# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eaf3cb0e-ab8d-56d9-9a16-525d3c5f7f40
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.08.2011 E-3304/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3304-2011_2011-08-29.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­3304/2011

U r t e i l   v om   2 9 .   Augus t   2 0 1 1  

Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer,
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;    
Gerichtsschreiber Jan Feichtinger.

Parteien A._______, geboren am (…),
Irak,  
vertreten durch lic. iur. Tilla Jacomet,
Thurgauer Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
(Dublin­Verfahren);  Verfügung des BFM vom 3. Juni 2011 / 
N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer, ein irakischer Staatsangehöriger aus und mit 
letztem  Wohnsitz  in  Bagdad,  seinen  Heimatstaat  eigenen  Angaben 
zufolge  im  "Sommer 2006"  verliess  und  über  die  Türkei  nach 
Griechenland gelangte, bevor er 2007 in die Niederlande und von dort am 
14. April 2011 mit dem Zug in die Schweiz reiste, wo er gleichentags um 
Asyl nachsuchte,

dass  das  BFM  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  28. April 2011  im 
B._______  die  Personalien  des  Beschwerdeführers  erhob  und  ihn 
summarisch zum Reiseweg sowie zu den Gründen für das Verlassen des 
Heimatlandes befragte, wobei er im Wesentlichen geltend machte, er sei 
im Jahr 2006 während seiner Arbeit auf (…) von Unbekannten telefonisch 
bedroht und aufgefordert worden, für "die Gruppe" zu arbeiten, 

dass  er  sich  deshalb  zur  Ausreise  entschlossen  und  später  erfahren 
habe, dass 2007 eine Handgranate in den Hof des Hauses seiner Familie 
geworfen und sein Bruder dabei schwer verletzt worden sei,

dass  es  im  Irak  keine  Sicherheit  gebe  und  ständig  Leute  von 
Verbrecherbanden entführt und ermordet würden,

dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  der  Datenbank  Eurodac  am 
(…) 2007,  (…)   2008  und  am  (…) 2010  in  den  Niederlanden  um  Asyl 
nachgesucht hat,

dass  ihm  im  Anschluss  an  die  Kurzbefragung  mündlich  das  rechtliche 
Gehör im Hinblick auf eine allfällige Zuständigkeit der Niederlande für die 
Durchführung des Asyl­ und Wegweisungsverfahrens gewährt wurde und 
er  auf  Vorhalt  seiner  daktyloskopischen  Erfassung  angab,  dass  die 
niederländischen  Behörden  ihn  während  eines  Monats  inhaftiert  und 
angewiesen hätten, das Land innert 28 Tagen zu verlassen, 

dass  sein  dortiges  Asyldossier  geschlossen  sei  und  die  Niederlande 
irakische  Staatsangehörige  in  deren  Heimat  zurückschickten,  wo  viele 
von ihnen sterben würden, 

dass  er  deshalb  keinesfalls  zurückkehren  werde  und  sich  lieber  das 
Leben nehme,

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dass  das  BFM  am  18. Mai 2011  gestützt  auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  e  der 
Verordnung  (EG)  Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18.  Februar  2003  zur 
Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrags  zuständig  ist 
(Dublin­II­VO)  die  niederländischen  Behörden  um Wiederaufnahme  des 
Beschwerdeführers ersuchte und diese dem Ersuchen mit Schreiben vom 
26. Mai 2011 zustimmten,

dass das BFM mit Verfügung vom 3. Juni 2011 (eröffnet am 6. Juni 2011) 
in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998  (AsylG,  SR  142.31)  auf  das  Asylgesuch  vom  14. April 2011  nicht 
eintrat,  den  Beschwerdeführer  in  die  Niederlande  wegwies  und  ihn 
aufforderte,  die  Schweiz  spätesten  am  Tag  nach  Ablauf  der 
Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  C._______  mit  dem  Vollzug 
der Wegweisung beauftragte und festhielt, eine Beschwerde gegen diese 
Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung,

dass  es  zur  Begründung  anführte,  der  vormalige  Aufenthalt  des 
Beschwerdeführers  in  den  Niederlanden  respektive  seine  dortigen 
Asylersuchen  durch  die  Eurodac­Treffer  vom  21. Februar 2007,  vom 
8. März 2008 und vom 18. März 2010 belegt,

dass  gestützt  auf  die  einschlägigen  staatsvertraglichen  Bestimmungen 
(Abkommen  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die 
Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten 
Asylantrags  [Dublin­Assoziierungsabkommen,  SR  0.142.392.68]  sowie 
auf  das  "Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem 
Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung und Entwicklung 
des  Schengen­Besitzstandes  und  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur 
Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  der 
Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags")  die 
Niederlande für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig seien,

dass die Niederlande am 26. Mai 2011 gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. e 
Dublin­II­VO  einer  Übernahme  des  Beschwerdeführers  zugestimmt 
hätten,

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dass die Rückführung ­ vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung ­ bis spätestens am 26. November 2011 zu erfolgen habe,

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Gewährung  des  rechtlichen 
Gehörs  zu  einer Wegweisung  in  die Niederlande  keine Gründe  geltend 
gemacht habe, die praxisgemäss einem Vollzug der Wegweisung dorthin 
entgegenstünden,

dass  die  Niederlande  das  Non­Refoulement­Gebot  respektierten  und 
keine  Hinweise  für  eine  Verletzung  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4. 
November  1950  zum Schutze  der Menschenrechte  und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) im Falle einer Rücküberstellung bestehen würden,

dass  somit  auf  das  Asylgesuch  nicht  einzutreten,  die Wegweisung  aus 
der Schweiz die Regelfolge des Nichteintretens auf ein Asylgesuch und 
der Vollzug der Wegweisung  in die Niederlande zulässig,  zumutbar und 
möglich sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  seiner  Rechtsvertreterin  vom 
8. Juni 2011  (Poststempel  unleserlich;  Eingang  beim 
Bundesverwaltungsgericht:  14. Juni 2011)  gegen diesen Entscheid  beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und dabei  in materieller 
Hinsicht beantragen  liess, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben 
und  das BFM anzuweisen,  sein Selbsteintrittsrecht  auszuüben  und  sich 
für vorliegendes Asylgesuch für zuständig zu erachten,

dass  in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt wurde, der Beschwerde 
sei  die  aufschiebende Wirkung  zu  erteilen,  die  Vollzugsbehörden  seien 
anzuweisen,  bis  zum  Entscheid  über  den  Suspensiveffekt  der 
vorliegenden  Beschwerde  von  einer  Überstellung  in  die  Niederlande 
abzusehen  und  dem  Beschwerdeführer  sei  unter  Verzicht  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  die  unentgeltliche  Rechtspflege 
gemäss  Art.  65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zu gewähren,

dass mit der Rechtsmitteleingabe ein niederländisches, auf eine Person 
namens D.______ _lautendes Urteil  ("uitspraak")  zu den Akten gereicht 
und die Beschwerdebegründung vorwiegend auf dasselbe respektive "ein 
Urteil eines niederländischen Gerichts" abgestützt wurde,

dass  die  stellvertretende  Instruktionsrichterin  mit  prozessleitender 
Verfügung  vom  15. Juni 2011  im  Rahmen  einer  vorsorglichen 

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Massnahme bis zum definitiven Entscheid über die allfällige Gewährung 
der aufschiebenden Wirkung den Vollzug der Wegweisung aussetzte,

dass  mit  gleicher  Verfügung  der  Entscheid  über  das  Gesuch  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1 
VwVG auf einen späteren Zeitpunkt verlegt und dem Beschwerdeführer – 
angesichts des in niederländischer Sprache verfassten Urteils – Frist zur 
Präzisierung seiner Beschwerdebegründung sowie zur Übersetzung des 
fremdsprachigen Beweismittels angesetzt wurde, 

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  seiner  Rechtsvertreterin  vom 
7. Juli 2011 eine Übersetzung der als relevant erachteten Passagen des 
beigebrachten Urteils zu den Akten reichen liess, 

dass  auf  die  Beschwerdebegründung,  soweit  für  den  Entscheid 
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

und zieht in Erwägung,  

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG, Art. 105 
AsylG, Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass  der  Zeitpunkt  der  Beschwerdeaufgabe  mangels  Lesbarkeit  des 
Poststempels  nicht  feststeht,  die  am  14. Juni 2011  beim 

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Bundesverwaltungsgericht eingegangene Beschwerde jedoch spätestens 
am Vortag aufgegeben worden sein muss, womit die Eingabe rechtzeitig 
erfolgt ist,

dass auf die  frist­ und  formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten 
ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich 
Missbrauch  und  Überschreitung  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder 
unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die 
Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art.  111  Bst.  e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  ­  sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  ­  einer 
selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass sich aus den Aussagen des Beschwerdeführers ergibt, dass dieser 
in  den  Niederlanden  Asyl  beantragt  hat  (Akten  BFM  A1  S.  7),  welcher 

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Sachverhalt  durch  entsprechende  Einträge  in  der  Datenbank  Eurodac 
(Asylgesuche  vom  21. Februar 2007,  vom  8. März 2008  und  vom 
18. März 2010; A12 S. 5) bestätigt wird, 

dass  somit  die Niederlande  für  die  Prüfung  des  vom Beschwerdeführer 
am 8. Mai 2010 in der Schweiz eingereichten Asylantrags zuständig sind 
(vgl. vorstehend S. 3, Dublin­II­VO, insbes. Art. 10 Abs. 1 Dublin­II­VO),

dass  das  BFM  die  niederländischen  Behörden  am  18. Mai 2011  um 
Wiederaufnahme  des  Beschwerdeführers  ersuchte  (vgl.  Art.  16  Abs.  1 
Bst.  e und Art.  20 Dublin­II­VO) und die niederländischen Behörden mit 
Schreiben vom 26. Mai 2011 – und damit  innerhalb der in Art. 20 Abs. 1 
Bst.  b  Dublin­II­VO  vorgesehenen  Frist –  einer  Rückübernahme  des 
Beschwerdeführers zustimmten (vgl. A14 S. 1),  

dass  der  Beschwerdeführer  somit  ohne  weiteres  in  einen  Drittstaat 
(vorliegend  die  Niederlande)  ausreisen  kann,  welcher  für  die  Prüfung 
seines Asylantrages  –  beziehungsweise  gegebenenfalls  für  den Vollzug 
der  Wegweisung  nach  rechtskräftigem  Verfahrensabschluss – 
staatsvertraglich zuständig ist,

dass  in  der  Rechtsmitteleingabe  sowie  in  deren  Ergänzung  vom 
7. Juli 2011  im  Wesentlichen  vorgebracht  wird,  im  Falle  einer 
Rücküberstellung  in  die  Niederlande  bestehe  die  Gefahr  einer 
Kettenabschiebung  ("indirektes Refoulement"), weshalb  die  die Schweiz 
in Erfüllung ihrer völkerrechtlichen Verpflichtungen sowie angesichts ihrer 
eigenen  Rechtspraxis  von  ihrem  Selbsteintrittsrecht  Gebrauch  machen 
müsse,

dass die Niederlande unter anderem Signatarstaat des Abkommens vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), 
der  EMRK  und  des  Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen 
Folter  oder  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende 
Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) sind, 

dass keine konkreten Hinweise dafür bestehen, wonach die Niederlande 
sich  nicht  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen, 
insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen 
Normen  der  EMRK  halten würden, womit  die  geltend  gemachte Gefahr 
einer Kettenabschiebung ausgeschlossen werden kann,

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dass  dort  die  Asylanträge  des  Beschwerdeführers  offenbar  in 
rechtsstaatlich korrekten Verfahren geprüft wurden,

dass  sich  die Frage  des Refoulements  –  entgegen den Vorbringen des 
Beschwerdeführers –  im Übrigen auch aus  schweizerischer Perspektive 
nicht stellen würde, da gemäss der Praxis der hiesigen Asylbehörden ein 
Vollzug  der  Wegweisung  in  den  Zentralirak  zwar  unter  Umständen  als 
unzumutbar gilt, die Frage der Zulässigkeit hiervon jedoch nicht betroffen 
ist, 

dass  nach  dem  Gesagten  für  das  Bundesverwaltungsgericht  keine 
Gründe  ersichtlich  sind,  die  das  BFM  zur  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts  der  Schweiz  (Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO)  hätten 
veranlassen sollen,

dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf Erteilung einer solchen besteht, weshalb die verfügte Wegweisung im 
Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom 
BFM zu Recht angeordnet wurde,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9),  weshalb 
die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet 
wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

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dass  in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach der 
Zulässigkeit  und  Möglichkeit  des Wegweisungsvollzugs  (Art.  83  Abs.  2 
und 3 AuG)  regelmässig Voraussetzung  (und nicht erst Regelfolge) des 
Nichteintretensentscheides ist (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
D­645/2010 vom 1. März 2010 E. 8.1),

dass  demnach  auf  die  Frage  einer  drohenden  Verletzung  des  Non­
Refoulements­Gebots beziehungsweise der Möglichkeit des Vollzugs der 
Wegweisung an dieser Stelle nicht mehr einzugehen ist,

dass  sich  die  Frage  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in 
Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt von 
Art.   3  Abs.  1  und  4  AuG  stellt,  sondern  ebenfalls  vor  der  Prüfung  des 
Nichteintretens  im  Rahmen  des  Selbsteintrittsrechts  (vgl.  Urteil  D­
645/2010 vom 1. März 2010 E. 8.2), welches wie vorstehend ausgeführt, 
nicht zur Anwendung gelangt,

dass das BFM demnach den Vollzug der Wegweisung in die Niederlande 
zu Recht angeordnet hat,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  folglich  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  die  Gesuche  um  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  der 
Beschwerde und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
angesichts  des  vorliegenden  direkten  Entscheids  in  der  Hauptsache 
gegenstandslos geworden sind,

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.– 
Art.  1  ­  3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE, 
SR 173.320.2) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
und 5 VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  an  das  BFM  und  an  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Jan Feichtinger

Versand: