# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 101669f7-9c92-55df-bce9-80c3afca67b1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-14
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 14.09.2023 KV 2023/3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KV-2023-3_2023-09-14.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV 2023/3

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 28.09.2023

Entscheiddatum: 14.09.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 14.09.2023
Art. 24 f., 32 KVG. Mangels fassbarer somatischer und/oder psychischer 
Beeinträchtigungen können die WZW-Kriterien in Bezug auf eine 
weiterführende Physiotherapie im Verfügungszeitpunkt nicht als erfüllt 
erachtet werden. Damit besteht kein Anspruch auf Kostenübernahme für 
weiterführende Physiotherapie. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. September 2023, KV 
2023/3).

Entscheid vom 14. September 2023

Besetzung

Präsidentin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichterin Tanja Petrik-Haltiner 

und Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

KV 2023/3

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsagent Roger Hochreutener, Hochreutener Treuhand & 

Rechtsberatung, Guisanstrasse 62, 9010 St. Gallen,

gegen

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Agrisano Krankenkasse AG, Laurstrasse 10, 5201 Brugg AG,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) ist bei der Agrisano Krankenkasse AG 

(nachfolgend: Agrisano) obligatorisch krankenpflegeversichert.

A.a. 

Ab dem 28. April 2022 erstattete die Agrisano gestützt auf Verordnungen der 

behandelnden Ärzte Kostengutsprache für vier Serien zu neun Sitzungen Allgemeine 

Physiotherapie und ab dem 28. Juni 2022 für eine medizinische Trainingstherapie 

(MTT; act. G 3.1-3 ff., 3.1-7, 3.1-25).

A.b. 

Die behandelnden Ärzte Dr. med. B.___, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 

FMH, und Dr. med. C.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, stellten im 

August 2022 bei weiterhin diagnostizierten muskulären Verspannungen thorakal und 

pektoral eine weitere Verordnung zur Physiotherapie aus (act. G 3.1-12), woraufhin die 

behandelnde Physiotherapeutin D.___, B. Sc. in Physiotherapie, am 10. August 2022 

einen Antrag auf Kostengutsprache für eine fünfte Serie Allgemeine Physiotherapie zu 

neun Sitzungen und parallel eine weitere MTT für 36 Sitzungen stellte (act. G 3.1-11) 

und diesen Antrag mit Zwischenbericht vom 16. August 2022 begründete (act. G 

3.1-14).

A.c. 

In der Folge holte die Agrisano Angaben/Unterlagen der behandelnden Ärzte ein 

(act. G 3.1-15 ff.). Dr. C.___ diagnostizierte nach durchgeführten Abklärungen in der 

Kardiologie E.___ (act. G 3.1-19) sowie im Kantonsspital St. Gallen (KSSG), Zentrum 

F.___ (act. G 3.1-21 f.), mit Bericht vom 30. August 2022 eine Thorakalgie unklarer 

Ätiologie. Der Versicherte profitiere von MTT in Kombination mit Physiotherapie (act. G 

3.1-18).

A.d. 

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B.  

C.  

Mit Beurteilung vom 1. Oktober 2022 verneinte Dr. med. G.___, Fachärztin für 

Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie, Vertrauensärztin SGV, eine Indikation 

für eine weiterführende Physiotherapie sowie MTT (act. G 3.1-25).

A.e. 

Mit Verfügung vom 2. Dezember 2022 lehnte die Agrisano den Antrag auf 

Kostengutsprache vom 10. August 2022 für eine weiterführende Physiotherapie im 

Umfang von neun Sitzungen Allgemeine Physiotherapie ab (act. G 3.1-29).

A.f. 

Am 29. Dezember 2022 erhob der Versicherte, vertreten durch Roger 

Hochreutener, pat. Rechtsagent, Dipl. Vormundschafts- und Sozialhilfefachmann GFS, 

Hochreutener Treuhand und Rechtsberatung, Staad/St. Gallen/Eggersriet, Einsprache 

mit folgenden Anträgen: 1. Die Verfügung vom 2. Dezember 2022 sei aufzuheben. 2. 

Die Schmerzbehandlung gegen den Covid-Impfschaden sei solange durch die 

obligatorische Krankenpflege-Grundversicherung zu bezahlen, bis 

Therapiemöglichkeiten oder vergleichbare Alternativen für die Schmerzbehandlung 

vorhanden seien. 3. Eine vertrauensärztliche Untersuchung des Patienten sei im 

Kantonsspital St. Gallen oder bei der IV-Medizinalstelle St. Gallen durchzuführen, zu 

Lasten der Versicherung. 4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 

Versicherung (act. G 3.1-30).

B.a. 

Mit Entscheid vom 17. Februar 2023 wies die Agrisano die Einsprache ab (act. G 

3.1-32).

B.b. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 17. Februar 2023 liess der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer), weiterhin vertreten durch Rechtsagent Roger 

Hochreutener, am 13. März 2023 Beschwerde erheben und folgendes beantragen: 1. 

Der Entscheid vom 17. Februar 2023 sei aufzuheben. 2. Die Schmerzbehandlungen 

gegen den Covid-Impfschaden seien rückwirkend weiterhin und bis auf weiteres 

solange durch die obligatorische Krankenpflege-Grundversicherung zu bezahlen, bis 

Therapiemöglichkeiten oder vergleichbare Alternativen für die Schmerzbehandlung 

vorhanden seien. 3. Die Berichte der Vertrauensärztin seien aus dem Recht zu weisen, 

wegen Befangenheit. 4. Eine vertrauensärztliche Untersuchung des Patienten sei am 

C.a. 

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Erwägungen

1.

Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid 

vom 17. Februar 2023, dem die Verfügung vom 2. Dezember 2022 zugrunde liegt. Mit 

dieser Verfügung hat die Beschwerdegegnerin den Antrag auf Kostengutsprache vom 

10. August 2022 (act. G 3.1-11) für eine weiterführende Physiotherapie im Umfang von 

neun Sitzungen Allgemeine Physiotherapie sowie – zumindest sinngemäss (vgl. dazu 

das Schreiben vom 5. September 2022 in act. G 3.1-23) – auch eine weitere MTT (im 

Umfang von 36 Therapieeinheiten) abgelehnt. Damit hat sie keine quantitative 

Erweiterung der für das Jahr 2022 bereits zugestandenen Physiotherapie im Umfang 

von vier Serien zu neun Sitzungen sowie der zugestandenen MTT vorgenommen (vgl. 

im Sachverhalt lit. A.b). Zu prüfen ist folglich, ob die Beschwerdegegnerin die Kosten 

Kantonsspital St. Gallen oder bei der IV-Medizinalstelle St. Gallen durchzuführen, zu 

Lasten der Krankenversicherung. 5. Die Vorakten der Krankenversicherung seien 

vollständig zu edieren und dem Beschwerdeführer zur Stellungnahme zuzustellen. 6. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Krankenversicherung (act. 

G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 4. Mai 2023 beantragte die Agrisano (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- 

und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerdeführers (act. G 3).

C.b. 

Mit Replik vom 31. Mai 2023 liess der Beschwerdeführer durch seinen Vertreter an 

seinen Anträgen gemäss Beschwerde vom 13. März 2023 festhalten (act. G 5).

C.c. 

Mit Eingabe vom 12. Juni 2023 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine 

Duplik (act. G 7).

C.d. 

Am 6. Juli 2023 reichte der Vertreter des Beschwerdeführers eine weitere 

Stellungnahme ein. Mit der Eingabe legte er einen Bericht des KSSG, Zentrum für 

Ergo- und Physiotherapie (ZEP), vom 23. Juni 2023 ins Recht (act. G 9).

C.e. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

C.f. 

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für eine weitere Physiotherapie im verordneten Umfang sowie einer MTT im Rahmen 

der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) zu Recht verneint hat.

2.  

Die OKP übernimmt die Kosten für die Leistungen, die der Diagnose oder der 

Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen (Art. 25 Abs.  1 in Verbindung mit 

Art. 24 des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung [KVG; SR 832.10]). Als 

Krankheit gilt dabei jede Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalles ist und die eine medizinische Untersuchung 

oder Behandlung erfordert oder eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Art. 3 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 

830.1]).

2.1. 

Art. 25 Abs. 2 KVG enthält einen Katalog von Leistungen, die unter die 

Übernahmepflicht der Krankenversicherer fallen. Als Pflichtleistung aufgeführt sind 

unter anderem die von Personen auf Anordnung oder im Auftrag eines Arztes oder 

einer Ärztin erbrachten ambulanten Untersuchungen und Behandlungen (Art. 25 Abs. 2 

lit. a Ziff. 3 KVG). Zu diesen Personen, welche auf ärztliche Anordnung hin Leistungen 

erbringen, gehören unter anderem auch Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen 

(Art. 47 der Verordnung über die Krankenversicherung [KVV; SR 832.102]). Leistungen 

sind jedoch nicht schon dann zu vergüten, wenn sie der Diagnose oder der 

Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen (Art. 25 Abs. 1 KVG) und in diesem 

Sinne medizinisch indiziert sind, sondern nur und soweit sie auch wirksam, 

zweckmässig und wirtschaftlich sind (Art. 32 Abs. 1 KVG; Urteil des Bundesgerichts 

vom 22. Juli 2014, 9C_143/2014, E. 2.3). Diese sogenannten WZW-Kriterien müssen 

kumulativ erfüllt sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1. April 2019, 9C_744/2018, 

E. 3.2) und sind nach dem Wissen im Zeitpunkt der Therapie (prospektiv) zu beurteilen 

(vgl. Gebhard Eugster, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum KVG, 2. Aufl., Art. 32 

Rz. 11; nachfolgend zitiert: Rechtsprechung KVG).

2.2. 

Eine medizinische Leistung ist als wirksam zu bezeichnen, wenn sie objektiv 

geeignet ist, auf den angestrebten diagnostischen, therapeutischen oder pflegerischen 

Nutzen hinzuwirken. Wirksamkeit bezeichnet die kausale Verknüpfung von Ursache 

(medizinische Massnahme) und Wirkung (medizinischer Erfolg), mithin die einfache 

Tatsache der allgemeinen Eignung zur Zielerreichung (BGE 133 V 116 f. E. 3.1; vgl. 

Eugster, Rechtsprechung KVG, Art. 32 Rz. 2 ff.). Entscheidend für das Kriterium der 

Zweckmässigkeit ist der diagnostische oder therapeutische Nutzen der Anwendung im 

Einzelfall unter Berücksichtigung der damit verbundenen Risiken, gemessen am 

2.3. 

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/3c0cd07a-1c34-4c69-9704-06d6ba797cc3/citeddoc/21141d7f-86bb-4a4e-ac59-6f7f6543e091/source/document-link

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angestrebten Heilerfolg der möglichst vollständigen Beseitigung der körperlichen oder 

psychischen Beeinträchtigung sowie an der Gefahr missbräuchlicher Verwendung. Die 

Zweckmässigkeit richtet sich dabei nach objektiven medizinischen Kriterien. Ist eine 

Massnahme medizinisch indiziert, gilt sie als zweckmässig. Die Zweckmässigkeit der 

durch die OKP zu vergütenden Leistung setzt deren Wirksamkeit voraus (BGE 148 V 

132 E. 4.1 mit Hinweisen; vgl. Eugster, Rechtsprechung KVG, Art. 32 Rz. 9 ff.). 

Wirtschaftlichkeit setzt Wirksamkeit und Zweckmässigkeit voraus. Sie ist das 

massgebende Kriterium für die Auswahl unter den zweckmässigen 

Behandlungsalternativen. Wirtschaftlich ist bei vergleichbarem medizinischem Nutzen 

die kostengünstigere Alternative. Unnötige therapeutische Massnahmen oder solche, 

die durch weniger kostspielige ersetzt werden können, sind daher nicht kassenpflichtig 

(vgl. Eugster, Rechtsprechung KVG, Art. 32 Rz 13 ff.).

Die gesetzliche Vermutung, wonach die Krankheitsbehandlung den gesetzlichen 

Prinzipien der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit entspricht, gilt für 

Ärzte und Chiropraktoren grundsätzlich (Art. 33 Abs. 1 KVG), für Physiotherapeuten 

hingegen nur, soweit deren (ärztlich angeordnete) Leistungen von der Positivliste nach 

Art. 5 Abs. 1 Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV; SR 832.112.31) erfasst sind 

(Art. 33 Abs. 2 KVG). Überdies ist diese Vermutung aufgrund der in Art. 5 Abs. 4 KLV 

festgehaltenen formellen Anforderung einer vertrauensärztlichen Überprüfung auf den 

Umfang von 36 physiotherapeutischen Sitzungen beschränkt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 23. Dezember 2010, 9C_374/2010, E. 3.2 mit Hinweisen). Gemäss 

Art. 5 Abs. 1 KLV werden die Kosten für die in lit. a bis c genannten Massnahmen 

(physiotherapeutische Untersuchung und Abklärung; Behandlung, Beratung und 

Instruktion [dazu gehört auch eine MTT]; physikalische Massnahmen) übernommen, 

wenn sie auf ärztliche Anordnung hin von Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen 

im Sinne von Art. 47 KVV oder von Organisationen im Sinne von Art. 52 KVV und im 

Rahmen der Behandlung von Krankheiten des muskuloskelettalen oder neurologischen 

Systems oder der Systeme der inneren Organe und Gefässe, soweit diese der 

Physiotherapie zugänglich sind, erbracht werden. Die Versicherung übernimmt gemäss 

Art. 5 Abs. 2 KLV je ärztliche Anordnung die Kosten von höchstens neun Sitzungen. 

Soll die Physiotherapie nach einer Behandlung, die 36 Sitzungen entspricht 

(Langzeitbehandlung), zu Lasten der Versicherung fortgesetzt werden, so hat der 

behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin dem Vertrauensarzt oder der 

Vertrauensärztin zu berichten und einen begründeten Vorschlag über die Fortsetzung 

der Therapie zu unterbreiten. Der Vertrauensarzt oder die Vertrauensärztin prüft den 

Vorschlag und beantragt, ob, in welchem Umfang und für welche Zeitdauer bis zum 

2.4. 

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/819143c9-0ae5-4911-9fee-513671e52acb/citeddoc/faf9d466-f30a-497f-84dd-51f7e692ae4f/source/document-link
https://www.swisslex.ch/doc/unknown/819143c9-0ae5-4911-9fee-513671e52acb/citeddoc/faf9d466-f30a-497f-84dd-51f7e692ae4f/source/document-link

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3.  

nächsten Bericht die Physiotherapie zu Lasten der Krankenversicherung fortgesetzt 

werden kann (Art. 5 Abs. 4 KLV).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten.

2.5. 

Der Beschwerdeführer leidet gemäss eigenen Angaben seit der zweiten 

Coronaimpfung (Moderna; Herbst 2021 [act. G 3.1-22 S. 2]) an vermehrter Müdigkeit 

sowie thorakalen Schmerzsymptomen (act. G 3.1-21 S. 1, act. G 1 S. 4). Im April 2022 

sei es zu einer akuten Exazerbation mit linksseitig auftretenden Kopfschmerzen sowie 

rezidivierenden Schmerzen im Herzbereich mit Ausstrahlung in die Brustwirbelsäule 

(BWS) gekommen (act. G 3.1-21 S. 2). Aufgrund dieser Symptomatik erstattete die 

Beschwerdegegnerin ab dem 28. April 2022 nach ärztlicher Verordnung durch die 

Hausärzte und bei diagnostizierter thorakaler und pektoraler Muskelverspannung (vgl. 

act. G 3.1-3, 5 f., 8 f.) die Kosten (abzüglich Franchise und Selbstbehalt) für vier Serien 

zu neun Sitzungen Allgemeine Physiotherapie und ab dem 28. Juni 2022 zusätzlich für 

eine MTT (vgl. Art. 5 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1  KLV; vgl. im 

Sachverhalt lit. A.b). Dies geschah folgerichtig. Zum einen kam, wie in vorstehender E. 

2.4 ausgeführt, die gesetzliche Vermutung zum Tragen, dass entsprechend den 

Verordnungen der Ärzte die Behandlung den Prinzipien der Wirksamkeit, 

Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit entspricht. Zum anderen erschien – zumindest 

zu Beginn der Symptomatik – bei diagnostizierten muskulären Verspannungen 

Allgemeine Physiotherapie und MTT, parallel zu ergänzenden Abklärungen, eine 

geeignete medizinische (Behandlungs-)Massnahme, was auch Dr. G.___ in ihrer 

Beurteilung vom 1. Oktober 2022 bestätigte (act. G 3.1-25).

3.1. 

ter

Im Zeitpunkt der beantragten weiteren Serie Physiotherapie und MTT im August 

2022 litt der Beschwerdeführer nach wie vor an thorakalen Beschwerden. Die parallel 

durchgeführten Untersuchungen ergaben indes keine klare Ursache für die geklagten 

Beschwerden. Weder die kardiale Untersuchung vom 6. Mai 2022 noch die 

Abklärungen vom 19. Juli und 16. August 2022 im Zentrum F.___ ergaben Befunde, 

welche die anhaltenden Thoraxbeschwerden objektivierbar machen würden (act. G 

3.2. 

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3.1-19, 21 f.). Dr. med. H.___ von der Kardiologie E.___ vermutete im Bericht vom 6. 

Mai 2022 lediglich eine muskuloskelettale Komponente, stellte entsprechend nur eine 

Verdachtsdiagnose (Verdacht auf muskuläre Verspannung [mit Thoraxschmerzen und 

Kopfschmerzen]) und empfahl die Fortführung der physiotherapeutischen Massnahme. 

Im Verlauf seien die Muskeln aufzubauen und regelmässig sportliche Aktivitäten 

durchzuführen (act. G 3.1-19). Eine kardiale Ursache für die Thoraxbeschwerden fand 

er nicht und sah keinen Anlass für weitere kardiologische Abklärungen. Auch die 

behandelnden Ärzte des Zentrums F.___ fanden gemäss Bericht vom 19. August 2022 

in Bezug auf die Thorakalgien keine strukturelle Anomalie, welche mit den 

beschriebenen Beschwerden in Einklang gebracht werden könnten. Sie 

diagnostizierten Thorakalgien unklarer Ätiologie und empfahlen allenfalls eine 

chiropraktische Behandlung (act. G 3.1-22).

In der Verordnung von Dr. C.___ für die vorliegend zur Beurteilung stehende 

weitere Serie Physiotherapie vom 3. August 2022 wurde nach wie vor eine 

Muskelverspannung thorakal und pektoral als Indikation für Physiotherapie 

diagnostiziert (act. G 3.1-12). Gemäss Bericht der Physiotherapeutin D.___ vom 18. 

August 2022 zeigten sich die Beschwerden bei bereits kleinen oder sogar keinen 

Belastungen in plötzlichen krampfartigen Herzattacken in Kombination mit Atemnot 

und Ohnmachtsanfällen (act. G 3.1-14). Aufgrund der Anzahl bisheriger 

physiotherapeutischer Sitzungen ersuchte die Beschwerdegegnerin gesetzes-/

verordnungskonform (Art. 5 Abs. 4 KLV) die behandelnden Hausärzte Dres. B.___ und 

C.___ um ergänzende Informationen in Bezug auf die Physiotherapieverordnung vom 3. 

August 2022 (act. G 3.1-16) und um Prüfung durch den vertrauensärztlichen Dienst 

(vgl. dazu vorstehende E. 2.4). Dr. C.___ diagnostizierte in ihrem Bericht vom 30. 

August 2022 zuhanden der Vertrauensärztin eine Thorakalgie unklarer Ätiologie und 

verwies dazu auf die Abklärungen in der Kardiologie E.___ und im Zentrum F.___ (vgl. 

vorstehende E. 3.2), deren untersuchenden Ärzte keine (klare/strukturelle) Ursache 

erheben konnten. Sie hielt ausserdem fest, dass der Beschwerdeführer gemäss 

Zwischenbericht der Physiotherapie und eigenen Angaben von der MTT in Kombination 

mit Physiotherapie profitiere. Ziel sei die Verbesserung des rechten Herzmuskels mit 

Verringerung der Thorakalgie (act. G 3.1-18).

3.3. 

Die fachliche Qualifikation und Unabhängigkeit der Vertrauensärztin Dr. G.___ ist 

entgegen den Einwänden des Beschwerdeführers in der Beschwerde nicht in Frage zu 

stellen. In der Replik vom 31. Mai 2023 hält der Beschwerdeführer denn auch nicht 

mehr daran fest. Damit kann die Beurteilung von Dr. G.___ in die Beweiswürdigung 

einbezogen werden. Sie führte am 1. Oktober 2022 aus, dass ihr eine 

3.4. 

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Physiotherapieindikation zur "Stärkung des rechten Herzmuskels" unbekannt sei. Es 

bestehe gemäss Aktenlage keine Herzpathologie und die geschilderten 

Muskelverspannungen seien in den Berichten der behandelnden Ärzte nicht 

diagnostisch konkret in einen Zusammenhang gebracht worden. Die Zweckmässigkeit 

einer weiterführenden Physiotherapie könne aufgrund der vorliegenden Angaben nicht 

als erfüllt erkannt werden. Es gebe keine begründete ärztliche Diagnose, sondern nur 

einzelne unspezifische Befunde, welche bisher die Therapie als indiziert gerechtfertigt 

hätten. Insbesondere sei das von Dr. C.___ geäusserte Therapieziel, den "rechten 

Herzmuskel zu verbessern und damit möglicherweise eine Entlastung der Thorakalgien 

zu erreichen", keine schulmedizinisch anerkannte Indikation für Physiotherapie und 

MTT. Die Symptomatik sei aber ernst zu nehmen und ganzheitlich weiter abzuklären 

(act. G 3.1-25).

Eine klare somatische Ursache der anhaltenden thorakalen Beschwerden liess sich 

nach fachärztlichen Abklärungen und in Übereinstimmung mit der Beurteilung von Dr. 

G.___ (bisher) nicht objektivieren. Namentlich ergab die kardiale Abklärung keine 

Herzmuskelentzündung (Myokarditis), wie es in seltenen Fällen bei jüngeren, meist 

männlichen Personen nach Corona-Impfungen beobachtet wurde (https://

herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/coronavirus/myokarditis-nach-corona-impfung; 

https://www.unibas.ch/ de/Aktuell/News/Uni-Research/Voruebergehende-milde-

Herzmuskelzellschaeden-nach-Booster-Impfung.html; eingesehen am 14. September 

2023). Nach wie vor steht im vorliegend relevanten Zeitpunkt einzig eine 

muskuloskelettale Ursache zur Diskussion. Diesbezüglich erscheint, wie in E. 3.1 

ausgeführt, Allgemeine Physiotherapie und MTT zwar als grundsätzlich geeignete 

medizinische Massnahme. Die von der Beschwerdegegnerin ab April 2022 erstatteten 

vier Serien Allgemeine Physiotherapie (36 Sitzungen) und parallel dazu die MTT (weitere 

36 Sitzungen resp. maximal drei Monate), damit eine hochfrequentierte 

physiotherapeutische Behandlung inklusive Trainingseinheiten im Rahmen der MTT, 

führten indes gemäss Untersuchungsbericht vom 19. August 2022 (bei Untersuch am 

16. August 2022) zu keiner anhaltenden Linderung der Beschwerden (act. G 3.1-22 S. 

2). Entsprechend war im Zeitpunkt des Verfügungserlasses – aus prospektiver Sicht – 

von keinem relevanten resp. mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu erwartenden 

therapeutischen Nutzen bei einer weiteren Serie Allgemeine Physiotherapie 

auszugehen, womit das Kriterium der Zweckmässigkeit nicht (mehr) erfüllt war. Daran 

ändert nichts, dass der Beschwerdeführer aus subjektiver Sicht an anderer Stelle 

(kurzfristige) Verbesserungen nach Physiotherapiebehandlungen angibt (act. G 3.1-18). 

Denn auch aus dem von ihm im Verfahren eingereichten Bericht des Zentrums für 

Ergo- und Physiotherapie des KSSG vom 23. Juni 2023 (act. G 9) lässt sich nicht 

3.5. 

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entnehmen, dass die ab September 2022 auf eigene Rechnung weitergeführte 

Physiotherapie zu einer relevanten Beschwerdelinderung geführt hätte, so dass daraus 

allenfalls eine Indikation für anhaltende Physiotherapie ab September 2022 abgeleitet 

werden könnte. Die im Rahmen der MTT erlernten Übungen kann der 

Beschwerdeführer, wie es Dr. G.___ einleuchtend ausführt, selbständig ausüben, womit 

der Beschwerdeführer der Empfehlung von Dr. H.___ nach Muskelaufbau und 

regelmässiger sportlicher Aktivität (act. G 3.1-19 S. 2) bei allfällig muskuloskelettalen 

Beschwerden zumutbar in Eigenregie nachkommen könnte. In der Annahme, dass die 

thorakalen Beschwerden von einem geschwächten Herzmuskel herrühren, wie es die 

behandelnde Dr. C.___ sinngemäss zur Diskussion stellt (act. G 3.1-18), bestünde auch 

kein Anspruch auf die beantragte weitere Serie Allgemeine Physiotherapie. Wie Dr. 

G.___ medizinisch schlüssig ausführt, besteht in Bezug auf die von Dr. C.___ 

postulierte "Stärkung des rechten Herzmuskels" keine medizinisch anerkannte 

Indikation für Allgemeine Physiotherapie, womit bereits das erforderliche Kriterium der 

Wirksamkeit der beantragten medizinischen Massnahme (vgl. dazu vorstehende E. 2.3; 

vgl. BGE 133 V 117 ff. E. 3.2) nicht erfüllt ist. Insgesamt gestatten die vorliegenden 

Unterlagen eine verlässliche Grundlage in Bezug auf den streitigen Rechtsanspruch, so 

dass auf die beantragte vertrauensärztliche Untersuchung und auf weitere 

Beweiserhebungen in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten ist (vgl. BGE 134 I 

148 E. 5.3). Der Antrag des Beschwerdeführers, wonach die Schmerzbehandlungen 

(gemeint ist die Physiotherapie) gegen den Covid-Impfschaden weiterhin und bis auf 

weiteres solange im Rahmen der OKP zu bezahlen seien, bis Therapiemöglichkeiten 

oder vergleichbare Alternativen für die Schmerzbehandlung vorhanden seien, zielt ins 

Leere. Sind die Voraussetzungen für eine Behandlungsmethode nicht erfüllt, lässt sich 

eine Leistungspflicht der OKP für die beantragte Behandlung auch nicht damit 

begründen, dass es zu einem gegebenen Zeitpunkt keine andere anerkannte 

Heilmethode gibt (vgl. Gebhard Eugster, SBVR, in: Schweizerisches 

Bundesverwaltungsrecht [SBVR], 3. Aufl., Rz. 328; nachfolgend zitiert: SBVR). Anders 

zu entscheiden widerliefe dem Zweck von Art. 32 KVG, eine effiziente und 

zweckmässige Gesundheitsversorgung zu möglichst günstigen Kosten sicherzustellen 

(vgl. dazu Eugster, Rechtsprechung KVG, Art. 32 Rz. 1).

Schliesslich ist noch festzuhalten, dass sich bei – wie hier im Verfügungszeitpunkt 

– nicht ausgewiesener objektiv fassbarer somatischer und/oder psychischer 

Beeinträchtigung kaum je eine geeignete Behandlungsmassnahme ermitteln lässt, 

welche die vorausgesetzten WZW-Kriterien erfüllt. Zu beachten ist aber, dass es sich 

dabei lediglich um eine Momentaufnahme aus prospektiver Sicht im 

Verfügungszeitpunkt handelt, welche zukünftige Behandlungsmassnahmen nicht 

3.6. 

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4.  

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. 

Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im KVG keine zu erheben (vgl. 

dazu Art. 61 lit. f  ATSG). Als Versicherungsträger hat die obsiegende 

Beschwerdegegnerin praxisgemäss keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, 

soweit – wovon vorliegend ausgegangen werden kann – die Prozessführung der 

Gegenpartei nicht als mutwillig oder leichtsinnig zu bezeichnen ist (vgl. Ueli Kieser, 

ATSG-Kommentar, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2020, N 218 zu Art. 61 ATSG). 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

ausschliesst. Vorab bedarf es aber hinlänglicher Klarheit über die Ursache der 

geklagten Problematik, ehe die geeignete Behandlungsform für den Beschwerdeführer 

festgelegt werden kann. In diesem Zusammenhang besteht, wie es Dr. G.___ ausführt 

("Die Symptomatik ist, da für den Patienten ein grosser Leidensdruck entstanden sein 

dürfte, ernst zu nehmen und ganzheitlich weiter abzuklären"; act. G 3.1-25), eine 

somatische, aber auch eine psychosomatische Untersuchungs-/

Abklärungsbedürftigkeit zulasten des Krankenversicherers (vgl. Eugster, SBVR, Rz. 

284, 294), welche vom Beschwerdeführer in Anspruch genommen werden kann, was 

von der Beschwerdegegnerin auch nicht in Frage gestellt wird.

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin mangels 

gesetzlichen Anspruchs zu jenem Zeitpunkt zu Recht dem Kostengutsprachegesuch 

vom 10. August 2022 für eine weiterführende Physiotherapie im Umfang von neun 

Sitzungen Allgemeine Physiotherapie sowie MTT im Umfang von 36 Sitzungen nicht 

entsprochen hat.

3.7. 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

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St.Galler Gerichte

3.

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 14.09.2023
	Art. 24 f., 32 KVG. Mangels fassbarer somatischer und/oder psychischer Beeinträchtigungen können die WZW-Kriterien in Bezug auf eine weiterführende Physiotherapie im Verfügungszeitpunkt nicht als erfüllt erachtet werden. Damit besteht kein Anspruch auf Kostenübernahme für weiterführende Physiotherapie. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. September 2023, KV 2023/3).

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		2025-07-19T00:47:40+0200
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