorisierten Transaktionen und der daraus 

resultierenden Verluste habe sie in der Zeit vom 12. April 2010 bis 21. Januar 

2014 gegenüber fünf Kunden (Nr. 6, 12, 20, 24 und 25) selbst kreierte 

Bankauszüge erstellt, auf welchen die Fremdwährungsoptionen nicht enthalten 

-   16   - 

gewesen seien, weshalb nicht der wirkliche Vermögensstand, sondern ein davon 

abweichendes besseres Bild daraus hervorgegangen sei. Diese von ihr erstellten 

Konto- und Depotaufstellungen habe sie teils per E-Mail, per Fax oder per Post 

den betreffenden Kunden versandt. 

Zudem habe die Beschuldigte in der Zeit vom 24. Juni 2013 bis 21. Januar 2014 

insgesamt 23 unbewilligte Vermögenstransfers zwischen Kundenkonten 

vorgenommen und insgesamt TRY 1'360'150.– und EUR 224'988.– 

unrechtmässig verschoben, um die durch die unautorisierten Transaktionen 

entstandenen Verluste zu verschleiern oder Margin-Anforderungen zu erfüllen. 

2. Standpunkt der Beschuldigten 

2.1. Vorbemerkung 

Die Beschuldigte hat die Anklagevorwürfe in der Untersuchung und vor  

Vorinstanz dem Grundsatze nach anerkannt. Es kann auf die zusammenfassende 

Darstellung ihrer Aussagen unter 2.2. nachfolgend verwiesen werden. 

Verschiedene Vorwürfe hat sie vollumfänglich bestritten, so insbesondere den 

Anklagevorwurf 1.2. B 1. zum Nachteil des Kunden 1, in welchem Anklagepunkt 

sie durch die Vorinstanz freigesprochen wurde, sowie die Anklagevorwürfe 1.2. B 

4., 1.2. B 6., 1.2. B 8.+9. sowie 1.2. B 11. (vgl. Zusammenfassung 2.2.8. und 

2.2.9. nachfolgend). Andere Sachverhalte (Anklageziffern 1.3.1. und 1.3.2.) 

wurden von ihr teilweise bestritten (vgl. 2.2.8.nachfolgend). Bestritten wurde von 

ihr auch die Berechnung des Schadens bzw. des Verlustes, indem sie geltend 

machte, dieser sei teilweise erst nach ihrem Weggang bei der H._____ realisiert 

worden. Ferner machte sie geltend, gewisse der unautorisierten 

Vermögenstransfers zwischen Kunden seien mehrfach gezählt worden.  

Angesichts des Umstandes, dass die Beschuldigte sich nur teilweise geständig 

erklärte, und im Berufungsverfahren einen vollumfänglichen Freispruch 

beantragen liess, ist für alle Anklagepunkte (ausser Anklageziffer 1.2.B.1.) zu 

prüfen, ob sich der Sachverhalt erstellen lässt. Nachfolgend sind vorweg die 

allgemeinen Aussagen der Beschuldigten zusammengefasst darzustellen. Auf 

-   17   - 

ihre Ausführungen zu den einzelnen Anklagepunkten ist dann bei Prüfung der 

Sachverhaltsdarstellung in jedem Anklagepunkt einzeln einzugehen. 

 

 

 

2.2. Allgemeine Aussagen der Beschuldigten  

2.2.1. Hafteinvernahme vom 3. September 2014 (Ordner 113 Urk. 0610003 

ff.) 

In der Hafteinvernahme bestätigte die Beschuldigte, es treffe zu, dass sie Kunden 

wiederholt gefälschte Konto- und Depotaufstellungen zugesandt habe, auf denen 

namentlich unautorisierte Währungsgeschäfte nicht wiedergegeben gewesen 

seien. Sie habe die Namen der betroffenen Kunden der Bank am 24. Januar 2014 

anlässlich eines Treffens genannt. Sie habe einigen Kunden gefälschte Auszüge 

zugesandt (Ordner 113, Urk. 0610003). 

2.2.2. Einvernahme vom 31. März 2015 (Ordner 113, Urk. 06100009 ff.): 

Die Beschuldigte anerkannte grundsätzlich, gefälschte Konto-bzw. Depotauszüge 

angefertigt zu haben (Ordner 113; 06100010). Auf den entsprechenden 

Dokumenten seien die Foreign-Exchange-Options bzw. die entsprechenden 

Verluste nicht ersichtlich gewesen, sie habe diese aus den Konto- bzw. 

Depotauszügen herausgenommen (Ordner 113, Urk. 06100013) und die Auszüge 

dem Kunden per Mail geschickt. Das habe sie getan, weil die Kunden keine 

Kenntnisse über die Foreign-Exchange-Options gehabt hätten. Sie habe diese 

unwahren Konto- und Depotauszüge für sich persönlich erstellt. Es habe 

Transaktionen gegeben, von denen der Kunde keine Ahnung gehabt habe. Sie 

habe festhalten wollen, was sie dem Kunden gegenüber gesagt habe (Ordner 

113, Urk. 06100017). 

2.2.3. Einvernahme vom 5. Juni 2015 (Ordner 113, Urk. 06100041 ff.): 

-   18   - 

Sie erklärte, es habe Risikoprofile gegeben, die sie allein ausgefüllt hätten, 

O._____ habe ihr gesagt, sie solle bei allen Kunden einfach das Profil "balanced" 

ankreuzen. Sie glaube, dass die Kunden in der Regel nichts von den 

Risikoprofilen wussten (Ordner 113, Urk 06100053). 

Zur Motivation für ihr Handeln sagte die Beschuldigte aus, nachdem O._____ die 

Bank verlassen habe, habe sie Panik gehabt, weil sie seine Kunden nicht habe 

verlieren wollen. Im gleichen Zeitraum sei die Bank an die H._____ verkauft 

worden, sie habe Angst gehabt, Klienten und ihren Job zu verlieren (Ordner 113, 

Urk. 06100058). Sie habe die Klienten reich und glücklich machen wollen und die 

Bank glücklich machen wollen. Ihr eigener Nutzen sei gewesen, ihren Job nicht zu 

verlieren und erfolgreich zu sein (Ordner 113, Urk. 06100059). Sie habe sich nicht 

selber bereichern wollen, dies sei technisch gar nicht möglich gewesen. 

Die Beschuldigte räumte grundsätzlich ein, dass sie ohne das Wissen und die 

Anweisung bzw. Erlaubnis von Kunden Geld von deren Konto auf ein anderes 

Kundenkonto überwiesen habe. Dies habe sie ab 2013 getan, um den Verlust zu 

decken oder die nötigen Kundenguthaben für Transaktionen (Margin 

Requirements) zu erfüllen (Ordner 113, Urk. 06100060). 

Es treffe zu, dass sie den Kunden mündlich oder schriftlich unwahre Angaben 

über den Umfang und die Art der Verwendung von deren Vermögen gemacht 

habe (Ordner 113, Urk. 06100060) und Kontoauszüge mit falschen Angaben 

geschickt habe. In manchen Fällen habe sie dies getan, ohne es den Kunden zu 

schicken, um zu wissen, was sie den Kunden am Telefon sagen wolle (Ordner 

113, Urk. 06100061). Diese unwahren Kontoauszüge habe sie erstellt, weil sie 

Transaktionen ohne Anweisung der Kunden vorgenommen habe (Ordner 113, 

Urk. 06100061). Manche der unwahren Dokumente habe sie nicht einmal 

ausgedruckt, sondern per E-Mail an den Kunden geschickt. Einen Kontoauszug 

habe sie einmal per Kurier an die Kunden geschickt. Soweit sie sich erinnern 

könne, habe sie unwahre Kontoauszüge nie persönlich an die Kunden bei Treffen 

übergeben (Ordner 113, Urk. 06100062). 

-   19   - 

Sie habe gedacht, sie hätte alles unter Kontrolle, den ganzen weltweiten Markt 

und der Kunde würde kein Geld verlieren (Ordner 113, Urk 06100061). 

2.2.4. Einvernahme vom 16. Juni 2015 (Ordner 113, Urk. 0610077 ff.)  

Die Beschuldigte führte aus, das Investment Questionnaire Dokument sei speziell 

für türkische Kunden nicht relevant, denn es sei entweder vom Assistenten oder 

vom Kundenberater ausgefüllt worden, sehe in 99 % der Fälle gleich aus und 

laute auf "risk profile balanced". 

2.2.5. Einvernahme vom 22. Juni 2015 (Ordner 113, Urk 061100103 ff.) 

Die Beschuldigte anerkannte, unbewilligte Vermögensverschiebungen 

vorgenommen zu haben, um Margin Requirements zu erfüllen (Ordner 113, 

Urk. 06100118). 

2.2.6. Einvernahme vom 29. Juni 2015 (Ordner 113, Urk. 06100158 ff.) 

Die Beschuldigte erklärte sich bezüglich der Vorwürfe geständig, führte jedoch 

aus, sie sei sich bezüglich der Einzelheiten unsicher, d.h. bezüglich der Anzahl 

Kunden sowie der Daten. Sie betonte ferner, der Vorwurf der Selbstbereicherung 

sei völlig unzutreffend und technisch und praktisch unmöglich (Ordner 113, 

Urk. 06100160). 

2.2.7. Einvernahme vom 4. August 2016 (Ordner 113, Urk. 06100174 ff.) 

In dieser Einvernahme führte die Beschuldigte aus, sie wisse nicht mehr, für wie 

viele Kunden sie als Relationship Managerin insgesamt zuständig gewesen sei. 

Auf entsprechenden Vorhalt antwortete sie, es sei möglich, dass es ca. 70 bis 90 

gewesen seien (Ordner 113, Urk. 06100182). Sie räumte ein, viele Transaktionen 

getätigt zu haben, die nicht von Kunden in Auftrag gegeben worden seien. 

Sie habe die Fremdwährungsoptionsgeschäfte als Wunderprodukt angeschaut, 

ihr Super-Ego sei so hoch gestiegen, dass sie davon ausgegangen sei, dass sie 

auch die türkischen Märkte beherrschen könne, sie habe gedacht, dass man 

wegen dieser Strategie nie Geld verlieren werde (Ordner 113, Urk. 06100195). 

-   20   - 

Der Beschuldigten wurde die durch den Revisor G._____ erstellte Liste der mit 

den Fremdwährungsoptionsgeschäften entstandenen Verluste je Kunde 

vorgehalten (Ordner 113, Urk. 06100196 ff.). Sie erklärte dazu, dass auf diesen 

Listen nicht nur Transaktionen ersichtlich seien, die sie getätigt habe, es falle ihr 

auf, dass bestimmte Positionen erst abgeschlossen worden seien, nachdem sie 

die Bank verlassen habe. 

2.2.8. Schlusseinvernahme vom 5. August 2016 (Ordner 113, Urk. 06100355 

ff.)  

Auf Vorhalt der Anklagevorwürfe 1.2. B 1-14 erklärte sie, die für die Kunden Nr. 1, 

10, 14, 18, 19 und 21 getätigten Fremdwährungsoptionsgeschäfte seien mit deren 

Wissen und Zustimmung erfolgt. Betreffend den Kunden Nr. 15 seien die 

Transaktionen vor Juni oder Juli 2013 ohne sein Wissen getätigt worden, wobei er 

in dieser Zeit keine Verluste erlitten habe, ab der zweiten Hälfte 2013 seien die 

Transaktionen mit Wissen und Zustimmung des Kunden erfolgt. Der Vorwurf 

betreffend Kunde Nr. 20 treffe zu. Betreffend Kunden Nr. 24, 25 und 28 verweise 

sie auf ihre früheren Aussagen (Ordner 113, Urk. 06100367). Betreffend die 

Kunden Nr. 3, 10 und 12 sei wohl der grösste Teil des Verlustes erst realisiert 

worden als sie die Bank verlassen habe (Ordner 113, Urk. 06100365). Es sei 

betreffend alle Kunden zu prüfen, welche Verluste durch sie und welche nach 

ihrem Weggang realisiert worden seien. 

Betreffend den Anklagevorwurf 1.3. (Falsche Berichterstattung über 

Vermögensentwicklung durch Gebrauch gefälschter/verfälschter Kontounterlagen) 

hielt die Beschuldigte fest, dem Kunden Nr. 6 seien die Dokumente nicht 

übergeben worden, da er ein wenig paranoid gewesen sei bezüglich des Erhalts 

von Dokumenten. Betreffend die Kunden 6 und 12 habe sie die Dokumente 

erstellt, um sich für das Treffen mit dem Kunden vorzubereiten, sie habe die 

Unterlagen jedoch den Kunden nicht übergeben oder geschickt. Bezüglich der 

Kunden Nr. 24 und 25 verwies sie auf ihre früheren Aussagen (Ordner 113, Urk. 

06100369). 

-   21   - 

Bezüglich Anklagevorwurf 1.4. (unautorisierte Vermögenstransfers zwischen 

Kundenkonten) sagte sie aus, sie habe nicht die Absicht gehabt, die 

Vermögenswerte der Kunden zu reduzieren, sondern sie habe die Verluste 

wettmachen wollen, die sie verursacht habe (Ordner 113, Urk. 06100370). 

2.2.9. Befragung vor Vorinstanz 

In der Hauptverhandlung vor Vorinstanz sagte die Beschuldigte auf Vorhalt des 

Vorwurfs unautorisierter Fremdwährungsoptionsgeschäfte aus, sie habe ein 

schlechtes Gewissen gehabt, denn sie habe gewusst, dass sie etwas ohne die 

Kenntnis vieler Kunden getan habe (Prot. I S. 10). Sie habe dies getan, weil sie 

gewollt habe, dass die Kunden glücklich und zufrieden mit ihr seien. Sie habe 

aufrichtig geglaubt, dass diese Produkte den Kunden dienen würden (Prot. I S. 8 

f.), habe sich eingeredet, dass die Risiken der Devisentransaktionen sich 

vermeiden liessen, wenn man sich richtig verhalte (Prot. I S. 9). In den ersten 

zwei Jahren habe sie viel Geld für die Kunden gemacht, was ihr mehr 

Selbstvertrauen gegeben habe. Einige Kunden, z.B. Nr. 1, 10, 12, 14, 15, 18, 19 

und 21, hätten gewusst, dass sie mit Optionen handle, aber auch diese habe sie 

nicht gefragt, ob sie ihr Vermögensverwaltungsmandate unterschreiben würden, 

da es bei türkischen Leuten so sei, dass es beinahe als Beschimpfung und 

Misstrauensvotum verstanden werde, wenn man sie bitte, etwas zu 

unterschreiben (Prot. I S. 15). Auf Vorhalt des Gebrauchs von gefälschten bzw. 

verfälschten Kontounterlagen und falscher Information der Kunden über die 

Vermögensentwicklung erklärte sie, sich nicht mehr daran zu erinnern und die 

Stellungnahme ihrem Verteidiger zu überlassen (Prot. I S. 11). Hinsichtlich des 

Vorwurfs von 23 unbewilligten Vermögenstransfers zwischen Kundenkonten 

erklärte sie, es gebe in diesen 23 Transaktionen einige Doppelzählungen, die 

Details überlasse sie ihrem Verteidiger (Prot. I S. 11). Abschliessend hielt sie fest, 

sie fühle sich schrecklich schuldig, sie habe etwas Fehlerhaftes gemacht, jedoch 

nicht aus böser Absicht gehandelt und sich selber nicht bereichert. Sie habe alle 

diese Leute unglücklich gemacht, aber auch ihr eigenes Leben ruiniert (Prot. I S. 

12). 

2.2.10. Einvernahme in der Berufungsverhandlung 

-   22   - 

In der Berufungsverhandlung vom 5. April 2019 erklärte die Beschuldigte, sich 

nicht mehr zur Sache äussern zu wollen und verwies auf die Plädoyers ihrer 

Verteidiger (Prot. II S. 20 f.). 

 

 

 

3. Beweismittel 

3.1. Übersicht 

Zur Erstellung des Sachverhaltes stehen als persönliche Beweismittel neben den 

Aussagen der Beschuldigten (Ordner 113, Urk. 6100001 ff.), die Einvernahmen 

verschiedener Geschädigter als Auskunftspersonen (Ordner 114, Urk. 06200001 

ff.) und die beiden Zeugeneinvernahmen von P._____ (Ordner 115, 

Urk. 06300001 ff.) zur Verfügung. 

Die Anklage stützt sich ferner auf verschiedene Urkunden: 

- E-Mails zwischen der Beschuldigten und Kunden (Ordner 8 Urk. 05300658 
ff.) 

- Telefonabschriften je Kunde (Ordner 20-27 Urk. 05304031 ff.) 
- Contact Reports je Kunde (Ordner 29-30 Urk. 05307223) 
- Risikoprofile je Kunde (Ordner 28 Urk. 05307130 ff.) 
- Kontoauszüge/Depotauszüge je Kunde (Ordner 81-100 Urk. 05309392 ff.) 
- Detailbelege Fremdwährungsoptionsgeschäfte je Kunde (Ordner 35-80 

Urk. 053309373 ff.) 
- Vermögensverzeichnisse und Kontoauszüge, hinsichtlich welcher Fälschung 

vorgeworfen wird (Ordner 6 Urk. 05300084ff.) 
- Aufstellung der internen Transfers zwischen Kundenkonten (Ordner 34 

Urk. 05309094ff., 05309295 ff.) 
- Rapport der Q._____ samt Arbeitsunterlagen (Ordner 34 Urk. 5309171ff.) 

Die Schadensberechnung gemäss Anklageschrift basiert auf Berechnungen des 

von der Staatsanwaltschaft beigezogenen Revisors (Ordner 0 Urk. 00000098 ff.) 

sowie derjenigen der Q._____ (Ordner 34 Urk. 05309171 ff.). 

3.2. Allgemeine Bemerkungen zu den Zeugenaussagen von P._____ 

-   23   - 

P._____ wurde als Zeuge einvernommen und machte Aussagen zu allen drei 

Deliktskomplexen (unautorisierte Fremdwährungsoptionsgeschäfte, Gebrauch 

gefälschter/verfälschter Kontounterlagen und unautorisierte Vermögenstransfers 

zwischen Kundenkonten). Während des deliktsrelevanten Zeitraums war die 

Beschuldigte seine Vorgesetzte, er war ihr Assistent. Er sagte aus, die 

Beschuldigte sei die erste Kontaktperson zu den Kunden gewesen, er sei 

mehrheitlich für das Backoffice zuständig gewesen (Ordner 115, Urk. 06300021). 

Er habe die Beschuldigte nur zu Besprechungen in der Schweiz begleitet, in die 

Türkei habe er als Assistent nicht mitfliegen dürfen (Ordner 115, Urk. 06300022). 

Der Zeuge wurde vor der Einvernahme vom 21. Dezember 2015 seitens der 

H._____ kontaktiert. Letztere wollte sich mit ihm über die Einvernahme 

unterhalten und ein Treffen unter Beizug eines Anwaltes abhalten, um zu 

besprechen, wie der Zeuge sich in der Einvernahme verhalten solle. Der Zeuge 

stand im Zeitpunkt seiner Einvernahmen in einem Arbeitsverhältnis zur H._____ 

und Z1._____ gegenüber der Staatsanwaltschaft, er stehe unter Druck seitens 

der H._____ und habe Angst um seinen Job (Ordner 115, Urk. 06300001 f.). 

Nachdem der Zeuge dies der Staatsanwaltschaft mitgeteilt hatte, erliess diese am 

15. Dezember 2015 eine Verfügung, in welcher der Zeuge verpflichtet wurde, 

über den Gegenstand des Verfahrens und die von diesem betroffenen Personen 

Stillschweigen zu bewahren. Die Verfügung wurde auch der H._____ eröffnet 

(Ordner 115, Urk. 06300003 f.). Der Zeuge stand somit im Zeitpunkt seiner 

Einvernahmen in einem Arbeitsverhältnis zur H._____. Diese hatte (und hat 

weiterhin) ein eminentes Interesse am Ausgang des Verfahrens und hat dem 

Zeugen ein Merkblatt mit Anweisungen für das Verhalten als Zeuge abgegeben 

(Ordner 115, Urk. 06300013 und Urk. 06300043). P._____ war diese 

Interessenlage genauestens bekannt, und er fühlte sich unter Druck. Ausserdem 

war er von der Bank beauftragt worden, Kunden in der Türkei zu besuchen und 

die von der Beschuldigten verursachten Probleme anzusprechen (Ordner 115, 

Urk. 06300036 f.). Er sagte aus, er habe den Kunden die Situation erklären 

müssen und es habe die Gefahr bestanden, dass diese die Bank verklagen 

(Ordner 115, Urk. 06300037). Alle Kunden hätten ihren Einwand erklärt und 

gesagt, dass sie keine Optionsgeschäfte genehmigt hätten (Ordner 115, Urk. 

-   24   - 

06300073). Der Umstand, dass der Zeuge genaue Kenntnisse über die 

Interessenlage seiner Arbeitgeberin hatte, von dieser über die der Beschuldigten 

vorgeworfene Delinquenz orientiert worden war und den Auftrag erhielt, die 

Kunden auf die Probleme anzusprechen, ist grundsätzlich geeignet, Zweifel an 

der unbeeinflussten Aussage als Zeuge aufkommen zu lassen. Es ist aber auch 

festzuhalten, dass P._____ die Problematik von Anfang an offenlegte und die 

Staatsanwaltschaft von sich aus vor der Einvernahme kontaktiert hat. In seiner 

ersten Zeugenbefragung erklärte er im Detail, was ihm seitens der H._____ 

gesagt wurde und weshalb ihm die Bank einen Anwalt für die Einvernahme stellen 

wollte. Diese offenen Darlegungen des Zeugen wiederum sprechen dafür, dass er 

sich seiner Wahrheitspflicht bewusst war. Insgesamt bestehen keine 

Anhaltspunkte, welche an der Glaubwürdigkeit des Zeugen zweifeln liessen. 

Seine Position als Arbeitnehmer der Anzeigeerstatterin H._____ und das Wissen 

um deren Interesse am Ausgang des Verfahrens sind jedoch bei der Prüfung der 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen zu berücksichtigen. Festzuhalten ist auch, dass 

die Bank ein Interesse daran hat, dass möglichst viele Geschäfte als von den 

Kunden autorisiert gelten, da dies ihre Haftung gegenüber den Kunden 

einschränken oder gar ausschliessen würde. Ein Aussageverhalten von P._____ 

in diese Richtung ist aber gerade nicht zu erkennen. Wie sogleich darzulegen sein 

wird, sagte P._____ betreffend die Mehrheit der Kunden aus, er gehe davon aus, 

dass diese keine Kenntnisse von dem Fremdwährungsoptionsgeschäften hatten. 

Es zeigt sich somit keine Tendenz des Zeugen, sich durch die Interessen seiner 

Arbeitgeberin in seinem Aussageverhalten beeinflussen zu lassen. 

Der Zeuge wurde zudem von der Bank mit der Abhörung von aufgezeichneten 

Telefongesprächen zwischen der Beschuldigten und manchen Kunden beauftragt 

(Ordner 115 Urk. 06300019). Er hat auch einen Teil des Protokolls des internen 

Audit Reports von der Bank vorgelegt bekommen und wurde von der Bank 

gefragt, was er zu zwei Kunden sagen könne (Ordner 115, Urk. 06300029). Er 

sagte aus, er sei nur bei Kleinigkeiten gefragt worden und sei insgesamt eine 

Stunde beim internen Audit gewesen (Ordner 115, Urk. 06300028). Die H._____ 

hat gemäss den Aussagen des Zeugen Audiofiles im Umfang von 50 Ordnern 

extern übersetzen lassen, und ihn bei einigen problematischen Stellen bei der 

-   25   - 

Übersetzung um Hilfe gebeten (Ordner 115, Urk. 06300031). Der Zeuge sagte 

aus, er könne nicht sagen, ob die Kunden die Fremdwährungsoptionsgeschäfte 

wollten oder nicht. Er habe jedoch einige Telefongespräche zwischen der 

Beschuldigten und Kunden gehört, aus welchen sich entnehmen lasse, dass 

diese nichts über die Optionsgeschäfte wussten, es handle sich um die Kunden 

Nr. 3, 18, 19 und 28 (Ordner 115, Urk. 06300022). Er habe beim Kunden Nr. 18 

bei einem mitgehörten Telefonat das Gefühl gehabt, die Beschuldigte informiere 

den Kunden nicht direkt, sie habe die Optionen gegenüber dem Kunden nicht 

erwähnt. Auf entsprechenden Vorhalt bestätigte er auch, das Gefühl gehabt zu 

haben, dass sie nicht den wahren Kontostand mitgeteilt habe (Ordner 115, Urk. 

06300026). Es habe sich bei den Kunden um "execution only" Vereinbarungen 

gehandelt, bei welchen sie die Kunden nicht anrufen dürften und keine 

Empfehlungen abgeben dürften (Ordner 115 Urk. 06300023; 06300058). Alle 

Risikoprofile der Kunden der Beschuldigten seien vom Relationship-Manager 

erstellt worden, dieser habe das Profil gewählt, die Kunden hätten nicht 

unterschrieben, daher seien die Risikoprofile nur pro forma erstellt worden 

(Ordner 115 Urk. 06300024). Zur fraglichen Zeit sei es die Regel gewesen, dass 

nur der Relationship Manager unterschrieb. Seine Aussagen betreffend die 

Erstellung der Risikoprofile stimmen mit den Aussagen der Beschuldigten überein 

und machen deutlich, dass diesen praktisch bei allen Kunden gleich lauteten und 

ihnen kein objektiver Beweiswert zukommt. 

Angesichts der Tatsache, dass P._____ von der H._____ für die Übersetzung von 

Gesprächsaufzeichnungen herangezogen wurde, besteht die Gefahr, dass er bei 

der Übersetzungstätigkeit Wahrgenommenes mit den eigenen direkten 

Wahrnehmungen vermischen und nicht mehr unbeeinflusst aussagen könnte. 

Dies wird im Rahmen der Würdigung seiner Aussagen zu den einzelnen 

Anklagepunkten zu berücksichtigen sein. 

3.3. Allgemeine Bemerkungen zur Schadensberechnung 

Die Vorinstanz hat zutreffend darauf hingewiesen, dass sich die Berechnung des 

durch unautorisierte Fremdwährungsoptionsgeschäfte verursachten Schadens 

aufgrund der durch die Beschuldigte verwendeten Finanzinstrumente als sehr 

-   26   - 

komplex erweist und hat dies einlässlich begründet (Urk. 218 S. 58 ff.). Es kann 

vorab auf ihre zutreffenden Erwägungen verwiesen werden. Mit der Vorinstanz ist 

sodann festzuhalten, dass die Berechnungstabellen der Q._____ (Ordner 34 

Urk. 05309171 ff.) und diejenigen, welche die Staatsanwaltschaft unter Beizug 

eines Revisors (G._____) erstellte, nicht deckungsgleich sind. Die Vorinstanz hat 

die beiden Berechnungen bezüglich jeder Kundennummer betreffend 

Anklageziffern 1.2. B 1-14 einander gegenübergestellt (Urk. 218 S. 63, S. 65, S. 

74, S. 81 f., S. 93 f., S. 107, S. 117, S. 119, S. 131, S. 133, S. 135 und S. 145). 

Aus dieser Gegenüberstellung geht hervor, dass aus den beiden Berechnungen 

ein Gesamtverlust in einer vergleichbaren Grössenordnung resultiert. Gemäss 

den Berechnungen der Q._____ beläuft sich dieser auf rund TRY 80 Mio. (TRY 

79'983'053.–) und gemäss Berechnung der Staatsanwaltschaft auf rund TRY 77 

Mio. (TRY 77'298'876.–) (Urk. 218 S. 61 f.). Die Differenz zwischen den beiden 

Berechnungen ist zwar nominal bedeutend, beträgt jedoch angesichts des 

insgesamt hohen Verlustbetrages nur 3,75 Prozent. Die Einholung einer 

gutachterlichen Bemessung der eingetretenen Verluste erscheint vor diesem 

Hintergrund nicht angezeigt. Wie sogleich darzulegen ist, ist der bei den Kunden 

eingetretene Vermögensschaden nicht mit den Verlusten gleichzusetzen. Deshalb 

erscheint auch für den Fall eines Schuldspruches eine exakte gutachterliche 

Beurteilung der Verlustsumme im Hinblick auf die Bewertung der Tatschwere als 

nicht erforderlich. Sofern für die Beurteilung der Zivilansprüche erforderlich, 

erschiene die Einholung einer Expertise als unverhältnismässig aufwändig. 

Entsprechend wären die Zivilansprüche gestützt auf Art. 126 Abs. 3 StPO auf den 

Zivilweg zu verweisen. Aus allen diesen Gründen ist auf die Einholung einer 

Expertise betreffend die durch unautorisierte Fremdwährungsoptionsgeschäfte 

entstandenen Verluste zu verzichten. 

Betreffend die Schadensberechnung liess die Beschuldigte im 

Berufungsverfahren geltend machen, die H._____ habe alle fraglichen 

Fremdwährungsoptionen ohne Anweisung der Kunden am 23./24. Januar 2014 

liquidiert, indem sie diese zurückgekauft habe. Diese Notverkäufe hätten den 

Schaden exorbitant vergrösert, der Schaden wäre deutlich geringer ausgefallen, 

wenn die betreffenden Optionen bis zum Verfall gehalten worden wären (Urk. 254 

-   27   - 

S. 14 f.). Ferner sei unberücksichtigt geblieben, wie sich die Alternativanlagen 

entwickelt hätten, was ein wichtiger Aspekt bei der Schadensberechnung sei (Urk. 

254 S. 16). Diesen Vorbringen der Verteidigung ist dahingehend zu folgen, dass 

für eine detaillierte Schadensberechnung neben den eingetretenen Verlusten 

auch der hypothetische Vermögensstand bei vertragsgemässer 

Vermögensverwaltung, d.h. ohne die Fremdwährungsoptionsgeschäfte, zu 

ermitteln wäre. Bis zur Höhe des hypothetischen Vermögensstandes besteht ein 

vertraglicher Anspruch der betroffenen Kunden gegenüber der Bank. Da 

vorliegend Zahlungsfähigkeit der Bank vorausgesetzt werden kann, bleibt für die 

Kunden ohne Belang, ob die aus Fremdwährungsoptionsgeschäften 

resultierenden Verluste sich durch Rückkäufe seitens der Bank per 23./24. Januar 

2014 vergrösserten. Ausserdem ist darauf hinzuweisen, dass die Bank keinerlei 

Interesse daran hatte, die Verluste leichtfertig zu vergrössern, da dies die Gefahr 

einer Erhöhung von Schadenersatzforderungen der Kunden gegen die Bank mit 

sich gebracht hätte. Es geht denn auch nicht an, die Entscheidung der Bank zur 

Liquidation aufgrund einer ex post Betrachtung als den Verlust erhöhend zu 

taxieren. Insoweit ist dem Einwand der Verteidigung, es dürfe nicht auf die durch 

die Untersuchungsbehörde ermittelten Verluste abgestellt werden, da sie auf 

Liquidation der Positionen beruhten und sich die Kurse im weiteren Verlauf wieder 

erholt hätten, nicht zu folgen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass unter dem 

vorliegend relevanten strafrechtlichen Aspekt der Schaden bzw. der Deliktsbetrag 

nicht mit den durch die Q._____ und den von der Staatsanwaltschaft errechneten 

Verlust per 23./24. Januar 2014 gleichzusetzen ist. Massgebender Faktor ist der 

hypothetische Vermögensstand ohne die Fremdwährungsoptionsgeschäfte, 

welcher dem Vermögensstand mit den Fremdwährungsoptionsgeschäften bzw. 

den eingetretenen Verlusten gegenüberzustellen ist. Der hypothetische 

Vermögensstand wurde durch die Untersuchungsbehörde nicht ermittelt. Davon 

kann jedoch abgesehen werden, da in strafrechtlicher Hinsicht für die Bejahung 

eines Schadens genügt, dass eine Vermögensgefährdung eingetreten ist. Dass 

eine massive Gefährdung des Vermögens der betroffenen Kunden durch 

unautorisierte Fremdwährungsoptionsgeschäfte eingetreten ist, ergibt sich aus 

dem Umstand, dass ihre Forderungen gegenüber der Bank in höchstem Masse 

-   28   - 

illiquid wurden, da die Kunden nach zivilrechtlichen bzw. zivilprozessrechtlichen 

Grundsätzen für eine erfolgreiche Durchsetzung von Schadenersatzforderungen 

nebst dem Nachweis der fehlenden Autorisierung der Geschäfte und der 

eingetretenen Verluste den Nachweis für den Vermögensstand ohne die 

unautorisierten Transaktionen zu erbringen hätten. Nur soweit sie diesen Beweis 

erbringen könnten, würde es ihnen gelingen, ihre Forderung gegenüber der Bank 

durchzusetzen. Gemäss Bundesgericht gefährdet die Forderung des Treugebers, 

wer einen Vermögenswert unrechtmässig verwendet, denn eine illiquide 

Forderung hat im Vergleich zu einer liquiden Forderung weniger Wert. Die 

Gefährdung der Verwirklichung des obligatorischen Anspruchs des Treugebers 

stellt für diesen einen Vermögensschaden dar (BGer 6B_199/2011 E.5.3.5.1. und 

5.3.5.2.). Dass durch unautorisierte Währungsoptionsgeschäfte ein Schaden 

eingetreten ist, wird denn auch zu Recht von der Verteidigung nicht in Abrede 

gestellt. Die durch den Revisor und die Q._____ ermittelten Verluste zeigen auf, 

dass es sich umgerechnet in Schweizerfranken um Verluste im zweistelligen 

Millionenbereich handelte. Die Fremdwährungsoptionsgeschäfte waren aufgrund 

des ihnen immanenten hohen Risikos zweifellos geeignet, hohe Verluste zu 

verursachen. Aus den von der Verteidigung eingereichten Entscheiden in den 

Zivilverfahren (Urk. 249/1-7) geht denn auch hervor, dass es den Kunden in den 

gegen die Bank angestrengten Zivilprozessen nicht gelungen ist, den Schaden 

hinreichend zu substantiieren, weshalb ihre Klagen abgewiesen wurden. 

Unter Berücksichtigung der Einwände der Verteidigung ist festzuhalten, dass sich 

entgegen der Anklage nicht erstellen lässt, dass ein Gesamtschaden von genau 

TRY 76'113'577.57, USD 2'541'770.81 und CAD 4'900.– resultierte. Erstellt ist 

jedoch, dass ab Frühling 2013 aufgrund der Währungsoptionsgeschäfte Verluste 

in Millionenhöhe entstanden sind (Anklage 1.2. A 4.) und dass die unautorisierten 

Fremdwährungsoptionsgeschäfte das Vermögen der Kunden massiv gefährdeten. 

4. Die einzelnen Anklagepunkte 

4.1. Vorwurf unautorisierter Fremdwährungsoptionsgeschäfte 

4.1.1. Kunde Nr. 3 (C._____ Ltd.) 

-   29   - 

4.1.1.1. Anklagevorwurf 

Der Beschuldigten wird vorgeworfen, sie habe für diesen Kunden ohne dessen 

Wissen und Zustimmung in der Zeit vom 21.02.2012 bis 20.01.2014 die in der 

Tabelle im Anhang zur Anklageschrift aufgeführten 

Fremdwährungsoptionsgeschäfte getätigt und dem Kunden einen Verlust von 

TRY 10'574'200.– verursacht. 

4.1.1.2. Beweismittel 

a) Aussagen der Beschuldigten 

Betreffend den Kunden Nr. 3 sagte die Beschuldigte aus, er habe gewollt, dass 

sie ihm Vorschläge mache und aktiver werde in den Devisenmärkten. Er habe 

einen grossen Gewinn erwartet, aber kein grosses Risiko eingehen wollen 

(Ordner 113, Urk. 06100097 und 06100207). Auf Vorhalt der entsprechenden 

Aussage von P._____ bestätigte sie ausdrücklich, dass der Kunde Nr. 3 nichts 

davon wusste, dass sie Optionen für ihn tätigte (Ordner 113, Urk. 06100199). Sie 

machte geltend, dass wohl der grösste Teil des Verlustes erst realisiert worden 

sei, als sie die Bank verlassen habe, sie beantrage, dass nachkontrolliert werde, 

was sie verursacht habe und was nach ihrem Weggang entstanden sei (Ordner 

113, Urk. 06100365). 

b) Aussagen P._____ 

In der Zeugeneinvernahme vom 21. Dezember 2015 sagte P._____ aus, er habe 

einige Telefongespräche zwischen der Beschuldigten und Kunden gehört, aus 

welchen sich entnehmen lasse, dass die Kunden nichts über die 

Optionsgeschäfte wussten, darunter auch der Kunde Nr. 3 (Ordner 115, Urk. 

06300022). Als er den Kunden nach dem 23. Januar 2014 angerufen und ihm 

gesagt habe, dass es Optionspositionen gebe, sei der Kunde schockiert gewesen. 

Von oben sei die Order gekommen, die Position müsse geschlossen werden, sie 

hätten daher zurückkaufen müssen. Der Betrag habe sich auf über 10 Mio. 

türkische Lira belaufen (Ordner 115, Urk. 06300037). 

-   30   - 

4.1.1.3. Würdigung 

Gestützt auf das mit den Aussagen von P._____ übereinstimmende Geständnis 

der Beschuldigten, welches auch im Berufungsverfahren nicht widerrufen wurde 

(Urk. 254 S. 12), ist der Sachverhalt gemäss Anklage erstellt.  

Bezüglich des Einwandes der Beschuldigten wonach der grösste Teil des 

Verlustes erst nach ihrem Weggang von der Bank realisiert worden sei, ist auf die 

vorstehenden Erwägungen zur Schadensberechnung zu verweisen und ist 

festzuhalten, dass sich der Verlust per Ende Januar 2014 in zweistelliger 

Millionenhöhe bewegte und eine Gefährdung des Vermögens zu bejahen ist. 

Der Anklagesachverhalt ist daher erstellt. Einschränkend ist festzuhalten, dass 

der erlittene Schaden in einer massiven Vermögensgefährdung bestand und nicht 

mit dem errechneten Verlust gleichzusetzen ist. 

4.1.2. Kunde Nr. 6 (R._____) 

4.1.2.1. Anklagevorwurf 

Der Beschuldigten wird vorgeworfen, sie habe für den Kunden Nr. 6 in der Zeit 

vom 31.08.2011 bis 10.01.2014 ohne dessen Wissen und Zustimmung 

Fremdwährungsoptionsgeschäfte getätigt, wodurch der Kunde einen Verlust von 

TRY 5'177'700.– erlitten habe. 

4.1.2.2. Beweismittel 

a) Aussagen der Beschuldigten 

Die Beschuldigte räumte ein, auf dem Konto von R._____ unbewilligte 

Transaktionen vorgenommen zu haben, wobei dieser nichts von den 

Fremdwährungsoptionsgeschäften gewusst habe (Ordner 113, Urk. 06100071 f.). 

Auch bezüglich dieses Kunden machte sie geltend, es sei zu kontrollieren, ob 

Verluste nach ihrem Weggang von der Bank realisiert wurden (Ordner 113, 

Urk. 06100365). 

-   31   - 

b) Aussagen von P._____ 

P._____ bestätigte in der Zeugeneinvernahme vom 1. März 2016, es entspreche 

seinem Wissen, dass der Kunde Nr. 6 keine Kenntnis von den 

Fremdwährungsoptionsgeschäften gehabt habe (Ordner 115, Urk. 06300084). 

 

 

4.1.2.3. Würdigung 

Auch in diesem Anklagepunkt wird das Geständnis der Beschuldigten, welches 

auch im Berufungsverfahren nicht widerrufen wurde (Urk. 254 S. 18), durch die 

Zeugenaussage von P._____ gestützt und ist der Sachverhalt erstellt. Hinsichtlich 

der Schadensberechnung kann vollumfänglich auf die vorstehenden Erwägungen 

unter II. 3.3. verwiesen werden. Der Sachverhalt ist in diesem Anklagepunkt mit 

Einschränkung bezüglich der Schadenhöhe erstellt. 

4.1.3. Kunde Nr. 10 (S._____) 

4.1.3.1. Anklagevorwurf 

Gegenstand des Anklagevorwurfes bilden unautorisierte 

Fremdwährungsoptionsgeschäfte in der Zeit vom 31.08.2012 bis 06.01.2014 und 

Verursachung eines Verlustes von TRY 19'514'000.–. 

4.1.3.2. Beweismittel 

a) Aussagen der Beschuldigten 

Die Beschuldigte bestritt, mit dem Vermögen des Kunden Nr. 10 unbewilligte 

Transaktionen vorgenommen zu haben. Dieser Kunde habe ihr mündlich die 

grundlegende Anweisung gegeben, sein Vermögen zu verwalten. Er habe gesagt, 

sie brauche keine Genehmigung für einzelne Transaktionen. Es habe keine 

Grenzen für die Art der Investitionen gegeben. S._____ sei ein kluger Mann und 

habe gewusst, dass sie riskante Produkte habe kaufen müssen, um 10 % Gewinn 

-   32   - 

im Jahr zu erreichen und er sei zu ihr gekommen, da er sich bei ihr einen Gewinn 

von 10% erhofft habe. Sie habe ihn nicht über die Risiken der Optionen 

aufgeklärt. Er habe immer gesagt, er wolle keine Details dazu hören. Im ersten 

Jahr habe sie glaublich sogar 15 % Gewinn erwirtschaftet (Ordner 113, 

Urk. 06100069). Er sei so glücklich mit dem Resultat nach dem ersten Jahr 

gewesen, dass er ihnen sein Geld von der T._____ [Bank] überwiesen habe. Als 

seine Geschäfte gegen Ende 2013 schlechter liefen, habe er sie mehrmals 

gefragt, ob etwas nicht in Ordnung sei. Seine Optionen hätten schlecht 

ausgesehen, sie habe es ihm aber nicht sagen können (Ordner 113, Urk. 

06100204). Sie habe sämtliche Transaktionen mit Wissen und Autorisierung des 

Kunden Nr. 10 getätigt. Er habe gewusst, dass sie sein Portfolio gemanagt habe 

(Ordner 113, Urk. 06100365). 

b) Aussagen von P._____ 

Im Gegensatz zur Beschuldigten sagte P._____ aus, der Kunde Nr. 10 sei ein 

execution only Kunde gewesen, es habe keinen Vertrag gegeben (Order 115, 

Urk. 06300058). Der Kunde sei nach seiner Erinnerung ein einziges Mal in die 

Schweiz gekommen, vermutlich im Jahre 2012. Er sei dabei gewesen. Die 

Beschuldigte habe die Kunden in der Türkei besucht. Zwischendurch habe der 

Kunde mit der Beschuldigten gesprochen. Er wisse nicht, wie oft dies der Fall 

gewesen sei, welche Ziele der Kunde mit seinem Vermögen verfolgte, welche Art 

von Geschäften er wollte und wie hoch dessen Risikobereitschaft war. Namentlich 

wisse er nicht, ob die Beschuldigte mit dem Kunden über 

Fremdwährungsoptionen gesprochen habe (Ordner 115, Urk. 06300063 f.). 

c) Aussagen S._____ 

S._____ sagte aus, die Beschuldigte habe versucht, ihn zwischen 2009 und 2012 

als Kunden zu gewinnen. Bevor sie mit der Arbeit begonnen hätten sei die 

Beschuldigte zu ihm ins Büro gekommen. Sie habe gesagt, sie sei besser als alle 

anderen. Aus Spass hätten sie eine Zahl von 10 % genannt, und er habe sie 

gefragt, ob sie das machen könne ohne Risiko. Sie habe geantwortet, ja warum 

nicht. Sie habe ihm gesagt, sie könne ihm helfen, etwas Besseres zu bekommen, 

-   33   - 

also habe er von U._____ [Bank] zu H._____ gewechselt. Am Anfang hätten sie 

einmal über diese 10 % gesprochen, das sei nicht wirklich ernst gemeint 

gewesen. Zudem hätten sie am Anfang auch darüber gesprochen, dass sie keine 

Risiken eingehen (Ordner 114, Urk. 06200359). Er habe telefonischen Kontakt zur 

Beschuldigten gehabt und sie habe ihn 8-10 Mal pro Jahr in Istanbul besucht. 

Einmal in der Woche hätten sie telefoniert und sie habe ihm die Bankauszüge des 

Portfolios regelmässig mündlich gegeben. Er habe von ihr nur einmal einen 

Bankauszug zu sehen bekommen. Sie habe ihm diesen bei einem Besuch in 

Zürich gezeigt. Als er diesen habe behalten wollen, habe sie gesagt, das sei nicht 

schlau, da er ja ins Ausland müsse und durch den Zoll. Er habe den Auszug nicht 

erhalten (Ordner 114, Urk. 06200354 ff.). Die Beschuldigte habe ihn regelmässig 

angerufen. Dabei sei es um den Kontostand, die Vermögenssituation gegangen, 

sie habe ihn beraten wegen den Bonds etc., habe ihn gefragt, ob er interessiert 

sei, es gebe da etwas Neues bei den Bonds. Sie habe Vorschläge gemacht, was 

man kaufen könnte. Er habe angerufen, wenn er z.B. Gold oder Metall habe 

kaufen wollen. Am Anfang habe sie das verweigert, dann hätten sie das aber 

gemacht. Er habe ihr gesagt, was sie kaufen und verkaufen solle (Ordner 114, 

Urk. 06200356). Er habe nie etwas über die Optionen gewusst, er wisse nicht, 

warum sie Optionsgeschäfte getätigt habe, wahrscheinlich habe sie Profit machen 

wollen, aber Optionen seien ja bekanntlich sehr risikoreich. Bei einem 

Mittagessen in Zürich habe er ihr gesagt, er wolle Gold kaufen, was sie abgelehnt 

habe und gesagt habe, sie möge Optionsgeschäfte. Er habe erwidert, er möge 

diese nicht, denn er wisse nichts darüber. Das sei das einzige Mal gewesen, dass 

sie ihn überhaupt darauf angesprochen habe, nachher hätten sie nie mehr 

darüber gesprochen. Es treffe nicht zu, dass er eine Pauschalgenehmigung für 

die Verwaltung seiner Konten erteilt habe und gesagt habe, sie brauche nicht für 

jede einzelne Transaktion eine Genehmigung von ihm (Urk. 06200358). Auf 

Vorhalt eines contact reports vom 18.1.12 sagte er aus, was hier stehe mit den 

FX-Optionen und dem EM issues stimme überhaupt nicht, er wisse erst jetzt, was 

FX-Optionen seien, was EM sei, wisse er jetzt noch nicht. Es stimme nicht, dass 

er einen Vertrag unterschrieben habe. Die Beschuldigte habe ihm ein Bündel mit 

-   34   - 

Dokumenten gegeben, aber er glaube nicht, dass er das unterzeichnet habe 

(Ordner 114, Urk. 06200359). 

d) Unterlagen 

Aus der E-Mail der Beschuldigten an S._____ vom 20. November 2012 ist zu 

entnehmen, dass sie ihm ein "Investment Advisory Mandate" schickte (Ordner 

114, Urk. 06200364 = Ordner 9, Urk. 05301081). Ein entsprechender 

unterzeichneter Vertrag liegt jedoch nicht vor. Die Beschuldigte macht denn auch 

geltend, der Kunde Nr. 10 habe sie mündlich beauftragt, ihr Vermögen zu 

verwalten und habe gesagt, sie brauche keine Genehmigung für die 

Transaktionen. Der weiteren bei den Akten liegenden Email-Korrespondenz 

zwischen der Beschuldigten und dem Kunden Nr. 10 sind keine für die 

Sachverhaltserstellung relevanten Informationen zu entnehmen. 

Der Kunde Nr. 10 liess Kopien seines Notizbuches einreichen, in welchem er 

Buch führte über die telefonischen Informationen, die ihm die Beschuldigte über 

die Entwicklung und den Stand seiner Konten gegeben hat (Ordner 121, 

Urk. 09400022 ff.). Diesen vom Kunden Nr. 10 verfassten Notizen, auf welche er 

in seiner Befragung als Auskunftsperson Bezug genommen hat (Ordner 114, 

Urk. 06200355 f.), kommt kein erhöhter Beweiswert zu, sie bilden aber 

Bestandteil seiner Aussagen. 

Die Vorinstanz stellt ferner auf Transkriptionen von Telefongesprächen zwischen 

der Beschuldigten und S._____ ab und hält fest, dass gemäss diesen 

Gesprächsprotokollen nicht über Optionen gesprochen wurde, die Beschuldigte 

den Geschädigten darin über sein Portfolio orientierte, wobei sie einzig Bonds und 

Aktien erwähne (Urk. 218 S. 72 ff.). Bezüglich der Transkriptionen und deren 

Übersetzung ist festzuhalten, dass es sich nicht um Aufzeichnungen handelt, 

welche im Auftrag der Staatsanwaltschaft protokolliert und übersetzt wurden, 

vielmehr handelt es sich um von der H._____ erstellte und der Staatsanwaltschaft 

edierte Unterlagen. Es ist nicht ersichtlich, wer für die jeweilige Übersetzung 

verantwortlich zeichnet, insbesondere erfolgte keine Ermahnung des 

Übersetzers/der Übersetzerin nach Art. 307 StGB. Auch die Vollständigkeit der 

-   35   - 

dokumentierten Aufzeichnungen kann nicht überprüft werden. Betreffend den 

anklagerelevanten Zeitraum (20.03.2012 bis 08.01.2014) liegt zudem nur ein 

Gespräch vom 9. Dezember 2013 über 30 Minuten vor, in welchem einlässlich 

über das Portfolio des Kunden gesprochen wird (Ordner 20, Urk. 05304577 ff.) 

und eines vom 8. Januar 2014 (Ordner 20, Urk. 05304601 f.), welches über weite 

Strecken schwer verständlich übersetzt wurde, die einleitende Bemerkung des 

Übersetzers lautet denn auch "Sinnliche und grammatikalische Ungereimtheiten 

im Text entsprechen den originalem Sprachverlauf überein und sind keine 

Übersetzungsfehler". Angesichts der geringen Anzahl der transkribierten 

Telefongespräche in der relevanten Zeit ergibt sich aus dem Umstand, dass darin 

keine Optionen erwähnt werden, kein gewichtiges Indiz für unautorisierte 

Fremdwährungsoptionsgeschäfte. 

4.1.3.3. Würdigung 

Betreffend die Vorwürfe zum Nachteil des Kunden Nr. 10 stehen im Wesentlichen 

die Aussagen der Beschuldigten und diejenigen des Kunden einander gegenüber. 

Der Zeuge P._____ konnte keine sachdienlichen Aussagen betreffend die Frage 

der Autorisierung der Fremdwährungsoptionsgeschäfte machen. Sowohl die 

Beschuldigte wie auch der Kunde haben ein Interesse am Ausgang des 

Verfahrens. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, handelt es sich beim Kunden 

um ein mittelbares finanzielles Interesse, da er in Aussicht stellte, seine 

finanziellen Ansprüche im Zivilverfahren geltend zu machen (Urk. 218 S. 71). 

Weder die Aussagen der Beschuldigten noch diejenigen des Geschädigten wirken 

unglaubhaft. Das auffällige Vorbringen des Geschädigten, wonach aus Spass ein 

Gewinn von 10 % erwähnt worden sei, kann nicht a priori als Schutzbehauptung 

abgetan werden, denn wie bereits die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, hat 

sich die Beschuldigte gemäss den Gesprächsprotokollen der Bank betreffend die 

Gespräche vom 24. und 27. Januar 2014 ebenfalls in diesem Sinne. Sie erklärte, 

alles habe mit einem Witz angefangen, R._____ habe gesagt, wenn sie für ihn 

10 % erwirtschaften könne, werde er sein Vermögen zu ihr transferieren (Ordner 

5, Urk. 05300020). Feststeht, dass ein Gewinn von 10 % erwähnt wurde und der 

Kunde sein Vermögen von der T._____ auf die H._____ transferierte, nachdem 

-   36   - 

dieses Gespräch stattgefunden hatte, in welchem ein Gewinn von 10 % zwischen 

ihm und der Beschuldigten erwähnt wurde. Aus dem von der Beschuldigten 

erstellten Contact report vom 18. Oktober 2012 (Ordner 29, Urk. 05307247) geht 

hervor, dass der Kunde plane, sein Portfolio von der T._____ zur H._____ zu 

transferieren. Ferner wird darin festgehalten: "He said he will be happy to receive 

advises about new EM issues an FX options, therefore sign de inv. advisory 

mandate." Wie vorstehend erwähnt, schickte die Beschuldigte dem Kunden am 

20. November 2012 per E-Mail ein "Investment Advisory Mandate" (Ordner 114 

Urk. 06200364 = Ordner 9, Urk. 05301081). Dass das erwähnte Treffen stattfand, 

wird von S._____ nicht bestritten, jedoch macht er geltend, es stimme nicht, was 

bezüglich der EM Issues und FX-Options stehe (Ordner 114, Urk. 06200359). 

Diese Umstände deuten zusammen mit der Erwähnung eines Gewinnes von 

10 % darauf hin, dass über Fremdwährungsoptionen gesprochen wurde. Diesem 

Contact report ist jedoch nicht zu entnehmen, dass die Beschuldigte ohne beim 

Kunden nachzufragen Fremdwährungsoptionsgeschäfte tätigen konnte, vielmehr 

hielt die Beschuldigte selber fest, dass der Kunde glücklich wäre, Empfehlungen 

betreffend FX-Optionen zu erhalten. Der Geschädigte hat zudem glaubhaft 

dargetan, dass er sich regelmässig telefonisch nach dem Stand seines Portfolios 

erkundigt hat und entsprechende Einträge in sein Notizbuch gemacht hat. Dieses 

Verhalten deutet darauf hin, dass er genau und in allen Einzelheiten über sein 

Portfolio informiert sein wollte und spricht gegen die Darstellung der 

Beschuldigten, wonach er sie zu Fremdwährungsoptionsgeschäften ermächtigt 

habe, ohne dass sie vorgängig seine Einwilligung hätte einholen müssen. 

Im Berufungsverfahren wies die Verteidigung darauf hin, dass der Kunde Nr. 10 

das Formular "Conditions for Trading in Derivatives and Forward Contracts" 

unterschrieben habe (Urk. 254 S. 19). Es trifft zwar zu, dass der Kunde Nr. 10 am 

2. März 2012 ein entsprechendes Formular unterzeichnet hat (Ordner 131 

05308027 f.). Die blosse Unterzeichnung dieses Formulars indiziert jedoch noch 

keine Einwilligung zu Fremdwährungsoptionsgeschäften. Wie die Verteidigung 

zutreffend festhielt, hat sich der Kunde Nr. 10 im Oktober 2012 zudem bei der 

Bank eine Kreditlimite über USD 2,3 Millionen erteilen lassen. Der entsprechende 

Vertrag wurde am 18. Oktober 2012 vom Kunden Nr. 10 unterzeichnet (Ordner 

-   37   - 

131 054308032 ff.). Damit ist aber ebenfalls für sich allein betrachtet nicht erstellt, 

dass der Kunde diese Kreditlinie für Fremdwährungsoptionen verwenden wollte, 

denn in Ziffer 4 des Kreditvertrages wird festgehalten, zu welchen Zwecken die 

Kreditlinie verwendet werden kann. Neben anderen Verwendungszwecken finden 

sich darunter auch Fremdwährungstransaktionen (Ordner 131 05308032). 

Insgesamt lassen die Umstände, dass der Kunde mit der Beschuldigten über 

einen Gewinn von 10 % sprach, Fremdwährungsoptionsgeschäfte erwähnt 

wurden und der Kunde bei der H._____ einen Kredit im Betrage von USD 2,3 Mio. 

aufgenommen hat, welcher auch für Fremdwährungsoptionsgeschäfte verwendet 

werden konnte, rechtserhebliche Zweifel daran aufkommen, dass die angeklagten 

Fremdwährungsoptionsgeschäfte ohne Wissen und Zustimmung des Kunden 

Nr. 10 getätigt wurden. Betreffend diesen Anklagepunkt ist die Beschuldigte dem 

Grundsatz in dubio pro reo folgend vom Vorwurf der ungetreuen 

Geschäftsbesorgung freizusprechen. 

4.1.4. Kunde Nr. 12 (V._____) 

4.1.4.1 Anlagevorwurf 

Gegenstand der Anklage bilden unautorisierte Fremdwährungsoptionsgeschäfte 

in der Zeit vom 15.11.2011 bis 20.01.2014, durch welche der Kunde Nr. 12 

Verluste von TRY 13'440'160.– erlitten habe. 

4.1.4.2. Beweismittel 

a) Aussagen der Beschuldigten 

Die Beschuldigte hat sich in der Untersuchung geständig erklärt, mit dem 

Vermögen des Kunden Nr. 12 ungenehmigte Transaktionen vorgenommen zu 

haben (Ordner 113, Urk. 06100069 ff, 06100205). Sie sagte aus, dieser Kunde 

habe nachdem er die Performance des Kontos seines Bruders (S._____) 

gesehen habe im Februar, März oder April 2013 gesagt, sie solle sein Vermögen 

verwalten mit einem Gewinnziel von 10 %. Sie habe in jenem Zeitpunkt schon 

unbewilligte Transaktionen für ihn getätigt. Alle Optionsgeschäfte vor der 

-   38   - 

Anweisung im Frühling 2013 seien nicht bewilligt gewesen (Ordner 113 Urk. 

06100070). Die Beschuldigte hat ihr Geständnis betreffend den Kunden Nr. 12 in 

der Befragung vor Vorinstanz nicht erneuert, vielmehr erklärte sie, einige Kunden, 

darunter der Kunde Nr. 12, hätten gewusst, dass sie mit Optionen handle (Prot. I 

S. 15). 

b) Weitere Aussagen 

P._____ wurde als Zeuge befragt und konnte keine Angaben zu diesem Kunden 

machen. Er erklärte, er habe keinen Kontakt mit ihm gehabt und sei nie an einem 

Treffen mit ihm dabei gewesen (Ordner 115; Urk. 06300065). 

Der Geschädigte V._____ wurde nicht einvernommen. 

c) Unterlagen 

In den Akten findet sich ein Vermögensausweis vom 22. November 2012 

betreffend diesen Kunden (Ordner 6, Urk. 05300097 ff.). Auf diesem Ausweis sind 

keine Fremdwährungsoptionen aufgeführt. Die Beschuldigte anerkannte, diesen 

Auszug erstellt zu haben und dass dieser nicht den wahren Gegebenheiten 

entspricht (Ordner 113, Urk. 06100016). 

4.1.4.3. Würdigung 

Das in der Untersuchung von der Beschuldigten abgelegte Geständnis erscheint 

glaubhaft, es erfolgte nicht pauschal, die Beschuldigte räumte auch ein, sie habe 

diesem Kunden gegenüber am Telefon oder bei persönlichen Treffen falsche 

Angaben über sein Portfolio gemacht (Ordner 113, Urk. 0610007). Ihr Geständnis, 

welches sich jedoch lediglich auf den Zeitraum bis längstens April 2013 bezog, 

wird gestützt durch den Umstand, dass sie bezüglich dieses Kunden einen 

falschen Vermögensausweis vom 22. November 2012 erstellte. Unter diesen 

Umständen ist auf das Geständnis abzustellen. Lediglich am Rande sei hier 

bemerkt, dass die Verteidigung gemäss ihren Ausführungen vor Vorinstanz von 

einem Geständnis der Beschuldigten ausging (Urk. 202 S. 17) und die 

Beschuldigte bei ihrer Befragung vor Vorinstanz auf das Plädoyer ihrer 

-   39   - 

Verteidigung verwies (Urk. 198 S. 8). Es liegt jedoch kein klares Geständnis für 

den gesamten Zeitraum gemäss Anklage vor. 

Die Vorinstanz hat auf die vom Geschädigten eingereichten handschriftlichen 

Notizen abgestellt und ausgeführt, aus diesen liessen sich keine Hinweise auf 

durch die Beschuldigte getätigte Devisenoptionsgeschäfte bzw. eingetretene 

Verluste entnehmen (Urk. 218 S. 80). Dazu ist festzuhalten, dass es sich bei den 

erwähnten Notizen um blosse Behauptungen handelt, welche nicht in einer 

Befragung des Geschädigten bestätigt worden wären. Hinzukommt, dass der 

Geschädigte selber geltend machte, für die Zeit ab Mai 2013 würden keine 

Notizen mehr vorliegen, da er selber keine Anlagen mehr getätigt habe und davon 

ausgegangen sei, dass der Kontostand mit Ausnahme von Zinsgewinnen im 

Wesentlichen konstant geblieben sei (Ordner 122, Urk. 09500022). Da keine 

Notizen des Kunden Nr. 12 betreffend die fragliche Zeit nach April 2013 vorliegen, 

lassen sich daraus keine belastenden Momente entnehmen, denn das Fehlen von 

Notizen kann auch für die Darstellung der Beschuldigten sprechen.  

Die Vorinstanz hat festgehalten, dass betreffend den deliktsrelevanten Zeitraum 

nur wenige Aufzeichnungen von Telefongesprächen zwischen der Beschuldigten 

und dem Kunden Nr. 12 vorhanden sind (Urk. 218 S. 80). In der Tat ist nur ein 

Gespräch über geschäftliche Angelegenheiten bei den Akten (Ordner 20, 

Urk. 05304575). Abgesehen von den Vorbehalten, welche auch betreffend die 

Übersetzung dieses Gespräches gelten, kann aus dem Umstand, dass darin nicht 

über Fremdwährungsoptionen gesprochen wurde, nicht geschlossen werden, 

dass solche unautorisiert getätigt wurden. 

Der Sachverhalt ist daher lediglich im Umfang ihres Geständnisses, d.h. für den 

Zeitraum bis längstens April 2013 erstellt. In dieser Zeit resultierte gemäss Liste 

der Staatsanwaltschaft aus den unautorisierten 

Fremdwährungsoptionsgeschäften jedoch noch kein Verlust, vielmehr ein 

Überschuss von TRY 20'000.– (Ordner 0, Urk. 00000135 ff.). Da kein Schaden 

eingetreten ist, und da der Sachverhalt sich bezüglich des über April 2013 

hinausgehenden Zeitraums nicht erstellen lässt, ist die Beschuldigte in diesem 

Anklagepunkt vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung freizusprechen. 

-   40   - 

4.1.5. Kunden Nr. 14 (W1._____/W2._____) und Nr. 15 (AA._____ A.S.) 

4.1.5.1. Anklagevorwurf 

Der Beschuldigten wird vorgeworfen, ohne Wissen und Zustimmung der Kunden 

oder unter falschen, unvollständigen oder irreführenden Angaben gegenüber dem 

Kunden in der Zeit vom 11.09.2013 (Kunde Nr. 14) bzw. 28.10.2011 (Kunde Nr. 

15) bis 20.12.2013 Fremdwährungsoptionsgeschäfte getätigt und einen Verlust 

von TRY 198'900.– und CAD 8'900.– (Kunde Nr. 14) bzw. TRY 709'001.78 

(Kunde Nr. 15) verursacht zu haben. 

-   41   - 

4.1.5.2. Beweismittel 

a) Aussagen der Beschuldigten 

Die Beschuldigte sagte bezüglich der Kunden Nr. 14 und 15 in der Befragung vom 

16. Juni 2015 aus, es habe auf den Konten Devisenoptionen gegeben, diese 

seien aber bewilligt worden. Diese Kunden seien ähnlich wie der Kunde Nr. 1 von 

Verlusten durch U._____-Produkte betroffen gewesen und hätten die Bank 

einklagen wollen. Im Mai 2013 nach ihrer Rückkehr aus dem Mutterschaftsurlaub 

habe ein Treffen in Istanbul stattgefunden, an welchem auch P._____ 

teilgenommen habe. Sie habe den Kunden Devisenoptionen vorgeschlagen, 

wobei sie die Positionen eigenständig verwalten würde. Bei diesem Treffen hätten 

die Kunden gesagt, sie würden sich das überlegen, später habe ihr W1._____die 

Zustimmung für dieses Vorgehen am Telefon oder per E-Mail gegeben. Es sei 

nichts Schriftliches festgehalten worden, es habe aber später Email-Verkehr über 

Optionen gegeben (Ordner 113; Urk. 06100089 f.). Später habe sie solche 

Devisenoptionen gehandelt, vielleicht habe sie auch schon vorher ein paar 

wenige Optionsgeschäfte gemacht, welche aber profitabel gewesen seien. Nach 

dem Meeting Mitte 2013 habe sie nach jeder Options-Transaktion eine 

entsprechende Benachrichtigung per E-Mail an W1._____geschickt und falls es 

das AA._____-Konto betroffen habe, auch an … als Empfänger im CC. Die 

Kunden hätten vierteljährlich Kontoauszüge und Portfoliostatements per E-Mail 

erhalten, welche der Wahrheit entsprachen. Bezüglich dieser Konten habe sie 

weder unwahre Angaben gemacht, noch unwahre Dokumente erstellt (Ordner 

113, Urk. 06100090).  

Auf Vorhalt der Zeugenaussagen von P._____, wonach die Kunden keine 

Kenntnis von den Fremdwährungsoptionsgeschäften hatten, sagte sie in der 

Einvernahme vom 4. August 2016 aus, P._____ habe grosse Angst, in das ganze 

Verfahren hineingezogen zu werden. Sie hielt daran fest, sie haben den Kunden 

Nr. 14 und 15 den gleichen Vorschlag wie dem Kunden Nr. 1 unterbreitet, da 

diese Kunden unter O._____ grosse Verluste erlitten hatten und die Bank 

verklagen wollten. P._____ habe sehr viel geholfen, um den Kunden von den 

-   42   - 

Optionsgeschäften zu überzeugen, er trage jedoch nicht die Verantwortung, die 

Idee sei von ihr gekommen (Urk. 06100200 f.). 

In der Schlusseinvernahme bestätigte die Beschuldigte erneut, beim Kunden 

Nr. 14 seien sämtliche Transaktionen mit dessen Wissen und Zustimmung 

getätigt worden, beim Kunden Nr. 15 seien vor Juni oder Juli 2013 Transaktionen 

ohne dessen Wissen getätigt worden, um ihm Gewinne zu bescheren, er habe in 

dieser Zeit keine Verluste erlitten, ab der zweiten Hälfte 2013 seien alle getätigten 

Transaktionen mit Wissen und Zustimmung des Kunden erfolgt (Ordner 113, 

Urk. 06100366). 

b) Aussagen P._____ 

P._____ sagte in der Zeugeneinvernahme vom 1. März 2016 aus, es treffe zu, 

dass er bei einem Treffen mit den Kunden Nr. 14 und 15 im Mai 2013 in Istanbul 

teilgenommen habe. Bei diesem Treffen habe die Beschuldigte mit den Kunden, 

welche mit den Produkten der U._____ einen Verlust von ca. 2 Mio. zu 

verzeichnen hatten, über diesen Verlust gesprochen und wie er wieder 

kompensiert werden könnte. Bei diesem Treffen sei auch über Investitionen in 

Fremdwährungsoptionsgeschäfte gesprochen worden. Die Beschuldigte habe 

anlässlich dieses Treffens vorgeschlagen, mit Optionen zu handeln, es sei aber 

nichts abgemacht worden. Es sei nur darum gegangen, wie zu verhindern sei, 

dass der Kunde wegen des Verlustes von 2 Mio. Strafanzeige einreiche. Was die 

Beschuldigte mit den Kunden nach diesem Treffen abgemacht habe, wisse er 

nicht, jedenfalls sei beim erwähnten Treffen kein Einverständnis abgegeben 

worden (Ordner 115, Urk. 06300092 f.). 

c) Aussagen W1._____ 

Am 27. Mai 2016 erfolgte die delegierte Einvernahme als Auskunftsperson von 

W1._____ ohne Wahrung des Teilnahmerechts der Beschuldigten, weshalb diese 

Aussagen nur zugunsten der Beschuldigten verwertbar sind (Art. 147 Abs. 1 und 

Abs. 4 StPO).  

-   43   - 

W1._____ hatte für beide Konten (Kunden Nr. 14 und 15) 

Einzelunterschriftenberechtigung. Er sagte aus, er habe vor dem Treffen in 

Istanbul die H._____ gefragt, ob sie die Verluste aus den U._____-Produkten 

übernehmen wolle oder nicht. Als er lange keine Antwort bekommen habe, habe 

er der Bank einen Brief geschrieben und darauf hingewiesen, dass er die Bank 

einklagen werde, falls man ihm keine Antwort gebe. Die Beschuldigte habe mit 

ihm Kontakt aufgenommen und gesagt, man wolle ihn treffen und sei bereit, einen 

Teil des Verlustes zu übernehmen. Er bestätigte, dass die Beschuldigte ihm 

wegen der früheren Verluste einen Rettungsplan empfohlen habe, der eine 

Monatsrendite aus Optionsgeschäften beinhaltet habe. Er habe Zweifel an den 

von ihr prognostizierten Renditen gehabt und habe ihr erklärt, er würde sich mit 

der Hälfte der versprochenen Rendite zufrieden geben, falls die Bank ihm 

bestätige, dass sie die volle Verantwortung für die Transaktionen übernehme. Die 

Beschuldigte habe ihm per Mail mitgeteilt, dass die Bank bereit sei, die gesamte 

Verantwortung zu übernehmen und habe bestätigt, dass diese Geschäfte keine 

Risiken beinhalten würden (Urk. 06200158). Er habe lediglich dem unterbreiteten 

Rettungsplan allgemein seine Zustimmung erteilt, nicht jedoch für die einzelnen 

Optionsgeschäfte. Nach dem Treffen seien sie übereingekommen, dass die Bank 

das gesamte Risiko und die Haftung für die zu tätigenden Geschäfte übernehme 

und dass die Beschuldigte diese Positionen verwalte (Ordner 114, Urk. 06200158 

ff.). Die ersten zwei drei Monate sei er mit den Geschäften zufrieden gewesen, 

weil die vorausgesagten Gewinne erzielt worden seien (Ordner 114, Urk. 

06200159). 

4.1.5.3. Würdigung 

Gemäss übereinstimmender Darstellung von W1._____, P._____ und der 

Beschuldigten hatten die Kunden Nr. 14 und Nr. 15 im Sommer 2013 aufgrund 

von U._____-Geschäften erhebliche Verluste erlitten und zogen in Betracht, die 

H._____ zu verklagen. Vor diesem Hintergrund fand im Juni 2013 ein Treffen mit 

den beiden Kunden in Istanbul statt, an welchem W1._____ für die beiden 

Kunden, die Beschuldigte und P._____ teilnahmen und bei welchem es seitens 

der Bank darum ging, eine Klage der Kunden wegen der bereits erlittenen 

-   44   - 

Verluste abzuwenden. Bei diesem Treffen schlug die Beschuldigte gemäss 

übereinstimmender Darstellung aller Beteiligten Fremdwährungsoptionsgeschäfte 

vor. Betreffend die in der Zeit nach dem Treffen in Istanbul im Juni 2013 

getätigten Fremdwährungsoptionsgeschäfte ist aufgrund der Aussagen von 

W1._____ davon auszugehen, dass er seine Einwilligung zu Optionsgeschäften 

im Rahmen eines Rettungsplanes erteilt hatte, wobei er sich auf den Standpunkt 

stellte, die Bank habe sich bereit erklärt, das Verlustrisiko zu tragen. Auch nach 

der Darstellung von W1._____ ist daher nicht erstellt, dass die Beschuldigte in der 

Zeit nach dem Treffen unautorisierte Fremdwährungsoptionsgeschäfte tätigte. 

Anerkannt ist seitens der Kunden auch, dass sie Kenntnis davon hatten, dass die 

Beschuldigte solche Geschäfte mit ihrem Portfolio tätigte und dass in der ersten 

Zeit Gewinne erzielt wurden. Umstritten ist dagegen, wer das Verlustrisiko dieser 

Geschäfte zu tragen hatte. Die Kunden stellen sich auf den Standpunkt, es sei 

Bestandteil des Rettungsplanes gewesen, dass die Bank das Verlustrisiko trage. 

Wie es sich damit verhält, dürfte Gegenstand zivilrechtlicher Verfahren bilden, ist 

jedoch nicht im vorliegenden Strafverfahren zu prüfen, denn der Beschuldigten 

wird nicht vorgeworfen, sie habe die Zustimmung der Kunden zu 

Fremdwährungsoptionsgeschäften unter Vorspiegelung der Verlusttragung durch 

die Bank erlangt. Ein solcher Vorwurf ist nicht vom pauschalen Vorhalt gedeckt, 

sie habe unter irreführenden Angaben gegenüber den Kunden 

Fremdwährungsoptionsgeschäfte getätigt, und ist nicht mehr mit dem 

Anklageprinzip zu vereinbaren. Der Vorwurf der Täuschung des Kunden durch 

Vorspieglung der Verlusttragung durch die Bank ist ein anderer als derjenige, 

dass sie unvollständige oder irreführende Angaben über die Optionsgeschäfte 

und deren Risiken als solche gemacht habe. Ausserdem sind die Aussagen von 

W1._____ nicht verwertbar, soweit sie die Beschuldigte belasten, also auch nicht 

bezüglich der Vorspiegelung der Verlusttragung durch die Bank. Betreffend den 

Zeitraum nach dem 21. Juni 2013 (Treffen in Istanbul) ist der Anklagesachverhalt 

nicht erstellt. 

Mit Bezug auf die Zeit vor Juni/Juli 2013 sagte die Beschuldigte aus, betreffend 

den Kunden Nr. 15 seien Transaktionen ohne dessen Wissen getätigt worden, um 

ihm Gewinne zu bescheren. In dieser Zeitperiode habe er keine Verluste erlitten 

-   45   - 

(Ordner 113, Urk. 06100366). Dieses Vorbringen der Beschuldigten lässt sich 

nicht widerlegen, weshalb bezüglich Anklageziffer 1.2. B 6. und 7. ein Freispruch 

zu ergehen hat. 

4.1.6. Kunde Nr. 18 (D._____ Ltd.) 

4.1.6.1. Anklagevorwurf 

Gegenstand der Anklage bildet der Vorwurf, die Beschuldigte habe in der Zeit 

vom 10.01.2012 bis 07.01.2014 ohne Wissen und Zustimmung des Kunden oder 

unter falschen und/oder unvollständigen und/oder irreführenden Angaben 

gegenüber dem Kunden Fremdwährungsoptionsgeschäfte getätigt, wodurch der 

Kunde einen Verlust von TRY 1'448'300.– erlitten habe. 

4.1.6.2 Beweismittel 

a) Aussagen der Beschuldigten 

Die Beschuldigte sagte aus, es habe keine unbewilligten Geschäfte auf diesem 

Konto gegeben. Sie habe J._____ bei einem Telefonat vorgeschlagen, FX-

Optionsgeschäfte für ihn zu tätigen. Sie habe sich schon in den Räumen der 

H._____ befunden, weshalb dies frühestens im Juni 2012 gewesen sei. Er habe 

gesagt, er verstehe nicht vollständig, wie diese FX-Optionen funktionieren. Sie 

habe ihm gesagt, er brauche sich nicht zu sorgen, sie würde eine kleine Position 

für ihn betreuen, und die Kosten seines Darlehens würden teilweise von den FX-

Optionen gedeckt werden. Bevor sie die Bank verlassen habe, sei noch kein 

Verlust realisiert worden. Sie habe gegenüber dem Kunden die Existenz von nicht 

realisierten Verlusten auf den FX-Optionen nicht erwähnt. Er habe sie gefragt, ob 

etwas mit den FX-Optionen schief gehe, sie habe geantwortet, nichts gehe schief, 

die Optionsposition sei im Vergleich zu seinem Portfolio ohnehin nicht gross, er 

müsse sich keine Sorgen machen (Ordner 113, Urk. 06100109 f.; Urk. 06100121). 

Es treffe nicht zu, dass der Kunde erst nach ihrem Weggang von der H._____ von 

den Optionsgeschäften erfahren habe (Ordner 113, Urk. 06100122). Es treffe zu, 

dass sie den Kunden nicht über unrealisierte Optionsverluste informiert habe. Sie 

habe ihm bei einem der letzten Gespräche gesagt, er habe 1,4 oder 2,4 Mio., 

-   46   - 

ohne die unrealisierten Optionsverluste zu erwähnen (Urk. 06100122). Der Kunde 

habe am Anfang gewusst, dass sie Optionsgeschäfte mache. Sie erinnere sich an 

diverse Telefongespräche, in denen sie gesagt habe, die Zinsen des Kredits 

sollten ihn nicht gross schmerzen, wegen der Optionsgeschäfte, die sie für ihn 

tätige. In den letzten Monaten als die Märkte einbrachen und er sich immer mehr 

Sorgen gemacht habe, da habe sie wahrscheinlich aufgehört, über die Optionen 

zu sprechen. Es sei aber nie vorgekommen, dass er sie aufgefordert habe, mit 

den Optionsgeschäften aufzuhören (Ordner 113, Urk. 06100125). Der Kunde 

habe die Details ihrer Transkationen nicht gekannt, habe aber gewusst, dass sie 

Optionen getätigt habe (Ordner 113,Urk. 06100199).  

Auch in der Schlusseinvernahme hielt sie daran fest, dass sie seit dem ersten Tag 

als sie mit den Optionen begonnen habe durch den Kunden autorisiert gewesen 

sei, möglicherweise habe er dies vergessen. Sie habe dies getan, um die Zinsen 

der Kredite abzudecken. Es könne sein, dass sie als die Märkte sich 

verschlechterten ihm gegenüber nicht erwähnte, dass sie immer noch 

Fremdwährungsoptionsgeschäfte für ihn tätigte. Bei der letzten Unterredung 

hätten sie über alle Positionen in seinem Portfolio gesprochen, ausser seinen 

Fremdwährungsoptionsgeschäften. Wenn sie sich nicht irre, sei der grösste Teil 

des Verlustes nach ihrem Weggang von der Bank realisiert worden (Ordner 113, 

Urk. 06100366). 

In der Befragung vor Vorinstanz erklärte sie erneut, der Kunde Nr. 18 habe 

gewusst, dass sie mit Optionen handle (Urk. 198 S. 15). 

b) Aussagen P._____ 

P._____ sagte in der Zeugeneinvernahme vom 21. Dezember 2015 aus, er habe 

einige Telefongespräche zwischen der Beschuldigten und Kunden, darunter auch 

der Kunde Nr. 18, gehört, aus denen sich entnehmen lasse, dass die Kunden 

nichts über Optionsgeschäfte wussten (Ordner 115, Urk. 06300022). Bei einem 

Telefongespräch mit dem Kunden Nr. 18, welches Ende 2013 oder anfangs 2014 

stattgefunden habe, habe die Beschuldigte die Optionen nicht erwähnt (Ordner 

115, Urk. 06300026). Anlässlich eines Telefongesprächs vom 15.01.2014 habe 

-   47   - 

die Beschuldigte dem Kunden nichts von Optionsgeschäften gesagt (Ordner 115, 

Urk. 06300096). 

c) Aussagen von I._____ 

Bei I._____ und ihrem Ehemann J._____ handelt es sich um die wirtschaftlich 

Berechtigten des auf den Namen der D._____ Ltd. lautenden Kontos (Ordner 1, 

Urk. 01300012). Wie vorstehend dargelegt wurde (Erwägung I. 6.), sind die 

Aussagen von I._____ als Auskunftsperson entgegen der von der Verteidigung 

vertretenen Auffassung verwertbar. I._____ sagte in ihrer Befragung als 

Auskunftsperson vom 10. Juni 2016 aus, die Gelder auf dem Konto habe sie für 

das Rentenalter auf die Seite legen wollen und ihre Risikobereitschaft sei 

konservativ gewesen (Ordner 114, Urk. 06200250). Sie führte ferner aus, dass die 

Beschuldigte ihr von Zeit zu Zeit Vorschläge für Investitionen unterbreitet habe. 

Die Beschuldigte habe Optionsgeschäfte vorgeschlagen, sie könne sich nicht 

erinnern, ob Fremdwährungsoptionsgeschäfte je ein Thema gewesen seien, 

möglicherweise habe die Beschuldigte mit ihrem Ehemann darüber gesprochen. 

Es treffe nicht zu, dass Personen von der D._____ wussten, dass die 

Beschuldigte mit Optionen handelte. Sie hätten nie von sich aus Optionsgeschäfte 

in Auftrag gegeben (Ordner 114, Urk. 06200251 f.). Ihr Ehemann habe mit der 

Beschuldigten 2 bis 4 Mal pro Jahr telefoniert, wobei sie in der Regel neben ihm 

gesessen habe, aber auch nicht immer (Ordner 114, Urk. 06200252). Sie halte es 

angesichts ihrer konservativen Haltung hinsichtlich Risikobereitschaft für 

unwahrscheinlich, dass ihr Ehemann eine Bewilligung für Optionsgeschäfte erteilt 

habe. Solche Geschäfte würden ihrer Grundeinstellung widersprechen (Ordner 

114, Urk. 06200253). 

4.1.6.3 Würdigung 

Die Aussagen von P._____ sind betreffend diesen Kunden sehr pauschal 

ausgefallen und beschränken sich darauf, dass bei Telefongesprächen zwischen 

der Beschuldigten und dem Kunden Ende 2013/Anfang 2014 nicht von 

Optionsgeschäften gesprochen worden sei und die Beschuldigte beim Gespräch 

vom 15. Januar 2014 nichts von Optionsgeschäften erwähnt habe. Diese 

-   48   - 

Aussagen von P._____ stimmen mit der Darstellung der Beschuldigten 

dahingehend überein als sie einräumte, sie habe gegenüber dem Kunden als sich 

die Märkte verschlechterten die nicht realisierten Verluste aus Optionsgeschäften 

nicht erwähnt und sie habe bei der letzten Besprechung mit dem Kunden über alle 

Positionen in seinem Portfolio ausser den Fremdwährungsoptionsgeschäften 

gesprochen. Dieses Eingeständnis der Beschuldigten deckt sich mit der 

Transkription der Telefongespräche vom 21. November 2013 (Ordner 21, Urk. 

05304789) und vom 16. Januar 2014 zwischen der Beschuldigten und J._____ 

(Ordner 34, Urk. 05309143 ff.).  

Der Umstand, dass die Beschuldigte die Fremdwährungsoptionsgeschäfte dem 

Kunden gegenüber in der letzten Unterredung nicht erwähnte und auch bei 

vorangehenden Telefongesprächen die noch nicht realisierten Verluste auf diesen 

Optionen nicht ansprach, stellt ein starkes Indiz dafür dar, dass die 

Optionsgeschäfte vom Kunden nicht autorisiert waren. Dies wird auch durch die 

Aussagen von I._____ gestützt, welche glaubhaft erklärte, bei den Geldern habe 

es sich um Vermögen für das Rentenalter gehandelt, welches konservativ 

angelegt sein sollte. Sie hat aber auch eingeräumt, dass die Beschuldigte ihnen 

Optionsgeschäfte vorgeschlagen habe. Ferner sagte sie aus, dass ihr Ehemann 

mit der Beschuldigten telefonischen Kontakt gehabt habe und sie das Gespräch in 

der Regel mitgehört habe. Sie könne nicht ausschliessen, dass ihr Mann, ohne 

dass sie es mitgehört hätte, mit der Beschuldigten über 

Fremdwährungsoptionsgeschäfte gesprochen habe. Jedenfalls hätte er ihr 

gesagt, wenn er die Einwilligung zu solchen Geschäften gegeben hätte. Die 

Darstellung von I._____ wirkt lebensnah und zeigt keine Tendenz zu 

Übertreibungen, vielmehr sagte sie zurückhaltend aus. Zugunsten der 

Beschuldigten räumte sie ein, dass diese Optionsgeschäfte vorgeschlagen habe. 

Die Aussagen von I._____ werden auch durch die Transkription des 

Telefongesprächs zwischen der Beschuldigten und J._____ vom 21. November 

2013 (Ordner 21, Urk. 0534789 ff.) gestützt, in welchem er seine Besorgnis über 

die eingetretenen Verluste zum Ausdruck bringt und dass er auf das Geld für 

seinen Lebensunterhalt angewiesen ist. Das entsprechende Gespräch wurde der 

Beschuldigten vorgehalten und sie bestätigte, dass er sich Sorgen machte, 

-   49   - 

weshalb sie ihn vermutlich nicht noch mehr habe belasten wollen und nicht über 

die Optionen habe sprechen wollen. Ferner räumte sie ein, dass in diesem 

Gespräch nicht besprochen worden sei, dass J._____ wünsche, dass am 

nächsten Tag ein Optionsgeschäft getätigt werde, um das Geld für 

Darlehenszinsen zu verwenden (Ordner 113, Urk. 06100124 f.). Dies wiederum ist 

nicht vereinbar mit dem von ihr erstellten Journaleintrag vom 21. November 2013, 

gemäss welchem der Kunde gefragt habe, ob morgen eine Option gemacht 

werden könne, um teilweise seine Ausgaben für Kreditzinsen zu decken (Ordner 

29, Urk. 05307474). Dass die Beschuldigte im internen Journal etwas einträgt, 

was nicht besprochen wurde, lässt aufhorchen und stellt ein weiteres Indiz dafür 

dar, dass die Beschuldigte vertuschen wollte, dass die Optionsgeschäfte nicht 

vom Kunden autorisiert waren. An dieser Einschätzung ändert auch der Hinweis 

der Verteidigung nichts, wonach bei Einrichtung der Bankverbindung im Jahre 

2009 die "Conditions for trading in Derivatives and Forward Contracts" seitens der 

Privatklägerschaft unterzeichnet wurden (Urk. 254 S. 28). Aus der 

Unterzeichnung des erwähnten Formulars am 9. Oktober 2009 (Ordner 132 

05308581) lässt sich keine Einwilligung zu Fremdwährungsoptionsgeschäften 

herleiten, welche 3 bis 4 Jahre später getätigt wurden. Auch der Umstand, dass 

der D._____ Ltd. seitens der H._____ am 7. Februar 2012 eine Kreditlimite von 

EUR 5'100'000.– gewährt wurde, welche alle vorherige Kreditlimiten ersetzte, und 

neben anderen Formen der Benützung (Sollsaldo auf Kontokorrentkonten, Fester 

Vorschuss, Ausstellung von Garantien) auch für Deckung von 

Margenerfordernissen für Optionen verwendet werden konnte (Ordner 132 

05308589), spricht nicht für eine Zustimmung zu 

Fremdwährungsoptionsgeschäften. 

Es bestehen zusammenfassend keine Zweifel an der Glaubhaftigkeit der 

Aussagen von I._____. Gestützt auf ihre Aussagen, diejenigen von P._____, die 

Zugaben der Beschuldigten und die Transkription des Telefongespräches 

zwischen der Beschuldigten und J._____ vom 21. November 2013, welche ein 

stimmiges Ganzes ergeben, ist erstellt, dass I._____ und ihr Ehemann keine 

Kenntnis von den mit ihrem Portfolio getätigten Fremdwährungsoptionsgeschäften 

hatten und diese nicht autorisiert waren. 

-   50   - 

Der Sachverhalt gemäss Anklageziffer 1.2. B 8. ist erstellt. Bezüglich des 

eingetretenen Schadens kann auf die allgemeinen Ausführungen zur 

Schadensberechnung verwiesen werden (Erwägung II. 3.3.). 

-   51   - 

4.1.7. Kunde Nr. 19 (L._____ Ltd.) 

4.1.7.1 Anklagevorwurf 

Der Beschuldigten wird vorgeworfen, sie habe in der Zeit vom 27.01.2010 bis 

17.01.2014 ohne Wissen und Zustimmung des Kunden oder unter falschen 

und/oder unvollständigen und/oder irreführenden Angaben gegenüber dem 

Kunden Fremdwährungsoptionsgeschäfte getätigt, wodurch der Kunde einen 

Verlust von TRY 8'245'440.– erlitten habe. 

4.1.7.2. Beweismittel 

a) Aussagen der Beschuldigten  

Die Beschuldigte sagte aus, M._____ habe einige Gold-Options-Trades bei der 

N._____ gemacht. Dabei habe sie ihn nicht beraten, vielmehr habe er sie einfach 

mit der Ausführung beauftragt. Dann habe er sein ganzes Geld bei einer anderen 

Bank verloren und auch einen grossen Verlust bei der N._____ realisiert. Er habe 

die Goldoptionsgeschäfte beendet und habe sie instruiert, für ihn ein FX-

Optionen-Portfolio zu verwalten. Er habe gesagt, er sei bereits gestresst über das, 

was mit dem Gold passiert sei, deswegen wolle er nichts über die Details der 

Optionen wissen, vor allem habe er einen jährlichen Gewinn von 12 % gewollt. Er 

habe nicht alle Transaktionen einzeln bewilligt. Die Bewilligung habe er bei einem 

Besuch in Istanbul in seinem Haus erteilt. Er habe den nominalen Betrag der 

ausstehenden FX-Optionen immer gekannt, soweit sie sich erinnere, aber er habe 

keine Details über die Strikes kennen wollen, habe nicht gestresst sein wollen 

(Ordner 113, Urk. 06100112). Der Kunde habe auf jeden Fall gewusst, dass sie 

Optionen getätigt habe (Ordner 113, Urk. 06100200). Nachdem der Kunde in 

Goldgeschäften sein Geld verloren habe, habe er gesagt, er lasse 

Optionsgeschäfte konservativer Art tätigen. Er habe ihr gesagt, wenn sie ihm 

einen Gewinn von 10-15 % erwirtschafte, mache er mit und habe die Bedingung 

geäussert, dass er sich gar nicht mit diesen Geschäften auseinandersetzen 

möchte. Er habe nicht