# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 358d54f3-d4ca-5bef-8033-fac73368ce38
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-03-18
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 18.03.2024 CA.2023.30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_CA-2023-30_2024-03-18.pdf

## Full Text

Urteil vom 18. März 2024  
Berufungskammer 

Besetzung  Richterin Andrea Blum, Vorsitzende 
Richter Olivier Thormann und Thomas Frischknecht 
Gerichtsschreiber Franz Aschwanden 
 

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, 
vertreten durch Staatsanwalt des Bundes Nils Eckmann, 

Berufungsführerin / Anschlussberufungsgegnerin /  
Anklagebehörde  

 
und  
 
als Privatklägerschaft: 
 

1. B. BANK, 

2. C. AG, 

3. D. VERSICHERUNG, 

4. E. VERSICHERUNG, 

5. F. BANK, 

6. G, 

 

 gegen 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: CA.2023.30 

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A., 
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Andrea Janggen,  

Anschlussberufungsführer / Berufungsgegner /  
Beschuldigter 

  

Gegenstand 
 

Berufung (teilweise) der Bundesanwaltschaft vom 9. Ja-
nuar 2024 und Anschlussberufung (teilweise) des Be-
schuldigten vom 1. Februar 2024 gegen das Urteil der 
Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2023.36 vom 
16. November 2023 
 
Mehrfache Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige 
Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB); 
mehrfacher qualifizierter Diebstahl (Art. 139 Ziffer 1 i.V.m. 
Ziffer 3 Abs. 4 StGB); mehrfache qualifizierte Sachbe-
schädigung (Art. 144 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB); Haus-
friedensbruch (Art. 186 StGB) 

  

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Sachverhalt: 

A. Prozessgeschichte und erstinstanzliches Urteil 

A.1 Am 12. Dezember 2019 wurde ein Bankomat der B. Bank in Sevelen SG aufge-
sprengt und daraus Geld entwendet. Am 20. Dezember 2019 wurde in Neften-
bach ZH ein weiterer Geldautomat der F. Bank gesprengt und daraus Geld ent-
wendet. Die unbekannte Täterschaft war in beiden Vorfällen flüchtig. Es bestand 
der Verdacht, dass es sich aufgrund der räumlichen und zeitlichen Nähe zu den 
Tatorten, desselben Modus Operandi, der gleichen Anzahl Täter und des ver-
wendeten Sprengstoffs in beiden Fällen um die gleiche Täterschaft handelt (vgl. 
BA pag. 10-01-0003; 10-02-0035). 

A.2 Im Rahmen der kriminaltechnischen Ermittlungen konnten in Sevelen an zwei in 
Tatortnähe sichergestellten Brecheisen («Geissfüssen») DNA-Spuren gesichert 
werden, die mit den DNA-Profilen von A. (nachfolgend: Beschuldigter) und I. 
übereinstimmten. Am Tatort in Neftenbach konnte an einem der zwei sicherge-
stellten Brecheisen eine DNA-Spur gesichert werden, welche wiederum dem Be-
schuldigten zugeordnet werden konnte (BA pag. 10-01-0023; 11-01-0001, -0024; 
10-02-0035). 

A.3 Am 21. Januar 2020 stellte die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, Un-
tersuchungsamt Altstätten, eine Gerichtsstandsanfrage an die Bundesanwalt-
schaft (nachfolgend: BA) (BA pag. 02-02-0001), worauf Letztere am 3. März 2020 
die Weiterführung des Verfahrens in Bundeskompetenz bestätigte (BA pag. 02-
02-0005). Mit Verfügungen vom 29. Mai 2020 eröffnete die BA ein Verfahren 
(SV.20.0092 [ATM Sevelen SG] betreffend den Vorfall in Sevelen) gegen den 
Beschuldigten, I. und unbekannte Täterschaft wegen Gefährdung durch Spreng-
stoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB), Dieb-
stahls (Art. 139 StGB), Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 und 3 StGB) und 
Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) und vereinigte es gestützt auf Art. 26 Abs. 2 
StPO in der Hand der Bundesbehörden (BA pag. 01-01-0003; 02-01-0004 f.). 

A.4 Am 25. Februar 2020 stellte die Staatsanwaltschaft des Kantons Winterthur / Un-
terland eine Gerichtsstandsanfrage zu Handen der BA (BA pag. 02-03-0001 f.), 
worauf Letztere am 3. März 2020 die Weiterführung des Verfahrens in Bundes-
kompetenz bestätigte (BA pag. 02-03-0003). Mit Verfügung vom 29. Mai 2020 
vereinigte die BA das Verfahren (SV.20.0202 [ATM Neftenbach ZH] betreffend 
den Vorfall in Neftenbach) gegen den Beschuldigten, eine Drittperson und unbe-
kannte Täterschaft wegen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in 
verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB), Diebstahls (Art. 139 StGB), 
Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 und 3 StGB) und Hausfriedensbruchs (Art. 186 
StGB) gestützt auf Art. 26 Abs. 2 StPO in der Hand der Bundesbehörden (BA 

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pag. 02-03-0007 f.). Mit Verfügung vom 17. Juni 2020 integrierte die BA das Ver-
fahren Nr. SV.20.0092 (ATM Sevelen SG) in das Verfahren SV.20.0202 (ATM 
Neftenbach ZH). Sie ordnete an, dass die beiden Verfahren gestützt auf Art. 29 
Abs. 1 StPO gemeinsam zu verfolgen und beurteilen sind (BA pag. 01-01-0004). 

A.5  Am 15. Juni 2020 liess die BA den Beschuldigten zur Anhaltung und Vorführung 
international ausschreiben. Er wurde am 16. Juni 2020 in V. (Dänemark) im Zu-
sammenhang mit einer Bankomatensprengung in Dänemark verhaftet. Diesbe-
züglich wurde er mit Urteil des dänischen U. Landsret (Landesgericht U.) vom 
17. Juni 2022 letztinstanzlich zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. 
Das Urteil ist rechtskräftig und wird derzeit vollzogen. Gestützt auf ein Ersuchen 
des Bundesamts für Justiz wurde der Beschuldigte am 11. Januar 2023 zwecks 
Durchführung des vorliegenden Strafverfahrens von den dänischen Behörden 
vorübergehend an die Schweiz ausgeliefert. Anschliessend befand er sich bis 
zum Urteilszeitpunkt in Haft (Auslieferungs-, Untersuchungshaft) bzw. ab dem 
29. März 2023 im vorzeitigen Strafvollzug (BA Rubrik 06.02). 

A.6 Mit Verfügung vom 17. Juni 2021 trennte die BA das Verfahren gegen den Be-
schuldigten und unbekannte Täterschaft vom Strafverfahren gegen I. (Hauptver-
fahren SV.20.0202) ab, da der Beschuldigte aufgrund des damals gegen ihn in 
Dänemark hängigen Strafverfahrens (siehe oben Sachverhalt [SV] lit. A.5) nicht 
an die Schweiz ausgeliefert werden konnte. Alle für den Abschluss der Untersu-
chung gegen den Beschuldigten und Unbekannt relevanten Akten wurden in 
elektronischer Kopie aus dem Hauptverfahren in das neu eröffnete Verfahren 
SV.21.0837 übernommen (BA pag. 03-01-0014 ff.). 

A.7 Die BA erhob am 5. September 2023 bei der Strafkammer des Bundesstraf-
gerichts (nachfolgend: Strafkammer, Erst- oder Vorinstanz) Anklage gegen den 
Beschuldigten wegen mehrfacher Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige 
Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB), mehrfachen qualifizier-
ten Diebstahls (Art. 139 Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 3 Abs. 4 StGB), mehrfacher qualifi-
zierter Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB) und Hausfrie-
densbruchs (Art. 186 StGB; TPF pag. 18.100.001, -023). 

A.8 Die erstinstanzliche Hauptverhandlung fand am 16. November 2023 vor der 
Strafkammer in Anwesenheit der BA sowie des Beschuldigten und seines Ver-
teidigers am Sitz des Bundesstrafgerichts statt (TPF pag. 18.720.001, -009), 
während sämtliche Privatkläger auf eine Teilnahme verzichtet hatten.  

A.9 Mit Urteil vom 16. November 2023 (gleichentags mündlich eröffnet) sprach die 
Strafkammer den Beschuldigten der mehrfachen Gefährdung durch Sprengstoffe 
und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB), des mehr-
fachen qualifizierten Diebstahls (Art. 139 Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 3 Abs. 4 StGB), der 

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mehrfachen qualifizierten Sachbeschädigung (Ar. 144 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB) 
und des Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) schuldig, bestrafte ihn mit einer 
Freiheitsstrafe von 64 Monaten und sprach eine Landesverweisung für die Dauer 
von 10 Jahren aus (TPF pag. TPF pag. 18.930.001 ff.). 

A.10 Mit Eingabe vom 17. November 2023 (Versand: 20. November 2023) meldete die 
BA fristgerecht Berufung gegen das Urteil SK.2023.36 an (Art. 399 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 398 Abs. 1 StPO [TPF pag. 18.940.001 f., CAR pag. 1.100.078 ff.]). Das 
schriftlich begründete Urteil wurde am 19. Dezember 2023 an die Parteien ver-
sandt; von der BA wurde es am 22. Dezember 2023 postalisch entgegengenom-
men (TPF pag. 18.930.085; CAR pag. 1.100.077, -081 ff., -083). 

B. Verfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

B.1 Im Nachgang zur Übermittlung des erstinstanzlichen Urteils inkl. Berufungsan-
meldung und sämtlichen Verfahrensakten an die Berufungskammer stellte die 
BA mit Berufungserklärung vom 9. Januar 2024, unter expliziter Beschränkung 
der Berufung auf die Bemessung der Strafe, folgenden Antrag (CAR 1.100.095 f.):  

«A. sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 75 Monaten.» 

B.2 Nach Übermittlung der Berufungserklärung an die Verteidigung sowie an die 
Privatklägerschaft erklärte die Verteidigung innert gesetzlicher Frist die An-
schlussberufung und stellte folgenden Antrag (CAR pag. 1.400.001 f., -003 f.): 

 «Herr A. sei zu verurteilen zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten als Zusatz-
strafe zum Urteil des Landesgericht U. von Dänemark, vom 24. Februar 2022 – 
unter Kosten- und Entschädigungsfolge». 

 
B.3  Nach Übermittlung der Anschlussberufungserklärung an die BA sowie an die 

Privatklägerschaft (CAR pag. 1.400.004 f.) liessen sich diese innert Frist nicht 
vernehmen. 

B.4 Im Hinblick auf die Hauptverhandlung wurden ein Strafregisterauszug sowie Füh-
rungsberichte des Regionalgefängnisses X. und der Justizvollzugsanstalt WWW. 
betreffend den Beschuldigten eingeholt und an die Parteien weitergeleitet (CAR 
pag. 2.300.001 f., 4.401.001 ff., 6.100.005 ff.). 

B.5 Anlässlich der Berufungsverhandlung, die am 14. März 2024 in Anwesenheit der 
BA und des Beschuldigten samt Verteidigung am Sitz des Bundesstrafgerichts in 
Bellinzona stattfand, wurde der Beschuldigte einvernommen. Die BA stellte fol-
gende Anträge (CAR pag. 5.200.017 f.):  

 «1. A. sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 75 Monaten. 

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 Es sei zu vermerken, dass die ausgestandene Haft in der Schweiz nicht an die 
Strafe angerechnet wird, sondern an die mit Urteil des dänischen U. Landsret vom 
17. Juni 2022 gegen A. ausgesprochene Strafe und zwar bis zu seiner Entlassung 
aus dem Strafvollzug durch die dänischen Behörden. 

2. Es sei festzustellen, dass das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 
SK.2023.36 vom 16. November 2023 bezüglich den Dispositiv-Ziffern 1 (Schuld-
spruch gemäss Anklage), 3 (Bestimmung Vollzugskanton), 4 (Landesverweisung), 
5.1 bis 5.2 (Zivilklagen C. AG, D. Versicherung und E. Versicherung), 6 (Festset-
zung und Auferlegung Verfahrenskosten Vorverfahren und erstinstanzliches 
Hauptverfahren), 7.1 (Entschädigung Privatklägerschaft), 7.2 (Entschädigung und 
Genugtuung beschuldigte Person), 8.1 (Festsetzung Entschädigung amtliche Ver-
teidigung durch Rechtsanwalt Andrea Janggen) und 8.2 (Rückforderungsvorbehalt 
betreffend Entschädigung amtliche Verteidigung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

3. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien A. aufzuerlegen. 

4. Rechtsanwalt Andrea Janggen sei für die amtliche Verteidigung von A. im ober-
instanzlichen Verfahren nach gerichtlichem Ermessen zu entschädigen, unter 
Festlegung einer entsprechenden Rückerstattungspflicht von A..» 

  Die Verteidigung wiederholte sinngemäss ihren Antrag bezüglich Strafzumes-
sung gemäss Anschlussberufungserklärung («Freiheitsstrafe von 36 Monaten 
als Zusatzstrafe zum Urteil des Landesgericht U. von Dänemark, vom 24. Feb-
ruar 2022 – unter Kosten- und Entschädigungsfolge», vgl. CAR pag. 5.200.021 f. 
und -026 f.). Eventualiter beantragte sie eine Freiheitsstrafe von 58 Monaten und 
20 Tagen (CAR pag. 5.200.022 ff., insbesondere -025). 

Die Parteien verzichteten auf eine mündliche Eröffnung des Urteils (Art. 84 Abs. 3 
Satz 2, Art. 351 Abs. 3 i.V.m. Art. 379 und Art. 405 Abs. 1 StPO). Das Urteilsdis-
positiv vom 18. März 2024 wurde inkl. Kurzbegründung am 18. März 2024 per 
Post an die Parteien versandt (CAR pag. 9.100.001 ff.). 
 
Auf die Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 
eingegangen. 
 
 
 
 
 

 
 
 
 

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Die Berufungskammer erwägt: 

I. Formelle Erwägungen 

1. Eintreten / Fristen 

Die Berufungsanmeldung und -erklärung der BA sowie die Anschlussberufungs-
erklärung des Beschuldigten erfolgten jeweils fristgerecht (Art. 399 Abs. 1-3 und 
Art. 401 Abs. 1 StPO). Die Bundesgerichtsbarkeit ist vorliegend gestützt auf Art. 23 
Abs. 1 lit. d und Art. 26 Abs. 2 StPO gegeben. Die Berufung und die Anschluss-
berufung richten sich je gegen das Urteil der Strafkammer SK.2023.36, mit wel-
chem der Beschuldigte der mehrfachen Gefährdung durch Sprengstoffe und gif-
tige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB), des mehrfachen 
qualifizierten Diebstahls (Art. 139 Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 3 Abs. 4 StGB), der mehr-
fachen qualifizierten Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB) und 
des Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) für schuldig befunden, zu einer Frei-
heitsstrafe von 64 Monaten verurteilt und für 10 Jahre des Landes verwiesen 
wurde. Die BA obsiegte in erster Instanz zwar im Schuldpunkt, unterlag jedoch 
bezüglich des Strafmasses (Antrag: Freiheitsstrafe von 74 Monaten Jahren so-
wie eine Geldstrafe von 30 Tagessätze à CHF 30.--) teilweise, womit sie zur Be-
rufung legitimiert ist (Art. 104 Abs. 1 lit. c, Art. 382 Abs. 1 StPO). Der erstinstanz-
lich verurteilte Beschuldigte ist zur Anschlussberufung ebenfalls legitimiert (Art. 
104 Abs. 1 lit. a, Art. 382 Abs. 1 StPO). Die Berufungskammer ist in der Beset-
zung mit drei Richterpersonen für die Beurteilung der vorliegenden Berufungen 
örtlich, sachlich und funktionell zuständig (Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO, Art. 33 lit. c, 
Art. 38a und Art. 28b StBOG [SR 173.71]). Die übrigen Eintretensvoraussetzun-
gen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Verfahrenshindernisse liegen keine 
vor. Auf die Berufung und die Anschlussberufung ist jeweils einzutreten. 

2. Kognition (kein Verbot der reformatio in peius) 

Die Berufungsinstanz hat das erstinstanzliche Urteil im Rahmen der angefochte-
nen Punkte umfassend zu überprüfen (Art. 398 Abs. 2 und Art. 404 Abs. 1 StPO). 
Die BA und der Beschuldigte fechten das Urteil der Vorinstanz je bezüglich der 
Strafzumessung an (CAR pag. 1.100.095 f.; 1.400.003 f.; 5.200.017 f.; -021 f. und 
-026 f.), womit dieser Punkt nicht in Rechtskraft erwachsen und im vorliegenden 
Berufungsverfahren zu überprüfen ist. Bei einer Anfechtung der Strafzumessung 
sind zudem die Entschädigungsfolgen (d.h. in welchem Umfang dem Beschul-
digten die Kosten des Vorverfahrens und erstinstanzlichen Verfahrens auferlegt 
werden bzw. er der Eidgenossenschaft für die Entschädigung der amtlichen Ver-
teidigung im Vorverfahren und erstinstanzlichen Verfahren Ersatz zu leisten hat), 
zwangsläufig mitangefochten und damit ebenfalls zu prüfen. Die übrigen Ziffern 
des erstinstanzlichen Urteils sind entsprechend in Rechtskraft erwachsen. Die 

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erstinstanzlichen Schuldsprüche (Urteilsdispositiv Ziffer I. 1) sind zudem von Am-
tes wegen mit Datum und Ort der begangenen Handlungen zu ergänzen. 

Die Rechtsmittelinstanz verfügt im Berufungsverfahren über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Aufgrund der selbständigen Berufung der BA bezüglich 
der Strafzumessung ist die Berufungskammer nicht an das Verschlechterungs-
verbot (Verbot der reformatio in peius) nach Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden und 
darf das angefochtene Urteil auch zum Nachteil des Beschuldigten abändern. 

3. Bezugnahme der BA auf das Urteil der Berufungskammer des Bundesstraf-
gerichts CA.2022.28 vom 12. Mai 2023 

 Die BA bezog sich in ihrem Parteivortrag zur Strafzumessung anlässlich der Be-
rufungsverhandlung vom 14. März 2024 bezüglich des konkreten Vorgehens bei 
der Strafzumessung schwerpunktmässig auf das Urteil CA.2022.28 der Beru-
fungskammer des Bundesstrafgerichts vom 12. Mai 2023, mit dem ebenfalls eine 
Bankomatensprengung zu beurteilen war. Die BA bezeichnete dieses Urteil, wel-
ches ihr am 14. Februar 2024 zugestellt, jedoch bis zur Berufungsverhandlung nicht 
auf der Website des Gerichts anonymisiert publiziert worden war, entsprechend als 
«Referenzurteil» (CAR pag. 5.200.002 ff.). Sie unterliess es jedoch – sowohl im 
Vorfeld der Berufungsverhandlung als auch im Rahmen derselben – dieses Urteil 
CA.2022.28 selber einzureichen bzw. zu den Akten erkennen zu lassen. Somit 
hatte die Verteidigung weder Kenntnis vom besagten Urteil noch Einblick in die-
ses und konnte sich dazu nicht äussern (vgl. Plädoyer der Verteidigung, CAR 
pag. 5.100.006). Entsprechend können das besagte Urteil CA.2022.28 – welches 
so nicht als bekannt gelten kann – bzw. die darin enthaltenen Ausführungen und 
die Vergleichsüberlegungen vorliegend nicht berücksichtigt werden (vgl. Art. 5 
Abs. 3, Art. 29 Abs. 1 und 2, Art. 32 Abs. 2 Satz 2 BV; Art. 3 Abs. 2 lit. c und Art. 
107 Abs. 1 lit. a StPO). 

4. Verwertbarkeit der vom Beschuldigten als Auskunftsperson im Berufungs-
verfahren CA.2022.2 getätigten Aussagen 

 Im Hinblick auf die Berufungsverhandlung CA.2023.30 wurde das Protokoll der 
Einvernahme von A. als Auskunftsperson vom 3. März 2023 im Berufungsver-
fahren CA.2022.2 gegen I. beigezogen (CAR pag. 2.100.001 ff.). Die betreffen-
den Aussagen wurden – anders als von der Vorinstanz angenommen (vgl. Urteil 
SK.2023.36 E. 1.2 - 1.2.3) – in Anwesenheit der Verteidigung von A. getätigt, 
nachdem dieser gemäss Art. 180 Abs. 1 i.V.m. Art. 178 lit. b-g StPO korrekt be-
lehrt worden war (CA.2022.2: VP II S. 2 [pag. 5.304.002]) und sind vorliegend 
entsprechend verwertbar. Zu erwähnen ist zudem, dass diese Aussagen A.s als 
Auskunftsperson inhaltlich mit den Aussagen übereinstimmen, die er in der Folge 

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als Beschuldigter vor der Vorinstanz (Verfahren der Strafkammer SK.2023.36) 
und im vorliegenden Berufungsverfahren CA.2023.30 getätigt hat. 

II. Materielle Erwägungen 

1. Strafzumessung 

1.1 Grundsätze der Strafzumessung 

1.1.1 Die Vorinstanz hat die allgemeinen Grundsätze der Strafzumessung ausführlich 
und sorgfältig dargelegt (Bemessung der Strafe / Bestimmung des Verschuldens 
gemäss Art. 47 Abs. 1 und 2 StGB; Strafschärfungsregel / Bildung einer Gesamt-
strafe in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB; methodisches Vorgehen bei der 
Strafzumessung), inkl. Hinweise auf die relevante Rechtsprechung und Lehre 
(Urteil SK.2023.36 E. 8.1 - 8.1.4). Diese grundsätzlichen Ausführungen sind un-
ter den Parteien auch unbestritten geblieben. Auf sie kann im Sinne der Pro-
zessökonomie verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).  

1.1.2 Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung bei der Bemessung der Gesamtstrafe das Verhältnis der einzelnen Taten 
untereinander, ihr Zusammenhang, ihre grössere oder geringere Selbstständig-
keit sowie die Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und 
Begehungsweisen zu berücksichtigen sind. Der Gesamtschuldbeitrag des ein-
zelnen Delikts wird dabei geringer veranschlagt, wenn die Delikte zeitlich, sach-
lich und situativ in einem engen Zusammenhang stehen. Die Formulierung des 
Verschuldens und die Festsetzung des Strafmasses haben dabei begrifflich in 
Einklang zu stehen (vgl. Urteile des BGer 6B_196/2021 vom 25. April 2022 E. 
5.4.3; 6B_1397/2019 vom 12. Januar 2022 E. 3.4, nicht publ. in: BGE 148 IV 89; 
6B_496/2020 vom 11. Januar 2021 E. 3.7; je mit Hinweisen; CAR pag. 5.200.007 
und -009; ACKERMANN, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 49 StGB N. 122 
und 122a; vgl. MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl. 2019, S. 186 ff. N. 500 f., 
bzw. N. 502 ff. mit Leitlinien, in welchem Umfang die Strafen für die einzelnen De-
likte als Erhöhungsstrafen heranzuziehen sind). 

1.1.3 Gemäss Änderungsentscheid des Bundesgerichts vom 28. September 2016 
(BGE 142 IV 329 E. 1.4.1) kann eine Zusatzstrafe nach Art. 49 Abs. 2 StGB nur 
noch zu einem inländischen Urteil ausgesprochen werden. Mit diesem bundes-
gerichtlichen Urteil, bzw. mit den entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz 
(vgl. Urteil SK.2023.36 E. 8.1.5 und 8.8 - 8.8.5) zeigte sich der Beschuldigte an-
lässlich der Berufungsverhandlung nicht einverstanden (CAR pag. 5.200.021 f.; 
Urteil SK.2023.36 E. 8.8.6). Darauf ist unten (E. II. 1.5.5) näher einzugehen. 

 

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1.2 Strafrahmen 

1.2.1 Der Beschuldigte hat vorliegend mehrere Straftatbestände verwirklicht. Abstrakt 
schwerste Tat ist die Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbre-
cherischer Absicht gemäss Art. 224 Abs. 1 StGB; die Strafandrohung für dieses 
Delikt lautet Freiheitsstrafe von einem bis zwanzig Jahren (Art. 224 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 40 Abs. 2 StGB). Qualifizierter Diebstahl wird mit Freiheitsstrafe von sechs 
Monaten bis zu zehn Jahren (Art. 139 Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 3 StGB), qualifizierte 
Sachbeschädigung mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe 
(Art. 144 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB) und Hausfriedensbruch mit Freiheitsstrafe 
bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 186 StGB). 

1.2.2 Wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird (unten E. II. 1.4.4.3 und 1.4.5.3), hält die 
Berufungskammer für sämtliche Delikte, also auch für die (mehrfache) qualifi-
zierte Sachbeschädigung, nach der sogenannten «konkreten Methode» (vgl. 
hierzu BGE 144 IV 217 E. 2.2, 3.3 und 3.4) eine Freiheitsstrafe für schuldadä-
quat. Ebenso wird aufzuzeigen sein, dass bei der Verurteilung wegen Hausfrie-
densbruchs aus Zweckmässigkeitsgründen und mit Blick auf die Präventionswir-
kung der Sanktion ebenfalls eine Freiheitsstrafe zu verhängen ist (unten E. II. 
1.4.6.3), sodass für sämtliche Delikte die gleiche Strafart auszufällen ist.   

1.2.3 Die Tat- und Deliktsmehrheit wirkt sich strafschärfend aus (Art. 49 Abs. 1 StGB). 
Die Anwendung des Asperationsprinzips führt innerhalb des Strafrahmens von 
Art. 224 Abs. 1 StGB zu einer Strafschärfung. Infolge Bindung an das gesetzliche 
Höchstmass der Freiheitsstrafe von zwanzig Jahren (Art. 49 Abs. 1 i.V.m. Art. 40 
Abs. 2 StGB) darf diese Grenze nicht überschritten werden. 

1.3 Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Ab-
sicht (Art. 224 Abs. 1 StGB) am 12. Dezember 2019 in Sevelen SG (AKZ 1.1.2) / 
Bestimmung der gedanklichen Einsatzstrafe 

 Ausgangspunkt der Strafzumessung bildet die (mehrfache) Gefährdung durch 
Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht gemäss Art. 224 Abs. 1 
StGB. Der Beschuldigte hat zwei Bankomatensprengungen verursacht. Das Spreng-
stoffdelikt in Sevelen SG (vgl. Anklageziffer [AKZ] 1.1.2) war die gefährlichere Tat, 
zumal nebst Sachschaden auch Personen konkret gefährdet wurden (vgl. Urteil 
SK.2023.36 E. 4.1.2.2). Entsprechend ist zunächst für dieses Sprengstoffdelikt, 
gestützt auf eine Würdigung der objektiven und subjektiven Tatkomponenten 
(respektive des objektiven / subjektiven Tatverschuldens) und eine Bewertung 
des Gesamt- bzw. Tatverschuldens, eine gedankliche Einsatzstrafe festzulegen 
(nachfolgend E. II. 1.3.1 - 1.3.3). 

 

- 11 - 

1.3.1 Objektive Tatkomponenten  

Der Beschuldigte brachte zusammen mit seinem Mittäter am 12. Dezember 2019 
um ca. 01:33 Uhr nachts an einem Bankomaten, der in die Fassade eines mehr-
stöckigen Geschäfts- und Wohnhauses mit mindestens 12 Bewohnern eingebaut 
war, eine unkonventionelle Spreng- und Bandvorrichtung (USBV) bzw. ein Selbst-
laborat (d.h. einen explosionsgefährlichen Stoff, der nicht nach zugelassenen 
Vorschriften hergestellt wurde) mit Triacetontriperoxid (nachfolgend: TATP) zur 
Explosion. Es entstand ein grosser Sachschaden von ca. Fr. 107'000.--. Die kör-
perliche Integrität der sich im Wohnhaus befindenden Personen wurde konkret 
und erheblich gefährdet. TATP gilt als nicht handhabungssicher und hochexplo-
siv. Wegen seiner Instabilität, verminderten Kontrollierbarkeit und hohen Sprengkraft 
birgt es eine grosse Gefahr für Leib und Leben von Personen. Das TATP explo-
dierte in unmittelbarer Nähe zu einer Vielzahl von schlafenden, schutzlosen Per-
sonen. Die Sprengung eines Bankomaten schräg unterhalb von Wohnungen 
zeugt von exemplarischer Rücksichtslosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber frem-
den Rechtsgütern. Der Umgang mit einem Selbstlaborat wie TATP bzw. den hier-
für notwendigen Vorläuferstoffen wurde – anders als bei kommerziellen Spreng-
stoffen – im Tatzeitpunkt weniger intensiv überwacht, weshalb diese erst seit re-
lativ kurzer Zeit vermehrt zur Begehung von Straftaten verwendet werden 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Vorläuferstoffe für explosionsfähige 
Stoffe vom 20. November 2019, BBl 2020 161, S. 166 f.). Die Verwendung von 
TATP zeigt eine gewisse Professionalität und Dreistigkeit in der Tatausführung 
auf, was strafschärfend zu werten ist. Das Sprengstoffpaket mit einer Breite von 
ca. 12 cm passte exakt in das Geldausgabefach des Bankomaten, was auf eine 
minuziöse Tatplanung schliessen lässt. Aufgrund ihrer professionellen Vorge-
hensweise dürfte der Täterschaft bekannt gewesen sein, dass die Bankomaten 
der B. Bank von Sevelen SG und Neftenbach ZH vom gleichen Gerätehersteller 
stammten und nicht nachgerüstet waren, was das Delikt in dieser Form erst er-
möglichte. Als Fluchtweg wählten die Täter einen Fussweg von rund 10 bis 13 
km abseits von polizeilichen Strassenkontrollen. Auch dies spricht für eine durch-
dachte und professionelle Tatplanung. Eine gewisse Nachlässigkeit zeigten die 
Mittäter nur, indem sie die Brecheisen (Geissfüsse) mit den DNA-Spuren auf dem 
Fluchtweg zurückliessen. Das objektive Tatverschulden ist als erheblich zu qua-
lifizieren. 

1.3.2 Subjektive Tatkomponenten 

 Der Beschuldigte kritisiert, dass im erstinstanzlichen Urteil der Umstand, dass die 
Beschädigung der Immobilie und die Gefährdung der sich darin befindlichen Per-
sonen nicht das eigentliche Ziel gewesen sei, zu wenig berücksichtigt worden sei, 
ebenso wie das eigentliche Motiv (vgl. CAR pag. 5.200.022 f.). Hierzu ist Folgen-
des festzuhalten: Der Beschuldigte beging die Tat gezielt, um den Bankomaten 

- 12 - 

zu zerstören und an das sich darin befindliche Bargeld zu gelangen, d.h. diesbe-
züglich lag direkter Vorsatz (ersten Grades) vor. Der Beschuldigte recherchierte 
nachweislich bereits vor der Tat den Standort des Bankomaten im Internet (CAR 
pag. 5.300.008 Rz. 7 f; -014 Rz. 9 und 14 ff.). Zudem war er bereits ca. 20 Minu-
ten vor der Tat am Standort des Bankomaten (CAR pag. 5.300.012 f. Rz. 43 ff.). 
Für das Gericht wurde durch eine Internetrecherche (Google Maps / Google 
Street View) auf den ersten Blick deutlich, dass sich insbesondere schräg ober-
halb des Bankomaten der B. Bank an der J. Strasse in Sevelen SG Wohnungen 
befinden, wobei in den Fenstern auch Vorhänge ersichtlich sind. Da der Beschul-
digte, wie erwähnt, bereits ca. 20 Minuten vor der Tat am Standort des Banko-
maten war, war für ihn klar erkennbar und musste er wissen, dass im entspre-
chenden Haus am Tatort Personen wohnten. Seine Aussage, dass er das nicht 
getan hätte, wenn er gewusst hätte, dass dort Menschen leben würden (vgl. CAR 
pag. 5.300.008 Rz. 7 ff.), ist insofern nicht glaubhaft. Die mit der Verwendung von 
TATP einhergehende Gefahr für fremdes Eigentum sowie für die körperliche In-
tegrität von Personen bezog er somit als notwendige Folge der Erreichung seines 
Ziels in seinen Entschluss mit ein, womit in dieser Hinsicht mindestens Eventual-
vorsatz vorlag (vgl. zur Differenzierung zwischen direktem Vorsatz [ersten bzw. 
zweiten Grades] und Eventualvorsatz STRATENWERTH, Schweizerisches Strafrecht, 
Allgemeiner Teil I: Die Straftat, 4. Aufl. 2011, S. 201 ff. N. 93 ff.). Die Intensität des 
deliktischen Willens war beträchtlich, da der Beschuldigte seinem Ziel, die Auf-
sprengung des Bankomaten zwecks Diebstahls, alle anderen, tatsächlich oder po-
tenziell auf dem Spiel stehenden Rechtsgüter – fremdes Eigentum sowie Leib und 
Leben Dritter – unterordnete, auch wenn die Beschädigung der Liegenschaft und 
die Gefährdung der sich darin befindenden Personen nicht das von ihm primär 
erstrebte Ziel war. Der Tatplan und die Tatausführung lassen insgesamt auf eine 
professionelle Vorbereitung schliessen, was eine beträchtliche kriminelle Energie 
offenbart. 

Schliesslich bringt der Beschuldigte vor, dass die Verzweiflung ihn dazu gedrängt 
habe, illegal rasch an Geld zu kommen, um damit die notwendige Behandlung 
seines Stiefvaters zeitnah zu finanzieren (vgl. CAR pag. 5.200.023). Er betonte 
jedoch auch, immer gearbeitet zu haben und jeder Arbeit nachgehen zu können 
(CAR pag. 5.300.004 Rz. 11 ff.). Zudem verfügt er gemäss Strafregisterauszug 
über Erfahrung mit Diebstählen und Einbrüchen (vgl. CAR pag. 4.401.002 f.). 
Selbst wenn er sich aufgrund der Krankheit seines Stiefvaters gedrängt gesehen 
haben sollte, erneut kriminell zu werden, hätte es andere Möglichkeiten gegeben, 
ohne skrupellos zusätzlich die körperliche Integrität von Personen zu gefährden. 
Die Intensität des deliktischen Willens war auch unter diesen Gesichtspunkten 
beträchtlich. Der Beschuldigte hätte die Tat und deren Folgen durchaus vermei-
den können. Auch das subjektive Tatverschulden ist nach dem Gesagten als er-
heblich zu werten. 

- 13 - 

1.3.3 Tatverschulden; gedankliche Einsatzstrafe 

Innerhalb des vorliegenden Strafrahmens (ein bis zwanzig Jahre Freiheitsstrafe; 
Art. 224 Abs. 1 i.V.m. Art. 40 Abs. 2 StGB) kommt nur eine Freiheitsstrafe in Be-
tracht. Aufgrund des insgesamt erheblichen Tatverschuldens ist die gedankliche 
Einsatzstrafe auf 48 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen. 

1.4 Bestimmung der hypothetischen Einzelstrafen für die weiteren Delikte 

 Die gedankliche Einsatzstrafe ist infolge Tat- und Deliktsmehrheit angemessen 
zu asperieren. Dabei ist in Ergänzung zum vorgenannten Delikt das zweite 
Sprengstoffdelikt, der mehrfache qualifizierte Diebstahl (in Sevelen SG bzw. Nef-
tenbach ZH), die mehrfache qualifizierte Sachbeschädigung (in Sevelen SG bzw. 
Neftenbach ZH) sowie der Hausfriedensbruch (in Neftenbach ZH) zu bewerten. 
In einem ersten Schritt ist für diese Delikte nachfolgend je die hypothetische Ein-
zelstrafe zu bestimmen, unter Berücksichtigung des jeweils eigenen ordentlichen 
Strafrahmens des betreffenden Delikts (unten E. II. 1.4.1 - 1.4.6.4). Gestützt auf 
die gedankliche Einsatzstrafe (oben E. II. 1.3.3) und die hypothetischen Einzel-
strafen ist sodann mittels Asperation die hypothetische Gesamtstrafe zu bemes-
sen (E. II. 1.4.7). 

1.4.1 Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht 
(Art. 224 Abs. 1 StGB) am 20. Dezember 2019 in Neftenbach ZH (AKZ 1.2.2) 

1.4.1.1 Objektive Tatkomponenten  

 Bei der Bankomatensprengung in Neftenbach ZH handelte es sich (im Vergleich 
mit jener in Sevelen SG) um einen selbständigen, räumlich und zeitlich abge-
grenzten Sachverhalt. In Neftenbach ZH entstand durch die Explosion ein gros-
ser Sachschaden von insgesamt Fr. 167'000.--. Die körperliche Integrität von 
Personen wurde jedoch nicht konkret gefährdet. Das Argument der BA, wonach 
es letztlich dem Zufall überlassen gewesen sei, dass im Moment der Detonation 
keine Personen in der Nähe gewesen seien (CAR pag. 5.200.010 f., bzw. TPF 
pag. 18.100.011), ändert daran nichts. Im Übrigen kann in Bezug auf die objekti-
ven Tatkomponenten entsprechend auf das zur Bankomatensprengung von Se-
velen SG Gesagte verwiesen werden (oben E. II. 1.3.1). Das objektive Tatver-
schulden ist etwas weniger erheblich zu werten als dasjenige bei der Bankoma-
tensprengung in Sevelen SG. 

1.4.1.2 Subjektive Tatkomponenten 

 In Bezug auf die subjektiven Tatkomponenten ist entsprechend zu berücksichti-
gen, dass keine Gefährdung der körperlichen Integrität von Personen (als notwen-
dige Folge der Erreichung des Ziels) in den Tatentschluss miteinbezogen war.  

- 14 - 

 Der Beschuldigte bringt vor, in der Verzweiflung wegen der dringlichen Finanzie-
rung der Behandlung seines kranken Stiefvaters den Wunsch gehabt zu haben, 
illegal rasch an Geld zu kommen (vgl. CAR pag. 5.200.023; oben E. II. 1.3.2 
Abs. 2). Dieses Argument überzeugt hinsichtlich des in Neftenbach begangenen 
Sprengstoffdelikts jedoch nicht, wie nachfolgend ausgeführt wird. Anlässlich der 
Einvernahme als Auskunftsperson vom 2. März 2022 (im Berufungsverfahren 
CA.2022.2 gegen I.) sagte A. in Bezug auf die Bankomatensprengung vom 12. 
Dezember 2019 in Sevelen SG aus, dass sie (die Mittäter) das Geld hälftig auf-
geteilt hätten (S. 12 Rz. 37; vgl. CAR pag. 5.300.007 f. Rz. 44 ff.). 80 % der Bank-
noten seien kaputt gewesen (S. 10 Rz. 46). Einen Teil habe er den Ärzten bezahlt, 
mit dem Rest habe er seine Schulden zurückbezahlt (S. 19 Rz. 41 f.). Es seien 
zwischen Fr. 7'000 und Fr. 10'000 gewesen (S. 20 Rz. 5). Die aus der Bankoma-
tensprengung in Sevelen SG resultierende Diebesbeute betrug unbestrittener-
massen Fr. 126'600.--. Gemäss Angaben des Beschuldigten (80 % zerstörte, 
bzw. 20 % intakte Banknoten) ergibt dies im Ergebnis einen verwertbaren Ge-
samtbetrag von rund Fr. 25'320.-- bzw., bei hälftiger Aufteilung unter den beiden 
Mittätern je einen Anteil von Fr. 12'660.--, was mit der Bezahlung der Spitalbe-
handlung des Stiefvaters durch den Beschuldigten im Umfang von Fr. 7'000.-- bis 
Fr. 10'000.-- vereinbart ist (vgl. S. 20 Rz. 5; bzw. CAR pag. 5.300.005 Rz. 34 ff.). 
Der Beuteanteil des Beschuldigten von ca. Fr. 12'660.-- aus der ersten Banko-
matensprengung in Sevelen SG hätte somit bereits ausgereicht, um die Kosten 
für die Spitalbehandlung seines Stiefvaters zu bezahlen. Dies wird auch dadurch 
deutlich, dass der Beschuldigte gemäss eigenen Angaben mit dem Rest, d.h. 
nach Abzug der Kosten für die Spitalbehandlung seines Stiefvaters, seine 
Schulden zurückbezahlt habe (S. 19 Rz. 41 f.). Der Beschuldigte hätte die Tat in 
Neftenbach ZH und deren Folgen auch unter diesen Gesichtspunkten ohne Wei-
teres vermeiden können. Wenn es ihm tatsächlich (ausschliesslich) um die Fi-
nanzierung der Spitalbehandlung des kranken Stiefvaters gegangen wäre, so 
wäre die zweite Bankomatensprengung in Neftenbach nicht nötig gewesen. 

Das subjektive Tatverschulden, inkl. der offenbarten kriminellen Energie, ist ins-
gesamt leicht weniger erheblich zu werten als dasjenige bei der Bankomaten-
sprengung in Sevelen SG. 

1.4.1.3 Tatverschulden; hypothetische Einzelstrafe 

 Insgesamt ist das Tatverschulden leicht weniger erheblich zu werten als dasje-
nige bei der Bankomatensprengung in Sevelen SG. Die hypothetische Einzel-
strafe für dieses Delikt ist unter Berücksichtigung sämtlicher Aspekte auf 32 Mo-
nate Freiheitsstrafe festzusetzen. 

 

- 15 - 

1.4.2 Qualifizierter Diebstahl (Art. 139 Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 3 Abs. 4 StGB) am 
12. Dezember 2019 in Sevelen SG (AKZ 1.1.3) 

Der qualifizierte Diebstahl zum Nachteil der B. Bank in Sevelen SG ist aufgrund 
der höheren Deliktssumme (Fr. 126'600.-) das schwerere Vermögensdelikt als 
dasjenige zum Nachteil der F. Bank in Neftenbach ZH (Fr. 103'200). Im Hinblick 
auf die Vermögendelikte ist somit zuerst betreffend jenes in Sevelen SG eine 
hypothetische Einzelstrafe festzusetzen. 

1.4.2.1 Objektive Tatkomponenten  

Der Beschuldigte hat nach der Bankomatensprengung in Sevelen SG die B. Bank 
durch qualifizierten Diebstahl im Umfang von Fr. 126'600.-- geschädigt, was ei-
nen beträchtlichen Deliktsbetrag darstellt. Zur Art und Weise der Tatausführung, 
namentlich zur offenbarten Gefährlichkeit im Sinne von Art. 139 Ziffer 3 Abs. 4 
StGB, kann einerseits auf die Ausführungen zur Strafzumessung zu Art. 224 Abs. 1 
StGB (oben E. II. 1.3.1) verwiesen werden. Ergänzend ist zu erwähnen, dass der 
Beschuldigte und sein Mittäter nicht nur TATP einsetzten, sondern auch zwei 
Brecheisen (Geissfüsse) mitführten, mit welchen sie allfällig anzutreffende Men-
schen, insbesondere auf dem Fluchtweg, schwer hätten verletzen können. Das 
objektive Tatverschulden war auch unter diesem Gesichtspunkt erheblich. 

1.4.2.2 Subjektive Tatkomponenten 

 Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz (ersten Grades), war es doch 
sein Ziel, das sich im Geldautomaten befindende Geld zu stehlen. Auch wenn er 
und der Mittäter nicht wissen konnten, welcher Geldbetrag im Bankomaten tat-
sächlich lagerte, war das Handlungsziel auf das Erlangen einer möglichst gros-
sen Geldsumme gerichtet. Bezüglich des Arguments des Beschuldigten, zwecks 
Finanzierung der Spitalbehandlung seines kranken Stiefvaters möglichst rasch 
illegal an Geld zu kommen (vgl. CAR pag. 5.200.023) kann im Wesentlichen auf 
die obigen Ausführungen zu Art. 224 Abs. 1 StGB (E. II. 1.3.2) verwiesen werden, 
da sich Handlungsziel und Motivlage mit jenem Tatbestand überlagern. Das sub-
jektive Tatverschulden, inkl. der offenbarten kriminellen Energie, ist ebenfalls als 
erheblich zu qualifizieren. 

1.4.2.3 Tatverschulden; hypothetische Einzelstrafe 

 Insgesamt ist das Tatverschulden als erheblich zu werten. Beim erwähnten Straf-
rahmen von 6 Monaten bis 10 Jahren Freiheitsstrafe erscheint für dieses Delikt 
unter Berücksichtigung sämtlicher Aspekte eine hypothetische Einsatzstrafe von 
24 Monaten Freiheitsstrafe angemessen. 

- 16 - 

1.4.3 Qualifizierter Diebstahl (Art. 139 Ziffer 1 i.V.m. Ziffer 3 Abs. 4 StGB) am 
20. Dezember 2019 in Neftenbach ZH (AKZ 1.2.3) 

1.4.3.1 Objektive Tatkomponenten  

Der Beschuldigte schädigte die F. Bank durch qualifizierten Diebstahl im Umfang 
von Fr. 103'200.--, was wiederum eine beträchtliche, wenn auch etwas geringere 
Deliktssumme als in Sevelen SG darstellt. Was das übrige objektive Tatverschul-
den anbelangt, kann grundsätzlich auf die Ausführungen zum Vermögensdelikt 
in Sevelen SG (oben E. II. 1.4.2.1) verwiesen werden, da sich Handlungsziel und 
Motivlage mit jenem Delikt decken. Das objektive Tatverschulden ist aufgrund 
der etwas geringere Deliktssumme leicht weniger erheblich zu werten als jenes 
beim Vermögensdelikt in Sevelen SG. 

1.4.3.2 Subjektive Tatkomponenten 

 Der Beschuldigte handelte mit direktem Vorsatz (ersten Grades), war es doch 
sein Ziel, das sich im Geldautomaten befindende Geld zu stehlen. Auch wenn er 
und der Mittäter nicht wissen konnten, welcher Geldbetrag im Bankomaten tat-
sächlich lagerte, war das Handlungsziel auf das Erlangen einer möglichst gros-
sen Geldsumme gerichtet. Was die Argumentation des Beschuldigten bezüglich 
Verzweiflung aus Geldnot bzw. dringenden Finanzierungsbedarfs für die Spital-
behandlung des kranken Stiefvaters betrifft (vgl. CAR pag. 5.200.023; oben E. II. 
1.3.2), ist diese im Hinblick auf den qualifizierten Diebstahl in Neftenbach ZH erst 
recht nicht stichhaltig (vgl. oben E. II. 1.4.1.2). Der Beschuldigte hätte die Tat 
auch unter diesen Gesichtspunkten ohne Weiteres vermeiden können. Wenn es 
ihm tatsächlich (ausschliesslich) um den Stiefvater gegangen wäre, hätte es den 
zweiten qualifizierten Diebstahl ohnehin nicht gebraucht. Das subjektive Tatver-
schulden, inkl. der offenbarten kriminellen Energie, ist als erheblich zu qualifizieren. 

1.4.3.3 Tatverschulden; hypothetische Einzelstrafe 

Insgesamt ist das Tatverschulden leicht weniger erheblich zu werten als beim 
qualifizierten Diebstahl in Sevelen SG. Die hypothetische Einzelstrafe für dieses 
Delikt ist demgemäss unter Berücksichtigung sämtlicher Aspekte auf 22 Monate 
Freiheitsstrafe festzusetzen. 

1.4.4 Qualifizierte Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB) am 
20. Dezember 2019 in Neftenbach ZH (AKZ 1.2.4) 

Die qualifizierte Sachbeschädigung im Zusammenhang mit der Bankomaten-
sprengung in Neftenbach ZH ist im Vergleich zu derjenigen von Sevelen SG auf-
grund des höheren Sachschadens (Fr. 167'000.- bzw. Fr. 107'000.-) die 

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schwerere Tat. Im Hinblick auf die qualifizierten Sachbeschädigungen ist somit 
zuerst betreffend jene in Neftenbach ZH eine hypothetische Einzelstrafe festzu-
setzen. 

1.4.4.1 Objektive Tatkomponenten  

Der Beschuldigte verursachte zusammen mit seinem Mittäter aufgrund der 
Sprengung des Bankomaten der F. Bank in Neftenbach ZH einen grossen Sach-
schaden von insgesamt ca. Fr. 167'000.--. Das objektive Tatverschulden ist somit 
als erheblich zu gewichten. 

1.4.4.2 Subjektive Tatkomponenten 

 Die Beschädigung des Bankomaten erfolgte gezielt bzw. mit direktem Vorsatz 
zweiten Grades, um an das sich darin befindende Bargeld zu gelangen. Die mit 
der Verwendung von TATP einhergehende Beschädigung der Liegenschaft (in 
welcher der Bankomat eingebaut war) sowie der im Verkaufsgeschäft L. Shop im 
Innern der Liegenschaft lagernden Verkaufsgegenstände wiederum bezog der 
Beschuldigte als notwendige Folge der Erreichung seines Ziels in seinen Ent-
schluss mit ein, womit er zumindest eventualvorsätzlich handelte (vgl. STRATEN-
WERTH, a.a.O., S. 201 ff. N. 93 ff., bzw. oben E. II. 1.3.2). Der Beschuldigte hätte 
die Tat ohne Weiteres vermeiden können. Diesbezüglich kann auf die obigen 
Ausführungen zum in Neftenbach ZH verübten Sprengstoffdelikt bzw. zum dort 
begangenen qualifizierten Diebstahl verwiesen werden (E. II. 1.4.1.2 und 
1.4.3.2). Das subjektive Tatverschulden, inkl. der offenbarten kriminellen Ener-
gie, ist demnach als erheblich zu werten. 

1.4.4.3 Tatverschulden; Wahl der Sanktionsart 

Das (Gesamt-)Tatverschulden ist als erheblich zu gewichten. Deshalb und unter 
Berücksichtigung, dass die qualifizierte Sachbeschädigung in einem engen Zu-
sammenhang zu den vorgenannten Delikten steht, kann dem dadurch begange-
nen Unrecht nur mit einer Freiheitsstrafe begegnet werden. Zu beachten ist al-
lerdings, dass das (Gesamt-)Tatverschulden teilweise durch die für die Gefähr-
dung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht in Neften-
bach ZH auszusprechende Strafe (vgl. oben E. II. 1.4.1 - 1.4.1.3) abgegolten ist. 
Trotz dieses Umstands vermöchte eine Geldstrafe – deren Höchstmass von 180 
Tagessätzen einem Äquivalent von 6 Monaten Freiheitsstrafe entspricht – dem 
begangenen Unrecht nicht hinreichend Rechnung zu tragen. Denn die Grenze 
des grossen Schadens von Fr. 10'000.--, bei welchem bereits ein Jahr Freiheits-
strafe ausgesprochen werden kann (vgl. BGE 136 IV 119 E. 4.3.1; Urteil des 
BGer 6B_699/2018 vom 7. Februar 2019 E. 3.3.1), ist vorliegend bei Weitem 
überschritten. Folglich ist auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen. 

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1.4.4.4 Hypothetische Einzelstrafe 

 Die hypothetische Einzelstrafe für dieses Delikt ist unter Berücksichtigung sämt-
licher Aspekte auf 14 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen. 

1.4.5 Qualifizierte Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB) am 
12. Dezember 2019 in Sevelen SG (AKZ 1.1.4) 

1.4.5.1 Objektive Tatkomponenten  

In Bezug auf die qualifizierte Sachbeschädigung im Zusammenhang mit der Ban-
komatensprengung in Sevelen SG kann in objektiver Hinsicht auf das bei der 
Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht in 
Sevelen SG Gesagte verwiesen werden (oben E. II. 1.3.1). Vorliegend hat der 
Beschuldigte zusammen mit seinem Mittäter einen Sachschaden von ca. 
Fr. 107'000.-- verursacht, was einen grossen, wenn auch vergleichsweise etwas 
geringeren Schaden als in Neftenbach ZH darstellt. Das objektive Tatverschul-
den ist aufgrund der geringeren Schadenssumme als leicht weniger erheblich zu 
werten als jenes bei der qualifizierten Sachbeschädigung in Neftenbach ZH. 

1.4.5.2 Subjektive Tatkomponenten 

Die Beschädigung des Bankomaten erfolgte gezielt bzw. mit direktem Vorsatz 
zweiten Grades, um an das sich darin befindende Bargeld zu gelangen. Die mit 
der Verwendung von TATP einhergehende Beschädigung des Gebäudes an der 
J. Strasse in Sevelen SG (in welches der Bankomat eingebaut war) wiederum 
bezog der Beschuldigte als notwendige Folge der Erreichung seines Ziels in sei-
nen Entschluss mit ein, womit in dieser Hinsicht zumindest Eventualvorsatz vor-
lag (vgl. STRATENWERTH, a.a.O., S. 201 ff. N. 93 ff., bzw. oben E. II. 1.3.2). Be-
züglich der Argumentation des Beschuldigten, wonach er in der Verzweiflung 
bzw. Geldnot zwecks Finanzierung der Spitalbehandlung für seinen kranken 
Stiefvater rasch illegal an Geld habe kommen müssen (vgl. CAR pag. 5.200.023). 
und betreffend weitere Aspekte der subjektiven Tatkomponenten kann im We-
sentlichen auf die obigen Ausführungen (E. II. 1.3.2 und 1.4.2.2) verwiesen wer-
den, da sich Handlungsziel und Motivlage mit jenen weiteren Tatbeständen über-
lagern. Das subjektive Tatverschulden, inkl. der offenbarten kriminellen Energie, 
ist leicht weniger erheblich zu werten als bei der qualifizierten Sachbeschädigung 
in Neftenbach ZH. 

1.4.5.3 Tatverschulden; Wahl der Sanktionsart 

Das Tatverschulden ist insgesamt leicht weniger erheblich einzuschätzen als bei 
der qualifizierten Sachbeschädigung in Neftenbach ZH. Was die Wahl der Straf-
art anbelangt, kann im Wesentlichen auf die Ausführungen zur qualifizierten 

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Sachbeschädigung im Zusammenhang mit der Bankomatensprengung von Nef-
tenbach ZH verwiesen werden (oben E. II. 1.4.4.3). Demnach ist auch beim vor-
liegenden Delikt auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen. 

1.4.5.4 Hypothetische Einzelstrafe 

Die hypothetische Einzelstrafe für dieses Delikt ist unter Berücksichtigung sämt-
licher Aspekte auf 12 Monate Freiheitsstrafe festzusetzen. 

1.4.6 Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB) am 20. Dezember 2019 in Neftenbach ZH 
(AKZ 1.2.5) 

1.4.6.1 Objektive Tatkomponenten  

 Der Beschuldigte betrat im Hinblick auf die Bankomatensprengung am 20. De-
zember 2019 an der K. Strasse in Neftenbach unrechtmässig den Bankomaten-
raum und das Verkaufsgeschäft L. Shop vom Vorplatz der Liegenschaft her durch 
die in Folge der Explosion entstandene Öffnung in der südlichen Fassade der 
Liegenschaft und behändigte dort das Bargeld. Es handelt sich um ein Begleit-
delikt im Bagatellbereich. Das Ausmass des verschuldeten Erfolgs bzw. das ob-
jektive Tatverschulden ist daher als gering zu werten. 

1.4.6.2 Subjektive Tatkomponenten 

 Auch die Intensität des deliktischen Willens und die kriminelle Energie, bzw. das 
subjektive Tatverschulden sind in Bezug auf dieses Delikt als gering zu qualifi-
zieren. 

1.4.6.3 Tatverschulden; Wahl der Sanktionsart 

Gemäss Art. 41 Abs. 1 StGB kann das Gericht statt auf eine Geldstrafe auf eine 
Freiheitsstrafe erkennen, wenn eine solche geboten erscheint, um den Täter von 
der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (lit. a); oder eine 
Geldstrafe voraussichtlich nicht vollzogen werden kann (lit. b). Es hat die Wahl 
der Freiheitsstrafe näher zu begründen (Abs. 2). 

Unter Berücksichtigung des deliktspezifischen Strafrahmens (Freiheitsstrafe bis 
zu drei Jahren oder Geldstrafe [Art. 186 StGB]) und des geringen (Gesamt-)Tat-
verschuldens erscheint eine Strafe von 30 Strafeinheiten angemessen. Eine sol-
che Strafe liegt gemäss geltendem Sanktionsrecht im Bereich, in welchem sich 
die beiden Sanktionsarten Freiheitsstrafe und Geldstrafe überschneiden (vgl. 
Art. 34 Abs. 1 und Art. 40 StGB). Gemäss dem Prinzip der Verhältnismässigkeit 
(Art. 5 Abs. 2, Art. 36 Abs. 3 BV) soll bei alternativ zur Verfügung stehenden und 
hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall diejenige 

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gewählt werden, welche weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen 
eingreift (vgl. Urteil der Berufungskammer des BStGer CA.2020.22 vom 16. De-
zember 2021 E. 4.3). Wie bereits die Vorinstanz zutreffend und eingehend aus-
geführt hat (Urteil SK.2023.36 E. 8.4.5.2 Abs. 2), gilt der Grundsatz Geldstrafe 
vor Freiheitsstrafe nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung allerdings nicht 
absolut, sondern kennt Ausnahmen (vgl. BGE 147 IV 241 E. 3.2). So ist insbe-
sondere die Schuld des Täters zu berücksichtigen, um die Art der Strafe zu be-
stimmen, die eine Straftat nach Art. 47 StGB sanktionieren soll (BGE 147 IV 241 
E. 3.2; 144 IV 217 E. 3.3.1 S. 225). Die Schuld ist für die Wahl der Sanktion 
indes nicht stets (alleine) entscheidend (BGE 144 IV 313 E. 1.1.1 S. 317, insbe-
sondere mit Verweis auf BGE 137 II 297 E. 2.3.4). Wenn verschiedene Arten von 
Strafen in Betracht kommen, kann die Schuld des Täters nicht das entscheidende 
Kriterium sein, sondern es müssen – neben der Angemessenheit der Strafe – die 
Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, deren Auswirkungen auf den Täter 
und seine soziale Situation sowie ihre Wirkung im Hinblick auf die Prävention 
beurteilt werden (BGE 147 IV 241 E. 3.2; 144 IV 313 E. 1.1.1; 137 II 297 E. 2.3.4; 
134 IV 97 E. 4.1). 

Der Beschuldigte weist mehrere einschlägige Vorstrafen auf (vgl. CAR pag. 
4.401.002 f.) und ist mittellos. Deshalb kann die präventive Wirkung einer mone-
tären Sanktion auf ihn heute verneint werden. Mit Blick auf die Zweckmässigkeit 
der Sanktion und ihre spezialpräventive Wirkung erscheint daher, obwohl das 
Tatverschulden in Bezug auf das vorliegende Delikt bei isolierter Betrachtung ge-
ring ist, eine Freiheitsstrafe als gerechtfertigt, zumal zwischen den in Neftenbach 
ZH begangenen Delikten ein enger örtlicher und zeitlicher Sachkonnex besteht. 

1.4.6.4 Hypothetische Einzelstrafe 

Die hypothetische Einzelstrafe für dieses Delikt ist unter Berücksichtigung sämt-
licher Aspekte auf 1 Monat Freiheitsstrafe festzusetzen. 

1.4.7 Bestimmung der hypothetischen Gesamtstrafe mittels Asperation 

Nachfolgend ist, ausgehend von der gedanklichen Einsatzstrafe (oben E. II. 
1.3.3) und den jeweiligen hypothetischen Einzelstrafen (vgl. oben E. II. 1.4.1 - 
1.4.6.4), mittels Asperation die hypothetische Gesamtstrafe zu bestimmen (Art. 
49 Abs. 1 StGB). 

1.4.7.1 Die gedankliche Einsatzstrafe betreffend die Gefährdung durch Sprengstoffe und 
giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB) in Sevelen SG 
(AKZ 1.1.2) beträgt 48 Monate Freiheitsstrafe (oben E. II. 1.3.3). Diese wird in 
Bezug auf die weiteren Delikte wie folgt asperiert (zur Methodik vgl. oben E. II. 1.1.2): 

- 21 - 

1.4.7.2 Die hypothetische Einzelstrafe für die Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige 
Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB) in Neftenbach ZH (AKZ 
1.2.2) beträgt 32 Monate Freiheitsstrafe (oben E. II. 1.4.1.3). Bei diesem Delikt 
handelt es sich (im Vergleich mit jener in Sevelen SG) um einen selbständigen, 
räumlich, sachlich und zeitlich abgegrenzten Sachverhalt. Zwischen den beiden 
Delikten besteht Realkonkurrenz. Die Tatsache der zweifachen Tatbegehung (in 
Neftenbach ZH, nach der Bankomatensprengung in Sevelen SG) ist auch Aus-
druck einer seriellen Delinquenz von ausgeprägter Professionalität (vgl. CAR 
pag. 5.200.008). Diese Aspekte sprechen je dafür, dass sich die Gefährdung 
durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht in Neftenbach 
ZH tendenziell in einem erheblichen Mass straferhöhend auszuwirken hat. Unter 
den genannten Gesichtspunkten erscheint es angemessen, die gedankliche Ein-
satzstrafe diesbezüglich um 24 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen. 

1.4.7.3 Die hypothetische Einzelstrafe für den qualifizierten Diebstahl (Art. 139 Ziffer 1 
i.V.m. Ziffer 3 Abs. 4 StGB) in Sevelen SG (AKZ 1.1.3) beträgt 24 Monate Frei-
heitsstrafe (oben E. II. 1.4.2.3). Dieses Delikt steht in einem unmittelbaren sach-
lichen, räumlichen und zeitlichen Zusammenhang mit der Gefährdung durch 
Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht in Sevelen SG. Des-
halb ist der Beitrag des zusätzlichen Delikts zum Gesamtverschulden – obwohl 
der Diebstahl des Geldes das eigentliche Handlungsmotiv und die Höhe der ge-
stohlenen Geldsumme beträchtlich war – nicht besonders ausgeprägt. Die Aspe-
ration darf nicht allzu stark ausfallen. Es erscheint angemessen, wegen des qua-
lifizierten Diebstahls in Sevelen SG die gedankliche Einsatzstrafe um weitere 10 
Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen. 

1.4.7.4 Die hypothetische Einzelstrafe für den qualifizierten Diebstahl (Art. 139 Ziffer 1 
i.V.m. Ziffer 3 Abs. 4 StGB) in Neftenbach ZH (AKZ 1.2.3) beträgt 22 Monate 
Freiheitsstrafe (oben E. II. 1.4.3.3). Bei diesem Delikt handelte es sich (im Ver-
gleich mit der Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecheri-
scher Absicht in Sevelen SG) zwar um einen selbständigen, räumlich, sachlich 
und zeitlich abgegrenzten Sachverhalt. Wie erwähnt, ist die Tatsache der zwei-
fachen Tatbegehung (in Neftenbach ZH, nach der Bankomatensprengung bzw. 
dem qualifizierten Diebstahl in Sevelen SG) zudem Ausdruck einer seriellen De-
linquenz von ausgeprägter Professionalität. Diese Umstände wurden indes be-
reits in Bezug auf die Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbre-
cherischer Absicht in Neftenbach ZH (oben E. II. 1.4.7.2) stark straferhöhend ge-
wichtet, welche ihrerseits zum selben Tatkomplex gehört wie der qualifizierte 
Diebstahl in Neftenbach ZH. Zudem war der in Neftenbach ZG entwendete Geld-
betrag geringer als jener in Sevelen SG. Unter diesen Gesichtspunkten ist das 
Asperationsprinzip betreffend den qualifizierten Diebstahl in Neftenbach ZH eher 

- 22 - 

moderat anzuwenden. Angemessen erscheint diesbezüglich eine Erhöhung der 
gedanklichen Einsatzstrafe um weitere 9 Monate Freiheitsstrafe. 

1.4.7.5 Die hypothetische Einzelstrafe für die qualifizierte Sachbeschädigung (Art. 144 
Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB) in Neftenbach ZH (AKZ 1.2.4) beträgt 14 Monate Frei-
heitsstrafe (oben E. II. 1.4.4.4). Das betreffend den qualifizierten Diebstahl in Nef-
tenbach ZH Gesagte (bereits zuvor erfolgte Berücksichtigung stark straferhöhen-
der Umstände; vgl. oben E. II. 1.4.7.4) gilt überwiegend auch in Bezug auf die 
qualifizierte Sachbeschädigung in Neftenbach ZH. Letzteres Delikt war im Hin-
blick auf die verursachte Schadenssumme zwar gravierender als die qualifizierte 
Sachbeschädigung in Sevelen SG (vgl. oben E. II. 1.4.4.1 und 1.4.5.1). Der Anteil 
am Gesamtverschulden ist jedoch, auch unter Berücksichtigung der bereits er-
folgten Asperation im Zusammenhang mit der Gefährdung durch Sprengstoffe 
und giftige Gase in verbrecherischer Absicht in Neftenbach ZH (oben E. II. 
1.4.7.2) und des qualifizierten Diebstahls in Neftenbach ZH (oben E. II. 1.4.7.4), 
nicht sehr ausgeprägt. Zusätzlich zu beachten ist, dass im vorliegenden Beru-
fungsverfahren eine erhebliche Zahl von Delikten zu beurteilen bzw. asperieren 
sind, weshalb sich diese im Einzelnen auf die Einsatzstrafe tendenziell weniger 
erhöhend auswirken. Das ergibt sich schon daraus, dass ab einem bestimmten 
Punkt der zur Verfügung stehende Strafrahmen ausgeschöpft ist und zusätzliche 
Delikte nicht mehr bestraft werden können (vgl. MATHYS, a.a.O., S. 188 N. 506). 
Insgesamt ist es angemessen, die gedankliche Einsatzstrafe um weitere 5,7 Mo-
nate Freiheitsstrafe zu erhöhen. 

1.4.7.6 Die hypothetische Einzelstrafe für die qualifizierte Sachbeschädigung (Art. 144 
Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB) in Sevelen SG (AKZ 1.1.4) beträgt 12 Monate Frei-
heitsstrafe (oben E. II. 1.4.5.3). Das betreffend den qualifizierten Diebstahl in Se-
velen SG (oben E.II. 1.4.7.3) und die qualifizierte Sachbeschädigung in Neften-
bach ZH (oben E II. 1.4.7.5) Ausgeführte gilt im Hinblick auf die Asperation, wel-
che bezüglich der qualifizierten Sachbeschädigung in Sevelen SG vorzunehmen 
ist – in kombinierter Weise – entsprechend. Insbesondere gehört das letztge-
nannte Delikt zum selben Sachverhaltskomplex wie die Gefährdung durch 
Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht in Sevelen SG. Zudem 
war die qualifizierte Sachbeschädigung in Sevelen SG weniger gravierend als 
jene in Neftenbach ZH (vgl. oben E. II. 1.4.4.1 und 1.4.5.1). Unter diesen Ge-
sichtspunkten erscheint es angemessen, die gedankliche Einsatzstrafe um wei-
tere 5 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen. 

1.4.7.7 Die hypothetische Einzelstrafe für den Hausfriedensbruch (Art. 186 StGB) in Nef-
tenbach ZH (AKZ 1.2.5) beträgt 1 Monat Freiheitsstrafe (oben E. II. 1.4.6.4). Es 
handelt sich diesbezüglich nicht um einen typischen Hausfriedensbruch, sondern 
um ein Begleitdelikt im Bagatellbereich. Die gedankliche Einsatzstrafe ist deshalb 
abschliessend nur minimal um 0,3 Monate Freiheitsstrafe zu erhöhen. 

- 23 - 

1.4.7.8 Gemäss diesen Ausführungen (E. II. 1.4.7 - 1.4.7.7: 48 Monate + 24 Monate + 
10 Monate + 9 Monate + 5,7 Monate + 5 Monate + 0,3 Monate) ergibt sich eine 
hypothetische Gesamtstrafe von 102 Monaten Freiheitsstrafe. 

1.5 Täterkomponenten 

1.5.1 Rechtliches 

1.5.1.1 Im Gegensatz zu den Tatkomponenten, die sich auf den Zeitpunkt der Tatbege-
hung beschränken, umfassen die Täterkomponenten auch den Zeitraum vor oder 
nach der Tat. Bei der Würdigung des Täters sind jedoch die Umstände massge-
blich, wie sie sich zur Zeit der Beurteilung ergeben (MATHYS, a.a.O., S. 117 N. 
313; BGE 113 IV 56 E. 4). Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
kann bloss ein hartnäckiges Bestreiten der Tatvorwürfe unter gewissen Umstän-
den als fehlende Einsicht und Reue ausgelegt und straferhöhend berücksichtigt 
werden (vgl. Urteil des BGer 6B_1032/2017 vom 1. Juni 2018 E. 6.4.2; WIPRÄCH-
TIGER/KELLER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 47 StGB N. 173). Ein delikt-
freies Verhalten während eines laufenden Strafverfahrens darf vorausgesetzt 
werden (Urteil des BGer 6B_882/2009 vom 30. März 2010 E. 2.5); Delinquenz 
während der Probezeit und der Strafuntersuchung wirkt sich hingegen straferhö-
hend aus (MATHYS, a.a.O., S. 124 f. N. 329 f.). 

1.5.1.2 Betreffend die straferhöhende Berücksichtigung von Vorstrafen kann im Wesent-
lichen auf die zutreffenden und unbestrittenen Ausführungen der Vorinstanz ver-
wiesen werden, ebenso wie bezüglich der differenzierten Ausführungen zu den 
strafmindernden Auswirkungen eines Geständnisses, des kooperativen Verhal-
tens eines Täters bei der Aufklärung von Straftaten, sowie von Einsicht und Reue 
(Urteil SK.2023.26 E. 8.5.1.2 bzw. 8.5.2.1 lit. a; Art. 82 Abs. 4 StPO; vgl. dazu 
ergänzend auch MATHYS, a.a.O., S. 126 ff. N. 334 ff. und S. 136 f. N. 363). 

1.5.2 Vorleben und persönliche Verhältnisse 

1.5.2.1 Der […]-jährige Beschuldigte ist rumänischer Staatsangehöriger. Er wuchs in Ru-
mänien (VV.) mit zwei Geschwistern und drei Halbgeschwistern auf (BA pag. 13-
03-0006 ff.). Seine Mutter wird demnächst 71 Jahre alt und sein Stiefvater ist vor 
rund einem Jahr verstorben. Sein leiblicher Vater starb, als der Beschuldigte ein-
jährig war. Gemäss eigenen Angaben ist der Beschuldigte verheiratet und hat 
eine ca. fünfzehnjährige Tochter. Seine Familie lebt in VV. in Rumänien. Der Be-
schuldigte besuchte 8 Jahre die Grundschule. Anschliessend absolvierte er wäh-
rend 3 Jahren die Berufsschule, in welcher er 1997 die Ausbildung als Landwirt-
schaftsmechaniker abschloss. Er arbeitete bis 2000 als Mechaniker. Danach ar-
beitete er in Italien und Frankreich auf Baustellen und in England als Chauffeur. 
Im Dezember 2019 wohnte er bei I. in Z. in Österreich und kehrte kurz vor 

- 24 - 

Weihnachten nach VV. zu seiner Familie zurück. Ab Januar 2020 arbeitete er für 
wenige Monate in seiner Heimatstadt als Auto- und Lastwagenfahrer. Am 29. Mai 
2020 reiste er zurück nach Z. und meldete den Einwohnerbehörden einen Ne-
benwohnsitz an, weil er dort in der Firma von I. beschäftigt war (vgl. Urteil 
SK.2023.36 E. 8.5.1.1 Abs. 1; CAR pag. 5.300.002 ff.). 

1.5.2.2 Zurzeit verbüsst der Beschuldigte eine mehrjährige Haftstrafe im Zusammen-
hang mit einer Verurteilung in Dänemark (vgl. Urteil SK.2023.36 E. 3.4.5; 8.8.4; 
oben SV lit. A.5). Aufgrund des Strafvollzugs hat er weder ein ordentliches Er-
werbseinkommen noch Vermögen. Schulden hat er nach eigenen Angaben 
keine. Was seine gesundheitliche Verfassung anbelangt, bekommt er im Straf-
vollzug Medikamente für die Augen bzw. gegen Kopfschmerzen. Ansonsten ist 
er bei guter Gesundheit. Nach seiner Haftentlassung will er wieder bei seiner 
Familie in Rumänien leben und dort arbeiten (vgl. BA pag. 13.03-0007 f, -0075 f.; 
16-02-0050; TPF pag. 18.731.006; CAR pag. 5.300.004). 

1.5.2.3 Die Führungsberichte der Regionalgefängnisse W. vom 11. Oktober 2023 und X. 
vom 2. Oktober 2023 und 26. Februar 2024, des Gefängnisses Y. vom 3. Oktober 
2023 sowie der Justizvollzugsanstalt WWW. vom 4. März 2024 sind alle durch-
wegs positiv und bescheinigen dem Beschuldigten insgesamt eine gute bis sehr 
gute Führung (TPF 18.232.7.010, -013, -017; CAR pag. 6.100.012 f., -014 ff.). 

1.5.2.4 Die Vorstrafen des Beschuldigten hat bereits die Vorinstanz detailliert unter An-
gabe der relevanten Aktenstellen aufgeführt (Urteil SK.2023.36 E. 8.5.1.1 Abs. 4; 
vgl. ergänzend auch CAR pag. 5.300.003 ff.). Der Übersicht halber werden diese 
nachfolgend in Kurzform und aufgeteilt nach Ländern nochmals aufgelistet. 

 Italien: 
 - bedingte Freiheitsstrafe von 4 Monaten und Busse von € 300.-- (Urteil des Tribunale di 

WW. vom 23. April 2007 wegen versuchten Diebstahls in Mittäterschaft); 

 - Freiheitsstrafe von 8 Monaten und Busse von € 400.-- (Urteil des Tribunale di XX. vom 
24. Oktober 2007 wegen mehrfachen Einbruchdiebstahls in Mittäterschaft). 

 Frankreich: 

 - Bedingte Freiheitsstrafe von 3 Monaten (Strafentscheid des Tribunal Correctionnel de 
YY. vom 7. Juli 2008 wegen Hehlerei [Verkauf von Diebesgut]): 

 - Busse von € 400.-- (Strafentscheid des Tribunal Correctionnel de ZZ. vom 10. August 
2011 wegen Lenkens eines Fahrzeugs ohne Versicherungsschutz); 

 - Freiheitsstrafe von 1 Monat und Busse von € 500.-- (Strafentscheid des Tribunal Cor-
rectionnel de UUU. vom 29. August 2011, wegen unberechtigten Aufenthalts, Verwendung 
von gefälschten Dokumenten und Lenkens eines Fahrzeugs ohne Versicherungsschutz); 

 - Freiheitsstrafe von 10 Monaten (Urteil des Tribunal Correctionnel d’VVV. vom 27. Ja-
nuar 2012 wegen qualifizierten Diebstahls). 

 

 

- 25 - 

 Schweiz: 

  - Freiheitsstrafe von 6 Monaten (Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons YYY. 
vom 4. Dezember 2012 wegen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in ver-
brecherischer Absicht, mehrfacher Sachbeschädigung, mehrfachen Diebstahls, mehrfa-
chen versuchten Diebstahls, mehrfachen Hausfriedensbruchs, mehrfachen rechtswidrigen 
Aufenthalts im Sinne des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer, 
mehrfacher rechtswidriger Einreise im Sinne des Bundesgesetzes über die Ausländerin-
nen und Ausländer, widerrechtlicher Aneignung von Kontrollschildern im Sinne des Stras-
senverkehrsgesetzes, Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch im Sinne des 
Strassenverkehrsgesetzes und der Fälschung von Ausweisen). 

 Luxemburg: 

 - Gefängnisstrafe von 36 Monaten, wovon 18 Monate unbedingt und 18 Monate bedingt 
vollziehbar, und Busse von € 1'000.-- (Urteil des Tribunal Correctionnel ZZZ. vom 21. 
März 2013, wegen mehrfachen Diebstahls und Hehlerei);  

 - Gefängnisstrafe von 30 Monaten (Urteil des Tribunal Correctionnel ZZZ. vom 16. Ok-
tober 2014, wegen mehrfachen Diebstahls) 

 Dänemark: 

 - Freiheitsstrafe von 6 Jahren, sowie lebenslanges Einreiseverbot (Urteil des U. Lands-
ret [Landesgericht U.] vom 17. Juni 2022, letztinstanzlich, im Zusammenhang mit einer 
Sprengstoffattacke auf einen Bankomaten wegen qualifizierten Diebstahls, unzulässigen 
Besitzes oder Gebrauchs von Waffen, Feuerwaffen, deren Teilen oder Komponenten, 
Munition und Sprengstoffen). 

 Wie die Vorinstanz sinngemäss bereits zutreffend festgehalten hat (Urteil 
SK.2023.36 E. 8.5.1.1 Abs. 4), gilt der Beschuldigte, da er die im vorliegenden 
Berufungsverfahren CA.2023.30 beurteilten Delikte vor der Verurteilung in Däne-
mark begangen hat, in Bezug auf Letztere als nicht vorbestraft. 

1.5.2.5 Sämtliche Vorstrafen sind vorliegend mit 3 Monaten leicht straferhöhend zu be-
rücksichtigen, da sie relativ lange zurückliegen. Der Beschuldigte ist mehrfach 
einschlägig in mehreren Ländern vorbestraft; durch die mehrfachen Verurteilun-
gen innerhalb von rund 7 ½ Jahren zu – teilweise vollzogenen – Freiheitsstrafen 
und Bussen liess er sich nicht beeindrucken. Die langjährige Kriminalhistorie 
zeugt von einer Unbelehrbarkeit und fehlenden Bereitschaft, die Rechtsordnung 
einzuhalten. Zu berücksichtigen ist jedoch auch, dass der Beschuldigte seine ent-
sprechende Schuld durch den bereits erfolgten Vollzug der Strafen gesühnt hat 
(vgl. oben E. II. 1.5.1.2). 

1.5.3 Nachtatverhalten und Verhalten im Strafverfahren 

1.5.3.1 In erheblichem Ausmass ist vorliegend strafmindernd zu berücksichtigen, dass 
sich der Beschuldigte im Vorverfahren und vor Gericht relativ kooperativ verhielt 
bzw. ein relativ weitgehendes Geständnis ablegte und einsichtig ist. Da das Ge-
ständnis nicht vollumfänglich war, er insbesondere seinen mutmasslichen Mittä-
ter erst anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung nannte, hat er die Er-
mittlungen nur teilweise erleichtert. Auch anlässlich der Berufungsverhandlung 

- 26 - 

zeigte sich, dass der Beschuldigte seine Taten in verschiedener Hinsicht eher 
verharmlost. Eine wirkliche Reue des Beschuldigten ist nach Auffassung der Be-
rufungskammer nicht erkennbar, auch wenn er anlässlich der erst- und zweitin-
stanzlichen Hauptverhandlung mehrmals zu Protokoll gab, dass es ihm leidtue, 
was er gemacht habe (vgl. TPF pag. 18.720.007; CAR pag. 5.100.006 unten; 
5.300.007 Rz. 27). So stellte der Beschuldigte eine Inkaufnahme der Gefährdung 
von Menschenleben in Sevelen SG konsequent in Abrede (vgl. CAR pag. 
5.300.008 Rz. 9 f.; -012 Rz. 1 f.; -014 Rz. 28 ff.; 5.100.006). Die BA wertete an-
lässlich der Berufungsverhandlung das Aussageverhalten des Beschuldigten 
«insgesamt dennoch, trotz allem» als positiv und sprach sich dafür aus, ihm 
«letztlich den vollumfänglichen Geständnisrabatt zuzuerkennen» (CAR pag. 
5.100.005 unten). Unter den erwähnten Gesichtspunkten erscheint es angemes-
sen, die teilweise Kooperation bzw. das relativ weitgehende Geständnis im Um-
fang von 30 Monaten strafmindernd zu berücksichtigen.  

1.5.3.2 Betreffend Nachtatverhalten ist zu erwähnen, dass sich der Beschuldigte wäh-
rend laufender Strafuntersuchung nicht wohlverhielt: Rund sechs Monate nach 
den Sprengstoffattacken auf die Bankomaten in Sevelen SG und Neftenbach ZH 
verübte er am 16. Juni 2020 eine weitere Bankomatensprengung in Dänemark. 
Zu berücksichtigen ist aber, dass er für diese Tat mit Urteil des dänischen U. 
Landsret vom 17. Juni 2022 zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt 
wurde, welcher er zurzeit verbüsst (vgl. oben SV lit. A.5; E. II. 1.5.2.2). Der Voll-
zug der Freiheitsstrafe dürfte erhebliche Auswirkungen auf sein Leben wie auch 
eine gewisse Warnwirkung haben. In der vorliegenden besonderen Fallkonstel-
lation ist relevant, dass der Unrechtsgehalt der Tat in Dänemark bereits mit dem 
rechtskräftigen Urteil des dänischen Landgerichts abgegolten ist. Eine nochma-
lige Berücksichtigung des Fehlverhaltens in Dänemark unter dem Aspekt des 
Nachtatverhaltens würde gegen das Verbot der Doppelverwertung verstossen, 
zumal vorliegend, wie noch aufzuzeigen sein wird, eine Gesamtstrafenbildung – 
unter Anwendung des Asperationsprinzips – für die Taten in Dänemark und der 
Schweiz mangels rechtlicher Möglichkeit einer Zusatzstrafe nicht möglich ist (vgl. 
unten E. II. 1.5.5). Daher ist diesbezüglich von einer Straferhöhung abzusehen 
und das Nachtatverhalten insgesamt als neutral zu werten. 

1.5.4 Auswirkung der Täterkomponenten auf die hypothetische Gesamtstrafe 

 Gemäss diesen Ausführungen ist, unter Würdigung aller Umstände und Strafzu-
messungsfaktoren, für die vorgenannten Delikte eine Freiheitsstrafe von 75 Mo-
naten verschuldens- und täterangemessen (hypothetische Gesamtstrafe: 102 
Monate [E. II. 1.4.7.8]; Vorstrafen [ohne Berücksichtigung des dänischen Urteils]: 
Erhöhung um 3 Monate Freiheitsstrafe [E. II. 1.5.2.4 f.]; Verhalten im Strafverfah-
ren i.S.v. teilweiser Kooperation / teilweisem Geständnisrabatt: Reduktion um 30 

- 27 - 

Monate Freiheitsstrafe [E. II. 1.5.3.1]; Nachtatverhalten: neutrale Wertung [E. II. 
1.5.3.2]). Weitere Strafmilderungsgründe liegen nicht vor. 

1.5.5 Kein Fall von retrospektiver Konkurrenz / keine Zusatzstrafe zum Urteil des 
dänischen U. Landsret vom 17. Juni 2022 

1.5.5.1 Die Verteidigung brachte anlässlich der Berufungsverhandlung Folgendes vor: 
Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung könne eine Zusatzstrafe gemäss Art. 49 
Abs. 2 StGB nur noch zu inländischen Urteilen ausgesprochen werden (BGE 142 
IV 329, 330 f.; siehe auch Urteil des BGer 6B_633/2019 vom 2. September 2019 
E. 1.2). Demnach wäre das Urteil des Landesgerichts U. von Dänemark vom 17. 
Juni 2022 nicht zu berücksichtigen. Damit greife auch das in Art. 49 Abs. 1 StGB 
verankerte Asperationsprinzip im hier vorliegenden Fall der retrospektiven Kon-
kurrenz nicht. Die Begründung des Bundesgerichts, wonach eine Zusatzstrafe zu 
einem ausländischen Urteil nur ausgefäIIt werden könne, wenn diese Taten be-
treffe, die in den räumIichen Geltungsbereich des StGB fielen, vermöge nicht zu 
überzeugen, weil die Strafzumessung nach dem neuen Entscheid von zu vielen 
Zufälligkeiten abhänge, durch stelIvertretende Strafverfolgung beeinflusst wer-
den könnte oder sogar vom Beschuldigten selbst, der einem Selbstbelastungs-
zwang ausgesetzt würde. Er müsste auf eine im Ausland ergehende Verurteilung 
für sämtliche Delikte hinwirken, denn nur so würde das Asperationsprinzip grei-
fen (gemäss Kritik von BACHARACH, AJP 2017, S. 409 f.). Deshalb sei nach An-
sicht der Verteidigung das ausländische Urteil zu berücksichtigen und in Anwen-
dung von Art. 49 Abs. 2 StGB eine Zusatzstrafe zum Urteil des Landesgerichts 
U. von Dänemark vom 17. Juni 2022 zu fäIlen sei (CAR pag. 5.200.021 f.; vgl. 
auch TPF pag. 18.721.019 ff.). 

1.5.5.2 Das Bundesgericht hat im erwähnten Änderungsentscheid BGE 142 IV 329 E. 
1.4.1 auf die Kritik an seiner vorherigen Rechtsprechung (statt vieler: RIEDO, 
Retrospektive Intransparenz, Bemerkungen zu Art. 49 Abs. 2 StGB, in: Droit 
pénal et diversités culturelles, Mélanges en l'honneur de José Hurtado Pozo, 
2012, S. 344 mit zahlreichen Hinweisen) reagiert und entschieden, dass eine 
Zusatzstrafe generell nur zu inländischen Urteilen ausgesprochen werden kann 
(vgl. ACKERMANN, a.a.O., Art. 49 StGB N. 160). Es führt insbesondere aus, Art. 49 
StGB sei eine Strafzumessungsnorm, die – wie die übrigen Normen des StGB – 
nur zur Anwendung gelange, wenn die zu beurteilende Straftat der schweizeri-
schen Gerichtsbarkeit nach den Bestimmungen über den räumlichen Geltungs-
bereich unterliege. Art. 49 Abs. 2 StGB solle gewährleisten, dass das in Abs. 1 
verankerte Asperationsprinzip auch bei retrospektiver Konkurrenz zur Anwen-
dung gelange (vgl. BGE 141 IV 61 E. 6.1.2 S. 67; BGE 138 IV 113 E. 3.4.1 S. 115), 
erweitere hingegen den Anwendungsbereich des StGB nicht. Implizite Voraus-
setzung für eine Zusatzstrafe gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB sei, dass für die be-
reits beurteilten und noch zu beurteilenden Delikte im Falle gleichzeitiger gericht-

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- 28 - 

licher Beurteilung eine Gesamtstrafe hätte ausgesprochen werden können (vgl. 
BGE 142 IV 265 E. 2.3.2). Komme jedoch eine gemeinsame gerichtliche Beur-
teilung und somit eine Gesamtstrafe nicht in Betracht, da die im Ausland began-
genen Straftaten nicht in den (räumlichen) Geltungsbereich des StGB fallen, 
müsse dies auch im Rahmen retrospektiver Konkurrenz gelten. Von einer vom 
Gesetzgeber nicht gewollten zufälligen Ungleichbehandlung schweizerischer 
und ausländischer Täter könne aufgrund der umfassenden gesetzlichen Rege-
lung der schweizerischen Strafhoheit (vgl. u.a. Art. 3-7, Art. 185 Ziffer 5, Art. 
260ter Ziffer 3, Art. 264m StGB; Art. 19 Abs. 4 BetmG [SR 812. 121]; Art. 116 
Abs. 1 lit. a AuG [SR 142.20]), entgegen BGE 115 IV 17 (E. II / 5a / cc), keine 
Rede sein. Zudem könne auf die bereits in BGE 127 IV 106 (E. 2e) angedeuteten 
Schwierigkeiten verwiesen werden, die sich bei einer Anwendung von Art. 49 
Abs. 2 StGB auf Auslandsurteile ergeben könnten. 

1.5.5.3 Die Argumentation des Bundesgerichts ist überzeugend. Es sind keine stichhalti-
gen Gründe ersichtlich, weshalb es diesbezüglich zu seiner vorherigen Recht-
sprechung zurückkehren sollte. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass sich der 
Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung zu Recht nicht mehr auf das 
Weltrechts- und Universalitätsprinzip gemäss Art. 6 Abs. 1 StGB bzw. Art. 6 des 
Römischen Statuts des Internationalen Strafgerichtshofs berief (vgl. CAR pag. 
5.200.021 f. bzw. TPF pag. 18.721.019 ff.). Gemäss den zutreffenden Ausfüh-
rungen der Vorinstanz ist das Römer Statut vorliegend nicht anwendbar, weil 
Sprengstoffdelikte im Zusammenhang mit Bankautomaten nicht in dessen Gel-
tungsbereich fallen (vgl. Urteil SK.2023.36 E. 8.8.6.1 ff.). 

1.5.5.4 Gemäss diesen Ausführungen liegt in casu kein Fall von retrospektiver Konkur-
renz vor, weshalb keine Zusatzstrafe zum erwähnten Urteil des dänischen U. 
Landsret vom 17. Juni 2022 auszusprechen ist (vgl. unten E. II. 1.7 Abs. 2). 

1.6 Vollzug 

1.6.1 Unbedingte Freiheitsstrafe  

 Die Freiheitsstrafe ist unbedingt auszusprechen; aufgrund der Höhe des Straf-
masses ist ein bedingter oder teilbedingter Vollzug objektiv ausgeschlossen 
(Art. 42 ff. StGB e contrario). 

1.6.2 Zur Anrechenbarkeit des in der Schweiz ausgestandenen Freiheitsentzugs  

1.6.2.1 Der Beschuldigte wurde anfangs des Jahres 2023, zwecks Durchführung des 
vorliegenden Strafverfahrens, vorübergehend von Dänemark in die Schweiz aus-
geliefert (vgl. CAR pag. 18.100.018 sowie Urteil SK.2023.36 E. 8.8.3). Aufgrund 
des seither in der Schweiz ausgestandenen Freiheitsentzugs (Haft bzw. vorzeiti-

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- 29 - 

ger Strafvollzug) stellt sich die Frage nach dessen Anrechenbarkeit auf die vorlie-
gende Strafe. 

1.6.2.2 Gemäss Art. 51 Satz 1 StGB rechnet das Gericht die Untersuchungshaft, die der 
Täter während dieses oder eines anderen Verfahrens ausgestanden hat, auf die 
Strafe an. Der vorzeitige Strafvollzug, welcher bundesrechtlich in Art. 236 StPO 
normiert ist, ist auf die ausgefällte Strafe ebenfalls vollumfänglich anzurechnen 
(METTLER/SPICHTIN, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 51 StGB N. 28). Nach 
dem Wortlaut von Art. 51 StGB ist für die Anrechnung der Haft weder Tat- noch 
Verfahrensidentität erforderlich (BGE 141 IV 236 E. 3.3). 

1.6.2.3 Die Auslieferung zwischen der Schweiz und Dänemark beurteilt sich nach dem 
Europäischen Auslieferungsübereinkommen vom 13. Dezember 1957 (EAUe; 
SR 0.353.1). Gemäss Art. 19 Ziffer 1 EAUe kann der ersuchte Staat, nachdem 
er über das Auslieferungsersuchen entschieden hat, die Übergabe des Verfolg-
ten aufschieben, damit dieser von ihm gerichtlich verfolgt werden oder, falls er 
bereits verurteilt worden ist, in seinem Hoheitsgebiet eine Strafe verbüssen kann, 
die er wegen einer anderen Handlung als derjenigen verwirkt hat, derentwegen 
um Auslieferung ersucht worden ist. Statt die Übergabe aufzuschieben, kann der 
ersuchte Staat den Verfolgten dem ersuchenden Staat vorübergehend unter Be-
dingungen übergeben, die von beiden Staaten vereinbart werden (Ziffer 2). 

1.6.2.4 Der Beschuldigte wurde mit Urteil des dänischen U. Landsret vom 17. Juni 2022 
letztinstanzlich zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Das Urteil ist 
rechtskräftig und wird derzeit vollzogen (oben SV lit. A.5). Gestützt auf ein Ersu-
chen des Bundesamts für Justiz (nachfolgend: BJ) vom 31. August 2020 bewil-
ligte die dänische Generalstaatsanwaltschaft mit Schreiben vom 21. Juli 2022 auf 
Grundlage von Art. 19 Ziffer 2 EAUe die vorübergehende Auslieferung des Be-
schuldigten zwecks Durchführung des vorliegenden Strafverfahrens. Mit Schrei-
ben vom 13. September 2022 bestätigte das BJ gegenüber den dänischen Be-
hörden, dass der Beschuldigte während der gesamten Dauer der vorübergehen-
den Auslieferung in Haft behalten werde und die Haftdauer, die er in der Schweiz 
verbüsse, an die mit dänischem Urteil des Landgerichts vom 17. Juni 2022 aus-
gesprochene Freiheitsstrafe angerechnet werde. Am 11. Januar 2023 wurde der 
Beschuldigte von den dänischen Behörden vorübergehend an die Schweiz aus-
geliefert. Die Bundeskriminalpolizei (BKP) überführte den Beschuldigten am 11. 
Januar 2023 von Dänemark in die Schweiz. Anschliessend befand er sich bis 
zum Urteilszeitpunkt im Freiheitsentzug (Auslieferungs- bzw. Untersuchungs-
haft, respektive ab dem 29. März 2023 bis zum zweitinstanzlichen Urteilsdatum 
vom 18. März 2024 im vorzeitigen Strafvollzug [BA pag. 18-06-0001 f., -0101 f., -
0123 f.; Rubrik 06.02]). 

- 30 - 

1.6.2.5 Was die Anrechnung des vom Beschuldigten in der Schweiz ausgestandenen 
Freiheitsentzugs an die vorliegend ausgesprochene Strafe anbelangt (Art. 51 
StGB), ist auf die von der Schweiz mit Erklärung vom 13. September 2022 ge-
genüber Dänemark eingegangene Verpflichtung im Sinne von Art. 19 Ziffer 2 
EAUe hinzuweisen, wonach der Beschuldigte während der gesamten Dauer der 
vorübergehenden Auslieferung an die Schweiz – unter Anrechnung an die mit 
dänischem Urteil vom 17. Juni 2022 ausgesprochene Freiheitsstrafe von sechs 
Jahren – in Haft zu behalten ist (BA 18-06-0139 f.; 18-06-0144 f.). Es besteht 
somit eine unmittelbare völkerrechtliche Verpflichtung der Schweiz zur Inhaftie-
rung des Beschuldigten zum Zweck des Vollzugs der in Dänemark gegen ihn 
ausgesprochenen Freiheitsstrafe (vgl. BGE 142 II 161 E. 4.5.1 zur direkten An-
wendbarkeit völkerrechtlicher Verpflichtungen). Laut Auskunft des BJ, Direktions-
bereich internationale Rechtshilfe, Fachbereich Auslieferung, vom 2. November 
2022, kann trotzdem – in solchen Situationen wie der vorliegenden – während 
der Dauer der vorübergehenden Auslieferung ein Haftverfahren in der Schweiz 
durchgeführt werden, obwohl die Dauer an das ausländische Urteil angerechnet 
wird. Die Haft gilt nur subsidiär und ist nicht an eine in der Schweiz ausgespro-
chene Freiheitsstrafe anzurechnen (BA pag. 18-06-0144 f.). Die erwähnte Aus-
kunft des BJ ist sachlogisch, kann es doch nicht angehen, die ausgestandene 
Haft in der Schweiz an zwei Freiheitsstrafen anzurechnen. Nach dem Gesagten 
dient der vom Beschuldigten in der Schweiz ausgestandene Freiheitsentzug auf-
grund von dessen Subsidiarität einzig dem Vollzug der in Dänemark gegen ihn 
ausgesprochenen Freiheitsstrafe. Er kann somit nicht zusätzlich auf den Vollzug 
der vorliegend ausgesprochenen Freiheitsstrafe angerechnet werden. 

1.6.3 Vollzugskanton 

 Als Vollzugskanton wurde gemäss vorinstanzlicher, in Rechtskraft erwachsener 
Dispositivziffer 3 der Kanton St. Gallen bestimmt (Art. 74 Abs. 2 StBOG i.V.m. 
Art. 31 StPO). 

1.7 Fazit der Strafzumessung 

 Im Ergebnis ist der Beschuldigte mit einer Freiheitsstrafe von 75 Monaten zu be-
strafen. 

 Es ist davon Vormerk zu nehmen, dass der vom Beschuldigten in der Schweiz 
ausgestandene Freiheitsentzug (vom 11. Januar 2023 bis zum zweitinstanzli-
chen Urteilsdatum vom 18. März 2024: 432 Tage) nicht an die vorliegende Strafe 
anzurechnen ist, sondern gestützt auf die mit Erklärung der Schweizerischen Eid-
genossenschaft vom 13. September 2022 gegenüber Dänemark eingegangene 
Verpflichtung im Sinne von Art. 19 Ziffer 2 des Europäischen Auslieferungs-
übereinkommens vom 13. Dezember 1957 (EAUe; SR 0.353.1) an die mit Urteil 

- 31 - 

des dänischen U. Landsret vom 17. Juni 2022 gegen den Beschuldigten ausge-
sprochene Strafe. 

2. Kosten und Entschädigungen 

2.1  Anträge 

2.1.1 Die BA stellte folgende Anträge: «3. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten 
seien A. aufzuerlegen. 4. Rechtsanwalt Andrea Janggen sei für die amtliche Ver-
teidigung von A. im oberinstanzlichen Verfahren nach gerichtlichem Ermessen 
zu entschädigen, unter Festlegung einer entsprechenden Rückerstattungspflicht 
von A.» (oben SV lit. B.5). 

2.1.2 Der Beschuldigte stellte diesbezüglich den Antrag «unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolge» (oben SV lit. B.2 und B.5). 

2.2 Gesetzliche Grundlagen betreffend Verfahrenskosten  

2.2.1 Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 
(Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Par-
teien nach Massgabe ihres Obliegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 Satz 1 
StPO). Inwiefern eine Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, 
hängt davon ab, in welchem Ausmass ihre in zweiter Instanz gestellten Anträge 
gutgeheissen werden (Urteil des BGer 6B_1025/2014 vom 9. Februar 2015, E. 
2.4.1.). Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet 
sie darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 
Abs. 3 StPO). Forderungen aus Verfahrenskosten können von der Strafbehörde 
gestundet oder unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse der kos-
tenpflichtigen Person herabgesetzt oder erlassen werden (Art. 425 StPO). Diese 
Bestimmung ist auch bei der Festsetzung bzw. Auferlegung der Verfahrenskos-
ten anwendbar. 

2.2.2 Das Bundesstrafgericht regelt durch Reglement (a) die Berechnung der Verfah-
renskosten, (b) die Gebühren, (c) die Entschädigungen an Parteien, die amtliche 
Verteidigung, den unentgeltlichen Rechtsbeistand, Sachverständige sowie Zeu-
ginnen und Zeugen (Art. 73 Abs. 1 StBOG). Die Gebühr richtet sich nach Umfang 
und Schwierigkeit der Sache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der 
Parteien sowie nach dem Kanzleiaufwand (Art. 73 Abs. 2 StBOG; vgl. Art. 5 Reg-
lement des Bundesstrafgerichts über die Kosten, Gebühren und Entschädigun-
gen in Bundesstrafverfahren [BStKR, SR. 173.713.162]). Es gilt ein Gebühren-
rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 100'000.-- für jedes der folgenden Verfahren: (a) 
Vorverfahren, (b) erstinstanzliches Verfahren, (c) Rechtsmittelverfahren (Art. 73 
Abs. 3 StBOG; vgl. Art. 6 - 7bis BStKR). 

- 32 - 

2.2.3 Art. 422 StPO statuiert, dass die Verfahrenskosten sich aus den Gebühren zur 
Deckung des Aufwands und den Auslagen im konkreten Straffall zusammenset-
zen (Abs. 1). Auslagen sind namentlich: a. Kosten für die amtliche Verteidigung 
und unentgeltliche Verbeiständung; b. Kosten für Übersetzungen; c. Kosten für 
Gutachten; d. Kosten für die Mitwirkung anderer Behörden; e. Post-, Telefon- und 
ähnliche Spesen (Abs. 2). Gemäss Art. 1 BStKR umfassen die Verfahrenskosten 
die Gebühren und Auslagen (Abs. 1). Die Gebühren sind für die Verfahrenshand-
lungen geschuldet, die im Vorverfahren von der BKP und von der BA, im erstin-
stanzlichen Hauptverfahren von der Strafkammer, im Berufungsverfahren und im 
Revisionsverfahren von der Berufungskammer und in Beschwerdeverfahren ge-
mäss Artikel 37 StBOG von der Beschwerdekammer durchgeführt oder angeord-
net worden sind (Abs. 2). Die Auslagen umfassen die vom Bund vorausbezahlten 
Beträge, namentlich die Kosten für die amtliche Verteidigung und die unentgelt-
liche Verbeiständung, Übersetzungen, Gutachten, Mitwirkung anderer Behörden, 
Porti, Telefonspesen und andere entsprechende Kosten (Abs. 3). Die Auslagen 
werden entsprechend den dem Bund verrechneten oder von ihm bezahlten Be-
trägen festgelegt (Art. 9 Abs. 1 BStKR). 

2.3 Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Verfahrens 

2.3.1 Die Rechtsmittelinstanz fällt vorliegend selber einen neuen Entscheid (vgl. Art. 428 
Abs. 3 StPO). Der Beschuldigte wurde im erstinstanzlichen Verfahren betreffend 
alle Anklagepunkte schuldig gesprochen. Im Berufungsverfahren unterliegt er mit 
seinen Anträgen vollumfänglich, während die BA mit ihren Anträgen vollumfäng-
lich obsiegt. 

2.3.2 Die Gebühr für das Vorverfahren von Fr. 10'000.--, die auferlegbaren Auslagen 
von Fr. 37'392.40, die erstinstanzliche Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.-- und die 
Auslagen der Vorinstanz von Fr. 50.-- ergeben zusammen Fr. 51'442.40 (Urteil 
SK.2023.36 E. 11.2.1 - 11.2.5; CAR pag. 1.100.070 f.). Diese Kosten, die von 
keiner Partei beanstandet wurden, liegen innerhalb des gesetzlich vorgesehenen 
Rahmens. Es besteht insofern kein Anlass, diesbezüglich von Amtes wegen Än-
derungen vorzunehmen.  

2.3.3 Die Vorinstanz auferlegte dem Beschuldigten angesichts der wirtschaftlichen 
Verhältnisse und der Haftsituation die Verfahrenskosten nur zu einem Teil, im 
Betrag von Fr. 15'000.-- (Urteil SK.2023.36 E. 11.3). Im Sinne von Art. 425 StPO 
sind dem Beschuldigten die Verfahrenskosten des Vorverfahrens und erstin-
stanzlichen Verfahrens von insgesamt Fr. 51'442.40, in Übereinstimmung mit der 
Vorinstanz, in reduziertem Umfang von Fr. 15’000.-- aufzuerlegen. 

 

- 33 - 

2.4 Kosten des Berufungsverfahrens  

Die Kosten des Berufungsverfahrens bestehen vorliegend einerseits aus einer 
Gerichtsgebühr, die im Lichte der erwähnten Grundsätze (oben E. II. 2.2.1 ff.) auf 
Fr. 3’000.-- (inkl. Auslagen; vgl. Art. 73 Abs. 1 Iit. a und b sowie Abs. 3 lit. c 
StBOG; Art. 1, 5, 7bis und 9 BStKR) festgelegt wird und ausgangsgemäss vom 
Beschuldigten zu tragen ist. 

2.5 Gesetzliche Grundlagen betreffend Entschädigung der amtlichen Verteidigung 

2.5.1 Gemäss Art. 135 StPO wird die amtliche Verteidigung nach dem Anwaltstarif des 
Bundes oder desjenigen Kantons entschädigt, in dem das Strafverfahren geführt 
wird (Abs. 1). Die Staatsanwaltschaft oder das urteilende Gericht legen die Ent-
scheidung am Ende des Verfahrens fest (Abs. 2). Gegen den Entschädigungs-
entscheid kann die amtliche Verteidigung Beschwerde führen: wenn der Ent-
scheid von der Staatsanwaltschaft oder dem erstinstanzlichen Gericht gefällt 
wurde: bei der Beschwerdeinstanz (lit. a); wenn der Entscheid von der Beschwer-
deinstanz oder dem Berufungsgericht des Kantons gefällt wurde: beim Bun-
desstrafgericht (lit. b). Wird die beschuldigte Person zu den Verfahrenskosten 
verurteilt, so ist sie, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben, ver-
pflichtet: dem Bund oder dem Kanton die Entschädigung zurückzubezahlen 
(lit. a); der Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und 
dem vollen Honorar zu erstatten (lit. b). Der Anspruch des Bundes oder des Kan-
tons verjährt in 10 Jahren nach Rechtskraft des Entscheides (Abs. 5). 

2.5.2  Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung wird in Bundesstrafverfahren nach 
dem Anwaltstarif des Bundes – gemäss BStKR – festgesetzt (Art. 135 Abs. 1 
StPO). Die Anwaltskosten umfassen das Honorar und die notwendigen Ausla-
gen, namentlich für Reise, Verpflegung und Unterkunft sowie Porti und Tele-
fonspesen (Art. 11 Abs. 1 BStKR). Das Honorar wird nach dem notwendigen und 
ausgewiesenen Zeitaufwand bemessen. Der Stundenansatz beträgt mindestens 
Fr. 200.-- und höchstens Fr. 300.-- (Art. 12 Abs. 1 BStKR). Bei Fällen im ordentli-
chen Schwierigkeitsbereich, d.h. für Verfahren ohne hohe sachliche oder rechtli-
che Komplexität, beträgt der Stundenansatz gemäss ständiger Praxis der Beru-
fungskammer sowie der Strafkammer Fr. 230.-- für Arbeitszeit und Fr. 200.-- für 
Reise- und Wartezeit (Beschluss der Beschwerdekammer des BStGer BK.2011.21 
vom 24. April 2012 E. 2.1; Urteil der Strafkammer des BStGer SN.2011.16 vom 
5. Oktober 2011 E. 4.1). Die Auslagen werden im Rahmen der Höchstansätze auf-
grund der tatsächlichen Kosten vergütet (Art. 13 BStKR). Bei besonderen Verhält-
nissen kann ein Pauschalbetrag vergütet werden (Art. 13 Abs. 4 BStKR). Gemäss 
Art. 14 BStKR kommt die Mehrwertsteuer zum Honorar und den Auslagen hinzu. 

 

- 34 - 

2.6  Bestimmung des Stundenansatzes für die amtliche Verteidigung 

  Das vorliegende Verfahren stellte in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht keine 
überdurchschnittlichen Anforderungen an die Verteidigung. Der Stundenansatz 
für die anwaltliche Tätigkeit ist daher praxisgemäss auf Fr. 230.--, für die Reise-
zeit auf Fr. 200.-- sowie für die Praktikantentätigkeit auf Fr. 100.-- festzusetzen. 

2.7  Entschädigung der amtlichen Verteidigung im Vorverfahren und erstinstanz-
lichen Verfahren 

2.7.1 Die vorinstanzliche Festsetzung der Entschädigung für die amtliche Verteidigung 
von insgesamt Fr. 30’128.40 (inkl. MWST; vorinstanzliches Urteil E. 13.3.2 und 
Dispositivziffer 8.1) blieb unangefochten und ist demzufolge in Rechtskraft er-
wachsen (oben E. I. 2). 

2.7.2 Der Beschuldigte wurde im erstinstanzlichen Verfahren in allen Anklagepunkten 
schuldig gesprochen. Im Berufungsverfahren unterliegt er mit seinen Anträgen 
zur Strafzumessung vollumfänglich, während die BA mit ihren Anträgen vollum-
fänglich obsiegt. Der Beschuldigte hat demnach der Eidgenossenschaft für die 
Entschädigung der amtlichen Verteidigung im Vorverfahren und erstinstanzlichen 
Verfahren im gesamten Umfang Ersatz zu leisten, sobald es seine wirtschaftlichen 
Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

2.8 Entschädigung der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfahren 

2.8.1 Mit Honorarnote vom 14. März 2024 (CAR pag. 7.101.001 ff.) beziffert die amtli-
che Verteidigung ihren Honoraranspruch für das Berufungsverfahren wie folgt:  

 Zeitraum 22. November bis 31. Dezember 2023: Honorar Fr. 613.35.-- (2 h 40 
min x Fr. 230.-- / h); Auslagen Fr. 2.10; Zwischentotal (exkl. MWST) Fr. 615.45; 
7,7 % MWST von Fr. 615.45 = Fr. 47.40; Total Zeitraum 22. November bis 31. 
Dezember 2023 (inkl. MWST) Fr. 662.85. 

 Zeitraum 1. Januar bis 14. März 2024: Honorar, bestehend aus Fr. 5’520.00 (24 h 
x Fr. 230.-- / h) und Fr. 2’466.65 (12 h 20 min Reisezeit x Fr. 200.-- / h) = 
Fr. 7’986.65; Auslagen Fr. 612.80; Zwischentotal (exkl. MWST) Fr. 8’599.45; 
8,1% MWST von Fr. 8’599.45 = Fr. 696.55; Total Zeitraum 1. Januar bis 14. März 
2024 (inkl. MWST) Fr. 9’296.00. 

 Total beantragte Entschädigung für den Zeitraum vom 22. November 2023 bis 
14. März 2024: Fr. 9'958.85. 

2.8.2 Die Honorarnote kann grundsätzlich genehmigt werden. Die Berufungsverhand-
lung dauerte indes statt der geschätzten 6 Stunden nur 4 Stunden, weshalb 2 

- 35 - 

Stunden Arbeitszeit in Abzug zu bringen sind. Rechtsanwalt Andrea Janggen ist 
demgemäss für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten im Berufungsverfah-
ren durch die Eidgenossenschaft mit Fr. 9’461.60 (inkl. MWST) zu entschädigen. 

2.8.3 Der Beschuldigte hat der Eidgenossenschaft für die Entschädigung seines amt-
lichen Verteidigers im Berufungsverfahren Ersatz zu leisten, sobald es seine wirt-
schaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

 
 
  

- 36 - 

Die Berufungskammer erkennt: 

I. Feststellung der Rechtskraft des erstinstanzlichen Urteils 

Es wird festgestellt, dass das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts 
SK.2023.36 vom 16. November 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

1.  A. wird schuldig gesprochen: 

  - der mehrfachen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in ver-
brecherischer Absicht gemäss Art. 224 Abs. 1 StGB, begangen am 12. 
Dezember 2019 in Sevelen SG bzw. am 20. Dezember 2019 in Neften-
bach ZH; 

  - des mehrfachen qualifizierten Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. 
Ziff. 3 Abs. 4 StGB, begangen am 12. Dezember 2019 in Sevelen SG 
bzw. am 20. Dezember 2019 in Neftenbach ZH; 

  - der mehrfachen qualifizierten Sachbeschädigung gemäss Art. 144 
Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 StGB, begangen am 12. Dezember 2019 in Sevelen 
SG bzw. am 20. Dezember 2019 in Neftenbach ZH; 

  - des Hausfriedensbruchs gemäss Art. 186 StGB, begangen am 20. De-
zember 2019 in Neftenbach ZH. 

2.  […] 

  […] 

3.  Der Kanton St. Gallen wird als Vollzugskanton bestimmt. 

4.  A. wird für die Dauer von 10 Jahren des Landes verwiesen. 

5.  Zivilklagen 

5.1 Es wird davon Vormerk genommen, dass A. die folgenden Zivilansprüche 
anerkennt: 

5.1.1 Die Zivilforderung der C. AG in der Höhe von Fr. 12’721.--; 

5.1.2 Die Zivilforderung der D. Versicherung in der Höhe von Fr. 57'641.55 zu-
züglich 5 % Zins seit dem 10. Dezember 2020; 

5.1.3 Die Zivilforderung der E. Versicherung in der Höhe von Fr. 74'876.25. 

5.2 Die Zivilklage der D. Versicherung im Zusammenhang mit dem Feuerwehr-
einsatz der Feuerwehr H. in der Höhe von Fr. 1'305.-- wird auf den Zivilweg 
verwiesen. 

6.  Die Verfahrenskosten betragen insgesamt Fr. 51'442.40 (inkl. Gerichtsge-
bühr von Fr. 4'000.-- und Auslagen des Gerichts von Fr. 50.--) […]. 

- 37 - 

7.  Entschädigungen 

7.1 Der Privatklägerschaft werden keine Entschädigungen zugesprochen. 

7.2 […] 

8.  Amtliche Verteidigung 

8.1 Rechtsanwalt Andrea Janggen wird für die amtliche Verteidigung von A. mit 
Fr. 30'128.40 (inkl. MWST) durch die Eidgenossenschaft entschädigt. 

8.2 […] 

II. Neues Urteil 

1.  A. wird mit einer Freiheitsstrafe von 75 Monaten bestraft. 

2.  Es wird davon Vormerk genommen, dass der von A. in der Schweiz ausge-
standene Freiheitsentzug (vom 11. Januar 2023 bis zum zweitinstanzlichen 
Urteilsdatum vom 18. März 2024: 432 Tage) nicht an die vorliegende Strafe 
angerechnet wird, sondern gestützt auf die mit Erklärung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 13. September 2022 gegenüber Dänemark einge-
gangene Verpflichtung im Sinne von Art. 19 Ziffer 2 des Europäischen Aus-
lieferungsübereinkommens vom 13. Dezember 1957 (EAUe; SR 0.353.1) an 
die mit Urteil des dänischen U. Landsret vom 17. Juni 2022 gegen A. aus-
gesprochene Strafe. 

3.  Die Verfahrenskosten des Vorverfahrens und erstinstanzlichen Verfahrens 
von insgesamt Fr. 51'442.40 (inkl. Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.-- und Aus-
lagen des Gerichts von Fr. 50.--) werden A. in reduziertem Umfang von Fr. 
15’000.-- auferlegt. 

4.  A. hat der Eidgenossenschaft für die Entschädigung der amtlichen Vertei-
digung im Vorverfahren und erstinstanzlichen Verfahren Ersatz zu leisten, 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

III. Kosten und Entschädigungen im Berufungsverfahren 

 1.  Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3'000.-- (Gerichtsgebühr inkl. 
Auslagen) werden A. auferlegt. 

 2.  Rechtsanwalt Andrea Janggen wird für die amtliche Verteidigung von A. im 
Berufungsverfahren durch die Eidgenossenschaft mit Fr. 9’461.60 (inkl. 
MWST) entschädigt. 

- 38 - 

 3.  A. hat der Eidgenossenschaft für die Entschädigung seines amtlichen Ver-
teidigers im Berufungsverfahren Ersatz zu leisten, sobald es seine wirt-
schaftlichen Verhältnisse erlauben. 

Im Namen der Berufungskammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
 
 
Die Vorsitzende Der Gerichtsschreiber 
 
 
Andrea Blum Franz Aschwanden 
 
 
 

Zustellung an (Gerichtsurkunde): 

- Bundesanwaltschaft, Herrn Nils Eckmann, Leitender Staatsanwalt des Bundes  

- Herrn Rechtsanwalt Andrea Janggen 

- B. Bank (Privatklägerin) 

- C. AG (ad Schaden Nrn. 2 und 3; Privatklägerin) 

- D. Versicherung (ad Schaden Nr. 1; Privatklägerin) 

- E. Versicherung (ad Schaden Nr. 4; Privatklägerin) 

- F. Bank (Privatklägerin)  

- Frau G. (Privatklägerin) 

- Amt für Justizvollzug des Kantons St. Gallen, Straf- und Massnahmenvollzug (voll-
ständig; unter Beilage des Schreibens des Bundesamtes für Justiz BJ vom 31. Okto-
ber 2023 [Zeichen B-20-2256-3]) 

- Justizvollzugsanstalt WWW. 
 

Kopie an (brevi manu): 

- Bundesstrafgericht, Strafkammer 

 

 

- 39 - 

Nach Eintritt der Rechtskraft mitzuteilen an: 

- Bundesanwaltschaft, Urteilsvollzug und Vermögensverwaltung (zum Vollzug) 

- Bundesanwaltschaft, Herrn Nils Eckmann, Leitender Staatsanwalt des Bundes 

- Herrn Rechtsanwalt Andrea Janggen, Anwaltskanzlei Bürge & Janggen 

- B. Bank (Privatklägerin) 

- C. AG (ad Schaden Nrn. 2 und 3; Privatklägerin) 

- D. Versicherung (ad Schaden Nr. 1; Privatklägerin) 

- E. Versicherung (ad Schaden Nr. 4; Privatklägerin) 

- F. Bank (Privatklägerin)  

- Frau G. (Privatklägerin) 

- Bundesamt für Polizei (vollständig; gestützt auf Art. 68 Abs. 1 StBOG und Art. 20 des 
Bundesgesetzes über Vorläuferstoffe für explosionsfähige Stoffe vom 25. Septem-
ber 2020 [Vorläufergesetz, VSG; SR 941.42]) 

- Migrationsamt des Kantons St. Gallen (vollständig; gestützt auf Art. 68 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 74 Abs. 1 lit. gbis StBOG; Art. 82 VZAE) 

- Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement EJPD, Bundesamt für Justiz BJ, Di-
rektionsbereich Internationale Rechtshilfe, Fachbereich Auslieferung (vollständig; mit 
Hinweis auf das Schreiben des Bundesamtes für Justiz BJ vom 31. Oktober 2023 
[Zeichen B-20-2256-3]) 

- Amt für Justizvollzug des Kantons St. Gallen, Straf- und Massnahmenvollzug (voll-
ständig; unter Beilage des Schreibens des Bundesamtes für Justiz BJ vom 31. Okto-
ber 2023 [Zeichen B-20-2256-3]) 

- Justizvollzugsanstalt WWW. 

- Bundesamt für Justiz BJ, Direktionsbereich Internationale Rechtshilfe, Herrn Andreas 
Cina 

- Bundesstrafgericht, Strafkammer 
 
  

- 40 - 

 

Rechtsmittelbelehrung 
 
Beschwerde an das Bundesgericht 
 
Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach Eröffnung der vollständigen Ausfertigung mit Beschwerde 
in Strafsachen beim Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen 
Zulässigkeitsvoraussetzungen sind in den Art. 78-81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bun-
desgericht vom 17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundes-
gericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. 
 
Die Fristeinhaltung bei Einreichung der Beschwerdeschrift in der Schweiz, im Ausland bzw. im Falle 
der elektronischen Einreichung ist in Art. 48 Abs. 1 und 2 BGG geregelt. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
     Versand: 18. April 2024 

	A. Prozessgeschichte und erstinstanzliches Urteil
	A.1 Am 12. Dezember 2019 wurde ein Bankomat der B. Bank in Sevelen SG aufgesprengt und daraus Geld entwendet. Am 20. Dezember 2019 wurde in Neftenbach ZH ein weiterer Geldautomat der F. Bank gesprengt und daraus Geld entwendet. Die unbekannte Tätersch...
	A.2 Im Rahmen der kriminaltechnischen Ermittlungen konnten in Sevelen an zwei in Tatortnähe sichergestellten Brecheisen («Geissfüssen») DNA-Spuren gesichert werden, die mit den DNA-Profilen von A. (nachfolgend: Beschuldigter) und I. übereinstimmten. A...
	A.3 Am 21. Januar 2020 stellte die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen, Untersuchungsamt Altstätten, eine Gerichtsstandsanfrage an die Bundesanwaltschaft (nachfolgend: BA) (BA pag. 02-02-0001), worauf Letztere am 3. März 2020 die Weiterführung d...
	A.4 Am 25. Februar 2020 stellte die Staatsanwaltschaft des Kantons Winterthur / Unterland eine Gerichtsstandsanfrage zu Handen der BA (BA pag. 02-03-0001 f.), worauf Letztere am 3. März 2020 die Weiterführung des Verfahrens in Bundeskompetenz bestätig...
	A.5  Am 15. Juni 2020 liess die BA den Beschuldigten zur Anhaltung und Vorführung international ausschreiben. Er wurde am 16. Juni 2020 in V. (Dänemark) im Zusammenhang mit einer Bankomatensprengung in Dänemark verhaftet. Diesbezüglich wurde er mit Ur...
	A.6 Mit Verfügung vom 17. Juni 2021 trennte die BA das Verfahren gegen den Beschuldigten und unbekannte Täterschaft vom Strafverfahren gegen I.