# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c570fe20-6114-50b9-9646-b131e384fbd5
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-08-18
**Language:** de
**Title:** Solaranlage auf Flachdach einer Arealüberbauung. Einordnung. Abklärungen zur Blendwirkung.
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0130/2022
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/2022-29_2.pdf

## Full Text

BRGE IV Nr. 0130/2022 vom 18. August 2022 in BEZ 2022 Nr. 29 

2. Das Baugrundstück liegt gemäss geltender Bau- und Zonenordnung der 
Stadt  X  (BZO)  in  der  Wohnzone W2/1.2  und  wurde  im  Rahmen  einer 
Arealüberbauung mit sechs Einfamilienhäusern überstellt. Dabei handelt es sich 
um  trapezförmige  Flachdachbauten,  welche  in  zwei  parallelen  Reihen  à  drei 
Gebäude  angeordnet  sind.  Vorgesehen  ist,  fünf  dieser  Gebäude  mit  einer 
Solaranlage auf dem Dach auszustatten. Die einzelnen Module sollen dabei in 
Reihen angeordnet werden und mit einer Neigung von 10° abwechslungsweise 
nach Nordost und Südwest bzw. nach Osten und Westen ausgerichtet werden. 
Die  Reihen  liegen  nicht  alle  parallel  zueinander,  was  auf  die  trapezförmige 
Dachform  zurückzuführen  ist.  Das  Wohnquartier  befindet  sich  an  Hanglage, 
wobei  das  Gelände  von  Nordosten  nach  Südwesten  relativ  steil  abfällt.  Das 
rekurrentische  Wohnhaus  befindet  sich  im  Gelände  unmittelbar  oberhalb  der 
Bauparzelle, weshalb die Rekurrierenden von ihren Stockwerkeinheiten auf die 
streitgegenständlichen Flachdächer herunterblicken können. 

3.1 Die Rekurrierenden machen in erster Linie zusammengefasst geltend, 
die  Vorgaben  von  § 71 PBG,  wonach  für  Arealüberbauungen  eine  besonders 
gute  Gestaltung  verlangt  werde,  seien  nicht  erfüllt.  Durch  die  extensive 
Bestückung  der  Dächer  mit  Photovoltaikmodulen  und  der  uneinheitlichen 
Anordnung  der  Module  auf  den  einzelnen  Dächern  würde  ein  äusserst 
unruhiger  Gesamteindruck  entstehen.  Sodann  werde  die  Beziehung  zur 
baulichen  und 
im  vorliegenden  Projekt  nur 
ungenügend  beachtet,  es 
in  der  näheren  Umgebung  zur 
Bauparzelle  praktisch  keinerlei  Solaranlagen,  schon  gar  nicht  in  dieser 
Grössenordnung.  

landschaftlichen  Umgebung 

fänden  sich 

(RPV) 

3.4.1  Das  Bauvorhaben  dürfte  aufgrund  des  am  1. Juli  2022  in  Kraft 
getretenen  Art. 32a  Abs. 1bis  der  Raumplanungsverordnung 
in 
Verbindung  mit  Art. 18a  Abs. 1  des  Raumplanungsgesetzes 
(RPG) 
grundsätzlich  bewilligungsfrei  errichtet  werden  bzw.  unterliegen  derartige 
Solaranlagen neu nur noch der Meldepflicht. Voraussetzung ist allerdings u.a., 
dass  die  Solaranlagen  nach  dem  Stand  der  Technik  reflexionsarm  ausgeführt 
werden  (Art.  32a  Abs.  1bis  lit.  c  RPV).  Ferner  besagt  § 2b  Abs. 2  der 
Bauverfahrensverordnung  (BVV),  dass  die  Meldung  nicht  von  der  Pflicht 
entbindet,  die  Vorschriften  des  materiellen  Rechts  einzuhalten.  Wie 
nachstehend noch aufgezeigt  wird, ist im vorliegenden Fall zweifelhaft, ob das 
Bauprojekt als reflexionsarm ausgeführt gelten kann und ob es die Vorschriften 
des materiellen Rechts, namentlich des Umweltschutzrechts, einhält. Da bereits 
jetzt  absehbar  ist,  dass  die  Baute  unzumutbare  nachteilige  Auswirkungen  auf 
Nachbarn haben könnte, wäre es vorliegend nicht zumutbar, die Nachbarn auf 
die  Anfechtung  einer  erst  nachträglich  erteilten  Baubewilligung  (welche  auf 
Verlangen des Nachbarn hin ausgestellt würde) bzw. auf eine Immissionsklage 
zu  verweisen  (vgl.  Peter  Hettich  und  Gian  Luca  Peng,  Erleichterte  Bewilligung 
von  Solaranlagen  in  der  Rechtspraxis,  AJP  10/2015,  S. 5  m.w.H.;  Irene 
Widmer,  Melde-  und  Baubewilligungspflicht  von  Solaranlagen,  PBG  aktuell 
4/2016,  S. 18).  Es  drängt  sich  somit  auf,  das  bereits  angestrengte 
Baubewilligungsverfahren  weiterzuführen, bzw.  die  erteilte  Bewilligung  auf  ihre 

 
 
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Rechtmässigkeit  zu  prüfen.  Konkret  ist  zu  beurteilen,  ob  die  Solaranlage  den 
Anforderungen  des  kantonalen  Rechts  genügt.  Dabei  ist  namentlich  Art.  18a 
Abs.  4  RPG  Rechnung  zu  tragen,  wonach  die  Interessen  an  der  Nutzung  der 
Solarenergie  auf  bestehenden  oder  neuen  Bauten  den  ästhetischen  Anliegen 
grundsätzlich vorgehen.  

Gemäss § 238 Abs. 4 PBG werden sorgfältig in Dach- und Fassadenfläche 
integrierte  Solaranlagen  bewilligt,  sofern  nicht  überwiegende  öffentliche 
Interessen  entgegenstehen.  Diese  Bestimmung  statuiert  einen  Anspruch  auf 
Bewilligung  der  Solaranlage,  wenn  die 
in  dieser  Norm  umschriebenen 
Voraussetzungen  erfüllt  sind.  Da  lediglich  «öffentliche  Interessen»  dem  Bau 
einer  sorgfältig  integrierten  Solaranlage  entgegenstehen  können,  sind  private 
Interessen  im  Bewilligungsverfahren  von  vornherein  nicht  zu  berücksichtigen 
(VGr, 8. Mai 2014, VB.2014.00035, E. 5.1 f.). 

Gemäss der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich 
ist eine Solaranlage sorgfältig integriert im Sinne von § 238 Abs. 4 PBG, wenn 
sie  nur  (aber  immerhin)  in  der  Weise  auf  dem  Dach  oder  der  Fassade 
angebracht  ist,  dass  sie  optisch  als  Teil  des  Gebäudes  erscheint  (VGr, 
26. September 2019, VB.2019.00218, E. 4.3 m.w.H.).  

3.4.2  Vorliegend  ist  nicht  erkennbar,  inwiefern  die  Solarpanels  mit  einem 
lediglich  10°,  womit  diese  unwesentlich  über  die 
Neigungswinkel  von 
Dachfläche  hinausragen,  nicht  als  sorgfältig  in  letztere  integriert  betrachtet 
werden können. Sie erscheinen offenkundig als Teil des Gebäudes, auch wenn 
sie als technische Dachaufbauten zur Geltung kommen, wobei die Anlage aus 
den  allermeisten  Blickwinkeln  gar  nicht  einsehbar  sein  wird.  Die  von  den 
Rekurrierenden geltend gemachte uneinheitliche Anordnung der Module ändert 
nichts an der Wahrnehmung der Solaranlage als Teil des Gebäudes. 

3.4.3  Entgegenstehende  öffentliche 

im  Sinn  von  § 238 
Abs. 4 PBG,  welche  dem  Bau  der  geplanten  Solaranlage  entgegenstehen 
würden, werden sodann nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. 

Interessen 

Zusammengefasst  erfüllt  das  Bauprojekt  die  Anforderungen  von  § 238 

Abs. 4 PBG.  

3.4.4  Die  Rekurrierenden  monieren  im  Grunde  allerdings  vielmehr  die 
Verletzung von § 71 PBG, gemäss welcher Bestimmung Arealüberbauungen – 
wie  die  vorliegend  streitbetroffene  Siedlung  –  besonders  gut  gestaltet  sowie 
zweckmässig  ausgestattet  und  ausgerüstet  sein  müssen.  Wie  die 
rekursgegnerischen  Parteien  zutreffend  vorbringen,  ist  die  Tragweite  dieser 
Bestimmung im vorliegenden Fall jedoch fraglich. 

§ 238  Abs. 4 PBG 

regelt  abschliessend,  welchen  bauästhetischen 
Anforderungen  Solaranlagen,  zu  genügen  haben,  soweit  sie  auf  oder  an  ein 
Gebäude  angebracht  werden  sollen. 
im 
Verhältnis  zu  § 238  Abs. 1  PBG  lex  specialis.  Unbegründet  wäre  damit  die 
Rüge,  die  Anlage  erreiche  für  sich  oder  im  Zusammenhang  mit  der  baulichen 
oder  landschaftlichen  Umgebung  keine  befriedigende  Gesamtwirkung  im  Sinn 
von  § 238  Abs. 1 PBG  (VGr,  8. Mai 2014,  VB.2014.00035,  E. 5.4).  Da  § 238 

ist  § 238  Abs. 4 PBG 

Insofern 

 
 
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Abs. 4 PBG  anderslautendes  kantonales  und  kommunales  Recht  gemäss 
verwaltungsgerichtlicher  Rechtsprechung  derogiert,  muss  dies  auch  in  Bezug 
auf § 71 PBG gelten. Die vorliegend streitbetroffene Solaranlage entspricht den 
gestalterischen  Anforderungen  im  Sinne  von  § 238  Abs. 4 PBG,  weshalb  sich 
eine  Prüfung  erübrigt,  ob  die  Solaranlage  auch  «besonders  gut»  gestaltet  ist, 
wie es § 71 Abs. 1 PBG für Arealüberbauungen vorschreibt. (…) 

5.1  Alsdann  rügen  die  Rekurrierenden  eine  ungenügende  vorinstanzliche 
Sachverhaltsabklärung  in  Bezug  auf  allfällige  Lichtimmissionen.  Aufgrund  der 
Lage und Ausrichtung der Module sowie des Umfangs der Solaranlage sei eine 
Blendwirkung nicht von vornherein ausgeschlossen. Der pauschale Hinweis im 
Baugesuch,  dass  die  Solarmodule  ein  Zertifikat  für  gute  Antireflexion  besitzen 
würden,  genüge  den  Anforderungen  nicht.  Insbesondere,  da  weder  aus  dem 
Baugesuch  noch  aus  der  erteilten  Baubewilligung  hervorgehe,  welche  Module 
tatsächlich verbaut werden sollen. (…) 

von  Menschen,  Tieren  und  Pflanzen, 

5.5.1  Das  Umweltschutzgesetz  (USG)  bezweckt  gemäss  dessen  Art. 1 
Abs. 1  den  Schutz 
ihrer 
Lebensgemeinschaften  und  Lebensräume  gegen  schädliche  oder  lästige 
Einwirkungen.  Einwirkungen  sind  laut  Art. 7  Abs. 1 USG  unter  anderem 
Luftverunreinigungen,  Lärm,  Erschütterungen  und  Strahlen.  Hierzu  gehören 
auch  optische  Strahlen,  darunter  sichtbares  Licht.  Als  Quelle  der  Emissionen 
nennt das Gesetz den Bau und Betrieb von Anlagen (Art. 7 Abs. 1 USG). Die im 
vorliegenden Fall reflektierten optischen Strahlen gelten praxisgemäss als eine 
vom  Menschen  (mit)verursachte  Einwirkung,  die  von  einer  Baute  ausgeht. 
Solche  Sonnenlichtreflexionen  stellen  Einwirkungen  im  Sinn  von  Art. 7  Abs. 1 
USG  dar  und  werden  grundsätzlich  von  diesem  Gesetz  erfasst  (VGr, 
7. November 2007,  VB.2007.00307,  E. 5  m.w.H.;  vgl.  auch  BGr, 9. Februar 
2012, 1C_177/2011, E. 5). 

Luftverunreinigungen,  Lärm,  Erschütterungen  und  Strahlen  werden 
gemäss  Art. 11  Abs. 1  USG  durch  Massnahmen  bei  der  Quelle  begrenzt 
(Emissionsbegrenzungen). Unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung 
sind  Emissionen  im  Rahmen  der  Vorsorge  so  weit  zu  begrenzen,  als  dies 
technisch  und  betrieblich  möglich  und  wirtschaftlich  tragbar  ist  (Art. 11  Abs. 2 
USG).  

für 

Da  bei  Lichtimmissionen  anders  als  bei  Lärm-  und  Luftverunreinigungen 
keine  Grenzwerte  bestehen,  ist  im  Einzelfall  gestützt  auf  Art. 13 USG  zu 
beurteilen,  ob  die 
lästig  sind.  Diese 
Immissionen  schädlich  oder 
sich  an  die  materiellen  Grundsätze  des 
Einzelfallbeurteilung  hat 
Bundesgesetzes 
der 
Immissionsgrenzwerte zu halten (Art. 13-15 USG). Nach diesen Bestimmungen 
dürfen  die  Immissionen  zu  keiner  erheblichen  Störung  des Wohlbefindens  der 
konkret  und  aktuell  betroffenen  Bevölkerung  führen  und  es  sind  auch  die 
Wirkungen  auf  Personengruppen  mit  erhöhter  Empfindlichkeit  wie  Kinder, 
Kranke, Betagte und Schwangere zu berücksichtigen (VGr, 7. November 2007, 
VB.2007.00307, E. 5 m.w.H.; vgl. auch BGr, 9. Februar 2012, 1C_177/2011, E. 
5). 

verordnungsmässige 

Festsetzung 

die 

 
 
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5.5.2  Zu  prüfen  ist,  ob  die  Rekurrierenden  zu  Recht  monieren,  die 
Bewilligung  der  Solaranlage  habe  ohne  nähere  Abklärungen  über  die  zu 
erwartenden  Reflexionen  nicht  erteilt  werden  dürfen,  bzw.  ob  eine 
ungenügende  Feststellung  des  Sachverhaltes  im  Sinne  von  § 20  Abs.  1  lit.  b 
des Verwaltungsrechtspflegegesetzes (VRG) erfolgte. 

Bezüglich  der  Sachverhaltsfeststellungen  gelten  im  Verwaltungsverfahren 
die  allgemeinen  Regeln  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes.  Gemäss  § 7 
Abs. 1 VRG hat die Verwaltungsbehörde den Sachverhalt von Amtes wegen zu 
untersuchen. Im Geltungsbereich der Untersuchungsmaxime muss die amtliche 
Untersuchung  den  Sachverhalt  grundsätzlich  in  jeder  Beziehung  umfassend 
klären.  

Vorliegend durfte die Vorinstanz dann zu Recht auf Abklärungen bezüglich 
Blendwirkung  verzichten,  wenn  von  Anfang  an  keine  ernsthaften  Gründe  zur 
Annahme  vorlagen,  dass  die  Solaranlage  relevante  Immissionen  erzeugen 
werde.  

5.5.3  Gemäss  den  mit  dem  Baugesuch  eingereichten  Plänen  sollen  wie 
erwähnt fünf der sechs Flachdächer mit Photovoltaikmodulen bestückt werden. 
Als  Materialien  wurden  monokristalline  Zellen  mit  einer  Vorderseite  aus 
gehärtetem  Solarglas  gewählt.  In  der  Gebäudereihe,  welche  näher  beim 
rekurrentischen Wohngebäude liegt, sind alle drei Dächer betroffen. Die Distanz 
vom rekurrentischen Gebäude zu den potentiellen Emissionsquellen beträgt an 
der  nächsten  Stelle  rund  14 m.  Die  Photovoltaikmodule  erstrecken  sich  dabei 
auf  einer  Länge  von  rund  16 m  und  einer  Breite  von  5,50 m  bis  8,50 m  pro 
Dach,  was  eine  Fläche  von  rund  100 m2  pro  Dach  ergibt.  Davon  abzuziehen 
sind die nicht mit Modulen belegten Freiflächen. Das rekurrentische Grundstück 
liegt  wie  erwähnt  nordöstlich  der  Bauparzelle.  Am  Augenschein  liess  sich 
feststellen, dass von den rekurrentischen Terrassen und Wohnräumen aus die 
gesamten  umstrittenen  Dachflächen  einsehbar  sind.  Aufgrund  der  räumlichen 
Verhältnissen  könnte  das  rekurrentische  Wohngebäude  insbesondere  bei 
einem  fortgeschrittenen  Sonnenstand  durch  Reflexionen  betroffen  sein.  Durch 
die  beinahe  ganzflächige  Eindeckung  der  Dächer  und  den  wie  erwähnt  in 
verschiedene  Himmelsrichtungen  angeordneten  und  geneigten  Modulen  sind 
Reflexionen  aus  verschiedenen  Winkeln  und  während  nicht  unerheblichen 
Zeiträumen  zum  rekurrentischen  Grundstück  hin  denkbar.  In  Anbetracht  der 
Grösse  der  geplanten  Solaranlage  und  der  im  vorliegenden  Fall  sehr  kurzen 
Distanz  zu  möglichen  Immissionspunkten  am  rekurrentischen  Wohngebäude, 
kann  folglich  nicht  von  Anfang  an  davon  ausgegangen  werden,  die  Anlage 
werde nur bedeutungslose Emissionen erzeugen.  

Die  mögliche  Blendwirkung  wird  auch  nicht  durch  die  vorinstanzliche 
Sichtwinkelberechnung  widerlegt.  Diese  bezieht  sich  nur  auf  eine  Breitseite 
eines einzigen streitbetroffenen Daches. Vorliegend blicken die Rekurrierenden 
indes  auf  die  Dächer  in  ihrer  Längsrichtung.  Auch  ist  nicht  nur  ein  einzelnes 
Dach  als  solches,  sondern  die 
ihrer  Gesamtheit  als 
Emissionsquelle relevant. 

fünf  Dächer 

in 

 
 
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Hinsichtlich  der  rekursgegnerischen  Vorbringen,  wonach  die  projektierten 
Photovoltaikmodule  die  Leuchtdichte  von  maximal  49'000 cd/m2  nicht 
überschreiten  würden,  ist  festzuhalten,  dass  die  umweltrechtlich  relevante 
Blendungswirkung  von  spiegelnden  Flächen  nicht  nur  von  der  Intensität  der 
(vgl. 
Reflexionen  abhängt,  sondern  auch  von  deren  Einwirkdauer 
BGr, 9. Februar  2012,  1C_177/2011,  E. 5.5).  Zudem  geht  das  Bundesamt  für 
Umwelt  (BAFU)  in  den  im  Jahre  2021  publizierten  «Empfehlungen  zur 
Vermeidung  von  Lichtemissionen»  (nachfolgend  «Empfehlungen  BAFU» 
genannt,  abrufbar  unter  www.bafu.admin.ch)  davon  aus,  dass  eine 
Absolutblendung  ab  einer  Leuchtdichte  von  10'000  bis  160'000 cd/m2  erfolgen 
könne.  Von  einer  Absolutblendung  spreche  man  gemäss  BAFU,  wenn  das 
eintreffende  Licht  so  intensiv  sei,  dass  sich  das  Auge  nicht  mehr  an  die 
Lichtverhältnisse  anpassen  könne  (Empfehlungen  BAFU,  S. 46).  Gemäss 
«Leitfaden  zum  Melde-  und  Bewilligungsverfahren  für  Solaranlagen»,  der  im 
Auftrag  des  Bundesamts  für  Energie / EnergieSchweiz  im  Februar  2021 
publiziert  wurde,  sei  bisher  empfohlen  worden,  Leuchtdichten  mit  über 
50'000 cd/m2  als  Blendung  zu  werten,  dieser  Grenzwert  werde  aktuell  aber 
überprüft und voraussichtlich nach unten korrigiert. Dass die Blendungswirkung 
der  vorliegend  gewählten  Module  bedeutungslos  ist,  kann  somit  nicht  von 
vornherein  gesagt  werden.  Wie  erwähnt  kommt  es  aber  ohnehin  auf  die 
konkreten  Verhältnisse  sowie  die  Kombination  mit  der  –  vorliegend  völlig 
unbekannten – Blenddauer an.  

Nach  dem  Umweltschutzgesetz  relevante  Immissionen  können  also  im 
konkreten  Fall  nicht  ohne  Weiteres  ausgeschlossen  werden.  Sowohl  die 
Intensität  der  Reflexionen  als  auch  die  Blenddauer  über  ein  ganzes 
Kalenderjahr  hinweg  (zufolge  Veränderung  des  Tagbogens  der  Sonne)  ist  im 
Detail abzuklären.  

Person 

5.5.4  Für  die  Sachverhaltsabklärung  ist  vorliegend  ein  Gutachten  einer 
sachverständigen 
bringt 
unabdingbar. 
vernehmlassungsweise  zwar  zutreffend  vor,  dass  Blendgutachten  nur  in 
kritischen  Situationen  als  letztes  Mittel  eingesetzt  werden  könnten.  Vorliegend 
handelt  es  sich  jedoch  gerade  um  einen  derartigen  Fall,  aufgrund  der 
vorstehend erläuterten Gegebenheiten. Die Erstellung eines Gutachtens wird in 
Anbetracht  der  Grösse  der  umstrittenen  Solaranlage  sodann  kaum  mit 
unverhältnismässigen Kosten verbunden sein. 

Vorinstanz 

Die