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**Case Identifier:** c35398a9-2f43-51e6-ab81-0d51a623d9c7
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 04.08.2020 470 20 118 (470 2020 118)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-20-118_2020-08-04.pdf

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

4. August 2020 (470 20 118) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafprozessrecht 

 

 

Verfahrenseinstellung 

 

 
 

Besetzung Präsident Enrico Rosa, Richterin Susanne Afheldt (Ref.),  

Richter Daniel Häring; Gerichtsschreiber i.V. Stephan Buser 

 

Parteien Dr. A.____,  

vertreten durch Rechtsanwalt Wolfgang Bohnen, 

Kirchgasse 47, DE-65183 Wiesbaden,  

Beschwerdeführerin 

  

gegen 

 

 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Hauptabteilung WK, Rheinstrasse 27,  

Postfach, 4410 Liestal,  

Beschwerdegegnerin 

 

B.____,  

vertreten durch Rechtsanwalt Stephan Reinhardt, Klausstrasse 43,  

8008 Zürich (Korrespondenzanwalt) 

und vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Hanns-Georg Pipping,  

Gewerbestrasse 17, DE-70565 Stuttgart,  

Beschuldigter 

  

Gegenstand Verfahrenseinstellung 

Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der 

Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 3. Juni 2020 

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A. Mit Eingabe vom 26. Juni 2018 reichte Dr. A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Wolf-

gang Bohne, bei der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft (nachfolgend Staatsanwaltschaft) 

Strafanzeige gegen B.____ (nachfolgend Beschuldigter) wegen Betrugs gemäss Art. 146 StGB 

ein.  

 

B. Am 19. November 2018 führte die Staatsanwaltschaft mit Dr. A.____ eine Einvernahme 

durch. Dabei gab sie sinngemäss an, dass sie mit dem Beschuldigten vorübergehend eine Lie-

besbeziehung geführt, ihm während jener Zeit diverse umfangreiche Dar lehen gewährt sowie 

einen Aktienkauf getätigt habe. Dabei sei sie von dem Beschuldigten über dessen Rückzahlungs-

fähigkeit bzw. dessen Rückzahlungswillen getäuscht worden. So habe er insbesondere ihr ge-

genüber gezielt die Unwahrheit gesagt und sie unter emotionalen Druck gesetzt. 

 

C. Die Staatsanwaltschaft führte am 14. Juni 2019 ebenfalls eine Einvernahme mit dem 

Beschuldigten durch. Dieser bestritt dabei sämtliche gegen ihn erhobenen Vorwürfe. So habe er 

Dr. A.____ weder unter Druck gesetzt, ihm die Darlehen zu gewähren, noch habe er sie über 

seine Zahlungsfähigkeit getäuscht.  

 

D. Am 3. Juni 2020 verfügte die Staatsanwaltschaft schliesslich die Einstellung des Verfah-

rens gegen den Beschuldigten gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO.  

 

E. Gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 3. Juni 2020 erhob Dr. 

A.____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 8. Juni 2020, welche am 11. Juni 

2020 eingegangen ist, Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, 

(nachfolgend Kantonsgericht) und beantragte deren Aufhebung.  

 

F. Mit Eingabe vom 29. Juni 2020 nahm die Staatsanwaltschaft Stellung zur Beschwerde 

vom 8. Juni 2020 und begehrte, die Beschwerde sei unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwer-

deführerin abzuweisen.  

 

G. Mit Eingabe vom 19. Juni 2020 nahm der Beschuldigte, handelnd durch Rechtsanwalt 

Dr. Hanns-Georg Pipping, Stellung zur Beschwerde vom 8. Juni 2020 und beantragte ebenfalls 

die Abweisung der Beschwerde. 

 

 

Erwägungen 

 

1.1 Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung 

Strafrecht, als Beschwerdeinstanz zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus 

Art. 20 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO, wonach die Befugnisse der Beschwerdeinstanz dem Beru-

fungsgericht übertragen werden können, und die Beschwerdeinstanz Beschwerden gegen Ver-

fahrenshandlungen und gegen nicht der Berufung unterliegende Entscheide der Polizei, der 

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Staatsanwaltschaft und der Übertretungsstrafbehörden beurteilt, sowie aus § 15 Abs. 2 EG StPO. 

Nach Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO ist die Beschwerde zulässig gegen 

die Verfügungen und die Verfahrenshandlungen von Polizei, Staatsanwaltschaft und Übertre-

tungsstrafbehörden. Gemäss Abs. 2 von Art. 393 StPO können mit der Beschwerde gerügt wer-

den: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, 

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a); die unvollständige oder unrichtige Feststel-

lung des Sachverhaltes (lit. b); sowie Unangemessenheit (lit. c). Nach Art. 322 Abs. 2 StPO i.V.m. 

Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde gegen eine Einstellungsverfügung innert zehn Tagen 

schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen. 

 

1.2 Als Stellerin der Strafanzeige und mutmasslich Geschädigte ist die Beschwerdeführerin 

von der Einstellungsverfügung persönlich betroffen und hat daher ein rechtlich geschütztes Inte-

resse im Sinne von Art. 382 Abs. 1 StPO an der Aufhebung oder Änderung der angefochtenen 

Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 3. Juni 2020. Die Einstellungsverfügung stellt 

weiter ein taugliches Anfechtungsobjekt dar. Nachdem die Beschwerdeführerin zulässige Rügen 

erhebt, die Rechtsmittelfrist gewahrt hat sowie der Begründungspflicht nachgekommen ist, kann 

auf die schriftliche Beschwerde vom 8. Juni 2020 eingetreten werden. 

 

2.1 Die Staatsanwaltschaft begründet ihre Einstellungsverfügung vom 3. Juni 2020 im We-

sentlichen damit, dass keine arglistige Täuschung über die (Rück-)Zahlungsfähigkeit vorliegen 

würde. So habe die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Darlehensgewährung über die aktuelle 

wirtschaftliche Lage des Beschuldigten, namentlich dessen hohen Schulden, Bescheid gewusst. 

Weiter sei es ihr bekannt gewesen, dass er die von ihr gewährten Darlehen zur Rückzahlung an 

bestehende Gläubiger benutzen werde und diese Gelder daher nicht für eine spätere Rückzah-

lung bereitstehen würden. Bei der Gewährung der jeweiligen Darlehen sei es ihr auch bekannt 

gewesen, dass der Beschuldigte ihr die bis anhin geliehenen Geldbeträge nicht zurückbezahlt 

habe und sich somit fortan zunehmend verschulden werde. Die Beschwerdeführerin habe sich 

daher in keinem Irrtum befunden und sei durch den Beschuldigten auch nicht getäuscht worden. 

Es lasse sich zudem im Nachhinein nicht mehr endgültig feststellen, ob der Beschuldigte mit 

seinen früheren Projekten bewusst wahrheitswidrig seine finanziellen Zukunftsaussichten 

schönte und dadurch die Beschwerdeführerin über seine prognostizierte Rückzahlungsfähigkeit 

täuschte. Die vorgeworfenen Handlungen des Beschuldigten seien zudem, sollten sie so gesche-

hen sein, nicht als Lügengebäude bzw. besondere Kniffe zu qualifizieren. Als erfahrene Ge-

schäftsfrau hätte die Beschwerdeführerin zudem nicht ohne weiteres annehmen dürfen, dass es 

dem Beschuldigten gelingen werde, die ihm gewährten Darlehen zurückzuerstatten. Daran än-

dere auch die Tatsache, dass sich die Beschwerdeführerin und der Beschuldigte zumindest teil-

weise in einer amourösen Beziehung befanden, nichts, da die Beschwerdeführerin nicht liebes-

blind gehandelt habe, sondern die Darlehen im Hinblick auf ihr eigenes erfolgreiches wirtschaftli-

ches Fortkommen gewährt habe. Eine allenfalls erfolgte Täuschung über die zukünftige Zah-

lungsfähigkeit sei daher nicht als arglistig zu qualifizieren, weshalb der  Tatbestand des Betrugs 

nicht vorliegen könne.  

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2.2 Die Beschwerdeführerin stellt sich dagegen in der Eingabe vom 8. Juni 2020 auf den 

Standpunkt, dass sich der Beschuldigte als erfolgreicher Geschäftsmann präsentiert habe und 

selbst C.____, als erfahrener Jurist, dem Beschuldigten geglaubt habe, dass dieser Private 

Placements in den USA durchführen könne. Der Beschuldigte habe sich zudem darum bemüht, 

dass die Beschwerdeführerin keine Informationen über ihn und seine finanzielle Situation erhalte. 

Er habe überdies einen raffinierten Plan ausgehegt und diesen auch schriftlich für sich fixiert. 

Diese auf das Jahr 2011 datierte handschriftliche Notiz lege dar, dass der Beschuldigte geplant 

habe, sich zu entschulden, indem er die Firma der Beschwerdeführerin benutzen und danach 

Insolvenz in D.____ (F) anmelden würde. Der Beschuldigte habe somit über einen strukturierten 

Plan verfügt. 

 

2.3  In der Stellungnahme vom 19. Juni 2020 führt der Beschuldigte aus, dass die Einstellung 

des Strafverfahrens berechtigt gewesen sei. Bei den Zahlungen habe es sich zumindest teilweise 

um Zuwendungen, und nicht um Darlehen gehandelt. Die Beschwerde vom 8. Juni 2020 enthalte 

zudem falsche Tatsachen. So sei der Beschwerdeführerin die finanzielle Situation des Beschul-

digten bereits im Jahr 2011 bekannt gewesen. Eine arglistige Täuschung hinsichtlich der Rück-

zahlungsfähigkeit könne somit nicht vorliegen. Eine arglistige Täuschung über den Rückzah-

lungswillen würde ebenfalls nicht vorliegen. 

 

2.4 Die Staatsanwaltschaft führt in der Stellungnahme vom 29. Juni 2020 aus, dass – unter 

Verweis auf die Einstellungsverfügung vom 3. Juni 2020 – die Einstellung zu Recht erfolgt sei. 

Es sei zwar davon auszugehen, dass es sich bei den Zahlungen grösstenteils um Darlehen ge-

handelt habe, doch fehle es vorliegend an einer arglistigen Handlung. So seien die Handlungen 

des Beschuldigten nicht arglistig gewesen, zumal auch die Beschwerdeführerin von dessen im-

mensen Verschuldung Kenntnis gehabt habe. Die Beweiskraft der handschriftlichen Notiz des 

Beschuldigten sei zudem in Anbetracht der fraglichen Herkunft, der fehlenden Datierung und des 

lediglich Stichwörter und Abkürzungen umfassenden Inhalts, welcher leicht andere Interpretatio-

nen zulassen würde, im vorliegenden Zusammenhang als gering einzustufen.  

 

3. Gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO stellt die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren vollständig 

oder teilweise ein, wenn sich kein Tatverdacht erhärtet, der eine Anklage rechtfertigt (lit.  a), kein 

Straftatbestand erfüllt ist (lit. b), Rechtfertigungsgründe einen Straftatbestand unanwendbar ma-

chen (lit. c), Prozessvoraussetzungen definitiv nicht erfüllt werden können oder Prozesshinder-

nisse aufgetreten sind (lit. d) oder nach gesetzlicher Vorschrift auf Strafverfolgung oder Bestra-

fung verzichtet werden kann (lit. e). Die Gründe gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a bis d StPO verste-

hen sich als zwingend und führen somit ausnahmslos zur Einstellung des Verfahrens ( ROLF 

GRÄDEL/MATTHIAS HEINIGER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 319 N 6; NATHA N 

LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, Zürcher Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 319 N 14). Eine Ein-

stellung gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO ist zu verfügen, wenn kein Straftatbestand erfüllt ist 

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und deshalb nach der gesamten Aktenlage ein Freispruch zu erwarten ist , wenn also das inkrimi-

nierte Verhalten, selbst wenn es nachgewiesen wäre, ganz offensichtlich den objektiven und sub-

jektiven Tatbestand einer Strafnorm nicht erfüllt. Allerdings muss auch bei der durch die Staats-

anwaltschaft vorzunehmenden Prüfung darauf geachtet werden, dass bei Ermessensfragen und 

bei nicht durch die Literatur oder Rechtsprechung klar gelösten Streitfragen im Zweifelsfalle nach 

dem Grundsatz «in dubio pro duriore» Anklage zu erheben ist. Gleich verhält es sich, wenn Aus-

legungs- oder Wertungsfragen zu beurteilen sind. Stehen sich beispielsweise gegensätzliche 

Aussagen gegenüber und ist es nicht möglich, die einzelnen Aussagen als glaubhafter oder we-

niger glaubhaft zu bewerten, so ist in der Regel Anklage zu erheben (BGer 6B_1358/2016 vom 

1. Juni 2017, E. 2.2.2). Eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft ist somit nur bei klarer 

Straflosigkeit rechtmässig. Ansonsten, d.h. wenn eine Verurteilung wahrscheinlicher erscheint als 

ein Freispruch, ist Anklage zu erheben (BGer 6B_856/2013 vom 3. April 2014, E. 2.2). Die Staats-

anwaltschaft und die Beschwerdeinstanz dürfen bei Entscheiden über die Einstellung eines Straf-

verfahrens den Sachverhalt nicht wie ein urteilendes Gericht feststellen. Der Staatsanwaltschaft 

ist es folglich untersagt, bei einer unklaren Beweislage, der Beweiswürdigung des Gerichts vor-

zugreifen (BGer 6B_1358/2016 vom 1. Juni 2017, E. 2.3.2). Solche Fragen sind vom Strafgericht 

zu entscheiden (NATHAN LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, a.a.O., Art. 319 N 19 f.; ROLF 

GRÄDEL/MATTHIAS HEINIGER, a.a.O., Art. 319 N 9). Bei zweifelhafter Beweis- bzw. Rechtslage hat 

mit anderen Worten nicht die Staatsanwaltschaft über die Stichhaltigkeit des strafrechtlichen Vor-

wurfs zu entscheiden, sondern das zur materiellen Beurteilung zuständige Gericht ( BGer 

6B_856/2013 vom 3. April 2014, E. 2.2). 

 

3.1 Zu prüfen ist folglich, ob die Staatsanwaltschaft zu Recht davon ausgegangen ist, dass 

dem Beschuldigten im Zusammenhang mit dem Verkauf der Aktien an der E.____ AG sowie der 

Entgegennahme zahlreicher Darlehen offensichtlich kein strafbares Verhalten vorgeworfen wer-

den könne. Im Raum steht vorliegend insbesondere der Vorwurf des Betrugs gemäss Art. 146 

StGB. 

 

3.2 Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs schuldig, wer in der Absicht, sich 

oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrü-

ckung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Ir-

renden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen anderen am Vermö-

gen schädigt. 

 

3.3 Die Erfüllung des Tatbestands des Betrugs setzt zunächst eine Einwirkung auf die Vor-

stellung eines anderen voraus, um einen Irrtum zu erregen. Als Täuschung gilt jedes Verhalten, 

das darauf gerichtet ist, bei einem anderen eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung 

hervorzurufen. Sie ist eine unrichtige Erklärung über Tatsachen, das heisst über objektiv festste-

hende, vergangene oder gegenwärtige Geschehnisse oder Zustände. Arglist ist nach der Recht-

sprechung gegeben, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer 

Machenschaften oder Kniffe bedient. Ein Lügengebäude liegt vor, wenn mehrere Lügen derart 

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raffiniert aufeinander abgestimmt sind und von besonderer Hinterhältigkeit zeugen, dass sich 

selbst eine kritische Person täuschen lässt. Als besondere Machenschaften gelten Erfindungen 

und Vorkehren sowie das Ausnützen von Begebenheiten, die allein oder gestützt auf Lügen oder 

Kniffe geeignet sind, den Betroffenen irrezuführen. Arglist wird auch bei einfachen falschen An-

gaben bejaht, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht 

zumutbar ist und wenn der Täter das Opfer von der möglichen Überprüfung abhält oder nach den 

Umständen voraussieht, dass dieses die Überprüfung der Angaben auf Grund eines besonderen 

Vertrauensverhältnisses unterlassen werde (BGE 135 IV 76, E. 5.2; BGE 128 IV 18, E. 3a; BGE 

126 IV 165, E. 2a; BGE 125 IV 124, E. 3; BGE 122 IV 246, E. 3a). 

 

3.4 Mit dem Tatbestandsmerkmal der Arglist verleiht das Gesetz dem Gesichtspunkt der 

Opfermitverantwortung wesentliche Bedeutung. Arglist scheidet aus, wenn der Getäuschte den 

Irrtum mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Dabei sind die jewei-

lige Lage und die Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall entscheidend. Rücksicht zu 

nehmen ist namentlich auf geistesschwache, unerfahrene oder aufgrund von Alter oder Krankheit 

beeinträchtigte Opfer oder auf solche, die sich in einem Abhängigkeits- oder Unterordnungsver-

hältnis oder in einer Notlage befinden und deshalb kaum imstande sind, dem Täter zu misstrauen. 

Es mag zutreffen, dass der Leichtsinn oder die Einfalt dem Täter bei derartigen Opfern die Tat 

erleichtern. Wie das Bundesgericht in einem früheren Entscheid festgehalten hat, handelt dieser 

bei solchen Konstellationen aber auch besonders verwerflich, weil er das ihm entgegengebrachte  

– wenn auch allenfalls blinde – Vertrauen missbraucht (BGE 135 IV 76, E. 5.2). Der Mangel an 

kritischem Denken und sogar die blinde Leichtgläubigkeit des Opfers sind besonders entschuld-

bar, wenn ihm der Täter Liebesgefühle vorspiegelt (BGer 6S.380/2001 vom 13. November 2001, 

E. 2.c/bb, nicht publ. in: BGE 128 IV 255; CASSANI, Der Begriff der arglistigen Täuschung als 

kriminalpolitische Herausforderung, ZStrR 117/1999 S. 167). So nimmt das Bundesgericht Betrug 

auch bei Opfern an, welchen eine Liebesbeziehung vorgetäuscht wurde (BGer 6B_180/2016 vom 

28. Oktober 2016, E. 3.3) bzw. welchen unter Vorspiegelung nicht vorhandener Liebesgefühle 

und unter Ausnutzung ihrer labilen Persönlichkeit vorgegeben wurde, eine dauerhafte und ernst-

gemeinte Beziehung eingehen zu wollen (BGer 6B_158/2017 vom 19. September 2017 , E. 3.3.2), 

und die dadurch zur Übergabe grösserer Bargeldbeträge motiviert wurden (BGer 6B_309/2017 

vom 16. Oktober 2017, E. 4.2; BGer 6B_518/2012 vom 5. Februar 2013, E. 3.3.2). Auch lassen 

Zweifel des Geschädigten an den Vorbringen des Täters die Arglist nicht zwingend entfallen. Dem 

ist insbesondere Rechnung zu tragen, wenn der Täter eine besondere Notlage vortäuscht sowie 

an die Hilfsbereitschaft des Getäuschten appelliert und es folglich nicht um ein lukratives Ge-

schäftsangebot geht, das dieser annehmen oder bei Zweifeln besser ablehnen sollte (BGer 

6B_518/2012 vom 5. Februar 2013, E. 3.4.1). Unter dem Gesichtspunkt der Opfermitverantwor-

tung erfordert die Erfüllung des Tatbestands nicht, dass das Täuschungsopfer die grösstmögliche 

Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen Vorkehren trifft. Arglist scheidet lediglich aus, wenn es 

die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend entfällt der strafrecht-

liche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten, sondern nur bei Leichtfertigkeit, wel-

che das betrügerische Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt. Die zum Ausschluss 

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der Strafbarkeit des Täuschenden führende Opferverantwortung kann nur in Ausnahmefällen be-

jaht werden (BGE 142 IV 153, E. 2.2.2; BGE 135 IV 76, E. 5.2). 

 

4.1 Am 19. November 2018 führte die Staatsanwaltschaft eine Einvernahme mit der Be-

schwerdeführerin durch, mittels welcher sie eingehend zu den Vorkommnissen befragt wurde. 

Die Beschwerdeführerin schilderte dabei, dass sie den Beschuldigten im Jahr 2010 kennenlernt 

habe. Da sie sich gut verstanden haben, sei der Beschuldigte im Mai/Juni 2011 in das Haus der 

Beschwerdeführerin in F.____ (BL) eingezogen. Zwischen der Beschwerdeführerin und dem Be-

schuldigten sei es in der Folge zu einer Liebesbeziehung gekommen. Der Beschuldigte habe ihr 

dann Mitte/Ende 2011 mitgeteilt, dass er bei mehreren Gläubigern hoch verschuldet sei. Über die 

genaue Höhe seiner Verschuldung habe er indessen zum damaligen Zeitpunkt keine genauen 

Angaben gemacht, sondern im Verlauf der Beziehung tröpfchenweise von neuen Schulden be-

richtet. 

 

4.2 In derselben Einvernahme führte die Beschwerdeführerin des Weiteren aus, der Be-

schuldigte sei zu Beginn der Beziehung fröhlich gewesen und habe die Beschwerdeführerin auch 

beschenkt. Er habe ihr gesagt, dass sie die Frau seines Lebens sei und dass er mit ihr zusammen 

eine gemeinsame Zukunft planen bzw. aufbauen wolle. Er wolle in der Schweiz auch beruflich 

Fuss fassen und zusammen mit ihr – die Beschwerdeführerin war zu diesem Zeitpunkt bereits 

erfolgreich im Bereich Biotech beruflich tätig – in der Biotech-Branche etwas aufbauen. Zumal 

der Beschuldigte angab, zuvor als Vermögensverwalter bzw. Anlageberater tätig gewesen zu 

sein (inkl. Veröffentlichung eines Buches mit dem Titel «XXXXX»), habe er ihr gegenüber geltend 

gemacht, dass es ihm gut möglich sei, für den Biotech-Bereich Investoren zu suchen. Insbeson-

dere sei geplant gewesen, dass die Beschwerdeführerin und der Beschuldigte in diesem Zusam-

menhang ihre Dienstleistungen im Rahmen einer Kapitalerhöhung bei der G.____ Inc. (nachfol-

gend G.____) einbringen würden. In diesem Zusammenhang hätte zwischen der G.____ und der 

E.____ AG (CHE-XXX.XX.XXX; ehemals H.____ AG) ein sog. Private Placement Agreement ab-

geschlossen werden sollen. Die E.____ AG hätte dabei als sog. Placement Agent bei der geplan-

ten Kapitalerhöhung der G.____ fungiert und Investoren vermittelt, welche sich an der Kapitaler-

höhung hätten beteiligen wollen. Für diese Tätigkeit hätte die E.____ AG eine Provision in der 

Höhe von 6 % bzw. ca. CHF 3,6 Mio. erhalten. Im Hinblick auf das G.____-Geschäft habe die 

Beschwerdeführerin 40 % an der E.____ AG erworben und dafür am 3. Juni 2011 eine Zahlung 

in der Höhe von CHF 32'000.00 an den Beschuldigten geleistet. Der Beschuldigte habe ihr ge-

genüber angegeben, dass er bereits in der Vergangenheit entsprechende Private Placements in 

den USA durchgeführt habe bzw. er dabei als Placement Agent aufgetreten wäre und daher auch 

im Rahmen des G.____-Geschäfts in den USA als Placement Agent tätig sein könne. Er habe in 

diesem Zusammenhang konkret auf vermeintlich vergangene Projekte verwiesen, in denen er 

bereits als Placement Agent tätig gewesen sein soll. So habe er für das XXXXX Hotel in I.____ 

(USA) wie auch für das XXXXX Hotel in J.____ (USA) solche Placements durchgeführt. Im Zuge 

einer Reise habe der Beschuldigte zusammen mit der Beschwerdeführerin sogar das XXXXX 

Hotel in I.____ (USA) besucht und sie dem Geschäftsführer vorgestellt. Dieser habe sich zwar 

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nicht mehr an den Beschuldigten erinnern können, doch sei es dem Beschuldigten gelungen 

glaubhaft zu machen, dass er bereits mehrmals in den USA entsprechende Priva te Placements 

durchgeführt habe. Wie sich erst später herausgestellt habe, verfügte der Beschuldigte jedoch 

nie über eine Lizenz um Private Placements in den USA durchzuführen. Der angestrebte Ver-

tragsabschluss zwischen der E.____ AG und G.____ sei daher in der Folge auch nicht zustande 

gekommen und eine Provisionszahlung sei folglich ebenfalls ausgeblieben. 

 

4.3 Im Weiteren legte die Beschwerdeführerin dar, nebst dem Kauf von 40 % der Aktien an 

der E.____ AG habe sie dem Beschuldigten zwischen Juni 2011 und Oktober 2012 zudem di-

verse umfangreiche Darlehen gewährt, mit welchen der Beschuldigte seine Gläubiger hätte be-

friedigen sollen. So hätten insgesamt Zahlungen in der Höhe von mindestens CHF 800'000.00 

von der Beschwerdeführerin an den Beschuldigten stattgefunden. Die Zahlungen seien erfolgt, 

weil sie ihrem Lebenspartner wieder auf die Beine habe helfen wollen. Der Beschuldigte habe 

zudem massiven psychischen Druck auf sie ausgeübt. So habe er die Angst geäussert, dass ein 

Gläubiger ihn verfolgen und erschiessen würde oder jemand ins Haus nach F.____ (BL) käme 

auf der Suche nach ihm. Er habe ihr zudem angegeben, dass er auch massiv von Gläubigern 

wegen der Rückzahlung seiner Schulden bedroht worden sei. Zudem habe er Suizidgedanken 

geäussert und damit gedroht, dass seine Kinder in diesem Fall keinen Vater mehr hätten. Er habe 

auch erwähnt, dass seine Eltern, bei denen er ebenfalls Schulden habe, aus Angst das Haus zu 

verlieren nicht mehr schlafen könnten. Der Beschuldigte sei depressiv, grantig und unaussteh lich 

gewesen, wenn sie Fragen zu den Schulden oder der Rückzahlung habe stellen wollen. Er sei 

auch gesundheitlich angeschlagen gewesen und habe nebst Rückenschmerzen und Migräne un-

ter anderem auch Heulanfälle gekriegt, weshalb er oft nicht ansprechbar gewesen sei. Der Be-

schuldigte habe ihr gegenüber geäussert, dass sie sein Schicksal in ihren Händen tragen würde. 

Mit den Zahlungen bzw. Darlehensgewährungen habe sie den häuslichen Frieden wahren wollen. 

 

4.4 Im Hinblick auf die Rückzahlung der zahlreichen Darlehen brachte die Beschwerdefüh-

rerin am 19. November 2019 vor, dass nie etwas schriftlich festgehalten worden sei. Der Beschul-

digte habe jedoch stets beteuert, dass er sämtliche Schulden bei der Beschwerdeführerin zurück-

zahlen werde. Die Rückzahlung hätte grösstenteils auf einen Schlag erfolgen sollen, durch Ab-

schluss des G.____-Deals und der damit verbundenen Provisionszahlung. Das G.____-Geschäft 

habe der Beschwerdeführerin somit als Sicherheit für die Gewährung der Darlehen gedient, da 

der auf den Beschuldigten anteilsmässige Teil der Provision an sie geflossen wäre, zwecks Schul-

dentilgung. Das G.____-Geschäft sei daher sehr wichtig gewesen. Der Beschuldigte habe 

dadurch Druck aufbauen können, ihm noch weitere Darlehen zu gewähren. So habe er geäussert,  

dass er aufgrund seiner Schulden bei diversen Gläubigern nicht arbeiten und sich nicht auf das 

G.____-Geschäft konzentrieren könne. Er könne nicht mehr klar denken und brauche Geld, damit 

er wieder arbeitsfähig sei. Er müsse gesund sein, da er noch weitere tolle Projekte verfolge, bei 

denen bald grosse Provisionszahlungen anstehen würden. So habe er von einer Hafenanlage 

am K.____ berichtet und ihr auch einen entsprechenden Prospekt gezeigt. Zudem verfolge er 

Projekte hinsichtlich des Baus eines Parkhauses in L.____ sowie eines Mehrfamilienhauses in 

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M.____ (D). In den USA würde er zudem Investoren von Hotels betreuen, deren Investitionen 

abgelaufen seien und er jenen Investoren daher neue Anlagemöglichkeiten vermitteln könne, 

wofür er wiederum eine Provision erhalten würde. Die ausbleibenden Provisionszahlungen habe 

er damit begründet, dass es bei grossen Projekten stets zu Verzögerungen kommen könne.  

 

4.5 Zudem machte die Beschwerdeführerin geltend, dass sie in den Besitz einer handschrift-

lichen Notiz gekommen sei, welche vom Beschuldigten stamme und im Jahr 2011 entstanden 

sein müsse. Diese Notiz würde darlegen, dass der Beschuldigte einen gezielten Plan verfolgte 

und sie täuschte, um sie zu Zahlungen zu bewegen. Der Beschuldigte habe sie bei der Gewäh-

rung der jeweiligen Darlehen über seine Rückzahlungsfähigkeit sowie seinen Rückzahlungswillen 

getäuscht. Zudem sei sie über den Verwendungszweck getäuscht worden, da der Beschuldigte 

die Darlehenszahlungen wohl nicht dazu benutzt habe, um seine Schulden zu tilgen, sondern 

sich damit bereichert habe. Dabei gehe es namentlich um die folgenden Zahlungen:  

 

 

Datum Währung Betrag 

30. Mai 2011 CHF 10'000.00 

3. Juni 2011 CHF 35'000.00 

22./26. Juni 2011 EUR 280'000.00 

15. August 2011 EUR 35'000.00 

15. November 2011 CHF 35'000.00 

21. November 2011 CHF/EUR 10'000.00 

1./3. Februar 2012 EUR 110'000.00 

21./23. Mai 2012 EUR 50'000.00 

30. Juli 2012 EUR 40'000.00 

22. Oktober 2012 EUR 70'000.00 

23. Oktober 2012 CHF 5000.00 

   

 

5. Am 14. Juni 2019 führte die Staatsanwaltschaft mit dem Beschuldigten ebenfalls eine 

Einvernahme durch. Dabei bestritt dieser jegliche Betrugshandlungen gegenüber der Beschwer-

deführerin. Der Beschuldigte gab zu Protokoll, dass er die Beschwerdeführerin von Anfang an, 

namentlich bereits im Mai 2011, über den Bestand und Umfang seiner Schulden vollständig in-

formiert habe. Gleichzeitig führte er aus, dass die Aussage der Beschwerdeführerin zutreffe, dass 

er sie Mitte oder Ende 2011 über die Schulden aufklärt habe, zumal damit Juni oder Juli gemeint 

sein könne. Die Beschwerdeführerin habe ihm gesagt, dass sie zusammen gute Umsätze gene-

rieren könnten und die Inputs für die gemeinsame Tätigkeit sei von ihr gekommen. Die Liebesbe-

ziehung sei wohl im Sommer 2011 entfacht und habe ca. 12 bis 16 Monate angedauert. Er habe 

die Zahlungen von der Beschwerdeführerin dankend angenommen, wobei er sie nie danach ge-

fragt habe. Er habe die Zahlungen dazu verwendet, um seine Schulden zu begleichen. Es sei 

nicht so klar, ob es sich bei diesen Zahlungen wirklich um Darlehen gehandelt habe. Es sei aber 

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zutreffend, dass es geplant gewesen sei, dass er die von der Beschwerdeführerin erhaltenen 

Zahlungen mittels seines im Rahmen des G.____s-Geschäfts über die E.____ AG anfallenden 

Provisionsanteils zurückzuzahlen habe. Über eine Placement-Lizenz habe aber niemand mit ihm 

gesprochen. Er habe zuvor auch noch nie solche Placements in den USA durchgeführt und ver-

füge über keine entsprechende Lizenz. Er habe nie behauptet, ein solches Placemen t durchzu-

führen oder dass er im Besitz einer entsprechenden Lizenz sei. Er habe zudem nie über weitere 

laufende Projekte berichtet, sondern nur über vergangene Vorhaben, wie beispielsweise das Ha-

fenprojekt am K.____. Das Wort Suizid habe er nie in den Mund genommen. In Frankreich habe 

er zudem nur Insolvenz angemeldet, weil ihn die Beschwerdeführerin betrieben habe.  

 

6. Die Staatsanwaltschaft begründet die Einstellung des Verfahrens im Wesentlichen da-

mit, dass es sich vorliegend offensichtlich um keine arglistige Täuschung handeln würde. Dies 

Ansicht ist aus den nachfolgenden Gründen indessen abzulehnen: 

 

6.1 Wie unter Ziff. 3 ausgeführt, darf eine Verfahrenseinstellung durch die Staatsanwalt-

schaft gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. b StPO nur erfolgen, wenn kein Straftatbestand erfüllt ist und 

deshalb nach der gesamten Aktenlage ein Freispruch zu erwarten ist . Dies ist der Fall, wenn die 

dem Beschuldigten vorgeworfene Handlung den objektiven und subjektiven Tatbestand der rele-

vanten Strafnorm ganz offensichtlich nicht erfüllt. Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschul-

digte und die Beschwerdeführerin im Zeitraum, in welchem die (meisten) Zahlungen erfolgten, 

eine Liebesbeziehung führten. Gerade bei einer solchen Liebesbeziehung, bei welcher der Täter 

aufgrund des bestehenden Vertrauensverhältnisses davon ausgehen kann, dass das Opfer eine 

Überprüfung unterlassen wird, werden die Anforderungen an die Arglistigkeit einer Handlung ge-

senkt. So kann bereits eine einfache Lüge genügen, um die Arglistigkeit zu bejahen. In casu 

bestehen diverse Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte die Beschwerdeführerin in der Ab-

sicht, sich zu bereichern, durch Vorspiegelung und Unterdrückung von Tatsachen arglistig irre-

geführt, sie in diesem Irrtum, namentlich, er verfüge über die erforderliche Lizenz, um in den USA 

Private Placement durchzuführen, arglistig bestärkt und so die Beschwerdeführerin zu einem Ver-

halten bestimmt hat, wodurch diese sich selbst am Vermögen geschädigt hat. So liegt der Ver-

dacht nahe, dass der Beschuldigte gegenüber der Beschwerdeführerin wahrheitswidrig angab, 

dass er in der Vergangenheit bereits bei mehreren Projekten – u.a. Hotel XXXXX und XXXXX 

Hotel – als Private Placement Agent in den USA tätig gewesen sei, obwohl er nicht über die dafür 

notwendige Lizenz verfügte. Die Darstellung der Beschwerdeführerin erscheint zumindest nicht 

zum Vornherein als unglaubhaft, zumal der Beschuldigte auch nicht bestreitet, zusammen mit der 

Beschwerdeführerin diese Hotels besucht zu haben. Vor allem ist kaum denkbar, dass die Be-

schwerdeführerin sowie C.____, welcher als versierter Jurist in diesem Bereich tätig ist und eben-

falls in das G.____-Geschäft involviert war, gezielt eine Vertragsvereinbarung mit G.____ gesucht 

hätten, bei welchem sich die E.____ AG zur Erbringung einer Placement-Agent-Tätigkeit ver-

pflichtet hätte, wenn ihnen der Beschuldigte nicht vorgetäuscht hätte, dass er aufgrund seiner 

Lizenz, seines Wissens und seiner Erfahrung auf diesem Gebiet in den USA die entsprechende 

Placement-Tätigkeit erbringen könne. Der Beschwerdeführerin wäre zudem eine Überprüfung, 

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ob der Beschuldigte über eine solche Lizenz verfügt, wohl nur mit besondere Mühe möglich ge-

wesen. Gerade das Vertrauen auf die angeblich vorhandene Lizenz – und damit die Durchführung 

des G.____-Geschäftes – war es aber, welche ursächlich für den Kauf der 40 %-Beteiligung an 

der E.____ AG war. Auch besteht der Verdacht, dass die Gewährung der zahlreichen Darlehen 

durch die Beschwerdeführerin letztlich nur erfolgten, weil sich der Beschuldigte damit einverstan-

den gab, die Schulden mittels Provision aus dem G.____-Geschäft zurückzuzahlen. Es scheint 

in diesem Zusammenhang auch im Rahmen des Reellen zu sein, dass der Beschuldigte die Be-

schwerdeführerin unter Druck setzte, ihm weitere Darlehen zu gewähren, unter dem Vorwand, 

dass er sich nur so wieder auf das G.____-Geschäft konzentrieren könne. Dabei musste es dem 

Beschuldigten von Anfang an klar gewesen sein, dass es aufgrund der fehlenden Lizenz nie zu 

einem erfolgreichen Abschluss des G.____s-Geschäfts kommen konnte.  

 

6.2 Die Aussagen des Beschuldigten widersprechen sich zudem in diversen Punkten und 

erscheinen daher nicht sonderlich glaubhaft. So behauptet der Beschuldigte beispielsweise, die 

Beschwerdeführerin bereits im Mai 2011 über seine gesamten Schulden aufgeklärt zu haben. Im 

späteren Verlauf seiner Deposition gab er sodann an, dass er Mitte 2011 – worunter er Ende Juni 

2011 verstehe – die Beschwerdeführerin über sämtliche Schulden informiert zu haben. Er be-

zweifelt, ob es sich bei den Zahlungen um Darlehen gehandelt habe, gibt aber gleichzeitig an, 

dass es der Plan gewesen sei, dass er sämtliche Zahlungen erstatten werde. Schliesslich gab er 

an, nur in Frankreich Insolvenz angemeldet zu haben, weil er von der Beschwerdeführerin betrie-

ben worden sei. Dabei bleibt aber die Frage offen, weshalb er in der handschriftlichen Notiz, 

welche mit grosser Wahrscheinlichkeit aus dem Jahr 2011 stammt, bereits ein Insolvenzverfahren 

in Frankreich ins Auge gefasst hatte.  

 

6.3 Schliesslich bleibt es zu erwähnen, dass sogar bei Verneinung eines besonderen Ver-

trauensverhältnisses vorliegend die Arglistigkeit keineswegs offensichtlich nicht vorliegt. Es stellt 

sich durchaus die vom Sachgericht zu klärende Frage, ob die vom Beschuldigten mutmasslich 

begangenen Täuschungshandlungen, namentlich die Erwähnung von diversen laufenden Projek-

ten – wie die Hafenanlage am K.____ unter Vorweisung eines Prospekts, das Parkhaus in L.____ 

oder das Mehrfamilienhaus in M.____ (D) −, wodurch er wohl künftige Provisionszahlungen in 

Aussicht stellen wollte, als Lügengebäude zu werten sind. Zudem stellte der Beschuldigte die 

Beschwerdeführerin einem Manager des XXXXX Hotels in I.____ (USA) vor, um ihr gegenüber 

den Eindruck zu vermitteln, dass er bereits in der Vergangenheit erfolgreich als Placement Agent 

tätig war. Gerade die handschriftliche Notiz des Beschuldigten erweckt augenscheinlich den Ein-

druck, dass der Beschuldigte bereits im Jahr 2011 gezielte Überlegungen anstrengte, wie er die 

Beschwerdeführerin finanziell schädigen könnte. Das darin beschriebene Vorgehen indiziert drin-

gend, dass diese handschriftliche Notiz als Drehbuch für die künftigen Handlungen zu verstehen 

ist. Zumal der Beschuldigte dazu bisher aber nicht Stellung beziehen musste, ist die Staatsan-

waltschaft hier anzuweisen, mit dem Beschuldigten eine (erneute) Einvernahme durchzuführen, 

um ihn mit der entsprechenden Notiz und den sich daraus dringend ergebenden Fragen zu kon-

frontieren.  

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7. Bei Ermessensfragen – wobei bei Betrugsdelikten namentlich die Frage der Arglist dazu 

gehört – aufgrund des Grundsatzes «in dubio pro duriore» im Zweifelsfall – wie hier – Anklage zu 

erheben ist (so auch: ROLF GRÄDEL/MATTHIAS HEINIGER, a.a.O., Art. 319 N 9; NATHA N 

LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, a.a.O., Art. 319 N 20). Das Strafverfahren darf nur bei klarer Straf-

losigkeit eingestellt werden (BGer 6B_1183/2018 vom 25. März 2019, E. 2.3). Aufgrund der vor-

stehenden Ausführungen kann vorliegend keineswegs davon ausgegangen werden, dass eine 

arglistige Täuschung durch den Beschuldigten offensichtlich nicht vorliegt. Daher kann auch nicht 

davon ausgegangen werden, dass vorliegend der Tatbestand des Betrugs im Sinne von Art. 146 

Abs. 1 StGB offensichtlich nicht erfüllt ist. Es ist Aufgabe des Sachgerichts, die in der Gesamt-

schau unklare Beweislage eingehend zu prüfen und die Widersprüche zwischen den einzelnen 

Aussagen zu klären (vgl. BGer 6B_1183/2018 vom 25. März 2019, E. 2.3). Die Staatsanwaltschaft 

durfte das Verfahren daher in casu nicht einstellen. Es obliegt im vorliegenden Fall dem zur ma-

teriellen Beurteilung zuständigen Gericht über die Strafbarkeit des strafrechtlichen Vorwurfs zu 

entscheiden. Die Beschwerde ist dementsprechend gutzuheissen.  

 

8. Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelver-fah-

rens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Ausgangsgemäss gehen die Kosten 

des Beschwerdeverfahrens von total CHF 1'050.00 (bestehend aus einer Gerichtsgebühr von 

CHF 1'000.00 und Auslagen von pauschal CHF 50.00) zu Lasten des Staates. Im Übrigen stellt 

die obsiegende Beschwerdeführerin keinen Antrag auf Parteientschädigung. 

 

 

 

  

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Demnach wird erkannt: 

 

://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Einstellungsverfügung der 

Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 3. Juni 2020 wird aufgeho-

ben und die Sache zur Fortführung der Strafuntersuchung im Sinne der 

Erwägungen (als Weisung gemäss Art. 397 Abs. 3 StPO) an diese zu-

rückgewiesen. 

 

 2. Die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von 

CHF 1'050.00 (beinhaltend eine Gerichtsgebühr von CHF 1'000.00 so-

wie Auslagen von CHF 50.00) gehen zu Lasten des Staates. 

 

 3. Den Parteien werden keine Parteientschädigungen ausgerichtet. 

 

 4. Dieser Beschluss wird den Parteien schriftlich eröffnet. 

 

 

 

Präsident 

 

 

 

 

Enrico Rosa 

Gerichtsschreiber i.V. 

 

 

 

 

Stephan Buser 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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