# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee4dedff-f2fc-547d-ac79-84949e6144eb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.09.2011 E-5008/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5008-2011_2011-09-22.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­5008/2011

U r t e i l   v om   2 2 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichterin Muriel Beck Kadima,
mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker Senn;
Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener.

Parteien A._______, geboren am (…),
Afghanistan,  
vertreten durch Annelise Gerber, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
(Dublinverfahren);
Verfügung des BFM vom 2. September 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  Afghanistan  im 
August  2007  verliess  und  über  den  Iran,  die  Türkei  und  Griechenland 
nach Italien gelangte,

dass er gemäss EURODAC­Meldungen am 27.  Oktober 2007 in Tayros 
(GR) und am 17. August 2010  in Caltanissetta  (I)  um Asyl nachgesucht 
hatte,

dass er erstmals am 1. März 2011 in der Schweiz ein Asylgesuch stellte,

dass  er  am  7. März  2011  im Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ) 
Chiasso summarisch befragt und ihm gleichzeitig das rechtliche Gehör zu 
einer allfälligen Wegweisung nach Italien gewährt wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  summarischen  Befragung 
aussagte,  er wolle  nicht  nach  Italien  zurückkehren, weil  das Leben dort 
hart gewesen sei (vgl. Akte A6, S. 9 f.),

dass  das  BFM  am  17.  März  2011  ein  Übernahmeersuchen  an  die 
zuständigen  italienischen  Behörden  richtete,  welche  innerhalb  der 
festgelegten Frist keine Stellungnahme abgaben,

dass das BFM mit Verfügung vom 26. April 2011 in Anwendung von Art. 
34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
auf  das Asylgesuch  nicht  eintrat  und  die Wegweisung  aus  der Schweiz 
nach Italien sowie den Vollzug anordnete, 

dass dieser Entscheid unangefochten in Rechtskraft erwuchs,

dass der Beschwerdeführer am 15. Juni 2011 per Flugüberstellung nach 
Italien ausgeschafft wurde (vgl. Akte A24), 

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge am 22. Juni 2011 
erneut  illegal  in  die Schweiz einreiste und am gleichen Tag ein  zweites 
Asylgesuch stellte, 

dass er am 7. Juli 2011 im EVZ B._______ summarisch befragt und ihm 
gleichzeitig  das  rechtliche  Gehör  zu  einer  allfälligen  erneuten 
Wegweisung nach Italien gewährt wurde, 

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dass er dabei festhielt, nach seiner Ausschaffung aus der Schweiz sei er 
in  einem  Flüchtlingslager  untergebracht  worden,  wobei  ihm  die 
italienischen  Behörden  fünf  Tage  Zeit  gegeben  hätten,  um  das  Lager 
wieder  zu  verlassen,  da  dieses  für  tunesische  Araber  vorgesehen 
gewesen sei,

dass  er  in  Italien  keine  würdige  Unterkunft  erhalten  und  zudem 
Schwierigkeiten mit anderen Afghanen gehabt habe,

dass  er  schliesslich  mit  dem  Zug  nach  Rom  und  weiter  nach  Chiasso 
gereist sei,

dass das BFM am 19. Juli 2011 ein erneutes Übernahmeersuchen an die 
zuständigen  italienischen  Behörden  richtete,  welche  innerhalb  der 
festgelegten Frist keine Stellungnahme abgaben,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  2.  September  2011  –  eröffnet  am 
5. September 2011 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf 
das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz nach 
Italien  sowie  den  Vollzug  anordnete,  wobei  es  festhielt,  einer  allfälligen 
Beschwerde komme keine aufschiebende Wirkung zu,

dass der Beschwerdeführer aufgefordert wurde, die Schweiz spätestens 
am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,

dass  dem  Beschwerdeführer  gleichzeitig  die  editionspflichtigen  Akten 
gemäss  Aktenverzeichnis  ausgehändigt  und  der  Kanton  C._______ mit 
dem Vollzug der Wegweisung beauftragt wurde,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  der 
Beschwerdeführer habe gemäss Eurodac­Treffer am 17. August 2010  in 
Caltanissetta  (I) ein Asylgesuch eingereicht, wobei er bereits einmal am 
15.  Juni  2011  gestützt  auf  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  nach  Italien 
abgeschoben worden sei,

dass  gestützt  auf  die  einschlägigen  staatsvertraglichen  Bestimmungen 
(Abkommen  vom  26.  Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die 
Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten 
Asylantrages  [Dublin­Assoziierungsabkommen,  SR  0.142.392.68]; 
Verordnung  [EG]  Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18.  Februar  2003  zur 

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Festlegung  von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrags  zuständig  ist,  den 
ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt hat 
[Dublin­II­VO];  Verordnung  [EG] Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom  2. 
September  2003 mit Durchführungsbestimmungen  zur Verordnung  [EG] 
Nr.  343/2003  des Rates  [DVO Dublin])  Italien  für  die Durchführung  des 
Asylverfahrens zuständig sei,

dass  das  BFM  weiter  ausführte,  aufgrund  des  Umstands,  dass  Italien 
innert  Frist  nicht  geantwortet  habe,  sei  von  dessen  Zustimmung 
auszugehen,  wobei  eine  Rückführung  –  vorbehältlich  einer  allfälligen 
Unterbrechung oder Verlängerung – bis spätestens am 3. Februar 2012 
zu erfolgen habe,

dass  der  Beschwerdeführer  durch  seine  Rechtsvertreterin  am 
12. September  2011  vorab  per  Telefax  eine  Beschwerde  gegen  die 
Verfügung  des  BFM  vom  2.  September  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht  einreichte  und  dabei  beantragte,  es  sei  auf 
das  Asylgesuch  einzutreten  und  das  Asylverfahren  in  der  Schweiz 
durchzuführen, eventualiter seien die Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit 
des  Vollzugs  der  Wegweisung  sowohl  nach  Italien  als  auch  nach 
Afghanistan  festzustellen  und  der Beschwerdeführer  sei  in  der Schweiz 
vorläufig  aufzunehmen,  eventualiter  sei  die  Sache  zwecks 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen,

dass  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Gewährung  der 
aufschiebenden  Wirkung  und  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  ersucht 
wurde,

dass die zuständige  Instruktionsrichterin mit Telefax vom 13. September 
2011 gestützt auf Art. 56 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  den  Vollzug  der 
Wegweisung provisorisch aussetzte,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  14. September  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt,

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dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ­ 
vorbehältlich  nachfolgende  Erwägung  ­  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2 
AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 

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aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 mit weiteren Hinweisen),

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig  ist  (Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG;  sogenanntes  Dublin­
Verfahren), 

dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  indessen  systembedingt  kein 
Raum bleibt  für Ersatzmassnahmen  im Sinne  von Art.  44 Abs.  2 AsylG 
i.V.m. Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20;  vgl.  das  zur 
Publikation  vorgesehene  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­
7221/2009 vom 10. Mai 2011 E. 5),

dass  eine  entsprechende  Prüfung  allfälliger  Überstellungshindernisse 
soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im  Rahmen  des 
Nichteintretensentscheides stattfinden muss,

dass  dementsprechend  die  Anordnung  von  Ersatzmassnahmen  (die 
vorläufige  Aufnahme)  respektive  die  Feststellung  von  diesen 
zugrundeliegenden  Vollzugshindernissen  der  Wegweisung  in  den 
Heimatstaat  auch  nicht  Gegenstand  des  vorliegenden 
Beschwerdeverfahrens sein kann,

dass  deshalb  auf  die  Beschwerde  nicht  einzutreten  ist,  soweit  darin 
beantragt wird, es sei für den Beschwerdeführer die vorläufige Aufnahme 
anzuordnen,

dass  der  in  der  Rechtsmitteleingabe  gestellte  verfahrensrechtliche 
Antrag,  es  sei  der  Beschwerde  die  aufschiebende Wirkung  zu  erteilen, 
mit vorliegendem Endentscheid gegenstandslos geworden ist,

dass sich aus den Akten ergibt, dass der Beschwerdeführer – wie zuvor 
bereits  am 27. Oktober  2007  in Griechenland  –  am 17. August  2010  in 
Italien daktyloskopisch erfasst wurde und dort um Asyl nachgesucht hat,

dass die Vorinstanz zu Recht Italien für die Prüfung des am 22. Juni 2011 
in  der  Schweiz  eingereichten  zweiten  Asylgesuchs  des 
Beschwerdeführers  erachtet  hat  (vgl.  Art. 13  Dublin­II­VO),  was  vom 
Beschwerdeführer auch nicht bestritten wird,

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dass dieses Land auf ein entsprechendes Aufnahmegesuch seitens der 
Schweiz  nicht  geantwortet  hat,  so  dass  davon  ausgegangen  werden 
kann,  es  habe  die  Wiederaufnahme  im  Sinne  der  Dublin­Verordnung 
akzeptiert (Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO),

dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Beschwerde  vorgebracht  hat,  er 
habe  von  den  italienischen  Behörden  nach  sechs  bis  acht  Monaten 
Aufenthalt  in  einem  Flüchtlingslager  in  Caltanissetta  eine  Frist  von  fünf 
Tagen erhalten,  um nach Griechenland zurückzukehren, weshalb er ein 
erstes Mal in die Schweiz eingereist sei,

dass  er  bei  einer  erneuten  Rücküberweisung  nach  Italien  dort  kein 
Asylgesuch  mehr  einreichen  könne  und  aufgefordert  würde,  nach 
Griechenland zurückzukehren,

dass es  für  ihn  in  Italien kein ordentliches Verfahren gebe und er keine 
staatliche Unterstützung erhalten würde,

dass  Italien  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die 
Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  und  der  Konvention 
vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ist und keine konkreten Anhaltspunkte 
vorliegen,  wonach  sich  Italien  nicht  an  die  daraus  resultierenden 
völkerrechtlichen Verpflichtungen hält, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  davon  ausgeht,  die  italienischen 
Behörden  berücksichtigen  das Urteil  des Europäischen Gerichtshofs  für 
Menschenrechte  (EGMR)  i.S.  M.S.S.  gegen  Belgien  und  Griechenland 
vom  21.  Januar  2011  (Beschwerde­Nr. 30696/09,  S. 54)  und  die  Praxis 
der  gewichtigsten  Dublin­Staaten,  welche  derzeit  auf  Dublin­Verfahren 
mit  Griechenland  verzichten,  weshalb  der  Beschwerdeführer  nicht 
befürchten muss, dorthin zurückgeschafft zu werden, 

dass  der  Beschwerdeführer  überdies  im  Rahmen  seines  ersten 
Asylgesuches  in  der  Schweiz  die  Frage,  ob  er  von  den  italienischen 
Behörden  aufgefordert  worden  sei,  nach Griechenland  zurückzukehren, 
verneint  hat  (vgl.  Akte  A6,  S.  9),  weshalb  der  Einwand  in  der 
Beschwerdeschrift,  wonach  er  damals  –  nach  sechs  bis  acht  Monaten 
Aufenthalt  in einem Flüchtlingslager –  fünf Tage Frist erhalten habe, um 
nach Griechenland  zurückzukehren,  nicht  geglaubt werden  kann,  zumal 
er  damals  angegeben  hat,  sich  wegen  der  schlechten  Versorgung  zur 
(ersten) Ausreise in die Schweiz entschlossen zu haben (vgl. A6, S. 9),

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dass folglich entgegen der in der Beschwerdeeingabe vertretenen Ansicht 
– anders  als  bei  Griechenland  –  keine  menschenrechtlichen  Bedenken 
offenkundig  gegen  die Wegweisung  nach  Italien  sprechen  (vgl.  das  zur 
Publikation  vorgesehene  Grundsatzurteil  D­2076/2010  vom  16. August 
2011 E. 2.6 und 4.11; dazu auch EGMR, Urteil M.S.S. gegen Belgien und 
Griechenland vom 21. Januar 2011, Nr. 30696/09, § 205 ff.),  auch wenn 
nicht  zu  verkennen  ist,  dass  die  Aufnahmebedingungen  in  Italien 
schwierig sind, 

dass keine ernsthaften Zweifel daran bestehen, dass Italien die Richtlinie 
Nr. 2005/85/EG des Rates vom 1. Dezember 2005 über Mindestnormen 
für Verfahren  in den Mitgliedstaaten zur Zuerkennung und Aberkennung 
der Flüchtlingseigenschaft (Amtsblatt Nr. L 326 vom 13/12/2005 S. 0013 
– 0034)  respektiert,  und  an  dieser  Einschätzung  auch  der  in  der 
Beschwerdeeingabe  erwähnte  Abschiebestopp  einzelner  deutscher 
Gerichte nichts zu ändern vermögen, zumal diese für die Rechtsprechung 
des Bundesverwaltungsgerichts ohne Belang sind,

dass  hinsichtlich  der  in  der  Beschwerdeeingabe  genannten  Berichte  zu 
den  Aufnahme­  und  Lebensbedingungen  für  asylsuchende  respektive 
bereits  als  Flüchtlinge  anerkannte  Personen  in  Italien  festzustellen  ist, 
dass  die  italienischen  Behörden  seit  geraumer  Zeit  mit  einer  grossen 
Anzahl  von  Einwanderern  aus  nordafrikanischen  Staaten  konfrontiert 
sind,  was  immer  wieder  zu  Kapazitätsengpässen  bei  den 
Aufnahmezentren führen kann,

dass  indessen  das  Gericht  auch  in  Berücksichtigung  der  mit  den 
Kapazitätsengpässen  im  Zusammenhang  stehenden  schwierigen 
Aufenthalts­  und  Lebensbedingungen  –  eine  Betreuung  durch  die 
italienischen Behörden oder durch die privaten karitativen Organisationen 
sei nicht  in  jedem Fall gewährleistet – nicht zum Schluss gelangt,  Italien 
verletze  nachgewiesenermassen  in  systematischer  Weise  die  Richtlinie 
Nr.  2003/9/EG  des  Rates  vom  27.  Januar  2003  zur  Festlegung  von 
Mindestnormen  für  die  Aufnahme  von  Asylbewerbern  in  den 
Mitgliedstaaten (Amtsblatt Nr. L 031 vom 06/02/2003 S. 0018 – 0025),

dass  angesichts  dieser  Sachlage  keine  Veranlassung  besteht,  die 
Regelvermutung  in  Frage  zu  stellen,  wonach  sich  Italien  an  die 
massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das 
Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen  der  EMRK  und 
der FoK, hält (BVGE 2010/45 E. 7.5. und 7.7.), 

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dass  diese  Regelvermutung  umgestossen  werden  kann,  wenn  im 
konkreten  Einzelfall  ernsthafte  Indizien  dafür  vorliegen,  dass  die 
Behörden des betreffenden Signatarstaates Völkerrecht verletzen (BVGE 
2010/45 a.a.O.),

dass es dem Beschwerdeführer weder in der Befragung vom 7. Juli 2011 
noch  in  der  Beschwerdeschrift  gelungen  ist,  eine  einzelfallspezifische 
besondere  Verletzlichkeit  nachzuweisen,  aufgrund  derer  geschlossen 
werden könnte, es drohe  ihm  in  Italien eine unmenschliche Behandlung 
oder  ein  Refoulement  in  sein  Heimatland  bzw.  es  würden  humanitäre 
Gründe  im  Sinne  von  Art.  29a  Abs.  3  der  Asylverordnung 1  vom 
11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) vorliegen, 
die  einen Selbsteintritt  gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO als  notwendig 
oder angezeigt erscheinen lassen,

dass  für  den  Fall,  dass  der  Beschwerdeführer  aufgrund  der 
Aufenthaltsbedingungen  tatsächlich  nicht  in  der  Lage  gewesen  sein 
sollte, in Italien ein menschenwürdiges Leben zu führen, es an ihm liegen 
wird,  seine  Rechte  bei  den  italienischen  Behörden  respektive  beim 
Europäischen Gerichtshof  oder  beim EGMR geltend  zu machen  (BVGE 
2010/45 E. 7.6.4),

dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten 
ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der 
zuständige  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  hat  und  zudem 
kein Anspruch auf Erteilung einer  solchen besteht  (vgl. Entscheidungen 
und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den 
gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt  zu 
Recht angeordnet wurde,

dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens,  wie  oben  erwähnt, 
systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatzmassnahmen  im  Sinne  von 
Art. 44  Abs. 2  AsylG  i.V.m.  Art. 83  Abs. 1  AuG,  weshalb  eine 
entsprechende Prüfung,  soweit  notwendig,  vielmehr  bereits  im Rahmen 
des  Nichteintretensentscheides  stattzufinden  hat  (vgl.  BVGE  2010/45 
E. 10.2),

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dass  in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung nach 
Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  eine  Partei,  die  nicht  über  die  erforderlichen  Mittel  verfügt,  auf 
Antrag hin  von der Bezahlung der Verfahrenskosten befreit wird,  sofern 
ihr Begehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 65 Abs. 1 VwVG),

dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege 
gemäss  Art. 65  Abs.1  VwVG  ungeachtet  einer  möglichen  Bedürftigkeit 
des  Beschwerdeführers  abzuweisen  ist,  da  die  Beschwerdebegehren 
nach dem Gesagten als aussichtslos zu bezeichnen sind, 

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

 (Dispositiv nächste Seite)

E­5008/2011

Seite 11

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener

Versand: