# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e48ccf9-384a-5a56-87df-ca73856060aa
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.02.2025 D-3889/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3889-2024_2025-02-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3889/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Jeannine Scherrer-Bänziger (Vorsitz), 

Richter Basil Cupa,  

Richter Manuel Borla, 

Gerichtsschreiber Gregory Aloisi. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Yasmin Ernst,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 12. Juni 2024 / N (…). 

 

 

 

D-3889/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a. Der Beschwerdeführer suchte am 24. März 2024 in der Schweiz um 

Asyl nach. Auf dem Personalienblatt gab er an, am (…) geboren und somit 

noch minderjährig zu sein. 

A.b. Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Euro-

dac) ergab, dass er am (…) in Kroatien illegal eingereist war und dort glei-

chentags um Asyl ersucht hatte. 

A.c. Der Beschwerdeführer beauftragte am 27. März 2024 die Mitarbeiten-

den des Rechtsschutzes für Asylsuchende im entsprechenden Bundes-

asylzentrum mit der Wahrung seiner Interessen.  

A.d. Im Rahmen der Erstbefragung für Unbegleitete Minderjährige Asylsu-

chende (EB UMA) vom 19. April 2024 brachte er vor, er sei ungefähr (…) 

Jahre alt. Im Dezember sei er aus Afghanistan ausgereist. Zunächst sei er 

über (…) in (…) gereist, wo er (…) gearbeitet habe. Dann sei er für (…)  in 

(…) gewesen. Danach sei er über (…) gereist, ehe er am 24. März 2024 in 

die Schweiz eingereist sei. In (…) seien ihm seine Tazkira und sein Reise-

pass von den Behörden abgenommen worden. Da seine Daten in Afgha-

nistan gespeichert worden seien, habe (…) im Nachhinein eine elektroni-

sche Tazkira für ihn besorgen können, die er in Kopie vorgelegt habe und 

im Original nachreichen werde. Zu seinem Leben in Afghanistan gefragt 

gab er an, im Alter von ungefähr (…) Jahren mit der Schule begonnen zu 

haben. Er habe die (…) Klasse abgeschlossen, ehe er (…) mit der Schule 

aufgehört habe und (…) später – dies sei im (…) Monat des Jahres gewe-

sen – ausgereist sei. Er sei (…) von (…) Geschwistern. Die (…) Geschwis-

ter hätten je einen Altersunterschied von etwa (…) , der Altersunterschied 

zwischen den (…) betrage (…) . (…) sei ungefähr (…) Jahre alt.  

Er habe in Kroatien nicht um Asyl ersucht, die Behörden hätten gegen sei-

nen Willen seine Fingerabdrücke genommen. Er sei mit ungefähr 20 bis 25 

Menschen für vier bis fünf Tage in einen Raum eingesperrt worden und 

habe nur einmal pro Tag essen erhalten. Er habe dort zusammen mit den 

anderen Leuten seinen Namen auf ein Blatt Papier schreiben müssen, je-

doch sei er nie nach seinem Alter gefragt worden und es habe auch keinen 

Dolmetscher gegeben. Für alle anwesenden Personen sei das Alter will-

kürlich anhand des Aussehens aufgeschrieben worden. Welches Alter die 

Behörden bei ihm festgehalten hätten, wisse er nicht. Die Schweiz sei sein 

D-3889/2024 

Seite 3 

Zielland gewesen. In Kroatien hätte er nicht dieselben Ausbildungsmög-

lichkeiten wie hier. Ausserdem würden (…) in der Schweiz wohnen. 

A.e. Mit Eingaben vom 23. und 29. April 2024 reichte der Beschwerdefüh-

rer Schulzeugnisse und den F-Ausweis (…) in der Schweiz in Kopie sowie 

seine E-Tazkira im Original zu den Akten. 

A.f. Am 30. April 2024 beauftragte das SEM (…) mit einer forensischen 

Altersdiagnostik. Gemäss Gutachten vom (…) betrug zum Zeitpunkt der 

Untersuchung (gleichentags erfolgt) das durchschnittliche Alter gesamt-

heitlich (…) bis (…) Jahre (odontologisches Durchschnittsalter: (…) Jah-

ren; Handröntgen: (…) Jahren). Die Volljährigkeit könne nicht bewiesen 

werden und die Minderjährigkeit sei möglich. Das Mindestalter des Be-

schwerdeführers betrage (…)  Jahre. Das angegebene Lebensalter von 

(…) liege knapp innerhalb der Ergebnisse der Altersschätzung. 

A.g. Das SEM ersuchte die kroatischen Behörden – mit Hinweis auf das 

Altersgutachten vom 6. Mai 2024 – am 27. Mai 2024 um Rückübernahme 

des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung 

(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend Dublin-III-VO). Die kroati-

schen Behörden hiessen das Ersuchen am 10. Juni 2024 gestützt auf 

Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO gut und teilten gleichzeitig mit, dass der Be-

schwerdeführer in Kroatien unter den Personalien (…) , geboren am (…) 

registriert sei. 

A.h. Mit Schreiben vom 28. Mai 2024 begründete das SEM dem Beschwer-

deführer, weshalb es beabsichtige, sein Geburtsdatum im Zentralen Mig-

rationsinformationssystem (ZEMIS) auf den (…) mit Bestreitungsvermerk 

anzupassen. Es gewährte ihm das rechtliche Gehör zur solchermassen 

festgestellten Volljährigkeit und zur beabsichtigten Anpassung seiner Per-

sonendaten im ZEMIS. 

A.i. In seiner Stellungnahme vom 3. Juni 2024 hielt der Beschwerdeführer 

am geltend gemachten Geburtsdatum und an seiner Minderjährigkeit fest. 

Er beantragte, es sei von der geplanten Altersanpassung im ZEMIS abzu-

sehen. Eventualiter sei die mangelhafte Begründung des SEM zu überar-

beiten und ihm erneut Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Im Falle 

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Seite 4 

einer Anpassung des Geburtsdatums im ZEMIS sei ein Bestreitungsver-

merk anzubringen.  

A.j. Am 11. Juni 2024 änderte das SEM das Geburtsdatum des Beschwer-

deführers im ZEMIS auf den (…) mit Bestreitungsvermerk. 

B.  

Mit Verfügung vom 12. Juni 2024 (gleichentags eröffnet) trat das SEM in 

Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylge-

such des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz nach Kroatien an, forderte ihn auf, die Schweiz spätestens am 

Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, beauftragte den Kanton 

(…) mit dem Vollzug der Wegweisung und händigte die editionspflichtigen 

Akten aus. Zudem stellte es fest, das Geburtsdatum des Beschwerdefüh-

rers im ZEMIS laute auf den (…) mit Bestreitungsvermerk. Schliesslich hielt 

es fest, einer allfälligen Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung 

zu.  

C.  

Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

19. Juni 2024 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean-

tragte, die Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz sei anzuweisen, 

auf sein Asylgesuch einzutreten und sein Geburtsdatum im ZEMIS auf den 

(…) anzupassen. Eventualiter sei in Bezug auf die Zuständigkeit Kroatiens 

und die Wegweisung aus der Schweiz die Sache zur vollständigen Abklä-

rung des Sachverhalts und Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen. 

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Erlass eines Vollzugsstopps, um 

Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde sowie um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Er-

hebung eines Kostenvorschusses. 

D.  

Die Instruktionsrichterin setzte den Vollzug der Überstellung am 21. Juni 

2024 einstweilen aus. Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesver-

waltungsgericht gleichentags in elektronischer Form vor.  

E.  

Mit Verfügung vom 16. Juli 2024 informierte das Gericht die Parteien, dass 

über das Begehren hinsichtlich der Datenänderung im ZEMIS im separaten 

Verfahren D-3987/2024 entschieden werde, erteilte der Beschwerde 

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Seite 5 

betreffend das Dublin-Verfahren die aufschiebende Wirkung, hiess das Ge-

such um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gut und lud die Vorinstanz zur 

Einreichung einer Vernehmlassung ein. 

F.  

Mit Schreiben vom 16. August 2024 liess sich die Vorinstanz vernehmen. 

G.  

Mit Verfügung vom 21. August 2024 wurde dem Beschwerdeführer das 

Doppel der Vernehmlassung des SEM vom 16. August 2024 zugestellt und 

ihm Gelegenheit zur Replik innert Frist bis zum 5. September 2024 ge-

währt. Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik. 

H.  

Mit Urteil D-3987/2024 vom 3. Dezember 2024 – das zwischenzeitlich un-

angefochten in Rechtskraft erwachsen ist – hat das Bundesverwaltungs-

gericht die Verfügung des SEM vom 12. Juli 2024 in Bezug auf das im 

ZEMIS eingetragene Geburtsdatum des Beschwerdeführers vom (…) be-

stätigt.  

I.  

Mit Schreiben vom 7. Februar 2025 beantwortete das Gericht eine Verfah-

rensstandsanfrage des Beschwerdeführers vom 17. Dezember 2024. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Da keine Ausnahme 

nach Art. 32 VGG vorliegt, ist es zur Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht 

richtet sich nach dem VwVG, sofern das VGG nichts anderes bestimmt 

(Art. 37 VGG). 

1.2 Der Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men und ist als Adressat des angefochtenen Entscheides davon be-

schwert, weshalb er zur Beschwerde legitimiert ist (Art. 37 VGG i.V.m. 

Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

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Seite 6 

Beschwerde (Art. 37 VGG i.V.m. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) 

ist somit einzutreten. 

2.  

Die Beschwerde richtet sich sowohl gegen den Nichteintretensentscheid 

betreffend das Asylgesuch (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG; vgl. Dispositivzif-

fern (…) der angefochtenen Verfügung) als auch gegen die ZEMIS-Eintra-

gung (Dispositivziffer (…) ). Praxisgemäss wurde das Beschwerdeverfah-

ren betreffend die Änderung des im ZEMIS vermerkten Geburtsdatums 

vom Asyl- beziehungsweise Dublin-Beschwerdeverfahren getrennt und un-

ter der Verfahrensnummer D-3987/2024 geführt. Mit Urteil vom 3. Dezem-

ber 2024 ((…) ) wurden die entsprechenden Rechtsbegehren abgewiesen. 

Die Frage, ob das SEM in der angefochtenen Verfügung vom 12. Juni 2024 

zu Recht festgestellt hat, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im 

ZEMIS laute auf den (…) (Dispositivziffer (…)  der angefochtenen Verfü-

gung), bildet somit nicht Gegenstand dieses Verfahrens.  

3.  

3.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).  

4.  

4.1 Zur Begründung des eventualiter gestellten Rückweisungsbegehren 

rügt der Beschwerdeführer sinngemäss eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs, der Begründungspflicht und des Untersuchungsgrundsatzes. So 

habe das SEM das eingereichte Identitätsdokument nicht genügend be-

rücksichtigt, indem es zu Unrecht den Beweiswert der eingereichten 

E-Tazkira pauschal aberkannt und sich dabei auf die Rechtsprechung zur 

Tazkira in Papierform bezogen habe, die jedoch hier keine Anwendung 

finde. Weiter habe das SEM nicht dargelegt, wie es zur Einsicht gekommen 

sei, dass für die Ausstellung von Identitätsdokumenten ein persönliches 

Erscheinen notwendig sei. Ausserdem sei er durchaus in der Lage, 

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Seite 7 

genauer Auskunft darüber zu geben, wie (…) die eingereichten Identitäts-

dokumente erhalten habe. 

4.2 Da die formellen Rügen im Zusammenhang mit dem durch das SEM 

festgestellte Geburtsdatum des Beschwerdeführers stehen, wurden sie be-

reits im ZEMIS-Verfahren D-3987/2024 geprüft. Vorliegend kann daher 

vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägungen verwiesen werden 

(vgl. Urteil D-3987/2024 des BVGer vom 3. Dezember 2024 E. 4.1 ff.). 

4.3 Die Rüge der Verletzung formellen Rechts erweist sich demnach als 

unbegründet. Das Eventualbegehren um Rückweisung der Sache an das 

SEM ist abzuweisen. 

5.  

5.1  Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).  

5.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch  

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Diese Bestim-

mung findet auch – wie hier – im Falle der Weiterreise eines Antragstellers 

in einen anderen Mitgliedstaat bei noch nicht abgeschlossenem Zuständig-

keitsverfahren Anwendung (vgl. FILZWIESER/SPRUNG, Dublin-III-Verord-

nung, 2014, K. 19 zu Art. 20). 

5.3 Im Falle einer unbegleiteten minderjährigen Person ohne familiäre An-

knüpfungspunkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4 

Dublin-III-VO der Staat zuständig, in welchem jene einen Antrag auf inter-

nationalen Schutz gestellt hat. Unbegleitete Minderjährige sind vom Wie-

deraufnahmeverfahren ausgenommen (vgl. FILZWIESER/SPRUNG, Dublin-

III-VO, Wien 2014, Kap. 15 f. zu Art. 8). 

6.   

6.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres Nichteintretensentscheids 

aus, dass Kroatien zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfah-

rens des Beschwerdeführers zuständig sei. Insbesondere bestehe keine 

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Seite 8 

Zuständigkeit der Schweiz im Sinne von Art. 8 Dublin-III-VO, da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen sei, seine Minderjährigkeit zu beweisen 

oder zumindest glaubhaft zu machen. Auch komme der E-Tazkira nur ein 

geringer Beweiswert zu, da die Angaben auf einer Schätzung des Alters im 

Zeitpunkt der Ausgabe beruhen könnten. Entsprechend erstaune es, dass 

der Beschwerdeführer geltend mache, dass (…) an seiner statt diese E-

Tazkira habe besorgen können, obwohl der Beschwerdeführer nach dem 

Verlust seiner Dokumente in (…) angeblich über keine Kopien oder andere 

Dokumente mit seinem Geburtstag verfügt habe. Ausserdem würden Iden-

titätsdokumente grundsätzlich in Anwesenheit der betroffenen Person aus-

gestellt. Das Altersgutachten sei gemäss geltender Rechtsprechung bei 

der Beurteilung der geltend gemachten Minderjährigkeit ausser Acht zu 

lassen, weil sowohl die Voll- als auch die Minderjährigkeit möglich sei. Ins-

gesamt sei es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, seine Minderjährig-

keit zu belegen oder zumindest glaubhaft zu machen. Ausserdem sei er in 

Kroatien mit dem Geburtsdatum (…) als Volljähriger registriert. Entspre-

chend werde er in Gesamtwürdigung aller vorgenannten Anhaltspunkte als 

zum Zeitpunkt des Asylgesuchs in der Schweiz als volljährig betrachtet. 

Weiter ergebe sich auch keine Zuständigkeit der Schweiz aus Art. 3 Abs. 2 

Dublin-III-VO, da keine Hinweise ersichtlich seien, wonach das kroatische 

Asylverfahren systematische Mängel aufweise oder der Beschwerdeführer 

bei einer Überstellung gravierenden Menschenrechtsverletzungen ausge-

setzt wäre. Ausserdem würden keine völkerrechtlichen Vollzugshinder-

nisse vorliegen, welche die Schweiz zum Selbsteintritt verpflichten würden. 

Zuletzt lägen auch in Würdigung der Akten keine humanitären Gründe vor, 

die die Anwendung der Souveränitätsklausel rechtfertigen würden.  

6.2 Der Beschwerdeführer kritisiert in der Beschwerde, dass aufgrund sei-

ner Minderjährigkeit im Zeitpunkt des Asylgesuchs die Schweiz zur Durch-

führung seines Asylverfahrens zuständig sei. Die Vorinstanz habe zu Un-

recht seiner angegebenen Minderjährigkeit keinen Glauben geschenkt. So 

begründe sie den angeblich geringen Beweiswert der eingereichten 

E-Tazkira mit der Rechtsprechung zur Tazkira in Papierform, die aber hier 

nicht angewendet werden könne, weil damit pauschal allen afghanischen 

Identitätsdokumenten die Aussagekraft aberkannt würde, selbst wenn 

diese wie hier im Original und im elektronischen Format vorlägen. Vielmehr 

seien die im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Dokumente auf-

grund ihrer zahlreichen Sicherheitsmerkmale ein starkes Indiz für seine 

Minderjährigkeit. Die Ausstellung der Tazkira sei ohne sein Beisein möglich 

gewesen, weil er sich bereits früher einen Pass und eine andere Tazkira 

habe ausstellen lassen, die ihm in (…) abgenommen worden seien. 

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Seite 9 

Ausserdem sei es gemäss Länderanalyse des SEM zu Afghanistan unklar, 

ob die persönliche Anwesenheit bei der Ausstellung von Identitätsdoku-

menten nötig sei. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz seien seine An-

gaben zum Alter der Geschwister nicht widersprüchlich gewesen, wenn 

von einem durchschnittlichen Altersunterschied von (…) ausgegangen 

werde. Dass die Aussagen ansonsten vage gewesen seien, sei eine Folge 

des kulturellen Hintergrundes, da in Afghanistan das Geburtsdatum einen 

viel tieferen Stellenwert einnehme als in der Schweiz. Angesichts dieses 

Umstandes seien seine Aussagen als starkes Indiz zu werten. Weiter sei 

dem in Kroatien registrierten Geburtsdatum nur ein geringer Beweiswert 

beizumessen, da die dortige Registrierung gemäss Rechtsprechung oft un-

zuverlässig sei und Minderjährige sich teilweise bewusst als Volljährige 

ausgäben, um weiterreisen zu können und nicht in Obhut genommen zu 

werden. Ausserdem habe das SEM in seiner Anfrage vom 27. Mai 2024 zu 

Unrecht behauptet, dass die Volljährigkeit aufgrund der Altersuntersuchung 

sehr wahrscheinlich («highly likely») sei, umgekehrt jedoch die Kernaus-

sage ausgelassen, dass nämlich die Volljährigkeit nicht bewiesen werden 

könne und das angegebene Alter knapp mit den Ergebnissen der Altersun-

tersuchung vereinbar sei. Demgegenüber könne das Gutachten mit dem 

festgestellten Mindestalter von (…) Jahren nicht als Indiz für die Volljährig-

keit verwendet werden. 

6.3 In seiner Vernehmlassung wies das SEM darauf hin, dass bezüglich 

des Altersgutachtens ein Kanzleifehler unterlaufen sei. Das im Altersgut-

achten attestierte Mindestalter von (…) Jahren ((…) Jahre und (…) Mo-

nate) sei nicht mit dem vom Beschwerdeführer behaupteten Geburtsdatum 

vereinbar. Es sei mit dem Gutachter Kontakt aufgenommen worden und 

dieser habe die Feststellung bestätigt. Zwar treffe es zu, dass das Gutach-

ten gemäss Grundsatzrechtsprechung weder als Indiz für die Minderjährig-

keit noch für die Volljährigkeit verwendet werden dürfe. Allerdings lasse 

sich aus dem Umstand, dass das geltend gemachte Alter nicht mit den Er-

gebnissen des Gutachtens vereinbar sei ableiten, dass der Beschwerde-

führer die Schweizer Behörden über sein wahres Alter täusche, da er älter 

sein müsse, als er angebe. Weiter habe es im Rahmen der Vernehmlas-

sung die Echtheit der E-Tazkira geprüft und dabei keine objektiven Fäl-

schungsmerkmale festgestellt. Die kurze Gültigkeitsdauer könne jedoch 

auf ein Duplikat hindeuten. Ungeachtet dessen sei die Beweiskraft einer 

Tazkira grundsätzlich nur sehr gering, was auch für E-Tazkiras gelte, da 

auch diese gegen Bezahlung erhältlich seien und das Geburtsdatum darin 

oft auf einer blossen Altersschätzung im Ausstellungszeitpunkt beruhe. 

Weiter liege das in Kroatien registrierte Alter innerhalb des mittels 

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Seite 10 

Altersgutachten ermittelten Durchschnittsalter. Der Kritik der in der Anfrage 

an die kroatischen Behörden angeblich ausgelassenen Kernaussagen sei 

entgegenzuhalten, dass den kroatischen Behörden das komplette Alters-

gutachten übermittelt worden sei, wobei die zusammenfassende Beurtei-

lung gänzlich ins Englische übersetzt worden sei.  

7.  

7.1 Nachdem unbegleitete Minderjährige vom Wiederaufnahmeverfahren 

ausgenommen sind (vgl. E. 5.3 vorstehend), ist zu prüfen, ob das SEM die 

dargelegte Minderjährigkeit des Beschwerdeführers zutreffend verneint 

hat.  

7.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht in konstanter Praxis davon aus, 

dass eine geltend gemachte Minderjährigkeit von der asylsuchenden Per-

son zu beweisen ist, soweit ihr ein Beweis möglich ist. Andernfalls ist sie 

wenigstens glaubhaft zu machen, da die asylsuchende Person die Beweis-

last dafür trägt, auch wenn das SEM die entscheidrelevanten Sachverhalts-

momente von Amtes wegen festzustellen hat (vgl. BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.3 

m.w.H., Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurs-

kommission [EMARK] 2004 Nr. 30 E. 5.3.3). Wurde der Sachverhalt ab-

schliessend festgestellt und ist es der betroffenen Person nicht gelungen, 

die behauptete Minderjährigkeit zumindest glaubhaft zu machen, hat sie 

die Folgen zu tragen und wird als volljährig betrachtet (vgl. BVGE 2019 I/6 

E. 5.4). 

7.3 Betreffend den Beschwerdeführer ist das Bundesverwaltungsgericht 

mit Urteil D-3987/2024 vom 3. Dezember 2024 zum Schluss gekommen, 

dass weder das SEM noch der Beschwerdeführer die Richtigkeit des je-

weils behaupteten Geburtsdatums nachzuweisen vermögen. Unter Be-

rücksichtigung der vorliegenden Beweismittel und Indizien – insbesondere 

aufgrund der auffallend vagen Aussagen anlässlich der EB UMA sowie der 

unglaubhaften Angaben des Beschwerdeführers bezüglich seiner Regist-

rierung in Kroatien – hat das Gericht das im ZEMIS eingetragene Geburts-

datum vom (…)  als wahrscheinlicher als das vom Beschwerdeführer vor-

gebrachte vom (…) erachtet. Es kann an dieser Stelle vollumfänglich auf 

die entsprechenden Erwägungen (vgl. Urteil D-3987/2024 E. 7.1 – 7.5) ver-

wiesen werden. Diese führen sodann zum Schluss, dass es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, die von ihm geltend gemachte Minder-

jährigkeit zum Zeitpunkt der Gesuchseinreichung in der Schweiz zu bewei-

sen oder glaubhaft zu machen. Das SEM ging folglich zu Recht von der 

D-3889/2024 

Seite 11 

Volljährigkeit des Beschwerdeführers aus und ist mit einem ordnungsge-

mässen Wiederaufnahmeverfahren an die kroatischen Behörden gelangt.  

8.  

8.1 Nachdem der Beschwerdeführer bereits am 17. März 2024 in Kroatien 

ein Asylgesuch gestellt hatte, handelt es sich um ein «take back»-Verfah-

ren gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO. Die kroatischen Behörden 

stimmten innert der in Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO festgelegten Frist dem 

Übernahmeersuchen der Vorinstanz gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-

VO zu, womit die Zuständigkeit Kroatiens grundsätzlich gegeben ist.  

8.2 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung zutreffend erkannt, 

dass die (vorinstanzlichen) Ausführungen des Beschwerdeführers die 

grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens zur Durchführung seines weiteren 

Verfahrens nicht zu widerlegen vermöchten. Es lägen auch keine wesent-

lichen Gründe im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO vor, wonach das 

Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Kroa-

tien Schwachstellen aufweisen würden, die eine Gefahr einer unmenschli-

chen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 EMRK mit sich 

bringen würden. Ferner seien auch keine Gründe ersichtlich, welche die 

Schweiz im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Dublin-III-VO zur Prüfung des Asylge-

suchs verpflichten oder im Sinne von Art. 29a Abs. 3 ASylV1 i.V.m. Art. 17 

Abs. 1 Dublin-III-VO zur Anwendung der Souveränitätsklausel veranlassen 

würden. Der Beschwerdeführer behauptet solches im vorliegenden Be-

schwerdeverfahren auch nicht und bestreitet die Zuständigkeit Kroatiens 

abgesehen von der Altersfrage nicht, weshalb in diesem Zusammenhang 

vollumfänglich auf die Erwägungen und Schlussfolgerungen in der ange-

fochtenen Verfügung (vgl. (…) ) zu verweisen ist.  

9.  

Die Vorinstanz ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 

und hat die Überstellung des Beschwerdeführers nach Kroatien verfügt. 

Die Beschwerde ist abzuweisen. 

10.     

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem das Gesuch um un-

entgeltliche Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Instruktions-

verfügung vom 16. Juli 2024 gutgeheissen wurde, ist auf eine Kostenauf-

lage zu verzichten.    

D-3889/2024 

Seite 12 

(Dispositiv nächste Seite)  

D-3889/2024 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jeannine Scherrer-Bänziger Gregory Aloisi 

 

 

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