# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0611eefa-d79a-5b7c-bbd5-342a3ad83c27
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-07-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.07.2019 D-2467/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2467-2019_2019-07-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2467/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  J u l i  2 0 1 9  

Besetzung 
 Einzelrichter Jürg Marcel Tiefenthal, 

mit Zustimmung von Richter Walter Lang;   

Gerichtsschreiber Daniel Merkli. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 23. April 2019 / N (…). 

 

 

 

D-2467/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 27. Juli 2015 in der Schweiz um Asyl 

nach. 

B.  

Nach der Befragung zur Person, zum Reiseweg sowie summarisch zu den 

Fluchtgründen (BzP) vom 11. August 2015 trat das SEM mit Entscheid vom 

4. September 2015 in Anwendung von aArt. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG (SR 

142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein und ordnete 

die Wegweisung aus der Schweiz nach Ungarn an. 

C.  

Mit Urteil D-5918/2015 vom 22. Juni 2017 hiess das Bundesverwaltungs-

gericht eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde gut, hob den 

Entscheid vom 4. September 2015 auf und wies die Sache zur Neubeur-

teilung an die Vorinstanz zurück.  

D.  

Mit Schreiben vom 1. September 2017 teilte das SEM dem Beschwerde-

führer mit, dass das Dublin-Verfahren beendet und das Asylgesuch in der 

Schweiz geprüft werde.  

E.  

In der Folge fand am 14. September 2018 eine eingehende Anhörung zu 

seinen Asylgründen statt. 

Der Beschwerdeführer gab an, dass er sri-lankischer Staatsbürger tamili-

scher Ethnie sei und aus der Nordprovinz stamme (…), wo er bis zur Aus-

reise gelebt habe. Wegen seiner Tätigkeit als Fahrer bei den Sea Tigers 

von 2006 bis zum Kriegsende im Jahre 2009 sei er vom CID (Criminal In-

vestigation Department) behelligt worden. So hätten ihn mehrere Male An-

gehörige des CID befragt, wobei er offengelegt habe, Nahrungsmittel für 

die Bewegung transportiert zu haben. Im Jahre 2014 sei er von einem An-

gehörigen des CID namens B._______ mitgenommen und misshandelt 

worden. Nach seiner Freilassung am nächsten Tag habe er sich in Va-

vuniya in spitalärztliche Behandlung begeben müssen und sich in der Folge 

hilfesuchend an eine Menschenrechtsorganisation gewendet. Nach dem 

Besuch seines Schwagers C._______, einem ehemaligen führenden Leiter 

der Sea Tigers, sei er von Angehörigen des CID über diesen befragt wor-

den. In der Folge sei er aus Furcht vor weiteren Behelligungen nach Jaffna 

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und später nach Colombo gereist, von wo er schliesslich am 17. Mai 2015 

seinen Heimatstaat legal verlassen habe. Nach seiner Ausreise seien 

seine Ehefrau und seine Tochter immer wieder von Angehörigen des CID 

auf der Strasse belästigt und befragt worden.  

Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer mehrere Do-

kumente ein (u.a. Bestätigung Spitalaufenthalt, Schreiben der (…) vom (…) 

und vom (…), Bestätigungsschreiben eines (…) vom (…), Vorladung des 

(…) vom (…)). 

F.  

Mit Entscheid vom 23. April 2019 (Eröffnung am 24. April 2019) stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

sowie den Vollzug an. 

G.  

Diese Verfügung focht der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 22. Mai 

2019 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er beantragte die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft und 

die Gewährung von Asyl. Eventualiter sei er wegen Unzulässigkeit bezie-

hungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vorläufig in der 

Schweiz aufzunehmen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde unter Ver-

zicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses um Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG ersucht.  

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

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Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998 (AS 

2016 3101) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfahren gilt das bishe-

rige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des 

AsylG vom 25. September 2015). 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden (Art. 111 

Bst. e AsylG). Vorliegend handelt es sich, wie nachfolgend aufgezeigt, um 

eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu be-

gründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Auf die Durchführung eines Schriften-

wechsels wurde verzichtet (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

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Seite 5 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das SEM erachtete in der angefochtenen Verfügung die geltend ge-

machten behördlichen Behelligungen zu Recht als nicht glaubhaft. 

So hat der Beschwerdeführer, wie von der Vorinstanz zutreffend darauf hin-

gewiesen, die angegebenen Schwierigkeiten mit dem CID vor April 2015 

(erneute Befragung durch das CID im Jahre 2011, Festnahme und Miss-

handlung durch einen Angehörigen des CID namens T. im Jahre 2014) 

ohne plausiblen Grund erstmals anlässlich der Anhörung geltend gemacht, 

weshalb diese als nachgeschoben zu erachten sind. Weder die Erklärung 

im Rahmen der Anhörung, wonach er zu wenig Zeit gehabt habe, alle Vor-

bringen zu erzählen, noch diejenige in der Beschwerde, dass der Dolmet-

scher ihn dazu angehalten habe, nur das letzte Ereignis zu erwähnen, ver-

mögen zu überzeugen. Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerde-

führer vielmehr ausdrücklich verneint hat, vor dem April 2015 Schwierigkei-

ten mit dem CID gehabt zu haben (vgl. SEM-Protokoll A4 S. 9). Im Übrigen 

ist die Schilderung dieser Vorbringen auffallend unbestimmt ausgefallen. 

Auch das weitere Vorbringen, aufgrund des Besuches von C._______ vom 

CID gesucht worden zu sein, vermochte der Beschwerdeführer nicht glaub-

haft zu machen. So gab er abweichend von der Aussage anlässlich der 

BzP, wonach seine Tätigkeit für die LTTE bis zum Besuch seines Schwa-

gers C._______ im Jahre 2015 niemandem bekannt gewesen sei (vgl. A4 

S. 10), im Rahmen der Anhörung an, seine Tätigkeiten für die LTTE bereits 

im Jahre 2009 gegenüber dem CID offengelegt zu haben (vgl. A32 S. 7). 

Die Erklärung des Beschwerdeführers in der Beschwerde, wonach er zwar 

seine Tätigkeit als Fahrer für die Sea Tigers bereits im Flüchtlingslager of-

fengelegt habe, indessen die Behörden durch den Besuch des ranghohen 

Schwagers verstärkt auf ihn aufmerksam geworden seien, ändert nichts an 

der Widersprüchlichkeit der genannten Angaben. Im Weiteren gab der Be-

schwerdeführer abweichend von der Aussage im Rahmen der BzP, wonach 

er zirka 15–20 Tage nachdem seine Probleme mit dem CID begonnen hät-

ten, sein Haus verlassen habe (vgl. A4 S. 8), anlässlich der Anhörung an, 

nach dem Besuch des CID nicht mehr nach Hause zurückgekehrt zu sein 

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(vgl. A32 S. 6 und S. 9). Schliesslich wies das SEM zutreffend darauf hin, 

dass die Angaben des Beschwerdeführers zur Funktion seines Schwagers 

C._______ (N (…)) in der LTTE nicht deckungsgleich mit denjenigen von 

C._______ seien. So gab C._______ an, lediglich administrative Tätigkei-

ten für die LTTE ausgeführt zu haben (vgl. N 556 824, B8 S. 4). Der allge-

meine Hinweis in der Beschwerde, wonach es «gängige Praxis von rang-

hohen Funktionären der LTTE sei, ihre Rolle bei den LTTE herunterzuspie-

len», vermag nicht darüber hinwegzutäuschen, dass der Beschwerdefüh-

rer die Rolle seines Schwagers C._______ offensichtlich überhöht darstellt. 

An dieser Einschätzung vermag auch das nachträglich eingereichte 

Schreiben von C._______ vom 21. Mai 2019, worin dieser festhält, als Co-

lonel für die Sea Tigers tätig gewesen zu sein, nichts zu ändern, handelt es 

sich doch hierbei lediglich um eine unbewiesene, zu vorherigen Aussagen 

abweichende Behauptung, die durch die eingereichten Fotografien, welche 

C._______ während seiner Tätigkeit für die LTTE zeigen sollen, nicht be-

legt wird. 

Ebenso wenig vermögen die im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten 

Dokumente (Bestätigung Spitalaufenthalt, Schreiben der (…) vom 30. De-

zember 2014 und vom 3. Juli 2017, Bestätigungsschreiben eines (…) vom 

(…), (…) vom (…)) an der Einschätzung der Unglaubhaftigkeit der Vorbrin-

gen etwas zu ändern. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann hierzu 

auf die zu bestätigenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden, 

auf die in der Beschwerde nicht näher eingegangen wird.  

In der Beschwerde wird im Weiteren geltend gemacht, nach der Ausreise 

des Beschwerdeführers sei seine Ehefrau immer wieder von Angehörigen 

des CID belästigt worden. In der beiliegenden (…) vom (…) werde er dazu 

aufgefordert, am 8. März 2019 zu einer Einvernahme zu erscheinen. Hierzu 

ist festzuhalten, dass deren Beweiskraft vor dem Hintergrund der Unglaub-

haftigkeit der Vorbringen und der leichten Fälschbarkeit als gering einzu-

stufen ist.  

Somit ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, seine Verfolgung im 

Heimatstaat glaubhaft darzulegen. 

5.2 Schliesslich bestehen vorliegend keine Risikofaktoren (vgl. zu diesen 

Faktoren Urteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 9.2.4 [als 

Referenzurteil publiziert]), bei einer Rückkehr nach Sri Lanka Verfolgungs-

massnahmen ausgesetzt zu werden. Der Beschwerdeführer konnte nicht 

glaubhaft machen, nach Kriegsende die Aufmerksamkeit der sri-lankischen 

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Behörden auf sich gezogen zu haben. Bei dieser Sachlage muss die Frage, 

ob und in welchem Ausmass der Beschwerdeführer tatsächlich für die 

LTTE tätig gewesen ist, nicht abschliessend beantwortet werden, zumal er 

nach eigenen Angaben bei den LTTE keine Führungsposition innehatte 

und deswegen keinen behördlichen Behelligungen ausgesetzt war. Auf-

grund des fehlenden Risikoprofils ist daher nicht davon auszugehen, dass 

der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr Verfolgungsmassnahmen aus-

gesetzt sein wird.  

5.3 Das SEM hat somit zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers abgelehnt.  

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (BVGE 

2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Auslän-

der und über die Integration [AIG, SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). 

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So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in seinen 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer 

nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-

gesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Men-

schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste 

der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder 

glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un-

menschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi ge-

gen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 

m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation Sri Lanka lässt den 

Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erschei-

nen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne 

der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.4  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

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Seite 9 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.5 Das SEM begründete die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs da-

mit, dass weder die allgemeine Lage in Sri Lanka noch individuelle Fakto-

ren gegen die Zumutbarkeit sprächen. Der Beschwerdeführer stamme aus 

der Nordprovinz und verfüge dort über ein tragfähiges Beziehungsnetz, 

eine gesicherte Wohnsituation und die Möglichkeit, einer Erwerbstätigkeit 

nachzugehen. Diese Ansicht erweist sich als zutreffend. Der Vollzug der 

Wegweisung ist auch zumutbar.  

Daran vermögen auch die neusten Gewaltvorfälle in Sri Lanka am 22. April 

2019 und der gleichentags von der sri-lankischen Regierung verhängte 

Ausnahmezustand (vgl. Neue Zürcher Zeitung [NZZ] vom 23. April 2019, 

Sri Lanka: Colombo spricht von islamistischem Terror, 

https://www.nzz.ch/.../sri-lanka-colombo-spricht-von-islamistischem-terror-

ld.1476769, abgerufen am 01.05.2019; NZZ vom 29. April 2019, 15 Lei-

chen nach Explosionen bei Razzien in Sri Lanka entdeckt  – was wir über 

die Anschläge vom Ostersonntag wissen, https://www.nzz.ch/internatio-

nal/anschlaege-in-sri-lanka-was-wir-wissen-was-unklar-ist-ld.1476859, 

abgerufen am 01.05.2019; New York Times [NYT], What We Know and 

Don’t Know About the Sri Lanka Attacks, https://www.ny-

times.com/2019/04/22/world/asia/sri-lanka-attacks-bombings-explosions-

updates.html?action=click&module=Top%20Stories&pgtype=Homepage, 

abgerufen 01.05.2019) nichts zu ändern. 

7.6 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.7 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

https://www.nzz.ch/.../sri-lanka-colombo-spricht-von-islamistischem-terror-ld.1476769
https://www.nzz.ch/.../sri-lanka-colombo-spricht-von-islamistischem-terror-ld.1476769
https://www.nzz.ch/international/anschlaege-in-sri-lanka-was-wir-wissen-was-unklar-ist-ld.1476859
https://www.nzz.ch/international/anschlaege-in-sri-lanka-was-wir-wissen-was-unklar-ist-ld.1476859

D-2467/2019 

Seite 10 

9. 

9.1 Mit Ergehen des vorliegenden Urteils wird das Gesuch um Verzicht auf 

das Erheben eines Kostenvorschusses gegenstandslos. 

9.2 Da die eingereichte Beschwerde als aussichtslos erschien, sind die 

Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuweisen.  

9.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.– (Art. 

1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-

digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

 

Jürg Marcel Tiefenthal Daniel Merkli 

 

 

 

Versand: