# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c12f5214-713f-5219-90a1-83bf0ef38799
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-10
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 10.08.2023 UV 2018/38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2018-38_2023-08-10.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2018/38

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 30.08.2023

Entscheiddatum: 10.08.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 10.08.2023
Art. 17 Abs. 1 ATSG. Revision einer Invalidenrente. Bejahung einer 
gesundheitlichen Verbesserung mit Auswirkung auf die Erwerbsfähigkeit. 
Die Einstellung der Rente erfolgte zu Recht. Abweisung der Beschwerde 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. 
August 2023, UV 2018/38). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 
8C_594/2023

Entscheid vom 10. August 2023

Besetzung

Präsidentin Christiane Gallati Schneider, Versicherungsrichterin Mirjam Angehrn und 

Versicherungsrichter Michael Rutz; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2018/38

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Mag. iur. Michael Gehring, Lindtlaw Anwaltskanzlei, 

Hauptstrasse 39, 8280 Kreuzlingen,

gegen

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Baloise Versicherung AG, Aeschengraben 21, Postfach, 4002 Basel,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Oskar Müller, Steinhauserstrasse 51, Postfach 

7552, 6302 Zug,

Gegenstand

Invalidenrente (Revision)

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war seit Juni 1990 bei der B.___ als 

Psychiatriepflegekraft angestellt und dadurch bei der Basler Versicherung AG 

(nachfolgend: Basler) gegen die Folgen von Unfällen versichert (UV-act. 1/1). Am 14. 

Juni 1991 zog sie sich bei der Blutentnahme bei einem suchtkranken Patienten, bei 

welchem zu diesem Zeitpunkt eine chronische Hepatitis-C-Virus-Infektion bestanden 

hatte, eine Nadelstichverletzung zu. Bei diesem Ereignis wurde sie mit dem Hepatitis-

C-Virus infiziert, was erstmals im Oktober 1995 diagnostiziert wurde (UV-act. 2/30). Die 

Infektion nahm einen chronischen Verlauf mit anhaltenden Beschwerden (unter 

anderem mit einer ausgeprägten Müdigkeit und raschen Erschöpfbarkeit; UV-act. 2/30, 

2/49, 2/94). Therapieversuche mit Interferon und Ribavirin in den Jahren 1996 und 1998 

blieben erfolglos (UV-act. 2/51, 2/84, 2/101, 2/110, 2/217).

A.a. 

Ab dem 1. Januar 1997 sprach die Basler der Versicherten eine Rente basierend 

auf einem Invaliditätsgrad von 70 % (UV-act. 4/17), ab dem 29. Dezember 1998 eine 

Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 45 % und ab dem 1. Januar 2004 eine 

Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 41 % zu (UV-act. 4/31). Die 

Unfallversicherung stützte sich bei ihren Rentenverfügungen auf die von der 

Eidgenössischen Invalidenversicherung in deren Verfügungen berechneten 

Invaliditätsgrade (UV-act. 6, act. G 68.1 Doc no 38, 76), welche ihrerseits bezüglich des 

Gesundheitszustands resp. der Erwerbsfähigkeit der Versicherten bei der 

A.b. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 3/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rentenrevision im Jahr 2004 insbesondere auf die ärztlichen Untersuchungen/

Beurteilungen vom 14. Januar 2004 von Dr. med. C.___, Allgemeinmedizin, und Dr. 

med. D.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, abstellte (UV-act. 7, act. G 

68.1 Doc no 68).

Im Herbst 2015 erteilte die Basler Kostengutsprache für eine medikamentöse 

Therapie zur Behandlung der Hepatitis-C-Erkrankung (UV-act. 1/73, 2/110, 2/112). Die 

zwölfwöchige Harvoni-Therapie fand von November 2015 bis Februar 2016 statt (UV-

act. 2/118). Mit Bericht vom 26. September 2016 führte der behandelnde

med. pract. E.___, Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und internistische

Onkologie, aus, dass in der Verlaufskontrolle 14 Wochen nach Beendigung der 

Behandlung weiterhin eine nicht nachweisbare Viruslast habe festgestellt werden 

können, so dass eine Ausheilung der Hepatitis C anzunehmen sei (UV-act. 2/117). Mit 

Aktenbeurteilung vom 16. November 2016 hielt Dr. med. F.___, Facharzt Allgemeine 

Innere Medizin FMH, Fähigkeitsausweis Vertrauensarzt SGV, fest, dass das Hepatitis-

C-Virus nachweislich erfolgreich aus dem Körper eliminiert worden sei. Es sei keine 

Viruslast mehr nachweisbar. Bezüglich Leber bestehe keinerlei 

Funktionseinschränkung. Die Versicherte sei bis an Sicherheit grenzender 

Wahrscheinlichkeit von der Hepatitis C geheilt worden. Demzufolge sei eine namhafte 

Besserung des Gesundheitszustands mit erheblicher Auswirkung auf die dauerhafte 

Arbeitsfähigkeit eingetreten. Aus medizinischer Sicht bestehe von Seiten der Leber 

keine Arbeitsunfähigkeit mehr für die zuletzt ausgeübte oder eine vergleichbare 

Verweistätigkeit. Aus dem Therapieerfolg könne auch geschlossen werden, dass weder 

eine erhebliche noch eine dauerhafte Schädigung der körperlichen Integrität vorliege 

(UV-act. 2/118).

A.c. 

Am 28. Februar 2017 verfügte die Basler die revisionsweise Renteneinstellung ab 

1. Juni 2017 (UV-act. 4/55).

A.d. 

Am 10. März 2017 führte med. pract. E.___ in Erwiderung auf die Beurteilung von 

Dr. F.___ aus, dass in der Tat von einer anhaltenden Virussuppression auszugehen sei. 

Ob dies einer kompletten Viruseliminierung und Ausheilung der Erkrankung entspreche 

sei medizinisch aber nicht belegt. Die Versicherte habe über Jahrzehnte mit der 

Erkrankung und den damit einhergehenden physischen und psychischen Belastungen 

A.e. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 4/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

und Einschränkungen leben müssen. Diese seien nach abgeschlossener erfolgreicher 

Behandlung nicht verschwunden und würden die Versicherte psychisch weiter 

belasten. Als Folge der Vorbehandlungen leide sie an einem chronischen 

Erschöpfungssyndrom (Fatigue-Syndrom) mit depressiven Phasen, welches die 

physische und psychische Belastbarkeit nachhaltig beeinträchtige. Die Versicherte sei 

in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich beeinträchtigt. Trotz Virussuppression bestehe 

weiterhin ein erhöhtes Leberkrebsrisiko mit dadurch verbundenen erheblichen 

psychischen Belastungen (UV-act. 2/118).

Gegen die Verfügung vom 28. Februar 2017 erhob die Versicherte, vertreten durch 

Rechtsanwalt Michael Gehring, St. Gallen, am 31. März 2017 Einsprache. Die 

Verfügung vom 28. Februar 2017 sei aufzuheben und der Versicherten weiterhin eine 

Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 41 % wie bislang auszubezahlen. 

Eventualiter sei die Verfügung vom 28. Februar 2017 aufzuheben und es sei für weitere 

Abklärungen der gesundheitlichen Situation der Versicherten ein detailliertes 

medizinisches Sachverständigengutachten eines unabhängigen Experten unter 

Einbezug sämtlicher gesundheitsrelevanter Aspekte und unter Einbezug der 

persönlichen Situation der Versicherten zu veranlassen. Unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen (UV-act. 4/57).

B.a. 

In der Folge veranlasste die Basler zwei Gutachten in den Disziplinen Allgemeine 

Innere Medizin und Psychiatrie (UV-act. 3/29). Dr. F.___ hielt mit 

versicherungsmedizinischer Stellungnahme/Aktengutachten vom 29. November 2017 

fest, dass gestützt auf die medizinischen Akten resp. die darin festgehaltenen 

Laborwerte feststehe, dass die Versicherte in einem Zeitraum vor dem 17. Oktober 

1994 mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert worden sei. Die chronische Hepatitis-C-

Virusinfektion mit intermittierenden Serum-Transaminasen-Erhöhungen resp. 

entzündlicher Aktivität in der Leber habe bis maximal zum Ende der erfolgreichen 

Harvoni-Hepatitis-C-Eliminationstherapie im Februar 2016 bestanden. Das infektiöse 

Agens, das durch seine biologische Aktivität Probleme verursacht habe, sei erfolgreich 

aus dem Körper der Versicherten eliminiert worden. Seitdem gebe es keine 

unfallkausalen Befunde mehr. Der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit 

B.b. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 5/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.  

dem Gutachten von Dr. C.___ vom 14. Januar 2004 somit nachhaltig verbessert. Die 

Diagnose laute neu wie folgt: Status nach chronisch-replikativer Hepatitis C Genotyp 

1a/b mit Status nach Therapie mit Sofosbuvir/Ledipasvir (Harvoni) November 2015 bis 

Februar 2016 mit Erreichen der Sustained Virological Response (SVR 24). Hinsichtlich 

der ursprünglichen Tätigkeit als Psychiatriepflegekraft sei die Versicherte aus 

internistisch-gastroenterologischer Sicht nach gelungener Hepatitis-C-

Eliminationstherapie voll arbeitsfähig (UV-act. 3/26). Dr. med. G.___, Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, hielt mit versicherungspsychiatrischer Stellungnahme vom 22. 

Februar 2018 fest, dass sich die psychiatrischen Diagnosen/Befunde seit dem 

Gutachten von Dr. D.___ vom 14. Januar 2004 verändert hätten. Die weiterhin 

geklagten Beschwerden der Versicherten seien weder ganz noch teilweise auf das 

Ereignis vom 14. Juni 1991 zurückzuführen (UV-act. 3/29).

Mit Entscheid vom 27. April 2018 wies die Basler die Einsprache ab (UV-act. 4/58).B.c. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 27. April 2018 erhob die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin), weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt Gehring, 

am 18. Mai 2018 Beschwerde (act. G 1). Der Rechtsvertreter beantragte, die Verfügung 

vom 28. Februar 2017 sowie der Einspracheentscheid vom 27. April 2018 seien 

aufzuheben und es sei der Beschwerdeführerin weiterhin eine Rente basierend auf 

einem Invaliditätsgrad von 41 % wie bislang auszubezahlen. Eventualiter seien die 

Verfügung vom 28. Februar 2017 sowie der Einspracheentscheid vom 27. April 2018 

aufzuheben und es sei durch einen unabhängigen Experten unter Einbezug sämtlicher 

gesundheitsrelevanter physischer und psychischer Aspekte und unter Einbezug der 

persönlichen Situation der Beschwerdeführerin ein detailliertes medizinisches und 

psychiatrisches Sachverständigengutachten erstellen zu lassen und daraufhin neu über 

den Fortbestand des UVG-Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin zu entscheiden. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten der Basler 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin). In prozessualer Hinsicht beantragte der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, es sei dieser für das Beschwerdeverfahren die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren. Das Verfahren sei im Weiteren zu 

sistieren, bis das Bundesverwaltungsgericht im parallelen Beschwerdeverfahren 

C.a. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 6/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

betreffend Invalidenversicherung (Geschäfts-Nr. C-6130/2017) rechtskräftig 

entschieden habe (act. G 1).

Dem Sistierungsantrag der Beschwerdeführerin wurde mit Schreiben vom 20. Juni 

2018 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen entsprochen (act. G 2 f.).

C.b. 

Am 7. Juli 2020 erging der Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts. Dieses 

hiess die Beschwerde in dem Sinne teilweise gut, als die Verfügung vom 3. Oktober 

2017 der IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA) aufgehoben und die 

Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen wurde, damit diese die erforderlichen 

zusätzlichen Abklärungen und Beurteilungen im Sinne der E. 9 vornehme und 

anschliessend neu verfüge (Abteilung III, C-6130/2017).

C.c. 

Mit Eingabe vom 8. Februar 2021 beantragte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin die Aufhebung der Sistierung (act. G 19). Dem schloss sich die 

Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Oskar Müller, Zug, mit Eingabe 

vom 19. Februar 2021 an (act. G 21). Mit Schreiben vom 23. Februar 2021 hob das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Sistierung auf und setzte der 

Beschwerdeführerin Frist für eine allfällige Beschwerdeergänzung (act. G 22).

C.d. 

Mit Schreiben vom 18. März 2021 wurde dem Gesuch um Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt Gehring entsprochen (act. 

G 27).

C.e. 

Am 16. April 2021 reichte die Beschwerdeführerin eine Beschwerdeergänzung ein 

(act. G 29).

C.f. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. September 2021 beantragte die 

Beschwerdegegnerin in Bestätigung des Einspracheentscheids vom 27. April 2018 die 

Abweisung der Beschwerde (act. G 37).

C.g. 

In der Replik vom 4. Februar 2022 und der Duplik vom 10. Juni 2022 hielten die 

Parteien vollumfänglich an ihren Anträgen und den Begründungen dazu fest (act. G 46, 

59).

C.h. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 7/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Am 10. Oktober 2022 leitete Rechtsanwalt Gehring ein Schreiben der IVSTA weiter, 

wonach die Begutachtung der Beschwerdeführerin im Sinne des Entscheids des 

Bundesverwaltungsgerichts vom 7. Juli 2020 vom 23. bis 25. August 2022 

durchgeführt worden sei (act. G 62).

C.i. 

Mit Schreiben vom 16. Februar 2023 forderte das Versicherungsgericht die Akten 

der IVSTA inklusive Gutachten der SMAB AG Bern (nachfolgend: SMAB) vom 20. 

Oktober 2022 an und zog diese dem Verfahren bei (act. G 66 ff., G 68.1 Doc no 1 bis 

318). Die Parteien erhielten in der Folge Gelegenheit, sich dazu zu äussern (act. G 69).

C.j. 

Die Beschwerdegegnerin liess sich mit Eingabe vom 8. Mai 2023 vernehmen und 

an ihrem Antrag auf Beschwerdeabweisung festhalten (act. G 79)

C.k. 

Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte am 16. Mai 2023 eine 

Stellungnahme mit teils ergänzten Anträgen ein. 1. Die Verfügung vom 28. Februar 

2017 sowie der Einspracheentscheid vom 27. April 2018 seien aufzuheben und es sei 

der Beschwerdeführerin weiterhin eine Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 

41 % wie bislang auszubezahlen. 2. Eventualiter seien die Verfügung vom 28. Februar 

2017 sowie der Einspracheentscheid vom 27. April 2018 aufzuheben und es sei durch 

einen unabhängigen Experten unter Einbezug sämtlicher gesundheitsrelevanter 

physischer und psychischer Aspekte und unter Einbezug der persönlichen Situation 

der Beschwerdeführerin aufgrund einer persönlichen Untersuchung und Befragung der 

Beschwerdeführerin und unter Berücksichtigung der gestellten Verdachtsdiagnose 

Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ein detailliertes 

medizinisches und psychiatrisches Sachverständigengutachten erstellen zu lassen und 

daraufhin neu über den Fortbestand des UVG-Rentenanspruchs der 

Beschwerdeführerin zu entscheiden. 3. Subeventualiter seien die Verfügung vom 28. 

Februar 2017 sowie der Einspracheentscheid vom 27. April 2018 aufzuheben und es 

sei durch einen unabhängigen Experten ein neuropsychologisches Fachgutachten zu 

erstellen, im Rahmen dessen die Verdachtsdiagnose Myalgische Enzephalomyelitis/

Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) abgeklärt werde und aufgrund dessen neu 

über den Fortbestand des UVG-Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin zu 

entscheiden sei. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten 

der Beschwerdegegnerin (act. G 80).

C.l. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 8/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Rechtmässigkeit 

der von der Beschwerdegegnerin angeordneten Einstellung der Rente ab 1. Juni 2017.

Die Stellungnahmen wurden den Parteien je zur Kenntnis gebracht (act. G 81).C.m. 

Am 22. Juni 2023 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin eine 

weitere Stellungnahme ein (act. G 86), welche der Gegenpartei zur Kenntnis gebracht 

wurde (act. G 87).

C.n. 

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der 

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

C.o. 

Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 % invalid, so hat 

sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird 

das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und 

nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 

sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

1.1. 

Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung bildet die 

Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur für 

1.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 9/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/

Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum 

schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; 

Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli 

[Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK 

UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.). Der Beweis des 

natürlichen Kausalzusammenhangs wird in erster Linie mittels der Angaben 

medizinischer Fachpersonen geführt. Die Frage nach dem adäquaten 

Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Rechtsanwender 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (KOSS UVG-

Nabold, N 53 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58; Urteil des 

Bundesgerichts vom 12. Mai 2021, 8C_15/2021, E. 7.3). Im Bereich der klar 

ausgewiesenen organischen Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung 

des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit 

der natürlichen Kausalität deckt (vgl. BGE 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen auf Lehre 

und Rechtsprechung; BGE 118 V 291 f. E. 3a). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch 

nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht 

automatisch auch die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs. In diesen 

Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung vorzunehmen (vgl. nebst vielen 

Urteil des Bundesgerichts vom 29. Mai 2012, 8C_849/2011, E. 2, 5; vgl. weiter BGE 

134 V 111 f. E. 2).

Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird 

die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, 

herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG in der hier anwendbaren, bis Ende 

2021 geltenden Fassung bei im Februar 2017 per Juni 2017 verfügter 

Renteneinstellung; materielle Revision). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 

Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet 

ist, den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die 

Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustands revidierbar. Weiter 

sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte 

Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung. Hingegen ist 

die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen 

Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 10 f. E. 2.3 mit 

1.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich 

attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des 

geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder 

verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem 

Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage. Liegt in diesem Sinne ein 

Revisionsgrund vor, ist – in einem zweiten Schritt –  der Rentenanspruch in rechtlicher 

und tatsächlicher Hinsicht umfassend zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere 

Beurteilungen besteht. Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum 

Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 

des Invaliditätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche 

auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer 

Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 

Einkommensvergleichs beruht (Urteil des Bundesgerichts vom 30. Mai 2022, 

9C_26/2022, E. 2.1 f., mit Hinweisen).

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Bezüglich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 

3a mit Hinweisen).

1.4. 

Die Rechtsprechung hat es als mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und 

Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. So weicht das Gericht bei 

Gerichtsgutachten nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der 

Einschätzung der medizinischen Fachpersonen ab. Weiter darf es den von 

Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen 

der Rechtsprechung genügenden Gutachten externer Spezialärzte vollen Beweiswert 

zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen. Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen kann sodann 

1.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.  

nicht abgestellt werden und es sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen, wenn auch 

nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen. Was 

schliesslich die Berichte von behandelnden Ärzten anbelangt, so sind diese zwar nicht 

von vornherein ohne Beweiswert, doch ist bei ihnen der Erfahrungstatsache Rechnung 

zu tragen, dass behandelnde Ärzte wegen ihrer auftragsrechtlichen Stellung eher 

zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 469 ff. E. 4.4 und 4.6; 125 V 351). 

Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen 

Entscheidungsgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es 

den Prozess ohne Weiterungen abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2 mit 

Hinweisen).

Zunächst ist zu prüfen, ob ein Revisionsgrund im Sinne einer wesentlichen 

Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen (vgl. dazu vorliegende E. 1.3) vorliegt. 

Dabei ist der Sachverhalt im Zeitpunkt der rechtskräftig revidierten Rente am 22. Juni 

2005 (UV-act. 4/31) mit demjenigen im Zeitpunkt des streitigen Einspracheentscheids 

vom 27. April 2018 (UV-act. 4/58) zu vergleichen.

2.1. 

Die ursprünglichen Renten, zuletzt im Umfang von 41 % ab 1. Januar 2004, 

wurden aufgrund einer diagnostizierten (unfallkausalen) chronischen Hepatitis C (act. G 

68.1 Doc no 4-7, 68-19) resp. den damit einhergehenden Beschwerden bei 

(intermittierender) entzündlicher Aktivität in der Leber (unspezifische Symptomatik mit 

unter anderem Erschöpfbarkeit, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und 

Abgeschlagenheit; act. G 68.1 Doc no 68-16, 301-10), bei Annahme einer ab 1. Januar 

2004 bestehenden 50%-igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten und einer 80%-igen 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit (vgl. act. G 68-1 Doc no 76), gesprochen. 

Die Hepatitis C wurde von November 2015 bis Februar 2016 antiviral (Harvoni-

Therapie) behandelt (vgl. im Sachverhalt lit. A.c). Diese Therapie war erfolgreich. 

Entsprechend führte der behandelnde med. pract. E.___ im Arztbericht vom 26. 

September 2016 aus, dass 14 Wochen nach Beendigung der Behandlung weiterhin 

eine nicht nachweisbare Viruslast festgestellt worden sei, so dass eine Ausheilung der 

Hepatitis C anzunehmen sei (act. G 68-1 Doc no 146). Von einer effektiven Heilung der 

chronischen Hepatitis-C-Erkrankung nach der Harvoni-Therapie gehen auch Dr. F.___ 

mit Beurteilung vom 29. September 2017 (act. G 68.1 Doc no 193-69, 71) sowie die 

Gutachter des SMAB aus (act. G 68-1 Doc no 301-6, 301-37). Bei medizinisch 

nachgewiesenem Wegfall der Hepatitis-C-Erkrankung ist in somatischer Hinsicht damit 

offenkundig eine wesentliche Änderung seit der Rentenzusprache ab 1. Januar 2004 

eingetreten, so dass ein Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorliegt und der 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht allseitig und ohne Bindung an 

frühere Beurteilungen zu prüfen ist (BGE 141 V 10 f. E. 2.3).

Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrem Renteneinstellungsentscheid vom 

27. April 2018 bezüglich des aktuellen (unfallkausalen) Gesundheitszustands resp. der 

daraus resultierenden Arbeits(un)fähigkeit abschliessend auf die Aktenbeurteilungen 

der Dres. F.___ und G.___ vom 29. November 2017 und 22. Februar 2018, welche die 

Beschwerdeführerin nach Heilung der Hepatitis-C-Erkrankung und mangels Nachweis 

einer einschränkenden psychiatrischen Erkrankung resp. mangels Kausalität einer 

allfälligen psychiatrischen Erkrankung als voll leistungsfähig einstuften (vgl. im 

Sachverhalt lit. B.b). Das Bundesverwaltungsgericht hielt in seinem Urteil vom 7. Juli 

2020 (Geschäfts-Nr. C-6130/2017; act. G 68.1 Doc no 218) die damalige medizinische 

Aktenlage zumindest bezüglich Vorliegens und Verlaufs einer eigenständigen oder 

reaktiven psychischen Erkrankung der Beschwerdeführerin zur Beurteilung der 

revisionsrechtlichen Fragen im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für 

ungenügend und wies die Sache zu zusätzlichen Abklärungen an die IVSTA zurück. 

Wörtlich führte es, zwar insbesondere in Würdigung der Berichte des regionalen 

ärztlichen Dienstes (RAD), indes auch in Beachtung der Aktenbeurteilungen der Dres. 

F.___ und G.___ aus (act. G 68.1 Doc no 218-25 ff. Ziff. 7.7 f.), "ob, und falls ja, welche 

psychiatrischen Erkrankungen bei der Beschwerdeführerin im vorliegend zu 

beurteilenden Zeitraum bestanden haben, bleibt jedenfalls offen und bedarf weiterer 

Abklärung" (act. G 68.1 Doc no 218-34 Ziff. 8.3.7). Schliesslich schlussfolgerte es, "in 

den Akten fehlen umfassende, hinreichend begründete und nachvollziehbare 

medizinische Angaben zur Frage, wie sich der Gesundheitszustand und die 

Funktionseinschränkungen der Beschwerdeführerin seit dem Abschluss der Harvoni-

Therapie entwickelt haben" (act. G 68.1 Doc no 218-35 Ziff. 8.4). Diese Beurteilung in 

Bezug auf das Fehlen einer verlässlichen medizinischen Entscheidungsgrundlage im 

damaligen Zeitpunkt ist einleuchtend und galt auch bezüglich des vorliegenden 

Verfahrens. Zwar stellen sich im unfallversicherungsrechtlichen (Revisions-)Verfahren 

nicht zwangsläufig dieselben Fragen wie im Verfahren der Invalidenversicherung und es 

besteht keine Bindung der Unfallversicherung an die invalidenversicherungsrechtlichen 

Beurteilungen (BGE 126 V 293 f. E. 2d). Aber auch in diesem Verfahren bedarf es 

verlässlicher Grundlagen in Bezug auf den (psychischen) Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin, zumal sich erst nach hinlänglicher Beantwortung dieser Frage 

auch die unfallversicherungsrechtlich vorausgesetzte (natürliche und adäquate) 

Kausalität einer allfälligen Gesundheitsbeeinträchtigung beurteilen lässt. Dafür reichten 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

die von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen Aktengutachten, insbesondere 

jenes von Dr. G.___, wie es das Bundesverwaltungsgericht nach dem Gesagten 

offensichtlich auch schloss, nicht aus.

Entsprechend dem Rückweisungsentscheid des Bundesverwaltungsgerichts 

ordnete die IVSTA eine polydisziplinäre Begutachtung bei der SMAB an (vgl. im 

Sachverhalt lit. C.c und C.i). Das Gutachten (in den Disziplinen Innere Medizin, 

Neuropsychologie, Psychiatrie und Rheumatologie) datiert vom 20. Oktober 2022 (act. 

G 68.1 Doc no 301; das neuropsychologische Fachgutachten datiert vom 26. August 

2022 [act. G 68.1 Doc no 299]).

3.2. 

Der internistische Experte, Dr. med. H.___, Facharzt für Allgemeine Innere 

Medizin, Facharzt für Tropenmedizin und Infektiologie, führte nach persönlicher 

Befragung und Untersuchung (act. G 68.1 Doc no 301-30 ff.), Laboruntersuchung (act. 

G 68.1 Doc no 301-35) und in Würdigung der ergangenen medizinischen Aktenlage 

(act. G 68.1 Doc no 301-28 f.) zusammengefasst aus, dass die Hepatitis C seit etwa 

sechs Jahren ausgeheilt sei und es keine Hinweise auf eine Leberfibrose gebe. Die 

Leberwerte seien im normalen Bereich. Insgesamt würden auf internistischem 

Fachgebiet keine Auswirkungen auf Aktivität und Teilhabe bestehen, weder im Berufs- 

noch im Alltagsleben. Solange die Hepatitis C bestanden habe, könne diese für 

unspezifische Allgemeinbeschwerden verantwortlich gewesen sein. Ca. 50 % der 

Patienten mit einer chronischen Hepatitis C würden über Müdigkeit und kognitive 

Beeinträchtigungen klagen. Eine Persistenz dieser Beschwerden nach Ausheilung der 

Hepatitis C lasse sich aber nicht begründen (act. G 68.1 Doc no 301-27 ff., 

insbesondere 301-36 ff.).

3.2.1. 

Die neuropsychologische Gutachterin, lic. phil. I.___, Fachpsychologin für 

Neuropsychologie FSP, zertifizierte neuropsychologische Gutachterin SIM, führte nach 

persönlicher Befragung, in Kenntnis der medizinischen Akten, in Würdigung der 

testpsychologischen Untersuchung (nach RCFT, TAP Alertness, WMS-R) sowie nach 

zwei Performanzvalidierungsverfahren (RDS, TOMM) beurteilend aus, dass bei der 

Beschwerdeführerin in der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung keine 

aussagekräftigen Befunde hätten erhoben werden können. Zwei standardmässig 

eingesetzte Performanzvalidierungstests hätten deutlich auffällige Resultate gezeigt, 

was auf eine verminderte Anstrengungsbereitschaft hinweise. Zudem hätten sich auch 

in den übrigen Befunden mehrere Inkonsistenzen gezeigt. Beispielsweise sei eine 

schwere Verlangsamung bei einer einfachen Reiz-Reaktions-Aufgabe feststellbar 

gewesen. Die Reaktionszeiten hätten im Median 1153 msec (ohne Warnton) bzw. 942 

3.2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

msec (mit Warnton) betragen. Diese Verlangsamung sei schon an und für sich äusserst 

ungewöhnlich und ausserdem nicht konsistent mit dem ansonsten normalen Tempo in 

Gespräch und Verhalten. Zudem habe sich dann eine deutliche Inkonsistenz zu einer 

ähnlichen Aufgabe, bei der aber vor der Reaktion zusätzlich entschieden werden 

müsse, ob die Reaktion zu erfolgen habe oder nicht (Go-/Nogo-Aufgabe), gezeigt. Bei 

dieser Aufgabe seien die Reaktionszeiten im Median mit 762 msec wesentlich schneller 

gewesen, obwohl ein zusätzlicher kognitiver Prozess vonnöten gewesen sei. Überdies 

habe die Beschwerdeführerin im Gespräch klar und präsent gewirkt und habe sich 

auch an Detailinformationen ihrer Krankengeschichte gut erinnern können. Dies stehe 

im Widerspruch zu den in der Testsituation erheblich beeinträchtigten 

Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistungen. Im Rahmen von Hepatitis-C-lnfektionen 

seien zwar kognitive Defizite in den Bereichen Aufmerksamkeit, Gedächtnis, exekutive 

Funktionen und Feinmotorik möglich, könnten aber in vorliegendem Fall aus oben 

beschriebenen Gründen weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Inwiefern 

aktuell kognitive Defizite vorliegen würden und ob diese als relevant für die 

Arbeitsfähigkeit beurteilt werden müssten, könne aufgrund der nicht aussagekräftigen 

Befunde nicht beantwortet werden (act. G 68.1 Doc no 299).

Der psychiatrische Gutachter, Dr. med. J.___, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, führte nach vertiefender persönlicher Befragung (act. G 68.1 Doc no 

301-45 ff.), in Auseinandersetzung mit den anlässlich der Exploration erhobenen 

Untersuchungsbefunden (act. G 68.1 Doc no 301-47 ff.), in Beachtung der 

medizinischen Aktenlage (act. G 68.1 Doc no 301-50 f.), nach einer Konsistenz- und 

Plausibilitätsprüfung (nach SRSI; act. G 68.1 Doc no 301-49 f.) sowie in Würdigung der 

Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen (in Anlehnung an das Mini-ICF-APP; act. G 

68.1 Doc no 301-52) zusammengefasst aus, dass die Angaben der Beschwerdeführerin 

aus klinischer Sicht erheblich beeinflusst von einem subjektiv determinierten 

Bewertungshorizont gewirkt hätten. In der von psychiatrischer Seite durchgeführten 

Beschwerdevalidierung hätte sich der faktische Beweis einer nicht-authentischen 

Beschwerdeschilderung gezeigt und auch die im Rahmen der neuropsychologischen 

Erhebung veranlassten Performanzvalidierungsverfahren hätten deutlich auffällige 

Werte ergeben. Darüber hinaus seien Inkonsistenzen auch bei den übrigen Befunden 

auffällig. Ein bewusstes Akzentuierungsbestreben könne daher nicht ausgeschlossen 

werden. Im Rahmen der aktuellen Untersuchung hätten sich keine bedeutsamen 

Widersprüche zu nahezu allen verfügbaren Akten ergeben. Eine aktive psychiatrische 

Krankheitsentität mit aktueller Relevanz für die Arbeitsfähigkeit habe sich auch bei der 

hiesigen Erhebung nicht verifizieren lassen. Die Bewertung von Dr. med. K.___, 

3.2.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Neurologie/Psychiatrie, werde von gutachterlicher Seite nicht geteilt. Die 

eigenanamnestischen Angaben würden bei offensichtlicher Präsenz einer von 

neurotischen Faktoren geprägten Primärpersönlichkeitsstruktur inhaltlich beeinflusst 

von richtungsweisenden Tendenzen im Rahmen einer subjektiven 

Beschwerdeüberhöhung erscheinen, dies letztlich vor dem Hintergrund bestehender 

Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung im Sinne einer 

Akzentuierung von Persönlichkeitszügen mit hypersensitiver sowie partiell emotional 

labiler Komponente. Die beklagten deprimierten Gemütszustände würden sich im 

Kontext der bezeichneten Gesamtsituation bei parallel langjährigem Vorliegen eines 

chronischen Infektionsgeschehens bzw. weiterer psychosozialer Belastungen 

(behinderte Zwillingstöchter) erklären und hätten rein reaktiven Bestand. Aus isoliert 

psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit allseits uneingeschränkt (act. G 68.1 Doc 

no 301-43 ff.).

Der rheumatologische Experte, Dr. med. L.___, Facharzt für Rheumatologie, 

Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte nach persönlicher Befragung 

(act. G 68.1 Doc no 301-61 f.), klinischer Untersuchung (act. G 68.1 Doc no 62 ff.), 

Laboruntersuchung (act. G 68.1 Doc no 301-64), ergangener Bildgebung (act. G 68.1 

Doc no 64) sowie in Würdigung der medizinischen Aktenlage (act. G 68.1 Doc no 

301-28 f.) ein generalisiertes myofasziales Schmerzsyndrom nicht-inflammatorischer 

Genese mit begleitenden Arthralgien und Fatigue sowie ein Anterior Knee Pain-

Syndrom beidseits (beginnende Femoropatellararthrose; act. G 68.1 Doc no 301-66). 

Die Beschwerden am Bewegungsapparat würden sich generalisiert in den Weichteilen 

des Schulter- und Beckengürtels sowie entlang der Wirbelsäule lokalisieren. Die 

Beschwerden würden seit vielen Jahren bestehen und hätten gemäss den Angaben der 

Beschwerdeführerin nach der Interferontherapie ihren Anfang genommen. Trotz dieser 

langjährigen Schmerzanamnese hätten sich keine Funktionseinschränkungen am 

Bewegungsapparat eingestellt, was ein an sich gutes prognostisches Zeichen sei. Die 

aktuellen Beschwerden seien im Kontext des Fatigue-Syndroms zu interpretieren und 

möglicherweise Ausdruck eines unvollständigen Fibromyalgie-Syndroms. An beiden 

Kniegelenken würden Schmerzen im vorderen Kompartiment vorliegen, ohne Hinweise 

auf eine alltagsrelevante Binnenläsion oder auf eine manifeste Arthropathie. Aus rein 

rheumatologischer Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit eine begründbare 

Reduktion der Leistungsfähigkeit von 10 bis maximal 15 %, davon ausgehend, dass es 

in diesem Umfang zu einer übermässigen Belastung der peripheren Gelenke kommen 

könne und weil die Beschwerdeführerin die Möglichkeit haben sollte, vermehrt kürzere 

Ruhepausen einzuschalten. Bei den Leiden angepassten Tätigkeiten bestehe aus 

3.2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bei einer beruflichen 

Reintegration sollten das repetitive Bücken und Aufrichten, das repetitive Anheben und 

Tragen von Gewichten über zehn Kilogramm, Arbeiten in der chronischen 

Vorneigehaltung des Rumpfes, rein statische Belastungen der Achse im Stehen und 

Sitzen, ohne die Möglichkeit zu Wechselpositionen sowie Arbeitstätigkeiten mit 

längeren Botengängen, insbesondere mit wiederholten Treppengängen, vermieden 

werden (act. G 68.1 Doc no 301-57 ff.).

In der Konsensbeurteilung (act. G 68.1 Doc no 301-6 ff.) wurden die 

Beurteilungen in den Teilgutachten aufgegriffen und festgehalten, dass sich in 

internistischer und psychiatrischer Hinsicht keine Erkrankung mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit finden lasse. Einzig aus rheumatologischer Sicht bestehe eine 

Reduktion der Leistungsfähigkeit von 10 bis maximal 15 % in der angestammten 

Tätigkeit. Bei den Leiden angepassten Tätigkeiten bestehe aber keine Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit.

3.2.5. 

In der Stellungnahme vom 16. Mai 2023 lässt die Beschwerdeführerin mehrere 

Einwände gegen die Verwertbarkeit und die Beweistauglichkeit des SMAB-Gutachtens 

vortragen (act. G 80).

3.3. 

Bezüglich der geltend gemachten verspäteten Akteneinsicht in das SMAB-

Gutachten (act. G 80 S. 2 f.) ist festzuhalten, dass sich die anwaltlich vertretene 

Beschwerdeführerin im vorliegenden Beschwerdeverfahren vor dem über eine 

uneingeschränkte Kognition verfügenden Versicherungsgericht umfassend zu allen 

Punkten äussern konnte. Soweit das Versicherungsgericht Ergänzungsfragen, 

Erörterungen oder weitere Abklärungen für notwendig erachtet hätte, hätte es solche in 

diesem Verfahren anordnen können. Der Beschwerdeführerin ist aufgrund einer 

allfälligen Verletzung des rechtlichen Gehörs im Administrativverfahren bei der IVSTA 

daher kein Nachteil erwachsen, welcher nicht geheilt werden könnte.

3.3.1. 

Die Beschwerdeführerin lässt weiter geltend machen, die anderslautenden 

Beurteilungen von Dr. med. M.___, Facharzt für Innere Medizin, Facharzt für 

Allgemeinmedizin, und med. pract. E.___ vom 2. und 22. Dezember 2021 (act. G 68.1 

Doc no 266 f.) seien in Bezug auf die Diagnosestellung (chronische Hepatitis C [HVC], 

Fatigue-Syndrom [Reaktion auf schwere Anpassungsstörung], depressives Syndrom 

[act. G 68.1 Doc no 267-10]; chronisches Fatigue-Syndrom nach Interferontherapie bei 

chronischer Hepatitis C [act. G 68.1 Doc no 266-3]) und die Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit (unter drei Stunden pro Tag [act. G 68.1 Doc no 267-4]; keine 

Arbeitsfähigkeit, auch nicht maximal drei Stunden täglich [act. G 68.1 Doc no 266-2]) 

3.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im SMAB-Gutachten nicht eingeflossen, weshalb darauf nicht abgestellt werden dürfe. 

Bezüglich dieses Einwands ist festzuhalten, dass es wünschenswert gewesen wäre, 

wenn sich die SMAB-Gutachter mit diesen Berichten ausführlicher auseinandergesetzt 

hätten. Den Gutachtern waren indes jene Beurteilungen bekannt (act. G 68.1 Doc no 

301-25 f.). Sie, wie auch Dr. M.___ und med. pract. E.___, konnten aber die geklagten 

Beschwerden der Beschwerdeführerin (Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, 

Erschöpfbarkeit, ausgeprägte Kraft- und Energielosigkeit, Leistungsminderung [act. G 

68.1 Doc no 301-30, 45, 61]) nach der gelungenen Hepatitis-C-Eliminationstherapie 

nicht mehr fassbar machen und auch nicht einer psychischen/psychosomatischen oder 

neuropsychologischen Diagnose zuordnen. Die Diagnose eines (postviralen/

posttherapeutischen) Fatigue-Syndroms und/oder einer myalgischen Enzephalopathie/

eines chronisches Fatigue-Syndroms (ME/CFS), wie es im Bericht vom 4. April 2023 

von Dr. med. N.___, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, zur Diskussion gestellt 

wird (act. G 80.1 M), würde zwar eine Erklärung für die subjektiv geklagten 

Beschwerden liefern. Anlässlich der verschiedenen Explorationen im SMAB liessen sich 

aber weder allfällige kognitive Einschränkungen noch ein relevanter Abfall des 

Leistungsniveaus aufgrund von Müdigkeit und Erschöpfbarkeit plausibilisieren. Dass 

bei der neuropsychologischen Untersuchung keine aussagekräftigen Befunde in Bezug 

auf allfällige in Kausalzusammenhang mit der Hepatitis-C-Infektion stehende 

Einschränkungen erhoben werden konnten, weil zwei standardmässig eingesetzte 

Performanzvalidierungstests deutlich auffällige Werte im Sinne einer verminderten 

Anstrengungsbereitschaft zeigten und sich auch bei den übrigen Befunden mehrere 

Inkonsistenzen ergaben (act. G 68.1 Doc no 299-4 ff., 301-49), geht zu Lasten der 

Beschwerdeführerin. Nach der allgemeinen auch im Sozialversicherungsrecht 

geltenden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. Januar 2015, 8C_324/2014, E. 3.2) 

Beweisregel (Art. 8 des Zivilgesetzbuches [ZGB, SR 210]) wird bei Beweislosigkeit 

vermutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend auswirkt. 

Bleiben die Auswirkungen eines objektivierbaren wie auch eines nicht (bildgebend) 

fassbaren Leidens auf die Arbeitsfähigkeit trotz in Nachachtung des 

Untersuchungsgrundsatzes sorgfältig durchgeführter Abklärungen – wie hier – vage 

und unbestimmt, ist der Beweis für die Anspruchsgrundlage nicht geleistet und nicht zu 

erbringen (BGE 140 V 297 f. E. 4.1 mit Hinweisen). Auf die beantragte 

neuropsychologische Abklärung (gemeint ist wohl eine neurologische Abklärung) in 

Bezug auf das Vorliegen eines invalidisierenden Fatigue-Syndroms und/oder einer/

eines ME/CFS kann aus denselben Gründen verzichtet werden, denn auch allfällige 

Limitierungen aufgrund einer solchen Erkrankung liessen sich mangels 

Objektivierbarkeit einzig mit den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

begründen, was – bei gemäss Beschwerdevalidierung nicht-authentischer 

Beschwerdeschilderung (act. G 68.1 Doc no 301-49) – für einen hinlänglichen 

Nachweis von erwerblichen Auswirkungen eines Gesundheitsschadens aber nicht 

ausreicht. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass es 

invalidenversicherungsrechtlich nicht auf die Diagnose, sondern einzig darauf 

ankommt, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts vom 15. März 2016, 9C_634/2015, 9C_665/2015, E. 6.1). 

Auswirkungen resp. invalidisierende Einschränkungen bezüglich der geltend 

gemachten nicht objektivierbaren Leiden bleiben gestützt auf das Gesagte, entgegen 

dem Einwand der Beschwerdeführerin, zulasten der Beschwerdeführerin unbewiesen. 

Auf weitere Abklärungen kann in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden.

In Bezug auf die Einwände der Beschwerdeführerin gegen die Beweistauglichkeit 

des psychiatrischen Teilgutachtens ist festzuhalten, dass die Expertise lege artis unter 

Berücksichtigung der relevanten Punkte nach klinischer Untersuchung mit 

Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung erstellt wurde. 

Die angegebenen Beschwerden (Zukunftsängste, Schlaf-, Konzentrations- und 

Gedächtnisstörungen, Appetitminderung und ausgeprägte Kraft- bzw. Energielosigkeit 

[act. G 68.1 Doc no 301-45]) wurden berücksichtigt, konnten in der Untersuchung bei 

grösstenteils unauffälligem psychopathologischem Befund aber nicht in dem Sinne 

plausibilisiert werden, dass eine relevante Einschränkung in der Leistungsfähigkeit 

hinlänglich nachgewiesen wäre (act. G 68.1 Doc no 301-47 ff.). Anhaltspunkte dafür, 

dass sich Dr. J.___ anhand der Untersuchungsdauer nur ein ungenügendes Bild von 

den vorhandenen Limitierungen hätte machen können, sind nicht erkennbar, wobei 

nicht in Abrede zu stellen ist, dass sich Dr. J.___ bei dieser langen Vorgeschichte in der 

Beurteilung eher kurzgehalten hat und es wünschenswert gewesen wäre, wenn einige 

Punkte etwas ausführlicher erfragt und niedergeschrieben worden wären. Seine 

Beurteilung vermag aber dennoch zu genügen, zumal die entscheidenden Punkte darin 

Eingang fanden und berücksichtigt wurden. Bezüglich des Einwands, es hätte nicht auf 

fremdanamnestische Angaben verzichtet werden dürfen, ist auf die Rechtsprechung zu 

verweisen, wonach den Experten bei der Wahl der Methode zur Erstellung des 

Gutachtens ein grosses Ermessen zukommt. Massgebend ist vielmehr, dass das 

Gutachten gesamthaft gesehen nachvollziehbar begründet und überzeugend ist (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 27. September 2017, 8C_820/2016, E. 5.2, 5.5). Dies ist 

vorliegend der Fall. Der unauffällige psychopathologische Befund (act. G 68.1 Doc no 

301-47 ff.) und auch die vorhandenen Ressourcen/Fähigkeiten in Anlehnung an das 

Mini-ICF-APP lassen darauf schliessen, dass die Einschränkungen im Erwerbsleben 

3.3.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

nicht derart sein würden, wie es die Beschwerdeführerin zu befürchten scheint. Anders 

gesagt, scheint die Beschwerdeführerin über genügend Kompensationspotential zu 

verfügen, um sich auch im beruflichen Alltag durchsetzen zu können. Zwar 

diagnostizierte der die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2018 monatlich ambulant 

behandelnde Psychiater Dr. K.___ (vgl. act. G 68.1 Doc no 301-47) mit Berichten vom 

27. August 2018 (act. G 29.4) und 16. Oktober 2018 (act. G 29.1) eine die 

Arbeitsfähigkeit anhaltend einschränkende psychiatrische Erkrankung, namentlich eine 

chronifizierte Anpassungsstörung, verursacht durch die Hepatitis-C-Infektion resp. die 

anschliessende lange Krankengeschichte mit erfolglosen Therapien. Die damit 

einhergehende Begründung, wonach psychische Beeinträchtigungen bei der 

vorliegenden Leidensgeschichte mit der somatischen Erkrankung einhergehen könnten 

und diese Beeinträchtigungen nicht automatisch mit der somatischen Abheilung 

dahinfallen würden, sind grundsätzlich nachvollziehbar. Die Beurteilung von Dr. K.___, 

wie auch jene von Dr. N.___, welche der Beschwerdeführerin ausgeprägte 

rezidivierende depressive Symptome bescheinigen (act. G 80.1 M), beruhen indes 

hauptsächlich auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin ohne kritische 

Prüfung der geltend gemachten Beschwerden und wurden im Gegensatz zur SMAB-

Begutachtung ohne konkrete psychopathologische Befunderhebung, ohne Tests zur 

Validierung der Beschwerden und ohne Ausklammerung der psychosozialen Faktoren 

erstellt. Auch benennen die behandelnden Ärzte keine Aspekte, welche seitens des 

SMAB-Gutachters unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Entsprechend 

vermögen sie keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit der psychiatrischen 

Beurteilung von Dr. J.___ zu begründen und es bedarf keiner weiteren Abklärungen.

Insgesamt ist festzuhalten, dass der Beweiswert des SMAB-Gutachtens vom 20. 

Oktober 2022 nicht in Zweifel zu ziehen ist und darauf abgestellt werden kann. Die 

Teilgutachten beruhen auf einem umfassenden Aktenstudium und setzen sich 

genügend mit den bisherigen fachärztlichen Berichten auseinander. Sie erfolgten 

gestützt auf klinische Untersuchungen, Befragungen und Testungen. Sie 

berücksichtigen die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden und sind in 

ihren Schlussfolgerungen überzeugend. Widersprüchlichkeiten oder Unklarheiten sind 

keine auszumachen. Bei Ausheilung der Hepatitis-C-Erkrankung ohne Hinweise auf 

eine Leberfibrose und mangels Nachweis von funktionellen Einschränkungen, sei es 

aufgrund einer Fatigue- und/oder einer psychischen/psychosomatischen Symptomatik/

Erkrankung, leuchtet es ein, dass die Gutachter im Konsens (act. G 68.1 Doc no 301-6 

ff.) zum Ergebnis gelangten, dass die Beschwerdeführerin aus medizinisch-

theoretischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht (mehr) eingeschränkt sei resp. 

Auswirkungen der geltend gemachten Symptomatik auf die Arbeitsfähigkeit 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

unbewiesen bleiben. Für die rheumatologische Gesundheitsbeeinträchtigung, welche 

zu einer um 15 % reduzierten Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit führt und 

lediglich noch angepasste Tätigkeiten in einem Vollpensum zulässt (vgl. dazu 

vorstehende E. 3.2.4), hat die Beschwerdegegnerin mangels Kausalität nicht 

aufzukommen. Zwar führt die Beschwerdeführerin auch diese Beeinträchtigung auf die 

unfallkausale Hepatitis C resp. die unfallkausale Interferon-Therapie zurück (act. G 68.1 

Doc no 301-61, 65). Dr. L.___ hält indes einen direkten Zusammenhang der aktuellen 

Symptomatik mit der abgeheilten Hepatitis C als ausserordentlich unwahrscheinlich 

(act. G 68.1 Doc no 301-65), womit ein Zusammenhang zwar möglich, aber nicht 

hinlänglich ausgewiesen ist. Abschliessend ist festzuhalten, dass gestützt auf das 

beweiswerte SMAB-Gutachten drei Monate nach Ausheilung der Hepatitis C im 

Februar 2016 keine unfallkausalen, die Arbeitsfähigkeit einschränkenden 

Gesundheitsstörungen mehr vorlagen, womit die Beschwerdegegnerin die Rente zu 

Recht ab dem 1. Juni 2017 eingestellt hat.

Nach dem Gesagten ist der Einspracheentscheid vom 27. April 2018 im Ergebnis 

nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

4.1. 

Gerichtskosten sind mangels gesetzlicher Grundlage im UVG keine zu erheben 

(vgl. dazu Art. 61 lit. f  ATSG).

4.2. 
bis

Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht 

auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Das anwendbare kantonale Verfahrensrecht 

(siehe Art. 61 Ingress ATSG) sieht (auch) bei den ausseramtlichen Kosten bzw. der 

Parteientschädigung das Verursacherprinzip vor (Art. 98  des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1] in Verbindung mit Art. 108 der 

Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]), weshalb die 

Beschwerdegegnerin trotz materiellen Obsiegens entschädigungspflichtig wird (Urteil 

des Bundesgerichts vom 8. Januar 2019, 9C_605/2018, E. 7.2). Es sind allerdings 

lediglich diejenigen Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen, die durch die 

Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (vgl. dazu vorstehende E. 3.1) entstanden 

sind. Der Untersuchungsmangel wurde mit der Erstattung des Administrativgutachtens, 

veranlasst durch die IVSTA, geheilt. Die der Beschwerdeführerin danach entstandenen 

Aufwände liegen nicht mehr im Untersuchungsmangel begründet, sondern sind erst 

nach dessen Heilung angefallen. Sie wären auch angefallen, wenn das weitere 

4.3. 

ter

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

Gutachten bereits im Verwaltungsverfahren nach dem Einwand der rechtskundig 

vertretenen Beschwerdeführerin erstattet worden wäre. Deshalb ist der Anspruch auf 

eine allfällige Parteientschädigung für diesen Teil des Aufwands auch nicht nach dem 

Verursacherprinzip, sondern nach Art. 98  VRP und damit nach Obsiegen und 

Unterliegen zu beurteilen und vorliegend nicht von der Beschwerdegegnerin zu 

entschädigen. Wäre anstelle des Administrativgutachtens, veranlasst durch die IVSTA, 

die Sache zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen worden, erschiene eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) als 

angemessen (vgl. zur Höhe der Parteientschädigung bei zu weiteren medizinischen 

Abklärungen zurückweisenden Kollegialentscheiden etwa die Entscheide des 

Versicherungsgerichts vom 14. Juni 2021, UV 2020/58, und vom 21. Juli 2021, UV 

2020/39). Die gleiche Entschädigung ist deshalb für bis zur Heilung des 

Untersuchungsgrundsatzes durch ein Administrativgutachten anfallende Aufwände 

vergleichsweise als angemessen zu erachten.

bis

Der danach angefallene Aufwand (angemessen erscheinen bei Vorliegen eines 

Parallelverfahrens gegen die IVSTA Fr. 1'000.--), welcher nicht von der 

Beschwerdegegnerin zu entschädigen ist, ist im Rahmen der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung zu vergüten und deshalb um 20 % zu reduzieren (Art. 31 Abs. 3 

des Anwaltsgesetzes [AnwG], sGS 963.70). Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin ist somit vom Staat mit Fr. 800.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer; Fr. 1'000.-- x 0.8) zu entschädigen. Eine Partei, der die unentgeltliche 

Rechtspflege gewährt wurde, ist zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der 

Lage ist (Art. 123 ZPO in Verbindung mit Art. 99 Abs. 2 VRP).

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 22/22

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 800.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 10.08.2023
	Art. 17 Abs. 1 ATSG. Revision einer Invalidenrente. Bejahung einer gesundheitlichen Verbesserung mit Auswirkung auf die Erwerbsfähigkeit. Die Einstellung der Rente erfolgte zu Recht. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 10. August 2023, UV 2018/38). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_594/2023

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte