# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9bb5261-b98c-53a4-ae7e-ef1f1d58636b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-03-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.03.2016 E-7499/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7499-2014_2016-03-31.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-7499/2014 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  M ä r z  2 0 1 6  

Besetzung 
 Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 

Richter Bendicht Tellenbach,  

Richterin Emilia Antonioni Luftensteiner,    

Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

B._______, geboren am (…), 

Syrien,   

beide vertreten durch MLaw Anna Al Khoory, 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Flüchtlingseigenschaft und Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); 

Verfügung des BFM vom 21. November 2014 / N (…). 

 

 

 

E-7499/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden – syrische Staatsangehörige kurdischer Ethnie 

aus Aleppo mit letztem Wohnsitz im Quartier C._______ – verliessen ihren 

Heimatstaat eigenen Angaben zufolge anfangs Februar 2013 und reisten 

in die Türkei. Von dort aus seien sie mit einem Visum für die Schweiz am 

7. Oktober 2013 gemeinsam mit ihrer Tochter (E-7502/2014) sowie ihrer 

Schwiegertochter mit deren Kind (E-4436/2014) auf dem Luftweg in die 

Schweiz gereist, wo sie am 28. Oktober 2013 um Asyl nachsuchten. Am 

14. November 2013 wurden die Beschwerdeführenden vom damaligen 

Bundesamt für Migration (BFM; heute SEM) summarisch und am 5. Mai 

2014 vertieft zu ihren Asylgründen befragt. 

Die Beschwerdeführenden begründeten ihre Asylgesuche im Wesentlichen 

damit, der Beschwerdeführer habe früher als (…) beim Amt Migration und 

Pässe gearbeitet und seit dem Jahre 2000 eine (…) geführt und dabei als 

(…) gearbeitet. Eines Tages sei er von einem Geschäftsnachbarn unter 

Druck gesetzt worden, einem Bekannten namens D._______ bei der Pass-

ausstellung behilflich zu sein. Da er weiterhin über Kontakte beim Passbüro 

verfügt habe, sei er diesem Ersuchen schliesslich nachgekommen und 

habe den Bekannten seines Nachbarn zur Passzentrale begleitet, wo er 

seinen früheren Arbeitskollegen mit dem Anliegen betraut habe, worauf er 

wieder gegangen sei. Ein paar Tage später sei er von den Behörden zu 

Hause aufgesucht und zusammen mit seinem Sohn E._______ mitgenom-

men, zum Gebäude des politischen Sicherheitsdienstes gebracht und in 

eine Zelle gesteckt worden. Sie seien geschlagen und der Beschwerdefüh-

rer zu einer Person mit dem Namen D._______ befragt worden, worauf er 

angegeben habe, diesen nicht zu kennen. Beim Verhör sei auch ein Be-

kannter des Beschwerdeführers anwesend gewesen. Dieser habe den Be-

schwerdeführer später in einen Raum bestellt und ihm versprochen, dass 

er schauen würde, was er tun könne. Nachdem er und sein Sohn sich 

schriftlich dazu bereit erklärt hätten, für die Behörden zu arbeiten und In-

formationen über D._______ zu sammeln, seien sie am dritten Tag wieder 

freigelassen worden. Der Beschwerdeführer sei am folgenden Tag in sein 

Geschäft zurückgekehrt und habe das Geschäft seines Nachbarn ver-

schlossen vorgefunden. Eines Tages hätten die Beschwerdeführenden da-

von erfahren, dass der Onkel ihrer Schwiegertochter F._______ im Dorf 

G._______ verstorben sei, worauf der Beschwerdeführer zusammen mit 

der Schwiegertochter und seiner Tochter dorthin gegangen seien. Später 

seien auch die Beschwerdeführerin und ihr Sohn E._______ gefolgt. 

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Seite 3 

Schliesslich hätten sie wegen der kriegerischen Situation in Syrien zusam-

men mit ihrem Sohn E._______, ihrer Tochter und der Schwiegertochter 

beschlossen, auszureisen und seien am 13. Februar 2013 in die Türkei ge-

reist. Ihr Sohn H._______ sei bereits früher ausgereist, da sie befürchtet 

hätten, dass er von der freien syrischen Armee oder der regulären syri-

schen Armee abgeholt werde.  

Für den Inhalt der weiteren Aussagen wird auf die Akten verwiesen.  

Die Beschwerdeführenden reichten zudem syrische Reisepässe, den Per-

sonalausweis des syrischen Migrations- und Passamtes des Beschwerde-

führers und die Kopie eines Haftbefehls für den Beschwerdeführer vom 

(…) März 2013 zu den Akten. 

B.  

Das BFM stellte mit Verfügung vom 21. November 2014 – eröffnet am 

24. November 2014 – fest, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flücht-

lingseigenschaft nicht, und lehnte die Asylgesuche ab. Gleichzeitig ordnete 

es ihre Wegweisung aus der Schweiz an. Hingegen schob es den Wegwei-

sungsvollzug wegen Unzumutbarkeit zugunsten einer vorläufigen Auf-

nahme auf. Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung im Wesentlichen da-

mit, dass die geltend gemachten Vorbringen weder den Anforderungen an 

die Glaubhaftigkeit noch denjenigen an die Flüchtlingseigenschaft stand-

halten würden. 

C.  

Mit Eingabe vom 23. Dezember 2014 an das Bundesverwaltungsgericht 

beantragten die Beschwerdeführenden durch ihre Rechtsvertreterin die 

Aufhebung der Dispositiv-Ziffern 1 bis 3 der angefochtenen Verfügung und 

die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl. 

Eventualiter sei die Sache zur genaueren Sachverhaltsabklärung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten 

sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung, 

unter Beiordnung ihrer Rechtsvertreterin als unentgeltliche Rechtsbeistän-

din, sowie den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Gleichzeitig wurden zwei Kurzberichte der Hilfswerksvertretung vom 9. Mai 

2014 und Kontoauszüge der Beschwerdeführenden vom 17. Dezember 

2014 zu den Akten gereicht. 

E-7499/2014 

Seite 4 

D.  

Mit verfahrensleitender Verfügung vom 15. Januar 2015 wurden die Gesu-

che der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG 

– unter Vorbehalt einer nachträglichen Veränderung der finanziellen Ver-

hältnisse der Beschwerdeführenden – und um Verzicht auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses und um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege gemäss Art. 110a Abs. 1 AsylG (SR 142.31) gutgeheissen und fest-

gestellt, die Beschwerdeführenden dürften gestützt auf die angeordnete 

vorläufige Aufnahme gestattet, den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten. Die bisherige Rechtsvertreterin, Anna Al Khoory, 

Rechtsanwältin, wurde als amtliche Rechtsbeiständin eingesetzt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

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Seite 5 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.3 Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet – im Ge-

gensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt 

durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des 

Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der 

gesuchstellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder 

nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Eine wesent-

liche Voraussetzung für die Glaubhaftmachung eines Verfolgungsschick-

sals ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, substantiierte, im Wesent-

lichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung der dargelegten Vor-

kommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer tatsächlich erlitte-

nen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Originalität, hinrei-

chende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaubhaft wird eine 

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Seite 6 

Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, widersprüch-

lichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei der Beurtei-

lung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Ele-

mente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhaltes, Sub-

stantiiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit 

usw.), die für oder gegen den Gesuchsteller sprechen. Glaubhaft ist eine 

Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die 

Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vor-

bringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte we-

sentliche und überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachver-

haltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2013/11 E. 5.1; 2010/57 E. 2.3). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid damit, die 

Vorbringen des Beschwerdeführers würden einen konstruierten und un-

plausiblen Eindruck machen. Es sei fragwürdig, weshalb D._______ ver-

sucht haben soll, einen Pass zu beantragen. Ein Verfolgter würde viel eher 

versuchen, illegal aus dem Land zu fliehen, als das zweifache Risiko auf 

sich zu nehmen, sich auf ein Passamt zu begeben und anschliessend mit 

einem Pass ausreisen zu wollen. Zudem sei nicht verständlich, weshalb 

der Nachbar den Beschwerdeführer nicht zumindest gewarnt hätte, dass 

sein Verwandter gesucht werde und er sich mit seiner Unterstützung in Ge-

fahr begeben würde. Weiter sei befremdlich, dass ihm während des Ver-

hörs beim Sicherheitsdienst wortwörtlich mitgeteilt worden sei, dass es sein 

ehemaliger Arbeitskollege beim Passamt gewesen sei, der die Behörden 

über den Passantrag für D._______ informiert habe. Schliesslich sei der 

Umstand, wonach sein Bekannter beim Sicherheitsdienst anlässlich des 

Verhörs plötzlich anwesend gewesen sei, ein etwas allzu glücklicher Zufall 

gewesen, zumal dieser zuvor offenbar nichts von den Vorwürfen gegen den 

Beschwerdeführer gewusst habe. Weiter habe die Beschwerdeführerin 

den Moment der Festnahme ihres Ehemannes und Sohnes zu Hause ste-

reotyp beschrieben und würde sich auf die blosse Wiedergabe der Haupt-

geschehnisse beschränken und jeglicher Details ermangeln, so dass nicht 

der Eindruck entstehe, sie habe das Geschilderte tatsächlich erlebt. Ferner 

hätten die Beschwerdeführenden angegeben, Syrien legal verlassen zu 

haben. Dies spreche gegen ein von den Behörden ausgehendes Interesse 

an ihnen. Hinsichtlich des eingereichten, gegen den Beschwerdeführer ge-

richteten Haftbefehls in Kopie sei nicht ersichtlich, in welchem Zusammen-

hang dieser stehen soll, da der Beschwerdeführer nie etwas von einem 

solchen erzählt habe. Der eingereichten Kopie komme aufgrund der hohen 

Fälschungsanfälligkeit ohnehin kein Beweiswert zu. Im Weiteren komme 

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den geltend gemachten Schwierigkeiten aufgrund der kriegerischen Ver-

hältnisse in Syrien kein Verfolgungscharakter im Sinne von Art. 3 AsylG zu. 

5.2 In der Rechtsmitteleingabe wird dem entgegengehalten, die Feststel-

lungen der Vorinstanz würden auf Mutmassungen beruhen. Diese würde 

sich dabei auf allgemeine Erkenntnisse stützen und berücksichtige die in-

dividuelle Situation der Beschwerdeführenden nicht. Deren Aussagen 

seien falsch und unvollständig gewürdigt worden. Der Beschwerdeführer 

habe D._______, der einen Pass habe beantragen wollen, und dessen Mo-

tive nicht gekannt. Es sei auch nicht Aufgabe des Passamtes, gesuchte 

Personen festzunehmen, sondern Passanträge entgegenzunehmen und 

zu bearbeiten. Der Umstand, dass D._______ gesucht worden sei, be-

deute nicht, dass er keinen Pass hätte ausstellen lassen können. Deswe-

gen habe man sich eben an den Beschwerdeführer gewendet, um die An-

gelegenheit rasch zu bearbeiten. Er habe auch nicht geltend gemacht, 

D.______ hätte mit dem Pass legal ausreisen wollen. Wozu er den Pass 

benötigt hätte, habe er nicht gewusst. Der Einwand der Vorinstanz, 

D._______ habe versuchen wollen, mit dem Pass auszureisen, sei erfun-

den. Die Vorinstanz habe Hypothesen aufgestellt, um diese dann in Zweifel 

zu ziehen. Weiter sei nachvollziehbar, weshalb der Nachbar den Be-

schwerdeführer nicht davor gewarnt habe, es könne für ihn heikel werden, 

wenn er D._______ unterstützen würde. Hätte er das Risiko gekannt, wäre 

er nicht mitgegangen. Ferner sei davon auszugehen, dass der Sicherheits-

dienst vom Passantrag von D._______ erfahren und in der Sache ermittelt 

habe, und dabei vom früheren Arbeitskollegen des Beschwerdeführers er-

fahren habe, dass dieser D._______ zum (…) begleitet habe. Schliesslich 

sei der Zufall, dass ein Bekannter des Beschwerdeführers anlässlich des 

Verhörs anwesend gewesen sei, nicht ungewöhnlich und andere nichts an 

dessen Glaubwürdigkeit. Im Weiteren lasse die legale Ausreise der Be-

schwerdeführenden nicht den Schluss zu, sie seien nicht verfolgt worden. 

Zudem habe die Beschwerdeführerin detaillierte und verständliche Anga-

ben gemacht und sich dabei ohne Ausschmückungen auf das Wesentliche 

konzentriert. Schliesslich könne dem Kurzbericht der Hilfswerksvertretung 

entnommen werden, dass die Beschwerdeführenden glaubwürdig gewe-

sen seien. Die dabei aufgekommenen Emotionen würden auf tatsächlich 

Erlebtes hinweisen. Die Schilderungen der Beschwerdeführenden würden 

miteinander übereinstimmen und nicht abgesprochen erscheinen. Der Be-

schwerdeführer habe gestützt auf die erfolgte Verhaftung und seine Zu-

stimmung zur Zusammenarbeit mit den syrischen Sicherheitsdienst be-

gründete Furcht vor ernsthaften Nachteilen.  

 

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Seite 8 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten zum 

Schluss, dass die Vorinstanz die Asylgesuche der Beschwerdeführenden 

zu Recht abgewiesen hat. Sie hat den Sachverhalt entgegen der pauscha-

len Rüge richtig und vollständig abgeklärt und in ihrem Entscheid die 

Gründe angeführt, welche auf die fehlende Asylrelevanz sowie fehlende 

Glaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschwerdeführenden schliessen las-

sen. Die Ausführungen in der Beschwerdeschrift sowie die eingereichten 

Beweismittel vermögen an dieser Sichtweise nichts zu ändern. Zur Vermei-

dung von Wiederholungen kann vorab auf die entsprechenden Ausführun-

gen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. 

6.2 Das Gericht ist sich bewusst, dass die Beschwerdeführenden aufgrund 

der kriegerischen Verhältnisse in Syrien und den damit zusammenhängen-

den Ereignissen einer äusserst belastenden Situation ausgesetzt waren. 

Indessen hinterlassen die Schilderungen der Beschwerdeführenden nicht 

den Eindruck, dass sich die zur Begründung ihrer Asylgesuche geltend ge-

machten Ereignisse auf die geschilderte Weise zugetragen haben. In Über-

einstimmung mit der vorinstanzlichen Argumentation erscheint fraglich, 

dass D._______ – trotz Suche durch die syrischen Sicherheitsbehörden – 

beim Passamt persönlich vorgesprochen haben soll, um einen Pass zu be-

antragen. Der diesbezügliche Einwand des Beschwerdeführers, wonach er 

D._______ und dessen Beweggründe, einen Pass zu beantragen, nicht 

gekannt habe, trägt zu keiner Klärung bei. Es ist auch nicht nachvollzieh-

bar, der Nachbar hätte den Beschwerdeführer darum gebeten, D._______ 

zum Passamt zu begleiten, ohne ihn über dessen Schwierigkeiten zu infor-

mieren. Zudem wäre D._______ mit dem Gang zum (…) mit weiteren Per-

sonen in Kontakt gekommen, was das Risiko, dabei als Gesuchter erkannt 

zu werden, beträchtlich erhöht hätte. Auch machte der Beschwerdeführer 

nicht geltend, es seien beim Gang zum (…) Vorsichtsmassnahmen getrof-

fen worden, um ein solches Risiko zu minimieren. Er stellte offenbar keine 

Fragen und stellte den Kontakt zwischen D._______ und seinem früheren 

Arbeitskollegen ohne weiteres her. Indessen hätten er und D._______ da-

mit rechnen müssen, dass die Passbehörden für die Ausstellung des Pas-

ses weitere Abklärungen über D._______, beispielsweise eine allfällige be-

hördliche Suche nach ihm, tätigen würden. Die fehlende Zuständigkeit der 

Passbehörden für eine allfällige Verhaftung vermag diese offensichtliche 

Unvorsichtigkeit nicht zu erklären. Abgesehen davon wäre vom Beschwer-

deführer zu erwarten gewesen, dass er angesichts des Drängens seitens 

seines Nachbarn Fragen gestellt hätte, um Genaueres zu den Beweggrün-

den, weshalb D._______ so rasch einen Pass benötige, zu erfahren oder 

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Seite 9 

sich zumindest selber abgesichert hätte, dass er sich mit seinem Beitrag 

für eine ihm unbekannte Person, die offensichtlich in Schwierigkeiten 

steckte, nicht einem eigenen Risiko aussetzt. Schliesslich gab er selber an, 

er wäre nicht mitgegangen, wenn er das Risiko gekannt hätte. Immerhin 

arbeitete er bis ins Jahr 2000 als (…) für das Migrations- und Passamt, 

womit er sich den Gefahren, denen er sich mit einer derartigen Unterstüt-

zung ausgesetzt hätte, hätte bewusst sein müssen. Ferner trifft zwar zu, 

dass der Beschwerdeführer nicht geltend gemacht hat, D._______ hätte 

den Pass für die Ausreise benötigt. Indessen ist diese von der Vorinstanz 

getroffene Annahme auch nicht von der Hand zu weisen. Hinsichtlich der 

weiteren Einwände in der Beschwerdeschrift kann zwar nicht vollständig 

ausgeschlossen werden, die syrischen Sicherheitsbehörden würden ihre 

Informationsquelle während eines Verhörs mitteilen. Indessen vermag die-

ses Argument die bestehenden Zweifel an der geltend gemachten Verhaf-

tung des Beschwerdeführers nicht zu beseitigen. Weiter muss auch das 

angebliche plötzliche Erscheinen eines Bekannten des Beschwerdeführers 

beim Sicherheitsdienst, wie von der Vorinstanz zu Recht dargelegt, als we-

nig wahrscheinlich bezeichnet werden. Dass der Beschwerdeführer die-

sem in einem Gespräch "unter vier Augen" erzählt habe, weshalb er da sei, 

lässt die Zweifel an diesen Umständen auch nicht auszuräumen. Im Übri-

gen stimmen die Aussagen der Beschwerdeführenden zur Verhaftung des 

Beschwerdeführers und des Sohnes zwar miteinander überein. Jedoch 

weisen die Schilderungen der Beschwerdeführerin zu den Umständen der 

Verhaftung ihres Ehemannes und Sohnes nur wenige Details auf und hin-

terlassen nicht den Eindruck, dass sich diese so zugetragen hat. Der Ein-

wand, wonach sie sich bei der Schilderung der Verhaftung auf das Wesent-

liche konzentriert und auf Ausschmückungen verzichtet habe, vermag die 

wenig detaillierten Angaben nicht zu erklären. Es fällt demgegenüber auf, 

dass die Beschwerdeführerin nebst den Angaben zur Inhaftierung insbe-

sondere auf frühere Ereignisse – das Verschwinden ihres Sohnes 

I._______ vor 18/19 Jahren, den sie sehr vermisse – hinwies und dabei 

ihre Angst vor dem Verlust weiterer Familienangehörigen ausdrückte und 

dabei wiederholt in Tränen ausbrach (vgl. Akte A13 S. 2 und 4). Der Kurz-

bericht der Hilfswerksvertretung, in dem erwähnt wird, dass sich der Be-

schwerdeführer detailreich und substanziiert geäussert habe und beim 

freien Erzählen von Emotionen ergriffen worden sei, kann die erwähnten 

Zweifel auch nicht beseitigen. Schliesslich erwähnte die anwesende Hilfs-

werksvertretung am Schluss ihres Berichts, dass der Beschwerdeführer 

anlässlich der Anhörung zweimal geweint habe, dies allerdings aus Dank-

barkeit.  

E-7499/2014 

Seite 10 

Hinsichtlich der am 12. August 2014 eingereichten Kopie eines Haftbefehls 

des syrischen Sicherheitsdienstes vom (…) März 2013 (wegen Teilnahme 

an Demonstrationen und der Planung der Demonstrationen) ist zudem fest-

zuhalten, dass die Beschwerdeführenden anlässlich ihrer Anhörungen vom 

5. Mai 2014 nichts von einem solchen erzählt haben, zumal dieser doch 

bereits vor nahezu einem Jahr ausgestellt worden sein soll. Auch kann den 

Akten nicht entnommen werden, wie und weshalb sie erst so spät in des-

sen Besitz gelangt sind (vgl. Beweismittelcouvert). Abgesehen davon han-

delt es sich dabei um eine blosse Kopie, der aufgrund ihrer Beschaffenheit 

und der Fälschungsanfälligkeit nur ein beschränkter Beweiswert zukommt. 

In der Rechtsmitteleingabe äusserten sich die Beschwerdeführenden nicht 

dazu, weshalb darauf nicht näher einzugehen ist. 

6.3 In Würdigung der gesamten Aktenlage kommt das Bundesverwaltungs-

gericht zum Schluss, dass die Beschwerdeführenden keine Gründe nach 

Art. 3 AsylG nachweisen oder glaubhaft machten konnten. Der Sachverhalt 

ist hinreichend erstellt, und weitere Abklärungen erübrigen sich. Die Vo-

rinstanz hat die Asylgesuche der Beschwerdeführenden zu Recht abge-

lehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

7.2 Die Beschwerdeführenden verfügen weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.3 Da das SEM in seiner Verfügung vom 21. November 2014 die vorläu-

fige Aufnahme der Beschwerdeführenden in der Schweiz angeordnet hat, 

erübrigen sich praxisgemäss die Ausführungen zur Zulässigkeit, Zumutbar-

keit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

E-7499/2014 

Seite 11 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da ihnen mit 

Verfügung vom 15. Januar 2015 indessen die unentgeltliche Prozessfüh-

rung gewährt wurde, sind ihnen keine Verfahrenskosten aufzuerlegen. 

9.2 Nachdem den Beschwerdeführenden die unentgeltliche Rechtsverbei-

ständung gewährt und Frau Anna Al Khoory, Rechtsanwältin, als amtliche 

Vertreterin eingesetzt worden ist (Art. 110a Abs. 1 AsylG), ist ihr durch das 

Bundesverwaltungsgericht ein amtliches Honorar gestützt auf die in Be-

tracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9 – 13 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) zu entrichten. Die Rechtsver-

treterin hat keine Kostennote zu den Akten gereicht. Der notwendige Ver-

tretungsaufwand lässt sich indes aufgrund der Aktenlage zuverlässig ab-

schätzen, weshalb auf die Einholung einer solchen verzichtet werden kann 

(Art. 14 Abs. 2 in fine des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfakto-

ren (Art. 9–13 VGKE) ist der Rechtsvertreterin zulasten der Gerichtskasse 

ein amtliches Honorar von insgesamt Fr. 900.– (inkl. Auslagen und allfälli-

ger MWSt) zuzusprechen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-7499/2014 

Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin wird ein amtliches Honorar zulasten der 

Gerichtskasse in der Höhe von Fr. 900.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener 

 

 

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