# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 13a58fe7-b27e-5609-bd49-5f8f7a7d615c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 21.09.2020 S 2019 149
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2019-149_2020-09-21.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 149

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti
RichterIn von Salis, Audétat 
Aktuar ad hoc Fässler

URTEIL

vom 21. September 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Christian Thöny,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. A._____ ist im Ausland geboren. Sie hat drei Söhne, ist verbeiständet, ar-

beitete nach eigenen Angaben seit ca. 1984 als Hausfrau und Mutter und 

wurde 1992 eingebürgert.

2. Im April 2013 meldete sich A._____ erstmals unter Hinweis auf verschie-

dene, seit der Geburt ihrer Kinder bestehende Beschwerden bei der IV zum 

Leistungsbezug an. Ihr damaliger Hausarzt, Dr. med. B._____, führte in 

seinem Bericht vom 24. Juni 2013 aus, trotz der vielen Diagnosen – unter 

anderem einem chronischen Panvertebralsyndrom bei Fehlhaltung der 

Wirbelsäule mit muskulärer Dysbalance, Migräne, Adipositas, Depression 

sowie einem verminderten Intellekt – bestünden zurzeit keine eigentlichen 

gesundheitlichen Probleme. Für Arbeiten, welche vom Intellekt her nicht zu 

anspruchsvoll seien und welche den Rücken nicht zu stark belasteten, be-

stehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (bspw. leichte Putzarbeiten/Küchen-

gehilfin etc.). Dr. med. C._____ diagnostizierte in ihrer Stellungnahme vom 

18. März 2014 zudem eine Fibromyalgie. Sie stufte A._____ aus rein rheu-

matologischer Sicht zu 50 % arbeitsfähig in einer leichten, wechselbelas-

tenden Tätigkeit ein. Dasselbe bestätigte der neue Hausarzt von A._____, 

Dr. med. D._____, am 20. März 2014.

3. Mit Schreiben vom 15. Mai 2014 teilte die Berufsbeiständin von A._____ 

der IV-Stelle mit, dass letztere sich zurzeit nicht in psychiatrischer Behand-

lung befinde. In seiner Stellungnahme vom 23. Juni 2014 führte Dr. med. 

D._____ aus, dass bei seiner Patientin sicherlich eine leichte bis mittel-

schwere depressive Störung vorliege, ob diese sogar schwer sei, müsse 

von psychiatrischer Seite beurteilt werden. Er habe A._____ motiviert, die 

Behandlung bei Dr. med. E._____ wiederaufzunehmen.

4. Am 18. November 2014 wurde A._____ vom Regionalärztlichen Dienst 

Ostschweiz (nachfolgend: RAD) interdisziplinär (rheumatologisch und 

psychiatrisch) abgeklärt. In ihrem Bericht vom 9. Januar 2015 konnten die 

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Dres. med. F._____ und G._____ keine Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit stellen. Ohne Einfluss darauf seien unter anderem eine 

Neurasthenie (F48.0), ein Fibromyalgiesyndrom, ein Panvertebralsyndrom 

sowie eine Adipositas Grad II. Aus psychiatrischer Sicht erachtete Dr. med. 

G._____ die Funktionseinschränkungen aufgrund von vielen Inkonsisten-

zen nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als 

ausgewiesen, weshalb auch keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden 

könne. Aus rheumatologischer Sicht erfülle die Versicherte die Diagnose-

kriterien der Fibromyalgie, die allerdings stark auf subjektiven Angaben der 

Versicherten abstellten. Die Konsistenzprüfung anhand der Försterkriterien 

ergebe, dass eine Funktionseinschränkung nicht mit dem notwendigen Be-

weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gegeben sei. Im interdis-

ziplinären Konsens wurde eine Arbeitsfähigkeit von 100 % für eine adap-

tierte Tätigkeit (d.h. leichte bis gelegentlich mittelschwere körperliche Tätig-

keit) ausgewiesen.

5. Mit Verfügung vom 12. Mai 2015 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren 

von A._____ gestützt auf die RAD-Abklärung vom 18. November 2014 ab. 

Sie sei in leichten bis mittelschweren körperlichen Tätigkeiten mit Wechsel-

belastung, ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule und ohne besondere 

intellektuelle Anforderungen, weiterhin voll arbeitsfähig. Dieser Entscheid 

erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

6. Am 20. Juli 2017 meldete sich A._____ erneut bei der IV-Stelle zum Leis-

tungsbezug an und machte eine Verschlechterung des Krankheitsbildes 

geltend. In ihrem Arztbericht vom 19. Juli 2017 diagnostizierten die Dres. 

med. H._____ und I._____ eine rezidivierende depressive Störung, gegen-

wärtig mittelgradige depressive Episode ohne psychotische Symptome 

(F33.1), und eine Persönlichkeitsakzentuierung mit depressiven, ängstlich 

vermeidenden und emotional instabilen Zügen vor dem Hintergrund einer 

chronisch traumatisierenden Lebensgeschichte (Z73.1). Daneben bestün-

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den somatische Erkrankungen. Sie wiesen darauf hin, dass sich A._____ 

wegen einer rezidivierenden depressiven Störung seit dem 27. Januar 

2016 in ambulanter psychiatrischer Behandlung in der Klink K._____ be-

finde. Die Patientin sei derzeit als so schwer krank einzuordnen, dass ihr 

eine selbständige Alltagbewältigung kaum möglich sei. Die Situation habe 

sich Anfang des Jahres derart zugespitzt, dass eine stationäre psychiatri-

sche Behandlung vom 7. Februar 2017 bis zum 16. März 2017 habe erfol-

gen müssen. Zusammenfassend ergebe sich aus den psychiatrischen und 

somatischen Erkrankungen im Vergleich zur Situation im Jahr 2015 eine 

erhebliche gesundheitliche Verschlechterung. Es wurde deshalb um eine 

Beurteilung durch den RAD ersucht. Während des stationären Aufenthalts 

in der Klinik L._____ wurde als Hauptdiagnose eine rezidivierende depres-

sive Störung mit gegenwärtig schwerer Episode ohne psychotische Sym-

ptome (F33.2) gestellt. Aus der Zusammenfassung der Krankengeschichte 

vom 28. März 2017 geht zudem hervor, dass versucht worden sei, A._____ 

längerfristig für eine Arbeitstätigkeit in einem Teilzeitpensum oder in einem 

geschützten Rahmen zu motivieren. Sie habe dies jedoch konsequent ab-

gelehnt. Insgesamt habe die Patientin die Klinik in deutlich gebessertem 

Zustandsbild verlassen.

7. In seinem Verlaufsbericht vom 25. Januar 2018 wies Dr. med. I._____ ei-

nen stationären Gesundheitszustand aus. Trotz suffizienter antidepressiver 

Pharmatherapie und Psychotherapie habe sich die depressive Symptoma-

tik bisher nicht gebessert; zudem belasteten die erheblichen somatischen 

Beschwerden A._____ schwerwiegend. Sie sei nicht in der Lage, regel-

mässig ihren Tagesablauf selbstständig zu gestalten. Als zumutbar erach-

tete er vorsichtige hauswirtschaftliche Tätigkeiten im geschützten Setting 

in einer geschützten sozialtherapeutischen Werkstätte, initial zu maximal 

zwei Stunden pro Tag. Mit Schreiben vom 11. April 2018 bat Dr. med. 

I._____ angesichts der Krankengeschichte von A._____ um ein äusserst 

behutsames Vorgehen im Abklärungsverfahren.

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8. In dem anlässlich der Haushaltsabklärung ausgefüllten Formular "Bestäti-

gung der Erwerbstätigkeit bei Gesundheit" gab A._____ an, sie wäre ohne 

Gesundheitsschaden zu 100% erwerbstätig. Sie würde einer Arbeit mit Tie-

ren nachgehen. Dasselbe bestätigte sie anlässlich der Abklärungen vor 

Ort. Im Abklärungsbericht Haushalt vom 18. Mai 2018 wurde keine Ein-

schränkung festgestellt. RAD-Arzt Dr. med. M._____ erachtete die 

Schlussfolgerungen der Haushaltsabklärung für plausibel nachvollziehbar.

9. In seinem Bericht vom 25. Oktober 2018 diagnostizierte Dr. med. N._____ 

unter anderem ein generalisiertes weichteilrheumatisches Syndrom mit Be-

tonung der unteren Extremitäten. Ausserdem holte die IV-Stelle einen Be-

richt bei der neuen behandelnden Psychiaterin, Dr. med. O._____, ein, wel-

cher am 6. Dezember 2018 erstattet wurde. Darin wies sie unter anderem 

folgende Diagnosen aus: rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

schwere Episode ohne psychotische Symptome (F33.2, bestehend seit vie-

len Jahren), kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, ängst-

lichen, abhängigen und selbstunsicheren Anteilen (F61.0, bestehend seit 

vielen Jahren) sowie eine Posttraumatische Belastungsstörung ([F43.1, 

diagnostiziert im August 2018] nachfolgend: PTBS). Sie erachtete A._____ 

seit dem Beginn ihrer Behandlung am 7. August 2018 zu 100 % arbeitsun-

fähig. In anamnestischer Hinsicht führte Dr. med. O._____ aus, die Patien-

tin leide seit Jahren an psychischen und körperlichen Erkrankungen. Sie 

sei schon als Kind schwer traumatisiert und misshandelt worden, auch se-

xuell (im Alter von 14 Jahren sei sie von ihrem Vater sexuell missbraucht 

worden). Die Patientin sei in Armut und Hunger aufgewachsen. Sie stamme 

aus einer Familie im Ausland mit zehn Geschwistern. Der Vater sei ein Al-

koholiker gewesen und habe die ganze Familie misshandelt. Er habe sich 

im Jahr 2001 durch Erhängen suizidiert. Ein Bruder und eine Schwester 

seien psychisch krank gewesen (Schizophrenie) und hätten sich ebenfalls 

suizidiert. Die Mutter sei 2003 verstorben; eine Schwester, zu der sie einen 

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sehr guten Kontakt gehabt habe, sei in diesem Jahr an Krebs gestorben. 

In ihrer Kindheit sei die Patientin physisch und psychisch vernachlässigt 

worden. Sie habe sehr viel arbeiten müssen und nie eine Chance gehabt, 

eine Ausbildung zu absolvieren. Sie sei nie aufgeklärt worden, so dass es 

zu drei Schwangerschaften gekommen sei. Die Kinder stammten von ver-

schiedenen Vätern, welche die Patientin auch körperlich und psychisch 

misshandelt hätten. Ihre Kinder habe sie alleine grossgezogen. Die ersten 

beiden Söhne seien drogenabhängig und lebten teilweise auf der Strasse. 

Zum jüngsten Sohn bestehe ein guter Kontakt.

10. Am 20. November 2018 wurde A._____ erneut bidisziplinär (rheumatolo-

gisch und psychiatrisch) durch den RAD abgeklärt, worüber am 27. Dezem-

ber 2018 Bericht erstattet wurde. Die Dres. med. M._____ und G._____ 

diagnostizierten eine Dysthymie (F34.1), eine Neurasthenie (F48.0), ein 

generalisiertes weichteilrheumatisches Syndrom und eine Fehlstatik der 

Wirbelsäule. In der Konsensbeurteilung hielten sie dazu fest, bei der aktu-

ellen rheumatologischen Abklärung hätten von Seiten des Bewegungsap-

parats keine objektivierbaren Einschränkungen festgestellt werden können. 

Die von der Versicherten angegebenen Beschwerden und funktionellen 

Defizite könnten anhand der objektivierbaren Befunde nicht erklärt werden. 

Auf Basis der Beschwerdeschilderungen würden aus rheumatologischer 

Sicht die Diagnose eines generalisierten weichteilrheumatischen Syn-

droms und bei Flachrücken thorakal und lumbaler Hyperlordose die Dia-

gnose der Fehlstatik der Wirbelsäule festgehalten. Aus psychiatrischer 

Sicht lasse sich der affektive Gemütszustand allenfalls unter der Diagnose 

einer Dysthymie einordnen. Die Versicherte fühle sich subjektiv dauerhaft 

müde und depressiv, nichts werde genossen und sie grüble und beklage 

sich. Bei Klagen über Erschöpfbarkeit, Müdigkeit nach geringer Anstren-

gung lasse sich zudem die Diagnose einer Neurasthenie stellen. Insgesamt 

sei A._____ in adaptierter Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig.

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11. Mit Vorbescheid vom 8. August 2019 stellte die IV-Stelle A._____ die Ab-

weisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Dagegen liess sie am 

19. August 2019 Einwand erheben. Im Wesentlichen machte sie geltend, 

sie könne im ersten Arbeitsmarkt aufgrund ihres Gesundheitszustands 

nicht bestehen. Zudem legte sie einen Bericht von Dr. med. O._____ vom 

20. August 2019 ins Recht, welcher den RAD-Ärzten Dres. med. M._____ 

und G._____ vorgelegt wurde. Letztere hielten dazu fest, es würden darin 

keine neuen, nicht bereits in der RAD-Abklärung berücksichtigte Diagno-

sen und Argumente vorgebracht.

12. Mit Verfügung vom 12. November 2019 entschied die IV-Stelle wie im Vor-

bescheid angekündigt und lehnte das Leistungsbegehren ab. Dabei führte 

sie aus, bei A._____ würden keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit 

vorliegen und sie könne jede leichte bis mittelschwere Tätigkeit in vollem 

Ausmass ausüben. Lediglich während des Klinikaufenthalts habe eine vor-

übergehende vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die Wartefrist 

werde jedoch nicht erfüllt.

13. Dagegen liess A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 11. De-

zember 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht Graubünden erheben. 

Sie beantragte neben der Aufhebung der Verfügung, dass die Angelegen-

heit zur ergänzenden Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum noch-

maligen Entscheid an die IV-Stelle zurückzuweisen sei. In prozessualer 

Hinsicht ersuchte sie um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung. 

Zur Begründung brachte sie gestützt auf verschiedene psychiatrische Be-

richte im Wesentlichen vor, aufgrund ihrer Beschwerden sei sie auf dem 

ersten Arbeitsmarkt eindeutig arbeitsunfähig. Aufgrund der ausgeprägten 

Diskrepanz zwischen der RAD-Abklärung und den weitgehend überein-

stimmenden Berichten der behandelnden Ärzte sei eine unabhängige in-

terdisziplinäre medizinische Begutachtung erforderlich.

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14. Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) schloss in der Vernehm-

lassung auf Abweisung der Beschwerde. Sie stufte die Beschwerdeführerin 

im Gesundheitsfalle als Nichterwerbstätige ein. Dazu hielt sie fest, dass 

letztere in der Tätigkeit im Haushalt trotz ihrer gesundheitlichen Beschwer-

den nicht eingeschränkt sei.

15. Die Beschwerdeführerin replizierte am 11. Februar 2020 und machte 

geltend, es gebe keinen Grund vorliegend von der allgemeinen Methode 

des Einkommensvergleichs – wie sie bereits in der Vergangenheit 

angewendet worden sei – abzuweichen. Zudem legte sie einen Bericht von 

Dr. med. O._____ vom 10. Februar 2020 ins Recht.

16. Die Beschwerdegegnerin hielt am 17. Februar 2020 duplicando an ihrem 

Antrag und Standpunkt fest.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften, die an-

gefochtene Verfügung sowie die weiteren Akten wird, soweit erforderlich, 

in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle 

des Kantons Graubünden vom 12. November 2019. Eine solche 

Anordnung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an das 

Versicherungsgericht am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als das örtlich und 

sachlich zuständige Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 49 

Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 

370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des Bundesgesetzes 

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über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 

830.1]). Als formelle und materielle Verfügungsadressatin ist die 

Beschwerdeführerin von der angefochtenen Verfügung unmittelbar 

betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 

Änderung. Sie ist somit zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 

IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde zudem frist- und 

formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 

ATSG, Art. 39 Abs. 1 ATSG sowie Art. 61 lit. b ATSG). Darauf ist somit 

einzutreten.

2. Streitgegenstand bildet der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin, 

welcher gestützt auf Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs 

Monaten nach der Anmeldung, d.h. vorliegend ab dem 1. Januar 2018 

entstehen kann.

Während die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch in der 

angefochtenen Verfügung vom 12. November 2019 noch mit der 

Begründung ablehnte, es bestehe keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Tätigkeit, brachte sie im 

vorliegenden Verfahren erstmals vor, die Beschwerdeführerin wäre im 

Gesundheitsfall nicht erwerbstätig bzw. zu 100 % im Haushalt tätig. Im 

Haushaltsbereich sei sie nicht rentenbegründend eingeschränkt. Die 

Beschwerdeführerin wendet dazu ein, die Beschwerdegegnerin habe in der 

Vergangenheit den Invaliditätsgrad gestützt auf die allgemeine Methode 

des Einkommensvergleichs festgelegt. Es bestehe kein Grund, vorliegend 

davon abzuweichen. Insofern ist zunächst auf die Frage der anwendbaren 

Methode zur Bemessung des Invaliditätsgrades (allgemeine Methode des 

Einkommensvergleichs vs. spezifische Methode des 

Betätigungsvergleichs) einzugehen (vgl. E.3.1 ff. hernach). In einem 

zweiten Schritt ist sodann (allenfalls) die (Rest-)

Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit zu prüfen (vgl. 

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nachfolgende E.4.1 ff.). Kritisiert wird dabei die in der bidisziplinären RAD-

Abklärung angenommene Arbeitsfähigkeit von 100 % in adaptierter 

Tätigkeit.

3.1. Die Methode der Invaliditätsbemessung im (hypothetischen) 

Gesundheitsfall richtet sich praxisgemäss danach, welche Tätigkeit die 

versicherte Person im Zeitpunkt der massgebenden Rentenverfügung 

ausüben würde, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Die für die 

Methodenwahl entscheidende Statusfrage (vollzeitliche, teilzeitliche 

Erwerbstätigkeit oder Nichterwerbstätigkeit bzw. Tätigkeit in anerkanntem 

Aufgabenbereich) beurteilt sich danach, was die versicherte Person bei im 

Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen bestünden. Entscheidend ist also nicht, welches 

Ausmass an Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall zumutbar wäre, sondern 

in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Insbesondere bei 

im Haushalt tätigen Versicherten sind die persönlichen, familiären, sozialen 

und erwerblichen Verhältnisse sowie allfällige Erziehungs- und 

Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen 

Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und 

Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhältnisse wie sie 

sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung entwickelt haben. Die 

hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-

)Erwerbstätigkeit hat überwiegend wahrscheinlich zu sein. Die 

zwangsläufig hypothetischen Beurteilungen (des Geschehensablaufes), 

welche auch hypothetische Willensentscheidungen der versicherten 

Person berücksichtigen, sind wesensgemäss keiner direkten 

Beweisführung zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien 

sowie allenfalls Schlussfolgerung auf Basis der allgemeinen 

Lebenserfahrung abgeleitet werden. Dabei kann auch auf die Beweisregel 

hingewiesen werden, wonach Aussagen der ersten Stunde in der Regel 

beweistauglicher sind als spätere Aussagen, welche von nachträglichen 

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Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein 

können (siehe BGE 144 I 28 E.2.3 f., 141 V 15 E.3.1 f. und 137 V 334 E.3.2; 

Urteile des Bundesgerichts 9C_161/2019 vom 28. Juni 2019 E.5.2 f. und 

5.4.3, 8C_145/2018 vom 8. August 2018 E.5.1, 9C_671/2017 vom 12. Juli 

2018 E.3.3.1 und 9C_92/2018 vom 12. April 2018 E.2.1 m.H.a. BGE 133 V 

504 E.3.3). Mithin sind für die Beantwortung der Statusfrage im 

Gesundheitsfall verschiedene Aspekte zu berücksichtigten, wozu neben 

dem Vorgenannten und der finanziellen Notwendigkeit namentlich auch die 

Erwerbskarriere zu zählen ist. Die in jedem Fall hypothetische Frage nach 

dem (Erwerbs-)Status einer versicherten Person – unter Berücksichtigung 

der sich bis zum Verfügungserlass verwirklichten Gegebenheiten – ist also 

aufgrund einer umfassenden Betrachtungsweise zu beurteilen (vgl. Urteile 

des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden S 19 105 vom 

6. August 2020 E.4.1. m.H. und S 19 63 vom 7. Juli 2020 E.3.4).

3.2. Die Beschwerdegegnerin brachte in der Vernehmlassung erstmals vor, die 

Beschwerdeführerin wäre als Gesunde nicht erwerbstätig bzw. zu 100 % 

im Haushalt beschäftigt. Zwar habe letztere anlässlich der 

Haushaltsabklärung vom 24. April 2018 angegeben, dass sie ohne 

gesundheitliche Einschränkung aus finanziellen Gründen zu 100 % 

arbeiten würde ("eine Arbeit mit Tieren"). Es gelte aber festzustellen, dass 

die Beschwerdeführerin seit der im Jahr 1992 erfolgten Einreise in die 

Schweiz (praktisch) nie erwerbstätig gewesen und immer von der 

öffentlichen Sozialhilfe unterstützt worden sei. Ihre drei Kinder seien 1988, 

1990 und 1993 geboren worden. In ihren Anmeldungen habe die 

Beschwerdeführerin angegeben, nicht erwerbstätig bzw. als Hausfrau 

beschäftigt zu sein. Mit rechtskräftiger Verfügung vom 12. Mai 2015 sei 

festgestellt worden, dass bei der Beschwerdeführerin kein 

Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege. 

Unter diesen Umständen sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin im 

Zeitraum von 2009, als ihr jüngstes Kind 16 Jahre alt geworden sei, bis 

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2015 trotz finanzieller Notwendigkeit keinerlei Anstalten gemacht habe, 

eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. In diesem Zeitraum wäre ihr dies 

jedoch offensichtlich sowohl gesundheitlich als auch mit Blick auf die 

familiäre Situation möglich gewesen. Da zudem nicht davon auszugehen 

sei, dass die Beschwerdeführerin ohne die vorliegenden gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen im hier relevanten Zeitraum ab dem 1. Januar 2018 

plötzlich eine Erwerbstätigkeit aufgenommen hätte, stehe fest, dass sie 

auch als Gesunde nicht erwerbstätig wäre. Gestützt auf die Aktenlage 

ergebe sich ferner, dass die Beschwerdeführerin im Haushalt nicht 

eingeschränkt sei, weshalb ein Rentenanspruch entfalle.

3.3. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, die Beschwerdegegnerin 

habe die Statusfrage bisher nicht explizit erwähnt, sondern sei stets davon 

ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde voll erwerbstätig 

wäre. Weder aus dem Case Report noch dem Vorbescheid noch der 

Verfügung gehe hervor, dass nicht die allgemeine Methode des 

Einkommensvergleichs angewendet werden solle. Bereits anlässlich der 

Haushaltsabklärung am 18. Mai 2018 habe die Beschwerdeführerin als 

Mutter dreier erwachsener Söhne dezidiert ausgesagt, sie würde ohne 

gesundheitliche Einschränkung zu 100 % arbeiten. Dass sie bisher nie 

einer ausserhäuslichen Tätigkeit nachgegangen sei, sei darauf 

zurückzuführen, dass sie jeweils vom Arzt krankgeschrieben worden sei. In 

ihren Anmeldungen habe sie zudem nur ihren aktuellen Status erklärt und 

nicht dazu Stellung genommen, was sie tun würde, wäre sie gesund. Auch 

sei sie damals entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht 

gesund gewesen. Trotz verschiedener Forderungen nach weiteren 

Abklärungen habe die Beschwerdegegnerin seinerzeit ausschliesslich auf 

den RAD-Bericht von Dr. med. G._____ abgestellt, wonach die 

Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht vollständig arbeitsfähig sei. 

Aus sämtlichen Unterlagen, auch der Verfügung gehe hervor, dass die 

Beschwerdegegnerin damals ein Invaliditätsgrad nach der allgemeinen 

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Methode des Einkommensvergleichs festgelegt habe; es bestünde keine 

Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Es gebe keinen Grund, 

auch hier von der allgemeinen Methode abzuweichen: Der Berufsbeistand 

habe die Beschwerdeführerin zur Statusfrage am 5. Februar 2020 

nochmals ausführlich befragt, wobei die Beschwerdeführerin bei ihrer 

früheren Aussage bleibe, wonach sie sicher arbeiten würde, wäre sie 

gesund.

3.4. Tatsächlich mutet es vordergründig widersprüchlich an, wenn die 

Beschwerdegegnerin in ihren bisherigen Verfügungen den 

Rentenanspruch gestützt auf eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in adaptierter 

Tätigkeit verneint hat, im vorliegenden Verfahren indes vorbringt, die 

Beschwerdeführerin sei im Gesundheitsfalle als Nichterwerbstätige 

einzustufen. Dieser vermeintliche Widerspruch lässt sich aber dadurch 

auflösen, als entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin aus den 

Akten hervorgeht, dass die Beschwerdegegnerin seit jeher davon ausging, 

die Beschwerdeführerin sei ohne Gesundheitsschaden nicht erwerbstätig, 

die Frage der Bemessungsmethode indes offenlassen konnte, da ohnehin 

keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen war (vgl. den Case-Report vom 

12. Mai 2015 in den beschwerdegegnerischen Akten [Bg-act.] 49 S. 7, 

ferner z.B. Auftrag Haushaltsabklärung [Bg-act. 76] und Case Report vom 

12. November 2019 [Bg-act. 101 S. 2]). Zwar ist zugunsten der 

Beschwerdeführerin zu würdigen, dass sie anlässlich der 

Haushaltsabklärung im Sinne einer Aussage der ersten Stunde angab, sie 

wäre ohne Gesundheitsschaden zu 100 % erwerbstätig und würde einer 

Arbeit mit Tieren nachgehen (vgl. Formular "Bestätigung der 

Erwerbstätigkeit bei Gesundheit" [Bg-act. 79]). Auch die finanzielle 

Notwendigkeit spräche für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit im 

Gesundheitsfalle. Zudem ist ihr darin beizupflichten, dass sie anlässlich 

ihren Anmeldungen bei der IV unter der Rubrik "Angaben über Bildung, 

Beruf und bisherige Tätigkeit" in erster Linie ihren Status kundtat und nicht 

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zur Frage Stellung nahm, ob sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigung 

arbeiten würde. Indes ist ihrem Eintrag zugleich zu entnehmen, dass sie 

gemäss eigenen Angaben seit ca. 1984 Hausfrau und Mutter sei (vgl. Bg-

act. 2 S. 4). Auch aus der übrigen Aktenlage geht hervor, dass die 

Beschwerdeführerin nach ihrer Schulausbildung in einer Fabrik bzw. als 

Küchenhilfe in einem Restaurant im Ausland gearbeitet habe, bevor sie 19-

jährig auf Bitte der Mutter nach Hause zurückgekehrt sei (vgl. RAD-

Abklärung vom 9. Januar 2015 [Bg-act. 40 S. 3], Abklärungsbericht 

Haushalt vom 18. Mai 2018 [Bg-act. 82 S. 2] und Vorbereitungsblatt RAD-

Abklärung [Bg-act. 89 S. 2]). In dieser Zeit bis zur Geburt ihres ersten 

Sohnes ist sie somit keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen, obwohl ihre 

Beschwerden nach eigenen Angaben erst mit der Geburt ihrer Kinder bzw. 

mit jener des dritten Sohnes eingesetzt hätten (vgl. Anmeldung vom 4. April 

2013 [Bg-act. 2], RAD-Abklärung vom 20. November 2018 [Bg-act. 94 S. 5 

unten] und Arztbericht Dr. med. O._____ vom 10. Februar 2020; 

beschwerdeführerische Akte [Bf-act.] 13). Auch nach der Einreise in die 

Schweiz ist die Beschwerdeführerin seit 1992 nie einer geregelten Arbeit 

nachgegangen (vgl. IK-Auszug vom 10. November 2017 [Bg-act. 69] und 

Arzbericht Dres. med. H._____ und I._____ vom 19. September 2017 [Bg-

act. 64 S. 2]). Sie hat überdies auch im Zeitpunkt, als ihr jüngster Sohn im 

Jahr 2011 volljährig geworden ist, keine Erwerbstätigkeit aufgenommen 

bzw. Arbeitsbemühungen unternommen, obwohl dies aus finanziellen 

Gründen angezeigt gewesen war. Dafür, dass sie damals 

krankgeschrieben gewesen sein soll, finden sich keine Anhaltspunkte in 

den Akten, führte ihr damaliger Hausarzt Dr. med. B._____ in seinem 

Bericht vom 24. Juni 2013 doch aus, dass sie trotz zahlreicher Diagnosen 

für Arbeiten, welche vom Intellekt her nicht zu anspruchsvoll seien und 

welche den Rücken nicht stark belasteten, zu 100 % arbeitsfähig sei (Bg-

act. 15). Auch in der RAD-Abklärung vom 18. November 2014 kamen die 

Dres. med. F._____ und G._____ zum Schluss, dass eine Arbeitsfähigkeit 

von 100 % für eine adaptierte Tätigkeit (d.h. leichte bis gelegentlich 

- 15 -

mittelschwere körperliche Tätigkeit) bestehe (vgl. Bg-act. 40 S. 22). Darauf 

stützte sich denn auch die IV-Stelle in ihrer rentenabweisenden Verfügung 

vom 12. Mai 2015 ab, welche von der Beschwerdeführerin unangefochten 

blieb und somit in Rechtskraft erwuchs (vgl. Bg-act. 63 und 101 S. 2). 

Schliesslich erachtete auch die Abklärungsperson im Haushaltsbericht vom 

18. Mai 2018 die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte 100 % 

Erwerbstätigkeit nicht als nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin hätte 

sich als alleinerziehende Mutter aus finanziellen Gründen schon früher, 

mindestens zum Zeitpunkt als ihr Sohn im Jahr 2011 von zu Hause 

ausgezogen sei, um Arbeit bemühen müssen. Im Verlauf fehlten jedoch 

Arbeitsbemühungen fast gänzlich. Trotz der durch die RAD-Abklärung im 

Jahr 2014 ausgewiesenen Arbeitsfähigkeit von 100% in einer adaptierten 

Tätigkeit sei eine solche nicht einmal stundenweise versucht worden. Aus 

Sicht des Abklärungsdienstes stelle sich die Frage, inwieweit durch die 

regelmässigen Sozialhilfezahlungen jemals eine Notwendigkeit zur 

Arbeitssuche bestanden habe und vom Sozialdienst eingefordert worden 

sei (vgl. Bg-act. 82 S. 5). Insoweit sind die Angaben der 

Beschwerdeführerin, sie wäre im Gesundheitsfall zu 100 % erwerbstätig, 

zu relativieren. Dass der Berufsbeistand die Beschwerdeführerin am 

5. Februar 2020 noch einmal zur Statusfrage befragt hat (vgl. Bf-act. 12), 

vermag daran nichts zu ändern. Im Übrigen bringt die Beschwerdeführerin 

in ihren Rechtsschriften nichts vor, was gegen die im Abklärungsbericht 

vom 18. Mai 2018 festgestellte fehlende Einschränkung im Haushalt 

spräche.

Die für die Frage der Methodenwahl massgebende Statusfrage kann 

letztlich jedoch offenbleiben, da der Beschwerdeführerin selbst bei der 

Anwendung der allgemeinen Methode des Einkommmensvergleichs – wie 

nachfolgend aufzuzeigen sein wird – kein Rentenanspruch entsteht.

- 16 -

4. Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die bidisziplinäre 

RAD-Abklärung vom 20. November 2018 abgestellt hat oder ob auch nur 

geringe Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen bzw. diese von den 

übrigen medizinischen Akten derart in Zweifel gezogen wird, dass von der 

100%igen Arbeitsfähigkeiteinschätzung in adaptierter Tätigkeit (d.h. leichte 

bis mittelschwere Tätigkeit) für den hier massgebenden Zeitraum ab dem 

1. Januar 2018 abzuweichen wäre.

4.1.1. Im Sozialversicherungsrecht gilt generell das Untersuchungsprinzip. 

Demnach hat die Behörde im Beschwerdefall das Gericht den 

rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei 

an die Anträge der Parteien gebunden zu sein (Art. 43 Abs. 1 ATSG und 

Art. 61 lit. c ATSG; vgl. auch KIESER, Kommentar ATSG, Zürich/St. Gallen 

2020, Art. 43 Rz. 13 ff.; Urteil des Bundesgerichts 8C_398/2018 vom 

5. Dezember 2019 E.3.1). Die Untersuchungspflicht gilt sowohl im 

Verwaltungsverfahren wie auch grundsätzlich im kantonalen 

Gerichtsverfahren (KIESER, a.a.O. Art. 43 Rz. 30).

Um beurteilen zu können, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten einem Versicherten eine Erwerbstätigkeit noch zugemutet 

werden kann, sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene 

Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 

andere Fachleute zur Verfügung stellen (BGE 132 V 93 E.4). Dabei können 

sich die IV-Stellen und im Streitfall die Sozialversicherungsgerichte auf die 

RAD (Art. 59 Abs. 2bis Satz 1 IVG), auf die Berichte der behandelnden 

Ärztinnen und Ärzte oder auf externe medizinische Sachverständige 

abstützen (Art. 59 Abs. 3 IVG). Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die 

einzelnen Beweismittel zu würdigen sind, vielmehr gilt für das gesamte 

Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (BGE 143 V 124 E.2.2.2, BGE 125 

V 351 E.3).

- 17 -

4.1.2. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 

in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des 

Experten begründet sind (BGE 140 V 193 E.3.2, 134 V 231 E.5.1, 125 V 

351 E.3a). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit 

weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 

Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c m.H.). Dennoch hat es 

die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 

vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 

und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 

V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 E.1a m.H.). Den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 

der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei 

der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 

139 V 225 E.5.2, 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf 

Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter auch der 

Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick 

auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu 

Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.5; BGE 125 V 351 

E.3b/cc). Insbesondere lässt es die unterschiedliche Natur von 

Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits 

und der Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen 

Experten (vgl. dazu BGE 124 I 170 E.4) andererseits nicht zu, ein 

- 18 -

Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum 

Anlass für weitere Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 

Arztpersonen zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten 

bleiben immerhin diejenigen Fälle, in denen sich eine vom (amtlichen) 

Gutachten abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die Berichte der 

behandelnden Ärzte wichtige – nicht rein der subjektiven Interpretation 

entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt 

oder ungewürdigt geblieben sind (Urteile des Bundesgerichts 9C_119/2020 

vom 18. Mai 2020 E.3.2.3, 8C_317/2019 vom 30. September 2019 E.2.3, 

8C_379/2019 vom 21. August 2019 E.2.2, 8C_229/2019 vom 5. Juli 2019 

E.5.1 und 8C_835/2018 vom 23. April 2019 E.3).

4.2.1. Soweit die Beschwerdeführerin Kritik an der bidisziplinären RAD-Abklärung 

übt, ist ihrem Einwand kein Erfolg beschieden. Vielmehr ist der 

Beschwerdegegnerin beizupflichten, dass die Dres. med. M._____ und 

G._____ sich in ihrer Beurteilung in Kenntnis der medizinischen Vorakten 

(vgl. Bg-act. 94 S. 2 ff. und S. 21 ff.) sorgfältig mit den gesundheitlichen 

Einschränkungen der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt und ihre 

Schlussfolgerungen gestützt auf die unter Beizug einer Dolmetscherin 

durchgeführten eigenen Untersuchungen, einschliesslich verschiedener 

Testverfahren, und die Laborbefunde getroffen haben (vgl. speziell 

psychiatrische Teilabklärung [Bg-act. 94 S. 7 ff.]). Soweit die 

Beschwerdeführerin implizit rügt, die Dauer des Explorationsgesprächs sei 

mit zwei Stunden zu kurz gewesen, ist ihr entgegenzuhalten, dass es nicht 

auf die Dauer der Untersuchung ankommt; massgebend ist in erster Linie, 

ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 8C_290/2019 vom 25. September 2019 E.4.2 

m.H.), was – wie nachfolgend noch aufgezeigt wird – vorliegend zutrifft. 

Auch flossen die von der Beschwerdeführerin gemachten Angaben zur 

Krankheitsentwicklung und zum jetzigen Leiden in die Gesamtbeurteilung 

zum Gesundheitszustand und zur Arbeitsfähigkeitseinschätzung mit ein 

- 19 -

(vgl. speziell psychiatrische Teilabklärung [Bg-act. 94 S. 5 f.). In der 

Konsensbeurteilung wiesen die Dres. med. M._____ und G._____ folgende 

Diagnosen aus: Dysthymie (F34.1), Neurasthenie (F48.0), generalisiertes 

weichteilrheumatisches Syndrom und Fehlstatik der Wirbelsäule. Da aus 

psychiatrischer Sicht überwiegend wahrscheinlich keine 

Funktionseinschränkungen und von Seiten des Bewegungsapparats her 

abgesehen von schweren körperlichen Tätigkeiten Ressourcen bestünden, 

erachteten sie eine adaptierte Tätigkeit zu 100 % für zumutbar und wiesen 

dabei auch auf die anhand der angewendeten Beurteilungsmethoden 

festgestellten Inkonsistenzen und Inplausibilitäten hin (vgl. Bg-act. 94 

S. 29).

4.2.2. Dr. med. G._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, orientierte 

sich in seinem ärztlichen (Teil-)Bericht rechtsprechungsgemäss an den 

Standardindikatoren nach BGE 141 V 281 (vgl. auch BGE 143 V 418, 143 

V 409 E.4.5.1 f. m.H.) (vgl. Bg-act. 94 S. 15-19), die wie folgt systematisiert 

sind (vgl. BGE 141 V 281 E.4.1.3 ff.):

• Kategorie "funktioneller Schweregrad"

­ Komplex "Gesundheitsschädigung"

▪ Indikator "Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde"

▪ Indikator "Behandlungs- bzw. Eingliederungserfolg oder -resistenz"

▪ Indikator "Komorbiditäten"

­ Komplex "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen)

­ Komplex "Sozialer Kontext" (Abgrenzung psychosozialer und soziokultureller 

Faktoren; Eruierung der Ressourcen anhand des sozialen Umfeldes)

• Kategorie "Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)

­ Indikator "Gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen 

vergleichbaren Lebensbereichen"

­ Indikator "Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener 

Leidensdruck"

Seine Ausführungen zur der Beurteilung der medizinischen Situation sind 

einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum 

- 20 -

Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. So hielt er namentlich zur 

Herleitung der Diagnose fest, die Beschwerdeführerin klage über zwei 

Beschwerden: Schmerzen und Erschöpfung, wobei in der aktuellen 

Abklärung das Schmerzerleben im Vordergrund stehe, ohne dass aber im 

klinischen Eindruck ein wesentlicher Unterschied sichtbar würde. Auch 

eine wesentliche Erschöpfung werde trotz der vormittäglichen 

rheumatologischen und der nachmittäglichen psychiatrischen Abklärung 

nicht spürbar. Die Versicherte folge dem Gespräch aufmerksam und 

konzentriert, sie interagiere rege mit ausgeprägter Mimik und Gestik, trete 

mit Nachdruck für sich ein, ihre Beschwerden wiederholend und betonend. 

Es bestehe weiterhin das Gefühl körperlicher Schwäche und Erschöpfung 

nach nur geringer Anstrengung, begleitet von muskulären oder anderen 

Schmerzen sowie von unangenehmen Empfindungen (Vibrationen, 

Brennen der Haut, Stechen). Die Neuanmeldung sei unter der Diagnose 

einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige bis 

schwere depressive Episoden, erfolgt. Zum Zeitpunkt der stationären 

Hospitalisation in der Klinik L._____ vom 7. Februar 2017 bis zum 16. März 

2017 möge eine depressive Episode vorgelegen haben. Eine relevante 

depressive Symptomatik werde anhand des Eintrittspsychostatus 

plausibel. Im Rahmen der Hospitalisation habe sich allerdings der 

Gesundheitszustand der Versicherten deutlich gebessert. Aktuell 

imponiere die Stimmung der Versicherten dysphorisch gereizt, nicht 

depressiv. Ein Verlust von Interesse werde aus dem geschilderten 

Tagesablauf nicht deutlich. Die Klagen über die erhöhte Ermüdbarkeit 

seien im Zusammenhang mit der weiter bestehenden Neurasthenie zu 

sehen, ein Antriebsmangel werde in Mimik und Gestik in keiner Weise 

deutlich. Die schwierige finanzielle Situation und die Sorgen mit ihren 

Kindern beeinträchtigten das Wohlbefinden der Versicherten 

selbstverständlich und nachvollziehbar. Eine krankheitsbedingte 

depressive Störung lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht mehr 

konstatieren. Dies sei auch vereinbar mit den Ergebnissen des Hamilton-

- 21 -

Depressions-Scores (dort erreichte die Versicherte zwölf Punkte, wobei 

Werte unter 14 Punkten als Normalbefund gälten [vgl. Bg-act. 94 S. 9]). Der 

affektive Gemütszustand lasse sich allenfalls unter der Diagnose einer 

Dysthymie einordnen. Die Versicherte fühle sich dauerhaft müde und 

depressiv, nichts werde genossen und sie grüble und beklage sich. Die 

Dysthymie sei eine eher leichte depressive Störung und vermöge nicht zu 

wesentlichen Funktionseinschränkungen führen. Zudem liege eine als 

leicht zu bezeichnende Neurasthenie vor (Bg-act. 94 S. 11 f.).

4.2.3. In Abweichung zu den Dres. med. O._____ und I._____ hielt Dr. med. 

G._____ gestützt auf die vorerwähnte schlüssige Herleitung der Diagnosen 

und in Würdigung der – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin 

durchaus vorhandenen – Ressourcen (insb. alleinige Bewältigung des 

Haushalts, genaue und sorgfältige Grundpersönlichkeit mit durchaus 

selbstsicheren, mutigen und durchsetzungsstarken Auftreten sowie 

Einbettung in das familiäre Umfeld) wie auch der Belastungen (u.a. 

ausgeprägte Zurückgezogenheit, eher reizbar, besorgt, unbeständig und 

pessimistisch) nachvollziehbar eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit in 

adaptierter Tätigkeit seit dem Klinikaustritt am 16. März 2017 aus (Bg-act. 

94 S. 20). Zudem weist Dr. med. G._____ plausibel auf mehrere 

Inkonsistenzen und Inplausibilitäten hin (z.B. vage Beschwerdeschilderung 

mit "Schmerzen im ganzen Körper", vage Angaben zum Krankheitsverlauf, 

Abbruch der teilstationären Behandlung nach kurzer Zeit mit Ablehnung 

einer Wiederaufnahme, keine wesentliche Ermüdung oder ausgeprägte 

Erschöpfung während des langen Begutachtungstages usw. [Bg-act. 94 

S. 13 ff.]). Wenn nun Dr. med. O._____ die Beschwerdeführerin aufgrund 

der diversen psychischen Leiden zu 100 % arbeitsunfähig erachtete (vgl. 

Arztbericht vom 6. Dezember 2018 [Bg-act. 93] und vom 20. August 2019 

[Bg-act. 99], ferner auch Stellungnahme vom 10. Februar 2020 [Bf-act. 

13]), ist der sich darauf abstützenden Beschwerdeführerin 

entgegenzuhalten, dass ärztliche Beurteilungen, insb. in psychiatrischer 

- 22 -

Hinsicht, von der Natur der Sache her unausweichlich Ermessenzüge 

aufweisen, die es zu respektieren gilt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_699/2018 vom 28. August 2019 E.4.2.2 m.H.). Nur weil eine 

behandelnde Ärztin zu einer anderen Einschätzung gelangt bzw. an 

vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhält, ist es 

rechtsprechungsgemäss nicht geboten, diese stets zum Anlass weiterer 

Abklärungen zu nehmen. Dr. med. O._____ brachte in ihren 

Stellungnahmen denn auch nichts vor, was in der psychiatrischen RAD-

Abklärung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sein soll (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_379/2019 vom 21. August 2019 E.2). Zwar 

unterscheiden sich die medizinischen Beurteilungen in der psychiatrischen 

RAD-Abklärung und in den Stellungnahmen der Dres. med. O._____ und 

I._____ in diagnostischer Hinsicht. Dr. med. G._____ setzte sich aber mit 

der Einschätzung der behandelnden Ärzte auseinander und zeigte 

nachvollziehbar auf, weshalb er eine andere Ansicht vertritt (Bg-act. 94 

S. 12). So habe Dr. med. I._____ in einem Schreiben an die IV nebenbei 

noch die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen 

und psychischen Faktoren aufgeführt. In das offizielle WHO-Manual der 

internationalen Klassifikation psychischen Störungen nach ICD-10 sei 

diese Diagnose weiterhin nicht aufgenommen worden, da sich nicht 

hinreichend von der anhaltend somatoformen Schmerzstörung abgrenzbar 

erscheine. Eine anhaltend somatoforme Schmerzstörung lasse sich nicht 

diagnostizieren, da ein andauernder schwerer und quälender Schmerz 

weder im klinischen Eindruck erkennbar sei noch von der Versicherten 

beklagt werde. Sie gebe an, die Beschwerden träten drei bis vier Mal pro 

Woche auf. Dr. med. O._____ habe am 6. Dezember 2018 die Diagnose 

einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere 

depressive Episode, festgehalten. Wie bereits ausgeführt, seien die 

Kriterien der depressiven Episode nach ICD-10 gegenwärtig nicht erfüllt. 

Die Anamnese ergebe keinen sicheren Hinweis auf weitere depressive 

Episoden, ausser der einen, die zum Klinikaufenthalt geführt habe. Folglich 

- 23 -

lasse sich auch die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung 

nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

bestätigen. Im Falle, dass solche Episoden vorgelegen hätten, wäre aktuell 

eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (F33.4), zu 

stellen. Das von der Behandlerin gewählte Behandlungskonzept (stützende 

Behandlungen, ein bis zweimal im Monat, zuletzt am 8. November 2018 bei 

Berichterstattung am 6. Dezember 2018) passe auch in keiner Weise zu 

der Diagnose einer schweren depressiven Episode. Es wäre dann eine 

stationäre Behandlung, zumindest aber eine engmaschige ambulante 

Behandlung angezeigt. Die Diagnose einer PTBS werde in ihrem Bericht 

nur durch die erlebten Traumata begründet. Diese seien zwar notwendige 

Voraussetzung, keinesfalls aber eine hinreichende Begründung für die 

Diagnose einer PTBS. Eine wiederholte unausweichliche Erinnerung oder 

Wiederinszenierung in Tagträumen, Gedächtnis oder Träumen lasse sich 

nicht explorieren, womit die Diagnose zur PTBS nicht gegeben sei. Mit der 

Diagnose hätten sich auch die Behandler der Psychiatrischen Dienste 

Graubünden (PDGR) im Austrittsbericht vom 28. März 2017 

auseinandergesetzt und sie ebenfalls verneint (vgl. Bg-act. 90 S. 7). 

Zusätzlich werde die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung 

gestellt, ohne dass sie im Bericht vom 6. Dezember 2018 weiter begründet 

würde. Übereinstimmend mit der Beurteilung der anderen vorbefassten 

Psychiater könne kein tiefgreifend auffälliges und in vielen persönlichen 

und sozialen Situationen eindeutig unpassendes Verhaltensmuster in 

mehreren Funktionsbereichen wie Affektivität, Antrieb, Impulskontrolle, 

Wahrnehmen und Denken sowie in den Beziehungen zu anderen erkannt 

werden. Die Voraussetzungen zur Diagnose einer Persönlichkeitsstörung 

seien somit nicht gegeben (vgl. Bg-act. 94 S. 12).

4.2.4. An diesen nachvollziehbaren Ausführungen vermag auch die im 

vorliegenden Verfahren ins Recht gelegte Stellungnahme von Dr. med. 

O._____ vom 10. Februar 2020 (vgl. Bf-act. 13) keine auch nur geringen 

- 24 -

Zweifel zu begründen. Aufgrund des fast drei Monate nach 

Verfügungserlass erstellten Berichts erscheint es zweifelhaft, ob sich 

daraus tatsächlich Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des 

Verwaltungsverfahrens gegebene Situation ziehen lassen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_414/2019 vom 25. September 2019 E.2.2.2). Dies ist 

jedenfalls für die rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradige depressive Episode, auszuschliessen, da Dr. med. O._____ 

diese ausdrücklich mit Bezug auf die aktuelle Situation, d.h. für Ende 

Januar/Februar 2020, auswies. Auch im Übrigen stellte Dr. med. O._____ 

wie bereits in ihren Berichten vom 6. Dezember 2018 und 20. August 2019 

die bereits bekannten Diagnosen fest, mit welchen sich Dr. med. G._____ 

anlässlich der RAD-Abklärung vom 20. November 2018 in Kenntnis der 

belastenden (Kranken-)Geschichte der Beschwerdeführerin ausführlich 

auseinandergesetzt und nachvollziehbar aufgezeigt hat, weshalb sie 

seines Erachtens nicht gegeben sind (vgl. dazu auch Beurteilungen der 

RAD-Ärzte Dres. med. M._____ und G._____ vom 3. September 2019 und 

21. Oktober 2019 [vgl. Bg-act. 101 S. 16 f.]). Damit setzt sich Dr. med. 

O._____ in ihrem Bericht vom 10. Februar 2020 nicht auseinander. Soweit 

darin überdies Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie 

Gedächtnisstörungen und eine allgemeine psychomotorische 

Verlangsamung beschrieben wird (Bf-act. 13 S. 3, vgl. auch Arztbericht 

vom 20. August 2019 [Bg-act. 99 S. 2]), kann mitunter auf den 

Austrittsbericht der Klinik L._____ vom. 28. März 2017 verwiesen werden, 

in welchem betreffend die subjektiv erlebte Vergesslichkeit angeführt 

wurde, die Patientin habe sich mehrfach nach ca. 20 Minuten an zwei Drittel 

der genannten Wörter erinnern können und auch sonst seien keine 

kognitiven Beeinträchtigungen während der Gespräche aufgefallen (vgl. 

Bg-act. 90 S. 6). Desgleichen geht aus dem Austrittsbericht der Klinik 

L._____ hervor, dass die Kriterien einer PTBS oder einer andauernden 

Persönlichkeitsänderung nicht erfüllt seien (vgl. Bg-act. 90 S. 7). 

Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass anlässlich der RAD-Abklärung 

- 25 -

zahlreiche Hinweise auf Inkonsistenzen und Inplausibilitäten festgestellt 

worden sind, welche sich auf eine zuverlässige Diagnostik auswirken 

können (vgl. dazu Bg-act. 94 S. 12).

4.3. Der Beschwerdeführerin kann des Weiteren nicht gefolgt werden, wenn sie 

eine fehlende Fremdanamnese geltend macht. Entgegen ihrer Auffassung 

hat eine solche keinen Einfluss auf die Beweiskraft. Nach 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Einholung einer 

Fremdanamnese eine Frage des medizinischen Ermessens und unterliegt 

grundsätzlich der Fachkenntnis des Experten (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_379/2019 vom 26. September 2019 E.3.5.1 m.H.). 

Offensichtlich erachtete Dr. med. G._____ eine Fremdanamnese für nicht 

erforderlich. Es ist denn auch nicht ersichtlich, inwiefern 

fremdanamnestische Auskünfte bei Verwandten zur Verifizierung der 

Anamnese angesichts der aktenkundigen Angaben zur (Kranken-

)Geschichte der Beschwerdeführerin und der ausführlichen Erhebung 

anlässlich der RAD-Abklärungen etwas an den Schlussfolgerungen von Dr. 

med. G._____ geändert hätten.

4.4. Insgesamt ergibt sich somit, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

und die von ihr beigebrachten medizinischen Stellungnahmen von Dr. med. 

O._____ nicht geeignet sind, auch nur geringe Zweifel am Beweiswert der 

RAD-Abklärung vom 20. November 2018 mit ihren Feststellungen zu dem 

hier massgebenden Zeitraum ab dem 1. Januar 2018 zu erwecken. Es ist 

daher nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin auf die darin 

attestierte 100 %ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 

abstellte. Vor diesem Hintergrund kann auf die beantragte (Rückweisung 

zur) Einholung unabhängigen interdisziplinären medizinischen 

Begutachtung verzichtet werden, zumal das streitberufene Gericht 

aufgrund der bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet 

hat und annehmen kann, dass diese Überzeugung durch weitere 

- 26 -

Beweiserhebungen nicht geändert würde (antizipierte Beweiswürdigung; 

vgl. BGE 143 III 297 E.9.3.2, 140 III 16 E.2.1; Urteile des Bundesgerichts 

9C_216/2020 vom 8. Juli 2020 E.3.2. m.H., 8C_55/2020 vom 2. März 2020 

E.4.1 und 9C_867/2018 vom 28. Mai 2019 E.5.1.1.).

5.1. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die 

Verweigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem 

kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in 

denen ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die 

Kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf 

Fr. 700.-- fest. Aufgrund des Verfahrensausganges gehen diese 

grundsätzlich zulasten der Beschwerdeführerin. Allerdings hat sie um 

unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung ersucht. Da die 

Voraussetzungen dafür gegeben sind (insbesondere war die 

Beschwerdeführerin seit Mai 2014 bis 30. September 2019 

Sozialhilfeempfängerin [vgl. Verfügung der Gemeinde X._____ vom 

24. August 2019; Bf-act. 9], wobei keine Anhaltspunkte dafür bestehen, 

dass sich in Zukunft daran etwas ändern würde [vgl. dazu RAD-Abklärung 

vom 20. November 2018, wonach die Beschwerdeführerin eine 

Eingliederung konsequent verweigere und sich als definitiv nicht mehr 

arbeitsfähig sehe; Bg-act. 94 S. 16]), kann dem Gesuch entsprochen 

werden.

5.2. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht in seiner Honorarnote 

vom 19. Februar 2020 insgesamt einen Aufwand von Fr. 3'953.55 geltend 

(14.85 Stunden zu je Fr. 240.-- zzgl. 3 % Spesenpauschale [Fr. 106.90] 

und 7.7 % MWST [Fr. 282.65]). Dabei ist zu berücksichtigen, dass gemäss 

- 27 -

Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars der 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV, BR 

310.250) der Honoraransatz für den berechtigten Aufwand im Rahmen der 

bewilligten unentgeltlichen Vertretung nur Fr. 200.-- pro Stunde beträgt. 

Insgesamt ist somit eine Entschädigung von Fr. 3'294.65 (14.85 Stunden 

zu je Fr. 200.-- [Fr. 2'970.--] zzgl. 3 % Spesenpauschale [Fr.89.10] und 

7.7 % MWST [Fr. 235.55]) angemessen.

Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen

2.1 In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 76 VRG) werden die 

Kosten von Fr. 700.-- zulasten von A._____ von der Gerichtskasse über-

nommen.

2.2. A._____ wird in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Christian 

Thöny ein Rechtsvertreter auf Kosten des Staates bestellt. Dieser wird 

durch die Gerichtskasse mit Fr. 3'294.65 (inkl. MWST) entschädigt.

2.3. Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ ge-

bessert haben und sie hierzu in der Lage ist, hat sie das Erlassene und die 

Kosten der Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG).

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]