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**Case Identifier:** ed15b33e-ad06-50ce-80d8-553104986e61
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.12.2023 IV 2023/115
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2023-115_2023-12-21.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/115

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 21.03.2024

Entscheiddatum: 21.12.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 21.12.2023
Art. 28 IVG: Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens bejaht. Rentenanspruch 
abgelehnt. Beschwerde abgewiesen (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 21. Dezember 2023, IV 2023/115).

Entscheid vom 21. Dezember 2023

Besetzung

Versicherungsrichter Michael Rutz (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

IV 2023/115

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Cantieni, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich erstmals am 25. August 2014 bei 

der IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) für berufliche Massnahmen 

und Rentenleistungen an (IV-act. 7).

A.a. 

Nach der Durchführung beruflicher Massnahmen (vgl. dazu Entscheid des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. März 2020, IV 2018/145; 

Sachverhalt A.l; IV-act. 201) und der Einholung eines polydisziplinären (internistischen, 

rheumatologischen, dermatologischen und psychiatrischen) Gutachtens bei der 

PMEDA (IV-act. 173) wies die IV-Stelle das Rentengesuch der Versicherten mit 

Verfügung vom 28. März 2018 bei einem Invaliditätsgrad von 0 % ab, da in 

leidensadaptierten Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben sei (IV-act. 192).

A.b. 

Im Januar 2020 trat die Versicherte bei der B.___ AG eine Anstellung als 

Mitarbeiterin Reinigung in einem Pensum von 50 % an (IV-act. 212 und 214 f.).

A.c. 

Eine gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 28. März 2018 erhobene Beschwerde 

hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 3. März 

2020 gut. Es hob die angefochtene Verfügung auf und wies die Sache zur weiteren 

Abklärung, namentlich zur Durchführung einer stationären Abklärung der Urtikaria, 

soweit sich diese nicht derart verbessert habe, dass eine Beeinträchtigung der 

Arbeitsfähigkeit ohnehin nicht gegeben sei, zurück (IV-act. 201; vgl. diesen Entscheid 

auch für den sich bis dahin ereigneten Sachverhalt).

A.d. 

Nachdem die IV-Stelle medizinische Berichte, Arbeitgeberfragebögen und 

Beurteilungen des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) eingeholt hatte (IV-act. 205 ff.), 

wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle vom 20. bis 22. September 2021 in der 

Dermatologie des Universitätsspitals Bern stationär begutachtet. Am 8. Oktober 2021 

erstattete das Universitätsspital Bern das Gutachten. In ihrer Beurteilung kamen die 

A.e. 

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Gutachterinnen und Gutachter zum Schluss, dass es sich zusammenfassend um eine 

chronische spontane Urtikaria mit zusätzlicher physikalischer Komponente (urtikarieller 

Dermografismus, teils verzögert auftretend) handle. Eine typische verzögerte 

Druckurtikaria habe sich nicht nachweisen lassen. Möglicherweise seien es eher 

Scherkräfte des Druckstempels, die zu urtikariellen Schwellungen geführt hätten. Es 

werde eine langfristige Fortführung der Behandlung mit Xolair alle vier Wochen 

empfohlen. Bei Auftreten von intermittierendem Juckreiz sowie der durch Druck/

Scherkräfte provozierbaren Quaddeln nach Pausieren des Xolairs für fünf bis sechs 

Wochen, sollte das Intervall der Xolair-Injektionen nicht ausgeweitet werden. Da die 

Versicherte seit der Xolair-Behandlung bezüglich der Urtikaria beschwerdefrei sei, 

bestehe aus rein dermatologischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Die seit 2014 

bestehende Müdigkeit bzw. Erschöpfung mit Kältegefühl sei ebenso wie die diffusen 

Arthralgien und muskuloskelettalen Beschwerden nicht im Zusammenhang mit der 

Urtikaria bzw. einer dermatologischen Diagnose zu sehen. Die Laboruntersuchungen 

hätten keine Hinweise auf eine Kollagenose ergeben (IV-act. 238).

Am 22. August 2022 führte Dr. phil. C.___, Fachpsychologin für Neuropsychologie 

FSP, Klinik für Neurologie, Kantonsspital St. Gallen (KSSG), im Auftrag der IV-Stelle 

eine neuropsychologische Untersuchung der Versicherten durch. In ihrer Beurteilung 

vom 29. August 2022 kam sie zum Schluss, dass aus neuropsychologischer Sicht 

leichte bis mittelschwere Aufmerksamkeitsstörungen mit vor allem exekutiv-

attentionalen Schwierigkeiten in der Aufmerksamkeitsregulation bestünden. Dies führe 

zu vielen Einbrüchen, welche die Versicherte zu wenig stabilisieren könne bzw. wofür 

sie einen hohen Energieaufwand betreiben müsse. Eine physiologische Abnahme der 

Aufmerksamkeit über die Zeit könne aus neuropsychologischer Sicht nicht objektiviert 

werden. Objektiviert werden könnten jedoch deutliche Schwankungen in der 

Aufmerksamkeit. Diese Schwankungen schienen vor allem affektiv mitbedingt. Die 

leicht bis mittelschweren Aufmerksamkeitsstörungen dürften im Rahmen des seit der 

Kindheit bestätigten ADS, vor allem mit Unaufmerksamkeit und Überfokussierung, 

bestehen. Aktuell scheine es zu einer Akzentuierung der affektiven Symptome des ADS 

gekommen zu sein. Die Versicherte sei nicht in der Lage, die vegetativ-körperlichen 

und affektiven Belastungen und Stresssymptome gezielt zu kompensieren. Die dadurch 

A.f. 

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bedingten Leistungseinschränkungen würden aus neuropsychologischer Sicht 30-50 

% betragen (IV-act. 263).

Am 16. März 2023 erstattete die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS) Bern im 

Auftrag der IV-Stelle ein polydisziplinäres (psychiatrisches, dermatologisches, 

allgemeinmedizinisch-internistisches und rheumatologisches) Gutachten unter 

Einbezug des neuropsychologischen Konsiliums vom 29. August 2022 (IV-act. 278). In 

ihrer interdisziplinären Gesamtbeurteilung kamen die Sachverständigen zum Schluss, 

dass bei der Versicherten in der bisherigen Tätigkeit spätestens seit der 

Implementierung der effektiven Therapie mit Omalizumab (Xolair) im Mai 2019 eine 

100%ige Arbeitsfähigkeit (Leistung 100 %; Präsenzzeit 8.5 Stunden) bestehe. Aus 

dermatologischer Sicht sei für die Zeit vor der effektiven Therapie mit Xolair eine 

gewisse Einschränkung durch die Urtikaria zwar anzunehmen in der angestammten 

Tätigkeit als Reinigungsperson, jedoch stark abhängig von der tatsächlichen 

Arbeitsaufgabe, was schwer zu beurteilen sei. Längere manuelle Druckexpositionen 

seien zwar damals nicht geeignet gewesen und hätten zu einer Druckurtikaria geführt. 

Bei wechselnder Handhabung von Geräten und Putzutensilien und entsprechend 

manuell leichterer Aufgabenstellung hätte eine solche Tätigkeit jedoch grösstenteils 

möglich sein sollen. In einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe schon seit der IV-

Antragstellung eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Leistung 100 %; Präsenzzeit 8.5 

Stunden; IV-act. 278-8 f.).

A.g. 

Am 14. April 2023 beurteilte der RAD das Gutachten als umfassend, schlüssig, 

nachvollziehbar und in sich widerspruchsfrei. Es sei in Kenntnis der Vorakten unter 

Einbezug der neuropsychologischen Untersuchung von Dr. C.___ vom 29. August 2022 

erstellt worden. Es beruhe auf allseitigen Untersuchungen und berücksichtige die 

geklagten Beschwerden der Versicherten. Zu Ausschlusskriterien wie Aggravation sei 

Stellung genommen und auf die sozialen Kontextfaktoren sowie auf die persönlichen 

Ressourcen eingegangen worden. Aus versicherungsmedizinischer Sicht könne auf 

das Gutachten abgestellt werden (IV-act. 282).

A.h. 

Mit Vorbescheid vom 24. April 2023 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Ablehnung ihres Rentengesuchs bei einem Invaliditätsgrad von 0 % in Aussicht. 

Gemäss MEDAS-Gutachten sei sie in leidensangepassten Erwerbsmöglichkeiten seit 

A.i. 

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B.  

Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 

Invalidenrente.

jeher zu 100 % arbeitsfähig. Dank der medizinisch effektiven medikamentösen 

Behandlung liege seit Mai 2019 selbst in der angestammten Tätigkeit als 

Raumpflegerin eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit vor. Mit dem aktuellen 

Arbeitspensum von 50 % schöpfe sie die ihr zumutbare Arbeitsfähigkeit demnach nicht 

aus (IV-act. 287).

Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 

iur. A. Cantieni, Chur, am 27. April 2023 einen Einwand (IV-act. 291).

A.j. 

Nach der Einholung einer weiteren RAD-Beurteilung vom 7. Juni 2023 (IV-act. 292) 

wies die IV-Stelle das Rentengesuch der Versicherten mit Verfügung vom 14. Juni 2023 

im Sinne des Vorbescheids ab (IV-act. 293).

A.k. 

Gegen diese Verfügung erhob die weiterhin durch Rechtsanwalt Cantieni 

vertretene Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 11. Juli 2023 

Beschwerde (act. G 1). Sie beantragte, die Verfügung vom 14. Juni 2023 sei 

aufzuheben und die Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

zurückzuweisen, um die Leistungsfähigkeit in einer beruflichen Abklärungsstelle 

(BEFAS) detailliert abzuklären; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 

Beschwerdegegnerin (act. G 1 S. 2).

B.a. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 14. September 2023 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).

B.b. 

Mit Eingabe vom 26. September 2023 verzichtete die Beschwerdeführerin auf die 

Erstattung einer Replik (act. G 6).

B.c. 

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2.  

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 

% arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 

% invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. 

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und 

Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf 

dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für 

die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 

ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 

könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

2.1. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung – und im 

Beschwerdefall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 und 115 V 134 E. 2). Für das 

gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne 

Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen 

und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige 

Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts 

eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

2.2. 

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3.  

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

Fachperson begründet sind (zum Ganzen BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

Zunächst ist zu prüfen, ob der Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht (zum Beweismass siehe BGE 138 V 221 E. 

6 und Urteil des Bundesgerichts vom 2. August 2017, 8C_128/2017, E. 2).

3.1. 

Die Beschwerdegegnerin hat sich zur Ablehnung des Rentenanspruchs in 

medizinischer Hinsicht in erster Linie auf das von der MEDAS Bern am 16. März 2023 

erstellte Gutachten gestützt (IV-act. 278), in welchem die Sachverständigen der 

Beschwerdeführerin spätestens ab Mai 2019 sowohl in der angestammten Tätigkeit als 

Reinigungskraft als auch in einer leidensangepassten Tätigkeit eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit attestiert haben (IV-act. 278-8 f.).

3.2. 

Die Beschwerdeführerin macht geltend, die in der neuropsychologischen 

Untersuchung festgestellte Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 30-50 % sei im 

MEDAS-Gutachten zu wenig berücksichtigt worden. Im MEDAS-Gutachten sei 

festgehalten worden, dass die neuropsychologischen Einschränkungen für das kognitiv 

wenig fordernde Berufsbild nicht relevant seien. Die von der neuropsychologischen 

Gutachterin beschriebenen Defizite seien weder im Beruf der Raumpflegerin noch in 

einer anderen vergleichbaren Tätigkeit einer ungelernten Mitarbeiterin bedeutsam, 

sodass die von neuropsychologischer Seite attestierte Einschränkung nicht 

nachvollziehbar sei. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, dass die 

MEDAS-Gutachter und der RAD übersehen hätten, dass eine Leistungseinschränkung 

nicht infolge kognitiver Anforderungen an die angestammte oder aktuelle Tätigkeit 

bestehe, sondern weil sie, die Beschwerdeführerin, zur Bewältigung ihres Alltags eine 

enorm hohe Energie aufwenden müsse. Wie die neuropsychologische Gutachterin 

ausgeführt habe, lebe sie, die Beschwerdeführerin, in einer chronischen körperlich-

vegetativen Überregung. Der zur Stabilisierung notwendige Energieaufwand bringe sie 

zur Erschöpfung und schränke damit ihre Leistungsfähigkeit ein. Die Feststellung des 

psychiatrischen MEDAS-Gutachters, dass anlässlich der gutachterlichen Untersuchung 

keine objektive Ermüdung oder erhöhte Ermüdbarkeit beobachtbar gewesen sei, sei 

nicht geeignet, um eine Leistungsfähigkeit in einem Vollpensum zu begründen, da die 

psychiatrische Begutachtung ja nur gerade zwei Stunden und zehn Minuten gedauert 

3.3. 

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habe. Sie, die Beschwerdeführerin, vermöge vier Stunden pro Tag zu arbeiten. Es fehle 

an einer rechtgsgenügenden Abklärung über die ihr zumutbare Leistungsdauer. Die 

Leistungsfähigkeit sei daher bei einem mehrwöchigen Aufenthalt in einer BEFAS unter 

konkreten Umständen zu bestimmen. Es gehe nicht an, die von der 

neuropsychologischen Gutachterin attestierte Einschränkung einfach zu ignorieren (act. 

G 1).

Mit der Beschwerdegegnerin (act. G 4) ist darauf hinzuweisen, dass eine 

neuropsychologische Untersuchung rechtsprechungsgemäss lediglich eine 

Zusatzuntersuchung darstellt. Zeigen sich im Rahmen dieser Untersuchung 

Auffälligkeiten, reicht dies nicht aus, um von einem invalidisierenden 

Gesundheitsschaden ausgehen zu können. Vielmehr ist es alsdann die Aufgabe der 

Ärzteschaft, den Gesundheitszustand – unter Berücksichtigung der 

neuropsychologischen Defizite – zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 

welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person 

arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4; Urteile des Bundesgerichts vom 16. April 2021, 

8C_11/2021, E. 4.2, und vom 10. November 2021, 8C_526/2021, E. 4.2.1).

3.4. 

Die von der Beschwerdeführerin bereits im Einwand gegen den rentenablehnenden 

Vorbescheid vorgebrachten Kritikpunkte bezüglich der neuropsychologischen 

Problematik (IV-act. 291) hat der RAD in seiner Aktenbeurteilung vom 7. Juni 2023 

schlüssig und nachvollziehbar entkräftet. Er hat ausgeführt, dass sich die laut 

neuropsychologischem Abklärungsbericht bestehende Leistungseinschränkung von 

30-50 % mit der tabellarischen, zur Orientierung dienenden Angabe decke, wonach 

leichte bis mittelgradige neuropsychologische Störungen zu einem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad von 30-50 % führen würden. Als Limitation werde jedoch 

explizit vermerkt, dass der Grad der Arbeitsunfähigkeit in Abhängigkeit der 

Charakteristika einer Störung sowie des jeweiligen beruflichen Anforderungsprofils 

erheblich von den Richtwerten abweichen könne. Aus Sicht des RAD sei im MEDAS-

Gutachten mit der gutachterlich geforderten Sorgfalt und in eingehender Würdigung 

des neuropsychologischen Berichts zur Tragweite der neuropsychologischen 

Problematik unter konkreter Bezugnahme auf die berufliche Tätigkeit und im gesamten 

psychopathologischen Kontext Stellung genommen worden (IV-act. 292).

3.5. 

Der psychiatrische MEDAS-Sachverständige hat sich mit den 

neuropsychologischen Untersuchungsergebnissen in der Tat eingehend befasst. Er hat 

einleuchtend erklärt, dass die exekutiven Funktionen vor allem beim Lernen und beim 

Verhalten eine wichtige Rolle spielen würden, insbesondere in der Kindheit, der Schule, 

der Ausbildung und bei der Ausübung bestimmter Berufe, die hohe Anforderungen an 

3.6. 

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die exekutiven Funktionen stellen würden. Bei Störungen der exekutiven Funktionen 

bestehe eine meist leichte Ablenkbarkeit und es falle den Betroffenen mitunter schwer, 

ein angestrebtes Ziel konsequent zu verfolgen sowie das eigene Verhalten und die 

Emotionen zu steuern. Im Erwachsenenalter sei die Selbstregulation durch Lernen und 

die Erfahrung aber meist weniger anfällig, wie dies im Falle der Beschwerdeführerin 

auch durch anamnestische Angaben belegt werde, da diese gelernt habe, ein soziales 

und selbstdiszipliniertes Verhalten an den Tag zu legen. Die sich aus der ADS 

ableitenden Störungen dürften in der Kindheit und Schulzeit aber durchaus eine 

wichtige Rolle im Hinblick auf die schulischen Leistungen und die spätere berufliche 

Ausbildungsfähigkeit gespielt haben. Was das Arbeitsgedächtnis angehe, dürfte dies in 

beruflicher Hinsicht im konkreten Fall der Beschwerdeführerin allenfalls eine marginale 

Rolle spielen, da sie bei ihrer Tätigkeit weder komplizierte Kopfrechenaufgaben noch 

Rechenoperationen durchführen müsse. Auch in sprachlicher Hinsicht dürfte sie bei 

ihrer Arbeit keinen hohen Herausforderungen ausgesetzt sein. Die Fähigkeit, einfache 

Instruktionen anderer Personen zu verstehen und sich Zwischenschritte von einfachen 

Handlungsplänen zu merken und sich danach zu orientieren, sei von der 

Beschwerdeführerin nicht als defizitär angegeben worden, zumal es sich bei der 

aktuellen Tätigkeit überwiegend um repetitive Aufgaben handle. In der von der 

Beschwerdeführerin aktuell ausgeübten Tätigkeit könne nicht erwartet werden, dass sie 

über ein hohes Mass an kognitiver Flexibilität verfüge, um sich beispielsweise rasch auf 

neue Anforderungen einstellen oder zwischen verschiedenen Perspektiven wechseln zu 

können. Auch diese Fähigkeit dürfte nicht vorrangig dem Berufsbild einer 

Raumpflegerin entsprechen und sei nachweislich auch keine Voraussetzung für diese 

Tätigkeit. Bei der Beschwerdeführerin sei kein erhöhtes Defizit an sozial-emotionalen 

Kompetenzen nachzuweisen. Es bestehe bei ihr gegenwärtig keine Impulsivität. Die 

selektive Aufmerksamkeit (zielgerichtete bzw. fokussierte Konzentration auf bestimmte 

Inhalte) bedeute, bestimmte Informationen möglichst ohne Interferenz von anderen 

Informationen dem Bewusstsein bzw. der Steuerung von Denken und Handeln 

zugänglich zu machen. Soweit aus dem Berufsbild der Raumpflegerin hervorgehe, 

würden in dieser Tätigkeit keine erhöhten Erwartungen an die selektive Aufmerksamkeit 

gestellt. Beim Autofahren, für welches neuropsychologisch eine volle Befähigung 

attestiert werde, bestehe aber durchaus ein erhöhter Anspruch an diese Fähigkeit. Die 

Steuerung im Rahmen vegetativ-körperlicher und affektiver Belastungen und bei Stress 

dürfte zwar reduziert sein, wirke sich bei der Beschwerdeführerin aber kaum im 

aktuellen Berufsleben aus, zumal es hierzu gute psychotherapeutische und andere 

Möglichkeiten (z.B. sportliche Aktivitäten, medikamentöse und psychotherapeutische 

Behandlungsmethoden inklusive Entspannungsverfahren) gebe, um das vegetative 

Nervensystem positiv zu beeinflussen und die Fähigkeit zu verbessern. Vor dem 

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soeben dargelegten Hintergrund ist es verständlich, dass der psychiatrische MEDAS-

Sachverständige die neuropsychologische Beurteilung einer 30-50%igen 

Einschränkung der Leistungsfähigkeit unter besonderer Berücksichtigung des Berufs 

der Beschwerdeführerin als nicht nachvollziehbar erachtet hat. Er ist einleuchtend zum 

Schluss gekommen, dass die beschriebenen Defizite weder im Beruf der 

Raumpflegerin noch in einer anderen vergleichbaren Tätigkeit einer ungelernten 

Mitarbeiterin bedeutsam seien und somit aus psychiatrischer Sicht keinen Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit hätten (IV-act. 278-51 f.). Übereinstimmend mit der psychiatrischen 

Einschätzung des PMEDA-Gutachtens (IV-act. 173-42) hat der psychiatrische MEDAS-

Sachverständige anlässlich der psychiatrischen Untersuchung keine Hinweise für 

psychische Störungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit feststellen können. Er 

hat anlässlich der Begutachtung überwiegend psychosoziale Belastungen ausfindig 

gemacht, welche sich auf die Befindlichkeit sowie die Resilienz und Motivation der 

Beschwerdeführerin zeitweilig auswirken können, jedoch hat er die bei ihr für die 

Arbeitsunfähigkeit hauptsächlich geltend gemachte Müdigkeit nicht nachvollziehen 

können. Er hat in der gutachterlichen Untersuchung keine Depressivität, keine 

ausgeprägten sozialen Ängste mit Alltagsrelevanz und auch keine relevante Essstörung 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit feststellen können (IV-act. 278-52). Dazu 

passend ist auch in der neuropsychologischen Beurteilung vom 29. August 2022 

festgehalten worden, die subjektiv in Fragebögen angegebenen schwersten 

depressiven Symptome, Angst- und Müdigkeitssymptome hätten aus 

neuropsychologischer Sicht während der Testuntersuchung nicht beobachtet und 

objektiviert werden können (IV-act. 263-4 f.).

Da nach der Rechtsprechung die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten 

und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren 

Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die Ärzteschaft und nicht durch 

Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen erhobenen subjektiven 

Arbeitsleistung zu beantworten ist (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2019, 

8C_334/2018, E. 4.2.1, mit weiteren Hinweisen), und die neuropsychologischen 

Einschränkungen in medizinischer Hinsicht gutachterlich eingehend gewürdigt und 

bewertet worden sind, ist keine Notwendigkeit für eine BEFAS-Abklärung, wie sie die 

Beschwerdeführerin beantragt (act. G 1), ersichtlich. Von einer solchen sind denn im 

vorliegenden Fall, in welchem der psychiatrische MEDAS-Sachverständige namentlich 

im Rahmen der Selbstbeurteilungsfragebögen bedeutende Inkonsistenzen bzw. 

Hinweise auf eine deutliche Antwortverzerrung festgestellt hat (IV-act. 278-47 f. und 

278-52), auch kaum aussagekräftige, entscheidwesentliche Erkenntnisse zu erwarten.

3.7. 

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4.

Nachdem die Sachverständigen der Beschwerdeführerin auch in der angestammten 

Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigen, besteht offensichtlich kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad. Weitere Ausführungen zum Einkommensvergleich 

erübrigen sich damit. Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin somit zu Recht abgelehnt. Auch ein befristeter Rentenanspruch für 

die Zeit bis Mai 2019 besteht nicht, da gemäss MEDAS-Gutachten durch die Urtikaria 

zwar vor Mai 2019 eine gewisse Einschränkung in der angestammten Tätigkeit als 

Reinigungsperson anzunehmen, jedoch nicht zu quantifizieren bzw. nicht in jeder 

Reinigungstätigkeit überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen ist (vgl. IV-act. 278-8), 

sodass diesbezüglich von Beweislosigkeit auszugehen ist, die sich zum Nachteil der 

Beschwerdeführerin auswirkt (vgl. BGE 140 V 297 E. 4.1).

5.  

Entscheid

Die von der Beschwerdeführerin gegen das MEDAS-Gutachten vorgebrachten 

Einwände hinsichtlich der neuropsychologischen Problematik erweisen sich nach dem 

Gesagten als unbegründet. Mit dem RAD (IV-act. 282-1) ist das Gutachten als 

schlüssig, in sich widerspruchsfrei und nachvollziehbar einzustufen. Es beruht auf 

eigenständigen Abklärungen und ist unter Bezugnahme auf die Voraktenlage sowie 

unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden erstellt 

worden. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Aspekte 

nicht berücksichtigt worden wären. Die gestellten Diagnosen und die bescheinigte 

Arbeitsfähigkeit leuchten in der Beurteilung der medizinischen Situation und der 

medizinischen Zusammenhänge ein. Auf die von den Gutachtern attestierte 100%ige 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten und einer leidensangepassten Tätigkeit kann 

somit abgestellt werden.

3.8. 

Zusammenfassend ist die Beschwerde im Sinne der Erwägungen abzuweisen.5.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der unterliegenden 

Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen, 

wobei der von ihr geleistete Kostenvorschuss daran anzurechnen ist. Entsprechend 

dem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung.

5.2. 

bis

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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.-- zu 

bezahlen; der von ihr geleistete Kostenvorschuss wird daran angerechnet.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 21.12.2023
	Art. 28 IVG: Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens bejaht. Rentenanspruch abgelehnt. Beschwerde abgewiesen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Dezember 2023, IV 2023/115).

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		2025-07-19T00:34:28+0200
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