# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e4c4ac89-04fb-51ce-abb8-a6dbb8acc2e6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 28.04.2022 SB210522
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210522_2022-04-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB210522-O/U/bs 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Oberrichter lic. iur. R. Faga, 

Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Brenn sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Donatsch 

 

Urteil vom 28. April 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. G. Krayenbühl,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend Schändung etc. und Widerruf  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, 
vom 27. Mai 2021 (DG200169) 
 
  

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschriften der Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat vom 

18. August 2020 und 29. Oktober 2020 (Urk. 22 und Urk. 40/5) sind diesem Urteil 

beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 75 S. 34 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB sowie 

− des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG 

in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 1 VRV sowie in Ver-

bindung mit Art. 55 Abs. 6 SVG und Art. 2 lit. b der Verordnung der Bundes-

versammlung über Alkoholgrenzwerte im Strassenverkehr. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 28 Tage 

durch Haft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre 

festgesetzt. 

4. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. April 2019 

für eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– im Rahmen des bedingten 

Strafvollzugs gewährte Probezeit von 2 Jahren wird mit Wirkung ab heute um 

1 Jahr verlängert. 

5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 5 Jahre des Landes verwie-

sen. 

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 20. Juli 2020 

beschlagnahmte Mobiltelefon der Marke Huawei (Asservat Nr. A013'586'828) wird 

dem Beschuldigten herausgegeben. Wird der Gegenstand nicht innert 60 Tagen 

nach Rechtskraft dieses Urteils herausverlangt, wird er der Lagerbehörde zur gut-

scheinenden Verwendung überlassen.  

-   3   - 

7. Die Schadenersatzforderung der Privatklägerin B._____ wird auf den Weg des Zi-

vilprozesses verwiesen. 

8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 6'000.– zuzüglich 

5 % Zins ab 2. Februar 2020 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

9. Rechtsanwalt MLaw X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidi-

ger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit pauschal Fr. 16'900.– (inkl. 

Barauslagen und MwSt.) entschädigt. 

10. Rechtsanwalt MLaw Y._____ wird für seine Aufwendungen als unentgeltlicher 

Vertreter der Privatklägerin mit pauschal Fr. 10'500.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) 

entschädigt. 

11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf  

Fr. 4'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'100.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 425.–   Auslagen Untersuchung 

Fr. 16'900.–   amtliche Verteidigung 

Fr. 10'500.–   unentgeltliche Vertretung Privatklägerin 

12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen 

diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerin, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

13. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerin werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine 

Nachforderung der Verteidigungskosten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

14. (Mitteilungen) 

15. (Rechtsmittel)" 

  

-   4   - 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 7 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 104 S. 1; Prot. II S. 10) 

1. Ziff. 1 des Urteils vom 27. Mai 2021 sei insofern aufzuheben, als dass der 

Berufungskläger der Schändung i.S.v. Art. 191 StGB schuldig gesprochen 

wurde, und es sei der Berufungskläger dieses Vorwurfs freizusprechen. 

2. Ziff. 2 und 3 des Urteils vom 27. Mai 2021 seien aufzuheben und es sei eine 

Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.– auszufällen. Der Vollzug der 

Geldstrafe sei aufzuschieben bei einer Probezeit von drei Jahren. 

3. Ziff. 5 des Urteils vom 27. Mai 2021 sei aufzuheben, und es sei auf die 

Anordnung eines Landesverweises zu verzichten. 

4. Ziff. 8 des Urteils vom 27. Mai 2021 sei aufzuheben; das Genugtuungs-

begehren der Privatklägerin sei abzuweisen, eventualiter auf den Weg des 

Zivilprozesses zu verweisen. 

5. Dem Berufungskläger sei Schadenersatz in der Höhe von Fr. 2'700.– sowie 

eine Genugtuung von Fr. 7'000.– aus der Staatskasse zuzusprechen. 

6. Ziff. 12 des Urteils vom 27. Mai 2021 sei aufzuheben. Die Kosten der Unter-

suchung und des vorinstanzlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse zu 

nehmen. 

7. Der Sprechende sei gemäss eingereichter Honorarnote mit Teilnahme an 

der Berufungsverhandlung zu entschädigen. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten der Staats-

kasse. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 83, sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

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c) Der Vertretung der Privatklägerin: 

(Urk. 105 S. 2) 

1. Es seien die Begehren des Berufungskläger vollumfänglich abzuweisen. 

2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen und zusätzlich Mehrwert-

steuerzusatz zulasten des Berufungsklägers. 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte, Berufungsumfang, Prozessuales 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Das vorstehend wiedergegebene Urteil vom 27. Mai 2021 wurde den 

Parteien gleichentags mündlich eröffnet. Der Beschuldigte meldete mit Eingabe 

vom 28. Mai 2021 innert Frist Berufung an (Urk. 67).  

1.2. Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 72 und Urk. 74) reichte der 

Beschuldigte am 22. Oktober 2021 fristgerecht die Berufungserklärung ein 

(Urk. 77). Mit Präsidialverfügung vom 1. November 2021 wurde die Berufungs-

erklärung des Beschuldigten in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 und 

Art. 401 StPO der Privatklägerin und der Staatsanwaltschaft zugestellt, um 

gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder Nichteintreten auf die 

Berufung zu beantragen. Der Privatklägerin wurde zudem Gelegenheit 

eingeräumt, sich zur Zusammensetzung des Gerichts und zur Person einer 

allfälligen Übersetzerin zu äussern (Art. 335 Abs. 4, Art. 153 Abs. 1 StPO und 

Art. 68 Abs. 4 StPO). Gleichzeitig wurde dem Beschuldigten in Anwendung von 

Art. 34 StGB Frist gesetzt, seine finanzielle Leistungsfähigkeit zu belegen 

(Urk. 79). Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf Anschlussberufung (Urk. 83), 

ebenso die Privatklägerin. Diese liess sich zudem zur Präsidialverfügung vom 

1. November 2021 vernehmen (Urk. 81). Der Beschuldigte reichte am 

8. Dezember 2021 verschiedene Unterlagen zu seiner finanziellen Situation ein 

(Urk. 86 und Urk. 88/1-6).  

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1.3. Am 3. Februar 2022 ordnete die Verfahrensleitung in Bezug auf die Be-

rufungsverhandlung den Ausschluss der Öffentlichkeit an, wobei akkreditierte 

Gerichtsberichterstatter unter Auflagen zugelassen wurden (Urk. 89). Am 3. und 

17. Februar 2022 wurde auf den 28. April 2022 zur Berufungsverhandlung vor-

geladen (Urk. 91 und Urk. 94). 

1.4. Mit Eingabe vom 6. April 2022 stellte die Verteidigung die Beweisanträge, 

es seien C._____, D._____ und E._____ anlässlich der Berufungsverhandlung zu 

befragen (Urk. 97). Mit Präsidialverfügung vom 11. April 2022 wurden die Be-

weisanträge abgewiesen (Urk. 99).  

1.5. Am 28. April 2022 fand die Berufungsverhandlung statt. Es erschienen der 

Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers sowie der unentgeltliche 

Vertreter der Privatklägerin (Prot. II S. 7). Vorfragen waren keine zu entscheiden 

und – abgesehen von der Einvernahme des Beschuldigten (Urk. 103) – auch kei-

ne Beweise abzunehmen (Prot. II S. 9). 

1.6. Nach den Parteivorträgen und dem Verzicht des Beschuldigten auf ein 

Schlusswort verzichteten die Parteien auf eine mündliche Urteilseröffnung und  

-erläuterung (Art. 84 Abs. 3 StPO; Prot. II S. 13). Die geheime Beratung fand 

gleichentags statt, das Urteil wurde ebenfalls am 28. April 2022 gefällt (Prot. II 

S. 15 ff.; Urk. 106) und am 29. April 2022 den Parteien schriftlich im Dispositiv 

eröffnet (Urk. 106).  

2. Umfang der Berufung 

2.1. Der Beschuldigte beantragt, er sei vom Vorwurf der Schändung freizu-

sprechen und wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand mit einer bedingten 

Geldstrafe zu bestrafen. Er wendet sich zudem gegen die Landesverweisung 

(Dispositivziffer 5), die Regelung der Genugtuungsforderung (Dispositivziffer 8) 

und die Kostenauflage (Dispositivziffern 12 und 13). Gegenstand der Berufung ist 

damit auch die Verlängerung einer im Jahre 2019 festgelegten Probezeit 

(Dispositivziffer 4). Unangefochten blieben der Schuldspruch wegen Fahrens in 

fahrunfähigem Zustand, die Herausgabe eines beschlagnahmten Gegenstands, 

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der Verweis einer Schadenersatzforderung auf den Weg des Zivilprozesses, die 

Entschädigung der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerin sowie die Kostenfestsetzung (Dispositivziffern 1, 2. Spiegelstrich, 6, 

7, 9 – 11). In diesem Umfang ist der vorinstanzliche Entscheid in Rechtskraft 

erwachsen, was vorab mittels Beschlusses vorzumerken ist (Art. 399 Abs. 3 in 

Verbindung mit Art. 437 StPO).  

2.2. Im Übrigen steht der angefochtene Entscheid unter Berücksichtigung des 

Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zur Disposition. 

3. Prozessuales (Befragung der Privatklägerin im Berufungsverfahren) 

3.1. Eine unmittelbare Beweisabnahme hat im mündlichen Berufungsverfahren 

gemäss Art. 343 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 405 Abs. 1 StPO zu erfolgen, wenn 

die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfällung notwendig 

erscheint. Eine unmittelbare Beweisabnahme ist notwendig, wenn sie den 

Ausgang des Verfahrens beeinflussen kann. Dies ist namentlich der Fall, wenn 

die Kraft des Beweismittels in entscheidender Weise vom Eindruck abhängt, der 

bei seiner Präsentation entsteht. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn es in 

besonderem Masse auf den unmittelbaren Eindruck einer Zeugenaussage 

ankommt, so etwa, wenn Aussage gegen Aussage steht. Das Gericht verfügt bei 

der Frage, ob eine erneute Beweisabnahme erforderlich ist, über einen 

Ermessensspielraum (BGE 144 I 234 E. 5.6.2 S. 239; 143 IV 288 E. 1.4.1 S. 290 

f.; 140 IV 196 E. 4.4.1 und 4.4.2 S. 198 ff.; Urteil 6B_1408/2016 vom 

20. Februar 2018 E. 1.4.1 mit Hinweisen). 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können auf Video aufgezeichnete 

Einvernahmen genügen, um sich ein hinreichendes Bild von der Glaubwürdigkeit 

der Auskunftsperson oder des Zeugen respektive der Glaubhaftigkeit deren Aus-

sagen zu verschaffen. Dies ist namentlich der Fall, wenn weitere Sachbeweise 

oder Indizien vorliegen und die einvernommene Person konstant und in sich lo-

gisch konsistent aussagt (Urteil 6B_1265/2019 vom 9. April 2020 E. 1.2, nicht 

publ. in BGE 146 IV 153). Das Bundesgericht hielt betreffend ein Vier-Auge-Delikt 

fest, die Berufungsinstanz habe im Rahmen ihres Ermessens auf eine Einver-

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nahme der Belastungszeugin verzichten dürfen. Die polizeiliche und staatsan-

waltschaftliche Einvernahme sei audiovisuell aufgezeichnet worden und die Aus-

führungen wiesen eine hinreichend hohe Aussagequalität auf, die es erlaube, die 

Schilderungen auf ihre Glaubhaftigkeit hin zu überprüfen (vgl. Urteil 6B_612/2020 

vom 1. November 2021 E. 2.4). 

3.2. B._____ (Privatklägerin) wurde am 30. März 2020 staatsanwaltschaftlich 

einvernommen. Zwar wurde ihre Befragung auf Video aufgezeichnet. Die Auf-

zeichnungen gingen aber aufgrund einer technischen Panne verloren und 

konnten nicht mehr hergestellt werden (Urk. 8/3). In der Folge wurde die Privat-

klägerin im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung einvernommen und 

die Befragung erneut audiovisuell aufgezeichnet (Prot. I S. 38 ff.).  

Von einer weiteren Befragung der Privatklägerin im Berufungsverfahren ist abzu-

sehen. Eine Auseinandersetzung mit ihrem Aussageverhalten ist gestützt auf die 

im Untersuchungsverfahren protokollierten Aussagen ohne deren unmittelbare 

Kenntnis möglich. Soweit für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen 

allenfalls deren nonverbales Verhalten hilfreich ist, ist dies in der rund einein-

halbstündigen Videobefragung gut dokumentiert. Die Privatklägerin wurde vor 

Vorinstanz eingehend befragt. Sie gab das aus ihrer Sicht Erlebte in freier Rede 

wieder. Die Videoaufzeichnungen vermögen dem Gericht mithin einen aus-

reichenden persönlichen Eindruck vom Aussageverhalten der Privatklägerin zu 

vermitteln. Sie erlauben, die Einvernahmen und die Reaktionen der befragten 

Privatklägerin genau zu verfolgen. Wie noch zu zeigen sein wird, liegen zudem 

die Aussagen zweier Zeuginnen und verschiedene Kurznachrichten vor. Einzelne 

Widersprüche oder Abweichungen in den Aussagen können gestützt auf die 

protokollierten Befragungen gewürdigt werden. Soweit ihre Sachdarstellung zu 

den Aussagen der Zeuginnen D._____ und C._____ widersprüchlich ausfiel, 

nahm die Privatklägerin dazu hinreichend Stellung. Weitere Diskrepanzen, welche 

im Rahmen einer erneuten Befragung auszuräumen wären, liegen keine vor. Im 

Übrigen erfordern widersprüchliche Aussagen nicht notwendigerweise eine 

nochmalige Beweisabnahme vor Gericht (HAURI/VENETZ, in: Basler Kommentar, 

Schweizerische Strafprozessordnung, Bd. II, 2. Aufl. 2014, N. 24 zu Art. 343 

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StPO). Zusammenfassend kann das Berufungsgericht auf die im Untersu-

chungsverfahren und erstinstanzlichen Gerichtsverfahren erfolgten Be-

fragungen abstellen, ohne die Privatklägerin persönlich anzuhören.  

II. Sachverhalt 

1. Allgemeines 

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze der richterlichen Beweis-

würdigung dargelegt (Urk. 75 S. 8). Darauf kann verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 

StPO). Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde 

die Vorbringen des von einem Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen 

auch tatsächlich hört, prüft und in seiner Entscheidfindung berücksichtigt. Nicht 

erforderlich ist, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinan-

dersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie 

sich auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken (BGE 146 IV 

297 E. 2.2.7 S. 308 mit Hinweisen). 

2. Vorfall vom 2. Februar 2020 an der F._____-strasse ... in Zürich 

2.1. Laut Anklagevorwurf seien der Beschuldigte, die Privatklägerin und 

D._____ nach einem gemeinsam verbrachten Ausgang gegen 6.00 Uhr morgens 

in die Wohnung von D._____ gegangen. Dort habe sich die Privatklägerin in ei-

nem Zimmer zum Schlafen hingelegt, während der Beschuldigte und D._____ im 

Wohnzimmer gemeinsam Alkohol konsumiert hätten. Gegen 7.00 Uhr, nachdem 

auch D._____ schlafen gegangen sei, habe sich der Beschuldigte in das Zimmer 

begeben, in dem die Privatklägerin tief geschlafen habe. Der Beschuldigte habe 

der Privatklägerin, während sie noch immer tief geschlafen habe, Trainerhose und 

Slip ausgezogen. Darauf habe er die Privatklägerin an der Vagina zu lecken be-

gonnen. Nach einer Weile sei die Privatklägerin aufgewacht und habe den 

Beschuldigten gefragt, was er da mache. Der Beschuldigte habe die Privatkläge-

rin weiter an der Vagina geleckt und zudem versucht, mit seinen Händen ihre 

Brüste zu berühren. Darauf habe die Privatklägerin dem Beschuldigten gesagt, er 

solle das sein lassen. In der Folge habe der Beschuldigte das Zimmer verlassen. 

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Die Vorinstanz kommt zusammengefasst zum Schluss, der Sachverhalt sei er-

stellt (Urk. 75 S. 9 ff.). 

2.2. Der Beschuldigte erklärte anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Ein-

vernahme vom 3. März 2020, er habe das Zimmer betreten und dabei um Erlaub-

nis gebeten, wobei er keine klare Antwort gehört habe. Er habe sich hingelegt, die 

Hand der Privatklägerin genommen und ihr einen Kuss gegeben. Die Privatkläge-

rin habe "ah, du bist schon gekommen" oder "du legst dich jetzt hin" gesagt. Vor 

dem Hinlegen habe er ein langärmliges Oberteil ausgezogen. T-Shirt, Hosen und 

Unterhosen habe er noch angehabt. Während vielleicht fünf Minuten habe er der 

Privatklägerin verschiedene Zärtlichkeiten gegeben (Streicheln ihrer Hand, Küsse 

auf die Schulter, Berührungen ab der Hüfte nach unten). Dann habe er begonnen, 

ihre Hosen und Unterhosen auszuziehen, was die Privatklägerin ermöglicht habe 

und wofür sie empfänglich gewesen sei. Er habe sie darauf am Arm, an der Hüfte 

und an den Beinen geküsst und dann sei es "zu diesem Moment" gekommen. Er 

habe keinen Widerstand gespürt. Die Privatklägerin sei empfänglich gewesen, sie 

habe sich sogar bewegt und ihre Beine gehoben. Er habe sie während fünf bis 

zehn Minuten stimuliert. Da habe die Privatklägerin "stopp" gesagt, was er res-

pektiert habe. Die Privatklägerin habe ihm gesagt, dass sie verwirrt sei und es ihr 

nicht gut gehe. Deshalb habe er das Zimmer verlassen und auf dem Sofa im 

Wohnzimmer geschlafen. Weshalb die Privatklägerin dies anders schildere und 

die entsprechenden Handlungen als gegen ihren Willen bezeichne, könne er nicht 

sagen. Vielleicht habe er die Situation falsch interpretiert (Urk. 7/2 S. 2 ff.). Der 

Beschuldigte führte weiter zusammengefasst aus, die Privatklägerin und er seien 

bereits zu einem früheren Zeitpunkt, vermutlich Ende Oktober 2019, zusammen 

ausgegangen und sie hätten sich beim Tanzen geküsst. Zusammen ausgegangen 

seien sie insgesamt dreimal. Am 1./2. Februar 2020 hätten sie zwei Bars aufge-

sucht. Sie hätten sich dort geküsst und abgemacht, dass sie die Nacht zusammen 

verbringen würden. Vielleicht habe er "zusammenschlafen" falsch interpretiert 

(Urk. 7/2 S. 4 ff.). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung machte der Beschuldigte keine weiteren 

Aussagen zur Sache (Urk. 103). Die Verteidigung führte zusammengefasst aus, 

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die Aussagen des Beschuldigten seien glaubhaft und würden von zwei Zeuginnen 

– welche keinen Grund zur Falschbelastung hätten – teilweise gestützt. Sodann 

würden die WhatsApp-Nachrichten den Beschuldigten nicht belasten. Die Aus-

sagen der Privatklägerin seien hingegen nicht überzeugend, insbesondere habe 

sie im Kerngeschehen widersprüchlich ausgesagt. Der Beschuldigte sei freizu-

sprechen (Urk. 104). 

2.3. Zum Anklagevorwurf wurde der Beschuldigte am 2. März 2020 polizeilich, 

am 3. März 2020, 30. März 2020 und 3. Juli 2020 staatsanwaltschaftlich sowie 

anlässlich der Hauptverhandlung vom 27. Mai 2021 vor Schranken befragt. Dabei 

äusserte sich der Beschuldigte einzig am 3. März 2020 zur Sache (Urk. 7/1-4; 

Prot. I S. 48 ff.). Die Privatklägerin wurde am 13. Februar 2020 polizeilich, am 

30. März 2020 staatsanwaltschaftlich und am 27. Mai 2021 anlässlich der Haupt-

verhandlung befragt (Urk. 8/1-2; Prot. I S. 12 ff.). Die Zeugeneinvernahmen von 

D._____ und C._____ erfolgten am 30. März 2020 (Urk. 9/2; Urk. 9/7). Die Vo-

rinstanz hat die jeweiligen Sachverhaltsschilderungen des Beschuldigten, der Pri-

vatklägerin und der Zeuginnen zutreffend zusammengefasst, worauf vorab ver-

wiesen werden kann (Urk. 75 S. 9 ff.). 

2.4. Der Beschuldigte stellte sich auf den Standpunkt, es habe sich um einver-

nehmliche sexuelle Handlungen gehandelt. Er schilderte, wie er das Zimmer, in 

dem die Privatklägerin geschlafen habe, betreten habe, wie sie ein paar Worte 

zusammen ausgetauscht hätten und wie er die Privatklägerin in der Folge berührt, 

geküsst und an ihr den Oralsex vollzogen habe, bis sie zu ihm "stopp" gesagt ha-

be (Urk. 7/2 S. 2 f.). Der Beschuldigte beschrieb weiter seine Beziehung zur 

Privatklägerin und eine frühere gemeinsame Nacht Ende Oktober 2019 (Urk. 7/2 

S. 4: "Wir hatten nie eine Beziehung an sich oder ein Verhältnis, aber es gab eine 

Nacht, wo wir ausgingen und Zärtlichkeiten austauschten"), wie sie den Abend 

und die Nacht vom 1./2. Februar 2020 zuerst im Geschäft von D._____ und spä-

ter in zwei Bars verbrachten und wie sie sich gegen 5.00 Uhr oder 5.30 Uhr ent-

schlossen, zu Dritt (D._____, die Privatklägerin und er selbst) in die Wohnung von 

D._____ zu gehen. Der Beschuldigte beschrieb weiter das aktive Verhalten der 

Privatklägerin während des Oralsex, deren partnerschaftliche Beziehung und 

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weshalb sie nach seinem Dafürhalten mit in den Ausgang gegangen sei. Weiter 

schilderte der Beschuldigte deren abweisende Reaktion, nachdem er sie nach 

dem ersten Ausgang Ende Oktober 2019 mit Anrufen und Nachrichten kontaktiert 

habe (Urk. 7/2 S. 8 f.: "Ich versuchte sie zu kontaktieren über Anrufe und ich 

schrieb ihr auch. Aber über C._____ sagte sie mir dann, dass ich sie nicht anrufen 

und ihr nicht schreiben solle. Sie wolle eben nicht, dass ihr Freund davon erfahren 

wird"). Damit fallen die Schilderungen des Beschuldigten – entgegen der Privat-

klägervertretung (Urk. 105 S. 3) – grundsätzlich konkret, anschaulich und ohne 

Widersprüche aus. Es ist der amtlichen Verteidigung beizupflichten, dass keine 

Lügensignale ersichtlich sind (Urk. 104 S. 2 ff.). Hält die Vorinstanz fest, der Be-

schuldigte habe abgesehen von den Bewegungen der Privatklägerin keine Hand-

lungen ihrerseits geschildert, trifft dies zu. Daraus lässt sich aber nicht schlussfol-

gern, dass die Darstellung unglaubhaft sei. Soweit die Vorinstanz festhält, der Be-

schuldigte habe keinen Wortwechsel erwähnt (Urk. 75 S. 21), kann ihr auch in 

diesem Punkt nicht gefolgt werden. Vielmehr hielt der Beschuldigte ausdrücklich 

fest, er habe der Privatklägerin nach dem Betreten des Zimmers einen Kuss ge-

geben und gesagt, er werde sich hinlegen, worauf die Privatklägerin mit "ah, du 

bist schon gekommen" oder "du legst dich jetzt hin" geantwortet habe (Urk. 7/2 

S. 2). Diese Antworten sind zwar im Wortlaut unterschiedlich. Es kann aber klar-

erweise und entgegen der Vorinstanz nicht gesagt werden, sie würden "inhaltlich 

vehement voneinander abweichen" (Urk. 75 S. 21).  

2.5. Die Aussagen der Privatklägerin qualifiziert die Vorinstanz als grundsätz-

lich konstant, detailgetreu und anschaulich. Die vorinstanzliche Würdigung kann 

insoweit übernommen werden. Die Privatklägerin beschrieb beispielsweise gleich-

bleibend, wie sie zu Dritt in den frühen Morgenstunden zur Wohnung von D._____ 

fuhren und sie sich dort in einem Zimmer schlafen legte, während der 

Beschuldigte und D._____ im Wohnzimmer blieben. Zum Kerngeschehen 

schilderte sie wiederholt, sie sei wach geworden, als sie bemerkt habe, wie je-

mand sie an den Beinen und mit der Zunge an der Vagina berührt habe (Urk. 8/1 

S. 2 und 6 f.; Urk. 8/2 S. 7; Prot. I S. 23). Sie habe realisiert, dass es der Beschul-

digte gewesen sei, und habe zu ihm auf Spanisch "Was machst Du? Was machst 

Du?" gesagt. Er habe aber weitergemacht und ihr ins linke Ohr auf Spanisch "bit-

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te, bitte" gesagt. Sie habe mit "lass mich" und "nein" geantwortet (Urk. 8/1 S. 2 

und 7 f.; Urk. 8/2 S. 8, 13 und 15; Prot. I S. 23 ff. und 27 f.). Weiter schilderte die 

Privatklägerin wiederholt, wie sie den erigierten Penis des Beschuldigten an ihrem 

linken Oberschenkel gespürt und wie sie darauf Angst bekommen habe, er würde 

sie vergewaltigen (Urk. 8/1 S. 6 ff.; Urk. 8/2 S. 8 und 14; Prot. I S. 23 ff. und 27). 

Richtig ist auch, dass die Privatklägerin einzig in der ersten Einvernahme erklärte, 

sie habe den Penis des Beschuldigten gesehen. Deshalb habe sie realisiert, dass 

der Beschuldigte nackt gewesen sei (Urk. 8/1 S. 2). Hält die Vorinstanz fest, die-

ser unterschiedlichen Schilderung könne kein massgebliches Gewicht beigemes-

sen werden, kann dies – entgegen der Verteidigung (Urk. 104 S. 5) – übernom-

men werden (Urk. 75 S. 18). Konstant hielt die Privatklägerin weiter fest, der Be-

schuldigte habe – nachdem er ihr "bitte, bitte" zugeflüstert und sie mit "lass mich" 

geantwortet habe, irgendwann aufgehört und gesagt, es tue ihm leid. Darauf habe 

er das Zimmer verlassen (Urk. 8/1 S. 2; Urk. 8/2 S. 8; Prot. I S. 28). Insgesamt 

sind die Aussagen der Privatklägerin differenziert und ohne wesentliche Wider-

sprüche. Auf leicht abweichende Schilderungen wird zurückzukommen sein 

(E. II.2.6 nachfolgend). Soweit die Vorinstanz verschiedene Vorbringen der Ver-

teidigung – wonach die Privatklägerin den Vorfall nicht sofort zur Anzeige ge-

bracht habe und es schwer nachvollziehbar sei, dass sie in der Wohnung nicht 

um Hilfe geschrien habe, was gegen ihre Darstellung spreche – prüft und verwirft, 

kann dies übernommen werden (Urk. 75 S. 19). Nicht gefolgt werden kann der 

Vorinstanz, soweit sie erwägt, für tatsächlich Erlebtes spreche die Beschreibung 

der Dunkelheit im Zimmer aufgrund einer vor dem Fenster gestellten Schranktüre 

(Urk. 75 S. 17). Unbestrittene Einzelheiten ausserhalb des Kerngeschehens, die 

Teil eines Erlebnishintergrunds sind, der gleichermassen mit verschiedenen 

Sachverhaltsvarianten zusammenpasst, sind für die Frage nach der Glaubhaf-

tigkeit einer Aussage – wie auch die Verteidigung vorbringt (Urk. 104 S. 4) – nicht 

weiterführend. Nach BENDER/HÄCKER/SCHWARZ kommt es für die Prüfung der 

Aussage darauf an, ob sich Realitätsmerkmale im relevanten Teilerlebnis finden 

(BENDER/ HÄCKER/SCHWARZ, Tatsachenfeststellung vor Gericht, 5. Aufl. 2021, 

N. 405 ff.). Entgegen dem Dafürhalten der Staatsanwaltschaft lässt sich deshalb 

etwa aus der Schilderung der Privatklägerin, sie habe sich vor dem Zubettgehen 

-   14   - 

abgeschminkt, nichts für die Glaubhaftigkeit ihrer belastenden Aussagen ableiten. 

Ebenso wenig wäre hier ein Kriterium für die Glaubhaftigkeit beispielsweise die 

Schilderung, die sexuellen Handlungen hätten in der Wohnung von D._____, im 

besagten Zimmer oder in den frühen Morgenstunden stattgefunden.  

2.6. Es stellt sich die Frage, ob die erwähnten Aussagen des Beschuldigten 

respektive die belastenden Schilderungen der Privatklägerin selbst im Lichte der 

Ausführungen der Zeuginnen nach wie vor als glaubhaft zu qualifizieren sind. 

2.6.1. D._____ war beim fraglichen Ausgang vom 1./2. Februar 2020 Teil der 

Gruppe. Sie ist Besitzerin jenes Geschäfts, in dem die Gruppe noch vor dem ers-

ten Barbesuch zusammenkam und dort gemeinsam Alkohol konsumierte. Zur Pri-

vatklägerin hielt sie fest, diese seit ca. 2015/2016 zu kennen (Urk. 9/1 S. 2; 

Urk. 9/2 S. 3). Den Beschuldigten kenne sie seit ca. 2016 respektive seit ca. 

2014/2015 (Urk. 9/1 S. 2; Urk. 9/2 S. 3). Sie hätten sich in ihrem Geschäft ken-

nengelernt und zweimal (im Frühling 2018 und Sommer 2019) kurz zusammen 

gewohnt. Den Beschuldigten bezeichnete sie als nette Person. Er sei anständig 

und helfe ihr immer. Zudem würde sie dessen Mutter und seine Kinder kennen 

(Urk. 9/1 S. 2 f.). Die Privatklägerin und der Beschuldigte seien ihre Freunde oder 

Kollegen (Urk. 9/1 S. 10; Urk. 9/2 S. 2).  

D._____ schilderte das Rahmengeschehen – den gemeinsamen Ausgang vom 

1./2. Februar 2020, das Aufsuchen ihrer Wohnung in den frühen Morgenstunden, 

wie die Privatklägerin sich zum Schlafen in ein Zimmer zurückzog, während 

sie  (D._____) und der Beschuldigte noch im Wohnzimmer blieben – im 

Wesentlichen übereinstimmend mit den Erzählungen der Privatklägerin und des 

Beschuldigten. Gleichwohl fallen einzelne Schilderungen auf, die mit der 

Darstellung der Privatklägerin im Widerspruch oder zumindest nicht ohne 

Weiteres im Einklang stehen. Gleiches gilt in einem Punkt in Bezug auf die 

Darstellungen des Beschuldigten (E. II.2.6.3). 

So beschrieb D._____ die Reaktion der Privatklägerin, als diese erfahren habe, 

dass der Beschuldigte sie in den Ausgang begleiten würde. Danach habe die 

Privatklägerin zu ihr gesagt, sie würde ihm vielleicht eine Chance geben, wenn sie 

-   15   - 

keinen Freund hätte (Urk. 9/1 S. 7; Urk. 9/2 S. 5 f.). Mit dieser Darstellung der 

Zeugin konfrontiert, stellte die Privatklägerin solches in Abrede (Prot. I S. 20). 

Weiter hätten Personen in der Gruppe ("G._____" oder "H._____") gesehen und 

ihr (der Zeugin D._____) erzählt, dass sich der Beschuldigte und die Privatkläge-

rin in den Bars geküsst hätten (Urk. 9/1 S. 6; Urk. 9/2 S. 5). Dies stimmt mit den 

Aussagen des Beschuldigten (Urk. 7/2 S. 7), nicht aber mit den Aussagen der 

Privatklägerin (Urk. 8/2 S. 17 f.; Prot. I S. 31) überein. Ob sich die Privatklägerin 

gegenüber der Zeugin wie beschrieben über den Beschuldigten äusserte und ob 

die Privatklägerin und der Beschuldigte während des Ausgangs Zärtlichkeiten 

austauschten, wozu sich die Zeugin D._____ denn auch nur vom Hörensagen 

äusserte, ist selbstredend nicht Teil des Kerngeschehens. Letzteres stützt – wenn 

auch nur vom Hörensagen – die Darstellung des Beschuldigten nur (aber immer-

hin) betreffend den gemeinsamen Ausgang wenige Stunden vor dem angeklagten 

Vorfall.  

D._____ schilderte, wie die Privatklägerin am 2. Februar 2020 gegen 13.30 Uhr 

aufgestanden und zu ihr in die Küche gekommen sei. Die Privatklägerin habe ihr 

erzählt, was geschehen sei, nachdem sie (die Privatklägerin) schlafen gegangen 

sei: "Sie hat normal erzählt, dass A._____ zu ihr ins Zimmer gekommen sei. Sie 

sei eingeschlafen und er habe gefragt, ob er bei ihr schlafen könne. Sie hat zu 

ihm gesagt, das sei okay, dann sei sie wieder eingeschlafen. Später sei sie er-

wacht und dann sei er unten bei ihr gewesen und habe Oralsex gemacht. Dann 

habe ich sie gefragt, ob sie einverstanden gewesen sei. Sie sagte dann, dass sie 

nicht einverstanden gewesen sei" (Urk. 9/2 S. 7). Die Privatklägerin hielt mithin 

gegenüber der Zeugin zum einen fest, dass sie die Frage des Beschuldigten, ob 

er bei ihr schlafen könne, bejahte. Zum andern hielt sie fest, sie sei später wieder 

erwacht, als der Beschuldigte Oralsex gemacht habe, womit sie nicht einverstan-

den gewesen sei. Diese Schilderungen der Privatklägerin gegenüber der Zeugin 

wenige Stunden nach dem eingeklagten Vorfall klammert die Vorinstanz zu Un-

recht aus. Meint sie, entsprechende Aussagen seien vernachlässigbar und nicht 

relevant (Urk. 75 S. 21), kann ihr – wie auch die Verteidigung vorbringt (Urk. 104 

S. 6 f.) – nicht gefolgt werden. Im Sinne der Privatklägerin fällt auf, dass sie die 

sexuellen Handlungen bereits gegenüber der Zeugin als nicht einvernehmlich 

-   16   - 

schilderte. Vertritt sie aber im Verfahren stets den Standpunkt, sie habe nicht be-

merkt, dass der Beschuldigte sie im Zimmer aufgesucht habe, und hielt sie laut 

Zeugin ihr gegenüber Gegenteiliges fest, setzt dies bei der Glaubhaftigkeit ihrer 

Schilderungen zumindest ein Fragezeichen. 

2.6.2. C._____ legte offen, sie habe im Vorfeld der Einvernahme mit den involvier-

ten Personen wie auch mit der Mutter des Beschuldigten gesprochen. Die Mutter 

des Beschuldigten habe sie aufgefordert, bei der Polizei die Wahrheit zu sagen 

und weder für die Privatklägerin noch für den Beschuldigten Partei zu ergreifen. 

C._____ unterstrich, sie sage "einfach die Wahrheit. Ich sage, was ich sagen 

muss". Den Beschuldigten habe sie 2017/2018 das erste Mal gesehen. Er sei ein 

oberflächlicher Bekannter. Die Privatklägerin kenne sie seit ca. 2018. Deren 

Schwester sei ihr Kindermädchen gewesen. Auch die Privatklägerin sei ab und zu 

bei ihr gewesen, um ihre Kinder zu hüten. Die Privatklägerin gehöre zu ihren 

Freundinnen (Urk. 9/3 S. 2 f.). In einer späteren Einvernahme bezeichnete sie den 

Beschuldigten als "Bekannter" und "Freund" (Urk. 9/7 S. 2).  

C._____ beschrieb, wie sie am 2. Februar 2020 mit der Privatklägerin telefoniert 

habe. Die Privatklägerin habe ihr am Telefon erzählt, sie sei am Schlafen gewe-

sen, als der Beschuldigte sie gefragt habe, ob er sich zu ihr legen dürfe. Sie habe 

dies bejaht. Sie sei dann wach geworden, als der Beschuldigte sie mit den Hän-

den berührt habe. Nach diesen Erzählungen habe die Zeugin den Beschuldigten 

kontaktiert. Sie sei geschockt gewesen, von ihm eine völlig andere Version zu hö-

ren. Deshalb habe sie die Privatklägerin nochmals angerufen und sie gefragt, was 

passiert sei. Darauf habe die Privatklägerin ihre Version geändert. Die Privatklä-

gerin habe nun neu behauptet, sie habe dem Beschuldigten nicht erlaubt, auf das 

Bett zu liegen. Von der Zeugin konfrontiert mit den soeben gehörten Erzählungen 

des Beschuldigten, wonach die Privatklägerin nicht geschlafen, sondern sich be-

wegt und gestöhnt habe, habe die Privatklägerin erklärt, es sei ihr peinlich gewe-

sen und sie habe deshalb nichts vom Oralsex erzählt (Urk. 9/7 S. 4 f.). Laut Zeu-

gin schilderte die Privatklägerin ihr gegenüber zweierlei Abläufe. In der ersten Va-

riante räumte die Privatklägerin ein, dem Beschuldigten erlaubt zu haben, bei ihr 

zu schlafen. Dies korreliert mit den Aussagen der Zeugin D._____ und setzt bei 

-   17   - 

den anderslautenden belastenden Aussagen der Privatklägerin ein weiteres Fra-

gezeichen. Darüber hinaus findet sich ein zusätzlicher Widerspruch in den Aus-

sagen der Privatklägerin. Diese hielt fest, sie habe während des Gesprächs mit 

der Zeugin weiterhin am Telefon geweint (Urk. 8/2 S. 10). Die Zeugin hielt dem-

gegenüber fest, die Privatklägerin sei in einem normalen Gemütszustand gewe-

sen (Urk. 9/3 S. 5: "Sie hat mir die Geschichte ohne Weinen erzählt. Als ich nach-

fragte, spürte ich, dass sie nervös wurde").  

2.6.3. Die Zeuginnen D._____ und C._____ sind mit dem Beschuldigten und der 

Privatklägerin befreundet. Hinweise, dass die Zeuginnen wahrheitswidrig für die 

eine oder andere Seite Partei ergreifen würden, sind keine erkennbar. Vielmehr 

gehen aus ihren Depositionen aufgrund der unterschiedlichen Schilderungen des 

Vorgefallenen eine gewisse Enttäuschung und ein Loyalitätskonflikt hervor (vgl. 

Urk. 9/1 S. 9 und 10; Urk. 9/2 S. 8; Urk. 9/3 S. 6; Urk. 9/7 S. 5 ff.).  

Die Privatklägerin hielt dazu fest, ihre Kolleginnen hätten ihr gesagt, sie solle kei-

ne Anzeige bei der Polizei machen, da der Beschuldigte Kinder in Spanien habe 

und nun vielleicht die Schweiz verlassen müsse (Urk. 8/1 S. 9 f.; Urk. 8/2 S. 11 f.). 

Zudem habe D._____ befürchtet, es könne Probleme geben, weil es in ihrer 

Wohnung geschehen sei. Sie seien auch in ihrem Geschäft gewesen und 

D._____ befürchte, Probleme mit der Polizei zu bekommen (Urk. 8/2 S. 17). Beide 

Zeuginnen hätten sich für den Beschuldigten eingesetzt und gleichzeitig ihr nicht 

mehr geglaubt (Prot. I S. 27). Alle vier Frauen (also auch "G._____" und 

"H._____") hätten versucht, sie (die Privatklägerin) zu beeinflussen. Sie hätten 

nicht gewollt, dass sie eine Anzeige mache (Prot. I S. 31). C._____ (gemeint: die 

Zeugin C._____) habe ihr zudem gesagt, es sei nicht so schlimm, was passiert 

sei, sie sei schliesslich nicht vergewaltigt worden (Prot. I S. 33 f.).  

Folgt man der Darstellung der Privatklägerin, ergriffen beide Zeuginnen wie auch 

"G._____" und "H._____" einseitig für den Beschuldigten Partei. Ein 

entsprechendes Motiv, geschlossen für den Beschuldigten einzustehen und zu 

diesem Zweck wahrheitswidrig auszusagen, blieb eher pauschal, ist nicht ohne 

Weiteres nachvollziehbar und setzte mehrere Momente voraus. D._____ und 

C._____ hätten die Schilderung der Privatklägerin, wonach der Beschuldigte die 

-   18   - 

Privatklägerin wegen dem Übernachten in ihrem Zimmer gefragt und die 

Privatklägerin dazu ja gesagt habe, frei erfunden. Sie hätten sich dazu sowohl mit 

dem Beschuldigten als auch mit der anderen Zeugin absprechen müssen. 

Hinweise für Absprachen sind keine erkennbar. Vielmehr hielt die Zeugin D._____ 

im Widerspruch zum Beschuldigten fest, sie sei gegen 7 Uhr morgens in ihr 

Schlafzimmer gegangen, während der Beschuldigte weiter im Wohnzimmer 

geblieben sei. Dies wurde vom Beschuldigten anders geschildert (Urk. 9/1 S. 5 

und 7; Urk. 7/2 S. 8). Hätten sich die Zeugin D._____ und der Beschuldigte ab-

gesprochen, wären einheitlichere Aussagen zu erwarten gewesen.  

Dass sich die Privatklägerin gegenüber D._____ und C._____ wie von den 

Zeuginnen geschildert äusserte und die Zeuginnen dies nicht etwa erfanden, ist 

aus einem weiteren Grund nicht zweifelhaft. Beide Zeuginnen hielten fest, die 

Privatklägerin habe von sexuellen Handlungen berichtet, die der Beschuldigte 

während sie schlief und ohne ihr Einverständnis vorgenommen habe. Hätten die 

Zeuginnen tatsächlich – wie die Privatklägervertretung vorbringt (Urk. 105 S. 3) – 

einen Komplott gegen die Privatklägerin geschmiedet und Partei für den 

Beschuldigten ergriffen, wären ihre Aussagen wohl auch in diesem Punkt anders 

(nämlich ebenfalls zu Gunsten des Beschuldigten) ausgefallen. 

Insgesamt kann theoretisch zwar nicht ausgeschlossen werden, dass die 

Aussagen der Zeuginnen wahrheitswidrig ausfielen und die Privatklägerin ihnen 

gegenüber in Tat und Wahrheit stets beschrieb, wie sie erst aufwachte, als der 

Beschuldigte den Oralsex ausführte, ohne dass sie ihm das Übernachten erlaubt 

hätte. Eine solche Darstellung gegenüber den Zeuginnen scheint aufgrund der 

dargestellten Umstände aber insgesamt als unwahrscheinlich zu sein. 

2.6.4. Als Zwischenfazit kann Folgendes festgehalten werden. Den grundsätzlich 

konkreten, anschaulichen und widerspruchsfreien Aussagen des Beschuldigten 

stehen die ebenfalls konstanten, detailgetreuen und anschaulichen Aussagen der 

Privatklägerin gegenüber. Die Aussagen des Beschuldigten zum Küssen in der 

Bar werden durch die Erzählungen von D._____ – auch wenn nur vom Hören-

sagen – gestützt. Dazu stehen die Schilderungen der Privatklägerin im Wider-

spruch. Die weitere Darstellung des Beschuldigten, wonach er sich mit dem 

-   19   - 

Einverständnis der Privatklägerin zu ihr ins Bett gelegt hat, wird durch die Zeu-

genaussagen von D._____ und C._____ untermauert und erfährt dadurch eine 

bedeutende Stütze.  

2.7.  

2.7.1. Unbestritten ist, dass der Beschuldigte nach dem Oralsex das Zimmer 

verliess und nicht bei der Privatklägerin übernachtete. Beschuldigter und Privat-

klägerin schildern dabei je von der Gegenseite, diese habe ein Missbehagen for-

muliert (Beschuldigter in Urk. 7/2 S. 3: "Da sagte sie stopp und das respektierte 

ich und hörte auf. Ich fragte sie, ob ich ihr irgendetwas angetan habe, ob alles gut 

sei. In dem Moment sagte sie mir, dass sie verwirrt sei und es ihr nicht gut gehe. 

So verliess ich das Zimmer und schlief auf dem Sofa […]"; Privatklägerin in Prot. I 

S. 28: "[…] er hat mehrmals 'por favor' gesagt. Irgendwann hat er aufgehört und 

auf Spanisch so etwas gesagt wie: 'Es tut mir leid, ich fühle mich schlecht'. Dann 

ging er aus dem Zimmer und ich blieb alleine im Zimmer"). 

2.7.2. Die im Recht liegenden WhatsApp-Nachrichten zwischen dem Beschuldig-

ten und C._____ vom 2., 14. und 17. Februar 2020 offenbaren Folgendes. Der 

Beschuldigte bat seine Gesprächspartnerin um Hilfe, damit die Privatklägerin von 

einer Anzeige absehe (Urk. 10/8 S. 11). Er entschuldigte sich und signalisierte 

Bereitschaft, der Privatklägerin Schadenersatz zu bezahlen (Urk. 10/8 S. 15: "Sie 

soll mir sagen, wieviel Schadenersatz ich ihr bezahlen soll. Das Ganze tut mir 

weh, aber ich bin nun mal wie ich bin [ich muss so sein, wie ich bin]. Ich fühle 

mich deshalb sehr schlecht, ich habe nie gedacht, dass sie sich deshalb so 

schlecht fühlt. Aber trotzdem entschuldige ich mich bei ihr"). Dies wiederholte er 

anlässlich seiner Hafteinvernahme, indem er gegenüber dem Staatsanwalt fest-

hielt, er werde zu Unrecht beschuldigt, sei aber bereit, eine finanzielle Entschädi-

gung zu leisten (Urk. 7/2 S. 5). Weiter gehen aus den Kurznachrichten seine Be-

mühungen hervor, "nichts Falsches" oder Widersprüchliches zu erzählen 

(Urk. 10/8 S. 52: "Hat sie Ihnen vielleicht ihre Version des Vorfalls erzählt, damit 

ich nichts Falsches erzähle und niemandem widerspreche"; Urk. 10/8 S. 64 f.: 

"[…] soll ich das, was sie sagt, bestätigen?"; "Soll ich es zugeben, was soll ich Ih-

rer Meinung nach tun?") und dass er sein eigenes Verhalten verurteilt (Urk. 10/8 

-   20   - 

S. 20: "[…] Entschuldigung, ich bin ein Scheisskerl. So etwas ist mir noch nie 

passiert. Ich habe schon mit tausend Leuten geschlafen und noch nie hat es mir 

an Respekt gemangelt"; Urk. 10/8 S. 42: "Ich entschuldige mich nochmals für al-

les, was sie möglicherweise als Belästigung empfunden hat"). 

2.7.3. Aus den Nachrichten lässt sich unschwer herauslesen, wie der Beschuldig-

te Angst vor den Konsequenzen einer Anzeige respektive Verurteilung hatte. Zu-

dem geht daraus nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen hervor, wie 

er von einem schlechten Gewissen geplagt wurde. Dieses schlechte Gewissen 

legt ein Schuldbewusstsein und ein eigenes Fehlverhalten nahe. Äusserte der Be-

schuldigte eine Entschuldigung für ein Verhalten, welches die Privatklägerin in 

seinen Worten als Belästigung empfunden haben könnte, steht dies mit nicht 

einvernehmlichen Handlungen und zudem mit dem Anklagesachverhalt im 

Einklang. Dies wirft ein ungünstiges Licht auf den Beschuldigten und belastet ihn. 

Hingegen ist dies nicht die einzig mögliche Schlussfolgerung. Der Beschuldigte 

hielt stets fest, dass die Privatklägerin während der sexuellen Handlungen ab 

einem gewissen Zeitpunkt weitere Annährungen nicht zugelassen und sie ein 

Missbehagen geäussert habe. Folgt man diesem Zugeständnis des Beschuldig-

ten, dass er mehr wollte, aber die Privatklägerin ihm die von ihr geschilderten Bit-

ten ("por favor") abschlug, sind die in den Kurznachrichten enthaltenen Äusserun-

gen an die Adresse von C._____ auch in diesem Licht lesbar. Weiter ist denkbar, 

dass der Beschuldigte auch nach seinem Empfinden eine rote Linie überschritt. 

Dies muss selbstredend nicht zwingend im Sinne der Anklage geschehen sein. 

Selbst in den Kurzmitteilungen und damit im Kontext mit den zum Ausdruck ge-

brachten Schuldgefühlen unterstrich der Beschuldigte, die Privatklägerin sei bei 

Bewusstsein gewesen (Urk. 10/8 S. 7). Signalisierte er bei der Staatsanwaltschaft 

seine Bereitschaft, eine finanzielle Entschädigung zu leisten, betonte er gleich-

wohl, zu Unrecht beschuldigt zu werden.  

2.8. Die Darstellung des Beschuldigten, er habe sich mit dem Einverständnis 

der Privatklägerin zu ihr ins Bett gelegt, bestätigte die Privatklägerin gegenüber 

zwei Zeuginnen. An den Zeugenaussagen bestehen mangels Hinweise für Ab-

sprachen keine rechtserheblichen Zweifel und es ist darauf abzustellen. Dieser 

-   21   - 

Umstand zum Kerngeschehen untermauert die Schilderungen des Beschuldigten. 

Weiter stehen den konkreten, detailgetreuen und anschaulichen Aussagen der 

Privatklägerin die ebenfalls konkreten, anschaulichen und in sich widerspruchs-

freien Aussagen des Beschuldigten gegenüber. Einzelne abweichende Darstel-

lungen der Privatklägerin sind neutral zu würdigen (betreffend die Behauptung 

von D._____ zu einer möglichen Beziehung zum Beschuldigten), einzelne lassen 

zumindest die Frage aufkommen, weshalb die Erzählungen der Privatklägerin 

sich anders als die Zeugenaussagen – wenn auch teilweise nur vom Hörensa-

gen – präsentieren (Küsse in den Bars, emotionaler Zustand während des Ge-

sprächs mit einer Zeugin). Demgegenüber wird der Beschuldigte durch die Kurz-

nachrichten belastet. Sie sind mit nicht einvernehmlichen Handlungen und zudem 

mit dem Anklagesachverhalt grundsätzlich in Einklang zu bringen. Seine Äusse-

rungen sind aber auch mit weiteren Szenarien (dass er mehr wollte und die Pri-

vatklägerin ihn abwies oder dass er auch nach seinem Empfinden und obwohl die 

Privatklägerin nicht schlief eine rote Linie überschritt) vereinbar. Gesamthaft ge-

sehen kann nicht rechtsgenügend ausgeschlossen werden, dass die Privatkläge-

rin dem Beschuldigten erlaubte, sich zu ihr hinzulegen. Damit bestehen erhebli-

che Zweifel, ob sich der Sachverhalt genau so zugetragen hat, wie von der An-

klagebehörde in der Anklageschrift in Bezug auf den Tiefschlaf geschildert. Als 

Konsequenz ist in Anwendung des Grundsatzes "in dubio pro reo" auf die Aus-

sagen des Beschuldigten abzustellen. Es lässt sich mithin nicht erstellen, dass 

die Privatklägerin im relevanten Zeitpunkt tief und fest geschlafen hat und ent-

sprechend widerstandsunfähig war. Dass die Privatklägerin dem Beschuldigten 

erlaubte, sich zu ihr hinzulegen, sie in der Folge einschlief und es erst dann zu 

sexuellen Handlungen kam, kann ausgeschlossen werden. Dies wird von keiner 

Seite so behauptet. 

2.9. Der Anklagesachverhalt lässt sich nicht erstellen und der Beschuldigte 

ist vom Vorwurf der Schändung freizusprechen. 

-   22   - 

III. Strafzumessung 

1. Anträge/Grundsätze 

1.1. Die Verteidigung beantragt, der Beschuldigte sei wegen Fahrens in fahrun-

fähigem Zustand mit einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.– 

bei einer Probezeit von drei Jahren zu bestrafen (Urk. 104 S. 1).  

1.2. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt 

(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. S. 59 ff. mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. 

2. Wahl Sanktionsart 

2.1. Die Vorinstanz setzt (im Rahmen der Gesamtstrafenbildung) für das Fah-

ren in fahrunfähigem Zustand gedanklich eine Freiheitsstrafe fest, ohne die Wahl 

der Sanktionsart zu begründen. 

2.2. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweck-

mässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein 

soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 

IV 97 E. 4.2 S. 100 mit Hinweisen). Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit 

soll nach konstanter Rechtsprechung bei alternativ zur Verfügung stehenden und 

hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige 

gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen 

eingreift (BGE 138 IV 120 E. 5.2 S. 123; Urteil 6B_125/2018 vom 14. Juni 2018 

E. 1.3.2; je mit Hinweis).  

Die Geldstrafe stellt die Hauptsanktion dar (BGE 134 IV 97 E. 4.2.2 S. 101). Sie 

wiegt als Vermögenssanktion prinzipiell weniger schwer als ein Eingriff in die per-

sönliche Freiheit (BGE 138 IV 120 E. 5.2 S. 123; 134 IV 97 E. 4.2.2 S. 101, 82 

E. 7.2.2 S. 90). Am Vorrang der Geldstrafe hat der Gesetzgeber im Rahmen der 

erneuten Revision des Sanktionenrechts entgegen der ursprünglichen Stoss-

richtung festgehalten (BGE 144 IV 217 E. 3.6 S. 237 f. mit Hinweisen). Art. 41 

StGB statuiert diese Priorität. Eine kurze Freiheitsstrafe anstelle einer Geldstrafe 

von höchstens 180 Tagessätzen ist unter anderem zulässig, wenn eine solche 

-   23   - 

geboten erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder 

Vergehen abzuhalten (Art. 41 Abs. 1 lit. a StGB). 

2.3. Der Beschuldigte wurde am 25. April 2019 wegen mehrfacher Nötigung, 

Sachbeschädigung und Tätlichkeiten zu einer bedingten Geldstrafe von 

90 Tagessätzen zu Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 500.– verurteilt (Urk. 76). Die 

hier zu beurteilende Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz beging er 

etwa 1 ½ Jahre später. Von einer Freiheitsstrafe als einzig zweckmässige Sank-

tion ist nicht auszugehen. Der Beschuldigte ist seit dem heute zu beurteilenden 

Vorfall nicht mehr strafrechtlich in Erscheinung getreten. Es kann davon ausge-

gangen werden, dass das vorliegende Strafverfahren und die heute auszufäl-

lende bedingte Geldstrafe eine Warnwirkung zeigen, weshalb einer Geldstrafe 

die präventive Effizienz nicht abgesprochen werden kann. Sie ist mit Blick auf 

das verübte Delikt zudem schuldangemessen und zweckmässig. Mithin kommt 

sie auch unter dem Gesichtspunkt des Schuldausgleichs in Frage. 

3. Fahren in fahrunfähigem Zustand 

3.1. Der Beschuldigte lenkte am 18. Oktober 2020 um ca. 7.15 Uhr nach dem 

Konsum von drei Litern Bier einen Personenwagen. Die Atemalkoholkonzentrati-

on betrug 0.65 mg/l. Die Fahrt erfolgte an einem Sonntagmorgen vom I._____-

quartier bis zur J._____-strasse …, wobei der Beschuldigte angab, er habe nach 

Hause (das heisst nach Zürich-…) fahren wollen (Urk. 40/2 S. 5; Prot. I S. 49 f.). 

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Das Gesamtverschulden ist insge-

samt als leicht zu bezeichnen.  

3.2. Die Vorinstanz hat das Vorleben des Beschuldigten und die persönli-

chen Verhältnisse korrekt gewürdigt. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 75 

S. 26 f.). Aus den persönlichen Verhältnissen ergibt sich nichts für die Strafzu-

messung Relevantes. Gleiches gilt in Bezug auf das Nachtatverhalten. Das 

Geständnis fällt nicht strafmindernd aus, da der Beschuldigte von der Polizei in 

alkoholisiertem Zustand angehalten wurde und die Beweislage entsprechend 

erdrückend war.  

-   24   - 

Der Beschuldigte weist eine Vorstrafe aus dem Jahre 2019 auf. Die nicht ein-

schlägige Vorstrafe und das Delinquieren während laufender Probezeit wirken 

sich mässig straferhöhend aus. 

3.3. Unter Berücksichtigung aller für die Strafzumessung relevanten Kriterien 

erscheint eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen als angemessen.  

3.4.   

3.4.1. Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen 

und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namen-

tlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- 

und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 

StGB). Ausgangspunkt für die Bemessung bildet das Einkommen, das dem 

Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst. Was gesetzlich geschuldet ist 

oder dem Täter wirtschaftlich nicht zufliesst, ist abzuziehen, so die laufenden 

Steuern, die Beiträge an die obligatorische Kranken- und Unfallversicherung, 

sowie die notwendigen Berufsauslagen bzw. bei Selbständigerwerbenden die 

branchenüblichen Geschäftsunkosten (im Einzelnen BGE 142 IV 315 

E. 5.3.2 ff. S. 320 ff. mit Hinweisen). Der Tagessatz für Verurteilte, die nahe oder 

unter dem Existenzminimum leben, ist in dem Masse herabzusetzen, dass einer-

seits die Ernsthaftigkeit der Sanktion durch den Eingriff in die gewohnte Lebens-

führung erkennbar ist und andererseits der Eingriff nach den persönlichen und 

wirtschaftlichen Verhältnissen als zumutbar erscheint. Als Richtwert lässt sich 

festhalten, dass eine Herabsetzung des Nettoeinkommens um mindestens die 

Hälfte geboten ist. Bei einer hohen Anzahl Tagessätze – namentlich bei Geldstra-

fen von mehr als 90 Tagessätzen – ist eine Reduktion um weitere 10-30 Prozent 

angebracht, da mit zunehmender Dauer die wirtschaftliche Bedrängnis und damit 

das Strafleiden progressiv ansteigt (BGE 134 IV 60 E. 6.5.2 S. 73).  

3.4.2. Der Beschuldigte beziffert sein monatliches Nettoeinkommen auf Fr. 4'000.–

, die Krankenkassenprämien auf Fr. 440.– und die Unterhaltsbeiträge an seine 

Kinder auf Fr. 600.– (Urk. 88/1). Zu berücksichtigen ist ein Abzug für Lebenskos-

-   25   - 

ten und die finanziellen Verhältnisse nahe am Existenzminimum. Damit ist der 

Tagessatz auf Fr. 30.– festzusetzen. 

3.5. Zusammenfassend ist der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 70 Tages-

sätzen zu Fr. 30.– zu bestrafen. 

3.6. Nach Art. 51 StGB rechnet das Gericht die Untersuchungshaft, die der Tä-

ter während dieses oder eines anderen Verfahrens ausgestanden hat, auf die 

Strafe an. Ein Tag Haft entspricht einem Tagessatz Geldstrafe. Zu entziehende 

Freiheit soll demnach wenn immer möglich mit bereits entzogener kompensiert 

werden. Anzurechnen ist sowohl auf unbedingte als auch auf bedingte Strafen 

(BGE 135 IV 126 E. 1.3.6 S. 129). Nach dem Wortlaut von Art. 51 StGB ist für die 

Anrechnung der Haft weder Tat- noch Verfahrensidentität erforderlich. Es ist da-

bei primär auf Freiheitsstrafen anzurechnen, sekundär auf allfällige Nebensankti-

onen wie Geldstrafen, Arbeitsstrafen oder Bussen (BGE 141 IV 236 E. 3.3 S. 239 

mit Hinweisen). 

Der Beschuldigte befand sich ab 2. März 2020, 09.30 Uhr, bis zum 

30. März 2020, 18.55 Uhr, und damit entgegen der Vorinstanz während 29 Tage 

in Haft (Urk. 17/4 und Urk. 17/14 S. 3). Die erstandene Haft ist auf die Geldstra-

fe anzurechnen. 

IV. Vollzug 

1.1. Nach Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe 

oder einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine 

unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung 

weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Für den bedingten Vollzug nach 

Art. 42 Abs. 1 StGB genügt das Fehlen einer ungünstigen Prognose, das heisst 

die Abwesenheit der Befürchtung, der Täter werde sich nicht bewähren (BGE 134 

IV 1 E. 4.2.2 S. 5 f.). Die Prüfung der Bewährungsaussichten des Täters ist an-

hand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen (vgl. 

dazu im Einzelnen BGE 134 IV 1 E. 4.2.1 S. 5 mit Hinweisen; 145 IV 137 E. 2.2 

S. 139). 

-   26   - 

1.2. Die Vorinstanz gewährt dem Beschuldigten den bedingten Vollzug und 

setzt die Probezeit auf drei Jahre fest (Urk. 75 S. 28 f.). Diese Erwägungen kön-

nen sinngemäss für die hier festzusetzende Geldstrafe übernommen werden.  

V. Widerruf 

1.1. Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Ver-

gehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so 

widerruft das Gericht gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB die bedingte Strafe oder den 

bedingten Teil der Strafe. Ist nicht zu erwarten, dass der Verurteilte weitere 

Straftaten begehen wird, so verzichtet das Gericht gemäss Abs. 2 derselben 

Bestimmung auf einen Widerruf. Es kann den Verurteilten verwarnen oder die 

Probezeit um höchstens die Hälfte der im Urteil festgesetzten Dauer verlängern. 

Die Anforderungen an die Prognose entsprechen denjenigen gemäss Art. 42 

Abs. 1 StGB. Die Prüfung der Bewährungsaussichten des Täters ist anhand einer 

Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen (vgl. dazu im 

Einzelnen: BGE 134 IV 1 E. 4.2.1 S. 5; 134 IV 140 E. 4.5 S. 144; je mit 

Hinweisen). 

1.2. Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I des 

Kantons Zürich vom 25. April 2019 zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tages-

sätzen zu Fr. 30.– verurteilt. Während der zweijährigen Probezeit wurde er straf-

fällig, indem er in fahrunfähigem Zustand ein Fahrzeug lenkte. Beim 

vorinstanzlichen Verzicht auf den nachträglichen Vollzug der bedingt ausge-

sprochenen Geldstrafe bleibt es bereits aufgrund des Verschlechterungsverbots. 

Den Bedenken an einer günstigen Legalprognose ist mit einer Verlängerung der 

zweijährigen Probezeit ab heute um ein Jahr Rechnung zu tragen.  

VI. Landesverweisung 

Der Beschuldigte ist vom Vorwurf der Schändung freizusprechen, weshalb über 

eine Landesverweisung im Sinne von Art. 66a StGB nicht zu befinden ist.  

-   27   - 

VII. Zivilansprüche 

1.1. Die Vorinstanz verpflichtet den Beschuldigten, der Privatklägerin Fr. 6'000.– 

zuzüglich Zins zu 5 % ab 2. Februar 2020 als Genugtuung zu bezahlen.  

1.2. Das Gericht entscheidet über die anhängig gemachte Zivilklage, wenn es 

die beschuldigte Person freispricht und der Sachverhalt spruchreif ist (Art. 126 

Abs. 1 lit. b StPO). Ist der Sachverhalt nicht spruchreif, wird die Zivilklage auf den 

Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO). 

1.3. Der Beschuldigte ist vom Vorwurf der Schändung freizusprechen. Es liegt 

weder eine Persönlichkeitsverletzung noch ein widerrechtliches Verhalten im Sin-

ne von Art. 49 OR vor. Die Privatklägerin hat keinen Anspruch auf Genugtuung. 

VIII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Kostenfolgen im erstinstanzlichen Verfahren 

1.1. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (inklusive der Entschädigung der 

amtlichen Verteidigung und des Rechtsbeistandes der Privatklägerin, Dispositiv-

ziffer 11) ist wie ausgeführt in Rechtskraft erwachsen. 

1.2. Die beschuldigte Person trägt gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfah-

renskosten, wenn sie verurteilt wird. Wird sie teilweise schuldig gesprochen, sind 

ihr die Verfahrenskosten grundsätzlich nur anteilsmässig aufzuerlegen. 

Dem Schuldspruch wegen Fahren in fahrunfähigem Zustand kommt im Vergleich 

zum Freispruch vom Vorwurf der Schändung nur untergeordnete Bedeutung zu. 

Der Beschuldigte war von Anfang an geständig. Für das Verfahren wegen Fahren 

in fahrunfähigen Zustand erscheint es angemessen, dem Beschuldigten die 

Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, 

einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 

Verbeiständung der Privatklägerschaft, im Umfang von Fr. 1'000.– aufzuerlegen. 

Im Übrigen Umfang sind sie auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

-   28   - 

2. Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren 

2.1. Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 3'000.– zu veranschlagen (Art. 424 

Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebührenverordnung 

des Obergerichts). Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach 

Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine 

Partei im Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Beschwerdeinstanz bzw. Berufungsgericht 

gestellten Anträge gutgeheissen wurden (THOMAS DOMEISEN, in: Basler 

Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Bd. II, 2. Aufl. 2014, N. 6 zu 

Art. 428 StPO). 

2.2. Der Beschuldigte strebte mit seiner Berufung einen Freispruch vom 

Vorwurf der Schändung an und obsiegt im Berufungsverfahren mit seinen 

Anträgen nahezu vollumfänglich. Er unterliegt in Bezug auf das beantragte 

Strafmass und die beantragte Genugtuung (siehe nachfolgend). 

Ausgangsgemäss rechtfertigt es sich, die Kosten des Berufungsverfahrens, mit 

Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen 

Vertretung der Privatklägerschaft, zu einem Zehntel dem Beschuldigten und zu 

neun Zehnteln auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die 

Kosten der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren sind zu einem Zehntel 

einstweilen und zu neun Zehnteln definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. Es 

ist die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im 

Umfang von einem Zehntel dieser Kosten vorzubehalten. Die Kosten der 

unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft sind definitiv auf die 

Gerichtskasse zu nehmen. 

2.3.   

2.3.1. Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen, so hat sie 

gemäss Art. 436 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 429 Abs. 1 StPO Anspruch 

auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer 

Verfahrensrechte (lit. a), Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen, die ihr 

aus ihrer notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind (lit. b), 

-   29   - 

sowie Genugtuung für besonders schwere Verletzungen ihrer persönlichen 

Verhältnisse, insbesondere bei Freiheitsentzug (lit. c). Die Strafbehörde prüft den 

Anspruch von Amtes wegen. Sie kann die beschuldigte Person auffordern, ihre 

Ansprüche zu beziffern und zu belegen, Art. 429 Abs. 2 StPO. Die Beweislast 

obliegt der beschuldigten Person. Diese trifft nach Art. 42 Abs. 1 OR in 

Verbindung mit Art. 8 ZGB eine Mitwirkungspflicht zum Beleg und zur Bemessung 

der Höhe des Entschädigungsanspruchs (WEHRENBERG/FRANK, in: Basler 

Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Bd. II, 2. Aufl. 2014, N. 31a zu 

Art. 429 StPO).  

Die Festlegung der Genugtuungssumme nach Art. 429 ff. StPO beruht auf 

richterlichem Ermessen (BGE 143 IV 339 E. 3.1 S. 342 f.; Urteil 6B_984/2018 

vom 4. April 2019 E. 5.1). Bei der Ausübung des Ermessens kommt den 

Besonderheiten des Einzelfalles entscheidendes Gewicht zu. Nach der 

Rechtsprechung ist zunächst die Grössenordnung der in Frage kommenden 

Genugtuung zu ermitteln, wobei Art und Schwere der Verletzung massgebend 

sind. In einem zweiten Schritt sind die Besonderheiten des Einzelfalles zu 

würdigen, die eine Verminderung oder Erhöhung der zuzusprechenden Summe 

nahelegen. Das Bundesgericht erachtet bei kürzeren Freiheitsentzügen Fr. 200.– 

pro Tag als angemessene Genugtuung, sofern nicht aussergewöhnliche 

Umstände vorliegen, die eine höhere oder eine geringere Entschädigung 

rechtfertigen. Bei längerer Untersuchungshaft (von mehreren Monaten Dauer) ist 

der Tagessatz in der Regel zu senken, da die erste Haftzeit besonders 

erschwerend ins Gewicht fällt (BGE 143 IV 339 E. 3.1 S. 342; 113 Ib 155 E. 3b 

S. 156; Urteile 6B_984/2018 vom 4. April 2019 E. 5.1; 6B_196/2014 vom 5. Juni 

2014 E. 1.2; je mit Hinweisen). 

2.3.2. Die vom Beschuldigten ausgestandene Haft von 29 Tagen ist an die Geld-

strafe anzurechnen (E. III.3.6). Damit erfolgt der Ausgleich der Haft als Realersatz 

und die Frage der finanziellen Entschädigung stellt sich nicht (BGE 141 IV 236 

E. 3.3 S. 239).  

-   30   - 

2.3.3. Wie bereits vor Vorinstanz macht der Beschuldigte Schadenersatz von 

Fr. 2'700.– geltend. Er habe im Stundenlohn gearbeitet und sein damaliger Netto-

lohn habe ca. Fr. 2'700.– betragen (Prot. I S. 66; Urk. 104 S. 11).  

Dass dem Beschuldigten aus dem Strafverfahren ein wirtschaftlicher Schaden 

entstanden ist respektive dass er durch die verbüsste Haft tatsächlich eine Lohn-

einbusse erlitt, wurde mit dem Arbeitsvertrag vom 16. Januar 2020, welcher fest-

hält, dass der Beschuldigte ab 29. Januar 2020 als Unterhaltsreiniger angestellt 

war, wobei eine wöchentliche Arbeitszeit von 42.5 Stunden bei einem Stunden-

lohn von Fr. 24.– vereinbart wurde (Urk. 63/1), hinreichend belegt. Dem Beschul-

digten ist deshalb eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 2'700.– zuzusprechen.  

2.4. Die amtliche Verteidigung macht im Berufungsverfahren einen Aufwand 

von Fr. 3'795.90 (inkl. MwSt.) geltend, was ausgewiesen ist und angemessen 

erscheint (Urk. 101). Zusätzlich sind ihr die Aufwendungen im Zusammenhang 

mit der heutigen Berufungsverhandlung zu vergüten. Es rechtfertigt sich daher, 

Rechtsanwalt MLaw X._____ für seine Aufwendungen im Berufungsverfahren 

pauschal und gesamthaft mit Fr. 4'150.– (inkl. Auslagen und MwSt.) zu ent-

schädigen. 

2.5. Der unentgeltliche Rechtsbeistand der Privatklägerin, Rechtsanwalt  

lic. iur. Y._____, macht einen Aufwand von Fr. 2'812.– (inkl. MwSt.) geltend 

(Urk. 102), was ausgewiesen und angemessen erscheint. Weiter ist ein Zuschlag 

für die Berufungsverhandlung auszurichten. Die Entschädigung für den unentgelt-

lichen Vertreter der Privatklägerin ist somit auf Fr. 3'400.– (inklusive Barauslagen 

und MwSt.) festzusetzen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, 

vom 27. Mai 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

-   31   - 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− (…) 

− des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. a 

SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 1 VRV sowie 

in Verbindung mit Art. 55 Abs. 6 SVG und Art. 2 lit. b der Verordnung 

der Bundesversammlung über Alkoholgrenzwerte im Strassenverkehr. 

2.-5. (…) 

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 20. Juli 2020 

beschlagnahmte Mobiltelefon der Marke Huawei (Asservat Nr. A013'586'828) 

wird dem Beschuldigten herausgegeben. Wird der Gegenstand nicht innert 

60 Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils herausverlangt, wird er der Lager-

behörde zur gutscheinenden Verwendung überlassen.  

7. Die Schadenersatzforderung der Privatklägerin B._____ wird auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen. 

8. (…) 

9. Rechtsanwalt MLaw X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit pauschal 

Fr. 16'900.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt. 

10. Rechtsanwalt MLaw Y._____ wird für seine Aufwendungen als unentgeltlicher 

Vertreter der Privatklägerin mit pauschal Fr. 10'500.– (inkl. Barauslagen und 

MwSt.) entschädigt. 

11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf  

-   32   - 

Fr. 4'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'100.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 425.–   Auslagen Untersuchung 

Fr. 16'900.–   amtliche Verteidigung 

Fr. 10'500.–   unentgeltliche Vertretung Privatklägerin 

12.-13. (…) 

14. (Mitteilungen) 

15. (Rechtsmittel)" 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ wird vom Vorwurf der Schändung freigesprochen. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–, wovon 29 Tagessätze als durch Untersuchungshaft geleistet gelten 

(Fahren in fahrunfähigem Zustand).  

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre 

festgesetzt. 

4. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

25. April 2019 angesetzte Probezeit wird mit Wirkung ab heute um ein Jahr 

verlängert. 

5. Es wird keine Landesverweisung angeordnet. 

6. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin wird abgewiesen. 

7. Dem Beschuldigten wird Schadenersatz von Fr. 2'700.– aus der Gerichts-

kasse zugesprochen. 

-   33   - 

8. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, 

einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung und der 

unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft, werden im Umfang 

von Fr. 1'000.– dem Beschuldigten auferlegt und im Übrigen auf die Ge-

richtskasse genommen. 

9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 4'150.–   amtliche Verteidigung 

Fr. 3'400.–   unentgeltliche Vertretung  

10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der 

Privatklägerschaft, werden zu einem Zehntel dem Beschuldigten auferlegt 

und zu neun Zehnteln auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden zu neun Zehnteln definitiv und zu einem 

Zehntel einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt im Umfang von einem Zehntel 

vorbehalten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Die Kosten der unentgeltlichen 

Vertretung der Privatklägerschaft werden vollumfänglich auf die Gerichts-

kasse genommen. 

11. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(per Inca-Mail) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (per E-Mail) 
− die Vertretung der Privatklägerin für sich und die Privatklägerschaft 

(per Inca-Mail) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat  
− die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die 

Privatklägerschaft 

-   34   - 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und Formular B 
− die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 

des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" 
− die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG) 
− in die Untersuchungsakten Nr. A-2/2018/34897 der Staatsanwaltschaft 

I des Kantons Zürich 

12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 28. April 2022 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. Chr. Prinz 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw A. Donatsch 
 

 
 

-   35   - 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 

 

	Urteil vom 28. April 2022
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 75 S. 34 ff.)
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB sowie
	 des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 1 VRV sowie in Verbindung mit Art. 55 Abs. 6 SVG und Art. 2 lit. b der Verordnung der Bundesversammlung über Alkoholgr...

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 28 Tage durch Haft erstanden sind.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.
	4. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. April 2019 für eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– im Rahmen des bedingten Strafvollzugs gewährte Probezeit von 2 Jahren wird mit Wirkung ab heute um 1 Jahr verlängert.
	5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 5 Jahre des Landes verwiesen.
	6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 20. Juli 2020 beschlagnahmte Mobiltelefon der Marke Huawei (Asservat Nr. A013'586'828) wird dem Beschuldigten herausgegeben. Wird der Gegenstand nicht innert 60 Tagen nach Rechtskraft diese...
	7. Die Schadenersatzforderung der Privatklägerin B._____ wird auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	8. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 6'000.– zuzüglich 5 % Zins ab 2. Februar 2020 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	9. Rechtsanwalt MLaw X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit pauschal Fr. 16'900.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt.
	10. Rechtsanwalt MLaw Y._____ wird für seine Aufwendungen als unentgeltlicher Vertreter der Privatklägerin mit pauschal Fr. 10'500.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt.
	11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
	12. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin, werden dem Beschuldigten auferlegt.
	13. Die Kosten der amtlichen Verteidigung sowie der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerin werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung der Verteidigungskosten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	14. (Mitteilungen)
	15. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 7 f.)
	1. Ziff. 1 des Urteils vom 27. Mai 2021 sei insofern aufzuheben, als dass der Berufungskläger der Schändung i.S.v. Art. 191 StGB schuldig gesprochen wurde, und es sei der Berufungskläger dieses Vorwurfs freizusprechen.
	2. Ziff. 2 und 3 des Urteils vom 27. Mai 2021 seien aufzuheben und es sei eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.– auszufällen. Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben bei einer Probezeit von drei Jahren.
	3. Ziff. 5 des Urteils vom 27. Mai 2021 sei aufzuheben, und es sei auf die Anordnung eines Landesverweises zu verzichten.
	4. Ziff. 8 des Urteils vom 27. Mai 2021 sei aufzuheben; das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin sei abzuweisen, eventualiter auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen.
	5. Dem Berufungskläger sei Schadenersatz in der Höhe von Fr. 2'700.– sowie eine Genugtuung von Fr. 7'000.– aus der Staatskasse zuzusprechen.
	6. Ziff. 12 des Urteils vom 27. Mai 2021 sei aufzuheben. Die Kosten der Untersuchung und des vorinstanzlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen.
	7. Der Sprechende sei gemäss eingereichter Honorarnote mit Teilnahme an der Berufungsverhandlung zu entschädigen.
	Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten der Staatskasse.
	1. Es seien die Begehren des Berufungskläger vollumfänglich abzuweisen.
	2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen und zusätzlich Mehrwertsteuerzusatz zulasten des Berufungsklägers.
	Erwägungen:
	I.  Prozessgeschichte, Berufungsumfang, Prozessuales

	1. Prozessgeschichte
	1.1. Das vorstehend wiedergegebene Urteil vom 27. Mai 2021 wurde den Parteien gleichentags mündlich eröffnet. Der Beschuldigte meldete mit Eingabe vom 28. Mai 2021 innert Frist Berufung an (Urk. 67).
	1.2. Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 72 und Urk. 74) reichte der Beschuldigte am 22. Oktober 2021 fristgerecht die Berufungserklärung ein (Urk. 77). Mit Präsidialverfügung vom 1. November 2021 wurde die Berufungserklärung des Beschuldig...
	1.3. Am 3. Februar 2022 ordnete die Verfahrensleitung in Bezug auf die Berufungsverhandlung den Ausschluss der Öffentlichkeit an, wobei akkreditierte Gerichtsberichterstatter unter Auflagen zugelassen wurden (Urk. 89). Am 3. und 17. Februar 2022 wurd...
	1.4. Mit Eingabe vom 6. April 2022 stellte die Verteidigung die Beweisanträge, es seien C._____, D._____ und E._____ anlässlich der Berufungsverhandlung zu befragen (Urk. 97). Mit Präsidialverfügung vom 11. April 2022 wurden die Beweisanträge abgewie...
	1.5. Am 28. April 2022 fand die Berufungsverhandlung statt. Es erschienen der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers sowie der unentgeltliche Vertreter der Privatklägerin (Prot. II S. 7). Vorfragen waren keine zu entscheiden und – ab...
	1.6. Nach den Parteivorträgen und dem Verzicht des Beschuldigten auf ein Schlusswort verzichteten die Parteien auf eine mündliche Urteilseröffnung und  -erläuterung (Art. 84 Abs. 3 StPO; Prot. II S. 13). Die geheime Beratung fand gleichentags statt, d...

	2. Umfang der Berufung
	2.1. Der Beschuldigte beantragt, er sei vom Vorwurf der Schändung freizusprechen und wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand mit einer bedingten Geldstrafe zu bestrafen. Er wendet sich zudem gegen die Landesverweisung (Dispositivziffer 5), die Regelun...
	2.2. Im Übrigen steht der angefochtene Entscheid unter Berücksichtigung des Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zur Disposition.
	3. Prozessuales (Befragung der Privatklägerin im Berufungsverfahren)
	3.1. Eine unmittelbare Beweisabnahme hat im mündlichen Berufungsverfahren gemäss Art. 343 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 405 Abs. 1 StPO zu erfolgen, wenn die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfällung notwendig erscheint. Eine unmi...
	Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können auf Video aufgezeichnete Einvernahmen genügen, um sich ein hinreichendes Bild von der Glaubwürdigkeit der Auskunftsperson oder des Zeugen respektive der Glaubhaftigkeit deren Aussagen zu verschaffen. Di...
	3.2. B._____ (Privatklägerin) wurde am 30. März 2020 staatsanwaltschaftlich einvernommen. Zwar wurde ihre Befragung auf Video aufgezeichnet. Die Aufzeichnungen gingen aber aufgrund einer technischen Panne verloren und konnten nicht mehr hergestellt w...
	Von einer weiteren Befragung der Privatklägerin im Berufungsverfahren ist abzusehen. Eine Auseinandersetzung mit ihrem Aussageverhalten ist gestützt auf die im Untersuchungsverfahren protokollierten Aussagen ohne deren unmittelbare Kenntnis möglich. S...
	II.  Sachverhalt

	1. Allgemeines
	2. Vorfall vom 2. Februar 2020 an der F._____-strasse ... in Zürich
	2.1. Laut Anklagevorwurf seien der Beschuldigte, die Privatklägerin und D._____ nach einem gemeinsam verbrachten Ausgang gegen 6.00 Uhr morgens in die Wohnung von D._____ gegangen. Dort habe sich die Privatklägerin in einem Zimmer zum Schlafen hingele...
	2.2. Der Beschuldigte erklärte anlässlich seiner staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 3. März 2020, er habe das Zimmer betreten und dabei um Erlaubnis gebeten, wobei er keine klare Antwort gehört habe. Er habe sich hingelegt, die Hand der Privatkl...
	Anlässlich der Berufungsverhandlung machte der Beschuldigte keine weiteren Aussagen zur Sache (Urk. 103). Die Verteidigung führte zusammengefasst aus, die Aussagen des Beschuldigten seien glaubhaft und würden von zwei Zeuginnen – welche keinen Grund z...
	2.3. Zum Anklagevorwurf wurde der Beschuldigte am 2. März 2020 polizeilich, am 3. März 2020, 30. März 2020 und 3. Juli 2020 staatsanwaltschaftlich sowie anlässlich der Hauptverhandlung vom 27. Mai 2021 vor Schranken befragt. Dabei äusserte sich der Be...
	2.4. Der Beschuldigte stellte sich auf den Standpunkt, es habe sich um einvernehmliche sexuelle Handlungen gehandelt. Er schilderte, wie er das Zimmer, in dem die Privatklägerin geschlafen habe, betreten habe, wie sie ein paar Worte zusammen ausgetaus...
	2.5. Die Aussagen der Privatklägerin qualifiziert die Vorinstanz als grundsätzlich konstant, detailgetreu und anschaulich. Die vorinstanzliche Würdigung kann insoweit übernommen werden. Die Privatklägerin beschrieb beispielsweise gleichbleibend, wie ...
	2.6. Es stellt sich die Frage, ob die erwähnten Aussagen des Beschuldigten respektive die belastenden Schilderungen der Privatklägerin selbst im Lichte der Ausführungen der Zeuginnen nach wie vor als glaubhaft zu qualifizieren sind.
	2.6.1. D._____ war beim fraglichen Ausgang vom 1./2. Februar 2020 Teil der Gruppe. Sie ist Besitzerin jenes Geschäfts, in dem die Gruppe noch vor dem ersten Barbesuch zusammenkam und dort gemeinsam Alkohol konsumierte. Zur Privatklägerin hielt sie fes...
	D._____ schilderte das Rahmengeschehen – den gemeinsamen Ausgang vom 1./2. Februar 2020, das Aufsuchen ihrer Wohnung in den frühen Morgenstunden, wie die Privatklägerin sich zum Schlafen in ein Zimmer zurückzog, während sie  (D._____) und der Beschuld...
	So beschrieb D._____ die Reaktion der Privatklägerin, als diese erfahren habe, dass der Beschuldigte sie in den Ausgang begleiten würde. Danach habe die Privatklägerin zu ihr gesagt, sie würde ihm vielleicht eine Chance geben, wenn sie keinen Freund h...
	D._____ schilderte, wie die Privatklägerin am 2. Februar 2020 gegen 13.30 Uhr aufgestanden und zu ihr in die Küche gekommen sei. Die Privatklägerin habe ihr erzählt, was geschehen sei, nachdem sie (die Privatklägerin) schlafen gegangen sei: "Sie hat n...
	2.6.2. C._____ legte offen, sie habe im Vorfeld der Einvernahme mit den involvierten Personen wie auch mit der Mutter des Beschuldigten gesprochen. Die Mutter des Beschuldigten habe sie aufgefordert, bei der Polizei die Wahrheit zu sagen und weder für...
	C._____ beschrieb, wie sie am 2. Februar 2020 mit der Privatklägerin telefoniert habe. Die Privatklägerin habe ihr am Telefon erzählt, sie sei am Schlafen gewesen, als der Beschuldigte sie gefragt habe, ob er sich zu ihr legen dürfe. Sie habe dies bej...
	2.6.3. Die Zeuginnen D._____ und C._____ sind mit dem Beschuldigten und der Privatklägerin befreundet. Hinweise, dass die Zeuginnen wahrheitswidrig für die eine oder andere Seite Partei ergreifen würden, sind keine erkennbar. Vielmehr gehen aus ihren...
	Die Privatklägerin hielt dazu fest, ihre Kolleginnen hätten ihr gesagt, sie solle keine Anzeige bei der Polizei machen, da der Beschuldigte Kinder in Spanien habe und nun vielleicht die Schweiz verlassen müsse (Urk. 8/1 S. 9 f.; Urk. 8/2 S. 11 f.). Zu...
	Folgt man der Darstellung der Privatklägerin, ergriffen beide Zeuginnen wie auch "G._____" und "H._____" einseitig für den Beschuldigten Partei. Ein entsprechendes Motiv, geschlossen für den Beschuldigten einzustehen und zu diesem Zweck wahrheitswidri...
	Dass sich die Privatklägerin gegenüber D._____ und C._____ wie von den Zeuginnen geschildert äusserte und die Zeuginnen dies nicht etwa erfanden, ist aus einem weiteren Grund nicht zweifelhaft. Beide Zeuginnen hielten fest, die Privatklägerin habe von...
	Insgesamt kann theoretisch zwar nicht ausgeschlossen werden, dass die Aussagen der Zeuginnen wahrheitswidrig ausfielen und die Privatklägerin ihnen gegenüber in Tat und Wahrheit stets beschrieb, wie sie erst aufwachte, als der Beschuldigte den Oralsex...
	2.6.4. Als Zwischenfazit kann Folgendes festgehalten werden. Den grundsätzlich konkreten, anschaulichen und widerspruchsfreien Aussagen des Beschuldigten stehen die ebenfalls konstanten, detailgetreuen und anschaulichen Aussagen der Privatklägerin geg...
	2.7.
	2.7.1. Unbestritten ist, dass der Beschuldigte nach dem Oralsex das Zimmer verliess und nicht bei der Privatklägerin übernachtete. Beschuldigter und Privatklägerin schildern dabei je von der Gegenseite, diese habe ein Missbehagen formuliert (Beschuldi...
	2.7.2. Die im Recht liegenden WhatsApp-Nachrichten zwischen dem Beschuldigten und C._____ vom 2., 14. und 17. Februar 2020 offenbaren Folgendes. Der Beschuldigte bat seine Gesprächspartnerin um Hilfe, damit die Privatklägerin von einer Anzeige absehe...
	2.7.3. Aus den Nachrichten lässt sich unschwer herauslesen, wie der Beschuldigte Angst vor den Konsequenzen einer Anzeige respektive Verurteilung hatte. Zudem geht daraus nach den zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen hervor, wie er von einem schle...
	2.8. Die Darstellung des Beschuldigten, er habe sich mit dem Einverständnis der Privatklägerin zu ihr ins Bett gelegt, bestätigte die Privatklägerin gegenüber zwei Zeuginnen. An den Zeugenaussagen bestehen mangels Hinweise für Absprachen keine rechtse...
	2.9. Der Anklagesachverhalt lässt sich nicht erstellen und der Beschuldigte ist vom Vorwurf der Schändung freizusprechen.
	III.  Strafzumessung

	1. Anträge/Grundsätze
	1.1. Die Verteidigung beantragt, der Beschuldigte sei wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand mit einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.– bei einer Probezeit von drei Jahren zu bestrafen (Urk. 104 S. 1).
	1.2. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt (BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. S. 59 ff. mit Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden.

	2. Wahl Sanktionsart
	2.1. Die Vorinstanz setzt (im Rahmen der Gesamtstrafenbildung) für das Fahren in fahrunfähigem Zustand gedanklich eine Freiheitsstrafe fest, ohne die Wahl der Sanktionsart zu begründen.
	2.2. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 IV 97 E. 4.2 S. 100 mit...
	Die Geldstrafe stellt die Hauptsanktion dar (BGE 134 IV 97 E. 4.2.2 S. 101). Sie wiegt als Vermögenssanktion prinzipiell weniger schwer als ein Eingriff in die persönliche Freiheit (BGE 138 IV 120 E. 5.2 S. 123; 134 IV 97 E. 4.2.2 S. 101, 82 E. 7.2.2 ...
	2.3. Der Beschuldigte wurde am 25. April 2019 wegen mehrfacher Nötigung, Sachbeschädigung und Tätlichkeiten zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 500.– verurteilt (Urk. 76). Die hier zu beurteilende Wide...

	3. Fahren in fahrunfähigem Zustand
	3.1. Der Beschuldigte lenkte am 18. Oktober 2020 um ca. 7.15 Uhr nach dem Konsum von drei Litern Bier einen Personenwagen. Die Atemalkoholkonzentration betrug 0.65 mg/l. Die Fahrt erfolgte an einem Sonntagmorgen vom I._____-quartier bis zur J._____-st...
	3.2. Die Vorinstanz hat das Vorleben des Beschuldigten und die persönlichen Verhältnisse korrekt gewürdigt. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 75 S. 26 f.). Aus den persönlichen Verhältnissen ergibt sich nichts für die Strafzumessung Relevantes. Glei...
	Der Beschuldigte weist eine Vorstrafe aus dem Jahre 2019 auf. Die nicht einschlägige Vorstrafe und das Delinquieren während laufender Probezeit wirken sich mässig straferhöhend aus.
	3.3. Unter Berücksichtigung aller für die Strafzumessung relevanten Kriterien erscheint eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen als angemessen.
	3.4.
	3.4.1. Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichte...
	3.4.2. Der Beschuldigte beziffert sein monatliches Nettoeinkommen auf Fr. 4'000.–, die Krankenkassenprämien auf Fr. 440.– und die Unterhaltsbeiträge an seine Kinder auf Fr. 600.– (Urk. 88/1). Zu berücksichtigen ist ein Abzug für Lebenskosten und die f...
	3.5. Zusammenfassend ist der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 30.– zu bestrafen.
	3.6. Nach Art. 51 StGB rechnet das Gericht die Untersuchungshaft, die der Täter während dieses oder eines anderen Verfahrens ausgestanden hat, auf die Strafe an. Ein Tag Haft entspricht einem Tagessatz Geldstrafe. Zu entziehende Freiheit soll demnach ...
	Der Beschuldigte befand sich ab 2. März 2020, 09.30 Uhr, bis zum 30. März 2020, 18.55 Uhr, und damit entgegen der Vorinstanz während 29 Tage in Haft (Urk. 17/4 und Urk. 17/14 S. 3). Die erstandene Haft ist auf die Geldstrafe anzurechnen.
	IV.  Vollzug
	1.1. Nach Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrec...
	1.2. Die Vorinstanz gewährt dem Beschuldigten den bedingten Vollzug und setzt die Probezeit auf drei Jahre fest (Urk. 75 S. 28 f.). Diese Erwägungen können sinngemäss für die hier festzusetzende Geldstrafe übernommen werden.
	V.  Widerruf
	1.1. Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB die bedingte Strafe oder den bedingten Teil der S...
	1.2. Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. April 2019 zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– verurteilt. Während der zweijährigen Probezeit wurde er straffällig, indem er in ...
	VI.  Landesverweisung
	Der Beschuldigte ist vom Vorwurf der Schändung freizusprechen, weshalb über eine Landesverweisung im Sinne von Art. 66a StGB nicht zu befinden ist.
	VII.  Zivilansprüche
	1.1. Die Vorinstanz verpflichtet den Beschuldigten, der Privatklägerin Fr. 6'000.– zuzüglich Zins zu 5 % ab 2. Februar 2020 als Genugtuung zu bezahlen.
	1.2. Das Gericht entscheidet über die anhängig gemachte Zivilklage, wenn es die beschuldigte Person freispricht und der Sachverhalt spruchreif ist (Art. 126 Abs. 1 lit. b StPO). Ist der Sachverhalt nicht spruchreif, wird die Zivilklage auf den Zivilwe...
	1.3. Der Beschuldigte ist vom Vorwurf der Schändung freizusprechen. Es liegt weder eine Persönlichkeitsverletzung noch ein widerrechtliches Verhalten im Sinne von Art. 49 OR vor. Die Privatklägerin hat keinen Anspruch auf Genugtuung.

	VIII.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

	1. Kostenfolgen im erstinstanzlichen Verfahren
	1.1. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (inklusive der Entschädigung der amtlichen Verteidigung und des Rechtsbeistandes der Privatklägerin, Dispositivziffer 11) ist wie ausgeführt in Rechtskraft erwachsen.
	1.2. Die beschuldigte Person trägt gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Wird sie teilweise schuldig gesprochen, sind ihr die Verfahrenskosten grundsätzlich nur anteilsmässig aufzuerlegen.
	Dem Schuldspruch wegen Fahren in fahrunfähigem Zustand kommt im Vergleich zum Freispruch vom Vorwurf der Schändung nur untergeordnete Bedeutung zu. Der Beschuldigte war von Anfang an geständig. Für das Verfahren wegen Fahren in fahrunfähigen Zustand e...

	2. Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren
	2.1. Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 3'000.– zu veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebührenverordnung des Obergerichts). Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegen...
	2.2. Der Beschuldigte strebte mit seiner Berufung einen Freispruch vom Vorwurf der Schändung an und obsiegt im Berufungsverfahren mit seinen Anträgen nahezu vollumfänglich. Er unterliegt in Bezug auf das beantragte Strafmass und die beantragte Genugtu...
	2.3.
	2.3.1. Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen, so hat sie gemäss Art. 436 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 429 Abs. 1 StPO Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte (li...
	Die Festlegung der Genugtuungssumme nach Art. 429 ff. StPO beruht auf richterlichem Ermessen (BGE 143 IV 339 E. 3.1 S. 342 f.; Urteil 6B_984/2018 vom 4. April 2019 E. 5.1). Bei der Ausübung des Ermessens kommt den Besonderheiten des Einzelfalles entsc...

	2.3.2. Die vom Beschuldigten ausgestandene Haft von 29 Tagen ist an die Geldstrafe anzurechnen (E. III.3.6). Damit erfolgt der Ausgleich der Haft als Realersatz und die Frage der finanziellen Entschädigung stellt sich nicht (BGE 141 IV 236 E. 3.3 S. 2...
	2.3.3. Wie bereits vor Vorinstanz macht der Beschuldigte Schadenersatz von Fr. 2'700.– geltend. Er habe im Stundenlohn gearbeitet und sein damaliger Nettolohn habe ca. Fr. 2'700.– betragen (Prot. I S. 66; Urk. 104 S. 11).
	Dass dem Beschuldigten aus dem Strafverfahren ein wirtschaftlicher Schaden entstanden ist respektive dass er durch die verbüsste Haft tatsächlich eine Lohneinbusse erlitt, wurde mit dem Arbeitsvertrag vom 16. Januar 2020, welcher festhält, dass der Be...

	2.4. Die amtliche Verteidigung macht im Berufungsverfahren einen Aufwand von Fr. 3'795.90 (inkl. MwSt.) geltend, was ausgewiesen ist und angemessen erscheint (Urk. 101). Zusätzlich sind ihr die Aufwendungen im Zusammenhang mit der heutigen Berufungsve...
	2.5. Der unentgeltliche Rechtsbeistand der Privatklägerin, Rechtsanwalt  lic. iur. Y._____, macht einen Aufwand von Fr. 2'812.– (inkl. MwSt.) geltend (Urk. 102), was ausgewiesen und angemessen erscheint. Weiter ist ein Zuschlag für die Berufungsverhan...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung, vom 27. Mai 2021 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 (…)
	 des Fahrens in fahrunfähigem Zustand im Sinne von Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 2 SVG und Art. 2 Abs. 1 VRV sowie in Verbindung mit Art. 55 Abs. 6 SVG und Art. 2 lit. b der Verordnung der Bundesversammlung über Alkoholgren...

	2.-5. (…)
	6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 20. Juli 2020 beschlagnahmte Mobiltelefon der Marke Huawei (Asservat Nr. A013'586'828) wird dem Beschuldigten herausgegeben. Wird der Gegenstand nicht innert 60 Tagen nach Rechtskraft diese...
	7. Die Schadenersatzforderung der Privatklägerin B._____ wird auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	8. (…)
	9. Rechtsanwalt MLaw X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse mit pauschal Fr. 16'900.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt.
	10. Rechtsanwalt MLaw Y._____ wird für seine Aufwendungen als unentgeltlicher Vertreter der Privatklägerin mit pauschal Fr. 10'500.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) entschädigt.
	11. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf
	12.-13. (…)
	14. (Mitteilungen)
	15. (Rechtsmittel)"
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ wird vom Vorwurf der Schändung freigesprochen.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 30.–, wovon 29 Tagessätze als durch Untersuchungshaft geleistet gelten (Fahren in fahrunfähigem Zustand).
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.
	4. Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 25. April 2019 angesetzte Probezeit wird mit Wirkung ab heute um ein Jahr verlängert.
	5. Es wird keine Landesverweisung angeordnet.
	6. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin wird abgewiesen.
	7. Dem Beschuldigten wird Schadenersatz von Fr. 2'700.– aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	8. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Verbeiständung der Privatklägerschaft, werden im Umfang von Fr. 1'000.– dem Beschuldigten auferl...
	9. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, werden zu einem Zehntel dem Beschuldigten auferlegt und zu neun Zehnteln auf die Gerichtskasse genomm...
	11. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung für sich und zuhanden des Beschuldigten (per Inca-Mail)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat (per E-Mail)
	 die Vertretung der Privatklägerin für sich und die Privatklägerschaft (per Inca-Mail)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 die Vertretung der Privatklägerin im Doppel für sich und die Privatklägerschaft
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und Formular B
	 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials"
	 die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG)
	 in die Untersuchungsakten Nr. A-2/2018/34897 der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich

	12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.