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**Case Identifier:** da16a1d8-02c7-5caa-94a4-5e3cb875848d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-21
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 21.03.2013 UV 2012/30, UV 2012/31
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-30--UV-2012-_2013-03-21.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/30, UV 2012/31

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 03.09.2019

Entscheiddatum: 21.03.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 21.03.2013
Art. 4 ATSG: Verneinung eines Unfalls bzw. eines ungewöhnlichen äusseren 
Faktors. Art. 9 Abs. 2 UVV: Bejahung eines unfallähnlichen Ereignisses. Art. 6 
UVG: Rückweisung zu weiteren Abklärungen bezüglich Kausalität. 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. März 
2013, UV 2012/30+31).

Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_407/2013.

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Walter 

Schmid

Entscheid vom 21. März 2013

in Sachen

SWICA Krankenversicherung AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,

Beschwerdeführerin 1,

und

A.___,

Beschwerdeführer 2,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20, 

Postfach, 9001 St. Gallen

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gegen

Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 8085 Zürich,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A. 

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war durch seine Tätigkeit bei der B.___AG bei der 

Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) unfallversichert, als er am 

13. Oktober 2011 durch die Arbeitgeberin melden liess, am 10. Oktober 2011 beim 

Aus-/Entladen von zwei Folienrollen durch eine plötzliche Bewegung die Schulter 

verrissen zu haben (act. UV 2012/30 G 3.1/Z1). Dr. med. C.___, SWICA 

Gesundheitszentren AG, den der Versicherte am 11. Oktober 2011 konsultiert hatte 

(act. UV 2012/30 G 3.2/ZM2), veranlasste eine Arthrographie-

Magnetresonanztomographie (Arthro-MR) der rechten Schulter im Diagnosezentrum 

Rheintal, Radiologie Nordost, welche eine Supraspinatussehnenruptur mit Partialruptur 

der langen Bizepssehne zutage förderte (act. UV 2012/30 G 3.2/ZM1). Am 7. November 

2011 fand eine Untersuchung durch Dr. med. D.___, FMH Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, Sportmedizin SGSM, statt. Das Röntgenbild 

zeigte einen Status nach Schulter-Stabilisation. Im caudalen Glenoid-Bereich fand sich 

eine lockere Schraube, die sich fast zur Hälfte zum Knochen herausgedreht hatte (act. 

UV 2012/30 G 3.2/ZM4). Am 10. November 2011 führte Dr. D.___ eine 

Schulterarthroskopie rechts mit Tenotomie und Tenodese der langen Bizepssehne, 

Rekonstruktion der Supraspinatussehne sowie subacromialer Dekompression mittels 

Acromioplastik durch (act. UV 2012/3.2/ZM5). Zwischenzeitlich hatte der Versicherte 

zum Hergang des Ereignisses vom 10. Oktober 2011 bzw. zu dessen konkreten 

Umständen sowie zur Schulter-Stabilisation ergänzende Angaben gemacht (act. UV 

2012/30 G 3.1/Z5, G 3.1/Z12), worauf die Zürich ihm und seinem Krankenversicherer, 

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der SWICA Gesundheitsorganisation (nachfolgend: SWICA), mit Schreiben vom 4. 

November 2011 (act. UV 2012/30 G 3.1/Z14, G 3.1/Z15) mitgeteilt hatte, dass weder 

ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung vorliege. Sie lehne deshalb eine 

Leistungspflicht für die Behandlungskosten der rechtsseitigen Schulterbeschwerden 

ab. Mit Schreiben vom 8. und 14. November 2011 erklärten sich der Versicherte und 

die SWICA damit nicht einverstanden (act. UV 2012/30 G 3.1/Z20, G 3.1/Z22), die 

Zürich hielt jedoch am 16. November 2011 verfügungsweise an der 

Leistungsablehnung gemäss Schreiben vom 4. November 2011 fest (act. UV 2012/30 G 

3.1/Z25).

B. 

Gegen diese Verfügung erhoben die SWICA und der Versicherte mit Eingaben vom 8. 

und 12. Dezember 2011 Einsprache (act. UV 2012/30 G 3.1/Z26, G 3.1/Z27), welche 

die Zürich mit Einspracheentscheid vom 13. März 2012 abwies (act. UV 2012/30 G 3.1/

Z43).

C.   

C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richten sich die vom Versicherten, vertreten 

durch Rechtsanwalt lic. iur. R. Hochreutener, St. Gallen, und der SWICA eingereichten 

Beschwerden vom 23. April 2012, beide mit dem Antrag, der angefochtene 

Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, 

für die Folgen des Ereignisses vom 10. Oktober 2011 die gesetzlichen Leistungen 

gemäss UVG, insbesondere Heilkostenleistungen, zu erbringen (act. UV 2012/30 und 

UV 2012/31 G1). Zusammen mit ihrer Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin 

einen E-Mail-Verkehr zwischen ihr und Dr. C.___ vom 8. November 2011 ein (act. UV 

2012/30 G1.3/4).

C.b In der Beschwerdeantwort vom 22. Mai 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerden (act. UV 2012/30 und UV 2012/31 G3).

C.c Mit Repliken vom 14. und 18. Juni halten die Beschwerdeführerin bzw. der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an ihren Anträgen fest (act. UV 2012/30 und 

UV 2012/31 G5).

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C.d Mit Duplik vom 5. Juli 2012 hält die Beschwerdegegnerin ihrerseits an ihrem 

Standpunkt und Rechtsbegehren fest (act. UV 2012/30 und UV 2012/31 G 7).

C.e Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt 

der übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1.

Beide Beschwerden richten sich gegen denselben Einspracheentscheid der 

Beschwerdegegnerin. Es geht um dieselben Rechtsfragen und die Vorbringen der 

Beschwerdeführerin und des Beschwerdeführers sind in beiden Fällen im Wesentlichen 

dieselben. Es rechtfertigt sich daher, die Verfahren zu vereinigen und in einem einzigen 

Urteil zu erledigen (vgl. BGE 128 V 126 E. 1 und 128 V 194 E. 1, je mit Hinweisen).

2.  

2.1  Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin als obligatorischer 

Unfallversicherer für die Folgen des Ereignisses vom 10. Oktober 2011 

leistungspflichtig ist.

2.2  Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 

832.20) werden die Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Die 

Beschwerdegegnerin hat den Unfallbegriff (Art. 4 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) sowie die Lehre und 

Rechtsprechung zum Unfallbegriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren 

Faktors (BGE 134 V 72; RKUV 1999 Nr. U 333 S. 198 E. 3a) und zu der, dieses Merkmal 

erfüllenden, unkoordinierten Bewegung (RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4a, 1999 Nr. U 

333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b, 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4d; Alfred 

Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.; 

Alexandra Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich 

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2003, S. 27 mit Hinweisen), zutreffend dargelegt. Darauf ist zu verweisen. Die 

Rechtsprechung bejaht das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors 

ausserdem dann, wenn beim Heben oder Verschieben einer Last ein ganz 

ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und zu einer, gelegentlich als Verhebetrauma 

bezeichneten, Schädigung führt. Es muss jedoch von Fall zu Fall geprüft werden, ob 

die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und berufliche oder ausserberufliche 

Gewöhnung der betreffenden Person ausserordentlich war (vgl. BGE 116 V 136 E. 3b; 

RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2).

2.3  Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht, 

der Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben 

den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist die 

leistungsansprechende Person gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Sie muss die 

Umstände des Unfalls glaubhaft machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, 

indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das 

Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, 

besteht keine Leistungspflicht der Unfallversicherung. Im Streitfall obliegt es dem 

Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. 

Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen 

Beweise zu erheben und kann zu diesem Zweck auch die Parteien heranziehen. Wird 

auf Grund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens 

mit Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nicht - so hat dieses als 

unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person 

auswirkt (BGE 126 V 360 E. 5b, 117 V 360 E. 4a, 116 V 140 E. 4b; RKUV 1990 Nr. U 86 

S. 50).

3.  

3.1  Gemäss Unfallmeldung vom 13. Oktober 2011 hat es dem Beschwerdeführer am 

10. Oktober 2011 beim Aus-/Entladen von zwei Folienrollen durch eine plötzliche 

Bewegung die rechte Schulter "verrissen" (act. UV 2012/30 G 3.1/Z1). Das 

Standardgewicht einer Folienrolle beträgt laut Angabe des Beschwerdeführers vom 2. 

November 2011 ca. 22 bis 30 kg (act. UV 2012/30 G 3.1/Z12). In einem von der 

Beschwerdegegnerin zugestellten Fragebogen schilderte er am 26. Oktober 2011 den 

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Hergang des Ereignisses folgendermassen: "Beim Versuch eine Kunststoff-Folienrolle 

auf die Schulter zu heben - ähnlich einem Bäcker, der einen Mehlsack auf die Schulter 

nimmt -, habe ich mich seitlich resp. nach hinten verrissen.". Bei der Frage, ob sich in 

seinem Bewegungsablauf anlässlich des Ereignisses vom 10. Oktober 2011 etwas 

Ungewöhnliches zugetragen habe, verwies der Beschwerdeführer auf diese 

Ereignisschilderung. Die Frage, ob der Beschwerdeführer diese oder eine ähnliche 

Tätigkeit schon früher verrichtet habe, beantwortete er mit "Ja, sehr selten" und fügte 

hinzu, dass die von seiner Firma produzierten Folienrollen üblicherweise mittels einer 

Spedition befördert würden (act. UV 2012/30 G 3.1/Z5). Nachdem ihm die 

Beschwerdegegnerin sodann mit Schreiben vom 4. November 2011 mitgeteilt hatte, 

dass sie eine Leistungspflicht für die Behandlungskosten seiner rechtsseitigen 

Schulterbeschwerden ablehne (act. UV 2012/30 G 3.1/Z14), führte der 

Beschwerdeführer am 8. November 2011 aus, er habe beim Entladen seines 

Personenwagens versucht, eine Rolle von 22 bis 23 kg aus dem Kofferraum zu 

nehmen. Im Zeitpunkt des Entladens habe es stark geregnet. Die Rolle sei feucht und 

rutschig gewesen. Beim Aufheben habe es ihn seitlich und nach hinten verrissen. 

Aufgrund des abrupten Schmerzes habe er die Rolle dann fallen gelassen (act. UV 

2012/30 G 3.1/Z20). In der Einsprache vom 12. Dezember 2011 (act. UV 2012/30 G 

3.1/Z27) formulierte er sodann, dass es ihm durch das Entgleiten der glitschigen Folie 

Arm und Schulter rechts nach hinten verrissen habe. Der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers hält aufgrund von dessen Aussagen in der Beschwerde sowie 

Replik vom 23. April bzw. 14. Juni 2012 als Bewegungs- und Geschehensablauf ein 

"Auf-die-Schulter-Schwingen" der beiden Plastikrollen fest, das verbunden mit der als 

Folge der Regennässe rutschigen Oberfläche zum "Verreissen" nach hinten bzw. 

seitlich geführt habe (act. UV 2012/31 G1, G 5).

3.2  Damit beurteilt werden kann, ob das Ereignis vom 10. Oktober 2011 einen Unfall 

im Rechtssinn darstellt, ist vorweg festzulegen, wie sich das Geschehen mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit ereignet hat. Wie von der Beschwerdeführerin in der 

Beschwerde definiert, findet der Grundsatz, dass den "Aussagen der ersten Stunde" 

grösseres Gewicht beizumessen ist, einzig dann Anwendung, wenn die versicherte 

Person während des Verwaltungsverfahrens widersprüchliche oder inhaltlich 

wechselnde Sachverhaltsdarstellungen präsentiert (BGE 121 V 47 E. 2a; RKUV 2004 

Nr. U 524 S. 546). Präzisierend ist zu ergänzen, dass auch ein im Nachhinein 

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dargelegter Sachverhalt als ausgewiesen gelten bzw. berücksichtigt werden kann, 

wenn spätere Aussagen auf früheren Aussagen aufbauen bzw. sich die späteren einzig 

durch einen höheren Detaillierungsgrad auszeichnen. Die verschiedenen Aussagen 

müssen jedoch in sich kongruent und miteinander vereinbar sein, damit nicht von 

widersprüchlichen Aussagen gesprochen werden kann. Wird dagegen zu einem 

späteren Zeitpunkt ein neuer, mit der bisherigen Schilderung nicht vereinbarer 

Sachverhalt hinzugefügt, ist er überwiegend wahrscheinlich als zweifelhaft bzw. 

lediglich als möglich zu betrachten.

3.3  Nach Auffassung der Beschwerdegegnerin ist von der Schilderung des 

Beschwerdeführers im Schreiben vom 8. November 2011 (act. UV 2012/30 G 3.1/Z20) 

auszugehen. Diese folgte grundsätzlich auf ihr Ablehnungsschreiben vom 4. November 

2011 (act. UV 2012/30 G 3.2/Z14). Mit der fraglichen Schilderung sind die in den 

weiteren - früheren und späteren - Ereignisschilderungen des Beschwerdeführers 

enthaltenen zusätzlichen Aussagen kongruent und vereinbar und somit nicht als 

widersprüchliche Angaben zu bewerten. - Aus dem Schreiben des Beschwerdeführers 

vom 8. November 2011 ergibt sich, dass die Bewegung im konkreten Fall nur im 

Entladen von einer Folienrolle bestanden hat. Der Beschwerdeführer selber spricht von 

"einer" Rolle und fügt dieser Aussage entsprechend auch nur das Gewicht einer Rolle 

an. Die Beschwerdegegnerin geht sodann davon aus, der Schmerz sei beim Heben 

bzw. Anheben der Folienrolle aufgetreten (vgl. dazu act. UV 2012/30 G 3.1/Z25; act. UV 

2012/30 G 3.1/Z44; act. UV 2012/30 und UV 2012/31 G 3). Angesichts dessen, dass 

der Beschwerdeführer im Fragebogen vom 26. Oktober 2011 (act. UV 2012/30 G 3.1/

Z5) seinen Versuch, eine Kunststoff-Folienrolle auf die Schulter zu heben, mit der 

Tätigkeit eines Bäckers verglich, der einen Mehlsack auf die Schulter nimmt, und 

ausserdem von einem sich seitlich respektive nach hinten "Verreissen" - offensichtlich 

der Schulter (vgl. dazu Unfallmeldung vom 13. Oktober 2011 [act. UV 2012/30 G 3.1/

Z1]) sprach, lässt jedoch annehmen, dass der Schmerz erst anschliessend an das im 

Gesamtablauf zu Beginn erfolgte vertikale Hochheben der Folienrolle, d.h. beim 

nachfolgenden Positionieren der Folienrolle auf der Schulter, auftrat. Dem Sachverhalt 

darf wohl auch zu Grunde gelegt werden, dass das Heben einer Folienrolle von 22 bis 

30 kg Gewicht auf die Schulter mit einem gewissen Schwung erfolgt. Dass es am 10. 

Oktober 2011 geregnet hat und die Folienrolle somit nass und glitschig war, wird 

schliesslich von der Beschwerdegegnerin nicht in Frage gestellt. Bei der Beurteilung, 

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ob ein Unfall im Rechtssinn vorliegt, ist somit vom Bewegungs- bzw. 

Geschehensablauf auszugehen, wonach der Beschwerdeführer versuchte, eine vom 

Regen feuchte und rutschige Folienrolle von 22 bis 30 kg auf die rechte Schulter zu 

heben, wobei es ihm diese seitlich nach hinten "verrissen" hat.

4.  

4.1  Dass der Beschwerdeführer einen Unfall im Sinne eines Verhebetraumas erlitten 

hätte bzw. beim Heben der Folienrolle ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt 

wäre, wird weder vom Beschwerdeführer noch von der Beschwerdeführerin geltend 

gemacht. Die höchstrichterliche Rechtsprechung orientiert sich dabei an Gewichten, 

welche von der konkreten Person unter bestimmten Umständen getragen werden 

können. Dass der zur Diskussion stehende Arbeitsvorgang eine gewisse körperliche 

Anstrengung erfordert und es dadurch zu einer Krafteinwirkung auf die Schultergelenke 

kommt, steht ausser Frage. Bei einem Gewicht von 22 bis 30 kg fällt jedoch die 

Annahme eines Verhebetraumas bzw. einer ausserordentlichen Anstrengung ausser 

Betracht (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 29. 

September 2000 i/S J. [S 00 174], E. 3, bestätigt durch Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts, EVG [seit 1. Januar 2007 Bundesgericht], vom 6. Mai 2002, U 

477/00, E. 3b; Urteil des EVG vom 27. Juli 2001, U 7/00, E. 4b/dd; BGE 116 V 136 ff; 

RKUV 1994 Nr. U 180 S. 39 E. 3b und c; SUVA-Jahresbericht 1988 Nr. 8 S. 15; Alfred 

Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1989, S. 178 N 359). Selbst 

wenn der Beschwerdeführer angeblich sehr selten Folienrollen trägt (vgl. act. UV 

2012/30 G 3.1/Z5), mutete er sich eine solche Arbeit offensichtlich ohne weiteres zu.

4.2  Die Beschwerdeführerin und der Beschwerdeführer sehen jedoch einen Unfall bzw. 

das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit in einer unkoordinierten Bewegung 

gegeben. Konkret argumentiert der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, der 

ordentliche Bewegungsablauf des "Auf-die-Schulter-Schwingens" der Plastikrolle sei 

durch den (allenfalls zu starken) Schwung, verbunden mit der Erschwernis der 

rutschigen Oberfläche der Plastikrolle (als Folge der Regennässe), gestört gewesen und 

habe dadurch zum "Verreissen" nach hinten bzw. seitlich geführt. Laut 

Beschwerdeführerin beschreibt das "Verreissen" nach seitlich-hinten mit einem über 20 

kg schweren Gegenstand die Programmwidrigkeit, auch wenn der Grund dafür nicht 

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genannt werde. Ob das "Verreissen" durch einen zu starken Schwung oder durch ein 

Rutschen der feuchten Folie verursacht worden sei, sei aber letztlich unerheblich. - 

Entgegen dieser Argumentationen gilt es jedoch einen programmwidrigen 

Bewegungsablauf zu verneinen. Damit die körpereigene Bewegung des Hebens bzw. 

Schwingens eines Gegenstandes auf die Schulter das gemäss Art. 4 ATSG 

erforderliche Tatbestandsmerkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, muss sie zusätzlich 

aus einer eindeutig programmwidrig beeinflussten Körperbewegung hervorgehen, was 

beispielsweise dann zutrifft, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an 

einen Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine 

reflexartige Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht (RKUV 2004 Nr. U 

502 S. 183 E. 4.1; Rumo-Jungo, a.a.O., S. 27 mit Hinweisen). Im Anheben einer 

Folienrolle mit Schwung und dem seitlichen nach hinten Rutschen der Rolle liegt nichts 

Programmwidriges. Vielmehr gehören diese Vorgänge zum Ablauf, wie sie sich beim 

Heben von Gegenständen auf die Schulter natürlicherweise abspielen können. Auch 

mit der Schilderung bzw. Formulierung des "Verreissens" ist noch in keiner Weise ein 

programmwidriger Bewegungsablauf in der Wirkungsstärke eines Sturzes oder eines - 

hier passenderen - Ausgleitens belegt. Der Begriff des "Verreissens" ist nicht klar 

definierbar. Die subjektive Betrachtungsweise des Betroffenen bestimmt entscheidend 

mit, was als "Verreissen" wahrgenommen wird und was nicht. Insofern erscheint es 

durchaus möglich, dass bereits ein blosser Zug des Schultergelenks nach seitlich-

hinten als zusätzliches Moment wahrgenommen und als "verreissen" bezeichnet wird. 

Im konkreten Fall erscheint es naheliegend, dass die fragliche Formulierung zu einem 

wesentlichen Teil mit der in der Folge festgestellten Schulterverletzung - der 

Supraspinatussehnenruptur mit Partialruptur der langen Bizepssehne - 

zusammenhängt. Es ist eine Erfahrungstatsache, dass im alltäglichen 

Bewegungsablauf Verdrehungen (vgl. dazu act. UV 2012/30 G 3.2/ZM4: 

Distorsionstrauma) oder ein gewisser Zug in eine Richtung von Sehnen, Muskeln, 

Bändern und Gelenken nichts Aussergewöhnliches darstellen, sondern die genannten 

beweglichen Bestandteile des Körpers gerade ein normales und verletzungsfreies 

Funktionieren im täglichen Leben bzw. verschiedenste Bewegungen und Drehungen 

und dergleichen mehr - durchaus auch verbunden mit einer gewissen Krafteinwirkung - 

gewährleisten. Inwieweit, d.h. mit welcher Intensität, die Sehnen der rechten Schulter 

im Sinn einer klar abgegrenzten Belastungssituation übermässig beansprucht wurden, 

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lässt sich im konkreten Fall nicht bestimmen. Das Hochheben einer Folienrolle auf die 

Schulter - auch mit Schwung - sowie deren Abrutschen von der Schulter ist als 

normaler Bewegungsvorgang zu betrachten, dem auch keine Ungewöhnlichkeit eigen 

ist, wenn die Rolle über die Schulter nach hinten kippt oder nass und damit rutschig ist. 

Der medizinische Begriff des Traumas deckt sich sodann nicht mit dem Unfallbegriff. 

Bei einer Distorsion handelt es sich zwar im Regelfall um eine traumatisch bedingte 

Diagnose, die sich jedoch durch verschiedenste Schweregrade auszeichnen kann (vgl. 

dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 

1097, 1117; vgl. dazu auch Urteil des EVG vom 30. August 2001, U 277/1999). Eine 

Distorsion kann durchaus auch nach einem geringfügigen Vorfall auftreten. Insofern 

kann sie ohne weiteres auch nur einem unfallähnlichen Ereignis ohne 

Programmwidrigkeit im Sinne eines ungewöhnlichen äusseren Faktors entstammen 

(vgl. dazu Erwägung 5).

4.3  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im vorliegenden Fall unter Würdigung 

aller Umstände ein Unfall im Rechtssinn nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen ist.

5.  

5.1  Zu prüfen bleibt jedoch, ob die Beschwerdegegnerin für die fragliche 

Schulterverletzung im Sinne einer unfallähnlichen Körperschädigung gemäss Art. 9 

Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) die gesetzlichen 

Leistungen zu erbringen hat. Bei unfallähnlichen Körperschädigungen nach Art. 9 Abs. 

2 UVV müssen zur Begründung der Leistungspflicht des Unfallversicherers - wie die 

Beschwerdegegnerin zutreffend darlegt - mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit die 

übrigen Tatbestandsmerkmale des Unfalls erfüllt sein. Besondere Bedeutung kommt 

hierbei der Voraussetzung des äusseren Ereignisses zu, d.h. eines ausserhalb des 

Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalls 

(BGE 129 V 466; Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juli 2009, 8C_346/2009, E. 3). Das 

Ereignis vom 10. Oktober 2011 ist nach Lage der Akten offenkundig plötzlich, 

unfreiwillig und mit einer Körperschädigung aus der Liste von Art. 9 Abs. 2 UVV (lit. f: 

Sehnenrisse) als Folge abgelaufen (vgl. Art. 4 ATSG). Zu beantworten bleibt indessen 

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die Frage, ob auch das Kriterium des äusseren Faktors erfüllt bzw. ein unfallähnliches 

Ereignis vorliegt.

5.2  Die normale Dreh- oder Längsbewegung mit einem Körperteil stellt lediglich eine, 

das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllende, alltägliche 

Lebensverrichtung dar. Die Intensität eines schädigenden äusseren Faktors wird erst 

durch einen davon unterscheidbaren, zur Unkontrollierbarkeit der Verrichtung 

führenden, äusseren Moment, d.h. mit einer heftigen und/oder belastenden Bewegung, 

erreicht. Das An- und Aufheben eines Gegenstandes ist, je nach Beschaffenheit des­

selben, insbesondere seines Gewichts und seiner Form, naturgemäss mit einem 

gewissen Kraftaufwand und - bewegungsmässig - mit einem entsprechenden Ruck 

verbunden. Desgleichen stellt das Auf- bzw. Anheben einer 22 bis 30 kg schweren 

Folienrolle durch eine erwachsene männliche Person für sich allein betrachtet, d.h. 

ohne besondere hinzutretende Umstände, keinen äusseren Faktor im Sinne der 

Rechtsprechung (BGE 129 V 468 ff. E. 4.1 ff.) dar. Der vorliegende Sachverhalt ist 

jedoch durchaus vergleichbar mit demjenigen im Entscheid des Bundesgerichts vom 5. 

Juli 2004, U123/04, wo der Versicherte einen 15 kg schweren und ca. 80 cm breiten 

Plastiktisch je an den Längsseiten mit den Händen fasste, ihn anhob und ihn via eine 

Drehbewegung in die Höhe zu stemmen versuchte, damit er ihn auf dem Rücken hätte 

transportieren können, und sich dabei die Bizepssehne verletzte. Das Bundesgericht 

entschied, dass diesem Geschehen ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotenzial 

im Sinne der Rechtsprechung innewohne, indem nicht bloss die Schulter- und die 

Rückenregion, sondern auch die Arme, insbesondere die Ellenbogen, in besonderer 

Weise belastet würden.

5.3  Im konkreten Fall ist ebenso zu berücksichtigen, dass die Bewegung, die mög­

licherweise zur Supraspinatussehnenruptur mit Partialruptur der langen Bizepssehne 

geführt hat (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 6), nicht in einem blossen Anheben einer 

Folienrolle bestand. Mit Blick auf das zu berücksichtigende Ereignis (vgl. Erwägung 3.3) 

hob der Beschwerdeführer die Folienrolle nicht nur mit beiden Armen vertikal und 

folglich mit gleichmässig verteiltem Gewicht an, sondern weiter auf die rechte Schulter, 

um sie zu transportieren. Wie bereits erwähnt, darf als wahrscheinlich gelten, dass 

dieser Bewegungsablauf mit Schwung durchgeführt wurde. Der Beschwerdeführer hat 

damit eine relativ komplexe körpereigene Bewegung ausgeführt, durch welche gerade 

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die Schulterregion in besonderer Weise belastet war. Diese Würdigung erscheint 

insbesondere auch deshalb angemessen, weil es sich bei einer Folienrolle um einen 

länglichen und damit eher unhandlichen Gegenstand handelt, der in die richtige 

Position gedreht werden musste. Hinzu kommt ein recht erhebliches Gewicht der Rolle, 

auch wenn dieses bei weitem nicht die Annahme eines Unfalls bzw. Verhebetraumas 

rechtfertigen würde (vgl. dazu Erwägung 4.1). Miteinzubeziehen ist auch ein durch die 

feuchte, seitlich nach hinten entglittene Folienrolle offensichtlich nicht optimal 

verlaufener Hebevorgang, der mit dem Zug des Schultergelenks nach hinten - gerade 

auch durch das Gewicht der Folienrolle - ein erhöhtes Gefahrenmoment darstellte bzw. 

plötzlich zu einer erhöhten Krafteinwirkung auf die Schulter führte. Zusammenfassend 

ist festzuhalten, dass die in Frage stehende körpereigene Bewegung nach dem 

Gesagten in ihrer Gesamtheit als ein Geschehen zu qualifizieren ist, dem - entgegen 

der Auffassung der Beschwerdegegnerin - ein gewisses gesteigertes 

Gefährdungspotential innewohnt. Damit ist die Beschwerdegegnerin dem Grundsatz 

nach leistungspflichtig hinsichtlich des Ereignisses vom 10. Oktober 2011.

6.  

6.1  Als weitere Voraussetzung der Leistungspflicht des Unfallversicherers ist sodann 

die natürliche und adäquate Kausalität zwischen dem unfallähnlichem Ereignis und der 

festgestellten Gesundheitsschädigung verlangt (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG). Ursachen im 

Sinn des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren 

Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht oder nicht in gleicher Weise 

oder nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder 

unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende 

Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung verantwortlich ist, der 

Unfall mit anderen Worten als Teilursache nicht weggedacht werden kann, ohne dass 

auch die eingetretene Folge entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und 

einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine 

Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der 

ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat (BGE 129 V 181 E. 

3.1, 119 V 337 f. E. 1 mit Hinweisen). Als adäquate Ursache eines Erfolgs hat ein 

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Ereignis nach der Rechtsprechung zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf 

der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, den eingetretenen 

Erfolg zu bewirken, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als 

begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2, 125 V 461 E. 5a mit Hinweisen). Während 

es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu 

beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem adäquaten 

Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 110 E. 3a). Im Bereich klar 

ausgewiesener somatischer Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung 

des Unfallversicherers praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher 

Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118, V 

291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen).

6.2  Für die Annahme unfallkausaler somatischer Folgen wird im Regelfall eine 

strukturelle Läsion als objektivierbares Korrelat verlangt. Als objektiviert gilt eine solche 

Läsion dann, wenn sie durch einen entsprechenden radiologischen 

Untersuchungsbefund oder einen Arthroskopiebefund nachgewiesen werden kann. 

Anlässlich der Arthro-MR der rechten Schulter des Beschwerdeführers vom 14. 

Oktober 2011 zeigte sich eine Supraspinatussehnenruptur mit Partialruptur der langen 

Bizepssehne (act. UV 2012/30 G 3.2/ZM1), worin ein struktureller Gesundheitsschaden 

zu sehen ist, der grundsätzlich unfallkausal, aber auch im Rahmen eines degenerativen 

Prozesses entstehen kann (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 628, 723 ff.; Pschyrembel, 

Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl. Berlin 2010, S. 1892, http://www.ortho-wien.at/hp-

schulter/Sehnen-Riss.htm, abgerufen am 7. Januar 2013). Aktenmässig erstellt ist 

sodann, dass der Beschwerdeführer im Bereich der rechten Schulter einen Vorzustand 

aufwies. Es handelt sich dabei gemäss Bericht über die obgenannte Arthro-MR der 

rechten Schulter vom 14. Oktober 2011 um einen Zustand nach schulterchirurgischem 

Eingriff am ventro-inferioren Pfannenrand mit liegender Schraubenosteosynthese. Der 

Beschwerdeführer bestätigte am 2. November 2011, aufgrund eines Skiunfalls vor ca. 

25 Jahren eine Schulteroperation rechts gehabt zu haben (act. UV 2012/30 G 3.1/Z11). 

Anlässlich der bei ihm am 7. November 2011 durchgeführten röntgenologischen 

Untersuchung fand sich im caudalen Glenoid-Bereich eine lockere Schraube, die sich 

bereits zur Hälfte zum Knochen herausgedreht hatte (act. UV 2012/30 G 3.2/ZM4). 

Während die Beschwerdegegnerin aufgrund dieses Vorzustands die Kausalität zum 

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Unfallereignis vom 10. Oktober 2011 bestreitet bzw. davon ausgeht, die 

Sehnenrupturen seien allein auf den Vorzustand bzw. die lockere Schraube im 

caudalen Glenoid-Bereich zurückzuführen, gehen der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers sowie die Beschwerdeführerin davon aus, die Rupturen seien 

zumindest als teilkausal zum Unfall vom 10. Oktober 2011 - im Sinne einer allfälligen 

richtunggebenden Verschlimmerung des Vorzustands - zu betrachten.

6.3  Dr. med. C.___, Swica Gesundheitszentren AG, hielt im ersten ärztlichen Zeugnis 

vom 27. Oktober 2011 fest, dass beim Beschwerdeführer erstmals am 10. Oktober 

2011 beim Tragen einer schweren Rolle ein akuter Schmerz aufgetreten sei. Er stellte 

die Diagnose einer Supraspinatussehnenruptur und verneinte die Frage, ob andere 

Faktoren (z.B. frühere Krankheiten oder Unfälle, Gebrechen, Suchtverhalten) Einfluss 

auf dieses Leiden gehabt hätten (act. UV 2012/30 G 3.2/ZM2). Das 

Untersuchungsergebnis der Arthro-MR der rechten Schulter vom 14. Oktober 2011 war 

dannzumal bekannt. Ob sich jedoch Dr. C.___ im Rahmen der vorgenannten Antwort 

konkret mit dem Vorzustand auseinandergesetzt hat, ist angesichts der blossen 

Verneinung unfallfremder Faktoren ohne jegliche Begründung nicht erkennbar. In 

seinem Sprechstundenbericht vom 7. November 2011 empfahl der spätere Operateur 

Dr. D.___ eine operative Revision im Sinn der Schulter-Arthroskopie mit 

arthroskopischer Supraspinatussehnen-Rekonstruktion und allenfalls Tenotomie und 

Tenodese der langen Bizepssehne aber auch die Entfernung der lockeren Schraube im 

Bereich des Glenoids (act. UV 2012/30 G 3.2/ZM4). Allein anhand dieses Umstands 

lässt sich jedoch noch kein Kausalzusammenhang zwischen dem Vorzustand und der 

Supraspinatussehnenruptur herstellen. Im Operationsbericht vom 10. November 2011 

(act. UV 2012/30 G 3.2/ZM5) stellte Dr. D.___ die Diagnosen eines posttraumatischen, 

vollständigen Abrisses der Supraspinatussehne mit Einriss des Rotatorenintervalls 

Schulter rechts sowie einer Ventralluxation der langen Bizepssehne. Der Begriff 

"posttraumatisch" vermag juristisch gesehen nichts über eine allfällige Unfallkausalität 

auszusagen (Maurer, a.a.O., S. 460 N 1205; BGE 119 V 335 E. 2b/bb in fine), sondern 

drückt nur aus, dass gewisse Beschwerden nach einem Unfall aufgetreten sind. Die 

Ausführungen von Dr. D.___ unter der Rubrik "Indikation" (Am 10. Oktober 2011 wollte 

der Beschwerdeführer eine schwere Rolle anheben. Diese war nass und rutschte weg. 

Erlitt dabei ein Distorsionstrauma der rechten Schulter. Bei diesem Unfall zog sich der 

Patient obgenannte Verletzung zu.) genügen ebenfalls nicht den Ansprüchen an eine 

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umfassende und überzeugende Kausalitätsbeurteilung, sondern entsprechen einer 

Anamnese, d.h. einer Aufzeichnung des konkreten Schadenfalls, der eben einen 

operativen Eingriff rechtfertigte (vgl. dazu vor allem auch act. UV 2012/30 G 3.2/ZM4: 

Rubrik "Anamnese"). Zu beachten ist im Weiteren die Regel "post hoc ergo propter 

hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch 

den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, die jedoch keine 

beweisrechtliche Bedeutung hat (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich 

2009, N 43 f. zu Art. 4; BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb am Ende; SVR 2009 UV Nr. 13 

[8C_590/2007], S. 52, E. 7.2.4). Auf Grundlage der angeführten ärztlichen Ausführungen 

und Feststellungen lässt sich eine Teilursächlichkeit des Ereignisses vom 10. Oktober 

2011 für die Supraspinatussehnenruptur an der rechten Schulter mit Partialruptur der 

langen Bizepssehne weder mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit ausschliessen noch bejahen. Die vorstehend dargelegten Akten 

enthalten keine ärztliche Beurteilung, in denen ausdrücklich zur Kausalitätsfrage - 

insbesondere zur Frage, welche kausale Bedeutung der lockeren Schraube im 

caudalen Glenoid-Bereich, die sich bereits zur Hälfte zum Knochen herausgedreht 

hatte, zukam - Stellung genommen worden wäre. Es ist durchaus möglich, dass 

diesbezüglich eine Teilursächlichkeit zu bejahen wäre, was jedoch eine parallel dazu 

vorliegende, traumatische Teilursächlichkeit nicht ausschliessen müsste. Anzufügen ist 

denn auch, dass die röntgenologische Untersuchung der rechten Schulter des 

Beschwerdeführers vom 7. November 2011 zumindest keine degenerativen 

Veränderungen zur Darstellung brachte (act. UV 2012/30 G 3.2/ZM4) und der 

medizinischen Literatur zu entnehmen ist, dass gesunde Sehnen grundsätzlich nie 

reissen (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 728; http://www.ortho-wien.at/hp-schulter/Sehnen-

Riss.htm, abgerufen am 7. Januar 2013). Für eine abschliessende Beurteilung der 

Kausalitäten sind in Bezug auf die Supraspinatussehnenruptur der rechten Schulter mit 

Partialruptur der langen Bizepssehne somit weitere Abklärungen notwendig, wofür die 

Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.

7.  

7.1  Im Sinn der vorstehenden Erwägungen werden die Beschwerden unter Aufhebung 

des angefochtenen Einspracheentscheids vom 13. März 2012 (act. UV 2012/30 G 3.1/

Z44) teilweise gutgeheissen und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinn 

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der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen.

7.2  Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Gemäss Art. 61 lit. g 

ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei hingegen Anspruch auf Ersatz 

der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die Rückweisung der Sache an die 

Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Der 

Beschwerdeführerin, als einer mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Institution, 

steht keine Parteientschädigung zu (vgl. BGE 128 V 133 f. E. 5b). Hingegen hat der 

Beschwerdeführer bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf Parteientschädigung. 

Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache sowie der Schwierigkeit des 

Prozesses rechtfertigt es sich, diese auf pauschal Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1. Die Beschwerden werden dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid 

vom 13. März 2012 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im 

Sinne der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 3'500.-- (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 21.03.2013
	Art. 4 ATSG: Verneinung eines Unfalls bzw. eines ungewöhnlichen äusseren Faktors. Art. 9 Abs. 2 UVV: Bejahung eines unfallähnlichen Ereignisses. Art. 6 UVG: Rückweisung zu weiteren Abklärungen bezüglich Kausalität. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. März 2013, UV 2012/30+31).

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