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**Case Identifier:** 0d980df5-543f-583f-959c-1d1bbafa6e48
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-12
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 12.10.2021 200 2020 810
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-810_2021-10-12.pdf

## Full Text

200 20 810 UV
KNB/TOZ/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 12. Oktober 2021

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Visana Versicherungen AG 
Leistungszentrum UVG, Weltpoststrasse 19, Postfach 253, 3000 Bern 15
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 30. September 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Okt. 2021, UV/20/810, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1967 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war über ihre Arbeitgeberin bei der Visana Versicherungen AG (Visana 
resp. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert, als sie gemäss 
Unfallmeldung vom 11. Juni 2019 (Antwortbeilagen der Visana [AB] 1) am 
21. April 2019 beim Aussteigen aus der Badewanne stürzte und sich dabei 
eine Verdrehung bzw. Verstauchung des linken Fussgelenkes und 
Prellungen der rechten Schulter sowie der Knie beidseits zuzog. Die Visana 
anerkannte ihre Leistungspflicht für die Folgen dieses Ereignisses und 
erbrachte die gesetzlichen Leistungen (AB 2). Nach Beizug verschiedener 
Arztberichte und Beurteilungen durch ihren beratenden Arzt, PD Dr. med. 
C.________, Facharzt für Chirurgie und Intensivmedizin, vom 25. Juni und 
16. Juli 2020 (AB 36, 52 f.), stellte die Visana mit Verfügung vom 23. Juli 
2020 (AB 63 bis 65) die vorübergehenden Leistungen mangels 
Kausalzusammenhangs der fortbestehenden Schulterbeschwerden rechts 
zum Unfallereignis per 16. Januar 2020 ein, wobei sie auf die 
Rückforderung der darüber hinaus erbrachten Leistungen verzichtete. 
Daran hielt sie auf Einsprache hin (AB 66) und nach Einholung eines 
Aktenberichts ihres beratenden Arztes, Dr. med. D.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
vom 12. September 2020 (AB 77 bis 80) mit Entscheid vom 30. September 
2020 (AB 81 bis 89) fest. 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 28. Oktober 2020 Beschwerde. Sie beantragt, in 
Aufhebung des Einspracheentscheides sei die Beschwerdegegnerin zu 
verpflichten, die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen zu erbringen. 

In der Beschwerdeantwort beantragt die Beschwerdegegnerin die 
Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Okt. 2021, UV/20/810, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 30. Sep-
tember 2020 (AB 81 bis 89). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der 
Beschwerdeführerin auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 21. April 2019 über den 16. Ja-
nuar 2020 hinaus. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 In formeller Hinsicht ist vorab eine (allfällige) Verletzung des recht-
lichen Gehörs durch die fehlende Kenntnisnahme der Beschwerdeführerin 
vom Aktenbericht des Dr. med. D.________ vom 12. September 2020 (AB 
77 bis 80) vor Erlass des Einspracheentscheides zu prüfen. Die Frage ei-
ner allfälligen Verletzung des Gehörsanspruchs prüft das Sozialversiche-
rungsgericht grundsätzlich nicht nur aufgrund von Parteibegehren und im 
Rahmen gestellter Rechtsbegehren, sondern auch von Amtes wegen (BGE 
120 V 357 E. 2a S. 362; SVR 1999 UV Nr. 25 S. 75 E. 1a).

2.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst unter anderem das 
Recht der Betroffenen, sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingrei-
fenden Entscheids zur Sache zu äussern, Einsicht in die Akten zu nehmen 
und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder 
sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, 
den Entscheid zu beeinflussen (BGE 143 V 71 E. 4.1 S. 72). 

2.3 Die - der Beschwerdeführerin erst zusammen mit dem 
Einspracheentscheid vom 30. September 2020 (AB 81 bis 89) zur Kenntnis 
gebrachte - versicherungsinterne Aktenbeurteilung des Dr. med. 
D.________ vom 12. September 2020 (AB 77 bis 80) bildete eine 
wesentliche Grundlage des Einspracheentscheides. Die Beschwerdegeg-
nerin hat daraus zitiert und sich auf dessen Argumentation abgestützt. Die 
Nichtzustellung der Aktenbeurteilung vor Erlass des 
Einspracheentscheides stellt jedoch keine schwere, keiner Heilung 
zugängliche Verletzung des rechtlichen Gehörs dar (vgl. (BGE 137 I 195 E. 
2.3.2 S. 197, 126 V 130 E. 2b S. 132; SVR 2019 IV Nr. 65 S. 210 E. 4.3). 
Die Aktenbeurteilung bestätigte nämlich im Wesentlichen die der Verfügung 
vom 23. Juli 2020 (AB 63 bis 65) zugrunde gelegten Beurteilungen des 
beratenden Arztes PD Dr. med. C.________ vom 25. Juni und 16. Juli 
2020 (AB 36, 52 f.). Hinzu kommt, dass mit der Nichtzustellung der 
vertrauensärztlichen Beurteilung im vorliegenden Fall nicht auf ein 
systematisch wiederholtes bzw. regelmässiges Vorgehen der Beschwerde-
gegnerin zu schliessen ist. 

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3.

3.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallver-
sicherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

3.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche-
rung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusam-
menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 
2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

3.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1). Für die Bejahung 
des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt es, wenn der Unfall für 
eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt 
(BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 
S. 12 E. 8.3).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

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worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

3.2.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den 
Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaf-
ten Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und 
adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und 
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), er-
reicht ist (BGE 146 V 51 E. 5.1. S. 55). Ebenso wie der leistungsbegrün-
dende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausa-
len Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens 
mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Mög-
lichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfal-
les genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfra-
ge handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leis-
tungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht 
bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (BGE 
146 V 51 E. 5.1 S. 56).

3.3 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsan-
sprüche bedarf es verlässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen 
(Entscheid des BGer vom 26. März 2019, 8C_824/2018, E. 3.2). Insbeson-
dere ist der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. dessen 
Wegfallens in erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu 
führen (Entscheid des BGer vom 28. Februar 2019, 8C_167/2018, E. 4.2).

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4.

4.1 Dass das Ereignis vom 21. April 2019 (AB 1) die kumulativen Tat-
bestandsvoraussetzungen des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. 
E. 3.1 hiervor) erfüllt, ist zu Recht unbestritten. Die Beschwerdegegnerin 
hat im Zusammenhang mit dem besagten Ereignis zunächst vorüberge-
hende Leistungen erbracht und damit das Vorliegen der Anspruchsvoraus-
setzungen - insbesondere die leistungsbegründende natürliche Unfallkau-
salität - anerkannt (vgl. Entscheid des BGer vom 1. Februar 2011, 
8C_895/2010, E. 5.1). Demnach liegt die Beweislast für das Dahinfallen 
des Kausalzusammenhangs bei ihr (vgl. E. 3.2.2 hiervor). 

4.2 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten (in Bezug auf die 
rechte Schulter) im Wesentlichen die folgenden Angaben entnehmen:

4.2.1 Eine von der Klinik E.________ am 29. Juni 2012 durchgeführte 
Arthro-Magnetresonanztomographie (MRT) des rechten Schultergelenks 
(AB 74 f.) ergab unter anderem eine AC-Gelenksarthrose, Akromion Typ I 
nach Bigliani, wenig Flüssigkeit in der Bursa subacromialis und 
subdeltoidea, diskrete, unterflächenseitig gelegene, hyperintense 
Signalstörungen am Ansatz der Infraspinatussehne, eine ausgeprägte Bi-
zepstendinose, eine leichtgradige Synovitis mit einem verdickten Ligamen-
tum coracohumerale sowie eine gute Rotatorenmanschettenmuskulatur. Es 
liege keine Läsion der Rotatorenmanschette vor. 

Gestützt darauf diagnostizierten die Behandler des Spitals F.________ im 
Bericht vom 5. Juli 2012 (AB 118) eine Bizepstendinopathie der rechten 
Schulter. Aktuell bestehe die Indikation zu einer intraartikulären Schulterin-
filtration, welche gleichentags durchgeführt worden sei. Es sei keine Ar-
beitsunfähigkeit attestiert worden. 

4.2.2 Die Erstbehandlung hinsichtlich des Ereignisses vom 21. April 
2019 erfolgte am 20. Juni 2019 durch Dr. med. G.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin (AB 49, 116). Dieser führte im Eintrag der Kran-
kengeschichte aus, dass die Retroversion der Schulter dolent sei und die 

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Supraspinatuszeichen bei normaler Kraft vorhanden seien. Klinisch beste-
he der Verdacht auf ein Impingement (AB 49, 116). 

Im Eintrag vom 3. September 2019 (AB 49, 116) hielt Dr. med. G.________ 
eine weiterhin dolente Schulter bei Zustand nach physiotherapeutischer 
Behandlung fest. Eine MRT-Untersuchung werde wegen Platzangst nicht 
durchgeführt. Die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass sie während 
der Ferien beschwerdefrei gewesen sei. Die Physiotherapie werde verlän-
gert. In der Verordnung zur Physiotherapie vom gleichen Tag (AB 4) ver-
merkte Dr. med. G.________ einen Status nach Schulterdistorsion rechts 
als Diagnose infolge eines Unfalles. 

In einem weiteren Eintrag vom 12. Dezember 2019 berichtete Dr. med. 
G.________ über eine weiterbestehende Dolenz im Bereich der rechten 
Schulter. Er überwies die Beschwerdeführerin an Dr. med. H.________, 
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-
apparates (AB 49, 116). 

4.2.3 Dr. med. H.________ diagnostizierte im Bericht vom 27. Dezem-
ber 2019 (AB 5 f.) einen Verdacht auf eine traumatische Rotatorenman-
schettenläsion rechts mit einer begleitenden Bizepssehnentendinopathie 
(AB 5). Er empfahl die Durchführung einer Arthro-MRT der rechten Schulter 
(AB 6). 

4.2.4 Im Bericht vom 16. Januar 2020 (AB 7 f.) über eine gleichentags 
durchgeführte Arthro-MRT der rechten Schulter führte Dr. med. I.________, 
Facharzt für Radiologie, aus, es bestünden keine Hinweise auf eine post-
traumatische Läsion der Rotatorenmanschette. Die Rotatorenmanschet-
tenmuskulatur scheine altersentsprechend bzw. nicht signifikant atrophiert 
(AB 7 f.). Es liege eine lange Bizepssehne im Verlauf vor, welche morpho-
logisch nicht zu beanstanden sei. Weiter bestehe eine signifikante Im-
pingement-Konstellation mit einem lateral abfallenden Akromion und einer 
Bursitis subacromialis und subdeltoidea (AB 8).

Noch am gleichen Tag ergänzte Dr. med. I.________ seine Beurteilung 
dahingehend, dass eine kleine intramurale Rotatorenmanschettenläsion 
bzw. eine Partialläsion der Supraspinatussehne vorliege (AB 9 f.). 

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4.2.5 Im Bericht vom 5. Februar 2020 (AB 12) hielt Dr. med. 
H.________ als Diagnose eine traumatische Supraspinatussehnenparti-
alläsion rechts mit einer begleitenden Bursitis subacromialis sowie einer 
klinischen Bizepssehnentendinopathie fest. Die Schulterbeschwerden seien 
weiterhin unverändert. Bezüglich des MRT-Befundes vom 16. Januar 2020 
führte der Facharzt aus, dass sich in den frontalen Schnitten eine deutliche 
Supraspinatussehnenpartialläsion mit einer kleinen intramuralen Kompo-
nente, einer Ausdünnung der Sehne und einer begleitenden Bursitis suba-
cromialis bei einer leichten Impingement-Konstellation zeige. Die Subsca-
pularissehne scheine intakt zu sein, die lange Bizepssehne sei im Sulcus 
zentriert. Es bestünden vollkommen intakte Muskeleinheiten. Mögliche 
konservative und operative Therapieoptionen seien mit der 
Beschwerdeführerin ausführlich besprochen worden. 

In einem weiteren Bericht vom 13. Februar 2020 (AB 14) führte Dr. med. 
H.________ aus, die Beschwerdeführerin habe sich für einen operativen 
Eingriff entschieden. Sie wolle diesen jedoch frühestens im Juni 2020 
durchführen lassen. Die Zeit bis dahin könne für einen konservativen The-
rapieversuch (Physiotherapie) genutzt werden. Der Operationstermin wer-
de provisorisch auf den 22. Juni 2020 festgesetzt für den Fall, dass die 
konservative Therapie nicht zum Erfolg führe. Heute werde eine 
subakromiale Infiltration vorgenommen.

Am 3. Juni 2020 berichtete Dr. med. H.________ über einen 
vorübergehenden leichten Besserungseffekt durch die im Februar 2020 
erfolgte 
Infiltration. Insgesamt sei die Beschwerdeführerin jedoch nicht 
beschwerdefrei. Sie habe Schmerzen bei Abduktions- und 
Elevationsbewegungen, insbesondere über der Horizontalen, und 
zusätzliche Schmerzen entlang der langen Bizepssehne. Es werde ein 
Aufklärungsgespräch zur vorgesehenen Operation durchgeführt (AB 21).

4.2.6 Der Diagnoseliste des Dr. med. G.________ vom 5. Juni 2020 (AB 
27) ist eine traumatische Supraspinatussehnenpartialläsion rechts mit einer 
begleitenden Bursitis subacromialis sowie einer klinischen Bizepstendino-
pathie vom Februar 2020 zu entnehmen. 

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4.2.7 Am 22. Juni 2020 führte Dr. med. H.________ eine Schulterar-
throskopie rechts mit einer Bizepstenotomie, einer Synovektomie im vorde-
ren Intervallbereich, einer Bursektomie, einer Acromioplastik sowie einer 
Supraspinatussehnenoberflächennaht durch. Dabei stellte er eine hochgra-
dige traumatische bursaseitige Supraspinatussehnenpartialruptur rechts mit 
einer ausgeprägten tendinotischen Veränderung, einer Bursitis subacromi-
alis bei einem Impingement sowie einer Bizepssehnentendinitis fest 
(AB 34). 

4.2.8 Am 25. Juni 2020 hielt der beratende Arzt der Beschwerdegegne-
rin PD Dr. med. C.________ fest, in den MRT-Aufnahmen vom 16. Januar 
2020 komme keine Pathologie zur Darstellung, welche überwiegend wahr-
scheinlich, auch nicht zumindest teilursächlich auf das Ereignis vom 
21. April 2019 zurückgeführt werden könnte. Zu erkennen seien eine Unter-
flächenläsion an der Supraspinatussehne im Sinne einer PASTA-Läsion 
sowie eine degenerative Veränderung im AC-Gelenk im Sinne einer AC-
Gelenksarthrose (AB 36). 

Mit Bericht vom 16. Juli 2020 (AB 52 f.) bekräftigte PD Dr. med. 
C.________, dass in den MRT-Aufnahmen vom 16. Januar 2020 in Über-
einstimmung mit dem Radiologen Dr. med. I.________ keine relevante 
Pathologie im Bereich der Rotatorenmanschette erkannt werden könne, 
welche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das geltend gemachte 
Ereignis vom 21. April 2019 zurückgeführt werden könnte. Eine kleine Si-
gnalveränderung im Bereich der Supraspinatussehne ansatznahe könne 
als Ausfaserung im Sinne einer sogenannten PASTA-Läsion interpretiert 
werden. Diese sei zusammen mit der AC-Gelenksarthrose und der Einen-
gung des Subacromialraumes überwiegend wahrscheinlich Ausdruck einer 
degenerativen Veränderung. Selbst Dr. med. H.________ habe im Opera-
tionsbericht vom 22. Juni 2020 intraoperativ im Bereich der Supraspinatus-
sehne ausgeprägte tendinotische Veränderungen sowie eine Bizepsseh-
nentendinitis, d.h. degenerative Veränderungen festgestellt (AB 52 Ziff. 1). 
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seien degenerative Veränderungen 
an der Rotatorenmanschette wie auch im AC-Gelenk in Form einer Arthro-
se für das Beschwerdebild ursächlich gewesen (AB 52 f. Ziff. 2). Damit sei 

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der Status quo sine spätestens im Zeitpunkt der Bildgebung vom 16. 
Januar 2020 erreicht gewesen (AB 53 Ziff. 2). 

4.2.9 Stellung nehmend dazu führte Dr. med. H.________ am 13. Au-
gust 2020 aus, dass die im Januar 2020 angefertigten MRT-Bilder eine 
bursaseitige Partialläsion der Supraspinatussehne zeigten. Aufgrund die-
ses Befundes und der entsprechenden Therapieresistenz auf die konserva-
tiven Massnahmen sei schliesslich eine operative Versorgung durchgeführt 
worden. Der Sturz aus der Badewanne mit der von der Beschwerdeführerin 
beschriebenen Reflexbewegung des rechten Armes könne durchaus eine 
Verletzung der Supra- und Infraspinatussehne im Sinne einer Rotatoren-
manschetten-Partialruptur herbeiführen. Auch die Tatsache, dass die Be-
schwerdeführerin einen einschiessenden Schmerz angegeben habe, spre-
che absolut für eine entsprechende Unfallfolge. Zudem habe die Be-
schwerdeführerin in der ersten Sprechstundenkonsultation im Dezember 
2019 glaubhaft versichert, dass sie vor dem Unfallereignis keine Schulter-
beschwerden gehabt hätte (AB 68). Dass der zuständige Radiologe bei der 
Beurteilung des MRT-Befundes vom Januar 2020 ("kleine intramurale Ro-
tatorenmanschettenläsion bzw. Partialläsion der Supraspinatussehne") das 
Wort "traumatisch" nicht verwendet habe, schliesse grundsätzlich nicht aus, 
dass es sich nicht doch um eine entsprechende Unfallfolge handle. Sodann 
seien gewisse degenerative Veränderungen bei dieser Patientin mit 
Jahrgang 1967 normal. Zusammenfassend kam Dr. med. H.________ zum 
Schluss, dass sowohl der Unfallmechanismus als auch die MRT-
Aufnahmen sowie der entsprechende intraoperative Befund eindeutig für 
eine Unfallgenese sprächen.

4.2.10 Hierzu nahm der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, 
Dr. med. D.________, im Aktenbericht vom 12. September 2020 (AB 77 bis 
80) Stellung und führte aus, dass sich die Beschwerdeführerin erstmals 
nach zwei Monaten in ärztliche Behandlung begeben habe, was rein auf-
grund der Anamnese eine höhergradige Verletzung der rechten Schulter 
wenig wahrscheinlich mache, da allein die damit typischerweise verbunde-
nen Schmerzen die betroffene Person rasch zur Inanspruchnahme medizi-
nischer Hilfe motiviert hätten. Nach der klinischen und radiologischen Erst-
behandlung durch Dr. med. G.________ sei mit der Diagnose eines Status 

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nach Kontusion der rechten Schulter eine Physiotherapie verordnet wor-
den. Dies lasse weitestgehend ausschliessen, dass zum damaligen Zeit-
punkt klinisch fassbare höhergradige Pathologien bestanden hätten. Der 
äusserst erfahrene Hausarzt und Sportmediziner Dr. med. G.________ 
hätte bereits bei einem Verdacht auf ein schweres Distorsionstrauma der 
rechten Schulter - wie es ein halbes Jahr später von Dr. med. H.________ 
erstmals festgehalten worden sei - in der Verordnung zur Physiotherapie 
mit Sicherheit nicht eine Kontusion vermerkt und auch nicht auf die Durch-
führung weiterer Abklärungen verzichtet. Diese seien erst erfolgt, nachdem 
die Beschwerdeführerin nach einem wechselhaften Verlauf und offenbar 
zwischenzeitlich auch ganz verschwundenen Symptomen im Dezember 
2019 nach wie vor bzw. erneute Schulterbeschwerden rechts beklagt habe. 
Die grosse Latenz von acht Monaten sei insofern von Relevanz, weil es 
nach diesem Zeitraum für einen medizinischen Experten nahezu ausge-
schlossen sei, anhand objektiver Faktoren auf die Ursache der vorliegen-
den Schulterpathologie zu schliessen. Namentlich sei es praktisch unmög-
lich, im Hinblick auf Alterationen an der Supraspinatussehne festzulegen, 
ob diese allenfalls auf ein bestimmtes, lange zurückliegendes Ereignis 
zurückgeführt werden könnten. Die von Dr. med. H.________ bereits an-
lässlich seiner Erstkonsultation geäusserte Hypothese, wonach eine trau-
matische Supraspinatussehnenläsion vorliege, basiere somit von Beginn 
an ausschliesslich auf den diesbezüglichen anamnestischen Angaben der 
Beschwerdeführerin (geäussert acht Monate nach dem erlittenen Erreignis) 
und einer damit verbundenen zeitlichen Korrelation, nicht aber auf objekti-
ven medizinischen Befunden. Diesbezüglich verwies Dr. med. D.________ 
auf die MRT-Aufnahmen vom 16. Januar 2020, welche unspezifische Ver-
änderungen Rahmen des physiologischen Alterungsprozesses dokumen-
tierten (AB 79). Es zeige sich im Vergleich mit den MRT-Aufnahmen vom 
29. Juni 2012 (AB 74 f.) ein nur wenig veränderter Befund mit einer ledig-
lich leichten Progredienz der Tendinopathie in der Supraspinatussehne und 
einer weiterhin leicht tendinotischen langen Bizepssehne, allerdings ohne 
Hinweis auf eine neue relevante strukturelle Schädigung, welche potentiell 
traumatischen Ursprungs sein könnte (AB 78). Dass sich keine potentiell 
traumatischen Veränderungen finden liessen, entspreche auch der 
primären radiologischen Einschätzung des Radiologen Dr. med. 
I.________ (AB 79 f.). Ebenso sei dessen ergänzte Beurteilung mit den 

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bestehenden intramuralen Veränderungen der Supraspinatussehne zwei-
fellos korrekt. Der Radiologe habe (weiterhin) keinen Hinweis auf einen 
traumatischen Auslöser finden können. Hingegen habe Dr. med. 
H.________ auf dem Standpunkt beharrt, dass es sich um eine traumatisch 
bedingte Läsion handle, wofür kein schlüssiges Argument ersichtlich sei. 
Ein solches habe er - entgegen seinen anderslautenden Angaben im Be-
richt vom 13. August 2020 - auch intraoperativ nicht finden können; die von 
ihm beschriebenen Befunde würden exakt dem Ergebnis einer degenerati-
ven Entwicklung entsprechen. Zusammenfassend kam Dr. med. 
D.________ zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin in Anbetracht der 
zeitnächsten medizinischen Dokumente beim Sturz vom 21. April 2019 
überwiegend wahrscheinlich eine direkte Kontusion der rechten Schulter 
erlitten habe, deren Folgen nach wenigen Wochen bis Monaten ohne ob-
jektivierbare Residuen abgeheilt gewesen seien. Die später erneut auftre-
tenden Beschwerden seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf rein 
degenerative Veränderungen zurückzuführen, wie sie sich bereits im Jahr 
2012 in vergleichbarer Art gezeigt und wahrscheinlich auch zu ähnlichen 
Symptomen geführt hätten. Ein morphologischer Status quo sine sei 
spätestens im Zeitpunkt der Arthro-MRT vom 16. Januar 2020 erreicht 
gewesen. Sämtliche in der Folge durchgeführten Abklärungen und Behand-
lungen seien überwiegend wahrscheinlich auf den unfallfremden degenera-
tiven Vorzustand (seit mindestens 2012 bekannte und im Verlauf progredi-
ente chronische degenerative Veränderungen der Supraspinatussehne, der 
langen Bizepssehne und des AC-Gelenks mit einem konsekutiven sym-
ptomatischen subakromialen Impingement der Schulter rechts) zurückzu-
führen (AB 80).

4.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Okt. 2021, UV/20/810, Seite 14

4.3.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.3.2 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Glei-
ches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wieder-
holt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird. Es bedarf vielmehr 
besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der 
Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die 
erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungs-
recht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein 
strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2008 
IV Nr. 22 S. 70 E. 2.4).

4.4 Die Beschwerdegegnerin hat sich im angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 30. September 2020 (AB 81 bis 89) massgeblich auf die 
Aktenbeurteilungen ihrer beratenden Ärzte PD Dr. med. C.________ vom 
25. Juni und 16. Juli 2020 (AB 36, 52 f.) sowie Dr. med. D.________ vom 
12. September 2020 (AB 77 bis 80) gestützt. Diese erfüllen die vorerwähn-
ten höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 4.3.1 hiervor) und 
erbringen vollen Beweis. Dass die beratenden Ärzte keine klinische Explo-
ration der Beschwerdeführerin durchgeführt haben, ist nicht zu beanstan-
den, konnten sie sich aufgrund der vorhandenen Unterlagen (vgl. E. 3.2.1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Okt. 2021, UV/20/810, Seite 15

bis 3.2.7 und 3.2.9 hiervor) doch ein gesamthaft lückenloses Bild verschaf-
fen (vgl. SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3). Zudem kann insbesondere 
(auch) die Kausalität im Rahmen eines Aktenberichts erörtert werden (vgl. 
Entscheid des BGer vom 9. November 2011, 8C_383/2011, E. 4.2). 

Sowohl PD Dr. med. C.________ als auch Dr. med. D.________ haben 
sich in ihren Beurteilungen in Kenntnis der medizinischen Vorakten sorgfäl-
tig mit den gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin 
auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen insbesondere auch auf 
die bildgebende Untersuchung vom 16. Januar 2020 (AB 7 f., 10) sowie die 
intraoperativen Erkenntnisse des Eingriffs vom 22. Juni 2020 (AB 34) ge-
stützt. Dr. med. D.________ hat sich dabei in seinem Aktenbericht vom 
12. September 2020 (AB 77 bis 80) zudem einlässlich mit den MRT-
Befunden vom 29. Juni 2012 (AB 74 f.) sowie den Beurteilungen der 
Dres. med. G.________ und H.________ (AB 5 f., 12, 14, 21, 27, 34 f., 49, 
68 f., 116) befasst. Die daraus gezogenen Folgerungen und die Ausführun-
gen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind eingehend 
und überzeugend begründet. Dementsprechend kann auf die Aktenberichte 
der beratenden Ärzte abgestellt werden.

4.4.1 Die beratenden Ärzte - wie nachfolgend aufzuzeigen ist - haben 
unter Bezugnahme auf die bildgebend erhobenen Befunde vom 29. Juni 
2012 und 16. Januar 2020 (AB 7 f., 10, 74 f.) nachvollziehbar und überzeu-
gend begründet, weshalb die über den 16. Januar 2020 hinaus geklagten 
Beschwerden an der rechten Schulter überwiegend wahrscheinlich nicht 
auf das Ereignis vom 21. April 2019 zurückzuführen sind. Dr. med. 
D.________ hat einleuchtend dargelegt, dass sich die Beschwerdeführerin 
gestützt auf die zeitnächsten medizinischen Dokumente (zwei Monate nach 
dem Ereignis vom 21. April 2019; AB 49, 116) eine direkte Kontusion der 
rechten Schulter zugezogen hat, deren Folgen nach wenigen Wochen bis 
Monaten ohne objektivierbare Residuen abgeheilt waren (AB 80). Diese 
Beurteilung findet in der Verordnung zur Physiotherapie vom 3. September 
2019 (AB 4) ihren Rückhalt, worin der behandelnde Arzt Dr. med. 
G.________ als Diagnose einen Status nach Schulterdistorsion rechts 
vermerkte. Zu erwähnen ist dabei, dass die Erstbehandlung erst zwei 
Monate nach dem Ereignis vom 21. April 2019 erfolgt ist und Dr. med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Okt. 2021, UV/20/810, Seite 16

G.________ dabei keine für eine traumatisch verursachte 
Rotatorenmanschettenläsion typischen klinischen Befunde, sondern bei 
normaler Kraft vorhandene Supraspinatuszeichen festgehalten bzw. den 
Verdacht auf ein Impingement geäussert hat (AB 49, 116). Sodann lässt 
sich die Beurteilung der beratenden Ärzte ohne Weiteres in die vom Radio-
logen Dr. med. I.________ beurteilte Bildgebung vom 16. Januar 2020 (AB 
7 f.) einfügen, wonach keine Hinweise auf eine posttraumatische Läsion 
der Rotatorenmanschette bestünden. Daran vermag dessen gleichentags 
ergänzte - und von Dr. med. D.________ als zutreffend erachtete (AB 80) - 
Beurteilung (AB 10) nichts zu ändern, hielt doch der Radiologe auch hier 
keine traumatisch bedingte intramurale Rotatorenmanschettenläsion fest. 
Diesbezüglich hat Dr. med. D.________ weiter schlüssig aufgezeigt, dass 
sich im Vergleich mit den MRT-Aufnahmen vom 29. Juni 2012 (AB 74 f.) 
ein nur wenig veränderter Befund mit einer lediglich leichten Progredienz 
der Tendinopathie in der Supraspinatussehne und einer weiterhin leicht 
tendinotischen langen Bizepssehne zeige, allerdings ohne Hinweis auf eine 
neue relevante strukturelle Schädigung, die potentiell traumatischen Ur-
sprungs sein könnte (AB 78). Die beratenden Ärzte gelangten nachvoll-
ziehbar und überzeugend zum Schluss, dass mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit die seit mindestens 2012 bekannten und im Verlauf progredi-
enten chronischen degenerativen Veränderungen der Supraspinatussehne, 
der langen Bizepssehne und des AC-Gelenks mit einem konsekutiven 
symptomatischen subakromialen Impingement der Schulter rechts für das 
Beschwerdebild ursächlich gewesen seien (AB 52 f. Ziff. 2, AB 80) und der 
morphologische Status quo sine spätestens im Zeitpunkt der Bildgebung 
vom 16. Januar 2020 erreicht gewesen sei (AB 53 Ziff. 2, AB 80). 

4.4.2 Daran vermögen die Berichte des Dr. med. H.________ vom 
27. Dezember 2019, 5. Februar 2020, 3. Juni 2020, 22. Juni 2020 und 
13. August 2020 (AB 5 f., 12, 21, 34 f., 68 f.) nichts zu ändern. Soweit 
dieser seine Ansicht, die Partialläsion der Supraspinatussehne sei 
traumatisch bedingt, hauptsächlich mit der (erst acht Monate nach dem 
Unfall erstellten) Bildgebung der rechten Schulter vom 16. Januar 2020 (AB 
7 f., 10) begründet, kann ihm nicht gefolgt werden. Wie bereits dargelegt, 
finden sich gemäss der schlüssigen Beurteilung der beratenden Ärzte (AB 
52 Ziff. 1, AB 79 f.) in den besagten MRT-Aufnahmen keine Anhaltspunkte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Okt. 2021, UV/20/810, Seite 17

für eine traumatisch bedingte Läsion, vielmehr besteht gestützt auf die 
MRT-Untersuchungen vom 29. Juni 2012 und 16. Januar 2020 (AB 7 f., 10, 
74 f.) und die intraoperativen Erkenntnisse des Eingriffs vom 22. Juni 2020 
(AB 34) ein degenerativer Vorzustand (eine ausgeprägte tendinotische 
Veränderung, eine Bizepssehnentendinitis, ein AC-Gelenk mit einem kon-
sekutiven symptomatischen subakromialen Impingement). Dr. med. 
H.________ begründete insbesondere nicht, weshalb er trotz den 
dokumentierten, zum Teil ausgeprägten degenerativen Veränderungen der 
rechten Schulter auf eine traumatische Ursache der Partialläsion der Su-
praspinatussehne schloss. Die rein anamnestischen Angaben der 
Beschwerdeführerin genügen - wie Dr. med. D.________ nachvollziehbar 
dargelegt hat (AB 79) - nicht, um mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf 
eine traumatisch bedingte Supraspinatussehnenläsion zu schliessen. 
Soweit sich Dr. med. H.________ diesbezüglich auf eine vor dem 21. April 
2019 bestehende Schmerzfreiheit der Beschwerdeführerin beruft (AB 68), 
handelt es sich um eine beweisrechtlich unzulässige Argumentation nach 
der Formel "post hoc ergo propter hoc", welche zum Nachweis der 
Unfallkausalität nicht zu genügen vermag (BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; 
SVR 2016 UV Nr. 24 S. 78 E. 7.2). Schliesslich vermag der Umstand allein, 
dass der behandelnde Facharzt eine abweichende Meinung äussert, nicht 
immer Anlass zu weiteren Abklärungen zu geben (vgl. Beschwerde, S. 5 
Art. 5); anders würde es sich verhalten, wenn der behandelnde Arzt 
konkrete, objektiv fassbare Aspekte benennen würde, welche den 
beratenden Ärzten entgangen wären oder mit denen sie sich nicht befasst 
hätten, was vorliegend allerdings nicht der Fall ist. 

4.5 Nach dem Gesagten bestehen keine auch nur geringen Zweifel an 
den Aktenbeurteilungen der beratenden Ärzte PD Dr. med. C.________ 
vom 25. Juni und 16. Juli 2020 (AB 36, 52 f.) sowie Dr. med. D.________ 
vom 12. September 2020 (AB 77 bis 80), weshalb gestützt darauf mit der 
Beschwerdegegnerin davon auszugehen ist, dass der Unfall vom 21. April 
2019 zu keinen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststellbaren, 
traumatisch bedingten strukturellen Verletzungen in der rechten Schulter in 
Form der festgestellten kleinen intramuralen Rotatorenmanschettenläsion 
bzw. Partialläsion der Supraspinatussehne (AB 10) geführt hat, sondern 
lediglich zu einer direkten Kontusion der rechten Schulter, deren Folgen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Okt. 2021, UV/20/810, Seite 18

nach wenigen Wochen bis Monaten ohne objektivierbare Residuen abge-
heilt gewesen waren (AB 80 Ziff. 1). Der Status quo sine war spätestens im 
Zeitpunkt der Bildgebung vom 16. Januar 2020 erreicht gewesen (AB 53 
Ziff. 2, AB 80 Ziff. 1), womit ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen 
dem Unfallereignis vom 21. April 2019 und den über den 16. Januar 2020 
hinaus geklagten Schulterbeschwerden rechts mangels der erforderlichen 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu verneinen ist.

4.6 Abschliessend bleibt festzuhalten, dass sich am Ergebnis auch 
unter Berücksichtigung der Leistungspflicht für unfallähnliche 
Körperschädigungen (Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG: Sehnenriss) nichts ändern 
würde (vgl. Beschwerde, S. 3 Art. 2). Denn auch bei diesen ist ein 
natürlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Gesundheitsschaden und 
dem geltend gemachten Ereignis Leistungsvoraussetzung (vgl. dazu BGE 
146 V 51 E. 9.2 S. 71). Ein solcher ist vorliegend aber nicht ausgewiesen, 
sind doch die nach dem Zeitpunkt der Leistungseinstellung noch geklagten 
Beschwerden Folge eines krankhaften, degenerativen Vorzustandes, wie 
er sich auch ohne das vorliegend zu beurteilende Ereignis ergeben hätte 
(vgl. E. 4.5 hiervor).

5.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
30. September 2020 (AB 81 bis 89) nicht zu beanstanden. Die Beschwerde 
ist deshalb abzuweisen.

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. aArt. 61 lit. a ATSG in 
der bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen und hier anwendbaren Fas-
sung (vgl. Art. 82a ATSG) sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

6.2 Die unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]).

https://www.swisslex.ch/doc/aol/ca89bd07-6666-4c6a-b82b-3738f2c35283/cc4bd59a-3469-446f-975d-7aeda3143576/source/document-link

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Okt. 2021, UV/20/810, Seite 19

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Visana Versicherungen AG, Leistungszentrum UVG
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Okt. 2021, UV/20/810, Seite 20

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.