# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 85db6aeb-5da7-5f41-a8e8-191bac5b453b
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-08-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.08.2015 200 2015 381
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-381_2015-08-11.pdf

## Full Text

200 15 381 IV
MAW/LUB/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. August 2015

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. B.________ 
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 20. März 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1962 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im September 1997 unter Hinweis auf eine 
Depression zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invalidenver-
sicherung (IV) an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegne-
rin]; Antwortbeilage [AB] 67.1 S. 146 ff.). Nach Abklärungen im medizini-
schen (AB 67.1 S. 122 ff.) und erwerblichen Bereich (AB 67.1 S. 128 ff.) 
sprach die IVB dem Versicherten mit Verfügung vom 15. Mai 1998 
(AB 67.1 S. 110 ff.) bei einem Invaliditätsgrad von 70 % eine ganze Rente 
ab dem 1. Juli 1997 zu. In der Folge fanden mehrere Revisionen von Am-
tes wegen statt, welche jeweils zu einer Bestätigung der Rente führten 
(AB 67.1 S. 104, S. 30, S. 16, AB 62). Die rentenbestätigende Verfügung 
vom 26. März 2003 (AB 67.1 S. 30 f.) erging insbesondere gestützt auf ein 
rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten der Abklärungsstelle 
C.________ vom 23. Dezember 2002 (AB 67.1 S. 50 ff.), welches dem 
Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit im Umfang von 70 % attestierte.

B.

Im Rahmen einer weiteren Revision von Amtes wegen machte der Versi-
cherte am 27. Juni 2013 einen seit 2011 (somatisch) verschlechterten Ge-
sundheitszustand geltend (AB 74 S. 1 ff.), woraufhin die IVB unter anderem 
eine interdisziplinäre Begutachtung durch die D.________ (MEDAS), ver-
anlasste (MEDAS-Gutachten vom 25. März 2014 [AB 90.1]). Im Gutachten 
wurde eine Verbesserung der Gesundheitssituation festgehalten und dem 
Beschwerdeführer sowohl für die angestammte als auch für angepasste 
Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 90 % attestiert (AB 90.1 S. 24 und 26 
Ziff. 13). Mit Vorbescheid vom 23. April 2014 (AB 91) stellte die IVB dem 
Versicherten die Aufhebung der bisherigen Rente bei einem Invaliditäts-
grad von 10 % in Aussicht. Dagegen machte der Versicherte mit Schreiben 
vom 9. Mai 2014 (AB 93) Einwendungen geltend und liess einen Bericht 
von Dr. med. E.________, Facharzt für allgemeine Medizin FMH, vom 

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16. Mai 2014 (AB 97), einen Bericht über den stationären Aufenthalt in der 
Klinik F.________ vom 21. Juli 2014 (AB 102) sowie eine Behandlungs-
bestätigung der Klinik G.________ vom 3. September 2014 einreichen. 
Daraufhin holte die IVB eine Stellungnahme der MEDAS vom 25. Novem-
ber 2014 (AB 115), einen Arztbericht der Klinik G.________ vom 29. De-
zember 2014 (AB 117) und eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD) vom 5. März 2015 (AB 119) ein. Mit Verfügung vom 
20. März 2015 (AB 120) bestätigte die IVB die Aufhebung der ganzen Ren-
te per Ende April 2015. Zur Begründung führte sie aus, die seit der Begut-
achtung geltend gemachte Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
sei auf psychosoziale Gründe zurückzuführen und deshalb für die IV nicht 
relevant.

C.

Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. 
B.________, mit Eingabe vom 1. Mai 2015 Beschwerde erheben und fol-
gende Rechtsbegehren stellen:

1. Die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 20. März 2015 sei aufzuheben.

2. Es sei festzustellen, dass der Beschwerdeführer vorerst für eine mindestens 
70 %ige Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf eine ganze IV-Rente hat.

3. Eventuell: Beim Beschwerdeführer sei ein mindestens sechsmonatiges be-
rufliches Eingliederungstraining anzuordnen.

4. Nach Abschluss des Eingliederungsversuchs sei eine weitere Begutachtung 
anzuordnen.

5. Dem Beschwerdeführer sei für dieses IV-Beschwerdeverfahren die unent-
geltliche Rechtspflege zu gewähren und die unterzeichnende Anwältin sei 
als amtliche unentgeltliche Anwältin einzusetzen.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

In der Begründung liess der Beschwerdeführer im Wesentlichen vorbrin-
gen, die von der IV in Aussicht gestellte Rentenaufhebung habe zu einer 
Verschlechterung der gesundheitlichen Situation geführt, welche im Som-
mer 2014 einen stationären Aufenthalt und erneut eine regelmässige 
(wöchentliche) Psychotherapie notwendig gemacht hätten. In der Verfü-
gung werde einzig auf das MEDAS-Gutachten abgestellt, ohne die seither 
eingetretene Verschlechterung der gesundheitlichen Situation zu berück-

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sichtigen. Es müsse ein weiteres Gutachten eingeholt werden, welches 
über den aktuellen Verlauf der Erkrankung nach Eintritt der Verschlechte-
rung im Jahr 2014 Auskunft gäbe. Insbesondere müsse ein Arbeitsaufbau- 
bzw. Belastungstraining initiiert werden, welches mindestens einen Zeit-
raum von sechs Monate umfasse.

Mit Beschwerdeantwort vom 3. Juni 2015 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. Sie führte namentlich aus, es handle 
sich bei der geltend gemachten Verschlechterung um psychosoziale Belas-
tungsfaktoren und emotionale Konflikte, welche aus invalidenversiche-
rungsrechtlicher Sicht nicht berücksichtigt werden könnten. Der Beschwer-
deführer habe sich im Rahmen seiner Restarbeitsfähigkeit immer selbst 
eingegliedert und sei über eine gewisse Zeit sogar selbständigerwerbend 
gewesen. Des Weiteren sei sowohl die angestammte als auch jede andere 
angepasste Tätigkeit uneingeschränkt zumutbar. Daraus erhelle klar, dass 
vorgängig zur Rentenaufhebung der Eingliederungsbedarf nicht abzuklären 
sei.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

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gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 20. März 2015 
(AB 120). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers 
auf eine Invalidenrente und in diesem Zusammenhang die Rechtmässigkeit 
der verfügten Leistungsaufhebung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In Streitigkei-
ten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser Tragweite 
sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch Mehrheitsbeschlüsse fas-
sen (Art. 56 Abs. 5 Satz 2 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 

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teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). 

Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar vom 
medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche äus-
seren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne des 
Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff selber 
klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisierenden) 
Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsunfähigkeit 
unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, welche durch 
soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der Belastung wieder 
verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar kann einer fach-
gerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidisierende Cha-
rakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende psychosoziale 
Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber psychosoziale 
und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund treten und 
das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine 
fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden 
sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2). Nur 
wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren einen derart 
verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder seine – 
unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen 
verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend auswirken 
(BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 5.2). In die-
sem Sinn werden Wechselwirkungen zwischen sich körperlich und psy-
chisch manifestierenden Störungen und der sozialen Umwelt berücksich-

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tigt, wenn auch bedeutend weniger stark als nach dem in der Medizin ver-
breiteten bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV Nr. 62 S. 
204 E. 4.2).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.6 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.6.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 8

dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, 
wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung ge-
langt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 130 
V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 
E. 3.1.1).

2.6.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV 
Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

2.6.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).

Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 
Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

3.

3.1 Zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der umstrittenen Rentenaufhe-
bung. Hierzu ist der Sachverhalt im Zeitpunkt der rentenbestätigenden Ver-
fügung vom 26. März 2003 (AB 67.1 S. 30 f.) mit demjenigen im Zeitpunkt 
der angefochtenen Verfügung vom 20. März 2015 (AB 120) zu vergleichen 

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und zu prüfen, ob in dieser Zeit eine Änderung in den medizinischen oder 
erwerblichen Verhältnissen eingetreten ist, welche geeignet ist, den bishe-
rigen Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.6 hiervor). Die mehrmali-
gen Bestätigungen der ganzen Rente, zuletzt mit Verfügung vom 7. Okto-
ber 2011 (AB 62) sind vorliegend unbeachtlich, da diesen keine hinrei-
chende materielle Prüfung der anspruchserheblichen Tatsachen zugrunde 
gelegen hat (vgl. E. 2.6.3 hiervor). Sollte im massgebenden Vergleichszeit-
raum eine relevante Änderung eingetreten sein, wäre in einem weiteren 
Schritt zu prüfen, ob sich diese auf den bisherigen Rentenanspruch aus-
wirkt (vgl. E. 2.6.2 hiervor).

3.2 Die rentenbestätigende Verfügung vom 26. März 2003 (AB 67.1 
S. 30 f.) basierte auf dem rheumatologisch-psychiatrischen Gutachten der 
Abklärungsstelle C.________ vom 23. Dezember 2002 (AB 67.1 S. 50 ff.).

Dabei diagnostizierten die Gutachter PD Dr. med. H.________ und 
Dr. med. I.________ mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivieren-
de depressive Störung mit teils schweren depressiven Episoden und Suizi-
dalität (ICD-10: F33.1) und intermittierende lumbospondylogene Schmer-
zen links bei einem Status nach durchgemachtem Morbus Scheuermann 
lumbal und einer leichten Fehlform der Wirbelsäule.

In der Zusammenfassung und Beurteilung der Arbeitsfähigkeit wird im We-
sentlichen ausgeführt, anamnestisch habe der Versicherte schon in der 
Kindheit psychische Probleme gehabt. Eine erste schwere Krise sei 1993 
aufgetreten. Damals sei er zur Krisenintervention nach Intoxikation mit 
Benzodiazepinen bei einem depressiven Zustandsbild, zum Teil zusam-
menhängend mit sozialer Problematik, zum ersten Mal psychiatrisch hospi-
talisiert worden. Eine weitere Hospitalisation sei 1996 erfolgt mit der Dia-
gnose einer mittelgradig depressiven Episode mit somatischen Symptomen 
bei schwieriger familiärer, sozialer und kultureller Problematik. In der aktu-
ellen psychiatrischen Exploration erscheine ein ordentlich gekleideter, be-
wusstseinsklarer und voll orientierter Versicherter. Die Konzentration 
scheine im Verlauf des ca. einstündigen Gesprächs etwas abzunehmen. 
Der formale Gedankengang sei teils umständlich, teils sprunghaft. Zum 
Untersuchungszeitpunkt bestehe weder ein Anhalt für Sinnestäuschungen 
oder wahnhaftes Erleben noch ein Anhalt für Ich-Störungen. Affektiv wirke 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 10

der Versicherte niedergedrückt bei erhaltener affektiver Schwingungsfähig-
keit, modulierter Mimik, Gestik und Psychomotorik. Die den Unterlagen zu 
entnehmende Diagnose einer schizoaffektiven Störung könne im Zeitpunkt 
der Untersuchung und aus den Angaben des Patienten weder bestätigt 
noch ausgeschlossen werden. Die depressive Entwicklung mit Somatisie-
rungsstörung sei sicherlich zu sehen im Rahmen einer erheblichen sozio-
kulturellen Problematik und daraus resultierenden Schuld- und Versagen-
sgefühlen. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit aufgrund des 
langen Verlaufs und der äusserst geringen Belastbarkeit des Versicherten 
weiterhin um 70 % eingeschränkt. Der jetzige Status im Sinne einer 30 %-
igen „Nischentätigkeit“ als … bei der … sollte, wenn irgend möglich, beibe-
halten werden, einerseits zum Erhalten einer gewissen Tagesstruktur und 
andererseits, weil der Versicherte dadurch eine Wertschätzung erhalte, die 
sich positiv auf die depressive Symptomatik auswirken sollte (AB 67.1 S. 
62 f.).

In der aktuellen rheumatologischen Untersuchung fänden sich ein leichter 
Beckenschiefstand von 8 mm, eine leicht abgeflachte physiologische 
Krümmung thorakolumbal sowie eine angedeutete bikonvexe Skoliose 
ohne grössere Rotationskomponente. Die Wirbelsäulenbeweglichkeit sei 
zur Zeit der Untersuchung frei und indolent. Neurologische Ausfälle liessen 
sich nicht objektivieren. Diagnostisch handle es sich um intermittierende 
lumbospondylogene Schmerzen links bei einem Status nach durchgemach-
tem Morbus Scheuermann lumbal sowie einer leichten Fehlform der Wir-
belsäule. Aus rheumatologischer Sicht seien körperlich belastende Hilfsar-
beiten nicht sinnvoll, da dadurch eine Verstärkung der lumbospondyloge-
nen Schmerzen ausgelöst werden könnte. Für eine körperlich schwere Ar-
beit bestehe aus rheumatologischer Sicht somit eine Einschränkung von 
50 %. Für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne repetitives 
Heben von Gewichten über 10 kg bestehe aus rein rheumatologischer 
Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.

Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Befunde und Gege-
benheiten sei der Versicherte in seiner angestammten Tätigkeit als … in 
der … als zu 30 % arbeitsfähig zu beurteilen. Die aus rheumatologischer 
Sicht höhergradige Restarbeitsfähigkeit könne vom Versicherten aufgrund 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 11

der psychiatrischen Problematik mit sehr geringer Belastbarkeit nicht um-
gesetzt werden (AB 67.1 S. 64).

3.3 Hinsichtlich der Situation im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung 
vom 20. März 2015 (AB 120) lassen sich den medizinischen Unterlagen im 
Wesentlichen die folgenden Angaben entnehmen:

3.3.1 Im Gutachten der MEDAS vom 25. März 2014 (AB 90.1) wurden 
nach psychiatrischer, neurochirurgischer, orthopädischer und internisti-
scher Untersuchung folgende Diagnosen genannt (S. 23 f.):

Mit Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit (angestammte Tätigkeit)

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig Restzustand einer leichten 
depressiven Episode (ICD-10: F33.0)

Ohne Relevanz auf die Arbeitsfähigkeit

- Chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren 
(ICD-10: F45.1)

- St. n. KTS-Dekompression bds. im Jahre 2011 mit Restitution
- Lumbalgie ohne neuroradikuläre Symptomatik
- rezidivierende Beschwerden der Lendenwirbelsäule bei Fehlstatik, Haltungs-

insuffizienz, muskulärem Hartspann und verschmächtigter Rumpfmuskulatur. 
Kein nervenwurzelbezogenes, neurologisches Defizit. Beidseits verkürzte Is-
chiokruralmuskulatur ohne Dehnungsschmerzen.

- Morbus Dupuytren bds.
- varische Beinachsen bds.
- Adipositas
- Prostatahyperplasie
- St. n. Helicobacter-Gastritis
- St. n. tubovillösem Colonadenom
- Rektusdiathese
- Nabelhernie
- Lumbalhernie

In allgemein medizinisch-internistischer Hinsicht ergäbe sich, dass die Heli-
cobactergastritis inzwischen behandelt worden sei und die vom Versicher-
ten geschilderten wiederkehrenden Magenschmerzen einer medikamentö-
sen Behandlung gut zugänglich sein sollten. Bezogen auf die von ihm an-
gegebenen Herzprobleme bestünden bezüglich der medizinischen Unter-
suchung und der vorliegenden medizinischen Unterlagen keine objektivier-
baren Befunde. Befunde einer akuten Nephrolithiasis hätten sich nicht er-
geben. Anstatt des vom Versicherten angegebenen Prostatakrebs werde in 
den Akten lediglich eine Prostatahyperplasie beschrieben, wobei der aktu-
elle PSA-Wert gegen ein akutes Geschehen in diesem Bereich spreche. 
Eine Fibromyalgie könne vor dem Hintergrund der dokumentierten Befunde 

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und der Untersuchung nicht bestätigt werden. Internistischerseits bestehe 
aktuell keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit (AB 90.1 S. 22).

In psychiatrischer Hinsicht ergäbe sich die Diagnose einer rezidivierenden 
depressiven Störung, bei prädisponierender ängstlich-selbstunsicherer 
Persönlichkeitsstruktur. Schwere depressive Phasen seien laut Aktenmate-
rial und anamnestischen Angaben 1993 und 1996 vorhanden gewesen. 
Laut anamnestischen Angaben bestünde seit mindestens zwei Jahren eine 
deutliche Besserung. Aktuell und retrospektiv für mindestens zwei Jahre 
werde anamnestisch eine depressive Restsymptomatik lediglich noch be-
schrieben. Aus heutiger Sicht sei bei nur im geringen Ausmass organomor-
phologisch erklärbarer Schmerzkomponenten und einer subjektiv relevan-
ten Schmerzangabe, von einer chronischen Schmerzstörung mit psychi-
schen und körperlichen Faktoren auszugehen, wobei auch eine gewisse 
Akzentuierung in der Symptomschilderung Berücksichtigung finden sollte. 
Psychiatrischerseits ergäbe sich aus der depressiven Restsymptomatik, bei 
wohlwollender Würdigung der zur Verfügung stehenden Untersuchungser-
gebnisse und Informationen, allenfalls eine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit um 10 % bezogen auf Leistung und Zeit (AB 90.1 S. 22 f.).

In neurologischer Hinsicht zeige sich ein durchwegs unauffälliger Status 
ohne jeglichen Hinweis auf lumboradikuläre oder zervikoradikuläre 
Störungsmuster und ohne Hinweis für peripher neurogene Schädigungen. 
Bezogen auf den Zustand nach den beiden Karpaltunneloperationen links 
und rechts im Jahre 2011, bestehe lediglich noch eine Reizempfindlichkeit 
im Bereich der Handgelenke. Die muskuloskelettalen Befunde erschienen 
gegenwärtig weitgehend normal. Es zeigten sich speziell keine Hinweise 
für eine relevante lumbale Bewegungseinschränkung respektive für ein 
lumboradikuläres Störungsmuster. Auch im Bereich von Schultergürtel und 
HWS bestünden keine Bewegungseinschränkungen. Versicherungsmedizi-
nisch sei eine Einschränkung der Handkraft allenfalls für sehr schwere 
Tätigkeiten plausibel, mittelschwere und teilweise schwere Tätigkeiten sei-
en hingegen zumutbar. Der Versicherte sei im allgemeinen Bewegungs-
muster nicht relevant eingeschränkt. Neurologischerseits ergäben sich kei-
ne über das orthopädische Fachgebiet hinausreichenden Aspekte für eine 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (AB 90.1 S. 23).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 13

Aus orthopädischer Sicht hätten sich während der Untersuchung altersent-
sprechende Normalbefunde an Wirbelsäule und grossen/kleinen Gelenken 
der oberen und unteren Extremitäten ergeben. Nach Betrachtung der 
Handflächen und Fusssohlen könne eine körperliche Inaktivität ausge-
schlossen werden. Es ergäbe sich für mittelschwere und gelegentlich auch 
körperlich schwere Tätigkeiten, die bevorzugt aus wechselnder Ausgangs-
lage verrichtet würden, ein volles Arbeitsvermögen ohne Einschränkungen 
der Leistungsfähigkeit.

Im Rahmen der interdisziplinären versicherungsmedizinischen Beurteilung 
führten die Gutachter aus, zusammenfassend ergäbe sich internistischer-, 
neurologischer- und orthopädischerseits keine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Arbeiter in der … und für …. 
Psychiatrischerseits ergäbe sich eine höchstens 10 %ige Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit bezogen auf Leistung und Zeitpensum, resultierend 
aus der depressiven Restsymptomatik (AB 90.1 S. 23).

3.3.2 Im Austrittsbericht der Klinik F.________ vom 21. Juli 2014 
(AB 102) diagnostizierten med. pract. J.________, med. pract. 
K.________, Assistenzärztin, und L.________, wissenschaftliche Mitarbei-
terin, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige 
Episode (ICD-10: F33.1). Während des stationären Aufenthaltes habe sich 
eine stetige Besserung des Allgemeinbefindens gezeigt. Suizidgedanken 
rückten sukzessive in den Hintergrund. Der Versicherte habe sich gut in 
den Stationsalltag integriert. Er habe sich zukunftsorientiert gezeigt. Wei-
terhin Thema sei die kulturelle Zerrissenheit, welche den Versicherten be-
reits sein ganzes Leben begleite. Der Versicherte hätte sich grosse Sorgen 
um seine Ehefrau, welche ebenfalls krank sei, gemacht. Bei fehlenden 
Hinweisen auf eine akute Selbstgefährdung und einer deutlichen Besse-
rung der depressiven Symptomatik, sei der Versicherte am 21. Juli 2014 
auf eigenen Wunsch in die vorbestehenden Wohnverhältnisse ausgetreten.

3.3.3 Dr. med. E.________ führte in seinem Bericht vom 16. Mai 2014 
(AB 97 S. 1) als Diagnosen eine latente Depression mit einem St. n. Sui-
zidversuchen (durch den Entscheid aktuell wieder aus der Bahn geworfen), 
ein polytopisches Schmerzsyndrom (panvertebral, Cephalea), einen St. n. 
Versorgung einer Umbilicalhernie bei persistierender ausgeprägter Rektus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 14

diastase (Dezember 2013), einen St. n. Implantation eines Vicrynetzes bei 
Zwerchfellhernie linksseitig und eines St. n. Weichteilverletzung am linken 
Thorax sowie eine chron. Refluxkrankheit auf. Eine Arbeitsbelastung sei 
teilweise denkbar, wobei keine schweren Gewichte gehoben und keine 
schwierigen Arbeitsplatzverhältnisse vorherrschen dürften.

3.3.4 In der Stellungnahme der MEDAS vom 25. November 2014 
(AB 115) führte Dr. med. M.________, Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie FMH, aus, gemäss einem damals durchgeführten interdiszi-
plinären Konsensgespräch hätte sich aus rein psychiatrischer Sicht eine 
Reduktion der Arbeitsfähigkeit um 10 % (angestammt, Verweistätigkeit) 
ergeben, wobei motivationale Faktoren und die tatsächlich vorliegenden 
Fähigkeiten unter Berücksichtigung des Mini-ICF in Relation gesetzt wor-
den seien. Auch interdisziplinär habe das Ausmass der Arbeitsfähigkeit 
damals bestätigt werden können. Das Schreiben des Hausarztes des Ver-
sicherten vom 16. Mai 2014 (AB 97 S. 1) bringe keine neuen Aspekte, wel-
che nachträglich korrigierend in der Beurteilung noch einfliessen sollten. 
Die Diagnose einer latenten Depression und eine heftige Reaktion der Un-
zufriedenheit auf den Entscheid der IV stellten kein relevantes versiche-
rungsmedizinisch bedeutsames Zustandsbild dar.

3.3.5 Med. pract N.________, Praxisassistentin und Dr. med. 
O.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnosti-
zierten im Bericht der Klinik G.________ vom 29. Dezember 2014 (AB 117) 
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 
(ICD-10: F33.1) und einen Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung vom 
paranoiden Typ (ICD-10: F60.0). Insgesamt bestehe neben der depressi-
ven Symptomatik eine erhöhte Ängstlichkeit, Anspannung, Besorgtheit, 
was auch an eine generalisierte Angststörung denken lassen könnte. Je-
doch seien die bisherigen depressiven Episoden jeweils als mittelgradig bis 
schwer beschrieben und in der Vergangenheit auch von Suizidalität beglei-
tet, so dass von einer anhaltenden/chronischen depressiven Störung mit 
vorwiegend ängstlichen Anteilen und zum Teil auch mit somatoformer 
Stressverarbeitung im Rahmen von Schmerzen auszugehen sei. Aufrecht-
erhalten werde die Erkrankung zusätzlich durch pathologische Bezie-
hungsmuster (Persönlichkeitsstörung) aufgrund von diversen negativen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 15

Erfahrungen in der Kindheit/Jugend sowie einer interkulturellen Problematik 
(Zerrissenheit in der Zugehörigkeit, Rollenkonflikt als Mann, Stolz-
/Schuldfragen). Aufgrund des langen Krankheitsverlaufs sei mit einer Chro-
nifizierung der Depression, der geringen Belastbarkeit des Patienten sowie 
den eingeschränkten therapeutischen Möglichkeiten bei höchstwahrschein-
lich gleichzeitig bestehender Persönlichkeitsstörung eine 90 % Arbeits-
fähigkeit, wie im MEDAS-Gutachten vom 25. März 2014 (AB 90.1) attes-
tiert, nicht nachvollziehbar. Ein Belastungs-/Arbeitstraining in einem ange-
passten Rahmen sei als Versuch möglich.

3.3.6 Die RAD-Ärztin Dr. med. P.________, Fachärztin für Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, hielt in ihrer Stellungnahme vom 5. März 2015 
(AB 119 S. 2 f.) fest, zusammenfassend könne bezüglich des psychiatri-
schen Längsschnittsverlaufs auf die psychiatrischen Berichte vom 26. März 
(AB 90.1), 21. Juli 2014 (AB 102) und 16. Januar 2015 (richtig 29. Dezem-
ber 2014; AB 117) abgestützt werden. Der psychophysische Gesundheits-
zustand hätte sich seit anfangs 2012 deutlich stabilisiert, was sich auch im 
psychiatrischen Teilgutachten vom 26. März 2014 (AB 90.1) abbilde. Je-
doch habe sich der psychiatrische Gesundheitszustand im Juli 2014 erneut 
von einer leichtgradigen zu einer mittelgradigen Episode destabilisiert, wo-
mit bei der von allen Psychiatern festgestellten rezidivierenden depressiven 
Störung generell jederzeit habe gerechnet werden müssen. Aus psychiatri-
scher Sicht sei es durchaus nachvollziehbar, dass der Versicherte nach 
Bezug einer ganzen IV-Rente während 15 Jahren, angesichts des Vorbe-
scheids der Rentenaufhebung vom 23. April 2014 plötzlich mit massiven 
Existenzängsten konfrontiert sei, die zusammen mit anderen Belastungs-
faktoren bei bereits vorhandener erhöhter psychischer Vulnerabilität für 
affektive Erkrankungen erneut eine depressive Episode auslösen könnten. 
Der Gesundheitszustand habe sich in der Zeit von 2012 bis 26. März 2014 
verbessert. Danach sei bis zum Eintritt in die Klinik F.________ am 7. Juli 
2014 eine Verschlechterung eingetreten.

3.4 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 16

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung erfolgt durch 
eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes. 
Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer entschei-
dungserheblichen Differenz in den den medizinischen Unterlagen zu ent-
nehmenden Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision er-
stellten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausrei-
chend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – 
bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren 
und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erst-
malige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre, mangelt es 
daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die 
(von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend 
darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheits-
zustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es 
evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben 
(SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 6.1.2).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3). Eine von anderen mit 
der versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung ver-
mag die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört viel-
mehr zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial 
auseinanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 17

welche Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwal-
tungs- und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswür-
digung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110).

3.5 Es ist zu Recht unbestritten, dass sich die gesundheitlichen Ver-
hältnisse des Beschwerdeführers seit der letzten umfassenden Prüfung 
durch die Abklärungsstelle C.________ (AB 67.1 S. 50 f.) im Rahmen der 
von Amtes wegen eingeleiteten Revision im Jahr 2002 verändert haben 
und damit ein Revisionsgrund gegeben ist (vgl. E. 2.6 hiervor). Seitens des 
Beschwerdeführers wird auch nicht substantiiert bestritten, im MEDAS-
Gutachten vom 25. März 2014 (AB 90.1) sei sein Gesundheitszustand un-
zutreffend dargelegt worden. Vielmehr erfüllt das MEDAS-Gutachten die 
Anforderungen der Rechtsprechung an den Beweiswert von ärztlichen Be-
richten und Gutachten (vgl. E. 3.4 hiervor) und überzeugt. Es beruht auf 
einlässlichen Untersuchungen und wurde unter Berücksichtigung der ge-
klagten Beschwerden sowie in Kenntnis der Vorakten erstattet. In der Dar-
legung der medizinischen Situation ist es widerspruchsfrei und die Schluss-
folgerungen sind nachvollziehbar begründet. Insbesondere ist die hier aus-
schlaggebende psychiatrische Beurteilung (AB 90 S. 12 - 21) sorgfältig und 
überzeugend vorgenommen worden. Im psychiatrischen Teil des Gutach-
tens erfolgte auch eine intensive Auseinandersetzung mit den bisherigen 
Berichten und abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte. Es 
liegt somit ein umfassendes psychiatrisches Teilgutachten vor und es über-
zeugt, wenn festgehalten wird, dass im Untersuchungszeitpunkt lediglich 
noch ein Restzustand einer leichten depressiven Phase besteht (AB 90 
S. 20). Es finden sich weder Hinweise für eine Unrichtigkeit des MEDAS-
Gutachtens noch Anhaltspunkte, die gegen die Zuverlässigkeit der Beurtei-
lung sprechen. Folglich kommt dem Gutachten voller Beweiswert zu (vgl. 
BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353).

Der Beschwerdeführer macht vorwiegend geltend, der (psychische) Ge-
sundheitszustand habe sich seit der Androhung der Rentenaufhebung er-
heblich verschlechtert (Beschwerde S. 3 Ziff. 1 und 3). Einerseits verweist 
er zur Begründung auf den vom 7. bis 21. Juli 2014 durchgeführten statio-
nären Aufenthalt bei der Klinik F.________ (AB 102) und die ab dem 
20. August 2014 durchgeführte Behandlung in der Klinik G.________ 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 18

(AB 106 und 117). Andererseits stützt sich der Beschwerdeführer auch auf 
die Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. med. P.________ vom 5. März 2015 
(AB 119), in welcher auf eine seit der Begutachtung eingetretene Ver-
schlechterung des Gesundheitszustandes (insbesondere ab März 2014) 
hingewiesen wird und die medizinische Weiterbehandlung inkl. Verlaufsbe-
richt, Integrationsmassnahmen und allenfalls eine psychiatrische Nachbe-
gutachtung empfohlen werden.

Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 3. Juni 2015 
(S. 3 Rz. 11 - 13) indessen zu Recht darauf hinweist, haben die Umstände, 
welche zum stationären Aufenthalt in der Klinik F.________ im Sommer 
2014 und zur psychiatrischen bzw. psychotherapeutischen Behandlung in 
der Klinik G.________ ab dem 20. August 2014 geführt haben, starke psy-
chosoziale Aspekte (vgl. E. 2.2 hiervor). Aus dem Austrittsbericht der Klinik 
F.________ vom 21. Juli 2014 (AB 102) geht hervor, dass der Versicherte 
berichtet habe, seit mehreren Monaten zunehmend antriebslos, ange-
spannt und deprimiert zu sein. Seine Ehefrau habe vor vier Monaten den 
Anspruch auf eine Rente der IV verloren und seine Rente werde vermutlich 
in Kürze auf der Basis eines MEDAS-Gutachtens ebenfalls aufgehoben. 
Der Tod seiner Hunde im Februar 2014 belaste ihn sehr (AB 102 S. 1). Im 
Bericht der Klinik G.________ vom 29. Dezember 2014 (AB 117) führen 
med. pract. N.________ und Dr. med. O.________ aus, der Versicherte 
habe aktuell mehrere Belastungen ertragen müssen, so seien innert zwei 
Monaten seine beiden Hunde gestorben, seiner Ehefrau seien die IV-
Leistungen abgesprochen worden, zwei Söhne seien ausgezogen, er habe 
Bauchoperationen gehabt und müsse nun selber befürchten, dass ihm die 
IV-Leistungen abgesprochen würden. Die Vorstellung zum Sozialdienst zu 
gehen sei für ihn unerträglich, er habe schlechte Erfahrungen gemacht 
(AB 117 S. 1). 

Aufgrund dieser Ausführungen erscheint es fraglich, ob tatsächlich eine IV-
relevante Erkrankung besteht bzw. eine Verschlechterung des Gesund-
heitszustandes seit dem in Aussicht stellen der Rentenaufhebung eingetre-
ten ist. Kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer bereits nach zwei Wo-
chen, bei fehlenden Hinweisen auf eine akute Selbstgefährdung und deutli-
cher Besserung der depressiven Symptomatik, aus der stationären Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 19

handlung bei der Klinik F.________ nach Hause entlassen werden konnte 
(AB 102 S. 3) und die anschliessende Psychotherapie in der Klinik 
G.________ nicht wöchentlich – wie beschwerdeweise geltend gemacht 
(Beschwerde S. 3 Ziff. 1) – erfolgte, sondern einzig sechs Behandlungen im 
Zeitraum vom 20. August bis 22. Dezember 2014 durchgeführt wurden 
(AB 117 S. 2). Daraus ist zu schliessen, dass lediglich alle drei Wochen ein 
Behandlungstermin wahrgenommen wurde. Diese beiden Gegebenheiten 
sprechen für eine bloss vorübergehende Zustandsverschlechterung im 
Sinne eines reaktiven Geschehens und damit gegen eine bleibende Ver-
schlimmerung der Erkrankung, so dass das Ergebnis des MEDAS-
Gutachtens und das dort festgehaltene Zumutbarkeitsprofil Bestand haben. 
Folglich ist von einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90 % in der ange-
stammten Tätigkeit wie auch in einer Verweistätigkeit auszugehen (AB 90.1 
S. 24 -26). Gestützt darauf ist nachfolgend der Invaliditätsgrad zu bemes-
sen (vgl. E. 2.3 f. hiervor).

4.

4.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne 
gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinrei-
chend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss 
Tabellenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditäts-
bemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzel-
fall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren ab-
gestellt werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, 
E. 1.2).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 20

4.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 
133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsscha-
dens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätig-
keit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruktur-
erhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; 
SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E.4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 
E. 4.1.1).

4.3 Für den Einkommensvergleich ist auf den Zeitpunkt der Rentenrevi-
sion (Entscheid des EVG vom 3. Juli 2006, I 86/06, E. 4), mithin auf das 
Jahr der hier angefochtenen Verfügung abzustellen.

4.4 Die Beschwerdegegnerin hat den Einkommensvergleich dergestalt 
vorgenommen, als sie das Validen- und das Invalideneinkommen auf der 
Grundlage des gleichen Tabellenlohns gemäss LSE, Totalwert, Anforde-
rungsniveau 4, bestimmt hat. Dies ist unter Berücksichtigung der Tatsa-
chen, dass der Beschwerdeführer einerseits keine Berufsausbildung abge-
schlossen (AB 90.1 S. 5) und andererseits seit mehreren Jahren keine Er-
werbstätigkeit mehr aufgenommen hat (AB 90.1 S. 40), nicht zu beanstan-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 21

den. Ebenfalls zu keinen Beanstandungen Anlass gibt, dass kein leidens-
bedingter Abzug vom Tabellenlohn gewährt wurde, zumal mit den sich aus 
dem Zumutbarkeitsprofil ergebenden Einschränkungen die Beschwerde-
gegnerin hinreichend Rechnung getragen hat. Es resultiert ein Invaliditäts-
grad von 10 %, da der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit 
(hier 10 %) entspricht, wenn Validen- und Invalideneinkommen aufgrund 
des gleichen Tabellenlohns bestimmt werden (Urteil des EVG vom 15. April 
2003, I 1/03, E. 5.2). Folglich besteht kein rentenbegründender Invaliditäts-
grad (vgl. E. 2.3 hiervor), womit die bisherige Rente grundsätzlich aufzuhe-
ben ist.

5.

5.1 Zu prüfen bleibt ein allenfalls vorgängiger Anspruch des Beschwer-
deführers auf berufliche Massnahmen vor der Renteneinstellung.

Die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit richtet sich gemäss Art. 7 Abs. 2 
ATSG ausschliesslich nach den gesundheitlichen Beeinträchtigungen, was 
auch im Revisionsfall (Art. 17 Abs. 1 ATSG) gilt. Nicht gesundheitlich be-
dingte Eingliederungshindernisse haben daher bei der Invaliditätsbemes-
sung auch im Revisionszusammenhang ausser Acht zu bleiben. Daher 
geht die ständige Rechtsprechung vom Regelfall aus, der darin besteht, 
dass eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 
grundsätzlich auf dem Weg der Selbsteingliederung verwertbar ist; prak-
tisch bedeutet dies, dass aus einer medizinisch attestierten Verbesserung 
der Arbeitsfähigkeit unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfähig-
keit geschlossen und damit ein entsprechender Einkommensvergleich (mit 
dem Ergebnis eines tieferen Invaliditätsgrades) vorgenommen werden 
kann, und zwar auch bei langjährigem Rentenbezug. Diese Rechtspre-
chung entspricht dem Grundsatz "Eingliederung statt Rente", wonach 
grundsätzlich keine Invalidenrente zugesprochen oder weiterhin ausgerich-
tet werden darf, solange und sobald eine Eingliederung einen rentenan-
spruchserheblichen Erfolg verspricht (SVR 2011 IV Nr. 30 S. 88 E. 4.2.2).

Dennoch hat die Rechtsprechung in ganz besonderen Ausnahmefällen 
nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) ausgewiesener 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 22

Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zugesprochen, bis mit 
Hilfe medizinisch-rehabilitativer und/oder beruflich-erwerblicher Massnah-
men das theoretische Leistungspotential ausgeschöpft werden kann, weil in 
jedem Einzelfall feststehen muss, dass die (wiedergewonnene) Erwerbs-
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (erneut) verwertbar ist 
(Art. 7 Abs. 1 i.V.m. Art. 16 ATSG). Eine unmittelbare Anrechenbarkeit des 
Invalideneinkommens ist dann zu verneinen, wenn Eingliederungsmass-
nahmen entweder aus medizinischer oder aus beruflich-erwerblicher Sicht 
unabdingbare Voraussetzung für eine Umsetzung eines (potentiellen) funk-
tionellen Leistungsvermögens sind. Aus medizinischer Sicht fällt der 
Schluss der (vorläufigen) Nichtanrechenbarkeit eines auf der medizinisch-
theoretischen Arbeitsfähigkeit beruhenden Invalideneinkommens in Be-
tracht, wenn das grundsätzlich attestierte Leistungsvermögen in der ärztli-
chen Beurteilung unter den ausdrücklichen Vorbehalt der Durchführung 
befähigender Massnahmen gestellt wird. Aus beruflich-erwerblicher Sicht 
können im Einzelfall Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung 
einer medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch mögli-
chen Leistungsentfaltung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwand-
frei hervorgeht, dass die Verwertung eines bestimmten Leistungspotentials 
ohne vorgängige Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels 
Eigenanstrengung der versicherten Person nicht möglich ist (SVR 2011 IV 
Nr. 30 S. 88 E. 4.2.2; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 10. Sep-
tember 2010, 9C_768/2009, E. 4.1).

Der Ausnahmetatbestand, wonach die Verwaltung die Notwendigkeit (vor-
gängiger) befähigender beruflicher Massnahmen trotz wiedergewonnener 
Arbeitsfähigkeit abzuklären hat, ist grundsätzlich auf Sachverhalte zu be-
schränken, in denen die revisions- oder wiedererwägungsweise Herabset-
zung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, 
die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren 
bezogen hat (SVR 2011 IV Nr. 73 S. 222 E. 3.3).

5.2 Die formalen Voraussetzungen zur weiteren Prüfung unter dem As-
pekt dieser besonderen Rechtsprechung des Bundesgerichts sind erfüllt. 
Der Beschwerdeführer stand zwar im Zeitpunkt des Erlasses der angefoch-
tenen Revisionsverfügung vom 20. März 2015 (AB 120) erst im 54. Alters-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 23

jahr (AB 67.1 S. 146), jedoch hatte er bereits seit über 17 Jahren ununter-
brochen eine ganze Rente bezogen (AB 67.1 S. 110 ff.). Vorliegend ist hin-
gegen nicht bloss auf diese formalen Aspekte, sondern vielmehr auf die 
medizinische und insbesondere psychiatrische Einschätzung der Ressour-
cen und Fähigkeitsprofile abzustellen. Danach ist der Beschwerdeführer bei 
entsprechender Motivation in der Lage, sich an Regeln und Routinen anzu-
passen, Aufgaben, welche seinem Kenntnisstand entsprechen, zu planen 
und zu strukturieren (AB 90.1 S. 21 und 24). Der darauf beruhenden Emp-
fehlung der Gutachter, berufliche Integrationsmassnahmen in Erwägung zu 
ziehen, jedoch dabei Anforderungen an Leistungen und Präsenz langsam 
zu steigern (AB 90.1 S. 25), ist deshalb nicht im Rahmen von weiteren Ab-
klärungsmassnahmen vor der Renteneinstellung, sondern im Rahmen von 
Eingliederungsmassnahmen nach Art. 18 (Arbeitsvermittlung) und 18b 
(Einarbeitungszuschuss) IVG, worauf der Beschwerdeführer gegebenen-
falls – die entsprechende Motivation, welche innerhalb der therapeutischen 
Begleitung zu erreichen ist, vorausgesetzt – Anspruch hat, Rechnung zu 
tragen. Dabei kann offen bleiben, ob der Beschwerdeführer angesichts 
seiner verschiedenen früheren … (bei der …, …, … und …) sowie seiner 
Integriertheit in das gesellschaftliche Leben (Hundespaziergänge, Fitness + 
Kraft, Sauna), nicht sogar über die nötigen Ressourcen verfügt, um sich 
selbst einzugliedern. Die Beschwerdegegnerin durfte damit die Rentenleis-
tung ohne vorgängige Prüfung und Durchführung von Integrationsmass-
nahmen aufheben.

5.3 Nach dem Dargelegten hat die Beschwerdegegnerin in der ange-
fochtenen Verfügung die bisherige Rente unter Berücksichtigung von 
Art. 88bis Abs. 2 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 
17. Januar 1961 (IVV; SR 831.201) zu Recht auf das Ende des der Verfü-
gung folgenden Monats aufgehoben. Die Beschwerde erweist sich damit 
als unbegründet und ist abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 24

Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG), dies unter Vorbehalt der nachfolgend zu prüfenden 
unentgeltlichen Rechtspflege.

6.2 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Prozessarmut ist mit den eingereichten Unterlagen ausgewiesen. Zu-
dem kann das Verfahren nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet 
werden und die Verhältnisse rechtfertigen eine Verbeiständung. Das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwältin 
lic. iur. B.________ als amtliche Anwältin ist demnach gutzuheissen. Somit 
ist der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung vom 19. Dezember 2008 (Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) – 
von der Zahlungspflicht betreffend die Verfahrenskosten zu befreien. Fest-
zusetzen bleibt das amtliche Honorar von Rechtsanwältin lic. iur. 
B.________.

6.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 25

steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen 
und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 12. Juni 2015 macht Rechtsanwältin lic. iur. 
B.________ ein Honorar von Fr. 1‘516.-- (7.58 Std. à Fr.  200.--) zuzüglich 
Auslagen von Fr. 43.-- und Mehrwertsteuer von Fr. 124.70 (8 % auf 
Fr. 1‘559.--), total Fr. 1‘683.70, geltend. Diese Kostennote ist nicht zu be-
anstanden. Entsprechend ist demnach Rechtsanwältin lic. iur. B.________ 
eine Entschädigung von Fr. 1‘683.70 (inkl. Auslagen und MWSt.) aus der 
Gerichtskasse zu vergüten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht des 
Beschwerdeführers gegenüber dem Kanton Bern entsprechend den Vor-
aussetzungen von Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 ZPO.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin lic. iur. B.________ als amtliche Anwältin wird gutge-
heissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
der Beschwerdeführer – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht 
gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 26

5. Rechtsanwältin lic. iur. B.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 1‘683.70 festgesetzte 
Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vorbehalten bleibt 
die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
-  Rechtsanwältin lic. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Aug. 2015, IV/15/381, Seite 27

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.