# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9766ecc1-7812-55ff-acbf-671398c49db6
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-18
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 18.03.2024 S 2022 56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2022-56_2024-03-18.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und lic. iur. Sarah Schneider
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 18. März 2024 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RA MLaw B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Leistungen)

S 2022 56

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Urteil S 2022 56

A. Der 1982 geborene A.________ meldete sich am 3. November 2015 (Eingangsda-
tum) aufgrund einer Epilepsieerkrankung erstmals bei der IV-Stelle Zug zum Leistungsbe-
zug an (IV-act. 1). Auch psychische Erkrankungen prägten den Gesundheitszustand des 
Versicherten (vgl. z.B. IV-act. 11). In der Folge liess die IV-Stelle den Versicherten bidiszi-
plinär (psychiatrisch und neurologisch) begutachten. Im bidisziplinären Gutachten vom 
27. September 2016 wurden als einzige Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
die Entzugskrampfanfälle im Rahmen eines Entzugssyndroms festgestellt. In der zuletzt 
ausgeübten Tätigkeit als Hilfskoch sowie jeder angepassten Tätigkeit wurde der Versicher-
te als 100 % arbeitsfähig eingestuft (IV-act. 31 S. 71). Gestützt darauf lehnte die IV-Stelle 
mit Verfügung vom 15. Dezember 2016 einen Rentenanspruch ab (IV-act. 38).

Auf eine Neuanmeldung des Versicherten vom 4. Juni 2018 (Eingangsdatum; IV-act. 42) 
trat die IV-Stelle mangels Glaubhaftmachung eines veränderten Gesundheitszustandes 
am 25. September 2018 nicht ein (IV-act. 47).

Am 23. Februar 2021 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte erneut zum Leis-
tungsbezug an. Die Neuanmeldung begründete er mit einer Suchterkrankung, einer PTBS 
sowie weiteren psychischen Erkrankungen (Angststörung, Depressionen [IV-act. 56]). Die 
IV-Stelle ihrerseits zog im Rahmen ihrer Abklärungen die Berichte der behandelnden Ärzte 
bei und legte diese dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Beurteilung vor, welcher 
keine Veränderung des Gesundheitszustands gegenüber dem Gutachten aus dem Jahr 
2016 erkennen konnte (IV-act. 77). Gestützt darauf stellte die IV-Stelle dem Versicherten 
mit Vorbescheid vom 3. Januar 2022 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht 
(IV-act. 78). Trotz Einwands vom 1. Februar 2022 (IV-act. 81) verfügte die IV-Stelle am 
29. März 2022 schliesslich wie vorbeschieden (IV-act. 85). 

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 16. Mai 2022 liess A.________ beantra-
gen, die Verfügung vom 29. März 2022 sei aufzuheben, die Beschwerdegegnerin sei zu 
verpflichten, ihm eine Invalidenrente nach Gesetz zuzusprechen und es sei durch das Ge-
richt ein medizinisches Gutachten einzuholen. Eventualiter sei die Sache zwecks erneuter 
Begutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. In prozessualer Hinsicht ersuchte 
der Beschwerdeführer um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. 1). 

C. Mit Verfügung vom 8. Juni 2022 bewilligte der Vorsitzende der sozialversiche-
rungsrechtlichen Kammer des Verwaltungsgerichts das Gesuch des Beschwerdeführers 

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Urteil S 2022 56

um unentgeltliche Rechtspflege und stellte ihm für das Verfahren vor dem Verwaltungsge-
richt in der Person von RA MLaw B.________ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bei 
(act. 4).

D. Mit Vernehmlassung vom 7. Juli 2022 beantragte die IV-Stelle die vollumfängliche 
Abweisung der Beschwerde (act. 5). 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätz-
lich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids (in casu: 
29. März 2022) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei sind 
in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung des 
zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 146 V 364 E. 7.1).

Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des Bundesgesetzes über die In-
validenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Zwar datiert die angefochtene 
Verfügung vom 29. März 2022, womit sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 
19. Juni 2020 erging. Indessen liegt der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Entste-
hung des Rentenanspruchs in casu vor dem 1. Januar 2022, weshalb die bis 31. Dezem-
ber 2021 gültigen Normen des IVG auf den vorliegenden Fall Anwendung finden (vgl. auch 
Ziff. 9100 f. des Kreisschreibens über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung 
[KSIR]) und in dieser Fassung zitiert werden. 

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. § 77 Abs. 1 des Verwaltungs-
rechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zu 
den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die Invaliden-
versicherung [BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kan-
tons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG – Zuständigkeit am Ort der IV-
Stelle – fraglos gegeben. Die IV-Stelle erliess die strittige Verfügung am 29. März 2022; 
diese ging am 30. März 2022 bei der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ein (Bf-

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Urteil S 2022 56

act. 2). In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG ist dagegen direkt Beschwerde beim 
zuständigen Versicherungsgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift wurde am 16. Mai 
2022 der Post übergeben und ging tags darauf beim Verwaltungsgericht ein. Die gemäss 
Art. 60 Abs. 1 ATSG vorgesehene 30-tägige Beschwerdefrist wurde somit unter Berück-
sichtigung von Art. 38 Abs. 3 und Abs. 4 lit. a ATSG gewahrt. Der Beschwerdeführer ist 
von der angefochtenen Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die Be-
schwerdeschrift enthält sodann Antrag und Begründung. Damit ist den formellen Anforde-
rungen Genüge getan, weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die Beurteilung erfolgt 
auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes 
(GO VG; BGS 162.11). 

3.
3.1 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die 
ihre Erwerbstätigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kön-
nen (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes-
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jah-
res zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Bei einer Invalidität von 40 % 
besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50 % auf eine halbe, ab 60 % auf eine Drei-
viertels- und ab 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

3.2 Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder länge-
re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Bei erwerbstätigen Versicher-
ten wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein-
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; sog. Einkommensvergleich). 

3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 

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Urteil S 2022 56

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002/2 
S. 70 E. 4b/cc). 

3.4 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen IV-Grades bereits 
einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die versicherte Person 
glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen 
Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung 
[IVV; SR 831.201]). Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache 
materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub-
haft gemachte Veränderung des IV-Grades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat dem-
nach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzuge-
hen. Stellt sie fest, dass der IV-Grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung 
keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zu-
sätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine ren-
tenbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a). Ob 
eine anspruchsbegründende Änderung in den für den IV-Grad erheblichen Tatsachen ein-
getreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach 
Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten 
materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3).

4. Fest steht vorliegend, dass sich der Beschwerdeführer im Jahr 2015 das erste Mal 
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug anmeldete, dass der Rentenanspruch in der Folge 
abgewiesen wurde, dass im Jahr 2018 ein Nichteintreten auf ein neues Leistungsbegeh-
ren erfolgte und dass die bis dato letzte und vorliegend zu prüfende Neuanmeldung vom 
23. Februar 2021 (Eingangsdatum) datiert. Als erstellt gilt weiter, dass die IV-Stelle das 
Leistungsbegehren im Wesentlichen gestützt auf die Beurteilung ihres RAD-Arztes 
C.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mit Verfügung vom 29. März 
2022 erneut abwies. Somit gilt es nachfolgend zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand 
des Beschwerdeführers seit dem Zeitpunkt der Verfügung vom 15. Dezember 2016 bis 
zum Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 29. März 2022 in einer für 
den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. 

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Urteil S 2022 56

4.1 In der leistungsablehnenden Verfügung vom 15. Dezember 2016 stützte sich die 
IV-Stelle auf das bidisziplinäre Gutachten von Dr. med. D.________, Facharzt für Psychia-
trie und Psychotherapie FMH sowie Facharzt für Neurologie FMH, vom 27. September 
2016 inkl. verhaltensneurologischer/neuropsychologischer Untersuchung durch 
Dr. med. E.________, FHM Neurologie. Der Gutachter stellte neben einer schwerwiegen-
den Suchterkrankung unter anderem akzentuierte Persönlichkeitszüge, vorwiegend emoti-
onal-instabil mit impulsiven Zügen, fest, welche differentialdiagnostisch als Ausdruck einer 
organischen Wesensänderung im Zusammenhang mit dem Suchtmittelkonsum zugeord-
net wurden, jedoch unter Abstinenz rückläufig waren. Eine Persönlichkeitsstörung im Sin-
ne von ICD-10 F60 wurde gutachterlich ausgeschlossen. Als einzige Diagnose mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit wurden die Entzugskrampfanfälle im Rahmen eines Entzugs-
syndroms erwähnt. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfskoch sowie jeder ange-
passten Tätigkeit wurde von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen (IV-act. 31).

4.2 Ihrer angefochtenen Verfügung vom 29. März 2022 legte die IV-Stelle die Ein-
schätzung des RAD-Arztes C.________ zugrunde. In einer ersten Stellungnahme vom 
20. Dezember 2021 kam dieser zum Schluss, dass insgesamt keine Veränderung des Ge-
sundheitszustandes gegenüber dem Gutachten von Dr. D.________ aus dem Jahr 2016 
nachvollziehbar sei. Begründend hielt er fest, eine Persönlichkeitsstörung im Sinne von 
ICD-10 F60 sei damals gutachterlich ausgeschlossen worden, auch unter Berücksichti-
gung von lebensgeschichtlichen traumatischen Erlebnissen (gewalttätiger Vater, psychisch 
kranke Mutter, Tod eines Freundes durch Bombe im Jugoslawienkrieg, Entwurzelung 
durch Flucht). Neben der bekannten schwergradig ausgeprägten Suchterkrankung werde 
im Jahr 2019 neu die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung mit Bezug auf 
lebensgeschichtlich belastende Ereignisse erwähnt, wobei die diagnostischen Grundlagen 
(Testverfahren) nicht fundiert gewesen seien und diese Störung gutachterlich im Jahr 
2016 hätte erkannt werden müssen, falls sie auch klinisch und anamnestisch untermauert 
objektivierbar gewesen wäre. Insofern könne die Deutung der traumatischen Erlebnisse 
der Vergangenheit mit den im Aufenthalt im Jahr 2019 beobachteten Verhaltensauffällig-
keiten als posttraumatische Belastungsstörung als eine (einmalige) Interpretation von Ver-
haltensauffälligkeiten, welche eher den Verhaltensauffälligkeiten aufgrund der jahrelangen 
Suchtmittelabhängigkeit zuzuordnen seien, gesehen werden und nicht als eine neu aufge-
tretene Diagnose. Auch die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung sei lediglich aktenana-
mnestisch durch die Behandler des F.________ erwähnt worden und beziehe sich wahr-
scheinlich auf die Berichterstattung der G.________ aus dem Jahr 2016, welche gutach-
terlich nicht bestätigt worden sei (IV-act. 77). 

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4.3 Zu den im Rahmen des Einwandverfahrens vorgebrachten Beanstandungen nahm 
RAD-Arzt C.________ am 25. Februar 2022 Stellung und führte aus, die Rechtsvertreterin 
betone in zutreffender Weise und als hauptsächliches Problem die schwere Suchterkran-
kung des Versicherten. Ihre Argumentation, dass der Versicherte nunmehr nicht mehr in 
der Lage sei, ausserhalb einer stationären Behandlung abstinent zu sein und die diesbe-
züglichen Behandlungen wegen der Suchtmittelrückfälle vorzeitig abgebrochen habe, nicht 
dazu führen dürfe, dass angenommen werden könne, dass eine "Abstinenz ausserhalb ei-
nes stationären Settings langfristig gelinge", sei aus versicherungspsychiatrischer Sicht 
paradox. Der Versicherte sei durch die Suchtmittelrückfälle und insbesondere durch die 
vorzeitigen Therapieabbrüche letztendlich seiner Schadenminderungspflicht nicht nachge-
kommen. Wenn man der Argumentation der Rechtsvertreterin folgen würde, könnte man 
den störungsimmanenten Suchtdruck als Argument sehen, dass keine Therapie notwendig 
wäre, da schicksalhaft deswegen keine Abstinenz zu erreichen wäre, auch nicht durch ei-
ne ausreichende Suchtbehandlung. Dies würde letztendlich jede Suchtbehandlung als er-
folglos brandmarken. Im gegebenen Fall müsse man aus medizinischer und psychiatri-
scher Sicht davon ausgehen, dass durch eine ausreichend lange Entwöhnungsbehand-
lung zum Beispiel im stationären Rahmen ein Durchbrechen des maladaptiven Suchtver-
haltens möglich und Ziel der Therapie sei. Weiter führte der RAD-Arzt aus, im Rahmen der 
Abhängigkeitserkrankung seien Verhaltensauffälligkeiten, die an eine Persönlichkeitss-
törung und affektive Beeinträchtigung wie zum Beispiel an eine depressive Störung den-
ken liessen, störungsimmanent. Das heisse, sie gehörten in einem Grossteil der Fälle zu 
der Suchterkrankung. In der Vergangenheit seien diese Auffälligkeiten unter Entzugsbe-
handlung rückläufig gewesen, so dass Gutachter Dr. D.________ folgerichtig diese Ver-
haltensauffälligkeiten als eigenständige psychische Gesundheitsschäden habe aussch-
liessen können. Auch in den Behandlungen der Jahre 2020/2021 seien allenfalls leicht-
gradig ausgeprägte depressive Symptome zu Beginn der Behandlung festgestellt worden. 
Eine ausreichend lange Beobachtungsdauer, die nach Entzug eine weiterhin bestehende 
klinisch relevante depressive Störung habe objektivieren können, sei explizit nicht doku-
mentiert worden. Aus versicherungspsychiatrischer Sicht sei es von den Behandlern recht 
gewagt gewesen, hier dennoch eine eigenständige depressive Störung zu behaupten. Im 
Gutachten aus dem Jahr 2016 habe Dr. D.________ ausführlich dargelegt, dass eine 
posttraumatische Belastungsstörung und eine Persönlichkeitsstörung nicht diagnostiziert 
werden könnten. Die Klinik H.________ habe explizit vermerkt, dass man sich hierbei auf 
eine aktenanamnestische Diagnose beziehe, wobei diese wie oben erwähnt gutachterlich 
nicht bestätigt worden sei, ebenso wenig wie eine posttraumatische Belastungsstörung. 

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Der Tod des Sohnes stelle zwar einen neuen schweren Schicksalsschlag dar, sei aber 
nicht als so schwerwiegendes Ereignis zu sehen, wie es für die Stellung der Diagnose ei-
ner posttraumatischen Belastungsstörung im Sinne von ICD-10 F43.1 notwendig sein 
müsse. Es mangle daher an einem entscheidenden Diagnosekriterium. Die Rechtsvertre-
terin mutmasse im Weiteren, dass die anamnestische Epilepsie bei fortgesetztem Sucht-
mittelmissbrauch schlechter geworden sein müsse und dies hätte abgeklärt werden sollen. 
Wie der fachärztliche neurologische Bericht aus dem Jahr 2020 der Praxis I.________ do-
kumentiere, sei der letzte epileptische Anfall im Jahr 2015 gewesen, d.h. vor der neurolo-
gischen Begutachtung von Dr. E.________, welche eine grundsätzliche Arbeitsfähigkeit 
für eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt bestätigt habe. Auch in der erwähnten Kon-
trolluntersuchung im Jahr 2020 sei der neurologische Status unauffällig und der Versicher-
te anfallsfrei gewesen. Weshalb bei diesem Sachverhalt von einer Verschlechterung aus-
gegangen werden solle, sei aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht nachvollziehbar. 
Abschliessend kam RAD-Arzt C.________ zum Schluss, dass die von der Rechtsvertrete-
rin vorgebrachten Argumente nicht zu begründen vermöchten, weshalb sich der Gesund-
heitszustand des Versicherten gegenüber der Referenzsituation aus dem Jahr 2016 gra-
vierend geändert haben soll. Einzig die Fähigkeit zur Abstinenz scheine geringer gewor-
den zu sein. Diese sei bis anhin allerdings noch nie richtig angegangen worden, zum Bei-
spiel in einer ausreichend langen stationären Suchtbehandlung wie einer 6-monatigen sta-
tionären Entwöhnungsbehandlung (IV-act. 84). 

5.
5.1 Die Beschwerdegegnerin stellt zur Beurteilung des neuerlichen Leistungsgesuchs 
im Wesentlichen auf die Einschätzung des RAD ab, wonach im Vergleich zum Gutachten 
von Dr. D.________ aus dem Jahr 2016 keine massgebliche Veränderung des 
Gesundheitszustandes ausgewiesen ist. Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer 
auf den Standpunkt, der RAD-Beurteilung könne nicht gefolgt werden, da sich 
zwischenzeitlich zusätzlich zu der seit Jahren bekannten Suchterkrankung eine PTBS und 
eine Depression entwickelt habe. 

5.2 Einleitend ist darauf hinzuweisen, dass es grundsätzlich zulässig ist, im 
Wesentlichen oder sogar ausschliesslich gestützt auf intern eingeholte medizinische 
Unterlagen zu entscheiden. In solchen Fällen sind jedoch strenge Anforderungen an die 
Beweiswürdigung in diesem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen 
vorzunehmen sind (BGer 9C_341/2007 vom 16. November 2007 E. 4.1 mit Hinweis auf 

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BGE 122 V 157 E. 1d). Vorweg zu schicken ist, dass der RAD-Arzt im Rahmen des 
vorinstanzlichen Verfahrens zweimal zur Frage Stellung genommen hat, ob sich der 
Gesundheitszustand gegenüber der Referenzsituation aus dem Kalenderjahr 2016 
gravierend geändert hat und er dabei insbesondere auch auf die im Einwandverfahren 
vorgebrachten Beanstandungen eingegangen ist (Stellungnahmen vom 20. Dezember 
2021 [IV-act. 77] und 25. Februar 2022 [IV-act. 84]). 

5.3
5.3.1 Die Parteien sind sich einig, dass der Beschwerdeführer weiterhin an der schon 
seit Jahren bekannten Suchterkrankung leidet. Zudem scheint unbestritten zu sein, dass 
die Fähigkeit zur Abstinenz seit der Begutachtung im Jahr 2016 geringer geworden ist. Der 
Beschwerdeführer führt aus, dass es ihm ausserhalb des stationären Settings nicht mehr 
gelinge, abstinent zu bleiben und er die diesbezüglichen Behandlungen wegen der Sucht-
mittelrückfälle vorzeitig abgebrochen habe. Daraus leitet er eine Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes ab. Der RAD-Arzt C.________ hat dazu am 25. Februar 2022 
Stellung genommen. Er merkt an, dass man mit der Begründung des Beschwerdeführers 
den störungsimmanenten Suchtdruck als Argument sehen könnte, dass keine Therapie 
notwendig wäre, da schicksalhaft deswegen keine Abstinenz zu erreichen wäre, auch 
nicht durch eine ausreichende Suchtbehandlung. Dies würde letztendlich jede 
Suchtbehandlung als erfolglos brandmarken. Im gegebenen Fall müsse davon 
ausgegangen werden, dass durch eine ausreichend lange Entwöhnungsbehandlung zum 
Beispiel im stationären Rahmen ein Durchbrechen des maladaptiven Suchtverhaltens 
möglich und Ziel der Therapie sei. Zusammenfassend kommt der RAD zum Schluss, dass 
einzig die Fähigkeit zur Abstinenz geringer geworden zu sein scheine. Diese sei bis anhin 
allerdings noch nie richtig angegangen worden, zum Beispiel in einer ausreichend langen 
stationären Suchtbehandlung wie einer 6-monatigen stationären 
Entwöhnungsbehandlung. Diesbezüglich kann dem RAD-Arzt gefolgt werden. Aktenkundig 
ist zwar, dass beim Beschwerdeführer in der Vergangenheit schon mehrere 
Entwöhnungsversuche durchgeführt wurden und diese gerade nicht erfolgreich waren. Der 
längste Aufenthalt wurde jedoch nach lediglich knapp vier Monaten wieder abgebrochen, 
eine stationäre Entwöhnungsbehandlung während sechs Monaten, die durchaus zu einem 
Erfolg führen könnte, hat bis anhin somit noch gar nie stattgefunden. Mit der Frage, ob es 
dem Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen überhaupt zumutbar ist, im 
Rahmen der Schadenminderung abstinent zu bleiben, hat sich der RAD-Arzt hingegen 
nicht auseinandergesetzt. Diesbezüglich ist der Sachverhalt somit weiterhin 
abklärungsbedürftig. 

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Urteil S 2022 56

5.3.2 Weiter weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass er zusätzlich zur 
Suchterkrankung neu auch noch an einer PTBS, einer Depression und einer 
Persönlichkeitsstörung leide. 

5.3.2.1 Was die angesprochene Persönlichkeitsstörung anbelangt, zeigt sich, dass in den 
Berichten des F.________ vom 24. März 2021 (IV-act. 63) und 22. Juni 2021 (IV-act. 74) 
als Hauptdiagnose unter anderem eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 
F60.30) aufgeführt wird. Der Beschwerdeführer übersieht jedoch, dass diese Diagnose – 
wie von den Ärzten des F.________ explizit vermerkt – lediglich aktenanamnestisch 
gestellt wurde. Dabei haben sich die Ärzte des F.________ sehr wahrscheinlich auf die 
Berichterstattung von Dr. med. J.________ bezogen, ging diese doch bereits mit Bericht 
vom 8. Januar 2016 (IV-act. 11) und später auch mit Bericht vom 28. Juni 2018 (IV-
act. 44) von einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ (ICD-10 
F60.30) aus. In der Folge übernahmen die Ärzte des F.________ die genannte Diagnose. 
Damit kann aber keine Rede davon sein, dass die seitens der Behandlerin vorgebrachte 
Diagnose mit den Berichten des F.________ bestätigt worden wäre, wird darin doch 
vielmehr lediglich eine aktenanamnestische Diagnose aufgeführt. Wie RAD-Arzt 
C.________ sodann zutreffend festgestellt hat, hat sich Dr. D.________ in seinem 
Gutachten aus dem Jahr 2016 eingehend mit der bereits zum damaligen Zeitpunkt seitens 
der Psychiaterin diagnostizierten emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom 
impulsiven Typ auseinandergesetzt und aufgezeigt, dass diese Diagnose in Anbetracht 
des jahrelangen Substanzkonsums nicht nachvollziehbar sei. Eine Persönlichkeitsstörung 
im Sinne von ICD-10 F60 wurde gutachterlich gerade ausgeschlossen. 

5.3.2.2 Des Weiteren ist aktenkundig, dass die Behandler eine eigenständige depressive 
Störung diagnostizierten. Diesbezüglich merkte RAD-Arzt C.________ mit Stellungnahme 
vom 25. Februar 2022 an, dass im Rahmen der Abhängigkeitserkrankung 
Verhaltensauffälligkeiten, die an eine Persönlichkeitsstörung oder eine affektive 
Beeinträchtigung, wie zum Beispiel eine depressive Störung denken liessen, 
störungsimmanent seien. Sie würden also in einem Grossteil der Fälle zu der 
Suchterkrankung gehören. Weiter führte der RAD-Arzt aus, dass diese Auffälligkeiten in 
der Vergangenheit unter Entzugsbehandlung rückläufig gewesen seien, sodass der 
Gutachter Dr. D.________ diese Verhaltensauffälligkeiten folgerichtig als eigenständige 
psychische Gesundheitsschäden habe ausschliessen können. Der RAD-Arzt anerkannte 
im Weiteren, dass auch in den Behandlungen der Jahre 2020/2021 allenfalls leichtgradig 

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Urteil S 2022 56

ausgeprägte depressive Symptome zu Beginn der Behandlung festgestellt worden seien. 
Gleichzeitig stellte er aber auch zu Recht fest, dass eine ausreichend lange 
Beobachtungsdauer, die nach Entzug eine weiterhin bestehende klinisch relevante 
depressive Störung hätte objektivieren können, explizit nicht dokumentiert sei, weshalb es 
aus versicherungspsychiatrischer Sicht von den Behandlern recht gewagt gewesen sei, 
hier dennoch eine eigenständige depressive Störung zu behaupten. Inwiefern diese 
Schlussfolgerung des RAD-Arztes nicht schlüssig sein sollte, erschliesst sich dem Gericht 
nicht. 

5.3.2.3 Schliesslich wurde während der stationären Aufenthalte in der Klinik H.________ 
im Jahr 2019 (IV-act. 54 und 72) sowie im F.________ im Jahr 2021 (IV-act. 63 und 74) 
neu die Diagnose einer PTBS mit Bezug auf belastende Ereignisse in der 
Lebensgeschichte (Kriegserlebnisse und Flucht im Bosnienkrieg, körperliche 
Gewalterfahrungen in der Kindheit durch nahe Bezugsperson, Unfalltod [2019] des 
K.________ Sohnes) gestellt. Diese Diagnosestellung wurde durch Psychiatriefacharzt 
C.________ gewürdigt. Dabei stellte er mit Stellungnahme vom 20. Dezember 2021 fest, 
dass im CTQ lediglich Hinweise auf das Vorliegen von schwerem emotionalem und 
physischem Missbrauch sowie schwerer emotionaler und physischer Vernachlässigung 
bestanden hätten und der PDS2 nicht abschliessend habe beurteilt werden können. Die 
diagnostischen Grundlagen seien somit nicht fundiert gewesen, weshalb die Diagnose 
nicht validiert und allenfalls als Hypothese zu verstehen sei bei anamnestisch berichteten 
lebensgeschichtlichen traumatischen Bedingungen. Weiter wies der RAD-Arzt darauf hin, 
dass die Diagnose der PTBS gutachterlich im Kalenderjahr 2016 hätte erkannt werden 
müssen, falls die Störung auch klinisch und anamnestisch untermauert objektivierbar 
gewesen wäre. Aufgrund dessen beurteilte er die traumatischen Erlebnisse in der 
Vergangenheit als eine einmalige Interpretation von Verhaltensauffälligkeiten durch die 
jahrelange Suchtmittelabhängigkeit und nicht als neue Diagnose. Dies erscheint auf den 
ersten Blick insofern nachvollziehbar, als auch Dr. D.________ in seinem Gutachten aus 
dem Jahr 2016 in Kenntnis der traumatischen Erinnerungen an den Krieg keine PTBS 
diagnostizierte. Wie der Beschwerdeführer jedoch zutreffend darauf hingewiesen hat, kam 
es im Jahr 2019 und somit im Nachgang zur Begutachtung zu einer zusätzlichen 
erheblichen psychischen Belastung im Zusammenhang mit dem Unfalltod seines 
K.________ Sohnes. Mit den Folgen dieses Todes setzte sich der RAD-Arzt erst im 
Rahmen seiner Stellungnahme vom 25. Februar 2022 auseinander. Dabei anerkannte 
auch RAD-Arzt C.________, dass der Tod des Sohnes einen neuen schweren 
Schicksalsschlag darstelle. Soweit der RAD-Arzt darüber hinaus aber zum Schluss kam, 

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Urteil S 2022 56

dass der Tod des Sohnes nicht als so schwerwiegendes Ereignis zu sehen sei, wie es für 
die Stellung der Diagnose einer PTBS notwendig sein müsse, erscheint dies nicht 
nachvollziehbar. Gemäss ICD-10 entsteht die PTBS als eine verzögerte oder protrahierte 
Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, 
mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass, die bei fast jedem 
eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Inwiefern der Tod des eigenen K.________ 
Kindes nicht als ein derart belastendes Ereignis angesehen werden kann, erschliesst sich 
dem Gericht nicht, zumal in Bezug auf die Todesumstände den Akten keine genaueren 
Angaben entnommen werden können. Insbesondere steht auch nicht fest, ob der 
Beschwerdeführer im Todeszeitpunkt des Sohnes anwesend war oder nicht. Wie der 
Beschwerdeführer zu Recht festgestellt hat, greifen die diesbezüglichen Ausführungen des 
RAD-Arztes zu kurz, um die fachärztlich gestellte Diagnose der PTBS zu verwerfen. 
Dementsprechend kann auch in diesem Zusammenhang nicht auf die RAD-Beurteilung 
abgestellt werden. 

5.3.3 Zu guter Letzt merkt der Beschwerdeführer an, dass seine Suchterkrankung einen 
engen Zusammenhang mit der Epilepsie habe. Aufgrund des fortgesetzten 
Suchtmittelkonsums über die letzten Jahre wäre daher genauer abzuklären gewesen, ob 
dies auch einen Einfluss auf die Epilepsie habe. Soweit der Beschwerdeführer der 
Beschwerdegegnerin in diesem Zusammenhang eine Verletzung der Abklärungspflicht 
vorwirft, kann ihm nicht gefolgt werden. Wie sich aus dem Nachtragsbericht zur 
Konsultation vom 24. November 2020 (IV-act. 68 S. 10 f.) der Neurologin Dr. med. 
L.________ ergibt, erlitt der Beschwerdeführer letztmalig am 24. April 2015, mithin noch 
vor der neurologischen Begutachtung bei Dr. D.________, welcher eine Arbeitsfähigkeit 
auf dem ersten Arbeitsmarkt bestätigt hatte, einen epileptischen Anfall. Anlässlich der 
Untersuchung im November 2020 zeigte sich ein normaler neurologischer Befund. Aus 
neurologischer Sicht wurde weder eine Arbeitsunfähigkeit attestiert noch waren weitere 
Behandlungsmassnahmen angezeigt (Bericht von Dr. L.________ vom 15. Juni 2021 [IV-
act. 73]). Inwiefern die Beschwerdegegnerin bei diesem Sachverhalt zu weiteren 
Abklärungen verpflichtet gewesen wäre, erschliesst sich dem Gericht nicht. Die Akten 
enthalten jedenfalls keinerlei Anhaltspunkte für eine Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes in neurologischer Hinsicht. 

6. Zusammenfassend ist festzustellen, dass sich eine Leistungsablehnung lediglich 
gestützt auf die RAD-Beurteilung verbietet, bestehen vorliegend doch zumindest geringe 
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen von Dr. C.________. 

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Urteil S 2022 56

Während die Ausführungen hinsichtlich der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung 
vom impulsiven Typ und der depressiven Störung bzw. die Nichtnachvollziehbarkeit dieser 
behandlerseits neu gestellten Diagnosen als schlüssig erscheinen, kann das Auftreten ei-
ner PTBS im Nachgang zum Tod des Sohnes lediglich gestützt auf die versicherungsin-
terne Stellungnahme nicht ausgeschlossen werden. Es bedarf daher ergänzender Ab-
klärungen, insbesondere einer psychiatrischen Verlaufsbegutachtung; dies umso mehr, als 
das Gutachten von Dr. D.________ bereits etwas älter ist, datiert dieses doch vom 
27. September 2016. Zu diesem Zweck ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurück-
zuweisen. In diesem Zusammenhang wird insbesondere auch eine allfällige Verschlechte-
rung der Suchterkrankung sowie die Frage, ob es dem Beschwerdeführer aus gesundheit-
lichen Gründen überhaupt zumutbar ist, im Rahmen der Schadenminderung abstinent zu 
bleiben, zu klären sein. Eine neurologische Verlaufsbegutachtung erübrigt sich hingegen, 
gibt es diesbezüglich doch keinerlei Hinweise für eine Verschlechterung des Gesundheits-
zustandes seit dem Jahr 2016. Nach Beantwortung der noch offenen Fragen wird die Be-
schwerdegegnerin über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu zu befinden 
haben. 

7. Zusammenfassend erweist sich der medizinische Sachverhalt als ungenügend 
abgeklärt, weshalb die angefochtene Verfügung vom 29. März 2022 aufzuheben und die 
Sache zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung im Sinne der Erwägungen und zum an-
schliessenden Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Insoweit 
erweist sich die Beschwerde als begründet, weshalb sie gutzuheissen ist.

8. Das Verfahren ist gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG kostenpflichtig. Es ist demnach ei-
ne Spruchgebühr zu erheben, welche auf Fr. 800.– festgesetzt wird und entsprechend 
dem Ausgang des Verfahrens von der Beschwerdegegnerin zu tragen ist. Praxisgemäss 
wird die Rückweisung einem Obsiegen gleichgestellt, womit dem anwaltlich vertretenen 
Beschwerdeführer eine Parteientschädigung zusteht. Dem Beschwerdeführer ist zulasten 
der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG auszurichten, 
welche ermessensweise auf Fr. 2'000.– (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt wird. 

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Urteil S 2022 56

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene Verfügung 
vom 29. März 2022 aufgehoben und die Sache zu weiteren Abklärungen im Sinne 
der Erwägungen und zum anschliessenden Neuentscheid an die Beschwerdegeg-
nerin zurückgewiesen wird. 

2. Der Beschwerdegegnerin wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– auferlegt.

3. Dem Beschwerdeführer wird zulasten der Beschwerdegegnerin eine Parteien-
tschädigung im Betrage von Fr. 2'000.– (inkl. Auslagen und MWST) zugespro-
chen. 

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (im Doppel), an die IV-
Stelle Zug (Rechnung folgt nach Rechtskraft des Urteils) und an das Bundesamt 
für Sozialversicherungen, Bern. 

Zug, 18. März 2024

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am