# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad5fbca4-e207-5b5c-a7e6-02348cf25c50
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-30
**Language:** de
**Title:** Einzig die Statusfrage ist strittig. Gemäss den Angaben der ersten Stunde auch im Gesundheitsfall teilzeitliche Erwerbstätigkeit. Daneben kein Aufgabenbereich, sondern unbestrittenermassen Freizeit, weshalb nicht die gemischte Methode anzuwenden ist.
**Docket/Reference:** IV.2013.00272
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2013.00272.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2013.00272
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Spitz
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Widmer
Urteil
vom
30. September 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
weitere Verfahrensbeteiligte:
BVK Personalvorsorge des Kantons
Zürich
Stampfenbachstrasse
63
Postfach
8090 Zürich
Beigeladene
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 19
56
, arbeitete
zu 80
%
als Rechnungsfüh
rer bei der
Verwaltung Y.___
, als er sich am 28.
Oktober 2011 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (berufliche Integration, Rente) anmeldete. Dabei gab er an, zur Lähmung des linken Arms seit Geburt sei eine neurologische Störung hinzugetreten,
die
im Frühjahr 2011 aufge
treten
sei (Urk. 5/4
). Nachdem
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit dem Versicherten ein Ressourcengespräch
durchgeführt hatte
(Urk. 5/9),
teilte sie ihm am 10. November 2011 mit, berufliche Einglie
derungsmassnahmen seien keine möglich (Urk. 5/10).
In der Folge holte die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug, Urk. 5/14), Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 5/15-16) sowie einen
Arbeit
geberfragebogen
(Urk. 5/17) ein.
Nach Rücksprache mit dem
Regionalen Ärztli
chen Dienst (RAD;
Urk.
5/19/2-3) stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 6. Juni 2012 die
Zusprache
einer halben Invalidenrente ab April 2012 in Aussicht
(Urk. 5/
21).
In der Folge tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen bezüglich der Statusfrage
(Urk. 5/
23-24), woraus sie schloss, der
Versicherte
wäre im Gesundheitsfall zu 80
%
im Erwerbsbereich und zu 20
%
im Aufgabenbereich tätig (
Urk.
5/25). In Anwendung der gemischten Methode errechnete sie einen Invaliditätsgrad von 47
%
und kündigte dem Versicherten mit
erneutem
Vorbescheid vom 4. Oktober 2012 die
Zusprache
einer
Viertels
rente
ab April 2012 an
(Urk. 5/
27).
Hiergegen erhob der
Versicherte
am 1
2.
November 2012 Einwand
(Urk. 5/
30).
Mit Verfügung vom 20. Februar 2013 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab 1. April 2012 eine
Vier
telsrente
der Invalidenversicherung zu
(Urk. 5/
42 =
Urk.
2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 16. März 2013 Beschwerde und beantragte, es sei ihm ab April 2012 eine halbe Rente der Invalidenversi
cherung auszurichten. In prozessualer Hinsicht beantragte er zudem die Durch
führung einer mündlichen Verhandlung (Urk. 1).
Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom 26. April 2013 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 4), was dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 30. April 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 6
). Mit Gerichtsverfügung vom 13. August 2014 wurde die
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
zum Prozess beigeladen (Urk. 8).
Diese nahm am
2.
September 2014 Stellung (Urk. 11), was dem Beschwerde
führer sowie der Beschwerdegegnerin am 3. September 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 12).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Der Beschwerdeführer
stellte den Antrag auf Durchführung einer
mündlichen
Verhandlung
(Urk. 1). Nähere Ausführungen zu diesem pauschal gehaltenen Antrag machte er nicht. Da
her
ist nicht von einem
klaren und unmissverständ
lichen Antrag auf
eine
öffentliche Verhandlung im Sinne von Art. 6
Ziff.
1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK
; vgl. dazu Urteil des Bundes
gerichts 9C_359/2011 vom 2
5.
August 2011, E.
1)
auszugehen, denn es könnte sich ebenso gut um einen Antrag auf eine Beweisverhandlung oder
eine
Refe
rentenaudienz
handeln
. Da es somit an einem klaren und unmissverständlichen Antrag fehlt,
ist
auf die Durchführung einer öffentliche
n Verhandlung
zu ver
zichten
.
Eine Referentenaudienz oder eine Beweisverhandlung ist ebenfalls nicht erforderlich.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise - bei Versicherten, die vor der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit nicht erwerbstätig waren - die Unmög
lichkeit, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (Art. 17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des Art. 28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit Art. 16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren
Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob
e
ine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungs
ver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne
Gesundheitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (Art. 27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV
). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des
Invalidi
tätsgrades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im Sozial
versicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Ist anzunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beeinträchti
gung teilerwerbstätig,
ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art. 5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität
ausschliesslich
nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach Art. 16 ATSG zu bemessen (Art.
28a
Abs.
3
e
contrario
IVG
). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitssc
haden voll Erwerbstätigen (Art.
27
bis
IVV). Das
Valideneinkommen
ist nach
Massgabe
der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versi
cherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganzta
gestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversicherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das - vom Arzt festzulegende - Arbeitspensum unter Um
ständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
2.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Pro
zent auf eine ganze Rente (Art.
28
Abs.
2 IVG).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
davon aus, dass
der Beschwerdeführer
ohne Gesundheitsschaden zu
8
0
%
einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde und zu
2
0
%
im
Aufgabenbereich
tätig wäre.
Im Erwerbsbereich errechnete sie ausgehend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit und unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10 % wegen Teilzeitarbeit (Urk. 5/18/2) einen Invaliditätsgrad von 59
%
.
Im Aufgabenbereich sei der Beschwerdeführer nicht
eingeschränkt
beziehungsweise verbringe er die verbleibende Zeit mit Freizeitaktivitäten, weshalb sich eine Abklärung vor Ort erübrige. In Anwendung der gemischten Methode gelangte die Beschwerdegegnerin zu einem Invaliditätsgrad von 47
%
und entsprechend zum Anspruch auf ei
ne
Viertelsrente
ab April 2012 (sechs
Monate nach Geltendm
achung des Leistungsanspruches
, vgl. Art. 29
Abs.
1 IVG
).
3.2
Der Beschwerdeführer hält dagegen, dass er
ohne Gesundheitsschaden zu 100
%
im Erwerbsbereich tätig wäre. Bis zum Tod seiner Mutter im Jahr 2005 habe er
wegen deren Pflegebedürftigkeit
nur 80
%
gearbeitet,
seither habe er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zu 100
%
arbeiten können
(
Urk.
1).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist zunächst die für die Wahl der Methode der
Invaliditäts
bemessung
ausschlaggebende Statusfrage
.
Der Beschwerdeführer erklärte am 1
9.
Juni 2012 gegenüber
Z.___
von der
Verwaltung Y.___
, nicht aus gesundheitlichen Gründen nur 80
%
zu arbeiten (Urk. 5/23).
Ende
September 2012 bestätigte er auch gegenüber der Kundenberaterin der Beschwerdegegnerin, dass er 80
%
arbeite, um mehr Frei
zeit zu haben (Urk. 5/24).
Auch aus dem Arbeitgeberbericht geht hervor, dass der Beschwerdeführer bereits vor Eintritt des Gesundheitsschadens
zu 80
%
arbeitete (Urk. 5/17/2), also nicht infolge eines Gesundheitsschadens sein Pen
sum reduziert hatte.
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
D
ementsprechend ist die zweimalig erfolgte Angabe des Beschwerdeführers, er arbeite nicht aus gesundheitlichen Gründen in einem reduzierten Pensum, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zutreffend. Dies gilt umso mehr, als er sich e
rst
nach Konsultation
eine
r
Fachperson (vgl. Urk. 5/28) auf den Standpunkt
stellte
, er würde im Gesundheitsfall vollzeitlich arbeiten (Urk. 5/30/1)
, was den Eindruck
verschärft, versicherungsrechtliche
Überlegungen
könnten einen Ein
fluss auf die neuesten Angaben des Beschwerdeführers gehabt haben
.
Unbestrittenermassen hatte der Beschwerdeführer nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 2005 nie eine 80
%
übersteigende Erwerbstätigkeit aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch noch keine gesundheitliche
n
E
inschränkungen dokumentiert
, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirk
t
en
. Das in der Beschwerdeschrift angeführte Schlafapnoe-Syndrom wurde erstmals im Januar 2010 diagnostiziert (Urk. 5/3/4
, 5/16/4
),
die kognitiven Störungen machten sich
auf jeden Fall
nicht vor dem Jahr 2009 bemerkbar (Urk. 5/3/5, 5/
4/4,
5/15/2, 5/16/1
, 5/17/2
, 5/19/3
), bei der angeborenen
Plexusparese
des linken Arms ist nicht ersichtlich,
dass
sie eine vollzeitliche
adaptierte
Tätigkeit grundsätzlich ausschlösse
(vgl. den Bericht des seit 2008 behandelnden
Dr.
med.
A.___
, Facharzt
für Allgemeinmedizin, Urk. 5/16/1-3)
.
Insgesamt ist es gestützt auf die ersten, später noch einmal bestätigten Angaben des Beschwerdeführers sowie mangels
zwingender
medizinischer
Gründe
überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall zu 80
%
erwerbstätig wäre.
4.2
Für die verbleibenden 20
%
nahm die Beschwerdegegnerin einen Aufgabenbe
reich an, wobei sie anmerkte, diesbezüglich sei keine Abklärung erforderlich, da diese Zeit mit Freizeitaktivitäten verbracht werde (Urk. 2 S. 2).
Tatsächlich hatte der Beschwerdeführer angegeben, er arbeite nur 80
%
, damit er mehr Freizeit habe (Urk. 5/24).
Dies ist angesichts der Lebensumstände des verheirateten, kin
derlosen Beschwerdeführers (Urk. 5/4/2)
glaubhaft
.
Freizeitaktivitäten stellen jedoch klarerweise keinen Aufgabenbereich dar (vgl.
BGE 130 V 360 E. 3.3.2
) und
es darf nicht einfach von einer Tätigkeit im
Aufgabenbereich ausgegangen wer
den, obwohl hierfür keinerlei Anhaltspunkte vorhanden sind
.
D
enn es ist nicht zulässig, einer Person einzig aufgrund der Tatsache, dass sie teilzeitlich erwerbstätig ist, zu unterstellen, sie sei in einem rentenrelevanten Aufgabenbe
reich tätig (
Genner
, Invaliditätsbemessung bei Teilzeiterwerbstätigen, SZS 2013 S. 465 f. mit Hinweis)
.
Entsprechend ist
vorliegend
nicht die gemischte Methode anzuwenden, sondern
die Invaliditätsbemessung
hat
nach der allgemeinen Methode
des
Einkommens
vergleichs
zu erfolgen
(vgl. vorstehende E. 2.2)
.
Dabei wird der auf die Teiler
werbstätigkeit bezogene Invaliditätsgrad nicht gewichtet, was zu einem höheren Invaliditätsgrad führen kann als bei der gemischten Methode
(
Genner
,
a.a.O.,
S.
449; BGE 137 V 334 E. 7.1).
5.
5.1
In medizinischer Hinsicht ist gestützt auf
die in Würdigung der vorhandenen Arztberichte ergangene versicherungsmedizinische Beurteilung des
RAD
davon auszugehen, dass
beim Beschwerdeführer
eine Restarbeitsfähigkeit von 50
%
in angepasster Tätigkeit besteht (Urk. 5/19/3).
Dies
wurde von keiner Seite bean
standet
und gibt zu keinen Bemerkungen Anlass.
5.2
Mit einem Pensum von 80
%
hätte der Beschwerdeführer im Jahr 2012 (Zeit
punkt des Rentenbeginns)
unbestrittenermassen
ein
Einkommen von Fr. 69‘096.95 (13 x Fr. 5‘315.15) erzielt, was plausibel ist, da dem Beschwerde
führer
effektiv
ein
Lohn
in dieser Höhe ausgerichtet wurde
, obschon dieser zu
letzt gesundheitsbedingt nicht mehr der effektiven Leistung entsprach
(Urk. 5/17/2-3).
5.3
Da der Beschwerdeführer nur noch für einfache Tätigkeit
en
einsetzbar ist (Urk. 5/19/3), ist es nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle bei der Berechnung des Invalideneinkommens von einer einfachen und repetitiven Tätigkeit ausging (vgl. Urk. 5/18/1).
Gemäss der
Tabelle TA 1 der Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
des Bundesamtes für Statistik (LSE) 20
10
betrug d
er standardisierte Monatslohn (Vollzeitäquivalent basierend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstun
den) für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) für Männer
Fr. 4'901
.--. Dieser Betrag ist auf die im Jahr 20
12
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden hochzurechnen (Die Volkswirtschaft,
9
-201
4
,
S. 84,
Tabelle B9.2) sowie an die Nominallohnentwicklung anzupassen (Bundesamt für Sta
tistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex nach Branche [20
10
= 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex Männer [T1.1.
10
], Total; 20
10
:
100
; 20
12
:
101.7
). Daraus resultiert
bei einer 100%igen Erwerbstätigkeit
ein jährliches Bruttoeinkommen von Fr.
62‘353.80
(
Fr.
4‘
901
.-- x 12 : 40 x 41,7 :
100
x
101.7
).
Gemessen am noch zumutbaren Pensum von
5
0 % resultiert ein
Invali
deneinkommen
von Fr.
31‘176.90 (0,5 x
Fr.
62‘353.80).
Weiter ist der von
der IV-Stelle anerkannte behinderungsbedingte Abzug von
1
0 % zu berück
-
sichti
gen, wodurch sich das Invalideneinkommen auf gerundet Fr. 28‘059.-- reduziert (0,9 x
Fr.
31‘176.90).
Verglichen mit dem
Valideneinkommen
von gerundet
Fr. 69‘097.--
ergibt sich ein invaliditätsbedingter Minderverdienst von Fr.
41‘038.--
und somit ein Invaliditätsgrad von gerundet
59
%
(
Fr.
41‘038.-- : Fr. 69‘097.--)
.
Demzufolge
hat der Beschwerdeführer ab April 2012 Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung, weshalb die Beschwerde gutzu
heissen ist.
6.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
8
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
der
Beschwer
degegnerin
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 2
0.
Februar 2013 aufgehoben, und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer ab
1.
April 2012 Anspruch auf eine halbe Rente der Invali
denversicherung hat.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still:
vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigWidmer