# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8e8202cb-56f3-5b2e-914a-7abc18f9ec04
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-08
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 08.11.2021 200 2020 873
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-873_2021-11-08.pdf

## Full Text

200 20 873 IV
KOJ/IMD/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 8. November 2021

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Advokat B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 26. Oktober 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2021, IV/20/873, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1957 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
bezieht seit 1. November 2001 Rentenleistungen der Invalidenversicherung 
(IV); zunächst wurde ihr eine Viertelsrente (Akten der IV, Antwortbeilage 
[AB] 21), ab 1. Oktober 2010 eine halbe Rente (AB 86 S. 1 ff.) und ab 
1. Oktober 2012 eine Dreiviertelsrente zugesprochen (AB 86 S. 11 ff.).

Am 28. September 2019 (Postaufgabe) meldete sich die Versicherte bei 
der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Bezug einer Hilflo-
senentschädigung an (AB 90), wobei sie angab, seit Juli 2016 und insbe-
sondere nach einer Herz-Operation im Juni 2017 habe sich ihr Gesund-
heitszustand massiv verschlechtert. Sie sei beim Ankleiden/Ausziehen, bei 
der Körperpflege und bei der Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kon-
takte regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen, 
benötige medizinisch-pflegerische Hilfe, müsse überwacht werden und sei 
auf lebenspraktische Begleitung angewiesen. Die IVB tätigte medizinische 
Abklärungen, holte eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Diens-
tes (RAD; Bericht vom 4. August 2020 [AB 133]) ein und beauftragte ihren 
Abklärungsdienst mit einer Abklärung in der Wohnung der Versicherten 
(Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung für volljährige Versicherte der IV 
[Abklärungsbericht] vom 5. August 2020 [AB 134]). Mit Vorbescheid vom 
12. August 2020 (AB 135) stellte sie die Abweisung des Leistungsbegeh-
rens mangels Hilflosigkeit in Aussicht. Nach dagegen erhobenen Einwän-
den (AB 140) und einer diesbezüglichen Stellungnahme durch den Ab-
klärungsdienst vom 22. Oktober 2020 (AB 143) verfügte die IVB am 26. 
Oktober 2020 (AB 144) wie angekündigt.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Advokat B.________, mit 
Eingabe vom 25. November 2020 Beschwerde mit den folgenden Rechts-
begehren:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov.2021, IV/20/873, Seite 3

1. Es sei die Verfügung vom 26. Oktober 2020 aufzuheben und es sei 
der Beschwerdeführerin ab 1. September 2018 eine Hilflosenent-
schädigung für eine Hilflosigkeit mittleren Grades auszurichten.

2. Unter o/e-Kostenfolge.

Gleichzeitig stellte sie die folgenden Verfahrensanträge:

1. Es sei der Beschwerdeführerin durch die Beschwerdegegnerin Ak-
teneinsicht in den "Abklärungsbericht" zu gewähren, welchen Herr 
Dr. med. C.________ am 14. Mai 2020 zur Komplettierung der Ak-
ten verlangt hat und welcher ihm beim Verfassen seines Berichtes 
vom 4. August 2020 zur Verfügung stand.

2. Es sei der Beschwerdeführerin Gelegenheit zu geben, in einer Re-
plik zur Fassung des "Abklärungsberichtes", welcher Herrn Dr. 
med. C.________ am 4. August 2020 vorgelegen hat, Stellung zu 
nehmen.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 5. Februar 
2021 auf Abweisung der Beschwerde; gleichzeitig reichte sie einen Bericht 
des RAD vom 15. Januar 2021 (AB 158) zu den Akten.

Mit Replik vom 6. Mai 2021 bzw. Duplik vom 8. Juni 2021 bestätigten die 
Partien die bisherigen Anträge.

Der Instruktionsrichter wies mit Verfügung vom 9. Juni 2021 die Verfah-
rensanträge der Beschwerdeführerin ab.

Die Beschwerdeführerin nahm mit Eingabe vom 9. August 2021 abschlies-
send Stellung zum Verfahren.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2021, IV/20/873, Seite 4

(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 26. Oktober 2020 
(AB 144). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine Hilflosenentschädigung der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs bzw. der Teilaspekte "Anspruch auf Akteneinsicht" 
und "Anspruch auf Äusserung". Einerseits habe es die Beschwerdeführerin 
unterlassen, ihr den im RAD-Bericht von Dr. med. C.________, Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 14. Mai 2020 erwähnten "Ab-
klärungsbericht" zuzustellen (Beschwerde S. 3 Ziff. II, Replik S. 3 Ziff. II und 
S. 9 Ziff. 15). Andererseits habe die Beschwerdegegnerin die Verfügung 
vom 26. Oktober 2020 erlassen, ohne die mit Stellungnahme vom 11. Sep-
tember 2020 (AB 140) ausdrücklich beantragten Beweiserhebungen bei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov.2021, IV/20/873, Seite 5

D.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Psychiatrie 
und Psychotherapie, und lic. phil. E.________, Fachpsychologin für Psy-
chotherapie FSP, vorzunehmen und diese antragsgemäss der Beschwer-
deführerin zur abschliessenden Stellungnahme (zum Vorbescheid) zu 
übermitteln (Beschwerde S. 12 lit. B. Ziff. 1).

2.2 Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 
der Bundesverfassung [BV; SR 101]).

2.2.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst alle Befugnisse, die 
einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Stand-
punkt wirksam zur Geltung bringen kann. Die Partei muss ganz allgemein 
zu Fragen tatsächlicher Natur, die für die Entscheidung der Streitsache 
erheblich sind, angehört werden. Der Anspruch auf rechtliches Gehör be-
steht und ist zu gewähren, wenn eine Verwaltungs- oder Gerichtsbehörde 
ihren Entscheid mit einer Rechtsnorm oder einem Rechtsgrund zu begrün-
den beabsichtigt, die oder der im bisherigen Verfahren nicht herangezogen 
wurde, auf die sich die beteiligten Parteien nicht berufen haben und mit 
deren Erheblichkeit im konkreten Fall sie nicht rechnen konnten (BGE 131 
V 9 E. 5.4.1 S. 26; ARV 2019 S. 279 E. 3.2.3; SVR 2009 AHV Nr. 8 S. 27 
E. 3.2).

2.2.2 Das Akteneinsichtsrecht gemäss Art. 47 Abs. 1 lit. a ATSG ist Teil 
des Anspruchs auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV). Es handelt sich 
um einen verfahrensrechtlich begründeten Anspruch, welcher der versi-
cherten Person, sofern überwiegende Privatinteressen gewahrt bleiben, für 
die sie betreffenden Daten zusteht und sich grundsätzlich auf alle verfah-
rensbezogenen Akten bezieht (BGE 140 V 464 E. 4.1 S. 467).

2.3 Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwie-
gende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die be-
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu 
äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen 
kann. Die Heilung eines allfälligen Mangels soll aber die Ausnahme bleiben 
(BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2019 IV 
Nr. 65 S. 210 E. 4.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2021, IV/20/873, Seite 6

2.4 Was zunächst das Akteneinsichtsrecht betrifft, ist festzuhalten, 
dass der Beschwerdeführerin im vorliegenden Beschwerdeverfahren voll-
umfängliche Einsicht in die IV-Akten gewährt wurde (vgl. Verfügung vom 
9. Februar 2021 [in den Gerichtsakten]). Soweit den ihr angeblich vorent-
haltenen Abklärungsbericht betreffend, kann auf die Begründung in der 
Verfügung vom 9. Juni 2021 (in den Gerichtsakten) verwiesen werden, mit 
welcher der Instruktionsrichter den damit im Zusammenhang stehenden 
Verfahrensantrag der Beschwerdeführerin abgewiesen hat.

2.5 Hinsichtlich der gerügten Verletzung des Anspruchs auf Äusse-
rung kann eine abschliessende Beurteilung dieser Frage offen bleiben: 
Soweit diesbezüglich eine Gehörsverletzung bejaht würde, wäre diese le-
diglich leichter Natur und durch die Möglichkeit der Beschwerdeführerin, 
sich im vorliegenden Verfahren zu den gesamten Akten – insbesondere 
auch zu den nach Verfügungserlass bei der Beschwerdegegnerin im Zu-
sammenhang mit der Rentenrevision eingegangenen Berichten von Dr. 
med. D.________ und von lic. phil. E.________ (AB 151 f.) sowie der dazu 
mit Blick auf den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung verfassten 
Stellungnahme des RAD-Arztes Dr. med. C.________ vom 15. Januar 
2021 (AB 158) – zu äussern, geheilt worden (vgl. E. 2.3 hiervor).

3.

3.1 Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 
ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, haben Anspruch auf 
eine Hilflosenentschädigung (Art. 42 Abs. 1 IVG). Als hilflos gilt eine Per-
son, die wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Le-
bensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwa-
chung bedarf (Art. 9 ATSG). Zu unterscheiden ist zwischen schwerer, mit-
telschwerer und leichter Hilflosigkeit (Art. 42 Abs. 2 IVG). Massgebend für 
die Höhe der Hilflosenentschädigung ist das Ausmass der persönlichen 
Hilflosigkeit (Art. 42ter Abs. 1 Satz 1 IVG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov.2021, IV/20/873, Seite 7

3.2

3.2.1 Die Hilflosigkeit gilt als schwer, wenn die versicherte Person 
vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Le-
bensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter 
angewiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen 
Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 1 der Verordnung vom 17. Januar 1961 
über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).

3.2.2 Die Hilflosigkeit gilt als mittelschwer, wenn die versicherte Person 
trotz der Abgabe von Hilfsmitteln 

a. in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb-
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;

b. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies ei-
ner dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder 

c. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf le-
benspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist 
(Art. 37 Abs. 2 IVV).

Nach der Rechtsprechung ist im Rahmen von lit. a dieser Bestimmung 
Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen Lebensverrichtungen vor-
ausgesetzt (BGE 121 V 88 E. 3b S. 90).

3.2.3 Die Hilflosigkeit gilt als leicht, wenn die versicherte Person trotz 
der Abgabe von Hilfsmitteln

a. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;

b. einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;

c. einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders auf-
wändigen Pflege bedarf;

d. wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körper-
lichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleis-
tungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2021, IV/20/873, Seite 8

e. dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV an-
gewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 IVV).

3.3 Nach der herrschenden Praxis (BGE 133 V 450 E. 7.2 S. 463) sind 
die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen relevant:

- Ankleiden, Auskleiden;

- Aufstehen, Absitzen, Abliegen;

- Essen;

- Körperpflege;

- Verrichtung der Notdurft;

- Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.

Bei Lebensverrichtungen, welche mehrere Teilfunktionen umfassen, ist 
nach der Rechtsprechung nicht verlangt, dass die versicherte Person bei 
der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf; vielmehr ist bloss 
erforderlich, dass sie bei einer dieser Teilfunktionen regelmässig in erhebli-
cher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewiesen ist (BGE 121 V 
88 E. 3c S. 91).

3.4 Gemäss Art. 38 Abs. 1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer 
Begleitung im Sinne von Art. 42 Abs. 3 IVG vor, wenn eine volljährige ver-
sicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung 
der Gesundheit ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbstständig woh-
nen kann (lit. a), für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung 
auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist (lit. b) oder ernsthaft ge-
fährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren (lit. c).

Ziel der lebenspraktischen Begleitung ist es, den Eintritt einer versicherten 
Person in ein Heim nach Möglichkeit hinauszuschieben oder zu verhindern. 
Sie ist nicht auf Menschen mit psychischen oder geistigen Behinderungen 
beschränkt; auch körperlich Behinderte können grundsätzlich lebensprakti-
sche Begleitung beanspruchen. Die Notwendigkeit einer Dritthilfe ist objek-
tiv nach dem Gesundheitszustand der versicherten Person zu beurteilen. 
Abgesehen vom Aufenthalt in einem Heim ist demgegenüber die Umge-
bung, in welcher sie sich aufhält, grundsätzlich unerheblich. Bei der le-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov.2021, IV/20/873, Seite 9

benspraktischen Begleitung darf keine Rolle spielen, ob die versicherte 
Person allein lebt, zusammen mit dem Lebenspartner, mit Familienmitglie-
dern oder in einer der heutzutage verbreiteten neuen Wohnformen. Mass-
gebend ist einzig, ob die versicherte Person, wäre sie auf sich allein ge-
stellt, erhebliche Dritthilfe in Form von Begleitung und Beratung benötigen 
würde. Von welcher Seite diese letztlich erbracht wird, ist ebenso bedeu-
tungslos wie die Frage, ob sie kostenlos erfolgt oder nicht (BGE 146 V 322 
E. 2.3 S. 325, 133 V 450 E. 5 S. 461).

4.

4.1 In der angefochtenen Verfügung vom 26. Oktober 2020 (AB 144) 
verneinte die Beschwerdegegnerin eine Hilflosigkeit in allen sechs alltägli-
chen Lebensverrichtungen; ebenso verneinte sie einen Anspruch auf eine 
Hilflosenentschädigung unter dem Titel der lebenspraktischen Begleitung. 
Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, sie benötige in den 
alltäglichen Lebensverrichtungen "Ankleiden, Auskleiden", "Körperpflege" 
und "Fortbewegung/Kontaktaufnahme" regelmässig in erheblicher Weise 
die Hilfe Dritter. Darüber hinaus sei sie auf lebenspraktische Begleitung 
angewiesen (Beschwerde, S. 9 ff., 13). In medizinischer Hinsicht sowie 
bezüglich einer allfälligen Hilflosigkeit sind den Akten im Wesentlichen die 
folgenden Angaben zu entnehmen:

4.1.1 Im Bericht des Spitals F.________ vom 28. April 2017 (AB 119 S. 
2 ff.) wurde das Folgende diagnostiziert:

- Anamnestisch rezidivierende depressive Störung, DD. Neurasthenie
- Somatoforme autonome Funktionsstörung (inklusive Reizdarmsyndrom)
- Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto-

ren (Hypermobilitätssyndrom, chronisches Cervikalsyndrom mit radi-
kulären Symptomen C6, C7 bei Diskusprotrusionen C5/6 und C6/7, 
Schulter-Oberarmsyndrom bei Tendinitis, Migräne)

- Low-dose-Benzodiazepinabhängigkeit
- Aorteninsuffizienz und Dilatation der Aorta ascendens bei bikuspider 

Aortenklappe
- Hypercholesterinämie.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2021, IV/20/873, Seite 10

Die Patientin klage über eine allgemeine Erschöpfung, körperliche 
Schwäche und Schmerzen im Bewegungsapparat. Sie könne zu Hause 
kaum mehr etwas im Haushalt machen.

4.1.2 Dem Bericht der Praxis G.________ vom 18. Februar 2019 (AB 
100 S. 13 ff.) sind die folgenden Diagnosen zu entnehmen:

- Status nach biologischem Aortenklappen-/Ascendensersatz bei biku-
spider Aortenklappe mit schwerer symptomatischer Aortenklappeninsuf-
fizienz und leichter Stenose […]

- Kardiovaskuläre Risikofaktoren […]
- Chronisches Zervikalsyndrom mit Hinweisen auf radikuläres Reizsyn-

drom C6/7 links bei nachgewiesenen Diskusprotrusionen (MR 2017) 
und CT-gesteuerter Infiltration 2018. Impingementsyndrom der Schulter 
links, Infiltration suabcrominal und intraartikulär 21.02.2017 resp. 
09.03.2017. Vegetative Dystonie. Somatoforme Schmerzstörung/Fibro-
myalgie. St. n. Steroidversuch 05.10.2018. Allgemeine Hypermotilität. 
Depressive Episoden. Migraine acompagné seit dem Kindesalter. Ben-
zodiazepinübergebrauch. Colon irritabile. Vd. a. Jod-Allergie. Statin- 
und Ezetrol-Unverträglichkeit. Allergische Reaktion auf Ivabradin (Quin-
ckeödem, Pruritus). Osteoporose – 3.3 L1 – L4 2018. Refluxsymptoma-
tik.

Von kardialer Seite berichte die Versicherte einzig über einen eher hohen 
Puls, der ihr Sorgen machen würde. Sie sei schneller erschöpft, sie fahre 
Velo und versuche, sich körperlich zu aktivieren. In der heutigen Verlaufs-
untersuchung zeigten sich stabile Werte. Die Pumpfunktion sei normal, die 
Aortenklappen-Bioprothese unauffällig. Unverändert bestünden eher tiefe 
Blutdruckwerte und eine knapp normale Leistungsfähigkeit.

4.1.3 Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt im Bericht vom 7. März 
2019 (AB 100 S. 11 f.) fest, er führe die starken Schmerzen im Bereich des 
linken Oberarmes auf die Impingement-Problematik zurück. Die Rotato-
renmanschette sei kräftig, so dass er keine Hinweise auf eine höhergradige 
Ruptur habe. Deutlich symptomatisch seien jedoch das AC-Gelenk und der 
Impingement-Test, weshalb ein aktuelles Arthro-MRI durchgeführt werden 
solle. Die Patientin vermute eine Traumatisierung der Schulter im Rahmen 
der Herzoperation. Falls im MRI keine höhergradige Läsion sichtbar sei, 
werde erneut eine subakromiale und eine AC-Gelenksinfiltration mit Ke-
nacort durchgeführt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov.2021, IV/20/873, Seite 11

4.1.4 Im Bericht vom 22. August 2019 (AB 100 S. 5 ff.) führte Dr. med. 
I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Pneumologie, 
aus, er könne die Beschwerden der Patientin (Dyspnoe) nicht eindeutig 
erklären und finde im Moment auch keine Hinweise für ein Asthma bron-
chiale, dies allerdings unter Therapie mit Seretide. Eine kardiale Problema-
tik scheine aufgrund der letzten kardialen Kontrolle nicht wahrscheinlich.

4.1.5 PD Dr. med. J.________, Fachärztin für Neurochirurgie, diagnosti-
zierte im Bericht vom 1. Oktober 2019 (AB 127 S. 2 f.) u.a. eine chronische 
Schmerzproblematik bei mässigen degenerativen Veränderungen HWK5/6 
und HWK6/7 und ein bekanntes subacromiales Impingement linke Schulter. 
In der klinisch-neurologischen Untersuchung habe ein sensomotorisches 
Defizit ausgeschlossen werden können. Es bestehe ein deutlicher paraspi-
naler Muskelhartspann links entlang der BWS. 

4.1.6 Dr. med. K.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
bejahte im Bericht vom 18. Oktober 2019 (AB 103 S. 3 ff.) eine Hilfsbedürf-
tigkeit seit mindestens 2015 beim An-/Auskleiden, bei der Körperpflege und 
bei der Pflege gesellschaftlicher Kontakte. Aufgrund der somatoformen 
Schmerzstörung, der Fibromyalgie mit Schmerzschüben und der rezidivie-
renden Angstattacken mit Panik benötige die Versicherte Dritthilfe im Sinne 
einer lebenspraktischen Begleitung. Für Verrichtungen und Kontakte aus-
serhalb der Wohnung benötige die Versicherte wegen Angst und Pa-
nikstörung regelmässig Begleitung, Beratung und/oder Unterstützung einer 
Drittperson. Nach der Herzklappen-Operation 2017 sei eine Aggravation 
der psychischen und somatischen Komorbiditäten eingetreten. Es bestehe 
ein sehr komplexes Krankheitsbild mit multiplen somatischen und psychi-
schen Anteilen. Durch invalidisierende Schmerzen im Skelettsystem sei die 
Versicherte stark in der Haushaltsführung und Freizeitgestaltung einge-
schränkt. Der Ehemann übernehme ganze Aufgabenbereiche.

4.1.7 Dem Bericht des Ambulatoriums L.________ vom 14. November 
2019 (AB 125 S. 2 f.) ist die Diagnose einer chronischen Zervikobrachialgie 
links mit foraminalen Engen C5-C6 und C6-C7 links zu entnehmen. Die 
Patientin habe berichtet, dass sie seit der Herzoperation im Jahr 2017 unter 
chronischen Schmerzen im Bereich der Hals- sowie der Brustwirbelsäule, 
mit teilweise Ausstrahlung in den linken Arm, leide. Diese Beschwerden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2021, IV/20/873, Seite 12

seien stark ausgeprägt, so dass die Lebensqualität stark eingeschränkt sei. 
Es sei die Wiederholung der CT-gesteuerten Infiltration empfohlen worden.

4.1.8 Im Bericht vom 19. März 2020 (AB 106) hielt die RAD-Ärztin Dr. 
med. M.________, Fachärztin für Urologie und für Chirurgie, fest, es ergä-
ben sich kaum Anhaltspunkte für relevante Erkrankungen, welche die gel-
tend gemachten Einschränkungen auch tatsächlich erklären könnten. Es 
habe vielmehr den Anschein, dass die komplexe psychiatrische Grundkon-
stellation die derzeitige Symptomatik bestimme. Rein somatisch bestehe 
eine Minderbelastbarkeit der linken Schulter. Arbeiten über Kopf seien nicht 
möglich. Das tangiere ein Anlegen oder Abziehen der Socken jedoch nicht. 
Mit der linken Hand dürfte es nicht gelingen, die Haare und den Rücken zu 
waschen; dies jedoch mit der rechten Hand. Auch sei eine permanente 
Anwesenheit des Ehemanns hierfür nicht erforderlich. Somatisch sei nicht 
nachvollziehbar, dass die Versicherte die Wohnung nicht selbstständig ver-
lassen, keine Treppen bewältigen, keine öffentlichen Verkehrsmittel benut-
zen und praktisch nichts im Haushalt bewältigen könne. Allerdings bestehe 
aus psychiatrischer Sicht ein deutlich reduzierter Antrieb, ebenso ein sozia-
ler Rückzug. Laut Aktenlage sei dies bis hin zu einer passageren komplet-
ten Bettlägerigkeit gegangen. Es stelle sich aktuell die Frage, wie adäquat 
die psychiatrische Behandlung sei und ob sich hier etwas optimieren liesse.

4.1.9 Dr. med. D.________ führte im Schreiben vom 20. Mai 2020 (AB 
117 S. 2) aus, die Beschwerdeführerin sei bei ihr seit dem 21. April 2017 in 
ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung. Sie werde 
immer von ihrem Ehemann mit dem Auto zu den Terminen gefahren und 
wieder abgeholt. Die Beeinträchtigung könne durch eine intensivere psych-
iatrisch-psychotherapeutische Behandlung, also eine stationäre, teilstatio-
näre oder hochfrequente ambulante Behandlung, nicht wesentlich und an-
haltend gebessert werden.

4.1.10 Der RAD-Arzt Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 4. August 2020 (AB 133) 
das Folgende:

- Anamnestisch rezidivierende depressive Störung; DD: Neurasthenie 
(ICD-10: F33.4)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov.2021, IV/20/873, Seite 13

- Somatoforme autonome Funktionsstörung (inklusive Reizdarmsyndrom; 
ICD-10: F45.3)

- Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto-
ren (Hypermobilitäts-Syndrom, chronisches Cervikalsyndrom mit radi-
kulären Symptomen 06, 07 bei Diskusprotrusionen C5/6 und C6/7, 
Schulter-Oberarmsyndrom bei Tendinitis, Migräne; ICD-10: F45.41)

- Low dose Benzodiazepinabhängigkeit (ICD-10: F13.2).

Weder aus somatischen noch aus psychischen Gründen seien die vorge-
brachten Einschränkungen beim An- und Auskleiden, bei der Körperpflege 
und bei der Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte nachvollzieh-
bar. Eine dauerhafte Beaufsichtigung durch den Ehemann sei nicht not-
wendig. Es sei nicht von einer chronischen Suizidalität auszugehen, die 
dies notwendig machen würde. Bei einer schwer ausgeprägten Depression, 
einer chronischen Suizidalität, einer nicht medikamentös bzw. psychothe-
rapeutisch beeinflussbaren Angsterkrankung sowie einer schweren De-
menz könne es möglich sein, dass die zur Debatte stehenden Verhaltens-
weisen (Verlassen der Wohnung, Treppensteigen, Benutzung des öffentli-
chen Verkehrs und Pflege sozialer Kontakte) nicht mehr ausgeführt werden 
könnten; diese Störungen lägen bei der Versicherten jedoch nicht vor. 
Vielmehr wirkten sich die IV-fremden psychosozialen Probleme mit der 
deutlichen Beeinträchtigung durch die über weite Strecken nicht mehr vor-
handene Bindung an die Kinder und Grosskinder aus. Auch die Schwierig-
keiten in der Beziehung zur Schwester flössen hier ein.

4.1.11 Gestützt auf eine am 22. Januar 2020 durchgeführte Abklärung an 
Ort und Stelle (Art. 69 Abs. 2 IVV) erstattete der Abklärungsdienst der Be-
schwerdegegnerin am 5. August 2020 den Abklärungsbericht (AB 134). Die 
Abklärungsfachperson führte bezugnehmend auf die RAD-ärztlichen Ein-
schätzungen aus, der von den behandelnden Ärzten und der Beschwerde-
führerin geltend gemachte Hilfsbedarf bei den alltäglichen Lebensverrich-
tungen "An-/Auskleiden", "Körperpflege" und "Fortbewegung/Pflege gesell-
schaftlicher Kontakte" sei aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar, 
dies weder aus somatischen noch aus psychischen Gründen (S. 5 ff. 
Ziff. 6.1, 6.4, 6.6). Zu demselben Schluss gelangte die Abklärungsfachper-
son bezüglich der geklagten Einschränkungen im Zusammenhang mit der 
lebenspraktischen Begleitung. Aus somatischer Sicht sei nicht nachvoll-
ziehbar, dass die Versicherte praktisch nichts im Haushalt selber bewälti-
gen könne und Begleitung durch Dritte bei ausserhäuslichen Verrichtungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2021, IV/20/873, Seite 14

und Kontakten benötige. Aus psychiatrischer Sicht ergäben sich für die 
geforderten Leistungsmerkmale keine Einschränkungen. Die Schmerzer-
krankung lasse sich durch therapeutische Aktivitäten zumindest angehen. 
Auch der eventuell zeitweise reduzierte Antrieb stehe der Ausführung der 
Arbeiten im Haushalt nicht entgegen (S. 9 ff. Ziff. 7.1 f.). Die Anspruchsvor-
aussetzungen für eine Hilflosenentschädigung seien nicht erfüllt.

In der Stellungnahme vom 22. Oktober 2020 (AB 143) hielt die Abklärungs-
fachperson an den Schlussfolgerungen des Abklärungsberichtes fest.

4.1.12 Im Bericht vom 10. Dezember 2020 (AB 151) gab Dr. med. 
D.________ an, die Einschränkungen der Patientin bestünden neben einer 
verminderten körperlichen Leistungsfähigkeit zusätzlich in einer verminder-
ten psychischen Leistungsfähigkeit mit sehr rascher Erschöpfbarkeit, ver-
minderter Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit. Wegen Erschöpfung, 
agoraphobischen Ängsten und Schmerzen (z.B. häufige Migräneattacken, 
Schulter-Arm-Schmerz) sei sie nicht in der Lage gewesen, selbstständig 
die Wohnung zu verlassen. Sie sei bei der Körperpflege teilweise von Hilfe 
abhängig.

4.1.13 Lic. phil. E.________ diagnostizierte im von Dr. med. N.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mitunterzeichneten Bericht 
vom 15. Dezember 2020 (AB 152) eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwärtig schwere Episode (ICD-10: F33.2) mit Suizidgedanken seit 
August 2020, und eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: 
F43.1) seit der Operation 2017. Sie führte aus, die Patientin leide an einer 
massiven Erschöpfung, die den Tagesablauf bestimme. Sie gehe nur für 
Arzttermine ausser Haus. Dabei werde sie seit Jahren immer von ihrem 
Mann begleitet, weil sie unter Stress und Angst leide. Für die meisten Akti-
vitäten im Haushalt sowie bei der Körperpflege, dem Anziehen und dem 
Haarewaschen brauche sie die Unterstützung ihres Ehemannes. Diese 
Abhängigkeit und Bedürftigkeit sowie die massiv eingeschränkte Mobilität 
machten sie traurig und führten zu einem Lebensüberdruss. Die Kontaktlo-
sigkeit zu ihrem Sohn und den Enkeln lösten einen tiefen Schmerz und 
eine Traurigkeit aus. Dazu kämen die Schmerzen, die durch die verschie-
denen körperlichen Erkrankungen bedingt seien.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov.2021, IV/20/873, Seite 15

4.1.14 Der RAD-Arzt Dr. med. C.________ hielt in der Stellungnahme 
vom 15. Januar 2021 (AB 158) fest, die immer wieder in verschiedener 
Ausprägung vorliegende Angstsymptomatik sei Teil der rezidivierenden 
depressiven Störung und müsse nicht eigenständig diagnostisch erfasst 
werden. Zudem könne hieraus keine Hilflosigkeit abgeleitet werden, denn 
Angstsymptome seien meist dadurch charakterisiert, dass sie intermittie-
rend aufträten und auch ohne Intervention nach einer gewissen Zeit abebb-
ten. Im Bericht von lic. phil. E.________ werde von einer posttraumatischen 
Belastungsstörung im Nachgang einer Herzklappenoperation im Jahr 2017 
ausgegangen. Die hierfür typischen und die Störung definierenden Sym-
ptome jenseits davon, dass die Versicherte von der Operation träume und 
die Folgen des Eingriffs verspüre, lägen jedoch in ihrer von den Diagnose-
manualen ICD-10 bzw. DSM-5 geforderten Gesamtheit nicht vor bzw. es 
würden diese nicht genannt und auch von Dr. med. D.________ während 
ihrer Behandlung nicht erwähnt. In der Gesamtschau könne festgestellt 
werden, dass von der Versicherten, bei der sicherlich bedeutsame psychi-
sche Defizite und Beeinträchtigungen aufgrund verschiedener psychiatri-
scher Störungsbilder bestünden, eine Hilflosigkeit geltend gemacht werde, 
die sich jedoch auf der subjektiven Ebene abspiele und nicht mit den objek-
tiv fassbaren Auswirkungen der diagnostizierten psychiatrischen Störungs-
bilder in Einklang zu bringen sei.

4.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2021, IV/20/873, Seite 16

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Soll ein Versicherungs-
fall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so 
sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ver-
sicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab-
klärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der versicherten Per-
son aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzu-
berücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versiche-
rungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines 
behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis 
auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) 
nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder 
ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungs-
träger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 
225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

4.4 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Anga-
ben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Mei-
nungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov.2021, IV/20/873, Seite 17

schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2). Diese 
Rechtsprechung ist auf Abklärungsberichte für Ansprüche auf Hilflosenent-
schädigung, Intensivpflegezuschlag, Hilfsmittel oder Assistenzbeitrag ana-
log anwendbar. Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung der 
Leistung ist eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen Arzt 
und Verwaltung erforderlich (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547, 130 V 61 
E. 6.2 S. 63).

4.5 Die angefochtene Verfügung vom 26. Oktober 2020 (AB 144) ba-
siert auf dem Abklärungsbericht vom 5. August 2020 (AB 134), der als (in-
tegrierender) Bestandteil des Entscheids bezeichnet wurde. In diesem Be-
richt gab die Abklärungsfachperson bezüglich jeder alltäglichen Lebensver-
richtung zunächst die seitens der Beschwerdeführerin anlässlich der Erhe-
bung vor Ort geschilderten Einschränkungen wieder und verneinte sodann 
gestützt auf die Beurteilungen der RAD-Ärzte Dres. med. M.________ und 
C.________ in den Berichten vom 19. März 2020 (AB 106) resp. vom 
4. August 2020 (AB 133) eine regelmässige und erhebliche Hilfsbedürftig-
keit. Diese Berichte, wie auch die von Dr. med. C.________ verfasste Stel-
lungnahme vom 15. Januar 2021 (AB 158), erfüllen die vorerwähnten 
höchstrichterlichen Beweisanforderungen und erbringen vollen Beweis.

4.5.1 Was die somatischen Beschwerden anbelangt, gelangte die RAD-
Ärztin Dr. med. M.________ unter Auseinandersetzung mit der medizini-
schen Aktenlage zum überzeugenden Schluss, dass diese die von der Be-
schwerdeführerin vorgebrachten Einschränkungen in den alltäglichen Le-
bensverrichtungen nicht erklären können (AB 106 S. 5 ff.). Die RAD-Ärztin 
legte schlüssig dar, dass die geklagten langjährigen diffusen wechselnden 
Schmerzen an Rücken, Halswirbelsäule, Ellenbogen, Fingern, Schulter und 
Oberschenkel überwiegend im Zusammenhang mit der somatoformen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2021, IV/20/873, Seite 18

Schmerzstörung stehen und nicht ausgedehnte und funktionell einschrän-
kende degenerative Veränderungen widerspiegeln (AB 106 S. 6). Ebenso 
überzeugend ist die Einschätzung, dass das subacromiale Impingement-
Syndrom zwar eine Minderbelastbarkeit der linken Schulter zur Folge hat 
und Arbeiten über dem Kopf unmöglich macht, dies allerdings etwa das 
Anziehen oder Ausziehen von Socken nicht beeinträchtigt und das Haare-
waschen nicht verunmöglicht (AB 106 S. 8). An der Schlüssigkeit dieser 
Einschätzungen vermögen die im Nachgang zum Bericht von Dr. med. 
M.________ eingeholten medizinischen Unterlagen nichts zu ändern, da 
diesen – wenn überhaupt – nur sehr unspezifische Aussagen bezüglich 
somatisch bedingter Einschränkungen in den alltäglichen Lebensverrich-
tungen zu entnehmen sind (vgl. AB 108, 111, 117, 119 ["allgemeine Er-
schöpfung, körperliche Schwäche und Schmerzen im Bewegungsapparat"], 
120 ff., 125 ff., 149 S. 47 ["somatische Probleme, mit zum Teil invalidisie-
renden Schmerzen"; "rasche Erschöpfbarkeit, Ängste und körperliche 
Symptome"]).

In Bezug auf die mit den Beschwerden in der linken Schulter zusammen-
hängenden Einschränkungen wies die Abklärungsfachperson im Ab-
klärungsbericht vom 5. August 2020 zu Recht auf die Schadenminderungs-
pflicht hin (AB 134 S. S. 7 Ziff. 6.4). Dabei handelt es sich um einen allge-
meinen Grundsatz des Sozialversicherungsrechts (BGE 129 V 460 E. 4.2 
S. 463; SVR 2020 EL Nr. 6 S. 23 E. 7.3.1). Einer versicherten Person sind 
im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten, die 
ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er 
keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte (BGE 140 V 267 E. 5.2.1 
S. 274). Je nach den Umständen greift die Schadenminderungspflicht in die 
verschiedensten Lebensbereiche ein, wobei jedoch von den Versicherten 
nur solche Vorkehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung 
der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles 
zumutbar sind (BGE 138 I 205 E. 3.2 S. 209). Für den Anspruch auf eine 
Hilflosenentschädigung ist dabei zu ergänzen, dass sich der Passus "trotz 
der Abgabe von Hilfsmitteln" in Art. 37 Abs. 2 und 3 IVV zwar nur auf die 
von der IV abgegebenen Hilfsmittel bezieht, dass aber unabhängig davon 
aufgrund der Schadenminderungspflicht der versicherten Person zuzumu-
ten ist, gewisse wenig kostspielige Hilfsmittel oder Anpassungen selber zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov.2021, IV/20/873, Seite 19

tragen (Entscheid des Bundesgerichts vom 5. Januar 2007, I 639/06, 
E. 4.1). Soweit überhaupt aus medizinischer Sicht nachvollziehbar, liesse 
sich die geltend gemachte Hilflosigkeit beim An- und Auskleiden sowie bei 
der Körperpflege durchaus durch geeignete Hilfsmittel wie beispielsweise 
An- und Ausziehhilfen, Sockenanzieher und Körperbürste vermindern (vgl. 
Broschüre der Rheumaliga Schweiz, "Kleine Helfer, grosse Wirkung" 
[<www.rheumaliga.ch/angebote/hilfsmittel>]).

4.5.2 Was den psychischen Gesundheitszustand betrifft, legte der RAD-
Arzt Dr. med. C.________ ebenfalls nachvollziehbar dar, dass gestützt auf 
die Akten keine hinreichend schwere Gesundheitsschädigung vorliegt, wel-
che die geltend gemachten Einschränkungen zu erklären vermöchte (AB 
133 S. 6 ff., 158 S. 3 ff.). Etwas anderes ergibt sich insbesondere nicht aus 
den sehr allgemein gehaltenen Berichten von Dr. med. D.________ vom 
21. April 2017 (AB 119 S. 2 ff.), vom 20. Mai 2020 (AB 117) und vom 
10. Dezember 2020 (AB 151) sowie der an den Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin adressierten E-Mail vom 23. November 2020 (Beschwer-
debeilage [BB] 11). Darin hielt die behandelnde Psychiaterin im Wesentli-
chen fest, ohne die Hilfe des Ehemannes könnte die Beschwerdeführerin 
weder selbstständig wohnen noch Kontakte ausserhalb der Wohnung pfle-
gen, ohne dies im Einzelnen unter Bezugnahme auf die diagnostizierten 
Störungsbilder konkret darzulegen. Bezüglich dieser Berichte ist überdies 
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass Hausärzte mitunter im 
Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen 
eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; 
SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 E. 5.3.3.3). Dies gilt nicht nur für den allgemein 
praktizierenden Hausarzt, sondern ebenso für den behandelnden Spezial-
arzt und erst recht für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit seinem 
besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten 
Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren (Entscheid des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute Bundesgericht] vom 
20. März 2006, I 655/05, E. 5.4). Unter diesem Blickwinkel überzeugt denn 
auch die Schlussfolgerung des RAD-Arztes, wonach eine Hilflosigkeit gel-
tend gemacht werde, die sich auf der subjektiven Ebene abspiele und nicht 
mit den objektiv fassbaren Auswirkungen der diagnostizierten psychiatri-
schen Störungsbilder in Einklang zu bringen sei (AB 158 S. 4). Daran än-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2021, IV/20/873, Seite 20

dert auch nichts, dass die Beschwerdegegnerin eine Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin anerkannt und per 1. Sep-
tember 2020 eine Erhöhung der laufenden Invalidenrente auf eine ganze 
Rente angekündigt hat (AB 159), gelten doch für die Ausrichtung einer 
Rente oder einer Hilflosenentschädigung unterschiedliche Anspruchsvor-
aussetzungen.

Gegen eine – hinsichtlich des Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung 
hinreichend – schwere psychische Störung spricht die geringe Frequenz 
der psychiatrischen Betreuung mit monatlich zweimaliger Konsultation (vgl. 
AB 134 S. 3), wobei die Behandlung durch Dr. med. D.________ ab Fe-
bruar 2020 nur noch telefonisch erfolgte und Ende Juni 2020 eingestellt 
wurde (AB 151 S. 2 Ziff. 1.1 f.). Die im Bericht vom 15. Dezember 2020 der 
seit Juli 2020 in delegierter Psychotherapie behandelnden lic. phil. 
E.________ erwähnte Verschlechterung aufgrund einer gegenwärtig 
schweren Episode der depressiven Störung seit August 2020 (ICD-10: 
F33.2; AB 152 S. 5) ist vorliegend von vornherein nicht zu berücksichtigen, 
da diese im Zeitpunkt des Verfügungserlasses am 26. Oktober 2020 
(AB 144) noch nicht drei Monate andauerte (vgl. Art. 88a Abs. 2 IVV). 
Diesbezüglich kann aber immerhin darauf hingewiesen werden, dass der 
RAD-Arzt Dr. med. C.________ in der Stellungnahme vom 15. Januar 2021 
überzeugend ausgeführt hat, die Symptome einer schweren Episode lies-
sen sich aus den dargelegten objektiven Befunden nicht herausarbeiten, 
ebenso wenig wie die Suizidalität (AB 158 S. 4).

4.5.3 Nach dem Dargelegten begründen die Berichte der behandelnden 
medizinischen Fachpersonen keine auch nur geringen Zweifel an der Zu-
verlässigkeit und Schlüssigkeit der Einschätzung der RAD-Ärzte Dres. 
med. M.________ und C.________ (vgl. E. 4.3 hiervor), zumal diese man-
gels substanziierter Begründung keine hinreichenden Anhaltspunkte für 
eine Hilflosigkeit der Beschwerdeführerin in den relevanten alltäglichen 
Lebensverrichtungen enthalten, wohl aber Anhaltspunkte für eine massive 
psychosoziale und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht relevante 
Belastungssituation (vgl. AB 119 S. 2 f., 151 f. S. 3 Ziff. 2.1, 152 S. 4 
Ziff. 2.2 und 2.4; BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 
E. 3.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov.2021, IV/20/873, Seite 21

Entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 12 ff., 
Replik S. 6) hat die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt insbesondere 
auch hinsichtlich des psychischen Gesundheitszustandes genügend abge-
klärt. Aufgrund der RAD-ärztlichen Empfehlungen (AB 106 S. 9, 114 S. 4) 
wurden diverse weitere medizinische Unterlagen eingeholt (AB 108 ff., 120 
ff.), bezüglich des psychischen Zustands insbesondere bei Dr. med. 
D.________ (Berichte vom 21. April 2017 [AB 119] und vom 20. Mai 2020 
[AB 117]) und beim Spital F.________ (Bericht vom 15. Mai 2019 [AB 122 
S. 3 f.]). Diese Berichte bildeten eine hinreichende Basis für die spätere 
RAD-ärztliche Beurteilung vom 4. August 2020 (AB 133) und die nach Ver-
fügungserlass erstellte Stellungnahme vom 15. Januar 2021 (AB 158). So-
weit Letztere den Sachverhalt vor Erlass der angefochtenen Verfügung 
betrifft und hier zu berücksichtigen ist, hält der RAD-Arzt Dr. med. 
C.________ zutreffend fest, dass aus der bejahten rentenrelevanten Ver-
schlechterung des psychischen Gesundheitszustandes (vgl. AB 157) nicht 
ohne weiteres auch auf eine für den Anspruch auf eine Hilflosenentschädi-
gung massgebliche Veränderung geschlossen werden kann (S. 4). Wenn 
er eine die Hilflosigkeit beeinflussende Schwere der psychischen Störung 
nach wie vor verneint, ist diese überzeugende fachärztliche Einschätzung 
vom Gericht nicht zu beanstanden.

4.5.4 Der Abklärungsbericht vom 5. August 2020 (AB 134) vermag zu-
sammen mit der Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 22. Oktober 
2020 (AB 143) insgesamt zu überzeugen. Daran ändert nichts, dass im 
Abklärungsbericht insbesondere bei den hier umstrittenen alltäglichen Le-
bensverrichtungen sowie der lebenspraktischen Begleitung jeweils die Be-
urteilungen der RAD-Ärzte Dres. med. M.________ und C.________ er-
wähnt wird. Diesbezüglich ist zu berücksichtigen, dass einerseits eine Hilf-
losigkeit aus somatischen Gründen nicht erstellt ist (vgl. E. 4.5.1) und ande-
rerseits bei einer Beeinträchtigung der geistigen bzw. psychischen Ge-
sundheit den ärztlichen Feststellungen mehr Gewicht zukommt als der 
durchgeführten Abklärung (BGE 133 V 450 E. 11.1.1 S. 468; Entscheid des 
EVG vom 23. Juli 2007, I 861/05, E. 4.1). Wie vorstehend dargelegt, ist die 
entsprechende Beurteilung des RAD-Psychiaters Dr. med. C.________ 
schlüssig (vgl. E. 4.5.2 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2021, IV/20/873, Seite 22

4.6 Zusammenfassend ist der rechtserhebliche Sachverhalt sowohl in 
medizinischer Hinsicht wie auch im Rahmen der Abklärung vor Ort hinrei-
chend abgeklärt, womit auf die beschwerdeweise beantragten weiteren 
Abklärungen, namentlich die Befragung von Dr. med. C.________ (Replik 
S. 14), in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 
V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) 
verzichtet werden kann. Damit liegt in Bezug auf die alltäglichen Lebens-
verrichtungen keine Hilflosigkeit vor. Ebenso wenig besteht ein rechtlich 
relevanter Bedarf an lebenspraktischer Begleitung. Die Beschwerdegegne-
rin hat folglich den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Hilflosenent-
schädigung zu Recht verneint. Die angefochtene Verfügung vom 26. Okto-
ber 2020 (AB 144) ist nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuwei-
sen.

5.

5.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 82a ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.

Gemäss Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die Verfahrenskosten der unterlie-
genden Partei auferlegt, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Par-
tei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen Umstände rechtfer-
tigen, keine Verfahrenskosten zu erheben. Vorliegend ist keine vom Unter-
liegerprinzip abweichende Verlegung der Verfahrenskosten vorzunehmen. 
Es ist ohne weiteres davon auszugehen, dass die – wenn überhaupt – 
höchstens als leicht zu beurteilende Verletzung des rechtlichen Gehörs 
(vgl. E. 2.5 hiervor) nicht kausal war für die am 25. November 2020 erho-
bene Beschwerde, zumal die Beschwerdeführerin nach Einsicht in die ge-
samten Akten mit Replik vom 6. Mai 2021 und Stellungnahme vom 9. Au-
gust 2021 weiterhin an den in der Beschwerde formulierten Rechtsbegeh-
ren festhielt. Demnach sind die gerichtlich auf Fr. 800.-- festgesetzten Ver-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov.2021, IV/20/873, Seite 23

fahrenskosten der unterliegenden Beschwerdeführerin zur Bezahlung auf-
zuerlegen. Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe entnommen.

5.2 Gemäss dem auch im kantonalen Verfahren geltenden allgemeinen 
Verfahrensgrundsatz, wonach unnötige Kosten zu bezahlen hat, wer sie 
verursacht (Verursacherprinzip), kann es sich rechtfertigen, die verantwort-
liche Partei zur Leistung einer Parteientschädigung an die (in der Sache 
unterliegende) Gegenpartei zu verpflichten, wenn deren rechtliches Gehör 
in schwerwiegender Weise verletzt wurde und diese Verletzung zu nen-
nenswerten Kosten führte, die ohne die Gehörsverletzung nicht angefallen 
wären (vgl. SVR 2019 IV Nr. 93 S. 316 f. E. 5.4.3).

Wie vorstehend und bereits in E. 2.5 festgehalten wurde, kann von einer 
schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs keine Rede sein. Es 
besteht damit kein Anlass, die der Beschwerdeführerin entstandenen Kos-
ten für ihre Rechtsvertretung der Beschwerdegegnerin zu überbinden (vgl. 
Replik S. 19 Ziff. 3). Bei dieser Ausgangslage besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Um-
kehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Nov. 2021, IV/20/873, Seite 24

4. Zu eröffnen (R):
- Advokat B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.